Decision ID: 28d2a954-3395-41fb-9220-d89286453182
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
T._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Albrecht Metzger, Seefeldstrasse 62, 8008 Zürich,
gegen
Basler Versicherungs-Gesellschaft, Aeschengraben 21, Postfach, 4002 Basel,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Oskar Müller, Wengistrasse 7, Postfach,
8026 Zürich,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A. Die 1950 geborene T._ war seit Februar 1991 mit einem Pensum von 80% als
Produktionsassistentin beim A._ angestellt und bei der Basler Versicherungs-
Gesellschaft (nachfolgend Basler) gegen die Folgen von Berufs- und
Nichtberufsunfällen versichert, als sie am 22. Juli 1999 einen Auffahrunfall erlitt.
Äusserliche Verletzungen wurden keine festgestellt. Am Folgetag traten Sehstörungen
sowie Nacken- und Kopfschmerzen auf. Eine Abklärung im Spital Uster ergab die
Diagnose einer Distorsion der Halswirbelsäule (HWS). Die Beschwerden hielten in der
Folge trotz regelmässig durchgeführter Physiotherapie unvermindert an. Vom 25.
Januar bis 29. Februar 2000 hielt sich die Versicherte in der Rehaklinik Rheinfelden auf
(Bericht vom 7. März 2000, UV act. 3.18 und 4.22). Eine Besserung der Beschwerden
konnte auch dort nicht erzielt werden. Arbeitsversuche mit Teilpensen scheiterten. Die
Versicherte blieb bis 2. Mai 2000 100% arbeitsunfähig. Danach war sie bis 1. Mai 2001
40% und anschliessend 60% arbeitsunfähig. Ab 4. Juli 2002 bestand wieder eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% (UV act. 6.26). Ab Juni 2001 wurde das Pensum als
Regieassistentin auf 40% reduziert. Das Arbeitsverhältnis wurde auf Ende September
2003 aufgelöst. Es traten weiterhin belastungsabhängige Nacken- und Kopfschmerzen
auf. Die Versicherte fühlte sich allgemein erschöpft, war häufig müde und litt an
Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Wegen einer aufgetretenen psychiatrischen
Problematik hatte sie sich ab April 2000 in psychiatrische Behandlung bei Dr. med.
B._, Psychiatrie und Psychotherapie, begeben. Neurologische Ausfälle waren bei der
Untersuchung durch Dr. med. C._, Facharzt für Neurologie, vom 4. September 2001
keine festzustellen. Als neuropsychologische Funktionsstörungen standen
Aufmerksamkeits-/Konzentrationsschwankungen im Vordergrund. Dr. phil. D._,
Neuropsychologie, diagnostizierte im Bericht vom 22. November 2002 leichte
neurologische Funktionsstörungen und eine milde traumatische Hirnschädigung, die
sie auf den Unfall vom 22. Juli 1999 zurückführte. Zudem liege eine
Erschöpfungsdepression mit chronischer Überforderungssymptomatik vor (UV act.
3.37). Die Basler holte zusätzlich bei Dr. med. E._, Spezialarzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, das Aktengutachten vom 13. Februar 2001 (UV act. 4.2) und mehrere
Verlaufsberichte von Psychiater Dr. B._ und von Dr. med. F._, Physikalische
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Medizin, ein (UV act.3.diverse). Am 26. Januar 2005 erstattete Prof. Dr. med. G._,
Chefarzt der Neurologie der Klinik Valens, das Gutachten vom 26. Januar 2005 (UV act.
4.39) und verfasste am 28. Februar 2005 den Beicht über seine neurologische
Untersuchung (UV act. 4.45).
B.
Mit Verfügung vom 22. März 2005 stellte die Basler mangels Kausalzusammenhangs
der psychischen Gesundheitsstörung mit dem Unfall vom 22. Juli 1999 die
Versicherungsleistungen ab 1. April 2005 ein. Die dagegen eingereichte Einsprache
vom 18. April 2005 wies sie mit Entscheid vom 25. November 2005 ab.
C.
Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt Dr. Albrecht
Metzger, Zürich, für die Betroffene eingereichte Beschwerde vom 27. Februar 2006 mit
dem Antrag auf Weiterausrichtung der gesetzlichen Leistungen für den Unfall vom
22. Juli 1999. Konkret sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der
Beschwerdeführerin ab 1. April 2005 eine der erlittenen Erwerbseinbusse
entsprechende Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung von 35%
auszurichten. Im Weiteren seien Verzugszinsen zu bezahlen und die Kosten für die
ärztlichen Behandlungen und Therapien weiter zu übernehmen. Für die Kosten der
zusätzlichen neurologischen, neuropsychologischen und psychiatrischen
Begutachtungen seien ihr zudem Fr. 11'500.-- zu vergüten. Die Beschwerdegegnerin
stütze sich bei ihrer Beurteilung ausschliesslich auf das Gutachten der Klinik Valens
vom 26. Januar 2005 und den Nachtrag vom 28. Februar 2005. Im
Einspracheentscheid sei sie nicht auf die in der Einsprache vorgetragene Kritik am
Gutachten der Klinik Valens eingegangen. Damit habe sie das rechtliche Gehör
beziehungsweise die Begründungspflicht verletzt. Um nicht alle diesbezüglichen
Vorbringen in der Einsprache wiederholen zu müssen, werde auf die dort gemachten
Ausführungen verwiesen. Es seien hier nur die krassen Mängel aufgeführt. Auf den
Inhalt der in der Beschwerdeschrift aufgeführten Liste von Beanstandungen am
Gutachten der Klinik Valens wird - soweit entscheidnotwendig - in den nachfolgenden

Erwägungen eingegangen. Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, die beiden
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Beurteilungen der Klinik Valens würden den Anforderungen, welche Wissenschaft und
Rechtsprechung an ein beweistaugliches medizinisches Gutachten stellen würden,
nicht genügen, weshalb vorliegend nicht darauf abzustellen sei. Die
Beschwerdegegnerin gehe ferner davon aus, dass die zum Schleudertrauma der HWS
gehörenden Beeinträchtigungen im Vergleich zur vorliegenden psychischen
Problematik völlig in den Hintergrund getreten sei. Nachdem sich Prof. G._ geweigert
habe, zum typischen Beschwerdebild nach einem Schleudertrauma der HWS Stellung
zu nehmen und eine rechtmässige fachärztliche Begutachtung dazu fehle, könne von
dieser Beurteilung nicht ausgegangen werden. Zur Prüfung des adäquaten
Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und den heutigen Beschwerden sei denn
auch nicht die Rechtsprechung in BGE 115 V 133 anzuwenden, obwohl vorliegend
auch bei deren Anwendung die Adäquanz nicht verneint werden könne. Die
Beschwerdeführerin habe selbst eine interdisziplinäre Begutachtung unter der
Federführung von Dr. med. H._, Spezialarzt für Neurologie, zusammen mit Dr. med.
I._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie veranlasst. Diese beiden
Fachgutachten vom 10. Oktober 2005 und 26. Januar 2006 würden den
rechtsprechungsgemässen Anforderungen an medizinische Gutachten erfüllen. Darin
werde aufgezeigt, dass die meisten der bestehenden Beschwerden wie
Genickschmerzen, Kopfschmerzen, leichter Schwindel und kognitive Störungen
organischen Ursprungs seien. Sodann werde ausgeführt, dass es sich dabei um
typische Beschwerden nach einer HWS-Distorsion handle, die mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 22. Juli 1999 zurückzuführen seien. Nach der
Beurteilung der Gutachter liege sogar eine milde traumatische Hirnverletzung vor. Die
degenerativen Veränderungen seien sodann nur möglicherweise geeignet, die
vorliegende Symptomatik auszulösen und obwohl der Endzustand erreicht sei, seien
nach Meinung der Gutachter die ärztlichen Behandlungen bei Exazerbation der
Beschwerden und die Physiotherapie weiter von der Beschwerdegegnerin zu
übernehmen. Beide Fachärzte würden die Beschwerdeführerin in ihrer früheren
Tätigkeit als Produktionsassistentin nicht mehr arbeitsfähig erachten. In einer weniger
anspruchsvollen, den Beeinträchtigungen angepassten Tätigkeit bestehe aber eine
Arbeitsfähigkeit von 50%. Sodann würden sie von einer Beeinträchtigung der
körperlichen Integrität von 15% und der geistigen Integrität von 20% ausgehen.
D.
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In der Beschwerdeantwort vom 19. Juni 2006 beantragt die durch Rechtsanwalt Oskar
Müller, Zürich, vertretene Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Die
Vorzustände seien zwar bisher nicht diskutiert worden. Es würden aber solche
bestehen, wie dies sowohl von der Rehaklinik Rheinfelden als auch von Dr. H._
bestätigt worden sei. Der Leidensweg der Beschwerdeführerin sei von Beginn an
begleitet, bestimmt und gezeichnet durch das psychiatrische Beschwerdebild. Die
Überweisung des Hausarztes zur psychiatrischen Behandlung bei Dr. B._ ab April
2000 sei bereits wegen länger anhaltenden psychischen Problematik erfolgt. In
sämtlichen Berichten der Schulthess Klinik vom August 1999 werde die psychische
Verfassung angesprochen und bereits Anfang 2000 sei die Beschwerdeführerin in der
Rehaklinik Rheinfelden zur Psychotherapie gegangen. Dr. E._ gehe im
Aktengutachten vom 13. Februar 2001 von einer rezidivierenden depressiven Episode
aus, weil nach dem Unfall gemäss der Beschreibung der Schulthess Klinik keine
Erkrankung, Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns vorgelegen haben könne,
sondern von Tag zu Tage eine Besserung eingetreten sei. Die nach dem Unfall
aufgetretenen Beschwerden hätten gemäss Dr. E._ zu einer psychophysischen
Destabilisierung mit depressiven Symptomen, Ängsten und leichten kognitiven
Einbussen geführt. Die gleichen kognitiven Funktionseinbussen würden im Übrigen
sowohl bei Depressionen als auch nach einem Schädel-Hirn-Trauma auftreten. Das
typische Beschwerdebild nach HWS-Distorsion sei im Vergleich zur psychischen
Problematik in den Hintergrund getreten. Aufgrund der Akten sei von verschiedenen
unfallfremden (familiären und beruflichen) psychosozialen Belastungen auszugehen.
Der Begutachtung durch Prof. G._, Klinik Valens, habe die Beschwerdeführerin im
Übrigen ausdrücklich zugestimmt. Das Gutachten vom 26. Januar 2005 sei von
unabhängigen Fachärzten erstellt worden und setze sich aus den Ergebnissen einer
neuropsychologischen und einer klinisch-neurologischen Abklärung zusammen. Der
neurologische Bericht zur klinischen Untersuchung vom 2. September 2004 sei am 28.
Februar 2005 als Nachtrag erstellt worden. Die Beurteilung von Prof. G._ erfülle alle
Voraussetzungen für ein beweistaugliches medizinisches Gutachten. Die von der
Beschwerdeführerin dagegen erhobenen Einwände seien entweder subjektiv, liessen
sich objektiv nicht erhärten oder blieben unbegründet. Aktengutachten sei volle
Beweiskraft zuzuerkennen, wenn sie, wie dasjenige von Dr. E._, aufgrund
genügender medizinischer Unterlagen erstellt wurden. Die bei der Beschwerdeführerin
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vorhandenen unspezifischen Symptome würden überwiegend im Zusammenhang mit
dem psychischen Beschwerdebild einer Depression stehen. Ein adäquater
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und diesem Beschwerdebild bestehe
nicht. Die Parteigutachten von Dr. H._ und Dr. I._ seien sodann bereits vor Erlass
des Einspracheentscheids in Auftrag gegeben bzw. aufgelegt worden, stünden also mit
den dortigen Erwägungen in keinem Zusammenhang. Hinzuweisen sei auch darauf,
dass insbesondere das Gutachten von Dr. H._ auf die subjektive, von Seiten der
Beschwerdeführerin geschilderte Anamnese abstelle und den Inhalt der unfallnahen
medizinischen Akten (mit Hinweisen auf eine anfänglich rasche körperliche Erholung
und frühen Beginn des psychischen Beschwerdebildes) nicht erwähne. Dr. H._ habe
übrigens genau die biomechanischen Aussagen ins Gutachten aufgenommen, die von
der Beschwerdeführerin im Gutachten von Prof. G._ beanstandet worden seien. Den
vorliegenden Parteigutachten komme nicht die gleiche Unabhängigkeit zu, wie dem
Gutachten des von beiden Parteien als Gutachter ernannten Prof. G._. Sie würden
lediglich eine andere Fachmeinung darstellen und auch einige inhaltliche Mängel
aufweisen. Zweifel an der Beurteilung durch Dr. E._ und Prof. G._ würden sie nicht
zu begründen vermögen.
E.
In der Replik vom 30. August 2006 lässt die Beschwerdeführerin an ihren
Rechtsbegehren festhalten. Im Wesentlich bestreitet sie, dass die psychische
Symptomatik vor April 2000 behandlungsbedürftig gewesen sei. Sie hätte auch nie im
Vordergrund gestanden. Sodann würde es an unfallfremden psychosozialen und
negativen beruflichen Einwirkungen fehlen. Vielmehr sei die durch die vorgesehene
Umstrukturierung beim Arbeitgeber zu erwartende günstige berufliche Entwicklung
durch den Unfall zerstört worden. Aus dem Gutachten von Prof. G._ gehe hervor,
dass er sich weigere, invalidisierende Beschwerden nach HWS-Distorsionen
anzuerkennen. Damit distanziere er sich von der höchstrichterlichen Praxis und halte
sich nicht an die von der Rechtsprechung entwickelten Vorgaben. Das Gutachten sei
nicht brauchbar. Auch der Bericht von Dr. E._ erfülle bei detaillierter Prüfung die
Anforderungen, die Wissenschaft und Rechtsprechung an medizinische Gutachten
stellten, nicht. Dagegen seien die sorgfältigen und selbständigen Beurteilungen von Dr.
H._ und Dr. I._ für die streitigen Belange umfassend und einwandfrei begründet.
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Auf die weiteren Vorbringen wird - soweit erforderlich - in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
F.
In der Duplik vom 22. November 2006 weist die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen
darauf hin, dass die vom Chauffeur angegebene Geschwindigkeit nicht der
Auffahrgeschwindigkeit entspreche und im Sinn der medizinischen Vorgaben nach dem
Unfall kein Schockzustand vorgelegen habe. Die psychische Problematik habe schon
bald nach dem Unfall im Vordergrund gestanden. Das Gutachten der Klinik Valens
entspreche allen von der Rechtsprechung an ein beweistaugliches Gutachten zu
stellenden Kriterien. Unmittelbar nach dem Unfall hätten nach den Erhebungen der
Schulthess Klinik keine Bewusstlosigkeit, keine Amnesie und keine äusseren
Verletzungen bestanden. Mangels eines adäquaten Kausalzusammenhangs bestehe
keine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin. Die Privatgutachten seien Monate vor
Eröffnung des Einspracheentscheids in Auftrag gegeben worden, was mit Blick auf die
geltend gemachten Kosten von Bedeutung sei. Dr. H._ berichte sechs Jahre nach
dem Unfall erstmals von einer traumatischen Hirnverletzung. Im Bericht der Schulthess
Klinik vom 26. Juli 1999 sei aber festgehalten, es habe nach dem Unfall keine
Bewusstlosigkeit und keine Amnesie bestanden.
G.
Beide Parteien haben auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung verzichtet.
H.
Mit Schreiben vom 5. Juli 2007 hat das Gericht die Arbeitsgruppe für Unfallmechanik
von Prof. Dr. med. J._ um die Beantwortung von drei Fragen unfalltechnisch-/
physikalischer Natur gebeten. Zusammen mit dem technischen Kurzgutachten vom 8.
Oktober 2007 reichte Prof. J._ die kursorische biomechanische Beurteilung vom 16.
Oktober 2007 (act. G 35 und 35.1) ein. Die Parteien haben dazu mit Eingaben vom 6.
und 19. November 2007 (act. G 39 und 40) Stellung genommen. Auf den Inhalt der
Beurteilung der Experten und die Stellungnahmen der Parteien wird, soweit
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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Erwägungen:
1.
1.1 Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen für die
Folgen des Unfalls vom 22. Juli 1999 mangels adäquaten Kausalzusammenhangs
zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfall zu Recht auf den 1. April 2005
eingestellt hat. Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin schon anlässlich der
ersten Konsultation im Spital Uster nach dem Unfall über Nackenbeschwerden geklagt
hat. Da im weiteren Verlauf mit einer gewissen zeitlichen Nähe zum Auffahrunfall auch
andere zum typischen bunten Beschwerdebild gehörende Beeinträchtigungen
aufgetreten sind, ist praxisgemäss davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
ein Halswirbelsäulen-Distorsionstrauma mit den üblichen Begleiterscheinungen erlitten
hat. Seit dem Unfall bis zur Leistungseinstellung am 1. April 2005 sind fast sechs Jahre
vergangen. Die Beschwerdeführerin leidet nach wie vor an Beschwerden in Schulter
und Nacken, Kopfschmerzen und leichter Erschöpfbarkeit, Konzentrationsstörungen
sowie an einer Reihe anderer neuropsychologischer Einschränkungen. Aufgrund der
Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin fast sechs Jahre lang Leistungen erbracht
hat, ist davon auszugehen, dass sie den natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhang bis zur Leistungseinstellung bejaht hat (vgl. BGE 129 V 181 Erw.
3.3; RKUV 2000 Nr. U 357; BGE 117 V 360 Erw. 4).
1.2 Damit ist zu prüfen, ob die vorliegenden medizinischen Akten eine genügende
Grundlage für die Leistungseinstellung liefern, das heisst, ob aus diesen Berichten mit
dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 9 Erw. 3c/aa mit Hinweisen) resultiert, dass die
aktuellen Beschwerden nicht mehr auf das Unfallereignis zurückzuführen sind.
2.
Entgegen dem Einwand der Beschwerdeführerin verletzte die Beschwerdegegnerin
weder das rechtliche Gehör noch den Grundsatz von Treu und Glauben, wenn sie im
Einspracheentscheid nicht auf jedes Vorbringen der Einsprecherin eingegangen ist.
Zwar müssen sich die betroffene Person und die Rechtsmittelinstanz über die
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Tragweite eines Entscheids ein Bild machen können, weshalb im Entscheid die
Überlegungen genannt werden müssen, auf die sich die Behörde abstützt. Dies
bedeutet allerdings nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann
sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 124
V 181 Erw. 1a). Die Beschwerdegegnerin hat die Abweisung der Einsprache im
Wesentlichen mit dem ihrer Meinung nach fehlenden adäquaten Kausalzusammenhang
begründet. Aus der Begründung gehen die entscheidwesentlichen Überlegungen
hervor, die es der Beschwerdeführerin ermöglicht haben, den Einspracheentscheid
sachgerecht anzufechten. Es liegt daher kein Begründungsmangel vor.
3.
3.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus,
dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit,
Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ob zwischen einem
schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher
Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der diesen Instanzen obliegenden
Beweiswürdigung nach dem – wie bereits erwähnt - im Sozialversicherungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden haben. Die
blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruchs nicht (BGE 119 V 338 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit
Hinweisen). Weiter hat ein adäquater Kausalzusammenhang vorzuliegen. Die adäquate
Kausalität dient der rechtlichen Eingrenzung der sich aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers (BGE 127 V 102
Erw. 5b/aa mit Hinweisen). Auch bei Schleudermechanismen der Halswirbelsäule oder
äquivalenten Verletzungen haben zuallererst die medizinischen Fakten wie die
fachärztlichen Erhebungen über Anamnese, objektiven Befund, Diagnose,
Verletzungsfolgen, unfallfremde Faktoren, Vorzustand usw. die massgeblichen
Grundlagen für die Kausalitätsbeurteilung durch Verwaltung und Gericht zu bilden. Das
Vorliegen eines Schleudertraumas oder einer äquivalenten Verletzung wie seine Folgen
müssen somit durch zuverlässige ärztliche Angaben gesichert sein (BGE 119 V 340
Erw. 2b/aa).
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3.2 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers entfällt erst, wenn der Unfall nicht mehr
die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also
letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft
dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor
dem Unfall bestanden hat (status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich
nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne
Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994
Nr. U 206 S. 328 Erw. 3b mit Hinweisen). Auch das Dahinfallen jeder kausalen
Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss, ebenso
wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang, mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Da es sich um eine
anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage,
ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei
der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46
Erw. 2 mit Hinweisen). Dabei muss nicht etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen
erbracht werden. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ob es
Krankheitsursachen, ein Geburtsgebrechen oder degenerative Veränderungen sind, ist
unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der Unfallversicherer bei einmal bejahter
Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde Ursachen nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte
Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also
dahin gefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 Erw. 3b). Ebenso wenig geht es
darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein
Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die versicherte Person nun bei voller
Gesundheit sei (Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [seit 1. Januar
2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] i.S. Z. vom 18. Dezember
2003, U 258/02, i.S. L. vom 25. Oktober 2002, U 143/02, Erw. 3.2 und i.S. O. vom 31.
August 2001, U 285/00). Die Adäquanz als Rechtsfrage ist nicht von den Ärzten zu
beurteilen. Diese haben sich nur zur Tatfrage der natürlichen Kausalität auszusprechen
(SVR 2007 UV Nr. 33 S. 113 Erw. 4.4; BGE 117 V 382 Erw. 4a, je mit Hinweisen).
3.3 Die Formel "post hoc ergo propter hoc" nach deren Bedeutung eine
gesundheitliche Schädigung schon deshalb als durch den Unfall verursacht gilt, weil
sie nach diesem aufgetreten ist, kann nicht als Beweis betrachtet werden und erlaubt
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nicht, einen natürlichen Kausalzusammenhang mit der im Unfallversicherungsrecht
geforderten überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen (BGE 119 V 340 Erw. 2b/
bb).
4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin verfügte die Leistungseinstellung, weil die nach dem
1. April 2005 geklagten Beschwerden nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auf das Unfallereignis zurückzuführen seien. Dabei ging sie aufgrund der Resultate der
medizinischen Abklärungen davon aus, dass keine organisch nachweisbaren
Unfallfolgen vorhanden seien, welche die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführer
massgeblich beeinträchtigten würden. Die Verschlechterung der Gesundheitszustands
sei auf die psychische Fehlentwicklung zurückzuführen, die wiederum nicht in einem
adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfall stehe. Im Einspracheentscheid legte
sie dar, die psychischen Beschwerden hätten das Beschwerdebild schon früh
dominiert. Es handle sich um eine psychische Fehlentwicklung nach Unfall, die
aufgrund der Erhebungen der Schulthess Klinik und von Dr. E._ nicht organischen
Ursprungs sein könnte.
4.2 Die Beschwerdeführerin stützt ihre Einwendungen gegen diese Beurteilung durch
Prof. G._ auf die von ihr veranlassten Gutachten von Dr. I._ und Dr. H._. Dr. I._
stellt im psychiatrischen Gutachten die zentrale Frage, ob eine milde traumatische
Hirnschädigung vorliege und verweist diesbezüglich auf die Diagnose des Neurologen.
Dr. I._ geht davon aus, dass ausser einer organisch emotional labilen, asthenischen
Störung keine affektive Störung aus dem Formenkreis der Depression oder der
Angsterkrankung oder eine andere psychiatrische Störung vorliege. Aus welchem
Grund er in der Diagnose dennoch auch Befunde aufführt, die er aufgrund seiner
Untersuchung als nicht oder nicht (mehr) gegeben (Depressivität,
Schmerzfehlverarbeitung) oder als zu wenig ausgeprägt (organische
Persönlichkeitsstörung) bezeichnete (Gutachten S. 36 ff.), ist nicht erkennbar. Konkrete
Befunde oder Entwicklungen, die eine hirnorganische Verletzung durch den Unfall
belegen und damit die Diagnose einer organisch bedingten emotionalen Instabilität
bestätigen würden, vermag er aus psychiatrischer Sicht nicht aufzuzeigen. Damit ist
eine organische Verletzung des Gehirns zwar möglich, aber nicht überwiegend
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wahrscheinlich. Die Annahme des Arztes, der Unfall sei Ursache der weiter
bestehenden Beschwerden, die auch psychiatrischer Art seien, folgt der Formel "post
hoc ergo propter hoch", die, wie bereits dargelegt, für den Nachweis der Kausalität
nicht genügt.
4.3 Dr. H._ hielt in seinem Gutachten (act. G 1.1.67) fest, in der
neuropsychologischen Untersuchung der kognitiven Basisfunktionen in der Rehaklinik
Rheinfelden sei es bei primär unauffälligen Aufmerksamkeitsleistungen infolge der
verminderten Belastbarkeit zu Einbrüchen der Konzentrationsfunktionen gekommen. Es
hätten leichte neuropsychologische Minderfunktionen vorgelegen, die situativ verstärkt
würden und zusammen mit der psychophysisch verminderten Belastbarkeit zu
erheblichen Leistungseinbussen führen könnten (Gutachten S. 12). Nach seiner
eigenen psychometrischen Untersuchung bezeichnete er die einfache Aufmerksamkeit
bei Sequenzenabruf noch als gut und die Konzentrationsleistung über einen längeren
Zeitraum als qualitativ mässig vermindert und quantitativ durchschnittlich. Es traten
keine wesentlichen Leistungseinbrüche auf (Gutachten S. 8). Dr. H._ geht von einer
milden traumatischen Gehirnverletzung aus, weil die Beschwerdeführerin nach dem
Unfall benommen gewesen sei und eine kurze Erinnerungslücke gehabt habe. Sie habe
sich zudem als fahruntauglich und durcheinander beschrieben und habe sich
ungewöhnlich müde und schläfrig gefühlt. Indessen fehlt es bei ihm, wie den anderen
Voruntersuchern am Nachweis konkreter pathologischer Befunde. Insbesondere legt
Dr. H._ nicht dar, warum er den direkt nach dem Unfall aufgetretenen normalen
Stressreaktionen nach einem Auffahrunfall entgegen den Feststellungen der Schulthess
Klink organische Ursachen zuordnet. Aufgrund der von ihm festgestellten leichten bis
höchstens mässigen Beeinträchtigung der höheren Hirnfunktionen (psychometrische/
verhaltensneurologische Befunde; Gutachten S. 17), lässt sich jedenfalls nicht ohne
weitere Anhaltspunkte auf eine traumatische Hirnverletzung schliessen. Nachdem
solche Anhaltspunkte in den direkt nach dem Unfall und auch in den während des
anfänglich erfreulichen Heilungsverlaufs erstellten medizinischen Berichten nicht zu
finden sind (vgl. UV act. 3.3; 3.6), kann nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von
einer derartigen Unfallfolge ausgegangen werden.
4.4 Die von Dr. H._ veranlasste MRI-Untersuchung bei der Imamed, Basel, zeigte
ausser einer Streckhaltung der HWS mit geringer Antelisthesis und Retrolisthesis im
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Rahmen einer degenerativen Discopathie und weiteren eindeutig degenerativen
Veränderungen keine relevante Einengung des Spinalkanals und keine Zeichen einer
cervicalen Myelopathie (act. G 1.1.67.2). Organische Unfallfolgen sind auch damit nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen.
4.5 Nach dem Gesagten sind die Beschwerden und Schmerzen der
Beschwerdeführerin nicht als klar ausgewiesene organische Folgen des Ereignisses
vom 22. Juli 1999 zu interpretieren, bei welchen sich der natürliche und der adäquate
Kausalzusammenhang im praktischen Ergebnis weitgehend decken würden. Auch die
beiden Gutachten von Dr. I._ und Dr. H._ vermögen nicht nachvollziehbar zu
begründen, auf welche konkreten organisch fassbaren Verletzungen und
Veränderungen sie die Schmerzsymptomatik und das eingeschränkte
Leistungsvermögens zurückführen. Vielmehr beschreiben sie in Übereinstimmung mit
den Fachärzten einen langjährigen, im Wesentlichen unveränderten körperlichen und
psychischen Zustand und räumen der neuropsychologischen Symptomatik einen
zentralen Platz ein. Soweit sie neben den leichten bis höchstens mässigen
Beeinträchtigungen der Hirnfunktionen überhaupt noch eine Einschränkung der HWS-
Beweglichkeit oder Muskelverspannungen im HWS-Schultergürtel-Bereich feststellten,
können diese für sich allein nicht als organische Unfallfolgen qualifiziert werden. Da von
medizinischen Beweisergänzungen keine entscheidrelevanten neuen Erkenntnis zu
erwarten sind, ist hievon abzusehen (BGE 122 V 162 Erw. 1d).
5.
Bei der Prüfung, ob die bei der Beschwerdeführerin bestehenden psychischen
Beschwerden als unfallkausal einzustufen sind, kann die Frage des natürlichen
Kausalzusammenhangs offen bleiben, wenn ein adäquater Kausalzusammenhang
zwischen den psychischen Störungen und dem Unfall - wie im vorliegenden Fall -
verneint werden muss (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67). Die Beschwerdegegnerin legte im
angefochtenen Einspracheentscheid die rechtlichen Voraussetzungen des Vorliegens
eines adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und psychischer
Gesundheitsschädigung zutreffend dar (Ziffer 3); darauf kann verwiesen werden.
Hervorzuheben ist, dass die Beurteilung der Adäquanz in denjenigen Fällen, in welchen
die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der HWS gehörenden
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Beeinträchtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zur vorliegenden
ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten, nach der
für psychische Fehlentwicklungen nach Unfällen geltenden Rechtsprechung (BGE 115
V 133) vorzunehmen ist (BGE 123 V 99 Erw. 2a). Gleiches gilt, wenn die im Anschluss
an den Unfall aufgetretenen psychischen Störungen nicht zum typischen, depressive
Entwicklungen einschliessenden (BGE 117 V 360 Erw. 4b) Beschwerdebild eines HWS-
Traumas gehören, sondern vielmehr als eine selbständige, sekundäre - mithin von
blossen (Langzeit-)Symptomen der anlässlich des Unfalls erlittenen HWS-Distorsion zu
unterscheidenden - Gesundheitsschädigung zu qualifizieren sind, wobei für die
Abgrenzung insbesondere Art und Pathogenese der Störung, das Vorliegen konkreter
unfallfremder Faktoren oder der Zeitablauf von Bedeutung sind (RKUV 2001 Nr. U 412
S. 79 Erw. 2b). Würden psychische Beschwerden, die im Anschluss an einen Unfall mit
Distorsionsverletzungen der HWS auftreten, ungeachtet ihrer Pathogenese stets nach
den Kriterien gemäss BGE 117 V 366 Erw. 6a auf ihre Adäquanz hin überprüft,
bestünde die Gefahr, identische natürlich-kausale psychische Unfallfolgen
adäquanzrechtlich unterschiedlich zu beurteilen, je nachdem, ob beim Unfall zusätzlich
eine Distorsionsverletzung der HWS oder ein äquivalenter Verletzungsmechanismus
auftrat oder nicht, was nicht angeht (SVR 2007 UV Nr. 8 S. 27 Erw. 2.2 und 4.2.2).
6.
Gestützt auf die zur Verfügung stehenden medizinischen Akten kann die Frage, ob es
sich bei den aktuellen psychischen Gesundheitsstörungen um eine natürliche Folge
des versicherten Unfalls handelt, nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 9 Erw. 3c/aa mit
Hinweisen) bejaht oder verneint werden. Zwar liegen mit den Gutachten von Dr. I._
und Dr. H._ ärztliche Einschätzungen vor, die von einem natürlichen
Kausalzusammenhang ausgehen. Wie oben erwähnt, vermögen ärztliche
Stellungnahmen zum Kausalzusammenhang das Gericht indessen nicht von der
Würdigung des Sachverhalts unter dem Gesichtspunkt der Adäquanz zu dispensieren.
Eine Rückweisung der Sache zwecks Einholung eines weiteren Gutachtens erübrigt
sich somit, wenn aufgrund zusätzlicher Abklärungen der natürliche
Kausalzusammenhang zwar zu bejahen wäre, es indessen - wie die nachstehenden
Erwägungen zeigen - an der Adäquanz des Kausalzusammenhangs fehlt.
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7.
7.1 Die für die Adäquanzbeurteilung massgebliche Vorgehensweise hängt in der
dargestellten Konstellation davon ab, ob die üblichen Elemente des HWS-Distorsions-
Beschwerdebildes gegenüber einer psychischen Symptomatik ganz in den Hintergrund
getreten sind und gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben
(BGE 127 V 103 Erw. 5b/bb). Diesbezüglich fällt ins Gewicht, dass in der ersten Zeit
nach dem Unfall eine schnelle Besserung der Beschwerden eingetreten ist und die
Beschwerdeführerin ihre Arbeit gemäss Bericht der Schulthess Klinik auch bereits ab
1. September 1999 wieder zu 50% aufnehmen konnte (UV act. 6.4). Danach kam es
zwar zu einer plötzlichen Verschlechterung, und der Arbeitsversuch musste wegen
psychischer und körperlicher Überlastung nach zwei Tagen abgebrochen werden.
Nach den Ferien konnte sie die Arbeit aber am 17. Oktober 1999 wieder zu 50%
aufnehmen. Es bestanden keine eigentlichen Schmerzen mehr. Ab und zu trat eine
leichte Gedächtnisstörung und Gedankenflucht auf (UV act. 3.8 - 3.9). Im November
1999 kam es zum ersten Mal zu Verspannungen im Nacken- und Schultergürtelbereich
(UV act 3.12). Eine eigentliche medizinische Behandlung fand neben der
Medikamentabgabe nicht mehr statt. Die Beschwerdeführerin unterzog sich
Physiotherapien, Massagen, Lymphdrainagen und schon bald nur noch
Akupunkturbehandlungen (UV act. 3.6). Unter der Belastung bei der Arbeit am Morgen
und der Therapien am Nachmittag kam es zu einer Verschlechterung des Zustandes
und ab 29. November 1999 wieder zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit. Nach der
stationären, therapeutisch ausgerichteten Behandlung in der Rehaklinik vom 25. Januar
bis 29. Februar 2000 wurde die stufenweise Wiederaufnahme der Arbeit bis Juni 2000
vorgesehen (UV act. 3.18). Ab April 2000 begab sich die Beschwerdeführerin in
Betreuung bei Psychiater Dr. B._, der von einem mittelschweren posttraumatischen
organischen Psychosyndrom und einer Heilungschance innerhalb von 11⁄2 bis 2 Jahren
ausging, aber einräumte, dass die Schwere des Traumas am Anfang der Behandlung
schwierig einzuschätzen sei (UV act. 3.20). Dies ändert nichts daran, dass – gesamthaft
betrachtet – das psychische Beschwerdebild als eindeutig vordergründig zu betrachten
ist.
7.2 Selbst wenn jedoch die Frage einer psychischen Überlagerung der Beschwerden -
und damit die Frage, ob die Kriterien gemäss BGE 115 V 133 ff. oder BGE 117 V 366
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Erw. 6a anzuwenden wären - nicht abschliessend beurteilt werden könnte, besteht
vorliegend keine Veranlassung für weitere medizinische Abklärungen. Denn auch wenn
zugunsten der Beschwerdeführerin davon ausgegangen würde, es lägen weiterhin die
typischen Verletzungsfolgen eines Schleudertraumas respektive einer äquivalenten
Verletzung der HWS vor, ist der adäquate Kausalzusammenhang im Sinn der folgenden
Erwägungen zu verneinen. Dabei ist der vom Bundesgericht vorgenommenen
Präzisierungen beim Katalog der adäquanzrelevanten Kriterien Rechnung zu tragen
(Urteil der I. sozialrechtlichen Abteilung vom 19. Februar 2008, i.S. M., Erw. 10, U
394/06).
8.
8.1 Für die Qualifikation eines Unfalls als schwer, mittelschwer oder leicht ist vom
augenfälligen Geschehensablauf auszugehen (BGE 117 V 366 Erw. 6a; vgl. auch Urteil
der I. sozialrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts, vom 19. Februar 2008, Erw.
10.1, U 394/06). Auffahrkollisionen auf ein haltendes Fahrzeug werden dabei
regelmässig in die Kategorie der mittelschweren Ereignisse im Grenzbereich zu den
leichten Unfällen eingereiht (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 237 Erw. 5.1.2 mit Hinweisen).
Aufgrund des Geschehensablaufs, wie er sich aus den Beschreibungen der
Beschwerdeführerin und den Erhebungen der Polizei ergibt, ist auch das vorliegende
Unfallereignis zu den mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den leichten
Ereignissen zu zählen. Wie die zusätzlichen Abklärungen des Gerichts ergeben haben,
ergibt sich aus dem Umstand, dass ein Lastwagen auf einen Personenwagen auffährt,
nicht generell ein zusätzliches Risiko für eine HWS-Schädigung bei der im
Personenwagen sitzenden Person. Der Unfall kann also nicht allein aufgrund der
unterschiedlichen Massen der daran beteiligten Fahrzeuge als schwerer betrachtet
werden, als wenn es sich um eine Auffahrkollision mit gleichartigen Autotypen
gehandelt hätte. Anlass zu einer vertieften biomechanischen Unfallanalyse besteht
nicht. Gestützt auf die Antworten der Experten und die Aktenlage zum Unfall lässt sich
auf jeden Fall sagen, dass vorliegend nicht von als gravierend einzustufenden
physikalischen Kräften auszugehen ist, welche auf die HWS der Beschwerdeführerin
gewirkt haben, sodass ein schwerer Unfall im Sinn der Rechtsprechung mit Sicherheit
ausgeschlossen werden kann. Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs wäre folglich
zu bejahen, wenn ein einzelnes der unfallbezogenen Kriterien (besonders dramatische
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Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; Schwere oder
besondere Art der erlittenen Verletzung; fortgesetzte spezifische, belastende ärztliche
Behandlung; erhebliche Beschwerden; ärztliche Fehlbehandlung, welche die
Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche
Komplikationen; erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen) in
besonders ausgeprägter Weise gegeben ist oder die zu berücksichtigenden Kriterien
insgesamt in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt wären (Urteil der I.
sozialrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts vom 19. Februar 2008 Erw. 10.3, U
394/06; BGE 117 V 367 f. Erw. 6b mit Hinweis).
8.2 Der Unfall vom 22. Juli 1999 trug sich nicht unter besonders dramatischen
Begleitumständen zu und war auch nicht besonders eindrücklich. Das Kriterium der
Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung ist ebenfalls nicht erfüllt. Die
nach einer HWS-Distorsion auftretenden Beschwerden mögen zwar unangenehm sein,
um schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen, wie sie nach Verkehrsunfällen
auftreten können, handelt es sich jedoch dabei nicht (vgl. SVR 2007 UV Nr. 26 Erw. 5.3,
U 339/06; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 283 Erw. 5.2.3, U 380/04). Nach dem Unfall war
keine fortgesetzte spezifische, die Beschwerdeführerin belastende ärztliche
Behandlung notwendig. Im Anschluss an den Unfall wurde von der Schulthess Klinik
vorübergehend das Tragen eines Halskragens verordnet und eine medikamentöse
Schmerztherapie durchgeführt. Ab August 1999 wurden physiotherapeutische
Behandlungen, Übungen zur Verbesserung der Tiefensensibilität im Bereich der HWS
sowie ein Aufbautraining der HWS-Muskulatur verschrieben und schliesslich
schmerztherapeutisch eine Akupunkturbehandlung begonnen. Physiotherapie und
Akupunktur wurden weitergeführt und zur Muskeltonusregulierung, zur
Schmerzlinderung und zur Verbesserung von Kraft und Beweglichkeit zusätzlich
ergotherapeutische und physikalische Massnahmen vorgenommen. Obwohl sich die
Massnahmen insgesamt über mehrere Jahre erstreckten, liegt im Hinblick darauf, dass
sich die Behandlung im Wesentlichen auf physikalische Therapien im weiteren Sinn
beschränkte, keine fortgesetzte spezifische, die Beschwerdeführerin belastende
ärztliche Behandlung vor. Von einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen
erheblich verschlimmert hat, kann ebenso wenig gesprochen werden, wie von einem
schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen. Es bedarf hierzu
besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben. Solche Gründe sind nicht
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gegeben. Was schliesslich das Kriterium der erheblichen Beschwerden betrifft, geht
aus den medizinischen Akten hervor, dass die Beschwerdeführerin rund zwei Monate
nach dem Unfall praktisch keine Schmerzen mehr hatte und Verspannungen im
Nacken- und Schultergürtelbereich gemäss den Feststellungen der Fachärzte der
Schulthess Klinik (UV act. 3.8 und 3.1 2) zum ersten Mal im November 1999 auftraten.
Die Leistungsfähigkeit war hauptsächlich durch die belastungsabhängig auftretenden
Kopfschmerzen mit Konzentrationsstörungen gestört (UV act. 3.18). Das Kriterium der
erheblichen Beschwerden ist somit zumindest nicht in besonders ausgeprägter Weise
erfüllt. Zum Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener
Anstrengungen ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin ihre Tätigkeit ab 17.
Oktober 1999 wieder zu 50% aufnehmen konnte und gemäss dem Bericht der Klinik
Rheinfelden vom 7. März 2000 (UV act. 3.18) zu erwarten war, dass sie die
Arbeitsfähigkeit bis Mai 2000 stufenweise wieder auf das angestammte Pensum von
80% würde steigern können. Auch wenn diese Steigerung letztlich nicht ganz erreicht
werden konnte, war die Beschwerdeführerin von Mai 2000 bis Mai 2001 immerhin zu
60% arbeitsfähig, bevor ab Mai 2001 wieder eine Arbeitsfähigkeit von bloss 40% (UV
act. 6.26) eintrat, bis es wegen der Verminderung der gesamten Belastungsfähigkeit
gemäss Psychiater Dr. B._ ab Juni 2002 zu einer weiteren Reduktion der
Arbeitsfähigkeit auf 20% kam (UV act. 3.33). Selbst wenn aber eine Arbeitsunfähigkeit
zwischen 40 und 60% als erheblich anzusehen wäre, könnte dieses Kriterium wohl als
erfüllt gelten, nicht aber in besonders ausgeprägter Weise. Da somit höchstens zwei
der zu berücksichtigenden Kriterien erfüllt sind, wovon keines in besonders
ausgeprägter Weise, ist die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zu verneinen. Da
dauernde organische Unfallfolgen nicht nachgewiesen sind und die
leistungseinschränkenden Beschwerden nicht mehr in einem adäquaten
Kausalzusammenhang mit dem Unfall stehen, fehlt es auch an einem durch die
Beschwerdegegnerin zu entschädigenden Integritätsschaden.
8.3 Angesichts der geschilderten Umstände ist mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als erstellt zu erachten, dass der in Frage stehende
Unfall nicht geeignet war, die bestehenden Beschwerden der Beschwerdeführerin über
den 1. April 2005 hinaus zu beeinflussen. Eine Einstellung der Leistungen auf dieses
Datum hin lässt sich nicht beanstanden.
9.
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Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind nach Art. 61 lit. g ATSG keine zu erheben.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht