Decision ID: 902400c3-c535-4e67-a4ff-905ab61d5a6c
Year: 2006
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Die Politische Gemeinde Jona beabsichtigt die Erweiterung der Sportanlage
Grünfeld in Jona. Sie schrieb im Rahmen der zweiten Etappe dieses Bauvorhabens den
Kunstrasenbelag (BKP 424B) im Amtsblatt Nr. 50 vom 12. Dezember 2005 im offenen
Verfahren aus. In der Folge reichten sechs Anbieter ihre Angebote ein. Die
Offertöffnung fand am 19. Januar 2006 statt. Die Preisangebote bewegten sich
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zwischen Fr. 551'651.30 (A. Müller AG, St. Gallen) und Fr. 1'028'059.--. Das Angebot
der Spross GA-LA-BAU AG, Zürich, betrug Fr. 772'364.40. In den
Ausschreibungsunterlagen waren als Zuschlagskriterien der Preis mit einer Gewichtung
von 60 %, die Qualität mit einer Gewichtung von 30 % und die Erfahrung mit einer
Gewichtung von 10 % vermerkt. Der Gemeinderat Jona bewertete das Angebot der A.
Müller AG mit 450 Punkten und jenes der Spross GA-LA-BAU AG mit 254 Punkten.
Beim Angebot der A. Müller AG entfielen 300 Punkte auf den Preis, 100 Punkte auf die
Qualität und 50 Punkte auf die Erfahrung, während bei der Spross GA-LA-BAU AG 114
Punkte auf den Preis, 90 Punkte auf die Qualität und 50 Punkte auf die Erfahrung
entfielen. Im Vergleich mit den übrigen Anbietern lag damit die A. Müller AG auf dem
ersten und die Spross GA-LA-BAU AG auf dem dritten Rang.
Mit Verfügung vom 16. März 2006 vergab der Gemeinderat Jona den Zuschlag für den
Einbau eines unverfüllten Kunstrasens zum Preis von Fr. 551'651.30 an die A. Müller
AG.
B./ Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 30. März 2006 erhob die Spross GA-LA-
BAU AG Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, die
Zuschlagsverfügung sei aufzuheben und der Zuschlag sei ihr zu erteilen, eventuell sei
die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. In prozessualer Hinsicht wurde beantragt, der Beschwerde sei
die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Zur Begründung wurde im wesentlichen geltend
gemacht, das von der Beschwerdegegnerin offerierte Produkt Domo verfüge für
unverfüllten Rasen nicht über die in der Ausschreibung verlangte FIFA-Zertifizierung.
Das erheblich tiefere Preisangebot sei mit Sicherheit darauf zurückzuführen, dass die
Beschwerdegegnerin kein solches Produkt angeboten habe. Im weiteren sei die
Gewichtung des Qualitätssicherungssystems im Vergleich zu derjenigen der
Ausbildung der Schlüsselpersonen nicht vertretbar. Auch sei die Beurteilung der
Qualität ihres Produkts mit dem Attribut "mässiger Eindruck" und der entsprechenden
Bewertung mit 3 Punkten nicht nachvollziehbar. Nach ihrer Auffassung stünden ihr
daher beim Kriterium "Qualität des Produktesystems" ungewichtet 5 statt 3 oder
gewichtet 100 statt 60 Punkte zu.
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Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 5. April 2006, das Gesuch um
aufschiebende Wirkung und die Beschwerde seien abzuweisen, eventuell sei im Fall
einer ganzen oder teilweisen Gutheissung der Beschwerde die Angelegenheit zur
Neubeurteilung zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der
Beschwerdeführerin. Die Vorinstanz wendet im wesentlichen ein, in der Ausschreibung
sei nicht ein FIFA-zertifiziertes Produkt verlangt worden. Es sei verlangt worden, dass
das offerierte Produkt alle FIFA-1 Stern-Anforderungen erfüllen müsse. Sie habe
bewusst kein FIFA-Zertifikat verlangt. Die FIFA-Anforderungen seien auf den
internationalen Profifussball ausgerichtet. Der geplante Kunstrasen diene hingegen
dem Trainingsbetrieb und werde ausnahmsweise für Meisterschaftsspiele unterer Ligen
benützt. Im weiteren macht die Vorinstanz geltend, die Aenderung der Gewichtung des
Subkriteriums "Qualitätssicherungssystem" sei marginal und für den Ausgang des
Verfahrens unerheblich. Dies gelte auch für die Qualität des Produktesystems.
Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 6. April 2006 die
Abweisung des Begehrens um aufschiebende Wirkung. Sie macht geltend, das von ihr
offerierte und bewährte Produkt Domo verfüge zwar nicht über eine eigentliche
Zertifizierung der FIFA, erfülle jedoch alle von der Auftraggeberin geforderten
Voraussetzungen.
Mit Verfügung vom 7. April 2006 hiess der Verwaltungsgerichtspräsident das Gesuch
um Erteilung der aufschiebenden Wirkung gut.
Die Beschwerdeführerin hält in ihrer Stellungnahme vom 25. April 2006 zu den
Vernehmlassungen der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin an ihren Anträgen und
Ausführungen in der Beschwerdeschrift fest. Ergänzend macht sie geltend, der
Gemeinderat habe mit Verfügung vom 20. Februar 2006 definitiv über die Vergabe des
streitigen Kunstrasens beschlossen. Dieser Zuschlag sei unter Vorbehalt der Erfüllung
der Zuschlagskriterien des von der Beschwerdegegnerin angebotenen Produkts
gestanden. Die Gültigkeit des Zuschlags sei von der Behebung von Mängeln abhängig
gemacht worden, womit zugleich zum Ausdruck gebracht worden sei, dass die Offerte
der Beschwerdegegnerin in wesentlichen Punkten ungenügend gewesen sei. Ein
solches Vorgehen widerspreche sowohl dem Gleichbehandlungsgebot als auch dem
Diskriminierungsverbot und dem Grundsatz der Transparenz. Unabhängig davon, ob in
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der Ausschreibung eine FIFA-Zertifi-zierung verlangt worden sei oder nicht, sei daher
das Produkt der Beschwerdegegnerin aus der Submission auszuschliessen, da es in
wesentlichen Punkten weder die umweltschützerischen noch die sportfunktionellen
Anforderungen erfülle. Die Mängel könnten nur durch eine nachträgliche unzulässige
Anpassung wesentlicher Eigenschaften des bestellten Werkes behoben werden, von
deren Zulässigkeit die anderen Anbieter und wohl auch die Beschwerdegegnerin nicht
ausgehen konnten oder durften. Das Produkt der Beschwerdeführerin dürfe deshalb
nur noch mit denjenigen der übrigen Konkurrenten verglichen werden. Dabei bestehe
kein Grund, ihrem Produkt bezüglich der Qualität die Maximalnote abzusprechen.
Die Vorinstanz hielt in ihrer Stellungnahme vom 11. Mai 2006 an ihrem in der
Vernehmlassung vom 5. April 2006 gestellten Begehren fest. Sie führt unter anderem
aus, der Nachweis, dass alle Anforderungen erfüllt würden, sei durch die im
Leistungsverzeichnis bestimmten Tests am fertig erstellten Kunstrasenplatz zu
erbringen. Die umweltrechtlichen Anforderungen seien unter Beizug eines chemischen
Labors mittels Vorprüfung beurteilt worden, und bei den sportfunktionellen
Anforderungen handle es sich gemäss den Ausschreibungsunterlagen nicht um
Eignungs- bzw. Ausschlusskriterien. Die Beschwerdeführerin sei nicht diskriminiert
worden, und weder das Gleichbehandlungsgebot noch das Transparenzgebot seien
verletzt worden.
Auch die Beschwerdegegnerin schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 24. Mai 2006 auf
Abweisung der Beschwerde.
Am 29. Mai 2006 wurde der Beschwerdeführerin Gelegenheit gegeben, zu den von der
Vorinstanz mit der Vernehmlassung neu eingereichten Akten Stellung zu nehmen.
Innert erstreckter Frist reichte die Beschwerdeführerin am 19. Juni 2006 ihre
Vernehmlassung ein.
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrenbeteiligten wird, soweit wesentlich, in den

nachstehenden Erwägungen näher eingegangen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
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1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 5 Abs. 2 und
Art. 2 Abs. 1 lit. b des Einführungsgesetzes zur Gesetzgebung über das öffentliche
Beschaffungswesen, sGS 841.1, abgekürzt EGöB). Die Beschwerdeführerin ist als nicht
berücksichtigte Anbieterin zur Beschwerde gegen den Zuschlag legitimiert (Art. 64 Abs.
1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege,
sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 16. März 2006 wurde
innerhalb der Beschwerdefrist von zehn Tagen gemäss Art. 15 Abs. 3 der
Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen (sGS 841.32,
abgekürzt IVöB) eingereicht und enthält eine Begründung. Auf die Beschwerde ist
daher einzutreten.
Der Beschwerdeführerin wurde Gelegenheit geboten, zu den von der Vorinstanz mit der
Vernehmlassung vom 11. Mai 2006 neu eingereichten Akten Stellung zu nehmen. Ein
weiterer Schriftenwechsel wurde damit nicht eröffnet (vgl. BGE 132 I 42 ff.). Soweit sich
die Beschwerdeführerin in ihrer Vernehmlassung vom 19. Juni 2006 zu den neuen
tatsächlichen Vorbringen äussert, ist darauf einzutreten. Nicht weiter einzugehen ist auf
ihre Vorbringen allerdings, soweit sie über die neu eingereichten Akten hinausgehen
und Ausführungen enthalten, die in der Beschwerde oder der Stellungnahme zu den
Beschwerdeantworten hätten erhoben werden können.
2./ Nach Art. 16 Abs. 1 IVöB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen,
einschliesslich Ueberschreitung oder Missbrauch des Ermessens, sowie unrichtige und
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden.
Dagegen kann Unangemessenheit nicht geltend gemacht werden (Art. 16 Abs. 2 IVöB).
Diese Vorschriften entsprechen den allgemeinen Grundsätzen des st. gallischen
Verfahrensrechts (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Im Beschwerdeverfahren gegen
Verfügungen im Bereich des öffentlichen Beschaffungsrechts kann somit nur geprüft
werden, ob die Vorinstanz ihr Ermessen überschritten oder missbraucht hat und damit
rechtswidrig handelte. Zur Ermessenskontrolle ist das Verwaltungsgericht hingegen
nicht befugt (vgl. statt vieler GVP 1999 Nr. 37).
a) Art. 5 Abs. 1 VöB bestimmt, dass Anbieter gleich behandelt und nicht diskriminiert
werden.
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Im Vergaberecht gilt der Grundsatz, dass Offerten unveränderlich sind und nach der
Abgabe weder von der Behörde noch vom Anbieter abgeändert werden dürfen (vgl.
Galli/Moser/Lang, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, Zürich 2003, Rz. 339).
Dieser Grundsatz kommt auch in der Bestimmung zum Ausdruck, wonach
Offertkorrekturen auf offensichtliche Schreib- und Rechnungsfehler beschränkt sind.
Die Vergabebehörde kann zwar bei unklaren Angaben Erläuterungen verlangen, welche
schriftlich festgehalten werden müssen (Art. 31 Abs. 3 VöB). Das Gebot der
Gleichbehandlung verlangt aber, dass die Offerten sämtlicher Anbieter grundsätzlich
unverändert einander gegenübergestellt werden. Nur auf diese Weise hat der Anbieter
mit der wirtschaftlich günstigsten Offerte die Möglichkeit, seine Vorteile wahrzunehmen
und den Zuschlag zu erlangen. Der Grundsatz der Gleichbehandlung wird
beispielsweise missachtet, wenn die Vergabebehörde nur einem einzelnen Anbieter die
Möglichkeit gibt, seine Offerte an einem Unternehmergespräch zu erörtern (GVP 2002
Nr. 32). Noch gewichtiger ist der Verstoss gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung,
wenn einem Anbieter die Möglichkeit gegeben wird, sein Angebot nach Erteilung des
Zuschlags nachzubessern (GVP 2005 Nr. 35). Das Gebot der Gleichbehandlung und
Nichtdiskriminierung bedeutet unter anderem, dass grundsätzlich alle Anbieter, welche
die Zuschlags- und Eignungskriterien erfüllen, in Verhandlungen einbezogen werden
müssen (GVP 2002 Nr. 32 mit Hinweis).
b) Die Anforderungen an den Kunstrasenbelag wurden in Ziff. 8 der
Ausschreibungsunterlagen detailliert umschrieben. Zum einen wurden die Grenzwerte
für die Umweltverträglichkeit der Kunstrasenbeläge sowie für das Gummigranulat bzw.
die Elastikschicht detailliert vorgegeben, zum anderen wurden die sportfunktionellen
Anforderungen festgelegt. Bei letzteren wurde vermerkt, dass die Werte für die
sportfunktionellen Prüfungen am Gesamtbelag, Kunstrasen auf Asphalt aufgelegt, mit
integrierter Elastikschicht (Quarzsand und Gummigranulat, exkl. zusätzliche
Elastikschicht unter dem Kunstrasenteppich) gemessen werden. Die Prüfergebnisse
waren in der aufgeführten Tabelle einzutragen, ausserdem waren die Prüfungen (nicht
älter als zwei Jahre, in deutscher Sprache) beizulegen. Nicht ausgefüllte Rubriken oder
Hinweise auf Beilagen wurden als nicht ausgefüllt qualifiziert und zum Nachteil des
Anbieters ausgelegt. Bei allen Beilagen musste eindeutig erkennbar sein, dass es sich
nachweislich um das offerierte Produkt handelt. Abschliessend war vermerkt, dass die
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aufgeführte Tabelle einen Auszug der wichtigsten Anforderungen enthalte, die erfüllt
werden müssten "alle FIFA Anforderungen* (1 star)".
Weiter wurden Referenzangaben zum offerierten Produktesystem verlangt (S. 31). Dort
wurde vermerkt, dass diese Angaben beim Zuschlagskriterium 2c, Qualität
Produktesystem, mitberücksichtigt würden. In der Rubrik FIFA/UEFA-Zertifikation
wurde das Zertifikat, dessen Nummer und Typ, das Land sowie das Spielfeld verlangt.
Ausserdem wurde vermerkt, dass das Zertifikat zum offerierten Produkt für die Periode
mindestens bis 2005 separat beizulegen ist (Ausschreibungsunterlagen S. 31).
Die Vorinstanz hält in ihrer Vernehmlassung vom 5. April 2006 fest, in der
Submissionsphase habe der Anbieter für das von ihm offerierte Produkt zu einigen
wesentlichen Qualitätskriterien eine Selbstdeklaration vorzunehmen. Dabei sei
vorausgesetzt worden, dass das Produkt sämtliche FIFA-Anforderungen zu erfüllen
habe. Der Anbieter habe ausgewählte wesentliche Laborwerte eines anerkannten
Labors vorzulegen gehabt. Im Fall der Beschwerdegegnerin sei dies ein FIFA-
zertifiziertes Labor. Durch den Nachweis der verlangten Qualitätskriterien sei
sichergestellt worden, dass das offerierte Kunstrasen-Produkt die vertraglich
geforderten Werte erfülle. Dass die gestellten Anforderungen nicht mit einer FIFA-
Zertifizierung gleichzusetzen sei, gehe auch aus dem Kriterium "Kraftabbau" hervor.
Bei diesem sei gegenüber den FIFA-Anforderungen von 55 % bis 70 % ausdrücklich
ein erhöhter Wert von 60 % bis 70 % verlangt worden.
In der Ausschreibung wurden somit bei der Rubrik "Sportfunktionelle Anforderungen"
die Erfüllung aller FIFA-Anforderungen (1 star) und Angaben zum offerierten
Produktesystem verlangt. Demgegenüber wurde bei der Rubrik "Referenzangaben zum
offerierten Produktesystem" auf eine allfällige FIFA/UEFA-Zertifikation hingewiesen und
ausdrücklich vermerkt, dass diese Angaben beim Zuschlagskriterium 2c Qualität
Produktesystem mitberücksichtigt würden. Aus dieser Ausschreibung ergibt sich, dass
für das Produkt als solches keine förmliche FIFA-Zertifizierung verlangt, sondern eine
solche lediglich als ein Qualitätsmerkmal berücksichtigt würde. Dass der Hinweis auf
die förmliche Zertifizierung nicht bei den sportfunktionellen Anforderungen, sondern
beim Kriterium der Qualität des Produktesystems aufgeführt war, zeigt die
unterschiedliche Bedeutung, die die Vorinstanz diesem Merkmal zuerkennen wollte. Es
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zeigt sich ausserdem, dass die Vorinstanz die Ausschreibung nicht danach formulierte,
dass lediglich ein einziges in der Schweiz angebotenes Produkt die Anforderungen
erfüllt. Unbestrittenermassen ist nämlich nur das von der Beschwerdeführerin
angebotene Produkt FIFA-zertifiziert. Bei der Umschreibung der
Produktevoraussetzungen wurde lediglich verlangt, dass alle FIFA-1 star-
Anforderungen erfüllt sein müssen. Auch im detaillierten Leistungsbeschrieb wurde nur
auf die Erfüllung der FIFA-Anforderungen sowie auf Labor- bzw. Feldtests verwiesen,
aber nicht ein FIFA-Zertifikat verlangt. Wie die Vorinstanz ausserdem zutreffend
einwendet, wurde im Leistungsbeschrieb ein Feldtest nach den Anforderungen der
FIFA verlangt und eine entsprechende Kostenposition vermerkt, was unzweifelhaft
einen im Rahmen der Bauausführung vorzunehmenden Test voraussetzte und nicht mit
einer FIFA-Zertifizierung des Produkts gleichgesetzt werden kann. Der Auffassung der
Beschwerdeführerin könnte allenfalls dann gefolgt werden, wenn der Hinweis auf ein
FIFA-UEFA-Zertifikat unter der Rubrik der sportfunktionellen Anforderungen aufgeführt
worden wäre. In einem solchen Fall wäre es in der Tat fraglich gewesen, ob auch ein
anderes Produkt den Anforderungen der Ausschreibung entsprochen hätte. Im
vorliegenden Fall wurde aber anders verfahren und ausdrücklich darauf hingewiesen,
dass ein Zertifikat ausschliesslich als Qualitätsmerkmal mitberücksichtigt würde. Unter
diesen Umständen ist es grundsätzlich nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz ein
Angebot mit einem nicht FIFA-zertifizierten Produkt gewählt hat. Da
unbestrittenermassen lediglich ein einziges in der Schweiz angebotenes Produkt über
ein FIFA-Zertifikat verfügt, wäre es ausserdem fraglich gewesen, ob die Vorinstanz die
Beschwerdeführerin nicht unrechtmässig privilegiert hätte, wenn sie das FIFA-Zertifikat
als Produkteeigenschaft verlangt hätte oder ob nicht zwingend auch ein anderes
gleichwertiges Produkt hätte zugelassen werden müssen. Die Beschwerdeführerin
hätte im übrigen die Möglichkeit gehabt, als Unternehmervariante ebenfalls ein
kostengünstigeres, nicht FIFA-zertifiziertes Produkt anzubieten. Sie hielt ausdrücklich
fest, sie verfüge ebenfalls über nicht zertifizierte Alternativprodukte, die deutlich billiger
seien als das von ihr angebotene Produkt.
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Wahl eines Produkts ohne förmliche FIFA-
Zertifizierung zulässig war.
c) Zu prüfen bleibt im folgenden, ob das von der Beschwerdegegnerin angebotene
Produkt den Anforderungen der Ausschreibung entspricht.
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Unbestritten ist, dass die Herstellerin des von der Beschwerdegegnerin angebotenen
Produkts hinsichtlich der lückenlosen Erfüllung der FIFA-Anforderungen gewisse
Einschränkungen machte. Die Herstellerin hielt gegenüber der Beschwerdegegnerin
fest, allgemein könne gesagt werden, dass den wichtigsten Anforderungen für die
FIFA*-Zertifi-zierung entsprochen werde. Die beschränkte ISA Sport Laborprüfung und
eigenständig durchgeführte Prüfungen seien fast allgemein positiv, gäben aber Anlass
zu folgenden kritischen Anweisungen: Hinsichtlich des Ballrollverhaltens lägen die
Werte des Produkts unter den von der FIFA geforderten 10 m, aber trotzdem relativ
nahe an der maximalen Grenze. Beim Rotationsverhalten verlange die FIFA 25 bis 50
Nm. Bei ihrem Produkt DOMO Green deLuxe würden 18 Nm gemessen. Der Rasen
zeige also ein wenig zu viel Rotationsfreiheit auf. Die Erfahrung besage, dass sich der
Rotationswiderstand eines Kunstrasenspielfeldes in der Anfangsphase durch die
Natureinflüsse und das Bespielen nach dem Einbau sowieso immer steigere.
Ausserdem werde heutzutage mehr und mehr mit Schuhen gespielt, die wesentlich
mehr Rotationshemmung gäben als die alten Schuhmodelle. Auch bei der "Linear
friction" lägen die gemessenen Werte knapp unter den minimalen FIFA*-Grenzwerten.
Allgemein könnten auch hier die gleichen Bemerkungen gemacht werden wie beim
Rotationsverhalten. Mittels ein wenig Sand oder Gummifüllung würde nicht nur eine
Erhöhung der Stabilität des Kunstrasenteppichs geschaffen, sondern gleichzeitig auch
die Werte für das Rotationsverhalten, "Linear friction" und sogar auch Ballrollverhalten
sofort innerhalb der FIFA*-Grenzen gebracht.
Hinsichtlich der einzelnen Anforderungen wurde in der Ausschreibung ausdrücklich
festgehalten, dass nicht ausgefüllte Rubriken und Hinweise auf Beilagen als fehlende
Angaben qualifiziert und zum Nachteil des Anbieters ausgelegt würden. Daraus folgt,
dass die einzelnen Merkmale nicht als Eignungskriterien behandelt wurden, welche im
Falle der Nichterfüllung ohne weiteres zum Ausschluss bzw. zur Nichtberücksichtigung
des Produkts führten. Die fehlende Angabe zum Ballrollverhalten in der Offerte der
Beschwerdegegnerin musste daher nicht zwingend zum Ausschluss von deren
Angebot führen. Dasselbe gilt hinsichtlich der Anforderungen an die Testverfahren.
Aufgrund der Ausschreibung waren nicht zwingend sowohl Labor- als auch Feldtests
vorgeschrieben, damit ein Produkt die gestellten Anforderungen erfüllt. Aus dem
Leistungsverzeichnis ging vielmehr hervor, dass die Feldtests für die sportfunktionelle
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Prüfung am eingebauten Produkt vorgenommen werden sollten und hiefür auch eine
entsprechende Kostenposition vorgesehen war (464.291).
Fest steht allerdings, dass das Produkt der Beschwerdegegnerin in zwei
Detailmerkmalen, nämlich dem Ballrollverhalten und dem Rotationsverhalten, die
Anforderungen der FIFA nicht vollumfänglich erfüllt. Letztlich sind die genauen
Eigenschaften des Produkts aber erst nach dem Einbau festzustellen. Diesbezüglich
kann mit geringfügigen Modifikationen des von der Beschwerdegegnerin angebotenen
Produkts erreicht werden, dass dieses die verlangten Eigenschaften erfüllt. Diese
Modifikation kann nicht als Aenderung der in der Ausschreibung geforderten Leistung
bzw. des geforderten Produkts qualifiziert werden. Der Auftraggeberin kommt bei der
Prüfung der Offerten und der Gewichtung der Zuschlagskriterien ein weiter
Ermessensspielraum zu. Dieser erlaubt es, dass die Auftraggeberin unter gewissen
Umständen ein Angebot unter Berücksichtigung einer marginalen Aenderung
gegenüber den Anforderungen in der Ausschreibung als genügend erachten kann,
ohne dass dies als nachträgliche Aenderung des ausgeschriebenen Leistungsumfangs
zu qualifizieren ist (vgl. VerwGE B 2006/73 vom 8. Juni 2006 i.S. R. AG, publiziert in:
www.gerichte.sg.ch). Unter diesen Umständen erweist es sich als zulässig, dass die
Vorinstanz das Produkt der Beschwerdegegnerin gesamthaft als den Anforderungen
der Ausschreibung genügend erachtet hat.
d) Unbegründet ist der Einwand der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe bereits
am 20. Februar 2006 definitv über die Vergabe des Rasens beschlossen. Der
Gemeinderat Jona beschloss am 20. Februar 2006, die Auftragserteilung für einen
unverfüllten Kunstrasen erfolge an die Beschwerdegegnerin, falls die
umweltschutzrechtlichen Anforderungen gemäss der Ausschreibung erfüllt werden
können. Falls die Nachweise nicht erbracht werden könnten, gelte es, mit dem
beauftragten Landschaftsarchitekten Alternativmöglichkeiten zu prüfen. Darin liegt
entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin kein Zuschlag unter der Bedingung,
dass die fehlenden Nachweise noch beigebracht werden könnten bzw. dass sich die
Offerte der berücksichtigten Unternehmung noch entsprechend nachbessern lasse.
Dies würde den Grundsätzen des Vergaberechts widersprechen (vgl. GVP 2005 Nr. 35).
Der Beschwerdegegnerin wurde nicht Gelegenheit geboten, ein ungenügendes
Angebot zu verbessern. Gegenstand des Beschlusses des Gemeinderates war im
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wesentlichen, dass die Erfüllung der umweltschutzrechtlichen Rahmenbedingungen
beim Angebot der Beschwerdegegnerin im Vorfeld des Zuschlags abzuklären sei. Es
handelte sich nicht um eine Zuschlagsverfügung, sondern um eine nähere Abklärung
eines bestimmten Angebots. Ob es zulässig gewesen wäre, beim fehlenden Nachweis
Alternativmöglichkeiten zu prüfen, wie die Vorinstanz vorsah, ist im vorliegenden Fall
nicht entscheidend, nachdem das Ergebnis der Abklärungen positiv lautete und
Alternativen nicht in Erwägung gezogen wurden.
e) In bezug auf die Erfüllung der Umweltschutz-Kriterien ist es zutreffend, dass die
Elastikmatte gemäss Prüfbericht der Bachema AG wegen erhöhter DOC-Werte die
ESSM-Grenzwerte nicht in allen Teilen erfüllt. Im Prüfbericht wurde dazu aber
festgehalten, dass es sich um relativ gut lösliche organische Substanzen handelt,
welche zum grossen Teil durch einen Vorwaschprozess ausgewaschen werden
könnten. Gestützt auf diesen Prüfbericht hat die Vorinstanz am 20. Februar 2006
festgestellt, es liege bezüglich Umweltverträglichkeit ein Grenzfall vor. Sie leitete
Abklärungen ein, um zu prüfen, unter welchen Bedingungen die vorgegebenen
Grenzwerte eingehalten werden können. Das Amt für Umweltschutz hielt in seiner
Verfügung vom 6. März 2006 fest, unter welchen baulichen Voraussetzungen der
besagte Kunstrasen im Bereich der Grundwasserschutzzone erstellt werden kann,
damit die gewässerschutzrechtlichen Anforderugnen eingehalten werden. Auch hielt
das Amt für Umweltschutz ausdrücklich fest, der in Grundwasserschutzzonen verlangte
DOC-Wert könne weder von neuen noch von Recy-cling-Produkten eingehalten
werden, aber aufgrund der konkreten Umstände sei der Einbau des besagten Produkts
trotz der Problematik der DOC-Ausscheidung tolerierbar. Aufgrund dieser Beurteilung
der kantonalen Gewässerschutzfachstelle durfte die Vorinstanz davon ausgehen, dass
das Produkt der Beschwerdegegnerin die von ihr in der Ausschreibung gestellten
Anforderungen erfüllt. Damit war keine Aenderung der in der Ausschreibung
umschriebenen Anforderungen verbunden. Vielmehr traf die Vorinstanz genaue
Abklärungen, inwiefern die von ihr aufgestellten Anforderungen erfüllt waren. Auch bei
diesem Kriterium konnte somit durch eine Modifikation bei der Entwässerung die
Einhaltung der Grenzwerte gewährleistet werden. Der Beschwerdegegnerin wurde
nicht Gelegenheit gegeben, ihre Offerte nachzubessern. Vielmehr wurde sichergestellt,
dass die im Prüfbericht erwähnten Voraussetzungen für eine nach dem Einbau zu
erwartende Entwicklung der Auswaschung gewisser Substanzen sichergestellt waren.
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In diesem Zusammenhang kann daher nicht von einem bedingten Zuschlag
gesprochen werden. Auch das von der Beschwerdeführerin angebotene Produkt weist
übrigens in Bezug auf die DOC-Ausscheidung dieselbe Problematik auf wie jenes der
Beschwerdegegnerin. Von einer Ungleichbehandlung bei der Prüfung der Angebote
kann daher nicht gesprochen werden.
f) Ist nach dem Gesagten das Produkt der Beschwerdegegnerin als genügend zu
qualifizieren, so erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Die übrigen Rügen der
Beschwerdeführerin in bezug auf die Zuschlagskriterien Qualität und Erfahrung sind
nicht weiter zu prüfen. In der Ausschreibung wurden die verschiedenen
Zuschlagskriterien mit ihrer Gewichtung festgehalten. Aus der Offertzusammenstellung
und der Bewertungstabelle ergibt sich, dass das Angebot der Beschwerdeführerin
auch dann erheblich tiefer zu bewerten wäre als jenes der Beschwerdegegnerin, wenn
es in allen nichtpreislichen Kriterien mit der Maximalpunktzahl bewertet würde. In
diesem Fall käme es auf 314 Punkte, was gegenüber den 450 Punkten für das Angebot
der Beschwerdegegnerin deutlich tiefer ist. Diese Feststellung gilt selbst dann, wenn
das Angebot der Beschwerdegegnerin bei den nichtpreislichen Kriterien erheblich tiefer
bewertet würde. Da im vorliegenden Fall der Preis mit einer Gewichtung von 60 Prozent
eine grosse Bedeutung hat, ist das Angebot der Beschwerdegegnerin ungeachtet der
in der Beschwerde vorgebrachten Einwendungen gegen die Gewichtung der
nichtpreislichen Kriterien mit Fr. 551'651.30 als wirtschaftlich günstiger zu qualifizieren
als jenes der Beschwerdeführerin mit Fr. 772'364.40. Folglich ist die Beschwerde
abzuweisen.
3./ Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 5'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Der geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist zu verrechnen.
Die Beschwerdegegnerin hat Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung (Art.
98bis VRP). Sie fordert eine Entschädigung von Fr. 4'500.-- (inkl. Barauslagen) zuzügl.
MWSt. Diese Entschädigung liegt im Rahmen dse Tarifs und ist angemessen (Art. 22
Abs. 1 lit. c der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75).
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Somit hat die Beschwerdeführerin die Beschwerdegegnerin mit Fr. 4'500.-- zuzügl.
MWSt ausseramtlich zu entschädigen.
Für das Verfahren betr. aufschiebende Wirkung hat es bei der Entschädigung der
Beschwerdeführerin von Fr. 750.-- zuzügl. MWSt zulasten der Vorinstanz gemäss der
Verfügung vom 7. April 2006 sein Bewenden.