Decision ID: 4548b503-450a-4f4b-a896-1aac7003c5f7
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Robert Baumann, Waisenhausstrasse 17,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente (Observation)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 25. Juni 2007 zum Rentenbezug bei der IV-Stelle des
Kantons St. Gallen an und wies dabei auf seit 15. Juni 2005 bestehende Schmerzen im
rechten Fussgelenk hin (IV-act. 1). Sie war vom 18. April 2005 bis 30. November 2006
bei der B._ AG, als Raumpflegerin mit einem Pensum von 65% angestellt gewesen
(IV-act. 9).
A.b Die Experten der Klinik Valens stellten in einem psychiatrisch-rheumatologischen
Gutachten vom 28. April 2008 die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden
Diagnosen eines seit 2006 bestehenden chronischen myofaszialen Schmerzsyndroms
mit Halbseitensymptomatik rechts, persistierende Unterschenkel- und
Vorfussschmerzen rechts und eines seit 2006 bestehenden chronischen
lumbospondylogenen Schmerzsyndroms rechts. Sie nannten zudem psychologische
Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Krankheiten (ICD-10
F54.4) - neben anderen Diagnosen, die sich auf die Arbeitsfähigkeit nicht auswirkten.
Die Versicherte habe sich am 16. Juni 2005 wahrscheinlich ein Supinationstrauma des
rechten Sprunggelenkes zugezogen. Seitdem habe sich eine Schmerzausweitung
entwickelt. Das körperliche Leiden lasse sich nur teilweise durch degenerative
Veränderungen erklären. Haltungsinsuffizienz und Adipositas würden sich auf die
Wirbelsäulenfehlhaltung auswirken. Es bestünden belastungsabhängig zunehmende
lumbale Rückenschmerzen, Schwindel, Bauchschmerzen und Schmerzen in der
rechten Körperseite, die zu einem ausgeprägten Schonverhalten mit konsekutiver
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Dekonditionierung und danach zu einer halbseitigen Schmerzsymptomatik rechts
geführt hätten. Der Migrationshintergrund, die Sprachprobleme und die Arbeitslosigkeit
des Ehemannes würden die psychische Verfassung belasten, aber nicht die
Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen. Aufgrund des Vorfalls vom 16. Juni 2005 habe
sicherlich eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für eine Dauer von sechs bis acht Wochen
bestanden; in der Folge sei von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer leichten
Tätigkeit auszugehen (IV-act. 34/23-30).
A.c Gemäss Bericht der Klinik Valens vom 16. Mai 2008 über die Evaluation der
funktionellen Leistungsfähigkeit (nachfolgend EFL) waren die Resultate der im Januar
2008 durchgeführten ergonomischen Tests - infolge erheblicher Symptomausweitung,
Selbstlimitierung und Inkonsistenz - im Hinblick auf die Beurteilung der zumutbaren
Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. Die Versicherte hätte mit der erforderlichen
Anstrengung eine bessere Leistung erbringen können (IV-act. 34/52).
B.
B.a Gestützt auf die medizinischen Erkenntnisse wies die IV-Stelle mit Verfügung vom
28. Oktober 2008 das Leistungsbegehren ab (IV- act. 52). Nachdem die Versicherte am
27. November 2008 dagegen Beschwerde hatte erheben lassen (IV-act. 58), zog die IV-
Stelle am 3. März 2009 die leistungsverweigernde Verfügung in Wiedererwägung
zwecks ergänzender Abklärung (Statusfrage, vgl. IV-act. 68) sowie anschliessenden
Neuentscheids (IV-act. 62). Daraufhin schrieb das Versicherungsgericht mit
Präsidialverfügung vom 12. März 2009 das Beschwerdeverfahren zufolge
Gegenstandslosigkeit ab (IV-act. 65).
B.b Die IV-Stelle führte in der Folge am 2. Juli 2009 eine Abklärung der Verhältnisse
an Ort und Stelle durch (nachfolgend: Haushaltsabklärung). Die Abklärungsperson kam
in einer Stellungnahme vom 18. August 2009 zum Schluss, dass die Versicherte als
Vollerwerbstätige einzustufen sei (IV-act. 77/17).
C.
C.a Am 5. Oktober 2009 beauftragte die IV-Stelle die Klinik Valens mit einer
rheumatologisch-psychiatrischen Verlaufsbegutachtung (IV-act. 80), da die Versicherte
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anlässlich der Haushaltsabklärung über Schmerzen in der linken Körperseite und am
rechten Arm geklagt habe, während bei der Erstbegutachtung Schmerzen an der
ganzen rechten Körperseite beklagt worden seien (IV-act. 78).
C.b Am 22. Oktober 2009 erstellte C._, Regionaler ärztlicher Dienst (RAD)
Ostschweiz, ein Leistungsprofil der Versicherten im Hinblick auf eine Observation (IV-
act. 82). Der Observationsauftrag erfolgte am 23. Oktober 2009 für ein bis drei Tage
(IV-act. 84). Gemäss Observationsbericht vom 30. Dezember 2009 hatte das
beauftragte Ermittlungsbüro bereits am 16., 19., 20. und 21. Oktober 2009 die
Versicherte überwacht und führte weiter am 26. Oktober 2009 sowie am
9./10. November 2009 eine Observation durch (IV-act. 90).
C.c Gestützt auf den Observationsbericht ging der RAD-Arzt C._ in einer
Stellungnahme vom 9. Februar 2010 davon aus, dass eine relevante Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit auf somatischer Grundlage nicht vorliege - eine Einschränkung aus
psychiatrischer Sicht sei bislang fachärztlich nicht nachgewiesen. Es sei weiterhin auf
das Gutachten der Klinik Valens vom 28. April 2008 (nachfolgend: Vorgutachten 2008)
abzustellen (IV-act. 92).
C.d Das Verlaufsgutachten der Klinik Valens wurde am 8. März 2010 erstellt. Es
beruhte auf einer allgemeinmedizinisch-rheumatologischen Untersuchung vom
8. Dezember 2009 (IV-act. 95/15-37) sowie einer psychiatrischen Untersuchung vom
20. Januar 2010 (IV-act. 95/38-55). Die Experten führten aus, der Gesundheitszustand
habe sich im Vergleich zu den Feststellungen im Vorgutachten 2008 nicht wesentlich
verändert. Das Ausmass der funktionellen Beschwerden lasse sich weder klinisch noch
sonographisch noch radiologisch erklären (IV-act. 95/8). Im Rahmen einer EFL vom
9./10. Dezember 2009 sei das Schmerzverhalten der Versicherten sehr auffällig, die
Leistungsbereitschaft unzuverlässig und die Konsistenz schlecht gewesen. Die
wiederholten Angaben von Schwindel schon bei kleinsten Alltagsbewegungen wirkten
klinisch nicht plausibel, und diesbezügliche vegetative Zeichen zur Objektivierung
fehlten. Die angegebenen sehr starken Rückenbeschwerden wirkten übertrieben. Aus
medizinischer Sicht sei bei normaler Kooperation und Leistungsbereitschaft
mindestens die Belastbarkeit für eine leichte wechselbelastende Tätigkeit gegeben (IV-
act. 95-59). Gemäss interdisziplinärem Konsensbericht liessen sich die schlechten
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Testresultate durch den Einbezug des psychiatrischen Teilgutachtens hinreichend
erklären. Gemäss Beurteilung des psychiatrischen Gutachters hätten psychische
Faktoren nach dem Unfall (vom 16. Juni 2005) dysfunktional in den Prozess der
Krankheitsverarbeitung und Bewältigung eingegriffen. Als die Versicherte die primär
relativ geringgradige Traumatisierung erfahren habe, sei sie bereits aufgrund
psychosozialer Faktoren vorbelastet gewesen. In der Folge sei es zu einer
progredienten lokoregionären Schmerzausbreitung und schliesslich zu einer
Schmerzausweitung im Sinne eines psychosomatischen Krankheitsverständnisses
gekommen. Die im Vorgutachten 2008 angeführte Diagnose der psychologischen
Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Krankheiten (ICD-10
F54.4) werde zugunsten jener einer somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
aufgegeben. Die Versicherte verfüge nicht mehr über ausreichende Ressourcen, um bei
zumutbarer Willensanstrengung mit den Folgen der Erkrankung umzugehen. Es liege
medizinisch-theoretisch eine Arbeitsunfähigkeit von 80% vor, wobei die
anzunehmende 20%ige Restarbeitsfähigkeit bis auf weiteres ausschliesslich in einem
geschützten Rahmen umsetzbar erscheine (IV-act. 95/9-11).
C.e Zu diesem Verlaufsgutachten nahm der RAD-Arzt C._ am 5. Mai 2010 Stellung.
Die psychiatrische Neueinschätzung der Arbeitsfähigkeit stütze sich im Wesentlichen
auf die Vorbringen der Versicherten und das demonstrierte Verhalten. Deren
Schonhaltung sei aber schon bei der Begutachtung keinesfalls konsequent gewesen,
ohne dass diese Inkonsistenzen durch den psychiatrischen Gutachter weiter gewichtet
worden wären. Im Rahmen der Observation seien keine körperlichen und mentalen
Einschränkungen ersichtlich gewesen. Auch die Angaben der Versicherten bei der
Haushaltsabklärung würden mit den Observationsergebnissen nicht übereinstimmen.
Aus medizinischer Sicht sei von einer unveränderten Situation seit 2007 bzw. 2005
auszugehen (IV-act. 96).
C.f Mit den Ergebnissen der Observation konfrontierte die IV-Stelle die Versicherte
am 19. August 2010 (IV-act. 100-102).
C.g Am 5. November 2010 ersuchte die IV-Stelle die Klinik Valens um Sichtung und
Würdigung der Observationsakten. Die Gutachter hatten unter anderem die Fragen zu
beantworten, ob sich neue Erkenntnisse daraus ergäben, an der bisherigen Beurteilung
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festgehalten werden könne und auszuschliessen sei, dass die Versicherte - bewusst
oder unbewusst - Beschwerden und Symptome tatsachenwidrig darstelle (IV-act. 103).
C.h Am 8. November 2010 bat Dr.med. D._, Chefarzt der Klinik Valens, die IV-Stelle,
diese Fragen einer neutralen Begutachtungsstelle zu unterbreiten. Das Ärzteteam habe
nach bestem Wissen und Gewissen das Verlaufsgutachten vom 8. März 2010 erstellt -
jedoch im Unwissen der schon damals vorliegenden Observationsakten. Die Ärzte
hätten in Kenntnis derselben die Arbeitsfähigkeit wahrscheinlich anders beurteilt; sie
seien jedoch nicht bereit, gestützt auf bereits vorgelegenen, aber erst nachträglich
zugestellte Akten Schlussfolgerungen zu korrigieren, welche sich wahrscheinlich nicht
mehr aufrechtzuerhalten liessen (IV-act. 104).
D.
Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (IV-act. 107-111) wies die IV-Stelle mit
Verfügung vom 31. März 2011 das Rentengesuch mit der Begründung ab, es
bestünden aus rheumatologischer und psychiatrischer Sicht keine objektiven
Gesundheitsschäden, welche die Schmerzen und die übrigen geklagten Beschwerden
sowie die Funktionseinbussen erklären würden. Die Observationsergebnisse seien
fachärztlich validiert und hätten gezeigt, dass die angegebene und demonstrierte
Einschränkung der Funktionsfähigkeit nicht den Tatsachen entspreche. Deshalb sei
nicht auf das Verlaufsgutachten abzustellen, sondern auf das Vorgutachten mit der
Einschätzung einer vollständigen Arbeitsfähigkeit. Von einer weiteren medizinischen
Begutachtung seien keine neuen medizinischen Erkenntnisse zu erwarten (IV-
act. 112/6).
E.
E.a Gegen diese leistungsverweigernde Verfügung richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 9. Mai 2011. Damit lässt die Versicherte, vertreten durch
Rechtsanwalt R. Baumann, St. Gallen, die Aufhebung der angefochtenen Verfügung
sowie die Zusprache und die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente - allerspätestens
ab Mai 2009 - beantragen. Eventualiter sei die Streitsache an die Beschwerdegegnerin
zu weiterer Abklärung und neuer Entscheidung zurückzuweisen; alles unter Kosten-
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und Entschädigungsfolge. Zur Begründung führt der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus, das Verlaufsgutachten der Klinik Valens
habe eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes festgestellt; auf die darin
geschätzte Arbeitsunfähigkeit von 80% (angestammt und adaptiert) sei abzustellen.
Daran vermöchten die Observationsergebnisse nichts zu ändern; sie seien aus dem
Recht zu weisen und könnten - soweit vom Gericht als Beweismittel überhaupt
zugelassen - die im Verlaufsgutachten gestellten Diagnosen und
Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht umstossen. Es sei gutachterlich festzustellen, ob die
observierten kurzzeitigen Verrichtungen leichter Art mit den gestellten Diagnosen
vereinbar seien. Die Anfrage der Beschwerdegegnerin an die Klinik Valens vom
5. November 2010 weise darauf hin, dass eine medizinische Beurteilung erforderlich
sei. Aus dem Schreiben der Klinik Valens vom 8. November 2010 könne nichts
Schlüssiges abgeleitet werden, hätten sich die Experten doch ausdrücklich geweigert,
sich mit dem Observationsmaterial auseinanderzusetzen (act. G 1).
E.b In der Beschwerdeantwort vom 22. Juli 2011 schliesst die Beschwerdegegnerin
auf Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich auf den Standpunkt, eine Observation
sei angezeigt, wenn andere Abklärungsmittel nicht zu einem schlüssigen Ergebnis
führen könnten. Die Experten der Klinik Valens hätten anlässlich des Vorgutachtens die
Arbeitsfähigkeit richtig einschätzen können. Nachdem die Beschwerdeführerin im
Rahmen der Haushaltsabklärung eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
vorgebracht habe, habe die Beschwerdegegnerin eine Verlaufsbegutachtung in der
Klinik Valens und eine Observation veranlasst. Letzteres, da die Verlaufsbegutachtung
nur bedingt eine geeignete Abklärungsmassnahme darstelle, habe die
Beschwerdeführerin doch zum einem bereits bei der Vorbegutachtung in der Klinik
Valens eine starke Verdeutlichung an den Tag gelegt. Zum anderen, da sie zufällig - im
Rahmen einer Observation des Ehemannes - von Ermittlern gesehen worden sei und
dabei keine der in der Haushaltsabklärung geschilderten Einschränkungen gezeigt
habe. Daraufhin habe sich die Beschwerdegegnerin dafür entschieden, die
medizinische Untersuchung durch eine (offizielle) Observation der Beschwerdeführerin
zu ergänzen. Die Ergebnisse der Observation - wenn nicht die Bilder, dann zumindest
die Protokolle - seien verwertbar. Sie würden zeigen, dass die pessimistischere
Beurteilung im Verlaufsgutachten auf unzutreffenden Beschwerdeschilderungen der
Beschwerdeführerin beruhe. Immerhin hätten die Ärzte der Klinik Valens im Nachhinein
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durchblicken lassen, dass an ihren Schlussfolgerungen im Verlaufsgutachten nicht
festzuhalten sei (act. G 6).
E.c Mit Schreiben vom 23. November 2011 ersuchte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin um Einsicht in die Akten des Ehemannes gemäss
Beschwerdeverfahren IV 2010/286 und IV 2010/435 (act. G 16). Diese wurden ihm am
28. Februar 2012 zugestellt (act. G 20).
E.d Mit Replik vom 13. Juni 2012 setzt sich der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin mit den Argumenten der Beschwerdegegnerin auseinander,
wonach die Observation objektiv geboten gewesen sei. Er führt zudem aus, wenn sich
die Frage der tatsächlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin nicht durch eine
Begutachtung klären liesse, hätte eine Verlaufsbegutachtung gar nie eingeholt werden
müssen. Das Observationsmaterial vermöge nicht eine beweiskräftige medizinische
Beurteilung zu ersetzen. Die Stellungnahme des RAD vom 5. Mai 2010 stelle eine
befangene unzureichende Aktenbeurteilung dar. Es sei deshalb eine Stellungnahme zu
den Observationsergebnissen bei einer neutralen Gutachterstelle einzuholen - eventuell
verbunden mit einer interdisziplinären Begutachtung (act. G 25).
E.e Mit Duplik vom 10. Juli 2012 stellt sich die Beschwerdegegnerin auf den
Standpunkt, die Tatsache, dass sie vor der Observation des Ehemannes noch keine
Überwachung der Beschwerdeführerin veranlasst habe, bedeute nicht, dass eine
solche nicht bereits zulässig gewesen wäre. Es sei aufgrund der konkreten Umstände
absehbar gewesen, dass die Beschwerdeführerin bei der Observation des Ehemannes
gesehen würde. Deshalb seien die Ermittler über die persönliche Situation der
Beschwerdeführerin in Kenntnis gesetzt worden. Wenn sich der Observationsbericht
auf Fakten beziehe, die sich vor der Erteilung des Auftrags verwirklicht hätten, habe
dies damit zu tun, dass die entsprechenden Passagen dem Bericht betreffend den
Ehemann entnommen worden seien - Zufallsfunde seien verwertbar. Es könne nach
der höchstrichterlichen Rechtsprechung nicht behauptet werden, dass die Observation
in unzulässiger Weise die Privatsphäre tangiere. Das Bundesgericht habe zudem
verschiedentlich direkt auf Observationsergebnisse abgestellt (act. G 27).
F.
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Auf die näheren Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften und den Inhalt der

weiteren Akten wird - soweit erforderlich - in den folgenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
Der medizinische Sachverhalt reicht bei der IV-Anmeldung vom 25. Juni 2007, die sich
auf seit dem Jahr 2005 geltend gemachte Einschränkungen bezieht, bis in die Zeit vor
dem Inkrafttreten der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 zurück. Nachfolgend werden
dennoch die seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über die Invalidenversicherung
(IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver
sicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) wiedergegeben, weil die Bestimmungen über die
Invaliditätsbemessung im Wesentlichen unverändert geblieben sind.
2.
Da sich die leistungsverweigernde Verfügung vom 31. März 2011 vor allem auf die
Observationsergebnisse stützt, ist zunächst zu prüfen, ob diese verwertbar sind. Dabei
stellen sich die Fragen, ob es einerseits nach der Aktenlage zulässig war, eine Über
wachung anzuordnen, und diese Massnahme andererseits rechtmässig durchgeführt
wurde.
2.1 Nach der Aktenlage steht fest: Die Experten der Klinik Valens hatten sich bereits
bei der Vorbegutachtung 2008 nicht auf die Leistungsbereitschaft der
Beschwerdeführerin bzw. deren Verhalten und Angaben verlassen können. Sie
beobachteten im Rahmen der EFL vom 21./22. Januar 2008 keine speziellen
funktionellen Einschränkungen. Die ergonomischen Tests wurden immer aufgrund der
geklagten Beschwerden abgebrochen; die Testresultate wurden wegen erheblicher
Symptomausweitung, Selbstlimitierung und Inkonsistenz als nur teilweise verwertbar
eingestuft (IV-act. 34/51-55). Die Einschätzung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ab
sechs bis acht Wochen nach dem Supinationstrauma vom 16. Juni 2005 in einer
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leichten wechselbelastenden Tätigkeit erfolgte auf medizinisch-theoretischer
Grundlage (IV-act. 34/29 f.).
2.1.1 Es stellt sich die Frage, ob sich gestützt auf diese Beobachtungen eine
Überwachung nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung als objektiv geboten hätte
begründen lassen. Das Bundesgericht führt nämlich aus, eine unmittelbare
Wahrnehmung der versicherten Person im Alltag könne aufgrund der Umstände
objektiv geboten sein, um Erkenntnisse in Bezug auf das Ausmass der tatsächlichen
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit zu erlangen, welche eine weitere Begutachtung
nicht bringen könne. Dies sei der Fall, wenn konkrete Anhaltspunkte bestünden, die
trotz umfassender Begutachtung Zweifel an den geäusserten gesundheitlichen
Beschwerden oder der geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit aufkommen liessen.
Solche Anhaltspunkte könnten bei widersprüchlichem Verhalten der versicherten
Person gegeben sein oder wenn Zweifel an deren Redlichkeit bestünden (eventuell
durch Angaben und Beobachtungen Dritter), bei Inkonsistenzen anlässlich der
medizinischen Untersuchung, Aggravation, Simulation oder Selbstschädigung (BGE
137 I 327 f. E. 5.4.1 mit Hinweisen). Es handelt sich dabei um eine im Geist der
Missbrauchsbekämpfung im Rahmen von Art. 59 Abs. 5 IVG entstandene
Rechtsprechung, welche für Eingriffe der Verwaltung in die Privatsphäre äusserst
permissiv ist.
2.1.2 Anlässlich des Vorgutachtens 2008 stellte sich die Frage einer Observation
nicht, da die Experten ohnehin keine rentenrelevante Arbeitsunfähigkeit objektivieren
konnten. Als die Beschwerdeführerin später eine Verschlechterung des Gesundheits
zustandes vorbrachte, waren weitere Abklärungen angezeigt. Anlass für die
Verlaufsbegutachtung 2010 gaben nämlich die geklagten Beschwerden anlässlich der
Haushaltsabklärung vom 2. Juli 2009 (IV-act. 77/17). Der Anordnung einer Observation
kommt in dem Sinn Ausnahmecharakter zu, als sie nur erfolgen darf, wenn die anderen
Abklärungsmassnahmen nicht zu einem schlüssigen Ergebnis führten (BGE 135 I 174
E. 5.4.2). Das Vorbringen einer versicherten Person, ihr Gesundheitszustand habe sich
verschlechtert, vermag an sich keine Observation zu rechtfertigen; auch die blosse
Vermutung, dass bei einer neuen Begutachtung erhebliche Diskrepanzen zwischen den
neuen Angaben der Beschwerdeführerin und ihrem Verhalten im Alltag auftreten
könnten, vermag keine Observation "auf Vorrat" zu rechtfertigen. Nach dem
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Subsidiaritätsprinzip ist der medizinische Sachverhalt vorrangig durch eine
medizinische Begutachtung abzuklären. Die Beschwerdegegnerin entschloss sich
folgerichtig am 5. Oktober 2009 für eine Verlaufsbegutachtung (IV-act. 79): Der RAD-
Arzt E._ hatte am 29. September 2009 auf die Notwendigkeit einer Beurteilung des
aktuellen Gesundheitszustandes hingewiesen (IV-act. 78).
2.2 Erst am 22. Oktober 2009 wurde das Vorhaben, eine Observation durchzuführen,
in den Akten vermerkt, als der RAD-Arzt C._ zu diesem Zweck ein Leistungsprofil der
Beschwerdeführerin erstellte (IV-act. 82). Weshalb der Verwaltung damals eine
Observation zusätzlich zu dem bereits in Auftrag gegebenen Verlaufsgutachten als
erforderlich erschien, ist nicht dokumentiert. Dem Überwachungsauftrag vom
23. Oktober 2009 ist aber zu entnehmen, dass die Beobachtungen eines
Ermittlungsbüros im Rahmen eines Auftrags vom 27. August 2009 zur Observation des
Ehemannes der Beschwerdeführerin offenbar massgebend waren: Dabei habe man
feststellen können, dass die Beschwerdeführerin sich anscheinend uneingeschränkt
bewegen könne. Es bestehe eine auffällige Diskrepanz zwischen dieser Feststellung
und den bisher aufgelaufenen medizinischen Akten. Daraus könne ein Anfangsverdacht
auf Versicherungsmissbrauch abgeleitet werden (IV-act. 84/3).
2.3 Es ist zunächst festzuhalten: Beweise, die zufälligerweise im Zusammenhang mit
einer anderen Ermittlung aufgefunden werden, dürfen verwendet werden, wenn sie auf
dem ordentlichen Weg der Sachverhaltsabklärung hätten beschafft werden können
(Urs Müller, Das Verwaltungsverfahren in der Invalidenversicherung, Bern 2010, Rz
1510 mit Hinweis). Von einem solchen Zufallsfund kann hier aber nicht die Rede sein.
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin führt zutreffend an, die Ermittler hätten bei
einer zufälligen Beobachtung kaum feststellen können, dass das Verhalten im Alltag
nicht mit den geklagten Beschwerden übereinstimme. Es dränge sich die Frage auf,
weshalb und wie sie davon Kenntnis gehabt hätten, dass sich die Beschwerdeführerin
ebenfalls in einem IV-Abklärungsverfahren befunden, dass überhaupt kurz zuvor eine
Haushaltsabklärung stattgefunden und was für Einschränkungen die
Beschwerdeführerin dabei geschildert habe. Folge man der Darstellung der
Beschwerdegegnerin, hätten die Ermittler die Observation vorgenommen, bevor sie
überhaupt konkret gewusst hätten, wen, aus welchem Grund und wozu sie zu
überwachen hätten (act. G 25). Die Beschwerdegegnerin selbst führt den Begriff
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Zufallsfund in Anführungszeichen an. Es sei aufgrund der konkreten Umstände
absehbar gewesen, dass die Beschwerdeführerin bei der Observation des Ehemannes
gesehen und dabei ein unerwartetes Verhalten zeigen würde - deshalb habe man mit
einem "Zufallsfund" rechnen können. Infolgedessen seien die Ermittler in Kenntnis über
die persönliche Situation der Beschwerdeführerin gesetzt worden (act. G 27). Wann die
Beschwerdegegnerin die Ermittler darüber unterrichtete, wurde jedoch nicht
dokumentiert - im Auftrag zur Überwachung des Ehemannes vom 27. August 2009
steht nur, dass die Ehefrau arbeitslos sei (vgl. IV 2010/435-act. 110/1). Mit diesem
Vorgehen hat die Beschwerdegegnerin nicht nur die Aktenführungspflicht als
Versicherungsträger (vgl. Art. 46 ATSG), sondern auch die Persönlichkeitsrechte der
Beschwerdeführerin verletzt. Die Beschwerdegegnerin begründet den
Überwachungsauftrag vom 23. Oktober 2009 mit den Beobachtungen im Rahmen der
Observation des Ehemannes. Die Ermittler hätten dabei aber keine relevanten
Feststellungen in Bezug auf die Beschwerdeführerin machen können, wenn sie nicht
vorgängig von der Beschwerdegegnerin entsprechende Instruktionen erhalten hätten,
und zwar zu einem Zeitpunkt, als eine Observation der Ehefrau sich weder aufdrängte
noch sonstwie geboten war.
2.4 Auch im Lichte der höchstrichterlichen Rechtsprechung, die schon bei
Inkonsistenzen oder Widersprüchen eine Observation zulässt, erweist sich die
durchgeführte Überwachung als unrechtmässig. Eine Observation kann nicht
angeordnet werden, um Hinweise einzuholen, die diese Abklärungsmassnahme erst
nachträglich rechtfertigen könnten. Auch erscheint unzulässig, sich zur Rechtfertigung
einer unbegründeten Observation nachträglich auf Hinweise im Vorgutachten 2008 zu
berufen, das seinerzeit keinen Anlass für Weiterungen gegeben hatte.
2.5 Aus den vorstehenden Gründen sind all die Akten, die sich auf die Observation
beziehen, aus dem Recht zu weisen. Damit sind die folgenden Akten bei der
Beweiswürdigung ausser Acht zu lassen: die Videoaufnahmen (act. G 6.1), der
Ermittlungsbericht vom 30. Dezember 2009 (IV-act. 90), die darauf gestützte
Stellungnahme des RAD vom 9. Februar 2010 (IV-act. 92) sowie die vom 5. Mai 2010
zum Verlaufsgutachten der Klinik Valens (IV-act. 96), die Konfrontation vom 19. August
2010 (IV-act. 100-102) und die Eingabe der Klinik Valens vom 8. November 2010 (IV-
act. 104).
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3.
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente.
Im Folgenden ist zu würdigen, ob die medizinische Aktenlage beweisrechtlich eine
zuverlässige Beurteilung des Leistungsanspruchs gestattet.
3.1 Die Invalidität im rechtlichen Sinn ist die voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit andauernde Erwerbsunfähigkeit (Art. 4 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 1 ATSG); sie
umfasst mit anderen Worten die erwerblichen Folgen der Einschränkungen der Arbeits
fähigkeit. Sie setzt daher voraus, dass der Gesundheitsschaden sowie dessen
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zuerst durch ärztliche und gegebenenfalls auch
andere Fachleute festgestellt worden sind. Aufgabe der Medizinalpersonen ist es, den
Gesundheitszustand zu beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem
Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist
(BGE 125 V 261 E. 4; vgl. BGE 105 V 158 E. 1 und ZAK 1982 S. 34). Hinsichtlich des
Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
3.2 Das Vorgutachten der Klinik Valens 2008 stützt sich auf interdisziplinäre persön
liche Untersuchungen sowie eine sorgfältige Abwägung der Erkenntnisse, die sich aus
der Vorgeschichte und den Angaben der Beschwerdeführerin ergeben hatten. Im
psychiatrischen Teilgutachten diskutierte die Gutachterin ausführlich, welche
Diagnosen in Frage stehen (Anpassungsstörung, anhaltende somatoforme
Schmerzstörung, psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts
klassifizierten Krankheiten, IV-act. 34-43 ff.). Sie gelangte zum Schluss, dass bei der
Beschwerdeführerin keine die Arbeitsfähigkeit tangierende psychiatrische Diagnose
feststellbar sei. Obwohl die Gutachterin die Diagnose einer somatoformen
Schmerzstörung "im eigentlichen Sinn" verneinte, prüfte sie zusätzlich die Foerster-
Kriterien und hielt dafür, der Beschwerdeführerin sei die Willensanstrengung für einen
Wiedereinstieg in die Erwerbstätigkeit uneingeschränkt zuzumuten (IV-act. 34-49 f.). Im
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rheumatologischen Bereich wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
chronisches myofasziales Schmerzsyndrom mit Halbseitensymptomatik, persistierende
Unterschenkelschmerzen und Vorfussschmerzen rechts sowie ein chronisches
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechts diagnostiziert. Die mässigen
degenerativen Veränderungen würden den Gesundheitszustand nicht beeinträchtigen.
Insgesamt sei die Beschwerdeführerin aus interdisziplinärer Sicht nach der
6-8wöchigen Abheilphase des Supinationstraumas vom Juni 2006 medizinisch
theoretisch jedenfalls in einer leichten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig (IV-act. 34/23-30).
Die ausführliche, nachvollziehbare Beurteilung leuchtet ein; auch die
Beschwerdeführerin bringt keine relevanten Einwände vor, die geeignet wären, die
gutachterlichen Schlussfolgerungen in Frage zu stellen. Umstritten ist einzig, ob nach
diesem Gutachten eine relevante Verschlechterung eingetreten ist.
3.3 Im Verlaufsgutachten der Klinik Valens 2010 wird festgehalten, dass die aktuelle
medizinische Standortbestimmung im Vergleich zum Vorgutachten keine wesentlichen
Veränderungen des Gesundheitszustandes zeige. Dennoch kommt namentlich das
psychiatrische Teilgutachten zu vollständig anderen Schlüssen. Nach dem
psychiatrischen Teilgutachter ist eine somatoforme Schmerzstörung gegeben, wobei
die Beschwerdeführerin nicht mehr über ausreichende somatopsychische
Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung verfüge. Die Gutachter
kommen deshalb "interdisziplinär" zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin
"medizinisch-theoretisch" zu 80% arbeitsunfähig sei, wobei die Restarbeitsfähigkeit bis
auf Weiteres ausschliesslich in einem geschützten Rahmen umsetzbar erscheine (IV-
act. 95-10). Eine Begründung für letzteres fehlt vollständig. Das Verlaufsgutachten
vermag in seinen Schlussfolgerungen auch sonst nicht zu überzeugen. Es stellt
zunächst fest, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nicht
wesentlich im Vergleich zum Vorgutachten 2008 verändert habe, beurteilt aber danach
abweichend diesen gleich gebliebenen Sachverhalt. Der psychiatrische Gutachter,
Dr.med. F._, beschreibt zwar einfühlsam die Einstellung der Beschwerdeführerin zur
Krankheit, begnügt sich jedoch, die geänderte Diagnose damit zu begründen, dass er
über mehr (nicht näher bezeichnete) Akten verfüge als die Vorgutachterin. Als einzige
neue psychiatrische Unterlage lag jedoch nur ein Bericht von Dr.med. G._,
St. Gallische Psychiatrische Dienste Süd, vom 8. Dezember 2008 vor, wonach die
Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht zu 100% arbeitsfähig und von einer
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ambulanten psychiatrischen Behandlung abzusehen sei, da die somatischen
Beschwerden deutlich im Vordergrund stünden (IV-act. 95/40 f.). Eine psychiatrische
Behandlung hat denn auch nicht stattgefunden. Weder mit der Beurteilung durch Dr.
G._ noch mit jener der Vorgutachterin setzt sich Dr. F._ konkret auseinander. Er
erklärt auch nicht, weshalb er im Gegensatz zur Vorgutachterin die zumutbare
Willensanstrengung anders beurteilt. Selbst wenn man die Foerster-Kriterien nicht
einfach "abhaken" soll, wie der Gutachter festhält (IV-act. 95-55), wäre für eine
plausible Einschätzung wichtig zu wissen, weshalb er in dieser Hinsicht die Kriterien
insgesamt ganz anders einschätzt als die Vorgutachterin. Schliesslich lässt der
Gutachter auch die Ergebnisse der EFL praktisch ausser Acht. So fehlt namentlich eine
plausible psychiatrische Erklärung dafür, dass die Beschwerdeführerin sämtliche
Kriterien betreffend Konsistenz schlecht erfüllt (IV-act. 95-62 f.) und beispielsweise in
der Cafeteria andere Bewegungen möglich sind als in der Testsituation (IV-act. 95-63).
Insgesamt erscheint namentlich das psychiatrische Teilgutachten nicht schlüssig
begründet.
3.4 Vor dem Hintergrund, dass die Beschwerdegegnerin die ursprüngliche
leistungsverweigernde Verfügung widerrief, um die Statusfrage zu klären, und dass die
Anordnung eines Verlaufsgutachtens auf die behauptete Verschlechterung des
Gesundheitszustands zurückzuführen ist, welche die Beschwerdeführerin in der
Haushaltsabklärung vom 2. Juli 2009 geltend gemacht hat, steht der medizinische
Sachverhalt fest: eine Verschlechterung des Gesundheitszustands ist nicht
nachgewiesen, zumal im Verlaufsgutachten explizit von einem unveränderten
Gesundheitszustand ausgegangen wird. Das Verlaufsgutachten 2010 vermag den
Beweiswert des Vorgutachtens 2008 nicht zu entkräften und bestätigt im Ergebnis,
dass sich weitere Abklärungen erübrigen: die massgeblichen Fragen für die Prüfung
des Leistungsanspruchs sind beantwortet worden.
4.
Somit steht fest, dass die Beschwerdeführerin in einer leichten Tätigkeit zu 100%
arbeitsfähig ist. Gestützt darauf gilt es eine allfällige erwerbliche Auswirkung der
Leistungsbeeinträchtigung zu prüfen. Die Beschwerdegegnerin geht von einer
Änderung der Qualifikation der Beschwerdeführerin aus und stuft sie zu Recht als
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vollerwerbstätig ein, weil auch die Arbeitslosenversicherung von einem 100%
Arbeitspensum ausgeht, der Ehemann auch nicht erwerbstätig ist und die Familie vom
Sozialamt unterstützt wird (IV-act. 77/17). Der Invaliditätsgrad bei Erwerbstätigen ist -
gemäss Art. 16 ATSG - aufgrund eines Vergleichs zwischen dem möglichen
Erwerbseinkommen ohne Gesundheitsschaden und demjenigen mit
Gesundheitsschaden zu bestimmen. Die Beschwerdeführerin arbeitet nicht mehr,
weshalb das Invalideneinkommen gestützt auf statistische Tabellenlöhnen festzulegen
ist (LSE Tabelle TA1, Total Anforderungsniveau 4, aufgerechnet auf Jahr 2007: einfache
und repetitive Tätigkeiten) wie folgt: Fr. 51 ́047.--. Aufgrund der gleichen Zahlenbasis
wäre ihr Einkommen als Gesunde zu berechnen, weil sie im Jahr 2007 bei ihrer zuletzt
ausgeübten Tätigkeit als Raumpflegerin - aufgerechnet auf ein 100% Pensum - ein
Einkommen von Fr. 39'498.72 (13 x Fr. 3'038.36; vgl. IV-act. 9/3: Fr. 17.88
Stundenlohn) erzielt und somit wesentlich weniger verdient hätte als eine Hilfsarbeiterin
gemäss der Tabellenlöhne der schweizerischen Lohnstrukturerhebung. Selbst wenn
der höchstzulässige Tabellenlohnabzug von 25% beim Invalideneinkommen
vorgenommen würde, weil sich behinderungsbedingte und anderweitige lohnsenkende
Umstände im hohen Ausmass auf die Entlöhnung auswirkten, ergäbe sich mit dem
Einkommensvergleich ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad, weil gemäss Art. 28
Abs. 2 IVG nur eine Erwerbsunfähigkeit von mindestens 40 % rentenmässig
entschädigt wird. Die Beschwerdegegnerin hat somit den Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin zu Recht verneint.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen die Verfügung vom
31. März 2011 abzuweisen. Die vollumfänglich unterliegende Beschwerdeführerin hat
grundsätzlich die Gerichtskosten zu tragen. Diese bemessen sich nach dem
Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. In Art. 95 Abs. 2 des st. gallischen Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1; VRP) ist vorgesehen, dass unnötige Kosten von
jener Partei zu tragen ist, die sie verursacht hat. Das gilt auch im Bereich der
Parteikosten (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. Rz 118 zu Art. 61). Wie vorne
ausgeführt, hat die Beschwerdegegnerin eine nicht gebotene Observation durchführen
lassen und dadurch erheblichen Mehraufwand verursacht. Es erscheint deshalb
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gerechtfertigt, der Beschwerdegegnerin die Hälfte der Gerichtsgebühr auf zu erlegen.
Dementsprechend hat die Beschwerdeführerin auch Anspruch auf eine gekürzte
Parteientschädigung. Ausgehend von einer "mittleren" Entschädigung bei vollem
Obsiegen von Fr. 3'500.-- erscheint die Zusprechung einer Parteientschädigung von
pauschal Fr. 1'750.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht