Decision ID: 391414c3-ca1c-435d-b860-96bd64216569
Year: 2016
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_004
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

begründenden Sachverhalts Geltung gehabt habe. Mit den
Umbauarbeiten am Restaurant sei unbestrittenermassen im Jahre 2002
begonnen worden. Der tatbestandsrelevante Sachverhalt habe sich somit
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unter Herrschaft des Kanalisationsgesetzes realisiert, weshalb auch
dieses Gesetz zur Anwendung kommen würde. Dass die Schätzung erst
Jahre später erfolgte, könne für die Ermittlung des anwendbaren Rechts
nicht massgebend sein. Da für die Beurteilung des Sachverhalts das
Kanalisationsgesetz zur Anwendung komme, könne die
Beschwerdeführerin aus der zitierten milderen Bestimmung des
Abwasserentsorgungsgesetzes nichts zu ihren Gunsten ableiten.
Ebenfalls könne der Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden, wenn sie
behaupte, dass die Verjährungsfrist mit dem Bauende zu laufen beginnen
würde. Bei den Abwasseranschlussgebühren sei dies gemäss dem
Kanalisationsgesetz und der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung
das Datum der Neuschätzung. Somit seien die
Abwasseranschlussgebühren noch nicht verjährt.
8. In ihrer Replik vom 22. Juni 2015 erachtet die Beschwerdeführerin in
Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin das Kanalisationsgesetz
für anwendbar, bringt aber vor, dass für die Renovationsarbeiten im Jahr
2002 überhaupt keine Anschlussgebühren geschuldet seien, da die
fragliche Bestimmung im Kanalisationsgesetz eine Nachzahlung nur für
Erweiterungen vorsehe und nicht für blosse Umbauten. Im
Abwasserentsorgungsgesetz werde ausdrücklich festgehalten, dass bei
Renovationen oder Umbauten von bestehenden Gebäuden auf eine
Gebühr verzichtet werde, sollten Volumen und Nutzung gleich bleiben. In
diesem Sinne sei auch die Bestimmung im Kanalisationsgesetz zu
verstehen. Betreffend Fälligkeit führt die Beschwerdeführerin aus, dass
der Zeitpunkt, in welchem das Gebäude an das Kanalisationssystem
angeschlossen wird resp. die Renovationsarbeiten abgeschlossen sind,
massgebend sei.
9. Die Beschwerdegegnerin hält in ihrer Duplik vom 17. Juli 2015 fest, dass
der von der Beschwerdeführerin zitierte Artikel im
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Abwasserentsorgungsgesetz erst im Rahmen der Teilrevision vom 3.
März 2013 erlassen worden sei. Im Kanalisationsgesetz gäbe es keinen
analogen Vorbehalt. Vielmehr sehe dieses in Verbindung mit der
dazugehörigen Tarifverordnung vor, dass auch für blosse Umbauten an
bestehenden Gebäuden eine Anschlussgebühr zu entrichten sei. Diese
Nachzahlungspflicht sei auch Ausdruck der Rechtsgleichheit. Da das
Kanalisationsgesetz keine Regelung zur Fälligkeit enthalte, müsse diese
nach allgemeinen verwaltungsrechtlichen Grundsätzen bestimmt werden.
Gemäss verwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung sei dabei auf den
Zeitpunkt der erfolgten Neu-schätzung abzustellen.
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensparteien in den
Rechtsschriften und im angefochtenen Einspracheentscheid wird, sofern
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. a) Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid der
Beschwerdegegnerin vom 9. März 2015, welcher die Beschwerdeführerin
zur Bezahlung der definitiven Abwasseranschlussgebühr in der Höhe von
Fr. 7'065.90 inkl. MWST verpflichtet. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt
das Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide von Gemeinden,
soweit diese nicht bei einer anderen Instanz angefochten werden können
oder nach kantonalem oder eidgenössischem Recht endgültig sind. Um
einen derartigen Entscheid handelt es sich hier, weswegen er ein
taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden darstellt.
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b) Nach Art. 50 VRG ist zur Beschwerde legitimiert, wer durch den
angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an
seiner Aufhebung oder Änderung hat. Gemäss Art. 51 Abs. 1 VRG
können mit der Beschwerde geltend gemacht werden: a)
Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des
Ermessens; b) unrichtige oder unvollständige Feststellung des
rechtserheblichen Sachverhalts. Nach Art. 52 Abs. 1 VRG ist die
Beschwerde schriftlich innert 30 Tagen seit Mitteilung des angefochtenen
Entscheids beim Verwaltungsgericht einzureichen. Im vorliegenden Fall
ist die Beschwerdeführerin Verfügungsadressatin und rügt unter anderem
eine Rechtsverletzung, weshalb sie zur Beschwerde legitimiert ist. Auf die
im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde kann deshalb
eingetreten werden.
2. Strittig ist, ob gemäss anwendbarem Recht auf dem durch einen Umbau
eines bestehenden Gebäudes bei gleichem Volumen und gleicher
Nutzung entstandenen Mehrwert eine Abwasseranschlussgebühr
geschuldet ist und, sollte dies bejaht werden, ob für eine solche
Gebührenerhebung in der Zwischenzeit die Verjährung eingetreten ist.
Konkret gilt es zu prüfen, welches Gesetz auf den vorliegenden Fall zur
Anwendung kommt, ob die vorgenommenen Umbauarbeiten im Jahre
2002 gebührenpflichtig waren, welche Verjährungsfrist allenfalls zur
Anwendung kommt, ab wann die Verjährung zu laufen beginnt und ob die
Beschwerdeführerin – sollte die Verjährung festgestellt werden – die
bereits entrichteten provisorischen Abwasseranschlussgebühren
zurückfordern kann.
3. a) In einem ersten Schritt gilt es die Frage zu beantworten, welches
kommunale Gesetz auf den vorliegenden Sachverhalt Anwendung findet.
Zur Diskussion stehen das neue Abwasserentsorgungsgesetz vom
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26. März 2006 (nachfolgend Abwasserentsorgungsgesetz) und das alte
Kanalisationsgesetz vom 24. September 1989 (nachfolgend
Kanalisationsgesetz). Das Abwasserentsorgungsgesetz enthält keine
Übergangsbestimmung, welche den vorliegenden Sachverhalt regeln
würde. Wurde es versäumt, das Übergangsrecht ausdrücklich zu regeln,
so muss aufgrund allgemeiner Prinzipien über das anwendbare Recht
entschieden werden. Das Interesse am Schutz des Vertrauens der
Betroffenen auf die Weitergeltung des bisherigen Rechts und an der
Rechtssicherheit wird am besten gewahrt, wenn das im Zeitpunkt der
Einleitung des Verfahrens geltende Recht angewendet wird
(HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl.,
Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 292 f.). Gemäss der neueren Rechtsprechung
des Bundesgerichts sollen jene Bestimmungen auf hängige Verfahren
Anwendung finden, welche im Zeitpunkt der Verwirklichung des
Sachverhaltes Geltung haben. Dabei sei nur auf jenen Sachverhalt bzw.
Tatbestand abzustellen, der rechtlich zu würdigen ist oder der zur
Rechtsfolge führt (WIEDERKEHR/RICHLI, Praxis des allgemeinen
Verwaltungsrechts, Band 1, Bern 2012, Rz. 777 und 783 mit
ausführlichem Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung; BGE
137 V 105 E.5.3.1 = Pra. 100 [2011] Nr. 110 E.5.3.1; BGE 130 V 329
E.2.2 und E.2.3 = Pra. 94 [2005] Nr. 95 E.2.2 und E.2.3; 129 V 1, E.1.2).
Eine Ausnahme sei nur zu machen, wenn sich die Anwendung des neuen
Rechts aus zwingenden Gründen, vor allem um der öffentlichen Ordnung
willen, aufdränge, wie das insbesondere bei neuen Bestimmungen im
Bereich des Umweltschutzes der Fall ist (BGE 127 II 306 E.7c; 126 II 522
E.3b/aa; 125 II 591 E.5e/aa m.w.H.). Betreffend die Erhebung von
Kanalisationsgebühren hat das Bundesgericht entschieden, dass sich
deren rechtliche Voraussetzungen nach dem Zeitpunkt, in dem der
Anschluss vollzogen wird, bestimmen (BGE 103 Ia 26 E.2).
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b) Im vorliegenden Fall wurde die Baubewilligung für den Umbau des Hotel/
Restaurants "B._" am 7. Oktober 2002 erteilt. Gemäss
unbestrittenen Aussagen der Beschwerdeführerin wurden die
Umbauarbeiten im Dezember 2002 abgeschlossen. Der Sachverhalt,
welcher zur Erhebung der Abwasseranschlussgebühr führte, wurde
dementsprechend im 2002 verwirklicht, womit gemäss Lehre und
höchstrichterlicher Rechtsprechung das Gesetz Anwendung findet,
welches zu jenem Zeitpunkt in Kraft war. Vorliegend ist somit auf die
Regelungen im Kanalisationsgesetz der Gemeinde X._ vom 24.
September 1989 sowie in der Tarifverordnung zum Kanalisationsgesetz
vom 3. August 1989 abzustellen.
4. a) Zweitens ist zu prüfen, ob die im Jahre 2002 vorgenommenen
Umbauarbeiten gemäss damaliger Rechtslage überhaupt
gebührenpflichtig waren. Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass nur
Neubauten und Erweiterungen gebührenpflichtig seien. Die Regelung in
Art. 35 des Kanalisationsgesetzes sei nur für Neuanschlüsse und
Erweiterungen massgebend. Umbauten innerhalb des bestehenden
Gebäudevolumens seien dagegen davon nicht erfasst. Dem hält die
Beschwerdegegnerin entgegen, dass auch Umbauten ohne
Volumenerweiterung gebührenpflichtig seien und stützt sich dabei auf die
Tarifverordnung zum Kanalisationsgesetz.
b) Art. 35 des Kanalisationsgesetzes besagt, dass für den Anschluss an die
Kanalisation und die Mitbenützung der bestehenden Abwasseranlagen
eine einmalige Anschlussgebühr erhoben wird. Bei Erweiterungen der
Gebäude ist eine Nachzahlung fällig. Die dazugehörige Tarifverordnung
(erlassen durch den Gemeinderat am 3. August 1989) präzisiert in Art. 4
lit. a, dass die Anschlussgebühr gemäss Art. 35 des
Kanalisationsgesetzes für Neu-, An-, Auf- und Umbauten mit 2.0 % des
Gebäudewertes festgelegt wird. Der Gemeinderat als Gesetzgeber hat in
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der Tarifverordnung somit auch gleich festgehalten, welche Bauarbeiten
unter dem Begriff der "Erweiterung" zu verstehen sind. Gemäss der
gesetzlichen Grundlage fallen unter den Begriff auch Umbauten, welche
sich volumenmässig nicht auf die Gebäudegrösse niederschlagen.
Sinn und Zweck einer solchen ergänzenden Anschlussgebühr liegt in der
Regel darin, dass jemand, der zuerst ein Haus für einen bestimmten
Betrag erstellt und anschliessend zu einem späteren Zeitpunkt den
Ausbaustandard erhöht, nicht besser gestellt werden sollte gegenüber
denjenigen, welche direkt den gehobenen Ausbaustandard ausbauen
(vgl. Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden A 14 43
vom 15. Oktober 2015 E.2c und A 05 1 vom 24. Mai 2005 E.2c). Eine
nachträgliche Anschlussgebühr ist gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung zulässig. Soweit es die massgeblichen Vorschriften
vorsehen, darf auch bei nachträglichen baulichen Veränderungen (wie
Umbau oder Erweiterung), welche den Gebäudeversicherungswert
erhöhen, eine ergänzende Anschlussgebühr erhoben werden, ohne dass
es auf die zu erwartende Mehr- oder Minderbelastung der öffentlichen
Versorgungs- und Entsorgungsnetze ankäme (Urteil des Bundesgerichts
2C_656/2008 vom 29. Mai 2009 E.3.3 m.w.H.). Zudem darf für die
Berechnung der Anschlussgebühr auf den Gebäudeversicherungswert
oder den Schätzwert abgestellt werden. Bei Wohnbauten bringt der
Gebäudeversicherungswert (oder ein anderer vergleichbarer Wert, wie
der amtliche Steuerwert) der angeschlossenen Liegenschaft den Vorteil,
welcher dem Grundeigentümer aus der Wasserversorgung bzw. der
Abwasserentsorgung des Gebäudes erwächst, regelmässig zuverlässig
zum Ausdruck, ohne dass zusätzlich auf das Mass der mutmasslichen
Inanspruchnahme der Versorgungsnetze abgestellt werden müsste (Urteil
des Bundesgerichts 2C_656/2008 vom 29. Mai 2009 E.3.3 m.w.H.). Im
Übrigen ist es gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung aus
Praktikabilitätsgründen zulässig, für die Bemessung der
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Anschlussgebühren auf eine Schematisierung zurückzugreifen. Ein
Abgehen von dieser Schematisierung ist nach der Rechtsprechung nur
geboten, wenn im konkreten Fall bei den gegebenen Baukosten die
Abweichung von der durchschnittlichen Inanspruchnahme der
Infrastrukturanlagen besonders gross ist, also ein eigentliches
Missverhältnis zwischen dem Gebäudeversicherungswert und dem
Nutzungspotenzial des Wasser- und Abwasseranschlusses besteht oder
umgekehrt, wenn der Grundeigentümer besondere Massnahmen trifft, um
den Wasserverbrauch oder Abwasseranfall viel tiefer zu halten als in
durchschnittlichen Verhältnissen (Urteil des Bundesgerichts 2C_847/2008
vom 8. September 2009 E.2.2).
c) Aus dem Gesetzeswortlaut des Kanalisationsgesetzes in Verbindung mit
der dazugehörigen Tarifverordnung geht klar hervor, dass nicht nur
Neubauten, sondern auch Erweiterungen von bestehenden Gebäuden
gebührenpflichtig sind und eine Nachzahlung zu entrichten ist. Bei den
Renovationsarbeiten der Beschwerdeführerin handelt es sich um
Umbauten innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens, wobei gegen
aussen keine Änderungen oder Erweiterungen vorgenommen wurden.
Gemäss Art. 38 Abs. 3 des Abwasserentsorgungsgesetzes entfällt eine
Nachzahlungspflicht, wenn aus der Renovation oder dem Umbau von
bestehenden funktionsfähigen Gebäuden bei gleichem Volumen und bei
gleicher Nutzung ein höherer Neuwert resultiert. Eine solche
ausdrückliche Bestimmung war in Art. 35 des Kanalisationsgesetzes nicht
vorgesehen und wurde dementsprechend auch nicht in das neue
Abwasserentsorgungsgesetz übernommen, wie dies von der
Beschwerdeführerin in ihrer Replik behauptet wird. Die Tarifverordnung
zum Kanalisationsgesetz vom 3. August 1989 sieht explizit vor, dass auch
bei Umbauten eine Anschlussgebühr von 2.0 % des Gebäudewertes zu
entrichten ist. Es ist demzufolge davon auszugehen, dass der kommunale
Gesetzgeber auch blosse Umbauten innerhalb des bestehenden
Gebäudevolumens ohne Nutzungsänderung mit einer
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Nachzahlungspflicht belegen wollte. Dementsprechend hat die
Beschwerdeführerin für die getätigten Umbauarbeiten Anschlussgebühren
von 2.0 % des Gebäudewertes zu leisten.
5. Die Parteien sind sich einig, dass betreffend Verjährung die zehnjährige
Frist analog zu Art. 127 des Obligationenrechts (OR; SR 220) zur
Anwendung komme. Dies gilt es im Folgenden zu überprüfen.
Im öffentlichen Recht ist, im Gegensatz zum Privatrecht, die Verjährung
von Amtes wegen zu berücksichtigen, wenn das Gemeinwesen Gläubiger
und der Private Schuldner der Forderung ist (BGE 133 II 366 E.3.3). Das
Institut der Verjährung gilt als allgemeiner Rechtsgrundsatz des
schweizerischen Verwaltungsrechts, weshalb öffentlich-rechtliche
Ansprüche selbst beim Fehlen einer ausdrücklichen
Gesetzesbestimmung der Verjährung oder Verwirkung unterliegen (BGE
125 V 396 E.3a). Nach herrschender Lehre und Rechtsprechung ist bei
Fehlen gesetzlicher Bestimmungen über die Verjährungsfristen auf
öffentlich-rechtlichen Regelungen für verwandte Sachverhalte
abzustellen. Gibt es keinen solchen, so kann das Gericht privatrechtliche
Bestimmungen (insbesondere Art. 127 und 128 OR) analog anwenden
oder selbst nach allgemeinen Grundsätzen eine Regelung festlegen (BGE
126 II 54 E.7; 113 Ia 146 E.3d; 112 Ia 260 E.5; HALLER/MÜLLER/UHLMANN,
a.a.O., Rz. 790). Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts sowie
nach der herrschenden Lehre gilt für einmalige Leistungen ausserhalb
besonders gelagerter Fallkonstellationen eine zehnjährige, für periodische
eine fünfjährige Frist (Urteil des Bundesgerichts 2P.299/2002 vom 3.
November 2003 E.2.2 m.H.a. BGE 112 Ia 120 E.5e; WIEDERKEHR/RICHLI,
a.a.O., Rz. 706). Auch das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden
ist dieser Auffassung gefolgt (PVG 1999 Nr. 42 E.2a m.w.H.). Demzufolge
ist im vorliegenden Fall von einer zehnjährigen Verjährungsfrist
auszugehen.
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6. a) Schliesslich bleibt der Zeitpunkt des Beginns der Verjährungsfrist zu
prüfen. Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass die Verjährungsfrist mit
dem Abschluss der Renovationsarbeiten im Dezember 2002 begonnen
habe. Der Bauherr sei grundsätzlich in keiner Weise dazu verpflichtet, für
die Baubehörde irgendwelche Schätzungen zu beantragen und
abzuliefern. Art. 39 des Kanalisationsgesetzes sei ausschliesslich auf
Neubauten ausgelegt und fände bei nachträglichen baulichen
Veränderungen keine Anwendung. Die Beschwerdegegnerin führt zudem
aus, dass das Kanalisationsgesetz die Fälligkeit für
Abwasseranschlussgebühren bei nachträglichen baulichen
Veränderungen nicht explizit regle. Dieses besage lediglich, dass die
definitive Festsetzung der Anschlussgebühr nach Eingang der Schätzung
der kantonalen Gebäudeversicherung erfolge. Die Beschwerdegegnerin
vertritt die Auffassung, dass in Fällen, wo das kommunale Recht keine
ausdrücklichen Vorschriften über die Fälligkeit und damit über den Beginn
der Verjährung enthält, gemäss Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts
das Datum der erfolgten Neuschätzung der Liegenschaft als
Fälligkeitsdatum gelte. Sie beruft sich dabei auf das
verwaltungsgerichtliche Urteil A 12 17 vom 26. Juni 2012. Die
Neuschätzung sei am 24. September 2013 erfolgt, weshalb die
zehnjährige Verjährungsfrist erst mit diesem Datum zu laufen begonnen
habe.
b) Der Artikel 39 des Kanalisationsgesetzes lautet wie folgt:
Art. 39 (Fälligkeit)
Die einmalige Anschlussgebühr ist bei Baubeginn auf Grund einer
provisorischen Berechnung der Gemeinde zu bezahlen. Die definitive
Festsetzung erfolgt, sobald die Schatzung der Kantonalen
Gebäudeversicherung vorliegt. (...)
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Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht festgestellt hat, regelt das
Kanalisationsgesetz den Zeitpunkt der Fälligkeit der
Abwasseranschlussgebühren nicht explizit. Der Artikel 39 besagt
lediglich, dass die definitive Festsetzung nach der Schätzung durch die
kantonale Gebäudeversicherung zu erfolgen habe; die Fälligkeit der
Forderung wird dagegen nicht geregelt. Gemäss der subsidiär zur
Anwendung kommenden zivilrechtlichen Bestimmung (siehe oben E.5a)
in Art. 130 Abs. 1 OR beginnt die Verjährung mit der Fälligkeit der
Forderung. Für die Festlegung der definitiven
Abwasseranschlussgebühren ist auf dem durch die Gebäudeversicherung
festgestellten Mehrwert abzustellen. Das sich im Zeitpunkt der
Bauvollendung in Kraft befindliche Gesetz über die Gebäudeversicherung
im Kanton Graubünden (altes Gebäudeversicherungsgesetz, aGebVG)
vom 1. Januar 2001 besagte in den Artikeln 12 und 13 folgendes:
Art. 12 (Anmeldung zur Schätzung) 1 Der Eigentümer hat ein Gebäude unverzüglich nach der Vollendung zur
Schätzung anzumelden. 2 Die Eigentümer und die Anstalt können jederzeit auf eigene Kosten die
Neuschätzung eines Gebäudes verlangen.
Art. 13 (Schätzung) 1 Die Versicherungswerte werden im Schätzungsverfahren ermittelt. 2 Das Verfahren für die Gebäudeschätzungen wird durch eine besondere
Verordnung des Grossen Rates geregelt. 3 (...)
Im Zeitpunkt der Bauvollendung war das Schätzungsverfahren in der
Verordnung über die amtlichen Schätzungen ("alte
Schätzungsverordnung", "aSchVO") vom 1. Januar 2000 geregelt. Artikel
9 dieser Verordnung regelte die Einleitung des Schätzungsverfahrens
folgendermassen:
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Art. 9 (Schätzungsverfahren: 1. Einleitung und Anpassung) 1 Für jedes überbaute Grundstück ist vom Eigentümer nach Vollendung eines
darauf erstellten Gebäudes oder nach wesentlichen Veränderungen eine
amtliche Schätzung bei der zuständigen Schätzungskommission schriftlich zu
beantragen. 2 Unterlässt es der Eigentümer, für sein Gebäude innert sechs Monaten nach
Abschluss von wesentlichen Bauarbeiten die Schätzung zu beantragen, ist das
Grundstück von Amtes wegen oder auf Antrag der Gemeinde zu schätzen. 3 (...) 4 (...)
Aus Art. 12 Abs. 1 aGebVG i.V.m. Art. 9 Abs. 1 aSchVO geht hervor,
dass der Eigentümer nach Fertigstellung des Gebäudes oder nach
wesentlichen Veränderungen an einem bestehenden Gebäude dieses
unverzüglich zur Schätzung anzumelden hatte. Somit steht fest, dass der
Gebäudeeigentümer für die Einleitung der Schätzung grundsätzlich
verantwortlich war. Art. 9 Abs. 2 aSchVO besagte dementgegen nichts
neues, was sich nicht bereits aus den Kompetenzen der Gemeinde
ergeben würde (vgl. Art. 81 Abs. 3 VRG). Schliesslich ist die Gemeinde
dazu befugt, Gebäudeeigentümer nach Abschluss von Umbauarbeiten
zur Vornahme der Schätzung zu verpflichten, sollten diese ein
Schätzungsverfahren nicht aus eigenem Antrieb einleiten. Kommt der
Grundeigentümer dieser Aufforderung nicht nach, steht es der Gemeinde
frei, die Schätzung im Sinne einer Ersatzvornahme selbst vorzunehmen
und die dabei entstandenen Kosten auf den fehlbaren Grundeigentümer
zu überbinden. Somit handelte es sich bei Art. 9 Abs. 2 aSchVO um eine
Ordnungsfrist, in welcher der Gebäudeeigentümer die Schätzung zu
beantragen hatte. Somit geht aus dem Kanalisationsgesetz und dem
kantonalen Gebäudeversicherungsgesetz resp. der kantonalen
Schätzungsverordnung lediglich hervor, dass die definitive Veranlagung
der Abwasseranschlussgebühren mit dem Vorliegen der Schätzung des
Gebäudes ergeht und dass der Gebäudeeigentümer diese Schätzung
nach Beendigung der Bauarbeiten unverzüglich, spätestens aber sechs
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Monate nach Bauvollendung, zu beantragen hatte. Die Fälligkeit für die
Erhebung der definitiven Abwasseranschlussgebühren lässt sich somit
auch nicht aus dem Kanalisationsgesetz in Verbindung mit der kantonalen
Gesetzgebung eindeutig herleiten. Demnach gilt es die Fälligkeit analog
zu den zivilrechtlichen Vorgaben gemäss Art. 130 Abs. 1 OR und den
allgemeinen verwaltungsrechtlichen Grundsätzen festzulegen.
c) Gemäss Beschwerdeführerin sei bei nachträglichen Bauarbeiten die
Bauvollendung der massgebende Zeitpunkt für die Fälligkeit der
definitiven Abwasseranschlussgebühren. Die Beschwerdegegnerin ist
dagegen der Auffassung, dass der Zeitpunkt der Neuschätzung für die
Fälligkeit relevant ist und stützt sich dabei auf das verwaltungsgerichtliche
Urteil A 12 17, in welchem das Gericht in Erwägung 2a davon
ausgegangen sei, dass für die Ermittlung des neu geschaffenen
Mehrwertes auf die Neuschätzung abgestellt werden müsse, welche
somit auch die Fälligkeit der Forderung begründen würde.
Bei ihrer Argumentation verkennt die Beschwerdegegnerin, dass es im
zitierten Verwaltungsgerichtsurteil ein mehrjähriges Bauvorhaben zu
beurteilen galt. Dieses wurde im Jahr 2001 bewilligt und, nach
Genehmigung einer Projektänderung im Jahr 2008, erst im Jahr 2010
fertiggestellt. Die Schätzung des durch den Umbau entstandenen
Mehrwertes wurde ein Jahr später vorgenommen. Im vorliegenden Fall
wurden jedoch die Bauarbeiten innert gut zwei Monaten beendet,
während mit der Einholung der Schätzung nach Bauvollendung knapp elf
Jahre zugewartet wurde. Somit kann im vorliegenden Fall nicht auf den
Zeitpunkt der Neuschätzung abgestellt werden, da dies dazu führen
würde, dass die Verjährungsfrist für die Gebühren auch erst zehn Jahren
nach Abschluss der Bauarbeiten zu laufen beginnen könnte, was bereits
aus Gründen der Rechtssicherheit nicht angehen kann. Für die Fälligkeit
ist ein Zeitpunkt zu wählen, welcher von den beteiligten Parteien
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möglichst nicht beeinflusst werden kann. Im Sinne einer für ähnlich
gelagerte Fälle anwendbaren, justiziablen Lösung erscheint deshalb die
Bauvollendung als massgebender Zeitpunkt für den Beginn der
Verjährungsfrist. Dies gilt, sofern es sich um Arbeiten handelt, für welche
eine Baubewilligung eingeholt wurde. Erteilt eine Gemeinde eine
Baubewilligung, so weiss sie um das Bauvorhaben und dem damit
entstehende Mehrwert Bescheid. Sie wird durch den Bauherrn
unverzüglich über die Bauvollendung in Kenntnis gesetzt und führt die
Bauabnahme durch (Art. 60 Abs. 2 der Raumplanungsverordnung für den
Kanton Graubünden [KRVO; BR 801.110]). Somit hat es die Gemeinde in
der Hand, den Bauherrn nach Abschluss der Bauarbeiten an die
Beantragung der Neuschätzung zu erinnern, ihn dazu zu verpflichten oder
diese letztlich ersatzweise selbst vorzunehmen. Es liegt letztlich auch im
Interesse der Gemeinde, dass möglichst zeitnah nach dem Ende des
bewilligten Umbaus die Grundlagen für die Veranlagung der zusätzlichen
Gebühren vorliegen, damit die Gebühren rascher vereinnahmt werden
können.
Von diesem Grundsatz zu differenzieren sind Bauvorhaben, die keiner
ordentlichen Baubewilligung bedürfen (z.B. die nicht
bewilligungspflichtigen resp. meldepflichtigen Bauvorhaben gemäss Art.
86 Abs. 2 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden [KRG;
BR 801.100] i.V.m. Art. 40, 50 und 51 KRVO). Dabei befindet sich die
Gemeinde teilweise in Unkenntnis über die ausgeführten Bauarbeiten und
den dadurch geschaffenen Mehrwert, sollte der Bauherr keine
Neuschätzung von sich aus beantragen. Somit kann die Forderung erst
fällig werden, wenn die Gemeinde über den Mehrwert Kenntnis erhält.
Demzufolge wäre im Fall eines bewilligungsfreien Bauvorhabens der
Zeitpunkt der Neuschätzung für den Beginn der Verjährungsfrist
massgebend.
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d) Im vorliegenden Fall wurde der Umbau des Restaurants am 2. Oktober
2002 bewilligt und unbestrittenermassen bereits im Dezember 2002
abgeschlossen. Aufgrund der angegebenen Bausumme von Fr. 100'000.-
- kann von einer wesentlichen Veränderung im Sinne von Art. 9 Abs. 2
aSchVO gesprochen werden, für die der Grundstückeigentümer eine
Neuschätzung hätte beantragen müssen. Mit der Neuschätzung des
Gebäudes und der Ermittlung des Mehrwertes wurde aber bis zur
periodischen Schätzung der Liegenschaft am 24. September 2013
zugewartet. Nach der Bauvollendung hat sich weder die
Beschwerdeführerin noch die Beschwerdegegnerin um die Einholung
einer Neuschätzung bemüht, bis diese durch die periodische Schätzung
ohnehin vorgenommen wurde. Weder ist die Beschwerdeführerin ihrer
Pflicht zur Beantragung einer Neuschätzung nachgekommen noch hat
sich die Beschwerdegegnerin zur Einforderung der ihr zustehenden
Abwasseranschlussgebühren bemüht, indem sie die Beschwerdeführerin
an die Erfüllung ihrer Pflichten erinnert hätte. Gemäss den Akten ergingen
seitens der Beschwerdeführerin nach Einforderung der provisorischen
Anschlussgebühren am 17. Februar 2003 auch keine Handlungen,
welche zur Unterbrechung der Verjährungsfrist allenfalls geeignet
gewesen wären. Da die Fakturierung der definitiven
Abwasseranschlussgebühren am 16. Dezember 2014 folglich über zehn
Jahre nach der provisorischen Inrechnungstellung erfolgte, kann offen
bleiben, ob es sich bei der Verjährung für Abwasseranschlussgebühren
aufgrund der thematischen Nähe zur Veranlagungsverjährung im
Steuerrecht um eine Verjährungs- oder Verwirkungsfrist handelt. Fest
steht, dass die Fakturierung der definitiven Abwasseranschlussgebühren
in dem für die Beschwerdegegnerin günstigsten Fall einer
unterbrechbaren Verjährungsfrist spätestens am 18. Februar 2013, somit
zehn Jahre nach der Zustellung der provisorischen Wasser- und
Abwasseranschlussgebühren am 17. Februar 2003, hätte erfolgen
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müssen. Die Rechnung vom 16. Dezember 2014 kam demnach zu spät,
weshalb die Forderung verjährt ist.
7. a) Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass ihr die bereits entrichteten
provisorischen Wasser- und Abwasseranschlussgebühren aufgrund der
eingetretenen Verjährung der definitiven Veranlagung zurückzuerstatten
seien. Die Beschwerdegegnerin verweist auf Ziffer 8 des Baubescheids
vom 7. Oktober 2002, wonach vom geschätzten Mehrwert von
Fr. 100'000.-- Anschlussgebühren für Wasser und Abwasser von 2 %
(zuzüglich Mehrwertsteuer) erhoben würden. Diese provisorischen
Anschlussgebühren in der Höhe von insgesamt Fr. 4'200.-- inkl. MWST
(Wasser Fr. 2'048.--, Abwasser Fr. 2'152.--) seien der
Beschwerdeführerin am 17. Februar 2003 in Rechnung gestellt und von
dieser in der Folge auch beglichen worden.
b) Die provisorischen Wasser- und Abwasseranschlussgebühren wurden
aufgrund der gesetzlichen Bestimmung nach Art. 35 i.V.m. Art. 39 des
Kanalisationsgesetzes resp. Art. 46 und 46a des
Wasserversorgungsgesetzes der Gemeinde X._ vom 23. November
1997 sowie Ziffer 8 der Baubewilligung vom 7. Oktober 2002 erhoben.
Anlass für die Veranlagung dieser provisorischen Anschlussgebühren
waren die begonnenen Umbauarbeiten der Beschwerdeführerin. Es ist
nicht ersichtlich, warum die provisorischen Gebühren zu Unrecht erhoben
worden sein sollten. Auch wenn die Veranlagungsfrist für die Fakturierung
der definitiven Abwasseranschlussgebühren resp.
Wasserversorgungsgebühren in der Zwischenzeit verjährt ist, besteht kein
Anspruch auf die Rückerstattung der rechtzeitig veranlagten
provisorischen Anschlussgebühren, da der Grund für deren Erhebung
nicht weggefallen ist. Die Beschwerdeführerin macht dahingehend auch
keine Ausführungen, auf welcher rechtlichen Grundlage sie die
Rückforderung zu stützen gedenkt. Ein Rückforderungsanspruch
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betreffend die bereits bezahlten provisorischen An-schlussgebühren
besteht demnach nicht.
Im Übrigen sei auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung im Urteil
2C_1094/2014 vom 12. Juni 2015 verwiesen, wo das Gericht die
Rückerstattung der aufgrund der provisorischen Veranlagung entrichteten
Wehrpflichtersatzabgaben zu prüfen hatte. In den Erwägungen 3.3 und 4
kam das Bundesgericht zum Schluss, dass das Gesetz ausdrücklich eine
provisorische Veranlagung vorsieht, weshalb im Umfang der
provisorischen Veranlagung keine Verjährung vorliegt.
8. Die Beschwerdeführerin dringt mit ihren Begehren nicht vollumfänglich
durch. Der Antrag auf Rückerstattung der provisorisch veranlagten
Wasser- und Abwasseranschlussgebühren in der Höhe von Fr. 4'200.--
wurde abgewiesen. Die Fr. 7'064.90 Abwasseranschlussgebühren
(Differenzbetrag) sind hingegen verjährt. Bei diesem Ausgang des
Verfahrens sind die Gerichtskosten daher gestützt auf Art. 73 Abs. 1 VRG
zu zwei Drittel der Beschwerdegegnerin und zu einem Drittel der
Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Die Beschwerdegegnerin wird gestützt
auf Art. 78 Abs. 1 VRG überdies verpflichtet, der überwiegend
obsiegenden, anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin die durch den
Rechtsstreit verursachten notwendigen Kosten zu zwei Drittel zu
ersetzen. Der Vertreter der Beschwerdeführerin hat mit Schreiben vom
22. Juli 2015 bei einem Stundenansatz von Fr. 250.-- pauschal ein
Honorar von Fr. 3‘800.-- zuzüglich 7.6 % MWST geltend gemacht, ohne
dabei eine detaillierte Kostennote und eine unterschriebene
Honorarvereinbarung einzureichen. In solchen Fällen ist das Gericht
gestützt auf Art. 2 Abs. 1 und Art. 4 der Verordnung über die Bemessung
des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (HV;
BR 310.250) befugt, die der obsiegenden Partei geschuldete
Parteientschädigung nach Ermessen festzusetzen. Für das vorliegende
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Verfahren erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 2'000.-- (inkl. 8 %
MWST) angemessen.
Die Gemeinde war in ihrem amtlichen Wirkungskreis tätig und hat daher
keinen Anspruch auf eine Entschädigung (Art. 78 Abs. 2 VRG).