Decision ID: f01811f6-240b-5550-ab2f-b5eccc3b0cba
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) arbeitete seit dem 22. April 2013 als
Gartenarbeiter bei der B._ AG (heute: C._ AG) (nachfolgend: Arbeitgeberin), und
war infolgedessen bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt, Luzern
(nachfolgend: Suva), gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er sich am 5.
September 2014 bei der Arbeit das linke Handgelenk verletzte (vgl. Schadenmeldung
UVG vom 9. September 2014, Suva-act. 6). Die Erstbehandlung des Versicherten fand
am 8. September 2014 im Spital D._ statt. Diagnostiziert wurde eine Sehnenzerrung
linkes Handgelenk (Suva-act. 9-2f.). Mit Schreiben vom 12. September 2014 sicherte
die Suva dem Versicherten die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld)
zu (Suva-act. 2). Da die erwartete gesundheitliche Besserung nicht eintrat, wurde am
26. September 2014 eine Magnetresonanztomographie des linken Handgelenks und
Unterarms durchgeführt. Diese ergab Zeichen einer Zerrung der posterioren Kapsel
und des dorsalen interkarpalen Ligamentes, ulnarseitig auf Höhe des Os hamatum
(Suva-act. 12).
A.a.
Am 5. Dezember 2014 wurde ein Arbeitsversuch bei der bisherigen Arbeitgeberin
gestartet (Suva-act. 20-2, 22). Dieser ergab eine Arbeitsfähigkeit von 15 % (Suva-act.
A.b.
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24f.). Infolge andauernder Schmerzen bestand ab dem 12. Januar 2015 erneut eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 30f.). Da die konservativen Therapien keine
anhaltende Verbesserung brachten, erfolgte am 3. Februar 2015 eine
Handgelenksarthroskopie mit Synovektomie und Resektion der Plica (Suva-act. 32, 35).
Im weiteren Verlaufe wurden nebst Ergo-/Physio-/Handtherapien (vgl. bspw. Suva-act.
44, 94-2, 107, 139-2f., 155, 194f., 202f., 206, 208, 219, 234, 238, 245, 249-2, 263-1,
293, 303) und einem stationären Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon vom 27. Mai bis
1. Juli 2015 (vgl. Suva-act. 74f.) mehrere operative Eingriffe am linken Handgelenk
durchgeführt (vgl. Operationsberichte vom 17. Februar 2015 [Suva-act. 41], vom
4. September 2015 [Suva-act. 101], vom 25. Januar 2016 [Suva-act. 134-2f.], vom 24.
Oktober 2016 [Suva-act. 193] und vom 7. Juli 2017 [Suva-act. 233]).
Am 20. November 2017 berichtete die behandelnde Ergotherapeutin der Klinik
E._ über den ergotherapeutischen Verlauf. Die Beweglichkeit des Handgelenks lag
bei Extension/Flexion bei 40-0-30 Grad. Schmerzen traten bereits nach kurzer
Belastung vorwiegend im skapholunären (SL) bzw. dorsalen Narbenbereich sowie
geringer im ulnaren Bereich auf. Empfohlen wurde, die therapeutischen Massnahmen
zu pausieren (Suva-act. 253). Im Arztbericht vom 28. November 2017 diagnostizierte
PD Dr. F._, Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, Universitätsspital Zürich
(nachfolgend: USZ), Resthandgelenksschmerzen bei Status nach media-carpaler
Arthrodese und Scaphoidektomie sowie Pisiform Resektion. Als weitere
Behandlungsmöglichkeit nannte der Facharzt eine vollständige Arthrodese (Suva-act.
260, zur CT-Untersuchung vom 24. November 2017 vgl. Suva-act. 257).
A.c.
An einer Besprechung vom 29. November 2017 erwähnte der Versicherte
gegenüber dem Suva-Vertreter, dass es noch drei Behandlungsoptionen gebe: eine
operative totale Versteifung des Handgelenks, eine Knochenentnahme im Becken und
Einsetzung im Handgelenk oder der Verzicht auf eine weitere Operation. Der
Versicherte erklärte, dass er sich gegen eine weitere Operation entschieden habe, da
die Ärzte eine Verbesserung nicht hätten garantieren können. Er wünsche keine
Operation mehr und den Fallabschluss (Suva-act. 258; vgl. auch Suva-act. 260 und die
Aktennotiz der Besprechung vom 15. Januar 2018, Suva-act. 268).
A.d.
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Am 15. Januar 2018 erfolgte eine kreisärztliche Untersuchung des
Beschwerdeführers durch Dr. med. H._, Facharzt für Chirurgie
(Untersuchungsbericht vom 16. Januar 2018, Suva-act. 269f.). Als wesentliche
objektivierbare Unfallfolgen nannte Dr. H._ eine Bewegungseinschränkung im
Bereich des linken Handgelenks, insbesondere für die Dorsalextension/Palmarflexion,
die Operationsnarben und die vom Versicherten geklagten Beschwerden hinsichtlich
Schmerzempfinden und Kraftverlust. Er ging von einem stabilen Zustand aus. Als
zumutbar erachtete er leichte bis mittelschwere vollschichtige Arbeiten. Hinsichtlich
des linken Handgelenks nannte er folgende Einschränkungen: nicht in
Zwangshaltungen, kein Ziehen oder Stossen, keine Arbeiten mit hämmernden oder
vibrierenden Maschinen und kein repetitives Besteigen von Leitern. Den
Integritätsschaden schätze er auf 10 %. Daraufhin teilte die Suva dem Versicherten
gleichentags mit, dass per 28. Februar 2018 die Zahlung von Taggeldern eingestellt
werde, denn es seien stabile Verhältnisse erreicht und es sei nicht mehr mit einer
erheblichen Zustandsverbesserung zu rechnen (Suva-act. 271).
A.e.
Mit Verfügung vom 7. Februar 2018 eröffnete die Suva dem Versicherten, dass kein
Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe, denn es liege keine Lohneinbusse vor
(Valideneinkommen Fr. 59'800.-, Invalideneinkommen Fr. 61'074.-). Zugesprochen
wurde dem Versicherten auf Basis einer 10%igen Integritätseinbusse eine
Integritätsentschädigung von Fr. 12'600.- (Suva-act. 276; vgl. auch Suva-act. 277).
A.f.
Im Arztbericht vom 21. Februar 2018 erklärte Dr. med. I._, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin, dass der Entscheid der Suva, "die Integritätsschädigung
mit nur 10 % anzusetzen und demzufolge keine Invalidenrente auszurichten", aus
medizinischer Sicht nicht nachvollziehbar sei (Suva-act. 287). Im Arztbericht vom
5. März 2018 stufte Dr. med. J._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates sowie Handchirurgie FMH, Klinik E._, die
geltend gemachten persistierenden starken Schmerzen radiokarpal als glaubhaft ein,
denn diese seien konsistent radiokarpal lokalisiert und auslösbar. Langfristig empfahl er
eine weitere Operation. Im Weiteren riet er zu einer neuen Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit und der Integritätseinschränkung, denn die von der Suva
beschriebenen Einschränkungen respektive durchführbaren Arbeiten seien nicht
nachvollziehbar (Suva-act. 282-3f.).
A.g.
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B.
In der Einsprache vom 7. März 2018 beantragte der Rechtsvertreter des
Versicherten, Rechtsanwalt Dr. iur. Hans-Peter Oeri, Gossau, die Aufhebung der
Verfügung und die Weiterausrichtung der Taggeldleistungen über den 28. Februar 2018
hinaus sowie als Eventualbegehren die Zusprache einer Invalidenrente und einer
Integritätsentschädigung von mindestens 25 % (Suva-act. 283). In der ergänzenden
Einwandbegründung vom 23. April 2018 führte der Rechtsvertreter insbesondere aus,
dass auf den Bericht des Kreisarztes nicht abgestellt werden könne, denn die
beklagten Beschwerden seien nicht ausreichend gewürdigt und weitere Diagnosen wie
die Arthrose und die Arthrodese nicht berücksichtigt worden. Im Weiteren wurde darauf
hingewiesen, dass zwei Fachpersonen die Schlussfolgerungen des Kreisarztes als
medizinisch nicht nachvollziehbar eingestuft hätten (Suva-act. 294). Am 25. April 2018
teilte der Rechtsvertreter der Suva mit, dass sich der Versicherte nach Einholung einer
Zweitmeinung für einen invasiven Eingriff entschieden habe (Suva-act. 295). Im
Arztbericht vom 30. April 2018 führte Dr. J._ aus, dass der Versicherte momentan
kein weiteres operatives Vorgehen wolle. Er werde nun vorerst versuchen, mit der
(lädierten) Hand im Alltag zurechtzukommen. Erst wenn die Beschwerdesymptomatik
zunehme, würde eine Operation wieder in Erwägung gezogen (Suva-act. 298-3). Am
20. Juni 2018 erklärte PD Dr. med. K._, Klinik für Innere Medizin, Spital D._,
gestützt auf die Erkenntnisse aus einer Elektroneurographie und einer
Nervensonographie, dass eine leichte, sehr wahrscheinlich traumatische Läsion des
Nervus medianus links vorliege (Suva-act. 300).
B.a.
Am 15. November 2018 erläuterte der Versicherungsmediziner der Suva, Dr. med.
L._, Facharzt Chirurgie, spez. Allgemein- und Unfallchirurgie, stellvertretend für Dr.
H._ den kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 15./16. Januar 2018 und äusserte
sich zu den seither eingegangenen medizinischen Berichten. Er empfahl, ein MRI des
linken Handgelenks sowie eine nochmalige neurophysiologische Untersuchung des
Nervus medianus durchzuführen (Suva-act. 306).
B.b.
Die am 27. November 2018 in der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie
des USZ durchgeführte elektrodiagnostische Untersuchung ergab keine Hinweise für
eine primär neurogene Ursache der persistierenden Handgelenksschmerzen links
B.c.
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infolge Trauma von 2014. Die extern vermutete Medianusläsion proximal des
Handgelenks habe weder neurografisch noch neurosonografisch und auch nicht im
Nervenultraschall nachgewiesen werden können (Suva-act. 308). Im Arztbericht vom
18. Januar 2019 gingen die Ärzte des Schmerzlaboratoriums des Instituts für
Anästhesiologie des USZ von einer instabilen, chronischen Schmerzkrankheit aus. Es
bestehe ein erhöhter Behandlungsbedarf. Geplant wurden insbesondere Infiltrationen,
eine antineuropathische Therapie sowie die Fortsetzung der Ergotherapie (Suva-act.
311). Die am 21. Januar 2019 in der Klinik für Nuklearmedizin des USZ durchgeführte
3-Phasen-Skelettszinitigrafie und SPECT/CT-Hand ergaben Durchbauungszeichen
lunocapital mit vermehrtem Knochenumbau. Nicht erhebbar war eine aktivierte CMC-
Arthrose. Auch gab es keinen Anhalt für einen Weichteilinfekt oder eine Osteomyelitis
(Suva-act. 319). In der Stellungnahme vom 15. Mai 2019 erklärte der
Versicherungsmediziner der Suva, Dr. med. M._, Facharzt für orthopädische
Chirurgie, dass mit den vorliegenden Berichten eine unfallkausale Läsion des Nervus
medianus als direkte oder indirekte Unfallfolge ausgeschlossen werden könne (Suva-
act. 320).
Mit Einspracheentscheid vom 17. Juni 2019 wies die Suva die Einsprache vom 7.
März 2018 ab (Suva-act. 321). Zur Begründung wurde insbesondere ausgeführt, dass
am Tag der kreisärztlichen Untersuchung von stabilen Verhältnissen ausgegangen
worden sei, nicht von einem Endzustand, denn der Versicherte hätte sich noch einer
Radiocarpalarthrodese unterziehen können, was er jedoch überzeugend abgelehnt
habe. Mit einer namhaften Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei nicht mehr zu rechnen
gewesen. Der Zeitpunkt der Rentenprüfung sei daher nicht zu beanstanden. Als
wesentliche objektivierbare Unfallfolgen fänden sich eine Bewegungseinschränkung im
Bereich des linken Handgelenks, eine diskrete Muskelminderung im Bereich des linken
Unterarms sowie die vom Versicherten geklagten Beschwerden hinsichtlich
Schmerzempfinden und Kraftverlust. Der Versicherte könne in leichten bis
mittelschweren leidensadaptierten körperlichen Tätigkeiten vollschichtig eingesetzt
werden. Da nur eine geringe unfallbedingte Erwerbseinbusse von 0.6 % vorliege
(Valideneinkommen Fr. 61'005.-, Invalideneinkommen Fr. 60'665.-), bestehe kein
Rentenanspruch. Bezüglich der gewährten Integritätsentschädigung auf Basis eines
B.d.
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C.
10%igen Integritätsschadens wurde auf die Ausführungen in der Stellungnahme von
Dr. L._ vom 15. November 2018 (Suva-act. 306) verwiesen.
Gegen den Einspracheentscheid vom 17. Juni 2019 erhob der Rechtsvertreter
des Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 20. August 2019 Beschwerde
mit den Anträgen: 1. Der Einspracheentscheid der Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) vom 17. Juni 2019 sei aufzuheben; 2. Die Einstellung der
Taggeldleistung per 28. Februar 2018 sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer
diese weiter auszurichten; 3. Eventualiter sei dem Beschwerdeführer eine
Invalidenrente zuzusprechen; 4. Eventualiter sei dem Beschwerdeführer eine
Integritätsentschädigung von mindestens 25 % zuzusprechen; 5. Subeventualiter sei
die Sache zur Vervollständigung mittels eines handchirurgischen Gutachtens an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; 6. Alles unter Kosten und Entschädigungsfolge
zulasten der Beschwerdegegnerin; 7. Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche
Rechtspflege zu gewähren. Zur Begründung wurde insbesondere vorgebracht, dass
der Beschwerdeführer unter anhaltenden Schmerzen leide, die ihm eine
Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit verunmögliche. Mit Ausnahme einer weiteren
Operation (Arthrodese) sei er bereit, andere Therapien in Anspruch zu nehmen. Die
fehlende Kostenübernahme habe ihn bisher daran gehindert. Da die kreisärztliche
Beurteilung hinsichtlich des Detaillierungsgrades ungenügend sei, bedürfe es der
Einholung eines handchirurgischen Gutachtens (act. G 1). Miteingereicht wurden zwei
neue Arztberichte von Dr. med. N._, Fachärztin für Handchirurgie, Orthopädie Klinik
O._, vom 29. Juli 2019 (act. G 1.4) und von der Klinik für Plastische Chirurgie und
Handchirurgie des USZ vom 3. Juni 2019 (act. G 1.5).
C.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 11. September 2019 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 17. Juni 2019. Angeführt wurde insbesondere, dass zum
Zeitpunkt des Fallabschlusses trotz der noch nicht konsolidierten 3-Corner-Fusion ein
stabiler Gesundheitszustand vorgelegen habe und eine Verbesserung höchstens noch
durch eine weitere Operation erreichbar gewesen wäre, eine solche vom
Beschwerdeführer jedoch wiederholt abgelehnt worden sei. Der Fallabschluss sei
C.b.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/21
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Erwägungen
1.
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der Einspracheentscheid
vom 17. Juni 2019 (Suva-act. 321). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente und auf eine höhere
Integritätsentschädigung.
2.
daher zu Recht erfolgt. Zum Zumutbarkeitsprofil wurde ausgeführt, dass dieses die
objektivierbaren Unfallfolgen und die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden
berücksichtige. Zu den weiteren medizinischen Beurteilungen wurde erklärt, dass diese
keine Zweifel an der Zuverlässigkeit der kreisärztlichen Einschätzung zu begründen
vermöchten (act. G 4).
Am 24. September 2019 entsprach die verfahrensleitende Richterin dem Gesuch
des Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung (act.
G 6).
C.c.
In der Replik vom 24. Oktober 2019 hielt der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers unverändert an den Beschwerdebegehren fest. Geltend gemacht
wurde insbesondere, dass der Beschwerdeführer in seiner Arbeitsfähigkeit sehr viel
deutlicher eingeschränkt sei als im kreisärztlichen Zumutbarkeitsprofil spezifiziert (act.
G 8).
C.d.
In der Duplik vom 27. November 2019 erneuerte die Beschwerdegegnerin den
Antrag auf Abweisung der Beschwerde. Erklärt wurde insbesondere, dass die
vorgelegten Arztberichte eine volle Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierter Tätigkeit nicht
ausschliessen und keine wesentliche Differenz zur kreisärztlichen
Zumutbarkeitsbeurteilung beinhalten würden (act. G 10).
C.e.
Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung (wie
2.1.
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Taggelder [vgl. Art. 16 UVG], Invalidenrente [vgl. Art. 18 Abs. 1 UVG] und
Integritätsentschädigung [vgl. Art. 24 Abs. 1 UVG]) bildet die Unfallkausalität. Eine
Leistungspflicht besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und
adäquat-kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (BGE 129 V
181 E. 3.1 f.; André Nabold, N 48ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.],
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen
Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 66 zu
Art. 6, in: Ghislane Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.],
Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG];
Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53ff.). Für die
Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im
Bereich der Medizin ist das Gericht regelmässig auf Angaben ärztlicher Experten und
Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist
demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis
entwickelten Regeln zu beurteilen ist (KOSS UVG-Nabold, N 53, 59 zu Art. 6; BSK
UVG-Hofer, a.a.O., N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 58; BGE 129 V
181 E. 3.1 und 3.2 sowie in BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2 des Urteils
8C_216/2009 vom 28. Oktober 2009, je mit Hinweisen). Ob ein natürlicher
Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit;
die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen; Thomas Locher/
Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, § 70 N. 58 f.,
Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4).
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert
eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels
noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als
Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
Insofern kann rechtsprechungsgemäss auch Berichten und Gutachten, welche die
Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und
2.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/21
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3.
Ärztinnen einholen, Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig
erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine
Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 467 ff. E. 4, 125 V 353 f. E.
3b/ee, je mit Hinweisen). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende
Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 471E. 4.7).
Der Rentenanspruch entsteht und die vorübergehenden Leistungen
(Heilbehandlung, Taggeld) fallen dahin, wenn allfällige Eingliederungsmassnahmen der
Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind und von der Fortsetzung der ärztlichen
Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten
Person mehr erwartet werden kann (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG). Die
Integritätsentschädigung wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein
Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art.
24 Abs. 2 Satz 1 UVG).
3.1.
In der Beschwerde vom 20. August 2019 erklärte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers zum Behandlungsabschluss, dass der Beschwerdeführer zwar eine
weitere Operation (Totalversteifung des Handgelenks) ablehne, jedoch gerne andere
Therapien in Anspruch nehmen würde. Die fehlende Kostenübernahme hindere ihn
jedoch daran. Im Weiteren machte er geltend, dass die 3-Corner-Fusion noch nicht
konsolidiert sei. Da die bisherigen Abklärungen unvollständig seien, bedürfe es vor
einem Fallabschluss eines handchirurgischen Gutachtens zu den Behandlungsoptionen
und den Einschränkungen der linken Hand (act. G 1-3). In der Replik vom 24. Oktober
2019 bestritt der Rechtsvertreter, dass der Beschwerdeführer an der Suva-
Besprechung vom 29. November 2017 der Therapieeinstellung bzw. dem
Behandlungsabschluss und der Rentenprüfung zugestimmt habe. Im Weiteren wandte
er ein, dass die unvollständige Konsolidierung der 3-Corner-Fusion weitere Therapien
erfordere (act. G 8-2f.).
3.2.
Die Beschwerdegegnerin ging in der Beschwerdeantwort vom 11. September 2019
davon aus, dass sie den Fall per 28. Februar 2018 habe abschliessen dürfen (act.
G 4-2ff.). So sei Kreisarzt Dr. H._ nach der klinischen Untersuchung des
Beschwerdeführers am 15. Januar 2018 und in Kenntnis der gesamten Aktenlage von
einem stabilen Gesundheitszustand ausgegangen, obgleich die im Oktober 2016
durchgeführte 3-Corner-Fusion (noch) nicht konsolidiert gewesen sei. Die
Ergotherapeutin habe im Schreiben vom 20. November 2017 die therapeutischen
3.3.
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4.
Im Weiteren ist zu prüfen, inwiefern die Arbeitsfähigkeit durch die unfallkausalen
gesundheitlichen Einschränkungen beeinträchtigt ist.
Möglichkeiten als ausgeschöpft erachtet (Anmerkung: die Therapeutin empfahl
lediglich eine Therapiepause, vgl. Suva-act. 253). Zudem habe der Beschwerdeführer
im Vorfeld des Fallabschlusses erklärt, dass seines Erachtens stabile Verhältnisse
vorlägen und er keine weitere Operation (Totalversteifung des Handgelenks) mehr
wolle. Mit dem behandelnden Arzt habe er sich dahingehend verständigt, dass er ohne
Operation versuchen werde, mit der (lädierten) Hand im Alltag zurechtzukommen. In
der Duplik vom 27. November 2019 wurde erklärt, dass es keine Hinweise darauf gebe,
dass die Auskünfte des Beschwerdeführers vom 29. November 2017 inhaltlich falsch
protokolliert worden wären (act. G 10).
In Würdigung der Aktenlage ist der Beschwerdegegnerin zuzustimmen, dass
Anfang 2018 vom Erreichen eines stabilen Zustandes ausgegangen werden durfte,
denn lediglich eine Totalversteifung des Handgelenks hätte allenfalls noch eine
Verbesserung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit bewirken können.
Von anderweitigen Therapien (wie Ergo-/Physio-/Handtherapien) war dagegen keine
wesentliche Verbesserung mehr zu erwarten. Eine erneute Operation lehnte der
Beschwerdeführer indessen nicht nur anlässlich der Besprechung vom 29. November
2017 (Suva-act. 258), sondern auch später wiederholt ab (vgl. Suva-act. 282-3f.,
298-3). Die Beschwerdegegnerin hat folglich zu Recht den Fall per 28. Februar 2018
abgeschlossen und die Taggeldzahlungen eingestellt sowie den Anspruch auf eine
Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung geprüft.
3.4.
Der Beschwerdeführer erachtet die medizinische Aktenlage und dabei
insbesondere die kreisärztlichen Beurteilungen vom 15./16. Januar 2018 (Suva-act.
269) und 15. November 2018 (Suva-act. 306) als unvollständig und widersprüchlich. Er
sei in seiner Arbeitsfähigkeit sehr viel deutlicher eingeschränkt, als dies im
kreisärztlichen Zumutbarkeitsprofil spezifiziert sei. Gefordert wird ein handchirurgisches
Gutachten zu den Behandlungsoptionen und Einschränkungen der linken Hand (act.
G 1-4f., G 8-2f.). Die Beschwerdegegnerin erachtet die kreisärztlichen Berichte – selbst
wenn darin nicht alle medizinischen Akten aufgeführt seien – hinsichtlich der
Zumutbarkeitsbeurteilung als schlüssig, nachvollziehbar begründet und in sich
widerspruchsfrei. Es lägen denn auch keine medizinischen Berichte vor, welche sich
mit den kreisärztlichen Ausführungen befassen würden und aufgrund von
substantiierten Einwänden Zweifel an der Zuverlässigkeit der Kreisarztberichte zu
4.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/21
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begründen vermöchten. Im Weiteren wird darauf hingewiesen, dass der Bericht der
Klinik E._ vom 30. April 2018 (Suva-act. 298) eine volle Arbeitsfähigkeit in
leidensadaptierter Tätigkeit nicht ausschliesse und keine wesentliche Differenz zur
kreisärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung beinhalte. Beweismässige Erweiterungen
würden sich daher erübrigen (act. G 4-4f., G 10).
Unbestritten ist, dass sich der Beschwerdeführer beim Unfall am 5. September
2014 am linken Handgelenk verletzte und deshalb mehrmals operiert werden musste.
Zum Rentenprüfungszeitpunkt war – wie die nachfolgenden Arztberichte
übereinstimmend zeigen – unfallbedingt insbesondere die Beweglichkeit und die
Belastbarkeit und daher die Einsetzbarkeit der linken Hand eingeschränkt.
4.2.
Im kreisärztlichen Bericht vom 15./16. Januar 2018 diagnostizierte Dr. H._ eine
Zerrung des linken Handgelenks mit Verdickung der dorsalen Handgelenkskapsel mit
Ausbildung einer leichten Plica und einer Synovialitis ulnocarpal links, mit/bei TFCC-
Läsion Handgelenk links am 04.09.2014, midcarpaler und radiocarpaler Arthrose links
am 25.01.2016, ramus-superficialis-Nervus radialis Läsion links, LT-Ruptur mit
beginnender midcarpaler Arthrose Handgelenk links sowie symptomatischer
pisotriquetraler Degeneration links, bei Status nach Handgelenksarthroskopie mit
Synovektomie und Resektion der Plica am 06.02.2015, diagnostischer
Handgelenksarthroskopie links und TFCC-Débridement am 04.09.2015,
Handgelenksdenervierung nach Wilhelm am 25.01.2016, offener Scaphoidektomie und
arthoskopischer 3-Corner-Fusion am 25.10.2016 und Exzision des OS pisiforme links
am 07.07.2017. Als wesentliche objektivierbare Unfallfolgen, aber auch in Folge der
sich anschliessenden invasiven Eingriffe nannte Dr. H._ eine
Bewegungseinschränkung im Bereich des linken Handgelenks, insbesondere für die
Dorsalextension/Palmarflexion, eine diskrete Muskelminderung im Bereich des linken
Unterarms, die Operationsnarben sowie die vom Beschwerdeführer geklagten
Beschwerden hinsichtlich Schmerzempfinden und Kraftverlust. Die Beweglichkeit im
linken Handgelenk sei im Vergleich zur Gegenseite für die Dorsalextension/
Palmarflexion mit 50-0-30 Grad eingeschränkt. Zur Arbeitsfähigkeit führte der Kreisarzt
aus, dass dem Beschwerdeführer leichte bis mittelschwere, vollschichtige Arbeiten
zumutbar seien (zu den Einschränkungen siehe Sachverhalt A.e; Suva-act. 269).
4.2.1.
Im Arztzeugnis vom 21. Februar 2018 erklärte Dr. I._, dass der
Beschwerdeführer an einer schmerzhaften Bewegungseinschränkung der linken Hand
leide, weshalb er seinen Beruf als Gartenbauer nicht mehr ausüben könne. Der
Entscheid der Suva vom 7. Februar 2018, die Integritätsschädigung mit nur 10 %
4.2.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/21
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anzusetzen und demzufolge keine Invalidenrente auszurichten, sei aus medizinischer
Sicht nicht nachvollziehbar (Suva-act. 287).
Im Arztbericht der Klinik E._ vom 5. März 2018 diagnostizierte Dr. J._ aktuell
persistierende starke Schmerzen radiokarpal. Im Weiteren stellte er fest, dass die
Narben reizlos, die Sensibilität der Hand und der Finger intakt und die Fingerstreckung
und der Faustschluss komplett möglich seien. Die Handgelenksbeweglichkeit betrage
bei Flexion/Extension 30-0-20 Grad, die Radio-Ulnarduktion 10-0-25 Grad und die
Pro-/Supination sei seitengleich frei. Starke Schmerzangaben würden insbesondere bei
Belastung, passiver Mobilisation des Handgelenks (Flexion, Extension und Tension)
gemacht. Die Beschwerden seien glaubhaft und konsistent radiokarpal lokalisiert und
auslösbar. Dr. J._ empfahl dem Beschwerdeführer langfristig ein operatives
Vorgehen. Hinsichtlich der von der Beschwerdegegnerin attestierten Arbeitsfähigkeit
(wie auch des Integritätsschadens) riet er zu einer erneuten Beurteilung, da die
beschriebenen Einschränkungen respektive die durchführbaren Arbeiten nicht
nachvollziehbar seien (Suva-act. 282-3f.). Im Arztbericht vom 30. April 2018
diagnostizierte Dr. J._ aktuell persistierende Schmerzen zentral am Handgelenk, DD:
störendes Osteosynthesematerial, Arthrose. Die Radial-/Ulnarduktion bezifferte er neu
mit 10-0-20 Grad. Die Kraft im Jamar-Dynamometer Stufe 2 betrage rechts 64 kg, links
schmerzfrei 14 kg, mit Schmerzen 32 kg. Es bestehe eine deutliche Druckdolenz
insbesondere dorsal im radio-karpalen Gelenkspalt, geringeren Ausmasses auch
Druckdolenz palmar über dem Carpus. Im Weiteren erwähnte Dr. J._, dass der
Beschwerdeführer versuchen wolle, mit der Hand im Alltag zurechtzukommen (Suva-
act. 298).
4.2.3.
Im Arztbericht des Spitals D._ vom 20. Juni 2018 diagnostizierte PD Dr. K._
eine Läsion des Nervus medianus etwa 1-2 cm ab Karpaldach proximal links und einen
Status nach Handgelenksdistorsionstrauma vom 5. September 2014 mit Status nach
dreimaliger Arterioskopie und TFCC-Behandlung. Dr. K._ ging davon aus, dass die
leichte Läsion sehr wahrscheinlich traumatisch bedingt sei. Ein Carpaltunnelsyndrom
erachtete er differentialdiagnostisch als möglich, jedoch aufgrund der in der
Nervensonographie sichtbaren Veränderung des Nervus medianus mit Abstand zum
Carpaldach als eher unwahrscheinlich (Suva-act. 300).
4.2.4.
Im Arztbericht der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie des USZ vom
2. November 2018 erhob Dr. med. P._, Oberärztin, einen aktiven Bewegungsumfang
im Handgelenk bei Flexion/Extension von 30-0-45 Grad, bei Radialabduktion/
Ulnarduktion von 5-0-20 Grad, bei Pro-/Supination knapp voll mit Schmerzangabe. Die
4.2.5.
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Jamar-Faustschlusskraft liege unter Schmerzen links bei 25 kg und rechts bei 50 kg.
Ein diskretes Tinel-Phänomen sei über dem Sulcus ulnaris erhebbar. Sie empfahl eine
erneute Bildgebung (Suva-act. 304).
In der kreisärztlichen Beurteilung vom 15. November 2018 erklärte Dr. L._,
dass die in den neuesten ärztlichen Berichten erhobenen Bewegungsausmasse im
Bereich des linken Handgelenks annähernd denjenigen des kreisärztlichen
Untersuchungsberichts vom 15./16. Januar 2018 entsprechen würden. Die
Kraftprüfungen im Bereich der linken Hand hätten gleichfalls eine Minderung der Kraft
zirka hälftig zur Gegenseite ergeben. Zum Zumutbarkeitsprofil führte er aus, dass
dieses auf den allgemeinen Arbeitsmarkt und nicht auf dasjenige des Gartenbauers
zutreffe. Beim Zumutbarkeitsprofil seien die Bewegungseinschränkungen, die
Kraftminderung (mittelschwere Arbeiten entsprächen einer Maximalbelastung von 20
kg während einer halben bis ganzen Stunde pro Tag) und auch die Schmerzen, die
vom linken Handgelenk ausgingen und bei Bewegung zunähmen, berücksichtigt
worden (Suva-act. 306).
4.2.6.
Die am 27. November 2018 im Institut für Diagnostische und Interventionelle
Radiologie durchgeführte CT-Untersuchung im USZ ergab insbesondere unveränderte
Stellungsverhältnisse bei Status nach schraubenosteosynthetischer Fusion zwischen
Os capitatum und Os hamatum, jeweils mit dem Os lunatum, intaktes OSM in situ,
keine Lockerungszeichen, die capitato-lunäre Schraubenspitze rage unverändert knapp
in den radio-carpalen Gelenkspalt, stationäre geringe radio-lunare Arthrose, stationäre
diskrete partielle ossäre Überbrückung zwischen Os lunatum und Os capitatum, kein
ossärer Durchbau bei Status nach Arthrodese, geringe Rhizarthrose sowie Verdacht auf
zunehmende Ulna-minus Stellung (Suva-act. 309). Daraufhin erklärte Dr. med. Q._,
Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie des USZ, im gleichentags erstellten
Untersuchungsbericht, dass es klinisch, elektrodiagnostisch und im Nervenultraschall
keine Hinweise für eine primär neurogene Ursache der persistierenden
Handgelenksschmerzen infolge des Traumas vom 2014 gebe. Insbesondere hätten die
extern vermutete Medianläsion proximal des Handgelenks weder neurographisch noch
neurosonografisch objektiviert sowie eine Ulnarispathologie am Sulcus und am
Handgelenk nicht nachgewiesen werden können. Eine Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit enthält der Bericht nicht (Suva-act. 308).
4.2.7.
Im Bericht des Schmerzambulatoriums des Instituts für Anästhesiologie des USZ
vom 18. Januar 2019 wurde festgehalten, dass der Beschwerdeführer die
medikamentöse Analgesie aus Dafalgan sporadisch etwa ein bis drei Mal pro Woche
4.2.8.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/21
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einnehme und regelmässig Ergotherapie-Stunden nehme. Der Faustschluss sei gut und
seitengleich möglich. Die forcierte Flexion/Extension im Handgelenk sei schmerzhaft,
aber gut durchführbar. Empfohlen wurde eine antineuropathische Therapie mit Lyrica.
Zur Arbeitsfähigkeit erfolgte keine Einschätzung (Suva-act. 311).
Festzustellen ist, dass sich die vorgenannten ärztlichen Einschätzungen
hinsichtlich des Umfangs der Einschränkungen im Wesentlichen entsprechen bzw.
nicht in einem erheblichen Ausmass voneinander abweichen. Damit bestehen keine
Zweifel an der kreisärztlichen Einschätzung, welche eine handchirurgische
Begutachtung als angezeigt erscheinen lassen würden. Nachvollziehbar und schlüssig
ist, dass der Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Gartenarbeiter nicht
mehr ausüben kann. Eine leidensangepasste Tätigkeit – wie von Kreisarzt Dr. H._ im
Untersuchungsbericht vom 15./16. Januar 2018 beschrieben (vgl. Suva-act. 269) –
erscheint hingegen angesichts der zum Zeitpunkt des Einspracheentscheids
vorhandenen körperlichen Einschränkungen dem Beschwerdeführer durchaus als
zumutbar in einem 100%-Pensum. Daran vermögen auch die geltend gemachten
Schmerzen in der linken adominanten Hand nichts zu ändern. Aufgrund des Verhaltens
des Beschwerdeführers – wie die nur sporadisch erforderliche Schmerzmitteleinnahme
(vgl. Suva-act. 269-3, 311-1) und der Verzicht auf eine weitere Operation (vgl. Suva-act.
258, 282-3f., 298-3) – ist nicht davon auszugehen, dass die Schmerzen derart
limitierend sind, dass der Beschwerdeführer eine leidensangepasste Tätigkeit (ohne
starke Belastung der rechten Hand gemäss dem kreisärztlichen Zumutbarkeitsprofil)
nicht wahrnehmen könnte. Auch aus den weiteren Arztberichten sind – entgegen der
Ansicht des Beschwerdeführers – keine Anhaltspunkte ersichtlich, die geeignet wären,
Zweifel daran zu begründen, dass mit dem kreisärztlichen Zumutbarkeitsprofil die in
Frage stehenden Gesundheitsschädigungen bzw. die damit verbundenen
Beschwerden und ihre praktischen Auswirkungen nicht umfassend und genügend
berücksichtigt worden wären. Insofern überzeugt es auch, wenn die Kreisärzte Dr.
H._ und Dr. L._ die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nur in qualitativer
Hinsicht eingeschränkt sehen. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann
davon ausgegangen werden, dass – selbst, wenn die (kraftmässigen) Einschränkungen
der linken Hand grösser wären – es auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt Stellen gibt, die
der Beschwerdeführer wahrnehmen könnte (vgl. bspw. Urteil des Bundesgerichts vom
9. Mai 2019, 8C_53/2019, E. 6.3: es kann davon ausgegangen werden, dass der
allgemeine Arbeitsmarkt einen breiten Fächer geeigneter Einsatzgelegenheiten bietet;
Urteil des Bundesgerichts vom 30. Oktober 2019, 8C_587/2019, E. 6.2 mit Verweisen:
selbst wenn eine Hand nur noch als Zudienhand eingesetzt werden kann, bestehen
praxisgemäss in diesen Fällen genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten auf
4.3.
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5.
Nachfolgend ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zu
prüfen.
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt). Weitere medizinische Abklärungen sind damit nicht
erforderlich.
Ist die versicherte Person infolge des Unfalls zu mindestens 10 Prozent invalid (Art.
8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG; SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG).
Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten
Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen).
5.1.
5.2.
Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im Zeitpunkt des Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am
zuletzt erzielten, der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten
Verdienst angeknüpft; dies in der Annahme, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 129 V 224, E. 4.3.1 mit Hinweisen).
5.2.1.
Die Beschwerdegegnerin ging im Einspracheentscheid vom 17. Juni 2019 (Suva-
act. 321) gestützt auf die Auskunft der ehemaligen Arbeitgeberin vom 10. Januar 2018,
dass der Beschwerdeführer im Jahr 2018 als Gartenbauer ohne den Unfall den
gleichen Lohn wie im Jahr 2014 zuzüglich der Teuerung erzielen würde (Suva-act.
266-1), von einem Validenlohn von Fr. 61'005.- aus (Fr. 4'600.- x 13 x 1.004 [2015] x
1.007 [2016] x 1.004 [2017] x 1.005 [2018]). Das Abstellen auf die Lohnangabe der
ehemaligen Arbeitgeberin für das Jahr 2018 ist nicht zu beanstanden, zumal vom
Beschwerdeführer auch kein Einwand erhoben wurde. Es ist folglich bei der
Rentenprüfung von einem Validenlohn von Fr. 61'005.- auszugehen.
5.2.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 17/21
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5.3.
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung
primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte
Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei
der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen
ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft,
und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und
nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als
Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben,
namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat,
so können nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne gemäss den vom
Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
oder die Lohnangaben aus der Dokumentation von Arbeitsplätzen der SUVA (sog.
DAP-Zahlen; diese wurden von der Suva bis 2019 erhoben) herangezogen werden
(BGE 136 V 297 E. 5.2 , 129 V 472 E. 4.2.1 S. 475 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 139 V
592).
5.3.1.
Die Arbeitgeberin kündigte das Arbeitsverhältnis mit dem Beschwerdeführer per
31. August 2015 (Suva-act. 89). Seit dem Unfall vom September 2014 war der
Beschwerdeführer (mit Ausnahme des kurzen Arbeitsversuchs Ende 2014/Anfang
2015) nicht mehr erwerbstätig. Bei dieser Ausgangslage kann das Invalideneinkommen
nicht auf individuell-konkreter Basis bemessen werden. Die Beschwerdegegnerin
durfte deshalb für die zahlenmässige Bestimmung des Invalideneinkommens im
Einspracheentscheid auf die aktuellsten publizierten Tabellenlöhne, vorliegend die LSE
2016, abstellen. Danach beträgt der monatliche Bruttolohn bei 40 Stunden pro Woche
Fr. 5'340.- (Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Männer, Total). Nominallohnindexiert und
angepasst an die durchschnittliche Wochenarbeitszeit im Jahr 2018 von 41.7 Stunden
resultiert ein Jahreseinkommen von Fr. 67'406.- (Fr. 5'340.- x 12 Monate / 40 Std. pro
Woche x 41.7 Std. pro Woche x 1.004 [2017] x 1.005 [2018]).
5.3.2.
Zu prüfen bleibt, ob von diesem Tabellenlohn ein Abzug vorzunehmen ist. Ob
und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen
persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalls ab (etwa
leidensbedingte Einschränkung, Alter und Beschäftigungsgrad), die nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige
Abzug auf 25 % festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des
5.3.3.
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6.
Im Weiteren ist die Höhe der Integritätsentschädigung umstritten.
Tabellenlohnabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, 129 V 481 E. 4.2.3 mit
Hinweisen, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2). Die Beschwerdegegnerin gewährte im
Einspracheentscheid vom 17. Juni 2019 einen Tabellenlohnabzug von 10 % (Suva-act.
321-13). Der Beschwerdeführer erachtet eine Herabsetzung von 10 % als zu gering,
ohne dies jedoch zu begründen oder einen konkreten höheren Wert anzugeben (vgl.
Suva-act. 294-3). Im vorliegenden Fall ist als lohnmindernder Faktor insbesondere das
die Flexibilität einengende Anforderungsprofil an eine leidensangepasste Tätigkeit (IV-
act. 73-71) zu berücksichtigen. In Würdigung der gesamten Umstände erscheint
aufgrund der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. dazu die Hinweise im
Einspracheentscheid, Suva-act. 321-19) ein Tabellenlohnabzug von 10 % als
angemessen. Das Invalideneinkommen beträgt folglich Fr. 60'665.-.
Aus der Gegenüberstellung des Invalideneinkommens von Fr. 60'665.- mit dem
Valideneinkommen von Fr. 61'005.- resultiert eine Erwerbseinbusse von aufgerundet
0.6 % und folglich kein Anspruch auf eine Invalidenrente. Die Beschwerde bezüglich
Rentenanspruch ist damit abzuweisen. Anzumerken ist, dass selbst bei Gewährung
eines Tabellenlohnabzugs von 15 % kein Rentenanspruch resultieren würde.
5.3.4.
Die Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer gestützt auf die
Einschätzung von Kreisarzt Dr. H._ vom 15./16. Januar 2018 (Suva-act. 270) und die
Erläuterungen von Dr. L._ vom 15. November 2018 (Suva-act. 306) basierend auf
einem Integritätsschaden von 10 % eine Integritätsentschädigung von Fr. 12'600.- zu
(Suva-act. 321). Der Beschwerdeführer fordert in der Beschwerde vom 20. August
2019 eine Integritätsentschädigung basierend auf einem Integritätsschaden von
mindestens 25 % (act. G 1).
6.1.
6.2.
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine
angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde
erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet.
Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den
am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht
übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft
(Art. 25 Abs. 1 UVG).
6.2.1.
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Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der
Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift
bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich
während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich,
wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit,
augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der
Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges 3. Fallen mehrere körperliche
oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird
die Integritätsentschädigung gemäss Abs. 3 nach der gesamten Beeinträchtigung
festgesetzt.
6.2.2.
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der
Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht
abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische
Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten
Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen
Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die
Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem
Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die
gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (Ziff.
1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust
gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der
Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz
entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des
versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
6.2.3.
Die medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrätlichen Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog.
Feinraster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen
zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Prozentsatz
des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen
nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten,
mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie
mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
6.2.4.
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Die Höhe der Integritätsentschädigung stellt eine typische Ermessensfrage dar.
Das Versicherungsgericht darf sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle
desjenigen der Verwaltung setzen, sondern muss sich auf Gegebenheiten abstützen
können, welche eine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen
lassen (BGE 137 V 71 E. 5.1, 126 V 75 E. 6).
6.2.5.
Als Folge des Unfallereignisses besteht beim Beschwerdeführer eine
Funktionsbeeinträchtigung der adominanten linken Hand mit einer Kraftminderung (vgl.
dazu die Ausführungen in Erwägung 5). Anhaltspunkte zur Höhe der
Integritätsentschädigung liefern die von der Suva publizierten Feinrastertabellen 1 und
5. Nach der Tabelle 1, welche den "Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den
oberen Extremitäten" auflistet, entspricht eine "radiocarpale Arthrodese" einem Wert
von 15 % und eine "Handwurzelarthrodese ('Säulenarthrodese')" einem solchen von
10 %. Die Tabelle 5 listet den "Integritätsschaden bei Arthrosen" auf und sieht dabei für
die "Handgelenk-Arthrose" einen Integritätsschaden von 5-10 % für eine mässige und
von 10-25 % für eine schwere Arthrose sowie von 15 % für eine Gelenkresektion oder
Arthrodese vor. Ebenfalls in der Tabelle angeführt sind die Werte bei "Handwurzel-
Arthrose" mit einem Spektrum von 5-10 % (mässig) bzw. 10-15 % (schwer) und 10 %
(Arthrodese). Beim Radiusköpfchen betragen die Ansätze 5 (mässige Arthrose) bis
10 % (schwere Arthrose) bzw. 7.5 % (Arthrodese); beim Ulnaköpfchen geht die Tabelle
von einem Wert von 0 (mässige Arthrose) bis 5 % (schwere Arthrose sowie Arthrodese)
aus.
6.3.
Die von den Kreisärzten Dr. H._ und Dr. L._ beschriebenen unfallbedingten
Einschränkungen der linken Hand (vgl. dazu Suva-act. 269 und 306) entsprechen am
zutreffendsten denjenigen einer "Handwurzelarthrodese ('Säulenarthrodese')" gemäss
Tabelle 1 bzw. einer "Handwurzel-Arthrodese" gemäss Tabelle 5. In beiden Fällen
beträgt der Richtwert für den Integritätsschaden 10 %. Dass die Beschwerdegegnerin
gestützt auf die Einschätzung der beiden Kreisärzte eine Integritätsentschädigung auf
Basis eines Integritätsschadens von 10 % von Fr. 12'600.- zusprach, ist daher
vertretbar und nicht zu beanstanden, zumal der Beschwerdeführer, wie bereits
erwähnt, keine triftigen Gründe nannte, weshalb von einem höheren Integritätsschaden
auszugehen sei.
6.4.
Die Beschwerde gegen die Höhe der Integritätsentschädigung ist daher
abzuweisen.
6.5.
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7.