Decision ID: 42bd05dc-f028-4527-9476-3320d28f08aa
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1963 geborene
X._
arbeitete seit 1980 als
Pflege
assisten
tin
im
Y._
,
als sie
am
1.
März 2006 auf dem Boden ausrutschte. Sie zog sich dabei eine Ellbogenkontu
s
ion mit dauernde
r
Epic
o
n
dylitis
humeri
medialis
rechts
und eine Distorsion des rechten Daumens zu
(Bericht
e
von
Dr.
med.
Z._
vom 2
9.
September 2006,
Urk.
7/10/73
,
und von PD
Dr.
med.
A._
, Chefarzt Orthopädie, von der
B._
, vom
9.
November 2008,
Urk.
7/12/6-7)
.
Die Versicherte wurde in der Folge mehrmals am rechten Daumen operiert
(
Operationsberichte vom 22. Februar 2007,
Urk.
7/10/68, und vom
9
.
Mai 2007,
Urk.
7/10/60
; Urk.
7/12/6-7
).
Nachdem die Versicherte am
8.
Mai 2008 erneut am rechten Daumen operiert worden war (Bericht von PD
Dr.
A._
vom 2
4.
Juli 2008,
Urk.
7/10/31-32), meldete sie sich a
m
1
0.
September 2008 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2).
Die IV-Stelle führte in der Folge medizinische und erwerbliche
Abklärungen
durch und
sprach der Versicherten mit Verfügungen vom 1
3.
August 2009 (
Urk.
7/30
) vom
1.
Januar bis 3
1.
Juli 2008 eine halbe, vom
1.
August 2008 bis 3
0.
November 2008 eine ganze und vom
1.
Dezember 2008 bis 3
1.
März 2009 wieder eine halbe Rente zu.
1.2
Am
8.
August 2011 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/32 und
Urk.
7/3
6
). Die IV-Stelle liess in der Folge einen Auszug aus dem individuellen Konto erstellen (IK-Auszug vom 1
2.
August 2011,
Urk.
7/34), holte einen Bericht
von PD
Dr.
A._
(Bericht vom
6.
September 2011,
Urk.
7/39) und einen Arbeitgeberbericht des
Y._
(Bericht vom 1
3.
Oktober 2011,
Urk.
7/
41
) ein und zog Akten der AXA Win
terthur, de
m
für den Unfall vom
1.
März 2006 zuständigen Unfallversicher
er
(
Urk.
7/40)
,
sowie ein von
Dr.
med.
C._
, Spezialarzt FMH für orthopädische Chirurgie, zuhanden der Pensionskasse der Versicherten verfass
tes
vertrauensärztliches
Gutachten
vom 1
1.
November 2011
(
Urk.
7/
4
7
) bei.
Das
Y._
kündigte das Arbeitsverhältnis mit der Versicherten
, welche seit Februar 2009 zu 50
%
als Pflegehilfe und zu 50
%
als
Abteilungslogistikerin
und seit 1
4.
Februar 2011 zu 100
%
als
Abteilungslogistikerin
eingesetzt wurde
,
im Januar 2012 aufgrund von Berufsinvalidität per 2
9.
Februar 2012 (
Urk.
7/52
; vgl. auch Arbeitszeugnis vom 3
1.
Januar 2012,
Urk.
7/51/5
). In der
Folge
ver
suchte die IV-Stelle die Versicherte durch Arbeitsvermittlung im Arbeitsmarkt zu integrieren
(vgl. Verlaufsprotokolle der Eingliederungsberatung vom
4.
September und 21. Dez
ember 2012,
Urk.
7/58 und
Urk.
7/67)
.
Im Dezember 2012 schloss die IV-
Stelle die Arbeitsvermittlung ohne Vermittlungserfolg ab (
Urk.
7/65).
Nachdem die
IV-Stelle einen Bericht von Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Allge
meine Medizin, (Bericht vom 30.
Januar 2013,
Urk.
7/70) eingeholt hatte, wies sie nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 2
5.
März 2013,
Urk.
7/74,
und
Einwand vom 1
2.
April 2013,
Urk.
7/75) mit Verfügung vom 28
.
Juni 2013 das Rentenbegehren der Versi
cherten ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 1
1.
Juli
2013 Beschwerde und beantragte sinngemäss die
Zusprache
einer Invalidenrente (
Urk.
1). Die
Beschwerdegegne
rin
schloss mit Beschwerdeantwort vom
2.
September 2013 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), w
as der Beschwerdeführerin am 9.
September 2013 mitge
teilt wurde (
Urk.
8). Am 1
6.
Juni 2014 reichte Rechtsanwalt
Dr.
Christian Scherrer im Auftrag der Beschwerdeführerin eine Replik
sowie diverse
Arztbe
richte
ein und beantragte die Ausrichtung einer
Viertelsrente
(
Urk.
12
und
Urk.
13/1-6
). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf das Erstatten einer Duplik (
Urk.
16). Dies wurde der Beschwerdeführerin am 1
1.
August
2014
zur Kenntnis gebracht (Urk.
17).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin
(erneut)
Anspruch auf Ren
tenleistungen der Beschwerdegegnerin hat.
1.2
Während die Beschwerdegegnerin in der
angefochtenen Verfügung vom 28.
Juni 2013 (
Urk.
2) davon ausging, dass die Beschwerdeführerin in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig sei, weshalb bei der Berechnung des Invalideneinkommens vom Tabellenlohn kein
behinderungsbe
dingter
Abzug vorzunehmen sei, macht
e
die Beschwerdeführerin im Wesentli
chen geltend, trotz der 100%igen Arbeitsfähigkeit in behinderungsangepasster Tätigkeit sei bei der Bestimmung des Invalideneinkommens ein Abzug von 25
%
vom Tabellenlohn vorzunehmen (
Urk.
1 und
Urk.
12).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den
All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.3
Wurde die Rente nach Verminderung des Invaliditätsgrades aufgehoben, erreicht dieser jedoch in den folgenden drei Jahren wegen einer auf dasselbe Leiden zurückzuführenden Arbeitsunfähigkeit erneut ein rentenbegründendes Ausmass, so werden gemäss
Art.
29
bis
der Verordnung über die Invalidenversi
cherung (IVV) bei der Berechnung der Wartezeit nach
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG früher zurückgelegte Zeiten angerechnet.
2.4
Der
Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Gel
tendmachung des Leistungsanspruchs (
Art.
29
Abs.
1 IVG).
Diese Be
stimmung findet auch bei einer Neuanmeldung Anwendung (vgl. Urteil des Bundesgerich
tes 9C_160/2012 vom
6.
Juni 2012 E. 4.1.3).
2.
5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
3.
3.1
PD
Dr.
A._
diagnostizierte mit Bericht a
n die Beschwerdegegnerin vom 6.
September 2011
(
Urk.
7/39
/5-7
):
Status nach persistierendem Schmerzsyndrom im rech
t
en dominanten Sat
telgelenk bei
Status nach
Resektionsarthroplastik
(Fesselung mit APL-Sehne)
Dau
mensattelgelenk
rechts am
9.
Mai 2007 wegen posttraumatischer Instabilität und se
kundärer Arthrose im Da
um
e
nsattelgelenk rechts
Status nach Distorsion des rechten Daumens am
1.
März 2006
Status nach Sattelgelenksarthroskopie rechts am 1
6.
Januar 2007
Status na
ch Revision des Neosattelgelenk
s rechts und Konversion in eine
Rhizarthrosenplastik
modifiziert nach
Epping
mit Resektion des
scapho-trapezoidalen
Gelenks rechts am
8.
Mai 2008
Status nach D
au
menstabilisierung rechts mit Revision/Stabilisie
rung des Daumen-Neosattelgelenk
s und gleichzeitig
e
r
Arthrodese
des Daumen-Grundgelenks rechts am 1
7.
November 2010 wegen per
sistierender Greifschwäche rechte Hand bei Tendenz zur
Kollapsde
formität
des rechten Daumens
a
usg
e
prägte konstitutionelle
kongenitale
Bandlaxität
Status nach Distorsion des rechten Ellbogens Dezember 2008 mit sekun
dä
rer chronischer
Epicondylopathia
humer
i
ulnari
s
rechts
Status nach Infiltration
Epicondylus
humeri
ulnari
s
rechts am 14.
Juni 2010 und am
7.
Februar 2011
s
ensomotorische Funktion des
Nervus
ulnaris
rechts
ele
ktroneuro
gra
phisch
intakt
(EMG vom 1
3.
Juli 2011)
Status nach Hysterektomie am 3
1.
März 2008
Betreffe
n
d Arbeitsfähigkeit verwies
Dr.
A._
auf
d
en
beigelegten
Bericht vom 1
6.
Mai 2011
(
Urk.
7/39/8-10
), in welchem er erklärte, seit dem 1
4.
Februar 2011 sei die Beschwerdeführerin wieder voll arbeitsfähig, wobei sich diese Arbeitsfähigkeit auf eine vorwiegende Bürotätigkeit beziehe. Im Rahmen der Bürotätigkeit entstünden keine Probleme mehr.
Die rechte Hand könne normal belastet und beansprucht werden.
Die Belastbarkeit der rechten ober
en Extre
mität sei jedoch langfristig beeinträchtigt. Heute sei
dies
vorwiegend auf die Problematik im Bereiche des rechten Ellbogens zurückzuführen, weniger auf die leichte persistierende Kraftminderung in der rechten Hand. Die Beschwerde
führerin könne keine Tätigkeiten mehr ausüben, welche eine Belastung von mehr als ein bis zwei Kilogramm für die rechte dominante Hand bedeuteten.
3.
2
Dr.
C._
nannte mit vertrauensärztlichem Gutachten vom 1
1.
November 2011 zuhanden der Pensionskasse der Beschwerdeführerin
als
wesentliche
Diagnosen
(Urk.
7/4
7
/6-7
)
:
Status nach Distorsionstraum
a
des rechten Ellbogens mit sekundär chro
ni
scher
Epi
c
ondylopathia
humeri
ulnaris
rechts (sensomotorische Funk
tion des
Nervus
ulnaris
rechts intakt)
Status nach persistierendem Schmerzsyndrom im rechten dominanten Sat
telgelenk bei Status nach multiplen Eingriffen daselbst, letztmalig Daumenstabilisierung rechts mit Stabil
isierung des Daumensattelgelenk
s und gleichzeitiger
Arthrodese
des
D
aumengrundgelenks vom 17.
No
vember 2010 wegen persistierender Greifsc
hwäche der rechten Hand bei Ten
denz zur Kapseldeformität des rechten Daumens
a
usgeprägte konstitutionelle
allgemeine
Bandlaxität
Status nach Hysterektomie vom 3
1.
März 2008
er
neuter operativer Eingriff an der Hand und am Ellbogen geplant auf den 1
0.
November 2011
p
osttraumatisch geschädigtes Kniegelenk rechts mit
osteochondraler
Läsion des lateralen
Fermurcondylus
und Status nach medialer
Teil
meniskektomie
Die Beschwerdeführerin sei aufgrund der multiplen Schädigungen am Bewegungs
apparat (Knie und Arm rechts) im Pflegeberuf nicht mehr einsatzfä
hig und somit 100
%
berufsunfähig. Für Bürotätigkeiten bestehe hingegen eine 100%ige A
r
beits
- und Einsatzfähigkeit
.
3.
3
Nachdem PD
Dr.
A._
am 1
0.
November 2011
(
Urk.
7/50)
eine
Denervation
des
Epicondylus
humeri
ulnaris
rechts vorgenommen hatte, erklärte er mit Bericht vom 2
0.
Dezember 2011, bis zur klin
ischen Verlaufskontrolle am 30.
Januar 2012 sei die Beschwerdeführerin noch zu 100
%
arbeitsunfähig. Voraussichtlich könne sie ihre Arbeitstätigkeit zumindest in einem Teilpensum ab Anfang Februar 2012 wieder aufnehmen.
Im Bericht an
Dr.
D._
vom
7.
Mai 2012 (
Urk.
7/70/5-7) bestätigte Dr.
A._
,
dass die Beschwerdeführerin aufgrund der rechten oberen Extre
mität grundsätzlich ab dem
1.
Februar 2012 für eine Administrativ- oder Bürotätigkeit arbeitsfähig sei.
3.
4
Dr.
D._
berichtete der Beschwerdegegnerin am 3
0.
Januar 2013 (
Urk.
7/7
0
). Betreffend Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verwies er auf die von PD
Dr.
A._
im Bericht vom
7.
Mai 2012 (
Urk.
7/70/5-7)
genannten Diagnosen. Als weitere Diagnosen, welchen er keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zumass, nannte er
:
a
rterielle Hypertonie
Asthma bronchiale (anamnestisch)
Adipositas
Gonarthrose rechts
Die Beschwerdeführer
in
sei als Pflegerin seit dem
1.
Februar 2012 zu 100
%
arbeitsunfähig. In einer administrativen Tätigkeit sei
sie
hingegen
zu 100
%
arbeitsfähig.
3.
5
Am 1
5.
Mai 2013 wurde bei der Beschwerdeführerin im
Y._
eine elektive
Herz
katheteruntersuchung
durchgefüh
rt
(
Urk.
7/79)
.
Die untersuchenden Ärzte diagnostizierten gestützt darauf:
belastungsabhängige Angina
pectoris
, Differentialdiagnose
mikrovasku
läre
Angina
pectoris
stenosefreie
Koronararterien
leicht schlitzförmig angelegter Hauptstamm ohne
hämodynamische
Relevanz
normale globale systolische LV-Funktion (EF 69
%
)
Risikofaktoren: Hypercholesterinämie, arterielle Hypertonie
3.
6
Die Beschwerdeführerin war vom 3
0.
August bis
4.
September 2013 wegen eine
s
Divertikulitisschub
e
s
im
Y._
hospitalisiert (Bericht vom
4.
September 2013,
Urk.
13/2). Am
9.
November 2013 wurde eine
lapar
o
skopische
Rektosigmoidre
sektion
durchgeführt (Bericht vom 1
3.
November 2013,
Urk.
13/4). Der Beschwerdeführerin wurde von den Ärzten des
Y._
hierfür ab Operation bis und mit
1.
Dezember 201
3
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (
Urk.
13/5). Am 2
4.
Januar 2014 wurde bei der Beschwerdeführerin im
Y._
zudem
eine
laparo
skopische
Cholezystektomie
durchgeführt. Die Ärzte des
Y._
hielten dabei mit provisorischem Austrittsbericht
(
Urk.
13/6)
als Diagnosen fest:
s
ymptomatische
Cholez
y
stolithiasis
Status nach
lapar
o
skopischer
Rektosigmoidresektion
mit End-zu-End
Deszendore
ktostomie
sowie
Adnexektomie
links am
9.
November 2013 bei Status nach
Sigmadivertikulitis
im Juli und Ende August 2013
a
utosomal dominante pol
y
zystische Nierenerkrankung
(ADPKD)
belastungsabhängige Angina
pectoris
, Differentialdiagnose
mikrovasku
läre
Angina
pectoris
Adipositas Grad I (BMI 33,4 kg/m2)
c
hronische Knieschmerzen rechts bei Status nach
arthroskopischer
Teil
meniskektomie
links 2003 und rechts 2006
c
hronisches
lumbovertebrales
und
lumboradikuläres
Syndrom, gemäss Beschwerdeführerin Diskushernie L5/S1
4.
Die Beschwerdegegnerin
ging in der angefochtenen Verfügung vom 2
8.
Juni 2013 (
Urk.
2)
-
wie ausgeführt (E. 1.2)
-
davon aus, dass die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit nicht mehr, in einer behinderungsangepassten Tätigkeit aber zu 100
%
arbeitsfähig sei. Dies steht in Übereinstimmung mit den Akten (vgl. E. 3) und wird von der Beschwerdeführerin grundsätzlich nicht in Frage gestellt (
Urk.
1 und
Urk.
12
; E. 1.2
).
5.
5.1
Zur Ermittlung der erwerblichen
Auswirkungen der gesundheitlich bedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist ein Einkommensvergleich vorzunehmen. Dabei sind
die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben
sind.
Die Beschwerdeführerin meldete sich am
8.
August 2011 zum Leistungsbezug an
(
Urk.
7/32 und
Urk.
7/36; vgl. auch: Stauffer,
Cardinaux
[Hrsg.], IVG,
3.
Auflage, S. 518)
.
Ein allfälliger Rentenan
spruch der Beschwerdeführerin konnte demnach frühestens im Februar 2012 entstehen (vgl. E. 2.4; vgl. auch E. 3).
5.2
Gemäss Arbeitgeber
auskunft
des
Y._
vom 1
3.
Oktober 2011
(
Urk.
7/41)
hätte die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall in der angestammten Tätigkeit im Jahr 2011 ein Einkommen von Fr. 72‘711.
--
zuzüglich Schichtzulagen von Fr. 1‘412.-- pro Jahr verdient. Dies hätte im Jahr 2012 einem Einkommen von Fr. 74‘343.
8
0
(Fr. 74‘123.-- [Fr. 72‘711 + Fr. 1‘412.--
] :
100,7 x 101 [
Nominal
lohnindex
nach Branchen
des Bundesamtes für Statistik, Tabelle T1.2.10, Q) entsprochen.
Es ist somit von einem
Valideneinkommen
2012 von
Fr.
74‘343.80 auszugehen.
5.3
5.3.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben,
namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE
129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40
Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
5.3.2
Aus
LSE 2010
ergibt sich für Arbeitnehmerinnen des Anforderungsniveaus 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) im privaten Sektor ein Bruttomonatslohn von
Fr.
4‘225.-- (Tabelle TA1 S. 26)
. Dies ist der massgebend
e
Wert und nicht
etwa
, wie von de
r Beschwerdegegnerin angenommen, der
Gesamtwert für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
in Höhe
von
Fr.
4‘525.-- (vgl.
Urk.
2)
. In Anbetracht der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2010 für alle Sektoren von 41,
6
Stunden (vgl. die Volkswirtschaft
3/4
- 2015
S.
88
, Tabelle B 9.2) und in Anpassung an die Nominallohnentwicklung (Nominallohnindex nach
Branchen
des Bundesamtes für Statistik
, Tabelle T1.
2
.10, Total) ergibt dies für das Jahr 201
2
ein Jahreseinkommen von
Fr.
53‘
782
.
60
(
Fr.
4‘
225
.-- x 12 : 40 x 41,
6
: 100 x 10
2
) für ein 100%-Pensum.
5.3.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer
dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
5.3.4
Die Beschwerdegegnerin nahm keinen Abzug vom Tabellenlohn vor, da die Beschwerdeführerin in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig sei (
Urk.
2
und
Urk.
6
).
Die Beschwerdeführerin kann
seit dem
1.
Februar 2012 (vgl. E. 3 und E. 5.1)
in einer behinderungsangepassten Tätig
keit zwar tatsächlich in einem Pensum von 100 % arbeiten,
sie
ist jedoch in der Art der zu verrichtenden Tätigkeit eingeschränkt
.
So ging die
Beschwerdegeg
nerin
denn auch selber davon aus, dass die Beschwerdeführerin
nur noch leichte körperliche Tätigkeiten, ohne besondere Anforderungen an die grob- und
fein
motorischen
manuellen Fähigkeiten mit Meidung von schlagenden, stossenden und vibrierenden Arm
k
rafteinwirkungen ausüben kann (
Urk.
2 S. 2
; vgl. Stel
lun
gnahmen von Dr. med. E._
, Facharzt FMH für Orthopä
dische Chirurgie und Traumatologie vom Regionalen Ärztlichen Dienst der Beschwerdegegnerin vom
3.
November 2011,
Urk.
7/72/2, und vom 2
2.
Februar 2012,
Urk.
7/72/4
)
. Dieses Belastungsprofil ist nicht zu beanstanden.
So kann die Beschwerdeführerin die rechte, dominante Hand nur noch beschränkt belasten. PD
Dr.
A._
setzte dabei ein Belastungslimit von e
in bis zwei Kilo
gramm fest (E. 3.1
). Zusätzlich eingeschränkt ist die rechte obere Extremität aufgrund des Status nach Distorsion des rechten Ellbogens im Dezember 2008 mit sekundärer chronischer
Epico
n
dyl
opathie
humeri
ulnaris
rechts (E. 3.1
).
D
ie Beschwerdeführerin
leidet zudem an einem
traumatisch geschädigte
n
Kniege
lenk
rechts mit
osteochondraler
Läs
ion des lateralen
Fermurcondylus
und Status nach
medialer
Teilmeniskektomie
(E. 3.2). Auch wenn die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns diesbezüglich nicht in ärztli
cher Behandlung stand und ihr Hausarzt, Dr.
D._
, diesen Beschwerden keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zumass (
Urk.
7/70), ist gestützt auf das Gutachten von
Dr.
C._
davon auszugehen, dass die Kniebeschwerden die Beschwerdeführerin in der Arbeitstätigkeit einschränken (vgl.
Urk.
7/47
).
Die Be
schwerdeführerin leidet zudem
an einer belastungsabhängigen Angina
pecto
ris
(
E. 3.5)
,
an
Rückenschmerzen (
Urk.
7/47/4+6) und einer
autosominal
domi
nanten polyzystischen Nierenerkrankung (E. 3.6), wobei die Nierenfunktion zumindest bis November 2013 erst leicht eingeschränkt war (
Urk.
13/3).
In Anbetracht
, dass d
ie Beschwerdeführerin
aufgrund der genannten Beschwer
den
zwar aus körperlicher Sicht in der Wahl einer Arbeitsstelle eingeschränkt
ist, sie
jedoch eine Bürotätigkeit weiter ausüben kann (vgl. u.a.
Urk.
7/39/9+10) und zudem
neben langjähriger Berufserfahrung im Gesundheitsbereich auch über
eine
beinahe dreijährige Erfahrung als
Abteilungslogistikerin
verfügt
(
Urk.
7/51/5)
, erscheint ein Leidensabzug von
(höchstens)
10
%
gerechtfertigt.
Weitere persönliche oder berufliche Merkmale, welche sich auf die Lohnhöhe im Anforderungsniveau 4 auswirken könnten (vgl. E. 5.3.3), sind nicht gegeben. Insbesondere fällt – entgegen ihrer Auffassung (
Urk.
12 S. 6) – das Alter der Beschwerdeführerin (im massgebenden Zeitpunkt des Rentenbeginns: 49 Jahre) nicht ins Gewicht
,
werden doch
Hilfsarbeiten auf dem massgebenden hypothe
tischen Arbeitsmarkt (
Art.
16 ATSG) grundsätzlich altersunabhängig nachge
fragt
(Urteil des Bundesgerichtes 8C_361/2011 vom 2
0.
Juli 2011, E. 6.5 mit Hinweisen). Dem Aspekt der Dienstjahre kommt gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Anforderungsniveau 4 ebenfalls keine entscheidende Bedeutung zu (Urteil des Bundesgerichtes 8C_361/2011 vom 2
0.
Juli 2011, E.
6.6 mit Hinweisen).
Das Invalideneinkommen der Beschwerdeführerin beläuft sich somit auf Fr. 48‘
404
.
30
(
Fr.
53‘
782
.
60
x 0,9).
5.4
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr. 74‘343.
80
und einem
Invalideneinkom
men
von
Fr. 48‘
404
.
30
ergibt sich eine Einkommenseinbusse von Fr. 25‘
939
.
5
0
(
Fr. 74‘343.
80
-
Fr. 48‘
404
.
30
) und ein Invaliditätsgrad von gerundet 35
%
(Fr.
25‘
939
.5
0
:
Fr. 74‘343.80)
. Be
i einem Invaliditätsgrad von 35
% besteht kein Rentenanspruch. Anzufügen bleibt, dass auch wenn
das Invalideneinkommen gestützt auf die
LSE 2012
berechnet
würde
,
die Beschwerdeführerin keinen Rentenanspruch hätte,
und zwar
unabhängig davon, ob dabei das
Kompetenz
niveau
1 oder 2 Anwendung finden würde
(vgl. Tabelle
TA1_tirage_skill_level)
.
Selbst b
eim Kompetenzni
v
eau 1 würde sich das Invalideneinkommen auf Fr. 46‘297.--
(Fr. 4‘112.-- x
12 :
40 x 41,7 x 0,9) belaufen, was einen
Invalidi
tätsgrad
von gerundet 38
%
([
Fr. 74‘343.
80
-
Fr. 46‘297.--]
:
Fr. 74‘343.
80
)
ergäbe.
Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen.
6.
D
a es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- anzusetzen.
Sie sind ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.