Decision ID: a8f8f11c-9924-4142-b5e0-e52f0d450ac1
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1981 geborene X._
meldete sich unter Hinweis auf
seit 2017 be
stehende Herzbeschwerden am
10
.
Oktober
2018 bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invaliden
versicherung an (Urk. 9/2).
In der Folge führte die IV-Stelle ein Standortgespräch durch (
Bericht vom 9. November 2018,
Urk. 9/8) und tätigte medizinische
sowie beruflich-erwerbliche
Abklärungen (Urk. 9/9
-9/1
3
, 9/16, 9/29, 9/31
, 9/33
f.
, 9/36
, 9/38
)
.
Mit Schreiben vom 1. November 2019 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 9/35)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 20. Februar 2020 [Urk. 9/40]; Einwand vom 21. März 2020 [Urk. 9/42] sowie vom 23. März 2020 [Urk. 9/41])
lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom 13. Juli 2020 das Gesuch des Versicherten um eine Invalidenrente ab (Urk. 2 [= Urk. 9/50]).
2.
Gegen die Verfügung vom 13. Juli 2020 (Urk. 2) erhob der Versicherte mit Ein
gabe vom 12. August 2020 Beschwerde und beantragte die Aufhebung der ange
fochtenen Verfügung sowie
sinngemäss die Zusprechung der gesetzlichen Leis
tun
gen
. In prozessualer Hin
sicht beantragte er den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1).
Mit Eingabe vom 9. September 2020 reichte der Beschwerdeführer so
dann das Formular zur Abklä
rung der prozessualen Bedürftigkeit samt Beilage zu den Akten (Urk. 6, 7).
Die IV-Stelle schloss m
it Beschwerdeantwort vom 17. September 2020 auf Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 8),
worüber
de
r
Beschwerdeführer
mit Verfügung vom
18. September 2020
in
Kenntnis
gesetzt
wurde (Urk. 10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundes
gesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Er
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art.
28 Abs.
1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung
(
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Die IV-Stelle erwog in der angefochtenen Verfügung im Wesentlichen,
die medi
zinischen Abklärungen hätten ergeben, dass bloss eine vorübergehende Arbeits
unfähigkeit vorgelegen habe; seit Oktober 2019 liege eine vollständige Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätigkeit vor, weshalb kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung bestehe. Für die Stellensuche sei vielmehr das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zuständig. Daran änderten auch die im Ein
wand vorgebrachten Gründe nichts, zumal
eine
fehlende berufliche Qualifikation nicht gesundheitsbedingt sei und folglich von der Invalidenversicherung nicht
berücksichtigt werden könn
e (Urk. 2).
In ihrer Vernehmlassung vom
17. September 2020
hielt die IV-Stelle ergänzend fest,
vorliegend könne
nicht von einer
Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes gesprochen werden, zumal sie nicht zu endlosen Beweiserhebungen und Ab
klä
rungen verpflichtet sei
und unter den Voraussetzungen der antizipierten Be
weis
würdigung auf weitere Abklärungen verzichten könne, worin keine Ver
letzung
des rechtlichen Gehörs liege.
Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) habe die vor
liegenden Arztberichte als schlüssig und die medizinischen Fakten als nachvoll
ziehbar erachtet, weshalb darauf abzustellen sei. Beim Beschwerdeführer be
stünden funktionelle Einschränkungen im Rahmen von Tätigkeiten mit Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, beim Ersteigen von Treppen, Leitern und Gerüsten, beim Gehen auf unebenem Grund sowie in kniender oder kniebeu
gen
der Körperhaltung, auch seien überwiegende Geh- und Stehbelastungen zu ver
meiden. Dem Belastungsprofil zufolge sei es ihm jedoch möglich, eine über
wie
gend sitzende Tätigkeit mit leichter Wechselbelastung auszuführen.
Invalidi
täts
fremde Gründe wie die vom Beschwerdeführer vorgebrachte fehlende Berufs
bil
dung, die fehlende Berufserfahrung oder die
Covid
-Krise könnten für die Beur
teilung des Vorliegen
s einer Erwerbsunfähigk
eit nicht berücksichtigt werden;
überdies
gehe die Invalidenversicherung von einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt aus, welcher die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtige und in wirt
schaftlich schwierigen Zeiten auch tatsächlich nicht vorhandene Stellen
angebote umfasse. Schliesslich entspreche es nicht dem Zweck einer IV-Stelle, Anfragen für den Beschwerdeführer beim RAV vorzunehmen (Urk. 8).
2.2
Der Beschwerdeführer argumentierte demgegenüber,
die Vorinstanz habe ihre Sorgfaltspflicht
dadurch
verletzt,
dass
sie sein Gesuch nicht sorgfältig geprüft habe. Auch gehe sie theoretisch und spekulativ von einer vollständigen Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätigkeit aus, wobei sie die schwierigen Umstände ver
kenne, die ihm
eine
Erwerbstätigkeit
verunmögli
ch
t
e
n
. Die fehlende Qualifikation sowie
die fehlende Berufsausbildung und
-
erfahrung sprächen gegen eine voll
ständige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit. Auch könne eine Verschlech
terung seiner Gesundheit im Alter nicht ausgeschlossen werden. Weder von den Ärzten noch von der Vorinstanz seien Arbeiten definiert worden, welche ihm zugemutet werden könnten; vielmehr sei pauschal auf das RAV verwiesen wor
den, ohne
dass dieses
angefragt worden sei
, weshalb unklar sei, ob ihm d
as RAV tatsächlich bei der Stellensuche helfen könne
.
Covid
habe die Situation auf dem Arbeitsmarkt zu
sätzlich verschlechtert;
er habe kaum Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt, weshalb nicht davon auszugehen sei, dass er in absehbarer Zeit eine angepasste Tätigkeit finden werde, mit oder ohne Hilfe des RAV
(Urk. 1)
.
3.
3.1
Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung
im Wesentlichen
auf die folgenden Arztberichte:
3.2
Dipl. Arzt Y._
, Facharzt für Ophthalmologie, führte im Arztbericht vom 13. November 2018 (Urk. 9/29 S. 8-15) die Diagnosen eines alten
Makula
fora
men
rechts
, eines
Oculus
ultimus
funktionalis
links
sowie einer Konjunktivitis
Sicca
auf und hielt fest, eine Therapie sei nicht erforderlich, eine jährliche Unter
suchung jedoch sinnvoll.
3.3
Der Hausarzt des Beschwerdeführer
s, Dr. med. Z._
,
Prak
ti
scher Arzt,
führte im Bericht vom
1
6.
Mai 2019 (Urk. 9/29 S. 1-5
) die fol
gen
den Diagnosen auf:
-
Koronare
Eingefässerkrankung
-
Koro
bei inferiorem STEMI 09/2017: PCI/
Stenting
eines Verschlusses der distalen RCA, mittelschwer eingeschränkte LVEF (40 %),
postinter
ventionell
zweimalige Defibrillation bei Kammerflimmern
-
TTE 02/2018: leicht eingeschränkte linksventrikuläre Funktion (50 %) bei inferiorer und
inferolateraler
Hypo- bis Akinesie
-
cvRF
: persistierender Nikotinabusus (kumulativ ungefähr 50 Packun
gen pro Jahr), positive Familienanamnese
-
Makulaforamen
rechts
-
Oculus
ultimus
funktionalis
linkes Auge
-
Konjunktivitis
Sicca
-
Teilresektion Innenminiskus links, Status nach Arthroskopie Kniegelenk am 16. Januar 2019
-
Debridement
im Bereich des Knorpelschadens und Mikrofraktur
-
Partielle
Synovektomie
,
Knochenmarkoedem
medialer
Femurcondylus
links
-
Arthrose linkes Knie
-
Psychische Belastung, Differentialdiagnose depressive Stimmung
-
Hyperlipidämie
Dr.
Z._
attestierte
dem
Beschwerdef
ührer
aufgrund eines schlechten Allgemein
zustandes eine vollständige Arbeitsunfähigkeit auch für angepasste Tätigkeiten.
3.4
Im Verlaufsbericht vom
26. August 2019 (Urk. 9/31 S. 1-3)
führte
Dr.
Z._
die
folgenden Diagnosen auf:
-
Status nach Kniearthroskopie links mit Innenminiskus-Teilresektion (16. Januar 2019)
-
Postoperatives
Knochenmarkoedem
medialer
Femurcondylus
links
-
K
oronare
Eingefässerkrankung
Unter den veränderten Befunden hielt Dr.
Z._
zudem eine depressive Verstim
mung fest und führte aus, beim Beschwerdeführer liege eine um 100 % vermin
derte Leistungsfähigkeit vor, allenfalls sei die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit durch medizinische Massnahmen teilweise möglich.
3.
5
Dr. med. A._
,
Fachärztin für
Orthopädische Chirurgie und
Trauma
tologie des Bewegungsapparates,
diagnostizierte im Bericht vom 4. Nove
m
ber 2019 (Urk. 9/36 S. 7-10) einen Status nach Kniearthroskopie mit Innen
me
niskus-Teilresektion links vom 16. Januar 2019
(Austrittsbericht vom 17. Januar 2019, Urk. 9/31 S. 11 f.)
. Dr. A._
führte aus, es habe sich ein
Knochen
mark
oedem
entwickelt, der Beschwerdeführer habe sich jedoch trotz Indikation aus ortho
pädischer Sicht gegen die Implantation einer medialen Schlittenprothese ent
schlossen. Als Maurer sei er vollständig arbeitsunfähig
;
s
olange kni
ende Tätig
keiten und Tätigkeiten mit Belastungen des Kniegelenk
e
s vermieden würden, sei ihm
jedoch
eine
körperlich
leichte
Arbeit in sitzender Tätigkeit oder im zwei
stündigen Wechsel zwischen Stehen und Sitzen zu 100 % zumutbar.
3.
6
Dr. med. B._
,
Assistenzärztin Klinik für Kardiologie
Stadtspital C._
, führte im Bericht vom 16. Dezember 2019 (Urk. 9/38 S. 1-5) aus, auf
grund einer koronaren
Eingefässerkrankung
liege beim Beschwerdeführer eine leicht einge
schränkte Leistungsfähigkeit vor. Eine Tätigkeit als Maurer sei
nur
e
ingeschränkt
möglich, in einer angepassten Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer vermutlich ein Vollzeit
pensum zumutbar.
3.7
Im Bericht
des Stadtspitals C._
, Klinik für Kardiologie,
vom 20. Dezember 2019 (Urk. 9
/38 S. 9 f.) stellten Dr. B._
und Dr.
med. D._
,
Facharzt für Kardiologie und
Intensivmedizin
,
die folgenden Diagnosen:
-
Korona
r
e
Eingefässerkrankung
-
Koro
bei inferior
em
STEMI
09/2017: PCI/
Stenting
eines Verschlusses der distalen RCA
,
mittelschwer eingeschränkte LVEF (40 %),
postin
ter
ventionell
zweimalige Defibrillation bei Kammerflimmern
-
TTE vom 16. Dezember 2019: leicht eingeschränkte linksventrikuläre Funktion (
biplan
46 %) bei inferiorer und
inferolateraler
Akinesie sowie
Hypokinesie
anterolateral
-
cvRF
: persistierender Nikotinabusus (kumulativ ungefähr 50 Packun
gen pro Jahr), positive Familienanamnese
-
Obstipation
Die Ärzte hielten fest, der Beschwerdeführer
berichte
über ein stabiles Befinden mit guter Leistungsfähigkeit im Alltag ohne
kardiale
Beschwerden. Er betreibe weiterhin keinen regelmässigen Sport, gehe jedoch regelmässig für drei bis vier Kilometer spazieren und bewältige beschwerdefrei mehrere Stockwerke Treppen.
Unter stär
kerer Belastung verspüre er eine leichtgradige Atemnot. Des Weiteren sei er auf
grund von Knieschmerzen linksseitig limitiert.
4.
4.1
Unbestritten
und aufgrund der Akten erstellt
ist, dass der Beschwerdeführer in seiner bisher ausgeübten Tätigkeit als Maurer vollständig arbeitsunfähig ist (vgl. vorstehend E.
3.3-3.
7
). Strittig ist indes die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
füh
rers in einer angepassten Tätigkeit.
4.2
Während Dr.
Z._
dem Beschwerdeführer eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
auch für angepasste Tätigkeiten attestierte (vgl. vorstehend E. 3.3 f.),
bescheinig
te Dr. A._
in angepasster Tätigkeit eine vollständige Arbeitsfähigkeit (vgl. vor
stehend E. 3.5), was von Dr.
B._
bestätigt wurde (vgl. vorstehend E. 3.6).
4.3
Diesbezüglich ist
einerseits
festzuhalten, dass
Dr. A._
, welche
über eine
n
Fach
arzt
titel
in Orthopädischer Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates verfügt
, ausdrücklich von einer vollständigen Arbeitsfähig
keit
in
angepasst
er Tätigkeit
ausging, solange das Belastungsprofil eingehalten werde
, es sich bei ihrer Einschätzung folglich um eine spezialärztliche handelt
.
Andererseits
hielt auch Dr.
B._
fest, es liege mit Blick auf die koronare
Eingef
ässerkrankung
eine leicht eingeschränkte Leistungsfähigkeit vor, in ange
passter Tätigkeit sei ver
mutlich ein Vollpensum zumutbar.
Schliesslich
wird im Bericht
des Stadtspitals C._
vom 20. Dezem
ber 2019
(vgl. vorstehend E. 3.7)
auf die Aussage des Be
schwerdeführers ver
wiesen, welcher über ein stabiles Befinden mit guter Leis
tungsfähigkeit im Alltag ohne
kardiale
Beschwerden berichtete sowie darüber, dass er regelmässig mehrere Kilo
meter spaziere und beschwerdefrei Treppen be
wältige.
Zwar
verwies
er auf seine Limitierung aufgrund der Kniebe
schwerden, indes trug Dr. A._
diesen Be
schwerden bei der Festlegung des Belastungs
pro
fils um
fassend Rechnung.
Soweit Dr.
Z._
auf eine
depressive Verstimmung hinw
ies
(vgl. vorstehend E. 3.4
), ist anzumerken, dass diese
Diagnose
weder von einem psychiatrisch-psy
cho
the
ra
peutischen Facharzt
gestellt
noch
begründet bzw.
mit einer ICD-10-Kodifi
zierung ver
sehen wurde und folglich nicht zu berücksichtigen ist.
Im Übrigen ist in diesem Zu
sam
menhang – mit Blick auf die Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit
durch
Dr.
Z._
– auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass behandelnde Ärzte
mit
unter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifels
fällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E.
3b/cc).
4.4
Nach dem Gesagten
ist
vorliegend auf die
von Dr. A._
attestierte –
und von Dr.
B._
bestätigte
–
vollständige
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
unter Ber
ücksichtigung des von Dr. A._
festgelegten Belastungsprofils abzustellen.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich diese Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit in er
werblicher Hinsicht auswirkt.
5.2
Auf der Grundlage einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit er
übrigt sich ein ordentlicher Einkommensvergleich, zumal sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen des Beschwerdeführers – angesichts seiner fehlen
den beruflichen Ausbildung (vgl. Urk.
9
/
2
S. 5) sowie
seiner
seit 2012 ausge
wie
senen Nichterwerbstätigkeit (vgl. Urk.
9
/
6
) und der dadurch bedingten Quali
fika
tion für eine Hilfstätigkeit – gestützt auf derselben Bemessungsgrundlage zu bestimmen ist (vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_463/2012 vom 3. August 2012 E. 4.2
und 8C_148/2017 vom 19. Juni 2017 E. 4
). Der Invaliditäts
grad liegt dem
nach bei rentenausschliessenden 0 % (vgl. vorstehend E. 1.
2
)
, zumal
keine
Grün
de für einen Abzug vom Invaliden-Tabellenlohn (BGE 126 V 75) ersichtlich sind
.
5.3
Soweit der Beschwerdeführer diesbezüglich zunächst rügt, die IV-Stelle habe ihre Sorgfaltspflicht verletzt, indem sie sein Gesuch nicht sorgfältig geprüft habe (vgl. vorstehend E. 2.2), ist festzustellen, dass d
ie IV-Stelle den gesamten medi
zi
ni
schen Sachverhalt zu den Akten genommen (vgl. Urk. 9/39) sowie umfassend ab
geklärt hat, indem sie mehrfach Arztberichte einholte (vgl. vorstehend E. 3) und den Sachverhalt schliesslich
dem
RAD zur Beurteilung vorlegte (Urk. 9/39 S. 6 f.). Führ
t
en
aber
die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärung
en
die Verwal
tung bei pflichtgemässer
Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und es könnten
weitere Beweis
massnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern
, so
kann sie
auf die Abnahme weiterer Beweise verzichten (antizipierte Beweis
würdigung)
, worin kein
Verstoss gegen das rechtliche Gehör gemäss Art.
29 Abs.
2
der Bun
desverfassung (BV) und auch keine Verletzung des Unter
su
chungs
grundsatzes zu erblicken ist
(BGE 124
V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d
)
.
5.4
Auch mit seinem Vorbringen
, die IV-Stelle verkenne die schwierigen Umstände, welche ihm eine
Erwerbstätigkeit
verunmöglich
t
e
n
, zumal fehlende Qualifikation, Berufsausbildung und
-
erfahrung und die schwierige Situation auf dem Arbeits
markt zu berücksichtigen sei
en
(vgl. vorstehend E. 2.2),
geht der Beschwerde
führer fehl. So
ist
einerseits
festzuhalten,
dass das invalidenversicherungsrecht
lich festgelegte Invalideneinkommen auf der
Grundlage
eines ausgeglichenen
Arbeitsmarktes ermittelt wird (vgl. Art. 16 ATSG). Dieser ausgeglichene Arbeits
markt ist dabei ein theoretischer und abstrakter Begriff, welcher die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch tatsächlich nicht vorhandene Stellenangebote umfasst und von den fehlenden oder verringerten Chancen Teilinvalider, eine zumutbare und geeignete Arbeits
stelle zu finden, absieht (vgl. BGE 134 V 64 E. 4.2.1).
Andererseits
handelt es sich bei Aspekten wie mangelnde Ausbildung oder
mangelnde Deutschkenntnisse
um sogenannte «invaliditätsfremde Faktoren»; eine sich hieraus ergebende
«
Arbeits
unfähigkeit
»
ist nicht invaliditätsbedingt, weshalb diese Faktoren
– ausser im Rahmen einer Parallelisierung der Vergleichseinkommen –
nicht
zu berück
sich
tigen sind (vgl.
BGE 107 V 17 E. 2c; ferner
Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014, Art.
28
N
20-22
; vgl. auch BGE 127 V 294
)
.
5.5
Soweit der Beschwerdeführer abschliessend vorbringt, die IV-Stelle habe pauschal auf das RAV verwiesen, ohne dieses hinsichtlich der Stellenvermittlung zu kon
taktieren (vgl. vorstehend E. 2.2)
, ist
anzuführen, dass
es Sinn und
Zweck der Invalidenversicherung
ist
, mit Eingliederungsmassnahmen oder Geldleistungen die Existenzgrundlage von invalid gewordenen
oder von Invalidität bedrohten
Ver
sicherten zu sichern
(vgl. auch Art. 1a IVG).
Daraus folgt, dass die Invali
den
versicherung nicht dafür geschaffen
wurde, Versicherte ohne invalidenversiche
rungsrechtlich relevanten Gesund
heits
schaden beim (Wieder
-
)Einstieg in den Arbeitsmarkt zu unterstützen
respek
tive
in diesem Sinne
Kontakt zu
einem
RAV herzustellen;
vielmehr obliegt es dem Ver
sicherten selbst, sich persönlich bei seiner Wohngemeinde oder der vom
Kan
ton bestimmten zuständigen Amtsstelle zur Arbeitsvermittlung zu melden (vgl. Art.
17 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversiche
rung und die Insolvenzentschädigung [AVIG]).
6
.
Nach dem Gesagten hat die IV-Stelle den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente mit der angefochtenen Verfügung vom 13. Juli 2020 (Urk. 2) zu Recht verneint.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7
.
7
.1
Der Beschwerdeführer beantragte die Gewährung der unentgeltlichen Rechts
pflege (Urk. 1).
Gemäss
§ 16 Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
wird einer Partei, der die nötigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht aus
sichtslos erscheint, in kostenpflichtigen Verfahren auf Gesuch die Bezahlung von Verfahrenskosten erlassen.
Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ist ausgewiesen
, da er von der öffent
lichen Sozialhilfe unterstützt wird
(Urk. 6, 7).
Weil der Prozess zudem nicht als gänzlich aussichtslos einzustufen ist, sind die Voraussetzungen zur Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung erfüllt.
7
.2
Die Verfahrenskosten sind auf Fr.
6
00.-- festzusetzen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ausgangsgemäss de
m
Beschwerdeführ
er
aufzuerlegen, zufolge Gewährung der
unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen
.
7
.3
Der Beschwerdeführer
wird auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen, wonach
er
zur Nachzahlung der
ihm
erlassenen Gerichtskosten verpflichtet ist, sobald
er
dazu in der Lage ist.