Decision ID: 8b342864-3950-5e95-a1b2-f252463d278f
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1983,
arbeitet s
eit 2011 als Leitungsisolateur bei der
Y._
GmbH (
Urk.
7
/
8
).
Am 2
5.
Januar 2013 meldete er sich we
gen
Angst bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/
1
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zog die Akten des
Krankentaggeldversicherers (
Urk.
7/3,
Urk.
7/11) bei und
holte
einen Arbeitge
ber
be
richt
(
Urk.
7/8
)
, einen Auszug aus dem individuellen Konto (Urk.
7/10)
sowie
einen
Arztbericht (
Urk.
7/14
) ein
.
Nach durch
g
eführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
7/19
,
Urk.
7/21
)
liess die IV-Stelle den Versicherten durch med. pract.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher
Dienst (RAD), psychiatrisch abklären (Urk. 7/24) und
verneinte
mit Verfügung vom 2
8.
Oktober 2013 (
Urk.
7/26
) einen Anspruch des Versicherten auf Leistun
gen
der Invalidenversicherung.
2.
D
er Versicherte
erhob
am 2
5.
November 2013 Beschwerde
gegen die Verfügung
vom 28. Oktober 2013 (Urk. 2)
und beantragte, diese sei aufzuheben
und
es sei ihm
mit Wirkung ab Juli 2013 eine Invalidenrente
zuzusprechen
(
Urk.
1 S.
2).
Mit Beschwerdeantwort vom
7.
Januar 2014 (
Urk.
6) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Mit Replik vom
6.
Juni 2014 (Urk.
10)
hielt der Be
schwerdeführer an seinen Anträgen fest und
beantragte
, eventuell sei die Sache
zur ergänzenden beruflich-erwerblichen Abklärung an die IV-Stelle
zurückzu
weisen
.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schrei
ben vom 3
0.
Juni 2014 auf die Duplik (
Urk.
13)
.
Dies wurde
dem Beschwerde
führer am
3.
Juli 2014 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
14).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist
der
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.
2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son
bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver
werten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend ob
jektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer
Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Be
einträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur
soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann
, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das
heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
ge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
ver
sicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam
men,
objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Un
terlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medi
zinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe
richtes ist
also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf all
seitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksich
tigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei
lung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen be
gründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder
die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231
E. 5.1; 125 V 351 E.
3a).
1.6
Die Rechtsprechung, wonach das Gericht
„
nicht ohne zwingende Gründe" von der Einschätzung der medizinischen Experten abweicht, hat den Beweiswert von Gerichtsgutachten zum Gegenstand und findet auf versicherungsinterne ärztli
che Beurteilungen nicht Anwendung. Berichte und Gutachten versicherungsin
terner Ärztinnen und Ärzte unterliegen wie andere Beweismittel der freien rich
terlichen Beweiswürdigung. Es kann ihnen Beweiswert beigemessen werden, so
fern
sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich wi
der
spruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Im Übrigen ist richtig, dass an die Unparteilichkeit auch der versicherungsinternen
Gutachterinnen und Gutachter ein strenger Massstab anzulegen ist. Daraus ergib
t sich jedoch nicht, dass die in
Art.
23 OG enthaltenen generellen Ableh
nungs
gründe Anwendung zu finden hätten (BGE 123 V 331 E. 1c mit Hinwei
sen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen, insbesondere den psychiatrischen Untersu
chungsbericht
des
RAD
vom 2
2.
Oktober 2013 (
Urk.
7/24), davon aus, dass dem Beschwerdeführer die
zuletzt ausgeübte
Tätigkeit als Leitungsisolateur
seit
Feb
ru
ar 2013
wieder
zu 100
% zumutbar sei. Gestützt darauf verneinte sie eine
n
Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung.
2.2
Der Beschwerdeführer
bestritt
beschwerdeweise (
Urk.
1) die von der Beschwer
degegnerin angenommene volle Arbeitsfähigkeit und machte geltend, er sei nur bis zu 50
% arbeitsfähig, wie
die
Arztbericht
e des behandelnden Psychiaters
Dr.
med.
A._
,
Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie,
(
Urk.
3/4,
Urk.
11) bele
ge
n würden
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit
der Anspruch auf eine Invalidenrente und in diesem Zusammenhang insbesondere die Höhe der
Arbeitsfähigkeit
,
sowie
auf welche medizinischen Berichte diesbezüglich abzustellen ist.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer wurde im Kantonsspital
B._
mehrfach am
bulant notfallmässig behandelt. In den entsprechenden Kurzberichten wurden fol
gende Diagnosen gestellt:
Schwindel bei Dehydrierung und Erschöpfungszu
stand (Bericht vom 2
3.
Oktober 2009; 7/20/22-23), Verdacht auf orthostatische Dysregulation, Kopfschmerzen,
Differentialdiagnose
(
DD
)
Migräne (Bericht vom
1
4.
Dezember 2010;
Urk.
7/20/20-21), wiederholter Schwindel und Kopfschmerz,
Epistaxis, wieder
holte depressive Episoden und Verdacht auf Angststörung (Be
richt vom 2
8.
März 2011; 7/20/18-19), Nausea, Depression, Verdacht auf Angst
störung (Bericht vom 1
7.
Juni 2011; 7/20/16-17),
h
ypertensive Entgleisung im
Rahmen einer Angstepisode, Angst und depressive Störung (Bericht vom 1
3.
Jul
i
2012;
Urk.
7/20/14-15), Angstzustand ohne typische Panikattacke, depressive Stö
rung, Durchschlafstörung (Bericht vom 2
9.
Januar 2013;
Urk.
7/20/12-13), Panik
atta
cke mit Drehschwindel nach links und occipitalen Kopfschmerzen, gene
ralisierte Angststörung, Depression (Bericht vom 2
6.
April 2013;
Urk.
7/20/10-11)
, Pani
kattacke (Bericht vom
3.
August 2013;
Urk.
7/20/9).
3.2
Dr.
med.
C._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
, unter
suchte den Be
schwerdeführer am
6.
Februar 2013 im Auftrag des Krankenver
si
cherers. Mit Bericht vom
9.
Februar 2013 (
Urk.
7/11/4-9) diagnostizierte er eine weitgehend, aber noch nicht vollständig remittierte generalisierte Ang
st
stö
rung mit phobi
schen Anteilen (ICD-10 F41.1) und attestierte dem Beschwerde
führer ab sofort eine vollständige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit.
3.3
Med. pract.
D._
,
Facharzt für Allgemeine
Innere
Medizin
, stellte am
4.
März 2013 (
Urk.
7/14/5-6) folgende Diagnosen: Angst und Panikentwicklung
verbunden mit Beunruhigung und vegetativer Beeinträchtigung, das heisst Schwin
de
l, Nervosität, Schlafstörung, depressive Entwicklung, leichte bis mit
tel
schwere depressive Entwicklung; Benzodiazepinabhängigkeit bedingt durch Angst
er
krankung. Ab Juni bis Ende August 2012 bescheinigte er dem Be
schwer
deführer eine vollständige, bis Ende Dezember 2012 eine 50%ige, danach bis am
1
6.
Januar 2013 wiederum eine vollständige und ab 1
7.
Januar 2013 er
neut eine
50%ige Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit. Eine behinde
rungs
angepasste Tätigkeit erachtete er im Umfang von 50 bis 60
%
als
möglich.
3.4
Im Bericht vom
2
6.
April 2013 (
Urk.
7/16/1-9)
attestierte
Dr.
A._
ein Panik
syndrom in Verbindung mit multiplen
p
hobischen Ängsten (ICD-10 F40.21) so
wie eine wechselnd starke Depression ohne eigentliche Remission seit 2011 (ICD-10 F39)
. Er
vertrat die Auffassung, dass im angestammten Beruf auf vor
erst noch unbestimmte Zeit hinaus eine mindestens 50%ige A
rbeitsunfähigkeit bestehe
.
Mit Bericht vom 2
3.
August 2013 (
Urk.
7/20/1-8)
nann
te
Dr.
A._
als Diag
nose
Depression und Angst gemischt (ICD-10 F41.2) mit zunehmenden Anteilen pho
bischer Ängste beziehungsweise sozialen Phobien (gemischte Ängste mit ver
stärkter narzisstischer Problematik bei vorwiegender vegetativer Dysbalance, reduzierter Selbst- und Affektkontrolle mit erheblichem depressivem Einschlag seit
zirk
a 2 Jahren) sowie multiple sekundäre psychosoziale Stressfaktoren. Die Arbeitsfähigkeit sei derzeit aus gesundheitlichen Gründen wechselnd stark ein
geschränkt. Die Beeinträchtigung liege bei mindestens 50
%
, vielfach aber noch deutlich höher, gebe es doch Wochen, in welchen der Beschwerdeführer an das mit seinem Vorgesetzten ausgehandelte Pensum nicht heran komme. Ange
passte Tätigkeiten kämen unter den skizzierten Aspekten nicht in Betracht, da die Belastungsfähigkeit damit ja nicht ausgebaut werden könne.
3.5
Med. pract.
Z._
,
RAD
,
nannte
in seinem Bericht vom
2
2.
Oktober 2013 (
Urk.
7/24) als psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine iatrogene Benzodiazepinabhängigkeit (ICD-10 F13.2) und als psychiatrische
Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit anamnestisch eine derzeit teil
weise remittierte generalisierte Angststörung mit phobischen Anteilen (ICD-10 F41.1). Da die aktuelle Untersuchung keinen Befund gezeigt habe, der
die
Ar
beitsfähigkeit wesentlich beeinträchtige, werde der Beschwerdeführer in sei
ner
jetzigen Tätigkeit als zu 100
%
arbeitsfähig eingeschätzt. Arbeiten an ge
fähr
li
chen, laufenden Maschinen und auf hohen Gerüsten seien jedoch zu mei
den (S.
6).
4
.
4.1
Die
Beschwerdegegnerin stützte
ihren abweisenden Entscheid auf den
RAD-
Un
tersuchungsbericht (
vorstehend E.
3.5
)
, wonach beim Beschwerdeführer von einer
vollen Arbeitsfähigkeit in seiner jetzigen Tätigkeit auszugehen sei
.
4.2
Gemäss
Art.
59
Abs.
2
bis
IVG stehen die regionalen ärztlichen Dienste den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsan
spruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Arti
kel
6
ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig.
Nach
Art.
49
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die re
gio
nalen ärztlichen Dienste die medizinischen Vo
raussetzungen des Leistungs
anspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medi
zini
schen Fachkompetenz und der allgemeinen fachli
chen Weisungen des Bundes
amtes frei wählen (
Abs.
1). Die regionalen ärztli
chen Dienste können bei Bedarf selber ärztliche Untersuchungen von Versi
cherten durchführen. Sie halten die Unter
suchungsergebnisse schriftlich fest (
Abs.
2).
Sinn und Zweck dieser Bestimmung liegen darin, dass die IV-Stellen zur Be
urt
eilung der medizinischen Anspruchsvoraussetzungen auf eigene Ärzte und Ärzt
in
nen zurückgreifen können. Diese sollen aufgrund ihrer speziellen versi
che
rungsmedizinischen Kenntnisse für die Bestimmung der für die Invaliden
ver
sicherung massgebenden funktionellen Leistungsfähigkeit der Versicherten ver
antwortlich sein. Damit soll eine konsequente Trennung der Zuständigkeiten zwischen behandelnden Ärzten (Heilbehandlung) und Sozialversicherung (Be
stim
mung der Auswirkungen des Gesundheitsschadens) geschaffen werden. Die RAD bezeichnen die zumutbaren Tätigkeiten und die unzumutbaren Funktionen unter Angabe einer allfälligen medizinisch begründeten zeitlichen Schonung. Damit soll im Hinblick auf eine erfolgreiche Eingliederung eine objektive Fest
legung der massgebenden funktionellen Leistungsfähigkeit der Versicherten er
möglicht werden. Gestützt auf die Angaben des RAD hat die IV-Stelle zu beur
teilen, was einer versicherten Person aus objektiver Sicht noch zumutbar ist und was nicht.
4.3
Auch auf Stellungnahmen des RAD kann indessen nur abgestellt werden, wenn sie
den allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Be
richt genügen. Sie müssen insbesondere in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden sein und in der Beschreibung der medizinischen Situation und Zusammenhänge einleuchten; die Schlussfolgerungen sind zu begründen. Die RAD-Ärzte müssen sodann über die im Einzelfall gefragten persönlichen und fachlichen Qualifikationen verfügen (Urteil des Bundesgericht 9C_904/2009 vom
7.
Juni 2010 E. 2.2 mit Hinweisen).
4.
4
Nachdem vorliegend die Auswirkungen der geklagten psychischen Beschwerden
zu beurteilen sind, erweist sich die von der Beschwerdegegnerin veranlasste psy
chiatrische RAD-Untersuchung als umfassend. Med. pract.
Z._
erstellte den Bericht in Kenntnis der Vorakten, zu welchen er auch Stellung
ge
nommen hat
.
Er hat den Beschwerdeführer persönlich unter
sucht und bei seiner Beurteilung die geklagten Beschwerden wie auch das Ver
halten des Beschwerdeführers be
rücksichtigt. Der RAD-Untersuchungsbericht ist schlüssig und überzeugend be
gründet, so dass
ihm voller Beweiswert zukommt.
Med. pract.
Z._
hat sich mit den im Zeitpunkt der Untersuchung vorliegen
den Berichten auseinandergesetzt
und nachvollziehbar begründet, weshalb er ent
gegen der Beurteilung des behandelnden Psychiaters, von einer generalisier
ten
Angststörung (ICD-10
F41.1) ausgeht. So hielt er fest, dass die generelle Angst vor dem Thema Tod und Sterben in vielerlei Situationen für die Diagnose einer
generalisierten Angststörung spreche.
Im Rahmen seiner Unter
such
ung
en
seien keine ausreichenden Belege für eine Depression sowie keine Symptome einer Angst-
oder Panikstörung festzustellen gewesen. Die in den entsprechen
den Kurz
berichten des
B._
ge
nann
ten Diagnosen und Symptome erachtete med.
pract.
Z._
als häufige Symptome einer Angststörung. Dies ist vor dem Hin
te
r
grund der Vielzahl der gestellten Diagnosen und aufgetretenen Symptome nach
vollziehbar.
Diese Einschätzung wird auch durch die Diagnoseerhebung von
Dr.
C._
(vorstehend E. 3.2)
gestützt. Dieser führte ebenso aus,
dass es sich eher um eine gene
ralisierte Angststörung (ICD-10
F41.1) handle
, welche im Zeitpunkt seiner Untersuchung weitgehend remittiert sei
. Die vom Beschwerdeführer geschil
derten Beschwerden würden eher nicht für eine Panikstörung mit den typisch schwe
ren Angstatta
cken verbunden mit vegetativen Symptomen und Furch
t
vor Kontrollverlust sprechen.
Dr.
C._
ging schliesslich
von einer uneinge
schränkten Ar
beitsfähigkeit des Beschwerdeführers
ab dem
6.
Februar
2013
aus.
4.
5
Der Beschwerdeführer stellt
e
sich
hingegen
auf den Standpunkt, dass er auf
grund seiner psychischen Beschwerden nur bis zu 50
% arbeitsfähig sei (
Urk.
1 S.
3). Er stützt
e
sich hierbei
im Wesentlichen
auf die Einschätzung des behan
deln
den Psy
chiaters
Dr.
A._
(
Urk.
3/4).
Rechtsprechungsgemäss erfolgen psychiatrische Explorationen von der Natur der
Sache her nicht ermessensfrei, weshalb verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, so
fern der Experte lege artis vorgegangen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_694/2008 vom
5.
März 2009 E. 5.1).
Die von
Dr.
A._
postulierte
reduzierte Arbeitsfähigkeit
vermag die anders
lau
tende fachärztliche Einschätzung des RAD
sowie diejenige von
Dr.
C._
nicht zu wiederlegen
.
Der abweichende Standpunkt von
Dr.
A._
erklärt sich
wohl
auch
mit dem Unterschied zwischen medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag.
Dr.
A._
n
a
nnt
e
keine objektiv feststell
baren Gesichts
punk
te, welche Zweifel am RAD-Untersuchungsbericht begrün
den würden.
Es
muss
daher davon ausgegangen werden, dass
Dr.
A._
bei sei
ner Beurteilung auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers abgestellt hat, ohne diese kritisch zu hinterfragen. In Bezug auf Berichte von Hausärztin
nen und Haus
ärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen bezie
hungsweise Thera
pie
kräften ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Dr.
A._
konnte keine wichtigen, nicht rein subjektiver ärztlicher Interpre
tation entspringenden Aspekte benen
nen, die im Rahmen der Untersuchung durch
Dr.
C._
und med. pract.
Z._
unerkannt oder ungewürdigt ge
blie
ben wären (vgl. Urteil des Bundesge
richt I 514/06 vom 2
5.
Mai 2007 E. 2.2.1
) und welche Anlass zu weiteren Ab
klärungen geben würden. Namentlich ist die
Einschätzung des Schweregrades psychischer Störungen der hier vorliegenden Ar
t und der sich daraus ergeben
den Auswirkungen auf das funktionelle Leis
tungsvermögen kein solcher Aspekt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_746/2010
vom 2
8.
Januar 2011 E.
3.1 mit Hinweisen). Gesamthaft vermögen die Ein
schät
z
ungen von Dr.
A._
keine Zweifel an den Erkenntnissen im RAD-Unter
suchungsbericht zu wecken.
Dr.
A._
attestierte aufgrund der Diagnose Angst und depre
ssive Störung, gemischt (ICD-10
F 41.2) eine Einschränkung der Ar
beits
fähigkeit im Umfang von 50
%. Diese
Einschätzung einer
doc
h erheblichen Einschränkung vermag nicht zu überzeugen. Die Diagnose Angst und depressive
Störung gemischt ist im Grenzbereich dessen anzusehen, was noch als krank
heits
wertig im Sinne des Gesetzes anerkannt werden kann.
D
iese Kategorie kommt nur dann zum Tragen, wenn weder die Angst noch die Depression ein Aus
mass erreichen, das eine
Einzeldiagnose rechtfertigen würde. Ebenso ist den klinisch-diagnostischen Leit
linien der ICD-10 zu entnehmen, dass Patienten mit dieser Kombination ver
hält
nismässig milder Symptome in der Primärversorgung häufig zu sehen se
ien; noch viel häufiger fänden sie sich in der Bevölkerung, ohne je in medizi
nische oder psychiatrische Behandlung zu gelangen
(Dilling/
Mombour/Schmidt, Inter
na
tionale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 K
apitel V [F], Kli
nisch-diagnostische Leitlinien,
9.
Auflage, Bern 2014, S. 199 f.)
.
Vor diesem Hin
ter
grund ist eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Umfang von 50
%
weder
nachvollziehbar
noch
objektiv begründet
.
Eine solche Diagnose
würde
der Aus
übung einer Erwerbs
tätigkeit
wohl
kaum je massgeblich
entge
gen
stehen
.
4.
6
Auf den Bericht von med. pract.
D._
kann
sodann
nicht abgestellt werden. Aufgrund der fehlenden fachlichen Qualifikation im Bereich der Psychiatrie ge
nügt sein Bericht den allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht nicht.
4.
7
Der Einwand des Beschwerdeführers, dass es ihm trotz grosser Unterstützung und Entgegenkommen des Arbeitgebers nach wie vor nicht möglich sei, seine Präsenzzeit auf über 50
% zu steigern, vermag an dieser Einschätzung nichts zu
ändern, da er aus medizinischer Sicht zu 100
% arbeitsfähig ist. Wenn er den
noch
seine Arbeitsfähigkeit nicht ganz auszuschöpfen vermag, beruht dies auf nicht objektivierbaren Gründen. Die Folgen, dass er das ihm attestierte Ar
beitspo
ten
tial nicht verwertet, hat der Beschwerdeführer daher selbst zu tragen.
Soweit der Beschwerdeführer verlangt, es sei eine ergänzende beruflich-erwerb
liche Abklärung durchzuführen (
Urk.
10 S.2), kann darauf in antizipierter Be
weiswürdigung verzichtet werden (BGE 127 V 491 E. 1b mit Hinweisen).
D
er
Ge
sundheitszustand und insbesondere die medizinisch-theoretische Arbeitsfä
hig
keit des Beschwerdeführers sind aufgrund der medizinischen Akten hinrei
chend abgeklärt. Von weiteren Untersuchungen wären keine neuen Erkennt
nisse zu erwarten.
Unbeachtlich
bleibt in diesem Zusammenhang ebenso
die von med. pract.
Z._
diagnostizierte Benzodiazepinabhängigkeit. N
ach stän
diger Rechtsprechung des Bundesgerichts
begründet eine
Medikamentenabhän
gigkeit für sich allein keine
Invalidität im Sinne des Gesetzes. Sie wird invalidi
sierungsrechtlich erst rele
vant
, wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall be
wirkt hat, in deren Folge ein kör
perlicher, geistiger oder psychischer, die Er
werbsfähigkeit beeinträchtigender Ge
sundheitsschaden eingetreten ist, oder wenn die Abhängigkeit selber Folge eines
körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheitsschaden ist, dem Krank
heit
s
wert zukommt
(Urteil des Bun
desgerichts 8C_694/2008 vom
5.
März 2009 E.2).
Die
erst im Rahmen der RAD-Untersuchung diagnostizierte
Benzodiazepi
nabhängigkeit
ist weder Folge einer kr
ankheitswertigen körperlichen oder psy
chischen Beeinträchtigung noch ist daraus eine Krankheit entstanden. Zwar ist die Ursache der Benzodiazepanab
hängigkeit auf die Behandlung einer Angst-
be
ziehungsweise
Panikerkrankung zurückzu
führen, dieser ist jedoch
nach dem Gesagten
der Krankheitswert abzusprechen. Denn
Krank
heitswert haben geistige Gesundheitsschäden nur dann, wenn sie die Erwerbsfähigkeit bleibend oder längere Zeit zu beeinträchtigen vermögen (Urteil des Bundesgerichts I 50/0
7
vom 2
3.
Oktober 2007 E.
5.1).
Die von
Dr.
A._
erhoben
en Befunde erfüllen diese Anforderungen jedoch nicht, da die
psychischen Besch
w
erden
nur vor
über
gehend bestanden haben und die Arbeitsfähigkeit nicht wesentlich beein
träch
tigt haben.
5.
Aufgrund der überzeugenden Feststellungen im RAD-Untersuchungsbericht so
wi
e im Bericht von
Dr.
C._
ist der medizinische Sachverhalt als dahinge
hend
erstellt zu erachten
,
dass sich die geklagten Beschwerden als nicht invali
disie
rend
erweisen
. Demnach hat die Beschwerdegegnerin zu Recht ein
en
An
spruch auf Leis
tungen der Invalidenversi
cherung verneint, weshalb die Be
schwerde abzu
wei
sen ist.
6
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf
Fr.
700.-- anzusetzen und dem
u
nterliegenden Beschwerdeführer
aufzuerlegen.