Decision ID: 1053b5dc-0088-4ed3-9f6c-8ff2ac5af460
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1
978, war seit September 2010
als
arbeitslos
e Person
bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 1
6.
September 2011 auf eine
r
Treppe ausrutschte, mit dem linken Fuss umknickte und stürzte (Schadenmeldung UVG vom 2
6.
September 2011,
Urk.
7/1).
Am 1
9.
September 2011 begab sich der Versicher
te in Behandlung bei
Dr.
med.
Y._
, FMH
Allgemeine
Innere Medizin,
von der
Z._
, der im Arztzeugnis UVG vom
4.
Oktober 2011 ein Distorsionstrauma des oberen Sprung
gelenks
(OSG)
links mit prolongierte
m Verlauf diagnostizierte (Urk.
7/11). Die SUVA trat auf den Schaden ein und erbrachte
Heilbeha
nd
lungs
- und Taggeldleistungen. In der Folge persistierten die
Fussbeschwerden
des Versicherten
,
und am
7.
September 2012 wurd
e an der
Klinik A._
ein operativer Eingriff vorgenommen (
laterale Bandstabilisierung nach
Bro
ström
modifiziert links, vgl. Operationsbericht vom 1
8.
September 2012,
Urk.
7/45
). Am 2
5.
November
2013 nahm Kreisarzt Dr.
med.
B._
, FMH Chirurgie,
eine ä
rztliche Beurteilung vor (Urk.
7/110
).
Mit Verfügung vom
6.
Dezember 2013 stellte die SUVA die Heilbehandlungs- und
Taggeldleistun
gen
per 2
0.
Dezember 2013 ein (Urk.
7/113).
Dagegen erhoben die Krankenver
sicherung
Helsana am 1
0.
Januar 2014 (
Urk.
7/129) und der Versicherte am 1
7.
Januar 2014 (
Urk.
7/132) je Einsprache.
Am 2
3.
Januar 2014
erstattete
Kreisarzt
Dr.
B._
eine weitere medizinische
Beurteilung
(Urk.
7/135). Mit Entscheid vom 1
2.
März 2014 wies die SUVA die Einsprachen der
Krankenver
sicherung
Helsana und des Versicherten ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 3
0.
April 2014 Beschwerde mit folgendem Rechtsbegehren (
Urk.
1):
„a. Materielle Anträge
i
.
D
er Einsprache-Entscheid sei aufzuheben und die SUVA sei zu verpflichten,
rückwirkend ab dem 2
0.
Dezember 2013 weiterhin die
Leistungen als
Unfall
-
versicherer
zu erbringen.
ii.
Alles
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerde
-
gegnerin
b. Formelle Anträge
i.
Es sei ein ergänzender Bericht der Abteilung Orthopädie,
Dr.
med.
C._
bzw.
Dr.
med.
D._
, der
Klinik A._
einzuholen. Dieser
hat sich insbesondere – jedoch nicht abschliessend – zur Frage der unfallbedingten Kausalität der aktuellen Beschwerden des
Einspracheführers
auszusprechen.
ii.
Es sei ein unabhängiger Sachverständiger zu bestellen und ein unabhängiges
Gut
achten auszufertigen, welches sich insbesondere – aber nicht abschliessend
– zu den aktuellen Beschwerden des
Einspracheführers
und zur Frage der
unfallbedingten Kausalität dieser Beschwerden aussprechen soll.
i
ii
.
Dem
Einspracheführer
sei die unentgeltliche
Rechtspflege zu gewähren und
ihm
sei
mit Wirkung ab dem 1
1.
Dezember 2013 ein unentgelt
l
icher Rechts
-
beistand zu bestellen, dies in der Person des unterzeichnenden Rechtsanwaltes
lic
.
iur
. HSG Marcel Hubschmid,
Opfikonerstrasse
45, 8304 Wallisellen.“
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdea
ntwort vom 2
6.
Mai 2014,
es sei
die Beschwerde
abzuweisen,
soweit auf sie einzutreten sei (
Urk.
6). Dies wurde
dem Beschwerdeführer
am 2
8.
Mai 2014 angezeigt
(
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art. 6
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistun
gen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Ber
ufskrankheiten gewährt.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit einge
treten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Per
son, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 1
1.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden B
eschwerden. Solange jedoch der S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art.
36
Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungs
kosten
nach
Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 1
1.
März 2014 E. 2.3.2).
1.
4
Gemäss
Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die
zweck
mässige
Behandlung der Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG), so steht ihr nach Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu.
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BG
E 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E.
1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungs
recht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutach
terin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 122 V 15
7 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E.
1c).
2.
2.1
Nach dem Unfallereignis vom 1
6.
September 2011 diagnostizierte
Dr.
Y
._
von de
r Z._
im Arztzeugnis UVG vom
4.
Oktober 2011 ein Distorsionstrauma des
OSG
links mit prolongiertem Verlauf
.
Er erklär
te, dass d
ie Röntgenuntersuchung keine Hinweise auf eine frische
ossäre
Läsion ergeben
habe
.
Der Beschwerdeführer sei
seit dem 1
9.
September 2011 (Datum der Erstbehandlung)
zu 100
%
arbeitsunfähig
(
Urk.
7/11).
2.2
Da die Fussbeschwerden
des Beschwerdeführers
persistierten, veranlasste Dr.
Y
._
in der Folge
ein
e
MRI
-Untersuchung
.
Dr.
med. F._ vom G._
gab
im Bericht vom
2.
Dezember 2011
(
Urk.
7/18)
an
, dass das gleichentags durchgeführte MRI
des linken
OSG
und des Mittelfusses im Bereich der Basis MT V nach konsolidierter Fraktur
(von ca. 1992
, vgl.
Urk.
7/21
)
lediglich minimale Unregelmässigkeiten der
Metatarsalegelenksfläche
lateral ohne Hinweise auf aktiv entzündliche Verän
derungen
zeige
. Ersichtlich seien
sodann
eine nicht mehr frische Teilruptur des lateralen Bandapparates
(
anteriores
talofibulares
Ligament)
und eine minimale distale
Tendinopathie
der
Peroneus
longus
Sehne
.
Daraufhin
wurde der Beschwerdeführer phys
iotherapeutisch behandelt (Urk.
7/21).
2.3
Am 3
0.
April 2012 berichteten d
ie Ärzte
des Fuss-Teams
der
Klinik A._
, dass beim Beschwerdeführer sieben Monate nach dem initialen Trauma eine symptomatische OSG-Instabilität bestehe
mit nur geringer Besserung auf kon
servative Therapieversuche
. Ein
e operative Intervention
mittels modifizierter
Broström
-Rekonstruktion sei
indiziert (
Urk.
7/28).
Die
Ärzte
der Klinik A._
attestierten
dem Beschwerdeführer ab dem 1
7.
April 2012
eine
Arbeitsun
fä
higkeit
in wechselnder Höhe
zwischen 50
%
bis 100
%
(
Urk.
7/112).
2.4
Im Operationsbericht
betreffend den
Eingriff vom
7.
September 2012
führten die Ärzte der Klinik A._
aus,
dass sie e
ine
laterale Bandstabilisierung nach
Broström
modifiziert links
vorgenommen hätten
.
Beim Knochen-nahen Ablösen des Bandapparates sei aufgefallen, dass das
Ligamentum longitudi
nale
anterior
(
LTFA
)
komplett von der Fibula ausgerissen gewesen sei mit sichtbarer Lücke. Nach dorsal seien die ventralen Anteile des
Ligamentums
fibulocal
caneare
(
LFC
)
ebenfalls lädiert
gewesen
, die ganz dorsalen Anteile
seien
noch
gestanden
(
Urk.
7/45)
. Am 1
1.
September 2012 berichteten die Ä
rzte der Klinik A._
, dass der postoperative Verlauf regelrecht sei
(Urk.
7/44).
Daraufhin wurde der
Beschwerdeführer erneut physiotherapeutisch behandelt (
Urk.
7/51
)
.
2.
5
Im Bericht vom
7.
Februar 2013 gaben die Ärzte
der Klinik A._
an,
dass sich
im Vergleich zur letzten Konsultation
klinisch eine deutliche Besserung der Beweglichkeit im OSG links zeige. Der
Beschwerdeführer
klage
nur noch üb
er leichte Restbeschwerden
. Eine Fortführung der Physiotherapie sei
jedoch
drin
gend indiziert. Die Arbeitsunfähigkeit betrage noch 50
%
(
Urk.
7/72).
2.
6
Im an
Dr.
Y
._
gerichteten Bericht vom 2
5.
April 2013 erklärte
Dr.
med. H._
, FMH
Allgemein- und Unfallchirurgie
, dass sich im Rahmen der klinischen Untersuchung des Beschwerdeführers und unter der Anamnese eines langjährigen Leistungssportlers nach durchgeführter Bandplastik keine mani
feste Insta
bilität im Gelenk pal
pieren lasse. Es finde sich
ein sehr rigides Gelenk mit Zeichen eines
anteromedialen
Impingements
sowie einer
posterolateralen
Synovialitis
und
Peritendinitis
mit begleitender ausgepr
ägter
Per
on
e
alsehnen
tendinopathie
. Nach Sichtung der mitgebrachten Röntgenbilder lasse sich dies so auch korrelieren und erkläre die aktuell bestehende Schmerzsituation der Beschwerdeführers vollumfänglich (
Urk.
7/81).
2.
7
Im Bericht vom
4.
Juni 2013 führte
PD
Dr.
med. C._
, Teamleiter Fusschirurgie
der Klinik A._
,
aus,
dass eine Instabilität des OSG links nicht reproduziert werden könne. Der Beschwerdeführer habe während der Untersuchung auch erwähnt, dass die Stabilität voll erhalten und rekonstru
iert worden sei
. Nichtsdestotrotz
leide er
nach wie vor unter Schmerzen und könne deshalb nicht voll arbeiten.
Zur Bilanzierung des Problems
seien noch
MRI-Untersuchungen
erforderlich
, vor allem im Bereich des lateralen
Sehnenappa
rates
. Sollten Rupturen oder
Tendinopathien
vorliegen, würden
allenfalls wei
tere operative Eingriffe notwendig
werden
.
Diesfalls
müsste
sicherlich auch die heute bei der klinischen Untersuchung etwas vermehrt imponiere
nde
Varu
s
-Fehlstellung des Rückfusses links
mit einer
lateralisierenden
Calcaneus
-Osteo
tomie
angegangen werden
. Falls ein OSG-
Impingem
ent
reproduzierbar auslös
bar und
auch Anzeichen dafür im MRI
sichtbar wären
, wäre eine OSG-Arthro
skopie zu empfehlen
. Aktuell sei der Beschwerdeführer weiterhin zu 50
%
arbeitsunfähig
(
Urk.
7/79).
2.
8
Im Bericht vom
5.
Juli 2013 gab
Dr.
C._ von der Klinik A._
an, dass die MRI-Untersuchungen der OSG beidseits narbige Veränderungen des Ligamentums
fibulotalare
anterius
, links deutlich stärker ausgeprägt als rechts,
zeigen würden. Beidseits fänden
sich Spur
en von
Flüssigkeit in den
Peronealse
hnenscheiden
. Di
e
Peronea
l
sehnen
selbst seien
intakt. Die MRI-Befunde würden die somatisch beschriebenen Beschwerden nicht erklären
. Aufgrund der unkla
ren Befunde und des erheblichen Leidensdrucks des Beschwerdeführers werde
nun
noch eine Fluorid-PET-CT-Untersuchung
veranlasst
(
Urk.
7/92, vgl. auch
Urk.
7/90).
2.
9
Im Beri
cht vom
6.
September 2013 gaben
die
Ärzte der Klinik für Nuklearmedi
zin des
I._
zuhanden von
Dr.
C._
von der
Klinik A._
an
, dass sich im gleichentags durchgeführten Fluorid-PET-CT
im linken Fuss
ein erhöhter Knochenstoffwechsel an der linken
Fibulaspitze
sowie minim auch im Sinus
tarsi
lateral
zeige
. Differentialdiagnostisch lägen postoperativ–reaktive Veränderungen vor. Eine Tendinitis der
Peroneus
longus
Sehne sei weniger wahrscheinlich
. Zudem bestehe eine aktivierte Arthrose zwischen Os
vesalanium
und der Basis MT V rechts
(
Urk.
7/100).
2.10
I
m Berich
t vom
5.
November 2013
diagnostizierten die Ärzte der
Klinik A._
einen beidseitigen
Rückfussvarus
. Sie gaben
erneut
an,
dass eine Insta
bilität des OSG links nicht reproduziert werden könne.
Während der Untersu
chung habe
der Beschwerdeführer
erwähnt
, dass die Stabilität voll erhalt
en und rekonstruiert worden sei
.
MR-technisch
würden
ein Knochenödem im Subtalar
gelenk und deutlich lokalisierbare Schmerzen über der
anterolateralen
Fibu
laspitze
vorliegen
; der
Leidensdruck des Beschwerdeführers sei stark. Sie hätten sich daher gemeinsam
mit dem Beschwerdeführer
zur Korrektur der Rück
fussachse sowie zur Inspektion der
Peronealsehnen
und Seitenbänder mit gege
benenfalls
Peroneus
longus
auf
brevis
-Transfer und evtl. einer OSG-Arthrosko
pie des linken Fusses entschieden
(
Urk.
7/106).
2.11
In der Aktenb
eurteilung vom 2
5.
November 2013
legte
Kreisarzt
Dr.
B._
dar, dass die ursprüngliche Verletzung des Beschwerdeführers eine Teilruptur des
anterioren
talofibularen
Ligamentes gewesen sei. Die Instabilität sei durch die Operation von 2012 behoben worden. Im Bericht der
Klinik A._
vom 5.
November 2013 (betreffend die Untersuchung vom 2
2.
Oktober 2013) werde explizit erwähnt, dass eine Instabilität bei der Untersuchung nicht reproduziert werden könne und der Beschwerdeführer auch keine Instabilität angebe. Die vorgesehene Operation (Umstellungsosteotomie)
sei
aufgrund der
unfallunab
hängigen
Fehlste
llung (
Rückfussvarus
, beidseits) geplant, welche
nicht überwie
gend wahrscheinlich unfallkausal
sei
(
Urk.
7/110).
2.12
Dr.
C._
von der
Klinik A._
führte in der Stell
ungnahme vom 17.
Dezember 2013
zuhanden des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers
aus, dass die geplanten Folgeoperation
en
des Beschwerdeführers sicherlich noch im Zusammenha
ng mit dem Unfallereignis
vom 1
6.
September 2011
stehen wür
den. Die bereits durchgeführte Operation habe leider nicht alle Beschwerden lindern können. Seine
Arztk
ollegen und er von der
Klinik A._
hätten im Ü
brigen zu diesem
Thema
einen Artikel verfasst,
dem zu entnehmen sei, dass eine
Rückfussdeformität die Instabilität fördern und auch weiterhin unterhalten könne
. Aus diesem Grund müsse bei Feststellung einer solchen Deformität eine Revisionsoperation durchgeführt werden
(
Urk.
7/117).
2.13
In der Stellungnahme vom 1
9.
Dezember 2013 erklärte Kreisärztin
Dr.
med.
J._
, Fachärztin für Chirurgie, dass vonseiten der
Beschwerdegeg
nerin
nicht die Indikation der geplanten Folgeoperationen in Frage gestellt, sondern nur die Unfallkausalität verneint werde (
Urk.
7/123).
2.14
In
der ärztlichen Beu
rteilung vom 2
3.
Januar 2014
kam
Kreisarzt
Dr.
B._
zum Schluss
, es könne nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausge
ga
ngen werden, dass der
Rückfussv
arus
links unfallbedingt aufgetreten sei. Von einer unfallbedingten Notwendigkeit der von
seiten
der
Klinik A._
vor
geschlagenen Operation mit Umstellungsosteotomie etc. bei ziemlich unauffäl
ligem MRI und PET-CT könne
somit
nicht ausgegangen werden (
Urk.
3
S. 6
).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich
im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 1
2.
März 2014 (
Urk.
2), mit dem sie die Einstellung der Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen per 2
0.
Dezember 2013 bestätigte (vgl. auch Verfügung vom
6.
Dezember 2013,
Urk.
7/113),
in medizinischer Hinsicht
im Wesentlichen auf die Beurteilungen von Kreisarzt
Dr.
B._
vom
2
5.
November 2013
(Urk. 7/110)
und vom
2
3.
Januar 2014 (
Urk.
3
).
3.2
In der
Beurteilung vom 2
3.
Januar 2014
(
Urk.
3 S. 5-6)
legte Kreisarzt
Dr.
B._
dar,
dass der Besch
werdeführer beim Unfall vom 16.
September 2011 eine
Partial
ruptur
des lateralen Bandapparates
links
erlitten habe.
Nach primär konser
vativem Behandlungsversuch sei am
7.
September 2012 eine laterale
Bandstabi
lisierung
nach
Broström
modifiziert durchgeführt worden. Die Ärzte der
Klinik A._
hätten im
betreffenden
Operationsbe
richt
angegeben
, dass das LTFA komplett ausgerissen
und
die ventralen Anteile des LFC lädiert gewesen seien, währenddessen die dorsalen Anteile noch gestanden seien.
Danach habe
Dr.
H._
in seinem Bericht vom 2
5.
April 2013 festgehal
ten, dass sich im Rahmen der klinischen Untersuchung und unter der Anamnese eines langjährigen Leistungssportlers nach durchgeführter Bandplastik keine manifeste Instabilität im Gelenk palpieren lasse. Im Weiteren sei auch
i
n den
Bericht
en
der
Klinik A._
vom
4.
Juni
und
vom 5.
November 2013
expli
zit erwähnt
worden
,
dass eine Instabilität nicht mehr reproduziert werden könne und dass der Beschwerdeführer während der Untersuchung
en
auch
erklärt habe,
die Stabilität
sei
voll erhalten und rekonstruiert
worden
.
Im Bericht der
Klinik A._
vom 4.
Juni 2013 sei
sodann
erstmals
inspe
kto
risch
ein leichter
Rückfussv
arus
in der Aufs
icht von hinten erwähnt worden, und im Krankengeschichte
-Eintrag
vom 1
7.
Dezember 2013
(vgl.
Urk.
7/121/31)
habe
Dr.
C._
von der
Klinik A._
einen
beidseit
ige
n
Rückfuss
varus
diagnostiziert
. In seinem
Schreiben
vom
1
7.
Dezember 2013
sei
Dr.
C._
nicht
auf die Unfallkausalität ein
gegangen
. Er
habe l
ediglich
bemerkt
, dass die Folgeoperationen im Zusammenhang mit dem Unfallereignis stehen würden. Begrü
ndet habe er dies jedoch nicht
.
Kreisarzt Dr.
B._
kam zum Schluss, dass
sich
somit
folgende Situation
präsen
tiere
:
Nach zunächst konservativem Therapieversuch einer Partialläsion des la
teralen Bandapparates sei am 7.
September 2012 eine laterale Bandplastik durch
geführt worden. Danach sei das
OSG
, w
ie die Untersuchungen
in
der
Klinik A._
und
bei Dr.
H._
gezeigt hätten,
komplett stabil gewesen. Die Unfallfolgen
(partielle Bandläsion)
seien also
behoben worden.
Gleichzeitig
bestehe, wie dem Krankengeschichten-Eintrag von
Dr.
C._
zu entnehmen sei, ein beidseitiger
Rückfussvarus
, der mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anlagebedingt bzw. nicht unfallbedingt aufgetreten sei.
Von einer
unfallbe
dingten
Notwendigkeit der von der
Klinik A._
vorgeschlagenen Opera
tion mit Umstellungsosteotomie etc. bei ziemlich
unauffälligem MRI und PET-CT, d
as sich auch vom Therapieregime des zur Zweitmeinung hinzu
gezogenen Fuss-Spezialisten Dr.
H._
unterscheide, könne daher nicht ausgegangen werden (
Urk.
3
S.
6
).
3.3
Diese Einschätzung
von Kreisarzt
und Chirurg
Dr.
B._
zu den in erster Linie von den beiden Chirurgen
Dr.
C._
von
der
Klinik A._
und Dr.
H._
vorgenommenen Untersuch
ungen, zu welcher er – entgegen den Darlegung
en des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 6
)
-
sehr wohl kompetent war,
ist überzeugend.
Dass der
beim Beschwerdeführer
erstmals am
4.
Juni 2013 festgestellte
Rückfussvarus
links
– am 1
7.
Dez
ember 2013 stellte Dr.
C._
im Übrigen auch einen
Rückfussvarus
rechts
fest -
auf das
Unfall
ereignis
vom 1
6.
September 2011
zurückzuführen wäre,
w
urde
selbst von
Dr.
C._
nicht
behauptet
.
Im Weiteren wies
K
reisarzt
Dr.
B._
zutreffend darauf hin
, dass nach dem Eingriff vom
7.
September 2012 so
wohl Dr.
H._
als auch Dr.
C._
keine Instabilität des OSG links mehr
feststellen konnten. Dass Dr.
C._
in der Folge in seiner Stellungnahme vom 1
7.
Dezember 2013 angab, die festgestellte Rückfussdeformität würde die Instabilität fördern und weiterhin unterhalten, leuchtet deshalb
nicht ein.
Mit dem
vom Beschwerdeführer vorgebr
achten Hinweis, er sei vor dem
16.
September 2011
beschwerdefrei gewesen (Urk. 1 S.
6
)
, erschöpft sich
seine
Argumentation im Wesentlichen in der Figur „
post
hoc ergo
propter
hoc“. Dabei wird eine Schädigung bereits deshalb als durch einen Unfall verursacht erachtet, weil s
ie nach diesem aufgetreten ist. Dies ist
beweisrechtlich nicht zu
lässig und vermag zum Beweis
des natürlichen Kausalzusammenhangs
nic
ht zu genügen
(BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
).
Von weiteren medizinischen Abklärungen
– wie sie vom Beschwerdeführer be
an
tragt wurden (vgl.
Urk.
1 S. 2
) -
sind
keine
neuen
entscheidrelevanten
Erkennt
nisse zu erwarten, weshalb davon abgesehen werden kann.
Auf die Beurteilung von Kreisarzt
Dr.
B._
kann daher abgestellt werden.
3.4
Es ist somit festzuhalten, dass
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit
als
erstellt
gelten kann
,
dass das Unfallereignis vom 16.
Septem
ber 2011 nicht mehr
(Teil-)
Ursache des Gesundheitsschadens
war
, wie er sich im Zeitpunkt der Leistungsei
nstellung per
2
0.
Dezember 2013
prä
sentiert hat
.
Spätestens zu diesem Zeitpunkt war der sogenannte Sta
tus quo sine
vel
ante erreicht.
Die Beschwerde erweist sich demzufolge als unbegründet und ist abzuweisen.
4.
4.1
Da der Beschwe
rdeführer bedürftig ist (Urk. 14
), der Prozess nicht als von vorn
herein aussichtslos bezeichnet werden kann und die anwaltliche Vertretung des Beschwerdeführers geboten war, ist ihm Rechtsanwalt
Marcel Hubschmid
als unentgeltlicher Rechtsvertreter
für das vorliegende Beschwerdeverfahren
zu b
estellen
.
Die Entschädigung ist dabei ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Pro
zesses auf Fr. 1‘800.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzulegen.
Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Prozessführung erweist sich als obsolet, da das vorliegende Verfahren kostenlos ist (Art. 61
lit
. a ATSG).
4.2
Kommt der Beschwerdeführer künftig in günstige wirtschaftliche Verhältnisse, so kann ihn das Gericht zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichten (§ 16 Abs. 4 des Gesetzes über das
Sozialversiche
rungsgericht
,
GSVGer
).
Das Gericht
beschliesst
:
In Bewilligung des Gesuches vom
3
0.
April
2014 wird dem B
eschwerdeführer Rechtsanwalt Marcel Hubschmid,
Wallisellen
, als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Ver
fahren bestellt,
und erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlo
s.
3.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Marcel
Hub
schmid
,
Wallisellen
,
wird mit
Fr.
1‘800.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der
Gerichtskasse entschädigt. Der Beschwerdeführer wird auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinge
wiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwalt Marcel Hubschmid
Rechtsanwalt
Dr.
Beat Frischkopf
Bundesamt für Gesundheit
sowie an:
Gerichtskasse
5.