Decision ID: 7379497f-81ce-4b33-abff-da573cc4168f
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 19
87, arbeitet seit
dem 2
0.
Mai 2013
bei der
Y._
als Sachbearbeiterin. In dieser Eigenschaft ist sie
bei der
AXA Versicherungen AG (nachfolgend: AXA)
gegen die Folgen von Unfällen ver
sichert (Urk.
10/
A
1).
Am 2
4.
Februar 2018
wurde sie auf der
Schlittelbahn
in
Z._
von einem Schlitten angefahren (Urk. 10/A1).
Die Erst
ver
sorgung erfolgte gleichentags im
A._
, wo eine Schambein
kontusion und differentialdiagnostisch eine Muskelzerrung der Adduktoren nach
Schlittelunfall
diagnostiziert wurde (
Urk.
10/M2
,
Urk.
10/M4
).
Nach analgetischer Einstellung und Mobilisation konnte die Versicherte das
A._
am Folgetag wieder verlassen (
Urk.
10/M4).
Am 2
8.
Februar 2018 untersuchte
Dr.
med. B._
, Gynäkologie und Geburtshilfe FMH, die Versicherte
(
Urk.
10/M9)
.
Weil die Versicherte über anhaltend
e Schmerzen klagte, veranlasste
ihr Hausarzt,
Dr.
med. C._
,
Innere Medizin
FMH
, das MRI
Urogramm
vom
2.
März 2018 und das MRI Becken nativ vom 2
3.
März 2018 in der
D._
,
E._
(
Urk.
10/M6-M7)
sowie die
MR
-Unter
suchung
Lenden
wirbelsäule (LWS) nativ im
F._
vom 2
8.
Mai 2018 (
Urk.
10/M8).
Alsdann begab sich die Versicherte am 27. September 2018 zu
Dr.
med. G._
,
H._
(
Urk.
10/M10).
Am
nachfol
gen
den Tag wurde in der
H._
eine MR-
Arthro
-Untersuchung der rech
ten Hüfte und ein MRI des Becken rechts sowie eine Ultraschall-Untersuchung der Leistenregion beidseits durchgeführt (
Urk.
10/M11).
Ab dem
4.
Oktober 2018 wurde die Versicherte
in der
H._
von
Dr. med. I._
, Fach
arzt F
MH für Orthopädische Chirurgie,
behandelt (
Urk.
10/M15 S. 1).
Zu den von
Dr.
I._
veranlasste
n Untersuchungsmassnahmen gehörte unter anderem
die
Testinfiltration im Bereich der rechten Hüfte
vom 1
1.
Oktober 2018
(
Urk.
10/M15 S. 1) und
die MR-
Arthro
-Untersuchung der linken Hüfte vom 3
0.
Oktober 2018 in der
J._
(
Urk.
10/M14).
Danach hielt
Dr.
I._
am
1.
November 2018 fest, dass bei der linken Hüfte der Versicherte
n
ein Labrumriss festgestellt worden sei, der mit hoher Wahrscheinlichkeit durch den Unfall vom 24. Februar 2018 bedingt sei (Urk. 10/M15 S. 2).
1.2
Der beratende Arzt der AXA,
Dr.
med. K._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, Traumatologie, nahm am
2
1.
November 2018
Stellung (
Urk.
10/M
16
)
. Gestützt auf diese Stellungnahme
teilte die AXA der Versicherten m
it
Schreiben vom 1
4.
Dezember 2018
mit, dass sie die
Versicherungsleistungen rückwirkend per 2
8.
Mai 2018 ein
stelle
und auf die Rückforderung der darüber hinaus ausg
erichteten Leistungen verzichte
(
Urk.
10/A35). Die Versicherte er
klärte am 2
3.
Dezember 2018, dass sie
da
mit nicht einverstanden sei (
Urk.
10/A36).
Alsdann ersuchte sie die AXA
am 1
2.
Februar 2019 unter Hinweis auf Angaben von
Dr.
I._
vom
1.
November 2018 darum, ihren Entscheid vom 1
4.
Dezember 2018 zu überprüfen oder
andernfalls eine
einsprachefähige
Ver
fü
gung zu erlassen (
Urk.
10/A39).
Dr.
K._
nahm am
1
3.
März 2019
zu den neu aufgelegten Unterlagen
Stellung (
Urk.
10/
M19
).
Darauf hielt die AXA die Leistungseinstellung per 2
8.
Mai 2018
und den Verzicht auf Rückforderung der darüber hinaus ausgerichteten Leistungen
am
1.
April 2019 verfügungsweise fest (
Urk.
10/A44).
Gegen die
se Verfügung
erhob die
Versicherte
am 2
0.
Mai 2019 Einsprache
(Urk.
10/
A46
).
Daraufhin holte d
ie
AXA
die ärztlic
he Beurteilung ihres beratenden Arztes
,
Dr.
med. L._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie
& Trau
matologie FMH, vom 16
.
September
2018 ein (Urk.
10/
M21
). Hernach wies sie die Ein
sprache des Versicherten mit
Einspracheentscheid
vom
23. September 2019
ab (Urk. 2).
2.
Dagegen
erhob
X._
am 2
3.
Oktober 2019
Beschwerde
und beantragte, in Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 2
3.
September 2019 sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr weiterhin die gesetzlichen UVG
Leistungen zu erbringen. Es seien ihr insbesondere weiterhin die Kosten der Heilbehandlung zu vergüten.
Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur Durchführung eines unabhängigen medizinischen Gutachtens zurückzuweisen. In verfahrens
rechtlicher Hinsicht beantragte sie die Anordnung eines zweiten Schriften
wechsels (
Urk.
1 S. 2).
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
4.
