Decision ID: 533998b1-0d2a-4df9-9a81-295fdf2f7944
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1968 geborene
X._
meldete sich nach einem am 4. März 2005 erlittenen Au
ffahrunfall (Urk. 6/20) am 20
. Januar 2006
(Eingangsdatum)
unter anderem wegen einer Halswirbelsäulen-Distorsion, Kopfweh, Na
ckenschmerzen sowie eines Schul
ter- und Rückenleid
ens bei der Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen
an (Urk. 6/7
).
Die Schwei
zerische Unfallver
siche
rungsanstalt (Suva
) als zuständige Unfallversicherung erbrachte ihrerseits zunächst die gesetzlichen Leistungen, stellte dann aber mit Verfügung vom 26. Juni
2006 ihre Versicherungsleistun
gen infolge fehlender Leistungspflicht
per 31. Juli 2006 ein (Urk. 6/26
/4-6).
Die IV-Stelle sprach
dem Versicherten
nach medizinischen und erwerblichen Abklärungen rückwirkend ab 1. März 2006
eine unbefristete
Dreiviertelsrente
der Invali
denversicherung bei einem In
validitätsgrad von 60 % zu (Verfü
gung vom 4. April 2008, Urk.
6/74; Verfügungsteil 2, Urk. 6/68
).
Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.2
Anlässlich der Ende des Jahres 2008 eingeleiteten Rentenrevision
(Revisionsfra
gebogen vom 15. Dezember 2008, Urk.
6
/83) tätigte die IV-Stelle erneut erwerb
liche und medizinische Abklärungen
.
Mit Verfügung vom
14. April 2011
hob
die IV-Stelle
die Verfügung vom 4. April 2008 wiedererwägungsweise auf, wobei die Leistungsaufhebung ex
nunc
et pro
futuro
per 1. Juni 2011 erfolgte (Urk.
6
/122
).
Der Versicherte erhob hiergegen am 31. Mai 2011 Beschwerde (Urk.
6
/126/3 ff.), welche das hiesige Gericht mit Urteil vom 30. Mai 2012 (Verfahrens-Nr. IV.2011.00618) in dem Sinne guthiess, dass die angefochtene Verfügung vom 14. April 2011 aufgehoben und festgestellt wurde, dass der Versicherte weiterhin Anspruch auf die bisherige
Dreiviertelsrente
habe (Urk.
6
/141).
Mit Verfügung vom 19. Oktober 2012 hielt die IV-Stelle entsprechend fest, dass der Versicherte ab dem 1. Juni 2011 weiterhin Anspruch auf die bisherige
Drei
viertelsrente
habe (Urk.
6
/154; Verfügungsteil 2, Urk. 6
/147).
1.3
Anlässlich der im Jahr 2013 von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevision holte die IV-Stelle einen kurzen Revisionsfragebogen des Versicherten sowie des behandelnden Allgemeinmediziners ein (Urk.
6
/166-167) und stellte mit Vorbe
scheid vom 5. September 2013 die Aufhebung der Rente gestützt auf
lit
. a
Abs.
1 der am
1.
Januar 2012 in Kraft getretenen Schlussbestimmungen der Änderung vom 1
8.
März 2011 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG, 6.
IV-Revision, erstes Massnahmenpaket; kurz:
lit
.
a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision
)
in Aussicht (Urk.
6
/175). Nachdem der Versicherte Einwand
erhoben hatte (Einwand vom 4. Oktober 2013, Urk.
6
/179) tätigte die IV-Stelle weitere Abklärungen und holte insbesondere das polydisziplinäre Gutachten (Allgemeine Innere Medizin, Neurologie,
Oto
-
Rhino
-Laryngologie, Psychiatrie und Psychothe
rapie, Rheumatologie) des
Y._
vom 15. Mai 2014 (Urk.
6
/190) ein. Am 3. September 2015 erliess die IV-Stelle einen neuen Vorbescheid (Urk.
6
/202), mit welchem sie wiederum die Einstellung der Invalidenrente in Aussicht stellte, wogegen der Versicherte am 2. Oktober 2015 erneut Einwand erhob (Urk.
6
/209). Mit Verfügung vom 26. November 2015 stellte die IV-Stelle die Invalidenrente ein (Urk.
6/
2
17
).
Hiergegen erhob der Versicherte am 12. Januar 2016
am hiesigen Gericht
Beschwerde
(
Urk.
6/219/3 ff.), welche mit Urteil vom 2
8.
Februar 2017 (Verfah
ren-Nr. IV.2016.00045;
Urk.
6/224) abgewiesen wurde. Das Bundesgericht wies die hiergegen am 1
5.
Mai 2017 erhobene Beschwerde (
Urk.
6/225/2 ff.) mit Urteil 9C_339/2017 vom 1
9.
Juni 2017 ab (
Urk.
6/226).
1.4
Am
9.
November 2017 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle
zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/232). Nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(Vorbescheid vom 2
5.
Januar 2018,
Urk.
6/241; Einwand vom 1
3.
Februar 2018,
Urk.
6/245; ergänzende
Einwandbegründung
vom 2
2.
März 2018,
Urk.
6/248) verfügt
e die IV-Stelle am 1
4.
Mai 2018, dass auf das Leistungs
begehren nicht eingetreten werde (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 1
5.
Juni 2018 Beschwerde und beantragte, es sei die Verfüg
ung vom 1
4.
Mai 2018 aufzuheben, auf
das Leistungsbegehren
einzutreten und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen zu erbringen (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom
3.
August 2018 (
Urk.
5 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
6/1-253) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
6.
August 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung dafür, dass sie keine wesentlichen Veränderungen der beruflichen oder medizinischen Situation
habe
fe
ststellen können
. Daran ändere auch der Bericht von
Dr.
me
d.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
, vom 1
9. Februar 2018 nichts (Urk. 2), der keinen ausführlichen psychopathologischen Befund erhoben und unkommentiert die Aussagen des Beschwerdeführers übernommen habe.
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, dass er sich seit dem 2
1.
November 2015 einer psychotherapeutischen Behandlung bei
Dr.
Z._
unterziehe, welcher 1) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mit
telgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11), 2) eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) sowie 3) eine somatoforme autonome Funktionsstörung (ICD-10 F45.32) diag
nostiziere. Eine rezidivierende depressive Störung sei im Gutachten des
Y._
nicht festgehalten worden, vielmehr hätten die Gutachter konstatiert, dass keine Hinweise auf eine eindeutige depressive Problematik habe gefunden werden kön
nen und er in keiner psychotherapeutischen Behandlung stehe. Damit sei eine Veränderung glaubhaft gemacht und es sei auf das Leistungsbegehren einzutreten (
Urk.
1).
2.
2.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung
durch die Verwaltung, dass
die
Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des
Invaliditätsgrades auch
tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie
das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
2.2
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Tatsachen
änderung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheb
lichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen. Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Invalidenrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.3; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2).
3.
3.1
Der Verfügung vom 2
6.
November 2015 sowie dem Urteil des hiesigen Gerichts vom 2
8.
Februar 2017 lag in medizinischer Hinsicht das
Y._
-Gutachten vom 1
5.
Mai 2014 zugrunde.
3
.1
.1
Die begutachtenden Ärzte hielten zusammenfassend folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (Urk. 6/190/56):
-
Chronische
Cervikalgie
mit
Verdacht auf
cervikogene
Kopfschmerzen
-
Status nach
cran
io-cerv
ikal
em
Beschleunigungstrauma am 4. März
2005
(
ICD-10: M54.2
)
-
Kombinierte pantonale
Schwerhörigkeit rechts (ICD-10
H90.8) bei
-
Status nach
Mastoido-E
pitympanektomie
rechts am 31. Mai 2002 bei chronischer Oti
tis
media
cholesteatomatosa
rechts
-
Tinnitus rec
hts (ICD-10 H93.
1)
-
aktuell mittelgradig kompensiert
-
Hochtonschallempfindungsschwerhörigkeit links (ICD-10 H90.5)
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit notierten sie folgende Diagnosen:
-
Hyposmie
(ICD-10
R43.0
)
-
Anhalten
de somatoforme Schmerzstörung (I
CD-10 F45.4)
-
Status nach depressiver Episode
-
Femoro-patelläre
Irritation beidseits
-
Coccygodynie
-
Spreizfüsse
3
.1
.2
Dr. med.
A._
, Facharzt für Ohren-, Nasen-, und Halskrankheiten, hielt fest, dass i
m Rahmen der
otoneurologischen
Befunde, mit kombinierter pantona
ler Schwerhörigkeit rechts und leichtgradig
er Hochtonschwerhörigkeit links
sowie mittelgradig kompensiertem Tinnitus rechts, zurzeit auditive Ein
schrän
kungen
bestünden
, so dass Tätigkeiten
,
welche ein intaktes Gehör oder Rich
tungshören voraussetz
t
en
,
für den
Beschwerdeführer
nich
t geeignet seien
. Zusätzlich sollten in Anbetracht des Tinnitus Tätigkeiten unter erhöhtem Stör
lärm, mit möglicher Akzentuierung des Tinnitus, gemieden werden.
Zusammen
fassend bestehe
aber aus rein
otorhinolaryngologischer
Sicht in einer ange
passten Tätigkeit, unter Berücksichtigung der
oben erwähnten qualitativen Ein
schränkungen, keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Im Rahmen der anamnestischen Angaben sowie
der schriftlichen Unterlagen kö
nn
e
der Zeit
punkt des Auftretens der audiologischen Beschwerdesymptomatik auf das Jahr 2002 bei Zustand nach
Mastoido-Epitympanektomie
rechts
zurückgef
ührt wer
den
, so dass auch der Beginn dieser vorgängig erwähnten qualitativen Ein
schrän
kungen
auf diesen
Zeitraum zurückgeführt werden kö
nn
e
, auch wenn anamnestisch die Beschwerdesymptomatik seitens des Tinnitus erst im Jahre 2005 aufgetreten sei
(Urk. 6
/190/31)
.
3
.1
.3
Dr. med.
B._
, Facharzt für Rheumatologie, konstatierte nach der rheu
ma
tologischen Begutachtung, dass
aus rheumatologischer Sicht
weiterhin
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
bestehe
, entsprechend
sei der Beschwer
de
führer
auch aus psychiatrischen Gründen teilberentet. Weder auf
grund von kli
nischen Untersuchungsbefunden noch aufgrund
von Angaben in der Aktenlage sei
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründbar, d.h. aus rein
rheumato
logischer Sicht bestehe
nicht nur eine Arbeitsfähigkeit für eine körperlich leichte und bezüglich der Halswirbelsäule adapt
ierte Tätigkeit, son
dern es kön
n
t
en keine Einschränkungen weder qualitativ noch quantitativ genannt w
erden. Bei dieser Beurteilung wü
rden insbesondere auch
die beo
bachteten Spontanbewegungen mitberücksichtigt, und sie beziehe
sich rein auf den rheumatologischen Fachbe
reich. Abgesehen
von
einer kurzen Phase nach dem Unfall (G
rössenordnung wenige Monate), kö
nn
e
auch retrospektiv aus rheumatologischer Sicht keine Ein
schränkung der Arbeitsf
ähigkeit begründet werden (Urk.
6
/190/38 f.).
3
.1
.4
Dr. med.
C._
, Facharzt für Neurologie, erklärte, dass sich z
usammen
fas
send ein
e
chronische
Cervikalgie
mit Verdacht auf vorwiegend
cervikogene
Kopf
schmerzen bei Status nach
craniocervik
alem
Beschleunigungstrauma am 4. März
2005
finde. Daneben bestehe
ein Tinnitus rechts, anamnestisch eben
falls nach dem Autounfall aufgetreten. Es besteh
e
ein
Verdacht auf
Schalllei
tungsschwer
hörigkeit rechts sowie eine
Hyposmie
unklarer Ätiologie. Gemäss dem in d
en Unterlagen zitierten MRI der Halswirbelsäule (
HWS
,
Bericht Ortho
pädi
e der
D._
vom 28. Juni 2005) bestehe keine
Di
skopathie
, wobei sämtliche Bandscheiben im Rahme
n der Norm seien. Ebenfalls fän
den sich keine direkten oder indirekten Stabilitätszeichen. Aufgrund der chronischen Kopf
schmerzen
sei
dann auch ein
MRI des
Neurocraniums
am 12. Dezember
2013 im Stadtspital
E._
, durchgeführt
worden
. Bezüglich der Fragestellung
sei
dieses MRI als unauffälliges Schädel-MRT bezeichnet
worden
. Als Zufalls
befund
habe sich eine diskre
te
subependymale
cortikale
Heterotopie
d
er Seiten
ventrikel beidseits gezeigt
, welche mit aller Wahrscheinlichkeit ohne kli
nische Relevanz sei (Urk. 6
/190/46 f.)
.
Aus neurologischer Sicht
sei
bis anhin bezüglich Arbeitsfähigkeit keine Stellung genommen
worden
. Aufgrund der chronischen Nackenschmerzen mit
Verdacht auf
vorwiegend
cervikogene
Kopfschmerzen sollten keine schweren und mit
tel
schweren körperlichen Tätigkeiten sowie Arbeiten, wo eine Retroflexion der HWS notw
endig sei
, durchgeführt werden. Leichte körperliche Tätigkeiten sowie orga
nisatorische administrative Tätigkeiten in wechselnden Positionen könn
t
en dem
Beschwerdeführer
jedoch ganztags zugemutet werden. Dabei
sei
von einem erhöhten Pausenbedarf auszugehen. In e
i
ner entspreche
nd adaptierten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 90 %.
3
.1
.5
Dr. med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte z
usammenfassend
fest (Urk. 6
/190/53 ff.)
, dass der
Beschwerdeführer
im März 2005 Opfer eines Auffahrunfalles
geworden sei
. Er
sei
damals schon einige Zeit in einer psychosozial schwierigen Situation
gestanden, er sei
arbeitslos
gewe
sen
, dies nach einer fristlosen Kündigung einer Festanstellung. In der Folge
sei
es ihm
nur noch gelungen,
einige temporäre Arbeiten zu ve
rrichten. Seit diesem Unfall sei
er nicht mehr berufstätig, dies aufgrund der subjektiven Beschwerden, die aber aus somatischer Sicht nicht nachvollzogen werden könn
ten. Es sei
anzunehmen, dass die Beschwerdeentwicklung mit grosser Wahrscheinlichkeit mit den ver
schiedenen psychosozialen Umständen zusammenhäng
e
, die auch bereits schon vor dem Unfall vorhanden
gewesen
und vermutlich durch die zeitweise nachvoll
ziehbaren kurzzeitigen Beschwerden, die unfallbedingt
gewesen seien, getriggert wo
rden
seien
. Ein natürlich kaus
aler Zusammenhang zum Unfall vom 4. März 2005 bestehe demnach eher nicht. Es kö
nn
e
deshalb in Einklang mit den Vorgut
achtern eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung bestätigt werden.
D
ie affektive Symptomatik scheine
heute keine wesentliche Rolle mehr zu spielen. Es könn
t
en keine Hinweise auf eine eindeutige depressive Problematik gef
unden
werden. Möglicherweise trä
ten zeitweise Stimmungsschwankungen auf, die aber in Zusammenhang mit der
unbefried
igenden Situation und Schmerzproblematik interpretiert werden müss
t
en. Die Diagnose einer eigen
ständigen depressiven Stö
rung
lasse
sich nicht mehr stellen. Der
Beschwerde
führer weise
eher wenig Res
sourcen a
uf, was sich dahingehend äussere
, dass er sich immer noch nicht richtig in die
hiesige Situation adaptiert habe
, er spr
eche
die
Sprache nur ungenügend, scheine
sozial eher wenig Kontakte zu pflegen, allerdings regelmässig im famili
ären Rahmen
und wenn er die Moschee aufsu
che
. Obwohl er ang
ebe
, ziemlich viel zu lese
n und sich zu informieren, wirke
er doch wenig differenziert un
d mache
nur zurückhaltend Angaben. Es spiel
ten auch asthen
ische Persönlichkeits
züge eine Rolle. Der
Beschwerdeführer weise
zudem eine nicht sonderl
ich kräftige Statur auf,
er gebe
an, aktuell 66 kg zu wiegen, wobei er bis zum Unfall nur 56 kg gewogen ha
be. Es sei
daher doch etwas fraglich, wie
er
bis zum damaligen Zeitpunkt körperlich belastende Tätig
keiten durch
geführt habe
, mit grosser Wahrscheinlichkeit
sei
er bei anspruchs
vollen Tätigkeiten überfordert
gewesen
. Dies
unterstütze
dann auch die These einer ursächlich psychosozialen Belastung bei der
Entwicklung der Beschwer
den. Es zeige
sich aktuell einzig eine
somato
forme Schmerzstörung.
Aufgrund der Schmerzstörung kö
nn
e
einzig begründet werden, dass der
Beschwer
deführer
keine körperlichen Schwerarbeiten verrichten sollte, da mit einer unverhältnismässig starken Zunahme der Körperschmerzen zu rechnen wäre. Grundsätzlich
seien
ihm aber leichte bis
mittelschwere Tätigkeiten voll
um
fänglich möglich. Aufgrund
der eher geringen Ressourcen sei
es sinnvoll, wenn er keine Verantwortung übernehmen müsste und die Arbeit klar vorgege
ben wäre.
Es sei
demnach seit der Begutachtung von
Dr.
G._
von einer Zunahme der Arbeitsfähigkeit auszugehen.
Dr.
G._
sei
in s
einem Gutachten vom Mai 2007 da
von aus
gegangen
, dass spätestens in einem Jahr wieder eine
volle Arbeitsfähigkeit zu erlangen wäre. Dem kö
nn
e
beigestimmt
werden, wes
wegen anzunehmen sei, dass die Ar
beitsfähigkeit in diesem Ausmass seit etwa Mai 2008
vorliegen sollte. Zum zwischen
zeitlichen Verlauf st
ünden
allerdings keine aussa
g
ekräftigen Unterlagen zur Verfü
gung.
3.2
Im Rahmen der Neuanmeldung reichte der Beschwerdeführer den Bericht von
Dr.
Z._
vom 1
9.
Februar 2018 ein.
Dr.
Z._
hielt folgende Diagnosen fest (
Urk.
6/249):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33
.11
)
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
Somatoforme autonome Funktionsstörung ICD-10 F45.32
Dr.
Z._
konstatierte, dass
sich der Beschwerdeführer
seit
dem 2
1.
November
2015 bei
ihm in einer ambulanten psychiatrisch-p
sychotherapeutischen Behand
lung
befinde. Es handle sich um einen bald 50-
jährigen Patienten mit psychoso
matischen Beschwerden im Vordergrund.
Seit mehr als einem Jahr habe
auch
die depress
i
ve Symptomatik
zugenommen. Der Beschwerdeführer
leide u
nter schlechter Stimmung und sei
sehr besorgt
. Er wirke
mit seiner Situation
überfo
r
dert
.
ln
diesem Zusammenhang
sei versucht worden,
die medikamentöse Behand
lung mit
Antidepressiva anzupassen, j
edoch bis jetzt ohne wesentlichen Erfolg.
Seine Leistungsfähigkeit sei reduziert und er mache sich grosse Sorgen um seine
Zukunft. Neben Kopf
-
/Nacken
-/Rückenschmerzen we
rd
e
er bei leichte
n
physi
sche
n
Aktivitäten sehr schnell müde und er
schöpft. Andererseits berichte
er über starke Schuldgefühle gegenüber seiner Familie und
eine Wertlosigkeit sei
eb
enso vorhanden. Zusätzlich klage
er über Durchschlafprob
l
eme
und phasenweise latente suizidale
Ged
anken aber ohne konkrete Pläne.
Dr.
Z._
führte als aktuelle Beschwerden chronische Schmerzen und eine schnell
e Ermüdbarkeit und Erschöpfung bei leichte
n
physische
n
Aktivitäten
an
.
Es bestehe eine d
epressive Symptomatik mit Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit, Kon
zentrationsschwäche, reduzierte
r
Flexibilität und Dur
c
h
h
altefähigkei
t, Rückzug und reduzierte
Kontaktfähigkeit, Unsicherheit und Angstzustände etc. Gemäss anamnestischen Angaben, aktuelle
n Beschwerden sowie klinischer Symptomatik sei
aus psychiatrischer Sicht von einer Verschlechterung des Gesundheitszustan
des seit Ende
2016/Anfang 2017 auszugeh
e
n. Aus psychiatrischer Sicht sei
seither und aktuell für eine angepasste Tätigkeit von
einer 60-70%igen Arbeitsunfähi
g
keit auszugehen. Bei einer
weiteren Verschlechterung des Gesundheitszustandes sei
eine stationäre psychosomatische Rehabilitation (z
.
B. K
l
inik
H._
) zu empfehlen.
4.
4.1
Der Bericht von
Dr.
Z._
vom 1
9.
Februar 2018
vermag eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes nicht glaubhaft zu machen:
Dr.
Z._
gab im Wesentlichen die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwer
den wieder
.
Objektive Befunde, w
elche die gestellten Diagnosen
nachvollziehbar machen würden, fehlen. Hinzu kommt, dass der Behandlungsrhythmus unklar bleibt -
Dr.
Z._
gab lediglich an, dass sich der Beschwerdeführer seit Novem
ber 2015 bei ihm in Behandlung befinde. Eine stationäre psychiatrische Behand
lung erfolgte während der Behandlungsdauer bei
Dr.
Z._
- soweit aus seinem Bericht ersichtlich - nicht.
Dr.
Z._
konstatierte entsprechend, dass bei einer weiteren Verschlechterung des Gesundheitszustandes eine stationäre psychoso
matische Rehabilitation zu empfehlen sei.
Dr.
Z._
führt des Weiteren ohne Begründung aus, dass aus psychiatrischer Sicht von einer 60-70%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Eine Begründung mittels funktioneller Einschränkungen infolge
objektiver Befunde unterbleibt.
Hinzu kommt die
Erfahrungstatsache, dass behandelnde Arztpersonen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc),
so dass die attestierte Arbeitsunfähigkeit
nicht
nachvollzieh
bar und eine Verschlechterung des psychiatrischen Gesundheitszustandes ent
sprechend nicht glaubhaft gemacht ist
.
4.2
Aus somatischer Sicht vermerkte der Beschwerdeführer in der Anmeldung, dass er im Jahr 2016 einen Herzinfarkt und zwei Stents bekommen habe. Im Jahr 2017 seien die Augen
gelasert
worden (
Urk.
6/232
; vgl. auch
Urk.
6/238
). Dass dies eine andauernde Verschlechterung seines Gesundheitszustandes nach sich gezo
gen hätte, wird weder seitens des Beschwerdeführers geltend gemacht
(vgl.
Urk.
1)
,
noch anhand medizinischer Berichte glaubhaft dargetan.
4.3
Eine erhebliche
langandauernde
Verschlechterung ist damit nicht glaubhaft gemacht und die angefochtene Verfügung erweist sich als rechtens. Die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG) und auf Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.