Decision ID: 13cb734f-e1da-46ed-9b4d-3a9a7ad895f5
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend Übertretung der Prostitutionsgewerbeverordnung (PGVO)
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 8. Mai 2019 (GC180133)
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Strafverfügung:
Der Strafbefehl des Statthalteramts Bezirk Zürich vom 10. Juli 2018 ist diesem
Urteil beigeheftet (Urk. 60).
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 94 S. 46 f.)
"Es wird erkannt:
1. Der Einsprecher B._ ist betreffend Sachverhalt 1 und Sachverhalt 2 schuldig
− der mehrfachen unzulässigen Betreibung der Salonprostitution ohne erfor-
derliche Bewilligung i.S.v. Art. 199 StGB i.V.m. Art. 17 Abs. 1 lit. c der Prosti-
tutionsgewerbeverordnung der Stadt Zürich vom 7. März 2012, teilweise mit
den Änderungen vom 12. April 2017.
2. Der Einsprecher B._ wird betreffend Sachverhalt 3 freigesprochen vom Vor-
wurf
− der Widerhandlung gegen die Verordnung über die Einführung des freien
Personenverkehrs i.S.v. Art. 32a VEP i.V.m. Art. 9 Abs. 1bis VEP.
3. Im Übrigen wird das Verfahren gegen den Einsprecher B._ betreffend den An-
klagepunkt Widerhandlung gegen die Verordnung über die Einführung des freien
Personenverkehrs i.S.v. Art. 32a VEP i.V.m. Art. 9 Abs. 1bis VEP (betreffend Sach-
verhalt 1 und Sachverhalt 2) eingestellt.
4. (...)
5. (...)
6. (...)
7. Der Einsprecher B._ wird bestraft mit einer Busse von CHF 3'800.–, teilweise
als Zusatzstrafe zu den Strafbefehlen des Statthalteramtes des Bezirks Bülach vom
30. August 2017 (ST.2; ST.3; ST.4; ST.5).
8. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Einsprecher B._ die Busse schuldhaft
nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 38 Tagen.
9. (...)
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10. (...)
11. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf CHF 2'400.–. Allfällige weitere Auslagen
bleiben vorbehalten.
12. Die Gerichtskosten werden zur Hälfte dem Einsprecher B._ und zu 2/10 der
Einsprecherin C._ auferlegt. Über diese Kosten stellt die Gerichtskasse Rech-
nung. Im Umfang von 3/10 werden diese Kosten auf die Staatskasse genommen.
Die Kosten des Statthalteramtes des Bezirkes Zürich betreffend den Einsprecher
B._ im Betrag von CHF 2'030.– (CHF 1'500.– Kosten gemäss Strafbefehl Nr. 6
vom 10. Juli 2018 sowie CHF 530.– nachträgliche Gebühren) werden zu 5/6 dem
Einsprecher B._ auferlegt und im Umfang von 1/6 dem Statthalteramt des Be-
zirkes Zürich zur Abschreibung überlassen. Diese Kosten sowie die Busse von
CHF 3'800.– werden durch das Statthalteramt des Bezirkes Zürich eingefordert.
(...)
13. Den Einsprechern wird keine Entschädigung zugesprochen.
14. (Mitteilungen)
15. (Rechtsmittel)"
Berufungsanträge:
a) Des Beschuldigten:
(sinngemäss, Urk. 95, Prot. II. S. 7 ff.)
Der Beschuldigte sei vollumfänglich freizusprechen.
b) Des Statthalteramts Bezirk Zürich
keine Anträge
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Erwägungen:
1. Prozessgeschichte und Prozessuales
1.1. Mit dem eingangs im Dispositiv zitierten Urteil vom 8. Mai 2019 wurde der Beschuldigte B._ vom Bezirksgericht Zürich wegen mehrfacher unzulässiger
Betreibung der Salonprostitution schuldig gesprochen. Von weiteren Vorwürfen
wurde er freigesprochen resp. wurde das Verfahren eingestellt. Der Beschuldigte
wurde mit einer Busse von Fr. 3'800.–, unter Festsetzung einer Ersatzfreiheits-
strafe von 38 Tagen, bestraft (Urk. 94 S. 46 ff.). Das Verfahren gegen die Mitbe-
schuldigte C._ wurde mit Beschluss vom 11. Dezember 2019 abgetrennt und
wird separat weitergeführt (Urk. 123).
1.2. Gegen das schriftlich im Dispositiv eröffnete Urteil vom 8. Mai 2019 (Urk. 85/1 und 85/A) meldete das Statthalteramt am 14. Mai 2019 fristgerecht Berufung an
(Urk. 86). Die Berufungsanmeldung des Beschuldigten vom 28. Mai 2019 erfolgte
ebenfalls fristgerecht (Urk. 87). Nach Zustellung des begründeten Urteils am
27. Juni 2019 (Urk. 92/1, Urk. 93) zog das Statthalteramt am 12. Juli 2019 seine
Berufung gegen den Beschuldigten zurück, wovon heute Vormerk zu nehmen ist
(Urk. 100). Der Beschuldigte reichte bereits am 4. Juni 2019, und damit vor Erhalt
des begründeten Urteils, eine als Berufungserklärung bezeichnete Eingabe ein
(Urk. 95). Es fragt sich, ob dadurch Art. 399 Abs. 3 StPO Genüge getan wurde.
Allerdings ergibt sich bereits aus dem Schreiben des Beschuldigten vom 3. Juni
2019 unmissverständlich, dass er das vorinstanzliche Urteil vollumfänglich anficht,
weshalb es als hinreichende Berufungserklärung entgegen zu nehmen ist. Seit
Erhalt des begründeten Urteils ging dem Gericht keine Berufungserklärung mehr
zu. Insbesondere kam der Beschuldigte auch der – ihm korrekt zugestellten – Auf-
forderung vom 6. August 2019 zur Einreichung diverser Unterlagen zu seinen
finanziellen Verhältnissen bis heute nicht nach (Urk. 102, Urk. 106).
1.3. Die Freisprüche und Verfahrenseinstellungen zu Gunsten des Beschuldigten gemäss Ziff. 2 und 3 des vorinstanzlichen Urteils bilden offenkundig nicht Teil der
Berufung des Beschuldigten, auch wenn er das Urteil "vollumfänglich" anficht
(Urk. 95; vgl. auch Prot. II S. 7). Das Statthalteramt hat seine Berufung zurück ge-
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zogen. Ebenso wenig sind die lediglich die Mitbeschuldigte C._ betreffenden
Ziffern des Urteils vom Beschuldigten angefochten; diese sind vorliegend vielmehr
ausser Acht zu lassen. Im Sinne von Art. 404 Abs. 1 StPO ist daher vorab festzu-
stellen, dass das erstinstanzliche Urteil in den Ziffern 2 und 3 in Rechtskraft er-
wachsen ist. Der Vollständigkeit halber ist anzufügen, dass der Beschuldigte zwar
festhielt, er fechte die Verfügung und das Urteil vom 8. Mai 2019 an (Urk. 87 und
95). Eine inhaltliche Anfechtung der Verfügung, welche einzig die Vereinigung der
beiden Verfahren betraf und den Beschuldigten auch nicht beschwerte, ist indes
nicht ersichtlich. Diese ist vorliegend somit nicht mehr weiter von Bedeutung.
1.4. An der mündlichen Verhandlung von heute erschien der Beschuldigte,  sich das Statthalteramt, das sein Rechtsmittel bereits zurückgezogen hatte,
nicht vertreten liess (Prot. II S. 6; Urk. 124). Das Urteil erging im Anschluss an die
Berufungsverhandlung (Prot. II S. 10 ff.).
2. Sachverhalt und rechtliche Würdigung
2.1. Umstritten sind heute noch die eingeklagten Sachverhalte Nr. 1 und 2  Verstoss gegen die Prostitutionsgewerbeverordnung (PGVO). Demgemäss
soll der Beschuldigte – teils allein und teils mit der Mitbeschuldigten C._ – di-
verse Wohnungen in der Stadt Zürich in verschiedenen Liegenschaften als Fami-
lienwohnungen angemietet haben, dort dann aber ohne entsprechende Bewilli-
gung ein Bordell betrieben haben. Die Vorinstanz sah dies als erwiesen an und
sprach den Beschuldigten dementsprechend schuldig (Urk. 94 S. 46).
2.2. Vorab ist festzuhalten, dass das vorliegende Strafverfahren einzig  im Sinne von Art. 103 StGB betrifft. Bildeten ausschliesslich Über-
tretungen Gegenstand des erstinstanzlichen Hauptverfahrens, so schränkt
Art. 398 Abs. 4 StPO die Kognition der Berufungsinstanz ein. In diesen Fällen
wird das angefochtene Urteil lediglich dahingehend überprüft, ob es rechtsfehler-
haft ist oder ob eine offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhaltes
durch die Vorinstanz gegeben ist. Relevant sind dabei klare Versehen bei der
Sachverhaltsermittlung wie namentlich Irrtümer oder offensichtliche Diskrepanzen
zur Akten- und Beweislage. Weiter in Betracht kommen insbesondere Fälle, in
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denen die Sachverhaltsfeststellung auf einer Verletzung von Bundesrecht, in ers-
ter Linie von Verfahrensvorschriften der StPO selbst, beruht. Gesamthaft gesehen
dürften regelmässig Konstellationen relevant sein, die als willkürliche Sach-
verhaltserstellung zu qualifizieren sind (vgl. SCHMID/JOSITSCH, StPO Praxis-
kommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 398 N 12 f.; BSK StPO-EUGSTER, 2. Aufl. 2014,
Art. 398 N 3a). Willkür bei der Beweiswürdigung liegt vor, wenn der angefochtene
Entscheid offensichtlich unhaltbar ist oder mit der tatsächlichen Situation in kla-
rem Widerspruch steht. Dass eine andere Lösung oder Würdigung ebenfalls ver-
tretbar oder gar zutreffender erscheint, genügt für die Annahme von Willkür nicht
(BGE 138 I 305 E. 4.3 mit Hinweisen).
2.3. Zudem ist festzuhalten, dass es die eingeschränkte Kognition des  erforderlich macht, dass sich der Beschuldigte mit den Erwägungen
im vorinstanzlichen Urteil auseinandersetzt und anhand dieser Erwägungen die
geltend gemachte Willkür resp. Rechtsfehlerhaftigkeit begründet aufzeigt. Es ge-
nügt nicht, wenn der Beschuldigte lediglich seine Sicht der Dinge darstellt. Der
Beschuldigte machte in seiner Eingabe vom 3. Juni 2019 sinngemäss eine un-
richtige Feststellung des Sachverhaltes geltend (Urk. 95). Weitere Rügen im ob-
genannten Sinn sind nicht erkennbar. Mit den Erwägungen im vorinstanzlichen
Urteil setzte sich der Beschuldigte mit keinem Wort auseinander, sondern wieder-
holte im Wesentlichen bloss, er sei unschuldig und habe die Wohnungen lediglich
zu Privatzwecken untervermietet und der Sachverhalt sei von der Polizei nicht
genügend geprüft worden. Auch anlässlich der Berufungsverhandlung hat er
nichts Neues vorgebracht. Damit legt er lediglich seine Sicht der Dinge dar, ohne
aufzuzeigen, weshalb die gegenteiligen Feststellungen der Vorinstanz willkürlich
sein sollen. Dies genügt nicht. Insoweit der Beschuldigte darauf Bezug nimmt, er
sei nicht Arbeitgeber der Prostituierten und damit auch nicht verpflichtet gewesen,
diese anzumelden (Urk. 95), ist darauf nicht weiter einzugehen, denn das Ver-
fahren hinsichtlich dieser Vorwürfe wurde wegen Verletzung des Anklageprinzips
bereits vor Vorinstanz eingestellt (Urk. 94 S. 9 ff.).
2.4. Die Vorinstanz hat korrekt und ausführlich dargelegt, weshalb die  1 und 2 gemäss Strafbefehl vom 10. Juli 2018 (Urk. 60) hinsichtlich des
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Beschuldigten B._ erstellt sind. Darauf kann vollumfänglich verwiesen wer-
den (Urk. 94 S. 12 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Sie hat überzeugend dargetan, dass
bezüglich sämtlicher vom Beschuldigten angemieteten Wohnungen im eingeklag-
ten Zeitraum bewiesen ist, dass dort durch jeweils mehr als eine Frau Prostitution
betrieben wurde. Wenn der Beschuldigte mehrfach erklärte, er habe nicht ge-
wusst, dass in den Wohnungen – nebst ihm bekannten Webcam- und Escort-
Diensten – auch Prostitution angeboten worden sei (Urk. 70 S. 11-13), so ist dies
nicht glaubhaft. In seinen schriftlichen Eingaben behauptete er schliesslich sogar,
er habe die Wohnungen lediglich zur privaten Nutzung bzw. für Wohnzwecke un-
tervermietet (Urk. 84 und 95), was seinen früheren und heutigen Zugeständnissen
widerspricht. Bereits die Vorinstanz hat festgehalten, dass aufgrund seiner eige-
nen Aussagen fest steht, dass der Beschuldigte zumindest ab ca. Anfang 2017
Kenntnis darüber hatte, dass auch Freier in der Wohnung empfangen wurden
(Urk. 94 S. 13). Ausserdem hatte er bereits seit 3. Oktober 2016 (Urk. 1, Befra-
gung im Anhang) regelmässig Kontakt mit der Polizei, welche ihn immer wieder
über die in den Wohnungen festgestellte Prostitution resp. einschlägigen Ver-
zeigungen gegen ihn informierte (vgl. Polizeirapporte in Urk. 1 ff., Urk. 94 S. 14
ff.). Dennoch machte er weiter wie gehabt. Es kann also keine Rede davon sein,
er habe keine Kenntnisse über die in den Wohnungen stattfindende Prostitution
gehabt. Er nahm dies vielmehr nicht nur in Kauf, sondern wollte dies auch:
Exemplarisch kann dazu auf das Sexinserat in Urk. 23 hingewiesen werden. Hier
bietet sich eine junge Frau namens D._ für alle Arten von sexuellen Hand-
lungen an. Als Kontakt wird dabei die Telefonnummer +41 ... angegeben. Diese
Nummer war gemäss Abklärungen der Polizei auf einen "B'._, geb. tt.6.1971"
eingelöst (a.a.O.). Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass es sich dabei um
den Mieter der entsprechenden Wohnung, nämlich den Beschuldigten, handelt.
Im Inserat wird am Ende explizit erwähnt "Ich habe eine kleine Wohnung, da kön-
nen wir uns treffen." Die Unschuldsbeteuerungen des Beschuldigten überzeugen
daher in keiner Weise. Die Vorinstanz hat das Notwendige dazu ausgeführt. Es ist
nicht ansatzweise ersichtlich, inwiefern die Feststellungen der Vorinstanz fehler-
haft oder willkürlich gewesen sein sollten.
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2.5. Auch in rechtlicher Hinsicht kann auf das vorinstanzliche Urteil verwiesen werden. Die Vorinstanz legt ausführlich und korrekt dar, weshalb der Beschuldigte
gegen die Prostitutionsgewerbeverordnung der Stadt Zürich verstossen hat und
nimmt auch auf die Gesetzesänderung per 1. Juli 2017 und die Gesetzesmateria-
lien Bezug (Urk. 94 S. 29 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Zusammenfassend kommt die
Vorinstanz zum Schluss, der Beschuldigte habe die angemieteten Wohnungen
gewerbsmässig an Prostituierte (unter-)vermietet, ohne dafür eine Bewilligung
gehabt zu haben und ohne unter die Ausnahmebestimmung von Art. 11 Abs. 2
PGVO zu fallen. Von der Bewilligungspflicht befreit seien nur Kleinstsalons, in de-
nen – nebst dem/r Betriebsinhaber/in – höchstens eine weitere Person tätig sei,
und Personen, welche nicht gewerbsmässig Räumlichkeiten vermieteten. Indem
der Beschuldigte grösstenteils mehrere Wohnungen gleichzeitig untervermietet
und diese jeweils mehreren Frauen zur Verfügung gestellt habe, habe er ge-
werbsmässig gehandelt und hätte eine Bewilligung einholen müssen. Die ent-
sprechenden Erwägungen der Vorinstanz bedürfen keiner Ergänzung. Der Be-
schuldigte brachte im Berufungsverfahren auch diesbezüglich keine relevanten
Rügen vor. Sinngemäss macht der Beschuldigte lediglich geltend, er sei kein Zu-
hälter (Prot. II S. 7 ff.). Dies wird ihm indessen auch nicht vorgeworfen, zumal
lediglich das zur Verfügung-Stellen von Räumlichkeiten zur Ausübung der Prosti-
tution sanktioniert wird, weshalb sich weitere Erwägungen dazu erübrigen. Er ist
damit auch zweitinstanzlich des mehrfachen unzulässigen Betreibens der Salon-
prostitution ohne erforderliche Bewilligung im Sinne von Art. 199 StGB in Verbin-
dung mit Art. 17 Abs. 1 lit. c der Prostitutionsgewerbeverordnung der Stadt Zürich
vom 7. März 2012 (PGVO), teilweise mit den Änderungen vom 12. April 2017,
schuldig zu sprechen.
3. Strafzumessung
Die detaillierte und sorgfältige Strafzumessung der Vorinstanz resp. die Fest-
setzung der Bussenhöhe sowie der Ersatzfreiheitsstrafe wurden vom Beschuldig-
ten nicht substantiiert gerügt (Urk. 94 S. 35 ff.). Willkürliche oder rechtsfehlerhafte
Überlegungen der Vorinstanz sind weder erkennbar noch geltend gemacht wor-
den. Entgegen der gerichtlichen Aufforderung hat der Beschuldigte sodann keine
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Unterlagen zu seinen finanziellen Verhältnissen eingereicht (Urk. 102, 106). So-
dann machte der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung keine Anga-
ben zu seinen finanziellen Verhältnissen (Urk. 126), weshalb kein Anlass besteht,
von den plausiblen Ausführungen des Vorderrichters abzuweichen. Die Bussen-
höhe von Fr. 3'800.– ist somit zu bestätigen, ebenso wie die Festsetzung einer
dementsprechenden Ersatzfreiheitsstrafe von 38 Tagen. Es ist darauf hinzuwei-
sen, dass eine Erhöhung aufgrund des Verschlechterungsverbots (reformatio in
peius) ohnehin nicht möglich wäre.
4. Kosten- und Entschädigungsfolgen
4.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die – den Beschuldigten B._ betreffenden – Kosten- und Entschädigungsfolgen des vorinstanzlichen
Urteils (Ziff. 11-13) ohne Weiteres zu bestätigen (Urk. 94 S. 47 f.). Auch sie wur-
den vom Beschuldigten überdies nicht substantiiert gerügt.
4.2. Im Berufungsverfahren erfolgt die Kostenauflage im Verhältnis von Obsiegen und Unterliegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt mit seinen
Anträgen im Berufungsverfahren, weil das vorinstanzliche Urteil bestätigt wird.
Der Berufungsrückzug des Statthalteramtes erfolgte in einem derart frühen Zeit-
punkt, dass durch dessen Berufung keine relevanten Kosten entstanden sind.
Damit sind die zweitinstanzlichen Kosten vollumfänglich dem Beschuldigten auf-
zuerlegen.