Decision ID: 40bb65d2-5f64-4b2a-87f2-87d4298b073e
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Andrea Taormina, LL.M., AM T Rechtsanwälte,
Birmensdorferstrasse 83, 8003 Zürich,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach
4358, 6002 Luzern,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: der Versicherte oder Beschwerdeführer) war als Bauarbeiter
bei der B._ AG tätig und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt
(nachfolgend: Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am
23. Juni 2011 meldete die Arbeitgeberin der Suva einen Bagatellunfall. Der Versicherte
habe sich am 17. Juni 2011 – zum Unfalldatum gab sie an, es sei unpräzis – beim
Absteigen von der Vibrowalze den Fuss verdreht und sei hinuntergestürzt. Als
Verletzung wurde eine Quetschung des Hüftgelenks vermerkt (UV-act. 1). Mit
Schreiben vom 27. Juni 2011 anerkannte die Suva ihre Leistungspflicht und erteilte
dem Hausarzt des Versicherten, Dr. med. C._, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin,
Kostengutsprache für die ärztliche Behandlung (UV-act. 2). Laut Arztzeugnis UVG von
Dr. C._ vom 15. Juni 2012 hatte am 17. Juni 2011 die Erstbehandlung stattgefunden.
Als Diagnose vermerkte er eine traumatisch bedingte Adduktorenansatztendinitis/-ose
bei mittelgradiger Coxarthrose rechts (UV-act. 51). Dr. C._ hatte bei der RIS
Radiologie im Silberturm, eine radiologische Untersuchung veranlasst, die am 20. Juni
2011 stattgefunden hatte (UV-act. 14). Die weitere Behandlung war, nach Überweisung
des Hausarztes, durch Dr. med. D._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH,
Sportmedizin (SGSM), erfolgt, der im Bericht vom 22. Juni 2011 (UV-act. 13, S. 3) an
den Hausarzt eine posttraumatische proximale Adduktorenansatztendinose links
(Seitenangabe offenbar falsch) diagnostiziert hatte. Aufgrund des Unfalls war keine
Arbeitsunfähigkeit attestiert, jedoch eine medikamentöse und physiotherapeutische
Behandlung verordnet worden (UV-act. 13, S. 3; 84, S. 10).
A.b Dr. D._ informierte Dr. C._ in den Berichten vom 14. Juli und 29. August 2011
(UV-act. 13, S. 1 f.), er habe den Versicherten wegen der anhaltenden
therapieresistenten Schmerzen und dem klinisch unveränderten Befund der rechten
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Hüfte für eine Magnetresonanz-Untersuchung (MR) mit Kontrastmittel an die RIS
Radiologie im Silberturm zugewiesen. Am 29. August 2011 fand diese zweite
radiologische Untersuchung statt (UV-act. 14, S. 1 f.). Dr. D._ attestierte dem
Versicherten ab dem 29. August 2011 eine volle Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 11). Mit
Schreiben vom 31. Oktober 2011 ersuchte die Hirslanden Klinik Stephanshorn die Suva
unter Angabe der Eintrittsdiagnose "Coxarthrose rechts" um Kostengutsprache für
einen stationären Aufenthalt des Versicherten mit Eintritt am 2. November 2011 (UV-
act. 3). Die Suva teilte der Klinik mit, die Gutsprache könne noch nicht erteilt werden,
da die Berichte noch fehlten (UV-act. 4). Aufgrund der Diagnose Coxarthrose rechts
wurde am 3. November 2011 ein künstliches Hüftgelenk rechts implantiert (UV-act. 34).
Im Operationsbericht vom gleichen Tag sowie dem Austrittsbericht vom 16. November
2011 wird ein komplikationsloser postoperativer Verlauf festgehalten (UV-act. 34). Dr.
D._ verordnete dem Versicherten nach der Operation weitere Physiotherapien (UV-
act. 32, 41). Im Bericht vom 13. Dezember 2011 informierte er den Hausarzt über den
weiteren Behandlungsverlauf (UV-act. 26).
A.c Am 24. Januar 2012 fand ein persönliches Gespräch zwischen dem
Aussendienstmitarbeiter der Suva und dem Versicherten statt, an welchem letzterer
detaillierte Angaben zum Unfall und dessen Verlauf machte (UV-act. 18).
A.d Gestützt auf eine kreisärztliche Aktenbeurteilung vom 23. Mai 2012 (UV-act. 52)
teilte die Suva dem Versicherten am 24. Mai 2012 mit Verfügung mit, die aktuell
bestehenden Beschwerden seien nicht mehr unfallbedingt, sondern ausschliesslich
krankhafter Natur. Der Fall werde per 29. August 2011 abgeschlossen, die bisherigen
Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) würden per 29. August 2011
eingestellt (UV-act. 53) und der Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen werde
abgelehnt.
A.e Zwischenzeitlich hatte sich der Versicherte bei der Invalidenversicherung (IV) zum
Leistungsbezug angemeldet. Mit Verfügungen vom 9. Juli 2012 (UV-act. 75) und
1. Oktober 2012 (UV-act. 83) lehnte die IV-Stelle eine Leistungspflicht für berufliche
Massnahmen bzw. eine Rente ab.
B.
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B.a Gegen die Verfügung der Suva vom 24. Mai 2012 liess der Versicherte durch
seinen damaligen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 11. Juni 2012 Einsprache erheben
(UV-act. 70). Mit Einspracheergänzung vom 20. Juni 2012 (UV-act. 73) beantragte der
Rechtsvertreter, die Verfügung vom 24. Mai 2012 sei vollumfänglich aufzuheben. Nach
mehrfach erstreckter Frist (UV-act. 77 ff., 81 f.) reichte der neu bestellte
Rechtsvertreter, Dr. A. Taormina, Rechtsanwalt, Zürich, mit Eingabe vom 30. November
2012 die Einsprachebegründung ein und hielt an den gestellten Anträgen vom 20. Juni
2012 vollumfänglich fest (UV-act. 84).
B.b Die Suva holte bei Dr. med. E._, Facharzt für Chirurgie FMH sowie für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, eine
chirurgisch-orthopädische Beurteilung vom 14. Januar 2013 (UV-act. 88) ein und
gewährte dem Rechtsvertreter eine Frist zur Einreichung einer allfälligen Stellungnahme
(UV-act. 89). Am 25. März 2013 reichte der Rechtsvertreter eine Stellungnahme ein
(UV-act. 90).
B.c Mit Entscheid vom 2. April 2013 wies die Suva die Einsprache vom 11. Juni 2012
ab (UV-act. 91).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte durch seinen
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 7. Mai 2013 Beschwerde erheben. Damit wird
beantragt, die Verfügung der Suva vom 24. Mai 2012 (gemeint wohl der
Einspracheentscheid vom 2. April 2013) sei aufzuheben, die Suva habe die
gesetzlichen Leistungen nach dem 29. August 2011 weiterhin zu erbringen und es sei
durch Erlass einer Zwischenverfügung und unter Wahrung der Mitwirkungsrechte des
Beschwerdeführers eine unabhängige medizinische Begutachtung anzuordnen, unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 10. Juni 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des Einspracheentscheids vom
2. April 2013 (act. G 3).
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C.c Am 18. Juni 2013 wurden dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers die
eingereichten Akten zur Einsicht zugestellt (act. G 5). Mit Replik vom 11. Juli 2013 hielt
er an seinen Anträgen fest, nahm zu einigen Punkten der Beschwerdeantwort Stellung
und reichte zusätzlich ein Schreiben von Dr. D._ vom 26. Juni 2012 ein (act. G 7, 7.1).
C.d Mit Schreiben vom 20. August 2013 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren
Ausführungen und ihrem Antrag in der Beschwerdeantwort vom 10. Juni 2013 fest,
äusserte sich kurz zur Replik und verzichtete ansonsten auf die Einreichung einer
ausführlichen Duplik (act. G 9).
D.
Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der übrigen

Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
1.1 Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid vom
2. April 2013 die rechtlichen Voraussetzungen des für eine Leistungspflicht des
Unfallversicherers erforderlichen natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs
zwischen Unfall und in dessen Folge eingetretener Gesundheitsschädigung (Art. 6 Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]) sowie zum
Dahinfallen der Leistungspflicht des Unfallversicherers zutreffend dar (BGE 129 V 181
E. 3.1 mit Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden (UV-act. 91 E. 3b). Ebenso wie
der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit
dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich
fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1
mit Hinweisen). Da es sich hierbei um eine leistungsaufhebende Tatfrage handelt, liegt
aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein
leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der
versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2
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mit Hinweisen; A. Rumo-Jungo/A. Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, S. 72).
1.2 Die Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs erfolgt aufgrund der
Feststellungen bei den medizinischen Untersuchungen und ist Aufgabe des Arztes oder
der Ärztin. Demgegenüber obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem adäquaten
Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 23 III 110 und 112 V 30; PVG 1984 Nr. 82,
174). Bei physischen Unfallfolgen hat allerdings die Adäquanz gegenüber dem
natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V
291 f. E. 3a).
1.3 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet und
nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit
weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen
Inhalt (BGE 134 V 232 E. 5.1, BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Den Berichten
versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kann rechtsprechungsgemäss gleichfalls
Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 467 ff. E. 4 und BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit
Hinweisen).
1.4 Erachtet das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen
Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den
Prozess ohne Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens -
abschliessen (vgl. BGE 135 V 469 E. 4.3.2 mit Hinweisen). An die Beweiswürdigung von
Stellungnahmen versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte sind jedoch strenge
Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit
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und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (BGE 135 V 471 E. 4.7).
2. Vorliegend ist streitig und zu prüfen, ob die beim Beschwerdeführer über den 29.
August 2011 (Datum der Leistungseinstellung) hinaus bestandenen Beschwerden im
Bereich der rechten Hüfte und der rechten Leiste - welche bei Diagnose einer
Coxarthrose rechts am 3. November 2011 zu einer Hüfttotalprothese rechts, eingesetzt
durch Dr. D._, geführt haben (vgl. UV-act. 33 f.) - noch auf das in der
Bagatellunfallmeldung vom 23. Juni 2011 auf den 17. Juni 2011 datierte Unfallereignis
(vgl. UV-act. 1) zurückgeführt werden konnten. Der Unfall wurde mit dem Vermerk
"Schadendatum unpräzis" gemeldet. Bei der Befragung vom 24. Januar 2012 gab der
Beschwerdeführer gegenüber der Beschwerdegegnerin zu Protokoll, er habe nicht
sofort nach dem Ereignis den Hausarzt aufgesucht, da dieser in den Ferien geweilt
habe (UV-act. 18). Laut Arztzeugnis UVG von Dr. C._ vom 15. Juni 2012 hat die
Erstkonsultation am 17. Juni 2011, ca. 2,5 – 3 Wochen nach dem Unfall, stattgefunden
(UV-act. 51). Der Unfall dürfte sich mithin ca. 2.5 – 3 Wochen vor dem 17. Juni 2011
ereignet haben. Diese Annahme stimmt auch mit den Angaben von Dr. D._ im
Untersuchungsbericht vom 22. Juni 2011 überein, wonach eine Erstbehandlung beim
Orthopäden am 20. Juni 2011 stattgefunden und der Beschwerdeführer damals
angeblich seit einigen Wochen an Schmerzen in der linken Leiste gelitten hat, die sich
während der 3 vorangegangenen Wochen massiv verschlechtert hatten (UV-act. 13).
3.
3.1 Die Frage der Kausalität über das Datum der Leistungseinstellung hinaus, wird von
der Beschwerdegegnerin gestützt auf die chirurgisch-orthopädische Beurteilung von
Dr. E._ vom 14. Januar 2013 (UV-act. 88) verneint. Dr. E._ hält darin im
Wesentlichen fest, dass der Beschwerdeführer anlässlich des fraglichen Unfalls mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit keine grobe Hüftkontusion, sondern eine
Adduktorenzerrung erlitten habe. In den medizinischen Berichten habe die
unfallbedingte Adduktoren-Tendinose für die Beschwerden des Beschwerdeführers ab
14. Juli 2011 keine Rolle mehr gespielt. Mit der kernspintomographischen
Untersuchung vom 29. August 2011 sei sodann der degenerative, unfallunabhängige
Schaden des rechten Hüftgelenks als Ursache der klinisch imponierenden
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Leistenschmerzen mittels Bildgebung ausgewiesen gewesen. Der Status quo sine wäre
somit auch - nämlich am 29. August 2011 - erreicht gewesen, wenn keine Zerrung der
Adduktoren, sondern eine Hüftkontusion erfolgt wäre.
3.2 Der Umstand, dass Dr. E._ seine Beurteilung ausschliesslich aufgrund der Akten
abgegeben und den Beschwerdeführer nicht selbst untersucht hat, steht dem
Beweiswert seiner Beurteilung nicht entgegen (vgl. dazu PVG 1996, 267 E. 3b; RKUV
1988 Nr. U 56 S. 371). Dr. E._ legt die Anamnese bzw. die Ergebnisse der im
konkreten Fall durchgeführten persönlichen ärztlichen Untersuchungen des
Beschwerdeführers lückenlos dar. Grundsätzlich beziehen sich seine Ausführungen
ausserdem auf die im Rahmen der Beurteilung einer Unfallkausalität massgebenden
Beurteilungskriterien - den Unfallmechanismus zusammen mit der echtzeitlich
gestellten Unfalldiagnose, die echtzeitlich aufgetretenen Beschwerden sowie das
Ergebnis der radiologischen Untersuchungen betreffend Vorzustände und Vorliegen
relevanter unfallkausaler somatischer Befunde im Sinn struktureller Veränderungen.
3.3 Der Unfallmechanismus sowie die bei einem Unfall erlittene Verletzung, d.h. die
Unfalldiagnose, bilden den massgebenden Ausgangspunkt für traumatische
Folgeschäden. Entsprechend wesentlich sind auch die unmittelbar nach dem Unfall
erhobenen Befunde bzw. Beschwerden. Dies in dem Sinne, dass es offensichtlich
erscheint, dass in der Regel nur ein vom Unfall betroffener Körperteil eine Verletzung
mit nachfolgenden Beschwerden zeitigen kann.
3.3.1 Laut Unfallmeldung der Arbeitgeberin vom 23. Juni 2011 hat sich der
Beschwerdeführer beim Absteigen von der Vibrowalze den Fuss verdreht und ist
gestürzt (UV-act. 1). Seinem Hausarzt Dr. C._ gab er anlässlich der Erstbehandlung
vom 17. Juni 2011 an, er sei vor ca. 2,5 – 3 Wochen mit nassen Schuhen ausgerutscht
und von einer Leiter gestürzt, wobei Dr. C._ bemerkte: "genaue Angaben sprachlich
bedingt nicht eruierbar" (UV-act. 51). Während Dr. D._ in seinem
Untersuchungsbericht vom 22. Juni 2011 (UV-act. 13, S. 3) und im Arztzeugnis vom 10.
Februar 2012 (UV-act. 11) einen Ausrutscher auf einer Treppe und ein Verdrehen des
Beins beschrieb, vermerkte er im Arztzeugnis vom 22. November 2011 (UV-act. 11)
einen Sturz von einer Treppe. Am 24. Januar 2012 war der Beschwerdeführer von der
Beschwerdegegnerin erstmals detailliert zum Unfallablauf befragt worden (UV-act. 18).
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Er gab an, der Unfall habe sich auf einer Baustelle in F._ ereignet. Am Unfalltag sei es
nass und rutschig gewesen. Beim Hinuntersteigen von der Vibrowalze sei er mit dem
Fuss ausgerutscht, habe diesen verdreht und sei dadurch aus der Höhe von ca. zwei
Metern auf den Boden gestürzt. Auf dem Boden hätten verschieden grosse Steine,
Geröll und diverses Altmaterial herumgelegen. Beim Sturz habe er den rechten
Oberschenkel sowie die rechte Hüfte angeschlagen (UV-act. 18). Die dargelegten
Sachverhalte beinhalten wiederkehrend einen Vorgang mit Verdrehen des
Oberschenkels und/oder Sturz auf die rechte Hüfte. Eine unfallbedingte
Beeinträchtigung des Hüftgelenks in Kombination mit einer Verdrehung des
Oberschenkels kann mithin - entgegen der offensichtlichen Beurteilung von Dr. E._ -
nicht ohne weiteres in Abrede gestellt werden. Beide Mechanismen vermögen
grundsätzlich Verletzungsfolgen, sogar in Form struktureller Läsionen, zu verursachen,
doch sind solche keineswegs eine zwingende Folge. Insofern ist letztlich entscheidend
und nachfolgend zu prüfen, welche Verletzungen der verunfallte Beschwerdeführer im
konkreten Fall tatsächlich erlitten hat.
3.3.2 Dr. D._ diagnostizierte anlässlich seiner Erstbehandlung vom 20. Juni 2011 laut
Bericht vom 22. Juni 2011 eine posttraumatische proximale
Adduktorenansatztendinose links (gemeint ist offenbar rechts). Der Patient leide seit
einigen Wochen an Schmerzen in der linken Leiste (gemeint ist offenbar rechts), die
sich seit 3 Wochen massiv verschlechtert hätten (UV-act. 13, S. 3). Aufgrund
weiterbestehender Beschwerden unterzog sich der Beschwerdeführer am 14. Juli 2011
abermals einer Untersuchung bei Dr. D._. Im gleichentags erstellten Bericht
bestätigte dieser seine Diagnose einer posttraumatischen proximalen
Adduktorenansatztendinose links (gemeint ist offenbar rechts) sowie unveränderte
Beschwerden in der linken Leiste (gemeint ist offenbar rechts). Weiter hielt er einen
klinisch unveränderten Befund der linken Hüfte (gemeint ist offenbar rechts) fest (UV-
act. 13, S. 2). Eine weitere Untersuchung vom 26. August 2011 führte laut Bericht von
Dr. D._ vom 29. August 2011 zu denselben Ergebnissen (UV-act. 13, S. 1). In seinem
Bericht vom 10. Februar 2012 stellte Dr. D._ sodann - offensichtlich seine
Erstbehandlung vom 20. Juni 2011 betreffend - die Diagnose einer traumatisierten
Coxarthrose rechts und hielt als Befunde eine Druckdolenz am proximalen
Adduktorenansatz sowie eine schmerzbedingt eingeschränkte Flexionsbewegung der
rechten Hüfte fest (UV-act. 33). Gleich wie Dr. D._ hielt Dr. C._ in seinem
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Arztzeugnis UVG vom 15. Juni 2012 die Verdachtsdiagnose einer traumatisch
bedingten Adduktorenansatztendinitis/-ose bei mittelgradiger Coxarthrose rechts fest
und vermerkte die Befunde einer stark eingeschränkten Beweglichkeit der Hüfte rechts
sowie einer Dolenz der Adduktoren-Loge (UV-act. 51). Zusammenfassend ist
festzuhalten, dass auch angesichts der in den dargelegten medizinischen Akten
festgehaltenen Diagnosen, Befunden und Beschwerden - entsprechend der
Schlussfolgerung in Erwägung 3.3.1 betreffend Unfallmechanismus und entgegen der
Beurteilung von Dr. E._ - eine traumatisch bedingte Adduktorenzerrung sowie eine
Hüftprellung (traumatisierte Coxarthrose; Schmerzen in der Leistenregion) nicht
grundsätzlich ausgeschlossen werden.
3.4 Dr. E._ beschreibt in seiner Beurteilung nachvollziehbar, dass die
Adduktorenzerrung für die Hüftgelenksbeschwerden und die Leistenschmerzen sowie
die nachfolgende Hüftgelenksoperation des Beschwerdeführers nicht verantwortlich sei
(vgl.S. 11 der Beurteilung). Unbestritten ist sodann unter den Verfahrensparteien, dass
die Adduktorenzerrung bis zum Datum der Leistungseinstellung verheilt war. Die
unfallbedingte Adduktorentendinose hat für die Beschwerden des Beschwerdeführers
offensichtlich bereits ab 14. Juli 2011 keine Rolle mehr gespielt (vgl. UV-act. 13, S. 2).
