Decision ID: 7cb45e56-b93a-543f-b62b-7e0e2650eaec
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) ist als kaufmännische Angestellte bei der
Gemeinde B._ tätig und bei der Basler Versicherung AG (nachfolgend: Basler)
unfallversichert. In der Schadenmeldung vom 15. Mai 2014 gab die Versicherte an, sie
habe am 10. Mai 2014 einen Auffahrunfall erlitten. Sie habe ihre Freundin zum Reitstall
fahren wollen, als ihr an einer Kreuzung ein Traktor den Vortritt genommen habe und
hinten seitlich in ihr Fahrzeug gekracht sei (UV-act. 1). Anlässlich der
Notfallkonsultation im Spital C._ am 11. Mai 2014 wurde eine
Halswirbelsäulendistorsion (HWS-Distorsion) Grad I diagnostiziert (UV-act. 6f.). Mit
Schreiben vom 11. Juni 2014 sprach die Basler der Versicherten ein Taggeld zu 100%
vom 13. bis 14. Mai 2014 sowie zu 50% vom 16. bis 25. Mai 2014 zu (UV-act. 10) und
übernahm die Kosten der Heilbehandlung (UV-act. 15 f.).
A.b Im von der Axa Winterthur, Haftpflichtversicherer der Beschwerdeführerin,
erstellten unfallanalytischen Gutachten vom 18. August 2014 wurde eine
kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung des von der Versicherten gefahrenen
Audi A4 Avant zwischen 3 und 8 km/h, bei einem Queranteil (Delta-v-quer) von ca.
92%, festgestellt. Die Personen im Audi hätten sich infolge des Traktor-Anpralls hinten
links leicht nach links und gleichzeitig etwas nach vorne bewegt. Ein Kopfanprall, zum
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Beispiel gegen die Seitenscheibe, sei in dieser Situation aus unfallanalytischer Sicht
sehr wahrscheinlich nicht erfolgt. Auch aus der Aktenlage gehe kein derartiger Hinweis
hervor (UV-act. 60). Am 11. September 2014 teilte die Basler der Versicherten mit, der
Schadenfall sei nun abgeschlossen (UV-act. 16). Die Versicherte befand sich jedoch
weiterhin in physiotherapeutischer Behandlung (vgl. UV-act. 17, 24) und war ab 20.
April 2015 zu 10% arbeitsunfähig (vgl. UV-act. 20, 23).
A.c In einer von der Axa Winterthur in Auftrag gegebenen Aktenbeurteilung hielt Dr.
med. D._, Facharzt Neurologie FMH, am 25. Mai 2015 fest, dass sich nach dem
Unfallereignis ein etwas verlangsamter Heilungsverlauf mit Persistenz von Schmerzen,
welcher jedoch die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt habe, gezeigt habe. Die
Versicherte dürfte verunsichert sein, nachdem im MRI eine Discusprotrusion C5/6 und
C6/7 (vgl. UV-act. 18) festgehalten worden sei. Aufgrund der Akten könne jedoch nicht
gesagt werden, dass diese Discusprotrusionen vom Unfall herrührten. Die
Anforderungen an die Traumakausalität einer Discushernie seien sehr hoch, es werde
eine sofortige radikuläre Schmerzsymptomatik gefordert, die in diesem Fall nie
bestanden habe. Es sei durchaus häufig, dass gerade in diesen Segmenten
degenerative Veränderungen schon sehr früh beginnen würden. Es müsse auf die
Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie verwiesen werden, wonach bei
einem HWS-Distorsionstrauma mit einem Kraftgrad Quebec Task Force bzw. Erdmann
II eine vollständige Abheilung innert weniger Monate erwartet werden dürfe. Wenn
Beschwerden persistieren würden, hätten diese in der Regel keine unfallkausale
Ursache mehr. Am letzten DGN-Neurologenkongress in München sei die Frist auf
maximal sechs Monate beziffert worden, danach sei jedoch von einem Status quo sine
auszugehen. Er finde in den Akten keinerlei Gründe, weshalb diese Frist zu verlängern
wäre. Ein Unfallabschluss per 10. November 2014 sei gerechtfertigt (UV-act. 80-83).
A.d Am 21. Mai 2015 hatte sich die Versicherte zur Erstkonsultation ins
Schmerzzentrum des Kantonsspitals St. Gallen begeben (UV-act. 33). Die dortige Ärztin
Dr. med. E._ diagnostizierte mit Bericht vom 12. Juni 2015 persistierende
Nackenschmerzen bei einem kraniozervikalen Beschleunigungstrauma bei einem
Status nach Auffahrunfall am 10. Mai 2014 mit einem Chronifizierungsstadium I nach
Gebershagen. Mit yellow flags markierte sie einen sozialen Rückzug sowie fehlende
Unterstützung am Arbeitsplatz. Weiter führte sie in ihrer Beurteilung aus, sie sehe die
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gesamte Symptomatik als Folge des Auffahrunfalles vom Mai 2014. Die Tatsache, dass
ca. nach fünf Monaten eine deutliche Verschlechterung der Situation eingetreten sei,
bezeichnete sie vor allem vor dem Hintergrund des jungen Alters der Versicherten als
verständlich. Ebenfalls trügen sowohl die Auseinandersetzung am Arbeitsplatz mit einer
unbefriedigenden Arbeitsplatzsituation wie auch die Belastung durch die
Auseinandersetzung mit der Versicherung und den Rechtsanwälten zur
Verschlechterung bei. Sie sehe deutlich eine psychische Komponente, vor allem im
Bewältigen der Zukunft resp. der Zukunftsängste und dem Verlust der jugendlichen
Unbeschwertheit.
A.e Nachdem Dr. D._ die ihm am 15. Juni 2015 noch zugestellten Röntgenbilder
gesichtet hatte, hielt er im Schreiben vom 27. Juni 2015 fest, dass er an seiner früheren
Beurteilung festhalte. Es sei zu erwähnen, dass degenerative Veränderungen mit
Discusprotrusionen in unserer Bevölkerung schon sehr früh beobachtet würden,
regelmässig auf Höhe C5/6 und C6/7 (UV-act. 84).
A.f Mit Schreiben vom 15. Juli 2015 führte der Hausarzt der Versicherten, med. pract.
F._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, gegenüber der Basler aus, im Vergleich
zur Voruntersuchung im Schmerzzentrum des Kantonsspitals St. Gallen vom 21. Mai
2015 hätten sich in der Zwischenzeit keine wesentlichen Änderungen des klinischen
Status ergeben. Die Halswirbelsäule sei normal beweglich gewesen mit einem leicht
erhöhten Tonus der Muskulatur und vereinzelten, teilweise ausgeprägten
Triggerpunkten (UV-act. 37).
A.g Im von der Basler in Auftrag gegebenen Aktengutachten vom 9. Oktober 2015
führte Dr. med. G._, Chirurgie FMH/FMCH, SIM zertifizierter Gutachter, aus, die
Versicherte habe am 10. Mai 2014 ein Schleudertrauma Grad II nach Spitzer erlitten.
Bei der Erstkonsultation hätten sich keine neurologischen Zeichen im Sinne von
fehlender Muskelkraft, Parästhesien oder sensiblen Defiziten gezeigt. Im MRT der
Halswirbelsäule vom 8. Dezember 2014 seien keine frischen Läsionen ersichtlich
gewesen. Es fänden sich flache Protrusionen der Halswirbelkörper 5/6 und 6/7 sowie
eine Streckstellung. Es lägen keine osteoligamentären Verletzungen vor. Die
Versicherte habe in der Folge über chronische Schmerzen im Nacken-/Halsbereich
geklagt. Daneben habe sie Übelkeit, Schwindel, Schulter-, Nacken- und
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Rückenschmerzen angegeben. Die im Schmerzzentrum des Kantonsspitals St. Gallen
am 21. Mai 2015 durchgeführte Untersuchung habe eine völlig normale Beweglichkeit
der Halswirbelsäule mit einem Muskelhartspann der Paravertebralmuskulatur im
Nacken, aber keine radikulären Symptome ergeben. Die Versicherte habe von einem
klar einschneidenden Erlebnis in ihrem jungen Leben gesprochen, welches sie nicht nur
körperlich vor Herausforderungen stelle, sondern auch organisatorisch und psychisch.
Es handle sich um ein Schleudertrauma der Kategorie II. Die jetzt noch von der
Versicherten angegebenen Beschwerden könnten keiner organischen Struktur im Sinne
einer strukturellen Veränderung zugewiesen werden. Aus der Erfahrung und der
entsprechenden Literatur ergebe sich, dass solche subjektiven Befunde auch
psychisch ausgelöst werden könnten. Auch die Symptome Schwindel und Übelkeit
könnten keinem hirnorganischen Substrat zugeordnet werden. Schlussfolgernd könne
gesagt werden, dass die einfache Distorsion der Wirbelsäule anlässlich des Unfalles
vom 10. Mai 2014 höchstens einem Schleudertrauma Grad I/II nach Spitzer
entspreche. Gemäss der täglichen Erfahrung und der Literatur würden solche
unkomplizierten Fälle nach wenigen Wochen, resp. Monaten folgenlos abheilen. In
Bezug auf die Arbeitsfähigkeit nehme er Bezug auf den Reintegrationsleitfaden Unfall
ASA/SVV, Ausgabe 1. März 2010, Seite 37, wo bei einfachen Distorsionen der
Halswirbelsäule eine Arbeitsunfähigkeit für körperliche Tätigkeiten von 100% für eine
Woche und anschliessend eine volle Arbeitsfähigkeit postuliert werde. Für eine geistige
Arbeit gelte dasselbe, nämlich 100%-ige Arbeitsunfähigkeit für eine Woche und
anschliessend sofort 100%-ige Arbeitsfähigkeit. Die von der Versicherten angegebenen
Beschwerden stünden nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem
Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 10. Mai 2014. Es sei keine noch auf
Unfallfolgen zurückzuführende weitere Durchführung von ärztlichen, respektive
physiotherapeutischen Behandlungen angezeigt und die festgelegte Arbeitsunfähigkeit
könne nicht mehr auf die Unfallfolgen zurückgeführt werden.
A.h Mit Schreiben vom 12. Oktober 2015 teilte die Basler der Versicherten mit, dass
gemäss dem Bericht von Dr. G._ der Status quo sine der unfallbedingten
Verletzungen spätestens per 31. Oktober 2014 erreicht gewesen sei, sie die
Versicherungsleistungen per 31. Oktober 2014 einstellen und eine darüber hinaus
gehende Leistungspflicht für die Folgen des Ereignisses vom 10. Mai 2014 ablehnen
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würde. Auf eine Rückforderung von Leistungen, welche von ihr nach dem 31. Oktober
2014 erbracht worden seien, werde verzichtet (UV-act. 54).
A.i Der behandelnde Physiotherapeut, H._, hielt in seinem Bericht vom 23.
November 2015 fest, dass das von der Versicherten angegebene Beschwerdebild zu
einem Beschleunigungstrauma in rotierter HWS-Stellung nach links während des
Aufpralls passe. Dadurch seien auch die Mikrorupturen des Musculus Trapezius sowie
eine Schädigung des Bindegewebes rechts dominant zu erklären. Aus seiner Sicht
seien die persistierenden Schmerzen im HWS-Bereich durch den Unfall vom 10. Mai
2014 ausgelöst (UV-act. 91).
A.j Mit Schreiben vom 4. Dezember 2015 nahm die Versicherte, vertreten durch
Rechtsanwalt Piergiorgio Giuliani, Teufen, Stellung zu der mit Schreiben vom 12.
Oktober 2015 erfolgten Leistungseinstellung und führte aus, sie gehe weiter von einer
fortdauernden Leistungspflicht der Basler aus und bitte um die Zustellung einer
anfechtbaren Verfügung (UV-act. 85-87). Beiliegend zu diesem Schreiben stellte die
Versicherte der Basler eine Stellungnahme des Schmerzzentrums des Kantonsspitals
St. Gallen vom 6. November 2015 zu. In dieser führte Dr. E._ aus, dass der Verlauf
des Gesundheitszustandes der Versicherten eine verzögerte Heilung zeige, was jedoch
durch das Trauma voll erklärbar sei. Sie interpretiere den Verlauf als verzögerte
Verarbeitung des Unfalls und beeinflusst durch den starken Willen der Versicherten,
von Anfang an wieder voll arbeiten gehen zu wollen und sich erst verzögert mit der
Situation auseinander gesetzt zu haben. Die beschriebenen Symptome mit lokalen
Schmerzen, Muskelhartspann, Schwindel und Konzentrationsstörungen passten
vollkommen auf die bekannten Symptome nach einem HWS-Distorsionstrauma.
Ebenfalls dazu passend sei, dass die Schmerzen nach Beendigung der Physiotherapie
wieder zugenommen hätten, respektive durch die aktuell ausgeführte Faszien-
Therapie/Osteopathie wieder in Besserung begriffen seien. Sie bitte, die Erwägung zur
weiteren Leistungserbringung bezüglich des Unfalles vom 10. Mai 2014 noch einmal zu
überdenken und anzuerkennen, dass diese zuvor völlig beschwerdefreie junge
Versicherte nicht nur an dem psychologischen Trauma des unverschuldeten Unfalls
leide, sondern auch die körperlichen Folgen davon tragen müsse. Die Absprache von
Leistungen trage nicht zur positiven Verarbeitung des Unfalles bei. Gestützt auf ihre
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medizinische Erfahrung beurteile sie alle Symptome, die die Versicherte aktuell noch
zeige, als eindeutig durch die HWS-Distorsion erklärbar (UV-act. 89 f.).
A.k Mit Verfügung vom 26. Februar 2016 stellte die Basler Leistungen auf den 31.
Oktober 2014 ein und lehnte entsprechend eine darüber hinaus gehende
Leistungspflicht für die Folgen des Ereignisses vom 10. Mai 2014 ab (UV-act. 118).
A.l Mit Eingabe vom 23. März 2016 liess die Versicherte durch ihren Rechtsvertreter
Einsprache erheben und beantragen, die Verfügung vom 29. Februar 2016 (richtig: 26.
Februar 2016) sei aufzuheben, es sei festzustellen, dass bei der Versicherten eine
unfallbedingte Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit im Umfang von mindestens 10%,
die nach wie vor andauern würde, vorliege und demzufolge die Basler nach wie vor
leistungspflichtig sei sowie, dass die aufgehobene aufschiebende Wirkung der
Einsprache wiederzustellen sei. Zur Begründung brachte Rechtsanwalt Giuliani im
Wesentlichen vor, die zu Handen der Basler eingereichten “Gutachten“ Dr. E._, H._
und I._ würden mit aller Klarheit belegen, dass zwischen den heutigen Beschwerden
und dem Unfallereignis eine adäquate Kausalität bestehe. Im Rahmen des
Heilungsverlaufs sei es zu einer Verzögerung gekommen, weshalb vorliegend nicht auf
die üblichen Vermutungen abgestellt werden könne. Diese Verzögerung sei durch
Auswirkungen verursacht, welche selbst auch auf den Unfall zurückzuführen seien. Aus
diesen Gründen sei davon auszugehen, dass die für die Versicherte bis heute
bestehenden Beschwerden eindeutig vom Unfallereignis am 10. Mai 2014 herrührten
(UV-act. 120-124).
A.m Mit Entscheid vom 9. Juni 2016 lehnte die Basler die Einsprache vom 23. März
2016 vollumfänglich ab. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, alle
erforderlichen Kriterien, die bei einem mittleren Unfall im Grenzbereich zu den leichten
zur Bejahung der haftungsbegründenden adäquaten Kausalität in besonders gehäufter
oder auffallender Weise vorliegen müssten, seien nicht gegeben. Deshalb bestehe kein
Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen mehr (UV-act. 145-151).
B.
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B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 9. Juni 2016 liess die Versicherte
(nachfolgend Beschwerdeführerin) durch ihren Rechtsvertreter Beschwerde einlegen
und beantragen, dieser sei aufzuheben, die Kausalität der bestehenden Beschwerden
sowie der 10%-igen Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin mit dem Unfallereignis
vom 10. Mai 2014 und die damit andauernde Leistungspflicht der Vorinstanz seien zu
bejahen; eventualiter sei das Verfahren an die Vorinstanz zurückzuweisen; die Kosten
seien der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen und es sei ihr eine Parteientschädigung
zuzusprechen. Zur Begründung liess sie im Wesentlichen vorbringen, dass den im
Auftrag der Vorinstanz erstellten Gutachten nicht ohne Zweifel gefolgt werden könne.
Die Beschwerdeführerin habe mit ihren Eingaben Fachmeinungen verschiedener
Spezialisten vorgelegt, welche den getroffenen Aussagen der Vorinstanz sowie jenen
von Dr. G._ widersprechen würden. Der Argumentation von Dr. D._ könne aus
rechtlichen Gründen nicht gefolgt werden, denn selbst bei Vorliegen eines
degenerativen Vorzustandes im Bereich der HWS sei zu bedenken, dass die Annahme
einer Unfallverletzung nicht per se ausgeschlossen sei. Trete die schädigende äussere
Einwirkung zu einer solchen hinzu und lasse sie die Gesundheitsschädigung somit
erstmals manifest werden, sei dennoch im Sinne eines Auslösungsfaktors von einer
natürlichen Kausalität zwischen Unfallereignis und Gesundheitsbeeinträchtigung
auszugehen. Daher würde vorliegend selbst eine, wie von der Vorinstanz unter Verweis
auf das Gutachten von Dr. D._ mutmasslich behauptete konstitutionelle
Prädisposition keine Auswirkungen auf die Bejahung der Unfallkausalität haben. Es sei
jedoch klarzustellen, dass das Schmerzzentrum St. Gallen in seiner Stellungnahme
vom 6. November 2015 eine nur noch degenerativ bedingte Gesundheitsstörung ganz
klar ausschliesse. Es zeige sich vorliegend also mit aller Deutlichkeit, dass die noch
bestehenden gesundheitlichen Beschwerden natürlich kausal zum Unfallereignis seien
und auch nicht von einem degenerativen Vorzustand herrührten. Es sei daraus zu
schliessen, dass die heutigen Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
natürlich kausal zum Unfallereignis vom 10. Mai 2014 seien. Da die physischen
Unfallfolgen zudem organisch genügend ausgewiesen seien, sei die adäquate
Kausalität als deckungsgleich mit der natürlichen Kausalität anzusehen und ebenfalls
zu bejahen. Doch selbst wenn von keinen genügend nachweisbaren organischen
Unfallfolgen ausgegangen werde, sei die Rechtsfolge dieselbe. Es liege ein
mittelschwerer Unfall vor, wobei die zu beachtenden Kriterien in der nötigen gehäuften
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und besonderen Art und Weise auftreten würden. Die adäquate Kausalität der
Beschwerden zum Unfallereignis vom 10. Mai 2014 sei somit eindeutig zu bejahen. Da
die übrigen Voraussetzungen der Leistungspflicht nicht in Frage gestellt worden seien,
sei weiterhin von einer Leistungspflicht der Unfallversicherung auszugehen (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 8. September 2016 liess die Basler (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) vertreten durch Rechtsanwalt Simon Krauter, Frauenfeld, unter
Verweis auf die Begründung im Einspracheentscheid, die Abweisung der Beschwerde
beantragen. In Bezug auf die durch die Beschwerdeführerin eingereichten Unterlagen
liess die Beschwerdegegnerin ausführen, dass es sich bei diesen einzig um Berichte
der behandelnden Ärzte sowie des Physiotherapeuten und eines Osteopathen handle
und es der Erfahrungstatsache entspreche, dass die behandelnden Ärzte aufgrund
ihrer auftragsrechtlichen Stellung zu Gunsten ihrer Patienten aussagen würden. Hinzu
komme, dass Berichte von Physiotherapeuten und Osteopathen grundsätzlich nicht
geeignet seien, die von Dr. G._ erhobenen Befunde in Zweifel zu ziehen. Weiter gelte
es festzuhalten, dass es unerheblich sei, ob die Beschwerdeführerin vor dem
Unfallereignis vom 10. Mai 2014 unter ähnlichen oder anderen Beschwerden gelitten
habe, denn es handle sich dabei um eine Folge der verpönten Beweislastregel “ergo
hoc post propter hoc“. Vor diesem Hintergrund sei nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin die natürliche Kausalität per 31. Oktober 2014 verneint und ihre
Leistungspflicht abgelehnt habe. Ebenfalls sei vorliegend kein einziges
Adäquanzkriterium erfüllt, weshalb der adäquate Kausalzusammenhang selbst bei
Annahme eines Unfallereignisses im Bereich der mittelschweren Unfälle im
Grenzbereich zu den leichten Unfällen klar nicht gegeben sei. Es sei davon
auszugehen, dass der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis
und den initial geklagten Beschwerden spätestens per 31. Oktober 2014 entfallen sein
dürfte. Ausserdem sei der adäquate Kausalzusammenhang in jedem Fall zu verneinen.
Es bestehe daher keine Leistungspflicht über den 31. Oktober 2014 hinaus (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 16. Dezember 2016 (act. G12) und Duplik vom 17. Februar 2017
(act. G16) hielten die Parteien an ihren Anträgen sowie deren Begründung
vollumfänglich fest. Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften
sowie den Inhalt der übrigen Akten wird, soweit entscheidwesentlich, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden
daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2014 zur Debatte steht, die bis 31.
Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
2.
2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. Die versicherte
Person hat Anspruch auf die zweckmässige Behandlung von Unfallfolgen (Art. 10 UVG)
sowie auf ein Taggeld, wenn sie infolge eines Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig
(im Sinn des Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) ist.
2.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität,
Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen
Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der
eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise
beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann.
Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder
unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende
Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität
der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht
weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung
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entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit
Hinweisen).
2.3 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater
Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als
adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von
der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das
Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V
456 E. 5a).
2.4 Wenn der Unfallversicherer den natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfall und einer Gesundheitsschädigung einmal anerkannt hat und
entsprechende Leistungen erbringt, entfällt dessen Leistungspflicht erst, wenn der
Unfall nicht (mehr) die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens
darstellt, wenn also letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen
beruht. Dies trifft zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er
unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige
Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften
Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine),
erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b mit Hinweisen). Der Unfallversicherer
hat jedoch nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen zu erbringen, sondern nur
darzutun, dass die unfallbedingten Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale
Bedeutung verloren haben (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG;
seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 27. Februar
2004, U 29/03, E. 3.1).
3.
3.1 Streitig ist, ob die Leistungen, welche von der Beschwerdegegnerin im Sinne des
UVG im Anschluss an das Unfallereignis vom 10. Mai 2014 ausgerichtet wurden, auf
den 31. Oktober 2014 eingestellt werden durften.
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3.2 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Der
Unfallversicherer und im Streitfall das Gericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen
zu ermitteln, bzw. die notwendigen Beweise zu erheben. Indessen ist die
leistungsansprechende Person gesetzlich verpflichtet, dabei mitzuwirken (BGE 125 V
195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 I 183 f. E. 3.2). Sie
muss die Umstände des Unfalls glaubhaft machen. Unvollständige, ungenaue oder
widersprüchliche Angaben genügen diesem Erfordernis nicht (RKUV 1990 NR. U 86 S.
50; ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 29). Der
Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn der Beweisführungslast
begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall
der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Da vorliegend die
Leistungseinstellung streitig ist, trägt die Beschwerdegegnerin die Beweislast. Die
genannte Beweisregel kommt zur Anwendung, wenn im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes kein wahrscheinlicher Sachverhalt ermittelt werden kann.
Im Sozialversicherungsrecht besteht kein Grundsatz, wonach die Verwaltung oder das
Gericht im Zweifel zugunsten der versicherten Person entscheiden müsse (BGE 121 V
47 E. 2a mit Hinweisen; BGE 126 V 319 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_709/2010
vom 31. Januar 2011 E. 2.2; RUMO-JUNGO/ HOLZER, a.a.O., S. 4, 29 f.; THOMAS
LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern
2014, § 70 N. 56 f.).
3.3 In seiner Beurteilung vom 25. Mai 2015 hat Dr. D._ als Vertrauensarzt der
Beschwerdegegnerin zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin Stellung
genommen. Dabei hat es sich um eine reine Aktenbeurteilung gehandelt. In seiner
Beurteilung hat er sich sodann im Wesentlichen lediglich auf die Richtlinien der
Deutschen Gesellschaft für Neurologie, wonach bei einem HWS-Distorsionstrauma mit
einem Kraftgrad Quebec Task Force bzw. Erdmann II eine vollständige Abheilung innert
weniger Monate erwartet werden dürfe, gestützt und festgehalten, dass, wenn
Beschwerden persistieren würden, diese in der Regel keine unfallkausale Ursache
mehr hätten. Ebenfalls hat Dr. D._ auf den letzten DGN-Neurologenkongress in
München verwiesen, wo die Frist, bis wann von einem Status quo sine auszugehen sei,
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auf maximal sechs Monate beziffert worden sei. Die Einschätzung von Dr. D._ ist –
wie erwähnt – ohne persönliche Untersuchung der Beschwerdeführerin erfolgt.
3.4 Dr. G._ hat in seinem Gutachten vom 9. Oktober 2015 festgehalten, dass die
anlässlich des Unfalles vom 10. Mai 2014 erlittene einfache Distorsion der Wirbelsäule
höchstens einem Schleudertrauma Grad I/II nach Spitzer entspreche. Gemäss der
täglichen Erfahrung und der Literatur würden solche unkomplizierten Fälle nach
wenigen Wochen, resp. Monaten folgenlos abheilen. Hierzu ist zu bemerken, dass es
sich dabei ebenfalls um ein reines Aktengutachten handelt, das nicht auf eigenen
Untersuchungen der Beschwerdeführerin beruht, sondern einzig gestützt auf die
medizinische Befundlage gemäss den vorliegenden Unterlagen sowie den in der
Literatur wiedergegebenen Gesundheitsverläufen und den Erfahrungen von Dr. G._
erging. Ebenfalls zu berücksichtigen ist, dass Dr. G._ kein Facharzt der Neurologie,
sondern ein Chirurg ist und dass er gemäss Internetauftritt der Klinik J._
insbesondere im Bereich der Schönheitschirurgie tätig ist. Aus dem Profil von Dr. G._
sind damit keine fundierten beruflichen Erfahrungen mit Schleudertrauma-Patienten
ersichtlich. Aus diesen Gründen kann nicht unbesehen auf seine Aktenbeurteilung
abgestellt werden.
3.5 Im Gegensatz zu Dr. G._ hat Dr. E._ in ihrer Stellungnahme vom 6. November
2015 ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin einen verzögerten Heilungsverlauf
zeige, der durch das Trauma voll erklärbar sei. Die beschriebenen Symptome mit
lokalen Schmerzen, Muskelhartspann und Konzentrationsstörungen würden
vollkommen auf die bekannten Symptome nach einem HWS-Distorsionstrauma
passen. Gestützt auf ihre medizinische Erfahrung beurteile sie alle Symptome, die die
Versicherte aktuell noch zeige, eindeutig durch die HWS-Distorsion erklärbar. Im
Unterschied zu Dr. G._ war die Beschwerdeführerin bei Dr. E._ im Schmerzzentrum
des Kantonsspitals St. Gallen in Behandlung; ihre Beurteilung stützt sich damit auch
auf persönliche Untersuchungen der Beschwerdeführerin. Ebenfalls kann Dr. E._
aufgrund ihrer Stellung am Schmerzzentrum als Spezialistin bei der Behandlung von
schmerzgeplagten Patienten, also auch von Schleudertrauma-Patienten, angesehen
werden. Alle diese Punkte sprechen für die Beurteilung durch Dr. E._. Auch der
behandelnde Physiotherapeut sowie der Osteopath bejahen die Unfallkausalität der
noch vorliegenden Beschwerden.
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3.6 Es besteht im Verfahren um Zusprechung oder Verweigerung von
Sozialversicherungsleistungen kein förmlicher Anspruch auf versicherungsexterne
Begutachtung. Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen
Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge
Anforderungen zu stellen. Eine externe Begutachtung ist dann anzuordnen, wenn auch
nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen
ärztlichen Feststellungen bestehen (BGE 135 V 465 E. 4 mit Hinweisen). Auch reine
Beurteilungen aufgrund der Akten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser
Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an
sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche
Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des
Bundesgerichts 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1). Aus dem Grundsatz der
Waffengleichheit folgt das Recht der versicherten Person, mittels eigener Beweismittel
die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen der
versicherungsinternen Fachpersonen in Zweifel zu ziehen. Diese stammen in der Regel
von den behandelnden Arztpersonen, die in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur
versicherten Person stehen. Da sich die behandelnden Arztpersonen in erster Linie auf
die Behandlung zu konzentrieren haben, verfolgen deren Berichte nicht den Zweck
einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden
objektiven Beurteilung des Gesundheitszustands und erfüllen deshalb kaum je die
rechtsprechungsgemässen materiellen Anforderungen an ein Gutachten. Aus diesen
Gründen wird im Streitfall eine direkte Leistungszusprache einzig gestützt auf die
Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte denn auch kaum je in Frage kommen
(vgl. BGE 135 V 465 E. 4).
3.7 Bei den Akten liegen mit den Beurteilungen von Dr. D._ sowie Dr. G._
einerseits und Dr. E._ andererseits sich widersprechende Beurteilungen der
Versicherungsärzte und der behandelnden Ärztin. Dabei vermögen die Ausführungen
von Dr. E._ gemäss dem vorstehend Gesagten eher zu überzeugen und Zweifel an
der Beurteilung durch Dr. G._ und Dr. D._ zu wecken. Wie voranstehend unter
Ziffer 3.6 ausgeführt, erscheint, der bundesgerichtlichen Rechtsprechung in BGE 135 V
465 E. 4 folgend, eine externe Begutachtung notwendig. Da damit bereits die Frage
des natürlichen Kausalzusammenhanges gestützt auf die medizinische Aktenlage nicht
abschliessend beurteilt werden kann, erübrigt sich die Prüfung des adäquaten Kausal-
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/16
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St.Galler Gerichte
zusammenhanges. Die Sache ist vielmehr zur Beurteilung der Unfallkausalität und
Einholung einer externen medizinischen Begutachtung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
4.
4.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheides vom 9. Juni 2016 dahingehend gutzuheissen, dass die
Streitsache zu ergänzender Abklärung im Sinne der Erwägungen und anschliessend
neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
4.3 Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE
132 V
215 E. 6.2). Die obsiegende beschwerdeführende Partei hat Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS
963.75) pauschal Fr. 1‘000.-- bis Fr. 12‘000.--. Vorliegend erscheint wie in
vergleichbaren Fällen üblich eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 4‘000.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.