Decision ID: fa74b567-692a-41e1-bc94-bc73b8236093
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1953,
st
and
bei der
Y._
AG als Bau- und Montageleiter
seit
Juni 2006
in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis,
wobei der letzte Arbeitstag am
6.
Mai 2010
gewesen
war (
Urk.
6/6)
, als er sich unter
Hinweis auf
Diabetes und Depression
am
1
9.
Oktober 2010
bei der Inva
li
den
versicherung zum Leistungsbezug an
meldete
(
Urk.
6/2
). Die
Sozialversiche
rungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerb
liche Situation ab, zog Akten de
s
Krankentaggeldversicherers
bei (
Urk.
6/12
)
und holte ein
psychiatrisches
Gutachten ein, das am
1
0.
Juni 2013
erstattet wurde
(
Urk.
6/55
)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/60
;
Urk.
6/
68
)
und weiteren medizinischen Abklärungen holte die
IV-Stelle
schliesslich ein weiteres psychi
a
trisches Gutachten ein, das am
7.
November 2014
erstattet wurde (
Urk.
6/104)
. Daraufhin verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
7.
Januar 2015 einen Rentena
nspruch (
Urk.
6/109
=
Urk.
2)
.
2.
Der Versicherte erhob am
2
2.
Januar 2015
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
7.
Januar 2015
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihm
nach Ablauf der einjährigen Wartezeit ab Mai 2011 eine ganze
,
eventuell eine halbe Rente
zuzusprechen.
Eventuell sei das Verfahren an die IV-Stelle zurückzuweisen, um ein ergänzendes Gutachten einzuholen (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
3.
Februar 2015
(
Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
7.
April 2015
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7)
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen, insbesondere das psychiatrische Gutachten
vom
7.
November 2014, davon aus, dass keine psychiatrische Diagnose mit Au
s
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliege
und verneinte daher einen Ren
ten
an
spruch
(S. 2 unten
f.
).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber im Wesentlichen geltend, da
s
Gut
achten thematisiere die Abgrenzungsfrage zum Vorliegen einer endogenen depressiven Störung, die durch ein äusserliches Ereignis (Diabetes) nur ausgelöst wurde, nicht (
Urk.
1 S. 4 oben). Die Häufung von Suchtkrankheit und depressi
ven Erkrankungen in der Familie sei ein starkes Indiz dafür, dass eine genetisch
bedingte Prädisposition für Depressionserkrankungen vorliegen könne (S.
5 oben)
.
In das Gutachten hätten diese Tatsachen nicht einfliessen können,
da
sich
der Beschwerdeführer
nicht öffnen könne und fortwährend bagatellisiere (S. 5 Mitte). Der behan
delnde Psychiater habe ihn mehrere Monate stationär und seither ambulant be
treut. Dieser habe ihn über eine längere Zeit beobachtet. Es sei daher davon auszugehen, dass dieser eher in der Lage sei, hinter seine Maske zu schauen, seine Sturheit und das Bagatellisieren und so weiter zu durch
schauen. Selbst ihm gegenüber habe er nur Bruchstücke erzählt (S. 6 oben).
Im Übrigen sei nicht einleuchtend, weshalb der Gutachter ein unklares
Beschwerde
bild
diagnostizier
e. Es seien neue Abklärungen nötig, um festzustellen, ob die De
pression entgegen der Annahme des Gutachters eben nicht doch als eigen
ständige Krankheit zu betrachten sei. Die Depression wäre dann (nicht mehr) eine reaktive Begleiter
scheinung zum
Diabetes, sondern ein davon losgelöstes depressives Leiden im Sinne einer psychischen Komorbidität. Abzuklären sei insbesondere auch, ob nicht eine genetisch bedingte Prädisposition anzunehmen sei.
Diesfalls
wäre weiter zu prüfen, ob die Depression im konkreten Fall durch den Bruch in sei
nem Leben ausgelöst, sich aber dann zumindest ab einem gewissen Zeitpunkt verselbständigt habe (S.
6 unten f.). Der Quer- und
Längs
schnittverlauf
der Er
krankung beinhalte viele Hinweise darauf, dass eben gerade kein
syndromales
Krankheitsbild vo
rliege (S. 7 oben).
2.3
Strittig und zu prüfen
ist der Anspruch a
uf eine Invalidenrente
,
und ob in die
sem Zusammenhang auf das Gutachten (
Urk.
6/104) abgestellt werden kann.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und seit 2012 für
Endokrinologie-Diabetologie
,
führte
zu dem
im Bericht vom
4.
Februar
2011 (
Urk.
6/16
/1-5
)
diagnostizierten Diabetes mellitus Typ
1
(Ziff.
1.1)
aus,
dass
die
Diabetes
einstellung
von Anfang an hervorragend gewesen sei (
Ziff.
1.4).
Weiter hielt sie fest, dass hinsichtlich der Arbeit in grossen Höhen die Gefahr von Hypoglykä
mien zu beachten sei. Eine andere Tätigkeit, ohne Arbeit in grossen Höhen, wäre jedoch ohne Probleme möglich (
Ziff.
1.7). Die Fahrtaug
lichkeit sei zu beja
hen (vgl. S. 5).
3.
2
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte
im psychiatrischen Gutachten vom 1
0.
Juni 2013 (
Urk.
6/55) als Diag
nose eine anhaltende, gegenwärtig leichtgradige, depressive Reaktion auf schwere Be
las
tung (Diabetes-Erkrankung), nicht näher bezeichnet (ICD-10 F43.9
; S. 8 Ziff. 5
.1
)
.
Dazu führte er aus, insgesamt sei eine depressive Reaktion auf eine der
art schwere und den Lebensalltag einschränkende Diagnose wie Diabetes nicht un
gewöhnlich und durchaus normalpsychologisch erklärbar. Ungewöhnlich sei die
augenscheinliche Schwere der Überzeugung des Beschwerdeführers, mit den neu
en
Lebensumständen nicht zurechtkommen zu können (S. 10 unten f.
Ziff. 6.1
).
In
zwischen könne von einer überdauernden (chronischen) Symptomatik ausge
gangen werden, wobei das aktuelle depressive Zustandsbild einem leichten Ausmass entspreche (und nicht als optimal behandelt zu beurteilen sei). Mög
licherweise werde der Beschwerdeführ
er erst von beruflichen
Integrationsmass
nahmen
profitieren können, wenn eine intensive Behandlung vorgeschaltet werd
e. Diese sollte in einer ersten Phase
optimalerweise
stationär stattfinden. Grad und Ausmass der Auswirkungen der psychopathologischen Symptome auf den Alltag des Beschwerdeführers würde auf eine
Chronifizierung
der depressi
ven Symptomatik hinweisen, weshalb von einer Beeinträchtigung der Arbeits
fähigkeit (in der angestammten Tätigkeit) im Umfang von geschätzt 20
%
aus
zugehen sei (S. 11 oben
Ziff. 6.1
).
Aufgrund der
chronifizierten
Symptomatik der Anpassungsstörung sei die Ar
beitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der angestammten Tätigkeit als Pro
jekt
leiter beim Seilbahnbau in der freien Wirtschaft aus rein psychiatrischer Sicht
zirka 20
%
eingeschränkt. Der Beginn der Arbeitsunfähigkeit könne ent
spre
chend
den vorliegenden Berichten auf etwa Mitte 2009 datiert werden. Es sei davon
auszugehen, dass die Arbeitsunfähigkeit bis zur Optimierung der psy
chia
tri
schen
Therapie dauern werde (S. 12
Ziff. 6.2
). Es sei nicht davon auszuge
hen, dass die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit beeinträchtigt sei. Es bestehe eine psychische Störung mit einer psychophysischen
Belastbarkeits
minderung
mit rascher Erschöpfung und Minderung der
konzentrativen
Aus
dauerbe
last
barkeit
. Es bestehe ein
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit Auswir
kungen auf
die Arbeitsfähigkeit.
Für
z
eitlich flexible Tätigkeiten ohne permanenten Zeit- und
Termindruck, bei nur geringem Publikumsverkehr, ohne besondere Anfor
de
rung
en an das Umstellungs- und Anpassungsvermögen sei medizinisch-theo
retisch in einer wohlwollenden und konfliktarmen Arbeitsatmosphäre ein 100
%
Pensum möglich (S. 12
Ziff. 6.3
).
3.3
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Diabetologie und Endokrinologie, führte im Bericht vom 1
9.
Dezember 2013 (
Urk.
6/81) aus, der Beschwerdeführer spritze sich oft zu viel Insulin, weil er enorme Angst habe, hohe Blutzucker zu haben (S. 1). Aktuell seien die Blut
zucker stabil, aber sie seien immer noch eher knapp eingestellt (S. 1 unten). Sie schreibe als
Diabetologin
nur sehr selten einen Patienten aus
diabetologischer
Sicht arbeitsunfähig
(S. 2 oben)
. Die enge Einstellung des Diabetes sei gefähr
lich. Das Risiko, dass der Beschwerdeführer wieder zu viel Insulin spritze und erneut eine schwere Unterzuckerung mit Bewusstlosigkeit erleide, bleibe be
stehen. Somit wären sämtliche Arbeiten in der Höhe, im Strassenverkehr oder an
Maschinen ausgeschlossen.
Zusammenfassend halte sie fest, dass der Beschwer
deführer an einer schweren Depression und einem Typ 1 Diabetes mellitus leide, den er zwanghaft versuche
,
gut einzustellen, wobei er die Gefahr von (schwe
ren) Unterzuckerung
en
in Kauf nehmen müsse. In Anbetracht der Kombination dieser beiden Diagnosen sei der Beschwerdeführe
r nicht arbeitsfähig (S. 2
)
.
3.
4
Prof.
Dr.
med.
C._
, Facharzt für
Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte im psychiatrischen Gutachten vom
7.
November 2014 (
Urk.
6/104) keine psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 39
lit
. E Ziff. 1
). Als psychiatrische Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine chronische Anpassungsstörung mit depressiven Symptomen und sozialem Rückzugsverhalten (DSM-IV 309.5) sowie eine
Per
sönlichkeitsakzentuierung
mit leistungsorientieren und zwang
haft-rigiden An
teilen (ICD-10 Z73.1
; S.
39
lit
. E Ziff.
2
).
Dazu hielt er unter anderem fest, der Beschwerdeführer h
ab
e in der Exploration seine Unfähigkeit
,
einem anderen Beruf nachzugehen
,
betont, da er in einem solc
hen nie so perfekt werden könne
wie in der Tätigkeit des Seilbahnbauers. Der soziale Rückzug geschehe aus Scham infolge der Er
krankung und des Verlusts seiner Arbeit. Der Beschwerdeführer habe ein wenig offenes, eingeengtes und stark
vorurteil
be
haftetes
, rigides Weltbild mit sonderli
chen moralischen und ethnischen Vorstell
ungen. In seiner Grundstruktur sei er durch das Erleben der Krankheit und den Verlust der Arbeit extrem narzisstisch gekränkt aufgetreten. Er sehe sich nicht mehr als vollständigen Menschen, der nun seinen Wert seit der Erkrankung und
der Kündigung verloren habe. Damit sei das Störungsbild des Beschwer
de
füh
rers als maladaptive Verarbeitung
der
Erkrankung zu bezeichnen und ge
mäss
internationaler
Klassifikationen als neurotische Verarbeitungsstörung zu klassi
fizieren, wie es
durch den
behan
delnde
n
Psychiater
Dr.
med.
D._
mit der Diagnose einer
Anpassungs
störung
erfolgt sei.
Der behandelnde Psychiater habe seine Einschätzung bei ei
nem Telefonat mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst vom 2
6.
Juli 2012 er
gänzt, indem er zusätzlich eine Persönlichkeitsstörung an
ge
n
o
m
men habe
.
Der
diagnosti
sche
n
Einschätzung des behandelnden Psy
chia
ters
sei bis zu jenem Zeitpunkt aus gutachterlicher Sicht bis auf die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung zu folgen. Eine solche könne nicht an
genommen werden, da sich prämorbid keine Hinweise darauf ergeben würden (S. 31 oben).
Der behandelnde Psychiater berichte ausserdem von abnormen
Persönlichkeits
eigenschaften
des Beschwerdeführers mit Perfektionismus bis Starrheit, über
mässiger Gewissenhaftigkeit bis zu zwanghaftem Denken und Verhalten sowie moralische und ethnische Vorstellungen mit rigiden Strukturen. Da diese Ei
gen
schaften jedoch im Vorleben des Beschwerdeführers nie psychiatrisch auf
fällig gewesen seien, könne diagnostisch nur von einer Akzentuierung der Per
sön
lich
keit aus gutachterlicher Sicht gesprochen werden (S. 32 oben).
Die vorgutachterlichen Stellungnahmen von
Dr.
A._
(
vgl. vorstehend E.
3.2
) w
ü
rden vollumfän
glich geteilt (S.
32 Mitte
ff.).
Die von der
Rechtsver
treterin
des
Beschwerdeführers
vorgetragenen Kritikpunkte zur Diagnostik und Bewertung mit Forderung bildgebender Diagnostik zum Vorgutachten
seien
hingegen
me
dizinisch
nicht nachvollziehbar und
überdies
unsachl
ich. Der
Vor
gut
achter
be
schreibe
nachvollziehbar, dass er keine Hinweise auf eine
hirnor
ganische
We
sensänderung
des Exploranden
X._
habe
- was auch vom Berichterstatter uneingeschränkt bestätigt
werde
- und
habe
die Entwicklung des Krankheitsbil
des schlüssig und nachvollziehba
r
erklärt
.
Insgesamt seien aus gutachterlicher Sicht die Diagnosen
des Sanatoriums
E._
in sich wider
sprüchlich
,
gemäss den vorliegenden psychopathologischen Dokumentationen nicht nachvollzieh
bar und auf der Grundlage einer internationalen psychia
tri
schen Klassifikation nicht korrekt. Auf diese Diagnosen könne aus gutach
te
r
licher Sicht daher nicht abgestellt werden (S. 33 ff.).
Bei der Exploration
habe
der
Beschwerdeführer
weiterhin
beklagt
, dass er nicht mehr arbeiten könne, weil der Diabetes mellitus die Ausübung seiner Tätigkeit al
s Seilbahnbauer verhindere. Nur
wenn der Diabetes nicht mehr bestehe, könne
er wieder arbeiten. Eine andere
Arbeit könne er nicht machen, weil er diese nicht gut genug ausführen könne. Die von
Dr.
D._
und
Dr.
A._
in ihren Berichten aufgeführten psychopathologischen Symptome
seien
unverän
dert fortbestehend. Die gebotenen affektiven Symptome mit
dysphorisch
-mür
rischem Affekt und subjektiv empfundener Antriebsstörung
seien
diagnostisch als Begleitsymptom
e der maladaptiven Verarbeitung
/Anpassungsstörung der Diag
nose der Diabeteserkrankung aktuell fortbestehend. In der Schwere
würden
die affektiven Symptome nicht die erforderliche Intensität
erreichen,
um gemäss einer internationalen Klassifikation als depressive Störung eingestuft zu werden. Auch der geschilderte Lebensvollzug
lasse
eine solche Störung nicht erkennen. Ein solches auf der Verhaltensebene bestehendes Erkrankungsbild
sei
daher
korrekt
klassifikatorisch
unter dem Kapitel einer neurotischen
Belastungsstö
rung
zu klassifizieren (Kapitel F4 des ICD-10). Daher
werde
gutachterlicherseits
die
Erstdiagnose
von
Dr.
D._
einer Anpassungsstörung gestützt. Gemäss ICD-10
dürfe
bei Auftreten zusätzlicher depressiver Symptome
bei
einer solchen Er
krankung allfällig über einen Zeitraum von zwei Jahren eine
Anpassungs
störung
diagnostiziert werden (F43.21).
Da aber das Störungsbild
fortbestehe
,
habe
man sich zur diagnostischen Einordnung dann des DSM-IV zu bedienen,
der das Krankheitsbild einer chronischen Anpassungsstörung kenne und definiere
(S. 35 unten)
.
Gemäss DSM-IV (Saß et a
l
., 1996)
seien
die Symptome des
Beschwerdeführers
einer chronischen Anpassungsstörung (sechs Monate oder länger) zuzuordnen. Während der ICD-10 eine auf maximal zwei Jahre zeitlich begrenzte Definition einer Anpassungsstörung mit depressiven Symptomen
kenne
,
gebe
es für die chronische Anpassungsstörung gemäss DSM-IV 309 keine zeitliche Begrenzung
(S. 36 oben)
.
Beim Beschwerdeführer sei somit von einer chronischen Anpassungsstörung gemäss DSM-IV 309 auszugehen, die sich auf
d
er Grundlage einer
Persönlich
keits
akzentuierung
mit zwanghaften und leistungsorientierten Zügen (ICD-10 Z73.1) entwickelt habe. Eine Persönlichkeitsstörung liege nicht vor, da der Beschwerdeführer diesbezüglich vor dem Auftreten des Diabetes mellitus infolge der genannten Eigenschaften psychiatrisch nie auffällig gewesen sei (S.
36 unten
lit
D
).
Bewerte man die bestehende chronische Anpassungsstörung als sogenanntes „
syndromales
Krankheitsbild“ gemäss der PÄUSBONOG-Rechtsprechung, dann
seien die Komorbidität beziehungsweise der
Komorbiditätsgrad
anhand der so
genannten Foerster-Kriterien zu überprüfen (S. 37 Mitte
lit
. D
). Die Beurteilung
der Überwindbarkeit der psychischen Symptome dieses
syndromalen
Krank
heits
bil
des sei primär juristische Aufgabe. Aus rein
psychiatrisch-versicherungs
mässi
ger
Sicht sei diese als gegeben anzusehen, da die vom Bundesgericht ge
for
derte Diskussion der Foerster-Kriterien in überwiegendem Masse nicht erfüllt seien (S. 38 unten
lit
. D
).
Aus rein versicherungsmedizinisch-psychiatrischer Sicht liege seit
Antragsstel
lung
keine mittel- oder langfristige Arbeitsunfähigkeit
von mehr als
20
%
vor
.
Aus medizinischer Sicht sei eine intensivierte Psychotherapie mit
Ref
raiming
der
sonderlichen Wertvorstellungen des Beschwerdeführers notwendig
(S. 40
lit
. G)
. Aus psychiatrischer Sicht könne der Beschwerdeführer unverzüglich wieder ein
gegliedert werden. Die „Sturheit“ des Beschwerdeführers infolge seiner
Persön
lichkeitsakzentuierung
lasse vermuten, dass sich der Beschwerdeführer
wieder
eingliedernden
beruflichen Massnahmen widersetzen w
e
rd
e
(S. 40
lit
. H
).
4.
4.
1
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass das
psychiatrische Gutach
ten von
Prof
.
C._
(
vorstehend E. 3.
4
) die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden in angemessener Weise berücksichtigt, in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet wurde und der konkreten medi
zinischen Situation Rechnung trägt.
So machte
Prof.
C._
darauf aufmerk
sam, dass
die von
Dr.
D._
und
Dr.
A._
in ihren Bericht
en
auf
ge
führten psychopathologisc
hen Symptome unverändert und die gebotenen affek
ti
ven Symptome mit
dysphorisch
-mürrischem Affekt und subjektiv empfun
dener
Antriebsstörung diagnostisch als Begleitsymptome der maladaptiven Ver
arbei
tung/
Anpassungsstörung der Diagnose der Diabeteserkrankung aktuell fortbe
stehend seien.
Weiter führte er in nachvollziehbarer Weise aus, dass die affe
k
tiven Symptome in der Schwere
nicht die erforderliche Intensität erreichen würden, um
gemäss
einer internationalen Klassifikation als depressive Störung eingestuft zu werden. Auch der geschilderte Lebensvollzug lasse eine solche Störung nicht erkennen.
Zudem
zeigte
Dr.
C._
in differenzierter Weise auf
, weshalb die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung nicht vorliege
und auf die Diagnosen der Ärzte des
Sanatorium
s
E._
nicht abgestellt werden könne, da diese in sich widersprüchlich und
gemäss
den vorliegenden psychopatholo
gischen Dokumentationen nicht nachvollziehbar und auf der Grundlage einer internationalen psychiatrischen Klassifikation nicht korrekt seien.
In nachvoll
ziehbarer Weise führte er
weiter
aus,
dass der ICD-10 eine auf maximal zwei
Jahre zeitlich begrenzte Definition einer Anpassungsstörung mit depressiven Symptomen kenne,
es hingegen
für die chronische Anpassungsstörung
gemäss
DMS-IV
keine zeitliche Begrenzung
gebe
.
Die Beurteilung
durch
Prof.
C._
leuchtet in der Darlegung der medi
zini
schen
Zustände sowie in Bezug auf die gezogenen Schlussfolgerungen
ein.
Ins
besondere vermag die
obengenannte
Verneinung der Diagnos
en einer
Persön
lichkeitsstörung
und
einer Depression
sowie die kritische Auseinandersetzung mit den Diagnosen des Sanatorium
s
E._
entgegen der Ansicht des Be
schwerdeführers z
u überzeugen.
Die Beurteilung durch
Prof.
C._
ist nach dem Gesagten für die Beantwortung
der gestellten Frage umfassend, womit das
Gutachten die
praxisgemässen
Kriterien (vgl. vorstehend E. 1.
4
) vollumfänglich
erfüllt und
für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden kann.
4.
2
Eine unterschiedliche Schwerebeurteilung einer Symptomatik durch Gutachter und behandelnde Ärzte ergibt sich indessen aus deren unterschiedlicher
auf
tragsrechtlicher
Situation. Denn bei behandelnden Ärzten gehört die Beurtei
lung der Auswirkungen von Krankheitssymptomen auf die Arbeitsfähigkeit zum therapeutischen Auftrag. Sie müssen daher ihre Beurteilung - soweit medizi
nisch nur vertretbar - mit der Selbsteinschätzung des Patienten in Einklang bringen können und gegebenenfalls - aus Rücksicht auf das für den
Therapie
erfolg
wichtige Vertrauensverhältnis - bei der Bewertung der
krankheitsbeding
ten
Funktionseinschränkungen dessen Einschätzung folgen. Demgegenüber hat der von einem Sozialversicherungsträger oder von einem Gericht beauftragte
Gutachter die Krankheits- bzw. Behinderungsüberzeugung des Exploranden zwar
auch in seine Beurteilung einzubeziehen, ist aber verpflichtet, die Schwere der (von ihm selbst klinisch festgestellten oder von anderen - insbesondere be
han
deln
den - Ärzten berichteten) Symptomatik aufgrund aller aktenkundigen Infor
mationen über Defizite und Ressourcen des Exploranden zu validieren.
Wegen der unterschiedlichen Natur von Behandlungs- und
Begutachtungsauf
trag
ist es
rechtsprechungsgemäss
nicht geboten, ein Gutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behan
delnden Ärzte zu anderen Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine klärende Ergänzung des medizinischen Dossiers oder direkt eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige, nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_252/2012 vom
7.
September 2012 E.
8.4). Solches liegt hier nicht vor, berücksichtigt
Prof.
C._
doch sämtliche
vom
Beschwerdeführer anlässlich der Untersuchung geklagten Beschwerden so
wie die von den behande
lnden Ärzten erhobenen Befunde.
4.3
Im Weiteren trifft es
zwar zu, dass das psychiatrische Gutachten von Prof.
C._
(vorstehend E.
3.
4
)
wie jedes Administrativgutachten im
Sozial
ver
sicherungsverfahren
auf einer Momentaufnahme beruht
(
Urk.
1 S. 6
)
,
wäh
rend der behandelnde Psychiater
Dr.
D._
den Beschwerdeführer seit län
gerer Zeit behandelt
. Es ist aber Wesensmerkmal einer jeden Begutachtung, dass sie nicht auf einem derart langen Beobachtungszeitraum beruhen kann wie die Berichte behandelnder Ärzte, ohne dass dies allein ihrem Beweiswert abträglich wäre (
Urteil des Bundesgerichts
9C_866/2012 vom 2
1.
November 2012 E. 3.2.1). Zudem verschaffen die schwierige Abgrenzung zu invaliditätsfremden Faktoren sowie die auf die IV-spezifischen Tatfragen zugeschnittenen Schlussfolgerungen dem psychiatrischen Gutachten einen entscheidenden Vorteil gegenüber den Berichten der behandelnden Ärzte, insbesondere denjenigen von
Dr.
D._
,
welche aus therapeutischen Zusammenhängen heraus erstattet wurden (vgl. dazu
BGE 137 V 210 E. 1.2.4 mit Hinweisen).
D
ie Anpassungsstörung stellt definitionsgemäss ein ledig
lich vorübergehendes Leiden dar
beziehungsweise bildet
keine hinreichend ausgeprägte Psycho
pa
tho
logie. Vielmehr liegt sie im Grenzbereich dessen, was überhaupt noch als
krank
heitswertig
im Sinne des Gesetzes und potenziell invalidisierendes Leiden gelten
kann (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2014 vom 3
0.
April 2014 E. 3.
2 mit Hinweis auf das Urteil 9C_153/2012 vom 1
5.
Oktober 2012 E. 4.3). Ob sich an dieser Rechtsprechung mit BGE 141 V 281 im Ergebnis etwas geändert hat, kann offenbleiben. Denn bei einer Anpassungsstörung handelt es sich aus
inva
lidenversicherungsrechtlicher
Sicht um keinen Anwendungsfall der vom Gut
ach
ter zitierten PÄUSBONOG-Rechtsprechung, kommt diese doch nur bei funk
tionellen Körperbeschwerdesyndromen zum Zug (siehe zum Ganzen der bereits erwähnte BGE 141 V 281). An dieser Rechtsprechung dürfte sich mit BGE 141 V 281 im Ergebnis nichts geändert haben.
4.
4
In Bezug auf die Diagnose der Persönlichkeitsakzentuierung mit
leistungsorien
tieren
und zwanghaft-rigiden Anteilen (ICD-10 Z73.1) ist zu bemerken, dass es sich dabei um eine Z-Kodierung handelt. Gemäss Rechtsprechung handelt es sich bei Diagnosen aus der sogenannten Z-Kategorie (Kapitel XXI) des ICD-10-Systems um Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inan
spruchnahme des Gesundheitswesens führen. Die Kategorien Z00-99 sind für Fälle vorgesehen, in denen Sachverhalte als „Diagnosen" oder „Probleme" an
ge
geben sind, die nicht als Krankheit, Verletzung oder äussere Ursache unter den Kategorien A-Y klassifizierbar sind. Diese Belastungen fallen als solche nicht
unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens (Urteil des Bun
des
gerichts 8C_663/2010 vom 1
5.
November
2010 E.
5.2.4 mit weiteren Hin
weise
n). Die akzentuierten Persönlichkeitszüge können folglich nicht als in
va
lidi
sie
rende Krankheit angesehen werden.
4.
5
Vor dem Hintergrund der Rechtsprechung zur Anpassungsstörung
und zu den
Z-
Kodierungen
sowie angesichts der Aufgabenteilung von rechtsanwendender Stelle und begutachtender Arztperson bei der Beurteilung der Arbeitsunfähig
keit (BGE 140 V 193; vgl. auch Urk. 1 S. 4)
ging
die Beschwerdegegnerin zu Recht
davon aus, dass in psychiatrischer Hinsicht gestützt auf die Beurteilung durch Prof.
Dr.
C._
keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegt.
Es ist nicht ersichtlich, inwiefern die vom Beschwer
deführer geforderte Anordnung eines
ergänzenden psychiatrischen
Gutachtens
(vgl.
Urk.
1 S. 2 oben)
neue, für die Beurteilung des vorliegenden Falls entschei
dende Erkenntnisse liefern könnte, sodass darauf im Sinne der antizipierten Beweiswürdigung zu verzichten ist (BGE 122 V 157 E. 1d).
4.
6
In somatischer Hinsicht lässt sich den medizinischen Akten entnehmen, dass beim Beschwerdeführer im Jahr 2008 erstmals ein Diabetes mellitus Typ 1 diag
nostiziert wurde (vgl.
Urk. 6/16/1-5 Ziff. 1.4
).
Rechtsprechungsgemäss
ist davon auszugehen, dass mit einem adäquat behan
delten, gut eingestellten Diabetes mellitus in der Regel keine Arbeitsunfähigkeit verbunden ist (vgl. dazu Urteile
des Bundesgericht
s
I 22/05
vom
6.
Juni 2006, E.
5.1,
I 432/05
vom 1
3.
März 2006, E. 2.2,
I 797/04
vom 2
0.
April 2005, E. 2.2). Anders als bei einem entgleisten Diabetes, der eine dauernde Arbeitsunfähigkeit bewirken kann (vgl. Urteil
des Bundesgerichts
I 22/05
vom
6.
Juni 2006
), ergibt sich eine Einschränkung allenfalls aus dem Risiko einer plötzlichen Unterzu
cke
rung (Hypoglykämie), weshalb gewisse Berufe wegen Fremd- oder
Eigenge
fähr
dung
, wie d
as
Arbeit
en
an Maschinen, mit Fahrzeugen oder sonstigem hohem Gefahrenpotential nicht als geeignet erscheinen. Das gilt zudem für Tätigkeiten, bei denen sich der Diabetiker nicht um seine Stoffwechselkontrolle kümmern kann.
Aus den
Akten
geht hervor, dass die Diabeteseinstellung
von
Anfang an
grund
sätzlich
hervorragend gewesen sei (vgl. vorstehend E.
3.1)
. Im Ver
lauf stellte sich hingegen
heraus, dass der Beschwerdeführer - möglicherweise
auch
mit den psychiatrischen Befunden
zusammenhängend
- aus Angst vor ho
hem Blut
zucker teilweise zu viel Insulin spritz
t
e, so dass
eher von einer
zu engen Ein
stellung des Diabetes
auszugehen ist
, was
das Risiko der Unterzuckerung des Diabetes
wiederum
erhöht
(vgl. vorstehend E. 3.3).
In Anbetracht der
angestammten Tätigkeit des Beschwerdeführers ist die Ein
schätzung der entsprechenden Fachärzte,
wonach der Beschwerdeführer auf
grun
d der Gefahr einer Hypoglykämie keiner Tätigkeit in grossen Höhen nach
gehen sollte,
nachvollziehbar.
Weiter ist e
ine
adäquate Behandlung
mit
der Möglich
keit der Stoffwechselkontrolle, Planbarkeit des Tagesablaufes
,
der Selbststeue
rung des Stoffwechsels
sowie der möglicherweise unregelmässigen Essenszeiten und stark wechselnden körperlichen Belastungen
wohl nur sehr schwer mit der Tätigkeit als Seilbahnbauer
zu vereinbaren.
Da dem Beschwer
deführer nach wie
vor eine Fahrtauglichkeit attestiert wird
(vgl. vorstehend E.
3.1, so auch
Urk.
6/94
S.
5
)
, ist
demgegenüber jedoch
von keiner weitergehenden Einschränkung aus
zugehen. Etwas anderes
ergibt
sich auch
aus den Akten nicht
.
Nach dem Gesagten ist daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon aus
zugehen, dass
de
r
Beschwerdeführer aus somatischer Sicht aufgrund des Diabe
tes in seiner angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig ist. In einer
der Einschränkungen durch die Diabeteserkrankung
angepassten Tätigkeit
ist hin
gegen
von einer vollen Arbeitsfähigkeit
auszugehen
.
5.
5.1
Zu prüfen
sind sodann
die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beein
trächtigung.
5.2
Zunächst ist zu beurteilen, ob für den Beschwerdeführer auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
realistischerweise
geeignete Arbeitsstellen zur Verfügung stehen, an denen er die ihm verbleibende Restarbeitsfähigkeit
zumutbarerweise
noch ganz oder teilweise verwerten kann.
5.
3
Die Definition der Erwerbsunfähigkeit in
Art.
7 ATSG setzt einen ausgegliche
nen Arbeitsmarkt voraus (vgl. E.
1.2).
Der Begriff des ausgeglichenen Arbeits
marktes ist ein theoretischer und abstrakter Begriff, welcher dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversi
cherung abzugrenzen. Er umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits be
zeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür ver
langten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Ein
zelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähig
keit zu verwerten, und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E.
4b; ZAK 1991 S.
321 E.
3b und 1985
S. 462 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.2). An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind praxisgemäss nicht über
mäs
si
ge Anforderungen zu stellen; diese hat vielmehr nur so weit zu gehen, als im Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des Invaliditätsgrades gewährleistet ist. Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzustellen, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaft
lich nützen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Ar
beitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 290 f. E. 3b; Urteile des Bundes
gerichts I 273/04 vom 29. März 2005, I 591/02 vom 5. Mai 2004, I 285/99 vom 1
3.
März 2000 und U 176/98 vom 1
7.
April 2000). Der ausgeglichene Arbeits
markt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und
Arbeits
angebote
, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von
seiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteile des Bundesgerichts 9C_95/2007 vom 2
9.
August 2007 E. 4.3 und 9C_98/2014 vom 2
2.
April 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen).
5.
4
Die Rechtsprechung hat das fortgeschrittene Alter, obgleich an sich ein
inva
liditätsfremder
Faktor (AHI 1999 S.
240 unten sowie Urteil des Bundesgerichts I
97/00 vom 2
9.
August 2002 E.
1.4 mit Hinweisen), als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die der versicherten Person verbliebene
Resterwerbs
fähigkeit
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die
Selbst
eingliederungspflicht
nicht mehr zumutbar ist. Ist die Resterwerbsfähigkeit in diesem Sinne wirtschaftlich nicht mehr verwertbar, liegt vollständige Erwerbs
unfähigkeit vor, die zum Anspruch auf eine ganze Invalidenrente führt. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermö
gen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen. Die Bedeutung des fortgeschrittenen Alters für die Besetzung entsprechender Stellen ergibt sich vielmehr aus den
Einzel
fallumständen
, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten massgebend erscheinen. Zu denken ist zunächst an die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, angesichts der beschränkten Dauer verbleibender Aktivität
,
sodann namentlich auch an den absehbaren
Um
stellungs
- und Einarbeitungsaufwand, dessen Ausmass wiederum anhand von Kri
te
rien wie der Persönlichkeitsstruktur, vorhandenen Begabungen und Fertig
kei
ten, Ausbildung und beruflichem Werdegang sowie der Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich abzuschätzen ist (Urteil des Bundesgerichts I 376/05 vom
5.
August 2005 E. 4.1 mit Hinweisen).
5.
5
Der Beschwerdeführer
stand
in dem für die
ge
richtliche Beurteilung massge
benden Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung (vgl. dazu BGE
121 V 362 E.
1b mit Hinweis)
drei Monate vor seinem 62. Geburtstag und war
daher nicht leicht
vermittel
bar
. Die ihm verbleibende Aktivitätsdauer bis zum Eintritt ins AHV-Alter betrug somit noch
3
.
25
Jahre.
Dennoch bestehen für den Be
schwerdeführer mit Bezug auf den hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt Möglichkeiten, eine Stelle zu finden.
Einerseits ist der Beschwerdeführer nach wie vor im Rahmen eines Vollpensums arbeitsfähig. Andererseits
sind
die be
stehende
n
Einschränkung
en
aufgrund des Diabetes
in Bezug auf zumutbare Tätigkeiten nicht derart massiv, dass von realitätsfremden und in diesem Sinne unmöglichen oder unzumutba
ren Einsatzmöglichkeiten auszugehen wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 824/02 vom 1
6.
Juni 2004 E.
2.2.2 mit Hinweisen).
Tätigkeiten mit einem sol
chen,
wenig
eingeschränkte
n
Anforderungsprofil, sind auf dem ausgeglichenen Arb
e
itsmarkt ausreichend vorhanden.
Der Beschwerdeführer war
nach dem Abschluss seiner Lehre zum Elektromon
teur
seit 1975 mehrheitlich als Seilbahnmonteur, später als Gruppenleiter,
Chef
monteur
und Montageleiter tätig und arbeitete zweitweise auch im Aus
land
(vgl. Urk. 6/104 S. 23
lit
. B Ziff. 1.3)
.
Die Anforderungen seiner letzten Tätigkeit
als Montageleiter umfassten unter anderem spezifische Fachkenntnisse, Füh
rungs
eigenschaften, Arbeitssi
cherheit, technische Fertigkeiten, Selbstständigkeit, Teamfähigkeit, Schwindel
freiheit, Genauigkeit, Belastbarkeit, Planen und Orga
ni
sieren sowie körperliche Konstitution
(
Urk.
6
/
6
/
5 unten
).
Aufgrund dieser viel
seitig einsetzbaren berufli
chen Fähigkeiten ist dem Beschwerdeführer ein
Um
s
tellungs
- und Einarbei
tungsaufwand
auch in seinem fortgeschrittenen Alter
noc
h zumutbar.
Insgesamt besteht auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt durch
aus die entsprechende Nachfrage
nach
den gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers angepasste
n
Tätigkeiten.
6
.
6
.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen dieser Einschrän
kungen aufgrund des Einkommensvergleichs vorzunehmen.
Da ein Rentenan
spruch gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs - mithin der Anmeldung bei der Beschwerdegegnerin am 1
9.
Oktober 2010 (vgl.
Urk.
6/2) - eintritt, würde ein allfälliger Rentenanspruch des Beschwerdeführers frühestens ab
1.
April 2011 bestehen. Für die Vornahme des Einkommensvergleichs ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns, mithin auf das Jahr 2011, abzustellen (BGE 129 V 222 E. 4.3.1).
Der Beschwerdeführer bringt diesbezüglich einzig vor, dass der von der
Be
schwerdegegnerin
lediglich intern vorgenommene Einkommensvergleich (vgl.
Urk.
6/57) zu Unrecht nicht in die Verfügung eingeflossen sei und sich daraus
mindestens ein Anspruch auf eine halbe Rente ergeben hätte (
Urk.
1 S. 10
lit
. m
).
Dem Beschwerdeführer ist insofern zuzustimmen, dass die Beschwerdegegnerin angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Diabetes in
seiner angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsf
ähig ist (vgl. vorstehend E. 4.6
), in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) einen Einkommensvergleich hätte durch
führen müssen.
6
.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Valideneinkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
6
.3
In einem internen Einkommensvergleich ging die Beschwerdegegnerin bei der Bestimmung des
Valideneinkommens
vom zuletzt erzielten Verdienst
gemäss Arbeitgeberfragebogen
in der Höhe von
Fr.
100‘716.--
aus
und
hielt des Wei
teren fest, da der Monatslohn seit dem Jahr 2006 der gleiche sei, könne davon
ausgegangen werden, dass dieser weiterhin ausbezahlt worden wäre und des
halb
keine Anpassung an die
Nominallohnentwicklung
vorzunehmen sei
(vgl.
Urk.
6/57
)
.
Dem Auszug aus dem
i
ndividuellen Konto (IK
;
Urk.
6/8
) lässt sich
diesbezüglich jedoch
entnehmen, dass der Beschwerdeführer in den letzten Jahren
schwan
ken
de Einkommen hatte. Da die Ermittlung des im Gesundheitsfall von der ver
sicherten Person erzielbaren Einkommens so konkret wie möglich zu geschehen hat, rechtfertigt es sich daher, für den
Validenlohn
auf den während einer län
ge
ren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen
(Urteil des Bun
des
gerichts 8C_626/2011 vom
2
9.
März 2012 E. 3, E. 4.1 f.)
. Der Beschwerde
führer erzielte in den Jahren 2005 bis 2009 durchschnittlich ein Einkommen in der
Höhe von
Fr.
96‘883.-- (
Fr.
94‘250.-- +
Fr.
98‘491.-- +
Fr.
103‘206.-- +
Fr.
91‘443
+
Fr.
97‘025.--
/ 5).
Dass der Arbeitgeber des Beschwerdeführers aus wirtschaft
lichen Gründ
en keine Lohnerhöhungen gewährt haben soll,
lässt sich dem Arbeitgeberbericht (
Urk.
6/6) entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (vgl.
Urk.
6/57) nicht entnehmen.
Bei der Entwicklung des
Valideneinkommens
sind die Teuerung und die reale Einkommensentwicklung gr
undsätzlich zu berück
sichtigen. Die Beschwerdegegnerin verkennt
dabei
, dass im Falle einer über mehrere Jahre andauernden Lohnstagnation, es sich nach einer gewissen Zeit rechtfertigt, bei der Bestimmung des
Valideneinkommens
die vom Bun
desamt für Statistik
ermittelte Nominallohnentwicklung zu berücksichtigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts U66/02 vom
2.
November 2004 E.
4.1.1
: Abstellen auf
Nomi
nallohnentwicklung
, nachdem es fünf Jahre lang zu keinen
Lohnan
passun
g
en
mehr gekommen war
).
6
.4
Nach dem Gesagten ergibt sich unter Berücksichtigung der
Nominallohnent
wicklung
von 0.8
%
für das Jahr 2010 und
von 1.0
%
für das Jahr 2011 ein
Valideneinkommen
von rund
Fr.
9
8
‘
635
.-- (
Fr.
96‘883 x
1.008 x
1.010) für das Jahr 2011.
6
.5
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht
. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) heran
gezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E.
4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardi
sier
ten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit
Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Be
i der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, wes
halb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochen
arbeitszeit
aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf der Grundlage der LSE kann – ausnahmsweise – der Lohn eines einzelnen Sektors („Produktion" oder „Dienst
leistungen") oder gar einer bestimmten Branche herangezogen werden, wenn es als sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Ver
wertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen, namentlich bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit im betreffenden Be
reich tätig gewesen waren und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt (SVR 2008 IV Nr. 20 S. 63, 9C_237/2007 E. 5.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_667/2013 vom 29. April 2014 E. 5.3).
Es besteht kein Grundsatz, wonach stets auf die Tabelle TA1 abzustellen ist. So kann es sich nach den konkreten Umständen des Einzelfalls rechtfertigen, an
statt auf die Tabelle TA1 auf die Tabelle TA7 („Monatlicher Bruttolohn [
Zent
ral
wert
] nach Tätigkeit, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht - Privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund] zusammen") abzustellen, wenn dies eine genauere Festsetzung des Invalideneinkommens erlaubt und dem Ver
sicherten der entsprechende Sektor offen steht und zumutbar ist (SVR 2008 IV Nr. 20 S. 63, 9C_237/2007 E.
5.1). Ferner kann bei qualifizierten Berufsleuten mit Fach- und Hochschulabschluss das Heranziehen der Tabelle TA11 („Monat
licher Bruttolohn [Zentralwert und
Quartilbereich
] nach Ausbildung, beruflicher Stellung und Geschlecht - Privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund] zu
sammen") angezeigt erscheinen (SVR 2011 IV Nr. 55 S. 163, 8C_671/2010 vom
25. Februar
2011 E. 6.4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_841/2013
vom 7. März 2014 E. 4.2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_660/2014 vom 5. November 2014 E. 4).
6
.6
Bei der Festlegung des Invalideneinkommens stellte die Beschwerdegegnerin
in ihrer internen Berechnung
zu Recht
auf Tabellenlöhne gemäss LSE ab (vgl.
Urk.
6/57).
A
ngesichts der Zumutbarkeit einer 100%igen
behinderungsange
passten
Tätigkeit steht dem Beschwerdeführer auch bei der Berücksichtigung
seiner Diabeteserkrankung
eine breite Palette von Tätigkeiten offen
(vgl. vor
stehend E.
5.5)
.
Angesichts der Grundausbildung als Elektromonteur sowie der weitreichenden Berufs- und Fachkenntnisse als
Montageleiter
im Seilbahnbau rechtfertigt es sich vorliegend zur Fest
setzung des Invalideneinkommens - im Gegensatz zur internen Berechnung der Beschwerdegegnerin -
auf das
Anfor
de
rungsniveau
3 abzustellen
(vgl. vorstehend E.
6
.5)
.
Das Anforderungsniveau 4, welches einfache und repetitive Tätigkeiten umfasst und keine Berufspraxis voraussetzt, ist unter den gegebenen Umständ
en nicht in Betracht zu ziehen.
Nach dem Gesagten betrug das im Jahr 2010 von Männern im Durchschnitt er
zielte Einkommen pro Monat
Fr.
5‘909.--
auf der Basis eine
r
40-Stundenwo
che
(LSE 2010, S. 26, TA1, Total, Niveau 3), mithin
Fr.
70‘908.-- im Jahr (
Fr.
5‘909.--
x 12).
Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen wöchentli
chen Arbeitszeit von 41,
7
Stunden im Jahr 20
11
(Die Volkswirtschaft 3/4 - 2015, S. 88, Tabelle B 9.2, Total)
und der Nominallohnentwicklung von
1,0
%
(Die Volkswirtschaft 3/4 – 2015, S. 89, Tabelle B 10.2, Nominal Total)
errechnet sich für das Jahr 20
11
ein
hypothetisches
Invalideneinkommen von
Fr.
74
‘
661
.-- (
Fr.
70‘908
.-- / 40 x 41,
7
x 1,0
10
)
.
6.7
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürze
n.
Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass ver
sicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit ver
richteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Aus
wirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte da
für bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merk
male ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allge
meinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann
. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Be
tracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
6.8
Zu dem von der Beschwerdegegnerin in ihrer internen Berechnung
(Urk. 6/57)
als lohnmindernder Faktor berücksichtigte
n
fortgeschrittene
n
Alter des Beschwer
de
führers ist zu bemerken, dass d
as fortgeschrittene Alter
als abzugsrelevanter Aspekt immer unter Berücksichtigung aller konkreten Umstände des Einzelfalles zu prüfen
ist
(Urteil 9C_334/2013 vom 2
4.
Juli 2013 E. 3).
Der Beschwerdefüh
rer ist gelernter Elektromonteur und war zuletzt als Chefmonteur im
Seilbahn
bau
tätig.
Das jahrzehntelange Arbeiten i
n einem dem
Baugewerbe
verwandten Bereich
sowie die
dadurch gewonnene vielseitige
Erfahrung
zeichnen den Be
schwerdeführer
als Facharbeiter aus, welcher über ein solides berufliches Rüst
zeug verfügt. Damit dürfte die Integration in den Arbeitsmarkt trotz des fortge
schrittenen Alters nicht wesentlich erschwert sein
(so auch in E. 5.5)
, weshalb sich ein Abzug unter diesem Titel nicht rechtfertigen lässt.
Aufgrund
der
gesundheitlichen
Einschränkungen durch die Diabeteserkrankung
bestehen vorliegend hingegen
Anhaltspunkte, dass
sich der
Beschwerdeführer auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
im entsprechenden Anforderungsniveau möglicherweise
mit einem geringeren Lohn
begnügen müssen wird
.
Demgegen
über ist der Beschwerdeführer
in seiner Arbeitsfähigkeit
jedoch
nicht weiter ein
geschränkt und in einem Vollzeitpensum
arbeitsfähig. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände rechtfertigt sich daher höchstens ein Abzug von 10
%
.
Nach dem Gesagten resultiert ein hypothetisches Invalideneinkommen in der Höh
e von rund
Fr.
67‘195.-- (
Fr.
74
‘
661
.--
x 0.9).
6.9
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von
Fr.
98‘635.-- mit dem
Invalidenein
kommen
von
Fr.
67‘195.-- ergibt eine Einkommenseinbusse von
Fr.
31‘440.-- und damit einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von rund 32
%
. Bei diesem Ergebnis steht dem Beschwerdeführer somit keine Rente der Invaliden
versicherung zu.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach
im Ergebnis
als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzu
erlegen.