Decision ID: b65bcc6e-cfc8-4fe9-bfcd-717739f708c8
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1960,
ersuchte am
1
2.
Juli 2005
um Ausrichtung von In
solvenzentschädigung im Betrag von Fr.
36‘833.40
für den Zeitraum vom
1.
Februar bis
zum
3
1.
Mai 2005
, nachdem über
die
Y._
am
8.
Juni 2005
der Konkurs eröffnet wor
den war (Urk.
7/24
).
Dieses Gesuch wies
die Arbeitslosenkasse des Kantons Zü
rich mit Verfügung vom
6.
September 2005
(
Urk.
7/31)
ab und hielt daran nach erho
be
ner Einsprache
vom 2
8.
November
2005
(Urk.
7
/17
) mit Entscheid vom
2
5.
April 2007
fest (
Urk.
2).
Gleichzeitig verneinte sie einen Anspruch
auf eine
Partei
ent
schädigung
.
1.2
Dagegen
liess
der Versicherte
,
vertreten durch Rechtsanwalt Daniel
Santini
,
am 2
9.
Mai 2007 Beschwerde
erheben
mit dem Antrag
, in Aufhebung des ange
fochtenen Entscheids sei ihm eine
Insolvenzentschädi
gung
von
Fr.
35‘
600.
--
aus
zurichten; e
ventualiter
s
e
i
das
Verfahren
bis zum Abschluss des gegen ihn laufenden Strafverfahrens
zu sistieren (
Urk.
1/A-B)
. In formeller Hinsicht be
an
trag
t
e er die Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsver
tretung
. In der
Beschwer
deantwort
vom
3.
Juli 2007 beantragte die Kasse
die
Abweisung der Beschwerde und
eventualiter die
Gutheissung des Sistier
ungs
antrag
s (
Urk.
6).
Mit Eingabe vom
1
7.
August 2007 substantiierte der Versicherte seinen Antrag auf Bewilli
gung der unentgeltlichen Rechtsvertretung (
Urk.
10-12).
D
as Sozialversicherungsgericht
sis
t
i
erte mit Verfügung vom 1
4.
November 2007 das Verfahren bis zum rechtskräftigen Abschluss des Strafverfahrens in Sachen des Versicherten betreffend Insolvenzentschädigung (
Urk.
17).
Am
4.
Dezember 2013
erging das entsprechende Urteil des
Kriminalgericht
s
des Kantons Luzern
(
Urk.
26). Darin wurde der
Versicherte
unter anderem
im Zusammenhang mit der
Y._
wegen mehrfach versuchten Betrugs nach
Art.
146
Abs.
1 und
Art.
22
Abs.
1 des
schweizerischen
Strafgesetzbuches
(StGB)
verurteilt
.
Mit Ver
fügung vom
8.
Oktober 2014 (
Urk.
27)
gab das Sozialversicherungsgericht den Parteien Gelegenheit, sich zu den Folgen des Strafurteils für den vorliegen
den Fa
ll
zu äussern sowie zur Absicht des Gerichts, gestützt auf das
Straf
urteil
in der
schon vor der Rechtskraft des Strafurteils
als spruchreif erachteten Sache einen materiellen Entscheid zu
er
lassen.
Gleichzeitig wurde dem Versicherten Frist angesetzt, um seinen Antrag auf unentgeltliche
Rechtsvertretung
bezüglich
der
aktuellen prozessua
len Bedürftigkeit zu substantiieren.
Die
Arbeitslosen
kasse
ver
zichtete darauf auf eine Stellungnahme (
Urk.
28).
Mit Eingabe vom 1
3.
Nove
m
be
r 2014 teilte
der
Rechtsvertreter
des Versicherten mit, er lege sein Mandat nieder
(
Urk.
30).
Der Versicherte liess sich in der Folge nicht mehr ver
nehmen
.
2.
2.1
Am 2
8.
November 2005
stellte der Versicherte der Arbeitslosenkasse ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsvertretung für das oben erwähnte
Ein
spracheverfahren
betreffend Insolvenzentschädigung
(
Urk.
7/18
). Mit Verfü
gung
vom 2
5.
April 2007 wies die Arbeitslosenkasse das Gesuch ab (Prozess AL.2007.00201
Urk.
2).
2.2
Dagegen erhob der Versicherte am 2
9.
Mai 2007 Beschwerde, wobei er seinen Antrag
auf
Gewährung der unentgeltlichen Rechtsvertretung für das
Ein
spra
cheverfahren
erneuerte (Prozess A
L
.2007.00201
Urk.
1). In der
Beschwerde
ant
wort
vom
3.
Juli 2007 schloss die Kasse auf Abweisung der Beschwerde (Prozess A
L
.2007.00201
Urk.
5). Mit Verfügung vom 1
4.
November 2007 sis
tierte des Sozialversicherungsgericht das Verfahren bis zur Aufhebung der Sis
tierung im Beschwerdeverfahren AL.2007.00202 (Prozess A
L
.2007.00201
Urk.
9).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gestützt auf das Urteil des Kriminalgerichts Luzern vom 4. Dezember 2013 ist die mit Verfügung vom 14. November 2007 (Urk. 17) angeordnete Sistierung auf
zuheben. Mit von heute datiertem Beschluss ist auch die Sistierung im Ver
fahren AL.2007.00201 aufzuheben (Urk. 32/
9
).
1.
2
Das Beschwerdeverfahren
Nr.
AL.2007.00201 hängt mit dem vorliegenden Ver
fahren eng zusammen.
Der Prozess Nr.
AL.2007.00201
ist daher mit dem vorlie
genden Prozess Nr.
AL.2007.00202
zu vereinigen und unter dieser
Prozess
nummer
weiterzu
führen. Das Verfahren Nr.
AL.2007.00201
ist als dadurch erle
digt abzuschreiben; dessen Akten werden im
vorliegenden Prozess als
Urk.
32/0-14
geführt.
2.
Gemäss Art. 51 Abs. 1
lit
. a
des Bundesgesetzes üb
er die obligatorische Arbeits
lo
sen
versicher
ung und die Insolvenzents
chädigung (AVIG) haben beitrags
pflich
tige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von Arbeitgebern, die in der Schweiz der Zwangsvollstreckung unterliegen oder in der Schweiz Arbeitneh
merinnen und Arbeitnehmer beschäftigen,
Anspruch auf
Insolvenzentschädi
gung
, wenn
gegen ihren Arbeitgeber der Konkurs eröffnet wird und ihnen in die
sem
Zeit
pun
kt Lohnforderungen zustehen.
Nach ständiger Rechtsprechung ist für die Frage der Arbeitnehmereigenschaft in der Arbeitslo
senversicherung (Art. 2 Abs. 1
lit
. a AVIG) das formell rechtskräftig geregelte AHV-Beitragsstatut mass
gebend, sof
ern sich dieses nicht als offen
sichtlich un
richtig erweist (BGE 119 V 158 E. 3a mit Hinweisen).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin begründet den
Einspracheentscheid
hauptsächlich da
mit, das
s
ein
Arbeitsverhältnis des Beschwerdeführers
mit
der
Y._
im massgebenden Zeitraum
nicht mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt
sei
.
Dies
bestreitet der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1), wobei er sich
im Wesentlichen
auf den
zivilrec
htlich gültig zustande gekommenen Arbeits
vertrag mit der
Y._
beruft.
3.2
Im Urteil vom
4.
Dezember 2013
verurteilt
e
das Kriminalgericht des Kantons Lu
zern
den
Beschwerdeführer
unter anderem wegen mehrfachen versuchten Be
trugs
gegenüber der Beschwerdegegnerin
im Zusammenhang mit der
Y._
im Sinne von
Art.
146
Abs.
1
StGB in Verbindung mit
Art.
22
Abs.
1 StGB. Es führte diesbezüglich aus (
Urk.
26 E.
5.3 S.
57 ff.), der Beschwerde
führer sei bei der
Y._
nicht angestellt gewesen und habe
die
Doku
mente für seinen Antrag
auf Insolvenzentschädigung
(Arbeitsvertrag, Lohn
abrechnungen, Mahnschreiben)
zugegebener- und nachgewiesenermassen erst
nachträglich er
st
ellt
.
3.3
Die
ausführlichen, auf umfangreichen Untersuchungen beruhenden
Erwägungen des Kriminalgerichts des Kantons Luzern in sein
em Urteil vom
4.
Dezember 2013
vermögen zu überzeugen. Insbesondere konnte es sich in tat
s
ächli
cher Hinsicht darauf abstützen, dass
der Beschwerdeführer
wesentliche
Doku
mente
, so auch den Arbeitsvertrag mit der
Y._
,
für den Antrag auf
In
sol
venzentschädigung
zugegebener- und nachge
wiesenermassen erst nachträglich erstellt hat
te
.
Diese vorliegend unbestrittenen
Erwägungen (
Urk.
26 S.
57
ff
.
),
auf welche die Parteien zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen werden,
lassen
kei
nen anderen Schluss zu, als
dass
der beantragten
Insolvenzent
schädigung
keine
beitragspflichtige Beschäftigung
zugrunde lag.
Damit erweist sich der Antrag auf
die
Ausrichtung von
Insolven
zentschädigung
als von vorneherein unbegründet
, und die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid
vom 25. April 2007 ist abzuweisen.
4
.
4
.1
Gemäss Art. 37 Abs. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des So-
zialversicherungsrechts
(ATSG) wird im Sozialversicherungsverfahren der
ge
such
stellenden
Person, wo die Verhältnisse es erfordern, ein unentgeltlicher Rechts
vertreter
bewilligt.
Nach der Rechtsprechung setzt die unentgeltliche
Rechtsver
tretung
im Verwaltungsverfahren nebst anderem voraus, dass die
Rechtsver
tretung
sachlich geboten ist, was nach einem strengen Massstab be
urteilt wird.
Eine anwaltliche
Rechtsvertretung
drängt sich nur in Ausnahme
fällen auf, in denen schwierige rechtliche oder tatsächliche Fragen dies als not
wendig er
schei
nen lassen und eine
Verbeiständung
durch Verbandsvertreter, Fürsorger oder andere Fach- und Vertrauensleute sozialer Institutionen nicht in Betracht fällt
(Urteil des Bundesgerichts 8C_
29/2013 vom 1
1.
Juni 2013, E. 5.2.1).
4
.2
Im
Einspracheverfahren
stellten sich weder in rechtlicher noch in tatsächlicher Hinsicht schwierige Fragen,
handelte es sich
doch
im Wesentlichen darum, be
züglich einer allfälligen Beschäftigung des Beschwerdeführers bei der
Y._
die tatsächlichen Umstände darzutun.
Aufgrund der Akten ist davon aus
zugehen, dass
der Beschwerdeführer
ohne
Weiteres
in der Lage gewesen wäre, dies
selb
er tun. Ein
Beizug
eines Rechtsanwaltes war nicht erforderl
ich.
Auch der Antrag des Beschwerdeführers um Bewilligung
d
er un
entgeltlichen
Rechts
vertretung
im Verwaltungsverfahren (
Urk.
32/1)
ist somit
unbegründet,
so dass die Beschwerde gegen die Verfügung vom 25. April 2007 (Urk. 32/2) ebenfalls abzuweisen ist.
5
.
Da der Beschwerdeführer die von ihm mit Verfügung vom
8.
Oktober 2014 (
Urk.
27)
verlangten
Belege nicht eingereicht hat, ist androhungsgemäss davon auszugehen, dass keine prozessuale Bedürftigkeit besteht. Somit sind auch die Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsvertretung für das vorliegende Verfahren nicht erfüllt
(BGE 103 V 46
), weshalb dieses Gesuch abzuweisen ist.