Decision ID: 69fc8642-73e0-409b-8121-7fd91e586e22
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1974 geborene X._ war bei der Y._ AG als Kranführer tätig und dadurch bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert (Urk. 7/1). Am 22. März 2012 erlitt er bei einem Motorradunfall eine komplexe
Tibiakopf
/-
schaft
-Trümmerfraktur links, welche gleichentags im Stadtspital D._ mittels Fixateurs externe stabilisiert und am 3. April 2012 durch Osteosynthese versorgt wurde. Nach problemlosem postoperativem Ver
lauf trat der Versicherte am 15. April 2012 in gutem Allgemeinzustand aus dem Krankenhaus aus (Bericht vom 15. April 2012, Urk. 7/11). Vom 7. Januar bis zum 26. Februar 2013 hielt sich X._ zur Vorbereitung auf die berufliche Reintegration in der Rehaklinik Z._ auf (Urk. 7/79). Da nach erfolgter Rehabilitation ein Arbeitsversuch beim bisherigen Arbeitgeber mangels zumutbarer Beschäftigung nicht möglich war (Urk. 7/91), erfolgte vom 9. September bis zum 4. Oktober 2013 (Urk. 7/148) sowie vom 11. November 2013 bis zum 10. Februar 2014 eine Abklärung in der beruflichen
Abklärungs
stelle
A._ (Urk. 7/178). Mit Schreiben vom 27. Februar 2014 machte Dr. med. B._, Innere Medizin, Hausarzt des Versicherten, einen von diesem im August 2013 erlittenen Sturz auf die rechte Schulter aktenkun
dig (Urk. 7/175). In der Folge äusserte sich Suva-Kreisarzt Dr. med. C._, orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, zur Unfallkausalität allfällig noch bestehender Schulterbeschwerden und empfahl die Metallentfernung am linken Bein (Kreisarztbericht vom 12. März 2014, Urk. 7/184 und Ergänzung vom 20. März 2014, Urk. 7/193 S. 9), welche am 24. Juni 2014 stattfand (Bericht Stadtspital D._ vom 26. Juni 2014, Urk. 7/209). Am 25. Juli 2014 hielt Dr. med. E._, Oberarzt
Stadt
spital
D._, fest, die Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess könne aufge
gleist werden, da die aktuelle maximal mögliche Arbeitsfähigkeit sicherlich wiedererlangt sei (Urk. 7/211). Hierauf setzte die Invalidenversicherung die Eingliederungsbemühungen für X._ fort (Urk. 7/214) und zeigte der Suva in der Folge am 5. Dezember 2014 den Start eines sechs
monatigen Arbeitstrainings per 5. Januar 2015 an. Gestützt auf die
kreisärztli
che
Einschätzung, wonach angepasste Tätigkeiten vollschichtig zumutbar seien, teilte diese dem Versicherten mit Schreiben vom 9. Dezember 2014 die Einstel
lung der Heilungskosten- und Taggeldleistungen per 4. Januar 2015 mit (Schreiben vom 9. Dezember 2014, Urk. 7/232). Nachdem der Arbeitsversuch über den 5. Juli 2015 hinaus nicht hatte verlängert werden können (Urk. 7/257), erklärte die Suva der Arbeitgeberin des Versicherten, es würden noch bis Ende der Kündigungsfrist (31. Oktober 2015) Taggelder ausgerichtet. Per
1. November 2015 habe sich X._ jedoch bei der Arbeitslosenversi
cherung anzumelden (Schreiben vom 2. Juli 2015, Urk. 7/255). Am 21. August 2015 erfolgte eine weitere kreisärztliche Untersuchung anlässlich derer Dr. C._ das Zumutbarkeitsprofil für eine vollzeitig zumutbare Tätigkeit formulierte (Urk. 7/267) und den Integritätsschaden mit 30 % bezifferte (Urk. 7/268). Mit Verfügung vom 15. Dezember 2015 sprach die Suva X._ mit Wirkung ab 1. November 2015 bei einer Erwerbsun
fähigkeit von 18 % eine Rente sowie bei einer Integritätseinbusse von 30 % eine Integritätsentschädigung von Fr. 37‘800.-- zu (Urk. 7/287). Die hiergegen gerichtete Einsprache vom 28. Dezember 2015 (Urk. 7/292) wies die Suva mit Entscheid vom 4. Mai 2016 ab (Urk. 2 [=Urk. 7/299]).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 4. Mai 2016 liess X._ am 8. Juni 2016 Beschwerde erheben und beantragen, der angefochtene Entscheid sowie die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 15. Dezember 2015 seien aufzuheben und es sei eine
bidisziplinäre
Begutachtung in den Fachbereichen Orthopädie und Neurologie zu veranlassen und basierend auf deren Ergebnissen über den Leistungsanspruch neu zu entscheiden. Eventualiter sei ihm eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 60 % zu
zusprechen. Sodann sei ihm eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 40 % zuzusprechen (Urk. 2 S. 2). Mit
Beschwerdeant
wort
vom 27. Juli 2016 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6 unter Auflage ihrer Akten, Urk. 7/1-305), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 12. August 2016 (Urk. 8) angezeigt wurde.
3.
Die gegen die Verfügung der Invalidenversicherung vom 30. Dezember 2016 erhobene Beschwerde, welche Gegenstand des Verfahrens IV.2017.00099 bildet, wurde mit Urteil heutigen Datums abgewiesen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am
22. März 2012
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1
UVG
). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behand
lung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversi
cherung (IV) abge
schlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbe
handlung und die
Tag
geldleistungen
dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
ak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
leuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.4
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hin
blick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozial
ver
siche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte im angefochtenen Entscheid im Wesentlichen aus, die Einschätzung von Kreisarzt Dr. C._ hinsichtlich zumutbarer Arbeits
fähigkeit sei nachvollziehbar und überzeugend begründet. Er habe ein
leuchtend dargelegt, dass nicht auf die in der beruflichen
Abklärungs
stelle
A._ oder bei der F._ SA effektiv ausgeübten
Pensen
abgestellt werden könne, da die dort ausgeübten Tätigkeiten nicht optimal angepasst gewesen seien (Urk. 2 S. 13). Bei der zur Bestimmung des Invalideneinkommens herangezogenen Doku
menta
tion von Arbeitsplätzen (DAP) seien die Positionen frei wählbar, weshalb das Vorbringen des Beschwerdeführers, er benötige Pausen, um die sitzende Tätigkeit durch Stehen unterbrechen zu können, nicht durchdringe. Insgesamt spreche beim Einhalten des vom Kreisarzt formulierten Zumutbarkeitsprofils nichts dagegen, dass der Beschwerdeführer eine Tätigkeit mit selber bestimmbarer Position im Umfang von 100 % ausübe (Urk. 2 S. 13). Bei der Gegenüberstellung des beim bisherigen Arbeitgeber erzielten Lohnes von Fr. 77‘451.-- für die Jahre 2014 und 2015 mit dem aus den beigezogenen DAP ermittelten Invalideneinkommen ergebe sich eine Erwerbseinbusse von gerundet 18 % (Urk. 2 S. 15). Sodann sei auch in Bezug auf die Schätzung des Integritätsschadens auf die Beurteilung des Kreisarztes abzustellen. Dieser habe dargelegt, dass zwar eine erhebliche Arthrose
femorotibial
, nicht aber
femoropatellär
vorliege. Sodann habe er anlässlich der Untersuchung von August 2015 eine Instabilität nicht mehr fest
stellen können. Da der Sachverhalt vorliegend genügend abgeklärt worden sei, erübrige sich die Einholung eines externen Gutachtens (Urk. 2 S. 17, 18; Urk. 6).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber insbesondere vor, die Beurteilung des Kreisarztes stehe im diametralen Widerspruch zum Schlussbericht der Abklärungsstelle A._, wonach der Beschwerdeführer im ersten Arbeits
markt noch im Umfang von 55 % leistungsfähig sei (Urk. 1 S. 8). Nachdem sich die Abklärung der Leistungsfähigkeit in der beruflichen
Abklärungs
stelle
A._ nicht auf ungeeignete, son
dern auf angepasste Tätigkeiten bezogen habe, sei auf diese Beurteilung abzu
stellen. Zudem sei der Abschlussbericht über das
Arbeits
training
bei der F._ SA, welches ein analoges Bild zur Beurteilung von der beruflichen
Abklärungs
stelle
A._ zeige und ebenfalls im Widerspruch zum kreisärztlichen Leistungsprofil stehe, in keiner Weise gewürdigt worden. Insgesamt habe sich herausgestellt, dass der Beschwerdeführer, welchem ein hohes Engagement und Arbeitswille attestiert worden sei, seine Leistungsfähigkeit bei einem
Arbeits
pensum
von 60 % voll ausgeschöpft habe. Sodann sei eine volle Arbeits
fähig
keit auch für den Hausarzt Dr. B._ mit Blick auf das sechsmonatige
Arbeits
training
unverständlich (Urk. 1 S. 9-10). Schliesslich seien die Beschwerden an der rechten Schulter nicht berücksichtigt und die Schädigung des
Nervus
peroneus
communis
links nicht fachärztlich abgeklärt worden. Eine
bidiszipli
näre
Begutachtung in den Fach
bereichen Orthopädie und Neurologie dränge sich daher auf (Urk. 1 S. 11). Da im Weiteren die dokumentieren Arbeitsplätze nicht dem Anforderungsprofil entsprechen würden, sei auf die Tabellenwerte abzustellen und angesichts der erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen ein Leidensabzug von 20 % zu gewähren, was insgesamt zu einem
Invaliditäts
grad
von 60 % führe. Endlich sei angesichts der schweren
Gonarthrose
und der funktionellen Instabilität des Kniegelenks eine Integritätsentschädigung von 40 % geschuldet (Urk. 1 S. 13).
3.
3.1
Gemäss Austrittsbericht des Stadtspitals D._ vom 15. April 2012 (Urk. 7/11) wurde der Beschwerdeführer am 22. März 2012 auf seinem Motorrad von einem Personenwagen von der rechten Seite erfasst und stürzte auf den linken Unter
schenkel sowie den linken Ellenbogen. Konventionell-radiologisch zeigte sich eine dislozierte mehrfragmentäre
Tibiakopftrümmerfraktur
mit
Frakturaus
läu
fern
bis in die proximale
Tibiadiaphyse
. Im Bereich der Hüfte und des Beckens auf der linken Seite konnte eine frische
ossäre
Läsion ausgeschlossen werden. Noch gleichentags erfolgte die Anlage eines Fixateurs externe. Nach weit
gehen
der Abschwellung konnte am 3. April 2012 die definitive Osteo
synthese durch
geführt werden. Der
weitere postoperative Verlauf gestaltete sich den Angaben der Ärzte zufolge problemlos, wobei im Verlauf eine
Grosszehen
heberschwäche
auf der linken Seite aufgefallen sei. Mit reizlosen
Wundver
hältnissen
und in gutem Allgemeinzustand verliess der Beschwerdeführer am 14. Februar 2012 das Krankenhaus. Im Austrittsbericht wurden als Diagnose eine komplexe
Tibia
kopf
/-
schaft
-Trümmerfraktur links und als Nebendiagnosen ein Morbus
Bech
terew
, eine Diskushernie L5/S1 links sowie eine
Rezessusstenose
L4/L5 mit möglicher Wurzelirritation L5 genannt.
3.2
Auf Zuweisung (Urk. 7/12) des behandelnden Arztes, Dr. B._, hin führte Dr. med. G._, Neurologie, am 31. Mai 2012 (Urk. 7/22 und 7/23) eine
Elektroneuromyographie
durch, welche eine sensomotorische
Peroneus
-Läsion links mehr (bei Status nach komplexer
Tibiakopf
/-
schaft
-Trümmerfrak
tur) als rechts (bei Status nach offener Unterschenkelfraktur rechts) sowie eine
leichtgradige
sensomotorische
Radikulopathie
S1 links bei Diskushernie L5/S1 links zu Tage förderte. Die Fachärztin empfahl die Fortsetzung der Physiothera
pie sowie das Vermeiden einer Kompression des
Nervus
peroneus
auf Höhe der Kniegelenke beispielsweise durch einschnürende Kleidungsstücke, längeres Knien oder Hochlagern der Beine mit Abstützen der Kniegelenke an harten Kanten oder Übereinanderschlagen der Beine (Urk. 7/22 S. 2).
3.3
Vom 7. Januar bis zum 26. Februar 2013 hielt sich der Beschwerdeführer in der Rehaklinik Z._ auf. Im Bericht vom 12. März 2013 (Urk. 7/79) sind fol
gende Diagnosen aufgelistet:
-
komplexe
Tibiakopf
/-
schaft
-Trümmerfraktur links
-
Peroneus
-Läsion links
-
leichte Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion, zwischenzeitlich gebessert (ICD-10: F43.21)
-
psychosoziale Belastung durch ungewisse Zukunft und unlängst erfolg
ten Tod des Vaters
-
Status nach offener Fraktur rechter Unterschenkel vor ungefähr 10 Jah
ren mit
residueller
Peroneus
-Läsion rechts
-
degenerative Veränderungen der LWS und Diskushernie L5/S1 links
-
Morbus
Bechterew
mit klinischer Remission
-
Adipositas (BMI 31)
Die Ärzte notierten, die Ziele des Programms hätten der Verbesserung der Beweg
lichkeit sowie der verbesserten muskulären Stabilität im linken Kniege
lenk und damit der allgemeinen Vorbereitung auf eine berufliche Reintegration gedient, was weitgehend erreicht worden sei. Da in der Rehabilitation relevante Fortschritte erreicht worden seien und von einer fortgeführten Behandlung eine weitere Steigerung der Belastbarkeit zu erwarten sei, sei die derzeitige
Zumut
barkeitsbeurteilung
nicht als abschliessend zu werten, sondern entspreche nur der aktuell gezeigten Belastbarkeit. Hinsichtlich Zumutbarkeit für die berufliche Tätigkeit als Kranführer hielten die Ärzte fest, die Tätigkeit sei aktuell nicht zumutbar, da wiederholt länger dauerndes Gehen/Stehen sowie Gehen über unebene Böden gefordert werde. Demgegenüber seien leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, welche wechselbelastend zu erfolgen hätten und keine
Zwangshal
tung
für das linke Knie mit sich bringen dürften, ganztags zumutbar (Urk. 7/79 S. 2). Weil der Beschwerdeführer die körperlichen Voraussetzungen für eine Wiederaufnahme seiner bisherigen Tätigkeit als Kranführer noch nicht ganz erfülle, sei die Arbeitsaufnahme zur Anpassung und Angewöhnung bei einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % und eine Leistungsprüfung nach etwa vier Wochen empfohlen (Urk. 7/79 S. 4).
3.4
Nach einer ersten beruflichen Abklärung in der beruflichen
Abklärungs
stelle
A._, wo der Beschwer
deführer vom 9. September bis zum 4. Oktober 2013 während sechs Stunden täglich beschäftigt war (Bericht vom 10. Oktober 2013, Urk. 7/148), hielten die Verantwortlichen fest, die Beschwerden hätten im Verlauf des Arbeits
tages zugenommen und zu einer Unterschenkelschwellung sowie einer Zunahme des Kniegelenkergusses geführt. Zudem hätten sich die
schmerz
be
dingten
Pausen verlängert und vereinzelt zu vorzeitigem
Arbeits
abbruch
geführt. Der Beschwerdeführer sei angewiesen auf eine ausgewogene
Wechsel
belastung
, da sowohl vorwiegendes Sitzen als auch vorwiegendes Stehen schlecht toleriert werde. Am Morgen sei der Vorzustand jeweils wieder erreicht gewesen. Zusätzlich zur wechselbelastenden Tätigkeit sei auch das Heben und Tragen von Gewichten über 10 kg vermieden worden. Unter diesen Bedingun
gen seien keine Rückenprobleme aufgetreten (Urk. 7/148 S. 8).
3.5
Dr. B._ machte mit Bericht vom 27. Februar 2014 (Urk. 7/175) einen im August 2013 erlittenen Sturz auf die rechte Schulter aktenkundig. Die radiolo
gische und
sonographische
Abklärung habe keine relevante Läsion der
Rotato
renmanschette
jedoch eine leichte Bursitis
subacromialis
rechts gezeigt. Auf die vom Arzt
vorgeschlagene Infiltration habe der Beschwerdeführer wegen der zum damaligen Zeitpunkt relativ geringen Schmerzen verzichtet.
Gemäss Dr. med. H._, welcher am 6. November 2013 eine Sonographie der Schulter durchgeführt hatte (Urk. 7/175 S. 3), bestand eine
mässiggradige
, aktuell ziemlich symmetrisch wirkende
tendinotische
Veränderung der
Supra
spinatussehne
beidseits, ohne Hinweis für eine relevante Ruptur oder Verkal
kung und es ergaben sich Zeichen für eine
leichtgradige
Bursitis
subacromialis
rechts lateral. Der Beschwerdeführer habe seinen Leidensdruck aktuell als gering beurteilt und auf eine Spritze verzichtet.
3.6
Hinsichtlich beruflicher Abklärung in der beruflichen
Abklärungs
stelle
A._ vom 11. November 2013 bis zum 10. Februar 2014 ergibt sich aus dem entsprechenden Bericht vom 25. Februar 2014 (Urk. 7/178), dass der Beschwerdeführer trotz vorhandener Knieschmerzen mehrheitlich eine gute Befindlichkeit angegeben hat. Die Ver
antwortlichen der beruflichen
Abklärungs
stelle
A._ hielten fest, aus ihrer Sicht sei ein Arbeitstag von acht Stunden für den Beschwerdeführer zu lang gewesen. Aufgrund vorhandener Schmerzen habe sich im Verlauf der Abklärung eine Steigerung des
Arbeits
pensums
auf mehr als sechs Stunden pro Tag als nicht möglich erwiesen. Zudem verfüge der Beschwerdeführer über sehr geringe Deutschkenntnisse. Es sei daher schwierig, ihn für qualifiziertes Arbeiten, wie beispielsweise in der Elektronik, zu instruieren (Urk. 7/178 S. 3).
Der Beschwerdeführer benötige eine sitzende Tätigkeit mit der Möglichkeit, jeweils nach ungefähr einer Stunde für einige Minuten aufstehen und umherge
hen zu können, wobei leichte Hilfsarbeiten wie Montagearbeiten sowie End- und Qualitätskontrollen zu empfehlen seien. Ebenso könne der Beschwerde
führer für Kurierdienste eingesetzt werden, sofern ein automatisch geschaltetes Fahrzeug zur Verfügung stehe.
Die Verantwortlichen der beruflichen
Abklärungs
stelle
A._ führten weiter aus, der Beschwerdeführer habe während der gesamten Abklärungszeit eine Präsenzzeit von rund 70 % erbracht, ohne dass wesentliche Schwankungen aufgetreten wären. Im Rahmen dieser Präsenz habe er durchschnittlich eine Leistung von 80 % erbracht, weshalb eine Leistungsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt von bis zu 55 % zu erwarten sei (Urk. 7/178 S. 4).
3.7
Kreisarzt Dr. C._ untersuchte den Beschwerdeführer am 10. März 2014 (Bericht vom 10. März 2014, Urk. 7/184). Als Diagnosen hielt er fest:
-
Inkongruenz laterales Kniekompartiment links nach schwerer
Tibiakopf
fraktur
links am 22. März 2012
-
residuelle
Parese des Extensor
hallucis
longus
links nach Schädigung des
Nervus
peroneus
communis
-
Status nach Unterschenkelfraktur rechts 1999
-
Schulterbeschwerden rechts bei Status nach subkapitaler
Humerusfraktur
rechts wahrscheinlich 1999 und bei Status nach
distorsionellem
Schul
tertrauma
August 2013 mit
ultrasonographisch
degenerativen
Rotato
renmanschettenbeschädigungen
beidseits.
Der Kreisarzt notierte, im Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung habe der Beschwerdeführer Restbeschwerden im Bereich des linken Knies und erst bei Nachfrage auch der rechten Schulter angegeben. Bezüglich des linken Beines habe er eine Schmerzhaftigkeit, eine Bewegungseinschränkung und eine Unsi
cherheit insbesondere beim Auf- und Abwärtsgehen und ebenfalls beim Trep
pensteigen angegeben, die freie Gehstrecke in der Ebene sei mit 2 km gut. Kli
nisch bestehe angesichts der Schwere der
Tibiakopffraktur
links ein ordentlicher Zustand; in Streckstellung sei das linke Knie stabil und auch bei leichter Flexion sei keine sichere
ligamentäre
Insuffizienz zu erkennen. Die subjektive Unsicherheit sei wohl eher auf die auch radiologisch sichtbare anatomische Unstimmigkeit im lateralen Kniegelenkkompartiment zurückzuführen. Die aktuell vorhandenen Unterlagen machten plausibel, dass durch das Ereignis im August 2013 Schulterbeschwerden rechts ausgelöst worden seien. Der
Ultra
schallbefund
mit praktisch symmetrischen degenerativen Veränderungen spre
che aber nur für eine vorübergehende Beschwerdeverursachung.
Dr. C._ hielt dafür, die bisherige Tätigkeit als Kranführer auf dem Bau sei andauernd nicht mehr möglich. Eine wechselbelastende, leichte bis mittel
schwere Tätigkeit könnte demgegenüber vollzeitig geleistet werden, sofern min
destens 50 % im Sitzen erbracht werden könnten. Es sei eine frei wählbare Position des linken Beines aber auch der Tätigkeit zwischen Sitzen, Stehen und Gehen zu fordern. Dem Beschwerdeführer seien mehrmals täglich Gehleistungen von einigen hundert Metern und Stehen von 30 bis 60 Minuten zumutbar. Treppensteigen sei nur selten zumutbar. Nicht zumutbar seien bodennahe Tätig
keiten mit der Notwendigkeit einer starken Knieflexion, auf Leitern oder sonst wie in der Höhe mit Absturzgefahr sowie in abschüssigem oder unwegsamem Gelände. Die mögliche Tätigkeit sei beschränkt auf ebenen Untergrund. Ungünstig und damit unzumutbar seien repetierte
Starkbelastungen des linken Beins ebenso wie starke Erschütterungen/Vibrationen, die auf das linke Bein einwirkten (Urk. 7/184 S. 8).
3.8
Nachdem am 24. Juni 2014 die OSME erfolgt war (Urk. 7/209), erklärte Dr. E._ mit Schreiben vom 25. Juli 2014 (Urk. 7/211), die Wiederein
gliederung des Beschwerdeführers könne aufgegleist werden, da die aktuelle maximal mögliche Arbeitsfähigkeit sicherlich wieder<erlangt sei.
3.9
Vom 5. Januar bis zum 5. Juli 2015 war der Beschwerdeführer bei der F._ SA in der Konfektion von kosmetischen Produkten (
Sekundärver
pa
ckung
) tätig (Abschlussbericht Arbeitstraining vom 7. Juli 2015, Urk. 7/257). Es wurde berichtet, der Beschwerdeführer sei mit dem Einsatz zufrieden gewesen. Die Arbeit sei körperlich gut durchführbar gewesen, da er aus
schliesslich sitzend habe tätig sein können beziehungsweise nur wenig habe laufen und stehen müssen. Nach jeweils vier Stunden Arbeit habe er seine Leistungsfähigkeit auf
grund von Schmerzen eingeschränkt gesehen. Der Einsatzbetrieb sei mit dem Beschwerdeführer sehr zufrieden gewesen, da er einen engagierten und zuver
lässigen Eindruck hinterlassen habe und sowohl als Person als auch im Team als sehr angenehm wahrgenommen worden sei. Nachdem im März eine Steige
rung des Pensums auf 60 % beschlossen worden sei, habe sich im Rahmen eines weiteren Gesprächs im Mai gezeigt, dass der Beschwerdeführer das 60%-Pen
sum hinsichtlich Leistungsfähigkeit voll ausgeschöpft und im Rahmen seines Arbeitspensums die vorgegebenen Zeiteinheiten erfüllt habe. Eine weitere Stei
gerung des Arbeitspensums sei für alle Beteiligten nicht in Frage gekommen, da sich der Beschwerdeführer jeweils nach 4.8 Stunden Arbeit im Hinblick auf seine körperlichen Einschränkungen am obersten Limit befunden habe. Ein Versuch, ihn in der Primärverpackung einzusetzen, was Stehen erfordert hätte, sei in diesem Zusammenhang gescheitert (Urk. 7/257 S. 3).
3.10
Am 21. August 2015 erfolgte eine nochmalige kreisärztliche Untersuchung durch Dr. C._ (Urk. 7/267). Als Diagnosen nannte der Kreisarzt:
-
Gonarthrose
links nach schwerer
Tibiakopffraktur
links 22. März 2012 mit
residueller
minimer Schwäche der Grosszehenextension links nach Schädigung des
Nervus
peroneus
communis
-
günstiger Zustand nach Unterschenkelfraktur rechts 1999
-
painful
arc
Schulter rechts nach subkapitaler
Humerusfraktur
1997 oder 1998 (die Suva nicht betroffen)
-
chronische Rückenprobleme bei Morbus
Bechterew
Hinsichtlich rechter Schulter hielt Dr. C._ fest, die aktuelle Befragung habe erkennen lassen, dass die subkapitale
Humerusfraktur
für die derzeitigen Beschwerden erklärend sei, dies aber nicht zu Lasten der Beschwerdegegnerin gehe. So seien Schulterprobleme während den Aufenthalten in der beruflichen
Abklärungs
stelle
A._ nie erwähnt worden und sei gestützt auf die
sonographische
Abklä
rung durch Dr. H._ von einem
bagatellären
Ereignis auszugehen. Was den rechten Unterschenkel betreffe, so liege dort annähernd ein ideales Ergebnis vor; die
initial
diagnostizierte Schwäche der
Peroneus
-Muskulatur lasse sich nicht mehr nachweisen. Beim linken Knie bestehe als Folge der schweren
Tibia
kopffraktur
eine massive Inkongruenz im lateralen
Femorotibialgelenk
und auch die Gelenkspalte sei deutlich verschmälert, so dass es sich insgesamt um eine schwere
femorotibiale
Arthrose handle, während das
femoropatelläre
Gelenkkompartiment nur diskret betroffen sei. Bezüglich der
Peroneusschädi
gung
bestehe aktuell noch eine funktionell nicht störende
Grosszehenheber
schwäche
links, welcher keine grössere Bedeutung zukomme. Hingegen bestehe links eine relative Beinverkürzung von etwa 15 mm; hier könnte sich ein parti
eller Beinlängenausgleich günstig auswirken. Dr. C._ erklärte, die Angaben des Versicherten zur einschränkenden Problematik anlässlich des
Arbeitsversu
ches
in beruflichen
Abklärungs
stelle
A._ leuchteten ein und seien mit Blick auf den Zustand am linken Knie nachvollziehbar. So habe der Beschwerdeführer angegeben, dass sitzende und stehend/gehende Tätigkeiten gut zu verrichten gewesen seien,
währenddem
sich Einschränkungen beim Heben von Lasten von 10 bis 15 kg vom Boden bis zur Tischhöhe ergeben hätten (Urk. 7/267 S. 7).
Dr. C._ hielt dafür, der Beschwerdeführer sei ohne Zweifel arbeitswillig. Es habe sich aber auch ein gewisses Schonverhalten gezeigt beispielsweise bei den akzessorischen Gangarten, beim
Einbeinstand
links und besonders beim Anhe
ben des gestreckten linken Beines, wo aus medizinischer Sicht nicht nachvoll
ziehbar sei, dass das Bein zwar 5 cm von der Unterlage - nicht aber weiter - habe angehoben werden können. Das Zumutbarkeitsprofil sei nicht zuletzt auch unter Berücksichtigung dieses medizinisch schlecht nachvollziehbaren
Schon
verhaltens
teilweise theoretisch zu formulieren. Auf die zeitlichen Einschrän
kungen gemäss Angaben von der beruflichen
Abklärungs
stelle
A._ könne nicht abgestellt werden, da die dortige Beschäftigung teilweise ungünstige Tätigkeiten umfasst habe. Der Kreis
arzt formulierte das Zumutbarkeitsprofil wie folgt: Eine überwiegend sitzende, leichte bis mittelschwere Tätigkeit sei aufgrund der Schädigung des linken Knies
vollzeitig zumutbar. Dabei müsste intermittierend eine frei wählbare Körper
haltung mit sitzender/stehender Arbeit während 10 - 20 Minuten gewährleistet sein. Heben von Lasten bis 10 kg, ausnahmsweise bis 15 kg vom Boden bis Hüfthöhe sei ausnahmsweise, das Heben von 10 kg von Hüft- bis Schulterhöhe und auch das Tragen über kürzere Distanzen bis 50 m sei ebenso wie Treppen
steigen mit der halben Gewichtsbelastung selten zumutbar. Generell unzumut
bar seien Tätigkeiten, die eine längere oder repetierte belastete Flexion des Knies bedingten, worunter bodennahe Tätigkeiten oder auch wiederholtes Heben von Gegenständen von Boden bis Hüfthöhe fallen würden. Nicht zumut
bar seien Tätigkeiten auf Leitern oder sonst wie in der Höhe mit Absturzgefahr, sowie Tätigkeiten auf unwegsamem Boden und solche, die zu repetierten
Stark
belastungen
, zu starken Erschütterungen unter Vibration des linken Beines führten. Ausschliesslich wegen der die Suva nicht betreffenden
Schulterpatho
logie
rechts seien Tätigkeiten mit der dominanten rechten Hand über Kopfhöhe nur selten und mit eingeschränkter Kraft bis 5 kg zumutbar (Urk. 7/267 S. 7-8).
Abschliessend notierte Dr. C._, anhand der radiologischen Situation könnte bereits aktuell die Indikation zur Knie-TP links gestellt werden. Es sei jedoch besser, vorgängig die berufliche Integration mit einer Tätigkeit, die später auch mit einem Kunstgelenk ohne Einschränkung ausgeübt werden könne, zu fördern (Urk. 7/267 S. 8).
3.11
Am 29. August 2015 (Urk. 7/271) wendete Dr. B._ unter Hinweis auf sein Schrei
ben vom 27. Februar 2014, wonach die Beschwerden an der rechten Schulter auf das Unfallereignis vom August 2013 zurückzuführen seien (Urk. 7/175), ein, die von Kreisarzt Dr. C._ gestellte Diagnose „
Painful
arc
nach
Humerusfraktur
1998“ sei ebenso wenig korrekt wie auch dessen Ein
schätzung, wonach die Beschwerdegegnerin insoweit nicht berührt sei. Sodann habe der Beschwerdeführer bei der F._ SA eine maximale Arbeitszeit von 4.8 Stunden mit einem Anforderungsprofil, welches mit dem von Dr. C._ formulierten übereinstimme, erreicht. Der Schluss des Kreisarztes, der Beschwerdeführer sei vollzeitig einsetzbar, sei mit Blick auf diese Gegeben
heiten unverständlich.
4.
4.1
Es ist offenkundig und unbestritten, dass der Beschwerdeführer seine ange
stammte Tätigkeit als Kranführer unfallbedingt nicht mehr ausüben kann. Dem
gegenüber
stellt der Beschwerdeführer in Abrede, dass ihm eine angepasste Tätigkeit ganztags zumutbar sei (E. 2.2.) Entgegen der Ansicht des Beschwer
deführers besteht kein Anlass, von der Einschätzung von Kreisarzt Dr. C._, wonach bei Beachtung des entsprechenden Zumutbarkeitsprofils einer
vollzeiti
gen
Beschäftigung nichts entgegensteht, abzuweichen. Auch wenn es sich bei seinen Berichten um versicherungsinterne Berichte handelt, kommt ihnen, da schlüssig und nachvollziehbar begründet, voller Beweiswert zu (E. 1.4). So ist insbesondere ein - wie vom Beschwerdeführer vorgebracht - diametraler Widerspruch der kreisärztlichen Einschätzung zur A._-Abklärung und zum Arbeitstraining bei der F._ SA nicht festzumachen. Es mag zwar zutreffen, dass die Verantwortlichen der beruflichen
Abklärungs
stelle
A._ beziehungsweise der Arbeitge
ber anlässlich des Arbeitsversuches eine Steigerung des täglichen Pensums über sechs beziehungsweise knapp fünf Stunden hinaus als nicht möglich erachteten. Der Beschwerdeführer übersieht hierbei jedoch, dass die Beschäftigungen im Rahmen der Abklärung in der beruflichen
Abklärungs
stelle
A._ - zumindest - teilweise und jene des Arbeitsversuches insoweit nicht dem von Dr. C._ formulierten
Zumutbar
keitsprofil
entsprachen, als es sich dabei nicht um wechselbelastende Tätigkei
ten mit frei wählbarer Körperhaltung (E. 3.7, E. 3.10) handelte, worauf Dr. C._ denn auch zutreffend hinwies (E. 3.10; Urk. 7/276). Sodann hatten bereits die Ärzte der Rehaklinik Z._ mittelschwere Tätigkeiten, welche wechselbelastend zu erfolgen hätten, als ganztags zumutbar bezeichnet und gleichzeitig darauf hingewiesen, dass die Zumutbarkeitsbeurteilung nicht abschliessend sei, da eine weitere Steigerung der Belastbarkeit zu erwarten sei (E. 3.3). Während diesen Arbeitsplatzanforderungen zunächst Rechnung getra
gen wurde (E. 3.4), benötigte der Beschwerdeführer gemäss zweitem A._-Be
richt eine sitzende Tätigkeit mit der Möglichkeit, jeweils nach einer Stunde für einige Minuten aufzustehen (E. 3.6). Im Rahmen des nachfolgenden
Arbeits
versuches
war gar von einer ausschliesslich sitzenden Tätigkeit die Rede (Urk. 7/257 S. 3). Solcherart von Beschäftigung ist nicht als wechselbelastend anzusehen und entspricht damit nicht dem von Dr. C._ formulierten
Zumut
barkeitsprofil
. Ferner darf nicht übersehen werden, dass der Beschwer
deführer - je nach Tätigkeit - durchaus im Stande war, hohe Leistungen mit hoher Qualität zu erbringen (vgl. Urk. 7/178 S. 11). Das Errechnen einer durch
schnittlichen Leistungsfähigkeit, welche auch weniger angepasste Tätigkeiten umfasst, ist mithin nicht geeignet, die Einschätzung von Dr. C._ als widersprüchlich erscheinen zu lassen. Schliesslich ist an dieser Stelle darauf hinzu
weisen, dass vielmehr im Bericht der beruflichen
Abklärungs
stelle
A._ widersprüchliche Hinweise zu fin
den sind.
So ist insbesondere nicht nachvollziehbar, weshalb dem Beschwer
de
führer, welcher eine mehrheitlich gute Befindlichkeit angegeben hatte, eine Steigerung des Arbeitspensums nicht möglich war und er über eine Leistungsfä
higkeit von bloss 55 % verfügen soll. Es kommt hinzu, dass offensichtlich die sehr geringen Deutschkenntnisse des Beschwerdeführers qualifizierteres Arbei
ten verunmöglichten (E. 3.6).
Der weitere Einwand des Beschwerdeführers, die Schädigung des
Nervus
peroneus
sei nicht fachärztlich abgeklärt worden (E. 2.2), vermag ebenfalls nicht zu verfangen. Zum einen war der Beschwerdeführer auf Wunsch seines Haus
arztes der Neurologin Dr. G._, welche einzig die Fortsetzung der Physiothe
rapie sowie das Vermeiden einer Kompression des
Nervus
peroneus
empfahl (E. 3.2), zugeführt worden. Zum anderen standen die
Grosszehenheberschwäche
und Hyposensibilität im lateralen linken Unterschenkel bereits im Zeitpunkt des Austritts aus der Rehaklinik Z._ einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit nicht entgegen (E. 3.3) und waren ferner gemäss Ein
schätzung von Dr. C._ im August 2015 funktionell nicht mehr störend (E. 3.10). Ebenso wenig besteht Anlass, die Beurteilung von Dr. C._ hinsicht
lich der rechten Schulter zu bemängeln. Seine Ausführungen, wonach gestützt auf die von Dr. H._ erhobenen Befunde einer beidseitigen Verände
rung der
Supraspinatussehne
sowie der zum damaligen Zeitpunkt geringen Beschwerden (E. 3.5) der ätiologische Zusammenhang der aktuell beklagten Beschwerden zum
bagatellären
Unfallereignis vom August 2013 fehle (Urk. 7/276), überzeugt. Bei dieser Aktenlage sind von zusätzlichen Unter
suchungen keine weiteren rele
vanten Erkenntnissen zu erwarten, weshalb in antizipierender Beweiswürdigung darauf zu verzichten ist (BGE 124 V 90 E. 4b).
Nachdem Indizien, welche gegen die Zuverlässigkeit der kreisärztlichen Ein
schätzung sprächen, nicht auszumachen sind, ist das Abstellen auf die Beurtei
lung von Dr. C._ und das
Zugrundelegen
einer vollständigen Arbeitsfähig
keit in angepasster Tätigkeit nicht zu beanstanden.
4.2
4.2.1
Die Beschwerdegegnerin hat zur Berechnung
des Invalideneinkommens per 2015
auf
ihre
DAP
abgestellt. Der Beschwerdeführer ist hingegen der Ansicht, dass das Invalideneinkommen
anhand der LSE festzusetzen sei (E. 2.2).
4.2.2
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versi
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstä
tigkeit aus, bei der
–
kumulativ
–
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne
gemäss
den vom Bundesamt für Sta
tistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die DAP
Zahlen herangez
ogen werden (BGE 139 V 592 E.
2.
3
mit Hinweisen).
Die DAP ist eine Sammlung von Beschreibungen in der Schweiz tatsächlich existierender Arbeitsplätze. Damit unterscheidet sie sich von der tabellarischen Darstellung von Durchschnittslöhnen, die im Rahmen der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) vom Bundesamt für Statistik
regelmässig
erhoben werden. Neben allgemeinen Angaben und Verdienstmöglichkeiten werden in der DAP die physischen Anforderungen an die Stelleninhaber oder Stelleninha
berinnen festgehalten. Der Raster der körperlichen Anforderungskriterien basiert auf dem internationalen medizinischen Standard EFL nach Isernhagen (ergono
mische Funktions- und Leistungsprüfung). Die
Suva
entschloss sich 1995 zum Aufbau der DAP mit dem Zweck, das Invalideneinkommen entsprechend den gerichtlichen Anforderungen so konkret wie möglich ermitteln zu können (BGE
139 V 592 E. 6.1 mit Hinweisen).
Bei Heranziehen der DAP hat sich die Ermittlung des Invalideneinkommens auf mindestens fünf zumutbare Arbeitsplätze zu stützen. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage
kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Gruppe. Damit soll die Überprüfung des Auswahlermessens ermöglicht werden, und zwar in dem Sinne, dass die Kennt
nis der Gesamtzahl der dem verwendeten Behinderungsprofil ent
sprechen
den Arbeitsplätze sowie des Höchst-, Tiefst- und
Durch
schnittslohnes
im Bereich des Suchergebnisses eine zuverlässige Beurteilung der von der
Suva
ver
wendeten DAP-Löhne hinsichtlich ihrer Repräsentativität erlaubt. Das rechtliche Gehör ist dadurch zu wahren, dass
die
Suva
die für die
Invali
ditätsbemessung
im konkreten Fall herangezogenen DAP-Profile mit den erwähnten zusätzlichen Angaben auflegt und die versicherte Person Gelegenheit hat, sich dazu zu
äus
sern
. Allfällige Einwendungen der versicherten Person bezüglich des
Aus
wahlermessens
und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall sind grundsätzlich im
Einspracheverfahren
zu erheben, damit sich die
Suva
im
Ein
spracheentscheid
damit auseinandersetzen kann. Ist die
Suva
nicht in der Lage, im Einzelfall den erwähnten Anforde
rungen zu genügen, kann im
Bestrei
tungsfall
nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt werden; die
Suva
hat
diesfalls
im
Einspracheentscheid
die Invalidität aufgrund der LSE-Löhne zu ermitteln. Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des angerufenen Gerichts, die Rechtskonformität der
DAP-Invali
ditätsbemessung
zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Versicherer zurück
zuweisen oder an Stelle des
DAP
Lohn
vergleichs
einen
Tabellenlohn
vergleich
gestützt auf die LSE
vor
zu
nehmen (BGE
139 V 592 E. 6.3, 129 V 472 E.
4.7.2).
Rechtsprechungsgemäss
sind im Rahmen des DAP-Systems, bei dem aufgrund der ärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung anhand von Arbeitsplatzbe
schreibung
en konkrete Verweisungstätigkeiten ermittelt werden, Abzüge grundsätzlich nicht sachgerecht. Abzüge sind nur vorzunehmen, wenn zeitliche oder
leistungs
mässige
Reduktionen medizinisch begründet sind. Im Übrigen wird spezifischen Beeinträchtigungen in der Leistungsfähigkeit bei der Auswahl der zumut
baren DAP-Profile Rechnung getragen. Bezüglich der weiteren per
sönli
chen und beruflichen Merkmale (Teilzeitarbeit, Alter, Anzahl Dienstjahre,
Auf
enthaltsstatus
), die bei der Anwendung der LSE zu einem Abzug führen können, ist darauf hinzuweisen, dass auf den DAP-Blättern in der Regel nicht nur ein Durchschnittslohn, sondern ein Minimum und ein Maximum angegeben sind, innerhalb deren Spannbreite auf die konkreten Umstände Rück
sicht genommen werden kann (BGE
139 V 592 E. 7
.3, 129 V 472
E.
4.2.3).
4.2.3
Der Beschwerdeführer monierte einerseits, bei den Profilen Nr. 9969 und 8321 sei das Einschalten von Pausen mit Blick auf den Arbeitsablauf nicht möglich und andererseits befänden sich unter den weiteren dokumentieren Arbeits
plätzen zahlreiche Beschäftigungen, die dem Anforderungsprofil nicht entsprä
chen, indem sie einen Lehrabschluss voraussetzten oder schwere Lasten zu heben seien. Ferner sei es ihm faktisch nicht möglich, eine Stelle zu finden, die den herangezogenen DAP-Profilen entspreche (Urk. 1 S. 11-12).
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens stützte sich die Beschwerdegegnerin auf ihre
DAP
und wies die Stellen aufgrund von fünf DAP-Arb
eitsplätzen nach (DAP-Nr. 9969
[
Kontrolleur; Verpackung Brote
],
10717
[
Verpacker;
Hand
verpa
ckerei
], 11305 [
Montage
arbeiter
; Montage],
8321 [
Produktions
mitarbeiter
;
Pro
duktion
] und 4251 [Metallbearbeiter;
Metallbearbeitung], Urk. 7/279).
Bei den verwendeten DAP-Arbeitsplätzen handelt es sich um
wechselbelastende, sehr leichte bis leichte
Tätigkeiten,
für
welche
die Ausbildungsanforderungen Grundschule genügen und die auch den weiteren Anforderungen des von Dr. C._ formulierten Zumutbarkeitsprofils (E. 3.10) entsprechen. Insbeson
dere erlauben sie es dem Beschwerdeführer, seine Körperhaltung intermittierend frei zu wählen. Dass ihm - wie der Beschwerdeführer vorbringt - das Ein
schal
ten (zusätzlicher) Pausen zu gewähren wäre, ergibt sich demgegenüber nicht aus dem von Dr. C._ formulierten Anforderungsprofil (E. 3.10). Andere Hin
weise dafür, dass die ausgewählten Arbeitsplätze dem Beschwerde
führer nicht zumutbar wären, sind nicht erkennbar.
Gemäss Rechtsprechung setzt das Abstellen auf DAP-Lohnangaben sodann voraus, dass
die rechtlichen Vorgaben dafür aufgrund der DAP-Datenbank ein
gehalten
worden sind (BGE 139 V 592 E. 7; Urteil des Bundes
gerichts 8C_790/2009 vom 2
7.
Juli 2010 E. 4.2
; E. 4.2.2
). Die fünf konkret
h
erange
zo
ge
nen DAP sind gestützt auf das Behinderungsprofil
bestimmt
worden (
E. 4.2.3 hiervor
); auch
die übrigen bundesgerichtlichen
Kriterien sind erfüllt. So fin
den
sich Angaben über die Gesamtzahl der in Frage kommenden
Arbeitsplätze (13
9), die jeweiligen Höchst- und
Tiefstlöhne
und den
Durch
schnitt
slohn
der entspre
chenden Gruppe
.
Soweit der Beschwerdeführer vorbringen lässt, für zahlreiche der dokumentier
ten Arbeitsplätze seien eine langjährige Ausbildung sowie ein Lehrabschluss Voraussetzung (Urk. 1 S. 12), vermag er nicht durchzudringen. D
as DAP
Resul
tat
weist im konkreten Fall immerhin 139
Stellen mit dem
Zumut
barkeits
profil
des Beschwerdeführers nach. Hinweise dafür, dass für eine Viel
zahl der genannten
Arbeitsplätze die Ausbildungsanforderungen Grund
schule/
An
lehre
nicht genügten, ergeben sich entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers nicht aus der Dokumentation der Suchresultate (Urk. 7/279). Im Gegenteil ist mit Blick auf die entsprechenden Funktionsbezeichnungen vielmehr davon aus
zugehen, dass für die meisten der dokumentierten Arbeitsplätze zumindest eine kurze
Anlehre
genügt. Weitergehende diesbezügliche Angaben sind weder greifbar noch von Nöten, lassen doch die aufgelegten DAP-Blätter sowie die zusätzlich gemachten Angaben eine ausreichende Überprüfung des
Aus
wahler
messens
zu (vgl. BGE 139 V 592 E. 7.8, wonach kein Einsichtsrecht bezüglich der Gesamtheit aller Abfragekriterien besteht). Ferner vermag das Vorhanden
sein einzelner besser bezahlter Stellen noch keine Zweifel an der korrekten Erfassung der DAP-Stellen zu erwecken.
Anzumerken bleibt, dass - weil sta
tistische
Ausreisser
bei einer Abfrage der Datenbank stets zu erwarten sind - bei der Berechnung des Durchschnitts der Durchschnitts
l
öhne das unterste und das oberste
Dezil
ausser
Acht gelassen
werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_215/2015 vom 1
7. November 2015 E. 4.7.2).
Der Durch
schnitt der
Durch
schnittslöhne
liegt zudem
über dem
Durchschnit
tslohn der fünf aufgelegten DAP
. Es sind damit keine Anhaltspunkte ersichtlich, dass die
Beschwerdegegne
rin
ihr Auswahlermessen
unsachgemäss
ausgeübt hätte.
Die fünf konkret aus
gewählten DAP sind dem Beschwerdeführer allesamt zumutbar und die Erzielung eines entsprechenden Einkommens ist möglich, womit es beim von der Beschwerdegegnerin für das Jahr 2015 ermittelten
Invalidenein
kommen
von Fr. 63‘324.-- sein Bewenden hat.
4.2.4
Schliesslich
vermag der Beschwerdeführer auch mit seinem Einwand, es sei ihm faktisch nicht möglich, eine Stelle zu finden, die den herangezogenen DAP-Profilen entspreche (Urk. 1 S. 12), nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Auf die Verfügbarkeit der zumutbaren Stellen auf dem konkreten Arbeitsmarkt kommt es nicht an. Somit ist nicht erheblich, ob die durch die DAP nachgewiesenen Stellen besetzt und damit auf dem tatsächlichen Arbeitsmarkt nicht erhältlich sind (BGE 139 V 592 E. 7.7).
4.2.5
Bei einem - vom Beschwerdeführer nicht bestrittenen (Urk. 1 S. 13) und ange
sichts der Aktenlage (Urk. 7/242) nicht zu bemängelnden -
Validen
einkommen
von Fr.
77‘451.--
und
einem
Invalideneinkommen von
Fr. 63‘324.--
r
esultiert eine Erwerbseinbusse von 18 %.
5.
5.1
Während die Beschwerdegegnerin auf die Beurteilung von Kreisarzt Dr. C._ abstellend eine Integritätsentschädigung von 30 % gewährt hat (Urk. 2), macht der Beschwerdeführer geltend, es sei eine Entschädigung in Höhe von 40 % ge
schuldet (E. 2.2).
5.2
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dau
ernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Inte
grität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer
Kapital
leistung
gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des ver
si
cherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Ent
schädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhän
gig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richt
linien des Anhanges 3. Fallen mehrere körperliche oder geistige
Integri
täts
schäden
aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die
Integri
tätsentschädigung
nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich laut Art. 25 Abs. 1 UVG nach der Schwere des Integritätsschadens. Diese beurteilt sich nach dem medizinischen Befund. Bei gleichem medizinischem Befund ist der
Integritäts
schaden
für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. Die Integritätsentschädigung der Unfallversicherung unterscheidet sich daher von der privatrechtlichen Genugtuung, mit welcher der immaterielle Nachteil indivi
duell unter Würdigung der besonderen Umstände bemessen wird. Es lassen sich im Gegensatz zur Bemessung der Genugtuungssumme im Zivilrecht (vgl. BGE 112 II 131 E. 2) ähnliche Unfallfolgen miteinander vergleichen und auf medizinischer Grundlage allgemein gültige Regeln zur Bemessung des
Inte
gri
tätsschadens
aufstellen; spezielle Behinderungen der Betroffenen durch den Integritätsschaden bleiben dabei unberücksichtigt. Die Bemessung des
Integri
tätsschadens
hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalles ab; auch geht es bei ihr nicht um die Schätzung erlittener Unbill, sondern um die medizinisch-theoretische
Ermittlung der Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1, 113 V 218 E. 4b mit Hinweisen; RKUV 2001 Nr. U 445 S. 555 ff.).
5.3
Kreisarzt Dr. C._ hatte am 24. August 2015 (Urk. 7/268) notiert, nachdem eine schwere
Gonarthrose
mit 30 bis 40 % zu bewerten sei - was verglichen mit einer Integritätsentschädigung von 50 % bei einer Amputation des Beines im Oberschenkel einer sehr hohen Einschätzung gleichkomme -, vorliegend eine erhebliche Arthrose
femorotibial
, nicht aber
femoropatellär
vorhanden sei, dränge sich eine Einschätzung am unteren Rand der angegebenen Spanne auf. Diese Einschätzung ist mit Blick auf die Suva-Tabelle 5.2, wonach bei einer schweren
Femorotibial
-Arthrose ein Integritätsschaden von 15 bis 30 % und bei schwerer
Pangonarthrose
ein solcher von 30 bis 40 % besteht, nachvollziehbar begründet. Abweichende Einschätzungen liegen nicht vor. Soweit der Beschwer
de
führer vorbringt, es sei auch eine funktionelle Instabilität zu berücksichtigen, ist ihm entgegenzuhalten, dass eine Instabilität im Rahmen derselben Tabelle zu berücksichtigen wäre - mithin ebenfalls der Rahmen einer schweren
Pangon
arthrose
mit einem Integritätsschaden von 30 bis 40 % Anwendung fände - und überdies anlässlich der kreisärztlichen Untersuchungen eine Instabi
lität nicht mehr hatte festgestellt werden können (E. 3.7; E. 3.10).
6.
Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Entscheid vom 4. Mai 2016 in allen Teilen als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.