Decision ID: 809aa73c-0136-430b-81a5-b8840de07ef8
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer – ein afghanischer Staatsangehöriger tadschiki-
scher Ethnie aus B._ stammend – verliess Afghanistan gemäss ei-
genen Angaben im Jahr 2019 (im Alter von etwa 12 Jahren) und gelangte
über Pakistan, den Iran, die Türkei sowie verschiedene europäische Län-
der, inklusive Griechenland, Kroatien, Slowenien und die Niederlande, am
26. Juni 2021 in die Schweiz, wo er gleichentags als unbegleiteter minder-
jähriger Asylsuchender (UMA) ein Asylgesuch stellte. Am 22. Juli 2021
führte das SEM eine Befragung (Erstbefragung unbegleiteter minderjähri-
ger Asylsuchender [EB UMA]) durch und am 12. August 2021 wurde er
eingehend zu seinen Asylgründen angehört.
B.
Zur Begründung seines Gesuches machte der Beschwerdeführer im We-
sentlichen geltend, sein Vater – ein hoher afghanischer Beamter – sei unter
unbekannten Umständen ermordet worden, als er fünf Jahre alt gewesen
sei. Seine Mutter – eine gebildete Frau sunnitischen Glaubens – vermute,
ein Onkel väterlicherseits habe seinen Vater getötet, weil dieser (ursprüng-
lich ein Schiite) nach seiner Heirat zum sunnitischen Glauben konvertiert
sei. Sie habe der Heirat nur unter der Voraussetzung dieser Konversion
zugestimmt. Sein Vater habe sich danach von seinen (schiitischen) Brü-
dern distanziert, wobei er als ältester Sohn über das vererbte Haus und
das Vermögen habe verfügen können. Nach dem Tod seines Vaters hätten
seine Onkel väterlicherseits kein Interesse an der Aufklärung der Todes-
umstände gehabt. Vielmehr hätten sie das Haus der Familie und das Ver-
mögen (teilweise) in Anspruch genommen und seien herzlos mit ihm, sei-
nen Schwestern und seiner Mutter umgegangen. Seine Onkel hätten ihn
seit dem Tod seines Vaters bis zur Ausreise einmal wöchentlich oder alle
zwei Wochen verprügelt, wobei er Knochenbrüche erlitten habe. Sie hätten
ihn als Diener für sich gewinnen und seine Schwestern mit ihren Söhnen
zwangsverheiraten wollen.
Zudem habe seine Mutter bis im Jahr 2018 für ein ausländisches Projekt
bezüglich Bevölkerungsregistrierung oder Bewässerung gearbeitet. Wäh-
rend eines Jahres – bis zu ihrer Ausreise im Jahr 2019 – habe sie nicht
mehr gearbeitet. Seine Mutter sei mit fünf ihrer Kinder (der Beschwerde-
führer und vier Schwestern) aufgrund der Misshandlungen durch seine On-
kel, zur Verhinderung eines Racheaktes des Beschwerdeführers an seinen
Onkeln und der Furcht vor Zwangsheirat (der Schwestern) ausgereist. Auf
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der Flucht sei die Familie getrennt worden. Zurzeit würden sich seine Mut-
ter und drei Schwestern in Pakistan befinden, eine Schwester lebe mit ihrer
Familie in Griechenland.
Zur Stützung seiner Vorbringen reichte er seine Tazkera im Original, di-
verse medizinische Unterlagen betreffend Schmerzen im Bauch, Rumpf
und Rücken (angeblich durch Schläge der kroatischen Polizei), sowie zwei
Teilnahmebestätigungen (vom 3. bis 5. Juni 2013 und vom 6. Juni 2013 bis
2. Dezember 2013) betreffend Projektarbeit seiner Mutter zu den Akten.
C.
Nachdem die Vorinstanz am 20. August 2021 den Entscheidentwurf der
Rechtsvertretung zur Stellungnahme unterbreitet hatte, nahm diese am
23. August 2021 dazu Stellung. Sie führte aus, den massiven Übergriffen
seitens der Onkel des Beschwerdeführers liege ein asylrelevantes religiö-
ses Motiv zugrunde, das der Hauptgrund für seine Ausreise gewesen sei.
Die erlittenen Übergriffe seien sowohl körperlich als auch psychisch für ein
Kind nicht zu erdulden gewesen. Die Argumentation, er hätte als Angehö-
riger der sunnitischen Mehrheitsgesellschaft Hilfe oder Schutz vor den re-
ligiös motivierten Übergriffen erhalten können, sei zurückzuweisen.
Schliesslich verletze die Behörde ihre Begründungspflicht sowie seinen
Gehörsanspruch, indem sie die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen nicht in
Frage stelle, jedoch eine nicht nachvollziehbare und seinen Ausführungen
widersprechende Prüfung der Asylrelevanz vornehme.
D.
Mit Verfügung vom 24. August 2021 – gleichentags eröffnet – lehnte das
SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers im Rahmen des beschleu-
nigten Verfahrens ab und ordnete die Wegweisung an, nahm den Be-
schwerdeführer jedoch wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs
in der Schweiz vorläufig auf.
E.
Mit Eingabe vom 23. September 2021 erhob der Beschwerdeführer gegen
diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Beantragt
wurde die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, betreffend die Dispo-
sitivziffern 1 – 3, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die Asyl-
gewährung sowie eventualiter die Rückweisung der Sache an die Vo-
rinstanz zur Neubeurteilung. In prozessualer Hinsicht wurde um unentgelt-
liche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie Verzicht auf
Kostenvorschuss ersucht.
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F.
Mit Zwischenverfügung vom 5. Oktober 2021 stellte die Instruktionsrichte-
rin fest, der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens in der
Schweiz abwarten und hiess das Gesuch um Gewährung der unentgeltli-
chen Prozessführung sowie um Befreiung von der Kostenvorschusspflicht
gut.
G.
In seiner Vernehmlassung vom 5. November 2021 hielt das SEM vollum-
fänglich an seinen Erwägungen fest.
H.
Mit Replik vom 10. November 2021 nahm der Beschwerdeführer durch sei-
nen Rechtsvertreter zur Vernehmlassung des SEM Stellung.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig
(Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108
Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.
2.
Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden die Fragen der Flücht-
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lingseigenschaft, des Asyls und der verfügten Wegweisung. Der Wegwei-
sungsvollzug ist nicht mehr zu prüfen, nachdem die Vorinstanz den Be-
schwerdeführer wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläu-
fig aufgenommen hat.
3.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26
E. 5).
4.
4.1 Im Sinne eines Eventualantrages beantragt der Beschwerdeführer die
Rückweisung der Sache an die Vorinstanz. Hinsichtlich seiner Rüge, das
SEM habe seinen Vorbringen leichtfertig die Asylrelevanz abgesprochen,
lässt sich weder eine Verletzung des rechtlichen Gehörs noch der Begrün-
dungspflicht erkennen.
4.2 Aus der Begründungspflicht als Teilgehalt des rechtlichen Gehörs
ergibt sich, dass die Abfassung der Begründung den Betroffenen ermögli-
chen soll, den Entscheid sachgerecht anzufechten, was nur der Fall ist,
wenn sich sowohl die Betroffenen als auch die Rechtsmittelinstanz über
die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können. Die Begründungs-
dichte richtet sich dabei nach dem Verfügungsgegenstand, den Verfah-
rensumständen und den Interessen des Betroffenen, wobei bei schwerwie-
genden Eingriffen in die rechtlich geschützten Interessen des Betroffenen
– und um solche geht es bei Verfahren betreffend Asyl und Wegweisung –
eine sorgfältige Begründung verlangt wird (vgl. BVGE 2011/37 E. 5.4.1;
BVGE 2008/47 E. 3.2).
4.3 In der angefochtenen Verfügung hat das SEM nachvollziehbar und im
Einzelnen hinreichend differenziert aufgezeigt, von welchen Überlegungen
es sich leiten liess. Es hat sich mit sämtlichen wesentlichen Vorbringen des
Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Zudem hat das SEM die Glaub-
haftigkeit seiner Vorbringen nicht grundsätzlich in Frage gestellt, weshalb
es sich – entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers – zu Recht auf
die Prüfung der Asylrelevanz beschränkt hat. Diesbezüglich ist offensicht-
lich keine Verletzung der Begründungspflicht zu erkennen ist. Der blosse
Umstand, dass der Beschwerdeführer die Auffassung des SEM bezüglich
der Intensität der Übergriffe seiner Onkel nicht teilt, ist keine Verletzung der
Begründungspflicht, sondern eine materiell-rechtliche Frage. Auch war die
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Vorinstanz nicht gehalten die inhaltliche Begründung nach der Stellung-
nahme der Rechtsvertretung anzupassen. Das Gericht entscheidet in der
Sache selbst (vgl. Art. 61 Abs. 1 VwVG).
5.
5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG; vgl. zur Glaubhaftmachung
BVGE 2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.).
6.
6.1 Das SEM hielt zur Begründung seiner Verfügung fest, zwischen dem
Tod des Vaters des Beschwerdeführers und seiner Ausreise stehe kein
zeitlicher Kausalzusammenhang, weshalb diesem Vorbringen keine flücht-
lingsrechtliche Relevanz zukomme. Beim Tod seines Vaters sei er fünf
Jahre alt gewesen und erst Jahre später ausgereist, wobei er angegeben
habe, nichts über dessen Todesumstände zu wissen.
In der sunnitischen Mehrheitsgesellschaft – lediglich zehn bis fünfzehn Pro-
zent der afghanischen Bevölkerung seien dem Schiismus zugehörig –, wel-
cher der Beschwerdeführer angehöre, würde er aufgrund seines sunniti-
schen Glaubens keiner gezielten Verfolgung unterliegen. Er habe auch an-
gegeben, dass er sich nicht erinnern könne, Probleme als Sunnit gehabt
zu haben, wobei solche Probleme eher in den Dörfern und weniger in den
Städten vorkommen würden. Demnach sei seine Furcht vor einer zukünf-
tigen Verfolgung aufgrund seines sunnitischen Glaubens nicht begründet.
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Weiter handle es sich bei den Übergriffen seiner Onkel um einen familiären
Konflikt, dem in erster Linie ein finanzielles Motiv zugrunde liege. Seine
Onkel hätten an das Vermögen der Familie herankommen und dies für sich
beanspruchen wollen. Denn als ältester Sohn habe sein Vater über das
vererbte Haus und das Vermögen seines Grossvaters entscheiden kön-
nen. Von einer begründeten Furcht im Zusammenhang mit dem sunniti-
schen Glauben sei nicht auszugehen. Im Übrigen würden sich die Angaben
betreffend die Konversion seines Vaters lediglich auf Angaben von Dritten,
beziehungsweise seiner Mutter stützen, wobei er zu Beginn der Anhörung
geltend gemacht habe, nicht zu wissen, weshalb sein Vater Sunnit gewor-
den sei, beziehungsweise er wisse lediglich, dass er nach der Heirat mit
seiner Mutter Sunnit geworden sei.
Zu seiner Furcht vor Verfolgung durch seine Onkel führte das SEM sodann
aus, es sei zwar nicht auszuschliessen, dass er von seinen Onkeln mehr-
fach geschlagen worden sei. Jedoch seien den Akten keinerlei Hinweise
zu entnehmen, dass der familiäre Konflikt ihm ein menschenwürdiges Le-
ben vor seiner Ausreise aus Afghanistan verunmöglicht habe. So sei er
zwar seit dem Tod seines Vaters, als er ungefähr fünf Jahre alt gewesen
sei, geschlagen worden. Jedoch habe er nicht im selben Haus mit seinen
Onkeln gelebt, wodurch er und seine Familie sich teilweise der Gewalt hät-
ten entziehen können. Zwar hätten sie das Haus seines Vaters nicht ver-
kaufen können, es sei aber erst nach ihrer Ausreise von seinen Onkeln
beansprucht worden. Auch sei er noch weitere sechs Jahre in Afghanistan
geblieben. Darüber hinaus habe seine Mutter befürchtet, der Beschwerde-
führer würde sich eines Tages an seinen Onkeln rächen. Diese Vorbringen
seien mangels Intensität und mangels objektivierbarem und unmittelbarem
Verfolgungsinteresse an seiner Person flüchtlingsrechtlich nicht relevant,
zumal die geltend gemachten Probleme auch nicht im Zusammenhang mit
einem Verfolgungsmotiv stehen würden. Es könne daher verzichtet wer-
den, auf vorhandene Unglaubhaftigkeitselemente einzugehen.
Betreffend die Mutter sei festzustellen, dass diese seit dem Jahr 2018 bis
zu ihrer Ausreise nicht mehr gearbeitet habe. Seinen Aussagen sei nicht
zu entnehmen, dass seine Mutter ihre Arbeit für das ausländische Projekt
aufgrund der Bedrohung durch die Taliban beendet oder irgendwelche
Probleme mit den Taliban gehabt habe. Somit habe er als Sohn einer Per-
son, die für eine ausländische Organisation gearbeitet habe, keine Nach-
teile im Sinne von Art. 3 AsylG erlitten. Seinen Angaben seien keine Hin-
weise zu entnehmen, wonach seine Mutter eine öffentlich exponierte Per-
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sönlichkeit mit entsprechender Position bei einer internationalen Organisa-
tion gewesen sei. Vielmehr seien seinen Aussagen Hinweise zu entneh-
men, dass seine Mutter in einfacher Position am Projekt mitgearbeitet
habe. Somit sei wenig wahrscheinlich, dass er als Familienmitglied ins Vi-
sier der Taliban geraten sei. An dieser Einschätzung zum Profil seiner Mut-
ter und von ihm als Familienmitglied vermöge auch die aktuell volatile Lage
in Afghanistan nichts zu ändern. Mehrere Jahre nachdem seine Mutter ihre
Arbeit für die ausländische Organisation eingestellt habe, sei nicht von ei-
nem zukünftigen Verfolgungsinteresse der Taliban auszugehen. Den ein-
gereichten Beweismitteln sei lediglich zu entnehmen, dass seine Mutter im
Jahr 2013 an den von ihm genannten Trainings teilgenommen habe (wobei
im englischen Fliesstexts des Zertifikats vom 6. Juni bis 2. Dezember 2013
ihr Name nicht aufgeführt sei).
Hinsichtlich des Krieges in Afghanistan und der Taliban sei anzumerken,
dass die allgemeinen Lebensbedingungen grosse Teile der Bevölkerung in
ähnlicher Weise treffen würden. Seine diesbezüglichen Vorbringen seien
flüchtlingsrechtlich nicht relevant.
6.2 Der Beschwerdeführer hielt in seiner Rechtsmitteleingabe fest, den
vorinstanzlichen Erwägungen sei in Bezug auf die flüchtlingsrechtliche Re-
levanz betreffend die Tötung seines Vaters sowie die Furcht vor Verfolgung
durch die Taliban zuzustimmen. Bestritten sei jedoch, dass die regelmäs-
sigen Misshandlungen durch seine Onkel nicht asylrelevant im Sinne von
Art. 3 AsylG seien. Massgebend für die Beurteilung eines flüchtlingsrecht-
lich relevanten Motivs sei die Perspektive des Verfolgers. Der Begriff der
Verfolgungsmotivation beziehe sich auf die Überlegungen und Ziele, die
hinter der Verfolgung stünden. Der Beschwerdeführer habe sich im Rah-
men seiner freien Rede klar dahingehend geäussert, dass seine Mutter von
den Brüdern seines Vaters nicht gut behandelt worden sei, da dieser nach
seiner Heirat Sunnit geworden sei. Er habe diesbezüglich nachvollziehbar
geschildert, wie es zur doch eher ungewöhnlichen Konversion seines Va-
ters gekommen sei (wegen der Bildung und der offenen Haltung seiner
Mutter). Er als Minderjähriger habe die Schikanen, Misshandlungen und
Beschimpfungen (auch während er geschlagen worden sei) als Ungläubi-
ger durch seine Onkel eindrücklich geschildert. Obwohl seine Onkel den
finanziellen Nebeneffekten wohl nicht abgeneigt gewesen seien, sei die
Konversion seines Vaters klar der Hauptgrund der Verfolgung gewesen,
die nach dessen Tod reflexweise die ganze Familie und den Beschwerde-
führer als einzigen Jungen im Haushalt besonders getroffen hätten, womit
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von einer gezielten, aus einem asylrelevanten Motiv erfolgenden Verfol-
gung auszugehen sei.
Bezüglich der Intensität der erlittenen Verfolgung hielt der Beschwerdefüh-
rer fest, er sei während eines Zeitraums von sechs Jahren ungefähr wö-
chentlich von seinen Onkeln verprügelt worden. Gefragt nach der Heftigkeit
dieser Prügelattacken habe er geantwortet, diese seien so heftig gewesen,
dass seine Onkel davon müde geworden seien. Dabei sei es auch zu Arm-
und Beinbrüchen gekommen. Inwiefern die Vorinstanz bei dieser Aus-
gangslage die Intensität dieser Übergriffe habe verneinen können, er-
schliesse sich ihm nicht. Schliesslich handle es sich bei ihm um ein Kind,
das aufgrund eines klar religiös motivierten interfamiliären Konflikts wäh-
rend sechs Jahren auf das Übelste verprügelt worden sei.
Die durch seine Onkel verübten Übergriffe seien sowohl in zeitlicher als
auch in sachlicher Hinsicht kausal für seine Flucht gewesen, weshalb auf
das Bestehen einer Furcht vor künftiger Verfolgung zu schliessen sei. Es
liessen sich den Akten auch keine Hinweise entnehmen, wonach die Ver-
folgung nicht mehr aktuell wäre, womit weitere Ausführungen zur Begrün-
detheit einer künftigen Furcht vor Verfolgung obsolet würden. Eine inner-
staatliche Schutzalternative sei nicht gegeben, da es der Familie nicht
möglich sei, anderswo in Afghanistan ihre existenziellen Bedürfnisse zu
decken. Seine Familie sei den Übergriffen durch die Onkel schutzlos aus-
geliefert gewesen, da sie weder der Staat noch die Onkel mütterlicherseits
hätten schützen können. Somit erfülle er die Voraussetzungen für die An-
erkennung der Flüchtlingseigenschaft und es sei ihm Asyl zu gewähren.
6.3 In ihrer Vernehmlassung hielt die Vorinstanz fest, dass selbst wenn den
Übergriffen der Onkel ein religiöses Motiv unterstellt werde, im vorliegen-
den Einzelfall bei einer hypothetischen Rückkehr nicht von einer begrün-
deten Furcht vor zukünftiger Verfolgung auszugehen sei. Aufgrund der
Machtübernahme durch die Taliban seien seine gewalttätigen schiitisch-
gläubigen Onkel in einer anderen Situation, zumal diese für die afghani-
sche Regierung beziehungsweise als Kommandant einer Polizeistelle tätig
gewesen seien. Daher sei nicht mehr davon auszugehen, dass seine On-
kel sich noch immer in der Position befinden würden, derart gegen den
Beschwerdeführer, der wie die vorherrschenden Mächte Gläubiger eines
sunnitischen Islams sei, vorzugehen. Aufgrund der Aktenlage sei nicht von
einer begründeten Furcht vor Verfolgung auszugehen.
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6.4 In seiner Replik hielt der Beschwerdeführer fest, die Vorinstanz er-
kenne nun in seinen Vorbringen (Misshandlungen seitens seiner Onkel)
deutlich ein asylrelevantes Verfolgungsmotiv. Der Hinweis der Vorinstanz
auf die veränderte Lage in Afghanistan sei unbehelflich, zumal noch nicht
absehbar sei, wie die Taliban mit spezifischen Personengruppen umgehen
würden. Die Taliban seien kaum im Stande und Willens, ihn vor den Über-
griffen seiner Onkel zu schützen, wobei sie nicht als Vertreter der Rechte
von Kindern in Erscheinung getreten seien und auch keine Hinweise er-
sichtlich seien, wonach sie dies zu tun gedenken würden. Die Erwartung
der Vorinstanz, dass sich der Beschwerdeführer nicht mehr in derselben
vulnerablen Situation betreffend seine gewalttätigen Onkel befinden würde
wie vor seiner Ausreise, sei in mehrfacher Hinsicht unstatthaft.
7.
7.1 Es ist unbestritten, dass die geltend gemachten physischen Übergriffe
von Privaten – den Onkeln des Beschwerdeführers – ausgegangen sind.
Hinsichtlich der geltend gemachten Misshandlungen ist festzuhalten, dass
der Beschwerdeführer gemäss seinen Angaben bereits als fünfjähriger
Junge und bis zu seiner Ausreise – während etwa sechs Jahren – regel-
mässig von seinen Onkeln geschlagen wurde. Entgegen der Ansicht des
SEM können solche über einen längeren Zeitraum erlittenen schweren
physischen Misshandlungen eines Kindes (seine Onkel hätten ihn geschla-
gen bis sie müde gewesen seien [vgl. Anhörung F81] und seine Arme und
Beine seien gebrochen worden [vgl. Anhörung F65]) durchaus als ernst-
hafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG qualifiziert werden. Diese vermö-
gen allerdings vorliegend keine Asylrelevanz zu entfalten (vgl. nachfol-
gend).
7.2 Die Flüchtlingseigenschaft setzt bei einer Verfolgung durch Private vo-
raus, dass der geltend gemachten Verfolgung oder der staatlichen Schutz-
verweigerung ein flüchtlingsrechtlich relevantes Motiv gemäss Art. 3 Abs. 1
AsylG (Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten
sozialen Gruppe, politische Anschauungen) zugrunde liegt. Die Erfüllung
der Flüchtlingseigenschaft ist aber gemäss geltender Praxis nicht von einer
bestimmten Definition eines Verfolgungsmotivs abhängig, bestimmen doch
letztlich die Verfolger allein, wen sie weshalb verfolgen. Ausschlaggebend
ist deshalb vielmehr, ob die Verfolgung wegen äusserer oder innerer Merk-
male erfolgt ist beziehungsweise künftig droht, die untrennbar mit der Per-
son oder Persönlichkeit des Opfers verbunden sind (u.a. Geschlecht, Ab-
stammung, Herkunft, Zugehörigkeit zu einer Volksgruppe, Sprache, Veran-
lagung, Hautfarbe, Gebrechen, Glauben, Denken, politische Meinung,
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Seite 11
Überzeugung, Lebenseinstellung). Verfolgung im Sinne des Asylgesetzes
und der Flüchtlingskonvention erfolgt immer wegen des Seins, nicht wegen
des Tuns; zwar kann der Verfolger gleichfalls oder sogar vordergründig
hauptsächlich auf Handlungsweisen einer Person abzielen; bedeutsam für
die Flüchtlingseigenschaft wird der Eingriff der Verfolger aber nur, wenn
diese die hinter einer Handlungsweise steckende Eigenart und Gesinnung
der entsprechenden Person treffen wollen (Entscheidungen und Mitteilun-
gen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 32
E. 8.7.1 sowie WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser
[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.11).
7.3 Vorliegend ist übereinstimmend mit der Vorinstanz festzustellen, dass
es den Vorbringen des Beschwerdeführers am Verfolgungsmotiv im Sinne
von Art. 3 AsylG fehlt. Vielmehr ergibt sich aus seinen Aussagen, dass den
geltend gemachten Verfolgungsmassnahmen in erster Linie finanzielle Mo-
tive zugrunde liegen. Zwar ist ebenfalls nicht auszuschliessen, dass seine
Onkel die Konversion des Vaters vordergründig missbilligten, dies war aber
nicht ausschlaggebend für seine Misshandlungen. Die Flüchtlingseigen-
schaft muss deshalb verneint werden.
7.3.1 Zunächst ergibt sich das monetäre Interesse seiner Onkel am Eigen-
tum der Familie des Beschwerdeführers bereits aus ihren Versuchen an
das Vermögen der sehr wohlhabenden Familie zu gelangen. Als ältester
Sohn konnte der Vater des Beschwerdeführers über das Haus, in dem die
Familie wohnte, und das Vermögen verfügen (vgl. Anhörung F78). Auf-
grund der Abwendung des Vaters von seinen Brüdern nach seiner Heirat –
und nicht etwa der Konversion an sich – konnten die Onkel väterlicherseits
des Beschwerdeführers nicht an das Vermögen der Familie gelangen
(vgl. Anhörung F78). Nach dessen Tod nahmen denn die Onkel auch ein
anderes Haus der Familie vollständig in Anspruch (Anhörung F79). Gleich-
zeitig nahmen Behelligungen zu und die Onkel verboten der Familie das
Haus, in dem sie wohnten, zu verkaufen. Wie der Beschwerdeführer aus-
führte: «Meine Onkel wollten das ganze Vermögen, das wir hatten, für sich
nehmen» (vgl. Anhörung F62). Dies weist darauf hin, dass die Onkel nicht
das Ziel verfolgten, den Beschwerdeführer und seine Familie aufgrund ih-
res «Sunniten-Seins» zu treffen. Vor diesem Hintergrund müssen auch die
Beschimpfungen der Onkel des Beschwerdeführers als Ungläubiger als
Versuch seiner Onkel gewertet werden, die Übernahme des familiären Ver-
mögens zusätzlich zu legitimieren.
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7.3.2 Ferner erscheint auch das Interesse der Onkel am Beschwerdeführer
und seinen Schwestern finanzieller Natur. Gemäss seinen Angaben hätten
seine Onkel nach dem Tod seines Vaters «mich [den Beschwerdeführer]
und meine Schwestern zu sich nehmen und alles, was sie wollen, mit uns
machen [wollen]» (vgl. Anhörung F107). Sie hätten beabsichtigt, den Be-
schwerdeführer als Diener zu beschäftigen, was wiederum eher auf mone-
täre und wirtschaftliche Interessen hinweist. Es ist auch davon auszuge-
hen, dass mit der anvisierten Zwangsheirat zumindest einer Schwester, der
Verbleib des Vermögens in der Familie sichergestellt werden sollte.
7.3.3 Es ist insgesamt auch nicht ersichtlich, inwiefern die Konversion des
Vaters und die Zugehörigkeit zur sunnitischen Glaubensgemeinschaft der
Familie vorliegend ein asylrechtlich erhebliches Motiv darstellen soll, zumal
der Beschwerdeführer seine diesbezüglichen subjektiven Befürchtungen
nicht substanziell zu konkretisieren vermag. So hat das SEM zu Recht aus-
geführt, dass seine Angaben zu diesem Verfolgungsmotiv lediglich auf Mut-
massungen seiner Mutter basieren, die ihrerseits den Onkeln vorwarf, sich
nicht über den Grund des Todes ihres Ehemannes informiert zu haben
(vgl. Anhörung F62 und F77). Dies alleine stellt noch kein Indiz für die Er-
mordung des Vaters durch seine Brüder aufgrund seiner Konversion dar.
Dabei erscheint auch fraglich, weshalb die beiden Onkel seinen Vater –
wenn sie ihn tatsächlich ausschliesslich aufgrund seiner Konversion ermor-
det hätten – dies nicht bereits kurz nach dessen Heirat mit einer Sunnitin
getan haben. Hinzu kommt, dass seine Mutter ausreisen wollte, um einen
allfälligen zukünftigen Racheakt des Beschwerdeführers an seinen Onkeln
zu verhindern (vgl. Anhörung F75), was ebensowenig auf begründete
Furcht vor Verfolgung aufgrund eines flüchtlingsrechtlich relevanten Motivs
schliessen lässt.
7.4 Schliesslich gehört der Beschwerdeführer aktuell auch nicht einer
Gruppe von Personen an, die aufgrund ihrer Exponiertheit einem erhöhten
Verfolgungsrisiko ausgesetzt wäre. Gemäss seinen eigenen Angaben hat
seine Mutter im Jahr 2018 ihre Tätigkeit für ein ausländisches Projekt be-
endet und sein Vater ist bereits sechs Jahre vor seiner Ausreise verstorben.
Soweit der Beschwerdeführer auf die Gewaltsituation in seiner Heimat hin-
weist, ist zwar festzustellen, dass die aktuelle Sicherheitslage in Afghanis-
tan nicht abschliessend beurteilt werden kann, sie sich jedoch nach der
Machtübernahme der Taliban im August 2021 stark verschlechtert hat
(vgl. Urteil des BVGer D-2511/2021 vom 8. Februar 2022 E. 8.3). Die all-
gemeine Lage entfaltet jedoch noch keine Asylrelevanz, solange keine
konkret gegen den Beschwerdeführer gerichteten Nachteile ersichtlich
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sind. Vorliegend wird nicht ausreichend dargetan und es ist aus den Akten
auch nicht ersichtlich, inwiefern sich eine mögliche Missbilligung der Tali-
ban bezüglich der niederschwelligen Tätigkeiten seiner Eltern zukünftig re-
flexweise auf den Beschwerdeführer erstrecken sollte.
7.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass keine asylrechtlich relevanten Ver-
folgungsgründe ersichtlich sind, weshalb die Vorinstanz zu Recht die
Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint und sein Asylge-
such abgelehnt hat.
8.
8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 Abs. 1 AsylG).
8.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche
Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44
AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
8.3 Abschliessend ist festzuhalten, dass sich aus den vorstehenden Erwä-
gungen nicht der Schluss ergibt, der Beschwerdeführer sei zum heutigen
Zeitpunkt angesichts der Entwicklungen in Afghanistan nicht gefährdet. In-
dessen ist eine solche Gefährdungslage unter dem Aspekt von Art. 83
Abs. 4 AIG einzuordnen, wonach der Vollzug für Ausländerinnen und Aus-
länder unzumutbar sein kann, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf
Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Der generellen Gefährdung
aufgrund der aktuellen Situation wurde durch die Vorinstanz mit der Anord-
nung der vorläufigen Aufnahme wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungs-
vollzugs Rechnung getragen.
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten des Verfahrens
grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG;
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Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
Nachdem das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
mit Zwischenverfügung vom 5. Oktober 2021 gutgeheissen wurde und es
keine Hinweise auf eine massgebliche zwischenzeitliche Veränderung gibt,
sind jedoch keine Kosten aufzuerlegen.
(Dispositiv nächste Seite)
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