Decision ID: e54026f9-d959-48a8-9442-f39a3b3a3ba8
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1.
X._
, geboren 1974, gelernter kaufmännischer Angestellter (Urk. 7/18/13), meldete sich am 24. Juni 2010 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen (Berufliche Mass
nahmen) an (Urk. 7/2). Die IV-Stelle tätigte erwerbliche und medizinische Abklä
rungen. Insbesondere holte sie Berichte der beha
ndelnden Ärzte Dr. med. Y._
, Allgemeinmedizin FMH (Bericht vom 9. Juli 2010, Urk. 7/11), und Dr. med.
Z._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH (Bericht vom 30. August 2010, Urk. 7/14), ein. Die IV-Stelle leistete dem Versi
cherten mit Ver
fügung vom 5. August 2011 (Urk. 7/34) Kostengutsprache für eine berufliche Abklärung vom 8. August 2011 bis 28. Oktober 2011 im Berufli
chen Trainings
zentrum (BTZ) der Stadt Zürich. Mit Verfügung vom 26. Oktober 2011 (Urk. 7/44) übernahm sie sodann die Kosten eines Arbeitstrainings im BTZ vom 29. Oktober 2011 bis 29. April 2012 (vgl. diesbezügliche Berichte des BTZ, Urk. 7/48 und Urk. 7/60). Weil die Fortführung des Arbeitstrainings nicht Erfolg versprechend sei (Urk. 7/55/4), schrieb die IV
Stelle die beruflichen Mass
nahmen mit Mitteilung vom 28. April 2012 als erledigt ab (Urk. 7/56).
1.2
Die IV-Stelle holte in der Folge einen Bericht des neuen behandelnden Arztes des Versicherten, Dr. med.
A._
, Allgemeine Innere Medizin FMH, ein (Bericht vom 16. Mai 2012, Urk. 7/61) und ordnete am 8. Juni 2012 eine psy
chi
atrische Begutachtung an (Urk. 7/63). Am 15. Juni 2012 stellte der Versi
cherte erneut ein Begehren um Unterstützung bei der Stellensuche und der Wiederein
gliederung (Urk. 7/64). Dr. med.
B._
, Fachärztin für Psychi
atrie und Psychotherapie FMH, untersuchte den Versicherten am 30. Juli 2012 und erstattete die psychiatrische Expertise tags darauf (Urk. 7/70). Gestützt auf die medizinischen Abklärungen stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vor
be
scheid vom 20. August 2012 (Urk. 7/72-73) die Abweisung des Leistungsbe
gehrens in Aussicht, wogegen der Versicherte Einspruch erhob (Urk. 7/80). Er reichte ausserdem einen Bericht des
C._
vom 6. De
zember 2012 zu den Akten (Urk. 7/81). Nachdem die IV-Stelle beim Beschwer
deführer um Angaben betreffend psychiatrische Behandlung ersucht hatte, teilte dieser der IV-Stelle mit, er sei lediglich vom 19. März 2012 bis am 9. August 2012 in Behandlung gewesen, seither stehe er nicht mehr in psychi
atrischer Behandlung (Urk. 7/83). Mit Verfügung vom 24. April 2013 verneinte die IV-Stelle daraufhin wie angekündigt einen Leistungsanspruch des Ver
sicherten (
Urk.
7/86). Die gegen diese Verfügung
am 2
7.
Mai 2013 (
Urk.
7/87/3-7) erhobene Beschwerde wies das
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 2
5.
April 2014 ab (
Proz.Nr
. IV.2013.00494;
Urk.
7/89).
1.3
Am 2
4.
November 2017 (
Eingangsdatum
) meldete sich
X._
erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/93). Mit Schreiben vom
4.
Dezember 2017
teilte die IV-Stelle dem
Versicherten
mit
, damit auf seinen Antrag eingetreten werden könne, müsse er glaubhaft machen, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit Erlass der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten. Der Versicherte habe deshalb bis spätestens am 17. Januar 2018 entsprechende aktuelle Beweismittel nachzureichen, ansonsten das Gesuch nicht geprüft werden könne und ein Nichteintreten verfügt werden müsse (
Urk.
7/95).
Mit Schreiben vom 1
5.
Dezember 2017 ersuchte
X._
um Fristerstreckung zur Einreichung von Beweismitteln bis 16. Februar 2017 (richtig: 2018), da sein behandelnder Arzt Akteneinsicht verlangt habe und er noch bis ca. Mitte Januar in den Ferien weile (
Urk.
7/98). Antragsgemäss bewilligte die IV
Stelle die Fristerstreckung am 2
0.
Dezember 2017 (
Urk.
7/99). Am
2.
Februar 2018 meldete sich der Versicherte telefonisch bei der IV-Stelle und teilte mit, er könne die Begründung immer noch nicht liefern, da sein Arzt die Akten nicht erhalten habe
(
Urk.
7/100)
. Am
5.
Februar 2018 stellte die IV-Stelle ihre Akten
Dr.
med. D._
, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie
,
zu (
Urk.
7/101)
und gewährte dem Versicherten eine weitere Fristerstreckung bis zum 1
4.
März 2018 (
Urk.
7/102).
Am 1
4.
März 2018 (
Urk.
7/107) reichte
X._
die Arztberichte der
E._
,
vom 2
9.
Mai 2017 (
Urk.
7/106/1-3)
, vom 2
0.
Juli 2017 (
Urk.
7/106/4-5), vom 24. November 2017 (
Urk.
7/106/6-7) und vom 1
3.
Februar 2018 (
Urk.
7/106/8-9) ein. Mit Vorbescheid vom 2
6.
März 2018 stellte die IV
Stelle dem Versicherten in Aussicht, dass sie auf das Leistungsbe
gehren nicht eintreten werde (
Urk.
7/110). Nachdem dagegen kein Einwand erhoben
worden war
, trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
2.
Mai 2018 nicht auf das Leistungs
begehren ein (
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob
X._
durch Rechtsanwältin Karin Hoffm
ann am 2
1.
Juni 2018 Beschwerde
mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
«1.
Es sei auf das Leistungsbegehren des Be
schwerdeführers vom 24.11.2017
einzutreten
und somit die Sache unter Aufhebung der Verfügung vom 22. Mai 2018 an die Vorinstanz zum materiellen Entscheid zurückzuweisen.
2.
Unter Kosten- und Ent
schädigungsfolgen zulasten der
Beschwerde
gegne
rin.»
Zusammen mit der Beschwerde reichte der Beschwerdeführer den Abklärungs
be
richt des
F._
vom 29.
März 2018
sowie den Bericht von
Dr.
med. G._
, Facharzt FMH
Psychiatrie und Psychotherapie
,
vom 2
8.
März 2018
(
Urk.
3/6) ein.
Mit Beschwer
deantwort vom 2
8.
August 2018 ersuchte die Beschwerdegegnerin um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Mit Schreiben vom
3.
September 2018 (Urk.
9) reichte der Beschwerdeführer den Arztb
ericht von
Dr.
D._
vom 2.
September 2018 (
Urk.
10/1) ein. Mit Replik vom
1.
Oktober
2018 hielt er
an seiner Beschwerde fest (Urk. 11). Die Beschwerde
gegnerin verzichtete am 24.
Oktober 2018 auf Duplik (
Urk.
14). Am 1
8.
Februar 2019 (
Urk.
16) reichte der Beschwerdeführer das Schreiben der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG vom 1
3.
Februar 2019 (
Urk.
17/1
) und den Bericht vom
Dr.
med. H._
, FMH Neu
ro
logie vom 3
0.
Januar 2019 (Urk.
17/2) ein.
Diese Eingabe wurde der Beschwer
degegnerin am 1
9.
Februar 2019 zugestellt (
Urk.
18).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung
erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Ver
änderung des Invali
di
täts
grades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbe
grün
dende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerde
fall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.3
Mit
Art.
87
Abs.
3 in Verbindung mit
Abs.
2 IVV soll verhindert werden, dass sich die Verwaltung nach vorangegangener rechtskräftiger Leistungsver
weige
rung immer wieder mit gleich lautenden und nicht näher begründeten, das heisst keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE
109 V 108 E. 2a, 264 E. 3). Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahingehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes Anspruchselement betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungsabweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem gesamten für die Rentenberechtigung erheblichen Tatsachenspektrum glaubwür
dig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungs
begehren einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbstverständlich auch in rechtlicher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.4
Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung ver
pflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dement
sprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen (ZAK 1966 S. 279, vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E.
2.2 mit Hinweisen). Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grund
sätzlich zu respektieren hat.
Daher hat das Gericht die Behandlung der
Eintre
tensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf
Art.
87
Abs.
3 IVV Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der
Eintretensfrage
, wenn die Verwal
tung auf die Neuanmeldung eingetreten ist (BGE 109 V 108 E.
2b).
2.
2.1
2.1.1
Die Beschwerdegegnerin begründete das Nichteintreten auf das Leistungs
be
gehren in der Verfügung vom 2
2.
Mai 2018 (
Urk.
2) damit, dass sie bereits ein Leistungsbegehren des Versicherten mit Verfügung vom 2
4.
April 2013 (geschützt mit Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 25. April 2014) abgewiesen habe. Um ein erneutes Gesuch prüfen zu können, müsse sich die berufliche oder medizinische Situation wesentlich geändert haben. Die Prüfung der vom Beschwerdeführer eingereichten Unterlagen habe ergeben, dass er in seiner Tätigkeit als kaufmännischer Angestellter nicht langfristig ein
geschränkt sei, wenn sein Arbeitsplatz ergonomisch angepasst sei. Da der Beschwerdeführer weiterhin zu 100
%
arbeitsfähig sei, könne auf sein Gesuch nicht eingetreten werden.
2.1.2
In der Beschwerdeantwort vom 2
8.
August 2018 (
Urk.
6) führte die Beschwerde
gegnerin aus, aufgrund der vom Beschwerdeführer eingereichten Berichte lasse sich eine Verschlechterung der bereits bekannten somatischen Leiden nicht nach
weisen. Berichte, welche über den psychischen Gesundheits
zustand Auf
schluss geben würden, habe der Beschwerdeführer
nicht beigebracht, insbe
sondere auch nicht im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
, nachdem ihm das Nichteintreten angekündigt worden sei. Auch aus dem zusammen mit der Beschwerde einge
reichten Bericht des Psychiaters
Dr.
G._
lasse sich keine Verschlechterung begründen, würden darin doch weder konkrete Befunde erhoben noch Diagnosen gestellt.
2.1.3
Duplicando
führte die Beschwerdegegnerin am 2
4.
Oktober 2018 (
Urk.
14) aus, sie halte daran fest, dass im Zeitpunkt der strittigen Verfügung eine Ver
schlech
terung nicht glaubhaft gemacht gewesen sei. Soweit aufgrund der beschwerde
weise eingereichten Unterlagen eine Verschlechterung glaubhaft erscheine
, wäre diese im Rahmen eines neuen Antrags bei der Beschwerde
gegnerin geltend zu machen.
2.2
2.2.1
Demgegenüber lässt der Beschwerdeführer in der Beschwerde vom 2
1.
Juni 2018 (
Urk.
1) geltend machen, er leide schon seit längerer Zeit an psychischen und somatischen Beschwerden. Nachdem sein Leistungsgesuch bereits einmal abge
wiesen worden sei, habe er sich am 2
4.
November 2017 erneut angemeldet. Mit dem Beschaffen von Beweismitteln
sei er völlig überfordert gewesen, habe die Beschwerdegegnerin aber immer wieder um Fristerstreckung und um Aktenzu
stellung an seinen behandelnden Psychiater ersucht.
Er sei davon ausgegangen, dass dieser die notwendigen Unterlagen einreichen werde und habe erst kürzlich davon erfahren, dass er keinen Bericht eingereicht habe. Die Taggeldversicherung habe Abklärungen vorgenommen, welche auf gewisse Einschränkungen schliessen lassen würden.
2.2.2
Im Schreiben vom
3.
September 2018 (
Urk.
9) lässt der Beschwerdeführer aus
führen, aus dem Bericht seines behandelnden Psychiaters
Dr.
D._
vom
2.
September 2018 (
Urk.
10/1) gehe hervor, dass bei ihm eine komplexe Per
sön
lichkeitsstörung bestehe.
Es müsse von einer Verschlechterung des Gesund
heits
zustandes ausgegangen werden, welche zumindest weitere Abklärungen notwen
dig mache.
2.2.3
Replicando
liess der Beschwerdeführer am
1.
Oktober 2018 (
Urk.
11) geltend machen, die von ihm im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichten Berichte seien zwar nicht geeignet, einen Entscheid betreffend Invaliditätsgrad zu erlassen, sie gäben aber einen klaren Hinweis darauf, dass sich bei seiner psychi
schen Gesundheit erhebliche Veränderungen ergeben hätten, seit er im Jahr 2012 begutachtet worden sei.
3.
3.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht auf die Neu
anmeldung vom
2
4.
November 2017
(
Urk.
7/93)
eingetreten ist, weil es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine rele
vante Verschlechterung seines Gesund
heitszustandes
glaubhaft zu machen.
Vergleichszeitpunkt bildet die Ver
fügung
vom 24. April 2013 (
Urk.
7/86)
, mit welcher die Beschwerdegegnerin das Gesuch um Ausrichtung einer Invalidenrente abwies. Die
se – mit Urteil IV.
2013.00494 vom 2
5.
April
2014
(
Urk.
7/89) bestätigte (vgl. Sachverhalt
Ziff
er
1.2)
Ver
fügung beruhte auf einer rechtskonformen Sachverhal
tsabklärung und Beweis
würdigung.
3.2
Der Beschwerdeführer hat der Beschwerdegegnerin bis zum Erlass der vorliegend angefochtenen
Nichteintretensverfügung
vom 2
2.
Mai 2018 vier Berichte der
E._
(
Dr.
med. I._
, Facharzt Rheumatologie FMH) ein
gereicht (
Urk.
7/106). Diesen ist zu entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer wegen rheumatologischer Beschwerden in Behandlung befindet, sie äussern sich aber nicht zur Arbeitsfähigkeit.
Laut dem Bericht von
Dr.
I._
vom 2
9.
Mai 2017 (
Urk.
7/106/1-2) war ihm der Beschwerdeführer zur konsiliarischen Beur
teilung einer ausgeprägten paravertebralen Schmerzsymptomatik zuge
wiesen worden. Diese werde vom Beschwerdeführer, welcher ihn am 1
9.
und 29. Mai 2017 konsultiert habe, seit über drei Wochen als nahezu immobilisierend ange
geben.
Dr.
I._
diagnostizierte in diesem Bericht (1) eine axiale Spondylar
thritis bei/mit entzündlichen Veränderungen vereinbar mit axialer Spondyl
arthritis (MRI gesamte Wirbelsäule Mai 2017), Status nach Morbus Scheuermann, s-förmiger Skoliose und Schmerzausweitung mit
Panvertebral
syndrom
sowie (2) eine HIV Infektion.
Im Bericht vom 2
4.
November 2017 (Urk. 7/106/6-7) hielt
Dr.
I._
fest, Gelenkschwellungen seien nicht mehr aufgetreten und die ent
zündlichen Rückenschmerzen hätten deutlich nachge
lassen. Gelegentlich komme es zu einer Schmerzfreiheit während mehreren Tagen, was vor der Infusion nicht der Fall gewesen sei. Klinisch fänden sich momentan keine Hinweise auf eine aktive Entzündung. Am 1
3.
Februar 2018 (
Urk.
7/106/8-9) berichtete
Dr.
I._
von einem stabilen Verlauf. Es bestünden morgendlich betonte Schmerzen
lumbosakral
, im Bereich der HWS und BWS sowie Schmerzen der
Plantarfaszie
links. Auf Analgetika habe vollständig verzichtet werden können. Die Wirksamkeit des
Infliximab
sei signifikant.
Die von Dr.
I._
gestellten Diagnosen einer axialen Spondylarthritis und einer HIV-Infektion lagen im massgeblichen Vergleichszeitpunkt noch nicht vor (vgl. E. 3.1, E. 3.4 und E. 4.2 des besagten Urteils IV.2013.00494, Urk. 7/89). Das Hinzutreten neuer Diagnosen stellt aber nicht per se
einen Revisionsgrund dar, weil damit das quantitative Element der (erheblichen) Gesundheitsverschlechterung nicht zwingend
ausge
wiesen ist (BGE 141 V 9 E.
5.2 mit Hinweisen). Massgebend ist
auch im Zusammenhang mit einer Neuanmeldung einzig, ob bzw. in welchem Aus
mass
– unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiolo
gie – den medizinischen Akten eine
erhebliche (andauernde)
Ver
schlechterung der Arbeits- bzw.
Erwerbs
fähigkeit im relevanten Zeitraum ent
nommen werden kann (vgl. Urteil
des Bundesgerichts
9C_799/2016 vom 21.
März 2017 E. 5.2.1 mit weiteren Hinweisen).
Übereinstimmend mit der Beschwerdegegnerin ist fest
zustellen, dass aus den Berichten von
Dr.
I._
nichts hervorgeht, was auf eine langfristige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in
der
angestammten Tätig
keit
des Beschwerdeführers
im kaufmännischen Bereich schliessen
lassen würde. Ausserdem
könnten mit einer ergonomischen Anpassung des Arbeitsplatzes Optimierungen erzielt werden.
3.3
In Bezug auf die im Beschwerdeverfahren eingereichten Berichte ist festzuhalten, dass nach
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV die versicherte Person mit dem Revisionsge
such oder der Neuanmeldung die massgebliche Tatsachenänderung glaubhaft machen muss (vgl. E. 1.2).
Insoweit spielt der Untersuchungsgrundsatz, wonach das Gericht (oder die Verwaltung) für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen hat, nicht. Mithin kommt der versicher
ten Person ausnahmsweise eine Beweisführungslast zu. Wird kein
Eintretenstat
bestand
glaubhaft gemacht, sondern bloss auf ergänzende Beweismittel, insbe
sondere Arztberichte hingewiesen, die noch beigebracht würden oder von der Verwaltung beizuziehen seien, ist der versicherten Person eine angemessene Frist zur Einreichung der Beweismittel anzusetzen. Diese Massnahme setzt voraus, dass die ergänzenden Beweisvorkehren geeignet sind, den entsprechenden Beweis zu erbringen. Sie ist mit der Androhung zu verbinden, dass ansonsten gegebenen
falls auf Nichteintreten zu erkennen sei. Dasselbe gilt, wenn dem Revisionsgesuch oder der Neuanmeldung zwar ärztliche Berichte beigelegt sind, diese indessen so wenig substantiiert sind, dass sich eine neue Prüfung nur aufgrund weiterer Erkenntnisse allenfalls rechtfertigen würde.
Diesfalls
ist die IV-Stelle zur Nach
forderung weiterer Angaben nur verpflichtet, wenn den – für sich allein genommen nicht Glaubhaftigkeit begründenden – Arztberichten konkrete Hin
weise entnommen werden können, wonach möglicherweise eine mit weiteren Erhebungen erstellbare rechtserhebliche Änderung vorliegt. Ergeht eine
Nichtein
tretensverfügung
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens, das den Erfordernissen betreffend Fristansetzung und Androhung der Säumnisfolgen genügt, legen die Gerichte ihrer beschwerdeweisen Überprüfung den Sachverhalt zu Grunde, wie er sich der Verwaltung bot. Für das Beibringen neuer Beweismittel bleibt im an
schliessenden Gerichtsverfahren kein Raum mehr (BGE 130 V 64 E. 5.2.5, Urteile des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.1 f. und 8C_531/2013 vom 1
0.
Juni 2014 E. 4.1.4).
3.4
Die Beschwerdegegnerin wies den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 4. Dezember 2017
(
Urk.
7/95)
darauf hin,
dass er eine Veränderung der tatsäch
lichen Verhältnisse seit Erlass der letzten Verfügung glaubhaft zu machen habe
,
und setzte ihm Frist bis zum 1
7.
Januar 2018 an, um entsprechende Beweismittel (z.B. ärztliche Bestätigung oder Spitalbericht) einzureichen.
Auf Ersuchen des Beschwerdeführers gewährte sie im
zwei Mal
Fristerstreckung
, schliesslich bis
zum 14. März 2018 (
Urk.
7/99,
Urk.
7/102).
Der Beschwerdeführer reichte darauf am 1
4.
März 2018 (
Urk.
7/107) die Berichte von
Dr.
I._
ein
, nicht jedoch einen
zuvor angekündigte
n
Bericht des behandelnden
Psychiaters
Dr.
D._
. Die Beschwerdegegnerin stellte dem Beschwerdeführer mit Vorbescheid vom
2
6.
März 2018
(Urk. 7/110)
das Nichteintreten auf seine Neuanmeldung in Aus
sicht
, wogegen der Beschwerdeführer keinen Einwand erhob.
Der Beschwerde
führer hatte mithin ausreichend Zeit z
ur Einreichung der Beweismittel und er liess die letzte Gelegenheit dazu, dies im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
noch zu tun, verstreichen.
Dass er mit dem Beschaffen von Beweismitteln völlig überfor
dert gewesen wäre, ist nicht ersichtlich. Der Umstand, dass er mehrfach um Fristerstreckung und um Aktenzustellung an
Dr.
D._
ersuchte, weist im Gegenteil darauf hin, dass er durchaus in der Lage war, auf die Schreiben der Beschwerdegegnerin
adäquat
zu reagieren.
Da sich in den besagten Berichten von Dr.
I._
keine Anhaltspunkte für eine Verschlechterung der im Zeitpunkt der Verfügung vom 24. April 2013 aktenkundigen psychischen Symptomatik (vgl. dazu E. 3.5, E. 4.1 und E. 4.5 des Urteils IV.2013.00494, Urk. 7/89) finden, war die Beschwerdegegnerin
nicht verpflichtet, zusätzliche Abklärungen zu den geltend gemachten psychischen Beschwerden zu tätigen. Die erst im Beschwer
deverfahren eingereichten Berichte
des
F._
vom 2
9.
März 2018
und von
Dr.
G._
vom 2
8.
März 2018
(Urk.
3/6), von
Dr.
D._
vom 2.
September 2018 (
Urk.
10/1)
sowie von
Dr.
H._
vom 3
0.
Januar 2019 (
Urk.
17/2)
wurden danach verspätet beigebracht und sind für die vorliegend einzig zu beur
teilende
Eintretensfrage
nicht zu beachten.
Dem Beschwerdeführer bleibt es jedoch unbenommen, die Berichte bei der Be
schwerdegegnerin im Rahmen einer Neuanmeldung erneut einzureichen.
3.5
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin davon ausging, d
er Beschwerdeführer
habe
mit den bis zum Zeitpun
k
t der angefochte
n
en Verfügung am 2
2.
Mai 2018 eingereichten Berichten k
eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes glaubhaft gemacht.
Sie trat zu Recht nicht auf die
Neu
anmeldung ein. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
4.
Da es im vorliegenden Verfahren um die B
ewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig v
om Streitwert festzulegen (Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie de
m Beschwerdeführer
aufzuerlegen
.