Decision ID: 6c6e4cc1-5954-41c5-9ce2-6539af27fe0c
Year: 2012
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Sachverhalt:
A. Interpol Moskau ersuchte mit Meldung vom 21. Januar 2011, ergänzt am 9. August 2011 um Inhaftnahme des russischen Staatsbürgers A. zwecks Auslieferung an Russland (act. 4.1, 4.5). Diese Meldung erfolgte gestützt auf den Haftbefehl des Bezirksgerichts Leninskiy in Sankt Petersburg vom 13. August 2010 (act. 4.23B), worin A. Betrug vorgeworfen wird.
B. Gestützt auf eine Haftanordnung des Bundesamtes für Justiz (nachfolgend
„BJ“) wurde A. am 8. August 2011 in provisorische Auslieferungshaft . Anlässlich seiner Einvernahme vom 9. August 2011 erklärte er, mit einer vereinfachten Auslieferung gemäss Art. 54 des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; SR 351.1) nicht einverstanden zu sein. Auf Nachfrage des BJ bestätigten die russischen Behörden am 9. August 2011, am Auslieferungsersuchen  und machten ergänzende Angaben zur vorgeworfenen Tat (act. 4.9). Das BJ erliess daraufhin am 10. August 2011 einen  (act. 4.11A), wogegen A. mit Eingabe vom 18. August 2011 bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde einreichte, welche mit Entscheid vom 8. September 2011 abgewiesen wurde (RR.2011.209).
C. Mit Note vom 25. August 2011 ersuchte die russische Botschaft in Bern die
Schweiz formell um Auslieferung von A. für die ihm im Haftbefehl des  Leninskiy in Sankt Petersburg vom 13. August 2010 zur Last gelegten Straftaten (act. 4.23). Das Ersuchen wurde A. am 31. August 2011 eröffnet, worauf dieser erneut erklärte, mit einer  an Russland nicht einverstanden zu sein (act. 4.17).
Mit Noten vom 8. und 16. September 2011 sowie vom 7. Oktober 2011 er-
suchte das BJ die russische Botschaft in Bern um Abgabe verschiedener Zusicherungen, welche mit Noten vom 14. September und 11.  2011 übermittelt wurden (act. 4.32, 4.44). A. nahm dazu mit Schreiben vom 14. bzw. 22. September sowie vom 14. Oktober 2011 Stellung (act. 4.40, 4.50).
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D. Mit Verfügung vom 19. Oktober 2011 bewilligte das BJ die Auslieferung von A. an Russland für die dem Auslieferungsersuchen vom 25. August 2011 zugrunde liegenden Straftaten (act. 1.2).
E. Mit Eingabe vom 21. November 2011 führt die Rechtsvertreterin von A. Be-
schwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts mit den , der Auslieferungsentscheid vom 19. Oktober 2010 sei aufzuheben, und die Auslieferung von A. an Russland sei zu verweigern, eventualiter sei der Auslieferungsentscheid aufzuheben und die Sache zur weiteren  an die Vorinstanz zurückzuweisen; zudem sei A. die unentgeltliche Prozessführung mit ihr als Rechtsvertreterin zu bewilligen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. 1).
Das BJ beantragt mit Vernehmlassung vom 2. Dezember 2011 die  Abweisung der Beschwerde (act. 4). Der Beschwerdeführer hält mit Beschwerdereplik vom 21. November 2010 an seinen gestellten Begehren fest (act. 7), worüber das BJ in Kenntnis gesetzt wurde (act. 11).
F. Bereits am 22. September 2011 reichte A. beim Bundesamt für Migration ein Asylgesuch ein (act. 8.2). Er widersetze sich der von den russischen Behörden nachgesuchten Auslieferung und beantrage die Gewährung  Bleiberechts in der Schweiz. Darüber wurde das BJ mit Schreiben vom 3. November 2011 orientiert (act. 4.56). Gestützt auf Art. 55a IRSG wurden die Akten aus dem Asylverfahren im vorliegenden Beschwerdeverfahren beigezogen (act. 6) und den Parteien Akteneinsicht gewährt (act. 15, 16).
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen eingegangen.

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. 1.1 Für den Auslieferungsverkehr und die vorläufige Auslieferungshaft zwi-
schen der Schweiz und Russland sind primär das Europäische  vom 13. Dezember 1957 (EAUe; SR 0.353.1) sowie das zu diesem Übereinkommen am 15. Oktober 1975 ergangene erste  (1. ZP; SR 0.353.11) und das am 17. März 1978 ergangene zweite Zusatzprotokoll (2. ZP; SR 0.353.12) massgebend.
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1.2 Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen nicht abschliessend regeln,
findet auf das Verfahren der Auslieferung und der vorläufigen  ausschliesslich das Recht des ersuchten Staates Anwendung (Art. 22 EAUe), vorliegend also das IRSG und die Verordnung vom 24. Februar 1982 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSV; SR 351.11). Das innerstaatliche Recht gelangt nach dem  auch dann zur Anwendung, wenn dieses geringere Anforderungen an die Auslieferung stellt (BGE 129 II 462 E. 1.1 S. 464; 122 II 140 E. 2 S. 142). Vorbehalten bleibt die Wahrung der Menschenrechte (BGE 135 IV 212 E. 2.3 S. 215; BGE 123 II 595 E. 7c S. 616 ff., je m.w.H.).
2. Gegen Auslieferungsentscheide des BJ kann innert 30 Tagen seit der  des Entscheids bei der Beschwerdekammer des  Beschwerde geführt werden (Art. 55 Abs. 3 i.V.m. Art. 25 Abs. 1 IRSG; Art. 12 Abs. 1 IRSG i.V.m. Art. 50 Abs. 1 VwVG; Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die Organisation der Strafbehörden des Bundes, StBOG; SR 173.71 ; Art. 19 Abs. 1 des  vom 31. August 2010 für das Bundesstrafgericht, BStGerOR; SR 173.713.161). Der Auslieferungsentscheid vom 19.  2011 wurde vom Beschwerdeführer mit Eingabe vom 21.  2011 angefochten. Die vorliegende Beschwerde ist demnach  erhoben worden, weshalb darauf einzutreten ist.
3. 3.1 Der Beschwerdeführer rügt, gemäss der russischen Strafprozessordnung
sei die Untersuchungshaft als Zwangsmassnahme im Falle eines  wegen Betrugs im Zusammenhang mit einer Unternehmenstätigkeit ausgeschlossen. Daher werde die Rüge der unrichtigen Anwendung  Rechts i.S.v. Art. 25 Abs. 4 IRSG erhoben (act. 1, Ziff. 1.2, S. 6).  werde im Haftbefehl vom 13. August 2010 die Verbringung in  für die Dauer von zwei Monaten verfügt. Seit der  in Auslieferungshaft am 10. August 2011 sei die angeordnete  bereits überschritten worden. Die Auslieferung wäre nur dann , wenn die verfügte Haftdauer verlängert werden sollte (act. 1, Ziff. 1.3, S. 6 f.).
3.2 Dem Haftbefehl vom 13. August 2010 ist zu entnehmen, dass dem Be-
schwerdeführer die Betrugshandlung gerade nicht im Zusammenhang mit einer Unternehmenstätigkeit vorgeworfen wird (vgl. act. 4.23B, 2. Seite).
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Auch der Einwand, wonach die Auslieferungshaft die im Haftbefehl verfügte Untersuchungshaft von zwei Monaten bereits überschritten habe, geht fehl. Die Lektüre des vorgenannten Schreibens ergibt nämlich, dass die  Haft erst ab dem Zeitpunkt zu laufen beginnt, sobald sich der  in einer Strafanstalt auf dem Gebiet des ersuchenden Staates aufhält (vgl. act. 4.23B, 3. Seite). Der Beschwerdeführer befindet sich noch in der Schweiz, weshalb die genannte Haftdauer von zwei  im vorliegenden Auslieferungsverfahren unerheblich ist. Die  Rügen erweisen sich daher als haltlos.
4. 4.1 Der Beschwerdeführer rügt sodann, der Haftbefehl des Bezirksgerichts Le-
ninskiy vom 13. August 2010 stelle keine hinreichende Grundlage für die Bewilligung der Auslieferung dar. Aufgrund des Zeitablaufs bestehe die ernstzunehmende Wahrscheinlichkeit einer zwischenzeitlichen Aufhebung der richterlich verfügten Inhaftierung (act. 1, Ziff. 1.1, S. 5 f.). Zudem liege keine auslieferungsfähige Straftat vor. Aufgrund der lückenhaften  sei die Strafbarkeit nach schweizerischem Recht mehr als bedenklich. Im Auslieferungsentscheid werde bloss das  der Arglist behandelt, dem Beschwerdeführer werde unterstellt,  Angaben gemacht zu haben bzw. damit gerechnet zu haben, dass ihre Überprüfung unterbleiben werde (act. 1, Ziff. 3, S. 9).
4.2 4.2.1 Dem Auslieferungsersuchen ist eine Urschrift oder eine beglaubigte Ab-
schrift eines vollstreckbaren verurteilenden Erkenntnisses, eines  oder jeder anderen, nach den Formvorschriften des ersuchenden Staates ausgestellte Urkunde mit gleicher Rechtswirkung beizufügen (Art. 12 Ziff. 2 lit. a EAUe). Solange die ersuchende Behörde an ihrem Rechtshilfeersuchen festhält und keinen Rückzug erklärt, ist auf dieser Grundlage Rechtshilfe zu leisten (Urteil des Bundesgerichts 1A.218/2003 vom 17. Dezember 2003, E. 3.5; ROBERT ZIMMERMANN, La coopération  internationale en matière pénale, 3. Aufl., Bern 2009, S. 287 N. 307). Dasselbe gilt auch für Auslieferungsersuchen (vgl. Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2010.281 vom 18. Januar 2011 E. 5.2.1; RR.2009.230 vom 16. Februar 2010, E. 3.2; RR.2007.99 vom 10.  2007, E. 5).
4.2.2 Gemäss Art. 12 Ziff. 2 lit. b EAUe hat das Auslieferungsersuchen eine Dar-
stellung der Handlungen, derentwegen um Auslieferung ersucht wird, zu enthalten. Zeit und Ort ihrer Begehung sowie ihre rechtliche Würdigung un-
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ter Bezugnahme auf die anwendbaren Gesetzesbestimmungen sind so  wie möglich anzugeben. Unter dem Gesichtspunkt des hier  EAUe reicht es grundsätzlich aus, wenn die Angaben im  sowie in dessen Ergänzungen und Beilagen es den  Behörden ermöglichen zu prüfen, ob ausreichende Anhaltspunkte für auslieferungsfähige Straftaten vorliegen, ob Verweigerungsgründe  sind bzw. für welche mutmasslichen Delikte dem Begehren allenfalls zu entsprechen ist. Der Rechtshilferichter muss namentlich prüfen können, ob die Voraussetzung der beidseitigen Strafbarkeit erfüllt ist. Es kann  nicht verlangt werden, dass die Behörden des ersuchenden Staates den Sachverhalt, der Gegenstand ihrer Strafuntersuchung bildet, lückenlos und völlig widerspruchsfrei darstellen und die Tatvorwürfe bereits  mit Beweisen belegen. Das wäre mit dem Sinn und Zweck des Auslieferungsverfahrens unvereinbar. Die ersuchte schweizerische  hat sich beim Entscheid über ein ausländisches Begehren nicht dazu auszusprechen, ob die darin angeführten Tatsachen zutreffen oder nicht. Sie hat somit nach dem Grundsatz der abstrakten beidseitigen Strafbarkeit (vgl. BGE 136 IV 179 E. 2, 2.3.4) weder Tat- noch Schuldfragen zu prüfen und grundsätzlich auch keine Beweiswürdigung vorzunehmen. Sie ist  an die Darstellung des Sachverhalts im Ersuchen gebunden, soweit diese nicht durch offensichtliche Fehler, Lücken oder Widersprüche sofort entkräftet wird (vgl. BGE 133 IV 76 E. 2.2 S. 79; 132 II 81 E. 2.1 S. 83 f.; Urteile des Bundesgerichts 1C_205/2007 vom 18. Dezember 2007, E. 3.2; 1A.297/2005 vom 13. Januar 2006, E. 2.3 und 3.5, je m.w.H.).
4.2.3 Die Vertragsparteien des EAUe sind grundsätzlich verpflichtet, einander
Personen auszuliefern, die von den Justizbehörden des ersuchenden  wegen strafbaren Handlungen verfolgt werden, welche sowohl nach dem Recht des ersuchenden als auch nach dem des ersuchten Staates mit einer Freiheitsstrafe oder die Freiheit beschränkenden sichernden  im Höchstmass von mindestens einem Jahr oder mit einer  Strafe bedroht sind (Art. 1 und 2 Ziff. 1 EAUe; vgl. auch Art. 35 Abs. 1 lit. a IRSG).
Für die Frage der beidseitigen Strafbarkeit nach schweizerischem Recht ist
der im Ersuchen dargelegte Sachverhalt so zu subsumieren, wie wenn die Schweiz wegen des analogen Sachverhalts ein Strafverfahren eingeleitet hätte (BGE 132 II 81 E. 2.7.2 S. 90). Der Rechtshilferichter prüft daher bloss "prima facie", ob der im Ausland verübte inkriminierte Sachverhalt, sofern er – analog – in der Schweiz begangen worden wäre, die  einer schweizerischen Strafnorm erfüllen würde ( des Bundesstrafgerichts RR.2009.257 vom 29. März 2010, E. 3.2
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mit Hinweisen). Die Strafnormen brauchen nach den Rechtssystemen der Schweiz und des ersuchenden Staates nicht identisch zu sein (Urteil des Bundesgerichts 1A.125/2006 vom 10. August 2006, E. 2.1 m.w.H.). Die richtige Qualifikation nach ausländischem Recht stellt kein formelles  dar und ist vom Auslieferungsrichter daher nicht zu , wenn feststeht, dass der in den Auslieferungsunterlagen  Sachverhalt den Tatbestand eines Auslieferungsdeliktes erfüllt (vgl. BGE 101 Ia 405 E. 4 S. 410 m.w.H.; ZIMMERMANN, a.a.O., S. 536 N. 583). Anders als im Bereich der "akzessorischen" Rechtshilfe ist die  der beidseitigen Strafbarkeit im Auslieferungsrecht für jeden , für den die Schweiz die Auslieferung gewähren soll, gesondert zu  (BGE 125 II 569 E. 6 S. 575; Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2007.55 vom 5. Juli 2007, E. 6.2).
4.3 4.3.1 Russland hat sein Ersuchen um Auslieferung des Beschwerdeführers nicht
zurückgezogen sondern hielt mit Schreiben vom 9. August 2011  an der Auslieferung des Beschwerdeführers fest (act. 4.9). Trotz des geltend gemachten Zeitablaufs ist deshalb die Sachverhaltsdarstellung im Haftbefehl vom 13. August 2010 und in den Ergänzungen massgeblich.
Demnach soll der Beschwerdeführer mit der vorgefassten Absicht, sich ei-
nen unrechtmässigen Vermögensvorteil zu verschaffen, unter Ausnützung seines Vertrauensverhältnisses zur Leitung einer Bank sowie mit Hilfe von falschen Angaben zu seiner beruflichen Tätigkeit im Juni und Juli 2008 in Sankt Petersburg mit der Bank B. zwei Darlehensverträge in der Höhe von RUB 20 bzw. 21,6 Mio. abgeschlossen haben. Dabei habe er unzutreffend angegeben, diese Gelder zur Finanzierung eines Landhauses zu , welches er gar nicht bauen wollte. Die Gelder habe er weder für den Bau des angeblichen Landhauses verwendet noch der Bank , weshalb dieser ein Schaden in der Höhe von RUB 41,6 Mio.  sein soll.
Diese Sachdarstellung enthält keine offensichtlichen Fehler, Lücken oder
Widersprüche. Die russischen Behörden führen sowohl aus, wo der  liegt als auch in welchem Zeitraum der Beschwerdeführer die  Handlungen begangen haben soll. Ferner legen sie dar, wie er dabei vorgegangen sei und aufgrund welcher Argumente ihm die Bank das Geld gegeben habe. Den gesetzlichen Erfordernissen von Art. 12 Ziff. 2 lit. b EAUe ist Genüge getan, die diesbezügliche Rüge geht fehl.
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4.3.2 Nach schweizerischem Recht erfüllt den Tatbestand des Betruges wer in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern,  durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig  oder ihn in einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu  Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Vermögen schädigt. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes  unter anderem arglistig, wer ein ganzes Lügengebäude errichtet oder sich besonderer Machenschaften oder Kniffe bedient. Ein Lügengebäude liegt vor, wenn mehrere Lügen derart raffiniert aufeinander abgestimmt sind und von besonderer Hinterhältigkeit zeugen, dass sich auch das kritische Opfer täuschen lässt. Ist dies nicht der Fall, scheidet Arglist jedenfalls dann aus, wenn sowohl das vom Täter gezeichnete Bild insgesamt wie auch die falschen Tatsachen für sich allein in zumutbarer Weise überprüfbar  wären und schon die Aufdeckung einer Lüge zur Aufdeckung des  Schwindels geführt hätte (BGE 126 IV 165 E. 2a; 119 IV 28 E. 3a-c, je m.w.H.). Als besondere Machenschaften gelten Erfindungen und  sowie das Ausnützen von Begebenheiten, die allein oder gestützt durch Lügen oder Kniffe geeignet sind, das Opfer irrezuführen. Machenschaften sind eigentliche Inszenierungen; sie bestehen aus einem ganzen System von Lügen und setzen damit gegenüber einer blossen Summierung von Lügen höhere Anforderungen an die Vorbereitung, Durchführung und  der Täuschungshandlung voraus. Sie sind gekennzeichnet durch , planmässige und systematische Vorkehren, nicht aber  durch eine besondere tatsächliche oder intellektuelle Komplexität (BGE 129 IV 165 E. 2a; 122 IV 197 E. 3d m.w.H.). Arglist ist auch bei  falschen Angaben gegeben, wenn deren Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht zumutbar ist, sowie dann, wenn der Täter den Getäuschten von der möglichen Überprüfung abhält oder nach den Umständen voraussieht, dass dieser die Überprüfung der  aufgrund eines besonderen Vertrauensverhältnisses unterlassen  (BGE 129 IV 165 E. 2a; 125 IV 124 E. 3; 122 IV 246 E. 3a, je m.w.H.).
4.3.3 Vorliegend soll sich der Beschwerdeführer unter Ausnützung seines Ver-
trauensverhältnisses zur Leitung der betroffenen Bank einen  Vermögensvorteil von RUB 41,6 6 Mio. verschafft haben. Aufgrund dieses Vertrauensverhältnisses konnte der Beschwerdeführer , dass seine Angaben bezüglich der angeblichen Verwendung der  (vgl. supra E. 4.3.1) und auch seine Solvenz nicht überprüft würden. Prima facie ist von einem arglistigen Verhalten im Sinne der vorgenannten Rechtsprechung auszugehen. Sein Verhalten wäre demnach nach  Recht strafbar und würde den Tatbestand des Betrugs nach Art. 146 StGB erfüllen, welcher mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder
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Geldstrafe bedroht ist. Das Erfordernis der beidseitigen Strafbarkeit ist  erfüllt und die diesbezügliche Rüge unbegründet.
5. 5.1 Der Beschwerdeführer bestreitet sodann, die vorgeworfene Tat begangen
zu haben. Weil er die Sachverhaltsschilderung der russischen Behörde , habe der Beschwerdegegner die gebotenen Abklärungen  (act. 1, Ziff. 2, S. 7 f.).
5.2 Behauptet der Verfolgte, beweisen zu können, dass er zur Zeit der Tat
nicht am Tatort war, so nimmt das BJ die gebotenen Abklärungen vor (Art. 53 Abs2 Satz 1 IRSG). Andernfalls wird der ersuchende Staat unter Vorlage der entlastenden Beweise aufgefordert, innert kurzer Frist zu , ob er das Ersuchen aufrechterhalten will (Art. 53 Abs. 2 Satz 2 IRSG). Den Alibibeweis kann der Verfolgte nur mit dem Nachweis führen, dass er zur fraglichen Zeit überhaupt nicht am Tatort war oder dass es sich um  Irrtum in der Person handelt. Dieser Nachweis ist unverzüglich und ohne Weiterungen zu erbringen (BGE 123 II 279 E. 2b S. 281; 113 Ib 276 E. 3b - c S. 281 ff., je m.w.H.; Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2007.72 vom 29. Mai 2007, E. 5.3; ZIMMERMANN, a.a.O., S. 625 f. N. 673).
5.3 Wie bereits im Entscheid bezüglich Auslieferungshaft dargelegt wurde,  der Beschwerdeführer keinen Alibibeweis im vorgenannten Sinne (vgl. RR.2011.209). Die blosse Behauptung, die vorgeworfenen Taten nicht begangen und sich nicht am Tatort befunden zu haben, reicht als Alibi nicht aus. Auch die beigelegten Quittungen eines Hotels sind in keiner Weise geeignet nachzuweisen, dass der Beschwerdeführer zur fraglichen Zeit nicht am Tatort war. Unter diesen Umständen war der Beschwerdegegner nicht verpflichtet, weitere Abklärungen vorzunehmen. Die Beschwerde  sich auch in diesem Punkt als unbegründet.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer keine Gründe anführt, welche einer Auslieferung entgegenstehen. Seine  an Russland – für die ihm vorgeworfenen Handlungen – erweist sich daher grundsätzlich als zulässig.
5.4 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist in Fällen, in denen ein Asylverfahren hängig ist und die Auslieferung grundsätzlich bewilligt  kann, die Auslieferung nur unter dem Vorbehalt zu erteilen, dass dem Verfolgten kein Asyl gewährt wird (Urteil des Bundesgerichtes
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1.A.267/2005; BGE 122 II 373). Zum Zeitpunkt des  des BJ vom 19. Oktober 2011 hatte dieses noch keine Kenntnis des hängigen Asylverfahrens. Dementsprechend wurde die Auslieferung des Beschwerdeführers vorbehaltlos verfügt. Das Asylverfahren des  ist noch hängig (vgl. supra Lit. F.). Deshalb ist der entsprechende Vorbehalt im vorliegenden Beschwerdeverfahren durch die , welche über Beschwerden gegen Auslieferungsentscheide mit umfassender Kognition entscheidet (vgl. z.B. Entscheid des  RR.2008.144 vom 19. August 2008, E. 4.2 ) anzubringen. Die  des Beschwerdeführers an Russland für die dem  der russischen Botschaft in Bern vom 25. August 2011 zugrunde liegenden Straftaten wird daher nur unter dem Vorbehalt der Abweisung des beim Bundesamt für Migration hängigen Asylverfahrens bewilligt.
6. 6.1 Die Beschwerdekammer befreit eine Partei, welche nicht über die erforder-
lichen Mittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskosten, sofern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG) und bestellt dieser einen Anwalt, wenn es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig erscheint (Art. 65 Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind Prozessbegehren als aussichtslos anzusehen, wenn die  beträchtlich geringer erscheinen als die Verlustgefahren und sie deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und  ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen  verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess  würde. Ob im Einzelfall genügende Erfolgsaussichten bestehen,  sich nach den Verhältnissen zur Zeit, zu der das Gesuch um  Rechtspflege gestellt wird (BGE 129 I 129 E. 2.3.1; 128 I 225 E. 2.5.3; 124 I 304 E. 2c).
6.2 Die Auslieferung des Beschwerdeführers an Russland ist offensichtlich zu-
lässig weshalb seine Begehren als aussichtslos im vorgenannten Sinne anzusehen sind. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und  ist somit abzuweisen.
6.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Ge-
richtskosten selber zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG). Für die Berechnung der Gerichtsgebühren gelangt das
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BStKR i.V.m. Art. 63 Abs. 5 VwVG zur Anwendung. Unter Berücksichtigung aller Umstände ist die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 3’000.-- .
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