Decision ID: 142c7294-c190-56d6-80a8-d8baaa0554f9
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Robert Baumann, Waisenhausstrasse 17,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._, Jahrgang 1968, meldete sich am 26. September 2006 wegen einer
Fibromyalgie, Rheuma, Schmerzen in den Gelenken, Rückenbeschwerden und
Müdigkeit zum Bezug von Invalidenleistungen an (act. G 4.1.98). Ihr Hausarzt Dr. med.
B._, Innere Medizin FMH, hielt im Arztbericht vom 30. Oktober 2006 gestützt auf eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung, ein chronisches cervicocephales Syndrom
rechts bei degenerativen Veränderungen der HWS sowie einer fraglichen Fibromyalgie
verschiedene Arbeitsunfähigkeiten ab 24. Oktober 2005 fest. Als Nebendiagnose
nannte er Migräne. In der jetzigen Tätigkeit sah er eine bleibende Einschränkung von
mindestens 20% als gegeben. Eine 100%ige Invalidität bestehe aber ganz klar nicht.
Dr. med. C._, Kantonsspital D._, der die Versicherte zweimal gesehen habe, habe
ihm telefonisch eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestätigt. Die Versicherte selber sei der
Meinung, mit Schmerzen zu arbeiten, gehe nicht (act. G 4.1.89).
A.b Gestützt auf eine rheumatologische und eine neurologisch-psychiatrische Unter
suchung der Versicherten hielten die Experten des Medizinischen Gutachtenzentrums
St. Gallen (MGSG) im Gutachten vom 30. Oktober 2007 für die angestammte Tätigkeit
als Putzfrau eine 50%ige Arbeitsfähigkeit und für eine angepasste Tätigkeit eine solche
von 75% fest. Sie stützten sich dabei auf die Diagnosen eines primären Fibromyalgie-
Syndroms (M 79.0) bei/mit rechtsseitig betonter zervikobrachialer Symptomatik bei
segmentaler Funktionsstörung C3/4 bis C5/6, Wirbelsäulenfehlstatik bei Fehlhaltung
und muskulärer Dysbalance und allgemeinem Deconditioning-Syndrom mit
Haltungsinsuffizienz, eines Karpaltunnelsyndroms (G 56.0), einer Anpassungsstörung
mit Angst und Depression bei psychosozialer Belastung (F43.2) und einer
undifferenzierten Somatisierungsstörung, Leitsymptom Schmerz (F 45.1; act. G 4.1.79).
Der RAD-Arzt Dr. med. E._ befand das Gutachten mit Stellungnahme vom
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12. November 2007 für nachvollziehbar, bat die Gutachter jedoch um Korrektur eines
Schreibfehlers (act. G 4.1.78). Mit Schreiben vom 7. März 2008 erläuterten diese ihre
Aussagen (act. G 4.1.72).
A.c Am 26. Februar 2008 fand eine Haushaltsabklärung statt. Anlässlich dieser gab die
Versicherte an, im Gesundheitsfall weiterhin zu einem 70%-Pensum erwerbstätig zu
sein, v.a. aus wirtschaftlichen Gründen. Gestützt auf die Abklärung ermittelte der
Abklärungsverantwortliche eine Einschränkung im Haushalt von 20% (act. G 4.1.69).
Die IV-Stelle berechnete in der Folge einen Invaliditätsgrad von insgesamt 23.5% und
stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom 10. April 2008 eine Rentenabweisung in
Aussicht (act. G 4.1.68). Auf Grund des dagegen erhobenen Einwands der Versicherten
vom 9. Mai bzw. 18. Juni 2008 und dem Antrag auf Einholung weiterer medizinischer
Berichte vom 19. September 2008 (act. G 4.1.63, 4.1.59, 4.1.56) forderte die IV-Stelle
zusätzliche Arztberichte ein (act. G 4.1.55, 4.1.53, 4.1.52, 4.1.49-3ff., 4.1.42). Gemäss
Bericht von Dr. med. F._, Oberarzt mbF des Departements Interdisziplinäre
medizinische Dienste, Kantonsspital D._, vom 18. September 2008 war die
Versicherte wegen einer schweren depressiven Entwicklung aktuell sicherlich zu 100%
arbeitsunfähig (act. G 4.1.57). Im Arztbericht vom 28. Januar 2009 hielt Dr. F._ fest,
dass die muskulären Beschwerden die körperliche Belastbarkeit einschränkten und
insbesondere eine Konstanz der körperlichen Belastbarkeit verhinderten. Er befand
eine Arbeitsfähigkeit von ca. 30-60% für zumutbar, wobei die Versicherte die Arbeit
nach Massgabe der Beschwerden reduzieren bzw. intensivieren können müsse (act.
G 4.1.42).
A.d Ab 24. März 2009 war die Versicherte in Behandlung bei Dr. med. G._,
Oberärztin, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Diese berichtete am 2. Juni
2009, es bestünden eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) und
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10
F33.1). Die Beschwerden seien sehr chronifiziert und bislang sei nach Angaben der
Versicherten keine Besserung eingetreten. Das Ausmass der verminderten
Leistungsfähigkeit beurteile sie mit 100% (act. G 4.1.37).
A.e Am 19. und 21. Oktober 2009 fand eine Verlaufsbegutachtung in der MEDAS
Ostschweiz statt. Als Hauptdiagnosen hielten die Experten im Gutachten vom 22.
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Dezember 2009 ein chronisches, diffuses, generalisiertes "Hemi-Schmerzsyndrom"
rechts mit nicht organneurologischer Symptomatik, eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung sowie eine depressive Störung, derzeit mittleren Grades mit
somatischem Syndrom, fest. Gestützt darauf schätzten sie die Arbeitsfähigkeit
spätestens ab März 2009 auf 50%, da die depressive Störung zu diesem Zeitpunkt das
Ausmass einer mittelgradigen depressiven Störung erreicht habe, welche sich trotz
psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung nicht gebessert habe (act.
G 4.1.30-14, 4.1.30-18). Der RAD-Arzt Dr. H._ befand das Gutachten mit
Stellungnahme vom 18. Februar 2009 (richtig wohl: 2010) als nachvollziehbar. Es sei
daher bis zum März 2009 von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten
Tätigkeit auszugehen und danach von einer Arbeitsfähigkeit von 50% in einer
angepassten, körperlich leichten Tätigkeit (act. G 4.1.29). Am 5. August 2010 hielt der
RAD-Arzt fest, dass aus medizinischer Sicht für den Tätigkeitsbereich im Haushalt
ebenfalls eine eindeutige Verschlechterung der Leistungsfähigkeit anzunehmen sei. Da
hier - infolge der depressiven Entwicklung - eine allgemeine Minderung der
Leistungsfähigkeit vorliege, sei die Arbeitsunfähigkeit im Haushalt ebenfalls auf etwa
50% zu beziffern. Inwieweit von den 50% Arbeitsunfähigkeit im Haushalt ge
gebenenfalls noch die Mithilfe von Angehörigen zum Abzug zu bringen sei, könne
allerdings aus medizinischer Sicht nicht beantwortet werden (act. G 4.1.24). Mit
Stellungnahme vom 10. November 2010 bestätigte Dr. H._ gestützt auf das MEDAS-
Gutachten das Vorliegen einer Komorbidität zur somatoformen Schmerzstörung
("depressive Erkrankung") (act. G 4.1.22). Demgegenüber wurde eine solche
Komorbidität gemäss interner Aktennotiz vom 14. Februar 2011 durch den
Rechtsdienst der IV-Stelle verneint (act. G 4.1.20).
A.f Mit Vorbescheid vom 25. Mai 2011 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, das Rentenbegehren gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 10% abzulehnen
(act. G 4.1.13). Im dagegen erhobenen Einwand vom 20. Juni 2011 berief sich die
Versicherte auf den Bericht von G._ vom 10. Juni 2011, welcher eine psychisch
ausgewiesene Komorbidität von erheblicher Schwere und Dauer bejahen würde; die
Depression sei nicht als eine Begleiterkrankung der Schmerzstörung zu betrachten
(act. G 4.1.11-9ff.).
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A.g Am 3. Januar 2012 verfügte die IV-Stelle gestützt auf einen Invaliditätsgrad von
15% eine Rentenablehnung. Sie liess dabei offen, ob die Versicherte als Gesunde zu
100% erwerbstätig wäre, da selbst in diesem Fall kein rentenauslösender
Invaliditätsgrad resultiere (act. G 4.1.5).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 20. Januar
2012 mit dem Begehren um Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Zusprache
einer ganzen Invalidenrente ab wann rechtens, allerspätestens ab 1. Oktober 2006.
Eventualiter sei in Aufhebung der angefochtenen Verfügung die Streitsache an die
Beschwerdegegnerin zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen im Sinn der
nachfolgenden Erwägungen zurückzuweisen, damit gestützt auf das Ergebnis dieser
Abklärungen neu über die Leistungsansprüche der Beschwerdeführerin verfügt werde;
unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung führte sie aus, dass von
einem Arbeitsunfähigkeitsgrad in ganz beträchtlichem Ausmass (mindestens 60%)
auszugehen sei. Ein Rentenanspruch sei aber auch schon deshalb gegeben, weil sie
als Gesunde zu 100% erwerbstätig wäre, was in der angefochtenen Verfügung nun
offen gelassen worden sei. Anders als es die Beschwerdegegnerin sehe, sei eine
Komorbidität in Bezug auf die depressive Störung klar zu bejahen. Gemäss Dr. G._
sei in psychischer Hinsicht sogar von einer Arbeitsunfähigkeit von 100% auszugehen.
Sollte dieser Einschätzung nicht gefolgt werden, müsse zumindest auf die MEDAS-
Beurteilung abgestellt und ein Arbeitsunfähigkeitsgrad von 50% anerkannt werden.
Schliesslich rechtfertige sich beim Einkommensvergleich unter Würdigung sämtlicher
Umstände auch ein Abzug vom Tabellenlohn von 25% (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 9. März 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Sie begründete dies damit, dass die Depression
keiner invalidisierenden psychischen Komorbidität entspreche. Sie leite sich aus der
bei der Beschwerdeführerin vorhandenen Schmerzstörung ab. Die invalidisierende
Wirkung der somatoformen Schmerzstörung müsste sich daher aus den weiteren
diesbezüglich relevanten Kriterien ergeben, welche hier nicht erfüllt seien. Zudem sei
beim Invalideneinkommen auch kein Abzug vorzunehmen, da die Beschwerdeführerin
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als Hilfsarbeiterin selbst beim Wechseln der Branche keinen Nachteilen unterliege (act.
G 4).
B.c In der Replik vom 15. Juni 2012 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen
fest (act. G 10).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 12).

Erwägungen:
1.
1.1 Vorliegend ist streitig, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf
Rentenleistungen der Invalidenversicherung hat.
1.2 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass
der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 3.
Januar 2012 ergangen (act. G 4.1.5), wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor
dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008
begonnen hat. Daher ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen
Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen
und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur
4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I
428/04, E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen keine
materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des Begriffs und der
Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber der bis Ende
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2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die seit 1.
Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben, soweit nicht
ausdrücklich auf die altrechtlichen Bestimmungen verwiesen wird.
2.
2.1 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht
zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt
gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
als Invalidität. Die Invalidität im Sinn von Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen
Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der
konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht
geregelt. Diese Lücke füllt Art. 28a Abs. 2 IVG. Es ist darauf abzustellen, in welchem
Mass die betreffende Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Als
Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person gelten insbesondere die übliche
Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische
Tätigkeiten (Art. 27 IVV). Die Bestimmung von Art. 28a Abs. 3 IVG regelt die so
genannte gemischte Methode der Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil
erwerbstätig und zum Teil im Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen
"gemischten" Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im
Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der
Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen.
2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
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Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss kommt
einem Gutachten oder anderen medizinischen Beurteilungen schon dann kein voller
Beweiswert zu, wenn Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit sprechen; es muss nicht
feststehen, dass die medizinischen Beurteilungen effektiv nicht den Tatsachen
entsprechen, was nicht mit medizinischen Fachpersonen besetzte Behörden in der
Regel nicht beurteilen können (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG;
seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 16. Oktober
2002, I 779/01, E. 4.2).
3.
3.1 Vorab ist zu prüfen, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche
Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erlaubt. Die
Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung auf das Gutachten
des MGSG vom 30. Oktober 2007 (act. G 4.1.79) und der MEDAS Ostschweiz vom
22. Dezember 2009 (act. G 4.1.30).
3.2 Im Gutachten des MGSG vom 30. Oktober 2007 diagnostizierten die Gutachter
ein primäres Fibromyalgiesyndrom (M79.0), ein Karpaltunnelsyndrom (G 56.0), eine
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Anpassungsstörung mit Angst und Depression bei psychosozialer Belastung (F43.2)
und eine undifferenzierte Somatisierungsstörung, Leitsymptom Schmerz (F45.1).
Insgesamt wurde die Arbeitsfähigkeit angestammt als Putzfrau mit 50% geschätzt
(vollzeitig, reduzierte Leistung) und angepasst (körperlich leichte, wechselbelastende
Tätigkeit mit Beschränkung des Handeinsatzes über Brust-, Schulter- oder Kopfhöhe
auf kurze Sequenzen von maximal einer Minute, vermehrtes Pausenbedürfnis, ohne
Nacht- und Schichtarbeit, ohne Kälte, Zugluft und Nässe) mit 75% beurteilt. Als
funktionell fähigkeitsrelevanter wurden die psychiatrischen Diagnosen bezeichnet. So
sei eine Überwindung des funktionellen Anteils der psychiatrischen
Gesundheitsstörung zumindest in Teilen durch "zumutbare Willensanspannung"
möglich. Nach Abzug dieses gutachterlich und medizintheoretisch eingeschätzten und
als "überwindbar" angesehenen Beschwerdeanteils bleibe auf Fähigkeitsebene noch
eine gering bis mässiggradig ausgeprägte Einschränkung des inhaltlichen Denkens mit
Einengung auf das Schmerzerleben, eine intrapsychisch verfestigte Überzeugung,
vermehrt müde und vermindert leistungsfähig zu sein, sowie eine nicht zuletzt im
Zusammenhang mit dem sekundären Krankheitsgewinn verfestigte psychosoziale
Situation (act. G 4.1.79-11ff.). Der RAD-Arzt Dr. E._ befand das Gutachten mit
Stellungnahme vom 12. November 2007 als nachvollziehbar (act. G 4.1.78). Insgesamt
widerspricht es weder den medizinischen Vorakten (vgl. Arztbericht von Hausarzt Dr.
B._ vom 20. Oktober 2006, act. G 4.1.89), noch bringt die Beschwerdeführerin etwas
vor, was darin für die Zeit bis zur Begutachtung grundsätzliche Widersprüche aufzeigen
würde. Demzufolge kann darauf abgestellt werden.
3.3 Im Verlaufsgutachten der MEDAS vom 22. Dezember 2009 hielten die Gutachter
Dr. med. I._, Eidg. Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. med. J._,
MEDAS Ostschweiz, Allgemeine Medizin FMH, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, und Dr. med. K._, Innere Medizin/Rheumatologie FMH, eine
Verschlechterung des Gesundheitszustands seit Frühsommer 2009 fest. Ohne
vorgängiges Trauma oder eine Überlastung seien lumbale Rückenschmerzen mit
Ausstrahlung in das rechte Bein aufgetreten, verbunden mit einem Einschlafgefühl im
ganzen rechten Bein. Eine lumbovertebro-spinale Kernspintomographie von September
2009 habe eine medio-rechtslaterale Diskushernie L5/S1 gezeigt, mit
Nervenwurzelirritation S1 rechts rezessal, eine leichte Diskusprotrusion L4/5,
Dehydratationen der Bandscheiben L5/S1 > L4/5, mässige Spondylarthrosen der
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distalen LWS und Deckplattenkonturirregularitäten LWK2 und 3 bei Status nach M.
Scheuermann. Aus psychiatrischer Sicht bestehe seit spätestens März 2009, d.h. seit
dem Beginn der Behandlung im Psychiatrischen Zentrum St. Gallen, eine Arbeitsun
fähigkeit von 50% auf Grund einer stetigen Verschlechterung der depressiven Störung
sowie derzeit einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom.
Insgesamt hielten die Gutachter als die Arbeitsfähigkeit einschränkende
Hauptdiagnosen ein chronisches, diffuses, generalisiertes "Hemi-Schmerzsyndrom"
rechts mit nicht organneurologischer Symptomatik bei medio-rechtslateraler
Diskushernie L5/S1 mit Nervenwurzelirritation S1 rechts rezessal, leichter
Diskusprotrusion L4/5, Dehydratation der Bandscheiben L5/S1 > L4/5 und mässiger
Spondylarthrosen der distalen LWS (MRI 24.09.2009), bei Bandscheibendehydratation
C3/4, leichter Uncovertebralspondylose C3/4 und C4/5, Asymmetrie der Foramina
intervertebralia C4/5 (MRI 05.12.03), bei Status nach M. Scheuermann, bei leichter
Skoliose, lang- und tiefgezogener BWS-Kyphose, cervikaler Streckhaltung und bei
muskulärer Dysbalance/muskulärer Decondition und Haltungsinsuffizienz, sowie eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung und eine depressive Störung, derzeit
mittleren Grades mit somatischem Syndrom fest. Insgesamt habe sich eine Ausweitung
des subjektiven Beschwerdebilds gezeigt, wobei aktuell keine Hinweise für eine
lumboradikuläre Reiz- oder sensomotorische Ausfallsymptomatik rechts fassbar
gewesen seien und die von der Beschwerdeführerin geschilderten Druckdolenzen das
Ausmass eines Fibromyalgiesyndroms deutlich überstiegen hätten. Sowohl im
gesamten rechten Arm wie im gesamten rechten Bein seien diffuse, nicht segmental
oder auf das Ausbreitungsgebiet eines peripheren Nerven begrenzte Dysästhesien/
Hypästhesien angegeben worden. Bei der Palpation habe lediglich ein leicht erhöhter
Tonus der paravertebralen Muskulatur cervikal rechts objektiviert werden können. Bei
der Wirbelsäulenbeweglichkeitsprüfung habe einzig eine leicht eingeschränkte
Lateralflexion/Quadrantenstellung lumbal rechts festgestellt werden können. Während
im psychiatrischen Vorgutachten vom Oktober 2007 die Arbeitsunfähigkeit aus
psychiatrischer Sicht auf 25% festgelegt worden sei, habe der Gutachter aktuell allein
aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 50% seit spätestens März 2009
(Beginn der Behandlung im Psychiatrischen Zentrum St. Gallen) auf Grund einer
stetigen Verschlechterung der depressiven Störung und derzeit mittelgradiger
depressiver Episode mit somatischem Syndrom attestiert. Weder anamnestisch noch
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in den Akten sei anderseits zu eruieren, dass die depressive Störung das Ausmass
einer mittelgradigen Ausprägung überschritten hätte, weshalb auch die Einschätzung
einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit durch die Kollegen des Psychiatrischen Zentrums
St. Gallen nicht nachvollziehbar sei. Die MEDAS-Gutachter attestierten der
Beschwerdeführerin sowohl in der zuletzt ausgeführten Berufstätigkeit als
Raumpflegerin wie in körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten ohne
repetitives Heben/Tragen von Lasten über 7.5 - 10kg, des weiteren ohne Arbeiten in
Wirbelsäulenzwangshaltungen bzw. ohne repetitive Wirbelsäulenflexionen/-extensionen
gesamthaft und unter Berücksichtigung aller gesundheitsbeeinträchtigenden Aspekte
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit seit spätestens März 2009. Zudem hielten die Experten
fest, dass es sich beim Leiden der Beschwerdeführerin um eine somatoforme
Schmerzstörung mit einer mitwirkenden, psychisch ausgewiesenen Komorbidität von
erheblicher Schwere und Dauer handle, nämlich um eine mittelgradige depressive
Störung mit somatischem Syndrom, welche die zumutbare Willensanstrengung der
Beschwerdeführerin zumindest teilweise beeinträchtige und daher zu einer
Arbeitsunfähigkeit von 50% führe. Es bestehe eine "Flucht in die Krankheit", doch
diese sollte auf Grund der vorhandenen emotionalen Ressourcen der
Beschwerdeführerin noch psychotherapeutisch angehbar sein und dies könne daher zu
einer Verbesserung des Zustands führen (act. G 4.1.30.14ff.). Mit Stellungnahme vom
18. Februar 2010 beurteilte RAD-Arzt Dr. H._, dass dem Gutachten gefolgt werden
könne. Da die Prognose auch bei Intensivierung der Psychotherapie ungewiss bis
ungünstig sei, könne eine entsprechende Auflage aus medizinischer Sicht nicht
empfohlen werden (act. G 4.1.29).
3.4 Dagegen bringt die Beschwerdeführerin gestützt auf den Bericht von Dr. G._
vom 2. Juni 2009 (act. G 4.1.37) vor, seit Sommer 2006 zu 100% arbeitsunfähig zu
sein. Dieser Auffassung kann jedoch nicht gefolgt werden. Einerseits begann die
ambulante Behandlung durch die Psychiaterin Dr. G._ erst im März 2009, weshalb
sie sich für den Beginn ihrer Arbeitsunfähigkeitsschätzung nicht auf eigene
Untersuchungen stützen konnte. Der Hausarzt Dr. B._ ging im Bericht vom 30.
Oktober 2006 grundsätzlich in Übereinstimmung mit dem Rheumatologen Dr. C._ f
von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit aus (act. G 4.1.89). Zudem lässt sich gemäss dem
psychiatrischen MEDAS-Gutachter Dr. I._ eine über das Mass von 50% bestehende
Arbeitsunfähigkeit nicht begründen. Vielmehr wäre eine solche eher auf nicht-
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invalidisierende Faktoren zurückzuführen wie psychosoziale Belastungen (mangelnde
Sprachkenntnisse, sozialer Abstieg durch Hilfsarbeiter-Tätigkeiten sowohl bei ihr als
auch bei ihrem Ehemann, welche beide im Besitz eines Hochschuldiploms aus der
Heimat seien) und die bestehenden Konflikte, nicht zuletzt mit der
Emigrationsproblematik, welche nicht invalidisierend seien (act. G 4.1.30-27).
Schliesslich ging auch der Palliativmediziner Dr. F._ im Bericht vom 28. Januar 2009
davon aus, dass die angestammte Tätigkeit im zeitlichen Rahmen von ca. 30% bis
60% noch zumutbar sei, wenn die Beschwerdeführerin die Arbeit nach Massgabe der
Beschwerden reduzieren bzw. intensivieren könne (act. G 4.1.42-3). Gesamthaft ist auf
Grund des nachvollziehbaren MEDAS-Gutachtens sowie gestützt auf die übrigen
medizinischen Akten hinsichtlich der Zumutbarkeit und Überwindbarkeit der
psychischen Beeinträchtigungen davon auszugehen, dass es der Beschwerdeführerin
zwar zumutbar ist, ihre Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung zumindest teilweise zu
überwinden, ihre Leistungsfähigkeit krankheitsbedingt aber anfänglich zu 25% und
später zu 50% eingeschränkt war.
4.
4.1 Grundsätzlich bedarf es für die Annahme eines invalidisierenden
Gesundheitsschadens einer fachärztlichen, lege artis auf die Vorgaben eines
Klassifikationssystems abgestützten Diagnose. Im Rahmen der freien
Beweiswürdigung darf sich dabei die Verwaltung - und im Streitfall das Gericht - weder
über die den beweisrechtlichen Anforderungen genügenden medizinischen
Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sich die ärztlichen Einschätzungen und
Schlussfolgerungen zur (Rest-)Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten
sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite zu eigen machen. Die
rechtsanwendenden Behörden haben mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, ob die
ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte
(insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mitberücksichtigt,
die vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich seien. Wo
psychosoziale Einflüsse das Bild prägen würden, sei bei der Annahme einer renten
begründenden Invalidität Zurückhaltung geboten (Urteil des Bundesgerichts vom
30. März 2011, 9C_1041/2010, E. 5.1 mit Hinweisen). Nach der höchstrichterlichen
Rechtsprechung kann auch die Diagnose einer mittelschweren depressiven Episode
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eine Invalidität begründen (Urteile des Bundesgerichts vom 30. März 2011,
9C_1041/2010, E. 5.2, und vom 20. Juni 2011, 9C_980/2010, E. 5.3).
4.2 Der Gesetzgeber hat im Rahmen der 6. IV-Revision deutlich hervorgehoben, dass
depressive Leiden invalidenversicherungsrechtlich (weiterhin) relevant sind und nicht
als pathogenetisch-ätiologisch unklare syndromale Beschwerdebilder gelten (vgl.
Votum Kleiner Marianne ["Nicht dazu gehören diagnostizierte Depressionen, ..."], sowie
diverse Voten Burkhalter Didier ["ne sont pas et ne seront jamais concernées par cette
disposition les maladies telle que la dépression, ..."], Amtliches Bulletin Nationalrat,
16. Dezember 2010, AB 2010 N 2117 ff.; vgl. auch Amtliches Bulletin Ständerat,
1. März 2011, AB 2011 S. 39 f.). Es widerspricht damit dem klaren Willen des
Gesetzgebers, wenn eine - sich auf ein klinisch festgestelltes depressives Leiden
zurückzuführende - gutachterlich bescheinigte Arbeitsunfähigkeit vom Rechtsanwender
bloss unter Hinweis auf das gleichzeitige Vorliegen eines pathogenetisch-ätiologisch
unklaren syndromalen Leidens korrigiert und als invalidenversicherungsrechtlich
irrelevant erklärt wird. Dies gilt insbesondere dann, wenn nach der gutachterlichen
Einschätzung die depressive Störung von ihrer Schwere und Ausprägung her deutlich
über eine blosse Begleitsymptomatik zu einem syndromalen Krankheitsbild hinausgeht.
Ein Ausschluss depressionsbedingter Arbeitsfähigkeitsbeeinträchtigungen widerspricht
unter solchen Umständen dem gesetzgeberischen Willen. Danach ist nicht die Ursache
des depressiven Leidens für die Frage nach Rentenleistungen entscheidend - was mit
einer finalen Sozialversicherung wie der IV auch nicht vereinbar wäre -, sondern einzig,
ob ein klinisch festgestellter psychischer Gesundheitsschaden - wie etwa eine
Depression - vorliegt (vgl. Votum Burkhalter Didier, Amtliches Bulletin Nationalrat,
a.a.O. AB 2010 N 2122: "Toutes celles qui peuvent être clairement établies au moyen
d'examens cliniques, c'est-à-dire psychiatriques, en seront pas concernées, soit - je
cite à nouveau pour que ce soit vraiment clair - la dépression, ..." sowie Votum Kleiner
Marianne, Amtliches Bulletin Nationalrat, a.a.O., AB 2010 N 2118 f.: "Es handelt sich
nicht um Beschwerdebilder, bei denen gestützt auf klinische oder auch psychiatrische
Untersuchungen eine klare Diagnose gestellt werden kann ... z. B. Depressionen, ...").
Was Auslöser der depressiven Erkrankung war - sei es nun eine Hirnschädigung, ein
psychosozialer Umstand, ein Unfall oder Schmerzen -, ist deshalb für die Bestimmung
der dadurch verursachten Arbeitsfähigkeitsbeeinträchtigung
invalidenversicherungsrechtlich irrelevant. Gleiches gilt bei Vorliegen weiterer
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(Schmerz-)Krankheiten. Vor diesem Hintergrund fehlt dem Bestreben, selbstständig
diagnostizierte depressive Leiden - wie das vorliegend zu beurteilende - von
Schmerzsyndromen konsumieren zu lassen, die gesetzliche Grundlage. Hinsichtlich der
Arbeitsfähigkeitsschätzung der MEDAS-Gutachter kann ohne Weiteres davon
ausgegangen werden, dass sie der zumutbaren Willensanstrengung zur Verrichtung
einer Erwerbstätigkeit trotz Gesundheitsbeeinträchtigung, wie sie der
Schadenminderungspflicht entspringt, genügend Rechnung trägt.
4.3 Im Gutachten des MGSG hatten die damaligen Gutachter noch ausgeführt, dass
angesichts der vorhandenen Ressourcen eine Überwindung des funktionellen Anteils
der psychiatrischen Gesundheitsstörung zumindest in Teilen durch "zumutbare
Willensanspannung" möglich sei. Nach Abzug dieses gutachterlich und
medizintheoretisch eingeschätzten und als "überwindbar" angesehenen
Beschwerdeanteils bleibe auf Fähigkeitsebene noch eine gering bis mässiggradig
ausgeprägte Einschränkung des inhaltlichen Denkens mit Einengung auf das
Schmerzerleben, eine intrapsychisch verfestigte Überzeugung, vermehrt müde und
vermindert leistungsfähig zu sein, sowie eine nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem
sekundären Krankheitsgewinn verfestigte psychosoziale Situation, welche der
psychiatrische Gutachter auf 25% schätzte (act. G 4.1.79-12). Wenn nun im zweiten
Gutachten eine quantitative Beeinträchtigung von 50% attestiert wurde, so ist davon
auszugehen, dass die Gutachter wiederum strikt nur jenen Tatsachen Rechnung
trugen, welche medizinisch-theoretisch von Relevanz sind und die Leistungsfähigkeit
trotz zumutbarer Willensanstrengung in einem gewissen Ausmass einschränken. Es
besteht also keine Veranlassung, die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter als
nicht überzeugend zu qualifizieren. Wie auch Dr. G._ im Bericht vom 10. Juni 2011
ausführte, sei sie nach zweijähriger ambulanter Behandlung der Beschwerdeführerin
zum Schluss gekommen, dass die rezidivierende depressive Störung als Erstdiagnose
zu setzen sei. Der Beginn der Erkrankung liege gestützt auf die Aussagen der
Beschwerdeführerin mindestens im Jahr 2005. Schon lange bevor die Schmerzen
eingesetzt hätten, habe sie unter häufigen depressiv ausgerichteten
Stimmungsschwankungen gelitten, habe zu einer Grübeltendenz, zu Konzentrations-
und Schlafstörungen geneigt (act. G 4.1.11-9). Damit ist die Beschwerdeführerin
anfänglich als zu 75% und später als zu 50% arbeitsfähig in einer leidensadaptierten
Tätigkeit zu qualifizieren. Im bidisziplinären Gutachten vom 30. Oktober 2007 wird der
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Beginn der 25%igen Arbeitsunfähigkeit auf mindestens Oktober 2006 festgesetzt (act.
G 4.1.79-11). Gestützt auf die gutachterliche Beurteilung der MEDAS vom 22.
Dezember 2009 ist sodann spätestens ab März 2009 von einer 50%igen
Restarbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen (act. G 4.1.30-19).
5.
5.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als
nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen
unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung
bestünde (BGE 125 V 150 E. 2c). Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen
sind nach der Rechtsprechung die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen
Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber
Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die
persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt
sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung
entwickelt hätten, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall
ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 150 E. 2c; BGE 117
V 194 f. E. 3b mit Hinweisen; AHI 1997 S. 288 ff. E. 2b, AHI 1996 S. 197 E. 1c, je mit
Hinweisen). Wie die Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltsabklärung vom 26.
Februar 2008 angab, ist davon auszugehen, dass sie im Gesundheitsfall weiterhin zu
70% erwerbstätig geblieben wäre. Dies vor allem aus wirtschaftlichen Gründen, da die
finanzielle Situation angespannt sei, der Ehemann ebenfalls einen bescheidenen Lohn
erziele und die Ausbildung der drei Kinder koste. Zurzeit könnten sie sich kein Auto
leisten (vgl. act. G 4.1.69-2). Demgegenüber kann einzig auf Grund der Behauptung der
Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 20. Juni 2012 bzw. bereits im Einwand
vom 18. Juni 2008 (act. G 1, G4.1.59-6f.), bei Gesundheit spätestens im Zeitpunkt, ab
welchem alle Kinder (Jahrgänge: 1989, 1990 und 1994) die Schule abgeschlossen
hätten, einer vollen Erwerbstätigkeit nachzugehen, da sie immer schon gerne
gearbeitet habe und weil dies die Lebenskosten der fünfköpfigen Familie erforderten,
nicht abgestellt werden. Konkrete Anhaltspunkte, welche eine solche
Pensumserhöhung als überwiegend wahrscheinlich untermauern würden, fehlen ganz.
Somit ist von einer Aufteilung Erwerbstätigkeit/Haushalt von 70% / 30% auszugehen.
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5.2 Gemäss Auskunft der ehemaligen Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin hätte
diese im Jahr 2008 für ihr 70%-Pensum einen Jahreslohn von Fr. 40'000.-- (inkl.
Nacht-, Wochenend- und Ruhetagszulagen) verdient (act. G 4.1.58). Das
Invalideneinkommen für Hilfsarbeiterinnen auf der Grundlage des Jahres 2008 beträgt
gestützt auf die LSE-Tabellenlöhne, Anforderungsniveau 4, Fr. 51'368.-- bzw. bei
einem Arbeitspensum von 70% (Fr. 35'957.60) und unter Berücksichtigung einer
75%igen Arbeitsfähigkeit Fr. 26'968.20. Der von der Beschwerdegegnerin in der
angefochtenen Verfügung zugestandene Abzug vom Tabellenlohn von 10% auf Grund
der auf körperlich leichte Tätigkeiten beschränkten zumutbaren Hilfsarbeitertätigkeiten
(aus rheumatologischer Sicht: körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit,
Beschränkung des Handeinsatzes über Brust-, Schulter- oder Kopfhöhe auf kurze
Sequenzen von maximal einer Minute beschränkt, vermehrtes Pausenbedürfnis, keine
Nacht- und Schichtarbeit, keine Kälte, Zugluft und Nässe, vgl. act. G 4.1.79-11), kann
berücksichtigt werden. Jedoch sind keine weiteren Einschränkungen ersichtlich, die
lohnmässig zusätzlich ins Gewicht fallen würden. Insbesondere führen auch die
fehlende Berufserfahrung und eine lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt bei
Hilfsarbeitertätigkeiten zu keinen Lohneinbussen. Damit ergibt sich unter
Berücksichtigung eines Abzugs von 10% ein Betrag von Fr. 24'271.40 (Fr. 26'968.20 -
Fr. 2'696.80) bzw. eine Erwerbseinbusse von Fr. 15'728.60 (Fr. 40'000.-- -
Fr. 24'271.40). Daraus resultiert ein ungewichteter Teilinvaliditätsgrad von 39.3%
([Fr. 15'728.80 / Fr. 40'000.--] x 100) bzw. gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung ein auf das 70%ige Erwerbspensum bezogener Teilinvaliditätsgrad
von 27.51% (39.3% x 0.7).
5.3 Das Valideneinkommen betrug schliesslich ab März 2009 angepasst an die
Nominallohnentwicklung von 2.1% Fr. 40'840.--. Für das Invalideneinkommen resultiert
gestützt auf den LSE-Tabellenlohn 2009 von Fr. 52'457.-- bei einem 70%-Pensum
(Fr. 36'719.90) und unter Berücksichtigung einer Restarbeitsfähigkeit von 50%
(Fr. 18'359.95) bei einem weiterhin unveränderten Abzug von 10% auf Grund der
Beschränkung auf körperlich leichte Tätigkeiten ein Betrag von Fr. 16'523.95 und in der
Folge eine Erwerbseinbusse von Fr. 24'316.05 (Fr. 40'840.-- - Fr. 16'523.95). Damit
ergibt sich ein ungewichteter Teilinvaliditätsgrad von 59.53% ([Fr. 24'316.05 /
Fr. 40'840.--] x 100) bzw. ein gewichteter von 41.67 (59.53 x 0.7).
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5.4 Hinsichtlich der Einschränkung im Haushalt fand am 26. Februar 2008 eine
Abklärung vor Ort statt (act. G 4.1.69). Gemäss dem Abklärungsbericht vom 31. März
2008 wurde eine Einschränkung von 20% ermittelt, welche jedoch von der
Beschwerdeführerin mit der Begründung, sich körperlich sehr schwach zu fühlen,
beanstandet wurde. Demgegenüber fehlen konkrete Anhaltspunkte für eine Nicht- bzw.
Falschberücksichtigung der Angaben der Beschwerdeführerin durch den
Abklärungsverantwortlichen. Zudem zeigt sich der Berichtstext als plausibel, begründet
und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sowie in
Übereinstimmung stehend mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben (vgl. in der
Amtlichen Sammlung nicht veröffentlichte, aber in AHI 2003 S. 218 publizierte E. 2.3.2
des Urteils BGE 129 V 67 [I 90/02 vom 30. Dezember 2002]; BGE 128 V 93). Damit
beträgt der gewichtete Teilinvaliditätsgrad im Haushaltsbereich im Jahr 2008 bei einem
30%igen Anteil 6% (30% x 0.2).
5.5 Wie der Abklärungsverantwortliche gestützt auf das MEDAS-Gutachten vom
22. Dezember 2009 und die RAD-Stellungnahme vom 5. August 2010 festhielt (vgl.
4.1.30, G 4.1.24), war ab März 2009 für den Haushaltsbereich grundsätzlich von einer
Einschränkung von 50% auszugehen. Damit stelle sich die Frage einer weiteren
Abklärung an Ort und Stelle (AOS) nicht. In Bezug auf die Schadenminderungspflicht zu
Lasten der Familienangehörigen sei in Anlehnung an den ermittelten Zeitaufwand im
Haushalt von 6.4 Stunden/Tag 12 - 15% anzurechnen, weshalb eine Einschränkung
von 37.5% akzeptiert werde. Damit ergebe sich eine Invalidität im Haushalt von
11.25% (Stellungnahme vom 21. Februar 2011, act. G 4.1.19). Wiederum ergeben sich
keine Anhaltspunkte, welche gegen die Herleitung bzw. Bemessung der Einschränkung
im Haushalt sprechen würden, zumal gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
sowohl dem Ehemann wie auch den drei sich im Teenageralter befindenden Kindern
eine gewisse Mithilfe im Haushalt zumutbar ist (vgl. zur Schadenminderungspflicht
durch Mithilfe von Familienangehörigen: BGE 133 V 509). Demzufolge ist von einer
gewichteten Teilinvalidität im Haushaltsbereich ab März 2009 von 11.25% auszugehen.
5.6 Damit resultiert gestützt auf die Arbeitsunfähigkeit von 25% (spätestens ab
Oktober 2006) ein auf Grund der gemischten Methode eruierter rentenausschliessender
Invaliditätsgrad von aufgerundet 34% (6% + 27.51%). Ab März 2009 ergeben die
gewichteten Teilinvaliditätsgrade eine Gesamtinvalidität von aufgerundet 53% (11.25%
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+ 41.67%). Laut BGE 130 V 102 E. 3.4 ist die für den Rentenbeginn massgebende
Arbeitsunfähigkeit in analoger Weise zu der im Rahmen der gemischten Methode
ermittelten Invalidität festzulegen. Dies bedeutet, dass für den erwerblichen Anteil die
Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf und für den Anteil der Tätigkeit im
Aufgabenbereich die diesbezügliche Arbeitsunfähigkeit zu ermitteln ist, wobei die
medizinischen Stellungnahmen als Grundlage dienen. Die resultierenden Werte sind
entsprechend der Invaliditätsbemessung nach der spezifischen Methode mit dem auf
den jeweiligen Bereich entfallenden Prozentsatz zu gewichten und anschliessend zu
addieren. Dadurch ergibt sich die für die Bestimmung des Rentenbeginns gemäss Art.
28 Abs. 1 lit. b IVG massgebende Arbeitsunfähigkeit. Nachdem die Beschwerdeführerin
bereits gemäss dem MEDAS-Gutachten vom 30. Oktober 2007 in der angestammten
Tätigkeit als Putzfrau zu 50% arbeitsunfähig war (act. G 4.1.79-13) und sie in der
Haushaltstätigkeit auf Grund der körperlichen Beschwerden daraus abgeleitet ebenfalls
überwiegend wahrscheinlich aus medizinisch-theoretischer Sicht zu mindestens 40%
eingeschränkt war, ist der Beginn des Anspruchs auf eine halbe Rente auf den 1. März
2009 festzusetzen.
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die Verfügung
vom 3. Januar 2012 aufzuheben und der Beschwerdeführerin eine halbe Rente ab März
2009 zuzusprechen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen. Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss von Fr.
600.-- ist ihr zurückzuerstatten.
6.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die bezüglich Rentenzusprache im Grundsatz
obsiegende beschwerdeführende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
bis
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auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75)
pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint mit Blick
auf vergleichbare Fälle eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP