Decision ID: 8079f2f5-3532-4df8-9dd7-f7056f856f4d
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1991
,
kamerunische Staatsangehörige, reiste im Jahr 2001
in die Schweiz
ein
. Die Versicherte besuchte
die Sekundarschule in Zürich, absol
vierte diverse Praktika in der Pflege und der Kinderbetreuung und schloss eine einjährige
Vorlehre
zur Fachfrau Kinderbetreuung sowie das Modul
1
des Kurses
Pflegehelferin
des
Schweizerischen Roten Kreuzes
Kanton Zürich
ab
(Urk. 10/2
/1-12
)
. Zuletzt
war sie als Praktikantin Pflege und Betreuung beim Altersheim
Z._
für ein vom 1.
Mai bis 31.
August 2010 befriste
tes Praktikum angestellt. Die Praktikumsstelle wurde
ihr
in der Probezeit
auf den 16. Juli 2010
gekündigt (Urk. 10/2/
13
-16).
Danach war sie nicht mehr arbeitstätig (vgl. Urk. 10/1-140).
Am 13. September 2010 (Urk. 10/3)
meldet
e
sich
die Versicherte
unter
Hinweis auf
psychische Leiden
(psychische Schwierigkeiten, Psychose)
bei der
Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
wies
mit Verfügung vom
9.
Dezember
20
11
(Urk. 10/
44
) einen
Anspruch auf eine
Invalidenrente (
ordentliche und ausserordentliche
Rente
)
ab
.
Zur Begründung wurde ausgeführt, der Anspruch auf eine ordentliche Invaliden
rente werde mangels geleisteter Beitragsjahre und der auf eine ausserordentliche wegen der Vollendung des 18. Altersjahres vor Eintritt des Gesundheitsschadens verneint.
Mit
Verfügung vom
28. Januar
201
3
(Urk. 10/
49
)
wurde
zudem
ein Anspruch auf berufliche Massnahm
en mit der Begründung abgelehnt
, da
ss
aus gesundheitli
chen Gründen keine beruflichen Massnahmen möglich seien.
1.2
Am 5. Januar 2016 (Eingang bei der Beschwerdegegnerin
des am 18. Dezember 2015 unterschriebenen Anmeldeformulars [Urk. 10/56]
; Aktenverzeichnis Urk. 10 Nr. 0056)
meldete
sich die Versicherte unter Hinweis auf
psychische Probleme
erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug angemeldet.
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 10/
91
, Urk. 10/
96
,
Urk. 10/
102,
Urk. 10/
117
, Urk. 10/
123
) wies
die IV-Stelle das Rentenbegehren mit Verfügung vom
2
.
November
2018 (Urk.
10/131
) ab.
2.
Die Versicherte erhob am
5. Dezember 2018 (Urk. 1)
Beschwerde gegen die Ver
fügung vom
2. November 2018
und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr eine Invalidenrente nach dem Bundesgesetz über die Invalidenversicherung zu gewähren
.
Zudem stellte sie Antrag auf Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege
und der Bestellung von Rechtsanwältin Stephanie E
l
ms als ihre unentgeltliche
Rechtsbeiständin
(S.
2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
21. Dezember 2018
(Urk.
9
) Abweisung der Beschwerde
, was
der Beschwerdeführerin am
3. Januar 2019 zur Kenntnis gebracht (Urk. 11
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.
3
Der Anspruch auf eine ordentliche Invalidenrente setzt unter anderem voraus, dass die versicherte Person bei Eintritt der Invalidität
während mindestens drei Jahren Beiträge geleistet hat (Art. 36 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die Invali
denversicherung
[
IVG
]
)
.
1.
4
Kann mangels dreijähriger Mindestbeitragsdauer keine ordentliche Rente geltend gemacht werden, ist der Anspruch auf eine ausserordentliche Invalidenrente zu prü
fen.
Anspruch auf eine ausserordentliche Rente haben
gemäss Art. 39 Abs. 3 IVG auch invalide Ausländer, die als Kinder die
Voraussetzungen von Art. 9 Abs.
3 IVG erfüllt haben.
1.
5
Ausländische Staatsangehörige mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz, die das 20. Altersjahr noch nicht vollendet haben, haben gemäss Art. 9 Abs. 3 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, wenn sie selbst die Voraussetzungen nach Art. 6 Abs. 2 IVG erfüllen oder wenn:
a.
ihr Vater oder ihre Mutter, falls sie ausländische Staatsangehörige sind, bei Eintritt der Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Bei
träge geleistet oder sich ununterbrochen während zehn Jahren in der Schweiz aufgehalten haben; und
b.
sie selbst in der Schweiz invalid geboren sind oder sich bei Eintritt der Invalidität seit mindestens einem Jahr oder seit der Geburt ununterbro
chen in der Schweiz aufgehalten haben. Den in der Schweiz invalid geborenen Kindern gleichgestellt sind Kinder mit Wohnsitz und gewöhn
lichem Aufenthalt in der Schweiz, die im Ausland invalid geboren sind und deren Mutter sich dort unmittelbar vor der Geburt während höchstens zwei Monaten aufgehalten hat. Der Bundesrat regelt, in welchem Umfang die Invalidenversicherung die Kosten zu übernehmen
hat, die sich im Ausland wegen der Invalidität ergeben (Abs. 3).
1.
6
Gemäss Art. 6 Abs. 2 IVG sind ausländische Staatsangehörige, vorbehältlich Art. 9 Abs. 3 IVG, nur anspruchsberechtigt, solange sie ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz haben und sofern sie bei Eintritt der Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Beiträge geleistet oder sich ununterbrochen während zehn Jahren in der Schweiz aufgehalten haben.
1.7
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (lit. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (lit.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige
berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe; lit. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (lit. d).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte
zusammengefasst
in der angefochtenen Verfügung vom
2
.
November
2018
(Urk.
10/131
) aus,
unbestrittenermassen erfülle die Beschwerdeführerin die Voraussetzungen einer ordentlichen Rente nicht
(S. 1 f.)
.
Die
Beschwerdeführerin sei kamerunische Staatsangehörige. Mit Kamerun habe die Schweiz kein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen. Ein Anspruch auf eine ausserordentliche Rente hätte daher nur entstehen können, wenn sie bis unmittelbar vor Zurücklegung des 20. Altersjahres ein
en
Anspruch auf Einglie
derungsmassnahmen gehabt hätte. Dies sei nicht
der Fall. Die Gesundheitsbeein
trächtigung bestehe frühestens seit Juni 2010, der massgebliche Zeitraum sei daher Juni 2010 bis Mai 2011.
Aufgrund der vorhandenen Unterlagen sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass im massgeblichen Zeitraum ein stabiler Gesundheitszustand vorgelegen habe, welcher Eingliede
rungsmassnahmen ermöglicht hätte. Damit entfalle auch ein Anspruch auf eine ausserordentliche Rente (S. 2-4).
Der Rentenanspruch sei bereits im Jahr 2011 rechtskräftig verneint worden. Damit ein Anspruch überhaupt entstehen könne, müsse
ein
Rückkommenstitel
(Wiedererwägungs- oder Revisionsgrund) vorliegen. Dies sei nicht der Fall.
Die Verfügung vom 9. Dezember 2011 sei gemäss der damaligen Rechtslage ergangen. Sie könne daher nicht als zweifellos unrichtig bezeichnet werden. An der gesundheitlichen Situation habe sich seit Ende 2011 nichts verändert. Eine Anpassung könn
t
e daher allein aufgrund der geänderten Rechtpraxis erfolgten. Praxisgemäss stelle eine Änderung der Rechtsprechung jedoch keinen Revisionsgrund dar (S. 4).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich in ihrer
Beschwerde vom
5
.
Dezember
2018 (Urk. 1) hingegen auf den Standpunkt,
angesichts der Voraussetzungen der einzelnen
Eingliederungsmassnahmen könn
e nicht davon gesprochen werden, dass sie vor Mai 2011 nicht eingliederungsfähig gewesen sei
(S. 5-7)
.
Es sei auch aktenmässig erstellt, dass sie gesundheitlich in der Lage gewesen sei, an Einglie
derungsmassnamen teilzunehmen. Zudem müsse sich die Beschwerdegegnerin betreffend die wesentliche Veränderung des Sachverhaltes entgegenhalten lassen, dass sie auf die Neuanmeldung eingetreten sei und im Rahmen des ersten Abklä
rungsverfahrens die Eingliederungsfähigkeit gar nicht abgeklärt worden sei
(S. 7 unten)
.
2.3
Umstritten und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführerin nach der Neuanmeldung
vom 5. Januar 2016 eine
Rente der Invalidenversicherung zusteht.
Unbestritten und mit der Aktenlage vereinbar ist
dabei
, dass die Beschwerde
-
fü
h
rerin
kein
en
Anspruch auf eine ordentliche Invalidenrente
hat
bzw. nie hatte
, da sie bei Eintritt der Invalidität nicht mindestens drei Jahre
Beiträge geleistet hatte (
E. 1.3,
Urk. 1 S. 4 unten, Urk. 10/131 S. 2, Urk. 10/78).
Dies führt dazu, dass bei ihr als Staatsangehörige Kameruns nur ein Anspruch auf eine ausserordentliche Rente unter den Voraussetzungen von Art. 3
9 Abs.
3 in Verbindung mit Art. 9 Abs. 3 IVG überhaupt entstehen kann bzw. hatte entstehen können (vgl. E. 1.4-E. 1.6).
3.
3.1
Die
rentenabweisende
Verfügung vom
9. Dezember 2011 (Urk. 10/44)
beruht
e gemäss versicherungsinternem
Feststellungsbl
att
vom
14
.
September
2011
(Urk. 10/
30
)
im Wesentlichen
auf nachstehenden
Unterlagen
:
3.
2
Oberarzt Dr.
med.
A._
und Assistenzärztin pract. med.
B._
von
der
p
sy
chiatrischen
K
linik
C._
,
wo sich die Beschwerdeführerin
vom 8.
Juni
bis 29.
September 2010
aufgrund eines
fürsorgerischen Freiheit
s
entzuges
zum ersten Mal
in
stationärer
Behandlung
befand
(vgl. Urk. 10/88/2-4 S. 1)
, stell
te
n
in
ihrem
Bericht
vom 12
.
Oktober 2010 (Urk. 10/8
/1-3
)
eine paranoide Schizophrenie als Diagnose
mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
).
Sie führten aus,
aufgrund des protrahierten Verlaufs und der schwierigen medi
ka
mentösen Einstellung sowie der teilweise schwer herzustellenden Compliance scheine die Prognose eher ungünstig
(S. 3 oben). Im Verlaufsbericht
,
ebenfalls vom 12. Oktober 2010
(Urk. 10/8/4
,
) hielten sie fest, in nächster Zukunft werde die Arbeit höchstens im geschützten Bereich zu 50-80 % möglich sein.
3.
3
Gestützt auf die
se
Berichte der
C._
führte Dr. med.
D._
, Fachärztin für Kin
der- und Jugendmedizin, vom regionalen ärztlichen Dienst (RAD)
in ihrer Stellungnahme vom 18.
November 2010 (Urk. 10/30 S. 3
oben
)
aus, die Angaben der Berichte seien gut nachvollziehbar. Es könne darauf abgestellt werden. Derzeit bestehe
bis auf Weiteres
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten auf dem freien Arbeitsmarkt
.
3.4
3.4.1
Die zuständige Mitarbeiterin
des Rechtsdienstes der Beschwerdegegnerin hielt in ihrer Stellungnahme vom 20. Juli 2011 (Urk. 10/30 S. 3
Mitte
) fest, gestützt auf
Rz
7104
der
Wegleitung über die Renten (RWL) in der Eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung
seien die Voraussetzungen für die Ausrichtung einer ausserordentlichen Rente nicht erfüllt, da die Versicherte als
Minderjährige die Voraussetzungen von Art. 9 Abs. 3 IVG mangels
invalidenver
sicherungsrelevanten
G
esundheitsschadens nicht erfüll
e. Ausserdem sei der Ein
tritt des G
esundheitsschadens nach dem 18.
Altersjahr erfolgt.
3.
4.2
Der
Wortlaut
Rz
7103 der
RWL
(Version vom
20.
Juli 2011
)
lautet
:
«Ein Anspruch auf die ausserordentliche Invalidenrente besteht dagegen nicht, wenn unmittelbar vor der Zurücklegung des 18. Altersjahres kein Anspruch auf Sachleistungen bestanden hat, sei dies mangels der invaliditäts- oder der versicherungsmässigen Voraussetzungen. Ein Anspruch auf diese besteht vorbehältlich staatsvertraglicher Rege
lung auch nicht für ausländische Staatsangehörige, die ers
t nach der Zurücklegung des 18.
Altersjahres in rentenbegründendem Ausmass invalid werden. Dies trifft auch zu, wenn sie in früheren Jahren einmal Eingliederungsleistungen der Invalidenversicherung haben beanspruchen
können. »
3.
5
Die Beschwerdegegnerin
schloss
gestützt auf diese Aktenlage
darauf, dass zwar eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorliege, aber wegen der fehlenden Beitr
ags
jahre kein Anspruch auf eine ordentliche
Invalidenrente und wegen des Eintritts des Gesundheitsschadens nach Vollendung des 18. Altersjahres kein Anspruch auf eine ausserordentliche Invalidenrente bestehe
,
und wies
in der Folge das Ren
tenbegehren ab
(Urk. 10/44)
.
4
.
4.1
E._
,
dipl.
Arzt, von der Klinik
F._
wo die Beschwerde
führerin vom 9. August bis 20. September 2016 stationär behandelt wurde, attes
tierte der Beschwerdeführerin in seinem Bericht vom 9. Dezember 2016 (Urk. 10/86) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die Dauer der Hospitalisation. Zudem
führte er aus, er könne zum Umfang und ab wann eine behinderungsan
gepasste Tätigkeit möglich sei aufgrund der kurzen Hospitalisation nicht verläss
liche Angaben
machen
(Ziff. 1.7).
Mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit könne nicht gerechnet werden (Ziff. 1.9).
4.2
Oberärztin Dr. med.
G._
und Assistenzärztin Dr. med. et Dr. sc. nat.
H._
von der
C._
, wo die Beschwerdeführerin in der Zeit von Juni 2010 bis Dezember 2016 elfmal hospitalisiert
gewesen
war (vgl.
Urk. 10/77,
Urk. 10/82, Urk. 10/88
/1-56
), nannten im aktuellsten
Bericht
vom 23. Dezember 2016
(Urk. 10/88/
49
-56)
über die Hospitalisation vom 9.
November bis 1.
Dezember 2016
als Diagnosen (S. 1) eine p
aranoide Schizophrenie (ICD-10 F20.0), Abhängigkeitssyndrome mit psy
chischen und Verhaltensstörungen durch Kokain, Opioide und Alkohol (ICD-10 F14.2, F11.2, F10.2) sowie aktenanamnestisch eine andauernde Persönlichkeits
störung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0;
Oktober 2016
I._
). Sie
hielten fest
, die Symptomatik sei im Rahmen der bekannten paranoiden Schizo
phre
nie,
exazerbiert
durch Medikamenten-
Malcompliance
und multiplen
Substan
zen
konsum
,
zu beurteilen
(S. 4 unten)
.
Zur Arbeitsfähi
gkeit äusserten sie sich nicht.
Die aktuellste
Einschätzung
zur Arbeitsfähigkeit
von Fachpersonen
der
C._
fin
det sich im Bericht vom 22. Juli 2016 (Urk. 10/77)
. Darin attestierten
Oberarzt Dr. med.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie
FMH,
und M.A.
K._
, eidgenössisch anerkannter Psychotherapeut,
d
er Beschwerdeführe
rin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
in jeder Tätigkeit seit der bei ihnen am 12. Februar 2013 aufgenommenen Behandlung
(
Ziff. 1.2 und
Ziff. 1.6).
5.
5.1
Die Rechtskraft von Verfügungen und (Einsprache- oder Beschwerde-) Entschei
den über Dauerleistungen im Bereich der Sozialversicherung, u.a. Renten der Alters- und Invalidenversicherung, ist grundsätzlich zeitlich unbeschränkt. Sie erfasst die Anspruchsvoraussetzungen ebenso wie die Faktoren der Leistungsbe
messung, soweit sie im
Entscheidzeitpunkt
abgeschlossene Sachverhalte betref
fen. Es liegt insofern eine abgeurteilte Sache (
res
iudicata
) im Rechtssinne vor. Die betreffenden Anspruchsvoraussetzungen und Leistungsbemessungsfaktoren können daher vorbehältlich einer prozessualen Revision oder Wiedererwägung des rechtskräftigen Entscheids (Art. 53 Abs. 1 und Art. 61 lit. i bzw. Art. 53 Abs. 2 ATSG) nicht bei jeder neuen Bezugsperiode in Frage gestellt und geprüft wer
den, es sei denn, das Gesetz sehe ausdrücklich eine andere Regelung vor. Die vorstehenden Grundsätze gelten auch im Rahmen der Revision einer Dauerleis
tung nach Art. 17 ATSG im Sinne der Anpassung pro
futuro
an (nachträgliche) erhebliche Änderungen der tatsächlichen (und allenfalls rechtlichen) Grundlagen der ursprünglichen Leistungszusprechung (BGE 136 V 369 E. 3.1.1).
5.2
Nachdem die
Beschwerdegegnerin
mit Verfügung vom 9. Dezember 2011 (Urk. 10/44) bereits über den Anspruch einer ordentlichen sowie ausserordentli
chen Rente der Beschwerdeführerin rechtskräftig entschieden hatte,
wies
sie
zu Recht daraufhin, dass es für die Neubeurteilung des Rentenanspruches ein
es
Wiedererwägungs- oder Revisionsgrundes bedürfte
, und zeigte mit Verweis auf die unveränderte gesundheitliche
Situation auf, dass
beide
nicht
vorliegen
(Urk. 10/131 S. 4). Demgegenüber setzte sich die Beschwerdeführerin
– abgesehen von
dem
kurzen
Verweis, dass die Beschwerdegegnerin ja auf die Neuanmeldung eingetreten sei (vgl. E. 5.
4
sogleich) -
nicht mit der Notwendigkeit eines
Rück
kommenstitels
auseinander und handelte die Frage über den geltend gemachten
Rentenanspruch
wie bei einer Erstanmeldung ab
(vgl. Urk. 1 S. 4-8).
5.
3
5.3.1
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV) so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten i
st (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
säch
lichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invali
di
täts
grad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3).
5.3.2
Aus erwerblicher Sicht hat sich die Situation der Beschwerdeführerin – unbestrit
tenermassen (vgl. Urk. 1) - seit der Verfügung vom 9. Dezember
2011
nicht verändert. Damals wie auch
zur Zeit der R
entenabweisung mit Verfügung vom
2. November 2018
ging die Beschwerdeführerin keiner
Erwerbstätigkeit
nach (vgl.
Urk. 7 S. 3,
Urk. 10/56 S. 6,
Urk. 10/78
)
.
Auch aus gesundheitlicher Perspektive hat sich der Sachverhalt
in den tatsächli
chen Verhältnissen seit
der Rentenabweis
ung
am 9.
Dezember 2011
nicht
in einer Weise geändert
, die geeignet
wäre
, den Invaliditätsgrad und damit den
Renten
anspruch zu beeinflussen. Sowohl damals
wie
auch heute liegt aufgrund der paranoiden Schizophrenie eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit vor (vgl. E. 3.2-3, E. 4.1-E. 4.2), was die Beschwerdeführerin auch nicht in Abrede stellt (vgl. Urk. 1).
Entgegen der Ansicht der Beschwerde
führerin
(vgl. Urk. 1 S. 7 unten) lässt sich aus dem Umstand, dass die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung eingetre
ten ist, nicht ableiten, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse wesentlich verän
dert hätten. Daran würde
ebenso
wenig
eine allfällig mangelnde Abklärung der Eingliederungsfähigkeit etwas ändern.
5.3.3
Demnach ist weder aus erwerblicher noch gesundheitlicher Sicht
eine
wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit
der ursprünglichen Rentenab
weis
ung im
Dezember
2011 ausgewiesen
, die geeignet
wäre
, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu
beeinflussen. Eine wesentliche Veränderung des Sachverhaltes im Sinne von Art. 17 ATSG liegt
folglich
nicht vor.
5.4
Ebenso fällt eine prozessuale Revision nach Art. 53 Abs. 1 ATSG ausser Be
tracht. Für die Verfügung vom 9
. Dezember 2011
w
urden alle erhebliche Tataschen oder
Beweismittel
berücksichtigt respektive ist
es
nicht ersichtlich, dass neue erhebli
che Tatsachen oder Beweismittel
existierten
, deren Beibringung damals nicht möglich gewesen sein sollte (
BGE
143 V 105 E. 2.1, 138 V 324 E.
3.2
).
5.
5
Der
Entscheid über die Vornahme
einer
Wiedererwägung
ist alleine
i
n das Ermes
sen des Versiche
rungsträgers gestellt. Ein gerichtlich durchsetzbarer Anspruch auf eine Wiedererwägung besteht nicht (Urteil des Bun
desgerichts 8C_634/2017 vom 20. Februar 2018 E.
5.4).
Diesbezüglich ist
ergänzend
zu bemerken, dass an der Begründung der Beschwer
degegnerin, weshalb eine Wiedererwägung vorliegend nicht in Betracht fällt, nichts auszusetzten
ist
. Zum Zeitpunkt der Verfügung vom 9. Dezember 2011
war die Formulierung «als Kinder» in Art. 39 Abs. 3 IVG im Zusammenhang mit dem Anspruch auf eine ausserordentliche Rente so zu verstehen,
dass
darunter nur Personen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres fielen. Die am 19.
Mai 1991 geborene
Beschwerdeführerin hatte bei Eintritt ihrer Invalidität im S
eptember 2009 bereits das
18.
Altersjahr vollen
det
, weshalb der damalige Entscheid nicht als zweifellos unrichtig bezeichnet werden kann. Erst
mit
BGE
140
V
246
vom 6. Juni 2014
wurde die Rechtsprechung dahingehend präzisiert,
dass
die Formu
lierung «als Kinder»
mit Blick auf den Verweis von Art. 39 Abs. 3 IVG auf Art. 9 Abs. 3 IVG
«
vor Vollendung des 20.
Altersjahres
»
bedeutet.
5.
6
5.6.1
Nach der Rechtsprechung zum Sozialversicherungsrecht sind ursprünglich fehlerfreie Verfügungen über Dauerleistungen unter Vorbehalt
anderslautender
Übergangsbestimmungen sowie allfälliger wohlerworbener Rechte grundsätzlich an Änderungen der Rechtslage anzupassen, welche aus einem Eingriff des Gesetzgebers resultieren. Demgegenüber bildet eine geänderte Gerichts- oder Verwaltungspraxis im Prinzip keinen Anlass, in eine laufende, auf einer formell rechtskräftigen Verfügung beruhende Dauerleistung einzugreifen
. Nur ausnahms
weise kann eine Rechtsprechungsänderung zur Abänderung einer rechtskräftigen Verfügung (mit Wirkung für die Zukunft) führen, wenn die neue Praxis in einem solchen Masse allgemeine Verbreitung erfährt, dass ihre Nichtbefolgung als Verstoss gegen das Gleichheitsgebot erschiene, insbesondere wenn die alte Praxis nur in Bezug auf eine einzige versicherte Person oder eine geringe Zahl von Ver
sicherten beibehalten würde (BGE 135 V 201 E. 6.1.1).
5.6.2
Selbst
wenn man davon ausginge, dass vorliegend ausnahmsweise aufgrund der mit Entscheid
BGE 140 V 246
erfolgten Praxisänderung
(vgl. dazu E. 5.5 vorste
hend)
ein Grund für eine Neubeurteilung vorläge, führte dies nicht zur Zus
p
rache einer Rente.
Der
auf Art. 39 Abs. 3 IVG in Verbindung mit Art. 9 Abs.
3 IVG gelten
d gemachte Rentenanspruch setzt voraus
, dass die betroffene Person
nach Eintritt des Gesundheitsschadens bis zur Vollendung des 20. Altersjahres
Eingliederungs
massnahmen erhielt oder hätte erhalten können
.
Die
s
wäre
der
Fall
gewesen
, wenn die
Beschwerdeführerin damals
Eingliederungsmassnahmen medizinischer oder beruflicher Art hätte beanspruchen können
(BGE 140 V 246 E. 7.3.1)
.
5.6.3
Betreffend die medizinischen Massnahmen
(Art. 12-14
bis
IVG)
gilt
Folgendes zu beachten:
Gemäss Art. 12 Abs. 1 IVG
besteht
Anspruch auf medizinische Mass
nahmen, die nicht auf die Behandlung des Leidens an sich, sondern unmittelbar auf die Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich gerichtet und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe
reich zu betätigen, dauernd und wesentlich zu verbessern oder vor wesentlicher Beeinträchtigung zu bewahren. Eine therapeutische Vorkehr, deren Wirkung sich in der Unterdrückung von Symptomen erschöpft, kann nicht als medizinische Massnahme im Sinne des Art. 12 IVG gelten, selbst wenn sie im Hinblick auf die schulische und erwerbliche Eingliederung unabdingbar ist. Eine Psychotherapie kann von der Invalidenversicherung nur übernommen werden, wenn sie keinen Dauercharakter hat, also nicht – wie dies etwa bei Schizophrenien oder manisch-depressiven Psychosen zutrifft – zeitlich unbegrenzt erforderlich sein wird (Urteil des Bundesgerichts 8C_106/2014 vom 9. April 2014 E. 5.2 mit weiteren Hinweisen).
Die Beschwerdeführerin leidet an einer paranoiden Schizophrenie
(E. 3, E. 4)
.
Eine allfällige durchgeführte Psychotherapie hätte sich in der Wirkung auf die Unter
drückung der Symptome erschöpft. Ein
Anspruch
als medizinische Massnahme im Sinne
von Art. 12 IVG
h
ä
tte somit
nicht
bestanden.
5.6.4
Sowohl für Integrationsmassnahmen (Art. 14a IVG) als auch für
berufliche Massnahmen
(Art.
15-18d IVG)
bedarf es
,
um als objektiv eing
liederungsfähig zu gelten, eines
stabilen Gesundheitszustand
es
, der die Durchführung der Mass
nahme erlaubt
(BGE 140 V 246 E. 6.2)
.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 7 Ziff. 25)
stellten d
ie Fachärzte der
C._
mit
Bericht vom
12. Oktober 2010 (E. 3.2) keine Eingliede
rungsfähigkeit fest. Vielmehr hielten sie in
Zukunft
eine
Arbeit
höchstens
im geschützten Bereich zu 50-80 %
allenfalls für
möglich.
Sie
stellten jedoch
auf
grund des protrahierten Verlaufs und der schwierigen medikamentösen Einstel
lung sowie der teilweise schwer herzustellenden Compliance
eine eher ungünstige Prognose.
Ein stabiler Gesundheitszustand wurde in der Zeit bis zur Vollendung des 20. Altersjahres am 19. Mai 2011
seit Eintritt des Gesundheitsschaden
s
nach der
Erstmanifestation der paranoiden Schizophrenie im Juni 2010 (vgl. Urk. 10/88/2-
3
S. 1)
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erreicht. Das damalige Ver
halten der Beschwerdeführerin zeichnete sich durch eine mangelnde Compliance aus
(
E. 3.2
)
. Neben
dem notfallmässigen stationären Aufenthalt
in der
C._
ist
keine regelmässige psychotherapeutische und medikamentöse Behandlung der paranoiden Schizophrenie, welche auf eine Stabilisierung
hindeuten würde
,
aktenkundig (vgl. Urk. 10/1-140)
.
So wurde die
Medik
ation während des
Aufent
haltes in der
C._
vom 8.
Jun
i
bis 29.
September 2010
mehrmals auf Wunsch der Beschwerdeführerin reduziert, was aber regelmässig
zu einer Zunahme der Symp
tomatik
führte
(vgl. Urk. 10/88/2-4 S. 2 unten)
.
5.6.5
Nach dem Gesagten
war die Beschwerdeführerin ab Eintritt des Gesundheitsscha
dens bis zur Vollendung des 20. Altersjahres nicht eingliederungsfähig. Selbst wenn
also
d
avon ausgegangen würde,
mit der Praxisänderung mit Entscheid BGE 140 V 246
liege
ein
Rückkommenstitel
vor,
hatte
kein Anspruch auf ei
ne Rente entstehen könne.
5.
7
Zusammenfassend ist damit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom
2. November 2018 (Urk. 10/131)
einen
Anspruch auf eine
ordentliche sowie eine ausserordentliche Rente abermals verneinte. Die Beschwerde ist in der Folge abzuweisen.
6.
6
.1
Die
Beschwerdeführer
in
beantragte (Urk. 1 S. 2) die unentgeltliche Rechtspflege unter Bestellung von
Rechtsanwältin
Stephanie Elms
,
Zug,
als unentgeltliche Rechtsvertreter
in
. Die Prozessführung schien zum Zeitpunkt der Verfahrens
einleitung
knapp
nicht aussichtlos, die Bedürftigkeit
der
Beschwerdeführer
in ist ausgewiesen (
Urk.
7-8
) und eine
Rechtsverbeiständung
geboten. Ih
r
ist daher die unentgeltliche Rechtspflege unter Bestellung
von
Rechtsanwältin
Stephanie Elms
,
Zug, als unentgeltliche
Rechtsbeistä
nd
in
zu gewähren (vgl. BGE 103 V 46, 100
V
61, 98 V 115).
6
.2
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind auf Fr. 800.
--
festzuset
zen. Ausgangsgemäss sind sie
der
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen, infolge der bewilligten unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.
Rechtsanwältin
Stephanie Elms
,
Zug,
ist
als unentgeltliche
Rechtsvertreter
in
aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) bemisst sich die Höhe der gerichtlic
h fest
zusetzenden Entschädigung
nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierig
keit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens,
jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Trotz der gerichtlichen Aufforderung vom 3. Januar 2019 (Urk. 11) hat die Rechtsvertreterin keine Kostennote eingereicht. Die Entschädigung ist
daher nach Ermessen auf Fr. 1’7
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) fest
zusetzen.
Die
Beschwerdeführer
in
ist auf § 16 Abs. 4 GSVGer hinzuweisen, wonach
sie
zur Nachzahlung der Gerichtskosten sowie der Auslagen für die Vertretung verpflich
tet werden kann, sofern
sie
dazu in der Lage ist.