Decision ID: d8eeb528-a4ad-56c6-80d4-171b968d68eb
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._AG,
Klägerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Armin Linder, Haus Washington,
Rosenbergstrasse 22, 9000 St. Gallen,
gegen
AXA Versicherungen AG, General Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur,
Beklagte,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Christoph D. Studer, LL.M., Probst
Rechtsanwälte, Bahnhofplatz 18, 8401 Winterthur,
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betreffend
Leistungen aus Krankentaggeldversicherung (B._)
Sachverhalt:
A.
A.a B._ (nachfolgend: Versicherter) ist aufgrund eines Unfalls mit Personenwagen
vom 16. Februar 1979 kompletter Paraplegiker ab Niveau Th 4/5 (vgl. MV-act. 15ff. und
26f. zum mutmasslichen Unfallhergang sowie MV-act. 2, 5, 8f., 23f., 47, 54a und 68 zur
medizinischen Erstdiagnose und -behandlung). Seit 21. Januar 1980 war er –
abgesehen von der Vorbereitungsphase auf die Rechtsagentenprüfung, welche er im
Januar 1983 erfolgreich abgeschlossen hatte, und auf die Anwaltsprüfung, welche er
am 18. Mai 1989 bestanden hatte – kontinuierlich zu 40-60% bei verschiedenen
Arbeitgebern angestellt gewesen (IV-act. 24f., 27, 29, 54f., 60-5, 68, 73, 94, 96, 99; MV-
act. 62, 83, 88, 94, 113ff., 201, 215, 218, 287, 289, 298f., 326, 338, 347, 339f., 356,
367ff., 386, 424f., 497, 540, 552). Seit September 1999 war er in der (von ihm
gegründeten) A._ AG arbeitstätig (IV-act. 170, 173).
A.b Mit Kollektiver Krankentaggeldversicherung, Police Nr. 12._._0, wurde am
2. August 1999 rückwirkend ab 16. Juli 1999 ein Versicherungsschutz bei der AXA
Versicherungen AG, Winterthur, (nachfolgend: AXA) vereinbart, der bei Krankheit ein
Taggeld von 80% des versicherten Lohnes bei einer Leistungsdauer von 730 Tagen
abzüglich Wartefrist von 30 Tagen umfasste (act. G 1.3, 1.24).
B.
B.a Mit Klage vom 27. Februar 2013 (act. G 1) liess die A._ AG (nachfolgend:
Klägerin) durch Rechtsanwalt lic. iur. Armin Linder, St. Gallen, beantragen, die Beklagte
sei zu verpflichten, der Klägerin aus dem Versicherungsvertrag KKVT 12.052.370/5 für
den versicherten Mitarbeiter B._ die vertraglich geschuldeten Taggelder aus
gänzlicher Arbeitsunfähigkeit für die Zeit ab Januar 2009 auszurichten, nämlich total
Fr. 198'674.--, zuzüglich 5% Verzugszins ab gewichtetem mittlerem Verfall; unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen.
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B.b Mit Klageantwort vom 6. Juni 2013 (act. G 8) liess die Beklagte durch
Rechtsanwalt Dr. iur. Christoph D. Studer, Probst & Partner AG, Winterthur, folgende
Rechtsbegehren stellen:
1. Es sei das Prozessthema zunächst auf die Frage der Verjährung der eingeklagten
Forderung und der Aktivlegitimation zu beschränken, und der Beklagten sei die Frist
zur Stellungnahme zu den weiteren materiellen Fragen einstweilen abzunehmen.
2. Die Klage sei aufgrund der eingetretenen Verjährung vollumfänglich abzuweisen.
3. Eventualiter, d.h. bei Abweisung des Antrags 2, sei die Klage mangels
Aktivlegitimation vollumfänglich abzuweisen.
4. Subeventualiter, d.h. bei Abweisung der Anträge 1, 2 und 3, sei der Beklagten eine
erstreckbare, angemessene Nachfrist, mindestens aber 30 Tage, zur Einreichung der
vollständigen Klageantwort anzusetzen und ihr die Möglichkeit zur Ergänzung des
Rechtsbegehrens einzuräumen.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. 8% MwSt) zulasten der Klägerin.
B.c Mit Schreiben vom 14. Juni 2013 (act. G 9) forderte das Versicherungsgericht
St. Gallen den Rechtsvertreter der Klägerin auf, zu den in der Klageantwort
aufgeworfenen Fragen der Verjährung und Aktivlegitimation Stellung zu nehmen.
B.d Mit Stellungnahme vom 9. Juli 2013 (act. G 12) liess die Klägerin beantragen, der
Antrag auf Beschränkung des Prozessthemas sei abzuweisen, es sei der Beklagten
entsprechend ihrem Subeventualbegehren eine Nachfrist zur Einreichung der
vollständigen Klageantwort anzusetzen und es sei diese Nachfrist grundsätzlich nicht
erstreckbar und unter Berücksichtigung der Gerichtsferien auf den 20. August 2013
anzusetzen.
B.e Mit Schreiben vom 12. Juli 2013 (act. G 13) wies das Versicherungsgericht
St. Gallen darauf hin, dass durch die einstweilige Beschränkung des Prozessthemas
ein bedeutender Zeit- oder Kostenaufwand gespart werden könne. Dem
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Rechtsvertreter der Klägerin wurde nochmals eine Frist gesetzt, um sich zu den Fragen
der Verjährung und der Aktivlegitimation zu äussern.
B.f Mit Stellungnahme vom 17. Juli 2013 (act. G 14) äusserte sich der Rechtsvertreter
der Klägerin zu den beiden Prozessthemen. Er stellte sich auf den Standpunkt, die
Aktivlegitimation sei gegeben und die Forderung rechtzeitig geltend gemacht.
B.g Mit Duplik vom 12. September 2013 (act. G 18) liess die Beklagte folgende
(angepasste) Rechtsbegehren anbringen:
1. Es sei das Prozessthema zunächst auf die Frage der Verjährung der eingeklagten
Forderung und der Aktivlegitimation zu beschränken, und der Beklagten sei die Frist
zur Stellungnahme zu den weiteren materiellen Fragen einstweilen abzunehmen;
2. Die Klage sei mangels Aktivlegitimation vollumfänglich abzuweisen;
3. Eventualiter anerkennt die Beklagte einen grundsätzlichen Taggeldanspruch des
Versicherten für Februar 2011; darüber hinaus sei die Klage abzuweisen;
4. Bei Abweisung des Antrags 1 bzw. bei Abweisung der Anträge 2 und 3, sei der
Beklagten eine erstreckbare, angemessene Nachfrist, mindestens aber 30 Tage, zur
Einreichung der vollständigen Klageantwort anzusetzen und ihr die Möglichkeit zur
Ergänzung des Rechtsbegehrens einzuräumen;
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. 8% MwSt) zulasten der Klägerin.
B.h Anlässlich der mündlichen Verhandlung vom 12. November 2013 hielten beide
Parteien an ihren bisherigen Standpunkten fest (act. G 22f., 27). Der Rechtsvertreter
der Klägerin reichte die Anwaltsvollmacht (act. G 27.2) sowie einen
Handelsregisterauszug der Klägerin (act. G 27.3) ein.
B.i Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in den Rechtsschriften und an Schranken
wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
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1.
Das vorliegende Verfahren beschlägt Leistungen aus einer Zusatzversicherung zur
sozialen Krankenversicherung. Gemäss F7 der Allgemeinen Vertragsbedingungen der
Krankentaggeldversicherung für das Personal, Ausgabe 07.2006 (AVB; act. G 1.26)
kann der Versicherungsnehmer oder der Anspruchsberechtigte wahlweise Klage an
seinem schweizerischen Wohnort, an seinem schweizerischen Arbeitsort oder in
Winterthur erheben. Die Klägerin hat ihren Sitz in St. Gallen. Die örtliche Zuständigkeit
ist somit gegeben. Das Versicherungsgericht entscheidet gemäss Art. 9 des
Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (EGZPO; sGS 961.2) in
Verbindung mit Art. 7 der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) als
einzige kantonale Instanz über Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen
Krankenversicherung nach dem Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG,
SR 832.10). Damit ist auch die sachliche Zuständigkeit gegeben. Auf die Klage ist
einzutreten.
2.
Es stellt sich vorweg die Frage, ob die Klägerin als Arbeitgeberin des Versicherten
überhaupt zur vorliegenden Klage aktivlegitimiert ist, was von der Beklagten bestritten
wird.
3.
3.1 Gemäss Art. 87 des Bundesgesetzes über den Versicherungsvertrag (VVG;
SR 221.229.1) steht demjenigen, zu dessen Gunsten die Versicherung abgeschlossen
worden ist, mit dem Eintritt der Krankheit aus der kollektiven Krankenversicherung ein
selbständiges Forderungsrecht gegen den Versicherer zu. Nach C1 Ziff. 1 der AVB hat
der Versicherte Anspruch auf Leistungen, wenn er nach ärztlicher Feststellung zu
mindestens 25% arbeitsunfähig ist.
3.2 Anspruchsberechtigter ist dem Wortlaut dieser Bestimmungen nach grundsätzlich
die versicherte Person. Zu klären ist, ob das in Art. 87 VVG festgehaltene selbständige
Forderungsrecht des Anspruchsberechtigten dahingehend auszulegen ist, dass dieser
eine ausschliessliche Klageberechtigung hat und damit eine parallele Klagelegitimation
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der Arbeitgeberin als Versicherungsnehmerin ausschliesst. Im Urteil vom 20. Januar
1994 (BGE 120 V 38, E. 3a/bb) hat das Bundesgericht festgehalten, dass der
versicherte Arbeitnehmer als grundsätzlich Begünstigter des Vertrags auch alleinigen
Anspruch auf die Versicherungsleistungen hat. Insoweit dem Arbeitnehmer ein direktes
Forderungsrecht gegenüber dem Versicherer zusteht, sei der Arbeitgeber von einer
Lohnfortzahlungspflicht befreit und könne keine selbständigen Ansprüche aus dem
zugunsten seiner Arbeitnehmer geschlossenen Versicherungsvertrag geltend machen.
Der Arbeitgeber entledige sich durch Abschluss eines Kollektiv-
Krankenversicherungsvertrags seiner Lohnfortzahlungspflicht und habe daher keinen
eigenen Anspruch auf Versicherungsleistungen. Gemäss Urteil des Bundesgerichts
vom 18. März 1996 (BGE 127 V 81) kann sich die Kollektiv-Krankentaggeldversiche
rung von ihrer Leistungspflicht gegenüber der versicherten Person nicht befreien,
indem sie die Taggelder unter Verrechnung mit ausstehenden Beiträgen dem
Arbeitgeber ausrichtet. Im Urteil des Sozialversicherungsgerichts Zürich vom
28. Januar 2009 (KK.2008.00031) wird ein ausschliesslicher Versicherungsanspruch
des anspruchsberechtigten Arbeitnehmers statuiert. Daraus ergebe sich, dass nur die
versicherte Person persönlich Taggeld- oder andere Leistungsansprüche aus der
fraglichen Erwerbsausfallversicherung einklagen könne (E. 3.2). Auch in der Lehre ist
mitunter die Rede vom Erwerb eines eigenen, direkten Anspruchs gegen den
Versicherer ipso iure mit dem Versicherungsfall und einem ausschliesslich dem
Anspruchsberechtigten zustehenden Versicherungsanspruch, weshalb der Versicherer
mit befreiender Wirkung nur an den Anspruchsberechtigten, nicht aber an den
Versicherungsnehmer zahlen kann. Der Zweck des selbständigen Forderungsrechts
besteht gemäss Stein einerseits im Schutz vor leistungsgefährdendem Verhalten des
Versicherungsnehmers (z.B. Verletzung von Obliegenheiten), andererseits in der
Erleichterung der Verfolgung der Ansprüche gegenüber dem Versicherer. Zudem
bezwecke das selbständige Forderungsrecht des Arbeitnehmers auch, dass sein
Anspruch nicht durch eine missbräuchliche Verwendung der Versicherungsleistungen
durch den Versicherungsnehmer gefährdet werde (Peter Stein, Kommentar zum VVG,
Basel 2001, N 15, 18, 22f. zu Art. 87). Der anspruchsberechtigte Versicherte ist auch
dann selber gehalten, seine Rechte gegenüber dem Versicherer zu wahren und seine
Forderung direkt gegenüber diesem geltend zu machen, wenn der
Versicherungsvertrag die Leistung an den Arbeitgeber vorsieht, soweit die
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Vertragsauslegung ergibt, dass die versicherten Arbeitnehmer, und nicht der
Arbeitgeber, Begünstigte der Versicherungsleistungen sind (Christoph Frey/Natalie
Lang in: BSK Versicherungsvertragsgesetz, Nachführungsband, Honsell/Vogt/
Schnyder/Grolimund (Hrsg.), Basel 2012, adN7 und 18 zu Art. 87 mit Hinweis). Aus den
Materialien ist ferner ersichtlich, dass eine Totalrevision des VVG ansteht. Gemäss
Botschaft zur Totalrevision des Versicherungsvertragsgesetzes vom 7. September
2011 (BBl 2011 7705) erwirbt die versicherte Drittperson nach geltendem Recht bei
Eintritt des befürchteten Ereignisses in der kollektiven Krankenversicherung ipso iure
einen eigenen, direkten Anspruch gegen den Versicherer und wird damit
anspruchsberechtigt. Versicherungsleistungen der kollektiven
Krankentaggeldversicherung sollen auch weiterhin zwingend an die versicherte
Drittperson bezahlt werden.
3.3 Eine Auslegung des Art. 87 VVG ergibt, dass bereits der Wortlaut kein explizites
Forderungsrecht des Arbeitgebers bzw. des Versicherungsnehmers vorsieht, indem ein
solches in dieser Bestimmung nicht erwähnt wird. Bei der systematischen Auslegung
ist nicht klar, weshalb dem Versicherten im Unterschied zur Kollektivunfall- oder -
krankenversicherung bei der Kollektiv-Lebensversicherung kein direktes
Forderungsrecht gegenüber dem Versicherer zusteht (Frey/Lang, a.a.O. adN12 zu
Art. 87). Andererseits würde die restriktive Regelung zur Abtretung des Anspruchs aus
Versicherungsvertrag in Art. 73 Abs. 1 VVG (vgl. E. 4.1) durch ein paralleles Klagerecht
des Arbeitgebers sinnentleert, was wiederum für ein ausschliessliches Klagerecht der
versicherten Person spricht. Auch Rechtsprechung und herrschende Lehre gehen von
einer ausschliesslichen Klageberechtigung der anspruchsberechtigten versicherten
Person bzw. des Arbeitnehmers aus (wobei das Bundesgericht diese Frage bis anhin
soweit ersichtlich zumindest nicht explizit entschieden hat). Daran ändert auch eine
allfällige Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers nichts. Sinn und Zweck eines
ausschliesslichen Klagerechts der versicherten Person ist im Schutz des (regelmässig
schwächeren) Arbeitnehmers zu sehen; dieser soll vor einem leistungsgefährdenden
Verhalten des Versicherungsnehmers oder einer missbräuchlichen Verwendung der
Versicherungsleistungen geschützt werden. Eine solche Regelung dient auch dazu, die
Verfolgung der Ansprüche gegenüber dem Versicherer zu erleichtern. Dass im
vorliegenden Fall eine solche Gefährdung – wie die Klägerin geltend macht –
ausgeschlossen sein soll, da der Arbeitnehmer in der von ihm gegründeten
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Aktiengesellschaft angestellt sei, vermag an diesem Auslegungsergebnis nichts zu
ändern. Tatsache ist, dass es sich bei der versicherten Person um eine natürliche
Person handelt, während die Aktiengesellschaft als juristische Person von dieser
rechtlich zu unterscheiden ist. Schliesslich äussert auch der Gesetzgeber in der
Botschaft zur Totalrevision seinen bisherigen und auch weiterhin bestehenden Willen,
dass eine befreiende Leistung nur gegenüber der versicherten Person erfolgen soll,
indem er eine Bezahlung der Versicherungsleistungen an diese als zwingend ansieht.
3.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Klägerin von Gesetzes wegen kein
selbständiges Forderungs- und Klagerecht zusteht. Dem Arbeitgeber steht es frei,
seine prozessuale Position gegenüber der Versicherung zu stärken, indem er sich die
Ansprüche der versicherten Person gegenüber der Versicherung abtreten lässt. Dies
kann beispielsweise bereits im Arbeitsvertrag, aber freilich auch zu einem späteren
Zeitpunkt geschehen.
4.
4.1 Es bleibt zu prüfen, ob die Klägerin den Leistungsanspruch und damit das
Klagerecht durch Abtretung erworben hat.
4.2 Art. 73 Abs. 1 VVG sieht vor, dass der Anspruch aus einem
Personenversicherungsvertrag weder durch Indossierung noch durch einfache
Übergabe der Police abgetreten oder verpfändet werden kann. Abtretung und
Verpfändung bedürfen zu ihrer Gültigkeit der schriftlichen Form und der Übergabe der
Police sowie der schriftlichen Anzeige an den Versicherer.
4.3 Der Arbeitgeberin liegt die Police des Versicherten vor und eine schriftliche
Anzeige an den Versicherer liesse sich in der Klage erblicken (vgl. das Urteil des
Sozialversicherungsgerichts Zürich vom 12. Juli 2006 KK.2005.0008, E. 2.5). Zwar ist
gemäss der zitierten Zürcher Rechtsprechung eine Abtretung auch nach
Klageeinreichung möglich und unproblematisch. Eine schriftliche Abtretungserklärung
wurde von der Klägerin jedoch weder im Schriftenwechsel noch im Rahmen der
mündlichen Verhandlung vorgelegt. Somit besteht seitens der Klägerin keine
Aktivlegitimation zur Klage gegen die AXA.
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5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die Klage mangels Aktivlegitimation der Klägerin
abzuweisen. Damit erübrigt sich die Frage, ob die im vorliegenden Prozess
eingeklagten Taggeldleistungen verjährt sind.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 114 lit. e ZPO).
5.3 Die unterliegende Klägerin hat ausgangsgemäss keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die obsiegende Beklagte beantragte
ebenfalls eine Parteientschädigung (act. G 8). Art. 114 ZPO betrifft nur die
Gerichtskosten und steht der Zusprache einer Parteientschädigung an die obsiegende
berufsmässig vertretene (Art. 95 Abs. 3 lit. b ZPO) beklagte Versicherung nicht
entgegen (BGE 137 III 47 [= Urteil des Bundesgerichts vom 17. November 2010,
4A_194/2010] nicht publizierte E. 2.2.1). Das Gericht spricht die Parteientschädigung
nach den kantonalen Tarifen zu (Art. 105 Abs. 2 i.V.m. 96 ZPO). Eine Honorarnote hat
die Beklagte nicht eingereicht. Bei einem Streitwert von Fr. 100'000.-- bis
Fr. 500'000.-- beträgt das mittlere Honorar im Zivilprozess Fr. 9'100.-- + 3.3% des
Streitwerts (Art. 14 Abs. 1 lit. e der st. gallischen Honorarordnung für Rechtsanwälte
und Rechtsagenten [sGS 963.75; HonO]). Vorliegend resultiert bei einem Streitwert von
Fr. 198'674.-- ein mittleres Honorar von Fr. 15'656.24 (Fr. 9'100.-- + [Fr. 198'674.-- x
0.033]. Da das Versicherungsgericht in Streitigkeiten betreffend die
Krankenzusatzversicherung anstelle des Kantonsgerichts als erste Instanz im Sinne
von Art. 15 HonO entscheidet, ist die Parteientschädigung um einen Fünftel zu
erhöhen, womit sich ein Betrag von Fr. 18'787.49 ergibt. Gemäss Art. 27 Abs. 2 HonO
wird das Honorar ausserhalb des ordentlichen Zivilprozesses bei einem
unvollständigen Prozess angemessen gekürzt. Da vorliegend das vereinfachte
Verfahren zur Anwendung gelangt, sich das Prozessthema auf die Fragen der
Aktivlegitimation und der Verjährung beschränkte und sich die Beklagte ausschliesslich
zu diesen beiden Prozessthemen äusserte, erscheint eine Kürzung um 70% auf
Fr. 5'636.25 gerechtfertigt. Die pauschalen Barauslagen betragen gemäss Art. 28
Abs. 1 HonO Fr. 225.45 (Fr. 5'636.25 x 0.04). Zuzüglich der Mehrwertsteuer von 8%
(Art. 25 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Mehrwertsteuer [MWSTG; SR 641.20])
ergibt sich ein zu entschädigender Betrag von Fr. 6'330.65.
bis
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht gemäss Art. 14 Abs. 2 der sankt-gallischen
Verordnung über die Organisation und den Geschäftsgang des Versicherungsgerichts
(OrgV; sGS 941.114)