Decision ID: f3644b57-fd7e-48ce-ac7a-7ea8cf904d04
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 28.09.2017 Art. 19 Abs. 4 ATSGEine vorsorgliche Revisionsverfügung und eine damit verbundene Vorschusszahlung im Umfang der unbestrittenen Höhe ist möglich, wenn der Leistungsanspruch an sich feststeht, der Sachverhalt betreffend die Höhe des Anspruchs jedoch noch nicht vollständig abgeklärt ist (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. September 2017, EL 2016/22).
Entscheid vom 28. September 2017
Besetzung
Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-
Studerus; Gerichtsschreiberin Annemarie Haase
Geschäftsnr.
EL 2016/22
Parteien
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch B._,
gegen
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St.Galler Gerichte
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse, Brauerstrasse
54, Postfach, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
Gegenstand
Ergänzungsleistung zur IV
Sachverhalt
A.
A.a A._ bezog seit September 2005 im Kanton St. Gallen Ergänzungsleistungen zu
seiner IV-Rente (EL-act. 180, 184, 186). Gemäss einem Lohnausweis für das Jahr 2012
erzielte er bei C._ in D._ einen Jahresbruttolohn von Fr. 6'568.-- (EL-act. 38). Am
21. Dezember 2015 verfügte die EL-Durchführungsstelle die Ergänzungsleistungen ab
dem 1. Januar 2016 und rechnete dem Versicherte dabei zwei Drittel seines
Jahreseinkommens von Fr. 6'568.-- abzüglich der Sozialversicherungsbeiträge,
Berufsauslagen und des Freibetrages von Fr. 1'000.-- und somit ein Einkommen von
Fr. 3'026.-- als Einnahme an (EL-act. 21).
A.b Am 18. Januar 2016 wandte sich der Vater des Versicherten an die EL-
Durchführungsstelle und teilte dieser mit, sein Sohn könne, nachdem er seit über zehn
Jahren bei C._ für einen Monatslohn von Fr. 500.-- gearbeitet habe, seit dem 1.
Dezember 2015 aus gesundheitlichen Gründen nur noch mit Bastelarbeiten im Atelier
beschäftigt werden. Dafür erhalte er keinen Lohn (EL-act. 17). Auf Anfrage der EL-
Durchführungsstelle reichte die C._ ein "Kumulativjournal Mitarbeiter" ein, welches
Aufschluss darüber gab, dass der Versicherte seinen bisherigen Lohn bis Januar 2016
erhalten habe und der Änderungsvertrag, gemäss welchem er neu monatlich Fr. 20.--
erhalte, erst ab dem 1. Februar 2016 in Kraft trete (EL-act. 15 f.).
A.c Daraufhin berechnete die EL-Durchführungsstelle den EL-Anspruch des
Versicherten unter der Berücksichtigung seiner neuen Einkommenssituation neu und
erliess am 17. Februar 2016 eine Verfügung, gemäss welcher er ab dem 1. Februar
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2016 einen monatlichen EL-Anspruch von Fr. 3'454.-- hatte (EL-act. 12 f.). Am 20.
Januar 2016 (recte: 20. Februar 2016) liess der Versicherte eine Einsprache erheben,
mit welcher er sinngemäss die Aufhebung der Verfügung vom 17. Februar 2016 und die
Neuberechnung der Ergänzungsleistungen beantragen liess. Zur Begründung liess er
ausführen, die Ergänzungsleistungen hätten sich infolge des Wegfalls seines
Einkommens fälschlicherweise lediglich um Fr. 252.-- und nicht um den Betrag des ab
Februar 2016 weggefallenen Nettolohnes von Fr. 446.-- erhöht. Es könne keinen Grund
dafür geben, seinen Lohnausfall nicht gänzlich zu kompensieren (EL-act. 10).
A.d Mit einem Einspracheentscheid vom 24. März 2016 wies die EL-
Durchführungsstelle die Einsprache mit der Begründung, die Erhöhung der
Ergänzungsleistungen entspräche aufgrund der Privilegierung des Einkommens nicht
dem Wegfall des Nettolohnes, ab. Ergänzend führte sie u.a. aus, dass der Versicherte
aufgrund des tieferen Lohnes nun als Nichterwerbstätiger erfasst werden müsse und
die entsprechenden Beiträge, sobald diese verfügt worden seien, in der EL-
Anspruchsberechnung als Ausgaben berücksichtigt werden könnten (EL-act. 6).
B.
B.a In der dagegen erhobenen Beschwerde vom 12. April 2016 liess der Versicherte
(nachfolgend Beschwerdeführer) sinngemäss die Aufhebung des Einspracheentscheids
und die Neubeurteilung der Sache durch die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend
Beschwerdegegnerin) beantragen. Er liess erklären, dass sich seine Situation als sehr
kritisch gestalte und nur funktionieren könne, solange er noch von seinen über
achtzigjährigen Eltern unterstützt werde (act. G 1).
B.b Am 14. Juni 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde und verwies zur Begründung auf ihren Einspracheentscheid (act. G 7).

Erwägungen
1.
Mit der Verfügung vom 17. Februar 2016 hat die Beschwerdegegnerin den am 21.
Dezember 2015 per 1. Januar 2016 verfügten EL-Anspruch des Beschwerdeführers an
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den Umstand angepasst, dass der Beschwerdeführer ab dem 1. Februar 2016 ein
Erwerbseinkommen von jährlich Fr. 240.-- und nicht mehr wie zuvor von jährlich Fr.
6'568.-- erzielt hat. Gemäss Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (SR 830.1; ATSG) kann eine formell rechtskräftig
zugesprochene Dauerleistung erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben werden, wenn
sich der ihr zu Grunde liegende Sachverhalt nachträglich erheblich verändert hat.
Gemäss Art. 25 Abs. 1 lit. c der Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (SR 831.301; ELV) sind
Ergänzungsleistungen bei einer voraussichtlich längere Zeit dauernden Verminderung
oder Erhöhung der vom Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (SR 831.30; ELG) anerkannten Ausgaben
und Einnahmen anzupassen, wobei die Änderung jährlich mindestens Fr. 120.--
ausmachen muss. Die Einkommensverhältnisse des Beschwerdeführers haben sich ab
dem 1. Februar 2016 infolge eines zwischen C._ und dem Beschwerdeführer
offenbar abgeschlossenen Änderungsvertrags im Vergleich zum Zeitpunkt des Erlasses
der Verfügung vom 21. Dezember 2015 unbestrittenermassen verändert. Da es sich
gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. a ELG beim Erwerbseinkommen um eine anrechenbare
Einnahme handelt, deren Veränderung sich um jährlich Fr. 3'024.-- und somit um mehr
als Fr. 120.-- auf den EL-Anspruch des Versicherten auswirkt, sind die
Voraussetzungen von Art. 25 Abs. 1 lit. c ELV erfüllt gewesen. Die Beschwerdegegnerin
hat also grundsätzlich eine Revision der Ergänzungsleistungen gemäss Art. 17 Abs. 2
ATSG i.V.m. Art. 25 Abs. 1 lit. c ELV vornehmen dürfen.
2.
Der Beschwerdeführer hat beanstanden lassen, dass die Verringerung seines
Erwerbseinkommens mit den Ergänzungsleistungen nicht genügend kompensiert
worden sei, indem sich diese lediglich um Fr. 252.-- und nicht um die durch die
Verminderung seines Erwerbseinkommens ergebende Differenz von Fr. 446.-- erhöht
hätten (EL-act. 10). Gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. a ELG werden zwei Drittel der
Erwerbseinkünfte in Geld oder Naturalien angerechnet, soweit sie bei alleinstehenden
Personen jährlich Fr. 1'000.-- übersteigen. Somit sind die Erwerbseinkünfte nicht im
vollen Betrag, sondern privilegiert als Einnahmen zu berücksichtigen, d.h. es wird ein
fixer Betrag in Höhe von Fr. 1'000.-- als sogenannter Freibetrag vom Nettolohn
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abgezogen und vom Rest werden nur zwei Drittel angerechnet. Diese Besonderheit soll
die wirtschaftliche Situation des EL-Bezügers verbessern, wofür sogar in Kauf
genommen wird, dass Ergänzungsleistungen ausgerichtet werden, die mehr als den
Existenzbedarf decken (vgl. RALPH JÖHL, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in:
Schweizerisches Sozialversicherungsrecht, Band XIV Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016,
Rz 118 mit Hinweisen). Bereits in der Vergangenheit ist dem Beschwerdeführer also
nicht sein gesamtes Einkommen in Höhe von zuletzt Fr. 6'568.-- angerechnet worden.
Stattdessen hat die Beschwerdegegnerin vom Nettolohn (Fr. 6'568.-- - Fr. 1'028 = Fr.
5'540.--) Fr. 1'000.-- abgezogen (Fr. 5'540.-- - Fr. 1'000.-- = Fr. 4'540.--) und
anschliessend lediglich zwei Drittel, also Fr. 3'026.--, bei der Berechnung des EL-
Anspruchs berücksichtigt. Das bedeutet, dass in der EL-Anspruchsberechnung nicht
das gesamte Erwerbseinkommen des Beschwerdeführers für die Deckung seiner
Ausgaben vorgesehen worden ist, sondern dass zu seinem Vorteil insgesamt Fr.
2'514.-- (Fr. 1'000.-- + [4'540 × 1/3]) gänzlich unberücksichtigt geblieben sind.
Dasselbe wäre auch im Rahmen der angefochtenen Verfügung geschehen, jedoch liegt
das neue Jahresbruttoeinkommen von Fr. 240.-- bereits vor Abzug der
Sozialversicherungsabzüge und Berufskosten unter dem Freibetrag von Fr. 1'000.--,
sodass die Beschwerdegegnerin zu Recht gar keinen Lohn mehr angerechnet hat. Ihr
Vorgehen ist demnach im Sinne von Art. 11 Abs. 1 lit. a ELG korrekt gewesen. Da das
bis Januar 2016 berücksichtigte Erwerbseinkommen in Höhe von Fr. 3'026.-- eine
monatliche Einnahmenposition von Fr. 252.-- dargestellt hat, haben sich die
Ergänzungsleistungen beim Wegfall derselben entsprechend um Fr. 252.-- erhöht.
Dass dieser Betrag nicht mit der monatlichen Differenz zwischen dem aktuellen
Einkommen und dem Einkommen zuvor übereinstimmt, liegt wie bereits erläutert,
einzig an der in Art. 11 Abs. 1 lit. a ELG vorgesehenen Privilegierung des
Erwerbseinkommens zu Gunsten des EL-Bezügers. Diesbezüglich gibt es nichts zu
beanstanden.
3.
3.1 Allerdings hat die Veränderung des Erwerbseinkommens des Beschwerdeführers
nicht nur dazu geführt, dass der entsprechende Einnahmeposten hat angepasst
werden müssen. Gemäss Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung (SR 831.10; AHVG) wird von einem Einkommen aus einer
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unselbstständigen Erwerbstätigkeit ein Beitrag von 4,2% erhoben. Da der Lohn des
Beschwerdeführers jedoch auf Fr. 240.-- jährlich gesunken ist, gilt er seitdem aufgrund
seines tiefen Einkommens als Nichterwerbstätiger und hat als solcher Beiträge zu
entrichten (vgl. Art. 10 AHVG). Diese Nichterwerbstätigenbeiträge sind gemäss Art. 10
Abs. 3 lit. c ELG als selbstständige Ausgabenposition anzurechnen (vgl. auch JÖHL,
a.a.O., Rz. 106). Wie die Beschwerdegegnerin in ihrem Einspracheentscheid angemerkt
hat, hätte sie die Nichterwerbstätigenbeiträge des Beschwerdeführers in ihrer
Verfügung vom 17. Februar 2016 berücksichtigen müssen. Da diese Beiträge jedoch
offenbar noch nicht festgestanden haben, hat sie ihre per 1. Februar 2016 geltende
Revisionsverfügung basierend auf einen unvollständig abgeklärten Sachverhalt
erlassen. Es stellt sich die Frage, ob dieses Vorgehen zulässig gewesen ist bzw. ob
dafür eine gesetzliche Grundlage existiert. Da Leistungen zugesprochen und offenbar
auch ausgerichtet worden sind, die in ihrer konkreten Höhe noch nicht festgestanden
haben, könnte es sich um eine Vorschussleistung gemäss Art. 19 Abs. 4 ATSG
gehandelt haben. Gemäss Art. 19 Abs. 4 ATSG können Vorschussleistungen
ausgerichtet werden, wenn der Anspruch auf Leistungen nachgewiesen erscheint und
sich deren Ausrichtung verzögert. Auf den ersten Blick scheint sich der Wortlaut dieser
Norm ausschliesslich auf eine Verzögerung im Vollzug zu richten, da der "Anspruch auf
Leistungen" und somit der massgebliche Sachverhalt als nachgewiesen erscheinen
muss. Allerdings umfasst die Norm auch Verzögerungen bei der Sachverhaltsabklärung
(vgl. BBl 1999, 4561). Was jedoch mit dem Satzteil "erscheint der Anspruch auf
Leistungen nachgewiesen" gemeint sein soll, ist anhand des Wortlauts nicht ohne
Weiteres erkennbar. Schliesslich enthält das Verb "erscheinen" im Gegensatz zum Verb
"nachweisen" ein unsicheres Element. Gemäss UELI KIESER (ATSG-Kommentar, 3.
Auflage 2015, Rz 50 mit Hinweisen) ist davon auszugehen, dass der von der
Kommission des Nationalrates für soziale Sicherheit und Gesundheit in Bezug auf den
bestehenden Leistungsanspruch geforderte und für das Sozialversicherungsrecht eher
atypische Beweisgrad der "an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit" durch das
Verb "erscheinen" hat gemildert werden sollen, sodass im Ergebnis doch der
Beweisgrad "der überwiegenden Wahrscheinlichkeit" zur Anwendung kommen soll.
Das Bundesgericht sei jedoch nicht dieser Meinung. Ein Blick in den Bericht der
Kommission des Nationalrates für soziale Sicherheit und Gesundheit vom 26. März
1999 zur Vorlage des Ständerates zum ATSG zeigt, dass Art. 19 Abs. 4 ATSG, damals
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noch Art. 25 Abs. 4 ATSG, auf Wunsch der Kommission des Nationalrates für soziale
Sicherheit und Gesundheit Eingang in das ATSG gefunden hat. Dabei hat die
Kommission des Nationalrates für soziale Sicherheit und Gesundheit Vorauszahlungen
vorsehen wollen, wenn "der Leistungsanspruch nachgewiesen ist, also mit an
Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit feststeht". Dies sei der Fall, wenn eine
materiell unbestrittene Leistung wegen formeller Voraussetzungen noch nicht
ausgerichtet werden könne oder wenn wegen Überlastung der Administration
unbestrittene Ansprüche der Höhe nach noch nicht ganz genau beziffert werden
könnten. Da in diesen Fällen die Leistung nicht im Grundsatz, sondern nur - wenn
überhaupt - in Bezug auf die genaue Höhe umstritten sei, seien Vorschüsse in der
Höhe der unbestrittenen Leistung unbedenklich. Hingegen hat die Kommission des
Nationalrates für soziale Sicherheit und Gesundheit Vorauszahlungen in Fällen, in
denen Abklärungen hinsichtlich Bestand oder Umfang der Leistung mehr Zeit in
Anspruch nähmen, für problematisch erklärt, da bei einer Ablehnung des
Leistungsanspruchs aufgrund der Vorauszahlungen Rückforderungsansprüche
entstehen könnten, die nicht mehr erfolgreich zurückgefordert werden könnten.
3.2 Vorliegend sind die neuen Einkommensverhältnisse des Beschwerdeführers
bekannt und unbestritten gewesen, sodass die Anspruchsberechnung diesbezüglich -
unabhängig davon, welcher Beweisgrad gilt - problemlos hat durchgeführt werden
können. Lediglich der Ausgabeposten "Nichterwerbstätigenbeiträge", dessen
Anrechnung zu Gunsten des Beschwerdeführers zu einer nachträglichen Erhöhung des
Anspruchs und damit zu einer Nachzahlung führen würde, hat noch nicht genau
beziffert werden können. Hätte die Beschwerdegegnerin die Verfügung vom 17.
Februar 2016 aufgrund des noch nicht vollständig abgeklärten Sachverhalts nicht
erlassen, hätte der Beschwerdeführer ab Februar 2016 vorerst zu wenig
Ergänzungsleistungen bezogen (nämlich nach wie vor die unter Berücksichtigung
seines früheren Erwerbseinkommens berechneten Ergänzungsleistungen) und es wäre
erst mit dem Erlass einer dem vollständig abgeklärten Sachverhalt Rechnung
tragenden Revisionsverfügung per 1. Februar 2016 zu einer entsprechenden
Nachzahlung gekommen. Alternativ hätte die Möglichkeit bestanden, dass die
Beschwerdegegnerin das Revisionsverfahren eröffnet und bis zu dem Zeitpunkt, an
dem der massgebliche Sachverhalt erstellt gewesen wäre respektive bis zum Erlass
der Revisionsverfügung, einen vorläufigen Leistungsstopp verfügt hätte. Auch hier wäre
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es zu einer Verzögerung der Ausrichtung der Ergänzungsleistungen und zu einer
Nachzahlung per 1. Februar 2016 gekommen. Stattdessen hat die
Beschwerdegegnerin jedoch, obwohl sich die Sachverhaltsabklärung betreffend den
Ausgabenposten Nichterwerbstätigenbeiträge verzögert hatte, am 17. Februar 2016
eine "vorläufige" Revisionsverfügung erlassen, mit welcher sie zumindest die
Verminderung des Erwerbseinkommens des Beschwerdeführers berücksichtigt und
dem Beschwerdeführer darauf gestützt bereits höhere Ergänzungsleistungen
ausgerichtet hat. Damit hat der Beschwerdeführer weder vorübergehend einen
Leistungsstopp noch zu niedrige Ergänzungsleistungen hinnehmen müssen. Da Art. 19
Abs. 4 ATSG für Fälle, in denen sich die Leistungskorrektur lediglich zu Gunsten des
Bezügers auswirkt und in denen aufgrund des in einem bestimmten Umfang
nachgewiesenen Leistungsanspruchs keine Gefahr einer späteren (nicht realisierbaren)
Rückforderung bestehen kann, eine Vorauszahlung vorsieht, hat die
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer seine Ergänzungsleistungen gestützt auf
Art. 19 Abs. 4 ATSG vorschussweise ausbezahlen dürfen, obwohl der endgültige
Umfang seines Leistungsanspruchs noch nicht festgestanden hat. Dafür hat sie die
Verfügung vom 17. Februar 2016 erlassen müssen, die jedoch nur einen provisorischen
Charakter haben kann und nach der abgeschlossenen Sachverhaltsabklärung durch
die definitive Revisionsverfügung abgelöst werden wird. Sobald also der Sachverhalt in
Bezug auf die durch den Beschwerdeführer zu bezahlenden
Nichterwerbstätigenbeiträge feststeht und die Beschwerdegegnerin die
Ergänzungsleistungen gestützt darauf rückwirkend ab dem 1. Februar 2016 definitiv
neu berechnet und eine eigentliche Revisionsverfügung mit diesem Wirkungszeitpunkt
erlässt, wird die Vorschussverfügung vom 17. Februar 2016 automatisch dahinfallen.
Eine allfällige Erhöhung des EL-Anspruchs wird von der Beschwerdegegnerin mittels
einer Nachzahlung auszugleichen sein.
4.
Die Beschwerde ist abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a
ATSG).