Decision ID: 12b7fb0e-a426-581f-99a3-4fd12b28b517
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 11.08.2011 Art. 52 AHVG, Art. 47 lit. d aKZG, Art. 25 lit. c FamZG. Haftung des geschäftsführenden Gesellschafters für nicht geleistete bundes- und kantonalrechtliche Beiträge sowie für nicht an den berechtigten Arbeitnehmer weitergeleitete Kinderzulagen. Keine Rechtfertigungs- oder Entschuldigungsgründe (Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. August 2011, AHV 2010/27 und KZL 2010/14). Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterin Marie-Theres Rüegg Haltinner, Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen Entscheid vom 11. August 2011 in Sachen A._, Beschwerdeführer, Rekurrent, gegen Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichs- und Familienausgleichskasse des Kantons St. Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen, Beschwerdegegnerin, Vorinstanz, betreffend Schadenersatzforderung (i.S. B._ GmbH in Konkurs) bundesrechtlicher Streitwert: Fr. 27'263.25 kantonalrechtlicher Streitwert: Fr. 7'689.85 Sachverhalt:
A.
A.a Die C._ GmbH (seit 2007: B._ GmbH; nachfolgend: die Gesellschaft) wurde im
Jahr 2006 gegründet. Seit 2007 amtet A._ als einziger geschäftsführender
Gesellschafter mit Einzelunterschrift (act. G 3.196). Die Gesellschaft war der
Sozialversicherungsanstalt (SVA) des Kantons St. Gallen, kantonale Ausgleichskasse,
als beitragspflichtige Arbeitgeberin angeschlossen (act. G 3.3).
A.b Am 4. Juni 2007 wurde die Gesellschaft gemahnt, in Rechnung gestellte Beiträge
zuzüglich Mahngebühr zu bezahlen (act. G 3.11). Auch in der Folgezeit mahnte die SVA
die Gesellschaft wiederholt bezüglich ihrer Zahlungspflichten (vgl. etwa Mahnung vom
13. August 2007, act. G 3.16; Mahnung vom 11. Februar 2008, act. G 3.26; Mahnung
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vom 11. August 2008, act. G 3.40; Mahnung vom 20. April 2009, act. G 3.83; Mahnung
vom 15. Februar 2010, act. G 3.158). Nachdem die SVA (weitere)
Pfändungsverlustscheine vom 5. und 17. März 2010 (act. G 3.162 und G 3.165 f.)
erhalten hatte, gelangte sie mit Schreiben vom 19. Mai 2010 an A._ und forderte von
ihm Schadenersatz für die entgangenen sozialversicherungsrechtlichen Beiträge (act.
G 3.187). Hierzu nahm A._ am 17. Juni 2010 Stellung und führte aus, dass die
Gesellschafter nur bis zur Höhe des eingetragenen Stammkapitals haften würden. Die
Gesellschaft würde wahrscheinlich Ende Monat in Konkurs gehen (act. G 3.188).
A.c In der Verfügung vom 29. Juni 2010 forderte die SVA von A._ Schadenersatz für
entgangene bundesrechtliche Beiträge im Umfang von Fr. 27'263.25 sowie für
entgangene kantonalrechtliche Beiträge im Umfang von Fr. 7'689.85 (einschliesslich
einer Rückforderung bereits gutgeschriebener Kinderzulagen; insgesamt Fr. 34'953.10)
betreffend die Jahre 2007 bis Ende September 2009 (act. G 3.190).
A.d Dagegen erhob A._ am 14. Juli 2010 Einsprache (act. G 3.191). Im Jahr 2010
wurde über die Gesellschaft der Konkurs eröffnet, der im gleichen Jahr mangels
Aktiven eingestellt wurde (act. G 3.196). Am 10. September 2010 wies die SVA die
Einsprache vom 14. Juli 2010 ab (act. G 3.198).
B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 10. September 2010 richten sich der
vorliegend zu beurteilende Rekurs und die vorliegend zu beurteilende Beschwerde vom
20. September 2010. Der Beschwerdeführer/Rekurrent (nachfolgend ausschliesslich als
Beschwerdeführer bezeichnet) beantragt die Abweisung der
Schadenersatzforderungen. Zur Begründung führt er aus, dass im Einspracheentscheid
der Lage bzw. dem Geschäftsgang der Gesellschaft zu wenig Rechnung getragen
worden sei. Er ist der Meinung, dass nur das eingetragene Stammkapital "haftbar" sei.
Das Vorliegen eines absichtlichen oder grobfahrlässigen Verhaltens bestreitet er (act.
G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin/Vorinstanz (nachfolgend ausschliesslich als Beschwerde
gegnerin bezeichnet) beantragt in der Beschwerdeantwort vom 4. Oktober 2010 die
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Beschwerdeabweisung. Zur Begründung verweist sie auf den angefochtenen
Einspracheentscheid vom 10. September 2010 (act. G 3).
B.c Der Beschwerdeführer hat auf eine Akteneinsicht und Stellungnahme verzichtet
(act. G 4).

Erwägungen:
1.
Da die Verfahren AHV 2010/27 und KZL 2010/14 den gleichen Sachverhalt betreffen
und gestützt auf dieselben bzw. analogen rechtlichen Erwägungen zu entscheiden
sind, sind sie zu vereinigen (vgl. BGE 123 V 215 E. 1).
2.
In den vorliegenden Verfahren ist die Schadenersatzpflicht des Beschwerdeführers für
nicht geleistete bundes- und kantonalrechtliche Beitragsforderungen betreffend die
Jahresabrechnungen 2007 und 2008, für die Lohnbeiträge betreffend die Monate
Januar bis September 2009 (einschliesslich Verzugszinsen, Mahngebühren,
Betreibungskosten) und für eine Rückforderung wegen nicht weitergeleiteter
Kinderzulagen betreffend das Jahr 2008 (act. G 3.198) im Gesamtbetrag von
Fr. 34'953.10 umstritten und zu prüfen.
2.1 Nach Art. 52 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) hat ein Arbeitgeber, der durch
absichtliche oder grobfahrlässige Missachtung von Vorschriften der Ausgleichskasse
einen Schaden verursacht, diesen zu ersetzen. Ist der Arbeitgeber eine juristische
Person, so können subsidiär gegebenenfalls die verantwortlichen Organe belangt
werden (BGE 123 V 15 E. 5b mit Hinweisen; bestätigt in BGE 129 V 11). Daran ändert
entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nichts, dass Art. 772 Abs. 1 Satz 3
des Obligationenrechts (OR; SR 220) festlegt, für Verbindlichkeiten einer GmbH hafte
nur das Geschäftsvermögen. Denn die Haftung nach Art. 52 AHVG stellt eine
Spezialbestimmung des Verantwortlichkeitsrechts des Bundes dar (BGE 129 V 12
E. 3.1), die derjenigen von Art. 772 Abs. 1 Satz 3 OR vorgeht. Gemäss Art. 47 lit. d des
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Kinderzulagengesetzes (KZG; sGS 371.1; für die seit 1. Januar 2009 geltende
Rechtslage vgl. Art. 25 lit. c des Bundesgesetzes über die Familienzulagen [FamZG;
SR 836.2]) wird Art. 52 AHVG auch für die Beiträge an die kantonale
Familienausgleichskasse angewandt.
2.2 Art. 52 Abs. 2 AHVG sieht eine Verschuldenshaftung nach öffentlichem Recht vor.
Damit eine Schadenersatzpflicht entstehen kann, müssen alle
Haftungsvoraussetzungen gegeben sein, d.h. es muss ein Schaden eingetreten sein,
der auf ein widerrechtliches und schuldhaftes Verhalten des verantwortlichen Organs
zurückzuführen ist. Wie es sich damit verhält, ist im Folgenden zu prüfen.
2.3
2.3.1 Die Schadenersatzpflicht des Arbeitgebers bzw. des verantwortlichen Organs
setzt zunächst den Eintritt eines Schadens bei der Ausgleichskasse voraus. Nach der
Rechtsprechung gilt der Schadeneintritt als erfolgt, sobald die Beiträge wegen
Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers nicht mehr im ordentlichen Verfahren erhoben
werden können, beispielsweise bei Erhalt von Pfändungsverlustscheinen oder bei
Konkurseröffnung über eine juristische Person (BGE 112 V 256 E. 3c; 123 V 16 E. 5b).
Der Schaden kann unbezahlt gebliebene paritätische AHV/IV/EO- und ALV-Beiträge,
Verwaltungskostenbeiträge, Mahngebühren, Veranlagungs- und Betreibungskosten
sowie Verzugszinsen für rückständige Beiträge umfassen (Thomas Nussbaumer, Das
Schadenersatzverfahren nach Art. 52 AHVG, in: Schaffhauser/Kieser [Hrsg.], Aktuelle
Fragen aus dem Beitragsrecht der AHV, St. Gallen 1998, S. 100).
2.3.2 Die Beschwerdegegnerin macht gestützt auf Pfändungsverlustscheine (vgl. act. G
3.187) Schadenersatz betreffend die Jahre 2007 bis Ende September 2009 für
entgangene bundesrechtliche Beiträge im Umfang von Fr. 27'263.25, für entgangene
kantonalrechtliche Beiträge im Umfang von Fr. 3'725.65 (je anteilig inklusive
Verzugszinsen, Mahngebühren und Betreibungskosten; vgl. act. 3.195, S. 4-7) sowie
betreffend das Jahr 2008 für eine Rückforderung bereits gutgeschriebener, aber nicht
weitergeleiteter Kinderzulagen von Fr. 3'964.20 (inklusive Nebenkosten), total
Fr. 34'953.10 geltend (vgl. Aufstellung in der angefochtenen Verfügung vom 29. Juni
2010, act. G 3.190). Das Quantitativ dieser Forderungen ist nicht bestritten. Mangels
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offenkundiger Berechnungsfehler ist somit grundsätzlich von der Schadensberechnung
der Beschwerdegegnerin und von einem vorliegend massgebenden Schadensbetrag in
Höhe von Fr. 34'953.10 auszugehen.
2.4
2.4.1 Weitere Haftungsvoraussetzung für die vorliegend streitgegenständlichen
Schadenersatzforderungen ist die Widerrechtlichkeit. Art. 14 Abs. 1 AHVG in
Verbindung mit Art. 34 ff. AHVV schreibt vor, dass der Arbeitgeber bei jeder
Lohnzahlung die Arbeitnehmerbeiträge in Abzug zu bringen und zusammen mit den
Arbeitgeberbeiträgen der Ausgleichskasse zu entrichten hat.
2.4.2 Aus den Akten ergibt sich, dass die Gesellschaft und deren einziger
geschäftsführender Gesellschafter der Beitragspflicht nicht vollumfänglich
nachgekommen sind, was zum Schaden der Beschwerdegegnerin geführt hat. Die
Gesellschaft und der Beschwerdeführer haben somit die Beitragszahlungspflicht
missachtet, womit die Widerrechtlichkeit als Haftungsvoraussetzung zu bejahen ist. Ein
Rechtfertigungsgrund ist nicht ausgewiesen und wird vom Beschwerdeführer auch
nicht substanziiert geltend gemacht (vgl. act. G 1). Entsprechendes gilt für die vom
Arbeitgeber nicht an den betreffenden Arbeitnehmer weitergeleiteten Kinderzulagen.
2.5
2.5.1 Im Weiteren ist zu prüfen, ob die Vorschriften absichtlich oder grobfahrlässig
missachtet wurden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sowohl ein Verschulden des
Arbeitgebers wie des verantwortlichen Organs vorliegen muss. Nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist nicht jede Verletzung der öffentlichrechtlichen
Aufgaben durch den Arbeitgeber ohne weiteres einem qualifizierten Verschulden seiner
Organe gleichzusetzen. Vorausgesetzt ist vielmehr ein Normverstoss von einer
gewissen Schwere. Eine Nichtbeachtung oder Nichtbezahlung der Beiträge genügt
noch nicht, um ein qualifiziertes Verschulden anzunehmen. Vielmehr sind die gesamten
Umstände zu würdigen. Die Frage der Dauer des Normverstosses ist dabei ein
Beurteilungskriterium, das im Rahmen der Gesamtwürdigung zu berücksichtigen ist
und im Sinn der Rechtsprechung zu den Entlastungsgründen zur Verneinung der
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Schadenersatzpflicht führen kann (BGE 121 V 244 E. 4b mit Hinweisen). Von einem
qualifizierten Verschulden ist in der Regel auszugehen, wenn beispielsweise ein
Arbeitgeber über längere Zeit seine Abrechnungs- und/oder Ablieferungspflichten nur
schleppend oder bloss teilweise erfüllt. Bei der Verschuldensbeurteilung gilt ein
objektivierter Verschuldensmassstab, weshalb subjektive Entschuldbarkeit oder die
Gründe für die Mandatsübernahme unbeachtlich sind (Ueli Kieser, Alters- und
Hinterlassenenversicherung, in: Ulrich Meyer [Hrsg.], Schweizerisches
Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, 2. Auflage 2007, H 272 mit
Hinweisen).
2.5.2 Gemäss Art. 810 Abs. 1 OR (in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fassung) sind
geschäftsführende Gesellschafter in allen Angelegenheiten zuständig, die nicht nach
Gesetz oder Statuten der Gesellschafterversammlung zugewiesen sind. Art. 810 Abs. 2
OR enthält sodann einen Katalog unübertragbarer und unentziehbarer Aufgaben. So
obliegt den geschäftsführenden Gesellschaftern insbesondere die Oberleitung der
Gesellschaft und die Erteilung der nötigen Weisungen (Ziffer 1), die Ausgestaltung des
Rechnungswesens und der Finanzkontrolle sowie der Finanzplanung, sofern diese für
die Führung der Gesellschaft notwendig ist (Ziffer 3) und die Aufsicht über die
Personen, denen Teile der Geschäftsführung übertragen sind, namentlich im Hinblick
auf die Befolgung der Gesetze, Statuten, Reglemente und Weisungen (Ziffer 4; zur bis
31. Dezember 2007 materiell gleichen Rechtslage vgl. aArt. 811 Abs. 1 OR in
Verbindung mit Art. 716 Abs. 2 OR und Art. 716a OR).
2.5.3 Wie sich aus den Akten ergibt, hat der Beschwerdeführer über längere Zeit die
Abrechnungs- und Ablieferungspflichten der Gesellschaft nur schleppend und bloss
teilweise erfüllen lassen. Er hat als verantwortliches Organ in erheblicher Weise und
über einen längeren Zeitraum gegen elementare Vorschriften der
Beitragsablieferungspflicht verstossen und in Kauf genommen, dass der
Beschwerdegegnerin im Fall der Uneinbringlichkeit ihrer Forderungen ein Schaden
entsteht. So musste die Gesellschaft bereits ab dem 4. Juni 2007 (act. G 3.11)
bezüglich der Bezahlung der geschuldeten Beiträge gemahnt werden. In der Folge sah
sich die Beschwerdegegnerin regelmässig veranlasst, Mahnungen zu versenden (vgl.
etwa Mahnung vom 13. August 2007, act. G 3.16; vom 11. Februar 2008, act. G 3.26;
vom 9. Juni 2008, act. G 3.38; vom 9. Februar 2009, act. G 3.76; vom 18. Mai 2009,
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act. G 3.97, vom 17. August 2009, act. G 3.110) und die Ausstände
betreibungsrechtlich vollstrecken zu lassen. Es kam zu den Verlustscheinen in Höhe
des geltend gemachten Schadens. Vor diesem Hintergrund ist von einem zumindest
grobfahrlässigen Verhalten des Beschwerdeführers auszugehen. Der Beschwerdeführer
benennt denn auch keine überzeugenden Gründe, die sein Verhalten als nicht
grobfahrlässig erscheinen lassen würden.
2.5.4 Bezüglich der nicht weitergeleiteten Kinderzulagen benennt der
Beschwerdeführer keine ihn entlastenden Gründe. Solche ergeben sich auch nicht aus
den Akten, weshalb auch in diesem Zusammenhang von einem zumindest
grobfahrlässigen Verhalten des Beschwerdeführers auszugehen ist.
2.6 Zu prüfen bleibt damit noch die adäquate Kausalität zwischen dem eingetretenen
Schaden und dem Verhalten des Beschwerdeführers.
2.6.1 Die Schadenersatzpflicht des verantwortlichen Organs nach Art. 52 Abs. 1 AHVG
setzt voraus, dass zwischen der absichtlichen oder grobfahrlässigen Missachtung von
Vorschriften und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang
gegeben ist. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache
eines Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der
allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des
eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt des Erfolgs also durch das Ereignis allgemein
als begünstigt erscheint (BGE 119 V 406 E. 4a mit Hinweisen).
2.6.2 Vorliegend ist ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den Unterlassungen
des Beschwerdeführers und dem eingetretenen Schaden gegeben. Hätte der
Beschwerdeführer dafür gesorgt, dass die Gesellschaft ihren Beitragsabrechnungs-
und Ablieferungspflichten nachkommt, wäre kein Schaden in der von der
Beschwerdegegnerin geltend gemachten Höhe entstanden. Bezüglich der nicht
weitergeleiteten Kinderzulagen ist davon auszugehen, dass bei korrekter Weiterleitung
an den Betroffenen kein Schaden bei der Beschwerdegegnerin entstanden wäre.
2.7 Nach dem Gesagten sind somit die Voraussetzungen für die Leistung von
Schadenersatz erfüllt. Entschuldigungs- oder Rechtfertigungsgründe liegen keine vor.
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Die Beschwerdegegnerin hat demnach den Beschwerdeführer zu Recht verpflichtet,
Schadenersatz für bundesrechtliche Beiträge von Fr. 27'263.25 und für entgangene
kantonalrechtliche Beiträge und die nicht weitergeleiteten Kinderzulagen von
Fr. 7'689.85 (je inklusive anteilige Nebenkosten) zu bezahlen.
3.
3.1 Die Beschwerde betreffend die bundesrechtliche Schadenersatzforderung und der
Rekurs betreffend die kantonalrechtliche Schadenersatzforderung sind abzuweisen.
3.2 Das Beschwerdeverfahren ist gemäss Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kostenlos.
Angesichts der Tatsache, dass das kantonalrechtliche Verfahren, das einen wesentlich
tieferen Streitwert aufweist, zusammen mit dem kostenlosen bundesrechtlichen
Verfahren erledigt wurde, rechtfertigt es sich, im kantonalrechtlichen Verfahren in
Anwendung von Art. 97 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(VRP; sGS 951.1) auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP