Decision ID: 0ea2650a-4597-4818-ad47-189bdf0c32a5
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Unterhalt und weitere Kinderbelange (vorsorgliche Massnahmen)
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 4. Abteilung, vom 12. September 2019 (FP180013-L)
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Rechtsbegehren:
A. Der Kläger und Berufungskläger (Urk. 89 S. 2):
"1. Es sei der Beklagte zu verpflichten, mit Wirkung ab dem 1. Februar 2019, an den Unterhalt der Kinder B._ und C._ monatlich gesamthaft Fr. 4'000.– zu bezahlen, zahlbar jeweils am ersten eines jeden Monats im Voraus.
2. Es seien die Kosten- und Entschädigungsfolgen mit dem  zu verlesen."
B. Des Beklagten und Berufungsbeklagten (Urk. 103 S. 1 ff.):
"1. Die beiden Kinder - B._, geb. am tt.mm.2012, und - C._, geb. am tt.mm.2015, seien für die Dauer des Verfahrens unter die gemeinsame  der Eltern zu stellen. Eventualiter: - B._, geb. am tt.mm.2012, und - C._, geb. am tt.mm.2015, seien für die Dauer des Verfahrens unter die Obhut des  zu stellen.
2.1 Es sei eine Betreuungsregelung wie folgt festzulegen: x.1 Die Parteien einigen sich im direkten Gespräch über die Be-
treuung der Kinder durch den Vater. x.2 Falls eine Einigung nicht zustande kommt, gilt die folgende
Regelung: x.2.1 Die beiden Kinder werden in ungeraden Wochen vom Mitt-
wochabend 17.00 Uhr bis Freitagabend 17.00 Uhr sowie in  Wochen von Mittwochabend 17.00 Uhr bis  8.00 Uhr vom Vater betreut.
Die beiden Kinder werden in ungeraden Wochen von  8.00 Uhr bis Mittwochabend 17.00 Uhr und vom  17.00 Uhr bis zum Mittwochabend 17.00 Uhr der  Wochen von der Mutter betreut.
Eventualiter: x.2.1 Die beiden Kinder werden an jedem zweiten Wochenende von
Freitag 17.00 Uhr bis Sonntag 20.00 Uhr sowie an einem Abend pro Woche mit Übernachtung (Mittwoch 17.00 Uhr bis zum nächsten Morgen 8.00 Uhr) von der Mutter betreut.
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x.2.2 Die beiden Kinder werden ferner von der Mutter in Jahren mit ungerader Jahreszahl über Ostern (Gründonnerstag 17.00 Uhr bis Ostermontagabend 20.00 Uhr), an Weihnachten (vom 25. Dezember 10.00 Uhr bis 26. Dezember 10.00 Uhr) und über Neujahr (30. Dezember 10.00 Uhr bis 2. Januar 20.00 Uhr) und in Jahren mit gerader Jahreszahl über Pfingsten (Freitag vor Pfingsten 17.00 Uhr bis Pfingstmontagabend 20.00 Uhr) und über Weihnachten (24. Dezember 10.00 Uhr bis 25. Dezember 10.00 Uhr) betreut.
Die Mutter ist berechtigt, die Kinder jeweils an ihren  von 15.00 Uhr bis 20.00 Uhr zu betreuen. Wenn die Kinder den Geburtstag bei der Mutter verbringen, ist der Vater  berechtigt, die Kinder an ihren Geburtstagen von 15.00 Uhr bis 20.00 Uhr zu betreuen.
x.2.3 Weiter werden die Kinder während sechs Wochen der  im Jahr von der Mutter betreut.
Die Eltern sprechen sich über die Aufteilung der Ferien  drei Monate im Voraus ab. Können sie sich nicht , so kommt dem Vater in Jahren mit gerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien zu; in Jahren mit ungerader Jahreszahl der Mutter.
x.3 Können sich die Parteien über die Kompensation von  Betreuungstagen nicht einigen, gilt folgende Regelung:
Ausgefallene Betreuungstage können nachgeholt werden, wenn der Grund für den Ausfall beim Vater liegt.
2.2 Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin 1 an die  des Unterhalts und die Erziehung der beiden Kinder () folgenden, jeweils auf den Ersten eines jeden  im Voraus zahlbaren, Unterhaltsbeitrag zzgl. allfällige  oder gesetzliche Familienzulagen zu zahlen:
- CHF 433.25 für B._; zahlbar ab 1. Februar 2019 bis Ende des Verfahrens.
- CHF 433.25 für C._; zahlbar ab 1. Februar 2019 bis Ende des Verfahrens.
2.3 Mangels Leistungsfähigkeit des Beklagten ist kein  für die Zeit ab 1. Februar 2019 bis Ende März 2019 zu bezahlen.
2.4 Darüber hinaus seien die Parteien zu verpflichten,  Auslagen für die Kinder (z.B. für Zahnarztkosten, schulische Förderungsmassnahmen u.ä.) je zur Hälfte zu , soweit nicht Dritte, insbesondere Versicherungen, für  Kosten aufgekommen sind und sofern sie vorgängig ihre schriftliche Zustimmung gegeben haben.
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2.5 Es sei festzustellen, dass der Beklagte für den Monat Februar und März 2019 Zahlungen in der Höhe von CHF 8'000.00  hat und er berechtigt ist, diese bereits geleisteten  von seiner Unterhaltspflicht gemäss Ziff. 2.1 und 2.2 der Anträge im Hauptverfahren bzw. Ziff. 2.2 des  Massnahmeverfahrens zu verrechnen.
3. Die Rechtsbegehren Nr. 1 und 2 gemäss der Eingabe der  vom 9. Januar 2019 seien abzuweisen, soweit darauf eingetreten wird.
Die Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. Mehrwertsteuer von  7.7%) des vorsorglichen Massnahmebegehrens seien im  zu regeln."
Verfügung des Einzelgerichts am Bezirksgericht Zürich, 4. Abteilung, vom 12. September 2019: (Urk. 2 = Urk. 4/131)
1. Die Obhut für die Kinder B._, geboren am tt.mm.2012, und C._,
geboren am tt.mm.2015, wird für die Dauer des Verfahrens bei der Kläge-
rin 1 belassen.
2. Der Beklagte ist für die Dauer des Verfahrens berechtigt und verpflichtet, die
Kinder wie folgt auf eigene Kosten zu betreuen:
− an jedem zweiten Wochenende jeweils ab Freitagabend, 16.30 Uhr bis Montagmorgen Kindergarten- oder Schulbeginn von B._ bzw.  Spielgruppe, Kindergarten oder andere Fremdbetreuung C._ (bzw. an schul- oder betreuungsfreien Tagen 08.00 Uhr);
− an jedem Mittwochabend von 16.30 Uhr bis Donnerstagmorgen - oder Schulbeginn von B._ bzw. Beginn Spielgruppe, Kindergarten oder andere Fremdbetreuung C._ (bzw. an schul- oder betreuungsfreien Tagen 08.00 Uhr);
− in Jahren mit gerader Jahreszahl über Ostern (von Gründonnerstag 17.00 Uhr bis Ostermontagabend 19.30 Uhr), an Weihnachten (vom 25. Dezember 10.00 Uhr bis 26. Dezember 10.00 Uhr) und über  (30. Dezember 10.00 Uhr bis 2. Januar 19.30 Uhr);
− in Jahren mit ungerader Jahreszahl über Pfingsten (Freitag vor  17.00 Uhr bis Pfingstmontagabend 19.30 Uhr) und über  (24. Dezember 10.00 Uhr bis 25. Dezember 10.00 Uhr).
Ausserdem ist der Beklagte berechtigt, die Kinder ab Eintritt in den Kinder-
garten während der Kindergarten- bzw. Schulferien für die Dauer von 5 Wo-
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chen pro Jahr auf eigene Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu neh-
men, wobei bis zum Primarschuleintritt von C._ nicht mehr als zwei
Wochen am Stück bezogen werden dürfen. Diese Regelung gilt auch für die
Klägerin 1.
Die Eltern sprechen sich über die Aufteilung der Ferien mindestens drei Mo-
nate im Voraus ab. Können sie sich nicht einigen, so kommt dem Beklagten
in Jahren mit gerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht bezüglich der Auf-
teilung der Ferien zu; in Jahren mit ungerader Jahreszahl der Klägerin 1.
3. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 1 für die Dauer des Verfahrens
für die Kinder die folgenden Kinderunterhaltsbeiträge, zuzüglich an ihn aus-
bezahlte Familien-, Kinder- und/oder Ausbildungszulagen, zu bezahlen:
für B._:
− CHF 535.– ab Februar 2019 bis und mit Mai 2019 − CHF 665.– ab Juni 2019
für C._:
− CHF 1'035.– ab Februar 2019 bis und mit Mai 2019 (davon CHF 310.– als Betreuungsunterhalt)
− CHF 905.– ab Juni 2019 (davon CHF 265.– als )
Die Unterhaltsbeiträge und die Familienzulagen sind an die Klägerin 1 zahl-
bar und zwar im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats.
Die Zahlungsmodalitäten gelten bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Ab-
schluss einer angemessenen Erstausbildung auch über die Volljährigkeit
hinaus, solange die Kinder im Haushalt der Klägerin 1 leben und keine eige-
nen Ansprüche gegenüber dem Beklagten stellen bzw. keinen anderen Zah-
lungsempfänger bezeichnen.
4. Die rückwirkend festgelegten Unterhaltsbeiträge sind mit den vom  bereits geleisteten Unterhaltszahlungen zu verrechnen; zukünftige  dürfen nicht mit bereits geleisteten Unterhaltsbeiträgen ver-
rechnet werden. Es wird vorgemerkt, dass der Beklagte für die Monate Feb-
ruar 2019 bis April 2019 bereits CHF 10'000.– geleistet hat.
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5. C._ fehlen zur Deckung ihres gebührenden Unterhaltes monatlich die
folgenden Beträge (Betreuungsunterhalt):
− CHF 2'159.– für die Zeit vom 1. Februar 2019 bis 31. Mai 2019 − CHF 224.– für die Zeit ab 1. Juni 2019
6. Die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 3 vorstehend basiert
auf folgenden Grundlagen:
Einkommen netto pro Monat, inkl. allfälliger Anteil 13. Monatslohn,  separat: − Beklagter: CHF 4'775.– ab 1. Februar 2019 (100% Pensum) − Klägerin 1: CHF 0.– bis 31. Mai 2019
CHF 1'980.– ab 1. Juni 2019 (40%-Pensum) − Kinder: je die Familienzulage von derzeit CHF 200.–
Vermögen: − Beklagter: CHF 0.– − Klägerin 1: CHF 0.– − Kinder: CHF 0.–
familienrechtlicher Notbedarf: − Beklagter: CHF 3'203.– − Klägerin 1: CHF 2'469.– − B._: CHF 735.– Barbedarf bis 31. Mai 2019
CHF 865.– Barbedarf ab 1. Juni 2019 − C._: CHF 925.– Barbedarf bis 31. Mai 2019
CHF 840.– Barbedarf ab 1. Juni 2019
7. (Mitteilungssatz.)
8. (Rechtsmittelbelehrung.)
Berufungsanträge:
der Kläger und Berufungskläger (Urk. 1 S. 2 f.):
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"1. Es sei in Abänderung von Ziff. 2 Abs. 3 der angefochtenen  das Besuchsrecht am Mittwochabend um 17.30 Uhr und nicht um 16.30 Uhr zu beginnen.
2. Es sei in Abänderung von Ziff. 2 Abs. 7 der angefochtenen  der Beklagte und Berufungsbeklagter zu verpflichten, sein geplantes Ferienrecht drei Monate im Voraus anzumelden.
3. Es sei in Abänderung von Ziff. 3 der angefochtenen Verfügung die Unterhaltsregelung für die Dauer des Prozesses wie folgt festzulegen:
a) Für den Sohn B._, geboren am tt.mm.2012 für die Zeit vom 1. Februar bis 31. Mai 2019 einen Barunterhalt von Fr. 535.–.
b) Für die Tochter C._, geboren am tt.mm.2015 für die Zeit vom 1. Februar bis 31. Mai 2019 einen Barunterhalt von Fr. 725.– und einen Betreuungsunterhalt von Fr. 2'355.–, total Fr. 3'060.–.
c) Für den Sohn B._ wie obengenannt für die Zeit ab dem 1. Juni 2019 einen Barunterhalt von Fr. 665.– und einen  von Fr. 900.–, total Fr. 1'565.–.
d) Für die Tochter C._ wie obengenannt für die Zeit ab dem 1. Juni 2019 einen Barunterhalt von Fr. 640.– und einen  von Fr. 1'390.–, total Fr. 2'030.–.
4. Es sei Ziffer 5 der angefochtenen Verfügung ersatzlos , resp. für die erste Phase bei der Tochter C._ ein Manko von Fr. 134.– festzuhalten.
5. Es sei Ziffer 6 der angefochtenen Verfügung den  anzupassen, wie nachfolgend ausgeführt.
6. Alles unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge."
Prozessualer Antrag (Urk. 1 S. 4):
"Es sei den Klägern und Berufungsklägern für das Obergerichtliche  die unentgeltliche Rechtspflege, mithin die  Prozessführung und in meiner Person der unentgeltliche Rechtsbeistand zu gewähren und von der Erhebung eines  abzusehen."
des Beklagten und Berufungsbeklagten (Urk. 7 S. 2):
"Es seien die Berufungsanträge 1 (Abänderung der Dispositiv-Ziffer 2 Abs. 1 Spiegelstrich 2 und späterer Beginn Mittwochbesuchsrecht), 2
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(Abänderung der Dispositiv-Ziffer 2 Abs. 3 und Festsetzung einer  fürs Ferienrecht), 3 (Aufhebung der Dispositiv-Ziffern 3 und Neuregelung Unterhaltsbeiträge der Kinder), 4 und 5 (Abänderung Dispositiv-Ziffer 5 und 6 Manko- und Einkommensangabe) sowie 6 (Kostenfolge) der Berufungskläger vollumfänglich abzuweisen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 7.7% MWSt) zu Lasten der Berufungskläger."
Prozessualer Antrag (Urk. 7 S. 2):
"Es sei dem Berufungsbeklagten für das obergerichtliche  die unentgeltliche Rechtspflege, mithin die unentgeltliche Prozessführung und einen unentgeltlichen Rechtsbeistand in Person der Schreibenden, zu gewähren."

Erwägungen:
A. Sachverhalt und Prozessgeschichte
1. Die Klägerin 1 und der Beklagte sind die unverheirateten Eltern der Kläger 2
und 3, B._, geb. am tt.mm.2012, und C._, geb. am tt.mm.2015. Die El-
tern haben anfangs 2017 getrennte Wohnungen bezogen, die Kläger 2 und 3
blieben dabei bei der Klägerin 1.
2. Mit Eingabe vom 15. Januar 2018 machten die Kläger 1–3 das vorliegende
Verfahren bei der Vorinstanz anhängig (Urk. 4/2). Nach Erstattung der Klage-
antwort fand am 4. Juli 2018 eine Instruktionsverhandlung statt (Prot. I S. 5 ff.).
Die Hauptverhandlung wurde am 19. Dezember 2018 durchgeführt (Prot. I
S. 26 ff.). Mit Verfügung vom 21. Dezember 2018 wurden vorsorgliche Kindes-
schutzmassnahmen erlassen. Der Klägerin 1 wurde die Weisung erteilt, die be-
gonnene ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung weiterzufüh-
ren, sich Alkoholabstinenzkontrollen zu unterziehen und dem Beistand alle vier
Monate einen Verlaufsbericht über die Therapie zukommen zu lassen. Weiter
wurde für die Kläger 2 und 3 eine Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1
und Abs. 2 ZGB errichtet (Urk. 4/88). Mit Eingabe vom 9. Januar 2019 reichten
die Kläger 1–3 ein Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen ein. Anlässlich
der Massnahmeverhandlung vom 20. März 2019 stellte der Beklagte die eingangs
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genannten Massnahmeanträge. Nach einer weiteren Instruktionsverhandlung am
15. April 2019 (Prot. I S. 86 f.) wurde den Parteien am 18. April 2019 ein Ver-
gleichsvorschlag unterbreitet (Urk. 4/112), den die Klägerin 1 ablehnte
(Urk. 4/115). Am 12. September 2019 erliess die Vorinstanz den eingangs wie-
dergegebenen Massnahmeentscheid (Urk. 2 = Urk. 4/131).
3. Hiergegen erhoben die Kläger 1-3 mit Eingabe vom 26. September 2019 in-
nert Frist Berufung (Urk. 1), wobei sie die oben angeführten Anträge stellten. Die
Berufungsantwort datiert vom 29. Oktober 2019 (Urk. 7) und wurde der Kläger-
schaft zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 11). Am 11. November 2019 erfolgte
eine weitere Eingabe der Klägerin 1 (Urk. 12 und 13/1+2), welche dem Beklagten
mit vorliegendem Entscheid zur Kenntnis gebracht wird.
4. Das Verfahren erweist sich als spruchreif. Die vorinstanzlichen Akten wur-
den beigezogen (Urk. 4/1-135).
B. Prozessuales
1. Die Einlegung der Berufung hemmt den Eintritt der Rechtskraft nur im Um-
fang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Von den Parteien nicht angefochten wur-
den die Dispositivziffern 1 (Obhut) und 4 (Vormerknahme bereits geleisteter Un-
terhaltsbeiträge) sowie Absatz 1 (1., 3. und 4. Spiegelstrich) und Absatz 2 von
Dispositivziffer 2 (Betreuungsregelung). In diesem Umfang ist der vorinstanzliche
Entscheid in Rechtskraft erwachsen, was vorzumerken ist.
2. Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige Fest-
stellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-
fungsinstanz verfügt über eine umfassende Überprüfungsbefugnis der Streitsa-
che, d.h. über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen, ein-
schliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (BGer 5A_184/2013 vom
26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Berufungsbegründung (Art. 311 ZPO)
ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den
angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an einem der ge-
nannten Mängel leidet (BGE 142 I 93 E. 8.2; BGE 138 III 374 E. 4.3.1). Was nicht
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oder nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanforderungen genügenden
Weise beanstandet wird, ist – abgesehen von offensichtlichen Mängeln – von der
Rechtsmittlelinstanz grundsätzlich nicht zu überprüfen (BGE 142 III 413 E. 2.2.4).
3. Art. 296 ZPO statuiert für Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegen-
heiten – wie sie vorliegend zu beurteilen sind – den Untersuchungs- und Offizial-
grundsatz, weshalb das Gericht in diesem Bereich den Sachverhalt von Amtes
wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet. In Verfah-
ren, welche der umfassenden Untersuchungsmaxime unterstehen, können die
Parteien auch im Berufungsverfahren neue Tatsachen und Beweismittel unbe-
schränkt vorbringen. Die Bestimmung von Art. 317 Abs. 1 ZPO, wonach im Beru-
fungsverfahren Noven nur dann zulässig sind, wenn sie trotz zumutbarer Sorgfalt
nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten, gilt somit nicht für
Verfahren, in welchen Kinderbelange zu beurteilen sind (BGE 144 III 349
E. 4.2.1).
C. Materielle Beurteilung
1. Betreuungsregelung
1.1. Mit Bezug auf die Betreuung der Kläger 2 und 3 wurde der Beklagte für be-
rechtigt und verpflichtet erklärt, diese an jedem zweiten Wochenende jeweils ab
Freitagabend von 16.30 Uhr bis Montagmorgen sowie an jedem Mittwochabend
von 16.30 Uhr bis Donnerstagmorgen zu betreuen. Weiter wurde dem Beklagten
ein gerichtsübliches Feiertagsbesuchsrecht gewährt (Dispositivziffer 2 der ange-
fochtenen Verfügung).
1.2. Vorab ist festzuhalten, dass sich die Anträge der Kläger 2 und 3 nicht auf die
Betreuungsregelung beziehen können, da hinsichtlich der Betreuungsregelung die
Rechts- und Pflichtstellung einzig zwischen der Klägerin 1 und dem Beklagten
besteht. Die Klägerin 1 beantragt, dass die Betreuungsverantwortung des Beklag-
ten am Mittwochabend erst ab 17.30 Uhr beginne (Urk. 1 S. 2). Im Übrigen wird
die Betreuungsregelung nicht angefochten. Die Klägerin 1 lässt ausführen, dass
die Kläger 2 und 3 am Mittwochnachmittag regelmässig und in zunehmender
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Häufigkeit in Hobbyaktivitäten eingebunden seien. Ein Betreuungswechsel bereits
um 16.30 Uhr wäre eine zu starke Einschränkung. Ein Wechsel um 17.30 Uhr
passe zeitlich besser. Weiter macht die Klägerin 1 Ausführungen über die Hobbys
der Kläger 2 und 3 am Donnerstagabend (Urk. 1 S. 17).
1.3. Der Beklagte bestreitet die behaupteten Hobbyaktivitäten der Kläger 2 und 3
am Mittwochabend (Urk. 7 S. 13). Die Klägerin 1 hat nicht substantiiert dargetan,
geschweige denn belegt, welche Freizeitaktivitäten der Kläger 2 und 3 eine späte-
re Übergabe nötig machen sollen. Weitere Gründe, welche gegen einen Betreu-
ungswechsel um 16.30 Uhr sprechen, wurden von der Klägerin 1 nicht vorge-
bracht. Der Beklagte führte dagegen aus, dass sich die bisherige Mittwochabend-
betreuung mit Übernachtung bewährt habe (Urk. 7 S. 13). Auf die Ausführungen
der Klägerin 1 mit Bezug auf die Hobbys der Kläger 2 und 3 am Donnerstagabend
(Urk. 1 S. 17) braucht nicht eingegangen zu werden, da die Klägerin 1 nicht bean-
tragt, die Übernachtungsbetreuung des Beklagten von Mittwoch- auf Donnerstag-
abend zu verschieben.
1.4. Betreffend Ferienbetreuung erklärte die Vorinstanz den Beklagten für be-
rechtigt, die Kläger 2 und 3 für die Dauer von fünf Wochen pro Jahr zu sich oder
mit sich in die Ferien zu nehmen, wobei in Verwendung der gerichtsüblichen For-
mulierung festgehalten wurde, dass sich die Eltern über die Aufteilung der Ferien
mindestens drei Monate im Voraus abzusprechen haben. Weiter wurde festgehal-
ten, dass bei Nichteinigung über die Aufteilung der Ferienwochen dem Beklagten
in Jahren mit gerader Jahreszahl und der Klägerin 1 in Jahren mit ungerader Jah-
reszahl das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien zukomme.
Die Klägerin 1 beantragt, den Beklagten zu verpflichten, sein Ferienrecht drei Mo-
nate im Voraus anzumelden. Sie lässt ausführen, dass sie mit der Ferienreglung
grundsätzlich einverstanden sei, sich der Beklagte bisher jedoch nicht an die
Dreimonatsfrist bezüglich definitiver Absprache gehalten habe (Urk. 1 S. 2 und
S. 17). Soweit ersichtlich verlangt die Klägerin 1 mit ihrem Antrag nichts anderes
als das, was in der vorinstanzlichen Verfügung festgelegt wurde, weshalb auf den
Berufungsantrag Ziffer 2 mangels Rechtsschutzinteresse nicht einzutreten ist. Der
Vollständigkeit halber bleibt anzufügen, dass vor Erlass der angefochtenen Verfü-
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gung keine gerichtliche Ferienregelung bestand, weshalb dem Beklagten nicht
vorgeworfen werden kann, dass er sich bisher mit der Klägerin 1 nicht drei Mona-
te im Voraus über die Aufteilung der Ferien abgesprochen hat.
1.5. Zusammenfassend bleibt es damit bei der vorinstanzlichen Betreuungsrege-
lung (inkl. Regelung der Ferien).
2. Unterhalt
2.1. Hinsichtlich der vom Beklagten zu leistenden Unterhaltsbeiträge ist einzig
dessen Einkommen umstritten. Der Beklagte ist als Werbetechniker tätig. Die Vor-
instanz stellte bei der Unterhaltsberechnung auf das aktuelle Einkommen des Be-
klagten ab und bezifferte dieses auf monatlich Fr. 4'775.– netto (Urk. 2 S. 14). Die
Vorinstanz erachtete die Voraussetzungen für die Anrechnung eines hypotheti-
schen Einkommens – im Gegensatz zu den Klägern – als nicht erfüllt. Sie erwog
im Zusammenhang mit dem Einkommen des Beklagten im Wesentlichen was
folgt: Der Beklagte sei ab Herbst 2017 zu 100% krankgeschrieben gewesen
(Urk. 4/40/5). Er habe sich am 22. Dezember 2017 einer Operation an der Hals-
wirbelsäule unterziehen müssen (Urk. 4/40/4), und habe in der Folge im Juli 2018
im Rahmen eines therapeutischen Wiedereinstiegs begonnen, wieder im Innen-
dienst zu arbeiten (Urk. 4/86 S. 13), wobei er ab dem 27. November 2018 wieder
zu 100% gearbeitet habe (Prot. I S. 56). Am 17. Oktober 2018 habe ihm sein bis-
heriger Arbeitgeber gekündigt. In der Folge habe dieser mit dem Beklagten per
1. Februar 2019 einen neuen Arbeitsvertrag abgeschlossen (act. 4/87/74). Die
neue Stelle sei auf die gesundheitlichen Beschwerden des Beklagten angepasst
(Prot. I S. 57). Der Lohn des Beklagten betrage neu Fr. 5'000.– brutto pro Monat
zuzüglich eines 13. Monatslohnes (Urk. 4/87/74 S. 3). Der Antritt der neuen Stelle
sei folglich mit einer deutlichen Lohneinbusse einhergegangen (Urk. 2 S. 14).
Dass der Beklagte sein Einkommen aus bösem Willen gesenkt habe, sei vor dem
Hintergrund, dass er an einer Diskushernie der Halswirbelsäule gelitten habe und
unbestrittenermassen während längerer Zeit aus gesundheitlichen Gründen nicht
habe arbeiten können, nicht wahrscheinlich. Dem Bericht seines Psychiaters kön-
ne zudem entnommen werden, dass der Beklagte sodann unter einer Depression
leide und immer noch mit gewissen körperlichen Beschwerden zu kämpfen habe
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(Urk. 4/40/5 und Urk. 4/87/73). Weiter sei die Kündigung durch den Arbeitgeber
belegt, wobei daraus die Kündigungsgründe nicht hervorgingen (Urk. 4/87/72). Es
scheine vielmehr lebensnah, dass es aufgrund der gesundheitlichen Einschrän-
kungen des Beklagten zur Lohnsenkung gekommen sei, wobei nicht nur die Klä-
ger, sondern auch der Beklagte selber, welcher inskünftig mit dem absoluten
Existenzminimum auskommen müsse, die Einkommenssenkung sehr schmerz-
haft spürten. Der Beklagte hätte bei Nichtannahme der neuen Stelle bei seinem
bisherigen Arbeitgeber zwar wohl tatsächlich die Möglichkeit gehabt, eine gewisse
Zeit ein höheres Einkommen aus der Arbeitslosenversicherung beziehen zu kön-
nen. Er hätte sich dann aber aus der Arbeitslosigkeit heraus, nach einer längeren
Dauer der Arbeitsunfähigkeit und weiter bestehenden gesundheitlichen Ein-
schränkungen auf eine neue Stelle bewerben müssen. Dabei wäre er trotz seiner
grossen Erfahrung (Urk. 4/16 S. 22) nicht in einer günstigen Position für die Stel-
lensuche gewesen, zumal er über keine nachweisbaren berufsbezogenen Fortbil-
dungen verfüge (Prot. I S. 76) und mit 42 Jahren auch nicht mehr im meistge-
suchten Alter für neue Arbeitnehmer sei. Dass der Beklagte vor diesem Hinter-
grund den "sicheren" Weg gewählt habe, könne ihm nicht vorgeworfen werden.
Da sein aktuelles Einkommen der im Lohnbuch 2019 ersichtlichen Lohnhöhe für
Werbetechniker sodann weitgehend entspreche (Urk. 4/17/12), sei ihm kein hypo-
thetisches Einkommen anzurechnen (Urk. 2 S. 15 f.).
2.2. Die Kläger stellen sich – wie bereits vor Vorinstanz – auf den Standpunkt,
dass dem Beklagten ausgehend von dem vor der Kündigung erzielten Nettolohn
von rund Fr. 8'500.– ein hypothetisches Einkommen in der Höhe von Fr. 6'800.–
netto (80% von Fr. 8'500.–) anzurechnen sei (Urk. 2. S. 9).
2.2.1. Bei der Festsetzung von Unterhaltsbeiträgen darf vom tatsächlichen Leis-
tungsvermögen des Pflichtigen, welches Voraussetzung und Bemessungsgrund-
lage der Beitragspflicht bildet, abgewichen und stattdessen von einem hypotheti-
schen Einkommen ausgegangen werden, falls und soweit der Pflichtige bei gutem
Willen bzw. bei ihm zuzumutender Anstrengung mehr zu verdienen vermöchte,
als er effektiv verdient. Wo die reale Möglichkeit einer Einkommenssteigerung
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fehlt, muss eine solche jedoch ausser Betracht bleiben (BGE 117 II 16 E. 1b
S. 17; 128 III 4 E. 4a S. 5).
2.2.2. Die Kläger machen zunächst geltend, dass die Vorinstanz beim Arbeitgeber
des Beklagten Erkundigungen über die Kündigungsgründe hätte einholen müs-
sen, anstatt die böswillige Einkommensreduktion zu akzeptieren (Urk. 1 S. 10).
Wie ausgeführt erachtete es die Vorinstanz aufgrund der Krankheitsgeschichte
des Beklagten als lebensnah, dass es wegen der gesundheitlichen Einschrän-
kungen des Beklagten zur Kündigung und zur anschliessend Lohnreduktion auf-
grund des neuen Arbeitsvertrags gekommen ist (Urk. 2 S. 15). Der Beklagte führ-
te anlässlich der Verhandlung vom 18. Februar 2018 weiter glaubhaft aus, dass
seine frühere Arbeitsstelle während seiner elfmonatigen Absenz anderweitig be-
setzt worden sei (Prot. I S. 14). Die Vorinstanz durfte sich auf diese glaubhafte
Äusserung stützen und musste sich vor dem Hintergrund der langen Krankheits-
geschichte des Beklagten nicht bei dessen Arbeitgeber nach den Gründen der
Kündigung erkundigen.
2.2.3. Die Kläger bringen – wie bereits vor Vorinstanz – vor, dass der Beklagte die
Verpflichtung, seine Leistungsfähigkeit voll auszuschöpfen, verletzt habe, indem
er sich mit der erstbesten Stelle zufrieden gegeben habe, anstatt Arbeitslosenent-
schädigung zu beziehen, bis er eine besser bezahlte Arbeitsstelle gefunden hätte
(Urk. 1 S. 12). Dabei blenden die Kläger die im Zeitpunkt der Annahme der neuen
Stelle beim Beklagten bestandene Gesundheitssituation und dessen Krankheits-
geschichte gänzlich aus. Die Vorinstanz hat sich mit der Gesundheitssituation des
Beklagten eingehend auseinandergesetzt und liess diese in ihre Erwägungen ein-
fliessen (vgl. vorn Erw. C/2.1). Mit diesen vorinstanzlichen Erwägungen setzen
sich die Kläger nicht auseinander. Sie zeigen nicht auf, inwiefern die Urteilserwä-
gungen fehlerhaft sein sollen, sondern führen lediglich aus, der Beklagte müsse
nur "Ja" sagen und habe per 1. Oktober 2019 eine Anstellung, welche mindestens
Fr. 6'800.– netto pro Monat einbringe (Urk. 1 S. 12). Damit genügen sie den ge-
setzlichen Begründungsanforderungen nicht. Der Vollständigkeit halber bleibt an-
zufügen, dass gemäss den unbestritten gebliebenen Ausführungen des Beklagten
vor Vorinstanz sein Personalberater beim RAV, E._, sowie sein Job-Coach
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der SVA ihm geraten haben, die von seinem bisherigen Arbeitgeber auf die ge-
sundheitlichen Einschränkungen angepasste Stelle anzutreten (Urk. 4/86 S. 14
und Prot. I S. 42 ff.).
2.2.4. Auch das Vorbringen, es sei nicht belegt, dass die neue Anstellung tatsäch-
lich auf die gesundheitlichen Beschwerden des Beklagten angepasst sei (Urk. 1
S. 13), ist nicht zielführend. Der Beklagte hat vor Vorinstanz ausgeführt, dass sein
Arbeitgeber seine Probleme kenne und darauf sehr Rücksicht nehme. Bei der Zu-
teilung achte er darauf, welche Arbeit ihm zugeteilt werde. Er könne momentan
nicht für alle Arbeiten eingesetzt werden, so der Beklagte weiter (Prot. I S. 77).
Aufgrund dieser glaubhaften und unbestritten gebliebenen Ausführungen des Be-
klagten durfte die Vorinstanz davon ausgehen, dass die aktuelle Arbeitsstelle des
Beklagten dessen gesundheitlichen Beschwerden angepasst ist. Die Vorinstanz
musste in diesem Zusammenhang keine weiteren Beweise erheben.
2.2.5. Die Kläger kritisieren weiter, dass sich der Beklagte nicht auf die firmenin-
tern ausgeschriebene Projektleiterstelle beworben habe, obwohl er dazu geeignet
gewesen sei (Urk. 1 S. 10). Entgegen den Klägern ist davon auszugehen, dass
der Beklagte für die fragliche Projektleiterstelle im Bereich Signaletik nicht geeig-
net war, führte er doch vor Vorinstanz aus, dass er nicht über die besonderen
Spezialkenntnisse im Bereich Signaletik verfüge (Urk. 4/117 und Urk. 4/125
S. 2 ff.), was von den Klägern unbestritten geblieben ist. Sie stellten sich zwar auf
den Standpunkt, dass Erfahrungen im Bereich Signaletik nicht notwendig seien
(vgl. Urk. 121 S. 5). Dass bei einer fachspezifischen Stelle keine entsprechenden
Spezialkenntnisse erforderlich sind, erscheint indes lebensfremd. Weiter ist zu be-
rücksichtigen, dass die aktuelle Arbeitsstelle – im Gegensatz zur Projektleiterstel-
le – an die gesundheitliche Situation des Beklagten und dessen reduzierte Leis-
tungsfähigkeit angepasst ist. Der Beklagte hat sich damit aus nachvollziehbaren
Gründen nicht auf die Stelle als Projektleiter beworben.
2.2.6. Schliesslich vermögen die Kläger aus dem Vorbringen, wonach nicht fest
stehe, ob der Beklagte die aktuelle Arbeitsstelle auch tatsächlich behalten könne
(Urk. 1 S. 13), nichts ableiten. Die Möglichkeit einer Kündigung durch den Arbeit-
geber besteht bei jeder Arbeitsstelle. Der Umstand, dass der Arbeitgeber des Be-
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klagten diesem in Kenntnis von dessen Krankheitsgeschichte und der weiterbe-
stehenden Beschwerden einen neuen, unbefristeten Arbeitsvertrag angeboten
hat, macht indes deutlich, dass der Arbeitgeber des Beklagten ein Interesse daran
hat, diesen weiterhin und längerfristig bei sich zu beschäftigen. Es kann deshalb
angenommen werden, dass das neue Arbeitsverhältnis grundsätzlich von beiden
Vertragsparteien längerfristig eingegangen wurde.
2.2.7. Vor dem Hintergrund der gemachten Erwägungen kann keine Rede davon
sein, dass sich der Beklagte mit der erstbesten Stelle zufriedengegeben und sein
Einkommen mutwillig reduziert hat. Aufgrund der gesundheitlichen Situation des
Beklagten ist die reale Möglichkeit einer Einkommenssteigerung zu verneinen,
zumal keine Prognose darüber getroffen werden kann, wie sich die gesundheitli-
che Situation des Beklagten in naher Zukunft entwickeln wird. Die Vorinstanz hat
dem Beklagten zu Recht kein hypothetisches Einkommen angerechnet, sondern
ist von seinem effektiv erzielten Einkommen ausgegangen.
2.2.8. Die von der Vorinstanz gestützt auf den Arbeitsvertrag vom 28. November
2018 (Urk. 4/87/74) sowie auf die Lohnabrechnung für Februar 2019
(Urk. 4/104/81) vorgenommene Einkommensberechnung von monatlich
Fr. 4'775.– netto wird von den Parteien nicht beanstandet und ist im Übrigen kor-
rekt. Damit ist beim Beklagten in Übereinstimmung mit der Vorinstanz von einem
Einkommen von monatlich Fr. 4'775.– netto auszugehen.
2.2.9. Nicht Gegenstand der Berufung bilden das von der Vorinstanz auf Seiten
der Klägerin 1 ermittelte Einkommen von Fr. 1'980.– (Urk. 2 S. 16) sowie die Be-
darfe der Parteien (Bedarf Beklagter: Fr. 3'203.– [Urk. 2 S. 18], Bedarf Klägerin 1:
Fr. 2'469.– [Urk. 2 S. 20], Bedarf Kläger 2: Fr. 735.– [1. Februar bis 31. Mai 2019 ]
bzw. Fr. 865.– [ab 1. Juni 2019], Bedarf Klägerin 3: Fr. 925.– [1. Februar bis
31. Mai 2019 ] bzw. Fr. 840.– [ab 1. Juni 2019; Urk. 2 S. 21]).
2.2.10. Entsprechend bleibt es bei den von der Vorinstanz ermittelten Unterhalts-
beiträgen von monatlich Fr. 535.– (1. Februar 2019 bis 31. Mai 2019) bzw. von
monatlich Fr. 665.– (ab 1. Juni 2019) für den Kläger 2 sowie von Fr. 1'035.– (da-
von Fr. 310.– als Betreuungsunterhalt; von 1. Februar 2019 bis 31. Mai 2019)
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bzw. von Fr. 905.– (davon Fr. 265.– als Betreuungsunterhalt, ab 1. Juni 2019) für
die Klägerin 3 (Urk. 2 S. 25), welche der Beklagte der Klägerin 1 zu bezahlen hat.
Ebenfalls keine Korrektur erfährt das von der Vorinstanz ermittelte Betreuungsun-
terhaltsmanko von Fr. 2'159.– (1. Februar 2019 bis 31. Mai 2019) bzw. von
Fr. 224.– (ab 1. Juni 2019; Urk. 2 S. 26).
D. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Die Höhe der Gerichtsgebühr richtet sich für das Berufungsverfahren nach
§ 12 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit § 2, § 5 Abs. 1 und § 8 Abs. 1 der Gebühren-
verordnung des Obergerichts vom 8. September 2010 (GebV OG). Unter Berück-
sichtigung des tatsächlichen Streitinteresses, des Zeitaufwands des Gerichts so-
wie der Schwierigkeit des Falles erscheint eine Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.–
angemessen.
2. Die Prozesskosten werden den Parteien nach Massgabe ihres Unterliegens
und Obsiegens auferlegt (Art. 106 ZPO), wobei nach Praxis der entscheidenden
Kammer in Verfahren der vorliegenden Art Kindern keine Prozesskosten auferlegt
werden. Die Klägerin 1 unterliegt vollumfänglich, weshalb ihr die Kosten des Beru-
fungsverfahrens aufzuerlegen sind (Art. 106 Abs. 1 ZPO).
3. Ausgangsgemäss ist die Klägerin 1 zu verpflichten, dem Beklagten für das
Berufungsverfahren eine volle Parteientschädigung zu bezahlen. Die Parteient-
schädigung für anwaltlich vertretene Parteien (Art. 95 Abs. 3 lit. a und b ZPO)
spricht das Gericht nach den Tarifen (Art. 96 ZPO) bzw. der Anwaltsgebührenver-
ordnung vom 8. September 2010 (AnwGebV) zu. Die Parteientschädigung ist in
Anwendung von § 13 Abs. 1 i.V.m. § 5 Abs. 1, § 9 und § 11 AnwGebV auf
Fr. 3'000.– (inkl. MwSt.) festzusetzen.
4. Beide Parteien ersuchen um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
und um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands für das Berufungsver-
fahren (Urk. 1 S. 4; Urk. 7 S. 2).
4.1. Nach Art. 117 ZPO hat eine Person Anspruch auf unentgeltliche Rechtspfle-
ge, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (lit. a) und ihr Rechtsbe-
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gehren nicht aussichtslos erscheint (lit. b). Wer diese Bedingungen erfüllt, hat
ausserdem Anspruch auf einen unentgeltlichen Rechtsbeistand, soweit dies zur
Wahrung seiner Rechte notwendig ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO).
4.2. Nachdem dem Beklagten für das Berufungsverfahren keine Gerichtskosten
auferlegt werden, ist sein Gesuch gegenstandslos und entsprechend abzuschrei-
ben, soweit es sich auf die Befreiung von den Gerichtskosten (Art. 118 Abs. 1 lit.
b ZPO) bezieht.
4.3. Das Gesuch um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes darf
gemäss Bundesgericht hingegen nicht schon deshalb als gegenstandslos gewor-
den abgeschrieben werden, weil der bedürftigen Partei eine Parteientschädigung
zugesprochen wurde. Ein solches Vorgehen ist lediglich dann zulässig, wenn die
Solvenz der Gegenpartei ausser Zweifel steht und damit eine Parteientschädi-
gung ohne Weiteres als einbringlich gelten kann. Erweist sich die Zahlungsfähig-
keit demgegenüber als unsicher, muss gewährleistet bleiben, dass der Anwalt der
bedürftigen Partei nötigenfalls durch den Staat gemäss Art. 122 Abs. 2 ZPO ent-
schädigt wird (BGer 5A_407/2014 vom 7. Juli 2014 E. 2.2. m.w.H.). Angesichts
des Umstandes, dass auch der Klägerin 1 die unentgeltliche Rechtspflege zu ge-
währen ist (vgl. dazu nachstehende E. 4.4.) und sich deren Zahlungsfähigkeit ent-
sprechend als unsicher erweist, ist über das Gesuch um Bestellung eines unent-
geltlichen Rechtsbeistands des Beklagten (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO) zu entschei-
den (vgl. BGer 5A_407/2014 vom 7. Juli 2014, E. 2.2; OGer ZH RT150116 vom
11.11.2015, E. II/C/2). Dem Beklagten verbleibt nach Leistung der gerichtlich
festgesetzten Unterhaltsbeiträge lediglich sein Existenzminimum. Die Mittellosig-
keit des Beklagten ist damit zu bejahen. Sein im Berufungsverfahren gestelltes
Rechtsbegehren war sodann nicht aussichtslos, und der rechtsunkundige Beklag-
te war für die sachgerechte Wahrung seiner Rechte vor der Berufungsinstanz auf
anwaltlichen Beistand angewiesen. Damit sind die Voraussetzungen für die un-
entgeltliche Rechtsverbeiständung erfüllt und dem Beklagten ist für das Beru-
fungsverfahren die von ihm beantragte Rechtsvertretung beizugeben.
4.4. Die Klägerin 1 wird vom Sozialamt unterstützt (Urk. 4/122/3). Überdies be-
steht im Zusammenhang mit dem Betreuungsunterhalt auf Seiten der Kläger wei-
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terhin ein Manko, was bedeutet, dass die Klägerin 1 auch mit den vom Beklagten
zu leistenden Unterhaltsbeiträgen ihren Bedarf und denjenigen der Kläger 2 und 3
nicht vollumfänglich decken kann. Demnach sind auch die Kläger 1-3 mittellos im
Sinne von Art. 117 lit. a ZPO. Ihre Rechtsmittelanträge sind nicht als aussichtslos
im Sinne von Art. 117 lit. b ZPO zu betrachten. Der Klägerin 1 ist deshalb für das
Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen. Weil den Klä-
gern 2 und 3 für das Berufungsverfahren keine Gerichtskosten auferlegt werden,
sind deren Gesuche gegenstandslos und entsprechend abzuschreiben, soweit sie
sich auf die Befreiung von den Gerichtskosten (Art. 118 Abs. 1 lit. b ZPO) bezie-
hen. Dagegen sind ihre Gesuche um unentgeltliche Rechtsverbeiständung im
Hinblick auf Art. 122 ZPO zu beurteilen. Eine anwaltliche Verbeiständung der
rechtsunkundigen Kläger 1-3 erscheint zur Wahrung ihrer Rechte notwendig, zu-
mal auch der Beklagte anwaltlich vertreten ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). Den
Klägern 1-3 ist deshalb in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. X._ ein un-
entgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen.