Decision ID: dff7cc5d-29c9-5b1b-ae39-fa1bff9d2db6
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- Am 25. April 2011, um 16.22 Uhr, lenkte X den Personenwagen mit dem amtlichen
Kennzeichen SG 000 auf der Brünigstrasse in Richtung Luzern. Eine
Geschwindigkeitskontrolle auf Höhe Lungern ergab, dass er bei einer zulässigen
Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h mit einer rechtlich relevanten Geschwindigkeit von
101 km/h unterwegs war. Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons
St. Gallen entzog ihm deswegen mit Verfügung vom 26. Juli 2011 den Führerausweis
für die Dauer eines Monats.
B.- Gegen diese Verfügung erhob X am 8. August 2011 (Postaufgabe) Rekurs beim
Strassenverkehrsamt, welches die Eingabe am 16. August 2011 zuständigkeitshalber
an die Verwaltungsrekurskommission weiterleitete. X beantragte sinngemäss, von
einem Führerausweisentzug abzusehen beziehungsweise den Führerausweisentzug auf
Ende August 2012 zu verschieben; zudem sei das Administrativmassnahmeregister zu
berichtigen.
Auf die Ausführungen des Rekurrenten zur Begründung seiner Anträge wird, soweit
erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 8. August 2011 (Postaufgabe) ist
rechtzeitig eingereicht worden und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Gemäss Art. 16 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG)
wird nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das
Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 ausgeschlossen ist,
der Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das
Gesetz unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG)
und schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine leichte Widerhandlung begeht,
wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer
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hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG).
Ist die Verletzung der Verkehrsregeln grob und wird dadurch eine ernstliche Gefahr für
die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen, ist die Widerhandlung
schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer
durch Verletzung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft
oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Von einer mittelschweren
Widerhandlung ist immer dann auszugehen, wenn nicht alle privilegierenden Elemente
einer leichten und nicht alle qualifizierenden einer schweren Widerhandlung erfüllt sind
(vgl. Botschaft, in: BBl 1999 S. 4487).
Im Rekurs wird in tatsächlicher Hinsicht zu Recht nicht bestritten, dass der Rekurrent
am 25. April 2011 auf der Brünigstrasse bei Lungern in Richtung Luzern mit einem
Personenwagen die allgemeine Höchstgeschwindigkeit ausserorts von 80 km/h um
21 km/h überschritten hat.
Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist eine leichte Widerhandlung im Sinn von
Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG gegeben, wenn die Geschwindigkeitsüberschreitung nur
leicht über den Widerhandlungen nach Anhang I der Ordnungsbussenverordnung
(SR 741.031, abgekürzt: OBV) liegt (BGE 128 II 86 E. 2). Darunter fallen
Überschreitungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ausserorts um 21-25 km/h
(vgl. Heimgartner/Schönknecht, Administrativmassnahmen bei
Geschwindigkeitsüberschreitungen nach bisherigem und neuem Recht – eine
Übersicht, in: Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2005, St. Gallen 2005, S. 234). Die
Vorinstanz ist dementsprechend unbestrittenermassen zu Recht von einer leichten
Widerhandlung im Sinn von Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG ausgegangen.
3.- Gemäss Art. 16a Abs. 2 SVG wird der Lernfahr- oder Führerausweis nach einer
leichten Widerhandlung für mindestens einen Monat entzogen, wenn in den
vorangegangenen zwei Jahren der Ausweis entzogen war oder eine andere
Administrativmassnahme verfügt wurde. Bei einem früheren Ausweisentzug ist der Tag
massgebend, an dem diese Massnahme endete (Weissenberger, Kommentar zum
Strassenverkehrsgesetz, Zürich/St. Gallen 2011, N 17 zu Art. 16a SVG). Die
Rückfallfrist ist dementsprechend eine Bewährungsfrist, die erst dann zu laufen
beginnt, wenn die Entzugsdauer abgelaufen ist (BGE vom 22. September 2010
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1C_180/2010 E. 2.3). Eine zweite leichte Widerhandlung innert zwei Jahren darf nicht
eine Verwarnung zur Folge haben, sondern muss obligatorisch mit einem mindestens
einmonatigen Führerausweisentzug geahndet werden (vgl. Botschaft, in: BBl 1999
S. 4486 f.). Im Gegensatz zum früheren Recht darf die Mindestentzugsdauer gemäss
Art. 16 Abs. 3 Satz 2 SVG nicht mehr unterschritten werden.
Dem Rekurrenten wurde mit unangefochten rechtskräftig gewordener Verfügung vom
14. April 2009 wegen einer leichten Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften der Führerausweis für die Dauer eines Monats entzogen.
Die Massnahme wurde vom 4. Juli bis 3. August 2009 vollzogen. Vor Ablauf der
zweijährigen Bewährungsfrist beging er mit der Überschreitung der zulässigen
Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h ausserorts um 21 km/h am 25. April 2011 erneut
eine leichte Widerhandlung. Der Führerausweis ist ihm dementsprechend für
mindestens einen Monat zu entziehen. Die von der Vorinstanz verfügte
Mindestentzugsdauer trägt dem Verschulden des Rekurrenten und der von ihm
verursachten Gefährdung angemessen Rechnung. Die besonderen Umstände des
Einzelfalls dürfen nur bis zur gesetzlich vorgeschriebenen Mindestentzugsdauer
berücksichtigt werden (vgl. BGE 135 II 334 E. 2.2). Der automobilistische Leumund des
Rekurrenten ist mit drei Ausweisentzügen vom 4. April bis 3. Mai 2005, vom 25. Juni
bis 24. Dezember 2006 und vom 4. Juli bis 3. August 2009 belastet. Diesem Umstand
wird dadurch Rechnung getragen, dass für die leichte Widerhandlung vom 25. April
2011 nicht eine Verwarnung ausgesprochen werden kann, sondern der Führerausweis
für mindestens einen Monat entzogen werden muss. Wie dargelegt lässt eine
Angewiesenheit auf den Führerausweis zur Ausübung des Berufs keine
Unterschreitung der gesetzlichen Mindestentzugsdauer zu, sodass die Ausführungen
des Rekurrenten, wonach sein Lehrmeister auf seinen Führerausweis angewiesen sei,
da der Rekurrent "Kundenfahrzeuge von A nach B" zu bringen habe, ins Leere gehen.
4.- Im Rekurs wird ferner beantragt, der Führerausweis sei erst ab Ende August 2012
zu entziehen. Der Zeitraum des Vollzugs einer Massnahme ergibt sich aus dem
Verfahrensablauf. Wann der Führerausweis abzugeben ist, ist eine Vollzugsfrage, zu
welcher sich das Gericht nicht äussert (vgl. Art. 102 VRP). Vielmehr ist die Festlegung
dieses Zeitpunkts Aufgabe der Vorinstanz, und zwar nach dem Eintritt der Rechtskraft
dieses Entscheids.
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Die Verwaltungsrekurskommission ist zum Entscheid über Vollzugsfragen nicht
zuständig. Dementsprechend ist in diesem Punkt auf den Rekurs nicht einzutreten.
5.- Schliesslich beantragt der Rekurrent eine Berichtigung des Massnahmeregisters.
Gemäss Art. 13 Abs. 3 und Art. 14 der Verordnung über das automatisierte
Administrativmassnahmeregister (SR 741.55) kann verlangt werden, dass Daten
berichtigt, ergänzt oder aus dem Register entfernt werden. Dabei muss die betroffene
Person das Begehren schriftlich bei der zuständigen kantonalen Behörde einreichen.
Für die Berichtigung einer allenfalls fehlerhaften Eintragung ist das Strassenverkehrs-
und Schifffahrtsamt zuständig (Art. 1 Abs. 1 der Einführungsverordnung zum
eidgenössischen Strassenverkehrsgesetz, sGS 711.1), und nicht das Gericht. Auf den
Rekurs ist somit auch in diesem Punkt nicht einzutreten.
Vollständigkeitshalber ist der Rekurrent darauf hinzuweisen, dass entgegen seiner
Ansicht der vorletzte Führerausweisentzug nicht am 24. Dezember 2006 stattfand;
vielmehr dauerte dieser bis zu jenem Datum.
6.- Der Rekurs erweist sich in sämtlichen Punkten als unbegründet und ist deshalb
abzuweisen, sofern darauf einzutreten ist. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind
die amtlichen Kosten dem Rekurrenten aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 1'200.-- erscheint angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 1'200.-- ist zu
verrechnen.