Decision ID: efac34bc-6f19-4802-9a52-8e2231f0b7d6
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1964, war seit dem 2. Mai 2012 als Hilfsheizungsmonteur bei der Y._ angestellt und dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 16. November 2012 beim Hinunterstei
gen von einer Bockleiter eine Sprosse verfehlte und aus ca. einem Meter Höhe auf einen Betonboden stürzte. Zuerst schlug er mit dem rechten Fuss auf dem Boden auf und kippte dann auf die rechte Gesässseite. Danach fiel er rückwärts auf die rechte Rückenseite (Schadenmeldung UVG vom 3. Dezember 2012, Urk. 10/1, und Angaben des Versicherten anlässlich des Gesprächs bei der Suva vom 16. April 2013, Urk. 10/40). Tags darauf begab sich der Versicherte in Behandlung bei Dr. med. Z._, FMH Chirurgie, der im Arztzeugnis UVG vom 17. Dezember 2012 (1) eine Lendenwirbelsäulen- (LWS-)Kontusion bei Status nach Trauma (Sturz von der Leiter) und (2) eine Diskushernie L4/L5 rechts diagnostizierte (Urk. 10/5). Die Suva richtete Taggeld- und Heilbehandlungsleis
tungen aus. Mit Schreiben vom 15. Juli 2013 (Urk. 10/34) teilte die Suva dem Versicherten mit, dass die bisherigen Versicherungsleistungen per 30. Juli 2013 eingestellt würden. Begründet wurde dies damit, dass die noch bestehenden Beschwerden gemäss Beurteilung von Kreisarzt Dr. med. A._, FMH Chi
rurgie, vom 12. Juli 2013 (vgl. Urk. 10/33) nicht mehr unfallbedingt, sondern ausschliesslich krankhafter Natur seien.
1.2
Am 18. Juli 2013 lief der Versicherte in Zadar (Kroatien) auf einem Steg, rutschte aus, stürzte ins Wasser und schlug mit dem Schädel auf (Schadenmeldung UVG vom 2. September 2013, Urk. 11/1). Nach Erstbehandlung vor Ort und Rückkehr in die Schweiz nannte Dr. Z._ im Dokumentationsbogen für Erstkonsulta
tion nach kranio-zervikalem
Beschleunigungstrauma
vom 21. Oktober 2013
die vorläufige Diagnose eines
Schleudertraumas der
Halswirbelsäule (HWS) Quebec Task Force (QTF) Grad II. Als Differentialdiagnosen/zusätzliche Diagnosen führte er (1) eine Commotio cerebri und (2) eine Rissquetschwunde frontal an. Der Ver
sicherte klagte über Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Tinnitus, Sehstörungen und Brustschmerzen (Urk. 11/10).
Die Suva erbrachte Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen. Vom 23. Januar bis zum 20. März 2014 wurde der Versicherte in der B._ stationär behandelt (Urk. 11/114).
1.3
Am 25. Juni 2014 bekam der Versicherte beim Fahrradfahren einen starken Schwindelanfall, stürzte auf den Betonboden und schlug mit dem Kopf auf (Scha
denmeldung UVG vom 7. Juli 2014, Urk. 9/5). Dr. Z._ diagnostizierte im ärztlichen Zwischenbericht vom 2. September 2014 einen Status nach Sturz mit dem Velo mit Contusio capitis, diversen weiteren Kontusionen und Prellungen sowie einer Rissquetschwunde frontal rechts, Nasenrücken und Präpatellar links, fragliche Commotio cerebri (kurze Bewusstlosigkeit, Urk. 9/16/1). Vom 30. Sep
tember bis zum 6. Oktober 2014 war der Versicherte in der C._, Abtei
lung Epileptologie, hospitalisiert (Urk. 9/39/5-11). Am 27. November 2014 wurde er von Dr. med. D._, FMH Oto-Rhino-Laryngologie, von der Abteilung Arbeitsmedizin der Suva untersucht (Urk. 9/35).
1.4
Am 22. Dezember 2014 nahm Kreisarzt Dr. A._ eine ärztliche Beurteilung vor (Urk. 11/250). Mit Verfügung vom 10. März 2015 stellte die Suva die Versiche
rungsleistungen betreffend das Unfallereignis vom 18. Juli 2013 per 1. April 2015 ein. Zudem stellte sie fest, dass kein Anspruch auf weitere Geldleistungen in Form einer Invalidenrente oder Integritätsentschädigung bestehe (Urk. 11/261). Dagegen erhob der Versicherte am 10. April 2015 Einsprache (Urk. 11/267; vgl. auch Einspracheergänzungen vom 1. Juli 2015 und 15. Januar 2016, Urk. 11/279 und Urk. 11/282).
Mit Verfügung vom 24. August 2015 stellte die Suva die Versicherungsleistungen betreffend das Unfallereignis vom 25. Juni 2014 ebenfalls per 1. April 2015 ein. Zudem stellte sie auch hier fest, dass kein Anspruch auf weitere Geldleistungen in Form einer Invalidenrente oder Integritätsentschädigung bestehe (Urk. 9/47). Dagegen erhob der Versicherte am 28. September 2015 Einsprache (Urk. 9/50; vgl. auch Einspracheergänzung vom 16. Dezember 2015, Urk. 9/59).
Mit Entscheid vom 23. November 2016 wies die Suva die Einsprachen des Versi
cherten vom 10. April und 28. September 2015 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 10. Januar 2017 Beschwerde und beantragte, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung der Versicherungsleistungen ab dem 1. April 2015 an die Vorinstanz zurückzu
weisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung. Im Weiteren beantragte der Beschwerde
führer, es seien die IV-Akten beizuziehen und es sei ihm Gelegenheit zu geben, nach Beizug und Zustellung der gesamten IV-Akten die vorliegende Beschwerde binnen 7 Tagen zu ergänzen. Überdies sei die Beschwerdegegnerin aufzufordern, im Rahmen der Beschwerdeantwort zu den IV-Akten Stellung zu nehmen (Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 15. Feb
ruar 2017 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8), was dem Beschwerdeführer am 26. April 2017 angezeigt wurde (Urk. 25).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversi
cherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Sep
tember 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Die
hier zu beurteilende
n Unfälle
haben sich am 16. November 2012, 18. Juli 2013 und 25. Juni 2014 ereignet
, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in
dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.
1.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts,
ATSG), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein
Taggeld
zu.
Wird die versicherte Person
infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behand
lung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (Erreichen des sogenannten medizinischen Endzustandes) und allfällige Einglie
derungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die
Taggeldleistungen
dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
Nach Art. 2
4 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person
Anspruch auf eine angemes
sene I
ntegritätsentschädigung, wenn sie
durch den Unfall eine dauernde erhebli
che Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet.
1.4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittel
bare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Wor
ten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheit
liche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.5
1.5.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.5.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.5.3
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergange
nen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraf
ten als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versiche
rungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – aus
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenom
men wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/aa; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.5.4
Bei banalen Unfällen wie zum Beispiel bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie zum Beispiel einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne wei
teres verneint werden (BGE 120 V 352 E. 5b/aa, 115 V 133 E. 6a).
Bei schweren Unfällen ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit in der Regel zu bejahen (BGE 120 V 352 E. 5b/aa, 115 V 133 E. 6b; RKUV 1995 Nr. U 215 S. 90 E. 3b).
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamt
würdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des
Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre
erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109
E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/aa).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Kommt aber keinem Einzelkriterium besonderes bezie
hungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann (BGE 115 V 133 E. 6c/bb; vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/aa).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit, dass die Unfälle vom 16. November 2012, 18. Juli 2013 und 25. Juni 2014 beim Beschwerdeführer keine organischen Unfallfolgen im Sinne struktureller Verän
derungen hinterlassen hätten. Der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den psychischen bzw. den organisch nicht nachweisbaren Beschwerden und den ver
sicherten Ereignissen sei sodann zu verneinen. Die Beschwerdegegnerin habe die Versicherungsleistungen daher zu Recht per 1. April 2015 eingestellt. Zudem bestehe unter diesen Umständen kein Anspruch auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung (Urk. 2 S. 5 ff.).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, dass gemäss Bericht von Dr. Z._ vom 2. Dezember 2016 aufgrund der gegebenen Diagnosen eine verminderte Belastbarkeit des Achsenorganes bestehe. Dr. Z._ habe festge
halten, dass die prozentuale Leistungsfähigkeit aus somatischer Sicht nur dann korrekt beurteilt werden könne, wenn ein funktioneller Leistungstest durchge
führt werde. Es werde daher an dieser Stelle die Durchführung eines solchen Tests beantragt. Dies verbunden mit der ergänzenden, gutachterlich zu beantworten
den Frage, inwieweit die somatischen Einschränkungen unfallbedingt seien.
Es
sei
ein gravie
rendes Versäumnis, dass die Beschwerdegegnerin
derartige Abklä
rungen unter
lassen haben. Weiter habe Dr. Z._
darauf hin
gewiesen, dass das Hauptproblem des Beschwerdeführers das schmerzhafte cervicocephale
Syn
drom m
it deutlicher Beweglichkeits-ein
schränkung der HWS sei und auch die p
ostcommotionalen Beschwerden ge
würdigt werden müssten.
Aus dem Bericht der Abteilung für Neuropsychologie der Neurologischen Klinik des E._ vom 10. November 2015 gehe überdies hervor, dass
die drei erwähnten Unfälle klar ursächlich
seien
für das diagnostizierte HWS-Trauma mit permanenten starken Kopfschmerzen, anhaltenden Schlafstörungen und daraus resultierenden psychi
schen Be
lastungen mit Leidensdruck
.
G
emäss
der
neurop
sychologischen
Unter
suchung
im E._ bestünden
ausgeprägte Verlangsamungen in fast allen kogniti
ven Funktionen (Merkspanne, Arbeitsgedäc
htnis und exekutiver
Bereich
). Es bedürfe daher
einer vertieften Auseinandersetzung und mithin einer umfassen
den polydisziplinären Begutachtung, um die somatischen und (neuro
-
)psycho
-
logischen Beeinträchtigungen und deren Kausalit
ät zu klären (Urk. 1 S. 6 ff.).
3.
3.1
Die Ärzte der Abteilung für Epileptologie der C._ hielten im Austritts
bericht vom 8. November 2014 fest, dass sich für eine epileptische Genese der Stürze, Bewusstlosigkeiten, paroxysmalen visuellen Symptome und Schwin
delsensationen insgesamt weder anamnestisch noch aufgrund der durchgeführ
ten Zusatzdiagnostik Hinweise ergeben würden, wenn eine solche auch nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden könne. Am wahrscheinlichsten sei im Kontext des übrigen Beschwerdebildes des Beschwerdeführers und seiner psy
chosozialen Entwicklung eine dissoziativ-somatoforme Genese (Urk. 9/39/7).
3.2
Dr. D._ von der Abteilung für Arbeitsmedizin der Beschwerdegegnerin, die den Beschwerdeführer am 27. November 2014 in otoneurologischer, audiologischer, olfaktometrischer und gustometrischer Hinsicht untersucht hatte, erklärte im Bericht vom 1. Dezember 2014, dass eine Störung des Gleichgewichtsfunktions
systems nicht objektivierbar sei. Die geklagten Schwindelbeschwerden seien nach Ausschluss organischer Defizite als psychosomatische Beschwerden im Sinne eines phobischen Schwankschwindels zu interpretieren. Im Verlauf der Ereignisse sei es ihrer Auffassung nach zu einer nicht kompensierten larvierten Depression gekommen, die fachfremd (psychiatrisch) beurteilt werden müsse. Auch der geklagte Tinnitus lasse sich nicht mit der notwendigen überwiegenden Wahr
scheinlichkeit den drei angeschuldigten Unfällen zuordnen. Tinnitus könne als Folge eines Traumas nur dann ausreichend wahrscheinlich gemacht werden, wenn gleichzeitig andere objektivierbare pathologische Befunde aufgetreten seien. Dies betreffe besonders eine messbare Hörstörung, zum Beispiel eine c5-Senke oder einen ausgeprägten asymmetrischen Hochtonabfall, der im vorliegen
den Fall nicht nachweisbar sei
(Urk. 9/35/8-9).
Weiter legte Dr. D._ dar, dass
d
ie Ausrichtung einer Integritäts
entschädigung auf ORL-Gebiet
nicht geschuldet
sei. Es handle
sich um ein psychosomatisches Leiden mit Soma
tisierung von diffusen Beschwer
den im Bereich der
HWS,
des Nackens und d
es Kopfes im Sinne von subjekti
ven Schwindelbeschwerden, ohne dass ein organisches Korrelat für diese Be
schwerden nachgewiesen werden könne.
Aus
ORL-fachärztlicher Sicht bestehe
keine Einschränkung
in
der Arbeits
fähigkeit als Hilfsmonteur. Solange subjektiv
Schwindel bestehe,
sollten Arbeiten mit Absturzgefahr, auf Gerüst
en, Leitern und Podesten sowie
Arbeiten, bei denen Körperteile durch rotierende Maschinenelemente erfas
st werden könnten, unter
bleiben (Urk. 9/35/10).
3.3
Kreisarzt Dr. A._ erklärte in der ärztlichen Beurteilung vom 22. Dezember 2014 (Urk. 9/38/8), dass der Beschwerdeführer am 16. November
2012 einen Sturz von einer Leiter
erlitten habe. Nach eige
nen Angaben
sei er zunächst auf den rechten Fuss und
danach auf die rechte Gesässseite
gestürzt
und
schliesslich
auf die rechte Rückenseite
gefallen
. Den Kopf habe er
nicht angeschlagen. Der von Dr. med. F._, FMH Neurologie,
im Bericht vom 14. Mai 2013
geschil
derte Unfallmechanis
mus (Aufprall des Hinterkopfes auf dem Betonboden, Urk. 10/27/1) entspreche
offensichtlich nicht dem tatsächlichen Ablauf des Stur
zes. Somi
t sei
weder eine Commotio noch bei eher seitlichem Sturz eine peit
schenhiebartige HWS-Distorsion überwiegend wahrscheinlich. Die
zeitnah zum
Unfallereign
is erstellten Arztberichte würden denn
auch lediglich eine LWS-Kontusion an
geben
, keine Kontusion oder Distorsion der HWS. Nach eigenen Angaben des
Beschwerdeführers seien
jedoch ab F
ebruar 2013 Nackenschmerzen aufgetreten, und Dr. F._ beschreibe
eine Bewegungseinsc
hränkung der HWS um 40 % mit pal
patorisch verdickter und druckdolenter Nacken- und Schulter
muskulatur auf beiden
Sei
ten. Neurologische Ausfälle
würden allerdings
nicht
bestehen
. Ein Anhalt für eine unfallbedingte strukturelle Läsion auf ne
urologi
schem Fachgebiet liege nicht vor. Im MRI der LWS vom 7. Mai
2013
hätten sich
lediglich degenerative Veränderungen
und kein
Anhalt für eine unfallbedingte strukturelle Läsion
gefunden
.
Bezüglich des Sturzes vom 16. November 2012 sei
somit nur von einer Kontu
sion im Bereich der LWS auszugehen,
ohne unfallbe
dingte
strukturelle Veränderungen. Die ab Februar 2013 g
ekl
agten Kopf-/Na
ckenschmerzen seien als unfallfremd einzuordnen.
Kreisarzt Dr. A._ führte sodann aus, dass der Beschwerdeführer am 18. Juli 2013
in Kroatien erneut
gestürzt sei, dieses Mal
auf den Schädel. Auch hier
werde
von
Dr. F._
wieder eine leichte
Commotio cerebri sowie ein Stauchungs- und Ü
berdehnungstrauma der HWS d
iagnostiziert. Im MRI vom 11. September 2013 würden
eine grössere Arachnoid
alzyste (anlagebedingt), degene
rative Ver
änderungen im Bereich der HWS und
eine
mindergradige ventrale Höhenmind
e
rung von Th1-3 diagnostiziert. Die neurologische Untersuchung von Dr. F._ am 24. September
2013
habe
unauffällige Befunde
ergeben, so dass
eine Verlet
zung am Nervensystem nicht
anzunehmen sei.
In den
erneuten MRI-Untersuchungen von Gehirn und HWS
seien
in Bezug auf das Gehirn keine Traumafolgen
ersichtlich gewesen. In Bezug auf die HWS hätten
sich degenera
tive Veränderungen
gefunden,
und ursprünglich
seien
auf Höhe
der Halswirbel
körper (
HWK
)
3 einige diffuse, am ehesten posttraum
atische Veränderungen diagnosti
ziert
worden. Auf Nachfrage bei Prof. Dr. med. G._ von der
Klinik für Neuroradio
logie des E._ seien diese Veränderungen aber als unspezi
fisch
und nicht absolut indikativ für post
traumatische Veränderungen klassifi
ziert worden
. Die otoneurologische, audiologische, olfaktometrische und gusto
m
etrische Untersuchung vom 27. November
2014
habe
ebenfalls keine überwie
gend
wahrscheinliche Unfallkausalität
der geklagten Beschwerden
ergeben
. Auch die von
Dr. Z._
und
Dr. F._
imme
r wieder beschriebenen Nackenbe
schwerden bei palpatorisch verdickter Na
ckenmuskulatur seien nicht überwie
gend wahr
scheinlich unfallbedingt, da die
se
Beschwerden schon vor
dem Unfall vom 18. Juli 2013 bestanden hätten.
Die Deckplattenimpressionen von
Brustwir
belkörper (
BWK
)1-3 seien
nur möglicherweise
auf den Unfall vom 18. Juli 2013 zurückzuführen, da ein entsprechendes Öd
em, was Anzeic
hen einer frischeren Fraktur sei, nicht vorhanden gewesen sei (Ö
deme nach Frakturen könn
ten
bis zu eine
m Jahr persistieren).
Ein Zusamm
enhang mit dem Unfall vom 16. November 2012 sei
nicht überwiegend wahrscheinlich, da der Unfall
– nach Angaben des Beschwerdeführers selbst -
de
utlich weniger dramatisch abgelaufen sei
als von
Dr. F._
geschildert und ein adäquater Traumamechanismus für BWK-Frakturen
fehle. Unabhängig davon hätten
die Deckplattenimpressionen von BWK1-3 auch nicht zu einer wesentlichen Veränderung
der Wirbelsäulenstatik geführt. Eine Unfallkausalität der muskulären Verspannungen sei inzwischen mit dem nun erheblichen zeitlichen Abstand zum Unfallereignis nicht mehr überwie
gend wahrscheinlich (Urk. 9/38/8-10).
3.4
Die Fachpersonen des H._ nannten im Bericht vom 24. Dezember 2014 folgende Diagnosen (Urk. 9/39/4):
(1)
eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
(2)
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
(3)
ein Bruxismus (ICD-10 F45.8)
(4)
ein Tinnitus (ICD-10 H93.1)
(5)
Status nach Arbeitsunfall (Sturz von der Leiter, 3 m) mit/bei
-
Status nach Commotio cerebri (Patientenangabe)
(6)
Status nach
2.
Unfall 2013
Die Fachpersonen des
H._
erklärten, dass aktuell von einer 100%igen Arbeits
unfähigkeit auszugehen sei. Allfällige Arbeitsversuche würden sich für den Beschwerdeführer sehr desta
bilisierend auswirken (Urk. 9/39
/4).
3.5
Die Ärzte des I._ stellten im von der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, in Auftrag gegebenen polydisziplinären Gutachten vom 15. August 2016 als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit) eine mittelgradige depres
sive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.1). Diagnosen ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit) nannten sie folgende (Urk. 3/3 S. 22):
(1)
eine
chronische Schmerzstörung mit somatische
n und psychischen Faktoren
(ICD-
10 F45.41)
(2)
ein
Hypnotika-Abhängigkeitssyndrom (iatrogen; ICD-10 F13.2)
(3)
ein panvertebragenes Schmerzsyndrom be
i altersentsprechenden geringen
dege
nerativen Veränderungen ohne radikuläre Reizung
(4)
ein
e Humeroulnar
arthrose rechts
(5)
ein Senk-Spreiz-Plattf
uss beidseits
(6)
ein Spannungskopfschmerz beidseits (Differentialdiagnose: medikamenteninduzierter Kopfschmerz)
(7)
eine Arachnoidalzyste temporal rechts
(8)
eine arterielle Hypertonie
(9)
eine Refluxkrankheit
(10)
eine Umbilika
l
hernie
(11)
eine Adipositas Grad II (BMI 35.6 kg/m2)
Die Ärzte des I._ gaben an, dass der Beschwerdeführer von orthopädisch-traumatologischer, neurologischer und internistischer Seite sowohl für die früher durchgeführte Tätigkeit als selbständiger Wirt (Koch, Kellner) als auch in der bis
herigen Tätigkeit als Hilfsheizungsmonteur zu 100 % arbeitsfähig sei. Eine län
gerfristige, somatisch begründete Arbeitsunfähigkeit erachteten sie retrospektiv nicht als erwiesen. Von psychiatrischer Seite schränke die diagnostizierte mittel
gradige depressive Störung die Arbeitsfähigkeit im Umfang von 20 bis 30 % ein (Urk. 3/3 S. 24 ff.).
3.6
Dr. Z._ hielt in der an den Beschwerdeführer gerichteten Stellungnahme zum Gutachten des I._ vom 2. Dezember 2016 fest, dass unverändert ein aus
gedehntes Schmerzsyndrom mit Schwerpunkt cervicocephal mit Begleitschwin
del vorliege, welches auf die erwähnten Unfälle zurückgehe - den Kopfanprall mit HWS-Trauma im November 2012, den Sturz vom 18. Juli 2013 mit leichter Commotio cerebri sowie Stauchungs- und Überdehnungstrauma der HWS und den Velosturz vom 25. Juni 2014 mit erneut leichter Commotio cerebri sowie diversen Schürfungen, Prellungen und Kontusionen. Es sei eine deutliche, schmerzbedingte Bewegungseinschränkung der HWS um insgesamt 80 % gege
ben, mit palpatorisch verdickter und druckdolenter Nacken- und Schultermusku
latur sowie weiteren Druckdolenzen der übrigen paravertebralen Muskulatur. Als weitere wichtige Befunde bestünden deutliche neuropsychologische Defizite wie erhöhte Ermüdbarkeit, Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit, Wortfindungs
störungen, erhöhte Reizbarkeit, verminderte körperliche und intellektuelle Leis
tungsfähigkeit und Belastbarkeit. Aus somatischer Sicht sei der Beschwerdeführer zu mindestens 70 % arbeitsunfähig. Dass im traumatologischen/orthopädischen Gutachten des I._ auf die Commotio cerebri und die daraus folgenden post
commotionalen Beschwerden nicht eingegangen werde, erachte er als den Haupt
fehler bzw. –mangel des Gutachtens (Urk. 3/2 S. 2 ff.).
4.
4.1
Streitig und zu prüfen ist zunächst, ob im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 1. April 2015 noch organische Folgen der Unfallereignisse vom 16. November 2012, 18. Juli 2013 und 25. Juni 2014 gegeben waren.
4.2
Hinsichtlich der Unfälle vom 16. November 2012 und vom 18. Juli 2013 legte Kreisarzt Dr. A._ in der ärztlichen Beurteilung vom 22. Dezember 2014 über
zeugend dar, dass die festgestellten BWK1-3 Deckplattenimpressionen nur mög
licherweise durch diese beiden Unfälle entstanden seien. Dies zum einen, weil bei Vorliegen von frischeren Frakturen, die auf den Unfall vom 18. Juli 2013 zurückzuführen gewesen wären, im MRI der HWS vom 11. September 2013 mehr Ödem zu erwarten gewesen wäre. Zum anderen, weil beim Unfall vom 16. November 2012 ein adäquater Traumamechanismus für BWK-Frakturen fehlte.
Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches indes nicht (vgl
. E. 1.3). Ebenso nachvollziehbar sind Dr. Schills Darlegungen dazu, dass sich
an
HWS und
BWS nur
degenerative Ver
änderunge
n fänden und dass von
neurologischer Seite ebenfalls keine unfallbe
dingten strukturellen
Veränderungen aufgetreten
seien (Urk. 9/38/8-10; vgl. auch E. 3.3).
Im Anschluss an das Unfallereignis vom 25. Juni 2014 - Dr. Z._ hatte in diesem Zusammenhang in seinem Bericht vom 2. September 2014 insbesondere eine fragliche Commotio cerebri diagnostiziert (Urk. 9/16/1) – wurden am 9. Sep
tember und 10. Oktober 2014 (weitere) MRI-Untersuchungen (LWS, HWS, Gehirn) durchgeführt. Traumafolgen liessen sich im Rahmen dieser Abklärungen aber nicht nachweisen (Urk. 9/21-22, Urk. 9/27-28 und Urk. 11/247). Danach wurde der Beschwerdeführer von Dr. D._ in ORL-Hinsicht eingehend fachärzt
lich untersucht, wobei Dr. D._ in ihrem Bericht vom 1. Dezember 2014 begründet dargetan hat, weshalb für die Schwindelbeschwerden kein organisches Korrelat bestehe. Zudem erläuterte Dr. D._ auch - unter Hinweis auf das Fehlen anderer objektivierbarer pathologischer Befunde wie etwa eine messbare Hörstö
rung -, weshalb sich der geklagte Tinnitus nicht mit der notwendigen überwie
genden Wahrscheinlichkeit den drei angeschuldigten Unfällen zuordnen lasse (Urk. 9/35/7-10; vgl. auch E. 3.2).
Dass die Beschwerdegegnerin im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 1. April 2015, das heisst gut neun Monate nach dem letzten Unfallereignis vom 25. Juni 2014, das Vorliegen organischer Unfallfolgen verneinte, ist vor diesem Hinter
grund einleuchtend und plausibel.
4.3
Was der Beschwerdeführer dagegen vorbrachte (vgl. Urk. 1), vermag nicht zu überzeugen. So bemerkte Kreisarzt Dr. A._ zu Recht (Urk. 9/38/8-9), dass auf
grund des zunächst geschilderten Unfallmechanismus des Unfalls vom 16. November 2012 (Sturz aus einem Meter Höhe, Aufschlagen mit dem rechten Fuss, Kippen auf die rechte Gesässseite und Fall auf die rechte Rückenseite, explizit ohne Kopfanschlagen; Urk. 10/1 und Urk. 10/40), auf den vorliegend abzustellen ist, die gemäss Dr. F._
damals angeblich erlittene
leichte
Com
motio und das HWS-Trauma
nicht überw
iegend wahrscheinlich seien. Die von Dr. Z._
und
Dr. F._
erwähnten Nackenbe
schwerden bei palpatorisch verdickter Na
ckenmuskulatur erachtete Dr. A._ sodann nachvollziehbarerweise als nicht
unfallbedingt, da die
se
Beschwerden ab Februar 2013 aufgetreten seien.
Schliesslich erklärten die Fachpersonen der Abteilung für Neuropsychologie der Neurologischen Klinik des E._ im Bericht vom 10. November 2015 (Urk. 9/57/3) – entgegen den Darlegungen des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 8) – nicht, dass
die drei erwähnten Unfälle klar ursächlich
seien
für das diagnostizierte HWS-Trauma
mit permanenten starken Kopfschmerzen, anhaltenden Schlafstörungen und daraus resultierenden psychischen Bel
astungen mit Leidensdruck. Sie hielten vielmehr lediglich fest, dass ein Zusammenhang zwischen den drei Traumata von Kopf und oberer HWS für den Beschwerdeführer ohne Zweifel gegeben sei. Sie selbst waren der Auffassung, es sei aus neuropsychologischer Sicht wahrschein
lich, dass bei starker psychischer Belastung (der Beschwerdeführer sei durch die Unfallserie aus der Bahn geworfen worden und sei auch verunsichert bezüglich der Arachnoidalzyste) und der Schlafproblematik dieser Zusammenhang nur ein indirekter sei.
Zusätzliche Abklärungen in somatischer Hinsicht und die Durchführung eines funktionellen Leistungstests (vgl. Urk. 1) sind unter diesen Umständen nicht angezeigt.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie es sich mit den organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden (vgl. dazu
Urk. 9/39/4
,
Urk. 3/3 S. 22
und Urk. 9/57) verhält.
5.2
Bei der Beurteilung de
r Adäquanz von organisch nicht hinreichend
nachweisba
ren Unfallfolgeschäden ist rechtsprechungsgemäss
wie folgt zu differenzieren: Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schle
uder
trauma der HWS oder
eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung
erlitten hat. Hat die versicherte Person eine solche Verletzung erlitten, muss beurteilt werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehören
den Beeinträchtigungen
wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reiz
barkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. vorliegen
(Urteil des Bundesgerichts U 65/07 vom 14. Dezember 2007 E. 2.2 und E. 4.5 mit Hin
weisen).
Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend bemerkte (Urk. 2 S. 6), sind
die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der HWS gehörenden Beein
trächtigungen infolge des Unfalles vom 18. Juli 2013 zwar teilweise gegeben, treten im Vergleich zur ausgeprägten psychischen Problematik aber in den Hin
tergrund. Demgemäss ist die Beurteilung der Adäquanz nach der Praxis des Bun
desgerichts nicht nach den für das Schleudertrauma in BGE 117 V 359 entwi
ckelten Kriterien, sondern nach den in BGE 115 V 133 für psychische Fehlent
wicklungen nach einem Unfall aufgestellten Kriterien vorzunehmen (BGE 127 V 102 E. 5b/bb, 123 V 98 E. 2a, RKUV 1995 Nr. U 221 S. 113 ff., SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 1; ferner BGE 134 V 109 E. 10.2 f.).
5.3
Unbestritten ist, dass die Unfallereignisse vom 16. November 2012, 18. Juli 2013 und 25. Juni 2014 im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. dazu die Kasuistik in Rumo-Jungo/Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2012, S. 62 ff.) höchstens im mittelschweren Bereich im Grenzbereich zu den leichten Unfällen einzustufen sind.
Die Unfälle haben sich nicht unter besonders dramatisch
en Begleitumständen abgespielt und waren auch nicht
besonders eindrücklich.
Die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen war sodann erfahrungsgemäss nicht geeignet, eine psychische Fehlentwicklung auszulösen. Die ärztliche Behandlung der objektivierbaren Unfallverletzungen dauerte nicht ungewöhnlich lange. Zudem sind auch keine unfallbedingten körperlichen Dauerschmerzen ausgewie
sen.
Eine
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim
mert hätte, wurde
vom
Bes
chwerdeführer
nic
ht geltend gemacht und geht
aus den Akten
auch
nicht hervor. Hinsichtlich der objektivierbaren Unfallfolgen kann nicht von einem schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen gesprochen werden.
Ebenso
wenig ist ein hoher Grad und ein
e
länger dauernde physisch bedingte A
rbeitsunfähigkeit ausgewiesen.
5.
4
Demnach ist v
on den sieben massgebenden Adäquanzkriterien keines erfüllt
(vgl. E. 1.4.4)
. Das Vorliegen eines adäquaten Kausalzusammenhan
ges zwischen den Unfallereignissen vom
16. November 2012, 18. Juli 2013 und 25. Juni 2014
und
den psychischen bzw. den organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden des Beschwerdeführers ist deshalb zu verneinen.
6.
6.1
Die Beschwerdegegnerin hat die Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen daher zu Recht per 1. April 2015 eingestellt. Zudem besteht unter den gegebenen U
mständen kein Anspr
uch auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsent
schädigung (vgl. E. 1.5).
Der vom Beschwerdeführer beantragte Beizug sämtlicher Akten des invaliden
versicherungsrechtlichen Verfahrens (Urk. 1 S. 6) ist im Übrigen nicht erforder
lich.
6.2
Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Besch
werde führt.
7.
7.1
Da der Beschwerdeführer
be
dürftig ist (Urk. 23-24
), der Prozess nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden kann un
d die anwaltliche Vertretung des Beschwerdeführers geboten war, ist ihm Rechtsanwalt Eric Stern als unent
geltlicher Rechtsvertreter
für das vorliegende Verfahren
zu bestellen. Da Rechts
anwalt Stern trotz Aufforderung (Urk. 25
) keine Honora
rnote eingereicht hat,
ist die Entschädigung in Anwendung von §§ 7 f. der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (GebV SVGer) nach Ermessen festzusetzen. Unter Berücksichtigung des zu schätzenden
notwen
digen Aufwandes sowie des
gerichtsüblichen Stundenansatz
es
von Fr. 220.-- resultier
t eine Entschädigung von Fr. 1‘7
00.-- (inkl. Barauslagen und MWSt).
7.2
Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Prozessführung erweist sich als
obsolet,
weil das vorliegende Verfahren kostenlos ist (Art. 61 lit. a ATSG).
7.3
Kommt der
Besch
werdeführer
künftig in günstige wirtschaftliche Verhä
ltnisse, so kann das Gericht ihn
zur Nachzahlung der Auslagen für die
unentgeltliche
Rechtspflege verpflichten (§ 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht, GSVGer).