Decision ID: ee8a3ed7-aad7-4c9a-954f-be08250260b0
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
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vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Anwaltskanzlei St. Jakob,
St. Jakob Strasse 37, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Einstellung der Invalidenrente (Sanktion, Wiedererwägung, prozessuale
Revision)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ erlitt am 31. Oktober 1991 einen Verkehrsunfall. Dabei zog sich der
Versicherte ein Schädel-Hirn-Trauma, multiple Wunden im Schulterbereich und am
Kopf zu. Wegen eines Epi- und Subduralhämatoms musste am 2. November 1991 eine
Trepanation durchgeführt werden (vgl. Arztzeugnis des nachbehandelnden Dr. med.
B._, Allgemeine Medizin FMH, vom 23. November 1991, act. G 4.2.1-173). Im
nervenärztlichen Gutachten vom 10. Dezember 1992 diagnostizierte Dr. med. C._,
Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, als Unfallfolgen: subjektive Restbeschwerden
indirekt mühsam erhebbar; mehrfache an sich blande Narben im Bereich des
Hinterhauptes sowie der Schulterhöhen und des linken Schulterblattes; eine
Mischsymptomatik eines posttraumatischen Psychosyndroms und eines erheblichen
reaktiv-psychogenen Verhaltensmusters. Die massivsten psychogenen Reaktionen
vereitelten zumindest bei einer einmaligen ambulanten Untersuchung jegliche seriöse
Trennung des Faktors "hirnorganisches Psychosyndrom" und des zusätzlich verur
sachenden Faktors der rein sekundären psychogenen Mechanismen. Zu einer
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exakteren Quantifizierung des unfallkausalen Dauerschadens würden eine oder auch
mehrere ambulante Untersuchungen und Begutachtungen nicht ausreichen. Ideal wäre
eine stationäre Aufnahme in einer neurologischen Klinik (act. G 4.2.1.-93 ff.).
A.b Vom 9. Februar bis 1. April 1993 befand sich der Versicherte in der
Rehabilitationsklinik Bellikon. Die dort behandelnden medizinischen Fachpersonen
führten im Austrittsbericht vom 6. April 1993 aus, als Unfallfolgen lägen eine
mittelschwere bis schwere neuropsychologische Funktionsstörung mit
posttraumatischer Wesensveränderung und eine Cephalea vor. Möglich sei eine
Innenohrschwerhörigkeit rechts (act. G 4.1.8-3 ff.). Am 4. Mai 1993 meldete sich der
Versicherte zum Bezug von IV-Leistungen an, da er an Kopfbeschwerden leide (act.
G 4.1.2).
A.c Die Suva sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 10. Januar 1994 für die
Unfallfolgen eine Invalidenrente entsprechend einer 100%igen Erwerbsunfähigkeit
sowie eine Integritätsentschädigung entsprechend einer 70%igen Integritätseinbusse
zu (act. G 4.2.1-45 ff.). Die IV-Stelle sprach dem Versicherten mit Verfügung vom
22. April 1994 mit Wirkung ab 1. Oktober 1992 eine ganze Rente zu (act. G 4.1.25), die
im Rahmen der von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahren bestätigt wurde
(vgl. Verfügungen vom 20. März 1996, act. G 4.1.32, und vom 5. Juli 1999, act.
G 4.1.43).
A.d Vom 23. Februar bis 1. März 2000 befand sich der Versicherte zur Überprüfung
eines allfälligen unfallversicherungsrechtlichen Anspruchs auf Hilflosenentschädigung
in der Rehaklinik Bellikon. Die medizinischen Fachpersonen berichteten, bei Eintritt
hätten immer noch deutliche interaktionelle Verhaltensauffälligkeiten imponiert mit
zeitweise kaum vorhandener Ansprechbarkeit, zeitweise aber auch Befolgen von
verbalen Aufträgen. Gemäss Beobachtungen sei der Versicherte stark hilfsbedürftig
und in Eigenaktivitäten deutlich eingeschränkt. Die neurologische Examination habe
wegen fehlender Kooperation nicht vollständig ausgeführt werden können.
Abschliessend könne mit allen zu bedenkenden Einschränkungen in der alltäglichen
Beobachtung des Beschwerdeführers eine deutliche Hilflosigkeit bestätigt werden
(Austrittsbericht vom 23. März 2000, act. G 4.1.50-4 ff.). Mit Verfügung vom 4. Oktober
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2000 sprach die Suva dem Versicherten rückwirkend ab 1. Juni 1999 eine
Hilflosenentschädigung für eine leichte Hilflosigkeit zu (act. G 4.1.52).
A.e Ein aufgrund einer anonymen Anzeige eingeleitetes Strafverfahren gegen den
Versicherten wegen Betruges zum Nachteil der schweizerischen Sozialversicherungen
wurde am 19. August 2002 mangels Beweises aufgehoben (act. G 4.1.65).
A.f Am 19. Mai 2004 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass er weiterhin
Anspruch auf die bisherige Invalidenrente habe (act. G 4.1.68).
A.g Am 12. und 13. Oktober 2004 wurde der Versicherte erneut in der Rehaklinik
Bellikon untersucht, wo er sich vom 11. bis 26. Oktober 2004 zur stationären
Betreuung befand (vgl. act. G 4.3.3-155). Im psychiatrischen Untersuchungsbericht
vom 13. Oktober 2004 gab der Experte im Rahmen der Diagnosestellung an, es
bestünde keine hinlänglich abgrenzbare oder klare psychopathologische Störung von
Krankheitswert. Es liege ein abnormes Krankheitsverhalten im Sinn einer Präsentation
eines massiven Nichtwissens in verschiedener Hinsicht, inhaltlich und in Bezug auf die
Befundlage jedoch inkonsistent, vor. Zeichen einer dissoziativen Störung hätten nicht
festgestellt werden können. Die Befunde seien nicht beweisend für ein bewusst
gesteuertes Vorgeben von Defiziten, doch spreche auch nichts eindeutig dagegen. Im
Mindesten bestehe ein bewusstseinsnahes Danebenantworten im Sinn einer
Pseudodemenz (act. G 4.3.3-203 ff.). Der neuropsychologische Experte berichtete, der
Versicherte sei affektiv-emotional, aber auch geistig nicht erreichbar. Es sei kein
verlässlicher Kontakt herstellbar, geschweige denn eine kohärente Kooperation im
Gespräch oder bei einer anderen Aktivität etablierbar. Das aktuelle Zustandsbild sei mit
nicht mehr näher bestimmbaren posttraumatischen kognitiven Einschränkungen
weiterhin durch die im Verlauf eingetretene Fehlverarbeitung mit erheblichen,
interaktionellen Verhaltensauffälligkeiten deutlich dominiert. Das Ausmass des
gesamten Zustandsbilds werde weiterhin als mittelschwer bis schwer beurteilt. Der
Versicherte sei nicht in der Lage, zu erwerblichen Zwecken in der freien Wirtschaft
arbeitstätig zu sein (neuropsychologischer Bericht vom 22. Oktober 2004, act.
G 4.3.3-198 ff.). In der neurologischen Stellungnahme vom 3. Januar 2005 führten die
medizinischen Fachpersonen der Rehaklinik Bellikon aus, dass etwaige primär
unfallbedingte hirnorganische Komponenten in der Erklärung der vom Versicherten
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gebotenen Verhaltensauffälligkeiten allenfalls eine untergeordnete Rolle spielen
könnten und ganz im Hintergrund der Symptomatik stehen müssten. Für sich allein
genommen seien sie sicher nicht geeignet, das Verhalten des Versicherten zu erklären.
Hinweise auf eine psychiatrische oder psychosomatische Störung fänden sich nicht.
Der aus den Aktenunterlagen ersichtliche Erklärungsansatz, dass es sich um eine
schmerzbedingte psychopathologische Fehlentwicklung handle, sei aufgrund der
klinisch-wissenschaftlichen Datenlage und des konkreten Befunds eher
unwahrscheinlich. Zu diskutieren wäre ein bewusst manipulatives Verhalten,
wenngleich dieses nicht positiv beweisbar gewesen sei. Der Versicherte präsentiere ein
Verhalten, das nicht mit einer kommerziellen Tätigkeit auf dem Arbeitsmarkt vereinbar
wäre. Ursächlich hierfür seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht primär
hirnorganische Schäden, sondern das von ihm erlernte Verhalten, dessen Ursache
nicht klar ersichtlich sei (act. G 4.3.3-155 ff.). Auf Nachfrage der Suva-Rechtsabteilung
teilte die Rehaklinik Bellikon am 7. März 2005 mit, medizinische Massnahmen, um die
medizinischen Zweifel zu erhärten oder zu widerlegen, seien nicht angezeigt. Auch von
einem nochmaligen Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon sei wahrscheinlich kein
Erkenntnisgewinn zu erwarten. Vielmehr wäre es von Nöten, den Versicherten in
Situationen zu beobachten, in denen er sich unbeobachtet fühle. Sollte dieser hierbei
Verhaltensweisen zeigen, die nicht mit einer starken Beeinträchtigung vereinbar wären,
wären die Zweifel erhärtet. Eine Überwachung des Versicherten durch Privatdetektive
sei sinnvoll (act. G 4.3.3-54 ff.). Am 26. und 27. April 2005 sowie am 19. und 20. Mai
2005 wurde der Versicherte observiert. Im Ermittlungsbericht vom 17. Juni 2005 kamen
die Abklärungspersonen zum Schluss, der Versicherte habe nie bei beruflichen
Aktivitäten beobachtet werden können. Hingegen sei er ausser Haus wiederholt allein,
mit seiner Frau oder seinen Kindern unterwegs gewesen. Er habe sich mit Leuten
unterhalten, an einem Handy manipuliert und problemlos seiner Tochter hinterher
rennen können, als diese mit ihrem Trottinett eine abfallende Strasse hinuntergefahren
sei. Insgesamt hätten keine Anzeichen von körperlicher Einschränkung, Verwirrtheit
oder besonderer sozialer Zurückgezogenheit beobachtet werden können (act.
G 4.3.3-58 ff.).
A.h Am 20. März 2006 erstattete die Suva Strafanzeige gegen den Versicherten
wegen Betrugs (act. G 4.3.3-42 ff.). Mit Verfügung vom 5. Dezember 2006 forderte die
Suva vom Versicherten unrechtmässig ausgerichtete Leistungen im Umfang von
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Fr. 272'814.-zurück (act. G 4.3.3-8 ff.). Dagegen erhob der Versicherte am 8. Dezember
2006 Einsprache (act. G 4.3.3-3 ff.). Das Strafverfahren gegen den Versicherten wurde
am 28. Juni 2007 aufgehoben (act. G 4.3.9-124 ff.). Das Einspracheverfahren bei der
Suva wurde auf Antrag des Versicherten sistiert (vgl. act. G 4.3.9-4 und G 4.3.9-1).
A.i Im Auftrag der Suva wurde der Versicherte am 19. und 26. Februar 2009 in der
ZVMB GmbH polydisziplinär (neuropsychologisch, internistisch, psychiatrisch und
neurologisch) begutachtet. Die Experten diagnostizierten im Gutachten vom 31. März
2009: einen Status nach Schädel-Hirn-Trauma am 31. Oktober 1991 mit/bei
Epiduralhämatom rechts parietal und rechts temporo-basal, Hämatomevakuation am
2. November 1991 und computertomographisch nachgewiesenen leichten
Veränderungen des Gehirns sowie medizinisch nicht erklärbarer Entwicklung eines im
Verlauf schwankenden und inkonsistenten Beschwerde- und Symptomkomplexes mit
Hinweisen auf eine intentionale Steuerung des Verhaltens (artifizielle Störung); eine
unfallfremde Lumboischialgie L5 rechts, konservativ und operativ behandelt. Es fehle
ein organisches Substrat sowie eine plausible medizinische Erklärung, um aufgrund der
Unfallfolgen ab 1. Januar 1994 eine Minderung der Leistungsfähigkeit zu begründen
(act. G 4.3.7-7 ff.).
A.j Im von der IV-Stelle von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahren gab der
Versicherte im Fragebogen vom 18. Mai 2009 an, sein Gesundheitszustand sei gleich
geblieben. Wegen einer Rückenoperation vom 20. September 2006 habe sich der
Gesundheitszustand verschlechtert. Deswegen sei der Rücken ein zweites Mal am
19. Juni 2007 operiert worden. Momentan befinde er sich in Therapie (act. G 4.1.80).
Dr. B._ führte im Verlaufsbericht vom 14. Juni 2010 aus, der Gesundheitszustand des
Versicherten sei stationär (act. G 4.1.87).
A.k Mit Vorbescheid vom 18. November 2010 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, die Rente per sofort einzustellen. Zur Begründung führte sie an, aufgrund der
vorliegenden medizinischen Akten hätte der Versicherte während Jahren ein
Zustandsbild gezeigt, das als mittelschwere bis schwere Hirnfunktionsstörung im
Rahmen einer posttraumatischen Wesensveränderung interpretiert worden sei. Die
jüngsten Abklärungen hätten nun gezeigt, dass dieses Zustandsbild weder durch eine
Hirnschädigung noch durch eine psychische Erkrankung erklärbar sei. Vielmehr sei
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davon auszugehen, dass der Versicherte seine Beschwerden in wesentlichen Teilen
bewusst vorgespielt habe. Unter diesen Umständen sei davon auszugehen, dass er die
bezogenen IV-Leistungen unrechtmässig erwirkt habe und versuche, künftige
Leistungen zu erwirken. Ergänzend sei festzuhalten, dass auch die Voraussetzungen
für eine wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom 22. April 1994 erfüllt
seien (act. G 4.1.92). Dagegen erhob der Versicherte am 26. Januar 2011 Einwand. Er
beantragte darin, die ganze Invalidenrente sei weiterhin auszurichten (act. G 4.1.102).
Am "25. Februar 2010" (richtig und nachfolgend: 25. Februar 2011) verfügte die IV-
Stelle die sofortige Renteneinstellung (act. G 4.1.103).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 25. Februar 2011 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 21. März 2011. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten-
und Entschädigungsfolge deren Aufhebung. Es sei ihm die mit Verfügung vom 22. April
1994 zugesprochene ganze Invalidenrente weiterhin zu entrichten. Er stellt sich auf den
Standpunkt, dass eine Renteneinstellung gestützt auf Art. 7 Abs. 2 lit. c IVG nicht zu
lässig sei. Die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung seien nicht erfüllt (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 30. Mai 2011
die Abweisung der Beschwerde. Eventuell seien die Verfügungen vom 22. April 1994
wiedererwägungsweise rückwirkend aufzuheben. Sie bringt im Wesentlichen vor,
Art. 7b Abs. 2 lit. c IVG bilde - neben den klassischen Bestimmungen von Art. 17 ATSG
sowie Art. 53 Abs. 1 und 2 ATSG - einen eigenständigen Titel für eine
Leistungseinstellung. Sei der Nachweis eines unrechtmässigen Leistungsbezugs
erbracht, erlaube Art. 7b Abs. 2 lit. c IVG eine unverzügliche Leistungseinstellung, ohne
dass die Verwaltung nachweisen müsste, dass seit der Leistungszusprache eine
Verbesserung eingetreten oder dass die ursprüngliche Verfügung falsch gewesen sei.
Es sei überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer in sämtlichen
Untersuchungssituationen, wozu auch stationäre Aufenthalte gehörten, in erheblichem
Umfang Beschwerden simuliert oder zumindest massivst aggraviert habe. Dies sei nur
mit einem grossen Aufwand an Energie und Konzentration möglich. Eine Simulation auf
diesem Niveau dokumentiere somit ein gutes intellektuelles Leistungsniveau. Die
frühere Annahme einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit stelle auf die vom
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Beschwerdeführer höchstwahrscheinlich simulierten Verhaltensweisen ab. Somit sei
rechtsgenüglich erstellt, dass der Beschwerdeführer zu Unrecht Leistungen erwirkt
habe und weiterhin zu erwirken versuche. Damit sei es zulässig, dem
Beschwerdeführer künftige Rentenleistungen zu verweigern. Die Renteneinstellung
rechtfertige sich auch gestützt auf eine Wiedererwägung, da sich die erstmalige
Rentenzusprache auf einen offensichtlich falschen Sachverhalt gestützt habe (act. G 4).
B.c Innert mehrmals erstreckter Frist reicht der Beschwerdeführer am 21. November
2011 die Replik ein, worin er unverändert an seiner Beschwerde festhält. Ergänzend
beantragt er eine mündliche Verhandlung. Ferner sei Dr. med. D._, FMH Psychiatrie
und Psychotherapie, vor Schranken als medizinischer Sachverständiger zu befragen.
Der Beschwerdeführer bestreitet, dass er den geltend gemachten Gesundheitsschaden
vorspiele. Er habe Dr. D._ mit einem Gegengutachten beauftragt, das noch nicht
vorliege (act. G 15).
B.d Die Beschwerdegegnerin hält in der Duplik vom 5. Januar 2012 unverändert an
ihren Anträgen fest (act. G 17).
B.e Am 20. Februar 2012 reicht der Beschwerdeführer ein neurologisches und
psychiatrisches Gutachten von Dr. D._ und Dr. med. E._, FMH Neurologie/Ver
haltensneurologie SGVN, vom 15. Februar 2012 ein. Dieses stützt sich auf eine
persönliche Untersuchung des Versicherten vom 27. Juni 2011. Der neurologische
Experte diagnostizierte einen Zustand nach Verkehrsunfall mit heute noch bestehenden
mittelschweren bis schweren Hirnfunktionsstörungen mit Wesensveränderung,
Frontalhirndefiziten sowie auch Beeinträchtigung subkortikaler Funktionen. Ferner
bestünden posttraumatische Kopfschmerzen, ein Zustand nach radikulärer Reiz- und
Ausfallsymptomatik der Wurzel L4 links bei Diskushernie mit noch leicht bis höchstens
mässig ausgeprägtem linksbetontem Lumbovertebralsyndrom sowie fraglich diskreter
radikulärer Ausfallsymptomatik links bei Zustand nach Dekompression L4/5 und
Isthmotomie L5 rechts am 19. Juni 2006 sowie re-Dekompression und Freilegung der
Nervenwurzel L5 im Verlauf am 19. Juni 2007. Aus psychiatrischer Sicht bestehe ein
Verdacht auf eine Frontalhirnstörung mit Wesensveränderung, DD: dementielle
Erkrankung. Es müsse festgehalten werden, dass die Befunde und Symptome des
Exploranden konsistent seien mit den übrigen Verhaltensbeschreibungen und es
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schwer vorstellbar sei, dass der Explorand mit einer willentlich gesteuerten, kognitiven
Leistung dieses Verhalten, das geprägt sei von Hinweisen auf eine
Frontalhirnproblematik bzw. eine organische Persönlichkeitsstörung, vollumfänglich
simulieren könne. Das Leiden sei mit grosser Wahrscheinlichkeit organisch bedingt. Im
Rahmen der Konsensbeurteilung kamen die Dres. E._ und D._ zum Schluss, der
Beschwerdeführer sei stark wesensverändert, kognitiv in erheblichem Mass
beeinträchtigt, habe keinerlei Konzept seiner eigenen Beeinträchtigung und sei für
jegliche Tätigkeit als 100% arbeitsunfähig zu betrachten. Zudem bestehe eine
Hilflosigkeit, die zumindest im leichten Rahmen ausgewiesen sei (act. G 19.1). Mit
Schriftsatz vom 8. März 2012 reicht der Beschwerdeführer betreffend die am 5. Januar
2012 vorgenommene Operation (Dorsale Spondylodese L4 bis S1; TLIF L4 bis S1 von
links mit T-pal, Dekompression L4 bis S1 beidseits inklusive Neurolyse für die
Nervenwurzeln L4 und L5 beidseits bei der Diagnose Diskopathie L4 - S1) den
Operationsbericht sowie den Kurzaustrittsbericht vom 13. Januar 2012 ein (act. G 23).
B.f Am 22. März 2012 nimmt die Beschwerdegegnerin Stellung zu dem vom
Beschwerdeführer eingereichten Gutachten. Sie hält dieses für nicht aussagekräftig.
Ergänzend beantragt sie die Durchführung einer prozessualen Revision (act. G 25). Zur
Untermauerung ihrer Argumentation legt sie eine Stellungnahme des RAD vom
21. März 2012 ins Recht (act. G 25.1).
B.g Mit E-Mail vom 9. April 2013 verzichtete der Beschwerdeführer auf eine
mündliche Verhandlung (act. G 27).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien umstritten und zu prüfen ist die Frage, ob die von der
Beschwerdegegnerin verfügte sofortige Renteneinstellung rechtmässig ist.
2.
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Die Beschwerdegegnerin erachtete die sofortige Renteneinstellung allein schon mit
Blick auf Art. 7b Abs. 2 lit. c des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) für gerechtfertigt (act. G 4.1.103 und G 4, S. 7 ff.). Diese Bestimmung bilde
einen eigenständigen Titel für eine Leistungseinstellung (act. G 4, S. 8).
2.1 Gemäss Art. 7b Abs. 2 lit. c IVG können die Leistungen der Invalidenversicherung
in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren
gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person solche Leistungen zu
Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat.
2.2 Durch Art. 7b Abs. 2 IVG wird eine Ausnahme vom Mahn- und
Bedenkzeitverfahren nach ATSG geschaffen. Entgegen der Sichtweise der
Beschwerdegegnerin stellt dieser Absatz nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung indessen keinen eigenständigen Grund dar, um auf eine rechtskräftige
Verfügung zurückzukommen. Nicht im Sinn von Art. 7b Abs. 2 IVG sei es, die IV-Stellen
von ihrer Aufgabe zu entheben, den Bestand der Leistungsansprüche versicherter
Personen rechtsgenüglich abzuklären. Daraus folge für Fälle, in denen eine IV-Stelle bei
laufender Rente im Nachhinein der Ansicht sei, der Leistungsbezug erfolge zu Unrecht,
diese zunächst unter Berufung auf einen Rückkommenstitel (Wiedererwägung,
Revision) die Rentenzahlung herabzusetzen oder aufzuheben habe (BGE 138 V 65 f.
E. 4.3).
3.
Die Beschwerdegegnerin stellte sich für den Fall, dass eine Renteneinstellung der
laufenden Rente nicht in Anwendung von Art. 7b Abs. 2 lit. c IVG erfolgen könne, auf
den Standpunkt, die Voraussetzungen für eine prozessuale Revision (act. G 25, S. 1)
und eine Wiedererwägung (act. G 4, S. 11) seien erfüllt.
3.1 Der Rückkommenstitel der prozessualen Revision ist in Art. 53 Abs. 1 ATSG ge
regelt. Nach dieser Bestimmung müssen formell rechtskräftige Verfügungen und
Einspracheentscheide in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder
der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder
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Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht möglich war.
Rechtsprechungsgemäss ist die prozessuale Revision von Verwaltungsverfügungen nur
innerhalb einer absoluten zehnjährigen Frist, die mit der Eröffnung des Entscheids
einsetzt, zulässig. Daneben gilt es eine relative Frist von 90 Tagen zu beachten, deren
Lauf mit der Kenntnis des Revisionsgrundes einsetzt (Urteile des Bundesgerichts vom
9. März 2009, 9C_1011/2008, E. 1, und vom 25. August 2010, 8C_302/2010, E. 4.3 f.;
vgl. auch Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2009, Rz 23 zu Art. 53). Die
Verfügung, auf welche die Beschwerdegegnerin zurückkommen will, wurde am
22. April 1994 erlassen (act. G 4.1.25). Die bei der prozessualen Revision zu
beachtende absolute Frist von zehn Jahren war im Zeitpunkt der angefochtenen
Verfügung vom 25. Februar 2011 (act. G 4.1.103) längst abgelaufen, weshalb die
Beschwerdegegnerin vorliegend aus Art. 53 Abs. 1 ATSG nichts zu ihren Gunsten
ableiten kann.
3.2 Des Weiteren ist das Vorbringen der Beschwerdegegnerin zu beurteilen, auf die
ursprüngliche Rentenverfügung könne wiedererwägungsweise zurückgekommen
werden.
3.2.1 Die IV-Stelle kann nach Art. 53 Abs. 2 ATSG auf formell rechtskräftige Ver
fügungen zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre
Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Die Wiedererwägung dient der Korrektur
einer anfänglich unrichtigen Rechtsanwendung einschliesslich unrichtiger Feststellung
im Sinn der Würdigung des Sachverhalts. Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit
ist in der Regel erfüllt, wenn eine Leistungszusprache aufgrund falsch oder
unzutreffend verstandener Rechtsregeln erfolgt ist oder wenn massgebliche
Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden. Anders verhält es sich, wenn
der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen liegt,
deren Beurteilung notwendigerweise Ermessenszüge aufweist. Erscheint die
Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststellung solcher Anspruchsvoraussetzungen
(Invaliditätsbemessung, Arbeitsunfähigkeitsschätzung, Beweiswürdigung,
Zumutbarkeitsfragen) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im
Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung darbot, als vertretbar, scheidet die
Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus. Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein
vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein
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einziger Schluss - derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung - denkbar (Urteil des
Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_368/2012, E. 2.2).
3.2.2 Bei der Rentenzusprache vom 22. April 1994 berücksichtigte die
Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht insbesondere den Arztbericht von
Dr. B._ vom 11. Juni 1993 und die von ihm eingereichten medizinischen Berichte
(act. G 4.1.8-1 ff.). Die behandelnden medizinischen Fachpersonen der Rehaklinik
Bellikon bescheinigten dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit "im
Rahmen der Rente" (Austrittsbericht vom 6. April 1993, act. G 4.1.8-4 f.). Im
neurologischen Bericht vom 17. Februar 1993 war von einer mittelschweren bis
schweren neuropsychologischen Funktionsstörung die Rede (act. G 4.1.8-10). Auch im
Bericht der Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom 7. Juni
1993 wurde davon ausgegangen, der Beschwerdeführer sei "weiterhin nicht
arbeitsfähig" (act. G 4.1.8-19). Damit ging die Einschätzung der damaligen
Regionalstelle für berufliche Eingliederung Behinderter einher, wonach die Folgen des
Schädel-Hirntraumas derart gravierend seien, dass der Beschwerdeführer nie mehr
arbeitsfähig werden würde. Von einer eigentlichen Arbeitsfähigkeit könne sicher nicht
mehr gesprochen werden. Deswegen seien berufliche Massnahmen irgendwelcher Art
nicht möglich (Bericht vom 1. Dezember 1993, act. G 4.1.16). Der Beschwerdegegnerin
kann angesichts dieser Aktenlage nicht vorgeworfen werden, sie hätte bei der
erstmaligen Rentenzusprache ihre Abklärungspflicht verletzt. Im Beschwerdeverfahren
wird von ihr weder geltend gemacht noch ist es ersichtlich, dass die damalige
Rentenzusprache aufgrund falsch oder unzutreffend verstandener Rechtsregeln erfolgt
wäre oder massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt worden wären.
Hinzu kommt, dass sich die Beschwerdegegnerin damals zusätzlich auf die
Rentenzusprache der Suva (Verfügung vom 10. Januar 1994, act. G 4.2.1-45 ff.) stützte
(vgl. zum Ganzen Einzelprotokoll und Schreibauftrag vom 26. Januar 1994, act.
G 4.1.19). Sie hat diese zu Recht als Indiz für eine zuverlässige Beurteilung werten und
als solches in den Entscheidungsprozess einbeziehen dürfen (vgl. etwa Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 26. Juli 2000, I 517/98, E. 2d).
3.2.3 Zwar ergeben sich teilweise auch aus den damaligen medizinischen Akten
Hinweise auf Inkonsistenzen und es wurde auch eine mangelnde Kooperation
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beschrieben (etwa act. G 4.1.8-18). Allerdings wurden diese Aspekte bei der damaligen
medizinischen Beurteilung - zumindest vertretbar - gewürdigt. So berichtete die Klinik
für Neurologie des KSSG am 7. Juni 1993 in Würdigung dieser Umstände und gestützt
auf eigene Untersuchungen, dass keine sicheren fokalen neurologischen Ausfälle
hätten nachgewiesen werden können. Allerdings liege aber eine schwere
Hirnfunktionsstörung mit im Vordergrund stehender psychischer Wesensveränderung
vor. Die psychischen Veränderungen des Beschwerdeführers seien typisch für eine
rechtshemisphärische Hirnverletzung (act. G 4.1.8- 18 f.; im Wesentlichen ähnlich der
Bericht der Rehaklinik Bellikon vom 6. April 1993, act. G 4.1.8-3 ff.). Die behandelnden
medizinischen Fachpersonen der Rehaklinik Bellikon führten im Bericht vom
17. Februar 1993 aus, bei der Testuntersuchung mühe sich der Beschwerdeführer ab,
gestellte Anforderungen auszuführen, verkrampfe sich zusätzlich, was zur
Aufrechterhaltung und Verschlimmerung des Schmerzempfindens beitrage. Deutlich
sichtbar im Ausdrucksverhalten seien auch die herabgesetzte Frustrationstoleranz und
der verzweifelte Ärger über das eigene Unvermögen. Die Kooperation sei vorhanden
gewesen. Es hätten sich schwere Störungen der Aufmerksamkeitsfunktionen finden
lassen. Die Befunde liessen sich mit einer mittelschweren bis schweren
neuropsychologischen Funktionsstörung vereinbaren (act. G 4.1.8-9 f.). Bei der
Sichtung eines "CT Schädel nativ/Kontrast + Rekonstruktion" vom 22. Februar 1993
kam Prof. Dr. med. F._, Institut für Röntgendiagnostik und Nuklearmedizin, bei
ansonsten unauffälligem Ergebnis zum Schluss, dass eine gewisse Betonung des
Ventrikelsystems auffalle, die für das Alter des Beschwerdeführers doch ungewöhnlich
erscheine. Dieser Befund könnte für die angegebenen Symptome möglicherweise doch
verantwortlich sein (act. G 4.1.8-8). Insgesamt erscheint damit die damalige -
notwendigerweise mit Ermessenszügen behaftete - Arbeitsfähigkeitsschätzung
zumindest als vertretbar.
3.2.4 Daran ändert der Ermittlungsbericht vom 17. Juni 2005 nichts (act.
G 4.3.3-58). Allein schon aufgrund der in diesem Zeitpunkt schon mehr als zehn Jahre
zurückliegenden Rentenzusprache ist er nicht geeignet, um verlässliche Rückschlüsse
auf den damaligen Gesundheitszustand oder das Verhalten des Beschwerdeführers zu
ziehen.
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3.2.5 Nicht von Interesse für die Beantwortung der Frage nach einer
Wiedererwägung der erstmaligen Rentenzusprache ist das von der
Beschwerdegegnerin inkriminierte Verhalten des Beschwerdeführers anlässlich der -
erst einige Jahre später erfolgten - medizinischen Untersuchungen (vgl. die
Ausführungen in act. G 4, S. 10, sowie die Stellungnahmen der Rehaklinik Bellikon ab
dem Jahr 2004, etwa act. G 4.3.3-198 ff. und G 4.3.3-155 ff.), war doch dieses weder
ursprünglich leistungsbegründend, noch wird ein solches in der damaligen
medizinischen Aktenlage beschrieben (vgl. hierzu vorstehende E. 3.2.2).
4.
Zu prüfen bleibt damit, ob die verfügte Leistungseinstellung unter anpassungsrecht
lichen Gesichtspunkten zu schützen ist.
4.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die
Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Zeitliche Vergleichsbasis für die
Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die
letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs
mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108).
4.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen).
4.3 Die ursprüngliche Rentenzusprache vom 22. April 1994 (act. G 4.1.25) stützte sich
in medizinischer Hinsicht auf die Beurteilung von Dr. B._ vom 11. Juni 1993 (act.
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G 4.1.8, der auf den Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 6. April 1993 verweist),
den Bericht der damaligen Regionalstelle vom 1. Dezember 1993 (act. G 4.1.16) und
die Leistungszusprache der Suva (Einzelprotokoll und Schreibauftrag vom 27. Januar
1994, act. G 4.1.19). Die in der Folge ergangenen Bestätigungsverfügungen vom
20. März 1996 (act. G 4.1.32), vom 5. Juli 1999 (act. G 4.1.43) und vom 19. Mai 2004
(act. G 4.1.68) sind revisionsrechtlich nicht relevant, da sie nicht gestützt auf eine
umfassende materielle Prüfung erfolgten. Zeitliche Vergleichsgrundlage für eine
allfällige gesundheitliche Verbesserung bildet deshalb die Rentenverfügung vom
22. April 1994.
4.4 Die angefochtene Verfügung vom 25. Februar 2011 (act. G 4.1.103) stützt sich auf
die Observationsergebnisse der Suva und in medizinischer Hinsicht auf die Beurteilung
der Rehaklinik Bellikon vom 12. und 30. August 2005 (act. G 4.3.3-79 ff. und
4.3.3.-83 ff.) sowie das Gutachten der ZVMB vom 31. März 2009 (act. G 4.3.7-7 ff.) ab.
4.5 Zunächst ist festzustellen, dass die Experten der Rehaklinik Bellikon in der
Beurteilung vom 30. August 2005 gestützt auf das Observationsmaterial zum Schluss
gelangten, es bestehe kein Hinweis auf eine relevante Beeinträchtigung der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers (act. G 4.3.3-83 f.). Damit geht einher, dass
auch die ZVMB-Gutachter eine unfallbedingte Einschränkung der für
leidensangepasste Tätigkeiten bestehenden Arbeitsfähigkeit verneinten (act.
G 4.3.7-32). Demgegenüber gingen die Experten der Rehaklinik Bellikon im Bericht
vom 6. April 1993 noch von einer unfallbedingten 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus
(act. G 4.1.8-4; vgl. hierzu und zur weiteren damals bestehenden medizinischen
Aktenlage vorstehende E. 3.2.2). Diese im Vergleich zur ursprünglichen
Rentenzusprache wesentlich verbesserte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stellt ein Indiz
für das Vorliegen einer revisionsrelevanten Veränderung dar, zumal sie nicht bloss eine
andere Einschätzung eines gleichgebliebenen Gesundheitszustands ist. Denn ins
Gewicht für die Bejahung einer gesundheitlichen Verbesserung fallen die in Würdigung
der Observationsergebnisse getroffenen Feststellungen der Experten der Rehaklinik
Bellikon, wonach der Beschwerdeführer sein Verhalten in einem nicht unerheblichen
Ausmass steuern könne. Er sei in der Lage, gezielt mit anderen Personen Kontakt
aufzunehmen und für die Belange seines kleinen Kindes Sorge zu tragen. Auch könne
er ein Kraftfahrzeug bewegen (act. G 4.3.3-80). Der observierte Beschwerdeführer habe
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keinerlei Auffälligkeiten in seinem Verhalten gezeigt. Ferner könne er gezielt an einem
kleinen - mutmasslich elektronischen - Gegenstand manipulieren. Seine massiv
unterschiedlichen Verhaltensweisen während des Klinikaufenthaltes und während der
Observation erforderten eine erhebliche Modulationsfähigkeit des
Verhaltensrepertoires, was eine gute kognitive Leistungsfähigkeit voraussetze (act.
G 4.3.3.-83; zu den Ergebnissen der Observation vgl. den Ermittlungsbericht vom
17. Juni 2005, act. G 4.3.3-58 ff.). Relevante motorische Störungen bei Haltung und
Bewegung wurden anlässlich der ZVMB-Begutachtung nicht wahrgenommen (act.
G 4.3.7-18; vgl. auch act. G 4.3.7-17, wo lediglich ein Schonhinken festgestellt wurde).
Bei der ursprünglichen Rentenzusprache vermochte der Beschwerdeführer das Haus
ohne Begleitung nicht zu verlassen. Er finde sich auf der Strasse nicht mehr zurecht.
Auch habe er motorische Störungen beim Gehen und ein fehlendes Körpergefühl.
Öffentliche Verkehrsmittel könne er allein nicht mehr benützen (act. G 4.1.16). Eine
Kontaktaufnahme war "massiv erschwert" und es wurden "schwere
neuropsychologische Funktionsstörungen" festgestellt (vgl. Bericht der Rehaklinik
Bellikon vom 3. November 1993, act. G 4.2.1-58). Eine gesundheitliche Verbesserung
lässt sich auch den Diagnosen entnehmen. Während im Zeitpunkt der ursprünglichen
Rentenzusprache noch von einer schweren neuropsychologischen (act. G 4.2.1-57)
bzw. mittelschweren bis schweren neuropsychologischen Funktionsstörung (act.
G 4.1.19) ausgegangen wurde, diagnostizierten die medizinischen Fachpersonen
später einen Status nach Schädel-Hirntrauma mit/bei u.a. medizinisch nicht erklärbarer
Entwicklung eines im Verlauf schwankenden und inkonsistenten Beschwerde- und
Symptomenkomplexes mit Hinweisen auf eine intentionale Steuerung des Verhaltens
(artifizielle Störung) sowie eine Lumboischialgie L5 rechts, konservativ und operativ
behandelt (ZVMB-Gutachten, act. G 4.3.7-31). Eine revisionsrelevante Verbesserung
des Gesundheitszustands ist somit wohl schon im Zeitpunkt der Observation,
spätestens jedoch mit dem ZVMB-Gutachten dargetan. Dass diese nach wie vor
anhält, ergibt sich aus dem Privatgutachten, wo ein unauffälliger Gang mit guten Mit
bewegungen beschrieben wird (act. G 19.1, S. 15) und die Konzentrationsleistung über
einen längeren Zeitraum qualitativ - bloss - mässig vermindert und quantitativ leicht
unterdurchschnittlich gewesen sein soll. Das Sprachverständnis sowie der mündliche
Ausdruck seien bildungsentsprechend (act. G 19.1, S. 16).
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4.6 Es stellt sich noch die Frage, über welche Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführer
seit der Verbesserung seines Gesundheitszustands verfügt.
4.7 In medizinischer Hinsicht stützte sich die Beschwerdegegnerin in der angefoch
tenen Verfügung vom 25. Februar 2011 auf das ZVMB-Gutachten vom 31. März 2009
(act. G 4.1.103-2), worin dem Beschwerdeführer eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit
bescheinigt wurde (act. G 4.3.7-32 f.). Der Beschwerdeführer hält die von den ZVMB-
Gutachtern getroffene Schlussfolgerung für unzutreffend. Er bringt gegen die
Beweiskraft des ZVMB-Gutachtens keine substantiierten Einwände vor, sondern
beschränkt sich auf die Einreichung eines neurologisch-psychiatrischen
Parteigutachtens vom 15. Februar 2012, worin dem Beschwerdeführer für jegliche
Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt wird (act. G 19.1, S. 31).
4.7.1 Die Privatgutachter hatten offenbar Kenntnis der Observationsergebnisse
(act. G 19.1,
S. 7 und S. 20), würdigten indessen diese weder bei der Bewertung des Verhaltens des
Beschwerdeführers noch setzten sie sich damit bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
auseinander. Eine Auseinandersetzung mit den Observationsergebnissen wäre
vorliegend aber gerade geboten gewesen. Vor diesem Hintergrund bestehen auch
erhebliche Zweifel an der Aussage des neurologischen Privatgutachters, die Annahme,
der Beschwerdeführer verfüge über schauspielerische Fähigkeiten, mit denen er über
Jahre diverse Untersucher getäuscht habe, sei "schlichtweg absurd" (act. G 19.1,
S. 23).
4.7.2 Das Parteigutachten und die darin bescheinigte vollständige
Arbeitsunfähigkeit (act. G 19.1, S. 31) für jegliche Tätigkeiten sind auch insoweit nicht
überzeugend und plausibel, als keine kritische Auseinandersetzung mit der
Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers vorgenommen wird, dass er "durchaus
arbeiten" und auch Autofahren könne (act. G 19.1, S. 18). Schliesslich ist er nach
eigenen Angaben auch in der Lage, ein Fahrrad zu reparieren (act. G 19.1, S. 24).
Zweifel an der neurologischen Beurteilung wirft weiter die Eindeutigkeit der Aussagen
des neurologischen Privatgutachters auf (etwa "mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit davon überzeugt", act. G 19.1, S. 23), täuscht er doch damit eine
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Genauigkeit vor, die es in der vorliegend zu beurteilenden medizinischen Angelegenheit
- wo abweichende medizinische Einschätzungen bestehen und die Observation keine
Verhaltensauffälligkeiten gezeigt hat - gerade nicht gibt.
4.7.3 Des Weiteren benennen die Privatgutachter keine objektiv nachweisbaren
Gesichtspunkte, welche die ZVMB-Gutachter anlässlich der polydisziplinären
Begutachtung ausser Acht gelassen hätten. Vielmehr liegen die Differenzen lediglich in
der unterschiedlichen ärztlichen Interpretation. Bei der Kritik der Privatgutachter an der
Bemerkung der ZVMB-Gutachter, der Beschwerdeführer habe in einem einzelnen
forced-choices-Test eine Fehlerrate von 59% aufgewiesen und somit sei auf gezielt
falsche Antworten zu schliessen (act. G 19.1, S. 22), übersehen sie, dass der
Beschwerdeführer diesen Test vorzeitig abbrach und lediglich etwas mehr als die
Hälfte der Durchgänge durchgeführt werden konnten (act. G 4.3.7-22). Zu
berücksichtigen ist ferner, dass die ZVMB-Gutachter sich bei ihrer Einschätzung
zusätzlich auf andere durchgeführte Tests, das sehr eindrückliche Verhalten, das
erhebliche Hinweise auf Selbstlimitierungen enthalten habe (act. G 4.3.7-22), sowie die
Observationsergebnisse stützten. Hinsichtlich der Aussagekraft des Privatgutachtens
kann ergänzend auf die Kritik des RAD vom 21. März 2012 verwiesen werden (act.
G 25.1). Für die vom Beschwerdeführer beantragte Befragung des psychiatrischen
Privatgutachters (act. G 15, S. 2) besteht im Licht dieser Umstände kein Anlass.
4.7.4 Bei der Würdigung des ZVMB-Gutachtens fällt ins Gewicht, dass es auf
eigenständigen Abklärungen beruht, für die streitigen Belange umfassend ist und die
Observationsergebnisse berücksichtigt. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet
und die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden gewürdigt. Die Bescheinigung
einer 100%igen Arbeitsfähigkeit leuchtet in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Weiter
bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht
berücksichtigt worden wären. Damit geht einher, dass auch der Beschwerdeführer
keine wesentlichen Mängel an der Begutachtung ins Feld führt. Entscheidend ist
weiter, dass bereits die medizinischen Fachpersonen der Rehaklinik Bellikon unter
Berücksichtigung der Observationsergebnisse zur Auffassung gelangten, der
Beschwerdeführer habe normale Verhaltensweisen gezeigt und es bestehe eine
Arbeitsfähigkeit in erheblichem Ausmass (Bericht vom 30. August 2005, act.
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G 4.3.3-83 f.). Deshalb ist gestützt auf das ZVMB-Gutachten mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer - zumindest für
leidensangepasste Tätigkeiten - über eine 100%ige Arbeitsfähigkeit verfügt.
4.8 Aus den Akten der Beschwerdegegnerin ergeben sich keine Hinweise für eine seit
dem ZVMB-Gutachten vom 31. März 2009 eingetretene wesentliche Veränderung des
Gesundheitszustands. Eine solche kann auch nicht hinsichtlich der in der Klinik für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG vom
4. Januar bis 13. Januar 2012 stattgefundenen Hospitalisierung und der dortigen am
5. Januar 2012 erfolgten Operation (Diagnose: Lumbospondylogenes/-radikuläres
Syndrom L5 rechts bei Status nach Isthmotomie L4 und Dekompression L4-S1;
Therapie: TLIF L4-S1, dorsale Spondy L4-S1, act. G 23.2) erblickt werden. Denn diese
- knapp ein Jahr nach der angefochtenen Verfügung vom 25. Februar 2011 erfolgte -
Operation lässt keine Rückschlüsse auf den Zeitraum vor der angefochtenen Verfügung
zu. Zumindest erscheint eine vor Erlass der angefochtenen Verfügung eingetretene
gesundheitliche Verschlechterung nicht überwiegend wahrscheinlich. Hinzu kommt,
dass sich aus den eingereichten Berichten nicht ergibt, das behandelte Leiden hätte
vor oder nach der Operation wesentlichen Einfluss auf die für leidensangepasste
Tätigkeiten bestehende Arbeitsfähigkeit gehabt. Schliesslich wurde nach der Operation
lediglich eine "Mobilisation gemäss Rückenschule unter Vermeidung kyphosierender
Tätigkeiten/Uebungen für 3 Monate" empfohlen (act. G 23.2; vgl. ferner act. G 23.1).
5.
5.1 Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit kann die konkrete Ermittlung des
Invaliditätsgrad offen bleiben, da der Beschwerdeführer während seiner
Erwerbstätigkeit im Vergleich zu den statistischen Durchschnittslöhnen im Bereich
Hilfsarbeiten lediglich einen geringfügig höheren Lohn bezog (vgl. Valideneinkommen
für das Jahr 1999: Fr. 57'690.--, act. G 4.1.42; durchschnittlicher Hilfsarbeiterlohn für
das Jahr 1999: Fr. 53'608.--) und damit offensichtlich einen rentenbegründenden
Invaliditätsgrad von 40% nicht mehr erreicht.
5.2 Was den Beginn der Renteneinstellung anbelangt, so ist gestützt auf die
Ergebnisse des Ermittlungsberichts vom 17. Juni 2005 (act. G 4.3.3-58 ff.) und die
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diese umfassend sowie plausibel würdigenden medizinischen Stellungnahmen der
Rehaklinik Bellikon vom 12. und 30. August 2005 davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer während der Observation normale Verhaltensweisen gezeigt hat und
dass er - angesichts der davon diskrepanten Verhaltensweisen während des
Klinikaufenthaltes - über eine erhebliche Modulationsfähigkeit seines
Verhaltensrepertoires verfügen muss, was eine gute kognitive Leistungsfähigkeit
voraussetzt (act. G 4.3.3-83). Eine unbewusste Verhaltensmodulation müsse
ausgeschlossen werden (act. G 4.3.3.-81). Auch die ZVMB-Gutachter bestätigten
"zumindest teilweise einen intentionalen Charakter in der Verhaltenssteuerung des
Versicherten" (act. G 4.3.7-31). Vor diesem Hintergrund kann nicht mehr bloss von
Aggravationstendenzen des Beschwerdeführers die Rede sein. Vielmehr erscheint
überwiegend wahrscheinlich, dass er bewusst die ihn explorierenden medizinischen
Fachpersonen über das tatsächlich vorhandene Leidensbild in die Irre geführt und
dadurch unrechtmässig Leistungen erwirkt hat. Die gestützt auf Art. 7b Abs. 2 lit. c IVG
(vgl. hierzu vorstehende E. 2.1 f.) erfolgte sofortige Renteneinstellung durch die
Beschwerdegegnerin ist daher im Ergebnis nicht zu beanstanden.
6.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Ange
legenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie
vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der von ihm geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat der
Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Das von ihm
eingereichte Privatgutachten war für die Beurteilung des Leistungsanspruchs nicht
massgeblich, weshalb die entsprechenden Kosten vom Beschwerdeführer selbst zu
tragen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juni 2010, 9C_158/2010, E. 6.2).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
bis
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP