Decision ID: 0c0864f2-ffb4-4e6d-be69-fc97f1476328
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1955,
war vom 1. Oktober 1992 bis am 28. Februar 2006 als Mitarbeiterin bei der
Z._
AG tätig. Am 1
2.
Dezember 2005 meldete sie sich wegen Muskelschmerzen, Atembeschwerden, Müdigkeit, Schilddrüsenproblemen und
einer
Depression bei der Eidgenössischen Invali
denversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/6).
Die IV-Stelle des Kantons Thurgau sprach der Versicherten
mit Verfügung vom 15. November 2006
ab dem 1. Januar 2006 eine Viertelsrente zu (
Urk.
7/72
; vgl. auch
Urk. 7/71
).
Dies
e
bezog die Versicherte zunächst in der Form einer Zusatzrente zur Invalidenrente ihres Ehemannes (vgl.
Urk.
7/77) und ab Januar 2008 als eigenständige Rente (vgl.
Urk.
7/47).
Am
2.
Juni 2009 meldete die Versicherte sich erneut bei der Invalidenversiche
rung zum Rentenbezug an
und ersuchte sinngemäss um eine Erhöhung der Rente
(
Urk.
7/79).
Infolge Wohnsitzwechsels der Versicherten
überwies die
IV-Stelle Thurgau
der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-
Stelle
,
am
25. Juni 2009
die Akten der Versicherten (
Urk.
7/
83
).
Mit Verfügung vom
18. Dezember 2009 trat die Versicherte auf das neue Leistungsbegehren
mangels Glaubhaftmachung einer wesentlichen Veränderung
nicht ein (
Urk.
7/96).
Am 17. Januar 2010
ersuchte die Versicherte im Zusammenhang mit den Fol
gen einer
Krebserkrankung
um eine Erhöhung der Rente
(
Urk.
7/101). Mit Ver
fügung vom 9. März 2011 wurde der Versicherten infolge Verschlechterung des Gesundheitszustands ab dem 1. März 2010 eine ganze Invaliden
rente zuge
sprochen (
Urk.
7/121
; vgl. auch
Urk.
7/119-120
).
1.2
Im Jahr 2012 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen eine Rentenrevision ein (
Urk.
7/129). Sie holte Arztberichte ein (
Urk.
7/131,
Urk.
7/133,
Urk.
7/135) und gab bei der
Abklärungsstelle
A._
ein
bidiszipli
näres
rheumatologisch-psychiatrisches Gutachten in Auftrag, welches am
7. Februar 2013 erstattet wurde (
Urk.
7/143/6-54). Mit Vorbescheid vom 6. Juni 2013 wurde eine Reduktion der ganzen auf eine halbe Invalidenrente in Aus
sicht gestellt, ausgehend von
einer Arbeitsfähigkeit von 40
%
in einer ange
passten Tätigkeit und
einem Invaliditätsgrad von 57
%
(
Urk.
7/147).
Hiergegen erhob die Versicherte Einwand (
Urk.
7/148,
Urk.
7/152). Die IV-Stelle holte einen weiteren Arztbericht ein (
Urk.
7/157) und liess sich von der
A._
am
25. Februar 2014 eine Rückfrage beantworten (
Urk.
7/159).
Mit neuem Vorbescheid vom 6. März 2014 schätzte die IV-Stelle
die
Arbeitsfähigkeit in einer angepass
ten Tätigkeit auf 100
%
ein und stellte der Versicherten eine Rentenaufhebung in Aussicht (
Urk.
7/163). Am 17. März und am 1
2.
Mai 2014
liess die Versi
cherte wiederum Einwand erheben und
diesen
begründen (
Urk.
7/164,
Urk.
7/168). Am 6. Juni 2014 fand mit der Versicherten ein Standortgespräch zur beruflichen Eingliederung statt (
Urk.
7/171).
Vom
11. August bis am 5. September 2014 fand bei der
B._
AG eine Potentialabklärung statt (
Urk.
7/183). Mit Mitteilung vom 11. September 2014 teilte die IV-Stelle den Abschluss der beruflichen Eingliederung mit, da eine solche aus
invaliditäts
fremden
Gründen nicht möglich sei (
Urk.
7/181).
Zu dieser Potentialabklärung liess die Versicherte am 27. Oktober 2014 Stellung nehmen (
Urk.
7/188).
Mit Verfügung vom 5. November 2014 entschied die IV-Stelle im Sinne ihres zwei
ten Vorbescheids und hob die Rente auf das Ende des nach der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf (
Urk.
2).
2.
Hiergegen liess die Versicherte, vertreten durch die AXA-ARAG Rechtsschutz AG, am 8. Dezember 2014 Beschwerde erheben und beantragen, ihr sei eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Even
t
ualiter sei ihr eine Dreiviertelsrente zuzusprechen (
Urk.
1). Am 1
2.
Januar 2015 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6).
Mit Verfügung vom 18. Dezember 2015 wurde die Pensionskasse der Beschwerdeführer
in
zum Prozess beigeladen (Urk. 9).
Diese verzichtete in der Folge eine Stellungnahme zur Sache (Urk. 10).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Jede psychogene Störung, ob einfache oder neurotische Form, kann im Einzelfall Krankheitswert haben, weshalb jeder Einzelfall sorg
fältig geprüft werden muss. Notwendig sind in jedem Fall ein ausführlicher ärztlicher Bericht oder ein entsprechendes fachärztliches Gutachten sowie die Abklärung der erwerblichen Umstände (AHI 1997 S. 43 E. 5c). Dabei müssen psychiatrische Berichte in der Regel auf einer persönlichen Untersuchung beruhen (RKUV 2001 Nr. U 438 S. 345, Urteile des Bundesgerichts 9C_602/2007 vom 11. April 2008 E. 5.3 und I 169/06 vom 8. August 2006 E. 4.4 mit Hin
weisen). Für die verlässliche Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes und seiner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind in der Regel psychiat
rische Fachärzte beizuziehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.3., Urteil des Bundesge
richts 8C_989/2010 vom 16. Februar 2011 E. 4.4.2 mit Hinweisen).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
-
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine
ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG
)
.
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer
wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des
Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist ent
scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderli
chen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person aus
einander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nötig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den Vorakten ab
gegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräu
mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die IV-Stelle führte in der angefochtenen Verfügung vom 5. November 2014 vor allem aus, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten verbessert
habe und sie nicht mehr durch ein Tumorleiden eingeschränkt sei.
Aufgrund der somatischen Einschränkungen seien angepasste leichte bis mittelschwere, wechselbelastende und mehrheitlich sitzend zu erledigende Tätigkeiten zum
ut
bar. Das psychische Leiden sei
aus objektiver Sicht überwindbar. Unter Berück
sichtigung eines Leidensabzugs
in der Höhe von 10
%
resultier
e ein Invalidi
tätsgrad von 3
%
, weshalb kein Rentenanspruch mehr bestehe. Zudem hielt die IV-Stelle in der Auseinandersetzung mit den Einwänden der Versicherten fest, dass die Kriterien für eine mittelgradige Depression nicht erfüllt seien (
Urk.
2).
2.2
Die Versicherte brachte in der Beschwerde vom 8. Dezember 2014
insbesondere
vor,
dass alle involvierten medizinischen Fachpersonen zum Ergebnis gelangt seien, dass sie infolge einer
chronifizierten
mittelgradigen depressiven Episode in einer leidensangepassten Tätigkeit nur noch zu 30 bis 40
%
arbeitsfähig sei. Dagegen sei die Beurteilung der IV-Stelle, wonach die verlangten Kriterien einer mittelgradigen Depression nicht erfüllt seien, in keiner Weise begründet. Sie besuche die psychiatrische Therapie monatlich und verfüge nicht über die erfor
derlichen Ressourcen, um eine Verbesserung ihrer Arbeitsfähigkeit zu erreichen. Gemäss dem Ergebnis der bei der
B._
AG durchgeführten Potentialabklärung bestehe derzeit in Bezug auf den ersten Arbeitsmarkt keine relevante Arbeitsfä
higkeit. Da die maximal 40%ige Arbeitsfähigkeit somit nicht verwertbar sei, beantrage sie eine ganze Invalidenrente. Sollte die Arbeitsfähigkeit dennoch als verwertbar angeschaut werden, so
sei vom ermittelten Tabellenlohn ein
leidens
bedingter
Abzug in der Höhe von 20
%
vorzunehmen, womit ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente resultiere
(
Urk.
1)
.
3.
Nach medizinischen und erwerblichen Abklärungen wurde die Invalidenrente der Versicherten mit Verfügung vom 9. März 2011 per 1. März 2010 auf eine ganze Invalidenrente erhöht (
Urk.
7/120,
Urk.
7/121). Die Erhöhung der Invali
denrente
erfolgte aufgrund der
Diagnose eines
Adenokarzinoms
des linken Ovars, der am
4. Dezember 2009 durchgeführte
n
Hysterektomie und Adnex
-
ektomie mit anschliessender Chemotherapie sowie
der
darauf basierende
n
100%ige
n
Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
7/108,
Urk.
7/109,
Urk.
7/114/2).
Am 27. Juli 2012 hielt die behandelnde
Ärztin vom
Spital C._
fest, dass die Arbeitsfähigkeit seitens des Ovarialkarzinoms und der stattgefun
denen Therapien
zurzeit
nicht
mehr eingeschränkt sei (
Urk.
7/131). Auch die Versicherte hat nicht bestritten, durch die Krebserkrankung nicht mehr in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt zu sein (
Urk.
1).
Eine Revision ist gemäss Art. 17 ATSG
aufgrund einer eingetretenen Verän
derung des Gesundheitszustands
somit grundsätzlich möglich. Der Invaliditäts
grad ist
daher
auf der Grundlage eines richtig und vollständig
festgestellten Sachverhaltes neu und ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen zu ermitteln
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_484/2012 vom 14. Februar 2013
E. 4)
und eine gesamthaft neue Bestimmung des Invaliditätsgrads
durchzu
-
führen, wobei sowohl die gesundheitlichen Beschwerden als auch deren Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu prüfen
sind
.
4.
4.1
Die IV-Stelle gab bei der
Gutachterstelle
A._
ein
bidisziplinäres
rheumatologisch-psychiat
risches Gutachten in Auftrag, welches am 7. Februar 2013 erstattet wurde. Die Gutachter untersuchten die Versicherte am 14. Dezember 2012 (
Urk.
7/143/
6-7)
, fassten
zunächst die Akten zusammen (7/143/8-11) und
erhoben
anschliessend die Anamnese (
Urk.
7/143/11-14).
4.
2
Gege
nüber der
A._
-Gutachterin
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Psychi
atrie und Psychotherapie,
habe
die Versicherte aus
geführt
, sie leide vor allem unter einer grossen Müdigkeit. Sie habe keine Energie mehr, was während der Krebserkrankung besonders ausgeprägt gewesen, jedoch immer noch
der Fall
sei. Freuen könne sie sich nur noch an den Enkelkinder
n
, ansonsten habe sie keine Freude am Leben. Sie habe viele Gedanken im Kopf, welche vor allem ihre Krebserkrankung beträfen, jedoch auch das Wohlergehen der vier Töchter und der Enkelkinder. Abends im Bett leide sie unter Herzklopfen und benötige eine bis zwei Stunden zum Einschlafen. Tagsüber sei sie oft nervös. Ihr Gedächtnis sei schlecht, so wisse sie oft nicht, worüber ihr Mann gerade gesprochen habe und könne sich Inhalte von Fernsehsendungen nicht merken. Zum Arbeiten habe sie keine Kraft mehr (
Urk.
7/143/14-15).
Weiter
hatt
e
die psychiatrische Gutachterin telefonisch Auskünfte bei der behan
delnden Psychiaterin
Dr.
med.
E._
eingeholt
, welche angegeben habe, die Versicherte leide seit 2005 unter Depressionen, welche am Anfang und während der Krebserkrankung schwer und dazwischen mindestens mittelgradig ausgeprägt gewesen seien. Es seien verschiedene antidepressive Substanzen ein
gesetzt worden. Bei der Versicherten bestünden nur wenige Ressourcen. Die Sitzungen erfolgten seit dem Umzug der Versicherten nach Wallisellen ungefähr alle sechs Wochen (
Urk.
7/143/15).
Die
psychiatrische Gutachterin
habe
telefo
nisch
auch
mit einer der Töchter der Versicherten
gesprochen, welche ausge
führt habe
, die Versicherte sei schwach, immer müde und liege zu Hause vor allem. Alleine gehe sie nicht aus dem Haus, sondern nur auf Aufforderung hin und in Begleitung. Bei Besuchen ziehe die Versicherte sich eher zurück. Sie
fürchte auch einen Suizid, obwohl die Versicherte keine entsprechenden Äusserungen gemacht habe (
Urk.
7/143/15).
Die psychiatrische Gutachterin hielt fest, die Versicherte habe eine klagende Stimme
, sie habe
während der Untersuchung mehrfach geseufzt und plötzlich geweint. Die Konzentration habe sich im Verlauf des Gesprächs vermindert. Das Gedächtnis sei für Daten vermindert und das Denken sei etwas verlangsamt
sowie
wenig differenziert gewesen. Die Versicherte sei affektiv
klagsam
,
affekt
labil
,
leichtgradig
depressiv herabgestimmt, vermindert schwingungsfähig
und
im Antrieb deutlich vermindert
sowie
energiearm gewesen. Suizidalität habe die Versicherte verneint. Es bestehe bei ihr eine Tendenz zu sozialem Rückzug (
Urk.
7/143/16).
Die psychiatrische Gutachterin führte aus, diagnostisch handle es sich um eine
chronifizierte
Depression, welche zumindest in zeitlichem Zusammenhang mit einer Hypothyreose aufgetreten sei,
ätiologisch
organisch bedingt sein könne. Im Verlauf sei die Depression, abhängig auch von äusseren Faktoren wie der Krebserkrankung, wechselnd stark ausgeprägt gewesen.
Typischerweise sei eine erschwerte Bewältigung der vorbestehenden
lumbosakralen
Schmerzen aufge
treten. Der Grad der affektiven Herabgestimmtheit sei zum Zeitpunkt der Un
tersuchung nur leicht gewesen, ausgeprägt seien vor allem die Antriebslosigkeit und die Müdigkeit gewesen, was die Diagnose einer mittelschweren depressiven Störung rechtfertige.
Anzumerken sei die differentialdiagnostische Überlegung, dass ein
Fatigue
-Syndrom nach einer Krebserkrankung beziehungsweise Chemotherapie lange anhalten könne, wobei auch zu bedenken sei, dass es sich bei der Versicherten um eine Person mit vorbestehender psychischer Störung und damit beeinträchtigten Bewältigungsmöglichkeiten handle. Weiter wiesen die Laborbefunde
vom August 2012
bezüglich der Hypothyreose auf ein
Auto
immungeschehen
hin, freies Thyroxin sei erniedrigt und
Trijodthyronin
am unteren Grenzwert. Es sei bekannt, dass eine depressive Verstimmung,
Motiva
tionslosigkeit
, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Müdigkeit, Gelenk
schmerzen und Ödeme der Extremitäten als Symptome einer
Schilddrüsenun
terfunktion
bereits bei subklinischen Werten auftreten könnten (
Urk.
7/143/17). Aufgrund der Antriebslosigkeit sei die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht eingeschränkt und liege für eine Tätigkeit ohne hohe Anforderungen an die Konzentration medizinisch-theoretisch bei etwa 30 bis 40
%
, verteilt auf vier bis fünf Arbeitstage (Urk.7/143/18).
4.3
Gegenüber dem
A._
-Gutachter
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Rheuma
tologie,
habe
die Versicherte über Rückenbeschwerden, welche lumbal und im Kreuzbereich aufträten
, geklagt
. Dazu kämen Knochenschmerzen
in den
Vor
derarmen
und linksbetont im Unterschenkel, wobei auch Schwellungen vorhan
den seien. Ohne die Schmerzmittel
Zaldiar
und
Dafalgan
könn
e sie nicht leben
(
Urk.
7/143/20)
.
Unter Bezugnahme auf die klinische Untersuchung und die bildgebenden Befunde vom
14. Januar 2013 (
Urk.
7/21-22)
hielt der rheumato
logische Gutachter fest, die Versicherte leide seit mehreren Jahren
an unverän
dert ausgeprägten Missempfindungen
,
für welche ausser einer angedeuteten interspinalen
Ligamentose
L4 bis S1 und diskret beginnenden
Chondrosen
im unteren Lendenwirbelsäulenabschnitt kein somatisches Korrelat erfasst werden könne. Die Untersuchung sei bis auf eine angedeutete Schmerzprovokation tieflumbal unauffällig verlaufen. Die beschriebenen Missempfindungen
lum
bosakral
seien durch die Kombination von beginnenden
degenerativen Verän
derungen, einer kompensatorischen
Hyperlordosierung
lu
mbal bei Kyphose-
Fehlform
thorakal
mit Übergewicht und global muskulärer Insuffizienz erklär
bar. Mit dieser Kombination seien auch bei beginnenden degenerativen Verän
derungen lumbal Beschwerden unter monoton stehender Arbeitsposition wie in der angestammten Tätigkeit nachvollziehbar. Bei fehlendem
somatischem
Kor
relat für die übrigen beklagten Missempfindungen bestehe aus rheumato
logisch-somatischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für eine angepasste Tätigkeit. Nicht zumutbar sei eine monoton stehende Tätigkeit. Zumutbar sei eine Tätigkeit, welche entweder dominant in sitzender Position oder abwech
selnd sitzend und stehend
aus
geführt werde und bei welcher es sich um
eine
leichte bis mittelschwe
re wechselbelastende Tätigkeit
handle. Nicht zu empfeh
len seien monoton vornübergebeugte Arbeitspositionen (
Urk.
7/143/23-24).
4.
4
In der Gesamtbeurteilung hielten die
A._
-Gutachter als Diagnosen mit Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit eine depressive Episode, mittelgradig,
chronifi
zierter
Verlauf (ICD-10 F32.10) und beginnende
Chondrosen
im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule, noch ohne
Spondylarthrosen
bei global muskulärer Insuffizienz, mässigem Übergewicht, einer
Fehlform
der Brustwirbelsäule mit kompensatorischer
Hyperlordosierung
lumbal, ohne Hinweis für eine
facetten
gelenksfortgeleitete
oder
radikuläre
Reiz-/Ausfallssymptomatik und bei schwie
rig zuordenbaren
lumbosakralen
Missempfindungen mit
meteoropathischer
Komponente
fest
. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannten
die Gutachter eine nicht näher spezifizierbare an Lokalisation wech
selnde Missempfindung im Bereich der oberen und unteren Extremit
äten, ohne somatisches Korrelat
. Zur Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, aus rheu
matologischer Sicht bestehe bei der Einhaltung der erwähnten Schonkriterien keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht liege die Arbeitsfähigkeit im Bereich von 30 bis 40
%
. Zu den medizinischen Massnah
men führten die Gutachter aus,
wegen der ausgeprägten Müdigkeit sollten die Hinweise auf ein Autoimmungeschehen an der Schilddrüse weiter abgeklärt werden
(
Urk.
7/143/25-26)
.
4.
5
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) hielt in der internen Stellungnahme vom 20. März 2013 in Zusammenfassung des Gutachtens des
A._
fest, die Arbeitsfähigkeit für eine angepasste Tätigkeit sei durch die
chronifizierte
depressive Störung auf ein Niveau von 30 bis 40
%
reduziert (
Urk.
7/145/3-4).
Mit Schreiben vom 27. Januar 2014 erkundigte sich die IV-Stelle beim
A._
, weshalb eine mittelschwere und keine leichte Depression diagnostiziert worden sei (
Urk.
7/158). Daraufhin führte die psychiatrische
A._
-Gutachterin
Dr.
D._
am 25. Februar 2014 aus, dass die affektive Herabstimmung tatsächlich nur
leichtgradig
, der Antriebsmangel sowie der Verlust an Interesse und Freude jedoch stark ausgeprägt sei, so dass sie in Übereinstimmung mit dem klinischen Eindruck eine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert habe (
Urk.
7/159).
Am 27. Januar 2014 hielt
Dr.
G._
vom RAD in einer intern
en Stellung
nahme fest, dass der Hausarztbericht vom 20. Dezember 2013 (
Urk.
7/156
) eine gute Substitution der Schilddrüsenhormonwerte zeige und die Depression aktu
ell sicher
lich
nicht auf eine manifeste Hypothyreose zurückzuführen sei. Das
A._
-Gutachten begründe klar die Diagnose einer mittelschweren depressiven Störung und die Einschätzung einer Restarbeitsfähigkeit von 30 bis 40
%
. Da der invalidisierende Grad der Müdigkeit, der Antriebsstörung und des sozialen Rückzugs eher etwas höher liege als vor der Krebserkrankung
,
sei
die
Rest
arbeitsfähigkeit
leicht tiefer als die vor der Krebserkrankung anerkannte 50%ige Restarbeitsfähigkeit (
Urk.
7/161/2).
4.
6
Nach Rücksprache mit dem Rechtsdienst
hielt die Beschwerdegegnerin
im inter
nen Feststellungsbl
att am 4. März 2014 fest
, eine mittelgradige Depression sei auch nach der ergänzenden Stellungnahme der Gutachterin
Dr.
D._
vom 25. Februar 2014 (
Urk.
7/159)
nicht klar ausgewiesen, da die verlangten Kriterien für eine mittelgradige Depression nicht erfüllt seien und die Versi
cherte nur alle sechs Wochen zur Therapie ginge. Es sei die Überwindbarkeit zu prüfen, wobei die im Gutachten festgehaltenen Ressourcen zu berücksichtigen seien (
Urk.
7/161/3). Zu den Ressourcen wurde im Feststellungblatt
aus
geführt
, die Versicherte lebe mit dem Ehemann in einem Haushalt und die Kinder seien regelmässig zu Besuch bei ihr. Die Versicherte lade auch in der Nähe wohnende Angehörige zum Kaffee ein, koche, gehe zum Einkaufen ins nahe gelegene Ein
kaufszentrum
und gehe einmal wöchentlich eine halbe bis eine ganze Woche
spazieren.
Als Schlussfolgerung wurde festgehalten, das
Leiden sei überwindbar und somit bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/161/3).
5.
5.1
5.1.1
Die Versicherte leidet gemäss der Krankengeschichte seit Jahren unter depressi
ven Beschwerden.
Der behandelnde Arzt
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Psychi
atrie und Psychotherapie, diagnostizierte
bereits
am 3. April 2006 eine mittel
gradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11), eine organische depressive Störung (ICD-10 F06.32) und einen Zustand nach schwerer Hypothyre
o
se (
Urk.
7/21).
Die Psychiatrischen Dienste
I._
hielten im Arztbericht vom 6. Mai 2014, den die Versicherte
der IV-Stelle
im Vorbe
scheidverfahren einreichte,
fest
, die Versicherte befinde sich seit Februar 2005 in regelmässiger integriert
er
psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung. Als Diagnosen wurden eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11),
chronifiziert
und ärztlich seit Februar 2005 doku
mentiert
,
sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) festgehalten. Die Ärzte führten aus, die Versicherte präsentiere sich in einer mittelschwer gedrückten Stimmung, ihre Konzentration sei mittelschwer redu
ziert, in den Gedanken sei sie leicht gehemmt, es sei ein mittelschweres Grübeln und eine mittelschwere Einengung festzustellen. Die Versicherte schildere Insuffizienzideen und Gefühle der Wertlosigkeit. Sie sei im Antrieb mittelschwer gehemmt und verlangsamt, psychomotorisch mittelschwer gehemmt und leide unter mittelschweren Ein- und Durchschlafstörungen. Es beständen ein starkes Schmerzerleben verschiedener Intensität und Qualität sowie ein latenter Lebensüberdruss, mit jedoch glaubhafter Distanz zu Suizidalität. Trotz gutem
Behandlungswillen und regelmässiger Behandlung seit dem Februar 2005 reichten die inneren Ressourcen der Versicherten nicht aus
,
um eine relevante Besserung der Beschwerden erreichen zu können. Die Krebserkrankung habe zudem seelisch tiefe Spuren hinterlassen, die Versicherte wirke ausgebrannt und adynamisch (
Urk.
7/167/1-2).
5.1.
2
Die psychiatrische
A._
-Gutachterin diagnostizierte
im Gutachten vom 7. Feb
ruar 2013
wie die behandelnden psychiatrischen Fachpersonen eine mittelgra
dige depressive Episode
(
Urk.
7/143/25)
. Sie begründete diese Diagnose sowohl in ihrem Gutachten als auch auf Nachfrage der IV-Stelle hin
mit Stellungnahme vom 25. Februar 2014
nachvollziehbar damit, dass bei der Versicherten die affektive Herabstimmung
zwar im Zeitpunkt der Untersuchung nur leicht aus
geprägt gewesen sei
, jedoch
vor allem die Müdigkeit, die Antriebslosigkeit
und
der Verlust an Interesse und Freude
im Zentrum der depressiven Symptomatik
gestanden seien, weshalb in Übereinstimmung mit dem klinischen Eindruck eine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert worden sei
(
Ur
k
7/143/17-18,
Urk.
7/159
). Diese Ausführungen waren für den RAD-Arzt
Dr.
G._
nach
vollziehbar (
Urk.
7/145/3-4,
Urk.
7/161/2
). Demgegenüber verneinte die IV-Stelle das Vorliegen der Diagnosekriterien
für eine mittelgradige depressive
Episode offenbar basierend auf einer Stellungnahme des Rechtsdi
enstes, ohne dies
nachvollziehbar
zu begründen (
Urk.
2,
Urk.
161/3).
5.1.3
Die Differenzierung zwischen leichter, mittelgradiger und schwerer depressiver Episode beruht auf einer komplexen klinischen Beurteilung, die Anzahl, Art und Schwere der vorliegenden Symptome berücksichtigt (
Internationale Klassifika
tion psychischer Störungen, 9. Auflage, Bern 2014, S. 171
). Die
A._
-Gutachte
rin hat sich überzeugend mit den depressiven Symptomen auseinandergesetzt und ist zum Schluss gelangt, dass bei der Versicherten eine mittelgradige depressive Störung vorliegt. Es sind keine Einschätzungen psychiatrischer
Fach
personen
vorhanden, welche diese Diagnose in Frage zu stellen vermöchten
, vielmehr gehen auch die behandelnden psychiatrischen Fachärzte von einer mittelgradigen depressiven Episode aus
. Eine Stellungnahme des Rechtsdienstes, aus welcher nicht einmal hervorgeht, was an der Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode durch die
A._
-Gutachterin
konkret
bemängelt wird
, ändert nichts an der im
A._
-Gutachten schlüssig begründeten Diagnose.
5.2
5.2.1
Die Arbeitsfähigkeit
wurde im Gutachten des
A._
für eine angepasste Tätigkeit
aufgrund der psychischen Beschwerden
auf 30 bis 40
%
eingeschätzt (
Urk.
7/143/26). Die IV-Stelle geht hingegen von einer 100%igen Arbeitsfähig
keit in einer angepassten Tätigkeit aus, da
die Auswirkungen der psychischen Beschwerden überwindbar seien (
Urk.
2)
.
Zunächst ist festzuhalten, dass mittel
gradige depressive Episoden
sowie mittelschwere depressive Episoden
recht
-
spre
chungsgemäss
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben können (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_1041/2010
vom 30. März 2011
E.5.2
, Urteil des Bundes
-
ge
richts
9C_980/2010 vom 20. Juni 2011 E. 5.3, Urteil des Bundesgerichts 9C_140/2014 vom 7. Januar 2014 E.
3.4.2
).
Vorliegend handelt es sich um eine
chronifizierte
depressive Störung, welche zum Zeitpunkt
,
als das
A._
-Gutach
ten verfasst wurde, bereits seit mehr als sieben Jahren vorhanden war.
Es liegt somit eine verselbständigte Gesundheitsschädigung vor.
Die Versicherte befin
det sich seit Jahren in regelmässiger psychiatrischer Behandlung (
Urk.
7/143/15,
Urk.
7/167
).
Dabei ist festzuhalten, dass durchaus
gewisse Ressourcen
vorhan
den sind
, was sich auch darin zeigt, dass
die Beschwerdeführerin
gemäss ihren Angaben gegenüber den
A._
-Gutachtern über
gute Beziehungen zu ihrem Ehemann und ihren Töchtern
verfügt
,
Kontakte zu weiteren Verwandten
pflegt,
regelmässig ihre Religi
on ausübt, leichtere Haushaltsa
r
b
eiten erledigt, kocht, mit ihrem Mann einkaufen geht und ungefähr einmal in der Woche
in Begleitung
eine halbe
bis eine Stunde spaziert (Urk.
7/143/12-13).
Insgesamt ist das
Akti
vitätsniveau
aber tief und weder die vorhandenen Ressourcen noch die medizi
nischen Massnahmen konnten eine
Chronifizierung
des Leidens verhindern. Das Beschwerdebild korreliert mit der attestierten
Restarb
eitsfähigkeit von
maximal
40
%
(wovon auch die Beschwerdeführerin ausgeht; vgl.
Urk.
1 S. 6)
,
verteilt auf vier oder fünf Tage
,
wie sie im
A._
-Gutachten mit überzeugender Begrün
dung eingeschätzt worden ist und
von welcher somit grundsätzlich auszugehen ist.
5.2.2
Die Versicherte machte mit Bezugnahme auf die bei der
B._
AG durchge
führte Potentialabklärung gelten
d
, es sei bei ihr derzeit in Bezug auf den ersten Arbeitsmarkt keine verwertbare Arbeitsfähigkeit vorhanden. Dies sei auf die starken Einschränkungen auf kognitiver und motorischer Ebene sowie auf die geringe Belastbarkeit aufgrund der schlechten gesundheitlichen Situation zurückzuführen (
Urk.
1 S. 8-9).
Die
B._
AG verfasste am 11. September 2014 einen Abschlussbericht über die vom 11. August bis am 5. September 2014 durchgeführte Potentialabklärung (
Urk.
7/183). Es wurde in diesem Bericht fest
gehalten, eine Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt werde zur Zeit nicht als realistisch erachtet. Dies werde durch fehlende Deutschkenntnisse, die schlechte gesundheitliche Situation mit depressive Grundstimmung, die geringe Belastbarkeit und starke kognitive sowie manuelle Einschränkungen verunmög
licht (
Urk.
7/183/2).
Im Abschlussbericht der
B._
AG wurden somit auch invaliditätsfremde Probleme wie die fehlenden Deutschkenntnisse der Versi
cherten berücksichtigt. Weiter geht aus dem Bericht hervor, dass die Abklärung
für die Versicherte
aufgrund sprachlicher Verständnisprobleme und „fachlicher“ Überforderung eine grosse Belastung bedeutet habe (
Urk.
7/183/1).
Mitzube
rücksichtigen
ist, dass es für die Berufsfachleute kaum möglich war einzu
schätzen, welche Einschränkungen
tatsächlich medizinisch
bedingt waren.
Aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht
ist davon auszugehen, dass eine Arbeitsfähigkeit von
höchstens
40
%
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in einer angepassten Tätigkeit
besteht
.
Inwiefern diese Beurteilung der
Restar
beitsfähigkeit
gegebenenfalls retrospektive beachtlich ist, legten die Gutachter nicht näher dar. Fest steht aber, dass sie spätestens seit dem Zeitpunkt der Begutachtung
und somit seit Februar 2013
Gültigkeit hat
.
5.3
5.3.1
Die IV-Stelle ging basierend vom Jahresbruttoeinkommen der Versicherten im Jahr 2006
(vgl.
Urk.
7/17/2)
bei ihrer letzten Arbeitsstelle aufgerechnet auf das Jahr 2013 von einem
Valideneinkommen
in der Höhe von
Fr.
50‘650.-- aus (
Urk.
7/144,
Urk.
2). Dies
es
wurde von der Versicherten nicht beanstandet (
Urk.
1 S. 9)
und
ist
nachvollziehbar.
5.3.2
Z
ur
Fes
tsetzung des Invalideneinkommen
stellte die IV-Stelle
zu Recht auf
die Tabelle TA 1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) 20
10
ab
(vgl.
Urk.
7/144,
Urk.
2)
. Der standardisierte Monatslohn (Vollzeitäquivalent basierend auf 4 1/3 Wochen à 40 Arbeitsstunden) für einfa
che und repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) für
Frauen
betrug
im Jahr 2010
Fr. 4'
225
.--. Dieser Betrag ist auf die im Jahr 20
13
betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,
7
Stunden hochzurechnen
(
vgl. Bundesamt für Statistik [BFS],
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, in Stunden pro Woche
; im Internet abrufbar
) sowie an die
Nominallohnen
twick
lung
anzupassen (
BFS
, Schweizerischer Lohnindex nach Branche [20
10
= 100; im Internet abrufbar], Nominallohnindex
Frauen
[T1.
2
.
10
], Total; 20
11
: 101.
0
; 20
12
: 102.
0; 2013: 102.6
). Daraus resultiert ein jährliches Bruttoeinkommen von
Fr.
54‘229.--
(
Fr.
4
‘225.-- x 12 : 40 x 41,7 : 100
x 102.
6
).
Gemessen am noch zumutbaren Pensum von
4
0 % resultiert ein Invalideneinkommen von
Fr.
21‘692.--
.
5.3.3
Die Beschwerdegegnerin
berücksichtigte beim
Invalideneinkommen einen
leidens
bedingten
Abzug (vgl. BGE 126 V 75) von 10 %
(Urk. 7/160). Die Beschwerdeführerin erachtet einen solchen von 20 % als angemessen. Da sich auch der höhere beantragte Abzug auf den Anspruch nicht auswirkt (vgl. nach
stehende E. 5.3.4), wovon auch die Beschwerdeführerin selber ausgeht (
Urk.
1
S. 10), kann offen bleiben, ob effektiv auch ein 10 % übersteigender Abzug in Frage käme. Ausgehend von einem Abzug von 10 %
ergibt sich ein
Invaliden
einkommen
in der Höhe von
Fr.
19‘522.--
.
5.3.4
Verglichen mit dem
Valideneinkommen
ergibt sich ein invaliditätsbedingter Minderverdienst
von
Fr.
31‘128.--
und somit ein Invaliditätsgrad von gerundet
61
%.
Die Versicherte hat somit zwar keinen Anspruch mehr auf eine ganze Invalidenrente, jedoch auf eine Dreiviertelsrente.
Daran würde sich im Übrigen auch mit einem höheren Leidensabzug in der Höhe von 20
%
, wie er von der Versicherten gefordert wurde, nichts ändern, da dies einen Invaliditätsgrad von gerundet 66
%
ergäbe.
Die Beschwerde ist daher teilweise gutzuheissen. Die Verfügung vom
5. November 2014
ist aufzuheben und festzustellen, dass die Versicherte Anspruch auf eine Dreiviertelsrente hat.
Die dieser Herabsetzung
zugrunde liegende Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit gilt seit
Februar 2013
(vgl. vorstehende E. 5.2.2). In Anwendung von Art. 88a
Abs.
2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
hatte diese im Mai 2013 drei Monate ohne wesentlichen Unterbruch angedauert. Auf diesen Zeitpunkt hin hat die Anpas
sung der Rente zu erfolgen.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG) auf
Fr.
700.-- festzulegen. Ausgangsgemäss sind die Kosten der unterliegenden Beschwerde
gegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach der Rechtsprechung ist bei bloss teilweisem Obsiegen dann eine unge
kürzte Parteientschädigung zuzusprechen, wenn die versicherte Person im Grundsatz obsiegt und lediglich im
Masslichen
(teilweise) unterliegt. In Streitig
keiten um die Höhe einer Invalidenrente trifft dies zu, wenn nicht die bean
tragte ganze oder höhere Rente, sondern eine gering
ere Teilrente zugesprochen wird.
Dahinter steht die Überlegung, dass eine „
Überklagung
“ eine Reduktion der Parteientschädigung nicht rechtfertigt, soweit das Rechtsbegehren keinen Einfluss auf den Prozessaufwand ausübt (Urteil des Bundesgerichts 9C_995/2012 vom 1
7.
Januar 2013 mit weiteren Hinweisen). Die durch die AXA-ARAG Rechtsschutz AG vertretene Beschwerdeführerin hat somit An
spruch auf eine ungekürzte Parteientschädigung.
Die Parteientschädigung
bemisst sich gemäss Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ohne
Rücksicht auf den Streitwert, die
Schwierigkeit des Prozesses und de
n
Streitaufwand. Die Beschwerdegegnerin ist zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine Entschädi
gung in der Höhe von
Fr.
1‘600.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.