Decision ID: a0932cb2-425c-45ff-b060-fbb4474e1d2a
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ verletzte sich am 18. Oktober 2010 während der Arbeit als Koch am linken
Oberarm und an der Schulter, als er einen mit Eis gefüllten Kübel anhob (act. G 4.1/IV-
act. 1, 3, 14; act. G 4.2/Fremdakten Suva 29, 33). Im Arztbericht vom 20. Oktober 2010
diagnostizierten Dr. med. B._ und Dr. med. C._, Kantonsspital St. Gallen
(nachfolgend KSSG), eine nicht dislozierte Tuberculum majus Fraktur links (DD: alte
Fraktur) und den Verdacht auf eine Supraspinatussehnenläsion links (Fremdakten Suva
32). Im Arztbericht vom 25. November 2010 erhoben Dr. med. D._ und Dr. med.
E._, Klinik für Orthopädische Chirurgie, KSSG, basierend auf einer Arthro-MRI
Untersuchung eine Tendinitis der langen Bicepssehne mit Pulleyläsion und eine
Partialruptur der Subscapularissehne (Fremdakten Suva 25).
A.b Am 26. April 2011 kündigte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis mit dem
Versicherten per 30. Juni 2011, da sie ihm keine leidensadaptierte Tätigkeit anbieten
konnte (IV-act. 7-3, 13, 31, 142).
A.c Im Arztbericht vom 9. Mai 2011 diagnostizierte Dr. med. F._, Facharzt für
Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie, St. Gallen, beim Versicherten u.a.
eine rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelschwergradige bis schwergradige
depressive Episode. Aus psychiatrischer Sicht ging er von einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit aus (Fremdakten Suva 4). Im Arztbericht vom 18. Mai 2011 ging Dr.
med. G._, Facharzt für Allgemein und Innere Medizin FMH, wegen des
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Schulterleidens und auch aus psychiatrischen Gründen von einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit aus (Fremdakten Suva 3).
A.d Am 25. Mai 2011 führte die IV-Stelle im Rahmen der Früherfassung eine
Eingliederungsberatung durch (IV-act. 7). Am 31. Mai 2011 meldete sich der
Versicherte zum Bezug von Leistungen bei der Invalidenversicherung an (IV-act. 10).
A.e Am 27. Juni 2011 wurden beim Versicherten im KSSG arthroskopisch eine
Rotatorenmanschettennaht sowie eine subacromiale Dekompression an der linken
Schulter durchgeführt (IV-act. 39-16).
A.f Im Arztbericht vom 25. November 2011 stellten Dr. H._ und lic phil. I._ die
Diagnosen: rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelschwergradige depressive
Episode (ICD-10: F33.1), Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2) und eine sich
abzeichnende somatoforme Störung mit hypochondrischen Elementen (ICD-10: F45.8).
Sie empfahlen dem Versicherten eine stationäre Therapie (IV-act. 39-13 ff.). Im
Arztbericht vom 8. Dezember 2011 diagnostizierte Dr. med. E._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH,
Orthopädie J._, Restbeschwerden (DD: Reruptur) bei Status nach arthroskopischer
Rotatorenmanschettenrekonstruktion links 06/11. Er schätzte die aktuelle
Arbeitsfähigkeit auf 0% (IV-act. 39-11 f.).
A.g Am 15. Dezember 2011 untersuchte Suva-Kreisarzt Dr. med. K._, Facharzt für
Chirurgie FMH, den Versicherten. Der Kreisarzt erhob eine Bewegungseinschränkung
der linken Schulter, vor allem bei Abduktion, weniger bei Anteversion, eine mässige
Tendinopathie der Subraspinatussehne und begleitende Bursitis subacromialis/
subdeltoidea linksseitig. Er ging ab dem 19. Dezember 2011 von einer 50%igen und ab
Januar 2012 von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit aus für eine leichte bis höchstens
mittelschwere körperliche Tätigkeit mit gesamthaft reduziertem Armeinsatz links ohne
Notwendigkeit des Hebens und Tragens von Gewichten über Hüfthöhe,
ausnahmsweise auch bis Brusthöhe, linksseitig und ohne Notwendigkeit von Über-
Kopf-Arbeiten (IV-act. 39-5 ff.).
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A.h Vom 21. Februar bis 23. März 2012 war der Versicherte in der Klinik L._
hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 25. Mai 2012 diagnostizierten die Klinikärzte u.a.
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10:
F33.1), und einen Status nach Schulteroperation links 2011, bei Zustand nach Unfall
(IV-act. 52). Im Arztbericht vom 28. Juni 2012 ging Psychiater Dr. H._ vom Vorliegen
einer rezidivierenden depressiven Störung, aktuell leichtgradige depressive Episode
(ICD-10: F33.0), einer Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2) und einer somatoformen
Schmerzstörung mit hypochondrischen Elementen (ICD-10: F45.8) aus (IV-act. 53). Im
Arztbericht vom 21. Oktober 2012 nannte Dr. M._, Fachärztin für Innere Medizin, mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit persistierende Schulterschmerzen und eine leichte bis
mittelschwere Depression. Für Tätigkeiten, bei denen der linke Arm nicht mehr als 90
Grad abduziert werden müsse und nur leichte Lasten zu bewegen seien, schätzte sie
die Arbeitsfähigkeit auf 100% (IV-act. 61).
A.i Am 15. Oktober 2012 begann der Versicherte einen auf drei Monate angesetzten
Arbeitsversuch als Koch im Hotel N._ (IV-act. 64, 68, 83). Im Arztbericht vom 5.
November 2012 berichteten Dr. med. O._ und Dr. med. P._, Klinik für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, KSSG, über
ihre Erkenntnisse aus der Nachkontrolle des Versicherten vom 30. Oktober 2012. Die
Ärzte empfahlen die Durchführung einer nochmaligen Schulterarthroskopie für eine
Bizepssehnen-Tenotomie, Reacromioplastik und gegebenenfalls
Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion (IV-act. 67). Mit Mitteilung vom 26. November
2012 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten Unterstützung bei der Stellensuche
durch die Eingliederungsberatung (IV-act. 70). Am 17. Dezember 2012 wurde im KSSG
die empfohlene zweite Schulteroperation durchgeführt (IV-act. 73). Die Orthopädieärzte
des KSSG attestierten dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis 31. März
2013 (IV-act. 78, 80, 81).
A.j Am 15. August 2013 trat der Versicherte eine unbefristete Stelle als Koch im
Alterswohn- und Pflegeheim Q._ mit einem 60%-Pensum verteilt auf drei Tage pro
Woche an (IV-act. 95, 98, 102, 105, 117-31, 41).
A.k Mit Mittteilung vom 7. Oktober 2013 erklärte die IV-Stelle ihre
Eingliederungsbemühungen für abgeschlossen (IV-act. 92).
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A.l Im Arztbericht vom 10. Dezember 2013 erachtete Dr. M._ den Versicherten in
einer wechselbelastenden Tätigkeit (ohne langes Stehen oder Sitzen, nur leichte
körperlicher Belastung und keine Belastung der HWS) in einer ruhigen
Arbeitsumgebung (ohne hohen Zeitdruck) zu 4 Stunden pro Tag als arbeitsfähig (IV-act.
104-2 f.). Im Bericht vom 14. Januar 2014 schätzte Dr. phil. R._, Psychologe, die
Arbeitsfähigkeit des Versicherten aus psychologischer Sicht auf 4 Stunden pro Tag ein
(IV-act. 109).
A.m Am 22. April 2014 wurde der Versicherte in der Medizinischen Abklärungsstelle, St.
Gallen (nachfolgend MEDAS), bidisziplinär begutachtet von Dr. med. S._, Fachärztin
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, und med.
prakt. T._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Das Gutachten stammt vom
5. Juni 2014 (IV-act. 117). Im psychiatrischen Teilgutachten diagnostizierte med. prakt.
T._ eine rezidivierende depressive Störung, welche aktuell remittiert sei (ICD-10:
F33.4), sowie akzentuierte leistungsorientierte Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1). Er
empfahl eine ambulante psychiatrische oder psychologische Behandlung und die
Abgabe von Medikamenten, um eine erneute depressive Episode zu verhindern. Aus
psychiatrischer Sicht liege keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor. Dem
Versicherten sei deshalb seine aktuelle Tätigkeit als Koch (60%-Pensum) auch in
Vollzeit zumutbar (IV-act. 117-38 ff., 45). In orthopädischer Hinsicht diagnostizierte Dr.
S._ mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit insbesondere ein Impingement¬syndrom
Schultergelenk rechts bei Supraspinatussehnenruptur im ventralen Ansatz und
mittleren Sehnendrittel und eine leichtgradige AC-Gelenkarthrose rechts. Zur linken
Schulter führte die Gutachterin aus, dass diese nach der zweiten Schulterarthroskopie
mit subacromialer Dekompression fast uneingeschränkt beweglich sei. Bis auf
minimale Druckdolenzen und eine geringe Kraftabschwächung beim Bicepssehnen-
Anspanntest hätten keine Auffälligkeiten gefunden werden können. Im MRI der HWS
habe sich eine beginnende Spondylosis deformans in Höhe C4-6 gezeigt. Die vom
Versicherten geklagten Beschwerden seien somatisch erklärbar und es liege keine
Schmerzausweitung vor. Zur Arbeitsfähigkeit führte die Gutachterin aus, dass der
Versicherte in der angestammten Tätigkeit als Koch durch den ständigen Armeinsatz
rechts und links handicapiert sei. Er könne keine schweren Töpfe und Pfannen über
Hüfthöhe heben und keine Tätigkeiten über Kopf dauerhaft durchführen. Sie
bezweifelte deswegen, ob der Versicherte die Tätigkeit als Koch dauerhaft weiterführen
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könne (IV-act. 117-43 ff.). Zusammenfassend erklärten die Gutachter, dass der
Versicherte bedingt durch Rotatorenmanschettenruptur rechts und Status nach
zweimaliger arthroskopischer Operation links in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit zu 0%
arbeitsfähig sei, denn er sei weder in der Lage schwere Töpfe und Pfannen über 25 kg
zu heben noch sei ein repetitiver Armeinsatz beidseits dauerhaft leistbar. Als zumutbar
erachteten sie eine leichte bis mittelschwere Arbeit ohne ständigen Armeinsatz
beidseits, ohne Überkopfarbeiten rechts bzw. ohne ständiges schweres Heben und
Tragen von Lasten über 10 kg. In einer entsprechend adaptierten, wechselbelastenden
Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 117 S. 46).
A.n Mit Vorbescheid vom 26. Juni 2014 informierte die IV-Stelle den Versicherten über
die geplante Abweisung des Anspruchs auf eine Invalidenrente (IV-act. 122).
A.o Im Einwand vom 19. August und in der Ergänzung vom 18. September 2014 be-
antragte der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana, St.
Gallen, die Zusprache von Massnahmen nach Art. 18 IVG (IV-act. 126). Am 7. Mai 2015
führte die IV-Stelle mit dem Versicherten und dessen Rechtsvertreter ein Gespräch zur
Klärung der notwendigen Leistungen der Invalidenversicherung durch (IV-act. 129,
135). Mit Schreiben vom 3. Juli 2015 teilte die IV-Stelle St. Gallen dem Versicherten die
Ablehnung des Leistungsbegehrens um berufliche Massnahmen mit. Zur Begründung
wurde angeführt, der Versicherte fühle sich in der aktuellen Tätigkeit im zumutbaren
Pensum eingegliedert und er wünsche keine Unterstützung im Rahmen der
Arbeitsvermittlung (IV-act. 137).
A.p Mit Verfügung vom 31. Juli 2015 lehnte die IV-Stelle den Anspruch auf eine
Invalidenrente ab, da der Invaliditätsgrad unter 40% liege. Zur Begründung wurde
angeführt, dass der Versicherte in der aktuellen 60%-Anstellung als Koch seine
Restarbeitsfähigkeit nicht voll ausschöpfe, denn es bestehe gemäss ärztlicher
Einschätzung in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit. Beim Invalideneinkommen sei deshalb auf den anwendbaren
Tabellenlohn der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BfS)
abzustellen. Bei einem Vollzeitpensum könne er als Hilfsarbeiter Fr. 61'776.- pro Jahr
verdienen. Die Erwerbseinbusse betrage demzufolge Fr. 5'574.- und der
Invaliditätsgrad 8%, weshalb kein Rentenanspruch bestehe (IV-act. 138).
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B.
B.a Gegen die Verfügung vom 31. Juli 2015 erhob der Rechtsvertreter des
Versicherten am 14. September 2015 Beschwerde mit folgenden Rechtsbegehren (act.
G 1): Die Verfügung vom 31. Juli 2015 sei aufzuheben. Es sei eine Viertelsrente,
eventualiter halbe Rente zu sprechen. Eventualiter seien berufliche Massnahmen in die
Wege zu leiten. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Vorinstanz. Im
Weiteren wurde der Beizug der RAV-Akten verlangt. Zur Begründung wurde
insbesondere ausgeführt, dass der Beschwerdeführer mit dem aktuellen 60%-Pensum
als Koch sein verbliebenes Arbeitspotential voll ausschöpfe. Deshalb sei beim
Invalideneinkommen vom aktuellen Verdienst auszugehen.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 5. November 2015 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 4). Es könne nicht auf das
derzeit erzielte Einkommen in der 60%-Anstellung als Koch abgestellt werden, denn
gemäss MEDAS-Gutachten sei dem Beschwerdeführer in einer seiner Behinderung
optimal angepassten Hilfsarbeiterstelle ein 100%-Pensum zumutbar. Ausgehend vom
Einkommen gemäss Tabellenwert (LSE 2012, privater Sektor, Männer,
Kompetenzniveau 1), angepasst an die Normalarbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche
und die Nominallohnentwicklung bis 2014, resultiere bei einer Vollzeittätigkeit ein
Jahresverdienst von rund Fr. 66'613.-. Dies ergebe bei Berücksichtigung eines
10%igen Leidensabzugs ein Invalideneinkommen von Fr. 59'952.-. Das
Valideneinkommen - ermittelt auf der Basis des zuletzt vor dem Unfall im Jahr 2010
erzielten Lohns - betrage für das Jahr 2014 Fr. 70'106.-, die Erwerbseinbusse folglich
Fr. 10'154.- und der Invaliditätsgrad 14%, weshalb kein Rentenanspruch bestehe.
B.c In der Replik vom 3. Februar 2016 hielt der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers unverändert an den bisherigen Rechtsbegehren fest (act. G 9).
B.d Mit Schreiben vom 17. Februar 2016 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die
Einreichung einer Duplik (act. G 11).

Erwägungen
1.
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Gegenstand der angefochtenen Verfügung vom 31. Juli 2015 ist der Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Rente der Invalidenversicherung. Die IV-Stelle verneinte
den Rentenanspruch, weil der ermittelte Invaliditätsgrad geringer als 40% sei (IV-act.
138, act. G 4). Der Beschwerdeführer vertritt dagegen die Ansicht, dass er zumindest
einen Anspruch auf eine Viertelsrente habe, da er mit seiner aktuellen Tätigkeit seine
Leistungsfähigkeit voll ausschöpfe (act. G 1). Strittig und deshalb zu prüfen ist, ob die
abweisende Verfügung über den Rentenanspruch vom 31. Juli 2015 rechtmässig war.
2.
2.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) Versicherte, die: a. ihre Erwerbsfähigkeit
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können; b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40
Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG, SR 830.1) gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
2.3 Die massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs. 2 IVG).
3.
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Zunächst ist zu prüfen, ob der medizinische Sachverhalt und die verbliebene
Arbeitsfähigkeit ausreichend geklärt sind.
3.1 Zur Beurteilung der Auswirkungen einer Krankheit ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
256 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist
entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den
erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden
berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person
auseinander setzt, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände
und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen
Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie
prüfend nachvollziehen kann und ob der Experte oder die Expertin nicht
auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen
erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (vgl. BGE 134 V 231
E. 5.1; 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c).
3.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei ihrem Rentenentscheid insbesondere auf
das MEDAS-Gutachten vom 5. Juni 2014 ab (IV-act. 117).
3.2.1 Im MEDAS-Gutachten wurde eingehend und umfassend die Vorgeschichte
anhand der Aktenlage dargelegt sowie die Anamnese in allgemeiner, persönlicher und
systemischer Hinsicht erhoben. Die physischen Befunde und Diagnosen
(Impingementsyndrom Schultergelenk rechts bei Supraspinatussehnenruptur im
ventralen Ansatz und mittleren Sehnendrittel, eine leichtgradige AC-Gelenkarthrose
rechts, Status nach arthroskopischer Rotatorenmanschettennaht links und
subacromialer Dekompression [26.06.2011] und Status nach Re-Arthroskopie
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Schultergelenk links mit Bizepstenotomie und subacromialer Dekompression
[17.12.2012], aktuell gute Funktion, Schmerzreduktion) basieren nachvollziehbar auf
objektiven Kriterien unter Würdigung der subjektiven Angaben des Beschwerdeführers.
Dass gemäss den Gutachtern dem Beschwerdeführer nur noch leichte bis
mittelschwere Arbeiten, ohne ständigen Armeinsatz beidseits, ohne Überkopfarbeiten
rechts bzw. ohne ständiges schweres Heben und Tragen von Lasten über 10 kg
zumutbar seien und er in einer voll adaptierten, wechselbelastenden Tätigkeit zu 100%
arbeitsfähig sei, überzeugt aufgrund der genannten Beeinträchtigungen im Bereich der
rechten Schulter, des rechten Oberarmes und den trotz zweimaliger Operation noch
verbliebenen Beschwerden im Bereich des linken Oberarms und der linken Schulter.
3.2.2 Die gutachterliche Einschätzung, dass aus psychiatrischer Sicht nicht von
einer (zusätzlichen zu berücksichtigenden) Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
auszugehen sei, überzeugt, obwohl im bidisziplinären MEDAS-Gutachten vom 5. Juni
2014 eine ambulante psychiatrische oder psychologische Behandlung und die Abgabe
von Medikamenten, um eine erneute depressive Episode zu verhindern, empfohlen
wurden, denn zum Zeitpunkt der Begutachtung konnte weder der Gutachter eine
depressive Störung feststellen noch liegen entsprechende aktuelle Befunde anderer
Fachärzte vor. Die Einschätzungen der MEDAS-Gutachter werden zudem durch die
Stellungnahme der RAD-Ärztin Dr. med. U._, Fachärztin für Physikalische Medizin
und Rehabilitation, vom 16. Juni 2014 gestützt: So könne auf das MEDAS-Gutachten
vom Juni 2014 abgestellt werden, da es ausführlich, schlüssig und nachvollziehbar sei
(vgl. IV-act. 118). In den Akten befinden sich keine neueren, der gutachterlichen
Einschätzung widersprechenden Arztberichte und vom Beschwerdeführer wurden
keine Einwände vorgebracht, welche weitergehende Abklärungen bzw. die Einholung
eines Ober- bzw. Gerichtsgutachten gebieten würden.
3.2.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass hinsichtlich einer leidensangepassten
Tätigkeit von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen ist.
4.
Da Rentenleistungen der Invalidenversicherung grundsätzlich einen minimalen
Invaliditätsgrad von 40% voraussetzen und der Invaliditätsgrad vorliegend umstritten
ist (vgl. act. G 1, G 4 und G 9), ist dieser nachfolgend zu prüfen.
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4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(sog. Valideneinkommen; vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28. April 2015,
8C_612/2014, E. 4.2).
4.2
4.2.1 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die
versicherte Person im Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient
hätte (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28. April 2015, 8C_612/2014, E. 4.2.2.1). In
der Regel wird am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es der empirischen
Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden
fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt sein (BGE 129 V 224 E. 4.3.1 mit Hinweisen).
4.2.2 Frühestmöglicher Rentenbeginn ist der 1. Dezember 2011, sechs Monate nach
Geltendmachung des Leistungsanspruchs (Art. 29 Abs. 1 IVG). Zu diesem Zeitpunkt
war auch das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG unbestrittermassen erfüllt. Das
hypothetische Valideneinkommen des Beschwerdeführers von jährlich Fr. 68‘701.- im
Jahr 2011 ist durch die Angaben der früheren Arbeitgeberin ausgewiesen (Fremdakten
Suva 195). Darauf ist im Folgenden abzustellen.
4.3
4.3.1 Bei der Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung
primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte
Person aktuell steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei
der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen
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ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft,
und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und
nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als
Invalidenlohn (vgl. UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, 2015, Art. 16 N 50). Ist
kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können
insbesondere Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 129 V
475 E. 4.2.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 25. November 2016,
9C_532/2016, E. 4.1.1). Nachfolgend ist daher zu prüfen, ob bei der Rentenberechnung
hinsichtlich des Invalidenlohnes auf den aktuellen Verdienst abzustellen ist bzw. die
Voraussetzungen dafür gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung erfüllt sind.
4.3.2 Der Beschwerdeführer ist in einer leidensangepassten Tätigkeit 100%
arbeitsfähig (vgl. vorstehende E. 3). Somit nützt er mit der aktuellen 60%igen
Anstellung als Koch, welche zudem nicht leidensangepasst ist, seine
Restarbeitsfähigkeit nicht gänzlich aus. Auf dem hypothetischen ausgeglichenen
Arbeitsmarkt kann der Beschwerdeführer ein höheres Einkommen erzielen, zumal keine
Gründe ersichtlich sind, die gegen einen Stellenwechsel sprechen (Urteil des
Bundesgerichts vom 19. August 2011, 8C_237/2011, E. 2.3). In diesem
Zusammenhang ist von Relevanz, dass der Beschwerdeführer zwar vor und nach der
Gesundheitsschädigung im Koch- bzw. Gastronomiebereich gearbeitet hat. Diese
Tätigkeiten hat er indes nicht als gelernter Koch im Sinne des hier geltenden
Berufsbilds ausgeübt. Konkrete Anhaltspunkte dafür sind weder ersichtlich (UV-act.
173-25) noch werden solche geltend gemacht. Der Beschwerdeführer hat schon vor
seinem Unfall immer spezifische oder nicht speziell qualifizierte Küchen- und
Gastronomiearbeit, mithin als Hilfsarbeiten zu qualifizierende Tätigkeiten, ausgeübt. Es
ist ihm damit zumutbar, auch in Zukunft seinen Einschränkungen angepasste
Hilfsarbeiten im Umfang von 100% auszuüben. Bezüglich Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit ist darauf hinzuweisen, dass auf dem hypothetischen,
ausgeglichenen Arbeitsmarkt Hilfsarbeiten grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt
werden (Urteil des Bundesgerichts vom 19. November 2010, 8C_657/2010, E. 5.2.3 mit
Hinweisen). Damit ist nicht auf das tatsächlich erzielte Einkommen abzustellen und die
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Prüfung der weiteren Voraussetzungen gemäss vorstehender E. 4.3.1 kann
unterbleiben.
4.3.3 Zur Ermittlung des Invalideneinkommens kann damit auf die Tabellenlöhne der
LSE abgestützt werden (vgl. E. 4.3.1). In Anbetracht der Kenntnisse und Fähigkeiten
des Beschwerdeführers und der im MEDAS-Gutachten genannten zu
berücksichtigenden gesundheitlichen Einschränkungen ist auch mit Verweis auf die
Ausführungen gemäss vorstehender E. 4.3.2 vom Lohn eines Hilfsarbeiters
auszugehen. Der Totalwert für den gesamten privaten Sektor gemäss LSE-Tabelle TA1
Sektor 4 für Männer betrug im Jahr 2011 bei 100%iger Tätigkeit Fr. 61‘910.- (vgl. auch
Anhang 2 der Textausgabe Invalidenversicherung, Allgemeiner Teil des
Sozialversicherungsrechts, Gesetze und Verordnungen, 2015, herausgegeben von der
Informationsstelle AHV/IV, S. 226). Ein Abzug vom Tabellenlohn ist angezeigt, nachdem
das Spektrum an zumutbaren Verweistätigkeiten wegen des Erfordernisses eines nicht
ständigen Armeinsatzes auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als
ausserordentlicher Umstand anzusehen ist, der nicht bereits bei der Leistungsfähigkeit
als limitierender Faktor berücksichtigt worden ist. Die genaue Abzugshöhe kann indes
offenbleiben, nachdem auch bei einem maximalen Abzug von 25% (BGE 126 V 80 E. 5
b/cc) kein rentenbegründender Invaliditätsgrad von 40% resultiert. Nach Art. 28 Abs. 2
IVG besteht damit kein Anspruch auf eine Rente und die Beschwerde ist in diesem
Punkt abzuweisen.
5.
Der Beschwerdeführer beantragt eventualiter berufliche Massnahmen.
5.1 Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich lediglich
Rechtsverhältnisse zu überprüfen bzw. zu beurteilen, zu denen die zuständige
Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung – Stellung
genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise
weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem
Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und
insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 f. E. 2.1).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
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St.Galler Gerichte
5.2 Die Frage nach einem Anspruch auf berufliche Massnahmen war nicht Gegenstand
der Verfügung vom 31. Juli 2015 (IV-act. 141; vgl. vorstehende E. 1). Bereits mit
Mitteilung vom 3. Juli 2015 hat die Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf berufliche
Massnahmen verneint. Darin wurde der Beschwerdeführer ausdrücklich darauf
hingewiesen, dass er eine einsprachefähige bzw. beschwerdefähige Verfügung
verlangen könne (IV-act. 137). Dies hat er bis zum aktuellen Zeitpunkt nicht getan.
Entsprechend ist mangels Verfügung in diesem Punkt auf die Beschwerde nicht
einzutreten.
6.
6.1 Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis Fr.
1'000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint in
der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem unterliegenden
Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.- aufzuerlegen und
an den bereits geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe anzurechnen.
6.3 Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.