Decision ID: fd74477f-498c-4295-88d0-58202305e908
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X bewohnt seit August 2009 eine 3 1⁄2-Zimmerwohnung in A. Davor war er bis am
5. September 1996 in B und danach in C und D wohnhaft.
Im Jahre 1995 wurde X während seiner Unmündigkeit mit einem einmaligen
Unterstützungsbetrag von Fr. 100.-- finanziell unterstützt. Der Aufenthalt in einer
christlich therapeutischen Wohngemeinschaft vom 8. Januar bis Ende Juli 1996 wurde
durch das Sozialamt B finanziert, wobei sich die Sozialhilfeleistungen auf Fr. 42'105.70
beliefen. X leistete in den Jahren 2007 bis 2009 freiwillig Rückerstattungen von
insgesamt Fr. 2'180.--.
B.- Mit Beschluss des Gemeinderats B vom 16. August 2011 wurde X zur
Rückerstattung der finanziellen Sozialhilfe von Fr. 39'925.70 in monatlichen Raten von
Fr. 300.-- ab 1. September 2011 bis zum Eintritt der Verjährung am 31. Dezember 2013
verpflichtet. Des Weiteren wurde festgestellt, dass die Unterstützung im Jahre 1995
von Fr. 100.-- infolge Unmündigkeit von X erst bei einer Bereicherung aus einer
Erbschaft zurückzuerstatten sei.
C.- Gegen diesen Entscheid erhob X mit Eingabe vom 23. August 2011 Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, der Entscheid des Gemeinderats sei
aufzuheben, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Politischen
Gemeinde B. Zudem ersuchte er um Fristerstreckung zur Rekursergänzung bzw. -
begründung durch seinen Vertreter bis 22. September 2011, welche am 19. September
2011 eingereicht wurde.
In ihrer Vernehmlassung vom 26. Oktober 2011 beantragte die Vorinstanz die
Abweisung des Rekurses unter Kosten- und Entschädigungsfolge, soweit darauf
einzutreten sei.
Auf die Akten und die zur Begründung vorgebrachten Argumente der
Verfahrensbeteiligten wird, soweit erforderlich, im Folgenden eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
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Rekurs-erhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 23. August 2011 und die Ergänzung
vom 19. September 2011 erfüllen in formeller und materieller Hinsicht die gesetzlichen
Voraussetzungen (Art. 41 lit. a, 45 Abs. 1, 47 Abs. 1 und 48 Abs. 1 des Gesetzes über
die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist
einzutreten.
2.- a) Strittig ist die Rückerstattung von finanzieller Sozialhilfe, welche die Politische
Gemeinde B dem Rekurrenten im Jahre 1996, d.h. während eines Zeitraumes
ausgerichtet hat, als das Gesetz über die öffentliche Fürsorge vom 18. Mai 1964 (nGS
28-48, abgekürzt: FüG) Gültigkeit hatte. Am 1. Januar 1999 trat das neue
Sozialhilfegesetz vom 27. September 1998 (sGS 381.1, abgekürzt: SHG) in Kraft. Der
Gemeinderat B hat am 16. August 2011 den Beschluss bezüglich der Rückerstattung
dieser noch unter altem Recht geleisteten finanziellen Sozialhilfe erlassen. Gemäss
Übergangsbestimmung von Art. 56 Abs. 2 Satz 1 SHG richtet sich die Rückerstattung
der finanziellen Sozialhilfe mit Vollzugsbeginn des SHG nach neuem Recht. Anwendbar
sind somit die Art. 18 ff. SHG. Die Zuständigkeit der Vorinstanz ergibt sich aus Art. 21
Abs. 1 SHG.
b) Der Rekurrent wendet ein, die Rückerstattungspflicht für Sozialhilfeleistungen sei
verjährt. Während nach früherem Recht (Art. 43 FüG) Rückerstattungsforderungen
unverjährbar waren, kann gemäss Art. 21 Abs. 2 SHG finanzielle Sozialhilfe, die vor
mehr als 15 Jahren geleistet wurde, nicht zurückgefordert werden (vgl. auch ABl 1997
S. 1795 f.). Ausgenommen sind nach lit. a finanzielle Sozialhilfe in Form von Darlehen
(Ziff. 1) und Vorschüsse gemäss Art. 13 SHG (Ziff. 2) sowie nach lit. b
Rückerstattungsverpflichtungen gemäss Art. 14 SHG. Gestützt auf Art. 56 Abs. 2
Satz 2 SHG beginnt die Frist nach Art. 21 Abs. 2 SHG mit dem Vollzugsbeginn des
SHG, nämlich am 1. Januar 1999, zu laufen. Demnach verjähren die
Rückerstattungsforderungen aus finanzieller Sozialhilfe, die noch unter dem alten Recht
ausgerichtet worden sind, erst per 31. Dezember 2013. Die geltend gemachten
Rückforderungen der Vorinstanz aus der im Jahre 1996 an den Rekurrenten
ausgerichteten finanziellen Sozialhilfe sind damit noch nicht verjährt.
3.- Gegenstand des Rekurses ist der Entscheid des Gemeinderates B vom 16. August
2011 betreffend teilweiser Rückerstattung der finanziellen Sozialhilfe aus dem Jahre
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1996 im Umfang von Fr. 39'925.70, zahlbar in 28 monatlichen Raten à Fr. 300.-- ab
dem 1. September 2011 bis zum Eintritt der Verjährung am 31. Dezember 2013 (total
Fr. 8'400.--).
a) Gemäss Art. 18 Abs. 1 SHG erstattet derjenige, der für sich, für Familienangehörige,
für eine Person, die mit ihm in eingetragener Partnerschaft lebt, oder für ein Kind, das
in der Gemeinschaft der eingetragenen Partnerschaft lebt, finanzielle Sozialhilfe
bezogen hat, diese zurück, wenn sich seine finanzielle Lage gebessert hat und die
Rückerstattung zumutbar ist. Zu prüfen ist also, ob die beiden Voraussetzungen der
Verbesserung der finanziellen Verhältnisse sowie der Zumutbarkeit gegeben sind,
welche die Rückerstattung der finanziellen Sozialhilfe aus dem Jahre 1996 in der Höhe
von Fr. 8'400.-- rechtfertigen.
Aus den allgemeinen Zielsetzungen der Sozialhilfe ist zunächst abzuleiten, dass die
Rückerstattung nicht zumutbar ist, wenn sie mit einiger Wahrscheinlichkeit zu einer
erneuten Bedürftigkeit des Pflichtigen führen würde. Die Rückerstattung setzt voraus,
dass sich die wirtschaftliche Lage der unterstützten Person grundlegend verbessert
hat. Einkünfte, die nur wenig über dem Existenzminimum liegen, vermögen die
Rückerstattungspflicht noch nicht auszulösen, weil dadurch die Motivation der
Selbsthilfe untergraben würde. Der unterstützten Person ist eine den durchschnittlichen
Verhältnissen entsprechende Lebenshaltung zuzugestehen. Zumutbar ist die
Rückerstattung insbesondere dann, wenn dadurch eine den Verhältnissen des
Verpflichteten angemessene Lebenshaltung nicht verunmöglicht wird (F. Wolffers,
Grundriss des Sozialhilferechts, Bern 1999, 2. Auflage, S. 178 f.). Gemäss
verwaltungsgerichtlicher Praxis muss die Rückerstattungspflicht in ihrem Umfang und
ihrer Art so bestimmt werden, dass die wirtschaftliche Existenz und das Fortkommen
des Pflichtigen weder gefährdet noch erheblich beeinträchtigt werden. Die
Rückerstattung ist nur zumutbar, wenn unter Berücksichtigung der gesamten
persönlichen Verhältnisse angenommen werden darf, der Betroffene werde durch die
Rückerstattung nicht der Gefahr einer erneuten Bedürftigkeit ausgesetzt. Dabei sind
nicht dieselben strengen Massstäbe anzulegen wie bei der Prüfung der Frage, ob der
Gesuchsteller Anspruch auf finanzielle Sozialhilfe hat (GVP 2001 Nr. 6).
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b) Die Vorinstanz stellt sich auf den Standpunkt, dass sich die wirtschaftliche Situation
des Rekurrenten grundlegend und dauerhaft verbessert habe und die teilweise
Rückerstattung der finanziellen Sozialhilfe von Fr. 8'400.-- in monatlichen Raten von
Fr. 300.-- zumutbar sei. Auszugehen sei von einem Nettomonatslohn von Fr. 4'983.--
(inkl. 13. Monatslohn), welcher mit Fr. 1'346.-- über dem grosszügig berechneten
Notbedarf liege. Der sozialhilferechtliche Notbedarf ergebe sich wie folgt, wobei die
Beträge unter Krankenversicherung, Erwerbsunkosten und Versicherungsprämien
infolge fehlender Mitwirkung geschätzt worden seien:
Grundbedarf 1-Pers. Haushalt Fr. 977.00
Erhöhung um 20 % Fr. 200.00
Miete für Wohnung inkl. NK Fr. 980.00
Krankenversicherung, Selbstbehalte/Franchise Fr. 400.00
Erwerbsunkosten-Pauschale Fr. 300.00
Steuern (1/12 Jahresbeitrag) Fr. 580.00
Versicherungsprämien Fr. 100.00
Rückzahlung Sozialamt D Fr. 100.00
Total Fr. 3'637.00
Der Rekurrent macht dagegen im Wesentlichen geltend, die Rückerstattung der
finanziellen Sozialhilfe sei nicht zumutbar. Bei der Berechnung des Grundbedarfs sei
gemäss der Richtlinien der SKOS und der Praxishilfe KOS St. Gallen von einem
doppelten Ansatz und nicht nur von einem Zuschlag von 20 % auszugehen. Zudem sei
beim Lohn ca. Fr. 150.-- nicht zu berücksichtigen, da es sich dabei um Zuschläge für
freiwillige Nachtarbeit handeln würde. Weiter seien die provisorischen Steuern für 2011
mit Fr. 6'600.-- zu tief veranlagt worden, weshalb mit erheblichen Nachzahlungen zu
rechnen sei. Unter diesem Aspekt sei daher bei den Steuern ein um Fr. 150.-- erhöhter
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Betrag einzusetzen. Schliesslich besitze er ein Auto und zahle hierfür ca. Fr. 700.-- für
die Autoversicherung und Fr. 350.-- für die Verkehrssteuern, unter diesem Titel sei
deshalb von einem zusätzlichen Betrag von Fr. 400.-- auszugehen. Unter
Berücksichtigung dieser zusätzlichen Kosten verbleibe ihm kein Überschuss mehr.
c) Strittig ist somit lediglich die Frage, wie hoch der Zuschlag zum Grundbedarf ausfällt
sowie ob beim Lohn und den Steuern je Fr. 150.-- und für die Benützung des Autos
Fr. 400.-- zu berücksichtigen seien.
aa) Als Lohn gilt der Stunden-, Tag-, Wochen-, Monats-, Stück-, Akkord- und
Prämienlohn sowie die Prämien und Entschädigungen für Überzeitarbeit, Nachtarbeit
und Stellvertreterdienst. Nach den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für
Sozialhilfe (E. I.1, Ausgabe 2010; abgekürzt: SKOS-Richtlinien) und der Praxishilfe der
St. Gallischen Konferenz der Sozialhilfe (E. 1.1, Ausgabe 2011; abgekürzt: KOS-
Praxishilfe) gelten Gratifikationen, 13. Monatslohn oder einmalige Zulagen als
Erwerbseinkommen und werden zum Zeitpunkt der Auszahlung voll angerechnet. Die
Freiwilligkeit der Leistung – durch den Arbeitgeber oder den Arbeitnehmer – spielt
dabei keine Rolle. Die Vorinstanz hat daher zu Recht den Nachtzuschlag bei der
Berechnung des Einkommens berücksichtigt.
bb) Die SKOS-Richtlinien sehen zur Berechnung des monatlichen
Rückerstattungsbetrags ein erweitertes Budget vor, welches unter anderem von einem
doppelten Ansatz des Grundbetrags ausgeht (vgl. H.9 der SKOS-Richtlinien).
Demgegenüber geht die KOS-Praxishilfe in Abweichung zu den SKOS-Richtlinien von
einem Zuschlag von 20 % zum Grundbetrag aus (vgl. E.3.1.4.3 der KOS-Praxishilfe).
Aufgrund dreier Entscheide des Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen betreffend
Sozialhilfe hat die kantonale Regierung die Frage geprüft, ob gestützt auf das
Sozialhilfegesetz die SKOS-Richtlinien für die Ausgestaltung und Bemessung der
Sozialhilfe allgemein verbindlich erklärt werden sollen. Da die persönliche Sozialhilfe in
die Zuständigkeit der Gemeinden fällt und diese daher im Rahmen der
Gemeindeautonomie frei sind, ob und wenn ja welche Richtlinien sie bei der
Bemessung der finanziellen Unterstützung anwenden wollen, wurde jedoch von einer
Allgemeinverbindlichkeit der SKOS-Richtlinien abgesehen. Die Vereinigung St. Galler
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Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten (VSGP) hat dabei den Gemeinden
empfohlen, ab 2002 die Unterstützungsansätze nach der KOS-Praxishilfe anzuwenden
(vgl. ABl 2002 S. 411 f.).
Dass der Gemeinderat B lediglich 20 % zum Grundbetrag hinzurechnet, ist somit nicht
zu beanstanden.
cc) Der Rekurrent deklarierte für das Jahr 2010 ein steuerbares Einkommen (nach
Abzügen) von Fr. 55'292.-- und ein Vermögen von Fr. 3'500.-- (act. 11/12), weshalb mit
einer Steuerschuld von etwa Fr. 7'000.-- (inkl. Direkte Bundessteuer) zu rechnen ist
(vgl. http://www.steuern.sg.ch/home/sachthemen/eservices/steuerkalkulator0.html).
Folglich ist von einer monatlichen Steuerbelastung von ca. Fr. 580.-- auszugehen,
mithin von demselben Betrag, wie ihn die Vorinstanz berechnete.
dd) Gemäss der SKOS-Richtlinien und der KOS-Praxishilfe sind die Kosten für die
Benützung eines privaten Motorfahrzeuges dann zu berücksichtigen, wenn das Fahrziel
nicht auf zumutbare Weise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden kann
(vgl. jeweils C.I.2 der SKOS-Richtlinien bzw. der KOS-Praxishilfe). Der Rekurrent wohnt
und arbeitet in A. Dass er für seine Arbeit sein Privatauto benötigt, machte er weder
geltend noch ergibt es sich aus den Akten. Sollte er für seine Arbeitgeberin als
Lastwagenchauffeur (vgl. act. 11/7 S. 2) tätig sein, so wird ihm das Fahrzeug von dieser
zur Verfügung gestellt. Arbeitet er jedoch vor Ort, kann der Arbeitsort (Distanz zum
Wohnort: ca. 2.5 km) ohne Weiteres mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht
werden.
Nachdem die Vorinstanz bereits Fr. 120.-- (Garagenplatz und Versicherungsprämien)
berücksichtigt hat, ist der Einbezug weiterer Kosten bezüglich der Benützung eines
Fahrzeuges nicht angebracht.
d) Die Berechnung der Vorinstanz erweist sich demnach als richtig und es ist von
einem Überschuss in der Höhe von Fr. 1'346.-- auszugehen. Der Rekurrent arbeitet seit
einiger Zeit bei Z und erzielt zumindest seit 2005 ein regelmässiges
Jahresnettoeinkommen von mindestens Fr. 50'000.--, welches sich mittlerweile auf
Fr. 62'392.-- erhöht hat. Die wirtschaftliche Grundlage des Rekurrenten hat sich somit
http://www.steuern.sg.ch/home/sachthemen/eservices/steuerkalkulator0.html
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grundlegend verbessert. Mit Fr. 300.-- monatlich bleibt die Vorinstanz deutlich unter
dem von der KOS-Praxishilfe empfohlenen monatlichen Rückerstattungsbetrag (1/2
vom Überschuss; vgl. H.9 der KOS-Praxishilfe). Hinzu kommt, dass der
Rückerstattungsanspruch der Vorinstanz am 31. Dezember 2013 verjährt, sodass die
vom Rekurrenten zu leistenden Zahlungen auf den Gesamtbetrag von Fr. 8'400.--
beschränkt sind. Seine wirtschaftliche Existenz und sein Fortkommen sind folglich
weder gefährdet noch erheblich beeinträchtigt.
e) Zusammenfassend steht fest, dass der Rekurrent zur teilweisen Rückerstattung der
finanziellen Sozialhilfe im Gesamtbetrag von Fr. 8'400.-- in monatlichen Raten von
Fr. 300.-- verpflichtet ist. Der Rekurs ist daher abzuweisen.
4.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 500.-- ist angemessen (vgl.
Ziff. 362 Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss von
Fr. 500.-- ist zu verrechnen. Ein Anspruch auf ausseramtliche Entschädigung besteht
damit nicht (Art. 98 VRP).
Die Vorinstanz stellt den Antrag, der Rekurs sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge
abzuweisen und es seien ihr die "Parteikosten (Barauslagen) von Fr. 500.-- zu
entschädigen". Sie ist nicht anwaltlich vertreten und die Rechtsprechung verneint
grundsätzlich einen Anspruch des Gemeinwesens auf Entschädigung ausseramtlicher
Kosten (vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, St. Gallen 2004, S. 176 f. mit weiteren Hinweisen;
VRKE I/2-2010/5 vom 25. November 2010, S. 8). Daran hat sich mit dem Inkrafttreten
der Schweizerischen Zivilprozessordnung (SR 272, abgekürzt: ZPO) auf den 1. Januar
2011 grundsätzlich nichts verändert (Art. 98 VRP i.V.m. Art. 95 ZPO). Als
Parteientschädigung gelten der Ersatz notwendiger Auslagen, die Kosten einer
berufsmässigen Vertretung sowie in begründeten Fällen eine angemessene
Umtriebsentschädigung, wenn eine Partei nicht berufsmässig vertreten ist (Art. 95 Abs.
3 ZPO).
Abgesehen vom grundsätzlichen Ausschluss einer ausseramtlichen Entschädigung
beim Gemeinwesen sind notwendige Auslagen im Rahmen von Fr. 500.-- nicht
bis
ter
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ausgewiesen, Kosten einer berufsmässigen Vertretung sind nicht angefallen und der
Sonderfall einer Umtriebsentschädigung liegt nicht vor, da kein Verdienstausfall einer
selbständig erwerbenden Person eingetreten ist (BSK ZPO - V. Rüegg, NN 16ff. zu Art.
95 ZPO; Suter/VonHolzen, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm.,
NN 29ff. zu Art. 95 ZPO). Damit hat auch die Vorinstanz keinen Anspruch auf
ausseramtliche Entschädigung.