Decision ID: 8b90e73d-29b9-4389-a7f8-c582ca33f66e
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Forderung
Berufung gegen ein Urteil der 5. Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich vom 15. November 2016; Proz. CG120039
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Rechtsbegehren: (act. 2 S. 2)
"1. Es sei der Beklagte zu verurteilen, dem Kläger CHF 100'000.00 sowie CHF 220.00 Kosten des Zahlungsbefehls in der Betreibung Nr. ... des Betreibungsamtes Zürich 2 zu bezahlen.
2. Es sei der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. ... ( vom 14. Februar 2011) des Betreibungsamtes Zürich 2 zu beseitigen und dem Kläger definitive Rechtsöffnung zu erteilen.
3. Unter o-/e-Kostenfolge zu Lasten des Beklagten."
Urteil der 5. Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich vom 15. November 2016: (act. 101 = act. 107 = act. 108; nachfolgend zitiert als act. 108)
1. Der Beklagte wird in Gutheissung der Klage verpflichtet, dem Kläger
CHF 100'000.– sowie CHF 220.– für den Zahlungsbefehl zu bezahlen. In
diesem Umfang wird der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. ... des Be-
treibungsamtes Zürich 2 (Zahlungsbefehl vom 14. Februar 2011) aufgeho-
ben.
2. Die Entscheidgebühr wird auf CHF 11'600.– festgesetzt. Die Barauslagen
betragen CHF 1'460.– (Gutachten).
3. Die Gerichtskosten werden dem Beklagten auferlegt und mit den geleisteten
Vorschüssen der Parteien verrechnet, vorab mit dem Vorschuss des Beklag-
ten.
4. Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine Parteientschädigung von
CHF 23'100.– (zuzüglich Mehrwertsteuer von 8%) zu bezahlen sowie die
Kosten des Schlichtungsverfahrens von CHF 760.– zu ersetzen. Zudem hat
er dem Kläger den Kostenvorschuss im Betrag von CHF 7'560.– zu erset-
zen.
5./.6.[Mitteilung/Rechtsmittelbelehrung]
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Berufungsanträge:
des Beklagten und Berufungsklägers (act. 106 S. 2):
"Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 15. November 2016 aufzuheben, und es sei die Klage vollumfänglich abzuweisen,
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8 % ) zu Lasten des Klägers und Berufungsbeklagten."

Erwägungen:
I.
Sachverhalt und Prozessgeschichte
1. Ausgangslage
1.1. Der am 23. Oktober 2003 gegründete Beklagte und Berufungskläger (nach-
folgend: Beklagter) ist ein Verein mit dem gemeinnützigem Zweck, Institutionen zu
unterstützen, die sich der Bildung der ... Jugend [Angehörige eine Religion] wid-
men, insbesondere den Verein "Vereinigung C._" (nachfolgend: C._).
Um die zur Erfüllung des Vereinszwecks erforderlichen finanziellen Mittel zu be-
schaffen, beabsichtigte der Beklagte, Liegenschaften zu erwerben und aus deren
Vermietung Erträge zu erwirtschaften. Im Jahr 2004 bot sich ihm die Gelegenheit,
die Liegenschaft an der D._-Strasse 1/2 in E._ für einen Preis von
Fr. 3'160'000.– zu kaufen. Am 16. August 2004 erfolgte die Unterzeichnung und
öffentliche Beurkundung eines entsprechenden Kaufvertrages. Die Finanzierung
sollte durch eine Hypothek der F._ [Bank] von Fr. 2'540'000.– und Eigenmit-
tel von Fr. 620'000.– erfolgen, wobei letztere bis spätestens am 27. Oktober 2004
aufgebracht sein mussten. Die Eigentumsübertragung war auf den 1. November
2004 vereinbart.
1.2. Um das Eigenkapital aufbringen zu können, schloss der Beklagte verschie-
dene Darlehensverträge über insgesamt Fr. 520'000.– ab. Die restlichen
Fr. 100'000.– erhältlich zu machen, erwies sich als schwierig. Am 21. Oktober
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2004 war der Betrag noch nicht auf das für die Transaktionen im Zusammenhang
mit der Liegenschaft bestimmte Konto des Beklagten bei der F._ [Bank]
überwiesen. Am 25. Oktober 2004 zahlte schliesslich der damalige Präsident des
Beklagten, G._, Fr. 100'000.– auf das fragliche Konto ein.
1.3. Der Kläger und Berufungsbeklagte (nachfolgend: Kläger) stellt sich auf den
Standpunkt, bei diesen Fr. 100'000.– handle es sich um ein Darlehen, welches er
dem Beklagten gegeben habe. G._, sein Schwiegersohn, sei damals an ihn
gelangt und habe ihn um finanzielle Unterstützung gebeten. Dies, weil der Kläger
zu dieser Zeit über einen Betrag von Fr. 100'000.– verfügt habe, der von Ver-
wandten und Freunden für seine kranke Nichte H._ gespendet worden sei, in
absehbarer Zeit aber nicht für den ursprünglich vorgesehenen Zweck habe ge-
braucht werden können. Am 15. November 2004 habe der durch G._ vertre-
tene Beklagte mit dem Kläger einen schriftlichen Darlehensvertrag über den Be-
trag von Fr. 100'000.– abgeschlossen, welcher die entsprechende, kurz vor oder
am 25. Oktober 2004 mündlich getroffene Vereinbarung festhalte.
1.4. Der Beklagte hingegen bestreitet den Darlehensvertrag. Er ist der Ansicht,
es habe sich beim von G._ überwiesenen Betrag um eine Schenkung von
G._ an den Beklagten gehandelt.
2. Prozessgeschichte
2.1. Weil sich die Parteien nicht einigen konnten, erhob der Kläger am 30. März
2012 Klage bei der 5. Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich (nachfolgend: Vor-
instanz) mit eingangs wiedergegebenem Rechtsbegehren (act. 2). Nach Durch-
führung des Verfahrens hiess die Vorinstanz die Klage mit Urteil vom
15. November 2016 gut (act. 108).
2.2. Dagegen erhob der Beklagte mit Eingabe vom 9. Januar 2017 fristgerecht
(vgl. act. 103) Berufung, wobei er die aufgeführten Anträge stellte (act. 106). Mit
Verfügung vom 20. Januar 2017 wurde ihm eine Frist zur Leistung eines Kosten-
vorschusses angesetzt (act. 109), welcher rechtzeitig einging (act. 111).
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2.3. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 1-104). Das Einholen
einer Berufungsantwort ist nicht erforderlich (vgl. Art. 312 Abs. 1), das Verfahren
erweist sich als spruchreif. Dem Kläger ist zusammen mit diesem Entscheid ein
Doppel der Berufungsschrift zuzustellen.
II.
Zur Berufung im Einzelnen
1. Erwägungen der Vorinstanz, Parteistandpunkte und Vorgehen
1.1. Die Vorinstanz befasste sich zunächst mit der Frage der Aktivlegitimation.
Ausgehend davon, der Darlehensvertrag vom 15. November 2004 sei seitens des
Klägers unter seinem Namen mit dem Zusatz "i.A Fam I._" abgeschlossen
worden, prüfte die Vorinstanz, ob der Kläger in eigenem oder fremdem Namen
gehandelt habe. Sie kam zum Schluss, der Kläger habe als indirekter Stellvertre-
ter gehandelt, weshalb die Aktivlegitimation zu bejahen sei (act. 108 E. V.5-7).
1.2. Unter Würdigung der offerierten Beweismittel gelangte die Vorinstanz so-
dann zum Schluss, der Kläger könne den Abschluss des Darlehensvertrages vom
15. November 2004 mit dem Beklagten über Fr. 100'000.–, der eine im Oktober
2004 getroffene mündliche Vereinbarung festhalte, nachweisen. Ebenso sei die
Bezahlung der Darlehensvaluta vom 25. Oktober 2004 durch G._ an den Be-
klagten bewiesen. Gemäss dem Vertrag vom 15. November 2004 sei die Rück-
zahlung des Darlehens am 17. November 2009 fällig geworden. Der Kläger sei
damit zur Rückforderung berechtigt (act. 108 E. VI). Ferner prüfte die Vorinstanz,
ob die Überweisung der Fr. 100'000.– am 25. Oktober 2004 eine Schenkung von
G._ an den Beklagten dargestellt habe. Sie befand jedoch, es gelinge dem
Beklagten nicht, dies nachzuweisen (act. 108 E. VII).
1.3. Der Beklagte ist der Ansicht, der Kläger sei nicht aktivlegitimiert. Weil er
den – grundsätzlich bestrittenen – Darlehensvertrag vom 15. November 2004 in
Vertretung eines Personenkreises abgeschlossen habe, der im Vertrag mit "Fam
I._" umschrieben werde, stehe ein allfälliger Rückforderungsanspruch dieser
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Personenmehrheit gemeinsam und nicht dem Kläger alleine zu. Eine indirekte
Stellvertretung habe nicht bestanden (act. 106 Rz 12 und 15 ff.).
1.4. Eventualiter bestreitet der Beklagte auch das Bestehen eines Darlehens-
vertrages. Die rechtlichen Überlegungen der Vorinstanz rügt er nicht, bringt aber
diverse Einwände gegen ihre Beweiswürdigung vor und macht mithin eine unrich-
tige Sachverhaltsfeststellung geltend (act. 106 Rz 13 und 32 ff.). Sodann stellt er
sich auf den Standpunkt, er habe nachgewiesen, dass es sich beim am 25. Okto-
ber 2004 von G._ überwiesenen Betrag um eine Schenkung an den Beklag-
ten gehandelt habe. Die Vorinstanz habe auch hier die Beweise falsch gewürdigt
und den Sachverhalt falsch erstellt (act. 106 Rz 50 ff.).
1.5. Das Berufungsverfahren ist ein eigenständiges Verfahren, das in aller Re-
gel als reiner Aktenprozess geführt wird (BGE 142 III 413 E. 2.2.1). Es dient nicht
der Vervollständigung des vorinstanzlichen Verfahrens, sondern der Überprüfung
und allfälligen Korrektur des erstinstanzlichen Entscheides im Lichte konkret da-
gegen vorgebrachter Beanstandungen (sog. Begründungsobliegenheit; vgl. zum
Ganzen BGE 142 III 413 E. 2.2.2 m.w.H.). Im Folgenden ist entsprechend zu ver-
fahren, wobei in Anlehnung an den Aufbau des angefochtenen Entscheides zu-
nächst auf die Aktivlegitimation des Klägers einzugehen ist und hernach auf die
Frage, ob eine Schenkung oder ein Darlehen vorliegt.
2. Aktivlegitimation
2.1. Dass die Aktivlegitimation des Kläger bereits im erstinstanzlichen Verfah-
ren umstritten war, liegt wie bereits erwähnt daran, dass der Darlehensvertrag
vom 15. November 2004 sowohl bei der Parteibezeichnung als auch bei der Un-
terschrift nach dem Namen des Klägers den Zusatz "i.A Fam I._" enthält
(act. 4/16), was als solches unbestritten ist (vgl. etwa act. 108 Rz V.1-3 sowie
act. 106 Rz 16). Während der Kläger sich diesbezüglich aber auf den Standpunkt
stellte, er sei den Vertrag in eigenem Namen eingegangen, der Zusatz solle bloss
klarstellen, dass sich die als Darlehen gegebene Summe aus von ihm für seine
kranke Nichte gesammelten Spendengeldern zusammensetze (Prot. VI S. 14 und
act. 38 Rz 40), war und ist der Beklagte der Ansicht, der – grundsätzlich bestritte-
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ne – Darlehensvertrag sei vom Kläger im Auftrag bzw. als Vertreter eines Perso-
nenkreises abgeschlossen worden, der im Vertrag mit "Fam I._" umschrie-
ben werde (act. 15 S. 12, act. 43 S. 16 und act. 106 Rz 12 und 16).
2.2. Die Vorinstanz hielt nach dem Darlegen zutreffender rechtlicher Ausfüh-
rungen zur Aktivlegitimation (act. 108 E. V.4), auf welche verwiesen werden kann,
zunächst fest, der Zusatz "i.A Fam I._" weise bei einer rein sprachlichen Aus-
legung darauf hin, der Kläger habe nicht (nur) in eigenem Namen gehandelt
(act. 108 E. V.5). Sie prüfte daher in der Folge, ob der Kläger für einen Dritten, sei
es als Stellvertreter, sei es als einfacher Gesellschafter, oder in eigenem Namen,
etwa als Treuhänder, gehandelt habe (vgl. act. 108 E. V.5-7).
2.3. Gemäss dem Beklagten würde die seiner Meinung nach zutreffende Über-
legung der Vorinstanz zur sprachlichen Auslegung für eine Verneinung der Aktiv-
legitimation bereits genügen (act. 106 Rz 17). Dem ist nicht zuzustimmen. Die
Abkürzung "i.A." bedeutet in der Regel "im Auftrag", was gemäss den Parteien
vorliegend auch so gemeint war (vgl. Prot. VI S. 44 f. und act. 106 Rz 16). Dieser
Ausdruck weist sprachlich lediglich darauf hin, dass der Vertragsschliessende von
einem Dritten beauftragt wurde, den fraglichen Vertrag einzugehen. Ob er dies in
fremdem oder eigenem Namen tat, ist anhand der übrigen Umstände abzuklären,
wie dies die Vorinstanz richtig tat. Hätten die Parteien eine Vertretung und damit
ein Handeln in fremdem Namen klar zum Ausdruck bringen wollen, wäre das Kür-
zel "i.V." – "in Vertretung" – angebracht gewesen.
2.4.1. In fremdem Namen – das sah die Vorinstanz richtig – hätte der Kläger als
direkter Stellvertreter für die einzelnen Familienmitglieder handeln können oder –
wenn die Personengemeinschaft "Familie" eine einfache Gesellschaft dargestellt
hätte – als sie vertretender Gesellschafter. Letzteres verneinte die Vorinstanz je-
doch zu Recht (act. 108 E. V.5.4.1-2), was der Beklagte auch nicht bestreitet
(act. 106 Rz 27). Die Variante der direkten Stellvertretung verwarf die Vorinstanz
sodann ebenfalls: Wegen der Unbestimmtheit des Begriffs "Familie" (vgl. hierzu
act. 108 E. V.5.2.2-3) wäre unklar, wer die vertretenen und verpflichteten Perso-
nen wären und bei wem folglich die Wirkungen einer Vertretungshandlung des
Klägers eingetreten wären. Zudem hätten die Spender mit der Spende ihre Be-
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rechtigung am gespendeten Geld aufgegeben und somit nicht mehr in Form einer
Darlehensgewährung darüber verfügen können (act. 108 E. V.5.3.2).
2.4.2. Gegen die erste Überlegung wendet der Beklagte ein, dass die "Familie"
namentlich nicht bekannt sei, spreche nicht dagegen, dass der Kläger den Darle-
hensvertrag als Stellvertreter dieser Personenmehrheit abgeschlossen habe
(act. 106 Rz 27). Dies ist wohl eine theoretische Möglichkeit. Im Lichte der allge-
meinen Lebenserfahrung erscheint der übereinstimmende Wille zur direkten Stell-
vertretung durch den Kläger für nicht genannte Personen allerdings sehr unwahr-
scheinlich. So ist es nur schwer vorstellbar, dass der Beklagte bei einem Vertrag,
bei dem es um Fr. 100'000.– ging, die zudem nach Ablauf der Vertragsdauer zu-
rück zu bezahlen sind, darauf verzichtete zu wissen, mit wem genau er diesen
Vertrag schloss ─ es sei denn, er hätte bereits vorgehabt, die Rückzahlung der-
einst davon abhängig zu machen, dass im Einzelnen nachgewiesen werde, wer
zu den Fr. 100'000.– in welcher Höhe beigetragen hatte. Das aber wäre offenbar
treuwidrig.
2.4.3. Zur zweiten Argumentation der Vorinstanz macht der Beklagte geltend, da-
bei handle es sich um eine Fehlüberlegung. Die Familienangehörigen hätten die
Spenden nicht dem Kläger zukommen lassen wollen und ihm demnach keine
Gelder zu Eigentum und zur freien Verfügung übergebe; vielmehr seien die Be-
träge dem Kläger lediglich zur Aufbewahrung übergeben worden. Deshalb sei der
Kläger auch gemäss seiner eigenen Aussage ohne Rückfrage bei den betroffenen
Familienangehörigen nicht berechtigt gewesen, zu entscheiden, ob er dem Be-
klagten ein Darlehen ausrichten dürfe. Auch habe der Kläger den Rückforde-
rungsbetrag nie in seiner Steuererklärung als eigenes Vermögen deklariert. Da-
rauf angesprochen habe er anlässlich seiner persönlichen Befragung ausdrücklich
gesagt, "weil mir das Geld nicht gehörte". Damit sei offenkundig, dass die Spen-
der mit der Geldhingabe keinesfalls ihre Rechte bezüglich der korrekten Verfü-
gung über diese Geldmittel preisgegeben hätten (act. 106 Rz 25).
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2.4.4. Wie der Kläger an der Darlehenssumme berechtigt war, ist grundsätzlich
nicht relevant, setzt der Darlehensvertrag doch nicht voraus, dass der Darlehens-
geber Eigentümer der Darlehensvaluta ist. Er ist lediglich zur Übertragung des Ei-
gentums daran verpflichtet (vgl. Art. 312 OR) und kann sich zur Hingabe der Dar-
lehenssumme auch Dritter bedienen (vgl. Art. 68 OR), wobei das interne Verhält-
nis zwischen dem Darleiher und dem Dritten (Erfüllungsgehilfen) für den Borger
unerheblich ist. Als solche kann die Berechtigung des Klägers an den gespende-
ten Beträgen damit nicht zwingend für oder gegen eine Stellvertretung sprechen.
Als Indiz kann sie jedoch durchaus in die Beurteilung miteinbezogen werden.
2.4.5. Werden wie vorliegend unentgeltlich Geldbeträge an eine Person überge-
ben, damit diese sie einem Dritten weitergibt, für den sie gedacht sind (vgl. etwa
act. 2 Rz 18 und Prot. VI S. 20 f.), so kommt eine rechtliche Qualifikation als
Schenkung mit Auflage im Sinne von Art. 245 Abs. 1 OR in Betracht oder eine als
Treuhandvertrag, der meistens einen Auftrag im Sinne von Art. 394 ff. OR dar-
stellt (vgl. BSK OR I-Weber, 6. Aufl. 2015, Art. 394 N 11 f. m.w.H.; vgl. auch
act. 108 E. V.6 und V.7 sowie E. II.2.5.1-4). Bei beiden Varianten wäre der Kläger
Eigentümer des gespendeten Geldes geworden und hätte somit darüber in eige-
nem Namen verfügen können (ebenso act. 108 E. V.7). Eine gegen die vertragli-
che Vereinbarung – sei es eine Schenkung oder ein Auftrag – verstossende Ver-
wendung der Summe durch den Kläger hätte zu einer Pflichtverletzung gegen-
über den Spendern bzw. Auftraggebern geführt, jedoch das eingegangene
Rechtsgeschäft mit dem Beklagten nicht ungültig gemacht, weil der Kläger über
eine sogenannte überschiessende Rechtsmacht verfügt hätte und nach aussen
beliebig hätte verfügen können (vgl. hinsichtlich des Auftrages BSK OR I-Weber,
6. Aufl. 2015, Art. 394 N 12 f. m.w.H.). Dass der Kläger bei den betreffenden Fa-
milienangehörigen Rücksprache nahm um abzuklären, ob er das gespendete
Geld für eine bestimmte Zeit anderweitig einsetzen durfte, passt somit im Sinne
einer obligatorischen Verpflichtung durchaus ins Bild und bedeutet nicht, dass der
Kläger anschliessend den Darlehensvertrag nicht in eigenem Namen einging.
Vielmehr sprechen beide Varianten gegen eine direkte Stellvertretung.
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2.4.6. Der Umstand, dass der Kläger die Fr. 100'000.–, die möglicherweise in
seinem Eigentum standen (vgl. jedoch E. II.2.5.4), nicht versteuerte (vgl. Prot. VI
S. 24), lässt sich damit erklären, dass das Geld dem Kläger seiner Ansicht nach
"nicht gehörte" (vgl. Prot. VI S. 24). Der Kläger scheint (wie auch der Beklagte) als
rechtlicher Laie über die genaue rechtliche Bedeutung seiner Handlungen im
Dunkeln gewesen zu sein. Da es aber keinen Einfluss auf die rechtliche Qualifika-
tion eines Rechtsgeschäftes hat, wie Laien dieses einstufen, bedeutet die man-
gelnde steuerliche Deklaration nicht, dass die Gelder tatsächlich nicht ins Eigen-
tum des Klägers übergegangen waren oder dass keine Schenkung oder kein Auf-
trag vorlag. Folglich lassen sich auch aus den Steuererklärungen des Klägers
keine Schlüsse ziehen, die für ein Handeln in fremdem Namen sprechen. Zu-
sammenfassend sprechen die vorliegenden Indizien somit gegen eine direkte
Stellvertretung, wie die Vorinstanz richtig erkannte.
2.5.1. Die Vorinstanz ging schliesslich noch auf das Handeln in eigenem Namen
ein. Sie kam zum Ergebnis, der Kläger habe hinsichtlich der gespendeten Gelder
eine treuhänderische Stellung innegehabt. Folglich habe er dem Beklagten das
Darlehen in eigenem Namen, aber auf Rechnung und Risiko der Spender gewährt
(act. 108 E. V.6.1). An der treuhänderischen Stellung des Klägers vermöge so-
dann nichts zu ändern, dass er die gespendeten Gelder jeweils seinem Vermö-
gensverwalter G._ übergeben habe, der sie auf ein auf seinen Namen an-
statt auf ein auf den Namen des Klägers lautendes Konto einbezahlt habe.
G._ habe damit seinerseits gegenüber dem Kläger eine treuhänderische
Stellung innegehabt und sei verpflichtet gewesen, diesem den entsprechenden
Betrag auf Verlangen zur Verfügung zu halten (act. 108 E. V.6.2).
2.5.2. Der Beklagte bestreitet das Vorliegen eines Treuhandverhältnisses und die
Erwägung, wonach der Kläger in eigenem Namen, aber auf Rechnung der Spen-
der ein Darlehen gegeben habe. In diesem Fall wäre der Zusatz "i.A Fam I._"
entbehrlich gewesen; der Kläger hätte nur dann in eigenem Namen gehandelt,
wenn der Darlehensvertrag keinen Hinweis auf ein Vertretungsverhältnis enthal-
ten hätte. Sodann hätte der Kläger bei Annahme einer indirekten Stellvertretung
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die Rückforderung der Darlehenssumme als Vermögen in seiner Steuererklärung
deklarieren müssen (act. 106 Rz 30).
2.5.3. Wie bereits ausgeführt, ergibt sich ein stimmiges Bild, wenn die rechtliche
Beziehung zwischen dem Kläger und den einzelnen Spendern als Treuhandver-
hältnis qualifiziert wird (vgl. E. II.2.4.5). Weil es sich beim Treuhandverhältnis in
der Regel um einen Auftrag handelt, würde auch die Verwendung der Abkürzung
"i.A." passen. Dass der Zusatz "i.A Fam I._" nicht nötig gewesen wäre, ist
zwar richtig. Er kann im dargestellten Zusammenhang aber eben durchaus be-
deuten, der Kläger habe offen deklarieren wollen, dass er die Zustimmung der
Treugeber hatte, die eigentlich für einen anderen Zweck bestimmten Spenden-
gelder für die Erfüllung des Darlehensvertrages verwenden zu dürfen (vgl.
E. II.2.1). Gerade angesichts der Tatsache, dass es sich beim Kläger um einen
Laien handelt, darf der Umstand, dass das Aufführen der Abkürzung "i.A." nicht
erforderlich gewesen wäre, nicht überbewertet werden. Hinsichtlich der Einwen-
dungen des Beklagten betreffend die Steuererklärung ist sodann auf das vorhin
Erwogene zu verweisen (vgl. E. II.2.4.6). Nach dem Gesagten ist es damit durch-
aus naheliegend, von einem Treuhandverhältnis zwischen den Spendern und
dem Kläger auszugehen. Wie die Vorinstanz korrekt ausführte, würde daraus fol-
gen, dass der Kläger als indirekter Stellvertreter handelte und den Darlehensver-
trag in eigenem Namen für fremde Rechnung – diejenige der Spender, welche
ihm den Auftrag erteilten – abschloss.
2.5.4. Die vom Beklagten nicht spezifisch bestrittenen Ausführungen hinsichtlich
der Treuhandstellung von G._ gegenüber dem Kläger sind im Übrigen eben-
falls korrekt. Anzufügen ist, dass die gespendeten Gelder wohl zufolge Vermi-
schung ins Eigentum von G._ übergingen. Dies, weil sie nicht hinreichend
individualisiert wurden, sondern jeweils auf ein Konto überwiesen wurden, das auf
den Namen G._s lautete und über das dieser frei verfügen konnte (vgl.
act. 108 E. VI2.1.6.2; vgl. BSK OR I-Weber, 6. Aufl. 2015, Art. 401 N 16 f.). Für
die Hingabe der Darlehensvaluta durch den Kläger war es aber wie bereits er-
wähnt nicht massgeblich, ob er Eigentümer der fraglichen Summe war, sondern
lediglich, dass er das Eigentum daran verschaffte (vgl. E. II.2.4.4).
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2.6. Gesamthaft gewürdigt erscheint es somit schlüssig, lebensnah und inso-
fern überzeugend, dass der Kläger den – bestrittenen – Darlehensvertrag als indi-
rekter Stellvertreter und damit in eigenem Namen einging. Ob er im Verhältnis zu
den Spendern berechtigt war, die von ihnen gespendeten Gelder als Darlehen zu
geben, oder ob es nun Treuhandverhältnisse oder Schenkungen mit Auflagen wa-
ren, braucht hier nicht abschliessend beurteilt zu werden (vgl. auch act. 108
E. V.7). Die Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach die Aktivlegitimation des
Klägers gegeben sei (act. 108 E. V.7), ist jedenfalls nicht zu beanstanden.
3. Darlehen oder Schenkung
Im Folgenden ist daher auf die Frage einzugehen, aus welchem Rechts-
grund die von G._ am 25. Oktober 2004 vorgenommene Überweisung von
Fr. 100'000.– an den Beklagten erfolgte. In Frage kommt – dies hat die Vorinstanz
richtig erkannt – entweder eine Schenkung oder aber ein Darlehen. Für das Vor-
liegen einer Schenkung ist der Beschenkte behauptungs- und beweisbelastet
(BSK OR I-Vogt/Vogt, 6. Aufl. 2015, Art. 239 N 44) – hier also der Beklagte, der
vorbringt, es handle sich um eine Schenkung von G._ an ihn. Gelingt ihm
dieser Nachweis nicht, muss es sich – da im vorliegenden Verfahren keine weite-
re Schenkung bzw. kein weiterer (vertraglicher) Grund für die Geldüberweisung
behauptet wurde – um ein Darlehen handeln. Entsprechend liegt es dann am Klä-
ger, seine Behauptung zu beweisen, wonach er dieses Darlehen gab, zumal für
das Bestehen eines Darlehens, also insbesondere das Zustandekommen eines
Darlehensvertrages, die Hingabe der Darlehensvaluta und die Entstehung der
Rückerstattungspflicht, der Darleiher die Behauptungs- und Beweislast trägt (vgl.
etwa BSK OR I-Schärer/Maurenbrecher, 6. Aufl. 2015, Art. 312 N 11b). Nachfol-
gend ist daher zunächst auf die behauptete Schenkung G._s einzugehen
und danach – sofern die Schenkung zu verneinen ist – darauf, ob ein Darlehen
des Klägers vorliegt.
4. Schenkung
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4.1. Die rechtlichen Grundlagen zu Schenkungen wurden von der Vorinstanz
korrekt dargelegt, sodass darauf verwiesen werden kann (vgl. act. 108 E. VII.1
und VII.1.1). Betont werden soll hier lediglich nochmals, dass eine Schenkung ei-
nen (erkennbaren) Schenkungswillen voraussetzt, der nicht vermutet wird und
folglich nachzuweisen ist (BSK OR I-Vogt/Vogt, 6. Aufl. 2015, Art. 239 N 1 und
44).
4.2. Die Vorinstanz würdigte die vom Beklagten angerufenen Beweismittel und
kam zum Schluss, damit werde die behauptete Schenkung nicht nachgewiesen
(act. 108 E. VII.1.2 und VII.2-3). Der Beklagte hält an seinem Standpunkt aber
weiterhin fest (act. 106 Rz 50), weshalb auf die einzelnen Beweismittel und ihre
Würdigung durch die Vorinstanz einzugehen ist, wobei jeweils die Ausführungen
des Beklagten dazu zu berücksichtigen sind.
4.3. Vorauszuschicken ist, dass sich das Gericht gemäss Art. 157 ZPO seine
Überzeugung nach freier Würdigung der Beweise bildet. Der Beweis ist erbracht,
wenn das Gericht nach objektiven Gesichtspunkten von der Richtigkeit einer
Sachbehauptung überzeugt ist. Absolute Gewissheit kann dabei nicht verlangt
werden. Es genügt, wenn das Gericht am Vorliegen der behaupteten Tatsache
keine ernsthaften Zweifel mehr hat oder allenfalls verbleibende Zweifel als leicht
erscheinen (BGE 130 III 321 E. 3.2). Solche entfernten "Rest-Zweifel" vermögen
den Eintritt des Beweiserfolges nicht zu hindern, wenn sie je einzeln unerheblich
sind und auch gesamthaft nicht ins Gewicht fallen (vgl. auch ZK ZPO-
Hasenböhler, 3. Aufl. 2016, Art. 157 N 22).
4.4. Zeugenaussage J._ (act. 89)
Gemäss der Vorinstanz kann den Aussagen der Zeugin J._ nichts
entnommen werden, was die zu beweisende Schenkung unterstützen würde
(act. 108 E. VII.2.2.3). Dies ist nicht zu beanstanden und der Beklagte wendet
auch nichts dagegen ein.
4.5. Zeugenaussagen K._ (act. 87)
https://www.swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/aecaf393-a3a2-4ac2-9f63-c56a3f20da72?citationId=7f990c40-b9bc-43b0-bfbb-e0f5d7d828dc&source=document-link&SP=3|1lhlhl
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4.5.1. Die Vorinstanz war der Ansicht, aufgrund ihrer Verbindungen zu C._
und dem Beklagten seien die Aussagen der Zeugin K._ mit grosser Zurück-
haltung zu würdigen (act. 108 E. VII.2.2.1). Der Beklagte macht geltend, diese
Annahme sei willkürlich (vgl. act. 106 Rz 55 f.). Auf die Thematik braucht vorlie-
gend nicht näher eingegangen zu werden: Es geht dabei um die Glaubwürdigkeit
der Zeugin. Der Glaubwürdigkeit eines Zeugen, die sich vor allem anhand seines
Verhältnisses zu den Parteien und seines Verhaltens beurteilt, kommt aber im
Vergleich zur Glaubhaftigkeit seiner Aussagen nur ein sehr geringes Gewicht zu
(vgl. OGer ZH LB120011 vom 3. Dezember 2012 E. III.c.11c, S. 55f. m.w.H.). Oh-
nehin sind die Zeugenaussagen – wie sogleich zu zeigen sein wird – nicht glaub-
haft, und es kann daraus nicht auf die behauptete Schenkung geschlossen wer-
den, weshalb es auf die Glaubwürdigkeit nicht weiter ankommt.
4.5.2. Was die Glaubhaftigkeit der Aussagen betrifft, so hielt die Vorinstanz zu
Recht fest, die Zeugin K._ habe ihre Kenntnisse – sofern sie sich noch erin-
nere – vor allem vom Hörensagen und nicht aus eigener Wahrnehmung (act. 108
E. VII.2.2.1): Die Zeugin gab mehrfach an, nicht dabei gewesen und vor vollende-
te Tatsache gestellt worden zu sein. Oft vermochte sie sich auch nicht oder nur
vage zu erinnern (act. 87 S. 4 und 5). Entgegen der Ansicht des Beklagten (vgl.
act. 106 Rz 56) ist dies durchaus von Relevanz. Anders als der Beklagte dies
sieht (vgl. act. 106 Rz 56), ist auch die Feststellung der Vorinstanz korrekt, die
Zeugin K._ habe teilweise in unklarer Weise und ausweichend ausgesagt
(act. 108 E. VII.2.2.1; vgl. etwa act. 87 S. 3, 5 und 6). Anzufügen ist, dass die
Zeugin auch widersprüchliche Angaben machte, vor allem indem sie einerseits
erklärte, G._ habe C._ Fr. 100'000.– geschenkt, andererseits aber auch,
die fragliche Schenkung sei an den Beklagten gerichtet gewesen (act. 87 S. 4 und
5). Somit kann keine Rede davon sein, dass die Zeugin K._ klar und eindeu-
tig erklärt habe, G._ habe dem Beklagten eine Schenkung von Fr. 100'000.–
gemacht, wie dies der Beklagte behauptet (act. 106 Rz 53). Im Übrigen sagte die
Zeugin zum Teil auch im Widerspruch zur Aktenlage aus, beispielsweise indem
sie mit Nachdruck verneinte, den Brief vom 9. Februar 2010 unterzeichnet und
von darin festgehaltenen Umständen gehört zu haben (act. 87 S. 5 und 6), obwohl
sich auf dem fraglichen Schreiben ihre Unterschrift findet (vgl. act. 4/21). Die Aus-
- 15 -
sagen der Zeugin K._ sind daher insgesamt als unzuverlässig bzw. unglaub-
haft zu qualifizieren und das Ergebnis der Vorinstanz, wonach aus ihren Zeugen-
aussagen nicht abgeleitet werden könne, es habe tatsächlich eine Schenkung
stattgefunden (act. 108 E. VII.2.2.1), ist folgerichtig. Es kann nicht von einer un-
haltbaren, unrichtigen und willkürlichen Beweiswürdigung (vgl. act. 106 Rz 56)
gesprochen werden. Wie sich das von der Zeugin verwendete englische Wort
"donation" interpretieren lässt, worüber sich die Vorinstanz und der Beklagte un-
einig sind (vgl. act. 108 E. VII.2.2.1 und act. 106 Rz 54), kann angesichts dieses
Ergebnisses offen gelassen werden.
4.6. Zeugenaussage L._ (act. 88)
4.6.1. Die Aussagen der Zeugin L._ würdigte die Vorinstanz zufolge ihrer
Verbindung zu C._ mit einer gewissen Zurückhaltung (act. 108 E. VII.2.2.2),
womit der Beklagte nicht einverstanden ist. Er bringt diverse Argumente für sei-
nen Standpunkt vor (vgl. act. 106 Rz 57 f.), auf welche jedoch nicht näher einzu-
gehen ist: Der Glaubwürdigkeit kommt wie bereits dargelegt eine eher zu ver-
nachlässigende Bedeutung zu (vgl. E. II.4.5.1) und aus den Aussagen geht – was
sogleich darzulegen sein wird – auch nicht hervor, es sei mit der Überweisung
von Fr. 100'000.─ im Oktober 2004 eine Schenkung vorgenommen worden.
4.6.2. Die Vorinstanz hielt fest, die Zeugin L._ spreche zwar von einer
Schenkung G._s an den Beklagten, gehe aber davon aus, diese sei bereits
bei der Gründung des Beklagten im Jahr 2003 erfolgt. Ein Zusammenhang mit der
Überweisung vom Oktober 2004 sei nicht ersichtlich (act. 108 E. VII.2.2.2). Der
Beklagte stört sich an dieser Schlussfolgerung. Dass sich jemand nach über zwölf
Jahren nicht mehr genau an den Zeitpunkt erinnern könne, in welchem eine
Schenkung ausgerichtet worden sei, sei mehr als verständlich und vermöge die
klare Aussage der Zeugin hinsichtlich des Schenkungscharakters nicht zu relati-
vieren (act. 106 Rz 58). Dem ist insofern zuzustimmen, als es tatsächlich ver-
ständlich ist, wenn sich eine Person nach vielen Jahren nicht mehr an Details wie
etwa ein genaues Datum zu erinnern vermag. Vorliegend ist es jedoch so, dass
die Zeugin L._ mehrfach und deutlich nicht bloss ein ungefähres Datum (das
Jahr 2003) angab, sondern auch den Anlass der mutmasslichen Schenkung –
- 16 -
nämlich die Gründung des Beklagten – nannte (act. 88 S. 3 f. und 5). Dass sie
sich an diesen nicht mehr oder nur ungenau erinnern konnte, ist wenig wahr-
scheinlich, zumal die Zeugin auch auf Nachfrage hin ausdrücklich bei der ent-
sprechenden Aussage blieb (vgl. act. 88 S. 5). Zudem vermochte sich die Zeugin
auch an weitere Umstände in richtiger Weise zu erinnern. Dass sie ausgerechnet
hinsichtlich eines Kernpunktes mangels Erinnerung eine unrichtige Angabe ge-
macht haben soll, ist entgegen dem Beklagten (vgl. act. 106 Rz 58) nicht nach-
vollziehbar. Weil die Zeugin L._ auch ausführte, von einer weiteren Schen-
kung habe sie nie etwas gehört (act. 88 S. 5), ist der Vorinstanz zuzustimmen,
dass sich aus ihren Aussagen nichts hinsichtlich der Überweisung vom
25. Oktober 2004 ableiten lässt.
4.6.3. Ergänzend anzufügen ist sodann, dass die Zeugin – wie der Beklagte be-
tont (vgl. act. 106 Rz 57) – zu Beginn zwar mehrfach davon sprach, G._ ha-
be dem Beklagten eine Schenkung von Fr. 100'000.– ausgerichtet (act. 88 S. 3, 4
und 5). Später bestätigte sie dann jedoch ausdrücklich, sie habe einen Darle-
hensvertrag zwischen G._ und dem Beklagten "über die Fr. 100'000.–" ge-
sehen (act. 88 S. 6). Damit sagte die Zeugin L._ zum Hauptthema wider-
sprüchlich aus, was auch die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen in Frage stellt und
diese unzuverlässig macht. Die Schlussfolgerung der Vorinstanz, mit den Zeu-
genaussagen der Zeugin L._ lasse sich eine Schenkung der fraglichen
Fr. 100'000.– im Oktober 2004 nicht beweisen (act. 108 E. VII.2.2.2), ist somit
nicht zu beanstanden.
4.7. Zeugenaussagen G._ (act. 31 und act. 90)
Gemäss der Vorinstanz lässt sich aus den Aussagen des Zeugen G._
nichts entnehmen, das eine Schenkung der Fr. 100'000.– im Oktober 2004 bestä-
tigen würde (vgl. act. 108 E. VII.2.2.4). Dies ist richtig und scheint auch vom Be-
klagten mit Fug nicht anders gesehen zu werden.
4.8. Gutschriftsanzeige vom 25. Oktober 2004 (act. 4/12 = act. 17/8)
- 17 -
Nach der Vorinstanz lässt sich aus diesem Beleg lediglich ableiten, dass
eine entsprechende Zahlung von G._ veranlasst wurde. Da kein Zahlungs-
grund erwähnt sei, liege kein Hinweis auf eine Schenkung vor (act. 108
E. VII.2.1). Dies ist nicht zu beanstanden und der Beklagte sieht das grundsätzlich
auch so (act. 106 Rz 51). Seiner dem widersprechenden Ausführung, der fehlen-
de Rechtsgrund spreche für eine Schenkung (act. 106 Rz 50), ist nicht zuzustim-
men. Im Übrigen bedarf auch die Schenkung eines Rechtsgrundes, nämlich eines
Vertrages.
4.9. Steuererklärung des Jahres 2004 von G._ (act. 64/1-2)
4.9.1. Die Vorinstanz erwog hierzu, die Steuerverhältnisse von G._ seien
grundsätzlich irrelevant. Ob er in der Lage gewesen wäre, aus seinem Vermögen
eine Schenkung vorzunehmen oder nicht, könne dahingestellt bleiben, weil dies
höchstens ein schwaches Indiz dafür darstellen würde, dass er tatsächlich eine
Schenkung getätigt hätte (act. 108 E. VII.2.4). Dem ist zuzustimmen. Entspre-
chend ist auch der vom Beklagten kritisierte Verzicht auf das von ihm beantragte
Einholen der Steuererklärungen der Jahre 2003 und 2005 bis 2007 (vgl. act. 106
Rz 59 und 60) bzw. die diesbezügliche antizipierte Beweiswürdigung der Vo-
rinstanz nicht zu beanstanden. Hinsichtlich der Steuererklärungen der Jahre 2005
bis 2007 ist ohnehin nicht ersichtlich, inwiefern diese für die vorliegend zu beurtei-
lende Frage von Relevanz sein könnten.
4.9.2. Ergänzend ist festzuhalten, dass aus der als Beweismittel berücksichtigten
Steuererklärung des Jahres 2004 – anders als dies der Beklagte geltend macht
(vgl. act. 106 Rz 60) – nicht hervorgeht, G._ wäre ohne weiteres in der Lage
gewesen, im Oktober 2004 einen Betrag von Fr. 100'000.– zur Verfügung zu stel-
len. So trifft es zwar zu, dass im Einschätzungsentscheid vom 16. August 2006
ein steuerbares Vermögen per 31. Dezember 2004 von Fr. 1'923'000.– und ein
steuerbares Einkommen von Fr. 263'700.– aufgeführt sind (act. 64/2), was auch
durch die Steuererklärung bestätigt wird (act. 64/1; vgl. auch act. 106 Rz 60).
Ebenso geht aber aus den beiden Dokumenten hervor, dass es sich bei sämtli-
chen Vermögenswerten um Liegenschaften und damit nicht um flüssige Mittel
handelt (act. 64/1-2). Zudem hat das Ehepaar G._ neun Kinder (act. 64/1)
- 18 -
und damit zwangsläufig grosse Auslagen, weshalb sich auch das Einkommen re-
lativiert. Ob G._ in der Lage gewesen wäre, unter zeitlichem Druck innerhalb
von wenigen Tagen eine Schenkung über Fr. 100'000.– auszurichten, scheint bei
diesen Verhältnissen tatsächlich sehr zweifelhaft.
4.9.3. Im Übrigen ist gemäss der zutreffenden Feststellung der Vorinstanz aus
der Steuererklärung des Jahres 2004 auch weder die Ausrichtung einer Schen-
kung noch die eines Darlehens ersichtlich (act. 108 E. VII.2.4). Der Beklagte mo-
niert zwar, einzig anhand der Steuererklärung des Jahres 2004 könne solches
nicht geschlossen werden. Vielmehr hätte das nur aus dem Vergleich der Vermö-
gensstände per Ende 2003 gegenüber denjenigen per Ende 2004 aufgezeigt
werden können (act. 106 Rz 61). Um die Vornahme der behaupteten Schenkung
zumindest ansatzweise zu belegen, hätte sich daraus aber mehr oder weniger
genau eine Differenz von Fr. 100'000.– ergeben müssen, was nur wenig wahr-
scheinlich erscheint. Selbst wenn dies der Fall gewesen wäre, hätte aber ohnehin
nicht festgestanden, ob diese Differenz aus eine Schenkung oder einem ander-
weitigen Vermögensverzehr hergerührt hätte. Mehr als ein nur sehr schwacher
Hinweis hätte also ohnehin nicht resultieren können. Zudem übersieht der Beklag-
te, dass eine Schenkung an eine gemeinnützige Institution – wie die Vorinstanz
richtig anmerkte (act. 108 E. VII.2.4) – auch als Abzug in der Steuererklärung auf-
scheinen könnte. Dass kein solcher Abzug vorgenommen wurde, stellt ein Indiz
gegen eine Schenkung dar, zumal es sich um einen doch recht namhaften Betrag
gehandelt hätte. Die Erwägung der Vorinstanz, die Steuerunterlagen G._s
würden die Auffassung des Klägers stützen, wonach keine Schenkung von
G._ vorgelegen habe (act. 108 E. VII.2.4), ist folglich korrekt. Die von der Vo-
rinstanz daraus abgeleitete, vom Beklagten kritisierte Schlussfolgerung zum be-
haupteten Darlehen (vgl. act. 108 E. VII.2.4 und act. 106 Rz 61) ist im vorliegen-
den Kontext nicht von Relevanz, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist.
4.10. Gesamtwürdigung
Zusammenfassend hielt die Vorinstanz fest, der Beklagte habe den Beweis
einer Schenkung von Fr. 100'000.– im Oktober 2004 durch G._ an ihn nicht
erbringen können (act. 108 E. VII.3). Dies ist angesichts dessen, dass aus keinem
- 19 -
der vom Beklagten offerierten Beweismitteln Entsprechendes irgendwie stichhaltig
hervorgeht und die Gesamtheit des Beweismittel kein schlüssiges Ergebnis zur
Behauptung des Beklagten ergibt, nicht zu beanstanden. Die weiteren vom Be-
klagten vorgebrachten Argumente wie etwa, am 25. Oktober 2004 habe kein Dar-
lehensvertrag existiert und der Bezug zwischen dem Darlehensvertrag vom
15. November 2004 und der Überweisung vom 25. Oktober 2004 werde nur durch
die Aussagen des Klägers und G._s hergestellt (vgl. act. 106 Rz 51), vermö-
gen daran nichts zu ändern. So könnten diese Vorbringen zwar gegen das vom
Kläger behauptete Darlehen sprechen (vgl. hierzu E. II.5). Aus der Verneinung ei-
nes Darlehens kann aber nicht automatisch auf das Vorliegen einer Schenkung
geschlossen werden, ist der Schenkungswille doch nicht zu vermuten, sondern
muss er im Gegenteil aktiv nachgewiesen werden. Da der Nachweis der behaup-
teten Schenkung gescheitert ist, ist in der Folge darauf einzugehen, ob der Kläger
ein Darlehen gab.
5. Darlehen
5.1. Vorauszuschicken ist, dass grundsätzlich auch ein Darlehen von G._
in Frage kommen könnte. Entsprechendes lässt sich zumindest den Aussagen
der Zeugin L._ entnehmen (act. 88 S. 6). Abgesehen davon, dass die Zeugin
in diesem Punkt aber widersprüchlich und damit nicht glaubhaft aussagte (vgl.
E. II.4.6.3), wird dies von G._ verneint (act. 31 S. 7 und 10) und – dies ist
ausschlaggebend – von den Parteien nicht vorgebracht. Im vorliegenden Verfah-
ren ist diese Möglichkeit daher nicht näher zu prüfen. Umstritten und daher zu klä-
ren ist lediglich, ob die Parteien einen Darlehensvertrag abschlossen und die
Überweisung der Fr. 100'000.– am 25. Oktober 2004 durch G._ die Hingabe
der Darlehensvaluta darstellte.
5.2. Die rechtlichen Grundlagen zu Darlehensverträgen wurden von der Vor-
instanz grundsätzlich korrekt dargelegt, weshalb darauf verwiesen werden kann
(vgl. act. 108 E. VI.1.1). Ergänzend ist dem noch beizufügen, dass es sich beim
Darlehensvertrag um einen Konsensualvertrag handelt, für dessen Abschluss das
Gesetzt keine Form vorschreibt. Der Vertrag kann daher auch "bloss" mündlich
geschlossen werden, es sei denn, die Parteien hätten eine Form im Sinne des
- 20 -
Art. 16 OR als Abschlussform vorbehalten. Ist dies nicht der Fall, entfaltet ein Ver-
trag mit seinem mündlichen Abschluss Wirkung und dienen später abgeschlosse-
ne Vertragstexte vor allem dem Zweck des Nachweises des schon Vereinbarten
(vgl. statt vieler etwa Gauch/Schluep/Schmid, OR AT, Bd. I, 10. Aufl., Zürich/Ba-
sel/Genf 2014, S. 123 f.).
5.3. Die Vorinstanz würdigte die vom Kläger für seine Behauptungen angerufe-
nen Beweismittel (vgl. act. 108 E. VI.1.2 und VI.2) und kam zum Schluss, der Be-
weis dafür sei erbracht worden (act. 108 E. VI.3). Der Beklagte, der das Zustan-
dekommens des fraglichen Darlehensvertrages nach wie vor bestreitet (act. 106
Rz 13), erachtet die Würdigung dieser Beweismittel als unzutreffend und macht
eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung geltend (act. 106 Rz 32 und 48). Würden
alle von der Vorinstanz ausser Acht gelassenen Widersprüche und Ungereimthei-
ten berücksichtigt und richtig gewürdigt, ergäben sich derart erhebliche Zweifel an
der Sachverhaltsdarstellung des Klägers, dass der entsprechende Beweis als ge-
scheitert betrachtet werden müsste (act. 106 Rz 48 f.). In der Folge ist daher auf
die einzelnen Beweismittel und ihre Würdigung durch die Vorinstanz einzugehen,
soweit sie der Beklagte beanstandet. Hinsichtlich der rechtlichen Grundlagen zur
Beweiswürdigung kann auf das bereits Dargelegte verwiesen werden (vgl.
E. II.4.3).
5.4. Darlehensvertrag vom 15. November 2004 (act. 4/16)
5.4.1. Wie die Vorinstanz richtig festhielt (act. 108 E. VI.2.1.1), gibt der Darle-
hensvertrag vom 15. November 2004 wieder, dass der Kläger mit G._ als
Vertreter des Beklagten vereinbarte, dem Beklagten vom 15. November 2004 bis
zum 17. November 2009 ein Darlehen von Fr. 100'000.– zu geben, damit der Be-
klagte den beabsichtigten Grundstückskauf tätigen könne, um den Verein
C._ zu unterstützen (act. 4/16).
5.4.2. Im erstinstanzlichen Verfahren hatte der Beklagte geltend gemacht, die Ur-
kunde sei gefälscht worden, sie sei nämlich erst wesentlich später als am 15. No-
vember 2004 erstellt worden. Die Vorinstanz erachtete diese Behauptung als
nicht nachgewiesen. Das zum Beweis eingeholte Gutachten des Forensischen In-
- 21 -
stituts Zürich vom 8. Juli 2015 sei nachvollziehbar zum Schluss gelangt, es sei
keine Aussage darüber möglich, ob die Vertragsurkunde am 15. November 2004
oder zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt abgefasst worden sei. Folglich sei
davon auszugehen, dass das fragliche Schriftstück tatsächlich am 15. November
2004 erstellt worden sei (act. 108 E. VI.2.1.2). Diese Schlussfolgerung ist für sich
korrekt und wird vom Beklagten auch nicht bestritten. Nach wie vor ist er jedoch
der Ansicht, das Dokument sei später als angegeben verfasst worden, was er aus
verschiedenen Umständen ableitet. Da gemäss dem Gutachten vom 8. Juli 2016
nicht festgestellt werden konnte, wann die fragliche Urkunde effektiv hergestellt
wurde, wäre es grundsätzlich möglich, die Annahme der Vorinstanz durch dage-
gen sprechende Indizien umzustossen. Auf die vom Beklagten aufgeführten Hin-
weise ist nachfolgend im jeweiligen Kontext einzugehen (vgl. etwa E. II.5.4.3-4,
II.5.7, II.5.8 und II.5.10.1).
5.4.3. Die Vorinstanz ging weiter darauf ein, dass bei der Übernahme der Ge-
schäftsführung für den Beklagten der nunmehr verantwortliche M._ in den
ihm von G._ übergebenen Akten den fraglichen Darlehensvertrag nicht vor-
gefunden hatte. Sie erwog, da auch der Darlehensvertrag zwischen dem Beklag-
ten und N._ vom 20. Juli 2004 in den Akten des Beklagten gefehlt habe,
könne aus diesem Umstand nicht geschlossen werden, zwischen den Parteien sei
kein Darlehensvertrag abgeschlossen worden. Offensichtlich seien bei der fragli-
chen Übergabe der Akten des Beklagten nicht alle Unterlagen vorhanden gewe-
sen (act. 108 E. VI.2.1.3). Der Beklagte rügt, diese Überlegung greife zu kurz.
Das Fehlen des Vertrages bilde einen wichtigen Mosaikstein für die Schlussfolge-
rung, dass das Schriftstück erst später als vorgebracht erstellt und der fragliche
Darlehensvertrag daher nicht abgeschlossen worden sei (act. 106 Rz 42). Eine
solche Interpretation ist zwar möglich, doch ist angesichts dessen, dass grund-
sätzlich unbestritten auch andere Unterlagen in den beklagtischen Akten fehlten
(wenn der Beklagte in der Berufung plötzlich anders geltend macht [vgl. act. 106
Rz 13 und 42], so widerspricht er seinen eigenen Ausführungen in der Klageant-
wort [vgl. act. 15 S. 5]), die Erwägung der Vorinstanz überzeugender. Im Übrigen
wird die Ansicht der Vorinstanz zusätzlich durch den Vorwurf des Beklagten an
G._, ein Durcheinander in den Akten hinterlassen zu haben (vgl. Prot. VI
- 22 -
S. 17 und act. 43 S. 4, vgl. auch act. 106 Rz 42), unterstützt, bietet eine nachläs-
sige Aktenführung doch eine plausible Erklärung für das Fehlen (auch) der um-
strittenen Urkunde.
5.4.4. Nach Ansicht des Beklagten berücksichtigte die Vorinstanz sodann folgen-
de Umstände nicht bzw. nur ungenügend: Die Überweisung von G._ an den
Beklagten sei bereits am 25. Oktober 2004 – also sowohl vor dem Bestehen des
schriftlichen Darlehensvertrages als auch vor dem darin genannten Datum der
Hingabe der Darlehenssumme – erfolgt (act. 106 Rz 13, 35 und 48). Eine vernünf-
tige Erklärung, weshalb dies nicht im Darlehensvertrag aufgeführt worden sei, hät-
ten weder der Kläger noch G._ nennen können. Insbesondere der von letzte-
rem angegebene Grund des Zeitdrucks sei unsinnig, weil ein solcher am 15. No-
vember 2004 nicht mehr bestanden habe. Dies stelle einen Widerspruch dar
(act. 106 Rz 35). Im Übrigen spreche der Darlehensvertrag vom 15. November
2004 davon, der Kauf eines Grundstückes sei beabsichtigt, obwohl in diesem
Zeitpunkt der fragliche Liegenschaftskauf bereits drei Wochen zurückgelegen ha-
be (act. 106 Rz 48).
Um den im Vertrag aufgeführten und vom Beklagten so auch nicht bestrit-
tenen (vgl. act. 2 Rz 18, 19 und 31, act. 15 Rz II.3.6, act. 38 Rz 9 und 36 sowie
act. 43 S. 6 und 7) Darlehenszweck der Finanzierung des Kaufs der Liegenschaft
in E._ erfüllen zu können, musste die Darlehenssumme zwangsläufig bereits
vor dem 15. November 2004 überwiesen worden sein, zumal das dafür nötige Ei-
genkapital unbestrittenermassen bis am 27. Oktober 2004 aufgebracht worden
sein musste (vgl. act. 2 Rz 31, act. 15 Rz II.2.4 und act. 38 Rz 9 und 21). Da
G._ unbestritten vor dem 27. Oktober 2004 unter grossem Druck stand, die
fehlenden Fr. 100'000.– aufzubringen (vgl. act. 2 Rz 17 und 20 sowie act. 38
Rz 9, ferner act. 106 Rz 35), der Beklagte in ... und G._ in ... wohnhaft sind
und ein Vertrauensverhältnis zwischen ihnen bestand (vgl. E. II.5.8.1), erstaunt es
nicht, dass die Parteien damals "bloss" eine mündliche Vereinbarung schlossen.
Ein solches Vorgehen war ohne weiteres zulässig, wurde doch weder vorgebracht
noch ist es ersichtlich, dass die Parteien Schriftlichkeit als Abschlussform vorbe-
halten hätten. Damit decken sich der Zeitpunkt des (mündlichen) Abschlusses des
- 23 -
Darlehensvertrages mit demjenigen der Überweisung der Darlehensvaluta. Dass
die Vereinbarung erst im Nachhinein schriftlich fixiert wurde und die entsprechen-
de Urkunde vom 15. November 2004 datiert, ist folglich kein Widerspruch, zumal
die Vertragsurkunde lediglich Beweiszwecken dient. Schliesslich ist es auch nicht
zu Ungunsten des Klägers auszulegen, dass bei der Übernahme der bestehen-
den Vorlage des Vertragstextes (vgl. etwa act. 2 Rz 2 und act. 43 S. 7, ferner
auch act. 31 S. 5 sowie act. 108 E. VI.2.1.5) die nicht ganz passenden Formulie-
rung, wonach der Kauf eines Grundstücks beabsichtigt sei, nicht geändert wurde,
nimmt doch der Text trotzdem klar auf den unbestrittenen Darlehenszweck Be-
zug.
Schon mehr erstaunt, warum die Parteien das Datum der Hingabe der Dar-
lehenssumme nicht anpassten, springt diese Unstimmigkeit doch viel eher ins
Auge. Es ist auch richtig, dass die von G._ und dem Kläger abgegebenen
Begründungen mit Zeitdruck und Gedankenlosigkeit (vgl. act. 31 S. 6 und Prot. VI
S. 42) nicht sehr überzeugend sind. Allerdings stellen sie auch keine eigentlichen
Widersprüche dar, sind Gedankenlosigkeit bzw. die Unbeholfenheit von Laien
doch durchaus mögliche und auch nicht lebensfremde Erklärungen. Der Beklagte
hat sich das Verhalten seines damaligen Präsidenten – ob unbedarft oder nicht –
ohnehin anrechnen zu lassen. Hätten der Kläger und G._ einen Darlehens-
vertrag fingieren wollen, hätten sie zudem kaum absichtlich Daten eingesetzt, die
Anlass zu Diskussionen geben könnten. Insofern ist die Datierung des Darlehens-
vertrags für den Standpunkt des Klägers zwar eher ungünstig, aber nicht so gra-
vierend, wie dies der Beklagte darstellt.
5.4.5. Als Zwischenfazit ist festzuhalten, dass die schriftliche und unterzeichnete
Vertragsurkunde ein starker Hinweis dafür ist, dass die Parteien im Oktober 2004
mündlich einen Darlehensvertrag gemäss den Behauptungen des Klägers schlos-
sen, zumal keine stichhaltigen Anhaltspunkte für eine Fälschung des Dokuments
bestehen. Daran ändert auch nichts, dass die Unterzeichnenden gegebenenfalls
beide am Verfahrensausgang interessiert sind, wie der Beklagte vorbringt (vgl.
act. 106 Rz 32, 34 und 48). Letzteres trifft im Übrigen genauso auf den Beklagten
zu, der eine Schenkung von G._ behauptet, was er indessen nicht zu bewei-
- 24 -
sen vermochte. Aus dem Darlehenszweck und dem zeitlichen Ablauf ergibt sich
sodann nachvollziehbar, weshalb die Hingabe der Darlehensvaluta zusammen mit
dem Vertragsabschluss bereits vor dem schriftlichen Festhalten des Vertragstex-
tes erfolgte. Nicht ins Gesamtbild passt einzig, dass für die Hingabe des Darle-
hensbetrages in der Urkunde ein unrichtiges Datum aufgeführt wurde, wobei sich
dieser Umstand aber plausibel erklären lässt.
5.5. Zeugenaussagen G._ (act. 31 und act. 90)
5.5.1. Wie auch die Vorinstanz festhielt (act. 108 E. VI.2.1.6.2), bestätigte der
Zeuge G._ den Abschluss eines Darlehensvertrages zwischen den Parteien,
wobei dies Ende Oktober 2004 mündlich und am 15. November 2004 schriftlich
erfolgt sei. Die Darlehenssumme habe Fr. 100'000.– betragen und sei von ihm am
25. Oktober 2004 auf das Konto des Beklagten bei der F._ [Bank] überwie-
sen worden. Er habe dazu für seine Cousine gespendete Gelder, die der Kläger
bei ihm hinterlegt gehabt habe, verwendet (act. 31 und act. 90).
5.5.2. Die Vorinstanz brachte – primär aufgrund seiner sehr guten Beziehung
zum Kläger und eines Gespräches über das Prozessthema – gewisse Vorbehalte
bezüglich der Glaubwürdigkeit des Zeugen G._ an (act. 108 E. VI.2.1.6.1).
Der Beklagte sieht die Glaubwürdigkeit im Vergleich dazu noch viel stärker einge-
schränkt (vgl. act. 106 Rz 33 f. und 48). Wie es sich damit genau verhält, kann of-
fen gelassen werden. Selbst wenn nämlich die Glaubwürdigkeit als stark einge-
schränkt eingestuft wird, kommt es darauf an, ob die Aussagen selbst glaubhaft
sind (vgl. E. II.4.5.1). Das ist nun zu prüfen.
5.5.3. Die Vorinstanz ging hinsichtlich der Glaubhaftigkeit der Aussagen primär
auf vom Beklagten geltend gemachte Widersprüche zwischen den Aussagen des
Zeugen G._ und des Klägers ein, insbesondere auf die divergierenden Aus-
sagen über den Zweck der gesammelten Spendengelder. Sie hielt fest, weil der
Kläger und der Zeugen sich über die begünstige Person einig seien, würden die
unterschiedlichen Aussagen für sich alleine nicht den Schluss zulassen, es habe
keine Spendensammlung in der Familie des Klägers stattgefunden. Vielmehr deu-
te es darauf hin, dass der Kläger und G._ zwar im Vorfeld der Zeugeneinver-
- 25 -
nahme vom 14. November 2012 über den Prozessgegenstand gesprochen hät-
ten, aber keine Absprache erfolgt bzw. keine Instruktionen durch den Kläger erteilt
worden sei (act. 108 E. VI.2.1.6.3). Diese Erwägungen sind richtig und der An-
sicht des Beklagten, dieser Widerspruch mindere den Beweiswert der Aussagen
der Beteiligten erheblich (act. 106 Rz 44 und 48), ist nicht zuzustimmen. Anzufü-
gen bleibt, dass H._ für G._ bloss eine angeheiratete Cousine ist und er
mit der Spendensammlung selbst nicht unmittelbar befasst war, weshalb es le-
bensnah erscheint, dass ihm Jahre später nicht mehr alle Details genau bekannt
waren. Schliesslich handelt es sich im Verhältnis zum eigentlichen Prozessthema
um eine Nebensache, wobei Differenzen in Nebensächlichkeiten bekannterweise
ein Indiz für die Glaubhaftigkeit von Aussagen sind. Die Ungereimtheit vermag
damit nicht den Beweiswert der gesamten Aussagen zum Prozessthema dahinfal-
len zu lassen.
Im Berufungsverfahren bringt der Beklagte sodann einen weiteren, von der
Vorinstanz nicht berücksichtigten und – seiner Ansicht nach – den Beweiswert
beider Aussage erheblich mindernden Widerspruch vor, nämlich hinsichtlich der
Übergabe der Spendengelder an G._ (act. 106 Rz 45 und 48). Dem ist je-
doch entgegen zu halten, dass lediglich in den Aussagen des Klägers eine Un-
stimmigkeit besteht, nicht hingegen in denjenigen des Zeugen G._. So führte
der Kläger anlässlich seiner Befragung aus, er habe G._ jeweils dann, wenn
er in Zürich gewesen sei, das gespendete Geld entweder bar oder als Check
übergeben (Prot. VI S. 21, vgl. auch act. 106 Rz 45 und 48). Der Zeuge G._
seinerseits erklärte im Zusammenhang mit Fragen, bei denen es um Kontoein-
zahlungen und dabei erfolgte Gutschriftenanzeigen ging, bei direkt auf das Konto
überwiesenen Beträgen habe es sich um Bareinzahlungen oder um Überweisun-
gen gehandelt (act. 31 S. 12). Dass er keine Barbeträge oder Checks vom Kläger
erhalten habe bzw. die Spenden ausschliesslich entweder direkt als Bareinzah-
lungen oder in Form von Überweisungen eingegangen seien, führte der Zeuge im
Gegensatz zur Darstellung des Beklagten (vgl. act. 106 Rz 45 und 48) nicht aus,
weshalb seine Aussagen gar nicht widersprüchlich sind. Selbst die Ausführungen
des Klägers, der keine direkten Kontoeinzahlungen oder -überweisungen durch
- 26 -
die Spender erwähnte, werden durch diese Ungereimtheit nicht unglaubhaft, zu-
mal es sich bloss um einen nebensächlichen Aspekt handelt.
5.5.4. Die Vorinstanz wies ferner auf nicht nachvollziehbare Aussagen des Zeu-
gen G._ zur mangelnden Angabe eines Zahlungsgrundes bei der Überwei-
sung der Fr. 100'000.– am 25. Oktober 2004 und zur Quittierung der Zahlung hin
(act. 108 E. VI.2.1.6.4-5). Nicht unbedingt sinnvolle (aber nicht widersprüchliche)
Ausführungen sprechen allerdings per se noch nicht gegen die Korrektheit und
die Glaubhaftigkeit der Aussagen. Es ist auf sie im Rahmen der Würdigung der
entsprechenden Beweismittel zurückzukommen (vgl. E. II.5.7.2-3 und II.5.8.1).
5.5.5. Abgesehen von den dargelegten Erwägungen machte die Vorinstanz keine
Ausführungen zur Glaubhaftigkeit der Aussagen und auch der Beklagte bringt
diesbezüglich nichts weiteres vor. Es ist an dieser Stelle daher ergänzend anzu-
fügen, dass die Zeugenaussagen weitere Glaubhaftigkeitsmerkmale enthalten, so
etwa die Übereinstimmung mit dem unbestrittenen Sachverhalt (vgl. act. 31
S. 3 ff.), das offene Darlegen von für den Zeugen ungünstigen Umständen (vgl.
act. 31 S. 6, 8, 11 und 13) und keine Widersprüche in sich. Dass der Zeuge auch
bei der Beantwortung von detaillierten Fragen bei seiner anlässlich der freien
Schilderung der Ereignisse gemachten Darstellung blieb, spricht im Übrigen auch
gegen eine Instruktion durch den Kläger, konnte dieser doch kaum alle Fragen
genau voraussehen und seinen Schwiegersohn so genau instruieren, dass sich
dieser – wenn die ganze Geschichte erfunden gewesen wäre – nicht in Wider-
sprüche zu anderweitig erstatteten Aussagen verstrickt hätte.
5.5.6. Nach dem Gesagten ist als Ergebnis festzuhalten, dass Aussagen des
Zeugen G._ glaubhaft sind, zumal die Aussagen mit dem Vertrag vom
15. November 2004 und im Kerngehalt mit den Parteiaussagen des Klägers über-
einstimmen.
5.6. (Partei-)Befragung Kläger (Prot. VI S. 20 ff. und 41 ff.)
5.6.1. Inhaltlich bestätigte der Kläger den auf Initiative von G._ zustande ge-
kommenen, Ende Oktober 2004 mündlich abgeschlossenen und am
- 27 -
15. November 2004 schriftlich festgehaltenen Darlehensvertrag zwischen den
Parteien, der dem Zweck eines Liegenschaftserwerbs dienen sollte. Als Darle-
henssumme habe G._ die von ihm aufbewahrten, für H._ bestimmten
Spendengelder von insgesamt Fr. 100'000.– an den Beklagten überwiesen (Prot.
VI S. 20 ff. und 42 ff.).
5.6.2. Anders als die Vorinstanz, die sich hierzu nicht explizit äusserte (vgl.
act. 108 E. VI.2.9), bringt der Beklagte grosse Vorbehalte hinsichtlich der Glaub-
würdigkeit des Klägers vor (vgl. act. 106 Rz 33 und 48). Auch wenn beim Kläger
wegen seines Interessens am Verfahrensausgang sicherlich Vorsicht angebracht
ist, ändert dies nichts daran, dass der Glaubwürdigkeit praktisch keine Bedeutung
zukommt (vgl. E. II.4.5.1). Es ist daher auf die Problematik nicht näher einzuge-
hen, zumal die klägerischen Aussagen ─ wie zu sehen sein wird ─ durchaus
glaubhaft sind (vgl. E. II.5.6.3). Festgehalten sei lediglich, dass aufgrund des
Grundsatzes der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 157 ZPO) einer Parteibefra-
gung nicht von vornherein ein geringerer Beweiswert als etwa einer Beweisaus-
sage zugemessen werden kann.
5.6.3. Die Vorinstanz und der Beklagte äussern sich nicht zur Glaubhaftigkeit der
klägerischen Aussagen. Entsprechend sei hier lediglich kurz festgehalten, dass
keine Anhaltspunkte für eine Unglaubhaftigkeit der Aussagen vorliegen, sondern
vielmehr für das Gegenteil sprechende Hinweise wie fehlende Widersprüche im
Kerngehalt der Ausführungen. Was die nebensächlichen Divergenzen zu den
Aussagen des Zeugen G._ betrifft, so kann auf obige Erwägungen verwiesen
werden, wonach diese die Aussagen des Klägers nicht unglaubhaft machen (vgl.
E. II.5.5.3). Wie die Vorinstanz richtig feststellte, sind die glaubhaften klägerischen
Aussagen ein Indiz für die Richtigkeit seines Standpunktes im Prozess (vgl.
act. 108 E. VI.2.9).
5.7. Gutschriftsanzeige vom 25. Oktober 2004 (act. 4/12 = act. 17/8)
5.7.1. Bei diesem als Beweismittel angerufenen Beleg handelt es sich um die
Gutschriftsanzeige der F._ [Bank] vom 25. Oktober 2004, welche beschei-
nigt, dass an diesem Tag Fr. 100'000.– von G._ auf einem Konto des Be-
- 28 -
klagten eingingen, ohne dass ein Zahlungsgrund aufgeführt wurde (act. 4/12 =
act. 17/8). Die Vorinstanz erwog, daraus gehe lediglich hervor, G._ habe ei-
ne Einzahlung von Fr. 100'000.– vorgenommen. Da kein Zahlungsgrund genannt
sei und jeglicher Hinweis auf den Kläger fehle, könne aus diesem Beleg alleine
nicht abgeleitet werden, dass es sich dabei um die vom Kläger geschuldete Dar-
lehensvaluta handle (act. 108 E. VI.2.2). Diesen Überlegungen ist grundsätzlich
zuzustimmen, was auch der Beklagte so sieht (vgl. act. 106 Rz 13, 36 und 48).
5.7.2. Die Vorinstanz führte weiter aus, es sei nicht nachvollziehbar, weshalb
G._ bei der Überweisung an den Beklagten keinen Zahlungsgrund angege-
ben habe, wäre dies doch ein Leichtes gewesen (act. 108 E. VI.2.1.6.4). Die Gut-
schriftsanzeigen der übrigen Darlehensgeber hätten jedenfalls – soweit sie sich
bei den Akten befänden – jeweils einen Zahlungsgrund genannt, der auf eine Dar-
lehensgewährung hinweise. Dieser Umstand könnte darauf hindeuten, dass es
sich bei der Überweisung vom 25. Oktober 2004 nicht um die vom Kläger erwähn-
te Übertragung der Darlehenssumme gehandelt habe, doch sei dieser Schluss
nicht zwingend (act. 108 E. VI.2.1.4). Der Beklagte beanstandet diese Erwägun-
gen grundsätzlich nicht. Er rügt jedoch, die Vorinstanz habe die diesbezüglichen
unplausiblen Erklärungen des Klägers und des Zeugen G._ nicht oder
höchstens als "befremdliche Umstände" berücksichtigt (act. 106 Rz 36). So sei
die Erklärung G._s mit Zeitnot unsinnig, weil die Nennung eines Zahlungs-
zweckes im Rahmen eines Zahlungsauftrages an eine Bank höchstens zehn Se-
kunden erfordere und die Fr. 100'000.– zudem spätestens am 27. Oktober 2007
hätten überwiesen sein müssen, was den Zeitdruck relativiere (act. 106 Rz 36 und
48).
5.7.3. Anders als dies die Vorinstanz sah, hat es keinen direkten Einfluss auf die
Würdigung der Gutschriftsanzeige vom 25. Oktober 2004 als Beweismittel, dass
die übrigen Darlehensgeber jeweils einen Zahlungsgrund angaben, handelt es
sich dabei doch um andere Personen als um G._. Aus deren Verhalten kann
nichts zu seinem Vorgehen abgeleitet werden. Andererseits ist das Aufführen ei-
nes Zahlungsgrundes nicht nur im Geschäftsverkehr üblich, sodass es insoweit
befremdlich wirkt, wenn ein solcher fehlt, was die Vorinstanz richtig erkannte. Im-
- 29 -
merhin ist es unstrittig, dass G._ die administrativen Besorgungen des Be-
klagten sehr nachlässig führte (vgl. E. II.5.4.3). Weshalb er in eigenen Angele-
genheiten hätte genauer sein sollen, ist nicht ersichtlich. Hinzu kommt, dass die
Angabe eines Zahlungsgrundes für ihn nicht zwingend nötig war, stand er doch
dem Beklagten vor und wusste daher genau, um was es sich bei der fraglichen
Zahlung handelte. Der Beklagte hat sich dieses Verhalten seines früheren Präsi-
denten anrechnen zu lassen. Dass seine Aussage zur Zeitnot ─ bezogen bloss
auf die Überweisung ─ nicht besonders sinnvoll erscheinen mag, ist sodann von
untergeordneter Bedeutung. Nicht zu übersehen ist jedenfalls, dass für das Auf-
bringen des noch für das Eigenkapital nötigen Restbetrages nicht mehr viel Zeit
zur Verfügung stand. Alles in allem wirken sich der fehlende Zahlungsgrund und
der mangelnde Bezug der Zahlung zum Kläger für den Standpunkt des Klägers
nicht negativ aus, sondern – wie dies die Vorinstanz ausführte – neutral in dem
Sinne, dass die Gutschriftsanzeige für sich alleine nicht beweist, dass es sich bei
der fraglichen Überweisung um die Hingabe der Darlehensvaluta handelt. Sie be-
legt aber, wie gesehen, gerade auch keine Schenkung.
5.8. Quittung vom 6. April 2011 (act. 4/13)
5.8.1. Am 6. April 2011 bestätigte G._ "in seiner Eigenschaft als Präsident"
des Beklagten, dass er in Erfüllung des Darlehensvertrages vom 15. November
2004 vom Kläger den Darlehensbetrag von Fr. 100'000.– zuhanden des Beklag-
ten erhalten habe (act. 4/13). Die Vorinstanz fand es erstaunlich, dass der Zeuge
G._ diesbezüglich aussagte, es habe im Oktober oder November 2004 kei-
nen Grund für eine Quittung gegeben, der Vertrag sei die Quittung gewesen (vgl.
act. 108 E. VI.2.3 und VI.2.1.6.5 sowie act. 31 S. 6). Dieser Erwägung ist nicht
zuzustimmen. Dass eine Quittung damals nicht für nötig gehalten wurde, darf oh-
ne Not als Ausdruck des zwischen G._ und dem Kläger bestehenden Ver-
trauens (vgl. etwa Prot. VI S. 21 und 42) verstanden werden. Erst Jahre später,
nach Ausbrechen des Streites zwischen den Parteien, wurde die fragliche Bestä-
tigung auf Anraten eines Anwaltes erstellt (vgl. act. 31 S. 6), was durchaus üblich
und verständlich ist und damit nicht zwingend gegen das Dokument sprechen
- 30 -
muss, auch wenn es allenfalls im Hinblick auf einen Prozess erstellt wurde, wie
der Beklagte vorbringt (act. 106 Rz 41 und 48).
5.8.2. Natürlich wäre es – wie die Vorinstanz und der Beklagte darlegen (act. 108
E. VI.2.1.6.5 und act. 106 Rz 37, 38 und 48) – ein Leichtes gewesen, auf dem
Vertrag vom 15. November 2004 einen Quittungsvermerk anzubringen. Auch trifft
es zu, dass ein solches Vorgehen auch unter Laien durchaus üblich ist, wie der
Beklagte anführt (vgl. act. 106 Rz 48). Zwingend ist eine Quittierung jedoch nicht,
ihr kommt lediglich Beweisfunktion zu, weshalb ihr Fehlen nicht automatisch be-
deutet, dass der fragliche Vertrag nicht zustande kam oder nicht erfüllt wurde.
Ausserdem kommt es gerade unter Laien, die wie hier ein starkes Vertrauensver-
hältnis verbindet, auch sehr häufig vor, dass auf schriftliche Bestätigungen ver-
zichtet wird. Daran ändert auch nichts, dass der Kläger und G._ theoretisch
eine erhöhte Verantwortung getragen haben mögen und damit mehr Vorsicht hät-
ten walten lassen sollen, wie der Beklagte vorbringt (vgl. act. 106 Rz 40 und 48).
Auch hier gilt, dass sich der Beklagte das Verhalten G._s – ob geschäftlich
unbedarft oder geschickt – vorhalten lassen muss. In diesem Sinne kommt der
fehlenden Quittierung im Zeitpunkt des Vertragsschlusses oder der Hingabe der
Darlehensvaluta keine derart negative Bedeutung zu, wie sie ihr der Beklagte zu-
misst (vgl. act. 106 Rz 37 und 48).
5.8.3. Wie auch die Vorinstanz zutreffend festhält, ist zudem noch zu berücksich-
tigen, dass die Quittung die Unterschrift G._s trägt, sodass dieser sich wo-
möglich der Urkundenfälschung schuldig gemacht hätte, wenn er eine nicht statt-
gefundene Darlehensgewährung bestätigt hätte (vgl. act. 108 E. VI.2.3). Es ist
dem Beklagten nicht zuzustimmen, dass trotz dieses Umstandes dem Dokument
keine grössere Glaubwürdigkeit als einer gewöhnlichen Parteiaussage zugemes-
sen werden könne (vgl. act. 106 Rz 41). Entgegen seiner Ansicht (vgl. act. 106
Rz 41 und 48) wäre es durchaus möglich (wenn auch schwierig), einen derartigen
Straftatbestand nachzuweisen. Es ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass
G._ sich kaum der Gefahr eines weiteren Strafverfahrens und einer mögli-
chen Verurteilung aussetzen würde (act. 108 E. VI.2.3). Im Übrigen ergäbe es
keinen Sinn, wenn in eine im Hinblick auf einen Prozess gefälschte Quittung ab-
- 31 -
sichtlich ein Datum eingefügt würde, welches zwangsläufig Anlass zu Diskussio-
nen geben müsste. Zusammenfassend kommt der nachträglich erstellten Quittung
zwar kein wesentlicher Beweiswert zu, sie stellt aber immerhin ein weiteres Indiz
für die Richtigkeit des klägerischen Standpunktes dar.
5.9. Weitere Urkunden (act. 4/14 und act. 4/17-22)
Die Vorinstanz würdigte auch die weiteren vom Kläger als Beweismittel of-
ferierten Urkunden, bei denen es sich um Schreiben oder E-Mails der Parteien
oder diesen nahe stehenden Personen handelt. Sie kam zum Ergebnis, dass dar-
aus keine gegen die Darstellung des Klägers sprechenden Hinweise hervorgin-
gen, mass den Unterlagen jedoch auch keinen grossen Beweiswert zu (vgl.
act. 108 E. 2.6.1-6). Die entsprechenden Ausführungen sind nicht zu beanstan-
den und werden vom Beklagten auch nicht gerügt.
5.10. Gesamtwürdigung
5.10.1. Die Vorinstanz führte abschliessend aus, nach der Würdigung aller Be-
weismittel habe es als erstellt zu gelten, dass der Kläger dem Beklagten ein Dar-
lehen von Fr. 100'000.– zur Verfügung gestellt habe. Zwar möge das Vorgehen
des Klägers bisweilen dilettantisch und sicher vertrauensselig, jedenfalls nicht ge-
schäftsmässig anmuten, doch sei insgesamt nachvollziehbar und stimmig, dass
die Gewährung und Überweisung des Darlehens sowie die nachträgliche Erstel-
lung des schriftlichen Vertrags zufolge des Vertrauensverhältnisses zwischen
dem Kläger und dem damaligen Präsidenten des Beklagten unkompliziert von-
statten gegangen sei. Ebenso seien der zeitliche Ablauf, die zeitliche Dringlichkeit
für die Darlehensgewährung sowie der Umstand, dass der Beklagte den Haus-
kauf damals auch mit anderen Darlehen sicherstellt habe, erstellt. Damit sei fest-
zuhalten, dass der Kläger auch zur Rückforderung des Darlehens berechtigt sei
(act. 108 E. VI.3). Diese Erwägungen sind folgerichtig und nicht zu beanstanden.
Wie dargelegt sprechen neben schriftlichen und teilweise auch unterzeichneten
- 32 -
Dokumenten damit übereinstimmende, glaubhafte Zeugen- und Parteiaussagen
für den Standpunkt des Klägers. Es trifft nicht zu, dass sich die Vorinstanz nur auf
Aussagen des Klägers und G._s sowie auf ein von diesen gemeinsam er-
stelltes Dokument stützte, wie der Beklagte meint (vgl. act. 106 Rz 32 und 48).
Ohnehin ist eine starke Gewichtung der genannten drei Beweismittel nicht zu be-
anstanden, vermögen sie doch am meisten über das tatsächliche Geschehen
auszusagen und kommt ihnen auch ein starker Beweiswert zu. Was die Vertrags-
urkunde vom 15. November 2004 betrifft, so ist dem Beklagten im Übrigen auch
nicht zuzustimmen, dass die angeblichen zahlreichen Widersprüche und Unge-
reimtheiten darauf schliessen liessen, das Dokument sei erst viel später aufge-
setzt worden (vgl. act. 106 Rz 42). Wie aufgezeigt, stellen viele der angeblichen
Widersprüche nämlich gar keine dar und die übrigen Ungereimtheiten lassen sich
plausibel bzw. schlüssig erklären. Zusammenfassend ergibt sich aus den gewür-
digten Beweismitteln ein lebensnahes, stimmiges Gesamtbild und es verblieben
keine ernsthaften Zweifel mehr. Allfällige Rest-Zweifel sind für sich unerheblich
und fallen auch gesamthaft nicht ins Gewicht.
5.10.2. Daran vermag auch die Kritik des Beklagten, der Geldfluss der angeblich
für H._ bestimmten Beträge zwischen den vermeintlichen Spendern und dem
Kläger einerseits und zwischen dem Kläger und G._ andererseits sei weder
dargelegt noch bewiesen, nichts zu ändern, ebenso wenig wie der Umstand, dass
die Spender nicht namentlich bekannt sind (vgl. act. 106 Rz 45 und 48). Wie die
Vorinstanz korrekt ausführte, ist wesentlich, ob nachweislich zwischen den Par-
teien ein Darlehensvertrag abgeschlossen und die Darlehensvaluta ausbezahlt
wurde sowie das Darlehen zur Rückzahlung fällig ist. Irrelevant ist hingegen, wo-
her das als Darlehenssumme überwiesene Geld stammt (act. 108 E. VI.2.7). Bei
den Ausführungen des Beklagten darüber, weshalb allfällige Spender vom Kläger
und G._ nicht namentlich genannt und vom Kläger nicht als Zeugen aufgeru-
fen wurden (vgl. act. 106 Rz 45, 46 und 48), handelt es sich sodann um reine
Mutmassungen, für deren Richtigkeit keinerlei Hinweise bestehen.
5.10.3. Der Beklagte ist im Übrigen nach wie vor der Ansicht, es stelle ein von der
Vorinstanz verkanntes, gegen das Darlehen sprechendes Indiz dar, dass der Klä-
- 33 -
ger in seinen Steuererklärungen keine Darlehensrückforderung deklariert habe.
Dies, weil es sich um einen erheblichen Vermögenswert handle, den der Kläger
entgegen den gesetzlichen Vorschriften nicht in seiner Steuererklärung angege-
ben habe, womit er sich dem Risiko einer strafrechtlichen Verfolgung wegen
Steuerhinterziehung ausgesetzt habe (act. 106 Rz 47 und 48). Wie bereits bei
den Erwägungen zur Aktivlegitimation dargelegt wurde, lässt sich die mangelnde
Deklaration aber damit erklären, dass der Kläger als Laie davon ausging, die For-
derung stehe ihm nicht persönlich zu, weil das fragliche Geld für H._ ge-
sammelt worden sei (vgl. E. II.2.4.6). Aufgrund dieser plausiblen Erklärung ver-
mag die mangelnde steuerliche Deklaration am aus den übrigen Beweismitteln
gewonnen Gesamtbild keine ernsthaften Zweifel mehr zu erwecken. Der Beklagte
übergeht in seiner Kritik an der vorinstanzlichen Beweiswürdigung schliesslich,
dass er keinen Beweis dafür zu erbringen vermochte, es habe G._ die
Fr. 100'000.─ geschenkt. Einen anderen Rechtsgrund für die Überweisung ver-
mag er zudem nicht zu benennen. Und es erscheint daher die klägerische Be-
hauptung, das Geld sei in Erfüllung eines Darlehensvertrages überwiesen, insge-
samt zu überzeugen.
5.10.4. Abschliessend ist festzuhalten, dass es dem Kläger gelungen ist, den von
ihm behaupteten, vorerst mündlich abgeschlossenen und später am 15. Novem-
ber 2004 schriftlich bestätigten Darlehensvertrag zwischen ihm und dem Beklag-
ten nachzuweisen. Dasselbe gilt grundsätzlich für die am 25. Oktober 2004 vor-
genommene Überweisung der Darlehensvaluta von Fr. 100'000.– durch G._
an den Beklagten. Die Fälligkeit der Rückforderung am 17. November 2009 geht
im Übrigen aus dem Vertrag vom 15. November 2004 hervor und ist als solche
auch gar nicht bestritten. Der Kläger ist somit zur Rückforderung der Fr. 100'000.–
berechtigt. Die Berufung ist folglich vollumfänglich abzuweisen und der Entscheid
der Vorinstanz zu bestätigen.
III.
Kosten- und Entschädigungsfolgen
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Ausgangsgemäss wird der unterliegende Beklagte für das Berufungsver-
fahren kostenpflichtig (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die zweitinstanzliche Entscheidge-
bühr ist in Anwendung von § 4 Abs. 1 sowie § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG auf
Fr. 8'750.– festzusetzen und dem Beklagten als Berufungskläger aufzuerlegen.
Eine Parteientschädigung ist dem Kläger und Berufungsbeklagten mangels Um-
trieben nicht zuzusprechen.