Decision ID: e0784abc-2fb4-419b-b371-f699d23ff7fc
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1980 geborene
X._
war seit dem
1.
September 2011 bei der
Y._
in Zürich angestellt und in dieser Eigenschaft bei der AXA Versi
cherungen AG (AXA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert.
Gemäss Unfallmeldung vom 2
1.
Januar 2015 übte er am 1
2.
Januar 2015 zuhause Kräftigungsübungen auf einem Bein stehend durch, als er umfiel und sich dabei das (linke) Knie verdrehte
(
Urk.
9/A1)
.
Die medizinische Erstvorstellung (inkl. MRI,
Urk.
9/M3) erfolgte am 2
7.
Januar 2015, anlässlich welcher der Versicherte über zunächst aufgetretene Beschwerden und ein nun bestehendes Gefühl des Einklemmens im linken Knie berichtet habe (
Urk.
9/M1).
A
m 1
8.
Februar 2015
wurde
eine Arthroskopie des linken Kniegelenks
durchgeführt
(
Urk.
9/M4)
,
in deren
Anschluss mehrere Verlaufskonsultationen
erfolgten
,
in welchen der Ver
sicherte über
eine Besserung der Beschwerdesymptomatik berichtete (vgl.
Urk.
9/M8, 9/M9, 9/M11).
Ein
Jahr postoperativ reklamierte der Versicherte jedoch erneut eine Beschwerdesymptomatik (Bericht vom 1
1.
Januar 2016,
Urk.
9/M12)
, welche in der Folge bestehen blieb (vgl. Bericht vom
8.
Februar 2017,
Urk.
9/M18). Mit Verfügung vom 1
5.
August 2017 stellte die AXA ihre Leistungen per 3
1.
Mai 2017 ein, mit der Begründung, der
status
quo sine sei schon längst erreicht worden (
Urk.
9/A20). Am 1
5.
September 2017 erhob der Versicherte Einsprache (
Urk.
9/A21), welche mit Entscheid vom
3.
Januar 2018 abgewiesen wurde (Urk.
2
[=
Urk.
9/A23
]
).
2.
Dagegen liess der Versicherte am
5.
Februar 2018 Beschwerde (
Urk.
1) erheben und beantragen, der angefochtenen
Einspracheentscheid
sei aufzuheben, es seien ihm weiterhin die Heilungskosten zu ersetzen und es sei festzustellen, dass sein rechtliches Gehör verletzt worden sei; eventualiter sei eine Begutachtung vorzu
nehmen. Mit Beschwerdeantwort vom
3.
Januar 2018 (
Urk.
8) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde
. Am 3
0.
Mai 2018 liess sich der Beschwerdeführer erneut vernehmen (
Urk.
14), was der Beschwerdegegnerin am 3
1.
Mai 2018 mitgeteilt wurde (
Urk.
16).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversi
cherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 1
2.
Januar 2015 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung
beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Im ange
fochtenen Entscheid (
Urk.
2) erwog die Beschwerdegegnerin im Wesent
lichen, der Beschwerdeführer habe am 1
2.
Januar 2015 ein Unfallereignis erlitten, als er gestürzt sei. Die medizinische Sachlage und Kausalitätsfrage sei von ihren beratenden Ärzten beurteilt worden. Diese seien zum Schluss gekommen, dass die derzeit geklagten Beschwerden im linken Knie nicht mehr in einem kausalen Zusammenhang zum Unfallereignis vom 1
2.
Januar 2015 stünden. Spätestens sechs Monate nach der Arthroskopie vom 1
8.
Februar 2015 sei von einem
status
quo sine auszugehen.
Es liege ein lückenloser Befund vor und der medizinische Sachverhalt stehe fest, weshalb
auf die Aktenbeurteilung der beratenden Ärzte abgestellt werden könne. Aus den Vorbringen des Beschwerdeführers könne keine Unfallkausalität abgeleitet werden. Der
status
quo sine sei damit spätestens Ende August 2015 eingetreten, indessen habe sie darüber hinaus bis zum 3
1.
Mai 2017 weiter Leistungen erbracht und diese auch nicht zurückgefordert. Mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit bestehe zwischen den beste
henden Beschwerden am linken Knie und dem Unfallereignis vom 1
2.
Januar 2015 kein überwiegend wahrscheinlicher Kausalzusammenhang.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer zusammengefasst geltend (
Urk.
1), sein rechtliches Gehör sei verletzt worden, da ihm die Stellungnahme des bera
tenden Arztes vom 1
7.
Dezember 2017 vor der
F
ällung
des
Einspracheentscheids
nicht zugestellt worden sei. Die Sache sei daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, wovon aber im Falle einer Gutheissung der Beschwerde aus ver
fahrensökonomischen Gründen abzusehen sei.
Die Berichte der beratenden Ärzte der Beschwerdegegnerin seien einsilbig oder nicht nachvollziehbar, weshalb darauf nicht abgestellt werden könne. Ein degenerativ bedingter Vorzustand sei nicht ausgewiesen, weshalb die aktuellen Beschwerden mit grösserer Wahrschein
lichkeit auf das Unfallereignis zurückzuführen seien.
3.
Vorab ist die vom Beschwerdeführer gerügte Verletzung des rechtlichen Gehörs zu prüfen.
3.1
Gemäss
Art.
29
Abs.
2
der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen
schaft (
BV
)
haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlich
keitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äus
sern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äus
sern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1 mit Hinweisen).
3.2
Aus Inhalt und Funktion des Akteneinsichtsrechts als Teil des Anspruchs auf rechtliches Gehör folgt, dass grundsätzlich sämtliche beweiserheblichen Akten den Beteiligten gezeigt werden müssen, sofern darauf abgestellt wird. Denn es gehört zum
Kerngehalt des rechtlichen Gehörs, dass die
Beteiligten
vor Erlass eines für sie nachteiligen Verwaltungsaktes zum Beweisergebnis Stellung nehmen können. Das Akteneinsichtsrecht ist somit eng mit dem Äusserungsrecht verbun
den, gleichsam dessen Vorbedingung. Die Betroffenen können sich nur dann wirksam zur Sache äussern und geeignete Beweise führen oder bezeichnen, wenn ihnen die Möglichkeit eingeräumt wird, die Unterlagen einzusehen, auf welche sich die Behörde bei ihrer
Entscheidung
gestützt hat. Das rechtliche Gehör dient in diesem Sinne einerseits der Sachaufklärung und stellt anderseits ein persön
lichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht im Verfahren dar. Daraus ergibt sich, dass der Versicherer, welcher neue Akten beizieht, auf die er sich in seiner
Entschei
dung
zu stützen gedenkt, grundsätzlich verpflichtet ist, die Beteiligten über den
Aktenbeizug
zu informieren.
Vor
Verfügungen, die durch Einsprache anfechtbar sind, müssen die Parteien jedoch nicht angehört werden (
Art.
42 ATSG).
Das Akteneinsichtsrecht bezieht sich auf sämtliche verfahrensbezogene Akten, die geeignet sind, Grundlage des Entscheids zu bilden. Die Einsicht in die Akten, die für ein bestimmtes Verfahren erstellt oder beigezogen wurden, kann nicht mit der Begründung verweigert werden, die fraglichen Akten seien für den Verfahrens
ausgang belanglos. Es muss vielmehr den Betroffenen selber überlassen sein, die Relevanz der Akten zu beurteilen (BGE 132 V 387 E. 3 mit Hinweisen).
3.3
Nach der Rechtsprechung kann eine – nicht besonders schwerwiegende – Ver
let
zung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
). Von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung ist selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhö
rung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer
beförderlichen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweis).
3.4
Wie den Verfahrensakten (
Urk.
9/A1-A23 und 9/M1-M30) entnommen werden kann, holte die Beschwerdegegnerin
im Rahmen des
Einspracheverfahrens
eine Stellungnahme ihres beratenden Arztes
datierend vom 1
2.
Dezember 2017
ein (
Urk.
9
/M26).
Über diese
Stellungn
ahme
hat die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer vor
Erlass des
Einspracheentscheids
nicht informiert.
Sollte es sich bei der ärztlichen Stellungnahme vom 1
2.
Dezember 2017 (
Urk.
9/M26) um ein
entscheidrelevantes
Aktenstück handeln – was vorliegend offenbleiben kann – würde dies grundsätzlich eine Verletzung des rechtlichen Gehörs darstellen.
Der Beschwerdeführer konnte sich jedoch
vor dem hiesigen Gericht
uneingeschränkt äussern. Das Gericht ist
ferner
zur freien Überprüfung der Sach- und Rechtslage befugt
(vgl.
Art.
61
lit
. c und d ATSG). Unter diesen Umständen kann
eine allfäl
lige
Gehörsverletzung als geheilt erachtet werden
dies insbesondere, da eine Rückweisung nur zu einem formalistischen Leerlauf führen würde.
4.
4.1
In der medizinischen Erstvorstellung bei PD.
Dr.
med. Z._
, Facharzt für Orthopädie,
am 2
7.
Januar 2015 (
Urk.
9
/M1) berichtete der Beschwerdeführer über Beschwerden im linken Knie, nachdem es am 1
2.
Januar 2015 zu einer Dis
torsion gekommen sei. Nach einer Wanderung am 1
8.
Januar 2015 seien die Beschwerden erneut aufgetreten. Seither bestünden im linken Kniebereich keine signifikanten Beschwerden mehr, es bestehe jedoch ein Gefühl des Einklemmens. PD
Dr.
Z._
stellte fest, Durchblutung, Motorik und Sensibilität seien intakt, es gebe keinen Anhalt für einen Infekt und die Beweglichkeit sei frei. Der Beschwerdeführer gebe Druckschmerzen von
dorso
-lateral bis zentral
anterior
als auch
posterior
an. Die Innenmeniskuszeichen seien negativ; die Aussenmeniskus
zeichen schwach positiv. Die Bänder seien stabil und
patellofemoral
sei die Situ
ation unauffällig. Das am selben Ta
g durchgeführte MRI (vgl.
Urk.
9
/M3) des lin
ken Kniegelenks zeige keine klare Binnenläsion mit einer kleinen Auffälligkeit im Bereich des Aussenmeniskus-Vorderhorns.
4.2
Am 1
8.
Februar 2015 führte PD
Dr.
Z._
am linken Kniegelenk eine Arth
roskopie mit partieller Resektion der
Plica
mediopatellaris
,
Knorpelshaving
der medialen
Femurcondyle
und in situ
Microfrakturierung
, eine Resektion der
Plica
infrapatellaris
und eine partielle Ho
f
fa-Resektion
sowie
Entfernung der freien Gelenkskörper durch (
Urk.
9
/M4). Dabei habe er eine
mediopatellare
wie auch eine
infrapatellare
Plica
festgestellt. Sowohl die Menisken wie auch die Bänder hätten sich regelhaft präsentiert.
4.3
In der 6-wöchigen postoperativen Nachko
ntrolle am 3
1.
März 2015 (
Urk.
9
/M8) stellte PD.
Dr.
Z._
einen regelhaften 6-Wochenbefund fest. Durchblutung, Motorik und Sensibilität seien intakt und es gebe keinen Anhalt für einen Infekt. Die Beweglichkeit sei frei mit minimaler Einschränkung der Flexion. Im medialen Gelenkspalt und der medialen
Patellafacette
bestehe noch ein leichter Druck
schmerz.
Der
Beschwerdeführer sei mit der Operation
sehr
zufrieden, die Beschwerdesymptomatik habe sich im präoperativen Vergleich extrem verbessert und es bestünden nur noch minimale Restbeschwerden. Die Rückkehr an den Arbeitsplatz und auch die Vollbelastung seien erfolgt.
In der Nachkon
trolle vom 2
3.
Juni 2015 (
Urk.
9
/M9) habe der Beschwerdeführer keine lateral betonte Schmerzen mehr beklagt und lediglich noch über milde Rest
beschwerden am medialen Gelenkspalt berichtet. Durchblutung, Motorik und Sensibilität seien intakt, es gebe keinen Anhalt für einen Infekt und die Beweg
lichkeit sei frei.
In der Nachkontrolle vom 1
8.
August 2015
(
Urk.
9
/M11) habe der Beschwerde
führer über eine deutliche Beschwerdeverbesserung im Vergleich zur präoperati
ven Situation berichtet.
In der Untersuchung des linken Knies zeige sich nun eine freie Beweglichkeit ohne Schmerzpunkte. Die Stabilität sei gut und die Meniskus
zeichen seien negativ. Auch das am selbigen Tag durchgeführte MRI zeige regel
hafte Verhältnisse; erkennbar sei noch ein minimales Rest-Knochenmarködem nach der
Microfrakturierung
der medialen
Femurcondyle
. Der Befund nach der Operation sei sehr zufriedenstellend.
4.4
Dem Bericht von PD
Dr.
Z._
zur 1-jährigen Nachkont
rolle am 1
1.
Januar 2016 (
Urk.
9
/M12) ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer
über eine lateral betonte Beschwerdesymptomatik berichtet habe, welche sich
in
den letzten Wochen eingestellt habe. Zwischenzeitlich sei er problemfrei gewesen. Durchblu
tung, Motorik und Sensibilität seien intakt, es gebe keinen Anhalt für einen Infekt und die Beweglichkeit sei frei. Es bestehe im Bereich der ganzen distalen Patella ein Druckschmerz. Die Meniskuszeichen seien negativ und der Bandapparat unauffällig. Das am selbigen Tage durchgeführte MRI zeige einen regelhaften Befund nach
Microfrakturierung
.
Es bestehe ein regelhaft entstellter Knorpel im Vergleich zu den Voraufnahmen; hinter dem Knorpel sei ein Knochenmarködem. Es bestehe ein Regenerat mit einer minimalen Zyste ohne signifikante Dynamik im Vergleich zu den Voraufnahmen. Die noch bestehenden Schmerzen in der Kniescheibe seien auf eine muskuläre Hypotrophie zurückzuführen.
In der 2-jährigen Nachkontrolle am
8.
Februar 2017
(
Urk.
9/M18)
habe sich der Beschwerdeführer insgesamt mässig zufrieden geäussert. Bei sportlicher Betäti
gung bestünden weiterhin Schmerzen im
infra
- und
retropatellären
Bereich. Im MRI desselben Tages
zeige sich retropatellar sowie
femorotibial
lateral ein intak
ter Knorpelbelag. An der medialen
Femurkondyle
befinde sich allseits ein
vor
handender
Knorpelbelag. Das
Bone
Bruise
an der medialen
Femurkondyle
sei im Vergleich zu den Voraufnahmen vom September 2016 leicht
regredient
. Am medialen
Tibiplateau
bestehe ein intakter Knorpelbelag; die Menisken, Kreuz- und Kollateralbänder seien intakt.
4.5
Der beratende Arzt
der Beschwerdegegnerin,
Dr.
med. A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
,
hielt in seiner Stellungnahme vom 1
9.
Mai 2017 (
Urk.
9
/M22) fest, die aktuellen Beschwerden würden nur mög
licherweise in einem Zusammenhang zum Ereignis vom 1
2.
Januar 2015 stehen. Von einer medizinischen Behandlung sei keine namhafte Besserung des aktuellen Gesundheitszustandes zu erwarten. Die Annahme
,
das
geringgradige
Knochen
marksödem im medialen
Kondylus
sei Ursache der Beschwerde
,
sei eine reine Hypothese.
In seiner Stellungnahme vom 2
7.
Juli 2017 (
Urk.
9
/M24) führte er aus, die Aus
sage
,
ein
Bone
Bruise
sei zwingend eine Unfallfolge
,
sei falsch.
4.6
Am 3
1.
August 2017
(
Urk.
9/M25)
berichtete (neu: Prof.)
Dr.
Z._
,
in der klinischen Untersuchung zeige sich eine freie Beweglichkeit und keine Krepita
tion. Es bestehe links noch eine muskuläre Schwäche im Vergleich zu rechts. Es bestehe ein punktueller Schmerzpunkt
anteromedial
, welcher oberflächlich in den Weichteilen liege und seiner Meinung nach nicht vom Meniskus oder Knorpel herkomme. Er sehe eher eine kombinatorische Weichteil/muskuläre Atrophie-Problematik als Grund für die Beschwerdepersistenz.
Die Restbeschwerden-Symptomatik sei nach wie vor auf den initialen Unfall zurückzuführen.
4.7
Der beratende Arzt
der Beschwerdegegnerin,
Dr.
B._
, Facharzt für Chirurgie, führte in seiner Stellungnahme vom 1
2.
Dezember 2017 (
Urk.
9
/M26) aus, es handle sich vorliegend um einen Zustand nach einer Kniedis
torsion am 1
2.
Januar 201
5.
In der Konsultation in der
C._
am
3.
Februar 2015
sei
der Verdacht auf eine laterale Meniskusläsion geäussert
wor
den
, obschon im MRI vom 2
7.
Januar 2015 keine Hinweise auf eine Meniskuslä
sion oder Bandverletzungen best
anden hätten
. Aufgrund des klinischen Befundes
sei
die Indikation zur
arthroskopischen
Sanierung gestellt
worden
, welche am 1
8.
Februar 2015 erfolgt sei.
Intraoperativ habe sich ein minimaler Knorpelscha
den gezeigt, welcher erfahrungsgemäss eine abnützungsbedingte Veränderung sei, sowie eine ausgeprägte
Plica
(
mediopatellaris
und
infrapatellaris
), bei welcher es sich um eine
anlagebedingte Struktur handle, welche nicht im Zusammenhang mit dem Unfall stehe.
Anlässlich der Arthroskopie hätten keine
sicheren Struk
turschädigungen festgestellt werden können, die mit dem Unfall in einen natür
lichen Kausalzusammenhang zu stellen seien. Die heute geltend gemachten Beschwerden würden nur möglicherweise in einem Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 1
5.
Januar 2015 stehen. Die initial vermutete Meniskusläsion habe anlässlich der Arthroskopie nicht objektiviert werden können. Die Befunde würde
n
nur möglicherweise respektive gar nicht im Zusammenhang zum Unfall
ereignis stehen.
Insbesondere die im Operationsbericht beschriebenen
Chondro
pathien
seien in der grossen Mehrzahl abnützungsbedingt und würden aus eige
ner Dynamik zu einer
Ödembildung
im darunterliegenden Knochen führen. Dies insbesondere nachdem anlässlich des
arthroskopischen
Eingriffs eine
Abrasions
chondroplastik
mit
Pridie
-Bohrungen bis in den Knochen durchgeführt worden sei. Solche
Ödembildungen
seien mit einem
Bone
Bruise
gleichzusetzen, wie es in den weiteren MRI nachweisbar sei. Nachdem in der Arthroskopie keine sichere unfallkausale Strukturschädigung habe festgestellt werden können, sei spätestens 6 Monate danach von einem Status quo sine auszugehen.
Die im weiteren Verlauf geklagten Kniebeschwerden leichten Ausmasses könnten keiner objektivierbaren Ursache zugeordnet werden. Als Vorzustand finde sich darüber hinaus mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit ein degenerativ bedingter minimaler Knorpelscha
den am medial
en
Femurkondylus
sowie eine anla
gebedingte Variante mit ausge
prägter
Plica
-Bildung. Diese
Plica
habe sich erneut gebildet (MRI vom
8.
Februar 2017) und es sei nicht auszuschliessen, dass die jetzt noch geklagten Kniebe
schwerden auf die erneute
Plica
-Bildung zurückzuführen seien.
4.8
Am
2.
Februar 2018 berichtete
Dr.
med.
D._
, Facharzt für physikalische Medizin und Rehabilitation (
Urk.
3 [=
Urk.
9/M27
]
)
,
beim Beschwerdeführer liege eine Krankheit im
Patellofemoralbereich
und ein sonstiger Schmerz im linken Knie vor. Seit dem Unfallereignis vom 1
2.
Januar 2015 sei
en
eine chirurgische Versorgung, Physiotherapie und Infiltration erfolgt. Dies sei zwar lindernd gewe
sen, jedoch habe der Beschwerdeführer konstant über Beschwerden im Sinne punktuell scharf und spitz einschiessender Schmerzen und
von
einem Unsicher
heitsempfinden berichtet. Dabei habe der Patient eine Belastung durchaus
artiku
lär
tolerierbar eingehen können
und eine
artikuläre
Ergussbildung sei nicht benannt worden. Beim Beschwerdeführer bestehe eine persistierende Schmerzsymptomatik
,
für welche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kein primär
de
generatives Geschehen zu konstatieren sei.
Hiergegen würden neben dem Alter des jungen Patienten
und der fehlenden intraartikulären Reaktion auch die konsistent berichteten Beschwerden sprechen. Die
intraossäre
Ödembildung
, wie sie bei einem
Bone
Bruise
auftrete, sei als überwiegend wahrscheinlich durch ein Trauma verursachte Genese zu betrachten. Eine
osteochondrale
Reaktion im Sinne einer Arthrose/Degeneration sei sowohl radiologisch, wie auch
arthrosko
pisch
nicht
evident und somit zurückzuweisen.
4.9
Dr.
B._
führte in seiner Stellungnahme vom 2
7.
März 2018 (
Urk.
9/M30) aus,
Dr.
D._
sei dahingehend beizupflichten, dass im linken Knie keine wesentli
chen
de
generativen Veränderungen bestünden. Es zeige sich ein minimer Knor
pelschaden am medialen
Femurkondylus
. Ex
post
könne nicht bewiesen werden, ob dieser Schaden i
n
einem Zusammenhang zum Unfallereignis stehe oder vor
bestehend sei. Gegen eine frische traumatische Läsion spreche, dass im ersten MRI vom 2
7.
Januar 2015 kein korrespondierendes Knochenmarksödem (
Bone
Bruise
) habe festgestellt werden können. Eine
intraossäre
Ödembildung
sei erst im MRI vom 1
1.
Januar 2016 und damit rund 11 Monate nach der Arthroskopie erkenn
bar. Bei dieser Operation sei am medialen
Femurkondylus
eine
Mikrofrakturie
rung
durchgeführt worden, welche fast
obligat zu
Ödembildungen
führen
. Die
Ödembildung
im Knochenmark sei daher im Zusammenhang mit der
Mikrofrak
turierung
und nicht mit dem Unfall zu sehen. Die vom Beschwerdeführer aktuell geklagten
Beschwerden seien unklar und unspezifisch; die Symptomatik sei kei
ner bildgebend nachweisbaren Pathologie zuzuordnen. In diesem Zusammenhang sei auch zu erwähnen, dass der postoperative Verlauf günstig gewesen sei und der Beschwerdeführer anfangs 2016 weitgehend beschwerdefrei gewesen sei und über volle sportliche Aktivität verfügt habe. Anlässlich der
arthroskopischen
Ope
ration vom 1
8.
Februar 2015 hätten keine Schädigungen gefunden werden kön
nen, welche auf das Ereignis vom 1
2.
Januar 2015 zurückzuführen seien. Die
Plica
sei anlagebedingt und die Knorpelschädigung am medialen
Femurkondylus
höchstens möglicherweise unfallkausal. An der Beurteilung vom
1
2.
Dezember 2017 werde daher festgehalten.
5
.
5.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Leistungseinstellung auf die Beurtei
lungen durch Dr.
B._
(E. 4.7
und 4.9
) und
Dr.
A._
(E. 4.5)
. Ein medi
zinischer Aktenbericht ist als
Entscheidgrundlage
zulässig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anam
nese, Ver
lauf und gegenwärtigen Status ergeben. Der Untersuchungsbefund muss lücken
los vorliegen, damit der Experte imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein vollständiges Bild zu verschaf
fen (Urteil
des Bundesgerichts 8C_833/2009 vom 26. Januar 2010 E. 5.1 mit Hin
weisen), was vorliegend der Fall ist. Den Berichten und Gutachten versicherungs
interner Ärzte kann Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (vgl. E. 1.3). Die Berichte von Dr.
B._
und
Dr.
A._
erfüllen die genannten Anforderungen an eine
beweiskräftige medizinische
Entscheidgrundlage
. Dasselbe gilt für den Bericht
Dr.
B._
s im Rahmen des Beschwerdeverfahrens (E. 4.9). Da die Berichte von
Dr.
B._
sämtliche Einschätzungen
Dr.
A._
s mitumfassen, sind letztere nicht weiter auszuführen.
Für die Einschätzung des medizinischen Sachverhalts ist demnach auf die Stellungnahmen von
Dr.
B._
(E. 4.7 und 4.9) abzustellen.
5.2
Dr.
B._
kam gestützt auf die Bildgebung (MRI) und die von den behandelnden Ärzten objektivierbaren Befunde zum Schluss, nach dem Unfallereignis
vom 12.
Januar 2015 hätten keine Unfallfolgen festgestellt werden können.
In der
arthroskopischen
Untersuchung vom 1
8.
Februar 2015 hätten keinerlei unfall
kausale Schädigungen festgestellt werden können. Die einzigen beiden Befunde einer minimalen Knorpelschädigung und einer
Plica
-Bildung seien nicht unfall
kausal.
Dazu führte
Dr.
B._
weiter
aus, dass die
Plica
eine anlagebedingte Veränderung sei
und die Knorpelschädigung erfahrungsgemäss eine abnützungs
bedingte Veränderung darstelle.
Dass die anlagebedingte
Veränderung der
Plica
keine Folge des Unfallereignisses darstellt, erscheint ohne weiteres nachvollzieh
bar.
Zur Knorpelschädigung
bemerkte
Dr.
B._
weiter
,
es könne ex
post
nicht bewiesen werden
,
ob diese durch den Unfall verursacht worden oder vorbeste
hend sei. Da
ss
im MRI vom 2
7.
Januar 2015 kein korrespondierendes Knochen
marksödem habe festgestellt werden können (ein solches sei erst im MRI vom 1
1.
Januar 2016 ersichtlich),
spreche jedoch gegen eine frische traumatische Läsion.
Soweit
Dr.
D._
vorträgt, d
as
Bone
Bruise
sei Folge des Unfallereig
nisses
,
ist mit
Dr.
B._
darauf hinzuweisen, dass weder im MRI vom 2
7.
Januar 2015 (vgl. E. 4.1) noch in der
arthroskopischen
Untersuchung vom 1
8.
Februar 2015 (vgl. E. 4.2) von einer
Ödembildung
respektive eine
m
Bone
Bruise
die Rede ist; ein solches wird erstmals am 1
8.
August 2015
erwähnt (vgl. E. 4.
3
). Dass d
as
Bone
Bruise
Folge des Unfallereignisses ist, ist damit nicht überwiegend wahr
scheinlich.
Des Weiteren berichtete
Dr.
Z._
in der 2-jährigen Nachkon
trolle, dass d
as
Bone
Bruise
regredient
sei (E. 4.4).
Die Ausführungen
Dr.
B._
s lassen darauf schliessen, dass zwischen dem Unfallereignis vom 1
2.
Januar 2015 und der Knorpelschädigung am medialen
Femurkondylus
kein überwiegend wahrscheinlicher Kausalzusammenhang besteht. Für die aufgrund der Behandlung dieser Knorpelschädigung entstande
nen Folgen –
Dr.
B._
ist der Ansicht, dass die
Microfrakturierung
höchst
wahrscheinlich zur
Ödembildung
geführt habe – kann deshalb ebenfalls kein überwiegend wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zum Unfall bestehen.
I
m Übrigen
zeigte sich
während eines Jahres nach der Operation vom 1
8.
Februar 2015 eine stetige und massive Verbesserung
der vom Beschwerdeführer geklagten
Beschwerden (vgl. E.
4.3).
Etwas weniger als ein Jahr nach dem Unfallereignis gab der Beschwerdeführer sogar an
,
problemfrei gewesen zu sein (vgl. E. 4.4
, vgl. auch Urk. 9/M14, wonach wieder volle sportliche Aktivität möglich war
).
Die aktuellen Beschwerden führte Dr.
Z._
denn auch
auf eine muskuläre Hypotrophie/Atrophie zurück (vgl. E. 4.4 und 4.6).
Da anlässlich der Arthroskopie am 1
8.
Februar 2015 keinerlei traumatischen Läsionen – insbesondere weder Meniskus noch Bänderverletzungen – festgestellt wurden und die erhobenen Befunde keinen ausreichenden Kausalzusammenhang zum Unfallereignis aufwei
sen, ist es nicht zu beanstanden, dass
Dr.
B._
spätestens per 1
8.
August 2015 (6 Monate postoperativ) auf einen
status
quo sine schloss.
5.3
Nach dem Gesagten ist ein Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 1
2.
Januar 2015 und den über den 1
8.
Augst 2015 hinaus beklagten Knie
beschwerden
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt. Dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen per 3
1.
Mai 2017 einstellte, ist folglich nicht zu beanstanden. Die Beschwerde wird abgewiesen.