Decision ID: aeafa804-6b99-432e-8565-924ef0276faf
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1947,
ist seit einer operativen Entfernung eines Tumors im Rückenmark im Dezember 1977 inkompletter
Tetraplegiker
(
Urk.
6/1/2,
Urk. 6/12,
Urk.
6/38). Im März 1978 meldete er sich erstmals bei der Invali
den
versicherung zum Bezug von Leistungen an (
Urk.
6/3). Die Ausgleichskasse des Kantons Zürich bzw. deren Nachfolgeorganisation die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sowie – zufolge zwischenzeitlicher Wohnsitzver
legung des Versicherten nach
Y._
(Kanton Tessin
, vgl.
Urk.
6/312
) - das
Istituto
delle
assicurazioni
sociali
des Kantons Tessin sprachen dem Beschwerdeführer verschiedene Leistungen der Invalidenversicherung zu.
Der Versicherte
bezog
ausser
dem
eine ganze Rente der Invaliden
ver
si
che
rung (vgl.
Urk.
6/667). Im Jahre 2004 verlegte der Versicherte seinen Wohnsitz in den Kanton Zürich (
Urk.
6/692). Die IV-Stelle des Kantons Zürich übernahm in der Folge die Kosten für die leih
weise Abgabe eines leichten Faltrollstuhls des Modells «
Sopur
Xenon» gemäss
HVI
Anhang Ziffer 09.01 (
vgl.
Mitteilung vom 25.
August 2011
, Urk.
6/732
).
Am
26.
März 2012
gewährte die IV-Stelle ausser
dem Kostengut
sprache für
die leih
weise Abgabe eines Elektro-Hilfsantriebs (vgl. Urk. 6/749).
1.2
Im Dezember 201
2
vollendete
der
Versicherte das AHV-Alter.
Mit Verfügung vom
4.
Dezember 2012 sprach die Ausgleichskasse der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich ihm eine ordentliche Altersrente mit Wirkung ab
1.
Januar 2013 zu, welche die bisherige Invalidenrente ablöste (
Urk.
6/769).
1.3
Mit Kostenvoranschlag der
Z._
ersuchte der Versicherte am
2
9.
Au
gust 2018
um Kostenübernahme für
den Elektrorollstuhl
«
Swiss Viva Plus
» samt Zu
behör
im Umfang von
Fr.
29'259.65
als
Ersatz für die
elektrische Zugmaschine
«
Swiss
Trac
» (
Urk.
6/
870-872
).
Gestützt auf die fachtechnische Beurteilung der
SAHB
Schweize
rische Ar
beits
gemeinschaft Hilfs
mittel
beratung für Be
hin
derte und Be
tagte
vom
7.
Dezember 2018
(vgl.
Urk.
6/882) gewährte die Ausgleichs
kasse mit Verfügung vom 3
1.
Januar 2019 im Rahmen der Besitzstandsgarantie einen Kostenbeitrag für den Elektrorollstuhl «Swiss Viva Plus» im Umfang der Kosten für ein neues elektrisc
hes
Zuggerät
«Swiss
Trac
» (Urk.
6/884). Die am
1.
März 2019
dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
6/892
), wies die Ausgleichs
kasse mit Entscheid vom
2
1.
Juni 2019 ab (Urk. 6/896 = Urk.
2
).
2.
Gegen diesen Entscheid erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1
9.
August 2019 Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei ihm die Kostengutsprache für den Elektrorollstuhl «Swiss Viva Plus» in der Höhe von mindestens
Fr.
23'210.05 zu gewähren (Urk. 1 S. 2). Unter Hinweis auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach Erreichen des Schluss
al
ters schloss die Beschwerdegegnerin mit Beschwerdeantwort vom 2
5.
September 2019
auf Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 5; unter Beilage der Kassenakten [Urk. 6/1-
900]), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2
6.
September 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
ver
sicherungsrechts (ATSG) sind auf den ersten Teil des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(
AHVG
) anwendbar, soweit das
AHVG
nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht (
Art.
1
Abs.
1
AHVG
).
1.2
Gemäss
Art.
14 ATSG gehören zu den Sachleistungen der Sozialversicherung auch Hilfsmittel.
Der Bundesrat bestimmt, unter welchen Voraussetzungen Bezügerinnen und Bezüger von Altersrenten mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz, die für die Fortbewegung, für die Herstellung des Kontak
tes mit der Umwelt oder für die Selbstsorge kostspieliger Geräte bedürfen, Anspruch auf Hilfsmittel haben (Art. 43
quater
Abs. 1
AHVG
). Er bestimmt, in welchen Fällen Bezügerinnen und Bezüger von Altersrenten Anspruch auf Hilfs
mittel für die Ausübung einer Erwerbstätigkeit oder der Tätigkeit in ihrem Aufgabenbereich haben (Art. 43
quater
Abs. 2
AHVG
). Er bezeichnet die Hilfsmittel, welche die Versicherung abgibt oder an welche sie einen Kostenbeitrag gewährt; er regelt die Abgabe sowie das Verfahren und bestimmt, welche Vorschriften des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung anwendbar sind (Art. 43
quater
Abs. 3
AHVG
). In Art. 66
ter
AHVV
delegierte der Bundesrat seine Kompetenz zur Regelung der Voraussetzungen für die Abgabe von Hilfsmitteln an Altersrentnerinnen und -rentner, zur Bestimmung der Art der abzugebenden Hilfsmittel sowie des Abgabeverfahrens an das Eidgenössische Departement des Innern. Dieses erliess die Verordnung über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Altersversicherung (
HVA
) mit anhangsweise aufgeführter Hilfsmittelliste.
1.3
Die
HVA
sieht in Art. 2 vor, dass in der Schweiz wohnhafte Bezüger von Alters
renten der AHV, die für die Tätigkeit in ihrem Aufgabenbereich, für die Fortbe
wegung, für die Herstellung des Kontakts mit der Umwelt oder für die Selbstsorge auf Hilfsmittel angewiesen sind, Anspruch auf die in der Liste im Anhang aufge
führten Leistungen haben. Die Liste der im Anhang der
HVA
aufgeführten Hilfs
mittel ist abschliessend (Art. 2 Abs. 1
HVA
).
1.4
Art. 4
HVA
bestimmt, dass für in der Schweiz wohnhafte Bezüger von Alters
ren
ten, die bis zum Entstehen des Anspruchs auf eine Altersrente Hilfsmittel oder Ersatzleistungen nach den Artikeln 21 oder 21
bis
(heute Art. 21
ter
IVG) des Bun
des
gesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) erhalten haben, der Anspruch auf diese Leistungen in Art und Umfang bestehen bleibt, solange die massge
ben
den Voraussetzungen weiterhin erfüllt sind und soweit die vorliegende Ver
ord
nung nichts anderes bestimmt. Im Übrigen gelten die entsprechenden Bestim
mungen der Invalidenversicherung sinngemäss. In SVR 2003 AHV Nr. 12 S. 31, H 230/01 E. 2.2 (bestätigt mit Bundesgerichtsurteil 9C_317/2009 vom 19. April 2010 E. 4.1), hat sich das Eidgenössische Versicherungsgericht (heute: Bundes
gericht) mit Blick auf den Wortlaut sowie die
ratio
legis
zum Umfang der in Art. 4
HVA
umschriebenen Besitzstandsgarantie geäussert. Dabei hielt es fest: die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHV) hat einzig diejenigen Hilfsmittel weiter zu erbringen, welche bereits die Invalidenversicherung zugesprochen hat und die in der Liste der Hilfsmittel nach
HVA
(im Unterschied zu jener nach der Verordnung des EDI über die Abgabe von Hilfsmitteln in der Invalidenver
siche
rung [
HVI
]) nicht enthalten sind. Die versicherte Person soll im AHV-Rentenalter mit den gleichen Hilfsmitteln, einschliesslich Reparaturen, teilweisen Ersatz etc. derselben, ausgestattet sein, welche sie bereits vorgängig erhalten
hat. Sinn und Zweck des Art.
4
HVA
ist es, den Betroffenen den früheren Leistungs
status über das Erreichen des AHV-Rentenalters hinaus zu gewähr
leis
ten (Urteil des Bun
des
gerichts 9C_594/2017 vom 7. September 2018 E. 3.1).
Dagegen vermittelt die Besitzstandsgarantie keinen Anspruch auf
eine sich der Entwicklung des Gesund
heitsschadens anpassende adäquate
Hilfsmit
telversorgung (SVR 2003 AHV Nr.
12). Die Besitzstandsgarantie umfasst mithin keine Leistungen, welche die versi
cherte Person vor Erreichen des Schlussalters aufgrund ihrer Invalidität noch nicht hatte beanspruchen müssen und die nunmehr im Alter wegen zunehmender Verschlechterung der gesundheitlichen Verhältnisse nötig werden. Im Übrigen gehen auch neu entstehende Mehraufwendungen für Anpassungen, die von den bisherigen übernommenen invaliditätsbedingten Abänderungen begrifflich unterschieden werden können, über die Besitzstandesgarantie hinaus (Urteile des Bundesgerichts H 176/05 vom 3
0.
Januar 2006 E. 3.1 und E. 3.2 und 9C_474/2012 vom
6.
Mai 2013 E. 3, je mit weiteren Hinweisen).
1.5
Gemäss Art. 2 Abs. 1
HVI
besteht im Rahmen der im Anhang aufgeführten Liste Anspruch auf Hilfsmittel, soweit diese für die Fortbewegung, die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbstsorge notwendig sind.
Laut
Abs.
4 dieser Bestimmung besteht nur Anspruch auf Hilfsmittel in einfacher, zweck
mäs
siger und wirtschaftlicher Ausführung. Durch eine andere Ausführung be
dingte zusätzliche Kosten hat der Versicherte selbst zu tragen.
1.6
Nach Ziffer 09.02
dieser Liste
werden Elektrorollstühle von der Invaliden
ver
si
cherung übernommen, sofern
Versicherte einen gewöhnlichen Rollstuhl nicht bedienen und sich nur dank e
lektromotorischem Antrieb selb
ständig fort
bewegen können. Die Abgabe erfolgt leihwe
ise
(siehe auch Randziffer
2081
des Kreis
schreibens über die Abgabe von Hilfs
mitteln durch die Invaliden
ver
siche
rung [
KHMI
] in der seit 1. Januar 2020 gülti
gen Fassung).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte im Einspracheentscheid zur Begründung aus, die Besitzstandsgarantie verleihe keinen Anspruch auf eine sich der Entwicklung des Gesundheitsschadens anpassende adäquate Hilfsmittelversorgung. Der Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers habe sich verschlechtert. Der neu gewünschte Elektrorollstuhl «Swiss Viva Plus» sei demzufolge als Erweiterung (Umfang) der Besitzstandsgarantie zu betrachten, weshalb eine komplette Kostenübernahme durch die AHV nicht erfolgen könne (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 1
9.
Au
gust 2019 (
Urk.
1) zusammengefasst geltend,
beim Elektrorollstuhl «Swiss Viva Plus» handle es sich im Vergleich zum Elektro-Hilfsantrieb «Swiss
Trac
» in Kom
bination mit
dem Rollstuhl «
Sopur
Xenon» nicht um ein erweitertes Hilfsmittel. Vielmehr handle es sich um einen Wechsel auf eine andere Ausführung eines Rollstuhls mit elektromotorischem Antrieb.
Der Zweck, die selbständige Fort
be
wegung, bleibe der gleiche. Gestützt auf
Art.
4
HVA
in Verbindung mit Ziffer
09.02
HVI
habe er Anspruch auf Gewährung einer Kostengutsprache für den Elektrorollstuhl «Swiss Viva Plus».
3.
3.1
Die abschliessende Liste der Hilfsmittel in
HVA
Anhang sieht die Abgabe eines Elektrorollstuhls nicht vor. Ein Anspruch auf Kosten
übernahme für den
Ersatz
eines solchen besteht deshalb gestützt auf die Be
stimmungen der Alters- und
Hinterlassenenversicherung
nicht. Damit ist zu prüfen, ob
der Be
schwerde
führer
unter dem Titel der in Art. 4
HVA
ver
ankerten Besitz
stands
garantie anspruchs
berechtigt ist. Dabei sind die mass
gebenden Voraussetzungen, die gemäss Art. 4
HVA
weiterhin erfüllt sein müssen, damit die fortgesetzte Hilfs
mittelversorgung im Rentenalter möglich ist, nach den spezifischen iv-recht
lichen Anspruchsvor
aus
setzungen der Art. 21 f. IVG zu prüfen (BGE 119 V 225 E. 4).
3.2
3.2.1
Unter die Besitzstandsgarantie gemäss
Art.
4
HVA
fallen grundsätzlich diejenigen Hilfsmittel, auf welche die versicherte Person – in derselben Art und im selben Umfang – bereits vor Übergang ins Rentenalter Anspruch hatte
(vgl. E. 1.4)
. Dem Beschwerdeführer wurde vor Erreichen des AHV-Rentenalters
als Hilfsmittel zur Fortbewegung im Sinne von
Art.
2
HVA
sow
ie Ziffer 9.51
HVA
-Anhang im
Au
gust 2011 ein Faltrahmenrollstuhl «
Sopur
Xenon» abgegeben (vgl.
Urk.
6/730-
732).
Zusätzlich
wurde ihm mit
Mitteilung
vom
2
6.
März 2012
aufgrund der nachlassenden Kräfte
und um im Aussenbereich mobil zu bleiben
gemäss Ziffer 09.02
HVI
ein Elektro-Hilfs
antrieb zugesprochen (
Urk.
6/749,
Urk.
6/745).
Anhand der Akten ist ent
sprechend ausgewiesen, dass der Beschwerdeführer bereits vor Eintritt ins Ren
ten
alter
einen Rollstuhl
mit elektromotorischem Antrieb benötigte, um sich
im Aussenbereich
selbstän
dig fortzubewegen.
3.2.2
Soweit der Beschwerdeführer im August 2018 infolge einer langsam pro
gre
dien
ten Verschlechterung der verbliebenen Kraft in den Armen wie auch der Rumpf
stabi
lität im Sitzen
den Elektro-Hilfs
antrieb
nicht mehr benützen kann und daher
einen Elektrorollstuhl als Ersatz
beantragte (vgl.
Urk.
6/872), werden dadurch Leistungen in die Besitz
stands
garantie miteinbezogen, welche der Beschwerde
führer vor Erreichen
des
AHV-Alters
aufgrund seiner Invalidität noch nicht hatte beanspruchen müssen und nunmehr im Alter wegen zunehmender Verschlechte
rung der ge
sund
heit
lichen Verhältnisse nötig wurden. Da
mit wird der Rechtssinn des Art.
4
HVA
über
schritten (vgl. E. 1.4).
Der Wechsel vom elektrischen
Zuggerät
auf den Elek
tro
rollstuhl beantragte der Beschwerdeführer wegen seiner ver
schlechterten ge
sund
heitlichen Situation.
Dies geht auch aus dem Arztbericht von
Dr.
med.
A._
,
Senior Consultant am
B._
, vom
2.
August 2018
hervor.
Danach werde durch die zunehmend progrediente Verschlechterung der verbliebenen Kraft in den Armen wie auch der Rumpfstabilität im Sitzen die selbständige Fortbewegung im Aktiv
rollstuhl in zunehmendem Masse eingeschränkt. Die bisherige Nutzung eines elektrischen Zuggerätes (Swiss
Trac
) scheitere aktuell an der zunehmend redu
zierten Handfertigkeit/Kraft der oberen Extremitäten sowie der Rumpfstabilität, unter anderem beim An- und Abkoppeln des Hilfsmittels. Zur Kompensierung dieser Einbusse an Selbständigkeit und Lebensqualität sei
der Einsatz einer ander
wei
tigen elektrischen Unterstützung der Fort
bewe
gung angezeigt
. Ein Elektro
roll
stuhl entspreche den verblei
benden Fähigkeiten und Anforderungen des Beschwerdeführers am ehesten
(vgl. Urk. 6/870).
An
gesichts dessen ging d
ie
SAHB
in ihrem Bericht vom
7.
De
zem
ber 2018
nach
vollziehbar davon aus, dass
eine ander
weitige elektrische Unterstützung der Fort
bewegung
als Er
weiterung der Leistung anzusehen sei
(Urk. 6/882). Der elek
trische Hilfs
antrieb diente in erster Linie zur Aufrechterhaltung der Mobilität im Aussen
bereich (vgl.
Urk.
6/745)
. Ein Elektrorollstuhl geht in seiner Funktionalität jedoch darüber hinaus, ist er in der Bedienung doch einfacher zu handhaben und flexibler ein
zusetzen, nicht nur im Aussenbereich.
Wenn der Beschwerdeführer zwischen dem bisher finanzierten elektrischen Zug
gerät «Swiss
Trac
» und dem beantragten Elektrorollstuhl
«Swiss Viva Plus» einen engen Konnex feststellte
und aus
führte, beide elektromotorische
Antriebe ge
hör
ten zur gleichen Art der Hilfsmittel
ausstattung gemäss
Ziff.
09.02
HVI
(Elek
tro
rollstühle) und würden den gleichen Zweck, nämlich die selbständige Fort
bewe
gung, erfüllen (vgl.
Urk.
1 S. 4), kann er sich damit für die Auslegung des Art. 4
HVA
nichts zu seinen Gunsten ableiten.
Diese Auffassung
hätte zur Folge, dass sukzessiv eintretende Verschlechterungen des Gesund
heitszustandes im Ren
ten
alter
einen Anspruch auf zusätzliche,
andersartige
Hilfsmittel begründen würden, was über die Besitzstandsgarantie hinausgeht
.
Art.
4
HVA
gewährleistet lediglich den früheren Leistungsstatus über das Erreichen des AHV-Rentenalters hinaus
(vgl.
E.
1.4 in fine)
.
Soweit nach Erreichen des
AHV-Alters
invaliditätsbedingt
Ersatz-
Hilfsmittel
erforderlich werden, kann der Beschwerdeführer daran im Umfang des IV-rechtlich erworbenen Leistungsumfanges Beiträge verlangen. Die
SAHB
em
pfahl deshalb eine Kosten
be
tei
li
gung am be
reits vorfin
anzierten Elekt
ro
rollstuhl im Kostenu
mfang eines neuen elek
trischen Zug
geräts «Swiss
Trac
».
3.3
3.3.1
Die ursprünglich in der IV-rechtlichen Hilfsmittelversorgung begründete und später auf die (medizinischen) Massnahmen ausgedehnte Rechtsfigur der Aus
tausch
befugnis gelangt seit BGE 131 V 107 auch im Bereich des AHV-rechtlichen Hilfs
mittelanspruchs zur Anwendung (
Art.
8
Abs.
1
HVI
in Ver
bin
dung mit Art.
4
HVA
). Der abschliessende Charakter der Hilfsmittelliste im An
hang der
HVA
ist kein Grund, der Austauschbefugnis die Anwendung zu versagen. Vielmehr gebieten die Verhältnismässigkeit und die Rechtsgleichheit zur Erreichung der gesetz
lichen Eingliederungsziele verfassungsrechtlich deren Berücksichtigung (BGE 131 V 107 E. 3.4.6). Austauschbefugnis bedeutet, dass die versicherte Person auf der Grundlage und nach Massgabe des Gesetzes mit einer Geldzahlung zu entschädigen ist, wenn sie aus schützenswerten Gründen von einem gesetzlichen Leistungsanspruch keinen Gebrauch macht und stattdessen einen funktionell gleichen Behelf zur Erreichung desselben gesetzlichen Zieles wählt. Der Kern
geh
alt der Austauschbefugnis liegt darin, dass es grundsätzlich ohne Bedeutung ist, auf welchem Weg oder durch welches Mittel das gesetzliche Ziel angestrebt wird (BGE 131 V 107 E. 3.2.1 mit Hinweisen). Umfasst das vom Versicherten selber angeschaffte Hilfsmittel auch die Funktion eines ihm an sich zustehenden Hilfs
mittels, so steht einer Gewährung von Amortisations- und Kostenbeiträgen nichts entgegen; diese sind alsdann auf der Basis der Anschaffungskosten des Hilfsmit
tels zu berechnen, auf das der Versicherte an sich Anspruch hat (BGE 131 V 107 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
3.3.2
Dass im Rahmen des Besitzstandes
ein Anspruch auf Kostenvergütung für einen
Elektro-Hilfsantrieb
besteht, ist unbestritten und ausgewiesen. Aus den Akten geht hervor, dass mit
dem Elektrorollstuhl
ein Behelf gleicher Art zur Erreichung desselben Ziels dient. Der
Elektro
rollstuhl
ist in seiner Funktionalität und Umfang jedoch weitergehender als ein
Elektro-Hilfsantrieb
(vgl. E.
3.2
.2
). Nach dem Gesagten ist die Beschwerdegegnerin zu Recht von einer Austauschbefugnis aus
ge
gangen und hat dem Beschwerdeführer die Ersatzanschaffungskosten eines
Elektro-Hilfsantriebs
im Umfang von
Fr.
10’380
.-- im Rahmen der Austausch
be
fugnis angerechnet und
in diesem Umfang
Kostengutsprache erteilt
(
Urk.
2).
4.
Die angefochtene Verfügung erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.