Decision ID: 2d87bd7e-3aee-56b4-883f-953b690925f2
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
W._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roger Lippuner, St. Gallerstrasse 46, Post-
fach 945, 9471 Buchs SG 1,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a W._, Jahrgang 1959, meldete sich im Mai 2005 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) an und beantragte die Ausrichtung einer Rente (IV-act. 5).
Am 17. März 2003 war die Versicherte auf einer Treppe ausgerutscht und hatte sich
beim Sturz Kontusionen am Steissbein, an der LWS und BWS, an den Oberschenkeln
beidseits dorsal sowie am linken Vorderarm zugezogen (act. G 8.2/4). Im Arztbericht
vom 27. Mai 2005 (IV-act. 13) diagnostizierte Dr. med. A._, Facharzt Allgemeine
Medizin, ein chronisches panvertebrales Syndrom mit Verdacht auf Ausriss des
Processus transversus LWK 1 rechts, eine Osteochondrose L5/S1, eine Chondrose L4/
L5, eine Spondylose L2-L4, eine Baastrup-Arthrose L2-L5, eine wahrscheinliche
Synovialzyste Facettengelenk L4/L5 links, eine partielle Lumbalisation von S1 und
Bogenschlussanomalie S1, eine Wirbelsäulenfehlstatik sowie eine Fibromyalgie der
rechten Körperhälfte bestehend seit 17. März 2003. Seit dem Unfall vom 17. März 2003
bis 24. April 2005 wurde der Beschwerdeführerin durchgehend eine Arbeitsunfähigkeit
zwischen 25% und 100% attestiert. Ab 25. April 2005 bestehe bis auf Weiteres eine
50%ige Arbeitsunfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit. Dr. med. B._, FMH
Physik. Medizin, spez. Rheumatologie, stellte im Arztbericht vom 14. Juni 2005 (IV-act.
15) dieselben Diagnosen (eines chronischen panvertebralen Syndroms). Sowohl für die
angestammte Tätigkeit als Kassiererin als auch für eine adaptierte Tätigkeit bestehe
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. In der Fachstelle für Sozialpsychiatrie wurde eine leichte
depressive Episode ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt (IV-act. 30).
A.b Die IV-Stelle veranlasste in der Folge eine interdisziplinäre Abklärung durch die
AEH Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG. Im polydisziplinären
Gutachten (nachfolgend: AEH-Gutachten) vom 16. Februar 2007 (IV-act. 48) wurden
die Diagnosen eines unspezifischen Halbseiten-Schmerzsyndroms rechts mit/bei
Panvertebralsyndrom, Weichteilschmerzsyndrom rechter Arm und rechtes Bein, Status
nach Treppensturz am 17. März 2003 mit Rücken- und Gesässkontusion,
Symptomausweitung sowie einer leichten depressiven Episode im Rahmen einer
Anpassungsstörung gestellt. Aufgrund der objektiven Befunde sei aus
rheumatologisch-orthopädischer Sicht von einer leicht verminderten Belastbarkeit der
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Wirbelsäule auszugehen. Die angestammte Tätigkeit als Kassiererin sei ganztags
zumutbar, jedoch unter Berücksichtigung der partiell objektivierbaren
Schulterpathologie rechts und Monotonie der Arbeit mit vermehrten Pausen von zwei
Stunden pro Tag. Aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte als Kassiererin zu 30%
arbeitsunfähig. Gesamthaft betrachtet (polydisziplinär) bestehe in der angestammten
Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 70%. Aus rheumatologisch-orthopädischer Sicht sei
eine leichte bis mittelschwere angepasste Wechseltätigkeit ganztags zumutbar, dies
ohne notwendige vermehrte Pausen, jedoch unter Ausschluss länger dauernder
Überkopf-Arbeit. Aus psychiatrischer Sicht empfehle sich eine Umstellung in eine
Verkaufstätigkeit, bei welcher nicht das gleiche Mass an Konzentrationsfähigkeit und
Kundenkontakt wie als Kassiererin notwendig sei. Für eine solche optimal adaptierte
Tätigkeit sei die Versicherte zu 80% arbeitsfähig.
A.c Mit Vorbescheid vom 14. Mai 2007 (IV-act. 55) stellte die IV-Stelle der Versicherten
in Aussicht, dass sie bei einem Invaliditätsgrad von 21% keinen Anspruch auf eine
Invalidenrente habe. Hiergegen erhob die Versicherte durch die Procap am 14. Juni
2007 Einwand (IV-act. 62). Die Diskrepanz der Arbeitsfähigkeitseinschätzung zwischen
dem behandelnden Spezialisten Dr. B._ und dem Abklärungsergebnis der AEH sei
nicht nachvollziehbar. Aufgrund des Einwands wurde bei den AEH-Gutachtern eine
weitere Stellungnahme eingeholt. Im Schreiben vom 22. November 2007 (IV-act. 67)
bestätigten sie ihre Einschätzungen aus dem AEH-Gutachten.
A.d In der Verfügung vom 6. Dezember 2007 (IV-act. 69) eröffnete die IV-Stelle der
Versicherten wie angekündigt, dass sie keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe,
und wies das Leistungsbegehren ab.
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von der Versicherten eingereichte
Beschwerde vom 21. Januar 2008 (act. G 1). In der Beschwerdeergänzung vom 29.
Februar 2008 (act. G 3) beantragt Rechtsanwalt Roger Lippuner, Buchs, im Namen der
Versicherten, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Angelegenheit sei
zur Ergänzung des Sachverhalts und Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen, eventualiter sei der Beschwerdeführerin eine Rente, deren Grad nach
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Abschluss des Beweisverfahrens zu beziffern sei, zuzusprechen; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Der Beschwerdeergänzung legte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin zusätzlich einen Bericht des Kantonsspitals St. Gallen,
Departement Innere Medizin, Rheumatologie und Rehabilitation, vom 15. November
2007 (G 3.2) bei. Dieser Bericht belege neu ein statisch-degeneratives HWS-Syndrom
mit inkomplettem Blockwirbel C2/C3 und den Verdacht auf ein
Medianuskompressionssyndrom rechts. Diese Befunde dürften an der Entstehung der
von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden mitbeteiligt sein. Das
Beschwerdebild und die objektiven Befunde seien somit nicht umfassend und
vollständig erhoben worden.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 28. Mai 2008 (act. G 8) beantragt die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Die Einwände der
Beschwerdeführerin seien nicht stichhaltig. Der Bericht des Kantonsspitals St. Gallen
vom 15. November 2007 begründe keine Änderung des Gutachterergebnisses. Die
vom AEH diagnostizierte leichte depressive Episode sei nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichts nicht invalidisierend. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit läge in
einem solchen Fall nur vor, wenn bei der Beschwerdeführerin zusätzlich eine
psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer gegeben
wäre. Eine solche Komorbidität liege im vorliegenden Fall nicht vor, weshalb aus
psychischen Gründen von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Das im Jahr
2002 von der Beschwerdeführerin erzielte Einkommen von Fr. 42'528.-- entspreche
dem Valideneinkommen. Das Invalideneinkommen berechne sich nach der
Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik und betrage für Hilfsarbeiterinnen
im Jahr 2003 Fr. 48'579.--. Da dieser Betrag höher sei als das Valideneinkommen, sei
er auf diesen Wert zu reduzieren. Ein sogenannter Leidensabzug komme vorliegend
nicht in Betracht. Das Invalideneinkommen sei somit gleich gross wie das
Valideneinkommen, weshalb die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Rente
habe.
B.c Mit Replik vom 22. September 2008 (act. G 14) hält der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin unverändert an seinem Antrag fest. Die Beschwerdegegnerin habe
sich mit dem Bericht des Kantonsspitals St. Gallen und den darin erhobenen Befunden
nicht rechtsgenüglich auseinandergesetzt und es versäumt, fachärztlich abzuklären,
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inwiefern die festgestellten neuen Befunde an der Entstehung der beklagten
Beschwerden mitbeteiligt seien und eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in IV-
relevantem Umfang zu erklären vermöchten. Das AEH-Gutachten habe verschiedene
limitierende Faktoren gar nicht oder zumindest nicht genügend berücksichtigt und sei
hinsichtlich der Begründung einer bloss 20%igen Arbeitsunfähigkeit nicht schlüssig
und widersprüchlich. Das Invalideneinkommen könne erst nach einer ergänzten
fachärztlichen Beurteilung bestimmt werden.
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 16).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung vom 6. Dezember 2007 eingetretenen Sachverhalt abzustellen
ist (BGE 132 V 215 E. 3.1.1), sind im vorliegenden Verfahrendie bis zum 31. Dezember
2007 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.
2.
2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für
einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG
durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
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notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente.
2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Diese
Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen
Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Führen die im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes von Amtes wegen vorzunehmenden
Abklärungen den Versicherungsträger oder das Gericht bei umfassender, sorgfältiger,
objektiver und inhaltsbezogener Beweiswürdigung (BGE 132 V 400 E. 4.1) zur
Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei überwiegend wahrscheinlich (BGE 126 V
360 E. 5b mit Hinweisen) und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem
feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so liegen im Verzicht auf die Abnahme
weiterer Beweise weder eine Verletzung der Untersuchungsmaxime noch eine
Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 E. 4b mit
Hinweisen).
2.4 Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und
Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das
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im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde
zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle
Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb). Dies bedeutet nicht, dass Parteigutachten durch
den Umstand allein, dass sie von einer Partei eingeholt und in das Verfahren
eingebracht wurden, ohne weiteres minder beweiskräftig sind. (BGE 125 V 351 E. 3c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt schliesslich
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in
sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die
Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum
Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf
Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das
Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen
lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters
allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 354 E. 3b/ee). Was Berichte
von Hausärzten angeht, so darf diesen nicht zum Vorneherein jede Glaubwürdigkeit
abgesprochen werden. Indes darf und soll die Erfahrungstatsache mitberücksichtigt
werden, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE
125 V 351 E. 3b/cc; Urteil des Bundesgerichts vom 21. Dezember 2005, 4P.254/2005,
E. 4.2).
3.
Streitig und im vorliegenden Verfahren zu überprüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin
den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente zu Recht abgelehnt hat.
4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin stützt sich bei dabei hauptsächlich auf das AEH-
Gutachten vom 16. Februar 2007, welches der Beschwerdeführerin in einer adaptierten
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Tätigkeit eine 80%ige Arbeitsfähigkeit attestiert. Demgegenüber erachtet der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin das AEH-Gutachten als nicht umfassend, da
wesentliche, allenfalls beschwerdenrelevante, Befunde und Auswirkungen nicht
enthalten seien. Insbesondere sei im Bericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 15.
November 2007 neu ein statisch-degeneratives HWS-Syndrom mit inkompletter
Blockwirbelbildung C2/3 diagnostiziert und der Verdacht auf ein
Medianuskompressionssyndrom rechts geäussert worden. Sodann seien eine
Wirbelsäulenfehlstatik sowie Verschleisszeichen geringer Ausprägung, welche zum Teil
mit einem deutlich pathologischen Weichteilbefund einhergehen würden, konstatiert
worden.
4.2 Zum erwähnten Bericht nahm der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der IV-Stelle am
9. Mai 2008 (IV-act. 82) Stellung. Es wurde ausgeführt, dass zum Zeitpunkt der
Begutachtung im AEH von der Beschwerdeführerin keine eigentlichen Beschwerden an
der HWS geklagt worden seien, ansonsten die Gutachter dies aufgenommen hätten. Es
finde sich einzig der Hinweis in der persönlichen Anamnese, dass ca. 1998 ein
Schleudertrauma stattgefunden habe. Die Beschwerdeführerin klage über andauernde
schwerste Schmerzen an der gesamten rechten Körperseite. Die Gutachter hätten
natürlich auch die HWS untersucht und eine segmentale Funktionsstörung festgestellt.
Dies sei in der gesamthaften Wertung des gesundheitlichen Zustands berücksichtigt
worden, allerdings aufgrund des zu geringen Eigenkrankheitswerts ohne Aufnahme in
die Diagnoseliste geblieben. Neu sei im fraglichen Bericht nur die Bildgebung, welche
einen Blockwirbel an der HWS zeige. Das funktionelle Ausmass der Behinderung habe
von den Gutachtern auch ohne die Bildgebung erfasst werden können. Es liege damit
keine Änderung der Diagnosen vor. Der bildgebend gesehene Blockwirbel stelle, wenn
- wie vorliegend der Fall - nicht früher ein gravierendes Trauma oder eine schwerste
Entzündung an der HWS vorgelegen habe, eine angeborene Normvariante dar. Dieser
bereite auch keine Beschwerden, da er verblockt und steif - stabil sei. Einzig in den
angrenzenden Segmenten könne ein degenerativer Prozess vorliegen, welcher aber im
Alter der Beschwerdeführerin auch relativ normal und von den Ärzten des
Kantonsspitals St. Gallen als relativ gering angesehen worden sei. Von Seiten der HWS
ergebe sich damit keine Änderung des Gutachtenergebnisses. Die Verdachtsdiagnose
eines Medianuskompressionssyndroms reiche für die Anerkennung eines dauerhaften
Schadens für die Invalidenversicherung nicht aus. Das besser unter dem Namen
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Karpaltunnelsyndrom bekannte Leiden sei ausserdem einer operativen Therapie
hervorragend zugänglich. Somit ergebe sich auch diesbezüglich keine Änderung der
Arbeitsfähigkeitseinschätzung.
4.3 Die Stellungnahme des RAD ist schlüssig und hinreichend begründet. Entgegen
den Befürchtungen der Beschwerdeführerin war Dr. med. C._ als ausgewiesener
Arbeitsmediziner auch genügend qualifiziert, den Bericht des Kantonsspitals St. Gallen
zu würdigen und mit dem AEH-Gutachten zu vergleichen. Die RAD-Stellungnahme legt
nachvollziehbar dar, dass ein Abweichen von der Arbeitsfähigkeitseinschätzung im
AEH-Gutachten nicht angezeigt ist. Insbesondere ist vorliegend entscheidend, dass die
im Bericht vom Kantonsspital St. Gallen gestellten Hauptdiagnosen mit dem AEH-
Gutachten übereinstimmen. Der bildgebend festgestellte Blockwirbel C2/C3 vermag
ein Abweichen von der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im AEH-Gutachten nicht zu
begründen. Wie der RAD zu Recht festgehalten hat, wurde die HWS von den
Gutachtern untersucht, wobei segmentale Funktionsstörungen festgestellt wurden.
Diese Beschwerden wurden bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
mitberücksichtigt, auch wenn sie nicht explizit als Diagnose festgehalten worden sind.
Die AEH-Gutachter haben die Arbeitsfähigkeit aufgrund des diagnostizierten
Halbseitenschmerzsyndroms als Ganzes festgelegt. Eine Aufschlüsselung, welche der
"Unterdiagnosen" für die Beschwerden verantwortlich ist, ist kaum möglich. Dies ist
auch dem Bericht des Kantonsspital St. Gallen zu entnehmen, wonach beim
vorliegenden chronifizierten Krankheitsverlauf nicht mehr geklärt werden könne,
inwiefern die erwähnten Befunde an der Entstehung der beklagten Beschwerden
mitbeteiligt seien. Übereinstimmend mit der Stellungnahme des RAD ist somit davon
auszugehen, dass die von den AEH-Gutachtern festgestellten Funktionsstörungen an
der HWS mit dem bildgebend festgestellten Blockwirbel übereinstimmen und bei der
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit mitberücksichtigt wurden. Ebenfalls zutreffend sind
die Ausführungen des RAD bezüglich der Verdachtsdiagnose eines
Medianuskompressionssyndroms. Ein Abweichen von der gutachterlichen
Arbeitsfähigkeitseinschätzung ist aufgrund einer Verdachtsdiagnose nicht angezeigt.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist im AEH-Gutachten bereits ein
Weichteilschmerzsyndrom festgehalten worden, weshalb es sich diesbezüglich im
Bericht des Kantonsspitals St. Gallen nicht um eine neue Diagnose handelt und die
Beschwerden bei der Begutachtung entsprechend berücksichtigt worden sind. Ebenso
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wurde durch die Gutachter eine Wirbelsäulenfehlhaltung mit Hohl-/Rundrücken bei
Haltungsinsuffizienz diagnostiziert und ins Gutachten miteinbezogen.
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass dem AEH-Gutachten eine
rechtsgenügliche Diagnoseerhebung zugrunde liegt und bis im Zeitpunkt der
angefochtenen Verfügung keine neuen Befunde festgestellt wurden, welche nicht
bereits durch die Gutachter berücksichtigt worden sind oder sich auf die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auswirken.
4.4 Auch die weiteren Einwände der Beschwerdeführerin gegen das AEH-Gutachten
sind nicht stichhaltig. Insbesondere ist kein Widerspruch erkennbar, wenn die
Gutachter aus rheumatologisch-orthopädischer Sicht die angestammte Tätigkeit als
ganztags zumutbar erachten und polydisziplinär, mit Einbezug der psychischen
Komponente, von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit ausgehen. Auch die Feststellung,
dass trotz einer leicht verminderten Belastbarkeit der Wirbelsäule und der
Unzumutbarkeit einer körperlich schweren Tätigkeit, keine Auswirkungen auf die
Restarbeitsfähigkeit erkennbar seien, ist nicht widersprüchlich. Die Gutachter halten
nachvollziehbar fest, dass der Beschwerdeführerin keine schweren Tätigkeiten mehr
zumutbar sind, eine adaptierte leichte bis mittelschwere Wechseltätigkeit aus
rheumatologisch-orthopädischer Sicht jedoch - unter Ausschluss länger dauernder
Überkopf-Arbeiten - ganztags möglich sei. Die von den Gutachtern formulierte
adaptierte Tätigkeit ist nicht realitätsfremd. Eine Verkaufstätigkeit mit geringeren
Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeit und mit weniger Kundenkontakt als eine
Kassiererin ist durchaus realistisch und auf dem Arbeitsmarkt vorhanden. Sodann
wären der Beschwerdeführerin auch Hilfsarbeiten zumutbar, welche die
Einschränkungen der Gutachter gebührend berücksichtigen, weshalb auch
diesbezüglich das Gutachten nicht zu beanstanden ist. Ein ausgeglichener
Arbeitsmarkt, welcher für die Beurteilung der verwertbaren Restarbeitsfähigkeit
Referenzgrösse ist, bietet solche adaptierte Beschäftigungen an.
4.5 Der psychiatrische Gutachter attestiert der Beschwerdeführerin eine 80%ige
Arbeitsfähigkeit. Er begründet diese Einschränkung mit leichten
Konzentrationsstörungen, rascher Ermüdbarkeit, stressbedingter Muskelverkrampfung
und leichten Antriebsstörungen aufgrund einer depressiven Störung. Auch in diesem
Punkt wirkt das Gutachten - entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin in der
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Beschwerdeantwort - überzeugend und schlüssig. Abgesehen davon liegt auch bei
Annahme einer 80%igen Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte Tätigkeit der
Invaliditätsgrad im rentenausschliessenden Bereich, wie die nachfolgenden
Erwägungen zeigen werden.
4.6 Insgesamt erfüllt das AEH-Gutachten sämtliche praxisgemässen Kriterien für ein
beweiskräftiges Gutachten (vgl. BGE 125 V 352). Es beruht auf eigenständigen
interdisziplinären Abklärungen und ist somit für die streitigen Belange umfassend. Die
Vorakten und die geklagten Beschwerden der Beschwerdeführerin wurden
berücksichtigt. In der Stellungnahme vom 22. November 2007 wird zudem
nachvollziehbar die Abweichung zu anderen Arbeitsfähigkeitseinschätzungen
dargelegt. Das Gutachten leuchtet in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Vor diesem
Hintergrund vermögen auch die darin enthaltenen Schlussfolgerungen, insbesondere
die Beurteilung der 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer leichten bis mittelschweren
Wechseltätigkeit - unter Berücksichtigung der entsprechenden Einschränkungen aus
rheumatologisch-orthopädischer und psychiatrischer Sicht - zu überzeugen.
4.7 Insgesamt ergibt das Gutachten ein vollständiges Bild des Gesundheitszustands
der Beschwerdeführerin, das hinreichend Klarheit über den rechtserheblichen
Sachverhalt vermittelt. Eine verlässlichere, eine überwiegende Wahrscheinlichkeit
begründende Arbeitsfähigkeitsschätzung wäre auch von weiteren medizinischen
Abklärungen nicht zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte
Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157, E. 1d).
5.
Das Valideneinkommen wurde durch die Beschwerdegegnerin in der
Beschwerdeantwort aufgrund der Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin korrekt
ermittelt. Im Jahr 2005 hätte die Beschwerdeführerin bei der Z._ ein Einkommen - auf
ein 100% Pensum aufgerechnet - von Fr. 46'787.-- erzielt. Unter Berücksichtigung der
Reallohnerhöhung und der Teuerung (von 1%) ergibt sich somit für das Jahr 2006 ein
Valideneinkommen von Fr. 47'255.--. Beim Invalideneinkommen wurde zu Recht auf
die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene Schweizerische
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Lohnstrukturerhebung (LSE) abgestellt. Für das Jahr 2006 betrug das monatliche
Einkommen für Frauen im gesamtschweizerischen Durchschnitt Fr. 4'019.-- (Tabelle 1,
Anforderungsniveau 4) bzw. bei einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden
pro Woche Fr. 4'190.-- pro Monat, was einem Jahreslohn von Fr. 50'280.-- entspricht.
Da somit das Valideneinkommen tiefer ist als das Invalideneinkommen, ergibt sich bei
einer 80%igen Arbeitsfähigkeit ein Invaliditätsgrad im rentenausschliessenden Bereich.
Zum selben Resultat würde auch eine Anpassung der beiden Einkommen auf die
gleiche Höhe führen, da dann lediglich ein maximaler Leidensabzug von 25% eine
Rente begründen würde. Die Voraussetzungen für einen Abzug in diesem Umfang sind
allerdings aufgrund der konkreten Umstände eindeutig nicht gegeben. Somit liegt der
Invaliditätsgrad unter 40%, weshalb die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 6.
Dezember 2007 im Ergebnis nicht zu beanstanden ist.
6.
6.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 21. Januar 2008
unter Bestätigung der angefochtenen Verfügung abzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen.
6.3 Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der
Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird
angerechnet.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG