Decision ID: 33ab2b15-a0db-47d1-b114-9e4e10f0c9d7
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
K._
Rekurrent,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Vorinstanz,
betreffend
individuelle Prämienverbilligung 2007 (Auszahlung)
Sachverhalt:
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A.
Der am 30. Juni 1980 geborene K._ meldete sich am 26. Januar 2007 bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) zum Bezug einer individuellen
Prämienverbilligung für das Jahr 2007 an. In der Anmeldung gab er an, die
Prämienverbilligung sei nicht an den Krankenversicherer, sondern an seinen Vater zu
überweisen (act. G 3.1.3). Mit Verfügung vom 4. Mai 2007 sprach die SVA dem
Gesuchstellter eine Prämienverbilligung von insgesamt Fr. 2'140.-- zu. Als Zahlungs
empfängerin wurde die Krankenkasse des Gesuchstellers aufgeführt (act. G 3.1.4).
B.
Gegen die Verfügung vom 4. Mai 2007 erhob der Gesuchsteller am 22. Mai 2007
Einsprache und beantragte die Auszahlung der Prämienverbilligung an seinen Vater.
Zur Begründung führte er aus, da er studiere und sein Vater die Krankenkassenprämien
stellvertretend für ihn monatlich begleiche, habe er die Prämienverbilligung an ihn
abzutreten, weshalb eine Auszahlung an den Krankenversicherer nicht möglich sei. In
Abschnitt 5 des Anmeldeformulars sei aufgeführt, dass im Fall einer Unmöglichkeit der
Auszahlung an einen Krankenversicherer ein alternativer Zahlungsempfänger aufgeführt
werden könne, was er getan habe und wovon er nun Gebrauch machen möchte
(act. G 3.1.5).
C.
Mit Entscheid vom 2. August 2007 wies die SVA die Einsprache ab. Das Verfahren
betreffend die Auszahlung der Prämienverbilligung basiere auf den gesetzlichen
Grundlagen gemäss Art. 15 des Einführungsgesetzes zum KVG und Art. 26 der
Verordnung zum Einführungsgesetz zum KVG. Die Regierung habe die notwendigen
vertraglichen Abmachungen mit den Krankenkassen genehmigt. Die Krankenkasse
werde die Verbilligungsbeiträge an die zukünftigen Rechnungen gutschreiben, womit
für den Gesuchsteller kein Nachteil erwachse (act. G 3.1.6).
D.
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Gegen diesen Einspracheentscheid vom 4. Mai 2007 richtet sich der Rekurs vom
25. August 2007 mit dem Antrag, der Einspracheentscheid vom 2. August 2007 sei
aufzuheben und der Krankenversicherer sei anzuweisen, den Restbetrag der
Prämienverbilligung auf das Bankkonto seines Vaters zu überweisen. Ein Restbetrag
sei es deshalb, weil der Krankenversicherer bereits einen Teilbetrag von Fr. 1'162.60 an
ihn ausbezahlt habe. Weiter führt er aus, eine Auszahlung an den Krankenversicherer
erhöhe die monatliche Illiquidität seines Vater und bringe somit relevante Nachteile
(act. G 1).
E.
Mit Vernehmlassung vom 13. September 2007 beantragt die Vorinstanz die Abweisung
des Rekurses. Sie habe mit der Krankenkasse des Rekurrenten eine vertragliche
Regelung geschlossen, wonach die individuelle Prämienverbilligung dieser direkt
ausbezahlt werde. Diese Regelung stehe im Einklang mit den gesetzlichen
Bestimmungen. Es werde damit verhindert, dass Krankenkassen Inkassoprobleme
wegen säumigen Zahlern hätten, die ihre individuelle Prämienverbilligung nicht zur
Bezahlung der Krankenkassenprämie verwendeten (act. G 3).
F.
Der Rekurrent verzichtete auf die Einreichung einer Replik (act. G 5).

Erwägungen:
1.
Zu prüfen ist, ob die Auszahlung der individuellen Prämienverbilligung zu Recht an den
Krankenversicherer des Rekurrenten erfolgte. Nicht Gegenstand des vorliegenden
Verfahrens ist der Antrag des Rekurrenten auf Anweisung des Krankenversicherers zur
Auszahlung des angeblichen Restbetrags der Prämienverbilligung, denn die am
26. Juni 2007 erfolgte Umbuchung von Fr. 1'162.60 bildete weder Gegenstand der
Verfügung vom 4. Mai 2007 noch des Einspracheentscheids vom 2. August 2007.
2.
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Gemäss Art. 65 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (SR 832.10;
KVG) haben die Kantone dafür zu sorgen, dass bei der Überprüfung der
Anspruchsvoraussetzungen, insbesondere auf Antrag der versicherten Person, die
aktuellsten Einkommens- und Familienverhältnisse berücksichtig werden. Nach
Feststellung der Bezugsberechtigung sorgen die Kantone zudem dafür, dass die
Auszahlung der Prämienverbilligung so erfolgt, dass die anspruchsberechtigten
Personen ihrer Prämienzahlungspflicht nicht vorschussweise nachkommen müssen.
Nach Art. 15 Abs. 2 des Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über die
Krankenversicherung (sGS 331.11; EG-KVG) kann die Regierung die Versicherer zur
Mitwirkung bei der Durchführung der individuellen Prämienverbilligung heranziehen. Die
Einzelheiten bezüglich dem Vollzug der Prämienverbilligung zwischen der SVA und den
Versicherer werden gemäss Art. 26 Abs. 2 der Verordnung zum Einführungsgesetz zur
Bundesgesetzgebung über die Krankenversicherung (sGS 331.111; Vo-EG) vertraglich
geregelt.
3.
3.1 Art. 1 der Vereinbarung vom 6./7. Februar 1997 (act. G 3.1.1) zwischen der SVA
und dem Kantonalverband St. Gallischer Krankenversicherer betreffend die
Durchführung der Prämienverbilligung hält fest, dass die dem Kantonalverband St.
Gallischer Krankenversicherer angeschlossenen Krankenversicherer nur mit
ausdrücklicher Zustimmung unter diese Bestimmungen fallen. Damit wird Art. 27
Abs. 1 Vo-EG impliziert, wonach die Verweigerung eines Krankenversicherers zur
Mitwirkung beim Prämienverbilligungsvollzug eine direkte Auszahlung an die
anspruchsberechtigte Peron zur Folge hat. Vorliegend ist festzuhalten, dass der
Krankenversicherer des Rekurrenten gemäss der Liste der Ausgleichskasse vom
27. Februar 2006 der Vereinbarung vom 6./7. Februar 1997 beigetreten ist und sich
dadurch zur Mitwirkung bei der Durchführung der Prämienverbilligung verpflichtet hat
(act. G 6). Gemäss Art. 4 dieser Vereinbarung erfolgt sodann die Auszahlung der
Prämienverbilligung zugunsten der beteiligten Krankenversicherer, welche diese
wiederum den individuellen Prämienforderungen anzurechnen haben (act. G 3.1.1).
3.2 Bezüglich des Einwands des Rekurrenten, die direkte Auszahlung zuhanden des
Krankenversicherers führe zu Liquiditätsproblemen, ist anzumerken, dass sich die
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Versicherer gemäss Art. 6 der Vereinbarung dazu verpflichten, unverzüglich nach Erhalt
der Daten der anspruchsberechtigten Personen sowie der entsprechenden Zahlung,
die ausgewiesenen Beträge den individuellen Konti zur Anrechnung an die aktuell
bestehende Prämienforderung gutzuschreiben (act. G 3.1.1). Inwiefern aufgrund dieser
Vorgehensweise ein finanzieller Nachteil für die anspruchsberechtigte Person entstehen
sollte, ist nicht nachvollziehbar. Trägt doch gerade diese Bestimmung Art. 65 Abs. 3
KVG Rechnung, in dem die Verpflichtung der Versicherer zur unmittelbaren Gutschrift
der individuellen Prämienverbilligungen eine Bevorschussung der
Prämienzahlungspflicht durch die anspruchsberechtigte Person verhindert. Eine
Beeinträchtigung des Anspruchs auf individuelle Prämienverbilligung durch die
Direktzahlung an den Krankenversicherer liegt somit nicht vor. Hingegen wird
insbesondere sichergestellt, dass gemäss Art. 30 Vo-EG die Prämienverbilligung
ausschliesslich für die Verbilligung der Prämien der Krankenpflege-Grundversicherung
verwendet wird und nicht zur Vorfinanzierung von Zusatzversicherungen gemäss
Versicherungsvertragsgesetz oder zur Deckung anderer Lebensunterhaltungskosten.
4.
4.1 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorgehensweise der Vorinstanz nicht zu
beanstanden ist und die Auszahlung der individuellen Prämienverbilligung an den
Krankenversicherer des Rekurrenten zu Recht erfolgte. Entsprechend ist der Rekurs
vom 25. August 2007 gegen den Einspracheentscheid vom 2. August 2007
abzuweisen.
4.2 Gemäss Art. 95 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(sGS 951.1;VRP) ist das Gerichtsverfahren grundsätzlich kostenpflichtig; die Kosten hat
diejenige Partei zu tragen, deren Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden.
Der Rekurrent ist im vorliegenden Verfahren vollständig unterlegen und hätte demnach
für die Gerichtskosten aufzukommen. In Anbetracht der gesamten Umstände
rechtfertigt es sich jedoch, in Anwendung von Art. 97 VRP auf deren Erhebung zu
verzichten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG
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