Decision ID: 4e58b5a9-4055-5c1f-a02b-ce056ef35b47
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ erlitt am 26. August 2006 einen Verkehrsunfall (Frontalkollision). Der
behandelnde Dr. med. B._, Innere Medizin FMH, diagnostizierte im Arztzeugnis vom
28. September 2006 eine Thoraxkontusion, ein Schulter-Arm-Syndrom links
(Differentialdiagnose [DD]: funktionelles Thoracic-outlet-Syndrom) sowie ein
Reizsyndrom des unteren Plexus brachialis links (siehe hierzu sowie eingehend zum
Unfallereignis und zu den daraufhin erfolgten medizinischen Behandlungen Entscheid
des Versicherungsgerichts vom 19. Januar 2010, UV 2009/25, lit. A.a f., Fremdakten).
A.b Am 9. November 2007 meldete sich die Versicherte zum Bezug von IV-Leistungen
an (IV-act. 1; zur nochmaligen Anmeldung vom 9. März 2009 siehe IV-act. 31). Dr.
B._ bescheinigte der Versicherten folgende Arbeitsunfähigkeiten für die
angestammte Tätigkeit als Mitarbeiterin Zellenmontage (siehe hierzu IV-act. 22-2):
100% vom 26. August bis 23. Oktober 2006, 50% ab 24. Oktober 2006 bis 28. Februar
2007, 30% ab 1. März bis 30. November 2007. Wegen vermehrter
belastungsabhängiger Schmerzen im linken Arm ausstrahlend bis in die linke Hand
habe die Arbeitsfähigkeit ab dem 1. Dezember 2007 wieder auf 50% reduziert werden
müssen. Die angestammte Tätigkeit sei keine körperlich anstrengende Arbeit, jedoch
eine manuelle, die dauernd den Einsatz des linken Arms erfordere (Bericht vom 10.
Dezember 2007, IV-act. 12 f.).
A.c Der für die Unfallfolgen leistungspflichtige Unfallversicherer stellte seine
Leistungen wegen fehlenden adäquaten Kausalzusammenhangs auf den 31. Dezember
2008 ein (Verfügung vom 21. November 2008), woran er im Einspracheentscheid vom
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3. Februar 2009 festhielt. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das
Versicherungsgericht mit Entscheid vom 19. Januar 2010, UV 2009/25, ab
(Fremdakten).
A.d RAD-Ärztin Dr. med. C._, Fachärztin für Arbeitsmedizin FMH, vertrat in der
Stellungnahme vom 3. Mai 2010 die Auffassung, es lägen ausschliesslich Unfallfolgen
vor und es könne auf den Entscheid des Unfallversicherers abgestellt werden. Es gebe
keine stichhaltigen Gründe, weshalb die Versicherte nicht mindestens
leidensangepasst voll arbeitsfähig sein könne. Die Funktionseinschränkungen
(Schmerzen und Müdigkeit) seien rein subjektiver Natur. Es gebe keine Anhaltspunkte
für ein "psychiatrisches Leiden", so dass die Schmerz- und Müdigkeitsüberwindung
der Versicherten zumutbar erscheine (IV-act. 41). Es könne von einer vollen
Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden (RAD-Stellungnahme vom 25. Juni 2010, IV-act.
42-2). Ausgehend von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit stellte die IV-Stelle der
Versicherten mit Vorbescheiden vom 1. Juli 2010 die Abweisung der Gesuche um
Rentenleistungen (IV-act. 46) und berufliche Massnahmen in Aussicht (IV-act. 48).
Dagegen erhob die Versicherte am 7. Juli 2010 Einwand. Sie befinde sich aktuell
während acht Wochen in täglicher fachärztlich psychiatrischer Behandlung (IV-act. 49
und 51). Der im Medizinischen Zentrum D._ behandelnde Dr. med. E._, Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, diagnostizierte eine mittelgradige depressive
Episode (ICD-10: F32.1), eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10:
F45.4) sowie einen Status nach Thoraxkontusion (Bericht vom 11. Oktober 2010, IV-
act. 55). Die Versicherte reichte der IV-Stelle am 4. Januar 2011 einen Bericht des
Medizinischen Zentrums F._ vom 27. Dezember 2010 ein (IV-act. 59 f.).
A.e Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am 28. und 30. März 2011
polydisziplinär (rheumatologisch und psychiatrisch) in der MEDAS Ostschweiz
begutachtet. Die MEDAS-Experten diagnostizierten mit Einschränkung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit ein chronifiziertes linksseitiges thorakales und brachiales
Schmerzsyndrom, eine leicht- bis mittelgradige depressive Episode mit beginnender
Chronifizierung (ICD-10: F32.8) und eine chronische Schmerzstörung mit somatischen
und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41). Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine 30
bis 40%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, spätestens ab dem Zeitpunkt der
psychiatrischen Begutachtung. Eine etwas höhere Arbeitsunfähigkeit bis zu 50% im
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Verlauf scheine möglich. Eine über die psychiatrischerseits bescheinigte
Arbeitsunfähigkeit hinausgehende Einschränkung lasse sich aus somatischer Sicht für
körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten nicht begründen. Die qualifizierenden
Kriterien nach Foerster lägen in Bezug auf die anhaltende somatoforme
Schmerzstörung nur zum Teil vor. Es bestehe zudem eine Reihe von psychosozialen
Belastungsfaktoren. Der Versicherten sei die Aufwendung der zumutbaren
Willensanstrengung möglich, die Schmerzen zu überwinden (Gutachten vom 8. Juli
2011, IV-act. 64, insbesondere -18 ff. und -30). RAD-Ärztin Dr. C._ hielt die
gutachterliche Beurteilung für überzeugend (Stellungnahme vom 22. Juli 2011, IV-act.
65; siehe auch die "Korrektur/Ergänzung" vom 9. September 2011, IV-act. 66).
A.f In der Folge brachte die Versicherte, gestützt auf ärztliche Berichte des
Medizinischen Zentrums F._ (Berichte vom 18. April 2011, IV-act. 76-1 ff., vom 31.
August 2011, IV-act. 76- 8 ff., und vom 23. Januar 2012, IV-act. 81), in mehreren
Schreiben Mängel gegen das MEDAS-Gutachten vor (Schreiben vom 7. November
2011, IV-act. 75, vom 30. Januar 2012, IV-act. 80, und vom 10. Februar 2012, IV-act.
85). Hierzu nahm jeweils RAD-Ärztin Dr. C._ Stellung (Stellungnahmen vom 2.
Dezember 2011, IV-act. 78, vom 4. Februar 2012, IV-act. 83, und vom 24. Juli 2012, IV-
act. 87).
A.g In der Mitteilung vom 20. September 2012 wies die IV-Stelle das Gesuch der
Versicherten um berufliche Massnahmen ab, da sich diese nicht in der Lage fühle, an
Eingliederungsmassnahmen mitzuwirken (IV-act. 92). In der Stellungnahme vom 8.
Januar 2013 hielt der Rechtsdienst der IV-Stelle dafür, es müsse das Vorliegen eines
invalidisierenden Gesundheitsschadens verneint werden. Die chronische
Schmerzstörung und die als Begleiterscheinung auftretende leicht- bis mittelgradig
depressive Episode seien überwindbar. Dies habe zur Folge, dass entgegen der
Einschätzung des Gutachters bei einer zumutbaren Schmerzüberwindung keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit angenommen werden könne (IV-act. 93). Mit
neuerlichem Vorbescheid vom 24. Januar 2013 stellte die IV-Stelle ausgehend von
einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten die Abweisung des
Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 97). Dagegen erhob die Versicherte am 30. Januar
2013 Einwand (IV-act. 98). Am 15. März 2013 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des
Rentengesuchs (IV-act. 99).
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B.
B.a Gegen die Verfügung vom 15. März 2013 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 3. April 2013 (Datum Postaufgabe). Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter
Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung. Es sei ihr eine ganze Rente
auszurichten. Eventualiter sei ein psychiatrisches Gerichtsgutachten einzuholen.
Subeventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ein neues psychiatrisches
Gutachten einzuholen. Des Weiteren stellt sie den Antrag um Durchführung einer
öffentlichen Gerichtsverhandlung. Im Wesentlichen bringt die Beschwerdeführerin vor,
das MEDAS-Gutachten sei mangelhaft. Selbst wenn auf das MEDAS-Gutachten
abgestellt würde, so sei die darin bescheinigte Arbeitsunfähigkeit
invalidenversicherungsrechtlich relevant. Es könne nicht von einer Überwindbarkeit der
Teilarbeitsunfähigkeit ausgegangen werden, zumal die Überwindbarkeitspraxis nicht
auf depressive Leiden Anwendung finde. Des Weiteren vertritt die Beschwerdeführerin
den Standpunkt, die Überwindbarkeitspraxis verletze die Europäische
Menschenrechtskonvention, und bei der Bestimmung des Invalideneinkommens sei ein
15%iger Tabellenlohnabzug gerechtfertigt (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 28. Mai 2013
die Abweisung der Beschwerde. Sie hält an der Auffassung fest, die chronische
Schmerzstörung und die als Begleiterscheinung auftretende leicht- bis mittelgradige
depressive Episode seien überwindbar (act. G 4).
B.c In der Replik vom 10. Juni 2013 hält die Beschwerdeführerin unverändert an der
Beschwerde fest (act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 8).
B.e Auf Nachfrage der Verfahrensleitung (act. G 10) hat die Beschwerdeführerin am 2.
Juni 2015 eine Stellungnahme des medizinischen Zentrums F._ vom 28. Mai 2015
betreffend die dort von ihr im Zeitraum vom 19. Februar 2010 bis 30. März 2011 in
Anspruch genommene psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung eingereicht
(act. G 11 und G 11.1).
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B.f Am 31. August 2015 hat das Versicherungsgericht Dr. med. G._, Leiterin Zentrale
Psychiatrische Gutachtenstelle, Psychiatrische Klinik H._, mit der Erstellung eines
psychiatrischen Gerichtsgutachtens beauftragt (act. G 18; zur vorgängigen Orientierung
der Parteien siehe act. G 14; zur Stellungnahme der Beschwerdegegnerin vom 24.
August 2015 siehe act. G 17). Die Untersuchung durch Dr. G._ hat am 18. November
2015 stattgefunden. Am 8. Januar 2016 ist die Beschwerdeführerin
neuropsychologisch untersucht worden. Die Gerichtsgutachterin diagnostizierte eine
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10:
F45.41), (aktuell) eine schwere depressive Episode und eine mittelschwere kognitive
Funktionsstörung (ICD-10: F07.8). Zusätzlich bestehe als relevante körperliche
Komorbidität seit Frühjahr 2014 ein Mammakarzinom. Für die Zeit nach dem
Unfallereignis vom 26. August 2006 bis zum 31. Dezember 2008 geht die
Gerichtsgutachterin von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten aus. Seit 1. Januar 2009 sei infolge einer Verschlechterung des
Gesundheitszustands von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten auszugehen. Infolge einer weiteren gesundheitlichen Verschlechterung
bestehe seit April 2014 noch eine Restarbeitsfähigkeit von 17% ("2/3 von 25%
Pensum; Gerichtsgutachten vom 18. April 2016 act. G 21, insbesondere S. 29 ff.; zum
neuropsychologischen Abklärungsbericht vom 15. Januar 2016 siehe act. G 21.1).
B.g Die Beschwerdeführerin führt in der Stellungnahme zum Gerichtsgutachten vom
22. April 2016 aus, die darin enthaltene Beurteilung sei schlüssig und beweiskräftig.
Sämtliche Indikatoren gemäss BGE 141 V 281 seien erfüllt. Zudem begründe die
Gerichtsgutachterin überzeugend, wieso das Administrativgutachten von Dr. I._ nicht
beweiskräftig sei. Es sei ihr eine ganze Rente auszurichten (act. G 23).
B.h In der Vernehmlassung vom 6. Juni 2016 (act. G 29) vertritt die
Beschwerdegegnerin den Standpunkt, dass die von der Gerichtsgutachterin ab 2009
angenommene gesundheitliche Verschlechterung und die gestützt darauf erfolgte
Arbeitsfähigkeitsschätzung bezogen auf den massgebenden Zeitraum bis zum
Verfügungserlass vom 15. März 2013 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
ausgewiesen seien. Zur Untermauerung dieser Betrachtungsweise verweist sie auf eine
Stellungnahme von RAD-Arzt Dr. med. J._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, vom 26. Mai 2016 (siehe hierzu act. G 29.1). Hinsichtlich der Frage
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nach der invalidisierenden Wirkung verweist sie auf die Stellungnahme des
Rechtsdiensts vom 8. Januar 2013, worin das Vorliegen eines invalidisierenden
Gesundheitsschadens verneint wurde (IV-act. 93). Die Beschwerdeführerin hat zu
diesen Ausführungen unaufgefordert in der Eingabe vom 16. Juni 2016 Stellung
genommen (act. G 31).

Erwägungen
1.
Die Beschwerdeführerin hat in der Beschwerde vom 2. April 2013 um Durchführung
einer öffentlichen Gerichtsverhandlung ersucht (Ziff. 3 der Anträge, act. G 1). In der
Stellungnahme zum Gerichtsgutachten vom 22. April 2016 stellte sie nur noch
materielle Rechtsbegehren und machte Ausführungen zur Parteientschädigung (act. G
23). Auch äusserte sie sich am 16. Juni 2016 (unaufgefordert) zur Stellungnahme der
Beschwerdegegnerin (act. G 31). Mithin hielt sie am Antrag auf eine öffentliche
Gerichtsverhandlung nicht mehr fest.
2.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin.
2.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
All¬gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) und am 1. Januar
2012 die Bestimmungen der IV-Revision 6a in Kraft getreten. In materiellrechtlicher
Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene
Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids
beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen
Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E. 1, 126 V 136
E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 15. März 2013 ergangen
(IV-act. 99), wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist (Unfallereignis vom 26. August
2006, Fremdakten, und Anmeldung vom 9. November 2007, IV-act. 1), der vor dem
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Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision begonnen hat. Daher ist
entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31.
Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab 1. Januar 2008 auf
die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V
445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1) bzw. auf die ab 1.
Januar 2012 geltenden Normen der IV-Revision 6a. Nachfolgend werden die in Kraft
stehenden Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben, soweit nicht
ausdrücklich auf die altrechtlichen Bestimmungen verwiesen wird.
2.2 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Ausgangspunkt für die Bemessung
der Invalidität bildet die Frage, ob und in welchem Ausmass es einer versicherten
Person zumutbar ist, trotz ihres Gesundheitsschadens ein Erwerbseinkommen zu
erzielen. In Art. 7 Abs. 2 ATSG, der mit der 5. IVG-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft
getreten ist, wird festgelegt, dass eine Erwerbsunfähigkeit nur vorliegt, wenn sie aus
objektiver Sicht nicht überwindbar ist. Damit wurde gesetzlich verankert, dass die
Zumutbarkeit nicht nach dem subjektiven Empfinden der versicherten Person, sondern
nach objektiven Gesichtspunkten zu beurteilen ist. Art. 7 Abs. 2 ATSG schreibt somit
auf Gesetzesstufe das Erfordernis der Objektivierbarkeit fest, was nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 135 V 215 E. 7.3) seit jeher gilt (THOMAS
GÄCHTER/EVA SIKI, Sparen um jeden Preis?, Kritische Würdigung der geplanten
Schlussbestimmung zur 6. IV-Revision, in: Jusletter vom 29. November 2010, S. 3).
2.3 Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird
gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das
Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der
Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG
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besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist.
Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe
Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.4 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet
sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
2.5 Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen
Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie
nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu
schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft,
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
125 V 351 E. 3b/bb). Dem Umstand, dass ein nach altem Standard, d.h. vor der in BGE
137 V 210 vorgenommenen Praxisänderung, in Auftrag gegebenes Gutachten - wie
vorliegend das Administrativgutachten der MEDAS Ostschweiz - eine massgebende
Entscheidungsgrundlage bildet, ist bei der Beweiswürdigung Rechnung zu tragen. In
dieser speziellen Übergangssituation lässt sich die beweisrechtliche Situation der
versicherten Person mit derjenigen bei versicherungsinternen medizinischen
Entscheidungsgrundlagen vergleichen. In solchen Fällen genügen schon relativ geringe
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, um eine
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(neue) Begutachtung anzuordnen (Urteil des Bundesgerichts vom 17. September 2012,
9C_148/2012, E. 1.3 f. mit Hinweisen). Mit Blick auf Gerichtsgutachten ist zu beachten,
dass das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschätzungen der
medizinischen Experten abweicht. Auch der Europäische Gerichtshof für
Menschenrechte hat diesbezüglich erwogen, der Meinung der von einem Gericht
ernannten Experten komme bei der Beweiswürdigung vermutungsweise hohes
Gewicht zu (BGE 135 V 469 f. E. 4.4 mit Hinweisen).
3.
Zunächst ist zu prüfen, ob der medizinische Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt
worden ist. Nach der Rechtsprechung ist die richterliche Überprüfung einer
Verwaltungsverfügung grundsätzlich auf den Zeitraum bis zum Erlass dieser Verfügung
beschränkt; nachträgliche Sachverhalts- und Rechtsänderungen werden nicht
berücksichtigt (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar
2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 28. August 2003, I
596/02, E. 1.1). Die angefochtene Verfügung ist am 15. März 2013 ergangen (IV-act.
99). In der vorliegenden Angelegenheit ist daher lediglich der bis zum 15. März 2013
eingetretene Sachverhalt zu beurteilen.
3.1 Aus der gesamten Aktenlage geht unbestrittenermassen hervor, dass kein
somatisches Leiden mit relevanter Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten besteht.
3.2 Bei der Würdigung des psychiatrischen Gerichtsgutachtens fällt ins Gewicht, dass
es auf eigenständigen gründlichen, einschliesslich neuropsychologischen Abklärungen
beruht und für die streitigen Belange umfassend ist. Die medizinischen Vorakten
wurden verwertet und die von der Beschwerdeführerin geklagten Leiden berücksichtigt
und gewürdigt. Sodann hat die Gerichtsgutachterin fremdanamnestische Angaben
eingeholt. Die im Gerichtsgutachten vorgenommene Arbeitsfähigkeitsschätzung
leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung
der medizinischen Situation über den gesamten von der Gerichtsgutachterin beurteilten
Zeitraum ein. Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche
Tatsachen nicht berücksichtigt worden wären. Solche benennt denn auch weder die
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Beschwerdegegnerin noch RAD-Arzt Dr. J._. Dieser bescheinigte dem
Gerichtsgutachten vielmehr, dass es die Anforderungen der Rechtsprechung an
beweiskräftige medizinische Expertisen erfülle (act. G 29.1, S. 3).
3.3 Der Auffassung der Beschwerdegegnerin und von RAD-Arzt Dr. J._, "aus
versicherungsmedizinischer Sicht erscheine die Schwere des Gesundheitsschadens
zum Referenzzeitpunkt durch das Gutachten Dr. I._ besser dargestellt, weshalb aus
RAD-Sicht auf die damalige Einschätzung der AF abzustützen ist" (act. G 28 und G
29.1), kann nicht gefolgt werden.
3.3.1 Vorweg fehlt eine überzeugende Begründung, weshalb dem nicht
beweiskräftigen psychiatrischen Teil des Administrativgutachtens (zur fehlenden
Beweiskraft siehe nachstehende E. 3.3.2) eine "besser dargestellte" Einschätzung des
Gesundheitsschadens gelungen sei. Die Ansicht von RAD-Arzt Dr. J._, die von Dr.
I._ erhobenen Befunde seien von der Gerichtsgutachterin nicht angezweifelt worden
(act. G 29.1, S. 3), ändert - selbst wenn sie zutreffen würde - nichts daran, dass die
Gerichtsgutachterin im Rahmen der beweiskräftigen Beurteilung von deren
Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit ausführlich begründet zu abweichenden
Schlüssen gelangt ist. Zu beachten gilt weiter, dass sich das Vorbringen von Dr. J._
als aktenwidrig erweist, hat die Gerichtsgutachterin doch schlüssig dargelegt, dass die
Befunderhebung durch Dr. I._ hinsichtlich kognitiver Defizite unvollständig gewesen
ist. Sie hat ausdrücklich festgehalten, sie sehe in der Unterschätzung
depressionsbedingter, kognitiver Probleme einen Grund für die gegenüber ihrer
eigenen Einschätzung niedrigeren Bewertung der Arbeitsunfähigkeit durch Dr. I._
(act. G 21, S. 33 f.). Von einer Bestätigung der von Dr. I._ erhobenen Befunde durch
die Gerichtsgutachterin kann damit keine Rede sein.
3.3.2 Gegen die Beweiskraft des psychiatrischen Teils des MEDAS-Gutachtens
spricht, dass der psychiatrische Experte offensichtlich keine genaue Kenntnis
hinsichtlich der laufenden psychiatrischen Behandlung hatte bzw. falsche Annahmen
getroffen hat (siehe die Kritik in IV-act. 81-3 und von der Gerichtsgutachterin, act. G 21,
S. 34 unten; siehe zur Behandlungsgeschichte auch die ausführliche Stellungnahme
des Medizinischen Zentrums F._ vom 28. Mai 2015, act. G 11.1, sowie die
Ausführungen der Gerichtsgutachterin zum von der Beschwerdeführerin in Anspruch
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genommenen Therapieangebot, act. G 21, S. 38). Dieser Mangel wirkt sich einerseits
auf die Prüfung der - ohnehin inzwischen veralteten (BGE 141 V 281) -
Überwindbarkeitskriterien aus (siehe IV-act. 64-29, unten) und scheint sich andererseits
auch auf die psychiatrische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ausgewirkt zu haben (siehe
IV-act. 64-30; siehe auch "Therapeutische Optionen und deren Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit", IV-act. 64-31). Allein schon aufgrund dieses Umstands bestehen
erhebliche Zweifel an der nach altem Verfahrensstandard (zu den beweisrechtlichen
Folgen siehe vorstehende E. 2.5) und alter Überwindbarkeitspraxis (BGE 141 V 281)
ergangenen Beurteilung der psychischen Leiden durch Dr. I._, dessen Einschätzung
sich zudem nicht auf neuropsychologische Untersuchungen zu stützen vermag,
geschweige denn die damals aktenkundigen neuropsychologischen Befunde
einbezogen oder diskutiert hat. Ergänzend kann auf die zutreffende Kritik der
Gerichtsgutachterin verwiesen werden (act. G 21, S. 33 f.).
3.4 Sodann wendet die Beschwerdegegnerin gegen die retrospektive
gerichtsgutachtliche Verlaufsbeurteilung ein, die Gerichtsgutachterin habe ausgeführt,
wahrscheinlich bestehe seit 2009 eine mittelschwer ausgeprägte depressive Störung
und eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Der im Sozialversicherungsrecht massgebende
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit sei damit nicht erreicht (act. G 29,
S. 1).
3.4.1 Die Gerichtsgutachterin führte im Rahmen ihrer retrospektiven
Verlaufsbeurteilung nachvollziehbar aus, die anlässlich der Behandlung in der
Tagesklinik des Medizinischen Zentrums D._ beschriebenen Befunde, v.a. die
neuropsychologischen Leistungsuntersuchungen, belegten deutliche kognitive
Einschränkungen, deren damalige Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auch
rückblickend aus heutiger neuropsychologischer und fachärztlich-psychiatrischer Sicht
plausibel und nachvollziehbar seien und für kognitive Beeinträchtigungen im Rahmen
einer wahrscheinlich seit 2009 bestehenden zusätzlichen mittelschwer ausgeprägten
depressiven Störung sprächen. Von diesen Befunden ausgehend wird ab ca. 2009 von
einer Verschlechterung des Gesundheitszustands mit zusätzlicher Entwicklung einer
relevanten, mittelgradig ausgeprägten depressiven Episode und, ebenfalls seit 2009,
von einer Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit von 50% ausgegangen
(act. G 26, S. 33).
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3.4.2 Die Beschwerdegegnerin übersieht bei ihrer Kritik, dass die Gerichtsgutachterin -
wie vorstehend erwähnt (E. 3.4.1) - der Annahme einer gesundheitlichen
Verschlechterung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu Recht die von ihr
genannte "deutlich" belegte Befundlage und nicht deren exakte diagnostische
Erfassung zugrunde gelegt hat. Der von ihr verwendete Begriff "wahrscheinlich" bezog
sich allein auf die diagnostische Einordnung und wird im weiteren für die
Verlaufsbeurteilung relevanten Kontext nicht wiederholt. Sodann erscheint ohnehin
unwahrscheinlich, dass die Gerichtsgutachterin mit diesem Begriff eine unter 51%
liegende Wahrscheinlichkeit bzw. eine überwiegende Wahrscheinlichkeit der von ihr
vorgenommenen diagnostischen Erfassung im Sinn des massgebenden Beweisgrads
auszuschliessen bestrebt gewesen wäre. Schliesslich war die Beantwortung des
Verlaufs der Arbeitsfähigkeit eine zentrale Frage im Gutachtenauftrag (act. G 18). Daher
ist gestützt auf das beweiskräftige Gerichtsgutachten mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der
deutlich belegten Befunde seit 1. Januar 2009 bloss noch über eine 50%ige
Restarbeitsfähigkeit verfügt hat. Die gutachtliche Verlaufsbeurteilung mit der Annahme
einer seit 1. Januar 2009 eingetretenen gesundheitlichen Verschlechterung ist sodann
mit der Einschätzung von Dr. I._ vereinbar, der für die Zeit vor seiner Begutachtung
eine Arbeitsunfähigkeit bis zu 50% für möglich hielt (IV-act. 64-20; siehe auch die RAD-
Stellungnahme von RAD-Ärztin Dr. C._ vom 22. Juli 2011, worin - wenn auch "nicht
mehr mit Sicherheit nachvollziehbar" - von einer per 1. Januar 2009 eingetretenen
Verschlechterung des Gesundheitszustands ausgegangen wurde, IV-act. 65-2).
3.5 Nach dem Gesagten besteht im für die gerichtliche Überprüfung massgebenden
Zeitraum bis zur angefochtenen Verfügung vom 15. März 2013 kein Anlass, von der
beweiskräftigen gerichtsgutachtlichen Verlaufsbeurteilung abzuweichen. Für die Zeit
nach dem Unfallereignis vom 26. August 2006 bis zum 31. Dezember 2008 ist
demnach von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit und ab 1. Januar 2009 von einer 50%igen
Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen. Als obiter dictum ist
darauf hinzuweisen, dass auch für den Zeitraum nach der angefochtenen Verfügung
keine Gründe ersichtlich sind, die ein Abweichen von der gerichtsgutachterlichen
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung rechtfertigen würden.
4.
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Zu prüfen ist des Weiteren, ob die von der Gerichtsgutachterin bescheinigte
Arbeitsunfähigkeit zu einer Erwerbsunfähigkeit im Sinn von Art. 7 Abs. 1 und 2 ATSG
führt.
4.1 Die Gerichtsgutachterin hat die Ressourcen der Beschwerdeführerin im Rahmen
einer multiperspektivischen Prüfung konsistent und plausibel im Sinn von BGE 141 V
281 beurteilt, insbesondere auch die Ergänzungsfragen der Beschwerdegegnerin (act.
G 21, S. 35 ff.), worauf vollumfänglich verwiesen wird (act. G 21, S. 28 ff.). Ihre
Beurteilung findet eine Stütze in den konsistenten Ergebnissen der
neuropsychologischen Untersuchung (act. G 21, S. 26 f., und act. G 21.1), worin
erhebliche kognitive Defizite der Beschwerdeführerin bestätigt worden sind (act. G 21,
S. 31). Hervorzuheben ist sodann, dass keine Hinweise auf eine Aggravation oder gar
Simulation bestehen (act. G 21, S. 30). Die geschilderten Beschwerden sind aus der
Sicht der Gerichtsgutachterin seit Jahren konsistent aktenkundig (act. G 21, S. 30).
Abklärungs- und Behandlungsmassnahmen seien von der Beschwerdeführerin
wahrgenommen worden (act. G 21, S. 30). Die Schmerzstörung sei von Beginn an im
Wesentlichen therapieresistent verlaufen (act. G 21, S. 32). Die Psychotherapie wurde
in den letzten Jahren nur in der Phase einer Krebstherapie (Operation und Bestrahlung)
sistiert (act. G 21, S. 38).
4.2 Die Beschwerdegegnerin setzt sich nicht ansatzweise mit der von der
Gerichtsgutachterin vorgenommenen Konsistenz- und Plausibilitätsbeurteilung
auseinander. Sie legt keine Gesichtspunkte dar, welche geeignet wären, die
gutachtliche Konsistenz- und Plausibilitätsbeurteilung oder die
invalidenversicherungsrechtliche Erheblichkeit des depressiven Leidens in Frage zu
stellen. Soweit sie auf die Stellungnahme des Rechtsdiensts vom 8. November 2013
verweist (act. G 29; zur Stellungnahme siehe IV-act. 93), vermag sie daraus nichts zu
Gunsten ihres Standpunkts abzuleiten. Denn die darin enthaltene Beurteilung stützte
sich ausschliesslich auf die Überwindbarkeitsvermutung und die Foersterkriterien
gemäss der damaligen bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 130 V 352). Das
Bundesgericht hat diese Rechtsprechung inzwischen verworfen (BGE 141 V 281),
weshalb sich Weiterungen hierzu erübrigen.
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4.3 Im Licht dieser Verhältnisse besteht kein Anlass, der medizinisch bescheinigten
Arbeitsfähigkeit aus rechtlicher Sicht eine Auswirkung auf die Erwerbsfähigkeit
abzusprechen.
5.
Ausgehend von den Arbeitsfähigkeitsschätzungen der Gerichtsgutachterin verbleibt die
Ermittlung des Invaliditätsgrads (vgl. vorstehende E. 2.3).
5.1 Bei der Bestimmung des Valideneinkommens ist auf den von der
Beschwerdegegnerin im Feststellungsblatt vom 28. Juni 2010 für das Jahr 2007
(frühest möglicher Rentenbeginn) ermittelten Betrag von Fr. 57'474.-- abzustellen, der
die Schwankungen der erzielten Jahresverdienste im Rahmen einer
Durchschnittsrechnung sachgerecht berücksichtigt (IV-act. 43-2; vgl. auch den
Einkommensvergleich im Arbeitsblatt vom 18. Januar 2013, worin die
Beschwerdegegnerin auf das Feststellungsblatt vom 28. Juni 2010 verwiesen hat, IV-
act. 95). Die Beschwerdeführerin hat dieses Valideneinkommen denn auch zu Recht
nicht bestritten (vgl. Einwand vom 7. Juli 2010, IV-act. 49).
5.2 Der Bestimmung des Invalideneinkommens ist mit den Parteien der
Hilfsarbeiterinnenlohn des Jahres 2007 im Betrag von Fr. 51'047.-- zugrunde zu legen
(vgl. vgl. Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe der Informationsstelle
AHV/IV, Ausgabe 2015). Konkrete Anhaltspunkte für zusätzliche, über die bereits im
Rahmen der quantitativen Arbeitsunfähigkeit berücksichtigten lohnwirksamen Nachteile
werden weder von der Beschwerdeführerin substanziiert vorgebracht (vgl. IV-act. 49,
IV-act. 98, act. G 1, act. G 6 und act. G 23), noch ergeben sich solche aus den Akten.
Ein Tabellenlohnabzug ist damit nicht zu gewähren. Bei einer Restarbeitsfähigkeit von
70% bzw. ab 1. Januar 2009 von 50% ergeben sich Invalideneinkommen von Fr.
35'733.-- (Fr. 51'047.-- x 0,7) bzw. von Fr. 25'524.-- (Fr. 51'047.-- x 0,5),
Erwerbseinbussen von Fr. 21'741.-- (Fr. 57'474.-- -Fr. 35'733.--) bzw. von Fr. 31'950.--
(Fr. 57'474.-- - Fr. 25'524.--) und Invaliditätsgrade von 38% ([Fr. 21'741.-- / Fr.
57'474.--] x 100) und 56% ([Fr. 31'950.-- / 57'474.--] x 100). Demnach hat die
Beschwerdeführerin ab 1. Januar 2009 bis zum vorliegend für die gerichtliche
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Beurteilung massgebenden Zeitpunkt vom 15. März 2013 Anspruch auf eine halbe
Rente.
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 15. März 2013 in
teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Der Beschwerdeführerin ist mit
Wirkung ab 1. Januar 2009 eine halbe Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung der
Rentenhöhe ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Zum Entscheid über die vom Rentengesuch vom 9. November 2007 miterfassten
Rentenleistungen bezüglich des für die gerichtliche Überprüfung nicht mehr
massgebenden Zeitraums ab 16. März 2013 ist die Sache an die Beschwerdegegnerin
zu über¬weisen.
6.3 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Aufgrund der Einholung eines
Gerichtsgutachtens und des damit verbundenen Zusatzaufwands erscheint eine
Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als
angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. betreffend Überklagung Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Dezember 2011, IV 2009/459, E.
5.2 f.). Der Beschwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.--
zurückzuerstatten.
6.4 Die Kosten des Gerichtsgutachtens von insgesamt Fr. 7'452.70 (Fr. 6'520.90
[Kosten für psychiatrisches Gutachten] + Fr. 931.80 [Kosten für neuropsychologische
Beurteilung], act. G 26) hat die Beschwerdegegnerin zu tragen (BGE 137 V 265 f. E.
4.4.2).
6.5 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
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der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im Regelfall
wird in IV-Streitigkeiten eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.--
zugesprochen. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint wegen des im Zusammenhang
mit dem Gerichtsgutachten verbundenen Mehraufwands eine Parteientschädigung Fr.
4'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.