Decision ID: 7ad45743-e7de-465d-8346-721ad3889413
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. X.Y., geboren 1977, türkischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie, reiste am 29.
Juni 2000 illegal in die Schweiz ein. Mit Verfügung vom 10. Januar 2001 wies das
Staatssekretariat für Migration SEM (ehemals: Bundesamt für Flüchtlinge BFF) sein
Asylgesuch vom 29. Juni 2000 ab und ordnete seine Wegweisung aus der Schweiz
unter Ansetzung einer Ausreisefrist bis 23. Februar 2001 an. Eine dagegen erhobene
Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht (ehemals: Schweizerische
Asylrekurskommission) mit Entscheid vom 17. Mai 2001 ab. Am 23. Mai 2001 setzte
das SEM eine neue Ausreisefrist bis 20. Juni 2001 an. Am 18. Juni 2001 reiste X.Y. in
die Bundesrepublik Deutschland ein. Sein dortiger Asylantrag wurde am 21.
November 2001 abgelehnt und seine Wegweisung am 9. Juni 2002 vollzogen. Im April
2007 reiste X.Y. illegal in die Schweiz ein. Auf sein Asylgesuch vom 29. Mai 2007 trat
das SEM (damals: Bundesamt für Migration BFM) mit Verfügung vom 15. August 2007
nicht ein und ordnete seine Wegweisung am Tag nach Eintritt der Rechtskraft der
Verfügung an. Eine dagegen erhobene Beschwerde wies das
Bundesverwaltungsgericht mit Entscheid BVerwGer D-5630/2007 vom 30. August 2007
ab. In der Folge tauchte X.Y. unter und entzog sich dem behördlichen Zugriff (Vorakten
Migrationsamt X.Y. [fortan: Dossier A], S. 39, 51, 63, 65-71, 73-89, 91, 104-127,
129-136, 138, 142, 182 und 176 Frage 18).
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B. K.Y. (ehemals: R. resp. W.), geboren 1978, türkische Staatsangehörige, reiste am 8.
Oktober 1989 in die Schweiz ein, wo sie seit 2004 niederlassungsberechtigt ist. Im Jahr
1992 resp. am 20. Juli 1998 heiratete sie in Q., Türkei, S.R., geboren 1969. Mit
Entscheid des Kreisgerichts St. Gallen vom 3. Oktober 2007 wurde die Ehe
geschieden. Am 23. September 2008 heirateten K.Y. in A. X.Y. Aus dieser Ehe (im
Jahr 2014 vorübergehend getrennt) gingen die in der Schweiz
niederlassungsberechtigten Kinder L.Y., geboren 2008, sowie M.Y. und O.Y., geboren
2010, alle türkische Staatsangehörige, hervor. Mit Beschluss des
Vormundschaftsamtes A. (heute: Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Region A.)
vom 23. März 2012 wurden die Kinder verbeiständet. Am 25. Mai 2012 zog die Familie
X.Y. und K.Y. von A. nach B. (Politische Gemeinde C.), am 5. März 2013 nach D., am
1. Juli 2013 nach E. und am 27. Mai 2014 nach D. (Dossier A, S. 509, Vorakten
Migrationsamt K.Y. [fortan: Dossier B], S. 6, 20, 49, 54, 72-81, 86, 236 Frage 5, 252,
267, 277, Vorakten Migrationsamt L.Y. [fortan: Dossier C], S. 4, 6, 8, 33-35, 37, 39-44,
Vorakten Migrationsamt M.Y. [fortan: Dossier D], S. 3-9, 11-16, Vorakten Migrationsamt
O.Y. [fortan: Dossier E], S. 3-9, 11-16).
C. Weder K.Y. noch X.Y. verfügen über eine abgeschlossene Berufsausbildung
(Dossier A, S. 337 Frage 22, 351 Frage 2, Dossier B, S. 74 E. 4). Sie arbeiteten
unregelmässig (Dossier A, S. 268-273, 279-281, 294, 308 f., 366-368, 379, 389-392,
435, 438, 480, 482, 486 f., 491, 504, 511-513, act. 5/5, 19 und 25, act. 10/3, act. 13/13,
Dossier B, S. 16 f., 34-42, 44, 63 f., 129, 137-141, 144-148, 150, 157-161, 181, 194 f.,
200, 209, 237 Frage 11, act. 5/28, act. 10/6b-6d und 7), waren zeitweilig arbeitslos
(Dossier A, S. 324, 339 Frage 38, 369, 393 f., 410, 440-479, 488-490, 492-500, 502,
509 f., 547-555, Dossier B, S. 47, 326 Frage 10, act. 5/18), häuften Schulden an
(Dossier A, S. 386 f., 432 f., 523 f., Dossier B, S. 56 f., 65, 171 f. E. 4, 203-206, 280 f.,
act. 5/11), bezogen finanzielle Sozialhilfe (Dossier A, S. 388, 413 f., 418, 420, 424,
426-431, 518, 525 f., 535, 539-544, Dossier B, S. 70, 81, 174, 207, act. 5/12 und 16)
und wurden straffällig (Dossier A, S. 24 f., 370 f., 381, 407 f., act. 5/8, Dossier B, S. 247
f., 263 f., act. 18.3, S. 3). Am 1. Februar 2016 bestätigte die Sozialversicherungsanstalt
des Kantons St. Gallens die Anmeldung von X.Y. bei der IV zum Rentenbezug
(act. 13/14). Mit Beschluss vom 21. Dezember 2016 wies die Kindes- und
Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Z. einen Antrag von X.Y. auf Aufhebung der am
21. Oktober 2014 von der KESB G. angeordneten und von der KESB Z. mit Beschluss
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vom 5. November 2014 weitergeführten Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens-
und Vermögensverwaltung ab. Am 28. Juli 2015 wurde der Beschwerdeführer
arbeitsunfähig (Dossier A, S. 556-559, act. 5/6 und 23, act. 10/4a-4h und 11 f.,
act. 13/13, act. 18.2, act. 18.5).
D. Am 30. September/10. Oktober 2008 ersuchte K.Y. um Familiennachzug für X.Y. Am
21. November 2008 verfügte das Migrationsamt (ehemals: Ausländeramt) die
Wegweisung von X.Y. unter Ansetzung einer Ausreisefrist bis 1. Dezember 2008. Mit
Verfügung vom 8. Dezember 2008 verlängerte es die Ausreisefrist bis 13.
Dezember 2008. Am 21. Dezember 2008 erhoben K.Y., X.Y. und L.Y.
Rechtsverweigerungsbeschwerde beim Sicherheits- und Justizdepartement. Gegen die
Verfügung des Migrationsamtes vom 8. Dezember 2008 rekurrierte X.Y. am
22. Dezember 2008 an das Sicherheits- und Justizdepartement. Am 6. Januar 2009
widerrief das Migrationsamt die Verfügung vom 8. Dezember 2008 und gewährte X.Y.
den prozessualen Aufenthalt. Mit Verfügung vom 11. Februar 2009 schrieb das
Sicherheits- und Justizdepartement den Rekurs vom 22. Dezember 2008
(Verfahrensnummer RDRM.2008.000) ab und verpflichtete den Staat, den
Rechtsvertreter von K.Y. und X.Y. zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit
CHF 1‘154.15 zuzüglich Mehrwertsteuer zu entschädigen. Gleichentags schrieb es die
Rechtsverweigerungsbeschwerde vom 21. Dezember 2008 (Verfahrensnummer RDRM.
2008.001) ab und verweigerte K.Y., X.Y. und L.Y. die Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung. Eine gegen letztere Verfügung erhobene Kostenbeschwerde
hiess der damalige Präsident des Verwaltungsgerichts mit Entscheid B 2009/26 vom
11. Juni 2009 gut, soweit er darauf eintrat, und sprach dem unentgeltlichen
Rechtsbeistand für das Rechtsverweigerungsbeschwerdeverfahren und das Verfahren
vor dem Verwaltungsgerichtspräsidium eine Entschädigung von CHF 2‘026.20 zu. Am
3. April 2009 ergänzte K.Y. das Familiennachzugsgesuch für X.Y. Mit Verfügung vom
27. April 2009 wies das Migrationsamt das Familiennachzugsgesuch ab und ordnete
die Wegweisung von X.Y. unter Ansetzung einer Ausreisefrist bis 25. Mai 2009 an.
Einen dagegen am 12. Mai 2009 erhobenen Rekurs schrieb das Sicherheits- und
Justizdepartement mit Verfügung vom 9. Juli 2009 als gegenstandslos ab, nachdem
K.Y. Ende Mai 2009 eine Erwerbstätigkeit (100%-Pensum) aufnahm und sich das
Migrationsamt am 3. Juli 2009 bereit erklärte, den Familiennachzug zu bewilligen. Am
16. Juli 2009 erteilte das Migrationsamt X.Y. eine Aufenthaltsbewilligung unter der
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Bedingung, selber für den Lebensunterhalt seiner Familie aufzukommen, keine
Sozialhilfe zu beziehen und zu keinerlei Klagen Anlass zu geben (Dossier A, S. 101-103,
189-191, 199-208, 210 f., 246 f., 254-281, 283-288, 296-313, 321-326, 329, Dossier B,
S. 82-85, B 2009/26 act. 5).
E. Am 17. Dezember 2009 verwarnte das Migrationsamt X.Y. und verlängerte seine
Aufenthaltsbewilligung nur unter der Bedingung, sich künftig in jeder Beziehung klaglos
zu halten (keine weiteren Strafen, kein Bezug von Sozialhilfe, keine Schulden, intensive
Arbeitsbemühungen), ansonsten er damit rechnen müsse, dass seine
Aufenthaltsbewilligung nicht verlängert werde. In der Folge verlängerte es seine
Bewilligung am 29. Juli 2011 und 4. Juni 2012. Mit Verfügung vom 5. August 2014
verlängert es seine Aufenthaltsbewilligung nicht und ordnete seine Wegweisung unter
Ansetzung einer Ausreisefrist bis 19. Oktober 2014 an (Dossier A, S. 372-375, 380, 396,
412 564-573). Einen dagegen am 20. August 2014 erhobenen Rekurs wies das
Sicherheits- und Justizdepartement mit Entscheid vom 30. Mai 2016 ab (act. 10/B).
Das Departement begründet seinen Entscheid im Wesentlichen damit, dass X.Y. bis 5.
Oktober 2015 in drei Wohngemeinden Sozialhilfe in der Höhe von insgesamt
CHF 134‘681.95 bezogen habe. Da er ein Taggeld beziehe und seine Ehefrau seit
März 2016 einer Teilzeitarbeit nachgehe, werde der Sozialhilfeausstand keine
wesentlichen Änderungen erfahren haben. Weil X.Y. weder eine Anstellung in Aussicht
habe noch aktuelle Bemühungen um eine Erwerbstätigkeit geltend mache oder belege
und auch für seine Ehefrau keine Ausweitung der Berufstätigkeit absehbar sei, müsse
konkret mit einer Fortsetzung der Sozialhilfeabhängigkeit gerechnet werden. Die
psychischen Probleme von X.Y. seien gemäss eigenen Schilderungen Folge der
langdauernden Sozialhilfeabhängigkeit. Trotz der auf März 2016 in Aussicht gestellten
vollständigen Arbeitsfähigkeit sei er nach wie vor arbeitslos. Seiner Ehefrau und seinen
Kindern sei es zumutbar, ihn in die Türkei zu begleiten. Die Nichtverlängerung sei
verhältnismässig.
F. Gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) vom
30. Mai 2016 erhob K.Y. für X.Y. (Beschwerdeführer) am 14. Juni 2016 Beschwerde
beim Migrationsamt (act. 1), welches die Beschwerde am 15. Juni 2016
zuständigkeitshalber dem Verwaltungsgericht übermittelte (act. 6.1 f.). Am 27. Juni
2016 sprach der Beschwerdeführer zusammen mit seiner Frau, zwei Kindern und
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einem Dolmetscher und Berater persönlich auf dem Verwaltungsgericht vor (act. 7). Am
16. August 2016 ersuchte der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter um
unentgeltliche Rechtspflege (act. 9). Am 31. August 2016 ergänzte er seine
Beschwerde mit einer Begründung und dem Rechtsbegehren, es sei der angefochtene
Entscheid unter Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuheben und seine
Aufenthaltsbewilligung zu verlängern (act. 12). Mit Vernehmlassung vom 14. September
2016 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde (act. 15).
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge

und die Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die
Beschwerdeeingabe vom 14. Juni 2016 (act. 1) erfolgte rechtzeitig und erfüllt
zusammen mit der Ergänzung vom 31. August 2016 (act. 12) formal und inhaltlich die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1
und 2 VRP). Der Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art.
64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die mit Beschluss der KESB G. vom 21.
Oktober 2014 angeordnete und mit Beschlüssen der KESB Z. vom 5. November 2014
und 12. Dezember 2016 (act. 5/6 und act. 18.2) bestätigte Vertretungsbeistandschaft
schränkt die Handlungsfähigkeit des Beschwerdeführers mangels anderslautender
Anordnung der Erwachsenenschutzbehörde nicht ein. Der Beschwerdeführer kann
deshalb auch in den dem Beistand übertragenen Aufgabenbereichen (insbesondere
dem Rechtsverkehr, vgl. Ziff. 4e des Beschlusses vom 5. November 2014) weiterhin
selbst handeln (vgl. BGer 5A_18/2015 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGer 5A_702/2013 vom
10. Dezember 2013 in BGE 140 III 49 nicht publizierte E. 3). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2. Die Aufenthaltsbewilligung ist befristet und kann verlängert werden, wenn keine
Widerrufsgründe vorliegen (Art. 33 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die
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Ausländerinnen und Ausländer, SR 142.20, AuG). Bewilligungserteilung und -
verlängerung liegen im Ermessen der zuständigen Migrationsbehörden, es sei denn
eine Sondernorm des Landesrechts oder eines bi- oder multilateralen Staatsvertrags
räume der betreffenden Person einen Anspruch auf Aufenthalt ein (vgl. VerwGE B
2015/169 vom 20. Januar 2017 E. 3.1 mit Hinweis auf Zünd/Hugi Yar,
Aufenthaltsbeendende Massnahmen im schweizerischen Ausländerrecht, insbesondere
unter dem Aspekt des Privat- und Familienlebens, in: EuGRZ 40/2013, S. 1 ff., Ziff. 7
mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Ausländische Ehegatten und ledige Kinder unter
18 Jahren von Personen mit Niederlassungsbewilligung haben Anspruch auf Erteilung
und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen
(Art. 43 Abs. 1 AuG). Dieser Grundsatz ergibt sich bereits aus der völker- bzw.
verfassungsrechtlich garantierten Achtung des Privat- und Familienlebens (Art. 8 Ziff. 1
der Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten,
SR 0.101, EMRK, und Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft, SR 101, BV). Es kann die entsprechenden Garantien verletzen,
wenn einem Ausländer, dessen Familienangehörige hier leben, die Anwesenheit
untersagt und damit das Familienleben vereitelt wird. Das geschützte Recht ist berührt,
wenn eine staatliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme eine nahe, echte und
tatsächlich gelebte familiäre Beziehung einer in der Schweiz gefestigt
anwesenheitsberechtigten Person beeinträchtigt, ohne dass es dieser möglich bzw.
zumutbar wäre, das entsprechende Familienleben andernorts zu pflegen (vgl. BGE 142
II 35 E. 6.1 und BGE 143 I 21 E. 5.1 je mit Hinweisen). Die Ehefrau des
Beschwerdeführers verfügt über die Niederlassungsbewilligung. Der Beschwerdeführer
lebt mit ihr im gleichen Haushalt, woraus sich grundsätzlich ein Anspruch auf Erteilung
bzw. Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ergibt. Dieser Anspruch gilt indessen
nicht absolut: Liegt eine aufenthaltsbeendende oder -verweigernde Massnahme im
Schutz- und Anwendungsbereich von Art. 8 EMRK, erweist sich diese als zulässig, falls
sie gesetzlich vorgesehen ist, einem legitimen Zweck im Sinne von Art. 8 Ziff. 2 EMRK
entspricht und zu dessen Realisierung in einer demokratischen Gesellschaft
„notwendig“ erscheint. Sowohl bei positiven als auch bei negativen staatlichen
Massnahmen muss im Anwendungsbereich von Art. 8 EMRK jeweils ein angemessener
Ausgleich zwischen den widerstreitenden Interessen des Einzelnen und jenen der
Gemeinschaft beachtet werden. Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ist ein Eingriff in das durch
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Ziff. 1 geschützte Rechtsgut statthaft, soweit er einen Akt bildet, der sich in einer
demokratischen Gesellschaft für die nationale Sicherheit, die öffentliche Ruhe und
Ordnung, für das wirtschaftliche Wohl des Landes und zur Verhinderung von strafbaren
Handlungen, zum Schutz der Gesellschaft und Moral sowie der Rechte und Freiheiten
anderer als nötig erweist. Die Konvention verlangt, dass die individuellen Interessen an
der Erteilung bzw. am Erhalt des Anwesenheitsrechts und die öffentlichen Interessen
an dessen Verweigerung gegeneinander abgewogen werden (vgl. BGE 142 II 35 E. 6.1
mit Hinweisen). Das öffentliche Interesse überwiegt, wenn die Massnahme durch ein
„herausragendes soziales Bedürfnis“ gerechtfertigt und in Bezug auf das rechtmässig
verfolgte Ziel verhältnismässig erscheint bzw. einer „fairen“ Interessenabwägung
entspricht (BGE 139 I 330 E. 2.2 mit Hinweis auf Zünd/Hugi Yar, a.a.O., Ziff. 17 mit
Hinweisen).
2.1. Der Anspruch nach Art. 43 Abs. 1 AuG auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung erlischt, wenn ein Widerrufsgrund vorliegt, namentlich wenn die
Ausländerin oder der Ausländer oder eine Person, für die sie oder er zu sorgen hat, auf
Sozialhilfe angewiesen ist (Art. 51 Abs. 2 lit. b in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. e
AuG, vgl. hierzu BGer 2C_877/2013 vom 3. Juli 2014 E. 3.2.2 mit Hinweisen,
insbesondere auf EGMR-Urteil Hasanbasic ./. Schweiz vom 11. Juni 2013 [Nr.
52166/09] § 59). Bei der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung eines
Ausländers wegen Bedürftigkeit geht es in erster Linie darum, eine zusätzliche und
damit künftige Belastung der öffentlichen Wohlfahrt zu vermeiden. Ob dies der Fall sein
wird, ist allerdings kaum je mit Sicherheit feststellbar. Es muss daher auf die
wahrscheinliche finanzielle Entwicklung beim Ausländer abgestellt werden. Nach der
Rechtsprechung ist für die Bejahung dieses Widerrufsgrundes eine konkrete Gefahr der
Sozialhilfeabhängigkeit erforderlich und es kann dafür nicht auf Hypothesen und
pauschalierte Gründe abgestellt werden. Neben den bisherigen und den aktuellen
Verhältnissen ist auch die wahrscheinliche finanzielle Entwicklung auf längere Sicht
abzuwägen. Ein Widerruf soll in Betracht kommen, wenn eine Person hohe finanzielle
Unterstützungsleistungen erhalten hat und nicht damit gerechnet werden kann, dass
sie in Zukunft für ihren Lebensunterhalt sorgen wird (vgl. BGer 2C_456/2014 vom 4.
Juni 2015 E. 3.2 mit Hinweisen). Ob und inwieweit den Betroffenen ein Verschulden an
der Sozialhilfeabhängigkeit trifft, bildet nicht eine Frage des Widerrufsgrundes, sondern
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der nach Art. 96 Abs. 1 AuG vorzunehmenden Verhältnismässigkeitsprüfung (vgl. BGer
2C_1058/2013 vom 11. September 2014 E. 2.4 mit Hinweis).
2.2. Nachdem der Beschwerdeführer ab 1. Juni 2011 Arbeitslosenentschädigung
bezog und per Ende Mai 2012 ausgesteuert wurde, waren die Eheleute X.Y. und K.Y. –
im Zusammenhang mit Sozialhilfeleistungen ist ein Ehepaar als wirtschaftliche Einheit
zu betrachten (vgl. BGer 2C_317/2015 vom 1. Oktober 2015 E. 4.5 mit Hinweisen) –
vom 1. Juli 2012 bis Juni 2013, von Juli 2013 bis September 2013 und vom Februar
2014 bis Ende Oktober 2014, d.h. während insgesamt 20 Monaten, von Sozialhilfe
abhängig. Der Ausstand von mindestens rund CHF 89‘000 (gemäss Beschwerdeführer)
oder CHF 134‘681.95 (gemäss Vorinstanz) per 5. Oktober 2015 (Dossier A, S. 414, 500,
518, 525 f., act. 5/12) ist so oder anders erheblich (vgl. zur Erheblichkeitsschwelle
gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG BGer 2C_877/2013 vom E. 3.2.1 mit Hinweisen,
insbesondere auf BGer 2C_780/2013 vom 2. Mai 2014 E. 3.3.3). Die Aussichten, dass
der Beschwerdeführer oder seine Ehefrau in die Lage kommen werden, diese
Rückstände zu decken, sind ungünstig. Es bestehen keine konkreten Anhaltspunkte
dafür, dass sich der Beschwerdeführer und seine Ehefrau in absehbarer Zeit von der
Sozialhilfebedürftigkeit lösen werden. Der Beschwerdeführer wurde am 28. Juli 2015
aufgrund einer rezidivierenden depressiven Störung arbeitsunfähig (act. 10/11 f., act.
13/13). Dessen ungeachtet war er bereits vor Ausbruch der Krankheit am 19. Mai 2014
(Dossier A, S. 556, act. 10/11) ein Jahr lang arbeitslos und in der Folge während 15
Monaten von Sozialhilfe abhängig. Seine Ehefrau ist seit 1. August 2016 arbeitslos (act.
10/7). Bereits vor der Heirat mit dem Beschwerdeführer am 23. September 2008
musste sie von Dezember 2005 bis 31. Juli 2008 sowie nach der Geburt von L.Y. im
Juni 2008 und der Ausrichtung der Mutterschaftsentschädigung ab April 2009
ergänzend mit Sozialhilfe in der Höhe von CHF 30‘112.15 unterstützt werden (Dossier
B, S. 70, 174, 207). Wie die Vorinstanz in Erwägung 3b des angefochtenen Entscheides
(act. 10/B, S. 7 f.) zutreffend festgehalten hat, sind überdies keine konkreten
Bemühungen des Beschwerdeführers um eine Arbeitsstelle nachgewiesen. Dasselbe
gilt für seine Ehefrau, obschon die Zwillinge M.Y. und O.Y., geboren 2010, bereits seit
1. August 2015, d.h. seit über zwei Jahren, schulpflichtig sind (vgl. Art. 45 des
Volksschulgesetzes, sGS 213.1, VSG). Selbst wenn dem Beschwerdeführer bei einer
allenfalls reduzierten Arbeitsfähigkeit eine IV-Rente ausgerichtet würde (vgl. act. 10/11
und act. 13/14), kann aufgrund seines bisherigen Verhaltens nicht geschlossen werden,
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dass er oder seine Ehefrau die bestehende Lücke zum Bedarf der Familie mit
Erwerbseinkommen decken werden. Im übrigen räumt der Beschwerdeführer selbst
ein, dass er und seine Ehefrau mit ihren durchschnittlichen Monatseinkommen in der
Höhe von insgesamt CHF 3‘883.10 (per Ende Juni 2016) die Lebenshaltungskosten
ihrer Familie pro Monat im Betrag von CHF 5‘492.95 nicht zu decken vermögen (act. 9,
S. 2 f., und act. 10/1a-10) und das Manko seit dem Stellenverlust der Ehefrau Ende Juli
2016 monatlich CHF 2‘652.10 betrage. Unter diesen Umständen hat die Vorinstanz zu
Recht den Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG als erfüllt betrachtet.
3. Sind Widerrufsgründe gegeben, so ist – wie dargelegt (vgl. E. 2 hiervor) – der
Widerruf der Bewilligung nur dann rechtens, wenn die jeweils im Einzelfall
vorzunehmende Interessenabwägung diese Massnahme als verhältnismässig
erscheinen lässt, wobei einerseits die - bereits herausgearbeiteten (E. 2.1 f. hiervor) -
öffentlichen Interessen, andererseits die persönlichen Verhältnisse und der Grad der
Integration der ausländischen Person zu berücksichtigen sind (vgl. Art. 5 Abs. 2, Art. 36
Abs. 2 und 3 BV, Art. 96 AuG, VerwGE B 2015/288 vom 15. August 2017 E. 5.1 und
VerwGE B 2016/48 vom 15. August 2017 E. 4.1 mit Hinweisen sowie M. Spescha,
Migrationsrecht, 4. Aufl. 2015, Art. 62 N 2).
Aufgrund der langandauernden und bedeutsamen Sozialhilfeabhängigkeit des
Beschwerdeführers und seiner Familie besteht ein erhebliches öffentliches Interesse an
der Beendigung seines Aufenthalts (vgl. BGer 2C_900/2014 vom 16. Juli 2015 E. 2.4.5
mit Hinweisen). Nachdem der mittlerweile 39-jährige Beschwerdeführer sich bereits im
Alter von 22 Jahren knapp ein Jahr in der Schweiz aufgehalten hatte, reiste er im Alter
von 29 Jahren in die Schweiz ein und hält sich seither über zehn Jahre, davon ein Jahr
illegal, hier auf. Er konnte sich in dieser Zeit jedoch nicht erfolgreich integrieren. Er war
nach eigenen Angaben (act. 13/13) vor Ausbruch seiner rezidivierenden depressiven
Störung am 19. Mai 2014 lediglich während rund 20 Monaten als Hilfsarbeiter,
Hilfskoch, Service- oder Reinigungsmitarbeiter erwerbstätig (Dossier A, S. 268-273,
279-281, 294, 308 f., 366-368, 379, 389-392, 435, 438, 480, 482, 486 f., 491, 504,
511-513, act. 5/5, 19 und 25, act. 10/3), bezog vom 1. Juni 2011 bis 31. Mai 2012
Arbeitslosengelder (Dossier A, S. 393 f., 456 f.) und hat sich in der Folge beim
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Sozialamt und bei weiteren Gläubigern in beträchtlichem Mass verschuldet (Dossier A,
S. 386-388, 413 f., 418, 420, 424, 426-433, 518, 523-526, 535, 539-544, act. 5/11). In
Bezug auf seine Sozialhilfeabhängigkeit und Verschuldung tat er sich trotz der
Verwarnung vom 17. Dezember 2009 (Dossier A, S. 372-375) offenbar schwer, ein
Problembewusstsein resp. Einsicht zu entwickeln, wehrte er sich doch vor resp. trotz
seiner psychischen Erkrankung gegen die von der KESB angeordnete
Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens- und Vermögensverwaltung (Dossier A, S.
558, act. 18.5). Auch musste er vom regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) St.
Gallen an insgesamt neun Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt werden
(Dossier A, S. 488-490, 492-498). Ferner trat er, in erster Linie wegen seines illegalen
Aufenthalts, strafrechtlich in Erscheinung (Dossier A, S. 24 f., 370 f., 381, 407 f., act.
5/8), wenngleich dies nicht überbewertet werden darf (vgl. BGE 130 II 39 E. 5.2, in: Pra
93 [2004] Nr. 140). Anlässlich der persönlichen Vorsprache am 27. Juni 2016 (act. 7)
benötigte er sodann einen Dolmetscher. Dies legt bei einer Aufenthaltsdauer von
insgesamt elf Jahren (zuzüglich einem Jahr in Deutschland) eine minimale und äusserst
schleppend verlaufende sprachliche Integration und nur geringe Kontakte zur
deutschsprachigen Bevölkerung nahe. Vertiefte soziale Beziehungen im
ausserfamiliären Bereich in der Schweiz sind denn auch nicht erstellt. Der
Beschwerdeführer hat den überwiegenden Teil seines Lebens in der Türkei verbracht,
weshalb er mit der dortigen Sprache und Kultur vertraut ist. Zudem leben dort seine
Eltern, seine drei Brüder und vier Schwestern (Dossier A, S. 29). Somit ist er seiner
Heimat sozial verbunden. Darüber hinaus wird er seine in der Schweiz gemachten
Berufserfahrungen in seinem Herkunftsland, wo er vor seiner Ausreise erwerbstätig war
(Dossier A, S. 112 f.), wieder einsetzen können. Unter diesen Umständen ist davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer sich in seinem Heimatland mit Unterstützung
seiner Verwandten besser zurechtfinden wird als in der Schweiz. Seine psychische
Erkrankung kann auch in der Türkei behandelt werden, entspricht doch das türkische
Gesundheitswesen namentlich in grösseren Städten grundsätzlich westeuropäischen
Standards (vgl. BVerwGer D-2306/2017 vom 7. Juni 2017 E. 8.3). Im Weiteren hat es
der Beschwerdeführer in Verletzung seiner weitreichenden Mitwirkungspflicht (Art. 90
AuG) unterlassen, das Verwaltungsgericht im Beschwerdeverfahren von sich aus über
den Stand des Verfahrens vor der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallens
(Gesuch vom 1. Februar 2016, act. 13/14) zu unterrichten. Damit muss davon
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ausgegangen werden, dass dem Beschwerdeführer wegen seiner mittelgradig
depressiven Störung keine Invalidenrente zugesprochen wurde. Um den Umfang der
Sozialhilfeabhängigkeit des ehelichen Haushalts massgeblich zu mindern, hätte sich
der Beschwerdeführer damit im Verlaufe des Beschwerdeverfahrens um die Aufnahme
einer (Teilzeit-)Erwerbstätigkeit bemühen müssen, zumal er seines Anspruchs auf
Krankentaggelder mittlerweile verlustig ging (act. 12, S. 13 Ziff. III/2b/27). Solche
Arbeitsbemühungen sind jedoch nicht nachgewiesen. Vor diesem Hintergrund kann
nicht darauf geschlossen werden, dass den Beschwerdeführer kein Verschulden an der
offenbar nach wie vor bestehenden Sozialhilfeabhängigkeit trifft, selbst wenn ihn die
psychischen Beschwerden in der Ausübung einer existenzsichernden Tätigkeit
beeinträchtigen würden. Unter diesen Umständen muss sich der Beschwerdeführer die
aus seiner Krankheit resultierenden negativen Auswirkungen auf die finanzielle Lage
des ehelichen Haushalts vorhalten lassen. Ferner kannten der Beschwerdeführer und
seine Ehefrau die Voraussetzungen genau, unter denen dem Beschwerdeführer das
Aufenthaltsrecht gewährt wird. Das Familiennachzugsverfahren für den
Beschwerdeführer (Gesuch vom 30. September/10. Oktober 2008,
Aufenthaltsbewilligung vom 16. Juli 2009) erwies sich als verhältnismässig langwierig,
weil das Auskommen der Familie in der Schweiz als nicht gesichert erschien, bis die
Ehefrau des Beschwerdeführers Ende Mai 2009 während des damals laufenden
Rekursverfahrens eine Erwerbstätigkeit aufnahm, welche sie allerdings bereits Mitte
August 2009 wieder aufgab. Zudem wurden dem Beschwerdeführer kurz nach
Erteilung der Aufenthaltsbewilligung am 16. Juli 2009 mit Verfügung vom 17. Dezember
2009 (Dossier A, S. 372-375) Fernhaltemassnahmen angedroht. Entgegen
anderslautender Darstellung des Beschwerdeführers (act. 12, S. 11 Ziff. III/2b/21)
wurde diese Verwarnung nicht nur wegen des Strafbescheids vom 20. Oktober 2009
ausgesprochen. Vielmehr wird darin ausdrücklich festgehalten, dass der
Beschwerdeführer nur kurze Zeit (ca. 2 Monate) einer Beschäftigung nachging und seit
dem 1. Oktober 2009 ohne Anstellung sei. Seine Ehefrau sei ebenfalls seit Mitte
August 2009 ohne Arbeit und beziehe Arbeitslosengelder (vgl. Sachverhalt Ziff. 3). Das
Ehepaar durfte in der Folge nicht mehr davon ausgehen, dass fortgesetztes
Fehlverhalten (insbesondere fehlende Arbeitsbemühungen oder der Bezug von
Sozialhilfe) folgenlos sein werde und der Beschwerdeführer längerfristig in der Schweiz
werde bleiben können, um hier sein Familienleben zu führen, auch wenn seine
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Bewilligung am 29. Juli 2011 und 4. Juni 2012 verlängert wurde. Die hier
niederlassungsberechtigte mittlerweile 38-jährige, gesunde Ehefrau des
Beschwerdeführers lebt seit bald 28 Jahren und damit den grössten Teil ihres Lebens
in der Schweiz. Sie hat sich in der Schweiz jedoch weder beruflich noch
gesellschaftlich integriert. Sie reiste im Alter von 11 Jahren in die Schweiz ein und hat
damit ihre prägenden Kinder- und Jugendjahre überwiegend in der Türkei verbracht.
Sie beherrscht die dortige Amtssprache. Zudem ist davon auszugehen, dass sie
wiederholt in ihr Heimatland zurückgekehrt ist, was sich beispielsweise anhand der
Heirat in der Türkei am 20. Juli 1998 zeigte (Dossier B, S. 20). Demnach ist sie mit den
Gepflogenheiten ihres Heimatlandes nach wie vor vertraut. Ferner sind die Kinder des
Beschwerdeführers neun resp. sieben Jahre alt und befinden sich damit in einem
anpassungsfähigen Alter (vgl. hierzu VerwGE B 2012/236 vom 2. Juli 2013 E. 2.1.2 mit
Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, www.gerichte.sg.ch), auch
wenn sie in der Schweiz eingeschult worden sind. Ihnen sollte ein nicht allzu
beschwerliches Einleben in der Heimat möglich sein. Weltweit ziehen viele Kinder in
vergleichbarem Alter zusammen mit ihren Eltern in fremde Länder; umso mehr kann
den hier betroffenen Kindern zugemutet werden, ihren Eltern in deren Heimatland zu
folgen (vgl. BGer 2C_272/2014 vom 6. Februar 2015 E. 3.3 zweiter Absatz). Der Ehefrau
und den drei Kindern kann somit zugemutet werden, ihr Familienleben mit dem
Beschwerdeführer in der Türkei zu führen, selbst wenn die Eltern und Geschwister der
Ehefrau ausserhalb der Türkei leben und die Kinder die türkische Sprache bisher nur
lückenhaft beherrschen (act. 12, S. 11 f. Ziff. III/2b/23). Es steht ihnen jedoch frei, in der
Schweiz zu verbleiben. In diesem Fall würden der Beschwerdeführer und seine Familie
insofern getrennt, als das Familienleben nicht dauerhaft in der Schweiz gelebt werden
kann. Den Kontakt können sie im Rahmen von gegenseitigen Besuchen und mittels der
Nutzung von modernen Kommunikationsmitteln aufrechterhalten. Gesamthaft
betrachtet vermögen die privaten Interessen des Beschwerdeführers die öffentlichen
Interessen an einer restriktiven Einwanderungspolitik und daran, eine zusätzliche
Belastung der Sozialhilfe zu vermeiden, nicht zu überwiegen. Die Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung ist verhältnismässig.
4. Zusammenfassend können der Vorinstanz keine Rechtsfehler vorgeworfen werden,
wenn sie das Vorliegen eines Widerrufsgrundes bejahte und das öffentliche Interesse
an der Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung schwerer gewichtete als die privaten
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Interessen des Beschwerdeführers. Sodann ist es nicht gerechtfertigt, den
Beschwerdeführer im Sinn einer milderen Massnahme lediglich ein weiteres Mal zu
verwarnen. Die Beschwerde ist abzuweisen.
5. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF
2'000 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12,
GKV). Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Damit fällt sein Gesuch
um unentgeltliche Prozessführung im Sinne eines Verzichts auf amtliche Kosten dahin.
Kostenvorschüsse sind keine zurückzuerstatten.
Die unentgeltliche Rechtsverbeiständung wird gewährt (Art. 29 Abs. 3 BV, Art. 99 Abs.
1 und 2 VRP in Verbindung mit Art. 117 und Art. 118 Abs. 1 lit. c der Schweizerischen
Zivilprozessordnung, Zivilprozessordnung; SR 272, ZPO, sowie BGer 2C_336/2015
vom 21. April 2016 E. 3.3). Der Staat hat den Rechtsbeistand des Beschwerdeführers
für die ausseramtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens zu entschädigen (Art. 99
Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 122 Ingress und Abs. 1 lit. a ZPO). Der
Rechtsbeistand hat keine Kostennote eingereicht, weshalb die Entschädigung nach
Ermessen festzusetzen ist (Art. 30 lit. b Ziff. 2 und Art. 31 Abs. 1 des Anwaltsgesetzes,
sGS 963.70, AnwG, Art. 6 und 19 der Honorarordnung für Rechtsanwälte und
Rechtsagenten, sGS 963.75; HonO). Eine Entschädigung von CHF 2'000 für das das
Beschwerdeverfahren erscheint angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO). Der Staat hat
somit den Rechtsbeistand mit 80% (vgl. Art. 31 Abs. 3 AnwG) von CHF 2'000 zuzüglich
CHF 80 Barauslagen (vier Prozent von CHF 2‘000) und Mehrwertsteuer zu
entschädigen.