Decision ID: 22584ae9-50fd-458e-91ce-e963383cb85f
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 09.09.2015 Art. 22 Abs. 1 und Art. 23 OHG. Höhe der Genugtuung. Vorliegend ist auf Grund der sexuellen Handlungen mit einem Kind eine Genugtuung von Fr. 9'000.-- je Opfer angemessen. Die zwischen den Privatklägern und dem Täter vereinbarte Genugtuung von Fr. 33'000.-- je Opfer wurde vom Kreisgericht zwar genehmigt, aber nicht weiter geprüft oder begründet, weshalb sie in opferhilferechtlicher Hinsicht nicht zu berücksichtigen ist (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. September 2015, OH 2014/4).Entscheid vom 9. September 2015BesetzungPräsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichter Joachim Huber,Versicherungsrichterin Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichts-schreiberin Jeannine BodmerGeschäftsnr.OH 2014/4ParteienA._ und B._,Rekurrenten,vertreten durch C._,diese vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. André Hutter, Bahnhof-strasse 15, Postfach, 9450 Altstätten,gegenSicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32, 9001 St. Gallen,Vorinstanz,GegenstandGenugtuungSachverhalt
A.
A.a Die Geschwister B._ und A._ liessen am 15. Oktober 2013, vertreten durch
ihre Mutter C._ und diese wiederum vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. A. Hutter,
beim Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen (SJD) gestützt auf das
Opferhilfegesetz ein Gesuch um Entschädigung in noch unbezifferter Höhe sowie um
eine Genugtuung von je Fr. 33'000.-- stellen. Zur Begründung gaben sie an, Opfer von
sexuellen Übergriffen durch ihren Onkel D._ geworden zu sein (act. G 13.1.1, 13.1.6).
Dieser hatte die Taten nachgewiesenermassen im Zeitraum von Mai 2009 bis
September 2010 am Wohnort seines Bruders, dem Vater der Opfer, ausgeführt (act.
G 13.1.3 f.).
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A.b Mit Unterschriften der jeweiligen Rechtsvertreter vom 3. und 4. April 2013 hatten
die beiden Opfer und ihre Mutter mit dem Täter eine Vereinbarung betreffend
Zivilforderungen im laufenden Strafverfahren geschlossen. Darin hatte sich der Täter
zur Bezahlung einer Genugtuung von je Fr. 33'000.-- netto an A._ und B._
verpflichtet. Die Mutter C._ hatte gegenüber dem Täter auf eine Genugtuung
verzichtet. Für Schadenersatz samt Schadenszins hatten A._, B._ und C._
gegenüber dem Täter ein Nachklagerecht ausbedungen. Der Anspruch war vom Täter
im Grundsatz anerkannt, im Quantitativen indes vorsorglich bestritten worden (act.
G 13.1.5). Mit Urteil des Kreisgerichts E._ vom 25. September 2013 war der Täter im
abgekürzten Verfahren der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern, der
mehrfachen sexuellen Nötigung und der mehrfachen Pornographie schuldig
gesprochen worden. Er war zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt und es
war eine stationäre Behandlung angeordnet worden. Zudem war der Täter verpflichtet
worden, A._ und B._ je eine Genugtuung von Fr. 33'000.-- zu bezahlen (act.
G 13.1.4).
A.c Mit Verfügung vom 26. Juni 2014 sprach das SJD B._ und A._ je eine
Genugtuung von Fr. 9'000.-- zu. Im Mehrbetrag wies es die Genugtuungsbegehren ab.
Das Entschädigungsbegehren von A._ und B._ werde pendent gehalten und die
Gesuchsteller würden aufgefordert, ihre Begehren zu gegebener Zeit zu beziffern und
zu begründen. Das SJD hielt fest, dass die Tat und deren Folgen insgesamt als schwer
zu erachten seien. Hingegen sei weder auf Grund der objektiven Tatschwere an sich
noch auf Grund der Akten davon auszugehen, dass die Beeinträchtigungen der
Gesuchsteller derart aussergewöhnlich seien, dass ein Überschreiten des
Bemessungsrahmens für schwere Beeinträchtigungen der sexuellen Integrität gemäss
dem Leitfaden des Bundesamtes für Justiz vom Oktober 2008 geboten erschiene.
Daher sei die Genugtuung im Bereich bis Fr. 10'000.-- festzulegen. Obgleich die
Vereinbarung zwischen Täter und Opfern über eine Genugtuung von je Fr. 33'000.--
vom Kreisgericht E._ zum Urteil erhoben worden sei, seien diese Beträge für die
opferhilferechtliche Beurteilung nicht massgebend. Dies, weil es sich dabei nicht um
vom Gericht auf Grund eigener Überlegungen festgesetzte und begründete Summen
handle. Entsprechend gelange auch die Regel der Kürzung zivilrechtlicher
Genugtuungen um 30 - 40% nicht zur Anwendung. In Anbetracht der Schwere der Tat
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und der erlittenen Beeinträchtigungen und mit Blick auf ähnliche Fälle erscheine eine
Genugtuung von Fr. 9'000.-- je Gesuchsteller als angemessen.
B.
B.a Gegen diese Verfügung richten sich der vorliegende Rekurs vom 14. Juli 2014
und die Rekursergänzung vom 2. Oktober 2014 mit dem Antrag auf Aufhebung der
angefochtenen Verfügung und Zusprache einer Genugtuung an die Opfer nach
Ermessen des Richters bzw. mindestens in Höhe von Fr. 25'000.--; unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Der Rechtsvertreter begründete den Antrag damit, dass das
Kreisgericht die zwischen der Privatklägerschaft und dem Beschuldigten geschlossene
Vereinbarung anlässlich der Hauptverhandlung von Neuem geprüft habe. Werde den
Zivilansprüchen, welche im abgekürzten Strafverfahren geregelt worden seien, jede
Bedeutung in opferhilferechtlicher Hinsicht abgesprochen, werde das Verfahren
dadurch ausgehebelt. Dies bedeute, dass sich die Opfer in Zukunft - obwohl gegen die
Interessen der Beschuldigten, des Staates und der Privatklägerschaft - dazu
entschliessen müssten, abgekürzte Verfahren abzulehnen, weil sie auf der
unmittelbaren zivilrechtlichen Beurteilung eines Genugtuungsanspruchs durch das
Gericht bestehen müssten. Hätte das Kreisgericht die zwischen den Anwälten
vereinbarte Genugtuungssumme als unverhältnismässig erachtet, hätte es der
Vereinbarung zwischen den Parteien seine Zustimmung verweigert (act. G 1, 11).
B.b Mit Rekursantwort vom 17. Oktober 2014 beantragte die Vorinstanz unter
Verweis auf die angefochtene Verfügung die Abweisung des Rekurses. Ergänzend
machte sie im Wesentlichen geltend, dass die staatliche Opferhilfebehörde nicht an die
gerichtliche Beurteilung von Rechtsfragen und auch nicht an Parteivereinbarungen
zwischen den Verfahrensbeteiligten, welche im Rahmen des Gerichtsverfahrens
abgeschlossen worden seien, gebunden sei. Wäre die Opferhilfebehörde an derartige
Parteivereinbarungen gebunden, würde dies bedeuten, dass Privatpersonen Verträge
zu Lasten eines Dritten (des Staates) abschliessen könnten, was nicht zulässig wäre.
Zudem seien die unterschiedlichen Genugtuungssummen nach Zivilrecht bzw. altem
Opferhilferecht einerseits und dem neuen Opferhilferecht (seit 1. Januar 2009)
andererseits auseinanderzuhalten. So hätten die zivilrechtliche Praxis und die
altrechtliche opferhilferechtliche Praxis bezüglich der Genugtuungshöhe ungefähr
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übereingestimmt. Heute bestehe im Opferhilferecht eine Obergrenze von Fr. 70'000.--,
weshalb opferhilferechtliche Genugtuungssummen in der Regel um 30 - 40% tiefer
ausfallen würden als unter altem Recht bzw. im Vergleich zu zivilrechtlichen
Genugtuungssummen (act. G 13).
B.c Mit Replik vom 30. Oktober 2014 hielten die Rekurrenten an ihrem Antrag fest
(act. G 16). Die Vorinstanz verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 18).

Erwägungen:
1.
1.1 Zwischen den Parteien ist die Höhe der ihnen zugesprochenen
opferhilferechtlichen Genugtuung strittig. Demgegenüber ist der grundsätzliche
Anspruch der beiden minderjährigen Opfer auf eine Genugtuung im vorliegenden
Verfahren unbestritten. Nicht angefochten ist Ziff. 3 der Verfügung vom 14. Juli 2014,
wonach das Entschädigungsbegehren der Referenten pendent gehalten wird.
1.2 Nach Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Hilfe an Opfer von Straftaten
(OHG; SR 312.5) hat jede Person Anspruch auf Unterstützung nach diesem Gesetz, die
durch eine Straftat in ihrer körperlichen, psychischen oder sexuellen Integrität
unmittelbar beeinträchtigt worden ist (Opfer). Der Anspruch besteht unabhängig davon,
ob der Täter ermittelt worden ist, ob er sich schuldhaft verhalten hat oder ob er
vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt hat (Art. 1 Abs. 3 OHG). Unter einer Straftat ist ein
tatbestandsmässiges, rechtswidriges Verhalten im Sinne des Strafgesetzbuches zu
verstehen. Im Unterschied zum Strafrecht muss dieses Verhalten im Opferhilferecht
jedoch nicht zusätzlich schuldhaft sein (Peter Gomm/Dominik Zehntner,
Opferhilfegesetz, 3. Aufl. Bern 2009, Art. 1 N 3).
1.3 Gemäss Art. 22 Abs. 1 OHG hat das Opfer Anspruch auf eine Genugtuung,
wenn die Schwere der Beeinträchtigung es rechtfertigt; die Art. 47 und 49 des
Obligationenrechts (OR; SR 220) sind sinngemäss anwendbar. Gemäss Art. 23 OHG
wird die Genugtuung nach der Schwere der Beeinträchtigung bemessen und beträgt
höchstens Fr. 70'000.-- für das Opfer bzw. Fr. 35'000.-- für Angehörige. Unter
Beeinträchtigung ist - wie im Zivilrecht - die Verletzung der persönlichen Verhältnisse
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bzw. das konkrete Ausmass des Eingriffs in die Persönlichkeitsrechte zu verstehen.
Das Gericht hat auf die objektive Schwere und die subjektiven Auswirkungen des
Eingriffs in das verletzte Rechtsgut abzustellen und dabei die Umstände des den
Genugtuungsanspruch auslösenden Ereignisses und des Einzelfalls zu
berücksichtigen. Nicht massgeblich sind die Art der Straftat und das Verschulden des
Täters; auch täterbezogene Faktoren sind nicht zu berücksichtigen (Gomm/Zehntner,
a.a.O., N 5 zu Art. 23, mit Hinweisen).
1.4 Die Höhe der Summe, die als Abgeltung immaterieller Unbill in Frage kommt,
lässt sich naturgemäss nicht errechnen, sondern nur schätzen. Die Festsetzung der
Höhe der Genugtuung ist eine Entscheidung nach Billigkeit und lässt den kantonalen
Behörden einen weiten Ermessensspielraum (Gomm/Zehntner, a.a.O., 3. Aufl., N5 zu
Art. 23). Kriterien, welche den Genugtuungsanspruch erhöhen oder reduzieren, sind
ebenfalls angemessen zu berücksichtigen. Faktoren, die bei der Erhöhung des
Genugtuungsanspruchs eine Rolle spielen können, sind insbesondere das Alter des
Opfers, die Dauer eines Spitalaufenthalts, schmerzhafte Operationen, bleibende
Narben, die Auswirkungen auf das berufliche und das private Leben, die Intensität und
Dauer der psychischen Folgen, die Abhängigkeit von Dritten oder Auswirkungen von
wiederholten Taten (Gomm/ Zehntner, a.a.O., N 6 zu Art. 23).
1.5 Der Bundesrat kann Vorschriften zur Ausgestaltung der Genugtuung erlassen
und insbesondere Pauschalen oder Tarife für die Genugtuung festlegen (Art. 45 Abs. 3
OHG). Davon hat er vorerst nicht Gebrauch gemacht, jedoch hat er in der Botschaft
Totalrevision OHG, 7226 f. und durch das Bundesamt für Justiz in einem Leitfaden zur
Bemessung der Genugtuung nach Opferhilfegesetz (Oktober 2008), S. 10 f., einen
Bemessungsrahmen im Sinne einer Richtlinie vorgegeben. Danach haben Opfer mit
Beeinträchtigung der sexuellen Integrität bei einer schweren Beeinträchtigung eine
Genugtuung zwischen Fr. 0.-- - Fr. 10'000.-- zugute. Bei einer sehr schweren
Beeinträchtigung wird ihnen eine Genugtuung von Fr. 10'000.-- - Fr. 15'000.--
zugesprochen.
1.6 In den Empfehlungen der Schweizerischen Verbindungsstellenkonferenz zur
Anwendung des Opferhilfegesetzes vom 21. Januar 2010 wird im Weiteren davon
ausgegangen, dass die opferhilferechtlichen Genugtuungsleistungen in der Regel 30 -
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40% tiefer ausfallen als die zivilrechtlichen Genugtuungssummen (Ziff. 4.7.2 der
Empfehlungen, S. 42 f.). Bei den in den Empfehlungen genannten Prozentzahlen
handelt es sich aber lediglich um Richtwerte (vgl. auch Gomm/Zehntner, a.a.O., N 23
zu Art. 23).
2.
2.1 Der Rechtsvertreter der Rekurrenten verlangt, dass bei der Festsetzung der
Genugtuung vom Betrag auszugehen sei, welcher der vom Kreisgericht genehmigten
Regelung im abgekürzten Verfahren entspreche. So habe sich auch die
Opferhilfebehörde am richterlichen Sachurteil zu orientieren, welches eine Genugtuung
von Fr. 33'000.-- pro Kind zugesprochen habe. Vorliegend seien beide Parteien
anwaltlich vertreten gewesen. Die beiden Anwälte hätten auf der Grundlage der
Strafakten und der herrschenden Lehre und Rechtsprechung die Genugtuungssummen
festgelegt und die Einigung nachträglich richterlich überprüfen lassen. Hätte das
Gericht diese Genugtuungssummen als unverhältnismässig betrachtet, so hätte es den
vereinbarten Genugtuungsanspruch der Kinder nicht zum Urteil erheben dürfen. Das
Gegenteil sei der Fall gewesen. Das Kreisgericht habe die Vereinbarung erstens geprüft
und zweitens für angemessen erachtet (act. G 11).
2.2 Dem kann in dieser Form nicht beigepflichtet werden. Zwar wurde das
Formerfordernis der Protokollierung der Anerkennung der Zivilforderungen von je
Fr. 33'000.-- durch den Täter an Schranken (vgl. Art. 316 Abs. 3 der
Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]) erfüllt und der Vergleich wurde im
Urteilsdispositiv ausdrücklich genehmigt (vgl. act. G 13.1.4), womit ein gerichtlicher
Vergleich vorliegt. Das Gericht hat vom Vergleichsabschluss grundsätzlich aber nur
Kenntnis zu nehmen und die Prozesserledigung festzustellen, nicht aber die
Angemessenheit des Vereinbarten zu überprüfen. Bloss dort, wo das Vereinbarte
offensichtlich nicht vor dem Recht standhält (wie bei einer Übervorteilung einer Partei),
hat das Gericht die Erledigungserklärung zu versagen, was die Parteien zwingt, den
Prozess über den Streitgegenstand fortzuführen oder sich anders zu vergleichen. Das
Gericht prüft hingegen zumindest, ob der Vergleich klar und vollständig ist. Ist der
Vergleich mangelhaft, hat das Gericht auf seine Verbesserung hinzuwirken (BGE 124 II
12 E. 3b).
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2.3 Wie die Vorinstanz zu Recht ausführte, haben gerichtliche Vergleiche zwar auch
nach der Eidgenössischen Zivilprozessordnung die Wirkung eines rechtskräftigen
Entscheids (vgl. Art. 208 Abs. 2 der Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272]). Dennoch stellt
sich die Frage, welche Wirkung der zwischen dem Opfer und dem Täter
abgeschlossene gerichtliche Vergleich über die zivilrechtliche Genugtuung auf den dem
Opfer nach Art. 22 OHG allenfalls zustehenden Genugtuungsanspruch hat. Bei den im
Strafverfahren auf Grund einer Adhäsionsklage oder in einem Zivilprozess beurteilten
Ansprüchen handelt es sich um Forderungen unter Privaten und nicht um Ansprüche
gegenüber dem Staat, wie dies nach dem Opferhilfegesetz der Fall ist. Nicht identisch
sind zudem im Verhältnis OR zu OHG der Rechtsgrund bzw. die rechtliche Natur der in
Frage stehenden Leistungen. Dies kann zu Unterschieden in den
Entschädigungssystemen führen (BGE 124 II 14 E. 3d/bb mit Hinweis auf: BGE 121 II
373 E. 3c/aa). Hinzu kommt, dass der Entschädigungs- oder Genugtuungsanspruch
nach OHG im Verhältnis zu jenem nach OR in dem Sinne subsidiär ist, dass
Leistungen, die das Opfer nach OR erhalten hat, von der Entschädigung oder der
Genugtuung nach OHG abgezogen werden bzw., dass der Staat im Umfang seiner
Leistungen in die entsprechenden zivilrechtlichen Ansprüche subrogiert (vgl. Art. 7 Abs.
1 und 2 OHG). Das OHG will sodann dem Opfer in erster Linie wirksame Hilfe
verschaffen und ihm die Geltendmachung von Zivilansprüchen möglichst erleichtern
(vgl. dazu BGE 124 II 15 E. 3c/cc mit Hinweisen).
2.4 Vorliegend ist relevant, dass gerade kein Urteil einer Strafbehörde über
Zivilansprüche vorliegt. Die Parteien haben einen Vergleich abgeschlossen, der vom
Gericht zwar genehmigt wurde, zu dem es aber inhaltlich nicht Stellung genommen hat.
So hielt das Kreisgericht in seinem Entscheid vom 25. September 2013 zur
Genugtuung einzig fest, der Beschuldigte habe an Schranken seine Täterschaft und die
Anerkennung der Zivilforderungen von je Fr. 33'000.-- zu Gunsten von A._ und B._
erneut bestätigt (vgl. act. G 13.1.4 S. 3f.). Aus den Erwägungen dieses Entscheids ist
demgegenüber nicht ersichtlich, dass das Gericht gestützt auf seine eigene rechtliche
Würdigung und eigene umfassende Sachverhaltsabklärungen diese Genugtuung
vorgeschlagen hat. Insbesondere hat sich das Kreisgericht weder mit den
Voraussetzungen des Genugtuungsanspruchs noch mit der Festsetzung der Höhe
einer Genugtuung oder der Angemessenheit der vereinbarten Summe
auseinandergesetzt. Es rechtfertigt sich somit nicht, diesen gerichtlichen Vergleich -
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wie ein materielles Urteil - als für die OHG-Behörden wenigstens dem Rahmen nach
verbindlich anzusehen. Die OHG-Behörden sind vielmehr befugt und verpflichtet, auf
Grund der vom Gericht getätigten Sachverhaltsfeststellungen und Beweiswürdigungen
ihre eigenen rechtlichen Erwägungen zur Frage der Genugtuung bzw.
Genugtuungshöhe anzustellen (vgl. BGE 124 II 15). Vorliegend war die Vorinstanz somit
nicht an die zivilrechtliche Vereinbarung zwischen den Parteien zur Höhe der
Genugtuung gebunden. Nachfolgend ist deshalb zu prüfen, ob die von ihr
zugesprochenen Genugtuungsbeträge angemessen sind.
3.
3.1 Die Vorinstanz orientierte sich bezüglich des Tathergangs an der Anklageschrift
des Untersuchungsamts F._ vom 30. August 2013. Danach führte der Täter im
Zeitraum von Mai 2009 bis September 2010 am Wohnort seines Bruders anlässlich von
gemeinsamen Besuchen sexuelle Handlungen an seinem Neffen A._ und seiner
Nichte B._ aus. Die Kinder waren zu dieser Zeit 8 - 9 (A._) und 6 - 7 (B._) Jahre
alt. Konkret habe er die Genitalien der Kinder in der Absicht seiner persönlichen
Befriedigung betastet und im Sinne des Oralverkehrs daran geleckt. Beim Knaben habe
er sein Glied an den After gehalten. Beim Mädchen habe er sein Glied an die Vagina
geführt, ohne eine Penetration zu versuchen und den Vorgang mit den Worten "tuet's
weh?" kommentiert. Zudem habe er B._ aufgefordert, bei der Manipulation des
Gliedes von A._ mitzutun, womit er sie in eine sexuelle Handlung einbezogen habe.
Sodann habe er einmal zugelassen, dass der in der Wohnung anwesende Hund die
Nichte am Genital geleckt habe. Eine Zustimmung der Kinder zu diesen Handlungen
habe nicht vorgelegen und er habe davon auch nicht ausgehen können. Zudem habe
er die Handlungen aufgezeichnet und somit Bildmaterial hergestellt. Damit erfüllte der
Täter (wie im Strafurteil des Kreisgerichts E._ vom 25. September 2013 bestätigt) die
Tatbestände der sexuellen Handlungen mit Kindern, der sexuellen Nötigung und der
Pornographie (act. G 13.1.3 f.). Weiter ist den Einvernahmeprotokollen und weiteren
Strafuntersuchungsakten zu entnehmen, dass die Taten während den
Wochenendbesuchen beim Kindsvater meist dann geschahen, wenn jener
Rauchpausen einlegte oder am Computer beschäftigt war, jedoch stets ohne dessen
Wissen (vgl. act. G 13.11.7, 13.11.8, 13.11.9).
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3.2 Bei Opfern von Sexualdelikten vermag die Überschreitung der Grenze der
Intimsphäre des Opfers ohne dessen Einwilligung losgelöst von den Folgen der
Einwirkung auf den Körper oft schon schwerwiegende Folgen auszulösen. Für Gomm/
Zehntner kann daher im Zusammenhang mit der Ermittlung von Genugtuungen für
Opfer von Sexualdelikten nur abgeleitet werden, dass die ausdrückliche Nennung der
sexuellen Integrität als Schutzobjekt im OHG mit der Vermutung einhergeht, dass Opfer
solcher Übergriffe es in der Regel auch schwer haben, diese zu überwinden und
deshalb die notwendigen Hilfestellungen und Leistungen der Allgemeinheit geboten
sind (Gomm/Zehntner, a.a.O., N 22 zu Art. 23). Gerade bei minderjährigen Opfern ist
dabei der besonderen Vulnerabilität und der noch bevorstehenden vielen Jahre,
während der Kinder später auch als Erwachsene mit den Folgen der Übergriffe
zurechtkommen müssen, Rechnung zu tragen.
3.3 Vorliegend ist die Verletzung der sexuellen und psychischen Integrität der
Rekurrenten unbestrittenermassen als schwerwiegend einzustufen. So fanden die
Übergriffe durch den Onkel, der eigentlich eine Vertrauensperson darstellen sollte, über
einen Zeitraum von fast eineinhalb Jahren statt. Die Rekurrenten waren zu dieser Zeit 6
- 7 und 8 - 9 Jahre alt. Zudem ereigneten sich die Übergriffe an einem vermeintlich
sicheren Ort, in der Wohnung des von der Mutter und den Kindern getrennt lebenden
Vaters. Den Untersuchungsakten ist nicht abschliessend zu entnehmen, wie oft es zu
diesen Übergriffen kam. Gemäss dem Forensischen Ermittlungsbericht der
Kantonspolizei vom 14. Mai 2012 konnten auf verschiedenen Datenträgern insgesamt
320 Dateien mit (mehrheitlich kurzen) Filmen von B._ und A._ sichergestellt werden
(act. G 13.11.2). Laut Aussagen des Täters anlässlich seiner Einvernahme vom 23. April
2012 habe er die Kinder schätzungsweise zwischen 10 und 15 Mal in der Wohnung des
Vaters der Kinder angetroffen (act. G 13.11.10 Frage 28).
3.4 Dr. med. G._, Psychiatrie & Psychotherapie FMH / Kinder-Jugendpsychiatrie
FMH, hielt in ihrem ärztlichen Bericht vom 18. Januar 2013 fest, dass sich in der
diagnostischen Abklärung (klinische Exploration; UCLA Kinder- und Elternversion) bei
den Kindern Zeichen einer posttraumatischen Belastungsstörung (Vorhandensein eines
traumatischen Ereignisses, Wiedererleben/Intrusionen, Vermeidungsverhalten und
Hyperarousal) gezeigt hätten. Bei beiden Kindern seien die Symptome behandlungs
bedürftig. Dabei sei mit einer voraussichtlichen Therapiedauer von einem Jahr zu
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rechnen (act. G 13.7.1). Dennoch blieb eine eigentliche Therapie offenbar aus. Diese
hatte gemäss der Mutter der Rekurrenten eine ausserordentlich hohe Belastung
dargestellt, was sich innerfamiliär in einer Verweigerungshaltung der Kinder, v.a. von
A._, manifestiert habe (act. G 13.7). Wie das Kinderschutzzentrum H._ bestätigte,
wurde daher vereinbart, dass sich die Mutter unter Zuhilfenahme der Ratschläge der
Therapeutin Dr. G._ selbst um die Kinder und deren Wohlergehen kümmere. Dazu
sollten vierteljährliche Sitzungen mit dem Kindesschutzzentrum, Dr. G._ und der
Mutter der Rekurrenten stattfinden (act. G 13.8).
3.5 Auch die Protokolle über die Einvernahmen von A._ und B._ vom 4. April
2012 führen deren grosse seelische Belastung vor Augen. So lässt sich dem
Einvernahmeprotokoll von B._ entnehmen, dass sie während der Befragung
mehrmals weinte. Wurden die Fragen auf ihren Onkel und die sexuellen Übergriffe
gelenkt, schwieg sie aber oder gab vor, sich nicht mehr zu erinnern, während sie auf
andere Fragen bereitwillig Auskunft gab (act. G 13.11.11). Bei der Einvernahme von
A._ wurde zudem augenfällig, dass er sich schämte. So bestätigte er zwar auf
Nachfrage, dass sein Onkel ihn und B._ "angefasst" hatte. Weitere Angaben dazu
verweigerte er aber vehement oder gab an, sich nicht mehr erinnern zu können. Bei
anderen Fragen wandte er sich beschämt ab und einmal fing auch er zu weinen an.
Weiter äusserte er den Wunsch, dass sein Onkel "am liebsten im Gefängnis bleiben
sollte". Schliesslich gab er anlässlich der Befragung an, er habe niemandem davon
erzählt, er habe sonst schon Probleme in der Schule und brauche nicht noch mehr. Er
werde "halt" immer schlechter in der Schule. Auch habe er von 42 kg auf 33.6 kg
abgenommen (act. G 13.11.12).
3.6 Gemäss den Auskünften des Kinderschutzzentrums H._ zeigten beide Kinder
im schulischen Bereich Probleme. So sei B._ 2009 im Kindergarten ein erstes Mal
vom Sozialpsychiatrischen Dienst (SPD) abgeklärt worden und danach in die
Einführungsklasse eingetreten. Im Januar 2011 habe eine weitere Abklärung
stattgefunden. Diesmal hinsichtlich der weiteren Schullaufbahn nach der
Einführungsklasse. Dabei sei festgestellt worden, dass die kognitiven Voraussetzungen
nicht für einen Übertritt in die Regelklasse ausreichten. Die Tests hätten praktisch
überall Werte im unterdurchschnittlichen bis stark unterdurchschnittlichen Bereich
ergeben. Laut dem SPD-Bericht von 2011 hätte B._ Anrecht auf eine Beschulung in
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der Heilpädagogischen Schule. Die Mutter habe sich dann für die Umschulung in die 2.
Kleinklasse entschieden (act. G 13.13). A._ habe im Frühling 2012 in die Kleinklasse
gewechselt. Nach Aussage seiner Mutter sei dieser Wechsel darauf zurückzuführen,
dass die Gesamtsituation für ihn zu viel geworden sei. Aus Sicht der Mutter habe das
Aufdecken der Straftat, die Befragung und die Auseinandersetzung mit dem
Therapieeinstieg bei Dr. G._ den Ausschlag gegeben (act. G 13.12). Hier war der
Wechsel in die Kleinklasse somit nach der Straftat erfolgt. Im Weiteren meldete die
Schule dem Kindesschutzzentrum, dass die Geschwister oft streiten und sich auch mit
anderen Kindern vermehrt in die Haare geraten würden. A._ werde oft gehänselt und
sei auf Grund dessen auch schon körperlich aggressiv gegen seine Mitschüler
geworden (act. G 13.8). Dies alles deutet bei beiden Kindern, aber deutlicher noch bei
A._ darauf hin, dass die Probleme in der Zeit der Übergriffe (2009 bis 2010)
entstanden und sich mit der Aufdeckung der Straftat zusätzlich verschlimmerten. Damit
erscheint ein Zusammenhang zwischen den Verhaltensproblemen der beiden
Rekurrenten und den Übergriffen durch ihren Onkel als sehr wahrscheinlich.
3.7 Mit der Vorinstanz ist im Weiteren zu berücksichtigen, dass hinsichtlich der
sexuellen Übergriffe keine Gewalt angewendet wurde und die Kinder auch nicht
körperlich verletzt wurden. Zudem blieb es mehrheitlich beim Berühren der Kinder und
dem Aufnehmen der Handlungen mit dem Handy. Auch fanden weder
beischlafähnliche Handlungen statt, noch wurden die Kinder gezwungen, sexuelle
Handlungen beim Täter vorzunehmen.
3.8 Insgesamt ist gestützt auf diese Ausführungen somit festzuhalten, dass beide
Opfer eine posttraumatische Belastungsstörung erlitten. Sie leiden weiterhin unter
einem psychisch instabilen Zustand, sind aggressiv gegenüber den Mitschülern und
werden möglicherweise in psychischer Hinsicht ein Leben lang die Folgen der
erlittenen Übergriffe mittragen. Damit ist gestützt auf die Straftat und ihre Folgen von
schweren Beeinträchtigungen auszugehen. Demgegenüber erscheint eine Qualifikation
als "sehr schwere" Beeinträchtigungen nach den Richtlinien des Bundesrates (vgl.
Erwägung 1.5) vorliegend nicht für angebracht, weshalb sich die Genugtuung auf einen
Rahmen bis Fr. 10'000.-- beschränkt.
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3.9 Mit Blick auf ähnlich gerichtete Fälle bzw. auf Straftaten mit sexuellen
Handlungen mit Kindern/sexueller Nötigung/Pornographie wurde den Opfern nach
Inkrafttreten des neuen Opferhilfegesetzes (per 1. Januar 2009) folgende
Genugtuungssummen zugesprochen (vgl. Aufstellung von Meret Baumann, in: Meret
Baumann/Blanca Anabitarte/ Sandra Müller Gmünder, La pratique en matière de
réparation morale à titre d'aide aux victime, Rz. 16, publiziert in: Jusletter vom 8. Juni
2015): Fr. 8'000.-- an das 6-jährige Opfer von sexuellen Handlungen mit Kindern durch
seinen Vater (Bezugsperson), weshalb das Kind unter Schlafstörungen und nicht
vorhersehbaren weiteren Folgen litt (30.08.2010, GR ARFC); Fr. 8'000.-- an ein 10-
jähriges Opfer, das während vier Monaten vom Freund der Mutter missbraucht wurde
(wiederholte sexuelle Handlungen mit Kindern) und eine Psychotherapie benötigte
(21.02.2012, ZH 59/2010); Fr. 8'000.-- an ein 8-jähriges Mädchen, das während vier
Monaten wiederholt Opfer von sexuellen Handlungen mit Kindern, wiederholter
sexueller Nötigung und wiederholter Vergewaltigung wurde und unter einer
posttraumatischen Belastungsstörung, Alpträumen, Angstzuständen und
Schlafstörungen litt und längere Psychotherapien benötigte (18.03.2013, LU
OHG 2011/6); Fr. 8'500.-- an ein 7-jähriges Kind, das während sechs Monaten durch
den Nachbarn wiederholt Opfer sexueller Handlungen mit einem Kind wurde und mit
Persönlichkeitsveränderungen (Demotivation, Traurigkeit, Aggressivität) und
Alpträumen reagierte und Psychotherapie benötigte (28.02.2014, BE 2011-11366);
Fr. 10'000.-- an ein 10 - 11-jähriges Mädchen, das durch den Partner der Mutter
wiederholt Opfer von sexuellen Handlungen, Schändung und Pornographie wurde und
während einer langen Dauer Therapie benötigte (28.08.2013, AG OHG 2'264);
Fr. 10'000.-- an ein 14-jähriges Mädchen, das während ca. eines Jahres durch seinen
Stiefvater Opfer von wiederholten sexuellen Handlungen mit Kindern und sexueller
Nötigung wurde und einen Nervenzusammenbruch erlitt, in Pflege gegeben werden
musste, eine depressive Krise mit suizidalem Charakter erlitt und während eineinhalb
Jahre ambulanter psychiatrischer Behandlungen bedurfte (7.4.2014, BE 2013-11828).
In einem ähnlichen Rahmen bzw. etwas tiefer angesetzt bewegten sich im Übrigen
bereits die nach dem alten Opferhilfegesetz zugesprochenen Genugtuungsbeträge für
vergleichbare Taten (vgl. Gomm/Zehntner, a.a.O., N 14 zu Art. 23 S. 202). Somit hält
die von der Vorinstanz zugesprochene Genugtuung in Höhe von Fr. 9'000.-- je Opfer
einem Vergleich mit den unter dem neuen Opferhilferecht bisher schweizweit
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/13
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St.Galler Gerichte
zugesprochenen Genugtuungssummen und gestützt auf obige Ausführungen einer
Ermessensprüfung durchaus stand. Mit Sicht auf Dauer, Schwere und Folgen der
vorliegenden Straftaten ist sie jedenfalls nicht als zu gering einzustufen.
4.
4.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist der Rekurs abzuweisen.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 30 Abs. 1 OHG).
4.3 Den Rekurrenten wurde am 28. Oktober 2014 die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung bewilligt (act. G 14). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--.
In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf die
Anforderungen und Komplexität der Streitsache eine pauschale Parteientschädigung
von Fr. 3'000.-- angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des
Anwaltsgesetzes [AnwG; sGS 963.70]). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter der
Rekurrenten pauschal mit Fr. 2'400.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu
entschädigen.