Decision ID: e1da2ba3-1992-4ab6-b538-987dcaba46a1
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1977, meldete sich am 16. November 2017 unter Hinweis auf eine Hämorrhoiden- und einer
Nabelhernien
operation
bei der Invalidenversi
cherung zum Leistungsbezug an (Urk. 10/2 = Urk. 10/9). Die Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisc
he und erwerbliche Situation ab und
zog Akten der Krankentaggeldversicherung (Urk. 10/11
; Urk. 10/26; Urk. 10/35
)
und der Suva (Urk. 10/41; Urk. 10/50) bei
.
Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 30. August 2018 mit, aufgrund seines Gesundheitszu
standes seien zurzeit keine Eingliederungsmassnahmen möglich (Urk. 10/27).
Zudem veranlasste die IV-Stelle eine Abklärung für Selbständige, worüber am 22. November 2019 berichtet wurde (Urk. 10/57).
Nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(Urk.
10/61
; Urk.
10/65; Urk. 10/68
)
wies
die IV-Stelle mit Ver
fügung vom
30. Juni 2020 (Urk. 10/74 = Urk. 2)
das Leistungsbegehren ab.
2.
Der Versicherte erhob am 13. August 2020
Beschwerde gegen die Verfügung vom
30. Juni 2020 (Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
en
ihm
die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen (Urk. 1 S.
2
Ziff. 1-2
).
Mit Eingabe vom 2. Oktober 2020 (Urk. 7) reichte der Versicherte weitere Unterlagen ein (Urk. 8).
Die IV-Stelle beantra
gte mit Beschwerdeantwort vom 30. Oktober 2020 (Urk. 9
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Replik vom 18. Dezember 2020 (Urk. 13) hielt der
Beschwerdeführer
an seinen Anträgen fest. Mit Eingabe vom 26. Januar 2021 (Urk. 16) verzichtete die
Beschwerdegegnerin
auf das Einreichen einer Duplik, worüber der
Beschwerdeführer
am 28. Januar 2021 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 17).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung
des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
a
us (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
di
tät. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fä
higkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio
logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der ver
sicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medi
zi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.5
UV170510
Beweiswert eines Arztberichts
08.2018
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
hielt in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) im Wesentlichen fest, dass gemäss der Beurteilung des Regionalen Ärztlichen Diens
tes (RAD) keine Befunde vorlägen, die eine erhebliche und länger andauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirkten. Es habe nur eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. Auch der Unfall vom 17. März 2019 vermöge keine langandauernde Einschränkung zu bewirken.
Der Beschwerdeführer sei in jeder Tätigkeit ohne schweres Heben und Tragen über fünf Kilogramm zu 100 % arbeitsfähig und das Aufnehmen einer unselbständigen Hilfsarbeitertätigkeit sei ihm zumutbar. Mit einer entsprechenden Erwerbstätigkeit könnte der Beschwer
deführer ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen. Daran vermöge auch der neueste
Arztbericht vom 17. Februar 2020
nichts zu ändern
, habe doch darin
keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes festgestellt werden
können
, der
zu einer Änderung der Einschätzung der Arbeitsfähigkeiten führen könnte. Das regelmässige Therapieangebot sei durch den Beschwerdeführer vernachlässigt worden, was aus versicherungsmedizinischer Sicht durchaus zu seiner Mitwir
kungspflicht gehöre. Zudem sei die durch die behandelnde Psychiaterin attestierte 80%ige Arbeitsunfähigkeit weder anhand der gestellten Diagnose einer A
npas
sungsstörung noch anhand des
weitgehend unauffälligen psychopathologischen Befundes oder der therapeutischen Inanspruchnahme nachvollziehbar. Die Psy
chiaterin habe sich mehrheitlich zum som
atischen Sachverhalt geäussert (S. 1 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber beschwerdeweise (Urk. 1) auf den Standpunkt,
es stehe
gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärzte fest, dass bis heute aufgrund der Stuhlinkontinenz-Problematik eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von mindestens 50 % aus somatischer Sicht bestehe. Auch wenn eine volle Präsenzzeit in einer dem Leiden angepassten Verweistätigkeit angestrebt werde, könne in
casu
keinesfalls davon ausgegangen werden, dass er dabei eine 100%ige Leistung erbringen könne. Er müsse für die Toilettengänge immer wieder Pausen einlegen und bei imperativem Drang sich sofort vom Arbeitsplatz entfernen können. Situativ benötige er auch Zeit für Wäschewechsel et
cetera
. Ausserdem seien seine psychischen Beschwerden und deren Auswir
kungen in jeder Hinsicht ungenügend abgeklärt worden. Eine Konstellation, in welcher das strukturierte Beweisverfahren ausnahmsweise entbehrlich bleibe, liege schliesslich offensic
htlich nicht vor (S. 4 ff.
Rz
8 ff.).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort (Urk. 9) hielt die Beschwerdegegnerin an der ange
fochtenen Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Sie führte ergänzend aus, dass der bisherige medizinische Verlauf eine Verminderung der Beschwerden (Stuhlinkontinenz) gezeigt habe und die Symptomatik durch
aktives Mitwirken weiterhin besserungsfähig sei. Gemäss
RAD-
Stellungnahme bestehe vorliegend kein invalidisierender, eine Arbeitsfähigkeit verhindernder Gesundheitsschaden, weshalb aus versicherungsmedizinischer Sicht keine Abklä
rungen erforderlich seien. In psychiatrischer Hinsicht habe die behandelnde Psy
chiaterin eine Anpassungsstörung diagnostiziert. Gestützt auf die RAD-
Stel
-
lungnahme
könne weder anhand der Diagnose noch anhand des weitgehend unauffälligen psychopathologischen Befundes oder der Inanspruchnahme von Therapiesitzungen die von der Psychiaterin attestierte 80%ige Arbeitsunfähigkeit überzeugend nachvollzogen werden. Gestützt auf die medizinischen Unterlagen sei der Beschwerdeführer somit in seiner angestammten Tätigkeit
zu 100 % arbeitsfähig (S. 1 f.).
2.4
Strittig und zu prüfen ist, ob der
Beschwerdeführer
Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung und dabei insbesondere auf eine Rente hat.
3.
3.1
Med.
pract
.
Y._
führte in seinem Bericht vom 10. April 2018 (Urk. 10/41/19-20) aus, dass der Beschwerdeführer am 5. März 2018 einen Auto
unfall erlitten und sich dabei
eine Halswirbelsäulen
(HWS-)
distorsion
zugezogen habe. Dem Beschwerdeführer gehe es gut und
er
sei nach zwei Konsultationen im März 2018 nicht mehr erschienen. Es sei keine Arbeitsunfähigkeit ausgestellt worden (S. 1).
3.2
Die Ärzte des
Z._
berichteten in ihrem Austrittsbericht vom 18. März 2019 (Urk. 10/50/10-12 = Urk. 10/50/144-146) über den stationären Aufenthalt des
Beschwerdeführers vom 1
7.
bis 19. März 2019 und nannten dabei folgende Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
Schädel-Hirntrauma Grad I vom 17. März 2019
-
traumatische Luxation Distales
Interphalangealgelenk
(DIP) und Proxima
les
Interphalangealgelenk
(PIP)
D5
links vom 17. März 2019
-
ossärer
Strecksehnenausriss distale Phalanx D
2
links vom 17. März 2019
-
HWS-Distorsion Grad 3 vom 17. März 2019
-
Kontusion Fuss rechts vom 17. März 2019
Der Beschwerdeführer sei am 17. März 2019 von einer drei Meter hohen Leiter auf die linke Seite gestürzt mit Kopfanprall. Der stationäre
Verlauf
sei komplika
tionslos
mit unauffälliger neurologischer Überwachung
gewesen
.
Im MRI der HWS hätten frische
Traumafolgen
ausgeschlossen werden können (S. 2).
3.3
Ein Arzt des
Z._
nannte in seinem Bericht vom 23. April 2019 (Urk. 10/38/4-5) die folgenden Diagnosen (Ziff. 1):
-
Stuhlinkontinenz (Womack Grad
C) im Rahmen der Diagnose 2
-
Status nach
Zweizipfelhämorrhoidektomie
am 7. Juni 2018
mit
/bei
suba
kuter
Perianalvenenthrombose
in der linken
Hemizirkumferenz
bei:
-
Status nach operativer Blutstillung bei Nachblutung im Rahmen einer
Perianalvenenthrombosenexzision
am 20. Mai 2018
-
Status nach
Perianalvenenthrombosenexzision
am 17. Mai 2018
-
Status nach Radiofrequenzablation der Hämorrhoidalknoten am 14. Mai 2018
-
Status nach
Mukosektomie
analog
Longo
2017
-
Status nach
rektoskopischer
Abtragung eines Polypen am 21. August 2018
-
Status nach Polyabtragung im Colon
sigmoideum
vom 4. September 2018
Die somatischen Befunde zeigten eine langsame Besserung (Ziff. 1.3).
Der Beschwerdeführer sei seit Mai 2018 im
Z._
in Behandlung und besuche seither regelmässig die Physiotherapie für das Beckenbodentraining. Durch die Stuhlinkontinenz sei die Arbeitsfähigkeit zu mindestens 50 % in der bisherigen Tätigkeit möglich. Jedoch scheine aktuell eine psychische Belastungssituation vorzuliegen, wonach die Arbeitsfähigkeit durch einen Psychiater evaluiert wer
den sollte (S. 1 Mitte).
Die Leistungsfähigkeit sei einerseits durch die Stuhlinkon
tinenz und andererseits durch die psychische Belastung sicherlich um 50 % ver
mindert (Ziff. 2.2). Die Prognose sei günstig (Ziff. 3.3). Durch das regelmässige Beckenbodentraining
mit Verbesserung der Kontinenz sei eine Verbesserung der Gesamtsituation zu erwarten (Ziff. 4.1).
3.4
Eine Ärztin des
Z._
berichtete am 31. Mai 2019 über die am 16. Mai 2019 erfolgte Sprechstunde (Urk. 10/50/149-150) und nannte folgende Diagno
sen (S. 1 Mitte):
-
Luxation PIP und DIP D5 links
-
knöcherner Strecksehnenausriss distale Phalanx D2 links
-
Schädel-Hirntrauma Grad 1
-
HWS-Distorsion
-
multiple Kontusionen nach Leitersturz aus 3 Meter Höhe am 17. März 2019
Bei insgesamt guter Funktion werde die Behandlung in der handchirurgischen Abteilung abgeschlossen (S. 1 unten).
3.5
Dr.
med. A._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in ihrem Bericht vom 17. Juni 2019 (Urk. 10/48/2-6) aus,
dass sie den Beschwerde
führer seit März 2019 einmal pro Monat behandle (Ziff. 1.1-1.2)
,
und nannte eine Anpassungsstörung mit depressiven und Angst-Reaktionen (ICD-10 F43.1) als
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 2.5). Seit dem 7. März 2019 bestehe bis auf Weiteres eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff.
1.3
)
.
Die Prognose sei gut, wenn die somatischen Beschwerden geheilt seien (Ziff. 2.7). Die bisherige Tätigkeit als Maurer sei ihm vier bis fünf Stunden täglich zumutbar. Das Gleiche gelte für eine angepasste Tätigkeit (Ziff. 4.1-4.2). Die Prognose zur Eingliederung sei eher schlecht, da der Beschwerdeführer nicht motiviert sei (Ziff. 4.3).
3.6
Am 27. Juni 2019 berichtete ein Arzt des
Z._
über die gleichentags erfolgte Sprechstunde (Urk. 10/50/7-8) und nannte neben den bereits im April 2019 gestellten Diagnosen (vorstehend
E. 3.3
) neu einen Status nach einem Schä
del-Hirn-Trauma Grad I vom 17. März 2019 mit HWS-Distorsion, Handverletzun
gen und einer Fusskontusion (S. 1). Seit der Beschwerdeführer Beckenboden
übungen einigermassen regelmässig durchführe, habe sich das
Kontinenzverhal
ten
etwas verbessert. Er sei aktuell noch zu 100 % arbeitsunfähig in seiner ange
stammten Tätigkeit auf dem Bau. Aufgrund der Dranginkontinenz mit sehr kurz
er
Vorwarnzeit sowie repetitivem unwillkürlichem Stuhlabgang sei eine aktuelle Beschäftigung auf dem Bau nicht ideal. Optimal wäre der Beginn einer
Bürot
ä
tigkeit
in einem Pensum von
30 bis 40 % initial und bei Besserung der Beschwer
den Steigerung bis auf 100 % (S. 1 unten f.).
3.7
Ein Arzt des
Z._
legte in seinem Bericht vom
28. August 2019
(Urk. 10/49/5-6)
bei gleich gebliebenen Diagnosen (vorstehend E. 3.
3, E. 3.6
) dar
, dass der Beschwerdeführer zwei Monate nach der letzten Konsultation auf seinen Wunsch hin zur Abschlusskontrolle erschienen sei. In der Zwischenzeit habe er die von der Physiotherapie beauftragten Übungen regelmässig durchgeführt, was zu einer dezenten Besserung der Kontinenz geführt habe. Zugleich habe der Beschwerdeführer durch die Einnahme von
Optifibre
eine Besserung der Stuhl
konsistenz bemerkt, sodass er mittlerweile geformten besser kontrollierbaren Stuhlgang habe. Nur noch bei Flatus komme es zu gelegentlichem Stuhlschmieren (S. 1 unten).
Die
Behandlung
sei
a
uf Wunsch
des Beschwerdeführers mit einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % ab dem 27. August 2019 abgeschlossen worden (S. 2 oben).
3
.8
Dr.
med. B._
, Facharzt für Chirurgie,
RAD,
führte in seiner Stellung
nahme vom 5. September 2019 (Urk. 10/60/7-9)
aus, dass keine Diagnosen mit
dauerhafter Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit vorlägen. In der angestammten Tätigkeit als Maurer habe vom 1. April 2017 bis spätestens am 5. Februar 2019 (Einstellung der Taggelder) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden und seit dem 23. April 2019 liege bis auf Weiteres eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit vor. Schweres Heben, Tragen und Transportieren von Lasten sowie das Verharren in Zwangshaltungen
sollten vermieden werden. Tätigkeiten ohne schweres Heben und Tragen über fünf Kilogramm seien dem Beschwerdeführer
zumutbar
. In einer solchen angepassten Tätigkeit habe vom 1. April 2017 bis spätestens am 5. Feb
ruar 2019 (Einstellung der Taggelder) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorgele
gen. Seit dem 6. Februar 2019 liege bis auf weiteres keine Arbeitsunfähigkeit mehr vor.
3.9
Am
17. Februar 2020
berichtete
ein Arzt des
Z._
über die gleichentags erfolgte Sprechstunde (Urk. 10/71/1-2), in welcher sich der Beschwerdeführer aufgrund eines analen Juckens sowie gelegentlichen Blutabga
nges selber vorge
stellt habe. Der Beschwerdeführer
habe
von einer hartnäckigen Obstipation berichtet, obwohl er nur 0.5 bis 1.0 Liter pro Tag trinke. Die Mahlzeiteneinnahme sei ebenfalls nicht regelmässig. Seitens der Stuhlkontinenz liege keine Verände
rung vor, er habe jedoch auch die regelmässigen Therapiesitzungen nicht mehr wahrgenommen
. Des Weiteren habe der Beschwerdeführer eine Schwellung inguinal rechts bemerkt
(S. 1).
Anlässlich der Untersuchung sei inguinal rechts eine Hernie gefunden worden, die jedoch nicht
dolent
sei. Inguinal links finde sich eine kleinere schmerzhafte Hernie. Er habe de
m Beschwerdeführer nahege
legt, die Trinkmenge auf mindestens 1.5 Liter zu steigern sowie auf eine regel
mässige Mahlzeiteneinnahme zu achten. Zudem werde der Beschwerdeführer das Beckenbodentra
ining wieder in Angriff nehmen
. Was die
Inguinalhernien
angehe, habe er dem Beschwerdeführer empfohlen, zunächst die Stuhlregulat
i
on zu optimieren (
S. 2 Mitte).
3.10
RAD-Arzt
Dr.
B._
hielt in seiner Stellungnahme vom 4. März 2020 (Urk. 10/73/2) fest, dass gestützt auf den neuesten Bericht vom 17. Februar 2020 (vorstehend
E. 3.9
) keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
habe fest
gestellt werden können
,
die
zu einer Änderung seiner Einschätzung der Arbeits
fähigkeit führen könnte. Stattdessen könne festgestellt werden, dass der Beschwerdeführer viel zu wenig trinke und damit das Auftreten von Hämorrhoi
den geradezu provoziere. Auch sei das regelmässige Therapieangebot vernachläs
sigt worden, was aus versicherungsmedizinischer Sicht durchaus zur Mitwir
kungspflicht des Beschwerdeführers gehöre.
Somatischerseits
ändere sich aus ver
sicherungsmedizinischer Sicht nichts.
3.11
Dr.
med. C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, RAD, führte in seiner Stellungnahme vom 7. Mai 2020 (Urk. 10/73/3) aus,
dass aus psychiatrischer Sicht im Juni 2019 eine Anpassungs
störung im Rahmen der Hämorrhoiden und der Stuhlinkontinenz (ICD-10 F43.22) diagnostiziert worden sei (vgl. vorstehend
E. 3.5
). Per Definition handle es sich hierbei um eine vorübergehende Erkrankung und die Symptome würden nicht länger als sechs Monate nach Ende der Belastung oder ihrer Folgen andauern. Die Psychiaterin
Dr.
A._
habe eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert, was jedoch weder anhand der Diagnose noch anhand des weitgehend unauffälligen psychopathologischen Befundes oder der therapeutischen Inanspruchnahme, namentlich einer Sitzung pro Monat, nachvollziehbar sei. Schliesslich habe sich
Dr.
A._
überwiegend zum somatischen Sachverhalt geäussert. Aus psychiatri
scher Sicht
ändere sich nichts und es werde empfohlen, auf die RAD-Stellung
-
nahme
von
Dr.
B._
(vorstehend
E. 3.8,
E. 3.
10
) abzustellen.
3.12
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, führ
t
e in ihrem Bericht vom 17. September 2020 (Urk. 8) aus,
dass sie den Beschwerde
führer seit März 2020 einmal pro Monat behandle
,
und nannte eine Anpassungs
störung mit vorwiegender Störung von anderen Gefühlen (ICD-10 F43.23) sowie eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) als Diagnosen (S. 2 unten).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte das Vorliegen eines invalidisierenden Gesund
heitsschadens
damit, dass
keine Befunde vorlägen, die eine erhebliche und länger andauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
bewirkten, habe
doch
nur eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. Der Beschwerdeführer sei in jeder Tätigkeit ohne schweres Heben und Tragen über fünf Kilogramm zu 100 % arbeitsfähig
und könne
ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen.
Zudem könne die von der behandelnden Psychiaterin attestierte 80%ige Arbeitsunfähig
keit weder anhand der gestellten Diagnose einer Anpassungsstörung noch anhand des unauffälligen pathologischen Befunds nachvollzogen werden (vorstehend E. 2.1, E. 2.3).
Bei der
Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfä
higkeit des Beschwerdeführers
stützte sich die Beschwerdegegnerin im Wesentli
chen
auf die Beurteilung des RAD
(vgl. vorstehend E. 3.8, E. 3.10, E. 3.11).
4.2
Den Akten ist
zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer als Folge einer
Hämor
rhoidektomie
an einer Stuhlinkontinenz leidet
(vorstehend E. 3.3)
.
Im Juni und August 2019 berichtete
ein Arzt des
Z._
, dass sich das
Kontinenzver
halten
durch
die regelmässige Durchführung von Beckenbodenübungen etwas verbessert
habe
.
Zudem habe der Beschwerdeführer d
urch die Einnahme von
Optifibre
eine Besserung der Stuhlkontinenz bemerkt
,
sodass er mittlerweile geformten besser kontrollierbaren Stuhlgang habe. Nur noch bei Flatus komme es zu gelegentlichem Stuhlschmieren (vorstehend E. 3.6-3.7). Die Behandlung im
Z._
wurde auf Wunsch des Beschwerdeführers Ende August 2019 abgeschlossen (vorstehend E. 3.7). Im Februar 2020
wurde der Beschwerdeführer wiederum in der Sprechstunde bei einem Arzt des
Z._
vorstellig. Dabei
berichtete er von einer hartnäckigen O
bstipation
. Seitens der Stuhlkon
tinenz liege keine Veränderung v
or, er habe jedoch auch die regelmässigen Therapiesitzungen nicht mehr wahrgenommen.
Der Arzt des
Z._
legte dem Beschwerde
führer nahe, die Trinkmenge zu steigern und auf eine regelmässige Mahlzeiten
einnahme zu achten.
Zudem solle er das Beckenbodentraining wieder in Angriff nehmen
(vorstehend E. 3.9).
Der bisherige medizinische Verlauf zeigt eine leichte Verbesserung der Stuhli
nkontinenz, die sich insbesondere auf die Durchführung von Beckenbodenübungen zurückführen lässt.
RAD-Arzt
Dr.
B._
ging in seiner Stellungnahme vom September 2019 davon aus, dass keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen. Gleichzeitig
und im Widerspruch dazu
nahm er jedoch eine
100%ige Arbeitsun
fähigkeit ab
1.
April 2017 und eine
50%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestamm
ten Tätigkeit als Maurer ab dem 23. April 2019 an und legte ein Belastungsprofil fest
, indem er Tätigkeiten ohne schweres Heben und Tragen über fünf Kilogramm als möglich und eine solche angepasste Tätigkeit dem Beschwerdeführer ab dem 6. Februar 2019 als in einem vollen Pensum zumutbar erachtete (vorstehend E. 3.8).
Im März 2020 hielt RAD-Arzt
Dr.
B._
an seiner Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers fest (vor
stehend E. 3.10).
Diese Beurteilung
des RAD-Arztes
Dr.
B._
erscheint wider
sprüchlich und
ist nicht nachvollziehbar begründet
.
Zudem wäre bei Anmeldung im November 2017 und voller Arbeitsunfähigkeit in jeder Tätigkeit bis Februar 2019 (vgl. vorstehend E.3.8) ein befristeter Rentenanspruch zu prüfen.
Ausserdem liegen kein
e verlässlichen Berichte bezüglich der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführer
s für die angestammte
Tätigkeit als Maurer und
für angepasste
Tätigkeit
en
vor. So
vertrat ein Arzt des
Z._
im April 2019 die Ansicht, dass dem Beschwerdeführer die
angestammte
Tätigkeit
auf dem Bau
aufgrund der Stuhlinkontinenz zu mindestens 50 % möglich sei (vorstehend E. 3.3).
Im Juni
2019
ging er von einer aktuellen 100%igen Arbeitsunfähigkeit für die ange
stammte Tätigkeit aus und führte diesbezüglich aus, dass aufgrund der Drangin
kontinenz mit sehr kurzer Vorwarnzeit sowie repetitivem unwillkürlichem Stuhl
abgang eine aktuelle Beschäftigung auf dem Bau nicht ideal sei. Optimal wäre der Beginn einer Bürotätigkeit in einem Pensum von 30 bis 40 % initial und bei Besserung der Beschwerden Steigerung bis auf 100 %
(vorstehend E. 3.6). Ab wann dem Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit im Büro zumutbar sei, legte er hingegen nicht dar. Anlässlich der Abschlusskontrolle im August 2019
schloss ein Arzt des
Z._
die Behandlung auf Wunsch des Beschwerde
führers mit einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % ab dem 27. August 2019 ab (vor
stehend E. 3.7). Ob sich die attestierte Arbeitsunfähigkeit auf die angestammte und/oder auf eine angepasste Tätigkeit bezieht, kann dem Bericht hingegen nicht entnommen werden. Im letzten vorhandenen Bericht eines Arztes des
Z._
vom Februar 2020 wurden
schliesslich
keine Angaben
mehr
zur Arbeits
fähigkeit gemacht (vorstehend E. 3.9).
Nach dem Gesagten ist eine abschliessende Beurteilung des somatischen Gesund
heitszustands des
Beschwerdeführer
s und insbesondere der Frage, welche Arbeits
leistung ihm
ab wann
noch zugemutet werden kann, gestützt auf die vorliegen
den Berichte nicht möglich.
4.3
Den Akten ist ferner zu entnehmen, dass die Stuhlinkontinenz den Beschwerde
führer
auch
psychisch belastet. Die
erst
behandelnde Psychiaterin Dr.
A._
diag
nostizierte im Juni 2019 eine Anpassungsstörung
mit depressiven und Angst-Reaktionen (ICD-10 F43.1)
und attestierte dem Beschwerdeführer eine seit März 2019 bestehende 80%ige Arbeitsunfähigkeit. Sie erachtete die angestammte Tätigkeit als Maurer als auch eine angepasste Tätigkeit dem Beschwerdeführer als zu vier bis fünf Stunden täglich als zumutbar (vorstehend E. 3.5).
Im September 2020 diagnostizierte die den Beschwerdeführer seit März 2020 behandel
nde Psy
chiaterin Dr.
D._
eine Anpassungsstörung mit vorwiegender Störung von anderen Gefühlen (ICD-10 F43.23) sowie eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41). Sie legte hingegen nicht dar, inwiefern sich diese Diagnosen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdefüh
rers auswirken (vorstehend E. 3.12).
RAD-Arzt
Dr.
C._
war der Ansicht, dass es sich bei der durch Dr.
A._
diagnostizierten Anpassungsstörung per Definition um eine vorübergehende Erkrankung handle und die Symptome nicht länger als sechs Monate nach Ende der Belastung oder ihrer Folgen andauern würden. Zudem könne die von Dr.
A._
attestierte 80%ige Arbeitsunfähigkeit weder anhand der gestellten
Diagnose einer Anpassungsstörung noch anhand des unauffälligen pathologi
schen Befunds nachvollzogen werden (vorstehend E. 3.11).
Der Auffassung des RAD-Arztes
Dr.
C._
kann
allerdings nicht ohne Weiteres
gefolgt wer
den, denn einerseits berücksichtigte er bei seiner Beurteilung nur den Bericht der erstbehandelnden
Psychiaterin Dr.
A._
vom Juni 2019
;
der Bericht
der behan
delnden Psychiaterin
Dr.
D._
wurde erst im September 2020 erstattet. Anderer
seits ist - a
ufgrund der beiden genannten fachärztlichen Berichte
-
nicht klar erstellt, an welchen psychiatrischen Erkrankungen der Beschwerdeführer leidet und wie sich diese auf seine Arbeitsfähigkei
t auswirken.
Da die Sache ohnehin zur genaueren Abklärung zurückzuweisen ist, ist auch der psychische Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers zu prüfen. Sollte sich eine entsprechende Beeinträchtigung fachärztlich bestätigen lassen,
ist eine umfassende Prüfung der Standardindikatoren, die nach der neuen Praxis des Bundesgerichts bei sämtli
chen psychischen Erkrankungen durchzuführen ist (vgl. vorstehend
E. 1.4
),
vor
zunehmen
.
4.4
Gestützt auf die vorliegenden Berichte kann somit der somatische und psychische Gesundheitszustand des
Beschwerdeführer
s nicht abschliessend beurteilt werden. Vielmehr besteht weiterer Abklärungsbedarf bezüglich der Leistungseinschrän
kungen und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
Mithin ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese den Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers
und dessen Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit unter
allfälliger
Berücksichtigung der neuen Rechtsprechung zur Beurteilung psychischer Erkrankungen umfassend abkläre und hernach über das Leistungsbegehren neu entscheide.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von
IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Da der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
vor Fällung des Endentscheids keine Kostennote eingereicht hat, ist die Entschädigung nach
§
7
Abs.
2 der Ver
ordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversi
cherungsgericht (
GebV
SVGer
) nach Ermessen festzusetzen. Vorliegend erscheint beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
220.-- eine Prozessentschädigung in de
r Höhe von
Fr.
2‘3
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen