Decision ID: c078ed43-cd04-5b2f-a102-4cfa46704f9b
Year: 2012
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Mit Verfügung vom 3. Oktober 2011 genehmigte das Amt für berufliche
Vorsorge und Stiftungen des Kantons Zürich (BVS) die Fusion der Perso-
nalvorsorgestiftung B._, Y._, in Zürich, Ordnungsnummer
ZH._, mit der Personalvorsorgestiftung C._, in Basel, Ord-
nungsnummer BS._, per Stichtag 1. Januar 2011 (act. 2).
Mit der Fusion wird das gesamte Vermögen der Personalvorsorgestiftung
B._, Beschwerdegegnerin 1, (nachfolgend VE B._) auf die
Personalvorsorgestiftung C._, Beschwerdegegnerin 2, (nachfol-
gend VE C._), übertragen.
B.
Gegen diese Verfügung erhob A._ (Beschwerdeführerin) als Ren-
tenbezügerin der VE B._ am 10. November 2011 Beschwerde
(act. 1). Als Begründung führte sie hauptsächlich aus, dass ihre persönli-
che IV-Rente, seit dem 1. Juli 2011 als Altersrente ausbezahlt, monatlich
von Fr. 2'608.75 auf Fr. 2'099.30, also um Fr. 509.45, gekürzt worden sei.
Weiter führte sie aus, dass anlässlich der Fusion einige Ungereimtheiten
aufgetaucht seien. So sei im vorgängigen Orientierungsschreiben der VE
C._ vom 25. Oktober 2011 darauf hingewiesen worden, dass die
Rentenansprüche der Alters-, Ehegatten- und Kinderrenten in unverän-
derter Höhe bestehen geblieben seien; die IV-Renten seien in diesem
Schreiben vergessen worden. Dieses Vorgehen verstosse klar gegen
Treu und Glauben und sei krass irreführend. Zudem stehe ihr das Recht
auf Auszahlung des gesamten Pensionskassenkapitals zu; dass sie den
Antrag auf Kapitalauszahlung erst Ende April 2011 habe stellen können,
sei nicht ihr Verschulden.
Sie stellte den Antrag, der Fusion sei von behördlicher Seite erst dann
zuzustimmen, wenn ihr Fall gelöst sei.
C.
Der erhobene Kostenvorschuss von Fr. 1'500.- wurde am 29. November
2011 fristgemäss einbezahlt.
D.
In der Vernehmlassung vom 20. Januar 2012 (act. 10) stellte die Vorin-
stanz den Antrag, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einge-
treten werden könne, und die Verfügung vom 3. Oktober 2011 sei zu bes-
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tätigen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Obwohl die Beschwer-
deführerin Destinatärin der VE B._ sei, sei sie von der angefochte-
nen Verfügung weder besonders berührt noch könne sie ein schutzwürdi-
ges Interesse an deren Aufhebung haben. Auf die Beschwerde sei des-
halb nicht einzutreten. Die Beschwerdeführerin rüge eine Rentenkürzung
per 1. Juli 2011, als ihre temporäre Invalidenrente in eine Altersrente ge-
ändert worden sei. Eine solche Leistungsstreitigkeit sei vom kantonalen
Gericht gemäss Art. 73 BVG zu beurteilen und nicht vom Bundesverwal-
tungsgericht.
Materiell führte die Vorinstanz aus, dass die Rechte und Ansprüche der
Versicherten in der vorliegenden Fusion gewahrt würden. Dies werde von
den verschiedenen involvierten Stellen bestätigt. Die Nichterwähnung der
Invalidenrenten im Informationsschreiben sei ein offensichtliches Verse-
hen. Durch den Akt der Fusion per 1. Januar 2011 seien keine laufenden
Rentenleistungen gekürzt worden, so auch diejenige der Beschwerdefüh-
rerin nicht.
E.
In der Beschwerdeantwort vom 13. Februar 2012 (act. 11) beantragten
die beiden Beschwerdegegnerinnen, es sei auf die Beschwerde nicht ein-
zutreten, eventualiter sei die vorliegende Beschwerde vollumfänglich ab-
zuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zudem stellten sie
den Antrag, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu entzie-
hen.
Zur Begründung in der Hauptsache führten sie aus, dass die VE
C._ in Ziffer III des Fusionsvertrages bestätige, per Stichtag der
Fusion sämtliche Ansprüche der Destinatäre der VE B._ zu über-
nehmen. Für die bisherigen Rentenbezüger der VE B._ bleibe das
jeweilige bei Rentenbeginn gültige Vorsorgereglement der VE B._
weiterhin anwendbar. Bei Invalidenrenten bleibe die Höhe der temporären
Invalidenrente unverändert. Die VE C._ behalte sich aber im
Rahmen des Fusionsvertrages vor, bei Beendigung einer laufenden tem-
porären Invalidenrente die Höhe des Rentenumwandlungssatzes der die
Invalidenrente ablösenden Altersrente festzulegen.
Der Pensionsversicherungsexperte habe in seinem Fusionsbericht bestä-
tigt, dass die Rechte und Ansprüche der Versicherten gewahrt blieben; er
habe gegenüber der Aufsichtsbehörde präzisiert, dass auch die Renten-
ansprüche der Invalidenrentner gegenüber der fusionierten Vorsorgeein-
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richtung in unveränderter Höhe bestehen blieben, unter dem Vorbehalt,
dass anwartschaftliche Leistungen, zu welchen auch die Altersrente ge-
höre, die eine temporäre Invalidenrente ablöse, jederzeit durch den Stif-
tungsrat überprüft und unter Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften ge-
ändert werden könnten. Im Bericht der Revisionsstelle werde schliesslich
ausgeführt, dass die Verpflichtungen der VE B._ gegenüber ihren
Versicherten vollständig durch die VE C._ übernommen würden.
Aus der Beschwerde ergebe sich, dass die Beschwerdeführerin die Fusi-
on vereiteln möchte, weil sie glaube, einen individuellen Anspruch gegen-
über der bisherigen Einrichtung (VE B._) zu haben. Da die über-
nehmende Vorsorgeeinrichtung (VE C._) die Pflichten der über-
gebenden übernehme, müsste die Beschwerdeführerin diesen Anspruch
gegenüber der übernehmenden Vorsorgeeinrichtung (VE C._)
durchsetzen, da die Fusion nichts mit der Höhe der reglementarischen
Leistung zu tun habe. In die Höhe einer laufenden Rente könne aufgrund
der klaren Bestimmung von Art. 88 Abs. 2 des Bundesgesetzes über Fu-
sion, Spaltung, Umwandlung und Vermögensübertragung vom 3. Oktober
2003 (FusG, SR 221.301) gar nicht eingegriffen werden. Falls unter-
schiedliche Auffassungen zur Rentenhöhe bestünden, so stehe der Be-
schwerdeführerin das Beschreiten des ordentlichen Rechtswegs offen.
Keinesfalls stehe dafür das aufsichtsrechtliche Beschwerdeverfahren zur
Verfügung. Demzufolge sei auf die Beschwerde nicht einzutreten.
Den Antrag auf Entzug der aufschiebenden Wirkung begründen die Be-
schwerdegegnerinnen damit, dass es aus versicherungsadministrativen
Gründen unhaltbar sei, den Fusionsprozess aufgrund der vorliegenden
Beschwerde aufzuhalten und entsprechende Kosten zu verursachen. Zu-
dem habe die Beschwerdeführerin kein Rechtsschutzinteresse.
F.
In der Replik vom 10. März 2012 (act. 13) stellte die Beschwerdeführerin
folgende Anträge:
- Auf die Beschwerde sei einzutreten und sie sei gutzuheissen.
- Sämtliche Kosten und Anwaltskosten seien den Beschwerdegegne-
rinnen zu belasten.
- Es sei eine angemessene Entschädigung zu entrichten.
- Es sei eine detaillierte Aufstellung über die tatsächliche Entwicklung
ihres PV-Guthabens zu erstellen.
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- Es sei ihr mindestens 28% des PV-Kapitals auszubezahlen.
- Der endgültigen Fusion sei von behördlicher Seite erst dann zuzu-
stimmen, wenn ihr Fall definitiv geregelt sei und alle Forderungen er-
füllt seien.
Als Begründung wiederholte und ergänzte sie im Wesentlichen ihre in der
Beschwerde gemachten Ausführungen.
G.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten
wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachstehenden Erwägungen
eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG; SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021), sofern keine
Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art.
33 VGG genannten Behörden.
1.2. Zu den beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbaren Verfügungen
gehören jene der Aufsichtsbehörden im Bereiche der beruflichen Vorsor-
ge nach Art. 74 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die
berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG; SR
831.40), dies in Verbindung mit Art. 33 Bst. i VGG. Eine Ausnahme nach
Art. 32 VGG liegt in casu nicht vor.
1.3. Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist der Verwal-
tungsakt der Vorinstanz vom 3. Oktober 2011, welcher eine Verfügung im
Sinne von Art. 5 VwVG darstellt.
2.
2.1. Zur Beschwerde berechtigt ist, wer vor der Vorinstanz am Verfahren
teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat, durch
die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und ein schutzwürdi-
ges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 48 Abs. 1 lit.
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a, b, und c VwVG). Diese Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein
(ISABELLE HÄNER in: Auer/Müller/Schindler, Kommentar zum VwVG, Zü-
rich/St. Gallen 2008, Rz 3 zu Art. 48). Diese Kriterien sollen die Popular-
beschwerde ausschliessen und den Charakter des allgemeinen Be-
schwerderechts als Instrument des Individualrechtsschutzes unterstrei-
chen. Die Beschwerdeführerin muss einen praktischen Nutzen aus einer
allfälligen Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids zie-
hen, das heisst ihre Situation muss durch den Ausgang des Verfahrens in
relevanter Weise beeinflusst werden können (BGE 133 II 249 E. 1.3.1 mit
Hinweisen). Es genügt, dass die Beschwerdeführerin durch den ange-
fochtenen Entscheid "stärker als jedermann" betroffen ist und "in einer
besonderen, beachtenswerten nahen Beziehung zur Streitsache" steht;
die Voraussetzungen zur Beziehungsnähe und des schutzwürdigen Inte-
resses hängen eng zusammen (vgl. Urteil des BGer 2C_658/2008 vom
18. März 2009 mit Hinweisen).
2.2. Die Beschwerdeführerin war im vorliegenden Fall zwar am Verfahren
vor der Vorinstanz nicht beteiligt, hatte aber auch keine Möglichkeit dazu.
Das Fusionsgesetz sieht nicht vor, dass die Aufsichtsbehörde bei der Ge-
nehmigung einer Fusion sämtliche Destinatäre in das Verfahren mit ein-
bezieht. Die Beschwerdeführerin ist denn auch nicht von der Vorinstanz
zur Teilnahme eingeladen worden. Aus den Akten geht auch nicht hervor,
dass sie von einer involvierten Partei oder von der Vorinstanz darauf
aufmerksam gemacht worden wäre, dass ein Fusionsgenehmigungsver-
fahren stattfindet, an dem sie sich allenfalls beteiligen könnte. Demnach
trifft sie auch kein Verschulden an der Nichtteilnahme (vgl. BERNHARD
WALDMANN, in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, Basel 2008 ad
Art. 89 BGG, N. 9). Die Beschwerdevoraussetzung von Art. 48 Abs. 1 lit.
a VwVG ist somit erfüllt.
2.3. Es bleibt zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin durch die angefoch-
tene Verfügung besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse
an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 48 Abs. 1 lit. b und c) und
damit auch die übrigen Beschwerdevoraussetzungen erfüllt sind. Da sie
nebst Ungereimtheiten hauptsächlich geltend macht, dass ihre Rente
aufgrund der Fusion gesunken sei, obwohl vorgängig von den beiden
Vorsorgeeinrichtungen versichert worden sei, dass die Höhe der Renten
unangetastet bleibe, ist konkret zu prüfen, inwieweit die Fusion Auswir-
kungen auf die Höhe ihrer Rente haben kann und damit ein schutzwürdi-
ges Interesse an der Anfechtung der vorinstanzlichen Verfügung, welche
die Fusion bestätigt, besteht.
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Seite 7
2.3.1. Im Fusionsvertrag (act. 1, S. 4) wird u. a geregelt, dass für die bis-
herigen Rentenbezüger der VE B._ - also auch für die Beschwerde-
führerin - das jeweilige bei Rentenbeginn gültige Vorsorgereglement der
VE B._ weiterhin anwendbar bleibt. Bei Invalidenrenten bleibe die
Höhe der temporären Invalidenrente unverändert. Die für die spätere Ab-
lösung der temporären Invalidenrenten durch Altersrenten geltenden
Umwandlungssätze gemäss Anhang 6 des Vorsorgereglements der VE
B._ könnten jederzeit vom Stiftungsrat der VE C._ überprüft
und bei Bedarf an die aktuelle Situation angepasst werden.
Die fusionsvertragliche Regelung, dass der Entscheid über eine allfällige
reglementarische Änderung des Umwandlungssatzes der Altersrente
künftig dem Stiftungsrat der übernehmenden Vorsorgeeinrichtung obliegt
und somit ein anderes Gremium als das bisherige ab dem 1. Januar 2011
über den Umwandlungssatz der Altersrente entscheiden wird, kann Aus-
wirkungen auf die Höhe der Altersrente der Beschwerdeführerin haben.
Da der Stiftungsrat einer Vorsorgeeinrichtung in der Regel jährlich über
den Umwandlungssatz im Überobligatorium entscheidet, sind Auswirkun-
gen für die Beschwerdeführerin bezüglich der Höhe ihrer Altersrente
grundsätzlich möglich; aktuell durch einen Beschluss rückwirkend per
1.Januar 2011, zukünftig durch eine Anpassung für die kommenden Jah-
re.
Hier ist der Beschwerdeführerin zuzustimmen, wenn sie in ihrer Vernehm-
lassung zusammenfassend ausführt: "Es wird mir ein völlig anderer
Rechtsträger vorgesetzt und gleichzeitig behauptet, ich sei nicht betrof-
fen." (act. 13)
2.3.2. Weiter wird im Fusionsvertrag festgehalten, dass der Arbeitgeber
der VE B._ zur Harmonisierung der Deckungsgrade der beiden
Vorsorgeeinrichtungen eine Einmaleinlage von Fr. 5'819'708.- gewährt
(act. 1 S. 3). Auch die Regelung des finanziellen Ausgleichs unter der ab-
gebenden und der übernehmenden Vorsorgeeinrichtung kann Auswirkun-
gen auf die künftige Rente der Beschwerdeführerin zeitigen. Wäre dies
der Fall, würden sich auch die Aussicht auf künftige Teuerungszulagen
verschlechtern.
2.4. Die Beschwerdeführerin hat somit ein schutzwürdiges Interesse dar-
an, dass der Fusionsvorgang von der Aufsichtsbehörde geprüft wird und
das urteilende Gericht die Genehmigungsverfügung der Aufsichtsbehörde
überprüft. Die Beschwerdeführerin ist somit mehr als die Allgemeinheit
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von der Verfügung betroffen und sie hat eine besondere, beachtenswerte
Beziehung zur Streitsache. Sie hat somit ein schutzwürdiges Interesse
und ist von der Verfügung besonders berührt. Da die Beschwerde im Üb-
rigen form- und fristgerecht eingereicht wurde und auch der Kostenvor-
schuss fristgerecht bezahlt wurde, ist darauf einzutreten.
3.
Es ist nachfolgend materiell zu prüfen, ob die Vorinstanz die Fusion zu-
recht genehmigt hat bzw. ob sie bei der Genehmigung ihr Ermessen
überschritten hat.
3.1. Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht
einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens,
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts und die Unangemessenheit, wenn nicht eine kantonale Be-
hörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat (Art. 49 VwVG). Eine Ein-
schränkung in diesem Sinne liegt nicht vor, da die Vorinstanz zwar als
kantonale Behörde, nicht aber als Vorinstanz verfügt hat.
3.2. Ermessensmissbrauch ist gegeben, wenn die entscheidende Stelle
zwar im Rahmen des ihr eingeräumten Ermessens bleibt, sich aber von
unsachlichen, dem Zweck der massgeblichen Vorschriften fremden Er-
wägungen leiten lässt oder allgemeine Rechtsprinzipien, wie das Verbot
der Willkür und von rechtsungleicher Behandlung, das Gebot von Treu
und Glauben sowie den Grundsatz der Verhältnismassigkeit verletzt
(BGE 123 V 152 E. 2 mit Hinweisen). Ermessensüberschreitung liegt vor,
wenn die Behörden Ermessen ausüben, wo das Gesetz kein oder nur ein
geringes Ermessen einräumt (ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwal-
tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich
1998, Rz 627).
3.3. Die gesetzlichen Regeln über die Fusion von Vorsorgeeinrichtungen
finden sich in den Artikeln 88 bis 96 FusG.
Demnach sind für die Durchführung einer Fusion folgende Dokumente
notwendig: Fusionsvertrag, Fusionsbericht sowie die Prüfungsberichte
des Experten für die berufliche Vorsorge und der Kontrollstellen. Die Ver-
sicherten sind vorgängig über die bevorstehende Fusion zu informieren.
Gemäss Art. 92 Abs. 3 FusG erstellen die Revisionsstelle und die Exper-
tin oder der Experte für die berufliche Vorsorge einen Bericht, in dem dar-
zulegen ist, ob die Rechte und Ansprüche der Versicherten gewahrt sind.
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Seite 9
Gestützt darauf prüft die Aufsichtsbehörde gemäss Art. 95 Abs. 3 FusG,
ob die Voraussetzungen einer Fusion gegeben sind, und erlässt eine Ver-
fügung.
3.4. In den Vorakten befinden sich der Fusionsvertrag (act. 1) und der
Fusionsbericht (act. 4), beide vom 28. April 2011, der Expertenbericht
vom 3. Mai 2011 (act. 5), der Revisionsbericht gemäss Art. 92 FusG der
VE B._ vom 22. Juni 2011(act. 8) sowie der Revisionsbericht ge-
mäss Art. 92 FusG der VE C._ vom 9. Mai 2011 (act. 9), ein In-
formationsschreiben vom 30. Mai 2011 an die Destinatäre (act. 15) sowie
diverse weitere zweckdienliche Unterlagen.
Im Bericht des Experten für die berufliche Vorsorge (act. 5) wird auf Seite
5 erläutert, wie die Rechte und Ansprüche der Versicherten gewahrt wer-
den. Auch die Einmaleinlage des Arbeitgebers der VE B._ wird
bestätigt. Der Prüfungsbericht der Revisionsstelle der VE B._
kommt ebenfalls zum Schluss, dass die Verpflichtungen der VE
B._ gegenüber ihren Versicherten vollständig von der VE
C._ übernommen und gewahrt werden (act. 8 S. 2/3).
3.5. Nach Durchsicht der Fusionsakten kann festgehalten werden, dass
die notwendigen Dokumente und Bestätigungen vollständig vorliegen. Die
Berichte und Bestätigungen sind nachvollziehbar, plausibel und wider-
spruchsfrei. Die Berichte bestätigen, dass die Rechte und Ansprüche der
Versicherten durch die Fusion nicht verletzt werden. Die Vorinstanz hat
deshalb bei der Genehmigung der Fusion ihr Ermessen nicht überschrit-
ten.
Immerhin ist auch festzustellen, dass der Eindruck der Beschwerdeführe-
rin, wonach ihre Rente infolge des Fusionsvorgangs gesunken sei, auf
ein unvollständiges Informationsschreiben der beiden Vorsorgeeinrich-
tungen zurückzuführen ist, wurde doch dort irrtümlich nicht darauf hinge-
wiesen, dass auch die Invalidenrenten in ihrer Höhe nicht tangiert wer-
den. Dieses Versehen kann indes nicht dazu führen, der Fusion die Ge-
nehmigung zu verweigern. Die weiteren Vorbringen und Vorwürfe der Be-
schwerdeführerin sind unsubstanziiert und haben mit dem Fusionsvor-
gang nichts zu tun.
An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Ausführungen der Vorinstanz (oben
Bst. D) und der Beschwerdegegnerinnen (oben Bst. E), wonach die Ren-
tensenkung per 1. Juli 2011 nicht auf den Fusionsvorgang, sondern auf
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Seite 10
die Umwandlung der Invaliden- in eine Altersrente zurückzuführen ist, zu-
treffend sein dürften. Gemäss Art. 49 Abs. 1 BVG können nämlich Vor-
sorgeeinrichtungen in ihren Reglementen vorsehen, dass Leistungen, die
über die gesetzlichen Mindestbestimmungen hinausgehen, nur bis zum
Erreichen des Rentenalters ausgerichtet werden (2. Satz). In BGE 130 V
369 E. 6.4 hat das Bundesgericht ausdrücklich bestätigt, dass Vorsorge-
einrichtungen im überobligatorischen Bereich nicht verpflichtet werden
dürfen, die Invalidenrente über das Erreichen des Rentenalters hinaus
auszurichten bzw. Altersrenten zu erbringen, die mindestens der vor Er-
reichen des Pensionierungsalters ausgerichteten Invalidenrente entspre-
chen.
Allein die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin für das erste Halbjahr
2011 ihre Invalidenrente weiterhin in gleicher Höhe ausgerichtet erhielt
und die Kürzung erst auf Mitte Jahr erfolgte, macht offensichtlich, dass
die Rentenkürzung mit der Fusion per 1. Januar 2011 nichts zu tun hat.
Die Beschwerde ist deshalb insoweit abzuweisen.
4.
Soweit die Beschwerdeführerin rügt, ihre Altersrente sei im konkreten Fall
nicht gesetzes- oder reglementskonform berechnet worden, ist sie, wie
Vorinstanz und Beschwerdegegenrinnen richtig ausführen, an das kanto-
nale Gericht zu verweisen. Gemäss Artikel 73 BVG bezeichnet jeder Kan-
ton ein Gericht, das als letzte kantonale Instanz über Streitigkeiten zwi-
schen Vorsorgeeinrichtungen, Arbeitgebern und Anspruchsberechtigten
entscheidet. Es ist für die Prüfung der korrekten und rechtmässigen An-
wendung des Reglements im konkreten Einzelfall zuständig.
Das Gericht nach Art. 73 BVG ist auch zuständig zur Beurteilung der Fra-
ge, ob im vorliegenden Fall die Voraussetzungen für eine Teilkapitalaus-
zahlung vorliegen, welche die Beschwerdeführerin verlangt.
Auf die gestellten Anträge auf Auszahlung einer höheren Altersrente und
auf Auszahlung einer Kapitalauszahlung ist deshalb mangels Zuständig-
keit nicht einzutreten und die Beschwerdeführerin an das kantonale Ge-
richt zu verweisen.
5.
Die Beschwerde ist daher abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden
kann.
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Mit Ergehen dieses Urteils kann das von den Beschwerdegegnerinnen
mit Beschwerdeantwort vom 13. Februar 2012 gestellte Gesuch, der Be-
schwerde sei die aufschiebende Wirkung zu entziehen, als gegenstands-
los abgeschrieben werden.
6.
6.1. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerde-
führerin gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG kostenpflichtig. Die Verfahrenskos-
ten sind gemäss dem Reglement vom 21. Februar 2008 über die Kosten
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR
173.320.2) zu bestimmen. Sie werden auf Fr. 1'000.- festgelegt und mit
dem am 29. November 2011 geleisteten Kostenvorschuss in Höhe von Fr.
1'500.- verrechnet. Die verbleibenden Fr. 500.- werden der Beschwerde-
führerin nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurücker-
stattet.
6.2. Gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG kann die Beschwerdeinstanz der ganz
oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren
eine Entschädigung für ihr erwachsende Kosten aussprechen. Allerdings
steht der obsiegenden Vorinstanz gemäss Art. 7 Abs. 3 VGKE keine Par-
teientschädigung zu. Dasselbe gilt für die Beschwerdegegnerinnen; denn
das Eidgenössische Versicherungsgericht (heute: Bundesgericht) hat mit
Urteil vom 3. April 2000 erwogen, dass Trägerinnen oder Versicherer der
beruflichen Vorsorge grundsätzlich keinen Anspruch auf Parteientschädi-
gung haben (BGE 126 V 149 E. 4), eine Praxis, welche das Bundesver-
waltungsgericht in ständiger Rechtsprechung auch im Rahmen von Auf-
sichtsstreitigkeiten analog anwendet (vgl. Urteil des Bundesverwaltungs-
gerichts C-3914/2007 vom 23. April 2009).