Decision ID: da4f0010-80d6-5e5b-a812-4c3c31a8c89c
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1969,
von Beruf
Kassiererin bei der
Y._
, meldete sich im Oktober 2006 bei der Invalidenversicherung zum Leis
tungsbezug an (
Urk.
8/1).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, führte die medizinischen und erwerblichen Abklärungen durch und zog einen IK-Auszug (
Urk.
8/9), einen Arbeitgeberbericht (8/12), sowie Berichte
der
behandelnden Ärzte bei (
Urk.
8/8/5;
Urk.
8/13-14). Mit Vorbescheiden vom 1
1.
bzw.
1
2.
März
2007 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit
,
es bestehe kein Anspruch auf Kostengutsprache für eine Umschulung bzw. auf eine Invaliden
rente (
Urk.
8/17-18). Die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Hajek Saxer, erhob am
2.
April 2007 Einwand (
Urk.
8/19). Am 2
3.
August 2007 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, es sei eine medizinische Abklärung erforder
lich und gab beim
Z._
ein
polydisziplinäres
Gu
t
achten in Auftrag (
Urk.
8/26), welches am 1
8.
August 2008 erstattet wurde (
Urk.
8/45).
Darin kamen die Gutachter zum Schluss,
die Versicherte
könne
ihre angestammte Tätigkeit wie auch eine allfällige Verweistätigkeit grundsätzlich vollschichtig ausüben.
Die IV-Stelle legte
in der
F
olge
das Dos
sier
ihrem Regio
nalen Ärz
t
lichen Dienst (RAD) zur Prüfung vor.
In einer Stellungnahme vom
1
6.
September 2008 (bestätigt mit Stellungnahme vom
5.
Januar 2009)
erklärte
n
Dr.
med.
A._
, Facharzt
Innere Medizin
und
Dr.
med.
B._
,
FMH
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, Manuelle Medizin
,
auf das
Z._
-Gutachten könne abgestellt werden (
Urk.
8/67/
4-
5).
Mit Schreiben vom 1
5.
Dezember 2008 äusserte
sich
die Versicherte
zu den Ergebnissen des Gut
achtens (
Urk.
8/52).
In einer
weiteren
Stellungnahme vom 2
4.
Januar 2009 kam der
RAD
-Arzt
, Prof.
Dr.
med.
C._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie
,
zum Schluss,
es
sei eine psychiatrische Standorteinschätzung durch den RAD angezeigt
(
Urk.
8/67/5).
Der mit der betreffenden
Beurteilung
beauf
tragte RAD-Arzt pract.
med.
D._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychothe
rapie, erstattete
gesützt auf seine Untersuchung vom 2
8.
April 2009
am 1
8.
Mai 2009 seinen Bericht
,
gemäss welchem
bei der Beschwerdeführerin von einer Arbeitsunfä
higkeit von 40
%
auszugehen sei
(
Urk.
8/56).
Auf dieser Grundlage sprach
die IV-Stelle
der Versicherten
mit Verfügung vom
2
4.
März 2010
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 49
%
mit Wirkung ab
1.
September 2008
eine Viertelsrente
zu
(
Urk.
8/68
;
Urk.
8/73
).
Des Weiteren hielt die IV-Stelle an ihrem Vorbescheid vom 1
1.
März 20
07
fest, wonach
kein Anspruch auf Umschulung
bestehe
(
vgl.
Verfügung
vom
5.
November 2009;
Urk.
8/69).
1.2
Gegen den Rentenentscheid vom 2
4.
März 2010 erhob die Versicherte mit Ein
gabe vom 2
2.
April 2010 Beschwerde beim Sozialversicherungsgericht
(
Urk.
8/75/3-8)
, wobei sie unter anderem beantragte, es sei ihr eine halbe Rente zuzusprechen. Mit Beschluss vom 2
1.
Juni 2010 (
Urk.
8/77/1-4)
eröffnete
das Sozi
alversicherungsgericht
, die Versicherte müsse ernsthaft damit rechnen, dass das Gericht im Rahmen der Urteilsfä
llung nicht auf den RAD-Bericht
O._
abstelle, sondern auf das Gutachten
des
Z._
. Für
die Versicherte könnte so eine reformatio in peius, also gar kein Leistungsanspruch mehr resultieren. Mit
Ein
gabe
vom 2
5.
Juni 2010
zog die Versicherte
ihre Beschwerde zurück (
Urk.
8/78/4)
, woraufhin der Prozess am 2
6.
August 2010 als erledigt abge
schrieben wurde (
Urk.
8/78/1-3; Prozess Nr. IV.2010.00362).
1.3
Mit Vorbescheid vom
8.
März 2011
stellte
die IV-Stelle
der Versicherten die wiedererwägungsweise
Aufhebung der
Rentenverfügung vom 2
4.
März 2010
in Aussicht
(
Urk.
8/90). Sie hielt fest,
die fragliche
Verfügung sei zweifellos unrichtig gewesen, weil fälschlicherweise nicht auf
das
Z._
-Gutachten
vom 1
8.
August 2008, sondern auf den
RAD-
Untersuchungsbericht vom 1
9.
Mai 2009 abgestellt worden sei (
Urk.
8/90). Die Versicherte erhob am
8.
April 2011 Einwand (
Urk.
8/93). Am 2
7.
Januar 2012 verfügte die IV-Stelle im Sinne des Vorbescheids und hob die Rentenverfügung vom 2
4.
März 2010
per Ende des der Zustellung folgenden Monats
wiedererwägungsweise auf (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 2
9.
Februar 2012 Beschwerde, mit dem Rechtsbegehren,
es seien ihr die gesetzlichen Leistungen, insbesondere mindestens eine Viertelsrente zuzusprechen; es sei ihr für das Beschwerdever
fahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und Rechtsanwältin Hajek Saxer als unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
1)
.
In ihrer Ver
nehmlassung vom 1
1.
April 2012 stellte die Beschwerdegegnerin Antrag auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was der Beschwerdeführerin am
8.
Mai 2012 angezeigt wurde (
Urk.
12). Bereits mit Eingabe vom 2
3.
April 2012 hatte die Beschwerdeführerin dem Gericht das ausgefüllte Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit sowie weitere Unterlagen zukommen lassen (
Urk.
9-11). Am 2
7.
November 2012 reichte die Beschwerdeführerin einen Bericht
von
Dr.
E._
, Facharzt
FMH für Neurologie, vom 1
8.
Oktober 201
2 (
Urk.
13)
ein
, welcher der Beschwerdegegnerin am 1
4.
August 2013 zur Kennt
nis gebracht wurde (
Urk.
14).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Grad der Invalidität des Rentenbezügers in einer für den An
spruch
erheblichen Weise, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch
hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
;
ATSG)
.
Dieser Revisionsordnung geht jedoch der Grundsatz vor, dass die Verwaltung be
fugt ist, jederzeit von Amtes wegen auf formell rechtskräftige Verfügungen oder Einspracheentscheide, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beur
tei
lung gebildet haben, zurückzukommen, wenn sie zweifellos unrichtig sind und ihre
Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (
Art.
53 Abs. 2 ATSG). Unter die
sen Voraussetzungen kann die Verwaltung eine Rentenverfügung auch dann ab
ändern, wenn die Revisionsvoraussetzungen des
Art.
17 ATSG nicht erfüllt
sind.
Eine voraussetzungslose Neubeurteilung der invaliditätsmässigen
Voraussetzun
gen genügt nach ständiger Rechtsprechung nicht, um eine
Invalidenrente auf dem Wege der Wieder
erwägung herabzusetzen oder gar
aufzuheben. Eine Re
duk
tion der Rente unter dem
Titel "Wiedererwägung" kann nur
bei Unvertret
barkeit der ursprünglichen Rente
nzusprache erfolgen, drohte die
Wiedererwä
gung in einer Vielzahl langjä
hriger Rentenbezugsverhältnisse
ansonsten doch zum Instrument einer solchen vo
raussetzungslosen Neuprüfung zu
werden, was sich mit dem Wesen der Rechtsbestä
ndigkeit formell zugesprochener
Dauerleis
tungen nicht vertrüge. Zurückhaltu
ng bei der Annahme zweifelloser
Unrichtig
keit ist stets dann geboten, wenn der Wiedere
rwägungsgrund eine
materielle An
spruchsvoraussetzung - wie hier di
e Invalidität - betrifft, deren
Beurteilung
massgeblich auf Schätzungen oder Beweiswürdigungen und damit auf Elemen
ten
beruht, die notwendigerweise Ermess
enszüge aufweisen. Eine vor dem
Hin
ter
grund der seinerzeitigen Rechtspra
xis vertretbare Beurteilung der
invalidi
täts
mässigen Anspruchsvoraussetzungen
kann nicht zweifellos unrichtig
sein (Urteil 9C_621/2010 vom 2
2.
Dezember 2010 E. 2.2.2 mit Hinweisen).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann
Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4 Abs. 1 des Bun
des
gesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kom
men
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7 Abs. 2 ATSG in der seit 1. Januar 2008 gel
tenden Fassung).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28 Abs. 1 IVG Ver
sicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG)
sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem In
validitätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent An
spruch auf eine ganze Rente (
Art.
28 Abs. 2 IVG; bis 31. Dezember 2007:
Art.
28
Abs. 1 IVG).
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwal
tung
(und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztli
che und
gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und da
zu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tä
tigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beur
teilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge
mutet werden kön
nen
(BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen
einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen,
ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Un
tersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls
in Auseinander
setzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schluss
folgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Ex
per
te oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c;
U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H. Fredenhagen, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
S
treitig und zu prüfen ist, ob - wie von der Beschwerdegegnerin angenommen - die ursprüngliche Leistungszusprache zweifellos unrichtig gewesen und damit ihre wiedererwägungsweise Aufhebung zulässig ist.
3.
3.1
Die medizinische Aktenlage
betreffend den Zeitraum vor der
Begutachtung wurde im Gutachten
des
Z._
vom 1
8.
August 2008
weit
gehend vollständig zitiert
(
Urk.
8/45/1-7)
. Auf die betreffenden Ausführungen wird verwiesen. Ergänzend
ist hier einzig noch auf den Therapiebericht
von
D
r.
F._
,
Facharzt für Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie und Psycho
therapie,
und
G._
, Psychologin
FSP,
vom
3.
Juli 2008 (
Urk.
8/92) hinzuwei
sen. Der Bericht erwähnt als psychosomatische Beschwerden: Schlaflosigkeit, Gedankenkreisen, zunehmend Verlust der Lebensfreude und des Lebenssinns, Gefühle der Nutzlosigkeit, häufige Suizidgedanken, Konzentrationsstörungen
,
Gefühle des Gelähmtseins, abwechselnd mit innerer Unruhe, häufige Kopfschmer
zen. Die Beschwerdeführerin leide
einerseits
unter ihrer Unfähigkeit, auf ihre Umgebung emotional zu reagieren, andererseits mache ihre Überempfindlichkeit den Aufenthalt unter Menschen zeitweise zu
r
Qual.
In Bezug auf die erhobenen
Befunde wird in dem Bericht ausgeführt, die Beschwerdeführerin sei meist sehr blass, wirke erschöpft, entmutigt, verbittert. Sie werde während der Therapiesit
zung zunehmend unruhig, wechsle immer wieder die Sitzstellung. Im Gespräch kreise das Thema stets um Gefühle der Trauer und Wut über ihre Lebenssituation, die sie als ausweglos und ungerecht empfinde, sowie um die damit verbundene Ohnmacht und Demütigung. Der Beschwerdeführerin falle es derzeit schwer, auch nur ansatzweise positive Zukunftsperspektiven zu entwickeln.
3.2
3.2.1
Im Gutachten
des
Z._
vom
1
8.
August 2008
wer
den folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt
(
Urk.
8/45/29)
:
Überlastungstendomyopathien am rechten Vorderarm mit/bei
e
ingeschränkter Dorsalextension rechte Hand (DD: okultes Ganglion)
.
Unter den Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sind aufgeführt:
Ganzkörperschmerzsyndrom
, mit/bei
Panvertebralsyn
drom mit/bei:
radiologisch wenig degenerativen Verände
rungen; mediolateraler Diskushernie L4/5 und L5/S1 (MRI vom 01/2004); Fehlhaltung der Wirbelsäule und muskulärer Insuffizienz; kli
nisch keine Hinweise auf radikuläre Mitbeteiligung
;
diskrete
m
femoroacetabuläre
m
Impingement rechts mit/bei
:
radiologisch Osteophyt am medialen Kopf/Schenkelhalsübergang
;
symmetrisch wei
te
m
Gelenkspalt
; f
unktionell beginnender Einschränkung
;
Hallux rigidus rechts bei Spreizfuss und Exostose Metatarsale I
;
Periarthrosis genu beidseits
.
3.2.2
In Bezug auf die Frage der Arbeitsfähigkeit gelangt das Gutachten zum Schluss, ab 2003 sei aufgrund der Coxarthrose rechts sowie auch der erhobenen lumba
len Wirbelsäulenbefunde die Arbeitsfähigkeit für eine mittelschwere bis schwere körperliche Tätigkeit oder auch für Tätigkeiten, welche ein längeres Stehen oder Gehen erforderten oder mit längerdauernden rückenergonomisch ungünstigen Zwangshaltungen einhergingen, nicht mehr gegeben. Ab 2005 sei auch die Arbeitsfähigkeit für Tätigkeiten, welche fast ausschliesslich mit dem rechten Arm oder der rechten Hand ausgeübt werden müssten, nicht mehr gegeben. Unter Berücksichtigung
der qualitativen Einschränkungen sei aber die Arbeits
fähigkeit für die bisherige Tätigkeit zu keinem Zeitpunkt eingeschränkt gewe
sen. Diese Arbeit sei weiterhin vollschichtig ausübbar. In Anbetracht der vor
wiegend sitzend und praktisch ohne längeres Stehen und Gehen ausgeübten
,
sehr leichten körperlichen Tätigkeit an der Scannerkasse seien weder die
Coxarthrose rechts noch der Hallux rigidus rechts limitierend. Die Überlas
tungstendomyopathien des rechten Vorderarms könnten durch das Schieben der Waren über den Scanner mit dem rechten Arm erklärt werden, bedingt auch durch die schmerzhaft empfundene Dorsalextension des rechten Handgelenks. Aufgrund des Arbeitsplatzbeschriebes sei aber diese Tätigkeit intermittierend mit dem linken Arm oder beidhändig zur Entlastung möglich und zumutbar. Die thorakolumbalen Beschwerden wirkten sich am jetzigen Arbeitsplatz mit der Möglichkeit, kurzzeitig die Körperposition zu wechseln, und ohne längere Zeit in einer rückenergonomisch ungünstigen Zwangshaltung zu verharren, eben
falls nicht limitierend aus, zumal auch höchstens leichte Gewichte vereinzelt und nicht repetitiv zu bewegen seien.
Im Übrigen könne unter Berücksichtigung der genannten qualitativen Kriterien auch eine allfällige Verweistätigkeit voll
schichtig ausgeübt werden (
Urk.
8/45/34-35).
3.2.3
Dr.
med.
H._
, Facharzt
für Rheumatologie
,
hielt
im Zusammenhang mit den rheumatologischen Untersuchungsbefunden
(
Urk.
8/45/38-40)
fest
, die gepfleg
te normalgewichtige Versicherte
habe sich in unauffälligem Allgemeinzustand präsentiert
.
Gemäss
Schilderung der einzelnen Schmerzorte habe sich mit der Zeit ein Ganzkörperschmerz summiert. Nebst Zeichen der belle indifférence habe sich vor allem bei der klinischen Untersuchung eine ausgeprägte Verdeut
lichungstendenz bzw. ein demonstratives Verhalten mit Stakkato-Abwehrreak
tionen, Verspannungen mit aktiver Gegeninnervation gezeigt. Davon abgesehen sei die Untersuchung lege artis durchführbar gewesen, die beschriebenen Befunde seien indes nur bedingt verwertbar
. Der Barfussgang sei unauffällig gewesen. Im Stehen habe ein leichter Senkfuss rechtsbetont bestanden. Der Zehenstand rechts sei wegen des Hallux rigidus nicht durchführbar gewesen. Beim Fersengang hätten sich keine Auffälligkeiten gezeigt. Beim Blindstrich
gang sei indes ein demonstratives Abweichen auf beide Seiten erkennbar gewesen. Der Becken- und Schultergürtel der Beschwerdeführerin sei horizontal, die Wirbelsäule im Lot.
Was die HWS-Beweglichkeit passiv betreffe, seien die Seitrotation und Lateralfle
xion beidseits weniger als 1/3 eingeschränkt
gewesen
. Der Kinn-Ster
num-Abstand
habe
bei maximaler Flexion/Extension 4/14 cm
betragen
; eine exakte
segmentale Untersuchung sei wegen aktivem Dagegensperren indes nur bedingt möglich gewesen. Palpatorisch seien keine klaren Irritationszonen nachweisbar gewesen. Die Muskulatur habe sich im gesamten Schultergürtel
bereich und im Bereich der dorsalen Halsmuskulatur diffus druckdolent ohne anatomisches Korrelat präsentiert.
Was die Beweglichkeit thorakolumbal betreffe, s
eien Lateralflexion und Flexion knapp 2/3 eingeschränkt gewesen. Ein Hyperextensionsschmerz habe nicht bestanden. Die Flexion nach vorn habe mit FBA 29 cm und Schober 10/13,5 cm betragen, anschliessen
d
sei ein Ziehen lumbal und im dorsalen Oberschenkel
bereich eingetreten. Segmental aus der Bauchlage habe die Beschwerdeführerin dann eine Druckdolenz über sämtlichen Dornfortsätzen thorakolumbal angege
ben, einen Bewegungsschmerz sämtlicher Segmente, eine paravertebrale Druck
dolenz im ganzen thorakolumbalen Erector trunci sowie eine schmerzhafte, wenig adhärente Kibler’sche
Hautfalte
im oberen bis mittleren BWS-Bereich. Das
Sa
k
roilia
k
algelenk sei altersnormal. Gluteal habe beidseits eine Druckdolenz ohne relevante Tendomyosen bestanden.
Im Bereich der oberen Extremitäten
hätten sich
die Schultergelenke symmet
risch aktiv und passiv frei
präsentiert
.
Widerstands- und Provokationsteste seien negativ gewesen. Palpatorisch hätten periartikuläre Druckdolenzen am Coracoid mit Pectoralis minor rechtsbetont und leicht ab Tuberculum minus bestanden sowie schmerzhafte Tendomyosen im Bereiche des Extensor carpi radialis brevis und wenig longus rechts. Die Ellbogen sei
en
artikulär frei gewesen. Im Bereich der Hände hätten sich inspektorisch keine Auffälligkeiten gezeigt. Die passive Dorsalextension rechts im Handgelenk werde von der Versicherten mit Schmerzangaben nicht zugelassen, in den übrigen Richtungen sei sie frei gewesen. Dabei bestünden aktuell kein
e
sicheren Zeichen für ein dorsales Handgelenksganglion. Das joint play zwischen Capitatum und Lunatum sei schmerzhaft
gewesen
.
An der linken Hand hätten sich
keine Auff
älligkeiten gezeigt. Sämtliche übrigen Gelenke inkl. Binnenfunktion seien altersnormal gewesen.
Im Bereich der unteren Extremitäten seien die Hüftgelenke links frei und indo
lent gewesen, rechts habe bei zunehmender Flexion bis etwa 110° zunehmender Widerstand von Seiten der Beschwerdeführerin mit angedeutetem Drehmann-Zeichen bestanden; die Innenrotation sei endphasig schmerzhaft etwa 1/3 ein
geschränkt gewesen. Im Bereich der Oberschenkel-Adduktoren sei beidseits eine von der Beschwerdeführerin als extrem schmerzhaft bezeichnete starke Druck
dolenz vorhanden gewesen, mit Ausstrahlungen bis in den Pes anserinus rechtsbetont. Die Kniegelenke
inkl. femoropatellares Gleitlager
seien funktionell
altersnormal gewesen. Im Bereich der Füsse habe sich das obere Sprunggelenk unauffällig präsentiert. Rechts habe eine Druckdolenz im Bereich des Grossze
hengrundgelenks bestanden. Auf Bitte der Beschwerdeführerin, dies nicht weiter zu untersuchen, sei lediglich das joint play vorsichtig ausgeführt worden, deut
lich eingeschränkt verglichen mit links. Anzeichen für eine Überwärmung oder Schwellung hätten indes nicht bestanden.
Neurologischerseits hätten keine Reflexdifferenzen, Paresen oder Störungen der Oberflächensensibilität bestanden, mit Ausnahme einer geringen Hypästhesie
des rechten Beins und deutlich
im Bereich der rechten Grosszehe. Der La
sègue und Stump-Test im Bereich
der unteren Extremitäten sei
en
unauffäl
l
ig gewesen
.
3.2.4
In seiner Beurteilung
(
Urk.
8/45/41-43)
führte
Dr
.
H._
aus
, klinisch
liessen
sich bei der Beschwerdeführerin aufgrund der beschriebenen Röntgenbilder sowie der Aktenlage ein Hallux rigidus rechts mit Exostose am Köpfchen Meta
tarsale I und eine beginnende Einschränkung der Hüftbeweglichkeit rechts bei MRI-nachgewiesener Labrumläsion mit vermindertem Offset-Schenkelhals
01/2004 dokumentieren. Die an
der
I._
vorgeschlagene
Operation für die rechte Hüfte sei bisher wegen ablehnender Haltung der Beschwerdeführerin nicht durchgeführt worden. Eine neue Beurteilung im Oktober 2007 bezüglich aller Probleme des Bewegungsapparats habe keine Empfehlung für ein konservatives Vorgehen betreffend die schmerzhafte Ein
schränkung des rechten Grosszehengrundgelenks ergeben, dies vor allem unter Berücksichtigung der chronischen Schmerzerkrankung. Demgegenüber habe der behandelnde Orthopäde
Dr.
J._
im April 2008 ein operatives Vorgehen (Arthrodese) empfohlen. Aus gutachterlich
er
Sicht sei für einen solchen Eingriff indes grosse Zurückhaltung geboten, einerseits wie bereits
vom
I._
erwähnt unter Berücksichtigung des Ganzkörperschmerzsyndroms, andererseits auch wegen nicht durchwegs guten Resultaten bei fehlender Schmerzkrankheit. Was die rechte Hüfte betreffe, gelte das Gleiche. Beide Lokalisationen des Bewe
gungsapparats beeinträchtigten die Beschwerdeführerin in ihrer Tätigkeit als Kassiererin bei der
Y._
nicht.
Die übrigen beschriebenen und beklagten Befunde seien schwieriger zu interpre
tieren, dies wegen der erwähnten erheblichen Verdeutlichungstendenz bzw. einer eigentlichen Schmerzausweitung. Die Überlastungstendomyopathien des rechten Vorderarms könnten durch die Arbeitsplatzsituation (
Schieben der Ware über den Scanner
ausschliesslich
mit dem rechten Arm) erklärt werden, dies bedingt auch für die als schmerzhaft empfundene Dorsalextension des rechten Handgelenks mit aktiver Abwehrspannung. Ein eigentliches dorsales Handgelenksganglion sei klinisch nicht nachweisbar, typisch dafür wäre das sehr schmerzhafte joint play zwischen Capitatum und Lunatum. Diesbezüglich könne für die aktuell ausgeübte Tätigkeit als Kassiererin bei
der
Y._
eine qualitative Einschränkung für ausschliesslich den rechten Arm und die rechte
Hand belastende Tätigkeiten erwähnt werden. Auf
grund des Arbeitsplatzbe
schrieb
s sei aber diese Tätigkeit intermittierend mit dem linken Arm oder beid
händig zur Entlastung rechts zumutbar. Im Weiteren erwähnenswert sei die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin diese Beschwerden in der Anamnese
nicht angegeben habe und erst beim Nachfragen anlässlich der Untersuchung darauf zu sprechen gekommen sei.
Alle anderen übrigen beschriebenen Befunde des Bewegungsapparats könnten nicht 1:1 übernommen werden, da eine adäquate klinische Untersuchung wegen Stakkato-Abwehrspannungen, Gegeninnervationen, ausfahrenden Abwehrbe
wegungen etc. nicht lege artis habe durchgeführt werden können.
Was die von Frau
Dr.
K._
gegenüber der IV-Stelle festgehaltene Arbeitsunfähig
keit von 50
%
betreffe, sei bei dieser Beurteilung – wie schriftlich festgehalten – auch die psychosoziale und familiäre Situation mitberücksichtigt. Rein von Seiten des Bewegungsapparats seien lediglich die vorstehend angege
benen qualitativen Einschränkungen anzugeben.
In Bezug auf die ebenfalls geäusserte Diagnose einer Fibromyalgie sei festzustel
len, dass das geklagte Schmerzbild und insbeson
dere der klinische Befund weit
darüber hinaus gingen (praktisch jede Stelle am Körper sei schmerzhaft), so dass von einem eigentlichen Ganzkörperschmerzsyndrom gesprochen werden müsse. Aufgrund der Symptomatik seien auch keine griffi
gen therapeutischen Massnahmen möglich oder gar erfolgversprechend für eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit. Eine subjektiv gewünschte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit am jetzigen Arbeitsplatz sei insofern nicht möglich, als nach Angaben der Beschwerdeführerin alle Kassen gleich konstruiert seien, d.h., die Ware werde mit der rechten Hand vom Band über den Scanner geschoben.
3.2.5
Der psychiatrische Gutachter
Dr.
med
.
L._
, Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie FMH
,
führte im Zusammenhang mit den psychopathologi
schen Befunden aus, das äussere Erscheinungsbild der Beschwerdeführerin sei gepflegt, sie sei ihrem Alter entsprechend gekleidet, bewusstseinswach, sowie betreffend die Zeit, die eigene Person, den Ort und die Situation orientiert. Im Kontaktverhalten sei sie freundlich, kooperativ und auskunftsbereit gewesen. Der Rapport sei gut herstellbar gewesen, jedoch ausschliesslich auf einer etwas oberflächlichen Ebene. Die Beschwerdeführerin habe mit unauffälliger lauter sowie gut modulierter Stimme gesprochen. Sie sei in der Lage gewesen, sich in Schweizerdeutsch differenziert auszudrücken. Einzelne Fragen zu den ausser
beruflichen Aktivitäten seien trotz mehrfacher Nachfrage
nur vage beantwortet worden. Die Grundstimmung sei weitestgehend ausgeglichen gewesen, bei der Beschwerdeschilderung habe die Beschwerdeführerin zeitweise auch verärgert gewirkt. Sie habe beklagt, dass sie in der Vergangenheit nicht selten als Simu
lantin bezeichnet worden sei und man ihre Beschwerden nicht ernst genommen habe. Die affektive Schwingungsfähigkeit sei insgesamt nicht eingeschränkt gewesen, bei Themen fernab ihrer Beschwerden habe sie durchaus ein Lächeln
und Humor gezeigt. Sie besitze einen deutlich appellativen Charakter
,
und es sei
en
ein ausgeprägtes Erklärungsbedürfnis der schmerzbedingten Einschrän
kungen sowie eine Tendenz zur Symptomausweitung sichtbar geworden. Ein Leidensdruck sei dabei kaum spürbar gewesen; die Beschwerdeführerin habe bei der Beschwerdeschilderung vor allem verärgert gewirkt, aber nicht gequält oder von Schmerzen zermürbt. Es seien jedoch häufige Positionswechsel und andere nonverbale Schmerzäusserungen (z.B. schmerzverzerrtes Gesicht) aufgefallen. Während der Exploration sei sie auch mehrfach aufgestanden und im Untersu
chungszimmer umhergegangen. Der formale Gedankengang sei geordnet und nachvollziehbar gewesen, inhaltlich auf die Beschwerdeschilderung und die eigenen Defizite fokussiert. Es seien dysfunktionale Bewältigungsmechanismen mit einer Tendenz zur Selbstlimitierung deutlich geworden. Relevante akzentu
ierte Persönlichkeitszüge hätten sich nicht gefunden.
Inhaltliche Denkstörungen mit wahnhaftem Erleben seien nicht zu eruieren gewesen. Die Gedächtnisfunk
tionen sowie die Aufmerksamkeit, Konzentration und Intelligenz seien klinisch unauffällig gewesen, ebenso das Antriebsverhalten. Psychomotorisch habe die Beschwerdeführerin etwas unruhig gewirkt. Zwangsgedanken oder –handlungen hätten sich ebenso wenig eruieren lassen wie Ich-Störungen. Hinweise auf Wahrnehmungsstörungen oder Halluzinationen hätten nicht bestanden. Bei passiven Suizidwünschen mit deutlich appellativem Charakter könne eine akute Eigen- oder Fremdgefährdung aktuell ausgeschlossen werden
(
Urk.
8/45/2
7-28
)
.
3.2.6
In
seiner
Beurteilung hielt
Dr.
L._
fest
, im Rahmen der Exploration habe sich auf psychiatrischem Fachgebiet eine unauffällige Versicherte, ohne rele
vante psychopathologische Befunde oder psychische Funktionsstörungen prä
sentiert. Hinweise auf eine akute oder chronische psychische Erkrankung bestünden demgemäss nicht.
Die Kriterien zur Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung würden bei der Beschwerdeführerin gemäss ICD-Klassifikation nicht erfüllt. Die vorherrschenden Beschwerden müssten entspre
chend der ICD-Kriterien neben einem andauernden, schweren und quälenden Schmerz, der durch einen physiologischen Prozess
oder eine körperliche Stö
rung
nicht vollständig erklärt werden könne, unter anderem ein emotionaler Konflikt sein, der schwerwiegend genug sei, um als entscheidender ursächlicher Faktor gelten zu können. Diese Kriterien seien bei der Beschwerdeführerin nicht erfüllt. Es ergäben sich keine Hinweise auf relevante innerseelische Konflikte oder Auffälligkeiten beim emotionalen Erleben, respektive bei der affektiven Schwingungsfähigkeit. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit müsse jedoch von dysfunktionalen Bewältigungsmechanismen mit einer Tendenz zur Selbstlimi
tierung ausgegangen werden, was die Prognose als ungünstig erscheinen lasse. Gemäss Austrittsbericht der
M._
vom 3
0.
Juli 2005 bestünden bei der
Versicherten in diagnostischer Hinsicht neben verschiedenen orthopädischen Diagnosen der Verdacht auf eine Symptomausweitung und ein Fibromyalgiesyndrom. Die somatoforme Schmerzstörung (=Fibromyalgiesyndrom) lasse sich anhand der ICD-Kriterien bei der Beschwer
deführerin nicht diagnostizieren, wirke sich aus versicherungsmedizinischer Sicht in der Regel ohne psychiatrische Komborbidität zudem auch nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus, was heisse, dass eine Willensanstrengung zur Verwertung der Arbeitsfähigkeit zumutbar wäre. Im Ergebnis könne bei der Beschwerde
führerin weder eine psychiatrische Diagnose mit noch eine solche ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden.
Aus versicherungsmedizinischer Sicht bestehe auf psychiatrischem Fachgebiet mithin keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/45/
28-29
).
3.3
Der RAD-
Arzt
pract. med
.
D._
führte
in seinem Bericht vom 2
8.
April 2009 (
Urk.
8/56) folgende Diagnosen auf:
l
eicht
-
bis mittelgradig
e
depressive Episode auf dem Hintergrund eines chroni
schen Schmerzsyndroms mit Symtpomausweitung;
anamne
s
tisch Fibromyalgie;
anamne
s
tisch Panvertebralsyndrom bei breitbasiger mediolateraler Diskusher
nie L4/L5;
beginnende Coxarthrose rechts.
Im Zusammenhang mit den psychopathologischen Befunden führte
pract. med.
D._
aus
, bei der Beschwerdeführerin handle es sich um eine altersentspre
chend gekleidete, freundliche, zugewandte Person. In ihrem Auftreten wirke sie leidend, sie sei mehrmals während des Untersuchungsgesprächs aufgestanden oder habe die Position gewechselt.
Sie sei wach und allseits orientiert gewesen. Selber habe sie jedoch von einer verminderten Konzentrationsfähigkeit gespro
chen und
angegeben, dass sie oft zweimal laufen müsse, da sie Sachen ver
gesse. Im psychiatrischen Gespräch sei
en
die Konzentrationsfähigkeit wie auch die Merkfähigkeit grobkursorisch gegeben und die Auffassung erhalten gewe
sen. Es hätten keine Hinweise auf inhaltliche Denkstörungen, Ich-Störungen oder Sinnestäuschungen bestanden. Die Beschwerdeführerin habe subjektiv von Zukunftsängsten berichtet, ansonsten aber pathologische Ängste oder Zwänge verneint. Im Affekt habe sie leicht deprimiert gewirkt, die Schwingungsfähigkeit sei indes erhalten gewesen
;
s
ie selber habe allerdings eine verminderte Frustra
tionstoleranz
bzw. eine erhöhte Reizbarkeit
beschrieben.
Bei der Beschwerde
führerin komme es zu einer Reizüberflutung, was das Bedürfnis nach sozialem Rückzug erhöhe. Sie erlebe sich selber freud- und hoffnungslos
,
und oft würden
Gefühle der Sinnlosigkeit auftreten. Eine akute Suizidalität werde von ihr aber aktuell verneint. Des Weiteren bestünden bei ihr Scham- und Schuldgefühle bezüglich der eigenen Insuffizienz
,
und es würde bei ihr ein Gefühl der Wertlo
sigkeit auftreten. Sie leide ebenfalls darunter, dass sie sich nicht ernst genom
men fühle. Der Antrieb sei nur leicht reduziert gewesen, schmerzbedingt mache ihr aber die konkrete Umsetzung von geplanten Vorhaben grosse Mühe. Sie beschreibe eine innere Nervosität und Unruhe.
In seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung
hielt
der RAD-Arzt fest, im Verlauf einer chronischen Schmerzsymptomatik habe sich bei der Beschwerde
führerin ein depressives Zustandsbild leichter bis eher mittelgradiger Ausprä
gung manifestiert.
Im Vordergrund stünden dabei eine zunehmende Freud- und Hoffnungslosigkeit mit entsprechenden Zukunftsängsten, andererseits eine ver
minderte Frustrationstoleranz, welche zu dysphorischen Reaktionsmuster
n
und zu einem sozialen Rückzug führten. Sie fühle sich wertlos
,
und es würden von ihr diesbezüglich deutliche Scham- und Schuldgefühle beschrieben. Die genannten Symptome führten bei erhaltener Motivation für die Ausübung einer beruflichen Tätigkeit zu einer Einschränkung der Durchhaltefähigkeit, der Belastbarkeit sowie der Anpassungsfähigkeit. Insgesamt könne davon ausge
gangen werden, dass die Arbeitsfähigkeit in jeder Tätigkeit seit Aufnahme der ambulant-psychiatrischen Behandlung (September 2007) um rund 40
%
einge
schränkt sei. Das Arbeitsplatzprofil dürfte sich vor allem an allfällige
n
körperli
che
n
Einschränkungen orientieren.
3.
4
Dr.
E._
hielt
in seinem Arztbericht vom 1
8.
Oktober 2012
(
Urk.
13/2-3) fol
gende
Diagnosen
fest
:
CTS rechts, leicht bis mittelschwer ausgeprägt
;
komplexe zerviko-brachiale Schmerzen (an erster Stelle myosfasziale Schmer
zen
);
leichtes Thoracic-outlet-Syndrom mitbedingt durch Verspannungen (CTS als möglicherweise unterhaltender Co-Faktor
).
In Bezug auf die weiteren Diagnosen verwies
Dr
.
E._
auf die bisherigen Einschät
zungen der behandelnden Ärztin
Dr.
med. L. E.
K._
, FMH Physikali
sche Medizin, Rehabilitation, spez. Rheumatologie.
In seiner Beurteilung führte
Dr.
E._
aus, das nachgewiesene
CTS erkläre die Beschwerden im Finger
. Dass
-
wie bei der Beschwerdeführerin der Fall - gerade Dig. III und Dig. IV besonders stark betroffen seien, sei nicht selten. Bezüglich des zerviko-brachialen Syndroms könne das CTS jedoch nur als Co-Faktor betrachtet werden. Häufig sehe man nach einer CTS-Operation auch eine deutli
che Besserung bei einem zerviko-brachialen Syndrom. Man könne aber nicht im Voraus sagen, wie der Anteil des CTS sei. Bei der Beschwerdeführerin sei die Arbeitssituation sicher ungünstig mit häufige
m
Arbeiten an der Kasse bzw. mit Durchscannen von Waren. Für die Schmerzsymptomatik scheine hier die myofasziale Situation im Vordergrund zu stehen. Sodann könne klinisch eben
falls ein gewisses Thoracic-outlet-Syndrom festgestellt werden. Insgesamt sei bei der Situation der Beschwerdeführerin eine Operation zu empfehlen. Mög
licherweise könnten sich dann im Rahmen der dreiwöchigen Ruhephase die myofaszialen Spannungen etwas erholen.
4.
Gemäss den einleitend (E. 1.1) beschriebenen Voraussetzungen einer Wiedererwä
gung stellt sich im Folgenden die Frage, ob bezüglich der ursprüng
lichen Rentenverfügung inhaltlich von einer zweifellosen Un
richtigkeit auszu
gehen ist.
Die mit Verfügung vom 2
4.
März 2010 (
Urk.
8/68;
Urk.
8/73) mit Wirkung ab
1.
September 2008 gesprochene Viertelsrente stützt sich auf die Beurteilung von
pract. med
.
D._
,
wonach bei der Beschwerdeführerin in jeder Tätigkeit von einer rund 40%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Die
Gründe
, die zu dieser RAD-Standortbestimmung führten,
sind nicht
nachvoll
ziehbar
. Am 1
8.
August 2008 hatte das
Z._
sein rheumatologisch-psychiatrisches Gutachten erstattet
, woraufhin der RAD (
Dr.
med.
A._
, Facharzt Innere Medizin/
Dr.
med.
B._
,
FMH Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie, Manuelle Medizin) in seinen Stel
lungnahmen vom 1
6.
September 2008 und
5.
Januar 2009 erklärt hatte, auf das Gutachten könne abgestellt werden (
Urk.
8/67/4-5). In der Folge wurde auch noch von Seiten
des
psychiatrischen Sachverständigen
Prof.
Dr.
C._
am
2
4.
Januar 2009 eine Stellungnahme abgegeben. Darin führte der RAD-Arzt aus, die Auswirkungen des vom psychiatrischen Gutachter diagnostizierten psy
chischen Krankheitsbilds auf die Arbeitsfähigkeit seien bislang versicherungs
medizinisch nicht schlüssig und nachvollziehbar dargestellt worden. Von daher sei eine psychiatrische Standorteinschätzung durch den RAD angezeigt (
Urk.
8/67/5).
Die Einschätzungen von
Prof.
Dr
.
C._
erscheinen in doppel
ter Hinsicht nicht nachvollziehbar. Einerseits war von Seiten des psychiatri
schen Gutachters
Dr
.
L._
gerade
kein Krankheitsbild beschrieben wor
den, sondern dieser hatte von einer insgesamt unauffälligen Versicherten berichtet, ohne relevante psychopathologische Befunde oder psychische Funkti
onsstörungen, welche Hinweise auf eine akute oder chronische psychische Erkrankung geliefert hätten.
Andererseits
wurde vom Gutachter
auch eine klare Stellungnahme zur Arbeitsfähig
keit abgegeben
, dass nämlich auf psychiatri
schem Fachgebiet weder eine Diagnose mit
,
noch eine solche ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt werden könne (
Urk.
8/45/28-29).
Letztlich ist nicht ersichtlich, inwieweit das psychiatrische Teilgutachten rechtsfehlerhaft sein soll.
Die Beurteilung, wonach bei der Beschwerdeführerin keine psychische Erkrankung bzw.
k
eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit auszumachen sei, ist jedenfalls schlüssig. Die Beschwerdeführerin machte zwar grundsätzlich zutreffend geltend, dass der
Arztbericht
F._
/
G._
vom
3.
Juli 2008 (
Urk.
8/92
; vgl. E. 3.1
) vom Gutachter nicht berücksichtigt wurde.
Dieser Bericht besitzt für das vorliegende Verfahren indes ohnehin nur eine beschränkte Aus
sagekraft, da er sich zur Frage der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit nicht äussert. Er vermag schon deshalb keine
Zweifel an der
umfassenden
zuverlässigen Beurteilung von
Dr
.
L._
zu erwecken
.
Folglich ist bezüg
lich der Nichtberücksichtigung des Berichts
nicht von einem wesentlichen Man
gel in der Begutachtung auszugehen.
Davon abgesehen
ist
im Übrigen
auch
die
Standorteinschätzung
von
pract. med.
D._
nicht
in
Auseinandersetzung
mit dem
betreffenden Arztbericht
ergangen
.
Dies war offenbar gar nicht möglich, nachdem der
B
ericht gemäss Angaben der Beschwerdegegnerin (vgl.
Urk.
8/109/3) erst am 1
1.
April 2011 Eingang in die IV-Akten
fand
.
Letzteres erscheint aufgrund der Chronologie der Akten
plausibel
(vgl. Aktenverzeichnis)
.
D
er Auffassung der Beschwerdeführerin, es
sei anzunehmen
, dass
dem RAD-Arzt
die Beurteilung
von
Dr.
F._
/
G._
bekannt
gewesen sei, kann
somit
nicht gefolgt werden.
In keiner Weise
nachvollziehbar
ist
, weshalb
in dem RAD-Bericht
eine Auseinandersetzung mit dem psychiatrische
n Teilgutachten
unterblieb
. Wenn schon die RAD-Beurteilung anstelle der externen Begutachtung für den Renten
anspruch
hätte
massgebend sein soll
en
, wäre eine fundierte Begründung
unab
dingbar
gewesen, weshalb auf die Ergebnisse des
psychiatrischen Teilg
utachtens nicht abgestellt werden kann.
Von Seiten
pract.
med.
D._
wird jedoch mit keinem Wort auf das Gutachten eingegangen. Zusammenfassend ist festzustel
len, dass das psychiatrische Teilgutachten umfassend und plausibel erscheint. Vom RAD-Arzt
Prof.
Dr.
C._
wurde diesem Gutachten
die Be
weiskraft
mit einer geradezu unhaltbaren Begründung abgesprochen.
Der Beweiswert
der RAD-Standorteinschätzung wiederum erscheint deshalb erheblich einge
schränkt, weil eine Auseinandersetzung mit dem Gutachten nicht stattf
and
.
Letztlich bestanden für die Durchführung der fraglichen RAD-Beurteilung gar keine sachlichen Gründe.
All diese Umstände
lassen vorliegend nur den Schluss zu, das
s die
einzig
auf dem nicht beweistauglichen RAD-
Bericht
D._
basie
rende ursprüngliche Rentenverfügung als zweifellos unrichtig qualifiziert wer
den
muss
. Deren wiedererwägungsweise
Aufhebung durch die Beschwerdegeg
nerin ist
mithin zu Re
cht erfolgt.
5.
5.1
Bei der Wiedererwägung einer formell recht
skräftigen Verfügung oder eines
formell rechtskräftigen Einspracheen
tscheides, sei es im Rahmen der
substitu
ierten Begründung bei Gelegenheit eine
s Revisionsverfahrens nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG und
Art.
87 ff.
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
, sei es
sonst von Amtes wegen oder auf
Gesuch hin, gilt es, wenn spezi
fisch IV-rechtliche Aspekte zur Diskussion
stehen, mit Wirkung ex nunc et pro futur
o einen rechtskonformen Zustand
herzustellen (
Art.
85
Abs.
2,
Art.
88bis
Abs.
1
lit. c IVV; BGE 110 V 291 E. 3
S. 293 ff.; Urteil 9C_215/2007 vom
2.
Juli 2007
E. 6.1). Um die Frage nach dem
zukünftigen Rentenanspruch prüfen zu können, mus
s die zweifellose Unrichtigkeit
der ursprünglichen Rentenverfügung festgestellt sein.
Ist dies
–
wie vorliegend -
der Fall und die
Berichtigung von erheblicher Bedeutung, was
auf periodische Dauerleistungen
regelmässig zutrifft (vgl. BGE 119 V 475 E.
1c S. 480 mit Hinweisen; Urteil
9C_655/2007 vom
4.
Januar 2008 E. 2), sin
d die Anspruchsberechtigung und
allenfalls der Umfang des Anspruchs pro futur
o zu prüfen (Urteil 9C_215/2007
vom
2.
Juli 2007
E.
6.1). Es kann somit
nicht mit der Feststellung der
zweifellosen Unrichtigkeit der ursprüngliche
n Rentenverfügung sein Bewenden
haben. Vielmehr ist wie bei einer materiellen Re
vision nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG
auf der Grundlage eines richtig und vollständig
festgestellten Sachverhalts der
Invaliditätsgrad im Zeit
punkt der Verfügung od
er des Einspracheentscheides zu
ermitteln (in diesem Sinne auch Urteil I 859/05 vom 1
0.
Mai 2006 E. 2.3),
woraus sich die Anspruchsberechtigung und alle
nfalls der Umfang des Anspruchs
ergeben (
Art.
28
Abs.
2
IVG; Urteil 9C_11/2008 vom 2
9.
April 2008 E. 4.2.1).
5.2
Vorliegend ist somit zu prüfen, ob
sich aufgrund der
aktenmässig dokumentier
ten Angaben zur Arbeitsfähigkeit
der Invaliditätsgrad zuverlässig ermitteln lässt
. Im Zentrum steht dabei die Frage,
ob – wie die Beschwerdegegnerin dies geltend macht – das rheumatologisch-psychiatrische
Gutachten des
Z._
vom
1
8.
August 2008 eine beweiskräftige Grundlage für die Beurteilung
des
Rentenanspruchs
ab 2012
darstellt. Was das psychiatri
sche Teilgutachten betrifft, kann auf das unter E. 4 Gesagte
verwiesen werden.
Eine seitherige Veränderung des Gesundheitszustandes ist weder aktenkundig noch wird ein
e solche
geltend gemacht.
Fraglich ist indes, ob dies auch für das rheumatologische Teilgutachten gilt. Die Beschwerdeführerin
spricht diesem Gutachten jeglichen Beweiswert ab
.
Sie lässt
zunächst
vortragen,
es sei unklar, wer genau das Gesamtgutachten verfasst habe. Die drei zeichnenden Ärzte seien allesamt weder Orthopäden und – was noch wichtiger sei – weder Rheumatolo
gen oder Neurologen. Ihnen fehle somit die notwendige fachärztliche Qualifika
tion. Der Auffassung der Beschwerdeführerin kann nicht gefolgt werden. Zwar
ist zutreffend, dass das Hauptgutachten von keinem rheumatologischen oder neurologischen Facharzt unterzeichnet wurde.
Dies ist jedoch nicht entschei
dend. Die rheumatologische Beurteilung basiert auf der Untersuchung von
Dr.
med
.
H._
.
Dieser verfügt einerseits
unbestrittenermassen über einen rheumatologischen Facharzttitel.
Andererseits wurde dessen
eigenhändig hand
schriftlich unterzeichneter
Untersuchungsbericht vom
8.
Juli 2008 dem Haupt
gutachten unmittelbar angegliedert
(
Urk.
8/45/37-43) und
ist auch vollständig im Hauptgutachten
selber
wiedergegeben
(
Urk.
8/45/17-
24)
.
Die Beschwerde
führerin beanstandet sodann,
dass
der rheumatologische Gutachter Teile der Anamnese nicht beachtet
habe
. Von Seiten von
Dr
.
K._
seien eine Wirbelsäu
lenfehlhaltung, eine muskuläre Dysbalance, eine S-förmige Skoliose,
sowie
eine Coxarthrose
festgestellt worden. Diese Diagnosen habe
Dr.
H._
mit keinem Wort erwähnt. Dasselbe gelte bezüglich der Diskushernie mit Kontakt zur Ner
venwurzel L5 rechts sowie die breitbasige Diskushernie mit Verdrängung der S1-Wurzel nach dorsal sowie die Labrum-Läsionen.
Zu beachten sei sodann, dass der Gutachter sich mit den Berichten von
Dr.
K._
nur s
ehr rudimentär befasst und fälschlicherweise behauptet habe, von der behandelnden Ärztin seien auch psychosoziale und familiäre Faktoren mitberücksichtigt worden.
E
ntgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin
ist
festzustellen, dass all die
von ihr zitierten
Diagnosen von
Dr
.
H._
berücksichtigt wurden.
Die mediola
terale Diskushernie L4/5 und L5/1, die Wirbelsäulenfehlhaltung
und die mus
kuläre Insuffizienz werden in der Diagnoseliste im Zusammenhang mit dem Panvertebralsyndrom aufgeführt
(
Urk.
8/45/29)
. Die Labrum-Läsionen sind in der Beurteilung
(
Urk.
8/45/41-42) und die Coxarthrose in der Stellungnahme der Gutachter zur Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/45/34) erwähnt. Schliesslich ist im Rahmen der Röntgenbefunde von einer diskreten rechtskonvexen Skoliose mit
telthorakal die Rede (
Urk.
8/45/40)
.
Mit der Beschwerdeführerin
ist
sodann zwar darin einig zu gehen, dass
nicht
explizit
ersichtlich ist,
dass
im Rahmen der Beurteilungen
von
Dr
.
K._
psychosoziale oder familiäre Faktoren eine wesent
liche Rolle spiel
ten
. Indes war
die Vermutung der Gutachter
nicht unangebracht
.
Letztlich erscheint der Vorwurf der unzureichenden
Auseinandersetzung mit den Einschätzungen der behandelnden Ärzte
nicht
stichhaltig
. Dies insbe
sondere mit Blick darauf,
dass
das Gutachten
sich
in Bezug auf den zeitlichen Verlauf der Arbeitsfähigkeit ab dem Jahr 2003 offensichtlich auf die diesbezüg
lichen Angaben in den Akten stützt und damit implizit die damaligen Feststel
lungen der behandelnden Ärzte anerkennt
(
Urk.
8/45/34)
.
Was im Übrigen die gutachterliche Stellungnahme zur angestammten Tätigkeit betrifft, besteht kein Anlass
,
die Feststellung anzuzweifeln, wonach der Beschwerdeführerin das Durchscannen der Ware
intermittierend mit dem linken Arm oder beidhändig zur Entlastung zumutbar ist. Entgegen den Ausführungen der Beschwerdefüh
rerin ist auch nicht von einer mindestens mittelschweren Tätigkeit auszugehen, weil sie zwischendurch 6er-
Packungen mit 1,5-Liter-Flaschen
(
oder ähnliches
)
hochheben müsse. Das Schieben einer solchen Packung über den Scanner ist für die Kassiererin nicht mit einem eigentlichen Hochheben
der Ware
verbunden
. Ohnehin verhält es sich heute zumeist so, dass die Kassiererin den Preis von grösserer bzw. schwerer Ware entweder manuell eintippt oder der Kunde die Packung selber kurz hochhebt und die Kassiererin nur den Hand-Scanner bedienen muss. Schliesslich ist auch festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin entgegen ihrer eigenen Aussage nicht 8 h täglich an der Kasse sitzt, sondern sie zwischendurch
mit anderen Arbeiten, so dem Auffüllen von Regalen, beschäf
tigt ist.
5.3
Im Ergebnis ist auch in Bezug auf das rheumatologische Gutachten festzustel
len, dass dieses umfassend und nachvollziehbar erscheint. Das rheumatologisch-psychiatrische Gesamtgutachten stellt für die Rentenbeurteilung grundsätzlich eine beweiskräftige Entscheidungsgrundlage dar. In zeitlicher Hinsicht ist indes zu beachten, dass der Zeitpunkt der Begutachtung schon relativ weit zurück
liegt, konkret erfol
gte diese im Juni 2008, derweil die angefochtene Verfügung vom Januar 2012 datiert. Während der Zeitspanne von mehr als 3,5 Jahren, welche zwischen Begutachtungs- und Verfügungszeitpunkt liegt, kann eine massgebende Verschlechterung des Gesundheitszustands nicht ausgeschlossen werden.
Einen k
onkrete
n
Anhaltspunkt für eine solche
Verschlechterung bildet der Bericht von
Dr.
E._
vom
1
8.
Oktober 2012
,
der als neue Diagnosen ein Karpaltunnelsyndrom rechts, myofasciale Beschwerden sowie ein Thoracic-out
let-Syndrom aufführt, wobei die myofasciale Situation im Vordergrund zu sein scheine
und die Zervik
obrachialgien mit Schmerzausbreitung schon länger bestünden
.
Dr.
E._
empfiehlt aufgrund der Situation der Beschwerdeführerin ausdrücklich eine Operation
(
Urk.
13/2)
.
Aufgrund dieser Einschätzungen des behandelnden Neurologen – wie eben auch mit
Blick auf die lange Zeitspanne
zwischen Begutachtungs- und Verfügungszeitpunkt
- drängen sich im vorlie
genden Fall ergänzende medizinische Abklärungen in Bezug auf den Zeitraum nach der Begutachtung auf.
Im Übrigen stellt sich die Beschwerdeführerin offenbar auf den Standpunkt, dass mit dem Untersuchungsbericht von
Dr.
E._
die Fehlerhaftigkeit des Gutachtens des
Z._
nachgewiesen
sei
.
Diesbezüglich ist aber darauf hinzuweisen, dass die fragliche Untersuchung
mehr
als vier Jahre nach der Begutachtung statt
fand, weshalb Zweifel an der Zuverlässigkeit derselben nicht angebracht sind.
5.4
Zusammenfassend erscheint der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin bis zum Datum der gutachterlichen Exploration am 12./13./1
6.
Juni 2008 als genü
gend abgeklärt. Für die Zeit danach sind
aus somatischer Sicht
weitere Abklärungen ange
zeigt. In diesem Sinne ist die Sache zur Durchführung einer Verlaufsbegutach
tung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, was zur teilweisen Gutheis
sung der Beschwerde führt.
6.
6.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist abweichend von
Art.
61 lit. a ATSG das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kosten
pflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis 1
‘
000.-- festgelegt.
Eine Gerichtsge
bühr von
Fr.
600.-- er
scheint vorliegend als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin voll
umfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von
Fr.
600.-- zu bezahlen.
6.2
Die
obsiegende Beschwerdeführerin
hat sodann
Anspruch auf eine Prozessentschä
digung. Diese ist nach
Art.
61 lit. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses, dem Mass des Obsiegens, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festzusetzen. Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze ist der Beschwerdeführerin eine Pro
zessentschädigung von
Fr.
1‘900.--
(inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) zuzusprechen.
Das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechts
pflege erweist sich bei diesem Verfahrensausgang als gegenstandslos.