Decision ID: 8020664c-c58c-41a6-8fc2-af57ad9b9a66
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. E. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21,
Postfach 27, 9004 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rentenrevision (Einstellung)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 5. Juni 1997 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Er
litt an einem schlecht einstellbaren Diabetes mellitus Typ I (festgestellt 198_). Im Januar
1997 waren im Kantonsspital St. Gallen eine autonome Neuropathie, eine periphere
Polyneuropathie, eine beginnende diabetische Nephropatie, eine hypochrome
mikrozytäre Anämie sowie eine reaktive Depression festgestellt worden (IV-act. 3). Der
behandelnde Endokrinologe Dr. med. B._, Facharzt für Endokrinologie und
Diabetologie FMH, hatte festgehalten, mit dem Diabetes gehe eine autonome
Neuropathie einher, welche Diarrhoe und Orthostase verursache. Unter den gegebenen
Umständen erachte er den Versicherten als höchstens zu 50% arbeitsfähig für leichte,
körperlich nicht belastende Arbeiten, möglichst in einem geschützten Rahmen (IV-
act. 6-2). Die Berufsberaterin hielt fest, ein Wiedereinstiegsversuch im Januar 1997 am
ehemaligen Arbeitsplatz bei einem Pensum von 50% habe klar gezeigt, dass der
Versicherte den Anforderungen aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr/ noch nicht
wieder gewachsen sei. Der Versicherte habe aber eine Rückkehr an den bisherigen
Arbeitsplatz gewünscht. Aus berufsberaterischer Sicht erachte sie diesen Wunsch zu
diesem Zeitpunkt aber als unrealistisch. Auch für einen Arbeitsversuch mit einem
reduzierten Pensum in einem geschützten Rahmen seien die Erfolgsaussichten bei den
aktuellen kräftemässigen Voraussetzungen als minimal und die Chancen, in diesem
Zustand ein rententangierendes Einkommen erzielen zu können, als praktisch
ausgeschlossen erschienen (IV-act. 14-2). Am 9. November 1997 sprach die IV-Stelle
dem Versicherten rückwirkend ab 1. März 1997 bei einem Invaliditätsgrad von 83% (bei
einer Tätigkeit mit einem 50%-Pensum in einem geschützten Rahmen) eine ganze IV-
Rente zu (IV-act. 19-2).
A.b Im Rahmen einer Rentenrevision berichtete Dr. med. C._, Facharzt für
Allgemeine Medizin FMH, am 30. März 1999, wegen z.T. lebensbedrohlicher
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Hypoglykämieepisoden sei der Versicherte auf eine Insulinpumpe umgestellt worden.
Nach einem Coma hypoglycämicum und einer notfallmässigen Einlieferung ins Spital
am 9. März 1998 sei es zu keinen ihm bekannten Hospitalisationen wegen des schlecht
eingestellten Blutzuckers mehr gekommen. Aktuell sei von einer 70%igen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen (IV-act. 24). Dem Versicherten wurde daraufhin
mitgeteilt, dass er weiterhin unverändert einen Anspruch auf eine Invalidenrente habe
(IV-act. 26).
A.c Im Rahmen der nächsten Rentenrevision teilte Dr. C._ am 6. Juni 2001 mit, der
Gesundheitszustand des Versicherten sei unverändert; es bestehe eine 70-80%ige
Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 28). Dr. B._ berichtete am 28. Juni 2001, trotz der
Behandlung mit einer Insulinpumpe habe der Gesundheitszustand des Versicherten
nicht wesentlich verbessert werden können. Aufgrund des bisherigen Verlaufs sei nicht
damit zu rechnen, dass der Versicherte je wieder wesentlich mehr arbeitsfähig sein
werde. Der Schwindel werde mit blutdruckstützenden Medikamenten behandelt und
die Diarrhoe werde symptomatisch therapiert (IV-act. 29-3). Dem Versicherten wurde
daraufhin mitgeteilt, dass die Überprüfung des IV-Grades keine rentenbeeinflussende
Änderung ergeben habe und er damit weiterhin unverändert einen Anspruch auf eine
ganze IV-Rente habe. Gleichzeitig wurde er auf seine Meldepflicht hingewiesen (IV-
act. 31).
A.d Bei einer weiteren Rentenrevision berichtete Dr. B._ am 19. Juni 2006, der
Gesundheitszustand des Versicherten sei stationär, es sei keine Änderung der Diag
nosen aufgetreten und die Beschwerden seien unverändert geblieben. Sowohl die
Diarrhoe wie auch der lageabhängige Schwindel persistierten in etwa gleichem
Ausmass. Der Versicherte leide wiederholt an depressiven Verstimmungen. Der
Diabetes sei zwar nicht sehr gut eingestellt, bereite per se aber keine grösseren
Probleme. Eine wesentliche Besserung der Situation sei nicht zu erwarten und die
Prognose dementsprechend schlecht. Neue berufliche Massnahmen erachte er nicht
als angezeigt (IV-act. 38-3). Dem Versicherten wurde dementsprechend wiederum
mitgeteilt, dass er unverändert einen Anspruch auf eine ganze Rente habe (IV-act. 40).
A.e Im September 2009 erhielt die IV-Stelle den Hinweis, dass der Versicherte in der
Firma seines Bruders zu 100% arbeitstätig sei (IV-act. 44). Im Anschluss daran wurde
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der Versicherte vom 19. Oktober 2009 bis 5. November 2009 observiert (IV-act. 52).
Dabei stellte sich heraus, dass der Versicherte während der Überwachungszeit jeweils
vormittags bis abends in den Räumlichkeiten der Firma E._ tätig war. Welche
Tätigkeiten der Versicherte dort tatsächlich ausübte, konnte nicht festgestellt werden,
da die Räumlichkeiten nicht einsehbar waren. Im Observationsbericht wurde
ausgeführt, der Versicherte habe oft Überkleider getragen und Gegenstände aus Autos
aus- und in Autos eingeladen. Mindestens in einem Fall habe der Versicherte Material
in einer anderen Firma abgeholt. Er sei mehrmals täglich mit dem Auto unterwegs
gewesen und in der Region herumgefahren. Dabei sei er als fahrtauglich erschienen.
Gemäss vertraulichen Hinweisen solle der Versicherte mehrmals bei der Reparatur von
Fahrzeugen beobachtet worden sein (IV-act. 52-13).
A.f Auf dem Fragebogen zur Rentenrevision gab der Versicherte am 21. Dezember
2009 an, sein Gesundheitszustand sei gleich geblieben. Weiterhin sei eine Aufsicht
durch Dritte so oft wie möglich erwünscht; sie werde von der Ehefrau und Verwandten
übernommen (IV-act. 45-2).
A.g Am 22. Dezember 2009 nahm Dr. med. F._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, vom RAD Stellung zum Observationsbericht (IV-act. 56). Sie gab
an, dass eine reaktive Depression, wie sie beim Versicherten diagnostiziert worden sei,
nicht lebenslänglich anhalte. Zum Zeitpunkt der Beobachtung liessen sich keine
Hinweise auf eine schwere Depression mehr erkennen. Der Versicherte übe
offensichtlich eine regelmässige Arbeit aus. Sollte er weiterhin ganztägig bei diesen
Tätigkeiten beobachtet werden können, müsse von einem über die Jahre gebesserten
Zustand und einer aktuell zumindest erheblichen Arbeitsfähigkeit für leichte bis
mittelschwere Tätigkeiten ausgegangen werden. Bei einem mit einer Insulinpumpe
eingestellten Diabetes und einer inzwischen wohl eingetretenen Routine im Umgang
mit der Krankheit dürfte sich die gesundheitliche Einschränkung mittlerweile relativiert
haben.
A.h In seinem Verlaufsbericht vom 11. Januar 2010 teilte Dr. B._ mit, dass sich an
der Situation des Versicherten eigentlich nichts geändert habe; der Gesundheits
zustand sei stationär. Trotzdem frage er sich, ob es nicht doch sinnvoll wäre, die
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beruflichen Möglichkeiten und Fähigkeiten des Versicherten nochmals auszutesten. Die
Situation vermöge nicht ganz zu befriedigen (IV-act. 48-3).
A.i Am 7. Juli 2010 wurde der Versicherte in der IV-Stelle St. Gallen zur Situation
befragt (IV-act. 57). Er gab zu Protokoll, es gehe ihm gleich wie immer; gewisse Sachen
hätten sich aber verschlechtert. Er müsse immer unter Aufsicht sein, falls etwas
passiere. Er werde durch seine Frau, seinen Bruder oder durch seine Mutter
beaufsichtigt. Gegen Durchfall nehme er Medikamente. Die Depression sei nicht immer
gleich, sie komme von Zeit zu Zeit (sicher einmal im Monat). Er werde dann weinerlich
und es störten ihn sogar "die eigenen Haare auf dem Kopf" (IV-act. 57-3). Er könne
nicht lange stehen, physische Arbeiten verrichten oder alleine etwas unternehmen.
Jeder zweite oder dritte Tag sei ein schlechter Tag. Nicht mehr der Diabetes, sondern
die Begleiterscheinungen (Durchfall, Depression und Schwindel) stünden im
Vordergrund. Seit sicher zehn Jahren habe er die Zuckerkrankheit im Griff und die
anderen Krankheiten seien störend. Es könne aber immer passieren, dass er ins Koma
falle. Diese Angst bleibe, weshalb immer jemand bei ihm sei. Bis um 11.00 Uhr sei
seine Frau zu Hause. Er nehme sie dann mit nach Z._ zu seinem Bruder, der dort
eine Garage habe. Dorthin kämen viele Leute, die er kenne. Da bleibe er bis um
19.00 Uhr, bis ihn seine Frau abholen komme. Es sei richtig, dass der Diabetes stabiler
geworden sei, die angestrebten Blutwerte seien jedoch noch nicht erreicht worden.
Weiter gab er an, er gehe weder einer entgeltlichen noch einer unentgeltlichen Tätigkeit
nach. Auf Nachfrage hin räumte er ein, dass er wohl etwas arbeiten könne, dass es
aber keine schwere Arbeit sein dürfe. Dabei müssten Leute in der Nähe sein, die ihn
gut kennen würden. Er könne nicht einschätzen, wie lange er arbeiten könnte. In
gewissen Situationen sei er in der Lage, etwas zu machen. Er sage nicht, dass er nicht
arbeiten möchte. Nochmals befragt, gab der Versicherte zu Protokoll, was den
Diabetes anbelange, gehe es ihm natürlich besser. Es seien die Begleiterscheinungen,
die für ihn persönlich sehr schlimm seien (IV-act. 58-2). Er gehe zu seinem Bruder in die
Garage, wenn er merke, dass er etwas machen könne. Er könne dann einige Sachen
schweissen, mache aber nur kleine Arbeiten. Er mache dies aber nicht jeden Tag. Für
ihn sei dies ein Hobby und keine Arbeit. Er sei bereits im Dezember 2009 oft in der
Garage seines Bruders gewesen. Er erhalte Trinkgelder, ca. Fr. 20.--, wenn er etwas
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gemacht habe. Das seien vielleicht Fr. 200.-- im Monat (IV-act. 58-4). Er sei zwar von
11.00 Uhr bis 17.00 Uhr in der Garage, er arbeite dort aber nicht zu 100%. Er mache
jene Arbeiten, die gerade anfielen, erhalte dafür aber keinen Lohn. Es handle sich dabei
um ca. 20 Stunden im Monat. Er habe Mühe, den Begriff Arbeit zu definieren. Er habe
nicht gewusst, dass er dies melden müsse. Er sei nicht im Stande, jeden Tag zu
arbeiten. In die Garage könne er jeden Tag gehen, da er dort seine Leute habe. Dort
sage ihm niemand, dass er arbeiten müsse, er habe keinen Druck. Seit dem 17. Mai
2010 sei er jeden Tag in der Garage (IV-act. 58-7).
A.j Am 15. Juli 2010 ordnete die IV-Stelle eine interdisziplinäre Begutachtung an (IV-
act. 60), die am 8. und 9. Februar 2011 in der MEDAS Zentralschweiz durchgeführt
wurde. Das Gutachten wurde am 2. August 2011 erstellt (IV-act. 68). Die medizinischen
Sachverständigen hielten darin fest, dass der Versicherte leicht vorgealtert gewirkt
habe; er sei psychisch ausgeglichen und freundlich, etwas frustriert, aber sicher nicht
depressiv gewesen. Im erlernten Beruf als Automechaniker und im konkreten Setting in
der Autogarage seines Bruders sei der Versicherte längerfristig zu 75% arbeitsfähig.
Der Versicherte sei aus konstitutionellen Gründen, weniger aufgrund der
Zuckerkrankheit, für Schwerarbeiten ungeeignet. Für körperlich leichte und
mittelschwere Tätigkeiten ohne Sturzgefahr, ohne eine hohe Konzentration erfordernde
Überwachungsarbeiten und nur in einem Milieu, welches über den Diabetes orientiert
sei und entsprechend reagieren könne, sei er zu 75% arbeitsfähig (IV-act. 68-16). Der
psychiatrische Konsiliarius Dr. med. G._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, gab an, in Bezug auf die Depression sei von einer Verbesserung
des Gesundheitszustandes auszugehen. Die Kriterien für eine Depression seien
testpsychologisch nicht erfüllt. Auch klinisch beurteilt liege keine Depression vor.
Insbesondere fehle das Leitsymptom einer depressiven Stimmung und die emotionale
Reaktivität sei erhalten. Es sei nicht mehr zuverlässig abzuschätzen, wie weit sich die
Depression früher auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt habe. Die aktuelle Einschätzung
einer Arbeitsfähigkeit von 100% aus psychiatrischer Sicht gelte ab dem
Untersuchungszeitpunkt (IV-act. 68-31).
A.k Am 12. August 2011 nahm Dr. med. H._ vom Regionalen Ärztlichen Dienst
Ostschweiz (RAD) zum Gutachten Stellung (IV-act. 69). Er hielt fest, die ganze Be
rentung des _-jährigen Diabetikers sei aus heutiger medizinischer Sicht etwas schwer
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zu verstehen. Gemäss dem Psychiater habe der Versicherte damals im
Zusammenhang mit den Hypoglykämien und mit der Umstellung auf die Insulinpumpe
reaktive depressive Beschwerden gehabt. Diese hätten sich heute offensichtlich und
den Erwartungen entsprechend gebessert. Aus somatischer Sicht sei die Behandlung
mit der Insulinpumpe erfolgreich. Heute bestehe kein Untergewicht mehr und der
Versicherte sage, es gehe ihm mit der Pumpe besser. Die Angst vor Hypoglykämien
dürfte heute keine invalidisierende Rolle im Sinne einer andauernden psychischen
Belastungsreaktion mehr spielen. Der begutachtende Psychiater habe keine
Einschränkungen festgestellt. Erstaunlich sei, dass der Versicherte nach 2_ Jahren
Diabetes nur geringe Spätfolgen aufweise. Es sei anzunehmen, dass sich die
diabetische Stoffwechsellage seit der Installation der Pumpe trotz offenbar nicht
optimaler Einstellung der Zuckerwerte so ausgewirkt habe, dass zumindest die schon
zu vermutenden Folgeschäden nicht stark zugenommen hätten. Wenn der Versicherte
nur leichte Folgeschäden habe und psychisch unauffällig sei, könne er seiner Ansicht
nach im freien Markt in einer adaptierten Tätigkeit zu 66% arbeiten. Der RAD-Arzt
betrachtete diese höhere Einschränkung aufgrund der seines Erachtens im Gutachten
etwas unterschätzten Spätfolgen als gerechtfertigt. Eine Insulinpumpe sei heute eine
allgemein bekannte Standardbehandlung und berge für einen Arbeitgeber bei den
meisten Arbeitsplätzen kein besonderes Risiko und für einen Betroffenen keinen
grossen Mehraufwand.
A.l Mit einem Vorbescheid vom 14. August 2012 kündigte die IV-Stelle dem
Versicherten an, dass sie die Rente rückwirkend per 30. November 2009 aufheben
werde (IV-act. 78). Aufgrund der heutigen Aktenlage müsse sie davon ausgehen, dass
es ihm schon seit langer Zeit wesentlich besser gehe, als er dies dem behandelnden
Arzt, den Gutachtern und der IV vorgemacht habe. Wie er nach mehrmaligem
Nachfragen zugegeben habe, habe er schon seit mehreren Jahren wieder einer
Erwerbstätigkeit nachgehen können. Auch wenn diese Tätigkeit nicht entlöhnt worden
sei, habe er durch diese Erwerbsaufnahme doch bestätigt, dass er in der Lage sei, eine
regelmässige Erwerbstätigkeit auszuüben. Die behaupteten massiven Einschränkungen
(wie z.B. die Notwendigkeit einer Begleitung rund um die Uhr und die psychischen und
körperlichen Probleme) hätten durch die Observation widerlegt werden können. Es
habe festgestellt werden können, dass er in einem nicht unerheblichen Umfang in der
Garage seines Bruders mitgearbeitet habe. Zusammenfassend sei festzuhalten, dass
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mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seit September 2009 eine
rentenausschliessende Arbeitsfähigkeit bestehe. Aus Sicht der Gutachter und unter
Berücksichtigung sämtlicher vorliegender Unterlagen habe die Verbesserung schon
2001 begonnen und sich stetig gesteigert. Spätestens seit dem
Untersuchungszeitpunkt vom 8. Februar 2011 bestehe aus medizinischer Sicht eine
zumutbare adaptierte Arbeitsfähigkeit von 75% in einer leichten bis mittelschweren
Tätigkeit. Aus Sicht der IV werde dem Versicherten eine Einschränkung von 34%
zugestanden, da sie den möglichen Spätschäden eine stärkere Bedeutung zumesse als
die Gutachter. Die Meldepflichtverletzung rechtfertige eine rückwirkende
Renteneinstellung. Die meldepflichtige Erwerbsaufnahme sei spätestens im September
2009 erfolgt. Die Rente sei daher rückwirkend per 30. November 2009 einzustellen.
A.m Dagegen liess der Versicherte am 17. September 2012 durch seinen
Rechtsvertreter einwenden, die MEDAS sei davon ausgegangen, dass er als
Automechaniker im Betrieb seines Bruders gearbeitet habe (IV-act. 86). Die MEDAS sei
diesbezüglich falsch informiert worden. Das Gutachten basiere daher auf der
unzutreffenden Annahme, er habe als Automechaniker gearbeitet. Er habe aber
lediglich vereinzelt Schweissarbeiten in einer Hobbywerkstätte übernommen. Damit
habe er zwar ein Nebeneinkommen erwirtschaftet, aber niemals im Umfang von
Fr. 20'000.--. Er sei im Betrieb seines Bruders gewesen, damit er einen strukturierten
Tagesablauf gehabt habe. Die von ihm ausgeübte Tätigkeit könne nicht 1:1 auf den
ersten Arbeitsmarkt übertragen werden, denn sie sei in einem geschützten Rahmen
erfolgt. Sobald sein Bruder die Garage (nach der Überschwemmung) wieder aufgebaut
habe, könne er ein Einkommen von rund Fr. 10'000.-- erwirtschaften, welches aber
keinen Einfluss auf seine Rente habe. Es sei zu bezweifeln, dass er mehr arbeiten
könne. Er würde aber gerne eine Leistung auf dem ersten Arbeitsmarkt erbringen. Er
habe Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen und/oder eine Umschulung. Erst nach
durchgeführtem Arbeitstraining und nachdem festgestellt worden sei, ob er die / -
Arbeitsfähigkeit erreiche, könne die Rente angepasst werden.
A.n Am 28. November 2012 verfügte die IV-Stelle die rückwirkende Einstellung der
Rente per 28. Februar 2011 (IV-act. 94). Sie hielt zusätzlich zur Begründung im
Vorbescheid fest, dass es sich beim Betrieb des Bruders nicht nur um eine
Hobbywerkstätte gehandelt habe. Für die Räumlichkeiten habe ein Mietzins entrichtet
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werden müssen. Es sei mit Ersatzteilen gehandelt und die Arbeiten seien den Kunden
in Rechnung gestellt worden. Der Betrieb sei gewinnorientiert gewesen und habe für
den Bruder des Versicherten einen selbständigen Nebenerwerb dargestellt. Da der
Bruder aufgrund seiner beruflichen Pflichten hauptsächlich am Abend im Betrieb
gearbeitet habe, sei die Bedeutung des Versicherten während des Tages umso
wichtiger gewesen, da er die Schlüsselgewalt gehabt habe und für die Kunden als
verantwortliche Ansprechperson aufgetreten sei. Der Betrieb sei bei Abwesenheit des
Bruders durch den Versicherten aufrechterhalten worden. Dieser habe im Betrieb
verschiedenste, teilweise auch schwere Arbeiten verrichtet. Zudem sei die vom
Versicherten wiederholt gemachte Aussage, er sei auf die stetige Präsenz einer
Drittperson angewiesen, nachgewiesenermassen falsch. Die MEDAS sei nicht von
einem in einem wesentlichen Punkt falschen Sachverhalt ausgegangen, denn bei der
Observation habe sich ergeben, dass der Versicherte in erheblichem Umfang im
Betrieb gearbeitet habe. Die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit könne Anlass für die
Anpassung einer Rente sein. Da vorliegend sowohl eine gesundheitliche Stabilisierung
eingetreten als auch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nachgewiesen sei, habe die
Rentenrevision mit voller Kognition zu erfolgen. Da es sich beim Versicherten nicht um
einen Berufsmann handle, der seinen erlernten Beruf nicht mehr ausüben könne, sei es
zulässig, die Rente ohne vorgängige berufliche Massnahmen einzustellen. Damit sei
(noch) nichts über einen allfälligen Anspruch auf Arbeitsvermittlung gesagt.
B.
B.a Am 14. Januar 2013 liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter
Beschwerde erheben und beantragen, die Verfügung sei aufzuheben und ihm sei
weiterhin eine ganze Rente zu leisten; eventualiter seien Eingliederungsmassnahmen in
die Wege zu leiten (act. G 1). Der Rechtsvertreter machte geltend, es sei weiterhin von
grosser Bedeutung, dass der Beschwerdeführer nicht längere Zeit auf sich alleine
gestellt sei. Er bemerke zwar seine Unterzuckerung zwischenzeitlich besser, aber eine
Garantie dafür, nicht ins Koma zu fallen, gebe es nicht. Sein Zustand erfordere
zwingend eine gute Betreuung. Der Beschwerdeführer fahre nur noch nach
Zuckerkontrollen Auto. Dies habe er so mit seinem betreuenden Arzt besprochen. Die
Angst vor einer erneuten Unterzuckerung sei ständig und gegenwärtig. Die MEDAS-
Ärzte hätten weder eine Verbesserung noch eine Verschlechterung attestieren können
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und sie hätten eine Wiedereingliederung vorgeschlagen. Die Einstellung der Rente sei
nicht nachvollziehbar und nicht gerechtfertigt. Eine andere ärztliche Schlussfolgerung
rechtfertige keine materielle Revision.
B.b Am 18. März 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung führte sie an, die MEDAS-Gutachter hätten den
Arbeitsfähigkeitsgrad auf 75% festgelegt. Die angefochtene Verfügung habe auf die
wohlwollende Einschätzung einer Leistungsfähigkeit von 66% abgestellt, die auch die
zu erwartende Verstärkung der neuropathischen Beschwerden mit abbilde. Auch unter
dieser für den Beschwerdeführer günstigen Optik sei aber kein Rentenanspruch mehr
ausgewiesen. Bei der rentenzusprechenden Verfügung vom 9. Dezember 1997 seien
die rezidivierenden Hypoglykämien der wichtigste Aspekt gewesen. Ebenso sei aber
auch die depressive Verstimmung berücksichtigt worden. Die letzte gravierende
Unterzuckerung sei im Frühjahr 1998 (bzw. allenfalls 2003) dokumentiert. Durch die
Umstellung auf eine Insulinpumpe habe der Diabetes "ordentlich eingestellt" werden
können. Auch die depressive Verstimmung habe sich zurückgebildet. Diese
Akzentverschiebung habe zu einer verbesserten Arbeitsfähigkeit geführt und der
Versicherte sei heute auch nicht mehr auf einen geschützten Arbeitsplatz angewiesen.
Dadurch sei eine IV-rechtlich wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes
eingetreten. Damit liege schon aus medizinischer Sicht ein Anpassungsgrund vor.
Zudem sei eine Erwerbsaufnahme ausgewiesen, die ebenfalls einen Revisionsgrund
bilde. Die Schadenminderungspflicht verlange, dass der Beschwerdeführer seine
Arbeitsfähigkeit optimal verwerte. Demnach sei davon auszugehen, dass er mittlerweile
in der Lage sei, ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen.
B.c In seiner Replik vom 28. Mai 2013 (act. G 12) wendete der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers ein, es sei nachweislich festgehalten, dass mit der Insulinpumpe
kein befriedigendes Resultat habe erreicht werden können. Die Gefahr der
Unterzuckerung sei mit der Insulinpumpe nicht behoben. Die Annahme, dass der
Beschwerdeführer durch die Insulinpumpe alle seine Probleme los wäre, sei falsch. Im
MEDAS-Gutachten sei bestätigt worden, dass eine Arbeitsfähigkeit des Versicherten
nur in einem Milieu mit über seinen Diabetes orientierten und entsprechend reagieren
könnenden Mitarbeitern möglich sei, dies idealerweise in der Garage seines Bruders.
Bei einem Unwetter sei die Garage aber vollständig zerstört worden und der Ertrag, der
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noch erwirtschaftet werden könne, belaufe sich auf ein Minimum und decke nicht
einmal die Kosten. Der Beschwerdeführer sei nach wie vor nicht erwerbstätig und
betreibe die Aufgaben in der Garage mehr als Hobby und Beschäftigungstherapie. Der
Beschwerdeführer sei aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, ein
rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen. Unter konstanter Überwachung und
Betreuung in der Garage seines Bruders wäre möglicherweise eine Arbeitsfähigkeit zu
erreichen, wobei ein maximales Einkommen von Fr. 10'000 bis maximal Fr. 12'000
erreicht werden könnte. Alternativ könne der Beschwerdeführer seine verbleibende
Arbeitsfähigkeit in einer betreuten Einrichtung verwerten.
B.d Am 24. Juni 2013 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Standpunkt fest und
verzichtete auf eine Duplik (act. G 14).
B.e Mit Schreiben vom 15. Januar 2015 wies der Vorsitzende den Beschwerdeführer
darauf hin, dass eine reformatio in peius (Verschlechterung) im Raum stehe. Er gab ihm
Gelegenheit, die Beschwerde zur Vermeidung einer möglichen Schlechterstellung
zurück zu ziehen (act. G 17). Daraufhin beantragte der Rechtsvertreter am 16. Januar
2015 die Durchführung einer mündlichen Verhandlung (act. G 18); die am 20. April 2015
stattfand. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers führte an Schranken sinngemäss
aus, nachdem die Garage seines Bruders dem Hochwasser zum Opfer gefallen sei,
habe der Beschwerdeführer keine Möglichkeit mehr gehabt, dort zu arbeiten. Er habe
sich daher seit der Leistungseinstellung um Arbeit bemüht und nun auch (seit Februar
2014) einen Job gefunden. Er arbeite zusammen mit seiner Frau in der _.firma I._
und habe zudem seit Januar 2015 einen Job als J._. Nehme man unter diesen
Voraussetzungen einen Einkommensvergleich vor, habe der Beschwerdeführer immer
noch einen Anspruch auf eine halbe Rente. Zum medizinischen Sachverhalt sei
anzuführen, dass der Beschwerdeführer nach einem langen Umstellungsprozedere nun
dasjenige Insulin erhalte, welches für ihn am besten verträglich sei. Dieses Medikament
sei aber nicht geeignet für die neue Pumpe, so dass er die alte Pumpe benützen
müsse, bei welcher er jeweils selbst den Blutzucker messen und die Dosierung
eingeben müsse. Der Beschwerdeführer habe sich, soweit es ihm möglich sei, wieder
in den ersten Arbeitsmarkt eingegliedert. Für den restlichen Teil, für den er aus
Invaliditätsgründen nicht aufkommen könne, stehe ihm weiterhin eine Rente von 50%
zu.
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Erwägungen:
1.
1.1 Gemäss Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) wird eine (formell rechtskräftig
zugesprochene) Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der Invaliditätsgrad
der die Rente beziehenden Person erheblich ändert. Massgebend sind diesbezüglich
Veränderungen des der Rente zugrunde liegenden Sachverhaltes (vgl. Art. 17 Abs. 2
ATSG). Dieses Instrument zur (nachträglichen) Korrektur einer formell rechtskräftig
zugesprochenen Dauerleistung ist notwendig, weil sich jede Zusprache einer
Dauerleistung für die Zukunft auf eine Sachverhaltsprognose stützt und weil sich der
massgebende Sachverhalt anders entwickeln kann, als prognostiziert worden ist.
Mittels der Revision im Sinne von Art. 17 ATSG soll daher der nachträglichen Divergenz
zwischen der der leistungszusprechenden Verfügung zugrunde liegenden
Sachverhaltsprognose und dem effektiven Sachverhalt Rechnung getragen werden.
Die Leistung soll an den veränderten Sachverhalt bzw. die entsprechende neue
Prognose angepasst und damit eine nachträglich eingetretene tatsächliche
Unrichtigkeit der formell rechtskräftigen Verfügung behoben werden. Zeitlicher
Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Inva
liditätsgrads ist bei der Prüfung einer Rentenanpassung von Amtes wegen die letzte
rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs
mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs beruht hat (vgl. BGE 133 V 108).
1.2 Art. 88 Abs. 2 lit. b der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV,
SR 831.201) lässt eine rückwirkende Herabsetzung oder Aufhebung der Rente vom
Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung an zu, wenn die unrichtige
Ausrichtung einer Leistung darauf zurückzuführen ist, dass der Bezüger sie
unrechtmässig erwirkt hat oder der ihm gemäss Art. 77 IVV zumutbaren Meldepflicht
nicht nachgekommen ist (BGE 136 V 45). Nach dieser Verordnungsbestimmung und
der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist erforderlich, dass das Unterbleiben einer
rechtzeitigen Anpassung durch das Verhalten des Beschwerdeführers verursacht
bis
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worden ist. Das Bundesgericht verlangt einen Kausalzusammenhang zwischen dem
Verhalten der versicherten Person und dem unrechtmässigen Leistungsbezug
(Bundesgerichtsentscheid i/S M. vom 22. Juli 2010, 8C_920/09).
1.3 Die Beschwerdegegnerin hat die Rente rückwirkend auf den Zeitpunkt der
Begutachtung eingestellt. Nachfolgend ist somit zu prüfen, ob eine Veränderung im
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers eingetreten ist und ob der
Beschwerdeführer in Bezug auf eine allfällige Veränderung seine Meldepflicht verletzt
hat.
2.
2.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung – und im
Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche (und
gegebenenfalls auch andere) Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4).
2.2 Die Gutachter der MEDAS haben festgehalten, der psychische
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich eindeutig verbessert. Dieser
habe zwar frustriert gewirkt, sei aber ausgeglichen und sicher nicht depressiv gewesen.
Er wisse seine Insulindosis angemessen der Kalorien/Kohlenhydratmenge anzupassen.
Daher betrachteten die Gutachter den Beschwerdeführer weniger aufgrund des
Diabetes, sondern mehr aus konstitutionellen Gründen als für eine Schwerarbeit
ungeeignet. Längerfristig sei ihm eine körperlich leichte Tätigkeit zu 75% zumutbar. Die
Einschränkung von 25% ergebe sich durch vermehrt notwendige Pausen (WC,
ev. Kalorienzufuhr, ev. Umplatzierung der Pumpe etc.). Der RAD-Arzt hat zusätzlich
festgehalten, dass die Insulinpumpe aus somatischer Sicht erfolgreich sei. Es bestehe
kein Untergewicht mehr und der Beschwerdeführer sage, es gehe ihm insgesamt
besser. Die Einschätzung sei daher nicht bereits zu Beginn falsch gewesen, sondern
man habe einfach bei der ursprünglichen Verfügung die reaktiven psychischen
Veränderungen stark berücksichtigt. Diese psychoreaktiven Beschwerden hätten sich
in der Zwischenzeit gebessert, so dass der Beschwerdeführer keine psychischen
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Einschränkungen mehr aufweise. Es ergibt sich daraus eine Veränderung in der
Invalidenkarriere des Beschwerdeführers. Im Zeitpunkt der Berentung war man nämlich
davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Beschwerden
(verminderte Wahrnehmung einer Hypoglykämie, Durchfälle, Schwindel, reaktive
depressive Verstimmung) und damit insbesondere aufgrund des entsprechenden
Überwachungsbedarfs seine Arbeitsfähigkeit von 50% nur in einem geschützten
Rahmen verwerten könne. Der Beschwerdeführer hat im Revisions- und im
Beschwerdeverfahren wiederholt behauptet, er sei nach wie vor auf eine dauernde
Überwachung angewiesen. Diese Behauptung ist durch das Ergebnis der Observation
widerlegt worden. Diese hat gezeigt, dass der Beschwerdeführer sich oft längere Zeit
allein in der Garage seines Bruders aufgehalten hat. Zudem ist der Beschwerdeführer
wiederholt dabei beobachtet worden, wie er ohne Begleitung (auch über eine längere
Strecke) Auto gefahren ist. Der Beschwerdeführer hat ferner angegeben, dass er seit
Mai 2010 regelmässig in der Garage seines Bruders gewesen sei. Während der
Observation vom 19. Oktober bis 5. November 2009 hat er sich bereits täglich dort
aufgehalten. Er ist dabei beobachtet worden, wie er munter gestikuliert, telefoniert und
Kunden in Empfang genommen hat. Diese Beobachtungen lassen Rückschlüsse auf
seinen psychischen Gesundheitszustand zu. Aus seinem Verhalten ist zumindest
abzuleiten, dass er spätestens seit dem Zeitpunkt, als er sich regelmässig in der
Garage seines Bruders aufgehalten hat, nicht mehr in einem Ausmass depressiv
gewesen ist, das ihm eine Arbeitstätigkeit verunmöglicht hätte. Dieses Verhalten belegt
aber auch, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung nicht
mehr auf einen geschützten Arbeitsplatz angewiesen gewesen ist.
2.3 Die RAD-Ärztin, Dr. F._, hat darauf hingewiesen, dass zum Zeitpunkt der
Observation keine Hinweise auf eine Depression vorgelegen hätten. Auch der
psychiatrische Sachverständige der MEDAS hat festgehalten, dass der
Beschwerdeführer psychisch ausgeglichen gewirkt habe. Die psychologischen Tests
hätten ebenfalls keinen Hinweis auf das Vorliegen einer Depression ergeben. Der
Beschwerdeführer habe leicht frustriert, aber sicher nicht depressiv gewirkt. Die
Beschreibung des Beschwerdeführers spreche für eine anfänglich schwere depressive
Reaktion, die sich erwartungsgemäss zurückgebildet habe. Seither würden immer
wieder depressive Verstimmungen auftreten, die aber wahrscheinlich höchstens einer
leichten depressiven Episode entsprächen. Eine reaktive Depression, wie sie beim
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Beschwerdeführer diagnostiziert worden war, hält nicht lebenslänglich an. Es muss
deshalb davon ausgegangen werden, dass es sich bei der damaligen Depression (die
im Verfügungszeitpunkt einen Einfluss auf den Invaliditätsgrad zeigte) um eine Reaktion
auf die gesundheitliche Situation mit dem nur mangelhaft eingestellten Diabetes
gehandelt hat. Der Beschwerdeführer hat angegeben, dass der Diabetes – bei besserer
Einstellung und kaum mehr auftretenden Komplikationen – inzwischen in den
Hintergrund getreten sei. Aufgrund der gut nachvollziehbaren gutachterlichen
Einschätzung (zusammen mit den Hinweisen der RAD-Ärztin) ist davon auszugehen,
dass beim Beschwerdeführer in psychischer Hinsicht eine Verbesserung des
Gesundheitszustandes eingetreten ist. Weiter ist davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer gelernt hat, mit der Krankheit umzugehen, und dass er sich soweit
daran gewöhnt hat, dass er deswegen nicht mehr depressiv ist
2.4 Der RAD-Arzt Dr. H._ hat es für erstaunlich gehalten, dass der Beschwerdeführer
nach 2_ Jahren Diabetes nur geringe Spätfolgen (Nervensystem, Gefässe, Augen,
Niere) aufweise; es sei davon auszugehen, dass die bereits festgestellten
Folgeschäden aufgrund der Insulinpumpe nicht stark zugenommen hätten. Trotzdem
hat er den Beschwerdeführer aufgrund dieser Spätfolgen als nur zu 66% arbeitsfähig
eingeschätzt. Da Dr. H._ aber keine effektiven Spätfolgen hat benennen können
(wohl weil er deren Eintritt nur für die Zukunft befürchtet hat), ist davon auszugehen,
dass gestützt auf die Einschätzung des behandelnden Hausarztes, des behandelnden
Diabetologen und der MEDAS-Gutachter keine anderen als die erwähnten
Folgeschäden (Neuropathie, Schwindel, Diarrhoe) vorliegen. Die Einschätzung des
RAD-Arztes erweist sich damit als widersprüchlich, so dass ihr nicht gefolgt werden
kann. Das MEDAS-Gutachten hingegen ist vollständig und konsistent und die
Arbeitsfähigkeitsschätzung ist plausibel und nachvollziehbar begründet. Das Gutachten
beruht auf einer eingehenden Würdigung der massgeblichen Vorakten und eigenen
Untersuchungen durch die Gutachter. Angesichts der Verbesserung des psychischen
Zustandes, der besseren Einstellung des Diabetes, der inzwischen erfolgten
Gewöhnung an die Krankheit und des besseren Umgangs damit überzeugt die von den
Gutachtern attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 25%. Dem
Beschwerdeführer ist dementsprechend mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine
Arbeitstätigkeit von 75% zumutbar.
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2.5 Für die Berechnung der Invalidität ist nach dem oben Gesagten von einer 75%igen
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer körperlich leichten- bis mittelschweren
Tätigkeit ohne Sturzgefahr, in einem über den Diabetes orientierten Umfeld
auszugehen. Der Beschwerdeführer ist zudem nicht mehr auf eine Tätigkeit in
geschütztem Rahmen angewiesen und er kann seine Arbeitsfähigkeit von 75% auf dem
ersten Arbeitsmarkt verwerten.
2.6 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gestützt auf einen
Einkommensvergleich zu bestimmen. Dazu wird gemäss Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Massgebend ist dabei die
Arbeitsfähigkeitsschätzung. Die Gutachter haben den Beschwerdeführer in seiner
bisherigen Tätigkeit als zu 75% arbeitsfähig eingeschätzt. Vorliegend kann mangels
repräsentativer Grundlage das Valideneinkommen des Beschwerdeführers nicht
verlässlich ermittelt werden. Er hat den im Herkunftsland erlernten Beruf des
Automechanikers in der Schweiz nie ausgeübt, stattdessen ist er als Hilfsarbeiter tätig
gewesen, bis er im April 1997 jede Tätigkeit aufgeben hat. Im fiktiven "Gesundheitsfall"
wäre also eine Rückkehr in den erlernten Beruf aufgrund der fehlenden aktuellen
Berufskenntnisse nicht mehr möglich. Die Validenkarriere besteht demnach in einer
Hilfsarbeit, wobei dem Beschwerdeführer grundsätzlich jede Branche offen stünde. Als
Invalidenkarriere kommt ebenfalls nur eine Hilfsarbeit in Frage, die allerdings
behinderungsadaptiert sein muss. Daher rechtfertigt es sich, sowohl für das
Valideneinkommen als auch für das Invalideneinkommen die Durchschnittslöhne der
Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik heranzuziehen. Das heute
aus den beiden Tätigkeiten (Y._, J._) erzielte Gesamteinkommen kann nämlich
nicht als zumutbares Invalideneinkommen in den Einkommensvergleich eingesetzt
werden, weil der Beschwerdeführer damit seine von den Gutachtern attestierte
Arbeitsfähigkeit weder quantitativ noch qualitativ voll ausschöpft.
2.7 Sind das Validen- und das Invalideneinkommen ausgehend vom selben
Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung und der
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Invaliditätsgrad entspricht dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung
eines allfälligen Abzuges vom Tabellenlohn (sog. Prozentvergleich; vgl. etwa BGE 126 V
75 und SVR 2008 IV Nr. 2). Bei der Bemessung des Invalideneinkommens ist der
Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass Personen, die durch eine
Gesundheitsbeeinträchtigung in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt sind, aus der
Sicht eines potentiellen Arbeitgebers einen Nachteil gegenüber gesunden Personen
aufweisen, der durch einen entsprechenden Minderlohn kompensiert werden muss.
Der Arbeitgeber wird bei der Anstellung solcher Personen damit rechnen müssen, dass
die Krankheitsabsenzen höher sein werden, dass ein höherer Bedarf nach
Rücksichtnahme und Betreuung bestehen wird, dass in Bezug auf den konkreten
Arbeitsplatz mit einer sehr eingeschränkten Flexibilität zu rechnen ist usw. Diese
Nachteile eines in seiner Gesundheit beeinträchtigten Arbeitnehmers stellen
betriebswirtschaftlich betrachtet zusätzliche Lohnkosten dar, die nur dadurch
kompensiert werden können, dass ein entsprechend unterdurchschnittlicher Lohn
bezahlt wird. Der Beschwerdeführer weist in einem überdurchschnittlichen Ausmass
derartige Konkurrenznachteile gegenüber gesunden Arbeitnehmern auf, insbesondere
weil er aufgrund seines insulinpflichtigen Diabetes mellitus auf eine erhebliche
Rücksichtnahme angewiesen wäre, da er im Betrieb nicht flexibel eingesetzt werden
könnte, sondern auf einen bestimmten, behinderungsadaptierten Arbeitsplatz ange
wiesen wäre und dadurch auch mit der Gefahr überdurchschnittlicher Krankheitsab
senzen zu rechnen wäre. Praxisgemäss erscheint in solchen Fällen ein Abzug von 15%
als angemessen. Daraus resultiert ein Invaliditätsgrad von 36.25% (25% und 15% von
75%). Da die in Art. 28 Abs. 2 IVG vorgesehene Grenze von 40% nicht erreicht ist,
besteht kein Anspruch mehr auf eine Invalidenrente.
2.8 Art. 17 Abs. 1 ATSG enthält keine Regelung, welche die Wirksamkeit der Auf
hebung einer laufenden Invalidenrente (als Folge einer Verringerung des
Invaliditätsgrades) um die Dauer einer allfälligen Eingliederungs- oder
Wiedereingliederungsmassnahme hinausschieben würde. Diese Gesetzesbestimmung
weist auch keine ausfüllungsbedürftige Lücke auf, die durch eine analoge Anwendung
der lit. a Abs. 3 der Schlussbestimmungen der Änderung des IVG vom 18. März 2011
auszufüllen wäre. Im Übrigen hätte der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Eingliederungs- oder Wiedereingliederungsmassnahme, da er sofort eine
behinderungsadaptierte Hilfsarbeitsstelle antreten könnte. Die Arbeitsvermittlung
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(Art. 18 Abs. 1 IVG) ist keine Eingliederungs- oder Wiedereingliederungsmassnahme
i.S. der genannten Schlussbestimmungen, da andernfalls eine Invalidenrente weiter
ausgerichtet werden müsste, die keine Invalidität, sondern nur noch eine
Arbeitslosigkeit abdecken würde, was vom Sinn und Zweck der den Rentenanspruch
regelnden Gesetzesbestimmungen ganz offensichtlich nicht abgedeckt wäre. Die
Frage, ob der Beschwerdeführer einen reinen Eingliederungsanspruch habe, kann nicht
Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilden, da die angefochtene
Verfügung nur die Aufhebung der Invalidenrente angeordnet hat und da der
Streitgegenstand des Beschwerdeverfahrens nicht weiter sein kann als der
Gegenstand der angefochtenen Verfügung.
3.
Die Beschwerdegegnerin hat sich auf den Standpunkt gestellt, dass der
Beschwerdeführer die Pflicht gehabt hätte, ihr die Aufnahme der Tätigkeit bei seinem
Bruder sofort zu melden. Da er dies unterlassen habe, rechtfertige die
Meldepflichtverletzung eine rückwirkende Renteneinstellung. Der Beschwerdeführer
hat dagegen eingewendet, dass es sich bei seiner Tätigkeit in der Garage nicht um eine
Erwerbstätigkeit, sondern um ein Hobby gehandelt habe. Er habe sich hauptsächlich
bei seinem Bruder in der Garage aufgehalten, um einen Tagesablauf zu haben und
damit es ihm nicht langweilig werde. Er habe nicht gewusst, dass er dies melden
müsse. Er erhalte dafür auch lediglich ein Taschengeld. Er hat zugegeben, dass er sich
seit Mai 2010 täglich in der Garage aufgehalten habe. Bei der Observation hat nicht
festgestellt werden können, welche Arbeiten der Beschwerdeführer erledigt hat, wie
lange er tatsächlich gearbeitet hat oder wie lange er nur "herumgesessen" ist. Die
Garage ist von aussen nicht einsehbar gewesen und ein Zeuge hat ausgesagt, dass der
Beschwerdeführer die meiste Zeit nur Kaffee getrunken und geraucht habe. Die
Observation hat immerhin ergeben, dass der Beschwerdeführer zur K._ GmbH
gefahren ist, um dort Autoteile abzuholen. Bei dieser Sachlage kann nicht
ausgeschlossen werden, dass der Beschwerdeführer in einem erheblichen Umfang in
der Garage arbeitstätig gewesen ist. Da sich die Aussagen aber widersprechen und da
die Garage nicht hat eingesehen werden können, ist nicht mit dem erforderlichen
Beweisgrad der überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer
dort tatsächlich in einem erheblichen, d.h. den verbliebenen Arbeitsfähigkeitsgrad von
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50% überschreitenden Ausmass einer Arbeit nachgegangen ist. In Bezug auf die von
der Beschwerdegegnerin behauptete Aufnahme einer rentenausschliessenden
Erwerbstätigkeit kann dem Beschwerdeführer also keine Verletzung seiner Meldepflicht
vorgeworfen werden. Dem Beschwerdeführer kann auch nicht vorgehalten werden,
dass er die Erhöhung seines Arbeitsfähigkeitsgrades und den Wegfall des Bedarfs
nach einer geschützten Arbeitsumgebung (als Folge der Krankheitsgewöhnung und/
oder der Verbesserung des Gesundheitszustandes) hätte erkennen und melden
müssen. Demnach hat die Aufhebung der ganzen Invalidenrente nicht gestützt auf
Art. 88 Abs. 2 lit. b, sondern gestützt auf Art. 88 Abs. 2 lit. a IVV zu erfolgen. Die
Beschwerdegegnerin hat am 28. November 2012 verfügt, so dass die Aufhebung der
ganzen Invalidenrente per 31. Dezember 2012 zu erfolgen hat.
4.
4.1 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festgelegt.
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 800.-- (praxisgemäss Fr. 600.-- mit einem Zuschlag von
Fr. 200.-- für die mündliche Verhandlung) erscheint vorliegend angemessen. Nach
Art. 95 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1, VRP) hat in
Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder
teilweise abgewiesen werden. Da die angefochtene Verfügung als rechtswidrig
aufzuheben ist, ist im Hinblick auf die Verfahrenskosten von einem vollumfänglichen
Unterliegen der Beschwerdegegnerin auszugehen. Die Beschwerdegegnerin hat
deshalb die gesamte Gerichtsgebühr zu übernehmen, auch wenn sich die Korrektur der
angefochtenen Verfügung auf ein Hinausschieben der Aufhebung der laufenden Rente
beschränkt.
4.2 Die Parteikosten werden vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). Beim vorliegenden Ausgang des Verfahrens hat die
Beschwerdegegnerin den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Fr. 4'250.-- inkl.
Barauslagen und Mehrwertsteuer (praxisgemäss Fr. 3'500.-- mit einem Zuschlag von
bis bis
bis
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Fr. 750.-- für die mündliche Verhandlung) zu entschädigen. Auch hier gilt das oben zur
Begründung des vollumfänglichen Unterliegens der Beschwerdegegnerin Ausgeführte.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht