Decision ID: 04075267-4f65-46f2-b834-80c4985584d0
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Forderung
Berufung gegen ein Urteil der I. Abteilung des Bezirksgerichtes Bülach vom
20. Januar 2016; Proz. CG120026
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Rechtsbegehren:
"Die Beklagten seien unter solidarischer Haftbarkeit zu verpflichten, dem Kläger 1 und der Klägerin 2, je eine angemessene , mindestens aber CHF 40'000.00 nebst Zins zu 5 % seit 31. Dezember 2006 für jede klagende Partei zu bezahlen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten."
Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, I. Abteilung, vom 20. Januar 2016:
1. Die Begehren der klagenden Parteien auf Verpflichtung der beklagten Par-
tei 1 zur Bezahlung einer angemessenen Genugtuungssumme, mindestens
aber Fr. 40'000.– nebst Zins zu 5% seit 31. Dezember 2006 für jede klagen-
de Partei, werden abgewiesen.
2. [...]
3. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 10'600.– ; die Barauslagen betragen:
Fr. 5'220.25 Augenschein
Fr. 2'430.– Gutachten EMPA
Fr. 18'250.25 Total
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
4. Die Gerichtskosten werden den klagenden Parteien sowie [...] zu je einem
Viertel auferlegt. Die Gerichtskosten der klagenden Parteien werden mit
dem von ihnen geleisteten Vorschuss verrechnet. Der Restbetrag wird von
den klagenden Parteien nachgefordert. [...]
5. Die klagenden Parteien werden verpflichtet, der beklagten Partei 1 je eine
Parteientschädigung von Fr. 10'476.– (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen,
unter solidarischer Haftbarkeit der klagenden Parteien für den Gesamtbe-
trag.
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Im Übrigen werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
6./7. [Mitteilungen / Rechtsmittelbelehrung]
Berufungsanträge:
der Kläger (act. 118 S. 2):
1. Ziff. 1, 4 und 5 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 20. Januar 2016
(Geschäftsnummer CG120026) seien aufzuheben.
2. Der Beklagte sei zu verpflichten, den klagenden Parteien je CHF 40'000.--
nebst Zins zu 5 % seit 31. Dezember 2006 als Genugtuung zu bezahlen;  Vorbehalt des Nachklagerechts
3. Der Beklagte sei zu verpflichten zur Übernahme der amtlichen Kosten des
erstinstanzlichen und des zweitinstanzlichen Verfahrens.
4. Der Beklagte sei zu verpflichten, die Klägerin für deren Parteikosten zu ent-
schädigen (zuzügl. Mehrwertsteuer) für das erstinstanzliche und das  Verfahren.

Erwägungen:
1. Streitgegenstand
D._, die Tochter von A._ und B._ (fortan "Kläger" genannt), weilte
auf Einladung von C._ (fortan "Beklagter" genannt) Ende 2006 in der Sursel-
va zum Erlernen des Snowboardsports. Die beiden übernachteten in Dreh-
schrankbetten im Hobbyraum der Liegenschaft "E._" – die dem Vater eines
Freundes des Beklagten, F._, gehört – in der damaligen politischen Gemein-
de G._. In der zweiten Nacht, vom 29. auf den 30. Dezember 2006, kippte
die Schrankkonstruktion auf die beiden Schlafenden und bewirkte bei D._ ei-
ne Halswirbelsäulenverletzung, die wiederum zur irreversiblen Lähmung sowohl
der Beine als auch der Arme führte. Der Beklagte blieb unverletzt. Die Kläger fas-
sen den Beklagten wie auch den Liegenschaftseigentümer F._ sowie dessen
Sohn H._ mit einer Klage auf Genugtuung ins Recht.
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2. Prozessgeschichte
2.1. Unter Einreichung der Klagebewilligung des Friedensrichteramts ... vom
2. Oktober 2012 (act. 1) machten die Kläger mit Klageschrift vom 16. Oktober
2012 das vorliegende Verfahren am Bezirksgericht Bülach gegen den Beklagten
sowie F._ und H._ anhängig (act. 2). Die Vorinstanz führte einen dop-
pelten Schriftenwechsel sowie eine Instruktionsverhandlung durch, liess – unter
Einbezug eines Augenscheins – ein Gutachten von der eidgenössischen Materi-
alprüfungs- und Forschungsanstalt erstatten, räumte Gelegenheit zur Stellung-
nahme dazu ein und führte die Hauptverhandlung durch; für den ausführlichen vo-
rinstanzlichen Prozessverlauf sei zur Vermeidung von Wiederholungen auf den
vorinstanzlichen Entscheid verwiesen (act. 120 S. 3 ff.). Mit unbegründetem Urteil
vom 20. Januar 2016 wies das Bezirksgericht Bülach die Klage gegen den Be-
klagten ab, diejenige gegen F._, den Liegenschafteneigentümer, und dessen
Sohn H._ hingegen teilweise gut (act. 104). Mit Eingabe vom 1. Februar
2016 ersuchten die Kläger rechtzeitig um Begründung des Urteils (act. 105;
act. 107). Am 5. August 2016 (act. 116) wurde in der Folge den Klägern das nun-
mehr begründete Urteil zugestellt (act. 115 = act. 119/1 = act. 120).
2.2. Fristgerecht erhoben die Kläger mit Schrift vom 13. September 2016 Beru-
fung gegen das vorinstanzliche Urteil mit den eingangs angeführten Berufungsan-
trägen (act. 118). Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 1-116). Die
Kläger leisteten den mit Verfügung vom 23. September 2016 angeordneten Kos-
tenvorschuss in Höhe von Fr. 8'000.– rechtzeitig (act. 121 und 125). Das Verfah-
ren ist spruchreif. Die Berufung von D._ (Proz. Nr. LB160055) gegen das Ur-
teil im Parallelverfahren CG120022 vor Vorinstanz ist weder mit dem vorliegenden
Prozess zu vereinigen, noch formell beizuziehen (vgl. act. 118 S. 5). Zufolge wei-
test gehender identischer Grundlagen ist jedoch betreffend den Beklagten zeit-
gleich ein Urteil zu fällen, wie es auch die Vorinstanz handhabte.
3. Berufungsvoraussetzungen und Begründungspflicht
3.1. Nach Eingang der Berufung prüft die Rechtsmittelinstanz von Amtes we-
gen das Vorliegen der Rechtsmittelvoraussetzungen. Diese sind vorliegend un-
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streitig gegeben. Die Berufung ging rechtzeitig, schriftlich begründet und mit kon-
kreten Anträgen versehen bei der Rechtsmittelinstanz ein. Die Kläger sind durch
das vorinstanzliche Urteil beschwert und zur Rechtsmittelerhebung legitimiert; für
die Berufung gegen den Entscheid ist das angerufene Obergericht zuständig. Der
Kostenvorschuss wurde geleistet. Auf die Berufung ist ohne weiteres einzutreten.
3.2. Eine Berufung ist zu begründen (Art. 311 ZPO). Das Bundesgericht formu-
liert es so: "il incombe toutefois au recourant de motiver son appel (art. 311 al. 1
CPC), c'est-à-dire de démontrer le caractère erroné de la motivation attaquée.
Pour satisfaire à cette exigence, il ne lui suffit cependant pas de renvoyer aux
moyens soulevés en première instance, ni de se livrer à des critiques toutes gé-
nérales de la décision attaquée. Sa motivation doit être suffisamment explicite
pour que l'instance d'appel puisse la comprendre aisément, ce qui suppose
une désignation précise des passages de la décision que le recourant attaque et
des pièces du dossier sur lesquelles repose sa critique" (BGE 138 III 374,
E. 4.3.1). Die Kritik der Kläger ist also aus sich selbst heraus zu würdigen; insbe-
sondere hat das Obergericht nicht in den Akten nach weiteren Anhaltspunkten
und Argumenten zu forschen, welche den Standpunkt der Kläger zusätzlich stüt-
zen könnten.
3.3. Von der Einholung einer Berufungsantwort ist vorliegend abzusehen, da
sich die Berufung nach einer eingehenden Prüfung der Sache als unbegründet
erweist. Der Wortlaut von Art. 312 Abs. 1 ZPO lässt ein Absehen von der Beru-
fungsantwort zwar grundsätzlich nur für offensichtlich unzulässige oder offensicht-
lich unbegründete Berufungen zu – beides trifft vorliegend nicht zu, aber eine Ein-
holung der Berufungsantwort bei einer letztlich gleichwohl unbegründeten Beru-
fung führte einzig zu höheren Prozesskosten zu Lasten der Kläger (zum Thema
insbesondere auch BGer 5A_849/2015 vom 27. Juni 2016 E. 3).
4. Weitere Anspruchsgrundlagen
4.1. Die Kläger beanstanden mit der Berufungsschrift in allgemeiner Weise,
dass die Vorinstanz die Anspruchsgrundlagen aus Vertrag, Vertrauenshaftung
und Werkeigentümerhaftung verworfen habe; wenn aber diese Rechtsgrundlagen
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verneint würden, so müsse zumindest bei der Anwendung von Art. 41 OR die Nä-
he des Schadenverursachers zu den strengeren Haftungsgrundlagen berücksich-
tigt werden, was die Vorinstanz zu Unrecht nicht getan habe (act. 118 Rz 14 ff.).
4.2. Mangels konkretem Konnex zum angefochtenen Urteil sind diese Ausfüh-
rungen ohne Relevanz für die Berufung. Warum obstehende Behauptungen konk-
ret geeignet wären, das angefochtene Urteil zu ändern, erläutern die Kläger nicht.
Darauf ist nicht weiter einzugehen, zumal die Kläger auch im Folgenden keinen
Bezug zu diesen allgemeinen Behauptungen herstellen.
5. Relevanter Sachverhalt
Die Vorinstanz hielt den vorliegend zu beurteilenden Sachverhalt wie folgt fest
(act. 120 S. 13):
"Nach der Ankunft von D._ und des Beklagten 1 in G._ und nachdem beschlossen
war, dass D._ und der Beklagte 1 im Hobbyraum übernachten werden, stellten die Be-
klagten 1 und 3 am 28. Dezember 2006 beide Drehschrankbetten gemeinsam auf. Weil die-
se noch als Schrank ausgerichtet waren, mussten sie zunächst gedreht werden (act. 4/4,
S. 2). Anschliessend klappten sie die Betten herunter. Sie testeten die Stabilität der ausge-
klappten Betten, indem sie an ihnen rüttelten und der Beklagte 3 mit seinem Knie auf die
Bettflächen stieg (Prot. S. 12; act. 31/9, S. 2). Sie legten sich jedoch nicht mit ihrem Ge-
samtgewicht darauf (act. 4/7, S. 2 und act. 4/1, S. 2). Der Beklagte 1 achtete nicht darauf,
ob die Betten an der Wand oder untereinander befestigt waren. Er ist der Ansicht, den Bett-
fuss beim Aufstellen der Betten mit dem Schnappverschluss korrekt arretiert zu haben
(act. 4/4, S. 2 f.). Er bemerkte allerdings, dass sich der obere Teil des Schrankes etwas von
der Wand wegbewegen liess, die Arretierung schwach war und sich der Fuss relativ leicht
wieder einklappen liess (act. 4/1, S. 2 f.). Der Beklagte 1 ging beim Aufstellen der Betten
gleichwohl davon aus, dass der Bettfuss hält. Er hielt die Konstruktion für sicher (act. 31/13,
S. 2; Prot., S. 12; act. 4/4, S. 3). Er und der Beklagte 3 trafen keine weiteren Sicherungsvor-
kehrungen. Die Drehschrankbetten blieben bis zum Unfall ausgeklappt (act. 4/1, S. 2).
D._ war im Zeitraum, in dem die Beklagten 1 und 3 die Drehschrankbetten aufstellten
und deren Stabilität überprüften, damit beschäftigt, das Gepäck in die Wohnung zu bringen.
Ihr fiel nichts auf, was Zweifel an der Sicherheit der Bettkonstruktion hätte hervorrufen kön-
nen (Prot. CG120022, S. 6)."
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6. Verschulden
6.1. Das Bezirksgericht Bülach prüfte einen Anspruch aus Art. 41 OR und er-
wog, das Aufstellen des Drehschrankbettes durch den Beklagten sei die wider-
rechtliche sowie natürlich und adäquat kausale Ursache für den Unfall bzw.
Schaden von D._ (act. 120 S. 44 f.). Sowohl beim Aufstellen als auch bei der
Frage unterlassener zur Sicherung notwendiger Vorkehrungen lastete die
Vorinstanz dem Beklagten indes kein Verschulden an (act. 120 S. 46-48). Die
Kläger bejahen ein Verschulden des Beklagten und rügen das vorinstanzliche Ur-
teil in verschiedener Hinsicht (act. 118 Rz 19 ff.).
6.2. Fachmanneigenschaft
6.2.1. Die Kläger stellen sich unter Einreichung eines neuen Beweismittels wort-
reich auf den Standpunkt, dass die Vorinstanz zu Unrecht die "Fachmanneigen-
schaft" des Beklagten, eines Zimmermanns, verneine (act. 118 Rz 4 und 22 f. und
25 ff.).
6.2.2. Entgegen der Meinung der Kläger verneinte die Vorinstanz die Fachkennt-
nisse des Beklagten keineswegs, sondern hielt sie für die vorliegende Frage der
Haftung bzw. des Verschuldens für nicht relevant (vgl. act. 120 S. 46). Zur Beur-
teilung der unbestrittenen generellen Fachmanneigenschaft des Beklagten als
Zimmermann und der Abnahme von Beweismitteln dazu besteht mithin kein An-
lass. Zu prüfen ist das hypothetische Verhalten eines durchschnittlich sorgfältigen
Schädigers in der fraglichen Situation, worauf nach der Prüfung der gerügten
Sachverhaltselemente (E. 6.3 f.) zurückzukommen sein wird (vgl. E. 6.5).
6.3. Sachverhaltselemente zur Erkennbarkeit des Mangels
6.3.1. Die Kläger behaupten mit der Berufung, der Beklagte habe die Instabilität
des Bettes bemerkt und hätte dessen Sicherung an der Rückseite prüfen müssen,
da sich die Rückwand des Schrankbettes von der Wand habe wegbewegen las-
sen. Es sei lebensfremd, in diesem Zusammenhang betreffend den Beklagten
und H._, einen Schreiner, unterschiedlich zu entscheiden (act. 118 Rz. 23).
Den Beklagten belaste zudem, dass er auch die mangelnde Sicherung des Bett-
fusses erkannt habe. Für ihn sei schon ein Tag nach dem Unfall klar gewesen,
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dass der einklappende Bettfuss den Schrankteil zum Fallen gebracht habe, weil
die Konstruktion am Scharnier des Bettbeines zu schwach gewesen sei. Auch wä-
re es für ihn kein Problem gewesen, den Schrankteil an die Wand zu schrauben
(act. 118 Rz 28 und 30 f.). Schliesslich habe er gewusst, dass die beiden Klapp-
betten noch nie heruntergeklappt und zum Schlafen benutzt worden seien
(act. 118 Rz 32). Andernorts weisen die Kläger erneut darauf hin, dass der Be-
klagte die Instabilitäten der Bettrückwand und der Fusssicherung vor dem Unfall
erkannt habe (act. 118 Rz 36). Schliesslich sei dem Beklagten die Schlafgelegen-
heit nicht angeboten worden, sondern er habe eine andere ihm angebotene
Schlafgelegenheit im Obergeschoss abgelehnt; das entsprechende Entlastungs-
argument der Vorinstanz sei untauglich (act. 118 Rz 35).
6.3.2. Die klägerische Tatsachenbehauptung, der Beklagte habe gewusst, dass
die beiden Klappbetten noch nie heruntergeklappt und benutzt worden seien, fin-
det sich weder im vorinstanzlichen Urteil, noch behaupten die Kläger, das Be-
zirksgericht habe ihre entsprechende erstinstanzliche Darstellung zu Unrecht un-
berücksichtigt gelassen. Es fragt sich daher, ob sie damit in der Berufung noch
zugelassen sind. Das ist nach Art. 317 Abs. 1 ZPO der Fall, wenn sie das Neue
(b) trotz zumutbarer Sorgfalt in erster Instanz noch nicht vortragen konnten, und
es nun (a) ohne Verzug vortragen. Bei einem Umstand, der sich bereits früher er-
eignet hat, einem so genannten unechten Novum, muss die Partei gleichzeitig er-
läutern, wann sie davon überhaupt erfuhr und weshalb sie die Behauptung trotz
zumutbarer Sorgfalt nicht schon früher ins Verfahren einbringen konnte, und zu
den dafür aufgestellten Behauptungen (zu welchen Beweis erhoben werden
muss, sollten sie bestritten werden) muss sie gleichzeitig ihre Beweismittel nen-
nen (vgl. KuKo-ZPO Orell Füssli-GEHRI, 2. Aufl., Art. 317 N 4). In der Berufungs-
schrift äussern sich die Kläger überhaupt nicht zur Frage der Zulässigkeit der
neuen Behauptung. Damit fehlt es schon an einer ausreichenden Darstellung,
nach welcher das Novum prozessual zulässig sein könnte. Sie verweisen einzig
darauf, dass die zitierte Aussage aus einer polizeilichen Einvernahme schon der
Klage beigelegen habe (act. 118 Rz 32). Die neue Behauptung hat im Berufungs-
verfahren demzufolge unberücksichtigt zu bleiben.
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6.3.3. Die Vorinstanz erwog, der Beklagte sei davon ausgegangen, dass der Bett-
fuss ausreichend stabil sei. Beim Aufstellen des Bettes habe er gemerkt, dass
sich der Bettkasten etwas von der Wand wegbewegen lasse und die Arretierung
des Bettfusses schwach ausgestaltet sei. Ob es sich bei diesen Beobachtungen
um Instabilitäten gehandelt habe, die ihn zur Fixierung des Bettes hätten veran-
lassen müssen, sei eine Frage der Würdigung (vgl. act. 120 S. 15). Die Kläger
bringen mit der Berufung in diesem Zusammenhang wiederum ein unzulässiges
Novum vor, wenn sie behaupten, der Beklagte habe die Instabilitäten bzw. man-
gelnde Sicherung des Bettfusses vor dem Unfall erkannt. Sie machen dabei des-
sen Analyse und Erklärung nach dem Unfall zur bislang unbehaupteten Gewiss-
heit vor dem Unfall. Im vorinstanzlichen Verfahren gaben die Kläger demgegen-
über stets unkommentiert die Aussagen des Beklagten anlässlich der polizeilichen
Einvernahme vom 31. Dezember 2006 wieder (vgl. bspw. act. 46 Rz 54): "Wir
klappten die Füsse am Ende des Bettes vollständig aus. Diese haben eine leichte
Sicherung in der Form eines Klappbügels, welche jedoch nicht wirklich schützt,
sodass der Fuss relativ leicht wieder einklappen kann. Dies ist dann in der Unfall-
nacht auch geschehen, sodass der ganze Schrankteil auf uns fiel. Als ich das Bett
aufstellte, war ich der Meinung, dass der Fuss genügend hält." Gleichenorts zitier-
ten die Kläger den Beklagten mit den Worten: "Weshalb sich der Fuss aber löste,
sprich einklappen konnte, ist mir unerklärlich." (vgl. act. 46 Rz 54). Den Erwägun-
gen des Bezirksgerichts zur Sachverhaltserstellung in Bezug auf die "Instabilitäten
beim Aufstellen der Betten" ist also nichts hinzuzufügen.
6.3.4. Die Vorinstanz hielt bei der Sachverhaltsdarstellung fest, dass sich zwar
der Beklagte dahingehend entschieden habe, im Hobbyraum zu übernachten,
H._ und F._ ihm aber bereitwillig die Wahl überlassen und dem Beklag-
ten dadurch den Hobbyraum für die Übernachtung zur Verfügung gestellt hätten.
Die zuvor gemachten Übernachtungsvorschläge seien aufgrund praktischer Über-
legungen und nicht wegen Sicherheitsbedenken erfolgt. Der Beklagte habe sich
daher nicht eigenständig und ohne die Mitwirkung von Vater und Sohn FH._
für die Übernachtung im Hobbyraum entschieden, sondern in gegenseitiger Ab-
sprache und mit deren ausdrücklichem Einverständnis (act. 120 S. 16 f.). Dieser
Sachverhaltsdarstellung halten die Kläger einzig entgegen, der Beklagte habe die
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ihm im Obergeschoss angebotene Schlafgelegenheit abgelehnt. Diesen Umstand
hat die Vorinstanz bei der Sachverhaltserstellung berücksichtigt und kam gleich-
wohl zum obgenannten Schluss; die Kläger setzten sich mit diesen Erwägungen
nicht auseinander, weshalb es damit sein Bewenden hat.
6.3.5. Eine den Klägern unerklärliche Ungleichbehandlung des Beklagten im Ver-
gleich zu H._ betreffend Erkennbarkeit der Instabilitäten erhellt sodann schon
aus ihren eigenen Behauptungen, wonach letzterer zusammen mit seinem Vater
im Jahr 2005 die Klappbetten gezügelt, im Hobbyraum zusammengebaut und im
Wissen um die vormalige Befestigung auf eine Fixierung an der Wand verzichtet
habe (vgl. act. 2 Rz 20 und 29; act. 120 S. 13); die Kläger anerkennen auch, dass
der Beklagte hingegen nicht um die fehlende Fixierung an der Wand wusste (vgl.
act. 46 Rz 38).
6.3.6. Schliesslich lässt sich zugunsten der Kläger auch aus dem Zugeständnis
des Beklagten, für ihn wäre es kein Problem gewesen, den Schrankteil an die
Wand zu schrauben, nichts ableiten, zumal es bedingt formuliert wurde; es stand
unter der Bedingung, dass die Schrankkonstruktion an die Wand hätte geschraubt
werden müssen (vgl. act. 2 Rz 26). Wie die Kläger in Randziffer 27 ihrer Berufung
richtig dartun, ist massgeblich, ob der Beklagte beim Drehen und Ausklappen der
Betten zu einer anderen Einschätzung der Sicherheitssituation hätte gelangen
müssen, also ein Mangel an der unter den gegebenen Umständen erforderlichen
Sorgfalt vorlag.
6.4. Gutachterliche Einschätzung zur Erkennbarkeit
6.4.1. Die Kläger nehmen in der Berufung Bezug auf das Gerichtsgutachten der
EMPA vom 16. Juni 2015, in welchem festgehalten wird, dass das Klappbett vor
dem Gebrauch an der Rückwand hätte angeschraubt werden müssen, wobei ein
fachmännischer Benutzer die Notwendigkeit der Wandbefestigung hätte erkennen
müssen. Wesentlich seien sodann die Feststellungen anlässlich des Augen-
scheins; bei vollständig herunter geklapptem Bett sei beim Rütteltest die Stabilität
nicht mehr gleich wie im hochgeklappten Zustand, es bestehe eine deutlich höhe-
re Kippgefahr. Die Kläger argumentieren weiter, es sei schlicht nicht nachvoll-
ziehbar, wie das Gericht nach den Ergebnissen des Augenscheins dem Beklagten
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zu Gute halten könne, er habe die Instabilität und die drohende Gefahr beim Auf-
stellen nicht erkennen können, zumal der Bettkasten auch ohne zusätzliche hori-
zontale Zugkraft unverzüglich zu kippen begonnen habe, als sich ein Gutachter im
Fussbereich auf die Matratze gesetzt habe und das noch bevor das volle Körper-
gewicht auf dem Bett gelastet habe (act. 118 Rz 21 und 23).
6.4.2. Dem fraglichen Sachverhalt liegt ein vollständig ausgeklappter Bettfuss zu-
grunde (vgl. E. 6.3.3). In der Berufung legen die Kläger aber Aspekte des Augen-
scheins dar, bei denen der Bettfuss mit ca. 30 % angewinkelt war (Sitztest auf das
Fussende des Betts; vgl. Prot. VI S. 28). Darauf kann nicht abgestellt werden.
Weiter ist wesentlich, dass der Beklagte die Stabilität der ausgeklappten Betten
testete, indem er an ihnen (den Betten, nicht aber an der Schrankwand) rüttelte
(act. 120 S. 13). Dem Gutachten zufolge hätte es aber einer aussergewöhnlichen
Krafteinwirkung an den Betten bedurft, um bei senkrecht stehendem Bettfuss den
Bettkasten zum Kippen zu bringen (act. 87 S. 8; bzw. sehr grosse dynamische
Kräfte in Höhe der Liegefläche [Prot. VI S. 30]). Dem Protokoll des Augenscheins
vom 19. August 2014 ist zwar – wie von den Klägern korrekt dargetan – zu ent-
nehmen, dass die Stabilität des vollständig herunter geklappten Bettes nicht mehr
gleich sei, wie beim hochgeklappten Bett und eine deutlich höhere Kippgefahr be-
stehe, da mit relativ geringer Kraft auf mittlerer Höhe die Schrankwand zum Kip-
pen gebracht werden könne (Prot. VI S. 26). Darauf kann entgegen der Darstel-
lung der Kläger aber nicht direkt abgestellt werden, prüfte der Beklagte die Stabili-
tät gemäss dem bindenden Sachverhalt doch mit einem Rütteln an den Betten,
nicht an der Schrankwand.
6.4.3. Die Gutachter hielten fest, dass der Bettkasten vor dem Gebrauch an der
Rückwand hätte angeschraubt werden müssen. Ein fachmännischer Benutzer des
Bettes hätte die Notwendigkeit einer Wandbefestigung erkennen müssen; aus-
serhalb des Kompetenzbereichs der Gutachter liege die Frage, ob die Notwendig-
keit einer Wandbefestigung auch für einen nichtfachmännischen Benutzer (bei
fehlender Montageanleitung) gelte (act. 87 S. 9; vgl. act. 85 S. 3). Das Gutachten
schliesst demnach auf eine Erkennbarkeit des Mangels für den fachmännischen
Benutzer. Unbestimmt bleiben die Begriffe "fachmännisch" und "Benutzer". So in-
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diziert der von den Gutachtern vermerkte Zusatz "bei fehlender Montageanlei-
tung", dass unter Benutzer die Person zu verstehen ist, die das Bett übernimmt,
zusammenbaut, aufstellt und dann darin schläft. Eine Unterscheidung zu einem
Benutzer wie dem Beklagten, der erstmals und einmalig das schon aufgestellte
Bett herunterklappt, wird nicht getroffen. Die Vorinstanz verneinte in einer Ge-
samtbeurteilung die Erkennbarkeit der fehlenden Wandbefestigung für den Be-
klagten und damit auch ein Verschulden trotz der fraglichen gutachterlichen Ein-
schätzung. Den Klägern zufolge hatte der Beklagte aufgrund der gutachterlichen
Einschätzung Grund zur Annahme, dass die Betten nicht ordnungsgemäss mon-
tiert waren und ihm sei grobe Fahrlässigkeit vorzuwerfen (act. 118 Rz 19 ff.). Die
vorinstanzliche Erwägung ist nunmehr auf ihre Richtigkeit hin zu prüfen:
6.5. Fahrlässiges Handeln des Beschuldigten
6.5.1. Fahrlässigkeit ist rechtlich "missbilligte Unsorgfalt". Sie setzt in subjektiver
Hinsicht voraus, dass der Schädiger urteilsfähig ist. Diese Voraussetzung steht im
vorliegend zu beurteilenden Fall nicht zur Diskussion, so dass darauf nicht weiter
einzugehen ist. Die Sorgfalt, welche es zu beachten gilt, misst sich grundsätzlich
nach objektiven Kriterien. Der Mangel an Sorgfalt wird festgestellt durch den Ver-
gleich des tatsächlichen Verhaltens des Schädigers mit dem hypothetischen Ver-
halten eines durchschnittlich sorgfältigen Menschen in der Situation des Schädi-
gers. Die negative Abweichung von diesem geforderten Durchschnittsverhalten
gilt in der Regel als sorgfaltswidrig (REY, Ausservertragliches Haftpflichtrecht,
4. Auflage, Zürich 2008, N 810 und N 844 ff.; BK-BREHM, 3. Auflage, Bern 2006,
N 170 ff. und N 179 ff. zu Art. 41). Die Sorgfaltspflichten ergeben sich in erster Li-
nie aus gesetzlichen Regelungen, die der Unfallverhütung und der Sicherheit die-
nen, sowie aus anderen allgemein anerkannten Verhaltensregeln, selbst wenn
diese von einem privaten oder halböffentlichen Verband erlassen werden und
keine Rechtsnormen darstellen (BSK OR I-KESSLER, 6. Auflage, Basel 2015,
Art. 41 N 48b). Auch die Verletzung des Gefahrensatzes begründet ein Verschul-
den. Er lautet: Wer einen Zustand schafft oder aufrecht erhält, der – angesichts
der konkreten Umstände erkennbarerweise – einen anderen schädigen könnte, ist
nach allgemein anerkanntem Rechtssatz verpflichtet, die zur Vermeidung eines
Schadens erforderlichen Massnahmen zu treffen (vgl. BGE 126 III 113 E.2a; REY,
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a.a.O., N 868 f.). Der alleinige Umstand aber, dass ein Vorfall geschehen und ein
Schaden entstanden ist – den man, im Nachhinein betrachtet, hätte vermeiden
können – heisst noch nicht, dass das Verhalten unter den vorangehenden Um-
ständen schuldhaft war (BK-BREHM, a.a.O., N 188 zu Art. 41).
6.5.2. Der Beklagte gelangte als Feriengast mit dem Ziel des Snowboardens in
die Liegenschaft "E._". Die Schlafmöglichkeit in den Drehschrankbetten wur-
de ihm – wie von der Vorinstanz korrekt dargetan – von zwei Freunden zur Verfü-
gung gestellt. Es bestand zu diesem Zeitpunkt für ihn daher kein Anhaltspunkt,
die Betten seien nicht ordnungsgemäss fixiert. Beim Drehen und Ausklappen der
Betten fiel dem Beklagten zwar auf, dass sich der Bettkasten "ein wenig" von der
Wand wegbewegen liess und die Arretierung des Bettfusses schwach ausgestal-
tet war. Er testete in der Folge die Stabilität zusammen mit H._, indem sie
am Bett rüttelten, woraufhin sie die Konstruktion für sicher hielten (vgl. act. 120
S. 13 f.). Dieser Befund wird von den Gutachtern insofern bestätigt, als diese kon-
statierten, dass es sehr grosser dynamischer Kräfte in Höhe der Liegefläche be-
dürfe, um bei senkrecht stehendem Bettfuss den Bettkasten zum Kippen zu brin-
gen (Prot. VI S. 30). Vor diesem Hintergrund ist der Schluss der Vorinstanz, dass
die Beobachtungen des Beklagten ohne fachspezifisches Wissen nicht als Si-
cherheitsmängel erkennbar waren und er eine sichere Konstruktion vermuten
durfte, nicht zu beanstanden. Dies gilt vorliegend umso mehr, als erst das Zu-
sammenwirken der Mängel (fehlende Verschraubung des Bettkastens und instabi-
ler Bettfuss) zum Unfall führte. Einzeln hätten die beiden Mängel gemäss der gut-
achterlichen Feststellung nicht zum verhängnisvollen Kippen des Bettes geführt
(act. 87 S. 5 f. und 11). Bezeichnend ist ferner, dass die Experten des wissen-
schaftlichen Dienstes der Stadtpolizei Zürich im Gutachten vom 22. Dezember
2008 die beim schräg stehenden Bettfuss wirkenden Kräfte völlig verkannten
(act. 31/5; act. 120 S. 18 f.). Eine weitergehende Prüfungspflicht betreffend den
Bettkasten bzw. unter Zugrundelegung eines schräg stehenden Bettfusses dräng-
te sich für den Beklagten damit auch nicht auf. Ein Abweichen von der gutachter-
lichen Feststellung, der Mangel sei für einen fachmännischen Benutzer erkenn-
bar, ist angesichts der konkreten Verhältnisse mit Blick auf einen durchschnittlich
sorgfältigen Menschen gerechtfertigt, zumal beim Aufklappen eines Schrankbet-
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tes als Gast in einer fremden Behausung von einer eher bescheidenen Anforde-
rung an die Sorgfaltspflicht auszugehen ist. Fehlt es selbst für Experten der
Stadtpolizei an der Erkennbarkeit des Zusammenwirkens beider Mängel, so kann
ein Verschulden des Beklagten weder für sein Handeln noch für sein angebliches
Unterlassen über den Gefahrensatz begründet werden; eine entgegen stehende
gesetzliche Regelung oder eine Verhaltensregel liegen ohnehin nicht vor.
6.5.3. Die Kläger beanstanden, dass das Bezirksgericht mit der Verneinung der
Erkennbarkeit der Gefahr für den Beklagten widersprüchlich argumentiere, ver-
weise es doch betreffend Vorhersehbarkeit richtigerweise auf den Massstab der
Adäquanz. Das Aufstellen des Bettes sei aber adäquat kausale Ursache des Un-
falles. Damit könne die Vorhersehbarkeit nicht verneint werden (act. 118 Rz 37).
6.5.4. Die Vorinstanz hat in den theoretischen Grundlagen zum Verschulden fest-
gehalten, dass für die Bejahung einer Fahrlässigkeit auch die Erkennbarkeit der
Gefahr erforderlich sei und unter Hinweis auf bundesgerichtliche Entscheide der
strafrechtlichen Abteilung angeführt, es sei der Massstab der Adäquanz für die
Frage der Vorhersehbarkeit heranzuziehen (act. 120 S. 42). Diese theoretische
Erwägung ist unzutreffend: Wäre im Zivilrecht die Erkennbarkeit und damit auch
das Verschulden bei Fahrlässigkeit immer im Gleichlauf mit der Adäquanz zu be-
urteilen, wie die Kläger es in der Berufung dartun, so käme der Beurteilung des
Verschuldens keine eigenständige Bedeutung zu. Der Prüfung der Adäquanz liegt
eine rein objektive Betrachtungsweise zu Grunde, bei der es auf die subjektive
Erkennbarkeit nicht ankommt (vgl. REY, a.a.O., N 532 f.). Letzteres Kriterium
spielt bei der Verschuldenshaftung indes eine Rolle hinsichtlich der Abklärung des
Verschuldens des Schadenverursachers (vgl. bspw. BGE 119 Ib 334 E. 5b). Zwar
wird auch bei der Fahrlässigkeit objektiviert geprüft. Das heisst aber konkret, dass
für die Beurteilung der Erkennbarkeit nicht von den individuellen Gegebenheiten
des Beklagten, sondern von einem durchschnittlich sorgfältigen Menschen in der
Situation des Beklagten ausgegangen wird (vgl. E. 6.5.1). Von der Vorinstanz ist
aufgrund des Mangels am Schrankbett dessen Aufklappen als adäquat kausale
Teilursache für den bei D._ entstandenen Schaden gewürdigt worden; die
Frage der Voraussehbarkeit beschlägt nunmehr den Aspekt, ob der Mangel für
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einen durchschnittlich sorgfältigen Menschen erkennbar war. Diese Frage kann
ohne weiteres abweichend von der Frage der Adäquanz beurteilt werden. Die
Vorinstanz hat mit der Wiedergabe der Rechtsprechung zum Begriff der Voraus-
sehbarkeit bei Fahrlässigkeitsdelikten im Strafrecht bei ihren theoretischen Aus-
führungen effektiv für einen Widerspruch zu ihren tatsächlichen Erwägungen zum
Verschulden des Beklagten gesorgt; letztere sind aber – wie soeben geprüft – zu-
treffend und erstere im Zivilrecht irrelevant; der Vollständigkeit halber sei immer-
hin darauf verwiesen, dass im Strafrecht die Frage der Fahrlässigkeit zugunsten
der beschuldigten Person in einem späteren Schritt weitergehend individualisiert
wird, als es im Zivilrecht der Fall ist (vgl. Art. 12 Abs. 3 StGB). Die Kläger können
aus der Widersprüchlichkeit nichts zu ihren Gunsten ableiten.
6.6. Zusammenfassend ergibt sich aus dem Gesagten, dass vorliegend ein
Verschulden des Beklagten nicht erstellt ist, weshalb es bei der Abweisung der
Klage bleibt. Als Folge davon ist die Berufung abzuweisen.
7. Kosten- und Entschädigungsfolge
Bei diesem Ausgang des Verfahrens bleibt es für das erstinstanzliche Verfahren
hinsichtlich der Kosten- und Entschädigungsfolgen beim vorinstanzlichen Ent-
scheid und die Kläger werden auch für das Berufungsverfahren kostenpflichtig.
Die Entscheidgebühr ist unter Berücksichtigung des tatsächlichen Streitinteres-
ses, des bescheidenen Zeitaufwands für das Gericht sowie der Synergien des
nahezu identischen Parallelverfahrens auf Fr. 6'000.-- festzusetzen, den Klägern
aufzuerlegen und mit dem geleisteten Prozesskostenvorschuss zu verrechnen.
Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen, weil dem Beklagten durch das
Berufungsverfahren keine entschädigungspflichtigen Aufwendungen entstanden
sind.