Decision ID: 2a2eb13c-7ad4-452a-b29f-70a9bb95b304
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ erlitt am 2. August 2013 einen Unfall, bei dem sie stolperte und sich ein
Supinationstrauma mit Bänderdehnung am linken oberen Sprunggelenk zuzog. Die
Schadenmeldung UVG erfolgte am 8. Juli 2014 durch das Reinigungsunternehmen
B._ GmbH, für welche A._ vom 1. Juli 2013 bis 30. Juni 2014 Reinigungsarbeiten
ausgeführt hatte (Suva-act. 1, 7, 9, 19 f.). Die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen der
B._ GmbH sind bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend:
Suva) obligatorisch gegen Unfall versichert.
A.b Infolge der telefonischen Auskunft des Sozialamtes C._ vom 8. Juli 2014, dass
A._ keinen Lohn von der B._ GmbH erhalten habe, sondern wie zuvor auch ab 1.
Juli 2013 vom Sozialamt unterstützt worden sei (Suva-act. 2), teilte die Suva A._ mit
Schreiben vom 2. September 2014 mit, dass die Versicherung bei der Suva am
Unfalltag nicht wirksam gewesen sei und somit keine Versicherungsleistungen erbracht
werden könnten (Suva-act. 14).
A.c Mit Schreiben vom 29. September 2014 erklärte sich die Swica
Krankenversicherung AG (nachfolgend: Swica) als Krankenversicherer von A._ mit
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der Leistungsablehnung der Suva nicht einverstanden und verlangte eine
einsprachefähige Verfügung, sollte die Suva an ihrem Entscheid festhalten (Suva-act.
17).
A.d Nach einer E-Mail-Korrespondenz mit der Swica (Suva-act. 18 f.) und einem am
16. Oktober 2014 geführten Telefongespräch mit dem Sozialamt C._ (Suva-act. 20)
erliess die Suva am 17. November 2014 eine anfechtbare Verfügung entsprechend
ihrem Schreiben vom 2. September 2014 (Suva-act. 22).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob die Swica am 22. Dezember 2014 Einsprache
(Suva-act. 23) und reichte überdies die E-Mail-Korrespondenz mit dem Sozialamt C._
vom 12. bzw. 16. Dezember 2014 ein (Suva-act. 23-7 f.). Nachdem die Suva und die
Swica mit Schreiben vom 24. Dezember 2014 (Suva-act. 24) bzw. 16. März 2015
(Suva-act. 26) gegenseitig zum Ausdruck gebracht hatten, an ihren Standpunkten
festzuhalten, wies die Suva die Einsprache der Swica mit Einspracheentscheid vom 25.
Juni 2015 mit der Begründung ab, dass A._ die Versicherteneigenschaft gemäss Art.
1a Abs. 1 UVG abgesprochen werden müsse, was bedeute, dass sie für den Unfall
vom 2. August 2013 nicht bei der Suva versichert sei (Suva-act. 30).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Swica (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 14. August 2015 Beschwerde mit folgenden
Anträgen: In Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids sei festzustellen,
dass A._ für die Folgen des Unfalls vom 2. August 2013 obligatorisch nach UVG bei
der Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) versichert sei. Die Sache sei an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese über die gesetzlichen
Versicherungsleistungen von A._ im Zusammenhang mit dem Unfall vom 2. August
2013 entscheide. Eventualiter sei in Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids festzustellen, dass A._ bei einer anderen, von der
Sozialhilfebehörde C._ abgeschlossenen Unfallversicherung obligatorisch für die
Folgen des Unfalls vom 2. August 2013 nach UVG versichert sei (act. G 1). Die
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Beschwerdeführerin legte ihrer Beschwerde ein Urteil des Verwaltungsgerichts des
Kantons Bern vom 13. Februar 2008, UV 68682/120/2007, bei (act. G 1.4).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 17. September 2015 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde vom 14. August 2015, soweit darauf
einzutreten sei, und Bestätigung des Einspracheentscheids vom 25. Juni 2015 (act. G
3).
C.c Am 23. September 2015 wurde A._ (nachfolgend: Beigeladene) zum Verfahren
beigeladen. Es wurde ihr die Gelegenheit eingeräumt, zur Beschwerde Stellung zu
nehmen, doch liess sie die ihr dazu eingeräumte Frist unbenutzt verstreichen (act. G 5,
act. G 6).
C.d Mit Replik vom 23. November 2015 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen
unverändert fest (act. G 7) und reichte einen Auszug von Versicherungsleistungen ein,
welche sie der Beigeladenen erbracht habe (act. G 7.1)
C.e Mit Schreiben vom 8. Januar 2016 erneuerte auch die Beschwerdegegnerin ihren
Antrag auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei, verzichtete
jedoch auf eine einlässliche Duplik. Sie erwähnte einzig, es sei aus der
Leistungszusammenstellung nicht ersichtlich, dass die dort aufgeführten Leistungen zu
Gunsten der Beigeladenen erbracht worden seien und in einem Zusammenhang zum
Unfall vom 2. August 2013 stünden (act. G 9).
C.f Sowohl die Beschwerdeführerin als auch die Beschwerdegegnerin liessen sich
sodann nochmals mit Schreiben vom 21. Januar bzw. 3. Februar 2016 zum
vorliegenden Beschwerdeverfahren vernehmen. Die Beschwerdeführerin reichte zudem
weitere Unterlagen betreffend die von ihr gegenüber der Beigeladenen erbrachten
Versicherungsleistungen sowie Rechnungen des behandelnden Arztes ein (act. G 11, G
11.1 - G 11.6, G 13).
C.g Mit Schreiben vom 3. November 2016 ersuchte das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen das Sozialamt C._ um Beantwortung der Frage, ob die B._
GmbH dem Sozialamt C._ ein Entgelt für die von der Beigeladenen bei ihr geleistete
Arbeit bezahlt habe. Weiter wurde das Sozialamt C._ aufgefordert, - falls vorhanden -
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die schriftlichen Vereinbarungen zwischen der B._ GmbH und der Beigeladenen und/
oder der B._ GmbH und dem Sozialamt C._ einzureichen (act. G 15). Mit Schreiben
vom 21. November 2016 erteilte das Sozialamt C._ die erbetene Auskunft (act. G 16)
und reichte eine von der Beigeladenen, der B._ GmbH und dem Sozialamt C._ im
Dezember 2013 unterzeichnete "Vereinbarung für Ausbildungspraktikum" ein (act. G
16.1). Mit Schreiben vom 2. und 12. Dezember 2016 nahmen die Beschwerdegegnerin
bzw. die Beschwerdeführerin zu den vorgenannten Unterlagen Stellung (act. G 18 f.).

Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze
massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes
(Unfall vom 2. August 2013) Geltung haben (BGE 127 V 467 E. 1), sind im vorliegenden
Fall grundsätzlich die bis zum 31. Dezember 2016 geltenden Bestimmungen
anwendbar. Hinsichtlich der für die hier streitige Angelegenheit anwendbaren
Gesetzes- und Verordnungsbestimmungen hat sich indessen mit Inkrafttreten der
neuen Rechtssätze ohnehin nur eine redaktionelle Änderung im UVG ergeben (vgl. aArt.
1a Abs. 1 UVG bzw. nArt. 1 Abs. 1 lit. a UVG; vgl. Art. 1 UVV).
2.
Zunächst ist hinsichtlich der von Amtes wegen zu prüfenden
Sachurteilsvoraussetzungen die Frage zu klären, ob die Beschwerdeführerin zur
Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 25. Juni 2015 legitimiert ist.
2.1 Gemäss Art. 59 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons St. Gallen (VRP; sGS 951.1)
ist zur Beschwerde berechtigt, wer durch die angefochtene Verfügung oder den
Einspracheentscheid berührt ist und ein eigenes schutzwürdiges Interesse an deren
Aufhebung oder Änderung hat bzw. dartut. Das Rechtsschutzinteresse bildet eine
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Prozessvoraussetzung, ohne welche das Gericht nicht auf die Sache eintreten bzw.
kein Sachurteil fällen darf (vgl. URS PETER CAVELTI/THOMAS VÖGELI,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen - dargestellt an den Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., 2003, Rz 385). Nach konstanter Praxis ist die
Beschwerdebefugnis zu bejahen, wenn ein praktisches oder rechtliches Interesse an
der Aufhebung oder Änderung der Verfügung bzw. des Einspracheentscheids geltend
gemacht werden kann (BGE 125 V 342). Dies wird dahingehend verstanden, dass die
Gutheissung der Beschwerde einen Nachteil wirtschaftlicher, ideeller, materieller oder
anderweitiger Natur vermeidet. Dabei muss ein unmittelbares und konkretes Interesse
gegeben sein (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Auflage Zürich/Basel/Genf 2015,
Art. 59 N 9). Art. 49 Abs. 4 ATSG regelt die Drittbeschwerdebefugnis von anderen
Sozialversicherungsträgern. Diese setzt voraus, dass der Entscheid eines
Sozialversicherungsträgers über einen ihm gegenüber geltend gemachten Anspruch
"die Leistungspflicht eines anderen Trägers berührt" (vgl. KIESER, a.a.O., Art. 59 N 43,
Art. 59 N 45; vgl. auch CAVELTI/VÖGELI, a.a.O., Rz 412 f., 430). Ein Berührtsein liegt
unter anderem vor und die Rechtsmittelbefugnis wird bejaht, wenn der einen Anspruch
verneinende Entscheid der verfügenden Sozialversicherung unmittelbar die prinzipielle
Leistungspflicht einer anderen Sozialversicherung herbeiführt (KIESER, a.a.O., Art. 59 N
47, Art. 59 N 48 "Verweigerung von Leistungen der UV", Art. 59 N 57; BGE 134 V 157
E. 5.3.1). Wer nach Art. 49 Abs. 4 ATSG "berührter" Versicherungsträger ist, kann
bereits gestützt auf die Legitimationsregelung von Art. 59 ATSG Beschwerde
einreichen (KIESER, a.a.O., Art. 49 N 103).
2.2 Die Beschwerdeführerin ist im Sinne von Art. 59 ATSG in Verbindung mit Art. 45
Abs. 1 VRP insofern legitimiert, den Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin
vom 25. Juni 2015 beim Versicherungsgericht anzufechten, als durch die Verneinung
der Versicherteneigenschaft bzw. UVG-Versicherungsdeckung der Beigeladenen im
Unfallzeitpunkt (2. August 2013) bei der Beschwerdegegnerin eine Abgrenzung der
Leistungspflicht von Beschwerdeführerin und Beschwerdegegnerin herbeigeführt
würde bzw. daraus für Erstere eine potenzielle Leistungspflicht resultieren könnte. Dies
ergibt sich einerseits aus aArt. 1a Abs. 1 UVG, wonach in das
Versicherungsobligatorium des UVG die in der Schweiz beschäftigten Arbeitnehmer,
einschliesslich der Heimarbeiter, Lehrlinge, Praktikanten, Volontäre sowie der in Lehr-
oder Invalidenwerkstätten tätigen Personen, obligatorisch einbezogen sind, d.h. für
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selbständig Erwerbstätige und Nichterwerbstätige keine obligatorische UVG-
Versicherungsdeckung besteht (vgl. dazu nachfolgende Erwägung 3.3). Andererseits
bestimmt Art. 1a des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10),
dass die soziale Krankenversicherung Leistungen bei Unfall (Art. 4 ATSG) gewährt,
soweit dafür keine Unfallversicherung aufkommt. Im konkreten Fall ist streitig, ob der
Beigeladenen im Zeitpunkt ihres Unfalls Arbeitnehmerinnenstatus bei der B._ GmbH
zukam, deren Arbeitnehmer sowie Arbeitnehmerinnen bei der Beschwerdegegnerin
obligatorisch unfallversichert sind. Angesichts des Gesagten käme durch die
Ablehnung der Versicherteneigenschaft der Beigeladenen bei der Beschwerdegegnerin
die Versicherteneigenschaft bei der Beschwerdeführerin zum Zug. Insofern wäre
Letztere vom Entscheid der Beschwerdegegnerin berührt.
2.3 Eine Abgrenzung der Leistungspflicht von Beschwerdeführerin und
Beschwerdegegnerin könnte jedoch auch bei Bejahung der Versicherteneigenschaft
der Beigeladenen bei der Beschwerdegegnerin herbeigeführt werden. So kann der
Krankenversicherung dann eine Leistungspflicht zukommen, wenn die
Unfallversicherung trotz einer Gesundheitsschädigung und/oder Arbeitsunfähigkeit der
versicherten Person wegen Verneinung von Unfallfolgen die Vergütung von
Heilbehandlungskosten bzw. die Ausrichtung von Taggeldern ablehnt. Dies ergibt sich
aus der Krankheitsdefinition in Art. 3 Abs. 1 ATSG, wonach jede körperliche, geistige
oder psychische Gesundheitsschädigung, die nicht Folge eines Unfalls ist und die eine
medizinische Untersuchung oder Behandlung erfordert oder eine Arbeitsunfähigkeit zur
Folge hat, als Krankheit gilt. An die Unterscheidung von Unfall und Krankheit knüpft
das Sozialversicherungsrecht unterschiedliche Rechtsfolgen, namentlich eine
Abgrenzung der Leistungspflicht von Unfall- und Krankenversicherer. Es kann daher
nicht sein, dass eine Gesundheitsschädigung, die als Unfallfolge zu betrachten ist,
zugleich eine Krankheit im Rechtssinne darstellt und eine kumulative Leistungspflicht
des Unfall- und Krankenversicherers auslöst (Urteil des Bundesgerichts [bis 31.
Dezember 2006 Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] vom 29. August 2008,
9C_537/2007; ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung [UVG], 4. Auflage Zürich/Basel/Genf 2012, S. 28 f.;
KIESER, a.a.O., Art. 49 N 75). Anhand der vorliegenden Akten ist nicht überprüfbar und
es wurde bis anhin auch nicht geprüft, ob und inwieweit (im Falle von Unfallfolgen bis
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wann) Gesundheitsstörungen im Bereich des linken Fusses der Beigeladenen auf den
Unfall vom 2. August 2013 zurückzuführen sind und damit die Beschwerdegegnerin
Versicherungsleistungen zu erbringen hätte. Es besteht also die Möglichkeit, dass
bestimmte Heilbehandlungen und/oder Arbeitsunfähigkeiten nur (noch) wegen eines
krankheitsbedingten Gesundheitsschadens erfolgt sind (vgl. zur Unfallkausalität als
Voraussetzung für eine Leistungspflicht der Unfallversicherung: Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE
129 V 181 E. 3.1 ff.; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b mit Hinweisen; RUMO-JUNGO/
HOLZER, a.a.O., S. 54). Die Beschwerdeführerin wäre für diese direkt leistungspflichtig
und auch insofern vom Entscheid der Beschwerdegegnerin berührt.
2.4 Der Umstand, dass die Beigeladene am 2. August 2013 unbestrittenermassen
einen Unfall erlitten hat, liesse grundsätzlich auch die Frage zu, ob im Unfallzeitpunkt
allenfalls bei einem anderen Unfallversicherer eine Versicherungsdeckung bestand und
damit - wenn überhaupt - nur eine Abgrenzung der Leistungspflicht zwischen der
Beschwerdegegnerin und einem anderen Unfallversicherer denkbar wäre. Möglich wäre
eine Arbeitnehmerinneneigenschaft der Beigeladenen gegenüber dem Sozialamt C._
und damit eine Versicherungsdeckung über dessen Unfallversicherer. Im vorliegenden
Beschwerdeverfahren ist jedoch zunächst die Rechtsfrage zu prüfen, ob der B._
GmbH im Unfallzeitpunkt ein Status als Arbeitgeberin der Beigeladenen zukam. Die
Beschwerdeführerin ist insofern von der Beurteilung dieser Rechtsfrage berührt, als sie
ein Interesse an deren Bejahung hat bzw. sich die Aussicht auf die Verneinung einer
Leistungspflicht ihrerseits mit der Bejahung der Versicherteneigenschaft der
Beigeladenen gegenüber der Beschwerdegegnerin verbessert.
2.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin leistungspflichtig
werden könnte, wenn dafür nicht die Beschwerdegegnerin in Frage käme. Damit ist die
Aktivlegitimation der Beschwerdeführerin zu bejahen. Die Frage, ob die Beigeladene
bei der Beschwerdeführerin einen Antrag auf Erbringung von Vorleistungen gestellt hat
(vgl. Art. 70 Abs. 1 und 3 ATSG) und ob tatsächlich Vorleistungen erbracht worden
sind, kann demnach offen gelassen werden.
3.
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Im Folgenden ist damit der materielle Standpunkt zu prüfen. Es ist zu beurteilen, ob die
Beschwerdegegnerin zu Recht ihre Leistungspflicht mit der Begründung abgelehnt hat,
für das Unfallereignis vom 2. August 2013 habe keine UVG-Versicherungsdeckung bei
ihr bestanden.
3.1 Gemäss aArt. 1a Abs. 1 UVG sind die in der Schweiz beschäftigten Arbeitnehmer,
einschliesslich Heimarbeiter, Lehrlinge, Praktikanten, Volontäre sowie die in Lehr- oder
Invalidenwerkstätten tätigen Personen obligatorisch versichert.
3.2 Als Arbeitnehmer nach Art. 1a Abs. 1 des Gesetzes gilt, wer eine unselbständige
Erwerbstätigkeit im Sinne der Bundesgesetzgebung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) ausübt (Art. 1 UVV).
3.3 Aus Koordinations- und Praktikabilitätsgründen knüpft Art. 1 UVV also
ausdrücklich an den Arbeitnehmerbegriff der Alters- und Hinterlassenenversicherung
(AHV) an. Die Regel gilt allerdings nicht absolut. Da Art. 10 ATSG, wonach als
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Personen gelten, die in unselbständiger Stellung
Arbeit leisten und dafür massgebenden Lohn nach dem jeweiligen Einzelgesetz
beziehen, es dem Einzelgesetz überlässt, welchen Personen eine Arbeitnehmerqualität
zukommt, ändert diese Bestimmung nichts am unfallversicherungsrechtlichen
Arbeitnehmerbegriff. Im Regelfall besteht zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ein
Arbeitsvertrag gemäss Art. 319 ff. des Obligationenrechts (OR; SR 220) oder ein
öffentlich-rechtliches Anstellungsverhältnis. Sind solche Rechtsverhältnisse gegeben,
bestehen kaum Zweifel, dass es sich um einen Arbeitnehmer gemäss UVG handelt.
Das Vorhandensein eines Arbeitsvertrages ist jedoch nicht Voraussetzung für die
Versicherteneigenschaft gemäss aArt. 1a Abs. 1 UVG. Liegt weder ein Arbeitsvertrag
noch ein öffentlich-rechtliches Anstellungsverhältnis vor, ist unter Würdigung der
wirtschaftlichen Umstände in ihrer Gesamtheit zu beurteilen, ob die
Arbeitnehmereigenschaft gegeben ist. Dabei ist zu beachten, dass das UVG im
Interesse eines umfassenden Versicherungsschutzes auch Personen einschliesst,
deren Tätigkeit mangels Erwerbsabsicht nicht als Arbeitnehmertätigkeit einzustufen
wäre, wie beispielsweise Volontär- oder Praktikumsverhältnisse, bei welchen der für ein
eigentliches Arbeitsverhältnis typische Lohnanspruch nicht in jedem Fall vereinbart
wird. Wo die unselbständige Tätigkeit ihrer Natur nach nicht auf die Erzielung eines
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Einkommens, sondern auf Ausbildung gerichtet ist, kann eine Lohnabrede somit kein
ausschlaggebendes Kriterium für oder gegen den Unfallversicherungsschutz sein. Von
der obligatorischen Unfallversicherung werden somit auch Tätigkeiten erfasst, die die
Begriffsmerkmale des Arbeitnehmers nicht vollumfänglich erfüllen. Der Begriff des
Arbeitnehmers gemäss aArt. 1a Abs. 1 UVG ist damit weiter als im Arbeitsvertragsrecht
(Urteil des Bundesgerichts vom 22. September 2014, 8C_183/2014, E. 7.1 f.; BGE 124
V 303 E. 1, BGE 115 V 58 E. 2d). Als Arbeitnehmer gemäss UVG ist mithin zu
bezeichnen, wer um des Erwerbes oder der Ausbildung willen für einen Arbeitgeber,
mehr oder weniger untergeordnet, dauernd oder vorübergehend tätig ist, ohne hiebei
ein eigenes wirtschaftliches Risiko tragen zu müssen (BGE 141 V 314 f. E. 2.1; Urteil
des Bundesgerichts vom 8. November 2011, 8C_503/2011, E. 3.4; ALFRED MAURER,
Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 107 f.). Übt eine
Person weder um des Erwerbes noch der Ausbildung willen eine Beschäftigung aus
und bezieht sie ausschliesslich Sozialhilfe, ist sie den Nichterwerbstätigen zuzuordnen
und kann damit nicht als Arbeitnehmer nach aArt. 1a Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art.
1 UVV gelten (vgl. UELI KIESER, Alters- und Hinterlassenenversicherung, in:
Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, ULRICH
MEYER [Hrsg.], 3. Aufl. Basel 2016, S. 1288 Rz. 297).
3.4 Um die berufliche Rehabilitation zu fördern, werden von Personen Arbeitsversuche
bei Arbeitgebern in unterschiedlichen Konstellationen durchgeführt. Gemäss den - für
Verwaltung und Gerichte indessen nicht verbindlichen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 24. März 2011, 8C_758/2010, E. 4.2.2 mit Hinweis auf BGE 120 V 231 E. 4c) -
"Empfehlungen zur Anwendung von UVG und UVV" der Ad-hoc-Kommission Schaden
UVG vom 12. März 2007/Revision 28. Juni 2012 (Nr. 01/2007: Arbeitsversuche;
abrufbar unter http://www.svv.ch/de/politik-und-recht/recht/empfehlungen-der-ad-
hoc-kommission-schaden -uvg) sind diese Personen wie folgt gegen Unfälle versichert:
Für einen Arbeitsversuch bei einem Arbeitgeber mit AHV-Lohn (vgl. dazu Art. 5 Abs. 1
und 2 AHVG i.V.m. Art. 7 der Verordnung über die AHV [AHVV; SR 831.101]) oder
Taggeld der Invalidenversicherung (IV) besteht eine UVG-Deckung bei diesem
Arbeitgeber. Für einen Arbeitsversuch bei einem Arbeitgeber ohne AHV-Lohn besteht
eine UVG-Deckung bei diesem Arbeitgeber, wenn ein wirtschaftliches Interesse des
Arbeitgebers vorliegt, wovon im Regelfall auszugehen ist. Dass Personen, die
ausschliesslich Sozialhilfe beziehen, AHV-rechtlich als Nichterwerbstätige gelten (vgl.
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KIESER, a.a.O., S. 1288 Rz. 297), hat für den Sachverhalt des Arbeitsversuchs bei
einem Arbeitgeber ohne AHV-Lohn, jedoch mit einem wirtschaftlichen Interesse des
Arbeitgebers, keine Bedeutung. Der Sozialhilfebezüger, der einen solchen
Arbeitsversuch unternimmt, ist zwar nicht erwerbstätig, dennoch ist in seinem Fall eine
UVG-Deckung beim Arbeitgeber gegeben.
3.5 Eine UVG-Versicherungsdeckung bei der Beschwerdegegnerin wäre also
insbesondere dann zu bejahen, wenn die Beigeladene im Unfallzeitpunkt
Arbeitnehmerin der B._ GmbH gewesen wäre, d.h. also auch, wenn sie - wie von der
Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme vom 12. Dezember 2016 (act. G 19) geltend
gemacht - im fraglichen Zeitpunkt bei der B._ GmbH als Praktikantin gearbeitet hätte
(vgl. dazu Sachverhalt A.a).
3.6 Dass der Beigeladenen bei der B._ GmbH eine unselbständige Stellung zukam,
steht ausser Zweifel. Sachverhaltsmässig ist sodann unbestritten, dass die
Beigeladene im Unfallzeitpunkt für die B._ GmbH grundsätzlich Reinigungsarbeiten
ausgeführt hat. Gemäss telefonischen Auskünften des Sozialamtes C._ vom 8. Juli
2014 (Suva-act. 2) und 29. Juni 2014 (Suva-act. 19-1) sind für diese Arbeitsleistungen
von der B._ GmbH keine Lohnzahlungen geflossen. Auch dem Sozialamt C._ hat
die B._ GmbH kein Entgelt für die von der Beigeladenen geleistete Arbeit bezahlt
(act. G 16). Die Beigeladene war also ohne Lohnvereinbarung für die B._ GmbH tätig.
Weiter liegt für den Unfallzeitpunkt kein schriftlicher Arbeitsvertrag zwischen der B._
GmbH und der Beigeladenen vor. Mit Blick auf diesen Sachverhalt kann die
Beigeladene zwar nicht als Arbeitnehmerin gemäss Art. 10 ATSG (Bezug eines
massgebenden Lohnes) gelten, es könnte ihr jedoch eine Arbeitnehmereigenschaft im
Rahmen der erweiterten Kategorien von Beschäftigten gemäss aArt. 1a Abs. 1 UVG,
konkret als Praktikantin, zukommen, womit eine UVG-Deckung bei der B._ GmbH
bestehen würde.
3.7 Massgebendes Kriterium für die Bejahung eines Praktikumsverhältnis ist, wie
bereits erwähnt, der Ausbildungszweck, nicht die Erwerbsabsicht. Die
Nichterkennbarkeit eines objektiven wirtschaftlichen Interesses des
Beschäftigungsbetriebs an der Arbeitsleistung der Beigeladenen, ist demnach für die
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Bejahung eines Praktikumsverhältnisses ebenfalls nicht von Bedeutung (vgl. BGE 141
V 319 E. 4.4).
3.7.1 Mitte bzw. Ende Dezember 2013 unterzeichneten die Beigeladene, das
Sozialamt C._ sowie die B._ GmbH eine "Vereinbarung für Ausbildungspraktikum
(max. 3 Monate Verlängerung)". Das "Praktikum" hatte am 1. Dezember 2013
begonnen und sollte am 28. Februar 2014 enden. Die Gesamtdauer des "Praktikums"
wurde auf insgesamt 6 Monate festgelegt (act. G 16.1). Aus dem Inhalt des
"Praktikumszeugnisses" der B._ GmbH vom 30. September 2014 (act. G 16.2) ist zu
schliessen, dass unter den obgenannten Parteien bereits zuvor eine Vereinbarung mit
Beschäftigungsbeginn am 1. Juli 2013 für die Dauer von drei Monaten geschlossen
worden war, das "Praktikum" jedoch von der Beigeladenen wegen ihres Unfalls vom 2.
August 2013 nicht hatte abgeschlossen werden können. Die im Dezember 2013 von
den Parteien unterzeichnete Vereinbarung bildete somit den zweiten Versuch. Sie
umfasst mehrere Vereinbarungspunkte, von welchen anzunehmen ist, dass sie mit
denjenigen in der früheren, im Unfallzeitpunkt bestandenen Vereinbarung
übereinstimmen. Der Arbeitseinsatz der Beigeladenen bei der B._ GmbH dauerte
letztlich (mit Unterbrüchen) bis zum 30. Juni 2014 (Suva-act. 19-2).
3.7.2 Zum Inhalt der Vereinbarung (act. G 16.1) ist zunächst allgemein festzustellen,
dass sowohl im Titel als auch in den einzelnen Vereinbarungspunkten mehrmals der
Begriff "Praktikum" verwendet worden ist, was grundsätzlich auf den Willen der
Parteien schliessen lässt, ein Praktikum zu vereinbaren. Das in der Vereinbarung
formulierte "Ziel" der Beschäftigung der Beigeladenen bei der B._ GmbH "Neues zu
lernen", dies offensichtlich durch praktisches Arbeiten (Umgehen mit Staubsaugern
[staubsaugen, Wartung des Geräts], Abstauben [richtiges Mittel, Dosierung, richtige
Tücher, Textilien waschen]) und die Vertiefung theoretischer Kenntnisse im Bereich der
professionellen Unterhalts-, Gebäude-, Umbau- und Rohbaureinigung, vermag sodann
durchaus dem Inhalt eines Praktikums, Berufserfahrung zu sammeln bzw. sich
ausbilden zu lassen, zu entsprechen. Dafür, dass sich die Beschäftigung der
Beigeladenen bei der B._ GmbH im Unfallzeitpunkt - was den Zielinhalt betrifft - als
Praktikum im Sinne von aArt. 1a Abs. 1 UVG qualifizieren lässt, spricht auch die
Erklärung im "Praktikumszeugnis" vom 30. September 2014, die Beigeladene habe im
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Rahmen des zweiten absolvierten "Praktikums" viele Erfahrungen sammeln,
beispielsweise Arbeiten auf der Leiter und dem Gerüst ausführen können (act. G 16.2).
3.7.3 In die Beurteilung miteinzubeziehen ist allerdings der weitere Umstand, dass
nicht nur zwischen der Beigeladenen und der B._ GmbH eine "Vereinbarung"
geschlossen wurde, sondern auch das Sozialamt C._ darin eingebunden war, die
Beigeladene entsprechend vom Sozialamt C._ an den Betrieb verwiesen worden war
und weiterhin vom Sozialamt C._ finanziell unterstützt wurde (Suva-act. 2, 19-1, 20,
23-7). Diese Verknüpfung mit bzw. Abhängigkeit von einer Drittinstitution spricht eher
gegen ein Praktikumsverhältnis. Auch der Vereinbarungspunkt, dass die Beigeladene
bei der Beschwerdeführerin unfallversichert sei, deutet darauf hin, dass die
Vereinbarungsparteien nicht von einem Praktikumsverhältnis ausgingen. Dass das
"Ausbildungspraktikum" auf maximal 6 Monate beschränkt war (vgl. act. G 16.1 f.; das
erste begonnene, nicht zu Ende gebrachte "Ausbildungspraktikum" bzw. die nur einen
Monat gedauerte Beschäftigung bis zum Unfall wurde offensichtlich nicht
berücksichtigt), kommt ausserdem dem Inhalt eines Arbeitsversuchs gemäss Art. 18a
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) gleich. In diesem
Sinne stand durch die weitere finanzielle Unterstützung der Beigeladenen durch das
Sozialamt C._ auch fest, dass der B._ GmbH keine Lohnkosten oder
Sozialversicherungsleistungen entstehen würden (vgl. "Vereinbarung für
Ausbildungspraktikum": 3. Der Betrieb schuldet keinen Lohn [act. G 16.1]). Zwar
weisen die Schilderungen der B._ GmbH im "Praktikumszeugnis" vom 30.
September 2014 betreffend den Zeitraum vom 1. Dezember 2013 bis 30. Juni 2014
(vgl. dazu Suva-act. 19-2, act. G 16.2) - die Beigeladene habe die ihr aufgetragenen
Arbeiten professionell erledigt, sei mit dem Material sachgemäss umgegangen,
pünktlich, flexibel, interessiert und gut in das Team integriert gewesen - auf eine
Selbständigkeit und Leistungsbereitschaft der Beigeladenen hin, dazu widersprüchlich
wurde aber auch geschrieben, dass nach dem zweiten Praktikum vom 1. Dezember
2013 bis 28. Februar 2014 die Meinung bestanden habe, die Beigeladene sollte noch
weiter "intensiv" eingearbeitet werden (z.B. in den Bereichen Zuverlässigkeit,
Genauigkeit, Fleiss usw.).
3.7.4 Die obigen Darlegungen lassen es insgesamt nicht zu, die Beschäftigung der
Beigeladenen bei der B._ GmbH als Praktikum im Sinne von aArt. 1a Abs. 1 UVG zu
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qualifizieren. Für ein Praktikum sprechen einzig die in der "Vereinbarung für
Ausbildungspraktikum" formulierten Beschäftigungsinhalte und Lernziele. Doch auch
diese sind letztlich theoretischer Natur. Ihre praktische Umsetzung bzw. der
tatsächliche Lernerfolg im konkreten Fall lässt es fraglich erscheinen, ob die
Beigeladene von ihrer Leistungsfähigkeit her überhaupt die Anforderungen an ein
Praktikum zu erfüllen vermochte. Es macht eher den Eindruck, dass die tatsächliche
Leistungsfähigkeit der Beigeladenen im ersten Arbeitsmarkt im Sinne des
invalidenversicherungsrechtlichen Arbeitsversuchs getestet wurde (vgl. Art. 18a Abs. 1
IVG). Wenn das Sozialamt C._ mit E-Mail vom 16. Dezember 2014 gegenüber der
Beschwerdeführerin die Angaben im "Praktikumszeugnis" bestätigte, wonach die
Beigeladene durch die B._ GmbH sehr eng habe begleitet werden müssen, vor allem
in den Bereichen Zuverlässigkeit, Genauigkeit, Fleiss usw. (Suva-act. 23-7), so deutet
dies ebenfalls darauf hin, dass das Sozialamt C._ nicht von einem Praktikum
ausging. Anlässlich eines Telefonates vom 29. Juni 2014 sprach es sodann gegenüber
der Beschwerdeführerin von einer Integrationsmassnahme, was auch eher kein
Praktikumsverhältnis im Sinne von aArt. 1a Abs. 1 UVG annehmen lässt (Suva-act.
19-1; vgl. dazu SILVIA BUCHER, Eingliederungsrecht der Invalidenversicherung, Bern
2011, S. 277 ff.).
3.8 Angesichts des Gesagten stellt sich demnach die Frage, ob die Beigeladene im
Rahmen eines Arbeitsversuchs bei der B._ GmbH unfallversichert war.
3.8.1 Wie in Erwägung 4.4 festgehalten, sind gemäss der Empfehlung 01/2007 der
Ad-hoc-Kommission Schaden UVG Personen, die ohne AHV-Lohn einen
Arbeitsversuch bei einem Arbeitgeber absolvieren, dann über den Arbeitgeber gemäss
UVG versichert, wenn ein wirtschaftliches Interesse des Arbeitgebers an der
Arbeitsleistung dieser Person besteht. Die im konkreten Fall in der "Vereinbarung für
Ausbildungspraktikum" vom Dezember 2013 formulierten Beschäftigungsinhalte und
Lernziele (act. G 16.1) sowie bestimmte Äusserungen der B._ GmbH im
"Praktikumszeugnis" vom 30. September 2014 (act. G 16.2) - sie konnte ihr
aufgetragene Arbeiten professionell erledigen und mit dem Material sachgemäss
umgehen - sprechen dafür, dass der Einsatz der Beigeladenen für die B._ GmbH
unter wirtschaftlichen Aspekten zumindest nicht uninteressant war. Dies auch wenn sie
offenbar anfänglich noch einige Schwierigkeiten hatte. Sie erledigte für die B._
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GmbH verschiedenste Reinigungsarbeiten, wovon diese ähnlich dem in der
Empfehlung 01/2007 der Ad-hoc-Kommission Schaden UVG angeführten Beispiel
profitiert haben dürfte.
3.8.2 Ein Arbeitsversuch stellt eine Massnahme beruflicher Art für Personen in einer
Ausnahmesituation dar. Er wird im Regelfall von Personen in einer verminderten
beruflichen, sozialen oder gesundheitlichen Position unternommen. Dieser Umstand
allein bedeutet jedoch nicht, dass ein Arbeitgeber von der Durchführung des
Arbeitsversuchs nicht profitiert. Die konkrete Konstellation der Beigeladenen entspricht
nicht derjenigen, wie sie im Beispiel der Empfehlung 01/2007 der Ad-hoc-Kommission
Schaden UVG für einen nur aus sozialen Überlegungen bzw. aus Gefälligkeit
ermöglichten Arbeitsversuch beschrieben ist. In den Akten finden sich keine Hinweise
auf konkrete Einschränkungen der Beigeladenen, welche es ihr verunmöglicht haben
könnten, Arbeiten von einem gewissen wirtschaftlichen Wert zu erledigen. Der Grund
für den Abbruch des am 1. Juli 2013 begonnenen "Ausbildungspraktikums" bildete der
Unfall.
3.8.3 Die Schlussfolgerung der Beschwerdegegnerin, aus dem Umstand, dass die
Beigeladene während der für die B._ GmbH geleisteten Arbeit weiterhin Leistungen
des Sozialamtes C._ erhalten habe, sei abzuleiten, dass die Arbeit rein im Rahmen
einer sozialhilfemässigen Integrationsmassnahme geleistet worden sei, schliesst eine
UVG-Deckung durch die B._ GmbH ebenfalls nicht aus. Der Inhalt einer von einem
Sozialamt organisierten Integrationsmassnahme (vgl. dazu auch Suva-act. 19-1) kann
durchaus demjenigen eines Arbeitsversuchs entsprechen. Die B._ GmbH schuldete
der Beigeladenen keinen Lohn, was ebenfalls der beruflichen
Rehabilitationsmöglichkeit eines Arbeitsversuchs entsprach. Dem Umstand, dass die
Beigeladene für die Bestreitung ihres Lebensunterhalts weiterhin finanzielle Leistungen
des Sozialamtes erhielt, kommt hinsichtlich der Frage des wirtschaftlichen Interesses
der B._ GmbH keine eigenständige Bedeutung zu.
4.
Nach dem Gesagten steht fest, dass bei der Beigeladenen im Zeitpunkt des Unfalls
vom 2. August 2013 eine UVG-Deckung des Unfallversicherers der B._ GmbH, also
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der Beschwerdegegnerin, bestand. Die Beschwerde ist damit unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 25. Juni 2015 gutzuheissen und Sache ist zur Abklärung
der konkreten Versicherungsleistungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).