Decision ID: ff19235e-17cf-5e12-a12d-6c132e3082ea
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1941
geborene
X._
war über seine Arbeitgeberin bei der
Winterthur Versicherungen, heute AXA Versicherungen AG (
nachfolgend:
AXA),
gegen die Folgen von Betriebs- und Nichtbetriebsunfällen sowie Berufs
krankheiten obligatorisch versichert. Am
23. September 2003
stürzte er bei der Ausübung seiner
Erwerbstätigkeit
als Lagerist von einer Leiter und erlitt dabei unter anderem e
ine Distorsion des rechten Kniegelenks
(Urk. 2/10/2, Urk. 2/10/M2).
Aufgrund des Verdachts einer Meniskusläsion
als Folge
des Ereignisses vom 23.
September 2003 (vgl.
Urk.
2/10/M1) fand im
November 2003
eine
bildge
bende
Un
tersuchung
des rechten Kniegelenks statt. Diese zeigte das Bestehen verschiedener degenerativer Veränderungen.
Darüber hinaus wurde ein
rund
1,5 cm grosser freier Gelenkskörper in der dorsalen
Fossa
interkondylaris
festge
stellt (Urk.
2/
10/M2
,
Urk.
2/10/M3
).
Nachdem konservative Therapien zu keiner dauernden
Besserung
der
geklagten Kniebeschwer
den geführt hatten
und es im rechten Knie
gelenk
mehrfach zu Blockierungen gekommen war (vgl.
Urk.
2/10/M4
,
Urk.
2/10/M8 S. 1
)
,
führte
Prof. Dr. med.
Y._
,
Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie,
Spital Z._
,
am 7. Januar 2004
am rechten Knie
eine
arthroskopische
Spülung mit
Débridement
durch
(Urk.
2/
10/M5).
Gestützt auf die Stellungnahmen des Vertrauensarztes
Dr. m
ed.
A._
,
Facharzt für Ortho
pädische Chirurgie,
vom 6. Januar 2004
und 28. Juni 2005, in denen dieser vom Erreichen des
Status quo sine
bis Ende
Juni 2004 ausging
(Urk.
2/
10/M12
, Urk. 2/10/M16),
verfügte die
AXA am 7. Februar 2006 die Ein
stellung der Leistu
ngen aus der obligatorischen Un
fallversicherung per 30. Juni 2004 (Urk.
2/
10/34). Daran hielt sie
auch nach Einholung einer weiteren ver
trauensärztlichen Stellungnahme von
Dr. med
.
B._
,
Facharzt für Chi
rurgie,
vom
6. Juli 2006
(
Urk. 2/10/M19)
mit
Einspracheentscheid
vom 7. August 2006 fest (Urk.
2/
10/40).
Die daraufhin vom Versicherten erhobene Beschwerde hiess
das hiesige Gericht
mit Urteil vom 31. Januar 2008
(Verfahren Nr. UV.2006.00344)
in dem Sinne gut, dass es
die Sache zur Durchführung weiterer Sachverhaltsabklärungen an die AXA zurück
wies
(Urk. 2/10/46).
1.2
Aufgrund weiterhin bestehender Beschwerden (vgl.
Urk.
2/10/M11)
führte
Prof.
Y._
im November 2008 ein weiteres
arthroskopisches
Débridement
am rechten Knie durch (Urk. 2/10/M21). Das von der
AXA
im
Rückweisungsver
fahren
in Auftrag gegebene
Gutachten
vo
n
PD Dr. med.
C._
,
Spezialarzt für Chirurgie,
erstattet
e dieser am 18. November 2009
(Urk. 2/10/M32).
Mit
Verfügung vom
18. Januar 2010
respektive mit
Einspracheentscheid
vom
24. März 2010
verneinte
die AXA
in Bezug auf das Ereignis vom 23. September 2003
erneut eine Leistungspflicht über den 30. Juni 2004 hinaus
(Urk. 2/10/71,
Urk.
2/2).
2.
2.1
Gegen den
Einspracheentscheid
24. März 2010
erhob der
Versic
herte, vertreten durch Rechtsan
walt Serge Flury, am
6. Mai 2010
Beschwerde (Urk.
2/
1) und beantragte, es sei der
Einspracheentscheid
aufzuheben und die
Be
schwerdegeg
nerin
sei zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen auch nach dem 30. Juni 2004 auszurichten.
Diese Beschwerde
hiess
das hiesige Gericht mit Urteil vom 29. Februar 2012 (Verfahren Nr. UV.2010.00141) gut und stellte fest, dass im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 23. September 2003 auch ab Juli 2004 Anspruch auf die gesetzlichen Leistungen bestehe (Urk. 2/21). Mit Urteil vom 31. August 2012 (Verfahren Nr. 8C_331/2012) schützte das Bundesger
icht die Beschwerde der AXA,
hob den Entscheid vom 29. Februar 2012 auf und wies die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen und zum neuen Entscheid an das hiesige Gericht zurück (Urk. 2/26).
2.2
Das hiesige Gericht holte in der Folge bei
Dr.
med.
D._
,
Facharzt für Ortho
pädische Chirurgie FMH, das Gutachten vom 1. Juli 2013 ein (Urk. 21). Die Parteien nahmen dazu am 23. August 2013 und am 5. September 2013 Stellung (Urk. 30-31).
Auf die Ausführungen der Parteien und die Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit,
Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
türli
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
leinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädig
enden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im
Be
schwerdefall
das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden
Be
weis
würdigung
nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Ge
sundheitsschadens
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
). Da es sich
hierbei
um eine
anspruchsaufhe
bende
Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang ge
geben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolg
en deckt sich die adäquate, das heisst
rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausali
tät; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen
festzu
-
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
-
liegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist
im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Im Rückweisungsentscheid vom 3
1.
August 2013
stellte
das Bundesgericht
fest
,
die Berichte von Prof.
Y._
weckten erhebliche Zweifel am Beweiswert des
Gutachtens von
Dr.
C._
und den Aktenstellungnahmen der Vertrauens
ärzte der Beschwerdegegnerin
Dres
.
A._
und
B._
.
Insgesamt sei die Aktenlage unklar und widersprüchlich. Unter den beteiligten Ärzten bestünden umstrittene Fragen, die nicht im Rahmen der Beweiswürdigung in die eine oder in die andere Richtung entschieden werden könnten. Daher seien weitere Ab
klärungen nötig (Urk. 1 S. 7 f
.
E. 4.2.2).
2.2
Ein bereits im Rückweisungsentscheid vom 3
1.
Januar 2008 offener Aspekt be
trifft die Frage, ob
gestützt auf die
Schilderung von Prof.
Y._
,
bei
der A
rthroskopie vom
7.
Januar 2004 seien
im Knorpelbereich schar
f
kantige Abbrü
che vorhanden gewes
en
,
von einer
morphologische
n
, unfallkausale
n
Schädi
gung
auszugehen
ist (vgl. Urk. 2/10/46
S. 8 E. 3). Des Weiteren stellt
sich die Frage
,
ob ein anlässlich der radiologischen Untersuchung des rechten Knies vom 1
0.
November 2003 beschriebener 1,5 cm grosser freier Gelenkskörper im Bereich der dorsalen
Fossa
intercondylaris
(vgl.
Urk.
2/10/M2)
, der laut Hausarzt
Dr.
med.
E._
,
Innere Medizin FMH, im rechten Kniegelenk zu wieder
holten Blockaden geführt hat (
Urk.
2/10/M4), unfallbedingt ist
.
Offen ist schliesslich
die Ursache der auch nach der Einstellung der Leistungen (Ende Juni 2004) noch geklagten Beschwerden und damit die Frage des Erreichens des
status
quo ante beziehungsweise des
status
quo sine (Urk. 2/10/46 S. 8 E. 3).
2.3
Zur
Klärung der noch offenen Fragen
beauftragte das Gericht
Dr.
D._
als Fach
arzt für Orthopädische Chirurgie mit der Erstattung eines G
utachtens (vgl.
Urk.
5 und
Urk.
18).
Zum Gutachten von
Dr.
D._
vom
1.
Juli 2013 nahmen beide Parteien Stellung. Die Beschwerdegegnerin fasste am 2
3.
August 2013 zusammen,
Dr.
D._
sei
mit nachvollziehbarer Begründung
zum Schluss ge
kommen, das Ereignis vom 2
3.
September 2003 habe nur zu einer vorüberge
henden Verschlimmerung des bereits geschädigten Vorzustandes geführt. Bereits im Januar 2004 sei gemäss den Feststellungen von
Dr.
D._
d
er
statu
s
quo sine eingetreten und die
noch geklagten Beschwerden seien nicht mehr auf den Unfall zurückzuführen
(Urk. 30)
.
Der Beschwerdeführer reichte eine neue Stellungnahme von Prof.
Y._
ein (Urk. 32/2) und betonte im Übrigen, dass d
as
Ereignis vom 2
3.
September 2003 zumindest eine Teilursache in Bezug auf die persistierenden Beschwerden darstelle (Urk. 31,
Urk.
32/1).
3.
3.3
Unbestritten ist, d
ass der Bes
chwerdeführer im Zeitpunkt des Vorfalls vom 23. September 2003
bereits
unter einer degene
r
a
tiv bedingten Vorschädigung beider Kniegelenke, insbesondere aber des vorliegend bedeutsamen rechten Kniegelenks
gelitten hat
(vgl
.
Urk.
2/21 S. 7 E. 4.1). Die Vorschädigung be
schrieb
Dr.
D._
in seinem Gutachten (Urk.
21 S. 11 f.
Ziff.
2
).
3.2
Zur Frage, welchen Einfluss
das
Ereignis vom 2
3.
September 2003 auf das rechte Kniegelenk hatte, führte
Dr.
D._
aus, der Vorfall habe den eigenen An
gaben des Beschwerdeführers zufolge nicht zu einem sofortigen
Funktionsaus
fall
als Ausdruck einer richtungsweisenden Verschlimmerung des Zustandes geführt. Der Beschwerdeführer habe das Bein sofort wieder belasten können. Es sei auch zu keiner nachfolgenden Ergussbildung gekommen, die über das Aus
mass der chronischen Schwellung vor dem Ereignis hinausgegangen sei. Der Beschwerdeführer habe der Behandlung des ebenfalls unfallbedingten Zahnschadens Priorität eingeräumt und habe hierfür ausgedehnte
Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln unternommen
. Erst zwei Wochen nach dem Vor
fall, das heisst am
7.
Oktober 2003
, habe
er Prof.
Y._
aufgesucht
(vgl. Urk.
2/10/3)
und dieser habe über blockadeartige Erscheinungen berichtet.
Sol
che Erscheinungen könnten bei chronischen vorbestehenden
femoropa
-
tellären
Knorpelschädigungen
aber
auch ohne Unfall auftreten (Urk. 21 S. 12
Ziff.
3.a).
3.3
Zum bildgebenden Befund vom 1
0.
November 2003 (vgl.
Urk.
2/10/M2) führte
Dr.
D._
aus,
die erfolgte Abklärung lasse eine dreidimensionale Analyse zu. Die Nachmessung des freien Gelenkskörpers
habe erg
eben, dass die Begrenzung klar
und die Binnenstruktur unregelmässig sei. Es lägen die klassischen Charakteristika eines
Osteochondroms
vor
,
das heisst eine
Geschwulstbildung im Zusammenhang mit einer
Arthrosemanifestation
. Diese bestehe
aus knöchernen,
knorpeligen
und te
ilweise
bindegewebigen
Anteilen
. Ein frisch ausgebr
ochenes, derart grosses Knorpel-/
Knochenstück müsste gezwungener
massen einerseits eine homogene Struktur
aufweisen
, gegebenenfall
s mit zu
sätzlichen Zeichen eines
Knochenödems
,
und andererseits
müsste
eine klar defi
nierbare Ausbruchstelle im
F
emurknochen
erkennbar sein
. Dies sei vorliegend nicht der Fall. Aufgrund der bi
ldgebenden Untersuchung vom 10.
November 2003 lasse sich die Frage klar beantworten, dass es s
ich nicht um ein
unfallbe
dingt
ausgebrochenes Knochenstück handle
. Die Annahme, es könnte innert sechs Wochen vom Ereignis bis zum Datum der bildgebenden Untersuchung ein ausgebrochenes Knorpelstück in diese
dokumentierte
Form gewachsen sein, sei
auch
aus biologischen Gründen auszuschliessen. Dagegen spreche
ferner
der
Umstand,
dass am anderen Knie bei vergleichbar
arthrotischem
Zustand ein ähnliches
Chondrom
vorhanden sei, das langsam über die Jahre gewachsen sei
(Urk. 21 S. 13
lit
. b).
3.4
Zur Arthroskopie vom
7.
Januar 2004 erwähnte
Dr.
D._
,
im Operationsbericht (vgl.
Urk.
2/10/M5) fehlten Angaben im Zusammenhang mit Bemühungen hin
sichtlich Lokalisation eines freien Gelenkkörpers. Eine Bild
dokumentation sei weder erwähnt
noch seien Bilder vorhanden. Wäre zum Zeitpunkt der Arthro
skopie die Frage der posttraumatischen Bedeutung eines
abgescherten
Knorpel
stücks
zu diskutieren gewesen, hätte Prof.
Y._
mit seiner grossen Erfahrung voraussichtlich eine Bildgebung veranlasst und im Bericht
das Thema genauer beschrieben. Ein scharfkantiger Abbruch, den Prof.
Y._
erwähnt habe, deute auf ein frisches Ereignis hin. Mehr als drei Monate nach einem mutmasslichen Ausbruch seien die Rissränder jedoch nicht mehr scharfkantig, sondern bereits durch die vielen seitherigen Bewegungen im
Femoropatellar
- oder auch
Femorotibialgelenk
abgeschliffen.
Wenn zudem ein kleines Knorpelstück ausge
brochen wäre, müsste dies in einem Bereich des vorgeschädigten Knorpels er
folgt sein, wo bereits ein „
locus
minoris
resistentiae
“ (Ort mit geringerem Widers
tand) vorgelegen habe
.
Scharfkantige Abbrüche finde man
im Übrigen eher
bei jüngeren Patienten mit gesundem Knorpel in der näheren Umgebung des A
bbruchs
, bei erheblicher Gewalteinwirkung und speziell im frischen Sta
dium von wenigen Wochen
(Urk. 21 S. 14 f.
lit
. c-d).
3.5
Als Diagnose nannte
Dr.
D._
eine Arthrose
beider
Kniegelenke (
Femoro
-
patellar
arthrose
und
Femorotibialarthrose
medialbetont
mit
Chondro
calcinose
und
Chondromatose
; Urk. 21 S. 17). Zur Frage der Unfallkausalität führte
Dr.
D._
aus, es könne nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nachge
-
wiesen werden, dass der Vorfall vom 2
3.
September 2003 zu einer kli
nisch relevanten morphologischen Veränderung geführt habe. Das Ereignis habe
vielmehr
nur zu einer vorübergehenden Verschlechterung des Vorzustandes geführt. Die über die Leistungseinstellung hinaus geklagten Beschwerden seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr Folge des Vorfalls vom 2
3.
September 200
3.
Aufgrund der Dokumentation des klinischen Verlaufs sei davon auszugehen, dass der Status quo sine bereits auf Anfang des Jahres
2004 eingetreten sei
(Urk. 21 S. 17 f.
Ziff.
4).
4.
4.1
Dr.
D._
würdigte in seinem Gutachten detailliert die
Vorakten
(Urk. 21 S. 2 ff.
Ziff.
1.1), erhob die Anamnese (Familien-, Patienten und Sozialanamnese,
Knie
anamnese
und Ereignisanamnese;
Urk.
21 S. 7 ff.
Ziff.
1.2-4) und er befragte den Beschwerdeführer zu den aktuellen Beschwerden (Urk. 21 S. 10
Ziff.
1.5). Hernach
würdigte
er die erhobenen Befunde bezogen auf
verschiedene relevante
Zeitpunkte
,
insbesondere die Situation
vor
dem Unfall,
diejenige bei der
Arth
roskopie vom
7.
Januar 2004
und die Entwicklung bis zur
Einstellung der Leis
tungen Ende Juni 2004 (Urk. 21 S. 12 ff.
Ziff.
3).
Die Ausführungen von
Dr.
D._
folgen den
dokumentierten Befunden, sie sind begründet und nach
vollziehbar. Massgebend ist die
Erkenntnis, da
ss ausgehend von den
Befunden
der Vorfall vom 2
3.
September 2013 keine objektiv
feststellbare
Läsion am rechten Kniegelenk zur Folge hatte
,
der Eingriff vom Januar 2004 die Behand
lung des vorbestehenden degenerativen Zustandes beinhaltete und nach der Arthroskopie vom Januar 2004 zudem eine deutliche Besserung eintrat
(
zu Letzterem
vgl. Urk. 21 S. 15
lit
. c)
.
Vor diesem Hintergrund überzeugt die Schlussfolg
erung, dass der Vorfall vom 23.
September 2003 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit am
degenerativ vor
geschädigten rechten Kniegelenk nur zu einer vorübergehenden Zustandsverschlechterung geführt hat und spätestens bei der Einstellung der Leistungen Ende Juni 2004 der Zustand bestanden hat, wie er voraussichtlich
entsprechend
dem schicksalsmässigen
Verlauf
auch ohne das Ereignis eingetreten wäre.
4.2
Der Beschwerdeführer stellte den Ausführungen von
Dr.
D._
die Stellung
nahme von Prof.
Y._
vom
9.
August 2013
gegenüber (Urk. 32/2). Darin führte
Prof.
Y._
aus, der heutige Zustand sei
zu
eine
m
kleinen Teil auf das Ereignis vom 2
3.
September 2003 zurückzuführen. Der Zustand an beiden Knien sei in erster Linie krankheitsbedingt. Damit stützt Prof.
Y._
die Schlus
sfol
gerungen von
Dr.
D._
.
Dieser
kam
, wie dargelegt wurde,
zum Schluss, dass der Vorfall vom 2
3.
