Decision ID: c5b35746-57cf-49bc-b485-6daa121f1dae
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Braun, Oberdorfstrasse 6, Postfach,
8887 Mels,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 16. Februar 2006 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an. Sie habe in ihrer Heimat den Beruf einer Coiffeuse erlernt, sei
2002 in die Schweiz gekommen und habe hier in der Gastronomie gearbeitet. Seit
einem Unfall am 12. Februar 2005 leide sie an einer Distorsion des Sprunggelenks mit
unerträglichen Schmerzen. Sie beanspruche Berufsberatung und Umschulung auf eine
neue Tätigkeit (vgl. IV-act. 1).
A.b Einer Arbeitgeberbescheinigung vom 1. März 2006 (IV-act. 10) ist zu entnehmen,
dass die Versicherte vom 1. Dezember 2004 bis 31. März 2005 als Haus- und
Küchenhilfe angestellt gewesen sei und einen Monatslohn von Fr. 3'300.-- erzielt habe.
A.c Am 15. März 2006 reichte die Unfallversicherung die Akten ein. Diesen (act. G 5.2)
war unter anderem zu entnehmen, dass die Versicherte auf einer Treppe gestürzt sei.
Dr. med. B._, FMH Allgemeine Medizin, hatte im Arztzeugnis UVG vom 29. (recte
wohl: 28.) Februar 2005 eine Distorsion des oberen Sprunggelenks (OSG) rechts
diagnostiziert. Als Befund hatte er eine starke Dolenz am medialen und lateralen
Malleolus rechts und ein Hämatom bds. erhoben. Es habe keinen Anhaltspunkt für eine
Fraktur gegeben. Die Versicherte sei ab 14. Februar 2005 für drei bis vier Wochen zu
100 % arbeitsunfähig. Eine MRI-Untersuchung des rechten Rückfusses im Radiologie
Institut im Medizinischen Zentrum Bad Ragaz hatte gemäss Bericht vom 4. April 2005
als Hauptbefund ein deutliches Knochenmarksödem am posteromedialen Talus und
weniger ausgeprägt auch am medialen Malleolus gezeigt. Die Befunde seien gut
passend zu einem Status nach Supinationstrauma. Ausserdem waren der Verdacht auf
geringe posttraumatische Veränderungen zweier Bänder sowie ein deutlicher
Gelenkserguss erhoben worden. Typische Zeichen einer Talusnekrose seien nicht
nachweisbar gewesen. Im ärztlichen Zwischen-/Schlussbericht UVG vom 22. April
2005 hatte die Orthopädie am Kantonalen Spital C._ die Diagnose eines Morbus
Sudeck OSG med. nach Supinationstrauma gestellt und weiterhin eine volle
Arbeitsunfähigkeit bis ca. 15. Mai 2005 attestiert. Dr. med. D._, FMH Innere Medizin,
bei welchem die Versicherte vom 19. bis 26. April 2005 in Behandlung gestanden war,
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hatte dieselbe Diagnose mit dem zusätzlichen Vermerk einer reaktiven Depression
gestellt (Ärztlicher Zwischen-/Schlussbericht UV vom 11. August 2005). Die Klinik für
Chirurgie und Orthopädie am Spital E._ hatte in ihren Berichten vom 5. sowie 28. Juli
2005 den Verdacht auf ein Sinus tarsi-Syndrom rechts diagnostiziert. Die Beweglichkeit
im OSG sei gut, jene im unteren Sprunggelenk (USG) eingeschränkt, weshalb die
Pathologie eher im USG liege. Allenfalls müsste das MRI wiederholt werden (act. G
5.2).
A.d In seinem IV-Arztbericht vom 24. März 2006 (IV-act. 21) gab Dr. med. F._,
Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, an, es liege als Diagnose ein St. n. OSG-
Distorsionstrauma rechts im Februar 2005 bei chronischen, therapieresistenten
Fussbeschwerden, wahrscheinlich im Rahmen einer residuellen Algodystrophie, vor.
Die Versicherte sei infolge der deutlich eingeschränkten Belastbarkeit des Fusses und
der eingeschränkten Gehfähigkeit als Haushalthilfe in einem Bergrestaurant seit dem
12. Februar 2005 zu 100 % arbeitsunfähig. Eine vorwiegend im Sitzen zu verrichtende
Tätigkeit oder eine Tätigkeit ohne erforderliche längere Gehstrecken und mit nur
leichten Belastungen wäre zu 100 % möglich. - Der Arzt legte verschiedene weitere
Berichte bei. Am 24. August 2005 war im Institut für Radiologie am Spital E._ eine
weitere MRI-Untersuchung des OSG durchgeführt worden. Es hatten sich gemäss
Bericht vom gleichen Tag keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer osteochondralen
Läsion gezeigt. Ossär hatte sich ein unauffälliger Befund ergeben. Das am 4. April 2005
beschriebene Knochenmarksödem war nicht mehr erkennbar gewesen. Im Bereich des
Ligamentum fibulotalare anterius hatte sich wiederum eine diskrete Signalanhebung,
am ehesten als Zustand nach Zerrung zu beurteilen, gezeigt. Die übrigen
Bandstrukturen hatten eine unauffällige Darstellung präsentiert. Im Sinus tarsi hatte
sich eine diskrete Signalanhebung gezeigt; ein Reizzustand war hier nicht
ausgeschlossen worden (vgl. IV-act. 21-8). Im Auftrag der zuständigen
Unfallversicherung hatten Dr. med. G._, Allgemein- und Unfallchirurgie, und Dr. med.
H._, FMH Allgemeine Medizin, am Spital I._ eine vertrauensärztliche Untersuchung
durchgeführt. Im Bericht vom 8. September 2005 war die Diagnose eines Status nach
Distorsionstrauma im rechten OSG mit Zerrung des medialen wie lateralen
Seitenbandapparats und anhaltender Beschwerdesymptomatik bei Verdacht auf
Morbus Sudeck gestellt worden. Das Beschwerdebild habe sich nach Angaben der
Versicherten in den letzten Wochen etwas verbessert. Zurzeit sei noch von einer
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Arbeitsunfähigkeit von 100 % in der Tätigkeit als Haushalthilfe auszugehen. Ab
3. Oktober 2005 sei eine Arbeitsaufnahme zu 50 % zu empfehlen. Ab 31. Oktober 2005
sollte wieder eine volle Arbeitsfähigkeit möglich sein (vgl. IV-act. 21-9 ff.). Das Zentrum
für Fusschirurgie an der Schulthess Klinik hatte am 7. Dezember 2005 berichtet, die
persistierende Symptomatik erinnere an eine algodystrophe Situation. Es sei eine 3-
Phasen-Skelettszintigraphie zu machen und schliesslich wahrscheinlich konsequent
auf M. Sudeck zu behandeln. Die Arbeitsunfähigkeit von 100 % müsse weiterhin
attestiert werden, da die Versicherte glaubhaft versichere, den Fuss nicht für eine
ganztägige Arbeit im Stehen belasten zu können (vgl. IV-act. 21-17 f.). Das Ergebnis
einer am 5. Januar 2006 durchgeführten szintigraphischen Untersuchung war gemäss
dem Bericht der Klinik für Nuklearmedizin am Kantonsspital St. Gallen vom 6. Januar
2006 unauffällig gewesen. Es hatte kein Korrelat zu den Beschwerden der Versicherten
an den Unterschenkeln und Füssen gefunden werden können (vgl. IV-act. 21-7).
Sodann hatte Dr. med. J._, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
mit Bericht vom 20. Februar 2006 therapieresistente Fussbeschwerden rechts nach
OSG-Distorsion 02/05, wahrscheinlich im Rahmen einer residuellen Algodystrophie,
diagnostiziert (vgl. IV-act. 21-14 f.).
A.e Am 26. Mai 2006 (IV-act. 26) teilte die Unfallversicherung mit, sie habe erneut eine
Untersuchung der Versicherten bei Dr. G._ veranlasst. Diese habe eine
Teilarbeitsfähigkeit ergeben, weshalb die Invalidenversicherung ersucht werde, den
Anspruch auf Berufsberatung und/oder Arbeitsvermittlung festzulegen. - Dr. G._
hatte am 17. Mai 2006 berichtet, er habe nochmals eine eingehende
vertrauensärztliche Untersuchung durchgeführt. Es liege ein residuelles
Algodystrophiesyndrom am rechten Fuss bei Zustand nach Distorsionstrauma mit
chronischem Schmerzzustand und Einschränkung der Funktion im oberen und unteren
Sprunggelenk vor. Die Versicherte sei in ihrer angestammten Tätigkeit nach wie vor zu
100 % arbeitsunfähig. Es komme für sie (zumindest aktuell) nur noch eine (nicht zu
schwere) manuelle Tätigkeit in vorwiegend sitzender Position, mit gelegentlichem
Stehen und kurzem Gehen, ohne Heben und Tragen von Lasten in Frage. Alle 45 bis
60 Minuten müsste sie eine Pause einlegen können. In einer solchen Tätigkeit sei
zurzeit eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit gegeben, doch sollte eventuell mit nur 30 %
Arbeitstätigkeit begonnen werden. Die Versicherte bedürfe unbedingt der
professionellen Hilfe bei der Arbeitsplatzsuche und -gestaltung. In den nächsten
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Monaten sei mit einer gewissen Adaptation an ihr Schmerzsyndrom noch zu rechnen,
ausserdem sei allenfalls nochmals eine Serie pulsierender Signaltherapie bei Dr. J._
sinnvoll (act. G 5.2).
A.f Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung hielt am 18. Juli
2006 (IV-act. 30) dafür, zunächst von einer Arbeitsfähigkeit in adaptierter Arbeit von
mindestens 50 % auszugehen und die Situation neu zu beurteilen, falls ein
entsprechender Arbeitsversuch misslingen sollte.
A.g Die Unfallversicherung reichte am 15. November 2006 Akten des Spitals L._ ein.
Einer Aktennotiz (IV-act. 32-2) war unter anderem zu entnehmen, dass sich gemäss
Dr. med. K._, Orthopädische Klinik, seit Mai 2006 eine Verschlechterung eingestellt
habe. Eine Ruhigstellung des Fusses während vier Wochen habe keinen Erfolg
gebracht. Eine Arbeitsfähigkeit von 50 % sei vorläufig noch nicht gegeben. In einem
Bericht vom 3. November 2006 war als Diagnose ein hoher Verdacht auf sudeckoide
Reaktion nach Status nach Distorsionstrauma OSG rechts am 12.2.05 mit chronischen
therapieresistenten Schmerzen angegeben worden.
A.h Die IV-Eingliederungsberatung wurde in der Folge wegen dieser vollen
Arbeitsunfähigkeit während der neuen Therapie am 23. November 2006
abgeschlossen.
A.i In einem Verlaufsbericht vom 22. Januar 2007 (IV-act. 36) benannte das Spital
L._ als Diagnosen einen Status nach Distorsionstrauma OSG rechts am 12.2.05 mit
chronischem therapieresistentem Schmerzsyndrom, DD: Beginnender Morbus Sudeck,
psychosomatische Überlagerung. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei ein
depressives Zustandsbild. Zurzeit bestehe keine Arbeitsfähigkeit. Am 16. Januar 2007
sei eine Neurolyse erfolgt. Der Verlauf bleibe abzuwarten.
A.j Das Spital L._ berichtete am 1. Mai 2007 (IV-act. 40-2) von einer nur diskreten
Schmerzverbesserung (kaum mehr Ruheschmerzen, aber nach wie vor
belastungsabhängige Schmerzen; ausserdem nach wie vor ein deutlicher
Temperaturunterschied).
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A.k Nachdem ein dritter Untersuchungsbericht von Dr. G._ vom 2. März 2007
erstellt worden und die Unfallversicherung von einem Wegfall der unfallbedingten
Beeinträchtigung ausgegangen war, schlug der RAD am 10. Mai 2007 (IV-act. 41) eine
MEDAS-Begutachtung vor. - Dr. G._ hatte im Bericht vom 2. März 2007 festgehalten,
es bestünden (erstens) ein chronisches Schmerzsyndrom am rechten Bein unklarer
Ätiologie, DD: Symptomausweitung, Somatisierungsstörung oder Status nach Morbus
Sudeck, (zweitens) eine leichte depressive Verstimmung, (drittens) ein Status nach
Distorsionstrauma OSG rechts im Februar 2005 und (viertens) eine Lumbalgie unklarer
Ätiologie, DD: degenerativ oder im Rahmen der Somatisierungsstörung. Die Versicherte
sei in allen Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig (vgl. act. G 5.2).
A.l Im polydisziplinären Gutachten der MEDAS am Inselspital Bern vom 17.
Dezember 2007 wurde als Hauptdiagnose eine persistierende venolymphatische
Abflussstörung am rechten Unterschenkel nach Distorsionsverletzung des rechten
Sprunggelenks bei Complex regional pain syndrome [CRPS] benannt. Die Versicherte
sei in ihrer bisherigen Tätigkeit seit dem Ereignis vom 12. Februar 2005 arbeitsunfähig,
denn sie könne ohne Gehhilfen weder stehen noch gehen. Sie könne während acht bis
neun Stunden sitzend arbeiten. Die Leistungsfähigkeit sei derzeit um ca. 30 %
eingeschränkt. Es sei erforderlich, dass ihr von Seiten der Vorgesetzten und Mitarbeiter
ein gewisses Verständnis entgegengebracht werde, weil ihr behutsam beizubringen sei,
dass sie trotz der Beschwerden arbeiten könne (vgl. IV-act. 51 bis 54).
A.m Daraufhin stellte die IV-Stelle des Kantons St. Gallen der Versicherten mit
Vorbescheid vom 1. Februar 2008 in Aussicht, das Leistungsgesuch abzuweisen, da
sich aufgrund des ermittelten Invaliditätsgrades von 30 % (Valideneinkommen
Fr. 40'075.--; Invalideneinkommen Fr. 28'053.--) kein Rentenanspruch ergebe (vgl. IV-
act. 61, 63). Weiter wurde mit einer Mitteilung gleichen Datums das Gesuch um
Arbeitsvermittlung abgewiesen. Die Versicherte fühle sich - insbesondere gemäss dem
psychiatrischen Teilgutachten - nicht genügend motiviert, die Restarbeitsfähigkeit
umzusetzen. Eingliederungsbemühungen seien daher nicht möglich (vgl. IV-act. 62).
A.n Am 28. Februar 2008 liess die Versicherte Einwand erheben und (nebst der
unentgeltlichen Vertretung) beantragen, es sei ihr ab Februar 2006 eine Invalidenrente
zuzusprechen. Eventualiter seien vorgängig nochmals die beantragten beruflichen
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Massnahmen zu prüfen. Im April 2007 habe das Kantonsspital St. Gallen, wie den
Beilagen zu entnehmen sei, eine schmerztherapeutische Beurteilung der Versicherten
vorgenommen. Sie sei daraufhin in die interdisziplinäre Sprechstunde aufgenommen
worden und inzwischen sei eine intensive Therapie eingeleitet worden, die noch
andauere. Das MEDAS-Gutachten habe sich damit nicht auseinander gesetzt und sei
somit unvollständig und nicht aktuell. Sein Ergebnis sei ausserdem nicht
nachvollziehbar begründet (vgl. IV-act 67). - Einem beigelegten Bericht des
Departements Interdisziplinäre medizinische Dienste, Palliativzentrum, am
Kantonsspital St. Gallen vom 28. Dezember 2007 (IV-act. 68-6) etwa war unter
anderem zu entnehmen, dass die durch sie bewerkstelligte internistische
Schmerztherapie neben der Behandlung auf der Abteilung für Neurochirurgie am
Kantonsspital St. Gallen und auf der Orthopädischen Klinik am Spital L._ stattfinde.
Für die weitere Verlaufsbeurteilung sei eine Bildgebung mittels Kernspintomographie
bei bekannter Spinalkanalstenose auf Höhe C4/5 notwendig. In einem Bericht vom
27. Juni 2007 hatte das Palliativzentrum als Diagnose ein chronifiziertes
Schmerzsyndrom rechtes Bein bezeichnet, bei V.a. CRPS, insbesondere OSG/Fuss
sowie dorsaler Oberschenkel rechts, St. n. OSG-Supinationstrauma 2005, St. n.
Neurolyse Sympathikus L3/4 (Bern, 08.01.07), zunehmender Sensibilisierung,
vorwiegend neuropathischem Schmerzcharakter und psychosozialer Belastungs
situation.
A.o Mit Schreiben vom 4. März 2008 teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, sie habe
sich in der Zwischenzeit so gut erholt, dass sie die beruflichen Eingliederungs
massnahmen der IV nun gerne in Anspruch nehme (IV-act. 73).
A.p Der RAD schlug am 3. April 2008 (IV-act. 75) vor, ein Zeugnis bei dem offenbar
inzwischen psychiatrisch behandelnden Arzt einzuholen. Am 28. April 2008 (IV-act. 79)
sah der RAD davon ab, weil eine solche Behandlung nicht stattgefunden habe.
A.q Am 29. April 2008 (IV-act. 80) verfügte die IV-Stelle im Sinn des Vorbescheids und
wies das Leistungsgesuch um eine Rente ab. Bei einem Invaliditätsgrad von 30 %
bestehe kein Rentenanspruch. Die mit den Berichten des Kantonsspitals St. Gallen
geltend gemachte Verschlechterung sei nicht nachvollziehbar.
B.
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Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Braun für die
Betroffene am 21./22. Mai 2008 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter der Be
schwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der Be
schwerdeführerin sei ab Februar 2006 eine Invalidenrente zuzusprechen, eventualiter
seien vorgängig die laufenden beruflichen Massnahmen abzuwarten. Ausserdem sei
der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und der
unterzeichnende Rechtsanwalt als Vertreter zu bestellen. In der
Unfallversicherungssache sei ebenfalls eine Beschwerde hängig. Die
Beschwerdegegnerin stütze sich zu Unrecht auf das MEDAS-Gutachten vom
17. Dezember 2007. Dieses sei nicht in Kenntnis aller relevanten Vorakten erstellt
worden; es berücksichtige lediglich die Akten bis Mai 2007. Obwohl im letzten Bericht
des Spitals L._ auf die Überweisung an die Schmerzsprechstunde am Kantonsspital
St. Gallen hingewiesen worden sei, seien keine entsprechenden Unterlagen eingeholt
worden. Die intensive Therapie am Kantonsspital St. Gallen dauere an. Die ursprünglich
empfohlene psychiatrische Begleitung sei nicht zustande gekommen. Mittlerweile habe
sich die Situation aber so stabilisiert, dass die Empfehlung nicht mehr aufrechterhalten
worden sei. Im MEDAS-Gutachten würden die Beschwerden ferner zu Unrecht auf eine
persistierende venolymphatische Abflussstörung am rechten Unterschenkel reduziert.
Im Gutachten selbst werde - wie im Kantonsspital St. Gallen - auch ein komplexes
regionales Schmerzsyndrom (CRPS) diagnostiziert, doch erfolge keine weitere
Auseinandersetzung mit dieser Diagnose. Für die Bewertung dieses Leidens sei
entscheidend, ob tatsächlich dystrophe Störungen vorlägen. Eine Komorbidität mit
psychischen Störungen sei bei den von CRPS (im Übrigen gleichbedeutend mit
Algodystrophie und Morbus Sudeck) Betroffenen häufig. Das Gutachten vermöge die
postulierte Leistungseinschränkung von 20 bis 30 % nicht nachvollziehbar zu
begründen. Es habe inzwischen eine Besprechung mit der Eingliederungsberaterin
stattgefunden. Es sei noch offen, ob die Erwerbsfähigkeit durch
Eingliederungsmassnahmen verbessert werden könne. Schliesslich rechtfertige sich
zur Bemessung des Invalideneinkommens ein Abzug von mindestens 15 %.
C.
C.a Am 23. Mai 2008 ist das vorliegende Verfahren bis zum Vorliegen des rechts
kräftigen Entscheids im UV-Verfahren sistiert worden (act. G 2). - Die
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Unfallversicherung hatte mit Verfügung vom 4. Juni 2007 ihre Leistungen mit Wirkung
ab 28. Februar 2007 eingestellt. Dagegen hatte die Beschwerdeführerin am 3. Juli 2007
Einsprache (vgl. act. G 5.2) und gegen den Einspracheentscheid vom 10. April 2008 am
6. Mai 2008 Beschwerde beim Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen erheben
lassen.
C.b Am 21. September 2009 hat der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin unter
Beilage des Bundesgerichtsurteils vom 10. September 2009 mitgeteilt, die UV-Sache
sei inzwischen rechtskräftig erledigt. - Das Versicherungsgericht des Kantons St.
Gallen hatte mit UV-Entscheid vom 5. März 2009 die Beschwerde der
Beschwerdeführerin gutgeheissen und den Einspracheentscheid aufgehoben; die
Unfallversicherung habe über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung hinaus die
gesetzlichen Versicherungsleistungen zu erbringen. Gegen dieses Urteil hatte die
Unfallversicherung Beschwerde beim Bundesgericht erhoben, welches sie mit Urteil
vom 10. September 2009 abgewiesen hat. In der Folge ist die Sistierung betreffend das
IV-Verfahren am 22. September 2009 aufgehoben worden (act. G 4).
D.
Mit Beschwerdeantwort vom 29. Oktober/2. November 2009 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Wie das Bundesgericht
festhalte, sei der Beschwerdeführerin eine Tätigkeit im Sitzen mit einem zeitlichen
Normalarbeitspensum bei einer um 30 % eingeschränkten Leistungsfähigkeit
zumutbar. Es sei nicht einzusehen, weshalb das MEDAS-Gutachten nicht massgebend
sein sollte. Die Gutachter hätten sich sehr wohl mit dem komplexen regionalen
Schmerzsyndrom auseinandergesetzt, handle es sich doch um die einzige gestellte
Diagnose. Der vom Hausarzt 2006 verwendete Begriff der Algodystrophie sei ein
Synonym für CRPS. Sie (die Beschwerdegegnerin) brauche der Beschwerdeführerin
nicht nachzuweisen, dass sie gesund sei oder dass sie arbeiten könne. Es dürfe, wenn
die Beschwerdeführerin eine Stunde lang ohne Verschlechterung sitzen könne, eine
längere zumutbare Sitzdauer angenommen werden. Es sei eine Einschränkung von
maximal 30 % zu berücksichtigen. Die Anrechnung eines Leidensabzuges sei nicht
zulässig. Die Beschwerdeführerin habe keinen Rentenanspruch. - Die Akten enthalten
unter anderem einen Abklärungsbericht Verzahnungsprogramm vom 17. Juli 2008 samt
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Beilagen (IV-act. 93), wonach die Beschwerdeführerin vom 26. Mai bis 17. Juli 2008 in
Abklärung gestanden habe. Für das starke Schmerzempfinden am Fuss habe die
Beschwerdeführerin nicht das Arbeiten im Programm, sondern den umständlichen
Arbeitsweg verantwortlich gemacht. Ergonomisches Arbeiten (mit optimaler
Arbeitshöhe, Wechselbelastung, Bein Hochlagern, zusätzlichen Pausen usw.) sei stets
möglich gewesen. Die Beschwerdeführerin könne während einer bis zwei Stunden
ohne Pause in sitzender Position leichte Arbeiten ausführen. Von den 39 Arbeitstagen
habe sie allerdings nur 9.5 geleistet. Die Abwesenheiten seien auf Krankheit, Therapie
und unentschuldigte Krankheitsabsenzen zurückzuführen gewesen. Eine Tätigkeit in
der freien Wirtschaft sei zurzeit nicht vorstellbar; hierzu müssten der
Gesundheitszustand und das Durchhaltevermögen markant gesteigert werden.
E.
Am 2. November 2009 wurde dem Antrag auf unentgeltliche Prozessführung (Befreiung
von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung)
entsprochen.
F.
In der Replik vom 18. November 2009 bringt der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin vor, das Bundesgericht habe in deren Verfahren gegen die
Unfallversicherung lediglich festgehalten, dass sich in den medizinischen Akten
teilweise widersprüchliche Angaben zur Arbeitsfähigkeit befänden. Die Einschränkung
der Leistungsfähigkeit als solche sei nicht Gegenstand der Beschwerde gewesen.
Nach (beigelegten) Angaben der (auch psychotherapeutisch) behandelnden Ärztin
Dr. med. M._ vom 31. Juli 2009 und vom 30. September 2009 sei die Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin seit Oktober 2008 nicht konstant gewesen. Die
Unfallversicherung habe nun einen Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik N._
bewilligt, der am 28. Oktober 2009 begonnen habe. Von Mai bis Juli 2008 habe eine
berufliche Abklärung stattgefunden, von September 2008 bis März 2009 sei die
Beschwerdeführerin in einem Einsatzprogramm gewesen. Gemäss dem Ergebnis
könne man sich eine Tätigkeit der Beschwerdeführerin in der freien Wirtschaft nicht
vorstellen. Ihr Gesundheitszustand und ihr Durchhaltevermögen müssten sich hierzu
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markant steigern. Trotzdem versuche sie, eine 50 %-Stelle zu finden. Schliesslich lehne
die Beschwerdegegnerin einen Leidensabzug zu Unrecht ab. Die Beschwerdeführerin
könne nur noch Tätigkeiten im Sitzen ausüben und sei auf die Möglichkeit von
Positionswechseln angewiesen.
G.
Mit Schreiben vom 25. November 2009 verzichtet die Beschwerdegegnerin
sinngemäss auf das Einreichen einer Duplik.
H.
Auf Ersuchen reicht der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am 3. Mai 2011 den
Austrittsbericht der Klinik N._ vom 2. Dezember 2009 ein. - Die Beschwerdeführerin
hatte sich danach in der Zeit vom 28. Oktober 2009 bis zum 17. November 2009
stationär dort aufgehalten. Die Ärzte der Klinik hatten als Diagnosen angegeben
(erstens) ein chronisches lokales Weichteilschmerzsyndrom bei V.a. CRPS I 2005,
OSG-Distorsion 02/2005 und Neurolyse Sympathicus L3 - L4 (in Bern am 08.01.2007),
(zweitens) eine Depression mit somatoformer Störung, laut auswärtigen Befunden, hier
orts aktuell nicht bestätigt, (drittens) eine chronische Otitis media und (viertens) eine
latente Tuberkulose. Nach dem Aufenthalt spreche aus rheumatologischer Sicht nichts
gegen das bisherige 50 %ige Arbeitspensum; zur genauen Beurteilung müsste eine
Begutachtung stattfinden.
I.
Die Beschwerdegegnerin hat sinngemäss auf eine Stellungnahme verzichtet.

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die
Beschwerdegegnerin hat die angefochtene Verfügung am 29. April 2008, also unter der
Geltung des Rechts dieser Revision, erlassen. Zu beurteilen ist der Sachverhalt, wie er
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sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses dieser Verfügung entwickelt hat. Dieser
Sachverhalt reicht in eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision zurück. Die 5. IV-
Revision enthält keine die Rente betreffende übergangsrechtliche Bestimmung. Das
Bundesamt für Sozialversicherungen unterstellt aber zu Recht eine
ausfüllungsbedürftige Lücke (vgl. das Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007).
Die Definition der Sachverhalte, auf die noch altes Recht anwendbar sein soll, sollte
durch ein materiellrechtliches, unbeeinflussbares Merkmal erfolgen. In Frage kommen
der Zeitpunkt der Entstehung des Auszahlungsanspruchs oder der Eintritt des
Versicherungsfalls, beide definiert nach dem alten, ausser Kraft getretenen Recht (zum
Ganzen im Detail der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S
M. vom 28. Oktober 2009, IV 2009/5). Bezüglich des Rentenbeginns sind deshalb
vorliegend angesichts der IV-Anmeldung vom 16. Februar 2006 und des Eintritts der
Arbeitsunfähigkeit im Februar 2005 die bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen
Bestimmungen (im Folgenden angeführt) anzuwenden. Für die Invaliditätsbemessung
hat sich indessen materiell keine Änderung der Rechtslage ergeben.
1.2 Mit der angefochtenen Verfügung vom 29. April 2008 hat die
Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin abgelehnt. Die
Beschwerdeführerin lässt in diesem Verfahren - anders als noch im
Verwaltungsverfahren - einzig Rentenleistungen beantragen. Streitig ist daher zunächst
ein Rentenanspruch. Ergäbe sich allerdings, dass ohne Eingliederungsmassnahmen ein
solcher Anspruch in Frage steht, so gehörte zum Streitgegenstand notwendigerweise
auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet
und eine allfällige Pflicht der Beschwerdeführerin zu Massnahmen korrekt in Anspruch
genommen habe. Im Übrigen hat die Beschwerdegegnerin nach Erlass der
Rentenverfügung eine berufliche Abklärung der Beschwerdeführerin durchführen
lassen.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente,
wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
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50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Für die Invaliditätsbemessung, welche das Mass der Zurücksetzung der
erwerblichen Leistungsfähigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigung ergeben soll,
sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen von Bedeutung. Aufgabe des Arztes
oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beschreiben und dazu Stellung zu
nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person
arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in der Folge eine wichtige Grundlage
für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch
zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte
Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch tatsächlich ausübt, ist für die
Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046 des vom Bundesamt für
Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in
der Invalidenversicherung = KSIH).
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin stützt sich auf das Ergebnis der Begutachtung des
Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin durch die MEDAS am Inselspital Bern. -
Gemäss dem orthopädischen Zusatzgutachten bestand am rechten Bein eine
ödematöse Schwellung des distalen Unterschenkels mit lebhaftem Palpationsschmerz
über der distalen Facies medialis der Tibia. Die Beweglichkeit in den Abschnitten des
rechten oberen und der unteren Sprunggelenksabschnitte rechts sei im Vergleich zur
linken Gegenseite nur gering messbar eingeschränkt, jedoch sei die Bewegung
endphasig jeweils schmerzhaft. Die Beschwerdeführerin sei in Folge ihrer
persistierenden Unterschenkelbeschwerden rechts in ihrer Arbeitsfähigkeit aus
orthopädischer Sicht noch beeinträchtigt. Tätigkeiten im Stehen oder mit häufigem
Umhergehen - wie in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Küchenhilfe in einem Hotel -
seien ihr nicht zumutbar. Angepasst wäre eine überwiegend im Sitzen zu verrichtende
Arbeit mit der Möglichkeit zur Wechselbelastung. Dort sei die (wohl zeitlich betrachtete)
Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt, es resultiere aber eine Minderung der
Leistungsfähigkeit von vorerst 30 %. Von einer weiteren Besserung werde
ausgegangen. Eine Re-Evaluation empfehle sich nach Ablauf von etwa einem Jahr (IV-
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act. 54). - Aus psychiatrischer Sicht ergab sich keine krankheitswerte Störung. Eine
psychiatrische kausalitätsbegründende Morbidität als Grundlage für die chronischen
Schmerzen könne ausgeschlossen werden. Störungsspezifische psychische
Symptome würden nicht angegeben. Der psychische Befund sei in allen Qualitäten
regelrecht. Eine klassische unbewusste Konfliktkonstellation sei nicht eruierbar. Die
Kriterien für eine somatoforme Schmerzstörung gemäss ICD-10 seien nicht erfüllt. Es
ergebe sich keine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit aus
psychiatrischen Gründen (IV-act. 52). - Neurologisch wurde die Diagnose einer
sympathischen Reflexdystrophie des rechten Sprunggelenkes (CRPS) gestellt.
Anlässlich der klinisch-neurologischen Untersuchung hätten sich eine auffällige
Abkühlung der rechten distalen unteren Extremität mit Betonung im
Sprunggelenksbereich und ausserdem eine leichte bläulich-livide Verfärbung sowie
eine geringfügige teigige Schwellung im Bereich des rechten Sprunggelenks gefunden.
Die neurologische Begutachtung habe keinen wegweisenden neurologischen Herd
oder Seitenbefund ergeben, auch keinen Anhaltspunkt für eine neurologische
Systemerkrankung. Wegen des chronischen Schmerzsyndroms sei die
Beschwerdeführerin aus neurologischer Optik in ihrer Arbeits- und Leistungsfähigkeit
beeinträchtigt; sie könne lediglich Tätigkeiten im Sitzen ausüben. Für solche Tätigkeiten
bestehe allerdings ein vollschichtiges arbeitstägliches regelmässiges Arbeitsvermögen
von 8.5 Stunden. Dabei seien wegen der chronischen Schmerzwahrnehmung allerdings
Einschränkungen der Leistungsfähigkeit um 20 % anzunehmen (IV-act. 53). - In der
gutachterlichen Gesamtbeurteilung schliesslich wurde festgehalten, die
Beschwerdeführerin leide an einer Störung des venösen und lymphatischen
Rückflusses im Bereich des rechten Unterschenkels. Es bestehe eine Diskrepanz
zwischen den objektiven Befunden und den subjektiven Beschwerden. Schwere
objektivierbare Veränderungen hätten nicht gefunden werden können. Wohl betone die
Beschwerdeführerin immer wieder, wie heftig die Schmerzen seien, diese liessen sich
aber nicht materialisieren. Die Beschwerdeführerin sei auf die Schmerzen fixiert. Man
gewinne den Eindruck, dass sie trotz Physiotherapie davon überzeugt sei, ihre
Schmerzen liessen sich nicht vermindern. Eine validierte somatoforme Schmerzstörung
lasse sich gemäss psychiatrischem Gutachten jedoch nicht darstellen. Die
Beschwerdeführerin sei in der Lage, das Schmerzbild so weit zu beherrschen, dass sie
arbeitsfähig wäre. Die bisherige Tätigkeit sei ihr nicht mehr zumutbar. Der Grad der
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Arbeitsfähigkeit habe sich seit dem Ereignis vom 12. Februar 2005 nicht verändert. Die
Beschwerdeführerin könne trotz der Beschwerden sitzend arbeiten, und zwar
vollzeitlich, aber mit um ca. 30 % eingeschränkter Leistungsfähigkeit (vgl. IV-act. 51).
3.2 Daneben liegen im Wesentlichen Berichte von Dr. G._, des Zentrums für
Fusschirurgie an der Schulthess Klinik, von Dr. J._, von Dr. F._, des Spitals L._
und des Palliativzentrums am Kantonsspital St. Gallen vor, aus der Zeit nach Erlass der
angefochtenen Verfügung ferner Berichte von Dr. M._ und der Klinik N._.
3.3 Was die Befunde und Diagnosen betrifft, lässt sich weitgehend Übereinstimmung
der ärztlichen Beurteilungen feststellen, was darauf hindeutet, dass ein im Zeitablauf im
Wesentlichen unveränderter Sachverhalt vorliegt. Was die zumutbare Arbeitsfähigkeit
betrifft, hatte Dr. G._, welcher drei diesbezügliche Beurteilungen abgegeben hat, in
der ersten vom September 2005 eine volle Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
attestiert, war aber davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin in Kürze (ab
November 2005) wieder voll arbeitsfähig sein werde. In der zweiten Beurteilung im Mai
2006 nahm er eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in adaptierter Tätigkeit an und rechnete
wiederum noch mit einer Verbesserung durch Adaptation. In der dritten Beurteilung
vom März 2007 bescheinigte er der Beschwerdeführerin eine volle Arbeitsunfähigkeit
auch in adaptierter Tätigkeit. Diese unterschiedlichen Arbeitsfähigkeitsschätzungen des
für die Unfallversicherung beurteilenden Arztes sind nach der Aktenlage allerdings nicht
als Ausdruck einer Entwicklung des Sachverhalts im zeitlichen Ablauf zu verstehen.
Eine relevante Veränderung des Sachverhalts kann auch mit den Angaben des Spitals
L._ gemäss der Aktennotiz vom 14. November 2006 nicht belegt werden, obwohl
dort von einer Verschlechterung seit Mai 2006 die Rede war. Im Gutachten wurde denn
auch keine Veränderung des Sachverhalts während des beurteilten Zeitraums
beschrieben.
3.4 Aus den medizinischen Unterlagen ergibt sich zunächst, dass eine Tätigkeit im
Stehen für die Beschwerdeführerin ungeeignet ist, wie es das Gutachten festgestellt
hatte. Auch das Attest einer vollen Arbeitsunfähigkeit durch das Zentrum für
Fusschirurgie an der Schulthess Klinik bezog sich wohl auf eine ganztägig im Stehen
zu bewältigende Tätigkeit. Dr. G._ war wie erwähnt in der zweiten und dritten
Beurteilung ebenfalls von einer vollen diesbezüglichen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen.
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3.5 Hingegen liegen die Einschätzungen zur Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit
weit auseinander: Dr. F._ hatte eine solche Arbeit im März 2006 als zumutbar
bezeichnet. Im Spital L._ wurde der Beschwerdeführerin im November 2006 und
Januar 2007 eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. Dr. G._ erklärte wie erwähnt im
März 2007 ebenfalls, die Beschwerdeführerin sei zu 100 % arbeitsunfähig. Die MEDAS-
Gutachter hielten im Dezember 2007 dagegen wiederum ein volles Pensum in adap
tierter Tätigkeit mit einer Leistungseinbusse von 30 % für zumutbar. Die Klinik N._
hat eineinhalb Jahre nach dem (für die Beurteilung massgeblichen) Verfügungserlass
keine endgültige Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben, aber festgehalten, aus
rheumatologischer Sicht spreche nichts gegen das bisherige Arbeitspensum von 50 %.
4.
4.1 Das Gutachten vom 17. Dezember 2007 wurde in Kenntnis der bezeichneten
Vorakten und nach Erfragen der Anamnese und der geklagten Beschwerden erstellt. Es
basiert ausserdem auf einer klinischen Untersuchung der Beschwerdeführerin sowie
einem orthopädischen, einem psychiatrischen und einem neurologischen
Zusatzgutachten. Die entsprechenden Untersuchungen erfolgten im September 2007.
4.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, das MEDAS-Gutachten sei nicht in
Kenntnis aller relevanten Vorakten erstellt worden. Es seien nur Akten bis Mai 2007
berücksichtigt worden. - Im Gutachten vom 17. Dezember 2007 sind tatsächlich das
Schreiben der Interdisziplinären Schmerzsprechstunde am Kantonsspital St. Gallen
vom 16. April 2007 und der Bericht des dortigen Palliativzentrums vom 27. Juni 2007
nicht aufgeführt (vgl. IV-act. 51, act. 68). Es ist daher davon auszugehen, dass den
Gutachtern diese Unterlagen nicht vorgelegen hatten. Eine Auseinandersetzung mit
den im Bericht vom 27. Juni 2007 genannten Diagnosen und Befunden - das Schreiben
vom 16. April 2007 hat als blosse Bestätigung der Aufnahme der Beschwerdeführerin
in die schmerztherapeutische Sprechstunde keine eigene Bedeutung - konnte daher
nicht erfolgen. Die Krankengeschichte der Beschwerdeführerin liess sich indessen
aufgrund der umfangreichen Vorakten auch ohne den Bericht vom 27. Juni 2007
hinreichend klären. Ausserdem weist dieser bezüglich der Diagnose wie auch der
Befunde inhaltlich keine neuen Aspekte aus. Dem Beweiswert des Gutachtens ist das
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Fehlen der Kenntnis und der Auseinandersetzung mit diesem einen Arztbericht deshalb
nicht abträglich.
4.3 Dass im Gutachten eine Auseinandersetzung mit der Diagnose des komplexen
regionalen Schmerzsyndroms (CRPS) fehle, ist nicht zu bestätigen, handelt es sich
doch um das im entsprechenden Zusatzgutachten herausgearbeitete und
differenzialdiagnostisch begründete Ergebnis der neurologischen Abklärung. Die
polydisziplinär festgelegte Leistungseinschränkung von ca. 30 % in einer adaptierten
Tätigkeit erscheint ausreichend nachvollziehbar begründet. Dass eine Tätigkeit in
sitzender Position zumutbar sei, wurde damit begründet, dass die Beschwerdeführerin
während der Aufnahme der Anamnese eine Stunde ruhig sitzend habe verbringen
können, ohne dass sich die Beschwerden vermehrt hätten, und dass sie (auch im
Krankenstand) Handarbeiten mache und lese. Die Schlussfolgerung einer
Teilarbeitsfähigkeit in einer dem Leiden angepassten Tätigkeit erscheint überzeugender
als das Attest einer vollen Arbeitsunfähigkeit auch in solcher Arbeit. Auch der
behandelnde Arzt Dr. F._ hatte wie erwähnt im März 2006 angenommen, eine solche
Tätigkeit sei zumutbar. Demgegenüber scheinen die Beurteilungen von Dr. G._
weniger die objektive Zumutbarkeit einer Arbeitstätigkeit trotz Schmerzen als den
Umstand der langdauernden Schmerzsituation der Beschwerdeführerin in den
Vordergrund zu stellen. Der Arzt hat im Mai 2006 einen im Vergleich zu September
2005 befundmässig unveränderten Zustand festgestellt, die Arbeitsfähigkeit in
adaptierter Tätigkeit aber auf 50 % geschätzt. Im ersten Zeitpunkt hatte er noch mit
einer 50- bzw. 100-prozentigen Arbeitsfähigkeit selbst in der bisherigen Tätigkeit
gerechnet. Nach Angaben vom Mai 2006 nahm die Beschwerdeführerin damals keine
Medikamente mehr ein und stand in keiner Therapie. Im dritten Bericht vom März 2007
hielt Dr. G._ dafür, die Beschwerden könnten keinem objektivierbaren organischen
Substrat zugeordnet werden. Alle Untersuchungen seien ohne Nachweis von
morphologischen oder strukturellen Veränderungen am rechten Fuss verlaufen. Die
Veränderungen seien vollständig abgeheilt. Das Schmerzsyndrom sei vorwiegend auf
psychische Faktoren zurückzuführen. Der Chirurg schloss, das Schmerzsyndrom
bewirke eine volle Arbeitsunfähigkeit, wobei mit einer Verbesserung in absehbarer Zeit
nicht zu rechnen sei. Der psychiatrische Aspekt wurde allerdings im Gutachten
fachärztlich untersucht und es wurde diesbezüglich kein die Arbeitsfähigkeit
einschränkendes Leiden erhoben. Die Arbeitsunfähigkeitsschätzungen des Spitals
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L._ schliesslich wurden in einer Behandlungssituation abgegeben und ebenfalls mit
der Schmerzsituation begründet.
4.4 Auch die Beurteilung durch die Klinik N._ (vgl. oben E. 3.5) und die Ergebnisse
der beruflichen Abklärung sprechen nicht gegen die Beweiskraft des Ergebnisses der
Begutachtung. Im Abklärungsbericht Verzahnungsprogramm über die Abklärung vom
Mai bis Juli 2008 wurde zwar angegeben, eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft sei
zurzeit nicht vorstellbar. Dazu müssten der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin und ihr Durchhaltevermögen markant gesteigert sein. Es wurde
aber auch berichtet, ergonomisches Arbeiten sei stets möglich gewesen. Die
Belastungsbereitschaft wurde als mässig beurteilt. Die Beschwerdeführerin hat an der
beruflichen Abklärung nur beschränkt teilgenommen. Für die häufigen Absenzen
machte sie nicht das Arbeiten an sich, sondern den umständlichen Arbeitsweg
verantwortlich.
4.5 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Beschwerdeführerin im
massgeblichen Zeitraum aus somatischen Gründen in ihrer Arbeitsfähigkeit für
adaptierte Tätigkeiten um ca. 30 % eingeschränkt ist.
5.
5.1 Was die erwerblichen Auswirkungen der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
betrifft, wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades nach Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen). Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist
rechtsprechungsgemäss entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die
Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Da nach empirischer
Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt
worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens
grundsätzlich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der
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Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (vgl.
Bundesgerichtsentscheid i/S. K. vom 23. März 2009, 8C_515/2008).
5.2 Wie einer Arbeitgeberbescheinigung vom 1. März 2006 zu entnehmen ist, hat die
Beschwerdeführerin in ihrer letzten Anstellung als Haus- und Küchenhilfe einen
Monatslohn von Fr. 3'300.-- erzielt. Aus dem IK-Auszug wird ersichtlich, dass sie
diverse kürzere Arbeitsverhältnisse innehatte. Angesichts dieses Umstands und weil
keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem
bescheidenen Einkommensniveau hätte begnügen wollen, rechtfertigt es sich, ihr
Valideneinkommen nicht an der Entlöhnung an der zufälligen letzten Stelle, sondern
anhand der Tabellenlöhne des ganzen privaten Sektors zu bestimmen. Für die
Vornahme des Einkommensvergleichs ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im
Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns abzustellen (BGE 129 V 222), vorliegend somit
auf das Jahr 2006. Gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2006 des
Bundesamtes für Statistik lag das durchschnittliche Bruttoeinkommen von Frauen für
einfache und repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) im privaten Sektor in jenem
Jahr bei Fr. 4'019.-- pro Monat, entsprechend Fr. 48'228.-- pro Jahr (basierend auf 40
Arbeitsstunden pro Woche; Tabelle TA1). Bezogen auf die betriebsübliche
durchschnittliche Arbeitszeit von damals 41.7 Stunden macht dies Fr. 50'278.-- aus
(vgl. Anhang 2 der Ausgabe Gesetze und Verordnungen IV, 2008, der Informationsstelle
AHV/IV).
5.3 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist
- wie hier - kein effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich
zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung statistische Werte (Tabellenlöhne) beigezogen werden (BGE 129 V
472 E. 4.2.1, Bundesgerichtsentscheid i/S C. vom 19. Juni 2008, 9C_81/2008), womit
vorliegend wiederum Fr. 50'278.-- massgebend sind.
5.4 Der Invaliditätsgrad entspricht unter solchen Verhältnissen dem Grad der Arbeits
unfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (Entscheide des
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Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S M. vom 8. Juni 2005, I 552/04 E. 3.4, und i/
S Z. vom 19. November 2003, I 479/03 E. 3.1).
5.5 Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre
gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur
mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist ein Abzug von den
Tabellenlöhnen zu machen. Mit dem behinderungsbedingten Abzug wird in der Praxis
dem Umstand Rechnung getragen, dass versicherte Personen, die in ihrer letzten
Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten, nach Eintritt des Gesundheitsschadens
auch für leichtere Arbeiten nur beschränkt einsatzfähig sind, dass sie - unabhängig von
der früher ausgeübten Tätigkeit - als gesundheitlich Beeinträchtigte im Rahmen leichter
Hilfsarbeitertätigkeiten nicht mehr voll leistungsfähig sind oder dass weitere
persönliche und berufliche Merkmale wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit,
Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die
Höhe des Lohnes haben können. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der
Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter
Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf
höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen: BGE 134 V 322
E. 5.2 und BGE 126 V 75). - Tabellenlöhne werden bei gesunden Arbeitnehmern
erhoben. Die Beschwerdeführerin ist gemäss den medizinischen Angaben auf eine
Tätigkeit angewiesen, die im Sitzen verrichtet werden kann und die Möglichkeit zu
gelegentlichen Positionswechseln bietet. Ihre Einsatzmöglichkeiten sind daher insofern
begrenzt. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die Bewältigung des Arbeitswegs für sie
mit ihrem Fuss- bzw. Unterschenkelleiden wohl bereits eine relevante Belastung mit
sich bringt. Die Gutachter hielten auch fest, es sei erforderlich, dass ihr von Seiten der
Mitarbeiter und Vorgesetzten insofern ein gewisses Verständnis entgegengebracht
werde, als es gelte, ihr verständlich zu machen, dass sie in einer solchen Tätigkeit trotz
der Beschwerden arbeiten könne. Es ist ferner verglichen mit gesunden Arbeitnehmern
eher mit krankheitsbedingten Absenzen zu rechnen. Den Arbeitsplatz für die
Beschwerdeführerin bereitzustellen, welche ganztägig anwesend, aber nur
teilleistungsfähig ist, ist für einen Arbeitgeber schliesslich vergleichsweise weniger
attraktiv. Es ist somit insgesamt anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin wegen
ihres Leidens im Vergleich zu gesunden Mitbewerbern auf dem Arbeitsmarkt ein
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geringeres Einkommen wird erzielen können. Es rechtfertigt sich daher, einen Abzug
von 15 % vorzunehmen.
5.6 Der Invaliditätsgrad beträgt demnach 40.5 % (100 % - 0.85 x 70 %) bzw. rund
41 %.
6.
6.1 Der Eintritt des Rentenfalls wird durch Art. 29 Abs. 1 IVG (wie oben erwähnt in der
bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung) geregelt. Der Rentenanspruch
entsteht (abgesehen von der hier nicht anwendbaren lit. a) frühestens in dem Zeitpunkt,
in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (lit. b).
Die einjährige Wartezeit gilt als eröffnet, sobald eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens
20 % vorliegt (AHI 1998 S. 124 E. 3c). Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsfähigkeit
liegt vor, wenn die versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen
voll arbeitsfähig war (Art. 29 IVV; Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S K. vom 26. März 2004, I 19/04). Auch vor der Anmeldung
liegende Zeiten von Arbeitsunfähigkeit sind zu berücksichtigen (ZAK 1966 S. 58; Ulrich
Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 1. A., Zürich 1997, S. 238; BGE
117 V 26 E. 3b; BGE 121 V 264; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
i/S C. vom 2. März 2000, I 307/99). - Nach der Aktenlage ist das Wartejahr im Februar
2006 abgelaufen.
6.2 Es kann davon ausgegangen werden, dass der Rentenanspruch im Februar 2006
entstand, da in jenem Zeitpunkt nicht anzunehmen war, dass eine verhältnismässige,
geeignete Massnahme zur Verfügung stehe, mit der sich eine Senkung des
Invaliditätsgrades hätte erreichen lassen.
7.
7.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 29. April 2008 zu schützen und der Beschwerdeführerin
ist ab 1. Februar 2006 eine Viertelsrente zuzusprechen.
ter
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7.2 Angesichts des Unterliegens der Beschwerdegegnerin rechtfertigt es sich, ihr die
Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
gelegt werden (Art. 69 Abs. 1 IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/
SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen. Die Bewilligung der
unentgeltlichen Prozessführung vom 2. November 2009 ist obsolet geworden.
7.3 Die Beschwerdeführerin hat bei vollem Obsiegen Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61
lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung der Streitsache
und dem Aufwand angemessen erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP