Decision ID: 55b3a996-7a51-46b4-9beb-587b4a044b8e
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._, geboren _ 1950 (nachfolgend: Versicherter), und B._, geboren _1950,
verstorben _ 2018 (nachfolgend: Versicherte), arbeiteten gemäss ihren Angaben bis
Ende April 2010 als leitende Angestellte (Hoteliers) im Hotel G._ (nachfolgend:
Arbeitgeberin; act. G 1, G 1.4, G 1.5, G 1.7, G 22, G II 4).
A.b Bis 31. Dezember 2007 war die Arbeitgeberin zur Erfüllung der beruflichen
Vorsorge der Sammelstiftung H._ angeschlossen (act. G 1.5, G 1.6, G 1.7 und G 7.3).
Per 1. Januar 2008 wechselte die Arbeitgeberin die berufliche Vorsorgeeinrichtung und
schloss sich der Stiftung I._ mit Sitz in J._ an (act. G 1.6 ff.). Der Anschluss an die
neue Vorsorgeeinrichtung wurde geregelt im „Anschlussvertrag“ und in der
„Zusatzvereinbarung K._, beide vom 28./30. November 2007 (act. G 1.8). Integrierter
Bestandteil der Vereinbarung bildete das Vorsorgereglement 2007 (act. G 41.1
[nachfolgend: Vorsorgereglement]). Die berufliche Vorsorge der beiden Versicherten
umfasste den Vorsorgeplan L._ und den Vorsorgeplan M._ (vgl. act. G 1.7, G 15-5).
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A.c In den Versicherungsausweisen vom 10. September 2009 wurden folgende
Altersguthaben per 1. Januar 2009 ausgewiesen (act. G 1.7):
Versicherte Person Vorsorgeplan Altersguthaben per
01.01.2009 [Fr.] davon eingebracht
als FZL [Fr.]
Versicherter L._ 795‘121.70
763‘925.40
M._ 41‘463.50 0.00
Versicherte L._ 217‘020.00
201‘327.25
M._ 5‘432.70 0.00
A.d Im E-Mail vom 13. Oktober 2009 berechnete N._ von der Vorsorgestiftung (act.
G 1.10) aufgrund der Leistungsausweise die Renten für die Versicherten für das
nächste Jahr. Er brachte jedoch einen Vorbehalt bezüglich des eingebrachten
Vorsorgekapitals an, da die vorherige Vorsorgeeinrichtung eine Unterdeckung aufwies.
A.e Mit E-Mail vom 19. Dezember 2010 erinnerte der Versicherte N._ an die
Pendenzen u.a. „Pensionskasse Erklärungen und Berechnung der monatlichen Rente“
und „Gegenseitiges Unterzeichnen der Verträge“ (act. G 7.4).
A.f Am 5. April 2011 beantragten die Versicherten je die Auszahlung ihres vollen
Altersguthabens in Form eines einmaligen Kapitalbetrages (act. G 1.12, G 15.26 bis G
15.29):
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Versicherte Person Kapitalbetrag aus Plan L._ [Fr.]
Kapitalbetrag aus Plan M._ [Fr.] Total
Kapitalbetrag [Fr.]
Versicherter 845‘568.40 104‘559.05
950‘127.45
Versicherte 241‘218.10 14‘422.10
255‘640.20
Gleichentags beantragten die Versicherten je eine Altersrente rückwirkend ab 1. Mai
2010 (act. G 1.13):
Versicherte Person Alterskapital
[Fr.] Altersrente pro Jahr [Fr.]
Versicherter 662‘883.85 52‘226.40
Versicherte 662‘883.85 52‘226.40
Am 7. April 2011 wurden die Altersguthaben den Versicherten auf ihren Konten bei der
Bank O._ gutgeschrieben (act. G 7.1, G 7.2).
A.g Der Versicherte überwies am 12. April 2011 den von der Vorsorgeeinrichtung
insgesamt erhaltenen Betrag von Fr. 1‘205‘767.65 mit dem Vermerk „Renten / A._“
auf das Konto XXXXXX lautend auf die Vorsorgeeinrichtung bei der Bank P._AG (act.
G 15.33).
A.h Die frühere Vorsorgeeinrichtung H._ führte infolge des Anschlusswechsels der
Hotel G._ zur neuen Vorsorgeeinrichtung eine Teilliquidation durch. Die
Kürzungsmodalitäten waren offenbar umstritten. Am 15. Juli 2011/30. August 2011
kam es zu einer Vereinbarung zwischen der früheren Vorsorgeeinrichtung und den
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anwaltlich vertretenen Versicherten. Vereinbart wurde, dass die Austrittsleistungen per
31. Dezember 2007 wie folgt gekürzt werden (act. G 5.1, G 7.3, G 15-5 f., G 15.12):
Versicherte Person Austrittsleistung
ungekürzt [Fr.] Kürzungsbetrag
[Fr.] Austrittsleistung
effektiv [Fr.]
Versicherter 763‘925.40 108‘946.65
654‘978.75
Versicherte 201‘327.25 3‘268.15
198‘059.10
A.i Am 24. Juli 2012 wurde die Vorsorgestiftung I._ umbenannt in Q._
Vorsorgestiftung“ und der Sitz nach R._ verlegt (act. G 1.6). Mit Verfügung vom 4.
September 2014 ordnete die Ostschweizer BVG- und Stiftungsaufsicht die Liquidation
der Vorsorgeeinrichtung an: F._ Vorsorgestiftung in Liquidation“ (nachfolgend:
Beklagte). Eingesetzt als Liquidator mit Einzelunterschrift wurde Rechtsanwalt lic. iur.
Peter Rösler, St. Gallen (act. G 1.18).
B.
B.a Die Versicherte und der Versicherte, beide vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur.
Kaspar Saner, Zürich, reichten am 26. November 2014 Klage beim
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen ein mit dem Rechtsbegehren (act. G 1):
Die Vorsorgeeinrichtung sei zu verpflichten, ihnen mit Wirkung ab 1. März 2013 je Fr.
4‘352.20 pro Monat bzw. je Fr. 52‘266.40 p.a. nebst Zins von 5% p.a. seit
Klageerhebung zu bezahlen. Die Vorsorgeeinrichtung und der beigeladene
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Sicherheitsfonds BVG beantragten die Abweisung der Klage (act. G 15, G 28). Mit
Entscheid vom 26. September 2017 (BV 2014/13) wies das Versicherungsgericht die
Klage ab. Dies wurde insbesondere damit begründet, dass der Bezug der vollständigen
Altersguthaben zum Erlöschen der Ansprüche auf Altersrenten aus beruflicher Vorsorge
geführt habe.
B.b Mit Beschwerde vom 7. Dezember 2017 fochten die Versicherten den Entscheid
des Versicherungsgerichts beim Bundesgericht an. Mit Urteil vom 11. September 2018
(9C_881/2017) hiess das Bundesgericht die Beschwerde teilweise gut, hob den
Entscheid des Versicherungsgerichts vom 26. September 2017 auf und wies die Sache
zur Neuentscheidung zurück. Im Übrigen wurde die Beschwerde abgewiesen. Zur
Begründung wurde insbesondere angeführt, dass sich der Inhalt eines Vertrages nach
dem übereinstimmenden wirklichen Willen der Parteien richte und dies auch für die für
Statuten und Reglemente privater Vorsorgeeinrichtungen gelte. Die Vorsorgefälle
"Alter" seien somit am 1. Mai 2010 eingetreten. Im Weiteren wurde ausgeführt, dass
Erklärungen von Parteien nach dem Vertrauensprinzip auszulegen seien. Der Bezug der
gesamten Alterskapitalien und die umgehende Rückzahlung des gesamten Betrages
mit dem Vermerk "Renten" an die Beklagte könne nur so verstanden werden, dass der
Kapitalbezug nicht der Abgeltung der Rentenansprüche gedient habe, sondern dazu
deren Höhe zu beeinflussen. Die Ansprüche auf Altersrenten seien deshalb nicht
untergegangen. Zur Rentenhöhe wurde ausgeführt, dass von der Beklagten keine
verbindlichen Zusicherungen getätigt worden seien. Die Höhe der Altersrenten aus
beruflicher Vorsorge richte sich nach Gesetz und Reglement.
C.
C.a Mit Schreiben vom 23. Oktober 2018 teilte das Versicherungsgericht den Parteien
mit, dass beabsichtigt sei, dem neuen Entscheid grundsätzlich die sich aus dem
Reglement der F._ Vorsorgestiftung ergebende Rentenberechnung zugrunde zu
legen. Gemäss Darstellung in der Duplik vom 15. Januar 2016 im Verfahren BV 2014/13
würde sie zu deutlich höheren Altersrenten führen als diejenigen, die aus der
obligatorischen beruflichen Vorsorge resultieren würden. Ob die F._ Vorsorgestiftung
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bei der Ermittlung des Umwandlungssatzes von falschen Geburtsdaten ausgegangen
und ob die Kürzung zu Unrecht auch in der Basisvorsorge angewandt worden sei, wie
dies die Kläger in ihrer Eingabe vom 15. Dezember 2016 geltend gemacht hätten,
werde zu entscheiden sein. Das Versicherungsgericht gewährte den Parteien
diesbezüglich das Recht zur abschliessenden Stellungnahme (act. G II 1).
C.b In der Stellungnahme vom 12. November 2018 teilte der Rechtsanwalt der Kläger
mit, dass die Klägerin (nachfolgend: Verstorbene) am _ 2018 verstorben sei. Zu den
Altersrentenansprüchen führte er aus, dass an der zahlenmässigen Herleitung der
jährlichen Rentenbeträge wie in Ziff. 26 der klägerischen Stellungnahme vom 15.
Dezember 2016 (act. G 51) festgehalten werde. Beim Umwandlungssatz für das
Alterssparguthaben nach BVG wurde geltend gemacht, dass gemäss L-GAV 2010
keine Kürzung vorzunehmen sei. Nur im überobligatorischen Bereich sei der
Umwandlungssatz entsprechend dem vorzeitigen Altersrücktritt des Klägers von 4
Jahren und 10 Monaten und der Verstorbenen von 4 Jahren anzupassen. Für den
Kläger resultierten aus dem Altersguthaben nach BVG von Fr. 267'751.- und einem
Umwandlungssatz von 6.80% eine Jahresrente von Fr. 18'207.-, aus dem
überobligatorischen Altersguthaben der Basisversicherung von Fr. 453'712.- und einem
Umwandlungssatz von 5.53% eine Altersrente von Fr. 25'090.- sowie aus dem
Guthaben der Kaderversicherung von Fr. 102'921.- und einem Umwandlungssatz von
5.53% eine Rente von Fr. 5'692.-; insgesamt Rentenansprüche von Fr. 48'989.- pro
Jahr. Für die Verstorbene resultierten aus dem Altersguthaben nach BVG von Fr.
219'969.- und einem Umwandlungssatz von 6.80% eine Jahresrente von Fr. 14'958.-,
aus dem überobligatorischen Altersguthaben von Fr. 13'610.- und einem
Umwandlungssatz von 5.70% eine Altersrente von Fr. 776.- sowie aus dem Guthaben
der Kaderversicherung von Fr. 14'204.- und einem Umwandlungssatz von 5.70% eine
Rente von Fr. 810.-; insgesamt Rentenansprüche von Fr. 16'543.- (richtig: Fr. 16'544.-)
pro Jahr (act. G II 4).
C.c Mit Schreiben vom 12. November 2018 nahm der beigeladene Sicherheitsfonds
BVG Stellung. Erklärt wurde, dass der Kläger 4 Jahre und 10 Monate und die
Verstorbene 4 Jahre vor dem ordentlichen Rücktrittsalter in den Ruhestand getreten
seien. Die Rente bemesse sich gemäss Reglement durch Umwandlung des beim
Rücktritt vorhandenen obligatorischen und überobligatorischen Teils des
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Altersguthaben nach reduzierten Umwandlungssätzen. Der L-GAV und damit auch die
darin enthaltenen Umwandlungssätze seien nicht anwendbar, da der L-GAV für
Betriebsleiter und Direktoren sowie deren Familienangehörige nicht gelte. Folglich sei
gestützt auf das Reglement für den obligatorischen Teil des Altersguthaben von einem
Umwandlungssatz von 6.8% und für den überobligatorischen Teil von 6.5%
auszugehen, wobei diese um 0.2 Prozentpunkte pro zusätzliches ganzes oder
angebrochenes Rentenjahr zu kürzen seien. Die teilliquidationsbedingte
Alterskapitalkürzung sei anteilsmässig dem BVG-Guthaben und dem
überobligatorischen Guthaben anzurechnen. Die gekürzten Guthaben seien bis zur
Pensionierung weiterzuführen und dann auf dieser Basis die reglementarisch
geschuldeten Altersrenten zu bestimmen (act. G II 5).
C.d Mit Schreiben vom 26. November 2018 nahm die Beklagte Stellung. Sie führte aus,
dass am 30. April 2010 das Alterssparguthaben aus der sogenannten
Basisversicherung beim Kläger Fr. 715'466.25 und bei der Verstorbenen Fr. 233'399.65
und dasjenige aus der Kaderversicherung beim Kläger Fr. 102'921.10 und bei der
Verstorbenen Fr. 14'605.20 betragen habe. In der obligatorischen beruflichen Vorsorge
betrage der Umwandlungssatz bei ordentlichem Rücktrittsalter 6.8% und in der
reglementarischen beruflichen Vorsorge 6.5%. Der L-GAV finde beim Kläger und bei
der Verstorbenen keine Anwendung, da sie diesem nicht unterstünden. Bei vorzeitiger
Pensionierung sei der Umwandlungssatz für jedes Jahr, um das sich eine versicherte
Person frühzeitig pensionieren lasse, sowohl in der obligatorischen als auch
überobligatorischen beruflichen Vorsorge um 0.2 Prozentpunkte zu senken. Da der
Kläger 4.83 Jahre und die Verstorbene genau 4 Jahre vor dem ordentlichen
Rücktrittsalter zurückgetreten seien, seien die Umwandlungsätze der
reglementarischen Vorsorge um 0.97% bzw. 0.80% zu kürzen; der Umwandlungssatz
betrage folglich 5.53% bzw. 5.70%. Im Weiteren wurde erklärt, dass sich die Kläger die
bisher geleisteten Rentenzahlungen anrechnen lassen müssten (act. G II 6).
C.e In der ergänzenden Stellungnahme vom 29. November 2018 erklärte der
Rechtsvertreter der Kläger, dass es falsch sei, die Teilliquidationskürzung proportional
auf das obligatorische und überobligatorische Alterssparguthaben anzuwenden, da der
Eingriff in das obligatorische Altersguthaben gemäss BVG unzulässig sei. Im Weiteren
wurde geltend gemacht, dass allfällig zuviel ausbezahlte Leistungsbeträge nicht
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zurückgefordert werden könnten, da der Rückforderungsanspruch relativ und auch
absolut verjährt sei (act. G II 8).
C.f In der ergänzenden Stellungnahme vom 1. Dezember 2018 erklärte der
Rechtsvertreter der Beklagten, dass er davon ausgehe, dass der Kläger als Erbe in die
hängige Klage der Verstorbenen eintrete. Im Weiteren wurde die Verrechnung der
zuviel an die Verstorbene ausgerichteten Renten mit den ausstehenden Renten des
Klägers erklärt (act. G II 9).
C.g Auf Aufforderung des Gerichts reichte Rechtsanwalt Saner am 6. Mai 2019 eine
Erbenbescheinigung ein (vgl. act. G II 13). Aus dieser ist ersichtlich, dass die Erben der
Verstorbenen ihr Ehemann C._ sowie ihre Kinder D._, geb. 1980, und E._, geb.
1983, sind. Am 13. Mai 2019 reichte Rechtsanwalt Saner Vertretungsvollmachten für
die beiden erbberechtigten Nachkommen ein (act. G II 14).

Erwägungen
1.
Nachfolgend ist unter Beachtung der bundesgerichtlichen Vorgaben (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 11. September 2018, 9C_881/2017, insb. E. 5.5.2) der Anspruch
der Kläger gegenüber der Beklagten auf Altersrenten aus der beruflichen Vorsorge zu
prüfen.
2.
Vorweg ist zu klären, welche Auswirkungen das Ableben der Klägerin am 21. Oktober
2018 auf das vorliegende Gerichtsverfahren hat.
2.1 Beim Ableben einer Person, welche in einem Verfahren als Partei auftrat, ergibt
sich die Rechtsnachfolge grundsätzlich aus Art. 83 Abs. 4 der Schweizerischen
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Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) i.V.m. Art. 560 des Schweizerischen
Zivilgesetzbuchs (ZGB; SR 210). So erwerben die Erben die Erbschaft als Ganzes mit
dem Tode des Erblassers bzw. der Erblasserin kraft Gesetzes (Art. 560 Abs. 1 ZGB;
Universalsukzession). Mit Vorbehalt der gesetzlichen Ausnahmen gehen u.a. die
Forderungen auf sie über, und die Schulden des Erblassers bzw. der Erblasserin
werden zu persönlichen Schulden der Erben (Abs. 2).
2.2 Gemäss der Erbenbescheinigung vom 18. Dezember 2018 des Teilungsamtes
S._ sind die Erben der Verstorbenen ihr Ehemann C._ und die beiden
Nachkommen D._ und E._. Gemäss der Erbenbescheinigung haben die Erben die
Erbschaft angetreten (act. G II 13). Folglich ist vom Übergang der Rentenansprüche
(inklusive allfällige Rückforderungsansprüche) der Verstorbenen auf die Erben
auszugehen.
2.3 Von den Erben liegen Vollmachten zur ihrer Vertretung im vorliegenden
Klageverfahren durch Rechtsanwalt Saner vor (vgl. act. G II 14). Damit treten die Erben
in den vorliegenden Prozess ein. Rechtsanwalt Saner vertritt somit in der vorliegenden
Klage einerseits C._ (nachfolgend: Kläger 1) hinsichtlich seiner eingeklagten
Versicherungsansprüche und andererseits die drei Erben (nachfolgend: Kläger 2)
hinsichtlich der Ansprüche resultierend aus dem Versicherungsverhältnis zwischen der
Verstorbenen und der Beklagten.
3.
Da strittig, sind nachfolgend die Altersguthaben des Klägers 1 und der Verstorbenen
zum Zeitpunkt des vorzeitigen Altersrücktritts zu bestimmen.
3.1
3.1.1 Per 1. Januar 2008 wechselte die Arbeitgeberin die berufliche
Vorsorgeeinrichtung (act. G 1.6, G 1.7 und G 1.8). Dies hatte eine Teilliquidation bei der
bisherigen Vorsorgeeinrichtung zur Folge (vgl. Art. 53b und Art. 53d BVG). In der
Vereinbarung vom 15. Juli/30. August 2011 (act. G 15.12) wurde der Kürzungsumfang
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festgelegt. Dieser beträgt beim Kläger 1 Fr. 108‘946.65 und bei der Verstorbenen Fr.
3‘268.15 (vgl. dazu Sachverhalt A.h.).
3.1.2 In den Alterskonten bzw. den Vorsorgeausweisen wies die
Vorsorgeeinrichtung von Beginn an stets die ungekürzten Eintrittsleistungen aus (vgl.
act. G 15.13 ff.) und verzinste diese bis zum vorzeitigen Altersrücktritt. Der im Zeitraum
vom 1. Januar 2008 bis 30. April 2010 gutgeschriebene Zins betrug bei einem Zinssatz
im Jahr 2008 von 2.75% und in den Jahren 2009 und 2010 von jeweils 2% (vgl. Art. 12
lit. e und f des Angangs 2 der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen-
und Invalidenvorsorge [BVV 2; SR 831.441.1]) beim Kläger 1 Fr. 5'996.10 (Fr.
108‘946.65 x 1.0275 x 1.02 x (1 + 0.02 / 12 x 4) - Fr. 108‘946.65) und bei der
Verstorbenen Fr. 179.85 (Fr. 3‘268.15 x 1.0275 x 1.02 x (1 + 0.02 / 12 x 4) - Fr.
3‘268.15).
3.1.3 Bei den in den Vorsorgeausweisen per 30. April 2010 ausgewiesenen
ungekürzten Altersguthaben (vgl. act. G 15.15, G 15.21) ist somit nebst den
vereinbarten Kürzungsbeträgen auch die erfolgte Verzinsung der Kürzungsbeträge in
Abzug zu bringen (vgl. G 15-6, G 47-11 f.). Das Altersguthaben des Klägers 1 ist
folglich um Fr. 114'942.75 (Fr. 108‘946.65 + Fr. 5'996.10) und dasjenige der
Verstorbenen um Fr. 3'448.00 (Fr. 3‘268.15 + Fr. 179.85) zu kürzen.
3.2 Umstritten ist, welche Altersvorsorgekapitalien zu kürzen sind.
3.2.1 Der Kläger 1 und die Verstorbene verfügen im Vorsorgeplan L._ über ein
obligatorisches Altersguthaben (BVG-Guthaben; vgl. Art. 15 und Art. 16 BVG) und ein
überobligatorisches Altersguthaben (vgl. Art. 11 Vorsorgereglement) sowie im
Vorsorgeplan M._ über ein weiteres überobligatorisches Altersguthaben.
Letztgenanntes Altersguthaben wurde jedoch erst nach dem Anschluss an die
Vorsorgeeinrichtung der Beklagten angehäuft.
3.2.2 Die Kläger verlangen mit Verweis auf Art. 53d Abs. 3 BVG eine
ausschliessliche Kürzung des überobligatorischen Altersguthabens der
Basisversicherung (vgl. act. G II 4-2, G II 8-2). Der beigeladene Sicherheitsfonds BVG
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beantragt dagegen eine proportionale Kürzung der BVG-Guthaben und der
überobligatorischen Guthaben (vgl. act. G II 5). Die Beklagte nahm dazu nicht Stellung.
3.2.3 Gemäss Art. 53d Abs. 3 BVG (in der von 1. Januar 2005 bis 31. Dezember
2012 gültigen Fassung) dürfen Vorsorgeeinrichtungen, die sich an den Grundsatz der
Bilanzierung in geschlossener Kasse halten müssen, versicherungstechnische
Fehlbeträge anteilsmässig abziehen, sofern dadurch nicht das Altersguthaben (Art. 15)
geschmälert wird. Folglich ist nur eine Kürzung der überobligatorischen Altersguthaben
zulässig.
3.2.4 Dies ergibt folgende Altersguthaben bezogen auf den Zeitpunkt des
vorzeitigen Altersrücktritts per 30. April 2010 (vgl. act. G 15.15, G 15.18, G 15.21, G
15.24):
Vorsorgeplan Ungekürztes
Altersguthaben per 30.04.2010
[Fr.] Kürzungs-
betrag
[Fr.] Effektives
Altersguthaben
per 30.04.2010
[Fr.]
Kläger L._
BVG-Teil
267'750.60
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0.00
267'750.60
L._
überobligatorischer Teil
562'658.40
114'942.75
447'715.65
M._ 40
102'921.10 0.00 102'921.10
Verstorbene L._ 30
BVG-Teil
219'968.75
0.00
219'968.75
L._ 30
überobligatorischer Teil
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16'878.40
3'448.00
13'430.40
M._ 40
14'203.90 0.00 14'203.90
4.
Im Weiteren sind die Rentenumwandlungssätze zu bestimmen.
4.1 Der Rechtsvertreter der Kläger geht von einem Umwandlungssatz beim BVG-
Altersguthaben von 6.80% und bei den überobligatorischen Guthaben von 5.53% beim
Kläger 1 und von 5.70% bei der Verstorbenen aus (vgl. act. G II 4-2) und beruft sich
dabei auf den L-GAV 2010, welcher beim vorzeitigen Altersrücktritt von bis zu 5 Jahren
keine Umwandlungssatzkürzung vorsehe. Die Beklagte beantragt eine
Umwandlungssatzkürzung sowohl in der obligatorischen als auch in der
überobligatorischen beruflichen Vorsorge um 0.97% beim Kläger 1 und um 0.80% bei
der Verstorbenen. Der reglementarische Umwandlungssatz betrage somit beim Kläger
1 5.53% und bei der Verstorbenen 5.70%. Dass die Beklagte in ihrer tabellarischen
Darstellung (act. G II 6-3) nicht zwischen obligatorischen und überobligatorischen
Alterskapitalien und den unterschiedlichen Umwandlungssätzen differenzierte, dürfte in
Anbetracht der Ausführungen ein Versehen sein (vgl. auch act. G 47-12). Der
beigeladene Sicherheitsfonds BVG erachtet wie die Beklagte den L-GAV 2010
aufgrund der Kaderpositionen des Klägers 1 und der Verstorbenen als nicht anwendbar
und geht daher beim BVG-Altersguthaben von einem reduzierten Umwandlungssatz
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von 5.80% beim Kläger 1 und von 6.00% bei der Verstorbenen sowie im
überobligatorischen Bereich von 5.50% bzw. von 5.70% aus (vgl. act. G II 5).
4.2 Gemäss Art. 4 Abs. 3 Vorsorgereglement wird das ordentliche Rücktrittsalter am
Monatsersten erreicht, der auf die Vollendung des 64. Altersjahres bei Frauen und 65.
Altersjahres bei Männern folgt. Die jährliche Altersrente ergibt sich durch Umwandlung
des obligatorischen und des überobligatorischen Teils des vorhandenen
Altersguthabens beim Rücktritt, spätestens bei Erreichen des ordentlichen
Rücktrittsalters (vgl. Art. 13 Abs. 2 Vorsorgereglement). Basis für die Umwandlung des
obligatorischen Teils ist der Umwandlungssatz gemäss Art. 14 BVG. Die
Übergangsbestimmungen zur ersten BVG-Revision finden vorliegend keine
Anwendung, da der Kläger 1 und die Verstorbene nach dem 1. Januar 2014 das
ordentliche Rücktrittsalter erreichten (vgl. daselbst lit. b Mindestumwandlungssatz Abs.
1). Im Jahr 2010 betrug bei ordentlichem Altersrücktritt der Umwandlungssatz der
obligatorischen Altersguthaben 6.8% (vgl. Art. 14 Abs. 2 BVG) und derjenige der
überobligatorischen Altersguthaben 6.5% (vgl. Art. 13 Abs. 4 Vorsorge¬reglement
i.V.m. Ausführungen in den Vorsorgeausweisen per 30. April 2010 [G 15.15, G 15.18, G
15.21, G 15.24]).
4.3 Der Kläger 1 und die Verstorbene traten am 1. Mai 2010 in den Ruhestand. Bei
Rücktritt war der Kläger 1 sechzig Jahre und zwei Monate und die Verstorbene genau
sechzig Jahre alt. Somit trat der Kläger 1 vier Jahre und zehn Monate und die
Verstorbene genau vier Jahre vor dem ordentlichen Rücktrittsalter in den Ruhestand.
4.3.1 Das Vorsorgereglement regelt in Art. 13 Abs. 7 gestützt auf Art. 13 Abs. 2 BVG
den vorzeitigen Altersrücktritt wie folgt: Tritt eine versicherte Person innerhalb der
letzten fünf Jahre vor dem ordentlichen Rücktrittsalter in den Ruhestand, ergibt sich die
Höhe der Altersrente durch Umwandlung des beim Rücktritt vorhandenen
obligatorischen und überobligatorischen Teils des Altersguthaben nach reduzierten
Umwandlungssätzen.
4.3.2 Der Auffassung des Rechtsvertreters der Kläger, dass beim obligatorischen
Teil des Altersguthabens wegen des L-GAV 2010 keine Kürzung vorzunehmen sei,
kann nicht gefolgt werden, da der Kläger 1 als Hoteldirektor und die Verstorbene als
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seine Ehefrau gemäss Art. 2 Abs. 2 L-GAV 2010 vom persönlichen Geltungsbereich
des L-GAV ausgenommen sind. Folglich können sie sich nicht auf die günstigere
Umwandlungssatzregelung gemäss Art. 27 lit. c L-GAV 2010 berufen.
4.3.3 Da im Vorsorgereglement der Umfang der Umwandlungssatzkürzung beim
vorzeitigen Altersrücktritt nicht definiert wurde, wird in der Gerichtspraxis -
insbesondere bei Fehlen einer konkreten Berechnung - regelmässig auf die Mitteilung
Nr. 7 des BSV vom 5. Februar 1988 abgestellt, welche eine Reduktion des
Umwandlungssatzes um 0.2% pro Vorbezugsjahr vorsieht (vgl. JACQUES-ANDRÉ
SCHNEIDER/THOMAS GEISER/THOMAS GÄCHTER, Handkommentar zum BVG und
FZG, 2010 Bern, Art. 13, N 16; HANS-ULRICH STAUFER, Berufliche Vorsorge, 2. Aufl.,
2012 Zürich/Basel/Genf, Rz. 752 ff.).
4.3.4 Während die Kläger bezogen auf die überobligatorischen Altersguthaben und
die Beklagte generell bei Frühpensionierungen von einer monatsgenauen Kürzung des
Umwandlungssatzes ausgehen (0.2% pro Jahr bzw. 0.01667% pro Monat; vgl. G II 4,
G II 6-3, G II 8), beantragte der beigeladene Sicherheitsfonds BVG, dass pro vollem
und angebrochenem Rentenjahr eine Kürzung von 0.2% vorzunehmen sei (vgl. act. G II
5). Dem Antrag des Sicherheitsfonds BVG kann nicht gefolgt werden, da die
monatsgenaue Kürzung des Umwandlungssatzes - wie von den Klägern und der
Beklagten gefordert - die Realität exakter abbildet, wird doch mit jedem weiteren
Monat Erwerbstätigkeit zusätzliches Alterskapital gebildet und zugleich der
Rentenbezugsbeginn aufgeschoben und somit die gesamte Rentenbezugsdauer
reduziert. Die Umwandlungssatzkürzung sowohl bezogen auf den obligatorischen als
auch den überobligatorischen Teil des Altersguthabens beträgt somit beim Kläger 1
0.97% (4.83 Jahre x 0.2% pro Jahr) und bei der Verstorbenen 0.8% (4 Jahre x 0.2%
pro Jahr).
4.3.5 Der anzuwendende Umwandlungssatz für den obligatorischen bzw. den
überobligatorischen Teil des Altersguthaben beträgt folglich beim Kläger 1 5.83%
(6.80% - 0.97%) bzw. 5.53% (6.50% - 0.97%) und bei der Verstorbenen 6.00% (6.80%
- 0.80%) bzw. 5.70% (6.50% - 0.80%).
5.
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Der jährliche Anspruch des Klägers 1 auf Altersrenten aus der beruflichen Vorsorge von
der Beklagten beläuft sich somit auf Fr. 46'060.05 ([Fr. 267'750.60 x 0.0583] + [Fr.
447'715.65 x 0.0553] + [Fr. 102'921.10 x 0.0553]) und derjenige der Verstorbenen auf
Fr. 14'773.30 ([Fr. 219'968.75 x 0.06] + [Fr. 13'430.40 x 0.057] + [Fr. 14'203.90 x
0.057]), insgesamt Fr. 60'833.35 (Fr. 46'060.05 + Fr. 14'773.30). Da sie am 21. Oktober
2018 verstarb (vgl. G II 4), endet ihr Altersrentenanspruch Ende Oktober 2018 (vgl. act.
G II 9).
6.
Die Kläger haben die Altersrenten aus der beruflichen Vorsorge ab dem 1. März 2013
eingeklagt.
6.1 Aus den Akten ist ersichtlich, dass in den Monaten März und April 2013 bereits
Leistungen aus der beruflichen Vorsorge von insgesamt Fr. 17'408.80 an den Kläger 1
und die Verstorbene ausbezahlt worden sind (vgl. act. G II 6.1, G II 6.2). Der
Rentenanspruch des Klägers 1 und der Verstorbenen für die Monate März und April
2013 beläuft sich jedoch nur auf insgesamt Fr. 10'138.90 (Kläger 1: Fr. 7'676.70 [Fr.
46'060.05 pro Jahr / 12 Monate x 2 Monate; Verstorbene: Fr. 2'462.20 [Fr. 14'773.30
pro Jahr / 12 Monate x 2 Monate]). Folglich wurden für die Monate März und April 2013
Altersrenten in der Höhe von Fr. 7'269.90 (Fr. 17'408.80 - Fr. 10'138.90) zuviel
ausbezahlt.
6.2 Aus den Akten erschliesst sich zudem, dass dem Kläger 1 und der Verstorbenen
vor dem eingeklagten Zeitraum bzw. in der Zeit vom 1. Mai 2010 bis 28. Februar 2013
Altersrenten aus der beruflichen Vorsorge von insgesamt Fr. 293'461.30 ausbezahlt
worden sind (Mai bis Dezember 2010: Fr. 67'148.50 (act. G 51.1), Jahr 2011: Fr.
104'452.- (act. G 51.2, G 51.3), Jahr 2012: Fr. 104'452.- (act. G 59.4, G 59.5), Januar
und Februar 2013: Fr. 17'408.80 (vgl. act. G 1-6, G II 6, G II 6.1, G II 6.2). Der
Rentenanspruch der Kläger im Zeitraum vom 1. Mai 2010 bis 28. Februar 2013 beträgt
insgesamt jedoch nur Fr. 172'361.20 (Kläger 1: Fr. 130'503.50 [Fr. 46'060.05 pro Jahr /
12 Monate x 34 Monate; Verstorbene: Fr. 41'857.70 [Fr. 14'773.30 pro Jahr / 12
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Monate x 34 Monate]). Dem Kläger 1 und der Verstorbenen wurden somit vor dem
eingeklagten Zeitraum bereits Renten im Umfang von insgesamt Fr. 121'100.10 (Fr.
293'461.30 - Fr. 172'361.20) zuviel ausbezahlt.
6.3 Somit bezahlte die Beklagte dem Kläger 1 und der Verstorbenen bis Ende April
2013 Altersrenten im Umfang von insgesamt Fr. 128'370.- (Fr. 121'100.10 + Fr.
7'269.90) zuviel aus.
6.4 Hinsichtlich der erfolgten Rentenzahlungen ist festzustellen, dass diese dem Kläger
1 und der Verstorbenen nicht persönlich, sondern gesamthaft überwiesen wurden.
Lediglich in den Rentenausweisen des Klägers 1 und der Verstorbenen der Jahre 2011
bis 2013 wurde je die Hälfte der ausgezahlten Altersrenten ausgewiesen. Wie das
Bundesgericht in Erwägung 5.5.2 (9C_881/2017) festhielt, richten sich die Altersrenten
nach den jeweiligen individuellen Altersguthaben und dem Umwandlungssatz. Bei
dieser Ausgangslage erscheint es angebracht, die ausbezahlten Altersrenten sowie die
dabei zuviel ausgerichteten Beträge nicht hälftig, sondern entsprechend dem Verhältnis
der Rentenansprüche (Fr. 46'060.05 zu Fr. 14'773.30; vgl. Erwägung 5) dem Kläger 1
und der Verstorbenen zuzuordnen. Folglich erhielt der Kläger 1 Fr. 97'195.50 (Fr.
128'370.- / [Fr. 46'060.05 + Fr. 14'773.30] x Fr. 46'060.05) und die Verstorbene Fr.
31'174.50 (Fr. 128'370.- / [Fr. 46'060.05 + Fr. 14'773.30] x Fr. 14'773.30) zuviel an
Renten ausbezahlt.
6.5 Die Beklagte fordert die Anrechnung der zuviel ausgerichteten Altersrenten in der
Zeit von Mai 2010 bis April 2013 an die eingeklagten Rentenleistungen ab 1. März 2013
(act. G 47-13, G II 6-4) sowie die Verrechnung der an die Verstorbene zuviel
ausgerichteten Renten (wegen Dahinfallens des Altersrentenanspruchs auf Ende
Oktober 2018) mit den ausstehenden Renten des Klägers 1 (act. G II 9). Die Kläger
wenden dagegen ein, dass gemäss Art. 35a Abs. 2 und Art. 49 Abs. 2 Ziff. 4 BVG
sowie Art. 120 Abs. 3 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht; OR; SR 220)
allfällige Rückforderungsansprüche verjährt seien, denn die Beklagte habe keine
verjährungsunterbrechenden Massnahmen getroffen. Zudem erneuerten sie die
Verjährungseinrede (act. G II 8). Zu prüfen ist daher die Verrechenbarkeit der zuviel
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ausbezahlten Altersrenten bis Ende April 2013 mit den eingeklagten Altersrenten ab 1.
März 2013.
6.5.1 Nach Art. 35a Abs. 1 BVG sind unrechtmässig bezogene Leistungen
zurückzuerstatten. Von der Rückforderung kann abgesehen werden, wenn der
Leistungsempfänger gutgläubig war und die Rückforderung zu einer grossen Härte
führt. Nach Abs. 2 verjährt der Rückforderungsanspruch mit Ablauf eines Jahres,
nachdem die Vorsorgeeinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit
Ablauf von 5 Jahren seit der Auszahlung der Leistung. Wird der
Rückforderungsanspruch aus einer strafbaren Handlung hergeleitet, für welche das
Strafrecht eine längere Verjährungsfrist festsetzt, so ist diese Frist massgebend.
6.5.2 Vorliegend stand erst mit dem Bundesgerichtsentscheid vom 11. September
2018, 9C_881/2017, fest, dass es sich bei den bisherigen Zahlungen an den Kläger 1
und die Verstorbene ab Mai 2010 um Renten aus der beruflichen Vorsorge und nicht
um Zahlungen aus einem anderen Rechtsgrund handelt. Da seit dem Entscheid noch
kein Jahr vergangen ist, ist die relative Verjährung noch nicht eingetreten. Die Frage, ob
die absolute Verjährungsfrist eingetreten ist, muss - wie aus den nachfolgenden
Erwägungen ersichtlich - nicht beantwortet werden.
6.5.3 Gemäss Art. 120 Abs. 1 OR kann, wenn zwei Personen einander Geldsummen
oder andere Leistungen, die ihrem Gegenstande nach gleichartig sind, schulden, jede
ihre Schuld, insofern beide Forderungen fällig sind, mit ihrer Forderung verrechnen.
Eine verjährte Forderung kann zur Verrechnung gebracht werden, wenn sie zurzeit, wo
sie mit der anderen Forderung verrechnet werden konnte, noch nicht verjährt war (Abs.
3). Die Verrechnungsforderung muss vor Entstehung der Hauptforderung verjährt sein,
damit eine Verrechnung ausgeschlossen ist (vgl. BGE 91 II 213 E. 6.3, OR Kommentar,
3. Aufl., Orell Füssli, Zürich 2016, N 13 zu Art. 120).
6.5.4 Da es vorliegend die Kläger sind, welche gegenüber der Beklagten eine
Forderung (Rentenansprüche) erheben, kann unabhängig von einem allfälligen Eintritt
der Verjährung die Beklagte nach Art. 67 Abs. 2 OR die Zahlung verweigern oder nach
Art. 120 Abs. 3 OR die (Rückerstattungs-) Forderungen miteinander verrechnen (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 16. März 2009, 9C_1018/2008, E. 3.5).
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6.5.5 Die Voraussetzung, dass die Verrechnungsforderung von Fr. 128'370.- (vgl.
Erwägung 6.3) noch nicht verjährt war, als sie mit den offenen Rentenansprüchen ab
Mai 2013 (Fr. 60'833.35 pro Jahr, vgl. Erwägung 5) hätte verrechnet werden können, ist
vorliegend erfüllt.
6.6 Infolge der Verrechnung der bis Ende April 2013 zuviel ausbezahlten Renten
(Kläger 1: Fr. 97'195.50, Verstorbene: Fr. 31'174.50, vgl. Erwägung 6.4) mit den
Rentenansprüchen ab Mai 2013 (Kläger 1: Fr. 46'060.05 pro Jahr, Verstorbene: Fr.
14'773.30 pro Jahr; vgl. Erwägung 5) sind diese für 25 Monate d.h. bis Ende Mai 2015
vollständig sowie für den Juni 2015 betreffend den Kläger 1 im Umfang von Fr.
1'237.05 (Fr. 97'195.50 - [Fr. 46'060.05 / 12 Monate x 25 Monate]) und betreffend die
Verstorbene im Umfang von Fr. 396.80 (Fr. 31'174.50 - [Fr. 14'773.30 / 12 Monate x 25
Monate]) abgegolten.
6.7 Folglich beträgt der Rentenanspruch des Klägers 1 gegenüber der Beklagten für
den Monat Juni 2015 Fr. 2'601.30 ([Fr. 46'060.05 / 12 Monate] - Fr. 1'237.05) und für
die Zeit ab 1. Juli 2015 Fr. 46'060.05 pro Jahr. Der Anspruch der Kläger 2 gegenüber
der Beklagten beträgt für den Monat Juni 2015 Fr. 834.30 ([Fr. 14'773.30 / 12 Monate] -
Fr. 396.80) und für die Zeit vom 1. Juli 2015 bis 31. Oktober 2018 Fr. 14'773.30 pro
Jahr.
6.8 Die Kläger haben die Verzinsung der eingeklagten Altersrentenansprüche mit 5%
p.a. seit Klageerhebung gefordert. Im Bereich der beruflichen Vorsorge anerkennt die
Rechtsprechung die Pflicht zur Entrichtung von Verzugszinsen bei verspäteter
Auszahlung eines Alterskapitals oder bei Altersrenten. Enthalten die
Vorsorgereglemente keine Bestimmung über die Höhe des Verzugszinses, beträgt
dieser 5% (Art. 104 Abs. 1 OR). Da das Vorsorgereglement keine Bestimmung zu den
Verzugszinsen enthält, ist wie von den Klägern beantragt von einem Verzugszins von
5% auszugehen. Der Beginn der Zinspflicht richtet sich nach Art. 105 Abs. 1 OR (vgl.
BGE 119 V 133 E. 4), wonach ein Schuldner, der mit der Entrichtung von Renten im
Verzug ist, erst vom Tag der Anhebung der Betreibung oder der gerichtlichen Klage an
Verzugszinsen zu bezahlen hat. Die Kläger haben am 26. November 2014 die Klage
eingeleitet, da die Beklagte kundgetan hat, dass sie keine Rentenleistungen aus der
beruflichen Vorsorge schulde. Folglich schuldet die Beklagte den Klägern für die (ab
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Juni 2015) ausstehenden Leistungen jeweils ab deren Fälligkeit einen Verzugszins von
5% pro Jahr.
7.
7.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Klage gegen die Beklagte teilweise
gutzuheissen. Dem Kläger 1 ist eine Altersrente aus der beruflichen Vorsorge für den
Monat Juni 2015 von Fr. 2'601.30 und ab 1. Juli 2015 in der Höhe von Fr. 46'060.05
pro Jahr jeweils zuzüglich 5% Zins seit Fälligkeit zuzusprechen. Den Klägern 2 sind als
Erben der Verstorbenen Leistungen aus der beruflichen Vorsorge für den Monat Juni
2015 von Fr. 834.30 und ab 1. Juli 2015 bis 31. Oktober 2018 in der Höhe von Fr.
14'773.30 pro Jahr jeweils zuzüglich 5% Zins seit Fälligkeit zuzusprechen.
7.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG).
7.3 Dem Verfahrensausgang entsprechend sind den teilweise obsiegenden Klägern in
Anwendung von Art. 98 Abs. 1 und Art. 98bis des st. gallischen Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRP; sGS 951.1) die Parteikosten von der unterliegenden
Beklagten anteilsmässig zu erstatten. Der Vertreter der Kläger hat keine Honorarnote
eingereicht. Das Honorar beträgt nach Art. 22 Abs. 1 lit. b Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten des Kantons St. Gallen (HonO; sGS 963.75)
pauschal Fr. 1'500.- bis Fr. 15'000.-. Das Versicherungsgericht spricht in BVG-
Prozessen gestützt auf vorgenannte Bestimmung regelmässig eine (ungekürzte)
pauschale Entschädigung zwischen Fr. 2'500.- und Fr. 4'500.- zu. Vorliegend ist als
ausserordentlicher Aufwand zu berücksichtigen, dass nebst dem vorliegenden
Verfahren (BV 2018/15) mit einfachem Schriftenwechsel (Stellungnahmen) auch das
vorangehende Verfahren (BV 2014/13) mit doppeltem Schriftenwechsel und mündlicher
Verhandlung entschädigungsberechtigt ist. Die zu beurteilenden Fragestellungen sind
als komplex und die Aktenlage und diesbezügliche Rechtsprechung als
interpretations-/auslegebedürftig einzustufen. Zudem ist zu berücksichtigen, dass der
Sicherheitsfonds BVG im Verfahren beigeladen wurde, was zu einem umfangreicheren
Schriftenwechsel führte. Da die Kläger jedoch nicht mit allen Anträgen (vollständig)
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durchgedrungen sind (die eingeklagten Altersrenten für die Monate März und April
2013 waren bei Klageeinreichung bereits ausgerichtet, die am 26. November 2014
eingeklagten Renten von insgesamt Fr. 104'532.80 pro Jahr sind deutlich höher als die
zugesprochenen Renten von Fr. 60'833.35 pro Jahr, die Verrechnung der zuviel
bezahlen Renten bis April 2013 von insgesamt Fr. 128'370.- mit den Rentenansprüchen
ab 1. Mai 2013 wurde zugelassen), ist das Honorar ermessensweise auf Fr. 6'000.-
festzusetzten.
7.4 Der beigeladene Sicherheitsfonds BVG beantragte die Ausrichtung einer
Parteientschädigung (act. G 28). Die Beklagte und der beigeladene Sicherheitsfonds
BVG haben als mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betraute Versicherung keinen
Anspruch auf eine Parteientschädigung soweit - wie vorliegend - die Prozessführung
der Gegenpartei nicht als mutwillig oder leichtsinnig zu bezeichnen ist (vgl. BGE 128 V
323, 126 V 143 E. 4b,118 V 150 E. 7, BGE 112 V 356). Der Antrag auf Ausrichtung einer
Parteientschädigung ist deshalb abzuweisen.