Janua
r 20
20
Abweisung der Beschwerde (Urk.
9
, unter Beilage
ihrer Akten,
Urk.
10/A1-A54,
Urk.
10/M1-M25,
Urk.
11
).
Die B
eschwerdeführerin hielt mit Replik vom 2
0.
Februar 2020 an ihren Anträgen fest
(Urk.
14). Die Beschwerdegegnerin erklärte mit Eingabe vom 1
6.
April 2020, dass sie auf die Einreichung einer Duplik verzichte und an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde festhalte
(Urk.
18)
. Mit Verfügung vom 2
0.
April 2020 wurde der
Beschwerdeführer
in
eine Kopie dieser Eingabe zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
19).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetztes über die Unfallversicherung (UVG) werden - soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt - die Versicherungs
leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung der Unfallfolgen, nämlich auf die ambulante Behandlung durch den Arzt, den Zahnarzt oder auf deren Anordnung durch eine medizinische Hilfsperson sowie durch den
Chiropraktor
und die ambulante Behandlung in einem Spital (
lit
. a), die vom Arzt oder Zahnarzt verordneten Arzneimittel und Analysen (
lit
. b), die Behandlung, Verpflegung und Unterkunft in der allgemeinen Abteilung eines Spitals (
lit
. c), die ärztlich verordneten Nach- und Badekuren (
lit
. d) und die der Heilung dienlichen Mittel und Gegenstände (
lit
. e).
1.3
1.3.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3.2
UV170060
Kausalzusammenhang natürlich, Vorzustand krankhaft, Beweiswürdigung
01.2015
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald
der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungs
begründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.3.3
Die Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
1.4
1.4.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen
Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.5
1.5.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.5.2
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Ver
sicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzu
nehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
1.5.3
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und
Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ander
seits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Ein
schätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige - und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 29.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hin
weisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin für die von der Beschwer
de
führerin geklagten Beschwerden über den 28. Mai 2018 hinaus leistungs
pflichtig ist, mithin ob diese Beschwerden noch in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 2
4.
Februar 2018 stehen.
2.2
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 2
3.
September 2019 führte die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen aus, dass die von der Beschwerdegegnerin seit dem 2
9.
Mai 2018 noch geltend gemachten Beschwerden gemäss der Beur
teilung ihres beratenden Arztes
Dr.
L._
vom 1
6.
September 2019 nicht mit dem mindestens geforderten Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 2
4.
Februar 2018 zurückzuführen seien (
Urk.
2 S. 10-16). Ihre Verfügung vom
1.
April 2019 sei somit nicht zu beanstanden (
Urk.
2 S. 16).
In ihrer Beschwerdeantwort vom 1
4.
Januar 2020
hi
e
lt
die Beschwerdegegnerin
sodann
im Wesentlichen
fest, dass der behandelnde Arzt
bei der Beschwerde
führerin von einem bestehenden anlagebedingten beziehungsweise degenerativen Vorzustand (
Pincer-Impingement
)
ausgehe. Diese Einschätzung decke sich mit derjenigen ihres beratenden Arztes
Dr.
K._
.
Er habe i
n seiner Beurteilung vom 1
3.
März 2019
festgehalten, dass die gezeigten Alternationen
im Bereich der Hüfte beidseits überwiegend wahrscheinlich durch die geringe Offsetstörung bedingt und damit degenerativer Natur
seien (
Urk.
9
S.
2). Alsdann habe das MR
Arthro
Hüfte links vom 3
0.
Oktober 2018 lediglich einen Verdacht auf einen kleinen
anterioren
Labrumeinriss ergeben. Es sei somit nicht korrekt gewesen, als
Dr.
I._
in seinem Eintrag in der Krankengeschichte der Beschwerde
führerin vom
1.
November 2018 als Diagnose einen Labrumriss Hüfte links aufgeführt
habe. Zudem habe
Dr.
K._
in seiner Stellungnahme vom 1
3.
März 2019 auf
gezeigt, dass der von der Beschwerdeführerin beschriebene Beschwerdeverlauf nach der Testinfiltration im Bereich der rechten Hüfte dem Konzept der diagnos
tischen Infiltration widerspreche, weshalb die diagnostische Punktation nicht als positiv gewertet werden könne. Die Beurteilung von
Dr.
I._
, wonach das Infiltrationsergebnis gezeigt habe, dass die Haupt
beschwer
de
symptomatik tat
säch
lich
coxogener
Ursache sei, erscheine daher als nicht zuverlässig
(
Urk.
9 S.
2)
.
Auch
Dr.
C._
habe in seinem Bericht vom 2
0.
Oktober 2019 aus der gestützt auf das MR-
Arthro
Hüfte links vom 3
0.
Oktober 2018 gestellten Verdachtsdiag
nose eine gesicherte Diagnose gemacht - und dies erst noch beidseits, obwohl das MR-
Arthro
Hüfte rechts lediglich eine Labrum
degeneration bei Offsetstörung und folglich nicht einmal einen Verdacht auf eine
n
Labrum
riss gezeigt habe (
Urk.
9 S.
2-3). Eine gesicherte Labrumläsion sei zu keinem Zeitpunkt diagnostiziert worden. Für den vorliegenden Fall sei sodann ent
scheidend, dass gemäss den über
ein
stim
menden Einschätzungen der
Dres
.
K._
und
L._
nicht mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit vom Vorliegen einer traumatisch bedingten Labrum
läsion ausgegangen
werden könne.
Nach dem 2
8.
Mai 2018 seien die Beschwer
den der Beschwerdeführerin vom unfallfremden anlagebedingten
Pincer-Impin
ge
ment
und allenfalls von einer Labrumläsion - falls eine solche überhaupt vor
liege - verursacht worden. Für diese beiden Gesundheitsstörungen habe sie eine Leistungs
pflicht nie anerkannt, weshalb die Beweislast entspre
chend auch nicht bei ihr liege
(Urk. 9 S.
3).
2.3
Die Beschwerdeführerin bringt demgegenüber im Wesentlichen vor,
dass ihre Beschwer
den immer noch in einem Kausalzusammenhang zum Unfall vom 2
4.
Februar 2018 stehen würden. Gemäss ihrem Hausarzt, welcher sie seit dem Jahre 2001 betreue, habe sie vor diesem Unfall nicht an Hüftbeschwerden gelitten. Weiter sei zu berücksichti
gen, dass es beim
Schlittelunfall
zu
eine
m
heftigen Aufprall
gekommen sei
, wobei sie ungeschützt direkt vom Schlitten getrof
fen
worden sei (
Urk.
1 S. 4
)
.
Aus den eingereichten Berichte
n
der
M._
gehe
sodann
hervor, dass die unfallbedingte
n
medizinischen Abklärungen und Behandlungen
noch
andauern würden (
Urk.
1 S. 7,
Urk.
14 S. 1-2).
In der
M._
sei gemäss den Berichten vom 1
3.
November und 1
8.
Dezember 2019 eine
anterosuperiore
Labrumläsion rechts und post
trauma
tische Leisten
schmerzen diagnostiziert worden (
Urk.
14 S. 1).
A
us diesen ärztlichen Berichten der
M._
gehe hervor, dass ihre andauernden Beschwerden auf das Unfallereignis vom 2
4.
Februar 2018 zurückzuführen seien (
Urk.
14 S. 2). Selbst wenn sich
bei
den weiteren medizinischen Abklärungen
zeigen sollte, dass eine krankheitsbedingte
vorbestehende Komponente vorliege, sei doch festzustellen, dass die Beschwerden
durch das Stauchungstrauma vom 2
4.
Februar 2018 aus
gelöst worden seien. Damit
liege mindestens
eine Teilursache für die bis heute andauernden, behandlungs- und abklärungsbedürftigen Hüftschmerzen vor. Es sei von einer richtungsweisenden Verschlimmerung auszugehen. Gemäss dem Grundsatz, dass eine überwiegend wahrscheinliche Teilursache für die Leistungs
pflicht der Unfallversicherung ausreiche, sei festzuhalten, dass die Beschwerde
gegnerin für die weitere medizinische Behandlung leistungspflichtig bleibe.
Vor
liegend
habe s
ie das Erreichen des
status
quo sine oder ante nicht schlüssig nach
gewiesen. Zum Zeitpunkt, als die Beschwerdegegnerin
die Frage der Kausali
tät beurteilt habe, sei die Aktenlage ungenügend gewesen. Sie habe insbesondere keine Berichte der behandelnden Ärzte eingeholt. Eine Untersuchung durch die beraten
den Ärzte der
Beschwerdegegnerin sei ebenfalls nicht erfolgt. Deren Ein
schätzun
gen würden sich somit lediglich auf die unvollständigen Akten stützen. Die be
han
delnden Hüftspezialisten (
Dr.
I._
,
H._
,
und
Dr. med. N._
, Oberarzt Orthopädie,
M._
) würden beide die anhalten
den Beschwerden mindestens teilweise auf das Unfallereignis vom 2
4.
Februar 2018 zurückführen. Beide Hüftspezialisten würden sodann davon ausgehen, dass der Unfallmechanismus (
gemäss
Dr.
N._
: Stau
chungs
trauma, axiale Stauchung) sehr wohl die Beschwerden (mit-)verursacht habe. Im Ergebnis würden
somit
mehr als geringe Zweifel an der Schlüssigkeit der Einschätzung der beratenden Ärzte
der Beschwerdegegnerin
vorliegen (
Urk.
1 S. 7). Der Be
weiswert der Stellungnahmen der beratenden Ärzte sei daher gering. Sollte das Gericht deshalb zum Sch
luss kommen, der Sachverhalt müsse zunächst eingehender abgeklärt werden
, werde eventualiter die Rückweisung
der Sache
an die Be
schwerde
gegnerin zur Durch
füh
rung eines externen medizinischen Gutachtens beantragt (
Urk.
1 S. 8).
3.
3.1
Dr.
med.
O._
,
A._
, diagnostizierte beim Spital
eintritt am 2
4.
Februar 2018
eine Schambeinkontusion und differential
diagnos
tisch eine Muskelzerrung der Adduktoren nach
Schlittelunfall
. Er hielt weiter fest, dass sich beim Eintreffen klinisch eine
Druck
dolenz
über beiden Schambeinästen sowie starke Schmerzen bei aktiver Adduk
tion oder passiver Abduktion der Beine festgestellt worden seien. Konventionell-radiolo
gisch habe sich keine Fraktur gefunden. Die Beschwerdeführerin sei zur analge
tischen Ein
stellung und Mobilisation am Folgetag aufgenommen worden (
Urk.
10/M2 S. 1). Den Lokalbefund beschrieb er wie folgt (
Urk.
10/M2 S. 2): «
Druck
dolenz
beider Os
pubis
, kein Hämatom, keine
Druckdolenz
über
Sakrum
. Aktive Adduktion und passive Abduktion und
Aussenrotation beider Beine schmerzhaft. Kein axialer Stauchungsschmerz beidseits.»
Dem Austrittsbericht des
A._
vom 2
5.
Februar 2018 ist sodann zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin unter adäquater Analgesie und Anleitung der Physiotherapie problemlos habe mobilisiert werden können. Die Beschwerdeführerin habe am 2
5.
Februar 2018 in gutem Allgemeinzustand wieder nach Hause entlassen werden können
. Die Ärzte des
A._
attestierten der Beschwerdeführerin vom 2
4.
bis 2
8.
Februar 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
10/M4
S. 1
)
.
3.2
Dr.
B._
hielt nach der Untersuchung der
Beschwerdeführerin
vom 2
8.
Feb
ruar 2018 fest, dass das rechte Bein verstärkt beim Gehen, in Beugestellung in der Hüfte und bei Belastung schmerzhaft sei. Im Bereich des rechten Beines habe sich sowohl beim
Muskulus
gracilis
als auch auf der Streckseite eine
Hämatom
bildung
gezeigt. Links hätten im Bereich des
mons
pubis
Druckschmerzen bestan
den. Dort habe sich eine beginnende
Hämatombildung
gezeigt (
Urk.
10/M9). Bei der Untersuchung vom 2
5.
April 2018 waren gemäss
Dr.
B._
sodann
palpa
torisch
keine pathologischen Strukturen tastbar. Die Berührung des Knochens und des Muskels seien punktuell schmerzhaft gewesen (
Urk.
10
/M9).
3.3
Beim MRI
Urogramm
vom
2.
März 2018 in der
D._
zeigte sich eine unauf
fällige Darstellung der Nieren, kein posttraumatisches Hämatom an beiden Nieren, schlanke ableitende Harnwege, keine Hinweise für eine posttraumatische Veränderung in der grossen Leber sowie in der Milz und keine freie Flüssigkeit (
Urk.
10/M6).
3.4
Das
MRI Becken nativ vom 2
3.
März 2018 in der
D._
ergab gemäss
Dr.
med. P._
, Facharzt für Radiologie FMH,
folgenden Befund (
Urk.
10/M7): «In den initialen Übersichtssequenzen über das gesamte Becken zeig
e
n
si
ch die
ossären
Struktur(en) intakt. Keine Fraktur. Keine Fissur. Kein Knochen
marksödem. Unauffällige Artikulation an den
Iliosakralgelenken
beid
seits ohne degenerative Veränderungen. Ebenso reizlose Darstellung der
Symphy
sen
fuge
ohne degenerative Veränderungen. Intakte Hüftgelenksartikula
tion bei
d
seits. Keine
Koxarthrose
. Reiz
loser Ansatz der Adduktoren- und der
Ischio
kruralen
muskulatur
. Am Ansatz der
Glutealmuskulatur
zeigt
sich beidseits ein diskretes Ödem. (Ein) leichtes Ödem zeigt sich zudem im mittleren Drittel des M.
adductor
longus
rechts sowie diskreter ausgeprägt im M.
pectineus
links. Im kleinen Becken reizlose Verhältnisse. Keine freie Flüssigkeit. Kräftiger Uterus mit wenig Flüssigkeit im
Cavum
uteri.
Kräftige
r
periuteriner
Venenplexus.»
3.5
Beim MR LWS nativ vom 2
8.
Mai
2018 im
F._
konnten gemäss
Dr.
med.
Q._
, Fachärztin Radiologie, und
Dr.
med.
R._
, Facharzt Radiologie
, keine akuten
Traumafolgen
festgestellt werden. Beim Lenden
wirbelkörper (LWK) 4/5 habe sich stationär eine diskrete dorsale
Diskus
protusion
links
neuroforaminal
ohne Affektion der neuralen Strukturen gezeigt. Zudem habe sich ein unauffälliges distales
Myelon
gezeigt. Es seien keine Auf
fäl
ligkeiten der autochthonen Rückenmuskulatur festgestellt worden (
Urk.
10/M8).
3.6
Dr.
G._
hielt in seinem Bericht vom 2
7.
September 2018 fest, dass eine post
traumatische
Inguinalhernie
nicht mit Sicherheit ausgeschlos
sen werden könne. Eine Bursitis
ilipectinea
und ein vorderer Labrumriss könne
nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Aufgrund des posttraumatischen grösseren Hämatoms im
os
pubis
und
Leistenbereichs, ausstrahlend bis in den rechten inneren Ober
schenkel sei eine weitere Abklärung mittels Ultraschall und einer
Arthro
-MRI-Unter
suchung der rechte
n
Hüfte indiziert
(
Urk.
10/M10).
3.7
Die bildgebenden Untersuchungen in der
H._
vom 2
8.
September 2018 (
MR-
A
rthro
Hüfte und
ein MRI Becken rechts, Ultraschall
Leistenregion beidsei
ts) ergaben gemäss
Dr.
med.
S._
, FMH Medizinische Radio
logie/Radiodiagnostik, den folgenden Befund (
Urk.
10/M11): «Keine
Femo
ral
hernie
, kein besonderer Erguss in der Bursa
iliopectina
. Kein Nachweis einer Myositis
ossificans
, kein besonderes
Serom
. Das Hüftgelenk zeigt eine erhaltene Antetorsion von 12
°. Nur eine ganz leichte Offsetstörung. Keine Dyspla
sie. Leichte Labrum
degeneration, eine leichte Verschmälerung des Knor
pels,
anterior
-superior und
posterior
-inferior.»
3.8
PD
Dr.
med.
T._
, Radiologie
J._
, gab den Befund der MR-
Arthro
-Untersuchung der linken Hüfte vom 3
0.
Oktober 2018 in ihrem Bericht vom selben Tag wie folgt wieder (
Urk.
10/M14): «Kein
bone
bruise
. Sehnenansätze der Abduktion intakt. Keine Bursitis. Allenfalls minime
antero
superiore
Taillierungsstörung. Kein Knorpelschaden. Der Knorpel ist minim aus
gedünnt. Verdacht auf Labrumeinriss
antesuperior
.»
3.
9
Nach der Konsul
t
ation vom
1.
November 2018 stellte
Dr.
I._
die Diagnosen Labrumriss Hüfte links und Labrumdegeneration rechts (
Urk.
10/M15 S. 2
). Dazu führte er aus, dass sich durch das
Ergebnis der Infil
tration vom 1
1.
Oktober 2018 (
Urk.
10/M15 S. 1)
gezeigt habe, dass die Hauptbeschwerdesymptomatik tatsäch
lich
coxogener
Ursache
sei. Dies bedingt durch den Labrumriss, der bei nahezu normaler Anatomie mit hoher Wahrscheinlichkeit durch den Unfall vom 2
4.
Feb
ruar 2018 bedingt sei (
Urk. 10/M15 S. 2
).
3.10
3.10.1
Dr.
K._
hielt in seiner Stellungnahme vom 2
1.
November 2018 fest, dass durch die Untersuchungen bis und mit dem MRI der LWS vom 2
8.
Mai 2018 keine strukturellen Schädigungen nachgewiesen worden seien (
Urk.
10/M16 S. 1-2).
Somit bestehe spätestens mit diesem
MRI morphologisch gesehen ein Status quo sine. Die Abklärungen vom 2
4.
Februar 2018 bis und mit dem MRI vom 2
8.
Mai 2018 und die physiotherapeutischen Behandlungen bis zu diesem Zeitpunkt seien unfallbedingt notwendig und zweckmässig gewesen. Die weiteren Behandlungen respektive die diagnostischen Massnahmen nach dem 2
8.
Mai 2018 seien unfall
bedingt nicht mehr ausgewiesen (
Urk.
10/M16 S. 2).
3.10.2
In seiner
Stellungnahme vom 1
3.
März 2019
führte
Dr.
K._
sodann
aus, dass eine traumatisch bedingte Labrumläsion massivste kinetische Energien voraus
setzen würde
, die in aller Regel zu einer Luxation des Hüftgelenkes und/oder frischen
ossären
Läsion
azetabulär
und klassischerweise zu einem Abriss des Labrums führen würden. In den diversen radiologischen Abklärungen, die aufgrund der geltend gemachten Beschwerde
n
durchgeführt worden seien (konventionelle Bilder, diverse MRT mit und ohne Kontrastmittel, mehrere Ultra
schall-Untersuchungen) hätten keine substantiellen morphologischen Verän
de
rungen
-
insbesondere keine frischen
ossären
Läsionen und kein Knochen
marks
ödem -
nachgewiesen werden können. Die Alterationen im Bereich der linken Hüfte, die ursprünglich auch gar nicht im Fokus gestanden seien, würden eben
falls keinem gesicherten vollständigen Riss des Labrums entsprechen. Sie seien überwiegend wahrscheinlich wie auch auf der rechten Seite durch die geringe Offsetstörung bedingt, mithin degenerativer Natur
(
Urk.
10/M19
S. 3)
.
Dr.
I._
habe als diagnostischen Schritt eine Testinfiltration veranlasst, die am 1
1.
Okto
ber 2018 durchgeführt worden sei (
Urk.
10/
M19
S. 2).
Hier wäre bei korrekter intraartiku
lärer Lage der Punktionskanüle und Applikation des kurz
wirksamen Lokal
anästhetikums
eigentlich
eine sofortige und vollständige Reg
ression der Schmerzen für ca.
8-12
Stunden zu erwarten gewesen.
Nach dem Abklingen der medikamen
tösen Wirkung würden die Patientinnen und Patienten
dann
klassi
scherweise
über ein schnelles Wiedereinsetzen der Schmerzen berich
ten. Dadurch würde eine
coxogene
Ursache der Beschwerden nachge
wiesen.
Im vorliegenden Fall habe
d
ie
Beschwerdeführerin
(
unmittelbar
nach der Infiltration)
aber
nur über eine maximal 50%ige Reduktion berichtet u
nd soll ein paar Tage später voll
ständig
beschwerdefrei gewesen sein
.
Die diagnos
tische Punktion könne daher nicht als positiv gewertet werden (
Urk. 10/M19 S.
3
).
3.11
Dr.
L._
führte in seiner ärztlichen Beurteilung vom 16. September 201
9
aus, dass im Zusammenhang mit dem Kontusionsereignis vom 2
4.
Februar 2018 mit einer Verzögerung von wenigen Tagen
Hämatommarken
in Erscheinung getreten
seien, die gemäss den initialen klinischen,
sonographischen
und MR-tomo
graphischen Abklärungen nicht auf einem Frakturnachweis oder einer wesent
li
chen Schädigung der Sehnen-Muskelstrukturen basiert hätten. Die im MRT vom 2
3.
März 2018 dokumentierten leichten
Ödembildungen
könnten morphologisch nicht
mit
dem geschilderten Ort der Gewalteinwirkung durch den frontal aufpral
lenden Schlitten erklärt werden. Das Fehlen eines
Bone-Bruises
in den Becken- und Hüftstrukturen vier Wochen nach dem Ereignis würden den Ausschluss einer wesentlichen
osteochondralen
Schädigung der Hüftgelenke erlauben. Die im späteren Verlauf aufgebaute Hypothese einer traumatischen und klinisch rele
van
ten Labrumschädigung beider Hüftgelenke zeige in der Zeit vom Unfalldatum bis zur fachärztlichen Erstuntersuchung durch
Dr.
G._
s
ieben Monate später kein Korrelat. Zusätzlich würden die geäusserten Beschwerden zu keinem Zeit
punkt mit den klassischen Symptomen einer Labrumläsion
übereinstimmen
. Die im
Arthro
-MRT nachgewiesenen diskreten Veränderungen am Labrum seien nicht obligat charakteristisch für eine symptomatische Labrumläsion (
Urk.
10/M21 S.
11). Die Stellungnahmen von
Dr.
K._
seien daher nachvollziehbar (
Urk.
10/M21 S. 1
1 f.
).
3.
12
Dr.
N._
führte in seinem Bericht vom 1
3.
November 2019
- wie im Bericht vom 1
0.
Oktober 2019 (vgl.
Urk.
3/4) -
aus, dass die Beschwerdeführerin sei
t
einem
Schlittelunfall
mit axialer Stauchung der flektierten Hüftgelenke am 2
4.
Februar 2018 unter inguinalen Hüftschmerzen beidseits, rechts ausgeprägter als links, leide. Diese seien klinisch und radiologisch auf ein
Pincer-Impingement
bei kranial retrovertiertem und global nur knapp antevertiertem
Acetabulum
zurück
zuführen (
Urk.
15/1 S. 1). Im
Arthro
-MRI komme eine
anterosuperiore
Labrum
läsion zum Vorschein. Da die Beschwerdeführerin glaubhaft versichere, vor dem Unfall keinerlei Hüftschmerzen
verspürt zu haben, sei davon auszu
gehen, dass der Unfall für die Problematik im Vordergrund stehe. In der Unter
suchung vom 1
3.
November 2019 sei zudem auch eine
Druckdolenz
über der Spina
iliaca
anterior
inferior aufgefallen (
Urk.
15/1 S. 2).
3.13
Im Bericht vom
1
8.
Dezember 2019
stellten Prof.
Dr.
med. U._
, Chef
arzt Orthopädie, und
Dr.
med. V._
, Assistenzarzt Orthopädie,
an
der
M._
die Hauptdiagnose posttraumatische Leistenschmerzen rechts mehr als links (
Urk.
15/2 S. 1):
4.
4.1
Reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person i
n den Hintergrund rückt
(Urteil des Bun
desgerichts 8C_780/2016 vom 24. März 2017 E. 6.1).
Dies trifft vorliegend auf die Stellungnahmen von
Dr.
K._
vom 2
1.
November 2018 und 13. März 2019 (
Urk.
10/M16, Urk. 10/M19) sowie
auf die ärztliche Beurteilung von
Dr.
L._
vom 16. September 2018 (
Urk.
10/M21)
zu
.
Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin (E. 2.3) hat die Beschwerdegegnerin die Berichte der behandelnden Ärzte eingeholt
(vgl. Urk. 10/M1-M25)
.
Diese Berichte standen
den beratenden Ärzten der Beschwerdegegnerin
zur Verfügung
(vgl.
Urk.
10/M16, Urk. 10/M19,
Urk.
10/M21). Weil ihnen die in den Akten dokumentierten Befunde, wozu insbesondere
auch die
Bilder
der
MR-
Untersuchungen gehörten (vgl. dazu die Stellungnahme von
Dr.
K._
vom 1
3.
März 2019,
Urk.
10/M19), vorlagen, ist nicht zu beanstanden, dass
Dr.
K._
und
Dr.
L._
die Beschwerdeführerin nicht persönlich untersucht haben.
Aus diesen Akten wird ersichtlich, dass
die Beschwerdeführerin
b
eim Unfall vom 2
4.
Februar 2018 frontal von einem Sc
hlitten
fahrer angefahren
wurde
(
Urk.
10
/M9
,
Urk.
10/M10 S.
1
). Am Unfalltag wurden im
A._
eine
Druckdolenz
über beiden Schambeinästen sowie starke Schmerzen bei aktiver Adduk
tion oder passiver Abduktion der Beine fest
gestellt
(Urk. 10/M2)
. Vier Tage später berich
tete die Gynäkologin Dr.
B._
über eine
Hämatombildung
im Bereich der Beine und des Unterleibs (Urk
.
10
/M9).
Alsdann wurden bei
der
MRI
Unter
suchung des Beckens vom 2
3.
März 2018 rechts und links bei Muskeln des Oberschenkels
leichte
Ödeme festgestellt
.
Der Radiologe
Dr.
P._
hielt dazu fest, dass diese leichten Ödeme in Anbetracht der
Anamnese (
Schlittelunfall
am 2
4.
Februar 2018) am ehesten als posttraumatisch
reaktiv zu werten seien
(
Urk.
10
/
M7).
Dr.
L._
ist demgegenüber der Ansicht, dass die im MRT vom 2
3.
März 2018 dokumentierten leichten
Ödembildungen
morphologisch nicht dem geschilderten Ort der Gewalteinwirkung durch den frontal aufprallenden Schlitten erklärt werden
könnten (
Urk.
10/M21 S. 11).
Aufgrund der Aus
führungen des Radiologen und des beratenden Arztes ist demnach nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die am 2
3.
März 2018 festgestellten Ödeme auf den Unfall vom 2
4.
März 2018 zurückzuführen sind.
Dr.
K._
führte zu
den Ergebnissen dieser Unter
suchung sodann
aus, dass beim MRI keine Muskelfaserrisse und keine
Hämatom
bildung
hätten nachgewiesen werden können (
Urk.
10/M16 S. 1).
Hinzu kommt, dass
weder bei der
radiologischen
Untersuchung im
A._
vom
24. Februar 2018
(
Urk.
10/M2) noch bei
den folgenden
bildgebenden Unter
suchungen
vom
2.
u
nd
2
3.
März 2018
(
Urk.
10/M6-M7) sowie vom
2
8.
Mai 2018
(
Urk.
10/M8
)
strukturelle Schädigungen
erhoben werden
konnten
.
Angesichts dieser Aktenlage erweis
en sich die Beurteilungen von
Dr.
K._
vom 2
1.
November 2018 und 13. März 2019 (
Urk.
10/M16, Urk. 10/M19) sowie auf diejenige von
Dr.
L._
vom 16. September 201
9
(
Urk.
10/M21), wonach der Status quo sine spätestens am 2
8.
Mai 2018 erreicht war,
als schlüssig und über
zeuge
nd.
4.2
4.2.1
Was die Beschwerdeführerin dagegen einwendet
,
ist nicht stichhaltig
.
Insbeson
dere leuchtet nicht ein, weshalb der gemäss
der Beschwerdeführerin heftige Auf
prall
des Schlittens
a
m 2
4.
Februar 2018
eine Labrumläsion
verursacht
haben soll
(E. 2.3)
, wenn
am U
n
falltag
und in den folgenden
Monaten
in sämtlichen
bildge
ben
d
en Untersuchungen
keine unfallbeding
ten strukturellen Läsionen
nachweis
bar waren.
4.2.2
Alsdann hat
Dr.
G._
die Hämatome
nach dem Unfall
vom 2
4.
Februar 2018 zum Anlass für
weitere Untersuchungen
genommen
(E. 3.6)
.
Dr.
G._
hat die Beschwerdeführerin
nach Lage der Akten aber
am 27. September 2018
zum
ersten Mal untersucht
(
Urk.
10/M10)
. Er hat
die
Hämatombildung
nach dem Unfall
vom 2
4.
Februar 2018
mithin nicht selber sehen und beurteilen könne
n. Der Bericht von Dr.
B._
vom 2
8.
Februar 2018 (
Urk.
10/M9)
, in welchem die Hämatome erwähnt wurden,
wird im Bericht von
Dr.
G._
vom
2
7.
September 2018 nicht genannt (
Urk.
10/M10).
Nach weiteren Untersuchungen in der
H._
und insbeson
dere aufgrund der
Befunde
der MR-
Arthro
-Untersuchung der linken Hüfte vom 30. Oktober 2018 (E. 3.
8
)
gelangte
Dr.
I._
am
1.
November
2018
zum Schluss, dass
bei der linken Hüfte
ein Labrumriss vorliege, welcher mit hoher Wahr
scheinlichkeit
durch den
Unfall vom 2
4.
Februar 2018 bedingt sei (
E. 3.9
). Alsdann stellte
Dr.
I._
am 1
2.
Dezember 2018 die Diagnose Labrum
riss Hüfte beidseits (
Urk.
10/M1
7 S. 3
)
.
Dazu ist anzumerken, dass gemäss
Dr.
med.
W._
, Spezialarzt für Orthopädie und Traumatologie FMH, welcher für die BVK Pers
onalvorsorge des Kantons Zürich
am
6.
März 2019 ein Gutachten er
stellte (
Urk.
10/M20), bei keiner der MRI-Untersuchungen die Diagnose Labrum
riss geste
llt wo
rden ist (
Urk.
10/M20 S. 7
). Gemäss
Dr.
W._
liegt bei der Beschwerdeführerin
ein
Coxalgie
beidseits und
eine chronische Blockie
rung des rechten
Iliosakralgelenkes
vor (
Urk.
10/M20 S
.
7-8). Zur Frage, ob diese Gesund
heitsstörungen in einem natürlichen Kausal
zusammenhang zum Unfall vom
2
4.
Februar 2018 stehen, äusserte sich
Dr.
W._
zwar
nicht, weil
er
von der Pensionskasse danach nicht gefragt wurde (vgl.
Urk.
10/M20 S. 8-9).
Aus dem Gutachten von Dr.
W._
vom
6.
März 2019 folgt aber, dass die von Dr.
I._
aufgrund der bildgebenden Unter
suchun
gen der Hüften der Beschwer
de
führerin vom
28. September
und 30. Oktober 2018 (E.
3.7-
3.8)
gestellte Diagn
ose Labrumriss beidseits
falsch war.
Mit
seiner Stellungnahme vom 13. März 2019
(E. 3.10.2)
hat Dr.
K._
sodann nachvollziehbar aufgezeigt, weshalb die Angaben der Beschwerdefüh
rerin nach der Testinfil
tration im Bereich der rechten Hüfte vom 1
1.
Oktober 2018 (
Urk.
10/M15)
nicht verwertbar waren
. Die Beurtei
lung von Dr.
I._
vom
1.
November 2018, wonach das Infiltrations
ergebnis gezeigt habe, dass die Hauptbeschwerde
symptomatik
coxo
gener
Ur
sache sei (Urk.
10/M15), erweist
sich
in Anbetracht dieser Ausführungen von Dr.
K._
als
nicht
überzeugend. In diesem Zusammenhang ist sodann her
vor
zuheben, dass Dr.
I._
am 11. Oktober 2018 noch ausgeführt hat
te
, dass das Infiltrationser
gebnis keine 100%ige Sicherheit habe bringen können, weil die
Beschwerde
symptomtik
um 50
%
regredient
gewesen sei (
Urk.
10/M15). Mit seiner anders
lautenden Beurteilung vom
1.
November 2018 (
Urk.
10/M15) hat
sich
Dr.
I._
somit selber
widersprochen
.
Hinzu kommt, dass
Dr.
I._
seine Ansicht, wonach der Labrumriss links mit hoher Wahrscheinlichkeit durch den Unfall vom 2
4.
Februar 2018 bedingt sei
(
Urk.
10/M15)
, einzig
mit der nahezu normalen Anatomie der Beschwerdeführerin
begründet
e
. Mit den bei den bild
ge
benden Untersuchungen der Hüften ebenfalls festgestellten degenerativen Befun
den (E.
3.7-3.8) setzt
e
er sich aber nicht auseinander.
Auch deswegen vermag seine Beurteilung nicht zu überzeugen.
Aus den genannten Gründen haben
die
Berichte
von
Dr.
I._
und derjenige von
Dr.
G._
vom 27. September 2018 (Urk.
10/M10) bezüglich der Frage der Unfallkausalität keinen
Beweiswert.
Sie vermögen mithin auch keine Zweifel an den Beurteilungen der beratenden Ärzte
der Beschwerdegegnerin
vom 21.
November 2018 sowie vom
13. März
und 16. September
2019 (Urk. 10/M16, Urk. 10/M19
,
Urk. 10/M21
)
zu begründen
.
4.2.3
Der behandelnden Arzt
Dr.
N._
hielt
in seinem Bericht vom 1
3.
November 2019 sodann
fest
, er gehe davon aus, dass der Unfall vom 2
4.
Februar 2018 für die Problematik im Vordergrund stehe
, weil die Beschwerdeführerin glaubhaft ver
si
chert habe, dass sie vor dem Unfall keinerlei Hüftschmerzen verspürt habe (Urk.
15/1 S. 2). Davor hatte
Dr.
C._
in seinem Schreiben vom
2
0.
Oktober 2019 bereits festgehalten, dass die Beschwerdeführerin, welche er seit Juli 2001 hausärztlich betreue, vor dem Unfall vom 2
4.
Februar 2018 nie unter Hüftbe
schwerden gelitten habe (
Urk.
3/5). Wie festgehalten (E. 1.3.3), vermag der Umstand allein, dass die Beschwerden nach dem Unfall vom 2
4.
Februar 2018
auf
getreten sind,
einen
rechtsgenüglichen
Nachweis eines Kausalzusammen
hangs zwischen diesem Umfall und dem von
Dr.
N._
diagnostizierten
Pincer-Impinge
ment
nicht zu
erbringen.
Demzu
folge
kann
die Beschwerde
führerin auch daraus, dass
Dr.
N._
in seinem Bericht vom 13.
November 2019 bei den Diagnosen fest
hielt, dass die Symptome des
Pincer-Impingement
beidseits nach dem «Stauchungs
trauma in Hüftflexion» vom 24.
Februar 2018 begonnen hätten (Urk.
15/1 S. 2), nichts zu ihren Gunsten ab
leiten. Er stellte diesbezüglich offen
sichtlich einzig auf die anamnestischen An
gaben der Beschwerdeführerin ab.
Ebenso wenig kann aufgrund der Aus
füh
run
gen von
Dr.
N._
davon ausge
gangen werden, dass die Beschwerden der Beschwerdeführerin teilweise auf den Unfall vom 2
4.
Februar 2018 zurück
zu
füh
ren sind.
Dass der Unfall
mechanis
mus ihre Beschwerden (mit-)verursacht habe, entspricht der eigenen Interpre
tation der Beschwerdeführerin.
Dr.
N._
hat dies weder in seinem Bericht vom 1
0.
Oktober 2019 (
Urk.
3/4) noch in de
mjenigen vom 1
3.
November 2019
(
Urk.
15/1)
so fest
ge
halten.
Schliess
lich impliziert
der von Prof.
Dr.
U._
und
Dr.
V._
i
n ihrer Diagnosestellung verwendete Begriff
«posttraumatisch»
(E. 3.13)
ebenfalls
keinen
rechts
genüglichen
Kausalzusammenhang (Urteil des Bundes
ge
richts
8C_24/2013
vom 1
8.
Juni 2013 E. 3.2).
Entscheidend ist, dass der Hausarzt der Beschwerdeführerin und die unter
suchen
den und behandelnden Ärzte der
M._
in ihren
Berichten
keine Befunde nannten, welche
Dr.
K._
und
Dr.
L._
nicht berücksichtigen konnten. Zwar erwähnt
Dr.
N._
in seinem Bericht vom 1
3.
November 2019
soweit ersichtlich - neu eine
Druckdolenz
über der Spina
ilica
anterior
inferior (
Urk.
15/1). Die Beschwerdeführerin ist - wie aufgezeigt (E. 3.1 ff.) - nach dem Unfall vom 24.
Februar 2018
aber
mehrfach
von Ärztinnen und Ärzten
klinisch u
ntersucht worden, so dass
Dr.
K._
und
Dr.
L._
diesbezüglich auf
grund der ihnen vorgelegten Akten bereits über einen lückenlosen Befund ver
fügten. Es ist sodann der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behan
delnde Ärztinnen und Ärzte im Zweifelsfall eher zugunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (E. 1.5.3). Dies gilt vorliegend
nicht nur
für den Hausarzt der Beschwerdeführerin
,
sondern
auch für die behandelnden Ärzte der
M._
und der
H._
.
Nach dem hiervor Ausgeführten vermögen die Berichte dieser Ärzte die Beur
teilungen der beratenden Ärzte der Beschwerdegegnerin vom 21. November 2018 sowie vom 13. März und 16. September 2019 (Urk. 10/M16, Urk. 10/M19,
Urk. 10/M21) nicht in Zweifel zu ziehen.
4.3
Auf
die Beurteilung
en
der beratenden Ärzte der Beschwerdegegnerin, wonach der
status
quo sine vorliegend spätestens am 2
8.
Mai 2018 erreicht war (E.
3.10 f.)
,
kann somit abgestellt werden.
Es ist
folglich
nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin ihre Leistungen
gestützt auf diese Beurteilungen
rück
wirkend per 2
8.
Mai 2018 eingestellt hat.
5.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.