Decision ID: ba2ee69f-4818-40ca-a384-763250cae04c
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1983, war bis zum Eintritt in die Primarschule im Jahr 1990 in der Schweiz wohnhaft. Von 1990 bis 1999 lebte sie in der
Y._
, wobei sie dort die Primarschule sowie das Gymnasium absolvierte. Ab 1999 war sie mehrheitlich in der Schweiz wohnhaft, wobei sie ab 2004 diverse Hilfsarbeiten verrichtete. Ab September 2005 war sie im Alters- und Pflegeheim
Z._,
mit einem Beschäftigungsumfang von 90
%
im Bereich Cafeteria, Office, tätig (
Urk.
11/22/1-3,
Urk.
11/12). 2006 heiratete sie einen türkischen Staatsan
gehörigen. Nachdem das Alters- und Pflegeheim
Z._
der Versicherten per Ende Juli 2009 gekündigt hatte, bezog sie von August 2009 bis zur Geburt ihrer Tochter im September 2010 sowie von Januar bis Mai 2011 Taggelder der Arbeitslosenversicherung (
Urk.
11/12 und
Urk.
11/30). Nach der Geburt der Tochter war sie zunächst bis Dezember 2010 zusammen mit ihrem Ehemann in der
Y._
wohnhaft. Seither lebte sie – mit Unterbruch 2011/2012 – getrennt von ihrem Ehemann zusammen mit ihrer Tochter in der Schweiz (
Urk.
11/13/3 und
Urk.
11/22/2).
Am
21
.
März
201
3
(Eingangsdatum) meldete
sie
sich unter Hinweis auf
eine
seit 200
9
bestehende Zwangsstörung mit Zwangsgedanken und -handlungen (ICD-10 F42.2)
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk.
11
/
6
). Zur Abklärung der medizinischen und erwerblichen Verhältnisse zog die IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
11
/
12
) bei
und holte
Berichte der behandelnden Ärzte ein (Urk.
11/11
,
Urk.
11/13, Urk.
11/14
). In der Folge
liess die IV-Stelle die Beeinträchtigung im Haushalt vor Ort abklären (Urk. 11/22)
.
N
ach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vor
bescheid vom
24
.
November
2014 [Urk.
11
/
24
],
begründeter
Einwand vom
9
.
Februar 2015
[Urk.
11/31
])
verneinte
die IV-Stelle
mit Verfügung vom
19
.
Februar
2015
einen Rentenanspruch
(Urk. 2 [=
Urk.
11
/
35
).
2.
Gegen diese Verfügung legte
die
Versicherte mit Eingabe vom
2
3.
März 2015
Beschwerde ein und beantragte, die angefochtene Verfüg
ung sei aufzuheben und
es seien ihr Rentenleistungen auszurichten mit Wirkung ab spätestens September 2013
; eventuell sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen
. In prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwer
deführerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
(Urk. 1).
Mit Ein
gabe vom 2
2.
April 2015 substantiierte die Beschwerdeführerin ihre Bedürftig
keit (
Urk.
8,
Urk.
9/1-18).
Mit Beschwerdeantwort vom
1
1
.
Mai
2015 beantragte die IV-Stelle Abweisung der Beschwerde (Urk.
10
), was de
r
Beschwerdeführer
in
am
1
2
. M
ai
2015 mitgeteilt wurde (Urk.
12
).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer
Gesundheits
schaden
führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
Das Bundesgericht hat in BGE 141 V 281 seine ständige Rechtsprechung bestä
tigt, wonach psychische Störungen nur als invalidisierend gelten, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr)
angehbar
sind
(
BGE 141 V 281
E. 4.3.1.2; v
gl.
statt vieler: Urteil des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15.
Dezember 2015 E. 5)
.
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes fallen leichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch, ein
zig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie
erwiesener
massen
therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E.
3.3 mit Hinweis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut
angehbar
sind - gesetzlich ver
langten Konstellation ist den no
rmativen Anforderungen des Art. 7 Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3
). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht
auszuschliessen
sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konsequent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und sta
tionären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nach
haltig ausgeschöpft wurden (
BGE 140 V 193
E. 3.3
;
BGE
137 V 64
E.
5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E.
4.1).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Einem ärztlichen Bericht kommt Beweiswert zu, wenn er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt und in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, wenn die Beschrei
bung der medizinischen Situation und Zusammenhänge einleuchtet und die Schlussfolgerungen des Arztes begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352).
1.6
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätig
keit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizini
schen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]
beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigne
ten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundes
gerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
RAD-Berichten nach
Art.
49
Abs.
2 IVV kommt ebenfalls Beweiswert zu
, sofern sie den von der Rechtsprechung umschriebenen Anforderungen an ein ärztli
ches Gutachten genügen (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1
). Selbst eine Aktenbeurteilung ohne eigene Untersuchung kann beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und Stellungnahmen der RAD (Urteil 9C_196/2014 vom 1
8.
Jun
i 2014 E. 5.1.1 mit Hinweisen).
Nach der Recht
sprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die (versicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen
ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (
BGE 135 V 465
E. 4.4
;
122 V 157
E. 1d
; Urteil
des Bundesgerichts
9C_28/2015 vom
8.
Juni 2015 E. 3.3
; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_335/2015 vom
1.
September 2015 E. 3
).
1.
7
Im Rahmen der freien Beweiswürdigung darf sich die Verwaltung - und im Streit
fall das Gericht - weder über die (den beweisrechtlichen Anforderungen genügenden) medizinischen Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sich die ärztlichen Einschätzungen und Schlussfolgerungen zur (Rest-) Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Trag
weite zu eigen machen. Die rechtsanwendenden Behörden haben
diesfalls
mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, ob die ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfä
higkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mitberücksichtigt, die vom
invaliditäts
rechtlichen
Standpunkt aus unbeachtlich sind (vgl.
BGE 140 V 193
;
130 V 352
E. 2.2.5). Wo psychosoziale Einflüsse das Bild prägen, ist bei der Annahme einer rentenbegründenden Invalidität Zurückhaltung geboten (
BGE 127 V 294
E. 5a; vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_146/2015 vom 1
9.
Januar 2016).
2.
2.1
Die IV-Stelle erwog im angefochtenen Entscheid,
aus medizinischer Sicht sei kein Gesundheitsschaden ausgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit länger
fristig/dauer
haft einschränke. Die Beschwerdeführerin leide an einer rezidi
vierenden Depression mit leichten und mittelgradigen Episoden sowie einer Zwangsstörung. Bei de
n
depressiven
Episoden
handle es sich definitionsgemäss um ein vorübergehendes Leiden, dem es an
einem
invalidenversicherungsrec
ht
lich
massgebenden
Krankheitswert fehle
, da sie
behandelbar
sei
.
Obwohl die Beschwerdeführerin
an Zwangshandlung
en
leide, könne sie einen Grossteil der Haushaltsaufgaben ausführen.
Zusätzlich müsse ausgeführt werden, dass die Behandlungsoptionen nicht voll ausgeschöpft seien.
Auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt seien ausreichend Stellen
für sie
vorhanden. Die Beschwerde
führerin sei als zu 50
%
t
eilerwerbstätig zu qualifizieren
(
Urk.
2).
2.2
D
ie
Beschwerdeführer
in brachte in ihrer
Beschwerde dagegen vor,
aufgrund des Schweregrads und der Dauer der psychischen Erkrankung bestehe eine anspruchsbegründende Erwerbsunfähigkeit bei mindestens 40%iger Arbeitsun
fähigkeit während eines Jahres. Sie sei durch die Fachärzte seit September 2012 durchgehend als zu 100
%
arbeitsunfähig beurteilt worden
. Aus Hinweisen auf Ressourcen im Haushaltsbericht dürfe nicht auf eine uneingeschränkte Erwerbsfähigkeit im Erwerbsbereich geschlossen werden.
Zudem stehe eine sol
che Einschätzung in offensichtlichem Widerspruch zu diversen Berichten der
Fachärzte.
Es liege in der Verantwortung des behandelnden Facharztes
,
die Modalitäten einer Therapie festzulegen. Wenn die Beschwerdegegnerin der Ansicht sei, es bestünden weitere
Behandlungmöglichkeiten
, stehe es ihr frei, weitere medizinische Massnahmen über die Mitwirkungs- bzw.
Schadenminde
rungspflicht
zu veranlassen.
Es sei nicht sachgerecht, in Kenntnis einer laufen
den Behandlung den Rentenanspruch abzulehnen mit dem Hinweis, Behandlungsoptionen seien nicht ausgeschöpft
worden
, ohne vorher von der betroffe
nen Person das Ausschöpfen der angeblich vorhandenen Optionen zu verlangen.
Die Beschwerdegegnerin habe sie mit der Begründung, sie habe bisher keine Kinderbetreuung organisiert, zu Unrecht im Gesundheitsfall als zu 50
%
erwerbstätig eingestuft
(
Urk.
1).
3.
3.1
Med.
pract
.
A._
, Oberarzt des
B._
, gab in seinem Bericht vom 2
4.
Mai 2013 zuhanden der Beschwerdegegnerin (
Urk.
11/13
) an, die Beschwerdeführerin leide seit vielen Jahren an einer Zwangsstörung mit vorwiegend Zwangshandlungen (ICD-10
F42.1) sowie an einer mittelschwere
n
depressive
n
Episode (ICD-10 F32.1; Erstdiagnose im Spital
C._
im Januar 2013
); eventuell leide sie an den
Auswirkung
en
einer Hypothyreose
.
D
iese Diagnosen
hätten
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigke
it nannte er keine
(Urk. 11/13/2).
Med.
pract
.
A._
führte weiter aus, bei ihrer ersten Aufnahme im Januar 2009 habe die Beschwerdeführerin über zunehmende Zwänge berichtet, die sie vor allem am Arbeitsplatz einschränken würden.
Hierunter würden folgende Handlungen fallen:
Händewaschen, Anfassen von Türklinken nur mit Taschen
tuch
,
klare
Trennung von Arbeitskleidung und Privatkleidung
, s
tändiges Putzen und Waschen zu Hause
, Ü
berwachung von anderen Personen bezüglich Rein
lichkeit und Hygiene
,
k
ein Berühren des eigenen Gesichts und der Haare, da diese sonst verunreinigt s
eien
und gewaschen werden müss
t
en
sowie s
tändiges Denken an Verschmutzungen. Zwangssymptome h
ätten
auch schon vor dieser Zeit
bestanden.
Sie habe
Probleme bei
der
Benutzung von Toiletten, beim Berühren
von Geld
und
beim Umgang mit Ausscheidungen anderer Personen. Die Situation
sei schwierig
gewesen
wegen ihrer
Tätigkeit im
Alters- und
Pfle
geheim
Z._
. Es
sei
eine Verhaltenstherapie durchgeführt
worden,
die zu einer leichten Besserung der Symptomatik
geführt habe
. Im weiteren Verlauf
sei die Beschwerdeführerin
zusammen mit ihrem Mann in die
Y._
gezogen und habe ihm Jahr 2011 die Behandlung
wieder aufgenommen.
Sie sei
kurz zuvor Mutter einer kleinen Tochter geworden. Der zunehmende Stress
habe
zu einer teilweise
massiven Zunahme der Zwangssymptomatik
geführt
.
Sie sei dann erneut in
die
Y._
gezogen, wo sie
zusammen mit dem Mann und der kleinen Tochter
bis zur Trennung dieser Beziehung
gelebt
habe
. Ab September 2012
sei erneut eine Behandlung im
B._
aufgenommen worden.
Seither best
ünden die
Symptome wie beschrieben
(
Urk.
11/13/2 f.).
Zu
m ärztlichen Befund
hielt med.
pract
.
A._
fest, die Aufmerksamkeit und Auffassung der Beschwerdeführerin sei
en
nicht eingeschränkt. Sie habe von in letzter Zeit vorkommenden leichten Konzentrationsstörungen und Gedächtnis
störungen berichtet. Das formale Denken sei normal schnell. Es zeig
t
e
n
sich ein deutliches Grübeln und eine Einengung des Denkens auf die Zwangsprobleme. Die Beschwerdeführerin weise ausgeprägte Putz- und Waschzwänge
sowie
Zwangsgedanken um befürchtete Verschmutzung
und
Zwangshandlungen
sowie
Vermeidungsverhalten
auf
.
Er habe bei der
Beschwerdeführerin k
eine Wahngedanken, Sinnestäuschungen oder Störungen des Ich-Erlebens
festge
stellt
.
Die
Stimmung
sei
wechselhaft mit ausgeglichenen Phasen. Es
gebe
aber auch anhalten
d
deprimierte Phasen. In Problemsituation
en
sei die Beschwerde
führerin
ängstlich
und
dysphorisch
gereizt.
Zudem
habe sie a
usgeprägte Insuffi
zienzgefühle
,
ein
eingeschränktes Vitalgefühl
sowie t
eilweise Schuldgefühle.
Der
Antrieb
sei
bezüglich der Zwangshandlungen
eingeschränkt
, möglicherweise
liege eine
Überlastung durch nächtliche Störung durch das Kind
vor
,
was
aller
dings in letzter Zeit nicht mehr vorgekommen
sei
.
Suizi
dalität
bestehe keine, jedoch t
eilweise Schlafstörungen.
Es sei schwierig, eine Prognose
abzugeben, nach dem bisherigen Verlauf sei nicht von einer deutlichen schnellen Besserung der Symptomatik auszugeh
en.
In der Anfangszeit der Behandlung sei es zu einer Bess
erung der Symptomatik gekommen.
In der letzten Zeit sei das Ausmass der Zwangssymptome stabil gewesen. Zusätzlich sei eine Depression diagnostiziert worden. Die Symptome der Zwangserkrankung seien durch diverse Stresssituation und andere Auslöse
r
immer wieder in ihrem Ausmass deutlich gesteigert worden. Nach der aktuellen Einschätzung sei die Beschwerdeführerin in der Lage, einige
Haushaltstätigkei
ten
alleine, andere mit Hilfe durchzuführen, allerdings unter Ausübung von teilweise ausgeprägten Zwangshandlungen. Gleichzeitig stelle der gemeinsam
e
Haushalt mit anderen Personen auch Stress dar.
Gegenwärtig nehme die Beschwerdeführerin eine Psychotherapie auf verhaltenstherapeutischer Basis wahr
.
Seit März 2013 bis zur letzten Konsultation am 2
2.
Mai 2013 hätten im Psychiatriezentrum Uster drei Therapiesitzungen stattgefunden, davor ein
stati
onärer Aufenthalt (vom 23.
Januar bis
7.
März 2013 im Spital
C._
). Die medikam
entöse Behandlung bestehe in
Venlafaxin
ER 150 mg/Tag
(
Urk.
11/13/3).
Was die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit betreffe, so habe bei der Arbeit im Alters- und Pflegeheim im Service, in der Küche und in der Cafeteria wegen des Kontakts zu Schmutz,
Exkrementen, Ausscheidungen und wegen der Notwendigkeit, ein öffentliches WC zu benutzen,
eine sehr schwierige Situation bestanden. Dies führe zu massivem Stress
und ausgeprägten Symptomen.
Es sei davon auszugehen, dass
seit dem letzten Behandlungseintritt im September 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
besteh
e (
Urk.
11/13/3).
Die Möglichkeit zu einer behinderungsangepassten Tätigkeit werde zurzeit nicht gesehen (Urk. 11/13/4).
Die Einschränkungen liessen sich durch medizinische Massnahmen nicht ver
bessern. Mit der Aufnahme der beruflichen Tätigkeit sei nicht zu rechnen (
Urk.
11/13/4).
3.
2
Im Verlaufsb
ericht vom 1
8.
September 2013
zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk
.
11/14) hielt med.
pract
.
A._
unter Angabe der gleichen Diagnosen wie im Bericht vom 2
4.
Mai 2013
fest,
es hätten seit diesem Bericht zwei ambulante Termine mit der Beschwerdeführerin (
5.
Juni und
1.
Juli 2013) statt
gefunden. Inhaltlich sei die Arbeit an den bisherigen Themen fortgesetzt wor
den: Ausmass der Zwang
s
symptome, Umgang damit, Haushaltstätigkeiten, Umgang mit der Tochter, Verhalten gegenüber den Verwandten, Umgang mit den Anforderungen durch das Leben der Beschwerdeführerin in zwei deutlich unterschiedlichen Kulturkreisen
(
Urk.
11/14/2). Die Medikation bestehe in
Venlafaxin
ER 150 mg/Tag und
abends bei Bedarf
Trittico
. Zusätzlich finde eine somatische Medikation statt. Es werde die Fortsetzung der bisherigen Therapie empfohlen (
Urk.
11/14/3). Der Befund sei unverändert zum letzten Befund. Es hätten sich bei der chronischen Erkrankung keine Veränderungen nach kurzer Zeit ergeben. Die Prognose sei unverändert zum letzten Bericht (
Urk.
11/14/2). Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar
(
Urk.
11/14/3).
3.3
Med.
pract
.
A._
führte in seinem Verlaufsb
ericht vom 1
5.
August 2014 zuhanden der Beschwerdegegnerin (
Urk.
11/19) aus,
die Beschwerdeführerin leide an einer Zwangsstörung mit vorwiegend Zwangshandlungen (ICD-10 F42.1), an einer rezidivierenden Depression mit leichten und mittelschweren Episoden (seit Januar 2013; IC
D-10 F33.0, F33.1) und an
Hypothyreose.
Diese Diagnosen hätten Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
11/19/2)
.
Seit dem letzten Bericht hätten acht Termine stattgefunden.
Inhaltlich seien immer die Symptome der Zwangsstörung das Thema; sowie auch der Umgang mit der Hygiene im Haushalt, mit anderen Personen im Haush
a
lt, mit der Tochter, das Aufsuchen des WCs
mit
der Tochter in diversen Situationen, die Versorgung des Haushalts und der Kontakt mit der Familie. Die Patientin lebe nicht in einer
eigenen Wohnung. Sie könne mit Hilfe von Familienangehörigen
Haushaltstä
tigkeiten
durchführen. Sie könne ihre Tochter versorgen, könne und müsse aber auch dabei immer wieder auf Unterstützung durch die Familie zurückgreifen. Es fänden sonst kaum Tätigkeiten statt. Hobbies gebe es keine (Urk. 11/19/2).
Der ärztliche Befund sei weitgehend unverändert zum l
etzten Bericht. Die Beschwerdeführerin berichte kaum über Schwankungen. Es gebe allerdings bessere und schlechtere Tage. Der Schweregrad der Symptome sei eindeutig abhängig von zusätzlichen Stressoren.
Diese seien vielfältig, wie der Kontakt zu Schmutz/Exkrementen, der zeitliche Druck, die Anforderung durch die Familie sowie die schwierige soziale Situation
(
Urk.
11/19/2).
Die Stressfaktoren nähmen eher zu (
Urk.
11/19/3). Es bestehe aktuell eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Was die Arbeitsfähigkeit auf längere Sicht betreffe,
sei
, da die Situation schon lange Zeit anhalte, auch für einen längeren Zeitraum von einer Arbeits
unfähigkeit von
100
%
auszugehen. Aus der Vergangenheit
sei bekannt
, dass Tätigkeiten, die in irgendeiner Form mit Schmutz oder Ausscheidungen zu tun haben
,
zu einer massiven Zunahme der Zwangssymptome führen
würden
. Bezüglich der Symptomatik g
ebe
es keine deutlichen Veränderungen zum letzten Bericht. Wie die Patientin zuletzt mit
ge
teil
t habe, sei
sie ern
eut schwanger
(Urk. 11/19/1)
.
Deswegen
habe die Beschwerdeführerin alle Medika
mente abgesetzt (Urk. 11/19/3).
3.
4
Im Bericht vom
5.
März 2014
(Eingang
bei der Beschwerdegegnerin am
24.
November 2014)
über die am 2
7.
März 2014 d
urchgeführte
Haushaltabklä
rung
kam die Abklärungsperson zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 50
%
im Erwerbsbereich und zu 50
%
im Haushalt tätig wäre. Im Haushaltbereich bestehe eine Einschränkung von 4,95
%
(
Urk.
11/22).
3.5
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
sowie Neurolo
gie
, RAD
,
hielt in seiner Stellungnahme vom 1
8.
November 2014
(Urk.
11/23/4, vgl. auch Stellungnahmen von
Dr.
D._
vom
2
8.
Oktober 2013,
9.
Mai 2014 und 1
7.
Juli 2014,
Urk.
11/23/2-3) fest,
e
s
sei
weiterhin eine Zwangsstörung ausgewiesen (
Bericht der
E._
vom
1
5.
August
2014). Weiterhin w
ü
rden leichte bis mittelgradige depressive Episoden beschrieben. Die Behandlung ha
be
seit
dem letzten Bericht der
E._
vom 1
8.
September 2
013 achtmal stattgefunden. Die
B
e
schwerdeführerin
sei
erneut schwanger. Gemäss
Haushaltsabklärungsber
icht besteh
e
eine Problematik im Umgang mit Schmutz und Exkrementen. In der Alltagsgestaltung k
ä
men laut
Haushaltsabklärungsbe
richt
keine psychosozialen Einschränkungen zum Ausdruck.
Die Beschwerde
führerin
könne
die von ihr erwarteten Aufgaben im Haushalt nahezu vollstän
dig wahrnehmen. In einer hypothetischen Erwerbsarbeit könnte der Umgang mit Schmutz und Exkrementen weitgehend und vermutlich auch besser als in einem
Haushalt mit Kleinkind vermieden werden. In der Zusammenschau mit der ver
gleichsweise geringen Behandlungsfrequenz
sei
nicht davon auszugeben, dass eine relevante Arbeitsunfähi
gkeit in einer Tätigkeit bestehe,
in der ein Umgang mit erhöhter Schmutzbelastung und/oder mit Exkrementen vermieden werden k
ö
nn
e
. Zudem w
ü
rden die Behandlungsoptionen bei weitem nicht ausgeschöpft. Aus medizinischer Sicht
sei
demnach kein Ge
s
undheitsschaden a
u
sgewiesen, der
die
A
rbeitsfähigkeit längerfristig/dauerhaft einschränk
e (
Urk.
11/23/4).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin
stützt
ihre Auffassung, wonach aus medizinischer Sicht kein Gesundheitsschaden ausgewiesen sei, der die Arbeitsfähigkeit länger
fristig/dauerhaft einschränke, auf die Stellungnahme von RAD-Arzt Dr.
D._
vom 1
8.
November 2014 (vgl. E. 3.
5
).
Hierbei handelt es sich um eine reine Aktenbeurteilung; eine eigene Untersu
chung hat RAD-Arzt
Dr.
D._
nicht vorgenommen. Wie eingangs dargelegt, kann eine reine Aktenbeurteilung beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen um die fachärztliche Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht. Diese Voraussetzungen sind gegeben.
4.2
Aufgrund der vorliegenden – fachärztlichen
–
Berichte von
med.
pract
.
A._
vom
2
4.
Mai 2013, 1
8.
September 2013 und 1
5.
August 2014 (
Urk.
11
/13, Urk.
11
/14,
Urk.
11
/19)
ist ausgewiesen und unbestritten, dass die Beschwerdeführerin mindestens seit Januar 2009 unter einer Zwangsstörung mit vorwiegend Zwangshandlungen (ICD-10 F42.1) und unter einer rezidi
vierenden Depression mit leichten und mittelschweren Episoden (ICD-10 F33.0, F33.1, Erstdiagnose
im Januar
2013
)
leidet. In den genannten Berichten wurden sodann detaillierte Befunde erhoben. Die Berichte enthalten zudem detaillierte Angaben zu den geklagten Beschwerden und zu den – mit längeren
Unterbrü
chen
– im
E._
durchgeführte Behandlungen (Psychotherapie auf verhaltenstherapeutischer Basis, wobei inhaltlich immer die Symptome der Zwangsstörung das Thema bilden [
Urk.
11/19/2], medikamentöse Therapie, wobei diese aufgrund d
er neuerlichen Schwangerschaft [
Geburt des zweiten Kinde
s im Oktober 2014,
Urk.
8/13]
abgesetzt wurde
)
.
Aus den genannten Berichten ergibt sich im Weiteren auch, dass durch die im
E._
bislang durchgeführte Behandlung der Zwangsstörung anfänglich eine Verbesserung der Symptome erreicht werden konnte (
Urk.
11/13/1) und sich diese seither nicht mehr wesentlich verändert haben. Die Behandelbarkeit der bei ihr
bestehenden Störungen wurde denn von der Beschwerdeführerin auch nicht in Frage gestellt (
Urk.
1 S. 4).
Streitig und zu prüfen ist vielmehr einzig, ob die Beschwerdegegnerin den genannten Diagnosen zu Recht eine invalidisierende Wirkung abgesprochen hat.
4.3
4.3.1
Zu den bei der Beschwerdeführerin bestehenden leichten und mittelschweren depressiven Episoden ist vorab festzuhalten, dass es sich bei depressiven Episo
den
definitionsgemäss
um vorübergehende Leiden handelt, welchen es grund
sätzlich an einem Krankheitscharakter fehlt. Daran ändert nichts, dass sie – wie hier - vor dem Hintergrund einer rezidivierenden depressiven Störung diagno
sti
ziert sind (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_176/2011 vom 2
9.
Juni 2011 E.
4.3). Aufgrund der von der Beschwerdeführerin anlässlich des Gesprä
ches mit der Abklärungsperson vom 2
7.
März 2014 gemachten Angaben ist sodann anzunehmen, dass die erste depressive Episode zumindest auch auf
grund von psychosozialen Faktoren (Kündigung, Trennung vom Ehemann, extreme Belastung mit den Erziehungsaufgaben) ausgelöst wurde (
Urk.
11/22/2). Laut
med.
pract
.
A._
waren solche sodann auch im weiteren Verlauf mit
bestimmend (Urk. 11/19/2). Abgesehen davon, dass dies in gewichtiges Indiz gegen das Vorliegen eines rechtlich relevanten Gesundheitsschadens darstellt (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_89/2015 vom 1
2.
Mai 2016 E. 4.2), fehlt es am Erfordernis einer konsequenten Depressionstherapie im eingangs dargeleg
t
en Sinn (vgl. E. 1.2 und E. 4.
3.3
).
4
.3.2
Bezüglich der Zwangsstörung ist vorauszuschicken, dass
die Beschwerde
führe
rin deswegen offenbar im Juli
2009 die Tätigkeit im
Al
ters- und Pflege
heim
Z._
,
als
Mitarbeiterin
im Service, in der Küche und in der Cafeteria
,
verloren hat
te
(
E. 3.1, Urk. 11/13/4
). Gemäss Aktenlage erklärte sie im August 2009 gegenüber der Regionalen Arbeitsvermittlung
G._
, zu 100
%
ver
mittlungs
fähig
zu sein (
Urk.
11/30/1-2). Laut ihren Angaben gegenüber der Abklärungsperson hat sie in der Folge viele schriftliche Bewerbungen verfasst, wobei sie sich auch auf Stellen mit vollem Arbeitspensum gemeldet, aber keine Stellenangebote im Reinigungssektor berücksichtigt hat
te (
Urk.
11/22/4; vgl.
auch Sachverhalt Ziffer
1
). Laut den Angaben von
med.
pract
.
A._
haben sich die Symptome der Zwangsstörung seither aber eher verbessert.
RAD-Arzt
Dr.
D._
wies sodann – in Übereinstimmung mit den Feststellungen im insoweit von der Beschwerdeführerin nicht in Frage gestellten Bericht betreffend die Haushaltabklärung vom 2
7.
März 2014 – zu Recht darauf hin, dass die Beschwerdeführerin die von ihr erwarteten Aufgaben im Haushalt
(ohne Aufräum- und Reinigungsarbeiten in der Küche, ohne Reinigen des Bade
zimmers und der Toilette, ohne Fensterreinigung;
Urk.
11/22/7 f.)
trotz der Zwangsstörung nahezu vollständig wahrnehmen könne. Seine daraus gezogene Schlussfolgerung, wonach in einer Tätigkeit, in welcher ein Umgang mit erhöhter Schmutzbelastung und/oder Exkrementen vermieden werden könne, keine relevante Arbeitsunfähigkeit bestehe, erscheint überzeugend.
4.3.3
Entscheidend hinzukommt, dass – wie RAD-Arzt
Dr.
D._
bemerkte – die
Be
handlungsoptionen
bei weitem nicht voll ausgeschöpft wurden. Gemäss Akten
lage stand die Beschwerdeführerin seit Januar 2009 – mit längeren
Unterbrü
chen
(Rückkehr in die
Y._
nach der Geburt der Tochter [September 2010], Wiederaufnahme der Behandlung im Januar 2011; erneute Rückkehr in die
Y._
2011/2012, Wiederaufnahme der Behandlung im September 2012
)
– in psy
chiatrischer Behandlung im
E._
(
Urk.
11/13
)
. Laut den Angaben von
med.
pract
.
A._
kam es dabei in der Anfangszeit der Behandlung zu einer Besserung der Symptomatik (
Urk.
8/13/2-3): So hätten im Zeitpunkt des Berichts vom Mai 2013 die Hände 20 bis 30 Mal gewaschen wer
den müssen, wohingegen dies in früheren Zeiten bis zu 70
Mal
am Tag der Fall gewesen sei (
Urk.
11/13/1). Nach der Geburt ihrer Tochter (September 2010) konnte die Beschwerdeführerin gemäss ihren Angaben gegenüber der
Abklä
rungsperson
dadurch, dass sie diese 22 Monate stillte, über einen längeren Zeitraum die Medikamente nicht mehr einnehmen. Sie habe in dieser Zeit viel geweint und sei überfordert gewesen. Weil sie zunehmend ein aggressives Ver
halten gegenüber ihrer Tochter entwickelt habe, habe vom 23. Januar
bis 9.
März 2013 im Spital
C._
ein Mutter-Kind-Aufenthalt stattgefunden (
Urk.
11/22/2). Gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin gegenüber der Abklärungsperson war dieser Spitalaufenthalt eine gute Erfahrung. Sie habe sich erholt und die Beziehung zur Tochter habe sich stabilisiert. Die Medika
mente seien wieder eingestellt, der Alltag sei strukturierter und ruhiger gewor
den (
Urk.
11/22/2).
Von März
2013 bis Juli 2014 wurden laut med.
pract
.
A._
insgesamt 1
3
ambulante Therapiesitzungen durchgeführt, wobei Thema immer die Symp
tome der Zwangsstörung bildeten (
Urk.
11/13/3,
Urk.
11/14/2,
Urk.
11/19/2
). Daneben wurde die Beschwerdeführerin mit
Venlafaxin
ER 150 mg/Tag und
Trittico
bei Bedarf behandelt (
Urk.
11/14/2-3,
Urk.
11/19/2-3). Aufgrund der neuerlichen Schwangerschaft (Geburt im Oktober 2014) wurden aber - wie be
reits während der 22 Monate dauernden Stillzeit nach der Geburt des ersten Kindes im September 2010 - sämtliche Medikamente
abgesetzt (Urk.
11/19/3). Die Durchführung insbesondere auch einer spezifisch auf die Behandlung der aus der Zwangsstörung resultierenden Symptome ausgerichteten (teil-)stationä
ren Behandlung ist sodann nicht aktenkundig.
Von einer optimalen und nachhaltigen Ausschöpfung der therapeutischen und medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten (zu den Therapieintervallen bei depressiven Störungen: vgl. Urteile des Bund
esgerichtes 9C_454/2013 vom 29.
Oktober 2013 E. 4.1) kann unter diesen Umständen in der Tat nicht die Rede sein. Dass während der Schwangerschaft resp. der Stillzeit die Medikamente abgesetzt wurden, erscheint zwar verständlich. Jedoch verbietet eine nicht aus
geschöpfte medikamentöse und therapeutische Behandlung den Schluss, die versicherte Person verfüge nicht über genügende psychische Ressourcen, einer den Anspruch auf eine Rente ausschliessende
n
Erwerbstätigkeit nachzugehen. Von daher ist die Beschwerdegegnerin demnach zu Recht von einer nicht andauernden gesundheitlichen Beeinträchtigung ausgegangen (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_731/2015 vom 1
8.
April 2016 E. 4.2 mit Hinweisen).
4.3.4
Anzufügen bleibt, dass bei einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit (vgl. E. 4.3.2) – auch angesichts des vergleichsweise tiefen Einkommen
s
, welches die Beschwerdeführerin in ihrer letzten Tätigkeit mit einem Beschäftigungsumfang von 90
%
erzielt hat (
Urk.
11/12) – ohnehin nicht von einer leistungsrelevanten Erwerbseinbusse auszugehen ist. Demnach wäre ein Anspruch auf eine Invalidenrente auch dann zu verneinen, wenn davon ausgegangen würde, dass die Zwangsstörung (auch bei optimaler und nachhal
tiger Ausschöpfung der Behandlungsmöglichkeiten) eine andauernde Arbeits
unfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit bewirken würde.
4.3.5
Es ergibt sich somit, dass die Beschwerdegegnerin, ausgehend von der Stellung
nahme von RAD-Arzt
Dr.
D._
vom
1
8.
November 2014 (E. 3.
5
)
, das Vor
liegen eines relevanten Gesundheitsschadens
zu Recht verneint hat. Dass
med.
pract
.
A._
der Beschwerdeführerin in seinen Berichten
(
Urk.
11/
13,
Urk.
11/14,
Urk.
11/
19)
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte und weiter festhielt, es sei nicht von einer deutlichen Besserung der Beschwerden auszuge
hen
,
resp. die Einschränkungen liessen sich durch medizinische Massnahmen nicht verbessern, ändert daran nichts
, k
onnte doch laut den Angaben im
E._
mittels der
durchgeführte
n
Therapie anfänglich eine Ver
besserung der Symptome der Zwangsstörung erreicht werden und hat laut den Angaben der Beschwerdeführerin selbst auch der Mutter-Kind-Aufenthalt im Spital
C._
zu einer Verbesserung ihrer Befindlichkeit geführt. Wenn in der Folge bei im Wesentlichen unverändert niederschwelligen therapeutischen Behandlungsbemühungen keine weitere Besserung eintrat, lässt dies daher nicht schon auf eine Therapieresistenz der besagten psychischen Leiden schliessen. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist unter diesen Umständen die Durchführung eines Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens
(
Art.
21
Abs.
4 ATSG, Art. 7b IVG) nicht nötig. Für die Beurteilung des geltend gemachten Rentenan
spruches ist allein massgeblich, ob ein invalidisierendes Leiden resp. ein
renten
begründender
Invaliditätsgrad besteht oder nicht (vgl. Urteil des Bundesgerich
tes 8C_14/2014 vom 3
0.
April 2014 E. 4.2.3 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichtes 8C_441/2015 vom 2
1.
August 2015 E. 4.2).
5.
Da ein rentenbegründender Invaliditätsgrad auch dann zu verneinen ist, wenn von einer 100%igen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall ausgegangen wird, erübrigen sich Ausführungen zur strittigen Statusfrage und ist die Beschwerde ohne Weiteres abzuweisen.
6.
6.1
Gestützt auf die eingereichten Unterlagen (Urk.
8,
Urk.
9/1-18
) sind die Voraus
setzungen für die unentgeltliche Rechtspflege gemäss § 16 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) erfüllt. Antrags
gemäss ist der
Beschwer
deführer
in
deshalb die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und
Advokatin Karin
Wüthrich
,
Procap
, Olten,
als unentgeltliche
Rechtsver
treter
in
für das vorlie
gende Verfahren zu bestellen.
6.2
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
6
00.-- festzule
gen. Ausgangsgemäss sind sie der
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen, zufolge Bewilligung der unent
geltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtkasse zu nehmen.
6.3
Advokatin Karin
Wüthrich
machte mit ihrer Honorarnote vom
8.
August
2016 einen Aufwand von
6.8
Stunden sowie Barauslagen von insgesamt Fr.
137.--
geltend (Urk. 1
4
)
.
Der geltend gemachte Aufwand von 6,8 Stunden erscheint angemessen und ist aufgrund des gerichtsüblichen Ansatzes von
Fr.
185.-- pro Stunde mit Fr. 1‘258.-- zuzüglich Mehrwertsteuer von 8
%
zu entschädigen. Was die geltend gemachten Barauslagen betrifft, so beträgt der gerichtsübliche Ansatz für Kopien
Fr.
0.5
0.
Somit sind Barauslagen in der Höhe von
Fr.
77.50 (= Kopien: 59.50; Porto: Fr. 17.60; Telefongebühren:
Fr.
0.40)
zuzüglich Mehr
wertsteuer von 8
%
zu ersetzen. Advokatin Karin
Wüthrich
ist demnach mit insgesamt
Fr.
1‘442.35
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichts
kasse zu entschädigen.
6.4
Die Beschwerdeführerin
ist auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das
Sozial
ver
siche
rungsgericht
(
GSVGer
) hinzuweisen, wonach
sie
zur Nachzahlung der Gerichts
kosten und der Entschädigung an
die
unentgeltliche
Rechtsvertre
ter
in
ver
pflichtet ist, sobald
sie
dazu in der Lage ist.