Decision ID: 27c9268e-ff6d-5619-bf88-75d9daf843b9
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964, meldete sich 1
7.
Juni 2011 (Eingangsdatum) unter
Hinweis auf eine Herz-Kreislauf-Erkrankung erstmals bei der Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/2
).
Mit Verfügung vom 1
8.
Oktober 2011 wurde das Leistungsbegehren des Versi
cherten abgewiesen (
Urk.
8/23).
Am 2
1.
September 2016 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte, zuletzt tätig als Taxifahrer (vgl.
Urk.
8/31), erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/26). Die IV-Stelle tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen. Am 1
4.
März 2017 teilte die IV-Stelle mit, dass
keine beruflichen Eingliederungs
massnahmen möglich seien, da sich der Versicherte gesundheitsbedingt nicht dazu in der Lage fühle (
Urk.
8/42). Die IV-Stelle holte daraufhin das poly
dis
ziplinäre Gutachten des
Y._
vom 2
0.
März 2018 ein (
Urk.
8/70).
Mit Vorbescheid vom
5.
Juni 2018 (
Urk.
8/80
) stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Nachdem der Ver
sicherte hiergegen Einwand (
Urk.
8/83; ergänzende
Einwandbegründungen
vom 1
3.
August und 17./21 September 2018,
Urk.
8/87 und
Urk.
8/94,
Urk.
8/96) erho
ben und den Bericht von
Dr.
med. Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe
rapie, sowie
lic
. phil. A._
, Psychotherapeutin
A
SP, vom 1
2.
September 2018 eingereicht hatte (
Urk.
8/97), stellte die IV-Stelle Rückfragen beim
Y._
(
Urk.
8/98). Die Gutachter des
Y._
nahmen
dazu
am 2
3.
Oktober 2018 Stellung (
Urk.
8/99), wo
zu sich
der Versicherte erneut
äusserte
(
Urk.
8/103;
Urk.
8/106). Die Gutachter des
Y._
beantworteten
am 28. Februar 2019 weitere
Rückfragen (
Urk.
8/110), wozu sich der Versicherte
ebenfalls
vernehmen liess (
Urk.
8/113
;
Urk.
8/118
).
Mit Verfügung vom 1
2.
Dezember 2019 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (
Urk.
8/128
= Urk. 2
).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am
3.
Februar 2020 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es seien die gesetzlichen Leis
tungen zu erbringen, insbesondere sei ihm ab dem
1.
Juni 2017 eine ganze Inva
lidenrente zuzusprechen (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 2
9.
April 2020 (
Urk.
7 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
8/1-133) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, worüber der Beschwerdeführer am 1
1.
Mai 2020 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung dafür, dass ge
stützt auf das Gutachten von einer vollen Arbeitsunfähigkeit als Taxifahrer seit Juli 2016 auszugehen sei. Nach Ablauf des Wartejahres
hab
e für sämtliche körperlich leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeiten eine 80%ige Leistungs
fähig
keit bei einem vollen Pensum
bestanden
. Da keine aktuellen Lohnangaben vor
lägen
,
stützten sie sich auf den Tabellenlohn gemäss der
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
für Taxi
fahrer ab.
Als Invalideneinkommen zögen sie den Tabellenlohn für Hilfsarbeiter im Dienstleistungssektor heran und berücksichtigten zuerst eine 80%ige Leis
tungsfähigkeit und ab Dezember eine 70%ige Leistungsfähigkeit, welche beide einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad ergäben (
Urk.
8/128).
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, dass
nicht auf das
Y._
-Gutachten und insbesondere nicht auf das psychiatrische Teilgutachten abgestellt werden könne. Die behandelnden Ärzte kritisierten sowohl die viel zu kurze Be
gutachtungsdauer und diagnostizierten eine chronisch verlaufende rezidivierende depressive Störung bei gegenwärtig mittelgradiger bis schwerer depressiver Epi
sode, welche eine Arbeitsfähigkeit verunmögliche. Des Weiteren sei das
Y._
-Gut
achten nicht mehr aktuell. Unter Berücksichtigung der Standardindikatoren sei ein invalidisierender Gesundheitsschaden klar ausgewiesen und es sei von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Demnach
sei
nach Ablauf des Wartejahres
antragsgemäss
ab dem
1.
Juli 2017 eine ganze Invalidenrente aus
zurichten (
Urk.
1).
2.
2.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad
der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der ver
sicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des
Invaliditätsgrades auch
tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch
BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die fest
gestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidi
tät zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
2.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab
zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE
140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2
). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die ge
samthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E.
4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesund
heit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssi
g und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrschein
lich
keit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweis
belastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen
)..
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
2.4
Den von Versicherung
strägern im Verfahren nach Art.
44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezialärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper
tise sprechen (BGE 135 V 465 E.
4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom
11. Juni 2019 E.
2 mit Hinweisen).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung vom
1
2.
Dezem
ber 2019
(
Urk.
2) im Wesentlichen auf das
Y._
-Gutachten vom 2
0.
März 2018
ab
(
Urk.
8/70)
. Darin werden die bis zur B
egutachtung des Beschwerdeführers
akten
kundigen medizinischen Berichte zusammengefasst (Urk.
8/70/3 ff.)
,
weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwägungen aber darauf Bezug genommen.
3.1.1
Die Gutachter hielten folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
8/70/25):
-
Lumbales und
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts (ICD-10 M54.55)
-
differentialdiagnostisch
radikuläre
Reizsymptomatik L5 rechts
-
fragliche spinale
Claudicatio
-Symptomatik
-
Meralgia
parästhetica
rechts
-
mittel- bis hochgradige spinale Enge Lendenwirbelkörper (LWK) 4/5 (MRI 13.12.2017)
-
Chronisches
zervikozephales
Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.0)
-
radiologisch rechtsbetonte
Unkovertebralarthrose
und
Diskopathie
Halswirbelkörper (HWK) 4/5 (MRI 12.12.2017)
-
Koronare Herzkrankheit (ICD 10 25.1)
-
Status nach
inferolateralem
STEMI 27.1.2011, Status nach inferiorem Myokardinfarkt 13.7.2016
-
Status nach PTCA/Stent RCX (2 DES) am 27.1.2011
-
Status nach PTCA/Stent RCA (DES) und RIVP (DES) am 31.7.2016
-
Status nach NSTEMI 20.10.2016; PTCA
Instent-Restenose
Bifurkation RCX/PLA und PTCA/Stent (DES) Marginalast
-
Stressechokardiographie 13.10.2017: kein
Ischämienachweis
-
kardiovaskuläre Risikofaktoren: arterielle Hypertonie, Hypercholeste
ri
nämie
-
Leichte bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.0, F32.1)
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit notierten sie (1) eine chronische Schmerz
störung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), (2) eine Hyperurikämie
(ICD-10 E79.0) und (3) eine Ps
oriasis
vulgaris
.
3.1.2
Beim
Beschwerdeführer
bestünden
gesundheitlich verschiedene Prob
lemkreise. Er gebe
Rückenschmerzen an, welche bei Belastung zunehmen würden. Wegen des zweimaligen Herzinfarktes sei er nicht mehr so leistungsfähig und habe Angst, vor allem beim Autofahren, dass wieder etwas passieren könnte.
Bei
der
orthopädischen Untersuchung
sei
ein chronisches
zerviko
- und
lumbo
verte
brales
Schmerzsyndrom bei radiologisch dokumentierten deg
enerativen Ver
än
derungen der Halswirbelsäule (HWS)
und der
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
diag
nos
tiziert
worden
. Die Belastbarkeit des Bewegungsapparates, i
nsbesondere der
Wirbelsäule, sei dadurch vermindert. Körperlich schwere und mittelschwere Tätig
keiten sowie solche mit überwiegend stehenden und gehenden Anteilen, wie auch etwa die Tätigkeit als Kellner, s
eien
dem
Beschwerdeführer
nicht mehr zumutbar. Für körperlich leichte und immer wie
der sitzende Tätigkeiten bestehe
aus ortho
pädischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Ein
e Tätigkeit als Taxichauffeur kö
nn
e
nicht sicher ausgeschlossen werden.
Bei
der neurologischen Untersuchung sei
von der Halswirbelsäule her keine Nervenkompression festgestellt
worden
. Durch die radiologisch dokumentierte
Enge des Spinalkanals lumbal sei
eine
radikuläre
Reizsymptomatik L5 rechts und eine
spinale
Claudicatio
m
öglich. Dadurch seien
auch bei leichten Belastungen Beschwerden mögli
ch. Aus neurologischer Sicht sei
die Arbeitsfähigkeit für kör
perlich angepasste, leichte Tätigkeiten um 30
%
eingeschränkt bei einem erhö
h
ten Pausenbedarf.
Bei
der
kardiologischen Unte
rsuchung sei
eine koronare Herzkrankheit mit Status nach zweimaligem
Stenting
diagnostiziert
worden
. Bei
der Stressechokardio
gra
phie sei
keine Ischämie nachgewiesen worden. Körperlich schwere Tätigkeiten
seien ihm
nicht mehr zumutbar. Für eine körperlich leichte, intermittierend auch mittelsch
wer belastende Tätigkeit bestehe
aus kardiologischer Sicht keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit.
Bei
der allgemeinintern
istischen Untersuchung
sei
eine Hyperurikämie und eine Psoriasis diagnostiziert
worden
. Die Befunde
seien
geringgradig
pathologisch. Insgesamt best
ünden
klinisch kompensierte Verhältnisse. Die Arbeitsfähigkeit
sei
aus allgemeininternistischer Sicht nicht eingeschränkt.
Bei
der
psychiatrischen Untersuchung
sei
durch
Dr.
med. B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
eine leichte
bis mittelgrad
ige depressive Episode diagnostiziert
worden. Zudem bestehe
eine chronische Schmerzstörung mit soma
tischen und psychischen Faktoren. Durch
die depressive Symptomatik komme es zu
rascher Ermüdung und Leistungseinschränkungen. Auch die Schmerzemp
fin
dung kö
nn
e
verstärkt sein. A
us psychiatrischer Sicht bestehe
daher eine Leistungseinschränkung von 20
%
.
Zusammengefasst
sei der Beschwerdeführer aus polydiszipl
inärer Sicht für eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit mit häufig sitzenden Anteilen zu 70
%
arbeits- und leistungsfähig, in einem ganztägigen Pensum mit vermehrten Pausen verwertbar. Die Tätigkeit im Service und als
Taxifahrer seien
nicht mehr zumutbar. Die Leistungseinschränkung aus neurologischer und
psychiatrischer Sicht kö
nn
e
nicht kumuliert werden, da dieselben Zeitabschnitte für vermehrt notwendige Pausen genutzt werden könn
t
en.
Aufgrund der anamnestischen Angaben,
der
Untersuchungsbefunde, der vorlie
genden Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten
sei davon auszugehen, dass
die Belastungsunfähigkeit für körperlich schwere Tätigkeiten
seit dem
ersten Herzinfarkt 2011 bestehe
. Durch die zunehmenden degenerativen Veränderungen der HWS ha
be
sich die Belastbarkeit langsam vermindert. Ein
e genaue Verlaufsbeurteilung sei
nicht möglich. Von Juli 2016 bis Novembe
r 2016 habe
eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten aufgrund der kardialen Situation
bestanden
. Die
gutachterlich fes
tgestellte Arbeitsfähigkeit be
gründe auf den Abklärun
gen im Dezember 201
7.
Seither kö
nn
e
die
gutachter
lich
festgestellte Arbeitsfähigkeit bestätigt werden. Vorher
habe eine 80%
ige Arbeits
fähigkeit für angepasste Tätigkeiten aufgrund der Einschränkungen durch das psychische Leiden
bestanden.
Aus orthopädischer und allgemeininternistischer Sicht könn
t
en keine speziellen medizinischen Massnahmen vorgeschlagen werden. Aus neurologischer Sicht w
e
rd
e
eine ergänzende EMG-Untersuchung der
Myotome
L5-S1 empfohlen.
Aus kardiologischer Sicht we
rd
e
die Weiterführung der Sekundärprophylaxe vorge
schlagen. Aus psychiatrischer Sicht sollte die psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung weitergeführt werden. Berufliche Massnahmen könn
t
en nicht emp
fohlen werden. Durch
die subjektive Leistungseinschrä
nkung des
Beschwerde
füh
rers
seien
die Erfolgsaussichten schlecht.
3.2
Am 2
4.
Juli 2018 nahmen
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie, und
Dr.
phil. D._
, Klinischer Psychologe und Supervisor, zum psychiatrischen Teilgutachten Stellung (
Urk.
8/91). Sie konstatierten, dass die Be
gutachtu
ng nur kurze Zeit gedauert habe und
ein Gespräch mit dem Beschwer
deführer kaum zustande gekommen
sei
. Die Beschwerden seien oberflächlich aufgenommen worden, die Leitsymptome der in den
Vorakten
diagnostizierten Depression seien nicht erfragt worden, was eine begründete ICD-10-Diagnose verunmögliche. Das Gutachten sei entsprechend falsch. Das Ausmass der Ein
schränkungen beurteilten sie in weit grösserem Umfang als der attestierten 20%igen Arbeitsunfähigkeit. Der psychopathologische Befund sei
deutlich positiv überzeichnet im psychiatrischen Teilgutachten. Die Lebenskraft des Beschwerde
führers sei praktisch erloschen, er mache den Haushalt nicht, schlafe kaum, spaziere noch etwas, wegen Schmerzen könne er nicht lange sitzen, stehen oder liegen. Er habe Gedankenkreisen um die Familie, Schuldgefühle lähmten ihn voll
ständig. Unter diesen Umständen sei eine Arbeitsfähigkeit ausgeschlossen, er sei auch für angepasste Tätigkeiten voll arbeitsunfähig.
Das Gutachten sei daher oberflächlich und wegen der deutlich ungenügenden Beschwerdeaufnahme in den Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit falsch.
3.3
Dr.
med. E._
, Facharzt für Neurochirurgie, hielt in seinem Bericht vom 1
0.
August 2018 folgende, gekürzt wiedergegebenen Diagnosen fest (
Urk.
8/92):
-
Chronisches
cervico-occipital
sowie
cervico-spondylogenes
Schmerz
syn
drom mit einem medio-lateralen, parazentralen Bandscheibenvorfall (BSV)
HWK 6/7 rechts mit einer kleinen Diskushernie HWK 4/5 rechts mit Kom
pression des Nackenwirbels (NW) C5 sowie multisegmentale,
uncoverte
brale
Stenose HWK 4/5 und HWK 6/7 mit degenerativen Veränderungen
-
Chronisches
lumbo-spondylogenes
Schmerzsyndrom mit
Lumboischia
l
gi
en
beidseits linksbetont,
Diskusprotrusion
L5/S1,
Anteriolisthesis
L4/5 mit
Spondylarthrose
sowie hochgradige
Duralsackkompression
bilateral
Rezessusstenose
LWK 4/5 beidseits
-
Multisegmentales Facettensyndrom LWK2/3-L5S1
-
Chronische Spannungskopfschmerzen mit Depression und Konzentra
tions
störungen bei
radiologisch habituell leichtem
Plagiocephalus
-
Koronare Herzkrankheit
-
Arterielle Hypertonie
-
Hypercholesterinämie
Aufgrund des neuroradiologischen und klinischen Befundes bestünden bei dem Beschwerdeführer die oben erwähnten Diagnosen. Er habe den Beschwerdeführer vorerst konservativ behandelt. Bei fehlender Besserung empfehle er
lumbale Facetten
infiltrationen und HWS-Facetteninfiltrationen. Über diese Interventio
nen habe er den Beschwerdeführer aufgeklärt. Er habe jedoch sehr grosse Angst und möchte zuerst die konservative Therapie durchführen. Da die Facetten
in
fil
tration schmerzbedingt eine Erleichterung bzw. viel Besserung gebracht habe, würden sie mit dieser Behandlung fortfahren und ihn in ein paar Wochen erneut zur Infiltration aufbieten. Nach Entnahme der Gesamtsituation sei der Beschwer
deführer voll arbeitsunfähig und sollte eine ganze Invalidenrente erhalten. Eine Umschulung wäre in diesem Fall sehr sinnvoll, da er seine bisherige Tätigkeit nicht mehr ausführen könne.
3.4
Dr.
h.c.med
. F._
, Fachärztin Allgemeine Innere
Meidzin
, hielt in ihrem Bericht vom 1
0.
September 2018 zuhanden des Rechtsvertreters des Be
schwerdeführers fest, dass sie seit 2015 die Hausärztin des Beschwerdeführers sei. Seit dem dritten kardialen Ereignis rechne er täglich mit dem Schlimmsten und sei aufgrund der unsicheren Lage der Familie in Pakistan sehr besorgt. Es gebe keinen Tag, an dem er ohne Angst lebe. Er kriege den Kopf nicht frei. Das Herz pumpe richtig, das Problem sei aber nicht die Pumpleistung, sondern das «darum herum», die
«
Gefässe hinzuführende und abführende
»
. Dazu kämen
skelettale
Probleme. Zu berücksichtigen seien noch Medikamente, welche es nicht erlaub
ten, in professioneller Weise Menschen zu
transportieren oder eine schwere Arbeit auszuführen. Er könne höchstens zu therapeutischen Zwecken eine leichte Arbeit erledigen (
Urk.
8/93).
3.5
Dr.
Z._
und
lic
. phil.
A._
nahmen zuhanden des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers am 1
2.
September 2018 Stellung
(
Urk.
8/97).
Sie hätten den Beschwerdeführer an vier Sitzungen à 60 Minuten gesehen.
Sie führten aus, dass dem
Beschwerdeführer
seine Lebenskraft und der Lebens
wille weitgehend
abhanden gekommen
seien. Es scheine, als ob seine Vitalität aus ihm entwichen wäre. Seine Gedanken drehten sich dauernd um seine Schmer
zen, um den Verlust seiner Gesundheit und vor allem um seinen beruflichen und gesellschaftlichen Abstieg. Er werde von Schuld- und Schamgefühlen geplagt und könne seinem Leben immer weniger Sinn abgewinnen, ja er sehe sich als Last für seine Familie, die er, so meine er, durch einen Suizid entlasten und befreien würde. Das Selbstwertgefühl sei sehr geschwächt, und es scheine, dass er sich anstrengen müsse, um sich immer wieder gegen seine Todeswünsche zu sperren. Seine dauernd anhaltenden Schmerzen, die seine Lebensqualität massiv beein
trächtigten, trügen das ihre dazu bei. Die Suizidalität stuften sie als erheblich ein.
Psychopathologisch sei er allseits orientiert, leid
e unter Gedankenkreisen, Schlaf-
Konzentrations-, Antriebs- und Appetitstörungen mit Gewichtsverlust, schneller Ermüdbarkeit, Weinanfällen, ausgeprägter Lust- und Freudlosigkeit, Sinnlosig
keitsgefühlen und unter latenter Suizidalität.
Der Beschwerdeführer leide unter einer mittelschweren bis schweren depressiven Episode (ICD-10 F32.1 bis 32.2), die er nicht willentlich zu überwinden vermöge. Er sei ih
res Erachtens aus psychiatrisch
-psychologischer Sicht seit 2016 für jegliche Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig.
3.6
Die Gutachter des
Y._
nahmen am 2
3.
Oktober 2018 Stellung zu den Rückfragen der Beschwerdegegnerin (
Urk.
8/99).
Sie konstatierten insbesondere, dass aufgrund der Leitsymptome und der objek
tiven Befunde eine leichte bis mittelgradige Episode diagnostiziert worden sei. Bei einer schweren depressiven Episode mit Suizidalität wäre eine ambulante Behandlung gar nicht mehr möglich, bei einer erheblichen Suizidalität sei nämlich eine Klinikbehandlung unumgänglich. Es sei gut möglich, dass sich eine Depression punktuell verschlechtern könne. Depressionen könnten aber behan
delt werden, wenn eine Heilung auch nicht immer möglich sei.
Im Schreiben von
Dr.
E._
seien im Vergleich zu seinem Bericht vom 1
5.
Dezember 2017 keinerlei neue Aspekte enthalten. Es würden von ihm aus neurochirurgischer und neurologischer Ebene keinerlei Faktoren vorgebracht, welche gegen die gutachterlich attestierte Arbeitsfähigkeit für angepasste, körper
lich leichte Tätigkeiten unter Wechselbelastung von 70
%
bei ganztägigem Pen
sum sprechen würden. Es handle sich somit um eine andere Einschätzung der Arbeitsfähigkeit eines offenbar unveränderten Gesundheitszustandes.
3.7
Mit Schreiben vom
3.
Dezember 2018 liessen sich
Dr.
C._
und
Dr.
phil.
D._
erneut zuhanden des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers vernehmen und übten wiederum Kritik am psychiatrischen Teilgutachten des
Y._
. Der psychia
trische
Gutacher
Dr.
med.
B._
sei nur an seiner eigenen Beurteilung inte
ressiert und nicht an den objektiv feststellba
ren Symptomen des Beschwerde
füh
r
ers. Eine sorgfältige Befundaufnahme, eine Gewichtung und der Verlauf der Symptomatik sowie deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fehlten kom
plett. Auch seien Patienten mit schwerer Depression mit Suizidalität aus klini
scher Erfahrung auch in ambulanter Behandlung (
Urk.
8/105/1 f.).
3.8
Dr.
Z._
erstattete dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am
5.
Januar 2019 Bericht (
Urk.
8/105/3 f.). Der Beschwerdeführer leide
an einer anhaltenden depressiven St
immung, die kaum aufzuhellen sei
, oft begleitet von Gefühlen der Verzweiflung und von grossen Zu
kunftsängsten durchwirkt. Er habe
das Interesse an Dingen, Aktivitäten oder an Kontakten weitg
ehend verloren, und er empfinde
kaum noch Freude
. Er sei
meistens
müde und fühle sich antriebslos. Er mache
sporadisch kleine Spaziergänge in der Nähe seiner Wohnung, wenn
er die Kraft dazu aufbringen kö
nn
e. Oder er gehe zu Fuss
zur Familie seines Bruders, die nu
r ein paar Häuser entfernt wohne
. Das Selbstvertrauen sei
ihm weitgehend verloren
gegangen
, nicht zuletzt deshalb, weil er n
icht mehr imstande sei
, für seine Familie zu sorgen. Der häufig wiederkehrende Satz, er könne nichts
dafür, dass er krank sei, deute auf Schuldgefühle hin. Er mache
sich deshalb auch Vorwürfe, aber die Gefühle der Scham
überwiegten. Wenn diese überhandnä
hmen, n
ä
hmen auch Emotionen der Wert- und Nutzlosigkeit zu, was wiederum seine Todeswünsche und Suizidgedanken verstärk
e. Im Laufe der Zeit hab
e er
erzählt
, dass er im Früh
jahr alle in der Wohnung vorhandenen Medika
mente zu schlucken versucht hab
e. Weil sein B
ruder zufällig vorbeigekommen und
Zeuge der Szene
gewesen sei
und sofort eingriff
en habe
,
habe
das Schlimmste verhindert werden
können
. Die
Kon
zentrations
- und die Denkfähigkeit
seien
eingeschränkt und verlangsamt. So
habe
er einmal an
gerufen
und
mitgeteilt
, dass er sich ve
rspäten
würde, denn er habe
die Fahrtrichtung des Zuges verwechselt. Er
habe
diesen Irrtum jedoch erst
be
merkt
,
als der Zug am
G._
stat
t am H._
angehalten habe. Auch sein Gedächtnis sei in Mitl
eidenschaft gezogen. Selbst die Wiedergabe eigener
Lebensdaten bereite ihm Mühe. Psychomotorisch sei
er verlangsamt, und in den Bewegungsabläufen, insbesondere im Gehen, wirk
e er unsicher. Er leide
zudem an Schlafstörungen. Oft m
ü
ss
e
er Medikamente einnehmen, weil er sonst
den Schlaf nicht finde
. Dies belaste ihn, denn die Schlafmedikamente bewirk
t
en oft einen «Überhang» am nächsten Morgen, wodurch er zus
ätzlich müde sei
. Der
Beschwerdeführer leide an Appetitlosigkeit und habe
viel
Körpergewicht verloren. Er esse nur eine Mahlzeit am Tag; Essen, das ihm sein Bru
der jeweils bring
e
u
nd nur noch aufgewärmt werden mü
ss
e. Der Beschwerdeführer habe
viele körper
liche Schmerzen, die medikamentös nur unzureichend gelindert werden könn
t
en, und welche die Symptome seiner psychischen Erkrankung zusätzlich verstärk
t
en.
Sie diagnostizierten eine rezidivierende depressive Störu
ng, gegenwärtig mittel
gradige bis schwere depressive Episode
(ICD-10: F33.10/F33.2), c
hronischer Ver
lauf. Aufgrund der vorhandenen Symptomatik und der Schwere der Erkrankung erachte
te
n
sie ihn
aus psychologisch-psychiatrischer Sicht zu 100
% arbeitsun
fähig.
Er habe
sich nach der Abklärung entschieden, die Behandlung bei
ihnen
fortzusetzen, ein Wechsel, der auch, zumindest anfänglich, Veru
nsicherung mit sich gebracht habe
. Es
sei ihnen
ein Anliegen, ein therapeutisches Bündnis ent
stehen und so das Vertrauen und die Beziehung wachsen zu lassen, was bei einer stationären Behandlung so nicht möglich gewesen wäre.
Er lebe allein in einer Ein-Zimmer
-Wohnung in unmittelbarer Nähe zu seinem Bruder und de
ssen Familie. Der Bruder besuche ihn täglich, helfe
ihm in vielen Angelegenheiten, so auch bei Haushaltsarbeiten, die er nicht selber
zu verrichten vermö
g
e
, wie etwa staubsaugen. Seit seinem ver
eitelten Suizidversuch verwalte
sein B
ruder die Medikamente und bringe
ihm nur jene für ein paar Tage. Wenn es
ihm körperlich schlechter gehe, er sich verwirrt fühle und schwach, fahre
ihn sein Bruder zu den Terminen, eben oft auch in
die Praxis.
Dieses brüderliche Zusammenspiel, das
ihm Sicherheit gebe, wollten sie
möglichst erhalten. Der
Beschwerdeführer sei
fast täglich über Skype mit seiner Frau und seiner Tochter in Pakistan und mit seinen Söhnen i
n England in Kontakt. Diese sprächen ihm all
e Mut zu und unterstütz
t
en ihn darin, «durchzuhalten». D
iese regelmässigen Kontakte seien für ihn sehr wichtig und hä
lfen ihm, auch w
enn er selber immer wieder meine
, eigentlich für seine Familie e
ine Last zu sein. In der Kli
nik wäre das Skypen mit seiner Familie wahrscheinlich gar nicht möglich. Die eventuelle Notwendigkeit
einer stationären Behandlung sei
ein
wiederkehrendes Thema zwischen
ihnen und dem Be
schwer
deführer
. Sollte sich sein Zustand verschlechtern, würde eine Klinikeinweisung unumgänglich sein.
3.9
Dr.
E._
, welcher den Beschwerdeführer am 2
9.
November 2018 zuletzt ge
sehen habe, führte in seinem Bericht vom 1
5.
Januar 2019 zuhanden des Rechts
vertreters des Beschwerdeführers aus, dass der Beschwerdeführer
unter starken Nacken- und Rückenschmerzen (Chronische
Cervico-Brachialgie
und
lumbo
spon
dylogenes
Schmerzsyndrom) sowie auch unter einer schweren depressive
n Epi
sode mit ungewissem Ausgang leide
. Der
Beschwerdeführer sei
deshalb keines
falls arbeitsfähig, bis auf weiteres arbeitsunfähig zu 100
%
,
und
auch für leichtere Arbeiten
sei er aus ihrer Sicht nicht einsetzbar. Er kö
nn
e
nicht arbeiten und sollte demnach eine 100
%
ige IV-Rente erhalten
(
Urk.
9/105/9).
3.10
Die
Y._
-Gutachter nahmen am 2
8.
Februar 2019 erneut Stellung und konsta
tierten, dass laut ICD-10 bei einer schweren depressiven Episode, welche eine volle Arbeitsunfähigkeit begründen könne, Tätigkeiten und Aktivitäten praktisch nicht mehr möglich seien. Er sei aber reges Interesse erwähnt worden, auf Skype mit seiner Frau und seiner Tochter und den Söhnen in England zu kom
mu
ni
zieren, was bei einer mittel- bis
schwergradigen
depressiven Episode sicher nicht der Fall wäre.
Neue Beurteilungen lägen keine vor (
Urk.
8/110).
3.11
Am 2
7.
März 2019 erlitt der Beschwerdeführer eine Synkope mit Verletzungs
folge, woraufhin er zuerst bis am 3
0.
März 2019 im
I._
und danach in der Abteilung für Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgie hospitalisiert war (Verlegungsbericht vom 3
0.
März 2019,
Urk.
8/114). Die Ärzte hielten folgende, gekürzt wiedergegebenen Diagnosen fest:
-
Synkope mit Verletzungsfolge am 27.03.2019
-
Dislozierte Fraktur des Os
zygomaticum
links i.R. Synkope 27.03.2019
-
Koronare 2-Gefässkrankheit
-
Aktuell Koronarangiographie 28.03.2019 mit Blutdruckabfall unter Belastung
-
Hypokaliämie
27.03.2019
-
Steatosis
hepatis
(
Abdomensonographie
2015)
-
Psoriasis
palmoplantaris
,
capillitii
et
vulgaris
(Erstmanifestation 2010)
-
Chronische
thorako
-lumbale Schmerzen
-
Status nach Hepatitis B (Erstdiagnose 2014)
-
Verdacht auf
Medikamentenmalcompliance
Der Beschwerdeführer habe sich notfallmässig selbst vorgestellt
bei stattgehabter
zweiter Synkope innerhalb von zwei
W
ochen - aktuell mit Kopfanprall.
Er
habe
über eine Synkope mit
sehr kurzen
Prodromi
und anschl
iessendem Kopfanprall
berichtet
.
Pectanginöse
Beschwerden oder
Palpitationen
hätten im Vorfeld nicht bestanden. Klinisch
habe sich eine Prellmarke ü
ber der linken Wange mit leichtem Hämatom und starker
Druckdolenz
gezeigt
. Der Neurostatus sowie der
Trauma-
Check
hätten
sich unauffällig
gezeigt
. Eine CT des Schädels und der HWS
habe
eine intrakran
i
elle Blutung oder HWS-Fraktur ausschliessen
können
, allerdings
habe
sich sowohl klinisch als auch radiologisch eine dislozierte Fraktur des Os
zygomaticus
links mit Einsenkung
gezeigt
. Die operative Revision
sei
indiziert. Kurzzeitig
sei
eine Abschirmung mit
Augmentin
erfolgt
, welche im
Verlauf bei
geschl
ossenener
Fraktur wieder
habe
sistiert werden k
önnen
. Ebenfalls
sei
eine Analgesie mittels
Metamizol
und Paracetamol etabliert
worden.
Der
Be
schwer
deführer zeige
sich kardial kompensiert und
hämodynamisch
stab
il. Elektrokar
diographisch zeig
e sich ein Sinusrhythmus ohne Hinweise auf Ischämie oder
höhergradige
Rhythmusstörungen. Laborchemisch zeigten sich die Herzenzyme normwertig ohne signifikanten Verlauf. In einer echokardiographischen Kontrolle zeigte sich die stabil leicht eingeschränkte systolische Auswurffraktion bei 47
%
. Im
direkten Bildvergleich zu den Vo
rwerten vom 24.10.2016 zeigte
n
sich diese unverändert. Die Ursache der Synkope
sei
aktuell unklar. Ein ACS
sei
bei seriell negativem
Troponin
ausgeschlossen
worden
. In
der telemetrischen Überwachung ü
ber
48-h zeig
e sich abgesehen von wenigen
monomorphen
VES ein unauf
fälliger Befund. Im 48-h-Holter-EKG
hätten
auch keine weiteren Rhythmusstö
rungen nachgewiesen werden
können
.
Er werde s
ich nach seiner Entlassung bei seinem behandelnden Kardiologen vorstellen. Bei Narb
e
inferolateral
und inferior sei
eine
rhythmogene
Synkope
möglich; diesbezüglich wäre eine
Reveal
-Implan
tation zur weiteren Diagnostik sinnvoll.
Vor Freigabe für die Operation der Fraktur des Os
zy
gomaticus
sei
eine
Fahr
radergometrie
durchgeführt
worden
. Hierbei
hätten
über 4 MET erreicht werden
können
. Allerdings
hab
e sich unter maximaler Belastung ein Blutdruckabfal
l gezeigt
, weswegen bei Synkopen unklarer Ätiologie und kardialer Vorgeschichte mit bekannter 2-Gefäss-
KHK zur weiteren Abklärung eine
Koronarangiographie durchgeführt wurde. In der Koronarangiographie
habe
sich eine signifikante
Instent-Restenose
des PLA3/RCX
gezeigt, welche erfolgreich mittel
s
PTCA und Impl
antation eines Drug
Eluting
-Stents behandelt werden konnte. Bezüglich der
sekundärprophylaktischen
Laborparameter
habe
das LDL-Chol
esterin bei
2.8
mmol
/L und der
HbAlc
bei 4.9
%
gelegen
. Bei LDL über dem Zielbereich
sei
eine Steigerung der etablierten
Statintherapie
erfolgt
. Der
Beschwerdeführer habe am 3
0.
März
2019 in gutem Allgemeinzustand zur chirurgischen Revision der Os
zygomaticus
Fraktur verlegt werden
können
.
3.12
Med.
pract
. M.
J._
, Assistenzarzt der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichts
chirurgie, führte in seinem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Bericht vom
3.
Juni 2019 aus, dass sie keine Arbeitsunfähigkeit attestiert hätten. Aus ihrer Sicht sei keine Einschränkung zu erwarten (
Urk.
8/119). Entsprechend wurde die Behandlung am 1
1.
Juli 2019 abgeschlossen (
Urk.
8/122).
4.
4.1
Das polydisziplinäre Gutachten
des
Y._
erfüllt sämtliche rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. E. 2.4). Es beruht auf fachärztlichen Untersuchungen durch die Gutachter (Urk.
8/70/6 ff.;
Urk.
8/70/9 ff.;
Urk.
8/70/14 ff.;
Urk.
8/70/19 ff. und
Urk.
8/70/23 ff.
) und wurde in Kenntnis der relevanten
Vorakten
(Urk.
8/70/3
ff.) abgegeben. Es würdigt die vorhandenen Arztberichte sorgfältig
(
Urk.
8/70/8;
Urk.
8/70/12;
Urk.
8/70/18 f.;
Urk.
8/70/22)
. Es berücksichtigt die
vom
Beschwer
de
führer geklagten Beschwerden (
Urk.
8/70/6;
Urk.
8/70/9;
Urk.
8/70/14;
Urk.
8/70/19;
Urk.
8/70/23
) und setzt sich mit diesen hinreichend auseinander. Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ist einleuchtend und das Gut
achten ist schlüssig.
4.2
4.2.1
Dr.
B._
setzte sich
ausreichend
mit den Stand
ardindikatoren (E.
2.3
)
ausein
ander (vgl. Urk. 8/70/12 ff.). Seine
Beurteilung umfasste das ganze Leistungsprofil mit sowohl negativen als auch positiven Anteilen und ist so verfasst, dass die attestierte Arbeitsunfähigkeit «gleichsam aus dem Saldo aller wesentlichen Belastungen und Ressourcen» (BGE 141 V 281 E
. 3.4.2.1) abgeleitet wurde. Der psy
chiatrische Gutachter
ist bei der
Beantwortung der Frage, wie er
das Leis
tungs
vermögen einschätzte, den einschlägigen Indikatoren gefolgt
und
hat
ausschliess
lich
funktionelle Ausfälle berücksichtigt, welche Folge der gesund
h
eitlichen Beeinträchtigung sind.
Seine
versicherungsmedizinische Zumutbar
keits
beurteilung ist auf objektivierter Grundlage erfolgt. Die von der Rechtsan
wen
dung zu prüfende Frage, ob er sich an die
massgebenden
normativen Rahmenbedingungen gehalten und das Leistungsvermögen in Berücksichtigung der einschlägigen Indikatoren eingeschätzt
hat (BGE 141 V 281 E. 5.2.2), ist zu bejahen. Die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesund
heit
lichen Anspruchsgrundlage lassen sich anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachwei
sen, weshalb auf das
psychiatrische Teilgutachten abzustellen ist.
4.2.2
Der Beschwerdeführer brachte insbesondere vor, dass das psychiatrische Teilgut
achten nicht beweiskräftig sei, da
55 Minuten eine viel zu kurze Begut
achtungs
dauer sei (
Urk.
1 S. 6).
Für den Aussagegehalt eines medizinischen Berichts kommt es nicht in erster Linie auf die Dauer der Untersuchung an. Massgeblich ist vielmehr, ob der Bericht inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist. Der für eine psychiatrische Untersuchung zu betreibende zeitliche Aufwand hängt stets von der Fragestellung und der zu beurteilenden Psychopathologie ab (Urteil
des Bundesgerichts
8C_47/2
016 vom 15. März 2016 E. 3.2.2).
Dr.
B._
erhob die psychopathologischen Befunde (
Urk.
8/70/10)
ebenso
aus
führlich wie die geklagten Beschwerden und beurteilte gestützt darauf schlüssig und nachvollziehbar die Arbeitsfähigkeit. Inwieweit die Begutachtungsdauer von 55 Minuten zu falschen Schlüssen oder einer unvollständigen Erhebung der Anamnese, der Symptome oder der Verhaltenserfassung geführt hätten, geht aus der Rüge des Beschwerdeführers nicht hervor.
In der Stellungnahme von
Dr.
C._
und
Dr.
phil.
D._
zum
Y._
-Gutachten vom 2
4.
Juli 2017
diagnostizierten sie noch
eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) und rügten
in Bezug auf das psychiatrische Teilgutachten von
Dr.
B._
, dass die Beschwerden oberflächlich aufgenommen worden seien, der psychopathologische Befund deutlich positiv überzeichnet sei und ein Tagesab
l
auf fehle (
Urk.
8/91; vgl. E. 3.2
). Auch
Dr.
Z._
und
lic
. phil.
A._
kritisierten, dass das Gutachten deutlich zu positiv ausgefallen sei und ihres Erachtens die tatsächlichen Möglichkeiten d
es Beschwerdeführers überschätzt würden
. Sie diagnostizierten eine mittelschwere bis schwere depressive Episode und
beurteilten
ihn als voll arbeitsunfähig für jede Tätigkeit (
Urk.
8/97
, E. 3.5
). Die Gutachter des
Y._
und insbesondere
Dr.
B._
nahmen hierzu ausführlich Stellung am 2
3.
Oktober 2018 und führten zusammengefasst aus, dass bei einer mittelgradigen bis schweren Episode mit erheblicher Suizidalität eine
stationäre Behandlung unumgänglich wäre und sie aufgrund der objektiven Befunde als auch unter Berücksichtigung, dass sich
Depressionen punktuell verschlechtern können aber eben auch eine Behandlung möglich sei, eine volle Arbeitsunfähig
keit nicht gerechtfertigt sei (
Urk.
8/99, E.
3.6
). Dem ist nichts hinzuzufügen.
Aus den weiteren Berichten von
Dr.
C._
und
Dr.
phil.
D._
(vgl.
Urk.
8/105;
Urk.
8/117
) sowie
lic
.
phil
A._
und
Dr.
Z._
(
Urk.
8/105/3 f.;
Urk.
8/117/3
;
Urk.
3/3
)
geh
en
keine
konkreten, ob
jektiv fassbaren Aspekte her
vor
, die den ärztlichen Experten entgangen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 2. August 2006 U 58/06 E. 2.2) oder die zu einer anderen rechtlichen Beur
teilung Anlass geben würden.
Der Vollständigkeit halber ist auch auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass
Berichte von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften mit
unter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V
465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc), was vorliegend auch die unterschiedlichen Beurtei
lungen der Arbeitsfähigkeit mitbegründen könnte.
4.3
Dr.
E._
berücksichtigt in seinen Berichten jeweils auch den psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und attestiert - unter Berück
sichti
gung der
Einschätzungen der
behandelnden Psychiater -
ebenfalls eine volle Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
8/92;
Urk.
8/105/5 ff.
;
Urk.
3/4
). Allerdings enthalten
seine Berichte
aus somatischer Sicht keine im Gutachten nicht berücksichtigten Befunde oder Beschwerden, womit diese Berichte das Gutachten bzw. die ent
sprechend attestierte Arbeitsfähigkeit nicht
in Zweifel zu ziehen vermögen.
Auch
Dr.
F._
führt keine neuen Befunde, Diagnosen oder Beschwerden an, welche zu einer vom
Y._
-Gutachten abweichenden Beurteilung führen könnten (
Urk.
8/93; 3/5).
4.4
Aus
dem Bericht des
I._
vom
1.
April 2019 sowie
dem Bericht von
Dr.
J._
geht
keine invalidenversicherungsrechtlich relevante lang andauernde Verschlechterung des Gesundheitszustandes he
rvor
(vgl. E.
3.11-3.12; vgl. auch
Urk.
8/122).
4.5
Zusammenfassend ist gestützt auf das
Y._
-Gutachten vom 2
0.
März 2018 sowie die dazugehörigen Stellungnahmen vom 2
3.
Oktober 2018
sowie vom 2
8.
Februar 2019
(
Urk.
8/99;
Urk.
8/110) von einer vollen Arbeitsunfähigkeit von Juli bis N
ovember 2016, danach von einer 8
0%igen Arbeitsfähigkeit
und ab Dezember 2017 von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
auszu
gehen.
5.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der eingeschränkten Arbeits
fähigkeit.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
ditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.2
5.2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte für das
Valideneinkommen
auf das
Einkommen als Taxifahrer nach der
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweize
rischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
201
4
ab (TA1,
Ziff.
49-52
Landverkehr; S
chifffahrt; Luftfah
rt;
Lagerei
, Kompetenzniveau 1
)
und korrigierte dieses
um die
betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit als auch die
Nominallohnentwicklung
bis ins
Jahr 2017, wora
us ein
Valideneinkommen
von Fr.
70'438.87 resultierte (
Urk.
2; vgl. Einkommensvergleich vom
5.
Juni 2018,
Urk.
8/78). Mit Blick auf den Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
8/124) ist das Abstützen auf die LSE sicherlich nicht zum Nachteil des Beschwerdeführers
,
da er seit der Aufnahme seiner selbständigen Tätigkeit als Taxifahrer im Jahr 2013 nie auch nur ein annähernd
so
hohes Einkommen erzielt hat.
5.2.2
Für das Invalideneinkommen zog die Beschwerdegegnerin
das Einkommen als Hilfsarbeiter im Dienstleistungssektor nach LSE 2014 in Höhe von monatlich Fr. 4'971.-- heran (LSE 2014, TA1,
Ziff.
45-96, Kompetenzniveau 1),
welches sie ebenfalls um die betriebsübliche Arbeitszeit und die Nominallohnentwicklung korrigierte,
woraus ein Invalideneinkommen von
Fr.
63'124.50 bei einem vollen Pensum
für das Jahr 2017
resultierte
(
Urk.
8/78)
.
Als Begründung führte die Beschwerdegegnerin aus, dass aufgrund der medizinischen Beurteilung lediglich noch
körperlich leichte Tätigkeiten in überwiegend sitzender Körperposition zumutbar seien, so dass auf den Dienstleistungssektor abgestellt werde.
E
in leidensbedingter Abzug
ist
vorliegend nicht gerechtfertigt, da die begut
ach
tenden Ärzte des
Y._
bei der Beurteilung der medizinisch-theoretischen Arbeits
fähigkeit bereits sämtliche Einschränkungen
berücksichtigten
. Entsprechend der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind diese nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzuges einzubringen, da dies ansonsten zu einer doppelten Anrechnung der gleichen Gesichtspunkte führen würde (
Urteile des Bundes
ge
richts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
5.3
Gestützt auf die von der Beschwerdegegnerin errechneten Validen- und Inva
lideneinkommen resultiert bei
einer Arbeitsunfähigkeit von 20
bzw. 30
%
,
wie von der Beschwerdegegnerin in der Verfügung festgehalten
,
jeweils ein renten
ausschliessender Invaliditätsgrad von rund 28 bzw. 37
%
.
Damit erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens und die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen.
6.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verwei
gerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzli
chen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 800.-- festzuset
zen und dem
u
nterliegenden Beschwerdeführer
aufzuerlegen.