Decision ID: 972b8628-7caf-4730-8ba7-24a29b80e24b
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 14. Juli 2004 bei der IV-Stelle des Kantons Appenzell
Ausserrhoden zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 2). Vom 11. bis 21. Oktober
2004 war der Versicherte im Kantonsspital B._ hospitalisiert. Die dort behandelnden
Ärzte diagnostizierten im Wesentlichen eine rezidivierende depressive Störung mit
Somatisierungsstörung (mit unspezifischem chronischem linksbetontem
Ganzkörperschmerzsyndrom und erektiler Dysfunktion; Austrittsbericht vom 5.
November 2004, IV-act. 19; vgl. auch den Bericht vom 6. Dezember 2004, IV-act. 20).
Im Auftrag der IV-Stelle des Kantons Appenzell Ausserrhoden wurde der Versicherte
am 2. Mai 2005 in der Psychiatrischen Klinik C._ begutachtet. D._, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. E._, Oberarzt, erhoben als Diagnose
"mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit" eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4). Der Versicherte sei durch die Schmerzstörung vor
allem auf körperlicher Ebene und im sozialen Bereich schwer beeinträchtigt. Die
Gutachter bescheinigten ihm eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Gutachten vom 16.
September 2005, IV-act. 47). Prof. Dr. med. F._, Chefarzt des Spitals G._, wurde
von der SWICA Gesundheitsorganisation am 29. September 2005 mit einer
Aktenbeurteilung beauftragt. Er gelangte zum Schluss, dass eine volle
Arbeitsunfähigkeit nachvollziehbar sei und keine Aussicht auf eine Wiedererlangung der
Arbeitsfähigkeit bestehe (Bericht vom 14. November 2005, IV-act. 57). Dr. med. H._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, der für die Swica am 18. März 2004
ein psychiatrisches Gutachten über den Versicherten erstattet hatte (IV-act. 73-22 ff.),
stellte am 27. September 2006 die Diagnose einer schweren depressiven Episode ohne
psychotische Symptome (ICD-10: F33.2). Diese habe sich seit ca. Dezember 2003
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schleichend entwickelt und bestehe in schwerem Ausmass seit August 2005. Dr. H._
hielt den Versicherten seit August 2005 für vollständig arbeitsunfähig (IV-act. 74). Mit
Verfügungen vom 3. April und 7. Mai 2007 sprach die IV-Stelle des Kantons Appenzell
Ausserrhoden dem Versicherten bei einem 100%igen Invaliditätsgrad mit Wirkung ab 1.
August 2004 eine ganze Rente samt Kinderrenten zu (IV-act. 110 f.).
A.b Die - infolge Wohnsitzwechsels neu zuständige - IV-Stelle des Kantons St. Gallen
teilte dem Versicherten am 8. April 2009 nach Abschluss eines von Amtes wegen
eingeleiteten Revisionsverfahrens mit, es bestehe weiterhin ein Anspruch auf die
bisherige Invalidenrente (IV-act. 123).
A.c Im Rahmen eines neuerlichen von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahrens
gab der Versicherte am 26. April 2013 an, sein Gesundheitszustand sei gleich
geblieben (IV-act. 130). Der im Psychiatrischen Zentrum des Kantons I._
behandelnde Dr. med. J._, Chefarzt, gab im Verlaufsbericht vom 27. September 2013
an, "ohne Kenntnis, welche Diagnose in der Vergangenheit gestellt wurde, gehe ich
sicherheitshalber von der Änderung der Diagnose aus". Der Versicherte leide an einer
rezidivierenden depressiven Störung, aktuell mit schwerer depressiver Symptomatik
(ICD-10: F33.2; IV-act. 137). Dr. med. K._, Fachärztin für Neurologie, Mitarbeiterin der
IV-Stelle, empfahl zur weiteren Abklärung die Vornahme einer Überwachung des
Versicherten (Stellungnahme vom 3. März 2014, IV-act. 146). Eine von der IV-Stelle des
Kantons St. Gallen am 5. März 2014 durchgeführte Internet-Recherche ergab, dass der
Versicherte einerseits Mitglied des Vorstands des Vereins Z._ war bzw. als dessen
Präsident amtete (IV-act. 145) und dass er andererseits Mitglied des L._-Vereins und
Beisitzer von dessen Vorstand war (IV-act. 144). Im Zeitraum vom 13. März bis 3. Juli
2014 wurde der Versicherte an einzelnen Tagen im Auftrag der IV-Stelle des Kantons
St. Gallen durch einen Privatdetektiv überwacht (Überwachungsbericht vom 9. Juli
2014, IV-act. 155; siehe auch die beiden separaten DVD in act. G 10.2). Dr. K._ hielt
in der Stellungnahme vom 15. Juli 2014 fest, das Observationsmaterial zeige einen vor
allem sozial engagierten aktiven Versicherten, der im Umgang mit anderen Menschen
eine hohe soziale Kompetenz ausstrahle. Aufgrund der dokumentierten
Beobachtungsphase könne eine länger anhaltende Zustandsverbesserung seit den
zuletzt eingegangenen ärztlichen Verlaufsberichten angenommen werden. Dr. K._
empfahl eine psychiatrische und rheumatologische Begutachtung des Versicherten und
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ein vorausgehendes Verlaufsgespräch (IV-act. 158). Am 19. August 2014 nahm die IV-
Stelle weitere Internetrechercheergebnisse über die Aktivitäten des Versicherten zu den
Akten (IV-act. 167 f.).
A.d Anlässlich des Standortgesprächs vom 20. August 2014 befragte die IV-Stelle des
Kantons St. Gallen den Versicherten zum Gesundheitsverlauf und seiner
Alltagsgestaltung (IV-act. 170; siehe auch die Aktennotiz vom 28. August 2014, IV-act.
173). Am 30. Oktober 2014 ordnete sie eine bidisziplinäre (rheumatologisch-
psychiatrische) Begutachtung durch die Dres. med. N._, Facharzt für Rheumatologie
FMH, und O._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, an (IV-act. 192).
Nach der Untersuchung des Versicherten ersuchte Dr. O._ die IV-Stelle des Kantons
St. Gallen um einen aktuellen Verlaufsbericht des behandelnden Psychiaters, da er
keine Anzeichen für eine psychiatrische Krankheit gefunden habe (Telefonnotiz vom 12.
Januar 2015, IV-act. 198). Dr. J._ berichtete am 3. Februar 2015, der
Gesundheitszustand des Versicherten sei stationär (IV-act. 199). Am 3./10. Juni 2015
erstatteten die Dres. N._ und O._ ihre interdisziplinäre Beurteilung. Das subjektiv
empfundene ausgedehnte Schmerzbild könne bis auf gewisse degenerativ bedingte
Nackenschmerzen nicht auf eine organische Ursache zurückgeführt werden. Es müsse
deshalb eine ausgeprägte Symptomausweitung postuliert werden. Die Arbeitsfähigkeit
sei aus somatischer Sicht lediglich für körperlich schwere Tätigkeiten und Tätigkeiten
mit häufiger Reklination oder längeren Zwangshaltungen der Wirbelsäule
eingeschränkt. Jegliche körperlich leichte oder mittelschwere Tätigkeiten seien dem
Versicherten aus somatischer Sicht zumutbar. Von psychiatrischer Seite könne aktuell
keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden. Die früher
dokumentierte depressive Episode müsse aufgrund der erhobenen Befunde als
remittiert beurteilt werden. Somit könne auch interdisziplinär lediglich die rein
somatisch begründete Arbeitsunfähigkeit für körperlich schwere Tätigkeiten bestätigt
werden (IV-act. 2014-21; zum rheumatologischen Teilgutachten vom 4. Februar
"2014" [richtig: 2015] siehe IV-act. 204; zum psychiatrischen Teilgutachten vom 25. Mai
2015 siehe IV-act. 205). Dr. K._ hielt die gutachterliche Beurteilung für beweiskräftig.
Eine Verbesserung der psychischen Befunde und der psychiatrischen Diagnosen lasse
sich bestätigen. Die volle Arbeitsfähigkeit bezogen auf leidensangepasste Tätigkeiten
sei nachvollziehbar (Stellungnahme vom 17. Juli 2015, IV-act. 206).
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A.e Mit Vorbescheid vom 8. September 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, die bisherige ganze Rente revisionsweise rückwirkend per 31. Oktober 2011
einzustellen. Die zu Unrecht bezogenen Leistungen seien zurückzuerstatten (IV-act.
207). Dagegen erhob der Versicherte am 9. Oktober 2015 Einwand (IV-act. 209), den er
am 10. November 2015 ergänzend begründete (IV-act. 214). Mit der Eingabe reichte er
eine Stellungnahme von Dr. J._ vom 29. Oktober 2015 ein, worin dieser den
psychiatrischen Teil des bidisziplinären Gutachtens kritisiert (IV-act. 215). Hierzu nahm
Dr. O._ am 7. Dezember 2015 Stellung und wies die Kritik zurück (IV-act. 216). Der
Versicherte äusserte sich hierzu am 20. Januar 2016 (IV-act. 220) und reichte eine
weitere Stellungnahme von Dr. J._ vom 17. Januar 2016 ein (IV-act. 221). Am 28.
Januar 2016 verfügte die IV-Stelle die rückwirkende Einstellung der Rentenleistungen
per 31. Oktober 2011. Die zu Unrecht bezogenen Leistungen seien zurückzuerstatten.
Einer allfälligen Beschwerde entzog sie die aufschiebende Wirkung. Sie ging davon
aus, dass sich der Gesundheitszustand spätestens Ende Oktober 2011 verbessert
habe und der Versicherte seither wieder über eine vollständige Arbeitsfähigkeit
bezogen auf leidensangepasste Tätigkeiten verfüge (IV-act. 222). In der
Rückerstattungsverfügung vom 1. Februar 2016 forderte sie vom Versicherten bezogen
auf die Dauer vom 1. November 2011 bis 30. September 2015 zu Unrecht
ausgerichtete Rentenleistungen im Betrag von Fr. 215'286.-- zurück (IV-act. 226).
B.
B.a Gegen diese beiden Verfügungen richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 29.
Februar 2016. Der Beschwerdeführer beantragt darin deren Aufhebung. Es seien ihm
die gesetzlichen Leistungen rückwirkend per 1. November 2011 wieder auszurichten.
Auf eine Rückforderung sei zu verzichten. Vorliegender Beschwerde sei die
aufschiebende Wirkung wieder zu erteilen; alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor, sein
Gesundheitszustand habe sich nicht verändert und das bidisziplinäre Gutachten sei
nicht beweiskräftig (act. G 1). In der ergänzenden Eingabe vom 3. Juni 2016 verneint er,
die Meldepflicht verletzt zu haben. Des Weiteren beantragt er für den Fall, dass das
Gericht seiner Auffassung nicht folgen sollte, eine gerichtliche Neubegutachtung (act. G
7).
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B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 10. August
2016 die Abweisung der Beschwerde. Bei der Anordnung des vollständigen Entzugs
der aufschiebenden Wirkung handle es sich um ein redaktionelles Versehen. Soweit die
Verfügung eine Rückforderung nach sich ziehe, sei die aufschiebende Wirkung zu
erteilen. Die Beschwerdegegnerin vertritt den Standpunkt, dass sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verbessert habe und er wieder über eine
100%ige Arbeitsfähigkeit bezogen auf leidensangepasste Tätigkeiten verfüge. Das
bidisziplinäre Gutachten sei beweiskräftig. Sie bejaht eine Meldepflichtverletzung,
weshalb die rückwirkende Renteneinstellung und die Verpflichtung zur Rückerstattung
zu Recht erfolgt seien (act. G 10).
B.c In der Eingabe vom 21. November 2016 verweist der Beschwerdeführer auf das
Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 18. Oktober 2016 i.S.
Vukota-Bojic gegen die Schweiz (Nr. 61838/10). Gestützt darauf macht er geltend, die
Observationsberichte seien rechtswidrig erlangt worden und daher aus den Akten zu
entfernen. Gleiches gelte für das sich darauf stützende bidisziplinäre Gutachten sowie
die damit zusammenhängenden versicherungsinternen medizinischen Beurteilungen.
Der Beschwerdeführer beantragt, das Beschwerdeverfahren zu sistieren, bis über die
Verwertbarkeit der Observationsberichte und der damit zusammenhängenden
versicherungsinternen medizinischen Beurteilungen entschieden sei (act. G 17).
B.d Die Beschwerdegegnerin beantragt am 15. Dezember 2016 die Sistierung des
Verfahrens, bis das Bundesgericht über die Rechtmässigkeit und Verwertbarkeit von
Observationsberichten in der Invalidenversicherung befunden habe (act. G 19).
B.e Am 21. Dezember 2016 teilt die Verfahrensleitung des Versicherungsgerichts dem
Beschwerdeführer mit, sie gehe davon aus, dass er an der beantragten Wiedererteilung
der aufschiebenden Wirkung nicht mehr festhalte, nachdem die Beschwerdegegnerin
in der Beschwerdeantwort erklärt habe, beim vollständigen Entzug der aufschiebenden
Wirkung handle es sich um ein redaktionelles Versehen, da sich der Entzug
richtigerweise allein auf laufende bzw. noch nicht ausgerichtete Rentenleistungen
beziehe, nicht aber auf die Rückforderung (act. G 20). Entsprechend den
übereinstimmenden Anträgen der Parteien ist das Verfahren am 1. Februar 2017 bis zu
einem Entscheid des Bundesgerichts über die Rechtmässigkeit von Observationen und
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deren Verwertbarkeit im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren sistiert worden
(act. G 21). Mit Urteil vom 18. August 2017, 8C_69/2017, hat das Bundesgericht über
diese Fragen entschieden, weshalb die Verfahrensleitung die Sistierung am 14.
Dezember 2017 aufgehoben hat (act. G 22).
B.f In der Replik vom 19. März 2018 hält der Beschwerdeführer unverändert an den
Beschwerdeanträgen vom 29. Februar 2016 fest. Die Ergebnisse der durchgeführten
Observation würden für sich genommen grundsätzlich noch nichts über das
Funktionsniveau bzw. die Arbeitsfähigkeit aussagen. Die Observationsergebnisse
müssten medizinisch gewürdigt werden. Das Gutachten, das diese Würdigung
vornehme, sei jedoch wegen formeller und materieller Mängel nicht verwertbar (act. G
27).
B.g Die Beschwerdegegnerin hält in der Duplik vom 7. Mai 2018 unverändert am
Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest. Das Bundesgericht habe mittlerweile eine
konstante Praxis entwickelt, nach der es die Verwertbarkeit von Observationsmaterial
grundsätzlich bejahe. Zu Recht behaupte der Beschwerdeführer vorliegend nicht, das
Observationsmaterial sei nicht verwertbar. Sie bezweifle zwar nach wie vor, dass der
Beschwerdeführer bereit sei, vollständige und zutreffende Auskünfte zu erteilen. Mit
seinen Ausführungen im Beschwerdeverfahren behaupte er nun aber das Gegenteil.
Sie beantrage daher, ihn durch das Gericht zu seinen Aktivitäten zu befragen (act. G
29).

Erwägungen
1.
In einem ersten Schritt ist die Rechtmässigkeit der rückwirkenden revisionsweisen
Renteneinstellung per 31. Oktober 2011 zu prüfen.
1.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
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Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
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Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
1.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist
somit nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. E.
3.5). Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung
bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht; vorbehalten bleibt die
Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E.
5.4). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im
Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustands auf die Arbeitsfähigkeit
für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar
(Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2008, 9C_562/08, E. 2.1).
1.5 Die Herabsetzung oder Aufhebung der Renten, der Hilflosenentschädigungen und
der Assistenzbeiträge erfolgt frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der
Verfügung folgenden Monats an (Art. 88bis Abs. 2 lit. a der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]); oder rückwirkend ab Eintritt der für den
Anspruch erheblichen Änderung, wenn der Bezüger die Leistung zu Unrecht erwirkt hat
oder der ihm nach Art. 77 IVV zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist (Art.
88bis Abs. 2 lit. b IVV, sowohl in der bis Ende 2014 als auch gemäss erstem Satzteil in
der seither geltenden Fassung). Gemäss Art. 77 IVV haben die Berechtigten oder ihre
gesetzlichen Vertreter sowie Behörden oder Dritte, denen die Leistung zukommt, jede
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für den Leistungsanspruch wesentliche Änderung, insbesondere eine solche des
Gesundheitszustandes, der Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit sowie der persönlichen und
gegebenenfalls der wirtschaftlichen Verhältnisse des Versicherten unverzüglich der IV-
Stelle anzuzeigen. Die Meldepflicht stellt eine Konkretisierung des Grundsatzes von
Treu und Glauben dar. Die versicherte Person, die Leistungen beziehen will oder solche
bezieht, hat zur Ermittlung des anspruchsrelevanten Sachverhalts beizutragen. Sie
J._ über ihre persönlichen Verhältnisse am besten Bescheid. Durch die Erfüllung der
Meldepflicht wird dem Versicherungsträger die Abklärung des massgeblichen
Sachverhalts erleichtert (Art. 43 Abs. 1 ATSG; Urteil des Bundesgerichts vom 27.
September 2018, 8C_26/2018, E. 4.3.2 mit Hinweis). Nach der Rechtsprechung setzt
eine Meldepflichtverletzung ein schuldhaftes Fehlverhalten voraus, wobei bereits eine
leichte Fahrlässigkeit genügt (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Oktober 2018,
9C_221/2018, E. 6.1 mit Hinweisen).
1.6 Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV wurde auf den 1. Januar 2015 hin revidiert. Seit dieser
Revision und der damit eingefügten Ergänzung um den zweiten Satzteil kann bei einer
Meldepflichtverletzung oder einer unrechtmässigen Erwirkung der Rente die Leistung
rückwirkend auf den Zeitpunkt der erheblichen Änderung angepasst werden, ohne
dass die Meldepflichtverletzung (oder die unrechtmässige Erwirkung) kausal für die
Weiterausrichtung der Rente gewesen sein muss. Mit dieser Anpassung sollte
einerseits sichergestellt werden, dass die IV-Stellen bei Verdacht auf eine
Meldepflichtverletzung Renten nicht mehr länger übereilt sistieren müssen; anderseits
sollte auch der ungerechtfertigte Anreiz für die versicherte Person, den
Abklärungsprozess zu verzögern, eliminiert werden. Aus dieser Verordnungsänderung
ergibt sich, dass der Zeitpunkt der Kenntnis der IV-Stelle über die Verbesserung des
Gesundheitszustandes des Versicherten im Falle einer Meldepflichtverletzung nicht
länger die Grenze der Rückforderbarkeit bildet (Urteil des Bundesgerichts vom 8. Mai
2018, 8C_859/2017, E. 4.3). Vorliegend kann in intertemporalrechtlicher Hinsicht offen
bleiben, welche Fassung von Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV Anwendung findet, da die dem
Beschwerdeführer vorgeworfene Meldepflichtverletzung kausal für die weiteren
Rentenleistungen gewesen ist (siehe hierzu nachstehende E. 4.2).
2.
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Zunächst ist zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand bzw. dessen Beeinträchtigung
seit der ursprünglichen Rentenzusprache (Verfügungen vom 3. April und vom 7. Mai
2007, IV-act. 110 f.) in leistungsrechtlich wesentlicher Weise verändert hat.
2.1 Hinsichtlich der zu berücksichtigenden Akten ist vorab darauf hinzuweisen, dass
der Beschwerdeführer die Verwertbarkeit des Observationsmaterials, welches im
Wesentlichen das Verhalten des Beschwerdeführers im öffentlichen Raum zum
Gegenstand hat, im Sinn der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (siehe etwa das
Urteil des Bundesgerichts vom 18. August 2017, 8C_69/2017; vgl. act. G 22) nicht
(mehr) bestreitet (vgl. auch act. G 29, II Rz 1). Vielmehr beantragt er deren neuerliche
medizinische Würdigung, da er das bidisziplinäre Administrativgutachten der Dres.
N._ und O._ nicht für aussagekräftig hält (act. G 27, III. Rz 16). Der
Beschwerdeführer hält einzig die von der Beschwerdegegnerin eingeholte interne
anonyme Auskunft über die Tätigkeiten eines Vereinspräsidenten für nicht verwertbar
und beantragt deren Entfernung aus den Akten (act. G 27, III. Rz 10). Diesbezüglich
kann offen bleiben, ob der bemängelten anonymen Auskunft überhaupt Beweiskraft
zukommt bzw. ob die damit verbundenen Gehörsdefizite (etwa Möglichkeit der
Befragung der Auskunftsperson durch den Beschwerdeführer) im Rahmen des
Beschwerdeverfahrens zu beseitigen sind. Denn ihr kommt für die gerichtliche
Beurteilung der vorliegenden Streitigkeit ohnehin keine Bedeutung zu, wie sich aus
nachfolgenden Erwägungen ergibt. Im Übrigen wäre der geltend gemachte Mangel der
Anonymität bei der Beweiswürdigung zu berücksichtigen und nicht bei der
Verwertbarkeit. Der Beschwerdeführer legt weder konkret dar noch ist erkennbar,
welche Rechtsnorm, deren Verletzung ein Verwertungsverbot zur Folge hätte, allein
durch die Anonymität der Auskunftsperson unheilbar verletzt wurde.
2.2 Wesentliche gesundheitliche Beeinträchtigungen, die zu einer vollständigen
Erwerbsunfähigkeit führten, bestanden gemäss Aktenlage in einem erheblichen
sozialen Rückzug, in "massiven" Einschränkungen im Alltagsverhalten (IV-act. 57-2
Mitte) und kognitiven Defiziten. Nach den Angaben des Beschwerdeführers war er "im
sozialen Bereich schwer beeinträchtigt" (IV-act. 47-6). Prof. F._ hielt einen sozialen
Rückzug "aus allen Belangen des Lebens" für ausgewiesen. Der Beschwerdeführer
führe "das Leben eines Invaliden, der viel Pflege und Hilfe braucht" (IV-act. 57-2). Er
ging im Übrigen von einer infantilen Persönlichkeit "und/oder einer relativen
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intellektuellen Minderbegabung" aus (IV-act. 57-3). Dr. H._ hielt im Bericht vom 27.
September 2006 fest, der Beschwerdeführer habe sich "total zurückgezogen, könne
sogar mit der eigenen Familie nichts mehr unternehmen und aus Schuldgefühlen ziehe
er sich ins Schlafzimmer zurück, um sich mindestens ausweinen zu können" (IV-act.
74-2). Dr. H._ sprach ähnlich wie Prof. F._ davon, dass es sich beim
Beschwerdeführer um eine "doch wenig belastbare, infantile und einfach strukturierte
Persönlichkeit handle". Ferner hielt er "sehr deutliche" Konzentrationsstörungen und
"spürbare Gedächtnislücken" fest (IV-act. 74-2; siehe auch IV-act. 73-24 sowie die
damit zu vereinbarende Beurteilung des Psychiatrischen Zentrums I._ vom 20.
November 2006, IV-act. 91-4). Der Beschwerdeführer sei sehr verunsichert, scheu und
zittrig (IV-act. 74-2 f.; zur Selbstunsicherheit siehe auch IV-act. 73-25). Er war offenbar
nach eigenen Angaben auch nicht mehr in der Lage, Auto zu fahren (IV-act. 47-4). Der
behandelnde Dr. med. P._, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
beschrieb ausserdem Wutreaktionen mit Demolieren von Gegenständen und
ähnlichem. Es bestehe Suizidgefahr. Der Beschwerdeführer müsse "massiv sediert
werden" (IV-act. 88-5; zur Streitsucht siehe IV-act. 73-23 Mitte). Der damalige
Gesundheitszustand zeichnete sich nach dem Gesagten mit schweren, den
Beschwerdeführer im Alltagsverhalten und in seinem sozialen Funktionsniveau
umfassend beeinträchtigenden Leiden aus, die von einem augenfällig zittrig-
selbstunsicheren Verhalten begleitet waren.
2.3 Der Beschwerdeführer nahm spätestens seit Oktober 2011 (IV-act. 168, IV-act.
207-5) aktiv an den gesellschaftlichen Anlässen des Vereins Z._ teil, war in
administrative Angelegenheiten involviert und übte als Präsident zumindest
repräsentierende Funktionen aus (act. G 27, III. Rz 3; siehe für die Mitwirkung im Jahr
2007 [Verpflegung von Arbeitern; Betreuung und Herumführung von Leuten und
Besuchern anlässlich eines Eröffnungsanlasses] IV-act. 170-9 und IV-act. 170-10; vgl.
hierzu auch IV-act. 168). Er vermochte bei den Anlässen (kurze) Reden zu halten und
sich damit ohne weiteres vor einer Gruppe aktiv zu exponieren (act. G 27, III. Rz 11).
Gemäss Angaben des Beschwerdeführers anlässlich des Standortgesprächs vom 20.
August 2014 erfolgte die aktive Mitwirkung seit "drei oder vier Jahren" (IV-act. 170-5).
Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer im L._ ab 2009 die Funktion als
Vizepräsident übernahm, nachdem er in den Jahren 2003 bis 2009 lediglich Mitglied
war (IV-act. 170-8). Wie aus den Akten hervorgeht, war er auch in der Lage an den
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damit verbundenen gesellschaftlichen Anlässen teilzunehmen (IV-act. 167). Aus dem
spätestens seit Oktober 2011 aktenkundigen Funktionsniveau ergibt sich damit, dass
kein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens und keine massiven
Einschränkungen im Alltagsverhalten mehr bestanden haben. Der Beschwerdeführer
lebte nicht mehr total zurückgezogen und konnte offenbar nicht bloss mit der Familie,
sondern sogar im Rahmen eines aktiv-exponierenden Vereinslebens mit Mitgliedern
und Gästen etwas unternehmen. Ausserdem ergeben sich weder aus den Akten noch
den Ausführungen des Beschwerdeführers, dass er weiterhin sehr verunsichert, scheu
und zittrig gewesen wäre. Solche Leiden sind zudem schwer mit der Übernahme
repräsentativer und zumindest ideell anspruchsvoller Tätigkeiten zu vereinbaren. Eine
objektive Verbesserung des Gesundheitszustands und eine wesentliche Verminderung
der bisherigen Beeinträchtigungen des Funktionsniveaus des Beschwerdeführers
erscheinen damit als überwiegend wahrscheinlich, wie Dr. O._ (IV-act. 216-4)
plausibel darlegte. Dabei spielt es entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
(siehe etwa act. G 27, III. Rz 3 f. und Rz 11) keine Rolle, ob er das verbesserte
Funktionsniveau erwerblichen oder rein ideellen Zwecken widmete (siehe auch die
Ausführung von Dr. O._ in IV-act. 216-4). Im Übrigen ergeben sich auch aus den
weiteren Angaben des Beschwerdeführers anlässlich der Begutachtung durch Dr.
O._, dass sich sein soziales Funktionsniveau verbessert hat (siehe zu den
regelmässigen sozialen Kontakten mit befreundeten Familien IV-act. 205-10). In damit
zu vereinbarender Weise sprach Dr. J._ (allerdings erst im Rahmen der Konfrontation
mit dem bidisziplinären Gutachten und nach der Kenntnisnahme des
Observationsmaterials) von einer "positiven Entwicklung" und berichtete, dass die
Aktivitäten den sozialen Rückzug verminderten (IV-act. 215-3; siehe auch die
nachvollziehbare Würdigung der Aussagen durch Dr. O._ in IV-act. 216-3 f.).
Schliesslich beinhaltet auch das Observationsmaterial mehrere Anhaltspunkte, die
gegen ein noch fortbestehendes umfassend beeinträchtigtes Funktionsniveau
sprechen (siehe etwa die zahlreichen, in auch für medizinische Laien offenkundig nicht
bedrückter, zitternder oder sonstwie ernstlich verunsicherter Gemütslage gepflegten
Kontakte des Beschwerdeführers mit Drittpersonen oder die Autofahrten; IV-act. 155
und separate DVD, act. G 10.2; zu der plausiblen medizinischen Würdigung durch die
Dres. K._ und O._, siehe IV-act. 158, IV-act. 205-21 f. und IV-act. 205-23 Mitte). Da
die Akten bereits eine hinreichende Grundlage für die Bejahung einer Verbesserung des
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Gesundheitszustands bieten, erübrigen sich weitere Abklärungen - insbesondere
betreffend die mit dem Amt des Präsidenten verbundenen Tätigkeiten. Die
Beschwerdegegnerin hat damit einen Revisionsgrund zu Recht bejaht und den
Rentenanspruch einer Überprüfung im Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG unterzogen.
3.
Zwischen den Parteien ist des Weiteren umstritten, ob die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Verbesserung durch
Dr. O._ überzeugend eingeschätzt worden ist.
3.1 Der Beschwerdeführer bringt gegen die gutachterliche Beurteilung von Dr. O._
vor allem die davon abweichende Einschätzung des behandelnden Dr. J._ vor (act. G
1, III. Rz 11, und act. G 7, Rz 13 f.).
3.1.1 Ein den Beweisanforderungen genügendes Gutachten, das im
Verwaltungsverfahren eingeholt wurde, kann nicht in Frage gestellt werden, wenn und
sobald die behandelnden Ärzte nachher zu einer unterschiedlichen Beurteilung
gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten.
Anders verhält es sich, wenn objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht
werden, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben waren und die geeignet
sind, zu einer anderen Beurteilung zu führen (Urteil des Bundesgerichtes vom 29. Juli
2008, 9C_830/2007, E. 4.3 mit Hinweisen).
3.1.2 Soweit sich Dr. J._ mit den offenkundigen, vom Beschwerdeführer inzwischen
anerkannten Diskrepanzen (act. G 27, III. Rz 13) zwischen der Leidensschilderung und
der tatsächlichen Alltagsgestaltung überhaupt objektiv näher auseinandersetzt,
verweist er auf vorübergehende gesundheitliche Verbesserungen bzw. auf
Schwankungen im Gesundheitsverlauf (IV-act. 215-2). Damit setzt er sich indessen in
Widerspruch zu seinen früheren Aussagen, dass der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers grundsätzlich unverändert gewesen sei (IV-act. 199, vgl. auch IV-
act. 137-4: "Bei durchgängig mittelgradiger bis oft schwerer depressiver Symptomatik
[...]"), und zur von ihm kontinuierlich bescheinigten vollständigen Arbeitsunfähigkeit (IV-
act. 137-3 und IV-act. 199). Auch der Beschwerdeführer gab an, sein
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Gesundheitszustand sei stationär geblieben (IV-act. 130). Nach der Einschätzung von
Dr. J._ vom 27. September 2013 wäre dem Beschwerdeführer ohne Mitversorgung
durch die Familie sogar die Selbstversorgung kaum möglich (IV-act. 137-4). Am 3.
Februar 2015, und damit nach erfolgter Observation, hielt er zunächst immer noch fest,
es habe lediglich eine Stabilisierung "auf tiefem psychosozialen Funktionsniveau"
erreicht werden können (IV-act. 199-4). Diese Aussagen sind angesichts der
spätestens seit dem Jahr 2011 ausgeübten exponierend-repräsentierenden
Vereinstätigkeiten des Beschwerdeführers und der anlässlich der Observation
festgestellten Aktivitäten (zum Observationsbericht vom 9. Juli 2014 siehe IV-act. 155)
schlechterdings nicht nachvollziehbar. Sie lassen sich bloss mit einer vorbehaltlosen
Übernahme der tiefen Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers erklären. Die
Annahme kognitiver Defizite stützte Dr. J._ ebenfalls im Wesentlichen bloss auf die
von ihm für glaubhaft gehaltenen Angaben des Beschwerdeführers bzw. die "Plastizität
und Glaubwürdigkeit" der Selbstangaben, ohne diese in erkennbarer Weise objektiv-
kritisch überprüft zu haben (IV-act. 215-4). Entgegen dem Vorbringen von Dr. J._ (IV-
act. 221-2) ergibt sich aus seinen Berichten gerade keine objektiv-kritische
Überprüfung der Leidensangaben, wie auch Dr. O._ überzeugend darlegte (IV-act.
205-17). Dass bei Dr. J._ zumindest der Anschein einer Tendenz besteht, zugunsten
der Leidensschilderung des Beschwerdeführers auszusagen, ergibt sich auch aus dem
Umstand, dass er ohne Kenntnis der Vorakten bzw. Vergangenheit im Verlaufsbericht
vom 27. September 2013 "sicherheitshalber" von der Verschlechterung der Diagnose
bzw. des Gesundheitszustands ausging (IV-act. 137-1).
3.1.3 Hinzu kommt, dass Dr. J._ nach Kenntnisnahme des Observationsmaterials
inzwischen selbst einräumt, dass sich das soziale und kognitive Funktionsniveau des
Beschwerdeführers gebessert habe (IV-act. 215-3) und sich der Beschwerdeführer
zumindest im Zeitpunkt der Untersuchung in einer "vergleichsweisen guten
Verfassung" befunden habe (IV-act. 215-4), was für die von Dr. O._ angenommene
wesentliche gesundheitliche Verbesserung bzw. eine erhöhte Arbeitsfähigkeit spricht.
Dabei ist weiter von Bedeutung, dass weder von Dr. J._ noch vom Beschwerdeführer
eine seither wieder eingetretene relevante Verschlechterung einleuchtend dargelegt
wurde. Eine solche ergibt sich auch nicht aus den Akten.
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3.1.4 Das Vorbringen von Dr. J._, dem Beschwerdeführer könne nicht zum Vorwurf
gemacht werden, dass er eine Behandlung wahrgenommen habe, die eine
Verbesserung habe erreichen können (IV-act. 221-1), zielt ins Leere. Denn dem
Beschwerdeführer wird nichts dergleichen vorgeworfen. Ihm wird ausschliesslich
vorgehalten, die gesundheitliche Verbesserung nicht entsprechend der ihm
obliegenden Mitwirkungspflicht von sich aus der Beschwerdegegnerin gemeldet zu
haben, und dass er damit in Kauf genommen hat, Leistungen zu beziehen, die bei
Berücksichtigung der gesundheitlichen Verbesserung nicht mehr geschuldet wären
(siehe hierzu nachstehende E. 4.1 f.).
3.1.5 Nicht gefolgt werden kann auch der Ansicht von Dr. J._, der die
Berücksichtigung der Observationsergebnisse durch Dr. O._ bemängelt (IV-act.
221-3). Gemäss Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten der
Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP; Stand: 16.
Juni 2016/Korrigenda vom 17. Oktober 2016) ist das Observationsmaterial den
Angaben von Drittpersonen gleichgestellt (S. 8). Bei der Konsistenzprüfung hat eine
Besprechung von allfälligem Observationsmaterial stattzufinden (S. 10). Bei der
Bewertung von Observationsberichten und dabei gefertigter Videoaufnahmen wird (bei
Fehlen gegenteiliger Anhaltspunkte) davon ausgegangen, dass diese unverfälscht,
korrekt dokumentiert und vollständig sind (S. 13). Observationen stellen eine
zusätzliche Möglichkeit zur Beurteilung der Authentizität geklagter Leistungseinbussen
dar (S. 31). Diesen Grundsätzen ist Dr. O._ bei der Berücksichtigung des
Observationsmaterials gefolgt (siehe IV-act. 205-21 f.). Dass die über einen
mehrwöchigen Zeitraum an einzelnen Tagen erlangten Observationserkenntnisse über
die Überwachungsphase hinaus von Relevanz sind, ergibt sich vorliegend aus dem
Umstand, dass der Beschwerdeführer einen unveränderten Gesundheitszustand
beklagte und insbesondere für den Überwachungszeitraum keine vorübergehende
erhebliche gesundheitliche Verbesserung geltend machte. Die Ausführungen von Dr.
J._ zu den verschiedenen Zeiträumen (IV-act. 221-3) sind daher nicht stichhaltig.
Zudem lassen sich die Observationsergebnisse - entgegen der Darstellung von Dr.
J._ (IV-act. 221-3) - mit den Ergebnissen der Internetrecherche (siehe hierzu etwa IV-
act. 167 f.) und der Befunderhebung durch Dr. O._ (IV-act. 205-14 f.) vereinbaren.
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3.2 Ausserdem rügt der Beschwerdeführer, Dr. O._ habe kein umfassendes Bild von
der Tätigkeit als ehrenamtlicher Vereinspräsident gehabt (act. G 1, III. Rz 10, und act. G
27, III. Rz 2). Wie bereits vorstehend dargelegt, ergibt sich hierzu aus den Akten und
den Angaben des Beschwerdeführers bereits ein hinreichendes Bild, das die Annahme
einer gesundheitlichen Verbesserung bestätigt (siehe hierzu vorstehende E. 2.3).
3.3 Der Beschwerdeführer wirft Dr. O._ zudem vor, dass die
Querschnittsinformationen einer Momentaufnahme fälschlicherweise überbewertet und
wichtige Informationen aus dem Verlauf unterbewertet oder gar nicht erst beigezogen
worden seien (act. G 1, III. Rz 11). Dem kann nicht gefolgt werden. Die Beurteilung von
Dr. O._ beruht auf einer umfassenden Berücksichtigung und Diskussion der Akten,
einschliesslich der davon abweichenden Beurteilungen der behandelnden
medizinischen Fachpersonen und der Ergebnisse der Observation (IV-act. 205).
3.4 Bei der Würdigung der gutachterlichen Verlaufsbeurteilung fällt weiter ins Gewicht,
dass sowohl deren psychiatrischer als auch somatischer Teil auf einer umfassenden
Abklärung und einer objektiv-kritischen Prüfung der Leidensangaben sowie der sich
primär darauf abstützenden Einschätzungen der behandelnden medizinischen
Fachpersonen stützt (IV-act. 204 f.; siehe auch die Stellungnahme von Dr. O._ vom 7.
Dezember 2015, IV-act. 216). Aus den verschiedenen Berichten der behandelnden
medizinischen Fachpersonen ergeben sich keine objektiv wesentlichen
Gesichtspunkte, welche die Administrativgutachter ausser Acht gelassen haben. Die
abweichende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit beruht lediglich auf einer anderen
Würdigung, die jedoch ohne eine erkennbare objektiv-kritische Prüfung der
inkonsistenten Leidenspräsentation des Beschwerdeführers erfolgt ist (vgl. auch zur
Beweiskraft des Gutachtens die ausführliche Stellungnahme von Dr. K._ vom 17. Juli
2015, IV-act. 206). Gemäss dem bidisziplinären Verlaufsgutachten verfügte der
Beschwerdeführer spätestens im Zeitpunkt der Untersuchungen (Januar 2015, IV-act.
204-1 und IV-act. 205-1) wieder über eine vollständige Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten (IV-act. 204-21 und IV-act. 205-19). Hinsichtlich des
davorliegenden Zeitraums führte Dr. O._ aus, es könne nicht mit "notwendiger
Sicherheit" rekonstruiert werden, ab wann der Beschwerdeführer keine relevanten
Defizite mehr gezeigt habe. Es könne ausserdem nicht ausgeschlossen werden, dass
die entsprechenden Defizite in der Vergangenheit in einem geringeren Ausmass als
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beschrieben vorhanden gewesen seien (IV-act. 205-18 f.). Zu beachten ist indessen,
dass im Sozialversicherungsrecht der Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit massgebend ist (BGE 129 V 181 E. 3.1) und nicht eine "notwendige
Sicherheit". Dr. O._ legte plausibel dar, dass sich sowohl während der Observation
als auch in der psychiatrischen Untersuchung keine relevanten Defizite gezeigt hätten.
Insofern hätten diesbezüglich keine Diskrepanzen vorgelegen (IV-act. 205-21 f.). Auf die
Bedeutung dieser Ausführungen für den retrospektiven Verlauf wies Dr. K._ ebenfalls
hin (IV-act. 206-3). Gestützt auf die übrigen Akten, insbesondere zu den
Vereinstätigkeiten des Beschwerdeführers, ergibt sich insgesamt die überwiegend
wahrscheinliche Annahme, dass der Eintritt der gesundheitlichen Verbesserung und die
damit verbundene Wiedererlangung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten spätestens im Oktober 2011 eingetreten ist (eingehend
zum seitdem bestehenden Funktionsniveau siehe vorstehende E. 2.3). Vor diesem
Hintergrund kann offen bleiben, ob die Meldepflichtverletzung bzw. die damit
verbundene Verletzung des Grundsatzes, sich nach Treu und Glauben zu verhalten
(siehe vorstehende E. 1.5), im Revisionsverfahren eine Umkehr der Beweislast zu
Lasten des Beschwerdeführers zur Folge hat.
4.
Umstritten und nachfolgend zu prüfen ist weiter, ob der Beschwerdeführer die ihm
obliegende Meldepflicht verletzt hat und eine Anpassung des bisherigen
Rentenanspruchs ab Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung zu erfolgen
hat (siehe hierzu vorstehende E. 1.5).
4.1 Der Beschwerdeführer wurde in der Verfügung vom 3. April 2007 ein erstes Mal
ausdrücklich unter der Überschrift "Meldepflicht" darauf hingewiesen, dass er jede
Änderung in persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen, die den
Leistungsanspruch beeinflussen kann, der IV-Stelle unverzüglich zu melden hat. In der
beispielhaften Aufzählung wurde u.a. ein veränderter Gesundheitszustand genannt.
Ausserdem wurde er darauf aufmerksam gemacht, dass er bei Verletzung der
Meldepflicht rückerstattungspflichtig werden könne (IV-act. 111-4). Zur Beachtung der
Meldepflicht wurde er in der Mitteilung vom 8. April 2009 erneut ermahnt (IV-act. 123).
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4.2 Wie bereits dargelegt haben sich der Gesundheitszustand und namentlich die dem
Rentenanspruch zugrunde liegenden massiven Beeinträchtigungen im Funktionsniveau
des Beschwerdeführers spätestens ab Oktober 2011 in einer für ihn offenkundig
wahrnehmbaren Weise erheblich verbessert (siehe vorstehende E. 2.3). Es erfolgte
indessen keine entsprechende Meldung des Beschwerdeführers, geschweige denn
eine unverzügliche Mitteilung über die veränderten Verhältnisse. Am 20. Dezember
2011 meldete er lediglich eine Verschlechterung der Hörfähigkeit (IV-act. 124). Im
Fragebogen vom 26. April 2013 machte er einen unveränderten Gesundheitszustand
geltend. Er verneinte, dass er eine freiwillige unentgeltliche Arbeit oder ein öffentliches
unentgeltliches Mandat ausübe. Die Fragen, ob er regelmässig Kontakt mit Freunden
und Verwandten habe oder ein aktives Mitglied in einem Verein sei, verneinte er
ebenfalls, obschon ihm aufgrund dieser Fragestellungen bei Anwendung eines
Mindestmasses an Sorgfalt hätte klar sein müssen, dass auch rein ehrenamtliche
Tätigkeiten und Dienste anzugeben gewesen wären. Zum Tagesablauf führte er aus,
dass er spazieren gehe, einmal pro Woche die Ergotherapie besuche, fernsehe und
lese (IV-act. 130). Mit diesen Aussagen hat der Beschwerdeführer es nicht bloss
unterlassen, die konkreten Hinweise für eine wiedererlangte Arbeitsfähigkeit zu melden,
sondern er hat sogar ein Bild über seinen Alltag bzw. seine Funktionsfähigkeit
gezeichnet, das in Widerspruch zur Aktenlage steht (siehe vorstehende E. 2.3). Indem
der Beschwerdeführer einen unveränderten Zustand geltend machte und zudem
teilweise Fragen nach seinem Funktionsniveau in tatsachenwidriger Weise
(insbesondere bezüglich seines sozialen Funktionsniveaus) beantwortete, kann ihm der
Vorwurf nicht erspart bleiben, zumindest in fahrlässiger Weise die Meldepflicht verletzt
zu haben. Gerade im vorliegenden Fall, in dem die Rente aufgrund massivster
Beeinträchtigungen im sozialen Funktionsniveau zugesprochen wurde, waren
rechtzeitige, umfassende tatsachengetreue Angaben über die Alltagsaktivitäten für eine
Verlaufsbeurteilung von elementarer Bedeutung. Darauf zielten denn auch die
gestellten Fragen der Beschwerdegegnerin ab, was der Beschwerdeführer ohne
weiteres hätte erkennen müssen. Es kann mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
angenommen werden, dass die Beschwerdegegnerin in Kenntnis des tatsächlichen
Alltagsverhaltens und der aktiv-repräsentierenden Vereinstätigkeiten umgehend
umfassende Abklärungen betreffend den gesundheitlichen Verlauf und das effektiv
vorhandene Funktionsniveau in die Wege geleitet und bei korrekter Mitwirkung des
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Beschwerdeführers den Leistungsanspruch zeitnah angepasst hätte. Der
Vollständigkeit halber ist zu erwähnen, dass der Beschwerdeführer auch danach seiner
Meldepflicht nicht gehörig nachkam. Noch im von ihm am 2. Juni 2014 ausgefüllten
Fragebogen legte er die von ihm ausgeübten Vereinstätigkeiten nicht offen. Auf die
Frage, "welche Tätigkeiten - ausserhalb einer Erwerbstätigkeit - haben Sie seither
ausgeübt (z.B. Vereinstätigkeiten, Nachbarschaftshilfe, Freundschaftsdienste, freiwillige
karitative Tätigkeiten [...] etc.)?", antwortete er mit einem Strich bzw. verneinte sie (IV-
act. 154-2). Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer bezüglich der von ihm
geltend gemachten Einschränkungen detaillierte Angaben zu machen vermochte (siehe
etwa IV-act. 154-2), können rein sprachliche Versehen oder Missverständnisse
ausgeschlossen werden. Dies gilt umso mehr, als der Beschwerdeführer schon seit
2001 die schweizerische Staatsbürgerschaft hat (IV-act. 2-1 und IV-act. 125) und auch
die psychiatrische Begutachtung problemlos ohne Beizug eines Dolmetschers erfolgen
konnte (IV-act. 205-14). Schliesslich räumt der Beschwerdeführer selbst ein, dass eine
erhebliche Diskrepanz zwischen dem bestehe, was er zugebe, und dem, was aufgrund
der Akten erstellt sei (act. G 27, III. Rz 13).
5.
Zu ermitteln bleibt für die Zeit ab Oktober 2011 der Invaliditätsgrad des
Beschwerdeführers unter Berücksichtigung des verbesserten Gesundheitszustands
und der wiederlangten Arbeitsfähigkeit.
5.1 Hinsichtlich des Valideneinkommens besteht im Rahmen des Revisionsverfahrens
kein Anlass, von der ursprünglichen Festsetzung des Valideneinkommens durch die IV-
Stelle des Kantons Appenzell Ausserrhoden gemäss der Verfügung vom 3. April 2007
abzuweichen. Sie hatte damals mit Blick auf die Überzeit- und Nachtarbeitsentgelte
überzeugend begründet, weshalb nicht vollumfänglich auf die im individuellen Konto
erfassten Einkommen abgestellt werden kann (IV-act. 111 und IV-act. 107 f.). Das
damals berücksichtigte Valideneinkommen von Fr. 80'327.-- entspricht angepasst an
die bis zum Jahr 2011 eingetretene Nominallohnentwicklung einem Betrag von Fr.
85'193.-- (Index 2007, Männer: 2047; Index 2011, Männer: 2171).
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5.2 Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens ist zu berücksichtigen, dass der
Beschwerdeführer keine berufliche Ausbildung abschloss (IV-act. 2-4) und ihm wieder
jegliche leichte oder mittelschwere Tätigkeiten uneingeschränkt zumutbar sind (IV-act.
204-21). Der Bestimmung des Invalideneinkommens kann deshalb der Medianlohn für
Hilfsarbeitertätigkeiten gemäss der Lohnstrukturerhebung zugrunde gelegt werden.
Dieser beträgt für das Jahr 2011 Fr. 61'910.-- (vgl. Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-
Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2018). Mit Blick auf einen
allfälligen Tabellenlohnabzug (siehe hierzu BGE 126 V 75) ist zu beachten, dass dem
Beschwerdeführer sogar wieder mittelschwere Tätigkeiten zumutbar sind. Ihm steht
daher ein genügend breites Spektrum an Hilfsarbeitertätigkeiten offen. Einen
lohnrelevanten Nachteil auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt hat der
Beschwerdeführer aufgrund der rein qualitativen Einschränkungen daher nicht zu
befürchten. Der Beschwerdeführer war zwar während Jahren nicht mehr erwerbstätig.
Allerdings besteht unter Berücksichtigung seines aktiven Alltagsverhaltens und der
Vereinstätigkeiten keine Befürchtung, dass er bei einer Wiederaufnahme einer
Hilfsarbeitertätigkeit allein wegen der längeren Absenz vom Arbeitsmarkt dauerhafte
Lohnnachteile zu befürchten hätte. Es sind auch keine weiteren Gesichtspunkte
ersichtlich, weshalb der Beschwerdeführer bei der Verwertung der 100%igen
Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt lohnrelevante Nachteile zu
erwarten hätte, zumindest nicht in einem Ausmass, das einen über 10% liegenden
Tabellenlohnabzug rechtfertigen würde. Würde - wenn überhaupt höchstens - ein
10%iger Tabellenlohnabzug gewährt, resultierte ein Invalideneinkommen von Fr.
55'719.-- (Fr. 61'910.-- x 0.9).
5.3 Bei einem Invalideneinkommen von Fr. 55'719.-- resultiert eine Erwerbsunfähigkeit
von Fr. 29'474.-- (Fr. 85'193.-- - Fr. 55'719.--) und ein nicht mehr rentenbegründender
Invaliditätsgrad von aufgerundet 35% (Fr. 29'474.-- / Fr. 85'193.--).
5.4 Die Beschwerdegegnerin hat deshalb zu Recht den Rentenanspruch rückwirkend
aufgehoben und die Rentenaufhebung in zeitlicher Hinsicht in Bezug zum Eintritt der
für den Anspruch erheblichen Änderung (vorliegend spätestens Oktober 2011) gesetzt.
6.
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Zu prüfen bleibt die am 1. Februar 2016 verfügte Rückerstattung für die ab 1.
November 2011 bis 30. September 2015 ausgerichteten Rentenleistungen im Betrag
von insgesamt Fr. 215'286.-- (IV-act. 226). Der Beschwerdeführer hat gegen die
Rückerstattung und den Rückerstattungsbetrag an sich keine Rügen erhoben.
6.1 Gemäss Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG sind unrechtmässig bezogene Leistungen
zurückzuerstatten. Der Rückforderungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jahres,
nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber
mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung. Wird der
Rückerstattungsanspruch aus einer strafbaren Handlung hergeleitet, für welche das
Strafrecht eine längere Verjährungsfrist vorsieht, so ist diese Frist massgebend (Art. 25
Abs. 3 ATSG).
6.2 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist unter der Wendung "nachdem
die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat" (Art. 25 Abs. 2 ATSG) der
Zeitpunkt zu verstehen, in dem die Verwaltung bei Beachtung der ihr zumutbaren
Aufmerksamkeit hätte erkennen müssen, dass die Voraussetzungen für eine
Rückerstattung bestehen, oder mit anderen Worten, in dem sich der
Versicherungsträger hätte Rechenschaft geben müssen über Grundsatz, Ausmass und
Adressat des Rückforderungsanspruchs. Die Voraussetzungen für eine Rückforderung
müssen demnach gegeben sein und der Rückforderungsanspruch muss feststehen.
Das setzt nach der Praxis des Bundesgerichts u.a. voraus, dass über die
"Unrechtmässigkeit des Leistungsbezugs rechtmässig" verfügt bzw. - im
Beschwerdefall - gerichtlich entschieden worden ist. Das Bundesgericht hat wiederholt
entschieden, es sei nicht bundesrechtswidrig, zuverlässige Kenntnis von der
Rechtswidrigkeit des Leistungsbezugs erst nach Eintritt der Rechtskraft der
Rentenaufhebung anzunehmen (siehe zum Ganzen das Urteil des Bundesgerichts vom
23. März 2015, 8C_642/2014, E. 3.2 mit zahlreichen Hinweisen).
6.3 Im vorliegenden Fall ist die relative Verwirkungsfrist nach der Praxis des
Bundesgerichts offensichtlich gewahrt, nachdem sie aufgrund der noch nicht
rechtskräftigen Aufhebungsverfügung noch gar nicht zu laufen begonnen hat. Selbst
wenn davon abweichend betreffend den Fristenbeginn auf die Kenntnisnahme des
bidisziplinären Gutachtens abgestellt würde (Datum Posteingang IV-Stelle: 12. Juni
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2015, IV-act. 204), ist die einjährige Frist vorliegend gewahrt worden, selbst wenn
bezüglich der Fristwahrung nicht auf den Vorbescheid zur Rentenaufhebung vom 8.
September 2015 (IV-act. 207), worin bereits die Rückerstattung angezeigt wurde (siehe
hierzu Urteil des Bundesgerichts vom 29. November 2016, 8C_601/2016, E. 7.2.2),
sondern erst auf den Zeitpunkt des Erlasses der Rentenaufhebungsverfügung (28.
Januar 2016, IV-act. 222) oder gar des Erlasses der Rückerstattungsverfügung (1.
Februar 2016, IV-act. 226) abgestellt würde. Mit Blick auf die (absolute)
Verwirkungsfrist kann offen bleiben, ob vorliegend strafrechtliche Verjährungsfristen
von Bedeutung sind (siehe hierzu Art. 25 Abs. 2 Satz 2 ATSG), da bereits die kürzere
fünfjährige (absolute) Verwirkungsfrist gemäss Art. 25 Abs. 2 Satz 1 ATSG gewahrt
wurde.
6.4 Demnach hat der Beschwerdeführer die im Zeitraum vom 1. November 2011 bis
30. September 2015 unrechtmässig bezogenen Rentenleistungen im Betrag von
insgesamt Fr. 215'286.-- der Beschwerdegegnerin zurückzuerstatten.
7.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Eine Gerichtsgebühr von Fr.
600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm
daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf
eine Parteientschädigung.