Decision ID: ce571fc6-a3ca-40dd-8c24-39f1fa965999
Year: 2014
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Sachverhalt:
A. Die Staatsanwaltschaft Baden übernahm mit Verfügungen vom
23. Oktober 2014 die Strafverfahren wegen "Verdacht Begehung Vermö-
gensdelikte" der Zürcher Staatsanwaltschaften Limmattal/Albis und Winter-
thur/Unterland gegen A.
Die Verfügungen ergingen unbegründet und wurden offenbar entgegen ih-
ren Mitteilungssätzen auch dem Beschuldigten eröffnet. Als Grundlage der
Verfügungen wird die Korrespondenz vom 16. Oktober 2014 einerseits
(Limmattal/Albis) und 22. Oktober 2014 (Winterthur/Unterland) andererseits
genannt (act. 1.2, 1.3).
B. Gegen diese Verfügungen erhebt der notwendige Verteidiger des Beschul-
digten im Untersuchungsverfahren (act. 1.1) am 10. November 2014 Be-
schwerde (act. 1). Er beantragt, die Zürcher Staatsanwaltschaft Winter-
thur/Unterland sei für zuständig zu erklären und stellt das Gesuch um un-
entgeltliche Rechtspflege bzw. um Bestellung als amtlicher Verteidiger
auch im vorliegenden Verfahren.
Es wurde kein Schriftenwechsel durchgeführt (Art. 390 Abs. 2 StPO).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, so-
weit erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug ge-
nommen.

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. Der Gerichtsstand wurde vom Beschuldigten angefochten, ohne zuvor bei
der befassten Strafbehörde die Überweisung an die seiner Ansicht nach
zuständige Strafbehörde zu verlangen. Mangels Überweisungsverfahren
liegt kein gültiges Anfechtungsobjekt für die Beschwerde vor. Nach der
amtlich publizierten Rechtsprechung der Beschwerdekammer ist auf die
Beschwerde daher nicht einzutreten (TPF 2013 179 E. 1.1–1.2).
Die Eingabe vom 10. November 2014 ist zuständigkeitshalber formell der
nach Erlass der Gerichtsstandsverfügungen im Sinne des Gesetzes
(Art. 41 Abs. 1 StPO) befassten Staatsanwaltschaft Baden zu überweisen
(via Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau).
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2.
2.1 Bei der Auferlegung der Gerichtskosten ist zu berücksichtigen, dass der
Beschuldigte der Rechtsmittelbelehrung der Gerichtsstandsverfügungen
gemäss handelte. Zudem verletzten die unbegründet zugestellten Gerichts-
standsverfügungen das rechtliche Gehör des Beschuldigten, falls die Par-
teien vor Erlass weder angehört worden noch ihnen die Gerichtsstandskor-
respondenzen zugestellt worden wären (vgl. TPF 2013 179 E. 1.4). Vorlie-
gend sind daher keine Gerichtsgebühren zu erheben.
2.2 Die unentgeltliche Rechtspflege für die beschuldigte Person beschränkt
sich auf die Beiordnung einer amtlichen Verteidigung im Sinne von Art. 132
Abs. 1 lit. b StPO (Urteil des Bundesgerichts 6B_758/2013 vom 11. Novem-
ber 2013, E. 3.2). Die Anfechtung des Gerichtsstandes ohne durchgeführ-
tes Überweisungsverfahren ist aussichtslos, eine Verteidigung ist für aus-
sichtslose Verfahren zur Wahrung der Interessen des Beschuldigten nicht
erforderlich (vgl. Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO i. V. m. Art. 29 Abs. 3 BV). Das
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege bzw. um Bestellung einer amtli-
chen Verteidigung im vorliegenden Verfahren (vgl. Art. 133 Abs. 1 StPO) ist
somit abzuweisen.
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