Decision ID: dd3db792-ba56-43a4-8e0b-7e7b9074dfa6
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer stammt aus Afghanistan, er bringt vor, bei einer Mi-
nenexplosion am Bein verletzt worden zu sein, er leide bis heute unter den
Folgen. Gemäss eigenen Angaben gelangte er am 6. Dezember 2021 in
die Schweiz, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte. Ein Abgleich mit der
Fingerabdruck-Datenbank Eurodac ergab, dass er am 22. Januar 2020 in
Griechenland Asyl beantragt hatte und ihm dort am 16. September 2021
Schutz gewährt wurde.
B.
B.a Am 10. Dezember 2021 führte das SEM die Personalienaufnahme
(PA) und am 20. Dezember 2021 das persönliche Dublin-Gespräch ge-
mäss Art. 5 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parla-
ments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und
Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines
von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitglied-
staat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfol-
gend: Dublin-III-VO), durch. Am 30. Dezember 2021 gewährte es dem Be-
schwerdeführer schriftlich das rechtliche Gehör zu einer möglichen Über-
stellung nach Griechenland, woraufhin er durch seine Rechtsvertreterin am
7. Januar 2022 eine Stellungnahme einreichte.
B.b Anlässlich des Dublin-Gesprächs gab der Beschwerdeführer an, er
habe in Griechenland ungewollt ein Asylgesuch gestellt und dort insgesamt
etwa zwei Jahre und zwei Monate verbracht. Griechenland sei kein Land,
dass Sicherheit biete. Wenn man etwas falsch mache, komme die Polizei
und schlage einen. So sei er einmal in die Stadt gegangen, habe sich dann
aber verspätet und sei daraufhin von der Polizei angehalten und verprügelt
worden. Es gebe auch keine sichere Arbeit, keinen Zugang zu Bildung und
man bekomme auch keine Unterstützung. Er habe auch mehrmals nach
Arztterminen fragen müssen, bis er untersucht worden sei. Für die Konsul-
tationen habe er dann auch selbst bezahlen müssen. Der Arzt habe ihm
gesagt, dass zwar eine Operation notwendig sei, er diese aber selbst be-
zahlen müsse. Nachdem er seinen Identitätsausweis erhalten habe, habe
er das Camp innert vier Tagen verlassen und selbst nach einer Wohnung
und Arbeit suchen müssen, was er allerdings nicht getan habe, da er un-
mittelbar danach in die Schweiz geflogen sei.
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Seite 3
B.c In der schriftlichen Stellungnahme vom 7. Januar 2022 hielt er im We-
sentlichen fest, er sei während des Asylverfahrens unter prekären Bedin-
gungen untergebracht gewesen; er habe nur von einer Hilfsorganisation
finanzielle Unterstützungsleistungen erhalten. Nach Erteilen des subsidiä-
ren Schutzes habe er keinerlei Unterstützung mehr bekommen. Als er in
Griechenland um medizinische Versorgung ersucht habe, sei er ohne jeg-
liche Behandlung abgewiesen worden. Die notwendige Operation hätte er
selbst bezahlen müssen. Aufgrund der angespannten Wirtschaftslage und
seinen körperlichen Einschränkungen sei es ihm aber nicht möglich, eine
Arbeit zu finden. Zudem habe er Polizeigewalt erlitten. Er habe auch kei-
nerlei Beziehungen in Griechenland, die ihm helfen könnten. Gestützt auf
Berichte und ausländische Gerichtsurteile brachte seine Rechtsvertreterin
daraufhin vor, dass angesichts der gravierenden Mängel im griechischen
Aufnahmesystem seine Grundbedürfnisse nicht gewährleistet seien und
deshalb eine Rückführung nach Griechenland zu einem Verstoss gegen
Art. 3 EMRK führe.
B.d Hinsichtlich seines Gesundheitszustands machte er geltend, er sei
(...) durch eine Mine am (...) verletzt und in der Folge zweimal operiert
worden. Er sei weiterhin stark durch diese Verletzung eingeschränkt und
leide schon bei geringer körperlicher Aktivität an (...) und (...)schmerzen.
Diesbezüglich reichte er im Verlauf des Verfahrens mehrere Berichte ein.
Dem allgemeinärztlichen Bericht des (...) vom 4. Januar 2022 ist zu ent-
nehmen, dass bei ihm (...), eine (...) sowie eine nicht näher bezeichnete
(...) in Zusammenhang mit einer traumatischen Verletzung des (...) fest-
gestellt werden könne. Zudem erfolgte eine augenärztliche sowie eine
orthopädische Überweisung. Im Arztbericht vom 2. Februar 2022 des (...)
wird nur darauf hingewiesen, dass eine orthopädische Abklärung ange-
zeigt sei. Dem Bericht vom 21. Februar 2022 der (...) ist zu entnehmen,
dass bei ihm eine ehemalige (...) festgestellt werden könne. Die von ihm
beschriebenen Schmerzen, könnten einerseits durch die entstandene (...)
sowie durch die bereits entstandene (...) verursacht sein. Differentialdiag-
nostisch sei eine (...) in Betracht zu ziehen. Aufgrund dessen sei zu-
nächst eine Anpassung des Schuhwerks vorgenommen worden; sollte
sich der Zustand mit dieser Massnahme nicht bessern, seien weitere Un-
tersuchungen angezeigt. Den Akten sind keine aktuelleren Informationen
zu entnehmen.
C.
Am 3. Januar 2022 ersuchte das SEM die griechischen Behörden gestützt
D-3995/2022
Seite 4
auf die Richtlinie 2008/115/EG des Europäischen Parlaments und des Ra-
tes vom 16. Dezember 2008 über gemeinsame Normen und Verfahren in
den Mitgliedstaaten zur Rückführung illegal aufhältiger Drittstaatsangehö-
riger (Rückführungsrichtlinie) sowie das Abkommen vom 28. August 2006
zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung der Helleni-
schen Republik über die Rückübernahme von Personen mit irregulärem
Aufenthalt um Rückübernahme des Beschwerdeführers.
D.
Die griechischen Behörden stimmten dem Rückübernahmeersuchen am
5. Januar 2022 zu und teilten mit, dass dem Beschwerdeführer am
16. September 2021 subsidiärer Schutz gewährt worden sei und seine Auf-
enthaltsbewilligung bis am 22. September 2022 gültig sei.
E.
Mit Eingabe vom 14. März 2022 nahm der Beschwerdeführer handelnd
durch seine Rechtsvertreterin Stellung zum Entscheidentwurf des SEM
vom 11. März 2022. Dabei führte er aus, er könne bei einer allfälligen Rück-
kehr die Kosten von ungefähr 13'000 Euro für die indizierte Operation sei-
nes (...) nicht finanzieren. Ohne Operation müsse er damit rechnen, dass
er in absehbarer Zeit auf einen Rollstuhl angewiesen sein werde, was eine
irreversible Verschlechterung seiner Gesundheit darstelle. Zudem erwarte
er keine staatliche Hilfe bei erneuter Polizeigewalt, da er bereits einmal
trotz Nachfrage keine Hilfe erhalten habe. Er habe in Griechenland auch
erfolglos versucht bei verschiedenen Stellen Unterstützungsleistungen so-
wie eine Unterkunft zu erhalten. Während dieser Zeit habe er bei Freunden
geschlafen. Da diese aber selbst wirtschaftliche Probleme hätten, sei ihm
einzig der Weg in die Obdachlosigkeit oder die Flucht in die Schweiz ge-
blieben. Somit stehe die Gefahr, bei einer Rückkehr nach Griechenland
einer unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung im Sinne von Art.
3 EGMR ausgesetzt zu sein, dem Wegweisungsvollzug entgegen.
F.
Das SEM zog den Entscheidentwurf vom 11. März 2022 wegen Überlas-
tung zurück. Am 25. August 2022 stellte es der Rechtsvertretung erneut
einen Entscheidentwurf zu, worauf diese am 29. August 2022 Stellung
nahm. Dabei verwies sie vollumfänglich auf die Stellungnahmen vom 7. Ja-
nuar 2022 und 14. März 2022. Sie fügte weiter hinzu, dass der Beschwer-
deführer auf orthopädische Schuhzurichtungen dringend angewiesen sei
und eine Operation im Raum stehe. Deshalb solle der Arzttermin vom
1. September 2022 abgewartet werden.
D-3995/2022
Seite 5
G.
G.a Mit Verfügung vom 29. August 2022 – eröffnet am 30. August 2022 –
trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG (SR 142.31)
auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein und ordnete die Weg-
weisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an.
G.b Das SEM führte zur Begründung seiner Verfügung im Wesentlichen
aus, der Beschwerdeführer verfüge über subsidiären Schutz in Griechen-
land, weshalb auf das Asylgesuch nicht einzutreten sei. In Bezug auf die
geltend gemachten schwierigen Umstände in Griechenland argumentierte
das SEM, es dürfe von ihm erwartet werden, sich bei Unterstützungsbedarf
an die griechischen Behörden zu wenden und die erforderliche Hilfe nöti-
genfalls auf dem Rechtsweg und mithilfe privater und internationaler Orga-
nisationen einzuklagen. Aus seinen Schilderungen gehe nicht hervor, dass
er bisher konkret versucht habe, die ihm zustehenden Leistungen einzu-
fordern. Die im Rahmen der Stellungnahme vom 14. März 2022 erstmals
vorgebrachten Bemühungen seien allgemeiner Natur und überdies unbe-
legt geblieben. In Bezug auf die geschilderte Polizeigewalt, hielt das SEM
fest, er könne sich an die zuständigen Stellen wenden. Seine diesbezügli-
chen Angaben hätten nicht vermocht darzulegen, inwiefern er sich tatsäch-
lich wie behauptet bei den zuständigen Stellen über die ungerechte Be-
handlung vonseiten der Polizei beschwert und keine Hilfe erhalten habe.
Weiter erachtete das SEM den medizinischen Sachverhalt angesichts der
vorliegenden Arztberichte als ausreichend erstellt. Seine gesundheitlichen
Beschwerden seien auch nicht derart schwerwiegend, dass bei einer Rück-
schaffung nach Griechenland eine adäquate Behandelbarkeit nicht gege-
ben wäre. Zudem würden keine erhärteten Hinweise vorliegen, wonach
dem Beschwerdeführer die ihm notwendigen Behandlungen in Griechen-
land verweigert worden seien oder künftig verweigert würden. Überdies sei
nach aktueller Aktenlage kein operativer Eingriff indiziert. Es sei zwar nach-
vollziehbar, dass die erlittene Verletzung ihn belaste und einschränke, je-
doch handle es sich hierbei nicht um ein derart schwerwiegendes gesund-
heitliches Problem, dass er eine äusserst vulnerable Person wäre. Insge-
samt würden keine erhärteten Hinweise vorliegen, wonach sich Griechen-
land nicht an seine völkerrechtlichen Verpflichtungen halte. Der Wegwei-
sungsvollzug sei insgesamt zulässig, zumutbar und möglich.
H.
Die zugewiesene Rechtsvertretung des Beschwerdeführers teilte dem
SEM mit Schreiben vom 2. September 2022 die Beendigung des Mandats-
verhältnisses mit.
D-3995/2022
Seite 6
I.
I.a Mit in englischer Sprache verfassten Eingabe vom 2. September 2022
(Poststempel: 3. September 2022) erhob der Beschwerdeführer beim SEM
Beschwerde gegen diese Verfügung und beantragte dabei, die Verfügung
des SEM sei aufzuheben und das SEM sei anzuweisen, auf das Gesuch
einzutreten. Eventualiter sei die vorläufige Aufnahme zu gewähren. In ver-
fahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er die unentgeltliche Prozessfüh-
rung und den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.
I.b Der Beschwerdeführer machte dabei geltend, er habe 2019 Afghanistan
verlassen, weil er von einem (...) der afghanischen Nationalarmee ange-
griffen und mit dem Tod bedroht worden sei. Nach der Machtübernahme
der Taliban sei er von Freunden informiert worden, dass jener (...) nach
Griechenland kommen würde. Der Beschwerdeführer habe Angst gehabt,
erneut angegriffen oder gar getötet zu werden, da dies in Griechenland
aufgrund der fehlenden Sicherheit einfach sei. Er habe nicht wegen medi-
zinischer Probleme um Asyl in der Schweiz ersucht, sondern wegen der
Gefahr von erneuten Angriffen.
J.
Das SEM überwies diese Eingabe am 13. September 2022 gestützt auf
Art. 8 Abs. 1 VwVG per E-Mail an das Bundesverwaltungsgericht und si-
cherte auf Nachfrage zu, sobald möglich die Originaldokumente nachzu-
reichen.
K.
Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am
13. September 2022 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3
AsylG).
L.
Mit Instruktionsverfügung vom 14. September 2022 bestätigte die Instruk-
tionsrichterin den Eingang der Beschwerde und stellte fest, dass der Be-
schwerdeführer den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten
könne.
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Seite 7

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend –
endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108
Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
3.1 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1;
2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).
3.2 Hinsichtlich der Frage der Wegweisung und des Wegweisungsvollzugs
hat die Vorinstanz eine materielle Prüfung vorgenommen, weshalb das
Bundesverwaltungsgericht diese Punkte insoweit ohne Einschränkung
prüft.
D-3995/2022
Seite 8
4.
Die vorliegende Beschwerde erweist sich – wie nachfolgend aufgezeigt –
als offensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG) ohne Durchführung eines
Schriftenwechsels zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 AsylG).
5.
5.1 Gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG tritt das SEM auf ein Asylgesuch
nicht ein, wenn die asylsuchende Person in einen nach Art. 6a Abs. 2 Bst. b
AsylG als sicher bezeichneten Drittstaat zurückkehren kann, in welchem
sie sich vorher aufgehalten hat.
5.2 Der Bundesrat bezeichnet Staaten, in denen nach seinen Feststellun-
gen effektiver Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG
besteht, als sichere Drittstaaten (Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG). Mit Be-
schluss des Bundesrates vom 14. Dezember 2007 wurden sämtliche Län-
der der Europäischen Union (EU) und der Europäischen Freihandelsasso-
ziation (EFTA) als sichere Drittstaaten bezeichnet.
Die Vorinstanz stellt in der angefochtenen Verfügung zutreffend fest, dass
es sich bei Griechenland als Mitgliedstaat der EU um einen sicheren Dritt-
staat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG handelt. Den vorinstanzli-
chen Akten ist sodann zu entnehmen, dass dem Beschwerdeführer in Grie-
chenland internationaler Schutz gewährt worden ist und die griechischen
Behörden seiner Rückübernahme ausdrücklich zugestimmt haben. Dem-
nach sind die Voraussetzungen für einen Nichteintretensentscheid nach
Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG erfüllt, weshalb das SEM auf das Asylgesuch
des Beschwerdeführers zu Recht nicht eingetreten ist.
6.
6.1 Tritt das SEM auf ein Asylgesuch nicht ein, so verfügt es in der Regel
die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berück-
sichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG).
6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche
Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen. Das SEM hat die Wegweisung demnach zu Recht angeordnet (vgl.
BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
D-3995/2022
Seite 9
7.
7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
7.2 Unzulässig ist der Vollzug der Wegweisung, wenn völkerrechtliche Ver-
pflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Aus-
länders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen
(Art. 83 Abs. 3 AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise
in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit
aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5
Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951
über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK; SR 0.142.30]). Gemäss
Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984
gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende
Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK
darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe
oder Behandlung unterworfen werden. Auch weitere Verletzungen völker-
rechtlicher Verpflichtungen der Schweiz, die sich unter anderem aus der
EMRK ergeben, können einem Wegweisungsvollzug entgegenstehen.
Unzumutbar kann der Vollzug der Wegweisung für Ausländerinnen und
Ausländer gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG dann sein, wenn sie im Heimat- oder
Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemei-
ner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine
konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7
AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren.
7.3
7.3.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich im Referenzurteil
E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 einlässlich mit der Situation
in Griechenland auseinandergesetzt und an seiner bisherigen Rechtspre-
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Seite 10
chung festgehalten, wonach der Vollzug der Wegweisung nach Griechen-
land für Personen, die dort einen Schutzstatus erhalten haben, grundsätz-
lich zulässig ist. Trotz existierender Schwachstellen kann nicht von einem
dysfunktionalen Aufnahmesystem gesprochen werden. Gewisse Angebote
existieren in Griechenland, die auch für Schutzberechtigte offenstehen,
wenn auch die Kapazitäten kaum ausreichend sein dürften und Angebote
bisher vor allem von internationalen Akteuren in Zusammenarbeit mit der
lokalen Zivilgesellschaft erbracht werden. Trotz dieser schwierigen und
prekären Verhältnisse geht das Bundesverwaltungsgericht davon aus,
dass schutzberechtigte Personen dort grundsätzlich in der Lage sind, ihre
existenziellen Bedürfnisse abzudecken. Auch ist davon auszugehen, dass
Rückkehrenden keine menschenunwürdige Behandlung droht, weshalb für
sie kein «real risk» einer völkerrechtswidrigen Behandlung besteht. Die mit
der Beschwerde eingereichten Berichte und Urteile vermögen daran nichts
zu ändern.
7.3.2 Gestützt auf Art. 83 Abs. 5 AIG besteht ferner die Vermutung, dass
eine Wegweisung in einen EU- oder EFTA-Staat in der Regel zumutbar ist
(vgl. Referenzurteil E-3427/2021, E-3431/2021 E. 11.3). Die Legalvermu-
tung der Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung gilt bezüglich Grie-
chenland grundsätzlich auch für vulnerable Personen, wie zum Beispiel
Personen, die an gesundheitlichen Problemen leiden, die nicht als schwer-
wiegende Erkrankung einzustufen sind (vgl. a.a.O E. 11.5.1). Sind Fami-
lien mit Kindern betroffen oder in anderer Weise besonders verletzliche
Personen, gebietet sich eine eingehende Prüfung im Einzelfall (vgl. a.a.O.
E. 11.5.2). Nicht länger aufrecht erhält das Bundesverwaltungsgericht die
Legalvermutung der Zumutbarkeit des Vollzuges der Wegweisung bei Per-
sonen, welche aufgrund ihrer besonders hohen Verletzlichkeit im Falle ei-
ner Rückkehr nach Griechenland Gefahr laufen, dauerhaft in eine schwere
Notlage zu geraten, weil sie nicht in der Lage sind, aus eigener Kraft die
ihnen zustehenden Rechte vor Ort einzufordern (vgl. a.a.O. E. 11.5.3).
7.4 Es obliegt der betroffenen Person, diese Legalvermutungen umzustos-
sen. Dazu hat sie ernsthafte Anhaltpunkte dafür vorzubringen, dass die
Behörden im konkreten Fall das Völkerrecht verletzen, ihr nicht den not-
wendigen Schutz gewähren oder sie menschenunwürdigen Lebensum-
ständen aussetzen würden respektive, dass sie in Griechenland aufgrund
von individuellen Umständen sozialer, wirtschaftlicher oder gesundheitli-
cher Art in eine existenzielle Notlage geraten würde (vgl. Referenzurteil
E-3427/2021, E-3431/2021 E. 11.4).
D-3995/2022
Seite 11
7.5 Der Beschwerdeführer hat in Griechenland subsidiären Schutz erhal-
ten. Grundsätzlich stehen ihm daher die Garantien der Qualifikationsricht-
linie zu (insbesondere die Regeln betreffend den Zugang zu Beschäftigung
[Art. 26], zu Bildung [Art. 27], zu Sozialhilfeleistungen [Art. 29], zu Wohn-
raum [Art. 32] und zu medizinischer Versorgung [Art. 30]), auf die sich Grie-
chenland als EU-Mitgliedstaat behaften lassen muss. Selbst wenn Grie-
chenland diese Garantien teils sehr unzureichend umsetzt und der Alltag
für Schutzberechtigte mit grossen Anstrengungen verbunden ist, geht das
Gericht im vorliegenden Fall davon aus, dass der Beschwerdeführer im Fall
der Rückkehr in der Lage sein wird, seinen Alltag in Griechenland zu meis-
tern.
7.5.1 Dafür spricht zum einen, dass er selbst erklärte, er sei nach Verlas-
sen des Camps und vor der Ausreise in die Schweiz in Griechenland bei
Freunden untergekommen und habe sich während seines Verfahrens mit
Hilfe von Unterstützungsleistungen einer Hilfsorganisation durchschlagen
können (vgl. Stellungnahme vom 14. März 2022, S. 2). Das Gericht geht
davon aus, dass er in der Lage ist, sich zu organisieren, um seine nötigen
Bedürfnisse zu decken. An dieser Einschätzung ändert auch sein Vorbrin-
gen nichts, wonach er nach Erhalt seiner ID innerhalb von vier Tagen das
Camp habe verlassen und eine eigene Wohnung finden müssen, wobei er
von den Behörden keine Unterstützung erhalten habe. In diesem Punkt
muss sich der Beschwerdeführer vorhalten lassen, dass er sich nach der
Schutzgewährung nicht um Unterstützung bemüht hat, sondern alsbald
ausreiste: Er machte geltend, er habe sofort nach Zuteilung des Schutz-
status Griechenland verlassen und keine eigene Wohnung gesucht
(Vgl. SEM-Akten N [...]-16/3, S. 1). Erst in der Stellungnahme vom
14. März 2022 brachte er erstmals vor, er habe sich vor seiner Ausreise
vergeblich um Unterstützung seitens der Behörden und Hilfsorganisatio-
nen bemüht (Vgl. SEM-Akten N [...]-37/4, S. 2), was in der ersten Stellung-
nahme vom 7. Januar 2022 noch nicht thematisiert worden war (vgl. SEM-
Akten N [...]-26/6). Dieses Vorbringen ist daher unbelegt und unsubstanti-
iert geblieben, weshalb im vorliegenden Fall eher wahrscheinlich ist, dass
er sich nach Erhalt des Status noch nicht um Hilfe und Unterstützung be-
müht hat. Eine entsprechende Initiative, die griechischen Behörden – oder
allenfalls auch caritative Hilfsorganisationen – um Unterstützung anzuge-
hen, darf jedoch von ihm erwartet werden.
7.5.2 Es liegen des Weiteren keine Anhaltspunkte dafür vor, dass der Be-
schwerdeführer für den Fall einer Rückkehr nach Griechenland dort mit be-
D-3995/2022
Seite 12
achtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK ver-
botenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Auch das erstmals in
der Stellungnahme vom 14. März 2022 genannte Vorbringen, er habe sich,
nachdem er von Polizisten verprügelt worden sei, an die Polizei gewandt,
aber diese habe ihm nicht geholfen (vgl. SEM-Akten N [...]-37/4), ist unbe-
hilflich. Somit weist das SEM zu Recht darauf hin, von ihm könne erwartet
werden, dass er sich bei Unterstützungsbedarf oder im Fall von erneuter
Polizeigewalt an die griechischen Behörden wende und die erforderliche
Hilfe nötigenfalls auf dem Rechtsweg einfordere. Die in der Beschwerde-
schrift angeführte Angst vor Angriffen eines afghanischen (...) steht dem
Wegweisungsvollzug ebenfalls nicht entgegen, da Griechenland ein
Rechtsstaat mit einer funktionierenden Polizeibehörde ist, von dessen
Schutzwilligkeit und -fähigkeit bezüglich Übergriffe vonseiten Dritter auszu-
gehen ist.
7.5.3 Aus den Akten geht sodann nicht hervor, dass die gesundheitlichen
Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers derart schwerwiegend sind,
dass bei einer Überstellung nach Griechenland eine ernsthafte, rapide und
irreversible Verschlechterung seiner Lage, verbunden mit übermässigem
Leiden oder einer bedeutenden Verkürzung der Lebenserwartung, zu er-
warten wäre, wie sie zur Annahme der Unzulässigkeit des Wegweisungs-
vollzugs aus medizinischen Gründen gefordert wird. Das Gericht geht auch
davon aus, dass zumindest die notwendige medizinische Versorgung in
Griechenland gewährleistet sein wird. Auch unter Berücksichtigung der
Schwächen des griechischen Aufnahmesystems vermag allein die blosse
Möglichkeit, in nicht absehbarer Zeit aus nicht voraussehbaren Gründen in
eine missliche Lebenssituation zu geraten, die hohe Schwelle zum «real
risk» nicht zu erreichen, womit sich der Vollzug der Wegweisung als zuläs-
sig erweist.
7.6
7.6.1 Auch unter dem Aspekt der Zumutbarkeit hat die Vorinstanz den Voll-
zug der Wegweisung mit zutreffender Begründung bejaht. Selbst wenn die
Lebensbedingungen in Griechenland schwierig sind und die Organisation
des Alltags eine Herausforderung darstellen mag und eine adäquate Ein-
gliederung in die sozialen Strukturen mit nicht zu verkennenden Erschwer-
nissen verbunden ist, liegen keine Hinweise für die Annahme vor, dass der
Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Griechenland einer existenzi-
ellen Notlage ausgesetzt wäre. Da er bis zum 22. September 2022 über
eine gültige griechische Aufenthaltsbewilligung verfügte und davon auszu-
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Seite 13
gehen ist, dass diese, solange die von Griechenland gewährte Schutzge-
währung besteht, auch verlängert wird (vgl. Urteil des BVGer D-3642/2022
vom 31. August 2022 E. 5.3 m.w.H.), hat er grundsätzlich Zugang zu Sozi-
alleistungen, zum griechischen Arbeitsmarkt und zur Gesundheitsversor-
gung. Auch hier gilt, dass es von ihm zugemutet werden kann, sich bei
Unterstützungsbedarf und der Geltendmachung seines Anspruchs sowie
allfälligen Verfahrensverletzungen an die griechischen Behörden zu wen-
den und die erforderliche Hilfe nötigenfalls auf dem Rechtsweg einzufor-
dern, oder sich um die Teilnahme an nationalen und/oder internationalen
Hilfsprogrammen zu bemühen. Das Gericht geht davon aus, dass er über
entsprechende Angebote informiert ist, zumal er bereits Leistungen von
nichtstaatlichen Organisationen in Anspruch nahm. Somit dürfte er in der
Lage sein, sich bei Bedarf an geeignete Institutionen und Organisationen
zu wenden. Zudem hat er gemäss eigenen Angaben Freunde in Griechen-
land, die ihm notfalls – zumindest kurzfristig – aushelfen können.
7.6.2 Im Weiteren sprechen auch die medizinischen Probleme des Be-
schwerdeführers nicht gegen eine Überstellung nach Griechenland. Zwar
ist er durch seine Beinverletzung und deren Folgen gesundheitlich beein-
trächtigt, seine Leiden sind aber nicht als eine schwerwiegende Erkran-
kung im Sinne des genannten Referenzurteils einzustufen. Aus dem Um-
stand, dass ihm in der Schweiz durch die Verordnung eines orthopädi-
schen Schuhs kombiniert mit der Einnahme von Schmerzmitteln bereits
eine Linderung verschafft wurde, und keine weiteren Behandlungsschritte
dokumentiert sind, ist zu schliessen, dass er für eine menschenwürdige
Existenz nicht auf eine dringende oder spezielle weitere Behandlung an-
gewiesen ist. Es liegen insbesondere keine Informationen vor, die eine
Operation aktuell indizieren oder darauf hinweisen würden, dass er an an-
derweitigen Gesundheitsproblemen leide. Mangels konkreter Hinweise ist
davon auszugehen, dass seine gesundheitlichen Probleme bei Bedarf
auch in Griechenland adäquat behandelt werden können, zumal die medi-
zinische Versorgung dort grundsätzlich gewährleistet ist (vgl. hierzu bspw.
Urteil des BVGer D-1383/2022 vom 31. März 2022 E. 6.6 m.w.H.). Aus
dem Umstand, dass er in Griechenland angeblich nicht unverzüglich be-
handelt worden sei und den Arzttermin selbst habe bezahlen müssen, ver-
mag er nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, zumal er auch diesbezüglich
den Rechtsweg einschlagen könnte. Da er in Griechenland bereits um me-
dizinische Hilfe ersucht hatte, ist ihm grundsätzlich zuzumuten, auch bei
seiner Rückkehr wieder entsprechende Leistungen in Anspruch zu neh-
men. Vor diesem Hintergrund durfte das SEM angesichts der bereits er-
folgten Untersuchungen in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. dazu BVGE
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2008/24 E. 7.2, m.w.H.) davon ausgehen, dass auch beim Arzttermin vom
1. September 2022 keine gravierenden Verschlechterungen seines Ge-
sundheitszustands festgestellt wurden, weshalb nicht zu beanstanden ist,
dass es den allfälligen Arztbericht nicht abwartete. Im Übrigen stellt das
Gericht fest, dass auch während des Beschwerdeverfahrens keine weite-
ren ärztlichen Berichte eingegangen sind.
Insgesamt ist nicht davon auszugehen, der Beschwerdeführer gerate bei
einer Rückkehr nach Griechenland in eine Existenz gefährdende Situation.
Zur Vermeidung von Wiederholungen kann im Übrigen auf die Erwägun-
gen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. Der Vollzug der
Wegweisung ist demnach zumutbar.
7.7 Nach dem Gesagten ist es dem Beschwerdeführer auch unter Berück-
sichtigung der aktuellen bundesverwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung
nicht gelungen, die Regelvermutungen umzustossen (vgl. Referenzurteil
E3427/2021, E-3431/2021 E. 11.5). Allenfalls könnte er für seine gesund-
heitlichen Probleme medizinische Rückkehrhilfe in Anspruch nehmen
(Vgl. Art. 75 Abs. 3 und 76 der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999
[AsylV 2, SR 142.312]). Damit erweist sich der Wegweisungsvollzug als
zulässig und zumutbar.
7.8 Es ist schliesslich auch ohne weiteres von der Möglichkeit des Weg-
weisungsvollzugs auszugehen (Art. 83 Abs. 2 AIG), da sich Griechenland
ausdrücklich zu einer Wiederaufnahme des Beschwerdeführers bereit er-
klärt hat und er über die entsprechenden Reisepapiere verfügt.
7.9 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug nach
Griechenland zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet.
Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht
(Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
9.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 65
Abs. 1 VwVG) ist abzuweisen, da sich die Beschwerdebegehren entspre-
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chend den vorstehenden Erwägungen von vornherein als aussichtslos er-
wiesen haben. Demzufolge sind die Verfahrenskosten in der Höhe von
Fr. 750.– dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG;
Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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