Decision ID: c4cc1b8e-90f5-4243-9f25-07826891ec6a
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1958,
Y._
Staatsangehöriger,
ist ohne
relevante
Schul- und Berufsausbildung und arbeitete
bis zum 30.
Septem
ber 2013
als Zügelhilfe und Hilfsarbeiter auf Baustellen für die
Z._
GmbH (
Urk.
6/3/4, 6/18).
Wegen rechtsseitigen Ellbogenschmerzen führte der Ver
sicherte
für die
bisherige Arbeitgeberin
ab circa
1.
Januar 2014
neu
Bürorei
ni
gungsarbeiten
aus und dies in
zeitlich reduziertem Umfang (
Urk.
6/14/2-4
,
6/18
). Diese Tätigkeit übte
d
er
als arbeitslos gemeldete Versi
cherte im
Zwischen
verdienst
aus (
Urk.
6/14/2-4).
Am 2
0.
Oktober 2014 meldete
sich
der Versicherte bei der Invalidenversiche
rung
für den Leistungsbezug an (
Urk.
6/3/6).
Die Sozialversicherungsanstalt des
Kan
tons Zürich, IV-Stelle, holte die Berichte von
Dr.
med.
A._
, Arzt für All
ge
meine Medizin FMH
,
vom
3.
Januar 2015 sowie von
Dr.
med.
B._
, Ober
arzt Orthopädie in der Klinik
C._
,
vom 6. Januar 2015 sowie die An
gaben
von Herrn
D._
von der
Z._
GmbH
vom
6.
Februar 2015 ein
(
Urk.
6/15-16, 6/18). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(vgl.
Urk.
6/23
)
verneinte
sie einen Rentenanspruch des Versicherten mit Verfügung vom
1.
Juli 2015 (
Urk.
6/30).
2.
Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde des Versicherten vom 28. August
2015 mit den Rechtsbegehren, es sei ihm eine halbe Invalidenrente zuzusprechen, eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die
Sache zur Durchführung ergänzender medizinischer Abklärungen und zum
Neu
entscheid
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom
6.
Oktober 2015 auf
Beschwerde
ab
wei
sung
(
Urk.
5).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von
Ge
burts
gebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächti
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den aus
geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlie
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitli
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
über
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe Schul
bildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse, be
schränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen
Saisonnierstatus
) ein deutlich unter
durchschnittliches Einkommen, ist diesem Umstand bei der
Invaliditätsbe
messung
nach
Art.
16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür be
stehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren
Ein
kom
mens
niveau
begnügen
wollte
. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleich
mässig zu be
rücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxisgemäss
ent
we
der auf Seiten des
Valideneinkommens
durch eine entspre
chende Herauf
setz
ung des effektiv erzielten Einkommens oder aber auf Seiten des
Invaliden
ein
kommens
durch eine entsprechende Herabsetzung des statisti
schen Wertes erfolgen (BGE 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen). Eine Paralleli
sierung ist indessen nur vorzunehmen, wenn die Differenz zum massgebenden Durchschnitt deutlich ist. Deutlich unterdurchschnittlich im Sinne von
BGE 134 V 322
E. 4 ist der tatsächlich erzielte Verdienst, wenn er mindestens 5
%
vom branchenüblichen LSE-Tabellenlohn abweicht (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.2).
Bei der Durchführung der Parallelisierung ist mit Blick auf eine dem Grundsatz der Rechtsgleichheit genügende Invaliditätsgradermittlung zu vermeiden, dass diese – bei einer kontinuierlich ansteigenden Differenz zwischen tatsächlich er
ziel
tem Lohn und branchenüblichem Durchschnittseinkommen – ab Erreichen des
Erheblichkeitsgrenzwertes
von mindestens 5
%
gegebenenfalls eine sprung
hafte Erhöhung des Invaliditätsgrades zur Folge hat. Es ist daher nur in dem Umfang zu parallelisieren, in welchem die prozentuale Abweichung den
Erheb
lichkeitsgrenzwert
von 5
%
übersteigt, bezweckt doch die Parallelisierung
pra
xis
gemäss
nur die Ausgleichung einer deutlichen – also nicht jeder kleinsten – Abweichung des tatsächlich erzielten Verdienstes vom tabellarisch bestimmten branchenüblichen Referenzeinkommen (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.3).
1.4
1.4.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Be
richt für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus
schlag
ge
bend
für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei
nes Beweis
mittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag ge
gebenen
Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E.
3a).
1.4.2
Auch auf Stellungnahmen de
r Regionalen Ärztlichen Dienste
(RAD)
der IV-Stellen kann nur abgestellt werden, wenn sie den allgemeinen beweisrechtlichen
Anforderungen an einen ärztlichen Bericht genügen. Sie müssen insbesondere in
Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden sein und in der Be
schrei
bung der medizinischen Situation und Zusammenhänge einleuchten; die Schluss
folgerungen sind zu begründen. Die RAD-Ärzte müssen sodann über die im Ein
zelfall gefragten persönlichen und fachlichen Qualifikationen verfügen. Bezüg
lich dieser materiellen und formellen Anforderungen sind sie im
Be
schwerdefall
gerichtlich überprüfbar (Urteil des Bundesgerichts 9C_323/2009 vom 1
4.
Juli
2009
, E. 4.3.1 mit Hinweisen).
Nicht zwingend erforderlich ist
da
gegen
, dass die versicherte Person untersucht wird. Dies
namentlich dann nicht
, wenn es im Wes
entlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachver
halts geht und die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Per
son in den Hintergrund rückt (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_323/2009, E. 4.3.1
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass der Versicherte in der angestammten Tätigkeit als Zügelarbeiter/Hilfsarbeiter auf dem Bau ein unterdurchschnittliches Einkommen erzielt hatte
,
und nahm eine Parallelisierung der Erwerbseinkommen vor. Eine körperlich sehr leichte Tätig
keit erachtete sie gestützt auf die
Beurteilung
von RAD-Arzt
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
vom 1
1.
Februar 2015
(
Urk.
6/22/3-4)
als vollzeitig zumutbar und ermittelte einen Invaliditätsgrad von 7
%
(
Urk.
2
; vgl. auch
Urk.
5
).
2.2
Der Beschwerdeführer lässt in der Beschwerde vorbringen, unbestrittenermassen sei ihm eine leichte Hilfstätigkeit mit einer
Gewichtslimite
von 8 kg im Ausmass von 50
%
zumutbar.
Eine 100%ige Arbeits
fähigkeit
bestehe indessen gemäss der Beurteilung der
Ärzte der
Klinik
C._
ausdrücklich nur für
Administra
tivtätigkeiten
. Eine Administrativtätigkeit sei ihm aufgrund der fehlenden Aus
bildung nicht zumutbar. Dass er Analphabet sei, spiele dabei nur eine unterge
ordnete Rolle. Selbst wenn er die deutsche Sprache in Wort und Schrift beherr
schen würde, hätte er aufgrund seines Werdegangs keine Chancen, eine Ar
beits
stelle in der Administration zu finden. Bei der Bemessung des
Invaliditäts
grades
sei auf eine 50%ige Hilfsarbeitertätigkei
t abzustellen (
Urk.
1 S. 5 f.).
Al
lenfalls seien ergänzende medizinische Abklärungen zu veranlassen (
Urk.
1 S. 6).
2.3
Str
ittig und zu prüfen ist somit
im Wesentlichen
, die Ausübung welcher Tätig
keiten und in welchem Umfang dem Versicherten noch zumutbar sind.
3.
3.1
Dr.
A._
veranlasste eine rheumato
logische Beurteilung der rechts
seitigen
Ell
bogenschmerzen
sowie der lumbalen Rückenschmerzen in der Kli
nik
C._
(vgl.
Urk.
6/15/2)
.
Die Ärzte der Klinik
C._
hielten im Bericht vom
7.
Januar 2014 fest, seit einem Sturz auf den rechten Ellbogen vor drei Jahren bestünden zunehmende Schmerzen. Die Beweglichkeit im rechten Ellbogen und
in
der rechten Schulter sei eingeschränkt. Nachts sei der Versicherte beschwerdefrei. Vorherrschend sei ein Flexions-, weniger auch ein Extensionsdefizit im rechten Ellbogen, der all
seits schmerzhaft sei. Im Weiteren gebe der Versicherte das Auftreten von lum
balen Rückenschmerzen beim Aufrichten und Anheben von Gegenständen an (
Urk.
6/15/10).
Nach der Durchführung ergänzender A
bkl
ärungen diagnostizierte
Dr.
B._
im Bericht
19. Februar 2014
eine
MR-tomographisch und radi
ologisch ver
i
fi
zier
te
Cubitalarthrose
rechts
,
humero
-radial betont
,
sowie
eine
s
onographisch
verifizierte
Supraspinatussehnenruptur
rechts mit begleitender
AC-Gelenksar
throse
sowie
ein
Panvertebralsyndrom
mit leichter
Spondylarth
rose
(
Urk.
6/16/2
).
Die Beschwerden im Ellbogen stünden eindeutig im Vorder
grund, die
Schul
ter
beschwerden
weit im Hintergrund. In körperlich angepasster Täti
gkeit, das heisse,
mit Heben und Tragen bis 8 kg und bis Brusthöhe
,
sei der Versicherte zu 50
%
arbeitsfähig. In administrativer Tätigkeit
wäre
der Versi
cherte dagegen zu 100
%
arbeitsfähig
. Diese Einschränkungen gälten mit hoher Wahrscheinlichkeit lang
fristig
(
Urk.
6/16/3
; vgl. auch die Angaben vom
6.
Januar 2015,
Urk.
6/16/1
).
3.2
Dr.
A._
wies im Bericht vom
3.
Januar 2015 ergänzend auf
unklare rechts
seitige Handgelenksbeschwerden
, welche in Abklärung seien,
und
auf d
as fehlende deutsche Sprachverständnis des Versicherten hin, welcher Analphabet sei
(
Urk.
6/15/1
-2
)
. Er vermute hier eine besondere Schwierigkeit. Der Ver
si
cherte sei in der bisherigen Tätigkeit als Allrounder durch Sprachprobleme und da
mit
durch
Verständigungsprobleme, durch Beschwerden im rechten Handge
lenk
, im rech
ten Arm und Ellbogen und
in
der rechten Schulter sowie inter
mit
tierend durch eine Lumbalgie eingeschränkt
(
Urk.
6/15/3).
Die bisherige Tätig
keit sei im zeitli
chen Umfang von 50
%
zumutbar. Dabei sei d
ie Leistungs
fähigkeit zwischen 10
%
und 50
%
vermindert.
Die Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit betrage
somit
55
%
seit dem 1
1.
November 201
3.
Eine
be
hinderungsangepasste
Tätigkeit sei schwierig
zu nennen
, weil es schwierig sei,
dem Versicherten
eine entsprechende sinnvolle Arbeit beizubringen (
Urk.
6/15/3
,
6/15/5
).
3.3
RAD-Arzt
Dr.
E._
erachtete die Arbeitsunfäh
igkeitsbeurteilung, wie sie Dr.
A._
für die bisher ausgeübte Tätigkeit als Allrounder
vorg
enommen hatte
, als nachvollziehbar. Ebenso nachvollziehbar sei aber die Angabe der Ärzte der Klinik
C._
, wonach der Versicherte in einer optimal angepassten Tätig
keit zu 100
%
arbeitsfähig sei. Eine optimal angepasste Tätigkeit sei eine kör
per
lich sehr leichte Tätigkeit ohne starke Belastung des rechten Arms, ohne häufi
ges
Bücken, ohne Verharren in verdrehten Zwangshaltungen des Rumpfes oder Ar
bei
ten über Kopf (
Urk.
6/22/4).
4.
RAD-Arzt
Dr.
E._
war
bei seiner Beurteilung vom 1
1.
Februar 2015
in Kenn
t
nis der von den untersuchenden Ärzten gestellten Diagnosen und Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit. Er ging davon aus, dass
Dr.
B._
mit der Angabe, der Versicherte könnte eine Administrativtätigkeit zu 100
%
ausüben
,
insbeson
dere meinte
, der Versicherte könne eine
optimal angepasste Tätigkeit
zu 100
%
ausüben.
Eine optimal
angepasste Tätigkeit ist nach Einschätzung von
Dr.
E._
jede
körper
lich sehr leichte Tätigkeit
.
Sowohl die
Auslegung
der Zumutbarkeitsbeurteilung
von
Dr.
B._
als auch
die
Einschätzung, es bestehe eine volle
Arbeitsfähigkeit fü
r körperlich sehr leichte Tätigkeiten
,
leuchten ein
und darauf kann abgestellt werden.
Ergänzende Abkl
ärungen sind nicht erforderlich
. I
n der Beschwerde
wurde
so
dann
auch
keine nach
den Untersuchungen in der Klinik
C._
vom Feb
ruar
2014
eingetretene
und deren Beurteilung in Frage stellende
objektivierbare
Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes geltend gemacht
(vgl.
Urk.
1)
.
5.
5.1
Das
von der Beschwerdegegnerin ermittelte
Valideneinkommen
blieb
grundsätz
lich
zu Recht unbeanstandet.
Dasselbe gilt für deren
Berechnungen
, welche
erga
ben, dass das Erwerbseinkommen des Beschwerdeführers um
37,61
% tiefer lag, als das
Durchschnittsein
kommen der betreffenden Branche (vgl.
Urk.
6/21/1
-3
).
Eine Korrektur ist nur insoweit vorzunehmen, als
die zwischen dem Jahr 2013 und dem Jahr 2014 eingetretene
Nominallohnentwicklung bei 0,7
%
und nicht bei 0,8
%
lag (vgl.
Urk.
6/21/2; Bundesamt für Statistik [BFS], Schweizerischer
Lohnindex nach Branche [Basis 2010 = 100, im Internet abrufbar],
Nominal
lohn
index
Männer [T1.1.10]).
Für das Jahr 2014 ist dementsprechend von
einem
Vali
deneinkommen
von Fr.
43‘
019.04
(
Fr.
42‘720.-- zuzüglich 0,7
%
;
Urk.
6/21/1-2
)
auszugehen.
Das entsprechende Vergleichseinkommen im Bau
gewerbe betrug
Fr.
68‘
952.04
(
Fr.
67‘929.30 zuzüglich 0,8
%
und 0,7
%
;
Urk.
6/21/1)
und
die
Einkommensdifferenz
Fr.
25‘933.-- (Fr.
68‘952.04 abzüg
lich
Fr.
43‘019.04)
, was einem
37,61
% tieferen Erwerbseinkommen entspricht (
Fr.
68‘952.04 im Ver
gleich zu
Fr.
25‘933.--).
5.2
5.2.1
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung
primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Er
werbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gege
ben
sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zu
mut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b/
aa
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts I 850/05 vom 21. August 2006 E. 4.2).
Der Versicherte übt die Tätigkeit
in der Büroreinigung
bei de
r
Z._
GmbH
auf Abruf und im Zwischenverdienst aus und sucht weiterhin eine neue Arbeits
stelle (vgl.
Urk.
6/14/2-5). Von besonders stabilen Arbeitsverhältnissen kann damit nicht ausgegangen werden
,
und für die Invaliditätsbemessung ist nach
fol
gend auf Tabellenlöhne abzustellen.
5.2.
2
Die Beschwerdegegnerin ermittelte
gestützt auf die Tabelle TA1 der vom Bun
des
amt für Sozialversicherung herausgegebenen Schweizerischen
Lohn
struktur
erhebung
2012
und ausgehend von dem von Männern im
Anforde
rungsniveau
1
(einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art) er
zielten Durch
schnittseinkommen von
Fr.
5‘210
.-- grundsätzlich korrekt
ei
n
In
validenein
kom
men
von
Fr.
66‘224.10
beziehungsweise nach der Parallelisierung von
Fr.
44‘628.28 (
Urk.
6/21/
1
-3). Bei Anwendung der korrekten Zahlen der
Nomi
nal
lohnentwicklung
ergibt sich ein Invalideneinkommen von
Fr.
66‘158.40
(
Fr.
65‘177.10 zuzüglich 0,8
%
und
0,7
%;
Urk.
6/21/1-2)
beziehungsweise n
ach Abzug von 32,61
%
von Fr.
44‘584.15
(
Fr.
66‘158.40 x 67,39)
.
5.2.
3
Im Rahmen der Invaliditätsbemessung darf bei der Bestimmung des trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbaren Einkommens nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbe
sondere kann von einer Arbeitsgelegenheit im Sinne von
Art.
16 ATSG dort nicht gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit in nur so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt nicht kennt und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb zum vornherein als ausgeschlossen erscheint. Ferner ist bei der Ermittlung des Invalidenlohns gegebenenfalls dem
Umstand Rechnung zu tragen, dass eine versicherte Person, welche körperliche Schwerarbeit verrichtete, nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine physisch anstrengende Tätigkeit mehr auszuüben vermag. Eine solche Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit kann sich als Erwerbseinbusse niederschlagen, wenn für die versicherte Person keine anderen entsprechenden Erwerbsgelegenheiten in Frage kommen, wie sie der allgemeine ausgeglichene Arbeitsmarkt enthält. Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes beinhaltet jedoch nicht nur ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften, sondern auch einen Arbeitsmarkt, der einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten aufweist, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b).
Sind die Voraussetzungen der
Einkommensparallelisierung
erfüllt, weil die ver
sicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen infolge fehlender Berufsausbil
dung und mangelhafter Sprachkenntnisse ein unterdurchschnittliches
Validen
einkommen
erzielt hatte, so vermögen dieselben Faktoren praxisgemäss nicht
zusätzlich auch noch einen Leidensabzug zu begründen (vgl. BGE 135 V 297 E.
6.2)
.
5.2.
4
Es
ist davon auszugehen, dass auch für nur rudimentär deutsch sprechende
und
schlecht ausgebildete Versicherte
auf dem ausgeglichenen Arbei
tsmarkt genü
gend leichte Hilfs-
, Kontroll- oder Überw
achungstätigkeiten offenstehen (vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts I 609/02
vom
6.
Juni 2003, E. 3.2
,
und I 493/98 vom
1.
März 2000, E. 4c
).
Dies gilt
vorliegend
auch
dann, wenn man die gesundheitsbedingten Einschrän
kungen sowie das Alter des Versicherten - er war
im massgebenden Zeitpunkt
der Zumutbarkeitsbeurteilung im Jahr 2015 57
-jährig
–
mitberücksichtigt
(vgl. zur Verwertbarkeit: Urteil des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 1
0.
Mai 2013, E. 2)
.
Bei den dem Versicherten aufgrund seiner
fehlenden
Ausbildung und
den
sehr geringen
Deutschkenntnissen einzig
möglichen einfachsten Hilfstätigkeiten ist nicht von einem erheblichen Umstellungs- oder Einarbeitungsaufwand aus
zugehen. Der Versicherte
arbeitete
denn auch
bis zum 30. September 2013
als „Allrounder“
und konnte seinen Tätigkeitsbereich im Rahmen seiner
Zwischen
verdienst
t
ätigkeit
erfolgreich
auf die Büroreinigung
umstellen
(vgl.
Urk.
6/18, 6/14/2)
.
Beschwerdeweise wird
auch nicht geltend gemacht
, das Finden einer leichten Hilfsarbeitertätigkeit sei dem Versicherten nicht mehr möglich (vgl.
Urk.
1 S. 5).
Angesichts des Umstands, dass der Versicherte nur noch sehr leichte
Tätigkeiten
ausüben
kann
, die
keine starken Belastungen des rechten Armes beinhalten und
generell
nur geringe
Anforderungen an die körperliche Belastbarkeit stellen,
und
angesichts seines Alters
rechtfertigt sich
jedoch
die
zusätzliche
Vornahme eines
Leidensa
bzugs
, welcher mit 20 % zu veranschlagen ist
.
Damit resultiert
ein
Inva
lideneinkommen
von Fr.
35‘667.32 (80
%
von
Fr.
44‘584.15).
5.
2.5
Die Gegenüberstellung des
Valideneinkommens
von
Fr.
43‘019.04 mit dem
Inva
lideneinkommen
von
Fr.
35‘667.32 ergibt einen Invaliditätsgrad von 17
%
. Da
mit ist die Beschwerde abzuweisen.
6.
Das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist bei Strei
tigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Versicherungs
leis
tungen kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Die Kosten sind auf Fr. 400.
--
fest
zusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerde
führer aufzuerlegen.
Das Gericht
erkennt:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
400
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwalt Daniel
Christe
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.