Decision ID: 8074a230-be98-5c05-9930-5061170c1932
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1
.
1.1
Der italienische Staatsangehörige
X._
, geboren 1965, ist gelernter
Automechaniker (
Urk. 6
/11/1
, Urk. 6
/11/4).
Er arbeitete seit 1999 als selbstän
di
ger Automechaniker. Im Jahr 2003 wandelte er sein Einzelunternehmen in die
Y._
(heute:
Z._
) um und war fortan Gesell
schafter und Geschäfts
füh
rer dieser Gesellschaft sowie für diese als Auto
mecha
niker tätig (vgl. Urk. 6
/9/2-3, Urk.
6
/11/4, Urk.
6
/33/2-3). Am 3. September 2012 meldete er sich unter Hin
weis auf eine
Supraspinatusruptur
/-läsion in der linken und rechten Schulter, eine Achillessehnenruptur am rechten Fuss sowie eine Diskushernie bei der So
zialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stel
l
e, zum Leistungsbezug an (Urk. 6/11/4-5, Urk. 6
/12/1). Nach Abklärungen in medizi
nischer und beruflich-erwerblicher Hinsicht und durchgeführtem
Vor
be
scheid
verfahren
wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren von
X._
mit Verfügung vom 28. August 2014 ab (Urk. 6/
70
). Hiergegen erhob
X._
am 30. September 2014 Beschwerde (Urk. 6/
74
), welche das Sozialver
sicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil IV.2014.01017 vom 1
2.
August 2016 abwies (
Urk.
6/81
). Die dagegen
von
X._
am 21. September 2016
(
Urk.
6/82/2-22
)
erhobene Beschwerde wies das Bundes
gericht mit Urteil 8C_640/2016
vom
2
9.
November 2016 ab (
Urk.
6/83
).
1.2
Zuvor liess
X._
der Suva mit Schadenmeldung vom 1
4.
Juli 2016 mit
teilen, dass er am
7.
April 2016 in seiner Werkstatt beim Au
s
steigen aus einem Fahrzeug mit dem linken Fusshinterteil gegen den
Liftarm
geschlagen habe (
Urk.
6/109/202
).
Mit Datum vom
1
0.
Februar 2017
meldete sich
X._
bei der IV-Stelle
erneut zum Leistungsbezug an (Urk.
6/84, Urk.
6/87).
Die IV
Stelle trat auf die Neuanmeldung ein (vgl.
Urk.
6/92)
und tätigte Abklärungen
.
In der Folge
ver
letzte
sich
der Versicherte
am 25. August 2017
in Rom beim Aus
steigen aus einem Car
an der
linke
n
Schulter (Urk.
6/110/72,
Urk.
6/110/94).
Mit Vorbescheid vom 6.
Dezem
ber
2017
kün
digte
die IV-Stelle
dem Versicherten
die Ab
weisung
seines neuen
Leistungs
begehrens
an (Urk.
6/100).
Nach
d
em
ent
spre
chen
den
Gesuch
des Versicherten
vom 2
8.
Februar 2018
(
Urk.
6/106)
be
stä
tigte
sie
ihm
m
it Schreiben vom
1
2.
März 2018, dass sie den Ausgang des
Ver
fahrens
bei
der Suva betreffend Unfall vom
25. August 2017 abwarten werde (
Urk.
6/108)
.
Danach holte sie die Suva-Akten zu den Unfällen vom
7.
April 2016
(linker Fuss) und
25. August 2017 (linke Schulter) ein (Urk.
6
/109
-110
).
Am 5.
Juni 2018 erkundigte sich die
Sach
bearbeiterin
der IV
Stelle bei der Suva nach dem Ver
fahrensstand (
Urk.
6/111).
Der
Ver
sicherte verdrehte sich a
m 1
0.
Juni 2018
beim Kicken eines Fussballs in einer Badeanstalt
das link
e Knie
(
Urk. 6/129/142
,
Urk. 6/129/278
).
Nach einem weiteren Telefongespräch mit
dem Sachbearbeiter der Suva
vom
2.
Oktober 2018 entschied die Sachbearbeiterin
der IV-Stelle
,
das Abklärungsverfahren
f
or
t
zuführen (
Urk.
6/112).
Sie
holte
daraufhin den Arztbe
richt des Haus
arztes
des Versicherten,
Dr. A._
, Innere Medizin FMH,
vom
14. Dezem
ber
2018 ein.
Dr.
A._
legte seinem
Arztb
ericht diverse B
erichte der behandelnden und untersuchenden Ärzte der Fachrichtungen
Anästhesiologie,
Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie
, Rheumatologie sowie Psychiatrie und
Psychothera
pie
bei (
Urk.
6/118).
Am 1
1.
Februar 2019 nahm der Versicherte Stellung (
Urk.
6/122).
Mit Verfügung vom
1
4.
Juni 2019
wies die IV-Stelle das
Leistu
ngsbegehren
des Versicherten
vom 1
0.
Februar 2017
ab
(
Urk.
2
).
2.
Dagegen erhob
X._
am 16. August 2019 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 14. Juni 2019 seien ihm die gesetzlichen Leistungen zu erbringen und es sei ihm insbesondere ab
1.
August 2017 eine Dreiviertelrente auszurichten (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
9.
September 2019 beantragte die Beschwerde
geg
nerin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5, unter Beilage der IV-Akten,
Urk.
6/1
135), was dem Beschwerdeführer am 2
3.
September 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundes
gesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbsunfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.2
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemesse
n werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E.
7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressiven Störung auszugehen ist, die nicht schon als
chronifiziert
gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines strukturierten Bew
eisverfahrens (BGE 143 V 409 E.
4.5.3; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_580/20
17 vom 16. Januar 2018 E. 3.1).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art.
87 Abs.
3
der Verord
n
ung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn
die Voraus
setzungen gemäss Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revi
sionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versi
cherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass die Vorbringen der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie be
i einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE
117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auc
h dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E.
2b
).
1.5
Der Einkommensvergleich hat auch bei
Selbständigerwerbenden
in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu ver
gleichen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuver
lässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige ein Betätigungsvergleich anzustellen und der Invaliditäts
grad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungs
fähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen. Der grund
sätzliche Unterschied des ausserordentlichen
Bemessungsverfahrens zur spezifi
schen Methode (
Art.
28a
Abs.
2 IVG) besteht darin, dass die Invalidität nicht unmittelbar nach Massgabe des Betätigungsvergleichs als solchen bemessen wird. Vielmehr ist zunächst anhand des Betätigungsvergleichs die leidensbedingte Behinderung festzustellen; sodann ist aber diese im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung besonders zu gewichten. Eine bestimmte Einschränkung im funktio
nellen Leistungsvermögen einer erwerbstätigen Person kann zwar, muss aber nicht notwendigerweise eine Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge haben. Wollte man bei Erwerbstätigen ausschliesslich auf das Ergebnis des Betätigungs
vergleichs abstellen, so wäre der gesetzliche Grundsatz verletzt, wonach bei dieser Kategorie von Versicherten die Invalidität nach Massgabe der Erwerbsunfähigkeit zu bestimmen ist (ausserordentliches Bemessungsverfahren; BGE 128 V 29 E. 1; AHI 1998 S. 120 E. 1a und S. 252 E. 2b je mit Hinweisen). Die ausserordentliche Bemessungsmethode des erwerblich gewichteten Betätigungsvergleichs unter
scheidet sich von der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs
Unselb
ständigerwerbender
gerade dadurch, dass bei der Einkommensermittlung nicht auf die LSE abgestellt wird, sondern deren Festsetzung unter Berücksichtigung der einzelfallbezogenen Kriterien (Betriebsgrösse, Branche, Erfahrung des Betriebsinhabers usw.) zu erfolgen hat (Urteil des Bundesgerichts I 707/06 vom 9. Juli 2007 E. 3.3.1 mit Hinweis).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anam
nese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der einge
reichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutach
ten
(BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Strit
tig und zu prüfen ist, ob sich seit der rechtskräftigen Verfügung vom 28. August 2014
(Urk. 6/70)
,
mit
welcher
ein
Rentenanspruch des Beschwerde
führers verneint wurde
, und der jetz
t angefochtenen Verfügung vom 14. Juni 201
9 (Urk. 2) der Gesundheitszu
stand des Beschwerdeführers und/oder dessen erwerb
liche Auswirkungen derart wesentlich verändert haben, dass
er nunmehr An
spruch auf eine Invalidenrente
h
a
t.
2.2
In der angefochtenen Verfügung vom 14.
Juni 2019
hielt
die
Beschwerde
gegne
rin
fest
, aus den ihr nach der
Neuanmeldung vom 1
0.
Februar 2017 zugegange
nen Akten gehe hervor,
dass
dem Beschwerdeführer von
Dr. med.
B._
eine höhere Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei
. Die von ihm gemachten
Angaben würden allerdings darauf
schliessen
lassen
, dass es sich um eine andere Beurteilung desselben Sachverhaltes
handle. Wie Dr.
med.
C._
in seinem Bericht erwähnt habe, habe die psychische Situation keine Arbeitsunfähigkeit zur Folge
(
Urk.
2 S. 1).
Gesamthaft sei davon auszu
gehen, dass sich die gesund
heitliche Situation seit dem letzten Entscheid im Jahr 2014
nicht wesentlich ver
ändert habe. Ein anderer Entscheid als damals (Invaliditätsgrad von 33
%
) könne daher nicht gefällt werden.
Aus den Suva-Akten und der telefonischen Rück
sprache mit dem Sachbearbeiter der Suva habe sie sodann erfahren, dass die Suva keine Leistungen mehr erbringe (
Urk. 2.
S. 2).
2.3
Der Beschwerdeführer bringt demgegenüber im Wesentlichen vor,
dass sich seine gesundheitliche Situation seit dem letzt
en Entscheid im Jahre 2014
wesentlich verändert habe. Er habe seit der letztmaligen Beurteilung durch di
e Beschwerdegegnerin im Jahr 201
4 insgesamt drei Unfälle erlitten, welche mit Ausnahme des letzten Unfallereignisses vom 1
0.
Juni 2018 zu einer weiteren, massgebenden Verschlechterung seines Gesundheitszustandes geführt hätten
. So könne insbesondere dem Bericht der
D._
vom 2
3.
April 2019 betreffend
das
MRI der beiden Schultern und der Lendenwirbelsäule (LWS) ent
nommen
werden, dass sich in der rechten Schulter im Vergleich zu der CT
Untersuchung vom 1
3.
Februar 2014 und in der linken Schulter im Ver
gleich zum
Arthro
-MRI vom 1
4.
September 2017 eine deutliche Grössen
zunahme der
transmuralen
Rupturen der jeweiligen
Supraspinatus
sehnen
ein
gestellt habe. Damit sei die Verschlechterung seines Gesundheits
zustandes in somatischer Sicht belegt. Wie dem Bericht von
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho
therapie,
entnommen werden könne, habe sich im Vergleich zu
r
Situation im Jahr 2014 zwischenzeitlich auch eine psychische Ver
schlechterung
seines Gesundheitszustandes erge
ben. Völlig falsch sei sodann die in der angefochtenen Verfügung aufgestellte Behauptung, wonach die Suva keine
Leistungen mehr erbringen würde. Wie den von der zuständigen Kunden
beraterin der Beschwerdegegnerin eingeholten Akten der Suva entnommen werden könne
,
habe der Unfallversicherer ab 28.
August 2017 bis und mit Ende Juni 2019 Taggeldleistungen auf der Basis einer Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
erbracht. Dass er seit 2
8.
August 2017 zu 100% arbeits
unfähig sei, ergebe sich sodann aus der Verfügung der Suva vom
5.
Juni 2019, welche zwischenzeitlich wieder zurückgezogen worden sei. Aktuell prüfe die Suva die Ausrichtung einer Invalidenrente. Hierzu fänden noch Ab
klärungen und eine
Evaluation der funktio
nellen Leistungsfähigkeit (EFL) am
F._
statt. Der Entscheid der Beschwerdegegnerin beruhe damit nachge
wiesenermassen auf einem falschen Sachverhalt
. Die Ablehnung des Leistungsbegehrens sei entsprechend willkürlich erfolgt
(
Urk.
1 S. 6).
Der Kreisarzt der Suva habe unter Vorbehalt anderer Ergebnisse der EFL folgende Arbeiten als vollschichtig zumutbar erachtet: «Das Heben und Tragen von Lasten soll nur maximal leicht sein. Das Hantieren mit Werkzeugen soll nur leicht sei
n, keinesfalls dürfen Werkzeuge eingesetzt werden, welche Schläge und/oder Vibrationen generieren. Arbeiten über Kopfhöhe können nicht durchgeführt werden. Knien und Kniebeugen sind frei, die länger dauernde Haltung kann frei gewählt werden, die Fortbewegung
ist
ebenfalls frei. Treppensteigen kann der Versicherte, Leitern besteigen sollte der Versicherte nicht, d
a
er sich mit seinen Händen nicht gut abfangen kann. Daher sind alle Arbeiten, welche ein Gleich
gewicht und/oder Balancieren erfor
dern, ebenfalls nicht statthaft.» Wie dieser Beurteilung des Kreisarztes der Suva entnommen werden könne, sei die Ein
schätzung des RAD-Arztes
Dr.
med.
G._
, welcher eine Einschränkung ledig
lich in körperlich anstrengenden Arbeiten sehe, falsch. Vielmehr könne er nur noch maximal leichte Arbeiten ausführen. In Übereinstimmung mit
Dr.
med.
B._
,
Dr.
med.
A._
und
Dr.
med.
H._
sei deshalb davon auszugehen, dass ihm die Arbeit als Automechani
ker nicht mehr zumutbar sei. Wie das Sozialversicherungsgericht bereits mit Urteil vom 1
2.
August 2017 festgestellt habe, sei vorliegend zur Bestimmung des Invaliditätsgrades ein Betätigungsver
gleich vorzunehmen
. Davon ausgehend, dass die Werkstattarbeit einen Anteil von 65
%
ausmache und diese Werkstatt
arbeit vom Beschwerdeführer nicht mehr ausgeführt werden könne, resultiere ein Invaliditätsgrad von mindestens 65
%
. Entsprechend sei ihm antragsgemäss eine
Dreiviertelsrente
auszurichten.
Die IV-Anmeldung sei im Februar 2017 gemacht worden. Die Rente sei somit ab August 2017 auszurichten (
Urk.
1 S. 7).
3
.
3
.1
Mit Urteil IV.2014.01017 vom 1
2.
August 2016 fasste das Sozialversiche
rungs
gericht die medizinische Aktenlage wie folgt zusammen (
Urk.
6/
81/8 ff.
):
«
[...]
Dem Bericht zur Untersuchung durc
h SUVA-Kreisarzt Dr. med.
I._
, Facharzt FMH für Chirurgie, vom 18. April 2011 ist zu entnehmen, dass die SUVA die Unfälle vom 27. Oktober 2005 (
Supraspinatus
sehnen
ruptur
linke Schulter) und vom 25. August 2006 (Ruptur rechte Achilles
sehne) nach der kreisärztlichen Untersuchung vom 9. Dezember 2008 admi
nistrativ abgeschlos
sen hat, ohne dass eine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in seinem Garagenbetrieb festgestellt worden sei (Urk. 8/38/156). Die Situation an der linken Schulter und am rechten Unter
schenkel habe sich nicht verändert (Urk. 8/38/157). Hinsicht
lich der rechten Schulter (Unfall vom 1. April 2010) habe bei der kreisärztli
chen Untersuchung vom 18. April 2011 ein leicht schmerzhafter Bewegungs
bogen, eine unauffällige
Trophik
und ein erhaltenes Muskel- und Sehnenrelief, Anzeichen für eine insta
bile
Bizepssehne
, belastungs- und bewegungs
abhängige Schmerzen be
standen. Die bildgebenden Untersuchun
gen hätten Veränderungen der
Rotato
renman
schette
und Reizsituation im Schulter
ge
lenk mit leichter Flüssig
keitsver
mehrung gezeigt (Urk. 8/38/156). Es sei ver
ständlich, dass gewisse Über
kopfarbeiten mit längerdauerndem Kraft
auf
wand in beiden Schultergelenken mühsam und schwierig seien. Ob wirklich eine Einschränkung in der beruf
lichen Tätigkeit bestehe, da nur sehr schwere Arbeiten ausgeschlossen werden müssten, sei medizinisch nicht weiter zu verifizieren. Hier seien weitere ad
ministrative Abklärungen notwendig, da der Beschwerdeführer seinen Garagen
betrieb kaum aufgeben werde. Grund
sätzlich seien fast alle Autoreparaturen durchführbar (Urk. 8/38/157). Am 10. August 2011 führte Dr.
I._
sodann aus, dass dem Beschwerdeführer wegen seiner Beschwerden an der rechten Schulter keine sehr schweren Tätigkeiten und keine längerdauernden kraftauf
wendigen Überkopfar
beiten möglich seien. Weitere Einschränkungen würden nicht bestehen. Medizi
nisch könne die Leistungsfähigkeit in seiner angestammten Tätigkeit nicht genauer definiert werden, weil die Orga
nisation des Betriebes des Beschwerde
führers, die durchzuführenden Arbeiten, die möglichen Arbeiten und die Auf
trags
lage sowie die Einrichtungen in seinem Betrieb massgebend seien, um über
haupt alle
Mechanikerarbeiten
durchführen zu können
(
Urk.
8/38/137).
Sehr schwere Tätigkeiten würden sich ausschliess
lich auf andauernde Rad
wechsel, Getriebewechsel, Motorblockwechsel, welcher der
Beschwerdeführer als alleiniger Mechaniker nicht durchführen könne, be
schränken. Daher sei die Häufigkeit der sehr schweren Tätigkeiten zu eva
luieren, welche wahrschein
lich in der bereits seit Jahren eher einfach einzu
stufenden Garage kaum häufig vor
kommen dürften. Darum seien medizinisch auch keine
wesentli
chen Einschrän
kungen im Arbeitsumfeld des Beschwerdeführers festgehalten worden (
Urk.
8/38/138).
[...]
SUVA-Kreisarzt Dr. med.
J._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, führte in seiner Zumutbarkeitsbeurteilung vom 26. Oktober 2011 aus, dass sich bei der kreisärztlichen Untersuchung eine
Rota
torenmanschettenfunktion
, welche rechts weniger kräftig im Ver
gleich zur Gegenseite gewesen sei, gezeigt habe. Zudem sei die Beweglichkeit in Abduk
tion und Elevation im Seitenvergleich leicht eingeschränkt ge
we
sen. Dem Beschwerde
führer seien mittelschwere bis teilweise schwere Tätig
keiten ganz
tags zumutbar, wobei Gewichte bis Schulterhöhe bis 20 kg gehand
habt werden könnten. Nicht zumutbar seien ein länger andauernder beziehungsweise repeti
tiver kraftvoller Einsatz des rechten Armes über Kopf sowie eine länger andau
ernde Manipula
tion von Gewichten über 15 kg körperfern mit dem rechten Arm (Urk. 8/38/97).
[...]
Der orthopädischen Beurteilung von Dr.
K._
- visiert von Prof. Dr.
L._
-
vom 17. September 2012 sind die Diagnosen lumbales
Vertebral
syndrom
mit möglicher leichtgradiger Wurzel-Kompression/-Irritation von S1 rechts,
trans
murale
Supraspinatusläsion
und partielle
Subscapularisläsion
beider Schulter
gelenke und Status nach Ruptur und Naht der Achillessehne rechts (2006) mit schmerzhafter Narbenverdickung zu entnehmen (Urk. 8/19/10).
Dr.
K._
hielt fest, dass die Lumbalgien im Vordergrund der ge
schil
der
ten Beschwerden stünden. In der Untersuchung habe sich kein behinderndes senso
motorisches Defizit finden lassen und die Abschwächung des Achilles
sehnen
re
flexes (ASR) könne als Hinweis auf eine stattgehabte leichtgradige Wurzel
kom
pression S1 rechts gewertet werden. Zu berück
sich
tigen sei jedoch der lokale Defekt der Achillessehne, so dass die Reflexab
schwächung ebenso gut auch in diesem Kontext zu verstehen sei. Der erhaltene Reflex spreche in jedem Fall gegen eine gravierende strukturelle Pathologie der rechten S1-Nerven
wurzel. Auch das Nervendehnungszeichen nach
Lasègue
lasse sich nicht ein
deu
tig aus
lösen, was ebenfalls gegen eine wesentliche
radikuläre
Pathologie spre
che. Der Zehen- und Fersenstand sei seitengleich, was eine gute Kraft der Kenn
musku
latur von L4 bis S1 impliziere. Der klinische Befund unterstütze
somit die Annahme eines leicht
gradig ausge
prägten lumbalen
Vertebralsynd
roms
ohne assoziiertes behin
derndes
nerva
les
Defizit (allenfalls komme eine leicht
gradige Kompression oder Irritation von S1 rechts in Betracht). Die bild
morpho
logischen Befunde degenerativer Altera
tionen der Wirbelsäule repräsentierten grundsätz
lich häufige Be
funde in der allgemeinen Population und seien ohne zusätzli
chen eigenständigen Krankheitswert. Darüber hinaus klage der Be
schwerdefüh
rer über Schulter
schmerzen beidseits, insbesondere bei Überkopfar
beiten und Rota
tions
bewe
gungen. Der klinische Befund zeige eine minimal einge
schränkte Be
weg
lich
keit im Bereich beider Schulter
gelenke bei angedeutet positiven kli
nischen Zeichen für die
Supraspinatus
- und
Sub
scapularis
sehnen
(Urk. 8/19/11). In den MR-Befunden würden
trans
murale
Läsionen im Bereich des
Musculus
supraspinatus
beidseits und eine Irritation be
ziehungs
weise Partialläsion der
Subscapularissehnen
beschrie
ben (Urk. 8/19/11-12). Zuletzt berichte der Beschwer
deführer noch über Schmer
zen im Bereich der rechten Achilles
sehne. Hier handle es sich um einen Zustand nach stattgehabter Achilles
sehnennaht 200
6.
Der jetzige Befund zeige eine
kol
bige
Auftreibung
, wahr
scheinlich im Naht
bereich mit einer lokalen
Druck
dolenz
(Urk. 8/19/12).
Aufgrund des vorliegenden lumbalen
Vertebralsyndroms
, der bilateralen Schulter
gelenkspathologie und des Defekts im Bereich der rechten Achilles
sehne, sei die zuletzt ausgeübte, häufig körperlich schwere Tätigkeit als Auto
mechaniker als nicht mehr leidensgerecht anzusehen, das verbliebene Rende
ment in der angestammten Arbeit (unter der Annahme eines etwa hälf
tigen An
teils körperlich schwerer sowie in Zwangshaltungen der Wirbel
säule auszuüben
den Arbeiten) sei auf Dauer mit 50 % zu schätzen. Das mögliche zeit
liche Pen
sum sei nicht beeinträchtigt und dem Beschwerde
führer sei eine täg
liche ca. 9-stündige Arbeit gut zumutbar. Damit resultiere eine dauer
hafte Arbeitsun
fähig
keit von 50 % in der angestammten sowie jedweder verg
leich
barer Tätigkeit. In einer angepassten Tätigkeit (Leitungs- und Supervi
sions
funktionen, Kundenbe
treuung, körperlich leichte bis mittel
schwere Arbeiten, keine häufigen Arbeiten über Kopf) am angestammten Arbeits
platz oder in einer vergleichbaren anderen Arbeit sei von einer Arbeits
fähigkeit von 100 % aus
zugehen (Urk. 8/19/12).
[...]
Der
behandelnde Arzt Dr. A._
, Innere Medizin FMH, führte im Bericht vom 3. Dezember 2012 als Diagnosen mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähig
keit beidseitige
Rotatorenmanschettenruptur
sowie ein
lumbo
ra
dikuläres
Syn
drom S1 beidseits an (Urk.
8/27/1). Der Beschwerde
führer sei in der zuletzt aus
geübten Tätigkeit als Automechaniker seit 5. April 2012 zu 100 % arbeitsunfä
hig (Urk. 8/27/2). In einer Büroarbeit sei der Beschwerde
führer zu 50 % arbeitsfähig (Urk. 8/27/3).
In seinem Schreiben zu
Handen
der Krankentaggeldversicherung des Beschwer
deführers vom 6. März 2013 hielt Dr.
A._
sodann fest, dass dieser als Auto
me
chaniker wegen seinen Lendenwirbelsäulen (LWS)- und beidsei
tigen Schul
ter-Problemen zu 100 % arbeitsunfähig sei (Urk. 8/51/19).
[...]
Dr. med. M._
, FMH orthopädische Chirurgie und Trauma
to
logie, stellte im Bericht vom 10. März 2014 die Diagnosen
trans
murale
Supra
spinatusruptur
rechts, gering
retrahiert
mit instabiler
Bizeps
longus
sehne
,
Acro
miontyp
II bei Zustand nach Hyperab
duktionsbewegung rechts am 1. April 2010 mit mässig ausgeprägtem,
subacromialem
Schmerz
syndrom belastungsab
hängig und
Supraspinatus
ruptur
links
trans
mural
bei Status nach Schulter
prel
lung vom 27. Oktober 2005. Als weitere Diagnosen nannte er
:
Status nach trau
matischer Achillessehnenruptur rechts am 25. August 2006 mit Achillessehnen
naht vom 2. September 2009 (
N._
) und Status nach konservativ behandelter
fasziitis
plantaris
Fuss links (Urk. 8/63/1). Die computertomogra
phische Bildgebung zeige keine Störungen der
Trophik
der
Rotatorenmanschet
ten
(RM)-Muskulatur. In dieser Situation könne an der stärker symptomatischen rechten Seite eine
Supra
spinatus-Rekonstruktion
durchgeführt werden. Ob ein solcher Eingriff eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit bewirke, werde - auf
grund des bisherigen Verlaufs und des Umstandes, dass der Beschwerde
führer auf die einmalige Steroidinfiltration vom 16. März 2012 nur kurzfristig ange
sprochen habe - äusserst skeptisch beurteilt. Es sei sinn
voller, die jetzige Situa
tion zu be
las
sen, mit angepasster Arbeitsfähigkeit (Büro). Zusätzlich sei der Beschwerde
führer durch Rückenbeschwerden einge
schränkt. Der Beschwerde
führer sei vorerst weiterhin zu 70 % arbeitsunfähig (Urk.
8/63/1).
[...]
Dem Bericht von PD Dr. med.
O._
, orthopädische Chirurgie FMH, Wir
belsäulenchirurgie, vom 25. März 2014 ist zu entnehmen, dass sich bei der MRI-Untersuchung der LWS in der
D._
vom 18. März 2014 eine dege
nerative
Discopathie
L5/S1 mit kleiner
subannulärer
Zystenbildung L5/S1 rechts, sonst jedoch keine grösseren
Herniationen
gezeigt hätten. Die vom Be
schwerdeführer geltend gemachten Beschwerden würden gut mit der
Raumfor
derung L5/S1 harmonieren, welche durch die Zyste erklärt werden könne (Urk. 8/63/5).
[...]
Im Bericht vom 8. Okto
ber 2014 führte Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für Anästhesiologie, FA
Interventionelle
Schmerztherapie,
P._
aus, durch die Unfallereignisse in den Jahren 2005 und 2010 sei sowohl links als auch rechts die Funktionsfähigkeit der Elevation in beiden Schultern massiv eingeschränkt worden. Die Beschwerden hätten sich langfristig nicht wesentlich gebessert und schränkten den Beschwerdeführer bei der Tätigkeit in der Werkstatt als Mechaniker am Auto massiv ein.
Aggra
vie
rend
würden chronisch rezidivierende
lumboradiculäre
Beschwerden sowie chronische Achillessehnenbeschwerden bei Belastung hinzukommen. Aus schmerztherapeutischer Sicht sei der Be
schwer
deführer für eine Werk
statt
tätig
keit als Automechaniker oder ähnliche, vergleichbare Arbeiten zu 80 % arbeits
unfähig. Leichtere, leidensangepasste Tätigkeiten ohne schweres Heben, ohne längeres Stehen, vorwiegend im Sitzen ausgeführt und ohne repetitives Bewe
gungsmuster seien dem Beschwerdeführer in einem ca
. 50
bis 70%igen Pensum zumutbar (Urk. 15 S. 2).»
3
.2
3
.2.1
Nach der Neuanmeldung zum Leistungsbezug vom
1
0.
Februar 2017 (
Urk.
6/84,
Urk.
6/87)
sind die folgen
den
entscheidwesentlichen
Arztberichte aktenkundig:
3
.2.2
3.2.2.1
Zu den Beschwerden des Beschwerdeführers
am linken Fuss
nach
dem Unfall
vom
7.
April 2016 (
Urk. 6/109/202
)
finden sich die folgenden
entscheidwesentli
chen
Berichte:
3.2.2.2
Dr.
med.
Q._
, Orthopädie/Unfallchirurgie, stellte nach der Untersuchung des Beschwerdeführers vom 2
6.
September 2016 die folgenden Diagnosen (Urk. 6/109/146):
-
Insertionstendinitis
linke Achillessehne mit Partialläsion und Ver
kalkungen, Bursitis
subachillea
und
Enthestis
des
Calcaneus
-
I
schioc
r
ur
ale
Muskelverkürzung
-
Knick-Senk-Spreiz-Fuss beidseits
-
Hallux
valgus
beidseits
-
Status nach Achillessehnenruptur mit Naht rechts
Dazu führte er unter anderem aus, dass aufgrund der therapieresistenten und langandauernden Beschwerden eine fokussierte, hochenergetische
extrakorporale
Stosswellentherapie (ESWT)
indiziert sei, um die
Sehnenregeneration anzuregen. Eine konservative Therapie mit ESWT werde ca. 3 Monate in Anspruch nehmen, mit schrittweise steigender Belastungsfähigkeit nach Abschluss der ESWT. Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sei im Moment noch unverändert zu 100 % eingeschränkt (
Urk.
6/109/147).
3
.2.
2.
3
In ihrer ärztlichen Beurteilung vom
3.
November 2016 führte
die Suva-Kreis
ärztin
Dr.
med.
R._
, Fachärztin für Chirurgie, unter anderem
aus, dass
a
m 1
3. Juli
2016 ein MRI der Achillessehne
(links)
nativ/mit Kontrast durch
ge
führt worden
sei
. Für ihre Beurteilung lägen die MRI-Bilder sowie die
Beur
tei
lung
des Radiologen vor. Dabei zeige sich eine
An
satztendinitis
der Achilles
sehne mit
intratendinösen
Läsionen, Reizung der Bursa
subachillea
sowie beginnende
r
Degeneration im TMT II und III. Dieser Be
fund ent
spreche bildmorphologisch einer degenerativen Verände
rung und keiner frischen
trauma
tischen strukturellen Läsion beziehungsweise Heilungs
pro
zess/Narben
bil
dung. Entsprechend sei die Prellung, welche der Beschwerdeführer am 1
2.
(richtig: 7.) April 2016 erlitten habe, in der MRI-Untersuchung vom 1
3.
Juli 2016 nicht nachweisbar. Dies ent
spreche aus patho
physiologischer Sicht dem normalen
Heilungs
prozess
einer ein
fachen Prel
lung/Kontusion ohne nachweis
bare
struktu
relle
Läsionen. Im Regelfall würden Prellungen/Kontusionen ohne strukturelle Läsionen innerhalb von ein paar Tagen/Wochen folgenlos ab
heilen
. Entsprechend sei auch drei Monate nach dem Ereignis keine traumatische struk
turelle
Ver
letzung
beziehungsweise Folge
er
scheinung/Narbenbildung nachweis
bar. Die der
zeit
beklagten Beschwerden im Bereich des linken Fusses seien aus chirurgischer Sicht mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit degenerativer Natur, bei
vorbe
ste
he
ndem Knick-Senk-Spreizfuss,
Hallux
valgus
(
Urk.
6/109/128).
3
.2.3
3.2.3.1
Zu den Beschwerden des Beschwerdeführers an der linken Schulter nach dem Unfall vom
25. August 2017
(
Urk.
6/110/72,
Urk.
6/110/94
)
finden sich die fol
genden
entscheidwesentlichen
Berichte:
3.2.3.2
Gemäss der Beurteilung von PD
Dr.
med.
S._
zeigte sich bei der
MR
Arthrographie
der linken Schulter im
T._
vom 1
4.
September 2017
e
ine
t
ransmurale
Ruptur der ventralen Supra
spinatussehne
sowie
eine
longitudinale Ruptur der restlichen Sehne mit Aus
bil
dung
einer
Sentinelzyste
im
myotendinösen
Übergang
,
k
onsekutiv direktes Durchtreten des Kontrastmittels in die Bursa
subdeltoidea
/
subacromialis
und eine
Tendinopathie
der langen
Bizepssehne
im
Pulley
(Urk. 6/101/5)
.
3
.2.3.3
Dr.
M._
stellte im Bericht vom 3
0.
Oktober 2017 die folgenden Diagnosen (
Urk.
6/101
/10
):
-
Schmerzexazerbation
subacromial
links nach Schulterdistorsionstrauma links vom 2
5.
August 2017 mit instabiler
Biceps
longus
Sehne bei partiell
retrahierter
Supraspinatusruptur
links mit/bei bereits bekannter
Supra
spinatus
ruptur
links bei Status nach Schulterprellung vom 2
7.
Oktober 2005
-
Bekannte
trans
murale
Supra
spinatusruptur
rechts, wenig
retrahiert
mit instabiler Bizeps
longus
Sehne,
Acromion
Typ II bei Status nach Hyper
ab
duktionsbewegung rechts am 1. April 2010
Als weitere Diagnosen nannte er
:
Status nach trau
matischer Achillessehnenruptur rechts am 25. August 2006 mit Achillessehnen
naht vom 2. September 2009 (
N._
) und Status nach konservativ behandelter
fasziitis
plantaris
Fuss links (
Urk.
6/101/10
).
Dazu führte
Dr.
M._
in seiner Beurteilung unter anderem aus, dass beim Beschwerdeführer eine posttraumatische
Supraspinatusruptur
links bei insgesamt sehr gut erhaltener
Trophik
der
Rotatorenmanschettenmuskulatur
bestehe
. Das Haupt
problem sei
derzeit
die instabile
Biceps
longus
Sehne links mit mechanisch immer wieder auslösbaren Schulterschmerzen. In dieser Situation sei mittel
-
bis lang
fristig als sinnvollste Schmerzbehandlung die
Rotatorenmanschetten
rekons
truk
tion
zu empfehlen. Vorerst bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit (
Urk. 6/101/11
).
3
.2.3.4
Dem Bericht von
Dr.
med.
H._
, leitender Arzt Traumatologie am
U._
, vom
8.
März 2018 sind die (Haupt-)Diagnosen traumatisch bedingte
Rotatoren
man
schet
ten
läsion
links, (akten-)anamnestisch
Rotatoren
man
schetten
läsion
rechts und Status nach traumatischer Achillessehnenruptur rechts am 2
5.
August 2006 mit Achillessehnennaht am
2.
Septemb
er 2006 zu ent
nehmen (Urk. 6/110/3
). Er führte weiter aus, dass der Beschwerdeführer als Auto
mechaniker und Handwerker zu 100
%
arbeitsunfähig sei. In einer Büro
tätig
keit
, sitzend, ohne Belastung sollte eine 50%ige Arbeitsfähigkeit möglich sein (Urk. 6/
110/4
).
3
.2.3.5
Dr.
B._
führte in seinem Bericht vom 1
3.
März 2018 die folgenden Diagnosen an (Urk. 6/118/14):
-
Chronische, invalidisierende
Schulterschmerzen beidseits
-
Achillessehnenbeschwerden rechts bei Zustand nach Achillessehnen
ruptur (2
5.
August 2006) und Sehnennaht infolge (
2.
September 2006,
N._
)
-
Insertionsten
dinitis
der Achillessehne links bei Zustand nach Kontusions
trauma (
7.
April 2016)
-
Chronisches, rezidivierendes,
lumboradiculäres
Reizsyndrom S1 rechts bei
Discushernie
L5/S1
Dr.
B._
führte unter anderem aus, dass sich die Situation der Schulter links eindeutig verschlechtert habe.
Aktuell sei der Beschwerde
führer
für seine Tätigkeit als Automechaniker zu 100
%
arbeitsunfähig
. Aufgrund der Schulter
beschwerden sei eine längere Tätigkeit am Schreibpult in ungünstiger Haltung am PC ebenfalls nicht zu empfehlen. Eine exakte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sollte von einer arbeitsmedizinisch anerkannten Fachstelle vorgenommen werden
(Urk. 6/118/15).
3
.2.3.6
Dr.
med.
V._
, Innere Medizin/Rheumatologi
e FMH, stellte in seinen
Bericht
en
vom
5.
April 2017 und
1
8.
April 2018 die folgenden Diagnosen (
Urk.
6/91/1,
Urk.
6/118/10):
-
Chronische, invalidisierende Schulterschmerzen beidseits
-
transmurale
Supraspinatusruptur
rechts (Unfall vom
1.
April 2010) und links (Unfall vom 2
7.
Oktober 2005)
-
aktuell: Status nach Unfall im August 2017 mit Exazerbation und Therapieresistenz der Schmerzen links
-
Chronische Achillessehnenbeschwerden rechts bei
-
Achillessehnenruptur (2
5.
August 2006)
-
Sehnennaht (vom
2.
September 2006 im
N._
)
-
Chronisches rezidivierendes
lumboradikuläres
Reizsyndrom S1 rechts
-
Diskushernie L5/S1
-
Insertionstendinitis
linke Achillessehne mit Partialläsion (Unfall vom 12.
[richtig: 7.]
April 2016)
-
Verkalkungen, Bursitis sowie
Enthesitis
des
Calcaneus
-
Knick-Senk-Spreiz-Fuss beidseits
-
Hallux
valgus
beidseits
-
Status nach konservativ behandelter
Fasziitis
plantaris
-
Arterielle Hypertonie
-
Adipositas
-
Dekonditionierung
-
Verdacht auf Depression
-
Schmerzbedingte psychische Belastung, Reizbarkeit
Im Bericht vom
1
8.
April 2018
führte
Dr.
V._
in
seiner Beurteilung insbeson
dere aus, der Beschwerde
führer
leide
seit August 2017, als er beim Aus
steigen aus einem Bus beinahe gestürzt sei, an permanenten Schulter
schmerzen links, welche sich bei Bewegungen
ver
stärk
t
en und auf sämtliche bisherige Therapie
mass
nahmen (Medikamente,
Infiltra
tion
und Physiotherapie) refraktär geblieben
seien. Objektiv sei die Situation der linken Schulter, aus klinischer und
radiolo
gischer
Sicht, gegenüber seiner Untersuchung vom März 2017 vergleichbar geblieben (Urk.
6/118/12).
3
.2
.3.7
Der Beurteilung der von Prof. Dr.
med.
W._
, D._
, zu den MR
Arthrographien
der rechten und der linken Schulter vom 17. April 2019 ist bezüglich der rechten Schulter zu entnehmen, dass sich bei der Unter
suchung im Vergleich zur CT-Untersuchung vom 13. März 2014 eine Grössenzu
nahme der
transmuralen
Ruptur der
Supraspinatussehne
auf 3,2 x 2,6 cm, eine stationär (gebliebene) leichte bis mässige Verfettung der
teres
minor
Muskula
tur
, eine stationär (gebliebene) minimale Atrophie der
Supraspinatus
muskulatur
, eine Partialruptur der
Subscapularissehne
, eine
Pulley
-Läsion, eine
Tendinopathie
und eine lange
Bizepssehne
gezeigt habe. Bezüglich der linken Schulter sei eine deutliche Grössenzunahme der
transmuralen
Ruptur der
Supraspinatus
sehne auf 3 x 2,5 cm im Vergleich zur
Arthro
-MR Untersuchung vom 14. September 2017, eine Partialruptur der
Subscapularissehne
, eine
Pulley
-Läsion, eine
Tendinopa
thie
, eine lange
Bizepssehne
, sowie - unverändert gleich zur Voruntersuchung - eine nur minimale Atrophie der
Supraspinatus
muskulatur
feststellbar gewesen (Urk. 6/129/53).
3.2.
3
.8
Am 25. Juni 2019
(mithin nach Erlass der hier angefochtenen Verfügung)
unter
suchte Suv
a-Kreisarzt med.
pract
. AA._
, Chirurgie FMH, den Beschwer
deführer. Der Suva-Kreisarzt formulierte das folgende Zumutbarkeitsprofil (Urk. 3/4 S. 1-2): «Das Heben und Tragen von Lasten soll nur maximal leicht sein. Das Hantieren mit Werkzeugen soll nur leicht sein, keinesfalls dürfen Werkzeuge eingesetzt werden, welche Schläge und/oder Vibrationen generieren. Arbeiten über Kopfhöhe können nicht durchgeführt werden. Knien und Kniebeugen sind frei, die länger dauernde Haltung kann frei gewählt werden, die Fortbewegung
ist
ebenfalls frei. Treppensteigen kann der Versicherte, Leitern besteigen sollte der Versicherte nicht, da er sich mit seinen Händen nicht gut abfangen kann. Daher sind alle Arbeiten, welche ein Gleich
gewicht und/oder Balancieren erfordern, ebenfalls nicht statthaft.» Gemäss den Ausführungen der Suva vom 25. und 27. Juni 2019 war dieses Zumutbarkeits
profil erst provisorisch, weil sie für ihre Rentenprüfung noch eine EFL
im
F._
durchführen lassen wollte (Urk. 3/3-4).
3.2.4
Nach dem Unfall vom
10. Juni 2018, bei welchem sich der Beschwerdeführer das linke Knie verdrehte (Urk. 6/129/142
Urk. 6/129/278), führte
Dr. med.
BB._
, FMH Orthopädische Chirurgie, nach der Konsulta
tion des Beschwerde
führers vom 27. September 2018 aus, dass sich bezüglich linkes Knie objektiv ein gutes Resultat, mit guter Beweglichkeit und guter Stabilität
,
gezeigt habe. Es
würden nur noch wenig Restbeschwerden medial bestehen. Im Vordergrund stün
den die Schulterbeschwerden, welche von Dr.
M._
behandelt würden (Urk. 6/118/7).
3.2.
5
3.2.5
.1
Zu den vom Beschwerdeführer geltend gemachten psychischen Beschwerden fin
den sich diese beiden Berichte in den Akten
:
3.2.5
.2
Der Psychiater Dr.
C._
, welcher den Beschwerdeführer
vom
1. Juni
bis 12. Juli
2017 behandelte, diagnostizierte in seinem Bericht vom 4. November 2017 einen Status nach mittelgradiger depressiver Episode (ICD-10: F32.1). Dazu führte er aus,
der
Beschwerdeführer
habe im Juli selber die Medikation reduziert, weil es ihm besser gehe. Den Septembertermin habe er nicht mehr wahrge
nommen.
Aus
psychiatrischer Sicht
bestehe
derzeit keine Arbeitsunfähigkeit (Urk. 6/97/1).
3.2.5
.3
Dr.
E._
hielt nach der Untersuchung des Beschwerdeführers vom 1
1.
April 2018 in seinem
an Dr.
A._
gerichteten
Bericht vom 1
4.
Mai 2018 fest, dass Bewusstsein, Orientierung und das formale Denken intakt gewesen sei
en
. Das formale Denken sei inhaltlich aber auf seine gesundheitlichen Beschwerden, die Arbeitsunfähigkeit und die
unge
klärten Versicherungsfragen eingeschränkt, wobei er sich sehr ungerecht
behan
delt
fühle. Die Stimmung sei leicht gedrückt und der affektive Kontakt gut
ge
wesen. Er habe über (schmerzbedingte) Schlaf
störungen, Ängste, Schweissaus
brüche
und Reizbarkeit geklagt. Er könne seinen Job nicht mehr machen, wisse nicht, was er den ganzen Tag tun solle. Früher habe er regelmässig Sport gemacht (Fussball, Joggen). Das sei nicht mehr mög
lich. Er habe deshalb 20 kg
zugenom
men
. Den Kontakt zu den Kollegen pflege er weiterhin. Seine Lebens
partnerin habe die Angaben bestätigt. Der Beschwerde
führer sei früher ein anderer Mensch gewesen. In der Hamilton Depressionsskala habe der Beschwerde
führer keine relevante Punktzahl erreicht. Zusammenfassend finde sich hier gemäss ICD-10 eine Anpassungsstörung, Angst und Depression gemischt (ICD-10: F43.21). Belastend seien die unfallbedingten körperlichen Ein
schränkungen und Schmerzen, die Arbeitsunfähigkeit, die unklare berufliche Situation sowie Perspektive. Aufgrund der hier vorliegenden Symptomatik sei die somatisch vorhandene Arbeitsunfähigkeit zurzeit sowohl als Automechaniker wie auch im Büro zu 60 bis 70
%
verwertbar. Für präzisere Angaben wären einge
hendere Untersuchungen nötig, als dies im gegeben Rahmen möglich gewesen sei (
Urk.
6/118/9).
3
.2.6
Dr. med.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumato
lo
gie
, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (
RAD)
der Beschwerdegegnerin
hielt am
4.
Januar
2019 fest, in zusammenfassender Würdigung aller derzeit bekannter Diagnosen
sei
medizi
nisch
-
theoretisch
davon auszugehen, dass die Arbeitsfähig
keit
des Beschwerde
führers
für die bisherige Tätigkeit als selbständiger Auto
me
chaniker
überwiegend wahrscheinlich weiterhin nur maximal 30
%
betr
age
und damit erheblich eingesc
hränkt sei. Diese Einschränkung betreffe ausschliess
lich
die körperlich anstrengende Arbeit als Mechaniker.
Für eine
behinderungs
ange
passte Tätigkeit gelte das folgende Belastungsprofil: «Körperlich leicht, vor
wiegend sitzend, ohne Arbeiten in Schulterhöhe oder darüber, ohne längere Gehstrecken auf unebenem Gelände oder häufiges Treppensteigen».
Eine wesent
liche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für eine behinderungsangepasste Tätig
keit
mit einem solchen Belastungsprofil
sei aus den somatischen Diagnosen
wei
terhin
nicht ersichtlich. A
us den psychiatrischen Diagnosen
ergebe sich medizinisch
-
theoretisch
ebenfalls keine wesentliche Einschränkung
. Gegenüber der letztmassgeblichen RAD-Stellungnahme vom 1
0.
Juni
2014
sei
dem Beschwerdeführer
aus
versicherungs
medizinischer Sicht weiterhin eine a
däquat
adapierte
Tätigkeit
vollschichtig möglich und zumutbar
(
Urk.
6/127/6
).
4
.
4.1
M
it Urteil IV.2014.01017 vom 12. August 2016 stellte
das
Sozialversicherungs
gericht auf die
orthopädische Beurteilung
von Dr.
K._
vom 17. September 2012
ab
(
E. 4
jenes Urteils,
Urk. 6/81/
12-13
)
.
Wie
ausgeführt
(E.
3.1
)
,
hie
lt Dr
.
K._
fest, dass der Beschwerdeführer
i
n einer angepassten Tätigkeit (Leitungs- und Supervi
sions
funktionen, Kundenbe
treuung
, körperlich leichte bis mittel
schwere Arbeiten, keine häufigen Arbeiten über Kopf) am angestammten Arbeits
platz oder in einer vergleichbaren anderen Arbeit
zu
100 %
arbeits
fähig sei
.
Demgegenüber sind dem Beschwerdeführer
gemäss dem Belastungsprofil von RAD-Arzt Dr.
G._
vom
4. Januar 2019
(E. 3.2.6) nur noch leichte Arbeiten zumutbar.
Laut dem Zumutbarkeitsprofil
von
Suva-Kreisarzt
med.
pract
.
AA._
vom 25. Juni 2019 ist dem Beschwerdeführer nur noch zumutbar, leichte
Lasten
zu heben und zu tragen. Auch das
Hantieren mit Werkzeugen soll nur leicht sein
(E. 3.2.2.8).
Der Beschwerdeführer hält das Zumutbarkeitsprofil von med.
pract
.
AA._
vom 25. Juni 2019
für massgebend
(Urk. 1 S. 7)
.
Demnach ist
der Beschwerdeführer zwar - wie vor dem Erlass
der Verfügung vom 28. August 2014 (Urk. 6/70)
-
aus somatischer Sicht
in einer behinderungs
angepassten Tätigkeit
zu 100 % arbeitsfähig. Nach dem Unfall vom
25. August 2017 mit Verletzung der linken Schulter
sind dem Beschwerdeführer im Vergleich zum Belastungsprofil von Dr.
K._
17. September 2012 gemäss dem
Zumut
barkeitsprofil von RAD-Arzt Dr.
G._
vom
4. Januar 2019
und Suva-Kreisarzt med.
pract
.
AA._
vom 25. Juni 2019 aber nur noch leichte Arbeiten zumutbar. I
n somatischer Hinsicht
ist
es
mithin
zu einer Verringerung der funktionellen Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers gekommen.
Wie das positive und negative Leistungsprofil genau aussieht (und wie sich die Einschränkungen in erwerblicher Hinsicht auswirken), lässt sich aufgrund der vorliegenden Akten indessen nicht beurteilen
, denn die von Dr.
G._
und med.
pract
.
AA._
formu
lierten Anforderungen an eine leidensangepasste Tätigkeit sind nicht identisch
. Der RAD-Arzt hat keine eigene Untersuchung vorgenommen, sondern sich primär auf die Akten der Suva gestützt. Dabei stand ihm
aber
der Bericht des Kreisarztes med.
pract
.
AA._
vom 25. Juni 2019 mit dem
vorerst
nur
provisorischen Zumut
barkeits
profil (da noch die Ergebnisse der EFL abgewartet werden sollten) noch nicht zur Verfügung. Wie Dr.
G._
zudem festgestellt hat, bestehen nebst den Unfallfolgen
aus somatischer Sicht
auch
unfallfremde
Beeinträchtigungen
, die von der Suva nicht zu berücksichtigen waren (Urk. 6/127/6)
, wobei neben dem
lumboradik
ulären
Reizsyndrom S1 bei Diskushernie L5/S1 auch die Beschwerden im Bereich des linken Fusses (vgl. E. 3.2.2.3) einzubeziehen wären
. Vor diesem Hintergrund wäre zumindest
ein auf eigener
Untersuchung
beruhender
RAD
Bericht einzuholen gewesen.
Auf dieser Grundlage hätte die Verwaltung prüfen
müssen, welche Tätigkeiten der Beschwerdeführer i
n seinem
Betrieb
noch aus
üben
kann.
4.2
Soweit der
Beschwerdeführer
vor
bringt,
dass sich
gemäss dem Psychiater
Dr.
E._
sein Gesundheitszustand seit der
Verfü
gung
vom
28. August 2014 (Urk. 6/70)
auch in psychischer Hinsicht
verschlech
tert
habe
(
Urk.
1 S. 6)
, kann ihm nicht gefolgt werden
.
D
er
behandelnde
Psychiater,
Dr.
C._
,
ver
neinte
in seinem Bericht vom
4.
November 2017
eine Arbeitsunfähigkeit
aus psychiatrischer Sicht
(Urk. 6/97/1)
.
Dr.
E._
hat dem Beschwerde
führer
zwar
nach d
er
Unter
suchung
vom
11. April 2018
eine 30 bis 40%ige Arbeitsun
fähigkeit attestiert
, gleichzeitig aber festgehalten, dass für präzisere Angaben ein
gehendere Untersuchungen nötig wären
(Urk. 6/118/9).
Aufgrund der erhobenen Befunde ist sodann nicht nachvollziehbar, dass die Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sein soll.
Weiter
hat
te
Dr.
C._
am
2
2.
Juni 2017
festgehalten, dass er die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erst nach einer Behandlungszeit von
3
bis 4 Monaten
werde
b
eurteilen könne
n
(Urk. 6/94)
.
Es bestehen damit begrün
dete Zweifel, dass dies
Dr.
E._
bereits nach einem Gespräch möglich war.
Zudem
hat
sich der Beschwerde
führer
nach der Untersuchung bei
Dr.
E._
vom 11. April 2018
nicht
wieder in
psychia
trische
Behandlu
ng
begeben
(vgl. dazu die Angaben des Beschwerdefüh
rers
während
seines Auf
enthalts
in der
C._
vom
22. bis 31. Januar 2019, Urk. 6/129/142, Urk. 6/129/154)
. Damit ist
auch kein psychischer Leidensdruck erkennbar, welcher
-
zusammen mit anderen Faktoren -
auf eine
Arbeit
s
un
fähigkeit
schlies
sen liesse
.
Es bestehen daher keine Anhaltspunkte für eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in psychischer Hinsicht
, weshalb nicht zu beanstanden ist, dass die Beschwerdegegnerin dazu keine weiteren Abklärungen vorgenommen hat.
4.3
Zusammenfassend erweist sich der rechtserhebliche Sachverhalt als unvollständig abgeklärt. In Aufhebung der angefochtenen Verfügung ist die Sache daher zur ergänzenden Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese wird zunächst die weiteren Akten der Suva sowie einen
rheumatologisch-orthopädi
schen
Untersuchungsbericht einzuholen und anschliessend gestützt auf das Zumutbarkeitsprofil die erwerblichen Auswirkungen der Gesundheitsbeein
trächtigungen zu ermitteln haben. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzu
heissen.
5
.
5
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das vorliegende Verfahren kostenpflichtig
(Art. 69 Abs. 1
b
is
IVG).
Die Rück
weisung an die Verwaltung gilt nach ständiger Rechtsprechung als voll
ständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2).
D
ie
Gerichts
kosten
in der Höhe von Fr.
7
00.-- sind
der
unterliegenden
Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
5
.2
Der vertretene Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine Prozessentschädigung, die
(
ohne Rücksicht auf den Streitwert
)
nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens
zu
bemessen
ist
(§ 34 Abs. 1 und Abs. 3
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Die
dem Beschwerdeführer von der Beschwerdegegnerin auszurichtende Prozess
entschädigung ist unter Berücksichtigung der genannten Kriterien
ermessens
weise
auf
Fr.
2’200.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.