Decision ID: 130fa62e-639d-5f4f-b178-0e3b3f2d0d42
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im September 2016 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er gab an, er habe das Gymnasium und
anschliessend ein Bachelorstudium in Business Administration an der Hochschule
B._ absolviert. Zuletzt sei er als Controller tätig gewesen. Bereits im Juni 2016 hatte
Dr. med. C._ im Auftrag der Krankentaggeldversicherung ein psychiatrisches
Gutachten erstellt (act. G 4.2.1). Sie hatte festgehalten, dass der Versicherte an einer
schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome, anamnestisch an einem
Status nach einer Störung durch Hypnotika (seit zehn Jahren abstinent), an einer
akzentuierten Persönlichkeit mit ängstlich-unsicheren Zügen sowie an einem Status
nach Verlust der Eltern in der Kindheit leide. Momentan sei der Versicherte vollständig
arbeitsunfähig. Unter einer geeigneten Therapie könne innerhalb von drei Monaten eine
Teilarbeitsfähigkeit realisiert werden. Der behandelnde Psychiater Dr. med. D._
berichtete im Januar 2017 (IV-act. 28), der Versicherte sei bis Ende September 2016
vollständig und ab Oktober 2016 zu 80 Prozent arbeitsunfähig gewesen. Ab dem 16.
Januar 2017 sei von einer Arbeitsunfähigkeit von 70 Prozent auszugehen. Bei einem
guten Verlauf könne der Versicherte innerhalb der nächsten sechs Monate wieder eine
volle Arbeitsfähigkeit erlangen. Am 23. Januar 2017 notierte Dr. med. E._ vom IV-
internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD), die Prognose sei als „vorsichtig günstig“
einzustufen; der Versicherte sei aktuell in der Lage, an Integrationsmassnahmen
teilzunehmen (IV-act. 30).
A.a.
Im März 2017 unterzeichneten eine Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle,
der Versicherte und eine Vertreterin der Institution F._ einen Eingliederungsplan für
Integrationsmassnahmen (IV-act. 33). Mit einer Mitteilung vom 11. April 2017 erteilte
die IV-Stelle dem Versicherten eine Kostengutsprache für ein dreimonatiges
Belastbarkeitstraining (IV-act. 36). Im Juli 2017 wurde das Belastbarkeitstraining um
einen Monat verlängert (IV-act. 42 und 44). Zeitgleich erfolgte eine Kostengutsprache
im Hinblick auf die Prüfung G._ Ende November 2017 (IV-act. 46 und 48). Im August
A.b.
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2017 wurde ein dreimonatiges Aufbautraining im Anschluss an das
Belastbarkeitstraining vereinbart (IV-act. 55). Am 11. September 2017 erging eine
entsprechende Mitteilung (IV-act. 57). Im November 2017 vereinbarten die Beteiligten
eine Verlängerung des Aufbautrainings um weitere drei Monate (IV-act. 64). Mit einer
Mitteilung vom 24. November 2017 erteilte die IV-Stelle eine entsprechende
Kostengutsprache (IV-act. 66). Im Januar 2018 kam es zu Konflikten zwischen dem
Versicherten und der Institution F._ (vgl. IV-act. 71 ff.). Ende Januar 2018 zeichnete
sich eine mögliche Anschlusslösung für den Versicherten in der freien Wirtschaft ab
(vgl. IV-act. 73–3 ff.). Da sich die Entscheidung der potentiellen Arbeitgeberin
verzögerte, wurde das Aufbautraining im Sinne einer Überbrückungsmassnahme um
einen Monat bis Ende März 2018 verlängert (IV-act. 78 und 80). Im April 2018
unterzeichneten die Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle, der Versicherte, ein
Vertreter von F._ und ein Vertreter der H._ AG einen Eingliederungsplan für eine
„wirtschaftsnahe Integration mit Support am Arbeitsplatz“ während einer Dauer von
drei Monaten (IV-act. 93). Mit einer Mitteilung vom 3. Mai 2018 erteilte die IV-Stelle eine
entsprechende Kostengutsprache (IV-act. 95). In einem Abschlussbericht vom 6. Juli
2018 gab die F._ an, dass der Versicherte die Ziele des Aufbautrainings letztlich
erreicht habe; die G._-Prüfung im November 2017 habe er dagegen nicht bestanden
(IV-act. 98). Im Juli 2018 teilte der Versicherte mit, dass er Mühe mit dem Eigentümer
der H._ AG habe und dass er deshalb bereits wieder vermehrt an somatischen
Beschwerden leide (IV-act. 99). Die Integrationsmassnahme wurde Ende Juli 2018 aber
trotzdem um drei Monate verlängert (IV-act. 101 und 103). Ende August 2018 teilte die
H._ AG mit, dass sie den Versicherten nach dem Ablauf der Integrationsmassnahme
nicht fest anstellen werde (IV-act. 108).
Im Oktober 2018 teilte der Versicherte der IV-Stelle mit (vgl. IV-act. 115–21 ff.),
dass er möglicherweise als Controller in einer Gemeindeverwaltung angestellt werde.
Das Pensum betrage 70 Prozent. Mehr mute er sich aus gesundheitlichen Gründen
ohnehin nicht zu. Der Stellenantritt sei auf den 1. November 2018 vorgesehen. Er sei zu
einem zweiten Vorstellungsgespräch eingeladen worden. Aktuell befinde er sich noch
in einer Abklärung bezüglich eines Schlaf-Apnoe-Syndroms. Sollte er angestellt
werden, werde er einen Lohn erhalten, der etwa 20 Prozent tiefer als jener Lohn sei,
den er zuletzt erzielt habe. Er frage sich, wer ihm diese Einbusse ersetze. Die
A.c.
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Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle wies den Versicherten darauf hin, dass
wohl keine Sozialversicherung entsprechende Lohnersatzleistungen ausrichten werde.
Ende Oktober 2018 berichtete der Versicherte, dass er definitiv angestellt worden sei
und dass er Anfang November 2018 die Arbeitsstelle bei der Gemeindeverwaltung
antreten werde. Die Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle ersuchte den
Versicherten im November 2018 um die Zustellung des Arbeitsvertrages. Der
Versicherte reagierte nicht auf dieses Ersuchen. Der zuständige Personalberater des
regionalen Arbeitsvermittlungszentrums hörte offenbar nichts mehr vom Versicherten.
Eine Nachfrage der Eingliederungsverantwortlichen der IV-Stelle blieb unbeantwortet.
Die Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle notierte, dass sie keinen direkten
Kontakt mit der neuen Arbeitgeberin des Versicherten aufnehmen werde, da diese
nichts vom hängigen IV-Verfahren wisse; der Versicherte habe sich selbständig um die
Arbeitsstelle beworben und der Gemeindeverwaltung nichts vom IV-Verfahren erzählt.
Mit einer Mitteilung vom 28. November 2018 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
dass er keinen Anspruch auf weitere berufliche Massnahmen habe; betreffend einen
allfälligen Rentenanspruch werde er zu einem späteren Zeitpunkt eine Verfügung
erhalten (IV-act. 117).
Anfangs Dezember 2018 ging der IV-Stelle doch noch eine Kopie des
Arbeitsvertrages zu, laut dem der Versicherte unbefristet als Controller mit einem
Pensum von 70 Prozent angestellt worden war (IV-act. 118). Am 11. Dezember 2018
verlangte der Versicherte eine beschwerdefähige Verfügung betreffend die
Verweigerung von weiteren beruflichen Massnahmen (IV-act. 121). Er machte geltend,
er sei immer noch teilweise arbeitsunfähig; aktuell könne er nur zu 60 Prozent arbeiten.
Das führe zu erheblichen finanziellen Einbussen. Diese wirkten sich umso stärker aus,
weil sich der Versicherte aufgrund des langen Arbeitsweges von 165 Kilometern pro
Tag mit hohen Fahrtkosten und mit zusätzlichen Kosten für die auswärtige
Mittagsverpflegung konfrontiert sehe. Deshalb erwarte er eine zusätzliche
Unterstützung von der IV-Stelle. Am 19. Dezember 2018 notierte eine Sachbearbeiterin
der IV-Stelle (IV-act. 122), sie habe dem Versicherten die Situation telefonisch
nochmals erklärt: Er arbeite in jenem Pensum, das zu leisten er sich fähig fühle,
weshalb die IV-Stelle keine weiteren beruflichen Massnahmen anbieten könne. Für die
Vergütung der Fahrtkosten sei die IV-Stelle nicht zuständig. Auf die Frage, was er denn
A.d.
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B.
genau von der IV-Stelle erwarte, habe der Versicherte keine Antwort geben können. Die
Sachbearbeiterin habe ihm erklärt, dass sich mit einer Verfügung nichts ändern werde.
Er erhalte nur die Möglichkeit, eine Beschwerde beim Versicherungsgericht
einzureichen. Der Versicherte habe aber angegeben, dass er dies gar nicht vorhabe.
Trotzdem habe er weiterhin auf der Eröffnung einer anfechtbaren Verfügung bestanden.
Mit einer Verfügung vom 19. Dezember 2018 verweigerte die IV-Stelle dem
Versicherten weitere berufliche Massnahmen (IV-act. 123).
Am 31. Januar 2019 erhob der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer)
eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 19. Dezember 2018 (act. G 1). Er
beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Gewährung von
weiteren geeigneten beruflichen Eingliederungsmassnahmen. Zur Begründung führte er
aus, die nach wie vor bestehende Arbeitsunfähigkeit von 40 Prozent sei eindeutig
medizinisch begründet. Die Arbeitsstelle, die er per 1. November 2018 angetreten
habe, sei per 30. September 2019 befristet und könne deshalb jeden Monat gekündigt
werden. Sollte es zu einer Kündigung kommen, müsste er innerhalb von kürzester Zeit
wieder eine neue Arbeitsstelle finden, was angesichts seines Handicaps schon fast als
aussichtslos erscheine. Deshalb sei er auf eine weitere Unterstützung durch die IV-
Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) angewiesen.
B.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 1. April 2019 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie an, der Beschwerdeführer habe eine
Arbeitsstelle gefunden und er sei fest angestellt worden. Das Arbeitspensum habe
seinem Wunschpensum entsprochen. Er habe keine Kontaktaufnahme der
Beschwerdegegnerin mit der Arbeitgeberin gewünscht. Da er ausreichend eingegliedert
gewesen sei, habe er keinen Anspruch auf weitere berufliche Massnahmen gehabt.
Erst am 27. Februar 2019 und damit nach der Eröffnung der angefochtenen Verfügung
habe er mitgeteilt, dass er seine Arbeitsstelle mittlerweile bereits wieder verloren habe.
Diese Tatsache ändere nichts an der Rechtmässigkeit der angefochtenen Verfügung.
Dem Beschwerdeführer stehe es aber frei, sich erneut für berufliche Massnahmen
anzumelden.
B.b.
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Am 3. April 2019 leitete die Beschwerdegegnerin eine E-Mail des
Beschwerdeführers an sie vom 1. April 2019 weiter, mit der dieser verschiedene
„Falschdarstellungen in den Akten berichten“ wollte (act. G 5 und G 5.1).
B.c.
Am 13. Mai 2019 teilte der Beschwerdeführer dem Versicherungsgericht mit (act.
G 7), dass er eine Neuanmeldung zum Bezug von beruflichen Massnahmen prüfen
lassen wolle. Sollte er einen positiven Entscheid erhalten, werde er seine Beschwerde
zurückziehen.
B.d.
Am 16. Juni 2019 machte der Beschwerdeführer geltend (act. G 9), er habe
zwischenzeitlich mit Therapien begonnen, die vielleicht seine Einschränkung in der
Arbeitsfähigkeit mittelfristig beheben könnten. Sollte dies der Fall sein, werde er seine
Beschwerde zurückziehen.
B.e.
Am 15. August 2019 beantragte der Beschwerdeführer eine (weitere)
Fristerstreckung zur Einreichung der Replik mit der Begründung, er werde sich
allenfalls von einer Rechtsanwältin vertreten lassen (act. G 11).
B.f.
Mit einer Replik vom 15. September 2019 hielt der Beschwerdeführer an seinen
Anträgen fest (act. G 13). Zur Begründung führte er aus, er sei trotz den neuen
Therapien weiterhin teilweise arbeitsunfähig. Die Unterstützung durch das regionale
Arbeitsvermittlungszentrum sei ungenügend, wenn nicht sogar
gesundheitsschädigend. Die Eingliederungsverantwortliche der Beschwerdegegnerin
habe ihn falsch informiert, denn sie habe behauptet, es sei üblich, in
Bewerbungsschreiben, die sich auf eine Teilzeitstelle bezögen, eine teilweise
Arbeitsunfähigkeit zu verheimlichen, um so die Anstellungschancen zu erhöhen. Es
entspreche nicht den Tatsachen, dass er in seinem Wunschpensum gearbeitet habe.
Ebenso tatsachenwidrig sei die Behauptung, dass er keine Kontaktaufnahme zwischen
der Beschwerdegegnerin und der Arbeitgeberin gewünscht habe. Sein Wunschpensum
sei von Beginn weg 100 Prozent gewesen. Weniger könne er als Hauptverdiener einer
Familie mit zwei Kindern auch gar nicht arbeiten; das wäre finanziell nicht möglich. Die
Beschwerdegegnerin habe verheimlicht, dass sie ihn mit beruflichen Massnahmen
hätte unterstützen müssen, bis er wieder zu 100 Prozent eingegliedert gewesen wäre.
B.g.
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Erwägungen
1.
Weder aus den Eingaben des Beschwerdeführers noch aus der angefochtenen
Verfügung geht klar hervor, was der Gegenstand des mit der angefochtenen Verfügung
abgeschlossenen Verwaltungsverfahrens gewesen ist. Fest steht, dass der
Beschwerdeführer mit seiner Eingabe vom 11. Dezember 2018 keine Arbeitsvermittlung
beantragt hat, weil er damals ja eine Arbeitsstelle gehabt hat. Auch eine Umschulung
kann er nicht beantragt haben, denn er hat seinen erlernten Beruf weiterhin ausüben
können und er hat nicht geltend gemacht, sein Beruf sei nicht behinderungsadaptiert.
Aus der Sicht des Beschwerdeführers kommt als einzig sinnvolle beantragte
Massnahme nur die Weiterführung der Integrationsmassnahmen im Sinne des Art. 14a
IVG (in Verbindung mit der Weiterausrichtung eines Taggeldes) in Frage. Der
Beschwerdeführer hat explizit geltend gemacht, dass er seinen Verdienstausfall infolge
des reduzierten Beschäftigungsgrades und die Kosten des weiten Arbeitsweges ersetzt
Die Beschwerdegegnerin hielt duplicando an ihrem Antrag fest (act. G 15). Sie
führte an, der Beschwerdeführer habe ausdrücklich gewünscht, dass die
Beschwerdegegnerin und die F._ nicht in Erscheinung träten. Er habe die Anstellung
alleine bewältigen wollen. Trotz dieses Verzichts des Beschwerdeführers auf
Unterstützung habe die Beschwerdegegnerin ihm angeboten, ihn jederzeit bei Bedarf
zu unterstützen. Zu Beginn der Anstellung habe sich der Beschwerdeführer noch
gemeldet, aber dann habe er nichts mehr von sich vernehmen lassen. Er sei auch nicht
mehr telefonisch erreichbar gewesen. Die Beschwerdegegnerin sei deshalb davon
ausgegangen, dass kein Unterstützungsbedarf mehr bestehe. Die Zusammenarbeit mit
dem Beschwerdeführer habe sich im Übrigen von Anfang an schwierig gestaltet. Sein
Verzicht auf eine Unterstützung und der anschliessende Vorwurf, er sei nicht
unterstützt worden, widerspiegelten nur einen kleinen Teil seines widersprüchlichen
Verhaltens. Wie bereits in der Beschwerdeantwort erwähnt worden sei, stehe es dem
Beschwerdeführer frei, sich jederzeit wieder für berufliche Massnahmen anzumelden.
Der Eingabe lag eine Korrespondenz zwischen der Beschwerdegegnerin und der F._
bei (act. G 15.1). Dieser liess sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer ausdrücklich
keine Unterstützung der F._ im Zusammenhang mit der Bewerbung bei der
Gemeindeverwaltung gewollt hatte und dass er nach dem Stellenantritt nicht mehr
telefonisch erreichbar gewesen war.
B.h.
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haben wolle. Vor diesem Hintergrund ist es aus der Sicht der Beschwerdegegnerin
sinnlos gewesen, mit der Verfügung vom 19. Dezember 2018 etwas anderes als eine
Weiterführung beziehungsweise die erneute Verlängerung der Massnahmen nach Art.
14a IVG zu verweigern, denn bei einer Verweigerung aller anderen theoretisch
denkbaren beruflichen Eingliederungsmassnahmen hätte es sich um Entscheidungen
„auf Vorrat“ gehandelt, was offensichtlich überflüssig gewesen wäre (da ja die
Möglichkeit der jederzeitigen Neuanmeldung besteht, wenn sich die berufliche
Situation verschlechtern sollte). Zudem wäre es gesetzwidrig gewesen, über weitere
berufliche Massnahmen „auf Vorrat“ zu entscheiden, da kein schutzwürdiges
Feststellungsinteresse bestanden hätte. Zusammenfassend ist der Streitgegenstand
die erneute Verlängerung der Massnahmen nach Art. 14a IVG (einschliesslich Taggeld)
bis zur Aufstockung des Beschäftigungsgrades bei der Gemeindeverwaltung auf 100
Prozent. Da die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung keine Stellung
zu der vom Beschwerdeführer sinngemäss beantragten Entschädigung für die
Fahrtkosten zum Arbeitsplatz genommen hat, kann eine allfällige
Fahrtkostenentschädigung zum Vorneherein nicht zum Streitgegenstand dieses
Beschwerdeverfahrens gehören.
2.
Eine invalide oder von einer Invalidität bedrohte versicherte Person hat laut dem
Art. 8 Abs. 1 IVG einen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese
notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen, zu erhalten
oder zu verbessern, und soweit die Voraussetzungen für den Anspruch auf die
einzelnen Massnahmen erfüllt sind. Zu den Eingliederungsmassnahmen zählen unter
anderem die Integrationsmassnahmen nach Art. 14a IVG (Art. 8 Abs. 3 lit. a IVG). Das
Gesetz lässt es zu, dass Integrationsmassnahmen im Zusammenhang mit einem
bestehenden Arbeitsverhältnis erbracht werden (Art. 14a Abs. 5 IVG). Der Zweck der
Integrationsmassnahmen besteht in einer Vorbereitung auf eine (weitere) berufliche
Eingliederung, weshalb ein Anspruch auf Integrationsmassnahmen zwingend erfordert,
dass dadurch die Voraussetzungen für die Durchführung von Massnahmen beruflicher
Art geschaffen werden (Art. 14a Abs. 1 IVG).
2.1.
bis
Während der ganzen Dauer der beruflichen Eingliederung hat der
Beschwerdeführer angegeben, aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr leisten zu
können, als er jeweils gerade gearbeitet hat. Sein behandelnder Psychiater Dr. D._
hat regelmässig bestätigt, dass der Beschwerdeführer die ihm zumutbare
Arbeitsfähigkeit voll ausschöpfe. Obwohl die Beschwerdegegnerin den
Beschwerdeführer immer wieder angehalten hat, sein Arbeitspensum und seine
2.2.
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3.
Im Sinne eines obiter dictum ist darauf hinzuweisen, dass die Invalidenversicherung
keine Leistungszusicherung abgeben muss, wenn lediglich die vage Möglichkeit
besteht, dass die entsprechende Leistung später einmal nötig sein könnte. Die
Leistungspflicht beurteilt sich ausschliesslich nach dem tatsächlichen Leistungsbedarf
im Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Verfügung. Hier ist also nur
massgebend, ob der Beschwerdeführer am 19. Dezember 2018 noch weitere
Integrationsmassnahmen beziehungsweise berufliche Massnahmen benötigt hat, was
nach den obigen Ausführungen nicht der Fall gewesen ist. Die Beschwerdegegnerin
hat völlig zu Recht darauf hingewiesen, dass sich der Beschwerdeführer nach einer
späteren Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse, insbesondere nach dem Verlust
seiner Arbeitsstelle bei der Gemeindeverwaltung, sofort wieder neu zum
Leistungsbezug hätte anmelden können. Dann hätte die Beschwerdegegnerin ihre
Leistungspflicht angesichts der neuen, veränderten Verhältnisse geprüft und allfällige
Leistungen erbracht. Weshalb der Beschwerdeführer keinen Gebrauch von dieser
Möglichkeit gemacht hat, obwohl ihn die Beschwerdegegnerin mehrfach darauf
Arbeitsleistung zu steigern, ist es nur langsam und – im Hinblick auf die jeweiligen
Eingliederungsvereinbarungen – mit Verzögerungen zu einer Steigerung der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers gekommen. Im Oktober und November 2018
hat der Beschwerdeführer gemäss seinen eigenen Angaben und jenen von Dr. D._
(vorerst) nicht mehr als 60 Prozent arbeiten können. Zu diesem Zeitpunkt hatte er eine
Arbeitsstelle im erlernten und weiterhin zumutbaren Beruf gefunden. Dabei hat es sich
um eine Festanstellung in der freien Wirtschaft gehandelt; der Lohn ist branchenüblich
und deutlich höher als der vor dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung erzielte
Lohn gewesen (104’000 Franken für ein Vollpensum vs. 91’000 Franken für ein
Vollpensum; vgl. IV-act. 118 mit IV-act. 13–5). Mit beruflichen Massnahmen hätte die
Arbeits- respektive Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers in jenem Zeitpunkt nicht
mehr positiv beeinflusst werden können, zumal das bestehende Arbeitsverhältnis –
entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers – ein unbefristetes gewesen ist (IV-
act. 118). Im Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Verfügung haben also keine
beruflichen Massnahmen im Raum gestanden, auf die der Beschwerdeführer mittels
einer Weiterführung von Integrationsmassnahmen nach Art. 14a IVG hätte vorbereitet
werden können. In der damaligen Situation hat folglich kein Anspruch mehr auf
Integrationsmassnahmen und damit auch kein Anspruch mehr auf ein Taggeld
bestanden. Die angefochtene Verfügung erweist sich vor diesem Hintergrund als
rechtmässig.
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hingewiesen hat, ist nicht nachvollziehbar, spielt für die Beurteilung der vorliegenden
Beschwerde allerdings auch keine Rolle.
4.
Die Beschwerde ist abzuweisen. Die Gerichtskosten von 600 Franken sind dem
unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Sie sind durch den von ihm geleisteten
Kostenvorschuss von 600 Franken gedeckt.