Decision ID: bdc2a9b7-e3eb-45a5-a452-9d376740c384
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1974 geborene
X._
, welcher in den
Y._
drei Semester Elektro
technik studiert hatte, reiste am 16. Februar 2003 in die Schweiz ein und
arbei
tete überwiegend
selbständig
als Chauffeur und Transportunternehmer; kurz
zeitig war er auch angestellt
(
Urk. 6/2/1
,
Urk. 6/3
, Urk. 6/6,
Urk. 6/18
,
Urk. 6/35
und Urk. 6/102/1
).
A
m 10. Februar 2006
(Eingangsdatum) meldete er sich bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf
ei
nen am 8. Februar 2005 erlittenen Unfall und seither bestehende
Folgebe
schwerden
(rechter Arm und rechte Hand funktionsunfähig, sehr starke Kopf
schmerzen, Schwindel und Übelkeit, Muskelschmerzen und
Knochenbe
schwerden
)
erstmals zum Leistungsbezug an (Urk.
6/3
).
Die IV-Stelle tätigte
medi
zini
sche und beruflich-erwerbliche Abklärungen
.
Nach durchgeführtem
Vor
be
scheid
verfahren
(Vorbescheid vom 21. Juli 2006; Urk. 6/23)
verneinte sie mit Verfügung vom 25. September 2006 einen Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk. 6/24). Sie erwog, dem Versicherten, dessen Rentenanspruch frühestens am 8. Februar 2006 entstehen könnte, habe zu diesem Zeitpunkt kein Jahr Versi
cherungsbeiträge entrichtet. Auch seiner Ehefrau, welche Schweizerin sei,
wür
den
die notwendigen Beiträge
fehlen
. Damit seien die versicherungsmässigen Voraussetzungen nicht erfüllt.
1.2
Am 1
3.
September 2011 (Eingangsdatum)
meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf den erlittenen Unfall
bei der IV-Stelle erneut
zum
Leistungsbezug
an (Urk. 6/32). Die
se
tätigte wiederum medizinische und beruflich-erwerbliche Abklärungen.
Der Rechtsdienst der IV-Stelle hielt am 1. März 2012 fest, der Beschwerdeführer erfülle nun zufolge nachträglicher Beitragszahlung die
versi
cherungsmässigen
Voraussetzungen (Urk. 6/61/2 f.). Daraufhin gewährte die IV-Stelle
dem Versicherten vom 1.
Oktober
2012 bis
am 31. März
2013
Unter
stützung bei der Arbeitsvermittlung (
Mitteilung vom 28. September 2012,
Urk. 6/52; vgl. auch
Urk. 6/49).
In der Folge wurde eine Zielvereinbarung für die Arbeitsvermittlung geschlossen (Urk. 6/55). Nachdem der Versicherte trotz
Ermahnung (Urk. 6/57) seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen war, wurde
die Arbeitsvermittlung mit Mitteilung vom 28. Februar 2013 abge
schlossen (Urk. 6/59).
Mit Vorbescheid vom 12. März 2013 kündigte die IV-Stelle an, das Leistungsbegehren abzuweisen (Urk. 6/63). Dagegen erhob der Versicherte am 29. April 2013 Einwand (Urk. 6/71) und reichte das Gutachten der
Z._
vom 6. September 2010, wel
ches
im Auftrag
der
Haftpflichtversicherung, der
Zürich Versicherungs-Gesell
schaft AG (Zürich Versicherung)
,
erstellt worden war, zu den Akten (Urk. 6/70). In der Folge zog die IV-Stelle die Akten der Zürich
Versicherung bei (Urk. 6/73/1-147). Am 22. Juli 2013 erliess sie einen neuen Vorbescheid, wel
cher den Vorbescheid vom 12. März 2013 ersetzte, und kündigte darin die
Zu
sprache
einer
Viertelsrente
ab dem 1. März 2012 an (Urk. 6/77).
Dagegen erhob der Versicherte am 8. August 2013 erneut Einwand (Urk. 6/80), woraufhin die IV-Stelle am 17. Oktober 2013 eine polydisziplinäre Untersuchung des Versi
cherten veranlasste (
Urk.
6/83). Die MEDAS
A._
(kurz MEDAS) erstattete ihr Gutachten am 9. Mai 2014 (Urk. 6/102). Am 27. November 2014 sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab
dem 1. März 2012 eine
Viertelsrente
zu
(Urk.
2 [= Urk. 6/109 und Urk.
6/113]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 16. Januar 2015 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, und es sei ihm eine Invalidenrente von mindestens 70 % zuzusprechen; eventuell sei die Sache zur weiteren Ab
klärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragte der Beschwerdeführer die Gewährung der unentgeltlichen Rechts
pflege (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 20. Februar 2015 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was dem Be
schwerdeführer am 22. Mai 2015 angezeigt wurde (Urk. 12).
Mit Eingabe vom 17. November 2015 reichte die ehemalige Rechtsvertreterin des Beschwerde
führers die Honorarnote zu den Akten (Urk. 13 und 14). Mit Eingabe vom 28. Januar 2016 (Urk. 15) wies sich Rechtsanwalt Sebastian Lorentz mit Voll
macht vom 12. November 2015 (Urk. 16) als neuer Rechtsvertreter des Be
schwer
deführers aus und zog den Antrag auf
unentgeltliche Rechtspflege
zu
rück, da in der Sache Kostendeckung über eine Rechtssc
hutzversicherung be
stehe
(vgl. auch Urk. 17)
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erle
di
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellt (ZAK 1986 S. 188 E.
2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutach
tens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersu
chun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
-, in Kenntnis der und gegebenen
falls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklar
heiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V
157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989,
S.
30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen, seit Februar 2005 (Beginn der einjährigen Wartezeit) sei der Beschwerdeführer in seiner Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt. Die bisherige Tätigkeit als Chauffeur sei ihm nicht mehr zumutbar. Gemäss Gutachten sei ihm seit Mai 2010 wieder eine behinderungsangepasste Tätigkeit im Umfang von 60 % zu
mutbar (leichte körperliche Tätigkeiten mit dem Profil für Bürotätigkeit in wechselhaftem Sitzen, Stehen und Gehen; Tätigkeiten, die einarmig ausführbar seien, ohne den Einsatz des linken Armes – auch nicht als
Haltearm
-, ohne Be
steigen von Leitern und Gerüsten). Der Rentenanspruch entstehe frühestens nach
Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendmachung des
Leistungsan
spruchs
, somit ab 1. März 201
2.
Beim Einkommensvergleich resultiere ein
Inva
liditäts
grad
von 40 %, bei einem leidensbedingten Abzug von 10 % ein
Invali
ditäts
grad
von 46 %, was zur
Zusprache
einer
Viertelsrente
ab dem 1. März 2012 führe
(Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte dagegen im Wesentlichen vor,
gestützt auf das
Z._
-Gutachten sei von einer mindestens 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszuge
hen (Urk. 1 S. 3).
Aus rein neurologischer Sicht bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 70 %.
Ein vermindertes Rendement von mindestens 40 % führe
jedoch
zu einer Leistungsfähigkeit von knapp 30 %. Hinzu komme eine Minderung wegen
den posttraumatischen Kopfschmerzen (Urk. 1 S. 4 f.). Sodann sei ein
Lei
dens
ab
zug
von mindestens 20
-25
%
zu gewähren (Urk. 1 S. 6
und 8
).
Die
Be
schwer
degegnerin
habe nicht berücksichtigt, dass der Beschwerdeführer Links
händer
sei und bloss einarmige Tätigkeiten mit der
adominanten
rechten Hand ausfüh
ren könne
. Ferner sei zu berücksichtigen, dass vermehrte Pausen einge
legt wer
den
müssten und eine regelmässige Wechselbelastung einzuhalten sei. Seine Ein
schränkungen und die Teilzeitbeschäftigung würden sich auf dem Ar
beits
markt
in lohnmässiger Hinsicht auswirken (Urk. 1
S. 8
f.). Hinsichtlich des MEDAS-Gutachtens sei zu bemängeln, dass die neuropsychologische Untersu
chung ohne vorgängig
e Anhörung des Beschwerdeführers erfolgt sei (Urk. 1 S. 11) und auch inhaltliche Widersprüchlichkeiten vorlägen (Urk. 1 S. 11 ff.).
2
.3
Den nachstehenden Erwägungen ist vorauszuschicken, dass die in
Neuan
mel
dungsver
fahren
grundsätzlich zu prüfende Frage, ob e
ine für den Rentenan
spruch
rele
van
te Änderung in den gesundheitli
chen ode
r erwerblichen Grund
la
gen ein
ge
treten ist, vorliegend entfallen muss, da die rentenabweisende Verfü
gung
vom
25. September 2006 (Urk. 6/24)
aufgrund einer
dazumal noch
unge
nü
genden
Bei
tragsentrichtung
erfolgte.
Der
hier zu prüfende
Rentenanspruch
entsteht
gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frü
hestens nach Ablauf von sechs Monaten nach
der
erneuten Geltendmachung des Leistungsanspruchs, mithin frühestens
am 1. März 2012
.
3.
Das von der IV-Stelle eingeholte polydisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 9. Mai 2014 beruht auf internistischen, rheumatologischen, handchirurgischen, neurologischen, neuropsychologischen und psychiatrischen Untersuchungen (Urk. 6/102/1).
Im Gutachten wurden die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfä
higkeit aufgeführt (Urk. 6/102/17):
Zustand nach Anfahrtrauma vom 8.2.2005 mit/bei
Frakturen im Vorderarmbereich, Ellbogenbereich und
Handgelenksbe
reich
links sowie Abrissverletzung von Arterien,
Nervus
radialis
und
Nervus
medianus
wiederholte handchirurgische und rekonstruktionschirurgische Opera
tionen zwischen 8.2.2005 und 9.6.2008
residuale Versteifung der Handgelenksfunktion links mit begleitender Einschränkung der Ellbogenbeweglichkeit links, eingeschränkte Funktionen der
medianus
- und
radialis
-versorgten Muskulatur des linken Unterarmes
Anästhesie der Finger links mit erhöhter Verletzungsgefahr
Zustand nach offener
Ulnar
-Trümmerfraktur rechts
undislozierte
Abrissfrakturen
Processi
transversi
LWK 3/4
Rezidivierendes
Lumbovertebralsyndrom
rechts bei
Facettengelenks
irritation
en
der unteren LWS-Seg
mente ohne begleitende
radikuläre
Störung
Schulterbeschwerden links vom funktionalen
myotendinotischen
Typ mit/bei
m
uskulärer
Dysbalance
a
ufgrund der Situation der distalen oberen Extremität links
Als Diagnosen ohne Auswi
rkung auf die Arbeitsfähigkeit
wurden Kopfschmer
zen
vom gemischt-förmigen Typ sowie anamnestisch ein Asthma bronchiale ge
nannt
(Urk. 6/102/17).
In der interdisziplinären Zusammenfassung wurde festgehalten, am 8. Februar 2005 sei der Beschwerdeführer als Pannenhelfer auf der Autobahn von einem PKW angefahren worden und habe eine komplizierte Mehretagenfraktur des lin
ken Armes mit Verletzung und Abriss von Gefässen und Nerven, eine Trüm
mer
fraktur der rechten
Ulna
, eine Abrissfraktur der
Processi
transversi
LWK 3 und 4 sowie eine Rissquetschwunde des Schädels erlitten. Laut Aktenlage habe kein Schädelhirntrauma bestanden. Am linken Arm seien zwischen 2005 bis 2008 zahlreiche
rekonstruktive
und plastische Operationen erfolgt, unter ande
rem auch eine
Handgelenksarthrodese
. Die linke Hand sei bis heute praktisch nicht gebrauchsfähig, funktionell bestehe
Einhändigkeit
. Bei der Begutachtung
be
klage
der Beschwerdeführer durchgehend bei allen Gutachtern, dass durch den Unfall sein Leben kaputt
gegangen
sei. Er habe seine Frau
und die Arbeit
ver
loren. Vorrangig würden belastungsabhängige und bei Kälte auftretende Schmer
zen in der linken oberen Extremität berichte
t. In drei Fingern habe er kein
Ge
fühl mehr und dadurch schon Verbrennungen erlitten. Beklagt würden auch links
seitige Schulterschmerzen und Kreuzschmerzen, die ihn
aber nicht zu sehr
belast
en
würden
. Kopfschmerzen würden unterschiedlich angegeben, nach Ak
ten
l
age seien sie nach dem Unfall aufgetreten und es se
ien zahlreiche Un
ter
suchungen an
der
B._
erfolgt. Die Ursache sei letztend
lich multifaktoriell eingestuft worden. Jetzt gebe der Beschwerdeführer fast täg
liche Kopfschmerzen an; dann verneine er diese wieder. Im Vergleich zu den
Arm
schmerzen
, gegen welche er Schmerzmittel einnehme, sei das kein Problem (Urk. 6/102/18).
Im Gutachten wurde w
eiter ausgeführt, bei der internistischen Begutachtung hätten sich keine Auffälligkeiten ergeben. Die handchirurgische Begutachtung habe als Unfallfolge den praktisch vollständigen Funktionsausfall des linken Armes bestätigt. Da der rechte Arm voll einsatzfähig sei, werde eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit für eine angepasste, einhändig durchführbare Tätigkeit attes
tiert.
Rheumatologisch ergebe sich derselbe Befund nach komplexer Verletzung der linken oberen Extremität. Zusätzlich zeigten sich ein rezidivierendes
Lum
bo
vertebralsyndrom
und linksseitige Schulterbeschwer
d
en, beides keine überwie
genden Unfallfolgen, sondern eher funktionell bei muskulärer
Dysbalance
be
dingt. Aus rheumatologischer Sicht ergebe sich eine 40%ige Einschränkung der Leistungsfähigkeit bei angepasster Tätigkeit im Rahmen eines vollen zeitlichen Pensums. Bei der neurologischen Begutachtung sei die schwere Schädigung des linken
Nervus
radialis
und
Nervus
medianus
nachweisbar. Aufgrund der geklagten Missempfindungen der linken oberen Extremität sowie beklagter
Kopfschmerzen werde ebenfalls eine qualitative Leistungsminderung zwischen 30-50 % gesehen. Psychiatrisch liege keine eigenständige Erkrankung vor. Zwar sei der Beschwerdeführer durchaus auch von
dysthymen
Elementen
gezeichnet
, aber nicht in einem Ausmass einer eigenständigen psychiatrischen Erkrankung. Antriebsstörungen im engeren Sinne lägen nicht vor. Insgesamt scheine es, dass die Beschwerden und Beeinträchtigungen vergleichsweise undifferenziert be
schrieben würden. Selbstlimitierung und subjektive Leistungsinsuffizienz schie
nen
vorhanden
zu sein
. Trotz psychosozialer Belastung (viele Jahre ohne Arbeit, auf dem Weg des sozialen Abstiegs, Verlust der Ehefrau, Wohnungswechsel) sei es nicht zur Dekompensation auf psychischem Gebiet gekommen. Dennoch seien die Belastungen nicht unerheblich und beeinflussten natürlich auch die Stimmung des Beschwerdeführers. Da aber keine eigenständige Erkrankung vor
liege, bestehe aus psychiatrischer Perspektive keine Einschränkung der Leis
tung
s
fähigkeit
(Urk. 6/102/19)
.
Sodann wurde
im Gutachten
festgehalten, bei beklagten
Konzentrationsstörun
gen
sei noch eine neuropsychologische Begutachtung durchgeführt worden. Allerdings seien sämtliche Testwerte dieser Untersuchung als ungültig zu be
trachten, da neuropsychologisch eine
unplausible
und logisch inkonsistente Symptomproduktion vorgelegen habe. Deshalb könne auch keine Aussage zur Arbeitsfähigkeit abgeleitet werden
(Urk. 6/102/19)
.
Der neuropsychologische Gutachter hielt in seinem Teilgutachten vom 5. April 2014 fest, dass die Leis
tung des Beschwerdeführers bei der neuropsychologischen Aufgabe, welche schwie
rig wirke, aber auch von hirnverletzten Personen in der Regel ohne Schwierigkeiten gelöst werden könne, ausserordentlich deutlich aufgefall
en sei. Der Beschwerdeführer liege
mit seiner Leistung mehr als 11 Standardabwei
chungen unter der Leistung von Personen
, bei welchen keine
Hinweise auf ein neuropsychologisch
unplausibles
Testverhalten
vorlägen
. Sehr deutliche neu
ro
psychologisch
unplausible
Leistungen habe der Beschwerdeführer auch beim
Abzeichnen einer komplexen geometrischen Figur erbracht, wobei er nicht nach
vollziehbare Fehler bei einfachen Mengen und einfachen Zuordnungen gemacht habe. Auch beim Benennen von Farbpunkten und beim Lesen von Farbworten habe er sehr viele Fehler gemacht. Vor dem Hintergrund seines ho
hen
prämor
biden
Bildungsniveaus sei auch die mittelschwer bis schwer vermin
derte Leis
tung bei einer visuellen Denkaufgabe absolut
unplausibel
, handle es sich doch bei Denkleistungen um kognitive Fertigkeiten mit hoher Stabilität, auch bei erlittenen Schädelhirntraumata. Nicht nachvollziehbar sei auch der ausgeprägte Schweregrad der gezeigten Gedächtnisstörungen (Urk. 6/102/64 f.). Der
neuro
psy
chologische
Gutachter hielt deshalb fest, sämtliche Testwerte seien als un
gültig zu betrachten. Als Ursache für die
unplausible
Symptomproduktion komme
in erster Linie eine Aggravation oder Simulation kognitiver Beeinträch
tigungen in Frage (Urk. 6/102/66).
In der polydisziplinären Beurteilung wurde weiter ausgeführt
, eine
Leistungs
einschränkung
ergebe sich
aufgrund der Unfallfolgen von 2005 mit schwerer Mehretagenfraktur und Nerv
enläsion des linken Armes
. Die bisherige Tätigkeit als Chauffeur sei seit dem Unfall im Februar 2005 nicht mehr auszuführen. Bei funktioneller
Einhändigkeit
seien angepasste Tätigkeiten im vollen zeitlichen Pensum möglich. Vor allem aufgrund der Schmerzen am linken Arm, weniger am Kopf und am unteren Rücken, ergebe sich aufgrund eines vermehrten Pausenbedarfs und verlangsamten Arbeitstempos eine qualitative
Leistungs
min
de
rung
von gesamthaft 40 %, sodass die Arbeitsfähigkeit 60 % betrage. Diese Arbeitsfähigkeit sei nach zahlreichen Operationen spätestens seit der Begut
achtung vom September 2010 im Auftrag des Haftpflichtversicherers anzu
setzen. Die Gutachter seien bei nachvollziehbaren Befunden zu einem ähnlichen Ergeb
nis der Leistungsbeurteilung gelangt. Prognostisch sei betreffend d
i
e distale
linke obere
Extremität der „Endzustand“ gegeben und keine Änderung
mehr zu erwarten. Betreffen
d
d
i
e Rückensituation und auch d
i
e
Schulterbe
schwer
den
sei die Prognose durchaus als günstig zu bezeichnen
(Urk. 6/102/19 f.)
.
Die Gutachter hielten fest, angepasste Tätigkeiten seien 8 Stunden pro Tag zu
mutbar bei einer verminderten Leistungsfähigkeit von 40 %. Möglich seien Tä
tigkeiten mit überwiegend leichter Belastung für die rechte obere Extremität. Überkopftätigkeiten seien zu vermeiden. Sinnvoll sei die Möglichkeit zur Ein
nahme von Wechselpositionen und ergonomisch günstigen Haltun
gen/
Körper
positionen
. Das Heben und Tragen von Lasten mit der rechten Ext
remität sei bis zu 10 kg zumutbar. Kniende, kauernde oder vorgebeugte Tätig
keiten seien zu vermeiden. Wegen der Sensibilitätsstörung der linken oberen Extremität seien Tätigkeiten mit erhöhter Verletzungsgefahr und
Verbrennungs
gefahr
zu vermei
den (Urk. 6/102/21).
4.
4.1
Das
MEDAS-
Gutachten
vom
9. Mai 2014
vermag die an eine beweiskräftige ärzt
li
che Expertise gestellten Anforderungen vollum
fänglich zu erfüllen (E. 1.4
).
So tätigten die Gutachter sorgfältige, umfassende Abklärungen
(Urk. 6/102/2
ff. und Urk. 6/
102/11
ff.), berücksichtig
ten die ge
klagten Beschwer
den und be
grün
deten ihre Einschätzung in nachvoll
zieh
barer Weise sowie in Auseinan
dersetzung mit den
Vorakten
(Urk. 6/102/18 ff.). Sie legten die medizini
schen Zusam
menhänge und die medizinische Situation einleuchtend dar und begrün
deten ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar. Dem Gutachten kommt somit volle Beweiskraft zu.
4.2
An der Beweiskraft ändert
sodann
nichts, dass dem Beschwerdeführer
formell keine Gel
egenheit eingeräumt w
urde
, vor der
– separat angeordneten -
neu
ro
psychologisch
en Untersuchung Einwendungen gegen den entsprechenden Gut
achter vorzubringen (Urk. 1 S. 11)
.
Hierzu
drängen sich folgende Bemerkun
gen auf:
Nachdem die Beschwerdegegnerin eine Untersuchung in den Fachge
bieten Allgemeine Innere Medizin, Handchirurgie, Neurologie, Psychiatrie und Psycho
therapie sowie Rheumatologie
angeordnet
und
dem Beschwerdeführer
die ent
sprechenden Gutachter bekanntgegeben hatte (Urk. 6/93),
wurde sie von
Dr.
med
.
C._
, ärztlicher Leiter der MEDAS
A._
, mit Schreiben vom 13. März 2014 (Urk. 6/99) darüber
informiert
, dass anläss
lich der Erstuntersuchung festgestellt worden sei, für die Erstellung eines aussagekräfti
gen Gutachtens sei zusätzlich noch eine neuropsychologische Un
tersuchung not
wendig. Bei Zustimmung der Beschwerdegegnerin werde der Beschwerdefüh
rer deshalb ein entsprechendes Terminaufgebot für die neuropsy
chologische Unter
suchung bei Herrn
lic
. phil. D._
erhalten.
Der Beschwerdeführer wurde also vorgängig über die Untersuchung bei
lic
. phil.
D._
informiert
.
Darüber hinaus
wurde ihm das Gutachten am 27. Juni 2014 zur Stellu
ngnahme zugesandt
(Urk. 6/103)
. Er hätte somit
ohne
W
eiteres
Gele
genheit gehabt, allfällige
Ausstands- oder
Ablehnungsgründe
gegen
lic
. phil.
D._
rechtzeitig
vorzu
trage
n
.
Solche trug er aber
weder im
Verwaltungsver
fahren
(vgl. die Stellungnahme vom 1. September 2014; Urk. 6/106) noch im
Beschwerdeverfahren
vor, womit sein
Vorwurf
, er habe keine Einwendungen vorbringen können,
ins Leere zielt
.
4.3
Weiter erscheint nicht nachvollziehbar, weshalb das MEDAS-Gutachten auf
grund fehlender Gültigkeit der neuropsychologischen Testwerte mangelhaft sein sollte (Urk. 1 S. 13). Vor dem Hintergrund der Feststellungen des neuropsycho
lo
gischen Gutachters und des bestehenden Hinweises auf Aggravation oder Simulation (E. 3) ist auch eine weitere Überprüfung von möglichen kognitiven Funktionsbeeinträchtigungen kaum als zielführend zu betrachten.
4.4
Im Übrigen entspricht d
ie Einschätzung der MEDAS-Gutachter
weitgehend
der
jenigen der
Z._
-Gutachter
.
Auch diese
attestierten dem Beschwerdeführer im Gutachten vom 6. September 2010 eine Arbeitsfähigkeit von 100 % mit einem verminderten Re
ndement vo
n 40 %
und
gingen
von einer Leistungsfähigkeit für leichte, angepasste körperliche Tätigkeiten im Gesamtumfang von 60 % aus (Urk. 6/70/29).
Die Ausführungen des Beschwerdeführers zu den angeblich im
Z._
-Gutachten gemachten Feststellungen seiner Leistungsfähigkeit sind in
dessen, soweit von Relevanz, nicht nachvollziehbar. So trifft nicht zu, dass die
Z._
-Gutachter von einer über 50%igen Invalidität im Zusammenhang mit der Arbeitsfähigkeit ausgegangen waren (Urk. 1 S. 3). Der Wert von 50 % betraf die rein unfallbedingte medizinisch-theoretische Invalidität, welche abstrakt und ohne Berücksichtigung der Berufsverhältnisse beurteilt worden war und als Grund
lage für eine Integritätsentschädigung dienen sollte (Urk. 6/70/31). Eine Verwechslung zwischen der prozentualen Angabe zur Arbeitsfähigkeit und der
jenigen zur Integritätsentschädigung unterlief dem Beschwerdeführer sodann auch im Zusammenhang mit den posttraumatischen Kopfschmerzen (Urk. 1 S. 11). Die
Z._
-Gutachter hatten lediglich festgehalten, es bestehe aufgrund der posttraumatischen Kopfschmerzen ein additiver Anspruch auf eine
Integritäts
entschädigung
von 15 % (Urk. 6/70/31). Daraus kann aber nichts für die Ar
beitsfähigkeit abgeleitet werden.
4.5
Schliesslich
ist
darauf hinzuweisen, dass
die
Gutachter
die
Arbeitsfähigkeit
ge
samthaft
beurteilten
, das heisst unter
Berücksichtigung sämtlicher
Fachdiszipli
nen
.
Es
ist oft zu beobachten, dass Anforderungen an zumutbare Tätigkeiten, die sich aus einer bestimmten gesundheitlichen Einschränkung ergeben, gleich
zeitig weiteren Beeinträchtigungen gerecht werden. Dementsprechend können auch Teilarbeitsfähigkeiten bezüglich verschiedener, unabhängig voneinander bestehender Gesundheitsschädigungen nicht einfach addiert werden. Der Zweck interdisziplinärer Gutachten besteht gerade darin, alle relevanten
Gesundheits
schädigungen
zu erfassen und die daraus jeweils abgeleiteten Einflüsse auf die Arbeitsfähigkeit in einem Gesamtergebnis auszudrücken (Urteil des Bu
ndesge
richts 9C_531/2007 vom 3.
Juni 2008 E.
2.2.6).
Es erweist
sich
somit
nicht
als
widersprüchlich (Urk. 1 S. 12), dass im neurologischen Teilgutachten
der MEDAS
von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30-50 % (Urk. 6/102/30) und in der Gesamtbeurteilung von einer qualitative
n
Leis
tungsminderung
von ge
samt
haft 40 % ausgegangen wurde (Urk. 6/102/19).
4.6
Dass die Beschwerdegegnerin auf das überzeugende MEDAS-Gutachten ab
stellte,
ist somit nicht zu beanstanden. Inwiefern sie die angefochtene Verfü
gung unge
nügend begründet haben soll (Urk. 1 S. 7), ist sodann nicht ersicht
lich.
4.7
Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass dem Beschwerdeführer gemäss der gutachterlichen Einschätzung mit dem im Soz
ialversicherungsrecht massge
ben
den Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine 100%ige, bei funk
tioneller
Einhändigkeit
angepasste Tätigkeit zumutbar ist, wobei die Leis
tungs
fähigkeit um 40 % eingeschränkt ist. Das Belastungsprofil ist wie folgt um
schrie
ben: Möglich sind Tätigkeiten mit überwiegend leichter Belastung für die rechte obere Extremität. Überkopftätigkeiten sind zu vermeiden. Die Möglichkeit
zur Einnahme von Wechselpositionen und ergonomisch günstigen Haltun
gen/Körperpositionen ist sinnvoll. Das Heben und Tragen von Lasten mit der rechten Extremität ist bis zu 10 kg zumutbar. Kniende, kauernde oder vorge
beugte Tätigkeiten sind zu vermeiden. Wegen der Sensibilitätsstörung der lin
ken oberen Extremität sind auch Tätigkeiten mit erhöhter Verletzungsgefahr und Verbrennungsgefahr zu vermeiden.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Dass die Beschwerdegegnerin sowohl für die Bemessung des
Valideneinkom
mens
als auch des Invalideneinkommens
auf
die Tabellenlöhne
der Schweizeri
sche
n
Lohnstrukturerhebung (LSE)
2010 abstellte, ist nicht zu beanstanden.
5.3
Da der Beschwerdeführer als Chauffeur und Transportunternehmer arbeitete, damit aber kein geregeltes Einkommen erzielen konnte (vgl. den Auszug aus dem individuellen Konto [IK-Auszug] vom 14. Mai 2012; Urk. 6/42)
, sind m
it der Beschwerdegegnerin zur Ermittlung des
Valideneinkommens
die
statisti
schen Werte der LSE im Bereich
Verkehr und
Lager
ei
, Hilfsarbeiten
, heranzuzie
hen. Damit ist von einem monatlichen Einkommen von Fr. 4‘
774
.-- (LSE 2010, S. 27
, Tabelle TA1
, Ziff.
49-53
,
Anforderungsniveau 4
)
auszugehen. Unter Be
rück
sich
tigung der durch
schnit
tlichen Arbeitszeit im Jahr 2012
von 42,
3
Stun
den pro Woche
(
Die Vol
kswirtschaft, 3/4-2015
,
S. 88,
Tabelle B 9.2
, Sektor 3/H
)
sowie der Nominall
ohnentwicklung bis ins Jahr 2012
(Indexstand 215
0
[2010] auf 2188 [2012
],
Die Vol
kswirtschaft, 3/4-2015
,
S. 89,
Tabelle B
10.3
)
ergibt sich ein
Valideneinkommen
von
Fr.
61‘653
.
-- (Fr. 4‘774.-- x 12 : 40 x 42.3 : 2150 x 2188)
.
5.4
5.4.1
Dem Vorbringen des Beschwerdeführers, angesichts seiner zahlreichen gesund
heitlichen Beschwerden könne ohnehin nicht mehr von einer verwertbaren Resterwerbstätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ausgegangen werden (Urk. 1 S. 7 f.), kann nicht gefolgt werden.
Dem
Beschwerdeführer
verbleiben auf dem in Betracht zu ziehen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt
trotz seiner funktionel
len Einschränkung am linken Arm und an der linken Hand
noch zu
mutbare Einsatzmöglichkeiten. Die faktische
Einhändigkeit
beziehungsweise
Einarmigkeit
begründet zwar praxisgemäss eine erheblich erschwerte Verwert
barkeit der Arbeitsfähigkeit, doch hat die Rechtsprechung wiederholt bestätigt, dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend realistische
Betätigungs
möglichkeiten
für Personen, welche funktionell als Einarmige zu betrachten sind und überdies nur noch leichte Arbeit verrichten können, zu finden sind (
Urteil 8C_939/2011 des Bundesgerichts vom 13. Februar 2012 E. 4.3
m.w.H
.
). Demnach ist die Bestimmung des Invalideneinkommens gemäss der Schweize
rischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik nicht zu be
anstanden.
5.4.2
Zur Bemessung des Invalideneinkommens ist unter Berücksichtigung des Um
stands, dass der Beschwerdeführer nur noch angepasste Tätigkeiten ausüben kann
und über keine abgeschlossene Ausbildung verfügt,
auf den Lohn für
Hilfs
arbeiten
(Zentralwert),
Anforderungsniveau 4,
abzustellen
und somit von einem
standardisierten monatlichen Einkommen von Fr. 4‘901.-- auszu
gehen (LSE 2010
, S. 26
, Tabelle TA1
, TOTAL, Niveau 4
)
. Unter Berücksich
tigung der durch
schnitt
lichen Arbeitszeit im Jahr 2012 von 41.7 Stunden pro Woche
(Die Vol
ks
wirt
schaft, 3/4-2015
,
S. 88,
Tabelle B 9.2
, Sektor A-S
)
sowie der
Nomi
nal
lohnent
wicklung
bis ins Jahr 2012
(Indexstand 2150 [2010] auf 2188 [2012],
Die
Volks
wirtschaft, 3/4-2015, S. 89, Tabelle B 10.3
)
ergibt sich bei einem Pen
sum von 60 % (zeitliche Präsenz 100 %, Leistungsverminderung 40 %) ein Jah
res
einkom
men von Fr.
37
‘
437.
-- (Fr. 4‘901.-- x 12 x 0.6 : 40 x 41.7 : 2150 x 2188).
5.4.3
Dass die Beschwerdegegnerin einen maximalen Leidensabzug von 10 % ge
währte,
erscheint angemessen
. Sie wies zu Recht darauf hin, dass die körperli
chen Einschränkungen bereits mit der reduzierten Leistungsfähig
keit von 40 % abgegolten seien
.
Auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer vor der funkti
onellen
Einarmigkeit
Linkshänder gewesen war
(Urk. 1 S. 8 ff.)
, wurde im Gut
achten berücksichtigt: Der internistische Gutachter hatte sich
entsprechend
da
nach
erkundigt (Urk. 6/102/12).
Ein vom Beschwerdeführer geforderter Abzug f
ür Teilzeitarbeit
(Urk. 1 S. 8)
kann
zudem
nicht
gewährt
werden.
Der Umstand, dass
er
ganztags bzw. vollzeitlich arbeitsfähig, hierbei aber zu
40
% reduziert
leistungsfähig ist, rechtfertigt unter dem Titel "Beschäftigungsgrad" keinen Abzug (
Urteil 8C_939/2011 des Bundesgerichts vom 13. Februar 2012
E. 5.2.3
m.w.H
.
).
Soweit der
Beschwerdeführer
a
ufgrund seiner g
esundheitlichen Ein
schränkungen, seiner Nationalität, seiner Unerfahrenheit in der Bürotätigkeit und der fehlenden genügenden Deutschkenntnisse
einen Abzug von
20-25
% fordert
(Urk. 1 S. 9 f.)
, kann
ihm
nicht gefolgt werden.
Auf
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt bestehen durchaus Stellen, die einhändig ausgeführt werden kön
nen; zu denken ist etwa an einfache Überwachungs-, Prüf- und
Kontrolltätig
keiten
sowie an die Bedienung und Überwachung von (halb-)automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten, die keinen Einsatz von linkem Arm und linker Hand voraussetzen. Zu beachten ist weiter, dass sich das Alter bei Männer-Hilfsarbeitertätigkeiten im Anforderungsniveau 4 im Alterssegment von 40 bis 64/65 - der Versicherte war bei Verfügungserlass am
27. November 2014 40
Jahr
e
alt
und damit noch
relativ
jung
- sogar lohnerhöhend auswirkt. Im Hin
blick auf die dem
Beschwerdeführer
zumutbare Erwerbstätigkeit im
Anfor
de
rungsniveau
4 lässt sich ein Abzug vom Tabellenlohn infolge sprachlicher Schwierigkeiten ebenfalls nicht rechtfertigen. Gleiches gilt für den Umstand, dass er seit
dem Unfall dem
Arbeitsmarkt fernblieb
(
Urteil 8C_939/2011 des Bundesgerichts vom 13. Februar 2012 E. 5.2.3
m.w.H
.
)
.
5.4.4
Ein Leidensabzug
von 10 % erweist sich somit, unter Berücksichtigung der
ge
samten
gesundheitlichen Einschränkungen
,
als angemessen
.
Dementsprechend ist
das Invalideneinkommen auf Fr.
33
‘693.-- festzusetzen (Fr.
37
‘
437.
-- x
90 %
).
5.5
Wird das
Valideneinkommen
von
Fr. 61‘653
.
--
dem Invalideneinkommen von
Fr. 33‘693.--
gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr. 27‘960.--,
was einem Inv
aliditätsgrad von gerundet 45 %
entspricht. Damit erweist sich die
Zusprechung einer
Viertelsrente
ab dem 1. März 2012 (vgl. E. 2.3) als rech
tens.
5.6
Anzufügen bleibt, dass selbst bei Vornahme eines – aufgrund der Umstände n
icht gerechtfertigten
–
höheren
Abzugs vom Tabellenlohn
von 15 %
kein
höhe
rer
Inva
liditätsgrad
resultierte.
Diesfalls
entspräche das
Invalidenein
kommen
einem Betrag von Fr.
31
‘
821.
--
(
Fr.
37
‘
437.
-- x 85 %
), was zu einer
Erwerbsein
busse
von
Fr.
29
‘
832
.--
führen würde (
Fr. 61‘653
.
--
minus
Fr.
31
‘
821.
--
) und somit zu einem Invaliditätsgrad von
gerundet 48
%.
6.
Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbe
gründet, weshalb sie abzuweisen ist.
7.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600.-- festzulegen und ausgangsgemäss vom Beschwerdeführer zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).