Decision ID: 600165c0-8f0c-4a03-8a2e-a9c4db6fa004
Year: 2010
Language: de
Court: ZH_VG
Chamber: ZH_VG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
hat sich ergeben:
I. Die Erneuerungswahlen für den Gemeinderat der Stadt Zürich für die Amtsdauer 2010 bis 2014 fanden am 7. März 2010 statt. Am 24. Dezember 2009 reichte A bei der Stadtkanzlei Zürich fristgerecht einen Wahlvorschlag für den Wahlkreis 9 mit der Listenbezeichnung "PARTEILOSER WAHLVORSCHLAG" ein. Als Kandidat für die Gemeinderatswahl wurde A vorgeschlagen (Listenplätze 15 und 16). Die eingereichten Unterschriften wurden durch die Stadtkanzlei eingehend auf ihre Gültigkeit überprüft. Aufgrund des Ergebnisses erklärte der Stadtrat von Zürich mit Beschluss vom 6. Januar 2010 den Wahlvorschlag von A für ungültig. Er auferlegte A zudem angefallene Zusatzkosten von Fr. 900.-.
II.
Mit Eingabe vom 9./8. Januar 2010 beantragte A beim Bezirksrat Zürich im Wesentlichen die Ungültigerklärung des Stadtratsbeschlusses. Sein Wahlvorschlag sei für gültig zu erklären und ihm zu erlauben, an der Wahl des Gemeinderats Zürich teilzunehmen. Zudem seien die ihm auferlegten Zusatzkosten zu annullieren. Der Bezirksrat Zürich wies den Stimmrechtsrekurs mit Beschluss vom 18. März 2010 ab und auferlegte A die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'034.-.
III.
Gegen den bezirksrätlichen Beschluss gelangte A am 23. März 2010 an das Verwaltungsgericht. Er stellte folgende Begehren:
"1. Es sei der willkürliche Beschluss vom 18. März 2010 als ungültig zu erklären und ganz abzuweisen.
2. Die ungerecht auferlegten Verfahrenskosten Total Fr.1034.00 für A sind zu tilgen und annullieren.
3. Die Verfahrenskosten Fr.1034.00 sind vom Staat zu tragen.
4. Der Angeklagte sei von Schuld und Strafe freizusprechen. Es seien ihm keine Verfahrenskosten aufzuerlegen.
5. Der gültige PARTEILOSE WAHLVORSCHLAG kontrolliert durch das Bevölkerungsamt der Stadt Zürich, mit vorgeschlagener Person A, ist als gültig zu erklären und ihm zu erlauben, an der Gemeinderat Erneuerungswahl für die Amtsdauer 2010–2014, Wahlkreis 9, noch in diesem Jahr teilzunehmen.
6. Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich soll prüfen, ob Art. 33 BV und Art. 16 KV verletzt worden ist. PETITIONSRECHT.
7. Gemäss Verordnung über die Wahlen und Abstimmungen (vom 2. Mai 1984) Gebührenfreiheit. § 12. Die Erhebung von Gebühren ist im Wahl- und Abstimmungsverfahren unzulässig.
Nach Art. 86/158 BPR Für Amtshandlungen aufgrund dieses Gesetzes dürfen keine Kosten erhoben werden. (Art.86 BPR.VPB 60.72.Ziff.4.1. und 4.2).
Gemäss Verordnung über die politischen Rechte (VPR) (vom 27. Oktober 2004) Gebühren und Aufwandersatz § 10. Für Amtshandlungen, die im Zusammenhang mit der Ausübung der politischen Rechte erforderlich sind, werden keine Gebühren erhoben.
8. DAS RECHT AUF FREIE WAHLEN IST NICHT GEWAEHRLEISTET"
Der Bezirksrat Zürich verwies in seiner Vernehmlassung unter anderem auf die Begründung im angefochtenen Entscheid und beantragte die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. In der Beschwerdeantwort beantragte der Stadtrat von Zürich die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werde.

Die Kammer zieht in Erwägung:
1. 1.1 Der Beschwerdeführer bezeichnete seine Eingabe beim Verwaltungsgericht als "Petition". Das Petitionsrecht gemäss Art. 33 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) und Art. 16 der Kantonsverfassung vom 27. Februar 2005 (KV) beinhaltet das Recht, sich individuell oder kollektiv mit Bitten, Vorschlägen, Kritiken oder Beschwerden an eine Behörde zu richten, ohne deswegen Belästigungen oder Rechtsnachteile irgendwelcher Art befürchten zu müssen (BGE 119 Ia 53 E. 3 f., auch zum Folgenden). Petitionen gegenüber Gerichten sind an sich für all jene Bereiche denkbar, die nicht direkt mit einem bestimmten Verfahren in Verbindung stehen. Mit allgemeinen Petitionen könnte etwa auf Probleme genereller Natur oder hinsichtlich der allgemeinen Rechtsprechung aufmerksam gemacht werden, es könnten Fragen der Gerichtsverwaltung aufgeworfen oder Anfragen aus Rechtsgebieten unterbreitet werden, in denen das Gericht Aufsichtsbehörde ist. Stellt ein Beschwerdeführer – wie vorliegend – Anträge wegen Verletzung der Vorschriften über die politischen Rechte und verlangt er die Aufhebung eines ihn betreffenden Beschlusses, so ist indes anzunehmen, dass der Rechtsunkundige keine Petition, sondern ein Rechtsmittel einzulegen gedachte. Vorliegend ist die Eingabe des Beschwerdeführers somit als Stimmrechtsbeschwerde im Sinn von § 151a des Gemeindegesetzes vom 6. Juni 1926 (GemeindeG, LS 131.1) in Verbindung mit § 147 ff. des Gesetzes über die politischen Rechte vom 1. September 2003 (GPR, LS 161) und § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2; vgl. § 19c Abs. 2 VRG) entgegenzunehmen.
Seit Inkrafttreten der Rechtsweggarantie per 1. Januar 2009 nämlich ist das Verwaltungsgericht kantonal zweit- und letztinstanzlich für Beschwerden gegen Anordnungen auf dem Gebiet von Wahlen und Abstimmungen zuständig (vgl. Art. 86 Abs. 2 f. und Art. 88 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 130 Abs. 3 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]; BGr, 12. März 2009, 1C_467/2008, E. 1.3 mit Hinweisen, www.bger.ch; zum Ganzen auch VGr, 30. April 2009, VB.2009.00055, E. 1.2 Abs. 2 f., www.vgrzh.ch).