Decision ID: 55aa1b5b-f5ea-406f-adef-e7b1f3caa9e3
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1970 geborene und als Servicem
itarbeiterin tätig gewesene
X._
, Mutter von drei Kindern (geboren 1988, 1989 und 2005)
meldete sich am 9. No
vember 2009 (Urk. 10/7) zur Früherfassung
(Depression und Rückenschmerzen)
und anschliessend am 24. November 2009 (Urk. 10/12)
unter Hinweis auf chro
nische Körperschmerzen nach Unfall und eine psychische Problematik (
posttrau
matische Belastungsstörung, PTBS;
S. 8)
bei der Invalidenversicherung zum Leis
tungsbezug an.
Mit Verfügung vom 10. September 2013 (Urk. 10/124 f.) sprach die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
der Versicherten
basierend auf eine
m
Invaliditätsgrad von insgesamt 78 % (Erwerbstätigkeit 70 %, Haushalt 7.98 %)
rückwirkend ab 1. August 2010 eine ganze Rente zu
(Urk. 10/124-125
).
Nach Durchführung einer erstmaligen Revision bestätigte die IV-Stelle am 24. April
2014 (
Urk.
10/133)
ihren Entscheid.
1.
2
Im Juli 2015
(Urk. 10/136
ff.
) leitete die IV-Stelle erneut ein Revisionsverfahren ein. Die Verwaltung tätigte berufliche und medizinische Abklärungen und veran
lasste insbesondere eine interdisziplinäre Begutachtung bei der
Y._
,
Z._
(
Expertise
vom 19. Dezember 2016
;
Urk. 10/167).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 10/170
, Urk. 10/180
) hob die IV-Stelle die Invalidenrente gestützt auf dieses Gutachten mit Verfügung vom
5. September 2017 (Urk. 2)
auf Ende des
der
Zu
stellung der Verfügung
folgenden Monats
auf.
2.
Hiergegen
erhob die Versicherte mit Eingabe vom
4. Oktober 2017 (Urk. 1) Be
schwerde und beantragte, die Verfügung vom 5. September 2017 sei aufzuheben (1.), die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin die ge
setzlichen Leistungen auszurichten, insbesondere sei die Invalidenrente weiterhin zu leisten (2.), es sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und in der Person der Unterzeichnenden eine unentgeltliche Rechts
vertreterin zu bewilligen (3.), unter Kosten und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zu Lasten der Beschwerdegegnerin (S. 2).
Die IV-Stelle schloss am 9. November 2017 (Urk. 9) auf Abweisung der Be
schwerde, was der Beschwerdeführerin am 10. November 2017 (Urk. 11) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 13
0 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b;
je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die In
validität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe
reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgelt
lichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125 V 146; vgl.
Art.
27 und 27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV vom
1.
Dezember 2017, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wird zu
nächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgaben
bereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invalidität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität ergibt sich aus der Ad
dierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
(BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
1.
6
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b
;
je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist am
5. September 2017
und somit
vor
Inkraft
tre
ten der Verordnungsänderung ergangen,
weshalb
entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln die bis 31. Dezember 2017 geltenden Bestim
mungen
Anwendung finden
(vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.2; vgl. Urteil des Bun
desgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006 E. 1).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung vom 5. Septem
ber 2017 (Urk. 2) zus
ammengefasst, gestützt auf das medi
zinische Verlaufsgut
achten vom 19
. Dezember 2016 (
Y._
-Gutachten
;
Urk. 10/167) habe sich der Ge
sundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der
Rentenzusprache
verbessert.
Seither
sei eine behinderungsangepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar.
Bei einer Qualifikation von einer 70%
igen Erwerbstätigkeit und 30%igen
Tätigkeit im Haushaltsbereich resultiere – unter Beachtung einer
Einkommensparallelisierung
–
ein Invaliditätsgrad von 0 %. Auf eine Abklärung der Einschränkungen im Haushaltsbereich könne verzichtet werden, da bei dieser Gewichtung auch mit hoher Einschränkung im Haushaltsbereich kein Rentenanspruch entstehe (S. 2).
2.2
Dagegen wendet die Beschwerdeführerin
(Urk. 1)
hauptsächlich
ein
,
das
Y._
-
Gutachten weise diverse
e
rhebliche
– näher bezeichnete –
Mängel auf, so dass es
bezüglich der Frage der Arbeitsfähigkeit nicht verwertbar sei. Schon alleine die Anforderungen an eine leidensangepasste Tätigkeit liessen eine Verwertbarkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht mehr zu (S. 10). Die Verfügung zur Aufhebung der Ren
t
e beruhe ganz offensichtlich auf unzureichenden Unterlagen, welche den Nachweis einer erheblichen Verbesserung der gesundheitlichen Situation nicht erbringen
würden
(S. 11).
2.3
Vergleichszeitpunkt für eine revisionsrechtlich relevante Veränderung des Ge
sundheitszustandes de
r
Beschwerdeführer
in
bildet die Verfügung der
Beschwer
degegnerin vom 10. September 2013 (Urk.
10/124 f.), mit welcher sie de
r
Be
schwerdeführer
in
eine
ganze
Inval
idenrente zusprach.
Die Mitteilung vom 24.
April 2014
(Urk.
10/133) fällt als Vergleichszeitpunkt hingegen ausser Acht, da sich die Abklärungen im
Beizug
von Berichten der behandelnden Ärzte er
schöpften, erwerbliche Erhebungen hingegen gänzlich unterblieben
(Urk.
10/132; BGE
133
V
108 E.
5.4).
3.
3.1
Der am 10. September 2013 (Urk. 10/124 f.) verfügten ganzen Invalidenrente la
gen
im Wesentlichen
nachstehende medizinische
Unterlagen
zugrunde:
3.2
Am 2
1.
Dezember 2009 (
Urk.
10/21) diagnostizierte die behandelnde
Dr.
med.
A._
, FMH Physikalische Medizin, ein chronisches
lumbospondylogenes
Syn
drom und ein chronisches Schmerzsyndrom mit somatoformer Beteiligung sowie eine mittelgradige depressive Episode. Seit 10. August 2009 bestehe eine Arbeits
unfähigkeit von 100
%
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit (S. 2).
3.3
In seinem Bericht vom 2
1.
März 2010 (
Urk.
10/27/3-6) bestätigte Hausarzt Dr. med.
B._
, Innere Medizin FMH, unter Verweis auf die Berichte der
C._
vom 2
5.
September 2009 (Urk. 10/27/10
13), des
D._
vom 1
4.
November 2009 (
Urk.
10/27/7-9) und der
E._
vom 1
8.
Juni 2009 (Urk. 10/27/18 f.) die von
Dr.
A._
ge
stellten Diagnosen (S. 1 f.).
Während er bezüglich der Arbeitsfähigkeit zunächst auf die Beurteilung der be
handelnden Spezialärzte verwies (S. 1), bescheinigte er am 1
5.
Dezember 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 2009, die sich mittelfristig nicht verbessern lasse; im Haushalt schätzte er die Arbeitsunfähigkeit auf etwa 75
%
(Bericht vom 15. Dezember 2011
;
Urk.
10/91/1).
3.4
Nach einer entsprechenden Abklärung im
F
wurde am 1
3.
April 2011 in psychiatrischer Hin
sicht eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hy
p
eraktivitätsstörung (ADHS; ICD-10 F90.0) diagnostiziert und eine medikamentöse Behandlung empfohlen (Urk. 10/103/20
21).
3.5
Laut Bericht der Orthopäden der
C._
vom 1
6.
September 2011 (
Urk.
10/84/5 f.) erfolgte am 2
3.
März 2011 eine mikrochirurgische
Se
questrektomie
bei Diskushernie L5/S1 mit Wurzelkompression S1 rechts.
Nach erneuter
Hospitalisation
der Beschwerdeführerin vom
7.
Oktober bis 14. Ok
tober 2011 wegen akuter Rückenbeschwerden (vgl. Bericht vom 19. Oktober
2011;
Urk.
10/92/7-9) wurde in der
C._
am 17. November 2011 eine mikrochirurgische Re-
Sequestrektomie
L5/S1 rechts durchgeführt (Urk. 10/93 S. 1).
Die Orthopäden der
C._
erachteten am 1
1.
Juni 2012 eine Wiederaufnahme der Arbeit in einem reduzierten Umfang für denkbar (Urk. 10/96).
3.6
In ihrem Bericht vom 1
9.
November 2012 (
Urk.
10/103/6-10) stellte die behan
delnde Psychiaterin
med.
pract
.
G._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
unter Verweis auf den Austrittsbericht Physiotherapie der
H._
vom
7.
Juli 2011 (Rehabilitationsaufenthalt vom
8.
Juni bis 2. Juli 2011
;
Urk.
10/105; vgl. auch Bericht des Rehabilitationsaufent
haltes vom 2
1.
Juni bis 1
7.
Juli 2010; Urk. 10/36), den Austrittsbericht der
I._
vom 2
4.
Juli 2012 (teilstationäre Behand
lung von 8. März bis 1
7.
Juli 2012
;
Urk. 10/103/14-16), den Bericht der
J._
vom 1
1.
Juli 2012 (
Urk.
10/100-102) und den Bericht der ADHS-Abklärung des
F._
vom 1
3.
April 2011 (E. 3.5
hier
vor
) zusammenfassend sowie eigendiagnostisch folgende Diagnosen (vgl. dazu auch Bericht vom 1
2.
April 2010
;
Urk.
10/29/5-9
S
. 5):
-
Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ICD-10 F90.0), neu seit April 2011
-
Status nach mehrfachem ADHS (richtig wohl: PTBS; ICD-10 F43.1, Ge
walt, Bedrohung, mehrere Unfälle), neu seit 2012
-
Mittelschwere depressive Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10 F32.11, grenzwertig zu schwer, Beck-Depressionsinventar 48 Punkte, schwer ab 50)
-
Rückenschmerzen
-
Status nach drei Suizidversuchen (ICD-10 Z91.5), August 2009, November 2009, März 2010
-
Belastung durch Betreuung von verhaltensauffälligem Kind (ICD-10 Z63.7)
Als somatische Diagnosen notierte sie:
-
Lumbospondylogenes
Syndrom rechts betont mit/bei
Spondylarthrosen
L4-S1,
Osteochondrosen
L4/5, L5/S1, Diskushernie L5/S1 (MRI April 2009, und
Discopathie
L5/S1, Bericht
Dr.
B._
)
-
Status nach Lendenwirbelsäulen-Kontusion (Bierfass 25 l), Oktober 1992
-
Status nach zwei Treppenstürzen, Juli 2002 (Lendenwirbelsäulen-Kontu
sion), Juni 2003
-
Status nach Autounfall mit Halswirbelsäule
n
-Distorsion, September 2003
-
Status nach Autounfall, November 2011
Am 1
2.
April 2010 (
Urk.
10/29/5-6) hatte die Psychiaterin zur Arbeitsfähigkeit vermerkt, in der angestammten sowie in einer angepassten Tätigkeit sei die Be
schwerdeführerin aktuell nicht arbeitsfähig. Es bestehe ein sehr schlechter psy
chischer und physischer Zustand. Eine weitere
Hospitalisation
sei notwendig und in Planung (S. 6). Am 1
9.
November 2012 hielt sie eine Teilarbeitsfähigkeit län
gerfristig für erreichbar (
Urk.
10/103/6-10 S. 8). Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht vorläufig nicht zumutbar und es bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit (S. 9).
3.7
Die Ärztin des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) der Beschwerdegegnerin ge
langte am 1
6.
Februar 2012 in Würdigung der medizinischen Akten zum Schluss, ab 2006 sei von einer eingeschränkten Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit und ab 10. August 2009 von einer bis zu 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der freien Wirtschaft auszugehen (
Urk.
10/111/10-11). Dies bestätigte sie am 23./27. November 2012 und begründete die Einschränkung mit der somatischen (Rücken mit zwei operativen Interventionen) und psychischen Problematik (Depression, ADHS, Status nach PTBS und drei Suizidversuche; Urk. 10/111/13).
3.8
Gestützt auf diese medizinischen Akten ermittelte die Beschwerdegegnerin mittels der gemischten Methode einen Invaliditätsgrad von 100
%
im Erwerbsbereich (70 %) und von 26.6
%
im Haushaltsbereich (30
%
), was zu einem Gesamtinvali
ditätsgrad von 78 % und der am 10. September 2013 zugesprochenen ganzen Rente führte (Urk. 10/124-125).
4.
4.1
Der am
5.
September 2017 (
Urk.
2) verfügten Rentenaufhebung liegen die folgen
den ärztlichen Beurteilungen zugrunde:
4.2
In ihrem Bericht vom 1
0.
September 2015 (
Urk.
10/141/5-8) nannte die behan
delnde Psychiaterin
G._
praktisch unveränderte Diagnosen (S. 1). Betreffend ADHS sei die Beschwerdeführerin unter Medikation ruhiger, weniger impulsiv, weniger gereizt. Die mittelschwere depressive Episode habe sich um einige Punkt
werte von 39 auf 34 im Beck-Depressionsinventar gebessert. Die Rückenschmer
zen beschrieb sie als deutlich gebessert beziehungsweise viel stabiler, in den letz
ten fünf Monaten habe die Beschwerdeführerin ihre Belastungsfähigkeit durch eine Halbtagstätigkeit im
K._
(geschützte Werkstätte) erprobt. Die stundenweise Arbeitsfähigkeit im geschützten Rahmen erachtete sie als möglich (S. 6).
Hausarzt
Dr.
B._
bezeichnete den Gesundheitszustand im Formularbericht vom
4.
April 2016 als verschlechtert, hielt aber seinerseits die Tätigkeit in ge
schütztem
Rahmen, wenige Stunden pro Woche mit leichtester Arbeit, für mög
lich (
Urk.
10/153/1-2).
4.3
4.3.1
Die an der Erstellung des interdisziplinären (allgemein-internistisch, psychiat
risch, orthopädisch, neuropsychologisch)
Y._
-Gutachtens vom 19. Dezember 2016 (
Urk.
10/167) beteiligten
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Orthopädie und Un
fallchirurgie,
Dr.
phil.
M._
, Neuropsychologin, med.
pract
.
N._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, sowie
Dr.
med.
O._
, Facharzt für Innere Medizin FMH, stellten aus interdisziplinärer Sicht die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 75 f.):
1.
Chronifiziertes
lumbovertebrales
bis
lumbospondylogenes
Schmerzsyn
drom mit/bei:
-
Status nach wiederholten Lendenwirbelsäule
n
-Kontusionen
-
Status nach mikrochirurgischer
Sequestro
- und
Nukleotomie
einer
mediolateralen
Diskushernie L5/S1 rechts am 2
3.
März 2011
-
Status nach mikrochirurgischer
Sequestrektomie
L5/S1 rechts wegen Rezidiv-Diskushernie am 1
7.
November 2011
-
Status nach
Spondylodese
mit
posterolateraler
interkorporeller
Fusion L5/S1 am
5.
März 2013, aktuell ohne Lockerungs-/
Lysezeichen
-
Kranial betonter, generalisierter Facettengelenksarthrose
-
Ohne
Radikulopathie
2.
Chronisches
zervikozephales
Schmerzsyndrom mit/bei:
-
Status nach wiederholten Halswirbelsäule
n
-Distorsionen
-
Diskreten degenerativen Veränderungen der Halswirbelsäule
-
Ohne
Radikulopathie
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie:
1.
Beginnende medial betonte Gonarthrose beidseits mit einer
Chondropa
thie
Grad I mit
Kellgren
2.
Aktenkundige, beginnende
Coxarthrose
beidseits, gegenwärtig ohne Be
schwerdevortrag sowie ohne Funktionseinschränkung
3.
Diskreter Knick-Senk-Spreizfuss beidseits, gegenwärtig ohne Beschwerde
vortrag sowie ohne Funktionseinschränkung
4.
Verdacht auf Anteile eines ADHS (ICD-10 F90.0)
5.
Kontaktanlässe mit Bezug auf Kindheitserlebnisse (ICD-10 Z61), Ereig
nisse die den Verlust des Selbstwertgefühls in der Kindheit zur Folge ha
ben; persönlich angsterregende Erlebnisse in der Kindheit; Probleme mit Bezug auf vermutete körperliche Misshandlungen durch Familienmitglie
der; Verlust einer nahen Bezugsperson (Tod des Vaters) in der Kindheit
6.
Kontaktanlässe mit Bezug auf den engeren Familienkreis (ICD-Z63), Fa
milienzerrüttung durch Scheidung; Probleme in der Beziehung zum je
weiligen Ehepartner
7.
Psychische Krankheiten oder Verhaltensstörungen in der Familienanam
nese (ICD-10 Z81), ADHS bei beiden Söhnen, unter anderem Drogenab
hängigkeit des einen Sohnes
4.3.2
In ihrer medizinischen Beurteilung schilderten die Gutachter den internistischen Status als an sich unauffällig. Die Versicherte sei
normoton
,
normokard
und kar
diopulmonal kompensiert. Klinisch fänden sich keine Hinweise für eine Links- oder Rechtsherzinsuffizienz. Das EKG sei bis auf eine ventrikuläre Ex
t
rasystole unauffällig. Klinisch und
spirometrisch
fänden sich keine Anhaltspunkte für eine obstruktive oder restriktive Ventilationsstörung. Somit könne von einer uneinge
schränkten kardiopulmonalen Leistungsfähigkeit ausgegangen werden. Auch der Abdominal-Status sei unauffällig. Die Laboruntersuchungen ergäben bis auf einen leicht erniedrigten HDL-Wert durchwegs Normalbefunde. Aus rein inter
nistischer Sicht könne keine Diagnose gestellt und demzufolge auch keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit abgeleitet werden (S. 80).
4.3.3
Aus orthopädisch-chirurgischer Sicht hielten sie fest, es fände sich keine mass
gebliche Bewegungseinschränkung der einzelnen Gelenke oder der Wirbelsäule. Die Versicherte demonstriere hierbei ein freies, uneingeschränktes Gangbild. In Bezug auf die Wirbelsäulenfunktion zeige sich bei der im Jahre 2013 durchge
führten
Spondylodese
des Segments L5/S1 ein Finger-Boden-Abstand mit einem Bewegungsausmass von 32 cm bei ansonsten freier Mobilität der Lendenwirbel
säule. In Bezug auf die Halswirbelsäule zeige sich sowohl im Rahmen der aktiven als auch der passiven Bewegungsüberprüfung eine jeweilige Einschränkung der Rotation sowie der Seitwärtsbewegung um jeweils 1/3 bei
palpatorisch
nachweis
barer, vermehrter Tonisierung der paravertebralen Muskulatur sowie der Nacken
strecker, jedoch ohne Abgrenzbarkeit etwaiger
Myogelosen
.
In Bezug auf die beiden oberen und unteren Extremitäten weise die Versicherte im Rahmen der heutigen klinischen Untersuchung ein freies Bewegungsausmass mit allseits stabiler Bandführung auf. Die eingangs von der Versicherten beklag
ten Beschwerden im Bereich der Kniegelenke könnten weder klinisch noch radiologisch objektiviert werden. Auf den Röntgenaufnahmen beider Kniegelenke zeige sich eine altersentsprechende, allenfalls beginnende medial betonte Gonarthrose mit einer
Chondropathie
Grad I nach
Kellgren
, jedoch zeige sich kein Anhalt auf eine etwaige Kniescheibenrückflächenarthrose.
Im Rahmen der orientierenden orthopädisch-neurologischen Untersuchung zeige sich ein allseits seitengleiches symmetrisches Reflexmuster mit uneingeschränk
ten Kraftgraden der Kennmuskulatur sowie einer seitengleich symmetrisch erhal
tenen Sensomotorik. Gemäss den oben aufgeführten klinischen Befunden sei die
Versicherte in der biomechanischen Funktion ihrer Hals- und Lendenwirbelsäule limitiert.
Gemäss vorliegendem IV-Dossier habe die Versicherte zuletzt als Serviceange
stellte gearbeitet. In dieser körperlich mittelschweren Tätigkeit mit dem zeitwei
ligen Einnehmen von Zwangshaltungen sei die Versicherte seit dem Erstantrag zum Bezug von Leistungen vom 24. November 2009 und seither durchgehend nicht mehr arbeitsfähig. Unter Wahrung qualitativer Schonkriterien für die Hals
wirbelsäule und die Lendenwirbelsäule sei die Beschwerdeführerin hingegen in einer leidensadaptierten, körperlich leichten bis gelegentlich mittelschweren, wechselbelastenden, optimal angepassten Tätigkeit bei einem vollen Pensum quantitativ uneingeschränkt zu 100
%
arbeitsfähig (S. 80 f.).
4.3.4
Bei der neuropsychologischen Untersuchung fänden sich weit unterdurchschnitt
liche Leistungen im Bereich der Aufmerksamkeits- und Konzentrationsleistungen, unterdurchschnittliche Leistungen im Bereich der Lern- und Gedächtnisfunktio
nen wie auch ungenügende exekutive Funktionen. Die Überprüfung der weiteren höheren Hirnleistungen falle hingegen unauffällig aus. Auf eine erneute ADHS-Diagnostik sei verzichtet worden. Die Performanz in der Testung wie auch ein Vergleich erwähnter Performanz mit den Leistungen der Versicherten im tägli
chen Leben weise auf Diskrepanzen hin: so sei im STROOP-Test die zweite, kom
plexere Tafel schneller gelöst worden als die einfachere, erste Tafel. Weiter seien die Reaktionsgeschwindigkeiten in der
Alertness
in einem weit unterdurch
schnittlichen Bereich gelegen, was ein unfallfreies Autofahren mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit verunmöglichen würde. Zusätzlich würden die Ergebnisse der formalisierten kognitiven Beschwerdevalidierung Zweifel an der Mitwirkung der Versicherten in der Untersuchung und der Gültigkeit des erhaltenen Testprofils begründen. Aufgrund erwähnter Inkonsistenzen und
Unplausibilitäten
sei die Gültigkeit des erhaltenen Testprofils als eingeschränkt zu beurteilen. Auf der Grundlage der eigenen Befunderhebung könne positiv keine Aussage über krank
heitsbezogene Funktionsstörungen gemacht werden; ob eine kognitive Störung dennoch vorhanden sei, entziehe sich aufgrund der sehr wahrscheinlich einge
schränkten Mitwirkung der Versicherten den Erkenntnismöglichkeiten (S. 81).
4.3.5
Aus psychiatrischer Sicht wiesen die Experten darauf hin, dass im Rahmen der aktuellen Exploration die im Bericht des
F._
beschriebenen Symptome eines Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms durchaus auffallen würden. Die Exploration habe sich sehr mühsam und verlangsamt gestaltet, die Versi
cherte berichte umständlich, sie habe innerlich angespannt gewirkt. Es imponiere eine Sprunghaftigkeit und
Unstrukturiertheit
im Denken mit einer deutlichen psychomotorischen Unruhe und Getriebenheit bei leichter Affektlabilität mit
Wechsel von Lachen und Weinen, dies teilweise aber auch situationsbedingt. Über die vielen traumatischen Erlebnisse während der Kindheit und der beiden Ehen vermöge sie nicht zu sprechen, mehrfach gehe sie Details aus dem Weg.
Die Diagnose einer relevanten depressiven Episode könne aufgrund der heutigen Begutachtung nicht mehr gestellt werden. Die Versicherte gehe einem geregelten Tagesablauf nach, wenngleich sie darüber berichte, vieles anzufangen und nichts zu Ende zu bringen (am ehesten im Rahmen der ADHS-Symptomatik). Sie pflege soziale Kontakte mit verschiedenen Kolleginnen und geniesse die Wochenenden mit ihrem Sohn. Sie betätige sich kreativ, könne ihren Haushalt erledigen und habe Freude an verschiedenen Dingen. Neuerdings gehe sie für zwei bis drei Stun
den einer Freiwilligenarbeit (Betreuung älterer Damen) nach. Im Jahr 2015 habe sie während fünf Monaten ohne krankheitsbedingte Absenzen jeweils halbtags im
K._
arbeiten können.
Die Diagnose einer PTBS könne nicht gestellt werden, die diagnostischen Leitli
nien des ICD-10 seien nicht erfüllt. Die traumatischen Erlebnisse würden hier entsprechend Z-codiert. Eine ADHS-Symptomatik scheine zumindest teilweise vorhanden zu sein, jedoch sei die Versicherte (auch ohne Ritalin) stets als Ser
viceangestellte arbeitsfähig gewesen. Die mangelhafte Schuldbildung und feh
lende Ausbildung seien der kulturellen Herkunft und den mangelnden Möglich
keiten in ihrer Familie zuzuschreiben. Aus psychiatrischer Sicht könne aktuell keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr begründet werden (S. 82).
4.3.6
Zum gesundheitlichen Verlauf ist dem Gutachten zu entnehmen, dass die Be
schwerdeführerin selbst eine Verbesserung der Depression angegeben habe. Sie könne mit den depressiven Gefühlen besser umgehen und habe viel gelernt. Wenn ihr die Decke auf den Kopf
falle
, gehe sie spazieren. Ängste habe sie vor der Zukunft und vor Krankheiten und weiteren Schmerzen. Zwischendurch gehe es zwei bis drei Tage nicht gut (S. 67). Sie habe sich dank der psychiatrischen Be
handlung stabilisieren können. Zwar leide sie immer noch unter Stimmungs
schwankungen, die aber nicht mehr so schlimm seien. Auch durch die Stabilisie
rung der familiären Situation habe sie jetzt mehr Zeit, um sich zu regenerieren. Inzwischen habe sie auch akzeptiert, dass sie krank sei und könne damit besser umgehen. Sie habe deshalb auch wieder versucht, etwas zu arbeiten (S. 80).
Weiter erklärte die Beschwerdeführerin, dass sie zwei demente Frauen betreue und noch in einem anderen Altersheim schnuppern wolle. Sie wolle und könne nur im geschützten Rahmen arbeiten (S. 69).
Laut ihren eigenen Angaben habe
die Beschwerdeführerin von der Behandlung mit Ritalin s
ehr
profitiert (S. 73).
Der Psychiater verneinte aktuell eine depressive Störung (S. 75). Die Gutachter gingen zudem von einer Besserung der Rückenproblematik seit der Wirbelsäulen
versteifung im Jahr 2013 aus (S. 76 und S. 79).
4.3.7
Zusammenfassend und unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Befunde hielten die Gutachter fest, sei die Versicherte nur noch aus orthopädischer Sicht aufgrund ihrer vermindert belastbaren Hals- und Lendenwirbelsäule in ihrer Ar
beitsfähigkeit qualitativ eingeschränkt. Als Serviceangestellte, eine körperlich mittelschwere Tätigkeit mit dem zeitweiligen Einnehmen von Zwangshaltungen, sei die Versicherte seit dem Erstantrag zum Bezug von Leistungen vom 24. No
vember 2009 und seither durchgehend nicht mehr arbeitsfähig.
Unter Wahrung qualitativer Schonkriterien für die Halswirbelsäule und die Len
denwirbelsäule sei die Beschwerdeführerin aktuell (S. 93) hingegen in einer leidensadaptierten, körperlich leichten bis gelegentlich mittelschweren, wechsel
belastenden, optimal angepassten Tätigkeit bei einem vollen Pensum quantitativ uneingeschränkt seit der Begutachtung zu 100
%
arbeitsfähig. Eine zusätzliche internistische oder psychiatrische Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei nicht ausgewiesen (S. 82 f., S. 84).
4.4
Vom 2
0.
bis 2
3.
März 2017 war die Beschwerdeführerin wegen einer akuten Exazerbation des
lumbospondylogenen
Schmerzsyndroms im
P._
hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 2
3.
März 2017 (
Urk.
10/177/1-4) wurde festgehalten, dass unter intensivierter Analgesie und Physiotherapie eine rasche Beschwerdebesserung eingetreten sei und die Beschwerdeführerin den Austritt gewünscht habe (S. 2).
5.
5.1
Das
Y._
-Gutachten vom 19. Dezember 2012 (E. 4.3 hiervor) beruht auf den not
wendigen
allgemein-internistischen, orthopädisch-chirurgischen, neuropsycho
logischen sowie psychiatrischen Untersuchungen und erweist sich somit für die streitigen Belange als umfassend. Die Gutachter setzten sich ausführlich mit den von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden auseinander,
erstellten ihre Beurteilung in Kenntnis der wesentlichen
Vorakten
– wobei sie insbesondere in der Darlegung der Anamnese
und der Vorgeschichte gemäss Aktenlage
ausführ
lich Bezug darauf nahmen – und die daraus unter Nennung der medizinischen Zusammenhänge gezogenen Schlussfolgerungen leuchten ein.
Die Gutachter legten anhand der allgemein-internistisch weitgehend unauffälli
gen Befunde sowie der orthopädisch-chirurgisch gut dokumentierten Rücken
problematik (biomechanische Limitierung der Funktion der Hals- und Lendenwir
belsäule) dar, dass sich in somatischer Hinsicht ausschliesslich letzteres ein
schränkend auf die angestammte Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Service
kraft mit genanntem Jobprofil (mittelschwere Tätigkeit mit zeitweiligen Zwangs
haltungen) auswirkt. In neuropsychologischer Hinsicht zeigten die Experten auf, dass die Beschwerdeführerin
im Sinne einer
Beschwerdeverdeutlichung
zu
unver
ständliche
n
Testergebnisse
n
neigt. In psychiatrischer Hinsicht konnte trotz ge
wissen Einschränkungen angesichts ihres Aktivitätsniveaus (geregelter Tagesab
lauf, Haushalt, kreative Tätigkeiten, Freiwilligenarbeit) sowie ihres Sozialverhal
tens (Pflege sozialer Kontakte mit Kolleginnen, Genuss der Wochenenden mit Sohn) keine Depression
mehr
konstatiert und die Diagnosen eines Aufmerksam
keitsdefizitsyndroms unter Berücksichtigung der jahrelangen klaglosen Arbeits
tätigkeit sowie eines PTBS (Nichterfüllung ICD-10-Kriterien) nicht bestätigt wer
den. In diesem Sinne gelangten die Gutachter zum ausführlich begründeten und für das Gericht nachvollziehbaren Schluss, dass
nunmehr
eine ausschliesslich so
matisch bedingte vollständige Arbeitsunfähigkeit
in
der angestammten Tätigkeit vorliegt, indes unter Wahrung qualitativer Schonkriterien für die Hals- und Len
denwirbelsäule eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit besteht.
Sodann ist unter
Berücksichtigung der eigenen Angaben der Beschwerdeführerin dem Gutachten zu entnehmen, dass sich die gesundheitliche Situation sowohl in Bezug auf den Rücken als auch in psychiatrischer Hin
sicht wesentlich verbessert hat – d
ies dank den operativen Eingriffen und der in Anspruch genommenen p
sychotherapeutischen Behandlung –, womit das Gutachten auch
mit Blick auf die
Revisions
gründe
zu überzeugen vermag.
Aufgrund der von der Beschwerde
führerin geschilderten Aktivitäten, die sie im Verlauf aufgenommen hat, ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich eine massgebliche Verbesserung ihres Gesund
heitszustandes eingestellt hat. Selbst die behandelnde Psychiaterin ging von einem Rückgang der psychiatrischen Symptomatik aus, welche sie nicht zuletzt auf die geringeren Rückenschmerzen zurückzuführ
te (E.
4.2).
Unter diesen Umständen ist nachvollziehbar, dass die Experten auch anhand der weitgehend als
bland
erhobenen Befunden beziehungsweise der teilweise fehlen
den Objektivierbarkeit der geklagten Beschwerden nunmehr eine 100%ige Ar
beitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit für zumutbar hielten.
Das
Y._
-
Gutachten entspricht damit den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Ent
scheidungsgrundlage (vgl. E. 1.4
hiervor).
Zu bemerken bleibt sodann, dass selbst bei an sich gleich gebliebenem Gesund
heitszustand bereits die veränderten Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich als Revisionsgrund gelten (BGE 134 V 131 E. 3); dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung (Urteil des Bundesgerichts 8C_322/2018 vom 12. Dezember 2018 E. 2.2). Eine solche kann ohne Weiteres als erstellt gelten, da die Beschwer
deführerin selbst von einer entsprechenden Anpassung an ihre Krankheit sprach.
In Anbetracht des ausgewiesenen Revisionsgrundes ist im Folgenden der Renten
anspruch zu prüfen.
5.2
5.2.1
Die Beschwerdeführerin kritisierte
das
Y._
-Gutachten
in verschiedener Hinsicht
(Urk. 1). Soweit sie monierte, der orthopädische Gutachter
gehe
bei der Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit von falschen Annahmen aus (
S. 6
), übersieht sie,
dass
die gutachterliche Einschätzung auf persönlich erhobenen, objektivierbaren Be
funden
beruht
(Urk. 10/167
S. 53 f.).
Für die letztlich attestierte Arbeitsfähigkeit ist auch keine Beschwerdefreiheit in Bezug auf den Rücken erforderlich. Im Rah
men ihrer Schadenminderungspflicht
hat sie sich das medizinisch zumutbare an
rechnen zu lassen.
Gleichermassen
unbehilflich
ist der Verweis der Beschwerde
führerin auf die gelisteten qualitativen Einschränkungen ihrer Arbeitsfähigkeit (
Urk. 1
S. 6
). Zwar
sind diese umfangreich (Urk. 10/167 S. 87)
,
gleichwohl
sind
sämtli
che Einschränkungen
mit den ausgewiesenen Rückenleiden vereinbar
.
Weiter wendete die Beschwerdeführerin ein, der Gutachter habe eine Gonarthrose beidseits mit einer
Chondropathie
Grad I und zusätzlich eine
Coxarthrose
diag
nostiziert. Es treffe daher nicht zu, dass die Beschwerde
n
im Kniebereich nicht hätten objektiviert werden können (
Urk.
S. 7
).
Indes ergaben
die bildgebenden Unter
suchungen (
a.p.
-Aufnahmen) lediglich
diskrete Normabweichungen
(Urk. 10/167 S. 51 f.)
, welche zudem
als altersentsprechend und eine mögliche Beeinträchti
gung gerade beginnend taxiert wurden (S. 54).
Angesichts dieser Befundlage leuchtet der Schlu
ss des Gutachters, die von der Beschwerdeführerin
beklagten Beschwerden (maximale Standdauer auf dem rechten Bein von zwei bis drei Stun
den mit anschliessender kontinuierlicher Schmerzzunahme) im Bereich der Knie
gelenke hätten nicht objektivie
rt werden können, durchaus ein
.
Darüber hinaus bleibt unklar, inwiefern die diagnostizierte beginnende
Coxarthrose
als Hüftlei
den, gegenwärtigen ohne Beschwerdevortrag sowie Funktionseinschränkung, zur Erklärung von Kniebeschwerden geeignet sei
n
soll.
5.2.2
Betreffend das neuro
psycho
logische Gutachten monierte die Beschwerdeführerin, die
Gutachterin
habe
die totale Erschöpfung der Beschwerdeführerin verkannt
, es
werde bestritten, dass die statistischen
Rohwerte
alters-, geschlechts- und bi
l
dungskorrigiert erfolgt seien
und es sei davon auszugehen, dass mehrere Inkon
sistenzen in dieser Testung auf das ADHS zurückzuführen seien (
Urk. 1
S. 8
).
Hierzu
ist
festzuhalten, dass
gerade die Festlegung
der
durchzuführenden Testungen sowie deren Zumutbarkeit und schliesslich die Auswertung der Ergebnisse
die gut
achterliche Kernkompetenz beschlägt
. In diese
m
Sinne sind dem Gutachten keine objektiven Anhaltspunkte zu entnehmen, welche
an den gutachterlichen Schluss
folgerungen zweifeln lassen.
Insbesondere
erklären die
beschwerdeführerischen
Vorhaltungen
nicht
, wie
sie
in der Lage war, die zweite und komplexer
e
STROOP-Tafel schneller zu lösen als die erste
,
und ihr trotz
der dargebotenen ungenügen
den
Reaktionsgeschwindigkeit das Lenken eines Fahrzeuges grundsätzlich mög
lich ist (
E. 4.3.4 hiervor
)
.
Ebenso vermag die Beschwerdeführerin aus dem Bericht des
F._
vom 13. April 2011 (E.
3.
5
hiervor) nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Die
ser Bericht war de
n
Gutachtern bekannt
und wurde berücksichtigt (Urk. 10/167 S. 56 f.).
Die Gutachter trugen zu Recht dem Umstand Rechnung, dass die Be
handlung mit Ritalin eine erhebliche Beschwerdeverbesserung brachte, wie die Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung selbst erklärte. Es leuchtet unter diesen Umständen ein, dass
einem allfälligen
ADHS
jedenfalls
kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (mehr) beigemessen wurde.
5.2.3
Hinsichtlich der Vorbringen der Beschwerdeführerin gegen das psychiatrische Teilgutachten (
Urk. 1
S. 8 f.
) ist darauf hinzuweisen,
dass es für den Aussagegehalt eines Arztberichtes nicht auf die Dauer der Untersuchung
ankommt
. Massgeblich ist vielmehr, ob der Bericht inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist
(
Urteil des Bundesgerichts
9C_170/2009 vom 6.
Mai
2009 E.
2.2 mit Hinweisen
), wovon hier nach Gesagten auszugehen ist. Eine Fremdanamnese und (schriftliche oder mündliche) Auskünfte der behandelnden Arztpersonen bzw. Therapeuten sind häufig wünschenswert, aber entgegen der Darstellung der Beschwerdeführe
rin nicht zwingend erforderlich (Urteil des Bundesgerichts 8C_215/2012 vom 1
1.
Juli 2012 E. 7.4). Anfragen beim behandelnden Arzt sind praxisgemäss wert
voll, wenn sie erweiterte Auskünfte über Persönlichkeit und Compliance des Exploranden erwarten lassen (Urteil des Bundesgerichts 8C_639/2011 vom
5.
Januar 2012 E. 4.3.2). Solche Umstände liegen hier nicht vor.
Sodann haben sich die Gutachter
hinreichend
mit den wesentlichen
Vorakten
auseinanderge
setzt
(
Urteil des Bundesgerichts
9C_183/2015 vom 1
9.
August 2015 E. 4.2 mit Hinweis
en
;
zum Ganzen E. 5.1 hiervor
). Ein Anspruch darauf, dass die Gutachter in der Folge mit den
behandelnden Ärzten zusammensitzen, um di
e Gutachtenser
gebnisse zu disku
tieren, wie dies die
Beschwerdeführerin
fordert, besteht ni
cht.
Sow
eit
die Beschwerdeführerin vorbrachte,
die PTBS
sei von der psychiatrischen Gutachterin ohne weitere Begründung ausgeschlossen worden
(Urk. 1 S. 10)
, kann auf die
De
finition der
posttraumatischen Belastungsstörung verwiesen werden. Typische Merkmale sind demnach das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrän
genden Erinnerungen, oder in Träumen, vor dem Hintergrund eines andauernden Gefühls von
Betäubtsein
und emotio
naler Stumpfheit, Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, Teilnahmslosigkeit der Umgebung gegenüber,
Anhedonie
(Unfähigkeit Freude und Lust zu empfinden) sowie Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, die Erinnerungen an das Traum
a
wachrufen könnten (
Dilling
H./
Mombour
W./Schmidt M.H.
[
Hrsg.
]
,
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10, Kapitel V [F], 10. Überarbeitete Auflage, 2015,
S.
207
F43.1). Anzeichen hierfür lassen sich
den Akten
nicht entnehmen.
Auch
dem
Einwand
der Beschwerdeführerin, eine Auseinandersetzung mit dem stark abweichenden Bericht der behandelnden Psychiaterin habe nicht stattge
funden (
Urk. 1
S. 9 f.
),
kann nicht gefolgt werden. Einerseits stimmen die Beurteilungen in Bezug auf die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und die ge
sundheitliche Verbesserung überein.
Andererseits
hat die Psychiaterin
G._
nicht begründet, weshalb trotzdem weiterhin nur eine Tätigkeit in einer geschütz
t
en Werkstatt zumutbar sein soll, während die Expertin des
Y._
die veränderte Diagnosestellung sowie deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit schlüssig dar
legte.
Zudem darf der Erfahrungstatsache Rechnung getragen werden, dass die behandelnden Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens
stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aus
sagen (BGE
135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E.
3b/cc), weshalb die Einschätzung der behandelnden Psychiaterin nicht geeignet ist, das Gutachten in Zweifel zu ziehen.
5.2.4
Schliesslich erblickte die Beschwerdeführerin einen Widerspruch darin, dass die Gutachter empfahlen, im Rahmen der beruflichen Wiedereingliederung die frei
willige Tätigkeit
im Altersheim
auszubauen und gleichzeitig eine 100%ige Ar
beitsfähigkeit statuierten (
Urk. 1 S. 10
).
Während rechtsprechungsgemäss die Frage
nach den noch zumutbaren Tätigkeiten und Arbeitsleistungen nach Mass
gabe der objektiv feststellbaren Gesundheitsschädigung in erster Linie durch die Ärzte
auf der Grundlage der von ihnen erhobenen, subjektiven Arbeitsleistung zu beantworten
ist
(Urteile des Bundesgerichts 9C_396/2014 vom 1
5.
April 2015
E. 5.4 und 9C_401/2014 vom 2
6.
November
2014 E. 4.2.2; je mit Hinweis
en
),
ist
für die Evaluation von konkreten geeigneten Tätigkeiten die Verwaltung zuständig, die dazu allenfalls Fachpersonen der beruflichen Integration und Berufsberatung beizuziehen hat (Urteil des Bundesgerichts 8C_545/2012 vom 2
5.
Januar 2013
E. 3.2.1, nicht publiziert in BGE 139 V 28; vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2).
Daraus erhellt
, dass die gutachterliche Empfehlung zur Wiedereingliederung die Schlüssigkeit der Expertise ni
cht in Zweifel zu ziehen vermag.
E
ntscheiden
d
ist
mithin
allein die nachvollziehbare Feststellung, die Beschwer
deführerin sei
in einer leidensadaptierten, körperlich leichten bis gelegentlich mittelschweren, wechselbelastenden, optimal angepassten Tätigkeit bei einem vollen Pensum quantitativ uneing
eschränkt zu 100
%
arbeitsfähig (E. 4.3.6 hier
vor).
5.3
Dem Ausgeführten folgend ist festzuhalten, dass das
Y._
-Gutachten vom 19. Dezember 2016
beweiskräftig ist.
Dementsprechend
liegt
mit dem massgeben
den Be
weisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit
eine wesentliche Verän
derung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin vor.
Gegenteiliges vermag die Beschwerdeführerin
auch aus dem mit Stellungnahme
zum Vorbescheid (29. März 2017;
Urk. 10/180) eingereichten Bericht des
P._
vom 23. März 2017
(Urk. 10/177) nicht abzuleiten. Nament
lich
waren den Gutachtern die entsprechenden medizinischen
Vorakten
bekannt (Urk. 10/167 S. 2-23),
w
obei
der
genannte
Bericht keine veränderte Diagnosestel
lung
ausweist
(E. 4.4 hiervor).
Die für die
Hospitalisation
verantwortlichen Be
schwerden regredierten sodann innert wenigen Tagen.
Insgesamt ist somit nicht zu beanstande
n, dass die Beschwerdegegnerin – dies zugunsten der Beschwerdeführerin, zumal die Gutachter bereits ab August 2016
eine Arbeitsfähigkeit in adaptierter T
ätigkeit attestierten (Urk. 10/167 S. 84) - die Zumutbarkeit einer leidensangepassten Tätigkeit ab September 2016 als ausge
wiesen erachtete.
6.
6.1
In Bezug
auf
den Status
der Beschwerdeführerin ging die Beschwerdegegnerin (Urk. 2 S. 2) von einer 70%igen Erwerbstätigkeit
sowie einer 30%igen Tätigkeit im Aufgabenbereich aus, was von der Beschwerdeführerin unbestritten blieb (Urk. 1
Rz
9 e
contrario
). Darauf ist abzustellen.
6.2
Zu prüfen blei
b
t, wie sich das Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin in wirt
schaftlicher Hinsicht auswirkt.
Bei der Einkommensermittlung (vgl. E. 1.4 hier
vor) ist
in Bezug auf das
Valideneinkommen
regelmässig vom letzten Lohn, wel
chen die Versicherte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt hat, auszuge
hen (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes I 446/01 vom 4. April
20
02
E. 2b mit Hinweisen).
6.3
Die Beschwerdeführerin war im Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit im August 2009 als Servicemitarbeiterin und seither nicht mehr erwerbstätig. Es ist davon auszugehen, dass sie ohne Verschlechterung ihres Zustands weiterhin als Servicemitarbeiterin
bei vergleichbarem Einkommen
tätig wäre
.
Gestützt auf die Angaben der letzten Arbeitgeberin, der
Q._
(Urk. 10/24/4)
, hätte sie im
Zeitpunkt der Rentene
inst
ellung im
Jahre
201
7
bei
einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 25.2 h/Woche (entspricht einem 60%-Pensum)
unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (Tabelle T39 des Bundes
amtes für Statistik, Entwicklung der Nominallöhne von Frauen von 2552 [2009] auf 2719 [2017]), ein Jahreseinkommen von
Fr.
32
’
012.70
(= Fr. 24.84 x 25.2 Std. [pro Woche]
x 48
Wochen : 2552 x 2719) erzielt (vgl. dazu
Urk.
10/24/4).
Zusätz
lich war die Beschwerdeführerin seit 1. April 2008 (Urk.
10/10/55)
nebenamtlich als Hauswartin tätig.
In Ermangelung
gegenteiliger An
haltspunkte
und unter Be
rücksichtigung der Verrechnung des Entgelts mit den Mietzinsen (Urk. 10/10/57)
ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
ebenfalls eine Weiterführung
dieser
Tätigkeit als Hauswartin im Umfang von
10 % bei einem Jahreseinkommen – a
ngepasst an die Nominallohnentwicklung - von Fr. 3'580.-- (
Fr.
280.-- x
12 :
2552 x 2719)
zu erwarten
(Urk.
10
/10/52,
Urk. 10/
10
9
S. 3
). Daraus resultiert
für die 70 % Erwerbstätigkeit
ein gesamthaftes
Valideneinkommen
für das Jahr 201
7
von Fr.
3
5
'
592
.
70 (= Fr. 32'012.7
0.
+ Fr. 3'580.--).
6.
4
Laut Gutachten ist die Beschwerdeführerin in einer körperlich leichten bis gele
gentlich mittelschweren, wechselbelastenden, optimal angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig (E. 4.3.6). Rechtsprechungsgemäss ist die entsprechende Rest
arbeitsfähigkeit auch unter Berücksichtigung ihres Alters von 46 Jahren auf dem allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwertbar, zumal dieser auch Ni
schenarbeitsplätze inkludiert (Urteile des Bundesgerichts 8C_338/2015 vom 26. Oktober 2015 E. 4.1 und 9C_830/2007 vom 2
9.
Juli 2008 E. 5.2).
Die Beschwerdeführerin hat nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine Er
werbstätigkeit mehr ausgeübt. Das Invalideneinkommen ist daher anhand der Ta
bellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) zu erheben. Dabei sind die LSE 2016 heranzuzie
hen.
Der monatliche Bruttolohn (Zentralwert) für Frauen in einfachen und repetitiven Tä
tigkeiten (TA1, Kompetenzniveau 1) beläuft sich auf Fr. 4'363.
--
. Dies ergibt unter Berücksichtigung einer betriebsüblichen durchschnittlichen wöchentlichen Ar
beitszeit von 41.7 Stunden (Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, T. 03.02.03.01.04.01) bei einer 100%igen Arbeits
fä
higkeit
und angepasst an die Nominallohnentwicklung von 0,4
%
(Tabelle T39)
ein Jahreseinkommen von Fr. 54'
799.45
beziehungsweise Fr.
38
'
360
.
--
in einem 70 %-Pensum
per 201
7.
6.
5
Entgegen der Beschwerdegegnerin ergibt sich aus dem ermittelten
Validenein
kommen
von Fr.
35'592.70
(70
%
) beziehungsweise Fr.
5
0'846.70
(100 %) keine Notwendigkeit der Parallelisierung der Einkünfte, da ein Monatslohn von Fr.
4'237.20
(Fr.
5
0'846.
70
:
12) mit Blick auf
den durchschnittlichen Monatslohn von
Fr.
4'363.-- laut
LSE 2016 nicht deutlich unterdurchschnittlich
im Sinne der Rechtsprechung
ist
(BGE 135 V 58 E. 3)
.
Sodann darf nach
ständiger Rechtsprechung das (kantonale) Sozialversicherungs
gericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges ge
mäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merk
mals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Be
schwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundes
gerichtes 8C_113/2015 vom 2
6.
Mai 2015 E. 3.2 und 8C_808/2013 vom 1
4.
Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
In diesem Sinne kann auf die
zutref
fende
Feststellung der Verwaltung verwiesen werden (Urk. 10/168 S. 1), wonach lohnmindernde Faktoren nicht zu berücksichtigen seien, da es auf einem ausge
glichenen Arbeitsmarkt auch unter Berücksichtigung des Anforderungs- und Be
lastungsprofils ein genügend breites Spektrum an zum
utbaren Verweistätigkeiten gebe
.
6.
6
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von
Fr. 35'592.70
mit dem Invalidenein
kommen von
Fr. 38'360.80
ergibt einen Teilinvaliditätsgrad von
0
% im erwerb
lichen Bereich.
6.
7
Hingegen machte die Beschwerdeführerin grundsätzlich zurecht geltend, sollte sich keine 100%ige Einschränkung im Erwerbsteil zeigen, müsste eine Haushalts
abklärung nachgeholt werden (Urk. 1
S. 11
). Indes
bezifferte
die
Beschwerdegeg
nerin
vorliegend
die Einschränkung im Aufgabenbereich
in der rentenzuspre
che
n
den V
erfügung vom 1
0.
September 2013 (Urk.
10/124 f.)
mit 26.6 %, woraus ein Invaliditätsgrad von 7.98 % resultierte
, bei einem Invaliditätsgrad von 70
%
im erwerblichen Bereich
. Diese Feststellung blieb mit Einwand vom 28. Januar 2013 (Urk.
10/117) unwidersprochen. Entsprechend der ausgewiese
nen Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin und der da
mit einhergehenden 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Verweistä
tigkeit (E. 5.3 hiervor) erschliesst sich ohne Weiteres,
dass
mit
einer Haushaltsab
klärung keine zusätzlichen
Einschränkungen
im Haushaltsbereich
zu erwarten sind, weshalb darauf in antizi
pierter Beweiswürdigung (
vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen)
zu verzichten ist.
6.
8
Zusammenfassend besteht in der zu 70 % gewichteten Erwerbstätigkeit ein Inva
liditätsgrad der Beschwerdeführerin von 0 %
. In ihrem zu 30 % gewichteten Au
f
gabenbereich besteht e
in Teilinvaliditätsgrad von
höchstens
26
.6 %. Dies führt zu einem rentenausschliessenden Gesamtinvaliditätsgrad von
höchstens 8 %, wes
halb die am 5. September 2017 verfügte Renteneinstellung nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen ist
.
7.
7.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Mittellosigkeit im Sinne des prozessualen Armenrechts setzt voraus, dass die Ge
such stellende Person sämtliche eigenen Hilfsmittel zur Finanzierung des Prozes
ses erschöpft hat. Zu berücksichtigen ist unter anderem auch, ob die um das Ar
menrecht nachsuchende Partei über eigenes Vermögen verfügt.
Eine Person, die ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege stellt, hat ihre Ein-kommens- und Vermögensverhältnisse darzulegen und
zu belegen
(§ 28
lit
. a des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht in Verbindung mit Art. 119 Abs. 2 Satz 1 der Zivilprozess
ordnung). Im Verfahren betreffend die unentgeltliche Rechtspflege gilt ein durch die umfassende Mitwirkungsobliegenheit einge
schränkter Untersuchungs
grundsatz (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_274/2016 vom 19. Oktober 2016 E. 2.3).
7.2
Die Beschwerdeführerin ersucht
e
mit Beschwerde vom 4. Oktober 2017 (Urk. 1) um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie einer unentgeltlichen
Rechtsvertreterin (S. 2 Ziff. 3).
Mittels
de
m
aufgelegten
Formular zu
r
Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit des hiesigen Gerichts vom 25. September 2017 (Urk. 5
;
mit Beilagen)
weist die Beschwerdeführerin ihre
Bedürftigkeit in Bezug auf die Einkommensverhältnisse aus
. Zwar unterliess sie es, nach Anzeige des Wohnortswechsels vom 31. Januar 2018 (Urk. 12) die aktuellen Unterlagen nach
zureichen, jedoch
darf
von einer grundsätzlich unveränderten Einkommens
- be
ziehungsweise Ausgaben
situation ausgegangen werden.
Indes lehnte bereits die
1.
Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich mit Beschluss vom 6. Oktober 2009 (
Geschäfts-Nr. LQ090040/U;
Urk. 10/11) betref
fen
d
vorsorgliche Massnahmen (Prozesskostenvorschuss) im Ehescheidungsver
fahren den Antrag der Beschwerdeführerin auf Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie einer unentgeltlichen
Rechtsbeiständin
ab. Das Obergericht stellte fest, dass die
Beschwerdeführerin
zumindest Miteigentümerin einer Lie
genschaft in
Valjevo
/Serbien
sei
(E
. 5.2
b), wobei davon auszugehen sei, dass diese eine
n
erheblichen Wert aufweise und die Gesuchstellerin nicht daran interessiert sei, ihren Anteil an der Liegenschaft zu verkaufen, da sie diesen auf ihre T
ochter übertragen wolle (E. 6.2
a
).
Unter diesen Voraussetzungen hätte die
Mitwirkungs
pflicht
geboten beziehungsweise hätte es der Beschwerdeführerin oblegen, sich über
die Eigentumsverhältnisse
an genannter Liegenschaft zu äussern und die notwendigen Unterlagen über einen Verkauf
oder eine Übertragung
beizubringen, weshalb angenommen werden kann, sie
sei
weiterhin Eigentümerin der besagten Liegenschaft.
Daraus erhellt, dass dem Gesuch mangels hinreichender Substanti
ierung der Prozessarmut nicht statt
gegeben werden kann. Dies hat umso mehr zu gelten, als die
durch ihre
Rechtsbeiständin
fachkundig vertretene
Beschwerde
füh
rer
in
unter Ziff. 13 des beigelegten Formulars
vom 25. September 2017
(Urk. 5 S. 6)
aus
drücklich darauf hingewiesen
wurde
, dass unvollständige oder unrichtige Angaben sowie fehlende Belege ohne weitere Nachfrage zur Abweisung des Ge
suchs führen können
(S.
6)
.
7.3
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Ver
sicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens-aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt. Vorliegend sind die
Kosten des
Verfahrens auf Fr. 8
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss de
r
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.