Decision ID: 788b79cb-5262-4f0d-8d1a-910e7ce582cc
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1969
, ist deutsc
h
er Staatsange
h
öriger und zog am
1.
Januar 2013 von Deutschland nach
Y._
.
Am
3.
April 2013 ersuchten
die Städtischen Gesundheitsdienste bei der
Gesund
heitsdirektion
des Kantons Zürich
(nachfolgend Gesundheitsdirektion)
um Prüfung der Befreiung von der Krankenversicherungspflicht von
X._
(
Urk.
7/1).
Mit Verfügung vom 1
5.
April 2014 wies die Gesundheitsdirektion das Gesuch ab mit der Begründung, dass
X._
das
erforderliche
Bestäti
gungsformular
H
nicht eingereicht habe (
Urk.
7/
5
).
Dagegen er
h
ob
X._
am 13
.
Mai 2014
Einsprac
h
e (Urk. 7/
8
), welche
die Gesund
h
eitsdirektion mit
Einspracheentscheid
vom 17
.
September 2014
ab
wies
(
Urk.
7/
13
=
Urk. 2).
2.
X._
erhob am 1
9.
Oktober 2014 g
egen den
Einsprac
h
eent
sc
h
eid
vom 17
.
September 2014 (
Urk.
2)
per Fax
Beschwerde und beantragte
sinngemäss
,
dieser sei aufzuheben
und er sei von der
Krankenversic
h
erungs
pflic
h
t
in der Sc
h
weiz zu befreien (Urk. 1
S. 1 f.
).
Am 1
8.
November 2014 reichte er die eigenhändig unterzeichnete Beschwerdeschrift ein (
Urk.
4)
.
Die Gesundheitsdirektion beantragte mit Beschwerdeantwort vom
9.
Dezember 2014
,
die Beschwerde sei abzuweisen (
Urk.
6). Am 1
1.
Januar 2015 reichte
X._
seine Replik ein (
Urk.
11) und die Gesundheitsdirektion am 1
9.
Februar 2015 die Duplik (
Urk.
13), welche de
m
Beschwerdeführer
am 2
4.
Februar 2015 zur Kenntnisnahme zugestellt wurde (
Urk.
14).
Mit
Gerichts
verfügung
vom
2.
Dezember 2015 (
Urk.
15) wurde der Beschwerdeführer zum Nachweis seiner Behauptung angehalten, dass er über eine Pflegeversicherung verfüge, die in der Schweiz die Pflegeleistungen bei Krankheit im Sinne von
Art.
25a des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) erbringe. Am 2
4.
Dezember 2015 (
Urk.
17) reichte der Beschwerdeführer eine Bescheinigung seiner privaten Kranken- und Pflegeversicherung ein (
Urk.
18). Mit Brief vom
4.
Januar 2016 (
Urk.
19) forderte das Gericht den Beschwerdeführer auf,
weitere
Dokumente einzureichen,
was
er am
2.
Februar 2016
tat
(
Urk.
20-21).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.
1
Der Besc
h
werdefü
h
rer ist deutsc
h
er Staatsange
h
öriger und lebt seit
Januar 2013
in der Sc
h
weiz. Es liegt somit ein Sac
h
ver
h
alt vor, der in persönlic
h
er
H
insic
h
t vom Personenfreizügigkeitsabkommen (Abkommen vom 21. Juni 1999 zwi
sc
h
en der Sc
h
weizerisc
h
en Eidgenossensc
h
aft einerseits und der Europäisc
h
en Gemeinsc
h
aft und i
h
ren Mitgliedstaaten ander
erseits über die Freizügigkeit,
FZA) erfasst ist. An
h
ang II des FZA erklärt
ausserdem
die Verordnung (EG) Nr.
883/2004 vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sic
h
er
h
eit (VO 883/2004) und die Verordnung (EG) Nr. 987/2009 vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durc
h
fü
h
rung der VO 883/2004 (VO 987/2009) als anwendbar. In sac
h
lic
h
er
H
insic
h
t sind das FZA und die VO 883/2004 ebenfalls anwendbar, da Leistungen bei Krank
h
eit im Sinne von Art. 3 Abs. 1
lit
. a der Verordnung zur Diskussion ste
h
en.
Damit ist nac
h
den Regeln in Art. 11 ff. VO 883/2004 das anwendbare Landes
rec
h
t festzulegen. Nac
h
dem Grundsatz in Art. 11 Abs. 1 VO 883/2004 unter
lie
gen Personen, für welc
h
e die Verordnung gilt, den Rec
h
tsvorsc
h
riften nur eines Mitgliedstaats. Nac
h
Art. 11 Abs. 3
lit
. a VO 883/2004
sind dies für Personen, die in einem Mitgliedstaat eine Besc
h
äftigung oder eine selbständige Erwerbs
tätigkeit ausüben, die Rec
h
tsvorsc
h
riften dieses Mitgliedstaates.
Der
Besc
h
werdefü
h
rer übt in der Sc
h
weiz eine
Erwerbstätigkeit aus,
weswegen die sc
h
weizerisc
h
en Rec
h
tsvorsc
h
riften zur Anwendung gelangen
(vgl.
Urk.
7/1)
.
2.
2
.1
Art. 3 Abs. 1 KVG sc
h
reibt vor, dass sic
h
jede Person mit Wo
h
nsitz in der Sc
h
weiz innert drei Monaten nac
h
der
Wo
h
nsitzna
h
me
oder der Geburt in der Sc
h
weiz für Krankenpflege versic
h
ern oder von i
h
rem gesetzlic
h
en Vertreter bezie
h
ungsweise i
h
rer gesetzlic
h
en Vertreterin versic
h
ern lassen muss. Der Wo
h
nsitz bestimmt sic
h
nac
h
Art. 23-26 des Zivilgesetzbuc
h
es (ZGB; Art. 13 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversic
h
erungs
rec
h
ts
, ATSG,
und Art. 3 Abs. 1 KVG).
Gestützt auf die Ermäc
h
tigung in Art. 3 Abs. 2 KVG
h
at der Bundesrat in Art. 2 Abs. 2-8 der Verordnung über die Kran
kenversic
h
erung (KVV) für versc
h
iedene Personenkategorien die Möglic
h
keit gesc
h
affen, auf Gesuc
h
h
in vom
Versic
h
erungsobligatorium
befreit zu werden.
2.2
Nach Art. 2 Abs. 8 KVV sind insbesondere Personen, für welche eine Unterstel
lung unter die schweizerische Versicherung eine klare Verschlechterung des bisherigen Versicherungsschutzes oder der bisherigen Kostendeckung zur Folge hätte und die sich auf Grund ihres Alters und/oder ihres Gesundheitszustandes
nicht oder nur zu kaum tragbaren Bedingungen im bisherigen Umfang zusatz
versichern könnten, auf Gesuch hin von der Versicherungspflicht ausgenom
men.
2.3
Gemäss
der Rechtsprechung kommt die Ausnahmeregelung von
Art.
2
Abs.
8 KVV nicht allen Personen zugute, für die eine Unterstellung unter die schwei
ze
rische Versicherung eine klare Verschlechterung des bisherigen Versiche
rungs
schutzes oder der bisherigen Kostendeckung zur Folge hätte und die sich nicht oder nur zu kaum tragbaren Bedingungen im bisherigen Umfang
zusatzversi
chern
könnten, sondern nur jenen, bei denen Letzteres auf ihr Alter und/oder ihren Gesundheitszustand zurückzuführen ist. Die Norm schützt somit nicht all
gemein Personen, für die der Wechsel zum schweizerischen System zwar einen teureren und/oder weniger guten Versicherungsschutz bedeutet, die sich aber immerhin - wenn auch möglicherweise nicht im bisherigen Umfang, aber doch insoweit im bisherigen Umfang, als diesen Umfang garantierende Versicher
ungen in der Schweiz überhaupt angeboten werden - über das gesetzliche Minimum (obligatorische Krankenpflegeversicherung) hinaus zusatzversichern können (privatrechtliche Versicherung nach dem Bundesgesetz über den
Versi
che
rungsvertrag
, VVG; vgl.
Art.
12
Abs.
2 und 3 KVG).
Sie kann nur von den
jenigen Personen mit Erfolg angerufen werden, die sich
- im Rahmen des in der Schweiz nutzbaren Versicherungsangebots - nur des
halb nicht oder nur zu kaum tragbaren Bedingungen im bisherigen Umfang zusatzversichern können, weil sie wegen ihres Alters und/oder ihres Gesund
heitszustandes entsprechende Zusatzversicherungen entweder überhaupt nicht oder nur zu kaum tragbaren Bedingungen
abschliessen
können.
Art.
2
Abs.
8 KVV soll mit anderen Worten nicht den Nachteil verhindern, den eine Person dadurch erleidet, dass das schweizerische System den Versicherungsschutz, den sie bisher unter dem aus
ländischen System genoss, überhaupt nicht oder nicht zu gleich günstigen Bedingungen vorsieht. Er soll vielmehr den Nachteil ver
meiden, der daraus resultiert, dass eine Person bis zum Erreichen ihres bisheri
gen ausländischen Versicherungsniveaus von in der Schweiz tatsächlich vor
han
denen Angeboten wegen ihres Alters und/oder Gesundheitszustandes nicht oder nur zu kaum tragbaren Bedingungen Gebrauch machen kann (BGE 132 V 310 E. 8.5.6).
2.4
Gemäss
der Rechtsprechung wird auch für den Befreiungstatbestand von Art. 2 Abs. 8 KVV ein
gleichwertiger Versicherungsschutz
mit demjenigen nach dem KVG vorausgesetzt, obwohl im Wortlaut von Art. 2 Abs. 8 KVV (im Gegensatz zum Wortlaut von Art. 2 Abs. 2-5 und 7 KVV) nicht explizit ein gleichwertiger Versicherungsschutz verlangt wird. Denn die Tatsache des Fehlens einer aus
drück
lichen Erwähnung der Voraussetzung eines gleichwertigen Versiche
rungs
schutzes ist schon aus gesetzessystematischen Gründen und mit Blick auf einen umfassenden (Mindest-)Versicherungsschutz relevant.
Ausserdem
ist eine Lücke in der Versicherungsdeckung (im Vergleich zu den Mindestvorschriften des KVG) - jedenfalls wenn sie erheblich ist - auch angesichts der mit dem
Ver
si
che
rungsobligatorium
angestrebten Solidarität zwischen Gesunden und Kran
ken als klarer Mangel zu werten, der durch Unterstellung unter die Versiche
rungs
pflicht behoben werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_510/2011 vom 12. September 2011 E. 4.4.2).
2.5
Mit Blick auf die gesetzgeberisch gewollte Solidarität zwischen Gesunden und Kranken sind die Ausnahmen von der Versicherungspflicht generell eng zu halten, und es ist der Befürchtung des Gesetzgebers Rechnung zu tragen, dass sich das schweizerische
Obligatorium
unterlaufen
liesse
, wenn beispielsweise der Nachweis einer ausländischen freiwilligen privaten Versicherung allgemein als Befreiungsgrund akzeptiert würde (BGE 132 V 310 E. 8.5.6).
Für die Anwen
dung von Art. 2 Abs. 8 KVV sind daher strenge
Massstäbe
zu setzen.
Insbeson
dere darf diese Bestimmung nicht dazu dienen,
blosse
Nachteile zu verhindern, die eine Person dadurch erleidet, dass das schweizerische System den Versiche
rungsschutz, den sie bisher unter dem ausländischen System genoss, überhaupt nicht oder nicht zu gleich günstigen Bedingungen vorsieht (SVR 2009 KV Nr.
10 S. 35, 9C_921/2008 E. 4.3). Sie soll aber immerhin den Nachteil vermei
den, der daraus resultiert, dass eine Person bis zum Erreichen ihres bisherigen aus
ländischen Versicherungsniveaus von in der Schweiz tatsächlich vorhande
nen Angeboten wegen ihres Alters und/oder Gesundheitszustandes nicht oder nur zu kaum tragbaren Bedingungen Gebrauch machen kann (BGE 132 V 310
E. 8.5.6; Urteil des Bundesgerichts 9C_510/2011 vom 12. September 2011 E. 2.2).
3
.
3.1
Die Besc
h
werdegegnerin
ging in ihrem
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) davon aus, dass der Umfang des Versicherungsschutzes der deutschen Versicherung des Beschwerdeführers die
Voraussetzungen der Gleichwertigkeit mit dem KVG nicht erfülle
.
So sei die private Krankenversicherung des
Beschwerdeführers
nicht bereit, das vollständige Formular H zu unterzeichnen und damit die Leis
tungen nach den
Art.
25 bis 31 KVG vollumfänglich zu garantieren.
Namentlich seien die Versicherungsleistungen der ausländischen Kranken
ver
sicherung für Rehabilitation
, sowie sämtliche Bestimmungen zu den
Pflege
leistun
gen
bei Krankheit
von der Versicherung auf dem Formular H durch
gestrichen
.
Damit liege die Deckung, welche die Privatversicherung des
Beschwerdeführers vorsehe, deutlich hinter der Leistungspalette des KVG zurück, sodass ein Befreiungsgrund von
Art.
2
Abs.
8 KVV
unabhängig vom Gesundheitszustand
nicht zur Anwendung komme
(
Urk.
2 S. 3 f.
Ziff.
5
,
Urk.
6 S. 2 ff.
Rz
5-7
).
Zudem sei diese Regelung als
abschliessend
zu betrachten und die Bildung von Altersrückstellungen sei hier nicht relevant, genauso wenig wie der Umstand, dass sich der Beschwerdeführer nach einer späteren Rückkehr nach Deutschland unter Umständen gar nicht mehr oder nur zu schlechteren Bedingungen werde krankenversichern lassen können (
Urk.
13 S. 3
Rz
6-7).
3
.2
Dagegen machte der Beschwerdeführ
er in seiner Beschwerde (
Urk.
4) geltend, die Beschwerdegegnerin habe die Härtefallkriterien nur unzureichend gewür
digt. So könne er sich aufgrund
der Folgen eines im April 2011 erlittenen Unfalls in der Schweiz nur zu
äusserst
ungünstigen Konditionen versichern beziehungsweise würden Versicherungsleistungen entsprechend eingeschränkt
(S. 1
Ziff.
1
lit
. a-c).
Zudem seien die Grundsätze der Gleichbehandlung offensichtlich verletzt wor
den. So sei das identisch ausgefüllte
Formular H
bei anderen Versicherten akzeptiert worden (S. 1
Ziff.
2).
Eine sachlich neutrale Bewertung der Streichun
gen beziehungsweise Leistungsabweich
ungen habe nicht stattgefunden
(S. 1
Ziff.
3
lit
. a-c).
Des Weiteren verliere er mit der Kündigung seiner deutschen Krankenversiche
rung Altersrückstellungen und könne sich nach seiner Rückkehr nur
wieder zu viel schlechteren Konditionen privat versichern lassen als bisher. Eine parallele Fortführung des Vertrages sei aus finanziellen Gründen nicht denkbar,
gleich
ermassen
eine Anwartschaft (
Urk.
11 S. 2
f.
Ziff.
2
lit
. a-b).
Die Streichungen auf dem Formular H beruhten auf einem formaljuristischen
V
orgehen, denn die einzelnen Leistungen seien sehr wohl versichert, allerdings
nicht im
zu
100
%
gleichen Wortlau
t. Neben der Krankenver
sicherung enthalte sein Vertrag
eine Pflegeversicherung. Dies sei ein separater Baustein und daher getrennt aufge
führt (
Urk.
11 S. 3
Ziff.
3
lit
. a).
3.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer nach den schweizerischen Rechtsvorschriften Anspruch auf Befreiung von der
Krankenversicherungs
pflicht
hat.
4.
4.1
Unter den Parteien ist nic
h
t strittig, dass der Besc
h
werdefü
h
rer mit seinem Zuzug in die Sc
h
weiz
h
ier Wo
h
nsitz im Sinne von Art. 23 Abs. 1 ZGB begrün
dete
(vgl.
Urk.
7/1)
. Des
h
alb ist seine grundsätzlic
h
e Versic
h
erungspflic
h
t nac
h
Art. 3 Abs. 1 KVG nic
h
t in Frage gestellt. Zur Diskussion ste
h
t nur die Befreiung davon in Anwendung der Regelung in Art
. 2 Abs. 8 KVV.
Unbestritten ist auch, dass vorliegend infolge eines im April 2011 erlittenen Unfalles ein
im Rahmen dieser Bestimmung relevanter Gesundheitszustand vorliegt (vgl.
Urk.
7/
4
/5-6
)
.
Die Beschwerdegegnerin verneinte
indes
eine Gleichwertigkeit
des durch die
ausländische
Krankenversicherung
gewährten Versicherungsschutzes mit dem
jenigen nach KVG und zog daher eine Befreiung des Beschwerdeführers nach
Art.
2
Abs.
8 KVV unabhängig vom Gesundheitszust
and
ausser
Betracht.
4.2
Gleichwertiger Versicherungsschutz im Sinne von Art. 2 Abs. 2 KVV besteht, sofern die versicherte Person während der ganzen Geltungsdauer der Befreiung über eine gleichwertige Versicherungsdeckung für die Behandlungen in der Schweiz verfügt. Der gleichwertige Versicherungsschutz bezieht sich auf das schweizerische Gesetz. Die ausländische Versicherung muss mindestens die Kos
ten nach dem KVG übernehmen. Es dürfen beispielsweise bei der ausländi
schen Krankenversicherung keine Limitierungen wie maximale Kosten pro Tag oder maximale Versicherungsdeckung bestehen, da das KVG keine solchen Li
mi
tie
rung
en kennt.
Zudem müssen sämtliche Leistungen nach KVG auch von der ausländischen Versicherung übernommen werden
(Urteil des Bundesgerichts 9C_313/2010 vom 5. November 2
010 E. 4.3; BGE 134 V 34 E. 5).
4.3
Gemäss den Akten ist
der Beschwerdeführer im Rahmen einer vertraglichen
Kran
kenver
sicherung bei der Central Krankenversicherung AG, Köln, Bundesre
publik Deutschland, versichert (
Urk.
7/1/6,
Urk. 7/9/1-2).
Da ein gleichwertiger Versicherungsschutz mit demjenigen nach dem KVG auch für den Befreiungstatbestand von Art. 2 Abs. 8 KVV vorausgesetzt wird
(
vorste
hend
E.
4.2
)
, gilt es zu prüfen, ob die Versicherung des Be
schwerdeführers bei der Central Krankenversicherung AG mindestens sämt
liche Leistun
gen nach dem KVG übernimmt.
4.
4
Dem
am 1
5.
Januar 2014 unterzeichneten
Formular H (
Urk.
7/8/3-4
) ist zu ent
nehmen, dass die Central Krankenversicherung AG
,
abgesehen von den Leistun
gen durch
Chiropraktoren
und
Chiropraktorinnen
und im Zusammenhang mit Geburten, insbesondere die Leistungen
für
ärztlich durchgeführte oder angeord
nete
Massnahmen
der medizinischen
Rehabilitation
(
Art.
25
Abs.
2
lit
. d KVG) sowie sämtliche Bestimmungen zu den
Pflegeleistungen bei Krankheit (
Art.
25a KVG)
und Geburtsgebrechen
durchgestrichen hat.
Der Beschwerdeführe
r verfügt zwar
ausgewiesenerm
assen
über eine separate Kranken- und Pflegeversicherung bei der Central Krankenversicherung AG (vgl.
Urk.
18), jedoch geht aus
§
5
Ziff.
1
lit
. a
der
eingereichten Allgemeinen
Versi
cherungsbedingungen
(ABV) für die private Pflegeversicherung
(Urk. 21)
hervor,
dass unter andere
m keine Leistungspflicht besteht
, solange sich versicherte Personen im Ausland aufhalten.
Insgesamt besteht daher im Vergleich zum KVG eine erhebliche Lücke im Versi
cherun
gs
schutz
, da die entsprechenden Leistun
gen nicht in der Schweiz erbracht werden
.
Ein mit dem KVG gleichwertiger
Versicherungsschutz für Behandlungen in der Schweiz
im Zusammenhang mit
ärztlich durchgeführten oder angeordneten Massnahmen der medizinischen Rehabilitation oder Pflegeleistungen bei Krank
heit im Sinne von
Art.
25a KVG besteht
bei der Krankenversicherung des Beschwerdeführers b
ei der Central Krankenversicherung AG daher nicht.
4.5
Unter diesen Umständen kann die Frage, ob die weitere Voraussetzung der Aus
nahmeregelung von Art. 2 Abs. 8 KVV, wonach sich die Betroffenen in der Schweiz nicht oder nur zu kaum tragbaren Bedingungen im bisherigen Umfang zusatzversichern können, weil sie wegen ihres Alters und/oder ihres Gesund
heitszust
andes entsprechende Zusatzversi
cherungen entweder überhaupt nicht oder nur zu kaum tragbaren Bedingungen abschliessen können, offen gelassen werden.
4.
6
Demnach steht fest, dass der
Beschwerdeführer die Vorausset
zungen für eine Befreiung von der Krankenversicherungspflicht
mangels Gleichwertigkeit
nicht erfüllt, weswegen sich auch die nähere Prüfung
der weiteren Kriterien nach
Art.
2
Abs.
8 KVV, namentlich allfällige Auswirkungen des Gesundheitszustan
des auf die Versicherungsbedingungen
und wirtschaftliche Aspekte
, erübrigt.
5.
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin mit dem angefoc
htenen
Einspracheentscheid
vom 17
.
September 201
4
(Urk. 2)
einen Anspruch des Beschwerdeführe
r
s
auf Be
freiung von der
Krankenversiche
rungs
pflicht
verneinte, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.