Decision ID: 43d55c08-5f9f-5960-8355-7de839197e4a
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X und Y sind verheiratet und leben auf ihrem landwirtschaftlichen Betrieb. In der
Steuererklärung 2016 deklarierten sie ein steuerbares Einkommen von Fr. 63'100.– und
ein steuerbares Vermögen von Fr. 1'972'000.–. Am 14. August 2018 wurden sie für die
Kantons- und Gemeindesteuern 2016 mit einem steuerbaren Einkommen von
Fr. 105'700.– und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 2'080'000.– sowie für die
direkte Bundessteuer 2016 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 106'800.–
veranlagt.
B.- Gegen die Veranlagungsverfügungen vom 14. August 2018 erhoben die
Steuerpflichtigen am 5. November 2018 (Postaufgabe) Einsprache und wiesen darauf
hin, dass sie die Veranlagungsberechnungen erst am 30. Oktober 2018 erhalten hätten.
Sie fochten die Aufrechnungen für den Stromertrag aus Photovoltaik von Fr. 718.28,
Naturallohnbezug in der Höhe von Fr. 11'873.– und nicht belegte Lohnauszahlungen
von Fr. 25'000.–, Reisekosten von Fr. 1'741.–, Eintrittskarten für ein Acapella Festival
von Fr. 205.– sowie Beiträge an den Rotary Club und einen Fussball-Club von
insgesamt Fr. 900.– an. Mit Einspracheentscheiden vom 22. August 2019 trat die
Vorinstanz in dem Verfahren über die Kantons- und Gemeindesteuern 2016 und die
direkte Bundessteuer 2016 nicht auf die Einsprachen ein. Sie führte aus, diese seien
verspätet erfolgt und die Voraussetzungen für eine Fristwiederherstellung nicht erfüllt.
Dagegen erhoben die Steuerpflichtigen am 19. September 2019 Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (VRK). Diese erwog, dass es der
Vorinstanz nicht gelungen sei nachzuweisen, dass die Veranlagungsverfügungen vor
Ende Oktober 2018 zugestellt worden seien. Dementsprechend seien die Einsprachen
rechtzeitig erfolgt. Sie hob die Nichteintretensentscheide vom 22. August 2019 am
23. März 2020 auf, hiess Rekurs und Beschwerde gut und wies die Sache zur
Behandlung der Einsprachen in materieller Hinsicht an die Vorinstanz zurück (Verfahren
I/1-2019/197, 198).
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C.- Mit Einspracheentscheiden vom 4. Juni 2020 wurden die Einsprachen teilweise
gutgeheissen. Die Vorinstanz veranlagte die Steuerpflichtigen für die Kantons- und
Gemeindesteuern 2016 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 105'500.– und
einem steuerbaren Vermögen von Fr. 2'080'000.– sowie für die direkte Bundessteuer
mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 106'600.–. Zur Aufrechnung für die Erträge
aus der Einspeisung von Photovoltaikstrom führte die Vorinstanz aus, dass bei den
ausgewiesenen Beträgen gegenüber der Steuermeldung der Energiepool Schweiz AG
ein Fehlbetrag von Fr. 718.28 bestanden habe, weshalb an der Aufrechnung
festgehalten werde. In Bezug auf die Aufrechnungen für den Naturallohnbezug in der
Höhe von Fr. 11'873.– und für nicht belegte Lohnzahlungen von Fr. 25'000.– erklärte
sie, dass im Jahr 2016 um Fr. 25'000.– höhere Nettolöhne im Geschäftsaufwand
verbucht als auf den Lohnausweisen bescheinigt worden seien. Auch die im
Personalaufwand verbuchten Naturallöhne würden nicht mit den in den Lohnausweisen
bescheinigten geldwerten Bezügen aus den Arbeitsverhältnissen korrespondieren. An
diesen beiden Aufrechnungen werde somit ebenfalls festgehalten. Bei Treueprämien
(Dienstaltersgeschenken) handle es sich um steuerbare Leistungen des Arbeitgebers
an den Arbeitnehmer, die im Lohnausweis aufzuführen seien. Geschehe dies nicht, so
seien sie als geschäftsmässig nicht begründete Ausgaben zu qualifizieren, weshalb an
der Aufrechnung von Fr. 1'741.– festgehalten werde. Kosten für Besuche von Konzert-,
Theater- und Musikaufführungen fielen in der Regel unter die nicht abziehbaren
Aufwendungen der privaten Lebensführung. Ein konkreter geschäftsmässiger
Zusammenhang sei durch die Steuerpflichtigen nicht ausreichend belegt worden. Die
Aufrechnung von Fr. 205.– für das Acapella-Festival sei somit zu Recht erfolgt. Mit der
Zahlung von Fr. 700.– an den Rotary Club sei der jährliche Mitgliederbeitrag beglichen
worden. Diese Mitgliedschaft werde aus persönlich motivierten Gründen angestrebt,
weshalb er ebenfalls aufzurechnen sei. Der Mitgliederbeitrag von Fr. 200.– an den
Fussball-Club sei für ein Unternehmen in der Region eventuell werbewirksam. Im Sinne
eines Entgegenkommens werde dieser Beitrag als Geschäftsaufwand anerkannt.
D.- Gegen die Einspracheentscheide vom 4. Juni 2020 erhoben die Steuerpflichtigen
am 2. Juli 2020 (Postaufgabe) Rekurs und Beschwerde bei der VRK. Sie stellten
sinngemäss das Rechtsbegehren, die vorinstanzlichen Entscheide über die Kantons-
und Gemeindesteuern 2016 sowie die direkte Bundessteuer 2016 seien aufzuheben
und die deklarierten Aufwendungen für Lohnkosten in der Höhe von Fr. 25'000.–
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vollumfänglich zum Abzug zuzulassen. Die angefochtenen Einspracheentscheide
reichten sie auf entsprechende Aufforderung des Gerichts mit Eingabe vom 7. Juli 2020
nach. Die Vorinstanz liess sich am 13. August 2020 vernehmen. Sie beantragte die
teilweise Gutheissung des Rekurses und der Beschwerde, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Gemäss der aktuellen Aktenlage ergebe sich ein Betrag von Fr.
22'234.85 für nicht belegte Lohnzahlungen, die dem Geschäftsaufwand belastet
worden seien. Dementsprechend sei die diesbezügliche Aufrechnung von Fr. 25'000.–
auf Fr. 22'235.– zu reduzieren. Die Eidgenössische Steuerverwaltung verzichtete auf
eine Vernehmlassung zur Beschwerde. Eine weitere Eingabe der Steuerpflichtigen
datiert vom 7. September 2020. Darin führten sie aus, dass sie mit Rekurs und
Beschwerde vom 2. Juli 2020 nicht nur die Aufrechnung bei den Lohnkosten, sondern
sinngemäss die Einspracheentscheide vom 4. Juni 2020 in allen Punkten anfechten
würden.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit erforderlich, in den
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Angefochten sind die Einspracheentscheide hinsichtlich der Kantons- und
Gemeindesteuern 2016 und der direkten Bundessteuer 2016. Hierbei handelt es sich
um verschiedene Steuern, welche verschiedenen Gemeinwesen zufliessen und
Gegenstand getrennter Veranlagungen und Verfahren sind. Dies bedeutet, dass zwei
Entscheide zu fällen sind, die in einem einzigen Dokument enthalten sein können – der
eine für die Kantons- und Gemeindesteuern und der andere für die direkte
Bundessteuer –, mit getrennten Begründungen, wobei Verweisungen zulässig sind, und
eigenen Rechtssprüchen (Dispositiven) oder zumindest einem Rechtsspruch, der die
beiden Steuern ausdrücklich auseinanderhält (BGE 130 II 509 E. 8.3 = Pra 94 [2005]
Nr. 114). Dementsprechend werden der Rekurs und die Beschwerde in einem einzigen
Dokument behandelt und die Steuern im gemeinsamen Rechtsspruch
auseinandergehalten. Spätere höchstrichterliche Differenzierungen bezüglich Form und
Inhalt von Entscheiden (BGE 135 II 260 E. 1.3.1 und 142 II 293 E. 1.2) haben an der
Zulässigkeit dieser Vorgehensweise nichts geändert.
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2.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum
Sach-
entscheid zuständig. Die Befugnis zur Rechtsmittelerhebung ist gegeben. Der Rekurs
und die Beschwerde vom 2. Juli 2020 sind rechtzeitig eingereicht worden. Sie erfüllen
in formeller und inhaltlicher Hinsicht gemeinsam mit der Ergänzung vom 7. Juli 2020
die gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 Abs.1 des St. Galler Steuergesetzes, sGS
811.1, abgekürzt: StG, Art. 140 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die direkte
Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG, Art. 7 der Verordnung zum Bundesgesetz
über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1, Art. 41 lit. h Ziff. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs und die
Beschwerde ist einzutreten.
3.- a) Steuerbar sind alle Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land-
und Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien Beruf sowie aus jeder anderen
selbständigen Erwerbstätigkeit (Art. 31 Abs. 1 StG, Art. 18 DBG). Der steuerbare
Reingewinn setzt sich zusammen aus dem Saldo der Erfolgsrechnung und allen vor
Berechnung des Saldos der Erfolgsrechnung ausgeschiedenen Teilen des
Geschäftsergebnisses, die nicht zur Deckung von geschäftsmässig begründetem
Aufwand verwendet werden, worunter unter anderem nicht geschäftsmässig
begründete Zuwendungen an Dritte fallen (Art. 82 in Verbindung mit [i.V.m.] 31 Abs. 3
StG, Art. 58 i.V.m. Art. 18 Abs. 3 DBG).
Das Gesetz verpflichtet die Steuerpflichtigen, die Steuererklärung wahrheitsgemäss
und vollständig auszufüllen, persönlich zu unterzeichnen und zusammen mit den
vorgeschriebenen Beilagen fristgemäss der zuständigen Behörde einzureichen.
Reichen sie die Steuererklärung nicht oder mangelhaft ausgefüllt ein, werden sie
aufgefordert, das Versäumte innert angemessener Frist nachzuholen (Art. 168 StG, Art.
124 DBG). Die Steuerpflichtigen müssen alles tun, um eine vollständige und richtige
Veranlagung zu ermöglichen. Auf Verlangen der Veranlagungsbehörde müssen sie
insbesondere mündlich oder schriftlich Auskunft erteilen, Geschäftsbücher, Belege und
weitere Bescheinigungen sowie Urkunden über den Geschäftsverkehr vorlegen (Art.
170 StG, Art. 126 DBG). Die Veranlagungsbehörde ihrerseits prüft die Steuererklärung,
nimmt die erforderlichen Untersuchungen vor (Art. 176 StG, Art. 130 DBG). Sie stellt die
für eine vollständige und richtige Be-
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steuerung massgebenden tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse fest. Dazu kann
sie Sachverständige beiziehen, Augenscheine durchführen sowie Geschäftsbücher und
Belege an Ort und Stelle einsehen (Art. 176 StG).
b) Im Rekurs- und Beschwerdeverfahren ist insbesondere der in der Jahresrechnung
2016 der Generationengemeinschaft X und Z verbuchte Personalaufwand umstritten.
Dabei handelt es sich einerseits um Löhne der Angestellten (Buchungskonto 5000), die
mit Fr. 125'583.10 ausgewiesen wurden, und andererseits um die Ausgaben für Kost &
Logis der Angestellten (Buchungskonto 5020), die im Betrag von Fr. 31'320.–
aufgeführt sind. Die Vorinstanz zweifelte an der Richtigkeit dieser Angaben und forderte
bei den Steuerpflichtigen Unterlagen nach. Im vor Gericht eingereichten Aktendossier
der Vorinstanz finden sich unter anderem diverse Lohnausweise der Angestellten (act.
9/I/4-6 und act. 9/I/20), die Jahresrechnung 2016 der Generationengemeinschaft
inklusive Kontoblätter (act. 9/I/8 und act. 9/I/18, ohne Belege), die Lohndeklaration
2016 an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA, ohne effektive
Abrechnung), Aufenthaltsbewilligungen von Angestellten (act. 9/II/16-19), ein Formular
über die Quellensteuerabrechnung ausländischer Arbeitnehmer und Grenzgänger (act.
9/II/22.2 und 9/II/22.3, ohne entsprechende Verfügung) sowie ein Lohnmeldeformular
für Angestellte für die Globalversicherung (act. 9/II/22.5, ohne Police). Nachdem für die
Steuerpflichtigen offenbar unklar war, ob sich diese Unterlagen bei den Steuerakten
befinden oder abhanden gekommen waren, reichten sie mehrere dieser Dokumente vor
Gericht erneut ein (act. 2/2-6).
c) aa) Bei einer näheren Betrachtung dieser Dokumente fallen gewisse Unstimmigkeiten
auf. So erscheinen die auf den Lohnausweisen ausgewiesenen Beiträge an die AHV/IV/
EO/ALV/NBUV unter Beizug der im Jahr 2016 geltenden Beitragssätze mindestens
teilweise nicht als nachvollziehbar. Die Belege zum Konto 5700 liegen nicht bei den
Akten. Mit den vorliegenden Unterlagen lässt sich somit die Höhe der an die
Angestellten ausbezahlten Nettolöhne nicht überprüfen. Weder liegt eine SVA-
Abrechnung noch liegen die Belege des Buchungskontos 5000, des Buchungskontos
5700 oder eine Police der Globalversicherung bei den Akten. Beim Lohnausweis 2016
für A kann weiter auch das Datum (02.02.2016) nicht korrekt sein. Eine Berechnung der
Nettolöhne ist bei dieser Ausgangslage nicht möglich. Gestützt auf die von der
Vorinstanz dem Gericht edierten Unterlagen muss aber davon ausgegangen werden,
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dass die vorstehend erwähnten Unterlagen bei den Steuerpflichtigen weder
nachgefordert noch eingesehen wurden. Die Vorinstanz hat es somit unterlassen, den
Sachverhalt hinreichend festzustellen.
Die Höhe der umstrittenen Ausgaben für Kost & Logis der Angestellten kann ebenfalls
nicht überprüft werden. Einerseits stellt sich dabei wiederum die Problematik, dass die
Sozialversicherungsbeiträge auf den Lohnausweisen nicht nachvollziehbar sind und die
SVA-Abrechnung nicht bei den Akten liegt. Andererseits lässt sich auch die
Jahresrechnung 2016 diesbezüglich nicht überprüfen, da zur entsprechenden Position
sowohl Belege als auch weitere Informationen zum Buchungskonto 9239 fehlen. Nicht
bekannt ist des Weiteren, welche Angestellten wie oft auf dem Betrieb gegessen und
allenfalls auch geschlafen haben. Auch diesbezüglich sind nötigenfalls weitere
Abklärungen zu treffen.
bb) Ferner ermangelt es den beiden Einspracheentscheiden über die Kantons- und
Gemeindesteuern 2016 sowie über die direkte Bundessteuer 2016 vom 4. Juni 2020
(act. 5/2 und 5/4) an einer nachvollziehbaren Begründung über die Reduktion der
Nettolöhne. So wurde darin lediglich festgehalten, dass die im Geschäftsaufwand
verbuchten Nettolöhne die mittels der Lohnausweise bescheinigten Beträge um Fr.
25'000.– übersteigen würden. Wie die Vorinstanz auf diesen Betrag kommt, legt sie in
der Entscheidbegründung nicht dar. Im vorinstanzlichen Aktendossier ist eine
Berechnung zur Lohnsumme gestützt auf die Lohnausweise zu finden, wobei auf dem
Dokument weder ein Datum noch ein Urheber zu finden ist. Das Papier ist im
Aktendossier irgendwo zwischen den Belegen der Steuerpflichtigen und nicht etwa als
Beilage zum Entscheid eingeordnet (act. 9/I/9). Offenbar handelt es sich dabei um eine
Berechnung der Vorinstanz. Darin wurden die in den Lohnausweisen ausgewiesenen
Sozialversicherungsbeiträge – die gemäss den voranstehenden Ausführungen in
fraglicher Höhe ausgewiesen wurden – einseitig bei den Nettolöhnen, nicht aber beim
Naturallohn in Abzug gebracht, weshalb die Berechnung von vornherein nicht stimmen
kann. Auch für die Lohnzahlungen gemäss Jahresrechnung wurde ein falscher Betrag
eingesetzt (Fr. 127'531.60 anstatt Fr. 125'583.10). Eine nachvollziehbare Begründung
für die Lohndifferenz von Fr. 25'000.– liefert somit auch dieses Papier nicht. In der
Vernehmlassung vom 13. August 2020 verwies die Vorinstanz auf diese Berechnung,
stellte jedoch den Antrag, den aufgerechneten Betrag von Fr. 25'000.– auf
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Fr. 22'234.85 zu reduzieren. Auch daraus geht jedoch nicht hervor, wie sich der Betrag
von Fr. 22'234.85 ergeben soll. Den Steuerpflichtigen steht im Rahmen ihres
Anspruchs auf rechtliches Gehör unter anderem eine nachvollziehbare
Entscheidbegründung zu (PK VRP/SG-Rizvi/Risi, Art. 15-17 N 19 ff.). Angepasste
Berechnungsgrundlagen müssen aus dem Entscheid selbst oder mindestens einer
Beilage, auf die konkret verwiesen wird, hervorgehen. Die Begründung eines
Einspracheentscheids ist ferner so abzufassen, dass die Aufrechnungen aufgrund der
Akten zweifelsfrei nachvollzogen werden können. Da eine solche Begründung fehlt,
wurde der Anspruch der Steuerpflichtigen auf rechtliches Gehör verletzt; dies ist von
Amtes wegen zu berücksichtigen.
Gleichermassen geben die beiden Einspracheentscheide vom 4. Juni 2020 (act. 5/2
und 5/4) keinen Aufschluss darüber, wie sich die Aufrechnung von Fr. 11'873.– für zu
viel ausgewiesene Naturallöhne ergeben soll. Es heisst nur, dass sie nicht mit den im
Personalaufwand verbuchten Naturallöhnen korrespondieren würden. In der
Vernehmlassung wird nichts dazu geschrieben. Die handschriftlichen Notizen auf act.
9/I/12, deren Herkunft unklar ist, lassen sich nicht nachvollziehen. Es ist nicht
ersichtlich, worauf sich die darin verwendeten Beträge und insbesondere deren Anzahl
stützen; auch nicht anhand des Merkblatts der Eidgenössischen Steuerverwaltung
ESTV NL1/2007 für Verpflegung und Unterkunft von landwirtschaftlichen
Arbeitnehmern. Wie sich der aufgerechnete Betrag ergeben soll, ist somit ebenfalls
nicht nachvollziehbar dargelegt. Auch diesbezüglich wurde der Anspruch der
Steuerpflichtigen auf rechtliches Gehör verletzt.
Im Übrigen stellt sich auch die Frage, ob die Vorinstanz ihrer Aktenführungspflicht im
Sinne einer chronologischen, vollständigen, übersichtlichen und im Zeitpunkt des
Entscheids in sich geschlossenen Dossierführung nachgekommen ist (BGE 142 I 86 E.
2.2, 130 II 473 E. 4.1 und 4.2, 115 Ia 97 E. 4, VRKE I/1-2018/192 vom 28. Oktober 2019
E. 2b). Da eine Verletzung des rechtlichen Gehörs bereits im Rahmen der
Begründungspflicht festgestellt wurde und ein weiterer Verfahrensmangel kaum mehr
wesentlich ins Gewicht fallen würde, erübrigt sich diese Prüfung.
d) Zusammenfassend hat die Vorinstanz in mehrfacher Hinsicht Verfahrensfehler
begangen. So hat sie es unterlassen, den Sachverhalt hinlänglich abzuklären, und den
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Anspruch der Steuerpflichtigen auf rechtliches Gehör, insbesondere auf eine
Entscheidbegründung, verletzt. Dass die Buchhaltungsunterlagen der Steuerpflichtigen
gewisse Fragen aufwerfen, ändert nichts an den Anforderungen an ein formell
korrektes Verfahren. Vorliegend handelt es sich nicht um einen geringfügigen Mangel,
der sich vom Gericht mit einem verhältnismässigen Aufwand beheben liesse. Zudem
entginge den Steuerpflichtigen eine Instanz, wenn das Gericht direkt einen
reformatorischen Entscheid fällen würde. Dies betrifft beide Verfahren gleichermassen.
Dementsprechend sind die Einspracheentscheide über die Kantons- und
Gemeindesteuern 2016 und die direkte Bundessteuer 2016 vom 4. Juni 2020 aus
formellen Gründen aufzuheben und die Angelegenheiten sind gestützt auf Art. 56 Abs.
2 VRP zu weiteren Abklärungen und neuen Einspracheentscheiden an die Vorinstanz
zurückzuweisen. Die neuen Einspracheentscheide müssen eine nachvollziehbare
Begründung enthalten.
Im Übrigen ist bei der neuen Entscheidfindung zu berücksichtigen, dass aus der
steueramtlichen Meldung der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) hervorgeht,
dass die
Steuerpflichtigen für die Einspeisung des Stroms aus Photovoltaik im Jahr 2016 mit
Fr. 6'745.– entschädigt wurden (act. 9/I/10). Die Vorinstanz hat die Aufrechnung im
Differenzbetrag von Fr. 718.25 zum deklarierten Betrag von Fr. 6'026.75 somit zu Recht
vorgenommen. Dass Dienstaltersgeschenke der Einkommenssteuer unterliegen, geht
sodann direkt aus dem Gesetz hervor (Art. 30 Abs. 1 StG, Art. 17 Abs. 1 DBG, vgl.
auch Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. Aufl. 2016, Art. 17
N 35). Ein Dienstaltersgeschenk wurde auf dem Lohnausweis des betreffenden
Arbeitnehmers nicht ausgewiesen, weshalb die Vorinstanz zu Recht davon ausging,
dass die entsprechende Reise nicht geschäftsmässig begründet war (act. 9/I/20). Über
die Umstände des Besuchs des Acapella-Festivals ist wenig bekannt. Ist das Festival
mit oder von einem Geschäftspartner besucht worden, wäre der Aufwand als
geschäftsmässig begründet anzusehen. Dazu müssten die Steuerpflichtigen jedoch
Belege und Erklärungen einreichen. Dass die Mitgliedschaft im Rotary Club
geschäftsmässig begründet ist, erscheint naheliegend. Jedenfalls dürfte der
Hauptgrund für die Mitgliedschaft in der Anbahnung von Geschäftsbeziehungen
bestehen. Die entsprechenden Aufwendungen von Fr. 700.– wurden somit zu Unrecht
aufgerechnet. Der Mitgliederbeitrag des Fussball-Clubs von Fr. 200.– wurde von der
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Vorinstanz als werbewirksam und somit geschäftsmässig begründet anerkannt, was
nicht zu beanstanden ist. Aufrechnungen im Zusammenhang mit dem Mietwert der
Betriebsleiterwohnung, den Studiengebühren des Sohnes sowie der
Handänderungssteuer blieben bereits im Einspracheverfahren unangefochten.
4.- Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die Verfahrenskosten zulasten des
Staates (Art. 95 Abs. 1 VRP). Namentlich entspricht die Rückweisung der
Angelegenheit an die Vorinstanz zu neuer Entscheidung einem Obsiegen. Eine Gebühr
von je Fr. 600.– erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung,
sGS 941.12). Die beiden Kostenvorschüsse von insgesamt Fr. 1'200.– sind den
Steuerpflichtigen zurückzuerstatten.