Decision ID: 4ca104ca-f174-48aa-92f5-7bb020d19c59
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_005
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt:
1. Im Zusammenhang mit der Durchführung eines amtlichen
Quartierplanverfahrens (Quartierplan D._) im Quartierplanperimeter
QP4 gemäss Gesamtüberbauungsplan D._ (GÜP-D._)
beabsichtigt die Stadt B._ die bestehenden Baulinien entlang der
E._-strasse (Kantonsstrasse), der F._-strasse und der G._-
strasse zu ändern und die Baulinien des Projekts D._-Durchstich [...]
teilweise aufzuheben.
2. Mit Schreiben vom 16. Januar 2019 teilte die Stadt B._ (u.a.) der
A._ mit, dass der angepasste Baulinienplan vom 12. Oktober 2018
öffentlich aufgelegt werde. Die öffentliche Auflage erfolgte sodann am [...].
3. Daraufhin erhob u.a. die A._, Eigentümerin der Parzellen Z.1._
und Z.2._, Einsprache mit dem Antrag, die Änderungen der Baulinien
D._ seien zu verweigern.
4. Am 24. September, mitgeteilt am 1. Oktober 2019, genehmigte der
Stadtrat den Baulinienplan D._ vom 12. Oktober 2018 und wies die
dagegen erhobenen Einsprachen ab, soweit darauf eingetreten werden
konnte. Die Genehmigung erfolgte unter dem Vorbehalt, dass die
geänderten bzw. aufgehobenen Baulinien im Bereich der Kantonsstrasse
und des D._-Durchstiches von der Regierung genehmigt werden.
5. Hiergegen erhob die A._ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am
31. Oktober 2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden. Sie stellte folgende Anträge:
"1. Es sei der Entscheid des Stadtrates vom 24. September 2019 betreffend Änderung der Baulinien im D._ aufzuheben und die Baulinien nicht zu genehmigen.
2. Eventualiter sei die Sache zur Überarbeitung der Baulinien im D._ im Sinne der nachstehenden Begründung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
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3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Stadt B._."
In formeller Hinsicht hielt sie fest, sie werde auch gegen den
Einspracheentscheid betreffend die Genehmigung des Quartierplans
D._ Beschwerde erheben (Verfahren R 19 92); die Verfahren seien
zu vereinigen. In materieller Hinsicht rügte sie im Wesentlichen die
fehlende Genehmigung der Baulinien durch die Regierung sowie die durch
die Baulinien verursachte problematische Unterschreitung der
Strassenabstände und Verschärfung der engen Strassenverhältnisse.
6. Am 17., mitgeteilt am 19. Dezember 2019, beschloss die Regierung des
Kantons Graubünden was folgt:
"1. Die Änderung der Baulinien an der Kantonsstrasse ([...] H._ Strasse) im Bereich des Quartierplangebiets D._ in B._ innerorts, dargestellt im Baulinienplan 1:500 vom 18. [recte: 12.] Oktober 2018, sowie das Verkehrskonzept D._, dargestellt im Übersichtsplan 1:1000 vom 22. Januar 2018, als strassenbaupolizeiliche Grundlage für die Baulinienfestlegung, werden genehmigt.
2. Die Gehweganlage längs der Kantonsstrasse im Bereich der Liegenschaften Z.3._ und Z.4._ ist durch die Stadt B._ spätestens im Zeitpunkt der Überbauung der Liegenschaft Z.4._ so zu verschieben, dass das Kreuzen auf der Kantonsstrasse vor dem Engpass D._ auch für den Schwerverkehr ohne Beanspruchung der Gehweganlage möglich ist. Das entsprechende Projekt ist der Strassenbaupolizei des Tiefbauamts zur Prüfung und Genehmigung vorzulegen."
Begründend hielt sie im Wesentlichen fest, dass der Quartierplan D._
unter anderem die Bebauung der Parzelle Z.4._ vorsehe. Diese
befinde sich unmittelbar westlich des Engpasses der Kantonsstrasse im
Bereich D._. Gegenwärtig werde die Gehweganlage längs der
Kantonsstrasse insbesondere von Bussen im Linienverkehr und vom
Schwerverkehr für das Kreuzen vor dem Engpass genutzt. Die Nutzer der
Gehweganlage könnten bei diesen Kreuzungsmanövern derzeit auf den
Parkplatz auf der Parzelle Z.4._ ausweichen. Mit der Bebauung der
Parzelle Z.4._ sei dieses Ausweichen nicht mehr möglich. Die
geplanten Baulinien berücksichtigten daher eine Aufweitung der
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Kantonsstrasse, um das Kreuzen vor dem Engpass zu ermöglichen. Die
Gehweganlage längs der Kantonsstrasse sei entsprechend durch die
Stadt B._, spätestens im Zeitpunkt der Überbauung der Parzelle
Z.4._, so (Anm.: gegen Norden) zu verschieben, dass das Kreuzen
auf der Kantonsstrasse vor dem Engpass auch für den Schwerverkehr
möglich sei. Weiter hielt die Regierung fest, dass die Anpassung der
Baulinien auch eine teilweise Aufhebung der Baulinien des D._-
Durchstichs enthalte. Diese Baulinien habe die Stadt B._ im Rahmen
der Quartierplanung gestützt auf Art. 14 des (Anm.: damaligen)
Baugesetzes festgelegt. Die Regierung sei mit der Aufhebung der
Baulinien des D._-Durchstiches einverstanden, weise allerdings
darauf hin, dass die Baulinien mit der teilweisen Aufhebung ihre Funktion
zur Freihaltung des Raumes für den Bau des D._-Durchstichs nicht
mehr erfüllen könnten und somit von Amtes wegen gänzlich aufzuheben
seien.
7. In ihrer Vernehmlassung vom 19. Dezember 2019 beantragten die Stadt
B._ und die Wohnbaugenossenschaft der Stadt B._
(nachfolgend: Beschwerdegegnerinnen) die Abweisung der Beschwerde,
sofern darauf eingetreten werden könne, unter gesetzlicher Kosten- und
Entschädigungsfolge.
In formeller Hinsicht machten sie geltend, dass die beiden
Beschwerdeeingaben (R 19 91 und R 19 92) nicht oder nur teilweise
denselben Streitgegenstand umfassten, weshalb die beiden Verfahren
nicht zu vereinigen seien. Darüber hinaus hielten sie an sämtlichen
tatsächlichen und rechtlichen Ausführungen im angefochtenen Entscheid
und am Ergebnis gemäss Dispositiv fest. Kein einziges Argument der
Beschwerdeführerin reiche aus, um die verfügte Änderung der Baulinien
D._ nicht zu genehmigen. Ebenso wenig sei die Angelegenheit zur
Überarbeitung an sie zurückzuweisen. Zudem äusserten sie sich zu den
einzelnen Vorbringen der Beschwerdeführerin.
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8. Die C._ (nachfolgend: Beigeladene 1) beantragte in ihrer
Vernehmlassung vom 23. Dezember 2019 die Abweisung der
Beschwerde betreffend die Genehmigung des (geänderten)
Baulinienplans D._, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten
der Beschwerdeführerin.
In ihrer Begründung hielt sie u.a. fest, dass die in der Beschwerde
beanstandete fehlende Genehmigung der Regierung zwischenzeitlich
vorliege, sodass die entsprechenden Rügen gegenstandslos geworden
seien.
9. Am 31. Januar 2020 hielt die Beschwerdeführerin replicando an ihren
Anträgen fest, wobei sie die Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. 7.7 %
MWST zulasten der Beschwerdegegnerinnen beantragte. Darüber hinaus
beantragte sie die Aufhebung der Genehmigung der Regierung vom
17. Dezember 2019 betreffend Änderung der Baulinien im D._. Dabei
hielt sie fest, dass ihr der Genehmigungsentscheid der Regierung bis
heute nicht ordentlich eröffnet worden sei. Sie habe erst am 27. Januar
2020 volle Kenntnis des Entscheides erhalten, zumal ihr das
Verwaltungsgericht die Beilagen der Vernehmlassungen der
Beschwerdegegnerinnen und der Beigeladenen 1 nicht (vorher) zugestellt
habe. Korrekterweise hätte die Stadt B._ den Entscheid der
Regierung abwarten und diesen gemeinsam mit ihrem Entscheid
betreffend Baulinien auflegen und den Betroffenen koordiniert zur
Kenntnis bringen müssen (Art. 17 Abs. 2 StrG und Art. 57 Abs. 3 KRG
i.V.m. Art. 49 KRG und Art. 15 KRVO).
10. Mit Schreiben vom 11. Februar 2020 verzichteten die
Beschwerdegegnerinnen auf die Einreichung einer Duplik. Ausserdem
hielten sie fest, sie könnten sich dem Antrag der Beschwerdeführerin
anschliessen, wonach der mittlerweile angefochtene Entscheid der
Regierung vom 17. Dezember 2019 aufgrund des bestehenden
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sachlichen und rechtlichen Zusammenhangs in diesem Verfahren zu
beurteilen sei.
11. Am 3. März 2020 hielt die Beigeladene 1 duplicando an ihren Anträgen
fest. Ergänzend wies sie u.a. darauf hin, dass die Strasse im Bereich der
Parzelle Z.4._ mit der neuen (von der Regierung am 17. Dezember
2019 genehmigten) Baulinie – entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin – verbreitert werde, indem das bisherige Trottoir
grösstenteils zur Strasse geschlagen und das Trottoir nach Norden – auf
die bisherige Parkierungsfläche – verschoben werde. Damit werde die
Kantonsstrasse von bisher ca. 4.46 Metern neu auf ca. 6.08 Meter
aufgeweitet.
12. Mit Schreiben vom 19. Februar 2021 forderte der Instruktionsrichter die
Regierung zur Einreichung einer allfälligen Stellungnahme auf.
13. Am 6. April 2021 beantragte die Regierung (nachfolgend: Beigeladene 2)
die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdeführerin. In ihrer
Begründung hielt sie insbesondere fest, dass die mit der Umsetzung des
Quartierplans D._ einhergehende Erweiterung der Verkehrsflächen,
welche durch die Neufestsetzung der Baulinien längs der Kantonsstrasse
planungsrechtlich gesichert werde, die im Abschnitt der Kantonsstrasse
zwischen dem L._ und der Abzweigung F._-strasse maximal
mögliche Massnahme zur Verbesserung des Verkehrsflusses und zur
Erhöhung der Verkehrssicherheit bilde.
14. Mit Schreiben vom 9. und 12. April 2021 verzichteten die
Beschwerdegegnerinnen und die Beigeladene 1 auf die Einreichung einer
Stellungnahme zur Vernehmlassung der Beigeladenen 2 vom 6. April
2021. Demgegenüber reichte die Beschwerdeführerin mit Datum vom
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5. Mai 2021 eine entsprechende Stellungnahme ein, wobei sie an ihren
Anträgen festhielt.
15. Am 18. Mai 2021 nahmen die Beschwerdegegnerinnen Stellung zur
Eingabe der Beschwerdeführerin vom 5. Mai 2021; sie hielten an ihren
bisherigen Rechtsbegehren fest. Auch die Beigeladene 2 nahm mit Datum
vom 25. Mai 2021 Stellung zur Vernehmlassung der Beschwerdeführerin
vom 5. Mai 2021, wobei sie an ihren bisherigen Anträgen festhielt.
16. Am 21. September 2021 fand vor Ort ein Augenschein statt. Dabei machte
die Beschwerdeführerin u.a. Ausführungen zum Verlauf der neuen
Baulinie und sie hielt fest, dass die Platzverhältnisse im D._ durch
das Richtprojekt noch enger würden. Dem hielt die Beigeladene 1
entgegen, dass die E._-strasse (Kantonsstrasse) um das bestehende
Trottoir verbreitert werde, dahinter komme ein Trottoir und erst dann die
neue Baulinie. Die Beigeladene 2 erklärte, die neue Baulinie gewährleiste,
dass der bestehende Strassen-Engpass im D._ rechtzeitig gesehen
werde und sich die Autos auf der Strasse kreuzen könnten (Trennung von
Langsamverkehr und motorisiertem Verkehr). Es mache keinen Sinn, die
neue Baulinie noch weiter nach hinten Richtung Norden zu schieben,
zumal gewisse Fixpunkte, bspw. die alte I._, gegeben seien.
Ausserdem werde die Verkehrssicherheit durch die neuen Baulinien
erhöht: Das Konfliktpotenzial zwischen Fuss- und Autoverkehr und die
Verkehrsmengen würden reduziert; denn das Trottoir müsste zum
Kreuzen nicht mehr befahren werden und es gäbe bei der
Parzelle Z.4._ keine Abbiegemöglichkeit mehr.
Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften und die übrigen
Akten wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
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1.1.1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Verfahren ist einerseits der Entscheid
des Stadtrates B._ vom 24. September 2019, mitgeteilt am
1. Oktober 2019, worin der Baulinienplan D._ vom 12. Oktober 2018
genehmigt wurde unter dem Vorbehalt, dass die Änderung der Baulinien
im Bereich der Kantonsstrasse von der Regierung genehmigt wird, und
andererseits der Beschluss der Regierung vom 17. Dezember 2019,
mitgeteilt am 19. Dezember 2019, worin die Änderung der Baulinien an
der Kantonsstrasse ([...] H._ Strasse) genehmigt wurde. Gemäss
Art. 49 Abs. 1 lit. a und lit. d des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) stellen sowohl der Entscheid
der Stadt B._ als auch jener der Regierung ein taugliches
Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden dar und es erscheint als zweckmässig, die
Beschwerden gegen die beiden Entscheide in einem Verfahren zu
beurteilen. Als im vorinstanzlichen Verfahren unterliegende Eigentümerin
der vom Baulinienplan erfassten und an die geänderten Baulinien entlang
der Kantonsstrasse grenzenden Parzelle Z.1._ ist die
Beschwerdeführerin durch die angefochtenen Entscheide sowohl formell
als auch materiell beschwert, weshalb sie zur Beschwerde legitimiert ist
(vgl. Art. 50 VRG). Nachdem die übrigen Prozessvoraussetzungen – mit
Ausnahme der Einhaltung der Rechtsmittelfrist hinsichtlich der Anfechtung
des Regierungsbeschlusses (vgl. dazu nachstehende Erwägung 1.1.2) –
zu keinen Bemerkungen Anlass geben, ist auf die Beschwerden
einzutreten.
1.1.2. Nach Angaben der Beschwerdeführerin wurde ihr der Beschluss der
Regierung vom 17. Dezember 2019, mitgeteilt am 19. Dezember 2019,
erst mit Schreiben des Verwaltungsgerichts vom 27. Januar 2020 bzw. der
Zustellung der Beilagen der Beschwerdegegnerinnen und der
Beigeladenen 1 zur Kenntnis gebracht. Die in der Replik vom 31. Januar
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2020 erhobene Beschwerde gegen den Regierungsbeschluss erfolgte
damit fristgerecht (vgl. Art. 52 VRG).
1.2. In formeller Hinsicht beantragt die Beschwerdeführerin die Vereinigung
der Verfahren R 19 91 und R 19 92, da die beiden Verfahren stark
miteinander verbunden seien und der Quartierplan nicht ohne Änderung
der Baulinien genehmigt werden könne. Gemäss Art. 6 lit. a VRG kann die
zuständige Behörde im Interesse einer zweckmässigen Erledigung die
Verfahren bei getrennt eingereichten Eingaben zum gleichen Gegenstand
vereinigen. Die im vorliegenden Verfahren angefochtene Änderung der
Baulinien gemäss Baulinienplan D._ vom 12. Oktober 2018 geht über
das Gebiet des im Verfahren R 19 92 angefochtenen Quartierplans
D._ hinaus (vgl. beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 5). Die
Streitgegenstände der Verfahren R 19 91 und R 19 92 sind somit nicht
identisch, weshalb das Gesuch um Verfahrensvereinigung abzuweisen ist.
Die beiden Verfahren werden jedoch zeitlich koordiniert und am gleichen
Tag zusammen eröffnet (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_1125/2013
vom 25. September 2014 E.1.3). Zudem wurden die Akten aus dem
Verfahren R 19 92 im vorliegenden Verfahren beigezogen.
2. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob der Baulinienplan D._ vom
12. Oktober 2018 und insbesondere die Baulinien an der Kantonsstrasse
([...] H._ Strasse) zu Recht genehmigt wurden.
2.1. Gemäss Art. 55 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden
(KRG; BR 801.100) dienen Baulinien insbesondere der Freihaltung von
Räumen entlang von Erschliessungsanlagen, Gewässern und
Waldrändern sowie der Freihaltung von Flächen im Interesse des
Ortsbildes und des Natur- und Umweltschutzes. Für verschiedene
Bedürfnisse können unterschiedliche Baulinien festgelegt werden (Abs. 1).
Baulinien gehen allen anderen öffentlich-rechtlichen Abstandsvorschriften
vor. Sie bestimmen die Grenze, bis zu der ober- und unterirdisch gebaut
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werden darf. Bestehende Bauten und Anlagen im Baulinienbereich dürfen
nur unterhalten werden (Abs. 2). Vorspringende Gebäudeteile wie
Dachvorsprünge, Vordächer, Vortreppen, Erker, offene Balkone und
dergleichen dürfen bis 1.5 m über die Baulinie hinausragen, bei Baulinien
entlang von Verkehrsanlagen nur, sofern sie mindestens 3.0 m über dem
Trottoir- und 4.5 m über dem Strassenniveau liegen (Abs. 3). Vorbehalten
bleiben Vorschriften über Baulinien in anderen kantonalen Erlassen (Abs.
4).
2.2. Werden Bau- und Niveaulinien als Bestandteil von Plänen der
Grundordnung oder von Quartierplänen festgelegt, gelten die
Verfahrensvorschriften für die betreffenden Pläne. Für eigenständige Bau-
und Niveaulinienpläne richtet sich das Verfahren sinngemäss nach den
Vorschriften über das Quartierplanverfahren (Art. 57 Abs. 2 KRG; vgl.
auch Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] R
15 26 vom 25. August 2015 E.4a zur Zulässigkeit eigenständiger
Baulinien). Gemäss Art. 53 Abs. 1 KRG sowie Art. 16 ff. der
Raumplanungsverordnung für den Kanton Graubünden (KRVO; BR
801.110) ist für die Einleitung und Durchführung sowie für den Erlass und
Änderungen der Quartierplanung der Gemeindevorstand – d.h. in B._
der Stadtrat – zuständig (vgl. auch VGU R 15 26 vom 25. August 2015
E.4b). Demnach liegt die Kompetenz für den Erlass und Änderungen von
eigenständigen Baulinienplänen beim Stadtrat. Gegenüber
Kantonsstrassen sind gemäss Art. 17 Abs. 2 des Strassengesetzes des
Kantons Graubünden (StrG; BR 807.100) allerdings nur Bau- und
Baugestaltungslinien verbindlich, welche vom Kanton genehmigt wurden.
Zudem bestimmt Art. 57 Abs. 3 KRG was folgt: Baulinien der Gemeinden
entlang von Kantonsstrassen sind in einem Plan der Grundordnung
festzulegen. Vor diesem Hintergrund stellt sich nun die Frage, ob der
Stadtrat die Baulinien gegenüber der Kantonsstrasse ([...] H._
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Strasse/E._-strasse) überhaupt in eigener Kompetenz (unter dem
Vorbehalt der Genehmigung durch die Regierung) ändern durfte.
2.2.1. Die Beigeladene 1 ist der Auffassung, dass Baulinien entlang von
Kantonsstrassen entgegen dem prima vista etwas missverständlichen
Wortlaut in Art. 57 Abs. 3 KRG seit 2015 alternativ sowohl in der
Grundordnung (GEP; Art. 57 Abs. 3 KRG) als auch in Quartier- und
selbständigen Baulinienplänen mit separater Genehmigung der Regierung
(Art. 17 StrG) festgesetzt werden dürften. Der Gesetzeswortlaut regle
nicht, in welchem Verhältnis Art. 57 Abs. 3 i.V.m. Art. 49 Abs. 1 KRG und
Art. 17 Abs. 2 StrG zueinander stünden. Die Materialien, die
Gesetzessystematik und die teleologische Auslegung zeigten allerdings,
dass Baulinien entlang von Kantonsstrassen alternativ sowohl in der
Grundordnung (Art. 57 Abs. 3 KRG) als auch – mit separater
Genehmigung der Regierung gemäss Art. 17 Abs. 2 StrG – in Quartier-
oder selbständigen Baulinienplänen festgelegt und geändert werden
könnten.
2.2.2. Ausgangspunkt jeder Auslegung bildet der Wortlaut. Ist der Text nicht klar
und sind verschiedene Interpretationen möglich, muss nach seiner wahren
Tragweite gesucht werden unter Berücksichtigung aller
Auslegungselemente. Abzustellen ist dabei namentlich auf die
Entstehungsgeschichte, auf den Zweck der Norm, die ihr zugrunde
liegenden Wertungen und ihre Bedeutung im Kontext mit anderen
Bestimmungen (BGE 143 II 268 E.4.3.1, 141 V 191 E.3, 138 V 17 E.4.2).
Wie die Beigeladene 1 überzeugend darlegt, zeigen die Materialien, dass
nach dem Willen des Gesetzgebers Baulinien entlang von
Kantonsstrassen seit 2015 alternativ (wieder) sowohl im Rahmen der
Grundordnung als auch – mit separater Genehmigung der Regierung
gemäss Art. 17 Abs. 2 StrG – im Rahmen von Quartier- und selbständigen
Baulinienplänen festgelegt werden können: Gemäss Strassengesetz 1985
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bedurften Baulinien entlang von Kantonsstrassen der Genehmigung durch
die Regierung (vgl. Art. 25 Abs. 1 des Strassengesetzes vom 10. März
1985, Akten der Beigeladenen 1 [C._-act.] 3). Im Jahr 2005 wurden
das KRG und das Strassengesetz totalrevidiert. Die beiden Erlasse
wurden dergestalt aufeinander abgestimmt, dass die Gemeinden neu
Baulinien entlang von Kantonsstrassen nur noch in der (von der Regierung
zu genehmigenden) Grundordnung erlassen durften (vgl. Botschaft zur
KRG-Revision, Heft Nr. 3/2004-2005, S. 333: "Im Interesse der
Vereinfachung sollen daher Baulinien entlang von Kantonsstrassen in
einem Plan der Grundordnung festgelegt werden, da solche Pläne [...]
ohnehin von der Regierung genehmigt werden müssen.").
Dementsprechend wurde der Genehmigungsvorbehalt im Strassengesetz
aufgehoben (vgl. Art. 57 Abs. 3 KRG i.V.m. Art. 17 Abs. 2 StrG [Fassung
2005; C._-act. 4]). Im Jahr 2015 wurde das Strassengesetz allerdings
erneut geändert und der Genehmigungsvorbehalt wurde wieder eingeführt
(vgl. Art. 17 Abs. 2 StrG). In der Botschaft wurde dazu was folgt
festgehalten (vgl. Botschaft zum StrG, Heft Nr. 16/2014-2015, S. 936):
"Gemeinden legen solche Linien [Anm.: Bau- und Baugestaltungslinien] in
Plänen der Grundordnung (z.B. in Zonenplänen) fest. Diese müssen von
der Regierung genehmigt werden. Oftmals werden Bau- und
Baugestaltungslinien aber auch in kommunalen Quartier- oder
Arealplänen festgelegt. Bei letzteren geht die in Abs. 2 vorgeschriebene
Abstimmung mit dem Tiefbauamt regelmässig vergessen. Wird das
Departement in der Folge um die Einräumung eines Näherbaurechts für
eine konkrete Baute oder Anlage angefragt, ist es faktisch gezwungen, ein
solches zu erteilen. Neu wird darum festgehalten, dass gegenüber
Kantonsstrassen nur jene Bau- und Baugestaltungslinien verbindlich sind,
welche von der Regierung genehmigt wurden." Die Arbeitshilfe zum KRG,
welche (nach wie vor) auf den Erlass von Baulinien entlang von
Kantonsstrassen in einem Plan der Grundordnung verweist, ändert nichts
an der eingangs dargelegten Interpretation der Materialien, zumal diese
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Arbeitshilfe vom 1. Dezember 2010 datiert; die vorliegend entscheidende,
im Jahr 2015 erfolgte Änderung des Strassengesetzes blieb darin
unberücksichtigt.
Schliesslich überzeugen auch die Darlegungen der Beigeladenen 1 mit
Bezug auf die Gesetzessystematik und den Sinn und Zweck der
Regelungen in Art. 57 Abs. 3 KRG und Art. 17 Abs. 2 StrG. Wie die
Beigeladene 1 zu Recht festhält, macht die Neuregelung von Art. 17
Abs. 2 StrG im Jahr 2015 nur Sinn, wenn Baulinien entlang von
Kantonsstrassen auch ausserhalb von Plänen der Grundordnung
genehmigt werden können. Denn bis zur Revision im Jahr 2015 durften
Baulinien entlang von Kantonsstrassen – wie gesehen – ausschliesslich in
Plänen der Grundordnung festgelegt werden, welche gemäss Art. 49
Abs. 1 KRG ohnehin von der Regierung genehmigt werden müssen.
Zudem bestehen Sinn und Zweck der Regelungen in Art. 57 Abs. 3 KRG
und Art. 17 Abs. 2 StrG nicht darin, die den Gemeinden obliegenden
Planungsverfahren unnötig zu verkomplizieren. Vielmehr bezwecken sie,
dass die Gemeinden entlang von Kantonsstrassen keine deren Sicherheit
beeinträchtigenden Baulinien festlegen und dass der Kanton dies
präventiv kontrolliert. Dieses polizeiliche Interesse wird mit separater
Genehmigung besagter Baulinien im Rahmen von Quartier- und
selbständigen Baulinienplänen (Art. 17 Abs. 2 StrG) genau gleich gut
gewahrt wie im Rahmen der Genehmigung von Plänen der Grundordnung
(Art. 57 Abs. 3 KRG und Art. 17 Abs. 2 StrG).
2.2.3. Nach dem Gesagten durfte der Stadtrat die Baulinien gegenüber der
E._-strasse somit in eigener Kompetenz (unter dem Vorbehalt der
Genehmigung durch die Regierung; vgl. dazu nachstehende Erwägung 3)
ändern.
2.3. Soweit den Behörden bei der Erfüllung und Abstimmung raumwirksamer
Aufgaben, worunter auch die Erarbeitung von Baulinienplänen fällt (vgl.
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Art. 1 der Raumplanungsverordnung [RPV; SR 700.1] i.V.m. Art. 55 KRG),
Handlungsspielräume zustehen (vgl. zur Autonomie der bündnerischen
Gemeinden im Planungs- und Baurecht: Urteile des Bundesgerichts
1C_289/2019 und 1C_293/2019 vom 16. Januar 2020 E.2.1,
1C_494/2018 vom 13. Juni 2019 E.2.4), wägen sie die Interessen
gegeneinander ab (Art. 3 Abs. 1 RPV; AEMISEGGER/KISSLING, in:
AEMISEGGER/MOOR/RUCH/TSCHANNEN [Hrsg.], Praxiskommentar RPG:
Nutzungsplanung, Zürich/Basel/Genf 2016, Vorbemerkungen zur
Nutzungsplanung, Rz. 10). Die Planungsgrundsätze nach Art. 3 des
Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG; BR 700) dienen dabei –
zusammen mit den Zielen nach Art. 1 RPG – als Anleitung und Massstab
(vgl. auch Art. 2 Abs. 1 lit. c RPV). Das Ergebnis der Abwägung ist
nachvollziehbar zu begründen (AEMISEGGER/KISSLING, a.a.O.,
Vorbemerkung zur Nutzungsplanung, Rz. 12; vgl. Art. 3 Abs. 2 RPV).
Darüber hinaus gilt es zu beachten, dass Nutzungspläne – worunter auch
Baulinienpläne fallen – die zulässige Nutzung des Bodens in einer für die
Grundeigentümer verbindlichen Weise ordnen (JEANNERAT/MOOR, a.a.O.,
Art. 14 Rz. 17; vgl. Art. 14 Abs. 1 i.V.m. Art. 21 Abs. 1 RPG). Über die
Regelung der zulässigen Bodennutzung haben Nutzungspläne einen
unmittelbaren Einfluss auf die rechtliche Situation der Grundeigentümer.
Sie konkretisieren den Inhalt des Eigentumsrechts und beschränken die
damit verbundene zulässige Nutzung (Einschränkung der
Eigentumsgarantie gemäss Art. 26 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101]). Insoweit haben sie
sich auf eine gesetzliche Grundlage zu stützen, sie müssen durch ein
öffentliches Interesse oder den Schutz von Grundrechten Dritter
gerechtfertigt sein und sich als verhältnismässig erweisen
(JEANNERAT/MOOR, a.a.O., Art. 14 Rz. 41; Art. 36 BV).
2.4. Gemäss Art. 33 Abs. 2 und 3 lit. b RPG gewährleistet das kantonale Recht
die volle Überprüfung von Verfügungen und Nutzungsplänen, die sich auf
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das RPG und seine kantonalen und eidgenössischen
Ausführungsbestimmungen (mit raumplanerischen Zügen) stützen (vgl.
BGE 146 II 367 E.3.2.1, 109 Ib 121 E.5; vgl. auch Urteil des
Bundesgerichts 1C_682/2017 vom 11. September 2018 E.6.1 f. m.H.a.
BGE 118 Ib 26 E.4b). Dennoch hat die Beschwerdeinstanz im Auge zu
behalten, dass sie Rechtsmittel- und nicht Planungsinstanz ist; sie darf
und muss sich daher – trotz voller Kognition nach Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG
– zurückhalten, wenn es um lokale Angelegenheiten geht (Urteil des
Bundesgerichts 1C_420/2015 vom 22. April 2016 E.3.4 m.H.a. BGE 127
II 238 E.3b/aa). Diese Zurückhaltung bei der Überprüfung von
Ermessensentscheiden zur Wahrung der Gemeindeautonomie darf
allerdings nicht so weit gehen, dass sich die Rechtsmittelbehörde auf eine
Willkürprüfung beschränkt (BGE 145 I 52 E.3.6). Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung überschreitet die Gemeinde ihren
Handlungsspielraum namentlich auch dann, wenn sie sich von
unsachlichen, dem Zweck der Regelung fremden Erwägungen leiten lässt,
die Grundsätze der Rechtsgleichheit und Verhältnismässigkeit verletzt
oder das übergeordnete Gesetzesrecht missachtet (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 1C_128/2019 vom 25. August 2020 E.5.3 m.H.a. BGE
145 I 52 E.3.6).
3. Die Beschwerdeführerin rügt zunächst die fehlende Genehmigung der
Baulinien durch die Regierung. Nachdem die Regierung die Änderung der
Baulinien an der Kantonsstrasse ([...] H._ Strasse) mit Beschluss
vom 17., mitgeteilt am 19. Dezember 2019, genehmigt hat, erweist sich
diese Rüge als gegenstandslos, weshalb nicht weiter darauf einzugehen
ist.
4.1. Weiter moniert die Beschwerdeführerin, es gehe nicht an, die Baulinien
zwecks besserer Überbauung der Parzelle Z.4._ neu festzulegen,
ohne gleichzeitig eine Lösung für das Verkehrsproblem im D._ zu
finden. Mit der vorliegend beabsichtigten Anpassung der Baulinien entlang
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der E._-strasse würden mögliche künftige Lösungen – insbesondere
der "D._-Durchstich" (vgl. dazu auch die beschwerdeführerischen
Vorbringen am Augenschein [Augenscheinprotokoll S. 4 und 6]) –
präjudiziert.
4.2. Dem gilt es mit der Beigeladenen 1 entgegenzuhalten, dass die
Urnengemeinde (bereits) im Rahmen der Totalrevision der Stadtplanung
im Jahr [...] entschieden hatte, wie das Verkehrsproblem D._ gelöst
werden soll (vgl. hierzu Planungs- und Mitwirkungsbericht [...], S. 28 f.
[C._-act. 6]). Entscheidend ist dabei, dass in der besagten
Totalrevision auf den (ehemals vorgesehenen) "D._-Durchstich"
verzichtet wurde und dass im rechtskräftigen GEP im Bereich der
Baulinien des Projekts Durchstich D._ anstelle dieses (ehemals
vorgesehenen) "D._-Durchstiches" bloss noch ein Fuss-/Radweg
vorgesehen ist (vgl. Geoportal, [...]). Eine Neutrassierung der [...] H._
Strasse im Bereich des D._ (D._-Durchstich) ist denn auch nicht
Bestandteil der strategischen Planung des Gesamtverkehrskonzeptes
B._ [...] (vgl. Ziff. 1 der Vernehmlassung der Regierung vom 25. Mai
2021 sowie Bg-act. 12 ff.). Die Vorbringen der Beschwerdeführerin sind
damit als unbegründet abzuweisen.
5.1. Weiter erachtet die Beschwerdeführerin insbesondere die Neufestlegung
der Baulinien entlang der E._-strasse auf den Parzellen Z.4._
und Z.5._ als problematisch, da diese die geltenden
Strassenabstände unterschritten und damit aufgrund der heute bereits
engen Verhältnisse den Verkehrsraum erheblich reduzierten (Beschwerde
S. 3 Ziff. 3).
Sie führt im Wesentlichen aus, dass die neue Baulinie auf der
Parzelle Z.4._ gegenüber dem Fahrbahnrand der Kantonsstrasse
vermutlich einen Abstand von lediglich 2 bis 3 Metern aufweise. Bis zur
Grenze des Strassengrundstücks betrage der Abstand lediglich rund
1.5 Meter. Damit würden der gesetzliche Strassenabstand von 5 Metern
https://edit.geo.gr.ch/s/QVd1
- 18 -
(Art. 19 Abs. 1 der Strassenverordnung des Kantons Graubünden [StrV;
BR 807.110]) und der Abstand zur Grenze des Strassengrundstücks von
2.5 Metern (Art. 19 Abs. 4 StrV) deutlich unterschritten.
Darüber hinaus hält sie hinsichtlich der engen Strassenverhältnisse im
Wesentlichen fest, dass die Fahrbahnbreite lediglich minimal rund
4.5 Meter und maximal rund 6 Meter betrage. Gemäss den einschlägigen
VSS-Normen hätten Hauptverkehrsstrassen mit Tempo 30 oder 50 eine
Fahrbahnbreite von rund 6 bis 7.5 Metern und zusätzlich ein Trottoir von
ca. 2 Metern auf beiden Seiten aufzuweisen. Dies mache deutlich, dass
vorliegend keine Verbesserung der Verkehrssituation herbeigeführt
werde.
5.2.1. Dem halten die Beschwerdegegnerinnen im Wesentlichen entgegen, es
werde nicht näher ausgeführt, weshalb die geplante Änderung der Baulinie
sachlich und rechtlich nicht haltbar wäre und weshalb es sich dabei um
eine "problematische Unterschreitung des Strassenabstandes" handeln
sollte. Vielmehr liege auf der Hand, dass die neue Baulinie für die
Verwirklichung der im öffentlichen Interesse liegenden Ziele – nämlich die
Freihaltung der Verkehrsfläche entlang der E._-strasse und die
geordnete bauliche Entwicklung insbesondere im Baubereich E gemäss
Quartierplan D._ – geeignet und notwendig sei.
Hinsichtlich der Fahrbahnbreite halten sie zudem Folgendes fest: Mit einer
baulichen Umsetzung des Quartierplans im Baufenster E1
(Grundstück Z.4._) bleibe das bestehende "Nadelöhr" auf der Höhe
des Grundstückes Z.2._ der Beschwerdeführerin unverändert
bestehen. Diese Engstelle sei weder Bestandteil des Baulinien- noch des
Quartierplanverfahrens und könnte wohl nur mit einem Abbruch oder einer
Versetzung des Gebäudes der Beschwerdeführerin behoben werden. Auf
der Höhe des Grundstückes Z.4._ wiederum werde keine neue
Engstelle geschaffen. Die E._-strasse bzw. Fahrbahn könne
erwiesenermassen im besagten Bereich eine Breite zwischen 5.98 Metern
- 19 -
und 6.93 Metern einhalten, was eine verkehrssichere Zirkulation von
Motorfahrzeugen zulasse. Zudem könne aufgrund der Baulinie nördlich
der E._-strasse ein Trottoir von 1.8 Metern Breite innerhalb der
Baulinie erstellt werden. Weiter werde die bestehende Ein- und Ausfahrt
in den dortigen öffentlichen Parkplatz ab der E._- bzw. G._-
strasse mit der Überbauung des Grundstücks Z.4._ aufgehoben. Die
Störungen des Verkehrsflusses durch ab- und einbiegende Fahrzeuge
entfielen damit gänzlich. Die vorgesehenen planerischen, baulichen und
betrieblichen Massnahmen seien zweckmässig und verbesserten
insgesamt den Verkehrsfluss und die Verkehrssicherheit im D._, was
auch im Interesse der Beschwerdeführerin liegen sollte.
5.2.2. Die Beigeladene 1 verweist mit Bezug auf die angeblich problematische
Unterschreitung des Strassenabstandes auf die diesbezüglichen
Erwägungen im Genehmigungsbeschluss der Regierung.
6. Was die geltend gemachte, angeblich problematische Unterschreitung der
Strassenabstände durch die umstrittenen Baulinien anbelangt, gilt es
zunächst festzuhalten, dass Baulinien allen anderen öffentlich-rechtlichen
Abstandsvorschriften vorgehen (vgl. Art. 55 Abs. 2 Satz 1 KRG sowie
vorstehende Erwägung 2.1; vgl. auch Art. 19 i.V.m. Art. 20 StrV).
Baulinien, welche die geltenden Strassenabstände unterschreiten, sind
damit nicht von vornherein unzulässig. Nach Angaben der
Beschwerdegegnerinnen soll die umstrittene Baulinie entlang der
E._-strasse der Freihaltung der Verkehrsfläche und der geordneten
baulichen Entwicklung insbesondere im Baubereich E gemäss
Quartierplan D._ dienen (vgl. vorstehende Erwägung 5.2.1). Die
Beschwerdeführerin erachtet diese neue Baulinie (bzw. die damit
einhergehende Unterschreitung der geltenden Strassenabstände)
allerdings insofern als problematisch, als dadurch aufgrund der heute
bereits engen Verhältnisse der Verkehrsraum erheblich reduziert werde
- 20 -
(vgl. Beschwerde S. 3 Ziff. 3 bzw. vorstehende Erwägung 5.1). Vor diesem
Hintergrund gilt es nachfolgend nun zu prüfen, ob die neue Baulinie
entlang der E._-strasse verhältnismässig ist (vgl. Art. 5 Abs. 2 BV).
6.1. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die umstrittenen Baulinien seien
einseitig im Interesse der Quartierplanbeteiligten erlassen worden und
missachteten die öffentlichen Interessen der Verkehrssicherheit völlig. Sie
verweist auf den Genehmigungsbeschluss der Regierung vom
17. Dezember 2019, worin Folgendes festgehalten wurde (vgl.
beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 13):
"Der Quartierplan D._ sieht unter anderem die Bebauung der Liegenschaft Z.4._ vor. Diese Liegenschaft befindet sich unmittelbar westlich des Engpasses der Kantonsstrasse im Bereich D._. Gegenwärtig wird die Gehweganlage längs der Kantonsstrasse insbesondere von Bussen im Linienverkehr und vom Schwerverkehr für das Kreuzen vor dem Engpass genutzt. Die Nutzer der Gehweganlage können bei diesen Kreuzungsmanövern derzeit auf den Parkplatz auf dem Grundstück Z.4._ ausweichen. Mit der Bebauung der Liegenschaft Z.4._ ist dieses Ausweichen nicht mehr möglich. Die vorliegenden Baulinien berücksichtigen daher eine Aufweitung der Kantonsstrasse, um das Kreuzen vor dem Engpass zu ermöglichen."
Dazu hält die Beschwerdeführerin fest, es sei unter Berücksichtigung der
äusserst engen Verhältnisse auf der Höhe der Parzelle Z.4._ nicht
nachvollziehbar, inwiefern der Gehweg überhaupt noch verschoben
werden könnte, ohne die Fahrbahn weiter unter das zulässige Mass zu
verringern. Die bereits mit der Beschwerdeschrift eingelegte Darstellung
und Vermassung zeige, dass die Fahrbahnbreite an der besagten Stelle
bereits heute lediglich rund 4.5 Meter betrage (vgl. Bf-act. 11). Dasselbe
gehe auch aus der Beilage 4 der Vernehmlassung der
Beschwerdegegnerinnen hervor, welche die Situation der Engstelle
umschreibe und explizit darauf hinweise, dass ein Kreuzen an dieser
Stelle nicht möglich sei (vgl. Bg-act. 4). Unweigerlich werde deshalb ein
Raum auf Höhe der Parzelle Z.4._ zum Ausweichen zwingend
benötigt. Zudem bringt die Beschwerdeführerin vor, dass es ohne weiteres
- 21 -
möglich gewesen wäre, die Baufelder E1 und E2 derart auf dem
Grundstück zu platzieren, dass ein Ausweichraum vor der Engstelle
bestehen bleibe; vielmehr hätte dieser Ausweichraum sogar für das
Quartier attraktiv gestaltet werden können.
6.2.1. Der vorstehenden Argumentation der Beschwerdeführerin ist zu
entnehmen, dass sie den angefochtenen Baulinienplan und die
Ausführungen der Regierung missverstanden hat. Denn die Verschiebung
des Gehwegs zieht keine Verringerung der Fahrbahnbreite nach sich – im
Gegenteil: Mit der neuen Baulinie wird die Strasse im Bereich der
Parzelle Z.4._ verbreitert, indem das bisherige Trottoir grösstenteils
zur Strasse geschlagen und das Trottoir nach Norden – auf die bisherige
Parkierungsfläche – verschoben wird (vgl. Bg-act. 4, Ziff. 4 der Duplik der
Beigeladenen 1 sowie deren Ausführungen gemäss Augenscheinprotokoll
S. 3; vgl. auch geplantes Trottoir im Quartiererschliessungsplan V5 vom
10. September 2018 [Verfahren R 19 92, Bg-act. 12.5].), bzw. es wird mit
der neuen Baulinie einer entsprechenden Aufweitung der Kantonsstrasse
Rechnung getragen, um das Kreuzen vor dem Engpass (weiterhin) zu
ermöglichen. In ihrer Stellungnahme vom 5. Mai 2021 hielt die
Beschwerdeführerin denn auch fest, es sei (zwar) korrekt, dass die
Platzverhältnisse durch die Baulinien untergeordnet verbessert würden.
Jedoch sei zu berücksichtigen, dass die vorgesehene Baulinie direkt dem
Gebäude bzw. dem Baufenster E1 entlang verlaufe, womit der Gehweg
nicht nur als Gehweg für die Strassenbenützer, sondern auch als Zugang
zum Gebäude E1 benutzt werde. Die geplanten Baulinien sollten jedoch
ausschliesslich Strassenräume sichern und nicht der Erstellung von
Zugängen zu Gebäuden dienen. Unter Berücksichtigung dieses
Umstandes wäre es nötig, wesentlich mehr Platz vorzusehen, ansonsten
die Situation weiterhin nicht verbessert werde. Ausserdem sei zu
berücksichtigen, dass im östlichen Teil die Kantonsstrasse – sowie die
geplanten Baulinien – wesentlich schmaler seien als im Plan "Situation
- 22 -
Engstelle 1:250" vermasst. Entsprechend bleibe ein zusätzlicher
Ausweichraum für die Fussgänger weiterhin nötig. Die Situation wäre ohne
Weiteres zu entschärfen, wenn die Platzverhältnisse bzw. die Freiräume
auf Grundstück Z.4._ grosszügiger gestaltet würden.
6.2.2. Legen Gemeinden im Bereich von Kantonsstrassen Bau- oder
Baugestaltungslinien fest, haben sie diese gemäss Art. 17 Abs. 2 StrG
vorgängig mit dem Tiefbauamt (TBA) abzustimmen. Dem Schreiben des
TBA vom 13. Februar 2019 ist zu entnehmen, dass es ist die Anpassung
der Baulinien längs der Kantonsstrasse sowie die Aufhebung der Baulinien
des D._-Durchstiches bzw. das Verkehrskonzept D._ aus
strassenbaupolizeilicher Sicht begrüsste (vgl. Schreiben des TBA vom
13. Februar 2019, Bg-act. 11). Jedenfalls geht daraus nicht hervor, dass
die umstrittenen Baulinien die Verkehrssicherheit beeinträchtigen würden.
6.2.2.1. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, dass die vorgesehene
Baulinie direkt dem Gebäude bzw. dem Baufenster E1 entlang verlaufe
und der Gehweg somit auch als Zugang zum Gebäude E1 benutzt werde,
weshalb wesentlich mehr Platz vorzusehen sei, ansonsten die Situation
weiterhin nicht verbessert werde, gilt es ihr zudem entgegenzuhalten, dass
im Quartierplan – soweit ersichtlich – nicht verbindlich festgelegt wurde,
wo der Zugang zu den Gebäuden in den Baufenstern E1 und E2 sein wird
(vgl. auch Stellungnahme der Beschwerdegegnerinnen vom 18. Mai 2021,
Ziff. 4). Weiter ist nicht nachvollziehbar, weshalb die Kantonsstrasse im
östlichen Teil wesentlich schmaler sein soll als im Plan "Situation Engstelle
1:250" vermasst (vgl. Bg-act. 4).
6.2.2.2. Soweit die Beschwerdeführerin darüber hinaus geltend macht, dass ein
zusätzlicher (über die neuen Baulinien hinausgehender) Ausweichraum
für die Fussgänger weiterhin nötig bleibe und die Situation entschärft
werden könnte, wenn die Platzverhältnisse bzw. die Freiräume auf
Grundstück Z.4._ grosszügiger gestaltet würden, ist ihr Folgendes
- 23 -
entgegenzuhalten: Wie K._ vom TBA anlässlich des Augenscheins
überzeugend darlegte, machte es (vor dem Hintergrund der
Verkehrssicherheit) keinen Sinn, die neue Baulinie noch weiter nach
hinten (Richtung Norden) zu schieben, zumal gewisse Fixpunkte wie
bspw. die alte I._ (Parzelle Z.6._) und die Liegenschaft der
Beschwerdeführerin (Parzellen Z.1._ und Z.2._) gegeben sind
(vgl. Augenscheinprotokoll S. 4, Fotos 1 und 2; vgl. auch Ziff. 6 der Duplik
der Beigeladenen 1). So halten auch die Beschwerdegegnerinnen
zutreffend fest, dass mit einer baulichen Umsetzung des Quartierplans im
Baufenster E1 (Grundstück Z.4._) das bestehende "Nadelöhr" auf
der Höhe des Grundstückes Z.2._ unverändert bestehen bliebe und
diese Engstelle wohl nur mit einem Abbruch oder einer Versetzung des
Gebäudes der Beschwerdeführerin behoben werden könnte (vgl. zum
Mangel an Alternativen auch die Ausführungen der Beigeladenen 2 in ihrer
Vernehmlassung vom 6. April 2021, Ziff. 2.3). Schliesslich äusserte sich
auch der Verkehrsplaner der Stadt B._ anlässlich des Augenscheins
dahingehend, dass es keinen Sinn mache, eine extrem breite Strasse auf
einen Engpass zuzuführen (vgl. Augenscheinprotokoll S. 6).
Vor diesem Hintergrund ist es nicht zu beanstanden, wenn die
Kantonsstrasse auf der Höhe des Grundstückes Z.4._ – d.h.
unmittelbar vor dem bestehenden "Nadelöhr", welches eine
Fahrbahnbreite von lediglich rund 4.75 bzw. 4.57 Metern aufweist (vgl. Bg-
act. 4) – die gemäss den VSS-Normen empfohlene Fahrbahnbreite von 6
bis 7.5 Metern sowie Trottoirbreite von 2 Metern (geringfügig)
unterschreitet und nur soweit aufgeweitet wird, dass eine verkehrssichere
Zirkulation von Motorfahrzeugen trotz Bebauung der Parzelle Z.4._
möglich bleibt (vgl. Bf-act. 12 sowie vorstehende Erwägung 5.2.1). Bei den
VSS-Normen handelt es sich denn auch nicht um Rechtsnormen, sondern
lediglich um Richtlinien, deren Anwendung im Einzelfall vor den
allgemeinen Rechtsgrundsätzen, insbesondere vor dem Grundsatz der
- 24 -
Verhältnismässigkeit, standhalten muss. Sie dürfen daher nicht
unbesehen der konkreten Verhältnisse der Entscheidung zugrunde gelegt
werden (Urteile des Bundesgerichts 1C_178/2014 vom 2. Mai 2016 E.3.4,
1C_375/2011 vom 28. Dezember 2011 E.3.3.3; vgl. dazu auch Ziff. 13 der
Vernehmlassung der Beschwerdegegnerinnen vom 19. Dezember 2019).
Wenn die Beschwerdeführerin geltend macht, dass die Fahrbahnbreite der
Kantonsstrasse lediglich minimal rund 4.5 Meter und maximal rund
6 Meter betrage, so ist dies unzutreffend. Wie die
Beschwerdegegnerinnen zu Recht festhalten, weist die Kantonsstrasse
auf der Höhe des Grundstückes Z.4._ neu eine Fahrbahnbreite
zwischen 5.98 und 6.93 Metern auf, während das Trottoir nördlich davon
eine Breite von 1.8 Metern aufweist (vgl. Bg-act. 4). Letzteres stellt nach
Auffassung der Regierung eine geradezu ideale Zugangssituation dar (vgl.
Ziff. 2 der Vernehmlassung vom 25. Mai 2021); die Verkehrssicherheit
werde insbesondere durch die Raumsicherung für die Aufweitung der
Kantonsstrasse und die Erstellung einer behindertengerechten und
baulich von der Verkehrsfläche der Kantonsstrasse abgetrennten
Gehweganlage längs der Kantonsstrasse im Bereich der Liegenschaften
Z.3._ und Z.4._ gewährleistet (vgl. Ziff. 2.3 und 2.1 der
Vernehmlassung vom 6. April 2021). Auch der Verkehrsplaner der Stadt
B._ hielt anlässlich des Augenscheins fest, dass die
Verkehrssicherheit mit dem 1.8 Meter breiten Trottoir gewährleistet sei
(vgl. Augenscheinprotokoll S. 5).
Schliesslich wird eine Verbesserung der Verkehrssituation im D._
(Verkehrsfluss und Verkehrssicherheit) nach Angaben der
Beschwerdegegnerinnen und der Beigeladenen 2 u.a. auch dadurch
herbeigeführt, dass die bestehende Ein- und Ausfahrt ab der E._-
bzw. G._-strasse zur Parzelle Z.4._ (öffentlicher Parkplatz) mit
der Überbauung der Parzelle Z.4._ aufgehoben wird (vgl. Ziff. 2.3 und
2.2 der Vernehmlassung der Beigeladenen 2 vom 6. April 2021; zum
- 25 -
Verkehrskonzept D._ vom 22. Januar 2018 vgl. Beilage 6 der
Beigeladenen 2). Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach das
Verkehrskonzept D._ mit der Sperrung der F._-strasse zu einer
höheren Belastung der E._-strasse bzw. nicht zu einer Entlastung
des D._ führe, ist nach Auffassung des streitberufenen Gerichts nicht
nachvollziehbar.
6.3. Nach dem Gesagten ist somit nicht ersichtlich, dass die umstrittenen
Baulinien einseitig im Interesse der Quartierplanbeteiligten erlassen und
die öffentlichen Interessen der Verkehrssicherheit völlig missachtet
worden wären bzw. dass der angefochtene Baulinienplan
unverhältnismässig wäre und die Stadt B._ das ihr zustehende
Planungsermessen überschritten hätte. Angesichts der vorstehenden
Erwägungen ist es nicht zu beanstanden, wenn die Baulinien entlang der
E._-strasse nicht grosszügiger ausgestaltet werden (keine
grosszügigere Aufweitung der Kantonsstrasse auf Höhe des Grundstücks
Z.4._); dies auch deshalb, weil die Ausnutzung der maximalen
Baumasse grundsätzlich einem öffentlichen Interesse entspricht, da die
schweizerische Raumordnungspolitik das wichtige Ziel verfolgt, die
Siedlungsentwicklung zur haushälterischen Nutzung des Bodens nach
innen zu lenken und kompakte Siedlungen zu schaffen (vgl. BGE 145 I 52
E.4.4 m.w.H.; vgl. dazu auch Ziff. 5 der Stellungnahme der
Beschwerdegegnerinnen vom 18. Mai 2021 sowie Ziff. 3 der
Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 5. Mai 2021).
7. Im Ergebnis erweist sich die Beschwerde somit als unbegründet, weshalb
sie abzuweisen ist. Der Baulinienplan D._ vom 12. Oktober 2018
bzw. dessen Genehmigung ist nicht zu beanstanden.
8.1. Gemäss Art. 73 Abs. 1 VRG hat in der Regel die unterliegende Partei die
Kosten des Verfahrens zu tragen. Vorliegend rechtfertigt es sich
allerdings, die Verfahrenskosten im Umfang von 10 % der Beigeladenen 2
- 26 -
aufzuerlegen, zumal sie ihren Genehmigungsbeschluss vom
17. Dezember 2019 der Beschwerdeführerin nicht mitgeteilt hatte. Die
Staatsgebühr wird gestützt auf Art. 75 Abs. 2 VRG auf CHF 4'000.--
festgelegt.
8.2. Nach Art. 78 Abs. 1 VRG wird die unterliegende Partei in der Regel auch
verpflichtet, der obsiegenden Partei die durch den Rechtsstreit
verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen. Vorliegend reichte der
Rechtsvertreter der Beigeladenen 1 trotz entsprechender Aufforderung
keine Kostennote ein, weshalb die aussergerichtliche Entschädigung
gestützt auf Art. 2 Abs. 1 und Art. 4 der Verordnung über die Bemessung
des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte
(Honorarverordnung, HV; BR 310.250) nach richterlichem Ermessen
pauschal auf CHF 3'000.-- festgelegt wird (exkl. MWST [UID-
Registernummer]; vgl. dazu PVG 2015 Nr. 19). Die Beschwerdeführerin
hat der Beigeladenen 1 somit eine Parteientschädigung von CHF 3'000.--
auszurichten. Den Beschwerdegegnerinnen sowie der Beigeladenen 2
steht demgegenüber keine aussergerichtliche Entschädigung zu (vgl.
Art. 78 Abs. 2 VRG).