Decision ID: e0491d86-d7e6-43c4-a634-3256367cfca3
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1965,
arbeitete vom 1
5.
Mai 2006 bis zum 30. November 2013 (letzter effektiver Arbeitstag: 2
3.
August 2013) bei der
Y._
AG als Elektromonteur (
Urk.
12/25). Das Arbeitsverhältnis wurde von der Arbeitgeberin wegen langanhaltender krankheitsbedingter Absenzen aufgelöst (
Urk.
12/23). Am 2
5.
Juli 2013 (Datum des Posteingangs) meldete sich der Versicherte bei der Invalidenversicher
ung zum Leistungsbezug an (Urk.
12/12). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog die Akten der Krankentaggeldversicherung Allianz Suisse Versicherungsgesellschaft bei (Urk. 12/18/1-28).
Ausserdem
holte
sie den Arbeit
geberbericht der
Y._
AG vom
4.
Dezember 2013 (Urk. 12/25)
sowie
die Arztberichte von
Dr.
Z._
,
F
achchiropraktor
SCG/ECU vom 19. November 2013 (
Urk.
12/24) und von
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Neurologie FMH, vom
1
4.
Januar 2014 (
Urk.
12/26) ein
. Am 2
2.
Januar 2014 teilte die IV-Stelle
X._
mit, die Abklärungen hätten ergeben, dass keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien. Es werde der Anspruch auf eine Rente geprüft (
Urk.
12/28). In der Folge zog die IV-Stelle weitere Akten von der All
ianz bei (
Urk.
12/33/1-48, Urk.
12/34/1-22
) und holte den Arztbericht von
Dr.
med.
B._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom
20.
Mai 2014 (
Urk.
12/36) ein.
Mit Schreiben vom
1.
Dezember 2014 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass er im Rahmen seiner Schadenminderungspflicht gehalten sei, eine nachhaltige fachärztliche Psycho- und Pharmakotherapie durchzuführen. Nehme er an den entsprechenden Massnahmen nicht teil, könne dies dazu führen, dass auf zukünftige Leistungsgesuche nicht eingetreten oder diese abgewiesen würden (
Urk.
12/47). Mit Vorbescheid vom
1.
Dezember 2014 stellte die IV-Stelle sodann die Abweisung des Anspruches auf IV-Leistungen in Aussicht, da der Invaliditätsgrad lediglich 11
%
betrage (
Urk.
12/48). Die IV-Stelle holte d
en Arztbericht von
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Allge
meinmedizin,
vom 25.
November 2014 ein (
Urk.
12/50/1-4, unter Beilage diverser weiterer Arztberichte,
Urk.
12/50/5-74).
Am
8.
Dezemb
er 2014 (
Urk.
12/52) bzw. am 6.
Januar 2015 (
Urk.
12/55) erhob
X._
durch Rechtsanwalt Oskar
Gysler
gegen den Vorbescheid
vom
1.
Dezember 2014
Einwand.
Mit neuem Vorbescheid vom
9.
April 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten abermals mit, sein Leistungsbegehren müsse abgewiesen werden,
da der Invaliditätsgrad 14
%
betrage
(
Urk.
12/6
1
). Gegen diesen Vorbescheid erhob
X._
am 13. April 2015 (
Urk.
12/62) bzw. am 2
1.
April 2015 (
Urk.
12/64) durch Rechtsanwalt
Gysler
Einwand. Mit Verfügung vom 1
0.
Juni 2015 wies die IV-Stelle den Anspruch auf eine Invalidenrente ab (
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob
X._
durch Rechtsanwalt
Gysler
am 23. Juni 2015
unter Beilage des Berichtes von
Dr.
B._
vom
3.
Juli 2015 (Urk.
3)
Beschwerde
mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
„
1.
Es sei dem Beschwerdeführer ab Februar 2014 e
ine volle IV-Rente zuzusprechen;
2.
Eventualiter sei die Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen;
3.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST) zu Lasten der Beschwerdegegnerin.“
Am 2
0.
Juli 2015 (
Urk.
7) liess der Beschwerdeführer den Austrittsbericht des
D._
vom 1
3.
Juli 2015 (
Urk.
8/4) einreichen. Die Beschwerdegegnerin ersuchte mit Beschwerdeantwort vom
7.
September 2015 um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
11), was dem Beschwerdeführer am 14. September 2015 mitgeteilt wurde (
Urk.
13).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
oder eine vergleichbare Störung ohne erkennbare organische Ursache begründet als solche
noch keine Invalidität. Nach der bisherigen Recht
sprechung bestand eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind.
Danach konnten bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügte. Ob ein solcher Ausnahmefall vorlag, entschied sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien
(BGE 130
V
352, 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3).
1.3
Mit
BGE 141 V 281
hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursa
che und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 u
nd anschliessende Urteile) ange
passt und festgehalten, dass die
Invaliditätsbemes
sung
stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berück
sichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen nieder
schlagen muss.
An die Stelle des bishe
rigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) trete
n im Regelfall beachtliche Stan
dardindikatoren. Diese lassen sich in die Ka
tegorien Schweregrad und Konsis
tenz der funktionellen Auswirkungen ein
teilen. Der Prüfungsraster ist rechtlich
er Natur.
Die
Anerkennung eines
renten
begrün
denden
Invaliditätsgrades ist nur zulässig, w
enn die funktionellen Aus
wirkun
gen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt e
s da
ran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wi
e vor die materiell beweisbe
las
tete versicherte Person zu tragen (E. 6).
Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert werden können, umschreibt das Bundesger
icht in BGE 141 V 281
wie folgt:
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
Komorbiditäten
(E. 4.3.1.3)
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
behandlungs- und eingliederungsanam
nestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
(E. 4.4.2)
.
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachver
halt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander wi
dersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erled
igen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitige
n Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und
gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Gemäss dem Bericht
des
Fachchiropraktoren
Dr.
Z._
vom 1
9.
November 2013 (
Urk.
12/24) bestehen beim Beschwerdeführer ein persistierendes
zervikos
pondylogenes
Schmerzsyndrom links/
zervikoradikuläres
Schmerzsyndrom C6 links, bei ausgeprägter Segmentdegeneration C5/C6 mit
foraminaler
Stenose und möglicher Irritation C6 links,
myofaszialer
Befunde der Nacken-/
Schulter
muskulatur
und Insuffizienz der Nacken-/Schultermuskulatur sowie ein persis
tierendes
Costotransversalsyndrom
links, bei leichter Spondylose T6-T9 sowie
erosiver
Osteochondrose
T8/T
9.
In seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Elekt
riker sei der Beschwerdeführer vom
1.
April bis zum
9.
Juni 2013 zu 100
%
, vom 1
0.
Juni bis zum 2
3.
Aug
ust 2013 zu 50
%
und ab dem 24.
August 2013 bis auf
Weiteres
zu 100
%
arbeitsunfähig. Es bestehe eine deutlich verminderte Belastbarkeit bei der Arbeit als Elektriker, bei Überkopfarbeiten, Tragen und Heben von Lasten sowie Arbeiten in ungünstiger ergonomischer Position. Ein 50%iger Arbeitsversuch sei vom Beschwerdeführer nicht toleriert worden, es sei zu einer deutlichen
Schmerzexazerbation
gekommen. Eine alternative Tätigkeit im Rahmen eines technischen Dienstes/Hausunterhalts bzw. im Verkauf von leichten Elektroartikeln sei in einem 50%-Pensum möglich. Es müsste dazu ein
probatorischer
Ansatz gewählt werden.
2.2
Laut dem Arztbericht der Neurologin
Dr.
A._
vom 1
4.
Januar 2014 (Urk. 12/26)
bestehen beim Beschwerdeführer linksseitige
Zervikobrachialgien
, ohne sensomotorisches Defizit, eine hochgradige Spondylose bei
Osteochond
rose
auf Höhe HWK 5/6 und HWK 6/7 mit konsekutiver mittelgradiger Stenose
foraminal
auf Höhe HWK 5/6
bds
., weniger ausgeprägt auf Höhe HWK 6/7
bds
. und ein
cervikozephales
Schmerzsyndrom sowie als Nebendiagnosen ein persis
tierendes
Costotransversal
-Syndrom bei
segmentalen Befunden mittthora
kal, eine
Lumboischialgie
links, eine leichte sensible Neuropathie des
Nervus
ulnaris
links, gelegentliche linksp
ektorale
Beschwerden - Differential
diagnose:
coronare
Herzkrankheit bei formal grenzwertiger pathologischer ergometrischer Belas
tung, 64-Zeilen-MS-CT-Coronarunter
suchung mit 1,74
mSv
,
stenosefreien
Coronarien
,
fali
vaskuläre Risikofaktoren: Status nach langjährigem
Nikotin
konsum
von gegen 50
py
, behandelte Hypertonie
,
und verdickter Intima-Media beidseits ohne signifikante
Plugs
.
In der Tätigkeit als Elektromonteur sei der Beschwerdeführer aktuell zu 100
%
arbeitsunfähig. Es bestünden eine deutlich reduzierte psychische und physische Belastbarkeit und
die
Möglichkeit von unkonzentriertem und fehlerhaftem Arbeiten.
Nach entsprechenden Mass
nah
men zur
Rekonditionierung
und Mobilisierung und schrittweiser Steigerung des Arbeitspensums sei ein Arbeitspensum von 50
%
wieder möglich. Eine defini
tive Prognose könne nicht abgegeben werden.
2.3
Gemäss dem von der Krankentaggeldversicherung Allianz in Auftrag gegebenen Gutachten des
E._
vom
6.
März 2014 (
Urk.
12/33/15-33) bestehen beim Beschwerdeführer mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chroni
sches
zervikothorakospondy
logenes
Syndrom linksbetont bei Wi
rbelsäulenfehlhaltung mit Flach
rücken und hochthorakaler
Gibbusbildung
, anamnestisch Status nach C8-Reizsyndrom, ohne strukturell zuzuordnende Veränderungen, Status nach
thorakolumbalem
Morbus Scheuermann, leichte degenerative Ve
r
änderungen der unteren HWS,
myofaszial
betont sowie ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
dysfunktionelles
Krankheitsverhalten,
wahrscheinlich
funktionelle abdominale Problematik sowie Kopfschmerzen, Differentialdiagnose:
somatoforme
Schmerzstörung, Anpassungsstörung.
Im Rahmen der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit habe der Beschwerdeführer ein ausgeprägtes
dysfunktionelles
Schmerzverhalten mit Schmerz- und Schonverhalten, vorzeitigem Abbruch verschiedener Tests vor Erreichen einer funktionellen
Limite
, Überschreiten der
Zeitlimite
und schlechter Testkonsistenz gezeigt. Zum Teil sei das Verhalten ängstlich geprägt mit Angst vor Beschwerdeverstärkung gewesen, allerdings hätten die doch deutlichen Inkonsistenzen sowohl bei der Testsituation als auch bei der klinischen Untersuchung
sich
nicht erklären lassen.
Es dürfte sich am ehesten um eine ungünstige Entwicklung aufgrund der unklaren beruflichen Perspektive handeln, welche vom Beschwerdeführer als belastend bezeichnet werde. Funktionelle
Limiten
oder Einschränkungen hätten nicht objektiviert werden können. Das Problem liege im ausgeprägten Schmerz- und Schonverhalten. Die Leistungsbereitschaft des Beschwerdeführers sei nicht zuverlässig. Die Beobachtungen bei den Tests wiesen auf eine deutliche Selbstlimitierung hin. Die Konsistenz sei schlecht und die demonstrierte Belastbarkeit nur minimal gewesen. Infolge erheblicher Symptomausweitung, Selbstlimitierung und
Inkonsistenz seien die Resultate der Belastbarkeitstests nicht verwertbar. Es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei gutem
Effort
mehr leisten könnte. Unter Berücksichtigung der deutlichen Fehlstatik und der offen
sichtlichen Dekompensation sei davon auszugehen, dass die angestammte Tätigkeit rein leistungsmässig erheblich reduziert sei mit Gewichtsbelastungen von höchstens mittelschwer, vermehrten Pausen über den Tag verteilt und Ein
nehmen von Haltungen über den Kopf und in verdrehter Position
lediglich sel
ten, entsprechend einer 50%igen Leist
ungsfähigkeit ganztags (Arbeits
fähigkeit medizinisch-theoretisch 50
%
). Angepasst sei eine wechselpositionierte (Ste
hen/Gehen und Sitzen) Tätigkeit mit Hantieren von Lasten bis mittelschwer (selten bis 20 kg ab Boden und horizontal, 15 kg über Schulterhöhe, manchmal ab Boden und horizontal bis 12,5 kg, über Schulterhöhe 10 kg), seltenem Arbeiten über Schulterhöhe und in vorgeneigter und verdrehter Position.
Eine solche Tätigkeit könne der Beschwerdeführer aus rheumatologisch-ortho
pädi
scher Sicht ganztags ausüben.
Aufgrund des Verhaltens und der Symptome bestehe mit grösster Wahrscheinlichkeit eine Anpassungsstörung, welche aber aus dem rheumatologischen Fachbereich heraus eher nicht zu einer zusätzlichen
Leistungsminderung
führe.
2.4
2.4.1
Laut dem Arztbericht des Psychiaters
Dr.
B._
vom 2
0.
Mai 2014 (
Urk.
12/36) bestehen beim Beschwerdeführer ein chronisches
zervico
-thorakales
Schmerz
syndrom
mit progredienter Schmerzausweitung sowie eine zusätzliche
Anpas
sungsstörung
mit längerer depressiver Reaktion im Sinne eine
r
mittelschweren depressiven Episode (Differentialdiagnose: anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
).
Aktuell sei der Beschwerdeführer zu 100
%
arbeitsunfähig. Es bestehe eine starke Einschränkung der körperlichen und psychischen Leistungsfähigkeit (schwere Bewegungseinschränkung durch Schmerz, psychische Einschränkung von Ausdauer,
Belastungs- und Konzentrations
fähigkeit).
2.4.2
Im an die Taggeldversicherung Allianz gerichteten Bericht vom 1
5.
Juli 2014 (
Urk.
12/41) hielt
Dr.
B._
fest, der Versuch eine
r
umfassenden Beurteilung einer begleitenden psychischen Dimension sei wegen der Schmerzfokussierung des Beschwerdeführers nicht ganz einfach. Diese Schmerzfokussierung könne auch als Hinweis darauf verstanden werden, dass der Beschwerdeführer sich von einer Reflexion seiner Krankheits- und Lebenssituation überfordert fühlen könnte, zu sehr und traumatisch in seinem Schmerz und seiner Angst darüber gefangen bleibend. Diagnostisch liege aus psychiatrischer Sicht eine mittel
schwere depressive Episode vor, wahrscheinlich ausgelöst oder verstärkt durch das schwere Schmerzsyndrom. Beide Syndrome agierten aktuell progressiv, sich
verstärkend. Dem Auslöser der depressiven Symptomatik zugrunde liegen könnte eine persönliche Vulnerabilität, möglicherweise durch kulturelle Normen verstärkt. Fasse man beide Syndrome zusammen, entspreche dies am ehesten einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren.
Rein psychiatrisch liege die Arbeitsunfähigkeit - soweit getrennt beurteilbar - bei mindestens 50
%
. Kombiniert mit der Schmerzstörung sei der Beschwerde
führer zu 100
%
arbeitsunfähig. Mittel
-
bis langfristig scheine eine körperlich leichtere Tätigkeit im angestammten Beruf am sinnvollsten und am besten rea
lisierbar.
2.4.
3
Im zu Händen des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers verfassten Bericht vom
3.
Juli 2015 (
Urk.
3) hielt
Dr.
B._
fest, das Leiden des Beschwerdeführers lasse sich aktuell als Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakto
ren (ICD-10
: F.45.41) zusammenfassen. Die Arbeitsunfähigkeit aus psychiat
risch-psychosomatischer Sicht betrage 100
%
.
2.5
Laut dem Arztbericht des Hausarztes
Dr.
C._
vom 2
5.
November 2014 (
Urk.
12/50) bestehen beim Beschwerdeführer mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit ein chronisches
zervikobrachiales
Syndrom links, rezidivierende Pan
i
ktattacken, eine
somatoforme
Schmerzstörung, rezidivierende depressive Episoden und degenerative Veränderungen der Wirbelsäule. In der zuletzt aus
geübten Tätigkeit als Hilfselektriker sei der Beschwerdeführer vom
25.
Februar bis zum 1
7.
März 2013 zu 50
%
und seit dem 1
8.
März 2013 bis auf
Weiteres
zu 100
%
arbeitsunfähig.
Mit einer psychischen Stabilisierung und einer Schmerztherapie könnte der Beschwerdeführer eventuell einer leichteren Tätig
keit nachgehen, was auch für sein Selbstbewusstsein gut wäre. Wann mit der Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit gerechnet werden könne, sei derzeit kaum abs
eh
bar.
2.6
2.6.1
Dr.
med.
F._
, Facharzt Allgemeinmedizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin hielt in seiner Stellungnahme vom 28. November 2014 (
Urk.
12/51/4) fest, die angestammte Tätigkeit bleib
e
dem Beschwerdeführer aus somatischen Gründen ab August 2013 unzumutbar. Die Arbeitsunfähigkeit in angepassten Tätigkeiten liege bei 0
%
, die Arbeitsfähigkeit sei aber aus psychiatrischen Gründen latent gefährdet. Angepasst sei eine leichte wechselbelastende Tätigkeit ohne Lastenheben über 5 kg, ohne
Zwangs
haltungen
und ohne Überkopfarbeiten, ruhig und geordnet, ohne vorwiegenden Kundenkontakt. Die Prognose sei vorsichtig optimistisch unter der Vorausset
zung, dass eine nachhaltig fachärztliche Psycho- und Pharmakotherapie zur Erhaltung der Restarbeitsfähigkeit durchgeführt werde. Nach Eingliederung sei
wohl noch ein plausibilisierendes
bidisziplinäres
psychiatrisch-rheumatologi
sches Gutachten notwendig.
2.6.2
Am 1
7.
März 2015 (
Urk.
12/60/3) führte
Dr.
F._
aus, es lägen seit der Stellungnahme vom 2
8.
November 2014 keine neuen Befunde vor. Ebenso gebe es keine Hinweise für erfüllte
Foerstersche
Kriterien für eine ausnahmsweise Unüberwindbarkeit eines unklaren Beschwerdebildes. Es müsse somit ohne weitere medizinische Abklärungen an der Stellung
n
ahme vom 2
8.
November 2014 festgehalten werden.
2.
7
Gemäss dem Austrittsbericht des
D._
vom 1
3.
Juli 2015 (
Urk.
8/4) bestehen beim Beschwerdeführer eine (1.) Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) bei
zervico
-thorakalem Schmerzsyndrom ohne spinales Korrelat mit progredienter Schmerzausweitung, eine (2.) Angst und Depression gemischt mit/bei maladaptiven
Coping
-Muster (Schmerzfokussierung, Zukunftsängsten, Neigung zu Katastrophen-Szenarien) sowie e
ine (3.) arterielle Hypertonie. Das Schmerzsyndrom sei ausgeprägt und werde durch Angst sowie Gefühle von Ausweg-, Machtlosigkeit und Verzweif
lung verstärkt. Trotz Einsatz von Psychotherapeutika habe die Psyche nicht positiv beeinflusst werden können und es sei bei der Schmerzfokussierung geblieben. Es sei dem Beschwerdeführer nicht möglich gewesen, sein
Krank
heitskonzept
zu reflektieren und Strategien für den besser
e
n Umgang mit chro
nischen Schmerzen zu entwickeln.
Eine Anschlusspsychotherapie sei in Anbe
tracht der zunehmenden Suizidgeda
nken notwendig. Die Arbeitsun
fähigkeit werde voraussichtlich noch länger bestehen.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin macht zur Begründung der angefochtenen Verfügung
geltend
, dem Beschwerdeführer
sei
eine behinderungsangepasste Tätigkeit (leichte wechselbelastende Tätigkeit ohne Lastenh
e
ben über 5 kg, ohne
Zwangs
haltungen
und ohne Überkopfarbeiten, ruhig und geordnet, ohne vorwiegenden Kundenkontakt) zu 100
%
zumutbar. Der Einkommensvergleich ergebe einen Invaliditätsgrad von lediglich 14
%
, womit der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe. Die medizinische Sachlage sei ausrei
chend abgeklärt worden
. Eine eigenständige, von der Schmerzerkrankung los
gelöste psychische Erkrankung liege nicht vor (Urk. 2).
3.2
Demgegenüber l
ässt
der Beschwerdeführer
geltend machen, er sei alleine
schon
wegen seiner psychischen Beeinträchtigungen zu 100
%
arbeitsunfähig. Die von der Beschwerdegegnerin getätigten medizinischen Abklärungen seien ungenü
gend, insbesondere erfüllten sie die Anforderungen der neuen
bunde
s
gerichtli
chen
Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 281 nicht
(
Urk.
1)
.
4.
4.1
RAD-Arzt
Dr.
F._
ist in seiner Stellungnahme vom 2
8.
November 2014 (Urk. 12/51/4) aufgrund der Berichte der behandelnden Ärzte zum Ergebnis gelangt, das
s
in behinderungs
angepasster Tätigkeit keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit vorliege, diese aber aus psychiatrischen Gründen „anhaltend gefährdet“ sei. Zur Erhaltung der vorhandenen Restarbeitsfähigkeit erachtete er deshalb die Durchführung einer nachhaltigen Psycho- und Pharmakotherapie für notwendig. Ausserdem
hielt er fest, es sei
die Einholung eines plausibilisie
renden psych
i
atrisch-rheumatologischen Gutachtens notwendig.
D
ie
Beschwer
degegnerin
hielt dem jedoch in der Folge entgegen, eine Anpassungsstörung sei grundsätzlich nicht iv-relevant und es sei kein weiteres Gutachten einzuholen, da keine psychische Komorbidität vorhanden sei (Urk. 12/51/4).
Am 1
7.
März 2015 (Urk. 12/60/3) führte
Dr.
F._
aus, eine weitere medizinische Stellung
nahme sei vorläufig nicht notwendig, es seien vom Beschwerdeführer keine neuen fachärztlich ausgewiesenen Befunde und Tatsachen vorgebracht worden. Ebenso gebe es keine Hinweise für erfüllte Foerster-Kriterien für eine aus
nahmsweise Unüberwindbarkeit eine
s
unklaren Beschwerdebildes. Eine detail
lierte Prüfung der Foerster-Kriterien hat aber weder
Dr.
F._
noch die Beschwerdegegnerin vorgenommen.
4.2
Wie eingangs dargelegt
ist gemäss der mit BGE 141 V 28
1 geänderten bundesge
richtlichen Rechtsprechung zu den psychosomatischen Leiden
aber ohnehin nicht mehr auf die Foerster-Kriterien abzustellen,
sondern
die tat
säch
liche Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers
ist
anhand des erwähnten Krite
rienkatalogs zu prüfen (vgl. E.
1.
3; zur
Anwendbarkeit dieser Rechtspre
chung auf laufende Verfahren vgl. BGE 141 V 2
81 E. 8; vgl. Urteil des Bundes
gerichtes 9C_539/2015 vom 21. März 2016 E. 4 mit Hinweisen). Hierfür muss den medi
zinischen Unterlagen genauer als bisher entnommen werden können, welche funktionellen Ausfälle in Beruf und Alltag aus den versicherten
Gesundheits
schäden
resultieren. Medizinisch muss schlüssig begründet sein, inwiefern sich aus den funktionellen Ausfällen
bei objektiver Zumutbarkeitsbe
urteilung anhand der Standardindikatoren e
ine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit ergibt (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4 mit Hinweisen).
4.3
Die vorliegenden medizinischen Berichte erlauben
keine zuverlässige Beurtei
lung der gestellten Diagnose
n
und attestierten Arbeitsunfähigkeit nach Mass
gabe der relevanten Indikatoren g
emäss geänderter Rechtsprechung
.
Mangels psychiatrischer Begutachtung lässt sich nicht
rechtsgenüglich
beurteilen, ob ein relevanter psychiatrisc
her Gesundheitsschaden besteht. Es gibt
Unkl
arheiten bezüglich der Indikato
ren „Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
“ sowie
„
behand
lungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck“.
Es kann
den Akten
entnommen werden
, dass
sich
der Beschwer
deführer bei
Dr.
B._
in regelmässiger psychotherapeutischer Behandlung befindet und es ist auch nicht ersichtlich, dass er sich einer
psychopharma
z
eu
tischen
Behandlung verwehrt. Auch stationären Behandlungen hat sich der Beschwerdeführer unterzogen, so befand er sich zuletzt vom
1
5.
Juni bis zum 3. Juli 20
15 im
D._
(
Urk.
8/4) und vom 13. Februar bis zum 1
3.
März 2014 in der
G._
(Urk.
12/50/53-58), ohne dass eine wesentliche Besseru
ng hätte erzielt werden können.
Es lässt sich jedoch
nicht beurteilen, ob sich der Beschwerdeführ
er in genügendem Masse behandeln
lässt und worauf der geringfügige Erfolg der bisherigen Behandlungsmassnahmen zurückzuführen ist.
Es sind sodann auch nur wenige Angaben vorhanden, um den sozialen Kontext und die Frage der gleichmässigen Einschränkung des
Aktivi
tätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen zu überprüfen.
4.4
Nach dem Gesagten ist eine abschliessende Beurteilung der Arbeits- und Leis
tungsfähigkeit de
s
Beschwerdeführer
s
gestützt auf die aktuelle Aktenlage nicht möglich. Vielmehr bedarf
es weiterer medizi
nischer - insbesondere psychiat
ri
scher - Abklärungen
zur Frage, ob und inwiefern sich bei objektiver
Zumutbar
keitsbeur
teilung
anhand der Standardindi
katoren gemäss BGE 14
1 V 281 eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
ergibt. Es wird sodann von der Beschwerdegegnerin zu prüfen sein, ob d
er
Beschwerdeführer
der ihm
obliegenden und von der Beschwerdegegnerin ausdrücklich auferlegten (vgl.
Urk.
12/47)
Schadenminderungs
pflicht zur Durchführung einer Psycho
- und Pharmakotherapie genügend nachgekommen ist
.
5
.
Demnach ist die Verfügung vom 1
0.
Juni 2015
aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen,
damit sie, nach erfolgter Abklä
r
ung im Sinne der Erwägungen
, über den Rentenanspruch de
s
Beschwerdeführer
s
neu verfüge.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
6
.
6
.1
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Besc
hwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 600.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Pro
zessentschädigung
hat, welche in Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsa
che und der Schwierigkeit des Prozesses mit Fr. 1‘800.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bemessen ist.