September 2003 den Zustand am rechten Knie vorübergehend ungünstig beeinflusste. Die Auffassung des Beschwerdeführers,
Dr.
D._
habe den Vorfall nicht als Unfall anerkannt (vgl.
Urk.
32/1 S. 1)
,
trifft
mithin
nicht zu
.
4.3
Prof.
Y._
führte in seiner Stellungnahme vom
9.
August 2013
auch
aus,
ein Knorpelausbruch mit klaren Bruchrändern im Bereich des
femoropatellären
Gleitlagers könne nicht als Krankheit
betrachtet
werden (Urk. 32/2).
Diesbezüg
lich ist auf die ausführliche Beurteilung von
Dr.
D._
betreffend den freien
Ge
lenkskörper
zu verweisen (Urk. 21 S. 13
lit
. b),
womit
dieser begründet darlegte, dass
es sich hierbei um eine Erscheinung des Degenerationsprozesses handelt
.
Anzeichen für unfallbedingte Knorpelabbrüche verneinte
Dr.
D._
gestützt auf die Analyse der radiologischen Unterlagen.
Auffallend ist, dass
Prof.
Y._
erstmals
in der auf Veranlassung des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers am
4.
November 2005 verfassten Stellungnahme
ausführte
, bei der Arthroskopie vom 7. Januar 2004 habe er nebst einer massiven
Synovialitis
grössere Knor
pelausbrüche im Be
reich der
Trochlea
vorgefunden, wobei das
Ganze nicht wie eine Abnützung ausge
sehen
habe
, sondern es seien scharf
kantige Abbrüche im Knorpelbereich vorhanden gewesen (Urk. 2/10/M18 S. 1). Im Operationsbericht vom
7.
Januar 2004 sind lediglich die Knorpelausbrüche mit blank liegendem Knochen im Bereich der
Trochlea
festgehalten, nicht jedoch scharfkantige Ab
brüche (vgl.
Urk.
2/10/M5).
4.4
Auch verschiedene weitere Rügen des Beschwerdeführers vermögen an der Be
weiskraft des Gutachtens von
Dr.
D._
nichts zu ändern. Dass
der Gutachter
sich möglichst umfassend dokumentierte, spricht für die Qualität des Gutachtens und nicht dagegen. Der
Beizug
medizinischer Unterlagen
von d
ritter Seite be
durfte entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
(vgl.
Urk.
32/1 S. 1
u.
S. 2
)
nicht dessen
besonderer
Zustimmung, sondern lag innerhalb der
dem Exper
ten
mit dem Gutachtensauftrag übertragenen Befugnisse.
Der
Beizug
der zahn
ärztlichen Unterlagen konnte
jedoch
unterbleiben, da
Dr.
D._
sich zu den Un
fallfolgen in Bezug auf die Zähne nicht zu äussern hatte. In welcher Hinsicht sich
Dr.
D._
gegenüber dem Beschwerdeführer in nicht
angemessener
Weise verhalten hat (vgl.
Urk.
32/1 S. 1), legte der Beschwerdeführer n
icht näher dar und auf
bloss pauschale Rügen kann nicht eingegangen werden.
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
32/1 S. 2) führte
Dr.
D._
nicht aus, der Beschwerdeführer sei nach dem Vorfall vom 2
3.
September 2003 bis zur Arthroskopie im Januar 2004 schmerzfrei gewesen. Vielmehr hielt
d
er
Gut
achter
in Übereinstimmung mit den vorhandenen Unterlagen fest,
die Behand
lung der Kniebeschwerden sei nicht prioritär gewesen, und brachte dies mit do
kumentierten Angaben in Zusammenhang, wonach das rechte Bein auch nach dem Vorfall noch voll belastbar gewesen und kein Erguss aufgetreten sei
(vgl.
Urk.
21 S. 12
Ziff.
3).
4.5
Zusammenfassend ergibt sich, dass das Gutachten von
Dr.
D._
beweisbildend ist
und somit darauf abzustellen ist
. Er verneinte begründet
und nachvollziehbar
eine richtunggebende Verschlimmerung des degenerativ vorgeschädigten rech
ten Knies durch den Vorfall vom 2
3.
September 200
3.
Da spätestens im Zeit
punkt der Einstellung der Leistungen Ende Juni 2004 ein Zustand vorgelegen hat, wie er aufgrund der Degeneration nach dem schicksalsmässigen Verlauf auch ohne das Unfallereignis eingetreten wäre, ist der
Einspracheentscheid
der
Beschwerdegegnerin vom 2
4.
März 2010 nicht zu beanstanden. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde
vom
6.
Mai 201
0.