Decision ID: 85673632-5aa7-420e-ac5e-32cbc52be82a
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend
mehrfache einfache Körperverletzung
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf, Einzelgericht, vom 1. Februar 2017 (GG160024)
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Anklage:
Die Anklageschriften der Staatsanwaltschaft Zürich - Limmat vom 11. Juli 2016
sind diesem Urteil beigeheftet (Urk. 51 und Urk. 53).
Urteil der Vorinstanz (Urk. 84 S. 50 f.)
"Es wird erkannt:
1. B._ wird von Schuld und Strafe freigesprochen.
2. C._ wird von Schuld und Strafe freigesprochen.
3. Die Genugtuungs- und Schadenersatzbegehren des Privatklägers 2 [A._] wer-
den auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
4. Rechtsanwalt lic. iur. Y._ wird für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger
von B._ mit Fr. 7'795.20 (Mehrwertsteuer inklusive) entschädigt.
5. Rechtsanwalt lic. iur. Z._ wird für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger
von C._ mit Fr. 9'427.30 (Mehrwertsteuer inklusive) entschädigt.
6. Rechtsanwalt X._ wird für seine Bemühungen als unentgeltlicher Rechtsbei-
stand von A._ mit Fr. 8'130.65 entschädigt.
7. Die Entscheidgebühr und die Gebühr für das Vorverfahren fallen ausser Ansatz; die
übrigen Kosten werden auf die Gerichtskasse genommen.
8. (Mitteilungen)
9. (Rechtsmittel)"
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Berufungsanträge:
a) Des Privatklägers A._
(Urk. 117 S. 2 i.V.m. Urk. 87 S. 3 f., sinngemäss)
1. Es sei das Urteil der Vorinstanz aufzuheben;
2. Es seien die Beschuldigten wegen folgender Delikte schuldig zu sprechen:
− Angriff im Sinne von Art. 134 StGB und
− Schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 3 StGB
eventuell wegen
− Einfacher Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Abs. 1 StGB und
− Fahrlässiger schwerer Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 2
StGB
3. Es seien die Beschuldigten angemessen zu bestrafen, wobei das von der
Staatsanwaltschaft beantragte Strafmass in Anwendung von Art. 49 ange-
messen zu erhöhen sei;
4. Es seien die Beschuldigten unter solidarischer Haftung zu verpflichten, dem
Privatkläger A._ folgende Beträge (unter Vorbehalt einer Nachklage) zu
bezahlen:
− Schadenersatz in der Höhe von CHF 11'417.35 zuzüglich 5 % Zins ab
21. November 2014 sowie Genugtuung in der Höhe von CHF 3'000.00
zuzüglich 5 % Zins ab 11. Mai 2014;
− Eventuell sei festzustellen, dass die Beschuldigten gegenüber dem Pri-
vatkläger dem Grundsatz nach zur Zahlung von Schadenersatz und
Genugtuung verpflichtet sind.
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b) Des Beschuldigten B._:
(Urk. 118 S. 2)
1. Die Berufung des Privatklägers sei hinsichtlich des Beschuldigten 1 voll-
umfänglich abzuweisen und das Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf vom
1. Februar 2017 zu bestätigen;
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt) gemäss dem Aus-
gang des Verfahrens.
c) Des Beschuldigten C._:
(Urk. 119 S. 1)
1. Die Berufung des Privatklägers sei abzuweisen und das Urteil des Bezirks-
gerichts Dielsdorf vom 1. Februar 2017 sei vollumfänglich zu bestätigen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Privatklägers, wobei
die Kosten der amtlichen Verteidigung inkl. Mehrwertsteuer vorab aus der
Staatskasse zu vergüten seien.

Erwägungen:
I. Prozessuales
1. Verfahrensgang
1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Ver-
meidung von unnötigen Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der
Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 84 S. 6; Art. 82
Abs. 4 StPO).
1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 1. Februar 2017 wurden die
Beschuldigten B._ und C._ vom Vorwurf der mehrfachen einfachen
Körperverletzung freigesprochen. Gegen dieses Urteil, welches den Parteien am
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selben Tag mündlich eröffnet wurde (Prot. I S. 27 ff.), meldete der Privatkläger
A._ innert Frist mit Schreiben vom 7. Februar 2017 Berufung an (Urk. 75).
Das begründete Urteil (Urk. 78) wurde dem Vertreter des Privatklägers in der Fol-
ge am 27. Juni 2017 zugestellt (Urk. 82), woraufhin dieser mit Eingabe vom
17. Juli 2017 fristgerecht die Berufungserklärung beim hiesigen Gericht einreichte,
wobei er gleichzeitig den Beweisantrag stellte, dass die Privatkläger anlässlich
der Berufungsverhandlung zu befragen seien (Urk. 87, vgl. Urk. 88 A).
1.3. Mit Präsidialverfügung vom 20. Juli 2017 wurde dem Privatkläger Frist an-
gesetzt, um sein mit der Berufungserklärung gestelltes Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege durch Unterlagen zu seinen wirtschaftlichen Verhältnissen zu be-
legen (Urk. 90, Urk. 87 S. 4), woraufhin dieser die entsprechenden Unterlagen mit
Schreiben vom 10. August 2017 einreichte (Urk. 92 und 94). In der Folge wurde
den Beschuldigten sowie der Anklagebehörde Frist angesetzt, um Anschluss-
berufung zu erheben oder begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu be-
antragen, sowie um zum Beweisantrag des Privatklägers Stellung zu nehmen; die
unentgeltliche Rechtspflege wurde als fortdauernd bejaht (Urk. 96). Daraufhin teil-
te die Anklagebehörde mit Eingabe vom 28. August 2017 mit, sie verzichte auf die
Erhebung einer Anschlussberufung und beantrage die Abweisung des Beweis-
antrages des Privatklägers (Urk. 98). Auch die Verteidigung des Beschuldigten
B._ erklärte mit Eingabe vom 13. September 2017, es werde keine An-
schlussberufung erhoben und auf die Stellungnahme zum Beweisantrag des Pri-
vatklägers verzichtet (Urk. 99). Der Beschuldigte B._ reichte schliesslich mit
Eingabe vom 23. Oktober 2017 das Datenerfassungsblatt ein (Urk. 105 und 107).
Der Beschuldigte C._ liess sich hingegen innert Frist nicht verlauten.
Schliesslich wurde der Beweisantrag des Privatklägers mit Präsidialverfügung
vom 4. Januar 2018 abgewiesen (Urk. 110).
1.4. Am 19. März 2018 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher der
Beschuldigte B._ in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt
lic. iur. Y._, der Beschuldigte C._ in Begleitung seines amtlichen Vertei-
digers, Rechtsanwalt lic. iur. Z._ sowie der Privatkläger in Begleitung seiner
Vertretung, Rechtsanwalt lic. iur. X._ erschienen sind (Prot. II. S. 7).
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2. Umfang der Berufung
2.1. Der Privatkläger erklärte in seiner Berufungserklärung vom 17. Juli 2017,
die Berufung werde nicht beschränkt (Urk. 87 S. 3). Anlässlich der Berufungs-
verhandlung erklärte der Vertreter des Privatklägers auf Nachfrage, dass Ziff. 4-6
(Entschädigung der Verteidigungen sowie der unentgeltlichen Rechtsvertretung)
nicht angefochten seien (Prot. II S. 9).
Hinsichtlich Ziff. 7 des vorinstanzlichen Dispositivs (Übernahme der Kosten auf
die Gerichtskasse) ist der Privatkläger mangels Beschwer zwar nicht rechtsmittel-
legitimiert. Dieser Punkt hängt indes eng derart eng mit dem zu beurteilenden
Schuldpunkt zusammen, dass er im Berufungsverfahren erneut zu prüfen ist.
2.2. Dementsprechend ist das vorinstanzliche Urteil in den Dispositiv Ziffern 4
bis 6 (Entschädigung der amtlichen Verteidigungen sowie der unentgeltlichen
Rechtsvertretung) nicht angefochten und damit in Rechtskraft erwachsen (vgl.
Prot. II S. 9), was vorab mittels Beschluss festzustellen ist (Art. 404 Abs. 1 StPO).
2.3. Im übrigen Umfang steht das vorinstanzliche Urteil zwecks Überprüfung
zur Disposition.
II. Prozessuales
1. Beweisantrag
Anlässlich der Berufungsverhandlung verzichtete der Privatkläger auf die Wieder-
holung seines in der Berufungserklärung gestellten sowie mit Verfügung vom
4. Januar 2018 (Urk. 110) abgewiesen Beweisantrag, wonach er und der Privat-
kläger D._ im Rahmen der Berufungsverhandlung einzuvernehmen seien
(Urk. 87 S. 3), weshalb sich weitere Ausführungen hierzu erübrigen.
2. Ergänzung der Anklageschrift
2.1. Der Vertreter des Privatklägers A._ stellte vor Vorinstanz im Rahmen
der Vorfragen den Antrag, die Anklage sei zu ergänzen oder zu berichtigen, da
der Straftatbestand der Freiheitsberaubung oder Nötigung erfüllt sein könnte. Die
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Privatkläger seien im Polizeigriff zwangsweise in dieses Prügelzimmer gebracht
worden und hätten dort bis zum Eintreffen der Ambulanz verharren müssen. Es
sei kaum vorstellbar, dass diese sich getraut hätten, den Raum zu verlassen, auf-
grund des psychischen Drucks und vor Angst. Sie seien somit in ihrer Handlungs-
als auch Bewegungsfreiheit eingeschränkt gewesen, weshalb ein Tatbestand ei-
nes Deliktes gegen die Freiheit erfüllt sein könnte (Prot. I S. 6 i.V.m. Urk. 64 S. 2).
Im Berufungsverfahren führt der Vertreter sodann aus, es sei nicht nachvollzieh-
bar, weshalb die Vorinstanz den Antrag auf Ergänzung bzw. Berichtigung der An-
klage abgewiesen habe. Die Freiheitsdelikte würden sich auf den Handlungs-
abschnitt, als die Privatkläger von der Tanzfläche in den Security-Raum geführt
worden seien, beziehen, wobei der Sachverhalt hinreichend erstellt sei. Eine Wei-
terung der Anklage sei daher angezeigt (Urk. 87 S. 5).
2.2. Die Vorinstanz begründete die Abweisung dieses Antrags damit, dass sich
mit den im Recht liegenden Beweismitteln auch ein erweiterter Anklagevorwurf
der Freiheitsberaubung oder Nötigung nicht rechtsgenügend erstellen lasse
(Urk. 84 S. 8).
2.3. Der Freiheitsberaubung macht sich strafbar, wer jemanden unrechtmässig
festnimmt oder gefangen hält oder jemanden in anderer Weise unrechtmässig die
Freiheit entzieht (Art. 183 Abs. 1 StGB). Vorausgesetzt ist, dass die Freiheitsent-
ziehung unrechtmässig ist (Donatsch, in: Donatsch/Heimgartner/Isenring/Weder
[Hrsg.], OFK StGB-Kommentar, 20. Aufl., Zürich 2018, Art. 183 N 8). Zwar ist vor-
liegend unbestritten, dass sich die beiden Privatkläger während mehrerer Minuten
bis zum Eintreffen der Polizei im Security-Raum befanden. Jedoch sind Private
berechtigt, eine Person, welche bei einem Verbrechen oder Vergehen auf frischer
Tat ertappt oder unmittelbar nach der Begehung einer solchen Tat angetroffen
wurde, vorläufig festzunehmen, wenn polizeiliche Hilfe nicht rechtzeitig erlangt
werden kann (Art. 218 Abs. 1 lit. a StPO). Nach der Rechtsprechung des Bundes-
gerichts erfüllt die vorläufige Festnahme einer auf frischer Tat ertappten verdäch-
tigen Person den Tatbestand der Freiheitsberaubung, soweit sie länger dauert als
die Zeit, welche die Polizei bräuchte, um zum Ort des Geschehens zu gelangen
(BGE 182 IV 73, Regeste). In casu wurde die Polizei durch E._, den Mana-
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ger des Clubs F._, alarmiert, weil es im Club zu einer Schlägerei gekommen
sei und er zusammen mit seinen Mitarbeitern zwei Männer im Raum des Sicher-
heitsdienstes zurückhalten würde (Urk. 1 S. 6). Dass die Privatkläger länger im
Sicherheitsraum festgehalten wurden, als die Polizei benötigte, um nach der
Alarmierung zum Club F._ zu gelangen, beziehungsweise dass die Polizei
nicht unmittelbar nach dem Verbringen der Privatkläger in den Security-Raum
alarmiert wurde, lässt sich den Untersuchungsakten nicht entnehmen. Wie nach-
folgend noch zu zeigen sein wird, kann in Übereinstimmung mit der Vorinstanz
sowie in Anwendung des Grundsatzes, dass im Zweifelsfall von der für die be-
schuldigte Person günstigeren Sachlage auszugehen ist (Art. 10 Abs. 3 StPO),
nicht ausgeschlossen werden, dass es auf der Tanzfläche des Clubs F._ zu
einer Auseinandersetzung gekommen ist, in welche die beiden Privatkläger invol-
viert waren. Insbesondere ist erstellt, dass die Privatkläger im Club F._ Frau-
en belästigt haben (vgl. Urk. 84 S. 42 ff.). Somit lässt sich bereits deshalb nicht
rechtsgenügend erstellen, dass die Privatkläger durch die Beschuldigten un-
rechtmässig bis zum Eintreffen der Polizei im Security-Raum festgehalten wur-
den. Was die Zeitspanne betrifft, in welcher die Privatkläger von den Beschuldig-
ten erwiesenermassen von der Tanzfläche resp. ihrem Tisch in den Security-
Raum gebracht wurden (vgl. Urk. 87 S. 5), wäre diese für sich allein auch zu we-
nig lang, um bereits als Freiheitsberaubung qualifiziert zu werden, denn erforder-
lich ist eine gewisse Intensität und Dauer (BSK, Strafrecht II, 3. A. Basel 2013,
N 41 zu Art. 183 StGB; Trechsel/Mona, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizeri-
sches Strafgesetzbuch Praxiskommentar, 3. Aufl., Zürich St. Gallen 2018, N 7 zu
Art. 183 StGB). Mithin erübrigt sich in Übereinstimmung mit der Vorinstanz die
Rückweisung der Anklageschrift zur Ergänzung, weil sich anhand der im Recht
liegenden Beweismittel der Tatbestand der Freiheitsberaubung nicht rechtsge-
nügend erstellen lässt.
2.4. Gleiches gilt in Bezug auf den Tatbestand der Nötigung im Sinne von
Art. 181 StGB. Zwar wurden die Privatkläger dadurch, dass sie von den Beschul-
digten in den Polizeigriff genommen und gegen ihren Willen in den Security-Raum
geführt wurden, genötigt, sich in diesen Raum zu begeben. Der Tatbestand der
Nötigung ist allerdings nur erfüllt, wenn die Nötigung rechtswidrig war. Rechtswid-
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rigkeit liegt vor, wenn entweder der verfolgte Zweck oder das verwendete Mittel
unerlaubt ist oder die Verknüpfung zwischen einem an sich zulässigen Zweck mit
einem zulässigen Mittel rechtsmissbräuchlich oder sittenwidrig ist (Donatsch,
a.a.O., Art. 181 N 9). Vorliegend wurden die Privatkläger nach einer Auseinander-
setzung in den Security-Raum geführt, um das Eintreffen der Polizei abzuwarten,
was nicht rechtswidrig ist. Folglich lässt sich auch der Tatbestand der Nötigung
anhand der im Recht liegenden Beweismittel nicht rechtsgenügend erstellen.
3. Ausweitung des Schuldspruchs:
In seiner Berufungserklärung liess der Privatkläger A._ im Hauptpunkt ferner
beantragen, die Beschuldigten seien wegen Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB
und schwerer Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 3 StGB schuldig zu sprechen (Urk. 87 S. 3). Diese gegenüber der Anklage und dem vorinstanzlichen
Urteil geänderte rechtliche Würdigung des eingeklagten Sachverhalts wurde im
Berufungsverfahren indes nicht weiter begründet. Ebenso wenig wurde diesbe-
züglich eine Ergänzung der Anklage beantragt, obwohl dazu offenkundig gewisse
Tatbestandsmerkmale – etwa die Schwere der Verletzung – präzisiert werden
müssten. So reicht ein Nervenschaden allein noch nicht aus, um eine Körperver-
letzung als schwer zu qualifizieren. Überdies liegen zum aktuellen Gesundheits-
zustand des Privatklägers, insbesondere zu allfälligen bleibenden Schäden, keine
Angaben vor. Ein Schuldspruch, wie vom Privatklägervertreter verlangt, ist daher
bereits aus Gründen des Anklageprinzips nicht möglich. Wie nachfolgend zu zei-
gen sein wird, besteht indes auch diesbezüglich kein Anlass zu Weiterungen.
III. Sachverhalt
1. Anklagevorwurf
Den beiden Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, am 11. Mai 2014,
ca. um 2.30 Uhr, im Club F._ an der ...strasse ... in ... [Ortschaft] als Securi-
ty-Mitarbeiter die Geschädigten A._ und D._ in den Security-Raum des
Clubs gebracht zu haben. Dort hätten sie gemeinsam nach zumindest konkludent
gemeinsam gefasstem Tatentschluss mit den Fäusten oder einem Stock oder ei-
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nem ähnlichen Gegenstand auf die beiden Geschädigten eingeschlagen, wodurch
der Geschädigte A._ einen vierteiligen Oberarmknochenbruch sowie einen
Nervenschaden des Speichennervs am rechten Arm und der Geschädigte
D._ mehrere Hämatome am ganzen Körper sowie eine Rissquetschwunde
am Hinterkopf erlitten hätten (Urk. 51 S. 2 und Urk. 53 S. 2).
2. Ausgangslage
2.1. Die Beschuldigten bestreiten diese Vorwürfe vollumfänglich und anerken-
nen einzig, dass sie die beiden Privatkläger an jenem frühen Morgen in den
Security-Raum des Clubs F._ geführt haben. Unbestritten ist ferner, dass die
Privatkläger bis zum Eintreffen der Sanität mehrere Minuten in diesem Raum
verbracht haben. Dementsprechend ist nachfolgend zu prüfen, ob sich der den
Beschuldigten vorgeworfene Sachverhalt aufgrund des Untersuchungs- und Be-
weisergebnisses nach den von der Lehre und Praxis entwickelten Beweisgrund-
sätzen erstellen lässt.
2.2. Die Vorinstanz gelangte nach Würdigung sämtlicher Beweismittel zum
Schluss, dass die Beschuldigten in Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo
freizusprechen seien. Sie hielt fest, dass vorliegend Erstaussagen, die unmittelbar
nach dem Vorfall und damit zeitnah sowie frei von äusseren Einflüssen erfolgten,
fehlen würden, und sowohl die Beschuldigten als auch die Privatkläger Zeit ge-
habt hätten, sich abzusprechen oder auch in gemeinsamen Gesprächen un-
bewusst oder bewusst Erinnerungslücken zu füllen. Die Privatkläger würden in
Bezug auf das Geschehen im Security-Raum keine genauen Angaben machen
können, und insbesondere zu den mutmasslichen Tätern würden konkrete Anga-
ben fehlen. Es bleibe zudem offen, wie viele Personen sich zusammen mit den
Privatklägern im Security-Raum befunden hätten. Mithin seien die Aussagen der
Privatkläger darüber, wann, wie und durch wen ihnen die Verletzungen zugefügt
worden seien, zu ungenau. Auch der Zeuge G._ könne sodann keine erhel-
lenden Aussagen dazu machen, wer sich mit den Privatklägern im Security-Raum
aufgehalten habe und ob auf diese eingeschlagen worden sei. Immerhin habe er
aber nicht erwähnt, solches festgestellt zu haben, als er die Privatkläger kurz im
Security-Raum gesehen habe. Ferner ergebe sich aus den Aussagen der Zeugen
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G._, D._ und H._, dass der Security-Angestellte mit tunesischer
Abstammung – mithin der Beschuldigte C._ – draussen vor dem Club auf sie
losgegangen sein soll, während die Privatkläger im Security-Raum gewesen sei-
en. Zwar seien die Aussagen der Beschuldigten zum eigentlichen angeklagten
Sachverhalt sehr karg. Andererseits sei aber auch auffällig, dass beide Privat-
kläger erstmals in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme ausgesagt hätten,
sie seien von jenen Security-Mitarbeitern geschlagen worden, welche sie in den
Raum gebracht hätten. Mithin hätten sich die Privatkläger offensichtlich erst auf-
grund der Aussagen der Beschuldigten daran "erinnert". Ferner lasse sich anhand
der im Recht liegenden Beweismittel nicht zweifelsfrei erstellen, ob es tatsächlich
zu einer Schlägerei zwischen den Privatklägern und einer anderen Gruppe im
Club F._ gekommen sei. Zusammenfassend lasse sich nicht erstellen, dass
sich der angeklagte Sachverhalt so abgespielt habe (Urk. 84 S. 36 ff.).
2.3. Der Vertreter des Privatklägers A._ wendet demgegenüber in der Be-
rufungserklärung ein, die Vorinstanz sei von falschen Annahmen ausgegangen
und habe die klar widersprüchlichen Aussagen der Beschuldigten nicht hinrei-
chend gewürdigt. Die Beschuldigten sowie die Auskunftsperson E._ würden
vorbringen, die Privatkläger hätten sich ihre Verletzungen anlässlich eines Strei-
tes mit anderen Besuchern zugezogen. Eine solche Auseinandersetzung habe
aber niemand wahrgenommen, weshalb dies eine blosse Schutzbehauptung sei,
auf welche nicht abgestellt werden könne. Zudem hätten sich bloss die Beschul-
digten und E._ im Zimmer aufgehalten. Dessen Aussage, dass bloss er sel-
ber sowie der Security-Chef "I._" im Raum gewesen seien, sei unglaubhaft,
da sie den übereinstimmenden Aussagen der Beschuldigten entgegenstehe. Aus
der Aussage des Zeugen G._ ergebe sich sodann, dass sich der Beschuldig-
te C._ länger als zwei Minuten im fraglichen Raum aufgehalten und sich
überdies im Umgang mit den Gästen äusserst brutal verhalten habe. Zusammen-
gefasst sei erstellt, dass die Beschuldigten die Privatkläger ins Zimmer geführt
und sich dort eine gewisse Zeit aufgehalten hätten. Kein Zeuge bestätige, dass es
auf der Tanzfläche zu einer Auseinandersetzung gekommen sei. Aufgrund der
Verletzungen der Privatkläger stelle sich deshalb bloss noch die Frage, was in
diesem Zimmer geschehen sei. Beide Privatkläger hätten stets ausgesagt, un-
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mittelbar vor dem Eingang zu diesem Raum bzw. gleich nach Ankunft in diesem
Raum den ersten Schlag verspürt zu haben (Urk. 87 S. 5 ff.). Anlässlich der Beru-
fungsverhandlung betonte der Vertreter des Privatklägers, die Kernfrage sei, ob
es eine Schlägerei zwischen zwei Gruppen gegeben habe, an welchen die Opfer
beteiligt gewesen seien. Anderenfalls könne kaum erklärt werden, wie sich die
Privatkläger die Verletzungen zugezogen haben. Bei der Darstellung der Schläge-
rei handle es sich jedoch um eine Schutzbehauptung, zumal weltfremd erscheine,
dass der Privatkläger unmittelbar nach der Schlägerei, in welcher er sich einen
Arm gebrochen haben soll, auf die Security-Mitarbeiter losgegangen sei. Auch
habe kein einziger Zeuge eine Schlägerei beobachtet. Ferner ergebe sich aus
den lückenlosen Aussagen der Zeugin J._, dass diese an jenem Abend nur
mit Freundinnen unterwegs gewesen sei. Sie habe beobachtet, wie ein Mitarbeiter
den Jungen, welchen sie angeschwänzelt habe, am Arm genommen und nach
draussen geführt habe. Wenn es aber keine Schlägerei gegeben habe, müsse der
Anklageschrift gefolgt werden, weil die Verletzungen nur durch die im Raum an-
wesenden Security-Mitarbeiter hätten zugefügt werden können. Es sei nämlich
erstellt, dass die Beschuldigten die Privatkläger in das Prügelzimmer verbracht
hätten und beide Beschuldigten hätten während den Einvernahmen mehrmals
ausgesagt, dass nur sie und der Clubmanager sich in diesem Raum aufgehalten
hätten (Urk. 117 S. 3 ff.).
2.4. Der Verteidiger des Beschuldigten B._ wendet demgegenüber ein, die
Vorinstanz habe sich sehr ausführlich und kritisch mit den Aussagen der Beschul-
digten auseinandergesetzt, weshalb vollumfänglich auf die Urteilsbegründung der
Vorinstanz verwiesen werden könne. Der Sachverhalt lasse sich schlicht nicht er-
stellen, weshalb richtigerweise ein Freispruch erfolgt sei (Urk. 118 S. 2 ff.).
2.5. Auch der Verteidiger des Beschuldigten C._ erachtet das Urteil des
Bezirksgerichts Dielsdorf als überzeugend. Die Vorinstanz habe sich sehr kritisch
mit den Aussagen der Beteiligten auseinandergesetzt und sei zum Schluss ge-
kommen, dass unüberwindbare Zweifel an der Erfüllung des eingeklagten Sach-
verhalts bestehen würden, weshalb die Beschuldigten zu Recht freigesprochen
worden seien (Urk. 119 S. 2 ff.).
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3. Beweiswürdigung
3.1. Die Vorinstanz hat die Grundsätze der Beweiswürdigung korrekt wieder-
gegeben, worauf zwecks Vermeidung unnötiger Wiederholungen zu verweisen ist
(vgl. Urk. 84 S. 10 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Auch in Bezug auf die vorliegenden
Beweismittel kann in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO auf die Ausführungen
der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 84 S. 10).
3.2. Zusätzlich liegen nun die Aussagen der Beschuldigten anlässlich der Beru-
fungsverhandlung vor. Der Beschuldigte B._ sagte zum Vorfall befragt aus,
als sie per Funk die Meldung erhalten hätten, dass sich zwei Gruppen streiten
würden, seien sie vor Ort gegangen. Eine Person – der Privatkläger A._ – sei
am Boden gelegen. Er habe dann zusammen mit dem Beschuldigten C._
zwei Personen ins Security Zimmer gebracht. Derjenige, der C._ festgehal-
ten habe, habe an der Tür "mein Arm, mein Arm" geschrien. Er habe den Privat-
kläger D._ in den Raum geführt. Er bestreite, dass er die Privatkläger im
Security-Raum verletzt habe und habe auch nicht gesehen, ob dort auf diese ein-
geschlagen worden sei. Im Security-Raum seien der Manager und der Chef hinzu
gekommen. Der Privatkläger sei alkoholisiert bzw. betrunken gewesen. Sie hätten
auch etwas von seiner Aggressivität abbekommen. Der Privatkläger D._ ha-
be mit den Armen und Händen herumgeschlagen, so dass er ihn habe packen
und abführen müssen (Urk. 115 S. 6 ff.). Der Beschuldigte C._ führte anläss-
lich der Berufungsverhandlung im Wesentlichen aus, er habe von seinem Posten
aus gesehen, wie zwei Gruppen aufeinander los gegangen seien. Er habe die
Türsteher per Funk um Unterstützung gerufen, welche sofort gekommen seien.
Sie seien dazwischen gegangen und hätten die Gruppen getrennt. Der Privatklä-
ger sei auf dem Boden gelegen, aber wieder aufgestanden. Er sei sehr aggressiv
auf sie losgegangen, weshalb sie ihn fixiert hätten. Er habe den Privatkläger
A._ und der Beschuldigte B._ den Privatkläger D._ abgeführt. Im
Büro habe sich der Privatkläger A._ auf den Boden gelegt und "mein Arm,
mein Arm" gerufen. Er habe ihn erst im Security-Raum rufen hören, aber in der
Disco sei es laut gewesen und er habe ihm nicht zuhören können, weil er zu ag-
gressiv gewesen sei. Der Privatkläger A._ habe gemerkt, dass er festgehal-
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ten worden sei und er nichts mehr habe machen können, er sei dann bis zum
Security-Raum ruhig gewesen. Er bestreite, dass er den Privatkläger A._
verletzt habe. Er sei nicht lange im Security-Raum geblieben, sondern wieder zu-
rück auf seinen Posten gegangen, weil ihm sein Chef dies befohlen habe. Als er
in den Raum gekommen sei, sei dieser leer gewesen und als er diesen verlassen
habe, seien der Manager und der Besitzer des Clubs gekommen, und auch der
Beschuldigte B._ sei dort geblieben (Urk. 116 S. 7 ff.).
3.3. Die Vorinstanz hat die bisherigen Aussagen der Beschuldigten sowie der
Privatkläger und der Zeugen detailliert und korrekt wiedergegeben sowie objektiv
und überzeugend gewürdigt (Urk. 84 S. 14 ff.). Um unnötige Wiederholungen zu
vermeiden, kann gestützt auf Art. 82 Abs. 4 StPO vorab vollumfänglich auf die zu-
treffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden. Nachfolgende Er-
wägungen sind lediglich als Ergänzung bzw. Verdeutlichung dazu zu verstehen.
3.4. Aussagen des Privatklägers A._
3.4.1. Der Privatkläger A._ sagte am 20. Mai 2014 bei der polizeilichen Ein-
vernahme, mithin etwas mehr als eine Woche nach dem Vorfall, aus, er sei mit
Kollegen im Club gewesen und habe den Geburtstag seines Kollegen gefeiert.
Sie hätten einen Stehtisch in der Nähe der Tanzfläche gehabt mit Kuchen und ei-
ner Flasche Whiskey. Nachdem die erste Flasche leer gewesen sei, habe er die
zweite bestellt. Diese sei gebracht worden, woraufhin er diese aufgemacht habe
und am Einschenken gewesen sei. Zu diesem Zeitpunkt seien nur er und der Pri-
vatkläger D._ am Tisch gewesen, die Übrigen hätten sich in der Raucher-
lounge aufgehalten. Er sei plötzlich von hinten im "Polizeigriff" gepackt und in ein
Zimmer geschleppt worden. Dann habe er sich zusammen mit dem Privatkläger
D._ in diesem Raum befunden. Er könne nicht genau sagen, ob zwei oder
vier Security in diesem Raum gewesen seien. Als er in den Raum gekommen sei,
sei er geschlagen worden, ohne dass etwas gesagt worden sei. Auf ent-
sprechende Frage führte der Privatkläger A._ aus, er sei vor dem Raum nicht
geschlagen worden. Er denke, ein Security pro Person sei auf ihn und den Privat-
kläger D._ zugekommen, aber er habe nicht nach hinten geschaut, deshalb
wisse er das nicht. Er habe erst im Raum gesehen, dass der Privatkläger D._
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ebenfalls gepackt worden sei. Er habe keine Chance, die Security-Angestellten zu
beschreiben, da er von hinten festgehalten worden sei und sich im Raum auf dem
Boden befunden habe. Er sei im Raum in diesem Griff gewesen. Er habe sich
nach vorne beugen müssen und in diesem Moment habe er Schläge und einen
Schmerz am rechten Oberarm gespürt. Er sei zu Boden gefallen und habe ge-
sagt, dass der Arm gebrochen sei, jedoch habe man nicht von ihm abgelassen.
Man habe weiter auf seinen rechten Arm eingeschlagen (Urk. 12 S. 2 f.).
3.4.2. Anlässlich der Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 29. Januar
2015 führte der Privatkläger A._ aus, er sei plötzlich von hinten in den Poli-
zeigriff genommen und in ein Zimmer geschleppt worden. Genau beim Türein-
gang dieses Zimmers hätten sie angefangen, zu schlagen. Sie hätten auch auf
seinen rechten Arm geschlagen. Er sei auf den Boden gefallen und bäuchlings
auf dem Boden gelegen. Einer sei auf ihn drauf gesessen. Sie hätten ihn ge-
schlagen. Er wisse nicht, ob es mit einem Gegenstand gewesen sei. Er habe ge-
hört, wie sie auch seinen Kollegen im gleichen Zimmer geschlagen hätten. Auf die
Frage, wie viele Personen im Security-Raum gewesen seien, antworte der Privat-
kläger A._, sicher die beiden, welche ihn gepackt hätten. Dann sei er sich
nicht mehr ganz sicher. Er habe mehrere Stimmen gehört, sicher zwei oder drei
mehr. Er könne die Personen nicht beschreiben, weil er von hinten im Polizeigriff
gepackt worden sei. Im Zimmer sei er dann auf den Boden geworfen worden und
ihm sei schwarz vor Augen geworden. Auf die Frage, ob er die Leute nicht gese-
hen habe, antwortete er, "Dann habe ich sie schon gesehen, aber ich kann mich
nicht an ihre Gesichter erinnern." Er sei sich nicht sicher, ob die Person, welche
ihn in den Polizeigriff genommen habe, auf den rechten Arm geschlagen habe
oder eine zweite Person. Er sei auf den Arm geschlagen worden und dann zu Bo-
den gefallen, wobei er nicht sicher sei, ob er geschubst worden oder gefallen sei.
Es sei aber gerade beim Eingang zu diesem Zimmer gewesen. Auf die Frage, von
wie vielen Personen er geschlagen worden sei, antwortete er, es seien sicher
zwei Personen gewesen. Vielleicht seien auch nochmals zwei dazu gekommen,
das wisse er nicht. Genau gespürt, dass ein Arm gebrochen sei, habe er am Bo-
den. Dann sei der Schmerz gekommen und ihm sei schwarz vor Augen gewor-
den. Es müsse beim Schlag im Stehen gewesen sein. Auf die Frage, wer die
- 17 -
Schläger gewesen seien, antwortete er, die zwei, die ihn und seinen Kollegen
beim Stehtisch gepackt hätten, die hätten sie gepackt und ins Zimmer geführt. Sie
seien die ganze Zeit dabei gewesen. Bei den anderen wisse er nicht, wer noch
dabei gewesen sei. Sie hätten ja gerade beim Eingang schon begonnen zu schla-
gen. Der, der ihn gehalten habe, habe ihn auch geschlagen. Da sei er sich sicher.
Es hätten aber noch mehrere Leute ihn geschlagen. Der, der den Privatklä-
ger D._ gehalten habe, habe sicher den Privatkläger D._ geschlagen. Er
habe gehört, wie der Privatkläger D._ geschrien habe. Er wisse aber nicht,
ob der ihn geschlagen habe. Es sei alles sehr schnell gegangen. Schliesslich er-
klärte der Privatkläger A._ auf die Frage, ob einer der anwesenden Beschul-
digten am Vorfall beteiligt gewesen sei, wenn er in deren Gesicht sehe, dann nicht
(Urk. 13 S. 3 ff.).
3.4.3. Mithin fällt auf, dass der Privatkläger A._ zunächst aussagte, er sei vor
dem Raum nicht geschlagen worden. Er sei im Raum in diesem Griff gewesen. Er
habe sich nach vorne beugen müssen und in diesem Moment habe er Schläge
und einen Schmerz im rechten Oberarm gespürt. Er sei zu Boden gefallen, aber
man habe weiter auf seinen rechten Arm eingeschlagen. Später sagte er demge-
genüber aus, genau beim Türeingang zu diesem Zimmer hätten sie angefangen,
zu schlagen. Sie hätten auch auf seinen rechten Arm geschlagen. Er sei dann zu
Boden gefallen oder geschubst worden. Genau gespürt, dass sein Arm gebro-
chen sei, habe er, als er auf dem Boden gewesen sei. Somit lässt sich – selbst
wenn man von den Aussagen des Privatklägers A._ ausgeht – aus diesen
Aussagen nicht zweifelsfrei ableiten, wann bzw. durch welche Schläge oder Ein-
wirkungen sein Arm gebrochen wurde. Zwar sagte der Privatkläger aus, es müsse
beim Schlag im Stehen gewesen sein, jedoch erklärte er im Widerspruch dazu
selber, er habe erst gespürt, dass sein Arm gebrochen sei, als er auf dem Boden
gewesen sei. Auch in Bezug auf die im Raum anwesenden Personen lässt sich
aufgrund der Aussagen des Privatklägers A._ nicht erstellen, dass bloss die
Beschuldigten B._ oder C._ als Verursacher dieser Verletzungen in
Frage kommen. Diesbezüglich sagte A._ zunächst nämlich aus, er könne
nicht genau sagen, ob zwei oder vier Security in diesem Raum gewesen seien. Er
habe keine Chance, die Security-Angestellten zu beschreiben, da er von hinten
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festgehalten worden sei und sich im Raum auf dem Boden befunden habe. Auffal-
lend ist, dass er bei der polizeilichen Einvernahme nicht erwähnt, dass er durch
diejenigen Personen geschlagen wurde, welche ihn in den Raum geführt haben.
Vielmehr ist die Rede davon, dass er in diesem Raum geschlagen worden sei, wo
zwei bis vier Security-Angestellte anwesend gewesen seien. Anlässlich der
staatsanwaltschaftlichen Einvernahme sagte er sodann aus, es seien sicher die
beiden Security, welche ihn gepackt hätten, im Raum gewesen. Sei seien die
ganze Zeit dabei gewesen. Dann sei er sich nicht mehr ganz sicher. Er habe meh-
rere Stimmen gehört, sicher zwei oder drei mehr. Er könne diese Personen nicht
beschreiben. Dass beide Beschuldigten die ganze Zeit im Raum anwesend wa-
ren, ist aber durch die Zeugenaussagen von G._, H._ und K._ wi-
derlegt (vgl. nachfolgend Ziff. 3.6 ff.). Schliesslich erklärte der Privatkläger
A._ auch, dass die Beschuldigten nicht beteiligt gewesen seien, wenn er de-
ren Gesichter sehe. Dies obschon er aussagte, er habe die Leute schon gesehen,
aber er könne sich nicht an ihre Gesichter erinnern. Widersprüchlich sind
schliesslich auch die Aussagen des Privatklägers A._ in Bezug darauf, wer
ihn geschlagen habe. Während er zunächst aussagte, er sei sich nicht sicher, ob
die Person, welche ihn in den Polizeigriff genommen habe, auf den rechten Arm
geschlagen habe oder eine zweite Person (Urk. 13 S. 4), sagte er später, der, der
ihn gehalten habe, habe ihn auch geschlagen, er sei sich ganz sicher (Urk. 13
S. 9). Selbst wenn man die vollumfänglich auf die Aussagen des Privatklägers
A._ abstellen würde, wonach er die Verletzungen in diesem Raum erlitten
habe, bestehen somit erhebliche Zweifel, ob die Beschuldigten oder andere Per-
sonen diese Verletzungen verursacht haben.
3.5. Aussagen des Privatklägers D._
3.5.1. Der Privatkläger D._ sagte anlässlich der polizeilichen Einvernahme
vom 20. Mai 2014 aus, sie hätten im F._ den Geburtstag seines Bruders ge-
feiert. Sie hätten an einem Stehtisch Whiskey getrunken und einen Kuchen ge-
gessen, welcher ihnen vom Club offeriert worden sei. Die anderen seien in die
Lounge gegangen, um zu rauchen, weshalb nur noch er und der Privatkläger
A._ am Tisch gewesen seien. Ca. zwei bis drei Minuten nachdem die ande-
- 19 -
ren gegangen seien, seien die Security-Angestellten auf sie zugekommen, hätten
sie gepackt, in den Raum geschleift und dort verprügelt. Sie hätten nichts zu
ihnen gesagt. Er habe nicht sehen können, wie viele Security-Angestellten auf sie
zugekommen seien. Sei seien von hinten festgehalten und ihr Kopf sei nach un-
ten gedrückt worden. Er wisse nicht, ob sie ihn geschlagen oder seien Kopf nach
unten gedrückt hätten. Sie hätten ihn am Boden entlang in diesen Raum ge-
schleppt. Auf die Frage, was in diesem Raum passiert sei, führte der Privatkläger
D._ aus, sie hätten sie geschlagen. Sie hätten ihnen Ohrfeigen gegeben und
sie mit den Fäusten traktiert. Zudem hätten sie sie mit Schlagstöcken geschlagen,
wie im Film. Er habe gedacht, sein Leben sei fertig. Er könne nicht genau sagen,
wie viele Personen im Raum anwesend gewesen seien. Es seien immer Leute
hinein und heraus gegangen. Im Schnitt seien immer drei bis vier Leute im Raum
gewesen. Sicher zwei oder auch drei hätten sie aus Lust und Freude geschlagen.
Der eine sei gross und kräftig gewesen. Er habe einen Bart gehabt. Er sei Türke
gewesen und habe Türkisch mit ihm gesprochen. Diese Person habe hauptsäch-
lich auf sie beide eingeschlagen. Auf die Frage, wie die anderen Personen im
Raum ausgesehen hätten, antwortete der Privatkläger D._, das sei schwie-
rig. Er habe aufgrund der Schläge nur noch Sterne gesehen. Ihm sei schwarz vor
Augen geworden. Auf die Frage, ob er habe sehen können, wie der Privatkläger
A._ geschlagen worden sei, antwortete der Privatkläger D._, "Ja, er war
neben mir. Er wurde auch von diesem Türken geschlagen." Auf die Frage, ob er
habe beobachten können, wie dem Privatkläger A._ der Arm gebrochen
worden sei, erklärte er, A._ sei links von ihm gewesen. Er sei geschlagen
worden und da habe A._ gesagt, er habe seinen Arm gebrochen. Der Türke
habe geantwortet, "was du hast den Arm gebrochen, soll ich ihn dir brechen". Sie
seien auch von anderen Leuten als diesem Türken geschlagen worden, aber er
könne diese nicht beschreiben. Diese Leute seien auch immer aus dem Raum
heraus und wieder herein gekommen (Urk. 14 S. 2 ff.).
3.5.2. In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 29. Januar 2015 erklärte
der Privatkläger D._, als ein paar Leute ihrer Gruppe beim Rauchen gewe-
sen seien, seien er und der Privatkläger A._ spontan und unerwartet von hin-
ten gepackt und in einen Raum geschleift worden, ohne Grund, ohne etwas zu
- 20 -
sagen. Dann seien sie zusammengeprügelt worden. Die Securitas hätten ihn in
den Raum geschleift, aber wer genau, habe er nicht gesehen. Sein Kopf sei unten
und er hinter ihm gewesen. Er wisse, dass es die Securitas gewesen sei, weil sie
sie in den Personalraum mitgenommen hätten, wo Kunden nicht hineingehen
könnten. Er könne nicht genau sagen, wie viele Personen im Security-Raum ge-
wesen seien. Aber es seien im Minimum drei bis vier Personen gewesen, er habe
das anhand der Stimmen erkannt. Es seien drei bis vier Stimmen gewesen. Auf
die Frage, ob er die Personen beschreiben könne, antwortete er, er habe sich ge-
schützt und sein Gesicht verdeckt, deshalb habe er nicht nach oben schauen
können. Er sei von zwei bis drei Personen geschlagen worden, ganz genau könne
er das nicht sagen. Die hätten Freude am Schlagen gehabt, das habe man ihnen
angesehen. Auf die Frage, wer ihn geschlagen habe, antwortete der Privatkläger
D._, es seien die Securitas gewesen. Die Person, welche ihn in den Raum
geführt habe, habe ihn geschlagen. Eine Person habe ihn in den Raum geschleift
und dann sogleich geschlagen. Er (D._) sei dann zu Boden gefallen und ha-
be sich geschützt. Dieser habe dann weitergeschlagen. Er (D._) habe sein
Gesicht verdeckt. Ein oder zwei Minuten später seien weitere Security hinzuge-
kommen. Schliesslich antwortete er auf die Frage, ob die anwesenden Beschul-
digten am Vorfall beteiligt gewesen seien, er könne das nicht sagen, er erkenne
die Gesichter nicht. Er habe ja sein Gesicht schützen müssen. Damit konfrontiert,
dass er bei der Polizei gesagt habe, von einem grossen Türken mit Bart ge-
schlagen worden zu sein, erklärte der Privatkläger D._, das stimme. Es seien
Sekunden gewesen, wo er diesen Bart gesehen habe. Wie ein Samichlaus. Das
falle einfach auf. Er habe das Gesicht nicht gesehen, nur den Bart. Er könne nicht
genau sagen, wie viele Personen gekommen seien, als er gepackt worden sei.
Sowohl er als auch der Privatkläger A._ seien im Raum das erste Mal ge-
schlagen worden. Die Türe sei verschlossen gewesen, weshalb niemand etwas
habe sehen können, ausser die Securitas. Damit konfrontiert, dass er bei der Po-
lizei gesagt habe, dass auch A._ von diesem Türken geschlagen worden sei,
erklärte D._, sie seien von beiden geschlagen worden. Die hätten einfach
herumgeschlagen, ein bisschen bei ihm, ein bisschen bei A._, abwechselnd
(Urk. 16 S. 3 ff.).
- 21 -
3.5.3. Auch der Privatkläger D._ erkannte die beiden Beschuldigten folglich
nicht, sondern erklärte, er erkenne deren Gesichter nicht. Er will einen grossen
Türken mit Bart erkannt haben, welcher "hauptsächlichen" sowohl auf ihn als
auch auf den Privatkläger A._ eingeschlagen habe. Sie seien aber auch von
anderen Leuten geschlagen worden. In der späteren Einvernahme durch die
Staatsanwaltschaft sagte er demgegenüber aus, er könne die Personen nicht be-
schreiben, weil er sich geschützt und sein Gesicht verdeckt habe. Weiter be-
stätigte er, dass er einen Bart gesehen habe, wie ein Samichlaus. Er habe nur
diesen Bart gesehen. Betreffend die Personen in diesem Raum führte der Privat-
kläger D._ aus, er könne nicht sagen, wie viele Leute in diesem Raum gewe-
sen seien. Es seien immer Leute hinein und heraus gegangen, wobei im Schnitt
immer drei bis vier Leute im Raum gewesen seien. Sicher zwei oder auch drei
hätten sie aus Lust und Freude geschlagen. Somit bestätigen die Aussagen des
Privatklägers D._ die Aussagen des Privatklägers A._, dass sich mehre-
re Personen in diesem Raum befunden haben und auch mehrere Personen auf
sie eingeschlagen haben sollen. Folglich fallen als mögliche Täter weitere Perso-
nen in Betracht, so dass sich auch aufgrund der Aussagen des Privatklägers
D._s nicht mit rechtsgenügender Sicherheit erstellen lässt, dass die Be-
schuldigten auf die Privatkläger eingeschlagen haben. Insbesondere fällt dies-
bezüglich auf, dass sowohl der Privatkläger D._ als auch der Privatkläger
A._ erst bei der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme geltend machten, von
jene Personen, welche sie in den Raum geführt hätten, geschlagen worden zu
sein. Die Vorinstanz hat deshalb bei der Würdigung dieser Aussagen zutreffend
berücksichtigt, dass diese nachgeschobenen "Erinnerungen" der Privatkläger
nicht überzeugen (vgl. Urk. 84 S. 41).
3.6. Aussagen von G._
3.6.1. G._ wurde ebenfalls am 20. Mai 2014 durch die Polizei befragt. Dabei
sagte er aus, es sei geschehen, als sie im Raucherraum gewesen seien. D._
und A._ seien noch an ihrem Tisch gewesen. Er habe von weitem gesehen,
wie einer der Security auf die beiden zugegangen sei. Es sei ein Security mit Bart
gewesen. Als er gesehen habe, dass D._ und A._ nicht mehr am Tisch
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gewesen seien, habe er sie gesucht. Als er am Raum auf der linken Seite vor
dem Ausgang vorbeigegangen sei, habe er D._ und A._ durch die offe-
ne Türe gesehen. Er sei dann in den Raucherraum zu H._ und K._, wo-
raufhin sie zusammen zum fraglichen Raum gegangen seien und gefragt hätten,
was los sei. Ein Security vor dem Raum hätte ihnen gesagt, dass ihre Kollegen
jemandem den Arm gebrochen hätten und die Polizei gerufen worden sei. Dann
sei ein Security, der Tunesier, gekommen und habe K._ und H._ von
hinten gepackt und aus dem Club geworfen. Vor dem Club sei der Tunesier auf
H._ losgegangen (Urk. 17 S. 2). Auf die Frage, ob er habe sehen können,
was sich im Raum, wo sich D._ und A._ befunden hatten, abgespielt
habe, antwortete G._, niemand von ihnen hätte das sehen können. Der
Raum sei zu gewesen und ein Security habe davor gestanden (Urk. 17 S. 4).
3.6.2. Anlässlich der Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom
30. September 2015 führte G._ als Zeuge aus, als er die Privatkläger ge-
sucht habe, sei die Tür des Raums beim Eingang rechts aufgegangen und je-
mand sei herausgekommen. Er habe dann, als er nach rechts geschaut habe, die
Privatkläger A._ und D._ dort gesehen. Der Beschuldigte B._ sei
auch im Raum gewesen. Bei der Polizei habe er sich nicht daran erinnern kön-
nen, aber als er ihn gesehen habe, habe er ihn sofort erkannt. Auf den Fotos der
Polizei habe er ihn aber nicht erkannt. Auch beim Beschuldigten C._ sei er
sich bei den Fotos unsicher gewesen, aber er habe ihn sofort erkannt, als er ihn
gesehen habe. Er sei sofort zu seinen Kollegen H._ und K._ gegangen,
welche im Raucherraum gewesen seien, und gemeinsam mit ihnen zurückge-
kommen. Sie hätten nachgefragt, weshalb ihre Kollegen im Raum seien, worauf
man ihnen gesagt habe, sie hätten eine Frau belästigt und jemandem den Arm
gebrochen. Sie hätten sie aufgefordert, rauszugehen. Sie hätten sich geweigert,
weshalb der Beschuldigte C._ K._ und H._ von hinten am Kragen
gepackt und nach draussen gebracht habe. Ferner schilderte G._, wie er
sowie sein Kollege H._ vor dem Club vom Beschuldigen C._ geschla-
gen worden seien. Dazu befragt, was er im Raum gesehen habe, erklärte
G._, er habe nur seine Kollegen und Security gesehen. Wenn die Türe auf-
gehe, könne man ja nicht viel machen. Es würden immer wieder Leute da durch
- 23 -
laufen. Auf die Frage, wie viele Security er ihm Raum gesehen habe, antwortete
G._, er habe keine Ahnung. Er habe dort seine beiden Kollegen gesehen
und sogleich gemerkt, dass etwas nicht stimme. Dann sei er zu seinen anderen
Kollegen gegangen (Urk. 19 S. 3 ff.).
3.6.3. Zunächst geht aus den Aussagen des Zeugen G._ hervor, dass sich
der Beschuldigte C._ nicht die ganze Zeit im Raum aufgehalten haben kann,
was auch durch die Aussagen der Zeugen H._ und K._ bestätigt wird
(vgl. nachstehend Ziff. 3.7 und 3.8). Entgegen der Ansicht des Vertreters des Pri-
vatklägers (Urk. 87 S. 7) hatte G._ nie ausgesagt, er habe den Beschuldigten
C._ vor der Türe des Raums angetroffen (vgl. Urk. 17 S. 2 unten). Und selbst
wenn dies so gewesen wäre, liesse sich daraus in keiner Weise auf dessen Auf-
enthaltsdauer im Raum drinnen schliessen. Wenn der Privatklägervertreter be-
hauptet, G._ habe ausgesagt, C._ habe die Türe des Raums aufge-
macht, als sie dort angekommen seien (Prot. I S. 9 oben), ist dies schlicht akten-
widrig. Insbesondere hat der Zeuge G._ auch nicht gesehen, dass die Pri-
vatkläger in diesem Raum geschlagen wurden. So antwortete er auf die Frage, ob
seine Kollegen im Raum geschlagen worden seien, mit: "So wie es aussieht ja.
Sonst hätte Herr A._ ja nicht den Arm gebrochen und Herr D._ nicht ir-
gendwo blaue Flecken gehabt". Auf Nachfrage, ob er das gesehen habe, antwor-
tete er: "Nein, ich habe einfach meine Kollegen gesehen, wie sie im Raum waren
und wie sie dann rausgekommen sind. Nachher sind alle ins Spital gegangen"
(Urk. 19 S. 5 f.).
3.7. Aussagen von H._ und K._
3.7.1. Auch aus den Aussagen von H._ bei der Polizei vom 23. Mai 2014
geht hervor, dass der Beschuldigte C._ sich nicht über längere Zeit in diesem
Raum aufgehalten hat. H._ erzählt zunächst, wie sie vor dem Raum mit dem
Türsteher diskutiert hätten und danach hinausgestellt worden seien. Weiter wirft
er dem Beschuldigten C._ vor, vor dem Club versucht zu haben, ihm das
Knie ins Gesicht zu schlagen. Er sei vom Arabertyp tätlich angegangen worden,
welcher gross und fest sei, kurze Haare und einen Bart habe. Es habe nur einen
Araber dort (Urk. 20 S. 2 f.).
- 24 -
3.7.2. Auch anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom
30. September 2015 führte H._ als Zeuge aus, sie seien aus dem Club ge-
schmissen worden, nachdem sie den Security vor der Tür gefragt hätten, weshalb
ihre Kollegen im Raum seien. Nachdem sie rausgeschmissen worden seien, habe
er vor der Tür erneut gefragt, was der Grund sei, woraufhin der Beschuldigte
C._ versucht habe, ihn mit dem Knie ins Gesicht zu schlagen (Urk. 22
S. 3 f.).
3.7.3. K._ sagte anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 28. Mai 2014
aus, sie seien zu viert zum Raum gegangen und hätten gefragt, was das Ganze
soll, nachdem G._ ihnen gesagt habe, dass die Privatkläger in den Raum
gebracht worden seien. Der Araber oder Tunesier der Sicherheitsangestellten ha-
be dann L._ von vorne am Kragen gepackt und ihn vor den Club gestellt. Sie
seien ihm dann nachgelaufen. Er habe den Tunesier von hinten an der Schulter
berührt, woraufhin dieser mit seinem rechten Arm nach hinten geschlagen und ihn
am Kiefer getroffen habe. Vor dem Club habe der Araber auf H._ einge-
schlagen. Auf die Frage, von welchem Sicherheitsangestellten er tätlich angegan-
gen worden sei, erklärte er, vom Araber. Dieser habe halblange Haare, dunklere
Haut, sei ca. 180 cm gross und habe einen Dreitagebart (Urk. 23 S. 2 f.).
3.7.4. Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 19. April 2016
sagte er sodann aus, er, H._ und G._ seien am im Raucherraum am
Rauchen gewesen. Dann sei G._ oder seine Cousine, er sei sich nicht mehr
sicher, gekommen und habe gesagt, dass die Privatkläger in den Raum gebracht
worden seien. Sie seien nach vorne gelaufen und hätten gefragt, was los sei.
Dann hätten sie angefangen, sie zu packen und sie nach draussen bringen wol-
len. Wenn er sich richtig erinnere, hätten sie angefangen, seinen Cousin –
H._ – zu schlagen (Urk. 25 S. 3 f.).
3.7.5. Mit der Vorinstanz kann deshalb gestützt auf die übereinstimmenden Aus-
sagen der Zeugen G._, H._ und K._ als erstellt angesehen werden,
dass der Beschuldigte C._ den Security-Raum sehr bald wieder verlassen
hat (vgl. Urk. 84 S. 41). Gemäss dem Zeugen G._ hat dieser sich sofort auf
die Suche nach den Privatklägern gemacht, als er gesehen hat, dass sie nicht
- 25 -
mehr am Tisch gewesen seien, nachdem ein Security auf sie zugegangen sei.
Nachdem er sie im Raum gesehen habe, habe er H._ und D._ geholt
und sei mit ihnen zum Raum zurückgekehrt. Vor dem Raum habe ein Security
gestanden. Dann sei der Tunesier gekommen. Mithin wurde durch den Zeugen
G._ nicht ausgeführt, dass der Beschuldigte C._ aus dem Raum ge-
kommen sei, weshalb er diesen bereits zuvor verlassen haben muss.
3.8. Aussagen der Zeugin J._
3.8.1. Der Vertreter der Privatklägers A._ macht geltend, die Aussagen der
Zeugin J._ seien entscheidend und würden lückenlos Aufschluss über die
Geschehnisse am fraglichen Abend geben. Sie habe keine Schlägerei beobach-
ten können, weil es keine solche gegeben habe (Urk. 117 S. 5 f. i.V.m. Prot. II
S. 11).
3.8.2. Mit der Vorinstanz und dem Vertreter des Privatklägers sind die Aussagen
der Zeugin J._ grundsätzlich als glaubhaft einzustufen (vgl. Urk. 84 S. 31).
Nichtsdestotrotz ergibt sich auch aus deren Aussagen nicht ohne weiteres, was
sich an jenem Abend tatsächlich im Club F._ abgespielt hatte. So sagte die
Zeugin anlässlich der polizeilichen Einvernahme aus, es sei zu einer lauten
Diskussion zwischen der Person, welche ihre Gruppe belästigt habe, und der
Security gekommen. Seine Kollegen seien auch dabei gestanden. Er sei dann mit
den Securitas nach draussen gegangen und seine Kollegen seien mitgegangen
(Urk. 28 S. 2). Er sei aufgefordert worden, mit nach draussen zu kommen. Einer
habe ihn am Arm genommen und normal rausgeführt. Es seien vier bis fünf Be-
sucher gewesen und sicher zwei Securitas (Urk. 28 S. 3). Anlässlich der staats-
anwaltschaftlichen Einvernahme sagte sie aus, die Security habe der Gruppe
Jungs ein oder zwei Mal gesagt, dass sie sie in Ruhe lassen und weggehen sol-
len. Dann hätten sie sie rausgeführt. Auf Nachfrage, wie viele Leute herausgeführt
worden seien, erklärte sie, das könne sie nicht mit 100%-iger Sicherheit sagen.
Es sei einfach die ganze Gruppe nicht mehr dort gewesen. Sie könne aber nicht
sagen, wie viele sie herausgeführt hätten. Es habe kein Ach und Krach gegeben,
als die Männer von den Security abgeführt worden seien, es sei ihnen gar nicht
aufgefallen. Sie hätten das gar nicht mitbekommen (Urk. 29 S. 3 ff.). Entgegen
- 26 -
der Verteidigung kann daher nicht gesagt werden, die Aussagen der Zeugin
J._ würden lückenlos erscheinen (vgl. Urk. 117 S. 6 i.V.m. Prot. II S. 8).
Aufgrund der übereinstimmenden Aussagen der Beschuldigten sowie der beiden
Privatkläger erscheint nämlich erstellt, dass die beiden Beschuldigten die beiden
Privatkläger gemeinsam abgeführt haben. Die Zeugin J._ sagte zunächst
aber aus, einer sei am Arm genommen und rausgeführt worden, seine Kollegen
seien mitgegangen. Später konnte sie sich nicht mehr erinnern, wie viele Per-
sonen abgeführt worden sind, es sei einfach die ganze Gruppe nicht mehr dort
gewesen. Auch sagte sie aus, es sei ihr nicht aufgefallen bzw. sie habe das gar
nicht mitbekommen. Gemäss ihren Aussagen hatte sie folglich nicht beobachtet,
dass die beiden Privatkläger im Polizeigriff durch die Securitas nach draussen
geführt worden sind, sprach sie doch lediglich von einer Person, welche am Arm
genommen und rausgeführt worden sei. Somit kann von einer lückenlosen Be-
obachtung dieser Szene durch die Zeugin J._ keine Rede sein.
3.9. Nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" darf sich der Strafrichter nicht von
der Existenz eines für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhalts überzeugt er-
klären, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt
so verwirklicht hat. Eine Verletzung dieses Grundsatzes liegt vor, wenn der Straf-
richter an der Schuld des Beschuldigten hätte zweifeln müssen, wobei bloss abs-
trakte und theoretische Zweifel nicht massgebend sind, weil solche immer möglich
sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um er-
hebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, d.h. um solche, die sich
nach der objektiven Sachlage aufdrängen (statt vieler: BGE 120 Ia 31 E. 2.c).
3.10. Die Beschuldigten B._ und C._ bestreiten nicht, die Privatkläger
in den Security-Raum geführt zu haben. Wie vorstehend dargelegt, kann weiter
als erstellt angesehen werden, dass der Beschuldigte C._ diesen Raum be-
reits nach sehr kurzer Zeit wieder verlassen hat (was im Übrigen auch mit seinen
eigenen konstanten Aussagen, er sei maximal 1-2 Minuten in diesem Raum ge-
wesen, übereinstimmt; vgl. Urk. 6 S. 2, Urk. 7 S. 4 Urk. 71 S. 8). Somit verbleiben
aber, selbst wenn man von den Aussagen der Privatkläger ausgeht, Zweifel, ob
sich der Sachverhalt so verwirklicht hat, wie er in der Anklageschrift aufgeführt ist.
- 27 -
Zusammenfassend geht aus den Aussagen der Privatkläger insbesondere hervor,
dass sich zum angeblichen Tatzeitpunkt mehrere Personen in besagtem Raum
aufgehalten haben. Ferner sagen beide Privatkläger aus, von mehreren Personen
geschlagen worden zu sein. Einzig anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Ein-
vernahme sagten die Privatkläger, sie seien von jenen Personen, welche sie in
den Raum geführt hätten, geschlagen worden. Dass diese Aussagen mit Vorsicht
zu würdigen sind, wurde bereits vorstehend dargelegt. Wenn die Privatkläger
nicht einfach jene Personen als Täter bezeichneten, welche ihnen anlässlich der
staatsanwaltschaftlichen Einvernahmen präsentiert wurden, was ein Leichtes ge-
wesen wäre, lässt dies zwar auf ein vorsichtiges und damit grundsätzlich glaub-
haftes Aussageverhalten schliessen. Tatsache bleibt indes, dass weitere Be-
weismittel oder eindeutige Indizien, dass die Beschuldigten die Verletzungen der
Privatkläger verursacht haben, fehlen. Allein daraus, dass auch die Aussagen der
Beschuldigten teilweise widersprüchlich sind, darf nicht auf die Richtigkeit der An-
klageschrift geschlossen werden. Somit bleibt letztlich unklar, ob die Beschuldig-
ten den Privatklägern die in der Anklageschrift aufgeführten Verletzungen zuge-
fügt haben.
3.11. Daran ändert schliesslich auch nichts, dass den Beschuldigten eine mit-
täterschaftliche Tatbegehung vorgeworfen wird (vgl. Urk. 51 S. 2 und Urk. 53
S. 2). Zwar wäre vorliegend im Fall der mittäterschaftlichen Tatbegehung nicht er-
forderlich, dass sich die Tatbeiträge konkret dem Beschuldigten B._ oder
dem Beschuldigten C._ zuordnen lassen. Allerdings müsste hierzu nachge-
wiesen werden können, dass zumindest einer der beiden Beschuldigten den Pri-
vatklägern die Verletzungen zufügte, nachdem sie sich gemeinsam dazu ent-
schlossen hätten. Nach der Praxis des Bundesgerichts ist Mittäter, wer sogenann-
te "Tatherrschaft" ausübt, d.h. wer bei der Entschliessung, Planung oder Ausfüh-
rung eines Deliktes vorsätzlich und in massgebender Weise mit anderen Tätern
zusammenwirkt, so dass er als Hauptbeteiligter dasteht. Der Tatbeitrag begründet
Tatherrschaft, wenn er "nach den Umständen des konkreten Falles und dem Tat-
plan für die Ausführung des Deliktes so wesentlich ist, dass sie mit ihm steht oder
fällt" (BGE 133 IV 76 E. 2.7 m.w.H.; Trechsel/Jean-Richard, a.a.O., Vor Art. 24
N 12). Unabdingbare Voraussetzung für Mittäterschaft ist der koordinierte Vor-
- 28 -
satz, ein gemeinsamer Tatentschluss, wobei Eventualvorsatz genügt. Hingegen
reicht die blosse Billigung nicht aus (Trechsel/Jean-Richard, a.a.O., Vor Art. 124
N 13). Dass sich die beiden Beschuldigten abgesprochen hätten, die Privatkläger
in den Security-Raum zu führen, damit diese dort von einem von ihnen oder ande-
ren Personen mit Fäusten oder einem Stock verprügelt würden, wird ihnen in der
Anklageschrift nicht vorgeworfen. Solches liesse sich aufgrund der Aktenlage
auch nicht nachweisen. Damit fehlt es bereits am gemeinsamen Tatentschluss.
Sodann ist aufgrund der Aussagen der Privatkläger völlig unklar, wie viele Perso-
nen sich im Security-Raum befunden haben und wer ihnen die Schläge zugefügt
haben soll, weshalb hierfür auch unbestimmte Drittpersonen in Frage kommen.
Somit lässt sich auch eine mittäterschaftliche Tatbegehung – ohne eigenes Ein-
wirken – der beiden Beschuldigten nicht erstellen.
3.12. Schliesslich und lediglich der Vollständigkeit halber kann in Bezug auf die
angebliche Auseinandersetzung auf der Tanzfläche vollumfänglich auf die dies-
bezüglichen Ausführungen durch die Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 84
S. 42 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Entgegen der Verteidigung scheidet die Möglich-
keit einer Schlägerei nicht bereits deshalb aus, weil es weltfremd erscheine, dass
der Privatkläger A._ unmittelbar nachdem er einen Armbruch erlitten hatte
auf die Security-Mitarbeiter losgegangen sei (vgl. Urk. 117 S. 4). Gemäss dem
Polizeirapport war der Privatkläger A._, welcher in diesem Zeitpunkt den Arm
unbestrittenermassen bereits gebrochen hatte, beim Eintreffen der Polizei sehr
aggressiv, so dass die Polizei die Sanität begleiten musste, als sie die Privat-
kläger ins Spital brachte (Urk. 1 S. 6). Die Vorinstanz gelangte in zutreffender
Würdigung der Beweismittel zum Schluss, es könne als erstellt erachtet werden,
dass die Privatkläger Frauen belästigt hätten und von den Security verwarnt wor-
den seien. Demgegenüber lasse sich nicht zweifelsfrei erstellen, ob es tatsächlich
zu einer Schlägerei zwischen den Privatklägern und einer anderen Gruppe im
Club F._ gekommen sei. Die diesbezüglichen und detaillierten Schilderungen
der Beschuldigten würden nicht unglaubhaft erscheinen und auch die Arztberichte
der Privatkläger, welche von einer Schlägerei bzw. Massenschlägerei sprechen
würden, seien als Indiz für eine Auseinandersetzung mit einer anderen Gruppe zu
werten. Anderseits sei auch die Darstellung der Privatkläger plausibel. Dem ist
- 29 -
zuzustimmen: Auf der einen Seite spricht eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür,
dass die Verletzungen der Privatkläger in der Tat im fraglichen Raum entstanden
sind, möglicherweise weil sich die stark angetrunkenen Privatkläger (1,90 resp.
1,51 Promille; Urk. 1 S. 3) nach der Abmahnung gegenüber der Security wenig
einsichtig gezeigt haben könnten. Ihre Darstellung, wonach sie ohne jeden An-
lass, und ohne zuvor Leute belästigt zu haben, von den Security von hinten an-
gegriffen und schliesslich verprügelt worden seien, vermag indes ebenso wenig
zu überzeugen, zumal auch die hinzugezogene Polizei feststellte, dass die stark
alkoholisierten Privatkläger – mithin auch A._, der in diesem Zeitpunkt be-
reits einen mehrfachen Armbruch aufwies – ihnen gegenüber sehr aggressiv auf-
traten (Urk. 1 S. 6). Letztlich bleibt offen, was sich genau abgespielt hat. Wie vor-
stehend ausführlich dargelegt, lässt sich der Sachverhalt aber selbst dann nicht
erstellen, wenn man davon ausgeht, dass die Privatkläger ihre Verletzungen im
Security-Raum erlitten haben, zumal unklar bleibt, ob die beiden Beschuldigten
für diese Verletzungen verantwortlich sind.
3.13. Zusammenfassend verbleiben damit mehr als nur theoretische Zweifel
darüber, was sich damals im Security-Raum abgespielt hat. Da selbst die be-
troffenen Privatkläger nicht vorbehaltlos behaupten können, dass ihnen ihre Ver-
letzungen durch die beiden Beschuldigten zugefügt worden sind, muss in Über-
einstimmung mit der Vorinstanz auch heute der Grundsatz in dubio pro reo zur
Anwendung gelangen. Die beiden Beschuldigten sind daher auch zweitinstanzlich
vom Vorwurf der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123
Ziff. 1 StGB freizusprechen.
IV. Zivilforderung
1. Der Privatkläger A._ beantragt (unter Vorbehalt einer Nachklage)
Schadenersatz in der Höhe von CHF 11'417.35 zuzüglich Zins von 5% ab 21. No-
vember 2014 sowie eine Genugtuung in der Höhe von CHF 3'000.– zuzüglich
Zins von 5% ab 11. Mai 2014 (Urk. 87 S. 4). Die Beschuldigten beantragen dem-
gegenüber – wie bereits vor Vorinstanz (vgl. Prot. I S. 15 und Urk. 69 S. 13 i.V.m.
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Prot. I S. 20) – die Abweisung der Zivilforderung bzw. ein Nichteintreten darauf
(Urk. 118 S. 5, Prot. II S. 14).
2. Das Gericht hat über die anhängig gemachte Zivilforderung zu entscheiden,
wenn es die beschuldigte Person schuldig spricht, oder wenn es die Beschuldigte
Person freispricht und der Sachverhalt spruchreif ist (Art. 126 Abs. 1 lit. a und b
StPO). Wird die beschuldigte Person freigesprochen, ohne dass der Sachverhalt
spruchreif ist, ist die Zivilklage hingegen auf den Zivilweg zu verweisen (Art. 126
Abs. 2 lit. d StPO). Die Vorinstanz hat die Zivilklage auf den Zivilweg verwiesen,
weil nicht auszuschliessen sei, dass sich die Zivilforderung des Privatklägers in
einem Zivilverfahren mit weiteren und anderen Beweismitteln allenfalls erstellen
lasse (Urk. 84 S. 47). In Anbetracht dessen, dass das Zivilgericht bei der Beurtei-
lung von Zivilansprüchen nicht an die strafrechtliche Beurteilung gebunden ist
(Art. 53 OR) und der Freispruch aufgrund des Grundsatzes in dubio pro reo er-
folgt, weshalb eine zivilrechtliche Haftung der Beschuldigten nicht von vornherein
ausgeschlossen werden kann, ist das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren
des Privatklägers auf den Weg des Zivilprozesses zu verweisen. Ein Nichteintre-
ten auf die Zivilforderung fällt ausserdem bereits aufgrund des Verschlechte-
rungsverbotes dahin, nachdem einzig der Privatkläger Berufung gegen das vor-
instanzliche Urteil erhoben hat (vgl. Art. 391 Abs. 3 StPO).
V. Kosten
1. Kosten
1.1. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung sowie die Übernahme der Kosten
auf die Gerichtskasse gemäss Dispositiv Ziffer 7 ist zu bestätigen.
1.2. Der Privatkläger unterliegt mit seinen Anträgen im Berufungsverfahren,
weshalb er grundsätzlich kosten- und entschädigungspflichtig würde (Art. 428
Abs. 1, Art. 432 StPO). Nachdem dem Privatkläger als Opfer einer Straftat jedoch
die unentgeltliche Rechtspflege gewährt worden war (Urk. 44/7), können ihm we-
der Verfahrenskosten (inklusive jene der amtlichen Verteidigung) auferlegt wer-
den (Art. 136 Abs. 2 lit. b StPO) noch kann von ihm die Rückzahlung der Ent-
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schädigung seines unentgeltlichen Rechtsbeistands verlangt werden (Art. 30
Abs. 3 OHG; BGE 141 IV 262). Somit ist vorliegend für das Berufungsverfahren
keine Gerichtsgebühr zu erheben und sind die weiteren Kosten auf die Gerichts-
kasse zu nehmen.
2. Entschädigung
2.1. Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten B._, Rechtsanwalt lic. iur.
Y._, reichte mit Eingabe vom 19. März 2018 die Honorarnote für seine Auf-
wendungen im Berufungsverfahren ein (Urk. 113). Unter Berücksichtigung der
tatsächlichen Dauer der Berufungsverhandlung von knapp zwei Stunden (Prot. II
S. 7 ff.) erscheint es angemessen, den amtlichen Verteidiger des Beschuldigten
B._ für das Berufungsverfahren pauschal mit Fr. 3'000.– (inkl. MwSt.) aus
der Gerichtskasse zu entschädigen.
2.2. Auch der amtliche Verteidiger des Beschuldigten C._, Rechtsanwalt
lic. iur. Z._, reichte mit Eingabe vom 19. März 2018 die Honorarnote für seine
Aufwendungen im Berufungsverfahren ein (Urk. 114). Die geltend gemachten
Aufwendungen von 10.2 Stunden sowie die Auslagen für die Baraufwendungen
sind ausgewiesen und angemessen. Zusätzlich ist dem Verteidiger ein Zuschlag
für die Nachbesprechung zu gewähren. Der amtliche Verteidiger des Beschuldig-
ten C._ ist somit für das Berufungsverfahren ebenfalls mit pauschal
Fr. 3'000.– (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Damit verbleibt
auch kein Raum für Nachforderungen im Sinne von BGE 9C_387/2012 (vgl. Ho-
norarnote, Urk. 114).
2.3. Ferner reichte der unentgeltliche Vertreter des Privatklägers A._,
Rechtsanwalt lic. iur. X._, seine Honorarnote vom 19. März 2018 ins Recht
(Urk. 113). Unter Berücksichtigung der Dauer der Berufungsverhandlung sowie
eines Zuschlages für die Nachbesprechung erscheint es angemessen, Rechts-
anwalt lic. iur. X._ pauschal mit Fr. 5'000.– (inkl. MwSt.) aus der Gerichts-
kasse zu entschädigen ist.
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