Decision ID: fd2d2843-5b0f-41c4-91b9-c77148c0fe3d
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Y._
, I
nhaber der
im Handelsregister
des Kantons Zürich ein
ge
tragen
en
Einzelunternehmung “
Z._
“
, war ab dem 1. Juni 2011
der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, als
Selb
stän
digerwerbender
angeschlossen.
Mit Verfügung vom 2
3.
April 2015 wies die Ausgleichskasse der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich das Gesuch von
Y._
um Anschluss und Registrierung als
selbständiger
werbender
Vermögensverwalter im Auftragsverhältnis mit der
X._
AG
ab
.
Die gegen diese Verfügung erhobene
n
Einsprache
n beider Beteiligten
wurde
n
mit
Einspracheentscheid
en
vom
22. bzw.
2
3.
Juli 2015 abgewiesen (
vgl.
Urk.
8
/3)
. Am 17.
August 2015
legten
die
X._
sowie
Y._
je
Be
schwerde beim hiesigen Gericht ein (Prozess-Nr
n
. AB.2015.00048
und AB.2015.00049
)
.
1.2
Die
X._
AG ist der Ausgleichskasse Wirtschafts
kammer 114, als beitragspflichtige Arbeitgeberin angeschlossen und rech
net mit ihr die paritätischen Beiträge ab. Am 20. Februar 2015 fand für die Periode 1. April 2013 bis 31. Dezember 2014 eine Arbeitgeberkontrolle statt (Urk. 8/5).
Am 1
5.
Oktober 2015
verpflichtete
die Ausgleichskasse Wirtschafts
kammer 114
die
X._
AG zur Bezahlung
von
paritätischen
Beiträge
n
für die Periode vom
1.
April 2013 bis 3
1.
Dezember 201
4.
Diese wurden auf
ge
samt
haft Fr. 30‘644.85 (inkl. Verzugszinsen und Verwaltungskosten)
festgesetzt
, basierend auf
im Jahr 2014 an
Y._
ausgerichtete Zahlungen im Umfang von
Fr.
250‘000.--
(
Urk.
8/6)
.
Hiergegen erhob die
X._
AG am 16. Oktober 2015 Einsprache (Urk. 8/7).
Mit Schreiben vom 2
1.
Oktober 2015
sistierte
die Ausgleichskasse Wirtschaftskammer 114
das
Einspracheverfahren
bis zum Vorliegen des rechtskräftigen Urteils des hiesigen Gerichts im Prozess AB.2015.00049
(
Urk.
8/8)
.
Die von der
X._
AG
am 4. November 2015 ergänzte
Einsprache
(
Urk.
8/10)
wies
die Ausgleichskasse Wirtschaftskammer 114 mit
Einspracheentscheid
vom 10.
Mai 2016 (
Urk.
8/15
= Urk. 2
)
ab.
2.
Gegen diesen
Einspracheentscheid
erhob die
X._
AG am 1
0.
Juni 2016 Beschwerde (
Urk.
1; Prozess-Nr. AB.2016.00027). Mit
Einspracheentscheid
vom
1
2.
Juli 2016 (
Urk.
8/16)
zog die Beschwerdegegnerin den angefochtenen
Ein
spracheentscheid
vom 1
0.
Mai 2016 in Wiedererwägung und setzte die von der Beschwerdeführerin zu entrichtenden paritätischen Beiträge gestützt auf ein
Ein
kommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit von
Y._
in Höh
e von
Fr.
158‘042.-- auf
Fr.
20‘896.95 (inkl. Verzugszinsen und Verwaltungs
kosten) fest (
Urk.
8/16).
Mit Beschwerdeantwort vom gleichen Tag reichte sie zu
sam
men mit ihren übrigen Akten den Wiedererwägungsentscheid im Prozess Nr. AB.2016.00027 ein und beantragte Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7)
, wo
von die Beschwerdeführerin
a
m 2
7.
September 2016 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
14)
.
Mit Verfügung vom 1
5.
Juli 2016
wurde
Y._
zum Verfahren Nr. AB.2016.00027 beigeladen und es wurde ihm Frist zur Stellung
nahme angesetzt (
Urk.
9).
Am 2
8.
Juli 2016 reichte die Beschwerdeführerin auch Beschwerde gegen den
Ein
spracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 1
2.
Juli 2016, mit welchem diese den im Prozess AB.2016.00027 angefochtenen Entscheid vom 1
0.
Mai 2016 in Wiedererwägung gezogen hatte, ein (
Urk.
11/1,
Urk.
11/2; Prozess Nr.
AB.2016.00037).
Dieses unter der Prozessnummer AB.2016.00037 angelegte Verfahren wurde mit
Verfügung vom
4.
August 2016 mit dem vorliegenden
Prozess Nr. AB.2016.00027
vereinigt
und als dadurch erledigt ab
geschrieben
(
Urk
.
12)
.
3
.
Mit Urteil
vom 31. Januar 2017
wies das hiesige Gericht die Beschwerde im
Pro
zess-Nr. AB.2015.00048
(vereinigt mit Prozess-Nr. AB.2015.00049)
in Sachen
X._
AG und
Y._
gegen Sozialversicherungsanstalt des
Kantons Zürich, Ausgleichkasse,
ab. Das Urteil erwuchs unangefochten in Recht
s
kraft.
4.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1
.1
Die Beschwerde
führerin machte in der Hauptsache geltend,
Y._
sei
für das Jahr 2014
in seiner Tätigkeit als Vermögensverwalter für die Be
schwerdeführerin als selbständig erwerbend einzustufen.
1
.2
Als Streitgegenstand wird im System der nachträglichen Verwaltungsrechts
pfl
ege dasjenige Rechtsverhältnis bezeichnet,
das
den aufgrund der Beschwerde
begeh
ren
effektiv angefochtenen Ge
genstand bildet
(vgl. Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich 2015, Art.
61
N
92
).
Fällt der Streitgegenstand oder Teile davon
nach Eintritt
der Rechtshängigkeit eines Verfahrens weg, s
o ist dessen Rechtsf
olge die (teilweise) Gegenstandslosigkeit des Verfahrens.
Wenn der streitige Anspruch mit einem schon rechtskräftig beurteilten identisch ist, liegt eine abgeurteilte Sache (
res
iudicata
) vor. Dies trifft zu, wenn der An
spruch dem Gericht aus demselben Rechtsgrund und gestützt auf den gleichen Sachverhalt abermals zur Beurteilung unterbreitet wird. Durch die Anerkennung
der materiellen Rechtskraft soll den Parteien verwehrt bleiben, über den glei
chen
Streitgegenstand beliebig wieder ein neues ordentlichen Verfahren in Gang zu setzen.
1
.3
Das Sozialversicherungsgericht hat das Beitragsstatut
für die Tätigkeiten von
Y._
für die Beschwerdeführerin
im Jahr 2014
m
it Urteil vom
31.
Januar 2017 im Prozess Nr. AB.2015.00048 (damit vereinigt AB.2015
.00049) rechtskräftig festgelegt und festgestellt, dass die Sozialversicher
ungsanstalt des Kantons Zürich
Y._
hinsichtlich dieser Tätigkeit zu Recht als unselbständig e
rwerbstätig qualifiziert hat.
Diesbezüglich liegt eine rechtskräftig abgeurteilte Sache (
res
iudicata
) vor und eine erneute materielle Beurteilung ist ausgeschlossen.
D
as Rechtsschutzinteresse
ist in dieser Hinsicht
somit
nachträg
lich
weggefallen, was die
teilweise
Abschreibung
des Prozesses
zufolge Gegen
standslosigkeit nach sich zieht
.
Ausführungen zu den
weiteren diesbezüglichen Vorbringen
der Beschwerdeführerin
, insbesondere zu
den gerügten
Verfahrens
fehlern
,
erübrig
en
sich somit.
2.
2
.1
Zu prüfen bleibt die Höhe des massgebenden Erwerbseinkommens von
Y._
, welches er im Rahmen seiner unselbständigen Erwerbstätigkeit
bei der Beschwerdeführerin
im Jahr 2014
erwirtschaftet hatte
.
Die Beschwerde
füh
rerin machte geltend, die Feststellung der Beschwerdegegnerin, dass das mass
gebende Erwerbseinkommen
Fr.
158‘042.-- betrage, sei tatsachenwidrig.
2.2
Nach Art. 5 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVG)
werden vom Einkommen aus unselbstän
diger Erwerbstätigkeit, dem massg
ebenden Lohn, Beiträge erhoben.
Gemäss
Art.
14
Abs.
1 AHVG sind die Beiträge von Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit bei jeder Lohnzahlung in Abzug zu bringen und vom Arbeit
geber zusammen mit dem Arbeitgeberbeitrag periodisch zu entrichten.
Als mas
s
gebender Lohn gemäss Art. 5 Abs. 2 AHVG gilt jedes Entgelt für in unselb
ständiger Stellung
auf bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit. Zum
massgebenden Lohn gehören begrifflich sämtliche Bezüge der Arbeitnehmerin und
des Arbeitnehmers, die wirtschaftlich mit dem Arbeitsverhältnis zusammen
hängen, gleichgültig, ob dieses Verhältnis fortbesteht oder gelöst worden ist und ob die Leistungen geschuldet werden oder freiwillig erfolgen. Als beitrags
pflichtiges Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit gilt somit nicht nur unmittelbares Entgelt für geleistete Arbeit, sondern grundsätzlich jede Entschä
digung oder Zuwendung, die
sonstwie
aus dem Arbeitsverhältnis bezogen wird, soweit sie nicht kraft ausdrücklicher gesetzlicher Vorschrift von der Beitrags
pflicht ausgenommen ist. Grundsätzlich unterliegen nur Einkünfte, die tatsäch
lich geflossen sind, der Beitragspflicht (BGE 133 V 549 E. 4 S. 558).
2.3
Den von der Beschwerdeführerin eingereichten Beilagen ist zu entnehmen, dass der
Z._
Einzelunternehmung im Jahr 2014 folgende Zahlungen ausgerichtet worden sind (
Urk.
3/8
, vgl. auch
die unvollständigen Belege in Urk.
3/7
):
-
Zahl
ung vom 3
0.
April 2014
in der Höhe von
Fr.
17‘034.71,
-
Zahlung vom 3
0.
April 2017
in der Höhe von
Fr.
38‘412.25,
-
Zahlung vom
6.
Juni 2014
in der Höhe von
Fr.
266.22
,
-
Zahlung vom 1
1.
Juli 2014
in der Höhe von
Fr.
13‘125.23
,
-
Zahlung vom 1
1.
Juli 2014
in der Höhe von
Fr.
31‘180.60
,
-
Zahlung vom 1
9.
September 2014
in der Höhe von
Fr.
266.22
,
-
Zahlung vom 1
0.
Oktober 2014
in der Höhe von
Fr.
15‘764.23
,
-
Zahlung vom 1
0.
Oktober 2014
in der Höhe von
Fr.
32‘370.55
.
Es ergibt sich
daraus
eine
im Jahr 2014 an die
Y._
ausbezahlte
Gesamts
umme von
Fr.
148‘420.0
1.
Da es sich hierbei um Nettobeträge handelt, die paritätischen Beiträge allerdings ausgehend vom Bruttoeinkommen berech
net werden, erfolgt eine Aufrechnung
der effektiv ausbezahlten Beträge
auf die Bruttowerte.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
ist nicht ersichtlich und wird auch nicht begründet, weshalb es sich bei den beiden Zahlungen vom 3
0.
April 2014 nicht um Erwerbseinkommen handeln sollte. Aus der Tatsache, dass der „Dienstleistungsvertrag“ erst am 2
1.
Mai 2014 unterzeichnet worden ist, lässt sich nichts Gegenteiliges ableiten.
Vom
Ne
ttoeinkommen
hat die Beschwerdegegnerin
Arbeitnehmerbeiträge im
Umfang von
total Fr. 9‘622.36
aufgerechnet
(AHV-/IV-/EO-Lohnbeiträge: Fr.
8‘139.16
[
Fr.
158‘042.-- x 5.15
%
]
, ALV-Lohnbeiträge 1
:
Fr.
1‘
270.50 (Fr.
115‘500.-- x 1.1
%
)
und
ALV-Lohnbeiträge 2
:
Fr.
212.71 (
Fr.
42‘
542.-- x
0.5
%
; vgl.
Urk.
11/2 S. 4
).
Diese Beträge ergeben miteinander addiert ein gerundetes massgebendes Bruttoeinkommen von
Fr.
158‘042.--.
3.
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht von einem Erwerbseinkommen 2014 von
Y._
aus unselbständiger Tätigkeit
für die Beschwerdeführerin
im Umfang von
Fr.
158‘042.
--
ausge
gangen und basierend darauf die paritätischen Beiträge erhoben hat.
Der am
12.
Juli
2016 wiedererwägungsweise ergangene
Einspracheentscheid
erweist sich
als rechtens.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde
, soweit sie nicht
als
gegen
standslos geworden
abzuschreiben
ist.