Decision ID: a697e60c-c2bb-562e-8441-864699ee9ade
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1953 geborene
,
als
kaufmännische Angestellte
ausgebildete
X._
, Mutter von drei erwachsenen Kindern, war
zuletzt ab dem 1. Januar
bis 31. Dezember 2010 bei einem Gemeindesteueramt im Kanton Aargau zu einem 80%igen Pensum angestellt. Am 20. April 2011 meldete sie sich zum Bezug von Leistungen der Eidgenössischen Invalidenversicherung an (
Urk.
8/1). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, wies das Leistungsbegehren
in der Folge
gestützt auf die Beurteilung ihre
s
Regionalen Ärztlichen Dienstes
(RAD) mit Verfügung vom 23.
Mai
2012 ab (
Urk.
8/29)
. Die von der Versicher
ten dagegen erhobene Beschwerde wurde vom hiesigen Gericht m
it Urteil vom 16. Mai 2013
in dem Sinne gutgeheissen, dass die Verfügung aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zwecks Einholung eines Gutachtens und anschlies
sender neuer Verfügung zurückgewiesen wurde (
Urk.
8/36
; Prozess IV.2012.00632
).
1.2
Die IV-Stellte holte
daraufhin
bei den behandelnden Ärzten Verlauf
s
berichte (
Urk.
8/41
,
Urk.
8/43 und
Urk.
8/44
) und
beim
Y._
ein interdisziplinäres Gutachten ein, das am 9. Juli 2014 erstattet wurde (
Urk.
8/58).
Am 25. Juli 2014 erging auf Rück
frage des RAD (
Urk.
8/59)
eine
kurze ergänzende Stellungnahme des
Y._
(
Urk.
8/60).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/65
-74) wies die IV-Stelle das Begehren um eine Invalidenrente mit Verfügung vom 20. Mai 2015 (
Urk.
2) ab.
2.
Gegen die Verfügung vom 20. Mai 2015 (
Urk.
2) erhob
X._
am 2
2.
Juni 2015 Beschwerde (
Urk.
1) mit den Anträgen, es
sei
ihr eine ganze Rente zuzusprechen, eventuell sei eine psychiatrische Begutachtung anzuordnen (S. 2).
Die IV-Stelle schloss in ihrer Vernehmlassung vom 31. August 2015 (
Urk.
7) auf Abweisung der Beschwerde, wovon die Beschwerdeführerin
mit Verfügung vom
2.
September 2015
in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
9
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.4
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und
Verdienstaussich
ten
keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (Urteil des Bundesge
richts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.1 mit Hinweis auf SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203, 9C_830/2007 E. 5.1).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zu
mutbar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt ab von den Umständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten massgebend sind (Urteil
des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 107 V 17 E. 2c).
Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.1 mit Hinweisen).
Gemäss BGE 138 V 457 E. 3.4 steht die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging in ihrer Verfügung vom 20. Mai 2015
(
Urk.
2)
davon aus, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden weiterhin in einem 80 %-Pensum ausser Haus arbeitstätig wäre
,
und stützte sich bei der Be
messung des
Valideneinkommens
auf
die Tabellenlöhne der vom Bundesamt für Statistik herausgegebene
n
Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE)
. Sie gab zudem an, die
restlichen
20 % wäre die Beschwerdeführerin im Haushalt tätig.
In medizinischer Hinsicht
stellte die
Beschwerdegegnerin auf das MEDAS-Gut
achten vom 9. Juli 2013 (richtig: 2014)
ab
, wonach der Beschwerdeführerin die Ausübung einer leichten Tätigkeiten mit Wechselbelastung (keine
Zwangshal
tungen
am PC) und regelmässigen Pausen (15 Minuten pro
Halbtag
) zu 100 % zumutbar sei
. Die IV-Stelle
kam zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin trotz dieser Einschränkungen dasselbe Lohnniveau
wie ohne Gesundheitsschaden
er
reichen könne. Auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt sei ein genügend grosses Spektrum an kaufmännischen Tätigkeiten vorhanden, die als geeignet erschei
nen würden. Zudem sei davon auszugehen, dass im Haushalt keine Einschrän
kungen bestünden (
Urk.
2 S. 2 f.).
In
ihrer
Vernehmlassung vom 31. August 2015 (Beschwerdeantwort,
Urk.
7) fügte die Beschwerdegegnerin an, dass
selbst
dann kein rentenauslösender Invaliditätsgrad resultieren würde, wenn beim
In
valideneinkommen
auf ein tieferes Anforderungsniveau
abgestellt würde
als beim
Valideneinkommen
.
2.2
Die Beschwerdeführerin bemängelte das MEDAS-Gutachten (
Urk.
1
S. 4 ff.
Ziff.
2 ff.
und
Ziff.
11
) und
die
Bemessung des Invaliditätsgrades (
S. 6 f.
Ziff.
6 ff.). Weiter machte sie geltend,
die Invalidität sei nicht mittels gemischter Me
thode, sondern nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu bemessen
(
S. 7
Ziff.
9).
Zudem sei es ihr aufgrund ihres Alters von 61 Jahren nicht mehr mög
lich, die Restarbeitsfähigkeit zu verwerten (
S. 8
Ziff.
10).
3.
3.1
Die Hausärztin
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Allgemeine Medizin FMH
,
nannte am 10. Mai 2011
(
Urk.
8/7)
folgende Diagnosen mit Auswirkun
g
en
auf die Arbeitsfähigkeit:
–
chronisches
Cervikalsyndrom
und
Cervikobrachialsyndrom
,
rechts ausgeprägter als links (bestehen
d
seit 1985, Exazerbation seit 2003)
–
rezidivierendes
Thorako-Lumbovertebralsyndrom
mit
lumbospondylogenem
Syndrom links (seit zirka 1991)
–
Epicondylopathie
rechts (seit 2010)
–
depressive Entwicklung (seit 2005)
Sie empfahl die Wiederaufnahme der psychiatrischen Behandlung durch Dr.
med.
A._
,
Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie,
und
attestierte der Beschwerdeführerin für eine Tätigkeit als kaufmännische Angestellte eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 1. bis 31. Oktober 2010 sowie von 70 % ab 1. November 2010
bis auf
Weiteres
.
Sie nannte die
folgenden
körperlichen
und psychischen Einschränkungen:
eine eingeschränkte Nackenbeweglichkeit, kon
stante Kopfschmerzen (
Cervikocephalgie
), Ausstrahlungen in
den
Arm (
Cerviko
brachialgie
), Konzentrationsstörungen, eine
Gedächt
niseinbusse, eine schnelle Ermüdbarkeit und Erschöpfung sowie eine Lumbalgie bei längerem Sitzen.
Im Bericht vom
2.
August 2013
(
Urk.
8/41) verwies sie auf die bekannten Diagno
sen
und
gab an, die Beschwerden seien seit Mai 2011 gleich geblieben. Der Gesundheitszustand sei aus hausärztlicher Sicht stabil beziehungsweise habe sich leicht verschlechtert. Sie bat die IV-Stelle, sich für weitere Auskünfte an den behandelnden Rheumatologen
Dr.
B._
und die Psychiaterin Dr.
A._
zu wenden.
3.2
Dr.
med.
B._
nannte am 24. Juni 2011
(
Urk.
8/9)
die folgenden Diagnosen:
Chronifiziertes
Zervikospondylogen
- und
Zervikozephalsyndrom
bei degenera
tiven Halswirbelsäulenveränderungen (
Spondylarthrose
C2/3 und
Osteo
chondrosen
C4-C7) sowie ein Status nach Fehlmani
pulation im Jahr 2003
.
Den Nachweis einer
radikulären
Problematik verneinte er.
Er gab
zudem
an, er kenne die Beschwerdeführerin und ihre Probleme nun seit über zehn Jahren. Trotz adäquater Behandlung sei es in den letzten Jahren zu einer Verschlechte
rung gekommen. Dabei würden and
ere, unter anderem psychosomatische
Fak
toren zweifellos mit eine Rolle spielen.
Dr.
B._
wies in diesem Zusammen
hang auf die Karzinomerkrankung und den Tod des Ehemannes der Beschwer
deführerin sowie die psychische Belastung nach Exazerbation der
Beschwerde
symptomatik
nach ein
er unkorrekten Manipulation hin
.
Er gab an, i
nsgesamt könne mit einer Besserung nicht gerechnet werden.
Weiter
gab
er
an
, dass die bisherige Tätigkeit nur während drei Stunden pro Tag zumutbar sei
(bei einem Arbeitspensum von 50 %)
.
Als Hausfrau bestehe seines Erachtens keine Ein
schränkung in der Arbeitsfähigkeit.
Im Bericht vom 3. September 2013 (
Urk.
8/43)
fügte
Dr.
B._
an
, es bestehe eine auffällige Einschränkung der Seitneigung der Halswirbelsäule nach links sowie der zervikalen Extension. Beide Bewegungen provozierten bei passiver Durchführung eine Schmerzausstrahlung in den
Subokzipitalbereich
einerseits und in die Schulterregion links andererseits. Als Folge dieser Beschwerden könne die Versicherte nicht mehr am PC arbeiten, nicht mehr tragen und ihren Haushalt nur noch
mit
Pausen bewältigen. Radiologisch bestehe eine
Spon
dylarthrose
C2/3 sowie C4/5 rechts (
Konkav
seite) sowie eine mögliche
forami
nale
Enge durch
Unkose
,
Chondrose
und
Osteochondros
e
C4 bis C
6
. Die neuro
logischen Befunde seien unauffällig. Erschwerend wirke
sich ein
erheblicher (psychophysischer) Erschöpfungszustand aus. Das Arbeitstempo sei verlang
samt, längeres Sitzen sei nicht möglich. Die Beschwerdeführerin sei den Anfor
derungen des Arbeitsplatzes (Arbeitstempo, Konzentration) nicht mehr ge
wachsen. Die bisherige Tätigkeit sei medizinisch-theoreti
sch maximal vier bis sechs
Stunden am Tag möglich. Es
bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit in der Grössenordnung
von 30
%
bis 50 %
je nach Schmerzen und psychischer Befindlichkeit
. Am ehesten wäre ein
e
Freiwilligenarbeit in der Grössenordnung von zwei bis drei Stunden (
[Keine ausschliessliche PC-Arbeit]
mit der Möglich
keit, diese selbständig einzuteilen)
denkbar.
3.
3
Am 10. November 2011
(
Urk.
8/16)
nannte
die Psychiaterin
Dr.
A._
als
Diagnosen
cerviko
-
cephal
-Syndrom, Depression mit somati
schem Syndrom (ICD-10 F32.11),
ängstliche Persönlichkei
tsstörung (ICD-10 F60.6) sowie
Schleudertrauma
nach physiotherapeutischer Manipulation im Jahre 2
003
. Sie berichtete, die Beschwerdeführerin sei seit mindestens 2003 durch das
Schleu
dertrauma
, die Depression und die Persönlichkeitsstörung behindert. Sie sei
durch ein Schulter-Arm-Syndrom mit
Kopfweh, Schlafstörungen, Herzklopfen und Konzentrationsstörungen eingeschränkt.
Dr.
A._
nannte die folgen
den ärztlichen Befunde: depressive Grundstimmung, Schmerzen, Kopfweh, Schlafstörungen und attestiert
e
in der bisherigen Tätigkeit
von Januar bis Okto
ber 2010 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % bis 70
% und ab dem 1. November 201
0
eine Arbeitsunfähigkeit von 70 % bis auf weiteres.
Im Bericht vom 8. September 2013
(
Urk.
8/44)
nannte
Dr.
A._
dieselben Diagnosen wie i
n ihrem
Vorbericht. Sie
beschrieb die Versicherte als koopera
tive
Patientin
.
Sie gab zudem an, die Beschwerdeführerin
leide unter Schuldge
fühlen,
könne nicht lange sitzen und wegen des Nackens
sowie
der
Kopf
schmerzen nur ganz kurz am PC
(„maximal 1⁄2 Std. möglich“)
sein
. Sie sei in ihrer bisherigen Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig.
Die Prognose sei
infaust.
3.
4
Im Gutachten vom 9. Juli 2014 der
Y._
(
Urk.
8/58)
stellten
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Rheumatologie FMH,
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH
,
sowie
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Innere Medizin FMH, die folgenden Diagnosen (S. 28):
Diagnosen
mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
Chronisches
Panvertebralsyndrom
, zervikal- und lumbalbetont mit/bei:
degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule, vor allem L4/5 und L5/S1
degenerativen Veränderungen der Halswirbelsäule zwischen C4 und 7 ohne MR-mässige Kompression der neuralen Strukturen im Halswirbelsäulenbereich
aktuell ohne Anhaltspunkte für eine
radikuläre
Reiz- oder Ausfallsymptomatik
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
Dysthymia
(ICD-10 F34.1)
Status nach Varizen-Operation links im Jahr 2009
Die Gutachter gaben an, die allgemein-internistische Untersuchung habe das
Bild einer 60-jährigen, schlank
en und vollkommen unauffälligen Versicherten in sehr gutem Allgemeinzustand ergeben
(S. 31).
Bei der rheumatologischen Untersuchung habe sich eine sehr gute
Lendenwirbel
säulenbeweglichkeit
feststellen lassen, wobei die Beweg
ung
der Halswirbelsäule und der Lendenwirbelsäule schmerzhaft sei, dies wegen der dort radiologisch festgestellten degenerativen Veränderungen. Auch die
Tendoperi
ostosen
im Beckenkammbereich und im Bereich des rechten Schulterblatt
rand
es sowie die
druckdolente
, harte
supraskapuläre
Muskulatur seien Ausdruck der mittelgradigen degenerativen Halswirbelsäulen- und
Lendenwirbelsäulenverän
derungen
, wobei klinisch keine
spondylogenen
oder
radikulären
Zeichen hätten festgestellt werden können, was keinem invalidisierenden Gesundheitsschaden
entspreche. Dies
wiederspiegle sich einerseits im normalen Neurostatus und an
dererseits aber auch in der Bildgebung des HWS-MRI vom Juni 2011,
mit der
keine Kompression neuraler Stru
kturen festgestellt worden sei.
Demzufolge sei die Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit, in der sie auf dem Steueramt mittels zwei Bildschirmen in Zwangshaltung habe arbeiten müssen, zu 50 % arbeits
f
ähig
. In einer der Behinderung angepassten Tätigkeit sei die Versicherte aus rheumatologischer Sicht zu 100 % arbeitsfähig (S. 31). Dabei sollte beachtet
werden, dass nicht über zwei Stunden ohne Pause gearbeitet werden müsse. Monotone Zwangshaltungen am PC seien zu vermei
den (S. 32).
Im Rahmen der aktuellen psychiatrischen Exploration habe sich klinisch keine depressive Symptomatik von Krankheitswert erkennen lassen, wobei die Versi
cherte anamnestisch von depressiven Phasen berichtet habe, die am ehesten im Rahmen einer
Dysthymia
zu werten seien. Die subjektiven Konzentrationsstö
rungen, die Vergesslichkeit,
über welche die
Versicherte
berichte und die
seit
zehn Jahre
n
aufgrund der Manipulation
an der Halswirbelsäule bestehe
n wür
den
, seien
nicht im Rahmen einer depressiven Symptomatik zu werten. Auch
hätten
sich diese kognitiven beziehungsweise
mnestischen
Defizite im
Untersu
chungsgespräch
nicht objektivieren
lassen. Die Versicherte könn
e Daten, Zu
sammenhänge und die Krankheitsanamnese klar strukturiert, detailgetreu und nachvollziehbar wiedergeben. Auch habe die Aufmerksamkeit während des 50-minütigen Gesprächs nicht nachgelassen. Dr.
D._
gab an, es habe aufgrund seiner Untersuchung auch keine Hinweise für eine Angststörung, insbesondere keine Hinweise für eine ängstliche Persönlichkeitsstörung gegeben. Eine psy
chiatrisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit lasse sich nicht legiti
mieren (S. 32). Die in den Berichten vom 8. September 2013 und 10. November
2011 von
Dr.
A._
gestellten Diagnosen –
mittelgradige depressive Epi
sode (ICD-10 F32.11) sowie ängstliche Pe
rsönlichkeitsstörung
(ICD-10 F60.6)
–
liessen sich
aufgrund der
Bericht
e
und der dort geschilderten Psychopathologie in
kein
st
er
Weise nachvollziehen. Dies gelte auch für die dort festgestellte
90
%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 27).
Das Belastungsprofil ergänzte
Dr.
E._
auf Fragen des RAD dahingehend (
Urk.
8/60/1
), dass effektiv eine körperlich leichte und wechselbelastende Tätig
keit gemeint sei. Bei der Möglichkeit einer Wechselbelastung am Arbeitsplatz sei eigentlich kein erhöhter Pausenbedarf nötig, solange die gewerkschaftlich-rechtlich festgesetzten Pausen von 15 Minuten pro
Halbtag
eingehalten würden.
4.
4.1
Das
Y._
-Gutachten vom 9. Juli 2014 erfüllt die Anfor
der
ungen an eine beweis
kräftige medizinische Entscheidungsgrundlage (E. 1.3). Es ist für die strittige Frage nach dem Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin
und des
sen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit umfassend, beruht auf fachärztli
chen Untersuchungen
in den massgebenden
D
isziplinen
, berücksichtigt die rele
vanten
Vorakten
wie auch die geklagten Beschwerden und leuchtet in der Dar
legung der medizinischen Verhältnisse und in der Begründung der Schlussfol
gerungen ein. Nach Lage der Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass die Sachverständigen
entscheidwesentliche
Tatsachen nicht berücksichtigt hätten oder nicht lege
artis
vorgegangen wären.
4.2
So geben namentlich auch die
von der Beschwerdeführerin
geltend gemachten Einwän
de
keinen Anlass,
an der Beweiswertigkeit des
Gutachten
s
der
Y._
zu zweifeln
.
Was die rheumatologischen Einschränkungen betrifft,
stimmen die Di
agnosen der Gutachter mit
den Angaben des
behandelnden Rheumatologen im Wesentlichen überein. Dies gilt auch für
die
Beurteilung, wonach
die bisherige Tätigkeit nur zu 50
% möglich sei. Zur Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit nahm
der
Rheumatologe
Dr.
B._
nicht
in der gebotenen Deutlichkeit
Stel
lung
, erachtet
e
er doch diesbezüglich Freiwilligenarbeit in der Grössenordnung von zwei bis drei Stunden
als
denkbar, während
seiner Einschätzung nach
die bisherige Tätigkeit – zumindest medizinisch-theoretisch –
noch
während maxi
mal vier bis sechs Stunden möglich sein soll.
Weder diese
nicht vollends über
zeugende
Beurteilung noch
die erhobenen Befunde geb
en Anlass, von der Ein
schätzung der
Y._
-Gutachter, die von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in kör
perlich leichten und wechselbelastenden Tätigkeiten ohne
monotone
Zwangs
haltungen
vor dem PC
ausgingen, abzuweichen
.
Aus dem
Umstand, dass d
er a
llgemeinmedizinische Gutachter
Dr.
E._
von einer
schmerzhaften
Einschränkung
in
der Halswirbelsäulenbeweglichkeit in al
len Richtungen um einen Drittel ausging
(
Urk.
8/58
S. 16)
, während der Rheu
matologe Dr.
C._
zum Schluss
gelangte
, dass die
Halswirbelsäulenbeweglich
keit
„frei aber schmerzhaft“ sei
(
8/58
S. 19)
,
ergibt sich
kein besonders sinnfälli
ger und die Beweiswertigkeit des Gutachtens in Frage
stellender
Widerspruch (vgl. de
n
Einwand in
Urk.
1
S. 4 f.
Ziff.
2)
.
Massgebend ist
, dass die
Gutachter
die Beschwerden im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule
in Anbetracht der
degenerativen Veränderungen als
derart
erheblich erachteten,
dass sie in der zuletzt ausgeübten
Bürotätigkei
t vor zwei Bildschirmen nur noch eine 50%igen Arbeitsfähigkeit als
gegeben
sahen
.
Die Beurteilung,
ob
die Beweglichkeit
der Halswirbelsäule grundsätzlich oder
vorab
schmer
z
bedingt eingeschränkt
ist
, ist
demgegenüber
nicht
in erster Linie
entscheidend
und
wohl auch vor dem Hin
tergrund der
Mitteilung
des behandelnden Rheumatologen,
wonach die Be
schwerdeführerin
sehr empfindlich auf sämtliche Untersuchungen des Bewe
gungsapparates – vor allem im Bereich der Halswirbelsäule – reagiere
(Urk.
8/56
)
,
zu verstehen
.
Nicht zutreffend ist sodann, dass sich die Gutachter nicht mit dem
Röntgenbe
richt
des Radiologischen Instituts
F._
vom 15. Juni 2011 auseinanderge
setzt hätten (
Urk.
1 S. 5
Ziff.
5)
, stellt doch der r
heumatologische Gutachter bei seiner Würdigung
ausdrücklich
darauf ab (
Urk.
8/58
S. 22).
4.
3
Was die psychiatrische Begutachtung betrifft, ist d
er
Vorhalt
, es seien bei der behandelnden Psychiaterin keine
fremdanamnestischen
Auskünfte
e
ingeholt worden
(Urk. 1
S. 8
Ziff.
11
.1
)
,
nicht geeignet
,
die Beweiswertigkeit des Gut
achtens in Frage zu
stellen
. Denn im Rahmen
der
psychiatrischen Begutachtung ist grundsätzlich die klinische Untersuchung in Kenntnis
der
Anamnese
und
nicht eine Fremdanamnese
entscheidend
(Urteil des Bundesgerichts 8C_808/2012
v
om 21. Dezember 2012 E. 3.3.3).
Auch kommt es für den
Aussa
gegehalt
eines medizinischen Gutachtens praxisgemäss nicht
in erster Linie
a
uf die Dauer der Exploration an
.
Zwar muss
der
zeitliche Aufwand
der
Fragestel
lung und
der
zu beurteilenden Pathologie angemessen sein.
Vorab
hängt
der
Aussagegehalt einer Expertise aber davon ab, ob sie inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_662/2014 vom 12. November 2014 E. 8).
Beides ist
gegeben
, zumal
Dr.
D._
einen
umfassenden
psychischen Befund erhob
en hat
(
Urk.
8/58
S. 25) und
seine
Einschätzung, wonach aus psychischer Sicht keine Einschränkungen
bestehen
, mit der Wahrnehmu
ng des
Hauptgut
achters
Dr.
E._
überein
stimmt
.
Dr.
E._
,
der im Rahmen der allgemein-in
ternistischen Untersuchung ebenfalls einen Psychostatus erhob
,
stellte
fest
, dass die Versicherte etwas verbittert und resigniert wirke. Ihre affektive
Schwin
gungsfähigkeit
sei leicht eingeschränkt. Hinweise für Wahnvorstellungen, Hal
luzinationen oder Ich-Störungen fand er keine (
Urk.
8/58
S. 15).
Die
Angaben der
Beschwerdeführerin
zu ihrem Befinden (
Urk.
8/58
S. 26), zur
Behandlungsfrequenz
(alle vier bis sechs Wochen) und
zur aktuell fehlenden Medikation (
Urk.
8/58
S. 13 f.;
zuvor
nahm die Beschwerdeführerin
Rebalance
ein
,
Urk.
8/44
/2
) geben
ebenfalls
keinen Anlass, an der Schlussfolgerung des psychiatrischen Gutachters, wonach keine psychiatrischen Diagnosen mit Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen würden, zu zweifeln.
Die
relativ zurück
haltenden Behandlungsmassnahmen
lassen sich mit der von der behandelnd
en Psychiaterin attestierten – je nach Leseart – 90
-
1
00%
igen
Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit seit dem Jahr 2010
nur schwer in Einklang
bringen,
wobei
sie diese Arbeitsunfähigkeit
zu einem erheblichen Teil auch aus den fachfremden rheumatologischen Beschwerden herleitete.
Die von Dr.
A._
erhobenen Befun
de –
depressive Grundstimmung, Schmerzen, Schlafstörungen und Schuldgefühle
–
erscheinen
,
was die Diagnose einer
ängstliche
n
Persön
lichkeitsstörung
(
ICD-10
F60.6)
betrifft, als
zu
unspezifisch
.
Vor diesem Hinter
grund
ist
die Beurteilung von
Dr.
D._
,
dass
sich die genannten Diagnosen sowie die festgestellte 100%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Berichte von
Dr.
A._
und der dort geschilderten Psychopathologie in keiner Weise nachvollziehen liessen
,
plausibel
, wobei anzufügen bleibt, dass sich die behan
delnde Psychiaterin zum Umfang der Arbeitsfähigkeit
in angepasster Tätigkeit
auch nie klar
ge
äussert
hat
.
Für eine erneute psychiatrische Expertise besteht in Anbetracht des voll
beweis
wertigen
(Teil-)
Gutachtens von
Dr.
D._
kein Anlass
.
4.4
Schliesslich ist es zwar
verständlich, dass das Imitieren einer kaufmännischen Tätigkeit an der Schreibmaschine in den 70er-Jahren als abschätzende Geste wahrgenommen werden kann
(vgl.
Urk.
1
S. 9 f.
Ziff.
12)
. Dieses Empfinden brachte die Beschwerdeführerin in ihrem Schreiben
vom 7. November 2014
an die Gutachter
auch zum Ausdruck, wodurch sie sich Gehör
verschaffte
(vgl.
Urk.
3/7). Gleichwohl
liegt es nahe
, dass der Gutachter
Dr.
E._
mit
der von der Beschwerdeführerin geschilderten
pant
omi
mischen Darstellung der
Arbeits
haltung
– früher und heutzutage -
und dessen Auswirkungen auf die Besc
hwer
den
nicht das
persönliche Empfinden
der Beschwerdeführerin verletzen, sondern seine Übe
rlegungen verdeutlichen
wollte
. Folgt man den Ausführungen der Be
schwerdeführerin
,
ist ihm dies nicht gelungen. Für die Qualität
der gutachterli
chen Einschätzung
lässt sich daraus
aber
noch keine negative
Schlussfolgerung
ziehen
.
5.
5.1
Zu prüfen sind schliesslich die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Einschränkungen. Strittig ist vorab, ob es
der
Beschwerdeführer
in
noch möglich und zumutbar ist,
ihre
Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt zu verwerten.
5.2
Im massgebenden Begutachtungszeitpunkt,
Juli 2014
(vgl.
E. 1.4
), war
die Be
schwerdeführerin
(fast)
61 Jahre alt
.
Dieses im Zusammenhang mit der
An
spruchsprüfung
einer Invalidenrente
fortgeschrittene
Alter vermag
allein
in
v
ali
den
versicherungs
rechtlich
gesehen einen
erheblich fehlenden Zugang zum A
r
beitsmarkt nicht zu begründen. Das
Bundesgericht
setzt
die diesbezügliche Hürde
hoch
an
und
hat
wiederholt auch bei über 60
-
jährigen
V
ersicherten eine ausreichende
V
ermittelbarkeit auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt angenom
men
,
v
or allem bei solchen, denen eine
v
ollzeitliche Arbeit zumutbar war (vgl. etwa d
ie
Urteil
e
des Bundesgerichts
9C_118/2015 vom 9. Juli 2015 E. 4.2-3 und
8C_345/2013 vom 10.
September 2013 E. 4.2, mit dem der vo
rinstanzliche
ren
tenverneinende
Entscheid betreffend einen 62 3/4 Jahre alten Versicherten, der wegen Kniebeschwerden nur noch vorwiegend sitzende oder wechselbelastende Arbeiten ausführen konnte, dies allerdings noch zu 100 %, schützte, sowie die weitere im Urteil zitierte Kasuistik und Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozial
v
ersicherungsrecht, Bundesgesetz über die In
v
aliden
v
ersicherung [I
V
G], 3.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014,
S. 295
Art.
28
R
z
14
).
5.3
Im Fall der
Beschwerdeführerin
ist
entscheidend
, dass sie in Bezug auf ihren gelernten Beruf als kaufmännische Angestellte
zwar
insofern eingeschränkt
ist
, als sie
A
rbeiten vor dem PC nicht mehr a
n
dauernd zu erledigen vermag.
Die
breite Ausbildung
als kaufmännische Angestellte
und die bisherige Berufser
fahrung
kann sie aber immer noch
in wechselbelastenden kaufmännischen Tä
tigkeiten verwerten, die
in
hinreichender Zahl
auf dem sog. ausgeglichenen Ar
beitsmarkt
vorhanden
sind und welche
die Beschwerdeführerin
laut MEDAS-Gutachten ohne längere Zwangshaltungen vor dem PC noch
zu 100 %
ausüben
kann
. Sie hatte zwar längere mutterschafts- und durch die Pflege
ihres
kranken Ehemannes bedingte Abwesenheiten vom Arbeitsmarkt
und bezog zeitweise
Ar
beitslosenentschädigung
(
Urk.
8/4)
,
führte
aber
während ihrer
Erwerbsbiogra
phie
immer wieder
(
teilzeitlich
)
kaufmännische Tätigkeiten
aus.
Die
Restar
beitsfähigkeit
der Versicherten ist somit ausgehend vom als ausgeglichen un
terstellten Arbeitsmarkt
v
er
wertbar
.
Zur Berücksichtigung des Alters beim
lei
densbedingten
Abzug vom Tabellenlohn wird auf die nachfolgenden Ausfüh
rungen verwiesen
.
5.4
Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten seit der
Anmeldung zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (
Urk.
8/1, April 2011)
und somit frühestens per 1.
Oktober 201
1
(Art. 29 Abs. 1 IVG).
Un
bestritten und ausgewiesen sind die Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit während des Wartejahres (
Urk.
8/72 S. 7).
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.5
Was das
Valideneinkommen
betrifft hat die Beschwerdegegnerin in ihrer
Verfü
gungsbegründung
auf den
in
„anderen
kaufmännischen Tätigkeiten
“
im
Anfor
derungsniveau
3
(
Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt
) von Frauen erziel
ten
standardisierten
Tabellenlohn
abgestellt. Dieser betrug im Jahr 2010 monat
lich Fr. 5‘925.-- (
vgl.
LSE 2010 S. 31
Tabelle
T7S
Ziff.
23). Angepasst an die durchschnittliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2011
(Die Volkswirt
schaft 3/4-2015, S. 88 Tabelle B 9.2, Total)
sowie an die
Nominallohnentwick
lung
(Die Volkswirtschaft 3/4-2015, S. 89 Tabelle B 10.3, Nominal Frauen)
ergibt sich
bei einem 100%-Pensum
ein
Valideneinkommen
von
Fr.
74‘840
.-- (Fr.
5‘925.-- / 40
x 41.7 x 12 / 2579 x 2604
). Dieses Vorgehen erweist sich un
ter Hinweis auf die
ständige Bundesgerichtsrechtsprechung, wonach das
Vali
deneinkommen
grundsätzlich ausgehend vom zuletzt erzielten Einkommen (BGE 134 V 322 E. 4.2) oder
subsidär
gestützt auf die LSE ermittelt wird (Meyer/
Reichmuth
, S. 329
R
z
55 zu Art. 28a)
, sowie auf den Umstand, dass die Beschwerdeführerin ihre letzte Tätigkeit, an der sie
bei einem 80%-Pensum
ein Jahreseinkommen von
Fr.
64‘908.-- erzielte, nur kurze Zeit
in diesem Umfang
ausübe
n konnte
(Januar bis
Oktober
2010,
Urk.
8/14)
, als angezeigt. Mit dem
Heranziehen der
Tabelle T7S
(
Privater und öffentlicher Sektor: Bund, Kantone, Bezirke, Gemeinden, Körperschaften)
und den dort ausgewiesenen
Medianlöh
nen
in
„
anderen kaufmännischen Tätigkeiten
“
wird
d
en
bisher in erheblichem
Umfang in Finanzverwaltungen von Gemeinden
ausgeführten Tätigkeiten
und
dem
Lehrabschluss als
kaufmännische Angestellte
(vgl.
Urk.
8/4)
zutreffend
Rechnung getragen
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_660/2014 vom
5.
November 2014 E. 4 mit Hinweisen).
5.6
Die Beschwerdeführerin ist nichterwerbstätig, weshalb die
Beschwerdegegnerin bei der Ermittlung de
s Invalideneinkommens korrekter
weise
ebenfalls
auf die
Ta
bellenlöhne
der LSE abgestellt hat.
Entsprechend der
kaufmännischen Ausbil
dung und
der
Berufserfahrung ist dabei wiederum das Anforderungsniv
e
au 3 in „sonstigen kaufmännischen Tätigkeiten“
heranzuziehen
, wobei der
Umstand
, dass die Beschwerdeführerin nicht mehr a
n
dauernd Arbeiten am PC ausführen
kann,
das Spektrum
von kaufmännischen Verweistätigkeiten
lohn
erheblich ein
schränkt
. Dem ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn zu begegnen (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1
mit Hinweisen).
In Anbetracht
aller Umstände und namentlich
der durch
M
utterschaft
und der Pflege von A
ngehörigen
bedingten Pausen im Erwerbsleben ist das fortge
schrittene Alter
ebenfalls mit einem Abzug vom Tabellenlohn zu berücksichtig
ten (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_
334
/2013 vom
2
4.
Juli
2013 E.
3
).
Letzt
lich kann allerdings
offen bleiben
, wie hoch der Abzug
insgesamt
zu bemessen wäre, da
selbst
unter der Annahme
eines
maximalen Abzug
s
von 25
% (zum Ganzen vgl. BGE 126 V 75)
sowie unter der Annahme, dass die Beschwerde
führerin im Gesundheitsfall nicht nur zu 80 %, sondern zu 100 % erwerbstätig wäre,
kein
rentenbegründender Invaliditätsgrad erreicht würde
.
Den Haushalt bewältigt die Beschwerdeführerin ohne Probleme (
Urk.
8/58
S. 18).
5.7
Dementsprechend besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
6.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.--) auf Fr. 700.-- festzulegen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.