Decision ID: 8c012164-e6c1-51dc-8299-8b521ad7bb5a
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X zog am 1. Dezember 2006 von A/SO herkommend nach B im Kanton St. Gallen.
Seit dem 29. Juni 2006 lebt er von seiner Ehefrau Y getrennt. Im Jahr 2006 war er für
die C AG unselbständig erwerbstätig. Daneben übte er eine selbständige
Erwerbstätigkeit aus. In der Steuererklärung 2006 deklarierte er ein steuerbares
Einkommen von Fr. 113'002.-- und ein steuerbares Vermögen von Fr. 22'422.--. Das
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 2/10
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
kantonale Steueramt veranlagte ihn in der Folge für die Staats- und Gemeindesteuern
2006 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 122'700.-- zum Satz von Fr.
158'800.-- und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 80'000.-- zum Satz von Fr.
192'000.--, wobei die Einkünfte aus selbständiger Erwerbstätigkeit ermessensweise auf
Fr. 60'000.-- geschätzt wurden.
B.- Mit Schreiben vom 2. Januar 2009 erhob X gegen diese Veranlagung Einsprache
mit dem sinngemässen Antrag, die ermessensweise Aufrechnung bei der
selbständigen Erwerbstätigkeit sei fallen zu lassen. Mit Entscheid vom 12. Mai 2009
wurde die Einsprache vom kantonalen Steueramt abgewiesen.
C.- Gegen diesen Einsprache-Entscheid erhob X mit Eingabe seines Vertreters vom 8.
Juni 2009 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, der
angefochtene Einsprache-Entscheid sei aufzuheben und der Rekurrent mit einem
steuerbaren Einkommen von Fr. 113'002.-- und einem steuerbaren Vermögen von Fr.
22'422.-- zu veranlagen; eventualiter sei die Streitsache zur Neubeurteilung an die
Vorinstanz zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Mit Vernehmlassung vom 13. Juli 2009 beantragte die Vorinstanz die kostenfällige
Abweisung des Rekurses. Dazu nahm der Vertreter des Rekurrenten mit Schreiben
vom 13. August 2009 Stellung. Am 11. März 2010 reichte der Rekurrent ein
zusätzliches Beweismittel ein, das der Vorinstanz zur Kenntnis gebracht wurde.
Im Rahmen der Rekursbearbeitung wurden zusätzliche Abklärungen getätigt, welche
den Parteien zur Kenntnis gebracht wurden. Der Rekurrent nahm dazu mit Eingabe
vom 15. April 2010 Stellung.
Auf die von den Parteien zur Begründung ihrer Anträge gemachten Ausführungen
sowie die Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/10
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 8. Juni 2009 ist rechtzeitig eingereicht
worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen
(Art. 194 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG; Art. 48 des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist
einzutreten.
2.- Umstritten ist die ermessensweise Aufrechnung von Einkünften aus selbständiger
Erwerbstätigkeit.
a) Der Rekurrent macht geltend, er befinde sich seit längerer Zeit in Ehescheidung. Die
Einzelfirma DY stehe im Eigentum seiner Ehefrau. Sie allein habe aus dieser Firma
Erträge generiert. Ihm seien daher weder die Erträge des Jahres 2006 bekannt, noch
habe er damals von der Firma DY irgendeinen Betrag erhalten. Während der Zeit der
gemeinsamen Haushaltführung sei er für die Firma seiner Ehefrau tätig gewesen. Dies
habe sich mit der Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft schlagartig geändert. Die
Annahme eines Reingewinns sowie die Zurechnung eines solchen im ersten Halbjahr
2006 seien unzulässig. Im Rahmen des Eheschutzes sei die vollständige Trennung der
finanziellen Belange der Parteien erfolgt. Seine Aussage, es sei ihm klar, dass er das
Einkommen aus der selbständigen Erwerbstätigkeit im ersten Halbjahr 2006 versteuern
müsse, bestreite er; ebenso die Aussage, dass keine Unterlagen vorhanden seien, aus
denen hervorgehe, dass ihm der Zugriff auf die Konti verwehrt gewesen sei. Ab dem
Zeitpunkt der Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft habe er keine Möglichkeit mehr
gehabt, mit der Firma der Ehefrau ein Einkommen zu erzielen und an die Unterlagen
der Firma zu gelangen.
Die Vorinstanz hält entgegen, das Verhalten des Rekurrenten sei widersprüchlich. Im
persönlichen Gespräch vom 16. Februar 2009 habe er erklärt, es sei ihm klar, dass er
das Einkommen vom 1. Januar bis 30. Juni 2006 zu versteuern habe. Wenn tatsächlich
Einkommen der getrennt lebenden Ehefrau vorläge, hätte der Rekurrent zumindest in
der Höhe jener Zahlungen, die auf sein Konto eingegangen, aber nicht in seiner
Erfolgsrechnung enthalten seien, Überweisungen an diese tätigen müssen. Trotz
entsprechender Aufforderung habe er diesen Nachweis nicht erbracht. Es sei auch kein
Nachweis vorhanden, wonach es ihm tatsächlich verwehrt gewesen sei, Auszüge der
gemeinsamen Konten aus früheren Jahren zu beschaffen.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/10
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
b) Gemäss Art. 177 Satz 1 StG nimmt die Veranlagungsbehörde die Veranlagung nach
pflichtgemässem Ermessen vor, wenn der Steuerpflichtige trotz Mahnung seine
Verfahrenspflichten nicht erfüllt hat oder Steuerfaktoren mangels zuverlässiger
Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt werden können. In dieser Bestimmung werden
zwei Fälle unterschieden. Einerseits berechtigt die Verletzung von Verfahrenspflichten
zur Ermessensveranlagung, anderseits ist eine solche vorzunehmen, wenn keine
zuverlässigen Unterlagen vorhanden sind.
Für den Fall des Fehlens zuverlässiger Unterlagen ist entscheidend, dass der
Sachverhalt nicht abklärbar und daher ungewiss ist. Folglich darf der Steuerpflichtige
nicht ohne vorgängige Untersuchung durch die Steuerbehörden ermessensweise
veranlagt werden. Auch bei einer Ermessensveranlagung müssen alle Abklärungen
getroffen werden, die sich aufgrund der Aktenlage aufdrängen und ohne grossen
Aufwand durchführbar sind. Erst wenn sich die Ungewissheit im Sachverhalt trotz
dieser Untersuchungen nicht beseitigen lässt, ist eine Ermessensveranlagung
vorzunehmen (Zweifel/Athanas, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/
2b, 2. Aufl. 2008, N 43 zum gleich lautenden Art. 130 des Bundesgesetzes über die
direkte Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG).
In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist bei der Ermessensveranlagung von Bedeutung,
dass der Steuerpflichtige diese nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit anfechten
kann. Die Einsprache ist zu begründen und muss allfällige Beweismittel nennen
(Art. 180 Abs. 2 StG). Erfolgte zu Recht eine Ermessensveranlagung, so hat der
Einsprecher die Unrichtigkeit der Veranlagung nachzuweisen; es kommt zu einer
Umkehr der Beweisführungspflicht zu Lasten des Steuerpflichtigen.
Die offensichtliche Unrichtigkeit der Ermessensveranlagung kann vom Steuerpflichtigen
auf zwei Arten nachgewiesen werden. Zum einen kann er den wirklichen Sachverhalt
dartun und beweisen. Damit entfallen die Voraussetzungen einer
Ermessensveranlagung, weil die Steuerfaktoren im Rahmen einer ordentlichen
Veranlagung einwandfrei ermittelt werden können. Als zweite Art des
Unrichtigkeitsnachweises steht es dem Steuerpflichtigen auch offen zu beweisen, dass
die Schätzung an sich offensichtlich unrichtig ist. Denn die Veranlagungsbehörde ist
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/10
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
verpflichtet, die Höhe der Schätzung zu überprüfen (Zweifel/Athanas, a.a.O., N 39 zu
Art. 132 DBG).
c) Der Rekurrent reichte als Beilage zur Steuererklärung 2006 eine Erfolgsrechnung
seiner Einzelfirma EX, Beratung-Marketing-Verkauf, für den Zeitraum 1. Juli bis 31.
Dezember 2006 ein. Darin wird ein Gewinn von Fr. 14'192.45 ausgewiesen. Im
Veranlagungsverfahren forderte das kantonale Steueramt den Rekurrenten mehrmals
auf, einen Jahresabschluss für die selbständige Erwerbstätigkeit vom 1. Januar bis
30. Juni 2006 samt Grundaufschrieben sowie monatliche Bankauszüge der
Geschäftskonten einzureichen. Mit Schreiben vom 5. August und 8. September 2008
wurde ihm eine Ermessensveranlagung angedroht. In der Folge setzte die Vorinstanz
das im Jahr 2006 erzielte Einkommen des Rekurrenten aus selbständiger
Erwerbstätigkeit auf Fr. 60'000.-- fest.
Der Rekurrent bestreitet, in der Zeit vor der Trennung Einkünfte aus selbständiger
Erwerbstätigkeit erzielt zu haben mit der Begründung, dass die Einzelfirma seiner Frau
gehört habe. Aus den Veranlagungsprotokollen der Veranlagungsbehörde A/SO für die
Jahre 2004 und 2005 geht hervor, dass der Rekurrent während der Zeit des ehelichen
Zusammenlebens keine Einkünfte aus selbständiger Erwerbstätigkeit erzielt hat. Das
gesamte Einkommen der Einzelfirma DY wurde als Einkommen aus selbständiger
Erwerbstätigkeit der Ehefrau veranlagt (act. 16/1 und 16/2). Es kann daher davon
ausgegangen werden, dass die Einzelfirma DY im Eigentum der Ehefrau stand und sie
die Erträge daraus erzielte. Diese Einzelfirma wurde im Jahr 2006 unter dem Namen
der Ehefrau weiter betrieben, bis die Ehe am 29. Juni 2006 faktisch getrennt wurde.
Dem Rekurrenten können daher für das erste Halbjahr 2006 keine Einkünfte aus
selbständiger Erwerbstätigkeit aufgerechnet werden. Daran vermag die Tatsache, dass
er zugegebenermassen für diese Einzelfirma tätig war, nichts zu ändern. Ebenfalls ist
nicht entscheidend, dass der Rekurrent gegenüber der Vorinstanz angeblich erklärt
haben soll, es sei ihm klar, dass er Einkünfte aus dieser Zeit zu versteuern habe. Diese
Aussage wird zudem bestritten. Schliesslich führt auch der Umstand, dass im Kanton
Solothurn bei der Ehefrau im Jahr 2006 offenbar keine Einkünfte aus selbständiger
Erwerbstätigkeit besteuert wurden, zu keiner anderen Lösung.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/10
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Zu prüfen bleibt, ob der Rekurrent sämtliche Einkünfte aus seiner selbständigen
Erwerbstätigkeit ab 1. Juli 2006 verbucht hat. Gemäss den eingereichten
Kontoauszügen sind im Zeitraum Juni bis Dezember 2006 Honorareingänge von rund
Fr. 40'000.-- ersichtlich, wobei drei Überweisungen der F AG per 29. Dezember 2006
von total Fr. 5'600.-- darin nicht enthalten sind. Insgesamt ergeben sich somit
Honorareinnahmen von rund Fr. 45'000.--. In der Erfolgsrechnung der Einzelfirma des
Rekurrenten per 31. Dezember 2006 wurden lediglich Einnahmen von Fr. 24'447.--
verbucht. Es fragt sich daher, ob die nicht verbuchten Honorare von rund Fr. 21'000.--
der Ehefrau des Rekurrenten zustanden und ihr auch überwiesen wurden. Zwei der
nicht verbuchten Einnahmen in der Höhe von Fr. 12'142.-- wurden dem Privatkonto
des Rekurrenten bei der Raiffeisenbank Z per 9. Juni und 17. Juli 2006 gutgeschrieben.
Am 19. Juni 2006 bzw. 28. Juli 2006 erfolgten von dort Vergütungen von Fr. 8'626.30
bzw. Fr. 12'000.-- zugunsten des gemeinsamen Kontos Nr. 17803.90 der Eheleute bei
derselben Bank. Eine nicht verbuchte Honorareinnahme von Fr. 1'200.-- wurde am
4. Juli 2006 direkt dem gemeinsamen Konto gutgeschrieben. Die vier Gutschriften auf
dem Euro-Konto im Umfang von € 5'344.34 bzw. Fr. 8'390.-- betreffen Aufträge, die
noch vor der Trennung erteilt wurden (Rechnungen vom 1. und 29. Mai sowie 25. Juni
2006). Aufgrund der im fraglichen Zeitraum getätigten Bezüge ab diesem Konto in der
Höhe von € 5'500.-- ist nicht auszuschliessen, dass auch diese Erträge an die Ehefrau
weiter geleitet worden sind.
d) Unter diesen Umständen erweist sich die ermessensweise Aufrechnung eines
selbständigen Nebenerwerbseinkommens von Fr. 60'000.-- als offensichtlich unrichtig,
weshalb sie fallen zu lassen ist. Stattdessen ist das Einkommen aus der selbständigen
Erwerbstätigkeit des Rekurrenten ab 1. Juli 2006 wie deklariert mit Fr. 14'192.-- zu
veranlagen. In diesem Punkt ist der Rekurs gutzuheissen. Das satzbestimmende
steuerbare Einkommen verringert sich damit auf Fr. 113'000.--.
Bei der interkantonalen Steuerausscheidung ist das Einkommen aus selbständiger
Erwerbstätigkeit in Anwendung von Art. 68 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (SR 642.14) im
Verhältnis zur Dauer der wirtschaftlichen Zugehörigkeit zum Kanton Solothurn bzw.
Kanton St. Gallen aufzuteilen. Nachdem der Rekurrent die selbständige
Erwerbstätigkeit am 1. Juli 2006 aufgenommen und seinen Wohnsitz per 1. Dezember
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/10
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
2006 in den Kanton St. Gallen verlegt hat, entfällt ein Sechstel der Einkünfte auf den
Kanton St. Gallen. Die Ausscheidung präsentiert sich demnach folgendermassen:
Spalte 1Spalte 2Spalte 3Spalte 4Spalte 5
EinkommenTotal SatzTotal SGSG AuSO Kappel
Einkünfte bewegliches Vermögen454545
Verwaltungskosten Wertschriften454545
Einkünfte bew. Vermögen netto0000
Einkünfte aus Liegenschaften9'071 9'071
Liegenschaftsunterhalt1'815 1'815
Vermögensertrag I7'256007'256
Schuldzinsen total7'9454'1254'1253'820
Vermögensertrag netto-689-4'125-4'1253'436
Einkünfte unselbst. Tätigkeit163'410163'410163'410
Einkünfte selbst. Tätigkeit14'1922'3652'36511'827
Total Erwerbseinkünfte177'602165'775165'77511'827
Zwischentotal-I176'913161'650161'65015'263
Berufskosten2'4002'4002'4000
Vorsorgebeiträge6'1925'7805'780412
Zwischentotal-II168'321153'470153'47014'851
Ausgleich Schuldzinsen interkant. 3'4363'436-3'436
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/10
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Zwischentotal-III168'321156'906156'90611'415
Quoten Zwischentotal-III 93.2293.226.78
Abzüge
Unterhaltsbeiträge/Renten52'92049'33249'3323'588
Personenversicherungsprämien2'4002'2372'237163
Steuerbares Einkommen113'000105'300105'300
3.- Der Rekurrent beantragt ferner, das steuerbare Vermögen sei wie deklariert auf Fr.
22'422.-- festzusetzen. Eine nähere Begründung zu diesem Antrag macht er jedoch
nicht.
Der Rekurrent ist hälftiger Miteigentümer einer Liegenschaft im Kanton Solothurn.
Deren Verkehrswert hat er in der Steuererklärung 2006 mit Fr. 93'895.-- deklariert.
Zusammen mit den Wertschriften von Fr. 69'854.--, den Lebensversicherungen von
Fr. 158'246.-- sowie abzüglich der Schulden von Fr. 224'553.-- und des Freibetrages
von Fr. 75'000.-- ergab sich ein steuerbares Vermögen von Fr. 22'422.--. Die
Vorinstanz hat diese Vermögensdeklaration unverändert übernommen. Einzig den
Verkehrswert der ausserkantonalen Liegenschaft hat sie nach den anerkannten Regeln
zur interkantonalen Steuerausscheidung praxisgemäss auf Fr. 264'078.-- aufgewertet
(vgl. St. Galler Steuerbuch 16 Nr. 1). Dagegen bringt der Rekurrent keine
substantiierten Einwände vor. Es bleibt daher beim veranlagten Vermögen von Fr.
80'000.-- zum Satz von Fr. 192'000.--. In diesem Punkt ist der Rekurs abzuweisen.
4.- Der Rekurs ist folglich teilweise gutzuheissen und der angefochtene Einsprache-
Entscheid der Vorinstanz vom 12. Mai 2009 aufzuheben. Der Rekurrent ist für die
Staats- und Gemeindesteuern 2006 neu mit einem steuerbaren Einkommen von
Fr. 105'300.-- zum Satz von Fr. Fr. 113'000.-- und einem steuerbaren Vermögen von
Fr. 80'000.-- zum Satz von Fr. 192'000.-- zu veranlagen.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/10
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
5.- Die amtlichen Kosten sind dem Verfahrensausgang entsprechend zu einem Fünftel
dem Rekurrenten und zu vier Fünfteln dem Staat aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP).
Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'000.-- ist angemessen (Art. 13 Ziff. 522 des
Gerichtskostentarifs, sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- ist bis
zum Betrag von Fr. 200.-- zu verrechnen. Die Finanzverwaltung ist anzuweisen, dem
Rekurrenten Fr. 600.-- zurückzuerstatten.
Gemäss Art. 98 Abs. 2 VRP werden im Rekursverfahren ausseramtliche Kosten
entschädigt, soweit sie aufgrund der Rechts- und Sachlage als notwendig und
angemessen erscheinen. Im vorliegenden Fall war angesichts des interkantonalen
Verhältnisses und des Dahinfallens der Familienbesteuerung der Verzicht auf den
Beizug eines Vertreters im Rekursverfahren nicht zumutbar. Eine Kostennote ist nicht
eingereicht worden. In Anbetracht der nicht sehr umfangreichen Akten sowie des
ersichtlichen Aufwands für die Rekurseingabe erscheint eine Entschädigung von
Fr. 1'500.-- zuzüglich Barauslagen von 4% und Mehrwertsteuer von 7,6% als
angemessen (vgl. Art. 19, 22 Abs. 1 lit. b und 28 und 29 der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten; sGS 963.75). Die ausseramtliche Entschädigung
wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Unterliegen auferlegt (Art. 98
VRP). Entsprechend dem Verfahrensausgang sind die ausseramtlichen Kosten zu drei
Fünfteln zu entschädigen (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St.
Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 832). Das ergibt eine Entschädigung von Fr. 936.--
zuzüglich Mehrwertsteuer. Kostenpflichtig ist der Staat (kantonales Steueramt).