Decision ID: bd1b07bf-e550-5cb4-bd53-1ca60c3679c1
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Max Imfeld, Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 27. Juni 2005 zum Bezug einer Invalidenrente an. In seiner
Anmeldung gab er an, seit 1997 an körperlichen und seit 2003 an psychischen
Gebrechen zu leiden (IV-act. 3). Der Versicherte arbeitete nach seiner Immigration 1982
während zweier Jahre in einer Käserei in X._ und zwischen 1984 und 2002 als
Textildrucker. Als im Jahr 2002 die Arbeitgeberin ihre Tore schloss, wurde er arbeitslos,
was ihn veranlasste, sich selbständig zu machen. Er führte daraufhin bis ins Jahr 2003
einen Imbiss in Y._ und war danach erneut arbeitslos (IV-act. 16).
A.b Dr. med. B._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom Psychi
atrischen Zentrum Y._, stellte in ihrem Arztbericht vom 17. November 2005 die
Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode bei schwerer psychosozialer Be
lastung. Dem Versicherten wurde seit dem 25. November 2003 eine 100%-ige Arbeits
unfähigkeit als Imbissinhaber attestiert (IV-act. 16).
A.c Mit Gutachten vom 11. Juli 2006 diagnostizierte Dr. med. C._, Facharzt für
orthopädische Chirurgie, aus orthopädischer Sicht eine trikompartimentale
Gonarthrose rechts sowie eine beginnende trikompartimentale Gonarthrose links bei
varischem Alignement der unteren Extremität. Zudem habe der Versicherte Spreizfüsse
beidseits mit leicht varischem Rückfuss rechts. Er leide daran seit 1997 (IV-act. 25).
Dem Versicherten könnten daher vorwiegend stehende und sitzende Tätigkeiten, bei
denen regelmässig Gegenstände über 10 kg gehoben oder getragen werden müssten
und bei denen häufige Arbeiten in der Hockestellung notwendig seien, nicht mehr
vollumfänglich zugemutet werden (IV-act. 30-9). Aus psychiatrischer Sicht
diagnostizierte Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, eine
schwergradige depressive Störung. Differenzialdiagnostisch käme auch eine Angst-
und depressive Störung gemischt bei selbstunsicherer Persönlichkeit in Frage. Es
bestehe eine schwergradig ausgeprägte Einschränkung des psychischen
Funktionsvermögens. Der Versicherte sei seit 2003 in psychiatrischer Behandlung. Die
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Arbeitsfähigkeit angestammt betrage gemäss Gutachten 25%. Für adaptierte
Tätigkeiten betrage die Arbeitsfähigkeit ebenfalls 25% (IV-act. 30-11).
A.d Mit Verfügung vom 14. Mai 2007 wurde der Anspruch auf berufliche Massnahmen
abgewiesen (IV-act. 38 und 42).
A.e In der Folge wurde dem Versicherten mit Verfügung vom 6. September 2007 rück
wirkend ab 1. Dezember 2005 eine ganze Invalidenrente auf Grundlage eines Invali
ditätsgrades von 75% zugesprochen (IV-act. 44f.).
B.
B.a Im Fragebogen für die Revision der Invalidenrente vom 12. Dezember 2007 gab
der Versicherte an, einer Teilzeitbeschäftigung nachzugehen. Er sei als Aushilfe in
einem Schnell-Imbiss während etwa 10 Stunden pro Woche beschäftigt und verdiene
dabei rund Fr. 800.-- im Monat (IV-act. 57).
B.b Gemäss Verlaufsbericht vom 5. Mai 2008 von Dr. med. E._, Facharzt für Innere
Medizin, hatte sich der Gesundheitszustand des Versicherten nicht geändert. Die
Arbeitsfähigkeit adaptiert belaufe sich nach wie vor auf 25% (IV-act. 64).
B.c Am 3. Oktober 2008 teilte die IV-Stelle mit, dass die Invalidenrente unverändert
ausbezahlt werde und der Invaliditätsgrad nun 73% betrage (IV-act. 73).
C.
C.a Im Rahmen der von Amtes wegen im Dezember 2009 eingeleiteten
Rentenrevision wurde durch Dr. B._ gemäss Bericht vom 19./20. Januar 2010 ein
verbesserter Gesundheitszustand des Versicherten festgestellt (IV-act. 81).
C.b Seit dem 12. Februar 2010 ist der Versicherte mit einem Pensum von 25% in
einem Kebab-Imbiss in Z._ als Aushilfe über Mittag angestellt und arbeitet zwölf bis
vierzehn Stunden pro Woche (IV-act. 91 und 119).
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C.c Im Verlaufsbericht vom 25. August 2010 geht Dr. B._ von einem weiterhin in
stabilen Gesundheitszustand aus. Es könne aktuell nicht von einer psychisch stabilen
Lage ausgegangen werden. Aus psychiatrischer Sicht bestehe aber keine Arbeits
unfähigkeit (IV-act. 86).
C.d Gemäss RAD-Einschätzung vom 2. September 2010 besteht beim Versicherten
angestammt und adaptiert eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 50% (IV-act. 87). Der
Versicherte teilte in der Abklärung durch die IV-Eingliederung mit, dass er nur zu 25%
arbeiten könne und wolle (IV-act. 93).
C.e Das Gutachten des medizinischen Gutachtenzentrums St.Gallen (MGSG) vom
30. März 2011 hält fest, dass seit Januar 2009 eine Besserung des
Gesundheitszustandes des Versicherten eingetreten sei. Aus psychiatrischer Sicht liegt
gemäss Dr. med. F._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, keine
schwergradige depressive Störung, sondern nur noch eine Dysthymie vor. Seit
September 2009 sei der Versicherte nicht mehr in psychiatrischer oder
psychotherapeutischer Behandlung. In orthopädischer Hinsicht hat sich gemäss Dr.
C._ der Gesundheitszustand des Versicherten leicht verschlechtert (vgl. IV-act. 100-8
und 100-22). Gemäss den gutachterlichen Feststellungen liegt in der bisherigen
Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 75% und in einer adaptierten Tätigkeit eine solche
von 90% vor. Adaptierte Tätigkeiten seien solche ohne emotionale Belastung, ohne
erhöhten Zeitdruck, ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne erhöhte Verantwortung
und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung (IV-act. 100).
C.f Mit Vorbescheid vom 4. Mai 2011 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass
die Einstellung der IV-Rente vorgesehen sei. Dabei berücksichtigte sie bei der
Neuberechnung des Invaliditätsgrades ein Valideneinkommen von Fr. 60'263.-- (vgl. IV-
act. 71) und ein Invalideneinkommen von Fr. 54'237.--, woraus eine Erwerbseinbusse
von Fr. 6'026.--, entsprechend einem Invaliditätsgrad von 10%, resultierte (IV-act. 104).
C.g Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers erhob am 9. Juni 2011 Einwand.
Gemäss Gutachten habe sich der somatische Gesundheitszustand des Versicherten
nicht verbessert, sondern eher verschlechtert. Die Verbesserung der psychiatrischen
Situation sei auf die persönlichen Verhältnisse, insbesondere auf die Wiederaufnahme
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einer zeitlich beschränkten Teilzeitarbeit im Umfang von etwa 25%, zurückzuführen.
Diese eingetretene Verbesserung sei aber variabel und kontingent. Dem Versicherten
gehe es nun psychisch besser, weil er neben der Rente seit nunmehr 3 Jahren auch
noch einer Beschäftigung nachgehen könne und sich wieder in den Arbeitsprozess
integrieren könne. Ein plötzlicher Wegfall der Rente würde diese Fortschritte aber
wieder zunichte machen. Des Weiteren setze eine Rentenrevision konkrete und er
hebliche Eingliederungsmassnahmen voraus. Mehr als Absichtserklärungen lägen
seitens der IV-Stelle diesbezüglich aber nicht vor. Der Rechtsvertreter forderte beruf
liche Massnahmen (IV-act. 109).
C.h Am 29. Juni 2011 teilte die IV-Stelle mit, dass die Voraussetzungen für Arbeitsver
mittlung beim Versicherten erfüllt seien. Ihm werde Beratung und Unterstützung bei der
Stellensuche gewährt. Am 22. Juni 2011 wurde eine entsprechende Zielvereinbarung
getroffen (IV-act. 110 und 112).
C.i Im Verlaufsprotokoll der IV-Stelle vom 9. November 2011 wurden die
diesbezüglich wichtigsten Geschehnisse festgehalten. Der Versicherte fühle sich nur zu
25% arbeitsfähig. Aus wirtschaftlichen Gründen könne ihn sein Arbeitgeber nicht zu
einem höheren Pensum beschäftigen. Dem Versicherten sei erläutert worden, dass das
Dossier betreffend berufliche Massnahmen geschlossen werde (IV-act. 122).
C.j Mit Verfügung vom 15. November 2011 wurde ein Anspruch auf berufliche
Massnahmen abgelehnt mit der Begründung, dass der Versicherte sich nicht in der
Lage fühle, mehr als ein 25%-Pensum auszuüben. Berufliche Massnahmen seien unter
diesen Umständen nicht möglich. Betreffend Rentenrevision erhalte der Versicherte
eine separate Verfügung (IV-act. 124).
C.k Mit Verfügung vom 21. November 2011 stellte die IV-Stelle die Rente des
Versicherten per Ende Dezember 2011 ein mit der Begründung, dass eine
Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten und er in einer leidensadaptierten
Tätigkeit zu 90% arbeitsfähig sei (IV-act. 126).
D.
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D.a Mit Beschwerde vom 6. Januar 2012 beantragt der Beschwerdeführer die
ersatzlose Aufhebung der Verfügung vom 21. November 2011 bzw. die
Weiterausrichtung der Rente. Eventualiter sei die Angelegenheit zur genauen Abklärung
seines Gesundheitszustandes zurückzuweisen (act. G 1).
D.b Mit Beschwerdeantwort vom 12. März 2012 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde (act. G 4).
D.c Mit Replik vom 4. Mai 2012 ergänzt der Beschwerdeführer die Ausführungen in
der Beschwerdeantwort. Insbesondere liegt ein Arztbericht von Dr. B._ vom 17.
Januar 2012 bei. Sie berichtet darin von einer behandlungs-bedürftigen
psychiatrischen Störung im Sinne einer mittelgradigen depressiven Episode. Der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei aus psychiatrischer Sicht mässig gut,
daher könne noch nicht von einer wesentlichen Verbesserung ausgegangen werden. Im
Zusammenhang mit den physischen Problemen ergebe sich eine deutlich verminderte
Arbeitsfähigkeit (act. G 6.1 und IV-act. 86).
D.d Auf die Einreichung einer Duplik wurde seitens der Beschwerdegegnerin
verzichtet (act. G 8).

Erwägungen:
1.
Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung vom 21. November 2011. Strittig ist dabei
die von der Beschwerdegegnerin verfügte Einstellung der Invalidenrente des Be
schwerdeführers.
2.
2.1 Des Weiteren ist strittig, ob die Vorinstanz das rechtliche Gehör des
Beschwerdeführers verletzt hat, indem sie nicht auf die vom Rechtsvertreter geltend
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gemachten Mängel in der Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes
eingegangen ist.
2.2 Das Recht, angehört zu werden, ist gemäss der Rechtsprechung des
Bundesgerichts formeller Natur. Die Verletzung des rechtlichen Gehörs führt
grundsätzlich ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst
zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Rechtsprechungsgemäss kann allerdings
dann auf eine Rückweisung zur Heilung der Gehörsverletzung verzichtet werden, wenn
dies zu einem formalistischen Leerlauf und zu einer unnötigen Verzögerung des
Verfahrens führen würde (vgl. Kieser Ueli, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., 2009, Art. 42 N 9
und 10; mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). In der angefochtenen Verfügung ist die
Beschwerdegegnerin in knapper Form auf den Einwand des Rechtsvertreters des
Beschwerdeführers vom 9. Juni 2011 eingegangen. Die Auseinandersetzung mit dem
Einwand ist knapp ausgefallen. Dennoch ergibt sich aus der Begründung der
Verfügung hinreichend, worauf die IV-Stelle ihre Entscheidung abstützte. Eine
sachgerechte Anfechtung war dem Beschwerdeführer folglich möglich. Von einer
eigentlichen Verletzung der Begründungspflicht - an die praxisgemäss in der
Massenverwaltung der IV keine allzu hohen Anforderungen gestellt werden - ist daher
nicht auszugehen.
3.
3.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin
für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR
830.1]). Sinn und Zweck der Revision ist es, als Folge einer nachträglichen
Sachverhaltsveränderung die Sachverhaltsprognose für die Zukunft anzupassen und
gestützt darauf die laufende Dauerleistung für die Zukunft neu festzusetzen (Jöhl Ralph
in: Kieser Ueli/ Lendfers Miriam (Hrsg.), Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht 2012,
Zürich/St. Gallen 2012, S. 162). Der Veränderung des Invaliditätsgrads ist immer dann
mittels Rentenerhöhung, Rentenherabsetzung oder Rentenaufhebung Rechnung zu
tragen, wenn sich der der Leistung zu Grunde liegende Sachverhalt nachträglich
erheblich verändert hat. Bei der Anpassung einer Invalidenrente im Sinn von Art. 17
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Abs. 1 ATSG geht es darum, eine ursprünglich tatsächlich und rechtlich korrekte
formell rechtskräftige Verfügung über eine Dauerleistung (Rente) an nach Eintritt der
formellen Rechtskraft eingetretene Veränderungen tatsächlicher Natur anzupassen, das
heisst eine nachträglich eingetretene tatsächliche Unrichtigkeit der formell
rechtskräftigen Verfügung zu beheben.
3.2 Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen
Änderung des Invaliditätsgrads ist bei der Prüfung eines Gesuchs um Erhöhung der
Rente wie auch bei der Prüfung einer Rentenanpassung von Amtes wegen die letzte
rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs
mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs beruht (vgl. BGE 133 V 108).
3.3 Anlass zur Rentenrevision gibt nach der Rechtsprechung jede wesentliche
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und
damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist nicht nur bei einer
wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar,
wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustands erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. Erw. 3.5).
4.
4.1 Um beurteilen zu können, ob eine Rentenrevision begründet ist, sind Verwaltung
und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere
Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist
es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem
Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist
(BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
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4.2 In einem zweiten Schritt erfolgt sodann eine juristische bzw. erwerbliche
Beurteilung der im Gutachten geschilderten medizinischen Beurteilungen. Aufgabe der
IV-Stelle und des Versicherungsgerichts ist es, diese Tatsachen rechtlich zu würdigen,
das heisst zu beurteilen, ob die ärztlichen Aussagen und Schätzungen die zuverlässige
Beurteilung des Leistungsanspruchs erlauben und, falls dies der Fall ist, gestützt darauf
sowie auf die Feststellungen zu den beiden Vergleichseinkommen den Invaliditätsgrad
zu bemessen (vgl. BGE 132 V 398 f. E. 3.2 f.).
5.
5.1 Vorliegend ist demnach zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers seit Mai 2007 derart verändert hat, dass eine Anpassung der
Rentenleistung vorgenommen werden muss.
5.2 Die Verfügung vom 14. Mai 2007, mit der dem Beschwerdeführer rückwirkend
ab 1. Dezember 2005 eine Dauerleistung zugesprochen worden ist, beruht in
medizinischer Hinsicht hauptsächlich auf dem Gutachten des MGSG vom 22. August
2006, in welchem insbesondere eine schwergradige depressive Erkrankung
diagnostiziert worden war. In ihrem Bericht vom 20. Januar 2010 berichtete Dr. B._
über eine zwischenzeitlich eingetretene Verbesserung insbesondere des psychischen
Gesundheitszustandes mit weitgehender Stabilisierung. Das in der Folge im Auftrag der
IV-Stelle erstattete Gutachten des MGSG vom 9. März 2011 ergab ebenfalls eine
wesentliche Verbesserung des psychischen Gessundheitszustandes. Die Gutachter
diagnostizierten neu lediglich noch eine Dysthymie, also eine depressive Störung, die
hinsichtlich ihres Schweregrades die Voraussetzungen für die Diagnose einer
leichtgradigen depressiven Störung nicht erfüllt. Entsprechend attestierten sie eine in
quantitativer Hinsicht praktisch nicht eingeschränkte Arbeitsfähigkeit, nämlich eine
solche von 90%. Dr. B._ hat in ihrem Arztbericht vom 19./20. Januar 2010 und in
ihrem Verlaufsbericht vom 25. August 2010 Stellung zur quantitativen Beeinträchtigung
der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht genommen. Aus psychiatrischer Sicht
bestehe keine Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 81-3 bzw. 86-2, Ziff. 1.1). Sie hat in ihrem
Arztbericht vom 20. Januar 2010 zwar über eine erhöhte psychische Belastung mit
Wiederaufnahme der davor sistierten Behandlung im Januar 2010 berichtet, aber
gleichzeitig festgehalten, die psychische Störung sei aktuell nicht so gravierend, dass
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eine Arbeitstätigkeit unmöglich sei. Die Arbeitsfähigkeit sei aus somatischen Gründen
allerdings stark eingeschränkt. In ihrem Bericht vom 25. August 2010 hielt sie fest, der
psychische Zustand sei noch nicht stabil. In ihrer Stellungnahme vom 17. Januar 2012
hielt Dr. B._ schliesslich fest, es könne noch nicht von einer wesentlichen
Verbesserung ausgegangen werden. Gesamthaft erwecken die Berichte von Dr. B._
den Eindruck, sie wolle sich bezüglich Arbeitsfähigkeit nicht definitiv festlegen. Der
Grund dafür scheint nicht ausschliesslich der zu sein, dass der psychische
Gesundheitszustand – wie sie ausgeführt hat – nach wie vor instabil war. Dr. B._
scheint vielmehr auch verhindern zu wollen, dass der Beschwerdeführer mit durch eine
Renteneinstellung ausgelösten weitgehenden finanziellen Veränderungen konfrontiert
wird, wohl weil sie als behandelnde Fachärztin befürchtet, dies könne den
Beschwerdeführer aus dem Gleichgewicht bringen. Dass Dr. B._ den
Beschwerdeführer davor schützen will, ist vor dem Hintergrund des Be
handlungsauftrages von Dr. B._ nachvollziehbar. Entscheidend ist für die Beurteilung
des Anspruchs auf eine Rente der Invalidenversicherung aber nicht eine solche Be
handlungssicht, sondern die versicherungsmedizinische Zumutbarkeit, also die Antwort
auf die Frage, was dem Beschwerdeführer bei objektiver Betrachtung höchstens zuge
mutet werden kann. Eine solche versicherungsmedizinisch verwertbare Arbeitsfähig
keitsschätzung findet sich aktuell einzig im Gutachten des MGSG vom 9. März 2011,
an dessen Schlussfolgerungen die Ausführungen von Dr. B._ – zumal sie nicht Bezug
auf das Gutachten genommen hat – keine erheblichen Zweifel wecken. Es ist folglich
von einer erheblichen Veränderung bzw. Verbesserung des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers auszugehen. So nehme der Beschwerdeführer beispielsweise nur
noch eine antidepressive Medikation bei Bedarf zum Schlafen ein, die emotionale
Belastbarkeit, die geistige Flexibilität und die Dauerbelastbarkeit seien nur gering
beeinträchtigt. Zudem bestehe auch keine Beeinträchtigung der Schmerzverarbeitung
und Schmerzbewältigung – er verfüge über die notwendigen Ressourcen, die
Schmerzen mit einer zumutbaren Willensanstrengung zu überwinden, sofern die
Schmerzen nicht organisch begründbar seien (IV-act. 100-16 f.). Zusammenfassend ist
hinsichtlich des Arbeitsfähigkeitsgrades deshalb auf das Gutachten des MGSG vom
9. März 2011 abzustellen und entsprechend von einer 90%igen Arbeitsfähigkeit für
leidensadaptierte Tätigkeiten auszugehen.
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5.3 Auf Grundlage dieser Einschätzungen ergibt sich die Berechnung des Invaliditäts
grades des Beschwerdeführers mittels Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG).
Durch die 90%-ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit kann ein
rentenausschliessendes Einkommen erzielt werden. Der Beschwerdeführer ist aufgrund
seiner fehlenden Berufsbildung als Hilfsarbeiter einzustufen. Es ist davon auszugehen,
dass er ohne die gesundheitliche Beeinträchtigung auch weiterhin als Hilfsarbeiter tätig
gewesen wäre. Das Valideneinkommen richtet sich nach der Schweizerischen Lohn
strukturerhebung (LSE) im Lohnniveau 4, da wegen der vor Eintritt der Arbeitsunfähig
keit selbständigen Erwerbstätigkeit keine taugliche Grundlage im effektiv erzielten Lohn
besteht. Das zumutbare Einkommen ohne Behinderung (Valideneinkommen) betrüge
demnach Fr. 59'979.-- (LSE 2008). Das Invalideneinkommen, das die IV-Stelle zu Recht
ebenfalls auf der Basis der LSE 2008 bemessen hat (vgl. IV-act. 71), beläuft sich wegen
der 90%igen Arbeitsfähigkeit auf Fr. 53'981.--. Die daraus resultierende Erwerbsein
busse von Fr. 5'998.-- entspricht einem Invaliditätsgrad von 10%. Da der Invaliditäts
grad des Beschwerdeführers weit unter 40% liegt, besteht kein Rentenanspruch mehr.
Auch ein allfälliger Tabellenlohnabzug würde dies nicht ändern. Mit diesem Abzug
wird berücksichtigt, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen im Vergleich zu voll
leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitskräften lohnmässig benach
teiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen.
Zudem wird berücksichtigt, dass weitere persönliche oder berufliche Merkmale einer
Person Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (vgl. Geertsen Philipp in: Kieser/
Lendfers, a.a.O., S. 139 ff.). Die Beschwerdegegnerin hat die Einstellung der Rente am
21. November 2011 zu Recht verfügt.
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Die angefochtene
Verfügung vom 21. November 2011 ist rechtens.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
bis
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unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.--
aufzuerlegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP