Decision ID: a2212d73-d3d7-4f6d-8bda-03df3ba877e4
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
G._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. August W. Stolz, Neugasse 7, 9620 Lichtensteig,
gegen
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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision (Nichteintreten auf Rentenerhöhungsgesuch)
Sachverhalt:
A.
G._ meldete sich am 11. April 2003 zum Bezug von IV-Leistungen an. Dr. med. A._
berichtete der IV-Stelle am 5. Mai 2003, der Versicherte leide an einer Lumboischialgie
links bei degenerativen Veränderungen L4/5 und besonders L5/S+, bei Diskushernie
L5/S1 mit Kontakt zur Nervenwurzel S1 links ohne Kompression und Wurzel S1 rechts.
In einer körperlich leichten Tätigkeit mit Lastenheben bis 10 kg und Wechselbelastung
sei der Versicherte uneingeschränkt arbeitsfähig. Das Zentrum für Arbeitsmedizin,
Ergonomie und Hygiene AEH berichtete in einem zuhanden der SWICA erstellten
Gutachten vom 5. November 2003, der Versicherte leide an einem chronischen
lumbospondylogenen Syndrom links bei medianer Diskushernie L4/5, medianer bis
linksforaminaler Diskushernie L5/S1 mit Kontakt zur Nervenwurzel S1 links, herniertem
Diskusmaterial am Eingang ins Foramen intervertebrale L5/S1 rechts rezessal mit
Dorsalverlagerung der Nervenwurzel S1 rechts und Verdacht auf
Nervenwurzelkompression, bei Chondrosen L4/5 mit diskreter Retrolisthesis, erosiver
Osteochondrose L5/S1, Spondylarthrose L4/5 und L5/S1 bds. und bei Fehlhaltung und
muskulärer Dysbalance. Anlässlich der klinischen Untersuchung habe der Versicherte
über Kreuzschmerzen mit Ausstrahlungen ins linke Bein geklagt. Die Beschwerden
seien bereits am Morgen vorhanden, linderten dann aber unter Bewegung rasch,
würden jedoch gegen Abend oder bei der Einnahme monotoner Körperhaltungen
wieder zunehmen. Klinisch habe sich eine leichte Hyperkyphose gezeigt. Bei leicht
sakrodiertem Widerstand sei die Bewegung der LWS in allen Richtungen endphasig
schmerzhaft bei einer Einschränkung um einen Drittel in der Lateralflexion nach rechts
gewesen. Zusätzlich habe sich eine Druckdolenz am lumbovertebralen Übergang bis
S3 und über den Facetten L5/S1 bds. gezeigt. Nebst einer verkürzten Hamstring-
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Muskulatur bds. seien eine nicht dermatombezogene Hyposensibilität der
Unterschenkelinnenseite links und ein abgeschwächter Achillessehnenreflex
festzustellen gewesen. Die Kraft der Kernmuskulatur sei normal gewesen. Jedoch habe
der Globaltest als Indikator für die Stabilisierungsfähigkeit der Bauch-, Rücken- und
Rumpfmuskulatur nur dreimal wiederholt werden können. Bei klarem
Schmerzverhalten, nicht dermatombezogener Hyposensibilität und oberflächlicher und
tiefer Druckdolenz lumbosakral seien drei physical nonorganic signs nach Waddell
positiv gewesen. Der negative Lasègue und die nicht dermatombezogene
Hyposensibilität, die nicht im Gebiet von S1 auftrete, sprächen gegen eine
symptomatische Wurzelreizung. Gemäss der EFL bestehe das arbeitsbezogen
relevante Problem in einer verminderten Belastungstoleranz der LWS bei
Gewichtsbelastungen. In einer mittelschweren Tätigkeit (Heben Boden Taille max. 17,5
kg, Heben horizontal max. 20 kg) mit der Möglichkeit einer Wechselpositionierung sei
der Versicherte zu 100% arbeitsfähig.
B.
Dr. med. A._ wies die IV-Stelle am 9. Dezember 2003 darauf hin, dass eine
psychische Dekompensation mit der Gefahr einer schliesslich psychiatrisch bedingten
Invalidität drohe, weil der verzweifelte Versicherte keine Arbeit finde. Die IV-Stelle gab
eine psychiatrische Abklärung in Auftrag. Dr. med. B._ gab in seinem Gutachten vom
28. Februar 2005 an, der Versicherte leide an einer psychogenen Überlagerung des
lumbovertebralen Syndroms. Dies habe eine Arbeitsunfähigkeit von 20% zur Folge. Der
zuständige RAD-Arzt schlug am 6. Juni 2005 vor, selbst eine Untersuchung
vorzunehmen, um eine zeitlich aktuelle Beurteilung zu haben. Im entsprechenden
Bericht vom 21. Juli 2005 führte er aus, die Wirbelsäule weise folgende objektiven
Befunde auf: Tiefstand der Schulter rechts (-2 cm), Beckengeradestand, leichte
Hyperkyphose der oberen BWS, abgeflachte Lendenlordose, muskulärer Hartspann
untere BWS und LWS, druckschmerzhafte paravertebrale Muskulatur L4 bis S1 mit
Punctum maximum L5/S1, Schober 10/11,5 cm, Ott 30/31 cm, Finger-Boden-Abstand
40 cm, kein Rippenbuckel erkennbar, starke Schmerzen bei der Inklination über der
unteren LWS, in der Reklination etwas weniger, bei der Inklination reproduzierbare
ausstrahlende Schmerzsymptomatik im linken ventralen Oberschenkelbereich bis
Kniehöhe, Seitwärtsneigung bis auf einen Drittel des Normalmasses möglich, Rotation
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des Rumpfes nur im geringen Bewegungsumfang unter Schmerzangabe lumbal
möglich, HWS normal beweglich, Nacken- und Schürzengriff uneingeschränkt möglich,
Armvorhalteversuch asymmetrisch entsprechend dem Schulterschiefstand, kein
Tremor, vigorimetrisch rechts 20 kPa, links 22 kPa. Die Muskeleigenreflexe seien
lebhaft auslösbar gewesen. Dies gelte nicht für die Achillessehnenreflexe, die bds.
nicht hätten ausgelöst werden können. Der Lasègue sei bei mässig verkürzten
Hamstrings bds. negativ gewesen. Der Babinski sei ebenfalls negativ gewesen. Die
orientierende Prüfung der Sensibilität der oberen und unteren Extremitäten sei
unauffällig gewesen. Es habe keine Anhaltspunkte für motorische Ausfälle gegeben.
Der RAD-Arzt stellte folgende Diagnose: chronifiziertes, therapieresistentes,
lumbospondylogenes Syndrom links bei degenerativen Veränderungen L4/5 und
besonders L5/S1 und Diskushernie L5/S1 mit Kontakt zur Nervenwurzel S1 sowie
psychogene Überlagerung des lumbovertebralen Syndroms. Zusammenfassend hielt er
fest, objektiv habe sich bei der klinischen Untersuchung eine schmerzbedingt erheblich
in der Beweglichkeit eingeschränkte LWS gefunden. Neurologisch seien keine groben
sensiblen oder motorischen Ausfälle nachweisbar gewesen. Die Schmerzproblematik
habe den Versicherten offenbar zu einem häufigen Positionswechsel und zu einem
verlangsamten und vorsichtigen Bewegungsmuster gezwungen. Die geschilderte
Symptomatik sei mit den radiologischen Untersuchungsergebnissen vereinbar.
Aufgrund der schmerzbedingten Funktionsausfälle sei auch in einer angepassten
Tätigkeit von einer deutlichen Leistungsminderung auszugehen. Diese gründe sich auf
ein reduziertes Arbeitstempo und einen Mehrbedarf an Pausen. Zudem könne der
Versicherte nicht längere Zeit in einer Position verharren. Demnach sei der Versicherte
in einer angepassten Tätigkeit zu 50% arbeitsfähig. Gestützt auf dieses
Abklärungsergebnis verglich die IV-Stelle ein Valideneinkommen von Fr. 59'316.- mit
einem zumutbaren Invalideneinkommen von Fr. 26'692.- (Arbeitsunfähigkeit 50%,
zusätzlicher Abzug 10%) und ermittelte so einen Invaliditätsgrad von 55%. Mit einer
Verfügung vom 15. Dezember 2005 sprach sie dem Versicherten eine halbe
Invalidenrente zu.
C.
Dr. med. C._ richtete am 11. März 2008 ein Schreiben folgenden Inhalts an die IV-
Stelle: "Obengenannter Patient [der Versicherte] suchte mich kürzlich auf mit dem
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Wunsch nach einer Rentenerhöhung. Seine Beschwerden haben in der letzten Zeit
stark zugenommen und er sei wie ein Roboter. Zudem habe er viele Kontrollen bei
verschiedenen Ärzten gemacht. Befunde: Fingerbodenabstand 34 cm, Schober
10-13,5 cm und 30-31,5 cm, Enbloc-Rotation dolent, Mathieuvorhaltetest mit
Schmerzen im Rücken nach 15 Sek., Hanteltest im Liegen mit 3 kg bei gestreckten
Armen Kribbelparaesthesien in den Fingern und Schmerzen im Rücken nach 20 Sek.,
Lasègue im Liegen 30° mit Verspannen, Lasègue im Sitzen 90° bei ASR-Prüfung,
Zehenspitzenstand und Fersenstand möglich, axialer Stauchungsschmerz lumbal". Die
IV-Stelle teilte dem Versicherten am 18. März 2008 mit, dass Dr. med. C._ für ihn ein
Gesuch um Erhöhung der Rentenleistungen gestellt habe. Da der Arzt nicht
anmeldelegitimiert sei, sei er aufgefordert, die entsprechenden Unterlagen
einzureichen. Damit ein Revisionsgesuch geprüft werden könne, seien Nachweise für
eine erhebliche Veränderung des Invaliditätsgrades wie ausführliche Arztberichte,
Lohnausweise usw. einzureichen. Nur so könnten der Verlauf und allfällige
rechtserhebliche Veränderungen seit der Verfügung vom 21. Oktober 2005 beurteilt
werden. Die IV-Stelle räumte dem Versicherten eine Frist bis 3. April 2008 ein, um
derartige Unterlagen einzureichen. Der Versicherte reichte der IV-Stelle am 27. März
2008 ein an ihn selbst adressiertes Schreiben von Dr. med. C._ vom 26. März 2008
ein, in dem dieser Folgendes ausgeführt hatte: "Sie bitten mich um ein Zeugnis, worin
festgehalten wird, dass Ihre Beschwerden in letzter Zeit stark zugenommen haben und
sie sich wie ein Roboter bewegen müssen. Zudem haben Sie viele Kontrollen bei
verschiedenen Ärzten gemacht und sich in Physiotherapien behandeln lassen". Darauf
folgte wieder der Befund, wie er bereits im Schreiben von Dr. med. C._ vom 11. März
2008 dargelegt worden war. Die IV-Stelle erliess am 18. April 2008 eine mit "Auf Ihr
neues Leistungsbegehren wird nicht eingetreten" überschriebene Verfügung. Die
Verfügungsbegründung bestand aus Ausführungen zum Nichteintreten auf eine
Neuanmeldung nach einer vorausgegangenen Abweisung, obwohl sie mit der
Bemerkung eingeleitet worden war, dass mit dem Revisionsgesuch vom 11. März 2008
eine höhere Rente beantragt worden sei. Immerhin wurde dargelegt, dass keine
anspruchserhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse seit der Verfügung vom
21. Oktober 2005 glaubhaft gemacht worden sei. Selbst das Verfügungsdispositiv
bezog sich dann wieder auf eine Neuanmeldung, denn es lautete: "Auf das
Leistungsbegehren wird nicht eingetreten".
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D.
Der Versicherte liess durch seinen Rechtsvertreter am 8. Mai 2008 Beschwerde
erheben und beantragen, die Verfügung vom 18. April 2008 sei aufzuheben und IV-
Stelle sei anzuweisen, bezüglich seines Gesundheitszustandes in psychischer und
physischer Hinsicht eine umfassende medizinische Abklärung durchzuführen.
Eventualiter sei eine 100%ige IV-Rente zuzusprechen. Zur Begründung wurde
ausgeführt, die Eingabe von Dr. med. C._ sei als Revisionsgesuch zurückgewiesen
worden, weil dieser Arzt nicht anmeldelegitimiert sei. Deshalb habe der Versicherte das
Revisionsgesuch selbst eingereicht und den Befund von Dr. med. C._ vom 20. März
2008 beigelegt. Mit diesem Befund sei eine wesentliche Veränderung glaubhaft
gemacht, wie der Vergleich mit dem Befund des AEH aus dem Jahr 2003 zeige.
E.
Die IV-Stelle beantragte am 1. Juli 2008 die Abweisung der Beschwerde. Sie führte
aus, gemäss den Angaben des fallführenden RAD-Arztes sei mit dem Befund des
Hausarztes vom 11. März 2008 keine Veränderung glaubhaft gemacht gewesen. Dieser
Befund unterscheide sich nämlich nicht wesentlich von demjenigen im Bericht des RAD
vom 21. Juli 2005. Dr. med. C._ habe keine plausible Erklärung für die vom
Versicherten empfundene Zunahme der Beschwerden geliefert. Zudem habe er sich
nicht einmal zur Arbeitsfähigkeit des Versicherten geäussert. Dr. med. D._ vom RAD
hatte in einer internen Stellungnahme vom 3. Juni 2008 festgehalten, es dürfe nicht mit
dem AEH-Gutachten von 2003 verglichen werden, massgebend sei vielmehr die RAD-
Untersuchung von 7/05. Der Finger-Boden-Abstand habe sich von 40 cm auf 34 cm
verringert, die Rotation der LWS sei 2005 gering möglich gewesen, 2008 als En-Bloc-
Rotation schmerzhaft, der Lasègue sei 2005 negativ gewesen und 2008 seien 90°
möglich gewesen, was ebenfalls negativ sei. Der Hanteltest, der 2008 bereits nach 20
Sek. Schmerzen ausgelöst habe, sei ein typisches Symptomausweitungszeichen bei
Rückenpatienten mit Selbstlimitierung. Der Versicherte habe also nicht glaubhaft
dargestellt, dass sich sein Gesundheitszustand im Vergleich zur Referenzlage 12/05
signifikant verschlechtert habe.
F.
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Der Versicherte liess am 21. August 2008 einwenden, aus den Ausführungen in der
Beschwerdeantwort sei zu schliessen, dass auch die IV-Stelle die Meinung vertrete, es
gebe gewisse Anhaltspunkte für eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Es
könne nun nicht sein, dass die eingehenderen Abklärungen durch die Versicherten auf
eigene Rechnung vorgenommen werden müssten. Es sei die Sache der IV-Stelle, den
Anhaltspunkten nachzugehen und die Begründetheit des Revisionsgesuches
eingehender abzuklären. Die wesentliche Verschlechterung werde im Schreiben von Dr.
med. C._ vom 28. Juli 2008 bestätigt. Die völlig aussichtslose Situation habe zu
einem Alkoholproblem geführt. Dieses wiederum habe eine Leberverfettung und eine
alkoholtoxischer Hepatitis ausgelöst. Dieser Replik lag ein Schreiben von Dr. med.
C._ vom 28. Juli 2008 bei, laut dem der Versicherte am 17. Juni 2008 eine
Rippenserienfraktur erlitten hatte. Zusätzlich werde von chronischem
Alkoholmissbrauch, Leberverfettung und alkoholtoxischer Hepatitis gesprochen.
Objektiv 7. Dezember 2007: Drehung im ganzen Körper schmerzhaft im
Beckensteissbeingelenk, Drehen bei fixiertem Becken ebenfalls verstärkt im
Beckensteissbeingelenk, die Seitwärtskrümmung der Wirbelsäule bilde eine normale
Krümmung, Einbeinstand bei geschlossenen Augen problemlos möglich,
Vorhalteversuch als Hinweis für Gleichgewichtsstörungen normal, leicht provozierbare
Schmerzen bei seitlichem Armheben und gleichzeitiger Handdrehung nach unten
(Jobetest).
G.
Die IV-Stelle verzichtete am 1. September 2008 auf eine Duplik.

Erwägungen:
1.
Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer am 15. Dezember 2005 eine
halbe Invalidenrente zugesprochen. Diese halbe Rente ist dem Beschwerdeführer
durchgehend ausgerichtet worden. Bei dem Gesuch vom 11./27. März 2008 kann es
deshalb nur um ein Gesuch um eine Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG handeln.
Dessen ist sich auch die Beschwerdegegnerin bewusst gewesen, wie das an den
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Beschwerdeführer gerichtete Schreiben vom 18. März 2008 zeigt. Dass die
angefochtene Verfügung – mit Ausnahme des Einleitungssatzes – ihrem Wortlaut nach
auf eine Neuanmeldung nach einer vorausgegangenen Gesuchsabweisung
ausgerichtet ist, beruht deshalb offenkundig auf einem Versehen und schadet deshalb
nicht. Korrekt interpretiert ist die Beschwerdegegnerin mit der angefochtenen
Verfügung nicht auf ein Rentenrevisionsgesuch eingetreten.
2.
In ihrem Schreiben vom 18. März 2008 an den Beschwerdeführer hat die
Beschwerdegegnerin Dr. med. C._ als "nicht anmeldelegitimiert" bezeichnet.
Gemeint war wohl, er sei nicht legitimiert, ein Gesuch um die Revision der laufenden
halben Rente des Beschwerdeführers einzureichen. Was die Beschwerdegegnerin
tatsächlich hat aussagen wollen, ist nicht ohne weiteres ersichtlich, denn Dr. med.
C._ hat ja am 11. März 2008 nicht in eigenem Namen, sondern im Auftrag und damit
in Vertretung des Beschwerdeführers ein Rentenrevisionsgesuch gestellt. Die Frage
nach der Legitimation bzw. dem Vertretungsverhältnis kann aber offen bleiben, denn
der Beschwerdeführer hat noch im März 2008 klargestellt, dass er ein
Rentenrevisionsgesuch hat stellen wollen.
3.
Gemäss Art. 87 Ab. 3 IVV ist in einem Rentenrevisionsgesuch glaubhaft zu machen,
dass sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert
habe. Der Wortlaut dieser Bestimmung ist unvollständig, denn es fehlt die
Rechtsfolgeanordnung. Diese kann nicht in einer materiellen Beurteilung des
Rentenrevisionsgesuches bestehen, denn die wesentliche Veränderung des
Invaliditätsgrades ist ja mit dem Gesuch erst glaubhaft gemacht und noch nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen bzw. eben nicht glaubhaft gemacht.
Die gelungene Glaubhaftmachung einer wesentlichen Veränderung des
Invaliditätsgrades führt also nicht zu einer Gutheissung des Rentenrevisionsgesuches,
sondern nur zu einem verfahrensrechtlichen Zwischenentscheid, nämlich auf das
Gesuch einzutreten und ein materielles Rentenrevisionsverfahren durchzuführen.
Gelingt die Glaubhaftmachung der behaupteten wesentlichen Veränderung des
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Invaliditätsgrades nicht, so wird das Rentenrevisionsgesuch also nicht abgewiesen,
sondern es wird nicht auf dieses Gesuch eingetreten bzw. es wird beschlossen, kein
materielles Rentenrevisionsverfahren durchzuführen. Der Nichteintretensentscheid ist
zwar auch kein materieller Entscheid über die Revision, aber er ist
verfahrensabschliessend und deshalb beschwerdeweise anfechtbar wie ein materieller
Entscheid. Im vorliegenden Fall steht nur ein derartiger Nichteintretensentscheid zur
Diskussion. Streitgegenstand bildet deshalb nur die Eintretensfrage und nicht das
Revisionsgesuch selbst, so dass das vom Beschwerdeführer gestellte
Eventualbegehren um die Zusprache einer ganzen Rente auf keinen Fall behandelt
werden kann.
4.
Gemäss der Rechtsprechung des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen hat
auch dem Nichteintreten auf eine Rentenrevisionsgesuch ein Vorbescheid (Art. 57a
Abs. 1 IVG) vorauszugehen (vgl. das Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St.
Gallen vom 24. April 2009, IV 2008/167, Erw. 2.3). Die Beschwerdeführerin hat keinen
als solchen bezeichneten und ausgestalteten Vorbescheid erlassen, bevor sie am
18. April 2008 das Nichteintreten auf das Rentenrevisionsgesuch des
Beschwerdeführers verfügt hat. Mit dem Vorbescheid hätte der Beschwerdeführer
darauf hingewiesen werden müssen, dass die Ausführungen von Dr. med. C._ vom
11. März 2008 noch keine wesentliche Erhöhung des Invaliditätsgrades glaubhaft
gemacht hätte, weshalb beabsichtigt sei, eine Nichteintretensverfügung zu erlassen,
dass er aber noch die Möglichkeit habe, mit der Stellungnahme vom Vorbescheid
weitere Indizien zur Glaubhaftmachung der behaupteten Erhöhung des
Invaliditätsgrades einzureichen. Der Beschwerdeführer hat am 11. März 2008 durch
seinen Hausarzt Dr. med. C._ ein Rentenrevisionsgesuch stellen lassen. Dr. med.
C._ hat seinen Befund angegeben, um die vom Beschwerdeführer behauptete
Erhöhung des Invaliditätsgrades zu belegen. Die Beschwerdegegnerin hat daraufhin
am 18. März 2008 den Beschwerdeführer persönlich angeschrieben und ihm eine Frist
gesetzt, um die behauptete Erhöhung des Invaliditätsgrades glaubhaft zu machen. Sie
hat ihn zudem darauf hingewiesen, dass er mit einem Nichteintretensentscheid rechnen
müsse, wenn er keine überzeugenderen Indizien vorlege. Damit konnte nur gemeint
sein, dass der von Dr. med. C._ mitgeteilte Befund in den Augen der
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Beschwerdegegnerin nicht ausreichte, um die behauptete Erhöhung des
Invaliditätsgrades als glaubhaft erscheinen zu lassen. Mit dem Schreiben der
Beschwerdegegnerin vom 18. März 2008 war der Beschwerdeführer also in die Lage
versetzt zu erkennen, dass seine Behauptung, sein Invaliditätsgrad sei wesentlich
angestiegen, noch nicht glaubhaft gemacht war und dass er deshalb mit dem Erlass
einer Nichteintretensverfügung rechnen musste. Die Beschwerdegegnerin hat ihm eine
Frist bis 3. April 2008 angesetzt, um weitere Indizien beizubringen und so die
behauptete Veränderung doch noch glaubhaft zu machen und ein Eintreten auf sein
Rentenrevisionsgesuch zu erreichen. Inhaltlich hat das Schreiben der
Beschwerdegegnerin vom 18. März 2008 an den Beschwerdeführer also das erreicht,
was die Aufgabe eines formal korrekten Vorbescheides gewesen wäre. Der
Beschwerdeführer war in die Lage versetzt zu erkennen, dass der von Dr. med. C._
am 11. März 2008 angegebene Befund zur Glaubhaftmachung der behaupteten
Veränderung nicht ausreichte, dass er deshalb mit einer Nichteintretensverfügung
rechnen musste und dass er die Gelegenheit hatte, die "Beweislage" durch das
Einreichen weiterer Indizien für die behauptete Veränderung zu seinen Gunsten zu
verändern. Unter diesen Umständen wäre es allzu formalistisch, die angefochtene
Nichteintretensverfügung unter Verweis auf die obgenannte Rechtsprechung wegen
einer Verletzung der Vorbescheidspflicht aufzuheben. Der einzig in der Verwendung der
falschen Form bestehende Verfahrensfehler bleibt also aus prozessökonomischen
Gründen rechtsfolgenlos. Die angefochtene Verfügung ist somit auf ihre inhaltliche
Rechtmässigkeit zu prüfen.
5.
Glaubhaft zu machen ist gemäss Art. 87 Abs. 3 IVV nicht irgendeine Veränderung des
Sachverhalts, sondern eine anspruchserhebliche Veränderung des Invaliditätsgrades.
Da der Invaliditätsgrad das Ergebnis eines komplexen Vorgangs, nämlich i.d.R. eines
Einkommensvergleichs nach Art. 16 ATSG ist, kann vom Gesuchsteller nicht verlangt
werden, dass er einen anhand des veränderten Sachverhalts ermittelten, höheren
Invaliditätsgrad glaubhaft mache. Es muss entgegen dem Wortlaut des Art. 87 Abs. 3
IVV jedenfalls genügen, wenn der Gesuchsteller einen Anstieg des
Arbeitsunfähigkeitsgrades glaubhaft macht. In der Praxis wird sogar die
Glaubhaftmachung einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes, von der
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vermutet werden kann, dass sie den Arbeitsunfähigkeitsgrad wesentlich ansteigen
lasse, als ausreichend akzeptiert. Berücksichtigt man den Sinn und Zweck des Art. 87
Abs. 3 IVV, der darin besteht, in Abweichung vom allgemeinen Grundsatz, dass alle
Gesuche materiell behandelt werden müssen, repetitive und offenkundig unbegründete
Rentenrevisionsgesuche aus verfahrensökonomischen Gründen ohne amtliche
Sachverhaltsabklärung durch einen Nichteintretensentscheid erledigen zu können, so
erweist sich diese vom allzu engen Wortlaut abweichende Interpretation des Art. 87
Abs. 3 IVV als rechtmässig. Es muss also genügen, wenn eine zusätzliche, bei der
letzten materiellen Prüfung des Rentenanspruchs noch nicht vorhandene Diagnose
glaubhaft gemacht wird, von der zu erwarten ist, dass sie die Arbeitsunfähigkeit in
einem rentenrelevanten Ausmass erhöht, oder wenn sich die bestehende Krankheit
glaubhaft so verschlimmert hat, dass die daraus resultierende Arbeitsunfähigkeit
vermutlich einen höheren Invalidenrentenanspruch begründet. Im vorliegenden Fall
haben die Ausführungen von Dr. med. C._ vom 11. Und 26. März 2008 weder eine
neue aufgetretene Diagnose noch eine wesentliche Verschlimmerung der bestehenden
Gesundheitsbeeinträchtigung glaubhaft gemacht, wie Dr. med. D._ vom RAD am 3.
Juni 2008 überzeugend dargelegt hat. Da der Beschwerdeführer also keine wesentliche
Sachverhaltsveränderung glaubhaft gemacht hat, ist die Beschwerdegegnerin zu Recht
nicht auf sein Rentenrevisionsgesuch eingetreten.
6.
Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Der vollumfänglich unterliegende
Beschwerdeführer hat die Gerichtsgebühr zu bezahlen. Diese bemisst sich gemäss Art.
69 Abs. 1 IVG nach dem Verfahrensaufwand. Dieser erweist sich im vorliegenden Fall
als unterdurchschnittlich, so dass sich eine Gerichtsgebühr von Fr. 400.- rechtfertigt.
Dieser Betrag ist durch den geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.- gedeckt. Der
Restbetrag von Fr. 200.- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG