Decision ID: ef54d757-53c2-42e0-a542-c0bbc625c8b4
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Gabriela Grob Hügli, procap, Froburgstrasse 4,
Postfach, 4601 Olten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente / Verzugszins
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich erst-mals am 6. Oktober 2005 wegen Herzinfarktes,
Knieproblemen, Diabetes, Prostata-Problemen, Alkoholismus sowie psychischer
Probleme zum Bezug einer
Rente der Invalidenversicherung an (IV-act. 1).
A.b Dr. med. B._, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, teilte der IV-
Stelle des Kantons St. Gallen am 18. Oktober 2005 mit, dass sie den Versicherten
zwischen dem 19. November 2004 und 26. Januar 2005 viermal kurz wegen
Schlafstörungen nach schwerer körperlicher Krankheit gesehen habe. Dies reiche
nicht, um zu einer allfälligen Invalidität Stellung zu nehmen (IV-act. 8). Der Hausarzt des
Versicherten, Dr. med. C._, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, teilte der IV-Stelle
mit Arztbericht vom 28. Oktober 2005 mit, dass bisher keine Arbeitsunfähigkeit
attestiert resp. nie über eine Rente der Invalidenversicherung gesprochen worden sei
(IV-act. 9).
A.c Mit Verfügung vom 21. Februar 2006 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren
des Versicherten ab. Nach den zur Verfügung stehenden Unterlagen liesse sich weder
ein IV-relevanter Gesundheitsschaden noch eine Beeinträchtigung feststellen. Diese
Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft (IV-act. 18).
B.
B.a Am 13. Mai 2008 meldete sich der Versicherte erneut zum Rentenbezug an. Als
gesundheitliche Beeinträchtigungen gab er einen Herzinfarkt im September 2004 und
einen zweiten Herzinfarkt im September 2007, einen Hirnschlag im Juli 2006, hohen
Blutdruck, Diabetes, Alkoholismus und psychische Probleme an (IV-act. 22).
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B.b Am 4. Juli 2008 reichte Dr. C._ der IV-Stelle einen Verlaufsbericht ein. Beim
Versicherten bestehe eine schwere koronare Herzkrankheit. Daneben bestehe ein Zu
stand nach zerebrovaskulärem Insult mit passagerer Hemiparese links 2006, ein
Diabetes mellitus Typ II und eine ausgeprägte arterielle Hypertonie. Aufgrund des
multiplen Gefässleidens und auch unter Berücksichtigung des Diabetes mellius sei der
Versicherte seit dem 28. Januar 2008 zu 50% arbeitsunfähig. Mit einer Erhöhung der
Arbeitsfähigkeit könne aufgrund der Polymorbidität nicht gerechnet werden. In der
Beilage reichte er einen Bericht vom 28. Dezember 2007 der Klinik für Kardiologie des
Kantonsspitals St. Gallen über die ambulante Untersuchung vom 21. Dezember 2007
ein, wonach aus kardiologischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit beginnend mit 50% zu
verantworten sei. Der ebenfalls eingereichte Austrittsbericht der Klinik Z._ vom
23. November 2007 über die stationäre kardiologische Rehabilitation umfasst
als Diagnosen eine koronare Dreigefässerkrankung (dreifacher AC-Bypass am
25. September 2007, Ejakulationsfraktion biplan 49%), kardiovaskuläre Risikofaktoren
und eine generalisierte Arteriosklerose. Eine Abklärung der Arbeitsfähigkeit sei im
Rahmen der Dreimonatskontrolle zu veranlassen (IV-act. 30).
B.c Gemäss medizinischem Gutachten von Dr. med. D._, Facharzt FMH für Innere
Medizin, vom 24. Oktober 2008 ist der Versicherte grundsätzlich sehr gut rehabilitiert,
die Risikofaktoren sind weitgehend reduziert: Diabetes mellitus, Dyslipoproteinämie
und arterielle Hypertonie sind optimal eingestellt. Nach wie vor bestehe ein
Nierenschaden mit erhöhter Kreatininclearance und einer Microalbuminurie von 172
mg/l (Niereninsuffizienz DOQUI-Stadium II). Aus psychisch-geistiger Sicht leide der
Versicherte an Angststörungen mit anhaltender depressiver Störung. So verspüre er
Angst bei der körperlichen Ertüchtigung sowie bei der Bewegung in Höhen. Die einzige
körperliche Beeinträchtigung bestehe in der Tatsache, dass der Versicherte sich zu
wenig und nicht nachhaltig um seine Fitness bemühe. Dem Versicherten seien die bis
anhin ausgeübten Tätigkeiten als Eisenbahnmonteur, Dachdecker und Hauswart nicht
mehr zumutbar. In körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeiten am Boden,
sitzend, stehend und in Wechselpositionen, sei der Versicherte unter der
Voraussetzung, dass er in einem Team eingesetzt werden könne, um die Angst vor
Stürzen und vitalen Attacken überspielen zu können, ohne Weiteres einsatzfähig.
Geeignete leichte Tätigkeiten könne er während 2 x 3 Stunden pro Tag ausführen (IV-
act. 36).
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B.d Mit Arztbericht vom 23. Juli 2009 teilte Dr. med. E._, Facharzt FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie, der IV-Stelle mit, dass der Versicherte seit dem
9. Januar 2009 bei ihm regelmässig in psychiatrischer Behandlung sei. Der Versicherte
leide an einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischen Symptomen, einer
generalisierten Angststörung und ausgeprägter psychophysischer Erschöpfung. Es
bestünden weiterhin ständige Sorgen, Nervosität, Konzentrationsschwierigkeiten,
motorische Spannungen, Schwindelgefühle und Tachykardieanfälle,
Antriebsstörungen, mangelnde Zukunftsperspektiven bis intermittierende Phasen der
vollen Gleichgültigkeit mit fraglichen Suizidgedanken. Seit Januar 2009 bestehe eine
volle Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen (IV-act. 51).
B.e Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Medizinische Abklärungsstelle (MEDAS) am
10. Juni 2010 ein polydisziplinäres Gutachten. Die Gutachter diagnostizierten eine
generalisierte Atherosklerose mit starkem Verdacht auf eine hirnorganische emotional
labile Störung (differentialdiagnostisch Angst- und depressive Störung gemischt), eine
koronare Herzkrankheit bei unklaren Thoraxschmerzen ohne Ischämie-Nachweis und
Status nach akutem Vorderwandinfarkt (2. September 2004), eine periphere-arterielle
Verschlusskrankheit der unteren Extremitäten Stadium I sowie vaskuläre Risikofaktoren
und überdies - ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit
Krankheitswert - einen hohen Verdacht auf einer beginnenden Morbus Parkinson sowie
Restbeschwerden am linken oberen Sprunggelenk. In der angestammten Tätigkeit als
Vorabeiter sowie als Kleinbus-Chauffeur sei der Versicherte sowohl aus kardiologischer
und angiologischer als auch psychiatrischer Sicht nicht arbeitsfähig, in einer körperlich
leichten, vor allem sitzenden Tätigkeit mit Wechselbelastung, limitiert ausschliesslich
durch die psychiatrischen Befunde, sei der Versicherte hingegen zu 70% arbeitsfähig.
Seit Mai 2008 (Wiederanmeldung) habe sich der gesundheitliche Gesamtzustand nicht
wesentlich verändert (IV-act. 61).
B.f Der RAD-Arzt Dr. med. F._, Facharzt FMH für Innere Medizin und
Rheumatologie, hielt am 16. Juni 2010 in einer Stellungnahme fest, es sei seit Mai 2008
von einer 70%-igen Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten Tätigkeiten auszugehen (IV-
act. 62).
B.g Mit Vorbescheid vom 29. Juni 2010 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass
die Abweisung des Leistungsbegehrens vorgesehen sei (IV-act. 65).
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B.h Dagegen erhob der Versicherte am 1. Juli 2010 Einwand. Mit drei Bypass
operationen sehe er sich nicht imstande, wieder zu arbeiten. Sein Hausarzt teile diese
Meinung (IV-act. 66).
B.i Mit Verfügung vom 9. Juli 2010 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren des
Versicherten erneut ab (IV-act. 67).
C.
C.a Gegen die Verfügung vom 9. Juli 2010 richtet sich die Beschwerde vom
8. September 2010. Der Beschwerdeführer ist nicht damit einverstanden, dass die IV-
Stelle davon ausgeht, dass er in seiner letzten Tätigkeit nur ein jährliches Erwerbsein
kommen von Fr. 65'154.-- erzielt habe. Vielmehr sei sein jährliches Einkommen
zwischen Fr. 75'000.-- und Fr. 85'000.-- wesentlich höher gewesen. Ebenfalls könne er
aufgrund seiner Behinderung nur noch teilzeitlich tätig sein und nur noch leichte
Arbeiten ausführen. Somit sei er auf dem Arbeitsmarkt gegenüber Mitbewerbern be
nachteiligt und könne nicht mehr ein so hohes Einkommen erzielen, wie dies die IV-
Stelle annehme (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeergänzung vom 1. Oktober 2010 lässt der Beschwerdeführer, ver
treten durch lic. iur. Gabriela Grob Hügli, Rechtsanwältin, beantragen, die Verfügung
vom 9. Juli 2010 sei aufzuheben. Es sei dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab
1. September 2008 eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die An
gelegenheit zur Vornahme ergänzender Abklärungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Die Beschwerdegegnerin sei überdies zu verpflichten, dem Be
schwerdeführer auf den Invalidenleistungen einen Verzugszins von 5% ab 1.
September 2010 zu bezahlen. Dem Beschwerdeführer sei für sämtliche ordentliche und
ausserordentliche Kosten die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und er sei von
der Pflicht zur Leistung eines Kostenvorschusses zu befreien; alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Die Beschwerdegegnerin sei grundsätzlich zu Recht beim
Valideneinkommen vom Einkommen im Jahre 2005 und damit vom Verdienst im letzten
Jahr vor Aufgabe der Tätigkeit als Vorarbeiter gemäss Auszug aus dem individuellen
Konto ausgegangen. Es sei ebenfalls davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer
in dieser Tätigkeit auch weiterhin im Schichtbetrieb gearbeitet hätte und deshalb das
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Einkommen von Jahr zu Jahr gewissen Schwankungen ausgesetzt gewesen wäre. Bei
schwankenden Jahreseinkommen sei jedoch nicht einfach vom letzten Verdienst vor
Eintritt des Gesundheitsschadens auszugehen, sondern es sei ein Durchschnittswert
über mehrere Jahre heranzuziehen. Berücksichtige man die Jahreseinkommen über die
letzten fünf Jahre, so ergebe dies unter Berücksichtigung der Teuerung einen
Durchschnittswert von Fr. 73'021.85. Aufgrund der gesundheitlichen Beeinträchtigung
sei allerdings davon auszugehen, dass sich das Einkommen bereits in den Jahren 2004
und 2005 aus Krankheitsgründen reduziert habe. Es sei somit fraglich, ob die
Einkommen der Jahre 2004 und 2005 noch als Valideneinkommen herangezogen
werden dürften. Vielmehr sei der Durchschnitt aus den Jahren 1999 bis 2003
heranzuziehen. Im vorliegenden Fall erscheine überdies ein Abzug vom Tabellenlohn
von 15% für den gesamten Nachteil angemessen, welchen der Beschwerdeführer auf
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt erleide. Selbst wenn bei den Berechnungen auf das
von der Beschwerdegegnerin unzutreffend herangezogene Valideneinkommen abge
stellt werde, sei unter Berücksichtigung des Abzugs vom Tabellenlohn eine
Viertelsrente zu gewähren (act. G 3).
C.c Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 17. November
2010 die Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer habe ein Validenein
kommen leicht unter den Tabellenlöhnen erzielt. Dass die Auszüge aus dem
individuellen Konto für gewisse Jahre wesentlich höher gewesen seien, sei auf den
Umstand zurückzuführen, dass der Beschwerdeführer meistens an den Wochenenden
jeweils zwölf Stunden gearbeitet habe. In der Invalidenversicherung sei allerdings nur
ein normales Arbeitspensum versichert. In den Jahren 2004 und 2005 habe der Be
schwerdeführer wesentlich weniger verdient, weil er in einem Pensum von "lediglich"
100% (Angaben des Beschwerdeführers: Fr. 4'600.-- pro Monat; Arbeitgeberbe
scheinigung: 44 Stunden à Fr. 22.50) gearbeitet habe. Der Tabellenlohn 2008 für Hilfs
arbeiter betrage bei einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,6 Stunden pro Woche
Fr. 59'979.--. Das Valideneinkommen betrage demnach höchstens Fr. 59'979.--. Das
Invalideneinkommen entspreche 70% des Tabellenlohns 2008 für Hilfsarbeiter von
Fr. 59'979, nämlich Fr. 41'985.--. Der Leidensabzug werde mit der Berücksichtigung
einer Leistungsfähigkeit von 70% der Norm abgegolten. Ein Teilzeitabzug entfalle bei
einem ganztätigen Einsatz. Bei einem Valideneinkommen von Fr. 59'979.-- und einem
Invalideneinkommen von Fr. 41'985.-- betrage die Erwerbseinbusse somit Fr.
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17'994.--, was einem Invaliditätsgrad von 30% entspreche. Der Beschwerdeführer
habe demnach keinen Anspruch auf eine Invalidenrente. Im Ergebnis sei die Verfügung
vom 9. Juli 2010 daher richtig (act. G 5).
C.d Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung hiess die zuständige Verfahrens
leiterin am 18. November 2010 gut (act. G 7).
C.e In der Replik vom 3. Januar 2011 lässt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
festhalten. Vorliegend seien die Schichtzulagen als Lohnbestandteil zum Validenein
kommen hinzuzurechnen. Auch sei notorisch, dass bei Männern in allen An
forderungsniveaus Teilzeitarbeit tiefer entlöhnt werde als Vollzeitarbeit. Dabei spiele es
keine Rolle, ob die Teilzeitarbeit auf fünf Wochentage verteilt werde oder nicht. Der
Beschwerdeführer sei in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 30% arbeitsunfähig,
was zu einer Teilzeitbeschäftigung führe. Mit einem Abzug vom Tabellenlohn sei
diesem Umstand vorliegend Rechnung zu tragen. Das Alter des Beschwerdeführers
und die Tatsache, dass er auf gewisse Einarbeitungsmassnahmen eines potentiellen
Arbeitgebers angewiesen sein werde, seien ebenfalls als lohnmindernd zu
berücksichtigen. Das Gleiche müsse für die Tatsache gelten, dass nur noch eine
leichte, wechselbelastende Tätigkeit möglich sei. Dem Gutachten sei nicht zu
entnehmen, dass diese Einschränkungen bereits durch das reduzierte Pensum
berücksichtigt worden seien (act. G 10).
C.f Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 12).

Erwägungen:
1.
Streitig und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Rente der Invalidenversicherung. Zwischen den Parteien sind insbesondere die er
werblichen Auswirkungen der Leistungsbeeinträchtigung umstritten. Unbestritten ge
blieben ist die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von 70% in adaptierten Tätig
keiten.
2.
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2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbs
unfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%
invalid ist, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50% invalid ist und auf eine
Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid ist. Der Grad der für einen allfälligen
Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen Ein
kommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person nach
dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
3.
Vorab ist zu prüfen, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt.
3.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Be
schwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der Ärztin oder des
Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen
festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuver
lässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Be
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weiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
3.2 Aus kardiologischer Sicht ist der Beschwerdeführer gestützt auf das Gutachten
der MEDAS vom 10. Juni 2010 aufgrund der koronaren Herzkrankheit, der koronaren
Risikofaktoren und der generalisierten Atherosklerose für schwere körperliche
Tätigkeiten arbeitsunfähig (IV-act. 61 - 21/46). Für mehrheitlich sitzende Tätigkeiten mit
Wechselbelastung ist er hingegen zu 100% arbeitsfähig, während anlässlich der
ambulanten Untersuchung vom 21. Dezember 2007 am Kantonsspital St. Gallen noch
von einer Arbeitsfähigkeit beginnend mit 50% ausgegangen worden war (IV-act. 30).
Aus angiologischer Sicht ist der Beschwerdeführer gestützt auf das Gutachten der
MEDAS trotz belastungsabhängiger Restbeschwerden am linken OSG, Verdacht auf
ältere dorsale Absprengung an der distalen Fibula links und unspezifischer
Weichteilschmerzen an den Beinen für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten,
vorzugsweise wechselbelastend, zu 100% arbeitsfähig (IV-act. 61). Aus psychiatrischer
Sicht ist der Beschwerdeführer gestützt auf das Teilgutachten von Dr. med. G._,
Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 6. April 2010 aufgrund des
starken Verdachts auf eine organische emotional labile Störung,
differentialdiagnostisch Angst und depressive Störung gemischt, in der bisherigen
Tätigkeit als Vorarbeiter unter Einhaltung von genauen Arbeitszeiten und Ruhetagen
ohne Nachtschicht zu 50% und als Kleinbus-Chauffeur zu 100% arbeitsunfähig. In
einer leidensangepassten Tätigkeit ist er bei einer Leistung verteilt auf fünf Tage zu
70% arbeitsfähig (IV-act. 61).
3.3 Insgesamt ist vor dem Hintergrund, dass das polydisziplinäre Gutachten der
MEDAS auf fachärztlichen Untersuchungen beruht, in Auseinandersetzung mit den
Vorakten sowie unter Berücksichtigung des vollständigen Beschwerdebildes erfolgte,
erstellt, dass der Beschwerdeführer seiner bisherigen Tätigkeit als Vorarbeiter nicht
mehr nachgehen kann. In einer leidensangepassten Tätigkeit liegt übereinstimmend
eine Arbeitsfähigkeit von 70% vor. Der Sachverhalt ist demnach als ausreichend
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abgeklärt zu betrachten. Der Beschwerdeführer bestreitet denn auch die Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit nicht (act. G 1).
4.
Ausgehend von einer 70%-igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
bleiben die erwerblichen Auswirkungen zu prüfen.
4.1 Die Beschwerdegegnerin hat dem Einkommensvergleich ein Valideneinkommen
in der Höhe von Fr. 65'154.-- zugrunde gelegt (IV-act. 67). Offenbar hat die
Beschwerdegegnerin auf das im Auszug aus dem individuellen Konto für das Jahr 2005
angegebene Einkommen von Fr. 63'147.-- abgestellt und für das Jahr 2009 ein an die
Nominallohnerhöhung (2005: Index 2386, 2009: Index 2552) angepasstes Einkommen
von Fr. 65'154.-- (richtig: Fr. 67'540.--) errechnet (IV-act. 63, 68).
4.2 Da vorliegend mangels gegenteiliger Hinweise davon auszugehen ist, dass der
Beschwerdeführer als Gesunder weiterhin im gleichen Umfang in seiner bisherigen
Tätigkeit weitergearbeitet hätte, bilden die zuletzt vor Eintritt des Gesundheitsschadens
erzielten Einkommen wichtige Anhaltspunkte für die Bestimmung des Validen
einkommens. Dass er über dem ihm als Gesundem Zumutbaren arbeitete, ist nicht
ersichtlich und bei dem langjährigen konstanten Arbeitsverhältnis auch nicht anzu
nehmen. Gemäss Akten erlitt der Versicherte am 2. September 2004 einen akuten
Vorderwandinfarkt (IV-act. 61). Die koronare Herzkrankheit manifestierte sich somit
erstmals im Jahr 2004 und führte letztlich am 25. September 2007 mit der dreifachen
AC-Bypassoperation zur erheblichen gesundheitlichen Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 30). Auf Anraten seines Hausarztes hat der Versicherte sodann
das Arbeitsverhältnis im Jahr 2006 selbst gekündigt (vgl. IV-act. 61-10). Es rechtfertigt
sich daher, davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2003 zum letzten
Mal ein Einkommen als gesunder Vorarbeiter erzielt hat. Da die Einkommen des Be
schwerdeführers in den Jahren 1980 bis 2003 starken Schwankungen unterlagen, ver
mag das Abstellen allein auf diesen einen Wert allerdings nicht zu überzeugen. Unter
Berücksichtigung der Einkommen der letzten fünf Jahre gemäss Auszug aus dem
individuellen Konto ergibt sich ein an die jeweilige Nominallohnerhöhung (1999: Index
Männer 1835, 2000: Index 1856, 2001: Index 1902, 2002: Index 1933, 2003: Index
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1958) bis 2003 angepasstes Einkommen von Fr. 85'517.-- ([Fr. 91'492.-- [1999] +
Fr. 95'315.-- [2000] + Fr. 85'702.-- [2001] + Fr. 79'337.-- [2002] + Fr. 75'737.-- [2003]] /
5). Dieses Vorgehen erscheint überzeugend, da es die Schwankungen in den Ein
kommensverhältnissen berücksichtigt und einen realistischen Mittelwert zu liefern ver
mag. Angepasst an die Nominallohnentwicklung bis 2008 (vgl. nachstehend) beläuft
sich das Valideneinkommen auf Fr. 91'370.-- (Index 2003: 1958, 2008: Index 2092).
5.
5.1 Für die Berechnung des Invalideneinkommens ging die Beschwerdegegnerin in
Anwendung der LSE 2008 des TA1-Lohnes (Niveau 4, Männer, 2008) von Fr. 4'806.--
und unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41,6
Stunden von einem Einkommen von Fr. 59'979.-- aus. Unter Berücksichtigung einer
zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 70% resultierte ein Wert von Fr. 41'985.--.
5.2 Der Beschwerdeführer verfügt über keine anerkannte abgeschlossene Berufsaus
bildung. Vor der Aufnahme der Erwerbstätigkeit in der Schweiz hat er als Dachdecker
gearbeitet, anschliessend als Bauangestellter sowie als Nachtwächter (IV-act. 61-10).
Der Beschwerdeführer ist nur noch für leichte Tätigkeiten, vorzugsweise
wechselbelastend und verteilt auf fünf Tage, zu 70%, arbeitsfähig. Er ist damit in der
Wahl einer neuen Stelle als Hilfsarbeiter behinderungsbedingt eingeschränkt, so dass
ihm nicht mehr das gesamte Spektrum an Hilfsarbeiten offen steht. Das bedeutet aber
nicht, dass der Beschwerdeführer die ihm verbliebene Arbeitsfähigkeit nur noch in einer
bestimmten Branche verwerten kann. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass in
praktisch allen Branchen leichte bis mittelschwere Hilfsarbeiten mit Wechselbelastung,
verteilt auf fünf Tage, nachgefragt werden. Als Ausgangseinkommen zur Ermittlung des
zumutbaren Invalideneinkommens ist demnach auf das durchschnittliche Einkommen
gemäss LSE 2008, TA 1, Anforderungsniveau 4, abzustellen. Der LSE 2008 ist zu
entnehmen, dass der auf die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.6 Stunden
umgerechnete, monatliche Bruttolohn von Männern für einfache, repetitive Tätigkeiten
(Anforderungsniveau 4), TA 1, Fr. 59'979.-- beträgt. Bei einer zumutbaren Arbeitsfähig
keit von 70% resultiert der von der Beschwerdegegnerin zutreffend ermittelte Wert von
Fr. 41'985.--.
6.
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6.1 Die statistischen Löhne auf der Grundlage der Daten gesunder Arbeitnehmer
können nach der Rechtsprechung um bis zu 25% gekürzt werden, um dem Umstand
Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer gesundheitlichen Beein
trächtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht erreichen (RKUV 1999
Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeits
markt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg zu verwerten in der Lage
sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen behinderungsbedingten Abzug
(BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung hängen die Fragen, ob und in
welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen
und beruflichen Umständen, insbesondere auch von invaliditätsfremden Faktoren des
konkreten Einzelfalls ab (so auch Alter und Beschäftigungsgrad), die nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige
Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des Leidensabzugs ist
unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt etwa in AHI 2002 S. 62 und BGE 129 V 481
E. 4.2.3 mit Hinweisen).
6.2 Vorliegend fällt diesbezüglich insbesondere das Alter des Beschwerdeführers in
Betracht. Der Beschwerdeführer war bei Verfügungserlass über 60 Jahre alt und wird
sich bei der Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit in anderen Tätigkeiten mit zahl
reichen lohnwirksamen Nachteilen konfrontiert sehen, insbesondere in Bezug auf hohe
Lohnnebenkosten für die Arbeitgeber, zu erwartende längere gesundheitsbedingte
Absenzen, kürzere Aktivitätsdauer, Entwertung des Erfahrungswissens und zu be
achtende GAV-Bestimmungen. In der Regel wird er als älterer Arbeitnehmer bei einer
Wiedereinstellung eine deutliche Lohneinbusse in Kauf nehmen müssen. Hinzu kommt,
dass behinderungsgerechte Arbeitsplätze von Invaliden in jungem und mittlerem Alter
ebenfalls stark nachgefragt werden (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
[EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom
10. März 2003, I 617/02, E. 3.3). Als lohnmässig relevante Erschwernis für die
erwerbliche Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit ist ferner
mitzuberücksichtigen, dass der Beschwerdeführer als Hilfsarbeiter nur noch für eher
leichte Tätigkeiten, vorzugsweise wechselbelastend und verteilt auf fünf Tage, zu 70%
arbeitsfähig ist. Aus dem Vorbringen der Beschwerdegegnerin, die leidensbedingte
Einschränkung sei mit der Berücksichtigung der Arbeitsfähigkeit von 70% abgegolten
und somit nicht zusätzlich zu berücksichtigen (act. G 5), lässt sich in diesem
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Zusammenhang nichts ableiten, denn die Arbeitsfähigkeit gibt die gesundheitsbedingte
Einschränkung wieder, während der Tabellenlohnabzug die behinderungsbedingten
Nachteile auf dem Arbeitsmarkt abbildet. Die Nachteile konzentrieren sich vorliegend
auf die fehlende Flexibilität in Bezug auf die Tagesarbeitszeit (Einhaltung von genauen
Arbeitszeiten und Ruhetagen) sowie aus psychiatrischer Sicht auf die mangelnde
Fähigkeit, Nachtschicht leisten zu können. Insgesamt erscheint ein Tabellenlohnabzug
von 10% angemessen.
7.
7.1 Das Invalideneinkommen ist ausgehend von einer 70%-igen Arbeitsunfähigkeit
und eines Leidensabzugs von 10% auf Fr. 37'787.-- festzusetzen ([12 x Fr. 4'806.-- : 40
x 41,6 x 70%] - 10%). Wird das Invalideneinkommen in Beziehung gesetzt zum
Valideneinkommen, resultiert daraus eine Lohneinbusse von Fr. 53'583.-- (Fr. 91'370.--
- Fr. 37'787.--). Die behinderungsbedingte Erwerbseinbusse von Fr. 53'583.--
entspricht einem Invaliditätsgrad von 59%. Der Beschwerdeführer hat somit Anspruch
auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung (Art. 28 Abs. 2 IVG).
7.2 Nach Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von
sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1
ATSG. Das Rundschreiben Nr. 253 des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV)
vom 12. Dezember 2007 sieht diesbezüglich vor, dass bei Eintritt des
Versicherungsfalls vor dem 1. Januar 2008 altes Recht gilt. Tritt er hingegen am 1.
Januar 2008 oder später ein, so ist das neue Recht anwendbar. Die Regelung, wonach
die Rente erst sechs Monate nach Anmeldung ausbezahlt werden kann, ist somit für
alle Fälle nicht anwendbar, in denen das Wartejahr vor dem 1. Januar 2008 zu laufen
begann und im Jahr 2008 erfüllt wurde. Vorliegend hat das Wartejahr mit der am 25.
September 2007 durchgeführten dreifachen Bypassoperation zu laufen begonnen,
weshalb altes Recht zur Anwendung gelangt. Das bedeutet, dass die Rente nicht erst
sechs Monate nach Anmeldung am 13. Mai 2008 auszurichten ist, wobei versicherte
Personen erst Anspruch auf eine Rente haben, wenn sie während eines Jahres ohne
wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen
sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 lit.
b und c IVG). Da die Rente gemäss Art. 29 Abs. 3 IVG vom Beginn des Monats an
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ausbezahlt wird, in dem der Anspruch entsteht, hat der Beschwerdeführer somit
Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung mit Wirkung ab 1. September
2008.
8.
8.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die angefochtene Verfügung vom 9.
Juli 2010 in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu
verpflichten, dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. September 2008 eine halbe
Rente der Invalidenversicherung auszurichten. Gemäss Art. 26 Abs. 2 ATSG werden
die Sozialversicherungen für ihre Leistungen, sofern die versicherte Person ihrer Mit
wirkungspflicht vollumfänglich nachgekommen ist, nach Ablauf von 24 Monaten nach
der Entstehung des Anspruchs, frühestens aber zwölf Monate nach dessen Geltend
machung verzugszinspflichtig. Die Sache ist daher zur Vornahme der Rentenbe
rechnung und der Verzugszinsermittlung sowie zur entsprechenden Verfügung über
den Betrag der ab 1. September 2008 auszurichtenden Rente und des Verzugszinses
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
8.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt vollumfänglich, so dass ihr
als nicht von der Pflicht zur Übernahme amtlicher Kosten befreiter selbstständiger
öffentlich-rechtlicher Anstalt die ganze Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- aufzuerlegen ist.
8.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Aufgrund des Obsiegens im materiellen Punkt
hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Parteientschädigung. Ausgehend von einer
mittleren Entschädigung bei vollem Obsiegen von Fr. 3'500.-- erscheint die
Zusprechung einer Parteientschädigung in dieser Höhe (einschliesslich Barauslagen
und Mehrwertsteuer) aufgrund der Bedeutung und Komplexität der Streitsache
angemessen. Die bewilligte unentgeltliche Rechtsverbeiständung wird damit obsolet.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP