Decision ID: e0d02213-7b7c-49ba-b7cd-fa42c8da33f0
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war als Produktions- und Vertriebsangestellter
der B._ GmbH bei der Vaudoise Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft AG
(nachfolgend: Vaudoise) gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er dieser am 12.
November 2016 folgenden Arbeitsunfall vom 24. Oktober 2016 meldete: "Während des
Abladens diverser Kartonagen verlor ich das Gleichgewicht, dabei stürzte ein Karton
auf mich herab und traf mich im hinteren Kopfbereich (HWS). Ich stürzte zur Seite, mir
wurde "schwarz" vor Augen. Für einen kurzen Moment muss ich wohl laut Zeugnis
eines Bekannten das Bewusstsein verloren haben. Ich versuchte den Karton vom
Boden aufzuheben. Das gelang mir nicht, weil ein stechender Schmerz urplötzlich
meinen Körper durchfuhr. Ich war bewegungsunfähig. Erst nach einiger Zeit konnte ich
mich stark eingeschränkt unter grossen Schmerzen wieder bewegen. Starke
Kopfschmerzen, ständig wiederkehrendes Schwindelgefühl und
Gleichgewichtsstörungen traten ab dem Zeitpunkt des Unfalls in Intervallen ständig
wieder auf. Massive Schlafstörungen traten bereits in der Nacht des Unfalls ebenfalls
auf. Zwischenzeitlich stellte sich auch ein weiteres Symptom ein. Ein ständiges
Rauschen im Ohr geht einher mit einer reduzierten Hörfähigkeit und Schwindelanfällen.
Des Weiteren leide ich seit dem Unfall unter ständiger Müdigkeit. Vor dem Unfall hatte
ich keinerlei Probleme oder Beschwerden." (UV-act. 54-5). Eine Erstbehandlung mit
Röntgenuntersuchung hatte im Krankenhaus C._ in Deutschland stattgefunden,
dessen Ärzte mit Bericht vom 25. Oktober 2016 eine LWS-Verstauchung sowie einen
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Verdacht auf eine akute Lumbalgie bei Blockierung links diagnostiziert hatten (UV-act.
18-2). Für die Nachbehandlung hatte der Versicherte am 27. Oktober 2016 seinen
damaligen Hausarzt, Dr. med. D._, Allgemeine Medizin FMH, konsultiert, der eine
Zerrung der Wirbelsäule und eine Kontusion des Kopfs diagnostiziert, ab 24. Oktober
2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt, eine Physiotherapie und
Schmerzmittel verordnet und den Versicherten an Dr. med. E._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH,
überwiesen hatte (UV-act. 55, vgl. zur Arbeitsunfähigkeit auch UV-act. 54-3). Dr. E._
diagnostizierte am 18. November 2016 basierend auf einem kernspintomographischen
Untersuchungsergebnis der LWS (es handelt sich dabei offensichtlich um das Ergebnis
einer am 15. November 2016 im Röntgeninstitut F._ durchgeführten
kernspintomographischen Untersuchung [vgl. dazu UV-act. 35-4]) eine alte LWK 1
Vorderkanten Kompressionsfraktur, einzelne Protrusionen der Bandscheiben, jedoch
ohne Hinweis für Wirbelsäulenkompressionen bzw. Nervenkompressionen, kein
Hämatomnachweis intraspinal und eine normale Signalgebung des thorakalen Myelons
(UV-act. 51). Dr. Nützi attestierte dem Versicherten weiterhin eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 47). Die Vaudoise hatte dem Versicherten inzwischen mit
Schreiben vom 15. November 2016 die gesetzlichen Leistungen (Heilkosten- und
Taggeldleistungen) zugesprochen (UV-act. 52).
A.b Am 14. Dezember 2016 fand zwischen einem Schadenexperten der Vaudoise und
dem Versicherten eine Besprechung statt, wobei der Versicherte insbesondere über
starke Kopf- und Rückenschmerzen klagte (UV-act. 44-3).
A.c Am 18. Januar 2017 wurde der Versicherte durch Dr. med. G._, Facharzt FMH
für Orthopädische Chirurgie, untersucht. Laut Untersuchungsbericht vom 19. Januar
2017 lag Dr. G._ das Ergebnis der am 15. November 2016 im Röntgeninstitut F._
durchgeführten kernspintomographischen Untersuchung vor. Es fände sich eine
vermutlich ältere Keilimpression LWK 1. Ansonsten seien nur mässige degenerative
Veränderungen sichtbar. Als Diagnose nannte Dr. G._ eine muskuläre Dysbalance
nach Distorsion cervico-thorakal (UV-act. 35). Gleichentags stellte er dem
Beschwerdeführer eine Physiotherapieverordnung mit der Diagnose muskuläre
Dysbalance cervio-thorako-lumbal nach Schlag auf Nacken zur Stabilisation und
Rebalancierung der Nacken-Rumpfmuskulatur aus (UV-act. 30). Am 28. Februar und
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10. Mai 2017 führte Dr. G._ beim Versicherten weitere Verlaufskontrollen durch,
wobei er seine Diagnose vom 18. Januar 2017 bestätigte und eine Dekonditionierung
feststellte. Am 28. Februar 2017 hatte er ausserdem angegeben, dass der Versicherte
noch nicht arbeitsfähig sei (UV-act. 25, 19). Der zwischenzeitlich von der Vaudoise
nach dem Verlauf befragte neue Hausarzt des Versicherten, Dipl. med. H._, hatte mit
Schreiben vom 20. März 2017 auf den Untersuchungsbericht von Dr. G._ verwiesen
und erklärt, er habe diesem nichts hinzuzufügen (UV-act. 25-1). Dipl. med. H._ hatte
auch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (UV-act. 23-2).
A.d Am 27. April 2017 hatte die Vaudoise den Schadenfall ihrem beratenden Arzt Dr.
med. I._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, unterbreitet (UV-act. 22). Gestützt auf dessen Beurteilung vom
3. Mai 2017 (UV-act. 22) eröffnete sie dem Versicherten mit Verfügung vom 18. Mai
2017, dass der Status quo sine bezüglich der Rückenbeschwerden am 24. April 2016
erreicht gewesen sei und die Angelegenheit somit ab dem 25. April 2016 von der
Krankenkasse zu übernehmen sei (UV-act. 15).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte mit Eingabe vom 6. Juni 2017
Einsprache (UV-act. 10).
B.b Am 26. Juni 2017 führte Dr. G._ beim Versicherten eine weitere Verlaufskontrolle
mit Röntgenuntersuchung durch (UV-act. 7). Von Dipl. med. H._ wurde dem
Versicherten weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (UV-act. 6). Mit
Schreiben vom 14. August 2017 ersuchte Dipl. med. H._ die Vaudoise, die
Heilbehandlungskosten weiterhin zu übernehmen (UV-act. 5).
B.c Nach Einholung einer Beurteilung ihres beratenden Arztes Dr. med. J._, Facharzt
Chirurgie FMH (UV-act. 4), wies die Vaudoise die Einsprache des Versicherten mit
Einspracheentscheid vom 11. September 2017 ab (UV-act. 2).
C.
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C.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 25. September 2017 Beschwerde mit dem
sinngemässen Antrag, die Vaudoise (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei zu
verpflichten, aufgrund des Unfalls vom 24. Oktober 2016 weiterhin Leistungen zu
erbringen (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 24. Oktober 2017 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
C.c Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine Replik (act. G 5).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Rechtmässigkeit
der Leistungseinstellung der Beschwerdegegnerin per 24. April 2016.
2.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden
daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2016 zur Diskussion steht, die bis 31.
Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
3.
3.1 Der Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung setzt zunächst einen Unfall im
Sinne von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) voraus. Als solcher gilt eine plötzliche,
nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors
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auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
3.2 Bei Vorliegen eines Unfalls (Art. 4 ATSG) hat der Unfallversicherer sodann für einen
Gesundheitsschaden gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG nur insoweit Leistungen zu
erbringen, als dieser in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum
versicherten Ereignis steht (ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die
Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im
Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und
Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist
demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis
entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181 E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30). Bei
physischen Unfallfolgen hat indessen die Adäquanz gegenüber dem natürlichen
Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E.
3a).
3.3 Ist die Unfallkausalität im Grundfall einmal mit der erforderlichen
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers
erst, wenn der Unfall nicht (mehr) die natürliche oder adäquate Ursache des
Gesundheitsschadens darstellt, wenn also letzterer nur noch und ausschliesslich auf
unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn entweder der (krankhafte)
Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo
ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich dem schicksalsmässigen Verlauf eines
krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status
quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b mit Hinweisen). Ebenso wie
der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein; die blosse
Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruchs nicht (vgl. BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen; RUMO-JUNGO/
HOLZER, a.a.O., S. 4; THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des
Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58 f.). Da es sich um eine
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anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage,
ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei
der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46
E. 2 mit Hinweisen, 1994 Nr. U 206 S. 328; siehe ebenso BGE 117 V 261 E. 3b). Dieser
muss jedoch nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen erbringen. Ebenso wenig
geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein
Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei voller
Gesundheit sei (Urteil des Bundesgerichts vom 29. April 2008, 8C_465/2007, E. 3.1 mit
Hinweisen). Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist unerheblich.
Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens
ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind.
3.4 Der Beweis des Dahinfallens jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten
Ursachen eines Gesundheitsschadens kann durchaus unter Bezugnahme auf
statistische Grundlagen und medizinische Erfahrungswerte geführt werden, sofern sie
der herrschenden Lehrmeinung entsprechen (vgl. BGE 126 V 189 E. 4c; RKUV 2000 Nr.
U 363 S. 46 E. 3a). Beim Nachweis des Zeitpunkts des Dahinfallens von Unfallfolgen
handelt es sich um einen hypothetischen Zustand, der sich häufig nur mit
Erfahrungswerten bestimmen lässt (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
[EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 18.
September 2002, U 60/02, E. 2.2).
3.5 Hinsichtlich des Beweiswerts eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob dieser
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten /
Krankengeschichte abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind.
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines
Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen
Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 f. E.
1c mit Hinweisen). Insofern kann rechtsprechungsgemäss auch Berichten und
Gutachten, welche die Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren
eigenen bzw. beratenden Ärzten und Ärztinnen einholen, Beweiswert beigemessen
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werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich
widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135
V 467 ff. E. 4 und BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). Art. 8 der
Bundesverfassung (BV; SR 101) und Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) geben keinen formellen
Anspruch auf versicherungsexterne Begutachtung, wenn Leistungsansprüche streitig
sind. Erachtet das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen
Entscheidungsgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es
den Prozess ohne Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung eines
Gerichtsgutachtens - abschliessen. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung
jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit eines Berichts oder Gutachtens eines beratenden
Arztes oder einer beratenden Ärztin einer Versicherung, sind ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt in den Urteilen des
Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3 und vom 3. Oktober
2008, 8C_510/2007, E. 7.5.4). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass auch reine
Beurteilungen aufgrund der Akten, wie sie vorliegend von Dr. I._ und Dr. J._ erstellt
wurden (UV-act. 22, 4), beweiskräftig sein können, sofern ein lückenloser Befund
vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich
feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung
mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom
18. Juni 2014, 9C_196/2014, E. 5.1.1). Angesichts der obigen Darlegungen sprechen
keine formellrechtlichen Gründe gegen den Einbezug der Aktenbeurteilungen von Dr.
I._ und Dr. J._. Ob letztlich auf diese abgestellt werden kann, ist im Rahmen der
nachfolgenden materiellrechtlichen Beurteilung bzw. Beweiswürdigung zu prüfen.
4.
Der Umstand allein, dass Ereignisse wie ein Sturz oder ein Aufprall eines
Gegenstandes auf den Körper potentiell geeignet sind, körperliche Verletzungen
herbeizuführen, bedeutet nicht, dass diese tatsächlich eine schädigende Einwirkung
auf den menschlichen Körper zur Folge haben (vgl. Art. 4 ATSG) oder der konkrete
Unfall für eine bestimmte beklagte gesundheitliche Störung verantwortlich sein muss
und damit eine natürlich kausale Unfallfolge vorliegt (Art. 6 UVG; Erwägung 3.2). In
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Bezug auf letzteren Fall erscheint es offensichtlich, dass in der Regel nur ein vom Unfall
betroffener Körperteil eine unfallbedingte Verletzung mit nachfolgenden Beschwerden
zeitigen kann. In Bezug auf die Leistungspflicht des Unfallversicherers ist damit
zunächst die Frage der Unfallbeteiligung (vgl. dazu nachfolgende Erwägung 5) und bei
Bejahung einer solchen weiter die Frage der Kausalität der anhaltenden Beschwerden
(vgl. dazu nachfolgende Erwägung 6) zu prüfen.
5.
5.1 Es ist unbestritten, dass dem Beschwerdeführer am 24. Oktober 2016 beim
Abladen von verpackten CD's/DVD's ein Karton auf den hinteren Kopfbereich bzw. die
HWS gefallen ist, worauf der Beschwerdeführer seitwärts gestürzt ist und laut einer
anwesenden Person das Bewusstsein verloren hat (UV-act. 54-5). Dieser
Geschehensablauf erfüllt unstreitig das Unfallbegriffsmerkmal des ungewöhnlichen
äusseren Faktors (vgl. Art. 4 ATSG). Der Beschwerdeführer schilderte weiter, dass er
daraufhin versucht habe, den Karton vom Boden aufzuheben, was ihm jedoch nicht
gelungen sei, weil ihn urplötzlich ein stechender Schmerz durchfahren habe (UV-act.
54-5). Beim Ereignis vom 24. Oktober 2016 ist zwar dem Beschwerdeführer ein Karton
auf den Hinterkopf bzw. die HWS gefallen, worauf bei ihm laut Unfallmeldung vom 12.
November 2016 insbesondere starke Kopfschmerzen, ein Schwindelgefühl sowie
Gleichgewichtsstörungen aufgetreten sind (UV-act. 54-5). Gemäss medizinischen
Berichten (vgl. UV-act. 35, 25-3, 19, 5-1) sowie dem Protokoll des Schadensexperten
der Beschwerdegegnerin über seine Besprechung mit dem Beschwerdeführer vom 14.
Dezember 2016 (UV-act. 44) standen jedoch im Zeitpunkt der Leistungseinstellung vor
allem noch Rückenschmerzen im Bereich der LWS im Vordergrund. Im Folgenden ist
zu prüfen, ob angesichts der vorgenannten Sachverhalte eine Unfallbeteiligung des
Rückens bzw. der LWS angenommen werden kann (vgl. Erwägung 4).
5.2 Laut Aussage des Beschwerdeführers wogen die von ihm gehobenen und mit
CD's oder DVD's gefüllten Kartons zwischen 20 und 30 kg (UV-act. 44-3, 35-3). Die
höchstrichterliche Rechtsprechung bejaht das Vorliegen eines ungewöhnlichen
äusseren Faktors dann, wenn beim Heben oder Verschieben einer Last ein ganz
ausserordentlicher Kraftaufwand erfolgt und zu einer, gelegentlich als Verhebetrauma
bezeichneten, Schädigung führt. Es muss jedoch von Fall zu Fall geprüft werden, ob
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die Anstrengung im Hinblick auf Konstitution und berufliche oder ausserberufliche
Gewöhnung der betreffenden Person ausserordentlich war (BGE 116 V 139 E. 3b mit
Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38, RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 42).
Sollten die Rückenbeschwerden des Beschwerdeführers, wie dem von ihm
geschilderten Sachverhalt entnommen werden könnte, im Zusammenhang mit dem
Aufheben des Kartons aufgetreten sein, stünde jedoch eine Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin mangels eines Unfallereignisses im Sinne einer
aussergewöhnlichen Überanstrengung ausser Frage. Die höchstrichterliche
Rechtsprechung orientiert sich hier insbesondere an Gewichten, welche von konkreten
Personen unter bestimmten Umständen getragen werden können. Ohne Störung des
Bewegungsablaufs durch etwas Programmwidriges wird bei Überanstrengungen nur
selten, d.h. bei sehr hohen Gewichten und allfälligem Hinzutreten weiterer Umstände -
wie eine unglückliche Bewegung, eine nicht optimale Körperhaltung vor dem Heben
einer schweren Last oder ein Heben in hektischer unerwarteter Weise - ein Unfall
anerkannt (vgl. Urteile des EVG vom 6.Mai 2002, U 477/00, E. 3b, und vom 27. Juli
2001, U 7/00, E. 4b/dd; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 39 E. 3b und c; Suva-Jahresbericht
1988 Nr. 8 S. 15, vgl. auch ALFRED MAURER, Schweizerisches
Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 178 Anm. 359). Eine den Unfallbegriff
erfüllende Überanstrengung im Sinne eines ungewöhnlichen äusseren Faktors wurde
von der Rechtsprechung nur bei Lasten von mehr als 100 kg bejaht (Urteil des
Bundesgerichts vom 23. Oktober 2009, 8C_319/2009, E. 3.3 mit Hinweis auf Urteil des
EVG vom 9. Oktober 2003, U 360/02). In Fällen, in welchen die zu hebenden Lasten
zwischen 50 und 100 kg schwer waren, wurde eine den Unfallbegriff erfüllende
Überanstrengung im Sinne eines ungewöhnlichen äusseren Faktors verneint (Urteil des
EVG vom 9. Oktober 2003, U 360/02, E. 3.4 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des
Bundesgerichts vom 11. Januar 2010, 8C_1029/2009, E. 2.1, und 25. August 2011,
8C_246/2011, E. 4.4). Angesichts dieser Kasuistik fällt beim Hantieren mit einem 20 bis
30 kg schweren Karton ein Unfall bzw. ein ungewöhnlicher äusserer Faktor ausser
Betracht. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer die konkrete
berufliche Tätigkeit als übliche und gewohnte Anstrengung beschrieb, wie sie bei ihm
im Rahmen seiner Anstellung bei der B._ GmbH regelmässig vorkam. Hinweise
darauf, dass sich seine Konstitution negativ auf das vorliegend zu beurteilende Ereignis
ausgewirkt hätte, sind den Akten jedenfalls keine zu entnehmen (vgl. insbesondere UV-
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act. 44). Angesichts des Gesagten ist festzuhalten, dass im Rahmen des Ereignisses
vom 24. Oktober 2016 zumindest kein relevanter Kraftaufwand erfolgt ist, aufgrund
dessen bezogen auf die lumbalen Beschwerden auf ein Unfallereignis im Sinne eines
Verhebetraumas zu erkennen wäre. Die fragliche Körperbewegung war mit einer
normalen Belastung verbunden. Der aufgetretene Schmerz als solcher ist schliesslich
kein ungewöhnlicher äusserer (schädigender) Faktor. Dabei geht es um die Wirkung
des Vorgangs, auf die es bei der Beurteilung der Aussergewöhnlichkeit des äusseren
Faktors nicht ankommt (vgl. RUMO-JUNGO, a.a.O., S. 23; BGE 129 V 469 E. 4.2.1, 122
V 232 f. E. 1 = Pra 86 415 E. 1, 121 V 38 E. 1a).
6.
6.1 Selbst wenn von einer Unfalleinwirkung auf den Rücken durch den Sturz auf den
Boden und einer dabei erlittenen Rückenverletzung ausgegangen würde, wäre mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass
fortdauernde Rückenbeschwerden per 24. April 2016 (Leistungseinstellungsdatum) auf
unfallfremde Faktoren zurückzuführen waren. Die Beschwerdegegnerin erachtet einen
natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 24. Oktober 2016 und
den fortdauernd geklagten Rückenbeschwerden gestützt auf die Beurteilungen ihrer
beratenden Ärzte Dr. I._ und Dr. J._ vom 3. Mai und 30. August 2017 (UV-act. 22,
4) per 24. April 2016 nicht mehr als gegeben. Der Beschwerdeführer sieht
insbesondere im Schreiben von Dipl. med. H._ vom 14. August 2017 einen Beweis
für eine weiterdauernde Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin (UV-act. 5-1).
6.2 Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen werden grundsätzlich eine
strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares
Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar und von der
Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten bzw. der Patientin
unabhängig sind. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen organisch-strukturellen
Unfallfolgen dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit -
wissenschaftlich anerkannten - apparativen/bildgebenden Abklärungen (wie Röntgen,
MRT, CT) bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 121 E. 9, 134 V 232 E. 5.1 mit Hinweisen;
Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 2; SVR 2007 UV Nr.
25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen).
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6.3 Ein massgebender Ausgangspunkt für die Beurteilung traumatischer Folgeschäden
bzw. der Ursächlichkeit einer Gesundheitsschädigung bildet der gesundheitliche
Zustand einer versicherten Person vor dem Unfall. Ist es durch diesen zu keinen neuen
strukturellen Schäden gekommen, trifft er aber auf einen vorgeschädigten Körper,
kommt eine unfallkausale Gesundheitsschädigung höchstens als vorübergehende oder
richtunggebende Verschlimmerung des Vorzustandes in Betracht. Eine
richtunggebende Verschlimmerung liegt nach der Rechtsprechung vor, wenn
medizinischerseits feststeht, dass weder der Status quo ante noch der Status quo sine
je wieder erreicht werden können (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O, S. 54). Von einer
vorübergehenden unfallbedingten Verschlimmerung eines Vorzustandes wird dann
gesprochen, wenn Unfallfolgen bzw. deren Anteil an einer Gesundheitsschädigung im
Rahmen des posttraumatischen Verlaufs nie konkret beschrieben bzw. radiologisch als
strukturelle Verletzung der Gelenke oder Knochen sichtbar gemacht werden können. In
solchen Fällen wird bei einem geeigneten bzw. adäquaten Ereignis in einer ersten
Phase davon ausgegangen, dass dieses eine schädigende Wirkung auf den Körper
habe. Die aufgetretenen bzw. ausgelösten Beeinträchtigungen werden, obwohl sie
möglicherweise weiterbestehen, nach einer gewissen Zeit gestützt auf medizinische
Erfahrung aber nicht mehr dem Unfall angelastet. Die Unfallversicherung übernimmt in
diesen Fällen nur den durch das Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub, d.h. sie
hat bis zum Erreichen des Status quo sine vel ante Leistungen für das unmittelbar im
Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen. Als Beispiel
dafür gelten insbesondere auch Kontusionsfolgen (vgl. nachfolgende Erwägung 8.2;
vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 26. Februar 2013, 8C_423/2012, E. 5.3, 9. Januar
2012, 8C_601/2011, E. 3.2, und 24. Juni 2008, 8C_326/2008, E. 3.2 und 4; Urteil des
EVG vom 14. März 2000, U 266/99, E. 1; vgl. auch RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S.
55 f.). Bei einer Kontusion handelt es sich um eine Weichteilverletzung. Ihre Diagnose
definiert eine schädigende Einwirkung des Unfalls auf den Körper, die insbesondere
anhand klinischer Befunde - wie Hämatome, Schwellungen, Druckdolenzen,
Bewegungseinschränkungen, Muskelverhärtungen - objektiviert wird (vgl. dazu
ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl., S. 412;
PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 266. Aufl. Berlin 2014, S. 1139; ROCHE
LEXIKON, Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 357).
7.
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7.1 Die erste radiologische Untersuchung fand am 25. Oktober 2016 im Krankenhaus
C._ statt, wobei sich auf dem Röntgenbild keine frische knöcherne Verletzung, aber
eine deutliche Höhenverminderung LWK1 (anamnestisch alte Fraktur) nachweisen liess
(UV-act. 18-2). Die von der LWS des Beschwerdeführers am 5. November 2016 im
Röntgeninstitut F._ mittels Kernspintomographie erstellten Bilder bestätigten eine
LWK1 Vorderkanten Kompressionsfraktur (UV-act. 51) bzw. Keilimpression LWK1 (UV-
act. 35-4). Auch Dr. E._ hielt im Untersuchungsbericht vom 18. November 2016 fest,
dass die kernspintomographische Untersuchung keine Hinweise für eine frische Fraktur
ergeben habe (UV-act. 51). Ebenso sprach Dr. G._ im Untersuchungsbericht vom 19.
Januar 2017 von einer vermutlich älteren Keilimpression (UV-act. 35-4). Dr. J._
bejahte in seiner Beurteilung vom 30. August 2017 das Vorliegen eines unfallfremden
Faktors, benannte als solchen die alte Kompressionsfraktur mit Keilwirbelbildung LWK1
und ging bezüglich dieser von einem erheblichen Vorzustand aus (UV-act. 4-2). Die
vorliegenden medizinischen Akten lassen mithin übereinstimmend davon ausgehen,
dass der Beschwerdeführer den vorgenannten strukturellen Gesundheitsschaden nicht
beim Unfall vom 24. Oktober 2016 erlitten hat.
7.2 Dr. E._ diagnostizierte sodann im Untersuchungsbericht vom 18. November
2016 einzelne Protrusionen der Bandscheiben, jedoch ohne Hinweis für eine
Wirbelsäulen- bzw. Nervenkompression (UV-act. 51). Dr. G._ hielt im
Untersuchungsbericht vom 19. Januar 2017 fest, dass die radiologische Untersuchung
(ansonsten nur) mässige degenerative Veränderungen zur Darstellung gebracht habe
und erklärte ausdrücklich, dass sich anhand der vorliegenden Aufnahmen keine
traumatischen Läsionen nachweisen liessen (UV-act. 35-4). Auch bezüglich der
Protrusionen lässt sich mithin nicht von einer Unfallfolge im Sinne eines neuen
unfallbedingten strukturellen Gesundheitsschadens ausgehen. Was Diskushernien und
folglich auch Diskusprotrusionen angeht, entspricht es im Bereich des
Unfallversicherungsrechts denn auch einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass
praktisch alle Diskushernien und Diskusprotrusionen (vgl. zu diesen Begriffen
DEBRUNNER, a.a.O., S. 778 ff. und 878 ff.) bei Vorliegen degenerativer
Bandscheibenveränderungen entstehen. Ein Unfall im Rechtssinne (Art. 4 ATSG) kann
nur ausnahmsweise als eigentliche Ursache in Betracht fallen. Voraussetzung ist, dass
das fragliche Ereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der
Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder
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radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit auftreten
(RKUV 2000 Nr. U 379 S. 193, E. 2a mit Hinweisen; Urteile des EVG vom 3. Oktober
2005, U 163/05, E. 3.1, und vom 18. Februar 2002, U 459/00, E. 3b; Medizinische
Mitteilungen der Suva Nr. 68 [1995], S. 17). Das gleiche gilt grundsätzlich für eine
richtunggebende Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes, wenn und
soweit also durch den Unfall eine Diskushernie früher oder beschleunigt zur
Entwicklung gebracht wurde. Eine solche ist ausserdem nur dann bewiesen, wenn die
Radioskopie ein plötzliches Zusammensinken der Wirbel und das Auftreten bzw. die
Vergrösserung von Randzacken nach einem Trauma aufzeigt. Eine allfällige
richtunggebende Verschlimmerung muss radiologisch ausgewiesen sein und sich von
der altersüblichen Progression abheben (RKUV 2000 Nr. 363 S. 46 f. E. 3a mit
Hinweisen; Urteil des EVG vom 25. November 2004, U 107/04, E. 4.1). Die
Voraussetzungen für eine unfallbedingte Diskusprotrusion bzw. richtunggebende
Verschlimmerung einer vorbestehenden Diskusprotrustion lassen sich - die
Arbeitsunfähigkeit ausgenommen - in Bezug auf den konkreten Fall nicht bejahen (vgl.
dazu auch nachfolgende Erwägung 8.3).
7.3 Nach dem Gesagten steht fest, dass der Beschwerdeführer mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit durch den Unfall vom 24. Oktober 2016 weder
eine klar ausgewiesene neue, bleibende Gesundheitsschädigung im Sinn einer
strukturellen Veränderung noch eine richtunggebende Verschlimmerung des
degenerativen Vorzustands erlitten hat.
8.
8.1 Wie bereits erwähnt, kann ein Vorzustand durch einen Unfall ausgelöst oder
vorübergehend verschlimmert werden. Diesfalls übernimmt die Unfallversicherung
jedoch nur den durch das Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub (RKUV 2000
Nr. U 379 S. 193 E. 2a mit Hinweisen; vgl. Erwägung 6.3). Gleich wie Dr. D._ im
Arztzeugnis UVG vom 23. November 2016 eine Zerrung der Wirbelsäule diagnostizierte
(UV-act. 55), hatte Dr. E._ im Untersuchungsbericht vom 18. November 2016 erklärt,
dass er aufgrund des vorliegenden Befundes allenfalls an eine durchgemachte Zerrung
der Wirbelsäule denke (UV-act. 51). Dr. G._ hielt im Untersuchungsbericht vom 19.
Januar 2017 ebenso fest, dass der Beschwerdeführer aufgrund der Unfallschilderung
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(er beschrieb einen Sturz auf die Seite [UV-act. 54-5]) am ehesten eine Prellung und
Distorsion erlitten habe (UV-act. 35-4, vgl. auch UV-act. 41).
8.2 Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache (vgl. Erwägung 3.4), dass
Prellungen, Verstauchungen oder Zerrungen der Wirbelsäule ohne strukturelle Läsionen
normalerweise innert kurzer Zeit, in der Regel nach sechs Monaten bis einem Jahr (bei
degenerativen Veränderungen), abheilen und sich die damit verbundenen Beschwerden
gänzlich zurückbilden (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Februar 2007, U 357/06, E.
4.6; Urteil des EVG vom 18. September 2002, U 60/02, E. 3.2 mit Hinweisen auf die
medizinische Literatur). In den Medizinischen Mitteilungen der Suva Nr. 79 [2008], S.
100 ff., hält der Autor E. BÄR sogar fest, dass Weichteilzerrungen bzw. -prellungen am
Rücken (mithin Verletzungen ohne objektivierbaren strukturellen Schaden) ungeeignet
seien, länger als einige Wochen bis wenige Monate Beschwerden zu machen, die mit
organischen Folgen der ursprünglichen Verletzung zu erklären wären, und weist auf
zahlreiche weitere Publikationen hin. Insofern zeichnet sich eine vorübergehende
Verschlimmerung eines Vorzustandes im Bereich der Wirbelsäule im Regelfall durch
stetige Besserung des unfallkausalen Beschwerdeanteils aus (vgl. dazu BÄR/KIENER,
Prellung, Verstauchung oder Zerrung der Wirbelsäule. In Medizinische Mitteilungen der
Suva Nr. 67 [1994], S. 45). Die Rechtsprechung hat also im Falle traumatisch
ausgelöster Wirbelsäulenpathologien den konkreten medizinischen Beleg für die
Heilung durch die Empirie, wie sie in der medizinischen Literatur wiedergegeben wird,
ersetzt. Medizinische Erfahrungswerte beziehen sich auf den Regelfall, d.h. auf
medizinische Sachverhalte, die sich im konkreten Fall gleich dargestellt haben. Eine
Ausnahme von der Regel ist grundsätzlich nicht ausgeschlossen, doch muss sie sich
eben als solche präsentieren. Schliesslich spricht der Umstand, dass seit dem Unfall
anhaltende, zu Beginn als unfallkausal taxierte Schmerzen weiterhin bestehen, nicht
automatisch für das Fortbestehen von Unfallfolgen. Die Leistungseinstellung des
Unfallversicherers bedingt keine Beschwerdefreiheit bzw. volle Arbeitsfähigkeit. Wie
gesagt ist allein entscheidend, ob der durch den Unfall ausgelöste Beschwerdeschub
seine kausale Bedeutung verloren hat (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b).
8.3 Die beratenden Ärzte der Beschwerdegegnerin, Dr. I._ und Dr. J._, gehen in
ihren Beurteilungen vom 3. Mai bzw. 30. August 2017 (UV-act. 22, 4) in Bezug auf den
vorliegenden Fall übereinstimmend von einem überwiegend wahrscheinlichen Status
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quo sine spätestens sechs Monate nach dem Ereignis aus. Basierend auf dieser
Heilungsdauer, mit welcher sich die beratenden Ärzte innerhalb des in der vorgängig
zitierten medizinischen Literatur für den Regelfall angeführten Zeitrahmens befinden,
legte die Beschwerdegegnerin den Leistungseinstellungszeitpunkt auf den 24. April
2016. Es sind keine konkreten Gründe ersichtlich, derentwegen eine längere
Heilungsdauer anzunehmen wäre. Eine vom Regelfall abweichende, folgenschwere
Zerrung oder Kontusion ist jedenfalls auszuschliessen. In der Unfallbeschreibung der
Schadenmeldung UVG vom 12. November 2016 werden im Zusammenhang mit dem
Sturz auf die Seite keine besonderen, erschwerenden Tatbestandselemente angeführt.
Auch sind in den unfallnahen medizinischen Akten keine auf eine schwerere Zerrung
oder Kontusion hinweisenden Befunde vermerkt. Dr. D._ verwies im Arztzeugnis UVG
vom 23. November 2016 lediglich auf den Untersuchungsbericht von Dr. E._ vom 18.
November 2016 (UV-act. 55), der wiederum keine besondere Befunde vermerkte,
sondern - wie bereits erwähnt - lediglich von einer allenfalls durchgemachten Zerrung
sprach (UV-act. 51). Diese Formulierung liesse sogar den Schluss zu, dass Dr. E._
selbst eine solche nicht als gesichert ansah. Dass keiner der Ärzte von einer namhaften
Krafteinwirkung auf die LWS ausging, ist auch der Beurteilung von Dr. G._ vom 19.
Januar 2017 zu entnehmen. Dieser hielt fest, dass der Beschwerdeführer vor allem am
zervikothorakalen Übergang eine Prellung und Distorsion erlitten habe (UV-act. 35-4).
Zu ergänzen ist, dass im MRT vom 15. November 2016 kein Hämatom sichtbar war
(UV-act. 51), welches zumindest eine typische Kontusionsfolge dargestellt hätte (vgl.
DEBRUNNER, a.a.O., S. 234). Allgemein bleibt anzufügen, dass die Heilung eines
traumatisch bedingt symptomatisch gewordenen degenerativen Vorzustandes
fliessenden Charakter hat. Die soeben noch traumatisch bedingten Beschwerden
lassen sich nicht von den fortan degenerativ bedingten oder anders begründeten
Beschwerden unterscheiden. So ging Dr. G._ beim Beschwerdeführer anlässlich der
Untersuchung vom 28. Februar 2017 von einer erheblichen Dekonditionierung aus (UV-
act. 25-4), welche er bei der Untersuchung vom 10. Mai 2017 als noch weiter
fortgeschritten betrachtete. Er zweifelte daran, dass der Beschwerdeführer das
Übungsprogramm regelmässig selbständig und seriös mache (UV-act. 19-2). Die von
Dr. G._ gestellte Diagnose einer muskuläre Dysbalance entspricht der von ihm
festgestellten Dekonditionierung und fällt damit als Diagnose für unfallkausale
Restfolgen ebenfalls ausser Betracht. Eine unfallbedingte muskuläre Dysbalance ist
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zwar nicht ausgeschlossen, doch gründet eine solche ihrerseits auf einer im
vorliegenden Fall fehlenden unfallkausalen Körperverletzung wie beispielsweise einer
Fraktur (vgl. SVR 2008 UV Nr. 2 S. 3 E. 5.2 mit Hinweisen, U 328/06; Urteil des EVG
vom 6. Dezember 2006, U 334/06, E. 3). Als Folge einer gewöhnlichen Kontusion oder
Distorsion ist die Entwicklung einer unfallkausalen und vor allem fortdauernden
muskulären Dysbalance nicht erklärbar.
8.4 Angesichts der obigen Erwägungen sind keine Gründe ersichtlich, derentwegen
die Richtigkeit der Beurteilung von Dr. I._ und Dr. J._ in Zweifel zu ziehen wäre.
Vielmehr findet sie in der Erfahrungsmedizin - gerade bei Kontusions- und
Distorsionsverletzungen muss sich eine medizinische Fachperson auf diese abstützen
(vgl. Erwägung 8.2) - und in der konkreten Anamnese eine eindeutige Stütze.
Anzufügen bleibt, dass eine ärztliche Beurteilung aufgrund der Akten - wie bereits
erwähnt (vgl. Erwägung 3.5) - nicht an sich unzuverlässig ist, wenn genügend
Unterlagen von persönlichen Untersuchungen vorliegen (RKUV 1988 Nr. 56 S. 371,
1993 Nr. U 167 S. 95). Vor allem Dr. J._ standen offensichtlich sämtliche Vorakten
zur Verfügung. Er legte diese bzw. die Anamnese in seinem Bericht lückenlos dar.
8.5 Die Bestätigung einer Unfallkausalität durch Dipl. med. H._ im Schreiben vom
14. August 2017 vermag an der Beurteilung von Dr. I._ und Dr. J._ nichts zu
ändern. Mit seiner Argumentation - der Beschwerdeführer sei bis zu seinem Unfall vom
Rücken her absolut beschwerdefrei gewesen, erst seit dem Unfall habe er diese
Schmerzen - nimmt Dipl. med. H._ lediglich eine zeitliche Einordnung basierend auf
der Darstellung des Beschwerdeführers vor. Der zeitliche Aspekt allein besitzt indessen
in solchen Fällen, in denen das Vorliegen einer strukturellen Verletzung mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit verneint werden kann, keine
wissenschaftlich genügende Erklärungskraft (vgl. dazu UELI KIESER, ATSG-
Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 4 N 69; MAURER, a.a.O., S. 460 N
1205 [Beweisführung nach der Formel "post hoc ergo propter hoc"]; SVR 2009 2009
UV Nr. 13, S. 52 E. 7.2.4 mit weiteren Hinweisen; BGE 119 V 340 E. 2b/bb).
8.6 Ein Leistungsanspruch bezüglich der von Dr. G._ im Untersuchungsbericht vom
26. Juni 2017 (UV-act. 7) als notwendig erachteten stationären Rehabilitation muss
mangels Vorliegens unfallkausaler Restfolgen nicht geprüft werden. Sein
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Therapievorschlag erfolgte ohne Bezugnahme auf die Frage, inwieweit damit
unfallkausale Gesundheitsschäden geheilt werden könnten. Eine Prüfung eines
Anspruchs auf Heilbehandlungs¬eistungen aus der Unfallversicherung hat nur dann zu
erfolgen, wenn unfallkausale Beschwerden zu bejahen sind. Andernfalls entfällt zum
Vornherein ein Anspruch auf Heilbehandlung (vgl. Erwägung 3.3). Der Vollständigkeit
halber ist darauf hinzuweisen, dass die Ablehnung einer Kostengutsprache für eine
muskuloskelettale Rehablitation durch den Krankenversicherer des Beschwerdeführers
in Prüfung der krankenversicherungsrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen erfolgte
(UV-act. 5-5 f.).
8.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Nachweis für das Dahinfallen der
Kausalität zwischen dem Unfall vom 24. Oktober 2016 und den direkten Unfallfolgen im
Bereich der LWS per 24. April 2016 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan
und davon auszugehen ist, dass fortdauernde Beschwerden auf unfallfremde Faktoren
zurückzuführen sind. Die Einstellung der bisherigen Leistungen auf dieses Datum hin
und die Verneinung weiterer Leistungsansprüche erweist sich damit als gerechtfertigt.
9.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
angefochtenen Einspracheentscheids vom 11. September 2017 abzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).