Decision ID: 3a7673e4-232b-4158-9daf-60f3b68ef6b5
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1957 geborene
X._
ist seit September 1997 unter anderem bei
Y._
, vorerst auf Abruf und ab dem Jahr 2002 mit einem Pensum von 80 %, angestellt (Urk. 8/15). Am 19. September 2013 meldete sie sich sinnge
mäss unter Hinweis auf Beschwerden im Zusammenhang mit einer Operation an der linken Hüfte bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug (Berufliche Integration/Rente) an (Urk. 8/2, Urk. 8/7, Urk. 8/12). Die IV-Stelle führte am 25. Oktober 2013 ein Standortgespräch durch (Urk. 8/8) und tätigte medizinische wie auch berufliche Abklärungen (Urk. 8/15-16). Am 20. Dezember 2013 (Urk. 8/22) beantragte die Versicherte von der IV-Stelle zudem eine Kostengutsprache für Hilfsmittel (Hörgeräte); das Gesuch wurde mit Mitteilung vom 6. Februar 2014 (Urk. 8/26) gutgeheissen. Die IV-Stelle holte weitere medizinische Berichte sowie Unterlagen der Krankenver
sicherung (Urk. 8/28, Urk. 8/31, Urk. 8/46) ein und führte einen Einkommens
vergleich durch (Urk. 8/51).
Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (vgl. Urk. 8/56, Urk. 8/60, Urk. 8/
64) verfügte die sie die Abwei
sung des Leistungsbegehrens (Urk. 2).
2.
Hiegegen erhob die Versicherte am 6. März 2015 Beschwerde (Urk. 1) mit den Anträgen,
die Verfügung sei aufzuheben und es seien weitere medizinische Abklärungen zu veranlassen
sowie berufliche Massnahmen durchzuführen und nach deren Abschluss sei über die Zusprechung einer Invalidenrente zu befin
den, eventualiter sei ihr ab dem
1.
September 2014 eine Dreiviertelsrente zuzu
sprechen (S. 2). Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 2
3.
April 2015 (
Urk.
7) auf Abweisung der Beschwerde, wovon der Beschwerdeführerin am 2
4.
April 2015 Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
wind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG
.
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist ent
scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforder
lichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sicht
igt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person aus
einander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prü
fend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Frage
n erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H. Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte
in der Begründun
g der angefochtenen Verfü
gung
zusammengefasst aus,
die Beschwerdeführerin leide unter somatischen Beschwerden. O
hne Gesundheitsschaden
würde die Beschwerdeführerin
weiter
hin ihrer Tätigkeit als Mitarbeiterin Verkauf/Kasse zu einem Pensum von 80
% nachgehen (mit einem Jahreseinkommen von Fr.
45'192.15
)
. Die restlichen 20
%
entfielen in den Aufgabenbereich. Eine behinderungsangepasste, leichte,
überwiegend
sitzende Tätigkeit sei ihr
zu 80
% zumutbar.
Da eine solche Tätig
keit als
lohnmindernde
r
Fakto
r zu berücksichtigen sei, verringere sich das Inva
lideneinkommen um 5 %.
Weil
der Invaliditätsgrad unter 40
% lieg
e, bestehe kein Rentenanspruch.
2.2
Demgegenüber liess die
Beschwerdeführer
in
im Wesentlichen
vortragen (Urk. 1),
a
ufgrund der mit dem Auszug aus dem individuellen Konto dokumentierten
Tatsache
, dass
sie
trotz der familiären Belastung mit drei Kleinkinde
rn
konstant erwerbstätig geblieben
sei
und bereits ab dem Jahr 1998 trotz der damals noch bestehenden Zusatzlast der Familienbetreuung mit
drei
minderjährigen Kindern ein vollzeitiges Erwerbspensum
geleistet
und dieses in den vier Jahren bis 2001 ununterbrochen aufrecht erhalten
habe
,
sei
glaubhaft, dass sie bei guter Ge
sundheit auch heute im Vollzeitarbeitspensum erwerbstätig wäre (S. 4).
Es bestünden Anhaltspunkte für das Vorliegen sowohl eines zusätzlichen reakti
ven psychischen Leidens als auch von zusätzlichen rheumatologischen Be
sc
hwerden, welche bei der von Dr. med. Z._, Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
vorgenommenen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt worden seien. Es seien somit zusätzliche medizinische Abklärungen vorzunehmen (S.
6).
Je nach deren Ergebnis
seien
vorgängig der Invaliditätsbemessung nach dem Grundsatz Eingliederung vor Rente berufliche Ein
gliederungsmassnahmen angezeigt
(S. 6 f.).
Ohne gesundheitliche Einschränkung
– so die Beschwerdeführerin weiter –
wäre
sie im Vollzeit
arbeitspensum als Verkäuferin erwerbstätig
.
In der angestammten Tätigkeit sei sie optimal eingegliedert. Gemäss der orthopädischen Beurteilung von
Dr. Z._
soll die angestammte Tätigkeit im Umfang von 50
% des bishe
rigen Arbeitspensums von 80
%, mithin im Ausmass von 40
% eines Vol
lzeit
pensums ausgeübt werden können, was einem Invaliditätsgrad von 61 % ent
spreche und somit den Anspruch auf eine Dreiviertelsrente begründe (S. 7 f.).
3.
3.1
Prof. Dr. med. A._, Chefarzt der Uniklinik B._, gab in seinem Bericht vom 17. September 2013 (Urk. 8/10) an, gestützt auf das MRI des linken Hüft
gelenkes bestehe keine Abduktoren-Pathologie. Die Untersuchung nach der Hüft-T
otalendoprothese
(TP) links sei unauffällig. Aufgrund des MRI des linken Kniegelenkes bestünden eine leichte Degeneration des medialen Meniskushin
terhornes und leichte retropatelläre Knorpelunregelmässigkeiten. Ansonsten sei es unauffällig.
3.2
Dr. med. C._, Oberarzt Orthopädie Untere Extremitäten, D._ Klinik, nannte in seinem Bericht vom 3. Dezember 2013 (Urk. 8/18/5-6) als Diagnose ein Status nach der Hüft-TP links, minimalinvasiver anteriorer Zugang vom 25. März 2013, aufgrund derer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 25. März bis 6. Oktober 2013 und eine solche von 50 % vom 7. Oktober 2013 bis auf Weiteres bestehe (bei einem 80 % Pensum).
3.3
Dr. med. E._, Innere Medizin FMH, hielt in seinem Bericht vom 3. Januar 2014 (Urk. 8/24) fest, dass die Beschwerdeführerin für die jetzige Arbeit stehend nicht einmal mehr halbtags arbeitsfähig und somit momentan 100 % arbeitsunfähig sei.
3.4
Prof. Dr. med. F._, Chefarzt Klinik für Rheumatologie, Spitäler G._, nannte in seinem Bericht vom 11. Februar 2014 (Urk. 8/31/5-8) folgende Diag
nosen (S. 1):
Polyarthrose (der Knie und Finger inklusive Rhizarthrose beidseits sowie der rechten Hüfte)
Status nach Hüft-TEP (=TP) links am 25. März 2013 wegen Coxarth
rose (fecit Dr. C._ D._ Klinik)
diskrete degenerative Veränderung des medialen Meniskushinterhorns links (MR vom 1
7.
September 2013)
Chronisch rezidivierendes Lumbovertebral- und Zervikovertebral
syn
drom bei/mit
Osteochondrose
L5/S1 und Chondrose L3/L4
leichten degenerativen Veränderungen der mittleren und unteren HWS
muskulärer Dysbalance
Psoriasis, ED 1984
Er äusserte sich wie folgt:
Aktuell stünden sicher die Beschwerden von
Sei
ten der Coxarthrose recht
s
im Vordergrund. Zudem falle auf, dass die Beschwerde
führerin in der Sprechstunde ihre Beschwerden ostentativ vortrage. In dieser Situation gelte es, sie medikamentös und physiotherapeutisch zu unterstützen und allmählich die Arbeitsfähigkeit zu steigern. Er bescheinigte eine Arbeits
unfähigkeit von 50
%
(S. 3).
3.5
Dr. med. H._, Oberarzt Orthopädie Untere Extremitäten, D._ Klinik, nannte in seinem Bericht vom 25. März 2014 (Urk. 8/32) als Diagnose den Sta
tus nach der Hüft-TP links im März 2013. Als Nebendiagnosen gab er einen leichten retropatellären Knorpelschaden Knie links, mässige Coxarthrose rechts und ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom an. Weiter führte er aus, das Gangbild sei flüssig und hinkfrei. Bei der linken Hüfte bestünden eine reizlos abgeheilte Operationsnarbe und eine freie sowie indolente Hüftgelenks
beweglichkeit. Es bestünden keine Psoasprovokationsschmerzen. Bei der rechten Hüfte bestehe ebenfalls noch eine gute Beweglichkeit; hier allerdings mit deutli
chen Endphasenschmerzen für die Innenrotation und Flexion. Aufgrund des Röntgenbildes des Becken ap und der Hüfte links axial vom 25. März 2014 be
stehe ein unveränderter korrekter Sitz der linksseitigen Hüftprothese. Rechts bestehe die bekannte mässige Coxarthrose ohne wesentliche Befundprogredienz im Vergleich zu den Voraufnahmen (S. 1). Weiter hielt er fest, die derzeitige Arbeitsfähigkeit von 50 % erscheine angemessen (S. 2).
3.6
Dr.
med.
I._
, orthopädische Chirurgie FMH, vom
J._
, hielt in seinem Gutachten zu H
ä
nden der
K._
Versiche
rungen vom
7.
Juli 2014 (
Urk.
8/44/5-9) als Diagnose einen Zustand nach Hüft-TEP links fest
(S. 7)
. Er erwähnte in der Anamnese beziehungsweise unter „An
gaben des Patienten“, dass die Beschwerdeführerin in einem sehr aggressiven Zustand in das Untersuchungszimmer gekommen sei. Sie habe über eine sehr schlechte Betreuung der Ärzte berichtet, sowohl innerhalb als auch ausserhalb der Klinik.
Die Untersuchung schien insgesamt schwierig zu sein: Einerseits erwartete die Beschwerdeführerin beim Ausziehen eine entsprechende Hilfestellung von Dr.
I._
. Andererseits durfte er sie nach dem Auskleiden nicht berühren, da sie überall massive Schmerzen „beklagte“ und eine Untersuchung
diese noch verschlimmert hätte
.
Unter Befund gab
Dr. I._
sodann an, die Beschwerdeführerin habe sich osten
tativ geweigert, sich untersuchen zu lassen (S. 6). Der Versuch, eine pas
sive Untersuchung der Gelenke durchzuführen,
habe wegen angeblich massiver Schmerzen abgebrochen werden müssen. D
erzeit
liege aus seiner Sicht
keine
Gesundheitsschädigung vor. Es bestehe ein grosser Verdacht, dass die Be
schwer
deführerin aufgrund eines primären Krankheitsgewinns eine Untersu
chung verweigere. In der medizinischen Literatur sei kein Krankheitsbild nach
weisbar, bei dem es so starke Schmerzen gebe, dass eine aktive oder passive Unter
suchung nicht durchgeführt werden könne. Es gebe bei einem chronischen Schmerz
syndrom zwar eine sogenannte Hyperanalgesie, trotz alldem sei es hier
bei möglich, einen Versicherten zu untersuchen. Eine Ganzkörperhyperal
gesie sei wissenschaftlich nicht nachgewiesen (S. 7).
Aufgrund der ihm
vorlie
genden Operationsb
erichte, Verlaufsberichte und Röntgenbilder
zeige
sich ein gut
er Sitz der operierten Prothese
. Im Lendenwirbelsäulen (LWS)-Bereich zeig
ten sich keinerlei Auffälligkeiten, welche eine chronische Schmerzsymptomatik recht
fertigen würden. Das massiv demonstrative Auftreten und die massive Weige
rung, sich einer klinischen Untersuchung zu unterziehen, legten den Ver
dacht nahe, dass die Beschwerdeführerin eine Arbeitsunfähigkeit herbeiführen wolle, die nicht gegeben sei. Aufgrund der derzeitigen Befunde und Erkennt
nisse sei sie in ihrem Arbeitsbereich ab dem 1
1.
Juni 2014 – unter Berücksichti
gung des bisherigen Arbeitspensums von 80
%
- zu 80 % arbeitsfähig.
Wegen
der Implan
tation einer Endoprothese sei ein schweres Tragen von Lasten von mehr als 10 Kilogramm nicht zumutbar, ansonsten seien ihr all
e anderen Tätig
keiten zumutbar (S. 8 f.).
3.7
Dr. Z._ nannte in ihrer medizinischen Beurteilung vom 29. August 2014 (Urk. 8/46/2-17) folgende Diagnosen (S. 11:
Status nach TEP linkes Hüftgelenk 3/2013, anamnestisch bei Arthrose
Coxarthrose rechts bei varischer Schenkelhalsachse
Chronisch rezidivierende Beschwerden der Wirbelsäule in allen drei Ab
schnitten bei beginnenden degenerativen Veränderungen thoracal und ausgeprägten degenerativen Veränderungen lumbosakral
Kein nervenwurzelbezogenes neurologisches Defizit
Ausgeprägte Schmerzen und Minderung der groben Kraft beider Hände bei degenerativen
Veränderungen der Langfinger und Rhizarthrosen beidseits, links ausgeprägter als rechts
Schmerzhafte Funktionseinschränkungen der linken Schulter bei
Peri
arthropathia humeroscapularis
(
PHS
)
calcarea
Status nach Infiltrationstherapie in 5/2014
Rechts ausgeprägter als links degenerative Veränderungen der Kniege
lenke bei freien
Funktionen
Schlanker Habitus
Sie erwähnte in der Anamnese, die Beschwerdeführerin sei bis anhin
nicht in psychiatrischer Therapie
gestanden
. Beschwerden wie Ängste, Depressionen und
/
oder Schlafstörungen
würden
von
dieser zunächst verneint. Die anwesende Tochter berichte
, dass die lange Krankengeschichte
die
Mutter traurig bis de
pressiv stimme und auch Schlafstörungen
bestünden
. Der Hausarzt sei darüber nicht informiert, da er bisher noch nicht danach gefragt habe
(S. 4).
Dr. Z._ hielt in ihrer Beurteilung weiter fest, die Beschwerdeführerin habe
eine langdauernde Krankengeschichte auf orthopädischem Fachgebiet, begin
nend mit Wirbelsäulenbeschwerden, gefolgt von Kniegelenksbeschwerden und Hüftgelenksbeschwerden und in letzter Zeit auch bei Arthrosen beider Hände.
Die vorgetragenen Beschwerden fä
nden klinisch wie auch radiologisch ihr Kor
relat. Die konservativen Therapiemaßnahmen müss
t
en fortgeführt werden, ge
gebenenfalls ergänzt um Ergotherapie. Die medizinische Trainingstherapie sollte als Freizeitsport fortgeführt werden.
F
ür die gehende und stehende Tätigkeit, ver
bunden mit Heben und Tragen sowie Bücken und Zwangshaltungen, ergebe sich auf Dauer
nur mehr ein Arbeitsvermögen von 50
%. Es sollte eine innerbe
triebliche Umsetzung für eine körperlich leichte Tätigkeit angestrebt werden, die überwiegend im Sitzen verrichtet werden könne. Zu denken wäre an eine Kassiertätigkeit in Abteilungen für Garderobe, Kosmetik oder Ähnliches. Für Tätig
keiten im Bereich der Kasse Lebensmittel sei die Beschwerdeführerin aufgrund der Rhizarthros
en beidseits nicht geeignet (S.
12).
D
ie Beschwerden
aufgrund
der Hüftgelenke, Kniegelenke, beider Hände und der linken Schulter
hätten
Ein
fluss
auf
die jetzt bestehende
Arbeitsunfähigkeit
. Beim Vorliegen dege
nerativer Veränderungen könne nicht mehr mit einer namhaften Besserung der Gesund
heitsschädigung gerechnet werden. Durch vorerst konservative The
rapiemaß
nahmen sollte eine funktionelle Verbesserung mit Stabilisierung erreich
t wer
den. Die subjektiv beklagten Beschwerden könnten objektiviert werden
(S.
13). Seit dieser Woche arbeite
die Beschwerdeführerin
erneut 50 %
als Ver
kaufs
be
raterin in einer Abteilung für Kindergarderobe und Spielzeug. Diese Tätig
keit könne sie auf Dauer
nur mehr
in einem Umfang von etwa vier Stunden pro Ar
beitstag verrichten. Einschränkungen ergäben sich von Seiten der Hände für Tätigkeiten mit Heben und Tragen mittelschwerer und schwerer Lasten. Häufi
ges Bücken und Zwangshaltungen müssten bei Beschwerden der Kniegelenke, Hüftgelenke und der Wirbelsäule weitgehend vermieden werden. Ständiges Ge
hen und Stehen seien ebenfalls nur mit Einschränkungen bei Hüft
arthrose rechts und TEP linkes Hüftgelenk und degenerativen Veränderungen der Knie
gelenke möglich. Körperlich leichte Tätigkeiten, die überwiegend im Sitzen ver
richtet werden könn
t
en, sollte die Beschwerdeführerin weiterhin mit
einem Pensum von 80 %
auf Dauer
verrichten können
(S. 13 f.).
3.8
Dr. C._ nannte in seinem Bericht vom 16. September 2014 (Urk. 8/49) fol
gende Diagnosen (S. 1):
Status nach Hüft-TP links vom 25. März 2013
Coxarthrose rechts
Tendinitis calcarea Schulter links mit Schulterarmschmerzsyndrom links
Beginnende mediale Gonarthrose links
Lumbovertebrales Schmerzsyndrom
Verdacht
auf Fibromyalgie
Er schrieb unter Beurteilung/Procedere, eineinhalb Jahre
nach
der
Hüft-TP links
bestünden
noch immer Beschwerden im Bereich der linken Hüfte, wobei diese muskulärer Art
seien
. Der Arthroseschmerz
sei
zwar verschwunden. Durch die hohe Belastung bei der Arbeit
bestehe
jedoch nach wie vor ein beträchtlicher
Leidensdruck
. Dieser
sei
auch bedingt durch die Coxarthrose auf der rechten Seite mit ebenfalls muskulären Begleitschmerzen. Des Weiteren
bestehe ein chronisches lumbovertebral
es Schmerzsyndrom sowie ein Schulterarm
schmerz
syndrom links bei Tendinitis calcarea. Bei klinisch multiplen Tender
points
liege für ihn
eine Fibromyalgie vor
. Er bitte den Hausarzt der Patientin um „gege
benenfalls“ Einleitung einer rheumatologischen Abklärung
. Von Seiten der linken Hüftprothese funktionier
e
das Gel
enk gut.
Es
bestehe
wohl eine leichte Offsetvermehrung, welche sicherlich auch einen Effekt auf die Spannung der Abduk
toren
habe
. Um dieses Ungleichgewicht zu beheben, müsste gegebe
nenfalls eine Kopfverkürzung oder eine Pfannenmediatisierung erfolgen. Diese
Interv
entionen
seien
jedoch grosse Eingriffe, welche die
Beschwerdeführerin
nicht durchführen lassen
möchte
. Es
sei
auch nicht sicher, ob dadurch eine rele
v
ante Verbesserung erreicht werden
könne
. Von Seiten
des rechten Hüftgelen
kes bestehe
eine Coxarthrose, welche hinsichtlich Beschwerden eher zugenom
men
habe.
Die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit mit leichter sitzender oder wechselbelasteter Tätigkeit dürfte sicher etwas höher liegen als die aktuelle
Arbeitsfähigkeit in der doch körperlich stark beanspruchenden
Arbeit. Eine volle Arbeitsfähigkeit
werde vermutlich
aufgrund der verschiedenen Problematiken kaum erreicht werden können. Sinnvoll wäre eine wechselnde Tätigkeit
mit teils
sitzender, teils stehender Arbeit und ohne Heben von Lasten über maximal
zehn Kilogramm
. Die Arbeitsfähigkeit häng
e
sicher von mehreren Faktoren ab, da
auch verschiedene Gelenke
respektive Gelenksysteme einen Beitrag an den Leidensdruck leiste
te
n
(S. 2)
.
4.
4.1
Aus medizinischer Sicht leidet
die Beschwerdeführerin unter somatischen Be
schwerden (
Hüft
e
, Schulter,
Hände,
Knie und Rückenschmerzproblematik
). Bei der von Dr. C._ erwähnten Fibromyalgie (vgl. E. 3.8 hievor) handelt es sich lediglich um seine
Verdachtsdiagnose
, die nach ihm zudem noch näher abzu
klären wäre, weshalb eine solche nicht erstellt ist.
4.2
Die medizinische Beurteilung von Dr. Z._ legt den medizinischen Sachver
halt in einer schlüssigen und nachvollziehbaren Weise dar, so dass grundsätz
lich da
rauf abgestellt werden kann. Einerseits
äussert
sie
sich
umfassend, dass aus orthopädischer Sicht in der angestammten Tätigkeit
eine gesund
heitsbe
dingte Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit, verursacht durch Beschwerden der Hände, Hüftgelenke, Kniegelenke und der linken Schulter bestehen und daher Tätigkeiten
mit Heben und Tragen mittelschwerer und schwerer Lasten, häufiges Bücken und Zwangshaltungen sowie ständiges Gehen und Stehen vermieden werden sollten
. Ebenso einleuchtend hielt sie fest, dass der Beschwerdeführerin körperlich leichte Tätigkeiten, welche überwiegend im Sitzen verrichtet werden können, zu einem Pensum von 80 % zumutbar seien
(E.
3.7 hievor).
Die
Aus
führungen von
Dr. Z._
werden sodann grundsätzlich von
Dr. C._
unter
mauert,
obschon er sich bezüglich Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit nicht genau festlegen konnte,
doch
war auch er der Ansicht, dass die Beschwer
deführerin mehr arbeiten könnte (E
. 3.8 hievor).
Der Gutachter Dr. I._ konnte zur Zeit gar keine Gesundheitsschädigung feststellen und ging sogar von einer vollen Arbeitsfähigkeit (unter Berücksichtigung des bis
herigen Arbeits
pensums von 80 %) aus. Seine Untersuchung wurde aber inso
fern erschwert, als ihm die Beschwerdeführerin keine Auskunft gab und es auch nicht zuliess, dass er sie tatsächlich (aktiv und passiv) untersuchte (E. 3.6 hie
vor).
Dr.
Z._ berücksichtigte die Vorberichte und Röntgenbefunde (Urk. 8/46 S. 1 f. und S. 10 f.) und untersuchte die Beschwerdeführerin ausführ
lich, insbe
sondere beachtete sie auch die von ihr geklagten Beschwerden (Urk. 8/46 S. 3 ff.). Ihre Beurteilung
entspricht damit den rechtsprechungsgemässen
Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidgrundlage (vgl. E. 1.4 f. hievor
). In Bezug auf die vom Rechtsvertreter geltend gemachten psychischen Beschwerden ist festzuhalten, dass solche von keiner einzigen medizinischen Fachperson diagnostiziert wurden, sondern lediglich von Dr. Z._ – als Angabe der Tochter – in der Anamnese erwähnt wurden. Daher kann von weiteren, insbesondere auch von den verlangten psy
chiatrischen Abklärungen (vgl. Urk. 1 S. 6) abgesehen werden (antizipierte Be
weiswürdigung, BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen). Dasselbe trifft auf die verlangte rheumatologische Abklärung zu, welche angesichts des vorliegenden orthopädischen Gutachtens obsolet erscheint (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_134/2011 vom 6. Juni 2011 E. 3.3, 9C_203/2010 vom 21. September 2010 E. 4.1 und 9C_720/2012
vom 23. Mai 2012 E. 4.2; vgl. auch Urteil des Versi
cherungsgerichts des Kan
tons St. Gallen vom 17. Dezember 2012, IV 2011/17 E. 2.4.2, wonach eine ortho
pädische Untersuchung im Gegensatz zur rheuma
tologischen umfassender ist).
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin machte einen Invaliditätsgrad von 61 % geltend (Urk. 1 S. 8; vgl. auch Urk. 3/2/2). Hierzu ist jedoch festzuhalten, dass nicht vom aktu
ellen Arbeitspensum (39.02 %, siehe Urk. 3/2/2) in der angestammten Tätigkeit auszugehen ist, sondern von einem ihr zumutbaren Pensum in einer leidensan
gepassten Tätigkeit, also von einem 80 % Pensum.
5.2
Die Beschwerdegegnerin berechnete den Invaliditätsgrad in der angefochtenen Verfügung vom
6.
Februar 2015 (Urk. 2) gestützt auf die Lohnausweise 2012: Sie ging dabei von einem Valideneinkommen von Fr. 45‘192.15 bei einem Pensum von 80 % aus (angepasst an die Nominallohnentwicklung
der
Frauen
löhne
bis ins Jahr 2013; vgl. Urk. 8/51). Bei der Berechnung des Invalidenein
kommens ging sie gestützt auf die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) 2010 (LSE TA 1
Ziff.
1-96, Ausgabe 201
2
) von
einem Lohn für Hilfsarbeiten in der Höhe von
Fr. 54‘294.55 bezie
hungsweise von
Fr.
43‘435.65 bei einem 80 %-Pensum aus
, reduzierte
diesen aber leidensbedingt um 5 % (leidensbedingter Abzug) auf Fr. 41‘263.8
5.
Daraus errechnete sie einen
(mit 80 % gewichteten)
Invaliditätsgrad
im Erwerbsbereich von rund
7
%. Da der Invaliditätsgrad dermassen gering ist, konnte
vorliegend
auf eine Haushaltsab
klärung verzichtet werden,
zumal
eine solche den Invalidi
tätsgrad nicht renten
begründend beeinflussen könnte.
Selbst wenn man davon ausginge, dass die Beschwerdeführerin im Gesund
heits
fall voll erwerbstätig und damit der Invaliditätsgrad allein aufgrund der Ein
kommens
vergleichsmethode zu bemessen wäre – wie die Beschwerdeführerin geltend machte (vgl. Urk. 1 S. 4 und 8) –, würde bei einem
so errechneten
Validen
ein
kommen von Fr. 56‘490.20 (Fr.
45
‘
192.15 : 80
x 100) und
d
em Invalideneinkom
men
von Fr. 41‘263.85
(siehe oben)
ein Erwerbsausfall von Fr. 15‘226.35 (Fr. 56‘490.20 ./. Fr. 41‘263.85) und somit ein ebenfalls rentenaus
schliessender Invaliditätsgrad von rund 27 % resultieren.
6.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich – unabhängig von der Statusfrage – jeweils ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad ergibt. Deshalb erweist sich die angefochtene Verfügung vom
6.
Februar 2015 (Urk. 2) als korrekt und die Beschwerde ist
diesbezüglich
abzuweisen.
Da die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) ausschliesslich über den
Rentenanspruch befunden hat,
kann
betreffend die von der Beschwer
de
führe
rin beantragte Zusprache beruflicher Massnahmen (Urk. 1 S. 2) mangels Anfech
tungs
objekts nicht auf die Beschwerde
eingetreten werden
(BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a). Es bleibt der Beschwerdeführerin indes un
benom
men, die Beschwer
degegnerin um Gewährung berufli
cher Massnahmen zu ersu
chen.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.