Decision ID: 2d137287-0da2-592e-a78a-0fc0f4afe221
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ K. und M. L., beide T., sowie die M. Immobilien AG, S., sind Eigentümerinnen der
unbebauten Bauparzellen Nrn. a, b und c, alle Grundbuch Schmerikon. Die drei
1'176 m , 140 m und 2'397 m grossen Grundstücke befinden sich westlich oberhalb 2 2 2
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des Zentrums von Schmerikon an einem dem Zürich- bzw. Obersee zugewandten
Südhang mitten im mehrheitlich überbauten Siedlungsgebiet. Die ersten beiden
Liegenschaften stossen an die X.-strasse, Gemeindestrasse 2. Klasse. Die dritte liegt
südlich unmittelbar darunter. Nach dem Zonenplan vom 7. Dezember 1998 sind sie im
Wesentlichen der Wohnzone W2a zugeschieden. Ihre anrechenbaren Flächen betragen
insgesamt 3'375 m .
B./ Mit Beschluss vom 20. November 2007 erliess der Gemeinderat Schmerikon für die
erwähnten Grundstücke den Überbauungsplan X.-strasse mit besonderen Vorschriften
(abgekürzt: besV). Dagegen erhoben zahlreiche Nachbarn Einsprache und sodann
gegen die abweisenden Beschlüsse des Gemeinderats Schmerikon Rekurs beim
Baudepartement des Kantons St. Gallen. Nachdem die Rekursinstanz auf Grund eines
Augenscheins zum Schluss gekommen war, dass die Rechtsmittel Aussicht auf Erfolg
hätten, erliess der Gemeinderat einen Korrekturplan zum Überbauungsplan. Dagegen
wurden wiederum Einsprachen erhoben, die der Gemeinderat am 14. April 2009
abwies. Die erneuten Rekurse der Nachbarn datierten vom 4. Mai 2009. Da die
Rechtsabteilung des Baudepartements die Meinung vertrat, der Plan sei noch immer
mangelhaft bzw. die ursprüngliche Fassung und der Korrekturplan seien
widersprüchlich, hob der Gemeinderat beide Pläne auf, worauf das Baudepartement
die Rekurse am 8. Februar 2010 wegen Gegenstandslosigkeit von der Geschäftsliste
abschrieb. Zusammen mit dem Aufhebungsbeschluss vom 26. Januar 2010 erliess der
Gemeinderat den Überbauungsplan X.-strasse in neuer Fassung. Während der
Planauflage erhoben zwei Nachbarn wiederum Einsprache, die der Gemeinderat im
Wesentlichen abwies. Den dagegen erhobenen Rekurs und die darauf folgende
Beschwerde wiesen das Baudepartement und das Verwaltungsgericht am
3. September 2010 bzw. 6. Juli 2011 kostenpflichtig ab.
C./ Zwischenzeitlich, das heisst am 16. Dezember 2010, hatte die Beschwerdegegnerin
für die Überbauung des Plangebiets ein Baugesuch eingereicht. Nachdem auch
dagegen Einsprachen erhoben worden waren, reichte die Bauherrschaft am 3. Oktober
2011 ein neues Baugesuch ein, wogegen A. und B., beide S., öffentlichrechtliche und
privatrechtliche Einsprache erhoben. Der Gemeinderat wies diese am 10. Januar 2012
ab und erteilte die Baubewilligung. Dagegen liessen die Einsprecher am 8. Februar
2012 Rekurs beim Baudepartement des Kantons St. Gallen erheben mit dem Antrag,
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die Baubewilligung sei unter Kostenfolge aufzuheben. Zur Begründung machten sie
geltend, die Scheinwerfer der aus der geplanten Tiefgarage ausfahrenden Fahrzeuge
würden direkt in ihr Wohn- und Schlafzimmer leuchten, was sie übermässig
beeinträchtige. Das Baudepartement verwies darauf, dass bereits rechtskräftig
entschieden worden sei, dass die umstrittene Tiefgaragenausfahrt zu keinen
unzulässigen Immissionen im Sinn des Umweltschutzgesetzes (SR 814.01, abgekürzt
USG) führe und auch keine weiteren Massnahmen im Sinn des Vorsorgeprinzips nach
Art. 11 Abs. 2 USG verlangt werden könnten. Sodann kam es zum Schluss, dass die
bewilligte Überbauung auch zu keinen übermässigen Immissionen im Sinn von Art. 684
des Zivilgesetzbuches (SR 210, abgekürzt ZGB) führe. Dementsprechend wies es den
Rekurs mit Entscheid vom 2. April 2012 kostenpflichtig ab.
D./ Mit Eingabe vom 25. April 2012 erhoben die Rekurrenten beim Verwaltungsgericht
des Kantons St. Gallen Beschwerde mit den Anträgen, der angefochtene
Rekursentscheid vom 2. April 2012 sei kostenpflichtig aufzuheben, das Baugesuch
abzuweisen und die Baubewilligung zu verweigern. Sie sind dabei der Ansicht, der
privatrechtliche Schutz nach Art. 684 ZGB reiche weiter als der öffentlichrechtliche
bzw. die öffentlichrechtlich noch als akzeptabel beurteilte Beeinträchtigung sei konkret
zivilrechtlich als übermässige Immission einzustufen. Es sei offenkundig und
nachgewiesen, dass Licht zu jeder Nachtstunde störend bzw. sogar schädlich sein
könne. Die Vorinstanz habe sodann unberücksichtigt gelassen, dass es sich vorliegend
nicht nur um Fahrzeuge handle, die an ihrem Wohnhaus lediglich vorbeifahren würden.
Die auf der gegenüberliegenden Seite ausfahrenden Autos würden vielmehr frontal ins
Wohnhaus zünden. Zusätzlich sei zu berücksichtigen, dass sich ihr Haus an einer
privilegierten Aussichtslage bzw. teurer Wohnlage befinde. Somit hätten sie auch einen
höheren Anspruch darauf, vor Immissionen geschützt zu werden. Ihnen könne an
dieser bevorzugten Lage jedenfalls nicht zugemutet werden, ab einsetzender
Dämmerung Jalousien und Rollläden zu schliessen, um sich vor Scheinwerfern zu
schützen. Die entgegengehaltene geringe Häufigkeit der Blendwirkung spiele dabei
keine Rolle. Sie würden durch jede einzelne Blendung gestört. Erfolge diese wie
vorliegend selten, würden sie mangels Gewöhnungseffekt im Gegenteil umso stärker
gestört. Die Nacht sei grundsätzlich von Lichtverschmutzung frei zu halten. Folglich
hätten sie gar keine Lichteinwirkungen hinzunehmen, die ihren natürlichen Tagesablauf
beeinträchtigen. Weiter habe die Vorinstanz ihren Einwand übergangen, dass das
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Problem mit ihrem Vorschlag einer S-förmigen Ausfahrtsschleife fast vollständig gelöst
werden könnte. Dass die Bauherrschaft dadurch gewisse Nachteile in Kauf nehmen
müsse, müsse unberücksichtigt gelassen werden. Ihr Nachtruhebedürfnis gehe in
jedem Fall vor. Schliesslich habe es die Vorinstanz versäumt, eine umfassende
Abwägung der im Einzelfall in Frage stehenden Umstände vorzunehmen. Der Entscheid
sei folglich aufzuheben.
E./ a) Das Baudepartement beantragt in seiner Vernehmlassung vom 15. Mai 2012
unter Hinweis auf den angefochtenen Entscheid, die Beschwerde abzuweisen. Da in
den vorangegangenen Rechtsmittelverfahren betreffend Überbauungsplan X.-strasse
die Bestimmungen des öffentlichrechtlichen Immissionsschutzes bei weitem als
eingehalten beurteilt worden seien, seien auch keine übermässigen Einwirkungen auf
das Eigentum der Beschwerdeführer im Sinn von Art. 684 ZGB ersichtlich. Für die
Anordnung vorsorglicher Massnahmen in Bezug auf die Linienführung der
Tiefgaragenzufahrt bleibe kein Raum.
b) Die Beschwerdebeteiligte beantragt am 21. Mai 2012 die Abweisung der
Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.
c) Die Beschwerdegegnerin verlangt mit Vernehmlassung vom 5. Juni 2012, die
Beschwerde kostenpflichtig abzuweisen. Über den Immissionsschutz sei - wie die
Beschwerdeführer selber ausführten - bereits im Rechtsmittelverfahren betreffend
Überbauungsplan X.-strasse abschliessend entschieden worden. Da der
öffentlichrechtliche Immissionsschutz grundsätzlich weiter gehe als der
privatrechtliche, werde damit der Schutz nach Art. 684 ZGB konsumiert. Auch eine
inhaltliche Betrachtung führe zu keinem anderen Ergebnis. Bei der Tiefgaragenausfahrt
handle es sich um eine normale Wohnnutzung, die im Siedlungsraum hinzunehmen sei.
Eine von den Beschwerdeführern abgewendete Zu- und Wegfahrt sei eine
unbehelfliche Massnahme, die zum Einen nichts bringe und zum Anderen im Rahmen
des privatrechtlichen Immissionsschutzes nicht gefordert werde könne, weil das
Zivilrecht das Vorsorgeprinzip nicht kenne.
F./ Auf die weiteren Vorbringen der Beteiligten wird, soweit wesentlich, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Der Beschwerdeführer beantragt einen Augenschein.
2.1. Der Augenschein ist die unmittelbare sinnliche Wahrnehmung von Tatsachen
durch die entscheidende Instanz. Er dient dem besseren Verständnis des Sachverhalts.
Ob ein Augenschein durchzuführen ist, liegt im pflichtgemässen Ermessen der
urteilenden Instanz. Unbestrittene Tatsachen brauchen nicht durch einen Augenschein
überprüft zu werden, sofern eine Nachprüfung nicht durch öffentliche Interessen
geboten ist (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen
2003, Rz. 966).
2.2. Die tatsächlichen Verhältnisse ergeben sich im vorliegenden Fall aus den Plänen
und den übrigen Verfahrensakten. Dazu kommt, dass das Gericht vor gut einem Jahr
praktisch in gleicher Besetzung beim identischen Bauvorhaben betreffend den
Überbauungsplan X.-strasse bereits einen Augenschein durchgeführt hat, wobei die
vorliegend umstrittenen Lichtimmissionen auf dem Nachbargrundstück ebenfalls
Thema waren und vom Gericht geprüft und in öffentlichrechtlicher Hinsicht beurteilt
wurden (VerwGE B 2010/227 und 228 vom 6. Juli 2011 E. 7.9.3., abrufbar unter:
www.gerichte.sg.ch). Auf einen Augenschein ist daher zu verzichten.
3. Die Beschwerdeführer machen eine Gehörsverletzung geltend, weil die Vorinstanz
ihre Replik bzw. die damit vorgebrachten Voten für eine andere, schlangenlinienförmige
bzw. gekröpfte Zu- und Wegfahrt nicht gewürdigt habe.
3.1. Der Anspruch auf das rechtliche Gehör ist einerseits ein persönlichkeitsbezogenes
Verfahrensrecht der Beteiligten und schützt diese vor Herabminderung zum blossen
Verfahrensobjekt. Andererseits ist es ein Mittel der Sachaufklärung, das der optimalen
Aufarbeitung der relevanten Entscheidungsgrundlagen dient und im Rahmen des
Verfahrensrechts die Einführung der Sicht der Betroffenen ermöglicht. Der Anspruch
ergibt sich allein aus dem Verfahren heraus und gilt vorbehaltlos. Inhalt und Umfang
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des Gehörsanspruchs werden nicht abstrakt umschrieben, sondern werden am
Anspruch auf wirksame Mitwirkung anhand konkreter tatsächlicher und rechtlicher
Gegebenheiten nach Fallgruppen und im Einzelfall konkretisiert. Voraussetzung der
Wahrnehmung des rechtlichen Gehörs ist eine entsprechende Orientierung der
Betroffenen. Das Recht auf rechtliches Gehör räumt den Betroffenen sodann die
Möglichkeit ein, sich vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids
zur Sache zu äussern. Mit dem Anspruch auf effektive Mitwirkung korrespondiert, dass
die Behörde die Vorbringen der Beteiligten tatsächlich hört, prüft und berücksichtigt
und ihre Entscheide vor diesem Hintergrund begründet (G. Steinmann, in: St. Galler
Kommentar, 2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2008, Rz. 21 ff. zu Art. 29 BV).
3.2. Die Vorinstanz hat die Eingabe der Beschwerdeführer vom 29. März 2012 zur
Kenntnis genommen und in ihren Entscheid aufgenommen (angefochtener Entscheid:
Sachverhalt lit. E. b)). Inhaltlich hat sie sich nicht weiter mit dem von den Rekurrenten
erstellten Geländemodell und den verschiedenen perspektivischen Ansichten und
Darstellungen von oben (gekröpfte Ein- und Ausfahrt, gestrecktere Ein- und Ausfahrt
mit geschwungener Linienführung, gekröpfte Einmündung in die X.-strasse auf der
Nordseite der Tiefgarage) auseinandergesetzt. Nachdem die Vorinstanz aber zum
Schluss gekommen war, dass der Anspruch nach Art. 684 ZGB nicht über den
öffentlichrechtlichen Immissionsschutz hinausgehe und in diesem Zusammenhang
bereits rechtskräftig entschieden worden sei, dass die Lichtimmissionen im
Bagatellbereich lägen und folglich von der Bauherrschaft auch keine weiteren
Massnahmen gestützt auf das Vorsorgeprinzips verlangt werden könnten, war es auch
nicht nötig, sich noch vertieft mit den Vorschlägen der Nachbarn, welche diese
unaufgefordert erstellt und nachgereicht hatten, auseinanderzusetzen. Eine
Gehörsverletzung liegt somit nicht vor.
4. Die Beschwerdeführer erachten die Blendewirkung der wegfahrenden Fahrzeuge
beim gegenüberliegenden Grundstück als untragbar, weshalb sie der Ansicht sind,
dass die Tiefgaragenausfahrt nicht wie bewilligt gebaut werden dürfe.
4.1. Das Verwaltungsgericht hat bereits mit Urteil B 2010/227 und 228 vom 6. Juli 2011
E. 7.9. (abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch) rechtskräftig entschieden, dass es sich
vorliegend um eine zonenkonforme Nutzung handle, was zur Folge habe, dass auch in
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einem reinen Wohngebiet hinzunehmen sei, dass sich auf der gegenüberliegenden
Liegenschaft gelegentlich Fahrzeuge bewegten, die dabei kurz auf das
Nachbargrundstück zünden würden. Konkret sei die geplante Tiefgaragenausfahrt für
eine Überbauung mit neun Wohneinheiten à 18 Einstell- und vier Besucherparkplätzen
vorgesehen. Auf Grund der geringen Parkplatzanzahl und der reinen Wohnnutzung sei
während der Nacht bloss mit ein paar wenigen Fahrzeugbewegungen zu rechnen, was
zu keinen unzulässigen Lichtimmissionen führe.
Tatsächlich hat das im Umweltschutzrecht geltende Vorsorgeprinzip nur
emissionsbegrenzenden, nicht aber emissionseliminierenden Charakter. Das
Vorsorgeprinzip bietet deshalb keine Grundlage dafür, eine bestimmte Tätigkeit, welche
die massgebenden Belastungsgrenzwerte einhält, grundsätzlich zu verbieten. Liegen
die Immissionen unterhalb der Immissionsgrenzwerte, gibt es keine gefährlichen oder
erheblich störenden Einwirkungen (Art. 13 und 15 USG), so dass kein Anlass für
Einschränkungen besteht (Art. 74 Abs. 1 BV, Art. 1 Abs. 1 USG). Steht allein noch das
Vorsorgeprinzip zur Diskussion, haben die Nachbarn somit keinen Anspruch darauf,
dass ein Bauprojekt anders realisiert bzw. dass eine subjektiv störende Zufahrt ihren
Wünschen entsprechend möglichst weit weg vom eigenen Grundstück erstellt werde,
so dass sie gar keine bzw. möglichst wenig Beeinträchtigungen zu gewärtigen haben.
Im Umweltschutzrecht wird mit anderen Worten ein sogenannter Bagatellbereich
anerkannt, in welchem selbst nach dem Vorsorgeprinzip gemäss Art. 11 Abs. 2 USG
keine Massnahmen zu treffen sind. Dies führt dazu, dass Nachbarn weder einen
Anspruch auf vollständige Ruhe haben, noch darauf, dass eine Anlage völlig
geruchsfrei funktioniert oder dass es in ihrem Wohnhaus zu keinerlei
Raumaufhellungen kommt, wenn ein Fahrzeug der gegenüberliegenden
Wohnüberbauung die Tiefgarage im Dunkeln verlässt. Dies gilt insbesondere im
konkreten Fall. Die Beschwerdeführer wohnen mitten im Siedlungsraum, wo ein
gewisses Mass an Lichtimmissionen hinzunehmen ist. Daran ändert auch ihre
privilegierte Wohnlage nichts. Unter diesen Umständen muss die Zumutbarkeit von
Massnahmen im Sinn der Vorsorge nicht weiter geprüft und auch keine weitere
Interessenabwägung mehr vorgenommen werden (BGer 1C_216/2010 vom
28. September 2010 E. 5).
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4.2. Die Beschwerdeführer berufen sich hauptsächlich auf den zivilrechtlichen
Immissionsschutz und machen dabei geltend, dieser bestehe unabhängig vom
öffentlichrechtlichen Immissionsschutz und gehe über den Schutz nach dem
öffentlichrechtlichen Umweltschutzrecht hinaus.
4.2.1. Nach Art. 684 Abs. 1 ZGB ist jedermann verpflichtet, sich bei der Ausübung
seines Eigentums aller übermässigen Einwirkungen auf das Eigentum der Nachbarn zu
enthalten. Verboten sind insbesondere alle schädlichen und nach Lage und
Beschaffenheit der Grundstücke oder nach Ortsgebrauch nicht gerechtfertigten
Einwirkungen durch Luftverunreinigung, üblen Geruch, Lärm, Schall, Erschütterung,
Strahlung wie Licht oder durch den Entzug von Besonnung oder Tageslicht (Art. 684
Abs. 2 ZGB). Bei der Abgrenzung zwischen zulässiger und unzulässiger, d.h.
übermässiger Immissionen ist die Intensität der Einwirkungen massgebend. Diese
beurteilt sich nach objektiven Kriterien. Der Richter hat dabei eine sachlich begründete
Abwägung der Interessen vorzunehmen, wobei er den Massstab des Empfindens eines
Durchschnittsmenschen in der gleichen Situation zugrunde zu legen hat. Bei dem nach
Recht und Billigkeit zu treffenden Entscheid bleibt stets zu beachten, dass Art. 684
ZGB als nachbarrechtliche Norm in erster Linie der Herstellung eines nachbarlichen
Interessenausgleichs dienen soll. Sowohl bei der Beurteilung der Frage, ob die von ihm
festgestellten Einwirkungen angesichts der gegebenen örtlichen Verhältnisse als im
Sinne der genannten Bestimmung übermässig und damit unzulässig sind, als auch bei
der Anordnung der von ihm als geboten erachteten Vorkehren, steht dem Sachrichter
ein Ermessen zu (BGE 132 III 49 E. 2.1).
4.2.2. Der privatrechtliche und der öffentlichrechtliche Immissionsschutz stehen an sich
selbständig nebeneinander, wie die Beschwerdeführer zu Recht einwenden. Dennoch
bestehen zwischen den beiden Regelungen Berührungspunkte und Überschneidungen.
Insbesondere wenn das nach Lage, Beschaffenheit und Ortsgebrauch gerechtfertigte
und zu duldende Mass von Einschränkungen zu ermitteln ist (Art. 684 Abs. 2 ZGB),
können öffentlichrechtliche Vorschriften eine Rolle spielen (Bau- und
Zonenvorschriften, Normen betreffend Lärmschutz, Luftreinhaltung, Strahlung und
Erschütterung). Die allgemeinen Gebote der widerspruchsfreien und koordinierten
Anwendung der Rechtsordnung verlangen den sachgerechten Einbezug von und die
möglichst weitgehende Rücksichtnahme auf Normen anderer Rechtsgebiete zum
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gleichen Gegenstand. In diesem Sinn haben die rechtsanwendenden Behörden auf
eine Harmonisierung des Immissionsschutzes hinzuwirken (VerwGE B 2011/137 vom
20. März 2012 E. 5. mit Hinweis, abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch). Dabei werden
die Kantone, was das kantonale öffentliche Baurecht anbelangt, in ihren Befugnissen
durch das Bundeszivilrecht nicht beschränkt (Art. 6 ZGB). Das kantonale öffentliche
Recht darf zwar nicht Sinn und Zweck des Bundeszivilrechts widersprechen oder gar
dessen Anwendung vereiteln, es verfügt jedoch über eine "expansive Kraft" und
bestimmt mittels Bauordnung und Zonenplan mehr und mehr, was nach Lage und
Ortsgebrauch an Einwirkungen zulässig ist. Dabei verhält es sich freilich nicht so, dass
Zonenordnungen und Baureglemente die Lage der Grundstücke und den Ortsgebrauch
im Sinne von Art. 684 ZGB geradezu verbindlich festlegen würden. Indessen bildet das
öffentliche Baurecht einerseits ein Indiz für den Ortsgebrauch, und andererseits ist es
bei der Anwendung von Art. 684 ZGB insofern mitzubedenken, als die Einheit der
Rechtsordnung ein beziehungsloses Nebeneinander von privatem und öffentlichem
Recht verbietet. Art. 6 Abs. 1 ZGB stellt in diesem Sinn nicht nur einen unechten
Vorbehalt zu Gunsten der Kantone dar, sondern verpflichtet wie gesagt auch zur
Harmonisierung von Bundeszivil- und kantonalem öffentlichen Recht. Die Ausweitung
des öffentlichen Baurechts kann daher tendenziell auf Kosten des privatrechtlichen
Immissionsschutzes gehen. Dies ist jedoch insoweit sachlich gerechtfertigt und
hinzunehmen, als man es mit detaillierten Zonenordnungen und Baureglementen zu tun
hat. Nur diese vermögen der übergeordneten Zielsetzung der Raumplanung (Art. 1 des
Raumplanungsgesetzes, SR 700, abgekürzt RPG) und dabei insbesondere dem
Grundsatz der rationalen, das ganze Siedlungsgebiet umfassenden Planung gemäss
Art. 3 RPG zu genügen. Wird das Vorliegen einer übermässigen Einwirkung im Sinne
von Art. 684 ZGB mit dem Argument verneint, das Bauvorhaben entspreche den
massgebenden öffentlichrechtlichen Normen, und handelt es sich dabei um
Vorschriften, die im Rahmen einer detaillierten, den Zielen und Planungsgrundsätzen
des Raumplanungsrechts entsprechenden Bau- und Zonenordnung erlassen worden
sind, bedeutet dies somit in aller Regel keine Vereitelung von Bundesrecht (BGE 138 III
49 E. 4.4.2. mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 132 III 49 E. 2.2 mit Hinweis [Die
Praxis 7/2012 S. 515 f. E. 4.4.2.]).
4.2.3. Das vorliegende Baugesuch entspricht unbestrittenermassen dem
Überbauungsplan X.-strasse, während die verschiedenen Varianten mit der
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schlangenlinienförmigen und gekröpften Tiefgaragenausfahrt im Widerspruch mit dem
massgebenden, genehmigten und rechtskräftigen Überbauungsplan stehen. Dazu
kommt, dass der Sondernutzungsplan auch materiell dem öffentlichrechtlichen
Immissionsschutz bezüglich Lärm- und Lichtimmissionen Rechnung trägt, wie das
Verwaltungsgericht bereits vor einem Jahr bestätigt hat. Unter diesen Umständen ist
nicht erkennbar, warum diese Tiefgaragenzu- und -ausfahrt zu übermässigen
Immissionen im Sinn von Art. 684 ZGB führen soll, zumal im Rahmen des
zivilrechtlichen Nachbarschutzes lediglich vom Empfinden eines "normalen
Durchschnittsmenschen" auszugehen ist, während im Bereich des öffentlichrechtlichen
Immissionsschutzes auf Personen mit erhöhter Empfindlichkeit, wie Kinder, Kranke,
Betagte und Schwangere abgestellt werden muss (Art. 13 Abs. 2 USG, BGE 133 II 92
E. 3.3 mit Hinweis). Dies gilt auch an der vorliegenden privilegierten Aussichtslage.
Selbst an sehr bevorzugten Wohnlagen mit bester Aussicht ist es mittlerweile durchaus
ortsüblich, dass sich in der nächsten Nachbarschaft Liegenschaften mit Tiefgaragen
befinden, deren Ausfahrten senkrecht in die Quartierstrasse münden, so dass die
Scheinwerfer der ausfahrenden Autos kurz das gegenüberliegende Wohnhaus streifen
und anleuchten.
4.2.4. Eine übermässige Beeinträchtigung liegt auch nicht deshalb vor, weil auf dem
gegenüberliegenden Grundstück eine Überbauung mit mehreren Wohnungen samt
Sammelgarage erstellt wird, obwohl die vorliegende Wohnzone W2a an sich Ein- und
Zweifamilienhäusern vorbehalten ist. Es liegt im Planungsermessen der Behörde, hier
einen Sondernutzungsplan mit Mehrfamilienhäusern zu erlassen (VerwGE B 2010/227
und 228 vom 6. Juli 2011 E. 5.4., abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch). Mithin sind
Immissionen einer solchen Überbauung bzw. einer Sammelgarage privatrechtlich nicht
deshalb als übermässig anzusehen, weil die Überbauung von der Regelbauweise
abweicht. Dass pro Wohneinheit zwei Tiefgaragen- und ein paar wenige
Besucherparkplätze zur Verfügung stehen, ist gerade an privilegierter und nicht ganz
zentraler Wohnlage wie der vorliegenden im Übrigen durchaus ortsüblich.
4.2.5. Aus dem Gesagten folgt, dass die Beschwerdeführer nicht bloss mit Blick auf
das Umweltschutzrecht, sondern auch nach Art. 684 ZGB nicht verlangen können, vor
jeglicher Lichteinwirkung verschont zu bleiben, wenn diese von einer
ordnungsgemässen zonenkonformen Nutzung ausgeht. Daran ändert auch nichts, dass
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Licht zur Nachtstunde subjektiv störend wirken kann. Auf jeden Fall kann
ausgeschlossen werden, dass die vereinzelt wegfahrenden Fahrzeuge auf dem
gegenüberliegenden Grundstück der Beschwerdeführer eine krankmachende Wirkung
haben, wie diese mit ihrer Beschwerde geltend machen. Mit dem in diesem
Zusammenhang erwähnten Aufsatz von M. Baumann (Immissionsschutz versus
Lichtverschmutzung, SJZ 104/2008, S. 389 ff.) wird am Beispiel der taghell
erleuchteten Nacht zwar eine Mässigung namentlich im Umgang mit Licht gefordert.
Die vorliegend befürchtete Beeinträchtigung durch die Garagenausfahrt bewegt sich
jedoch in einem ganz anderen Grössenbereich als die zunehmenden übermässigen
Ausleuchtungen, die der Autor mit seinem Artikel anprangert. Die Scheinwerfer, welche
die Beschwerdeführer subjektiv stören mögen, liegen immissionsmässig in einem
absoluten Bagatellbereich, was keine übermässige Einwirkung im Sinn von Art. 684
ZGB bzw. keine unverhältnismässige Nachtruhestörung darstellt.
5. Zusammengefasst erweist sich die Beschwerde als unbegründet, womit sie
abzuweisen ist.
6. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten von den
Beschwerdeführern zu bezahlen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von
Fr. 2'500.-- ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12). Die Gebühr ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu
verrechnen.
Die Beschwerdegegner haben obsiegt, weshalb die unterlegenen Beschwerdeführer sie
ausseramtlich zu entschädigen haben (Art. 98 Abs. 1 VRP in Verbindung mit Art. 98bis
VRP). Da ihr Vertreter keine Honorarnote eingereicht hat, ist diese nach richterlichem
Ermessen festzulegen (Art. 6 und 19 der Honorarordnung für Rechtsanwälte und
Rechtsagenten, sGS 963.75, abgekürzt HonO). Angemessen erscheint eine
Entschädigung von Fr. 2'500.-- (Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO). Weil die zu entschädigende
Beschwerdegegnerin selber mehrwertsteuerpflichtig ist, kann sie die der
Honorarrechnung ihres Anwalts belastete Mehrwertsteuer von ihrer eigenen
Steuerschuld abziehen, ohne dass ihr dadurch eine Mehrbelastung entsteht. Daher
muss die Mehrwertsteuer bei der Bemessung der ausseramtlichen Entschädigung nicht
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zusätzlich berücksichtigt werden (vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st.
gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 194).
Demnach hat das Verwaltungsgericht