Decision ID: e047b883-c69b-4592-b91c-6b58a51664dd
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
G._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Jürg Jakob, Rosenbergstrasse 42b,
9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Hilfsmittel
Sachverhalt:
A.
A.a G._ (Jahrgang 1962) benötigt seit seiner Kindheit Hilfsmittel in Form von
Hörgeräten. Die Invalidenversicherung hat die entsprechenden Kosten für die
Versorgung mit Hörgeräten jeweils übernommen. Am 23. August 1998 beantragte der
Versicherte die Kostenübernahme für eine Fernmeldeanlage zusätzlich zu seinen
beiden Hörgeräten. Der Grad seiner Schwerhörigkeit habe ein derartiges Ausmass
erreicht, dass ihm die absolut notwendige Kommunikation bei der Arbeit immer mehr
Mühe bereite beziehungsweise er wichtige Dinge nicht mitbekomme (IV-act. 81). Dr.
med. A._ von der Hals-Nasen-Ohrenklinik des Kantonsspitals St. Gallen gab
gegenüber der IV-Stelle des Kantons St. Gallen am 24. September 1998 an, der
Versicherte leide an einer hochgradigen progredienten Schwerhörigkeit beidseits.
Aktuell seien seine Hörreste nur noch so gering, dass sein Sprachverständnis auch mit
den modernen Hörgeräten noch marginal sei. Aus diesem Grund werde der Versuch
mit einer Fernmeldeanlage befürwortet (IV-act. 84). Am 8. Oktober 1998 bewilligte die
IV-Stelle die leihweise Abgabe einer Fernmeldeanlage (IV-act. 86).
A.b Der Hörberater des Versicherten ersuchte am 12. Januar 2001 um die Bewilligung
neuer Hörgeräte. Aufgrund häufigen Gebrauchs seien die bisherigen Hörgeräte
reparaturanfällig geworden und sollten ersetzt werden (IV-act. 88). Mit Posteingang
vom 15. Februar 2001 gab Dr. A._ im undatierten ärztlichen Expertenbericht an, der
Versicherte erreiche betreffend die audiologischen Kriterien 48 von maximal 50 Punkte,
betreffend das sozial-emotionale Handicap 24 von maximal 25 Punkte und betreffend
die beruflichen Kommunikationsanforderungen 22 von 25 Punkte. Die
Gesamtpunktzahl betrage 94. Daher liege die Indikationsstufe 3 (über 75 Punkten) vor.
Das Hörvermögen des Versicherten sei so gering, dass eine relevante
Hörverschlechterung kaum noch möglich sei. Man beantrage eine Neuversorgung, da
die Verstärkung der alten Geräte nicht mehr genüge und die Hörgeräte immer auf
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maximale Leistung eingestellt werden müssten. Der Versicherte sei deshalb auf eine
binaurale Hörgeräteanpassung angewiesen. Zu beachten sei, dass der Versicherte
aufgrund seines extremen Hörverlusts nur noch mit grosser Mühe in der Lage sei,
seinen Beruf auszuüben (IV-act. 89 und 90). Am 16. Januar 2002 beantragte der
Hörberater die Wiederversorgung mit einer Fernmeldeanlage, da die alte
Fernmeldeanlage mit den neuen digitalen Hörgeräten des Versicherten nicht mehr
kompatibel sei (IV-act. 93 und 96). Am 26. April 2002 bewilligte die IV-Stelle die
leihweise Abgabe von zwei Hörgeräten gemäss Indikationsstufe 3 im Gesamtbetrag
von Fr. 4'922.70 (IV-act. 97). Den Mehrbetrag von Fr. 2'076.65 übernahm der
Versicherte, weil ihm die bestmögliche zuzahlungsfreie Variante der
Hörgeräteversorgung nicht genügte (IV-act. 92). Ebenfalls am 26. April 2002 bewilligte
die IV-Stelle auch die neue Fernmeldeanlage im Wert von Fr. 3'033.-- (IV-act. 98).
A.c Der Hörberater beantragte am 5. Dezember 2008 die Abgabe eines neuen
Hörgeräts, da das alte Gerät defekt sei und sich eine Reparatur nicht mehr lohne (IV-
act. 107). Dr. A._ gab in seinem ärztlichen Expertenbericht vom 19. Dezember 2008
an, betreffend die audiologischen Kriterien erreiche der Versicherte 48 von maximal
50 Punkte, betreffend das sozial-emotionale Handicap 17 von maximal 25 Punkte und
betreffend die beruflichen Kommunikationsanforderungen 20 von maximal 25 Punkte.
Die Gesamtpunktzahl betrage 85, womit die Indikationsstufe 3 (sehr komplexe
Versorgung) erforderlich sei. Der Versicherte benötige eine binaurale Versorgung (IV-
act. 108). Am 30. Dezember 2008 beauftragte die IV-Stelle die Hörberatung des
Versicherten mit der vergleichenden Hörgeräteanpassung und Erprobung gemäss
BSV-Tarifvertrag. Aufgrund der ausgewiesenen Kriterien könne die
Invalidenversicherung im Rahmen einer einfachen und zweckmässigen Massnahme
eine binaurale Versorgung gemäss Indikationsstufe 3 bis zum Maximalbetrag von Fr.
4'373.95 übernehmen (IV-act. 109). Im ärztlichen Schlussbericht betreffend
Hörgeräteabgabe vom 1. Juli 2009 führte Dr. A._ aus, nach vielen Monaten intensiver
Evaluation habe der Versicherte nun Hörgeräte gefunden, die seinen Ansprüchen
genügten. Das Resultat im Sprachaudiogramm sei frappant. Mehrere in der Preislimite
liegende Hörgeräte seien ausprobiert worden und hätten bezüglich Sprachverständnis
nicht genügt. Man bitte deshalb abzuklären, ob in diesem speziellen Fall eine
Kostenübernahme für Hörgeräte über der Indikationsstufe 3 möglich sei (IV-act. 110).
Am 31. Juli 2009 gab der Hörberater der IV-Stelle in seinem Verlaufsbericht an, das
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Gerät Extra 411dAZ (zuzahlungsfrei) habe sich sowohl in der Sprachaudiometrie als
auch in der subjektiven Klangbeurteilung als deutlich schlechteste Variante erwiesen.
Zudem sei die Koppelung mit Kommunikationsgeräten, auf die der Versicherte in
seinem beruflichen Alltag zwingend angewiesen sei, nur sehr aufwändig möglich. Das
Gerät Naida III sei als klanglich sehr unangenehm empfunden worden. Als beste
Versorgungsvariante habe sich sowohl audiometrisch als auch im Hinblick auf die
Anbindung der Kommunikationsgeräte im beruflichen Alltag das Gerät Phonak Exélia
Art SP gezeigt. Dieses Gerät sei in der zuzahlungspflichtigen Stufe 4 tarifiert, was klar
kommuniziert worden sei. In der Beilage stellte der Hörberater die Rechnung für die
Versorgung mit Hörgeräten im Betrag von Fr. 4'373.95 zu. Die Mehrkosten betrugen
Fr. 4'035.-- (IV-act. 111).
A.d Dr. A._ gab der IV-Stelle am 10. August 2009 an, der Versicherte habe ihn um
Ergänzung seines Schlussberichts vom 9. Dezember 2008 gebeten. Der Versicherte sei
bei seiner anspruchsvollen beruflichen Tätigkeit auf bestmögliche Hörgeräte
angewiesen. Die Schwierigkeit dürfte erfahrungsgemäss darin bestehen, den
zusätzlichen Nutzen dieser Hörgeräte im Vergleich zu Geräten innerhalb der Preislimite
zu dokumentieren (IV-act. 113). Am 21. August 2009 erteilte die IV-Stelle
Kostengutsprache für zwei Hörgeräte Phonak Exélia Art. SP Ser-Nr. 0909x1mrk rechts
und Phonak Exélia Art SP Ser-Nr. 0909x1mrl links gemäss Indikationsstufe 3 im Betrag
von insgesamt Fr. 4'373.95 (IV-act. 115). Der Versicherte war mit dieser
Kostengutsprache nicht einverstanden und verlangte deshalb am 15. September 2009
eine beschwerdefähige Verfügung (IV-act. 116). Mit Verfügung vom 22. September
2009 sprach die IV-Stelle dem Versicherten die Kosten für zwei Hörgeräte Phonak
Exélia Art SP Ser-Nr. 0909x1mrk rechts und Phonak Exélia Art SP, Ser-Nr.
0909x1mrllinks im Betrag von Fr. 4'373.95 zu (IV-act. 118).
B.
B.a Gegen diese Verfügung lässt der Versicherte am 23. Oktober 2009 Beschwerde
erheben. Er beantragt die Aufhebung der Verfügung vom 22. September 2009. Die
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die gesamten Kosten für zwei Hörgeräte
Phonak Exélia Art SP, Ser-Nr. 0909x1mrk rechts und Phonak Exélia Art SP, Ser-Nr.
0909x1mrl links (Indikationsstufe 4) im Betrag von Fr. 8'408.95 zu bezahlen. Sodann
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seien ihm die Kosten für die Fernbedienung Phonak myPilot, SNR 0824f2126 sowie für
den Handykoppler Phonak iCom (inkl. EU-Netzgerät) SNR 0620f2hvu im Betrag von
insgesamt Fr. 979.15 zu erstatten. Die angefochtene Verfügung nehme weder Stellung
zu dem vom Beschwerdeführer vorgebrachten gesteigerten Eingliederungsbedürfnis
aus beruflichen Gründen, noch äussere sie sich zu den Kosten der beiden für die
Ausübung seines Berufs unverzichtbaren Zusatzgeräte. Innerhalb des dem
Beschwerdeführer zustehenden Anspruchs auf eine binaurale Versorgung gemäss
Indikationsstufe 3 habe kein geeignetes Gerät gefunden werden können, das der
Hörbehinderung und insbesondere der beruflichen Situation gerecht werde. Der
Beschwerdeführer leide zusätzlich an einem Hochton-Steilabfall, der seit der
Untersuchung im Universitätsspital Zürich vom 21. Mai 1984 im Tonaudiogramm
bekannt sei. Dieser Hochton-Steilabfall sei auch im Audiogramm vom 10. September
2008 nachgewiesen. Mit Vorliegen einer symmetrischen höchstgradigen
Innenohrschwerhörigkeit mit Hochtonabfall sei damit ein medizinisch bedingtes
gesteigertes Eingliederungsbedürfnis in Form einer besonders schweren oder
komplexen Hörschädigung bewiesen. Sodann lasse sich dem Verlaufsbericht von Dr.
A._ vom 31. Juli 2009 explizit entnehmen, dass sich das überpreisliche Hörgerät
Phonak Exélia SP der Indikationsstufe 4 sowohl audiometrisch wie auch im Hinblick auf
die Anbindung der Kommunikationsmöglichkeiten im beruflichen Alltag als einzig
taugliche Versorgungsvariante gezeigt habe. Der Beschwerdeführer sei bei der B._
als Teamleiter für die Entwicklung, Weiterentwicklung und den Betrieb marktführender
Konsumentendatenbanken in der X._ und in Y._ zuständig. Wie aus dem
Anforderungsprofil der B._ vom 29. September 2009 hervorgehe, verlange die
Tätigkeit des Beschwerdeführers die regelmässige Teilnahme an Projektsitzungen mit
unterschiedlichen akustischen Verhältnissen. Aufgrund der Führungs- und
Fachverantwortlichkeit sei eine gute und richtige (akustische) Aufnahme des
Sitzungsverlaufs inklusive technischer Details (auch in Englisch) unabdingbar.
Missverständnisse würden sich auf zahlreiche Ebenen auswirken. Sodann sei das
Telefon trotz E-Mail ein wichtiges Kommunikationsmittel. Die regelmässige Teilnahme
an Weiterbildungsveranstaltungen erfordere ein maximales Sprachverständnis in den
oft hallenden Veranstaltungsorten. Weil er oft mit dem Auto zwischen den
Firmenstandorten unterwegs sei, sei die geschäftliche Kommunikation über das Mobile
unabdingbar, weshalb er auf eine Koppelung seiner Hörgeräte angewiesen sei. Seit
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Beschaffung der neuen Hörgeräte Ende 2008 habe sich eine merkbar kleinere
Rückfragequote zu Meetings- und Telefonkonferenzen gezeigt (G act. 1.3.12). Der
Hörberater bestätigte dem Beschwerdeführer am 22. Oktober 2009 die Notwendigkeit
einer technisch hochwertigen Geräteversorgung. Weil der Beschwerdeführer in seinem
beruflichen Umfeld sehr komplexen und rasch wechselnden akustischen Situationen
ausgesetzt sei, sei er auf fünf Programme angewiesen, die ausschliesslich bei High-
Tech-Geräten vorhanden seien. Da aufgrund der Resthörigkeit die Hörgeräte mit
extrem hoher Verstärkung laufen würden, müsse die Rückkoppelungsunterdrückung in
jeder Situation in der Lage sein, das Rückkoppelungspfeifen zu unterdrücken. Sodann
sei der Beschwerdeführer aufgrund seiner beruflichen Situation zwingend auf eine
Fernmeldeanlage sowie die Anbindung von Laptop und Telefon an die Hörgeräte
angewiesen (G act. 1.3.13). Insgesamt sei daher das im Einzelfall geforderte gesteigerte
Eingliederungsbedürfnis sowohl medizinisch wie auch hinsichtlich der beruflichen
Tätigkeit hinreichend ausgewiesen (G act. 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 25. Januar
2010 die Abweisung der Beschwerde. Grundsätzlich habe eine versicherte Person
Anspruch auf Hilfsmittel in einfacher und zweckmässiger Ausführung. Sie habe keinen
Anspruch auf die im Einzelfall bestmögliche Versorgung. Man gehe davon aus, dass
der Beschwerdeführer mit der Abgabe des Hörgeräts gemäss Indikationsstufe 3 und
der Fernmeldeanlage bereits komplett versorgt sei. Bei gleichbleibendem
Gesundheitszustand gelte somit der Besitzstand. Eine Indikationsstufe 4 sei im
Tarifvertrag nicht vorgesehen, weshalb das zitierte Urteil des Bundesgerichts nicht
anwendbar sei. Wie aus der beiliegenden Stellungnahme des RAD vom 23. Dezember
2009 hervorgehe, sei eine medizinisch komplexe Hörsituation ausgewiesen (G act. 6.1).
Unter der Annahme, dass sowohl eine komplexe Hörsituation wie auch ein gesteigertes
Eingliederungsbedürfnis im Erwerb kumulativ vorhanden sein müssten, sei weiter
dieses Eingliederungsbedürfnis zu prüfen. Der Beschwerdeführer habe seine Tätigkeit
bisher auch ohne Hörgerät gemäss Indikationsstufe 4 ausüben können. Zudem stünde
ihm für Sitzungen, Tagungen und Seminare eine Fernmeldeanlage zur Verfügung. Das
gesteigerte Eingliederungsbedürfnis sei also nicht ausgewiesen. Daher sei eine
Kostenübernahme über die Indikationsstufe 3 hinaus nicht möglich, da es an der
kumulativ zu erfüllenden Voraussetzung des gesteigerten Eingliederungsbedürfnisses
in medizinischer und beruflicher Hinsicht fehle (G act. 6).
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B.c In der Replik vom 15. Februar 2010 hält der Beschwerdeführer an seinen
Anträgen fest (G act. 8).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 4. März 2010 auf eine Duplik (G act. 10).

B.e Auf die weiteren Ausführungen wird, soweit entscheidrelevant, in den Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen:
1.
Da ein Sachverhalt zu beurteilen ist, wie er sich bis zum Zeitpunkt des
Verfügungserlasses vom 22. September 2009 entwickelt hat, sind die auf den 1. Januar
2008 in Kraft getretenen Rechtsänderungen (5. IV-Revision) anwendbar.
2.
2.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Übernahme der Gesamtkosten für die
beiden Hörgeräte im Betrag von Fr. 8'408.95 sowie die Vergütung der Kosten für eine
Fernbedienung und Handykoppler im Betrag von Fr. 979.15. Aus den IV-Akten geht
hervor, dass der Beschwerdeführer am 5. Dezember 2008 um die Abgabe neuer
Hörgeräte ersuchen liess (IV-act. 107). Die Zusprache der Fernmeldeanlage ist nicht
bestritten. Ein Antrag auf die Übernahme der Kosten für Zusatzgeräte (Fernbedienung
und Handykoppler) sowie die entsprechende Rechnung fehlen. Die
Beschwerdegegnerin hat denn auch nicht über die Kosten der Zusatzgeräte verfügt.
Somit fehlt es diesbezüglich an einem Anfechtungsgegenstand, weshalb das Gericht
auf den Antrag betreffend Vergütung der Zusatzgeräte nicht eintreten kann. Eine
Ausweitung des Streitgegenstandes ist vorliegend nicht möglich, da sich die
Beschwerdegegnerin auch in der Beschwerdeantwort nicht zu diesen Kosten geäussert
hat (BGE 122 V 34 E. 2a). Die Beschwerdegegnerin hat somit über diese Frage noch zu
entscheiden.
2.2 Der Beschwerdeführer macht sinngemäss eine Verletzung der
Begründungspflicht geltend, da sich die Beschwerdegegnerin nicht mit dem geltend
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gemachten gesteigerten Eingliederungsbedürfnis auseinandergesetzt habe. Diese
Rüge ist vorab zu beurteilen. Die Begründung einer Verfügung muss den
Anforderungen an das rechtliche Gehör entsprechen (Art. 29 Abs. 2 der
Bundesverfassung; SR 101), damit die betroffene Person dadurch in die Lage versetzt
wird, die Tragweite der Entscheidung zu beurteilen und sie in Kenntnis der Umstände
an eine höhere Instanz weiterzuziehen. Die Behörde ist aber nicht verpflichtet, sich zu
allen Rechtsvorbringen der Parteien zu äussern. Es genügt, wenn ersichtlich ist, von
welchen Überlegungen sich die Behörde leiten liess (vgl. Ulrich Häfelin/Georg Müller/
Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2006, Rz 1706). In der
Verfügung vom 22. September 2009 betreffend Kostengutsprache für zwei Hörgeräte
verwies die Beschwerdegegnerin auf den Anspruch auf eine einfache und
zweckmässige Versorgung und bewilligte die Übernahme der Kosten gemäss
Indikationsstufe 3 im Betrag von Fr. 4'373.95 (IV-act. 118). Diese Summarbegründung
ist zwar knapp, rechtfertigt jedoch keine Aufhebung der Verfügung aus formellen
Gründen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juni 2005 [I 3/05] zur
Begründungspflicht).
3.
3.1 Strittig ist die Frage, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht den Anspruch des
Beschwerdeführers gemäss dem Tarifvertrag für die Hörgeräteabgabe (in Kraft seit
1. Juli 2006) auf den für die erforderliche binaurale Hörgeräteversorgung in der
Indikationsstufe 3 tariflich vorgesehenen Höchstbetrag von Fr. 4'373.95 beschränkt
hat.
3.2 Nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) haben invalide oder von einer Invalidität unmittelbar bedrohte Versicherte
gegenüber der Invalidenversicherung Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, wenn
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen, zu
verbessern, zu erhalten oder ihre Verwertung zu fördern. Zu diesen Massnahmen
gehören nach Art. 8 Abs. 3 lit. d IVG in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 IVG im Rahmen
einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste Hilfsmittel, deren eine versicherte Person für
die Ausübung der Erwerbstätigkeit oder der Tätigkeit in ihrem Aufgabenbereich, für die
Schulung, die Ausbildung oder zum Zweck der funktionellen Angewöhnung bedarf.
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Gemäss Art. 2 Abs. 1 der Verordnung über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die
Invalidenversicherung (HVI; SR 831.232.51) besteht im Rahmen der im Anhang
aufgeführten Liste (HVI-Anhang) Anspruch auf Hilfsmittel, soweit diese für die
Fortbewegung, die Herstellung des Kontaktes zur Umwelt oder für die Selbstsorge
notwendig sind. Nach Ziff. 5.07 HVI-Anhang sind Hörgeräte bei Schwerhörigkeit
abzugeben, sofern das Hörvermögen durch ein solches Gerät namhaft verbessert wird
und die versicherte Person sich wesentlich besser mit der Umwelt verständigen kann.
Der Anspruch erstreckt sich nach Art. 2 Abs. 3 HVI auch auf das Invaliditätsbedingt
notwendige Zubehör und die invaliditätsbedingten Anpassungen.
3.3 In BGE 130 V 163 neues Fenster hat das Bundesgericht erwogen, dass der durch
das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) abgeschlossene Tarifvertrag für die
Hörgeräteabgabe bundesrechtskonform ist. Gemäss dieser Rechtsprechung ist im
Sinne einer Vermutung davon auszugehen, dass in der Regel eine den tarifvertraglichen
Ansätzen entsprechende Leistungszuerkennung den Eingliederungsbedürfnissen im
Einzelfall Rechnung trägt und zu einer zweckmässigen und ausreichenden
Hörgeräteversorgung führt. Da aber letztlich stets das konkrete
Eingliederungsbedürfnis der versicherten Person massgebend ist, bleibt die
gerichtliche Prüfung, ob die tarifarisch vergüteten Höchstpreise dem
invaliditätsbedingten Eingliederungsbedürfnis im konkreten Einzelfall Rechnung tragen,
stets vorbehalten. Allerdings rechtfertigt sich das Abweichen von der
Indikationsstufeneinteilung mit der Begründung, die tarifarische Hörgeräteversorgung
decke das konkrete Eingliederungsbedürfnis der versicherten Person nicht, nur in
Ausnahmefällen. Denn nicht jedes individuelle Eingliederungsbedürfnis rechtfertigt eine
vom Tarifvertrag abweichende Versorgung. Vielmehr ist ein ausnahmsweises
Abweichen vom Tarifvertrag Fällen vorbehalten, in denen sich die Hörstörung als
besonders schwerwiegend oder die Hörsituation als sehr komplex darstellt (vgl. BGE
130 V 163 E. 4.3.4). Davon kann mit Blick auf das ebenfalls ins Indikationenmodell
eingeflossene Verhältnismässigkeitsprinzip umso weniger ausgegangen werden, je
geringer die audiologisch fassbare Hörstörung ist (vgl. auch SVR 2005 IV Nr. 5 S. 17,
Urteil vom 17. Juni 2004 i/S. K. [I 167/04]).
3.4 Das Argument der Beschwerdegegnerin, vorliegend sei bei gleichbleibendem
Gesundheitszustand der Besitzstand zu wahren, ist bei der vorliegenden komplexen
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medizinischen Ausgangslage nicht nachvollziehbar. Die Hörgeräteversorgung nach
Indikationsstufe 3 hat bereits 2002 nicht dem Eingliederungsbedürfnis entsprochen. Mit
der Übernahme der Mehrkosten hat der Beschwerdeführer nicht für eine spätere
Versorgung auf seinen gesetzlichen Anspruch verzichtet. Sodann ist darauf
hinzuweisen, dass das Bundesgericht in langjähriger Praxis entschieden hat, dass vom
BSV festgesetzte, an sich zulässige Preislimiten (im Verhältnis Leistungserbringer -
Versicherung) den sozialversicherungsrechtlichen Leistungsanspruch (im Verhältnis
versicherte Person - Versicherung) nicht rechtswirksam zu beschränken vermögen
(BGE 123 V 18, BGE 114 V 90, ZAK 1992 S. 208, unveröffentlichtes Urteil Z. vom 30.
April 1998, I 347/97). Bei tarifvertraglichen Höchstansätzen kann es sich nicht anders
verhalten (BGE 130 V 163 E. 4.3.2). Dass der Tarifvertrag keine Indikationsstufe 4
vorsieht, ist daher für eine weitergehende Kostengutsprache unerheblich. Die zitierte
Rechtsprechung gemäss BGE 130 V 163 ist auf den vorliegenden Fall anwendbar.
3.5 Wie aus dem Bericht des RAD vom 23. Dezember 2009 hervorgeht, ist die
medizinische Voraussetzung für eine im Ausnahmefall zu gewährende
Kostengutsprache für ein Hörgerät der Indikationsstufe 4 eindeutig gegeben. So hat Dr.
C._ ausgeführt, der Beschwerdeführer leide gemäss übereinstimmender
medizinischer Beurteilung seit frühester Kindheit an einer beiderseits gleichermassen
ausgeprägten und zunehmenden Schwerhörigkeit. Neben einer hochgradigen
Schallleitungsschwerhörigkeit liege eine hochgradige Innenohrschwerhörigkeit
unbekannter Ursache vor. Gemäss dem Tonschwellen-Audiogramm vom
10. September 2008 sei die Schwerhörigkeit bereits soweit fortgeschritten, dass die
Werte oberhalb von 1000 Hz regulär nicht mehr messbar seien. Gemäss den
Ergebnissen des Sprach-Audiogramms vom 23. April 2009 habe die Hör-
Verständigung durch bestimmte Geräte in eindrücklicher Weise gebessert werden
können. Die Messergebnisse zeigten nachvollziehbar, dass Geräte der Indikationsstufe
3 in diesem Fall nicht wirklich geeignet seien, die Situation wesentlich zu verbessern.
Mit den Geräten der Indikationsstufe 4 (z.B. Exélia Art SP) könne die Hörfunktion
offenbar zufriedenstellend verbessert werden. Aus dem Bericht von Dr. A._ vom
10. August 2009 sowie dem Bericht der Firma B._ vom 29. September 2009 gehe
eindeutig hervor, dass der Beschwerdeführer in seiner anspruchsvollen beruflichen
Tätigkeit auf ein Maximum an Sprachverständlichkeit angewiesen sei. Aus
medizinischer Sicht bestehe zweifellos eine besonders schwerwiegende und komplexe
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Einschränkung des Hörvermögens, die zur Verbesserung der Verständigung eine
Versorgung mit der bestmöglichen technischen Lösung erfordere. In diesem
Ausnahmefall seien deshalb die medizinischen Voraussetzungen für eine
Kostengutsprache für ein Hörgerät der Indikationsstufe 4 eindeutig gegeben. Der RAD-
Arzt merkte an, dass die "technische Lösung" des Gesundheitsproblems bislang eine
wesentliche und anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit verhindert habe (G act. 6.1). Gemäss der nachvollziehbaren und
überzeugenden Stellungnahme des RAD ist aufgrund der klaren Expertenmeinung von
Dr. A._ sowie der eindeutigen erfreulichen Messergebnisse ein
Eingliederungsbedürfnis aus medizinischer Sicht gegeben.
3.6 Im Übrigen ist ein Eingliederungsbedürfnis auch aus beruflicher Sicht gegeben.
Der Beschwerdeführer macht geltend, seine Kaderfunktion mit einem internationalen
Bezug erfordere grundsätzlich aufgrund der schnell wechselnden akustischen
Situationen eine Versorgung mit einem High-Tech-Gerät. Die Beschwerdegegnerin ist
der Ansicht, dass der Beschwerdeführer seine Tätigkeit bisher auch mit einem Gerät
der Indikationsstufe 3 habe ausüben können und eine Fernmeldeanlage zur Verfügung
habe. Somit sei kein gesteigertes Eingliederungsbedürfnis ausgewiesen. Dieses
Argument vermag nicht zu überzeugen. Bereits die Hörgeräteversorgung im Jahr 2002
ist über die Indikationsstufe 3 hinausgegangen, hat doch der Beschwerdeführer den
Mehrbetrag von Fr. 2'076.65 selbst bezahlt (IV-act. 92). Wie zudem aus Art. 8 Abs. 1 lit.
a IVG hervorgeht, besteht ein Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen nicht nur bei
Invaliden, sondern auch bei von einer Invalidität bedrohten Versicherten. So können
Eingliederungsmassnahmen nicht nur zugesprochen werden, wenn damit die
Erwerbsfähigkeit wieder hergestellt werden kann, sondern auch, wenn sie erhalten oder
verbessert werden kann. Die Prüfung des Eingliederungsbedürfnisses erstreckt sich
also auch auf die Erhaltung und Verbesserung der Erwerbsfähigkeit. Der
Beschwerdeführer ist gemäss Arbeitgeberbericht vom 29. September 2009 als
Teamleiter Content Management für die Entwicklung, den Betrieb und die
kontinuierliche Weiterentwicklung der marktführenden Konsumentendatenbank X._-
plus Consumer in der X._ und Y._-plus in Y._ am Standort Z._ zuständig. Die
Arbeitgeberin hat ausgeführt, die zentrale Stellung dieser zwei Produkte "Y._-plus"
und X._-plus" verlange, dass der Beschwerdeführer regelmässig an Projektsitzungen
mit häufig unterschiedlich zusammengesetzten, grösseren Teilnehmerkreisen wie auch
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in stark wechselnder Umgebung (verschieden grosse Sitzungszimmer mit sehr
unterschiedlichen akustischen Verhältnissen) aktiv teilnehmen müsse. Dabei müsse sie
sich als Arbeitgeberin sicher sein, dass der Beschwerdeführer trotz Hörbehinderung
dem Verlauf der Sitzung folgen und alle Informationen, ob in Dialekt, Hochsprache oder
"Y._ Slang" vollständig und korrekt erfassen könne. Diese unabdingbare berufliche
Voraussetzung gelte umso mehr, als es sich bei den Projektsitzungen und
Telefongesprächen vielfach um technische Inhalte handle, die sich schwer
verständlicher Fachausdrücke und teilweise der englischen Sprache bedienten.
Sodann wirkten sich sprachliche Missverständnisse aufgrund der Führungs- und
Fachverantwortlichkeit des Beschwerdeführers über die eigene Arbeit und diejenige
seines Teams hinaus auf zahlreiche Ebenen der Firmenaktivität aus. Trotz E-Mail sei in
der Position des Beschwerdeführers das Telefon ein wichtiges Kommunikationsmittel
(Einzel- oder Konferenzgespräche). Da hier die nonverbale Kommunikation nicht spiele,
sei die umfassende akustische Wahrnehmung, auch der "Zwischentöne", unabdingbar.
Ebenso seien Weiterbildungen in akustisch eher hallenden, also komplexen
Umgebungen erforderlich. Seit der Beschwerdeführer Ende 2008 auf die neueste
Generation von Hörgeräten gewechselt habe, habe man insbesondere aus Meetings
mit mehreren Teilnehmern und Telefonkonferenzen eine merkbar kleinere
Rückfragequote von ihm. Noch wichtiger sei aber die Sicherheit, dass der
Beschwerdeführer nun dank der neuesten Technik (fast) alles verstehe. Der
Beschwerdeführer könne seiner Funktion und den beruflichen Anforderungen seiner
Führungsposition in ihrer Firma nur dank den heutigen modernen technischen Mitteln
zur Überbrückung seiner Hörbehinderung gerecht werden (G act. 1.3.12). Gemäss der
medizinischen Beurteilung ist die bessere Verständlichkeit durch das High-Tech-Gerät
klar ausgewiesen und bei der komplexen Hörbehinderung der Anspruch auf ein Gerät
der Indikationsstufe 4 gegeben. Die klare Verständigung ist in einer Kaderposition mit
erhöhtem Kommunikationsbedarf und gesteigerter Führungsverantwortung eine
wichtige Voraussetzung für einen reibungslosen Ablauf des Geschäfts. Fehler können
für den Beschwerdeführer bei gehäuftem Auftreten allenfalls den Verlust der
Arbeitsstelle bedeuten. Aus den Akten geht hervor, dass der Verbleib an der
Arbeitsstelle wohl insbesondere dank dem Fortschritt der Technik möglich ist. Bereits
im Expertenbericht von Dr. A._ mit Posteingang vom 15. Februar 2001 ist das
Hörvermögen des Beschwerdeführers als so gering beurteilt worden, dass eine
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relevante Hörverschlechterung kaum noch möglich sei. Die Verstärkung der bisherigen
Geräte habe gemäss Antrag vom 12. Januar 2001 zur Verständigung nicht mehr
genügt, da die Geräte immer auf maximale Leistung eingestellt worden seien. Der
Versicherte sei aufgrund seines extremen Hörverlusts nur noch mit grosser Mühe in der
Lage gewesen, seinen Beruf auszuüben. Dr. A._ gewichtete die beruflichen
Anforderungen an die Kommunikation mit 22 von maximal 25 Punkten (IV-act. 89 und
90), was als sehr hoch zu betrachten ist. Auch in seinem Expertenbericht vom 19.
Dezember 2008 hat Dr. A._ die beruflichen Anforderungen hoch gewichtet, mit 20
von 25 Punkten (IV-act. 108). In seinem Bericht vom 10. August 2009 bestätigte Dr.
A._ das Angewiesensein auf maximale Sprachverständlichkeit in der anspruchsvollen
Tätigkeit als Abteilungsleiter (IV-act. 113). Sodann hat der RAD bestätigt, dass eine
"technische Lösung" des Gesundheitsproblems des Beschwerdeführers eine
wesentlich und anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit bislang verhindert habe (G act. 6.1). Die überzeugend und detailliert
dargelegten Umstände machen deutlich, dass aufgrund der schwierigen
Hörbehinderung des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit seiner beruflichen
Situation ein spezifisches und gesteigertes Eingliederungsbedürfnis besteht. Aufgrund
der Ausführungen des Beschwerdeführers ist nachvollziehbar, dass eine Versorgung
mit den beantragten Hörgeräten insofern geboten und notwendig erscheint, als nur
diese - und nicht ein Hörgerät der Indikationsstufe 3 - den speziellen Anforderungen
genügt und nur damit die verantwortungsvolle Aufgabe als Kadermitarbeiter adäquat
wahrgenommen werden kann.
3.7 Damit ist die gesetzliche Anforderung als erfüllt zu betrachten, womit mit der
bestmöglichen Hörmittelversorgung in diesem Ausnahmefall eine Erhaltung und
Verbesserung der Erwerbsfähigkeit erreicht werden kann, indem der Beschwerdeführer
durch seine bessere Sprachverständlichkeit den hohen Anforderungen an seine
berufliche Stellung gerecht werden kann. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass
die Voraussetzungen für eine Überschreitung der tarifvertraglich vereinbarten
Kostenlimite erfüllt sind.
4.
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4.1 Im Sinn der Erwägungen ist die angefochtene Verfügung vom 22. September
2009 in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben, soweit darauf einzutreten ist. Die
Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Kosten der binauralen
Hörgeräteversorgung mit zwei Hörgeräten Phonak Exélia Art SP, Ser-Nr. 0909x1mrk
rechts und Phonak Exélia Art SP, Ser-Nr. 0909x1mrl links (Indikationsstufe 4) im Betrag
von Fr. 8'408.95 zu bezahlen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt. Da sie gemäss Art. 3
Abs. 1 lit. b des st. gallischen Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über die
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (sGS 350.1) Teil der
Sozialversicherungsanstalt und damit Teil einer selbständigen öffentlich-rechtlichen
Anstalt ist, kommt Art. 95 Abs. 3 VRP (Befreiung von der Pflicht zur Übernahme
amtlicher Kosten) nicht zur Anwendung (vgl. Urs Peter Cavelti/Thomas Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen - dargestellt an den Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., 2003, Rz 792). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb
die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der Kostenvorschuss ist dem
Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
4.3 Die obsiegende beschwerdeführerende Partei hat bei diesem Verfahrensausgang
einen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die Parteientschädigung bemisst sich
gemäss Art. 61 lit. g ATSG nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit
des Prozesses. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in der Replik um eine
Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4'000.-- zuzüglich Barauslagen und
Mehrwertsteuer (gestützt auf Art. 22. Abs. 1 lit. b. HonO) ersucht, weil für die
Ausarbeitung von Beschwerde und Replik umfangreiche Aufwendungen für
Aktenstudium, Prüfung der Rechtsprechung, Besprechungen mit dem
Beschwerdeführer selbst und den Fachexperten (Erläuterungen von Audiogrammen
und Berichten) notwendig gewesen seien. Diese Kostenforderung übersteigt ein
mittleres Honorar von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer). In
Anbetracht von Art. 61 lit. g ATSG ist einzig die Bedeutung der Streitsache sowie die
Schwierigkeit des Prozesses für die Festsetzung der Parteientschädigung
bis
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entscheidend. Vorliegend ist ein pauschales Honorar von Fr. 4'000.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) der Bedeutung der Streitsache und der
Schwierigkeit des Prozesses angemessen und eine Abweichung vom mittleren Honorar
gerechtfertigt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG