Decision ID: 7978ba6d-812c-4b5f-88fc-0ea1d4136958
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren
1953
, war
seit 1995
als selbständiger Masseur
in einem durch
schnittlichen Pensum von 6
0
%
tätig
(
Urk.
9/6-
7
,
Urk.
9/14,
Urk.
9/17
Ziff.
3,
Ziff.
3.2 und
Ziff.
5
,
Urk.
9/39/2
)
und meldete sich am 3
0.
März 2012 u
nter Hinweis auf seit einem Skiunfall im Jahr 2007 bestehende Knie- und Sprunggelenk
s
beschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
9/2
Ziff.
6.2-3
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
und verneinte nach
durchgeführt
em
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
9/19,
Urk.
9/21,
Urk.
9/23
)
mit Verfügung vom 1
2.
März 2014
einen Rentenanspruch (
Urk.
9/42
=
Urk.
2)
.
2.
Der Versicherte erhob am 1
4.
April 2014
Beschwerde gegen die Verfügung vom
1
2.
März 2014
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben
,
und es sei
en
ihm
mit Wirkung ab Oktober 2012 Rentenleistungen zuzusprechen. Eventuell sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen
(
Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
8.
Mai 2014
(
Urk.
8
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
6.
August 2014
wurden antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S. 2
) die unentgeltliche Prozessführung
und Rechtsvertretung
bewilligt und dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
13
).
Mit Eingabe vom
4.
März 2015 (
Urk.
14) reichte der Beschwerdeführer einen weiteren medizini
schen Bericht (
Urk.
15) ein, welcher der Beschwerdegegnerin am
9.
März 2015 zur Kenntnisnahme zugestellt wurde (
Urk.
17).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Rente der Invalidenversicherung ist grundsätzlich eine Erwerbsausfall-Versicherungsleistung. Versichert ist nicht der Gesundheitsschaden an sich, son
dern der durch den Gesundheitsschaden verursachte Verlust der Erwerbsmög
lichkeit (
Art.
1a
lit
. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG;
Art.
7
Abs.
1,
Art.
8
Abs.
1 ATSG). Umgekehrt deckt die Invalidenversicherung nur diejenigen Erwerbsverluste ab, die durch Gesundheitsbeeinträchtigungen verursacht sind, nicht Einbussen, die auf andere Gründe (z.B. wirtschaftliche, persönliche usw.) zurückzuführen sind. Der Invaliditätsgrad wird deshalb bei Erwerbstätigen so bestimmt, dass das Einkommen, welches die versicherte Per
son ohne Gesundheitsbeeinträchtigung erzielen könnte, demjenigen Einkommen gegenübergestellt wird, das sie nach Eintritt des Gesundheitsschadens erzielt bzw. bei zumutbarer Tätigkeit erzielen könnte (
Art.
16 ATSG;
Art.
28a
Abs.
1 IVG). Die Erwerbsinvalidität hängt somit nicht von der Einbusse des mutmassli
chen Potenzials beziehungsweise des funktionellen Leistungsvermögens als sol
chem ab, sondern von der effektiven, gesundheitlich bedingten Einbusse an Erwerbseinkommen. Nützte die versicherte Person im Gesundheitsfall ihr wirt
schaftliches Potenzial nicht voll aus, so ist dieser nicht verwertete Teil der Erwerbsfähigkeit nicht versichert. Denn wenn jemand vor Eintritt des
Gesund
heitsschadens
aus gesundheitsfremden Gründen nur ein sehr geringes, nicht existenzsicherndes Einkommen erzielt hat und nach Eintritt des
Gesundheits
scha
dens
immer noch ein Einkommen in unveränderter Höhe erzielen könnte, so ist nicht der Gesundheitsschaden ursächlich für eine allfällige tatsächliche Einkommenseinbusse; kausal sind vielmehr die (nicht bei der Invalidenversi
che
rung versicherten) wirtschaftlichen oder persönlichen Umstände, die bereits beim Gesunden die Erzielung eines höheren Einkommens verhindert haben (BGE 135 V 58 E. 3.4.1).
