Decision ID: 136a2e01-2d34-5443-81c4-3251156de4ed
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch lic. iur. Ruth Wenger, c/o syndicom, Monbijoustrasse 33, Postfach
6336, 3001 Bern,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach
4358, 6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Der 19_ geborene A._ (nachfolgend: Versicherter) war als
Zustellungsmitarbeiter bei der Schweizerischen Post sowie über diese bei der B._ AG
tätig und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend:
Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 5. April 2011
als Lenker eines Elektrorollers mit Anhänger bei der Postzustellung von einem Auto
erfasst wurde und stürzte (Suva-act. 1, 7, 13). Der Versicherte wurde gleichentags im
Kantonsspital St. Gallen (KSSG) vorstellig. Nach röntgenologischen Untersuchungen
des Beckens, Thorax, Femurs links, der Clavicula beidseits, beider Schultergelenke,
des Sakrums und der Lendenwirbelsäule (LWS) sowie einer CT-Untersuchung
derselben im Institut für Radiologie (Suva-act. 37) diagnostizierten die behandelnden
Ärzte der Klinik für Orthopädie einen Verkehrsunfall am 5. April 2011 mit/bei
Kontusionen Oberschenkel links mit vermutetem Hämatom, Schulter links, Schulter
rechts, Rippe 3 und 4 links sowie LWS. Die Überwachung gestaltete sich problemlos.
Die Mobilisation erfolgte mit Physiotherapie und war anfangs schmerzbedingt etwas
erschwert. Im Verlauf liessen sich jedoch die Schmerzen gut einstellen und der
Versicherte konnte am 10. April 2011 in gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen
werden. Dem Versicherten wurde vom 5. bis 24. April 2011 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert (Suva-act. 6). Nach einer wegen persistierender Schmerzen
am 1. Juni 2011 im Institut für Radiologie des KSSG durchgeführten MR-Arthrographie
des rechten Schultergelenks (Suva-act. 37) erfolgte am 14. Juni 2011 eine
Nachkontrolle in der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des KSSG.
Die behandelnden Ärzte sahen die Restbeschwerden noch im Sinne der Kontusion der
rechten Schulter ohne aktuellen Operationsbedarf. Die Physiotherapie sei
weiterzuführen (Suva-act. 26). Die ehemalige Hausärztin des Beschwerdeführers, Dr.
med. C._, Allgemeine Medizin FMH, St. Gallen, bestätigte eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 32). Ab 8. August 2011 bestand wieder eine 25%ige
Arbeitsfähigkeit und ab 12. September 2011 eine solche von 40% (Suva-act. 43, 56).
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Inzwischen hatte die Suva dem Versicherten mit Schreiben vom 29. August 2011
Versicherungsleistungen für den Unfall vom 5. April 2011 zugesichert (Suva-act. 51).
A.b Am 5. Oktober 2011 wurde der Versicherte durch Kreisärztin Dr. med. D._,
Fachärztin für Chirurgie FMH, untersucht. Dr. D._ führte im Untersuchungsbericht
vom 6. Oktober 2011 die aktuellen Probleme des Versicherten auf und hielt fest, dass
ab Oktober 2011 eine Steigerung der Arbeitstätigkeit auf 50% im Innendienst der E._
(Sortierarbeiten) geplant sei (vgl. dazu Suva-act. 59) und der Versicherte auch seine
Nebentätigkeit bei der B._ AG (Post mit dem Auto einsammeln) wieder aufnehmen
wolle. Dies sei aus medizinischer Sicht durchaus möglich, weil die Belastung
wesentlich geringer sei als beim Zustelldienst oder beim Sortieren (vgl. dazu Suva-act.
74). Die Kreisärztin nahm schliesslich zur Kausalität zwischen den bestehenden
Beschwerden sowie dem Unfallereignis vom 5. April 2011 Stellung und empfahl eine
psychiatrische Abklärung, eine MRI-Untersuchung des Schädels - diese wurde am 17.
November 2011 im Institut für Radiologie des KSSG durchgeführt (Suva-act. 78) -
sowie eine Röntgenaufnahme der linken Hüfte (Suva-act. 60). Nachdem Dr. C._ den
Versicherten ab 9. November 2011 wieder zu 100% arbeitsunfähig geschrieben hatte,
bestätigte sie ab 12. Dezember 2011 eine 40%ige Arbeitsfähigkeit für leichte Arbeiten
ohne starke Belastung des Gangapparats und mit Tragen von Lasten bis höchstens 10
kg (Suva-act. 78, 88, 91). Im Dezember 2012 begab sich der Versicherte bei Dr. oec.
F._, Psychotherapeut in psychotherapeutische Behandlung (Suva-act. 121). Der neue
Hausarzt des Versicherten, Dr. med. G._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin,
Physikalische Medizin und Rehabilitation, St. Gallen, attestierte zunächst im Januar
2012 weiterhin eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit, erhöhte diese ab 13. Februar 2013 auf
72 % und schrieb den Versicherten schliesslich ab 22. Februar 2012 aufgrund einer
akuten psychischen Belastung erneut 100% arbeitsunfähig
(Suva-act. 120, 124, 127 f.).
A.c Am 23. Februar 2012 fand die von Dr. D._ empfohlene psychiatrische Unter
suchung des Versicherten durch Dr. med. H._, Facharzt FMH Psychiatrie und
Psychotherapie, Versicherungspsychiatrischer Dienst der Suva, statt, deren Ergebnisse
in einem Bericht vom 22. März 2012 festgehalten sind (Suva-act. 139). Am 23. März
2012 wurde der Versicherte zu einer weiteren, auf den 30. März 2012 datierten
kreisärztlichen Untersuchung durch Dr. D._ aufgeboten (Suva-act. 138). Inzwischen
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war der Versicherte jedoch am 19. März 2012 zur stationären Behandlung ins
Psychiatrische Zentrum, Krisenintervention, Kurzzeittherapiestation, I._, eingetreten,
während deren Dauer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestätigt wurde (Suva-act. 145
f.). Mit Schreiben vom 27. August 2012 erfolgte deshalb eine neue Aufforderung zu
einer kreisärztlichen Untersuchung für den 19. September 2012 (Suva-act. 164). Der
Versicherte teilte der Suva am 17. September 2012 telefonisch mit, diesen Termin nicht
wahrnehmen zu können, da er sich zurzeit bis voraussichtlich Ende Oktober 2012
stationär in der psychiatrischen Klinik J._ aufhalte (Suva-act. 169). Am 18. September
2012 bestätigte Dipl.-Psych. K._, Klinische Psychologin, Zentrum für
Psychotraumatologie, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, J._, dass der
Versicherte einer kreisärztlichen Untersuchung nicht gewachsen sei (Suva-act. 171,
173).
A.d Mit Verfügung vom 30. Oktober 2012 eröffnete die Suva der Rechtsvertreterin des
Versicherten - der Syndicom, Gewerkschaft Medien und Kommunikation, Bern - die
heute noch geklagten Beschwerden seien organisch nicht hinreichend nachweisbar. Es
sei daher die adäquate Unfallkausalität zu prüfen. Diese sei zu verneinen, weshalb die
Versicherungsleistungen per 30. April 2012 eingestellt würden. Mangels Vorliegens
adäquater Unfallfolgen bestehe auch kein Anspruch auf weitere Geldleistungen der
Suva in Form einer Invalidenrente und/oder einer Integritätsentschädigung (Suva-act.
174).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhoben die Avanex Versicherungen AG als Krankenver
sicherer des Versicherten und dessen Rechtsvertreterin am 7. bzw. 28. November 2012
Einsprache (Suva-act. 176, 180). Die jeweiligen Einsprachebegründungen wurden am
27. November 2012 bzw. 9. Januar 2013 nachgereicht (Suva-act. 178, 181). Die
Syndicom legte ausserdem einen Bericht von Dipl.-Psych. K._ vom 13. November
2012 zuhanden der Invalidenversicherung sowie ein Kündigungsschreiben der E._
per 30. April 2013 bei (Suva-act. 181).
B.b Mit Einspracheentscheid vom 21. Januar 2013 wies die Suva die Einsprachen des
Versicherten und dessen Krankenversicherers ab (Suva-act. 183).
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C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 21. Januar 2013 erhob die Syndicom für den
Versicherten am 21. Februar 2013 Beschwerde mit den Anträgen, der angefochtene
Einspracheentscheid sei aufzuheben und es sei ein Gutachten zwecks Abklärung eines
bleibenden Schadens am Fuss des Beschwerdeführers in Auftrag zu geben.
Eventualiter seien die Akten zwecks Erstellung eines entsprechenden Gutachtens an
die Suva zurückzuweisen. Bei gegebenen Voraussetzungen sei eine
Integritätsentschädigung zu sprechen, unter Entschädigungsfolgen (act. G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 20. März 2013 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 21. Januar 2013 (act. G 3).
C.c Mit Replik vom 4. Juni 2013 beantragte die Syndicom der Einspracheentscheid
vom 21. Januar 2013 sei aufzuheben und die mit Verfügung vom 30. Oktober 2012
rückwirkend per 30. April 2012 eingestellten Versicherungsleistungen seien in
Anerkennung der Leistungspflicht für die somatischen und psychischen Folgen des
Unfalls vom 5. April 2011 ab diesem Datum weiterhin zu gewähren. Es sei ein
Gutachten zwecks Abklärung anhaltender oder bleibender somatischer Beschwerden
des Beschwerdeführers als Unfallfolge, insbesondere den linken Fuss, das linke Bein
und die rechte Schulter betreffend, in Auftrag zu geben. Eventualiter seien die Akten
zwecks Erstellung eines entsprechenden Gutachtens an die Suva zurückzuweisen. Bei
gegebenen Voraussetzungen sei eine Integritätsentschädigung zu sprechen, unter
Entschädigungsfolgen (act. G 9). Mit der Replik reichte die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers Austrittsberichte des Psychiatrischen Zentrums I._ und der Klinik
J._ vom 13. Juli bzw. 26. Oktober 2012 ein (act. G 9/B 2, act. G 9/B 3).
C.d Mit Duplik vom 18. Juni 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin Nichteintreten
auf die neuen Rechtsbegehren der Replik vom 4. Juni 2013, im Übrigen jedoch
Festhalten an den Anträgen und Ausführungen der Beschwerdeantwort vom 20. März
2013 (act. G 12).
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C.e Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften und die Ausführungen in
den übrigen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
1.1 Für die Umschreibung des Prozessthemas ist nach den Regeln über den
Anfechtungs- und Streitgegenstand zu verfahren. Anfechtungsgegenstand bilden im
verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren die von der zuständigen
Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich, in den Verfügungen geregelten
Rechtsverhältnisse. Streitgegenstand bildet demgegenüber das auf Grund der
Beschwerdebegehren tatsächlich angefochtene, somit als Prozessthema vor das
Gericht gezogene Rechtsverhältnis. Nach dieser Umschreibung beziehen sich
Anfechtungs- und Streitgegenstand auf ein (materielles) Rechtsverhältnis; sei es auf
eines (z.B. Rentenanspruch), sei es auf mehrere Rechtsverhältnisse (z.B. Taggeld- und
Rentenanspruch). Bezieht sich die Beschwerde nur auf einzelne der durch die
Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisse, gehören die nicht beanstandeten -
verfügungsweise festgelegten - Rechtsverhältnisse zwar wohl zum Anfechtungs-, nicht
aber zum Streitgegenstand. Hat die Verfügung nur ein Rechtsverhältnis zum
Gegenstand und wird hiegegen Beschwerde geführt, macht der Anfechtungs-
gleichzeitig den Streitgegenstand aus. Für die begriffliche Umschreibung des
Streitgegenstandes und seine Abgrenzung vom Anfechtungsgegenstand nicht von
Bedeutung sind die bestimmenden Elemente ("Teilaspekte") des oder der
verfügungsweise festgelegten Rechtsverhältnisse. Dazu zählen bei der Zusprechung
von Versicherungsleistungen unter anderem die für die Anspruchsberechtigung als
solche massgebenden Gesichtspunkte, wie die versicherungsmässigen
Voraussetzungen. Teilaspekte eines verfügungsweise festgelegten Rechtsverhältnisses
dienen in der Regel lediglich der Begründung der Verfügung und sind daher
grundsätzlich nicht selbständig anfechtbar. Sie können folgerichtig erst als
rechtskräftig beurteilt und damit der richterlichen Überprüfung entzogen gelten, wenn
über den Streitgegenstand insgesamt rechtskräftig entschieden worden ist (BGE 130 V
502 E. 1.1, 125 V 415 f. E. 2a und 2b).
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1.2 Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der Einsprache
entscheid vom 21. Januar 2013 (Suva-act. 183). Diesem liegt die Verfügung vom
30. Oktober 2012 zu Grunde (Suva-act. 174). Die Beschwerdegegnerin stellt darin
zunächst fest, dass keine organischen Unfallfolgen mehr nachweisbar seien und
bezüglich der psychischen Beschwerden die adäquate Kausalität zu verneinen sei,
weshalb die Versicherungsleistungen per 30. April 2012 eingestellt würden. Indem die
Beschwerdegegnerin ebenfalls feststellte, dass sie bis jetzt die gesetzlichen
Versicherungsleistungen erbracht habe und es sich dabei um Heilkosten- und
Taggeldleistungen handelte, ist davon auszugehen, dass sich die Einstellung konkret
auf diese Leistungsarten bezieht. Die Verfügung bzw. der Einspracheentscheid enthält
aber - entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin - auch eine Ablehnung eines
Gesuchs um eine allfällige Berentung und Integritätsentschädigung. So hat die
Beschwerdegegnerin im Weiteren verfügt, dass kein Anspruch auf weitere
Geldleistungen der Beschwerdegegnerin (Invalidenrente/Integritätsentschädigung)
bestehe. Begründet wird die Verneinung eines Leistungsanspruchs des
Beschwerdeführers hinsichtlich sämtlicher Leistungsarten mit der Verneinung der
Kausalität zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 5. April
2011, welche es nachfolgend materiellrechtlich zu prüfen gilt. Sollte nun aber im
Beschwerdeverfahren die Kausalität bzw. das Vorliegen unfallkausaler
Gesundheitsschäden bejaht werden, wäre im Weiteren zu prüfen, welche
Leistungsarten dem Beschwerdeführer zuzusprechen wären und ob die Akten
überhaupt eine genügende Beweislage für eine Einstellung bzw. Abweisung der
jeweiligen Leistungsarten bilden.
1.3 Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin ist auf die Rechtsbegehren der
Replik vom 4. Juni 2013 (act. G 9) einzutreten. Streitgegenstand bilden nicht nur die im
Beschwerdeantrag angeführten Fussbeschwerden (act. G 1), sondern sämtliche
somatischen und psychischen Folgen des Unfalls vom 5. April 2011. Mit dem
vorliegenden Anfechtungsgegenstand wurde verfügungsweise das Rechtsverhältnis
des Anspruchs des Beschwerdeführers auf Versicherungsleistungen, konkret
Heilkosten und Taggeldleistungen, festgelegt. Der Anspruch auf
Versicherungsleistungen im Zusammenhang mit einzelnen unfallbedingt geschädigten
Körperteilen enthält keine gesonderten Rechtsverhältnisse, welche unabhängig
voneinander der Rechtskraft zugänglich sind. Das Rechtsverhältnis des Anspruchs auf
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weitergehende Versicherungsleistungen ist umfassend zu prüfen, wobei die Frage nach
den einzelnen, eine Leistungspflicht des Unfallversicherers begründenden natürlich und
adäquat kausalen Unfallfolgen gesamthaft (Fuss, Bein, Schulter, Psyche usw.) ein das
Rechtsverhältnis bestimmendes Element darstellt (vgl. Art. 6 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG, SR 832.20]; BGE 129 V 181 E. 3;
Alexandra Rumo-Jungo/
André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Indem die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers weitere
medizinische Abklärungen verlangt, bringt sie zum Ausdruck, dass sie mit der
Leistungseinstellung nicht einverstanden ist. Die Anträge der Replik sind damit nicht als
neue Rechtsbegehren, sondern als Ergänzung des Beschwerdeantrags zu werten, die
innerhalb der Frage des Rechtsverhältnisses des Anspruchs auf
Versicherungsleistungen bzw. der Leistungseinstellung vorgetragen werden durften.
2.
2.1 Streitig und zu prüfen ist zunächst, ob die Beschwerdegegnerin den Fall per
30. April 2012 abschliessen und ihre Leistungen für Heilbehandlung und Taggelder
einstellen durfte.
2.2 Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die
rechtlichen Grundlagen des für die Leistungspflicht des Unfallversicherers
vorausgesetzten natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und dem
eingetretenen Gesundheitsschaden (Krankheit, Invalidität, Tod; BGE 134 V 111 E. 2.1,
129 V 181 f. E. 3.1) und der vorausgesetzten Adäquanz des Kausalzusammenhangs im
Allgemeinen (BGE 129 V 181 E. 3.2) sowie bei psychischen Unfallfolgen (BGE 134 V
116 E. 6.1, 115 V 133) zutreffend dar. Gleiches gilt hinsichtlich dem Wegfall des
ursächlichen Zusammenhangs (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b). Darauf wird
verwiesen. Während es Aufgabe des Arztes ist, den natürlichen Kausalzusammenhang
zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem adäquaten
Kausalzusammenhang zu beantworten (PVG 1984 Nr. 82, 174).
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2.3 Im Sozialversicherungsprozess herrscht der Grundsatz der Untersuchungspflicht.
Laut Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) prüft der Versicherungsträger die
Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die
erforderlichen Auskünfte ein. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und
Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz hat der Unfallversicherer den
Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass er über den Leistungsanspruch zumindest mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. dazu BGE 126 V 360 E.
5b) entscheiden kann. Der Untersuchungsgrundsatz wird ergänzt durch die
Mitwirkungspflicht der versicherten Person (vgl. BGE 125 V 195 E. 2). Danach hat sich
diese den ärztlichen oder fachlichen Untersuchungen zu unterziehen, wenn sie
zumutbar sind (Art. 43 Abs. 2 ATSG; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. Zürich
2009, N 43 zu Art. 43).
2.4 Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn der
Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen
mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der
Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen
Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Bei der anspruchsaufhebenden Tatfrage des
Dahinfallens jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens liegt die Beweislast beim Unfallversicherer (Rumo-Jungo/Holzer,
a.a.O., S. 54). Selbstverständlich greift die genannte Beweisregel erst dann Platz, wenn
die Verwaltung und - im Beschwerdefall - das Gericht dem Untersuchungsgrundsatz
rechtsgenüglich nachgekommen sind bzw. es sich als unmöglich erweist, im Rahmen
des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
entsprechen (BGE 138 V 222 E. 6, 117 V 264 E. 3b, je mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U
206 S. 328 E. 3b).
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin stellt sich vorerst auf den Standpunkt, dass beim
Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (30. April 2012) keine
organischen Unfallfolgen mehr nachweisbar gewesen seien.
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3.2
3.2.1 Beim Unfall vom 5. April 2011 wurde der Beschwerdeführer von einem Auto
erfasst und stürzte von seinem Elektroroller (Suva-act. 1, 7, 13). Die gleichentags im
Institut für Radiologie des KSSG durchgeführten röntgenologischen Untersuchungen
des Beckens, Thorax und Femurs links, der Clavicula beidseits, beider
Schultergelenke, des Sakrum und der LWS sowie die gleichentags erfolgte CT-
Untersuchung der LWS brachten zwar bezüglich Becken und LWS gewisse
degenerative strukturelle Veränderungen hervor, die ossären Strukturen stellten sich
jedoch ohne Nachweis einer Fraktur dar (Suva-act. 37). Entsprechend stellten die
behandelnden Ärzte der Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG hierauf im
Austrittsbericht vom 12. April 2011 "lediglich" Kontusionsdiagnosen (Suva-act. 6).
Wegen persistierender Schmerzen in der rechten Schulter wurde beim
Beschwerdeführer am 1. Juni 2011 im Institut für Radiologie des KSSG eine MRT-
Untersuchung durchgeführt, die im Ergebnis eine leichte AC-Gelenksarthrose mit
minimsten Osteophyten gegen den Subacromialraum hervorbrachte, den Verdacht auf
eine SLAP-Läsion Typ II erheben liess und eine regelrechte Supraspinatus- und
Infraspinatussehne zeigte (Suva-act. 37). Am 6. Juni 2011 berichtete der
Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin telefonisch, nach der Hospitalisation habe
er im Rollstuhl gesessen. Heute gehe er an Stöcken. Er versuche, nur noch einen Stock
zu verwenden. Mit dem Fuss, der am meisten verletzt worden sei, habe er immer noch
Beschwerden. Die Schulter werde nochmals besser abgeklärt. Er habe weiterhin
überall Hämatome und Schmerzen (Suva-act. 20). Am 14. Juni 2011 folgte die
Besprechung der MRT-Untersuchung der rechten Schulter bzw. eine Nachkontrolle in
der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des KSSG. Der
Beschwerdeführer gab an, immer wieder einschiessende Beschwerden im Bereich der
Schulter verspürt zu haben. Eine eindeutige auslösende Bewegung könne er nicht
erklären. Die Beschwerden seien aber abnehmend und im alltäglichen Leben verspüre
er keine Schmerzen mehr. Aufgrund der Oberschenkelkontusion links gehe er noch an
einem Stock. Analgetika nehme er für die Schultern nicht mehr ein. Physiotherapie
führe er weiterhin für den Oberschenkel und die rechte Schulter durch. Die Befunde der
klinischen Untersuchung zeigten sich sodann alle unauffällig. Die Ärzte sahen jedoch
die Restbeschwerden noch im Sinne der Kontusion der rechten Schulter. Ein operativer
Handlungsbedarf bestehe momentan keiner, doch sei die Physiotherapie
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weiterzuführen (Suva-act. 26). Am 9. August 2011 berichtete der Beschwerdeführer,
dass er bis anhin an Krücken gegangen sei und Schmerzen im Fuss verspürt habe.
Diese hätten nun nachgelassen und er gehe in der Wohnung ohne Stöcke. Mit der
Schulter habe er immer noch Probleme. Überkopfarbeiten seien nicht möglich und er
habe nach wie vor Schmerzen (Suva-act. 38). Ab 7. August 2011 hatte der
Beschwerdeführer wieder zu 25% im Innendienst der E._, d.h. in einer angepassten
Tätigkeit, zu arbeiten begonnen (Suva-act. 39 f., 43, 74). Ab 12. September 2011
erfüllte der Beschwerdeführer ein Arbeitspensum von 40% (Suva-act. 56). Am 5.
Oktober 2011 folgte eine kreisärztliche Untersuchung durch Dr. D._. Grund der
Untersuchung waren eine Standortbestimmung sowie die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit und der medizinischen Massnahmen. Der Beschwerdeführer gab als
Hauptprobleme Schmerzen in der rechten Schulter mit einer Bewegungseinschränkung
sowie Schmerzen im linken Oberschenkel an. Bezüglich Thorax, LWS und
Schlüsselbeinen habe er keine Beschwerden mehr. Er traue sich jedoch noch nicht,
sich wieder auf den Töff zu setzen. Er bekomme Schweissausbrüche und Angst. Vom
Hausarzt habe er Antidepressiva bekommen, so dass er weniger Alpträume habe. Er
habe neu zwei- bis dreimal wöchentlich Kopfschmerzen und es fielen ihm eine
verminderte Konzentrationsfähigkeit sowie Vergesslichkeit auf. Dr. D._ unterzog
Kopf, Wirbelsäule, Thorax sowie die oberen und unteren Extremitäten einer klinischen
Untersuchung und führte eine Beweglichkeitsprüfung des ganzen Körpers durch.
Entsprechend den subjektiven Klagen zeigte sich eine Bewegungseinschränkung der
rechten Schulter im Seitenvergleich schmerzbedingt ohne Kraftverlust unterhalb der
Horizontalen. Ebenso zeigte sich eine Bewegungseinschränkung des linken
Hüftgelenks mit auslösbarem Achsenstossschmerz und lokalem Druckschmerz des
lateralen oberen Oberschenkels; vor allem im Bereich der Fascia lata mit tastbaren
Verhärtungen. Als Diagnose stellte Dr. D._ einen Status nach Verkehrsunfall (als
Töfffahrer von Auto erfasst) mit multiplen Prellungen, Schulter rechts, Thorax, Becken,
Oberschenkel links und LWS. Unter der Rubrik "aktuelle Probleme" führte die
Kreisärztin sodann eine schmerzbedingte Bewegungseinschränkung Schulter rechts,
eine SLAP-Läsion Typ II, eine dorsale Labrumkontusion, eine Kontusion der
Rotatorenmanschette, eine AC-Luxation Tossy I, persistierende Schmerzen im Bereich
des linken Oberschenkels/
Hüftgelenks sowie neu aufgetretene Kopfschmerzen mit Konzentrationsschwierigkeiten
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und vermehrter Vergesslichkeit an. Ab Oktober 2011 bestimmte Dr. D._ eine
Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 50% im Innendienst der E._ (Sortierarbeiten).
Hinsichtlich Kausalität hielt sie sodann fest, dass die besagten Beschwerden im
Bereich der rechten Schulter und des linken Oberschenkels als unfallkausal anzusehen
seien. Inwieweit es sich bei den Alpträumen, Angst- und Schweissausbrüchen in der
Nähe eines Töffs um eine posttraumatische Belastungsstörung handle, sollte durch
den Psychiater abgeklärt werden. Des Weiteren sollte zur Klärung der Kopfschmerzen
sowie Konzentration und Vergesslichkeit ein MRI des Schädels mit anschliessenden
neurologischen Abklärungen erfolgen. Aus medizinischer Sicht sei die Situation noch in
der rehabilitativen Phase (Suva-act. 60).
3.2.2 Aus dem Gesagten ist zu folgern, dass der Beschwerdeführer laut eigenen
Angaben im Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung vom 5. Oktober 2011 immer
noch unter Beschwerden im Bereich unfalltangierter Körperteile - rechte Schulter, linker
Oberschenkel - litt. Damit übereinstimmend sprechen sich auch die dargelegten
medizinischen Akten - insbesondere das kreisärztliche Untersuchungsergebnis vom 5.
Oktober 2011 - mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit für
unfallkausale somatische Gesundheitsstörungen und - selbst in einer angepassten
Tätigkeit - für eine noch bestehende Arbeitsunfähigkeit aus.
3.3
3.3.1 Am 17. November 2011 wurde die kreisärztlich empfohlene MRI-
Untersuchung des Schädels durchgeführt. Ihr Ergebnis bot jedoch keinen Anhalt auf
eine posttraumatische Veränderung oder einen Zustand nach intrakranieller
(traumatischer) Einblutung (Suva-act. 78). Im ärztlichen Zwischenbericht vom 4.
Dezember 2011 verwies Dr. C._ ohne konkrete somatische Zuordnung auf einen
protrahierten Verlauf und erwähnte ausserdem eine posttraumatische
Belastungsstörung. Im ärztlichen Zeugnis vom 8. Dezember 2011 vermerkte sie jedoch
- wohl die Schulter- sowie Oberschenkel-/Hüftgelenksproblematik betreffend -, dass
der Beschwerdeführer nur Arbeiten ausführen dürfe, die den Gangapparat nicht zu
stark belasten würden, und höchstens ein Tragen von 10 kg erforderten. Sowohl im
vorgenannten ärztlichen Zwischenbericht als auch im Unfallschein UVG vom 16.
Dezember 2011 attestierte Dr. C._ ab 12. Dezember 2011 eine 60%ige
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Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 78, 88, 91). Aufgrund der Mitteilung des neuen
Hausarztes des Beschwerdeführers, Dr. G._, im Schreiben vom 27. Januar 2012 -
der Fokus der Therapien werde nun zunehmend von den einzelnen Problemen
(Schulter rechts/linker Oberschenkel) auf ein allgemeines Aufbauprogramm gelegt -
und der von ihm weiterhin attestierten 60%igen Arbeitsunfähigkeit im Unfallschein UVG
kann eine fortdauernde Schulter- und Oberschenkelproblematik ebenso nicht
ausgeschlossen werden (Suva-act. 112, 120). Am 27. Januar 2012 erstellte die E._
ein "Gesundheitsbelastungsprofil Rehabilitation", welchem der Beschwerdeführer an
einem durchschnittlichen Arbeitstag im Innendienst ausgesetzt war. Dieses umfasste
sowohl die körperlichen Anforderungen als auch die psychischen Belastungen. Dr.
G._ und der behandelnde Psychotherapeut Dr. F._ bemerkten dazu, dass die
jetzigen Einschränkungen sicher für drei Monate, bis Ende März 2012, gültig seien
(Suva-act. 114, 116). Laut einer E-Mail von Dr. F._ an Dr. H._ vom 13. Februar
2012 litt der Beschwerdeführer in Folge des Unfalls und der zu späten Aufnahme der
psychotherapeutischen Behandlung kurz vor Weihnachten 2011 unter einer schweren
Depression (Suva-act. 121). Ab 13. Februar 2012 attestierte Dr. G._ dem
Beschwerdeführer ohne konkrete Angabe der ursächlichen Gesundheitsstörungen eine
72%ige und ab 22. Februar 2012 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 122, 128).
Am 23. Februar 2012 fand die psychiatrische Untersuchung durch Dr. H._ statt,
wobei es einerseits darum ging, dem Beschwerdeführer die anlässlich der
kreisärztlichen Untersuchung vom 5. Oktober 2011 angeregte Aufnahme einer
fachärztlichen Behandlung - wegen einer schon damals bemerkten deutlich
depressiven Stimmungslage und der berichteten Alpträume (Suva-act. 60) - näher zu
bringen und zudem eine versicherungspsychiatrische Einschätzung vorzunehmen,
inwieweit das beklagte psychische Beschwerdebild unfallkausal sei. Dr. H._ hielt im
Untersuchungsbericht vom 22. März 2012 fest, der Beschwerdeführer habe anlässlich
der Exploration bestätigt, dass es seitens der körperlichen Verletzungen und deren
Rehabilitation zu einer weiteren Verbesserung gekommen sei. Stöcke seien nicht mehr
erwähnt worden und auch die analgetische Medikation werde nur noch bei Bedarf
gebraucht. Für die von Kreisärztin Dr. D._ aufgeworfene Diagnose einer
posttraumatischen Belastungsstörung fehle dem Ereignis vom 5. April 2011 die
geforderte katastrophale Eindrücklichkeit. Die erhobenen aktenkundigen,
anamnestischen und psychopathologischen Befunde zeigten, dass eine spezifische
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posttraumatische psychische Symptomatik mit Krankheitswert unmittelbar nach dem
Unfallereignis nicht aufgetreten sei. Zudem seien der Ablauf und die Schwere des
Unfallereignisses sowie die umsichtig durchgeführte Betreuung der Unfallbeteiligten
nicht geeignet gewesen, eine posttraumatische psychiatrische Störung hervorzurufen.
In differentialdiagnostischer Hinsicht könne auch die Frage des Vorliegens einer
Anpassungsstörung verneint werden. Gegenüber diesen Traumafolgestörungen zeige
sich beim Beschwerdeführer doch ein differentes Beschwerdebild, da es erst etwa vier
Monate nach dem Unfallereignis zu einer Manifestation der psychopathologischen
Symptomatik gekommen sei, welche trotz körperlicher Besserung an Intensität
zugenommen habe, so dass die Kriterien einer depressiven Episode erfüllt würden. Die
manifeste depressive Symptomatik verweise in ihrem Verlauf und ihrer aktuellen
psychopathologischen Symptomatik auf eine unfallfremde Erkrankungspathogenese
hin, welche gemäss dem derzeitigen Wissensstand für depressive Episoden als
multifaktoriell angesehen werden müsse. Dass diese Symptomatik auch in einem
teilursächlichen Zusammenhang mit dem besagten Unfallereignis stehe, sei möglich
aber nicht wahrscheinlich. Das eigentliche Anliegen der erfolgten Exploration - die
Anregung der Einleitung einer fachärztlichen und psychotherapeutischen Behandlung -
sei mittlerweile erfüllt (Suva-act. 139). Mit Schreiben vom 29. März 2012 bestätigte das
Psychiatrische Zentrum I._ den Eintritt des Beschwerdeführers am 19. März 2012 zur
stationären Behandlung und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit während der
Hospitalisationsdauer (Suva-act. 145 f.). Am 23. April 2012 informierte die
Beschwerdegegnerin E._ betreffend die psychisch bedingte 100%ige
Arbeitsunfähigkeit und hielt ausserdem fest, es könne zurzeit nicht beantwortet
werden, ob aus somatischen Gründen bzw. unfallbedingt eine Teilarbeitsunfähigkeit
bestehe, da die entsprechenden medizinischen Abklärungen noch nicht durchgeführt
werden könnten. Die Heilbehandlungskosten ab 19. März 2012 für die psychischen
Beschwerden gingen einstweilen nicht mehr zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Suva-
act. 147).
3.3.2 Die obigen Erwägungen zeigen zwar auf, dass es beim Beschwerdeführer
nach dem Unfall vom 5. April 2011 zu einer psychiatrischen Problematik kam, doch
lassen sie ebenso erkennen, dass anschliessend an die kreisärztliche Untersuchung
vom 5. Oktober 2011 - welche als Ergebnis das Fortbestehen somatischer Unfallfolgen
zeitigte - weder von ärztlicher Seite noch von der Beschwerdegegnerin vom Dahinfallen
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der somatischen Unfallfolgen ausgegangen wurde. Der Umstand, dass der
Beschwerdeführer unter einer psychischen Problematik leidet, bedeutet nicht
automatisch, es lägen keine somatischen Unfallfolgen mehr vor. Insofern steht die
kreisärztliche Beurteilung vom 5. Oktober 2011 nach wie vor im Raum. Dieser Umstand
verlangt selbstredend nach einer Neubeurteilung der somatischen
Gesundheitssituation, sofern - wie im konkreten Fall - neuere medizinische Akten keine
überwiegend wahrscheinlichen Beweise für eine veränderte Gesundheitssituation
liefern. In diesem Sinne wurde offensichtlich auch von der Beschwerdegegnerin eine
weitere Untersuchungspflicht angenommen. Dies bringt vor allem ihr Schreiben vom
13. August 2012 an den Kreisarzt folgerichtig zum Ausdruck, mit welchem sie diesen
ersuchte, den Beschwerdeführer zu einer kreisärztlichen Untersuchung aufzubieten,
und festhielt, es interessiere insbesondere, ob es sich bei den heutigen Beschwerden
(mit Ausnahme der psychischen Komponente) mindestens mit Wahrscheinlichkeit um
Folgen des Ereignisses vom 5. April 2011 handle. Wenn ja, sei weiter von Belang,
welche Tätigkeiten dem Beschwerdeführer aktuell in welchem zeitlichen Ausmass
zumutbar seien und welche medizinischen Massnahmen vorzuschlagen seien. Falls
nein, gelte es die Frage zu beantworten, per wann der Status quo für das Ereignis vom
5. April 2011 erreicht worden sei (Suva-act. 163). Am 20. August 2012 ordnete die
Abteilung Versicherungsmedizin der Suva auf den 30. August 2012 eine kreisärztliche
Untersuchung an (Suva-act. 164). Nachdem der Beschwerdeführer diesen Termin aus
psychischen Gründen nicht wahrnehmen konnte, liess die Beschwerdegegnerin die
Durchführung einer kreisärztlichen Untersuchung fallen und verfügte am 30. Oktober
2012 die Einstellung von Versicherungsleistungen des Unfallversicherers mangels
Nachweises organisch begründeter Beschwerden und fehlender adäquater Kausalität
zwischen den psychischen Beschwerden und dem Unfallereignis vom 5. April 2011
(Suva-act. 174). Weshalb die Beschwerdegegnerin nun plötzlich die Durchführung einer
kreisärztlichen Untersuchung nicht mehr für notwendig bzw. den Fall als genügend
abgeklärt erachtete, ist nicht nachvollziehbar. Unbeantwortet ist damit weiterhin die
Frage, ob für die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Beschwerden überhaupt
ein organisches Substrat vorliegt und falls ja, ob dieses unfallkausal ist. Immerhin war
einer Aktennotiz der E._ vom 20. September 2012 betreffend den Stand der
physischen Rehabilitation des Beschwerdeführers noch zu entnehmen, dass das Bein
soweit wieder "in Ordnung", der Schulterbereich aber noch "handicapiert" sei. Die
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Physiotherapie laufe weiterhin (Suva-act. 181). Wie gesagt, vermag die Tatsache, dass
der Beschwerdeführer unter einer ernsthaften psychischen Problematik leidet, -
unabhängig davon bzw. ohne bereits dazu Stellung zu nehmen, ob diese unfallkausal
ist - die noch offene somatische Aktenlage nicht überzeugend zu ersetzen. Ein
überwiegend wahrscheinlicher Sachverhalt bezüglich der somatischen
Gesundheitssituation kann nicht mit einer psychiatrischen Beurteilung erbracht werden.
Der Umstand, dass die behandelnden Ärzte oder Therapeuten der Klinik J._ in ihrem
Bericht an die Invalidenversicherung vom 13. November 2012 auf die Frage, welche
körperlichen, geistigen und psychischen Einschränkungen in Bezug auf die bisherige
Tätigkeit bestehen würden, lediglich psychische Einschränkungen (äusserst
eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit, deutlich verminderte Stresstoleranz, deutlich
vermindertes Selbstwertgefühl bei negativen Selbstwirksamkeitserwartungen)
erwähnten (Suva-act. 181, S. 27), vermag die Abklärungslücke hinsichtlich der
somatischen Gesundheitssituation ebenfalls nicht zu füllen. Die Nichterwähnung von
körperlichen Beschwerden kann nicht dahingehend verstanden werden, dass der
Beschwerdeführer mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht
mehr unter somatischen Beschwerden leidet. Die Klinik J._ hatte den Auftrag, die
ihnen von der Invalidenversicherung gestellten Fragen unter dem Teilaspekt ihres
Fachbereichs, d.h. unter Berücksichtigung des psychischen Gesundheitszustands, zu
beantworten. Hinweise dafür, dass der Beschwerdeführer in der Klinik J._ auch unter
dem Gesichtspunkt seiner somatischen Gesundheitssituation betrachtet worden wäre,
sind dem Bericht keine zu entnehmen. Im Übrigen dürfte bei Fachleuten der Psychiatrie
die Qualifikation für eine somatische Beurteilung auch nur beschränkt gegeben sein.
3.4 Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass die körperlichen
Gesundheitsbeeinträchtigungen nur ungenügend abgeklärt sind. Die
Beschwerdegegnerin trifft diesbezüglich eine weitere Abklärungspflicht (vgl. Art. 43
Abs. 1 ATSG). Erst nach Klärung der medizinisch-somatischen Situation kann auch
überzeugend zur natürlichen Unfallkausalität und nachfolgend zur adäquaten
Unfallkausalität von psychischen Gesundheitsschäden und den dort zu prüfenden
Kriterien abschliessend Stellung genommen werden. Angesichts dessen, dass der
Beschwerdeführer in der Beschwerde die Abklärung eines bleibenden Schadens am
Fuss geltend macht, bereits früher von Fussbeschwerden sprach (Suva-act. 20, 38)
und die Körperbereiche Bein und Fuss fliessend ineinander übergehen, womit
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zumindest Wechselwirkungen möglich erscheinen, drängt sich eine umfassende
somatische Beurteilung der unteren Extremitäten auf. Hinsichtlich dem Vorliegen einer
posttraumatischen Belastungsstörung liegen verschiedene ärztliche Beurteilungen vor.
Während Dr. H._ die Voraussetzungen für eine solche verneint (Suva-act. 139),
stellen die behandelnden Ärzte der Klinik J._ sowie das Psychiatrische Zentrum I._
diese Diagnose (Suva-act. 181, act. G 9/B 2 und B 3). Die Beschwerdegegnerin wird zu
entscheiden haben, ob auch diesbezüglich weitere Abklärungen erforderlich sind oder
ob sie letztlich im Rahmen der Adäquanzprüfung den Anspruch des
Beschwerdeführers auf weitere Versicherungsleistungen prüfen kann. Hierfür wird sie
sinnvollerweise auch die - bisher fehlende - Polizeiberichterstattung zum
Unfallgeschehen zuziehen.
4.
4.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 21. Januar 2013 (Suva-act. 183) teilweise gutzuheissen und
die Angelegenheit zur Vornahme der Abklärungen im Sinn der Erwägungen und zu
neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei
Anspruch auf eine Parteientschädigung. Als Obsiegen gilt auch die Rückweisung der
Sache an die Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 127 V 234 E. 2b/bb).
Die Parteientschädigung ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. des sankt-gallischen Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]). Der Beschwerdeführer ist nicht anwaltlich,
sondern durch den Rechtsdienst der Syndicom vertreten, weshalb die sankt-gallische
Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) keine
Anwendung findet. Der Bedeutung und dem Aufwand der Streitsache angemessen
erscheint vorliegend eine Parteienschädigung von pauschal Fr. 3'000.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer).
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP