Decision ID: 3275d56e-21f0-4591-b9da-aaba77c48035
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1958
, arbeitete vo
n
2001 bis
2005
als Fräser
(
Urk.
7/9). Am
1
9.
September 2005
meldete
er
sich bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, zum Le
istungsbezug an (
Urk.
7/2).
Daraufhin holte die IV-Stelle
einen
medizinische
n Bericht
(
Urk.
7/10
), einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
7/9), Auszüge aus dem individuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
7/4,
Urk.
7/7),
sowie
ein Gutachten
der
Abklärungsstelle
Y._
(
Urk.
7/26) ein und führte eine erwerbliche Abklärung durch (
Urk.
7/6).
Die IV-Stelle teilte dem Versicherten
am
2
0.
Juli 2007 (
Urk.
7/31) mit, dass kein Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe.
N
ach durchgeführtem Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/39,
Urk.
7/45,
Urk.
7/49,
Urk.
7/60) sprach die IV-Stelle
dem Versicherten
mit Verfügung vom 3
0.
September 2008
(
Urk.
7/69)
gestützt auf das am
4.
Juni 2007 erstattete Gut
achten des
Y._
mit Wirkung ab
1.
August 2005 ei
ne Viertelsrente der In
vali
denversicherung zu
.
Die gegen die Verfügung vom 3
0.
September 2008 gerichtete Bes
chwerde des Versicherten (
Urk.
7/76,
Urk.
7/78/3-15
) wurde - nachdem mit Beschlus
s des hiesigen Gerichts vom 3
0.
März 2010 eine mögliche ref
ormatio in peius in Aussicht gestellt worden war (
Urk.
7/92) - am 2
7.
April 2010 zurückgezogen (
Urk.
7/93).
1.
2
Im März 2009 eröffnete die IV
Stelle ein amtliches Rentenrevisionsverfahren. Mit dem ausgefüll
ten Revisionsfragebogen vom 2
6.
März 2009 brachte der Ver
sicherte vor, dass sich sein Gesundheitsz
ustand verschlimmert habe (
Urk.
7/87
/1-5
). Daraufhin holte die IV
Stelle
medizinische Berichte
(
Urk.
7/98,
Urk.
7/102) und ein po
lydisziplinäres Gutachten
der MEDAS vom
1.
Februar 2012
(
Urk.
7/106) ein.
Nach durchgeführtem Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
7/109,
Urk.
7/111,
Urk.
7/113) hob die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
1.
Februar 2013 (
Urk.
2 =
Urk.
7/121
) die Verfügung vom 3
0.
September 2008
wiedererwägungsweise auf
,
stellte die auf dieser Grund
lage erfolgte bisherige Ausrichtung einer Viert
els
rente per Ende März 2013 ein und entzog einer allfälligen Beschwerde die auf
schiebende Wirkung.
2.
Am
1
0.
April 2013
erhob
der Versicherte Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfü
gung vom 2
1.
Februar 2013 und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm weiterhin eine Viertelsrente der Invalidenversicherung auszurichten
(S.
2).
Die IV
Stelle beantrag
te mit Beschwerdeantwort vom
8.
Mai 2013
die
Abwei
sung der Beschwerde (
Urk.
6), was
dem Beschwerdeführer
mit Verfügung vom 2
5.
Juni 2013 (
Urk.
7/8) zur Kenntnis gebracht wurde. Gleichzeitig wurde sein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung
mangels Sub
stantiierung innert angesetzter Nachfrist (
Urk.
4 und 5)
abgewiesen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fä
hig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist - auch bei psychischen Erkrankungen - in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychoso
ziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungs
zuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem
Sinne verselbstständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Ar
beits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
1.3
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die somatoforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chronische körperli
che Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rück
bildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich miss
glückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unter
schied
lichem therapeutischen Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versi
cher
ten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die ent
spre
chenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.6
Nach
Art.
17 ATSG sind laufende Renten für die Zukunft zu erhöhen, herab
zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesent
liche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung bestanden hat, mit demje
nig
en zur Zeit der streitigen Revi
sionsverfügung (BGE 105 V 29).
Fehlen die in
Art.
17 ATSG genannten Voraussetzungen, so kann die Renten
ver
fügung lediglich nach den für die Wiedererwägung rechtskräftiger Verwal
tungsverfügungen geltenden Regeln abgeändert werden. Danach ist die Ver
waltung befugt, auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn sich diese als zweifellos unrichtig erweist und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (
Art.
53
Abs.
2 ATSG). Sie ist verpflichtet, darauf zu
rückzukommen, wenn neue Tatsachen oder neue Beweismittel entdeckt werden, die geeignet sind, zu einer andern rechtlichen Beurteilung zu führen (BGE 110 V 176 E. 2a, 292 E. 1 mit Hinweisen). Das Gericht kann eine zu Unrecht ergan
gene Revisionsverfügung gegebenenfalls mit der substituierten Begründung
schützen, dass die ursprüngliche Rentenverfügung zweifellos unrichtig und die Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 125 V 368 E. 2 mit Hinwei
sen; vgl. auch BGE 128 V 272 E. 5b/bb; Urteil des Bundesgerichts 9C_562/2008 vom 3. November 2008 E. 2.2 mit Hinweis).
Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn eine Leistungszusprache aufgrund falsch oder unzutreffend verstandener Rechts
regeln erfolgt ist oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Beurteilung not
wendigerweise Ermessenszüge aufweist. Erscheint die Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststellung solcher Anspruchsvoraussetzungen (Invaliditäts
be
mes
sung, Arbeitsunfähigkeits
schätzung, Beweiswürdigung, Zumutbarkeitsfra
gen) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung darboten, als vertretbar, scheidet die An
nahme zweifelloser Unrichtigkeit aus. Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss - derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung - denkbar (SVR 2011 IV Nr. 71 S. 213,
Urteil des Bundesgerichts
9C_994/2010
vom 1
2.
April 2011
E. 3.2.1; Urteil
des Bundesgerichts
9C_760/2010 vom 1
7.
November 2010 E. 2).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2)
davon aus, dass dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 3
0.
September 2008
zu Unrecht
eine Rente zugesprochen
worden sei
.
Ab
1
6.
April 2007
habe
kein invalidisierender Gesundheitsschaden aus psychiatrischer Sicht vorgelegen und
bei einer
Arbeitsfähigkeit von 100
%
in einer angepassten Tätigkeit
habe sich
ein
rentenausschliessender In
validitätsgrad von 30
%
ergeben
(
S.
2
unten).
Die im Gutachten
der MEDAS festgestellte
Einschränkung von 20
%
aus psychiatrischer Sicht
sei überwiegend durch kulturelle Haltungen und Ein
stellungen begründet, wobei es sich vor
w
iegend um in
validitätsfremde Faktoren
handle, womit
der psychische Gesundheitsschaden überwindbar sei (S. 3 oben).
Die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit betrage nach wie vor 100
%
. Der Einkommensvergleich ergebe einen
nicht anspruchsbegründen
d
en
Invalidi
tätsgrad von 31.5
%
(S. 3 Mitte).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer beschwerdeweise (
Urk.
1) auf den Standpunkt, aus der Beurteilung
im
Y._
-Gutachten und der zusätzlichen Stellungnahme
gehe hervor
, dass neben der leichten depressiven Episode auch klar kör
perliche Beschwerdebilder vorlä
gen, welche eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirken würden. Gemäss
Y._
-Gutachten
habe
sich
eine Verla
gerung der im Vordergrund stehenden Beschwerden ergeben, indem zuerst ganz klar das lumbovertebrale und das zervikobrachiale Schmerzsyndrom im Vorder
grund gestanden seien und sich dann in der Folge die depressive
n
Symptome akzentuiert
hätten
. Die Viertelsrente sei gerade wegen der multiplen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zugesprochen
worden
und nicht allein aufgrund der leichten depressiven Episode
. Dies werde durch die aktuelle gesundheitliche Situation bestätigt, indem kürzlich erneut bildgebe
nd
e Untersu
chungen der Wirbelsäule
hätten
durchgeführt werden
müssen
. Die damalige Leistungszusprache könne daher nicht als offensichtlich unrichtig erklärt wer
den. Die offensichtliche Unrichtigkeit der Rentengewährung sei hier nicht gege
ben (S. 5
Ziff.
3.2
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob
der Beschwerdeführer weiterhin Anspruch auf eine Viertelsrente der Invalidenversicherung hat.
3.
3.1
Vorab zu prüfen ist, ob die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung der renten
zusprechenden Verfügung vom 3
0.
September 2008 erfüllt sind.
Der
rechts
kräftigen
Rentenzusprache
lag
in medizinischer Hinsicht
das polydiszipli
näre
Gutachten
des
Y._
vom
4.
Juni 2007 (
Urk.
7/26)
zugrunde.
Darin wurden
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
genannt
(S. 17
Ziff.
5.1):
leichte depressive Episode (F32.0)
chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Sympto
matik
vollständige Lumbalisation von S1
ventrale Diskusprotrusionen L5/S1 und S1/2, klinisch und MR-tomogra
phisch ohne objektivierbare Neurokompression
intermittierend auftretendes zervikobrachiales Schmerzsyndrom beidseits ohne radikuläre Symptomatik
Bandscheibenprothesen C4/5 und C5/6 sowie Status nach Spondylo
dese C6/7 vom 2
2.
Juni 2006 (Z98.8)
Status na
ch Arthroskopie mit subakromi
alem Débridement Schulter rechts vom 1
9.
November 2005 und Status
nach Arthroskopie mit subakromi
alem Débridement Schulter links vom 2
2.
Juni 2007
Die
Y._
-Gutachter
führten aus, der Beschwerdeführer sei aufgrund der ortho
pädischen Befunde am Bewegungsapparat für eine schwere Tätigkeit, wie es ge
mäss anamnestischen Angaben die bisherige Tätigkeit als CNC-Mechaniker
gewesen sei
, zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 17
Ziff.
6.2).
Es sei davon
aus
zugehen
, dass diese Arbeitsunfähigkeit, wie vom Hausarzt attestiert, seit dem 1
8.
August 2004
bestehe
(S. 18
Ziff.
6.3). Dem Beschwerdeführer sei aufgrund der orthopä
dischen Befunde eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit mit einer Traglimite von 10 kg ohne zeitliche und leistungsmässige Einschränkung zu
mutbar. Die in der psychiatrischen Untersuchung festgestellte leich
te depressive Episode vermindere
die Arbeitsfähigkeit für diese Tätigkeit um 20
%
. Die Schmerzverarbeitungsstörung sowie die internistischen Diagnosen würden keine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirken. Aus polydisziplinärer Sicht könne dem Beschwerdeführer eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80
%
für eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit, die in wechselnder Position mit einer Traglimite von 10 kg ausgeübt werden könne, attestiert wer
den (S. 18
Ziff.
6.4).
Die Gutachter
führten weiter aus, der Beschwerdeführer fühle sich kaum mehr in der Lage einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, dies aufgrund seiner Einschät
zung, es
ge
be keinen
angepassten Arbeitsplatz und durch die Erwerbstätigkeit
würden
seine
Beschwerden wieder verstärkt
. Die Einschätzung des Beschwer
deführers könne nicht mit einem psychischen Leiden begründet werden. Da keine schwerwiegende psychische Erkrankung vorliege, könne dem Beschwer
deführer aus medizinischer Sicht zugemutet werden, die notwendige Willens
anstrengung aufzubringen und einer Erwerbstätigkeit nachzug
ehen (S.
18
Ziff.
6.5).
3.2
Auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin führte
n
die Ärzte
des
Y._
mit Schreiben vom
3.
Septembe
r 2007 (
Urk.
7/36) aus,
die Arbeitsfähi
gkeitsbeurteilung in adaptierten
Verweistätigkeiten
sei
insofern schwierig, als
sich
die ärztlichen Zeugnisse ab dem Zeitpunkt der Arbeitsunfähigkeitsattestierung
, vor allem auf die angestammte Tätigkeit
bezögen
.
Eine psychiatrische Erkrankung, welche die
von ihnen attestierte
Arbeitsfähig
keit bei leichten und adaptierten Tätigkeiten um
20
%
ein
schränk
e
, sei demge
genüber in den Akten bis zur Untersuchung im April 2007 nicht beschrieben.
Im April 2007 habe
fü
r leichte und adaptierte Tätigkeiten somatisch keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit
bestanden. Bei wechselndem Krankheitsge
schehen, intermittierenden
Operationen und nachfolgenden Rekonvaleszenzen
müsse
über die Zeit gemittelt auch für leichte und adaptierte Tätigkeiten eine
Leistungseinbusse retrospektiv bestätigt werden,
seit
August 2004 primär soma
tisch begründet,
aktuell nur noch psychiatrisch. Sie
würden
damit eine
Leis
tungseinbusse
von 20
%
, über die Zeit gemittelt
vom
August 2004 bis April 2007
, vorwiegend somatisch begründet
, bestätigen
und
seit
April 2007 bei uneingeschränkter
somatischer
Zumutbark
eit für adaptierte Tätigkeiten
m
it der 20
%
-
igen Einschränkung
aus psychiatrischer Sicht
.
3.3
Im Gutachten
des
Y._
wurden in psychiatrischer Hinsicht - ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit - eine Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F59) und - mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit - eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0) diagnostiziert. Hierzu ist festzuhalten, dass eine leichte depressive Episode allein grundsätzlich nicht geeignet ist, eine leistungsspezifische Invalidität zu begrün
den, zumal bei einem derartigen Gesundheitsschaden in der Regel davon auszu
gehen ist, dass die versicherte Person die daraus resultierenden Einschränkun
gen der Erwerbsfähigkeit bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte (vgl. Urteile des Bundesge
richts 9C_260/2009 E. 2.3, I 251/06 vom
4.
April 2007 E. 3.3.1; vgl. auch BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353, je mit Hinweisen). Zudem kann dem Gutachten
des
Y._
entnommen werden, dass das Beschwerdebild des Beschwerdeführers zumindest zum Teil auch von
–
grund
sätzlich invaliditäts
fremden und daher auszuklammernden (BGE 127 V 294 E.
5a S. 299) - psy
chosozialen Belastungsfaktoren geprägt wird (vgl. psychiatrische Beurteilung, wonach die diagnostizierte - aber sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswir
kende - Schmerzverarbeitungsstörung möglicherweise durch einen kulturell bedingten Umgang mit Schmerz und Behinderung verursacht ist, und wonach der Beschwerdeführer auch etwa darunter leide, dass seine Tochter ihr Studium habe abbrechen müssen, da er keinen geregelten Verdienst mehr erziele;
Urk.
7/26 S. 9 f.
Ziff.
4.1.4). Weiter fällt auf, dass der Beschwerdeführer gemäss den von den
Y._
-Gutachtern veranlassten Blutuntersuchungen das verordnete Antidepressivum nur unregelmässig oder in niedrigerer Dosierung als angege
ben einnimmt, was gemäss Gutachter
darauf hindeute, dass er sich selbst nicht als besonders depressiv einschätze (
Urk.
7/26 S. 10
Ziff.
4.1.6).
3.4
Nach dem Gesagten steht mit Blick auf die Frage der Rechtmässigkeit der wieder
erwägungsweisen Rentenaufhebung fest, dass die Leistungszusprache vom 3
0.
September 2008 für den Zeitraum ab April 2007 aufgrund falscher
Rechtsregeln erfolgte, indem die Verwaltung entgegen klarer Rechtspraxis ver
fügte, und ohne sich ausreichend mit den Rechtsgrundsätzen gemäss BGE 131 V 49 und 130 V 352 auseinanderzusetzen, obwohl dies zum Ergebnis der Über
windbarkeit der Schmerzproblematik und der damit einhergehenden leichten depressiven Episode geführt hätte. Die IV-Stelle kam demnach zu Recht zum Schluss, dass die Voraussetzung der zweifellosen Unrichtigkeit erfüllt und ein wiedererwägungsweises Zurückkommen auf den ursprünglichen Rentenent
scheid in Bezug auf den Zeitraum ab April 2007 gerechtfertigt ist, zumal dessen Berichtigung, da es sich um eine periodische Dauerleistung handelt, von erheb
licher Bedeutung (BGE 119 V 475 E. 1c S. 480 mit Hinweisen) ist.
4.
4.1
Sind die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung erfüllt, müssen die An
spruchsberechtigung und allenfalls der Umfang des Anspruchs pro futuro ge
prüft werden. Wie bei einer materiellen Revision nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG ist auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts der Invaliditätsgrad zu ermitteln (Urteile des Bundesgerichts 9C_960/2008 vom
6.
März 2009 E. 1.2 mit Hinweisen und 9C_837/2010 vom 3
0.
August 2011 E.
3.1).
4.2
Dr.
med.
Z._
,
FMH
Psychiatrie und Psychotherapie
, nannte in seinem Bericht vom
2.
Oktober 2010 (
Urk.
7/98) folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
Verdacht auf Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion, länger andauernd (F43.21)
Er führte aus, er behandle den Beschwerdeführer erst seit Februar 200
9.
Er habe eine leichte depressive Verstimmung feststellen können. Diese sei vor allem be
schrieben, aber auch spürbar, aber nicht in dem Ausmass, dass eine Depression diagnostiziert werden könne. Es handle sich eher um eine längerdauernde Anpassungsstörung. Aus psychiatrischer Sicht sei die Prognose gut, wenn der Beschwerdeführer lerne, die Schmerzproblematik mit entsprechendem Coping und Management in den Griff zu bekommen und trotzdem einer Tätigkeit nach
zugehen (
Ziff.
1.4).
Dr
.
Z._
erklärte
, dass eine Behandlung stattfinde und er den Beschwerdeführer am 1
4.
Mai 2010 zuletzt gesehen habe. Jedoch seien Be
mühungen um eine regelmässige Therapie nicht spürbar (
Ziff.
1.5). Er führte weiter aus, es könne ab sofort in angepasster Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht mit einer Wiederaufnahme beziehungsweise einer Erhöhung der Einsatzfähig
keit gerechnet werden (
Ziff.
1.9).
4.3
Dr.
med.
A._
, Allgemeine Medizin
FMH
, nannte in seinem Bericht vom 2
9.
November 2010 (
Urk.
7/102) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
chronisches cervikobrachiales Schmerzsyndrom links
mehrsegmentale leichte Spondylarthrosen
Depression
Ferner nannte er folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
arterielle Hypertonie
Lactoseintoleranz
Sigmadivertikulose
Schmerzverarbeitungsstörung
Restless leg Syndrom
benig
ne Prostatahyperplasie
Nikotinkonsum
Er führte aus, die Prognose sei bei langjährigem chronischem Verlauf und ge
ringem Potential des Beschwerdeführers
,
wieder in den Arbeitsprozess integriert zu werden, eher gering (
Ziff.
1.4).
4.4
Im
Gutachten
der MEDAS vom
1.
Februar 2012 (
Urk.
7/106/1-40)
wurden
folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
ge
nannt
(S. 21
Ziff.
4.1):
chronische Zervikalgien mit
Verdacht auf Irritationssyndrom C6/C7 und C7/Th1 links bei dortigen foraminalen Einengungen (MRI Dezember 2008)
Status nach ausgedehnter Halswirbelsäulen-Operation C4-7 (Juni 2006)
Periarthropathie der linken Schulter bei
möglicher partieller Ankylosierung
Status nach operativem Eingriff (Februar 2007)
Akzenturierung von Persönlichkeitszügen (narzisstisches Ver
haltensmus
ter),
Z73.1
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41) mit
Quadrantensyndrom am Arm und Schultergürtel links sowie an der rechten unteren Extremität ohne entsprechendes Korrelat am Bewe
gungsapparat
k
larer Verdeutlichungstendenz und Selbstlimitierung
Ferner nannten sie folgende Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert (S. 22
Ziff.
4.2):
chronische
Lumbalgie bei
leichten
Spondylarthrosen und Bandscheibenprotrusionen L3/4 (Rezessusenge rechts) und L4/5 (Nervenwurzelkontakt rechts, MRI Dezember 2008)
arterielle
Hyptertonie, wahrscheinlich „essentiell“, Erstdiagnose 2005
schädlicher Nikotingebrauch
Die MEDAS-Gutachter
führten
in
ihrer
Gesamtbeurteilung
aus, für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als CNC-Operator
betrage
die Arbeitsfähigkeit 0
%
, dies aus vorwiegend rheumatologische
n
, viel weniger aus psychiatrischen Gründen (S.
23
Ziff.
5.1). Für körperlich leichte und mittelschwere Verweistätigkeiten in Wechselposition, ohne regelmässiges Heben und Tragen von mehr als 10 kg betrage die Arbeitsfähigkeit 80
%
, wobei jetzt einzig die psychiatrischen Be
funde limitierend wirken
würden
(S. 23
Ziff.
5.2).
Sie führten weiter aus, dass sich die jetzige Beurteilung mit der Beurteilung im
Y._
-Gutachten
decke und sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nicht verschlechtert habe (S. 23
Ziff.
6.1).
Im
rheumatologischen Teilgutachten (
Urk.
7/106/27-32)
wurde
fest
gehalten
, der Beschwerdeführer sei in seiner angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig (S. 5
Ziff.
6.1). Für eine leichtere körperliche respektive manuelle Tätigkeit und für eine mittelschwere Arbeit ohne regelmässiges Heben schwerer Gewichte (>
10 kg) sowie bei wechselnden Arbeitspositionen sei er zu 100
%
arbeitsfähig (S. 5
Ziff.
6.2).
Die 20%-ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gründe auf der psychiatrischen Sichtweise, so dass aus rheumatologischer Sicht zum prozentu
alen Verlauf der Arbeits
fähigkeit nicht Stellung
genommen werden
könne
(S.
6
Ziff.
8).
I
m
psychiatrischen Teilgutachten (
Urk.
7/106/33-40)
wurden
als Diagnose
n
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Akzentuierung von Persönlichkeits
zügen (narzisstisches Verhaltensmuster
)
, Z73.1 und eine chronische Schmerz
störung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41)
genannt
.
Den Schmerzen und der Schmerzverarbeitung komme ein grosses Gewicht zu, was in einer Nebendiagnose erfasst
worden sei
. Die narzisstischen Persönlichkeitszüge in Kombination mit den Schmerzen, mit den Kränkungen und Demütigungen habe bis anhin zum Scheitern geführt.
Die
diagnostizierte Persönlichkeitsstörung stelle eine gewisse Komorbidität dar, die erhebliche Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer könne ihr
aber
abgesprochen werden
. Der ausgewiesene soziale Rückzug sei zwar vorhanden,
aber als direkte Folge
von
Scham und
Geldmangel
und nicht als Krankheits
symptom im engeren Sinne zu sehen. Der innerseelische Verlauf zeige zwar Züge der Chronifizierung auf, aber es sei doch ein Wille nachweisbar, sich mit Veränderungen auseinanderzusetzen. Die Foerester Kriterien seien nur teilweise erfüllt, was sich in einer bescheidenen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht niederschlage (S. 6 Mitte).
4.
5
Dr.
med.
B._
,
Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie
FMH
, Regionalärztlicher Dienst (RAD), führte in seiner Stellung
nahme vom 1
4.
Februar 201
2
(
Urk.
7/107) aus, es sei von keiner Veränderung des
für die
dauerhaft
e
Arbeitsunfähigkeit relevanten Gesundheitsschadens aus
zugehen. Das MEDAS-Gutachten weise eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
in der zuletzt ausgeübte
n Tätigkeit
und eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
in ange
passter Tätigkeit aus. Rein rheumatologisch sei eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
in angepasster Tätigkeit zu veranschlagen. Diese decke sich auch mit dem Be
schluss vom 3
0.
März 2010 des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich, wonach d
em
Beschwerdeführer gestützt auf
das
Y._
-Gutachten vom
4.
Juni 2007 auch mit einer leichten depressiven Episode eine
Arbeits
f
ähigkeit von 100
%
in einer
behinderungsangepasste
n
Tätigkeit sowohl aus somatischer als auch aus psychiatrischer Sicht zumutbar sein sollte (S. 4 unten).
5.
5.1
Gestützt auf das die
praxisgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige me
dizinische Beurteilungsgrundlage (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232)
erfüllende Gutachten der MEDAS vom
1.
Februar 2012 steht fest, dass dem Beschwerdeführer in rheumatologischer Hinsicht die Ausübung einer leichteren körperlichen respektive manuellen Tätigkeit oder einer mittelschweren Tätigkeit ohne regelmässiges Heben von mehr als 10 kg mit der Möglichkeit von wech
selnden Arbeitspositionen im Umfang eines Vollzeitpensums zumutbar ist (
Urk.
7/106/19 unten).
Zu prüfen bleibt, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit in psychischer Hinsicht verhält.
5.2
Die Frage, ob eine medizinisch festgestellte psychische Komorbidität hinrei
chend erheblich ist und ob einzelne oder mehrere der festgestellten weiteren Kriterien in genügender Intensität und Konstanz vorliegen, um gesamthaft den Schluss auf eine nicht mit zumutbarer Willensanstrengung überwindbare Schmerzstörung und somit auf eine invalidisierende Gesundheitsschädigung zu gestatten, ist eine Rechtsfrage, die ausserhalb des ärztlichen Kompetenzbereichs
liegt (SVR 2008 IV Nr. 23 S. 71, Urteil des Bundesgerichts I 683/06 vom 2
9.
August 2007 E. 2.2; vgl. BGE 131 V 49, 130 V 352). Es können sich daher Konstellationen ergeben, bei welchen von der im medizinischen Gutachten fest
gestellten Arbeitsunfähigkeit abzuweichen ist, ohne dass dieses seinen Beweis
wert verlöre (vgl. BGE 130 V 352 E. 3 S. 356).
5.3
Die diagnostizierte Akzentuierung von Persönlichkeitszügen (narzisstisches Ver
haltensmuster) stellt - auch gemäss dem psychiatrischen Gutachter der MEDAS (vgl.
Urk.
7/106/38) - keine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer dar. Zwar mögen Anzeichen vorliegen, die für einen gewissen sozialen Rückzug des Beschwerdeführers sprechen. Im MEDAS-Gutachten wird jedoch zu Recht darauf hingewiesen, dass dieser als direkte Folge der Scham und des Geldmangels und nicht als Krankheitssymptom im engeren Sinn zu verstehen ist. Kann sich doch der Beschwerdeführer in den Ferien in der Türkei grundlegend anders verhalten und dort im Kontext der Ursprungsfamilie aufleben. Ein therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer inner
seelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung kann nicht erkannt werden. Im Gegenteil beschreiben die MEDAS-Gutachter die Konfliktbewältigung als eben gerade nicht entlastend sondern als vielmehr die demütigenden Teile der aktuellen Lebenssituation akzentuierend (
Urk.
7/106/38). Weiter ist nicht auszuschliessen, dass die Thera
pieoptionen noch nicht ausgeschöpft sind und weitere psychiatrische oder psy
chotherapeu
tische Behandlungen das Leiden des Beschwerdeführers verringern könnten. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwer
de
führer mittels der auch als therapeutische Massnahme zu empfehlenden Arbeits
aufnahme die belasten
den psychosozialen Faktoren (beschränkte finanzielle Mittel; fehlende soziale und berufliche Anerkennung) weitgehend zu beheben vermöchte.
5.4
Damit steht fest, dass die beim Beschwerdeführer diagnostizierte chronische Schmerzstörung respektive ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstren
gung überwindbar sind. Da auch die
Akzentuierung der Persönlichkeit mit nar
zisstischen Zügen keinen psychopathologisch relevanten Befund in Bezug auf die soziale und erwerblic
he Leistungsfähigkeit darstellt, ist mit der IV-Stelle da
von auszugehen, dass die psychiatrischen Befunde nicht zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen und der Beschwerdeführer für körperlich leichte und mittelschwere Erwerbstätigkeiten in Wechselposition, ohne regelmässiges Heben und Tragen von mehr als 10 kg zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkt einsetzbar ist.
6.
Die
Ermittlung des Invaliditätsgrades
wurde vom Beschwerdeführer nicht gerügt und
gibt weder in tatsächlicher noch rechtlicher Hinsicht zu einer Beanstan
dung Anlass
, weshalb es damit und mit der Feststellung, dass eine leistungsbe
gründende Invalidität zu verneinen ist, sein Bewenden hat.
7.
Die Kosten des Verfahrens
gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
sind
ermesssensweise
auf
Fr.
800
.-- festzulegen und
ausgangsgemäss
dem
Beschwerdeführer
auf
zu
erlegen.