Decision ID: f40c62c4-1824-491c-a172-808fb7345db9
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Hebeisen, Löwenstrasse 12,
8280 Kreuzlingen
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 30. Januar 2001 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1). Sein
damaliger Hausarzt, Dr. med. B._, berichtete am 5. Juni 2001 (IV-act. 12), der
Versicherte leide an Inguinal- und Oberschenkelschmerzen rechts bei
Femurkopfnekrose der rechten Hüfte und klage über Schmerzen in der Leistengegend
mit Ausstrahlung in den Oberschenkel bei Belastung (Gehen über eine Stunde), langem
Stehen und Heben schwerer Lasten. Die Schmerzen seien auch in Ruhe vorhanden. In
einer Tätigkeit ohne langes Stehen und ohne Heben schwerer Lasten sei der
Versicherte voll arbeitsfähig. Mit einem Vorbescheid vom 4. Oktober 2001 (IV-act. 16)
teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie beabsichtige, sein Rentengesuch
abzuweisen. Am 23. November 2001 (IV-act. 19–2 f.) teilte Dr. med. C._ mit, der
Versicherte leide nicht nur unter Beschwerden von Seiten der Femurkopfnekrose,
sondern auch unter Schmerzen an verschiedenen anderen Körperteilen. Diese
Schmerzen stünden gegenwärtig gegenüber den Hüftschmerzen im Vordergrund. In
einem Bericht vom 2. November 2001 (IV-act. 19–4 ff.) hatte Dr. med. D._ als
Diagnosen chronische Schmerzen und Parästhesien beider Hände (wahrscheinlich bei
einem muskulär bedingten Thoracic outlet-Syndrom), ein chronisches cervico-thoraco-
vertebrales Syndrom bei muskulärer Dysbalance und segmentalen Dysfunktionen
sowie eine Femurkopfnekrose und eine Coxarthrose rechts angegeben. Auf eine
Nachfrage der IV-Stelle hin berichtete Dr. D._ am 27. Dezember 2001 (IV-act. 22–5),
bezüglich des Thoracic outlet-Syndroms und des cervico-thoraco-vertebralen
Syndroms würden intensive physikalische Massnahmen durchgeführt. Da keine
strukturellen Probleme und keine wesentlichen degenerativen Veränderungen vorlägen,
sei davon auszugehen, dass die Beschwerden an den oberen Extremitäten längerfristig
deutlich abnehmen würden. Eine vorwiegend sitzende Tätigkeit ohne Heben von
Lasten und ohne stereotype schwere Belastung der Arme und Hände sei vollzeitlich
zumutbar. Eine sichere Schätzung sei aber noch nicht möglich, da mit der
Physiotherapie erst begonnen worden sei.
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A.b Vom 26. Februar bis zum 26. März 2002 hielt sich der Versicherte zur
Rehabilitation in der Klinik Valens auf. Diese führte in ihrem Austrittsbericht vom
11. April 2002 aus (IV-act. 28), der Versicherte leide an einem cervicospondylogenen
und cervicobrachialen Schmerzsyndrom beidseits mit/bei Status nach einem
Distorsionstrauma der Halswirbelsäule im Jahr 1998 und einer Streckhaltung C2–6 und
muskulärer Dysbalance, an einem lumbospondylogenen Syndrom beidseits, an einer
Anpassungsstörung mit einer depressiven Reaktion mittleren Grades sowie an einer
mässiggradigen Coxarthrose rechts mit/bei umschriebener Femurkopfnekrose und
begleitender Osteodystrophie inferozentral. In den Basistests habe eine angstbedingte
Selbstlimitation bestanden, weshalb das funktionelle Leistungsmaximum nicht habe
ergründet werden können. Für eine sitzende Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von
50 Prozent. Ein positiver Borrelien-Titer habe nicht mit den Beschwerden in Verbindung
gebracht werden können. Nach einer sechsmonatigen antidepressiven Therapie sollte
die Arbeitsfähigkeit nochmals beurteilt werden. In der Folge trat der Versicherte am
21. Mai 2002 in eine berufliche Abklärungsstelle ein, ohne allerdings eine
entsprechende Leistungszusage der IV-Stelle vorweisen zu können. Der Psychiater
Dr. med. E._ berichtete der IV-Stelle am 22. Juli 2002 (IV-act. 43), der Versicherte
leide an einer massiven Anpassungsstörung (neurotische Hypochondrie) bei vielfältigen
somatischen Gebrechen. Aus den vielen Arztberichten scheine hervorzugehen, dass
der Versicherte schon aus somatischen Gründen nur in einem reduzierten Pensum
einsatzfähig sei. Alles zusammengenommen betrage die Arbeitsfähigkeit 50 Prozent.
Der Berufsberater der IV-Stelle hielt am 15. August 2002 fest (IV-act. 46), die berufliche
Abklärung sei am 19. Juli 2002 abgebrochen worden, weil sie von der
Invalidenversicherung nicht gutgeheissen worden sei. Bei einer Arbeitsunfähigkeit von
50 Prozent und einem Abzug vom Tabellenlohn von 18 Prozent resultiere ein
zumutbares Invalideneinkommen von 23’439 Franken. Das Valideneinkommen betrage
60’682 Franken. Am 20. August 2002 erfuhr die IV-Stelle (IV-act. 50), dass die Suva
aufgrund eines Zeckenbisses einen Leistungsanspruch des Versicherten prüfte. Die IV-
Stelle sistierte de facto das Verwaltungsverfahren, um den Entscheid der Suva bzw.
zunächst ein von der Suva in Auftrag gegebenes Gutachten des Universitätsspitals
Zürich abzuwarten.
A.c Der Infektiologe Prof. Dr. med. F._ erstattete am 21. Dezember 2004 das von der
Suva in Auftrag gegebene Gutachten (IV-act. 76). Er berichtete, der Versicherte habe
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über Gelenkschmerzen, Müdigkeit und Leistungsintoleranz geklagt. Im Vordergrund
hätten Schmerzen im rechten Hüftgelenk, vor allem im Bereich der Leiste, im Gesäss
rechts mit Ausstrahlung bis in die Füsse, Schmerzen im Bereich beider Schultern und
Handgelenke, der Halswirbelsäule, des Kopfes und der Augen gestanden. Die klinische
Untersuchung habe den klaren Befund einer Coxarthrose rechts, eine grenzwertige
Hypertonie und eine Adipositas ergeben. Es liege keine Fibromyalgie vor. Die Lyme-
Serologie sei diskussionslos positiv, die Liquoruntersuchung eher negativ gewesen. Die
Laboruntersuchungen hätten zudem den Verdacht auf eine nonalcoholic steatosis
hepatis ergeben. Es fehlten Anhaltspunkte für eine virale Hepatitis, eine Autoimmun-
Hepatitis oder eine andere Lebererkrankung. Eine alkoholische Hepatitis sei aufgrund
der Anamnese auszuschliessen. Die Lyme-Borreliose erkläre weder die früheren noch
die aktuellen Befunde. Der Versicherte leide nicht an einem Borrelien-assoziierten
Fibromyalgiesyndrom. Die Leistungsintoleranz und die Müdigkeit seien auf die
Borreliose zurückzuführen. Das gelte möglicherweise auch für die Arthralgien im
Bereich der Hände, der Knie und eventuell des Schultergürtels. Die Coxarthrose sei
verantwortlich für die Beschwerden im Bereich des rechten Hüftgelenks und reaktiv
auch im Bereich des rechten Beins und der Wirbelsäule. Die Beschwerden im Bereich
der Augen, des Kopfes und der Halswirbelsäule könnten durch degenerative Ver
änderungen der Halswirbelsäule mit konsekutivem Cervicalsyndrom erklärt werden.
Insgesamt sei der Versicherte zu 100 Prozent arbeitsunfähig. Eine weitere antibiotische
Therapie der Lyme-Borreliose sei nicht erfolgversprechend. Im Bericht der Klinik für
orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen vom 16. Juli 2003 (Suva-
act. 54), auf den Prof. Dr. F._ Bezug genommen hatte, waren folgende Diagnosen
angegeben worden: Panvertebralsyndrom mit Cervicobrachialgie und Lumboischialgie
beidseits, Fibromyalgiesyndrom und Lyme-Borreliose. Dr. med. G._ hatte am
21. Oktober 2002 berichtet (Suva-act. 28), es bestehe eine noch floride Lyme-
Borreliose, wobei das Zentralnervensystem aktuell noch mitbeteiligt sei. Es sei
schwierig abzuschätzen, welche klinischen Symptome zur Lyme-Borreliose gehörten.
A.d Die Suva teilte der IV-Stelle am 9. November 2005 mit (IV-act. 82), der Versicherte
werde stationär in der Rehaklinik Bellikon untersucht. In ihrem Austrittsbericht vom
21. Dezember 2005 führten die Ärzte der Rehaklinik Bellikon aus (Suva-act. 89), sie
hätten folgende Diagnosen erhoben: Einen Status nach einem Zeckenbiss am 5. Mai
2001 und Lyme-Borreliose, einen Status nach einem Autounfall im Oktober 1996
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mit Verdacht auf ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, einen Status nach einer
Inguinalhernienoperation im Jahr 2000, degenerative Veränderungen im Bereich der
Halswirbelsäule, eine Femurkopfnekrose der rechten Hüfte sowie eine Coxarthrose
beidseits, rechtsbetont. In der interdisziplinären Zusammenfassung im Rahmen der
neurologischen Stellungnahme vom 23. Dezember 2005 (Suva-act. 114, S. 9 f.) wurde
ausgeführt, die Nacken- und Schulterbeschwerden könnten zu einem erheblichen Teil
dem degenerativen Halswirbelsäulenbefund zugeordnet werden. Trotz dieser
Beschwerden sei eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit ganztags zumutbar. Auch
die Coxarthrose lasse eine vorwiegend sitzende leichte Arbeit ganztags zu. Das gelte
auch für das lumbospondylogene Schmerzsyndrom, das auf altersentsprechende
degenerative Veränderungen zurückzuführen sei. Neben den erwähnten Symptomen
klage der Versicherte über Schmerzen im ganzen Körper, in den Händen, den Füssen
und in den Knien sowie über Schwellungszustände in den Fingern. Letztere hätten sich
nicht verifizieren lassen. Laborchemisch seien keine wegweisenden Veränderungen
festgestellt worden. Die geklagten Beschwerden hätten sich weder klinisch noch
labormässig oder röntgenologisch objektivieren lassen. Die Diagnose einer
Fibromyalgie könne nicht gestellt werden: Auch wenn eine Borreliose im muskulo-
skelettalen Bereich vorliege, sprächen das Nichtansprechen auf die Therapie bzw. das
erst späte Auftreten gegen diese Diagnose. Die geltend gemachten Schmerzen im
cervicobrachialen und im Hüftbereich seien durch die degenerativen Veränderungen
genügend erklärt. Aus psychiatrischer Sicht fänden sich eine gesteigerte Unruhe und
eine emotionale Labilisierung, die aber nicht die Qualität eines eigentlichen depressiven
Syndroms hätten, sondern an eine Anpassungsstörung erinnerten, die wellenförmig
schon lange persistiere. Es sei wichtig, dem Versicherten wieder eine berufliche
Perspektive zu vermitteln. Aus neurologischer Sicht bestehe eine schmerzassoziiert
herabgesetzte kognitiv-psychische Dauerleistungsfähigkeit. Bei der Testuntersuchung
seien keine spezifischen kognitiven Funktionsbeeinträchtigungen objektiviert worden.
Die Probleme bei der Ausdauer, bei der Aufmerksamkeit und bei der Konzentration
seien eindeutig mit der Schmerzproblematik assoziiert. Der Versicherte wäre mit
seinem kognitiven Leistungspotential in der Lage, die angestammte oder eine
verwandte Tätigkeit auszuführen. In der traumatologischen Stellungnahme vom 31. Mai
2006 (Suva-act. 111) führten die Ärzte der Klinik Bellikon aus, im Vordergrund stünden
das Cervicobrachialsyndrom beidseits und die Hüftbeschwerden rechts. Neue
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Röntgenbilder hätten degenerative Veränderungen C5–7 ergeben. Es sei ein neues
vertebrospinales Kernspintomogramm von C0 bis Th6 angefertigt worden. Der
Vergleich mit dem drei Jahre alten Magnetresonanzbild habe nur eine minimale
Zunahme der degenerativen Veränderungen gezeigt. Der Kompression der
Nervenwurzeln C6 und C7 links habe kein klinisches Korrelat entgegengesetzt werden
können. Die Parästhesien träten in allen Fingern beider Hände auf und seien somit
nicht dermatombezogen. Die Beweglichkeit der Halswirbelsäule sei durch diese
degenerativen Veränderungen nur minimal eingeschränkt. Im Bereich des
Schultergürtels, der Arme und der Hand bestünden keine Atrophien. Leichte wechsel
belastende Tätigkeiten seien dem Versicherten ganztags zumutbar. Beschwerdemässig
ebenbürtig seien die Hüftbeschwerden rechts. Die rechte Hüfte sei in der Beweglichkeit
deutlich eingeschränkt. Die sitzende Position sei aber möglich. Röntgenologisch habe
die Coxarthrose ständig zugenommen, sodass bereits eine Totalprothese zur
Diskussion stehe. Funktionell habe sich die Coxarthrose noch nicht als gravierend
erwiesen, sodass eine vorwiegend sitzende leichte Arbeit ganztags zumutbar sei. Das
lumbospondylogene Schmerzsyndrom falle weniger ins Gewicht, die Arbeitsfähigkeit
werde dadurch nicht tangiert. Es sei nicht wahrscheinlich, dass die Beschwerden im
muskulo-skelettalen Bereich durch die Borreliose verursacht seien.
A.e Die IV-Stelle beauftragte daraufhin die Academy of Swiss Insurance Medicine
(asim) mit einer interdisziplinären Begutachtung. Die Sachverständigen führten im
Gutachten vom 19. März 2008 aus (IV-act. 100), folgende Diagnosen seien erhoben
worden: Chronisches cervicovertebrales Schmerzsyndrom und occipitofrontale Kopf
schmerzen, anamnestisch seit dem Jahr 1996, chronisches lumbovertebrales
Schmerzsyndrom, Coxarthrose beidseits, Status nach Hüfttotalendoprothese rechts
am 11. September 2006, sowie – ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit – Status nach
Zeckenbiss im Mai 2001 mit Borrelienexposition, leichte Ringbandstenose-
Symptomatik im Mittel- und Ringfinger links, epicondylopathische
Ellbogenbeschwerden beidseits, Verdacht auf arterielle Hypertonie, Status nach
Inguinalhernienoperation rechts im Jahr 2000 und Status nach Autounfall im Oktober
1996. Im Gutachten wurde weiter ausgeführt, beim Versicherten lasse sich keine
psychiatrische Diagnose stellen. Er sei affektiv gut schwingungsfähig, es bestünden
keine Insuffizienzgefühle und keine Konzentrationsstörungen. Die früher festgestellten
Hinweise auf eine Anpassungsstörung seien nicht mehr nachweisbar. Obwohl der
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Versicherte auf seine Schmerzsymptomatik fokussiert sei, liege keine somatoforme
Schmerzstörung vor. Am Bewegungsapparat bestünden eine freie Mobilität und ein
freies Gangbild. Der Versicherte zeige keine Trendelenburgzeichen und das lumbale
Achsenskelett sei vollständig frei beweglich ohne Schmerzen. Die Beweglichkeit der
Halswirbelsäule sei altersentsprechend ebenfalls weitgehend frei. Endphasig träten
leichte cervicale Schmerzen ohne radiculäre Schmerzkomponente auf. Es zeigten sich
tiefcervicale leichte Muskelverspannungen und diffuse Druckdolenzen der Weichteile
interscapulär und paracervical beidseits bis entlang der linea nuchalis. An den Händen
bestünden eine Ringbandstenose-Symptomatik links an zwei Gelenken und
epicondylopathische Schmerzen. Die Schultern seien frei beweglich. In den Re
sistivtests seien nuchale muskuläre Schmerzen ausgelöst worden. Im Beckengürtel
bereich seien nur leichte insertionstendinopathische Beschwerden am Beckenkamm
rechts und am vorderen Schambeinast rechts bei geringer Intensität aufgetreten. Sonst
seien die Verhältnisse unauffällig gewesen mit symmetrischer Muskeltrophik und frei
beweglichen Hüft- und Kniegelenken. Unter Berücksichtigung der in der
Halswirbelsäule nachgewiesenen mehrsegmentalen degenerativen Veränderungen
deutlichen Ausmasses und unter Berücksichtigung kleinerer degenerativer
Auffälligkeiten im Bereich der oberen Extremitäten könne dem Versicherten eine
verminderte Belastbarkeit des Bewegungsapparates zuerkannt werden. Radiologisch
sei am linken Hüftgelenk eine beginnende Coxarthrose bekannt. Rechts liege ein
Status nach Gelenkersatz vor. Beide Hüftgelenke seien frei beweglich und schmerzlos.
Aus muskulo-skelettaler Sicht sei die Arbeitsfähigkeit nicht vermindert. Gültig sei diese
Einschätzung ab dem Rehabilitationsabschluss nach dem Hüftgelenkseingriff im
September 2006. Es bestünden muskuläre und diffuse Weichteildolenzen im
Schultergürtelbereich, aber ohne rotatorenmanschettentendinopathische
Beschwerdeelemente. Beidseits sei ein Thoracic outlet-Syndrom provozierbar. Eine
Fibromyalgie oder ein generalisiertes Schmerzsyndrom seien nicht nachweisbar.
Gemäss der infektiologischen Begutachtung seien die langjährigen Beschwerden nicht
auf eine Lyme-Borreliose zurückzuführen. Für eine körperlich leichte Tätigkeit ohne
repetitives Heben, Stossen oder Ziehen von Lasten von mehr als zehn Kilogramm,
ohne Arbeiten über dem Kopf oder gebückt, nicht ausschliesslich gehend oder
stehend, ohne häufiges Treppensteigen, ohne repetitive greifende Bewegungen und
ohne monotone Körperhaltungen sei der Versicherte zu 100 Prozent arbeitsfähig.
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A.f Mit einer Verfügung vom 15. Oktober 2008 (IV-act. 122) wies die IV-Stelle das
Rentengesuch des Versicherten ab, nachdem sie gestützt auf das Gutachten der asim
einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von sieben Prozent ermittelt hatte.
Eine dagegen erhobene Beschwerde hiess das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen mit einem Entscheid vom 17. Juni 2010 (IV 2008/476; vgl. IV-act. 141)
teilweise gut. Es führte aus, es sei aufgrund der Akten davon auszugehen, dass aus
muskulo-skelettaler Sicht für eine adaptierte Tätigkeit seit dem Jahr 2001 durchgehend
eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit bestanden habe. Weiter sei erwiesen, dass
spätestens ab der Untersuchung durch die Rehaklinik Bellikon aus psychiatrischer
Sicht die Arbeitsfähigkeit nicht mehr beeinträchtigt gewesen sei. Es stehe allerdings
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, ob und allenfalls in welchem Ausmass
die Arbeitsfähigkeit im Zeitraum zwischen dem Frühjahr 2002 und der Begutachtung
durch die Rehaklinik Bellikon aus psychiatrischen Gründen beeinträchtigt gewesen sei.
Die IV-Stelle habe diesbezüglich weitere Abklärungen zu tätigen. Falls sich die Frage
objektiv nicht mehr beantworten lasse, werde der Versicherte den Nachteil der
Beweislosigkeit zu tragen haben. Die Kritik von Dr. G._ am infektiologischen
Teilgutachten der asim erscheine plausibel und setze dessen Überzeugungskraft
erheblich herab. Allerdings überzeuge auch das Attest einer vollständigen
Arbeitsunfähigkeit nicht. Bezüglich einer allfälligen durch eine Lyme-Borreliose und
deren Spätfolgen verursachten Arbeitsunfähigkeit fehle es daher für die Zeit ab dem
frühestmöglichen Rentenbeginn an einer überwiegend wahrscheinlich richtigen
Arbeitsfähigkeitsschätzung. Die IV-Stelle werde diesbezüglich weitere Abklärungen zu
tätigen haben. Das Versicherungsgericht wies die Angelegenheit zur Durchführung der
erwähnten ergänzenden Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurück.
A.g Die IV-Stelle beauftragte in der Folge die medizinische Abklärungsstelle (MEDAS)
Inselspital Bern mit der Erstellung eines weiteren Gutachtens. Am 7. Dezember 2010
(IV-act. 153) teilte die MEDAS Inselspital Bern der IV-Stelle mit, dass für den
Fachbereich Infektiologie ein separates Gutachten erstellt werden müsse, was
zusätzliche Kosten von etwa 2’000 bis 3’000 Franken verursachen werde. Die IV-Stelle
bzw. deren regionaler ärztlicher Dienst (RAD) erteilte am 16. Dezember 2010 (IV-
act. 157) eine entsprechende zusätzliche Kostengutsprache. Das Gutachten wurde am
28. Januar 2011 erstellt (IV-act. 163). Die Sachverständigen führten aus, aus
psychiatrischer Sicht seien keine Diagnosen zu erheben. Der Versicherte habe zwar
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einzelne Merkmale gezeigt, die für eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
sprechen könnten. Gesamthaft lasse sich aber die Diagnose einer somatoformen
Schmerzstörung nicht rechtfertigen, da sich ein massgeblicher innerseelischer Konflikt
oder eine ausreichend schwere massgebliche Belastungssituation, welche in enger
Verknüpfung mit der Entwicklung des Schmerzsyndroms vorliege, nicht mit
hinreichender Zuverlässigkeit ausmachen lasse. Auch die Merkmale einer depressiven
Störung seien nicht hinreichend erfüllt. Soweit dies rückblickend bewertet werden
könne, sei ab dem 27. Dezember 2001 eine durchgehende Arbeitsfähigkeit von 100
Prozent aus psychiatrischer Sicht zu attestieren. Die sich aus der Anamnese
ergebenden krankheitsbedingten Zeiten von Arbeitsunfähigkeit hätten kein
rentenberechtigendes Ausmass angenommen. Rückblickend sei die im Austrittsbericht
der Klinik Valens postulierte Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischen Gründen nicht zu
bestätigen. Eine Nachuntersuchung hätte zudem bei suffizienter psychiatrischer
Behandlung eine Besserung des psychischen Zustandes erwarten lassen, da
depressive Anpassungsstörungen in der Regel binnen weniger Wochen oder einiger
weniger Monate abklängen. Die von Dr. E._ mitgeteilte massive Anpassungsstörung
sei retrospektiv nicht nachvollziehbar. Auch die differentialdiagnostischen Erwägungen
der Klinik Bellikon, die psychische Beeinträchtigung erinnere noch an eine wellenförmig
auftretende Anpassungsstörung, seien nur schwer nachvollziehbar, weil eine
Anpassungsstörung selbst bei protrahiertem Verlauf spätestens nach zwei Jahren
abklinge oder in eine andere psychische Störung übergehe. Die damalige Diskussion
einer Dysthymia sei insoweit angemessen. Auch die Einschätzung, der Versicherte
könne wieder in den Arbeitsprozess integriert werden, sei nachvollziehbar. Retrospektiv
habe zwischen dem 11. April 2002 bzw. dem 22. Juli 2002 und dem 4. Januar 2006
keine die Arbeitsfähigkeit anhaltend tangierende psychische Beeinträchtigung
bestanden. Der Rheumatologe schloss ein entzündlich-rheumatisches Geschehen aus,
attestierte aber unter Berücksichtigung der Diagnosen hinsichtlich des
Bewegungsapparates qualitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit. Aus
neurologischer Sicht wurde das Vorliegen einer Diagnose mit Relevanz für die Arbeits-
und Leistungsfähigkeit verneint. Der Infektiologe führte aus, bei einem Status nach
Zeckenbissen im Mai 2001 mit Borrelien-Exposition seien die aktuell beschriebenen
Gelenkschmerzen ohne Ergussbildung nicht typisch für eine Borrelien-Arthritis.
Laborchemisch fehlten Hinweise auf eine frühe Neuroborreliose und auf einen Status
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nach formal korrekter, klinisch aber nicht indizierter Behandlung einer postulierten
Neuroborreliose im Jahr 2002. Der Versicherte erfülle formal die Kriterien für ein Post-
Lyme-Syndrom nicht. Im infektiologischen Teilgutachten hatten die Sachverständigen
ausgeführt, serologisch bestehe ein Status nach Kontakt mit Borrelia burgdorferi. Dies
sei durch eine positive Borrelienserologie im Jahr 2002 dokumentiert. Die positive
Serologie erlaube aber keine Aussage bezüglich des Krankheitsstadiums oder der
Krankheitsaktivität. Sie sei auch nicht als Parameter zur Verlaufskontrolle oder zur
Beurteilung des Therapieansprechens geeignet. Ob es sich bei den im Jahr 2002
angegebenen Symptomen tatsächlich um eine aktive Borreliose im Sinne einer Lyme-
Arthritis gehandelt habe, sei retrospektiv nicht konklusiv zu beurteilen. Der Versicherte
sei zum damaligen Zeitpunkt mit einer für die Therapie der Lyme-Arthritis adäquaten
Medikation behandelt worden. Die später postulierte Neuroborreliose lasse sich bei
fehlendem Nachweis einer intrathekalen Antikörperproduktion und normaler
Liquorzellzahl nicht bestätigen. Es sei eine formal korrekte, nach Ansicht der
Sachverständigen aber nicht indizierte Behandlung durchgeführt worden. Die aktuell
beschriebenen Gelenksschmerzen ohne Ergussbildung seien nicht typisch für eine
Borrelien-Arthritis. Aus infektiologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit nicht
beeinträchtigt. Der Versicherte habe gegenüber den Gutachtern angegeben, dass er
seit September 2009 im Rahmen eines Projektes des Sozialamtes erwerbstätig sei. Er
arbeite montags und mittwochs jeweils den ganzen Tag und donnerstags am
Nachmittag. Es handle sich um eine Fabrikarbeit mit Bearbeitung von Teilen für die
Autozulieferer-Industrie. Es sei eine Arbeit für „Leute ohne Kopf“; er würde gerne etwas
Anspruchsvolleres machen. Der Versicherte legte den Gutachtern den
unterschriebenen Einsatzvertrag vor.
A.h Mit einem Vorbescheid vom 8. September 2011 (IV-act. 174) teilte die IV-Stelle
dem Versicherten mit, dass sie vorsehe, sein Rentengesuch abzuweisen. Dagegen liess
der Versicherte am 14. Oktober 2011 (IV-act. 175) einwenden, das Gutachten der
MEDAS Inselspital Bern leide an zahlreichen, eklatanten Mängeln, weshalb darauf nicht
abgestellt werden könne. So hätten die Sachverständigen seine Ergänzungsfragen
nicht beantwortet. Die geklagten Beschwerden seien sodann nicht ausreichend
einlässlich und umfassend erhoben und in die Gesamtbeurteilung mit einbezogen
worden. Es fehle auch eine ausreichend einlässliche Auseinandersetzung mit den
medizinischen Vorakten. Die Sachverständigen hätten weder zum Gutachten von
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Prof. Dr. F._ noch zu den Berichten von Dr. G._ Stellung genommen. Das im
Rahmen des infektiologischen Teilgutachtens abgegebene Kurzattest entspreche den
an eine lege artis durchgeführte Begutachtung zu stellenden Beweisanforderungen in
keiner Hinsicht. Es fehlten Befunderhebungen und eine Bezugnahme auf die geklagten
Beschwerden ebenso wie eine Auseinandersetzung mit den massgebenden
Diagnosekriterien. Die Sachverständigen hätten nur auf die Gelenksschmerzen Bezug
genommen und die zahlreichen weiteren Beschwerden, Limitierungen und Defizite zu
Unrecht nicht berücksichtigt. Das Gutachten sei daher nicht verwertbar. Eventualiter
werde deshalb die Einholung eines weiteren Gutachtens beantragt. Allerdings würden
die vorhandenen Akten die Beurteilung des Rentenanspruchs bereits erlauben. Es sei
nämlich ausgewiesen, dass der Versicherte vollständig arbeitsunfähig sei. Falls eine
Restarbeitsfähigkeit wider Erwarten zu bejahen wäre, sei eine berufliche Abklärung
erforderlich. Es sei allerdings zu bezweifeln, dass eine allfällige Restarbeitsfähigkeit
noch verwertbar sei. Zumindest sei ein Abzug vom Tabellenlohn von 25 Prozent
vorzunehmen. Schliesslich sei das Valideneinkommen deutlich zu tief festgelegt
worden. Am 1. November 2011 (IV-act. 178) liess der Versicherte eine Stellungnahme
von Dr. G._ vom 26. Oktober 2011 einreichen. Dieser hatte bezugnehmend auf das
Gutachten der MEDAS Inselspital Bern ausgeführt, es handle sich beim
infektiologischen Teilgutachten um eine blosse „Schnellbeurteilung“. Die Untersucher
hätten keine eigenen, zu einer zur Diskussion stehenden Infektionserkrankung wie der
Lyme-Borreliose (wohl: notwendigerweise zu erhebenden Befunde) erhoben. Sie hätten
den Versicherten physikalisch nicht untersucht und nach Spuren einer abgelaufenen
Infektion gesucht. Der Versicherte sei von einem nicht erfahrenen Assistenten
untersucht worden. Der Unterschrift des Oberassistenten (gemeint wohl: Oberarztes)
dürfte rein formal sein. Die Untersucher hätten nicht einmal angegeben, welche
Dokumente ihnen vorgelegen hätten. Entsprechend sei auch keine Diskussion geführt
worden, in der die früher erhobenen Befunde beurteilt und gewertet worden wären. Die
Diagnose sei unvollständig und überdies falsch. Es liege kein Status nach Borrelien-
Exposition vor, sondern ein solcher nach Borrelien-Infektion. Im Serum hätten nämlich
wiederholt spezifische Antikörper gegen Borrelia burgdorferi nachgewiesen werden
können. Die Untersucher hätten statt einer sorgfältigen Anamnese eine subjektiv
gefärbte Schilderung abgegeben. Sie hätten ausschliesslich die normalen
Liquorbefunde erwähnt, nicht aber, dass zum Beispiel im Liquor Antikörper gegen das
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Flagellin und gegen p83 gefunden worden seien, die im Liquor auch bei einer
Schrankenstörung nicht zu finden seien. Die Argumentation gegen das Post-Lyme-
Syndrom hätte gerade angesichts der umstrittenen zeitlichen Zusammenhänge
wesentlich fundierter ausfallen müssen. Gesamthaft liege eine nicht brauchbare, im
Schnellverfahren erhobene, oberflächliche Beurteilung vor. Als Gutachten könne dies
nicht bezeichnet werden. Nachdem der RAD-Arzt Dr. med. H._ am 10. November
2011 (IV-act. 181) bezugnehmend auf die Einwendungen des Versicherten gegen den
vorgesehenen Entscheid ausgeführt hatte, es bestehe kein weiterer Abklärungsbedarf
in medizinischer Hinsicht, insbesondere seien die Ergänzungsfragen von den
Gutachtern beantwortet worden, was der Rechtsvertreter offenbar übersehen habe,
verfügte die IV-Stelle am 15. November 2011 (IV-act. 182) die Abweisung des
Rentengesuchs.
B.
B.a Dagegen liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 16. Dezember
2011 Beschwerde erheben (act. G 1). Er liess die Zusprache einer ganzen Rente
spätestens ab dem 1. März 2000 und „sämtlicher weiterer Leistungen aus der
Eidgenössischen Invalidenversicherung (insbesondere auch berufliche Massnahmen)“
beantragen. Zur Begründung liess er vorab ausführen, die angefochtene Verfügung sei
ungenügend begründet worden. Zudem habe die Beschwerdegegnerin ohne jede
Begründung seine Ergänzungsfragen, die er seiner Eingabe vom 14. Oktober 2011
(nochmals) beigelegt habe, den Gutachtern nicht vorgelegt, was eine Verletzung des
Anspruchs auf rechtliches Gehör darstelle. Dies gelte insbesondere für die im
Zusammenhang mit der Eingabe vom 14. Oktober 2011 zusätzlich gestellten
Ergänzungsfragen. Ansonsten entsprach die Beschwerdebegründung im Wesentlichen
der Begründung der Einwände gegen den Vorbescheid.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 13. Februar 2012 die Abweisung der Be
schwerde (act. G 6). Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, der
Beschwerdeführer verkenne, dass im Entscheid IV 2008/476 des Versicherungsgerichts
vom 17. Juni 2010 bereits verschiedene Teilaspekte verbindlich festgelegt worden
seien, weshalb darauf vorliegend nicht mehr einzugehen sei. Das Gutachten der
MEDAS Inselspital Bern beantworte die offenen Fragen und sei schlüssig und
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nachvollziehbar, weshalb darauf abzustellen sei. Dr. G._ sei offensichtlich befangen.
Seine Ausführungen weckten keine Zweifel an der Zuverlässigkeit des Gutachtens der
MEDAS Inselspital Bern.
B.c Am 5. März 2012 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege
bewilligt (act. G 7).
B.d Am 23. Mai 2012 liess der Beschwerdeführer replicando an seinen Anträgen fest
halten und zur Begründung ergänzend ausführen, entgegen der Ansicht der Be
schwerdegegnerin sei das vorliegende Verfahren nicht auf die Rentenfrage zu be
schränken. Dem Entscheid IV 2008/476 des Versicherungsgerichts vom 17. Juni 2010
komme im vorliegenden Verfahren nicht der Charakter eines Teilentscheides zu, wes
halb die Prüfung der Leistungsansprüche vollumfänglich zu erfolgen habe (act. G 13).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 15).

Erwägungen:
1.
1.1 Zu beurteilen ist vorliegend eine Verfügung, mit der ein Rentenanspruch des
Beschwerdeführers gegenüber der Invalidenversicherung verneint worden ist. Die an
gefochtene Verfügung äussert sich nicht zu allfälligen weiteren Ansprüchen des Be
schwerdeführers gegenüber der Invalidenversicherung. Die Beurteilung solcher weiterer
Ansprüche würde deshalb eine unzulässige Ausdehnung des Streitgegenstandes
darstellen. Ob und allenfalls für welche weiteren Leistungen sich der Beschwerdeführer
bei der Beschwerdegegnerin angemeldet hat, bildet vorliegend nicht Teil des
Streitgegenstandes, denn über allfällige weitere Leistungsbegehren wäre mit
entsprechenden Verfügungen zu entscheiden, welche ihrerseits mittels einer
Beschwerde angefochten werden könnten. Das vorliegende Verfahren hat sich
jedenfalls auf die Rentenfrage zu beschränken, weshalb auf die entsprechenden
Begehren des Beschwerdeführers nicht einzutreten ist.
1.2 Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (vgl. Art. 42 ATSG), wie sie
der Beschwerdeführer geltend macht, liegt nicht vor. Die Ergänzungsfragen, die er der
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Beschwerdegegnerin zuhanden der Gutachter der MEDAS Inselspital Bern zugestellt
hatte, sind von diesen zur Kenntnis genommen und ausführlich beantwortet worden.
Die Sachverständigen haben die Fragen zwar als „ergänzende Zusatzfragen des RAD“
bezeichnet (wohl, weil sie ihnen via RAD weitergeleitet worden sind), aber ein Vergleich
zwischen den dort wiedergegebenen Fragen (vgl. IV-act. 163–28 ff.) und den
Ergänzungsfragen des Beschwerdeführers (vgl. IV-act. 155–2) zeigt, dass es sich um
die Ergänzungsfragen des Beschwerdeführers handelt bzw. dass lediglich die
Überschrift missverständlich ist. Die Rüge des Beschwerdeführers, sein Anspruch auf
rechtliches Gehör sei verletzt worden, weil die Gutachter nicht auf seine Fragen
eingegangen und diese nicht beantwortet hätten, erweist sich als unbegründet. Keine
Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist auch darin zu erblicken, dass die
Beschwerdegegnerin die nach dem Eingang des Gutachtens zusätzlich gestellten
Ergänzungsfragen nicht an die Sachverständigen weitergeleitet hat. Sinngemäss hat er
damit um eine Ergänzung des Gutachtens ersucht. Die Beschwerdegegnerin hat diesen
sinngemässen Antrag konkludent abgewiesen, indem sie die entsprechenden Fragen
nicht an die Sachverständigen weitergeleitet, sondern gestützt auf das Gutachten über
das Rentengesuch entschieden hat. Die fehlende Begründung stellt keine
Gehörsverletzung dar, weil sich aus der gesamten Begründung ohne Weiteres ergibt,
dass die Beschwerdegegnerin davon ausgegangen ist, dass eine Ergänzung des
Gutachtens nicht notwendig sei. Der Anspruch auf rechtliches Gehör verpflichtet die
Verwaltung nicht in jedem Fall ohne Weiteres, weitere Abklärungen zu tätigen. Allenfalls
stellt die konkludente Abweisung des sinngemässen Gesuchs des Beschwerdeführers
um eine Ergänzung des Gutachtens eine Verletzung der Abklärungspflicht dar. Eine
Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör liegt diesbezüglich aber nicht vor.
Auch die knappe Begründung der angefochtenen Verfügung stellt keine Verletzung des
Anspruchs auf rechtliches Gehör dar, weil anhand der gesamten Akten ohne Weiteres
hat nachvollzogen werden können, weshalb die Beschwerdegegnerin so entschieden
hat. Auch wird aus den Akten ersichtlich, dass sie sich mit den Argumenten des
Beschwerdeführers auseinandergesetzt hat. Eine Verletzung des Anspruchs auf
rechtliches Gehör ist deshalb gesamthaft zu verneinen.
2.
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2.1 Der Beschwerdeführer leidet an vielfältigen Gesundheitsbeschwerden. Entschei
dend für die Beurteilung des Rentenanspruchs ist, ob und inwiefern die einzelnen
Gebrechen seine Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen. Anders ausgedrückt interessiert,
welche Tätigkeiten er in welchem Umfang trotz seiner Gesundheitsbeeinträchtigungen
noch ausüben könnte. Dabei ist zu berücksichtigen, dass im Entscheid IV 2008/476
des Versicherungsgerichtes vom 17. Juni 2010 bereits festgehalten worden ist, dass
aus muskulo-skelettaler Sicht für eine adaptierte Tätigkeit seit dem Jahr 2001
durchgehend eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit bestanden habe und dass
spätestens ab der Untersuchung durch die Rehaklinik Bellikon aus psychiatrischer
Sicht die Arbeitsfähigkeit nicht mehr beeinträchtigt gewesen sei. Zu prüfen ist also
vorliegend nur, ob und allenfalls inwiefern die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
durch eine allfällige Lyme-Borreliose und deren Spätfolgen und – im Zeitraum vom
Frühjahr 2002 bis Ende 2005 – durch allfällige psychische Beschwerden beeinträchtigt
(gewesen) ist. Es bietet sich an, nachfolgend die einzelnen Komplexe je für sich einzeln
zu beurteilen. Anschliessend ist eine Gesamtbeurteilung vorzunehmen, da die
einzelnen Beschwerdekomplexe zwar allenfalls nicht für sich allein, aber im
Zusammenspiel dagegen eine relevante Arbeitsunfähigkeit zur Folge haben können.
2.2 Obwohl im Zeitraum seit der Anmeldung zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung im Jahr 2001 die somatischen Beschwerden erhebliche
Veränderungen erfahren haben, lässt sich anhand der massgebenden Akten für
adaptierte Tätigkeiten eine durchgehende volle Arbeitsfähigkeit postulieren.
Dr. med. B._ hat in seinem Bericht vom 5. Juni 2001 einzig eine Femurkopfnekrose
rechts angegeben, aber eine volle Arbeitsfähigkeit für den Hüftbeschwerden
angepasste Tätigkeit attestiert. Die behandelnden Ärzte haben damals die Auffassung
vertreten, dass eigentlich eine Hüftprothese rechts implantiert werden sollte. Dr. D._
hat am 27. Dezember 2001 zusätzlich auf ein chronisches cervico-thoraco-vertebrales
Syndrom und einen Verdacht auf ein Thoracic outlet-Syndrom hingewiesen, aber
ebenfalls eine volle Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten attestiert. Erst die
Ärzte der Klinik Valens haben in ihrem Austrittsbericht vom 11. April 2002 eine um 50
Prozent verminderte Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten attestiert, wobei
allerdings unklar ist, welcher Anteil der Arbeitsunfähigkeit auf die danach erstmals
diagnostizierte Anpassungsstörung zurückzuführen war. Gemäss der
traumatologischen Stellungnahme der Rehaklinik Bellikon vom 31. Mai 2006 sind im
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Bereich der Halswirbelsäule nur minimale degenerative Veränderungen erkennbar
gewesen. Auch die Ärzte der Rehaklinik Bellikon haben, auch unter Berücksichtigung
der Coxarthrose, eine volle Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten attestiert.
Am 11. September 2006 ist eine Hüftprothese rechts eingesetzt worden. Die
Sachverständigen des asim haben in ihrem Gutachten vom 19. März 2008 ausgeführt,
links sei eine beginnende Coxarthrose erkennbar. Dennoch bestehe aus muskulo-
skelettaler Sicht für eine adaptierte Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit. Die
Sachverständigen der MEDAS Inselspital Bern haben in ihrem Gutachten vom
28. Januar 2011 das postoperative Ergebnis am rechten Hüftgelenk explizit als „sehr
gut“ bezeichnet. Sie haben weiter rezidivierende Beschwerden der Wirbelsäule bei
Fehlstatik, Haltungsinsuffizienz, mässigem muskulären Hartspann und nur mässig gut
trainierter Rumpfmuskulatur, radiologisch eine degenerative Veränderung der unteren
Halswirbelsäule und lumbal beginnende degenerative Veränderungen ohne ein
nervenwurzelbezogenes Defizit, eine beidseits verkürzte Ischiocruralmuskulatur sowie
Funktionsschmerzen der Handgelenke radial diagnostiziert. Den entsprechenden
Beschwerden haben sie aber keine quantitative Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
zuerkannt. Sie haben für leidensadaptierte Tätigkeiten ebenfalls eine volle
Arbeitsfähigkeit attestiert. Zusammenfassend ist für die Zeit ab 2001 in somatischer
Hinsicht von einer durchgehend uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte
Tätigkeit auszugehen. Die muskulo-skelettalen Beeinträchtigungen bewirken also nur
eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, indem sie das Spektrum der
zumutbaren Tätigkeiten reduzieren. Es besteht kein Anlass, hinsichtlich dieser
umfassend abgeklärten Beschwerden an den weitgehend übereinstimmenden
Schlussfolgerungen der behandelnden und begutachtenden Ärzte zu zweifeln. Es steht
deshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass die muskulo-skelettalen
Beeinträchtigungen keine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zur Folge
haben.
2.3 Im Austrittsbericht der Klinik Valens vom 11. April 2002 ist erstmals eine Beein
trächtigung der psychischen Gesundheit des Beschwerdeführers angegeben worden.
Die Ärzte haben die Diagnose einer Anpassungsstörung mit einer depressiven Reaktion
mittleren Grades angegeben. Sie hatten eine medikamentöse Therapie eingeleitet. Da
sie eine Neubeurteilung der Arbeitsfähigkeit nach einer sechsmonatigen
antidepressiven Behandlung empfohlen haben, muss vermutet werden, dass sie die
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angegebene Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent auf die psychische Beeinträchtigung
zurückgeführt haben. Weiter bedeutet dies, dass sie die psychische Beeinträchtigung
als heilbar qualifiziert haben. Auch Dr. E._ hat am 22. Juli 2002 eine
Anpassungsstörung festgestellt, die er als „massiv“ bezeichnet hat. Seine
Arbeitsfähigkeitsschätzung (ebenfalls 50 Prozent) hat sich aber nicht allein auf die
psychische Beeinträchtigung bezogen. Er hat vielmehr den gesamten (psychischen und
somatischen) Zustand des Beschwerdeführers berücksichtigt. Bezüglich der
Heilungschancen ist er hingegen pessimistischer gewesen als die Ärzte der Klinik
Valens. Er hat den Zustand als stationär bzw. fraglich besserungsfähig qualifiziert. Im
psychosomatischen Consilium der Rehaklinik Bellikon vom 4. Januar 2006 ist zwar
über eine deutlich gesteigerte Unruhe und eine emotionale Labilisierung berichtet
worden. Der zuständige Arzt ist aber davon ausgegangen, dass die Qualität eines
eigentlichen depressiven Syndroms nicht erreicht sei; auch die Merkmale einer
somatoformen Schmerzstörung seien nicht erfüllt. Die psychische Beeinträchtigung
erinnere aber noch an eine wellenförmig auftretende Anpassungsstörung. Der
zuständige Arzt der Rehaklinik Bellikon hat sich zwar nicht explizit zur Arbeitsfähigkeit
geäussert, aber er ist davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer grundsätzlich
wieder in den Arbeitsprozess integriert werden könne. Die Sachverständigen der asim
haben keine psychiatrische Gesundheitsbeeinträchtigung mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit diagnostiziert. Die Gutachter der MEDAS Inselspital Bern haben
retrospektiv die Zuverlässigkeit der Diagnosen und Arbeitsfähigkeitsschätzungen der
Klinik Valens, von Dr. E._ und der Rehaklinik Bellikon in Frage gestellt. Ihrer Auf
fassung nach hat der Beschwerdeführer gemäss den von ihnen erhobenen Befunden
und den Angaben in den Vorakten ab 2001 nie an einer länger dauernden, die
Arbeitsfähigkeit in relevanter Weise einschränkenden psychischen
Gesundheitsbeeinträchtigung gelitten. Diese retrospektive Neubeurteilung, die sich vor
allem auf formale Argumente stützt, vermag nicht vollständig zu überzeugen. Lediglich
gestützt auf das neue Gutachten vom 28. Januar 2011 kann jedenfalls nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, der Beschwerdeführer
sei insbesondere im Frühjahr 2002 vollständig arbeitsfähig gewesen. Für den Zeitraum
zwischen der Behandlung in der Klinik Valens (Frühjahr 2002) bis zur stationären
Begutachtung durch die Rehaklinik Bellikon (Ende 2005) bleibt ungewiss, ob und
allenfalls in welchem Ausmass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus
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psychischen Gründen beeinträchtigt gewesen ist. Fest steht aufgrund der Akten nur,
dass der Beschwerdeführer vor der Behandlung in der Klinik Valens (Frühjahr 2002)
und nach der stationären Begutachtung durch die Rehaklinik Bellikon (Ende 2005) nicht
aus psychischen Gründen arbeitsunfähig gewesen ist. Daher ist in antizipierender
Beweiswürdigung davon auszugehen, dass ein weiteres Gutachten, das sich
retrospektiv zum Verlauf einer allfälligen relevanten psychischen Erkrankung und der
dadurch verursachten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit äussern würde, keinen
weiteren Erkenntnisgewinn verschaffen könnte. Es existieren nämlich keine
echtzeitlichen medizinischen Berichte aus dem fraglichen Zeitraum, die noch nicht
gewürdigt worden wären und weitere medizinische Untersuchungen sind naturgemäss
nicht geeignet, neue Erkenntnisse bezüglich dieses vergangenen Zeitraumes zu
verschaffen. Folglich ist eine Beweislosigkeit hinsichtlich einer möglichen psychisch
bedingten Arbeitsunfähigkeit im Zeitraum vom Frühjahr 2002 bis Ende 2005
auszugehen, deren Nachteil der Beschwerdeführer zu tragen hat. Im Ergebnis bedeutet
das, dass auch für diese Periode von einer zumindest aus psychiatrischer Sicht
uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen ist.
2.4 Zu beurteilen bleibt, welche Auswirkungen die Folgen des im Mai 2001 erlittenen
Zeckenbisses auf die Arbeitsfähigkeit gehabt haben. Der Beschwerdeführer hat den
Vorfall der Suva im Februar 2002 als Unfall gemeldet. Dr. G._ hat am 21. Oktober
2002 als Diagnose eine Lyme-Borreliose Stadium II mit Beteiligung des
Bewegungsapparates und des zentralen Nervensystems angegeben. Er hat ausgeführt,
in der Untersuchung habe ausser einer Spastizität der gesamten Muskulatur kein
wesentlicher pathologischer Befund erhoben werden können. Die Untersuchungen
bezüglich Borrelia burgdorferi hätten bei deutlich erhöhten Antikörpertitern ein Resultat
ergeben, das mit einem lange anhaltenden Immunkontakt vereinbar sei. Im Liquor
hätten sich eine leichte Zellzahlvermehrung und Antikörper gegen Borrelia burgdorferi
finden lassen. Der Nachweis einer noch aktuellen autochthonen Antikörperproduktion
hätte aber nicht erbracht werden können. Aufgrund der vorliegenden Resultate,
insbesondere aufgrund der serologischen Daten, bestehe mit Eindeutigkeit eine noch
floride Lyme-Borreliose. Da sich im Liquor auch ein Entzündungssyndrom gefunden
habe, sei anzunehmen, dass das Zentralnervensystem aktuell noch mitbeteiligt sei. Es
sei schwierig abzuschätzen, welche klinischen Symptome zur Lyme-Borreliose
gehörten, da noch ein Panvertebralsyndrom und Coxarthrosen vorlägen.
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Wahrscheinlich sei vor allem die Lyme-Borreliose eine Mitursache der muskulo-
skelettalen Beschwerden. Die von Dr. G._ erhobenen Befunde sind also eher diskret
gewesen. Abgesehen von einer Spastizität und den bereits damals bekannten
muskulo-skelettalen Beschwerden hat Dr. G._ keine klinischen Befunde erhoben,
welche die Arbeitsfähigkeit hätten beeinträchtigen können. Selbst hinsichtlich der
muskulo-skelettalen Beschwerden erachtete er eine Lyme-Borreliose lediglich als eine
wahrscheinliche Mitursache. Die späteren Stellungnahmen von Dr. G._ zu anderen
fachärztlichen Berichten beschränken sich auf die Frage nach der genauen Diagnose;
zur Arbeitsfähigkeit hat sich Dr. G._ nicht geäussert. Bezugnehmend auf einen
Bericht eines Kreisarztes der Suva hat Dr. G._ am 10. Dezember 2003 (vgl. Suva-
act. 59) ausgeführt, weshalb eine Rocephintherapie indiziert gewesen sei und dass ein
Fibromyalgiesyndrom eine Folge einer Lyme-Borreliose sein könne. Er hat weder auf
neue Befunde hingewiesen noch eine Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben. Am
21. Dezember 2006 (Suva-act. 127) hat Dr. G._ den Bericht der Rehaklinik Bellikon
kritisiert und ausgeführt, es läge ein Syndrom vor, das einer Fibromyalgie ähnle, aber
durch die Lyme-Borreliose verursacht sei. Auch in dieser Stellungnahme hat Dr. G._
nicht auf neue Befunde hingewiesen. Ebenfalls fehlen Ausführungen zur
Arbeitsfähigkeit. Einzig der Schlussfolgerung von Dr. G._, es müsse „unbedingt“ am
Gutachten von Prof. Dr. F._ festgehalten werden, lässt den Rückschluss zu, dass
Dr. G._ von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen ist. Prof. Dr. F._
hatte nämlich der Suva am 21. Dezember 2004 berichtet, es bestehe ein Status nach
Lyme-Borreliose. Die Lyme-Serologie sei positiv, die Liquor-Untersuchung aber negativ
gewesen. Er könne keine Arbeitsfähigkeit bezogen nur auf die Frage des Status nach
Lyme-Borreliose abgeben. Aber er könne die Symptome nennen, die mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die Borreliose zurückzuführen seien:
Leistungsintoleranz, Müdigkeit, möglicherweise Arthralgien im Bereich der Hände, der
Knie und eventuell des Schultergürtels. Unter Berücksichtigung des Gesamtzustandes
des Beschwerdeführers sei von einer Arbeitsunfähigkeit von 100 Prozent auszugehen.
Diese Arbeitsfähigkeitsschätzung vermag allerdings nicht zu überzeugen, da nicht
bekannt ist, auf welche Art von Erwerbstätigkeit sie sich bezogen hat und da
Prof. Dr. F._ möglicherweise die Folgen der Wirbelsäulen- und Hüftbeschwerden für
die Arbeitsfähigkeit überschätzt hat. Zudem hat Prof. Dr. F._ nicht zum Ausdruck
gebracht, ob und inwiefern er von der subjektiven Einschätzung des
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Beschwerdeführers abgewichen ist. Es fehlt jedenfalls an eingehenden Ausführungen
zur versicherungsmedizinisch relevanten Frage der Zumutbarkeit der Verrichtung von
Arbeit trotz Beschwerden. In der traumatologischen Stellungnahme der Rehaklinik
Bellikon vom 31. Mai 2006 zuhanden der Suva hatte dagegen ein muskulo-skelettaler
Borreliosebefall nicht ausgeschlossen, aber auch nicht als wahrscheinlich betrachtet
werden können. Im infektiologischen Konsilium zur Begutachtung durch die asim vom
7. Dezember 2007 ist ausgeführt worden, es könne kein Post-Lyme-Syndrom
vorliegen, weil nicht alle Kriterien erfüllt seien. Insbesondere fehlten eine klinisch
dokumentierte Borreliose, ein plausibler zeitlicher Zusammenhang der Symptome mit
einer stattgehabten akuten Lyme-Borreliose und ein Ausschluss einer psychischen
Erkrankung oder einer Sucht. Dr. G._ hat am 26. November 2008 in einer weiteren
Stellungnahme nicht nur diese infektiologische Einschätzung, sondern die gesamte
medizinische Abklärung durch die asim kritisiert und als nicht überzeugend erachtet.
Soweit sich Dr. G._ auf die rheumatologische und die psychiatrische Abklärung
bezogen hat, hat er seinen fachärztlichen Kompetenzbereich überschritten. Die Folgen
des Zeckenbisses erklären nicht alle Beschwerden des Beschwerdeführers, denn es
sind andere Ursachen zumindest eines Teils der Beschwerden nachgewiesen, wie im
Übrigen auch Prof. Dr. F._ erkannt hat. Die Sachverständigen der Universitätsklinik
für Infektiologie des Inselspitals Bern haben in ihrem Gutachten vom 7. Januar 2011
das Vorliegen eines Post-Lyme-Syndroms wie auch eine Borrelien-Arthritis und einer
Neuroborreliose verneint und eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestiert.
Dr. G._ hat dieses Gutachten mit einer weiteren Stellungnahme vom 26. Oktober
2011 kritisiert. Er hat insbesondere bemängelt, es handle sich um eine blosse
Schnellbeurteilung. Auch wenn das Teilgutachten tatsächlich recht kurz ausgefallen ist,
ist dieser Schluss nicht haltbar. Die Sachverständigen haben nämlich wohl bewusst
darauf verzichtet, die gesamte Anamnese, von der sie annahmen, sie werde ja im
Hauptgutachten bereits ausführlich wiedergegeben, nochmals wiederzugeben. Eine
explizite Auseinandersetzung mit den abweichenden Meinungen (insbesondere von
Dr. G._) fehlt zwar, die Schlussfolgerungen der Sachverständigen zeigen aber, dass
und weshalb sie diese nicht teilen. Das Teilgutachten äussert sich sodann zur für das
vorliegende Verfahren wesentlichen Frage nach der zumutbaren Arbeitsfähigkeit. Ent
scheidend für die Beurteilung eines Rentengesuchs ist nämlich die Frage, welche
Tätigkeiten der betroffenen Person qualitativ und quantitativ trotz
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Gesundheitsbeeinträchtigungen zugemutet werden können. Diese Frage kann unter
gewissen Voraussetzungen auch dann beantwortet werden, wenn bezüglich der
genauen Diagnose noch gewisse Unsicherheiten bestehen. Dies ist insbesondere dann
der Fall, wenn die klinische Untersuchung klar aufzeigt, welche Bewegungen und
Belastungen der versicherten Person möglich sind. Vorliegend haben die klinischen
Untersuchungen des Rheumatologen, des Neurologen und der Infektiologen ergeben,
dass die Arbeitsfähigkeit lediglich für bestimmte Tätigkeiten beeinträchtigt ist. Eine
weitere Klärung der Frage, welche Diagnosen im Zusammenhang mit den Folgen des
Zeckenbisses zu bestätigen oder zu verwerfen sind, ist von vorneherein nicht geeignet,
die Ergebnisse dieser klinischen Untersuchungen in Frage zu stellen, zumal keinerlei
Anlass zur Annahme besteht, dem Beschwerdeführer sei es vor und nach den
Untersuchungen wesentlich schlechter gegangen als während den Untersuchungen.
Die Ausführungen von Dr. G._ wecken keinen Zweifel an der Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit der Infektiologen der MEDAS Inselspital Bern, denn er hat weder die
Ergebnisse der klinischen Untersuchung bzw. die Befunde noch die
Arbeitsfähigkeitsschätzung in Frage gestellt. Seinen Stellungnahmen lassen sich
generell weder bezüglich der klinischen Befunde noch bezüglich allfälliger
Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit relevante Ausführungen entnehmen. Er scheint
zu verkennen, dass die in diesem Verfahren interessierende Frage jene nach der
Arbeitsfähigkeit und nicht jene nach der genauen Diagnose ist. Das infektiologische
Teilgutachten der MEDAS Inselspital Bern ist hinsichtlich der hier interessierenden
Fragen jedenfalls klar: Aus infektiologischer Sicht ist die Arbeitsfähigkeit nicht
beeinträchtigt. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Ergebnisse der
klinischen Untersuchung unter Berücksichtigung der Vorakten derart eindeutig
gewesen sind, dass auf weitere Ausführungen verzichtet worden ist. Die Kürze des
Teilgutachtens zwingt jedenfalls nicht zum Schluss, es sei unsorgfältig gearbeitet
worden. Von den verschiedenen Gutachten und medizinischen Berichten, die im Recht
liegen, wird sodann nur im Gutachten von Prof. Dr. F._ eine Arbeitsunfähigkeit
aufgrund der Spätfolgen des Zeckenbisses attestiert, welche allerdings auch den
übrigen Beschwerden Rechnung trägt. Bereits im Entscheid IV 2008/476 vom 17. Juni
2010 ist ausgeführt worden, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann. Den übrigen
Berichten lässt sich keine durch allfällige Spätfolgen eines Zeckenbisses verursachte
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit entnehmen. Insofern stimmt das infektiologische
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Teilgutachten der MEDAS Inselspital Bern mit den übrigen Berichten überein. Es ist
deshalb gesamthaft mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass
die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im massgebenden Zeitraum nicht
längerfristig durch die Folgen des Zeckenbisses beeinträchtigt gewesen ist.
2.5 Es ist deshalb zusammenfassend davon auszugehen, dass keine quantitative Be
einträchtigung der Arbeitsfähigkeit vorliegt und dass eine solche im hier massgebenden
Zeitraum nie längerfristig vorgelegen hat.
3.
3.1 Da der Beschwerdeführer als Hilfsarbeiter tätig gewesen ist, ist für die Berechnung
des Invaliditätsgrades (vgl. Art. 16 ATSG) von einer Validenkarriere als Hilfsarbeiter
auszugehen. Der Beschwerdeführer hat an seinem letzten Arbeitsplatz allerdings ein
überdurchschnittliches Einkommen erzielt. Im Jahr 2000 hätte es maximal 58’500
Franken betragen (vgl. IV-act. 6–2). Das durchschnittliche Einkommen eines
Hilfsarbeiters gemäss den Ergebnissen der Schweizer Lohnstrukturerhebung hat im
Jahr 2000 55’773 Franken (angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit von 41,9
Stunden pro Woche im Jahr 2000) betragen. Das Einkommen des Beschwerdeführers
wäre also fünf Prozent höher gewesen als das Durchschnittseinkommen eines
Hilfsarbeiters gemäss Statistiken. Trotzdem ist es als Valideneinkommen zu
berücksichtigen. Weil der Beschwerdeführer nach wie vor Hilfsarbeitertätigkeiten
ausüben könnte, ist als Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren
Invalideneinkommens das statistische Durchschnittseinkommen heranzuziehen. Die
qualitativen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers sind keineswegs derart
einschränkend, dass realistischerweise die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit in
Frage zu stellen wäre. Auch die Arbeitsentwöhnung rechtfertigt den Schluss, die
Restarbeitsfähigkeit sei nicht mehr verwertbar, nicht. Immerhin ist es dem
Beschwerdeführer möglich gewesen, an einem Einsatz in einem Pensum von 50
Prozent teilzunehmen. Gemäss seinen eigenen Angaben ist er dabei sogar unterfordert
gewesen. Die Reintegration in das Erwerbsleben ist dem Beschwerdeführer jedenfalls
zumutbar. Allerdings ist ein Abzug vom Tabellenlohn (vgl. BGE 126 V 75) zu gewähren,
um den leidensbedingten Nachteilen auf dem Arbeitsmarkt Rechnung zu tragen. Mehr
als 15 Prozent sind nicht gerechtfertigt. Da von einer Arbeitsfähigkeit von 100 Prozent
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auszugehen ist (vgl. E. 2), beträgt der Invaliditätsgrad unter Berücksichtigung der
Vergleichseinkommen im Jahr 2000 18,96 bzw. 19 Prozent (= [58’500 Franken – 55’773
Franken × 85 Prozent] ÷ 58’500 Franken). Weil erst ab einem Invaliditätsgrad von 40
Prozent ein Rentenanspruch besteht, hat die Beschwerdegegnerin das Rentengesuch
des Beschwerdeführers zu Recht abgewiesen.
3.2 Dementsprechend ist die Beschwerde abzuweisen. Die gemäss Art. 69 Abs. 1
IVG zu erhebenden und angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwands auf
600 Franken festzusetzenden Gerichtskosten hätte der unterliegende
Beschwerdeführer zu bezahlen. Da ihm aber die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt
worden ist, ist er von der Bezahlung dieser Kosten zu befreien. Der Staat hat den
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers sodann angemessen zu entschädigen. Ein
überdurchschnittlich hoher Aufwand ist nicht ausgewiesen. Die Akten sind zwar
umfangreich, aber der Rechtsvertreter ist mit der Mehrheit der Akten bereits bestens
vertraut gewesen, nachdem er bereits gegen eine frühere Verfügung Beschwerde
geführt hatte. Das Honorar ist deshalb auf pauschal 3’500 Franken (einschliesslich
Mehrwertsteuer und Barauslagen) anzusetzen. Davon ist gemäss Art. 31 Abs. 3 des
St. Galler Anwaltsgesetzes (sGS 963.70) ein Anteil von vier Fünfteln zu entschädigen.
Sofern es die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers dereinst gestatten
sollten, kann er gemäss Art. 99 Abs. 2 des St. Galler Verwaltungsrechtspflegegesetzes
(sGS 951.1) in Verbindung mit Art. 123 ZPO zur Nachzahlung der Gerichtskosten und
zur Rückerstattung der Entschädigung für seinen Rechtsbeistand verpflichtet werden.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP entschieden:
1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.
2. Der Beschwerdeführer wird im Sinne der Erwägungen von der Bezahlung der
Gerichtskosten von Fr. 600.-- befreit.
3. Der Staat hat dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine Entschädigung
von Fr. 2’800.-- (einschliesslich Mehrwertsteuer und Barauslagen) auszurichten.
bis
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