Decision ID: c81d5619-4d03-531a-8a0d-8089021de039
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Die 1961 geborene thailändische Staatsangehörige K_ (nachfolgend: Gesuchstellerin) beantragte am 9. August 2007 bei der Schweizerischen Vertretung in Bangkok ein Visum für einen dreimonatigen Besuchsaufenthalt bei ihrer Schwester S_ (nachfolgend: Gastgeberin bzw. Beschwerdeführerin) in  (BE). Nach formloser Verweigerung leitete die  Vertretung das Gesuch an die Vorinstanz zur Prüfung und zum formellen Entscheid weiter.
B. Von der Vorinstanz über das Gesuch informiert, veranlasste der  des Kantons Bern über die zuständige  bei der Gastgeberin weitere Abklärungen. Die Vorinstanz wies das Gesuch um Bewilligung der Einreise mit Verfügung vom 2.  2007 ab. Sie begründete ihre Ablehnung damit, dass nicht  Gewähr für eine anstandslose und fristgerechte Wiederausreise nach dem Besuchsaufenthalt bestehe.
C. Mit Beschwerde vom 15. Oktober 2007 gelangte die Gastgeberin an das Bundesverwaltungsgericht und beantragt sinngemäss, die  Verfügung sei aufzuheben und das Gesuch um Bewilligung der Einreise zu einem Besuchsaufenthalt für die Gesuchstellerin sei gutzuheissen. Zur Begründung rügt sie im Wesentlichen, die  sei zu Unrecht davon ausgegangen, dass die Wiederausreise nach einem Besuchsaufenthalt nicht gewährleistet wäre.
D. Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 04. Dezember 2007 auf Abweisung der Beschwerde.
E. Die Beschwerdeführerin machte von dem ihr gewährten Recht auf Replik keinen Gebrauch.
F. Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den  eingegangen.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Verfügungen des Bundesamtes für Migration (BFM) betreffend Verweigerung der Einreisebewilligung unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 31, Art. 32 sowie Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).
1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem  nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das  nichts anderes bestimmt. In der vorliegend zu beurteilenden Streitsache ist das Urteil des  endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des  vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.3 Die Beschwerdeführerin ist zur Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 49 ff. VwVG).
2. Am 1. Januar 2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie die dazugehörigen Ausführungsverordnungen in Kraft (u.a. die  vom 24. Oktober 2007 über das Einreise- und Visumverfahren [VEV, SR 142.204]). Gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt auf Gesuche, die vor dem Inkraftreten des AuG eingereicht worden sind, das  Recht anwendbar. Die Beurteilung vorliegender  erfolgt somit noch nach dem alten Recht. Einschlägig sind das Bundesgesetz vom 26. März 1931 über Aufenthalt und  der Ausländer (ANAG, BS 1 121, zum vollständigen  vgl. Ziff. I des Anhangs zum AuG) und die Verordnung vom 14. Januar 1998 über die Einreise und Anmeldung von Ausländerinnen und Ausländern (VEA, AS 1998 194, zum vollständigen  vgl. Art. 39 VEV).
3. 3.1 Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen Anspruch auf Bewilligung der Einreise. Der Entscheid darüber ist von der Bewilligungsbehörde in pflichtgemässer Ausübung ihres  zu fällen (Art. 4 und Art. 16 Abs. 1 ANAG, Art. 9 Abs. 1 VEA, PETER UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: PETER UEBERSAX / PETER
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MÜNCH / THOMAS GEISER / MARTIN ARNOLD (Hrsg.), Ausländerrecht, Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht und Sozialrecht der Schweiz, Basel/Genf/München 2002, S. 143; URS BOLZ, Rechtsschutz im Ausländer- und Asylrecht, Basel und Frankfurt a.M. 1990, S. 29 mit weiteren Hinweisen; PHILIP GRANT, La protection de la vie familiale et de la vie privée en droit des étrangers, Basel usw. 2000, S. 24).
3.2 Ausländerinnen und Ausländer benötigen zur Einreise in die Schweiz einen Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund  Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (Art. 1 bis 5 VEA). Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und  die in Artikel 1 Absatz 2 VEA aufgeführten Voraussetzungen . Sie haben unter anderem Gewähr für eine fristgerechte  zu bieten (Art. 1 Abs. 2 Bst. c VEA).
4. 4.1 Die Gesuchstellerin bedarf aufgrund ihrer Nationalität zur Einreise in die Schweiz nebst dem Pass auch eines Visums. Die Vorinstanz  die Erteilung eines solchen Visums mit der Begründung, die anstandslose und fristgerechte Wiederausreise erscheine nicht als  gesichert.
4.2 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten  erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Regel keine Feststellungen, sondern lediglich Prognosen treffen. Dabei rechtfertigt es sich durchaus,  von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten oder Regionen mit  respektive wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen  zum vornherein mit Zurückhaltung zu begegnen, da die  Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht.
4.3 Die Gesuchstellerin stammt aus Thailand. Die Wirtschaft dieses Landes ist nach Bewältigung der Asienkrise von 1997 zwar wieder zu neuem Wachstum gelangt. Auch 2007 lag das Wirtschaftswachstum bei robusten 4.8%. Für 2008 erwartet Thailand ein Wachstum von 4.5% bis 5.5%. (vgl. Länder- und Reiseinformationen auf der Website des Auswärtigen Amtes, Länder- und > Reiseinformationen > Thailand > Wirtschaft, <http://www.auswaertigesamt. de >, Stand: Juni 2008, besucht am 28. Juli 2008). Die grundsätzlich ermutigenden  Entwicklungen können aber nicht über die Tatsache hinwegtäu-
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schen, dass nach wie vor breite Bevölkerungsschichten von  schwierigen ökonomischen und sozialen  betroffen sind. Das Bruttoinlandprodukt pro Kopf der  betrug im Jahre 2007 nur gerade 3'737 USD (Länderbericht  auf der Website des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO), Themen > Aussenwirtschaft > Länderinformationen > Asien/Ozeanien > Thailand, <http://www.seco. admin.ch> , Stand Juni 2008, besucht am 28. Juli 2008). Entsprechend hoch ist der Anteil jener, die , ins Ausland zu gelangen, um sich unter günstigeren  eine bessere Existenz sichern zu können. Der Trend zeigt sich erfahrungsgemäss dort besonders stark, wo durch die  von Verwandten oder Bekannten bereits ein soziales  im Ausland besteht. Im Falle der Schweiz führt dies angesichts der restriktiven Zulassungsregelung nicht selten zur Umgehung  Bestimmungen.
5. 5.1 Bei der Risikoanalyse sind aber nicht nur solche allgemeinen  und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einem Gesuchsteller bzw. einer Gesuchstellerin im Heimat- oder ständigen Aufenthaltsstaat beispielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. Umgekehrt muss bei Gesuchstellern und Gesuchstellerinnen, die keine der erwähnten Verpflichtungen haben, die sie von einer möglichen Emigration  könnten, aufgrund entsprechender Erfahrungen das Risiko eines fremdenpolizeilich nicht vorschriftsgemässen Verhaltens nach  Einreise zu einem Besuchsaufenthalt hoch eingeschätzt werden.
5.2 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um eine  Frau. Die persönlichen und familiären Verhältnisse wurden nicht speziell offen gelegt. Gemäss ihren eigenen Angaben im  ist sie verheiratet. Über ihren Ehemann ist allerdings nichts weiter aktenkundig. Aus den Ausführungen der  gegenüber der kantonalen Migrationsbehörde ergibt sich, dass die Gesuchstellerin Mutter einer Tochter sei. Aber auch über das Alter und die persönlichen Verhältnisse der Tochter ist ansonsten nichts . Aufgrund des Alters der Gesuchstellerin kann nicht  werden, dass die Tochter bereits volljährig und somit nicht mehr auf die Betreuung oder Unterstützung durch die Mutter angewie-
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sen ist. In den persönlichen und familiären Verhältnissen der  sind somit – soweit überhaupt bekannt – keine Umstände zu erkennen, die auf eine besondere Verpflichtung oder Verwurzelung im angestammten Lebensumfeld schliessen liessen.
5.3 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Gesuchstellerin habe in ihrem Heimatland geschäftliche Verpflichtungen, welche eine  Wiederausreise sichergestellen würden. Zum Beleg reichte sie mit ihrer Beschwerde Kopien zweier Gewerbescheine samt  ins Deutsche ein. Diese Gewerbescheine dokumentieren die  eines Waren- und Spirituosengeschäfts am 29. Juni 2004 bzw. eines Internetcafes am 22. Oktober 2004 auf den Namen der  in der Gemeinde Sawang Daen Din. Den genannten  kommt jedoch nur eine beschränkte Aussagekraft zu. Sie dokumentieren einzig die Zulassung zweier Gewerbebetriebe vor über vier Jahren. Dagegen kann aus ihnen weder geschlossen werden, dass die Betriebe heute noch bestehen, noch lassen sie Rückschlüsse auf die Grösse und den aus den Geschäften erzielten Umsatz zu. Nur solche Indikatoren wären aber geeignet gewesen, eine aktuelle und erhebliche geschäftliche Verpflichtung der Gesuchstellerin . Tritt hinzu, dass die Gesuchstellerin ohne zwingende Gründe für volle drei Monate in die Schweiz einreisen will. Vor diesem Hintergrund stellt sich die berechtigte Frage, wie sich die geplante lange  mit der behaupteten Geschäftstätigkeit vertragen würde. Dazu hat sich die Beschwerdeführerin, obwohl von der Vorinstanz in deren Vernehmlassung noch ausdrücklich thematisiert, nicht . Alles in allem kann somit nicht als erstellt betrachtet werden, dass die Gesuchstellerin geschäftliche Verpflichtungen hat, die  Gewähr für eine Wiederausreise nach dem Besuchsaufenthalt abgeben könnten.
6. Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
7. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wird die unterliegende  kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die  sind auf Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst.
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b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und  vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).
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