Decision ID: e86ec571-b434-4455-953a-f7bdc35c0e69
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962, ist gelernte Verkäuferin und arbeitete ab November 2000 teilzeitlich für die
Y._
im Verkauf. Das Arbeitsverhältnis wurde durch die Arbeitgeberin per 2
8.
Februar 200
9
aufgelöst (
Urk.
5/23/1 ff.).
Am 1
4.
Juli 2011 meldete sich
X._
, welche seit Mai 2002 ununterbrochen in psychiatrischer Behandlung stand (vgl.
Urk.
5/3/3)
und sich seit 2002 diversen Operationen
hatte
unterziehen müssen (vgl.
Urk.
5/3/4-17), bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
5/4/3 ff.).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die berufli
chen und medizinischen Verhältnisse ab (
Urk.
5/8-18, 5/23) und führte am 2
5.
Januar 2012 eine Haushaltsabklärung durch (
Urk.
5/22)
. Mit
Verfügung vom
1
3.
Dezember 2012 verneinte sie einen Anspruch auf eine Invalidenrente, wobei sie einen Invaliditätsgrad
von 20
%
gestützt auf die gemischte Methode (50
%
Erwerb/50
%
Haushalt) ermittelte (
Urk.
4/49). Mit der dagegen gerichteten Beschwerde vom 3
1.
Januar 2013 liess die Versicherte mehrere psychiatrische Berichte, unter anderem einen Austrittsbericht des
Z._
zu einem stationären Aufenthalt vom 1
0.
Juli bis 1
4.
August 2012 einreichen (
Urk.
5/51/3-26). Nachdem im gerichtlichen Verfahren beide Parteien von einer ungenügenden Abklärung des psychischen Gesundheitszustandes der
Versicher
ten
ausgegangen waren
, hiess das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich die Beschwerde mit Urteil IV.2013.00108 vom 3
0.
Juni 2014 in dem Sinne gut,
dass
es die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache zu ergänzenden Ab
klärungen des psychischen Gesundheitszustandes an die Verwaltung zurückwies (
Urk.
7/64).
1.2
Die IV-Stelle nahm in der Folge weitere ärztliche Bericht
e
zu den Akten, welchen unter anderem zu entnehmen ist, dass sich die
Versicherte
am 2
5.
November 2014 einer
Disku
s
hernienoperation
L4/5 hatte unterziehen müssen (
Urk.
5/71-76)
. Am
6.
Juli 2015 folgte eine Infiltration der rech
ten Hüfte (
Urk.
5/8
5/6 f.), im Oktober 2015
eine Hüfttotalprothesenoperation rechts (erwähnt in:
Urk.
5/105/7).
Nach dem Einholen weiterer ärztliche
r Berichte (
Urk.
5/86-90, 5/92)
gab die IV-Stelle eine polydisziplinäre (Allgemeine Innere Medizin/Psychiatrie/Rheumatologie) Abklärung in Auftrag, welche über den
Medap
-Auftrag Nr.
A._
der MEDAS
B._
zugeteilt wurde (
Urk.
5/96; MEDAS-Gutachten vom 2
5.
Februar 2016,
Urk.
5/105)
.
Mit Schreiben vom 1
8.
November 2016 informierte die IV-Stelle die Versicherte dahingehend, dass die Abklärungen ergeben hätten, dass die Voraussetzungen für die
Zusprache
einer Rente nicht erfüllt seien. Zudem wurde sie im Zusammenhang mit ihrer Mitwirkungspflicht und im Hinblick auf allfällige zukünftige Leistungen darauf hingewiesen, dass die Abklärungen auch ergeben
hätten, dass ihr Gesundheitszustand mit der Weiterführung und Intensi
vierung der fachpsychiatrischen Behandlung und einer Dosisanpassung der Medikation wesentlich verbessert werden könn
te
. Auch könn
e mit einer Ge
wichts
reduktion sowie durch aktivierende physikalische Massnahmen die Leis
tungsfä
higkeit zumindest erhalten werden (
Urk.
5/127).
Nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(
Urk.
5/129-138) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 3
1.
Januar 2017 wiederum einen Anspruch auf Leistungen der Invaliden
versiche
rung, wobei sie nunmehr von einer im Wesentlichen uneingeschränkten Arbeits
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Verkäuferin
wie auch im Haushalt
ausging (
Urk.
2).
2.
Gegen diesen Entscheid liess
X._
am
3.
März 2017 Beschwerde erheben und beantragen, die Beschwerdegegnerin sei zur Ausrichtung mindestens einer
Dreiviertelsrente
zu verpflichten (
Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Vernehmlassung vom 2
5.
April 2017 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
4). Mit der Replik vom 1
6.
August 2017
liess die Beschwerdeführerin am einga
ngs gestellten Antrag festhalten (
Urk.
11). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf
die
Einreichung einer Duplik (
Urk.
13). Mit Verfügung vom 2
5.
April 2018 gewährte das Gericht den Parteien das rechtliche Gehör zur mit BGE 143 V 409 und 143 V 418 geänderten Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Beurteilung des An
spruchs auf eine Invalidenrente bei psychischen Leiden (
Urk.
15). Die der jeweil
s
anderen Partei zur Kenntnis gebrachten Stellungnahmen der Parteien hierzu da
tieren vom 1
7.
Mai 2018 (
Urk.
17) und vom
6.
Juni 2018 (
Urk.
21).
Auf
die Vorbringen
der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vo
raus (
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.3
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung).
Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung
–
fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz
auszuschliessen
sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder
äusserer
Belastungsfaktoren
einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die
funktionellen
Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüs
sig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6;
vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3
).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Jan
uar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.4
Sowohl
bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditätsbe
messung (
Art.
28a IVG) zu bestimmen (
BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b
).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine
versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches
Ausmass
der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Beson
de
ren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen.
Massgebend
sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist
(BGE
144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E.
3.1, 137 V
334
E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E.
3b
).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Be
urteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten
Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (
vgl. BGE 144 I 28 E.
2.4
)
.
1.
5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam
men, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entschei
dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un
tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt
nis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der me
dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag ge
gebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte den Anspruch auf eine Invalidenrente im an
gefochtenen Entscheid mit der Begründung
, dass aus somatischer Sicht zwar die segmentale Belastbarkeit nach Bandscheibenoperation vermindert sei, dass daraus jedoch keine dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultierte. Aus psychiatrischer Sicht sei im MEDAS-Gutachten keine schwere, nicht mehr behandelbare Störung festgestellt worden. Es liege folglich kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor. Auch sei die Beschwerdeführerin in der Lage, ihren Haushalt zu versorgen; an
der Qualifikation 50
%
Erwerb/
50
%
Haushalt werde festgehalten (
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin lässt dagegen im Wesentlichen vorbringen, dass
sie im Gesundheitsfalle vollerwerbstätig wäre, dass der Invaliditätsbemessung mithin nicht die gemischte Methode zugrunde zu legen sei
. Was die Arbeitsfähigkeit anbelange, setze sich die Beschwerdegegnerin nicht nur über die Beurteilung im von ihr eingeholten MEDAS-Gutachten hinweg, sondern auch über diejenige ihre
s
Reg
ionalärztlichen Dienstes (RAD), welch
e
beide von einer lediglich noch
50%igen Arbeitsfähigkeit
in angepasster Tätigkeit ausgegangen seien
(
Urk.
1, 11)
. Im Ü
brigen entspreche das psychiatrische Teilgutachten der MEDAS den be
weisrechtlichen Anforderungen gemäss der geänderten bundesgerichtlichen Rechtsprechung
zur Beurteilung psychischer Leiden
(
Urk.
21).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf eine Invalidenrente für die Zeit ab
1.
Januar 2012 (
frühest
möglicher Rentenbeginn gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG) bis zum Erlass des hier angefochtenen Entscheids vom 3
1.
Januar 2017, welcher rechtsprechungsgemäss
die zeitliche Grenze
für die richterliche Überprüfungsbefugnis
bildet (BGE 132 V 215 E. 3.1.1
), zu Recht verneint hat. Streitig ist in diesem Zusammenhang neben der zu klärenden Frage nach dem Gesundheitszustand und der Arbeitsfähigkeit, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden erwerbstätig wäre.
3.
3.1
In somatischer Hinsicht
lässt sich den Akten entnehmen, dass sich die Beschwer
deführerin im November 2002 einer operativen Versorgung ihres Karpaltunnel
syndroms rechts unterzogen hatte (
Urk.
5/3/4 f.), am 1
7.
Dezember 2003 folgte eine
Plika
-Resektion im rechten Knie (
Urk.
5/3/6 f.) und am
5.
Februar 2007 eine operative Versorgung eines CTS links bei einem Status nach Dekompression des
Nervus
medianus
durch Spaltung des
Retinac
ulum
flexorum
rechts 2004 (
Urk.
5/3/8 f.)
. Im Rahmen einer Hospitalisierung im Kantonsspital Winterthur vom
3.
bis 2
8.
Januar 2008 aufgrund eines therapieresistenten, chronischen
lum
bospondylogenen
Syndroms mit möglicher
radikulärer
Kompone
nte S1 rechts
zeigte das MRI als Hauptbefund eine
breitbasige
Diskushernie L5/S1 mit mögli
cher Affektion der Nervenwurzel S1 (vgl. Bericht des
C._
vom 2
4.
Januar 2008,
Urk.
5/3/10 f.).
Eine am 2
4.
April 2008 erlittene Unterschenkelfraktur links wurde am 1
4.
und 1
8.
April 2008 im
D._
operativ versorgt (
Urk.
5/3/12 f.). Am
8.
Dezem
ber 2010 musste sodann eine bei einem Treppensturz vom Februar 2010 erlittene Intervall-Läsion der
Rotatorenmanschette
rechts mittels
Acrom
i
oplastik
und einer Tenotomie der langen
Bicezpssehne
sowie einer
Rotatorenmanschettenre
konstruktion
versorgt werden (
Urk.
5/3/15 f.). Kurz vor der Anmeldung zum Leis
tungsbezug bei der Invalidenversicherung zog sich die Beschwerdeführerin bei einem Ausrutscher auf der Toilette
noch
eine Schrägfraktur Phalanx
Intermedius
Dig
. IV
an der rechten Hand zu (
Urk.
5/3/17).
Die Diagnosen im Bericht des Hausarztes der Beschwerdeführerin
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, vom
3.
Oktober 2011 lauteten wie folgt (
Urk.
5/11/6):
-
Schmerzhafte
Supraspinatussehnenruptur
mit Verdacht auf Instabilität der
langen
Bizepssehne
rechts zur
arthroskopischen
R
o
tatore
nman
schetten-Rekonstruktion
am
8.12.2010
-
Arterielle Hypertonie
-
Hand- und Fingerekzem bei
epikutaner
Sensibilisierung auf Nickelsulfat
-
Status nach CTS-Operation rechts 2002
-
Status nach CTS-Operation links 2007
-
Rezidivierende depressive Störung, psychosoziale Belastungssituation,
Anpassungsstörung
-
PHS
links mit
subacromialem
Impingement
-
Thoracic
Outlet Syndrom links (2004)
-
Oligosymptomatisches
gastro-oesophageales
Refluxleiden
, funktionelle
Dyspepsie
-
Adipositas
-
Hä
morrhoidalleiden
-
St
atus nach
Hämorrhoidalthrombose 2006
-
St
atus nach
Kniearthroskopie rechts,
Plicaresektion
bei;
Patellainstabilität
12/2003
-
Achillodynie
rechts bei V
erdacht auf
Haglund
-
Exostose
rechts 2007
-
Therapieresistentes LSS/LRS S1 rechts
-
Mediolaterale
Diskushernie L5/S1
-
St
atus nach
CT-gesteuerter Infiltration 12/2007
-
Wirbelsäulenfehlhaltung (Hyperlordose,
thoraco
-lumbale Skoliose)
-
Fascettenüberlastungs
-Problematik tief-lumbal
-
Beckentiefstand links
-
Ausgeprägtes Hypermobilitätssyndrom mit/bei
-
Symptomatischen multiplen
Periarthralgien
-
Tendenzielle
m
Weichteilrheumatismus
-
Status nach
Osteosynthese einer Unterschenkelf
raktur links 4/2008,
Refixation
der vorderen
Syndesmose
-
Status nach
Sektion 1992
.
Dr.
E._
erachtete
die Depression
als
im Vordergrund
stehend
. Seit der Schulteroperation im Dezember 2010 bestehe eine eingeschränkte Beweglichkeit rechts mit eingeschränktem Schürzengriff. Zudem könne die Beschwerdeführerin seit der Unterschenkelfraktur nicht mehr knien
,
und langes Stehen verursache
Schwellung
en
und Schmerzen im oberen Sprunggelenk links. Auch bestünden Kreuzschmerzen linksseitig beim Sitzen oder längerem Stehen mit Parästhesien im ganzen Fuss. Die Arbeitsfähigkeit
liege
wie bisher bei 50
%
(
Urk.
5/11/8)
.
Auf Überweisun
g von
Dr.
E._
folgte ein station
ärer Aufenthalt im
C._
vom 1
6.
b
is 1
8.
Mai 2012 bei einer
cauda
equina
-Symptomatik (
Urk.
5/431/1)
.
3.2
Was den psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin anbelangt, zeigt die Aktenlage bis zum Erlass des Urteils IV.2013.00108 vom 3
0.
Juni 2014 folgendes Bild:
Gemäss ärztlichem Zeugnis von
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
6.
April 2011 (
Urk.
5/3/3) steht
die Beschwerdeführerin seit dem 2
9.
Mai 2002 wegen chronischer Depressionen ununterbrochen in seiner Behandlung.
Dr.
F._
erachtete sie seit dem 1
9.
November 2007 aus psychischen Gründen zu 50
%
als dauerhaft arbeitsunfähig; zwischenzeitlich sei die Beschwerdeführerin wegen Unfällen und körperlichen Beschwerden immer wie
der zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. In einem Bericht vom 1
7.
August 2011 erklärte
Dr.
F._
, dass die Beschwerdeführerin schon immer psychisch wenig be
lastbar gewesen sei und bereits vor 2002 zwei Therapeuten aufgesucht habe. Vom
1.
Juni bis
8.
Juli 2004 sei sie stationär in der psychiatrischen Klinik
Z._
behandelt worden. Seine psychiatrische Diagnose lautete auf eine seit mindestens 2002 vorliegende rezidivierende depressive Störung, zeitweise schwer-, meist mittelgradig (
Urk.
5/9; Austrittsbericht der Psychiatrischen Privatklinik
Z._
, 5/17). Im Rahmen eines stationären Aufenthalts in der
G._
vom 1
3.
November bis 1
0.
Dezember 2011 w
urde sodann eine rezidivierende
mittelgradige depressive Störung diagnostiziert (
Urk.
5/33).
Gemäss Bericht von
Dr.
F._
vom 1
9.
Januar 2013, habe sich der psychische Zu
stand der Beschwerdeführerin seit August/November 2011 deutlich verschlech
tert. Ein Arbeitsversuch als Kioskverkäuferin mit einem 50%-Pensum in den Monaten August bis Oktober 2011 habe wegen deutlicher Zunahme körperlicher Beschwerden sowie der psychischen Verzweiflung und der Depression abgebro
chen werden müssen. Seither liege diagnostisch konstant eine
chronifizierte
mittel- bis
schwergradige
depressive Störung (ICD-10 F33.2/33.11) vor. Ausdruck hiervon seien diverse (teil-)stationäre Klinikaufenthalte, so jener in der
G._
vom 1
3.
November bis 1
0.
Dezember 2011 (vgl.
Urk.
5/33), in der
H._
vom 3
0.
April bis 1
6.
Mai 2012 (vgl.
Urk.
5/39) und im
Z._
vom 1
0.
Juli bis 1
4.
August 2012 (vgl.
Urk.
5/50/5-8).
Dr.
F._
hielt fest, die Beschwerdeführerin sei immer wieder schwer verzwei
felt, deprimiert, oft ernsthaft suizidal. Sie sei schwer antriebsgestört, energielos, habe
Sinnlosigkeitsgefühle, Verzweiflungszustände und permanente Suizidphan
tasien. Sie habe Schlafstörungen, sei vital schwer eingeschränkt, leide zudem an multiplen Körperschmerzen und sei nicht fähig, Kontakte zu knüpfen. Er beurteile die Beschwerdeführerin wegen des anhaltenden schweren depressiven Zustandes seit November 2011 als durchgehend zu 100
%
arbeitsunfähig. Dies gelte für alle Arten leistungsorientierter Tätigkeiten, phasenweise aber auch für Tätigkeiten in einer geschützten Werkstätte. Die Prognose sei sowohl bezüglich der körperlichen Beschwerden als auch und vor allem in Bezug auf den psychischen Zustand sehr ungünstig. Dieser Verlauf zeige sich trotz konstanter stationärer und ambulanter psychotherapeutischer Behandlung und trotz regelmässiger Pharmakotherapie (
Urk.
5/51/19-20).
Gemäss Bericht des
I._
vom 1
1.
Juli 2012, wo sich die Beschwerdeführerin
vom
1
5.
November bis 2
4.
Dezember 2012 einem mehrwöchigen Intensivrehabilitationsprogramm unterzogen hatte, welches we
gen einer massiven Verschlechterung des Gesundheitszustandes habe abgebro
chen werden müssen,
litt
die Beschwerdeführerin an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), einer ge
neralisierten Angststörung (ICD-10 F41.1) und einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4). Es liege auch für angepasste Tätigkeiten auf län
gere Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor (
Urk.
5/62/8 ff.). Die Diagnose im Austrittsbericht des
Z._
vom
5.
September 2012 zum Aufent
halt vom 1
0.
Juli bis 1
4.
August 2012 lautete auf eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (
Urk.
5/50/5 ff.).
Dr.
F._
erklärte am 1
2.
November 2013, dass sich im Wesentlichen nichts geändert habe und eine
chronifizierte
rezidivierende, meist
schwergradige
depressive
Störung vorliege (
Urk.
5/62/13).
Gestützt auf diese Aktenlage sowie angesichts der diesbezüglich gleichlautenden Parteianträge erfolgte die Rückweisung im Urteil IV.2013.00108 vom 3
0.
Juni 2014 zu ergänzenden psychiatrischen Abklärungen (
Urk.
7/64/3 f.).
3.3
Nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils
vom 30. Juli 2014
nahm die Beschwer
degegnerin unter anderem einen Bericht von PD
Dr.
med.
J._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, Wirbelsäulen- und Schmerzklinik
K._
, vom
1.
November
2014 zu den Akten.
Dr.
J._
dia
g
n
ostizierte eine therapieresistente Ischialgie rechts mit intermittierendem L5-Syndrom bei Diskushernie L4/5 mit Verdacht auf eine dynamische
Wurzelkompression L5 rechts. Dieser Zustand be
stehe seit 5 Jahren bei anamnestisch zusätzlichen psychiatrischen Aspekten, einer Adipositas und psychosozialer Problematik. Nach dem Versagen konservativer Massnahmen wie versc
hiedenen Infiltrationen
erfolge eine Weiterweisung der Beschwerdeführerin an
Dr.
med.
L._
zur Evaluation einer operati
ven Behandlung mit Dekompression und allenfalls Stabilisation L4/5 rechts. Die
Beschwerdeführerin sei seit mindestens Dezember 2012 als Verkäuferin zu 100
%
arbeitsunfähig. Derzeit sei auch keine Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsan
gepassten Tätigkeit quantifizierbar. Es werde sicher auch
nach
einer operativen Behandlung eine eingeschränkte Belastbarkeit persistieren (
Urk.
5/71).
Dr.
F._
sprach sich am
1.
November 2014
wiederum
dafür aus, dass die rezidi
vierende depressive Störung seit November 2011 anhaltend
schwergradig
sei
und keinerlei Tätigkeit mehr zumutbar sei (
Urk.
5/72).
Gemäss Bericht von
Dr.
E._
vom 2
5.
November 2014 litt
die Beschwerde
führerin seit Ende 2013 immer wieder unter rechtsseitigen Rückenschmerzen mit Ausstrahlungen ins recht
e
Bein. Nach Scheitern der konservativen Therapien sei nun die Dekompression L4/5 angezeigt.
Er ging nunmehr von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit seit
2.
Oktober 2013 aus (
Urk.
5/73).
Gemäss
Dr.
L._
, FMH
für Orthopädische Chirurgie,
M._
, werde vermutlich auch nach der am 2
5.
November 2014 durchgeführ
ten
Hemilaminektomie
mit
Neurolyse
und Dekompression L4/5 eine Rest-
Fussheberschwäche
vorhanden bleiben, welche die Gehfähigkeit vermindere, daher sei die Prognose im angestammten Beruf ungünstig. Zurzeit bis mindestens 3 Monate postoperativ sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeits
un
fähig (
Urk.
5/75).
Nach dem knapp dreiwöchigen postoperativen
Reha
a
ufenthalt
in der
Z._
vom
4.
bis 1
7.
Dezember 2014 war die Beschwerdeführerin gemäss Austrittsbericht vom 1
7.
Dezember 2014 in der Lage, sicher an Unter
armgehstöcken zu gehen und 20 Treppenstufen zu steigen. Eine genaue Stel
lung
nahme zur Arbeitsfähigkeit
sei mangels genauer Kenntnis der Vorgeschichte schwierig; üblicherweise mü
sse von bis zu 12 Wochen Arbeitsunfähigkeit nach der Rückenoperation ausgegangen werden (
Urk.
5/76/7 ff.). Am 1
6.
Februar 2015 schilderte
Dr.
L._
einen verzögerten Verlauf mit imm
er noch Schon
hinken und L5-Ausfa
ll rechts sowie nicht
dermatombezogener
Hypoästhesie; ansonsten sei die Beschwerdeführerin nun ohne Stöcke mobil. Sollte die Ausfall
symptomatik bei der Verlaufskontrolle in sechs Monaten immer noch präsent sein, könnte allenfalls eine Unterschenkelorthese rechts die Gehfähigkeit verbes
sern. Die Reintegration in den Arbeitsprozess sei eher fraglich; monotones Stehen und Sitzen sowie Tragen von 5-10 Kilogramm sollte dauerhaft gemieden werden (
Urk.
5/77).
Bei diagnostizierten beginnenden degenerativen Veränderungen der rechten Hüfte, einer therapieresistenten Ischialgie rechts und einem intermittierende
n
sensiblen L5-Syndrom rechts folgte am
6.
Juli 2015 im
N._
eine Infiltration der rechten Hüfte zur Differentialdiagnose respektive Therapie (
Urk.
5/85/5 ff.)
.
Der seit
6.
Februar 2015 behandelnde Psychiater
Dr.
med.
O._
schloss sich der Beurteilung seines Vorgängers
Dr.
F._
,
wonach die Beschwerdeführerin
den
Belastungen im ersten Arbeitsmarkt unter normal üblichen Bedingungen auf
grund ihrer deutlich reduzierten psychischen Belastbarkeit kaum gewachsen sei, an. Unter angepassten Bedingungen in Sinne einer erheblichen Reduktion der Anforderungen an die Produktivität in Verbindung mit einem wohlwollenden Umfeld mit klar vorgegebenen Aufgaben inklusive reduzierten Anforderungen an die geistige Flexibilität erachtete er medizinisch-theoretisch eine Arbeitsfä
higkeit von 50
%
vorstellbar, wobei er Integrationsmassnahmen als zwingend erforderlich erachtete. Diagnostisch schloss er aktuell auf eine rezidivierende Stö
rung, gegenwärtig leicht bis mittelgradig mit/bei einem Verdacht auf geminderte Intelligenz, bei einer erheblich reduzierten psychischen Belastbarkeit und bei selbstunsicheren, ängstlichen Persönlichkeitszügen (
Urk.
5/88
).
Dr.
L._
führte am 1
0.
August 2015 aus, dass sich die
Fussheber
schwäche
leider nicht verbessert habe, weshalb eine Fussorthese verordnet wor
den sei. Bei der Verlaufskontrolle 6
Monate postoperativ hätten sich noch eine L5-Ausfall-Symptomatik rechts sowie Belastungsbeschwerde
n
und auch
Inguinalschmerzen
gezeigt. Die Beschwerdegegnerin gehe in der Regel mit einem Stock; stockfreies Gehen sei nur mühsam möglich. Prognostisch sei die Situation ungünstig (
Urk.
5/90).
3.4
Im Rahmen der Begutachtung
in der MEDAS
B._
wurde die Beschwerdeführerin
im Januar 2016 allgemein-innermed
i
zinisch, rheumatolo
gisch und psychiatrisch exploriert. Wie dem Auszug der medizinischen Akten zu entnehmen ist, wurde
sie
anlässlich einer
Hospitalisation
in der
P._
vom 2
9.
September bis
5.
Oktober 2015
(Bericht nicht in den Akten
) mit einer Hüft-Totalprothese rechts mit intraoperativer Fissur und
Cerclage
versorgt (
Urk.
5/105/7).
Gemäss Anamnese in der rheumatologischen Teilbegutachtung e
rklärte die Beschwerdeführerin, dass es ihr bezüglich der neueren Leisten
schmerzen seit dem Einsatz der Hüftprothese deutlich
besser
gehe
. Im Wesentli
chen unverändert seien dagegen die Schmerzen im Rückenbereich, insbesondere im Kreuz, habe doch die Rückenoperation zu keiner wesentlichen Verbesserung geführt. Seit zirka 2014 seien Schulterschmerzen rechts hinzugetreten. Im Vor
dergrund stünden aber die psychischen Probleme, die Depression und die Angst
gefühle (
Urk.
5/105/19 f.
).
In der zusammenfassenden Beurteilung
lauteten die Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wie folgt (
Urk.
5/105/12):
-
Anhaltende in der Ausprägung etwas schwankende depressive Störung
-
Sonstige näher bezeichnete Persönlichkeitsstörung mit ängstlichen, ver
meidenden, sozialphobischen Zügen und pathologischer Schmerzver
arbeitung
-
Chronisches
lumbosakrales
Schmerzsyndrom mit Ausstrahlung in beide Beine
-
Multifaktoriell bedingt
-
Status nach
Hemilaminektomie
,
Neurolyse
, Dekompression L4/5 rechts vom 25.11.2014
-
Mit/bei erheblicher muskulärer
Dekonditionierung
, Adip
ositas (
BMI
40), leichten degenera
tiven Veränderungen
-
Status nach Hüft-TP rechts
September 2015
-
Ohne relevante funktionelle Einschränkungen.
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit massen die zuständigen Gutachterperso
nen der leichten
Impingementssymptomatik
rechts ohne relevante funktionelle Einschränkung bei.
Aus rheumatologischer Sicht werde die Arbeitsfähigkeit lediglich durch die lum
bale Schmerzsymptomatik mässig eingeschränkt und zwar in dem Sinne, dass schwere Arbeit nicht, leichte bis mittelschwere Arbeit dagegen voll zumutbar sei. Was die angestammte Tätigkeit im Verkauf anbelange könne infolge fehlenden Belastungsprofils keine definitive Beurteilung erfolgen. In psychischer Hinsicht sei die Beschwerdeführerin seit ihrer Kindheit belastet, habe mehrmalige ambu
lante und stationäre Behandlungen durchlaufen und
klage
heute
über
Antriebs
losigkeit, Traurigkeit und Angstzustände. Gemäss der unter Berücksichtigung der massgeblichen Indikatoren erfolgten psychiatrischen Teilbegutachtung sei die diagnostizierte Gesundheitsschädigung bedeutsam und schränke die Arbeitsfä
higkeit massgeblich im Umfang von 50
%
ein.
Insgesamt sei von dieser Ein
schränkung auszugehen und zwar auch in jeder angepassten Tätigkeit. Aus psy
chiatrischer Sicht gelte diese Einschätzung der Arbeitsfähigkeit seit 2011, aus rheumatologischer Sicht ab dem Zeitpunkt der Begutachtung (
Urk.
5/105/12 f.).
Der rheumatologische
Teilgutachter
Dr.
med.
Q._
, Facharzt für Rheumatologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation, FA Sonographie des Bewegungsappa
rates (SGUM), hielt zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit fest, dass vor dem Gutach
tenszeitpunkt die Arbeitsfähigkeit durch die entsprechenden operativen Eingriffe und die notwendigen Rehabilitationsphasen eingeschränkt worden sei. Eine de
taillierte Aussage sei retrospektiv nicht möglich (
Urk.
5/105/24).
Pract
. med.
R._
, Facharzt
für Arbeitsmedizin, des RAD
beurteilte
das MEDAS-Gutachten in seiner Stellungnahme vom
7.
März 2016 als vollumfäng
lich beweiskräftig und sprach sich dafür aus, dass aufgrund der im Zeitraum zwi
schen 2011 bis Ende 2015 durchgeführten Operationen und der dadurch beding
ten
Rekonvaleszenzphasen
sowie der medizinischen
Behandlungen zumindest zeitweise von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Nach Abschluss der jeweiligen medizinischen Behandlungen (geschätzte Dauer jeweils
3-6 Monate) sei aus versicherungsmedizinischer Sicht dann jeweils wieder von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (
Urk.
5/126/5 f.).
4.
4.1
Im Rahmen der Würdigung der medizinischen Akten erweist sich das Gutachten der MEDAS
B._
im Lichte der höchstrichterlichen Anforderungen an die Beweiskraft einer medizinischen Expertise (vgl. obige E. 1.6) und der übrigen medizinischen Akten als in wesentlichen Teilen überzeugende, in Kenntnis der
Vorakten
erstellte und nachvollziehbar begründete ärztliche Beurteilung.
Was den somatischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin anbelangt
, ist sowohl dem Aktenauszug im Hauptgutachten (
Urk.
5/105/2 ff.) als auch der Anamnese aufgrund der subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin im rheumatologischen Teilgutachten (
Urk.
5/105/19) die eindrückliche Krankenge
schichte mit einer Vielzahl an Operationen zu entnehmen. Trotz der diversen Eingriffe
blieben die objektivierbaren klinischen wie auch die radiologischen Be
funde letztlich
im
?
egutachtungszeitpunkt
relativ bescheiden. So legte der rheumatologische Teilgutachter
Dr.
Q._
unter Bezugnahme auf die allseitig er
hobenen Befunde in nachvollziehbarer Weise dar, dass bezüglich des Bewegungs
apparates im Wesentlichen ein multifaktorielles
Vertebralsyndrom
mit geklagten Ausstrahlungen in beide Beine vorliege, wobei die lumbale Beweglichkeit nicht wesentlich eingeschränkt sei und eine peripher
radikuläre
Symptomatik klinisch bestmöglich ausgeschlossen werden könne. Auch könne die diffuse Schwäche am rechten Fuss keiner neuroanatomischen Struktur zugeo
rdnet werden.
Bei
An
haltspunkten für eine gewisse subjektive "Problemüberzeichnung" bei musk
ulä
rer
Dekonditionierung
, welch letztere
möglicherweise durch die psychiatrische Komorbidität und die Adipositas mitunterhalten werde (
Urk.
5/105/23)
, erachtete
Dr.
Q._
schwere körperliche Arbeiten aufgrund der verminderten segmentalen Belastbarkeit nach der Bandscheibenoperation als nicht mehr zumutbar. Was den Zustand nach der Hüftprothesentransplantation anbelangt, erkannte
er
in Über
einstimmung mit den anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin (
Urk.
5/105/20) einen guten postoperativen Verlauf, ging aber - ebenfalls nach
vollziehbar – aufgrund der allgemeinen medizinischen Erfahrung von einer gewissen verminderten Belastbarkeit aus.
Auch wenn
Dr.
Q._
die
erhebbaren
Befunde im Zusammenhang mit den Schulterbeschwerden insgesamt als zu gering erachtete, als dass sich eine weitere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit rechtfertige, trug er denselben im Rahmen des Zumutbarkeitsprofils dennoch Rechnung mit der Begrenzung der
Gewichtslimite
bis
Schulterhöhe auf 5 Kilo
gramm.
Insgesamt erscheint das
von ihm erstellte, der Gesamtbeurteilung zugrunde gelegte Zumutbarkeitsprofil (
Urk.
5/105/13, 5/105/24), wonach der Beschwerde
füh
rerin leichte bis maximal mittelschwere Tätigkeiten, vorzugsweise wechselbe
las
tend (stehend/gehend) mit lediglich vereinzeltem Heben von Lasten bis 5 Kilo
gramm auf Schulterhöhe und 10 Kilogramm über Beckenhöhe, ohne Tätigkeiten mit Halte- und Sicherungsfunktionen sowie
Arbeiten
auf Leitern und Gerüsten,
solchen
mit Vibrationen und mit gehäuften vertebralen Rotationen,
B
ücken und
K
nien zumutbar seien, als
begründet und
mit den erhobenen Befunden
sowie
der übrigen medizinischen Aktenlage im Einklang stehend (vgl. unter anderem: Zumutbarkeitsprofil von
Dr.
L._
, in:
Urk.
5/77/1). Nachvollziehbar
ist auch, dass die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Verkäuferin nicht pauschal beurteilt werden kann, sondern vom konkreten Belastungsprofil einer Stelle abhängt.
Wie
Dr.
E._
bereits im Oktober 2011 feststellte
(vgl.
Urk.
5/11/7) und die Beschwerdeführerin selber beton
te,
e
rachtete auch
Dr.
Q._
die psychischen Probleme als im Vordergrund stehend (
Urk.
5/105/25). Ob es sich rechtfertigt, aus somatischer Sicht ab dem Zeitpunkt der Begutachtung durch
Dr.
Q._
im Januar 2015 von einer grundsätzlich uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit auszugehen – wie im Rahmen der Gesamtbeurteilung der MEDAS ge
folgert (vgl.
Urk.
5/105/13) - oder ob aufgrund der körperlichen Einschränkungen ebenfalls eine gewisse quantitative Reduktion der Arbeitsfähigkeit anzunehmen ist, kann letztlich offenbleiben, würde eine solche doch in jedem Fall in der Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit infolge des psychischen Gesundheitsschadens aufgehen (vgl. nachfolgende E. 4.2).
Was den Verlauf der Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht a
nbelangt, sprachen
sich
Dr.
S._
(
Urk.
5/105/24)
und
der RAD-Arzt med.
pract
.
R._
(
Urk.
5/126/6) nachvollziehbar dafür aus, dass die Arbeitsfähigkeit bis zur Begut
achtung wesentlich durch die bis Ende 2015 durchgeführten Operationen, mithin die Rückenoperation im November 2014 und die Hüftoperation im September 2015
sowie
die anschliessenden
Rekonvaleszenzzeiten
be
e
influsst wurde.
Gemäss
Dr.
E._
verschlechterten sich die seit Jahren bestehenden (vgl.
Urk.
5/3/10 f.) rechtsseitigen Rückenbeschwerden mit Ausstrahlungen ins rechte Bein Ende 2013 (
Urk.
7/73/3), was gemäss Aktenlage denn auch zur Überweisung der Beschwerdeführerin an PD
Dr.
J._
führte, welcher die Behandlung am 1
7.
Dezember 2013 aufnahm. PD
Dr.
J._
erachtete die Beschwerdeführerin an
gesichts des operationswürdigen Befunds nach
dem
Scheitern sämtlicher konser
vative
n
Massnahmen aufgrund der eingeschränkten Belastbarkeit der Wirbel
säule gemäss seinem Bericht vom
1.
November 2014 zwar seit mindestens
Dezember 2012 als zu 100
%
arbeitsunfähig in jeder Tätigkeit (
Urk.
5/71/2 f.); angesichts der erst seit zirka Dezember 2013 in den medizinischen Akten doku
mentierten Verschlechterung des diesbezüglichen Gesundheitszustandes ist aber erst ab Dezember 2013 von einer hierdurch verursachten vollständigen Arbeits
unfähigkeit auszugehen.
Nach dem operativen Eingriff vom 2
5.
November 2014 verzögerte sich
der
Heilungsverlauf gemäss Aktenlage. Im Februar 2015 erachtete
Dr.
L._
eine Reintegration noch als ungünstig
(
Urk.
7/77). Aufgrund der Verlaufskontrolle vom 1
2.
Mai 2015
be
s
cheinigte
er
noch immer keine Arbeitsfähigkeit, zumal
er
bereits die
Inguinalschmerzen
erwähnt
e
(
Urk.
5/90), welche
sodann
bei festgestellter
Coxarthrose
rechts Infiltrationen nach sich zo
gen und letztlich in der Hüftoperation von September 2015 mündeten (vgl.
Urk.
5/85/8 ff. und 5/105/7)
. Damit ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer seit Dezember 2013 ununterbrochenen 100%igen Arbeitsunfähigkeit bis zur Hüftoperation vom September 2015 auszugehen. Nachdem
Dr.
Q._
die Rehabilitation nach der Hüft-TP anlässlich der Begutachtung vom 1
4.
Januar 2016 als gelungen und nahezu abgeschlossen beurteilte, und die Beschwerdefüh
rerin selber nur noch über wenige Schmerzen beim Aufstehen beri
chtete (
Urk.
5/105/20)
, ist vom Ende der Rehabilitation und damit auch der damit ein
hergehenden Arbeitsunfähigkeit aufgrund der somatischen Gesundheitsschäden per
3
1.
Dezember
2015 auszugehen.
4.2
4.2.1
Was den psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin anbelangt,
er
stattete der von der MEDAS
B._
beigezogene psychiatrische Tei
lgut
achter
Dr.
T._
sein G
utachten
in Kenntnis von BGE 141 V 281
und nahm
bereits auf die entsprechenden Indikatoren Bezug
. Gemäss seiner Einschätzung leidet die
Beschwerdeführer
in
an
einer anhaltenden, in der Ausprägung etwas schwankenden depressiven Störung gemäss ICD-10 F32.8
und an einer
sonstigen näher bezeichneten Persönlichkeitsstörung mit ängstlichen, vermeidenden, sozial phobischen Zügen und pathologischer Sch
merzverarbeitung gem
äss ICD-10 F60.8
(
Urk.
5/105/30
), wobei diese beiden Störungen die Arbeitsfähigkeit seit
2011 zu 50
%
einschränken würden
(
Urk.
5/105/33
).
Entgegen der Meinung der Beschwerdegegnerin (
Urk.
2 S. 2) ist der diagnosti
schen Beurteilung von
Dr.
T._
nicht nur hinsichtlich der Depressionsdiagnose zu folgen, sondern auch bezüglich der Diagnose einer Persönlichkeitsstörung ge
mäss ICD-10 F60.
8.
Wie
Dr.
T._
richtigerweise feststellte (
Urk.
5/105/32 oben), lassen sich den Akten durchaus Hinweise auf bereits im Jugendalter auf
getretene psychische Probleme entnehmen. So beurteilte
Dr.
F._
die Beschwer
deführerin
als psychisch schon immer wenig belastbar (
Urk.
5/9/2
). I
m Bericht der
H._
vom
8.
August 2012
findet sich
der Hinwei
s, dass die Beschwerdeführerin laut der vorliegenden Unterlagen seit dem Jugendalter unter wiederkehrenden depressiven Verstimmungen
und
seit dem
jungen Erwachsenenalter an
rezidivie
renden depressiven Episoden
leide (
Urk.
5/40/1). Gemäss
Anamnese im Austritts
bericht des
Z._
vom
5.
September 2012
verspürte die Beschwerdeführerin
erstmals mit zirka 12 Jahren starke Traurigkeit mit Lustlosig
keit und
Antriebsmangel
. Bereits damals habe sie eine psychiatrische Behandlung aufgenommen, welche 15 Jahre gedauert habe. Der Familienanamnese ist
zudem
zu entnehmen, dass der Vater bei einem Status nach S
uizidversuch stark depres
siv
, der Bruder geistig retardiert
ist
(
Urk.
5/50/5 f.
).
Der
in die Lebens
- und Kran
ken
geschichte der Beschwerdeführerin eingebettete
Schluss von
Dr.
T._
, wonach angesichts des Auftretens der Beschwerden bereits im jungen Erwachsenen
alter
und deren Hemmwirkung in Beruf und Freizeit
eine Persönlichkeitsstörung vorliege, die parallel gehe mit den klassisch depressiven Elementen in Form
von Niedergeschlagenheit, reduziertem Vitalgefühl, Antriebsverminderung, ungenü
gender Motivation, Schlafstörungen und sozialem Rückzug (
Urk.
5/105/31 unten), erweist sich angesichts dessen sowie
unter Berücksichtigung
der diagnos
tischen Leitlinien gemäss ICD-10
als
nachvollziehbar. Auch der seit der Pensio
nierung von
Dr.
F._
behandelnde
Psychiater
Dr.
O._
verwies auf die lang
jährige psychiatrische Krankengeschichte und stellte unter anderem die Diagnose
"
selbstunsichere-ängstliche Persönlichkeitszüge
"
(
Urk.
5/88/1 f.)
. Der
RAD-Arzt
R._
erachtete die von
Dr.
T._
gestellten Diagnosen zu Recht als nach
vollziehbar begründet und plausibel.
4.2.2
Dr.
T._
verneinte
das Vorliegen
von "Ausschlussgründen" nach BGE 131 V 49 ebenso wie
einen massgeblichen Einfluss von soziokulturellen Einflussfakto
ren, auch wenn er festhält, dass die Rahmenbedingungen in Kindheit und Jugend, die Unstetigkeit des Elternhauses und die ve
rsagte berufliche Erfüllung den Pro
zess
(gemeint wohl: den Krankheitsprozess) möglicherweise beschleunigt hätten (
Urk.
5/105/32).
Zwar ist der Beschwerdegegnerin
darin zuzustimmen (vgl.
Urk.
2 S. 2), dass
Dr.
T._
in Übereinstimmung mit dem behandelnden Psychiater
Dr.
O._
(
Urk.
5/88)
von einer
aktuell
höchstens mittelgradigen depressiven Befundlage ausging (
Urk.
5/105/32).
Doch ist zur Ausprägung der diagnoserelevanten Be
funde im Komplex Gesundheitsschädigung festzuhalten, dass
er
einen deutlich reduzierten Antrieb und eine ebenso eingeschränkte Psychomotorik feststellte, ein eingeengtes Denken
,
eine ausgeprägte diffuse Ängstlichkeit und sozialphobi
sche Züge
sowie eine Affektarmut und ein reduziertes Vitalgefühl
. Daneben no
tierte
Dr.
T._
eine Energielosigkeit und
eine
Perspektivenlosigkeit (
Urk.
5/105/29 f.).
Insgesamt bezeichnete er
zwar die einzelnen Befunde nicht als sehr ausgeprägt; auch könne der verminderten psychischen Belastbarkeit keine ICD-10-Diagnostik zugeordnet werden. Doch mass er den krankheitswertigen Anteilen des psychischen Zustandes der Beschwerdeführerin letztlich doch eine Arbeitsunfäh
igkeit von 50
%
bei (
Urk.
5/105/33), was im Wesentlichen der Ein
schätzung von
Dr.
O._
entsprach (
Urk.
5/88).
Mit Blick auf das Kriterium Behandlungserfolg oder –
resistenz
erklärte
Dr.
T._
in Übereinstimmung mit der Aktenlage
, dass
zahlreiche ambulante und stationäre Massnahmen durchgeführt und die Möglichkeiten der psychopharmakologischen Behandlungen
ausge
schöpft worden seien, ohne dass sich der heute wahrsc
hein
liche Endzustand wesentlich
habe
beeinflussen lassen. Zur Erhaltung der Lebens
qualität sei die Behandlung fortzusetzen, ohne dass eine Steigerung der Arbeits
fähigkeit erwartet werden könne (
Urk.
5/105/33).
Er
legte damit mit aller Deutlichkeit dar, dass die Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft wurden und
zu keinem nachhaltigen Erfolg im Sinne einer Heilung
geführt haben
, was nach der Rechtsprechung auf eine negative Prognose hindeutet (BGE 141 V 281 E. 4.3.1).
Wie die Beschwerdegegnerin angesichts dieser medizinischen Aktenlage mit dem
blossen
Hinweis auf
den zu hohen
Duloxetin
-Spiegel und die hieraus gefolgerte, angeblich nicht optimale Medikation auf ein Verbesserungspotential und damit eine fehlende Therapieresistenz schliessen kann (
Urk.
2 S. 2), ist nicht nachvoll
ziehbar.
In nachvollziehbarer Weise legte
dagegen
Dr.
T._
dar, dass unter den Aspek
ten der Komorbiditäten und der Persönlichkeit nicht nur die
körperlichen Beschwerden
, sondern auch
die "Kümmerentwicklung" der Beschwerdeführerin in Beruf und Freizeit ressourcenhemmend wirkten, habe sich die Beschwerde
führerin doch infolge ihrer
seit
der Jugend andauernden seelischen Probleme in keinem Lebensbereich entfalten können (
Urk.
5/105/32). Als Ressource
erkannte er
in Übereinstimmung mit
Dr.
O._
(
Urk.
5/88) das Zusammenleben mit dem (invaliden) Ehemann, vermöge sie mit
ihm zusammen
den Alltag
doch
auf gerin
gen Niveau
zu
bewältigen (
Urk.
5/105/32).
In Bezug auf den Indikator "Konsistenz" erachtete
Dr.
T._
das Aktivitätsni
veau in allen vergleichbaren Lebensbereichen als reduziert
. Ihr Lebensraum be
schränke sich praktisch auf ihre Wohnung, respektive gar auf ihr Bett
(
Urk.
5/105/32
). Was die Inanspruchnahme therapeutischer Optionen anbelangt, ist auf die seit
dem Jahr 2002
konsequent durchgeführte
Psychotherapie mit be
gleitender medikamentöser Behandlung und die mehrfachen (teil-)stationären
Aufenthalte in psychiatrischen Kliniken zu verweisen
(vgl.
Urk.
5/3/3, 5/9/1, 5/17/1, 5/35, 5/39-40, 5/50, 5/61, 5/62, 5/72, 5/88
).
Insgesamt hat
Dr.
T._
in Würdigung der Standardindikatoren zu Recht darauf geschlossen, dass die ressourcenhemmenden Faktoren überwiegen, und hat ent
sprechend zu Recht auf eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
im Umfang von 50
%
geschlossen
.
Damit übereinstimmend wurde auch seitens des RAD, mithin unter fachlichen medizinischen Aspekten, zustimmend auf das Gut
achten Bezug genommen und die dortige Beurteilung der verbleibenden Arbeits
fähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit übernommen (
Urk.
5/126/5 f.). Im Widerspruch dazu steht die anschliessende Würdigung des Sachverhalts durch die Sachbearbeitung, die zum Schluss führte, es bestehe gar kein anspruchsrele
vanter Gesundheitsschaden und damit kein Rentenanspruch (
Urk.
5/126/7 f.).
Liegt
aber
- wie hier - eine medizinische Beurteilung vor, welche den von der Recht
sprechung entwickelten Ansprüchen genügt, ist auf sie abzustellen. Könnte der medizinischen Beurteilung nicht gefolgt werden, fehlte es an einer Grundlage für die Anspruchsprüfung. Das von der Beschwerdegegnerin gewählte Vorgehen hingegen bewegt sich noch in der Logik der früheren Überwindungspraxis und widerspricht der seitherigen Rechtsprechung, wonach in der Invalidenver
sicherung Recht und Medizin, je nach ihren fachlichen und funktionellen Zustän
digkeiten, zur Feststellung ein und derselben Arbeitsunfähigkeit beitragen: «Das heisst, dass die medizinischen Gutachter nicht (...) eine quasi freihändige Beurtei
lung abgeben und daneben noch Grundlagen liefern sollen, anhand derer die Rechtsanwender eine von der (...) ärztlichen Einschätzung losgelöste Parallelüber
prüfung vornehmen. Es gibt keine unterschiedlichen Regeln gehorchende, getrennte Prüfung einer medizini
schen und einer rechtlichen Arbeitsfähigkeit» (BGE 141 V 281 E. 5.2.3).
4.2.2
Was das Ausmass
und den Verlauf
der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit anbelangt, erscheint die attes
tierte
50%ige Arbeitsunfähigkeit
rückwirkend ab 2011 als plausibel und nachvollziehbar. Dass
Dr.
F._
am 1
9.
Januar 2013 rück
wirkend ab November 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer mit
telgradig bis
schwergradig
depressiven Episode attestierte (
Urk.
5/51/19 f.), ändert an dieser Beurteilung nichts, gilt es doch die Erfahrungstatsache zu be
rücksichtigen, dass Hausärztinnen und Hausärzte wie überhaupt behandelnde Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Zudem gingen sowohl die
G._
im Bericht vom
7.
Dezem
ber 2012 (
Urk.
7/33), d
ie
H._
aufgrund der teilstationären Behandlung vom 3
0.
April bis 1
6.
Mai
2012 (
Urk.
5/40) und das
Z._
mit Bericht vom
5.
September 2012 (
Urk.
5/51/21)
nicht von einer schweren
, sondern von einer mittelgradigen depressiven Episode aus. Entsprechend ist ab Beginn der Wartezeit gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG, mithin ab Januar 2011 von einer psychisch bedingten 50%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen.
4.2.3
Zusätzlich z
u berücksichtigen ist die
aus den somatischen Einsc
hränkungen re
sultierende vollständige Arbeit
s
unfähigkeit
von Dezember 2013 bis Ende 2015, womit zusammenfassend von einer 50%igen Arbeit
s
fähigkeit in einer angepass
ten Tätigkeit entsprechend dem von
Dr.
Q._
formulierten Zumutbarkeitsprofil (vgl. obige E. 4.1) ab
Januar 2011 und
einer 100%igen Arbeits
un
fähigkeit in jeglicher Tätigkeit von Anfang Dezember 2013 bis Ende Dezember 2015 mit an
schliessend neuerlicher 50%iger Arbeitsfähigkeit angepasst auszugehen ist.
5.
5.1
Streitig ist weiter, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin ohne Gesund
heitsschaden erwerbstätig wäre.
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen Entscheid auf den Stand
punkt, die Beschwerdeführerin habe zuletzt von November 2000 bis Februar 2009 in einem Teilzeitpensum von 50
%
gearbeitet und anlässlich der Haushaltsabklä
rung vom 2
5.
Januar 2012 erklärt, am liebsten würde sie im Gesundheitsfall wie
der zu 50
%
arbeiten. Auf diese Aussagen der ersten Stunde sei abzustellen (
Urk.
2 S. 3).
Die Beschwerdeführerin liess bereits im
Einwandverfahren
geltend machen, sie sei als ausschliesslich Erwerbstätige zu qualifizieren, habe sie ihr Erwerbspensum doch aus rein gesundheitlichen Gründen reduziert (
Urk.
5/134/2). In der Beschwerde liess sie zudem geltend machen, dass die Haus
haltsabklärung nicht mehr den aktuellen Verhältnissen entspreche, sei doch zwi
schenzeitlich ihr Sohn ausgezogen (
Urk.
1 2 und 4).
5.2
Es trifft zu, dass den Angaben der versicherten Person im Rahmen einer Haus
halt
s
abklärung - da noch nicht von möglichen versicherungsrechtlichen Überle
gungen geprägt - regelmässig erhöhtes Gewicht beizumessen ist. Vorausgesetzt ist aber, dass die versicherte Person in der Lage ist, die ihr gestellte Statusfrage einwandfrei zu erfassen (U
rteil des Bundesgerichts 9C_
286/2013 vom 2
8.
August 2013 E. 4.3 mit Hinweis).
Ob der Beschwerdeführerin aber
grundsätzlich
und aufgrund der Erklärungen der Abklärungsperson die Erfassung der Statusfrage möglich war,
ist
zweifelhaft.
So sind sowohl dem Bericht von
Dr.
O._
vom
4.
August 2015 mit dem diagnos
tizierten Verdacht auf
eine
verminderte Intelligenz (
Urk.
5/88/1), als auch dem
MEDAS-Teilgutachten von
Dr.
T._
,
in welchem
der Hinweis auf ein einfaches Denken ohne Abstraktionsvermögen zu
finden
ist (
Urk.
5/105/30), deutliche Hin
weise darauf zu entnehmen, dass für die Beschwerdeführerin die Beantwortung der Frage zur hypothetischen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall
anspruchsvoll
gewesen sein dürfte.
Die Beantwortung
dieser
Frage verlangt vor allem von Ver
sicherten, die seit langer Zeit aus dem Erwerbsleben ausgeschieden sind, ein ge
wisses Mass an Abstraktionsvermögen und Vorstellungskraft. Diese können bei Versicherten, die wi
e im Fall der Beschwerdeführerin
mutmasslich über eher ge
ringe intellektuelle Ressourcen verfügen, herabgesetzt sein.
Selbst wenn sich die Abklärungspersonen nach Kräften bemühen, den Versicher
ten die Bedeutung und Tragweite der Statusfrage zu erläutern, so vermag dies ein ungenügendes Vorstellungsvermögen nicht in jedem Fall vollständig zu kompen
sieren
(Urteil des Bundesgerichts 9C_286/2013 vom 2
8.
August 2013 E. 4.3).
Gemäss den Feststellungen im Abklärungsbericht Haushalt vom
2.
Februar 2012 erklärte die Beschwerdeführerin, dass sie auch bei guter Gesundheit nicht wesent
lich mehr als ein 50%-Pensum ausüben wollen würde. Am liebsten würde sie bei guter Gesundheit laut eigner Aussage
wiederum zu 50
% erwerbstätig sein (
Urk.
5/22/2).
Eine Rückfrage der Abklärungsperson,
ob es sich dabei lediglich um ihre Wunschvorstellung oder aber um das Pensum handle, welches die Beschwerdeführerin bei voller Gesundheit unter Berücksichtig
ung aller, auch der finanziellen Umstände
tatsächlich ausüben würde, ist dem Abklärungsbericht nicht zu entnehmen. Auch lässt der Abklärungsbericht nicht darauf schliessen, dass die Beschwerdeführerin auf den Widerspruch ihrer Aussage zur gegenüber dem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) angegebene
n Vermittlungs
fähigkeit von 100
% (
Urk.
5/13/1) hingewiesen wurde (vgl.
Urk.
5/22/2). Ange
sichts des wohl geringen Abstraktionsvermögens der Beschwerdeführerin und der Tatsache, dass sie nach der Geburt ihres Sohnes im Juli 1992 (vgl.
Urk.
5/1/3) zumindest bis zu einer ersten Phase der Arbeitslosigkeit im Jahr 2000
stets hoch
prozentig gearbeitet hatte (vg
l. IK-Auszug vom 2
7.
Juli 2011,
Urk.
5/8/1-5), wäre eine entsprechende Rückfrage und
umfassende
Aufklärung
durch die Abklä
rungsperson
aber dringend angezeigt gewesen.
Dies gilt umso mehr, als in den medizinischen Akten zumindest seit 2002 sowohl psychische als auch körperliche Gesundheitsstörungen dokumentiert sind (vgl. unter anderem:
Urk.
5/3, 5/17, 5/18),
was darauf hinweist, dass die Beschwerde
führerin
an ihrer letzten Arbeitsstelle von
November 2000 bis zur Kündigung per 2
8.
Februar 2009 (
Urk.
5/23) aus gesundheitlichen Gründen lediglich teilzeitlich arbeitete.
Hierauf lässt den
n
auch
ihre
anamnestische Angabe gegenüber
Dr.
T._
schliessen, w
onach sie die
Pensumsreduktion
aus gesundheitlichen Gründen aus eigenem Antrieb vorgenommen habe. Sie sei bereits vor der Geburt
ihres Sohnes psychisch krank und nicht voll leistungsfähig gewesen
,
habe aber angesichts der knappen finanziellen Verhältnisse
zunächst
versucht, 100
%
berufstätig zu bleiben (
Urk.
5/105/28).
Angesichts des beruflichen Werdegangs der Beschwerdeführerin insbesondere in den Jahren nach der Geburt ihres Sohnes, ihrer langjährigen gesundheitlichen Probleme und der weiterhin knappen finanziellen Verhältnisse – der Ehemann bezieht eine ganze Invalidenrente (
Urk.
7/118/
7) - und ihres
wohl geringen Abstraktionsvermögen
s
ist den
im Rahmen der Haushalt
s
abklärung erhobenen Angaben
kein massgebliches Gewicht
bei der Feststellung der Statusfrage
beizu
messen
(Urteil 8C_35/
2011 vom 2
4.
Mai 2011 E. 5.4).
Die Beschwerdeführerin ist entgegen der Annahme im angefochtenen Entscheid als vollerwerbstätige Person zu qualifizieren.
6.
6.1
Zu prüfen bleiben die Auswirkungen der eingeschränkten Leistungsfähigkeit auf die Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Dabei resultiert aufgrund der 100%igen Arbeits
un
fähigkeit von Anfang Dezember 2013 bis Ende Dezember 2015 in jedem Fall ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente vom
1.
März 2014 (
Art.
88a
Abs.
2 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV) bis 3
1.
März 201
6
(
Art.
88a
Abs.
1 IVV).
Der massgebliche Invaliditätsgrad für die Zeit vom
1.
Januar 2012 (
frühest
möglicher Rentenbeginn gemäss
Art.
29
Abs.
1 und 3 IVG) bis 2
8.
Februar 2014 und vom
1.
April
2016
bis zum Erlass des hier angefochtene
n Entscheids vom 3
1.
Januar 2017
(
Urk.
2) ist gestützt auf die all
gemeine Methode des Einkommensvergleichs zu ermitteln:
Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die
Beschwerdeführerin
nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung ge
setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kom
men ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestim
men lässt (BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.2
D
ie Beschwerdegegnerin verzichtete im angefochtenen Entscheid in der Annahme einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auf die Durchführung eines Einkom
mensvergleichs (
Urk.
2). Der ursprünglichen Verfügung vom 1
3.
Dezember 2012
(
Urk.
5/
49)
hatte
sie gestützt auf die Lohna
ngaben der letzten Arbeitgeberin
für
das Jahr 2009
ein hypothetisches Einkommen ohne Behinderung für ein 50%-Pensum von
Fr.
22'136.40 zugrunde
gelegt
(vgl.
5/24, 5/23). Hochgerechnet auf ein 100%-Pensum führt d
i
es zu einem
Vali
deneinkommen
von
Fr.
44'272.8
0.
Der
Entwicklung der Nominallöhne für
weibliche
Angestellt
e von 2552 Punkten im Jahr 2009 auf 2630 Punkte im Jahr 2012
(
Bundesamt
für Statis
tik, Schweizerischer Lohnindex,
T 39, Entwicklung der Nominallöhne, der Kon
sumentenpreise und der Reallöhne, 1976-2016
)
angepasst,
ergibt dies ein
Valideneinkommen
2012 von
Fr.
45'626.-- (44'272.
80 :
2552 x 2630).
Dieses Einkommen liegt im Vergleich zum statistischen Durchschnittseinkommen im Detailhandel gemäss der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) deutlich unter den branchenüblichen
Löhnen
.
Das
durchschnittli
che Einkommen bei
Frauen im Jahr 2012
gemäss der LSE 201
2, Tabelle T
1_tirage_skill_level, in der Branche
Detailhandel, im für die Beschwerdeführerin
als gelernte Verkäuferin
anwendbaren Kompetenzniveau 2 (praktische Tätig
keiten wie Verkauf/Pflege etc.)
,
lag bei
Fr.
4'
296
.-- pro Monat respektive
Fr.
51'552.--
pro Jahr. Angepasst an eine branchenübliche wöche
ntliche
Arbeits
zeit im Jahr 2012 von 41,
8
Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Tabelle T 03.02, Abteilung
45-96
,
Detailhandel
) ergibt dies ein
statistisches Durchschnittseinkommen 2012
von
Fr.
53'872.--
.
Das hiervor ermittelte
Valideneinkommen
von
Fr.
45'626.--
liegt damit um Fr. 8'246.--
, mithin um
15,2
%
, unter dieser branchenüblichen
Entlöhnung
. Es ist daher beim Einkommensvergleich eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen (vgl. dazu BGE 141 V 1, 140 V 41, 139 V 592, 135 V 297, 134 V 322) vorzuneh
men. Das
Valideneinkommen
von
Fr.
45'626.--
ist rechtsprechungsgemäss um den 5
%
übersteigenden Prozentsatz der Unterdurchschnittlichkeit, also um
10,2
%
zu parallelisieren. Das
Valideneinkommen
für das Jahr 201
2
ist damit auf
Fr.
50'808.--
zu erhöhen, wobei der Betrag von
Fr.
45'626.--
dem Prozentsatz von
89
,
8
%
(
100
%
-
10,2
%)
gleichzusetzen ist und dies auf 100
%
hochzurech
nen ist (
Fr.
45'626.
--
:
89,8
x 100; vgl. zur Berechnung: Urteil des Bundesgerichts 8C_2/2017 vom 1
6.
August 2017 E. 2).
6.3
Da die Beschwerdeführerin seit Jahren in keinem Arbeitsverhältnis mehr steht, ist das Invalideneinkommen 2012 ausgehend vom Tabellenlohn gemäss der LSE zu ermitteln
(
BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3,
135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
IVG
, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hin
weisen auf die Rechtsprechung).
Weil
aufgrund des ärztlich definierten Zumutbarkeits
profils nicht abschliessend geklärt ist, ob die Beschwerdeführerin weiterhin im angestammten und erlernten Beruf im Detailhandel arbeitsfähig ist, rechtfertigt
es sich
,
auf den branchenunabhängigen Durchschnittslohn für Hilfsarbeiten für Frauen
abzustellen. Dieser betrug im Jahr 2012 monatlich
Fr.
4'228.
--
(LSE 2012,
Tabelle T1_tirage_skill_level, Total, Kompetenzniveau 1), was der durchschnittli
chen
Arbeits
zeit im Jahr 2012 von 41,7 Stunden angepasst bei einem 50%-Pensum zu einem Invalideneinkommen von
Fr.
26'446.-- führt.
Dieser Betrag ist rechtsprechungsgemäss zu kürzen, wenn persönliche und beruf
liche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Der Abzug ist unter Würdi
gung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 134 V 322 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_361/2011 vom 2
0.
Juli 2011
E. 6.1 mit weiteren Hinweisen).
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berücksich
tigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkauf
nahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1 mit Hinweisen).
Ist von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen, können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeits
markt
(Art.
16
ATSG
) als
ausserordentlich
zu bezeichnen sind (
Urteil des Bundes
gerichts 9C_366
/2015 vom 22. September 2015 E.
4.3.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_826/2015 vom 13. April 2016 E.
3.2.1).
Dass die Beschwerdeführerin gemäss ihrem Zumutbarkeitsprofil auf leichte bis mittelschwere Tätigkeiten angewiesen ist, rechtfertigt keinen Abzug vom Tabel
lenlohn, umfasst doch der
Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Viel
zahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten (Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.2 unter Hinweis auf 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.4 und 9C_386/2012 vom 18. September 2012 E. 5.2).
Auch rechtfertigt das fortgeschrittene Alter der Beschwerdeführerin keinen Abzug,
da
Hilfsarbeiten auf dem
massgebenden
ausgeglichenen Stellenmarkt altersunab
hängig nachgefragt
werden
(Urteile des Bundesgerichts 8C_403/2017 vom
25. August 2017 E. 4.4.1 und 8
C_805/2016 vom 22. März 2017 E.
3.4.3).
Dass das Alter die Stellensuche faktisch negativ beeinflussen kann, muss als invalidi
tätsfremder Faktor unberücksichtigt bleiben (Urteil des Bundesgerichts 8C_312/2017
vom 22.
November 2017 E.
3.3.2 unter Hinweis auf 8C_808/2013 vom 14.
Februar 2014 E.
7.3).
Eine
lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt betrifft das Kriterium der Dienstjahre, dessen Bedeutung im privaten Sektor abnimmt, je niedriger das Anforderungsprofil ist. Mit Blick auf das Kompetenzniveau 1 kommt diesem Aspekt keine ins Gewicht fallende Bedeutung zu (vgl. Urteile des Bundesgerichts
9C_808/2015 vom 29.
Februar 2016 E
. 3.4.2 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E.
3.3 unter Hinweis auf 8C_
351/2014 vom 14. August 2014 E.
5.2.4.2).
Zudem weisen die Statistiken
b
ei Frauen im Kompetenzniveau 1 für Teilzeitarbeit
zwischen 50 % und 89
% höhere Löhne als für Vollbeschäftigung aus. Damit entfällt
auch
hier die Rechtfertigung für einen Tabellenlohnabzug we
gen Teilzeitarbeit (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_712/2012 vom 30. Novem
ber 2012 E. 4.2.2 unter Bezugnahme auf LSE 2008 und 2010
und 9C_72/2017 vom 19.
Juli 2017
E.
4.3 unter Bezugnahme auf LSE 2012 und 2014).
Zu berücksichtigen ist aber, dass die Beschwerdeführerin auch bei der Ausübung einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit behinderungsbedingt in mehrfacher Hinsicht eingeschränkt ist,
sollte
sie dieselben doch vorzugsweise wechselbelas
tend (stehend/gehend)
ausüben können und nur
vereinzelt
Lasten bis 5 Kilo
gramm auf Schulterhöhe und
bis
10 Kilogramm über Beckenhöhe
heben müssen
. Zudem sind Tätigkeiten mit Halte- und Sicherungsfunktionen
sowie
Arbeiten
auf Leitern und Gerüsten ebenso ausgeschlossen wie Arbeiten
mit Vibrationen und solche mit geh
äuften vertebralen Rotationen,
B
ücken und
K
nien
(vgl. obige E. 4.1 und
Urk.
5/77/1).
Dass angesichts dieser Mehrfacheinschränkungen nicht nur das Spektrum an zumutbaren Stellen auf dem Arbeitsmarkt eingeschränkt wird, son
dern
auch
nur unter Inkaufnahme einer
Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1 mit Hinweisen), erscheint wahrscheinlich, weshalb sich unter Würdigung aller Umstände wie auch der Rechtsprechung in ähnlich gelagerten Fällen ein Abzug von 10
%
vom Tabellenlohn rechtfertigt
(Urteile
des Bundesge
richts 9C_11/2012
vom 2
8.
Februar 2012
E. 2.1, 9C_643/2010 vom 2
7.
Dezember 2010 E. 3.4).
Das
Inv
alideneinkommen ist entsprechend von
Fr.
26'446.-- auf
Fr.
23'801.40 zu reduzieren.
6.4
Wird das
Valideneinkommen
von
Fr.
50'808.-- dem Invalideneinkommen von Fr. 23'801.40
gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
27'006.60
und damit ein Invaliditätsgrad von gut 53
%
, was zum Anspruch auf eine halbe Invalidenrente führt.
Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung mit der Feststellung, dass die Beschwerdeführerin vom
1.
Januar 2012 bis
2
8.
Februar 2014 Anspruch auf eine halbe, vom
1.
März 2014 bis 3
1.
März 2016 Anspruch auf eine ganze und ab
1.
April 2016 wiederum Anspruch auf eine halbe Invalidenrente hat, aufzuheben.
Dies führt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Entsprechend hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Parteientschädi
gung. Diese ist nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
Art.
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu be
messen. In Anwendung dieser Grundsätze rechtfertigt sich die Zusprechung einer Prozessentschädigung von
Fr.
3‘000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwert
steuer).