Decision ID: d8b206ba-b160-4c6f-b6bc-d8388f12a28b
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1957, arbeitete zuletzt vom 1. Oktober 2008 bis 30. September 2009 als Chef de Service in der Wirtschaft
Y._
in
Z._
(Urk. 7/11
/1
).
Im Anschluss war er ab
2.
November 2009 als arbeitslos gemeldet (
Urk.
7/7/1). Infolge Nieren- und
Blasenbeschwer
den
w
ar
der Versicherte vom 5. bis 25. März 2010 im
A._
hospitalisiert und
in der Folge zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 7/12 S. 2
f.
).
Am 9. April 2010 meldete sich der Versicherte bei der Invalidenversicherung an und beantragte eine Rente (Urk.
7
/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die erwerblichen (Urk.
7/10), beruflichen (Urk. 7
/11 und Urk.
7
/15) und medizinischen (Urk.
7
/12, Urk.
7
/17 und
Urk. 7
/29-31) Verhältnisse des Versicherten ab und sprach ihm nach erfolgtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
7
/34 ff.) mit Verfügung vom 16. November 2011 (Urk.
7/66
) ab dem 1. März 2011 eine halbe Invalidenrente zu.
Der Versicherte liess dagegen
beim Sozialversicherungsgericht
Beschwerde erheben
(
Urk.
7/71/3-20)
.
Mit Urteil
IV.2011.01349
vom
30. April 2013
hob das
Sozialversicherungsge
richt
die Verfügung vom 16. November 2011 auf und stellte fest, dass der Versicherte ab dem 1. März 2011 Anspruch auf
mindestens
eine
Dreiviertels
rente
habe, und wies die Sache für die weitere Abklärung
allfälliger zusätzlicher psychisch bedingter Einschränkungen
und für den anschliessenden neuen Ent
scheid an die
IV-Stelle
zurück (
Urk.
7/96).
1.2
Daraufhin
holte
die IV-Stelle
bei den Ärzten der
B._
, Praxis für Psychiatrie und Psychotherapie, den Bericht vom 4. September 2013 (
Urk.
7/103; vgl. auch
Urk.
7/105 und 7/111) ein und veranlasste die Begut
achtung des Versicherten durch
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Nach Vorliegen des Gutachtens
von
Dr.
C._
vom 15. Juli 2014 (
Urk.
7/116)
und Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(
Urk.
7/123
-124
) sprach sie dem Versicherten mit Verfügung vom
2.
März 2015
erneut
eine halbe Invalidenrente
ab 1. März 2011
zu (
Urk.
7/130).
2.
Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde des Versicherten vom 14. April 2015 mit dem Rechtsbegehren, die Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm
ab 1. März 2011
eine Rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von mindestens 60
%
zuzusprechen. Sodann sei eine neue psychiatrische Begutach
tung durch das Gericht durchzuführen und im Anschluss die Ausrichtung einer höheren Rente zu prüfen (
Urk.
1 S. 2).
In der Beschwerdeantwort vom 8. Mai 2015 beantragte die IV-Stel
le die teil
weise Gutheissung der
B
eschwerde im Sinne der Zusprechung
einer
Dreivier
telsrente
ab
März 2011. Im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen (
Urk.
6
S. 1 f.). Mit Replik (
Urk.
9) liess der Versicherten an seinen Anträgen festhalten. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf Duplik (
Urk.
12).
Am 27. Oktober 2015 liess der Versicherte zudem erklären, auf die
beschwerde
weise
beantragte Durchführung einer mündlichen Verhandlung zu verzichten (
Urk.
15).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Hinsichtlich des Invaliditätsbegriffs nach Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Anspruchsvo
raussetzungen für eine Rente nach Art. 28 des Bundesgesetzes über die Invali
denversicherung (IVG), der Rentenabstufungen und der frei
en Beweiswürdigung kann auf Erwägung
1
im Urteil IV.2011.01349 vom 30. April 2013 verwiesen werden.
1.2
1.2.1
Festzuhalten bleibt, dass
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken
können
. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit
invalidenversi
cherungsrechtlich
nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähig
keit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die ver
bleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgegliche
nen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähig
keit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeits
fähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2.2
Nach Art. 7
Abs.
2 ATSG sind für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbs
unfähigkeit ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu
berücksichtigen (vgl. auch Art. 6 ATSG, Art. 4
Abs.
1 IVG). Der Umstand allein, dass psychosoziale oder soziokulturelle Umstände bei der Entstehung einer Gesundheitsschädigung eine wichtige Rolle spielten, tangiert deren
Anspruchs
erheblichkeit
nicht. Keine invalidisierende Gesundheitsschädigung ist indessen gegeben, wenn der medizinische Gutachter im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Bel
astungen aufge
hen (BGE 127 V 299
E. 5a). Denn in einem solchen Fall stellen sich diese als direkte Ursache der Einschränkung im
L
eistungsvermögen dar; sie sind nicht bloss
pathogenetisch
bedeutsam. Am rechtlich vorausgesetzten Kausalzusam
menhang mit einer selbständigen Gesundheitsschädigung fehlt es daher, solange noch zu erwarten ist, dass mit einem Wegfall der belastenden Lebens
umstände unmittelbar auch die (somit nicht verselbständigte) psychische Störung verschwinden werde (
Urteil des Bundesgerichts 9C_140/2014 vom
7.
Januar 2015, E. 3.3 mit Hinweisen
).
Die massgebende Ursache für Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 6 ATSG bestimmt sich mitunter auch nach dem Leitsatz, dass eine fachärztlich festge
stellte psychische Störung von Krankheitswert umso ausgeprägter vorhanden sein muss, je stärker psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerde
bild mitbestimmen (BGE 127 V 299
E. 5a). So kann eine depressive Symptomatik
chronifiziert
, damit durchaus ver
selbständigt sein und dennoch im Rahmen des gesamten Beschwerdebildes nicht genug ins Gewicht fallen, als dass auf eine längerdauernde Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 f. ATSG) geschlossen werden dürfte.
Diesfalls
stellt sich das Problem der gutachtlichen Abgrenzung und Quantifizierung eigenständiger Beiträge der sozialen Faktoren nicht. Das gilt auch im umgekehrten Fall, wenn eine deutlich ausgeprägte psychische Störung "konkurrierende" soziale Faktoren in den Hin
tergrund drängt. Diese sind alsdann so eng mit der Gesundheitsschädigung und ihren funktionellen Auswirkungen verbunden, dass es sich rechtfertigt, den gesamten Ursachenkomplex der Folgenabschätzung zugrunde zu legen:
In diesem Sinne können sich soziale Umstände - mittelbar
–
invaliditätsbe
-
gründend auswirken, indem sie eine (verselbständigte) Gesundheitsschädigung auf
rechterhalten oder ihre (unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden) Folgen verschlimmern. In diesen Konstellationen tragen die als solche nicht versicherten sozialen Faktoren zum Umfang der verselbständigten Gesundheitsschädigung bei
(Urte
il des Bundesgerichts 9C_140/2014 vom 7.
Januar 2015, E. 3.3
mit Hinweisen
)
.
2.
2.1
Gemäss Dispositiv-Ziffer 1 des unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Ent
scheids IV.2011.01349 vom 3
0.
April 2013 hat der Beschwerdeführer (mindes
tens) Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
ab
1.
März 201
1.
Insoweit ist die Beschwerde gegen die
erneut
lediglich eine halbe Rente zusprechende Verfü
gung vom
2.
März 2015 gutzuheissen, wie die Parteien im Verfahren überein
stimmend beantragen
(
vgl.
Urk.
1 S. 2, 6 S. 2)
.
2.2
Aufgrund von Erwägungen
4.2 und 4.3
des
erwähnten Entscheids
, welche für das Gericht verbindlich sind
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_941/2012 vom 2
0.
März 2013, E. 4.3.2)
,
verbleibt
einzig zu prüfen, ob
zusätzlich zur somatisch bedingten 50%igen Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht eine weiterge
hende Einschränku
ng der Arbeitsfähigkeit bestand
.
Insoweit
lässt
der
Beschwerdeführer gelten
d machen, das Gutachten von Dr.
C._
vom
1
5.
Juli 2014
sei weder schlüssig noch nachvollziehbar.
Namentlich sei nicht ersichtlich, inwiefern der Gutachter die vollständigen Akten der Beschwerdegegnerin zur Kenntnis genommen habe.
Das Gutachten
sei absolut summarisch ausgefallen
;
es
sei nicht schlüssig und nachvollziehbar begründet, weshalb keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung au
f
die Arbeitsfähigkeit vorliege. Es sei ein Gerichtsgutachten einzuholen
(
Urk.
1
S. 6 f
f
.
, 9 S. 3
).
Die Beschwerdegegnerin demgegenüber will auf die Beurteilung von
Dr.
C._
abstellen (
Urk.
6 S. 2).
3
.
3.1
Im Arztbericht vom
5.
Dezember 2011 an den Rechtsvertreter des Beschwerde-führers stellte
Dr.
med.
D._
,
Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
von der
B._
in psychischer Hinsicht folgende Diagnosen (
Urk.
7/71/84; vgl. dazu auch Urteil IV.2011.01349 vom 3
0.
April 2013, E. 3.2):
1.
Anpassungsstörung (ICD-10 F 43.2)
2.
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F 32.1)
3.
starke psychosoziale Komponente (ICD-10 Z 73.8)
4.
Verdacht auf akzentuierte Persönlichkeitszüge mit narzisstischen
Anteilen (ICD-10 Z 73.1).
Die am 1
6.
Dezember 2011 durchgeführten Tests hätten einer schweren Depression entsprechende Werte ergeben (
Urk.
7/72/8, 7/72/16).
3.2
Med.
pract
.
E._
von der
B._
gab i
n den
Bericht
en
vom 4.
September
2013 und 10. April 2014
(
Urk.
7/103, 7/111)
an,
Dr.
D._
befinde sich nicht mehr in der Praxis
,
und er habe die weiterführende Behand
lung übernommen.
Hinsichtlich der psychiatrischen Diagnosen gebe es eine Erweiterung zu berücksichtigen: Es liege eine Anpassungsstörung mit länger dauernder depressiver Reaktion (ICD-10 F 43.21) vor. Der aktuelle psychopa
thologische Befund zeige leichte Aufmerksamkeits- und Auffassungsstörungen und mittelgradige Konzentrationsstörungen. Im formalen Denken zeige sich der Versicherte leicht verlangsamt und eingeengt auf
die
Krankheit und die rechtli
che beziehungsweise
die
aktuelle Situation. Im Affekt sei er
dysthym
, ange
spann
t, dünnhäutig, gereizt, gekränkt. Zeitweise bestehe ein Gefühl der Gefühl
losigkeit. Antrieb und Psychomotorik seien vermindert und es bestehe ein gestörter Nachtschlaf mit Früherwachen und Tagesmüdigkeit. Zudem bestünden Zukunfts- und Krankheitsängste. Die durchgeführten Tests hätten eine leichte Verschlechterung gezeigt. Es liege eine 10- bis 20%ige Arbeitsfähigkeit bezie
hungsweise eine Arbeitsunfähigkeit zwischen 80 % und 90 % vor (
Urk.
7/103).
3.3
Dr.
C._
untersuchte den Beschwerdeführer am
3.
Juli 201
4.
Dabei stellte er kein psychisches Leiden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest. Er diag
nostizierte eine sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende Akzentuierung von Persönlichkeitszügen mit narzisstischen und querulatorischen sowie
anan
kastischen
Anteilen (ICD-10 Z 73.
1
;
Urk.
7/116/7
). Die lebhafte Ausdrucksweise und das hohe Engagement des Versicherten sprächen insgesamt gegen das Vor
liegen einer relevanten depressiven Störung mit langfristiger Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Auch in den
Vorakten
seien diverse engagierte und kämp
ferische Stellungnahmen
vorhanden
. Es sei davon auszugehen, dass diese
Ver
haltensmerkmale
bereits vor der Diagnose
der
Nierene
rkrankung bestanden hätten,
den Versicherten
aber nicht an einer vollen
Arbeitstätigkeit
im Gast
-
gewerbe gehindert hätten. Auch in der aktuellen Un
tersuchung habe der Versicherte
mit einem sehr engagierten und lebhaften, kämpferischen Auftritt imponiert (
Urk.
7/116/8).
Der Versicherte nehme zur Zeit keine psychiatrische Behandlung in Anspruch.
Die Angaben der früheren Behandler
Dr.
D._
und
E._
seien aus ver
sicherungsmedizinischer Hinsicht nicht nachvollziehbar. Es werde kein rele
vanter psychischer Gesundheitsschaden diagnostiziert, der eine langfristige Arbeitsunfähigkeit rechtfertigen würde. Die im Verlauf beschriebenen mässigen depressiven Symptome seien im Rahmen der schweren somatischen Erkrankung als reaktiv zu beurteilen, klinisch spielten sie zur Zeit kaum eine Rolle (
Urk.
7/116/8).
4.
4.1
Dr.
C._
führte unter dem Titel „Zusammenfassung der
Vorakten
aus psychiat
rischer Sicht“ die
nach seiner Einschätzung
für die Beurteilung rele
vanten
Akten an (vgl.
Urk.
7/116/2-3).
Auch im Übrigen
hielt er sich mit seinem Gutachten an den von der IV-Stelle geforderten Inhalt und Aufbau
(vgl.
Urk.
7/113/4, 7/116/1-9).
Die Einholung einer Fremdanamnese
ebenso wie
(schriftliche oder mündliche)
Auskünfte
der behandelnden Ärzte
beziehungsweise Therapeuten
- wie es der Beschwerdeführer verlangt (vgl.
Urk.
1 S. 6) -
sind
für die Gutachtenserstellung
häufig
zwar wünschenswert, aber nicht zwingend erforderlich (vgl. Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_768/2011 vom 7.
Februar 2012, E. 5.3.3).
Die IV-Stelle hatte vor der Begutachtung die schriftlichen Auskünfte von
E._
vom 4. September 2013 und vom 10. April 2014 eingeholt (
Urk.
7/103, 7/111). Nach den Angaben des Beschwerdeführers fand bei
E._
zu keinem Zeitpunkt eine fortlaufende psychiatrische Behandlung statt (vgl.
Urk.
7/116/5, 7/124/3). Angesichts dieser Umstände kann die Tatsache, da
ss
Dr.
C._
bei
E._
keine ergänzenden Auskünfte eingeholt hat, von vorneherein nicht als
Mangel des Gut
achtens gewertet werden
.
Aufgrund der
ausführlichen
Angaben des Versicherten und seinem Verhalten während der Untersuchung und der von ihm dabei objektiv
festgestellten
Be
funde kam
Dr.
C._
in überzeugender Weise zum Schluss, dass zum
Untersu
chungszeitpunkt
keine psychische Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit bestand.
Dabei leuchtet ohne
W
eiteres
ein, dass die akzentuierten Persönlichkeitszüge
, welche als vorbestehend zu betrachten sind,
wie bereits vor Ausbruch der Nierenerkrankung auch künftig keine Arbeitsunfähigkeit
begrün
den
(vgl.
Urk.
7/116/8).
Die depressiven Symptome spielten
sodann
im
Untersu
chungszeitpunkt
kaum mehr eine Roll
e
(
vgl.
Urk.
7/116/
7-
8)
.
Dieser gutachterli
chen Einschätzung kommt im Vergleich zur Einschätzung von
E._
, welcher
für die Zeit von September 2013 bis April 2014 erhebliche
re
Befunde
feststellte
und
eine
weitgehende Arbeitsunfähigkeit
annahm
(vgl.
Urk.
7/103, 7/111)
,
grösseres Gewicht zu.
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Haus
ärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Für die Zeit nach der Begutachtung
vom
3.
Juli 2014
ist somit
gestützt auf die Angaben von
Dr.
C._
keine zusätzliche psychisch bedingte Arbeitsunfähig
keit anzunehmen.
Weitere Abklärungen sind nicht erforderlich.
4.2
Zum Verlauf hielt
Dr.
C._
fest, durch
Dr.
D._
und
E._
sei kein relevanter psychischer Gesundheitsschaden diagnostiziert worden, der eine langfristige
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
rechtfertige
(
Urk.
7/116/8)
.
Dr.
C._
ging somit von einer vorübergehenden Natur der früher diagnosti
zierten Leiden aus, zumal er im Untersuchungszeitpunkt kaum mehr depressive Symptome feststellen konnte.
Dieser gutachterlichen Einschätzung ist
zu folgen
. Aus dem Bericht von Dr.
D._
vom
5.
Dezember 2011 ergibt sich, dass der Beschwerdeführer auf
grund seiner
schweren
körperlichen Erkrankung und de
r
damit verbundenen sozialen Veränderungen in eine Krise geraten war.
Dr.
D._
führte entspre
chend an, es bestehe eine starke psychosoziale Komponente (
Urk.
7/71/84). Sie diagnostizierte
eine
Anpassung
sstörung und eine
-
gemäss Dr.
C._
(vgl.
Urk.
7/116/8)
reaktive
–
mittelgradige
depressive
Episode
.
Sowohl Anpassungs
störungen als auch reaktive Depressionen
sind in der Regel vorübergehender Natur und
deshalb nicht invalidisierend (vgl. Meyer/
Reichmuth
,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
3.
Auflage, Basel 2014, Art. 4
Rz
64 und 73
,
S. 34 f.; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_322/2010 vom
9.
August 2010,
E. 5.2
,
und I
510/06 vom 2
6.
Januar 2007, E.
6.3).
Hinweise dafür, dass es sich vorlie
gend anders verhält
,
bestehen keine. Namentlich kann nicht angenommen wer
den, die depressive Störung habe sich im Verlauf von den belastenden Lebens
umständen verselbständigt
beziehungsweise es ha
be sich eine verselb
-
st
ändig
t
e
psychische Störung herausgebildet
(vgl.
Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_140/2014 vom
7.
Januar 2015, E. 3.3
,
und
I 510/06 vom 2
6.
Januar 2007, E.
6.3
).
Vielmehr ist von einer Abschwächung der Befunde im Verlauf auszuge
hen. Dies
z
eigt sich
an der
Behandlungsintensität, welche rückläufig
war und welche auch ein
en
Rückgang
der diagnoserelevanten Befunde nahelegt
(vgl.
Urk.
7/124/3)
.
Sodann
gib
t d
er Beschwerdeführer
etwa
an, mit dem
für ihn positiv verlaufen
en Gerichtsverfahren vor
dem
Sozialversicherungsgericht
sei eine Verbesserung des Gesundheitszustandes einhergegangen
, da eine Ursache der Depression vom Tisch gewesen sei
(vgl.
Urk.
7/
134/39-40
).
Dr.
C._
konnte
bei seiner Untersuchung vom Juli 2014 sodann
– wie erwähnt - kaum mehr depressive Symptome feststellen.
Damit lag auch im Verlauf kein invalidisierendes psychisches Leiden vor und es bleibt bei der Zuspr
echung
der
Dreiviertelsrente
ab
1.
März 201
1.
Die Beschwer
de ist
damit
teilweise gutzuheissen.
5.
5.1
Das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist bei Strei
tigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Versicherungs
leistungen kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Die Kosten sind auf Fr. 600.-- festzusetzen.
Mit der Zusprechung der
Dreiviertelsrente
obsiegen der Beschwerde
führer, welcher
weitere Abklärungen im Hinblick auf die Zuspre
chung einer ganzen Rente verlangt
(vgl.
Urk.
1 S. 2, 9 S.
3), und die
Beschwer
degegnerin
je zur Hälfte.
Entsprechend haben beide je Fr.
300.
--
zu tragen.
5.2
Ausgangsgemäss steht dem Beschwerdeführer
eine reduzierte
Prozessent
schädi
gung
zu. Diese ist ermessensweise auf Fr.
900
.-- festzusetzen.