Decision ID: 32d1cd34-4c7a-5799-b6cb-50f6c7da8f1c
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1979, war
zuletzt vom 1. Dezember 2011 bis 2. Juli 2012 bei der
Y._
AG als Betriebsleiterin tätig. Unter Hinweis auf multiple somatische Beschwerden meldete sich die Versicherte am 14. Februar 2013 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
(Urk. 7/3).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte
die medizinische und erwerbliche Situation ab
, zog Akten der
Kran
kentag
geldversicherung
bei (Urk. 7/14, Urk. 7/21) und holte beim
Z._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am 12. November 2014 (Urk. 7/75) erstattet wurde.
Am 22. Januar
2015 nahmen die Gutachter des
Z._
ergänzend Stellung (Urk. 7/80).
Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/83, Urk. 7/87, Urk. 7/91,
Urk. 7/98,
Urk. 7/102) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 27. Novem
ber 2015 einen Leistungsanspruch (Urk. 7/106 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 15. Januar 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom 27. November 2015 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen zu gewähren, insbesondere
sei ihr
ab Ablauf des Wartejahres eine ganze IV-Rente zuzusprechen (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1. Februar 2016
(Urk.
6)
die Abweisung der Besc
hwerde.
Zum besseren
Verständnis
der von den
Z._
-Gutachtern in ihre
r
Expertise
gezogenen Schlussfolgerungen stellte das hiesige Gericht mit Verfügung vom 5. Februar 2016 (Urk. 9) Ergänzungsfragen, welche mit Eingabe vom 6. April 2016 beantwortet wurden (Urk. 12
;
Beilage
Urk. 13
).
Mit Gerichtsverfügung vom
8. April 2016 wurden antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 2)
die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt und der Beschwerdeführerin die
medizinische Stellungnahme
vom 6. April 2016
samt Beilage
zugestellt (Urk.
14).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbs
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglich
keiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliess
lich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch a
uf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40
% arbeitsunfähig (Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres z
u mindestens 40 % invalid (Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
tels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu kön
nen, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und ge
ge
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeits
un
fähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleis
tungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es
beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Proze
ss nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medi
zinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des
Beweiswer
tes
eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den er
forderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizini
schen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die
rechts
anwendende
Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auf
lage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Entscheid (Urk. 2) damit, dass ge
stützt auf das eingeholte Gutachten eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht plausibel erstellt sei. Es überwögen die Gründe, die keine relevante Arbeitsunfähigkeit annehmen l
ie
ssen.
Die von der Beschwerdeführerin ge
schil
derten Beschwerden seien nicht objektivierbar und die angenommene Ar
beitsunfähigkeit stütze sich alleine auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin.
Daneben bestünden offenbar psychosoziale
Belastungs
fak
toren
, insbesondere Schulden.
Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei es der Beschwerdeführerin zumutbar, eine vollzeitige Erwerbstätigkeit
auszu
üben
und ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (S. 2).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführ
erin in ihrer Beschwerde (Urk.
1
) auf den Standpunkt,
auf das von der Beschwerdegegnerin veran
lasste Gut
achten sei abzustellen. Bei der festgestellten Diagnose handle es sich nicht um eine Erkrankung aus dem Bereich der
somatoformen
Schmerz
störungen respektive aus dem Bereich der
pathogenetisch
äti
ologisch unklaren
syndro
malen
Beschwerdebilder ohne nachweisbare orga
nische Grundlage
, sondern vielmehr um eine im Blut nachweisbare
Auto
immunerkrankung
.
Schliesslich könne den Ausführungen der
Beschwerde
gegnerin
nicht gefolgt werden, da diese lediglich auf der Einschätzung ihres Rechtsdienstes basierten (S. 9 ff.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob
im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung eine anspruchsrelevante Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bestanden hat.
3.
3.1
Prof. Dr. med.
A._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheu
matologie, nannte in seinem Bericht vom 6. Februar 2009 (Urk. 7/27/21-22) folgende Diagnosen (S. 1):
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom rechtsbetont bei/mit
relevanter
Hyperlaxizität
der gesamten Wirbelsäule
auffälliger Muskel-
Dysbalance
und Verspannung im Nacken-/
Trapezius
-Bereich
Status nach grippalem Infekt im November 2008
zweimal
p
r
äsynkopale
Zustände mit/bei
vegetativer Dystonie
leicht positivem
Chvostek
-Zeichen mit Verdacht auf chronische Hy
perventilation
3.2
Am 7. Januar 2010 erfolgte ein ambulanter Untersuch im Stadtspital
B._
, Abteilung für Pneumologie und Schlafmedizin (Bericht vom 15. Januar 2010, Urk. 7/27/18-19), wo eine arterielle Hypertonie, ein chronisches
spondylozer
vikales
Syndrom rechts sowie ein Verdacht auf
ein
psychosomatisches Leiden mit anamnestisch chronischem Status
s
ubfebrilis
diagnostiziert wurde
n
(S. 1). Dabei
wurden aufgrund der norm
alen Thorax-Röntgenaufnahme, der
nor
malen
Blutwerte
und insbesondere des
normalen internistischen Status ein so
matisches Leiden ausgeschlossen;
es
lägen weder ein
chronischer Infekt
noch
eine autoimmunologische Erkrankung oder eine
Dysthyreose
vor (S. 2).
3.3
Dr. med.
C._
, Fachärztin für Neurologie, nannte am 17. März 2010
(Urk. 7/27/16-17) als Diagnose
intermittierend ok
zipitale
Kopfschmerzen
(Diffe
rentialdiagnose: okzipitale Migräne)
, eine
Okzipitalisneuralgie
, eine Migräne ohne Aura sowie eine arterielle Hypertonie und eine depressive Epi
sode (S.1). In ihrer Beurteilung führte sie aus, dass die Beschwerdeführerin einen Kopfschmerzkalender führen und bei erneuten Kopfschmerzen
Relpax
einsetzen soll
t
e (S. 2).
3.4
Die Beschwerdeführerin begab sich am 11. Februar und am 5. April 2013 in die Sprechstunde für Kollagenosen und
Vaskulitiden
am
D._
. Dort wurde
n
– näher ausgeführt –
ein
Ver
dacht auf eine Frühform einer undifferenzierten Kollagenose
und
ein
chro
nisches
genera
li
siertes Weichteilschmerzsyndrom diagnostiziert (
S. 1 des
Be
richt
s
vom 19. Apri
l 2013, Urk. 7/27/4-7).
Die Ärzte attestierten der Be
schwerdeführerin aus rein rheumatologischer Sicht eine vollständige Ar
beitsfähigkeit für eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit, empfahlen aber aufgrund der monate
langen Arbeitsunfähigkeit eine stufenweise Steigerung der Arbeitsfähigkeit
innerhalb der
nächsten zwei bis drei Monate
(S. 3).
Am 22. April 2013 (Urk. 7/24/1-4) führten die Ärzte
des
D._
bei bekannter Diagnose aus, eine Prognose sei schwierig zu stellen. Aktuell bestünden keine Aktivitätszeichen der postulierten undifferenzierten Kollagenose und keine Hinweise auf eine Organbeteiligung sowie keine Hinweise für einen aggressi
ven Verlauf
(Ziff. 1.4).
3.5
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Rheumatologie sowie
für
Physikalische Medi
zin und Rehabilitation,
welcher die Beschwerdeführerin seit dem
11. Dezember 2012 behandelte,
berichtete der Beschwerdegegnerin am 13. Mai
2013 (Urk. 7/27/1-3) und nannte die folgende Diagnosen mit Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
Verdacht auf undifferenzierte Kollagenose mit
Symptomatik eines
Chronic
Fatigue
-Syndroms (seit 2007)
r
ezidivierenden subfebrilen Temperaturen
Sicca
-Symptomatik
Dys-Parästhesien
an den Extremitäten
c
hronischem, generalisiertem Weichteilschmerzsyndrom (Differen
tial
diagnose: sekundär im Rahmen der Kollagenose)
migräneiformen
Kopfschmerzen
Er attestierte der Beschwerdeführerin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit von August 2012 bis zirka Ende Juni 2013 mit anschliessendem Wiedereinstieg zumindest in einem Teilpensum, wobei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorausgesagt werden könne, ob eine vollständige Arbeitsfähigkeit wieder möglich sei (Ziff. 1.7). Ferner wies er darauf hin, dass es ausserordentlich wichtig sei, die Beschwerdeführerin wie
der in den Arbeitsprozess zu integrieren. Ihre frühere berufliche Tätigkeit als
kaufmännische Angestellte sei adäquat. Gegebenenfalls empfehle er eine interdisziplinäre Begutachtung (Ziff. 1.11).
3.6
Eine am
D._
durchgeführte neuropsychologische Untersuchung vom 22. Novem
ber 2013 (Urk. 7/46/9-11) ergab als einzige
n
objektive
n
Befund ein zu langsames Bearbeitungstempo in einer sehr einfachen Aufgabe zur gerichteten Aufmerksamkeit
sowie
eine grenzwertige Leistung in einer Papier-Bleistiftaufgabe zur Umstellfähigkeit beziehungsweise geteilten Auf
merksamkeit (als „leicht“ zu klassifizierende Störung).
Eine
Hirnfunktions
störung
im engeren Sinne lag nicht vor und als Therapie wurde die Be
schwer
deführerin ermuntert, das gegenwärtige Arbeitspensum im GZ
(
Ge
mein
schaftszentrum
)
F._
auszubauen, um in zirka 3-6 Monaten ein 50%-Pensum bewältigen zu können (S. 2 f.).
3.7
Dem Verlaufsbericht der Ärzte des
D._
vom
26. November 2013 (Urk. 7/46/11-3) lässt sich gegenüber dem früheren Bericht vom 19. April 2013 (vgl. vorstehend E. 3.4) als Diagnose neu eine Frühform einer undiffe
renzierten Kollagenose entnehmen (S. 1). Als Hauptproblem wurde eine in
va
lidisierende
Fatigue
-Symptomatik genannt, welche auch eine verminderte Konzentration und Leistungsfähigkeit im durchgeführten Arbeitsversuch (Pensum von 37.5 %) mit sich gebracht habe. Die Ärzte attestierten
der Be
schwerdeführerin
eine Arbeitsunfähigkeit von 62.5
%
mit einer
s
tufenweisen Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf ein Pensum von 50 % (S. 2 f.).
3.8
Am 12. November 2014 erstatteten die Ärzte
des
Z._
ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (Urk. 7/75/3-43). Sie stützten sich auf die ihnen überlassenen Akten (S. 3 ff.), die Angaben der Versicherten (S. 12 ff.) und die von ihnen am 9. bis 11. September 2014 ambulant erhobenen Be
funde (S. 1) in den Bereichen Innere Medizin, Rheumatologie und Psychiatrie (S.
3 Mitte).
Die Gutachter nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit (S. 35 Ziff. 7):
undifferenzierte Kollagenose mit
Erstdiagnose
April 2013
Differentialdiag
nose: systemischer Lupus
erythe
matodes
rezidivierende
Occipitalisneuralgie
rechts
Neurasthenie be
i chronischer rheumatologischer
Erkrankung
Ferner nannten sie verschiedene Diagnosen ohne Auswirkung auf die Ar
beits
fähigkeit, darunter ein
Sicca
-Syndrom, ein rezidivierendes
zervikover
te
brales
und
lumbovertebrales
Syndrom, eine muskuläre Bewegungsstörung, eine
Kardia
-Insuffizienz mit rezidivierendem
Magenreflux
, eine zystische Ver
änderung der Schilddrüse
sowie einen Vitamin D-
Mangel (S. 35 Ziff. 8).
In ihrer Beurteilung führten sie unter anderem aus,
es
st
ehe
bei der Be
schwerdeführerin eine Allgemeinsymptomatik mit erhöhter Grundmüdigkeit, erhöhter Ermüdbarkeit, allgemeiner Schwäche und anhaltenden subfebrilen Temperaturen im Vordergrund.
Aus somatischer Sicht bestehe i
m Bereich des Bewegungsapparates eine Morgensteifigkeit im Bereich der Hände und Füsse von über einer Stunde Dauer. Eigentliche Schwellungen oder Rötungen im Bereich der Gelenke seien gemäss An
a
mnese nie beobachtet worden. Bei der klinischen Untersu
chung fänden sich
k
eine Hinweise für
Arthrosynovitiden
, hingegen
druckdo
lente
MCP-Gelenke, ein
druckdolentes
Daumensattelgelenk der rech
ten Hand und
Druckdolenz
der Zehengrundgelenke beidseits. Die
Kraftent
wicklung
im Bereich der Hände sei vermindert. Hinweise für
enorale
Ulzera oder für Haut-Ulzera fehlten, ebenso Hinweise für
Vasculitis
-Herde im Be
reich der Haut.
In de
n
durchgeführten bildgebenden Untersuchungen des Bewegungsapparates fänden sich an den Händen und Füssen keine Hinweise für
erosive
Elemente,
im Bereich der Halswirbelsäule (HWS)
bestünden un
auffällige Befunde (S. 36
). Aktuell finde man klinisch und labormässig keine Hinweise für eine erhöhte humorale Krankheitsaktivität, die
Blutsenkungsre
aktion
falle normal aus. Die Schilddrüsen-Werte zeigten eine
euthyreote
Funktionslage, der Vitamin B12-Spiegel liege im Normbereich, das aktive Vitamin D sei leicht vermindert. Die bisher bekannten Diagnosen
mit
Occi
pitalisneuralgie
rechts, die angegebene
Hyposensibilität im Bereich der rech
ten Körperseite, die angegebenen
Mus
ke
l
zuckungen
seien aktuell nicht ein
deutig klassifizierbar. Bisher seien keine Hinweise für eine
Zentralnervensystem-
(
ZNS-
) -
Beteiligung der Kollagenose gefunden worden. Eine typische
Restless
legs
-Symptomatik lasse sich anam
nestisch nicht eruieren. Die rechtsseitigen
occipitalen
Kopf
schmerzen könnten u
nter der Therapie mit
Topamax
in der Intensität und Frequenz ein erträg
liches Mass erreicht
h
aben. Die Symptomatik der Verlangsamung und Müdig
keit könn
t
e durchaus im Rah
men der Kollagenose entstehen, hier
aber durch die Therapie mit
Topa
max
akzentuiert werden (S. 3 oben).
In der psychiatrischen Untersuchung fänden sich nur wenig
e
Hinweise auf
das Vorliegen einer psychiatrischen Erkrankung.
Die Beschwerdeführerin wi
rke beim Denken und beim Sprechen etwas verlangsamt, zeige jedoch keine Hinweise auf eine depressive Erkrankung
. Sie sei in vielen Ich-Leistun
gen nicht beeinträchtigt, in der Durchhaltefähigkeit, in der Fähigkeit zu
Spon
tanaktivitäten
sowie in der Selbstbehauptungsfähigkeit sei sie jedoch mittel
schwer bis schwer beeinträchtigt
(S. 37). Die
se
Symptom
e
könn
t
e
n
durch die rheumatologische Erkrankung sowie durch die Nebenwir
kung der Medika
mente auch erklärt werden. Von Bedeutung sei jedoch die Wechselwirkung der körperlichen Erkrankung mit den psychischen Funktio
nen. Die Beschwer
deführerin sehe sich selbstlimitiert, erlebe sich als Person, die nicht belastbar sei und sich über die Erkrankung definiere. Dies könnte zu einer gewissen Selbstlimitierung führen. Allerdings sei zu betonen, dass die psychische Funk
tionsfähigkeit nicht unabhängig von der
rheumatologi
schen Erkrankung beurteilt werden könne (S. 38 oben). Auffällig sei ausser
dem die grosse Gewichtsabna
hme
(von 84 kg auf 59.5 kg)
von November 2012 bis heute, welche ge
mäss den Angaben der Beschwerdeführerin
unbewusst und nicht durch per
sönliches Dazutun erreicht worden sei.
Eventuell sei das Medi
ka
ment
Topa
max
ausschlaggebend hierfür, obwohl es erst seit Frühjahr 2014 eingesetzt werde. Allenfalls müsst
e
die Gewichtsabnahme auch als Folge der
Grund
krankheit
mit einem allgemeinen Malaise und einer Inappetenz ge
sehen wer
den (S. 38 Mitte).
Zu den Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter fest, dass aktuell eine Tätigkeit im bisherigen Wirkungskreis mit Tätigkeiten als Clubmanagerin oder Aufnahmeleiterin in einem Film-
und Fernsehstudio mit wechselnder Stressbelastung nicht mehr gegeben sei
(S. 38 Ziff.
10)
. In einer adaptierten Tä
tigkeit mit Arbeit ohne Stress und vor allem Nachmittagsarbeit zur Vermei
dung der Phasen mit Morgensteifigkeit sei eine Arbeitsfähigkeit von 30 %
ab Gutachtertermin
gegeben. Eine weitere Steigerung sei durchaus möglich, je
doch müss
t
e der weitere Verlauf beobachtet werden und eine Revision er
scheine in zwei bis drei Jahren als sinnvoll (S. 38
Ziff. 11
).
3.9
Dr. med.
G._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, erachtete in sei
ner Stellungnahme vom 18. N
ovember 2014 (Urk. 7/82/10-11
)
das
eingeholte
Gutachten zwar
als
beweistauglich
;
die beschriebenen Befunde
seien
im Hinblick auf die genannte Arbeitsfähigkeit
allerdings
nicht sehr eindrücklich.
3.10
Am 22. Januar 2015 (Urk. 7/80) nahmen die
Z._
-Gutachter ergänzend Stellung zur Arbeitsfähigkeit. Sie führten aus, im Vordergrund stehe eine
Allge
meinsymptomatik
mit anhaltender Müdigkeit, erhöhter Ermüdbarkeit, Schwäche
und
subfebrilen Temperaturen. Im Weiteren liege eine deutliche Gewichtsabnahme vor. Aktuell sei die Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
füh
rerin durch die anhaltenden Krankheitsmanifestationen deutlich einge
schränk
t. Bereits bei geringer körperlicher Anstrengung zeige sich nach kurzer Zeit eine zu
nehmende Schwäche/Erschöpfung. Diese Befunde und Symptom
e seien durch verschiedene Tests
verifiziert und von den verschiedenen Gut
achtern über
einstimmend und glaubhaft referiert worden (S. 3).
3.1
1
Am 6. April 2016 beantwortete
n
die Gutachter
des
Z._
die vom Gericht gestellten Fragen (Urk. 12). Zum Schweregrad der bei der Beschwerdeführerin
diagnostizierten Kollagenose führten sie aus,
es
handle sich um eine undif
fe
renzierte Kollagenose, welche sich als rheu
matisches Leiden bestätige, sich aber weder labormässig noch klinisch einer genauen Diagnose zuordnen lasse. Somit lasse sich auch der Schweregrad der Aktivität nicht zahlen
mässig und mit Laborwerten festlegen. Im Vordergrund stünden die Müdig
keit/
Fatigue
und die Gewi
ch
tsabnahme, beide in sehr aus
geprägtem Ausmass (S. 1).
Die
Fatigue
dagegen sei ein schwer fassbares Phä
nomen. Diese trete – mit Verweis auf die Literatur - bei rheumatischen Er
krankungen sehr ge
häuft, bei einem Systemischen Lupus
Erythematodes
(SLE) gar mit einer Häufigkeit von 75-100 % der Fälle auf. Im vorliegenden Fall
basiere
ihre Einschätzung auf den Angaben der Beschwerdeführerin, auf der klinischen Objektivierung anlässlich der Exploration durch drei Gutachter sowie de
m
durchgeführten Mini-ICF-Test.
Zudem
sei darauf hinzuweisen, dass bei der Beschwerdeführerin eine nicht klar definierbare rheumatische Erkrankung vorliege, eine undifferenzierte Kollagenose, die möglicherweise einem SLE ent
spreche m
it zusätzlich
Sicca
-Symptomatik
(S. 2).
Hinsichtlich des
Verhältnis
ses
zwischen der diagnostizierten Neurasthenie und der in der Literatur genannten
F
atigue
verwiesen die Gutachter auf den psychiatrischen Teilstatus, in welchem auf die gegenseitige Wechselwirkung ausführlich eingegangen worden sei. Darin sei ausgeführt worden, dass die Beschwerdeführerin mit ihrer Krankheit identifiziert sei. Sie sei überzeugt, dass ihre Krankheit sich verschlimmere, wenn sie sich übermässigen Aktivi
täten aussetze. Diese Krankheitsüberzeugung limitiere sie in der Bewältigung der alltäglichen Aufgaben und diene der Krankheitsbewältigung nicht
. Es bestehe eine Sorge über ein abnehmendes geistiges und körperliches Wohl
befinden, eine Übererregbarkeit und eine Reizbarkeit
(S. 4).
Alle diese Symp
tome könnten jedoch auch durch die rheumatologische Erkrankung und zum Teil durch die Nebenwirkungen der eingenommenen Medikamente, die zur Behandlung der rheumatologischen Erkrankung notwendig seien, erklärt werden.
Die Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen könne
indes
nicht unabhängig von der rheumatischen Erkrankung beurteilt werden. Es handle sich um eine Wechselwirkung von körperlichen und psy
chi
schen Symptomen.
Aufgrund des heutigen Wissensstandes könnten psy
chi
sche und körperliche Ursachen von identischen Symptomen nicht durch objektive Befunde – zum Beispiel eine Bildgebung oder eine
Laboruntersu
chung
– voneinander unterschieden werden. Es bleibe ein Dilemma des Psyche-Soma-Konflikts
. Dieser Konflikt werde sich mit einer hohen Wahr
scheinlichkeit in nächster Zukunft auch nicht lösen lassen
(S. 5 oben).
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit
würden
alle drei am Gutachten beteiligten Fachärzte an der attestierten Arbeitsunfähigkeit
festhalten
(S. 5 unten).
4.
4.1
Das Gutachten vom
12. November 2014
(vgl. vorstehend E. 3.8)
entspricht allen praxisgemässen An
forderungen (vgl. vorstehend E. 1.4
). Die Gutachter erhoben in den Fachrichtungen Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie
und
Psychiatrie genaue Befunde und berücksichtigten die geklagten Be
schwerden. Sie nahmen zu den früheren Akten Stellung und begründeten die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sorgfältig und nachvollziehbar. Es standen den Gutachtern somit alle Informationen zur Verfügung, um eine schlüssige interdisziplinäre Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin vorzunehmen. Sie legten dar, dass
die Beschwerdeführerin an einer undiffe
renzierten Kollagenose, an einer rezidivierenden
Occipitalisneural
gie
rechts sowie an einer Neurasthenie bei chronischer rheumatologischer Erkrankung leide, welche es ihr gegenwärtig verunmögliche, ihre angestammte Tätigkeit als Clubmanagerin oder Aufnahmeleiterin in einem Film- und Fernsehstudio auszuüben. In einer adaptierten Tätigkeit mit Arbeit ohne Stress
sei eine Arbeitsfähigkeit von 30 % gegeben (vgl. vorstehend E 3.8).
4.2
Der RAD
-Arzt
Dr.
G._
hat in seiner Stellungnahme vom 18. November 2014 das
Z._
-Gutachten vom 12. November
2014 ebenfalls als
beweis
taug
lich
beurteilt.
Einzig die be
schriebenen Befunde seien im Hinblick auf die
genannte Arbeitsfähigkeit
aus seiner Sicht
nicht sehr eindrücklich
(vor
steh
end
E. 3.9)
.
Die Beschwerdegegnerin hat für ihren ablehnenden Standpunkt, wonach – abweichend von der gutachterlichen Einschätzung – von einer vollständigen Arb
eitsfähigkeit auszugehen sei (vgl. vorstehend E. 2.1)
– einzig die Begrün
dung vorgebracht, insgesamt sei die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht
plausibel erstellt und es bestünden psychosoziale Faktoren.
Dass psy
cho
soziale Faktoren, insbesondere Schulden
,
der Plausibilität der gutachter
lich attestierten Arbeitsunfähigkeit entgegen
stehen, wurde von den Gutach
tern im Rahmen der Zusatzfragen klar verneint, indem sie ausführten, dass die Arbeitsunfähigkeit vor allem somatisch begründet sei (Urk. 7/75/42 oben). Ferner wies d
er psychiatrische Gutachter darauf hin, dass eine Kon
frontation mit in den Akten erwähnten psychosozialen Problemen (Schulden, Konflikte am Arbeitsplatz) stattgefunden habe und dass die Beschwerdefüh
rerin offen
bar daran sei, diese Dinge in Ordnung zu bringen (vgl. Urk. 7/75/34 unten).
4.3
Zur Klärung der Arbeitsfähigkeit hat das Gericht eine ergänzende Stellung
nahme eingeholt (vgl. vorstehend E.
3.
11
). Darin wurde einlässlich und evidenzbasiert sowie unter Beilage der einschlägigen Literatur die 70%ige Ar
beitsunfähigkeit beziehungsweise 30%ige Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin
in einer leidensangepassten Tätigkeit
nachvollziehbar
dargelegt
.
Bereits mit Stellungnahme vom 22. Januar 2015 (vgl. vorstehend E. 3.10) hatten
die Gutachter
gegenüber der Beschwerdegegnerin
die von ihnen
atte
stierte Ar
beitsfähigkeit begründet
und ausgeführt, die Befunde und Sympto
me hätten durch verschiedene Tests verifiziert werden können und seien von den Gut
achtern übereinstimmend und glaubhaft referiert worden
.
Folglich
i
st nicht ersichtlich, weshalb in diesem
zentralen Punkt des
Z._
-Gutachtens – entge
gen der Ausführungen der Beschwerdegegnerin - von der Einschätzung der Fachexperten abzuweichen
wäre
.
Dies gilt umso mehr, als die Begrün
dung der Beschwerdegegnerin nicht auf eine
r
medizinische
n
B
eurteilung
oder erho
benen Befunden beruht, sonder
n einzig auf d
e
r
Einschätzung ihres
Rechts
dienstes
fusst
(vgl. Feststellungsblatt, Urk. 7/82/11-12)
.
A
us medizini
scher Sicht erachtete der RAD-Arzt Dr.
G._
lediglich die
Befunde im Hinblick auf die
attestierte Arbeitsunfähigk
eit als nicht sehr eindrücklich;
eine ausdrücklich anders bezifferte Arbeitsunfähigkeit nannte jedoch auch er nicht.
Die Arbeitsfähigkeitseinschätzung der
Beschwer
degegnerin
ist folglich nicht nachvollziehbar, zumal auch schon die behan
delnden Ärzte des
D._
im November 2013, als erstmals eine Frühform einer undifferenzierten Kolla
genose diagnostiziert wurde, von einer über 60%igen Arbeitsunfähigkeit
der
Beschwerdeführerin
ausgegangen sind
, verbunden
mit der Hoff
nung
, die
Arbeits
fähigkeit
baldmöglichst auf 50 % steigern zu können
(vorstehend E. 3.7
).
4.4
Somit ist der medizinische Sachverhalt so erstellt, wie er im Gutachten fest
ge
halten wurde, und es ist
aktuell
von einer Arbeitsunfähigkeit von 70 % in einer adaptierten Tätigkeit
ohne Stress
a
us
zugehen (vgl. vorstehend E. 3.8
am Schluss).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Clubmanagerin oder
Auf
nahmeleiterin
besteht nach Einschätzung der Gutachter wegen der
Stress
be
lastung
hingegen keine Arbeitsfähigkeit mehr.
Die Beschwerdegegnerin hat keinen Einkommensvergleich durchgeführt (vgl. Urk. 2). Angesichts der ausgewiesenen 70%igen Arbeitsunfähigkeit
in einer
leidensangepassten Tätigkeit
ist die angefochtene Verfügung vom 27. Novem
ber
2015 aufzuheben und die Sache zur Durchführung eines
Ein
kommens
vergleiches
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
4.5
Einhergehend mit der Einschätzung der Gutachter, wonach die Verarbeitung der Krankheit mittels stützender Psychotherapie und regelmässiger rheuma
tologischer Kontrollen gefördert werden sollte, womit die Möglichkeit be
stehe, mittelfristig von einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit auszugehen (Urk. 7/75/39), ist
es der Beschwerdegegnerin unbenommen zu prüfen
, ob
der Beschwerdeführerin
diesbezüg
lich
eine Schaden
minderungspflicht aufzuer
legen wäre
.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzule
gen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen
Pro
zessführung
erweist sich diesbezüglich
als obsolet
.
5.2
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin sodann zu verpflichten, der
ver
tretenen
Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung zu bezahlen
, da nach
ständiger Rechtsprechung die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsie
gen gilt (BGE 137 V 57 E. 2.2)
.
Es wurde festgestellt, dass die mit der unentgeltlichen Rechtsvertretung be
traute Rechtsanwältin
Michèle
Epprecht
aufgrund ihres Ausscheidens aus der Anwaltskanzlei nicht mehr Vertreterin der Beschwerdeführerin ist
und das Mandat kanzleiintern von Rechtsanwältin Stephanie
Elms
betreut wird
(vgl. Telefonnotiz vom 15
. März 2017, Urk. 17
; Kostennote vom 22. März 2017, Urk. 18
)
.
Es wurde von
Rechtsanwältin
Epprecht
weder eine Rechnung noch e
in Gesuch um Entlassung aus dem
Verfahren
gestellt
, was ihre Pflicht ge
wesen wäre
.
Aufgrund des Prozessausgangs erübrigt sich die Einsetzung ei
ner neuen
(unentgeltlichen)
Rechtsvertreterin
, da
sich
diesbezüglich das Ge
such um unentgeltliche Rechtsvertretung als gegenstandslos erweist.
Die Prozessentsch
ädigung ist
gemäss
Art. 61
lit
.
g ATSG in Verbindung mit § 34
GSVGer
– ohne Rücksicht auf den Streitwert – nach der Bedeutung der
Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsie
gens zu bemessen.
Unter Berücksichtigung der vorgenannten
Bemes
sungs
kriterien
und
nach Einsicht in die am 22. März 2017 eingereichte
Honorar
note
(Urk. 18) ist
bei einem
gerichtsüb
lichen Stundenansatz von Fr. 220
.
-- (zuzüglich Mehrwertsteuer)
die Prozessen
tschädigung vorliegend
ermessens
weise
auf Fr. 2‘9
00.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.
5.3
Die Beschwerdegegnerin hat dem Gericht die Kosten für die Beantwortung von Zusatzfragen im Betrag von Fr. 1‘772.30 (Urk. 15) zu erstatten
.