Decision ID: f0771b63-cb70-52fc-9197-08c7740f44f8
Year: 2019
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die am (...) 1962 geborene, in eingetragener Partnerschaft lebende,
schweizerische Staatsangehörige A._ lebt in der Schweiz. Sie war
sowohl in der Reinigungsbranche wie auch im Gastgewerbe selbständig
erwerbstätig und leistete dabei während 32 Jahren Beiträge an die schwei-
zerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (vgl. IV-act. 3).
Mit Formular vom 4. Juni 2010 (IV-act. 156; Posteingang bei der IV-Stelle
des Kantons B._ am 28. Juni 2010) stellte sie einen Antrag auf Aus-
richtung einer Invalidenrente.
B.
Mit Verfügung vom 31. Juli 2012 (IV-act. 128 f.) sprach die IV-Stelle des
Kantons B._ A._ mit Wirkung ab 1. Mai 2011 eine ganze, bis
zum 31. Mai 2012 befristete IV-Rente zu.
C.
Am 13. Juni 2014 reichte A._ erneut ein Gesuch um Ausrichtung
von Leistungen der Invalidenversicherung ein (vgl. IV-act. 50). Mit Verfü-
gung vom 8. September 2015 (vgl. IV-act. 2, 5 und 50 f.) sprach die IV-
Stelle des Kantons C._ A._ mit Wirkung ab 1. Februar 2015
eine ganze (unbefristete) Rente zu.
Die IV-Stelle stellte dabei auf folgende Unterlagen ab: den Bericht von Dr.
med. D._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
12. Mai 2014 (IV-act. 104 S. 5 ff.), den Bericht der Kliniken E._, PD
Dr. med. F._, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie, Phy-
sikalische Medizin und Rehabilitation, vom 22. Januar 2015 (IV-act. 67
S. 13 ff.) und die Stellungnahme von Dr. med. G._, Fachärztin für
Neurologie, RAD H._, vom 23. Juli 2015 (IV-act. 54 S. 12).
Die Ärzte stellten bei A._ im Wesentlichen folgende gesundheitli-
chen Störungen fest: 1) einen hochgradigen Verdacht auf seronegative
Spondyloarthropathie bei chronisch entzündlicher Darmerkrankung (Mor-
bus Crohn), Coxitis links, Verdacht auf ISG-Arthritis links, ICD-10 M46.09,
K50.0, 2) ein Lumbovertebrales bis lumbospondylogenes Syndrom links,
ICD-10 M54.5, M54.4 und 3) eine Anpassungsstörung mit längerer depres-
siver Reaktion (ICD-10 F43.21) und 4) Probleme mit der Lebensbewälti-
gung (ICD-10 Z73). Die Ärzte erachteten A._ insbesondere auf-
grund der Hüft-, Darm- und Rückenprobleme seit dem 26. Februar 2014 in
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jeglichen Tätigkeiten als zu 100 % arbeitsunfähig. Die RAD-Ärztin prognos-
tizierte, dass diese volle Arbeitsunfähigkeit bis mindestens sechs Monate
nach der geplanten Hüftoperation im September 2015 dauern werde und
deshalb nach Ablauf eines Jahres im Rahmen einer (frühzeitigen) Renten-
revision der Gesundheitszustand erneut zu prüfen sei.
D.
D.a Im August 2016 (vgl. IV-act. 31) leitete die IV-Stelle des Kantons
B._ ein Rentenrevisionsverfahren ein und forderte A._ auf,
den Revisionsfragebogen auszufüllen.
D.b Mit Revisionsfragebogen vom 2. September 2016 (IV-act. 30) machte
A._ eine Verschlechterung des Gesundheitszustands geltend, in-
dem sie auf ihre verstärkten Rückenprobleme, die Hüftproblematik (zwei
neue Hüften), die persistierenden Morbus Crohn-Schübe und den
Reizdarm hinwies.
D.c Mit Schreiben vom 19. Dezember 2016 (IV-act. 5) trat die IV-Stelle des
Kantons B._ die Akten der IV-Stelle für Versicherte im Ausland
(nachfolgend: IVSTA) ab, da A._ ihren Wohnsitz nach Spanien ver-
legt hatte.
E.
Gestützt auf die eingereichten Arztberichte von Dr. med. I._, Fach-
arzt für Gastroenterologie und Innere Medizin, vom 9. September 2016 (IV-
act. 226) und vom 14. September 2016 (IV-act. 235), den Bericht der Or-
thopädie des Spitals J._ vom 16. September 2016 (IV-act. 17) und
den Formularbericht von Dr. med. K._, Facharzt für Allgemeinme-
dizin, vom 21. September 2016 (IV-act. 23) sowie die Stellungnahmen von
Dr. med. L._, Facharzt für Allgemeinmedizin, RAD M._, vom
11. Juli 2017 und 11. Dezember 2017 (IV-act. 218 und 241) hob die IVSTA
(nachfolgend: Vorinstanz) die Invalidenrente von A._ mit Verfügung
vom 3. Januar 2018 (IV-act. 242) auf.
Zur Begründung führte die IVSTA aus, aus den neuen Berichten lasse sich
schliessen, dass sich der Gesundheitszustand seit dem 1. Januar 2016
verbessert habe. Dem Bericht des Spitals J._ lasse sich entneh-
men, dass der postoperative Verlauf gut gewesen sei und die Genesung
spätestens vier Monate nach der Operation (Hüft TP-Implantation) soweit
fortgeschritten sei, dass keine Einschränkungen mehr bestünden. Der Be-
richt von Dr. med. I._ enthalte lediglich Aussagen ohne klinischen
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Wert. Aus seinen Aussagen betreffend mögliche krankheitsbedingte Aus-
fälle oder rezidivierend auftretende Schüben könnten keine Angaben für
eine bestehende Arbeitsunfähigkeit entnommen werden. Die Koloskopie,
die Gastroskopie und die Sonographie zeigten nahezu normale Verhält-
nisse. Überdies habe Dr. med. K._ darauf hingewiesen, dass
A._ die wirksame Medikation für die schubförmigen Darmentzün-
dungen selber reduziert und schliesslich abgesetzt habe ohne Nachteile
davonzutragen.
F.
Gegen die Verfügung vom 3. Januar 2018 erhob A._ (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 12. Januar 2018 (Postaufgabe am
15. Januar 2018, BVGer-act. 1) Beschwerde beim Bundesverwaltungsge-
richt. Sie beantragte sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfü-
gung und die Weitergewährung der bisherigen Invalidenrente. Zur Begrün-
dung führte sie aus, ihr Gesundheitszustand habe sich nicht verbessert,
sondern eher verschlechtert. Die Rückenprobleme seien belastend und
schränkten sie sehr ein. Aufgrund des Morbus Crohn nehme sie täglich
Medikamente und trotzdem habe sie hin und wieder einen Schub und
müsse dann einfach ausruhen und abwarten, bis alles wieder besser
werde. Hinzu kämen die Rheuma-Schübe in Armen und Händen, welche
es ihr zeitweise verunmöglichten einen Hemdknopf zu schliessen oder eine
Flasche zu öffnen. Schliesslich seien durch die ganzen Krankheiten und
den Umstand, dass sie nicht mehr arbeiten könne, auch ihre Ängste enorm
verstärkt worden. Sie nehme deswegen Citalopram und müsse sich in den
nächsten Tagen frisch einstellen lassen, da die aktuelle Dosierung nicht
mehr ausreiche.
G.
G.a Mit Zwischenverfügung vom 19. Januar 2018 (BVGer-act. 2) wurde die
Beschwerdeführerin aufgefordert, innert 30 Tagen seit Erhalt der Verfü-
gung einen Verfahrenskostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.- zu be-
zahlen.
G.b Mit Eingabe vom 30. Januar 2018 (BVGer-act. 4) beantragte die Be-
schwerdeführerin die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege.
G.c Mit Schreiben vom 31. Januar 2018 (BVGer-act. 6) zeigte Rechtsan-
walt Kreso Glavas an, dass er die Interessen der Beschwerdeführerin ver-
tritt.
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Seite 5
G.d Mit ausgefülltem Formular «Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege»
vom 10. Februar 2018 (BVGer-act. 9) legte die Beschwerdeführerin ihre fi-
nanziellen Verhältnisse dar.
G.e Mit Zwischenverfügung vom 28. Februar 2018 (BVGer-act. 12) hiess
der Instruktionsrichter das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewäh-
rung der unentgeltlichen Rechtspflege gut und Rechtsanwalt Kreso Glavas
wurde als unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt.
H.
Mit Vernehmlassung vom 3. April 2018 (BVGer-act. 13) beantragte die Vo-
rinstanz die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie im We-
sentlichen mit Verweis auf die RAD-Stellungnahme vom 14. März 2018
aus, aus den Akten ergebe sich, dass sich der Gesundheitszustand erheb-
lich verbessert habe, so dass keine rentenbegründende Invalidität mehr
bestehe.
I.
Mit Replik vom 16. Mai 2018 (BVGer-act. 16) hielt die Beschwerdeführerin
an ihrem beschwerdeweise gestellten Begehren fest und beantragte zu-
dem, eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Vo-
rinstanz zu verpflichten, eine aktuelle, polydisziplinäre Abklärung in Auftrag
zu geben und gestützt darauf neu zu entscheiden. Zur Begründung führte
sie aus, die Vorinstanz habe nicht darzulegen vermögen, inwiefern sich der
Gesundheitszustand verbessert habe. Mit Blick auf die verschiedenen Be-
einträchtigungen sei es gerechtfertigt, eine polydisziplinäre Begutachtung
anzuordnen, um den Gesundheitszustand umfassend abzuklären.
J.
Mit Duplik vom 23. Juli 2018 (BVGer-act. 22) hielt die Vorinstanz an ihrem
Abweisungsantrag fest.
K.
Mit Nachtragseingabe vom 16. August 2018 (BVGer-act. 24) führte die Be-
schwerdeführerin aus, es sei akten- und faktenwidrig, dass sie die Rente
ursprünglich nur wegen ihrer Hüftproblematik erhalten habe. Die Hüftope-
rationen hätten erst im Mai und im August 2015 stattgefunden. Die gesund-
heitlichen Beschwerden und damit auch die Wartezeit hätten jedoch bereits
viel früher begonnen. Gemäss Beurteilung des RAD vom 2. Oktober 2014
sei man damals davon ausgegangen, dass sich vor allem die Rückenbe-
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Seite 6
schwerden auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten. Da heute gemäss Einschät-
zung der Vorinstanz offenbar vielmehr die Hüftproblematik für die Beein-
trächtigung der Arbeitsfähigkeit entscheidend sei, sei zwingend eine poly-
disziplinäre Abklärung durchzuführen, um die Beeinträchtigungen umfas-
send zu würdigen.
L.
Mit Stellungnahme vom 19. September 2018 (BVGer-act. 26) hielt die
Vorinstanz unter Verzicht auf weitere Ausführungen an ihrem Abweisungs-
antrag fest.
M.
Mit unaufgeforderter Eingabe vom 15. Oktober 2018 (BVGer-act. 28)
reichte die Beschwerdeführerin einen Austrittsbericht des Spitals
J._ vom 8. Oktober 2018 ein und führte dazu aus, daraus sei er-
sichtlich, dass die Morbus Crohn-Problematik persistiere.
N.
Mit Stellungnahme vom 15. November 2018 (BVGer-act. 30) führte die
Vorinstanz aus, dem Bericht seien keine Anhaltspunkte für eine Einschrän-
kung im Verfügungszeitpunkt zu entnehmen und Angaben zur Arbeitsfähig-
keit enthalte der Bericht ebenso wenig. Die Vorinstanz hielt deshalb an ih-
rem Abweisungsantrag fest.
O.
Am 19. Dezember 2018 (BVGer-act. 32) reichte die Beschwerdeführerin
ein Schreiben des Spitals J._ ein und beantragte, die diesbezügli-
chen Ausführungen seien bei der Entscheidfällung zu berücksichtigen.
P.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Beweis-
mittel ist – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nachfolgen-
den Erwägungen einzugehen.
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Seite 7

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG (SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG
und Art. 69 Abs. 1 Bst. b des IVG (SR 831.20) beurteilt das Bundesverwal-
tungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen
der IV-Stelle für Versicherte im Ausland. Eine Ausnahme im Sinne von
Art. 32 VGG liegt nicht vor.
1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach
dem VwVG (SR 172.021), soweit das VGG nichts anderes bestimmt
(Art. 37 VGG). Gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG bleiben in sozialversiche-
rungsrechtlichen Verfahren die besonderen Bestimmungen des ATSG
(SR 830.1) vorbehalten. Gemäss Art. 2 ATSG sind die Bestimmungen die-
ses Gesetzes auf die bundesgesetzlich geregelten Sozialversicherungen
anwendbar, wenn und soweit die einzelnen Sozialversicherungsgesetze es
vorsehen. Nach Art. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Inva-
lidenversicherung anwendbar (Art. 1a bis 26bis und Art. 28 bis 70), soweit
das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. Dabei
finden nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln in formell-
rechtlicher Hinsicht mangels anderslautender Übergangsbestimmungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze Anwendung, welche im Zeitpunkt der
Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2).
1.3 Als direkte Adressatin ist die Beschwerdeführerin von der angefochte-
nen Verfügung berührt und sie kann sich auf ein schutzwürdiges Interesse
an deren Aufhebung oder Änderung berufen (Art. 59 ATSG; Art. 48 Abs. 1
VwVG).
1.4 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht (Art 60 Abs. 1
ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereicht wurde, ist auf die Beschwerde
einzutreten.
2.
2.1 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-
geblich, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes
Geltung haben (BGE 143 V 446 E. 3.3; 139 V 335 E. 6.2; 138 V 475 E. 3.1).
Deshalb finden die Vorschriften Anwendung, die spätestens beim Erlass
der Verfügung vom 3. Januar 2018 in Kraft standen; weiter aber auch Vor-
schriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die
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aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprüche
von Belang sind.
2.2 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdever-
fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs
oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollstän-
dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie Unangemes-
senheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG).
2.3 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-
sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen
Verwaltungsverfügung (hier: 3. Januar 2018) eingetretenen Sachverhalt ab
(BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verän-
dert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsver-
fügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b).
3.
Vorab ist zu prüfen, ob die IVSTA angesichts des von der IV-Stelle des
Kantons B._ eingeleiteten Revisionsverfahrens und die durch jene
durchgeführten Abklärungen die zuständige Verfügungsbehörde war.
3.1 Zuständig ist in der Regel die IV-Stelle in deren Kantonsgebiet der Ver-
sicherte im Zeitpunkt der Anmeldung seinen Wohnsitz hat. Der Bundesrat
ordnet die Zuständigkeit in Sonderfällen (Art. 55 Abs. 1 IVG). Verlegt eine
versicherte Person, die ihren Wohnsitz in der Schweiz hat, während des
Verfahrens ihren Wohnsitz ins Ausland, so geht die Zuständigkeit auf die
IV-Stelle für Versicherte im Ausland über (Art. 40 Abs. 2quater IVV).
3.2 Die Beschwerdeführerin hatte im Zeitpunkt der Einleitung des Revisi-
onsverfahrens Anfang September 2016 (Fragebogen Rentenrevision vom
2. September 2016, IV-act. 30) ihren Wohnsitz im Kanton B._, be-
vor sie anschliessend ihren Wohnsitz nach Spanien verlegte (vgl. IV-
act. 4). Am 19. Dezember 2016 (IV-act. 5) trat die IV-Stelle des Kantons
B._ die Akten an die IVSTA ab. Die IV-Stelle des Kantons war somit
noch zuständig die Rentenrevision einzuleiten, und es ist auch nicht zu be-
anstanden, dass die IVSTA anschliessend zufolge Wechsels der Zustän-
digkeit gemäss Art. 40 Abs. 2quater IVV die Verfügung erlassen hat. Die nach
Verfügungserlass erfolgte erneute Wohnsitznahme in der Schweiz ist in
diesem Zusammenhang unbeachtlich.
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Seite 9
4.
4.1 Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG wird eine Rente von Amtes wegen oder
auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder
aufgehoben, wenn sich der Invaliditätsgrad des Rentenbezügers erheblich
verändert hat.
4.1.1 Zu einer Änderung des Invaliditätsgrades Anlass geben kann einer-
seits eine wesentliche Verbesserung oder Verschlechterung des Gesund-
heitszustandes mit entsprechender Beeinflussung der Erwerbsfähigkeit
und anderseits eine erhebliche Veränderung der erwerblichen Auswirkun-
gen eines an sich gleich gebliebenen Gesundheitsschadens
(BGE 125 V 369 E. 2, 113 V 275 E. 1a, 107 V 221 E. 2 mit Hinweisen;
SVR 2004 IV Nr. 5 S. 13 E. 2).
Dagegen ist die unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen unver-
ändert gebliebenen Sachverhalts kein Revisionsgrund; unterschiedliche
Beurteilungen sind revisionsrechtlich nur dann beachtlich, wenn sie Aus-
druck von Änderungen der tatsächlichen Verhältnisse sind (siehe
BGE 115 V 313 E. 4a/bb mit Hinweisen; SVR 1996 IV Nr. 70 S. 204 E. 3a).
Identisch gebliebene Diagnosen schliessen eine revisionsrechtlich erheb-
liche Steigerung des tatsächlichen Leistungsvermögens (Arbeitsfähigkeit)
grundsätzlich nicht aus. Dies gilt namentlich dann, wenn der Schweregrad
eines Leidens sich verringert hat oder es der versicherten Person gelungen
ist, sich besser an das Leiden anzupassen (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3). Ob
eine derartige tatsächliche Änderung vorliegt oder aber eine revisions-
rechtlich unbeachtliche abweichende ärztliche Einschätzung eines im We-
sentlichen gleich gebliebenen Gesundheitszustands, bedarf auch mit Blick
auf die mitunter einschneidenden Folgen für die versicherte Person einer
sorgfältigen Prüfung. Dabei gilt der Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit; die blosse Möglichkeit einer Verbesserung tatsächlicher Art
genügt nicht (Urteil des Bundesgerichts [BGer] 9C_88/2010 vom 4. Mai
2010 E. 2.2.2 mit Hinweis). Bei den Renten der Invalidenversicherung ist
grundsätzlich jede Änderung des Sachverhalts, die zu einer Über- oder Un-
terschreitung eines Schwellenwertes (vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG) führt, als er-
heblich zu betrachten (BGE 133 V 545 E. 6 f.; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 165,
9C_8/2010 E. 3.1). Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der
Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig zu prüfen
(BGE 117 V 198 E. 4b; SVR 2004 IV Nr. 17 S. 53; Urteil des BGer
9C_223/2011 vom 3. Juni 2011 E. 3.1).
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4.1.2 Ob eine unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten erhebliche Än-
derung eingetreten ist, beurteilt sich durch den Vergleich des Sachverhal-
tes, wie er im Zeitpunkt der letzten, der versicherten Person eröffneten
rechtskräftigen Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Ren-
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdi-
gung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten
für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-
stands) beruht, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung
respektive des Einspracheentscheides; vorbehalten bleibt die Rechtspre-
chung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 108
E. 5.4).
Vorliegend strittig ist, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdefüh-
rerin seit der Rentenzusprache am 8. September 2015 verändert hat. Es
ist somit der Sachverhalt im Zeitpunkt der Rentenzusprache mit demjeni-
gen im Zeitpunkt der angefochtenen Revisionsverfügung vom 3. Januar
2018 zu vergleichen.
4.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG ist In-
validität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von Geburtsgebrechen, Krank-
heit oder Unfall. Erwerbsunfähigkeit ist gemäss Art. 7 ATSG der durch Be-
einträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder
teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen-
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Be-
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufga-
benbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die
zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Art. 6 ATSG).
4.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und
im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche
und gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf-
gabe des Arztes im schweizerischen Invalidenversicherungsverfahren ist
es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen,
in welchem Umfang und gegebenenfalls bezüglich welcher Tätigkeiten der
Versicherte arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind sodann eine
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen
C-334/2018
Seite 11
dem Versicherten konkret noch zugemutet werden können
(BGE 125 V 256 E. 4, 115 V 134 E. 2; AHI-Praxis 2002, S. 62, E. 4b/cc).
4.4 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu
würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren
gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versiche-
rungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, das heisst
ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu wür-
digen.
Bezüglich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begrün-
det sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit we-
der die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereich-
ten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder als Gutach-
ten (vgl. dazu das Urteil des BGer I 268/2005 vom 26. Januar 2006 E. 1.2,
mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3.a).
Gleichwohl erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien
Beweiswürdigung als vereinbar, Richtlinien für die Beweiswürdigung in Be-
zug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten aufzu-
stellen (vgl. hierzu BGE 125 V 351 E. 3b; AHI 2001 S. 114 E. 3b; Urteil des
BGer I 128/98 vom 24. Januar 2000 E. 3b). So ist den im Rahmen des Ver-
waltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, welche
aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach
Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde
zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Be-
weiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuver-
lässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb, mit weiteren
Hinweisen). Berichte der behandelnden Ärzte schliesslich sind aufgrund
deren auftragsrechtlicher Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt
zu würdigen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Dies gilt für den allgemein prakti-
zierenden Hausarzt wie auch für den behandelnden Spezialarzt (Urteil des
BGer I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen; vgl. aber Urteil des
BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2). In diesem Zusammenhang
gilt es allerdings zu beachten, dass auch die Einschätzungen von behan-
delnden Hausärzten und Spezialisten nicht von vornherein unbeachtlich
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sind; vielmehr sind diese im Rahmen der freien Beweiswürdigung zu be-
rücksichtigen, zumal die Behörde und das Gericht auch auf die speziellen,
etwa dank der langjährigen medizinischen Betreuung nur einem Hausarzt
zugänglichen Erkenntnisse des Gesundheitszustandes eines Versicherten
abstellen können (vgl. dazu die Urteile des BGer 4A_526/2014 vom 17. De-
zember 2014 E. 2.4 und 9C_468/2009 vom 9. September 2009 E. 3.3).
Die Stellungnahmen des RAD oder des medizinischen Dienstes der IVSTA,
welche nicht auf eigenen Untersuchungen beruhen, können wie Aktengut-
achten beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im
Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich festste-
henden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Be-
fassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile
des BGer 9C_524/2017 vom 21. März 2018 E. 5.1; 9C_28/2015 vom
8. Juni 2015 E. 3.2; 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1, je mit Hin-
weisen). Die Aufgabe der versicherungsinternen Fachpersonen besteht
insbesondere darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfe-
stellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche
in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den me-
dizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und versicherungsmedizi-
nisch zu würdigen (vgl. SVR 2009 IV Nr. 50 [Urteil 8C_756/2008] E. 4.4 mit
Hinweis; Urteil des BGer 9C_692/2014 vom 22. Januar 2015 E. 3.3). Sie
haben die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht zu würdigen,
wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten
eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die an-
dere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzu-
nehmen ist (BGE 142 V 58 E. 5.1). Enthalten die Akten für die streitigen
Belange keine beweistauglichen Unterlagen, kann die Stellungnahme ei-
ner versicherungsinternen Fachperson in der Regel keine abschliessende
Beurteilungsgrundlage bilden, sondern nur zu weitergehenden Abklärun-
gen Anlass geben (vgl. Urteil des BGer 9C_58/2011 vom 25. März 2011
E. 3.3).
4.5 Vor der Berechnung des Invaliditätsgrades muss jeweils beurteilt wer-
den, ob die versicherte Person als (teil-)erwerbstätig oder nichterwerbstätig
einzustufen ist, was entsprechenden Einfluss auf die anzuwendende Me-
thode der Invaliditätsgradbemessung hat (allgemeine Methode des Ein-
kommensvergleichs, gemischte Methode, spezifische Methode des Betäti-
gungsvergleichs, vgl. Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a IVG).
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Seite 13
Zu prüfen ist, was die versicherte Person bei im Übrigen unveränderten
Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde.
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie
sie sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung entwickelt haben,
wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten
(Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausreicht (vgl. BGE 133 V 504
E. 3.3, 133 V 477 E. 6.3, 125 V 146 E. 2c, je mit Hinweisen).
4.6 Versicherte haben Anspruch auf eine Viertelsrente, wenn sie zu min-
destens 40 Prozent invalid sind, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50 Prozent besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente, bei mindestens
60 Prozent auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 70 Prozent auf
eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
5.
Nachfolgend ist zu prüfen, ob die IVSTA die Rente der Beschwerdeführerin
zu Recht revisionsweise aufgehoben hat.
5.1 Die als Vergleichszeitpunkt massgebende Verfügung vom 8. Septem-
ber 2015 basierte im Wesentlichen auf dem Schreiben von Dr. med.
D._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 12. Mai
2014 (IV-act. 104, S. 5 ff.), auf dem Bericht von PD Dr. med. F._,
Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie, Physikalische Medizin
und Rehabilitation, vom 22. Januar 2015 (IV-act. 67) sowie auf der Stel-
lungnahme von Dr. med. G._, Fachärztin für Neurologie beim RAD,
vom 23. Juli 2015 (IV-act. 54 S. 12).
Den genannten medizinischen Unterlagen sind folgende Diagnosen und
Angaben zur Arbeitsfähigkeit zu entnehmen: 1) Anpassungsstörung mit
längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21), 2) Probleme mit der Le-
bensbewältigung (ICD-10 Z73), 3) hochgradiger Verdacht auf seronegative
Spondyloarthropathie bei chronisch entzündlicher Darmerkrankung (Mor-
bus Crohn), Coxitis links, Verdacht auf ISG-Arthritis links (ICD-10 M46.09,
K50.0) und 4) Lumbovertebrales bis lumbospondylogenes Syndrom links
(ICD-10 M54.5, M54.4). Dr. med. D._, Fachärztin für Psychiatrie
und Psychotherapie, und PD Dr. med. F._, Facharzt für Innere Me-
dizin und Rheumatologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation, erach-
teten die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit im Gastgewerbe
sowie auch in jeglichen denkbaren behinderungsangepassten Tätigkeiten
C-334/2018
Seite 14
als zu 100 % arbeitsunfähig. Dr. med. G._, Fachärztin für Neurolo-
gie beim RAD, schloss sich diesen Einschätzungen an und stellte fest, seit
26. Februar 2014 bestehe eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit in jeglichen
Tätigkeiten und aufgrund der geplanten Hüftoperationen mit einer daran
anschliessenden Rekonvaleszenzzeit von mindestens sechs Monaten sei
weiterhin mit einer Arbeitsunfähigkeit zu rechnen, so dass es sich rechtfer-
tige den Anspruch auf Rentenleistungen gestützt auf die vorhandenen Ak-
ten zu prüfen und nach Ablauf eines Jahres den Anspruch im Rahmen ei-
ner Rentenrevision wieder zu überprüfen.
5.2 Die angefochtene Verfügung vom 3. Januar 2018 beruht im Wesentli-
chen auf dem Formularbericht von Dr. med. I._, Facharzt für Gast-
roenterologie und Innere Medizin, vom 9. September 2016 (IV-act. 226) so-
wie auf dem Bericht vom 14. September 2016 (IV-act. 235), auf dem Be-
richt des Spitals J._, Orthopädie, vom 16. September 2016 (IV-
act. 17), auf dem Bericht von Dr. med. K._, Facharzt für Allgemein-
medizin, vom 21. September 2016 (IV-act. 23) sowie auf den Stellungnah-
men von Dr. med. L._, Facharzt für Allgemeinmedizin beim RAD,
vom 27. Februar 2017 (IV-act. 218), vom 11. Juli 2017 (IV-act. 218) und
vom 11. Dezember 2017 (IV-act. 241).
5.2.1 Dr. med. I._, Facharzt für Gastroenterologie und Innere Medi-
zin, attestierte der Beschwerdeführerin in seinen Berichten vom 9. Septem-
ber 2016 (IV-act. 226) und vom 14. September 2016 (IV-act. 235) einen
Morbus Crohn (US: Kokarde im RUQ, erneuter Schub im 09/2016), einen
Gallenblasenpolypen 4 mm, Cholezystolithiasis und Lebersteatose. Im Be-
richt vom 9. September 2016 ging er aufgrund der rezidivierenden Abdo-
minalschmerzen von einer vollen Arbeitsunfähigkeit seit 15. Februar 2015
aus; im späteren Bericht äusserte er sich nicht zur Arbeitsfähigkeit.
5.2.2 Dem Bericht des Spitals J._, Orthopädie, vom 16. September
2016 (IV-act. 17) ist Folgendes zu entnehmen: «Bei Status nach Hüft-TP-
Implantation links 08/2005 (recte: 08/2015, vgl. IV-act. 54 S. 12) und Hüft-
TP-Implantation rechts 05/2015 mit regelrechtem klinischen und radiologi-
schen Verlauf sehen wir keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Nicht zu
empfehlen sind Tragen von Lasten über 10 kg sowie repetitives Tragen von
Lasten über 5 kg. Die Einschränkungen hinsichtlich der Rückenpathologie,
resp. der sich daraus ergebenden Einschränkungen können wir aufgrund
der uns vorliegenden Berichte nicht beantworten».
C-334/2018
Seite 15
5.2.3 Dem Bericht von Dr. med. K._, Facharzt für Allgemeinmedi-
zin, vom 21. September 2016 (IV-act. 23) sind folgende Diagnosen zu ent-
nehmen: Chronische refraktäre Lumbago nach failed back surgery und
Morbus Crohn. Dr. med. K._ gab an, der Beschwerdeführerin seien
keine Tätigkeiten mehr zumutbar, da eine eingeschränkte körperliche Leis-
tungsfähigkeit bestehe.
5.2.4 Dr. med. L._, Facharzt für Allgemeinmedizin beim RAD,
nannte in seinen Stellungnahmen vom 27. Februar 2017 (IV-act. 202), vom
11. Juli 2017 (IV-act. 218) und vom 11. Dezember 2017 (IV-act. 241) fol-
gende Diagnosen: 1) chronische Lumboischialgie links bei failed-back-sur-
gery mit/bei Status nach Dekompression L4/5 und Spondylodese bei Dis-
kushernie 20. März 2010, Status nach Revisionsdekompression L4/L5
7. Mai 2010, Status nach Dekompression und dynamischer Stabilisierung
L5/S1 20. Mai 2010 und Status nach ventraler Diskektomie und Einlage
einer Bandscheibenprothese L4/L5 20. August 2010, 2) Morbus Crohn (ED
2013) mit/bei Status nach Ileumteilresektion 2013 und Status nach Adhä-
siolyse 12. Juni 2015, 3) Coxarthrose beidseits mit Status nach Hüft-TEP
links 27. August 2015 und rechts 05/2015 und 4) Status nach Anpassungs-
störung mit längerer depressiver Reaktion 12/2013-06/2014. In der Stel-
lungnahme vom 27. Februar 2017 (IV-act. 202) hielt Dr. med. L._
fest, die Beschwerdeführerin sei seit 26. Mai 2015 in der bisherigen Tätig-
keit zu 100 % arbeitsunfähig, aber die Aktenlage sei unvollständig, da in
der Zusammenfassung des Sozialversicherungszentrums diverse Berichte
aus dem Jahr 2016 erwähnt seien, die im Dossier nicht zu finden seien.
Zudem sei angeblich im Januar/Februar 2017 ein Gutachten im Zentrum
N._ geplant. Diese Unterlagen seien unabdingbar für eine Beurtei-
lung, weshalb die Berichte einzuholen seien. In seiner Stellungnahme vom
11. Juli 2017 (IV-act. 218) bestätigte Dr. med. L._ die Diagnosen
aus seiner früheren Stellungnahme und hielt in Bezug auf die Arbeitsfähig-
keit fest, die Beschwerdeführerin sei vom 26. Mai 2015 bis zum 31. De-
zember 2015 in ihrer bisherigen Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig gewe-
sen und ab 1. Januar 2016 bestehe wieder eine volle Arbeitsfähigkeit in der
bisherigen oder einer anderen Tätigkeit. In Bezug auf die Vollständigkeit
der Aktenlage führte er aus, auch wenn das Gutachten der O._
noch fehle, sei die medizinische Aktenlage vollständig respektive eine Be-
urteilung möglich. In Bezug auf die Rückenproblematik führte er aus, die
Beschwerdeführerin leide seit Jahren an unveränderten Rückenbeschwer-
den, welche aber bezüglich der aktuellen Tätigkeit nicht limitierend seien.
In Bezug auf die Hüftproblematik sei davon auszugehen, dass bei einem
guten postoperativen Verlauf vier Monate nach der Operation der status
C-334/2018
Seite 16
quo ante erreicht und die Hüftproblematik deshalb nicht mehr IV-relevant
sei. Auch der diagnostizierte Morbus Crohn sei nicht IV-relevant, da der
beurteilende Gastroenterologe Dr. med. I._ in seinem Bericht nur
Eventualitäten beschreibe, wenn er in Aussicht stelle, «mit rezidivierenden
Schüben sei zu rechnen» und «krankheitsbedingte Ausfälle seien mög-
lich». Ausserdem stelle sich die Frage, ob Dr. med. I._ überhaupt
über den aktuellen Zustand im Bild sei, da er die Operation (Adhäsiolyse
2015) mit keinem Wort erwähne. Zusammenfassend gebe es kein logi-
sches Argument dafür, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestamm-
ten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig sein sollte. Mit Stellungnahme vom
11. Dezember 2017 hielt Dr. med. L._ im Wesentlichen an seinen
bisherigen Ausführungen fest.
5.3 Vergleicht man den im Jahr 2015 festgestellten Sachverhalt, der zur
Rentenzusprache geführt hat, mit demjenigen im Jahr 2018, fällt auf, dass
bei der Beschwerdeführerin im Wesentlichen immer noch dieselben Be-
schwerden vorliegen. Es handelt sich dabei – vereinfacht gesagt – haupt-
sächlich um die orthopädischen respektive rheumatischen Beschwerden
und einen Morbus Crohn. Ärztliche Angaben zum psychischen Gesund-
heitszustand, welcher im Zeitpunkt der Rentenzusprache mit überwiegen-
der Wahrscheinlichkeit ebenfalls entscheidrelevant gewesen ist, sind für
den Verfügungszeitpunkt nicht vorhanden. Im Übrigen sind weder rele-
vante Diagnosen dazugekommen, noch sind welche weggefallen. Die Be-
schwerdeführerin macht beschwerdeweise zwar geltend, sie habe Rheu-
maschübe in Armen und Händen, welche es ihr zeitweise verunmöglichten,
einen Hemdknopf zuzumachen oder eine Flasche zu öffnen. Ob es sich
dabei um die bereits im Jahr 2015 (vgl. Bericht von Dr. med. F._
vom 22. Januar 2015, IV-act. 67 S. 13 ff.) vermutete, jetzt allenfalls ver-
stärkte, Spondylarthropathie handelt oder es sich um neu aufgetretene Be-
schwerden handelt, bleibt ungeklärt. Ferner führte die Beschwerdeführerin
aus, auch die psychischen Beschwerden hätten sich enorm verstärkt. Die
Vorinstanz hat sich weder zu den vorgebrachten Rheumaschüben noch zu
den geltend gemachten psychischen Beschwerden geäussert. Ein Bericht
des Spitals J._ vom 8. Oktober 2018, welcher im Beschwerdever-
fahren eingereicht worden ist, bestätigt, dass die Morbus Crohn-Problema-
tik nach wie vor vorliegt und bei Auftreten eines erneuten Schubes starke
Beschwerden verursacht. Inwiefern diese Krankheit einen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit hat, bleibt indes unklar, da namentlich weder die Dauer
noch die Häufigkeit der Beschwerden bekannt sind.
C-334/2018
Seite 17
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die organischen Beschwer-
den im Wesentlichen dieselben sind, aber detaillierte und aktuelle Informa-
tionen über deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fehlen. So ist bei-
spielsweise das angeblich im Zentrum N._ erstellte Gutachten nicht
in den Akten und die Angaben des Spitals J._ sind diesbezüglich
inkonsistent, wenn einerseits ausgeführt wird, es bestehe keine Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit und andererseits empfohlen wird, die Beschwer-
deführerin solle weder Lasten über 10 kg tragen noch Lasten von über 5 kg
wiederholt tragen. In Bezug auf den Morbus Crohn ist Folgendes festzu-
halten: In Übereinstimmung mit den Feststellungen von
Dr. med. L._, kann alleine aufgrund der Diagnose Morbus Crohn
nicht auf eine daraus folgende Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden.
Auch der Hinweis von Dr. med. I._, «mit rezidivierenden Schüben
sei zu rechnen und krankheitsbedingte Ausfälle seien möglich», sagt nichts
über die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus. Es kann daraus
somit – entgegen der Ansicht des RAD – aber auch nicht geschlossen wer-
den, die Beschwerdeführerin sei in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht einge-
schränkt. Vielmehr wäre die Leistungsfähigkeit im Zusammenhang mit dem
Morbus Crohn namentlich unter Beachtung der folgenden Aspekte zu er-
mitteln: Ausprägung/Ausmass des Darmbefalls, Häufigkeit und Dauer der
Schübe, Schwere der Komplikationen und der eventuell extraintestinalen
Manifestation, Nebenwirkungen der Therapie und psychosoziale Folgen
(vgl. dazu: Leitlinie zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit bei chronisch
entzündlicher Darmkrankheit [CED], Januar 2011, insbesondere S. 20, ein-
sehbar unter: www.deutsche-rentenversicherung.de > Experten > Infos für
Ärzte > Sozialmedizinische Begutachtung, Leitlinien > Gastroenterologi-
sche und Stoffwechsel-Erkrankungen einschliesslich Adipositas). Weiter ist
zu prüfen, wie der psychische Gesundheitszustand der Beschwerdeführe-
rin ist, zumal sie geltend macht, es gehe ihr nicht gut. In den Akten befinden
sich diesbezüglich keine aktuellen ärztlichen Berichte. Ohne detaillierte
Prüfung der Auswirkungen der Erkrankungen und bei unvollständiger Ak-
tenlage ist – entgegen der Ansicht der Vorinstanz – keineswegs mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit zu bestätigen, dass eine Verbesserung des
Gesundheitszustands vorliegt. Da mehrere Erkrankungen vorliegen, die
nicht unabhängig voneinander zu betrachten sind, ist erforderlich, dass
vorliegend mittels polydisziplinärer fachärztlicher Beurteilung (rheumatolo-
gisch, orthopädisch, gastroenterologisch und psychiatrisch) der Gesund-
heitszustand der Beschwerdeführerin eingehend abgeklärt und die Auswir-
kungen der Erkrankungen auf die Arbeitsfähigkeit beurteilt werden.
C-334/2018
Seite 18
5.4 Die Beschwerdeführerin beantragte im Rahmen ihrer Beschwerde im
Eventualbegehren die Einholung eines polydisziplinären Gutachtens.
5.4.1 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können die Sozialver-
sicherungsgerichte nicht frei entscheiden, ob sie eine Streitsache zu wei-
teren medizinischen Abklärungen an die Verwaltung zurückweisen. So hat
es erkannt, dass es zwar nicht angebracht ist, in jedem Beschwerdefall auf
der Grundlage eines Gerichtsgutachtens zu urteilen, doch drängt es sich
auf, dass die Beschwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein-
holt, wenn sie einen medizinischen Sachverhalt überhaupt für gutachterlich
abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativexpertise in einem
rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Eine Rückweisung an die
IV-Stelle bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhe-
bung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist oder wenn
lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen
Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1 ff.).
5.4.2 Vorliegend erscheint eine Rückweisung der Streitsache an die IVSTA
im Lichte der dargelegten Rechtsprechung aus nachfolgenden Gründen
ausnahmsweise möglich. Zu beachten sind insbesondere die Ausführun-
gen des Bundesgerichts im hiervor zitierten BGE 137 V 210, wonach eine
weitgehende Verlagerung der Expertentätigkeit von der administrativen auf
die gerichtliche Ebene sachlich nicht wünschbar ist. Die Rechtsstaatlichkeit
der Versicherungsdurchführung litte empfindlich und wäre von einem Sub-
stanzverlust bedroht, so das Bundesgericht, wenn die Verwaltung von
vornherein darauf bauen könnte, dass ihre Arbeit in jedem verfügungs-
weise abgeschlossenen Sozialversicherungsfall auf Beschwerde hin
gleichsam gerichtlicher Nachbesserung unterliege. Im Rahmen der de lege
lata gegebenen Organisation dränge es sich vielmehr auf, das drohende
Defizit dort durch gerichtliche Expertisen auszugleichen, wo die Gerichte
bei der Würdigung des Administrativgutachtens im Kontext der gesamten
Aktenlage zum Schluss kommen, weitere Abklärungen seien notwendig
(BGE 137 V 210 E. 4.2).
5.4.3 Hier liegen zwar mehrere vom Bundesverwaltungsgericht zu würdi-
gende Berichte im Recht, die jedoch eine abschliessende Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit nicht zulassen. Eine Beurteilung ohne eingehende Diskus-
sion der die Arbeitsfähigkeit beeinflussenden Faktoren ist im vorliegenden
Fall nicht zulässig. Die vorliegende Konstellation hätte zwangsläufig zu ei-
ner Präzisierung der vorhandenen Unterlagen führen müssen. Würde eine
derart mangelhafte Sachverhaltsabklärung respektive -würdigung durch
C-334/2018
Seite 19
Einholung eines Gerichtsgutachtens im Beschwerdeverfahren korrigiert,
bestünde die Gefahr der unerwünschten Verlagerung der den Durchfüh-
rungsorganen vom Gesetz übertragenen Pflicht, den rechtserheblichen
Sachverhalt nach dem Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ab-
zuklären (sodass gestützt darauf die Verfügung über die in Frage stehende
Leistung ergehen kann), auf das Gericht. Daher und aufgrund dessen,
dass vorliegend aufgrund der Aktenlage der Gesundheitszustand und dem-
nach auch die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht abschliessend
beurteilt werden kann, und die Vorinstanz trotz interdisziplinär abzuklären-
dem medizinischem Sachverhalt kein Administrativgutachten eingeholt hat,
ist die Beschwerde gutzuheissen und die Verfügung vom 3. Januar 2018
aufzuheben.
Die Vorinstanz ist in Anwendung von Art. 61 Abs. 1 VwVG anzuweisen,
unter Berücksichtigung sämtlicher aktenkundiger Arztberichte sowie nach
Aktualisierung des medizinischen Dossiers eine umfassende interdiszipli-
näre medizinische Begutachtung der Beschwerdeführerin zu veranlassen.
Das polydisziplinäre Gutachten hat die Anforderungen an ein Revisions-
gutachten zu erfüllen und insbesondere einen Zustandsvergleich zu ent-
halten und die Fragen zu klären, welche gesundheitlichen Beeinträchtigun-
gen mit welchen Auswirkungen auf die funktionelle Leistungs- und die Ar-
beitsfähigkeit der Beschwerdeführerin seit September 2015 und im Verlauf
bis zum Verfügungszeitpunkt in der bisherigen und in einer angepassten
Tätigkeit bestehen. Aufgrund der medizinischen Aktenlage geboten er-
scheint ein polydisziplinäres Gutachten in den Fachdisziplinen Rheumato-
logie, Orthopädie, Gastroenterologie und Psychiatrie (letztere unter Be-
rücksichtigung der Standardindikatoren gemäss neuer bundesgerichtlicher
Rechtsprechung, BGE 143 V 418; 143 V 409; 141 V 281). Ob neben den
genannten Fachdisziplinen allenfalls weitere Spezialisten beizuziehen
sind, ist dem pflichtgemässen Ermessen der Gutachter zu überlassen, zu-
mal es primär ihre Aufgabe ist, aufgrund der konkreten Fragestellung über
die erforderlichen Untersuchungen zu befinden (vgl. dazu BGE 139 V 349
E. 3.3; Urteil des BGer 8C_124/2008 vom 17. Oktober 2008 E.6.3.1), und
sie letztverantwortlich sind einerseits für die fachliche Güte und die Voll-
ständigkeit der interdisziplinär erstellten Entscheidungsgrundlage, ander-
seits aber auch für eine wirtschaftliche Abklärung (BGE 139 V 349 E. 3.3).
Die polydisziplinäre Begutachtung hat vorliegend in der Schweiz zu erfol-
gen, da die Abklärungsstelle mit den Grundsätzen der schweizerischen
Versicherungsmedizin vertraut sein muss (vgl. dazu Urteil des BGer
9C_235/2013 vom 10. September 2013 E. 3.2; statt vieler Urteil des BVGer
C-3864/2017 vom 11. März 2019 E. 7.5 m.w.H.) und vorliegend keine
C-334/2018
Seite 20
Gründe ersichtlich sind, die eine Begutachtung in der Schweiz als unver-
hältnismässig erscheinen liessen, zumal die Beschwerdeführerin mittler-
weile ihren Wohnsitz ohnehin in der Schweiz hat. Im Weiteren ist die Gut-
achterstelle nach dem Zufallsprinzip gemäss Zuweisungssystem «Suisse-
MED@P» zu ermitteln (vgl. dazu BGE 139 V 349 E. 5.2.1 und Art. 72bis
Abs. 2 IVV) und der Beschwerdeführerin sind die ihr zustehenden Mitwir-
kungsrechte einzuräumen (vgl. BGE 137 V 210 E. 3.4.2.9).
6.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-
teientschädigung.
6.1 Die Verfahrenskosten sind bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder
die Verweigerung von IV-Leistungen nach dem Verfahrensaufwand und un-
abhängig vom Streitwert im Rahmen von 200-1'000 Franken festzulegen
(Art. 69 Abs. 1bis IVG). Die Verfahrenskosten werden in der Regel der un-
terliegenden Partei auferlegt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Rückweisung der
Sache an die Verwaltung zu erneuter Abklärung und neuer Verfügung gilt
im Sozialversicherungsrecht praxisgemäss als volles Obsiegen der Be-
schwerde führenden Partei (BGE 137 V 210 E. 7.1 und 132 V 215 E. 6).
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind der Beschwerdeführerin keine
Kosten aufzuerlegen. Einer unterliegenden Vorinstanz sind gemäss Art. 63
Abs. 2 VwVG ebenso wenig Verfahrenskosten aufzuerlegen.
6.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden
Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr er-
wachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen
(Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Parteientschädigung um-
fasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere notwendige Ausla-
gen der Partei, wobei unnötiger Aufwand nicht entschädigt wird (Art. 8
VGKE). Die Kosten der Vertretung umfassen gemäss Art. 9 Abs. 1 VGKE
insbesondere das Anwaltshonorar, die Auslagen sowie die Mehrwertsteuer
für diese Entschädigungen, soweit eine Steuerpflicht besteht. Das Anwalts-
honorar wird nach dem notwendigen Zeitaufwand des Vertreters oder der
Vertreterin bemessen, wobei der Stundenansatz mindestens 200 und
höchstens 400 Franken beträgt (Art. 10 Abs. 1 und 2 VGKE). Die Spesen
werden aufgrund der tatsächlichen Kosten ausbezahlt (Art. 11 Abs. 1
VGKE).
C-334/2018
Seite 21
Die Beschwerdeführerin war im vorliegenden Verfahren anwaltlich vertre-
ten, weshalb ihr zu Lasten der unterliegenden Vorinstanz eine Parteient-
schädigung zuzusprechen ist. Der Vertreter der Beschwerdeführerin hat
eine Kostennote eingereicht, mit welcher er insgesamt ein Honorar von
Fr. 2'889.80 (12,9 Stunden à Fr. 200.- =Fr. 2'580.-) zuzüglich 4 % Baraus-
lagen (Fr. 103.20) und 7,7% Mehrwertsteuer auf Fr. 2'683.20 (Fr. 206.60)
geltend gemacht hat. Gemäss Art. 11 Abs. 1 VGKE sind die tatsächlichen
Auslagen zu vergüten, weshalb die geltend gemachten pauschalen Ausla-
gen von 4 % des Honorars grundsätzlich nicht zulässig sind, sofern – wie
hier – keine besonderen Verhältnisse vorliegen (vgl. Art. 11 Abs. 3 VGKE).
Mit Blick auf die umfangreichen Akten und die detaillierte Honorarnote, wel-
che den angefallenen Aufwand gut nachvollziehbar macht, ist jedoch da-
von auszugehen, dass die geltend gemachten Auslagen für Porto, Telefon
und Kopien in der Höhe von Fr. 103.20 in etwa den tatsächlichen Kosten
entsprechen dürften, sodass die Parteientschädigung in der geltend ge-
machten Höhe zuzusprechen ist. Der Beschwerdeführerin ist somit zu Las-
ten der Vorinstanz eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'889.80
(inkl. MWST) zuzusprechen.
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