Decision ID: 4d68b826-c532-4be9-9bf5-53c7f5e031f0
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966, meldete sich am 10. Januar 2008
unter Hinweis auf
einen Bandscheibenvorfall, Arthrose sowie einen chronischen
Reizdarm
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 9/7 Ziff. 6.2). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr mit Verfügungen vom 16. Februar sowie 21. März 2012 bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente ab 1. November 2010 zu (Urk. 9/74, Urk. 9/78).
1.2
Nach Eingang eines am 11. Dezember 2012 ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk. 9/81) holte die IV-Stelle unter anderem beim
Z._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, welches am 5. Dezember 2014 erstattet wurde (Urk. 9/101). Nach durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(Urk.
9/105-106, Urk. 9/111, Urk. 9/119
)
hob die IV-Stelle mit Verfügung vom 27. Juli 2015 die bisher ausgerichtete Rente auf (Urk. 9/123 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
10. September 2015
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 27. Juli 2015 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei das Verfahren an die IV-Stelle zur ergänzenden Abklärung betreffend Arbeitsfähig
keit und beruflichen Massnahmen zurückzuweisen (Urk. 1 S. 1 Ziff. 1-2). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 20. Oktober 2015 (Urk. 8) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Verfügung vom 30. November 2015 wurde bei der Gutachterstelle
Z._
eine ergänzende Stellungnahme zu einem von der Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren neu eingereichten Arztbericht eingeholt (Urk. 10), welche am 11. Januar 2016 einging (Urk. 12). In der Folge wurde ein zweiter
Schrif
tenwechsel
angeordnet (Urk. 14), in dessen Rahmen am 12. Februar 2016 die Replik eingereicht wurde (Urk. 15), wohingegen die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 23. März 2016 ausdrücklich auf das Einreichen einer Duplik ver
zichtete (Urk. 20). Dies wurde der Beschwerdeführer
in
am 31. März 2016 mit
geteilt (Urk. 21). Die von der Beschwerdeführerin am 20. April 2016 einge
reichten Unterlagen (Urk. 22, Urk. 23/1-3) wurden der Beschwerdegegnerin am 25. April 2016 zur Kenntnis gebracht (Urk. 24).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art.
17 Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11.
Mai 2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. Au
-
gust
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art.
17 Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E.
1 mit Hinweisen).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung aus, der Gesund
heitszustand der Beschwerdeführerin habe sich wesentlich verbessert.
In den bisherigen Tätigkeiten als
Coiffeuse
,
A._
-Angestellte und Jugendarbeiterin sei s
eit Januar 2013 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
und seit April 2014 eine volle Arbeitsfähigkeit ausgewiesen. Die bisherige Tätigkeit entspreche auch einer an
gepassten Tätigkeit. Der Invaliditätsgrad liege damit ab Januar 2013 bei 50 % sowie ab April 2014 bei 0 %. Ab April 2014 bestehe damit kein Rentenanspruch mehr. Der nachträglich eingereichte Arztbericht von Dr.
B._
vom 15. Juni 2015 weise offenbar kurativ erforderliche Gesundheitsstörungen aus, ohne ab
sehbar dauerhaft relevanten Charakter der Arbeitsunfähigkeit (Urk. 2 S. 2).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend, sie habe nach der
Renten
zusprache
im Jahre 2009 stetig wieder versucht, in der Arbeitswelt Fuss zu fassen. Sie habe als Jugendarbeiterin gearbeitet und das Ziel gehabt, in die
sem Bereich eine berufsbegleitende Ausbildung zu absolvieren, was ihr auf
grund der zu hohen Belastungen nicht gelungen sei. Im Zuge dessen sei es zum psychischen Zusammenbruch gekommen und sie habe sich in stationäre psychi
atrische Behandlung begeben müssen. Seither stehe sie in regelmässiger ambu
lanter psychiatrischer Behandlung. Aus Schreck über das Gutachten sowie die Aufhebung der Rente per August 2015 habe sie per Juni 2015 eine ihre Ge
sundheit schädigende Anstellung in einem Tankstellen-Shop (60 %-Pensum im Stundenlohn) angenommen. Sie sei im Hinblick auf die Rentenaufhebung
ausserordentlich bemüht, ein existenzsicherndes Einkommen zu erwirtschaften. Aufgrund der hohen körperlichen Belastung nehme sie bereits vor
Schichtbe
ginn
Schmerzmedikamente ein, um die geforderte Arbeitsleistung erbringen zu können
- dies, obwohl sie seit Stellenantritt noch nicht einmal ein 60 %-Pen
sum habe erbringen können. Trotzdem sei es ihr nicht möglich, ein ausreichen
des E
i
nko
mmen zu erwirtschaften und sie sei auf ergänzende wirtschaftliche Sozialhilfe angewiesen (Urk. 1 S. 2).
Die Beurteilung im Gutachten der
Z._
vom 5. Dezember 2014 sei nicht mehr zutreffend. Wie sich aus dem Bericht von
Dr.
med.
C._
vom 14.
August 2015 ergebe, bestehe im Bereich L5/S1 eine aktivierte
Spondylarth
rose
sowie aktivierte Degenerationen im Schultergürtel beidseits, in beiden Kniegelenken medial betont und
retropatellär
sowie an den Füssen. Die aktuel
len Befunde dokumentierten eine Verschlechterung des Zustandes im Vergleich zum Begutachtungszeitpunkt. Tätigkeiten mit grösseren Belastungen für die Hände
oder Tätigkeiten, die längeres Gehen und Stehen bedingen würden, seien nicht mehr möglich. Weiter s
ei
die im Gutachten genannte
Gewichtslimite
von 15 kg nicht realistisch. Vor diesem Hintergrund sei davon auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand in relevanter Art verschlechtert habe und darum die angefochtene Verfügung auf einer ungenügenden Sachverhaltsabklärung ba
siere (S. 3).
In ihrer
Replik
vom 12. Februar 2016 wies die Beschwerdeführerin darauf hin, dass die behandelnde Fachärztin an ihrer Beurteilung vom August 2
01
5 fest
halte. Die behandelnden Ärzte seien sich einig, dass sie in einer angepassten Tätigkeit lediglich in einem Pensum von 50 % arbeitsfähig gewesen sei. Zwi
schenzeitlich habe sich der Gesundheitszustand nochmals verschlechtert und sie sei seit dem 16. Dezember 2015 zu 100 % arbeitsunfähig. Zudem sei unklar, ob der Gutachter
der
Z._
,
Dr.
med.
D._
, welcher in Koblenz prak
tiziere, als IV-Gutachter zugelassen sei (Urk. 15).
2.3
Strittig und zu prüfen ist demnach, ob die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt genügend abgeklärt hat und dementsprechend die Rente zu Recht aufgehoben wurde.
3.
3.1
Am 18., 21. sowie 28. Februar 2011 wurde die Beschwerdeführerin im Auftrag der Beschwerdegegnerin durch die Ärzte der
Z._
polydisziplinär begut
achtet. Für das am 15. April 2011 erstattete Gutachten stützten sich die Ärzte auf die
vorhandenen Akten sowie orthopädische, psychiatrische und neurolo
gische Beurteilungen (Urk. 9/53 S. 1
-2
).
Insgesamt nannten die Ärzte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 17
lit
. E.1):
lumbovertebrales
und
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei Status nach operativer Behandlung
bisegmentaler
Rezidiv-Diskushernien L4/5 und L5/S1 bei vorbestehender L5--
Radiculopathie
und leichter
Arachno
pathie
. Erste Diskektomie L4/5 und L5/S1 am 23. August 2010 und Re
zidiv-Diskektomie einschliesslich dorsaler
Spondylodese
am 7. Januar 2011
Dekonditionierung
und rumpfmuskuläres Globaldefizit infolge der
vorbe
schriebenen
Bandscheibenpathologie mit den assoziierten um
fangreichen operativen Behandlungsmassnahmen, noch nicht abge
schlossene medizinische Rehabilitation
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie
im
We
-
sentli
chen
folgende (S. 17
lit
. E.2):
leicht- bis
mässiggradig
depressiv überlagerte Anpassungs- und
Schmerz
verarbeitungsstörung
mit mutmasslich komplementär vorlie
gender Entwicklung körperlicher Symptome aus psychologischen Grün
den
beidseitige
Chondropathia
patellae
beidseitige
blande
Rhizarthrose
Bei den führenden orthopädischen/neurochirurgischen Befunden und Diagnosen der Wirbelsäule sei Anfang April 2011 eine Verlaufskontrolle durch den ope
rierenden Neurochirurgen vorgesehen. In diesem Rahmen werde über die Durchführung beziehungsweise Durchführbarkeit einer mehrmonatigen ambu
lanten Rehabilitationsmassnahme entschieden. Aktuell erscheine der postopera
tive Verlauf der
Spondylodese
ungestört und die Prognose
sei
orthopädisch so
matisch günstig. Mit einem endgültigen Abschluss der orthopä
disch/neu
-
rochirurgisch
indikativ
begründeten postoperativen Rehabilitations- und Ein
-
gewöhnungsmassnahmen sei mit Ende August 2011 zu rechnen
(S. 18
lit
. F)
.
Als bisherige Tätigkeit werde die Tätigkeit in einem Kinder- und Jugendheim bewertet. Unter dem Aspekt der noch nicht hinreichend beendeten medizini
schen Rehabilitation
nach der am 7. Januar 2011 durchgeführten dorsalen
Spondylodese
könne beim derzeit ungestörten und günstigen postoperativen Verlauf prognostiziert werden, dass nach abgeschlossener medizinischer Reha
bilitation per 1. September 2011 in der vorbeschriebenen Tätigkeit
eine Ar
beitsfähigkeit von 100 % vorliegen werde. In den früher ausgeübten Tätigkeiten als
A._-Beamtin
im Innen- und Aussendienst bestehe sowohl aus orthopädisch somatischer als auch aus psychiatrischer Sicht keine hinreichende Arbeitsfähig
keit auf Dauer (S. 20).
Der Beschwerdeführerin seien leichte bis mittelschwere, wechselbelastende und somit rückenadaptierte Tätigkeiten zumutbar. Arbeiten mit Zwangshaltungen für die Wirbelsäule wie längerfristig (Limit 30 Minuten) nur sitzend oder nur stehend seien zu vermeiden, ebenso wie Arbeiten vornüber gebeugt stehend und solche mit repetitiven Bewegungsanforderungen an den Rumpf. Das Heben, Tragen und Bewegen von Lasten sei mit 15 kg limitiert (S. 18 unten). Aus psy
chiatrischer Sicht seien Tätigkeiten, welche mit erheblichen psychischen und emotionalen Belastungen einhergehen würden sowie Tätigkeiten mit erhebli
chem Zeitdruck zu meiden. Qualitativ angepassten Tätigkeiten könnten - einen weiteren ungestörten postoperativen Heilverlauf vorausgesetzt - prognostisch ab dem 1. September 2011 auf einem Niveau von 100 % zugemutet werden (S. 19).
3.
2
Im Rahmen des Rentenrevisionsverfahrens wurde die Beschwerdeführerin erneut durch die Ärzte der
Z._
orthopädisch, internistisch, neurologisch sowie psychiatrisch begutachtet, wobei sich die Ärzte auf die vorhandenen Akten so
wie eigene persönliche Befragungen und klinischen Untersuchungen sowie Be
urteilungen stützten. In ihrem Gutachten vom 5. Dezember 2014 (Urk. 9/101) führten sie keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (S. 11
lit
. F.1).
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannten die Ärzte sodann folgende (S. 11
lit
. F.2):
lumbovertebrales
und
lumbospondylogenes
Syndrom ohne
radikuläre
Ausfälle mit/bei
Status nach Diskushernien-Operation L4/5 und L5/S1 August 2010
Status nach Rezidiv-Diskektomie und
Spondylodese
L4/S1 Januar 2011
im aktuellen Verlaufs-MRT der LWS vom 3. März 2014 beschriebene fo
kale Diskushernie L3/4
rezessal
rechts ohne klinisches Korrelat
kleine fokale Diskushernie L5/S1 median, ebenfalls ohne klinisches Korrelat
rumpfmuskuläre
Dysbalance
bei Trainingsmangel der Bauchmuskulatur,
Dekonditionierung
klinisch
incipiente
Rhizarthrose
an beiden Händen, unauffälliger
Rönt
-
gen
befund
klinisch
incipiente
Hüftarthrose beidseits, unauffälliger Röntgenbefund
incipiente
Gonarthrose beidseits, Status nach operativer Revision des lin
ken Kniegelenkes 2011, aktuell röntgenologisch
Chondrocalzinosis
der
Innenmen
i
sci
beidseits
Nadelhernienrezidiv
, mit Orthese versorgt, operative Behandlung vorgese
hen
Dysthymia
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
Cannabismissbrauch
Übergewicht
Bei der aktuell im Vordergrund der Beschwerden stehenden lumbalen
Wir
-
belsäu
lenpathien
hätten die 2010 und 2011 durchgeführten operativen Re
visionen eine zirka 50%ige
Beschwerdenregredienz
bewirken können. Nach wie vor handle es sich um eine klinisch auffällige rumpfmuskuläre
Dysbalance
zu Lasten der deutlich defizitären Bauchmuskulatur. Aus orthopädischer Optik sei davon auszugehen, dass bei einer suffizienten zirka dreimonatigen medizini
schen Trainingstherapie die Wirbelsäule und auch der Rumpf insgesamt eine ausreichende Stabilisierung erfahren werde, so dass eine zusätzliche
Beschwer
denregredienz
eintreten werde. Die im aktuellen Verlaufs-MRI der LWS be
schriebenen
Diskopathien
L3/4 und L5/S1 würden auf der Symptomebene nicht in Erscheinung treten. Die darüber hinaus beschriebenen initialen degenerativen Aufbrauchbefunde in den Daumensattelgelenken beider Hände, in den Hüftge
lenken und in den Kniegelenken würden die Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchti
gen. Die röntgenologisch beschriebene
Kniegelenkchondrocalzinose
gelte derzeit als lediglich bildgebend pathologischer Befund ebenfalls ohne klinisch funktio
nelle Relevanz. I
m
Rahmen der internistischen, neurologischen und psychiatri
schen Abklärung seien keine weitergehenden beeinträchtigenden Befunde und Diagnosen festgestellt worden (S. 20
lit
. G).
Die im Vorgutachten gemachte Prognose einer Verbesserung habe sich bewahr
heitet, so dass angepasste Tätigkeiten seit spätestens 1. April 2014 auf einem 100 %-Niveau zumutbar seien. Auch die
derzeitige
Tätigkeit
in der Jugendarbeit zähle als hinreichend angepasst und könne von der derzeitigen 30%igen Ar
beitsfähigkeit auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gesteigert werden (S. 12
lit
. G).
Rückenadaptierte, wechselbelastende leichte und mittelschwere Tätigkeiten seien der Beschwerdeführerin zumutbar. Das Heben, Tragen und Bewegen von Lasten sei mit 15 kg limitiert. Zu meiden seien Tätigkeiten mit längerfristigen rückenbelastenden Zwangshaltungen wie vornüber gebeugt stehend, kniend, hockend, kauernd und einhergehend mit repetitiven Bewegungsanforderungen an den Rumpf (S. 12 unten).
Das orthopädisch-somatische Belastungsprofil werde neurologisch -somatisch weitestgehend bestätigt. Psychiatrisch sei erklärt worden, dass die Beschwerdeführerin in der Lage sei, leichte bis mittelschwere Arbeiten zu bewältigen, sofern aussergewöhnliche nervliche Belastungen in Form von Nachtschichtbedingungen, einem besonderen Verantwortungsbereich oder Tätigkeiten mit einem erheblichen Zeitdruck (beispielsweise
Akkordbedin
gungen
) vermieden würden (S. 13 oben). Die bisherige Tätigkeit in der Jugend
arbeit gelte als hinreichend angepasst und sei spätestens ab dem 1. April 2014 auf ein 100%-Niveau steigerungsfähig. Alternative Verweistätigkeiten seien ebenfalls ab dem 1. April 2014 möglich (S. 13).
Das
Z._
-Gutachten vom 15. April 2011 sei kurz nach der Rückenoperation vom 7. Januar 2011 abgefasst worden. Prognostisch sei von einer Arbeitsfähig
keit innert sechs bis zwölf Monaten ausgegangen worden. Der Verlauf habe sich jetzt prolongierter dargestellt als damals angenommen, die Beschwerdeführerin arbeite seit zirka zwei Jahren in der Kinder- und Jugendbetreuung auf einem 30%-Niveau. Die Beschwerdegegnerin sei in einer Stellungnahme vom 26. Ja
-
nuar
2012 zutreffend von einem gebesserten Gesundheitszustand ausge
gangen und habe die zuletzt ausgeübte Tätigkeit ab dem 1. Januar 2013 als auf einem 50%-Niveau
ausübbar
bewertet. Die Anfang 2014 im MRI beschriebene zusätzliche lumbale Diskushernie L3/4 und L5/S1 trete klinisch symptomatisch nicht in Erscheinung. Inzwischen bestehe eine weitergehende Besserung, so dass die bisherige Tätigkeit und auch anderweitige angepasste Tätigkeiten ab dem 1. April 2014 uneingeschränkt auf einem 100%-Niveau zumutbar seien. Auch die zusätzlich beschriebenen diversen
incipienten
arthrotischen
Befunde änder
ten an der beschriebenen Arbeitsfähigkeit nichts (S. 13 f.). Neurologisch bleibe die Prognose offen, es sei eine weitere Besserung der klinischen Symptomatik allenfalls in geringen Grenzen denkbar, aber auch eine Verschlechterung sei durchaus denkbar (S. 14).
3.
3
Der behandelnde Psychiater
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte am 26. Februar 2015 zum
Z._
-Gutachten aus, er stimme mit den genannten Diagnosen nur teilweise überein, er gehe von fol
genden aus (Urk. 9/110/1
-2
Ziff. 2):
rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradige Episode
kombinierte Persönlichkeitsstörung
Cannabisabusus
Die Beschwerdeführerin sei aktuell aufgrund der mittelgradig depressiven Symp
tomatik mit zusätzlichen Angstattacken und somatischem Syndrom ma
ximal 30 % arbeitsfähig. In stabileren Intervallen sei sie 50 % arbeitsfähig, da
bei wirkten unter anderem die hohe Selbstunsicherheit mit eingeschränkter Fä
higkeit der Konfliktbewältigung, eine generelle Vermeidungstendenz, Ängst
lichkeit sowie verminderte Belastbarkeit limitierend (Ziff. 3). Dasselbe gelte auch für
angepasste
Verweistätigkeiten (Ziff. 4).
3.
4
Die Ärzte des
F._
, Klinik für Neurochirurgie, nah
men am 4. März 2015 Stellung zum Gutachten der
Z._
(Urk. 9/110/3-4) und führten aus, die genannten neurochirurgischen Diagnosen seien korrekt. Allerdings sei die Beschwerdeführerin wegen der Diskushernie L3/4 rechts in Behandlung gewesen, wobei sich eine deutliche Segmentdegeneration gezeigt habe, insbesondere im Vergleich mit den Voraufnahmen aus dem Jahre 2010. Die
anfangs 2014 bestandene
radikuläre
Symptomatik habe sich zwar wieder gut zurückgebildet, als Schmerzursache für die beschriebenen Rückenschmerzen sei dieses deutlich degenerierte
epifusionelle
Segment jedoch nicht von vorn
herein auszuschliessen (
S. 1
Ziff. 2).
Die bisher ausgeübte Tätigkeit als Jugendarbeiterin in Teilzeit (30 %) komme in der von der Beschwerdeführerin ausgeübten Art und Weise einer angepassten, rückenadaptierten wechselbelastenden Tätigkeit gleich. Ein Versuch
von Herbst 2013 bis Februar 2014
, diese Tätigkeit auf 50 % auszudehnen
,
habe mit der zu
nehmenden neuen Rückensymptomatik und rechtsseitiger Schmerzausstrahlung jedoch wieder abgebrochen werden müssen. Aktuell sei eine Aufstockung auf 50 %, wie es sich die Beschwerdeführerin vorstellen könne, nicht möglich. Eine vollzeitige Tätigkeit, auch in dieser angepassten Tätigkeit, halte er aktuell für nicht plausibel. Die Beschwerdeführerin gebe plausibl
e,
wechselnd
e, starke,
be
lastungsabhängige
Rückenschmerzen an ohne eine sichere
radikuläre
Aus
strahlung. Längeres Sitzen und Stehen sei bei mehr als ein bis zwei Stunden Dauer aufgrund der Rückenschmerzen nicht möglich. Auch das Laufen sei auf etwa maximal ein
e
Stunde begrenzt. Als ursächlich könne man hier eine fort
schreitende Segmentdegeneration L3/4 im Sinne einer Anschlussdegeneration eines
epifusionellen
Segmentes sehen (S. 1 f. Ziff. 3-4).
Die im orthopädischen Gutachten als günstig beurteilte Prognose sei zumindest fraglich, da eine fortschreitende Degeneration mit passendem Beschwerdebild vorliege und nicht zu erwarten sei, dass es hier in absehbarer Zeit zu einer we
sentlichen Änderung der Situation komme. Unter Gesamtberücksichtigung des jetzt knapp fünfjährigen Verlaufes, der bildgebenden Diagnostik und der klini
schen Symptomatik halte er eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer
rückenadap
tierten
angepassten Tätigkeit für angemessen (S. 2 Ziff. 5).
3.
5
In ihrem Bericht vom 5. Mai 2015 (Urk. 9/115) hielten die Ärzte der
Z._
an ihrer Beurteilung fest. Die Anschluss-Diskushernie L3/4 sei im Rahmen der polydisziplinären Abklärung sowohl orthopädisch somatisch als auch neurolo
gisch somatisch festgestellt, beschrieben und versicherungsmedizinisch bewertet worden. Aus rein orthopädisch-somatischer Sicht sei
en
für die Beschwerden und die funktionellen Auswirkungen der
Rückenpathologie mehr die orthopä
disch ausgemachte und dezidiert beschriebene rumpfmuskuläre
Dysbalance
bei einer deutlich defizitären Bauchmuskulatur verantwortlich, welche wiederum das Ergebnis einer längerfristigen
Dekonditionierung
beziehungsweise eines Trainingsmangels sei (S. 1). Die Beschwerdeführerin sei nicht in der Lage ge
wesen, sich mit einer hinreichenden bauchmuskulären Kraftreserve aus der Rü
ckenlage aufzurichten oder einen
Langsitz
vorzuführen. Es handle sich um eine
etwa abweichende Bewertung ein und desselben Sachverhaltes. Die bisher aus
geübte Tätigkeit in der Kinder- und Jugendbetreuung sollte von einem 30 %-Niveau auf ein 50 %-Niveau
steigerbar
und auf ein 100 %-Niveau weitergehend steigerungsfähig sein. Naturgemäss sei eine Befundverschlechterung langfristig nicht auszuschliessen. In diesem Fall wären adäquate Behandlungsmassnahmen und notfalls auch eine
Verlängerungsspondylodese
zumindest bis L3 gegebe
nenfalls auch bis L2 indiziert. In dem Zustand, in welchem sich die Beschwer
deführerin am 4. November 2014 orthopädisch-somatisch präsentiert habe, sei eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit wie gutachterlich beschrieben angemessen gewesen
(S. 2).
Aus psychiatrischer Sicht sei die Diagnosestellung einer Persönlichkeitsstörung nicht nachvollziehbar. Die aktuell dominierende Selbstunsicherheit und die be
schriebenen Versagensängste seien in ganz überwiegendem Masse an die be
grenzte körperliche Leistungsfähigkeit gekoppelt und würden ansonsten im Hinblick auf die vor dem Beginn der körperlichen Erkrankung dokumentierte Lebensgestaltung der Versicherten keine Rolle spielen. Die vom behandelnden Psychiater diagnostizierte Persönlichkeitsstörung lasse sich nicht begründen und die daraus abgeleitete Arbeitsunfähigkeit sei ebenso nicht zu rechtfertigen (S. 3).
3.
6
Am 15. Juni 2015 diagnostizierte
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädi
sche Chirurgie und Traumatologie, eine mögliche laterale kleine
Me
niskusläsion
bei
Chondrokalzinose
links. Die teilweise intensiveren
belastungs
abhängigen
Schmerzen beim Bergaufgehen (Bergabgehen sei offenbar kein Problem) seien sicher auf die
Chondrokalzinose
zurückzuführen, mit möglich
erweise geringer
anterolateraler
Meniskusläsion. Eine Arthroskopie wolle die Patientin nicht (Urk. 9/121 S. 1). Bei zunehmenden Beschwerden könnte jeder
zeit eine
Cortisoninfiltration
durchgeführt werden (S. 2).
3.
7
Dr.
med.
C._
, Fachärztin Chirurgie und Handchirurgie, liess am 19. Juni 2015 ergänzende
bildgeberische
Verfahren durchführen und hielt in ihrem Bericht vom 14. August 2015 fest, die
Untersuchung
zeige eine deutliche Anreicherung L5/S1 im Sinne einer aktivierten
Spondylarthrose
, zusätzlich fän
den sich aktivierte Degenerationen im Schultergürtel beidseits, in beiden Knie
gelenken medial betont und
retropatellär
sowie an den Füssen.
Die Beschwerden vor allem an der Hand rechts basierten auf ebenfalls aktiven Degenerationen im Bereich des Os
trazoideum
, daneben fänden sich weitere aktivierte Degeneratio
nen im Bereich der distalen
Ulna
sowie eine
Chrondrocalzinose
im Handgelenk.
Ihres Erachtens müssten diese Befunde bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aktuell und im Weiteren mitberücksichtigt werden. Sie dokumentierten eine
Verschlechterung des Zustandes im Vergleich zum Zeitpunkt der Begutachtung vom 4. November 2014
. Es sei offensichtlich, dass die Patientin nicht nur keine Tätigkeiten ausüben könne, die ein längeres Stehen oder Gehen bedingen wür
den, sondern dass ihr auch Tätigkeiten, bei denen grössere Belastungen der Hände nötig seien, aktuell und auf Dauer nicht mehr möglich sein würden. In diesem Rahmen sehe sie auch die im Gutachten erwähnte
Gewichtslimite
von 10 bis 15 kg als nicht realistisch (Urk. 3 S. 1). Ihres Erachtens seien fortan im We
sentlichen nur noch administrative Tätigkeiten möglich (S. 2).
3.
8
Am 11. Januar 2016 wiesen die Ärzte der
Z._
darauf hin, dass die Ergeb
nisse bildgebender Abklärungen aus versicherungsmedizinischer Optik immer nur dann als verwertbar gelten würden, wenn diese mit klinisch-funktionellen pathologischen Befunden einhergehen würden. Es entspreche der orthopädisch-
traumatologischen
und der allgemeinen
gutachterlichen Erfahrung, dass zahl
reiche bildgebend beschriebene vom Gesunden abweichende Befunde durchaus klinisch-funktionell nicht in Erscheinung treten und somit auch
versicherungs
medizinisch
keine relevante Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit begründen könnten (Urk. 12 S. 2 Ziff. 3).
Dr.
C._
ziehe aus den Ergebnissen des
bildge
benden
Verfahrens die Schlussfolgerung, dass qualitative Beeinträchtigungen vorliegen würden, welche gutachterlich nicht wahrgenommen worden seien (S. 2 Ziff. 4). Die Ausführungen von Dr.
C._
seien aus gutachterlicher Sicht bei fehlenden klinischen Untersuchungsbefunden und alleiniger Abstützung der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung auf bildgebende Befunde versicherungsmedizinisch nicht nachvollziehbar. Es würden rein bildgebende Ergebnisse ohne Korrelation zu adäquaten funktionsrelevanten Einbussen bewertet. Letztere könnten nur durch eine klinische Untersuchung nachgewiesen werden (S. 2 Ziff. 5). Im Übri
gen seien die beschriebenen leichten bis mässigen Anreicherungen der degene
rativen Veränderungen epidemiologisch gehäuft bei einem altersgleichen
Pati
entengut
vorzufinden und somit ohne überdurchschnittlichen Krankheitswert einzustufen (S. 2 Ziff. 6).
Die von Dr.
C._
zitierten Ergebnisse hätten bei feh
lenden nachgewiesenen funktionseinschränkenden Befunden keine
versiche
rungsmedizinische
Aussagekraft zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit (S. 2 f).
3.9
Dr.
C._
wies am 10. Februar 2016
ergänzend
darauf hin, dass die Beschwerde
führerin von den Gutachtern klinisch insuffizient untersucht worden sei, dies wenigstens die Hände betreffend. Die vor der bildgebenden Untersuchung durchgeführte Lokalisation der Beschwerden stimme exakt mit der festgestellten Anreichung
überein (Urk. 16/1 S. 1).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung insbeson
dere auf das Gutachten der
Z._
und ging von der darin festgestellten Verbesserung des Gesundheitszustandes sowie einer Arbeitsfähigkeit von 100 % ab 1. April 2014 sowohl in der angestammten Tätigkeit in der Jugendarbeit als auch in jeder anderen leidensangepassten Tätigkeit aus.
Die Ausführungen und Schlussfolgerungen der Gutachter sowohl im Gutachten selber (E. 3.2) als auch in den beiden ergänzenden Stellungnahmen vom 5. Mai 2015 (E. 3.5) sowie 11. Januar 2016 (E. 3.8)
sind nachvollziehbar und
überzeu
gend begründet
und erfüllen vollumfänglich die praxisgemässen Kriterien, so dass darauf abgestellt werden kann.
4.2
An dieser Einschätzung vermögen auch die anderslautenden Beurteilungen durch den behandelnden Psychiater Dr.
E._
nichts zu ändern.
Bezüglich der von
ihm diagnostizierte
n
rezidivierende
n
depressive
n
Störung
, gegenwärtig mittelgradige Episode, (E. 3.3) ist auf die ständige Rechtsprechung des Bundes
gerichts zu verweisen, wonach
psychische Störungen grundsätzlich nur als in
validisierend gelten, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr)
angehbar
sind (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2). Leichte bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis, wie sie
bei der Beschwerdeführerin
vorliegen, gelten nach konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts in der Regel als therapierbar
und führen invalidenversicherungsrechtlich zu keiner Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit (vgl. statt vieler Urteil 9C_863/2015 vom 7. Ja
-
nuar
2016 E. 1).
Ebenfalls nicht zu überzeugen vermag die Beurteilung durch die Ärzte des
F._
, welche eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer rückenadaptierten Tätigkeit für angemessen hielten (E. 3.4). Dabei stützten sie sich jedoch insbesondere auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin und gingen auf die von den
Z._
-Gutachtern festgestellte deutlich defizitäre Bauchmuskulatur nach län
gerfristiger
Dekonditionierung
und Trainingsmangel
nicht
ein (vgl. E. 3.2 und 3.5).
Auch die Beurteilung durch Dr.
C._
aufgrund der von ihr durchgeführten neuen bildgebenden Verfahren (E. 3.7, E. 3.9) vermag an den überzeugenden Schlussfolgerungen des
Z._
-Gutachtens nichts zu ändern.
Wie die
Z._
-Gutachter zutreffend ausführten, können Ergebnisse bildgebender Abklärungen aus versicherungsmedizinischer Optik nur dann als verwertbar gelten, wenn diese mit klinisch-funktionellen pathologischen Befunden einhergehen.
Die von Dr.
C._
bei der Beschwerdeführerin beschriebenen Anreicherungen sind zudem als altersentsprechende Degenerationen ohne überdurchschnittlichen
Krank
heitswert
einzustufen
(vgl. E. 3.8)
. Im Übrigen ist der Vorwurf von
Dr.
C._
, die Hände der Beschwerdeführerin seien durch die Gutachter nicht suffizient un
tersucht worden
(E. 3.9)
, nicht zutreffend. Aus dem
orthopädisch-traumatologi
schen
Teilgutachten vom 4. November 2014 ist ersichtlich, dass
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie, die Konturen der Hand- und Fingergelenke, beide Daumensattelgelenke und die Beweglichkeit in den Hand- und Fingergelenken untersucht, den
Daumenkuppen-Langfinger
spitzgriff
wie auch den Faustschluss und Handbreitgriff überprüft sowie die
Hohlhandbeschwielung
kontrolliert hat (vgl. Urk. 9/101 S. 22 unten).
4.3
Im Übrigen kann die Beschwerdeführerin auch aus der Tatsache, dass sie die Anstellung im Tankstellen-Shop aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste (vgl. Urk. 22, Urk. 23/3), nichts zu ihren Gunsten ableiten. Die Arbeit im Tankstellen-Shop ist unbestrittenermassen mit häufigem Stehen verbunden und kann
dementsprechend
nicht als rückenadaptierte Tätigkeit qualifiziert werden. Dass die Beschwerdeführerin diese Tätigkeit, welche sie bereits von Beginn an als eine ihre Gesundheit schädigende Arbeit bezeichnet hat (vgl. Urk. 1 S. 2), aufgeben musste,
überrascht daher nicht.
4.
4
Soweit d
ie Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe vom 20. April 2016 auf weitere
medizinische Abklärungen und die erneut bestätigte Arbeitsunfähigkeit von 50 % hin
wies
(Urk. 22)
,
ist zu beachten, dass
gemäss
der ständigen Rechtspre
chung des Bundesgerichts
der angefochtene Entscheid die Grenze der gerichtli
chen Überprüfungsbefugnis
bildet (BGE 130 V 445 E. 1.2 mit weiteren Hinwei
sen). Eine allfällige Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes der Be
schwerdeführerin nach Erlass der Verfügung vom 27. Juli 2015 ist für die Be
urteilung des vorliegenden Falles somit unerheblich. Eine Veränderung
des Sachverhaltes nach Erlass des strittigen Entscheides kann grundsätzlich nur im Rahmen eines neuen Verfahrens überprüft werden. Deshalb hat sich das Gericht auf diejenigen Tatsachen zu stützen, welche im Zeitpunkt des angefochtenen Entscheides vorhanden waren. Für die im späteren Zeitraum vorgebrachten neuen Tatsachen (vgl. Urk. 23/1-2) hat die Beschwerdeführerin ein neues Ge
such bei der Invalidenversicherung einzureichen.
4.
5
In ihrer Replik machte die Beschwerdeführerin
schliesslich
geltend, es sei un
klar, ob Dr. med.
D._
, Gutachter der
Z._
, überhaupt als IV-Gutachter zugelassen sei
und verwies auf einen entsprechenden Artikel des
G._
vom 3. Juni 2011 (Urk. 15 mit Hinweis auf Urk. 16/2).
Dabei ist jedoch zu beachten, dass die
aktuelle bundesgerichtliche Rechtspre
chung keine Berufstätigkeit des Gutachters mit bisherigem Schwerpunkt in der Schweiz als „qualitative Rahmenbedingung“ für die Auftragserteilung
verlangt
. Zunächst führte das Bundesgericht in seinem Urteil 8C_ 436/2012 vom
3. Dezember 2012 E.
3.4 aus, auch wenn der Gutachter durch die im Zeitpunkt der Begutachtung fehlende Berufsausübungsbewilligung formell gesetzwidrig seine Gutachtertätigkeit ausgeübt habe, seien die materiellen Voraussetzungen zur Erteilung der die öffentliche Gesundheit schützenden Polizeibewilligung unstrittig bereits dannzumal erfüllt gewesen, wobei regelmässig bei Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen ein Rechtsanspruch auf Erteilung der Bewilli
gung bestehe. Die fehlende Polizeierlaubnis führe daher nicht zu einem
Beweis
verwertungsverbot
. Im nachfolgenden Urteil 9C_526/2014 vom 3. Dezember 2014 E.
5.5 wies es in Bestätigung dieser Rechtsprechung sogar explizit darauf hin, dass selbst wenn der Gutachter zum Begutachtungszeitpunkt über keine kantonale Berufsausübungsbewilligung verfügt hätte, d.h.
im Jahre 2014 als 90-Tage Dienstleister gemeldet gewesen sei, würde dies nicht zu einem
Beweisver
wertungsverbot
führen. Wie in BGE 137 V 2010 E.
3.3.2 erneut bestätigt, wird lediglich eine Fachausbildung verlangt, welche auch im Ausland erworben sein kann.
4.6
Insgesamt ist damit der medizinische Sachverhalt
gestützt auf die überzeugen
den medizinischen Abklärungen
als dahingehend erstellt zu betrachten, dass
der
Beschwerdegegnerin sowohl die frühere Tätigkeit als Jugendarbeiterin als auch jede andere rückenadaptierte, wechselbelastende leichte und mittelschwere Tä
tigkeit
seit Januar 2013 in einem 50 %-Pensum und
seit dem 1. April 2014 wie
der in einem 100 %-Pensum zumutbar sind.
5.
5.1
Es bleibt die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen der bestehenden
Ein
-
schrän
kungen
mittels Einkommensvergleich.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des
Einkom
-
mens
vergleichs
gemäss Art. 28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art.
16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Mass
gabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorge
nommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypotheti
sche Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das
Inva
lideneinkommen
auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog.
Pro
zentvergleich
; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E.
10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E.
3a).
Der Invaliditätsgrad ist namentlich dann durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung der nach Mass
gabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen be
werteten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Re
sultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die konkreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und
Invalidenein
kommen
die für den Umfang des Rentenanspruchs massgebenden Grenzwert
e von 70, 60, 50 und 40 % (Art. 28 Abs.
2 IVG) eindeutig über- oder untersch
r
ei
tet (Urteil des Bun
desgerichts 8C_333/2013 vom 11.
Dezember 2013 E. 5.3 mit Hinweisen).
5.2
Die Beschwerdeführerin hat eine Ausbildung als
Coiffeuse
absolviert,
arbeitete einige Jahre als A._-M
itarbeiterin im Innen- und Aussendienst und war ab dem Jahre 2010 als Jugendbetreuerin tätig (vgl. Urk. 9/101 S. 47 Ziff. 2.5).
V
on Juni 2015 bis Ende Februar 2016
arbeitete sie sodann
als Mitarbeiterin in einem Tankstellenshop (Urk. 9/121/3, Urk. 23/3)
, wobei diese Tätigkeit dem
empfohle
nen
Belastungsprofil
unbestrittenermassen
nicht entsprach
. Nachdem die ausge
übte Tätigkeit als Jugendarbeiterin auch als rückenadaptierte und wechselbe
lastende, leichte bis mittelschwere Tätigkeit gilt (vgl. vorstehend E. 4.6), errech
nen sich das Validen- und das hypothetische Invalideneinkommen auf gleicher lohnmässiger Grundlage, womit der Invaliditätsgrad mittels Prozentvergleich bestimmt werden kann
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_364/2015 vom 18. Dezember 2015, E. 3.2)
. Die Anwendung dieser Methode ist vorliegend ins
besondere deshalb möglich, da keine weiteren anerkannten Faktoren erkennbar
sind, welche der Beschwerdeführerin die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit erschweren würde
n.
Vorliegend betragen damit
sowohl
die Arbeitsunfähigkeit
als
auch der
Invalidi
tätsgrad
ab Januar 2013 50 %. Ab April 2014 liegt sodann keine Arbeitsunfä
higkeit und dementsprechend auch kein Invaliditätsgrad mehr vor (vgl. vorste
hend E. 4.6).
5.3
Die angefochtene Verfügung vom 27. Juli 2015, mit welcher die bisher aus
-
gerich
tete Rente auf Ende des folgenden Monats
aufgehoben wurde, ist da
mit nicht zu beanstanden. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.