Decision ID: 1fe5740e-8cbe-47c3-bbdb-9bfc06861a70
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der
1979
geborene
X._
meldete sich am
12. September 2017
unter Hinweis auf
seinen Rücken, seine Hüfte und sein Bein
bei der Invalidenversiche
r
ung zum Leistungsbezug an (Urk. 10/8
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen und
wies das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 27. November 2017
(Urk. 10/20)
ab.
1.2
Am 22. August 2019 gingen diverse Arztberichte bei der
IV-Stelle
ein (vgl. Aktenverzeichnis zu Urk. 10/21). Mit Schreiben vom 16.
Oktober 2019 reichte der Versicherte ein Zusatzgesuch ein (Urk. 10/26).
Die IV-Stelle
tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen und liess den Versicherten insbesondere
rheuma
tologisch
begutachten (Expertise vom
26. September 2020
; Urk.
10/54
).
Mit Schreiben vom 29. April 2021 (Urk. 10/64)
wurde de
m
Versicherten eine Mitwir
kungspflicht im Sinne
einer Behandlung bei einem Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation über sechs Monate im Ermes
sen der dortigen Behand
ler mit m
edizinischem Körperaufbau auferlegt.
Nach durchgefüh
rtem
Vorbe
scheidverfahren
(Urk.
10/65
, Urk. 10/69
) wies
die IV-Stelle
das Leistungsbe
gehren mit Verfügung vom
20. Juli 2021 (Urk. 10/73
=
Urk.
2) ab.
2.
Der Versicherte erhob am
8. September 2021
Beschwerde gegen die Verfügung vom
20. Juli 2021 (Urk.
2) und beantragte,
ihm sei ab 1. Mai 2020 eine ganze Rente auszurichten. Eventuell sei die IV-Stell
e
anzuweisen, ihm berufliche Mass
nahmen zu gewähren. Subeventuell sei die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung (
Urk. 1
S. 2).
Mit Schreiben vom 28. September 2021 (Urk. 7) reichte der Versicherte einen Arzt
bericht (Urk. 8/1) ein.
Am
14. Oktober 2021 (Urk. 9
) beantragte die IV-Stelle die
Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
21. Oktober
2021
zu
r Kenntnis gebracht wurde (Urk. 11
).
Mit Schreiben vom 18. November 2021 (Urk. 13) reichte der Versicherte weitere Arztberichte (Urk. 14/1-2) ein.
Mit Verfügung vom
25. November 2021
wurde antragsgemäss (vgl. Urk.
1 S. 2
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewil
ligt.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
–
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
–
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente,
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraus
setzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisi
onsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicher
ten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaub
haft gemachte Ver
änderung des Invaliditätsgrades
auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (
Urteil des Bundesgerichts 9C_351/2020 vom 21. September 2020 E. 3.1, insbesondere mit Hinweis auf
BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens
genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesund
heitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bun
desgerichts 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinweisen).
1.6
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben die Beweise frei, das
heisst
ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflicht
gemäss
zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestat
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi
nische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abge
geben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Zudem muss der Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen ver
fügen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 1
0.
Juni 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene leistungsabweisende Ver
fügung vom
20. Juli 2021 (Urk.
2) damit, dass
seit ihrem letzten Entscheid eine minime veränderte Sachlage bestehe. Für näher beschriebene angepasste Tätig
keiten sei der Beschwerdeführer arbeitsfähig und könne weiterhin ein rentenaus
schliessendes Einkommen erzielen. Es seien keine weiteren Abklärungen nötig
(S. 2)
.
Da sich der Beschwerdeführer nicht arbeitsfähig fühle seien keine Einglie
derungsmassnahmen angezeigt (S. 1). Aus näher genannten Gründen stelle das rheumatologische Gutachten eine genügende Entscheidungsgrundlage dar (
Urk. 9
S. 1) und
das Schreiben des Arztes vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) genüge nicht, um einen Anspruch aus dem Grundsatz des Vertrauensschutzes zu begründen (S. 1 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer
stellte sich demgeg
enüber auf den Standpunkt (Urk.
1),
das
rheumatologische
Gutachten sei a
us näher genannten Gründen (S. 7
ff.) eine ungenügende Entscheidungsgrundlage (S. 9 unten).
Mit dem Schreiben
des RAD-Arztes
vom 1
0.
Oktober 2019 habe die Beschwerdegegnerin bei ihm ein Vertrauen in einen für ihn positiven Entscheid geweckt. Die angefochtene Ver
fügung ver
stosse gegen Art. 9 Bundesverfassung
(
BV;
S. 6 f. Ziff. 2.3).
Er spreche sich nicht dezidiert gegen Eingliederungsmassnahmen aus (S. 11 f. Ziff. 4).
2.3
Strittig und zu prüfen ist vorliegend, ob sich der anspruchsrelevante Sachverhalt im Vergleichszeitraum seit Erlass der Verfügung vom 27. November 2017 (Urk. 10/20) bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 20. Juli 2021 erheblich beziehungsweise in einer für den Rentenanspruch massgeblichen Weise verändert hat.
3.
3.1
Der Verfügung vom 27. November 2017 (Urk. 10/20) lag im Wesentlichen
folgender Bericht zugrunde:
Dr.
med. Y._
,
Assistenzarzt, Rehaklinik
Z._
,
nannte mit Bericht vom 28. Juli 2017 (Urk. 10/15) folgende, hier gekürzt aufgeführte Diagnosen
(S.
1
):
-
Halswirbelsäule (
HWS
)
Distorsion
Quebec-Task-Force (
QTF
)
II
-
Coxarthrose
rechts bei
femoroazetabulärem
anterosuperiorem
Impinge
ment
rechts
-
b
enigner K
nochentumor Oberschenkel rechts, Differentialdiagnose (
DD
)
liposkl
erosierender
myxofibröser
Tumor
-
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion
-
arterielle Hypertonie
Weite
re
ärztliche Kontrolltermine und physiotherapeutische Massnahmen seien nicht geplant. Die festgestellte psychische Störung begründe aktuell keine arbeits
relevante Leistungsminderung. Rein unfallkausal seien alle Tätigkeiten ohne Ein
schränkungen ganztags zumutbar. Die
Coxarthrose
rechts sei unfallfremd. Eine näher umschriebene angepasste
Tätigkeit sei ganztags zumutbar (S. 2).
3.2
Mit Verfügung vom 27. November 2017 verneinte die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch mit der Begründung, für leichte bis mittelschwere Arbeiten bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 10/20).
4.
4.1
Im Zeitpunkt d
er angefochtenen Verfügung vom 20. Juli 2021
(Urk.
2) lagen im Wesentlichen die folgenden Berichte vor:
Dr.
med. A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Kardi
ologie, Praxis B._
, führte mit
Bericht vom 7. Februar 2018
(
Urk. 10/22/29-30
) aus, es gebe
keine Hinweise für
eine
strukture
lle oder koronare Herzkrankheit (S. 1).
4.2
Die Ärzte der Universitätsklinik
C._
nannten mit Bericht vom 9. Januar 2019 (Urk. 10/21/10-11) folgende, hier gekürz
t aufgeführte Diagnosen (S. 1):
-
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechtsbetont
-
chronisches
zervikovertebrales
Schmerzsyndrom
-
stationärer
liposklerosierender
myxofibröser
Tumor (LSMFT) proximales Femur rechts, DD Fibröse Dysplasie
-
Leisten- und Hüftschmerzen rechts
-
arterielle Hypertonie
Zur langfristigen Beschwerdelinderung empfehle sich die Durchführung stabili
sierender und aufbauender Massnahmen für die Rumpfmuskulatur. Da sich der Beschwerdeführer hierfür aber nicht willig zeige, sei die Verordnung dieser Mass
nahme jedoch fraglich
(S. 2)
.
4.
3
Dr.
med. univ. D._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
attestierte mit diversen Arbeitsunfähigkeitszeugnissen eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit
vom
1. Oktober 2018 bis 16.
August 2019 (mit kurzen Unterbrüchen; Urk. 10/23).
4.4
Die
Ärzte
der Universitätsklinik
C._
nannten mit Bericht vom 5. Juni 2019 (Urk. 1
0/21/1
-3
) folgende
, hier gekürzt aufgeführte
Diagnosen
(S. 1)
:
-
symptomatische
Coxarthrose
rechts
-
wenig symptomatische
beginnende
Coxarthrose
links
-
stationärer
liposklerosieren
der
myxofibröser
Tumor (LSMFT)
-
Lumboischialgien
beidseits
Von der
Implantation einer Hüft-
Totalendoprothese
(
TP
)
sei
wegen fehlenden Anspre
chens auf eine Infiltration abgesehen worden (S. 2 unten).
Aufgrund der
passenden Klinik und der Bildgebung sei d
em Beschwerdeführer trotzdem eine Hüft-TP empfohlen worden (S. 3 oben).
Die Ärzte der Universitätsklinik
C._
nannten mit Bericht vom 17. Juli 2019 (Urk. 10/21/4-5) folgende, hier gekürzt aufgeführte Diagnosen (S. 1):
-
chronische
Zervikalgie
-
Lumboischialgie
beidseits
-
symptomatische
Coxarthrose
rechts
-
wenig symptomatische
beginnende
Coxarthrose
links
-
stationärer
liposklerosierender
myxofibröser
Tumor (LSMFT)
-
arterielle Hypertonie
Der Beschwerdeführer sei aufgrund seiner Beschwerden
in
seinem angestammten
Beruf als Maler seit 2017
vollständig arbeitsunfähig (S. 2).
4.
5
Dr.
med. E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie des Bewegungsapparates, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD
), führte mit Schreiben vom 10.
Oktober 2019 (Urk. 10/24
/1-2
) aus, die Durchsicht der zahl
reichen Arztberichte habe ergeben, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers deutlich verändert beziehungsweise überwiegend wahrschein
lich verschlechtert habe. Es sei ersichtlich, dass seine frühere Tätigkeit als Maler wahrscheinlich dauerhaft nicht mehr und eine behinderungsangepasste Tätigkeit zum gegenwärtigen Zeitpunkt auch höchstens nur zu 50 % möglich und zumut
bar sein würde
(S. 1)
.
Eine
Neuanmeldung
sei
nötig
(S. 2).
4.
6
Die Ärzte der Universitätsklinik
C._
nannten mit Beri
cht vom 18. November 2019 (Urk.
10/32) folgende, hier gekürzt aufgeführte Diagnosen (S. 1):
-
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechtsbetont
-
chronisches
zervikovertebrales
Schmerzsyndrom
-
stationärer
liposklerosierender
myxofibröser
Tumor (LSMFT) proximales Femur rechts, DD Fibröse Dysplasie
-
Leisten- und Hüftschmerzen rechts
-
arterielle Hypertonie
Bei chronischen, therapieresistenten Beschwerden könne keine eindeutige Prog
nose zur Arbeitsfähigkeit abgegeben werden (Ziff. 2.7). Es seien keine
weiteren Konsultationen geplant
(Ziff. 2.8). In der Tätigkeit als Maler bestehe eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 3.3).
Es bestünden Einschränkungen bei langem Sitzen und Stehen,
beim
Bücken, Heben von Gewichten
und Gehen von
längeren
Strecken (Ziff.
3.4)
.
Einer Eingliederung stehe im Wege, dass der Beschwerde
führer aktuell schmerzbedingt nicht arbeitsfähig sei (Ziff. 4.4).
4.
7
Dr.
med. F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheu
matologie, erstattete sein rheumatologisches Gutachten zuhanden der
Beschwer
degegnerin
am
26. September 2020 (Urk. 10/54
) gestützt auf die Unte
rsuchung de
s Beschwerdeführers
,
die Akten
, sowie eine Evaluation der funktionellen Leis
tungs
fähigkeit (EFL) vom 2
2.
und 23.
September 2020 (vgl. Urk. 10/56)
. Er
nannte folgende
, hier gekürzt aufgeführte
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (S. 43 Ziff. 6
):
-
unspezifische Rückenschmerzen bei
-
leichter
Diskopathie
L4-S1
-
Status nach Auffahrunfall Januar 2017
-
beginnende Hüftarthrose rechts
-
Schnittve
rletzung Daumenkuppe rechts 30.
August 2020
Er nannte folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 43 Ziff. 6):
-
gutartiger Knochentumor des rechten Femurs
-
arterielle Hypertonie, Erstdiagnose 2014
-
Übergewicht (27 kg/m2)
-
Nikotinkonsum (25 pack-
years
)
Bei der
E
FL sei eine
erhebliche Symptomausweitung
beobachtet worden. Der Beschwerdeführer habe sich bei allen Heben- und Tragetests aufgrund von Schmerzen an der
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
, Leiste rechts und Knie selbstlimitiert. Insgesamt bei 11 Tests habe er den Test beendet, bevor eine funktionelle
Leis
tungslimite
habe beobachtet werden können. Die demonstrierte Leistungsfähig
keit entspreche einer leichten Arbeit. Er habe Gewichte bis maximal 7.5 kg hantiert, bevor er sich selbstlimitiert habe. Bei mehr
Effort
des Beschwerdeführers sei von einer höheren Belastbarkeit auszugehen. Es bestünden keine speziellen Leistungsdefizite. Der Beschwerdeführer habe zuletzt als Fabrikarbeiter gearbei
tet. Gemäss seinen Angaben entspreche diese Tätigkeit einer sehr leichten Arbeit. Er erfülle alle Anforderungen an diese Arbeit ganz
tags
. Davor habe er in Italien selbständig als Maler gearbeitet. Gemäss seinen Angaben entspreche diese Tätig
keit einer schweren Arbeit. Die demonstrierte funktionelle Leistungsfähigkeit liege bedeutend tiefer als die angegebenen Anforderungen an die Tätigkeit als Maler in Italien. Insgesamt seien
keine speziellen Einschränkungen
vorhanden.
Der Beschwerdeführer könne aus funktioneller Sicht die bisherige Arbeit als Fabrikarbeiter ohne Probleme und ganztags bewältigen
(S. 27 f. Ziff. 2.3)
.
Zu aktuellen Beschwerden habe er angegeben, d
ie aktuelle Situation sei seit sicher gut drei Jahren so schlimm, nicht
s habe daran etwas geändert (S.
31
unten).
Die objektiven Befunde erklärten das geklagte Be
schwerdebild nicht hinreichend. Es bestehe eine Diskrepanz zwischen den angegebenen Beschwerden und Limi
tierungen sowie der erlebten Invalidisierung, was eine
somatoforme Komponente
nahelege. In dieser Hinsicht seien auch für einen
Somatiker
relevante
, psycho
soziale Belastungsfaktoren
nicht zu übersehen
(S. 47)
. Der Beschwerdeführer scheine sich mit seiner Situation abgefunden zu haben. Seine
Motivation für berufliche Massnahmen
sei deshalb sehr fraglich (S. 49, S.
50 Mitte)
. Der Beschwerdeführer verzichte auf eine regelmässige Analgesie
.
Es seien nie mit einer gewissen Konsequenz aktive rehabilitative Massnahmen durchgeführt worden. So habe sich der Beschwerdeführer auch nie sportlich betätigt. Vielmehr berichte er von einem Verhalten, das als inadäquat bezeichnet werden müsse. Bei den beschriebenen Diskrepanzen lasse sich das jedoch nicht sicher beurteilen (S. 50 Ziff. 7.2).
Es seien kaum Bestrebungen erkennbar, selbst etwas zur Verbes
serung seiner Situation beizutragen (S. 50
Ziff.
7.3). Die Einschätzung der Klinik
C._
, wonach in der angestammten Tätigkeit als Maler eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit bestehe
,
sei schwer nachvollziehbar, weil offensichtliche Diskrepan
zen nicht berücksichtigt worden seien
(S. 51 Ziff. 7.3).
Aufgrund einer gewissen
Dekonditionierung
und Entwöhnung könne eine Leistungsminderung von 20 % wegen eines vermehren Pausenbedarfs nicht ausgeschlossen werden.
Insofern bestehe
mindestens eine 80%ige
Arbeitsfähigkeit in einer
angepasst
en Tätigkeit (S.
53
Ziff. 8.2
).
4.
8
KD
Dr.
med. G._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Pneumologie, L
eitende Ärztin, Spital H._
, nannte mit Bericht vom 5. November 2020 (Urk. 10/58/78-80) folgende Diagnosen (S. 1):
-
chronische Müdigkeit unklarer Ätiologie
-
kleine Raumforderungen paravertebral beidseits zwischen Rippen und Pleura, grössenstationär innerhalb eines Jahres, am ehesten einer anato
mischen Variante entsprechend (Wurzeltaschenzysten)
-
arterielle Hypertonie
-
Status nach 22
py
Nikotin
-
Fibromatöser
Tumor im Bereich des rechten Femurs
-
chronische Schmerzen im Bereich der unteren LWS und der Hüfte rechts bei Arthrosen
Der Beschwerdeführer sei zur Abklärung von chronischer Müdigkeit und unkla
ren Raumforderungen paravertebral beidseits, die in der Computertomographie
vom November 2019 entdeckt worden seien, zugewiesen worden.
Der klinische Status habe einen verzweifelt wirkenden Patienten ohne fassbare pathologische Befunde gezeigt. Weitere Abklärungen seien nicht nötig. Eine depressive Ent
wicklung dürfte zumindest eine wichtige Teilkomponente der Müdigkeit und Ener
gielosigkeit sein. Es werde eine Überweisung des Beschwerdeführers an einen Psychiater empfohlen (S. 3).
4.9
Dr.
D._
führte mit Bericht vom 8. November 2020 (Urk. 10/57) aus, der Beschwerdeführer leide seit Jahren unter einem Tumor (stationär) im Bein rechts,
einer
Coxarthrose
rechts,
an
zervikale
n
Beschwerden und
neulich
an
einer Depression. Er sei drei Jahre bei verschiedenen Ärzten im
C._-S
pital unter
sucht und behandelt worden. Sein Zustand sei bis jetzt gleich oder sogar ver
schlechtert
.
Durch die dynamischen Schmerzen habe er Depressionen, die
sich
mit Konzentrationsmangel und Schlafstörungen manifestierten
(S. 10 Ziff.
6)
. Der Beschwerdeführer sei vollständig arbeitsunfähig (S. 11 Ziff. 7.1).
4.10
Dr.
med. I._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates
, führte mit Stellungnahme vom 5. Dezember 2020
(Urk. 10/63/6-7)
aus, auf das Gutachten von
Dr.
F._
sei
abzustellen
. Da jedoch der Gutachter auf eine allfällige psychiatrische Komorbidität verweise
,
werde empfohlen, noch einen aktuellen Arztbericht vom Psychiater einzuholen
(S. 2).
4
.11
Dr.
med. J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte mit Bericht vom 5. März 2021 (Urk. 10/62) aus, er behandle den Beschwerdeführer seit Dezember 2020 (Ziff. 1.1) alle drei Wochen (Ziff. 1.2) und nannte als Diag
nose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
langanhaltende Anpassungs
störung
mit vorwiegend andere
n
Gefühle
n
(Sorgen, Ärger, depressive Anteile und
Schmerzen, Tumo
r
-OSS
Femeros
rechts, diagnostiziert 2014 im
C._
; Ziff. 2.5).
Zur aktuellen medizinischen Symptomatik wurde ausgeführt, es bestün
den Rückenschmerzen und eine verminderte Konzentrationsfähigkeit.
Der
Beschwerdeführer
werde schnell nervös. Durch seine Schmerzen sei er zusätzlich belastet. Er fühle sich morgens müde, obwoh
l er gut geschlafen habe. Seit vier
Jahren sei Schwindel vorhanden (Ziff.
2.2). Unter Befunde wurde ausgeführt, der Beschwerdefüh
r
er sei orientiert
und
gedankenkreisend um seine Post vom Migrationsamt. Er habe eine Angstperspektive. Er sei aufgrund seiner Umstände sowie seiner Schmerzen belastet. Keine Zwänge, keine Wahnerlebnisse, keine Ich
Störungen. Er sei psychomotorisch ruhig und nicht suizidal (Ziff. 2.4).
Unter Prognose zur Arbeitsfähigkeit wurde angegeben, der Beschwerdeführer sollte eine Berufsberatung machen können (Ziff. 2.7). Angaben zu
r
beruflichen Situation (Ziff. 3) wurden keine gemacht.
4.
12
Dr.
I._
führte mit Stellungnahme vom 9. April 2021 (Urk. 10/63/8
)
aus, e
ine dauerhafte iv-relevante
psychiatrische Gesundheitsstörung lasse sich nicht ableiten. Es werde deshalb an der letzten Stellungnahme festgehalten.
4.13
Im Beschwerdeverfahren wurden folgende Berichte eingereicht:
D
ie Ärzte der Universitätsklinik
C._
berichteten am
18. Juni 2021 (Urk. 3/3)
über eine Tumor-Sprechstunde und nannten
als Diagnosen eine
Coxarthrose
rechts und fibröse Dysplasie im
Trochanterbereich
. Bezüglich einer Hüft-TP-Implantation seien sie zurückhaltend beim 42-jährigen Beschwerdeführer. Mit als auch ohne Prothese sei die Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit mit körperlicher Beanspruchung nicht mehr zumutbar. Daher würde eine Umschulung auf eine körperlich nicht belastende, sitzende Tätigkeit zu befürworten sein (S. 2)
.
4.1
4
Dr.
J._
,
Psychiatrie Zentrum K._
,
führte mit Bericht vom 19. Septem
ber 2021 (Urk. 8/1) aus
,
durch die Konstrukte der Herkunftsfamilie, das dadurch fehlende Vertrauen und die Wertschätzung habe der Beschwerdeführer eine Bindungsstörung mit einer S
elbstwertminderung entwickelt, w
as sich im Verlauf seiner Entwicklung in einer langanhaltenden Anpassungsstörung mit vorwiegend andere
n
Gefühlen (Sorgen, Ärger, depressiven- Anteile und Schmerzen) zeige. B
eim Beschwerdeführer zeige sich eine
rezidivierende depressive Störung mit somatischen Beschwerden
. Es
sei eine Anmeldung in der Tagesklinik erfolgt, um eine Ta
gesstruktur zu erreichen (S. 1).
E
s werde eine Neubeurteilung und ein Arbeitstraining empfohlen, um die Arbeitsfähigkeit zu beurteilen (S. 2)
.
4.15
Dr.
med. L._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie des Bewegungsapparates
, Universitätsklinik
C._
, nannte mit Berich
t
vom 30. September 2021 (Urk. 14/1) als Diagnose eine chronische
periartikuläre
Schmerzsymptomatik Hüfte rechts (S. 1 Mitte). Insgesamt sei die Situation schwierig, zumal in der MR-Untersuchung von 2018 und auch in der Röntgen
untersuchung von diesem Jahr klare Zeichen für eine Degeneration des Gelenkes bestünden, jedoch die Schmerzen nicht nur in der Leiste
,
sondern ausgeweitet über den gesamten Hüftbereich empfunden w
ü
rden und auf die Infiltration kein Ansprechen zu verzeichnen gewesen sei
. Mit dem Beschwerdeführer werde die rheumatologische Aufarbeitung mit Frage nach einer rheumatologischen Ursache für die Schmerzen und gegebenenfalls Schmerzmodulation besprochen
(S. 1 f.)
.
4.16
KD
Dr.
med. M._
, Facharzt für R
heumatologie, und N._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
berichteten am
10. November 2021
(Urk. 14/2) über eine ambulante Rheumatologie-Sprechstunde und nannten
folgende Diagnosen (S. 1):
-
Polyarthralgien
-
chronische
periartikuläre
Schmerzsymptomatik Hüfte rechts
-
chronisches
zerviko
- und
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
grössenstationäre zystische Läsion im
7.
ICR rechts und kleiner im
6.
ICR links, wahrscheinlich Nervenscheidenzyste, möglicherweise
Neurinom
-
Depression
-
Covid
-Infektion Oktober 2021
-
Morbus Gilbert-
Meulengracht
Die Abklärungen hätten keine Hinweise für eine entzündlich-rheumatologische Erkrankung ergeben. Aufgrund der
chronifizierten
S
chmerzsym
p
t
omatik werde eine kognitive Verhaltenstherapie und eine Schmerzmodulation durch den bereits behandelnden Psychiater empfohlen. Es sei ein vier- bis fünfwöchiger Aufe
nthalt in der Rehaklinik O._
vorgesehen, was unterstützt werde. Eine reguläre Ver
laufskontrolle sei nicht vorgesehen (S. 2).
Für die richterliche Beurteilung eines Falles sind grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens massgebend. Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sind jedoch insoweit zu berücksich
tigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beeinflussen (BGE 121 V 362 E. 1b; 99 V 98).
Diese Voraussetzungen sind hinsichtlich der nach Verfügungserlass eingereichten Berichte erfüllt, weshalb diese vorliegend berücksichtigt werden können.
5.
5.1
Im Zeitpunkt der
Rentenabweisung
im
November 2017
litt der Beschwerdeführer gemäss einem
Bericht der Rehakli
nik
Z._
an einer HWS-Distorsion QTF II, einer
Coxarthrose
rechts, einem benignem Knochentumor Oberschenkel rechts, einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion und einer arteriellen
Hypertonie. Eine näher umschriebene angepasste Tätigkeit wurde als ganztags zumutbar erachtet
(vgl. vorstehend E. 3
.1
)
.
Gestützt auf diese Beurteilung
ging die Beschwerdegegnerin von einer
vollständigen
Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit
aus (vorstehend E. 3.2).
Mit diesem Sachverhalt ist derjenige zu vergleichen, welcher der hier angefoch
tenen Verfügung zugrunde liegt. Zur Beurteilung des aktuellen Gesundheits
zustands de
s
Beschwerdeführer
s
stützte sich die Beschwerdegegnerin au
f
das rheumatologische
Gutachten
von Dr.
F._
vom
26.
September 2020
(vorstehend E. 4.7
)
und ging von einer minim veränderten Sachlage aus. In einer
näher
beschriebenen
angepassten Tätigkeit bestehe eine vollständige Arbeit
sfähigkeit und
der Beschwerdeführer
könne weiterhin ein rentenausschliessendes Einkom
men erzielen (vorstehend E. 2.1). Der Beschwerdeführer machte geltend, das Gut
acht
en von Dr.
F._
sei aus näher genannten Gründen eine ungenügende Ent
scheidungsgrundlage
(vorstehend E. 2.2)
.
5.2
Das von der Beschwerdegegnerin eingeholte
rheumatologische
Gutachten
von Dr.
F._
vom
26.
September 2020
(vorstehend E. 4.7
) wurde unter Berücksich
tigung der Akten, Erhebung der Anamnese und Durchführung umfassender Abklärungen erstattet und vermag den Anforderungen an den Beweiswert einer medizinische
n Expertise (vgl. vorstehend E.
1.
6
) grundsätzlich zu genügen.
Dr.
F._
nannte als
Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit unspe
zifische Rückenschmerzen, eine beginnende Hüftarthrose rechts und eine Schnitt
verletzung
an der
Daumenkuppe rechts am 3
0.
August 202
0.
Er kam zum Schluss, i
nsgesamt seien keine speziellen Einschränkungen vorhanden. Der Beschwerde
führer könne aus funktioneller Sicht die bisherige Arbeit als Fabrikarbeiter ohne Probleme und ganztags bewältigen
.
Aufgrund einer gewissen
Dekonditionierung
und Entwöhnung könne eine Leistungsminderung von 20
%
wegen eines ver
mehren Pausenbedarfs nicht ausgeschlossen werden. Insofern bestehe mindestens eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
(vorstehend E. 4.7).
5.3
Der Beschwerdeführer macht in der Beschwerde unter anderem geltend, die Beschwerdegegnerin habe zu Unrecht einen Facharzt für Rheumatologie und für Innere Medizin als Gutachter bestellt, obschon vorwiegend ein orthopädische
s Problem bestehe (Urk. 1 S. 7 Ziff.
2.3.1).
Die Beschwerdegegnerin verwies hierzu zu Recht auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach
(
chronische
)
Schmerzen des Bewegungsapparates Gegenstand sowohl der Rheumatologie als auch der Orthopädie bilden
(vgl. Urk. 9 S. 1; vgl.
Urteil 8C_602/2017 vom
1.
März 2018 E. 4.3 mit Hinweisen
)
.
Ausschlaggebende Bedeutung für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit kommt zudem nicht der Diagnose zu, sondern der aus der gesundheitlichen Beeinträchtigung am Bewegungsapparat resultierenden funk
tionellen Einschränkungen und der damit einhergehenden Auswirkun
g auf das Leistungsvermögen des
Beschwerdeführer
s
(vgl. BGE 143 V 418 E. 6). Dazu wurde im Rahmen der
rheumatologischen Begutachtung durch
Dr.
F._
in gen
ügender Weise Stellung genommen
.
Zudem
hatte
der Beschwerdeführer ausreichend Ge
legenheit, sich gegen die angekündigte rheumatologische statt orthopädische
B
egutachtung zur Wehr zu setzen.
Er
machte davon aber weder vorgängig noch nachträglich im Verwaltungsverfahren
Gebrauch, sondern übte erst be
schwerde
weise entsprechende Kritik.
Die Rüge des Beschwerdeführers erscheint auch
deshalb als nicht gerechtfertigt, da
auch
die
(orthopädischen) Ä
rzte
der Universi
tätsklinik
C._
eine rheumatologische
Ursache
für die Schmerzen
in Betracht zogen
(vgl. vorstehend E. 4.15)
.
Wobei
auch
die behandelnden Rheumatologen eine entzündlich-rheumatologische Erkrankung verneinten (vgl. vorstehend E. 4.16).
5.4
Ferner
macht
der Beschwerdeführer
geltend, m
it dem Schreiben von RAD-Arzt Dr.
E._
vom 1
0.
Oktober 2019 habe die Beschwerdegegnerin bei ihm ein Ver
trauen in einen für ihn positiven Entscheid geweckt. Die angefochtene
Verfügung verstosse gegen Art.
9 BV
(vorstehend E. 2.2).
Der in
Art.
9 BV verankerte Grundsatz von Treu und Glauben statuiert ein Verbot widersprüchlichen Verhaltens und verleiht einer Person Anspruch auf Schutz des berechtigten Vertrauens in behördliche Zusicherungen oder sonstiges, bestimmte Erwartungen begründendes Verhalten der Beh
örden (BGE 131 II 627 E. 6.1 S.
636). Die Voraussetzung für eine Berufung auf Vertrauensschutz, die unter bestimmten Voraussetzungen eine vom materiellen Recht abweichende Behand
lung der Rechtsuchenden
gebieten kann, ist erfüllt: 1.
wenn die Behörde in einer konkreten Situation mit Bezug auf besti
mmte Personen gehandelt hat; 2.
wenn sie für die Erteilung der betreffenden Auskunft zuständig war oder wenn die rechtsuchende Person die Behörde aus zureichenden Gründen als
zuständig betrachten durfte; 3.
wenn die Person die Unrichtigkeit der Auskunft nicht oh
ne weiteres erkennen konnte; 4.
wenn sie im Vertrauen auf die Richtigkeit der Aus
kunft Dispositionen getroffen hat, die nicht ohne Nachteil rückgängi
g gemacht werden können, und 5.
wenn die gesetzliche Ordnung seit der Auskunftserteilung keine Änderung erfahren hat. Der unrichtigen Auskunft gleichgestellt ist die Unterlassung einer behördlichen Auskunft, die gesetzlich vorgeschrieben oder nach den im Einzelfall gegebenen Umständen geboten war. Die dritte Vorausset
zung lautet
diesfalls
: wenn die Person den Inhalt der unterbliebenen Auskunft nicht kannte oder deren Inhalt so selbstverständlich war, dass sie mit einer ande
ren Auskunft nicht hätte rechnen müssen (BGE 143 V 341
E. 5.2.1 S. 346, vgl. auch
Urteil
des Bundesgerichts
8C_419/2021
vom 16. Dezember 2021 E. 13.2.
1.
mit Hinweisen)
.
Wie die Beschwerdegegnerin richtig ausführt
(vgl. Urk. 9 S. 1 f.)
, zeigte Dr.
E._
im Schreiben
vom 10.
Oktober 2019
(vgl. vorstehend E. 4.5) lediglich auf, dass gestützt auf neue Arztberichte
überwiegend wah
rscheinlich eine Verschlechte
rung des Gesundheitszustandes vorliege und deshalb eine Neuanmeldung nötig sei.
Der Beschwerdeführer kann daraus hinsichtlich Arbeitsunfähigkeit oder Rentenanspruch nichts zu seinen Gunsten ableiten.
Da auch die übrigen Voraus
setzungen f
ür eine Berufung auf Vertrauensschutz
, wie beispielsweise nicht ohne
Nachteil wieder rückgängig zu machende Dispositionen, nicht gegeben sind, erübrigen sich
Weiterungen dazu
.
5.5
Auch die Berichte der behandelnden Ärzte vermögen keine Zweifel am schlüssi
gen Gutachten von
Dr.
F._
zu erwecken. Die
Ärzte der Universitätsklinik
C._
äusserten sich in ihrem Bericht von Januar 2019 nicht zur Arbeitsfähig
keit des Beschwerdeführers. Dem Bericht kann entnommen werden, dass sie z
ur langfristigen Beschwerdelinderung die Durchführung stabilisierender und auf
bauender Massnahmen für die Rumpfmuskulatur
empfohlen haben, sich d
er Beschwerdeführer hierfür aber nicht willig
gezeigt habe (vgl. vorstehend E. 4.2). In ihrem Bericht von Juli 2019
hielten sie fest, d
er Beschwerdeführer sei aufgrund seiner Beschwerden in seinem angestammten Beruf als Maler seit 2017 vollstän
dig arbeitsunfähig
. Zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit äusserten sie sich nicht (vorstehend E. 4.4).
Im November 2019 hielten sie fest, es
könne keine eindeutige Prognose zur Arbeitsfähigkeit abgegeben werden
(vorstehend E. 4.6).
Im Juni 2021 sprachen
sich die
Ärzte der Universitätsklinik
C._
für
eine Umschulung
auf eine körperlich nicht belastende, sitzende Tätigkeit
aus
(vorstehend E. 4.13
), und bejahten damit sinngemäss eine
zumindest
(Teil
)Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit.
Dr.
F._
hielt zur
Einschätzung der
Universitätsklinik
C._
, wonach in der angestammten Tätigkeit als Maler eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe
, nachvollziehbar fest,
dies
sei schwer nachvollziehbar, weil offensichtliche Diskre
panzen nicht berücksichtigt worden seien
(vgl. vorstehend E. 4.7).
Schliesslich
ist zu berücksichtigen, dass behandelnde Ärztinnen und Ärzte in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur versicherten Person stehen und sich zudem in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren haben. Ihre Berichte verfolgen daher nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherun
gsansprüche erlaubenden objekti
ven Beurteilung des Gesundheits
zustandes und er
füllen deshalb kaum je die mate
riellen Anforderungen an ein Gutachten. Aus diesen Gründen und aufgrund der Erfahrungstatsache, dass Haus
ärzte – beziehungsweise regelmässig behandelnde Spezialärzte (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 551/06 vom
2.
April 2007 E. 4.2) – mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung im Zweifels
fall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, kommt im Streitfall ein direktes Abstellen einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte nur selten in Frage (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_1055/2010 vom 1
7.
Februar 2011 E. 4.1).
5.6
Zu berücksichtigen ist
weiter
, dass
der Beschwerdeführe
r
in der Begutachtung im September 2020 zu aktuellen Beschwerden angegeben
habe, die aktuelle Situa
tion sei seit sicher gut drei Jahren so schlimm, nichts habe daran etwas geändert (vorstehend E. 4.7).
Damit stellt sich die Frage, ob es überhaupt zu einer wesent
lichen
Verschlechterung des Gesundheitszustandes
gekommen ist, da die ursprüng
liche Verfügung vom November 2017 datiert und daher die von ihm angegebenen Beschwerden schon zu jenem Ze
itpunkt bestanden haben dürften.
Überhaupt wird i
n den neuen medizinischen Berichten im Wesentlichen derselbe Gesundheitszustand beschrieben, wie bereits in den früheren Arztberichten
.
Aber selbst wenn eine Verschlechterung zu bejahen wäre,
ist
nach wie vor gestützt auf das Gutachten von Dr.
F._
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen.
Daran vermag der Umstand, dass Dr.
F._
von einer Leistungsminderung von 20 % und damit einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausging, nichts zu ändern. Er begründete das reduzierte Pensum mit einer gewissen
Dekonditionierung
, wobei er gleichzeitig festhielt, dass i
nsgesamt keine spezi
ellen Einschränkungen vor
handen seien. Mit anderen Worten zeigten sich aufgrund der Begutachtung keine erheblichen Funktionsdefizite, welche die Leistungserbringung am Arbeitsplatz grundsätzlich in Frage stellen. Gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtspre
chung, wonach
Dekonditionierung
kein in der Invalidenversicherung versichertes Risiko darstelle (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_755/2020
vom 8. März 2021 E. 5.1 mit Hinweisen
)
,
ist von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen.
5.7
In psychiatrischer Hinsicht
wurde zum Zeitpunkt der Abklärungen in der Reha
klinik
Z._
im Jahr 2017 eine
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion
dia
gnostiziert
(vgl. vorstehend E. 3.1)
. Als Befund wurde unter anderem
eine Schlafstörung
genannt
(Urk. 10/58/3-11 S.
1 unten). Zudem wurde ausge
führt, der Beschwerdeführer sei traurig, unruhig, verstimmt (Urk. 10/58/3-11 S. 3 oben).
Die
festgestellte psychische Störung
–
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion
–
begründe aktuell keine arbeitsrelevante Leistungsminde
rung
. Beim Beschwerdeführer habe sich eine
affektive Auslenkung gegen den depressiven Pol mit
vor allem
Symptomen wie Verzweiflung, Nervosität und Schlafproblemen
eingestellt
(10/22/44-53 S. 2 unten, S. 3 unten und 4 oben).
Dr.
D._
führte
im November 2020
aus, d
urch die dynamischen Schmer
zen habe
der Beschwerdeführer
Depressionen, die
sich
mit Konzentrationsmangel und
Schlafstörungen manifestierten
(vorstehend E. 4.9). Der behandelnde Psychi
ater
Dr.
J._
nannte
im März 2021
als Diagnose mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit eine langanhaltende Anpassungsstörung mit vorwiegend ande
re
n
Gefühle
n
und erwähnte
als psychiatrische Befunde eine vermi
nderte Kon
zentrationsfähigkeit und
N
ervosität
(
vorstehend E. 4.11). Nach Verfügungserlass, im September
2021, diagnostizierte er zudem eine rezidivierende depressive Störu
ng mit somatischen Beschwerden
(vorstehend E. 4.14).
Der
Vergleich zeigt, dass i
m Wesentlichen dieselben psychisch
en Probleme und Befunde erhoben worden sind,
sodass
in psychiatrischer Hinsicht
nicht von einer wesentlichen Veränderung auszugehen ist.
Es liegen insgesamt keine neuen, relevanten oder sich seit 2017 wesentlich verschlechternde psychischen Beschwerden vor.
Ins Gewicht
fällt
auch, dass trotz der 2017 festgehaltenen Anpassungsstörung zeitnah keine Therapie erfolgte, diese vielmehr erst
im Dezember 2020
aufgenommen wurde
(vgl. vorstehend E.
4.11)
, und damit
nach der Begutachtung durch Dr.
F._
im September 2020
(vgl. vorstehend E. 4.7)
. Des Weiteren attestierte
Dr.
J._
keine
Arbeitsunfähigkeit
, sondern hielt fest, dass eine Tagesst
ruktur erreicht werden soll.
Er empfahl eine Neubeurteilung und ein Arbeitstraining, um die Arbeitsfähigkeit zu beurteilen
.
Insgesamt liegt
keine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes in psychiatrischer Sicht vor.
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und all
fälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressi
ven Störung auszugehen ist, die nicht schon als
chronifiziert
gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines struk
turierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1).
Somit erübrigst sich die Durch
führung eines strukturierten Beweisverfahrens ohne Weiteres.
5.
8
Der Gesundheitszustand und die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit sind nach dem Gesagten aufgrund der medizinischen Akten hinreichend abgeklärt. Von weiteren Untersuchungen wären diesbezüglich keine neuen Erkenntnisse zu erwarten. Der medizinische Sachverhalt ist dahingehend erstellt, dass der
Beschwerdeführer nach wie vor in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeits
fähig ist.
Zusammenfassend ist somit davon auszugehen, dass es seit der letzten Renten
prüfung im November 2017 (Urk.
10/20)
weder zu einer wesentlichen Verände
rung der festgestellten Befunde noch zu einer wesentlichen Veränderung der Arbeitsfähigkeit gekommen ist. Ein Revisionsgrund ist somit zu verneinen.
Der angefochtene Entscheid ist somit rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.9
In Bezug auf die vom Beschwerdeführer im Eventualstandpunkt beantragten beruflichen Massnahmen
sind gemäss Beschwerdegegnerin
keine angezeigt, da sich der
Beschwerdeführer
nicht arbeitsfähig fühle (
vorstehend E. 2.1
). Gemäss Einschätzung von
Dr.
F._
würden berufliche Massnahmen mangels Motivation nicht
viel bringen
(vorstehend E. 4.7)
.
Dr.
J._
und die Ärzte der Universitäts
klinik
C._
empfehlen berufliche Massnahmen aber ohne festzuhalten oder darzulegen, dass der
Beschwerdeführer
selber Interesse daran hat oder motiviert dafür ist und inwiefern sich dieses Interesse manifestiert. Gestützt auf die vorlie
genden Akten sind
jedenfalls keine
berufliche
n
Massnahmen
zuzusprechen
. Sofern der Beschwerdeführer zukünftig berufliche
Eingliederungsmassnahmen wünscht, für solche motiviert ist und sofern er zwischenzeitlich ausreichende Deutschkenntnisse aufweisen kann (vgl. 10/63/9)
,
kann
er sich mit einem Zusatz
gesuch und einem Motivationsschreiben
bei der Beschwerdegegnerin
melden.
6
.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
900.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
dem
u
nterliegenden Beschwerdeführer
aufzu
erlegen. Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sind die Gerichtskosten einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.2
Mit Honorarnote vom
27. Oktober 2021 (Urk. 12
) machte der Rechtsvertreter de
s
Beschwerdeführer
s
einen Aufwand von total
685 Minuten (11 Stunden, 25
Minuten)
Stunden sowie Barauslagen von
Fr.
46.95
geltend. Dies erscheint unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Pro
zesses (
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
)
als angemessen, weshalb die Entschädigung unter Berücksichtigung des mass
geben
den Stundenansatzes von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) wie beantragt auf insgesamt
Fr.
2'755.60
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzulegen ist.
6.3
Der Beschwerdeführer
ist auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach
er
zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet ist, sobald
er
dazu in der Lage ist.