Decision ID: 2cea25e2-4f23-5822-8900-d019954cd52f
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter), ausgebildeter Elektroinstallateur, dipl. HF, mit
Weiterbildung zum Elektrotechniker, war seit Oktober 1999 (als Selbständiger) bzw. seit
Juni 2009 (als Inhaber / alleiniger Eigentümer und Geschäftsführer) bei "B._ AG",
aktuell C._ AG, tätig und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten
versichert (Suva-act. I/200-10 ff., II/18-2, 60, III/1).
B.
Am 17. Dezember 2009 war der Versicherte in eine (leichte) Auffahrkollision
(Heckkollision) mit HWS-Beteiligung verwickelt (Suva-act. II/5, 7, 12, 24-12 f., 60). Mit
Schreiben vom 18. Januar 2010 anerkannte die Suva ihre Leistungspflicht (Suva-act. II/
2). Der Fall wurde per 10. Oktober 2011 geschlossen (Suva-act. II/87) und ein Rückfall
wurde mittels unangefochtener Verfügung vom 21. Januar 2015 abgelehnt (Suva-act.
II/101).
B.a.
Am 26. Dezember 2011 glitt der Versicherte in den Ferien auf Fuerteventura beim
Fussballspielen auf rutschigem Boden aus, fiel auf den Rücken und erlitt gemäss
Schadenmeldung UVG eine Prellung (Suva-act. III-1). Mit Schreiben vom 30. Januar
2012 anerkannte die Suva ihre Leistungspflicht (Suva-act. III/3 f.). Die Erstbehandlung
hatte am 5. Januar 2012 durch den Hausarzt des Versicherten, Dr. med. D._,
Facharzt für Allgemeinmedizin, stattgefunden. Dieser hatte eine Gesässprellung links
und eine Schulterprellung rechts diagnostiziert und ab 27. Dezember 2011 eine 100%-
B.b.
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ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Suva-act. III/9). Ab 1. November 2012 wurde wieder
von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen (Suva-act. III/46). Am 21. Mai 2014
wurde der Versicherte bei diagnostizierter SLAP II- und Pulley-Läsion Schulter rechts
operiert (Schulterarthroskopie mit arthroskopischer subacromialer Dekompression,
Bizepstenodese mit Pulley-Verschluss; Suva-act. III/66 f.). Ab dem 3. November 2014
arbeitete der Versicherte wieder zu 100 % (Suva-act. III/86).
Am 20. Februar 2015 rutschte der Versicherte beim Spazieren auf einem harten
Schneefeld aus und fiel auf die linke Schulter. Dabei erlitt er eine Prellung (Suva-act. IV/
1). Mit Schreiben vom 28. April 2015 anerkannte die Suva ihre Leistungspflicht (Suva-
act. IV/2). Eine am 31. März 2015 durchgeführte Ultraschalluntersuchung der linken
Schulter ergab keine objektivierbaren Unfallfolgen (leichtgradige entzündliche-
degenerative Veränderungen der Supraspinatussehne mit diskreter Konturabflachung
im ventralen Abschnitt; Verdacht auf leichtgradige chronische Bursitis; im Übrigen
unauffällige Sonographie, insbesondere ohne Nachweis einer transmuralen
Rotatorenmanschettenläsion; Suva-act. IV/9 f.). Ab dem 1. April 2015 wurde von keiner
unfallkausalen Arbeitsunfähigkeit mehr ausgegangen (Suva-act. I/119-2).
B.c.
Mit Schadenmeldung UVG vom 4. Februar 2016 meldete die Arbeitgeberin des
Versicherten einen weiteren Unfall. Am 20. Dezember 2015 sei dieser auf einem
Segelboot beim Abladen des Beibootes aufgrund eines Windstosses in die offenen
Fenster an Deck nach hinten gefallen und habe den Kopf am Mast angeschlagen
(Suva-act. V/3, 15-1). Diagnostiziert wurden diverse Schürfungen, eine Distorsion und
ein Kontusionstrauma im Schädel-Nacken-Bereich sowie eine Weichteilverletzung am
rechten Knie (Suva-act. V/4, 7). Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht (Suva-act. V/
17). Ab Oktober 2017 wurde keine Arbeitsunfähigkeit mehr bescheinigt (Suva-act. V/
77).
B.d.
Am 4. April 2016 war der Versicherte beim Skifahren gestürzt (Suva-act. I/1).
Betroffen waren das rechte Knie, die linke Schulter, das rechte Hüftgelenk und das
Brustbein (Suva-act I/2, 76-4, 76-6, 181-6). Eine sonographische Untersuchung vom
13. April 2016 hatte einen Abriss des Innenbandes vom medialen Femurkondylus ohne
Dislokation und einen kleinen Gelenkserguss am rechten Knie sowie unauffällige
Befunde des unteren Sternums, des Xiphoids sowie des rechten Hüftgelenks gezeigt
B.e.
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C.
Bereits vom 12. Oktober bis 6. November 2015 war dem Versicherten von Dr. med.
E._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Klinik F._, aus psychischen Gründen
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %, danach eine von 50 % attestiert worden (Suva-act.
V/33, I/63-2). Ab November 2017 hatte keine ärztlich attestierte, psychiatrisch bedingte
Arbeitsunfähigkeit mehr vorgelegen (Suva-act. I/83-2). Seit dem 14. August 2018
bestand wieder eine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit von 50 % (Suva-act. I/168,
199-1).
D.
(Suva-act. I/44). Bezüglich der linken Schulter hatten sich in einer MR Arthro vom 16.
März 2017 (Suva-act. I/49) eine SLAP-Läsion und fragliche HAGL-Läsion bei ventraler
Labrumläsion gezeigt (Suva-act. I/50). Am 14. März 2018 wurde der Versicherte bei
SLAP II-Läsion und Pulleyinsuffizienz bei Partialläsion der Subscapularissehne an der
linken Schulter operiert (Schulterarthroskopie mit Bizepstenodese und Pulley-
Verschluss; Suva-act. I/110).
Am 16. April 2019 untersuchte Dr. med. G._, Facharzt für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Kreisarzt, den Versicherten ein
zweites Mal (die erste Untersuchung war am 6. September 2017 durchgeführt worden
[vgl. dazu Suva-act. I/76]). Dr. G._ stellte bezüglich der linken Schulter ein klinisch
exzellentes Ergebnis mit nahezu freier Beweglichkeit des Schultergelenks ohne
erhebliche Bewegungs- und Belastungsschmerzen fest. Allenfalls bestünden noch
leichte Probleme im Sinne einer mässigen Periarthropathia humeroscapularis und
Kraftminderung des linken Arms. Es sei überwiegend wahrscheinlich davon
auszugehen, dass weder durch konservative noch durch operative
Behandlungsmassnahmen eine namhafte Verbesserung des unfallbedingten
Gesundheitsschadens erreicht werden könne. Dem Versicherten seien aufgrund der
Unfallfolgen körperferne Gewichtsbelastungen über fünf Kilogramm auf
Horizontalebene oder darüber hinaus nicht mehr zuzumuten. Ebenfalls sei er nicht
mehr in der Lage, Arbeiten mit repetitiven Stoss- oder Vibrationsbelastungen
auszuüben. Er könne in einer leichten bis mittelschweren körperlich
leidensangepassten Arbeit vollschichtig eingesetzt werden. Ihm sei das Heben von
D.a.
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E.
Mit Einsprache vom 2. März 2020 beantragte der Versicherte, vertreten durch
Rechtsanwalt Michael B. Graf, St. Gallen, die Zusprache einer Rente ab Januar 2019.
Die Suva sei zu verpflichten, die notwendige Heilbehandlung zu erbringen (Suva-act. I/
198). Am 8. Juni 2020 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-act. I/207).
F.
Gewichten auf Hüfthöhe bis 15 Kilogramm uneingeschränkt zumutbar. Die
angestammte Tätigkeit als Elektrotechniker und Heizungsmonteur sei dem Versicherten
aus rein somatischer Sicht weiterhin zuzumuten (Suva-act. I/181). Den
Integritätsschaden in Bezug auf das linke Schultergelenk schätzte Dr. G._ auf 10 %
(Suva-act. I/180).
Am 1. Mai 2019 schätzte Dr. G._ den Integritätsschaden, herrührend vom Unfall
vom 26. Dezember 2011, ebenfalls auf 10 % (Gesundheitsschaden am rechten
Schultergelenk im Sinne einer mässigen Periarthropathia humeroscapularis; Suva-act.
III/100). Das erstellte Belastungsprofil habe auch in Beachtung der unfallkausalen
Schulterproblematik rechts Gültigkeit (Suva-act. III/99).
D.b.
Vom 3. bis 23. Juni 2019 wurde der Versicherte im Rehazentrum H._
interdisziplinär behandelt (Suva-act. I/186).
D.c.
Mit Verfügung vom 16. September 2019 sprach die Suva dem Versicherten bei
einem Integritätsschaden von 20 % (für beide Schultergelenke) eine
Integritätsentschädigung in Höhe von Fr. 27'420.-- zu (Suva-act. I/192). Diese
Verfügung blieb unangefochten.
D.d.
Mit Verfügung vom 28. Januar 2020 verneinte die Suva einen Rentenanspruch
(Suva-act. I/195).
D.e.
Gegen den Einspracheentscheid liess der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer), weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Graf, am 8. Juli 2020
Beschwerde erheben. Der Einspracheentscheid sowie die zugrundeliegende Verfügung
seien aufzuheben. Die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei zu verpflichten,
dem Beschwerdeführer eine Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei zur weiteren
F.a.
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist ein Rentenanspruch
des Beschwerdeführers.
Abklärung des Sachverhalts eine medizinische Begutachtung anzuordnen. Unter
Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MwSt. zulasten der Beschwerdegegnerin (act.
G 1).
In der Beschwerdeantwort vom 14. Dezember 2020 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde sowie die Bestätigung des
Einspracheentscheids (act. G 9).
F.b.
Der Beschwerdeführer verzichtete auf die Einreichung einer Replik (act. G 10 f.).F.c.
Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in
den (medizinischen) Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
F.d.
Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 % invalid, so hat
sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes des Versicherten mehr erwartet werden kann und allfällige
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem
Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs.
1 UVG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das
die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen; Art. 16 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR
830.1]).
1.1.
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2.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61
lit. c ATSG). Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen
und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen
und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Bezüglich Beweiswert eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in
der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen
Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des
Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen einholen, können
beweistauglich sein. An deren Beweiswürdigung sind indes strenge Anforderungen zu
stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (BGE 135 V 470 f. E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt im Urteil des
Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3). Erachtet das
Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen
bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne
Weiterungen abschliessen (vgl. BGE 135 V 469 E. 4.3.2 mit Hinweisen). Diesfalls
besteht kein Anspruch auf Beizug versicherungsexterner medizinischer Gutachten
(BGE 122 V 157).
1.2.
Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz
nichts anderes bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der
Unfallversicherung bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des
Unfallversicherers besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und
2.1.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 8/15
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adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (André Nabold,
N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018
[nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 63 ff. zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-
Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler
Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre
Holzer, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer
[Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl.
2012, S. 53 ff.). Während es Aufgabe der Ärztin oder des Arztes ist, den natürlichen
Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (KOSS UVG-Nabold, N 53 zu Art. 6;
BSK UVG-Hofer, N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 88). Für die
Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine strukturelle
Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares Korrelat
verlangt. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann erst gesprochen
werden, wenn die erhobenen Befunde mit – wissenschaftlich anerkannten (BGE 134 V
231) – apparativen/bildgebenden Abklärungen (wie Röntgen, Computertomogramm,
MRI, Arthroskopie) bestätigt werden (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009,
8C_216/2009, E. 2). Im Bereich dieser klar ausgewiesenen organischen Unfallfolgen
spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle (vgl. BGE 117 V 365 E. 5d/bb mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung; BGE
118 V 291 f. E. 3a). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend)
fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht automatisch auch die
Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs. In diesen Fällen ist eine
eigenständige Adäquanzbeurteilung vorzunehmen (vgl. nebst vielen Urteil des
Bundesgerichts vom 29. Mai 2012, 8C_849/2011, E. 2). Wenn die Unfallkausalität
einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist, entfällt die
Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, sobald der Unfall nicht mehr die natürliche
und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur
noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall
bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem
schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher
oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (vgl. Rumo-Jungo/Holzer,
a.a.O., S. 54).
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Der Beschwerdeführer hat mehrere bei der Beschwerdegegnerin versicherte
Unfälle mit unterschiedlichsten Verletzungen erlitten (vgl. im Sachverhalt lit. B.a bis
B.e). Es ist unbestritten, dass von den Unfällen über den Fallabschluss hinaus (vgl. zum
Fallabschluss Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 143) zumindest Restfolgen an beiden
Schultergelenken verblieben sind. Nebst dieser Problematik weist der
Beschwerdeführer jedoch weitere Beeinträchtigungen aus, welche er zum Teil ebenfalls
auf die Unfälle zurückführt. Anlässlich eines stationären Aufenthalts im Rehazentrum
H._ vom 3. bis 22. Juni 2019 diagnostizierten die verantwortlichen Ärzte mit Bericht
vom 1. Juli 2019 ein chronisch cervicobrachiales Syndrom, ein chronisch
lumbovertebrales Syndrom, ein Entrapment-Syndrom der Arteria poplitea links, eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit
somatischem Syndrom, sowie einen Verdacht auf eine andauernde
Persönlichkeitsstörung bei jahrelangen muskuloskelettalen Schmerzen (Suva-act. I/
186; vgl. auch Bericht von Dr. med. I._, Facharzt für Rheumatologie FMH, vom 27.
Dezember 2019 in Suva-act. I/199-24 ff.). Zu prüfen ist, welche dieser Beschwerden
bei Fallabschluss, nebst der erwähnten Schulterproblematik, den Unfällen anzulasten
sind und dementsprechend bei der Rentenbeurteilung miteinzubeziehen sind.
2.2.
Das Verfahren bezüglich des Unfallereignisse vom 17. Dezember 2009 mit HWS-
Beteiligung wurde per 9. Oktober 2011 eingestellt und ein Rückfall mittels Verfügung
vom 21. Januar 2015 unangefochten verneint (Suva-act. II/87, 101). Entsprechend
stehen diesbezüglich keine Restfolgen mehr zur Diskussion. Dies leuchtet ein,
nachdem es sich beim Ereignis vom 17. Dezember 2009 um einen Bagatellunfall
(leichter Auffahrunfall) gehandelt hatte (vgl. insbesondere Suva-act. II/24-13), wobei der
Status quo sine bei Leistungseinstellung im Oktober 2011 ohne Zweifel erreicht war.
Bezüglich des Unfallereignisses vom 26. Dezember 2011 (vgl. im Sachverhalt lit. B.b)
steht einzig noch die unbestrittenermassen in die Beurteilung miteinzubeziehende
Schulterproblematik rechts zur Diskussion. Die damals erlittene Gesässprellung links ist
zweifelsohne folgenlos abgeheilt. Beim Sturz vom 20. Februar 2015 war lediglich die in
die Beurteilung einfliessende linke Schulter tangiert (vgl. im Sachverhalt lit. B.c). Am 20.
Dezember 2015 erlitt der Beschwerdeführer bei einem Sturz diverse Schürfungen, eine
Distorsion und ein Kontusionstrauma im Schädel-Nacken-Bereich sowie eine
Weichteilverletzung am rechten Knie (vgl. im Sachverhalt lit. B.d). Die Schürfungen sind
verheilt und das rechte Knie nicht mehr relevant beeinträchtigt (Suva-act. V/73-2). Im
Schädel und Nackenbereich zeigten sich in einem MRI vom 15. März 2016 keine
Traumafolgen (Suva-act. V/36), weshalb Dr. G._ mit Beurteilung vom 20. September
2017 nachvollziehbar zum Schluss gelangte, dass der Status quo sine, auch wenn
bekannt sei, dass es bei einer fortgeschrittenen Verschleisserkrankung der HWS zu
2.3.
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3.
protrahierten Heilungsverläufen nach craniocervicalem Beschleunigungstrauma
kommen könne, spätestens nach einem Jahr erreicht sei (Suva-act. V/76-2).
Entsprechend sind die über den Fallabschluss hinaus geklagten Beschwerden im
HWS-Bereich nicht mehr dem Unfallereignis vom 20. Dezember 2015 anzulasten. Beim
Unfall vom 4. April 2016 waren wiederum das rechte Knie und die linke Schulter sowie
das rechte Hüftgelenk und das Brustbein betroffen (vgl. im Sachverhalt lit. B.e). Bei
unauffälligen Befunden des Sternums, des Xiphoids sowie des rechten Hüftgelenks (es
zeigten sich keine Hinweise auf traumatische Läsionen anlässlich der Sonographie vom
13. April 2016; Suva-act. I/44) sind allfällige über den Fallabschluss hinaus
beschriebene Beschwerden in diesen Körperregionen nicht als unfallbedingt zu
qualifizieren. Das rechte Knie bereitete dem Beschwerdeführer gemäss eigenen
Angaben vom 29. Juni 2017 keine relevanten Beschwerden mehr (Suva-act. V/73-2)
und es ist nachvollziehbar, dass Dr. G._ die Innenbandverletzung nach klinischer
Untersuchung vom 6. September 2017 mit Ausschluss einer verbleibenden Instabilität
des medialen Kollateralbands als folgenlos ausgeheilt erachtete (Suva-act. I/76).
Zusammengefasst ist festzuhalten, dass im Zeitpunkt des Fallabschlusses nebst
der Schulterproblematik rechts und links keine weiteren organisch ausgewiesenen
Unfallfolgen mehr vorlagen. Damit sind die über den Fallabschluss hinaus bestehenden
cervicalen Beschwerden überwiegend wahrscheinlich nicht den bei der
Beschwerdegegnerin versicherten Unfällen anzulasten – auch nicht teilweise (vgl. dazu
auch nachstehende E. 4) – und nicht in die Rentenbeurteilung miteinzubeziehen.
Dasselbe gilt für die lumbale Problematik. Diese Körperregion war bei den Unfällen
nicht tangiert. Unbestrittenermassen besteht auch keine Unfallkausalität zwischen den
Unfällen und dem Entrapment-Syndrom.
2.4.
Zu prüfen bleibt, ob die diagnostizierte psychische Problematik (depressive
Störung, Verdacht auf eine andauernde Persönlichkeitsstörung) und allfällige organisch
nicht hinreichend objektivierbare Beschwerden auf die Unfälle zurückzuführen sind. Es
bedarf dazu, wie in E. 2.1 ausgeführt, einer eigenständigen Adäquanzbeurteilung.
Nachdem die Kausalität bei den Schleudertrauma-Unfällen vom 17. Dezember 2009
und 20. Dezember 2015 dahingefallen ist bzw. der Status quo sine spätestens bei
Fallabschluss erreicht war (vgl. dazu vorstehende E. 2.3), hat die Adäquanzbeurteilung
nach den für psychische Fehlentwicklungen nach Unfall entwickelten Grundsätzen zu
erfolgen. Dabei kann praxisgemäss die Frage nach einer natürlichen Kausalität der
entsprechenden Beschwerden zum versicherten Unfallereignis offenbleiben, wenn ein
3.1.
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allfälliger Kausalzusammenhang nicht adäquat und damit nicht rechtsgenüglich wäre
(BGE 135 V 472 E. 5.1).
Ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, wenn dem Unfall eine massgebende
Bedeutung für die Entstehung der Beschwerden zukommt. In objektivierter
Betrachtungsweise werden die Unfälle nach ihrer erfahrungsgemässen Eignung,
psychische Beschwerden zu bewirken, eingeteilt in banale und leichte Unfälle
einerseits, schwere Unfälle andererseits und in einen dazwischenliegenden Bereich der
mittelschweren Unfälle. Bei banalen Unfällen kann der adäquate Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne
weiteres verneint werden, weil auf Grund der allgemeinen Lebenserfahrung davon
ausgegangen werden kann, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen
invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden zu verursachen. Bei schweren
Unfällen dagegen ist der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel zu bejahen,
denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen
Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische
Gesundheitsschäden zu bewirken. Dabei gelten als schwer nur solche Unfälle, bei
denen sämtliche Umstände, insbesondere die Dramatik des Unfallereignisses und die
Dauer desselben wie auch die somatischen Unfallfolgen eine für die versicherte Person
aussergewöhnliche Eindrücklichkeit aufweisen. Bei Unfällen im mittleren Bereich lässt
sich die Frage, ob zwischen dem Unfall und der psychisch bedingten
Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des
Unfalls allein schlüssig beantworten. Vielmehr sind weitere, objektiv fassbare
Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als
direkte bzw. indirekte Folge davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung
einzubeziehen. Die wichtigsten Kriterien sind dabei besonders dramatische
Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder
besondere Art der erlittenen Verletzung, insbesondere ihre erfahrungsgemässe
Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; ungewöhnlich lange Dauer der
ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen; ärztliche Fehlbehandlung, welche
die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche
Komplikationen sowie Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE
115 V 138 ff. E. 6 f.). Um die adäquate Kausalität bejahen zu können, müssen nicht alle
Umstände gegeben sein. Bei einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den
schweren Ereignissen genügt ein Kriterium. Ansonsten müssen mehrere
unfallbezogene Kriterien bejaht werden können, falls keinem Kriterium besonderes
Gewicht zukommt (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 62 ff.). Bei mittelschweren Unfällen
im engeren Sinn genügen drei Adäquanzkriterien, bei Unfällen im mittleren Bereich an
3.2.
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4.
Nach dem Gesagten (vgl. vorstehende E. 2 und 3) sind einzig die Auswirkungen der
Schulterproblematik rechts und links in die Rentenbeurteilung einzubeziehen. Der
Verweis des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers auf Art. 36 Abs. 2 UVG bzw. die
fehlende Berücksichtigung weiterer Beschwerden ist nicht stichhaltig. Art. 36 Abs. 2
UVG ist dann nicht anwendbar, wenn ein Unfall und ein nicht versichertes Ereignis
einander nicht beeinflussende Schäden verursacht haben, so etwa wenn der Unfall und
das nicht versicherte Ereignis verschiedene Körperteile betreffen und sich damit die
Krankheitsbilder nicht überschneiden (BGE 126 V 116 E. 3a). Der Rechtsvertreter bringt
ohne nähere Präzisierung vor, dass es sich "bei den verschiedenen muskuloskelettalen
der Grenze zu den leichten Unfällen sind hingegen vier Adäquanzkriterien zu erfüllen
(vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 29. Januar 2010, 8C_897/2009, E. 4.5, und vom
7. Dezember 2009, 8C_487/2009, E. 5 mit Hinweis). Bei der Prüfung der
Adäquanzkriterien sind die Folgen der organisch nicht ausgewiesenen Beschwerden
nicht in die Beurteilung miteinzubeziehen (Urteil des Bundesgerichts vom 28. April
2010, 8C_903/2009, E. 4.6).
Sämtliche Unfälle für sich allein genommen als auch bei gesamthafter Betrachtung
sind im Sinne der höchstrichterlichen Rechtsprechung höchstens als mittelschwer (im
engeren Sinn) einzustufen. Von den in E. 3.2 genannten Kriterien sind bei
Ausklammerung der psychischen bzw. der organisch nicht ausgewiesenen
Beschwerden – wenn überhaupt – höchstens diejenigen der körperlichen
Dauerschmerzen und der physisch bedingten Dauer der Arbeitsunfähigkeit, in einfacher
Form, erfüllt. Von der Erfüllung der rechtsprechungsgemäss vorausgesetzten drei
Adäquanzkriterien kann auf jeden Fall nicht ausgegangen werden. Weder lagen
besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit der
Unfälle vor noch sind die erlittenen Verletzungen geeignet, nicht somatische
Entwicklungen in Gang zu setzen. Eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen
Behandlung nach den jeweiligen Unfällen, ärztliche Fehlbehandlungen, welche die
Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätten oder ein schwieriger Heilverlauf und
erhebliche Komplikationen sind auch nicht erkennbar (vgl. zu den Adäquanzkriterien
bzw. deren Erfüllung Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 69 ff. mit Verweis auf die
Rechtsprechung). Entsprechend ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den
versicherten Unfällen und den per Fallabschluss bestehenden psychischen bzw. nicht
somatischen Beschwerden zu verneinen bzw. überwiegend wahrscheinlich nicht den
bei der Beschwerdegegnerin versicherten Unfällen anzulasten – auch nicht teilweise –
und nicht in die Rentenbeurteilung miteinzubeziehen.
3.3.
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Beschwerden des Beschwerdeführers klar um ein überschneidendes Krankheitsbild"
handle (act. G 1 S. 10 Ziff. 30). Wie dargelegt, ist vorliegend aber lediglich die
beidseitige Schulterproblematik als unfallkausal einzustufen. Von sich
überschneidenden Krankheitsbildern ist vor diesem Hintergrund nicht auszugehen,
sodass Art. 36 Abs. 2 UVG keine Anwendung findet.
5.
Um den Invaliditätsgrad ermitteln zu können, muss die unfallkausale
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers rechtsgenüglich feststehen. Die
Beschwerdegegnerin stützte sich bezüglich der zumutbaren Arbeitsfähigkeit auf die
Beurteilungen von Dr. G._ vom 16. April und 1. Mai 2019 (Suva-act. I/181, III/99). Der
Beschwerdeführer lehnt ein Abstellen auf diese Beurteilungen ab. Dr. G._ hat in seine
Beurteilungen die unfallkausalen Restfolgen (Schulterproblematik rechts und links) bei
klinischer Untersuchung des linken Schultergelenks, beider oberen Extremitäten sowie
des Schultergürtels umfassend miteinbezogen. Insbesondere würdigte er die
Schulterarthroskopien (rechts: 21. Mai 2014 [Suva-act. III/66 f.], links: 14. März 2018
[Suva-act. I/110]) bzw. deren Ergebnisse. Es zeigten sich eine freie aktive und passive
Beweglichkeit beider Schultergelenke in den Elevations- und Rotationsbewegungen bei
symmetrisch seitengleichen Bewegungsausschlägen, eine leichte bis mittelgradige
Kraftminderung des linken Arms bei den Elevations- und Rotationsbewegungen gegen
Widerstand, eine normale Kontur der Bizepsmuskulatur im Bereich der Oberarme,
keine Distalisierung des Bizepsmuskels links, eine freie aktive und passive
Beweglichkeit der Ellbogengelenke, Handgelenke, aller Fingergelenke und der
Daumengrund- und Sattelgelenke sowie eine feste Oppositionsbewegung des
Daumens gegen alle Langfingerkuppen. Der Faustschluss war beidseits, bei leichter
Kraftminderung links, möglich und es bestand kein Anhalt für sensomotorische
Störungen der oberen Extremität. Gestützt auf diese Befunde gab Dr. G._ seine
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung ab und kam nachvollziehbar zum Schluss, dass der
Beschwerdeführer aus unfallkausaler Sicht in einer leichten bis mittelschweren
körperlich leidensangepassten Tätigkeit vollschichtig eingesetzt werden könne. Ihm sei
das Heben von Gewichten auf Hüfthöhe bis 15 Kilogramm uneingeschränkt
zuzumuten. Körperferne Gewichtsbelastungen über fünf Kilogramm auf
Horizontalebene oder darüber hinaus seien nicht mehr zumutbar. Ebenfalls sei der
Beschwerdeführer nicht mehr in der Lage, Arbeiten mit repetitiven Stoss- oder
Vibrationsbelastungen auszuüben (Suva-act. I/181). Inwieweit dieser Beurteilung von
Dr. G._ – ergänzt durch die Beurteilung vom 1. Mai 2019 (vgl. dazu im Sachverhalt lit.
D.b) – nicht zu folgen wäre, ist nicht erkennbar. Die kreisärztliche
5.1.
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Arbeitsfähigkeitsbeurteilung und das kreisärztliche Zumutbarkeitsprofil leuchten beim
vorliegenden (unfallkausalen) Beschwerdebild des Beschwerdeführers ein und es sind
den Akten keine Anhaltspunkte zu entnehmen, aufgrund derer sie in Zweifel zu ziehen
wären. Die Einwände des Beschwerdeführers gegen den Beweiswert der
kreisärztlichen Beurteilungen sind nicht stichhaltig. Dr. G._ hat entgegen dem
Einwand des Beschwerdeführers die unfallkausale Problematik vollständig
berücksichtigt und es liegen keine anderslautenden Einschätzungen vor, welche sich
nur auf die unfallkausale Schulterproblematik beziehen. Auch der Hausarzt des
Beschwerdeführers, Dr. med. J._, Facharzt für Innere Medizin, bescheinigte per 1.
Januar 2019 gemäss Unfallschein UVG keine Arbeitsunfähigkeit mehr (Suva-act. I/
174-3). Für die Zeit danach liegen nur noch Arbeitsunfähigkeitszeugnisse aufgrund von
Krankheit vor (Suva-act. I/199-1 ff., act. G 1.4). Die Einschätzungen gemäss den
Berichten der Rehaklinik H._ vom 1. Juli 2019 (Suva-act. I/186) und von Dr. I._ vom
27. Dezember 2019 (Suva-act. I/199-24 ff.) und auch die Feststellungen im
"Abklärungsbericht Selbständigerwerbende" der IV-Stelle des Kantons St. Gallen vom
7. Februar 2020 (Suva-act. I/200-10 ff.) bezogen sich auf sämtliche Beschwerden des
Beschwerdeführers und nicht nur auf die unfallkausalen. Entsprechend vermögen diese
Berichte keine auch nur geringen Zweifel an den Beurteilungen von Dr. G._ zu
wecken. Weiterungen in medizinsicher Hinsicht erübrigen sich damit.
Zu prüfen bleibt, ob dem Beschwerdeführer bei diesem Belastungsprofil nach wie
vor die angestammte Tätigkeit zumutbar ist. Der Beschwerdeführer bestreitet dies (vgl.
act. G 1 S. 8 ff. Ziff. 28 f.). Der Beschwerdeführer arbeitete vor dem ersten bei der
Beschwerdegegnerin versicherten Unfall im Jahr 2009 als Geschäftsführer,
Elektroinstallateur und Elektrotechniker in seiner eigenen Firma mit Angestellten. Dabei
handelt es sich um seine angestammte Tätigkeit. Ohne Zweifel sind ihm aus
unfallkausaler Sicht die administrativen Tätigkeiten, welche als Geschäftsführer
anfallen, weiterhin uneingeschränkt zumutbar. Die ebenfalls ausgeübten
handwerklichen Arbeiten als Elektroinstallateur bzw. Elektrotechniker sind zwar nicht
durchwegs leidensangepasst. Indessen fallen solche nicht adaptierten handwerklichen
Tätigkeiten nicht in einem Ausmass an (vgl. zum Profil eines Elektrotechnikers
Techniker/in HF Elektrotechnik - berufsberatung.ch, (https://www.berufsberatung.ch/
dyn/show/1900?id=2950), eingesehen am 21. Juli 2021; Profil eines Elektroinstallateurs
Elektroinstallateur/in EFZ - berufsberatung.ch (https:// www.berufsberatung.ch/dyn/
show/1900?id=3062), eingesehen am 21. Juli 2021), dass er sie als Geschäftsführer in
einem eigenen Elektronik-Betrieb mit mehreren Angestellten (vgl. dazu u.a. Suva-act. II/
18-2) bzw. auch als Geschäftsführer in einem Angestelltenverhältnis nicht delegieren
könnte. Entsprechend kann in der angestammten Tätigkeit das Belastungsprofil
5.2.
https://www.berufsberatung.ch/dyn/show/1900?id=2950 https://www.berufsberatung.ch/dyn/show/1900?id=3062
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6.
Nach dem Gesagten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 8. Juni 2020 nicht
zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember 2020 gültigen, für
das vorliegende Verfahren gemäss Art. 83 ATSG noch anwendbaren Fassung).
Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG).