Decision ID: 081a313a-5ff0-4454-82a8-492fa8367471
Year: 2022
Language: de
Court: SH_OG
Chamber: SH_OG_001
Canton: SH
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
Der Kanton Schaffhausen führte zur Planung und Ausführung des neuen Schaff-
hauser Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamts einen Gesamtleistungswettbewerb
im selektiven Verfahren mit Präqualifikation im Nichtstaatsvertragsbereich durch.
Fünf Anbieterinnen wurden zur zweiten Stufe zugelassen. Nach Durchführung ei-
ner Vorstellungsrunde und Prüfung der Angebote bat der Kanton Schaffhausen die
fünf Anbieterinnen, ihre jeweiligen Mehr- und Minderkostenoptionen zusammenzu-
stellen, da das Beurteilungsgremium angesichts dessen, dass keiner der einge-
reichten Beiträge alle technischen und betrieblichen Anforderungen erfüllt habe
und innerhalb der Kreditlimite von Fr. 11.95 Mio. (inkl. Landanteil) gelegen sei,
noch zu keiner Empfehlung gelangt sei. Dieser Aufforderung kamen die fünf An-
bieterinnen nach. Der Kanton Schaffhausen erteilte in der Folge der A. AG (436.4
von maximal 600 Punkten) den Zuschlag. Dagegen erhoben die Zweitplatzierte
B. AG (405.7 Punkte) und die Drittplatzierte C. AG (355.6 Punkte) Verwaltungsge-
richtsbeschwerde ans Obergericht. Dieses lud die A. AG bei, vereinigte die Verfah-
ren und wies beide Beschwerden ab, soweit es auf diese eintrat.
2021
3

Aus den Erwägungen
1.1. Das Obergericht prüft die Eintretensvoraussetzungen von Amtes wegen
(Art. 7 des Einführungsgesetzes zum BGBM vom 29. Juni 1998 [EG BGBM,
SHR 172.500] und § 5 Abs. 2 der Verordnung zur IVöB vom 15. April 2003 [ViVöB,
SHR 172.511] i.V.m. Art. 50 Abs. 1 des Gesetzes über den Rechtsschutz in Ver-
waltungssachen vom 20. September 1971 [Verwaltungsrechtspflegegesetz, VRG,
SHR 172.200] und Art. 60 ZPO).
1.2. Gegen Verfügungen des Auftraggebers über den Zuschlag kann innert
zehn Tagen seit ihrer Eröffnung beim Obergericht schriftlich und begründet Be-
schwerde erhoben werden (Art. 44 Abs. 5 des Justizgesetzes vom 9. November
2009 [JG, SHR 173.200] i.V.m. Art. 15 Abs. 1, Abs. 1bis lit. e und Abs. 2 der Inter-
kantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 25. No-
vember 1994 / 15. März 2001 [IVöB, SHR 172.510], Art. 2 Abs. 1 und Abs. 4 lit. d
sowie Art. 3 Abs. 1 EG BGBM und § 5 Abs. 1 ViVöB); eine Nachfrist wird nicht
gewährt (Art. 3 Abs. 2 EG BGBM und § 5 Abs. 1 Satz 3 ViVöB). Eine inhaltliche
Ergänzung der Beschwerde nach Ablauf der Beschwerdefrist ist – abgesehen von
echten Noven – grundsätzlich nur zulässig, soweit Eingaben anderer Verfahrens-
beteiligter dazu Anlass geben oder die Vorbringen nicht früher beigebracht werden
konnten; verspätete Rügen sind nicht zu hören (vgl. OGE 60/2021/7 vom 18. Juni
2021 E. 1 u.a. mit Hinweis auf OGE 60/2019/3 vom 20. August 2019 E. 4.1; ferner
VGer ZH VB.2019.00109 vom 23. Mai 2019 E. 3.8 mit Hinweisen). Die Beschwer-
den der C. AG und der B. AG (zusammen: die Beschwerdeführerinnen) erfolgten
vorbehältlich verspäteter Rügen frist- und formgerecht.
1.3. Die Beschwerdeführerinnen haben als Zweit- bzw. Drittplatzierte bei einer
Gutheissung ihrer jeweiligen Beschwerde jeweils eine realistische Chance, auf den
ersten Platz vorzustossen; sie sind daher grundsätzlich zur Beschwerdeerhebung
legitimiert (Art. 7 EG BGBM i.V.m. § 5 Abs. 2 ViVöB und Art. 36 Abs. 1 VRG; vgl.
OGE 60/2017/17 vom 1. Dezember 2017 E. 2.1, Amtsbericht 2017, S. 133 mit Hin-
weisen). Nicht einzutreten ist auf den Antrag der C. AG, die Rechtswidrigkeit des
Zuschlags an die Beigeladene festzustellen, da ihr mangels Vertragsabschlusses
der primäre Rechtsschutz offensteht; unter diesen Umständen verbleibt für den
Sekundärrechtsschutz kein Raum (vgl. OGE 60/2018/23 vom 23. Februar 2021
E. 1.3). Im Übrigen ist vorbehältlich der nachfolgenden Ausführungen auf die Be-
schwerden einzutreten.
2.1. Im Submissionsverfahren sollen unter anderem die Gleichbehandlung der
Anbieterinnen und eine unparteiische Vergabe sowie die Transparenz des Verga-
beverfahrens und die wirtschaftliche Verwendung öffentlicher Mittel sichergestellt
werden (Art. 1 Abs. 3 lit. b bis d IVöB). Die Vergabestelle legt die für die Beschaf-
fung massgeblichen Kriterien im Hinblick auf die Besonderheiten des jeweiligen
2021
4
Auftrags zu Beginn des Verfahrens fest und gibt diese bekannt. Dabei hat sie die
Zuschlagskriterien im Voraus in der Reihenfolge ihrer Bedeutung darzulegen oder
zumindest die relative Bedeutung, die sie den einzelnen Kriterien beimessen will,
ersichtlich zu machen (Art. 12 lit. m und Art. 14 lit. i der Vergaberichtlinien vom
15. April 2003 zur IVöB [VRöB, SHR 172.512]). Beim Entscheid darüber, welches
Angebot anhand der Zuschlagskriterien das wirtschaftlich günstigste ist, und damit
insbesondere auch bei der Bewertung der Zuschlagskriterien selbst, steht der
Vergabestelle ein erheblicher Ermessensspielraum zu, in welchen das Gericht
nicht eingreifen kann, es sei denn, er werde überschritten oder missbraucht (vgl.
Art. 16 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 IVöB; OGE 60/2019/3 vom 20. August 2019 E. 2
u.a. mit Hinweis auf OGE 60/2017/17 vom 1. Dezember 2017 E. 2.3, Amtsbericht
2017, S. 134 f.).
2.2. Vorgaben der Ausschreibung sind nach dem Vertrauensprinzip so auszu-
legen, wie sie von den Anbieterinnen in guten Treuen verstanden werden durften
und mussten. Auf den subjektiven Willen der Vergabestelle bzw. der für diese han-
delnden Personen kommt es nicht an. Das Gericht hat im Beschwerdeverfahren
angesichts des Spielraums, welcher der Vergabestelle bei der Umsetzung der in
den Ausschreibungsunterlagen festgelegten Vorgaben zukommt, von mehreren
möglichen Auslegungen indes nicht die ihm zweckmässig scheinende auszuwäh-
len, sondern die Grenze des rechtlich Zulässigen abzustecken (vgl. OGE
60/2019/3 vom 20. August 2019 E. 3.3.2 mit Hinweisen).
3.1. Die Beschwerdeführerinnen rügen einleitend eine Verletzung des rechtli-
chen Gehörs nach Art. 29 Abs. 2 BV).
[...]
3.3.1. Im Vergabeverfahren gilt der Grundsatz der Vertraulichkeit von Informatio-
nen (Art. 11 lit. g IVöB sowie Art. 17 VRöB). Das Akteneinsichtsrecht und dessen
Ausnahmen kommen grundsätzlich erst im Beschwerdeverfahren zur Anwendung.
Davor hat die unterlegene Anbieterin lediglich Anspruch auf Einsicht in das Offert-
öffnungsprotokoll (vgl. Art. 26 Abs. 4 VRöB) und auf die Bekanntgabe jener Ele-
mente, die von Gesetzes wegen zur Begründung des Zuschlags angeführt werden
müssen (vgl. Art. 37 Abs. 3 VRöB; OGE 60/2018/23 vom 23. Februar 2021 E. 4 mit
Hinweisen; ferner für den Bund nunmehr Art. 57 des Bundesgesetzes über das
öffentliche Beschaffungswesen vom 21. Juni 2019 [BöB, SR 172.056.1]). Der
Kanton Schaffhausen war folglich nicht gehalten, der C. AG während laufender
Beschwerdefrist Akteneinsicht zu gewähren; über die Einsichtsgewährung hatte
das Obergericht im Beschwerdeverfahren zu entscheiden, was es mit Verfügungen
vom 16. Februar 2021 auch tat. Die Rüge der C. AG bezüglich der vereitelten
Akteneinsicht erweist sich demnach als unbegründet.
2021
5
3.3.2.1. Vergabeentscheide sind indes summarisch zu begründen (Art. 37 Abs. 2
VRöB). Den nicht berücksichtigten Anbieterinnen sind insbesondere das angewen-
dete Vergabeverfahren, die berücksichtigte Anbieterin, der Preis des berücksich-
tigten Angebots sowie die wesentlichen Gründe für die Nichtberücksichtigung bzw.
die ausschlaggebenden Merkmale und Vorteile des berücksichtigten Angebots be-
kannt zu geben (Art. 37 Abs. 3 VRöB). Nach Schaffhauser Beschaffungsrecht bzw.
-praxis besteht kein Anspruch darauf, dass auf Gesuch hin Zusatzauskünfte erteilt
werden oder ein sog. Debriefing durchgeführt wird (anders etwa im Bund, vgl.
Art. 12 Abs. 1 der Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen vom
12. Februar 2020 [VöB, SR 172.056.11]). Die massgeblichen Entscheidgründe
können praxisgemäss in der Beschwerdeantwort der Vergabestelle nachgereicht
oder ergänzt werden, wobei der Beschwerdeführerin zur Wahrung des rechtlichen
Gehörs nochmals Gelegenheit zur Stellungnahme einzuräumen ist. Eine allfällige
Verletzung des rechtlichen Gehörs durch mangelnde Begründung wird dadurch
geheilt (vgl. zum Ganzen OGE 60/2019/3 vom 20. August 2019 E. 4.1 mit Hinweis
auf OGE 60/2003/16 vom 30. Januar 2004 E. 2b mit Hinweisen, Amtsbericht 2004,
S. 118).
3.3.2.2. Die Verfügung vom 18. Dezember 2020 verweist zur Begründung des
Zuschlags an die Beigeladene auf das beste Preis-/Leistungsverhältnis resp. auf
die höchste erreichte Punktzahl in der Beurteilung der Wettbewerbsbeiträge ge-
mäss beigelegtem Auszug aus der Auswertung durch das Beurteilungsgremium;
daneben nennt sie den Namen der Zuschlagsempfängerin und deren Angebots-
preis. Ferner wurde den nicht berücksichtigten Anbieterinnen offenbar jeweils die
eigene Bewertungsmatrix und die Grafik "Preis- Leistungsvergleich inkl. Landkos-
ten" zugestellt. Entgegen den Vorgaben von Art. 37 Abs. 3 lit. d VRöB wurden
ihnen jedoch die ausschlaggebenden Merkmale und Vorteile des Angebots der
Beigeladenen nicht mitgeteilt. Diese ergeben sich auch nicht aus der Grafik "Preis-
Leistungsvergleich inkl. Landkosten". Dem Hinweis auf die höchste erreichte
Punktzahl bzw. das beste Preis-/Leistungsverhältnis geht ein konkreter Erklärungs-
wert ab. Die Vergabestelle hat die Wahl des Angebots gemäss Art. 37 Abs. 2 VRöB
mit der Zuschlagsverfügung und nicht erst auf Anfrage hin summarisch zu begrün-
den. Folglich verletzte der Kanton Schaffhausen gegenüber den Beschwerdefüh-
rerinnen seine Begründungspflicht, indem er mit der Mitteilung des Zuschlags die
ausschlaggebenden Merkmale und Vorteile des Angebots der Beigeladenen nicht
darlegte. Zwar holte der Kanton Schaffhausen dies im Beschwerdeverfahren nach,
weshalb die Gehörsverletzung als geheilt zu gelten hat; der Gehörsverletzung ist
indes angesichts der formellen Natur des rechtlichen Gehörs bei der Regelung der
Kosten- und Entschädigungsfolgen Rechnung zu tragen (OGE 60/2021/2 vom
16. März 2021 E. 3; BGer 2C_152/2020 vom 18. Juni 2020 E. 7.3.1 mit Hinweisen).
2021
6
4.1. Die C. AG beantragt den Ausschluss der Beigeladenen sowie der B. AG.
Letztere beantragt (eventualiter) den Ausschluss der C. AG.
4.2. Angefochten ist ein Zuschlagsentscheid. Der Antrag auf Ausschluss eines
Angebots bzw. einer Anbieterin impliziert, dass beim Zuschlag ein Angebot zu Un-
recht in die Bewertung mit einbezogen worden sei und dass der Zuschlagsent-
scheid deswegen rechtsfehlerhaft sei. Betreffend den formellen Verfahrensaus-
schluss ist zu unterscheiden: Wurde das Angebot der Zuschlagsempfängerin zu
Unrecht nicht vom Verfahren ausgeschlossen, führt dies grundsätzlich zur Aufhe-
bung des Zuschlags und zum Ausschluss des Angebots der Zuschlagsempfänge-
rin. Führt eine unterlegene Anbieterin Beschwerde und wurde ihr Angebot zu Un-
recht nicht vom Verfahren ausgeschlossen, führt dies zur Abweisung der Be-
schwerde; ein formeller Ausschluss des Angebots der unterlegenen Anbieterin er-
übrigt sich, da der angefochtene Zuschlag – welcher den Gegenstand des Be-
schwerdeverfahrens bildet – bestehen bleibt. Eine Ausnahme besteht dort, wo eine
dritte, nachrangige Anbieterin ebenfalls Beschwerde führt und eine Aufhebung des
Zuschlags zu erwirken vermag. In diesem Fall ist das Angebot der besser platzier-
ten aber nicht berücksichtigten Anbieterin bei Vorliegen eines Ausschlussgrundes
grundsätzlich formell vom Verfahren auszuschliessen.
4.3. [...]
4.3.1. Bezüglich der geltend gemachten fehlenden Stützenfreiheit der Prüfhalle
für PKW weist der Kanton Schaffhausen darauf hin, dass sämtliche Angebote in
der Prüfhalle stützenfrei gewesen seien. Dass das Angebot der Beigeladenen die
PKW-Prüfhalle stützenfrei vorsah, ergibt sich aus den in der Beitragsbewertung
wiedergegebenen Grundrissplänen und wird von der C. AG nicht mehr in Zweifel
gezogen. Die Rüge erweist sich als unbegründet.
4.3.2. Bezüglich der beanstandeten Überschreitungen der Flächenverbrauchs-
vorgabe und der Kreditlimite durch das Angebot der Beigeladenen sind die erst mit
der Replik vorgetragenen Rügen verspätet und nicht zu hören, zumal nicht erst die
Beschwerdeantwort des Kantons Schaffhausen zu ihnen Anlass gab (vgl. oben
E. 1.2). Denn sämtliche Informationen, welche die C. AG der Berechnung des Flä-
chenverbrauchs im Angebot der Beigeladenen zugrunde legt, lagen ihr, anders als
von ihr suggeriert, bereits im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung vor. Dasselbe gilt
für die Überschreitung des Gesamtkredits von Fr. 11.95 Mio. durch das Angebot
der Beigeladenen. Der C. AG war bereits im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung
bekannt, dass das Angebot der Beigeladenen auch unter Berücksichtigung der
Minderkostenoptionen und des Landpreises mit rund Fr. 12 Mio. über der Gesamt-
kreditlimite von Fr. 11.95 Mio. lag.
2021
7
4.4. Die C. AG macht bezüglich des Angebots der B. AG geltend, dieses
verstosse gegen verschiedene, zwingende Vorgaben in der Ausschreibung und sei
deshalb vom Verfahren auszuschliessen. Die Aussen-Prüfstrecken fehlten kom-
plett (bzw. würden durch die für andere Verkehrsbewegungen erforderlichen Flä-
chen überlagert) und die Prüfgruben seien nicht verbunden. Auch eine Heizlösung
in der Prüfhalle fehle. Sodann sei anstelle der Scherenhebebühnen ein Knickarmlift
angeboten. Ferner seien die Achslasten der Prüfstände ungenügend. Eine zentrale
Druckluftversorgung sei nicht vorgesehen. Selbst die Schleppkurve für Sattelzüge
bei der Ausfahrt aus der Prüfhalle und aus dem Areal sei zu knapp bemessen.
4.4.1. Gemäss Art. 27 lit. h VRöB wird eine Anbieterin von der Teilnahme nament-
lich ausgeschlossen, wenn sie wesentliche Formerfordernisse verletzt hat, insbe-
sondere durch Nichteinhaltung der Eingabefrist, fehlende Unterschrift, Unvollstän-
digkeit des Angebots oder Änderung der Ausschreibungsunterlagen. Der Mangel
muss dabei eine gewisse Schwere aufweisen. Wegen unbedeutender Mängel darf
ein Angebot nicht ausgeschlossen werden. Auch kommt der Vergabestelle bei der
Prüfung der Frage, ob ein Angebot wegen Unvollständigkeit oder anderer Form-
mängel auszuschliessen ist, ein erhebliches Ermessen zu. Zumindest bei Abwei-
chungen von inhaltlichen Ausschreibungsvorgaben ist im Interesse der Vergleich-
barkeit der Angebote und des Gleichbehandlungsgrundsatzes jedoch ein strenger
Massstab anzulegen (vgl. OGE 60/2019/17 vom 22. Oktober 2019 E. 4.1 mit Hin-
weisen).
4.4.2.1. Die Ausschreibungsunterlagen sahen eine Manöverfahrbahn für Motor-
räder mit den Massen 78x10 m vor (für Fahrerprüfungen Kat. A/A1 sowie Motor-
radabnahmen). Im Rahmen der Fragenbeantwortung, welche integraler Bestand-
teil des Wettbewerbsprogramms war, wurde zu dieser Manöverfahrbahn was folgt
ausgeführt:
Ist die Manöverfahrbahn für Motorräder zusammenlegbar mit Erschliessung und Wenderadien von PKW und LKW? Nein. Auf der Manöverfahrbahn müssen  Führerprüfungen Kat. A/A1 sowie Motorradabnahmen stattfinden , weshalb eine Nutzung der Manöverfahrbahn als Verkehrsfläche zur  des Areals etc. nicht möglich ist.
Muss die Manöverfläche für Motorräder von den übrigen Verkehrsflächen/ abgetrennt werden? Ja. Siehe auch Antwort oben.
Darf die Manöverfläche temporär befahren werden (z.B. beim Umfahren des Gebäudes)? Nein. Siehe auch Antwort oben.
Darf die Manöverbahn 10x78 m mit Schleppkurven von LKW überlagert ? Nein. Siehe auch Antwort oben.
Liegt die Manöverbahn ausserhalb der zur Verfügung stehenden Fläche von 6'500 m2? Sind feste Einrichtungen wie Rampen etc. vorzusehen? Die  soll innerhalb der zur Verfügung stehenden Fläche von 6'500 m2 +/- 10%, max. 7'500 m2 liegen. Neben den Markierungen für die Fahrmanöver sind keine festen Einrichtungen vorzusehen.
2021
8
Muss die Manöverfahrbahn geradlinig ausgeführt werden, oder ist z.B. eine  mit 90° Kurve zulässig? Die Manöverfahrbahn ist gemäss  geradlinig auszuführen.
Wie funktioniert die Manöverfahrbahn? Ist der Startpunkt zugleich der ? Die Manöverfahrbahn wird primär für Führerprüfungen Kat. A/A1 sowie bei Motorradabnahmen genutzt. Bei Führerprüfungen werden auf der  folgende Manöver absolviert: Slalom/Schlangenlinie, harter /Brett, Figur einer „8‟, Spur-gasse, enger Links- oder Rechtsbogen, , Bremszone für Notbremsung, Ausweichen. Diese  werden von den Prüfungskandidaten in Form eines Parcours absolviert,  die Anordnung variieren kann. Start und Ende des Parcours können -  aber nicht - zusammenliegen.
Der für das Bauvorhaben zur Verfügung stehende Landanteil beträgt ca. 6'500 m2. Wurde im Rahmen der Machbarkeitsstudie nachgewiesen, dass dieser Landanteil für die nun ausgeschriebenen Nutzungen in der Umgebung (PP und Manöverfahrbahn) ausreichend ist? War die Manöverfahrbahn auch Bestandteil der Machbarkeitsstudie? Die Manöverbahn kann innerhalb der zur Verfügung stehenden Fläche von 6'500 m2 +/- 10%, max. 7'500 m2 liegen. Das wurde mit der Machbarkeitsstudie nachgewiesen.
Die Vorgaben des Landverbrauchs von 6'500 m2 sind mit den gewünschten  und dem erforderlichen Flächenbedarf aus unserer Sicht nicht . Wie soll mit diesem Konflikt umgegangen werden? Siehe Antworten oben.
4.4.2.2. Der Kanton Schaffhausen führt aus, die B. AG habe die Manöverfahr-
bahn auch als Verkehrsfläche für das Umfahren des Gebäudes benötigt und aus-
gewiesen, was als Verstoss gegen die Programmbestimmung gewertet werden
und zum Ausschluss von der Bewertung führen könnte. Er habe sich angesichts
der Tragweite aber gegen einen Ausschluss entschieden und stattdessen bei der
Bewertung einen Punkteabzug vorgenommen.
4.4.2.3. Das Angebot der B. AG weist zwar eine Aussen-Prüfstrecke bzw. eine
Manöverfahrbahn für Motorräder aus. Die B. AG bestreitet allerdings nicht, die Ma-
növerfahrbahn mit Lastwagenparkplätzen kombiniert zu haben. Darüber hinaus
wird die Manöverfahrbahn in ihrem Angebot von einer Schleppkurve für LKW über-
lagert und als Verkehrsfläche zur Umfahrung der Gebäude benötigt. In der Bei-
tragsbewertung wird zu Recht darauf hingewiesen, dass dadurch im Arealverkehr
massive betriebliche Konfliktrisiken drohen. Davon sind namentlich die Motorrad-
führerprüfungen betroffen. Das Angebot der B. AG weicht damit wesentlich von der
ausdrücklichen, eindeutigen und unmissverständlichen Vorgabe einer von anderen
Verkehrsbewegungen getrennten Manöverfahrbahn für Motorräder ab. Aus Grün-
den der Gleichbehandlung mit den übrigen Anbieterinnen wäre das Angebot der
B. AG daher vom Vergabeverfahren auszuschliessen gewesen, zumal Varianten –
die von den Ausschreibungsunterlagen abweichende Kombination der Manöver-
fahrbahn mit Lastwagenparkplätzen stellt eine Variante dar – explizit unzulässig
waren. Der Entscheid, das Angebot der B. AG trotzdem im Verfahren zu belassen
und die vergabewidrige Manöverfahrbahn bei der Bewertung negativ zu berück-
2021
9
sichtigten, stellt folglich eine rechtsfehlerhafte Ermessensausübung dar. Daran än-
dert auch der Hinweis der B. AG nichts, wonach eine Nutzungskombination zwar
aus Gründen der Flächeneffizienz vorgeschlagen worden sei, die Prüfstrecke aber
auch separat erstellt werden könne. In ihrer Eingabe des Angebots hatte sie in
diesem Zusammenhang bloss Folgendes betreffend den "Verkehr" ausgeführt:
Die Hauptverkehrserschliessung erfolgt über die Ernst Müller-Strasse. Für die Zufahrt zu den zwei LKW-Prüfbahnen sind die Radien im Situationsplan . Über dieselbe Zufahrt werden die drei PKW-Prüfbahnen und die  erschlossen. Der westliche Warteraum ist peripher für zwei LKW . Eine Umfahrung des ganzen Areals in Ausnahmefällen ist daneben ebenfalls gewährleistet. Falls wider Erwarten die minimale Überlagerung der Manöverbahnnutzung als inakzeptabel beurteilt würde, müsste unter  Landverbrauch der nördliche Parzellenbereich aktiviert werden. Dies wäre ohne konzeptionelle Projektänderung leicht umsetzbar. [ hinzugefügt]
Eine vergabekonforme Manöverfahrbahn hatte sie damit nicht angeboten. Soweit
sie am 30. November 2020 eine Option vorschlug, bei welcher die Prüfstrecke hin-
ter dem Gebäude separat geführt werde, war diese unzulässig, weil eine entspre-
chende nachträgliche Anpassung ihres Angebots gegen den Grundsatz der Unab-
änderbarkeit der Angebote nach Ablauf der Angebotsfrist verstiesse (vgl. Art. 23
Abs. 4 VRöB; OGE 60/2019/17 vom 22. Oktober 2019 E. 3).
4.4.2.4. Die Rüge der C. AG die vergabewidrige Manöverfahrbahn für Motorräder
hätte zum Ausschluss des Angebots der B. AG aus dem Vergabeverfahren führen
müssen, erweist sich nach dem Gesagten als begründet. Auf die übrigen von der
C. AG gegen das Angebot der B. AG geltend gemachten Ausschlussgründe
braucht daher nicht weiter eingegangen zu werden. Die Beschwerde der B. AG ist
folglich im Ergebnis abzuweisen (vgl. oben E. 4.2).
4.5. Zu prüfen bleibt der von der B. AG in ihrer Rolle als Beschwerdegegnerin
(vgl. grundsätzlich zur Rolle einer unterlegenen Anbieterin in Bezug auf eine
Beschwerde einer im Vergleich zu ihr schlechter platzierten Anbieterin BGE
146 II 276 E. 6.3.1 S. 285 f.) eventualiter geltend gemachte Ausschluss des Ange-
bots der C. AG.
4.5.1. Einleitend ist zunächst fraglich, ob der mit Eingabe vom 23. Juli 2021 ge-
stellte Ausschlussantrag bzw. die Rüge, das Angebot der C. AG wäre vom Verfah-
ren auszuschliessen gewesen, rechtzeitig erfolgte. Die B. AG erfuhr spätestens mit
Verfügung vom 16. Februar 2021, dass die C. AG ebenfalls Beschwerde erhoben
hatte. Mit Schreiben vom 2. März 2021 wurde ihr sodann im beschränkten Umfang
Akteneinsicht gewährt. Es wäre der B. AG bereits in der Replik vom 22. März 2021
möglich gewesen, die mit Eingabe vom 23. Juli 2021 gegen das Angebot der C. AG
geltend gemachten Ausschlussgründe vorzubringen, zumal dem Zuschlag unge-
teilte Wirkung zukommt und das Angebot der C. AG ebenfalls in die von der B. AG
2021
10
eventualiter beantragte Neubewertung mit einzubeziehen gewesen wäre (vgl. BGE
146 II 276 E. 6.3.1 S. 286 mit Hinweis). Auf der anderen Seite war die B. AG am
22. März 2021 noch nicht im Besitz der Eingaben der C. AG; diese wurden ihr erst
mit Verfügung vom 2. Juli 2021 zur Stellungnahme zugestellt. Insofern erscheint
zweifelhaft, ob sich die B. AG schon vor Zustellung der Eingaben hätte veranlasst
sehen müssen, die Ausschlussgründe gegen das Angebot der C. AG geltend zu
machen, mithin nicht hätte zuwarten dürfen, bis ihr zu deren Eingaben das rechtli-
che Gehör gewährt wird. Die Frage braucht indes nicht abschliessend beurteilt zu
werden, denn die Rüge, wonach die C. AG vom Verfahren auszuschliessen gewe-
sen wäre, erweist sich – wie nachfolgend dargelegt wird – als unbegründet. Dem-
gegenüber ist die erst mit der Eingabe vom 30. September 2021 nachgetragene
Kritik am Angebot der C. AG – nach der Fragenbeantwortung zu vermeidende
180°-Kurve bei Ausfahrt Parkplätze bzw. Umfahrung LKW, für eine normkonforme
Schleppkurve zu knappe Ausfahrt Prüfhalle LKW, fehlende aber vorgeschriebene
Veloabstellplätze, beengte und unübersichtliche Eingangssituation, unzulässige
Überlagerung der Zufahrt zu den Parkplätzen mit der Umfahrung des Gebäudes,
diverse (kostenrelevante) Unzweckmässigkeiten in der Gestalt der innenliegenden
Rinne, der kleinteiligen Fassadengliederung sowie der hohen Dachkonstruktion,
unzulässige Überlagerung der Zufahrt durch fehlende Verbindung zwischen Fahr-
zeugunterstand für die Fahrschule und Hauptgebäude und Büro der Fahrlehrer,
fehlende aber geforderte Schiebetüre beim Windfang sowie fehlende direkte Ver-
bindung zwischen Prüf- und Kundenhalle, keine funktionell gedeckten Parkplätze
für Motorräder, ungenügende Überdachung der PKW-Prüfstrecke, reines Abgebot
in der Gestalt der Optimierung der Statik und des Bauablaufs, Änderung des Aus-
drucks und der Funktionalität durch Verkleinerung der Vordächer sowie Akzentu-
ierung der zu kurz überdeckten Ausfahrt, unzulässige Kürzung der Prüfgruben, un-
zulässige Zertifizierung nach Minergie statt Minergie A, unzulässige Verschiebung
des Gebäudes und Entfernung eines LWK-Parkplatzes mit nur geringfügiger Ver-
besserung der Übersichtlichkeit vor dem Gebäude, Reduktion der räumlichen Qua-
lität durch Weglassen der Oblichter, unzulässiges Weglassen des gedeckten Un-
terstands und der Kühlung – offensichtlich verspätet, weshalb sie ungeachtet der
Frage, ob die B. AG damit überhaupt den Ausschluss des Angebots der C. AG
erreichen wollte, nicht zu berücksichtigen ist.
4.5.2.1. Soweit die B. AG in den Raum stellt, diejenigen Angebote, welche den
Kreditrahmen überstiegen, seien deutlich abzuwerten oder auszuschliessen, ist zu
beachten, dass gemäss den Ausschreibungsunterlagen dasjenige Angebot, wel-
ches den Zuschlag bekommt und das Kostenziel nicht einhält, in einer vorgelager-
ten Optimierungsphase einer Evaluation von Minderkostenoptionen zu unterziehen
ist. Die Überschreitung des Kreditrahmens stellte folglich nach den Ausschrei-
bungsbedingungen keinen Ausschlussgrund dar. Preisdifferenzen zwischen den
2021
11
Angeboten waren vielmehr wie üblich bei der Preisbewertung zu berücksichtigen
(vgl. dazu unten E. 5 ff.).
4.5.2.2. Soweit die B. AG weiter vorbringt, die Angebote derjenigen Anbieterin-
nen, welche im Rahmen der technischen Bereinigung ein Abgebot eingereicht hät-
ten, seien vom Verfahren auszugschliessen, da eine unzulässige Wettbewerbsab-
rede vorliege (Art. 27 lit. e VRöB), kann ihr nicht gefolgt werden. Es ist nicht er-
sichtlich, und es wird von der B. AG auch nicht dargelegt, dass die C. AG oder die
übrigen zur zweiten Stufe zugelassenen Anbieterinnen im Rahmen der "techni-
schen Bereinigung" Abreden getroffen hätten, die den Wettbewerb beseitigt oder
erheblich beeinträchtigt hätten. Dass die B. AG die einzige Anbieterin war, bei wel-
cher sich der Angebotspreis insgesamt erhöhte, ist darauf zurückzuführen, dass
die von ihr offerierten Mehroptionen den preissenkenden Effekt der Minderoptionen
verpuffen liessen. Ob die C. AG im Rahmen der "technischen Bereinigung" ein
unzulässiges Abgebot einreichte, ist für die Frage des Ausschlusses soweit irrele-
vant, denn ein solches Abgebot wäre als unzulässige Nachofferte (vgl. auch oben
E. 4.4.2.3 am Ende) bei der Bewertung nicht zu berücksichtigten gewesen. Der
Kanton Schaffhausen bewertete entsprechend denn auch bloss die ursprünglich
eingereichten Angebote und nicht auch die im Rahmen der "technischen Bereini-
gung" offerierten Mehr- und Minderkostenoptionen.
4.5.2.3. Soweit die B. AG schliesslich impliziert, die C. AG sei wegen fehlendem
Minergie-Nachweis auszuschliessen, ist nicht ersichtlich, dass die Ausschrei-
bungsunterlagen einen solchen Nachweis verlangt hätten. Verlangt war die Einhal-
tung der Vorgaben "Minergie A"; weiter war eine Zertifizierung vorgesehen. Wie sie
die Vorgaben "Minergie A" einhalten, war den Anbieterinnen überlassen. Auch die
C. AG richtete ihr Angebot auf diese Vorgaben aus, was sich aus dem Energiekon-
zept vom 26. Juni 2020 ergibt:
Die Planung und Erstellung des Neubaus ist darauf ausgerichtet, dass das  Minergie-A tauglich ist und somit ein energieeffizientes Gebäude entsteht.
(...)
Die Wärme für Heizung und Warmwasser wird durch den Anschluss an das  Fernwärmenetz sichergestellt. Diese Energie stammt aus  Energie, was die Energiebilanz und den ökologischen Gedanken unterstützt. Die grosse Dachfläche ermöglicht die Installation der Photovoltaikanlage (PV), die für eine Minergie-A-Zertifizierung unerlässlich ist, insbesondere da auch Räume gekühlt werden. Die mechanische Lüftung mit Wärmerückgewinnung trägt einen grossen Teil zum geringen Heizwärmebedarf bei.
Der Kanton Schaffhausen bemängelte, bei der Kälteanlage sei die Erzeugung bzw.
die Abwärmenutzung hinsichtlich des Ziels der Minergie A nicht schlüssig erklärt,
und nahm bei der Bewertung einen Punkteabzug vor. Entsprechend hielt die Be-
wertungsmatrix fest, der Nachweis Minergie A sei für die Halle offen. Ob die Prüf-
halle, wie von der C. AG geltend gemacht und von der B. AG bestritten, nicht zur
2021
12
Energiebezugsfläche zählt und deshalb keines Minergie-Nachweises bedarf, kann
mit Blick auf die Frage des Ausschlusses des Angebots der C. AG offenbleiben.
Denn aus Sicht des Kantons Schaffhausen war das Energiekonzept der C. AG
zwar mangelhaft, deren Angebot aber nicht ausschreibungswidrig, da es sich wie
verlangt nach den Vorgaben "Minergie A" richtete. Das Vorgehen, die angebotene,
aber inhaltlich bemängelte Lösung bei der Angebotsbewertung negativ zu berück-
sichtigen, ist vor dem Hintergrund des dem Kanton Schaffhausen zustehenden Er-
messens (vgl. oben E. 2.1) nicht zu beanstanden.
4.6. Nach dem Gesagten erweist sich lediglich die Rüge der C. AG, das Ange-
bot der B. AG hätte vom Verfahren ausgeschlossen werden müssen, als begrün-
det. Entsprechend kann der B. AG der Zuschlag von vornherein nicht erteilt wer-
den. Die Beschwerde der B. AG ist abzuweisen und im Folgenden nicht weiter zu
behandeln. Davon ausgenommen sind die Vorbringen der B. AG, die sich auf ihren
Antrag auf Abweisung der Beschwerde der C. AG beziehen. Auf diese Vorbringen
ist soweit erforderlich einzugehen.
5.1. Die C. AG beanstandet die Preisbewertung und macht im Wesentlichen
eine Verletzung des Transparenzgebots und des Wirtschaftlichkeitsgrundsatzes
geltend. Demnach hätte der Kanton Schaffhausen die Preisbewertungsmodalitä-
ten und namentlich die Mittel und Methoden der Prüfung von allfälligen Betriebs-,
Wartungs- und Unterhaltskosten vorgängig bekanntgeben müssen; der Hinweis
auf die inexistente Wegleitung des Obergerichts sei irreführend gewesen und die
Bewertungsmethode – Preisspanne und lineare Verteilung – habe bereits am
19. März 2020 festgestanden. Davon abgesehen sei die Vermischung des Preises
mit weiteren Kriterien unzulässig; Kosten, die anfielen, aber nicht der Anbieterin
vergütet würden, seien bei den qualitativen Kriterien zu berücksichtigen. Das mit
30% ohnehin tief gewichtete Preiskriterium sei damit weiter verwässert worden.
Schliesslich sei auch die Preisspanne von Fr. 7 Mio. bis Fr. 13. Mio. bzw. von
185.7% unzulässig. Die Bandbreite von Fr. 7 Mio. bis Fr. 13. Mio. widerspreche der
internen Disposition vom 19. März 2020 und den Ausschreibungsunterlagen, denn
die Disposition sehe eine Bandbreite von Fr. 7 Mio. bis Fr. 12 Mio. vor. Für die
Preisspanne von Fr. 7 Mio. bis Fr. 13 Mio. bestehe kein ersichtlicher Grund. Auch
widerspreche die Preisformel der obergerichtlichen Formel, welche eine Preis-
spanne von 150% basierend auf dem tiefsten Angebotspreis vorsehe. An diese
Formel hätte sich der Kanton Schaffhausen halten müssen. Unabhängig davon sei
der Preis von Fr. 7 Mio. unrealistisch tief; die Vorlage an die Stimmbevölkerung
habe alleine für das Bauwerk Fr. 8.75 Mio. betragen. Auch sei das Projekt nicht
sonderlich komplex. Das Preiselement sei so nur ungenügend in die Angebotsbe-
wertung eingeflossen und verwässert worden. Schliesslich sei auch die Preisge-
wichtung der obergerichtlichen Formel zwar nicht haltbar. Doch selbst bei einer
2021
13
Preisspanne von Fr. 8'514'370.– (tiefstes Angebot der B. AG) bis Fr.12'771'555.–
(Preisspanne von 150%) habe sie, die C. AG, bei der Preisbewertung 118 Punkte
statt 90 Punkte erzielt bzw. habe sie beim Ausschluss der B. AG das tiefste zuläs-
sige Angebot eingereicht und sei mit 180 Punkten zu bewerten.
5.2. Der Kanton Schaffhausen führt im Wesentlichen aus, die vergleichsweise
grössere Bandbreite von 186% habe grundsätzlich der erwarteten Streuung der
eingehenden Werkpreise und der Problematik von allfälligen Tiefpreisangeboten,
bei welchen die Qualität nicht mit der Attraktivität des Preises mithalte und die
Plausibilität nicht nachgewiesen werden könne, entsprochen. Bei einer vom tiefs-
ten Angebotspreis ausgehenden Preisspanne von 150% erschienen die Beiträge
der Beigeladenen und der B. AG demgegenüber nahezu gleichwertig, was aber
nicht den Tatsachen entspreche. Die Bewertung der Angebote sei ohne Berück-
sichtigung der Projektvereinfachungen mit Kostenoptionen erfolgt. Mit der dem
Vertragsschluss vorgelagerten Optimierungsphase habe sich die Vergabestelle
unter Einhaltung der Gleichbehandlung aller Anbieterinnen den Handlungsspiel-
raum gegeben, das Projekt mit dem besten Preis-/Leistungsverhältnis auszuwäh-
len, auch wenn dieses zum Zeitpunkt des Zuschlags beim Preis über dem bewil-
ligten Budget liege.
5.3. Der Vergabestelle kommt bei der Bewertung der Angebotspreise ein erheb-
licher Spielraum zu (vgl. bereits oben E. 2.1). Die vorherige Bekanntgabe der kon-
kreten Preiskurve bzw. der spezifischen Formel für die Angebotsbewertung ist fa-
kultativ (vgl. OGE 60/2008/38 vom 26. September 2008 E. 5a, Amtsbericht 2008,
S. 93). Die von der Vergabestelle gewählte Bewertungsmethode muss jedoch die
Gewichtung des Preiskriteriums umsetzen. Das bedeutet insbesondere, dass nur
die tatsächlich in Frage kommende Bandbreite möglicher Preise zu berücksichti-
gen ist. Demnach muss die gewählte Spanne zwischen dem günstigsten und ei-
nem sehr teuren Preis realistisch sein bzw. realistischerweise erwartet werden kön-
nen. Ob eine gewählte Preisspanne realistisch ist, hängt von der in Frage stehen-
den Beschaffung ab. Bei einfachen Bauarbeiten ist in der Regel mit einer geringe-
ren Preisspanne zu rechnen als bei technisch anspruchsvollen Konstruktionen
bzw. Dienstleistungen. Wird die Bandbreite der Preise erst nach Vorliegen der An-
gebote festgelegt, können die tatsächlich offerierten Preise zwar als Anhaltspunkte
berücksichtigt werden. Dies bedeutet allerdings nicht, dass sich die Preisspanne
zwingend aus dem besten und dem schlechtesten Angebotspreis zusammensetzt.
Massgebend bleibt, ob die gewählte Preisspanne realistisch ist (vgl. OGE
60/2008/38 vom 26. September 2008 E. 5b/cc f., Amtsbericht 2008, S. 94 f.). Über-
schreitet die Vergabestelle bei der Festlegung der Preisspanne ihren Spielraum,
setzt das Gericht die maximal zulässige Preisspanne fest (vgl. OGE 60/2018/7 vom
3. Juli 2018 E. 3.5.3; VGer ZH VB.2019.00716 vom 22. Januar 2020 E. 4.7 f.).
2021
14
5.4. Die Ausschreibungsunterlagen hielten zur Preisbewertung Folgendes fest:
5.4.1. Die Gewichtung des quantitativen Zuschlagskriteriums "Preisangebot und
Wirtschaftlichkeit" betrug 30%. Das Programm vom 1. Oktober 2019 führte dazu
was folgt aus:
Preisangebot und Wirtschaftlichkeit (Gewichtung 30%) Wirtschaftlichkeit in Erstellung (Preis- Leistungsverhältnis), Unterhalt und , Nachhaltigkeit bei Erstellung und Betrieb. Der Bewertung der  wird die Wegleitung des Obergerichts des Kantons Schaffhausen vom 6. Mai 2009 zugrunde gelegt.
Zur Finanzierung verwies das Programm wie folgt auf die Kreditvorlage 2018:
Am 10. Juni 2018 genehmigte die städtische und kantonale Stimmbevölkerung einen Gesamtkredit von 11.95 Mio. Franken (Vorlage der Regierung vom 6.  2016, online unter https://www2.sh.ch/Vorlagen-2016.4977.0.html). In diesem Kredit sind nebst dem Grundstück die Mehrwertsteuer, die technische Ausrüstung, die Umgebungsarbeiten, die Nebenkosten und eine Reserve  (für das Bauwerk selbst sind maximal 8.75 Mio. Franken inkl. MwSt. , siehe auch Ziff. 7.4 [des Programms]). Die bestehende Möblierung wird vom alten auf den neuen Standort übernommen.
Das Programm sah weiter die Möglichkeit vor, Fragen zu stellen. Die Fragen und
Antworten waren allen Teilnehmern per Mail zuzustellen. Die Fragenbeantwortung
vom 26. Mai 2020 stellte einen integrierten Bestandteil des Wettbewerbspro-
gramms dar (ferner bereits oben E. 4.4.2.1). Auf den Preis und die Preisbewertung
bezogen sich u.a. folgende Fragen und Antworten:
Kostendach: Wie wird eine Überschreitung desselben gewertet? Führt eine Überschreitung desselben zum Verfahrensausschluss? Zur Überschreitung siehe Ziffer 7.4 des Programms. Es wird ein pauschaler Werkpreis gefordert, kein Kostendach (Vergabeakten, Beilage A12, S. 16).
Wie wird bei der Beurteilung die Gewichtung vorgenommen? Bitte um  der Punkteverteilung. Es sollte im vornherein definiert sein, welches  wieviel Punkte gibt. -> Es sollte vermieden werden, dass z.B. bei der  ein Projekt 0 Punkte erhält und das Beste das Punktemaximum, gleichzeitig aber bei der architektonischen Qualität die Punkte-Varianz nur  ausfällt. Die Gewichtung der Kriterien ist im Programm klar festgehalten. Die Wirtschaftlichkeit wird mit einer Spannweite beurteilt, welche nach unten und oben über die angebotenen Preise hinausgeht. D.h. das preislich höchste  erhält nicht 0 Punkte, das tiefste Angebot aber auch nicht die volle  (Vergabeakten, Beilage A12, S. 2).
2021
15
5.4.2. Zur Preisbewertung hält das handschriftliche, vom 19. März 2020 datierte
Dokument "STVA LEISTUNG/PREIS" u.a. was folgt fest:
1) LEISTUNG (...) PREIS/W 30% (...) SEP.
2) PREIS ABSOLUT / LAND? NACH "FORMEL OG" 7.0 – 12.0 MIO 7.0 → 6 PTE 12.0 → 1 PT
 1.0 MIO = 1 PT
Das Dokument "Formel Obergericht" des derzeitigen Departementssekretärs des
Baudepartements des Kantons Schaffhausen ist ein verwaltungsinternes Doku-
ment datiert vom 6. Mai 2009 und gibt folgende Preisformel wieder:
Höchste Punktzahl (...) mal (tiefster Angebotspreis zuzüglich Preisspanne  zu bewertender Angebotspreis) geteilt durch Preisspanne.
Die Bewertungsmatrizes wiesen eine Berechnungsspanne von Fr. 7 Mio. (6 Pte)
bis Fr. 13 Mio. (0 Pte) aus.
5.5.1. Einleitend ist festzuhalten, dass die Anwendung der linearen Preisbewer-
tungsformel nicht beanstandet wurde. Auch weist die C. AG zu Recht darauf hin,
dass die Gewichtung des Preises mit 30% nicht mehr zum Gegenstand des vorlie-
genden Beschwerdeverfahrens gemacht werden kann, zumal die B. AG mit der
Begründung, die angebotenen Leistungen bestünden wertmässig zur Hauptsache
aus Bauleistungen, eine Gewichtung von mindestens 60%, d.h. eine um mindes-
tens 100% höhere Gewichtung, und somit einen Mangel, den sie bei gehöriger
Aufmerksamkeit bereits im Zeitpunkt der Ausschreibung hätte erkennen können,
geltend macht. Die Gewichtung wurde in der Tat in der selbständig anfechtbaren
Ausschreibung (vgl. Art. 15 Abs. 1bis lit. a IVöB) fixiert. Durch die Nichtanfechtung
der Ausschreibung wurden die Vorgaben der Ausschreibung für die Anbieterinnen
verbindlich; sie können im Beschwerdeverfahren gegen den Zuschlag grundsätz-
lich (vgl. dazu BGer 2C_680/2020 vom 10. März 2021 E. 1.2.3 mit Hinweisen) nicht
nachträglich überprüft werden (vgl. BGer 2C_409/2015 vom 28. September 2015
E. 4.2 mit Hinweisen; nicht im Amtsbericht 2017 publizierter Teil der Erwägung 2.5
von OGE 60/2017/17 vom 1. Dezember 2017).
5.5.2. Soweit die C. AG geltend macht, der Kanton Schaffhausen hätte die bereits
am 19. März 2020 festgestandene Bewertungsmethode bekanntgeben müssen, ist
daran zu erinnern, dass die konkrete Preiskurve bzw. die spezifische Bewertungs-
formel nicht vorgängig bekanntgegeben werden müssen (vgl. oben E. 5.3). Weiter
2021
16
berücksichtigte der Kanton Schaffhausen bei der Preisbewertung nur die den An-
bieterinnen zu vergütenden Kosten. Zwar führt er vor dem Hintergrund des getä-
tigten Preis-/Leistungsvergleichs inkl. Landkosten aus, die Bewertung der Preise
sei integral und unter Berücksichtigung der variierenden Flächenverbräuche er-
folgt. Der an die Stadt Schaffhausen zu entrichtende Landpreis wurde indes bei
der Bewertung der Angebotspreise nicht berücksichtigt. Die Rüge, nicht den An-
bieterinnen zu vergütende Kosten seien zu Unrecht bei der Preisbewertung be-
rücksichtigt worden, braucht daher nicht weiter behandelt zu werden.
5.5.3. Die Kritik der C. AG an der Preisspanne von Fr. 7 Mio. bis Fr. 13 Mio. bzw.
von 187% ist hingegen berechtigt. Der Kanton Schaffhausen legte die konkreten
Annahmen, welche zu dieser Preisspanne führten, nicht dar. Dabei erscheint we-
sentlich, dass die Kreditvorlage 2018 für das Bauwerk inkl. MwSt. Fr. 8.75 Mio.
vorsah; entsprechend bestimmte das Programm, die Gesamtanlagekosten müss-
ten unter dieser Kreditlimite zu liegen kommen (vgl. oben E. 5.4.1). Bei dieser Aus-
gangslage ist es offensichtlich unhaltbar, von einem Maximalpreis von Fr. 13 Mio.
auszugehen. Letztlich war angesichts des definierten Kostenziels zu erwarten,
dass sich die Angebotspreise relativ nahe an der Kreditlimite bewegen würden.
Daran ändert auch nichts, dass im Falle einer Kostenüberschreitung durch das
erstplatzierte Angebot nach dem Zuschlag in einer vorgelagerten Optimierungs-
phase Minderkostenoptionen zur Zielerreichung evaluiert werden sollten und die
Wirtschaftlichkeit mit einer Spannweite zu beurteilen war, die nach unten und oben
über die effektiv angebotenen Preise hinausgehen sollte (vgl. oben E. 5.4.1). Dies
eröffnet der Vergabestelle zwar einen grösseren Spielraum, vermag über die Kre-
ditlimite von Fr. 8.75 Mio. inkl. MwSt. aber nicht hinwegzutäuschen, denn diese
stellt weiterhin die Zielvorgabe dar. Auf der anderen Seite erscheint auch der ge-
wählte Mindestpreis von Fr. 7 Mio. als unrealistisch tief, denn bereits die Regie-
rungsvorlage vom 6. Dezember 2016 ging bezüglich der Gesamtbaukosten nur von
einer Abweichung von +/- 15% aus; dies bedeutete für das Bauwerk eine Kosten-
schätzung von mindestens Fr. 7.44 Mio. (vgl. Bericht und Antrag des Regierungs-
rates des Kantons Schaffhausen vom 6. Dezember 2016 an den Kantonsrat be-
treffend Kredite für den Bau eines Polizei- und Sicherheitszentrums und für einen
Neubau für das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt sowie betreffend die städte-
bauliche Entwicklung des Klosterviertels, Amtsdruckschrift 16–143, S. 12). Im Üb-
rigen weisen die Erläuterungen zur Abstimmung über den Kreditbeschluss keine
Kostenabweichungen mehr aus (vgl. Schaffhauser Abstimmungs-Magazin zur
Volksabstimmung vom 10. Juni 2018, S. 31). Die gewählte Preisspanne von
Fr. 7 Mio. bis Fr. 13 Mio. erweist sich folglich insgesamt nicht als die preisliche
Bandbreite, welche realistischerweise erwartet werden konnte. Mithin legte der
Kanton Schaffhausen die Preisspanne rechtsfehlerhaft fest. Die Preisspanne ist
demnach durch das Obergericht festzusetzen (vgl. oben E. 5.3 am Ende). Dieses
2021
17
hat sich dabei darauf zu beschränken, eine gerade noch zulässige Preisspanne
festzulegen.
5.5.4.1. Das Obergericht hat sich bei der Bestimmung der gerade noch zulässi-
gen Preisspanne an die unbeanstandet gebliebenen und somit verbindlichen Vor-
gaben der Ausschreibungsunterlagen zu halten (vgl. oben E. 5.5.1). Entsprechend
ist – wie im Rahmen der Fragenbeantwortung vom 26. Mai 2020 kommuniziert –
eine Preisspanne zu wählen, welche nach unten und oben über die angebotenen
Preise hinausgeht und welche die tatsächlich zu erwartende Bandbreite möglicher
Werte berücksichtigt; dies stimmt auch mit der internen Disposition vom 19. März
2020 überein, welche in Abweichung von der "Formel Obergericht" den Ausgangs-
punkt für die Preisbewertung abweichend vom preislich günstigsten Angebot fest-
setzte (vgl. oben E. 5.4.2). Nicht anzuwenden ist demgegenüber eine Preisspanne,
welche vom tiefsten Angebotspreis ausgeht. Eine solche war im Rahmen der Aus-
schreibung den Anbieterinnen nie kommuniziert worden. Daran ändert angesichts
der ausdrücklichen Ankündigung, die Preisspanne werde nach unten und nach
oben über die angebotenen Preise hinausgehen, auch nichts, dass der Bewertung
der Preisangebote das in den Ausschreibungsunterlagen als "Wegleitung des
Obergerichts" bezeichnete, verwaltungsinterne Papier vom 6. Mai 2009, in wel-
chem die damals vom Obergericht neu verwendete Preisformel (vgl. OGE
60/2008/38 vom 26. September 2008 E. 5b/ff, Amtsbericht 2008, S. 98) analysiert
wird, zugrunde gelegt werden sollte (vgl. oben E. 5.4.1 f.). Vor diesem Hintergrund
war der Verweis auf die "obergerichtliche Formel" höchstens als Hinweis auf eine
anzuwendende lineare Preisbewertungsformel zu verstehen. Entsprechend führt
der Ausschluss der B. AG entgegen der C. AG nicht dazu, dass Letztere als ver-
bleibende Anbieterin mit dem tiefsten Angebotspreis bei der Preisbewertung die
maximale Punktezahl von 180 Punkte erhält. Weiter sind bei der Festlegung der
Preisspanne dem Kostenziel von Fr. 8.75 Mio. (inkl. MwSt.) und der Vorgabe, dass
nach dem Zuschlag bei einer allfälligen Überschreitung des Kostenziels durch das
erstplatzierte Angebot in einer dem Vertragsschluss vorgelagerten Optimierungs-
phase Minderkostenoptionen zu evaluieren sind (vgl. oben E. 5.4.1), Rechnung zu
tragen. Nicht zu berücksichtigen ist demgegenüber der Landpreis, den der Kanton
Schaffhausen der Stadt Schaffhausen zu entrichten haben wird (vgl. oben E. 5.5.2)
und der nicht Teil des zu offerierenden Werkpreises war ("Preisangebot für die
Erstellung des Neubaus mit allen zu erbringenden Leistungen [pauschaler Werk-
preis, mittels der abgegebenen Kostentabelle zu offerieren]").
5.5.4.2. Im Lichte der vorstehenden Ausschreibungsvorgaben war realistischer-
weise nicht zu erwarten, dass die Angebote das Kostenziel von Fr. 8.75 Mio. (inkl.
MwSt.) erheblich unterschreiten würden. Zum einen eröffnete die dem Zuschlag
nachgelagerte Optimierungsphase zur Evaluation von Minderkostenoptionen den
2021
18
Anbieterinnen die Möglichkeit, preislich über das Kostenziel hinauszugehen. Zum
anderen war der Spielraum nach unten angesichts der technischen Vorgaben be-
grenzt, zumal der Ausschreibung eine Testplanung mit Kostenschätzung voraus-
gegangen war (vgl. dazu Votum Regierungsrat Kessler, Sitzungsprotokoll des Kan-
tonsrats Schaffhausen vom 15. Januar 2018, S. 45: "Bezüglich der Zahlen ist es
nicht so, dass ein anderer Standort zu komplett anderen Zahlen führt. Denn die
Testplanung für das StVA mit der Kostenschätzung wurde für den ursprünglich
vorgesehenen Standort Schweizersbild gemacht. Das heisst, das Gebäude des
StVA wird auf einer ebenen Fläche im Kanton Schaffhausen gebaut. Es gibt keine
Unterkellerungen. Man weiss, als[o] wieviel diese Hochbauten kosten werden. Das
einzige, bei dem ich Andreas Gnädinger Recht gebe ist, dass sich beim Landpreis
etwas bewegen könnte."). Auf der anderen Seite konnte angesichts des Preiswett-
bewerbs auch realistischerweise angenommen werden, dass sich eine oder meh-
rere Offerten trotz des begrenzten Spielraums im Rahmen des Kostenziels bewe-
gen würden. Vor dem Hintergrund, dass der Ausgangspunkt für die Berechnung
der Preisspanne unter dem preislich tiefsten Angebot zu liegen kommen sollte, er-
scheint jedenfalls ein Mindestpreis von Fr. 8.5 Mio. (inkl. MwSt.) bzw. eine Unter-
schreitung des Kostenziels um rund 2.9% als realistische Annahme für das untere
Ende der Preisspanne noch zulässig. Auf der anderen Seite erscheint jedenfalls
unter Berücksichtigung der Vorgabe, dass das preislich höchste Angebot bei der
Preisbewertung nicht mit null Punkten bewertet werden sollte (vgl. oben E. 5.4.1),
ein Höchstpreis von Fr. 11.3 Mio. (inkl. MwSt.) noch zulässig, denn der höchste
eingegebene Angebotspreis inkl. MwSt. betrug Fr. 11'287'541.60. Folglich ist aus-
gehend von einem Mindestpreis von Fr. 8.5 Mio. (inkl. MwSt.) die anzuwendende
Preisspanne auf Fr. 2.8 Mio. festzulegen.
5.5.4.3. Die C. AG beanstandet wie erwähnt die Anwendung der linearen Preis-
bewertungsformel nicht (vgl. oben E. 5.5.1). Weiter sind Optionen bei der Preisbe-
wertung wie vom Kanton Schaffhausen gehandhabt nicht zu berücksichtigen, zu-
mal die C. AG die Nichtberücksichtigung von Optionen nicht beanstandet und auch
sie selbst Optionen bei der Bewertung unberücksichtigt lässt. Entsprechend lautet
die Formel bei einem Mindestpreis von Fr. 8.5 Mio. (inkl. MwSt.; exkl. Optionen),
einer Preisspanne von Fr. 2.8 Mio. und einer Höchstpunktzahl von 180 Punkten
wie folgt:
Max. Punkte 180 x (Mindestpreis Fr. 8.5 Mio. + Preisspanne Fr. 2.8 Mio. – Angebotspreis)
Preisspanne Fr. 2.8 Mio.
In Anwendung dieser Preisbewertungsformel sind die Angebote der C. AG und der
Beigeladenen beim Zuschlagskriterium "Preisangebot und Wirtschaftlichkeit" mit
84.9 statt 90.6 Punkten (Angebotspreis C. AG: Fr. 9'980'000.–) bzw. mit 44.1 statt
71.4 Punkten (Angebotspreis der Beigeladenen: Fr. 10'613'810.– zu bewerten.
2021
19
6.1. Der Kanton Schaffhausen hält bezüglich der Bewertung der qualitativen
Zuschlagskriterien zur Bewertungsmethode einleitend fest, das Fachgremium
habe sich bei der Beratung jeweils vom Gesamtbild zum Detail bewegt und jeder-
zeit auch Paarvergleiche mit Lösungsvorschlägen der Mitbewerberinnen gezogen.
Zudem seien zur besseren Darstellung der einzelnen Preis-/Leistungsverhältnisse
die angebotenen absoluten Werkpreise in der Summe mit dem Preis der ver-
brauchten Landfläche zusätzlich den erreichten Leistungspunkten direkt gegen-
übergestellt worden, womit die beiden Beiträge mit der besten Leistung und dem
tiefsten Preis gut isoliert und im Paarvergleich hätten diskutiert werden können. Mit
dieser Methodik bleibe die Objektivität des absoluten Preises qualitativ unangetas-
tet und er werde den erst durch Punktevergabe bestmöglich objektivierten, ur-
sprünglich aber weitgehend subjektiven Bewertungen der technischen Leistungen
direkt gegenübergestellt. Dadurch habe dasjenige Angebot mit dem tatsächlich
besten Preis-/Leistungsverhältnis erkannt werden können.
6.2. Die C. AG macht bezüglich des Zuschlagskriteriums "Planung/Bauliche und
betriebliche Qualität" (Gewichtung: 50%; max. 300 Punkte), bestehend aus den
Unterkriterien 1.1 "Städtebauliche Konzeption/architektonische Qualität",
1.2 "Zweckmässige Gebäudekonstruktion in Holz", 1.3 "Hohe Funktionalität" und
1.4 "Zweckmässige Gebäudetechnik" (Gewichtung je 12.5%; je max. 75 Punkte),
verschiedene Rechtsverletzungen geltend.
[...]
6.3.4.1. Der C. AG ist zunächst insoweit zuzustimmen, als die Ausführungen des
Kantons Schaffhausen zur Bewertungsmethode eher auf einer abstrakten Ebene
verharren. Wesentlich ist letztlich jedoch, ob eine rechtsgleiche Bewertung erfolgte,
d.h. ob jeweils dieselben, absoluten Massstäbe bei allen Angeboten in gleicher
Weise angewendet wurden (Verbot der relativen Bewertung, vgl. OGE 60/2018/45
vom 30. April 2019 E. 4.2.3). Ob die Bewertung rechtsgleich erfolgte, ist anhand
eines Vergleichs der einzelnen Bewertungen zu beurteilen. Insofern sind "Paarver-
gleiche" zur Kontrolle einer rechtsgleichen Beurteilung nicht zu beanstanden und
unter Umständen gar geboten. Die Gründe für die Bewertung der einzelnen Ange-
bote bei den qualitativen Zuschlagskriterien ergeben sich vorliegend aus den Be-
wertungsmatrizen und aus den Projektwürdigungen und können entsprechend
nachvollzogen und zur Überprüfung einer rechtsgleichen Bewertung miteinander
verglichen werden. Entgegen der C. AG ist die Ermessensausübung des Kantons
Schaffhausen bei der Angebotsbewertung einer gerichtlichen Kontrolle zugänglich.
Auch ist gestützt auf die Bewertungsunterlagen nicht ersichtlich, und es wird von
der C. AG auch nicht konkret aufgezeigt, dass die Angebote relativ zueinander
bewertet worden wären. Die Rügen der C. AG bezüglich unzulässiger Paarverglei-
che erweisen sich als unbegründet.
2021
20
6.3.4.2. Bezüglich der beanstandeten Gegenüberstellung der Angebote mit und
ohne Werkpreise ist der C. AG weiter insoweit zuzustimmen, als die Zuschlags-
empfängerin anhand der Bewertung der einzelnen Zuschlagskriterien zu bestim-
men ist. Indes ist nicht ersichtlich, und es wird von der C. AG auch nicht aufgezeigt,
dass die Preisbewertung bzw. die Höhe des Angebotspreises einen Einfluss auf
die Bewertung der qualitativen Zuschlagskriterien gehabt hätte. Allenfalls liesse
sich mit der C. AG aus der Zuschlagsbegründung ableiten, der Kanton Schaffhau-
sen habe den qualitativen Zuschlagskriterien grössere Bedeutung beigemessen
als den quantitativen und er sei allenfalls bereit gewesen, dies bei der Bestimmung
der Preisspanne zu berücksichtigen (vgl. Beschwerdeantwort: "Würde im vorlie-
genden Fall eine Preisspanne von 150% angewendet, erschienen das bestran-
gierte Projekt der A. AG und das zweitrangierte Projekt der B. AG nahezu gleich-
wertig, was aber keineswegs den Tatsachen entspricht. Tatsächlich handelt es sich
um zwei qualitativ völlig unterschiedliche Projektvorschläge mit unterschiedlichen
Preisen. Die kompetente ausschreibende Stelle [...] sollte sich dabei nicht durch
die scheinbare Objektivität blenden lassen, welche eintritt, wenn absolute Preise
in Punkte überführt, und mit den Punkten aus der qualitativen Bewertung der Pro-
jektvorschläge vermengt werden."). Die Preisspanne wurde indes korrigiert (vgl.
oben E. 5.5.4.3) und ist für die weitere Bewertung der qualitativen Zuschlagskrite-
rien ohne Bedeutung. Schliesslich ist nicht ersichtlich, dass der Zuschlag entgegen
dem Resultat der Gesamtbewertung erteilt worden wäre. Das Dokument "Preis-
Leistungsverhältnis inkl. Landkosten" stellt lediglich die bei der Bewertung der qua-
litativen Zuschlagskriterien erreichten Punktzahlen einerseits und die Angebots-
preise (inkl. Optionen und Landkosten) andererseits in einem Koordinatensystem
grafisch dar, ändert an der Gesamtbewertung jedoch nichts. Die Rügen der C. AG
betreffend die Gegenüberstellung der Angebote mit und ohne Werkpreise erweisen
sich als unbegründet.
6.3.4.3. Bezüglich der Frage, ob der Flächenverbrauch bei der Bewertung der
Angebote berücksichtigt werden durfte, ist daran zu erinnern, dass der Kanton
Schaffhausen die Landkosten bei der Preisbewertung nicht berücksichtigte (vgl.
oben. E. 5.5.2). Weiter schliessen die Ausschreibungsunterlagen eine Berücksich-
tigung des Flächenverbrauchs bzw. des Umgangs der Anbieterinnen mit der ihnen
zur Verfügung stehenden Fläche bei der Bewertung der qualitativen Zuschlagskri-
terien nicht aus. Davon scheint auch die C. AG – trotz gegenteilig geäusserter An-
sicht, wonach der Flächenverbrauch nicht in die Beurteilung habe einfliessen dür-
fen bzw. nicht in die Bewertung einzubeziehen sei – auszugehen, verlangt sie
doch, dass ein nach ihrer Ansicht zu hoher Flächenverbrauch im Angebot der Bei-
geladenen bei der Bewertung des Unterkriteriums 1.1 "Städtebauliche Konzep-
tion/architektonische Qualität" negativ zu bewerten sei. An anderer Stelle kritisiert
sie, die Bewertung der Angebote sei ohne Rücksicht auf den Flächenverbrauch
2021
21
erfolgt, was den Ausschreibungsunterlagen widerspreche und sich unmittelbar auf
die Wirtschaftlichkeit der Angebote auswirke. Entgegen ihrer Darstellung war für
sie ersichtlich, dass der Umgang mit der den Anbieterinnen zur Verfügung stehen-
den Fläche in die Bewertung des Unterkriteriums 1.1 "Städtebauliche Konzep-
tion/architektonische Qualität" einfloss, kritisiert sie doch, die räumliche Dimensio-
nierung ihres Projekts sei als Folge des geringen Landverbrauchs bemängelt wor-
den. In der Tat ergibt sich unmittelbar aus den Bewertungen der Beiträge, dass
sich ein geringer Landverbrauch indirekt negativ auf die Bewertung der städtebau-
lichen Konzeption und der architektonischen Qualität auswirken konnte. Die Rügen
der C. AG bezüglich der unzulässigen Berücksichtigung des Flächenverbrauchs in
der Angebotsbewertung erweisen sich als unbegründet.
6.4. Beim Unterkriterium 1.1 "Städtebauliche Konzeption/architektonische Qua-
lität" wurde das Angebot der C. AG mit der Note 3 und 37.5 Punkten, dasjenige der
Beigeladenen mit der Bestnote 6 und 75 Punkten bewertet.
6.4.1. Die C. AG beanstandet zunächst ihre eigene Bewertung.
6.4.1.1. [...]
6.4.1.2. Aus der Bewertung des Beitrags der C. AG geht hervor, dass die Volu-
mina der Prüfhalle und der Verwaltung als gut ausgerichtet beurteilt wurden. Beim
Beitrag der Beigeladenen wurden die Volumina für Prüfhalle, Experten- und Kun-
denbereich als städtebaulich schlüssig und präzise in den Kontext gesetzt beurteilt.
Die gewählte Form des Kopfbaus wurde sowohl bei der Beschwerdeführerin als
auch bei der Beigeladenen jeweils positiv gewürdigt. Aus den Bewertungen wird
indes ersichtlich, dass entgegen der C. AG keine identische Adressierung und
übereinstimmende Ausrichtung auf die Kundenströme vorliegt. Denn negativ be-
wertet wurde bei ihr, dass die zusammen mit dem gedeckten Unterstand an der
Strassenkreuzung vor dem Haupteingang angeordneten LKW-Parkfelder zu einer
eingeschränkten Übersichtlichkeit für ankommende Kunden führten; vor dem Ein-
gang entstehe eine enge, im Parkplatzbereich gar eine angespannte und kritische
Wegführung für das zu erwartende Verkehrsaufkommen. Zwar werde die Adress-
bildung durch den mit dem oberen Geschoss verbundenen und leicht ausgestülp-
ten Eingang wieder etwas verstärkt. Dies wirke aber aufgesetzt und zufällig aus-
gestaltet. Demgegenüber führt die Bewertung zum Beitrag der Beigeladenen aus,
die Organisation sei auf dem Planungsperimeter von Südwesten nach Nordosten
klar strukturiert; die verschiedenen Verkehrsströme und Abstellflächen würden ge-
schickt entflochten, sodass keine Verkehrskonflikte entstünden. Der Zugang und
die direkten Zufahrten seien für die Besucher gut erkennbar adressiert. Die C. AG
zeigt nicht auf, und es ist angesichts der durch den Kanton Schaffhausen darge-
legten eingeschränkten Übersichtlichkeit bei ihrem Beitrag nicht ersichtlich, inwie-
2021
22
fern die Beurteilungen der Adressbildung rechtsfehlerhaft sein sollten. Weitere Rü-
gen bezüglich der eigenen Bewertung beim Unterkriterium 1.1 "Städtebauliche
Konzeption/architektonische Qualität" bringt die C. AG nicht vor. Die Note 3 ist folg-
lich nicht zu beanstanden.
6.4.2. Die C. AG beanstandet weiter die Bewertung der Beigeladenen.
6.4.2.1. [...]
6.4.2.2. Das Programm des Gesamtleistungswettbewerbs sah für den Neubau
eine Fläche von 6'500 m2 vor bzw. hielt fest, es solle von einem Flächenverbrauch
von ca. 6'500 m2 ausgegangen werden. Die technischen und betrieblichen Spezi-
fikationen führten aus, von den 12'003 m2 der zur Verfügung stehenden Parzellen-
fläche würden rund 50% für den Bau des Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamts
verwendet. Im Rahmen der Fragenbeantwortung vom 26. Mai 2020 wurde den zur
zweiten Stufe zugelassenen Anbieterinnen sodann was folgt mitgeteilt:
Kauft der Kanton die gesamte Parzelle oder nur die 50%? Was ist für den  Teil der Parzelle geplant? Mit der Stadt Schaffhausen als  wurde zwischenzeitlich vereinbart, dass diese dem Kanton nach dem  des bewilligungsfähigen Vorprojekts ca. 50% oder rund 6'500 m2 +/- 10% der Gesamtparzelle im Baurecht abgibt. Maximal sind 7'500 m2 denkbar. Für die Restfläche hat die Stadt noch keine konkrete Verwendung.
Liegt die Manöverbahn ausserhalb der zur Verfügung stehenden Fläche von 6'500 m2? Sind feste Einrichtungen wie Rampen etc. vorzusehen? Die  soll innerhalb der zur Verfügung stehenden Fläche von 6'500 m2 +/- 10%, max. 7'500 m2 liegen. Neben den Markierungen für die Fahrmanöver sind keine festen Einrichtungen vorzusehen.
Der für das Bauvorhaben zur Verfügung stehende Landanteil beträgt ca. 6'500 m2. Wurde im Rahmen der Machbarkeitsstudie nachgewiesen, dass dieser Landanteil für die nun ausgeschriebenen Nutzungen in der Umgebung (PP und Manöverfahrbahn) ausreichend ist? War die Manöverfahrbahn auch Bestandteil der Machbarkeitsstudie? Die Manöverbahn kann innerhalb der zur Verfügung stehenden Fläche von 6'500 m2 +/- 10%, max. 7'500 m2 liegen. Das wurde mit der Machbarkeitsstudie nachgewiesen.
Dementsprechend erhöhte der Kanton Schaffhausen die für das Bauprojekt maxi-
mal zur Verfügung stehende Fläche auf 7'500 m2. Die Fragebeantwortung stellte
einen integrierten Bestandteil des Wettbewerbsprogramms dar. Entgegen der
C. AG wurde der maximal zulässige Flächenverbrauch von 7'500 m2 folglich nicht
lediglich beiläufig erwähnt. Ob es sich bei der Erhöhung des maximal zulässigen
Flächenverbrauchs um eine unzulässige Änderung der Ausschreibungsbedingun-
gen handelte bzw. ob höchstens eine Abweichung von +/-10% von 6'500 m2 zuläs-
sig gewesen wäre, muss demgegenüber nicht weiter beurteilt werden, denn die
C. AG brachte die Rüge der unzulässigen Änderung der Ausschreibungsbedingun-
gen erst in der Replik und somit verspätet vor, zumal ihr die Fragenbeantwortung
und die Grundlagen zur Berechnung des Flächenverbrauchs im Angebot der Bei-
geladenen (vgl. oben E. 4.3.2) bereits im Zeitpunkt der Beschwerde vorlagen und
2021
23
sie die entsprechende Rüge in der Beschwerde hätte erheben können. Was die
Beigeladene betrifft, so durfte diese, deren Angebot einen Flächenverbrauch von
7'495 m2 aufwies, angesichts der klaren Aussagen in der Fragenbeantwortung von
einer zur Verfügung stehenden Fläche von 7'500 m2 ausgehen. Somit liegt keine
Überschreitung des maximal zulässigen Flächenverbrauchs durch das Angebot
der Beigeladenen vor, weshalb auch offengelassen werden kann, ob und wieweit
eine derartige Überschreitung beim Unterkriterium 1.1 "Städtebauliche Konzep-
tion/architektonische Qualität" in der Bewertung negativ zu berücksichtigen wäre.
6.4.2.3. Die Bewertungsmatrix der Beigeladenen führt beim Unterkriterium
1.1 "Städtebauliche Konzeption/architektonische Qualität" weiter die folgenden,
ausschliesslich positiven Punkte auf:
+ Städtebaulich präzis gesetzte Baukörper + Arch. Ausdruck entspricht Aufgabe & Erwartung + Funktionsbezogene, genau modellierte Volumen + Klare & logische Adressierung + Selbstverständliche Wegführung von Verkehr und Personen + Optimierungspotenzial vorhanden + Stimmungsvolles und passendes Erscheinungsbild
Die Bewertung des Beitrags der Beigeladenen führt zum Unterkriterium 1.1 "Städ-
tebauliche Konzeption/architektonische Qualität" was folgt aus:
Die Verfasser setzen die Volumina für Prüfhalle, Experten- und Kundenbereich städtebaulich schlüssig und präzise in den Kontext. Dabei suchen sie nicht nur den Bezug zur Funktion und zur direkten Umgebung des , sie setzen sich auch mit der Ausrichtung und den Zufahrten der  und geplanten Bauten in der direkten Nachbarschaft auseinander. Die  Analyse der prioritären, städtebaulichen Kriterien wird auch bei der  Betrachtung sämtlicher Projektteile sichtbar. Durch den geschickt  Versatz des Administrations-trakts entsteht ein Kopfbau, welcher den  und die direkten Zufahrten für die Besucher gut erkennbar adressiert und die Erschliessung auf dem Areal den verschiedenen Funktionen zuführt. Die Haupterschliessung des Areals erfolgt über die Ernst Müller-Strasse und die weitere Organisation ist auf dem Planungsperimeter von Südwesten nach  klar strukturiert, die verschiedenen Verkehrsströme (Besucher, , Personal und Fahrschule) und Abstellflächen werden dabei geschickt entflochten, so dass keine Verkehrskonflikte entstehen. Die äussere Gestaltung der Baukörper folgt einfachen, passenden . Während die Halle grossflächig vertikal verschalt ist, zeigt sich der  feingliedriger strukturiert. Die gestalterisch an die Verzahnung  Getriebes angelehnte vertikale Stülpung der brüstungs- und fensterhohen Bänder verleiht dem Gebäude gerade in seiner Schlichtheit eine der Funktion entsprechende stimmungsvolle und unverwechselbare Identität.
Die C. AG beanstandet nur, die Bewertung attestiere dem Angebot der Beigelade-
nen zu Unrecht ein Optimierungspotenzial, ohne sich mit den weiteren Punkten der
Bewertung auseinanderzusetzen. Zwar gibt sie zu bedenken, es sei widersprüch-
lich, von einer sehr guten Bewertung auszugehen und zugleich ein Optimierungs-
potenzial zu identifizieren. Sie zeigt jedoch nicht konkret auf, und es ist auch nicht
2021
24
ersichtlich, inwiefern und unter welchen Aspekten das Angebot der Beigeladenen
beim Unterkriterium 1.1 "Städtebauliche Konzeption/architektonische Qualität" ne-
gativ zu bewerten gewesen wäre. Im Gegenteil zieht sie die positive Bewertung an
sich nicht in Zweifel, sondern führt diese vielmehr ausdrücklich unmittelbar auf den
von ihr als unzulässig kritisierten grösseren Flächenverbrauch im Angebot der Bei-
geladenen zurück. Selbst unter der Annahme, die Berücksichtigung eines Optimie-
rungspotenzials sei unzulässig gewesen, folgt daraus mangels anderweitiger ne-
gativer Punkte nicht, dass die sehr gute Bewertung eine rechtswidrige Ermes-
sensausübung darstellte, denn dies täte den übrigen zahlreichen positiven Punk-
ten im Angebot der Beigeladenen keinen Abbruch.
6.4.2.4. Zusammenfassend erweisen sich die Rügen der C. AG bezüglich der
Bewertung des Angebots der Beigeladenen beim Unterkriterium 1.1 "Städtebauli-
che Konzeption/architektonische Qualität" als unbegründet, soweit sie zu behan-
deln sind. Die Bewertung des Angebots der Beigeladenen bei diesem Unterkrite-
rium mit der Note 6 ist somit nicht zu beanstanden.
6.5. Beim Unterkriterium 1.3 "Hohe Funktionalität" wurde das Angebot der
C. AG mit der Note 3.5 und 43.8 Punkten, dasjenige der Beigeladenen mit der Note
5.5 und 68.8 Punkten bewertet.
6.5.1. [...]
6.5.2. Wie bereits beim Unterkriterium 1.1 "Städtebauliche Konzeption/architekto-
nische Qualität" ausgeführt, durfte die Beigeladene angesichts der klaren Aussa-
gen in der Fragenbeantwortung von einem maximal zulässigen Flächenverbrauch
von 7'500 m2 ausgehen (vgl. oben E. 6.4.2.2). Der Flächenverbrauch von 7'495 m2
ihres Angebots überschreitet diese Vorgabe nicht. Die weitere Rüge, die Erhöhung
des maximal zulässigen Flächenverbrauchs auf 7'500 m2 sei unzulässig gewesen,
erfolgte verspätet und ist nicht zu hören (vgl. oben E. 6.4.2.2). Mehr bringt die
C. AG gegen die Bewertung des Angebots der Beigeladenen beim Unterkriterium
1.3 "Hohe Funktionalität" nicht vor. Die Bewertung des Angebots der Beigeladenen
beim Unterkriterium 1.3 "Hohe Funktionalität" mit der Note 5.5 ist somit nicht zu
beanstanden.
6.6. Nachdem die Bewertung der Angebote der C. AG und der Beigeladenen
bei den Unterkriterien 1.1 "Städtebauliche Konzeption/architektonische Qualität"
und 1.3 "Hohe Funktionalität" nicht zu beanstanden ist, zeigt sich die Situation wie
folgt:
6.6.1. Die Beigeladene erhält beim Unterkriterium 1.1 "Städtebauliche Konzep-
tion/architektonische Qualität" 75 Punkte (Note 6) und beim Unterkriterium
1.3 "Hohe Funktionalität" 68.8 Punkte (Note 5.5). Die Bewertung des Angebots der
Beigeladenen beim Unterkriterium 1.4 "Zweckmässige Gebäudetechnik" (Note 5
2021
25
bzw. 62.5 Punkte) und bei den jeweils mit 10% gewichteten Unterkriterien 2.1 "Pla-
nungs- und Bauprogramm" (Note 5 bzw. 50 Punkte) und 2.2 "Projektorganisa-
tion/QS" (Note 4 bzw. 40 Punkte) beanstandet die C. AG nicht. Beim Unterkriterium
1.2 "Zweckmässige Gebäudekonstruktion in Holz" macht die C. AG demgegenüber
geltend, das Angebot der Beigeladenen hätte höchstens mit der Note 5 (d.h. mit
62.5 Punkten) anstatt mit der Note 5.5 (d.h. mit 68.8 Punkten) bewertet werden
dürfen. Unter der Annahme, die Rüge betreffend das Unterkriterium 1.2 "Zweck-
mässige Gebäudekonstruktion in Holz" sei begründet, erhielte das Angebot der
Beigeladenen bei den qualitativen Zuschlagskriterien insgesamt 358.8 Punkte
(= 75 [ZK 1.1] + 62.5 [ZK 1.2] + 68.8 [ZK 1.3] + 62.5 [ZK 1.4] + 50 [ZK 2.1] + 40
[ZK 2.2] Punkte). Zusammen mit dem quantitativen Zuschlagskriterium "Preisan-
gebot und Wirtschaftlichkeit", bei welchem das Angebot der Beigeladenen mit
44.1 Punkten zu bewerten ist (vgl. oben E. 5.5.4.3), käme das Angebot der Beige-
ladenen in der Gesamtbewertung im Ergebnis auf 402.9 Punkte.
6.6.2. Das Angebot der C. AG ist beim Unterkriterium 1.1 "Städtebauliche Kon-
zeption/architektonische Qualität" mit 37.5 Punkten (Note 3) zu bewerten. Ihre Be-
wertung bei den Unterkriterien 1.3 "Hohe Funktionalität" (Note 3.5 bzw.
43.8 Punkte) und 2.1 "Planungs- und Bauprogramm" (Note 5 bzw. 50 Punkte) be-
anstandet sie nicht. Bezüglich der Unterkriterien 1.2 "Zweckmässige Gebäudekon-
struktion in Holz" und 1.4 "Zweckmässige Gebäudetechnik" macht die C. AG gel-
tend, ihr Angebot wäre jeweils mindestens mit der Note 5 (d.h. mit je 62.5 Punkten)
zu bewerten gewesen. Ebenso bringt sie bezüglich des Unterkriteriums 2.2 "Pro-
jektorganisation/QS" vor, ihr Angebot wäre mindestens mit der Note 5 (d.h. mit
50 Punkten) zu bewerten gewesen. Damit bringt sie bezüglich der Unterkriterien
1.2 "Zweckmässige Gebäudekonstruktion in Holz", 1.4 "Zweckmässige Gebäude-
technik" und 2.2 "Projektorganisation/QS" zum Ausdruck, eine Bewertung mit einer
schlechteren Note als der Note 5 stelle eine rechtsfehlerhafte Ermessensausübung
dar. Zugleich bewegte sich eine Note zwischen 5 und 6 im Rahmen des zulässigen
Ermessens des Kantons Schaffhausen und sie bliebe folglich als eine Frage der
Angemessenheit einer Überprüfung durch das Obergericht entzogen (vgl. Art. 16
Abs. 2 IVöB). Somit würde die C. AG vorliegend im Falle der Begründetheit der
Rügen bezüglich der eigenen Bewertung bei den Unterkriterien 1.2 "Zweckmäs-
sige Gebäudekonstruktion in Holz" und 1.4 "Zweckmässige Gebäudetechnik" je-
weils die Note 5 bzw. je 62.5 Punkte und beim Unterkriterium 2.2 "Projektorgani-
sation/QS" die Note 5 bzw. 50 Punkte erreichen. Das Angebot der C. AG erhielte
bei den qualitativen Zuschlagskriterien insgesamt 306.3 Punkte (= 37.5 [ZK 1.1] +
62.5 [ZK 1.2] + 43.8 [ZK 1.3] + 62.5 [ZK 1.4] + 50 [ZK 2.1] + 50 [ZK 2.2] Punkte).
Zusammen mit dem quantitativen Zuschlagskriterium "Preisangebot und Wirt-
schaftlichkeit", bei welchem das Angebot der C. AG mit 84.9 Punkten zu bewerten
2021
26
ist (vgl. oben E. 5.5.4.3), käme das Angebot der C. AG in der Gesamtbewertung
im Ergebnis auf 391.2 Punkte.
6.6.3. Nach dem Gesagten käme unter der Annahme, sämtliche der unbehandelt
gebliebenen Bewertungsrügen der C. AG betreffend das eigene Angebot und das
Angebot der Beigeladenen seien begründet, das Angebot der C. AG in der Ge-
samtbewertung auf 391.2 Punkte, dasjenige der Beigeladenen auf 402.9 Punkte.
Folglich bliebe das Angebot der C. AG auch im Falle der Begründetheit ihrer übri-
gen Bewertungsrügen hinter demjenigen der Beigeladenen zurück und das Ange-
bot der Beigeladenen verbliebe auf dem ersten Platz. Unter diesen Umständen
braucht auch auf die Bewertungsrügen der B. AG in Bezug auf das Angebot der
C. AG nicht weiter eingegangen zu werden (vgl. oben E. 4.6).
7.1. Die C. AG beantragt subeventualiter schliesslich den Abbruch des Verfah-
rens und die Wiederholung der Ausschreibung. Die vielen und gewichtigen Mängel
im Vergabeverfahren rechtfertigten dies. Die C. AG rügt zum einen eine unzuläs-
sige Abgebotsrunde. Aufgrund der in der Zuschlagsverfügung erwähnten Optimie-
rung des Projekts müsse von einer nachträglichen verpönten Abgebotsrunde oder
von einer unzulässigen Änderung des Ausschreibungsgegenstands ausgegangen
werden. Bereits das Abrücken von der Vorgabe der Stützenfreiheit für die PKW-
Prüfhalle im Schreiben vom 15. Oktober 2020 habe den Leistungsgegenstand
massgebend modifiziert, was ohne Abbruch und Wiederholung des Verfahrens
nicht gehe. Die "technische Bereinigung" habe sich als eigentliche Abgebotsrunde
entpuppt und dazu geführt, dass gewisse Anbieterinnen von ursprünglich zentralen
Vorgaben der Ausschreibung hätten abweichen können. Dass die im Rahmen der
"technischen Bereinigung" eingereichten Optimierungen nicht in die Bewertung
eingeflossen seien, sei unglaubwürdig, zumal dem Angebot der Beigeladenen aus-
drücklich Optimierungspotenzial bescheinigt worden sei. Zum anderen sei die
Preisbewertung im Verlauf des Verfahrens in einer Weise angepasst worden, wel-
che die Beigeladene klar bevorteilt habe; dies habe den gesamten Bewertungspro-
zess kompromittiert und widerspreche der internen Planung gemäss Disposition
vom 19. März 2020 und den Ausschreibungsunterlagen. Weiter stellten die Paar-
vergleiche eine unzulässige Methode dar, da nicht nachvollziehbar sei, mit welcher
Offerte das Angebot der C. AG konkret verglichen worden sei, und je nach Offert-
paar gänzlich unterschiedliche Vor- und Nachteile in den Vordergrund rückten.
Schliesslich sei die Angebotsbewertung ohne Rücksicht auf den Flächenverbrauch
erfolgt, was den Ausschreibungsunterlagen widerspreche und sich unmittelbar auf
die Wirtschaftlichkeit der Angebote auswirke; die verschiedenen Angebote seien
im Ergebnis nicht vergleichbar.
2021
27
7.2. Gemäss Art. 13 lit. i IVöB i.V.m. Art. 36 Abs. 1 VRöB kann die Auftragge-
berin das Verfahren aus wichtigen Gründen abbrechen oder wiederholen, nament-
lich wenn kein Angebot eingereicht wurde, das die in der Ausschreibung und in den
Ausschreibungsunterlagen festgelegten Kriterien und technischen Anforderungen
erfüllt (Art. 36 Abs. 1 lit. a VRöB), aufgrund veränderter Rahmen- oder Randbe-
dingungen günstigere Angebote zu erwarten sind (lit. b), die eingereichten Ange-
bote keinen wirksamen Wettbewerb garantieren (lit. c), oder wenn eine wesentliche
Änderung der nachgefragten Leistung erforderlich wurde (lit. d). Der Vergabestelle
kommt beim Entscheid über die Wiederholung des Verfahrens ein grosser Ermes-
sensspielraum zu. Angesichts dessen muss die Anordnung einer Wiederholung
durch die gerichtliche Beschwerdeinstanz die strikte Ausnahme bleiben (vgl. BGer
2D_12/2021 vom 30. August 2021 E. 4.2 mit Hinweis auf BGE 141 II 353 E. 6.3
S. 367).
7.3.1. Soweit die C. AG beanstandet, die Angebote seien im Widerspruch zu den
Ausschreibungsunterlagen ohne Rücksicht auf den Flächenverbrauch bewertet
worden, ist daran zu erinnern, dass der Umgang mit der den Anbieterinnen zur
Verfügung stehenden Fläche in die Bewertung der qualitativen Zuschlagskriterien
einfloss (vgl. oben E. 6.4.2.1 f.). Die Rüge erweist sich als unbegründet.
7.3.2. Bezüglich der Rüge der kompromittierten Preisbewertung ist daran zu erin-
nern, dass die beanstandete Preisspanne korrigiert und die Bewertung der Ange-
bote der C. AG und der Beigeladenen beim Zuschlagskriteriums "Preisangebot und
Wirtschaftlichkeit" entsprechend angepasst wurde (vgl. oben E. 5.5.4.2 f.). Ein
wichtiger Grund für einen Abbruch bzw. für eine Verfahrenswiederholung besteht
nicht.
7.3.3. Bezüglich der Rüge der Unzulässigkeit der Paarvergleiche ist daran zu er-
innern, dass sich diese im Ergebnis als unbegründet erwiesen hat (vgl. oben
E. 6.3.4.1). Ein wichtiger Grund für einen Abbruch bzw. für eine Verfahrenswieder-
holung besteht nicht.
7.3.4.1. Bezüglich der Rüge der unzulässigen Abgebotsrunde (vgl. Art. 11 lit. c
IVöB; Art. 30 Abs. 1 VRöB) ist einleitend zu beachten, dass bereits die Ausschrei-
bungsunterlagen für den Fall einer Kostenüberschreitung eine Evaluation von Min-
derkostenoptionen vorsahen:
Die Gesamtanlagekosten BKP 1-5 (inkl. BKP 3, Betriebseinrichtungen) liegen unter CHF 8,75 Mio. (inkl. 7.7% MwSt.). Wird beim ausgewählten Projekt das Kostenziel überschritten, werden nach dem Zuschlag in einer vorgelagerten  Minderkostenoptionen zur Zielerreichung evaluiert.
Die Ausschreibung blieb unangefochten und ist für das Obergericht verbindlich
(vgl. oben E. 5.5.1). Der C. AG ist es daher verwehrt, die in den Ausschreibungs-
2021
28
unterlagen vorgesehene Evaluation von Minderkostenoptionen nachträglich anzu-
fechten. Zwar lud der Kanton Schaffhausen die fünf zur zweiten Stufe zugelasse-
nen Anbieterinnen bereits am 15. Oktober 2020 und somit während des laufenden
Vergabeverfahrens ein, ihre jeweiligen Mehr- und Minderkostenoptionen im Rah-
men einer "technischen Bereinigung" zusammenzufassen:
Das Beurteilungsgremium ist auf der Basis der vorliegenden Unterlagen noch nicht zu einer Empfehlung gelangt. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass  der eingereichten Beiträge alle technischen und betrieblichen  erfüllt und innerhalb der Kreditlimite von CHF 11,95 Mio. (inkl. Landanteil) liegt.
In Ihren Beiträgen sind jeweils individuelle Mehr- und Minderkostenoptionen . In der Vorstellungsrunde vom 28. August wurden diese und weitere, nicht aufgeführte Optionen angesprochen. Mit einer technischen Bereinigung  Angebote wollen wir in diesem Punkt vor dem Zuschlag Klarheit schaffen und eine höhere Verbindlichkeit erreichen.
Zudem wollen wir eine technische Option beisteuern, von welcher wir uns einen massgeblichen Einfluss auf den Gesamtaufwand versprechen. Diese Option  die bisher geforderte Stützenfreiheit des Prüfhallenabschnitts für . Bitte prüfen Sie die Auswirkung einer zusätzlichen Stützenachse für die vertikale Lastabtragung mittig zwischen den vier Prüfbahnen. Dabei können eine oder mehrere vertikale Stützen im Bereich der Fahrzeuglifte angeordnet werden. Der Bereich der Zufahrt zwischen den Einfahrtstoren und den Liften soll dabei weiterhin stützenfrei bleiben. [Unterstreichungen im Original]
Zu beachten ist jedoch, dass (auch) die C. AG daraufhin zusätzliche Optionen an-
bot, ohne das Vorgehen des Kantons Schaffhausen als unzulässig zu rügen bzw.
einen derartigen Vorbehalt anzubringen. Bei der "technischen Bereinigung", mit
welcher die Preise der Angebote zum Zweck der Erreichung des Kostenziels nach
unten angepasst werden sollten, handelte es sich offensichtlich um eine verpönte
Abgebotsrunde. Dies war für die C. AG als Generalunternehmung und Holzbau-
partner [...] erkennbar, weshalb sie jene nach Treu und Glauben bereits im Verga-
beverfahren hätte beanstanden müssen. Ihre diesbezüglichen Rügen sind daher
nicht zu hören (vgl. VGer ZH VB.2018.00350 vom 6. August 2018 E. 4.3.1 bis
E. 4.3.4 mit Hinweisen; ferner statt vieler BGer 6B_828/2020 vom 1. September
2021 E. 1.1 am Ende mit Hinweisen). Davon abgesehen ist die C. AG nunmehr
offenbar der Ansicht, bei der vom Kanton Schaffhausen durchgeführten "techni-
schen Bereinigung" handle es sich nicht zwingend um eine Abgebotsrunde, jeden-
falls soweit ihr Angebot betroffen ist, denn weder seien ihre Bereinigungspositionen
mit einer spürbaren Funktions- oder Qualitätseinbusse einhergegangen, noch hät-
ten sie ein Abgebot dargestellt.
7.3.4.2. Ungeachtet dessen ist darauf hinzuweisen, dass der Kanton Schaffhau-
sen die ursprünglich eingereichten Angebote an sich und ohne die während der
"technischen Bereinigung" angebotenen Optionen bewertete. Soweit die C. AG
2021
29
geltend macht, die im Rahmen der "technischen Bereinigung" eingereichten Opti-
mierungen seien in die Bewertung eingeflossen, da dem Angebot der Beigelade-
nen ausdrücklich ein Optimierungspotenzial bescheinigt worden sei, erscheint
diese Sachverhaltsdarstellung zwar grundsätzlich zutreffend. Denn der Kanton
Schaffhausen führt selbst aus, die eingeforderten Zusammenstellungen hätten der
Abrundung des Gesamtbildes der fünf Anbieterinnen hinsichtlich deren Willen und
Fähigkeit gedient, das Projekt nach dem Zuschlag und vor dem Eingehen des
Werkvertrages in enger Zusammenarbeit mit der Auftraggeberin weiterzuentwi-
ckeln. Ob ein Optimierungspotenzial berücksichtigt werden durfte, ist indes eine
Frage der Bewertung und konnte vorliegend an dortiger Stelle offenbleiben (vgl.
oben E. 6.4.2.3). Für die Frage des Abbruchs des Verfahrens und der Wiederho-
lung der Ausschreibung ist die Zulässigkeit der Berücksichtigung eines Optimie-
rungspotenzials unerheblich, denn selbst wenn ein Optimierungspotenzial bei der
Bewertung hätte aussen vorbleiben müssen, stellte dies keinen wichtigen Grund
für einen Abbruch und die Wiederholung der Ausschreibung dar, da dieser Mangel
im Rahmen einer erneuten Bewertung der Angebote behoben werden könnte.
7.4. Nach dem Gesagten ist der Subeventualantrag der C. AG auf Abbruch des
Verfahrens und auf Wiederholung der Ausschreibung abzuweisen. Weitere Rügen
und Anträge, auf die einzutreten wäre (vgl. oben E. 1.3), bringt sie nicht vor; ihre
Beschwerde erweist sich im Ergebnis als unbegründet und ist abzuweisen. Somit
bleibt der Zuschlag an die Beigeladene bestehen, weshalb sich auch ein formeller
Ausschluss des Angebots der B. AG aus dem Verfahren erübrigt (vgl. oben E. 4.2
und E. 4.6).
8. Die Beschwerden der C. AG und der B. AG erweisen sich zusammenfas-
send als unbegründet und sind abzuweisen. Damit hat es mit dem Zuschlag an die
Beigeladene sein Bewenden.
9.1. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Staatsge-
bühr, sind auf Fr. 24'000.– festzulegen und infolge der Gehörsverletzung (vgl. oben
E. 3.3.2.2) auf Fr. 20'000.– zu reduzieren. Diese sind ausgangsgemäss im Umfang
von Fr. 12'000.– der C. AG und im Umfang von Fr. 8'000.– der B. AG aufzuerlegen
sowie mit den von ihnen geleisteten Kostenvorschüssen von Fr.12'000.– (C. AG)
bzw. Fr. 11'000.– (B. AG) zu verrechnen (vgl. Art. 7 EG BGBM und § 5 Abs. 2
ViVöB i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VRG sowie Art. 83 JG und Art. 106 Abs. 1 und 3 sowie
Art. 111 Abs. 1 ZPO). Der Restbetrag von Fr. 3'000.– ist der B. AG zurückzuerstat-
ten. Dem Kanton Schaffhausen (Art. 92 JG) und der Beigeladenen, welche keine
Anträge gestellt und sich nicht am Verfahren beteiligt hat, sind keine Kosten auf-
zuerlegen.
2021
30
9.2. Dem Kanton Schaffhausen ist keine Parteientschädigung zuzusprechen
(Art. 7 EG BGBM und § 5 Abs. 2 ViVöB i.V.m. Art. 48 Abs. 2 VRG). Der Beigela-
denen ist bereits mangels Antrags keine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl.
Art. 7 EG BGBM und § 5 Abs. 2 ViVöB i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VRG i.V.m. Art. 105
ZPO; BGer 4A_171/2017 vom 26. September 2017 E. 4 mit Hinweisen). Den Be-
schwerdeführerinnen ist ausgangsgemäss ebenfalls keine Parteientschädigung zu
Lasten der jeweils anderen zuzusprechen. Als Folge der Gehörsverletzung (vgl.
oben E. 3.3.2.2) ist der Kanton Schaffhausen, Hochbauamt, zu verpflichten, die
Beschwerdeführerinnen mit je Fr. 1'000.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) pro-
zessual zu entschädigen.