Decision ID: 15048223-3781-46f1-99bb-c6d34fde3444
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die
1961 geborene
X._
meldete sich am 7. Dezember 2016 (Eingangs
datum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 11/14). Gleichzeitig
meldete sie sich zum Bezug einer
Hilflosenentschädigung
an (Urk. 11/15). Daraufhin tätigte die IV-Stelle erwerb
liche (Urk. 11/9, 11/24, 11/20) sowie medizinische (Urk. 11/18) Abklärungen und
zog die Akten des Krankenversicherers bei (Urk. 11/26). Nach durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
verneinte sie mit Verfügung vom 23. Februar 2017 einen An
spruch der Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 11/30
). Mit Verfügung vom 2
5.
April 2017 verneinte sie zudem einen Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
(Urk. 11/38).
2.
Gegen die Verfügung vom 23. Februar 2017 erhob die Versicherte Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht und beantragte, es sei ihr mit Wirkung ab Juni 2017 eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zur weiteren medizinischen Abklärung
an die IV-Stelle zurückzuweisen
(Urk. 1 S. 1).
Mit Verfügung vom 30. März
2017 wurde der Beschwerdeführerin eine Nachfrist angesetzt, um ihre
Be
schwerde hinreichend zu begründen (Urk. 5). Mit Eingabe vom 27. April 2017 reichte sie eine ent
sprechende Begründung ein (Urk.
7).
Mit Beschwerdeantwort vom 3
1.
Mai 2017 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 10), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 5. Juli 2017 angezeigt wurde
(Urk. 17)
. Gleichzeitig wurde ihr Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters abgewiesen (Urk. 17).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegli
che
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nen
falls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen, aus den Akten gehe hervor, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt sei. Ein inva
lidisierender Gesundheitsschaden liege nicht vor (Urk. 2).
In ihrer Beschwerdeantwort vom
31. Mai 2017 führte die Beschwerdegegnerin aus,
gemäss Angaben des behandelnden Arztes sei die Beschwerdeführerin in einer angepassten, vorwiegend sitzenden Tätigkeit vollständig arbeitsfähig. Daher
be
stehe kein
Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk. 10).
2.2
Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin
im Wesentlichen
geltend, sie leide unter einer schweren Gonarthrose
sowie Rückenproblemen und sei deswegen in ihrer angestammten Tätigkeit lediglich zu 50 % arbeitsfähig. Aus diesem Grund
stehe ihr eine Invalidenrente zu. Die IV-Stelle habe es unterlassen, medizinische
Abklärungen
zu tätigen und die Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit zu pr
ü
fen. Es sei jedoch davon auszugehen, dass sie auch in einer adaptierten Tätigkeit lediglich zu 50
%
arbeitsfähig sei (Urk. 1 und 7).
3.
3.1
Im
Bericht des MRI-Zentrums des Spitals
Y._
vom 1
7.
August 2012 wurde aus
geführt, die Bildgebung zeige eine leichte
Chondrose
und
Diskusprotrusionen
bei LWK4/5 und LWK5/SWK1 mit einem kleinen
Annulus
fibrosus
Einriss im unteren Segment. Zudem sei eine leichtgradige, wahrscheinlich nicht signifikante
reces
sale
Einengung der linken L5-Wurzel im Segment LWK4/5 sichtbar. Ansons
ten bestünden weder Einengungen noch
foraminale
Stenosen noch eine Spinalkanal
stenose (Urk. 11/18 S. 43).
3.2
Dr. med.
Z._
, Facharzt FMH Orthopädische Chirurgie
,
berichtete am 18.
Septem
ber 2013
,
radiologisch sei eine leichte bis mittelschwere mediale Gonarthrose im linken Knie erkennbar. Klinisch sei die Kniefunktion
noch recht gut (Urk. 11/18 S. 46
f.
).
3.
3
Im Bericht des Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin,
vom 14. September 2016 wurde festgehalten, die Patientin klage seit
mindestens
vi
er
Jahren über Schmerzen im linken Knie.
Aufgrund der zunehmenden Schmer
zen habe er sie nun zur Prüfung der Frage, ob das Gelenk ersetzt werden müsse, in die orthopädische Abteilung des Spitals
Y._
überwiesen. Es sei für ihn klar, dass sie in ihrer angestammten Tätigkeit als Küchenangestellte
zurzeit
maximal zu 60 % arbeitsfähig sei. Eine vorwiegend sitzende Tätigkeit könne sie jedoch zu 100 % ausüben (Urk. 11/12 S. 1).
3.4
Im Sprechstundenbericht des Spitals
Y._
vom 13. Oktober
2016 wurden folgende Diagnosen aufgeführt (Urk. 11/18 S. 58):
-
medial betonte Gonarthrose Knie links
-
chronisch lumbales Schmerzsyndrom, belastungsabhängige
radikuläre
/
pseu
doradikuläre
Schmerzsymptomatik
Die Patientin zeige ein leichtes Schonhinken. Die Beinachsen seien gerade. Die Hüftbeweglichkeit sei beidseits frei ohne Hinweis für eine
extraartikuläre
Patho
logie. Das rechte Knie sei wenig geschwollen, es sei kaum ein Erguss tastbar. Über dem medialen Gelenkspalt bestehe eine
Druckdolenz
. Entlang der
radikulären
Bahnen würden bei der klinischen Untersuc
hung keine Schmerzen angegeben. Das Röntgenbild des linken Knies zeige eine massive Arthrose
medialseits
mit vollständig aufgehobenem Gelenkspalt (Urk. 11/18 S. 58-59).
3.5
Im Sprechstundenbericht des Spitals
Y._
vom 26. Oktober
2016 wurden folgende Diagnosen genannt (Urk. 11/18 S. 56):
-
medial betonte Gonarthrose Knie links sowie degenerativer Meniskus
schaden Grad IV, degenerative Veränderungen im lateralen Gelenksab
schnitt und
femoropatellär
-
chronisch lumbales Schmerzsyndrom, belastungsabhängige
radikuläre
/
pseu
doradikuläre
Beschwerden
In der Magnetresonanzuntersuchung der Lendenwirbelsäule finde sich kein Nach
weis einer Bandscheibenproblematik oder einer neurologischen Kompression. In derjenigen des linken Knies zeige sich eine schwere Gonarthrose
medialseits
mit Knochenmarksödem
tibial
- und
femoralseits
und
ein nach medial luxierter Menis
kus mit schwerer degenerativer Veränderung (Urk. 11/18 S. 56).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, die Patientin sei bis Ende Dezember 2016 zu 40
%
arbeitsunfähig (Urk. 11/18 S. 56).
3.
6
In seinem Bericht vom 1
6.
Dezember 2016 führte
Dr.
A._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (Urk. 11/18 S. 7):
-
medialbetonte
Gonarthrose Knie links sowie degenerativer Meniskus
schaden Grad IV, degenerative Veränderungen im lateralen Gelenksab
schnitt und
femoropatellär
-
chronisch lumbales Schmerzsyndrom, belastungsabhängige
radikuläre
/
pseudoradikuläre
Beschwerden
-
chronisch rezidivierendes Handekzem
Die Patientin leide unter belastungsabhängigen Schmerzen im linken Knie sowie in der Lendenwirbelsäule. Aus diesem Grund sei sie in ihrer angestammten Tätig
keit als Küchenhilfe zu 40
%
arbeitsunfähig. In einer sitzenden Tätigkeit könne die Patientin jedoch ganztags arbeiten (Urk. 11/18 S. 8-10).
4.
Gestützt auf diese Berichte ging die IV-Stelle von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit sowie von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit a
us (Urk. 11/27 S.
3). Entgegen der Ansicht der Beschwerde
führerin
ist dies nicht zu beanstanden. Schliesslich folgte sie damit vollständig der Einschätzung der behandelnden Ärzte. Es ist daher nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdeführerin von einer Einschränkung von 50 % in allen Tätig
keiten ausgeht (Urk. 7 S. 3). Sie
bringt
dafür
weder
medizinische Belege
vor noch
führt sie
in nachvollziehbarer Weise
aus, worin die Einschränkung bestehen sollte.
D
ie IV-Stelle
tätigte
zu Recht keine weiteren Abklärungen und
durfte
daher
ohne weiteres
auf die obe
n aufgeführten Berichte abstell
e
n
. Damit ist mit dem im
Sozialversicherungsrecht geltende
n
Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin in einer überwiegend sitzenden Tätigkeit vollständig arbeitsfähig ist.
5.
5.1
Gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG besteht ein Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn eine versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch
schnittlich mindestens 40
%
arbeitsunfähig gewesen und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40
%
invalid ist.
Die Wartezeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG gilt in jenem Zeitpunkt als eröffnet, in welchem eine deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit eingetreten ist. Als erheblich in diesem Sinne gilt bereits eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % (AHI 1998 S. 124 E. 3c; Urteil des Bundesgerichts I 10/05 vom 14. Juni 2005 E. 2.1.1 in
fine
mit Hinweisen). Unter relevanter Arbeitsunfähigkeit im Sinne dieser Bestimmung ist eine Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen. Das heisst, es muss arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person an Leistungsvermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitsgebers oder durch gehäufte, aus dem Rahmen fallende gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Mit anderen Worten: Die Leistungseinbusse muss in aller Regel dem seinerzeitigen Arbeitgeber aufgefallen sein. Eine erst nach Jahren
rückwirkend festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit genügt nicht
. Umgekehrt ist eine in der beruflichen Tätigkeit im Vergleich zu einer gesunden Person tatsächlich nur reduziert erbrachte Leistung für sich allein gesehen in aller Regel ebenso wenig ausreichend für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit im Sinne des Gesetzes. Vielmehr bedarf es dazu regelmässig zusätzlich einer (über
zeugenden) medizinischen Einschätzung, die
ordentlicherweise
echtzeitlicher Natur
ist. Der Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im Sozial
versicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch nachträgliche erwerbliche oder medizinische Annahmen und spekulative Überlegungen ersetzt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_204/2012 vom 19. Juli 2012 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen).
5.2
Vorliegend ergibt sich aus den Akten, dass die Beschwerdeführerin ab dem September 2016 in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war (Urk. 11/12 S. 1). Im Zeitpunkt des Verfügungserlasses (23. Februar 2017;
Urk.
2) war das Wartejahr nicht erfüllt. Bereits aus diesem Grund besteht kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung. Selbst wenn indes davon ausgegangen würde, dass das
Wartejahr früher zu laufen begann, würde dies nichts ändern, wie nachfolgende Erwägung zeigt.
6.
6
.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er
werbs
einkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
-
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6
.2
Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin
als Küchenhilfe ange
stellt war und im Jahr 2016
mit einem Pensum von 100
%
monatlich
Fr. 3'40
7
.--
verdient hätte (Urk. 11/20 S.
4). Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit wäre die
Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Einschränkung nach wie vor als Küch
en
hilfe tätig. Angepasst an die Nominallohnentwicklung für weibliche Arbeitskräfte von 2
’
709 Punkten im Jahr 2016 auf 2
'
719 Punkte im Jahr 2017 (vgl.
die auf der Website des Bundesamtes für Statistik [www.bfs.admin.ch] unter „Statistiken finden“ unter der Rubrik „03 – Arbeit und Erwerb“ und der Unter
rubrik „Löhne, Erwerbseinkommen und Arbeitskosten“ publizierten Lohnentwick
lungsdaten)
ergibt sich ein Bruttoeinkommen von rund Fr. 44'
454
.-
-
(13 x
Fr.
3'40
7
.--
/ 2
’
709 x 2
’
719
). Damit ist dem Einkommensvergleich ein
Validen
einkommen
in dieser Höhe zugrunde zu legen.
6
.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
be
nen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.
3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu ver
wenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der
Beizug
der Lohnstatistik erfolgt nur, wenn eine Ermittlung
des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegeben
heiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
IVG
, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitt
s
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
schnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc
). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Inva
lideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leich
ter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beur
teilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschrän
kungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen
und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteile des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist vorliegend ein statistischer Tabellenlohn heranzuziehen. Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführerin nur
noch vorwiegend sitzende Tätigkeiten zumutbar sind, ist auf den Lohn für prak
tische Tätigkeiten (Zentralwert), Kompetenzniveau 1, abzustellen und somit von einem standardisierten monatlichen Einkommen von
Fr.
4’300
.-- auszugehen (LSE 2014, S. 35, Tabelle TA1, TOTAL, Kompetenzniveau 1). Aufgerechnet auf die durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden pro Woche (
vgl.
Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsab
tei
lungen, A-S) und angepasst an die Entwicklung der Nominallöhne für
weibliche
Arbeitskräfte von 2
’
673
Punkten im Jahr 2014 auf 2‘
719
Punkte im Jahr 2017 (vgl. die auf der Website des Bundesamtes für Statistik [www.bfs.admin.ch] unter „Statistiken finden“ unter der Rubrik „03 – Arbeit und Erwerb“ und der Unter
rubrik „Löhne, Erwerbseinkommen und Arbeitskosten“ publizierten Lohnentwick
lungsdaten) ergibt dies bei einem Beschäftigungsgrad von
100
%
, welcher de
r
Beschwerdeführer
in
zumutbar ist, ein Bruttoeinkommen von rund
Fr.
54’719
.-- (
Fr.
4’300
.-- / 40 x 41,7 x 12 /
2’673
x 2‘
719
).
Bei Gewährung eines
grosszügig bemessenen
beh
inderungsbedingten Abzugs von 15
%
resultiert ein Invalideneinkommen von
Fr.
4
6
'
511
.-- (
Fr.
54’719
.-- x 0,
85
).
6.4
Bei einem Invalideneinkommen von
Fr.
46
'
511
.-- resultiert im Vergleich zum
Valideneinkommen
von
Fr. Fr.
44'363
.
-- keine Erwerbseinbusse, weshalb der Invaliditätsgrad 0
%
beträgt.
6.5
Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 2
3.
Februar 2017 im Resultat nicht zu beanstanden, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
7.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
7
00.
--
festzulegen
und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.