Decision ID: fa0f2bca-dd83-5efc-b657-e90cc60608f6
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961, war seit dem 5. September 2011 bei
der Y._AG
als
Bauisoleur
tätig gewesen (Urk. 10/10/201), als er sich am 7. November 2011 Verletzungen im Bereich seines linken Knies zuzog.
Am 14. März 2014 meldete
er sich
mit dem Hinweis auf Beschwerden in seinem linken Bein
(Ur
k
.
10/3
/5
Ziff. 6.2) bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an.
Mit Mitteilung vom
1. Oktober 2015
(Urk.
10/51
)
sprach das
Sozialversicherungs
zentrum Thurgau
, IV-Stelle,
dem
Versicherten
berufliche Massnahmen im Sinne
von
Arbeitsvermittlung zu
. Nach Erlass des Vorbesch
eids (Urk. 10/38) sprach die IV
Stelle dem Versicherten mit Verfügu
ngen vom 29. Oktober 2015 (Urk.
10/54/2-3, Urk. 10/54/4-6, Urk. 10/48) für die Z
eit vom 1. Oktober 2014 bis 31.
Juli 2015 eine ganze Rente, zuzüglich Kinderrente, zu.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
10/37
,
Urk. 10/44)
verneinte die IV-Stelle mit Verfü
gung vom 17. November 201
5
(Urk. 10/60) einen Anspruch des Versicherten auf berufliche Massnahmen im Sinne von Berufsberatung und Umschulung.
Glei
chentags
schloss die IV-S
tele die Arbeitsvermittlung ab
(Urk. 10/61).
1.2
Am 17. Mai 2016 meldete sich der Versicherte unter Hinweisen auf unfallbedingte Beschwerden im Bein und
auf
Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 10/73 Ziff. 6.1), worauf das
Sozialversicherungszentrum Thurgau, IV-Stelle,
nach Erlass des Vorbescheids (Urk. 10/74) mit Verfügung vom 26. September 2016 (Urk. 10/79) auf die Neuan
meldung zum Leistungsbezug des Versicherten vom 17. Mai 2016 nicht eintrat.
1.3
Am 10. Januar 2020 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
10/103). Mit Mitteilung vom 26.
Februar 2020 (Urk. 10/113) verneinte die nunmehr zuständige Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, einen Anspruch des Versicherten auf berufliche
Eingliederungsmassnahmen. Nach Erlass des Vorbe
scheids (Urk. 10/126) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2. Juni 2020 (Urk. 10/129 = Urk. 2) einen Rentenanspruch des Versicherten.
2.
Gegen die Verfügung vom
2. Juni 2020 (Urk. 2) erhob der
Versi
cherte
am
11. Juni 2020
Be
schwerde
(Urk.
1) und
beantragte
sinngemäss
,
diese sei aufzuhe
ben
und es
sei ihm eine Rente zuzusprechen
. Am 7. August 2020 überwies
die IV-Stelle die vom Versicherten bei ihr eingereichte Beschwerde an das
zuständige
hiesige Gericht (Urk. 3)
.
Mit Beschwerdeantwort vom
17. November 2020
(Urk.
9
) beantragte die IV-Stelle die Abw
eisung der Beschwerde, wovon dem Beschwerdeführer
am
24. November 2020
Kenntnis gegeben
wurde (Urk.
11
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2
IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in
Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothe
tischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
ditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Method
e des Einkommensvergleichs; BGE 130 V
343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
1.4
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über
die Invalidenversicherung, IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kon
text unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.6
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht
.
Dabei braucht es sich nicht u
m
eine formelle Verfügung (Art.
49 ATSG) zu handeln
(Urteil des Bun
desgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E.
3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 201
3 E.
3.1.2).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
2. Juni 2020 (Urk. 2) davon aus, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung einer angepassten, überwiegend sitzenden Tätigkeit mit leichter Wechselbelastung im vollzeitlichen Umfang ohne Einschränkungen zuzumuten sei
.
Die Restarbeitsfähigkeit sei sodann verwertbar (Urk. 10 S. 2).
Da e
in Invaliditätsgrad
von
0 % resultiere
,
sei
ein Rentenanspruch nicht ausgewiesen
(Urk. 2 S. 2)
.
2.2
Der Beschwerdeführer
brachte
hiegegen
vor, dass
er unter verschiedenen gesund
heitlichen Beeinträchtigungen, insbesondere
unter solchen im Bereich seines linken Beines,
seiner
Lunge und
seines Herzens
,
sowie
unter Diabe
tes mellitus leide (Urk.1 S. 1). Aus diesem Grunde sowie auf Grund seines fortgeschrittenen Alters sei er
vollumfänglich arbeitsunfähig (Urk. 1 S. 2).
3.
Da die Beschwerdegegnerin letztmals
mit
Erlass der
Verfügungen
vom 29.
Oktober 2015 (Urk. 10/54/2-3, Urk. 10/54/4-6, Urk. 10/48)
betreffend
Zusprache
einer befristeten Rente
für die Z
eit vom 1. Oktober 2014 bis 31.
Juli 2015
den Rentenanspruch
materiell prüfte und
für die Zeit
ab
1. August 2015
verneinte
, gilt es im Folgenden zu prüfen, ob
sich der anspruchsrelevante Sachverhalt im Vergleichszeitraum
seit
Erlass der
Verfügung
en
vom
29. Oktober 2015
bis zum Erlass de
r angefochtenen Verfügung vom
2. Juni
2020
in einer für
den Renten
anspruch massgeblichen
Weise
erheblich verändert hat.
4.
4.1
Bei Erlass der
Verfügungen vom 29. Oktober 201
5 (Urk. 10/54/2-3, Urk. 10/54/4
6, Urk. 10/48)
stellte
sich der massgebende medizinische Sachverhalt folgender
massen dar:
4.2
Dr.
med. Z._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, erwähn
te im Operationsbericht vom 17.
Juni 2013 (Urk. 10/10/162-163), dass gleichentags eine Kniearthroskopie und mediale
Teilmeniskektomie
links durchgeführt worden sei und stellte die folgen
den Diagnosen (S. 1):
-
mediale Meniskusläsion und beginnende medial betonte Gonarthrose im Bereich des linken Knies
-
insulinpflichtiger Diabetes mellitus
Der Arzt erwähnte, dass eine Mobilisation an zwei Gehstöcken mit einer Teil
belastung während einer Woche und anschliessend eine Belastungssteigerung nach Massgabe der Beschwerden angezeigt sei (S. 2).
4.3
Mit Bericht vom 10. Februar 2014 (Urk. 10/72/15)
hielt
Dr.
Z._
fest, dass der Beschwerdeführer
in der Zeit
vom 2. bis 6. Februar 2014 hospitalisiert gewesen sei, und dass dabei eine medial aufklappende, proximale
Tibiaosteotomie
am
linken Knies durchgeführt worden sei. Er stellte die folgenden Diagnosen:
-
Varusgonarthrose
im linken Knie
-
Diabetes mellitus
-
arterielle Hypertonie
Der Arzt erwähnte, dass beim Beschwerdeführer in Bezug auf die medikamentöse Behandlung des Blutdruckes und des Diabetes mellitus
eine erhebliche
Incompliance
bestehe.
4.4
Dr. Z._
diagnostizierte in seinem Bericht vom 15. August 2014 (Urk. 10/25/8) eine
Pseudarthrose
im Bereich des linken Unterschenkels nach einer aufklappenden
Tibiaosteotomie
und führte aus, dass er mit dem Beschwer
deführer die verschiedenen Therapieoptionen besprochen habe.
E
inerseits
sei es möglich,
die konservative Therapie weiterzuführen
. Andererseits bestehe die
Möglichkeit einer Revision mit Spongiosa-Plastik
. Da der Beschwerdeführer eine operative Revision favorisiere, sei eine solche vorgesehen.
Mit Bericht vom 16. September 2014 (Urk. 10/72/16)
hielt
Dr
. Z._
fest, dass der Beschwerdeführer in der Zeit vom 9. bis 13. September 2014 hospitalisiert gewesen sei, und dass dabei eine Revision des linken
Tibiakopfes
mit
Spongiosa
plastik
aus dem linken Beckenkamm durchgeführt worden sei.
4.5
Med.
pract
. A._
, Fachärztin für Chirurgie, Kreisärztin der Suva, erwähnte in ihrem Bericht vom 19. Februar 2015 (Urk. 10/33/8-12), dass der Beschwerde
führer gleichentags kreisärztlich untersucht worden sei und stellte die folgenden Diagnosen
(S. 4)
:
-
Kniekontusionstrauma/-
distorsionstrauma
links am 7. November 2011 mit medialer
Menikusläsion
mit/bei:
-
Arthroskopie, mediale
Teilmeniskektomie
am 12. Dezember 2011
-
Re-Kniearthroskopie mit medialer Re-
Teilmeniskektomie
am 17. Juni 2013
-
medial aufklappende proximale
Tibiaosteotomie
bei
Varusgonarthrose
am 3. Februar 2014
-
im Verlauf zögerliche
ossäre
Konsolidierung, Stosswellenbehandlung
-
Revision
Tibiakopf
links mit
Spongiosaplastik
aus
Beckenkammn
links bei
Pseudarthrose
am 9. September 2014
-
aktuell: persistierende Beschwerden im Bereich des medialen Kompar
timentes
Als unfallfremde Nebendiagnosen erwähnte die Kreisärztin Übergewicht und ein
en insulinpflichtigen
Diabetes mellitus. Sie
hielt
fest, dass es gegenwärtig für einen Fallabschluss noch zu früh sei, und dass eine stati
onäre Rehabilitation in B._
in Erwägung zu ziehen sei (S. 4).
4.6
Dr. Z._
führte in seinem Bericht vom 23. Februar 2015 (Urk. 10/33/13) aus, dass
er
eine Rehabilitation in B._
unterstütze. Da die
ossäre
Konsolidation nun deutlich fortgeschritten sei, könne mit dem forcierten Muskelaufbau begon
nen werden. Anschliessend sei ein Arbeitsversuch angezeigt.
4.7
D
ie Ärzte der Rehaklinik B._
erwähnten im Austrittsbericht vom 28. April 2015 (Urk. 10/72/5-13), dass der Beschwerdeführer vom 24. März bis 28. April 2015 stationär behandelt worden sei und stellten die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
Kniekontusion/-distorsion links mit medialer Meniskusläsion, im Verlauf
Varusgonarthrose
(
Unfall vom 7. November 2011: linkes Knie wegen einer fehlenden Gerüststufe angestossen
) mit/bei:
-
Arthroskopie Knie links mit med
ialer
Teilmeniskektomie
vom 12.
Dezember 2011
-
MRI Knie links vom 2. Mai 2013: Komplexe mediale Meniskusläsion, vom
Hinterhorn
bis in die Pars
intermedia
reichend, Reizung des medialen Seitenbandes, leichtgradige Knorpelalteration medial
-
Arthroskopie Knie links mit medial
er Re-
Teilmeniskektomie
vom 17.
Juni 2013
-
MRI Knie links vom 4. November 2013: Diskrete
Osteodystrophie
DD
Bone
bruise
des medialen
Tibiaplateaus
und medialen
Femurkondylus
anterolateral
mit
femorotbialer
Chondropathie
Grad I bis II.
Menisko
pathie
Grad III des
Innenmeniskushinterhornes
bei abgestumpftem
zentralem Mitteldrittel. Reiz-
Synovialitis
und umschriebene
Hoffitis
sowie entzündlicher Reizzustand des LCM und LCL und
Popliteussehne
-
medial aufklappende proximale
Tibiaosteotomie
links bei
Varusgon
arthrose
vom 3. Februar 2014
-
Revisio
n
Tibiakopf
links mit
Spongiosa
plastik
aus Beckenkamm links bei
Pseudarthrose
vom 9. September 2014
-
Röntgen Knie links vom 23. Februar 2015: Es zeigt sich nun im Ver
gleich zu den Voruntersuchungen eine schöne
ossäre
Konsolidation der Osteotomie. Das
Osteosynthesematerial
in situ, intakt. Kein Hinweis auf Lockerung oder Infekt
-
Präadipositas
-
Diabetes mellitus mit/bei:
-
unter OAD schlecht eingestellt, Insulintherapie wird abgelehnt
-
arterielle Hypertonie
mit/bei:
-
Beginn
Behandlung mit
Lisinopril
am 1. April 2015
-
anamnestisch Status
nach blutendem
Magen-Ulkus
-
Verdacht auf akzentuierte Persönlichkeitszüge (Differenzialdiagnose: Hypomanie)
Die Ärzte führten aus, dass die
festgestellte psychische Störung
gegenwärtig
keine arbeitsrelevante Leistungsminderung
begründe
.
In somatischer
und
unfall
kausaler Hinsicht sei dem Beschwerdeführer die Ausübung der bisherigen Tätig
keit als Dachdecker nicht mehr zuzumuten. Die Ausübung einer angepassten, körperlich mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit, ohne häufige Zwangs
haltungen für das linke Knie, ohne wiederholtes Treppen- und Leitersteigen, ohne Schläge und Vibrationsbelastung für das linke Knie, sei dem Beschwerdeführer
indes
ganztags ohne Einschränkungen zuzumuten (S. 2).
Anlässlich des Rehabi
litationsaufenthalts sei es zu einer deutlichen Verbesserung der Schmerzproble
matik und zu einer gleichzeitigen Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit gekommen (S. 4).
4.8
Mit Bericht vom 1. Juli 2015 (Urk. 10/72/1) stellte Dr.
Z._
eine vollständi
gen
ossäre
Konsolidation der Osteotomie
fest und erwähnte, dass am
29. Juni 2015
eine Metallentfernung im Bereich der linken proximalen Tibia durchgeführt worden sei.
5.
Den erwähnten medizinischen Akten zum Gesundheitszustand bei Erlass der ursprünglichen
Verfügungen
vom 29. Okt
ober 2015 (Urk. 10/54/2-3, Urk.
10/54/4-6, Urk. 10/48)
ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer
infolge eines Unfalls vom 7. November 2011, bei welchem er sich eine Kontusion und
eine
Distorsion des linken Kniegelenks zugezogen hatte,
vorerst
unter einer
medialen Meniskusläsion und
anschliessend
unter einer
Varusgonarthrose
des linken Kniegelenks litt
. Dieser Gesundheitsschaden erforderte
verschiedene operative Eingriffe, zuletzt eine
n
solche
n
im Sinne einer
medial aufklappende
n
proximale
n
Tibiaosteotomie
links im Februar 2014 und
einen solchen im Sinne
einer Revision des linken
Tibiakopfes
mit
Spongiosaplastik
aus Beckenkamm bei
Pseudarthrose
im September 2014 (vorstehend E.
4.5
).
D
ie Ärzte der Rehaklinik B._
gingen
im Austrittsbericht vom 28. April 2015 (
vorstehend E.
4.7
)
davon aus
,
dass dem Beschwerdeführer die
Ausübung einer angepassten, körperlich mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit, ohne häufige Zwangshaltungen für das linke Knie, ohne wiederholtes Treppen- und Leitersteigen, ohne Schläge und Vibrationsbelastung für das linke Knie,
im Umfang eines vollzeitlichen Arbeitspensums
zuzumuten
sei. Diese Beurteilung vermag zu überzeugen, weshalb gestützt darauf
davon auszugehen
ist
, dass de
m Beschwerdeführer seit dem
Austritt aus der Klinik B._
am 29. April 2015 bis zum Zeitpunkt
bei Erlass der Verfügungen vom 29. Oktober 2015 (Urk. 10/54/2-3, Urk. 10/54/4-6, Urk. 10/48) die Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit im vollzeit
lichem Umfang zuzumuten war.
Entsprechend sprach die IV-Stelle dem Versicherten
für die Zeit vom 1. Oktober 2014 bis 31. Juli 2015 eine
befristete
ganze Rente
zu
(Urk. 10/54/2-3, Urk. 10/54/4-6, Urk. 10/48)
.
6.
6.1
Im Vergleichszeitraum vom
29. Oktober 2015
bis
2. Juni
2020 stellte sich der massgebende medizinische Sachverhalt folgendermassen dar:
6.2
Die Ärz
te des Kantonsspitals C._
, Gefässzentrum, stellten in ihrem Bericht vom 6. Februar 2019 (Urk. 10/122/22-23) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
periphere arterielle Verschlusskrankheit der unteren Extremitäten im Stadium I links mit/bei:
-
Dilatation mit
Paclitaxel
beschichtetem Ballon einer Stenose in der proximalen A.
femoralis
superficialis
sowie
Rekanalisation
, Dilatation und
Stenteinlage
eines Verschlusses in der mittleren und distalen A.
femoralis
superficialis
links am 30. August 2018
-
arterielle Hypertonie
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
mediale Gonarthrose links
-
Niereninsuffizienz
Die Ärzte erwähnten, dass der Beschwerdeführer unter einer
peripher
en
arteriel
le
n
Verschlusskrankheit der unteren Extremitäten im Stadium 1 links
leide, und
dass di
e nichtinvasiven
angiologischen
Untersuchungen eine normale Ruhe
perfusion der linken unteren Extremität
gezeigt hätten
.
Duplexsonographisch
bestünden
femoropopliteal
links keine Hinweise für
hämodynamisch
signifikante Stenosen.
Es sei die
Weiterführung der etablierten Sekundärprophylaxe mit Aspirin
cardio
und ergänzend
eine Behandlung mit
Statin
sowie eine
regel
mässige Blutdruckkontrolle und gegebenenfalls
eine
antihypertensive
Therapie
angezeigt (S. 2).
6.3
Die
Ärzte der Klinik D._
, Orthopädie Untere Extremitäten, stellten in ihrem
Bericht vom 25. April 2019 (Urk.
10/122/24-25) die folgenden Diagnosen (S. 1):
Diagnosen:
-
medial betonte Gonarthrose bei
Varusfehlstellung
mit/bei:
-
Status nach
valgisierender
proximal-medial aufklappender
Tibia
osteotomie
vom 3. Februar 2014
-
Status nach Revision
Tibiakopf
mit
Spongiosaplastik
vom Becken
kamm vom 10. September 2014 bei ungenügender
Durchbauung
-
Status nach medialer
Teilmeniskektomie
Knie links vom 2. Februar 2011
Nebendiagnosen:
-
periphere arterielle Verschlusskrankheit der unteren Extremität im Stadium I links
-
arterielle Hypertonie
-
Diabetes mellitus Typ II
-
Niereninsuffizienz
Die Ärzte führten aus, dass eine am linken Knie durchgeführte Kniegelenks
infiltration nur während zwei Tagen zu einer Linderung der Beschwerdesympto
matik geführt habe. Es sei als nächster Schritt
das Tragen
ein
es
valgisierenden
Brace
s
für zwei Monate angezeigt
(S. 1)
.
6.4
In ihrem Bericht vom 4. Dezember 2019 (Urk. 10/122/20-21) führten die Ärz
te des Kantonsspitals C._
, Departement Medizin, aus, dass beim Beschwer
deführer auf Grund eines chronischen, teils produktiven
Husten
s
sowie
auf Grund einer
pro
gredienten Anstrengungsdyspnoe eine Bronchoskopie indiziert
gewesen
sei. Eine am 3. Dezember 2019 durchgeführte Bronchoskopie mit
broncho
alveoläre
r
Lavage
(BAL) habe Zeichen einer chronischen Bronchitis ergeben. Bei den
g
eklagten
Hustenbeschwerden handle es sich
um solche im Rahmen einer
raucherassoziierte
n
Atemwegserkrankung im Sinne einer RB-ILD (
respiratory
bronchiolitis
insterstitial
lung
disease
)
bei fortgesetzte
m
Zigarettenrauchen.
Ein
Rauchstopp
sei daher angezeigt (S. 2).
6.5
Die
Ärz
te des Kantonsspitals C._
, Departement Medizin,
stellten in ihrem Bericht vom 17. Februar 2020 (Urk. 10/122/7-8) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
koronare Zweigefässerkrankung mit/bei:
-
aktuell (Koronarangiographie vom 17. Februar 2020):
hochgradige IMA-Stenose PTCA/1x
DES
-
Koronarangiographie vom 27. Jan
uar 2020: subtotale distale RCA
Stenose: PTCA/1xDES, LV-EF 60%
-
Computertomographie (CT) Herz vom 16. Dezember 2019: deszen
dierendes RCA-Segment bei Bewegungsartefakt nicht beurteilbar, vorgeschaltet keine Stenose, distal geringe Stenose im Abgang von RIVP möglich aber nicht sicher. Keine Stenose am RIVA. Erweiterter Sinus
valsalvae
und beginnend
ektatische
Aorta
ascendens
-
kardiovaskulärer Risikofaktore
n (CVRF): Nikotin, arterielle Hypertonie, D
iabetes mellitus
Typ 2
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
a
rterielle Hypertonie
-
p
eriphere arterielle Verschlusskrankheit der unteren Extremitäten im Stadium I links
-
Lungenemphysem, Erstdiagnose im Februar 2019 mit/bei:
-
fortgeführtem Zigarettenrauchen
-
Diffusionskapazität von Kohlenmonoxid
(
CO-Diffusion
)
leicht einge
schränkt
-
leichte Partialinsuffizienz
-
chronischer produktiver H
usten
mit/bei:
-
bei schwerem
laryngopharyngealem
azidem
Reflux
-
leichte tubuläre
Bronchiektasen
, betont im Mittellappen
Die Ärzte erwähnten, dass der Beschwerdeführer kardiopulmonal stabil, in gutem Allgemeinzustand und aktuell beschwerdefrei sei. Laboranalytisch habe sich eine gute Nierenfunktion ergeben.
Auf Grund
einer hochgradigen IMA-Stenose
sei beim Beschwerdeführer am 17. Februar 2020
koronarangiographisch
ein
Drug
eluting
Stent
(DES
) implantiert worden. Der Beschwerdeführer sei noch gleichen
tags in stabilem Allgemeinzustand nach Hause entlassen worden (S. 2).
6.6
Dr. med. E._
, Facharzt für
Endokrinologie-Diabetologie
, stellte in seinem
Bericht vom 9. März 2020 (Urk. 10/121)
die Diagnose eines die Arbeits
fähigkeit nicht beeinträchtigenden
Diabetes mellitus Typ 2 (Ziff. 2.6) und erwähnte, dass dieser seit Jahren schlecht eingestellt sei (Ziff. 2.1). Obwohl der Beschwerdeführer bezüglich des Diabetes mellitus beschwerdefrei sei,
und obwohl die Insulintherapie ausgebaut worden sei, werde seit Jahren ein
HbA1c-Wert
im zweistelligen Bereich gemessen (Ziff. 2.2).
6.7
Dr. med. univ.
F._
, praktische Ärztin, erwähnte in ihrem Bericht vom 13. März 2020 (Urk. 10/122/1-6), dass der Beschwerdeführer durch eine Dyspnoe im Rahmen von Herz- und Lungenerkrankungen in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt
werde
(Ziff. 3.4) und attestierte dem Beschwerdeführer für die Zeit ab 1. März 2020 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1-3). Sie stellte fest, dass der Beschwerdeführer nach einer Eingliederung
eine körperlich anstrengende Arbeit höchstens im Umfang eines Pensums von
0 % bis
20 % ausüben könne (Ziff. 4.3), dass indes davon auszugehen sei, dass der Beschwerdeführer
nie
wieder
eine Arbeitsfähigkeit erreichen
werde (Ziff. 2.7).
6.8
PD Dr. med. G._
, Facharzt für Kardiologie, diagnostizierte mit Bericht vom 30. März 2020
(Urk. 10/123)
eine koronare 2-Gefäss-Herzrkankheit (Ziff. 2.6) und erwähnte, dass aus kardialer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit bestehe (Ziff. 2.5)
. Die
Arbeitsfähigkeit
sei
nicht von kardialen Ursachen abhängig (Ziff. 2.7).
6.9
Dr. med. H._
, Facharzt für Chirurgie, Regionaler Ärztlicher Dienst der Beschwerdegegnerin (RAD),
führte in seiner St
ellungnahme vom 8. April 2020 (Urk. 10/125/4-5) aus, dass die
gesundheitlichen Einschränkungen
, unter welchen der Beschwerdeführer leide,
nicht derart invalidisierend
seien
, dass
der Beschwer
deführer
nicht
mehr
arbeiten könnte.
Vielmehr sei zwar
in
Bezug auf die bisherige körperlich schwere
Tätigkeit als
Flachdachisoleur
von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. B
ei bestehender leichter kardialer und pulmo
naler Einschränkung
sei dem Beschwerdeführer indes die Ausübung
eine
r
körperlich leichte
n
,
wechselbelastenden,
überwiegend sitzende
n
Tätigkeit ohne Zwangshaltungen schon immer zumutbar gewesen und
unverändert
weiterhin zu
zumuten (S. 2)
.
7.
7.1
Den medizinischen Akten zum Gesundheitszustand im Vergleichszeitraum
vom 29.
Oktober 2015 bis 2. Juni 2020
(Urk. 2) ist zu entnehmen, dass der Beschwerde
führer neu
neben den Beschwerden im Bereich seines linken Knies
an
einer
ka
rdialen
Gesundheits
beeinträchtigung im Sinne einer
koronare
n
Zweigefäss
erkrankung
(vorstehend E. 6.5),
an
einer
Atemwegserkrankung im Sinne einer RB-ILD
(vorstehend E.
6.4
)
sowie
an
einer
periphere
n arteriellen
Verschlusskrank
heit der unteren Extremitäten im Stadium I links
beziehungsweise unter Durch
blutungsstörungen im linken Bein
litt
(vorstehend E.
6.2
). Während die Ärz
te des Kantonsspitals C._
, Gefässzentrum, in ihrem Bericht vom 6. Februar 2019 (vorstehend E.
6.2
) und
die Ärzte der Klinik D._
in ihrem Bericht vom 25.
April 2019 (vorstehend E.
6.3
) vorerst als Diagnose beziehungsweise Neben
diagnose
eine Niereninsuffizienz aufführten, stellten die Ärz
te des Kantonsspitals C._
, Departement Medizin, in ihrem Bericht vom 17. Februar 2020 (vorstehend E.
6.5
) fest, dass eine laboranalytische Untersuchung der Niere eine gute Nierenfunktion ergeben habe. Demzufolge ist davon auszugehen, dass eine ursprünglich in Betracht gezogene Niereninsuffizienz sich laboranalytisch nicht
hatte
bestätigen
lassen
.
7.2
Dem Bericht
der Ärzte der Klinik D._
vom 25. April 2019 (vorstehend E.
6.3
) lässt sich im Vergleich zum Zustand
bei Erlass der ursprünglichen Verfü
gungen vom 29. Oktober 2015
in Bezug auf den Gesundheitsschaden im Bereich des linken Knies keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes entnehmen.
Obwohl daraus hervorgeht, dass der Beschwerdeführer weiterhin unter einer gewissen Beschwerdesymptomatik im Bereich seines linken Knies litt, welche durch eine
Kniegelenksinfiltration
lediglich vorübergehend gebessert wurde, lässt sich daraus nicht entnehmen, dass der Beschwerdeführer dadurch in der Ausübung behinderungsangepasster
Tätigkeiten beeinträchtigt worden wäre.
7.3
Dem nachvollziehbaren
Bericht von Dr.
E._
vom 9. März 2020 (vorstehend E.
6.6
) ist sodann zu entnehmen, dass der Beschwerdeführerin in Bezug auf den schlecht eingestellten Diabetes mellitus beschwerdefrei
war
, und dass
er
durch den Diabetes mellitus in seiner Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigt
wurde
. Diese schlüssige Beurteilung durch Dr.
E._
vermag zu überzeugen, weshalb vorliegend darauf
abgestellt werden kann.
7.4
Zu überzeugen vermag zudem die nachvollziehbare und schlüssige Beurteilung durch PD Dr.
G._
vom 30. März 2020 (vorstehend E.
6.8
), wonach der Beschwerdeführerin aus kardialen Gründen beziehungsweise auf Grund der
koronaren Zweigefässerkrankung
in seiner Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt
war
, weshalb
auch
diesbezüglich darauf abgestellt werden kann.
7.5
Nicht zu überzeugen vermag indes die Beurteilung durch Dr.
F._
vom 13.
März 2020 (vorstehend E.
6.7
),
da sich dieser keine nachvollziehbare Begründung für die darin postulierte
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nach einer Eingliederung von
höchstens 20 %
entnehmen lässt. Insbesondere geht daraus nicht hervor, inwiefern
, aus welchen gesundheitlichen Gründen
und auf welche Art und Weise d
er
Beschwerdeführe
r
in funktioneller Hinsicht in dem postulierten Umfang in seiner Restarbeitsfähigkeit beeinträchtigt sein sollte.
Mangels einer nachvollziehbaren Begründung kann
darauf
daher nicht abgestellt werden.
Zudem gilt es in Bezu
g auf die Beurteilung durch Dr.
F._
die Erfahrungs
tatsache zu beachten, wonach
Hausärztinnen und Hausärzte sowie
behandelnde
Ärztinnen und
Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung
in Zweifelsfällen mitunter eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen dürften (Urteil des Bundesgerichts 8C_260/2012 vom 27. Juni 2012 E. 3.3.2; BGE 135 V 465 E. 4.5). Demzufolge kann auf die Beurteilung durch Dr.
F._
vom 13.
März
2020 vorliegend nicht abgestellt werden.
7.6
Die Stellungnahme von Dr.
H._
vom
8. April
2020 (vorstehend E.
6.9
)
erfüllt die nach der Rechtsprechung für eine beweiskräftige medizinische Ent
schei
dungs
grundlage vorausgesetzten Kriterien (vgl. vorstehend E.
1.7
).
Insbe
son
dere vermag zu überzeugen, dass
er
in
seiner
Beurteilung davon ausging, dass
dem Beschwerdeführer die Ausübung seiner
bisherige
n
körperlich schwere
n
Tätigkeit als
Flachdachisoleur
nicht mehr, dass
ihm
indes die Ausübung
angepasster,
körperlich leichte
r,
wechselbelastender
,
überwiegend sitzende
r
Tätigkeit
en
ohne Zwangshaltungen
im vollzeitlichen Umfang ohne Einschränkung
zu
zumuten sei.
Dabei schadet nicht, dass es sich bei der
Stellungnahme von
Dr.
H._
um ein Aktengutachten handelt, da auch nicht auf eigenen Untersuchungen beruhende Berichte und Stellungnahmen regionaler ärztlicher Dienste beweiskräftig sein können, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die Beurteilung eines an sich feststehenden medizini
schen Sachverhalts geht, mit
hin die direkte fachärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteile des Bundesgerichts 9C_558/2016 vom 4. November 2016 E. 6.1 und 8C_641/2011 vom 22. Dezember 2011 E. 3.2.2). Dies ist bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
vorliegend der Fall, weshalb insoweit einer Aktenbeurteilung nichts ent
gegenstand.
In Bezug auf die
Beurteilung durch Dr.
H._
vom 8. April 2020
(vorstehend E.
6.9
) gilt es
zwar
zu beachten, dass der Beweiswert von RAD-Berichten (
Art.
49
Abs.
2 IVV) gemäss der Rechtsprechung mit jenem externer medizinischer Sach
verständigengutachten vergleichbar ist, sofern sie den praxisgemässen Anforde
rungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1) genügen und die Arzt
person über die notwendigen fachlichen Qualifikationen v
erfügt (BGE 137 V
210 E. 1.2.1), und dass a
uf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Ab
klä
rungen – zu denen die RAD-Berichte gehören –
nicht abgestellt werden
kann
,
wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit be
ste
he
n (BGE 139 V 225 E. 5.2 und 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7; Urteil des Bun
desgerichts 8C_197/2014 vom
3.
Oktober 2014 E. 4).
Solche Zweifel an der Zu
verlässigkeit und Schlüssigkeit der Stellungnahme durch
Dr.
H._
sind vorlie
gend indes nicht ersichtlich.
Insbesondere ergeben sich solche aus den erwähnten Gründen nicht aus den Beurteilungen durch Dr
. F._
.
Vielmehr vermag die Beurteilung durch
Dr.
H._
zu überzeugen, sodass
vorliegend
darauf abgestellt werden kann.
8.
Gestützt auf di
e nachvollziehbaren Beurteilungen
durch Dr.
E._
vom 9. März 2020 (vorstehend E.
6.6
), durch PD Dr.
G._
vom 30. März 2020 (vorste
hend E.
6.8
) und durch Dr.
H._
vom
8. April
2020 (vorstehend E.
6.9
)
ist daher davon auszugehen, dass
es in Bezug auf die vorbestehende
Gesundheits
beeinträchtigung im Bereich des linken Kniegelenks des Beschwerdeführers im Sinne
einer
Gonarthrose
im Vergleichszeitraum vom 29. Oktober 2015 bis 2. Juni 2020 (Urk.
2
)
nicht
zu einer
erheblich
en
Veränderung des Ges
undheitszustanden gekommen ist.
Insoweit Dr.
H._
in seiner Stellungnahme vom
8. April 2020 (vorstehend E.
6.9
)
in Abweichung vom Zumutbarkeitsprofil der
Ärzte
der Rehaklinik B._
vom 28. April 2015 (vorstehend E.
4.7
)
,
welche
dem Beschwerdeführer die Ausübung einer angepassten, körperlich mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit, ohne häufige Zwangshaltungen für das linke Knie, ohne wiederholtes Treppen- und Leitersteigen, ohne Schläge und Vibrations
belastung für das linke Knie, im Umfang eines vollzeitlichen Arbeitspensums
zu
mute
te
n
(
vgl.
vorstehend E.
5
), dem Beschwerdeführer lediglich noch die
Ausübung angepasster, körperlich leichter, wechselbelastender, überwiegend sitzender Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen im vollzeitlichen Umfang ohne Einschränkung
zumutete
, vermag dies zu überze
ugen. Denn
es ist davon auszu
gehen, dass
Dr.
H._
unter anderem auch
ein Zusammenwirken der verschie
denen teilweise neu aufgetretenen somatischen Beeinträchtigungen
mit den vorbestehenden Kniebeschwerden mitberücksichtigte.
Angesichts der umfang
reichen und im Ergebnis klaren
medizinischen Aktenlage
, drängen sich keine weiteren Abklärungen auf (antizipierte Beweiswürdigung, BGE
127 V 491 E. 1b
).
G
estützt auf die Beurteilung durch
Dr.
H._
v
om 8. April 2020 (vorstehend E.
6.9
)
ist
daher
davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer
trotz
im Vergleich zu Oktober 2015
neu hinzugekommener Diagnosen
die Ausübung angepasster, körperlich leichter, wechselbelastender, überwiegend sitzender Tät
igkeiten ohne Zwangshaltungen in einem
vollzeitlichen Umfang ohne
Leistungse
inschränkung
nach wie vor
zuzumuten
ist
.
9.
9.
1
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeit
punkt des hypotheti
schen Renten
be
ginns massgebend. Validen- und Invaliden
einkommen sind auf zeitidenti
scher Grundlage zu erheben; allfällige renten
wirksame Änderungen der
Ver
gleichs
ein
kommen sind bis zum Verfügungs
zeitpunkt zu berücksichtigen
(BGE 129 V 222 E. 4.1 und 4.2; Urteil des Bundes
gerichts 9C_22/2014 vom 18. Februar 2014 E. 4.3).
9.2
Da vorliegend ein Rentenanspruch frühestens sechs Monate nach der
Neua
n
meldung zum Leistungsbezug vom
10. Januar 2020 (Urk. 10/103)
und mithin frühestens
im Juli 2020
entstehen konnte (Art. 29 Abs. 1 IVG), sind beim Einkommensvergleich die Verhältnisse dieses Jahres massgebend.
9
.3
9.3.1
Um
bei einer Rentenrevision
das von der versicherten Person ohne Gesundheits
schaden hypothetisch er
zielbare
Valideneinkommen
zu bestimmen, ist entschei
dend, was diese im Zeit
punkt
bei Eintritt der Anlass zu einer
Renten
revision
gebenden Veränd
erung
der gesundheitlichen oder erwerblichen Verhält
nisse
überwiegend wahrscheinlich als Gesunde tatsächlich verdienen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Dabei
stellt in der Regel
der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, der Nominallohnentwicklung ange
passte Verdienst Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des
Valideneinkommens
dar
(BGE 139 V 28 E. 3.3.2)
,
da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesund
heitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen von diesem Grundsatz müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erst
ellt sein (BGE 135 V 297 E.
5.1,
134 V 322 E. 4.1
und
129 V 222 E. 4.3.1
; Urteil des Bundesgerichts 8C_678/2015 vom 9. Juni 2016 E. 4.2).
9.3.2
Da der Beschwerdeführer bei Eintritt des Gesundheitsschadens
beziehungsweise
zum Zeitpunkt des Unfalls vom 7. November 2011 (Urk. 10/10/201) erst seit dem 5. September 2011 (Urk. 10/10/201)
und damit während einer verhältnismässig kurzen Zeit
bei der Y._AG
tätig war
, ist nicht von einem stabilen Arbeitsverhältnis auszugehen. Zudem gilt es zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer vor der Aufnahme der Tät
igkeit bei der Y._
AG
während längerer Zeit (
in den Jahren 2007 bis 2009
)
eine selbständige Erwerbs
tätigkeit ausübte (Urk. 10/18)
. Bei
der Bemessung des
Valideneinkommens
ist daher
auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte (Tabellenlöhne) abzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_276/2017 vom 23. April 2018 E. 6.2
,
8C_12/2017 vom 28. Februar 2017 E. 5.3
und
Urteil 9C_210/2011 vom 21.04.2011 E. 3.2.1.2
).
Da auf Grund der gesamten Umstände davon auszugehen ist, dass der Beschwer
deführer ohne Gesundheitsschaden zum Zeitpunkt der Invaliditätsbemessung weiterhin
als Hilfsarbeiter (ohne Berufsausbildung) im Bereich der
Dachdecker
ei
beziehungsweise
in dem
jenigen
der Flachdachisolation
(vgl. Urk. 10/19/39-40)
tätig wäre,
und da dem Beschwerdeführer
dabei
sowohl
der private
als auch
der öffentliche Sektor offen
st
ünde
,
ist bei der Bemessung des
Valideneinkommens
gemäss der Rechtsprechung
(Urteil des Bun
desgerichts 8C_314/2019 vom 10.
September 2019 E. 6.1)
auf die Durchschnittswerte der Tabelle T17 der LSE abzu
stellen.
9
.3.3
Unter Berücksichtigung des Zentralwerts der Tabelle T17 der LSE 201
8
für die Berufsg
ruppe «
Hilfskräfte im Bergbau, Bau,
bei der Herstellung von Waren und
im Transportwesen
» (Ziff. 93
) für
Männer
im Alter
über 50
Jahren von Fr.
6’034
.
,
einer betriebsüblichen Wochenarbeitszeit im
«s
onstigen Ausbau
gewerbe
»
(Ziff. 43), wozu die
Dachdeckerei
gehört (vgl. NOGA 2008;
www.bfs.admin.ch
) im Jahre 2020
von insgesamt 41.
1
Stunden (
betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen;
www.bfs.admin.ch
) und einer durch
schnittlichen Nominallohnentwicklung
im Baugewerbe
im Jahre 2019
von 1
% und im Jahre 2020 von 0.8
%
(Nominallohnindex, 2016-2020; www.bfs.admin.ch)
sowie eines
hypothetischen Arbeitspensum
s
im Gesundheits
fall
von 100 %
resultiert im Jahre 2020
ei
n
Valideneinkommen
von rund Fr.
75’744
.
-- (Fr.
6’034
.--
x 1.01 x 1.008 x 12 Monate ÷ 40 Stunden x 41.1
Stunden).
9.4
9.4.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
herangezogen werden (BGE 139 V
592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E
. 2.5.8.1, 133 V
545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einze
lfalles nicht möglich ist (vgl.
BG
E
142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung, 3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
9.
4.
2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die L
ohnhöhe haben können (BGE 124 V
321
E.
3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene
Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (
vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2,
134 V
322 E. 5.2 und 126 V 75 E.
5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (
BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemä
ss BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesam
thaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgericht
s
9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
9.
4.
3
Ein Leidensabzug ist nach
ständiger bundesgerichtlicher
Rechtsprechung nicht gerechtfertigt, wenn die gesundheitlichen Einschränkungen oder die einge
schränkte Leistungsfähigkeit beziehungsweise das eingeschränkte Rendement vom medizinischen Experten in der von ihm attestierten Arbeitsunfähigkeit bereits berücksichtigt wurden (Urteil des Bundesgerichts 8C_20/2012 vom 4. April 2012 E. 3.2 und 3.3). Sodann rechtfertigt der Umstand, dass eine grundsätzlich vollzeitlich arbeitsfähige versicherte Person gesundheitlich bedingt lediglich reduziert leistungsfähig ist, nach der Rechtsprechung keinen Abzug vom Tabel
lenlohn (Urteile des Bundesgerichts 8C
_827/2009 vom 26. April 2010 E.
4.2.1, 9C_980/2008 vom 4. März 2009 E. 3.1.2, 8
C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E.
4.3.3, 9C_344/2008 vom 5. Juni 2008 E. 4 und
I 69/07 vom 2. November 2007 E.
5.1).
9.
4.
4
Vorliegend ist
dem Beschwerdeführer
gemä
ss der Beurteilung durch Dr.
H._
vom
8. April 2020 (vorstehend E.
6.9
)
die Ausübung angepasster, körperlich leich
ter, wechselbelastender, überwiegend sitzender Tätigkeiten ohne Zwangs
haltungen in einem vollzeitlichen Umfang ohne Leistungseinschränkung zuzumuten.
Der
Umstand, dass nur noch leichte Tätigkeiten zumutbar sind
,
führt indes nicht automatisch zu einer Verminderung des hypothetischen Invalidenlohns
. Denn gemäss der Rechtsprechung
(Urteil des Bundesgerichts 9C_353/2019 vom 11. Juli 2019 E. 3.3; BGE 138 V 457 E. 3.1) können unter dem Titel leidens
bedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als ausserordentlich zu bezeichnen sind (Urteile des Bundesgerichts 8C_82/2019 vom 19. September 2019 E. 6.3.2 und 8C_61/2018 vom 23. März 2018 E. 6.5.2 mit Hinweisen). Solche Umstände sind vorliegend nicht ersichtlich. Sodann ist der Umstand, dass nur noch leichte Tätigkeiten zumutbar sind, kein Grund für einen leidensbedingten Abzug, zumal der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 (gemäss der LSE 2012 und der nachfol
genden LSE) bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_
447/2019 vom 8. Oktober 2019 E.
4.3.2), die dem Zumutbarkeitsprofil von Dr.
H._
entsprechen. Es ist daher von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweistätigkeiten auszugehen, auch wenn
der Beschwerdeführer
über keine Berufsausbildung verfügt. Zu denken ist beispielsweise an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten.
Zudem führt der Umstand, dass versicherte Personen allenfalls auf Grund ihres medizi
nischen Zumutbarkeitsprofils nicht mehr alle Tätigkeiten innerhalb eines Kompetenzniveaus ausüben können und die Möglichkeit besteht, dass sie den Zentralwert der LSE nicht erreichen könnten, gemäss der Rechtsprechung nicht zu einem grundsätzlich vorzunehmenden leidensbedingten Tabellenlohnabzug. Denn jeder Anwendung statistischer Werte ist die Abstrahierung, das heisst die Ausblendung der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles, immanent (BGE 142 V 178 E. 2.5.7; Urteile des Bundesgerichts 9C_266/2017 vom 29. Mai 2018 E. 3.4.3 und 9C_200/2017 vom 14. November 2017 E. 4.3.2).
Ein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn erscheint vorliegend daher nicht als gerechtfertigt.
9.
4.
5
Soweit der Beschwerdeführer
in
seinem Alter von 59
Jahren
im Verfügungs
zeitpunkt
einen weiteren Faktor für
einen Abzug sehe
n
will (vgl. Urk. 1 S. 2)
, ist darauf hinzuweisen, dass sich ein fortgeschrittenes Alter auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht zwingend lohnsenkend auswirkt.
Gerade Hilfsarbeiten werden auf dem massgebenden ausgeglichenen Stellenmarkt alters
unabhängig nachgefragt. Bei Männern im Alterssegment von 50 bis 64/65 wirkt sich das Alter gemäss den LSE-Erhebungen bei Stellen ohne Kaderfunktion eher lohnerhöhend aus (rund 9 % gemäss LSE 2018, Tabelle TA9, Median).
Dabei
kann
die
Frage, ob
dies auch für jene
v
ersicherten
Personen
gilt, die sich in fortge
schrittenem Alter beruflich neu zu orientieren haben,
gemäss der Rechtsprechung
offenbleiben
, weil es sich
mit den verfügbaren statistischen Angaben nicht untermauern
lässt
, dass diese Kategorie unter Berücksichtigung ihrer kurzen Aktivitätsdauer bis zur Pensionierung nicht mit einem durchschnittlichen Einkommen rechnen könnte
beziehungsweise
bedeutsame Einbussen in Kauf zu nehmen hätte (
Urteil des Bundesgerichts 8C_4
33/2020 vom 15. Oktober 2020 E.
8.2.3 mit Hinweisen auf BGE 146 V 16
E. 7.2.1
und
Urteil
des Bundesgerichts
8C_151/20
20 vom 15. Juli 2020 E. 6.3.3).
Vorliegend sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, dass der Beschwerdeführer
auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt
nur noch mit unterdurchschnittlichem
Einkommen rechnen müsste, weshalb auch ein altersbedingter
Abzug vom Tabellenlohn
nicht
als gerechtfertigt erscheint.
Da Anhaltspunkte für weitere abzugsrelevante Merkmale nicht ersicht
lich sind, ist von einem Abzug vom Tabellenlohn bei der Bemessung des Invali
deneinkommens vorliegend abzusehen.
9.5
Unter Berücksichtigu
ng des Zentralwerts der LSE 2018
für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art (Kompetenzniveau 1) für
Männer
(Total; Tabelle
TA1_tirage_skill_level
, privater Sektor Schweiz 201
8
) von Fr.
5’417
.--, resultiert unter Berücksichtigung einer
durchschnittlichen
betriebsüblichen
Wochenarbeitszeit im Jahre 2020
von insgesamt
41.7 Stunden (
betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen
; www.bfs.admin.ch
)
und
einer durch
schnittlichen Nominallohnentwicklung im Jahre 2019 von
0.9 % und
im Jahre 2020 von 0.8
%
(Nominallohnindex, 2016-2020; www.bfs.admin.ch)
sowie eines zumutbaren Beschäftigungsgrades von
10
0 %
im Jahre 2020
ein hypothetisches Invalideneinkommen von Fr.
68’924
.
-- (Fr.
5’417
.-- x
1.009 x 1.008 x
12 Monate ÷ 40 Stunden x 41.7 Stunden).
10.
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von Fr.
75’744
.-- mit dem Invaliden
einkommen von Fr.
68’924
.-- ergibt eine Erwerbseinbusse von Fr.
6’820
.-- und einen I
nvaliditätsgrad
von (gerundet)
9
%.
Damit wird ein für den Anspruch auf eine Invalidenrente vorausgesetzter Invali
ditätsgrad von mindestens 40 % nicht erreicht.
11.
11.1
Zu
prüfen
bleibt
die Verwertb
arkeit der Restarbeitsfähigkeit, wobei der Beschwer
deführer
a
uf sein fortgeschrittenes Alter verweist (Urk.1 S. 2).
11.2
Gemäss der
Rechtsprechung
kann das
vorgerückte Alter zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen, dass die einer versi
cherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird. Massgebend sind die Umstände des konkreten Falles, etwa die Art und Beschaffenheit des Gesund
heitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungs
aufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhan
dene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich. Für den Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-) Arbeits
fähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, ist auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-) Er
werbstätigkeit abzustellen (BGE
145
V
2 E. 5.3.1; 138 V 457 E. 3;
Urteil des Bundesgerichts
9C_693
/2019 vom 18.
Dezember 2019 E. 3
).
Die Rechtsprechung hat für die Unverwertbarkeit der Rest
arbeitsfähigkeit älterer Menschen
indes
relativ hohe Hürden aufgestellt (
Urteile des Bundesgerichts 9C_693/2019 vom 18. Dezember 2019
E.
5,
8C_910/2015
v
om 19. Mai 2016
E. 4.3.4
und
8C_803/2018 vom 6. Juni 2019 E.
5.3; Hans-Jakob
Mosimann
, Problemzone Invalideneinkommen - Alter, Leidensabzug, Selbstein
gliederung, Parallelisierung, in: Sozialversicherungs
-
rechtstagung
2018, Ueli
Kieser
[Hrsg.],
Zürich
2019, S. 161 ff., 164 ff.).
11.3
Da für
die Frage na
ch der Verwertbarkeit der Resta
rbeitsfähigkeit in vorge
rücktem Alter
, wie bereits erwähnt (vorstehend E. 11.2),
a
uf den Zeitpunkt
abzustellen ist
, in welchem die medi
zinische Zumutbarkeit feststeht, ist diesbezüglich vom Zeit
punkt bei Verfassen der Stellungnahme von Dr.
H._
vom
8. April 2020 (Urk. 10/125/4-5)
auszugehen. Zu diesem Zeitpunkt verblieben dem am 26. Oktober 1961 geborenen Beschwerdeführer noch mehr sechs Jahre bis
zum Erreichen des AHV-Rentenalters.
Dem Beschwerdeführer, welchem gemäss der Beurteilung
durch
Dr.
H._
vom 8. April 2020 die Ausübung angepasster, körperlich leich
ter, wechselbelastender, überwiegend sitzender Tätigkeiten ohne Zwangs
haltungen in einem vollzeitlichen Umfang ohne Leist
ungseinschränkung zuzumuten war (vorstehend E. 8), stand
daher trotz
seinen
gesundheitlichen Einschränkungen ein vergleichsweise weites Spektrum zumutbarer Hilfstätig
keiten offen. Ausserdem verfügte
der Beschwerdeführer gemäss seinen Angaben über 15 Jahre Berufserfahrung im Bereich Abdichtung von Terrassen, Flach
dächern und Ähnlichem und war gemäss seinen Angaben während längerer Zeit (in den Jahren
2002 bis 2010) als
Selbständigerwerbender
im Bereich Haus
räumungen, Reinigungen, Handel und Verkauf im Rahmen einer von ihm geführ
ten Brockenstube
tätig (Urk. 10/40/23-24). Demzufolge ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer
über eine gewisse Erfahrung mit beruflichen Umstel
lungen
verfügt.
Unter diesen Umständen
sowie i
m Lichte der
erwähnten (vorstehend E. 11.2)
relativ hohen Hürden, welche
die Rechtsprechung
für die Unver
wertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer
Menschen aufgestellt hat,
verma
g das fortgeschrittene Alter des Beschwerdeführers
die Verwertung
seiner
Restarbeits
fähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht als unzumutbar erscheinen.
12.
Nach Gesagtem
hat es dabei zu bleiben, dass ein Rentenanspruch bei einer verwertbaren Resta
rbeitsfähigkeit
(auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt)
und bei zumutbarer Selbsteingliederung
(auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt)
mangels Erreichens eines
da
für vorausgesetzten
Invaliditätsgrad
es
von mindestens 40 %
zu verneinen ist, wes
halb die Beschwerde abzuweisen ist.
1
3
.
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
rung von IV-Leistungen kostenpflichtig.
Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss
dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen.