Decision ID: 0a26e6fb-4e8f-5e85-a815-9fa0f67427e9
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer gelangte eigenen Angaben zufolge am (...) in
die Schweiz, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte. Am 29. Juli 2016
fand die Befragung zur Person (BzP) statt. Am 10. April 2018 wurde er vom
SEM einlässlich zu seinen Asylgründen angehört.
A.b Im Rahmen der BzP brachte er zur Begründung seines Asylgesuchs
im Wesentlichen vor, er habe stets in B._ gelebt und sei dort (Nen-
nung Dauer) zur Schule gegangen. In seiner Heimat gebe es keine Zu-
kunft, da dort ständig Unruhen herrschten und gekämpft werde. Er sei im
(...) von Leuten, welche für die Regierung arbeiteten, aufgefordert worden,
für die Polizei tätig zu sein. Da er dies abgelehnt habe, hätten ihn diese
während seiner Arbeit – als er gerade ein Auto gewaschen habe – festge-
nommen und während (Nennung Dauer) inhaftiert. Er habe sein Heimat-
land am (...) verlassen.
A.c Anlässlich der Anhörung gab der Beschwerdeführer an, er sei im Quar-
tier C._ in B._ zur Welt gekommen, aber im Flüchtlingslager
D._ aufgewachsen und habe dort (Nennung Dauer) die Schule be-
sucht. Im Jahr (...) sei er innerhalb von (...) Monaten insgesamt drei Mal
von Angehörigen der F._ aufgefordert worden, mit diesen zusam-
menzuarbeiten und am Krieg teilzunehmen. Da er dies jeweils abgelehnt
habe, hätten die Milizen ihn viermal mit dem Tod bedroht, falls er nicht mit
ihnen kooperiere. In der Folge sei er während (Nennung Dauer) unterge-
taucht respektive habe er sich zuhause versteckt. Nachdem er festgestellt
habe, dass sein Leben in Gefahr und er in seinem Wohngebiet nicht sicher
sei, sei er im (...) aus seiner Heimat geflüchtet.
A.d Der Beschwerdeführer reichte keinerlei Identitätsdokumente oder an-
derweitige Dokumente zu den Akten.
A.e Aufgrund von Zweifeln an der Hauptsozialisation des Beschwerdefüh-
rers in B._ wurde im Auftrag der Vorinstanz am (...) ein Telefonin-
terview mit dem Beschwerdeführer durchgeführt. Eine sachverständige
Person der Fachstelle LINGUA kam gestützt darauf in ihrer landeskundlich-
kulturellen und linguistischen Analyse vom (...) zum Schluss, dass der Be-
schwerdeführer höchstwahrscheinlich nicht im Distrikt C._,
B._, Südsomalia, sondern höchstwahrscheinlich in E._,
G._, Nordsomalia sozialisiert worden sei.
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A.f Mit Schreiben vom 3. Juli 2020 gewährte die Vorinstanz dem Be-
schwerdeführer das rechtliche Gehör zu den wesentlichen Ergebnissen
der LINGUA-Analyse und gab ihm den Werdegang sowie die Qualifikation
der sachverständigen Person bekannt. Gleichzeitig informierte sie ihn über
die Möglichkeit, die Gesprächsaufzeichnung anzuhören, und räumte ihm
die Gelegenheit ein, bis zum 22. Juli 2020 eine Stellungnahme einzu-
reichen.
B.
Mit Verfügung vom 30. Juli 2020 stellte das SEM fest, der Beschwerdefüh-
rer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab, ver-
fügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug der Weg-
weisung an.
C.
C.a Mit Stellungnahme vom 28. Juli 2020 (Eingang beim SEM am 29. Juli
2020) verwies der Beschwerdeführer zunächst auf organisatorische
Schwierigkeiten, die es ihm verunmöglicht hätten, den Eingabetermin vom
22. Juli 2020 zu wahren. Weiter stellte er seine Lebensstationen in korri-
gierter Form dar und nahm zu den Feststellungen in der durchgeführten
Analyse Stellung.
Als Beweismittel gab er (Nennung Beweismittel) zu den Akten.
C.b Das SEM bestätigte dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 30. Juli
2020 den Erhalt seiner Stellungnahme und teilte ihm mit, dass diese im
Asylentscheid nicht mehr habe berücksichtigt werden können, jedoch auf
den Ausgang seines Asylverfahrens und den bereits versendeten Asylent-
scheid keinen Einfluss gehabt hätte, selbst wenn sie im Entscheid noch
direkt hätte gewürdigt werden können.
D.
Mit Eingabe vom 2. September 2020 erhob der Beschwerdeführer gegen
den Asylentscheid des SEM vom 30. Juli 2020 beim Bundesverwaltungs-
gericht Beschwerde. Er beantragte, es sei die vorinstanzliche Verfügung
aufzuheben, seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm Asyl zu ge-
währen, eventualiter sei die Unzulässigkeit oder Unzumutbarkeit des Weg-
weisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme in der
Schweiz zu gewähren, subeventualiter sei das Verfahren zur korrekten
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts an die Vorinstanz zurück-
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zuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unent-
geltlichen Prozessführung sowie um Beiordnung eines amtlichen Rechts-
beistands. Ferner sei ihm Einsicht in die Akten der Herkunftsanalyse der
Vorinstanz im erstinstanzlichen Asylverfahren zu gewähren.
Der Beschwerde lagen (Aufzählung Beweismittel) bei.
E.
Mit Eingabe vom 8. September 2020 reichte der Beschwerdeführer (Nen-
nung Beweismittel) nach.
F.
Die Instruktionsrichterin wies mit Zwischenverfügung vom 23. September
2020 die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und
um Beigabe eines amtlichen Rechtsbeistandes ab und forderte den Be-
schwerdeführer zur Leistung eines Kostenvorschusses von Fr. 750.– bis
zum 8. Oktober 2020 auf.
Der Kostenvorschuss wurde am 8. Oktober 2020 bezahlt.
G.
Mit einer als "Stellungnahme zur Zwischenverfügung vom 23. September
2020" betitelten Eingabe vom 13. Oktober 2020 äusserte sich der Be-
schwerdeführer zu den Erörterungen des Bundesverwaltungsgerichts in
der erwähnten Zwischenverfügung und wiederholte die Wichtigkeit einer
Möglichkeit zur Einsichtnahme und Überprüfung von Lingua-Analysen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend
– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG).
1.2 Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der
Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September
2015).
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1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-
rung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde ist einzutreten (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1
VwVG).
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend
aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur summa-
risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
4.
4.1 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs
(inkl. Begründungspflicht) sowie eine unrichtige oder unvollständige Sach-
verhaltsabklärung. Diese Rügen sind vorab zu beurteilen, zumal sie allen-
falls geeignet sind, die Kassation der angefochtenen Verfügung zu bewir-
ken.
4.1.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches
Gehör. Dieses umfasst insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor
Erlass eines Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise bei-
zubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträ-
gen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entwe-
der mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern,
wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch
auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse,
die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren
Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1;
BVGE 2009/35 E. 6.4.1 m.H.).
4.1.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, es bestünden Hinweise auf eine
fehlerhafte Herkunftsanalyse der Fachstelle LINGUA. Diese Fehler seien
nur schwer zu erkennen, da hierfür entscheidende Informationen aus dem
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Gutachten fehlten. Die Schlussfolgerungen der sachverständigen Person
seien deshalb nicht nachvollziehbar und verunmöglichten eine sachge-
rechte Anfechtung des Asylentscheids. Der in diesem Zusammenhang ge-
stellte Antrag zur Edition des LINGUA-Gutachtens und zur allfälligen An-
setzung einer Frist zur Einreichung einer Stellungnahme wurde mit Zwi-
schenverfügung vom 23. September 2020 abgewiesen. Die Ausführungen
und Schlussfolgerungen in der erwähnten Zwischenverfügung sind zu be-
stätigen. Wie dort ausgeführt wurde, dürfen LINGUA-Berichte und die Iden-
tität der damit betrauten sachverständigen Personen aufgrund überwie-
gender öffentlicher und privater Interessen (Art. 27 VwVG) geheim gehal-
ten werden. Die Rechtsprechung hat sich ausführlich dazu geäussert, wie
sich die grundsätzlich für zulässig befundene Geheimhaltung des LINGUA-
Berichtes und der Identität der damit betrauten sachverständigen Person
mit dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 29 VwVG)
vereinbaren lässt. So muss der asylsuchenden Person vom wesentlichen
Inhalt des LINGUA-Berichtes vor Erlass der Verfügung Kenntnis gegeben
werden (Art. 28 VwVG); zudem muss ihr Gelegenheit gegeben werden,
sich dazu zu äussern und Gegenbeweismittel zu bezeichnen (Art. 30 Abs.
1 VwVG). In Bezug auf die sachverständige Person besteht der Anspruch,
dass Herkunft, Dauer und Zeitraum des Aufenthaltes im umstrittenen Her-
kunftsland sowie der Werdegang, auf welchen sich die Sachkompetenz
abstützt, vollständig offengelegt werden (vgl. BVGE 2015/10 E. 5.2; Urteil
des BVGer E-5100/2018 vom 13. Dezember 2018 E. 6.4).
Die Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer in Übereinstimmung mit der ob-
genannten Vorgehensweise eine Zusammenfassung der wesentlichen
Punkte des LINGUA-Gutachtens sowie den Werdegang und die Qualifika-
tion der sachverständigen Person offengelegt und ihm diesbezüglich vor
Erlass der angefochtenen Verfügung das rechtliche Gehör gewährt. Die
wiederholt geäusserte Kritik an dieser – sich an der ständigen Rechtspre-
chung orientierenden – Vorgehensweise bleibt unbehelflich. Soweit der Be-
schwerdeführer in seiner Eingabe vom 13. Oktober 2020 auf seinen Ein-
wand, er sei während der Herkunftsanalyse unter Druck gesetzt worden,
was in der Zwischenverfügung des Gerichts vom 23. September 2020 als
blosse Parteibehauptung qualifiziert worden sei, Bezug nimmt und anführt,
dass für eine schlüssige und gerechte Bearbeitung der Beschwerde ge-
rade eine erweiterte Einsicht in die Analyse notwendig sei, vermag er nicht
zu überzeugen. So wies er in seiner verspätet eingereichten Stellung-
nahme an keiner Stelle auf Unregelmässigkeiten während der Analyse hin
und sah sich auch nicht veranlasst, im Rahmen des ihm gewährten recht-
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lichen Gehörs vom 3. Juli 2020 von der Gelegenheit, die Gesprächsauf-
zeichnung beim SEM anzuhören, Gebrauch zu machen. Dies hätte ihm
gegebenenfalls die Möglichkeit eröffnet, die angeblichen Druckversuche
oder weitere Unregelmässigkeiten zu konkretisieren, anstatt diese lediglich
pauschal zu behaupten. Mit seinen weiteren Ausführungen im Schreiben
vom 13. Oktober 2020 übt der Beschwerdeführer sodann appellatorische
Kritik an den Darlegungen der erwähnten Zwischenverfügung sowie am
Prozess der LINGUA-Analyse als solchen, was jedoch keine Änderung des
in der Zwischenverfügung vom 23. September 2020 vertretenen Stand-
punktes zu bewirken vermag. So ist seit Ergehen dieser Zwischenverfü-
gung keine wesentliche Veränderung der Sach- oder Rechtslage eingetre-
ten.
Ferner ist die vorinstanzliche Begründung hinreichend abgefasst. In der
angefochtenen Verfügung sind die wesentlichen Überlegungen vorhanden,
von denen sich das SEM – auch hinsichtlich der vom Beschwerdeführer
angeführten Herkunft und Biographie – leiten liess und die zum Schluss
der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen führten. Nicht erforderlich ist, dass
sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinander-
setzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136
I 184 E. 2.2.1). Wie die vorliegende Beschwerde denn auch zeigt, war eine
sachgerechte Anfechtung der Verfügung möglich.
4.1.3 Weiter sind dem Anhörungsprotokoll keine Anhaltspunkte zu entneh-
men, dass infolge von Schwierigkeiten bei der Befragung oder Überset-
zungsproblemen der Sachverhalt unrichtig oder unvollständig abgeklärt
worden wäre. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann diesbezüglich
auf die nach wie vor zutreffenden Erwägungen in der Zwischenverfügung
vom 23. September 2020 hingewiesen werden. Angesichts fehlender Hin-
weise und des Umstands, dass der Beschwerdeführer die Vollständigkeit
und Korrektheit des Protokolls nach der Rückübersetzung unterschriftlich
bestätigte, wobei er von der Möglichkeit, Ergänzungen oder Korrekturen
anzubringen, Gebrauch machte (vgl. act. A17/15, S. 14), vermag der Hin-
weis in der Beschwerdeschrift (S. 4), er habe sich während der Anhörung
nicht wohl gefühlt und sei mit der Übersetzung nicht einverstanden gewe-
sen, habe diese Bedenken aber aus Angst vor allfälligen, ihm nicht bekann-
ten Konsequenzen nicht geäussert, an der Verwertbarkeit des Anhörungs-
protokolls keine Zweifel entstehen zu lassen. Sein blosser Verdacht, dass
die Übersetzung fehlerhaft gewesen sei, lässt sich anhand der Akten nicht
erhärten. Angesichts der Tatsache, dass die Dolmetscher angehalten sind,
ihre Arbeit objektiv zu verrichten und es ihnen insbesondere verwehrt ist,
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Aussagen zusammenzufassen oder zu interpretieren wie auch in eigener
Regie Fragen zu stellen und es im Übrigen dem Mitarbeiter des SEM ob-
liegt, die Anhörung zu leiten und durchzuführen, ist die Kritik an der Arbeit
des im Rahmen der Anhörung eingesetzten Übersetzers als nicht stichhal-
tig zu qualifizieren. Der Beschwerdeführer vermag auch aus seiner blossen
Mutmassung, die Unterschrift des Dolmetschers auf Seite 14 des Anhö-
rungsprotokolls scheine im Nachhinein durchgestrichen worden zu sein,
nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Aufgrund des Schriftbildes und
Schriftzuges der Unterschrift wertet das Gericht diesen Einwand als blosse
Schutzbehauptung.
4.2 Zusammenfassend erweisen sich die formellen Rügen als unbegrün-
det. Der Antrag, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die
Sache zur korrekten Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts so-
wie zur Neubeurteilung zurückzuweisen, ist abzuweisen.
5.
5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Das Bundesverwaltungsgericht hat die
Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in verschiedenen
Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier
verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 mit Verweisen).
6.
6.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss,
die Vorbringen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen an das
Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG sowie denjenigen an die Flücht-
lingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standhalten.
Der Beschwerdeführer habe im Verlaufe des Verfahrens zu wesentlichen
Punkten unterschiedliche Angaben gemacht, so bezüglich der (Nennung
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Dauer) Haft im (...), welche er in der Anhörung erst auf Vorhalt erwähnt
habe. Da dieses Ereignis (Nennung Zeitraum) vor seiner Ausreise gesche-
hen sei und er dieses weder in der BzP noch in der Anhörung von sich aus
als Ausreisegrund genannt habe, fehle zwischen diesem und seiner Flucht
ohnehin der zeitliche und sachliche Kausalzusammenhang. Der Vorfall sei
daher, selbst wenn er geglaubt würde, nicht asylrelevant. Sodann habe er
die Aufforderung der F._ zur Teilnahme am bewaffneten Kampf und
die damit einhergehenden Drohungen in der BzP trotz konkreter Nachfrage
zur Problemen mit Privatpersonen oder privaten Gruppierungen mit kei-
nem Wort erwähnt. Die entsprechenden Schilderungen in der Anhörung
seien überdies unsubstanziiert, knapp und oberflächlich ausgefallen. Fer-
ner sei die zeitliche Darstellung der Ereignisse widersprüchlich und über-
dies realitätsfremd. Es erstaune zudem, dass er noch mindestens sieben
Monate zuhause verbracht habe, obwohl die Anrufer der F._ ihm
gesagt hätten, sie wüssten, wo er wohne und sich verstecke. Auch stehe
dazu in Widerspruch sein Vorbringen, dass er die letzten (Nennung Zeit-
raum) vor seiner Ausreise keine Drohanrufe mehr erhalten habe. Auch un-
ter Berücksichtigung seiner knappen Schulbildung hätte zumindest auf die
konkreten Nachfragen deutlich mehr Substanz in seinen Schilderungen er-
wartet werden dürfen. Ausserdem habe er seine Fluchtroute im Rahmen
der BzP gänzlich anders dargestellt als in der anschliessenden Anhörung.
Er vermöge daher weder die angeführte Vorverfolgung noch seine Darstel-
lung der Ausreise glaubhaft zu machen. Weiter seien die Unruhen, Kämpfe
und die fehlende Sicherheit in Somalia auf die allgemeine Lage und den
bewaffneten Konflikt zurückzuführen und stellten keine asylbeachtliche
Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG dar.
6.2 Der Beschwerdeführer setzt sich in der Rechtsmitteleingabe mit den
zentralen vorinstanzlichen Erwägungen, wonach seine Asylgründe (Auf-
zählung Asylgründe) wegen unsubstantiierter, vager, widersprüchlicher
und nachgeschobener Aussagen unglaubhaft seien, nicht ansatzweise
auseinander. Diesbezüglich rügt er somit keine Rechtsverletzung, obwohl
ihm eine rechtliche Auseinandersetzung mit der angefochtenen Verfügung
möglich gewesen wäre (vgl. vorstehend E. 4). Die vorinstanzliche Beweis-
würdigung ist denn auch nicht zu beanstanden. Das SEM hat einlässlich
und nachvollziehbar dargelegt, aus welchen Gründen es die geltend ge-
machten Asylgründe weder als glaubhaft noch als asylrelevant erachtet.
Eine Verletzung im Sinne von Art. 106 Abs. 1 AsylG lässt sich den Akten
nicht entnehmen. Um Wiederholungen zu vermeiden, kann auf die zutref-
fenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden.
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Die eingereichten Beweismittel vermögen an dieser Erkenntnis nichts zu
ändern. Betreffend die der Stellungnahme vom 28. Juli 2020 beigelegten
Unterlagen (Nennung Beweismittel) ist festzuhalten, dass auf dem Foto der
– von der Seite zu sehende – Kopf und ein kleiner Teil des Oberkörpers
mutmasslich des Beschwerdeführers zu erkennen sind. Der (mutmassli-
che) Beschwerdeführer trägt eine Tarnweste und ein Gewehr über der
Schulter. Diese Aufnahme lässt keinen eindeutigen Rückschluss darüber
zu, wann, wo und in welchem Zusammenhang sie gemacht wurde. Doch
auch bei einem tatsächlich absolvierten Militärdienst lässt sich die vom Be-
schwerdeführer im Rahmen der Herkunftsanalyse vorgebrachte Dienstzeit,
die gemäss Angaben in der Stellungnahme zwischen dem 21. und 24. Le-
bensjahr des Beschwerdeführers, mithin in den Jahren (...) bis und mit (...)
stattgefunden hätte, nicht mit seinen Ausreisegründen in Übereinstimmung
bringen. Eigenen Angaben zufolge sei er nämlich im (...) von Leuten der
Regierung festgenommen und drei Wochen inhaftiert worden, weil er sich
geweigert habe, für die Polizei zu arbeiten respektive er sei im Jahr (...)
wiederholt von der F._ zur Mitarbeit beziehungsweise zum bewaff-
neten Kampf aufgefordert worden (vgl. act. A6/12, S. 8; A17/15, S. 10).
Dies wäre aber gar nicht möglich gewesen, hätte er sich während dieser
Zeit im Militärdienst befunden. Der eingereichte (Nennung Dokument) ent-
hält zwei an die Schülerschaft gerichtete Mitteilungen von allgemeinem In-
teresse, weshalb sich daraus keine Hinweise auf den Beschwerdeführer
und den behaupteten früheren Schulbesuch, welcher gemäss seinen An-
gaben in der Stellungnahme im Zeitraum (...) bis (...) gewesen sein müsste,
ergeben. Ferner erweist sich das der Beschwerde beigelegte (Nennung
Beweismittel) als blosse Farbkopie, welche nachträglich mit Stempeln ver-
sehen wurde, weshalb dem Dokument kein relevanter Beweiswert beige-
messen werden kann. Sodann weisen die ebenfalls mit der Rechtsmitte-
leingabe eingereichten weiteren Beweismittel (Aufzählung Beweismittel)
keinen direkten Bezug zum Beschwerdeführer auf. Unter diesen Umstän-
den braucht die allfällige Einreichung weiterer Beweismittel zum Schulbe-
such in B._ (vgl. Beschwerde S. 7) nicht abgewartet zu werden (an-
tizipierte Beweiswürdigung; vgl. BVGE 2008/24 E. 7.2 S. 357).
6.3 Die Vorinstanz hat daher zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Be-
schwerdeführers verneint und sein Asylgesuch abgelehnt.
7.
7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
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Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche
Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44
AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
8.
8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
8.2
8.2.1 Das SEM führte bei der Prüfung des Wegweisungsvollzugs an, die
Angaben des Beschwerdeführers zur geltend gemachten Identität, Her-
kunft sowie zur persönlichen und familiären Situation in Somalia seien
ebenfalls unglaubhaft. Bei einer Grenzkontrolle habe er sich mit gefälsch-
ten Identitätsdokumenten ausgewiesen und unterschiedliche Personalien
angeführt. In den Asylbefragungen habe er anderslautende Geburtsdaten
und widersprüchliche Ausführungen zu seinem Lebenslauf, zu Verwandten
und den Aufenthaltsorten angegeben. Während des Asylverfahrens habe
er keinerlei Identitätsdokumente abgegeben und auch keinerlei Bemühun-
gen zum Erhalt solcher Dokumente an den Tag gelegt. Auch die Ausfüh-
rungen zu seiner Clanzugehörigkeit seien zweifelhaft ausgefallen. Die aus
diesen Gründen in Auftrag gegebene LINGUA-Analyse habe ergeben,
dass die biographischen Angaben während des Interviews von seinen vor-
herigen Äusserungen in den Befragungen stark abgewichen seien, so zu
seinen Wohnorten, der Dauer seines Schulbesuchs und der Existenz eines
geleisteten Militärdienstes. Der Experte sei aufgrund seiner Analyse zum
Schluss gekommen, dass eine hauptsächliche Sozialisation im Distrikt
C._ in B._ – wie vom Beschwerdeführer vorgebracht – un-
wahrscheinlich erscheine. Ein Aufenthalt im erwähnten Distrikt sei zwar
möglich, jedoch nicht für so eine lange Zeit, wie vom Beschwerdeführer
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vorgebracht. Wahrscheinlich sei – insbesondere aufgrund der linguisti-
schen Analyse – vielmehr seine hauptsächliche Sozialisation in Nordsoma-
lia. Aufgrund der Aktenlage sei es als erwiesen anzusehen, dass der Be-
schwerdeführer das SEM über seine Herkunft und Biographie getäuscht
habe. Mit seinen Aussagen habe der Beschwerdeführer die ihm obliegende
Mitwirkungspflicht verletzt und verunmögliche eine sinnvolle Prüfung der
Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs. Es
sei demnach gemäss ständiger Rechtsprechung davon auszugehen, es
stünden einer Wegweisung in seinen bisherigen Aufenthaltsort keine Voll-
zugshindernisse entgegen. Zudem sei der Vollzug von Wegweisungen un-
ter Umständen in die nördlichen Landesteile (G._ und H._)
möglich und vorliegend als zumutbar zu qualifizieren.
8.2.2 Der Beschwerdeführer entgegnete diesbezüglich im Wesentlichen,
das SEM zähle zwei Regionen in Somalia auf, in die er zurückkehren
könne, obschon er in keiner dieser Regionen über ein wie auch immer ge-
artetes Beziehungsnetz verfüge. Ein Vollzug der Wegweisung in den Nor-
den komme gemäss der Rechtsprechung aber nur dann in Frage, wenn die
betroffene Person über enge Verbindungen zur Region verfüge, die den
Aufbau einer Existenzgrundlage ermöglichten. Dies sei hier nicht der Fall.
8.3 Die Vorinstanz hat für die Prüfung des Wegweisungsvollzugs durch die
Fachstelle LINGUA eine landeskundlich-kulturelle und linguistische Ana-
lyse durchführen lassen. Dieser Analyse sind keine Hinweise zu entneh-
men, dass die von der Rechtsprechung definierten Mindeststandards
(BVGE 2014/12 E. 4.2) nicht eingehalten worden wären. Die Analyse ist
ferner fundiert und mit einer überzeugenden sowie ausgewogenen Begrün-
dung versehen, die – entgegen der auf Beschwerdeebene vertretenen An-
sicht – zu keinen Beanstandungen Anlass gibt. Da der Bericht die inhaltli-
chen Qualitätsanforderungen erfüllt und aufgrund des Werdeganges – wel-
cher dem Beschwerdeführer bekannt gegeben wurde – die Qualifikation
der sachverständigen Person nicht anzuzweifeln ist (vgl. dazu auch obige
E. 4.1.2), kommt dem Fazit des Berichts, der Beschwerdeführer sei höchst-
wahrscheinlich nicht im Distrikt C._ in B._, Südsomalia, son-
dern in E._, Nordsomalia, sozialisiert worden, erhebliches Gewicht
zu. Die Einschätzung, dass der Beschwerdeführer seine Herkunft ver-
schleiert, wird dadurch bestärkt, dass auch seine Aussagen zu den vorge-
brachten Asylgründen sowie zu den Umständen seiner Ausreise – soweit
nicht asylirrelevant, so insbesondere hinsichtlich der Folgen des Bürger-
kriegs – unsubstanziiert, vage und widersprüchlich ausgefallen und teil-
weise als nachgeschoben zu erachten sind (vgl. E. 6.2). Seine Vorbringen
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auf Beschwerdeebene vermögen zu keinem anderen Schluss zu führen.
Ferner ist festzustellen, dass sich der Beschwerdeführer in seiner Stellung-
nahme vom 28. Juli 2020 zu seinen Lebensstationen respektive seinen
Aufenthalten bis zu seinem 24. Lebensjahr äusserte (vgl. act. A26/4), wel-
che jedoch im Widerspruch zu seinen sämtlichen bisherigen, bereits unter-
schiedlich geschilderten Angaben im vorinstanzlichen Verfahren inklusive
der Herkunftsanalyse stehen. So gibt er darin erstmals an, lediglich die
(Nennung Zeitraum) Lebensjahre in B._ verbracht und anschlies-
send bis zu seinem (...) Lebensjahr in E._ (G._) gelebt zu
haben, um als (...)-jähriger wieder nach B._ zurückzukehren, wo er
(Nennung Dauer) die Schule besucht habe und anschliessend (Nennung
Dauer) im Militärdienst gewesen sei (vgl. act. A6/12, S. 3; A17/15, S. 4 ff.,
A23/9, S. 2). Überdies hat der Beschwerdeführer bis zum heutigen Zeit-
punkt keine Reise- oder Identitätspapiere zu den Akten gereicht oder Be-
mühungen zum Erhalt derselben getätigt, die es erlauben würden, Rück-
schlüsse auf seine Identität (vgl. dazu Art. 1a AsylV 1) zu geben. Gemäss
Art. 8 AsylG obliegt es den Asylsuchenden im Rahmen ihrer Mitwirkungs-
pflicht unter anderem, ihre Identität offenzulegen und Reisepapiere und
Identitätsausweise abzugeben. Seine diesbezüglichen Aussagen und
seine offensichtlich fehlende Bereitschaft, entsprechende Dokumente er-
hältlich zu machen, lassen in der Tat den Schluss zu, dass der Beschwer-
deführer den schweizerischen Asylbehörden seine tatsächliche Identität
oder zumindest seine effektive Herkunft bewusst vorenthält, was ebenso
Zweifel an seiner persönlichen Glaubwürdigkeit aufkommen lässt.
8.4 Mit der Vorinstanz geht das Gericht nach Durchsicht der Akten davon
aus, dass der Beschwerdeführer versucht, seine wahre Herkunft zu ver-
heimlichen. Die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz vermag er nicht
in Frage zu stellen (vgl. E. 4.1.2 und 8.3). Grundsätzlich ist die Zulässigkeit,
die Zumutbarkeit und die Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs von Amtes
wegen zu prüfen. Diese Untersuchungspflicht findet jedoch ihre Grenze an
der Mitwirkungspflicht der asylsuchenden Person (Art. 8 AsylG), welche
auch die Substanziierungslast trägt (Art. 7 AsylG). Es ist nicht Sache der
Behörden, bei fehlenden, womöglich gezielt vorenthaltenen Hinweisen,
nach allfälligen Wegweisungsvollzugshindernissen in hypothetischen Her-
kunftsländern oder wie vorliegend, in hypothetischen Herkunftsregionen in-
nerhalb eines Landes zu forschen. Vermutungsweise ist deshalb davon
auszugehen, einer Wegweisung stünden keine Vollzugshindernisse im ge-
setzlichen Sinne entgegen (vgl. statt vieler Urteil des BVGer E-627/2020
vom 26. Februar 2020 E. 7.2). Dabei bleibt anzufügen, dass selbst bei An-
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nahme der geltend gemachten somalischen Staatsangehörigkeit ein Weg-
weisungsvollzug nicht in ganz Somalia ausgeschlossen wäre, sondern ein
solcher unter Umständen in die nördlichen Landesteile erfolgen kann (vgl.
Urteil des BVGer D-4721/2016 vom 26. Mai 2017 E. 6.5.1 unter Hinweis
auf BVGE 2014/27 E. 6.5). In diesem Zusammenhang ist anzumerken,
dass der Beschwerdeführer gemäss Angaben in der Stellungnahme vom
28. Juli 2020 über (Nennung Zeitraum) im Norden Somalias gelebt hat, dort
über Verwandte verfügt und der Aktenlage zufolge höchstwahrscheinlich
auch sozialisiert wurde (vgl. act. A26/4, S. 1 sowie E. 8.3).
8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist
(Art. 106 AsylG sowie Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen.
10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-
rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und praxisgemäss auf insgesamt
Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]). Der am 8. Oktober 2020 in der gleichen Höhe ge-
leistete Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu ver-
wenden.
(Dispositiv nächste Seite)
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