Decision ID: 50fdd55a-f35a-493f-b758-14cce9e3acc5
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
R._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Christian Eggenberger, Bahnhofstrasse 29,
Postfach 223, 9471 Buchs,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Ergänzungsleistung zur IV
Sachverhalt:
A.
A.a R._ (Jahrgang 1967) meldete sich am 17. Juni 2004 zum Bezug von
Ergänzungsleistungen (EL) an. Sie gab an, sie sei seit dem 1. Juni 2003 Bezügerin einer
ganzen Invalidenrente und darüber hinaus selbständigerwerbend. Seit dem 26. Juli
2002 sei sie geschieden. Sie bewohne die ihr gehörende Liegenschaft nicht (EL-act. 55
und 56). Mit Verfügung vom 4. November 2004 sprach die EL-Durchführungsstelle des
Kantons St. Gallen der Versicherten ab 1. November 2004 EL in der Höhe von Fr.
361.-- zu. Dabei berücksichtigte sie in der Berechnung die gesamten
Hypothekarschulden (EL-act. 45).
A.b Anlässlich eines Revisionsverfahrens reichte die Versicherte das Scheidungsurteil
sowie Belege über die Hypothekarschuld ein. Zugleich gab sie bekannt, dass sie seit
dem 1. Oktober 2007 in der eigenen Liegenschaft wohne (EL-act. 28). Aus dem
Scheidungsurteil vom 26. Juli 2002 ist ersichtlich, dass der Versicherten der hälftige
Miteigentumsanteil des Ehegatten zu übertragen war, womit diese Alleineigentümerin
wurde. Die geschiedenen Eheleute blieben weiterhin Schuldner der bestehenden
Hypotheken, das heisst, es hat keine Schuldübernahme stattgefunden. Bei einem
Verkauf der Liegenschaft sind gemäss Scheidungsurteil aus dem Erlös vorab die
Hypothekarschulden zu tilgen, wobei das Risiko eines Ehegatten auf die Hälfte der
Hypothek begrenzt wird. Bei einer Vermietung sind die Mieteinnahmen in erster Linie
zur Bezahlung der Hypothekarzinsen und in zweiter Linie zur Begleichung der
Liegenschaftskosten zu verwenden. Ein Ehegatte hat lediglich für die Hälfte der
Hypothekarzinsen einzustehen (EL-act. 28 - 10/11). Mit Verfügung vom 5. November
2007 teilte die EL-Durchführungsstelle der Versicherten mit, die EL werde ab 1.
November 2007 eingestellt. Sie gab dazu an, man habe die EL neu berechnet. Die
Hypothekarschuld und -zinsen seien nur zu Hälfte in der Berechnung zu
berücksichtigen (EL-act. 25). Dagegen wendete die Versicherte am 12. November 2007
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ein, wie aus dem Brief der Bank hervorgehe, habe sie bei einem Verkauf der
Liegenschaft für die gesamte Hypothekarschuld einzustehen. Der Ex-Ehegatte stehe
seit der Scheidung lediglich in der Pfandhaft. Sie bitte um Korrektur des
Schuldenbetrags (EL-act. 22).
A.c Mit Verfügung vom 5. Dezember 2007 korrigierte die EL-Durchführungsstelle ihre
Berechnung und sprach der Versicherten ab 1. November 2007 eine EL in der Höhe
von Fr. 248.-- zu. Weiterhin zog sie nur die Hälfte der Hypothekarschuld beim
Vermögen ab, rechnete jedoch im Unterschied zur Verfügung vom 5. November 2007
nur noch die Hälfte des Liegenschaftsertrags an. Sodann kündigte sie an, wegen
Geringfügigkeit auf eine Rückforderung zu verzichten (EL-act. 20). Am 21. Dezember
2007 wurde die Erhöhung der EL ab 1. Januar 2008 auf Fr. 418.-- verfügt, weil neu ein
höherer Freibetrag beim Vermögen abgezogen werden konnte (EL-act.19). Mit weiteren
Verfügungen vom 8. Januar 2008 sprach die EL-Durchführungsstelle der Versicherten
eine höhere EL in der Höhe von Fr. 376.-- ab 1. November 2007 sowie in der Höhe von
Fr. 526.-- ab 1. Januar 2008 zu, weil der tiefere Verkehrswert der Liegenschaft, wie er
seit Oktober 2007 feststand, noch nicht in der Berechnung berücksichtigt worden war
(EL-act. 16 und 18).
A.d Am 25. Juni 2008 liess die Versicherte um Wiedererwägung der Verfügung vom
8. Januar 2008 ersuchen. Bei der Verfügung sei offensichtlich zu Unrecht nur die Hälfte
der Hypothekarschuld berücksichtigt worden (EL-act. 9). Die EL-Durchführungsstelle
trat am 3. Juli 2008 auf das Wiedererwägungsgesuch nicht ein (EL-act. 8).
A.e Weil die Versicherte einen Einkommensrückgang von Fr. 200.-- pro Monat
gemeldet hatte, verfügte die EL-Durchführungsstelle am 3. September 2008 mit
Wirkung ab 1. August 2008 erneut über den EL-Anspruch (EL-act. 5). Dagegen liess die
Versicherte am 8. Oktober 2008 Einsprache erheben. Sie beantragte erneut die
Berücksichtigung der ganzen Hypothekarschulden bei der EL-Berechnung. Sie verwies
auf den beigelegten Rahmenvertrag für Grundpfandkredit vom 13. August 2007,
demgemäss sie Alleinschuldnerin sei (EL-act. 1). Während des Einspracheverfahrens
stellte die EL-Durchführungsstelle der Versicherten die Verfügung vom 23. Dezember
2008 betreffend EL-Anspruch ab 1. Januar 2009 zu (EL-act. 66).
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A.f Am 10. Februar 2009 teilte die Versicherte dem Rechtsdienst der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen wunschgemäss mit, der Grund für
die Regelung der Hypothekarschulden liege bei der Bank. Diese habe sich bei der
güterrechtlichen Auseinandersetzung geweigert, den Ehegatten aus der Solidarhaftung
zu entlassen, obwohl Grundeigentum wie Hypothekarschuld auf sie übergegangen
seien. Daran halte die Bank weiterhin fest (EL-act. 63).
A.g Mit Entscheid vom 15. April 2009 trat der Rechtsdienst der
Sozialversicherungsanstalt auf die Einsprache der Versicherten gegen die Verfügung
vom 3. September 2008 mit Wirkung ab 1. August 2008 nicht ein und wies die
Einsprache gegen die Verfügung betreffend EL mit Wirkung ab 2009 ab. Er führte dazu
aus, bei der Verfügung vom 3. September 2008 handle es sich um eine
Anpassungsverfügung auf Grund einer Einkommenssenkung von Fr. 2'400.-- pro Jahr.
Betreffend die nun geltend gemachte volle Berücksichtigung der Hypothekarschuld sei
festzustellen, dass bereits in der Verfügung vom 21. Dezember 2007 nur die hälftige
Schuld angerechnet worden sei. Diese Verfügung sei indessen in Rechtskraft
erwachsen. Im Rahmen des Anpassungsverfahrens könne nun die Frage der
Berücksichtigung der Hypothekarschuld nicht erneut überprüft werden, weil lediglich
nachträgliche Sachverhaltsveränderungen betreffend Einkommen Gegenstand des
Verfahrens gewesen seien. Auf die Einsprache gegen die Verfügung vom 3. September
2008 könne deshalb nicht eingetreten werden. Zwischenzeitlich sei jedoch die
Anpassungsverfügung für das Jahr 2009 ergangen. Obwohl dagegen keine Einsprache
erhoben worden sei, erscheine es gerechtfertigt, diese Verfügung ebenfalls als
angefochten zu betrachten. Vorliegend sei jedoch aus dem Rahmenvertrag vom
13. August 2007 ersichtlich, dass die Versicherte und ihr Ex-Ehegatte nach wie vor
gemeinsam Kreditnehmer seien. Somit habe noch keine Schuldübernahme
stattgefunden und die Regelung des Scheidungsurteils vom 26. Juli 2002 habe nach
wie vor Gültigkeit. Demgemäss könne lediglich die Hälfte der Hypothekarschulden vom
Vermögen abgezogen werden (EL-act. 67).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid lässt die Versicherte am 15. Mai 2009
Beschwerde erheben. Sie beantragt die Aufhebung der Verfügung vom 3. September
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2008 und bei der Anrechnung des gesamten Wertes der Liegenschaft als Vermögen
auch die gesamte Hypothek als Schuld. Weiter beantragt sie, dass die
Beschwerdegegnerin angewiesen werde, mit dieser neuen Ausgangslage eine neue
Verfügung zu erlassen. Die Beschwerdeführerin ersucht um unentgeltliche
Prozessführung und Verbeiständung. Sie gibt an, sie sei unbestrittenermassen
Alleineigentümerin der Liegenschaft in A._. Ebenfalls unbestritten hafte Herr B._ für
die auf dieser Liegenschaft lastende Hypothek als Solidarschuldner. Faktisch hafte
jedoch die Beschwerdeführerin vollumfänglich für die Hypothek, indem gemäss
Scheidungsurteil vom 26. Juli 2002 bei einem Verkauf der Liegenschaft zuerst die
Hypothek getilgt würde, ohne dass der Beschwerdeführerin ein Rückgriffsrecht auf
Herr B._ zustehe. Damit sei der Wert der Liegenschaft um die Hälfte der
Hypothekarschuld reduziert und das Vermögen entsprechend vermindert. Sodann
müsse der Mietzins für die Liegenschaft vollumfänglich zur Deckung der
Hypothekarzinsen verwendet werden, weshalb der Beschwerdeführerin kein Ertrag aus
der Vermietung zufliesse. Dasselbe gelte für den Fall, dass sie die Liegenschaft selbst
bewohne. Diese faktische finanzielle Situation sei in der Berechnung der
Ergänzungsleistungen zu berücksichtigen (G act. 1).

B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt unter Verweis auf die Erwägungen im
Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde (G act. 3).
B.c Die Beschwerdegegnerin verzichtete sinngemäss auf eine Replik (G act. 4).
Erwägungen:
1.
Anfechtungsgegenstand bildet der Entscheid, mit welchem die Beschwerdegegnerin
auf die Einsprache der Beschwerdeführerin gegen die Verfügung vom 3. September
2008 nicht eingetreten ist und die Einsprache gegen die Verfügung vom 23. Dezember
2008 abgewiesen hat. Dabei ist namentlich die Anrechnung lediglich der hälftigen
Hypothekarschuld strittig.
2.
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Die Beschwerdegegnerin ist nicht auf die Einsprache gegen die Verfügung vom
3. September 2008 eingetreten. Sie hat dies damit begründet, dass diese Verfügung
eine Anpassungsverfügung an ein vermindertes Einkommen darstelle, weshalb sich die
Überprüfung der Verfügung auf die nachträgliche Sachverhaltsveränderung
beschränke. Die Beschwerdeführerin verlange jedoch die Überprüfung der
Berücksichtigung lediglich der halben Hypothekarschuld. Diese sei bereits in der
Verfügung vom 21. Dezember 2007 nur noch zur Hälfte berücksichtigt worden. Weil
diese Verfügung in Rechtskraft erwachsen sei, könne diese Frage nicht im Rahmen des
Anpassungsverfahrens betreffend Einkommensveränderung überprüft werden. Gemäss
Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) wird jede formell rechtskräftig
zugesprochene Dauerleistung von Amtes wegen oder auf Gesuch hin erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der ihr zu Grunde liegende Sachverhalt
nachträglich erheblich verändert hat. Indem sich das Einkommen der
Beschwerdeführerin im Laufe des Jahrs 2008 vermindert hat, hatte die
Beschwerdegegnerin den Anspruch auf EL entsprechend erhöht. Die übrigen
Berechnungsgrössen sind gleich geblieben. Insbesondere ist die Liegenschaft wie
bereits in den Verfügungen vom 5. Dezember 2007 und 21. Dezember 2007 zu ihrem
vollen Wert, die Hypothekarschuld sowie der Liegenschaftsertrag jedoch nur zur Hälfte
berücksichtigt worden. Diese Verfügungen sind in Rechtskraft erwachsen. Bezüglich
ihres Gegenstands - Anrechnung von Hypothekarschuld und Liegenschaftswert – ist
bis zur Verfügung vom 3. September 2008 keine Sachverhaltsveränderung eingetreten.
Wenn nun die Beschwerdeführerin in ihrer Einsprache vom 8. Oktober 2008 die
Berücksichtigung der ganzen Hypothekarschuld verlangt und damit geltend macht, die
Verfügung vom 3. September 2008 sei rechtswidrig, so hat die Beschwerdegegnerin
auf diese Einsprache einzutreten und aus oben genannten Gründen abzuweisen. Der
Einspracheentscheid ist deshalb betreffend den Nichteintretensentscheid falsch. Auf
eine Rückweisung zum Erlass eines formal korrekten Einspracheentscheids kann
jedoch aus verfahrensökonomischen Gründen verzichtet werden, da kein
Rechtsschutzinteresse an einem solchen Vorgehen besteht. Soweit der
Einspracheentscheid die Verfügung vom 3. September 2008 betrifft, ist die
Beschwerde abzuweisen.
3.
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Die Beschwerdegegnerin hat die Frage der Berücksichtigung der Hypothekarschuld
dennoch materiell behandelt, indem sie fingiert hat, die Einsprache vom 8. Oktober
2008 umfasse auch eine Einsprache gegen die Verfügung vom 23. Dezember 2008,
womit der jährliche EL-Anspruch neu verfügt worden sei. Dieser Auffassung kann aus
formellen Gründen nicht gefolgt werden. Eine Verfügung muss innert der
Anfechtungsfrist und nach Massgabe der gesetzlichen Formvorschriften angefochten
werden. Ist die Anfechtungsfrist abgelaufen, so erwächst die Verfügung in formelle
Rechtskraft, auch wenn sie fehlerhaft ist (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines
Verwaltungsrecht, Rz. 953). Gegen die Verfügung vom 23. Dezember 2008 hätte die
Beschwerdeführerin innert 30 Tagen bei der Beschwerdegegnerin Einsprache erheben
können (Art. 52 Abs. 1 ATSG). Sie hätte in schriftlicher Form ihre Rechtsbegehren
sowie ihre Begründung oder ihre Einwände mündlich vorbringen müssen (Art. 10 der
Verordnung über en Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSV; SR
830.11]). Innert der 30-tägigen Frist sind keine entsprechenden Schritte der
Beschwerdeführerin oder ihres Rechtsvertreters erfolgt. Sodann regeln die
Verfügungen vom 3. September und 23. Dezember 2008 unterschiedliche Zeiträume
des EL-Anspruchs, weshalb kein Zusammenhang besteht. Die Beschwerdegegnerin
hat deshalb - in unzulässiger Weise - die Verfügung vom 23. Dezember 2008 als (mit-)
angefochten betrachtet und materiell neu beurteilt. Selbst wenn die
Beschwerdegegnerin die Einsprache der Beschwerdeführerin als erneutes
Wiedererwägungsgesuch interpretiert hätte, hätte sie zunächst ein entsprechendes
Verwaltungsverfahren (und sei es nur zur Klärung der Frage eines allfälligen Eintretens
oder Nichteintretens auf das Gesuch) und eine einsprachefähige Verfügung erlassen
müssen. Der Entscheid der Beschwerdegegnerin ist betreffend Abweisung der
Einsprache gegen die Verfügung vom 23. Dezember 2008 aufzuheben.
4.
Das Anliegen der Beschwerdeführerin betreffend Berücksichtigung der ganzen
Hypothekarschuld hat die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht im Rahmen des
Einspracheverfahrens gegen die Verfügung vom 3. September 2007 behandelt. Nach
der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine Neuberechnung der
Ergänzungsleistung wegen Vermögensverzehrs während eines laufenden
Kalenderjahres nicht möglich (Bundesgerichtsurteil vom 29. Januar 2001, P 55/2000).
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Ob auf Grund der vorhandenen Akten Anlass besteht, die bisherige Berechnung des
Vermögensverzehrs zu ändern, kann daher vorliegend aus formellen Gründen nicht
geprüft werden. Im Verfahren zur Festsetzung der Ergänzungsleistung für das Jahr
2010 steht nach der höchstrichterlichen Praxis einer Neuberechnung hingegen nichts
im Wege. Sollte die Beschwerdegegnerin im Rahmen der neuen Verfügung an der
bisherigen Vermögensverzehrsberechnung festhalten, so kann die Beschwerdeführerin
dies erneut beanstanden und dagegen Einsprache beziehungsweise Beschwerde
erheben (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 15. April 2008 [8C_94/2007]). Die früher
ergangenen Verfügungen muss sie sich nicht entgegenhalten lassen.
5.
Die Beschwerde ist unter teilweiser Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist kostenlos (Art. 61 lit.
a ATSG). Der unterliegenden Beschwerdeführerin kann keine Parteientschädigung
zulasten der Beschwerdegegnerin zugesprochen werden (Art. 61 lit. g Satz 1 ATSG). Es
ist der Beschwerdeführerin jedoch die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu
bewilligen, weshalb ihr Rechtsbeistand gegenüber dem Staat einen Anspruch auf den
Ersatz der Vertretungskosten hat (Art. 61 lit. f ATSG). Die Entschädigung beläuft sich
auf 80% des Honorars (vgl. Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Dieses
bemisst sich nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses (Art. 61 lit. g Satz 2 ATSG). Unter Berücksichtigung dieser Kriterien erweist
sich vorliegend eine Parteientschädigung von Fr. 2'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) als angemessen. Gekürzt um 20% beträgt sie Fr. 2'000.--. Wenn die
wirtschaftlichen Verhältnisse es gestatten, kann die Beschwerdeführerin jedoch zur
Nachzahlung der vom Staat übernommenen Kosten verpflichtet werden (Art. 288 Abs.
1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG