Decision ID: ae166d74-9710-4d56-9384-752caf0075ee
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1957 geborene
X._
reiste
am 12. Mai
1992 in die Schweiz ein und
war
als
Reini
gungshilfe
im
Teilzeit
arbeitsverhältnis
angestellt
(Urk.
10/1, Urk. 10/5 f. und Urk.
10/91)
. Am 20. Januar 2005 meldete sie sich bei der
So
zialversicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistun
gen der Invalidenversicherung an
(Urk. 10/1).
In der Folge klärte die IV
Stelle die beruflich-erwerblichen und medizinischen Verhältni
sse ab und holte bei Dr. med.
Z._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin und
Angiologie
,
ein Gutachten ein. Dieses wurde am 6. September 2006 erstattet
(Urk. 10/16). Anschliessend gab sie beim
Institut A._
ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag, welches am 23. Oktober 2007 erstattet wurde (Urk. 10/21). Sodann beauftragte sie ihren Abklärungsdienst mit der Abklärung der Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (Abklärungsbericht vom 4. April 2008, Urk. 10/23). Mit Vorbescheid v
om 4. April 2008 stellte die IV-
Stelle der Versicherten die Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 10/27).
Im
Einwandverfahren
machte das
Institut A._
am 20. August 2008 auf Anfrage der IV-Stelle ergänzende Angaben zum Gutachten vom 23. Oktober 2007 (Urk. 10/36).
Mit Verfügung vom 22. Oktober 2008
wies die IV-Stelle, ausgehend von einem
Invalidi
tätsgrad
von 28 %, das Rentenbegehren der Ver
s
icherten ab (Urk. 10/44
).
Dagegen erhob die Versicherte am 25. November 2008 Beschwerde beim
Sozial
versi
cherungsgericht
des Kantons Zürich
(Verfahren IV.2008.01220). Dieses
ging von einem massgeblichen Invaliditätsgrad von 1
1
%
aus und
wies die Beschwerde mit Urteil vom 9. Juni 2010 ab (Urk.
10/59). Die Versicherte gelangte
in der Folge
an das Bundesgericht, welches
den angefochtenen Ent
scheid
mit Urteil vom
21. Januar 2011
bestätigte
(
Urk. 10/62
)
.
1.2
Am
11. September 2012
meldete sich die Versicherte bei der IV-Stelle unter Hin
weis auf eine
Verschlechterung
des Gesundheitszustandes
erneut
zum Bezug von Leistun
gen
der Invalidenversicherung
an
(Urk. 10/76
). Die IV-Stelle
liess die Versicherte daraufhin
von
Dr.
med. und
Dr.
sc. nat. ETH
B._
, Fachärztin FMH für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, sowie von
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie,
bidisziplinär
begutachten
(Urk. 10/83,
Urk. 10
/85
und Urk. 10
/86).
Das Gutachten wurde am 16. Februar 2013 erstattet (vgl. Urk. 10/86).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid
vom 30. April 2013, Urk. 10/95)
wies
die IV-Stelle
das Leistungsbegehren der Versi
cherten
mit Verfügung vom 3. September 2013
ab (Urk. 2 [= Urk.
10/102
]).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
2.
Oktober 2013 Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei ihr eine ganze Invalid
enrente zuzusprechen, eventuell
sei die Sache für weitere Abklä
rungen an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen. In prozessualer Hinsicht beantragte die Beschwerdeführerin die Gewährung der unentgeltlichen
Pro
zessführung
(Urk. 1 S. 1).
Mit Beschwerde
antwort vom
11. November 2013 schloss
die IV-Stelle
auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 9
). Mit Eingabe
n
vom
6. Dezember
2013
(
Urk.
12)
beziehungsweise vom 24. September 2014
(
Urk.
15)
reichte die Beschwerdeführerin
je
einen
Bericht des
Zentrums
D._
vom 18. November 2013 (Urk. 13) sowie vom 9. September 2014 (Urk. 16) ein.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1
des Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
vorzu
gehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.2
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
1.4
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Intensität, Aus
prä
gung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere mit gewisser Intensität
und Konstanz erfüllte Faktoren, so: chronische körperliche
Begleit
erkrankun
gen
; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unver
änderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung; ein ausgewiese
ner sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeu
tisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer
Krank
heitsgewinn
; „Flucht in die Krankheit"); ein
unbefriedigendes
Behandlungs
er
gebnis
trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung (kooperative Haltung) der versicherten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde dar
stellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumut
bare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3).
In BGE 139 V 547 hat das Bundesgericht an dieser Rechtsprechung unter Ausei
nandersetzung mit der daran geübten Kritik festgehalten und auf die besondere Bedeutung einer fachgerechten Abklärung hingewiesen
(E. 9.1.3, E. 9.2.1). Ins
besondere erkannte das Bundesgericht,
dass sich die unklaren Beschwerden hinsichtlich ihrer invalidisierenden Folgen von anderen (psychischen) Leiden durch die mangelnde Objektivierbarkeit unterscheiden. Dabei handelt es sich um ein sachliches Kriterium, das überprüft werden kann. Die hinreichende Objekti
vierbarkeit der gesundheitlichen Beeinträchtigung wird für Ansprüche auf
Sozi
alversicherungsleistungen
seit jeher vorausgesetzt und hat im Rahmen der 5. IV-Re
vision auch Eingang in die Gesetzgebung gefunden (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Von einer unbegründeten Schlechterstellung beziehungsweise einer Dis
kriminierung der betroffenen Versicherten in
verfassungsmässigem
Sinne beziehungsweise nach
Massgabe
der EMRK kann daher nicht gesprochen wer
den (Urteil des Bundesgerichts 8C_142/2013 vom 20. November 2013 E. 4.2 mit Hinweis auf BGE 139 V 547 E. 5.6 in
fine
und E. 5.7).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid vom 3. September 2013 erwog die IV-Stelle, die medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass der Beschwerdeführerin die bisherige Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin nicht mehr zumutbar sei. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit sei sie aber
zu 100 % arbeitsfähig. Aufgrund de
r Höhe des
Valideneinkommens
sei
die Besch
werdeführerin als vollzeitlich E
rwerbstätig
e
zu qualifizieren. Bei einem Vergleich des
Validenein
kommens
von Fr. 57‘201.15 mit dem Invalideneinkommen von Fr. 48‘893.15 resultiere eine Erwerbseinbusse von Fr. 8‘308.--, was einem rentenaus
schliessenden Invaliditätsgrad von 15 % entspreche (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber macht
e
die Beschwerdeführerin
geltend, die Beschwerdegegnerin habe bloss deshalb eine
bidisziplinäre
Begutachtung angeordnet, weil sie dann in der Auswahl der begutachtenden Ärzte freie Hand habe; bei polydisziplinären Begutachtungen würden die Ärzte nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Eine neurologische Begutachtung fehle vorliegend, was als Mangel zu betrachten sei. Sie leide unter
anderem an starken Rückenschmerzen und an neurologischen Ausfällen. Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor,
Dr.
B._
hätte einen Orthopäden sowie einen Neurologen beiziehen müssen wegen der Gelenk
schmerzen und insbesondere der Knieschmerzen. Dr.
B._
habe die vor
handenen medizinischen Berichte zudem in ungenügender Weise gewürdigt. Sie begründe nicht überzeugend, weshalb eine 100%ige Arbeitsfähigkeit vorliegen solle.
Dr.
C._
bestätige zwar, dass die Beschwerdeführerin an einer mittel
gradigen depressiven
chronifizierten
Episode sowie
an einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung leide. Er behaupte aber, diese hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Seine Behauptungen, die sozialen und sozio
kulturellen Probleme hätten Einfluss auf den gesundheitlichen Zustand der Beschwerdeführerin, seien konstruiert, um dem Auftraggeber um jeden Preis zu dienen
(Urk. 1)
.
3.
3.1
Im
vom Bundesgericht bestätigten
Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 9. Juni 2010
wurde auf das
polydisziplinäre Gutachten des
Instituts A._
vom
23. Oktober 2007 inklusive Ergän
zung vom
20. August 2008 (Urk. 10/21 und Urk. 10/36)
abgestellt
(Urk. 10/59)
. Es kann daher auf dieses G
utachten
verwiesen werden, in welchem die folgen
den
Diagnosen mit Ei
nfluss auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt wurden:
(1) ein chronisch rezidi
vierendes
Zervikalsyndrom
mit
Zervikozephalgien
und
Zerviko
brachialgien
beidseits (ICD-10 M54.2) bei/mit
Dysbalancen
der
Schultergürtel
muskulatur
, (2) ein chronisch rezidivierendes Lumbalsyndrom mit
ischial
-
g
ieformer
Ausstrah
lung beidseits (ICD-10 M54.5) bei/mit
myostatischer
Insuffi
zienz mit entspre
chenden
muskuloligamentären
Überlastungsreaktionen,
Osteo
chondrose
und Spondylose, (3) eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0) sowie (4) ein postthrombotisches Syndrom links (ICD-10 I87.2) bei Status nach rezidivieren
den Venenthrombosen, mit heterozygoter Faktor II-Mutation, bei Status nach Kompression der Beck
envenen durch Uterus
myomatosus
. Als
Diagnosen ohne Ei
nfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden
eine
Schmerzverar
beitungs
störung
(ICD-10 F54), ein plantarer Fersensporn rechts (ICD-10 M77.3), Adipo
sitas (BMI 33
kg/m2) (ICD
10 E66.0) sowie eine arterielle Hypertonie (ICD
10 I10)
aufgelistet
(Urk. 10/21/17). Aus rheumatologischer Sicht bestehe für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Raumpflegerin eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit seit dem 14. März 2005, wie von der Hausärztin attestiert. Ins
besondere die somatischen Untersuchungen seien wegen der mangelnden Kooperation der Explorandin und dem aktiven Muskelgegenspannen erschwert gewesen. Auf
grund der objektivierbaren Befunde von Seiten des Bewegungs
apparates bestehe für eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80 %. Die über die objektivierbaren somatischen Befunde hinausgehenden subjektiven Beschwerden könnten mit der
Schmerzver
arbeitungs
störung
erklärt werden. Diese habe, wie bei der psychiatrischen Unter
suchung festgestellt wor
den sei, keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Zusätzlich bestehe aber noch eine leichte depressive Episode, welche die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht um 20 % vermindere. Die Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer und aus somatischer Sicht
wirke
sich nicht kumulativ auf die gesamte Arbeitsfähigkeit aus. Für die zusätzlich notwendigen Pausen und das langsamere Arbeitstempo könnten dieselben Zeiträume genutzt werden. Die weiteren internistischen Diagnosen und Befunde wirkten sich nicht zusätzlich auf die Arbeitsfähigkeit aus. Anhaltend nur schwere Tätigkeiten seien aufgrund der chronisch venösen Insuffizienz ungeeignet. Aus polydisziplinärer Sicht stellten die Gutachter fest, dass die Beschwerdeführerin für eine körperlich angepasste, leichte Tätigkeit zu 80 % arbeits- und leistungsfähig sei, was vollschichtig realisiert werden könne. Bei der Arbeit im Haushalt müssten auch mittelschwere Tätigkeiten verrichtet werden. Dafür bestehe eine mögliche freie Zeiteinteilung. Die Arbeitsunfähigkeit im Haushalt sei daher etwa gleich einzuschätzen wie diejenige für eine leichte Erwerbstätigkeit, so dass für die Haushaltstätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % angenommen werden könne. Eine adaptierte Erwerbstätigkeit sei der
Beschwerdeführerin bis zu einem Pensum von 80 % neben dem Haushalt zumutbar (Urk. 10/21/18).
3.2
Die im
Zentrum
D._
tätigen medizinischen
Fachpersonen
berichtete
n
am 5
. Dezember 2011
über den
Verlauf einer interdisziplinären
Schmerzbeha
nd
lung
der Beschwerdeführerin.
Ihr
wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %
im bisherigen Beruf
als Reinigungsmitarbeiterin und in einer angepassten Tätigkeit attestiert (Urk. 10/69).
3.3
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt in seinem Bericht vom 16. März 2012 die folgenden Diagnosen fest
(Urk. 10/75/1)
:
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittel- bis
schwergra
dige
Episode (ICD-10 F33.11; F33.2)
Ängstliche Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6)
Chronifiziertes
Schmerzssyndrom
bei bekannten
Wirbelsäulenänderun
gen
Dr.
E._
führte zudem aus
, es sei zu einer Verschlechterung des Gesundheits
zustands der Beschwerdeführerin gekommen. Sie habe deswegen in der psychi
atrischen Klinik
F._
hospitalisiert und behandelt werden müssen. Seit November 2011 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 10/75/1 f.).
3.4
Im Austrittsbericht vom 29. März 2012
der Klinik
F._
, wo die Beschwerdeführerin vom 15. Dezember 2011 bis 9. Januar 2012 hospitalisiert war,
wurden die Diagnosen einer mittelgradigen depressiven Episode mit soma
tischem Syndrom (ICD-10 F32.11) sowie einer Panikstörung (ICD-10 F41.0) gestellt. Weiter wurde
n
ein
chronifiziertes
Schmerzsyndrom bei
Wirbelsäulenpa
thologie
unklarer Genese
sowie Diagnosen aus
Vorbefunden
aufgeführt
. Der Bericht äussert
e
sich nicht über die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin (Urk. 10/75/3 ff.).
3.5
Dr.
B._
s
owie
Dr.
C._
hielten
im
bidisziplinären
Gutachten vom
16. Februar 2013
die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit fest
(Urk.
10/86)
:
Lumbospondylogenes
Syndrom beidseits linksbetont bei
Beckentiefstand rechts von 7 mm (EOS 01/2013) und
L4/L5: mittelschwere
r
Osteochondrose
L4/L5 mit
Retrolisthesis
Grad I von L4 gegenüber L5 mit degenerativ bedingter Instabili
tät L4/L5 (funktionelles Röntgen 01/2013) sowie
neuroforamina
len
Stenosen beidseits mit Irritation der Nervenwurzeln L4 beid
seits und Kontakt zu den Nervenwurzeln L5 beidseits
L5/S1: mittelschwere
r
Osteochondrose
mit Diskushernie und
neu
roforaminalen
Engen
beidseits mit Irritation der Nervenwurzeln L5 beidseits (MRI 11/2012)
ohne
radikuläre
Zeichen
Intermittierendes
Cervikalsyndrom
bis
cevikospondylogenes
Syndrom beidseits links-betont bei
leichter
cervico
-thorakaler Skoliose mit Cobb-Winkel 17° (EOS 01/2013)
ohne Spinalkanalstenose und ohne neurale Kompression (MRI 05/2011)
ohne
radikuläre
Zeichen
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
n
die Gutachter
die folgenden
(Urk. 10/
83/75
und Urk. 10/85/19)
:
Adipositas Grad III (BMI 40.0 kg/m
2
)
k
ongenitale heterozygote
Prothrombin
-Mutation mit
rezidivierenden Thrombosen und postthrombotischem Syndrom links
dennoch seit Jahren keine Antikoagulation
Gonarthrosen
beidseits bei normalen Beinachsen beidseits (EOS 01/2013) mit
rechts: mässiger
medialbetonter
Gonarthrose
und beginnender
Femoro
patellar-Arthrose
und Baker-
Cyste
(MRI 10/2009) und
links: leichter bis mässiger
Femoropatellar
- und
Femorotibial
-Arth
rose mit
Riss des me
d
ialen Meniskus und Baker-
Cyste
bei Status nach
Parti
alruptur
der Baker-
Cyste
(MRI 11/2012)
Fersensporne beidseits (Röntgen 01/2013)
a
rterielle Hypertonie mit latenter
hypertensiver
Herzbelastung (
Erstdiag
nose
03/2012)
Migräne
Heberdenarthrosen
Dig
II beidseits sowie milde Daumensattelgelenks-Arthrose rechts im Stadium II nach Eaton (Erstdiagnose 03/2012)
Carpaltunnel-Syndrom beidseits und
Status nach operativer Dekompression rechts am 11.05.2012
Anhaltende
somatoforme
S
chmerzstörung (ICD-10 F45.4)
mit
konsekutiver
mitte
lgradiger
depressiver
chronifizierte
r
Episode (ICD
10 F32.8)
sozialen und soziokulturellen Problemen (ICD-10 Z60)
Die Gutachter hielten fest, eine psychiatrische Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
habe nicht gestellt werden können. Die Arbeitsfähigkeit werde durch die rheumatologischen Diagnosen bestimmt. In diesem Sinne sei die Beschwerdeführerin in einer adaptierten rückenschonenden Tätigkeit mit Han
tieren von Lasten bis 10 kg zu 100 % beziehungsweise ganztags arbeitsfähig. Dasselbe gelte aus
bidisziplinärer
Sicht. Aus
bidisziplinärer
Sicht habe zudem in einer adaptierten Tätigkeit nie eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit bestan
den. Nicht adaptierte Tätigkeiten habe die Beschwerdeführerin ab März 2005 nicht mehr ausführen können (Urk. 10/86).
4.
4.1
Das
bi
disziplinäre
Gutachten
der
Dres
.
B._
und
C._
vom 16. Februar 2013
vermag die an eine beweiskräftige ärzt
li
che Expertise gestellten Anforde
rungen vollumfänglich zu
erfüllen (E. 1.3
).
So tätigten die Gutachter sorgfältige, umfassende Abklärungen, berücksichtig
ten die ge
klagten Beschwerden und begründeten ihre Einschätzung in nachvoll
zieh
barer Weise sowie in Auseinan
dersetzung mit den
Vorakten
.
Die Gutachter legten die medizinischen Zusam
menhänge und die medizinische Situation einleuchtend dar und begründeten ihre Schlussfolgerungen schlüssig. Dem Gutachten kommt somit grundsätzlich volle Beweiskraft zu.
4.2
I
m Besonderen
wies
Dr.
B._
im Gutachten vom
16. Februar 2013
darauf hin, dass
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH für Chirurgie,
im
Bericht vom 17. Juni 2008 (Urk. 10/40) eine
cerviko
-thorakale-lumbale Skoliose mit einer Beinlängendifferenz von etwa 1.5 cm sowie eine
lumbosakrale
Übergangsano
malie
diagnostiziert
gehabt
habe. Die
EOS-Ganzkörper
untersuchung
vom Januar
2013
(vgl. Urk. 10/83/81 f.)
habe aber gezeigt, dass die Skoliose leicht sei (Cobb-Winkel von 17°) und die Beinlängendifferenz nur 7 mm betrage. Eine wesentliche
lumbosakrale
Übergangsanomalie sei nicht vorhanden. Eine Beinlängendifferenz von 7 mm sowie eine Skoliose mit einem Cobb-Winkel von 17° seien klinisch nicht relevant.
Dr.
G._
sei offensichtlich von falschen Befunden ausge
gangen, was zu falschen Diagnosen geführt habe. Das Team des
Zentrums
D._
(darunter auch Dr.
G._
)
sei im Bericht vom 5. Dezember 2011 von den gleichen falschen Diagnosen ausgegangen. In der Folge hätten die beteiligten Ärzte die Arbeitsfähigkeit aufgrund falscher Diagno
sen eingeschätzt (Urk. 10/83/79; vgl. auch Urk. 10/83/81).
Der Bericht des
Zentrums
D._
vom 5. Dezember 2011 erweist sich somit als nicht aussagekräftig.
Hinzuzufügen ist, dass Dr.
B._
grosse Diskrepanzen zwischen der Beweglichkeit der Beschwerdeführerin bei der direkten Untersu
chung und im abgelenkten Zustand feststellte und
festhielt, die vorhandenen Befunde erklärten das Ausmass der Beschwerden nicht
(Urk. 10/83/76).
4.3
Dr.
C._
setzte sich
im Gutachten vom
16. Februar 2013
sodann
mit den bereits gestellten psychiatrischen Diagnosen auseinander.
Eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin au
f psychiatrischem Gebiet sei in
den vorgelegten Beweisdokumenten nicht ausgewiesen.
Dr.
E._
habe im Bericht vom 31. Juli 2007
(Urk. 10/21/23 ff.)
bereits
eine mittel- bis
schwer
gra
dige
depressive Störung (ICD-
10 F32.11, F32.2) auf dem Boden einer ängstli
chen Persönlichkeit (ICD-10 F60.6), eine Panikstörung (ICD-10 F41.0) bei Status nach wiederholten
Throm
bophlebitis-Attacken
diagnostiziert.
Vergleiche man
den Psychostatus
oder die Diagnosen
von
Dr.
E._
mit dem Bericht der Klinik
F._
vom
9. Januar 2005 (richtig: 29. März 2012)
, so sei keine Progredienz zu beschreiben.
Auch lasse sich bei der Begutachtung kein wesent
lich abweichender und verschlechterter Psychostatus zum Befund aus dem Jahr 2007 erheben, so dass allenfalls von Nuancierungen eines
chronifizierten
Zustandsbildes gesprochen werden könne (Urk. 10/85/15 f.). Er habe den Ein
druck gewonnen, der sekundäre Krankheitsgewinn der Beschwerdeführerin habe einen wesentlichen krankheitsunterhaltenden Stellenwert. Auf einen sekundären Krankheitsgewinn werde auch im Austrittsbericht der Klinik
F._
hingewiesen. Die Diagnose einer mittelgradigen Depression sei zu bestäti
gen, diese sei jedoch eher als
chronifizierte
Episode im Sinne einer depressiven Störung gemäss ICD-10 F32.8 zu kennzeichnen denn als rezidivierende depres
sive Störung; depressionsfreie Phasen seien nicht dokumentiert
(Urk. 10/85/16)
.
Diese Feststellungen erscheinen schlüssig und nachvollziehbar.
Zu ergänzen ist, dass aus
rechtlicher Sicht selbst
mittelschwere psychische Störungen aus dem depressiven
Formen
kreis
grund
sätz
lich als therapeutisch
angehbar
gelten (vgl. das Urteil des Bundesge
richts 9C_673/2012 vom 28. November 2012 E. 3.3).
Dr.
C._
führte weiter aus, d
ie Depression sei reaktiv auf das
Schmerzge
schehen
und stelle keine primäre, selbständige psychiatrische Erkrankung dar, sondern sei mit der gleichzeitig vorliegenden anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung gemäss ICD-10 F45.4 vergesellschaftet.
Die Entwicklung dieses gemeinsamen psychopathologischen Bildes sei durch Dr.
E._
im Bericht vom 31. Juli 2007 bereits ausführlich festgehalten worden (Urk. 10/85/16).
Inwieweit eine Persönlichkeitsstörung oder eine Angst- und Panikstörung dem Bild zugrunde liege beziehungsweise
komorbid
sei, könne den Aufzeichnungen von
Dr.
E._
nicht entnommen werden und aus dem Untersuch nicht zweifelsfrei gefolgert werden. Hierzu habe sich die Beschwerdeführerin zu wenig
aus
kunftswillig
verhalten (wobei die eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht ausschliesslich der Depression
zuzuschreiben
sei, was sich in der Kommunikation mit der Dolmetscherin gezeigt habe). Es ergäben sich keine Hinweise auf eine Entwicklungsstörung der Beschwerdeführerin in der Kindheit/Jugend. Sie habe zudem keine diesbezüglichen Beschwerden beklagt, die auf eine Panikstörung hätten schliessen lassen. Entsprechende psy
chopathologische Symptome hätten auch im Untersuch nicht beobachtet werden können
(Urk. 10/85/17)
.
Dr.
C._
beurteilte die Überwindbarkeit der
somatoformen
Schmerzstörung anhand der sogenannten Förster-Kriterien
(vgl. E. 1.4)
und gelangte zum
nach
vollziehbaren
Schluss, die zumutbare Willensanstrengung zur Überwindung
der psychischen Störung sei
überwiegend gegeben
(Urk. 10/85/17
ff.).
Weshalb
die Feststellung von Dr.
C._
, die sozialen und soziokulturellen Probleme hätten Einfluss auf den gesundheitlichen Zustand der Beschwerde
führerin (vgl. Urk. 10/85/18), konstruiert sein sollten (Urk. 1), ist nicht ersicht
lich.
Wie bereits erwähnt, wurde auch im Austrittsbericht der Klinik
F._
auf einen sekundären Krankheitsgewinn hingewiesen
, welcher in der krankheitsbedingten Entlastungsfunktion der Familie zu liegen scheine (Urk. 10/75/4)
.
4.4
Das
Vorbringen
der Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin habe bloss deshalb eine
bidisziplinäre
Begutachtung angeordnet, weil sie dann in der Aus
wahl der begutachtenden Ärzte freie Hand habe
(im Gegensatz zur
polydiszipli
nären
Begutachtung)
geht fehl
.
Dass keine Fachärztinnen oder Fachärzte der Dis
ziplinen Neurologie und Orthopädie für die Begutachtung beigezogen wurden, stellt ent
gegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (Urk. 1
Rz
. 2 f.) keinen Mangel dar. In der Neuanmeldung (Urk. 10/76) vom 11. September 2012 sowie in den bei
gelegten ärztlichen Berichten (Urk. 10/75) wurden keine neuro
logischen oder orthopädischen Gründe für eine Verschlechterung des Gesund
heits
zustandes angeführt, sondern psychische. In der Folge machte die Beschwerde
führerin bei der IV-Stelle denn auch keine Einwände gegen die ausgewählten
Fach
disziplinen
Psychiatrie und Rheumatologie (Urk. 10/79) gel
tend (Urk. 10/80). Des Weiteren kann
darauf verwiesen werden,
dass
Dr.
B._
die neurologi
schen Befunde der Klinik
H._
vom 25. Mai und 18. Juli 2011 (Urk. 10/83/115 ff.) in ihrer Beurteilung berücksichtigte (Urk. 10/83/63).
Bei den neurologischen Befunden handelt es sich
im Wesentli
chen
um dieselben, welche in den Berichten vom 30. August 2004 und 2. Juni 2005
des Medizinisch Radio
logischen Instituts
I._
(Urk. 10/83/86 f.)
fest
gestellt
und im Gutachten des
Instituts A._
bereits
erwähnt wo
rden
waren
(vgl. Urk. 10/21/4). Zusätzlich wurde von der
Klinik H._
ein Carpaltunnel-Syn
drom festgestellt,
worauf bei der Beschwerdeführerin am 11. Mai 2012 eine offene Carpaldachspaltung und
Beu
gesehnensynovektomie
rechts
durchgeführt wurde
. Der Chirurg stellte einen guten postoperativen Verlauf fest und schloss die Behandlung ab (Urk. 10/10/83/
108 ff.).
Folglich ist
nicht zu beanstanden, dass
Dr.
B._
das Carpaltunnel-Syndrom beidseits nach operativer Dekompression am 11. Mai 2012
als Diagnose ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit einstufte.
Ferner ging
Dr.
B._
auch i
n genügender Weise auf die Knieprobleme
der Beschwerdeführerin
ein. Ihre Empfehlung zu
r Gewichtsreduktion erscheint
angesichts der
im Zeitpunkt der Begutachtung festgestellten
Adipositas per magna (Grad III), welche die Belastung auf die Gelenke erhöhe und
dadurch
vermehrte Schmerzen auslöse (Urk. 10/83/78),
ebenso
nachvollziehbar.
4.5
Mit Bericht des
Zentrums
D._
vom 18. November 2013
wird Kritik
an der psychiatrischen Begutachtung von
Dr.
C._
geübt
(Urk. 13). Die Kritik erweist sich jedoch als untauglich, worauf soweit erforder
lich einzugehen ist: Die Schreibfehler im Gutachten von Dr.
C._
schmälern dessen Beweiswert nicht. Dass Dr.
C._
festgehalten haben soll, es bestün
den somatisch keine Erbkrankheiten (Urk. 13 Ziff. 4), trifft nicht zu. Er führte
lediglich
aus, zur somatischen hereditären Belastung gebe die Beschwerde
führerin an, dass in der Herkunftsfamilie keine Erbkrankheiten bestünden (Urk. 10/85/5). Sodann erweist sich die Behauptung, es habe keine objektive Übersetzung stattgefunden (Urk. 15 Ziff. 5), als unhaltbar, zumal die Beschwer
deführerin angesichts der
praktisch nicht
vorhandenen Deutschkenntnisse
kaum
in der Lage war, dies zu beurteilen. Es kann
in diesem Zusammenhang
auf den Bericht der
Klinik H._
vom 12. März 2012 verwiesen werden, in welchem der behandelnde Arzt festgehalten hatte, aufgrund der fehlenden Sprachkennt
nisse sei leider keinerlei suffiziente Befundbeurteilung möglich gewesen (Urk. 10/83/111). Befremdlich wirkt der Vorwurf, die Beschwerdeführerin habe keine Gelegenheit gehabt, ihre Beschwerden zu äussern und
Dr.
C._
habe sich lieber auf die Akten abgestützt (Urk. 13 Ziff. 7). Es war die Beschwerde
führerin, welche sich bei der Befragung durch Dr.
C._
unkooperativ
ver
halten hatte (vgl. zum Beispiel Urk. 10/85/5 f., oder Urk. 10/85/8).
Eine
Fremda
namnese
beziehungsweise eine
Auskunft
des Ehemannes
der Beschwerdeführe
rin (Urk. 13 Ziff. 9)
erweist sich
angesichts der
–
auch vom
Zen
t
rum
D._
–
diagnostizierten
somatoformen
Schmerzstörung
(Urk. 13
Ziff.
11) als wenig aussagekräftig.
Die Durchführung eines neuropsychologi
schen Screenings
(Urk. 13 Ziff. 10)
wurde zu Recht als nicht indiziert erachtet.
4.6
Im Bericht des
Zentrums
D._
vom 9. September 2014
(Urk. 16)
halten die Ärzte in der
Konsens-Beurteilung fest, der
Schmerzthera
peut
attestiere der Beschwerdeführerin aufgrund des fortgeschritten
en
Schmerz
leidens
eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Der
Rheumatologe
attestiere aus rein rhe
umatologischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leich
ten Tätigkeit
, aus
schmerztherapeutischer Sicht jedoch eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit. Aus orthopädischer Sicht
sei
aufgrund der
Retrolisthesis
L4 von jetzt 6 mm auch eine leichte gut angepasste Tätigkeit nur
zu 50
%
zumutbar
. E
ine Verschlechterung des Gesamtzustandes sei aufgrund der zunehmenden Wirbelsäulenproblematik und der Gewichtszunahme zu befürchten. Aus psychi
atrischer Sicht bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 16 S. 8 f.).
Eine
fundierte Begründung, weshalb aufgrund dieser Befunde eine reduzierte Arbeitsfähigkeit gegeben sein soll
te
, fehlt jedoch. Damit vermag auch der aktu
ellste Bericht des
Zentrum
s
D._
vom 9. September 2014 die gutachterliche Einschätzung nicht zu erschüttern, welche überdies in Über
einstimmung mit derjenigen der
A._
-Gutachter steht (Urk. 10/83/79 und Urk. 10/85/13 ff.).
4.
7
Gestützt auf das beweiskräftige Gutachten vom 16. Februar 2013 ist der Beschwer
deführerin in einer adaptierten rückenschonenden Tätigkeit mit Han
tieren von Lasten bis 10 kg somit eine 100%ige Arbeitstätigkeit zumutbar (Urk. 10/86).
Damit ist keine wesent
liche Veränderung der tatsächlichen Ver
hältnisse erkennbar, was
zu keiner
Neubeurtei
lung
des Rentenanspruchs führt (vgl. E. 1.1).
4.
8
Nach dem Gesagten ist d
ie
Beschwerde abzuweisen.
5.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
6.
6.1
Mit ihrer Beschwerde vom 2. Oktober 2013 ersuchte die Beschwerdeführerin
um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1). Mit Eingabe vom
7. November 2013
substantiiert
e sie ihr
Gesuch bezüglich Bedürftigkeit und reichte nebst dem Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit diverse Belege ein (Urk. 6 ff.).
6.2
Gemäss
§
16
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) wird einer Partei, der die nötigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offen
sichtlich aussichtslos erscheint, in kostenpflichtigen Verfahren auf Gesuch die Bezahlung von Verfahrenskosten erlassen.
Mittellosigkeit im Sinne des prozessualen Armenrechts setzt voraus, dass die Gesuch stellende Person sämtliche eigenen Hilfsmittel zur Finanzierung des Prozesses erschöpft hat. Zu berücksichtigen ist unter anderem auch die Mög
lichkeit, vom Ehegatten aufgrund der ehelichen Unterhaltspflicht (
Art.
163 ZGB) einen angemessenen Prozesskostenvorschuss zu erhalten. In zweiter Linie ist zu prüfen, ob die um das Armenrecht nachsuchende Partei über eigenes Vermögen verfügt. Erst in dritter Linie ist die Gesuch stellende Person sodann auf die all
gemeine eheliche Beistandspflicht zu verweisen. Die Pflicht des Staates zur Gewährung der unentgeltlichen Rechtsvertretung geht der Unterhaltspflicht aus Familienrecht nach; erst wenn alle diese Mittel zur Finanzierung des Prozesses
nicht ausreichen, ist die Mittellosigkeit im Sinne des prozessualen Armenrechts gegeben (ZR 90 Nr. 82 S. 260).
6.3
Die Beschwerdeführerin und ihr Ehegatte verfügen über kein beziehungsweise kein nennenswertes Vermögen (Urk. 8/5, Urk. 8/8 sowie Urk. 8/12 f.).
6.4
Der für die Berechnung der prozessualen Bedürftigkeit massgebende monatliche Bedarf der Beschwerdeführerin und ihres Ehegatten setzt sich wie folgt zusam
men (vgl. das Kreisschreiben der Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich an die Bezirksgerichte und die Betreibungsämter betreffend Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom 1
6.
September 2009): Grundbetrag für ein Ehepaar Fr. 1‘700.--, Wohnungsmiete (inkl. Pauschale für Nebenkosten,
Akonto
-Betrag für Heizkos
ten sowie Kabelanschlussgebühr) Fr. 987.-- (Urk. 8/1), zusätzliche Heizkosten Fr. 35.-- (Effektiv Fr. 1‘257.30 jährlich abzüglich
Akonto
-Betrag von Fr. 840.-- / 12; Urk. 8/7),
Telekommu
nika
tions
kosten
Fr. 10
0.—(ohne Beleg; vgl. Urk. 7 Ziff. 6
), obligatorische Krankenversicherung unter Berücksichtigung der
Prämi
enverbilligung
Fr. 470.-- (2 x Fr. 361.-- [Urk. 8/11] abzüglich 2 x Fr. 126.-- [Urk. 8/3]), AHV-Beiträge für Nichterwerbstätige Fr. 83.-- (ohne Beleg; vgl. Urk. 7 Ziff. 8). Insgesamt ergeben sich notwendige monatliche Auslagen in Höhe von Fr. 3‘375.--. Die monatliche Prämie für Zusatzversicherungen zur Krankenversicherung nach VVG von Fr. 58.40 (2 x Fr. 29.20 [Urk. 8/11]) ist aus dem Freibetrag, welcher vorliegend bei einem Ehepaar Fr. 500.-- beträgt, zu bestreiten.
Die Beschwerdeführerin erzielt kein Einkommen. Der Ehegatte der Beschwerde
führerin erhält von der Pensionskasse monatliche Leistungen von Fr.
2
‘006.-- (Urk. 8/2 und Urk. 8/10). Zudem erhält er von der Invalidenversicherung monatliche Rentenleistungen von Fr. 2‘267.-- (Urk. 8/9). Von den Gesamtein
nahmen von Fr.
4
‘273.-- verbleiben der Beschwerdeführerin und ihrem Ehe
gatten nach Abzug der laufenden monatlichen
Steuerbetreffnisse
von insgesamt Fr. 197.-- (Staats- und Gemeindesteuer Fr. 185.--, direkte Bundessteuer Fr. 12.-- [vgl. Urk. 8/8]) noch Fr. 4‘076.--.
Nach Abzug der (teilweise nicht belegten) notwendigen Ausgaben von Fr. 3‘375.-- und des Freibetrages von Fr. 500.-- stehen der Beschwerdeführerin und ihrem Ehegatten nach den vorstehenden Ausführungen monatlich noch Fr. 201.-- zur Verfügung. Damit ist die Beschwerdeführerin
aber
in der Lage, die Prozesskosten von Fr. 600.-- ohne Beeinträchtigung des für sie und ihre Familie nötigen Lebensunterhalts zu bezahlen beziehungsweise entsprechende Rück
stellungen zu bilden.
6.5
Das Gesuch der Beschwerdeführerin vom 2. Oktober 2013 um Gewährung der unentgelt
lichen Rechtspflege ist daher wegen fehlender Mittellosigkeit abzu
weisen.