Decision ID: 94de6c43-1fed-4186-bbcc-c88315d4fa9e
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_HG
Chamber: ZH_HG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Bauhandwerkerpfandrecht
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Rechtsbegehren: (act. 1)
" 1. Das Grundbuchamt C._, ... [Adresse], sei gerichtlich , zu Gunsten der Gesuchstellerin und zu Lasten des Grundstücks Grundbuch Blatt ..., Liegenschaft, Kataster Nr. ..., ... [Ort], ein Bauhandwerkerpfandrecht für die Pfandsumme von CHF 294'086.55 vorläufig als Vormerkung im Grundbuch .
2. Die gemäss Rechtsbegehren Ziffer 1 anbegehrte Vormerkung sei superprovisorisch d.h. auf Einreichung dieses Gesuchs hin und ohne vorherige Anhörung der Gesuchsgegnerin gerichtlich .
3. Der Gesuchstellerin sei eine gerichtlich zu bestimmende Frist ab Erhalt des zu erlassenden gerichtlichen Entscheids zur Anhebung des Hauptprozesses anzusetzen, verbunden mit der Androhung, dass nach unbenutztem Fristablauf die vorläufige Vormerkung im Grundbuch wieder gelöscht werde.
4. Die Gerichtskosten seien gerichtlich zu bestimmen und der  aufzuerlegen, unter Vorbehalt der endgültigen  des Gerichts im Hauptprozess."

Das Einzelgericht zieht in Erwägung:
1. Die Klägerin verlangte mit Eingabe vom 9. Juli 2015 (Datum Poststempel)
samt Beilagen (act. 1 und 3/1-11) die (vorerst) superprovisorische Eintragung ei-
nes Bauhandwerkerpfandrechts auf dem beklagtischen Grundstück, Kat. Nr. ...,
GBBl. ..., ... [Adresse], für eine Pfandsumme von CHF 294'086.55. Diesem Ge-
such wurde mit Verfügung vom 10. Juli 2015 einstweilen und ohne Anhörung der
Gegenpartei entsprochen, und das Grundbuchamt C._ wurde entsprechend
angewiesen, das Pfandrecht vorläufig im Grundbuch einzutragen. Gleichzeitig
wurde der Beklagten Frist bis 3. August 2015 zur Stellungnahme zum klägeri-
schen Begehren angesetzt, unter der Androhung eines Aktenentscheids im
Säumnisfall (act. 4). Die Verfügung wurde der Beklagten am 13. Juli 2015 zuge-
stellt (act. 6/2). Nachdem sich die Beklagte innert Frist bzw. bis dato nicht hat ver-
nehmen lassen, ist androhungsgemäss aufgrund der Akten zu entscheiden.
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2. Unter Berücksichtigung der Eingabe der Klägerin und der eingereichten Un-
terlagen (act. 1 und 3/1-11) erscheint als glaubhaft bzw. ist unbestritten geblieben,
dass diese für die eingetragene Pfandsumme auf dem Grundstück der Beklagten
(vgl. Prot. S. 2) im Sinne von Art. 837 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB Arbeiten geleistet hat
(act. 1 Art. 1; act. 3/5+6), ein Betrag in Höhe der eingetragenen Pfandsumme bis-
her unbezahlt geblieben ist (act. 1 Art. 3; act. 3/10) und die Viermonatsfrist ge-
mäss Art. 839 Abs. 2 ZGB mit der vorläufigen Eintragung gewahrt wurde (act. 1
Art. 5; act. 3/11). Die einstweilige Anweisung an das Grundbuchamt C._ ist
daher als vorläufige Eintragung im Sinne von Art. 961 ZGB zu bestätigen.
3. Sodann ist der Klägerin Frist anzusetzen, um Klage auf definitive Eintragung
des Pfandrechts gegen die Beklagte anzuheben. Die Prosequierungsfrist ist pra-
xisgemäss auf 60 Tage festzulegen, wobei allfällige Gerichtsferien bei der
Fristansetzung berücksichtigt werden. Eine Verlängerung dieser Frist ist möglich,
bedarf aber eines gesonderten und begründeten Gesuches (Art. 144 Abs. 2
ZPO); dieses würde in einem kostenpflichtigen Nachverfahren behandelt. Als zu-
reichende Gründe für eine Fristerstreckung gemäss Art. 144 Abs. 2 ZPO werden
nur entweder die Zustimmung der Gegenpartei oder von der Partei nicht vorher-
sehbare oder nicht beeinflussbare Hinderungsgründe anerkannt.
4. Die Höhe der Gerichtsgebühr wird nach der Gebührenverordnung des
Obergerichts bestimmt (Art. 96 ZPO i.V.m. § 199 Abs. 1 GOG) und richtet sich in
erster Linie nach dem Streitwert bzw. nach dem tatsächlichen Streitinteresse (§ 2
Abs. 1 lit. a GebV OG). Es ist von einem Streitwert von CHF 294'086.55 auszuge-
hen, wobei die Gerichtsgebühr in Anwendung von § 4 Abs. 1 und 2 sowie § 8
Abs. 1 GebV OG auf CHF 6'000.– festzusetzen ist.
Über den Pfandanspruch der Klägerin ist noch nicht definitiv entschieden. Es wird
im ordentlichen Verfahren festzustellen sein, ob die Klägerin endgültig obsiegt.
Daher rechtfertigt es sich, im vorliegenden Verfahren lediglich eine einstweilige
Kostenregelung zu treffen. Gemäss Praxis des Einzelgerichts des Handelsge-
richts des Kantons Zürich sind die Gerichtskosten im Verfahren betreffend die vor-
läufige Eintragung des Pfandrechts von der Klägerin zu beziehen, wobei der end-
gültige Entscheid des Gerichts im ordentlichen Verfahren vorbehalten bleibt.
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Auch der Entscheid betreffend die Entschädigungsfolgen ist dem ordentlichen
Verfahren vorbehalten. Für den Fall, dass die Klägerin ihren Anspruch jedoch
nicht prosequieren sollte, ist keiner Partei eine Parteientschädigung zuzuspre-
chen.