Decision ID: 735beb50-fb58-4e7f-87da-c86bd49a766a
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1975, war aufgrund ihres damaligen Anspruchs auf Arbeits
losenentschädigung bei der Suva versichert, als sie am 26. Dezember 2013 einen Selbstunfall mit dem Auto erlitt (Urk. 7/2).
Nach getätigten
Abklärungen
stellte die Suva die bis dahin erbrachten Leis
tungen
mit
Schreiben
vom
4. Oktober 2016
per 31. Dezember 2016 ein (Urk. 7/146) und verneinte mit Verfügung vom 4. November 2016 einen Anspruch auf eine Rente und eine Integritätsentschädigung (Urk. 7/152).
Die vo
n der
Versicherten a
m 29. November 2016 erhobene Einsprache (Urk. 7/156) wies die Suva am 28. August 2017 ab (Urk. 7/172 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 28. September 2017 Beschwerde (Urk. 1) gegen den
Ein
spracheentscheid
vom 28. August 2018 (Urk. 2) und beantragte, dieser
sei auf
zuheben und die Suva sei
zu verpflichten, die gesetzlichen Versicherungsleistungen (Rente, Integritätsentschädigung) auszurichten.
Mit Beschwerdeantwort vom 31. Oktober 2017 (Urk. 6) beantragte die Suva
die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
8
.
Dezember 2017
wurden antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 3) die unentgeltliche Rechtsvertretung bewilligt und der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt (Urk. 11).
3.
Im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren der Beschwerdeführerin Nr. IV.2017.00847 erging das Urteil am heutigen Tag.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar
2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
ver
siche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Sep
tem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am 26. Dezember 2013
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber
derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines kra
nk
haften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Statu
s quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht
publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahin
fallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesund
heits
schadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad
der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363
S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlen
der ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich hie
r
bei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweis
last
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rück
fällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Ist ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden
wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörung
en
, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kau
sal
zu
sammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- bezie
hungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen. Es ist zu beto
nen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürli
chen Kausal
zusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte gesundheit
liche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).
1.5
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als
adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf
der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg
von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges
also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.
2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.6
Bei der Beurteilung der Adäquanz von organisch nicht hinreichend nachweis
ba
ren Unfallfolgeschäden ist wie folgt zu differenzieren (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
): Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleuder
trauma der HWS, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung oder ein Schädelhirntrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Recht
spre
chung gemäss BGE 115 V 133 (sogenannte Psycho-Praxis) zur Anwendung.
Bei Schleudertraumen und äquivalen
ten Ver
let
zungen der HWS sowie Schädel
hirntraumen, welche mindestens den Schwe
re
grad der
Contusio
cerebri errei
chen (Urteil des Bundesgerichts 8C_270/2011 vom 26. Juli 2011 E. 2.1), wird hingegen auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet (sogenannte Schleuder
trauma-Praxis; zum Ganzen: BGE 134 V 109 E. 2.1 mit Hinweisen).
Erge
ben die Abklärungen indessen, dass die versicherte Person eine der soeben erwähnten Verletzungen erlitten hat, muss beurteilt werden, ob die zum typi
schen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen (vgl. BGE 119 V 335 E. 1, 117 V 359 E. 4b) zwar teilweise vorliegen, im Ver
gleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. In diesen Fällen ist die Beurteilung praxisgemäss ebenfalls unter dem Gesichts
punkt einer psychi
schen Fehlentwicklung nach Unfall vorzunehmen (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
, 123 V 98 E. 2a); andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 entwickelten und in BGE 134 V 109 präzisierten Regeln (sogenannte Schleudertrauma-Praxis). Ergibt sich, dass es an der Adä
quanz fehlt, erübrigen sich auch Weiterungen zur natürlichen Kausalität (vgl. SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67; Urteil des Bundesgerichts 8C_70/2009 vom 31. Juli 2009 E. 3).
1.
7
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts; ATSG), so hat sie gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine Invali
denrente. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Inva
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er
werbsein
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG; vgl. BGE 130 V 121).
Nach Art. 18 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung des Invaliditäts
grades in Sonderfällen. Er kann dabei auch von Art. 16 ATSG abweichen.
1.8
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
mes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dau
ernde er
hebli
che Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Die Inte
gritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleis
tung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicher
ten Jahres
verdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens ab
ge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des gan
zen Lebens minde
stens in gleichem Umfang be
steht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integri
tätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges 3. Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integri
tätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
1.9
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.10
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuver
lässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf
vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erheb
liche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversiche
rungsrecht zu
kommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid davon aus (Urk. 2), dass die Adäquanz zwischen dem Unfall vom 26. Dezember 2013 und den ge
klagten psychischen Beschwerden zu verneinen sei. Somit seien im Hinblick auf die Invaliditätsbeurteilung allein die Restbeschwerden betreffend den linken Vor
derarm zu berücksichtigen (S. 9). Das Invalideneinkommen sei mittels Lohnanga
ben aus der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) ermittelt worden (S. 11), welche den zu berücksichtigenden Einschränkungen der Beschwerdeführerin Rechnung tragen würden. Werde das
Valideneinkommen
mit dem Invalidenein
kommen verglichen, könne festgestellt werden, dass keine Lohneinbusse resul
tiere, weshalb kein Rentenanspruch bestehe. Gemäss der kreisärztlichen Beurtei
lung vom 19. September 2016 werde die
Erheblichkeitsgrenze
für eine Integri
tätsentschädigung nicht erreicht. Dies sei angesichts der erhobenen Befunde ohne Weiteres nachvollziehbar (S. 12).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber beschwerdeweise auf den Stand
punkt (Urk. 1), es seien genügend Adäquanzkriterien erfüllt, die Beschwer
degegnerin habe für die psychischen Unfallfolgen einzustehen. Es sei nicht er
stellt, dass sie angepasst zu 100 % arbeitsfähig sein soll (S. 5). Zudem betrage das
Valideneinkommen
per Rentenbeginn mindestens Fr. 56'443.60. Es sei ausserdem notorisch, dass im Gastgewerbe Trinkgelder vereinnahmt würden, weshalb monatlich mindestens Fr. 250.-- aufzurechnen seien. Es resultiere somit ein
Validen
einkommen
von Fr. 60'000.-- (S. 5 f.). Betreffend Invalideneinkommen könne nicht auf DAP-Löhne abgestellt werden. Die Datenbank DAP sei nicht repräsen
tativ (S. 6). Zur Integritätseinbusse sei keine rechtsgenügende Beurteilung akten
kundig (S. 7).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit in einer angepass
ten Tätigkeit sowie mit der Höhe des Invaliditätsgrades ver
hält und auf welche Einkommen diesbezüglich abzustellen ist sowie der Anspruch auf eine Integri
tätsentschä
digung.
3.
3.1
Gemäss Akten erlitt die Beschwerdeführerin am 26. Dezember 2013 einen Selbst
unfall mit dem Auto, bei welchem sie mit einem Leitpfosten und zwei Bäumen kollidierte und sich dabei diverse Verletzungen zuzog (Urk. 7/2, Urk. 7/13, Urk. 7/26).
Nach der gleichentags erfolgten notfallmässigen Einlieferung und Erstversorgung im
Stadtspital
A._ nannten die Ärzte mit Austrittsbericht vom 9. Januar 2014 (Urk.
7/
13) folgende Diagnosen (S. 1):
-
dislozierte Vorderarmfraktur links
-
Sternumquerfraktur
im mittleren Drittel
-
Rippenserienfraktur 7-9 links
-
Nasenbeinfraktur
-
s
tumpfes
Abdominaltrauma
epigastrisch
ohne CT-morphologische Organ
verletzung
Sie führten aus, die Beschwerdeführerin sei von der Sanität aufgrund eines PKW-Selbstunfalles nach Frontalzusammenstoss mit zwei Bäumen notfallmässig zuge
wiesen worden. Organläsionen oder intrakranielle Blutungen hätten radiologisch ausgeschlossen werden können (S. 1). Die Beschwerdeführerin habe am 9. Januar 2014 in einem gebesserten
Allgemeinzustand in hausärztliche Weiterbehandlung entlassen
werden können (S. 2)
.
3.2
Die Ärzte des
Stadtspital
s
A._ berichteten am 5. Januar 2015 (Urk.
7/14
) und führten aus, die Beschwerdeführerin stelle sich zur weiteren Nachkontrolle vor und b
eschreibe Schmerzen
vor allem im Bereich des
Osteosynthesematerials
. Es zeigten sich reizlose verheilte Narbenverhältnisse im Bereich des Vorderarms. Auffallend sei eine
äusserst druckempfindliche Narbe
im Bereich der radialen Platte
.
Im bereits am 27. November 2014 durchgeführten nativen CT des linken Vorderarms zeige sich eine fortschreitende Konsolidation mit noch knapp erkenn
baren Frakturspalten. Die
Osteosynthesematerial
-Stellung sei regelrecht. Es be
stünden keine Hinweise für eine Sekundärdislokation (S. 1). Insgesamt sei von
chirurg
ischer
Seite her
von einem
sehr gute
n
Resultat
zu sprechen. Die
Schmerz
problematik sei nicht durch das
Osteosynthesematerial
bedingt.
Die Beschwerde
führerin
weise eine zunehmende
Somatisierungstendenz
auf mit Schmerzen bis in die Schulter und der gesamten linken Körperhälfte
(S. 2)
.
3.3
Dr. B._, Zentrum für Wirbelsäulenmedizin, berichtete am 27. Februar 2015 (Urk. 7/50) über die Konsultation der Beschwerdeführerin vom gleichen Tag und führte aus, sie klage seit sechs Monaten über akut aufge
tretene
ischialgiforme
Beschwerden, wobei seit zwei Monaten eine Schmerz
exazerbation bestehe (S. 1). Weiter zeige sich im MRI der Lendenwirbelsäule (LWS) vom 9. Februar 2015 eine
breitbasige
, median linksbetonte Diskushernie L5/S1 mit Affektion der S1-Wurzel linksseitig. Aufgrund der erhobenen Befunde befürworte er einen Infiltrationsversuch der S1-Wurzel (S. 2).
Im Bericht vom 18. März 2015 (Urk. 7/49) führte Dr. B._ aus, dass die Be
schwerdeführerin subjektiv über eine Woche eine deutliche Besserung erfahren habe nach der Infiltration. Zwischenzeitlich sei die Symptomatik jedoch wieder auf das Vorniveau zurückgekehrt. Die Beschwerdeführerin sei extrem schmerz
geplagt und könne sich kaum bewegen. Aufgrund der Schmerzsituation habe er ihr zur Operation geraten.
3.4
Dr. C._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 24. März 2015 (Urk. 7/40) und führte aus, die Beschwerdeführerin habe sich im Frühjahr mehrfach wegen persistierenden Schmerzen im Hüft- und Oberschen
kelbereich links bei deutlichem Hämatom nach dem Trauma und Schmerzen im Bereich des linken Arms nach Operation des Unterarmbruchs vorgestellt und sei von ihm diesbezüglich weiter abgeklärt und behandelt worden. Weitere auf
schlussreiche Unterlagen seien im Spital A._ erhältlich. Diese lägen ihm auch noch nicht vor (S. 1).
3.5
Den MRTs beider Oberschenkel und des Beckens vom 30. April 2015 (Urk. 7/59-60) ist eine diskrete
Ansatztendinopathie
am Trochanter
major
beidseits zu ent
nehmen. Es fand sich kein Hinweis auf posttraumatische Veränderungen im Bereich des Beckens oder der Oberschenkel beidseits.
3.6
Dr. B._ berichtete am 18. Mai 2015 (Urk. 7/61) und führte aus, dass sich die Beschwerdeführerin bei weiterer Schmerzprogression nochmals vorstelle. Gemäss MRI vom 18. Mai 2015 zeige sich die bekannte Diskushernie L5/S1 linksseitig mit deutlicher Progredienz im Vergleich zu den Voraufnahmen vom 9. Februar 2015. Die Indikation zur mikrochirurgischen
Sequestrektomie
sei bei unveränder
tem Befund gegeben.
3.7
Die Ärzte des Neurozentrums D._ berichteten am 10. August 2015 (Urk. 7/71) über die gleichentags durchgeführte Untersuchung der Beschwerdeführerin und nannten aufgrund der elektrophysiologischen Befunde folgende Diagnosen (S. 1):
-
sensomotorisches Karpaltunnelsyndrom links
-
radiale
Epicondylopathie
links
Sie führten aus, das aktuelle Hauptproblem seien persistierende Schmerzen am linken Vorderarm, tags und nachts. Deswegen müsse die Beschwerdeführerin immer Schmerzmittel nehmen. Die Schmerzen würden sich in Bewegung verstär
ken. Seit der Operation am Rücken habe sie immer noch deutliche Schmerzen, oft mit Ausstrahlung ins linke Bein (S. 1 f.). Die Halswirbelsäule (HWS) sei frei be
weglich. Auch in Extremstellungen sei keine Provokation von Schmerzen oder Parästhe
sien im linken Arm oder an der Hand möglich. Der Beschwerdeführerin werde zu lokaler Physiotherapie geraten, allenfalls auch zu lokalen Infiltrationen (S. 2). Es fänden sich keine Hinweise für eine radikuläre Problematik der Beinbe
schwerden links oder für neurologische Ausfallsymptome (S. 3).
3.8
Dr. E._, Facharzt für Chirurgie, Kreisarzt der Beschwerdegegnerin, nahm am
2
0. August 20
15
eine ärztliche Beurteilung (Urk. 7/74)
aufgrund
seiner Untersuchung vom 23. April 2015 (Urk. 7/48) und dem aktenmässigen Verlauf vor. Er führte aus, die
ischialgiformen
Beschwerden
, die auf eine Diskushernie L5/S1 links zurückzuführen seien, seien erst im Herbst 2014 akut aufgetreten, so dass hier keine Unfallkausalität zum Ereignis vom 26. Dezember 2013 bestehe. Es handle sich um typische degenerative Veränderungen (S. 2 f.).
Auch
sei
für die festgestellte radiale
Epicondylopathie
links
keine Unfallkausalität
anzunehmen
.
Bezüglich des sensomotorischen K
arpaltunnelsyndroms
links
sei zumindest eine Teilkausalität
nach Plattenosteosynthese am linken Unterarm
nicht auszuschlies
sen
(S. 3)
.
Aus rein unfallbedingter Sicht
bestehe
daher
aktuell
keine volle A
rbeitsfähigkeit
im Service.
Die Einschränkungen seien jedoch qualitativer, nicht quantitativer Art. Möglich seien körperlich leichte bis höchstens mittelschwere Tätigkeiten ohne häufiges Heben und Tragen von Lasten, ohne Zwangshaltungen im linken Handgelenk, ohne kräftiges Stossen und Drücken mit der linken oberen Extremi
tät. Unter Beachtung der genannten Einschränkungen sei rein unfallbedingt eine 100%ige Arbeitstätigkeit möglich.
Nac
h erfolgreicher Behandlung des K
arpaltun
nelsyndroms spreche auch nichts gegen
eine
volle A
rbeitsfähigkeit
i
n der früher ausgeübten Tätigkeit in der Gastronomie (S. 3).
3.9
Die Ärzte des Zentrums für Handchirurgie berichteten am 18. September 2015 (Urk.
7/
81) und nannten folgende Diagnose:
-
Schmerzzustand linker Arm
mit sockenförmig angegebener Hypästhesie bis in die
Ellbeuge
links mit Verdacht auf Irritation Ramus
superficialis
Nervus
radialis
in distaler Narbe
Sie führten aus, die Anamnese sei schwierig zu erheben, da die Beschwerdefüh
rerin auf alle Fragen mit schmerzhaftem Zusammenzucken reagiere. Sie beklage starke Schmerzen im ganzen linken Arm seit der operativen Versorgung der Vor
derarmfraktur (S. 1).
Inspektorisch
bestehe keine Muskelatrophie. Alle Übungen würden nach einigem
Beüben
bessergehen (S. 2). Es sei erstaunlich, dass die Beschwerdeführerin fast zwei Jahre nach dem Unfall mit einem derartigen Schmerz
zustand und angeblicher Gebrauchsunfähigkeit des Armes am
adominanten
Arm kein wesentliches Muskeldefizit aufweise. Aktuell bestünden keine Hinweise für eine radiale
Epicondylopathie
. In der Service-Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin derzeit sicher 100 % arbeitsunfähig. Hingegen könnte sie sicher mindestens eine 50%ige Arbeit bewältigen in der Tätigkeit, die vor allem überwachender Natur sei und die vor allem mit der gesunden rechten Hand durchgeführt werden könne, vorzugsweise sitzend (S. 3).
3.10
Dr. F._, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie des Be
wegungsapparates, berichtete am 9. Februar 2016 (Urk. 7/112) und führte aus, im heutigen Kotroll-Röntgen sei die Vorderarmfraktur links inzwischen konsolidiert. Der Knochen zeige eine gute Reaktion.
Am 25. Februar 2016 wurde die Metallentfernung vorgenommen (Urk. 7/113).
3.11
Die Ärzte des Neurozentrums D._ berichteten am 12. April 2016 (Urk.
7/
117) über die Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 11. April 2016 und führten aus, es sei k
ein eindeutiges
Karpaltunnel
syndrom mehr nachweisbar
(S. 2)
.
Die persistierenden Armschmerzen links seien eigentlich nur durch die ausgeprägten
Tendomyosen
erklärbar.
Aktuell bestehe ein
lumboradikuläres
Syndrom mit Reizerscheinungen der Wurzel L5 links
(S. 2)
.
3.12
Kreisarzt Dr. E._
berichtete am 1
9.
Juli 2016 (
Urk.
7/
131
) über die kreisärztliche Untersuchung vom gleichen Tag
und führte aus, die
Beschwerdeführerin
klage
über Schmerzen am ganzen Unterarm links,
welche
bis in die Schulter und zum Nacken
ziehen würden
.
Bei Belastung des Arms habe sie auch Schmerzen in den Fingern. Zudem bestünden Schmerzen im Rücken (S. 5).
Feinmotorische Tätig
keiten könnten problemlos durchgeführt werden. Zum Schluss der Untersuchung habe
die Beschwerdeführerin
auch noch Schmerzen im Bereich des proximalen Oberschenkels li
nks
angegeben
. Es finde sich dort bei der Untersuchung jedoch kein klinisches Korrelat. Objektiv fänden sich keine muskulären Hypotrophien, bildgebend bestehe eine vollständig konsolidierte Unterarmfraktur, aufgrund der bisher vorliegenden neurologischen Untersuchungen bestehe kein Anhalt für eine Nervenläsion, es bestünden eine unfallbedingt nicht zu erklärende Einschränkung der Beweglichkeit des linken Handgelenks sowie Anhaltspunkte für eine man
gelnde Compliance sowie für eine Symptomausweitung und dissoziative Tenden
zen (S. 7).
3.13
Dr. G._, Fachärztin für Neurologie, berichtete am 6. Sep
tember 2016 (Urk.
7/
141) über die Untersuchung der Beschwerdeführerin vom
3
0. August 20
1
6. Sie führte aus, das während der Untersuchung je nach Situation wechselnde Bewegungsmuster der linken Hand lasse auch zusammen mit den anamnestischen Angaben, wonach diese im Alltag zwar nicht zu gebrauchen sei, Auto fahren aber trotzdem für kurze Strecken gehe, an eine funktionelle Überla
gerung denken. Hierzu passe auch die zunehmende Ausbreitung einer Fühlstö
rung auf die ganze linke Körperhälfte mit streng medialer Begrenzung ohne harte Ausfallsymptomatik. Somit ergäben sich aus neurologischer Sicht keine zusätzli
chen spezifischen Empfehlungen (S. 3).
3.14
Kreisarzt Dr. E._ berichtete erneut über seine ärztliche Beurteilung vom 19. September 2016 (Urk.
7/
144) und führte aus, es sei b
ei vollständig konsoli
dierter Unterarmfraktur, keinen
dokumentierbaren
Nervenschäden, reizlosen Weichteilverhältnissen,
radiologisch ohne Anhaltspunkte für wesentliche arthro
tische Veränderungen im Handgelenk,
un
fallbedingt nicht zu erklärender
Ein
schränkung der Beweglichkeit des li
nken
Handgelenks mit
jedoch
Anhaltsp
unk
ten für Symptomausweitung beziehungsweise funktioneller Überlagerung
keine wesentliche Besserung durch weitere med
izinische
Massnahmen zu erwarten.
Eine körperlich leichte bis
mittelschwere
angepasste Tätigkeit sei der Beschwer
deführerin
zu 100
%
zumutbar
. Die
Erheblichkeitsgrenze
für eine Integritätsent
schädigung werde aktuell nicht erreicht (S. 6)
.
4.
4.1
Unbestrittenermassen erlitt die Beschwerdeführerin anlässlich des Unfalls vom 26. Dezember 2013 diverse Frakturen, welche im Stadtspital A._ umgehend versorgt wurden (vorstehend E. 3.1). Diese Verletzungen – insbesondere die Vor
derarmfraktur links – haben gemäss den diesbezüglich übereinstimmen
den medizinischen Akten unfallkausale Einschränkungen zur Folge, so dass der Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit im Service nicht mehr zumutbar ist (vorstehend E. 3.8). Hingegen stellt sich die Frage, in welchem Ausmass die noch bestehenden somatischen und kausalen Unfallfolgen die Arbeitsfähig
keit in einer angepassten Tätigkeit einschränken.
4.2
D
ie
Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass die Berichte des Kreisarztes (vorstehend E. 3.8, E. 3.12, E. 3.14) für die Be
antwortung der gestellten Frage nach
der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit umfassend sind. Die Be
urteilungen berücksichtigen die medizinischen
Vorakten
ebenso wie die geklag
ten Beschwerden der Beschwerdeführerin. Die Darlegung der medizinischen Befunde sowie deren Beurteilung leuchten ein und die Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begründet. So nahm der Kreisarzt differenziert Bezug auf die ge
stellten Diagnosen sowie die erhobenen Befunde und machte darauf aufmerksam, dass der Beschwerdeführerin eine angepasste Tätigkeit entsprechend dem formu
lierten Zumutbarkeitsprofil ganztags mit voller Leistung zumutbar sei (vorstehend E. 3.8 und E. 3.14). Weiter bezog er ausdrücklich Stellung zu Einschränkungen der Beschwerdeführerin und nahm hierbei besonders Rück
sicht auf die beim Un
fall verletzten Bereiche.
Ausserdem
steht das von ihm erläuterte Zumutbarkeits
profil in Übereinstim
mung mit den Ausführungen der Ärzte des Neurozentrums D._ (vorstehend E. 3.7 und E. 3.11) sowie des Zentrums für Handchirurgie (vorstehend E. 3.9), wonach weder Hinweise für eine
radikuläre Problematik noch für neurologische Ausfallsymptome bestünden.
Die ärztlichen Beurteilungen durch den Kreisarzt entsprechen somit den von der Rechtsprechung konkretisier
ten Anforderungen (vorstehend E. 1.9 und E. 1.10) vollumfänglich.
4.3
Zusammenfassend kann zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
füh
rerin in einer angepassten Tätigkeit auf die überzeugenden, nachvollziehba
ren und ausführlich begründeten Einschätzungen des Kreisarztes abgestellt werden und von einer vollen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
gemäss
beschrie
benem Zumutbarkeitsprofil ab Ende April 2015 ausgegangen werden (vorstehend E. 3.8). Die vorliegenden medizinischen Akten erweisen sich aus somatischer Sicht als ausreichend, weshalb auf weitere Abklärungen verzichtet werden kann,
zumal
nicht zu erwarten
ist
, dass zusätzliche Untersuchungen zu einem anderen Ergebnis führen würden (antizipierte Beweiswürdigung
, BGE 136 I 229 E. 5.3, Urteil des Bundesgerichts 8C_28/2012 vom 29. Mai 2012, E. 4.2
).
In psyc
hischer Hinsicht hat die Suva
hingegen
keine fachärztlich psychiatrische Beurteilung veranlasst. Diese konnte indes
- wie nachfolgend zu zeigen sein wird (E. 5) -
unterbleiben,
da allfällige (natürlich kausale) psychische Beschwerden nicht adäquat kausal zum Unfallereignis vom 26. Dezember 2013 sind.
5.
5.1
Erstmals im Bericht des Stadtspitals A._ vom Januar 2015 (vorstehend E. 3.2) wurde in Bezug auf die Psyche angeführt, dass die
Schmerzproblematik
nicht durch das
Osteosynthesematerial
bedingt
sei und die Beschwerdeführerin
eine
zunehmende
Somatisierungstendenz
auf
weise. Weiter geht aus dem Bericht des
Kreisarztes vom Juli 2016 (vorstehend E. 3.12) diesbezüglich hervor, dass auf
grund der fehlenden klinischen Korrelate und der somit unfallbedingt nicht zu erklärenden Einschränkungen Hinweise für eine Symptomausweitung sowie
dissoziative Tendenzen
bei Anhaltspunkten für eine mangelnde Compliance bestün
den. Auch dem Bericht von Dr. G._ (vorstehend E. 3.13) ist zu entneh
men, dass aufgrund des Verhaltens der Beschwerdeführerin während der Unter
suchung sowie der anamnestischen Angaben
an eine funktionelle Überlagerung zu denken sei. Schliesslich hielt der Kreisarzt im September 2016 (vorstehend E. 3.14) abschliessend fest, bei
un
fallbedingt nicht zu erklärender
Einschränkung der Beweglichkeit des li
nken
Handgelenks mit
jedoch
Anhaltsp
unkten für Symp
tomausweitung beziehungsweise funktioneller Überlagerung
sei
keine wesentli
che Besserung durch weitere med
izinische
Massnahmen zu erwarten.
Den übrigen Berichten sind hingegen keine psychischen Beschwerden zu entnehmen. Ob vor
liegend eine (natürlich kausale) Somatisierungsstörung oder eine anhaltende so
matoforme Schmerzstörung vor
liegen, kann offengelassen werden, da -
anders als bei Ge
sund
heits
schädi
gungen mit einem klaren unfallbedingten Substrat, bei welchen der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel mit dem natürlichen bejaht werden kann (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
mit Hinweisen) - eine besondere Adä
quanz
prü
fung vorzunehmen ist.
Da im vorliegenden Fall gestützt auf die medizinischen Akten weder eine Dis
tor
sion der Halswirbelsäule (HWS) noch eine
schleudertraumaähnliche
Verlet
zung ausgewiesen ist (vgl. Urk. 7/13), hat die Prüfung der Adäquanz nach den in BGE 115 V 133 entwickelten Kriterien zu erfolgen (vgl. vorstehend E. 1.6).
5.2
Massgebend für die Beurteilung der Unfallschwere ist der augenfällige Gesche
hensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften (Urteil
des Bundesgerichts
8C_356/2007 vom 1
1.
Juni 2008, E. 6.1).
Betreffend den Unfallhergang ist dem Polizeirapport vom 19. Januar 2014 (Urk. 7/8) zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin mit ihrem Auto auf der Autobahn A3 von Richterswil in Richtung Zürich gefahren sei und beabsichtigt habe, die Autobahn in Thalwil zu verlassen. Dazu habe Sie das Auto vor der Kurve der Autobahnausfahrt auf etwa 50-60 km/h abgebremst (S. 3). In der Folge sei das Auto ins Schleudern gekommen und zuerst frontal mit einem Randleit
pfosten und anschliessend seitlich mit einem Baum kollidiert. Durch die Kollision mit dem Baum sei die Beschwerdeführerin im Auto eingeklemmt gewesen und habe durch die Feuerwehr befreit werden müssen (S. 5 f.). Nach der Kollision habe die Beschwerdeführerin zuerst ihren Neffen angerufen, um ihn zu fragen, was sie
machen soll (S. 3). Bei der Kollision entstand am Randleitpfosten und Baum Dritt- sowie am Auto der Beschwerdeführerin Sachschaden. Die Beschwerdeführerin verletzte sich beim Unfall und wurde in der Folge durch die Sanität ins Stadtspital A._ gebracht (S. 6).
Angesichts der Beschreibung des Unfallherganges sowie der bundesgerichtlichen Rechtspre
chung, ist der Beschwerde
geg
nerin folgend (vgl. Urk. 2 S. 8)
davon aus
zugehen, dass es sich hier
bei um ein Unfallereignis mittlerer Schwere han
delt. Denn das Bundesgericht qualifizierte beispielsweise die folgenden Unfälle als
mit
telschwer, aber nicht im Grenzbereich zu den schweren liegend: Unfälle, bei wel
chen das Fahrzeug mit der versicherten Person bei einem Überholma
növer mit circa 100 km/h abrupt abgebremst wurde, dabei ins Schleudern geriet, gegen einen Strassenwall prallte, sich überschlug und auf der Fahrerseite zu liegen kam;
oder
bei welchem
sich
ein Fahrzeug bei einer Geschwindigkeit von c
irca
90 km/h auf einer Autobahn über eine Mittelleitplanke hinweg über
schlug - wobei die versicherte Person hinausgeschleudert wurde - und mit Totalschaden auf der Ge
genfahrbahn auf dem Dach zu liegen kam. Auch beim Fahrer eines Personenwa
gens
,
der mit einer Fahrgeschwindigkeit von 110 km/h die Kontrolle über das Fahrzeug verloren hatte, auf den Fahrstreifen für den Gegenverkehr, dann auf das linksseitige Strassenbankett und schliesslich in den Strassengraben abgekom
men war, wobei er sich mehrere Male überschlagen hatte, wurde ein mittelschwe
rer Unfall angenommen, wie auch bei einer Fron
talkollision zweier Personenwa
gen, wobei die Geschwindigkeit des unfallverur
sachenden Personenwagens 30 bis 40 km/h betrug und diejenige des beteiligten Fahrzeugs auf etwa 70 bis 80 km/h geschätzt wurde, und bei der Kollision eines Personenwagens bei einer Fahrge
schwindigkeit von circa 80 km/h mit einem Drahtgitterzaun abseits der Strasse, mit seitlichem Überschlag und Stillstand auf dem Dach liegend im angrenzenden Wiesland, sowie bei einer Frontalkollision, bei der das unfallverursachende Fahr
zeug ungebremst mit etwa 100 km/h in ein mit c
irca
80 km/h fahrenden, noch ein Abbrems- und Ausweichmanöver ein
leitenden Personenwagen stiess (
Urteil des Bundesgerichts 8C_617/2010 vom 1
5.
Februar 2011 mit zahlreichen Hinwei
sen).
Demnach kann die adäquate Unfallkausalität der psychischen Beschwerden nur bejaht werden, wenn min
destens drei der sieben
Adäquanzkritierien
erfüllt sind oder eines besonders ausgeprägt vorliegt. Dies ist hier einzig aufgrund der soma
tischen Aspekte des Gesundheitsschadens zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_23/2014 vom 26. März 2014, E. 7 mit Hinweisen).
5.3
Vorliegend sind w
eder besonders dramatische Begleitumstände noch eine be
son
dere Eindrück
lichkeit des
Unfalls
ersichtlich. Zu urteilen ist hierbei objektiv
und
nicht aufg
rund des subjektiven Empfindens der Beschwerdeführerin
(Urteil des Bundesgerichts 8C_249/2009 vom 3. August 2009
E. 8.2 mit Hinwe
isen).
Da
bei ist zu beachten, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Ein
drücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung des Krite
riums ausreichen kann. Denn die Unfälle, welchen das Bundesgericht eine be
sondere Eindrücklichkeit zusprach (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_949/2008 vom
4.
Mai 2009, E. 4.2.1 mit zahlreichen Hinweisen), zeichnen sich durch eine be
sondere Eindringlichkeit und Intensität aus. So handelt es sich um Massen
karambolagen auf der Autobahn oder in einem Autobahntunnel, um ein länge
res Her
schieben durch einen Sattelschlepper oder um ein in der 2
9.
Woche schwangeres Unfallopfer.
Demgegenüber spielte sich der Unfall vom 26. Dezember 2013
nach Lage der Akten weder
unter be
sonders drama
tischen Begleitumständen ab, noch war er besonders ein
drück
lich.
So war sowohl die Polizei als auch die Rettungs
sanität umgehend an der Unfallstelle und die Be
schwerdeführerin wurde ins Spital überführt (vgl. Urk. 7/8).
Es waren na
mentlich keine relevanten Begleitumstände zu verzeich
nen
, welche die Bejahung dieses Kriteriums gestatten würden.
Die Beschwerdeführerin erlitt bei der Kollision
keine schweren oder besonders gelager
ten Verletzungen.
Zwar erlitt sie diverse Frakturen und litt im Anschluss an den
Unfall auch an diesbezüglichen Beschwerden, doch ergaben die nach der
operativen Versorgung durchgeführten Untersuche
keine relevanten Befunde
. So erlitt die
Be
schwerdeführer
in – abgesehen von den genannten Frakturen - ke
ine
weiteren ossären Verletzungen (vorstehend E. 3.1-3.14
).
Die erlittenen Verletzun
gen sind erfahrungsgemäss denn auch nicht geeignet, psychische Fehlentwick
lungen auszulösen.
Anhaltspunkte für eine fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung bestehen nicht. Abklärungsmassnahmen und blosse ärztliche Kontrollen sind im Rahmen dieses Kriteriums der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Be
handlung nicht zu berücksichtigen (Urteile
des Bundesgerichts
8C_698/2008 vom 2
7.
Januar 2009 E. 4.4 und 8C_126/2008 vom 1
1.
November 2008 E. 7.3).
Im Wesentlichen wurde der Beschwerdeführerin nebst der operativen Versorgung so
wie einer medika
mentösen Schmerzbehandlung Physiotherapie empfohlen, und es wurde von
chirurg
ischer
Seite her
bald von einem sehr guten Resultat berichtet (vgl. vorstehend E. 3.2).
Das genügt zur Bejahung des Kri
teriums nicht.
Auch das
Kriterium de
r körperlichen Dauerschmerzen kann zumindest nicht als besonders ausgeprägt erfüllt erachtet werden. Obwohl die Beschwerdeführerin durchwegs über einschränkende Beschwerden – vor allem bezüglich des linken Arms - klagte, wurden im bereits am 27. November 2014 durchgeführten nativen
CT des linken Vorderarms eine fortschreitende Konsolidation mit noch knapp er
kennbaren Frakturspalten festgehalten (vorstehend E. 3.2). Im Kontroll-Röntgen vom 9. Februar 2016 wurde sodann festgehalten, dass die Vorderarmfraktur links inzwischen konsolidiert sei und der Knochen eine gute Reaktion zeige (vorste
hend E. 3.10). Zudem war im April 2016 auch k
ein eindeutiges
Karpaltunnel
syn
drom mehr nachweisbar
(vorstehend E. 3.11). Sodann sind die geklagten Beschwerden und Einschränkungen nicht durchwegs durch ärztlich festgestellte Be
funde hinrei
chend erklärbar. Vielmehr wurden zwischenzeitlich unter ande
rem auch über eine
Somatisierungstendenz
beziehungsweise
Hinweise für eine Symp
tomausweitung sowie
dissoziative Tendenzen berichtet. Es ist demnach von ge
wissen körperlichen Dauerschmerzen auszugehen; das entsprechende Kriterium wird indes nicht in besonders ausgeprägter Weise erfüllt.
Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim
mer
te, ist weder ersichtlich noch geltend gemach
t worden. Im Gegenteil wurde die Be
schwerdeführerin
jederzeit
adäquat behandelt, an jeweilige
Spezialisten über
wie
sen und umfassend medizinisch betreut.
Auch der Heilungsverlauf war gut und komplikationslos.
Zum Kriterium des Grades und der Dauer der physisch bedingten
Arbeitsun
fäh
ig
keit ist festzuhalten, dass der Be
schwerdeführer
in seit Ende April 2015 eine Tätig
keit gemäss dem im Bericht des Kreisarztes (vorstehend E. 3.8) umschriebenen Profil ganztägig zumutbar ist. Somit sind der Grad sowie die Dauer der Arbeitsunfä
higkeit nicht dermassen hoch, als das Kriterium als erfüllt zu be
trachten wäre.
5.4
Z
usammenfassend ist festzuhalten, dass
lediglich eines der gemäss Rechtspre
chung massgeblichen Kriterien erfüllt ist, jedoch nicht beson
ders ausgeprägt,
wes
halb die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zwischen dem Un
fallereignis vom 26. Dezember 2013 und den
geklag
ten psychischen
Be
schwerden
zu ver
nei
nen ist.
Eine allfällige Leistungspflicht der Beschwerdegeg
nerin dafür ist folg
lich zu verneinen, weshalb auch auf weitere psychiatrische Abklärungen verzichtet wer
den kann.
6.
6.1
Bei der Ermittlung des ohne Gesundheitsschaden erzielbaren Einkommens (
Vali
deneinkommen
) ist entscheidend, was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit ohne den Gesundheitsschaden, aber sonst bei unveränderten Ver
hältnissen verdienen würd
e (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 E
. 3.b mit Hin
weis). Die
Einkommensermittlung hat dabei so konkret wie möglich zu erfolgen, so dass in der Reg
el vom letzten Lohn, welchen die
Versicherte vor Eintritt des Gesund
heitsschädigung erzielt hat, auszugehen ist (Urteil
des
Bundesgerichts
I 716/00
vom 20. November 2001
,
E. 3.a).
Damit hat sich das
Valideneinkom
men
grund
sätzlich am zuletzt verdienten Monatslohn zu orientieren.
6.2
Auszugehen ist somit vom letzten Verdienst der Beschwerdeführerin bei der H._ GmbH. Die H._ GmbH, bei welcher die Be
schwerdeführerin bis August 2013 angestellt war, erklärte am 27. August 2013, im Jahre 2013 habe die Beschwerdeführerin einen Grundlohn von Fr. 4‘250.-- im Monat verdient (vgl. Urk. 7/148 S. 3). In der Beschwerdeantwort vom 31. Oktober 2017 (Urk. 6) war die Beschwerdegegnerin von einem zusätzlichen 13. Monats
lohn und somit – unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung - von einem
Valideneinkommen
von Fr. 56‘530.20 ausgegangen (Urk. 6 S. 12, vgl. auch Urk. 7/151 S. 2).
Die Beschwerdeführerin vertritt die Auffassung,
beim Einkommensvergleich sei unter Berücksichtigung der Trinkgelder von einem
Valideneinkommen
von Fr. 60'000.—auszugehen (Urk. 1 S. 6).
Der Beschwerdegegnerin ist beizupflichten, wonach es für die Berücksichtigung der Trinkgelder bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
an geeigneten Bewei
sen fehle, soweit die Beschwerdeführerin die behaupteten Trinkgelder nicht mit der Aus
gleichskasse abgerechnet habe und diese damit nicht auf den IK-Auszügen aus
gewiesen seien. Entsprechende Beweise für die geltend gemachten Einkünfte wurden von der Beschwerdeführerin weder offeriert, noch sind sie auf
grund der Akten ausgewiesen. Selbst wenn es einer Erfahrungstatsache ent
spricht, dass im Gastgewerbe oft
mals auch Trinkgelder bezahlt werden, würde dies für eine Berücksichtigung derselben bei der Bestimmung des
Valideneinkom
mens
nicht genügen. So kann es nicht angehen, bestimmte regelmässige Ein
künfte mit Lohncharakter bei den Sozialversicherungsbeiträgen nicht anzugeben, um sie dann im Versicherungsfall trotzdem geltend zu machen (Urteile 8C_514/2012 E. 4.2, 8C_222/2011 E. 4.3.1).
Damit gibt das von der Beschwerdegegnerin ermittelte
Valideneinkommen
von Fr. 56‘530.20 für das Jahr 2016 zu keinen Beanstandungen Anlass.
6.3
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versi
cherte Person konkret steht.
Ist kein tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsscha
dens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit auf
genommen hat, so können nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne
ge
mäss
der
vom Bundesamt für Statistik periodisch herau
sgegebenen Schweizeri
schen Lohnstrukturerhebung
(LSE) oder die Zahlen
der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) der Suva
herangezoge
n werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 mit Hinweis
).
6.4
Die DAP ist eine Sammlung von Beschreibungen in der Schweiz tatsächlich exis
tierender Arbeitsplätze. Damit unterscheidet sie sich von der tabellarischen Dar
stellung von Durchschnittslöhnen, die im Rahmen der Schweizerischen Lohn
strukturerhebung (LSE) vom Bundesamt für Statistik
regelmässig
erhoben werden. Neben allgemeinen Angaben und Verdienstmöglichkeiten werden in der DAP die physischen Anforderungen an die Stelleninhaber oder Stelleninhaberinnen fest
gehalten. Der Raster der körperlichen Anforderungskriterien basiert auf dem internationalen medizinischen Standard EFL nach Isernhagen (ergonomische
Funk
tions
- und Leistungsprüfung). Die
Suva
entschloss sich 1995 zum Aufbau der DAP mit dem Zweck, das Invalideneinkommen entsprechend den gerichtlichen Anforderungen so konkret wie m
öglich ermitteln zu können (BGE
139 V 592 E. 6.1 mit Hinweisen).
Bei Heranziehen der DAP hat sich die Ermittlung des Invalideneinkommens auf mindestens fünf zumutbare Arbeitsplätze zu stützen. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungs
profil entsprechenden Gruppe. Damit soll die Überprüfung des Auswahlermessens ermöglicht werden, und zwar in dem Sinne, dass die Kenntnis der Gesamtzahl der dem verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Arbeitsplätze sowie des Höchst-, Tiefst- und Durchschnittslohnes im Bereich des Suchergebnisses eine zuverlässige Beurteilung der von der
Suva
verwendeten DAP-Löhne hinsichtlich ihrer Repräsentativität erlaubt. Das rechtliche Gehör ist dadurch zu wahren, dass die
Suva
die für die Invaliditätsbemessung im konkreten Fall herangezogenen DAP-Profile mit den erwähnten zusätzlichen Angaben auflegt und die versicherte Person Gelegenheit hat, sich dazu zu
äussern
. Allfällige Einwendungen der ver
sicherten Person bezüglich des Auswahlermessens und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall sind grundsätzlich im
Einspracheverfahren
zu erheben, damit sich die
Suva
im
Einspracheentscheid
damit auseinandersetzen kann. Ist die
Suva
nicht in der Lage, im Einzelfall den erwähnten Anforderungen zu genü
gen, kann im Bestreitungsfall nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt wer
den; die
Suva
hat
diesfalls
im
Einspracheentscheid
die Invalidität aufgrund der LSE-Löhne zu
ermitteln. Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des angerufenen Gerichts, die Rechtskonformität der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, gege
benenfalls die Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE
vorzunehmen (BGE
139 V 592 E. 6.3 mit Hinweis
).
6.5
Rechtsprechungsgemäss
sind im Rahmen des DAP-Systems, bei dem aufgrund der ärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung anhand von Arbeitsplatzbeschreibungen konkrete Verweisungstätigkeiten ermittelt werden, Abzüge grundsätzlich nicht sachgerecht. Abzüge sind nur vorzunehmen, wenn zeitliche oder
leistungsmäs
sige
Reduktionen medizinisch begründet sind. Im Übrigen wird spezifischen Beeinträchtigungen in der Leistungsfähigkeit bei der Auswahl der zumutbaren DAP-Profile Rechnung getragen. Bezüglich der weiteren persönlichen und beruflichen Merkmale (Teilzeitarbeit, Alter, Anzahl Dienstjahre, Aufenthaltsstatus), die bei der Anwendung der LSE zu einem Abzug führen können, ist darauf hinzuweisen, dass auf den DAP-Blättern in der Regel nicht nur ein Durchschnittslohn, sondern ein Minimum und ein Maximum angegeben sind, innerhalb deren Spannbreite auf die konkreten Umstände Rück
sicht genommen werden kann (BGE
139 V 592 E. 7
.3 mit Hinweis
).
6.6
Zur Ermittlung des hypothetischen Invalideneinkommens zog die Beschwer
de
geg
nerin fünf DAP-Profile bei (Dokumentation über Arbeitsplätze;
Urk. 7
/150)
und errechnete
ein hypothetisches Invalideneinkommen entspre
chend dem Durch
schnitt der fünf in den Akten liegenden dokumentierten Arbeitsplätze
von Fr.
59’289
.
20
(
Urk.
2 S. 12, Urk. 7/150 S. 1).
6.7
Der Beschwerdeführerin sind körperlich leichte bis höchstens mittelschwere Tä
tigkeiten ohne häufiges Heben und Tragen von Lasten, ohne Zwangshaltungen im linken Handgelenk, ohne kräftiges Stossen und Drücken mit der linken oberen Extremität zumutbar (vorstehend E. 3.8).
Bei den verwendeten Profilen werden Tätigkeiten beschrieben, die diese Vorga
ben berücksichtigen. So handelt es sich bei den herangezogenen DAP um leichte bis maximal mittelschwere Tätigkeiten, welche bedingt auch einhändig getätigt wer
den können und bei denen keine Zwangshaltungen eingenommen werden müs
sen (Urk. 7/150 S. 14 ff.). Es wurde demnach berücksichtigt, dass die Beschwer
deführerin in der linken oberen Extremität eingeschränkt ist. Die beigezogenen Tätigkeiten sind der Beschwerdeführerin trotz ihrer gesundheitlichen Einschrän
kungen, der fehlenden Ausbildung und ihres Alters möglich und zumutbar. Die Beschwerdeführerin brachte sodann auch keine Einwände vor, wonach ihr die
ausgewählten Arbeitsplätze aufgrund ihrer Einschränkungen nicht zumutbar seien, sondern erhob vielmehr pauschale Rügen gegen das Verwenden von DAP-Profilen, welche nach dem Gesagten (vgl. vorstehend E. 6.4) jedoch nichts an deren Verwertbarkeit zu ändern vermöchten. Den Rügen der Beschwerdeführerin ist sodann entgegenzu
halten, dass das Bundesgericht mit BGE 129 V 472, bestä
tigt mit BGE 139 V 592, Klarheit geschaffen hat und die Invaliditätsbemessung mittels DAP bestätigt hat. Anhand der DAP kann den konkreten Verhältnissen mit Verweisen auf real existierende Arbeitsstellen bes
ser Rechnung getragen wer
den. Das Bundesgericht hielt ausdrücklich fest, dass die DAP-Profile eine taugli
che Grundlage für die Bestimmung des Invaliden
lohns darstellen. Die Suva trifft nach dem genannten Urteil keine Pflicht, die DAP-Datenbank zu veröffentlichen, zumal sie auch in der Erarbeitung der erwerblichen Grundlagen der Invaliditäts
bemessung ein zur Objektivität ver
pflichtetes gesetzesvollziehendes Organ ist. Zu den quantitativen und qualitati
ven Anforderungen stellte das Bundesgericht fest, dass eine Auswahl von min
destens fünf DAP-Blättern genügt, um das Such
resultat transparent zu machen (vgl. hierzu auch
Dettwiler
, SUVA „
DAP“t
nicht im Dunkeln, SZS 1/2006/2006 vom 26. Januar 2006). In BGE 139 V 592 hielt das Bundesgericht ausserdem fest, dass bezüglich der Gesamtheit aller den Abfrage
kriterien ent
sprechenden Arbeitsplatz-Profile kein Einsichtsrecht der versicherten Person bestehe. So sei denn auch nicht erkennbar, welchen Vorteil der Versicherte aus der Kenntnis sämtlicher dokumentierter Arbeitsplätze habe, denn das Aus
wahl
verfahren könne bereits anhand der Gesamtzahl sowie des Höchst-, Tiefst- und Durchschnittslohnes der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kom
menden DAP ausreichend geprüft werden (E. 7.8). Im Entscheid 8C_107/2014 vom 24. Juli 2014 hielt das Bundesgericht zudem fest, dass sich das Verlangen eines Nachweises für die Gesamtheit aller dem Behinderungsprofil entsprechen
den Arbeitsplätze schon aus Praktikabilitätsgründen verbiete (E. 5.3).
Die Einwände der Beschwerde
führerin vermögen nach dem Gesag
ten nicht zu überzeugen. Es besteht kein Grund, vorliegend nicht auf die in den Akten lie
gen
den DAP abzustellen, zumal die Profile weitere
Angaben über die Gesamt
zahl der auf Grund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden doku
mentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnitts
lohn der entsprechenden Gruppe ent
halten
. Die aufgezeigten Arbeits
plätze ge
mäss den aufgeleg
ten DAP erweisen sich als den Einschränkun
gen der Beschwer
deführerin ange
passt und somit zumutbar.
Das Vorgehen der Beschwerde
gegnerin zur Ermittlung des Invalidenein
kommens erweist sich demnach als rechtens und ist nicht zu beanstanden, wes
halb die
Arbeitsplätze gemäss DAP als Berechnungsgrundlage geeignet sind. Es ist von dem daraus resultierenden Einkommen von Fr. 59‘289.20 auszugehen.
Der Vergleich mit dem
Valideneinkommen
von Fr. 56‘530.20 (vgl. vorstehend E. 6.2) ergibt keine Einkommensein
busse, weshalb kein Rentenanspruch besteht.
Dies führt zur abschliessenden Feststellung, dass die Invaliditätsbemessung der Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden ist.
7.
7.1
Bezüglich des Anspruchs auf eine
Integritätsentschädigung ist der
Einsprache
entscheid
entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin ebenfalls nicht zu bean
standen.
Gemäss
der ärztlichen Beurteilung durch Kreisarzt Dr. E._ vom September 2016 (vorstehend E. 3.14) ist die
Erheblichkeitsgrenze
für einen Integritätsschaden nicht erreicht. Die Beurteilung des Integritätsschadens durch Dr. E._ beruht auf den eingeholten Akten sowie Bildmaterial und ist nachvoll
ziehbar und plausibel begründet. So
liessen
sich
b
ei vollständig konsolidierter Unterarmfraktur, keinen
dokumentierbaren
Nervenschäden und
r
eizlosen Weich
teilverhältnissen radiologisch keine Anhaltspunkte für wesentliche arthrotische Veränderungen im Handgelenk nachweisen. Kreisarzt Dr. E._ ging demnach bezüglich der
un
fallbedingt nicht zu erklärenden
Einschränkung der Beweglich
keit des li
nken
Handgelenks
von einer Symptomausweitung beziehungsweise funktionellen Überlagerung aus.
Basierend auf den vorhandenen Beurteilungen sowie den bildgebenden Abklärungen
kann die
nachvollziehbare
kreisärztliche Schätzung des Integritätsschadens nicht bean
standet werden, weshalb auf weitere Abklärungen verzichtet werden kann (BGE 124 V 94 E. 4b; 122 V 162 E. 1d).
7.2
Die Einwände der Beschwerdeführerin gegen den angefochtenen Entscheid er
wei
sen sich als unbegründet, womit dieser zu bestätigen und die dagegen erho
bene Beschwerde abzuweisen ist.
8.
Dem
unentgeltlichen Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, Rechtsanwalt Dominique
Chopard
, steht bei diesem Verfahrensausgang eine Entschädigung aus der Gerichtskasse zu.
Nachdem der unentgeltliche Rechtsvertreter trotz Hinweis (vgl. Urk. 11) keine Honorarnote eingereicht hat, ist sein Aufwand nach Ermessen festzulegen. Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und des gerichtsüblichen Ansatzes von Fr. 220.-- zuzüglich Mehr
wert
steuer ist die
Parteientschädigung auf Fr.
2‘0
00.-- (inkl. Mehrwertsteuer und
Barauslagen) festzusetzen.