Decision ID: 851be7e7-16e4-5cde-93e7-ac6634e4e6f6
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer ersuchte am 5. Juni 2021 in der Schweiz um Asyl.
Bei der Personalienaufnahme (PA) vom 18. Juni 2021 gab er an, er habe
Algerien am (...) verlassen und sei am (...) nach B._ gelangt.
B.
B.a. Am (...) drohte der Beschwerdeführer, sich Schnitte am Arm zuzufü-
gen. Der vom Bundesasylzentrum (BAZ) aufgebotene Notfallpsychiater
verschrieb ihm Medikamente ([...], [...], [...] und [...]).
B.b. Am 21. Juni 2021 reichte der Beschwerdeführer ärztliche Kurzberichte
des Ambulatoriums (...) vom (...), (...) und (...) ein. Das auf den (...) ange-
setzte Dublin-Gespräch nahm er wegen gesundheitlicher Gründe nicht
wahr.
B.c. Am (...) nahm die Polizei den Beschwerdeführer wegen Sachbeschä-
digung (Wurf und Beschädigung des (...) im BAZ) mit auf den Polizeipos-
ten.
B.d. Vom (...) bis (...) befand sich der Beschwerdeführer in der (...) ([...]),
(...). Im Austrittsbericht vom (...) wurde der Verdacht auf Posttraumatische
Belastungsstörung (PTBS) und psychische und Verhaltensstörungen
durch (...) (schädlicher Gebrauch von [...]) diagnostiziert. Am 29. Juni 2021
reichte der Beschwerdeführer einen ambulanten Bericht des Instituts für
Notfallmedizin (...) vom (...) und einen Konsultationsbericht des (...) vom
(...) ein.
B.e. Am 29. Juni 2021 fand das persönliche Dublin-Gespräch gemäss
Art. 5 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments
und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfah-
ren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einer
Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten
Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-
VO), statt. Dabei wurde dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör zu
einem allfälligen Nichteintretensentscheid und der Möglichkeit einer Über-
stellung nach B._ gewährt. Der Beschwerdeführer gab dabei an, er
habe sein Heimatland auf dem Seeweg verlassen und sei nach der Rettung
durch die (...) Küstenwache nach C._ gebracht worden, wo ihm
seine Fingerabdrücke auf Papier abgenommen worden seien. Anschlies-
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send sei er freigelassen worden und mit einer Fähre nach D._ ge-
fahren. Er habe sich noch rund (...) in B._ aufgehalten und sei dann
nach E._ weitergereist. Er habe ausser in der Schweiz in keinem
anderen Land ein Asylgesuch gestellt. Ferner wolle er nicht nach
B._, da er von den dortigen Behörden aufgefordert worden sei, das
Land zu verlassen. Ausserdem habe er gehört, dass sein Bruder nach
B._ gereist sei. Dieser wolle ihn töten und habe ihn in seiner Heimat
an Hals und Bauch verletzt. Er habe deshalb Angst vor seinem Bruder. Zu
seinem Gesundheitszustand führte er an, es gehe ihm gesundheitlich nicht
gut. Er habe im BAZ mehrmals Selbstmord begehen wollen. Im ersten
Camp hätten ihm die Mitarbeitenden und die Security aber Hoffnung ge-
macht. Nach seiner Verlegung nach F._ wisse er nicht, was mit ihm
geschehen sei. Er sei dort von der Security geschlagen worden, weshalb
er um eine Verlegung ins BAZ (...) und eine psychische Behandlung er-
sucht habe. Er habe jedoch keine Medikamente erhalten.
B.f. Am (...) ersuchte das SEM die (...) Behörden um Übernahme des
Beschwerdeführers gemäss Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO. Diesem Gesuch
wurde am (...) entsprochen.
B.g. Am (...) fügte sich der Beschwerdeführer mit einer Rasierklinge selbst
Verletzungen am (...) Unterarm zu. Vom (...) bis (...) und vom (...) bis (...)
hielt er sich in der (...) auf. Als Austrittsdiagnosen wurden ein Verdacht auf
eine posttraumatische Belastungsstörung, psychische und Verhaltensstö-
rungen durch (...) (Abhängigkeitssyndrom), psychische und Verhaltensstö-
rungen durch (...) oder (...) (Abhängigkeitssyndrom), Verdacht auf kombi-
nierte und andere Persönlichkeitsstörungen und Status nach Selbstverlet-
zung rechter Unterarm im Kurzaustrittsbericht vom (...) festgehalten. Am
(...) fügte er sich Verletzungen mit einer Rasierklinge zu. Die vom BAZ auf-
gebotene SOS Ärztin entschied, ihn in die (...) einzuliefern.
B.h. Am (...) wurde eine fürsorgerische Unterbringung (FU) durch den Arzt
ausgesprochen. Der Beschwerdeführer hielt sich vom (...) bis (...) in der
(...) auf. Am 20. August 2021 reichte er einen Konsultationsbericht des (...)
vom (...) ein. Diesem Bericht ist als Diagnose eine akute Suizidalität, eine
akute (...), der Verdacht auf Harnwegsinfekt oder gegebenenfalls Ge-
schlechtskrankheit, chronische Rückenschmerzen Status nach wiederhol-
ter Traumatisierung, der Verdacht auf Psychische und Verhaltensstörun-
gen durch (...), der Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung
und Leisten-/Unterbauchschmerzen links am (...) zu entnehmen.
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B.i. Am (...) wurde eine weitere FU durch den Arzt ausgesprochen. Der
Beschwerdeführer hielt sich vom (...) bis (...) im Spital G._, Abtei-
lung (...), auf. Gemäss Kurzaustrittsbericht vom (...) wurden eine schwere
depressive Episode ohne psychotische Symptome und eine akute Suizida-
lität ([...]) mit oberflächlichen Schnittverletzungen im Handgelenk diagnos-
tiziert.
C.
Mit Verfügung vom 6. September 2021 – eröffnet am 7. September 2021 –
trat das SEM auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete
dessen Wegweisung nach B._ an und forderte ihn auf, die Schweiz
am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Gleichzeitig stellte
es fest, einer allfälligen Beschwerde gegen den Entscheid komme keine
aufschiebende Wirkung zu und verfügte die Aushändigung der editions-
pflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwerdeführer.
D.
Am 8. September 2021 legte die Rechtsvertretung das Mandat nieder.
E.
Der Beschwerdeführer erhob mit Eingabe vom 10. September 2021 gegen
den Entscheid des SEM Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er
beantragte, die Verfügung des SEM sei aufzuheben und dieses sei anzu-
weisen, auf sein Asylgesuch einzutreten, eventualiter sei das SEM anzu-
weisen, sich gestützt auf Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 (SR 142.311) als zuständig
zu erklären, subeventualiter sei die Sache wegen Verletzung des rechtli-
chen Gehörs an das SEM zurückzuweisen. Ferner sei der Beschwerde die
aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbehörden seien anzu-
weisen, von einer Überstellung nach B._ abzusehen, bis das Bun-
desverwaltungsgericht über die vorliegende Beschwerde entschieden
habe. Zudem ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-
rung samt Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.
Der Beschwerde waren – nebst mehreren, sich bereits in den vorinstanzli-
chen Akten befindenden ärztlichen Berichten – eine am (...) und eine mit
unleserlichem Datum durch den Arzt ausgesprochene FU, je in Kopie, bei-
gelegt.
F.
Am 13. September 2021 lagen dem Bundesverwaltungsgericht die vor-
instanzlichen Akten in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG
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[SR 142.31]). Gleichentags setzte die Instruktionsrichterin mit superprovi-
sorischer Massnahme den Vollzug der Überstellung des Beschwerdefüh-
rers gestützt auf Art. 56 VwVG per sofort einstweilen aus.
G.
Mit Eingabe vom 14. September 2021 teilte der Beschwerdeführer dem
Gericht mit, er sei aktuell fürsorgerisch untergebracht wegen akuter Selbst-
gefährdung. Er könne nicht nach B._ zurückkehren, er ersuche um
Berücksichtigung seines Gesundheitszustandes. Der Eingabe war die An-
ordnung einer Fürsorgerischen Unterbringung des Spitals H._ vom
(...) (Seiten 1 und 2, ohne Seite 3) in Kopie beigelegt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Auf dem Gebiet des Asyls entscheidet das Bundesverwaltungsge-
richt – in der Regel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden
gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) der Vorinstanz (Art. 105 AsylG i.V.m.
Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Das Verfahren richtet sich
nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts ande-
res bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.2 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, hat ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht
eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52
Abs. 1 VwVG).
1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
2.
Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Ver-
fahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten
Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG)
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ohne Weiterungen und mit summarischer Begründung zu behandeln
(Art. 111a Abs. 2 AsylG).
3.
Der Beschwerdeführer rügt in formeller Hinsicht eine Verletzung des recht-
lichen Gehörs (vgl. Anträge in der Beschwerdeschrift [Ziff. 4]). Inwiefern die
Vorinstanz sein rechtliches Gehör verletzt haben sollte, begründet er in-
dessen nicht. Solches ist auch aus den Akten nicht ersichtlich. Es besteht
deshalb keine Veranlassung, die Sache aus formellen Gründen aufzuhe-
ben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Der eventualiter gestellte
Rückweisungsantrag ist daher abzuweisen.
4.
4.1 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1;
2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).
4.2
4.2.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-
weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG).
4.2.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem
einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III
(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch
Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständi-
gen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals
ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO).
Im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) sind
die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort
aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien;
vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden, und es ist von der Situation
im Zeitpunkt, in dem der Antragsteller erstmals einen Antrag in einem Mit-
gliedstaat gestellt hat, auszugehen (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO). Im Rah-
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men eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) findet demge-
genüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel
III statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.).
4.2.3 Der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat ist verpflichtet,
einen Antragsteller, der in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag ge-
stellt hat, nach Massgabe der Art. 21, 22 und 29 Dublin-III-VO aufzuneh-
men (Art. 18 Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO). Jeder Mitgliedstaat kann abwei-
chend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaats-
angehörigen oder Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen
Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in dieser Verordnung festgeleg-
ten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dub-
lin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht). Sowohl der Mitgliedstaat, in dem ein
Antrag auf internationalen Schutz gestellt worden ist und der das Verfahren
zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates durchführt, als auch der
zuständige Mitgliedstaat kann vor der Erstentscheidung in der Sache je-
derzeit einen anderen Mitgliedstaat ersuchen, den Antragsteller aus huma-
nitären Gründen oder zum Zweck der Zusammenführung verwandter Per-
sonen aufzunehmen, wobei die betroffenen Personen diesem Vorgehen
schriftlich zustimmen müssen (Art. 17 Abs. 2 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. hu-
manitäre Klausel).
5.
5.1 Gestützt auf die Ausführungen des Beschwerdeführers habe das SEM
die (...) Behörden am (...) um seine Übernahme im Sinne von Art. 13
Abs. 1 Dublin-III-VO ersucht. Die (...) Behörden hätten das Aufnahmeersu-
chen am (...) gutgeheissen, womit die Zuständigkeit bei B._ liege,
das weitere Verfahren durchzuführen. Daran ändere weder eine bereits be-
stehende Wegweisungsverfügung der (...) Behörden noch die Tatsache,
dass er in B._ bisher kein Asylgesuch eingereicht habe, etwas.
Nach seiner Rückführung nach B._ habe er die Möglichkeit, dort ein
Asylgesuch einzureichen. Es obliege sodann den (...) Behörden, das Asyl-
gesuch zu prüfen und anschliessend seinen Aufenthaltsstatus zu regeln
oder gegebenenfalls die Wegweisung in sein Heimatland anzuordnen.
Während eines hängigen Asylverfahrens werde er nicht als illegal anwe-
sende Person gelten. Seine Ausführungen vermöchten die Zuständigkeit
B._ zur Durchführung seines weiteren Verfahrens nicht zu widerle-
gen. Es sei nicht davon auszugehen, dass er bei einer Überstellung nach
B._ gravierenden Menschenrechtsverletzungen im Sinne von Art. 3
Abs. 2 Dublin-III-VO und Art. 3 EMRK ausgesetzt werde, in eine existenzi-
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Seite 8
elle Notlage gerate oder ohne Prüfung seines Asylgesuchs und unter Ver-
letzung des Non-Refoulement-Gebots in seinen Heimat- oder Herkunfts-
staat überstellt werde. Zudem lägen weder systemischen Mängel in
B._ Asyl- und Aufnahmesystem noch Gründe gemäss Art. 16 Abs. 1
Dublin-III-VO vor, die die Schweiz verpflichten würden, sein Asylgesuch zu
prüfen. Das SEM erachte den medizinischen Sachverhalt anhand der Aus-
führungen des Beschwerdeführers und den vorliegenden Arztberichten als
ausreichend erstellt, um die Zulässigkeit und Verhältnismässigkeit einer
Wegweisung nach B._ beurteilen zu können. B._ verfüge
über eine ausreichende medizinische Infrastruktur und sei aufgrund der
Aufnahmerichtlinie verpflichtet, ihm die erforderliche medizinische Versor-
gung zu gewähren. Da die weitere psychiatrische Behandlung sodann
auch in B._ sichergestellt sei, sei nicht davon auszugehen, dass er
durch die Überstellung nach B._ einer unwiederbringlichen Ver-
schlechterung seines Gesundheitszustandes ausgesetzt wäre. Bezüglich
der Angst des Beschwerdeführers vor seinem Bruder sei anzumerken,
dass B._ ein Rechtsstaat sei, welcher über eine funktionierende
Polizeibehörde verfüge, die sowohl als schutzwillig wie auch als schutzfä-
hig gelte. Sollte er sich in B._ vor Übergriffen durch Privatpersonen
fürchten oder sogar solche erleiden, so könne er sich an die zuständigen
staatlichen Stellen wenden. Insgesamt würden sich somit keine Gründe für
die Anwendung der Souveränitätsklausel im Sinne von Art. 29a Abs. 3
AsylV 1 i.V.m. Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO ergeben.
5.2 Der Beschwerdeführer wendete in seiner Beschwerdeschrift dagegen
ein, die allgemeine Situation für Flüchtlinge präsentiere sich in B._
als kritisch und die Lebensbedingungen in den Unterkünften seien unge-
nügend. In den Unterkünften bestehe infolge der Corona-Pandemie ein ho-
hes Ansteckungsrisiko. Asylsuchende würden zudem in B._ immer
wieder Opfer von rassistischen Anfeindungen durch die Bevölkerung und
gar Diskriminierungen durch die Polizei. Als Asylsuchender verfüge er über
deutlich weniger Rechte als (...) Bürger. Infolge seiner gesundheitlichen
Beschwerden sei er eine besonders vulnerable Person mit Blick auf die
Mängel in der (...) Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen. Er leide an
schwerer Depression mit akuter Suizidalität sowie an einer akuten Analfis-
sur. Im Falle einer Rückschaffung bestehe die erhebliche Gefahr eines
Selbstmords. Entgegen der Auffassung des SEM bestünden systemische
Mängel im (...) Asylverfahren.
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Seite 9
6.
6.1 Die Dublin-III-VO räumt den Schutzsuchenden grundsätzlich kein
Recht ein, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch
BVGE 2010/45 E. 8.3). Am (...) ersuchte die Vorinstanz die (...) Behörden
um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers. Dieses Ersuchen wurde am
(...) gutgeheissen. Die grundsätzliche Zuständigkeit B._ ist somit
gegeben.
6.2 Soweit der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe kritisiert,
dass die allgemeine Situation für Flüchtlinge in B._ kritisch sei, sich
die Lebensbedingungen in den Unterkünften ungenügend darstellten und
– entgegen der vom SEM vertretenen Ansicht – systemische Mängel im
(...) Asylverfahren bestünden, ist Folgendes festzuhalten: Es sind keine
Gründe für die Annahme ersichtlich, dass das Asylverfahren und die Auf-
nahmebedingungen für Antragsteller in B._ systemische Schwach-
stellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO aufweisen, die eine Gefahr
einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne des Ar-
tikels 4 der EU-Grundrechtecharta mit sich bringen würden (vgl. hierzu u.a.
Urteile BVGer F-2682/2021 vom 23. Juni 2021 E. 7.2 und F-2608/2021
vom 9. Juni 2021 E. 5, je m.w.H.).
B._ ist Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die
Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie des
Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301), der EMRK
und des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und
andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder
Strafe (FoK, SR 0.105) und kommt seinen diesbezüglichen
völkerrechtlichen Verpflichtungen nach. Es darf davon ausgegangen
werden, dieser Staat anerkenne und schütze die Rechte, die sich für
Schutzsuchende aus den Richtlinien des Europäischen Parlaments und
des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für
die Zuerkennung und Aberkennung des internationalen Schutzes (sog.
Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung
von Normen für die Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz
beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben. Die vom Beschwerdeführer
geäusserte Kritik vermag an diesen Feststellungen nichts zu ändern.
Unter diesen Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-
VO nicht gerechtfertigt.
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6.3 Der Beschwerdeführer fordert mit seinen Vorbringen, Asylsuchende
seien in B._ rassistischen Anfeindungen durch die Bevölkerung
oder Diskriminierungen durch die Polizei ausgesetzt und er fürchte sich vor
seinem Bruder, der ihn töten wolle, implizit die Anwendung der Ermessens-
klausel von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO, respektive der – das Selbstein-
trittsrecht im Landesrecht konkretisierenden – Bestimmung von Art. 29a
Abs. 3 AsylV 1, gemäss welcher das SEM das Asylgesuch "aus humanitä-
ren Gründen" auch dann behandeln kann, wenn dafür gemäss Dublin-III-
VO ein anderer Staat zuständig wäre.
6.3.1 Der Beschwerdeführer vermag kein konkretes und ernsthaftes Risiko
darzutun, die (...) Behörden würden sich weigern, ihn aufzunehmen und
einen allfälligen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der Re-
geln der Verfahrensrichtlinie zu prüfen. Den Akten sind denn auch keine
Gründe für die Annahme zu entnehmen, B._ würde in seinem Fall
den Grundsatz des Non-Refoulement missachten und ihn zur Ausreise in
ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem er Gefahr
laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden.
Ausserdem vermag er nicht aufzuzeigen, die ihn bei einer Rückführung er-
wartenden Bedingungen in B._ seien derart schlecht, dass sie zu
einer Verletzung von Art. 4 der EU-Grundrechtecharta, Art. 3 EMRK oder
Art. 3 FoK führen könnten.
Der Beschwerdeführer vermag auch keine konkreten Hinweise für die An-
nahme aufzuzeigen, B._ würde ihm dauerhaft die ihm gemäss Auf-
nahmerichtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen vorenthalten.
Bei einer allfälligen vorübergehenden Einschränkung könnte er sich im Üb-
rigen nötigenfalls an die (...) Behörden wenden und die ihm zustehenden
Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg einfordern (vgl. Art. 26 Auf-
nahmerichtlinie).
B._ ist überdies ein Rechtsstaat, welcher über eine funktionierende
Polizeibehörde verfügt, welche sowohl schutzwillig als auch schutzfähig ist.
Der Beschwerdeführer kann sich an die zuständigen (...) Sicherheitsbe-
hörden wenden, die verpflichtet sind, sich ihm und seinen Bedürfnissen
anzunehmen, sollte er sich in B._ bedroht fühlen oder unter Druck
gesetzt werden. Es ist aus den Akten nicht ersichtlich, inwiefern die (...)
Behörden ihm nicht genügend Schutz vor einer allfälligen Verfolgung sei-
nes Bruders oder anderer Dritter bieten könnten. Ausserdem stünde es ihm
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Seite 11
offen, sich bei allfälligen Polizeischikanen an übergeordnete Behördenstel-
len zu wenden, um sich dagegen zu wehren. In diesem Zusammenhang
ist festzuhalten, dass zwar die Vermutung, wonach B._ seine völ-
kerrechtlichen Verpflichtungen einhält, im Einzelfall widerlegt werden kann.
Dafür braucht es aber konkrete Indizien, die gegebenenfalls vom Betroffe-
nen glaubhaft darzutun sind (vgl. Urteil des BVGer F-1437/2021 vom 7. Ap-
ril 2021 E. 5.1 m.H. auf BVGE 2010/45 E. 7.4 f.). Dies gelingt dem Be-
schwerdeführer mit seinen Hinweisen auf die aus dem Jahr 2019 stam-
menden Berichte, welche keinen Bezug zu seiner Person aufweisen, indes
nicht.
6.3.2 Im Übrigen bringt der Beschwerdeführer diverse gesundheitliche Be-
schwerden vor. Damit macht er sinngemäss geltend, die Überstellung nach
B._ setze ihn einer Gefahr für seine Gesundheit aus und verletze
damit Art. 3 EMRK.
Eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Prob-
lemen kann nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK
darstellen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die betroffene Person
sich in einem fortgeschrittenen oder terminalen Krankheitsstadium und be-
reits in Todesnähe befindet, nach einer Überstellung mit dem sicheren Tod
rechnen müsste und dabei keinerlei soziale Unterstützung erwarten könnte
(vgl. BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die damalige Praxis des Euro-
päischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR]). Eine weitere vom
EGMR definierte Konstellation betrifft Schwerkranke, die durch die Ab-
schiebung – mangels angemessener medizinischer Behandlung im Ziel-
staat – mit einem realen Risiko konfrontiert würden, einer ernsten, raschen
und unwiederbringlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustands
ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer erheblichen
Verkürzung der Lebenserwartung führen würde (vgl. Urteil des EGMR
Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 41738/10,
§§ 180–193 m.w.H.).
6.3.3 Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten gesundheitlichen As-
pekte stellen kein Überstellungshindernis im Sinne der vorgenannten rest-
riktiven Rechtsprechung dar. Zwar führte er anlässlich des Dublin-Ge-
sprächs an, es gehe ihm gesundheitlich nicht gut und er habe sich im Bun-
desasylzentrum mehrmals umbringen wollen (vgl. SEM act. [...]-23/2,
S. 2). Den bei der Vorinstanz eingereichten ärztlichen Berichten kann ent-
nommen werden, dass er für seine Leiden (vgl. Aufzählung unter Bstn. B.g
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Seite 12
und B.h oben) in der Schweiz mehrere ärztliche und psychiatrische Ter-
mine wahrgenommen hat und entsprechend behandelt wurde. Aus diesen
Unterlagen und den darin festgehaltenen Diagnosen ergibt sich, dass sich
der Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht nicht zwingend in der
Schweiz aufhalten muss, sondern eine adäquate Behandlung seiner Lei-
den in B._ möglich ist. Dementsprechend gelingt es ihm nicht,
nachzuweisen, dass er grundsätzlich nicht reisefähig sei oder eine Über-
stellung nach B._ seine Gesundheit ernsthaft gefährden würde.
Sein Gesundheitszustand vermag eine Unzulässigkeit im Sinne dieser
restriktiven Rechtsprechung nicht zu rechtfertigen.
6.3.4 Zu keinem anderen Ergebnis führt sein Hinweis auf seine grosse Sui-
zidgefahr bei Überstellung nach B._. Gemäss ärztlichem Kurzaus-
trittsbericht der (...) vom (...) distanzierte er sich klar von Suizidgedanken
(vgl. SEM act. [...]-34/6, S. 2) und dementsprechend hielt auch der Kurz-
austrittsbericht der Psychiatrie Spital G._ vom (...) keine Suizidge-
danken fest (vgl. SEM act. [...]-42/2, S. 1). Zwar führt der Konsultationsbe-
richt vom (...) des (...) eine akute Suizidalität auf (vgl. SEM act. [...]-36/3,
S. 2). Jedoch stellt gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung Suizidali-
tät für sich alleine kein Vollzugshindernis dar (vgl. beispielsweise Urteil des
Bundesgerichts 2C_856/2015 vom 10. Oktober 2015 E. 3.2.1) und ent-
spricht überdies auch der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. Ur-
teil des BVGer D-1519/2020 vom 20. März 2020 S. 11 m.H.).
An diesen Feststellungen vermag auch die neuerliche, am (...) durch den
Arzt angeordnete fürsorgerische Unterbringung, mithin die zurzeit statio-
näre Behandlung des Beschwerdeführers wegen akuter Selbstgefährdung,
nichts zu ändern. Ein Wegweisungsvollzug nach B._ ist aufgrund
der Suizidalität des Beschwerdeführers nicht als gegen Art. 3 EMRK
verstossend zu erachten (vgl. dazu auch Urteil des BVGer
D-650/2010 S. 11 m.w.H.). In diesem Zusammenhang ist festzuhalten,
dass die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochte-
nen Verfügung beauftragt sind, den medizinischen Umständen bei der Be-
stimmung der konkreten Modalitäten der Überstellung des Beschwerdefüh-
rers Rechnung tragen und die spanischen Behörden vorgängig in geeigne-
ter Weise über die spezifischen medizinischen Umstände informieren (vgl.
Art. 31 f. Dublin-III-VO); dies ist vorliegend geschehen, sind doch die
Hauptdiagnosen (psychische Probleme, starke Medikamentenabhängig-
keit, Suizidgedanken) bei den Überstellungsmodalitäten aufgeführt (vgl.
SEM act. [...]-44/1). Der Suizidalität beziehungsweise einer Akzentuierung
suizidaler Tendenzen bei einem zwangsweisen Wegweisungsvollzug ist
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sodann bei der Festlegung des Überstellungszeitpunktes durch geeignete
Massnahmen in Form einer medizinisch begleiteten Ausreise (Heranzie-
hen von medizinischem Fachpersonal bei der Rückführung) nach
B._ Rechnung zu tragen.
Die gesundheitlichen Probleme sind demnach – bei allem Verständnis für
die schwierige Situation des Beschwerdeführers – letztlich nicht von einer
derartigen Schwere, dass aus humanitären Gründen von einer Überstel-
lung abgesehen werden müsste.
6.3.5 Abgesehen davon ist allgemein bekannt, dass B._ über eine
ausreichende medizinische Infrastruktur verfügt. Die Mitgliedstaaten sind
verpflichtet, den Antragstellern die erforderliche medizinische Versorgung,
die zumindest die Notversorgung und die unbedingt erforderliche Behand-
lung von Krankheiten und schweren psychischen Störungen umfasst, zu-
gänglich zu machen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie); den Antragstellern
mit besonderen Bedürfnissen ist die erforderliche medizinische oder sons-
tige Hilfe (einschliesslich nötigenfalls einer geeigneten psychologischen
Betreuung) zu gewähren (Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtlinie). Es liegen
keine Hinweise vor, wonach B._ dem Beschwerdeführer eine adä-
quate medizinische Behandlung (konkret Fortführung der Medikation, al-
lenfalls psychiatrische oder psychotherapeutische Betreuung) verweigern
würde.
6.3.6 Mit Blick auf die vom Beschwerdeführer angesprochene Situation für
Asylsuchende in B._ während der Covid-19-Pandemie ist der Voll-
ständigkeit halber zu ergänzen, dass die Vorinstanz die pandemische Lage
und deren Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung im Destinations-
land im Rahmen des Vollzugs berücksichtigt (bezogen auf B._ vgl.
beispielsweise Urteile des BVGer F-1437/2021 vom 7. April 2021 E. 5.3.6
oder D-3849/2020 vom 19. August 2020 S. 9). Allfällige Verzögerungen bei
der Überstellung wegen Covid-19 stellen lediglich temporäre Vollzugshin-
dernisse dar und vermögen am Ausgang des vorliegenden Verfahrens
nichts zu ändern (vgl. Urteile des BVGer F-3004/2020 vom 17. Juni 2020
E. 7.5 oder F-2489/2020 vom 3. Juni 2020 E. 6.3 m.H.).
7.
Somit liegt kein Grund für die Anwendung der Ermessensklausel von
Art. 17 Dublin-III-VO oder von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 vor. B._ bleibt
zuständiger Mitgliedstaat gemäss Art. 13 Dublin-III-VO. Die Vorinstanz ist
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demnach zu Recht gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asyl-
gesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten und hat die Überstellung
nach B._ (Art. 32 Bst. a AsylV 1) angeordnet.
8.
8.1 Die Beschwerde ist aus den dargelegten Gründen abzuweisen.
8.2 Mit dem vorliegenden Urteil fällt der am 13. September 2021 angeord-
nete Vollzugsstopp dahin. Das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden
Wirkung der Beschwerde ist gegenstandslos geworden.
9.
9.1 Mit vorliegendem Urteil ist der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung
eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden.
9.2 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG. Aufgrund der vorstehenden
Erwägungen ergibt sich, dass seine Begehren als aussichtslos zu gelten
haben. Damit ist eine der beiden kumulativ zu erfüllenden Voraussetzun-
gen (Bedürftigkeit und Nicht-Aussichtslosigkeit) nicht gegeben, weshalb
das Gesuch trotz behaupteter Bedürftigkeit abzuweisen ist.
9.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.–
festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]).
(Dispositiv nächste Seite)
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