Die bundesgerichtliche Rechtsprechung schliesst nicht aus, dass auch bei Erwerb
stätigen unter Umständen nicht auf das zuletzt erzielte Einkommen abgestellt wird. Das trifft bei selbständig Erwerbenden dann zu, wenn aufgrund der Umstände mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzu
nehmen ist, dass die versicherte Person im Gesundheitsfall ihre nicht einträgli
che selbstständige Tätigkeit aufgegeben und eine besser
entlöhnte
andere Tätig
keit angenommen hätte, oder dann, wenn die vor der
Gesundheitsbeeinträch
tigung
ausgeübte selb
ständige Tätigkeit wegen ihrer kurzen Dauer keine genügende Grundlage für die Bestimmung des
Valideneinkommens
darstellt, zumal in den ersten Jahren nach Aufnahme der selbstständigen Erwerbstätigkeit üblicherweise aus ver
schie
denen Gründen (hohe Abschreibungsquote auf Neuinvestitionen etc.) die
Betriebsgewinne gering sind. Wenn sich hingegen die versicherte Person, auch als ihre Arbeitsfähigkeit noch nicht beeinträchtigt war, über mehrere Jahre hin
weg mit einem bescheidenen Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit begnügt hat, ist dieses für die Festlegung des
Valideneinkommens
massgebend, selbst wenn besser
entlöhnte
Erwerbsmöglichkeiten bestanden hätten. Das gilt auch dann, wenn beim Invalideneinkommen der versicherten Person aufgrund der Schadenminderungspflicht zugemutet wird, in eine einträglichere unselb
ständige Tätigkeit zu wechseln (BGE 135 V 58 E. 3.4.6).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mens
vergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Ein
kom
mens
vergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Wei
teren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre rentenanspruchsverneinende Verfü
gung (
Urk.
2) damit,
es sei nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer nach der Trennung von seiner Frau und deren Auszug aus der Wohnung hätte 100
%
arbeiten müssen. Es sei damit von einem hypothetischen Einkommen ohne Be
hinderung von
Fr.
29‘755.--
pro Jahr auszugehen. In einer angepassten Tätig
keit sei keine relevante Einschränkung ausgewiesen, weshalb der Beschwer
deführer bei einem Pensum von 100
%
rund
Fr.
61‘311.-- erwirt
schaften könnte.
D
er Einkommensvergleich
ergebe
keinen rentenbegründenden
Invalidi
tätsgrad
. Sämtliche vom Hausarzt genannten Diagnosen
würden
die Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätigkeit nicht einzuschränken
vermögen
(S. 2 f.).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
er sei seit ein
em Skiunfall im Jahre 2007
in der Ausübung seiner selbständigen Tätigkeit als Masseur erheblich beeinträchtigt. Zu
dem
leide er an Arthrose im rechten Kniegelenk,
an
morbider Adipositas, Vor
hofflimmern und an einem
lumbosa
kralen
Syndrom
(S. 3
f.
Ziff.
1)
. Bei der Berechnung des
Validenein
kommens
sei zu Unrecht keine Teuerung berücksichtigt worden. Auch sei nicht beachtet worden, dass er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im
Gesund
heitsfall
seine nicht einträgliche Tätigkeit aufgegeben und eine besser bezahlte Arbeit ausgeübt hätte
(S. 5 f.
Ziff.
3).
G
emäss seinem
Hausarzt
betrage die mög
liche Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit 30
%
(S. 6 f.
Ziff.
4).
Falls darauf
nicht abgestellt werde,
seien zwingend weitere Abklärungen vorzunehmen,
da auf die Einschätzung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
nicht abgestellt werden könne (S. 7 f.
Ziff.
5). Ausgehend von der attestierten bloss 30%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit, der Multimorbidität, des Vorliegens einer
chronischen und progredient verlaufenden Erkrankung sowie des fortge
schrittenen Alters werde die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bestritten
(S. 8
Ziff.
6).
Bei einer allfälligen Berechnung des Invaliditätsgrades sei zudem ein leidensbedingter Abzug zu gewähren (S. 9
Ziff.
8).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers und damit zusammenhängend die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine verlässliche Beurteilung seiner Arbeitsfähigkeit erlaubt.
3.
3.1
Dr.
med.
Y._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
Z._
, nannte in ihrem undatierten, am 1
3.
Juni 2012 bei der Beschwerdegegnerin eingegangen Bericht (
Urk.
9/9) als Diagnose mit Auswir
kung
auf die Arbeitsfähigkeit
eine anamnestische Kniegelenksarthrose. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie ein persistie
rendes Vorhofflimmern, eine arterielle Hypertonie und eine morbide Adipositas (
Ziff.
1.1). Der Beschwerdeführer sei seit September 2009 bei ihr in Behandlung und die letzte Kontrolle sei am
4.
Juni 2012 erfolgt (
Ziff.
1.2).
Dr.
Y._
führte aus, betreffend die
Kniegelenksarthrose könnten keine Angaben gemacht wer
den. Von kardialer Seite her bestehe ein persistierendes
Vorhofflimmern und eine noch nicht ausreichend therapierte arterielle Hypertonie. Die Prognose sei bei anzustrebender Gewichtreduktion gut (
Ziff.
1.4). Von kardialer Seite her beste
he in der bisherigen Tätigkeit als Physiotherapeut keine Einschränkung (
Ziff.
1.6-7).
3.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt Allgemeine Innere Medizin und Haus
arzt des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
9/2
Ziff.
6.5), diagnostizierte mit Bericht vom
1.
Juli 2012 (
Urk.
9/11) eine fortgeschrittene Arthrose im linken Knie bei Zustand nach Fraktur und
Bandapparatsschaden
(
Ziff.
8). Der Beschwerdeführer könne noch leichte Arbeiten ohne Nässe, Hitze, Wechselschicht, häufiges Bücken, Heben, Tragen von Lasten, ohne Klettern und Steigen verrichten, sofern es sich dabei um eine sitzende Tätigkeit mit zusätzlichen Pausen, wechselnder Körperhaltung ohne besonderen Zeitdruck und abwechselnd im Gehen, Stehen und Sitzen handle. Die Arbeitsfähigkeit sei durch die Adipositas und die Folgen der Knieverletzung sowie das vorhandene Lendenwirbelsäulen (LWS)-Syndrom herabgesetzt (
Ziff.
10). Die angestammte Tätigkeit als Masseur sei zu 30
%
zumutbar, ebenso eine behinderungsangepasste Tätigkeit (
Ziff.
11).
Dr.
A._
führte mit Bericht vom
4.
Juli 2012 (
Urk.
9/13/1-5) zur Diag
nose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aus, dass die derzeit bestehenden Erkrankungen einen chronischen Charakter hätten. Die posttraumatischen Probleme im linken Knie bestünden seit dem Unfall 200
7.
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
A._
eine
Hypercholes
terinanämie
, eine arterielle Hypertonie sowie ein Vorhofflimmern (
Ziff.
1.1). Als Therapie sei eine deutliche Gewichtsreduktion und eine prothetische Versorgung des rechten Knies zu empfehlen. Ob eine prothetische Versorgung des linken Knies sinnvoll sei, könne
Dr.
A._
nicht entscheiden (
Ziff.
1.5). Der Be
schwerdeführer arbeite als Masseur, was eine stehende Tätigkeit sei. Dies ver
ur
sache starke Schmerzen
vorwiegend im rechten Kniegelenk. Längeres Sitzen sei infolge des
Lumbosakralsyndroms
ebenfalls problematisch. Er sei deshalb ange
stammt nur 20 bis 30
%
einsetzbar. Eine angepasste Tätigkeit wäre ab so
fort möglich, müsste jedoch hinsichtlich des zeitlichen Umfangs ausprobiert werden, der Umfang könne vier bis acht Stunden betragen (
Ziff.
1.7). Nach
Gewichtsre
duktion
und Knieprothetik werde sich die Arbeitsfähigkeit mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verbessern (
Ziff.
1.8). Aktuell habe er keine Arbeitsunfähigkeit attestiert (Ziff. 1.9).
3.3
Dr.
med.
B._
,
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe
,
führte in seiner Ärztlichen Bescheinigung vom 1
6.
August 2013 (
Urk.
9/27/
2
) aus, der Patient befinde sich bei ihm in psychiat
rischer Behandlung. Er leide an einer
Anpassungsstörung
mit depressiver Reak
tion bei morbider Adipositas und Herz
beschwerden. Aufgrund dessen bestehe eine Leistungseinschränkung von 50
%
.
3.
4
Dr.
A._
führte in seinem Bericht vom 2
7.
September 2013 (
Urk.
9/34) aus,
die Restleistungsfähigkeit des Beschwerdeführers bestehe in einer Tätigk
eit mit Wechselbelastung, ohne Heben und T
ragen und ohne Lasten transportieren zu müssen. Die Tätigkeit beinhalte auch kein Ersteigen von Treppen, Leitern und Gerüsten sowie überwiegend Geh- und Stehbelastungen oder Verharren in Zwangshaltungen.
Die Tätigkeit als Masseur sei zwangsläufig mit einer Zwangshaltung und Ver
harren in einer gebeugten Stellung über dem Patienten verbunden. Der Be
schwerdeführer könne etwa 45 Minuten arbeiten
. Danach
sei er
erschöpft
,
habe Schmerzen vor allem in den Kniegelenken und bekomme Herzklopfen. Die Ein
schränkung der Leistungsfähigkeit resultiere aus der Polyarthrose mit Schwer
punkt an beiden Kniegelenken und der fortgeschrittenen Adipositas, die die körperliche Leistungsfähigkeit erheblich einschränke (S. 1). Die
Restleis
tungsfä
hig
keit
könne weiterhin auf 20 bis 30
%
geschätzt werden und betrage höchs
tens 50
%
. Eine genauere Bezeichnung der Restleistungsfähigkeit könnte even
tuell durch eine Beobachtung am Arbeitsplatz
erfolgen
(S. 2).
3.
5
Dr.
A._
stellte in seinem Bericht vom
6.
Februar
20
14 (
Urk.
9/38)
fol
gende Diagnosen
mit
Auswirkungen
a
uf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
4
):
Arthrose
in beiden
Kniegelenke
n
Herzinsuffizienz mit eingeschränkter Pumpfunktion
Adipositas
eingeschränkte Lungenfunktion, möglicherweise COPD
Depression
en
Dr.
A._
führte aus, aus diesen Diagnosen leiteten sich die bestehenden Einschränkungen ab. Hauptsächlich handle es sich hier um eine verminderte Leistungsfähigkeit bei Adipositas und Herzinsuffizienz sowie durch Schmerzen eingeschränkte Mobilität und eingeschränktes Durchhaltevermögen (
Ziff.
2)
. Der Verlauf sei progredien
t
und
die Progression werde nicht nur durch die krank
haften Veränderungen sondern auch durch die natürlichen Alterungs- und Verschleissprozesse verursacht.
Wie der chronologische und prozentuale Verlauf der Arbeitsunfähigkeit in der bis
herigen Tätigkeit gewesen sei, könne er leider nicht sagen. Die einzige
Arbeits
unfähigkeitsbescheinigung
, die in seiner Praxis zu 80
%
ausgestellt wor
den sei, habe sich auf den Zeitraum vom 2
3.
April bis 2
3.
Mai 2013 bezogen
(
Ziff.
3)
.
Auch in einer adaptierten körperlich leichten Tätigkeit ohne Heben und Tragen und Transportieren von Lasten und ohne Ersteigen vo
n Treppen, Leitern und Gerüsten,
ohne überwiegende Geh- und Stehbelastungen
,
ohne Verharren in Zwangshaltungen und unter Abgrenzung von invaliditätsfremden Faktoren
betrage die Arbeitsfähigkeit 30
%
. Schon das Bewegen des eigenen Körpers
mit
140 kg bei 1.89 m Körpergrösse
bereite dem Patienten erhebliche Mühe (
Ziff.
4).
3.
6
Dr.
med. C._
, Facharzt für Anästhesiologie,
RAD
,
führte in seiner Stellung
nahme vom
4.
März 2014 (
Urk.
9/41/4-5) aus,
Dr.
A._
habe
gemäss eigenen Angaben
einzig
im
Zeitraum vom 2
3.
April bis 2
3.
Mai 2013 eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit sei damit nicht ausgewiesen. Seine Beurteilung einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
im September 2013 und jetzt von 30
%
in angepass
ter Tätigkeit
begründe
Dr.
A._
im Wesentlichen mit Vorhofflimmern, einer eingeschränkten Lungenfunktion, Adipositas und
mit
Depression
en
. Eine Abgrenzung psycho
sozialer Faktoren bei der Beurteilung de
r Arbeitsfähigkeit (Masseur ohne eigene Praxisräume,
Trennung) finde sich nicht. A
nzumerken
sei
, dass ein Vorhofflim
mern die häufigste vorkommende Herzrhythmusstörung sei und eine relevante Einschränkung in angepasster Tätigkeit nicht zu begründen
vermöge
.
Bei der COPD-D
iagnose handle es sich bei einem forcierten exspiratorischen Volumen (
FEV1
)
von 52
%
lediglich um eine mittelschwere Einschränkung
,
und auch damit sei eine angepasste Tätigkeit uneingeschränkt möglich. Die Adipo
sitas sei per se aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht nicht relevant. Die „Depressionen
“
seien
von
Dr.
B._
im August 2013 als Anpassungsstörung beschrieben
worden
, welcher das invalidenversicherungsrechtlich relevante Kriterium der Dauerhaftigkeit fehle. Zudem begründe
Dr.
B._
eine Arbeitsun
fähigkeit von 50
%
fachfremd mit Adipositas und Herzbeschwerden.
Der
seit vielen Jahren bestehenden Kniearthrose rechts und dem
lumbosakralen
Syndrom, damals in Behandlung mit guter Prognose, sei in angepasster Tätig
keit ebenfalls kein relevant einschränkender
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zuzuordnen. Zusammenfassend sei eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit zu kei
nem Zeitpunkt ausgewiesen.
3.
7
Die Ärzte der
D._
stellten in ihrem nach Verfügungserlass vom Beschwerdeführer eingereichten Bericht
vom 2
9.
Juli 2014 (
Urk.
15) folgende Diagnosen (S. 1):
mittelgradige bis schwere depressive Episode ohne psychotische Symp
tome (ICD-10 F32.2)
morbide Adipositas
tachykardes
Vorhofflimmern
Gonarthrose beidseits
arterielle Hypertonie
prärenale
chronische Niereninsuffizienz,
Differenzialdiagnose bei NSAR-K
onsum, Differenzialdiagnose bei Dehydrierung mit
eGFR
gemäss MDRD (korrigiert auf die Körperoberfläche von 80 ml/min, bei Status nach per
oraler Hydrierung und NSAR-Karenz, 1
7.
Juli 2014, bei pathologischem
Mikraltest
vom 1
7.
Juli 201
4
: mit 50 mg/l Mikroalbumin
)
Die Ärzte der
D._
führten aus, der Patient sei vom 2
6.
Juni bis 1
8.
Juli 2014 in ihrer Klinik hospitalisiert gewes
en. Der Eintritt sei freiwillig
bei depressivem Syndrom vor dem Hintergrund einer morbiden Adipositas,
einer
ka
rdialen Problematik und weiterer psychosozialer
Belastungssituation
auf Zuweisung des Hausarztes erfolgt
(S. 1).
Zum psychischen Befund bei Eintritt führten die Är
zte aus, der Beschwerdeführer habe sich wach, bewusstseinsklar, zu allen Modali
täten orientiert und in der Konzentration subjektiv vermin
dert gezeigt. Die Auffassung sei intakt und
formalgedanklich sei er geordnet
gewesen. Er habe sich
etwas weitschweifig
gezeigt
, Gedankenkreisen, Grübeln, kohärent, keine inhaltlichen Denkstörungen, keine Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen, im Affekt gedrückt, auslenkbar. Der Appetit sei vermindert
gewesen
und es
hätten
Ein- und Durchschlafstörungen
bestanden, ohne
akute Selbst- oder
Fremdge
fährdung
(S. 2 unten).
Zum Verlauf führten die Ärzte aus, d
er Patient habe bei Eintritt ein depressives Syndrom mit mässig gedrückter Stimmung, Antriebsstörung, negativen Zu
kunfts
perspektiven, Konzentrationsstörungen und Schlafstörungen gezeigt. Unter medikamentöser Therapie sei es zu einem leichten Rückgang der depressi
ven Symptomatik, insbesondere der Schlafstörungen gekommen. Psychothera
peutischer Fokus seien Psychoedukation und Arbeit am Krankheitsmodell
gewesen. Im Vordergrund
seien
allerdings die ausgeprägten körperlichen Ein
schränkungen des Patienten gestanden, welche ihm aktuell ein aktiveres Leben verunmöglichten. Zudem sei es während des Aufenthaltes zu einer Verschlech
terung einer vorbestehenden Niereninsuffizienz gekommen. Am 1
8.
Juli 2014 sei der Beschwerdeführer auf eigenen Wunsch aus der Klinik ausgetreten, um für Abklärungen bezüglich einer Kniebehand
lung nach
E._
zu reisen
(S.
3 Mitte)
.
In Anbetracht der massiven körperlichen Beschwerden im Rahmen der morbi
den Adipositas sei die bestehende depressive Symptomatik als aktuell nicht im Vordergrund stehend zu betrachten
,
und es werde primär eine Adipositas-spezi
fische Therapie empfohlen, was ausführlich mit dem Patie
nten besprochen wor
den sei (S. 3
unten
).
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin ging gestützt auf die Einschätzung des RAD-Arztes
Dr.
C._
vom März 2014 (vorstehend E. 3.
6
)
davon aus, dass
dem Beschwerde
führer
eine angepasste Tätigkeit unein
geschränkt
zumutbar
sei (vgl. vorstehend E. 2.1).
Der Beschwerdeführer verwies dagegen auf seinen behandelnden Haus
arzt
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.2 und
E.
3.4-5
), welcher
selbst in einer angepassten Tätigkeit lediglich noch
eine
Arbeitsfähigkeit von 30
%
attestierte (vorstehend E. 2.2).
4.2
Einhergehend mit
Dr.
Y._
(vorstehend E. 3.1)
erachtete
Dr.
C._
, RAD,
den Beschwerdeführer
in se
iner Einschätzung vom März 2014
aus kardiologischer Sicht in einer angepassten Tätigkeit für nicht eingeschränkt, ebenso wenig durch die COPD-Diagnose
und
die Depression.
Die Adipositas befand
Dr.
C._
aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht für nicht relevant.
Dr.
A._
ist insofern beizupflichten, dass die Tätigkeit als Masseur nicht mehr geeignet ist. Die
Einschränkung der Leistungsfähigkeit
leitete er
vor allem von der Adipositas und der Herzinsuffizienz
sowie der Kniebeschwerden
ab.
Nicht gefolgt werden kann
Dr.
A._
jedoch in seiner Beurteilung, wonach
der Beschwerdeführer
-
da schon das Bewegen des Körpers bei 14
0 kg Körpergewicht Mühe bereite -
aufgrund seiner Beschwerden
auch in einer ange
passten
Tätigkeit massiv eingeschränkt
sei
.
Diesbezüglich
ist zu beachten, dass Fettleibigkeit grundsätzlich keine
leistungs
begründende
Invalidität begründet,
wenn sie keine körperlichen, geistigen oder psychischen Schäden bewirkt und nicht die Auswirkung von solchen Schäden ist. Hingegen muss sie unter Berücksichtigung der besonderen Gegebenheiten
des Einzelfalles als invalidisierend betrachtet werden, wenn sie weder durch geeignete Behandlung noch durch zumutbare Gewichtsabnahme auf ein Mass reduziert werden kann, bei welchem das Übergewicht in Verbindung mit allfäl
ligen Folgeschäden keine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit beziehungsweise der Betätigung im bis
herigen Aufgabenbereich zur Folge hat (ZAK 1984 S. 345 f. E. 3; Urteile des Bundesgerichts I 839/06 vom 17. August 2007 E. 4.2.3 und I 745/06 vom 21. März 2007 E. 3).
D
en vorliegenden medizinischen Beric
hten
lassen sich keine Hinweise auf
eine sekundäre Ursache der Adipositas
entnehmen
.
Effektive Anstrengungen
,
sein
Gewicht zu reduzieren oder hierfür
schadenmindernd
zu handeln,
sind nicht dokumentiert.
Bereits
Dr.
Y._
wies
nach
Kontrolle des Beschwerdeführers im Juni 2012 darauf hin, dass eine Ge
wichtsreduktion anzustreben sei
,
und
auch die Ärzte der
D._
sahen
in ihrem nach Verfügungserlass eingegangen Bericht vom Juli 2014 (vorstehend E. 3.
7
) in erster Linie die Adipositas und die damit einhergehenden Begleiterscheinungen, welche dem Beschwerdeführer ein akti
veres Leben verunmöglichten, als im Vordergrund stehend an und rieten ihm zu einem therapeutischen Ang
ehen der Adipositas-Problematik.
4.3
Auch in
psychiatrischer Hinsicht
ist kein aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht relevanter Gesundheitsschaden ausgewiesen.
So
handelt es sich bei der von
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.
3
) im August 2013
diagnostizierten
Anpas
sungs
störung
um ein nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung grund
sätzlich vorübergehendes und deshalb an sich nicht invalidisierendes Lei
den (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_4/2013 vom 1
9.
Dezember 2013, 8C_1055/2010 vom 1
7.
Febr. 2011, 9C_408/2010 vom 2
2.
November 2010 so
wie 8C_322/2010 vom
9.
August 2010).
Der von den Ärzten der
D._
im Juli 2014 erstellte Bericht (vorstehend E. 3.
7
)
betrifft einen Zeitraum nach
Verfü
gungserlass
und
ist
für das vorliegende Verfahren
daher
grundsätzlich unbe
achtlich. Zu bemerken ist diesbezüglich ledig
lich, dass die
dortige
Beschreibung
der psychischen Befundlage
sich nicht mit der gestellten Diagnose einer mittel
gradig bis schweren depressiven Episode (ICD-10 F 32.2) verein
bar
en lässt.
Die vom Beschwerdeführer vorgebrachte lumbale Problematik, welche gegen eine rein sitzende Tätigkeit sprechen würde, ist weder bildgebend noch in fach
ärztlichen Berichten ausreichend dokumentiert, als dass auf eine weitergehende Einschränkung des Belastungsprofils geschlossen werden könn
t
e.
V
on fachärztlicher Seite her
wurde
zudem
weder betreffend die Herzproblematik noch betreffend die Lungenproblematik eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
attestiert
,
so dass auf die Einschätzung von
Dr.
C._
, RAD,
abgestellt werden kann.
Insgesamt
erscheint
damit in erster Linie
eine umfassende Gewichtsreduktion angezeigt, da es sich bei den meisten Beschwerden, insbesondere auch der Atemnot
und dem Vorhofflimmern
, mit grosser Wahrscheinlichkeit um Folge
erscheinungen des massiven Übergewichts handelt
(vgl. hierzu auch
Urk.
9/13/14-15 S. 2)
.
Gründe welche dafür sprechen würden, dass der Beschwer
deführer von seiner Eigenverantwortung zu entbinden wäre, eigene genügende Bemühungen hinsichtlich der Gewichtsreduktion zu unternehmen und sich damit in die Lage zu versetzen, in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
erwerbstätig zu sein, liegen keine vor.
4.
4
Aufgrund des Gesagte
n ist davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Masseur eingeschränkt ist, ihm jedoch eine behinderungsangepasste Tätigkeit in eine
m Pensum von 100
%
zumutbar ist.
Bei einer ausgewiesenen Arbeitsfähigkeit von 100
%
in angepasster Tätigkeit
ist - entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers - in Anbetracht der relativ hohen Hürden, welche das Bundesgericht für die Unverwertbarkeit der
Restarbeitsfä
higkeit
älterer Menschen entwickelt hat (vgl. Urteil 9C_918/2008 vom 2
8.
Mai 2009 E. 4.3) von einer Verwertbarkeit dieser Arbeitsfähigkeit auszugehen
.
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 1
3.
März 2014 E. 2.1 mit Hinweis auf SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203, 9C_830/2007 E. 5.1).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt ab von den Umständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten mass
gebend sind (Urteil
des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 107 V 17 E. 2c).
Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.1 mit Hinweisen).
Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt zu verwerten, hängt nicht zuletzt auch davon ab, welcher Zeit
raum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Die im gesamten Bereich des Sozialversicherungsrechts geltende Schadenminderungspflicht und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast gebieten grundsätzlich, die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit möglichst früh zu beantworten. Gemäss BGE 138 V 457 E. 3.4 steht die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).
Aufgrund der medizinischen Akten ist davon auszugehen, dass die
Restarbeits
fähigkeit
des Beschwerdeführers seit je her 100
%
betrug. Damit war ihm nach dem im Jahr 2007 erlittenen Unfall möglich, diese Arbeitsfähigkeit - auch mit
tels Aufnahme einer unselbständigen Erwerbstätigkeit (vgl. dazu beispielsweise die Urteile des Bundesgerichts 9C_834/2011 vom
2.
April 2012,
9C_624/2013 vom 1
1.
Dezember
2013
und
8C_7
48/2011 vom 1
1.
Juni 2012) - zu verwerten, war er doch damals erst 54 Jahre alt und hatte damit eine verbleibende Erwerbsdauer von gut 11 Jahren vor sich. Weitere Gründe, die gegen eine Selbsteingliederung sprechen, sind nicht ersichtlich. Zudem hat die
Beschwer
degegnerin
dem Beschwerdeführer ihre Hilfe bei der Eingliederung angeboten, was dieser jedoch ablehnte (vgl.
Urk.
9/26;
Urk.
9/28).
5.
5.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frü
hestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensent
wicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 1
34 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
5.2
Für die Vornahme des Einkommensvergleiches ist grundsätzlich auf die Gege
ben
heiten im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenb
eginns und
damit
auf das Jahr 2012
abzustellen (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Das
Valideneinkom
men
ist
anhand der Verhältnisse vor Eintritt des
Gesundheitsschadens im Jahr 2007
und der damit einhergehe
nden Reduktion der selbständig ausgeübten Tätigkeit als Masseur,
mithin
ausgehend vom Jahr 2006
zu bestimmen.
Als hypothetisches
Valideneinkommen
(vorstehend E.
5.1) gilt das Einkommen, das der Beschwerdeführer erzielen könnte, wenn er
nicht invalid geworden wäre. Massgebend ist, wa
s der Beschwerdeführer
als Gesunde
r
bei sonst gleicher Situation tatsächlich er
zielen würde, und nicht, was er
bestenfalls verdienen könnte. Ist aufgrund der Umstände des E
inzelfalles anzunehmen, dass er
sich als Gesunde
r
voraussichtlich dauernd mit einer bescheidenen Erwerbstätigkeit begnügen würde, so ist d
arauf abzustellen, auch wenn er
an sich besser
ent
löhn
te
Erwerbsmöglichkeiten hätte (ZAK
1992 S. 92 E. 4a; Urteil M. vom
4.
April 2002, I 696/01, E. 4a
).
Vorliegend hat der
Beschwerdeführer
über Jahrzehnte lang eine selbständige Erwerbstätigkeit ausgeübt. Darin liegt keine kurze Dauer im Sinne der Recht
sprechung. Es bestehen
keine Anhaltspunkte dafür, dass er
ohne die gesund
heitliche Beeinträchtigung
seine
selbständige Tätigkeit
als Masseur
zugunsten einer besser
entlöh
nten
Tätigkeit aufgegeben hätte.
Gründe dafür, dass er
in der Schweiz mit seiner Ausbildung als Agraringenieur
nicht
eine besser bezahlte Stelle - selbst in Teilzeit - hätte finden können,
sind
nicht ersichtlich.
Beschwerdeweise wurde
auch nicht vorgebracht, welche Tätigkeit er denn kon
kret ausgeübt hätte. Lediglich der Hinweis auf die erfolgte Scheidung von der Ehefrau reicht hier nicht aus, um mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit annehmen zu können, er würde im Gesundheitsfall einer besser
entlöhnten
Tätigkeit nachgehen.
Es besteht deshalb kein Grund, das aus wirtschaftlichen Gründen unterdurch
schnittliche
Valideneinkommen
auf einen durchschnittlichen Tabellenlohn auf
zurechnen (vorstehend E. 1.2, Urteile des Bundesgerichts 9C_560/2008 vom 1
2.
Dezember 2008 sowie
I 575/00 vom
9.
Mai 2001 E. 3).
Hingegen erscheint glaubhaft und ist im Übrigen auch unbestritten, dass er nach
der Scheidung von seiner Ehefrau
seine Tätigkeit als Masseur nun
in einem
Pensum von 100
%
ausüben müsste
.
Der Beschwerdegegnerin folgend ist vom durchschnittlich
in den letzten fünf
Jahren
vor Eintritt
des Gesundheitsschadens mit
der
selbständigen
Tätigkeit als Masseur
in einem Pensum von 60
%
erzielten
Einkommen von
Fr.
1
7
‘
660
.--
aus
zugehen
(vgl.
Auszug aus dem individuellen Konto;
IK-Auszug,
Urk.
9/6)
. Dies ergibt unter
Aufrechnung auf ein
Pensum
von 100
%
und unter
Berück
sichtigung der Nominallohnentwicklung
von 1.3
%
im Jahr 2007, von 2.0
%
im Jahr 2008, von 1.9
%
im Jahr 2009, von 1
.0
%
im Jahr 2010
(Die Volkswirt
schaft 6-2012, S. 95 Tabelle B 10.2,
lit
. M-O), von
0
.6
%
im Jahr 2011 und von 0.3
%
im Jahr 2012
(
Die Volkswirtschaft 3/4-2015, S.
89 Tabelle B 10.2,
Ziff.
86-88)
ein
Valideneinkommen
von
rund
Fr.
31‘582.
-- im Jahr 2012
(
Fr.
17
‘
660
.-- : 6 x 10 x
1.013 x 1.020 x 1.019 x 1.010 x 1.006 x 1.003).
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, nament
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bun
desamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standar
disierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, wes
halb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche
Wo
chenarbeitszeit
aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
5.4
Für die Bemessung des Invalideneinkommens ist auf den standardisierten
Durch
schnittslohn
für einfache und repetitive Tätigkeiten in sämtlichen Wirt
schaftszweigen des privaten Sektors abzustellen. Das im Jahr 2010 von Män
nern im Durchschnitt aller einfachen und repetitiven Tätigkeiten erzielte Ein
kommen betrug
Fr.
4'901.-- (LSE 2010, S. 26, Tabelle TA1, Total, Niveau 4). Dies ergibt umgerechnet auf ein Jahr, bei einer durchschnittlichen
Wochenar
beitszeit
von 41.
7 Stunden (Die Volkswirtschaft 3/4-2015
, S. 88
Tabelle B 9.2, Total), unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
von 1.0
%
im Jahr 2011 und 0.8
%
im Jahr 2012 (Die Volkswirtschaft 3/4-2015, S.
89
Tabelle B 10.2, Nominal Total) rund
Fr.
62'420
.-- für das Jahr 2012
(
Fr.
4'901.--: 40 x 41.7 x 12 x 1.010
x
1.008
).
5.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
wer
ten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nann
ten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
In Anbetracht des fortgeschrittenen Alters des Beschwerd
eführers rechtfertigt sich ein
Abzug von 10
%
.
5.6
Unter Berücksichtigung eines Abzugs von 10
%
ergibt sich ein
Invalidenein
kommen
in der H
öhe von rund
Fr.
56‘178.-- (
Fr.
62'420.--
x 0.9). Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
31‘582.
--
resultiert somit
k
eine
Einkommensein
busse
und demnach kein rentenbegründender Invaliditätsgrad
.
Die angefochtene Verfügung erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
6
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem unterliegenden Beschwerde
führer aufzuerlegen, zufolge gewährter unentgeltli
cher Prozessführung (vgl.
Urk.
13
) aber einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6
.2
Mit Honorarnote vom 2
3.
Juli 2015 (
Urk.
19) machte
Advokatin Karin
Wüthrich
von der
Procap
Schweiz
für ihre Bemühungen und Auslagen als unentgeltliche Rechtsver
treterin eine
n
Auf
wand von 11.45 Stunden und
Barauslagen
von
Fr.
141.50
geltend, was als
angemessen
erscheint
, weshalb ihr eine Entschädi
gung von
Fr.
2‘255.05
(inkl. Auslagen und 8
%
Mehrwertsteuer) aus der Ge
richtskasse auszurichten ist
.