Decision ID: ed1515e8-c289-597a-be28-f5386ed6a9d3
Year: 2016
Language: de
Court: BE_VG
Chamber: BE_VG_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der aus Albanien stammende A._, geboren am ... 1998, wurde am 27. Januar 2016 im Bahnhof Bern polizeilich angehalten. Weil er anlässlich dieser Kontrolle Heroin auf sich trug, wurde im Anschluss daran eine Hausdurchsuchung an seinem Aufenthaltsort an der ...strasse ... in Solothurn durchgeführt, wobei auch dort Betäubungsmittel entdeckt . A._ wurde noch am gleichen Tag in Untersuchungshaft . Am 28. Juni 2016 wurde er unter anderem wegen Widerhandlungen gegen die Betäubungsmittelgesetzgebung strafrechtlich belangt. Am 1. Juli 2016 wiesen die Einwohnerdienste, Migration und Fremdenpolizei (EMF) der Einwohnergemeinde Bern A._ mit sofortiger Wirkung aus der Schweiz weg und versetzten ihn in Ausschaffungshaft. In der Annahme, A._ unverzüglich nach Albanien überstellen zu können,  die EMF die Überprüfung dieser Anordnung durch das kantonale Zwangsmassnahmengericht (ZMG), nachdem A._ schriftlich auf eine mündliche Verhandlung verzichtet hatte.
B.
Als feststand, dass die Ausschaffung von A._ wegen seines abgelaufenen Reisepasses und mangels rechtzeitiger Ausstellung eines «Laissez-passer» nicht innerhalb von acht Tagen erfolgen konnte, beantragten die EMF am 6. Juli 2016 beim ZMG (erneut), die gegenüber A._ für einen Monat angeordnete Ausschaffungshaft zu . Tags darauf führte das ZMG eine mündliche Verhandlung durch und bestätigte die Ausschaffungshaft bis zum 27. Juli 2016.
C.
Mit undatierter und in englischer Sprache verfasster Eingabe (Eingang beim ZMG am 8.7.2016, gleichentags Weiterleitung an das Verwaltungs-
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.07.2016, 100.2016.200U, Seite 3
gericht) hat A._ Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Er stellt sinngemäss den Antrag, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und er sei aus der Haft zu entlassen.
Mit Verfügung vom 11. Juli 2016 hat der Instruktionsrichter die Beschwerde den übrigen Verfahrensbeteiligten zugestellt.

Erwägungen:
1.
1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 12 Abs. 2 des Einführungsgesetzes vom 20. Januar 2009 zum Ausländer- und zum Asylgesetz [EG AuG und AsylG; BSG 122.20]). Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen  teilgenommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- und fristgerecht  Beschwerde ist einzutreten.
1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).
1.3 Der vorliegende Entscheid fällt in die einzelrichterliche Zuständigkeit (Art. 57 Abs. 2 Bst. e des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die  der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.07.2016, Nr. 100.2016.200U, Seite 4
2.
Da hier ein Wegweisungsentscheid eröffnet worden ist, kann die  Behörde den Beschwerdeführer zur Sicherstellung des Vollzugs in Ausschaffungshaft nehmen, wenn die Voraussetzungen von Art. 76 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG; SR 142.20) erfüllt sind. Dabei muss einer der in Art. 76 Abs. 1 AuG genannten Haftgründe bestehen und der Vollzug der  mit dem nötigen Nachdruck verfolgt werden (Beschleunigungsgebot; Art. 76 Abs. 4 AuG). Die Administrativhaft hat insgesamt den sich aus dem Verhältnismässigkeitsprinzip ergebenden Erfordernissen zu genügen (Art. 36 Abs. 3 der Bundesverfassung [BV; SR 101]; Art. 28 Abs. 3 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]), es darf kein  vorliegen (Art. 80 Abs. 6 AuG) und es ist die maximal  Haftdauer zu beachten (Art. 79 AuG). Dabei sind die Rechtmässigkeit und die Angemessenheit der Haft gemäss Art. 80 Abs. 2 AuG spätestens nach 96 Stunden durch eine richterliche Behörde aufgrund einer  Verhandlung zu überprüfen.
3.
Zunächst stellt sich die Frage, ob die Haftüberprüfung durch das ZMG  der gesetzlichen Frist erfolgt ist.
3.1 Der Beschwerdeführer wurde am 1. Juli 2016 in Ausschaffungshaft versetzt (vorne Bst. A; Haftakten ZMG pag. 32 ff.). Spätestens ab diesem Zeitpunkt ist er ausschliesslich aus ausländerrechtlichen Gründen  worden, womit die Frist gemäss Art. 80 Abs. 2 AuG zu laufen  hat. Die EMF beantragten ein erstes Mal am 1. Juli 2016 die  der von ihnen angeordneten Ausschaffungshaft durch das ZMG (Haftakten ZMG pag. 30), nachdem der Beschwerdeführer schriftlich «auf eine mündliche gerichtliche Verhandlung» verzichtet hatte (vgl.  vom 1.7.2016, in Haftakten ZMG pag. 6). Das ZMG bescheinigte direkt auf dem Antragsschreiben der EMF, den Antrag geprüft und  zu haben. Die entsprechende «Bestätigung» trägt das Datum vom
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.07.2016, 100.2016.200U, Seite 5