Decision ID: 53941e87-f28c-4cd3-b61f-808a780f6747
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X bewirtschaftet einen landwirtschaftlichen Betrieb in Y. Der Betrieb liegt in der
Talzone und umfasst 1169 a Wiesland (davon 381 a in Pacht) mit 102
Hochstammobstbäumen, 12 a Wald, ein 2-Familienhaus, eine im Jahr 1903 erstellte
Scheune mit 12 Grossviehplätzen (abgekürzt: GVP), einen 1986 errichteten und im Jahr
2003 umgebauten Jagerstall mit 24 Zucht- und 6 Mastschweineplätzen sowie eine
Remise. X plant den Bau einer neuen, freistehenden Milchviehscheune mit einem
Laufstall für 24 GVP mit Güllenkanal unter dem Fressgang (70 m ) und Güllenkasten 3
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unter dem Laufhof (264 m ), Melkstand, Milchraum, Abkalbe- und Kälberbucht, Büro,
1'200 m Heulager neben Futtertenn mit Kranmechanisierung mit geschätzten
Anlagekosten von Fr. 600'000.--. Am 1. Mai 2009 ersuchte X um Investitionshilfe für die
Sanierung der Rindviehscheune. Die Vorstand der Landwirtschaftlichen Kreditkasse
des Kantons St. Gallen wies das Gesuch mit Entscheid vom 29. Juni 2009 ab.
B.- Gegen diesen Entscheid erhob X mit Eingabe vom 7. Juli 2009 (Postaufgabe:
10.07.09) Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem sinngemässen Antrag,
der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und das Gesuch zu bewilligen. Auf die
Ausführungen in der Eingabe vom 7. Juli 2009 wird, soweit erforderlich, in den

Erwägungen eingegangen. Am 11. August 2009 reichte die Landwirtschaftliche
Kreditkasse die Vorakten ein, ohne sich zum Rekurs vernehmen zu lassen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rechtsmittelerhebung ist gegeben. Die Eingabe vom 10. Juli 2009 (Postaufgabe) ist
rechtzeitig eingereicht worden. Sie erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. d Ziff. 3, 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf das Rechtsmittel ist
einzutreten.
2.- Unter dem Titel "Strukturverbesserungen" sehen die Art. 87 ff. des Bundesgesetzes
über die Landwirtschaft (Landwirtschaftsgesetz; SR 910.1, abgekürzt: LwG) in
Verbindung mit Art. 1 der Verordnung über die Strukturverbesserungen in der
Landwirtschaft (Strukturverbesserungsverordnung; SR 913.1, abgekürzt: SVV)
finanzielle Investitionshilfen in der Form von Bundesbeiträgen und Investitionskrediten
vor. Der Bund gewährt Beiträge und Investitionskredite, insbesondere um durch die
Verbesserung der Betriebsgrundlagen die Produktionskosten zu senken (Art. 87 Abs. 1
lit. a LwG; vgl. dazu nachfolgend E. 3a). Er stellt den Kantonen finanzielle Mittel für
Investitionskredite für einzelbetriebliche Massnahmen zur Verfügung. Die Kantone
gewähren die Kredite als zinslose Darlehen durch Verfügung (Art. 105 Abs. 1 lit. a und
Abs. 2 LwG). Gemäss Art. 106 Abs. 1 LwG erhalten unter anderem Eigentümer, die
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ihren Betrieb selber bewirtschaften, Investitionskredite für einzelbetriebliche
Massnahmen, insbesondere für den Neubau, den Umbau und die Verbesserung von
Wohn- und Ökonomiegebäuden (lit. b). Die Unterstützung einzelbetrieblicher
Massnahmen setzt unter anderem voraus, dass der Betrieb, allenfalls zusammen mit
einem nichtlandwirtschaftlichen Erwerb, längerfristig eine Existenz bietet (vgl. dazu
nachfolgend E. 3b) und zur Bewirtschaftung ein angemessenes Arbeitsaufkommen,
mindestens aber eine Standardarbeitskraft (abgekürzt: SAK), erfordert (Art. 89 Abs. 1
lit. d LwG; vgl. dazu nachfolgend E. 3c) und die Verschuldung nach der Investition
tragbar ist (Art. 89 Abs. 1 lit. b LwG; vgl. dazu nachfolgend E. 3d). Gemäss Art. 53 SVV
sind die Gesuche um Investitionskredite dem Kanton einzureichen (Abs. 1); dieser prüft
das Gesuch, beurteilt die Zweckmässigkeit der geplanten Massnahmen, entscheidet
über das Gesuch und legt im Einzelfall die Bedingungen und Auflagen fest (Abs. 2). Der
Bundesrat kann Voraussetzungen und Auflagen für die Gewährung von
Investitionskrediten festlegen (Art. 106 Abs. 5 LwG). Die
Strukturverbesserungsverordnung regelt unter anderem die Voraussetzungen, unter
denen Investitionshilfen an Strukturverbesserungen gewährt werden.
3.- a) Die Vorinstanz hat das Gesuch für Investitionshilfe vom 1. Mai 2009 mit der
Begründung abgewiesen, der Neubau einer Milchviehscheune mit Anlagekosten von
Fr. 600'000.-- verteuere die Milchproduktion allein durch die Kapitalkosten (Zinsen und
Amortisation für zusätzliches Fremdkapital, Zinsverlust bei Auflösung Altersvorsorge)
um über 20 Rappen pro Kilo. Das Projekt sei auf dem Hintergrund rückläufiger
Produzentenpreise für Milch und allfälliger Folgen aus der Öffnung der Agrar- und
Lebensmittelmärkte nicht zukunftsgerecht. Die geplante Baumassnahme reduziere die
künftigen Milchproduktionskosten nicht wirksam. Die Vorinstanz errechnete die
Erhöhung der Produktionskosten aus den zusätzlichen Hypothekarzinsen von
Fr. 9'250.-- (5% von Fr. 185'000.--) und den Kapitalrückzahlungen von Fr. 18'200.--
(Hypothek Fr. 4'200.--; Investitionskredit Fr. 14'000.--, nämlich 1/15 von Fr. 210'000.--),
die sie auf die produzierte Milchmenge von 135'000 kg verlegte.
Art. 87 Abs. 1 LwG umschreibt unter dem Randtitel "Grundsatz" die Ziele, welche der
Bund mit der Gewährung von Beiträgen und Investitionskrediten verfolgt. Gemäss lit. a
sollen die Beiträge des Bundes der Senkung der Produktionskosten dienen. Soweit
Investitionen nur unter Zuhilfenahme von Fremdkapital möglich sind, ist die Erhöhung
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der Kapitalkosten allerdings unvermeidlich. Der Hinweis der Vorinstanz auf die höheren
Kapitalkosten steht deshalb im grundsätzlichen Widerspruch zur Investitionsförderung,
die mit den Bundesbeiträgen an Investitionskredite ebenfalls verbunden ist. Das in
Art. 87 Abs. 1 lit. a LwG genannte Ziel der Senkung der Produktionskosten ist – wie
auch im Wortlaut der Bestimmung zum Ausdruck kommt – im Zusammenhang mit der
Verbesserung der Betriebsgrundlagen zu beurteilen. Die Kostensenkung soll in erster
Linie durch die Reduktion des Arbeitsaufwandes erreicht werden (vgl. Botschaft zur
Reform der Agrarpolitik, 2. Etappe, Teil I: Neues Landwirtschaftsgesetz, in: BBl 1996 IV
S. 1 ff., S. 241). Bei der Beurteilung der Auswirkungen der Investition auf die
Produktionskosten müsste die Vorinstanz deshalb neben den – mit der Investition
zwangsläufig verbundenen – höheren Kapitalkosten auch die – mit der Rationalisierung
des Betriebes verbundenen – tieferen Arbeitskosten in Rechnung stellen. Eine solche
Rechnung ist dem Antrag auf Ablehnung jedoch nicht zu entnehmen (vgl. act. 8/2). Im
Übrigen ist Art. 87 Abs. 1 lit. a LwG als allgemein formulierter Grundsatz zur
Gewährung von Bundesbeiträgen ohnehin zur unmittelbaren Anwendung auf
Kreditgesuche nicht geeignet. Vielmehr werden die Voraussetzungen für die
Unterstützung einzelbetrieblicher Massnahmen in Art. 89 LwG geregelt und in dem
dazu ergangenen Verordnungsrecht konkretisiert. Soweit eine Investition diesen
Voraussetzungen genügt, kann ein Gesuch um Gewährung eines Investitionskredites
deshalb nicht gestützt auf Art. 87 Abs. 1 lit. a LwG abgelehnt werden.
b) Für eine Unterstützung neuer Ökonomiegebäude für Milchkühe muss bei Betrieben
in der Talzone ein Arbeitsbedarf von mindestens 1,75 SAK ausgewiesen sein (vgl. Art. 3
Abs. 1 lit. a SVV). Bei der Berechnung ist in erster Linie von der zukünftigen
Bewirtschaftungsweise auszugehen. Die Berechnung richtet sich nach Art. 3 der
Verordnung über landwirtschaftliche Begriffe und die Anerkennung von Betriebsformen
(Landwirtschaftliche Begriffsverordnung; SR 910.91, abgekürzt: LBV). Der
Arbeitsbedarf muss mindestens zwei Jahre nach der Gewährung der Investitionshilfe
und während mindestens fünf Jahren erforderlich sein (vgl. Weisungen und
Erläuterungen des Bundesamtes für Landwirtschaft vom 1. Januar 2009 zur
Verordnung über die Strukturverbesserung in der Landwirtschaft, S. 4; nachfolgend:
Weisungen). Die Berechnung der Vorinstanz ging von den Betriebsdaten nach der
Investition und den Faktoren gemäss Art. 3 Abs. 2 LBV aus. Mit dem zutreffend
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ermittelten Arbeitsbedarf von 1,76 SAK sind die Mindestvoraussetzungen gemäss
Art. 3 Abs. 1 lit. a SVV erfüllt.
c) Investitionshilfen für Hochbaumassnahmen werden aufgrund eines anrechenbaren
Raumprogramms gewährt, das sich auf die langfristig gesicherte landwirtschaftliche
Nutzfläche und die Produktionsmöglichkeiten abstützt (Art. 10 Abs. 1 SVV). Je höher
der Anteil des Pachtlandes und je kleiner die Anzahl der Verpächter ist, desto
längerfristiger muss das Pachtland gesichert sein, um anerkannt zu werden. Die
regionalen Verhältnisse sind zu berücksichtigen. Für Raufutter verzehrende Tiere gilt in
der Talzone eine langfristig gesicherte Richtfläche von 0,45 ha pro Grossvieheinheit
(abgekürzt: GVE). Werden bewilligungspflichtige Bauten erstellt, welche eine
Ausdehnung des Nutztierbestandes je Hektare düngbare Fläche zur Folge haben, muss
nachgewiesen werden, dass mit dem neuen Nutztierbestand und nach Einbezug von
technischen Massnahmen und Abnahmeverträgen für Hofdünger eine ausgeglichene
Phosphorbilanz ohne Fehlerbereich erreicht wird (vgl. Weisungen S. 11).
Der Rekurrent bewirtschaftet eine landwirtschaftliche Nutzfläche von insgesamt 11,69
ha. Diese Fläche ermöglicht die Haltung von 26 GVE. Der Anteil der Pachtfläche an der
gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche des Betriebs des Rekurrenten beläuft sich
auf rund einen Drittel (3,81 ha). Die drei Pachtverträge wurden im Jahr 2009 mit drei
verschiedenen Verpächtern für die Dauer von jeweils 12 Jahren abgeschlossen. Damit
sind die Produktionsgrundlagen des Betriebs für die Rindviehhaltung langfristig,
nämlich bis ins Jahr 2021 gesichert. In diesem Zeitpunkt wird der Betriebsleiter über
60-jährig und damit wenige Jahre vor der Pensionierung stehen. Die Vorinstanz hat
zwar festgestellt, dass die Kinder des Rekurrenten Berufe ausserhalb der
Landwirtschaft erlernt haben. Ob die Kinder indessen bereit wären, eine
landwirtschaftliche Zweitausbildung zu absolvieren, geht aus den Akten nicht hervor.
Folglich kann auch nicht gesagt werden, die Hofnachfolge sei nicht geregelt. Jedenfalls
aber wird sich die Frage nach einer Strukturbereinigung frühestens im Jahr 2021
stellen.
d) Die Vorinstanz hat das Gesuch mit der Begründung abgewiesen, Finanzierbarkeit
und Tragbarkeit der vorgesehenen Investition vor Gewährung der Investitionshilfe seien
nicht ausgewiesen. Eine Erhöhung der hypothekarischen Verschuldung über den
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Ertragswert von geschätzten Fr. 315'000.-- nach der Sanierung hinaus, komme nicht in
Betracht. Die Finanzierung weise aufgrund der eingeschränkten
Belehnungsmöglichkeiten einen Fehlbetrag von Fr. 100'000.-- aus.
aa) Finanzierbarkeit und Tragbarkeit müssen ausgewiesen sein. Die vorgesehene
Investition ist tragbar, wenn der Gesuchsteller in der Lage ist, die laufenden Ausgaben
für Betrieb und Familie zu decken, die anfallenden Zinsverpflichtungen zu erfüllen, den
Rückzahlungsverpflichtungen nachzukommen, die künftig notwendigen Investitionen
zu tätigen und zahlungsfähig zu bleiben (Art. 8 SVV). Die Beurteilung der Tragbarkeit
erfolgt aufgrund einer realistischen, betriebswirtschaftlichen Planungsrechnung, welche
sich in erster Linie auf Buchhaltungszahlen des Betriebs abstützt. Grosse
Zurückhaltung ist bei Betrieben angezeigt, welche bisher eine negative
Eigenkapitalbildung auswiesen. Entwicklungen der betrieblichen, marktwirtschaftlichen
und agrarpolitischen Rahmenbedingungen sind zu berücksichtigen. Die zukünftigen
Risiken sind bei der Berechnung der Tragbarkeit sorgfältig abzuschätzen und
entsprechend zu gewichten. Nebst den zukünftigen wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen stellen beispielsweise grössere Flächen nicht langfristig
gesicherten Pachtlandes oder notwendige Hofdüngerabnahmeverträge ein zusätzliches
Risiko dar. Für die Tragbarkeitsberechnung sind verschiedene Planungsmethoden
zulässig. Die langfristige Entwicklung des Betriebes ist bei grossen Investitionen
aufzuzeigen (vgl. Weisungen S. 9).
bb) Der Betriebsvoranschlag, auf welchen die Vorinstanz die Abweisung des
Kreditgesuchs stützt, geht von einem gesamten Deckungsbeitrag von Fr. 154'100.--
aus. Diesem Wert liegt unter anderem ein Deckungsbeitrag bei der Rindviehhaltung von
Fr. 2'868.-- pro Raufutter verzehrende Grossvieheinheit (abgekürzt: RGVE) zugrunde.
Im Durchschnitt der vergangenen 4 Jahre erwirtschaftete der Rekurrent jedoch einen
Deckungsbeitrag von Fr. 3'342.-- pro RGVE. Die Vorinstanz begründet die Abweichung
mit der Erwartung eines von 75 auf 63 Rappen pro kg sinkenden Milchpreises. Diese
Prognose erscheint ausgesprochen pessimistisch, zumal der Rekurrent silofreie
Käsereimilch mit Lieferrechten über 135'000 kg für eine Käserei mit internationaler
Auszeichnung produziert. Ein Deckungsbeitrag für die Rindviehhaltung von rund
Fr. 70'000.-- – d.h. rund Fr. 7'000.-- höher als von der Vorinstanz angenommen –
erscheint durchaus realistisch.
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Bei der Ermittlung des Deckungsbeitrags aus der Schweinehaltung fällt auf, dass die
Vorinstanz von 115 Mastschweineplätzen (abgekürzt: MSP) ausgeht, obwohl der
Rekurrent neben den Zuchtschweinen lediglich Jager und Remonten hält. Der von der
Vorinstanz angenommene Deckungsbeitrag von Fr. 42'700.-- stützt sich auf den
Durchschnitt, der sich aus der Betriebsbuchhaltung der Jahre 2007 und 2008 ergibt. Zu
beachten ist allerdings, dass der Rekurrent die Schweinehaltung erst im Lauf des
Jahres 2007 ausgebaut hat (vgl. act. 8/14) und der jährliche Deckungsbeitrag von
Fr. 8'520.-- im Jahr 2006 über Fr. 27'480.45 im Jahr 2007 auf Fr. 57'949.40 im Jahr
2008 angestiegen ist. Deshalb ist es gerechtfertigt, für die Zukunft von einem
Deckungsbeitrag auszugehen, der sich am Betriebsergebnis des Jahres 2008 orientiert
und somit bezüglich der Schweinehaltung in der Grössenordnung von Fr. 10'000.-- bis
Fr. 15'000.-- höher ausfallen dürfte.
Die Vorinstanz ist beim Betriebsvoranschlag von Strukturkosten 1 (Gebäude/
Meliorationen, feste Einrichtungen, Mechanisierung, allg. Betriebskosten) von
Fr. 76'800.-- ausgegangen. Sie hat die Abschreibungen, welche in der
Betriebsbuchhaltung bisher mit Fr. 10'000.-- veranschlagt waren, auf Fr. 15'000.--
erhöht. Diese Erhöhung steht im Widerspruch zu den vorinstanzlichen Feststellungen,
wonach beim Wohnhaus keine grösseren Investitionen absehbar seien. Auch im
Gesuch vom 1. Mai 2009 wird der Zustand des Wohnhauses als gut bezeichnet. Gegen
einen erhöhten Abschreibungsbedarf spricht auch die Neuerstellung der Scheune,
welche aufgrund ihrer zeitgemässen Ausstattung während der kommenden Jahre
erfahrungsgemäss keine zusätzlichen Sachaufwendungen nach sich ziehen wird. Bei
den allgemeinen Betriebskosten von Fr. 19'100.-- wurden Sozialbeiträge des
Betriebsleiters berücksichtigt. Gleichzeitig ist im Familienverbrauch auch die AHV
enthalten. Mangels Erläuterungen, welche Sozialbeiträge bei den allgemeinen
Betriebskosten erfasst wurden, kann nicht ausgeschlossen werden, dass die AHV-
Beiträge doppelt belastet wurden.
Bei den Strukturkosten 2 (Schuldzinsen, Pachtzinsen, Angestelltenkosten) wurde von
einer Verzinsung der Hypothek mit 5% ausgegangen. Dieser Zinssatz scheint auch bei
einer längerfristigen Betrachtung als überhöht. Selbst bei der Finanzierung der von der
Vorinstanz angenommenen Finanzierungslücke von Fr. 100'000.-- läge die
hypothekarische Belastung mit Fr. 415'000.-- innerhalb der Belastungsgrenze von
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Fr. 425'000.-- nach der Investition. Eine Bankfinanzierung ist dementsprechend
risikolos möglich. Warum eine hypothekarisch gesicherte Bankfinanzierung über den
Ertragswert hinaus nicht möglich sein soll, wird im angefochtenen Entscheid nicht
ausgeführt. Insbesondere ist nicht ersichtlich, dass diesbezügliche Abklärungen, sei es
durch die Vorinstanz, sei es – nach entsprechender Aufforderung – durch den
Rekurrenten getroffen worden wären. Ebenso wenig wurden mit dem Rekurrenten
offenbar die Möglichkeiten einer – zinslosen – Fremdfinanzierung und eines
Investitionsaufschubs für den Melkstand besprochen. Die Vorinstanz hat zu den
entsprechenden Vorbringen jedenfalls im Rekursverfahren keine Stellung genommen.
Für den Fall einer Bankfinanzierung fällt ins Gewicht, dass mit einer Finanzierung über
eine feste Laufzeit mit einem fixen Zinssatz der Schuldner Unsicherheiten hinsichtlich
künftiger Fremdkapitalkosten auf mehrere Jahre hinaus ausschliessen kann. Bei
Festhypotheken, die für 10 Jahre abgeschlossen werden, sind Zinssätze um 3% zurzeit
durchaus marktkonform; entsprechend wären die Kapitalkosten beim
Betriebsvoranschlag um mindestens Fr. 6'000.-- tiefer zu veranschlagen. Bei der
Finanzierung der Investition ging die Vorinstanz von Eigenleistungen am Bau von
Fr. 5'000.-- aus. Dieser Betrag entspricht einer eher vorsichtigen Schätzung, so dass
der Bedarf an fremden Mitteln unter Umständen tiefer ausfallen wird.
Zur Ermittlung des Gesamteinkommens hat die Vorinstanz neben dem
Landwirtschaftlichen Einkommen ein Nebeneinkommen des Betriebsleiters von jährlich
Fr. 1'000.-- als Bestattungshelfer berücksichtigt. Die mit der beabsichtigten Investition
verbundene Rationalisierung des Betriebs lässt allerdings die Erwartung zu, dass der
Rekurrent in seiner landwirtschaftlichen Tätigkeit entlastet wird und weitere
Nebeneinkünfte erzielen kann, zumal er bis ins Jahr 2003 vollzeitlich als Chauffeur
arbeitete und er diese Tätigkeit insbesondere in den weniger arbeitsreichen
Wintermonaten ausüben kann. Die relativ geringe Betriebsgrösse und die Mitwirkung
der Ehefrau des Rekurrenten, die ebenfalls bäuerlicher Herkunft ist, auf dem Betrieb
bieten Gewähr für die erforderliche Flexibilität und Überblickbarkeit der
Betriebsabläufe.
cc) Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Vorinstanz bei der Berechnung
der Tragbarkeit mehrere, für den Rekurrenten ungünstige Annahmen getroffen hat. Bei
den Deckungsbeiträgen ist sie einerseits von einem ausgesprochen tiefen Milchpreis
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ausgegangen und hat anderseits bei der Schweinehaltung auf Buchhaltungszahlen
abgestellt, denen nicht durchwegs die bereits bestehende Kapazität zugrunde lag. Bei
den Strukturkosten 1 hat sie ohne weitere Begründung die Abschreibungen um die
Hälfte erhöht. Bei den Strukturkosten 2 ist sie sodann ebenfalls ohne weitere
Begründung davon ausgegangen, eine hypothekarische Belastung der Liegenschaften
sei nur bis zum Ertragswert und nicht bis zur Belastungsgrenze nach der Investition
möglich. Der Verzinsung der Hypothekardarlehen hat sie einen Zinssatz von 5%
zugrunde gelegt, der deutlich über den aktuellen, auch längerfristigen
Finanzierungsmöglichkeiten liegt. Bei der Ermittlung des Gesamteinkommens hat sie
schliesslich nicht berücksichtigt, dass die mit der Investition verbundene
Rationalisierung dem Betriebsleiter die Möglichkeit verschafft, als Chauffeur ein
zusätzliches Nebeneinkommen zu erzielen. Ebenso wenig ist ersichtlich, dass
alternative Finanzierungsmöglichkeiten und der teilweise Aufschub der Investition
(Melkstand) mit dem Rekurrenten besprochen worden wären. Im Übrigen fällt auf, dass
der Rekurrent bereits ohne Rationalisierung des Betriebs gemäss Jahresrechnung in
der Lage war, im Jahr 2008 eine Rückzahlung der Hypothek über Fr. 50'000.-- zu
leisten (vgl. act. 8/13 S. 3).
4.- Dementsprechend ist der Rekurs teilweise gutzuheissen. Der angefochtene
Entscheid der Vorinstanz vom 29. Juni 2009 ist aufzuheben. Die Angelegenheit ist im
Sinn der Erwägungen zum neuen Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die
Vorinstanz wird – nach Schliessung der Finanzierungslücke von Fr. 100'000.-- durch
den Rekurrenten mit zusätzlichen Mitteln einer Bank oder von Privaten – insbesondere
anhand des Betriebsvoranschlags und der Überlegungen in den vorstehenden
Erwägungen die Tragbarkeit der Investition neu ermitteln müssen.
5.- In Streitigkeiten hat nach Art. 95 Abs. 1 VRP jener Beteiligte die Kosten zu tragen,
dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. Soweit der Rekurrent mit
dem Rechtsmittel die Zusprechung des Investitionskredites durch die Rekursinstanz
anstrebt, dringt er mit seinem Begehren zwar nicht durch. Indessen ist die
Rückweisung damit zu begründen, dass die Vorinstanz verschiedene Elemente, die zur
Ablehnung des Gesuchs des Rekurrenten führten, nicht oder nur ungenügend
begründet hat. Deshalb rechtfertigt es sich, die amtlichen Kosten vollumfänglich dem
Staat aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 2 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 800.-- ist
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angemessen (vgl. Art. 13 Ziff. 522 des Gerichtskostentarifs, sGS 941.12). Die
Finanzverwaltung ist anzuweisen, dem Rekurrenten den Kostenvorschuss von
Fr. 800.-- zurückzuerstatten.