Zu prüfen bleibt damit, ob das rechte Hüftgelenk des Beschwerdeführers über das
Datum der Leistungseinstellung vom 29. August 2011 hinaus fortdauernde
unfallkausale Verletzungsfolgen aufweist.
3.5
3.5.1 Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine
strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares
Korrelat verlangt.Als objektiviert gilt eine solche Läsion dann, wenn sie durch einen
entsprechenden radiologisch erhobenen Untersuchungsbefund nachgewiesen werden
kann. Im Unfallversicherungsrecht gibt es allerdings auch Fälle, bei denen die
Unfallfolgen bzw. deren Anteil an einer Gesundheitsschädigung im Rahmen des
posttraumatischen Verlaufs nie wirklich sichtbar gemacht werden konnten. Dennoch
wird bei einem geeigneten bzw. adäquaten Ereignis in einer ersten Phase von einer
schädigenden Wirkung dieses Ereignisses (Unfall) auf den Körper ausgegangen, wobei
die in der Folge aufgetretenen bzw. ausgelösten Beschwerden nach einem bestimmten
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Zeitraum - trotz ihres möglichen Fortdauerns - aber nicht mehr dem Unfall zugerechnet
werden. Bei der Kontusion einer vorbestehenden, degenerativen Coxarthrose handelt
es sich um eine solche, umschriebene Gesundheitsschädigung, deren Geschehen sich
zwar beispielsweise durch den Unfallmechanismus annehmen oder anhand klinischer
Befunde - wie Hämatome, Schwellungen, Druckdolenzen,
Bewegungseinschränkungen, Muskelverhärtungen - objektivieren lässt, die aber nicht
von einer strukturellen Läsion bzw. schlecht verheilten, strukturellen Läsion mit
fortdauernden gesundheitlichen Störungen begleitet sein muss. In dem Sinn ist auf die
medizinische Erfahrungstatsache hinzuweisen, wonach Prellungen (Kontusionen),
Verstauchungen oder Zerrungen (Distorsionen) ohne strukturelle Läsionen
normalerweise innert kurzer Zeit abheilen und sich die damit verbundenen
Beschwerden gänzlich zurückbilden. Diese medizinische Erfahrungstatsache darf im
Rahmen des im Sozialversicherungsrecht zur Anwendung gelangenden
Wahrscheinlichkeitsbeweises (Th. Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3.
Aufl. Bern 2003, S. 451 f.) berücksichtigt werden. Dies hat insbesondere für den
Nachweis des Status quo sine zu gelten, bei dem es sich um einen hypothetischen
Zustand handelt, welcher sich häufig nur mit Erfahrungswerten bestimmen lässt (Urteil
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 18. September 2002, U 60/02, E. 2.2).
Medizinische Erfahrungssätze beziehen sich auf den Regelfall, d.h. auf medizinische
Sachverhalte, die sich im konkreten Fall gleich dargestellt haben. Eine Ausnahme von
der Regel ist grundsätzlich nicht ausgeschlossen, doch muss sie sich eben als solche
präsentieren.
3.5.2 Die Untersuchung des Beckens/der Hüfte rechts in der RIS Radiologie im
Silberturm vom 20. Juni 2011 zeigte eine mittelgradige rechtsseitige Coxarthrose mit
leichtgradiger Entrundung der oberen Femurkopfzirkumferenz, Randosteophyten
acetabulär und femoral mit sekundärer Offsetstörung und mit Impingement-
Konstellation, eine mässiggradige Verschmälerung des Hüftgelenkspalts rechts, eine
beidseitige Acetabulumdachsklerose, geringgradige acetabuläre Randosteophyten
links und eine mässiggradige Verschmälerung des rechtsseitigen ISG-Spalts (UV-act.
14 S. 3). Die MRI-Untersuchung in der RIS Radiologie im Silbertrum vom 29. August
2011 brachte eine erhebliche Coxarthrose mit Randosteophyten acetabulär und
femoral, Entrundung der Gelenkfläche und flachem anterioren femoralen Offset mit
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Impingement-Konstellation, eine erhebliche Limbusdegeneration, eine Chondropathie
Grad III und stellenweise beginnend IV mit zusammenhängenden Ulcera und Defekten,
eine subkortikale Osteodystrophie anterocranial im Femurkopf (beginnende
Femurkopfnekrose?) sowie ein Hämangiom im proximalen Femurschaft hervor.
Ansonsten war das MR-Arthrotomogramm des rechten Hüftgelenks normal, ohne
Nachweis entzündlicher Veränderungen im Bereich der Muskel- und Sehnenansätze
(UV-act. 14 S. 1 f.). Die radiologischen Untersuchungsergebnisse weisen
unbestrittenermassen keine durch den Unfall verursachte klar ausgewiesene neue,
bleibende Gesundheitsschädigung im Sinn einer strukturellen Veränderung im Bereich
des rechten Hüftgelenks aus. Entsprechend hält Dr. E._ in seiner Beurteilung fest, es
kämen weder auf den konventionellen Röntgenaufnahmen noch im
Kernspintomogramm Frakturen oder Impressionen zur Darstellung. Die Zerklüftung des
Limbus sei nach bildmorphologischen Kriterien ausschliesslich degenerativ bedingt.
Hierauf werde vorsorglich hingewiesen, falls argumentiert werden sollte, dass es bei
dem Trauma zu einem Anschlagen des wenig taillierten Schenkelhalses gegen den
Pfannenrand gekommen sei im Sinn einer Impingementproblematik. Eine
unfallbedingte Impingement-Situation sei auf den MRI-Aufnahmen nicht erkennbar (UV-
act. 88, S. 11 f.). Unzweifelhaft zeigte sich hingegen beim Beschwerdeführer im Bereich
des rechten Hüftgelenks ein umfassender degenerativer Vorzustand, insbesondere eine
vorbestehende und unfallfremde Coxarthrose (vgl. dazu auch act. G 7.1; A. Debrunner,
Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S. 234). Dr. E._ führt dazu
beweiskräftig aus, das MRI vom 29. August 2011 zeige ausschliesslich degenerative
Veränderungen. Der Zeitraum zwischen angeschuldigtem Unfallereignis und
kernspintomographischer Untersuchung sei mit ca. drei Monaten so kurz, dass eine
unfallbedingte Arthrose (sog. posttraumatische Arthrose) nicht postuliert werden
könnte. Schon die konventionellen Röntgenaufnahmen, die wenige Tage nach dem
Unfallereignis angefertigt worden seien, hätten eine mässiggradige Coxarthrose
ausgewiesen (UV-act. 88, S. 11 f.). Es bestehen zudem auch keinerlei Hinweise (auch
nicht von Seiten Dr. D._ [vgl. dazu insbesondere act. G 7.1]) darauf, dass die
Coxarthrose eine unfallbedingte definitive, d.h. dauernde oder richtunggebende
Verschlimmerung, erfahren hätte. Dr. E._ legt in seiner Beurteilung nachvollziehbar
dar, dass bei fehlenden äusseren Verletzungszeichen und fehlendem radiologischen
Nachweis einer strukturellen Läsion im Bereich des rechten Hüftgelenks eine
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unfallbedingte richtunggebende Verschlimmerung der vorbestehenden Coxarthrose
unwahrscheinlich sei. Das ca. zweieinhalb Monate nach dem Ereignis angefertigte
Kernspintomogramm zeige weder ein Knochenmarködem noch einen Bone bruise.
Solche radiologischen Zeichen wären zu erwarten gewesen, wenn eine wesentliche
Gewalt bei dem Unfall auf das Hüftgelenk eingewirkt hätte.
3.5.3 Damit kann nur eine vorübergehende Verschlimmerung des Vorzustandes durch
den Unfall zur Diskussion stehen. In diesem Fall übernimmt die Unfallversicherung
lediglich den durch das Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub (RKUV 2000 Nr.
379 S. 193 E. 2a mit Hinweisen). Wie zuvor ausgeführt, ist es Aufgabe medizinischer
Fachpersonen, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen. Dr. E._ geht von
einem Status quo sine betreffend Kontusionsfolgen im Bereich des rechten
Hüftgelenks per 29. August 2011 - Datum der MRI-Untersuchung - aus. Angesichts der
dargelegten Sachlage (vgl. Erwägung 3.5.1 f.) spricht nichts gegen diese Beurteilung.
Wie bereits erwähnt, wurden im MRI-Untersuchungsbericht insbesondere keine
typischen Kontusionsfolgen wie Hämatome und Schwellungen (vgl. A. Debrunner,
a.a.O., S. 234) aufgeführt und enthalten auch die übrigen ärztlichen Berichte keinerlei
Hinweise auf unfallbedingte fortdauernde Beschwerden. Vorliegend können die
fortdauernden Beschwerden mit unfallfremden Befunden, insbesondere degenerativer
und krankheitsbedingter Art, erklärt werden. Die Leistungseinstellung des
Unfallversicherers bedingt keine Beschwerdefreiheit bzw. volle Arbeitsfähigkeit.
Entscheidend ist allein, ob die durch den Unfall ausgelösten Beschwerden ihre kausale
Bedeutung verloren haben. Wie von Dr. E._ angenommen und schlüssig begründet,
darf mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen
werden, dass der Status quo sine im Zeitpunkt der MRI-Untersuchung erreicht war. Die
Einstellung der Leistungen per 29. August 2011 erweist sich damit als gerechtfertigt.
3.6 Die vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers bereits in der Einsprache vom
30. November 2012 (UV-act. 84) thematisierte Feststellung von Dr. D._ in dessen
Bericht vom 26. Juni 2012 - die Hüftarthrose hätte irgendwann symptomatisch werden
können, aber die Verschlechterung des Gesundheitszustands hänge unmittelbar mit
dem Unfall zusammen (act. G 7.1) - vermag an dieser Beurteilung nichts zu ändern. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers bezieht sich auf den Begriff des Status quo
sine als Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
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St.Galler Gerichte
Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später mit Wahrscheinlichkeit eingestellt
hätte (vgl. Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54) und stellt sich auf den Standpunkt, dass
die Verschlechterung der Coxarthrose ohne Unfall nicht bereits zu jenem Zeitpunkt
stattgefunden und eine Operation notwendig gemacht hätte. Dieser Argumentation ist
jedoch entgegen zu halten, dass die Kontusion einer Coxarthrose, wie bereits
ausgeführt, nur vorübergehend, erfahrungsgemäss wieder abheilende Schmerzen
auslösen kann. Der Schweregrad der Coxarthrose an sich wird durch die Kontusion
nicht verändert. Mit seiner Feststellung - der Beschwerdeführer sei bis zum Unfall in
seinem Beruf als Baufacharbeiter problemlos einsatzfähig gewesen, seither jedoch
nicht mehr und werde es auch nie mehr sein - möchte der Rechtsvertreter sodann wohl
einwenden, der Status quo ante, d.h. der Zustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall
bestanden habe (vgl. Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54), sei noch nicht erreicht. Damit
wird jedoch die eigentlich zur Diskussion stehende Frage der Unfallkausalität bzw.
deren Dahinfallen ausgeklammert. Die Unfallkausalität gilt es jedoch eben per 29.
August 2011 zu verneinen. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer weiterhin seinen
angestammten Beruf nicht ausüben kann, ist unfallfremden Gründen, insbesondere
seinem degenerativen Vorzustand, zuzuschreiben.
3.7 Dem Begehren, es sei ein neutrales ärztliches Gutachten einzuholen, ist bei
diesem Ergebnis nicht stattzugeben. Die vorliegenden medizinischen Akten sind
widerspruchsfrei und schlüssig und es bestehen keine Indizien gegen ihre
Zuverlässigkeit. Da von weiteren Abklärungen keine entscheidrelevanten neuen
Erkenntnisse zu erwarten sind, kann von der Einholung eines Gutachtens abgesehen
werden (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 136 I 236 E. 5.3; BGE 134 I 148 E. 5.3 und
BGE 124 V 94 E. 4b.).
4.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichts
kosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP