Decision ID: 95e6fbcc-8be3-5934-9c59-e16e22305692
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Niedermann, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rentenrevision
Sachverhalt:
A.
A.a Mit Verfügung vom 10. Januar 2005 sprach die IV-Stelle S._ mit Wirkung ab 1.
September 2004 bei einem Invaliditätsgrad von 59% eine halbe Invalidenrente zu (act.
G 4.40). In medizinischer Hinsicht stützte sie sich dabei auf die Beurteilungen der Klinik
Valens vom 6. Februar 2004 (act. G 4.14-5 ff.), von Dr. med. A._, Fachärztin für
Allgemein- und Innere Medizin, vom 5. April 2004 (act. G 4.14-1 ff.) sowie der
Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie vom 7. April 2004 (act. G 4.13).
A.b Am 1. Juni 2005 stellte der Versicherte ein Revisionsbegehren (act. G 4.43),
nachdem die Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie der IV-Stelle bereits
am 20. Mai 2005 mitgeteilt hatte, dass sich sein Krankheitsbild in der letzten Zeit
verschlechtert habe (act. G 4.41). In der Folge liess der Versicherte verschiedene
Arztberichte und Gutachten (darunter insbesondere das Gutachten von Dr. med. B._,
FMH Rheumatologie und Rehabilitation, vom 5. Dezember 2004 [act. G 4.45-7 ff.]
sowie das Gutachten von Dr. med. C._, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, vom 10. Februar 2005 [act. G 4.45-2 ff.]) einreichen (act. G 4.45 f.),
woraufhin die IV-Stelle zusätzliche Abklärungen vornahm. Mit Verfügung vom
6. September 2005 trat die IV-Stelle auf das Revisionsbegehren des Versicherten nicht
ein, da er in seinem Gesuch keine neuen Tatsachen geltend gemacht habe (act. G
4.57), was sie mit Einspracheentscheid vom 6. April 2006 bestätigte (act. G 4.70). Auf
Beschwerde hin (vgl. act. G 4.73-2 ff.) hob das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen den Einspracheentscheid am 12. April 2007 auf. Es wies die Sache zur
Durchführung des Rentenrevisionsverfahrens an die IV-Stelle zurück, da der
Versicherte eine Verschlechterung seines Gesundheitszustands im Vergleich zur
Situation am 10. Januar 2005 glaubhaft gemacht habe (act. G 4.78).
B.
B.a In der Folge tätigte die IV-Stelle weitere Abklärungen. Im Verlaufsbericht vom
13. Juni 2007 gab Dr. med. D._, Allgemeinmedizin FMH an, der Gesundheitszustand
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des Versicherten sei stationär (act. G 4.83). Im Verlaufsbericht vom 17. September
2007 teilte das Psychiatrie-Zentrum Rheintal (vormals Fachstelle für Sozialpsychiatrie
und Psychotherapie), wo der Versicherte bis Januar 2007 in Behandlung gewesen war
(act. G 4.84), mit, im Verlauf der Behandlung sei es zu einer geringen Stabilisierung des
Zustandsbilds gekommen, jedoch verursachten psychosoziale Belastungen
(beispielsweise finanzielle Engpässe) jeweils eine evidente Verschlechterung des
Zustandsbilds, welches mit einem Stimmungseinbruch und innerer Unruhe einhergehe
(act. G 4.87).
B.b Mit Vorbescheid vom 3. Januar 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, dass seine Invalidenrente nicht erhöht werde (act. G 4.94). Hiergegen erhob
der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Rainer Niedermann, am 4. Februar 2008
Einwand, welchen er am 29. Februar 2008 begründen liess (act. G 4.99 und 4.101).
Zudem reichte er einen Bericht von Dr. D._ vom 7. Februar 2008 ein, worin dieser
ausführte, in seinem Verlaufsbericht vom 13. Juni 2007 habe er angegeben, der
Gesundheitszustand des Versicherten sei stationär. Diesbezüglich liege ein
Missverständnis bzw. ein Versehen vor. Seine Angaben (hinsichtlich Referenzzeitpunkt)
bezögen sich nicht auf das Verfügungsdatum vom 10. Januar 2005, sondern auf den
verschlechterten Gesundheitszustand zum Zeitpunkt des Revisionsgesuchs am 14.
Juni 2005, in welchem er gestützt auf das Gutachten von Dr. C._ vom 10. Februar
2005 von einer Arbeitsfähigkeit von insgesamt 30% ausgegangen sei. Demzufolge
habe sich der Gesundheitszustand seit der Verfügung vom 10. Januar 2005 erheblich
verschlechtert und sei nun seit dem Revisionsgesuch stationär geblieben (act. G
4.101-5). In der Einsprachebegründung machte der Rechtsvertreter erstmals geltend,
die Verfügung vom 10. Januar 2005 basiere auf einem unvollständig abgeklärten
Sachverhalt und sei aufzuheben "bzw. entsprechend einem IV-Grad von mindestens
70% anzupassen" (act. G 4.101).
B.c Am 9. und 11. Juni 2008 wurde der Versicherte durch die MEDAS Ostschweiz
(nachfolgend: MEDAS) interdisziplinär untersucht und begutachtet. Im Gutachten vom
14. Juli 2008 kamen die Gutachter unter Beachtung aller Aspekte zum Schluss, dass
weder somatisch noch psychiatrisch eine wesentliche, fassbare Verschlechterung des
Gesundheitszustands des Beschwerdeführers seit Januar 2005 eingetreten sei (act. G
4.110).
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B.d Mit Verfügung vom 15. September 2008 wies die IV-Stelle das
Rentenrevisionsbegehren des Versicherten ab. Ihre Abklärungen hätten ergeben, dass
er in adaptierten Tätigkeiten weiterhin 50% arbeitsfähig sei. Sein Hausarzt sowie die
behandelnden Psychiater bestätigten einen unveränderten Gesundheitszustand, was
eine Erhöhung der Rente nicht rechtfertige. Der Regionale Ärztliche Dienst der
Invalidenversicherung (RAD) spreche sogar von einer möglichen Verbesserung seines
Gesundheitszustands, da er seit Januar 2007 keine psychiatrische Therapie mehr in
Anspruch nehme (act. G 4.115).
C.
C.a Mit Eingabe vom 16. Oktober 2008 erhebt der Vertreter des Versicherten
Beschwerde und beantragt, die Verfügung vom 15. September 2008 sei aufzuheben.
Es sei die formell rechtskräftige Verfügung vom 10. Januar 2005 revisionshalber
aufzuheben. Es sei dem Beschwerdeführer entsprechend einem Invaliditätsgrad von
mindestens 70% eine ganze Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei die Sache zur
weiteren Abklärung und anschliessend zur Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Zur Begründung macht er im Wesentlichen geltend, die
Beschwerdegegnerin habe zum Zeitpunkt der Verfügung vom 10. Januar 2005 keine
Kenntnis vom Gutachten von Dr. B._ gehabt, da es erst nachträglich zu den Akten
gekommen sei. Um den unklaren Sachverhalt abzuklären und die Arbeitsfähigkeit
beurteilen zu können, habe Dr. B._ unter anderem eine MRI-Untersuchung sowie die
Abklärung des Schlaf-Apnoe-Syndroms empfohlen. Das Gutachten von Dr. B._ sei
demnach eine neue und erhebliche Tatsache. In Kenntnis dieses Gutachtens und
folglich des unvollständig abgeklärten Sachverhalts hätte die Beschwerdegegnerin am
10. Januar 2005 noch nicht verfügen dürfen, ohne weitere Abklärungen vorzunehmen.
Insbesondere das nur kurze Zeit später am 10. Februar 2005 von Dr. C._ erstattete
Gutachten hätte zwingend zu einem anderen Entscheid führen müssen. Das MEDAS-
Gutachten weise zwei gravierende Mängel auf. Zum einen setze es sich nicht mit den
erheblichen medizinischen Einwänden seiner Stellungnahme vom 29. Februar 2008
auseinander. Zum anderen bleibe unklar, auf welche (umstrittene) Vergleichsbasis sich
die Beurteilung der Gutachter beziehe. Das Gutachten sei somit nicht schlüssig und
unverwertbar (act. G 1).
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C.b Mit Beschwerdeantwort vom 29. Januar 2009 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung bringt sie im Wesentlichen vor,
Gegenstand der angefochtenen Verfügung sei die Verweigerung einer
Rentenanpassung. Zu prüfen sei also, ob sich der relevante Sachverhalt seit 10. Januar
2005 verändert habe. Der im Beschwerdeverfahren erstmals gestellte Antrag, es sei die
formell rechtskräftige Verfügung vom 10. Januar 2005 revisionshalber aufzuheben,
gehe am Verfahrensgegenstand vorbei, weshalb darauf nicht eingetreten werden dürfe.
In materieller Hinsicht sei immerhin darauf verwiesen, dass die Frist von 90 Tagen seit
der Kenntnisnahme des Revisionsgrunds längst abgelaufen sei. Aus dem
überzeugenden MEDAS-Gutachten ergebe sich unzweifelhaft, dass sich seit der
erstmaligen Rentenverfügung vom 10. Januar 2005 keine Veränderung ergeben habe.
Weitere Abklärungen erübrigten sich (act. G 4).
C.c Mit Replik vom 20. Mai 2009 hält der Vertreter des Beschwerdeführers an seinen
Anträgen fest. Er führt im Wesentlichen aus, entgegen der Auffassung der
Beschwerdegegnerin sei vorliegend nicht nur die angefochtene Verfügung vom 15.
September 2008 betreffend Rentenanpassung, sondern insbesondere auch die zwar
formell rechtskräftige, aber fehlerhafte Verfügung von 10. Januar 2005 als
Referenzbasis Verfahrensgegenstand. Die Beschwerdegegnerin sei auf den im Einwand
vom 29. Februar 2008 gestellten Antrag betreffend wiedererwägungweise Aufhebung
bzw. Anpassung der Verfügung vom 10. Januar 2005 nicht nur eingetreten, sondern
habe ihn durch die in Auftrag gegebene MEDAS-Begutachtung auch materiell geprüft
(act. G 12).
C.d Mit Duplik vom 8. Juni 2009 hält die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag fest. Sie
macht im Wesentlichen geltend, die Argumentation des Vertreters des
Beschwerdeführers springe hin und her zwischen der Behauptung einer wesentlichen
Verschlechterung und der Darstellung einer ursprünglichen Unrichtigkeit der Verfügung
vom 10. Januar 2005. Eine wesentliche Verschlechterung sei aufgrund des
überzeugenden MEDAS-Gutachtens klar zu verneinen. Im Einwand vom 29. Februar
2008 könnte allenfalls ein Wiedererwägungsgesuch gesehen werden, auf das die IV-
Stelle aber bislang nicht eingetreten wäre. Es verbiete sich daher an dieser Stelle, unter
dem Titel einer Wiedererwägung näher auf die Rechtmässigkeit der Verfügung vom 10.
Januar 2005 einzugehen. Allenfalls könnte das Gericht die Sache zur Behandlung des
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Wiedererwägungsgesuchs an die IV-Stelle überweisen. Die IV-Stelle könne aber nicht
zu einem Eintreten auf ein solches Gesuch verhalten werden. Im Verwaltungsverfahren
sei kein rechtsgenüglicher Antrag auf prozessuale Revision der Verfügung vom 10.
Januar 2005 gestellt worden. Sollte das Gericht in den im Beschwerdeverfahren
vorgetragenen Ausführungen einen solchen Antrag erkennen, wäre dieser allenfalls an
die IV-Stelle zu Behandlung zu überweisen. Wie bereits in der Beschwerdeantwort
dargelegt, erscheine ein solches Gesuch schon aus rein formellen Gründen als
aussichtslos, da der Beschwerdeführer das Gesuch nicht fristgerecht gestellt habe (act.
G 14).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E.
1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging am 15.
September 2008, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der
revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher
und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche
noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals
geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-
Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1).
2.
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Streitgegenstand bildet die Verfügung vom 15. September 2008, mit welcher die
Beschwerdegegnerin eine Erhöhung der Invalidenrente des Beschwerdeführers
abgewiesen hat (act. G 4.115). In der Beschwerdeschrift beantragt der
Beschwerdeführer neben der Aufhebung der angefochtenen Verfügung auch, es sei die
formell rechtskräftige Verfügung vom 10. Januar 2005 revisionshalber aufzuheben (act.
G 1). Wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort zu Recht ausführt, geht
dieser Antrag über den Anfechtungsgegenstand der angefochtenen Verfügung hinaus,
weshalb darauf nicht eingetreten werden kann. Nachfolgend zu prüfen ist daher einzig
die Frage, ob die Beschwerdegegnerin die vom Beschwerdeführer beantragte
Erhöhung seiner Invalidenrente zu Recht abgelehnt hat.
3.
3.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen
Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad
von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
3.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur
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Rentenrevision gibt nach der Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Eine bloss unterschiedliche
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts stellt dagegen
praxisgemäss keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2b; SVR
1996 IV Nr. 70 S. 203). Ob eine revisionsbegründende Änderung eingetreten ist,
beurteilt sich durch einen Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten
rechtskräftigen Verfügung bestand, welche auf einer materiellen Prüfung des
Rechtsanspruchs beruht (BGE 133 V 108), mit demjenigen zur Zeit der streitigen
Neubeurteilung (BGE 130 V 351 E. 3.5.2; BGE 125 V 369 E. 2).
3.3 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb).
4.
4.1 Die ursprüngliche Rentenzusprache basierte im Wesentlichen auf den
Beurteilungen der Klinik Valens vom 6. Februar 2004, von Dr. A._ vom 5. April 2004
sowie der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie vom 7. April 2004 (act. G
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4.13 f.). In den betreffenden Berichten wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit gestellt: Eine somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.0);
Anpassungsstörungen, längere depressive Reaktion (ICD-10: F43.21) sowie ein
chronisches lumbospondylogenes bis fraglich lumboradikuläres Reizsyndrom links mit/
bei Schmerzexazerbation seit ca. fünf Monaten, mediolateraler Diskushernie L4/5 und
L5/S1 mit Einschränkung der Foramina beidseits bei Spondylarthrose, Status nach
periradikulärer Infiltration L5/S1 um Nervenwurzel L5 und interspinal (10/2003),
muskulärer Dysbalance sowie Wirbelsäulenfehlform und -fehlhaltung (lumbale
Hyperlordose). Die Angaben zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers variierten
zwischen 20% und 80%, wobei die Klinik Valens eine medizinisch theoretische
Arbeitsfähigkeit von 50% vier Wochen nach Austritt für realisierbar erachtete (act. G
4.14-7). Dieser Einschätzung schloss sich auch Dr. med. E._ vom RAD (act. G 4.5
und 4.16). Die Swica als Krankentaggeldversicherung reduzierte das Taggeld per 14.
Juni 2004, indem ebenfalls von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen wurde
(act. G 4.19). Der Eingliederungsberater der IV wies in seinem Schlussbericht vom 23.
Juni 2004 darauf hin, dass sich der Versicherte nicht in der Lage sehe, ein grösseres
Pensum als 30% zu bewältigen, weshalb er den Fall abschloss (act. G 4.20). Die
Beschwerdegegnerin teilte dem Beschwerdeführer am 31. August 2004 mit, aufgrund
der medizinischen Beurteilungen wäre es ihm zumutbar, zwei Stunden vormittags und
nachmittags zu arbeiten, weshalb die Ausrichtung einer halben Invalidenrente
beschlossen worden sei (act. G 4.28 f.). In der Verfügung vom 10. Januar 2005 ging die
Beschwerdegegnerin entsprechend von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers und einem Invaliditätsgrad von 59% aus (vgl. act. G 4.25 und 4.40).
4.2 Die vorliegend angefochtene Ablehnung des Revisionsbegehrens stützt sich in
erster Linie auf das MEDAS-Gutachten vom 14. Juli 2008 (act. G 4.110). Darin wurden
folgende Hauptdiagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit gestellt:
1. eine mittelgradige depressive Störung mit somatischem Syndrom; 2. eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung; 3. ein diffuses chronisches lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit Hyperalgesie und Hypästhesie im gesamten linken Bein sowie
4. ein chronisches cerviko-cephales Syndrom mit Angabe einer Hypästhesie auch im
linken Arm. Als ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wurden
diagnostiziert: 1. ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom, Maskenbehandlung seit 2002;
2. eine arterielle Hypertonie sowie 3. eine massive Adipositas (BMI 38 kg/m ). Bei der 2
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aktuellen Untersuchung klage der Beschwerdeführer über die seit einem halben
Jahrzehnt bestehenden Schmerzen lumbal mit Ausstrahlungen ins linke Bein.
Hinzugekommen seien auch Nackenschmerzen, ebenfalls linksbetont, mit
Ausstrahlungen zum Hinterkopf. Entsprechend den Schmerzangaben sei eine
Druckempfindlichkeit der lumbosakralen Dornfortsätze sowie der Muskulatur am
Beckenkamm linksbetont und der gesamten Beinmuskulatur dorso-lateral angegeben
worden, dies einhergehend mit einer Hypästhesie im gesamten linken Bein. Die
Lendenwirbelsäule sei in alle Richtungen nur zur Hälfte eingeschränkt bewegt worden,
ebenfalls die Halswirbelsäule, wo sämtliche Dornfortsätze und die Nackenmuskulatur
links als diffus druckempfindlich angegeben worden seien. Es seien viele Zeichen für
ein nicht-organisches Krankheitsverhalten festzustellen, so nebst der diffusen
Symptombeschreibung die hohe Schmerzbewertung, die weitgehende Erfolglosigkeit
bisheriger Behandlungen, das nicht plausible Ausmass der demonstrierten
Behinderung im Vergleich zu den objektivierbaren Befunden, die sehr tiefe Bewertung
der eigenen Leistungsfähigkeit im PACT-Test sowie die im Status aufgeführten
Inkonsistenzen. Bildgebend zeige sich eine wohl situationsbedingte Schiefhaltung von
Hals- und Lendenwirbelsäule mit degenerativen Veränderungen, die an der
Halswirbelsäule sicher im Normalbereich lägen und an der unteren Lendenwirbelsäule
ein übliches Altersausmass kaum wesentlich überstiegen. Die aktuelle psychiatrische
Exploration komme zu ähnlichen Diagnosen wie die Vorbeurteilungen: Mittelgradige
depressive Störung mit somatischem Syndrom sowie anhaltende somatoforme
Schmerzstörung. Eine Veränderung bzw. Verschlimmerung werde verneint,
desgleichen eine erhebliche Schwere und Ausprägung der Komorbidität im Rahmen
der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung. Aufgrund des chronischen
Schmerzsyndroms und der psychiatrischen Faktoren entfalle eine körperliche
Schwerarbeit wie sie der Beschwerdeführer während langer Zeit auf dem Bau ausgeübt
habe. Wie schwer die (zuletzt ausgeführte) Arbeit als Hilfsmechaniker sei, könne nach
fünf Jahren und nach dem Konkurs der Firma wohl kaum eruiert werden. Für körperlich
eher leichte bis vereinzelt mittelschwere Tätigkeiten ohne ausgesprochene
Stressbelastungen oder Zwangshaltungen werde die Arbeitsfähigkeit vordergründig
eingeschränkt durch ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom, welches
somatisch in der angegebenen Intensität kaum nachvollziehbar sei. Von
entscheidender Bedeutung seien die seit Jahren aufgeführten psychischen Faktoren.
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Unter Beachtung aller Aspekte sei weder somatisch noch psychiatrisch eine
wesentliche, fassbare Verschlechterung seit Januar 2005 eingetreten.
4.3 Der Beschwerdeführer macht in diesem Zusammenhang im Wesentlichen geltend,
zwar würden im MEDAS-Gutachten die Stellungnahme seines Rechtsvertreters vom
29. Februar 2008 sowie das nachträglich entdeckte Gutachten von Dr. B._ erwähnt,
doch setze sich das Gutachten mit den Einwänden in der Stellungnahme vom 29.
Februar 2008 nicht auseinander, wonach die Arbeitsfähigkeit zum Verfügungszeitpunkt
am 10. Januar 2005 höchstens 30% betragen habe, weshalb diese Verfügung
fehlerhaft sei. Das MEDAS-Gutachten unterlasse es denn auch, die Arbeitsfähigkeit zu
quantifizieren und begnüge sich mit der Feststellung, dass weder somatisch noch
psychiatrisch eine wesentliche, fassbare Verschlechterung seit Januar 2005 eingetreten
sei. Demnach weise das Gutachten zwei gravierende Mängel auf: Zum einen setze es
sich nicht mit den erheblichen medizinischen Einwänden der Stellungnahme vom 29.
Februar 2008 auseinander, zum anderen bleibe schlicht unklar, auf welche (umstrittene)
Vergleichsbasis sich die Beurteilung der Gutachter beziehe. Das Gutachten sei somit
nicht schlüssig und unverwertbar (act. G 1).
Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers geht die Vergleichsbasis
unmissverständlich aus dem MEDAS-Gutachten hervor, nehmen die Gutachter doch
ausdrücklich auf Januar 2005, und damit auf den Zeitpunkt der ursprünglichen
Verfügung, Bezug (act. G 4.110-12). Aufgabe der Gutachter war es denn auch, zu
beurteilen, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der
ursprünglichen Rentenzusprache objektiv verändert hat oder nicht. Demgegenüber
hatten sie nicht zu beurteilen, ob der ursprünglichen Rentenzusprache ein ungenügend
abgeklärter Sachverhalt zu Grunde lag bzw. ob die betreffende Verfügung vom 10.
Januar 2005 fehlerhaft war; wie oben erwähnt, ist diese Frage auch gar nicht
Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens. Entsprechend stellt es keinen
Mangel dar, wenn sich das Gutachten zu diesen Punkten nicht äussert. Die Gutachter
haben nachvollziehbar und plausibel dargelegt, dass sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers seit der ursprünglichen Rentenzusprache objektiv nicht wesentlich
verändert hat. Für die vom Beschwerdeführer neu beklagten Beschwerden konnten
keine objektiven Befunde erhoben werden. Zudem hat sich vor allem der
psychiatrische Gutachter eingehend mit den von seiner Einschätzung abweichenden
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Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen auseinandergesetzt. In seinem Teilgutachten vom 24.
Juni 2008 (act. G 4.111) führte er diesbezüglich aus, aus psychiatrischer Sicht gehe er
seit der letzten Beurteilung von keiner wesentlichen Veränderung der Arbeitsfähigkeit
aus. Die subjektiv vollständige Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers sowie die
vom SPD Heerbrugg (Psychiatrie-Zentrum Rheintal) und Dr. C._ erhöhte
Arbeitsunfähigkeit von 80% bzw. 70% führe er zum einen auf vorübergehende
psychosoziale Belastungen, aber vor allem auch auf IV-fremde Faktoren wie Alter,
Sprache und Schulbildung zurück. Zudem seien vorübergehende Verschlechterungen
im Rahmen von Belastungen möglich. Diese Ausführungen sind überzeugend, zumal
Dr. C._ seine Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von 30% vom 22. August 2005 offenbar für
den Bereich der Invalidenversicherung gar nicht gelten lassen will (act. G 4.53). Auch
gestützt auf die Beurteilung von Dr. D._ vom 7. Februar 2008, wonach sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der Verfügung vom 10. Januar 2005
erheblich verschlechtert haben soll (act. G 4.101), kann nicht auf eine objektive
Verschlechterung geschlossen werden. Zum einen legt Dr. D._ nämlich nicht dar,
worin die angebliche Verschlechterung bestehen soll, zum anderen stehen beim
Beschwerdeführer psychiatrische Probleme im Vordergrund, zu deren Beurteilung Dr.
D._ als Allgemeinmediziner fachlich nicht qualifiziert ist.
Insgesamt ist damit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass
sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der ursprünglichen
Rentenzusprache vom 10. Januar 2005 objektiv nicht wesentlich verschlechtert hat.
Folglich fehlt es an einem Revisionsgrund. Unter diesen Umständen besteht - entgegen
der Auffassung des Beschwerdeführers - kein Anlass, auf den der ursprünglichen
Verfügung zugrundegelegten Einkommensvergleich zurückzukommen und beim
Invalideneinkommen einen Leidensabzug vorzunehmen.
5.
5.1 Im Sinne der obigen Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf
eingetreten werden kann.
5.2 Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist
das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand
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und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1 IVG in der seit dem 1. Juli
2006 in Kraft stehenden Fassung) und ermessensweise auf Fr. 600.-- anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist daran anzurechnen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht