Decision ID: d3bd94dd-eb0f-48e2-bb15-0a9c16b64823
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
IV-Leistungen
Sachverhalt:
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St.Galler Gerichte
A.
A.a M._, Jahrgang 1975, meldete sich im April 2001 aufgrund von Rückenschmerzen
in seinem damaligen Wohnkanton A._ zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) an und beantragte eine Umschulung (IV-act. 4). Die IV-Stelle
des Kantons A._ sprach ihm am 28. Juni 2002 für die Zeit vom 5. August 2002 bis
31. Juli 2004 eine Umschulung in Form eines Eingliederungsversuchs als
Metallbearbeiter zu (IV-act. 41-1). Der Einsatzbetrieb ersuchte die IV-Stelle am 5. Juni
2003, dem Versicherten ab 4. August 2003 eine dreijährige Lehre als Mechapraktiker zu
bewilligen (IV-act. 58-7). Die IV-Stelle beurteilte diese Lehre als nicht äquivalent mit der
vom Versicherten vor Eintritt des Gesundheitsschadens abgeschlossenen Anlehre als
Forstarbeiter (IV-act. 7), weshalb sie die Ausbildungskosten nicht übernehmen wollte
(IV-act. 61). Eine entsprechende Information des Versicherten oder des Lehrbetriebs
unterblieb versehentlich und wurde am 23. April 2004 nachgeholt (IV-act. 67). Die
bereits begonnene Lehre zum Mechapraktiker musste daraufhin abgebrochen werden.
Der Ausbildungsbetrieb wies die IV-Stelle am 2. Juli 2004 darauf hin, dass der
Versicherte die ursprünglich geplante Ausbildung zum Metallarbeiter per Ende Juli
2004 abschliesse (IV-act. 78). Mit Verfügung vom 19. August 2004 teilte die IV-Stelle
des Kantons A._ dem Versicherten den erfolgreichen Abschluss der beruflichen
Massnahmen mit (IV-act. 89).
A.b Im November 2004 meldete sich der Versicherte, der seinen Wohnsitz unterdessen
in den Kanton St. Gallen verlegt hatte, bei der dort zuständigen IV-Stelle erneut zum IV-
Leistungsbezug an (IV-act. 99). Dr. med. B._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin,
nannte im Arztbericht vom 16. November 2004 die Diagnosen chronisch-persistierende
Lumbalgie mit Femoralgie rechts bei geringgradig idiopathischer rechtskonvexer
thorakaler Skoliose mit linkskonvexer lumbaler Nebenkrümmung, degenerative
Spondylarthrose L3-S1 rechts mit Osteochondrose L2-S1, Spondylolyse L5 und nuclus
pulposos-Prolaps L2/3, L3/4, L4/5. Die bisherige Tätigkeit als Mechapraktiker wäre
sicher noch zumutbar, eventuell in einem eingeschränkten zeitlichen Rahmen von vier
bis sechs Stunden pro Tag. Dabei bestehe eine um ca. 30% verminderte
Leistungsfähigkeit. Eine sitzende Tätigkeit wäre während acht Stunden täglich
zumutbar. Dr. B._ weist darauf hin, dass er die Arbeitsfähigkeit des Versicherten nur
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sehr schwer einschätzen könne. Er halte eine ergänzende medizinische Abklärung für
angezeigt (IV-act. 105-5 f.).
A.c Die IV-Stelle beauftragte daraufhin Dr. med. C._, Facharzt FMH für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, mit der
Begutachtung des Versicherten. Dieser nennt im Gutachten vom 15. April 2005
insbesondere die Diagnosen Spondylarthrose L3 bis S1 mit Diskushernie L4/5 und
zentraler Spinalkanalstenose sowie Beeinträchtigung der Wurzel L5 beidseits, medio-
rechts-laterale Diskushernie L3/4 mit Beeinträchtigung der Wurzel L4 recessal und
medio-rechts-laterale Diskushernie L1/2 mit Beeinträchtigung der Nervenwurzel L2
rechts. Die Arbeitsfähigkeit als Eisenleger betrage bei voller Stundenpräsenz 20%.
Körperlich optimal adaptierte Tätigkeiten seien dem Versicherten zu mindestens 80%
zumutbar (IV-act. 117).
A.d Der zuständige Arzt des IV-internen Regionalen Ärztlichen Diensts (RAD) erachtete
am 19. Juli 2005 die Prüfung von beruflichen Massnahmen für indiziert, was er am
22. Juli 2005 bekräftigte (IV-act. 118; 120). Die schliesslich durchgeführte berufliche
Abklärung ergab, dass der Versicherte via das zuständige Regionale
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zwischen Juni 2005 und Dezember 2005 als
Hauswarthilfe in einem Alters- und Pflegeheim eingesetzt wurde (IV-act. 125). Im
Schlussbericht vom 12. Dezember 2005 hielt der IV-Berufsberater fest, der Versicherte
sei mit der Begleitung durch das RAV zufrieden und fühle sich subjektiv arbeitsfähig.
Der Fall werde abgeschlossen (IV-act. 126).
A.e Mit Verfügung vom 22. Februar 2006 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente (IV-act. 130).
B.
B.a Im Oktober 2006 meldete sich der Versicherte wiederum zum Bezug von
Invalidenleistungen an. Durch seine Behinderung finde er keinen Job. Bei starken
Schmerzen könne er kaum gehen (IV-act. 133). Mit Vorbescheid vom 29. November
2006 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, sie gedenke, auf sein neues
Leistungsbegehren nicht einzutreten, weil er keine neuen Tatsachen geltend gemacht
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habe (IV-act. 142). Der Versicherte protestierte mit Schreiben vom 15. Dezember 2006
und 16. Januar 2007 und reichte weitere Unterlagen ein (IV-act. 143; 144; 146). Die
behandelnden Ärzte der Klinik für Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG)
berichteten im Verlaufsbericht vom 19. April 2007 von einer Verschlechterung des
Gesundheitszustands seit 2005. Der Versicherte komme in immer kürzeren Intervallen
notfallmässig zur stationären Aufnahme zur Schmerztherapie wegen
Rückenschmerzen. Momentan liege eine instabile Situation vor. In rückenschonender
Tätigkeit mit stetem Wechsel von Gehen, Stehen, Laufen und Sitzen und maximalen
Hubbelastungen von fünf bis zehn kg sollte der Versicherte vier Stunden pro Tag
einsetzbar sein (IV-act. 158). Im Auftrag der IV-Stelle erstattete Dr. C._ am 8. April
2008 ein Verlaufsgutachten, in welchem er festhielt, insgesamt sei es nicht zu einer
Verschlechterung des Gesundheitszustands gekommen (IV-act. 176).
B.b Mit Vorbescheid vom 26. August 2008 kündigte die IV-Stelle die Abweisung des
Rentenbegehrens an (IV-act. 184). Trotz Einwand des Versicherten vom 1. September
2008 (IV-act. 185) verfügte sie am 13. Oktober 2008 gemäss Vorbescheid (IV-act. 186).
C.
C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde des Versicherten vom 14.
Oktober 2008. Er beantragt sinngemäss die Aufhebung der Verfügung und die
Gewährung der gesetzlichen Leistungen. In den vergangenen zwei Jahren sei er von
der Sozialhilfe unterstützt worden. Seit einem Jahr arbeite er etwas mehr als 50% bei
der Firma D._. Die Arbeit gehe gut, doch er habe täglich Schmerzen, mal mehr, mal
weniger. Es gehe wochenweise gut, doch komme es immer wieder vor, dass er
wochenweise zuhause bleiben müsse und nicht gehen könne. Er sei auch gerne bereit,
über eine Umschulung zu sprechen. Daher beantrage er eine Teilrente, die ihm
finanziell ein wenig helfen solle (act. G 1). Am 20. November 2008 reichte der
Beschwerdeführer ein ausgefülltes Gesuchsformular für die unentgeltliche
Prozessführung, datiert vom 11. November 2008, samt Beilagen ein (act. G 7).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 11. Dezember
2008 die Abweisung der Beschwerde. Der Rentenanspruch sei mit Verfügung vom
22. Februar 2006 bei einem Invaliditätsgrad von 30% abgewiesen worden. Aufgrund
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des Gutachtens von Dr. C._ könne eine medizinische Verschlechterung
ausgeschlossen werden, weshalb die Beschwerde abzuweisen sei. Die konkrete
Schwierigkeit, einen Arbeitsplatz zu finden, lasse keinesfalls direkt auf die Invalidität
schliessen. Da seit dem Abschluss der beruflichen Massnahmen (Verfügung vom
19. August 2004) keine wesentlichen Veränderungen eingetreten seien, sei nach wie
vor davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer als Metallarbeiter
rentenausschliessend eingegliedert sei. Dies heisse aber nicht, dass der
Beschwerdeführer sich nicht bei der IV-Stelle zur Durchführung von beruflichen
Massnahmen im Sinn einer Arbeitsvermittlung melden könne (act. G 9).
C.c Der zuständige Abteilungspräsident des Versicherungsgerichts bewilligte am
11. Dezember 2008 das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (act. G 11).
C.d Der Beschwerdeführer machte mit Schreiben vom 6. Januar 2009 geltend, er
möchte keine Rente, aber in der aktuellen wirtschaftlichen Situation sei es sehr
schwierig, eine Arbeitsstelle zu bekommen. Da er mit dem Rücken manchmal
Probleme habe, hätten viele Firmen Angst, ihn einzustellen. Er habe bereits eine
Umschulung absolviert, die ihm leider im freien Arbeitsmarkt nichts nütze. Deshalb
wolle er anfragen, ob eine Umschulung nochmals in Frage komme. Er habe auch schon
vom E._ gehört und möchte wissen, ob er dort eine Chance hätte auf eine
Umschulung oder auch nur auf Arbeit (act. G 12).
C.e Die Beschwerdegegnerin hält mit Schreiben vom 29. Januar 2009 an ihrem
Abweisungsantrag fest und verzichtet auf eine weitere Stellungnahme (act. G 14).

Erwägungen
1.
1.1 Unter Invalidität wird bei als Gesunden voll erwerbstätigen Personen die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
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oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen
Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG (bzw. Art. 28 Abs. 1 IVG in der bis
31. Dezember 2007 in Kraft gestandenen Fassung) besteht der Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf
eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad
von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-
Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
1.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich
des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Bei einander widersprechenden
medizinischen Berichten muss das gesamte Beweismaterial gewürdigt werden und es
sind die Gründe anzugeben, warum auf die eine und nicht auf die andere medizinische
These abgestellt wird.
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1.3 Im vorliegenden Fall weichen die medizinischen Einschätzungen nur unwesentlich
voneinander ab. Der Beschwerdeführer leidet unbestrittenermassen an
Rückenproblemen im Lumbalbereich, die die von ihm geklagten Schmerzen
hinreichend erklären und ihn in seiner körperlichen Leistungsfähigkeit einschränken.
Von 1994 bis 2001 arbeitete der Beschwerdeführer bei der F._ AG als Eisenbinder
(IV-act. 13-2). Dr. C._ erachtete diese Tätigkeit in seinen beiden Gutachten (2005 und
2008) nur noch im Ausmass von 20% für zumutbar (IV-act. 117-4; 176-5). Körperlich
leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzend und
stehend ausgeübt werden könnten, ohne dass dabei regelmässig inklinierte oder
reklinierte sowie rotierte Körperhaltungen eingenommen und Gegenstände über fünf
bis zehn kg gehoben oder getragen werden müssten, seien dem Beschwerdeführer bei
voller Stundenpräsenz zu ca. 80% zumutbar (IV-act. 176-6). Die behandelnden Ärzte
der Klinik für Neurochirurgie des KSSG hatten im April 2007 die Arbeitsfähigkeit auf vier
Stunden täglich geschätzt. Sie hatten aber explizit festgehalten, dass die Situation
noch instabil sei. Die konservativen Massnahmen seien bei Weitem noch nicht
ausgeschöpft. Nach Abschluss der stationären Rehabilitation werde man eine
Zwischenprognose stellen können, wofür es momentan noch zu früh sei, da sich der
Beschwerdeführer in einem therapeutischen Prozess befinde (IV-act. 158-4). Dr. C._
begutachtete den Beschwerdeführer ein Jahr später im April 2008. Im Gegensatz zu
2005 habe der Beschwerdeführer abgenommen und es sei keine Adipositas, sondern
nur noch eine Präadipositas vorhanden. Die medio-rechts-laterale Diskushernie L1/2
mit Beeinträchtigung der Nervenwurzel L2 rechts, wie sie 2005 habe nachgewiesen
werden können, sei im aktuellen MRI nicht mehr sichtbar, dafür aber eine Diskushernie
L4/5. Eine Verschlechterung liege insgesamt nicht vor (IV-act. 176-6). Die Ärzte des
KSSG gaben keine abschliessende Beurteilung ab, sondern schätzten die
Arbeitsfähigkeit nur vorläufig kurz nach einem stationären Aufenthalt des
Beschwerdeführers (28. Februar bis 2. März 2007). Insofern vermag diese Einschätzung
die plausible Beurteilung von Dr. C._ nicht in Frage zu stellen.
1.4 Der Beschwerdeführer selbst hatte im September 2005 gegenüber dem IV-Berufs
berater ausgeführt, körperlich harte Arbeit falle ihm schwer (IV-act. 123). Seine mit
einem Pensum von offenbar über 50% ausgeführte Arbeit bei der D._ GmbH kann er
gemäss seinen Angaben abgesehen von gelegentlichen Absenzen bei
Schmerzexazerbationen im Rücken grundsätzlich gut erledigen (act. G 1; IV-act. 185).
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Die Arbeit besteht offenbar in Kunststoffrecycling (IV-act. 176/3). Wie es sich dabei in
Bezug auf die körperliche Belastung verhält, ist nicht aktenkundig. Insgesamt ist jedoch
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer eine leichte, rückenschonende
Tätigkeit unter optimalen Bedingungen (Wechselbelastung etc.) mit einem Pensum von
80% ausüben kann. Das Gutachten von Dr. C._ vom 8. April 2008 erscheint als
schlüssig. Der Gutachter veranlasste MRI- und Röntgenbilder und gelangte in Kenntnis
der Anamnese und der medizinischen Vorakten sowie gestützt auf seine eigenen
Untersuchungen zu einer plausiblen Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit. Auf diese
Schätzung kann abgestellt werden.
1.5
1.5.1 Beim Einkommensvergleich ist bei den beiden Vergleichseinkommen mangels
anderer konkreter Lohnangaben auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung (LSE) abzustellen. Im Jahr 2006 erzielten Männer in der
Metallbe- und Verarbeitung im tiefsten Anforderungsniveau gemäss LSE
durchschnittlich ein Einkommen von Fr. 4'829.- basierend auf 40 Stunden pro Woche
(Tabelle TA1). Bei der durchschnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden
wöchentlich ergibt sich ein Jahreseinkommen von Fr. 60'411.-. Dieses stellt das
massgebende Valideneinkommen dar. Da der Beschwerdeführer als Metallarbeiter nur
eine Anlehre absolvierte und auf diesem Gebiet offenbar keine namhafte
Berufserfahrung sammeln konnte, erscheint das Abstellen auf das tiefste
Anforderungsniveau als gerechtfertigt. Doch selbst wenn man ihm das
Anforderungsniveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) zubilligen würde,
entstünde kein rentenbegründender Invaliditätsgrad, wie nachfolgend zu zeigen ist. Im
Anforderungsnivau 3 von Männern in der Metallbe- und Verarbeitung läge das
Jahreseinkommen bei 41.7 Wochenstunden bei Fr. 69'618.-.
1.5.2 Auch für das Invalideneinkommen sind die Tabellenlöhne beizuziehen. Es ist
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner körperlichen
Einschränkungen nur noch allgemeine Hilfsarbeiten ausüben kann. Hilfsarbeiter im
tiefsten Anforderungsniveau verdienten im Jahr 2006 durchschnittlich 59'197.-. Bei
einer Arbeitsfähigkeit von 80% und unter Anerkennung eines Abzugs von 10% ergibt
sich ein Invalideneinkommen von Fr. 42'622.-.
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1.5.3 Der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers beläuft sich folglich auf 29.4%
(Fr. 42'622.- x 100 / 60'411.-), wenn man beim Valideneinkommen auf das
Anforderungsniveau 4 abstellt. Beim Beizug des Anforderungsniveaus 3 ergäbe sich
mit 38.8% (Fr. 42'622.- x 100 / 69'618.-) noch immer keine rentenbegründende
Invalidität. Die Beschwerdegegnerin hat einen Rentenanspruch zu Recht verneint.
2.
2.1 Der Beschwerdeführer machte wiederholt geltend, er sei für eine Umschulung
bereit. In der Anmeldung vom Oktober 2006 kreuzte er die beruflichen Massnahmen
zwar nicht an, beantragte aber "IV-Leistung" (IV-act. 133-7). Seine Argumentation zielte
dahin, dass es ihm aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkungen nicht gelinge,
eine angepasste Arbeit zu finden. Vor diesem Hintergrund ist nicht nur der Anspruch
auf Invalidenrente, sondern auch auf berufliche Massnahmen zu prüfen. Die
angefochtene Verfügung enthält den Betreff "Kein Anspruch auf Leistungen" und das
Dispositiv "Ihr neues Leistungsbegehren wird abgewiesen". Die Beschwerdegegnerin
nahm in der Beschwerdeantwort auch zum Anspruch des Beschwerdeführers auf
berufliche Massnahmen Stellung. Sie geht somit offensichtlich davon aus, dass mit der
angefochtenen Verfügung auch ein Anspruch auf berufliche Massnahmen abgewiesen
wurde.
2.2 Die Umschulung des Beschwerdeführers zum Metallarbeiter wurde von der IV-
Stelle des Kantons A._ mit Verfügung vom 19. August 2004 als erfolgreich
abgeschlossen bezeichnet (IV-act. 89). Kurz vor Erlass der Verfügung hatte der
Beschwerdeführer seinen Wohnsitz in den Kanton St. Gallen verlegt. Nach Abschluss
der medizinischen Abklärungen hielt der zuständige RAD-Arzt am 19. Juli 2005 und am
22. Juli 2005 fest, berufliche Massnahmen müssten geprüft werden. Möglicherweise
brauche es beim umgeschulten Metallarbeiter ja keine neue volle Umschulung, um das
Ziel der adaptierten Tätigkeit zu erreichen. Eine Verschlechterung des
Gesundheitszustands seit 2002 dürfte überwiegend wahrscheinlich anzunehmen sein,
obschon nicht genau quantifizierbar (IV-act. 118; 120). Die Prüfung des Falls durch den
zuständigen IV-Eingliederungsberater fand in einer Zeit statt, in der der
Beschwerdeführer via RAV an einem Eingliederungsprogramm teilnahm und dort
während eines halben Jahres als Hauswartshilfe in einem Alters- und Pflegeheim
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eingesetzt wurde. Der IV-Eingliederungsberater hielt fest, diese Tätigkeit gefalle dem
Beschwerdeführer gut und er würde sich eine solche Umschulung zutrauen.
Hauswarttätigkeiten bei Gemeinden seien quasi nur mit Ausbildung möglich. Der
zuständige RAV-Mitarbeiter gab gegenüber dem IV-Eingliederungsberater am
12. Oktober 2005 telefonisch an, er werde den Antrag des Versicherten auf eine
individuelle Ausbildung unterstützen. Am 7. Dezember 2005 erwähnte der
Beschwerdeführer gegenüber dem IV-Eingliederungsberater offenbar, sein Einsatz im
Alters- und Pflegeheim dauere noch bis Ende Dezember 2005. Danach sei erneut
Arbeitslosigkeit angesagt. Er spiele mit dem Gedanken an eine Selbstständigkeit als
Verkäufer, wisse dies aber noch nicht so genau. Es seien noch Abklärungen und Kurse
zu tätigen. Er verzichte auf weitere Eingliederungsberatung durch die IV (IV-act. 125-3).
Im Schlussbericht vom 12. Dezember 2005 hielt der IV-Eingliederungsberater fest, der
Versicherte sei mit der Begleitung durch das RAV zufrieden und fühle sich subjektiv
arbeitsfähig. Gestützt auf die medizinischen Unterlagen und die beschriebene Situation
schliesse man den Fall im Einvernehmen mit dem Versicherten ab (IV-act. 126). Ein
verfügungsweiser förmlicher Fallabschluss bzw. eine verfügungsweise Verneinung des
Anspruchs auf berufliche Massnahmen ist nicht aktenkundig.
2.3 Entgegen der in der Beschwerdeantwort geäusserten Ansicht der
Beschwerdegegnerin kann ein Anspruch auf berufliche Massnahmen nicht einfach mit
Hinweis auf angeblich unveränderte Verhältnisse seit der Verfügung vom 19. August
2004 verneint werden. In seinen Gutachten hatte Dr. C._ sich nur zur Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers in seiner ursprünglichen Tätigkeit als Eisenleger geäussert,
nicht jedoch zu jener als Metallarbeiter. Dem Versicherten sind nur noch körperlich
leichte Tätigkeiten, die abwechslungsweise sitzend und stehend durchgeführt werden
können, ohne dass dabei regelmässig gebeugte Körperhaltungen eingenommen und
Gegenstände über fünf bis zehn kg gehoben oder getragen werden müssten, zu 80%
zumutbar. Der zuständige RAD-Arzt ging nachvollziehbar davon aus, dass die Tätigkeit
als Metallarbeiter diese Voraussetzungen nicht vollständig erfülle, weshalb er weitere
berufliche Massnahmen für angezeigt betrachtete. Die Tatsache, dass der
Beschwerdeführer sich im Dezember 2005 durch das RAV ausreichend betreut fühlte
und offenbar keine weiteren Eingliederungsbemühungen durch die IV wünschte, kann
ihm heute nicht mehr entgegengehalten werden. Noch im Dezember 2005 hatte der
Beschwerdeführer Aussichten auf Umschulung via RAV. Dazu kam es jedoch entweder
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nicht oder diese brachte nicht den gewünschten Eingliederungserfolg. Jedenfalls kann
dem Beschwerdeführer die Ende 2005 erfolgte Einstellung der IV-
Eingliederungsprüfung heute nicht mehr entgegengehalten werden. Bei seiner bei
Beschwerdeerhebung ausgeübten Tätigkeit in der D._ GmbH handelt es nicht um
eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt, zumal jene GmbH eine Unternehmung der
Stiftung für Arbeit ist mit dem Zweck, Langzeitarbeitslose wiedereinzugliedern. Auch
dieser Einsatz lässt auf eine ungenügende berufliche Eingliederung schliessen.
3.
3.1 Die angefochtene Verfügung ist in Bezug auf die Rentenverweigerung nicht zu
beanstanden. Betreffend Anspruch auf berufliche Massnahmen und Arbeitsvermittlung
ist die Sache jedoch an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese die
Eingliederungsberatung des Beschwerdeführers wieder aufnehme und seinen
Anspruch auf berufliche Massnahmen prüfe. Eine Umschulung im Sinn einer
geeigneten Lehre oder Anlehre – allenfalls nach vorhergehender beruflicher Abklärung
in einer Einrichtung der BEFAS – ist nicht zum Vornherein auszuschliessen. Im Weiteren
käme Arbeitsvermittlung in Frage, unter Umständen verbunden mit der Gewährung von
Einarbeitungszuschüssen nach Art. 18a IVG.
3.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis
Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint
als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt in Bezug auf die beruflichen
Massnahmen, zumal die Rückweisung zur Neubeurteilung praxisgemäss als Obsiegen
gilt (ZAK 1987 S. 268 Erw. 5a). Ihr als nicht von der Pflicht zur Übernahme amtlicher
Kosten befreiter selbstständiger öffentlich-rechtlicher Anstalt ist somit die halbe
Gerichtsgebühr von Fr. 300.- aufzuerlegen. Da der Beschwerdeführer in der
Rentenfrage unterliegt, ist ihm grundsätzlich die andere Hälfte der Gerichtsgebühr
aufzuerlegen. Zufolge der am 11. Dezember 2008 bewilligten unentgeltlichen
Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu befreien. Wenn die wirtschaftlichen
Verhältnisse des Beschwerdeführers es gestatten, kann er jedoch zur Nachzahlung der
Gerichtskosten verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/
SG).
bis
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG