Decision ID: 21d2895f-336e-4dbf-a950-a6908dc40c2c
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im August 1992 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 49). Er gab an, er habe eine Ausbildung zum Sanitär-
Installateur absolviert und anschliessend im erlernten Beruf gearbeitet. Der
Allgemeinmediziner Dr. med. B._ berichtete im Oktober 1992 (IV-act. 55), der
Versicherte habe im Dezember 1991 einen Selbstunfall mit dem Auto erlitten, bei dem
er sich eine offene Luxation des oberen Sprunggelenks sowie eine Talustrümmerfraktur
links zugezogen habe. Der Behandlungsverlauf sei sehr protrahiert gewesen. Der
Versicherte habe bei der (ersten) Konsultation bei Dr. B._ im Oktober 1992
angegeben, dass er nur mit Stock gehen könne, bei jedem Schritt Schmerzen verspüre
und den Fuss nicht seitlich bewegen könne; das Knien sei unmöglich und er könne
nicht auf abschüssigem Gelände gehen. Im klinischen Befund sei eine deutliche
Atrophie der Wadenmuskulatur aufgefallen. Das Sprunggelenk sei geschwollen
gewesen. Die Konturen seien verstrichen gewesen. Die Beweglichkeit sei deutlich
eingeschränkt gewesen. Sicher sei, dass der Versicherte nicht mehr auf dem Dach
oder im Knien arbeiten könne, weshalb er als Sanitär-Installateur bleibend
arbeitsunfähig sei. Ein Berufsberater der IV-Regionalstelle berichtete im August 1994
(IV-act. 64), das Fussgelenk des Versicherten sei im August 1993 versteift worden. Der
Versicherte werde gemäss den ärztlichen Angaben einen weiteren operativen Eingriff
benötigen. Erschwerend komme hinzu, dass er im April 1993 niedergestochen worden
sei, wobei er sich eine Narbe in der Lunge zugezogen habe, und dass er im Dezember
1993 einen Oberschenkelbruch erlitten habe. Aktuell befinde er sich im Strafvollzug.
Ende September 1994 werde er aus der Haft entlassen. Anschliessend dränge sich
eine Umschulung zum Sanitär-Installateurmeister auf, für die der Versicherte allerdings
eine schulische Vorbereitung benötigen werde. Mit einer Verfügung vom 7. November
1994 erteilte die Ausgleichskasse dem Versicherten eine Kostengutsprache für die
erste Phase der Umschulung (IV-act. 77). Da der Versicherte aber die
A.a.
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Aufnahmeprüfung nicht bestand, weil er behinderungsbedingt den praktischen
Vorbereitungsteil nicht hatte besuchen können, wurde die berufliche Eingliederung
bereits im Dezember 1994 abgebrochen (vgl. IV-act. 79). Mit einer Verfügung vom 9.
Februar 1995 sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Wirkung ab dem 1. Dezember
1992 eine ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 100 Prozent zu (IV-act. 83).
Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Medizinische Abklärungsstelle (MEDAS)
Zentralschweiz am 19. Dezember 1996 ein polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 102).
Die Sachverständigen hielten fest, der Versicherte leide an Residuen nach einem
Autounfall sowie an einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung bei
Residualsymptomen eines hyperkinetischen Syndroms und an einem
Alkoholmissbrauch. Die erlernte Tätigkeit als Sanitär-Installateur sei ihm aus
rheumatologischer Sicht nicht mehr zumutbar. Für eine ideal leidensadaptierte Tätigkeit
sei aus psychiatrischer Sicht ein Arbeitsunfähigkeitsgrad von 25 Prozent zu attestieren.
Die zuständige Berufsberaterin der IV-Stelle ermittelte gestützt auf diese Angaben
einen Invaliditätsgrad von 60 Prozent (vgl. IV-act. 108). Mit einer Verfügung vom 26.
März 1997 setzte die IV-Stelle die laufende ganze Rente mit Wirkung ab dem 1. Mai
1997 auf eine halbe Rente herab (IV-act. 115). Der orthopädische Chirurg Dr. med.
C._ berichtete im September 1997 (IV-act. 120), Ende Mai 1997 sei eine Arthrodese
durchgeführt worden. Da in der Folge eine Schwellung aufgetreten sei, habe im
September 1997 ein Unterschenkelgehgips angelegt werden müssen. Der Versicherte
sei ermahnt worden, nicht allzu viel umher zu gehen und das Bein möglichst hoch zu
lagern. Rein theoretisch sei ihm heute eine Teilarbeitsfähigkeit für eine sitzende
Tätigkeit zu attestieren, aber die Stellensuche sei ihm aktuell nicht zumutbar. Sollte die
Arthrodese bis Ende Oktober 1997 durchgebaut sein, werde der Versicherte innerhalb
von vier Wochen wieder eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit für sitzende Tätigkeiten
erlangen. Mit einer Verfügung vom 27. November 1997 erhöhte die IV-Stelle die halbe
Rente mit Wirkung ab dem 1. August 1997 wieder auf eine ganze Rente bei einem
Invaliditätsgrad von 100 Prozent (IV-act. 125).
A.b.
Eine Überprüfung des Rentenanspruchs im Januar 1999 lieferte keine Hinweise
auf eine relevante Sachverhaltsveränderung, weshalb die IV-Stelle weiterhin von einem
Valideneinkommen von 73’800 Franken („Sanitär-Installateur“) und von einem
Invaliditätsgrad von 100 Prozent ausging (vgl. IV-act. 132) und dem Versicherten am
A.c.
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20. Januar 1999 mitteilte, dass er weiterhin einen unveränderten Anspruch auf die
laufende ganze Rente habe (IV-act. 133). Im Frühjahr 2004 leitete die IV-Stelle erneut
eine Überprüfung des Rentenanspruchs ein. Nachdem der Versicherte auf mehrere
Schreiben nicht reagiert hatte, verfügte sie am 13. Juli 2004 eine sofortige Einstellung
der Rente (IV-act. 147). Im Oktober 2004 reichte der Versicherte den ausgefüllten
Fragebogen für die Überprüfung des Rentenanspruchs ein (IV-act. 149). Die
behandelnden Ärzte berichteten über einen stationären Gesundheitszustand. Die IV-
Stelle nahm fälschlicherweise an, der Invaliditätsgrad betrage 67 Prozent. Da per 1.
Januar 2004 die vierte IVG-Revision in Kraft getreten war, bestand bei einem
Invaliditätsgrad von 67 Prozent kein Anspruch mehr auf eine ganze Rente, sondern neu
ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Die IV-Stelle beschloss deshalb (vgl. IV-act.
158 f.), die Rente „wieder aufleben“ zu lassen und gleichzeitig auf eine Dreiviertelsrente
herabzusetzen. Der Einkommensvergleich wies ein Valideneinkommen von 71’453
Franken („Sanitär-Installateur“) und ein Invalideneinkommen von 23’703 Franken
(„Hilfsarbeiter“; offenbar mit einem Pensum von 40 Prozent) aus. Mit einer Verfügung
vom 3. März 2005 und 5. April 2005 sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Wirkung
ab dem 1. Oktober 2004 eine Dreiviertelsrente bei einem Invaliditätsgrad von 67
Prozent zu (IV-act. 162 f.).
Am 16. Dezember 2020 beantragte der Versicherte „gestützt auf die Ergebnisse
der Suva-kreisärztlichen Untersuchung vom 20. Oktober 2020 und die darauf
beruhende rechtskräftige Verfügung der Suva vom 10. November 2020“ die Erhöhung
der laufenden Dreiviertelsrente auf eine ganze Rente (IV-act. 244). Er hielt fest,
ursächlich für die von der Suva verfügte Rentenerhöhung seien neu hinzugekommene
invalidisierende Rückenbeschwerden. Zudem habe er im Jahr 2018 einen Unfall
erlitten, bei dem er sich eine Halswirbelfraktur zugezogen habe. Seither leide er an
Schulter- und Nackenbeschwerden. Schliesslich frage er sich, ob die IV-Stelle den
versicherten Lohn korrekt erhoben habe. Am 2. Februar 2021 ersuchte der Versicherte
um eine Antwort auf seine Eingabe vom 16. Dezember 2020 (IV-act. 246). Am 22.
Februar 2021 erhob er eine Rechtsverweigerungsbeschwerde (vgl. IV-act. 248). Die
Suva hatte mit einer Verfügung vom 10. November 2020 eine frühere Verfügung vom
29. August 2019, mit der sie „die Kausalität der Rückenbeschwerden abgelehnt“ hatte,
wiedererwägungsweise durch die Erhöhung der Invalidenrente rückwirkend per 1. Juli
A.d.
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2019 ersetzt (vgl. IV-act. 249–1 ff.). Zur Begründung hatte sie angeführt, der Versicherte
sei trotz der Unfallrestfolgen am linken Fuss und den auf die Beinlängendifferenz
zurückzuführenden Rückenbeschwerden in der Lage, einer leichten
wechselbelastenden Tätigkeit nachzugehen. Er benötige bloss jeweils morgens und
nachmittags zusätzlich eine Stunde Pause, womit sich ein Arbeitsfähigkeitsgrad von 75
Prozent ergebe. Unter Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzuges von 15 Prozent
betrage das – ausgehend vom statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne
errechnete – zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen 43’634 Franken.
Verglichen mit dem von der IV-Stelle ermittelten Valideneinkommen von 80’125
Franken resultiere ein Invaliditätsgrad von 46 Prozent.
Die IV-Stelle forderte die behandelnden Ärzte auf, die Berichte der letzten Jahre
einzureichen. In der Folge gingen ihr Berichte der Klinik für orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates, der Klinik für Urologie, des
Schmerzzentrums und der Klinik für Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen
sowie Berichte der Orthopädie D._ zu (IV-act. 268 ff. und 288 f.). Im Juni 2021
notierte Dr. med. E._ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD; IV-act. 290),
der Versicherte sei letztmals im Dezember 1996 umfassend im Rahmen einer MEDAS-
Begutachtung untersucht worden. Damals sei die Arbeitsfähigkeit durch die Folgen des
Unfalls vom Dezember 1991 und durch psychische Beschwerden eingeschränkt
gewesen. In den Folgejahren habe der Versicherte verschiedene Verletzungen, unter
anderem einen Bruch des linken Zeigefingers, erlitten. Zudem leide er an
Rückenbeschwerden und an einem Ulcus cruris am Unterschenkel rechts. Diese
Beschwerden schränkten die Arbeitsfähigkeit qualitativ und nicht quantitativ ein. Die
Fehlverheilung des linken Zeigefingers und die Rückenbeschwerden sollten bei der
Definition der leidensadaptierten Tätigkeiten berücksichtigt werden. Der Orthopäde Dr.
med. C._ habe in seinem Bericht vom 17. Februar 2010 eine Arbeitsfähigkeit von 50
Prozent attestiert. Die Persönlichkeitsstörung bedinge eine eher längerfristig
anhaltende Störung. Eine relevante Veränderung des medizinischen Sachverhaltes sei
nicht auszumachen. Gemäss den eingeholten Berichten der behandelnden Ärzte leide
der Versicherte an einer ventralen Dekompression und Fusion C5/6 nach einer
Atlasfraktur bei einem Motorradunfall im Jahr 2018, an einer absoluten
Spinalkanalstenose L4/5, einer relativen Spinalkanalstenose L3/4, Osteochondrosen
A.e.
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und Facettengelenksarthrosen L3–S1, an einem Status nach einer offenen Luxation des
oberen Sprunggelenks und einer Talus-Trümmerfraktur links, an einem chronifizierten,
am ehesten gemischt nozizeptiv-neuropathischen Schmerzsyndrom, an einem Status
nach Entwicklung einer Weichteil- und Knocheninfektion Metacarpale III–V, an
mittelgradig schmerzhaften und Belastungsschmerzen im linken Bein sowie an einem
Status nach einer operativ versorgten Femurschaftfraktur rechts. Zudem bestehe ein –
für die Arbeitsfähigkeit irrelevanter – Status nach einer arthroskopischen Plicaresektion
am rechten Knie, nach einer Schulterarthroskopie links, an einer AC-Resektion an der
rechten Schulter, nach einem generalisierten tonisch-klonischen Anfall im November
2013, nach einer offenen Nierenteilresektion rechts im Mai 2016 und nach einer
Bursektomie am rechten Ellenbogengelenk. Der Versicherte leide weiter an einer
Stammvaricosis der Vena saphena magna rechts, an einem chronischen Alkohol- und
Kokainkonsum („Stand 2016“) und an einem klinischen, am ehesten äthyltoxischen
Polyneuropathiesyndrom. Auch diese Diagnosen wirkten sich nicht auf die
Arbeitsfähigkeit aus. Der Gesundheitszustand habe sich insbesondere mit dem im Jahr
2018 erlittenen Motorradunfall verändert. Rein unter Berücksichtigung der Suva-
versicherten Unfallfolgen ergebe sich eine Arbeitsfähigkeit von 75 Prozent für
leidensadaptierte Tätigkeiten. Ob sich durch die Rückenproblematik nun insgesamt
eine Arbeitsfähigkeit von weniger als 50 Prozent für adaptierte Tätigkeiten ergebe,
sollte beim behandelnden Orthopäden erfragt werden. Auf eine entsprechende
Rückfrage der IV-Stelle hin gab der behandelnde Orthopäde Dr. med. F._ am 8. Juli
2021 an, unter Berücksichtigung der Gesamtheit der Probleme des
Bewegungsapparates sollte eine angepasste Tätigkeit zu 50 Prozent möglich sein; in
Bezug auf die Halswirbelsäule spreche nichts gegen eine angepasste Tätigkeit in
Vollzeit (IV-act. 296). Der RAD-Arzt Dr. E._ qualifizierte die Ausführungen als
überzeugend und hielt fest, insgesamt sei von einem im Wesentlichen unveränderten
Gesundheitszustand auszugehen (IV-act. 298).
Mit einem Vorbescheid vom 21. Juli 2021 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
dass sie die Abweisung seines Revisionsbegehrens mangels einer anspruchsrelevanten
Sachverhaltsveränderung vorsehe (IV-act. 301). Mit einem Entscheid vom 27. Juli 2021
wies das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die
Rechtsverweigerungsbeschwerde vom 22. Februar 2021 ab (IV 2021/37; vgl. IV-act.
A.f.
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B.
304). Am 19. September 2021 liess der Versicherte gegen den Vorbescheid vom 21.
Juli 2021 einwenden (IV-act. 306), die Suva habe den Invaliditätsgrad um über zwölf
Prozent erhöht. Aufgrund der bundesgerichtlichen Rechtsprechung habe die Verfügung
der Suva weitgehende präjudizielle Wirkung. Die IV-Stelle habe sich damit aber gar
nicht auseinandergesetzt. Die Hausärztin habe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
attestiert. Aus dem Vorbescheid gehe nicht hervor, weshalb die IV-Stelle dieser
Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht gefolgt sei. Das psychoorganische Syndrom sei
ebenfalls überhaupt nicht berücksichtigt worden. Der Versicherte verlange eine
psychiatrische und neuropsychologische Abklärung. Der RAD-Arzt Dr. E._ hielt am
24. September 2021 fest, die Eingabe des Versicherten vom 19. September 2021
enthalte keinen Hinweis, der Zweifel an der medizinischen Beurteilung wecken würde
(IV-act. 308). Mit einer Verfügung vom 24. September 2021 wies die IV-Stelle das
Revisionsbegehren des Versicherten ab (IV-act. 309).
Am 27. Oktober 2021 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer)
eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 24. September 2021 erheben (act. G 1).
Sein Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die
Zusprache einer ganzen Rente. Zur Begründung führte er aus (act. G 3), dass die IV-
Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) „angesichts der hochgradig
präjudiziellen Suva-Verfügung“ weiterhin auf dem bisherigen Invaliditätsgrad beharre,
sei unerklärlich. Rechtlich unhaltbar sei auch, dass die Beschwerdegegnerin keine
Abklärungen bezüglich des psychischen Gesundheitszustandes getätigt habe.
B.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 3. Februar 2022 unter Hinweis auf eine
Stellungnahme des „Fachbereichs“ die Abweisung der Beschwerde (act. G 6). In jener
Stellungnahme hatte der Sachbearbeiter festgehalten (act. G 6.2 = IV-act. 317), der
RAD-Arzt Dr. E._ habe detailliert und aussagekräftig dargelegt, dass sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers abgesehen von kurzfristigen
Schwankungen im Wesentlichen nicht verändert habe. Folglich liege kein
Revisionsgrund vor. Ein Anlass zu weiteren medizinischen Abklärungen habe nicht
bestanden.
B.b.
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Erwägungen
1.
Dieses Beschwerdeverfahren bezweckt die Überprüfung der angefochtenen Verfügung
auf deren Rechtmässigkeit, weshalb sein Gegenstand jenem des vorangegangenen
Verwaltungsverfahrens entsprechen muss. Dieses hat die Prüfung eines
Rentenerhöhungs- respektive Revisionsbegehrens im Sinne des Art. 17 Abs. 1 ATSG
vom 16. Dezember 2020 zum Gegenstand gehabt, was bedeutet, dass sich das
Verwaltungsverfahren auf die Frage beschränkt hat, ob in der Zeit zwischen dem 3.
März 2005 respektive 5. April 2005 und dem 24. September 2021 eine für den
Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente der Invalidenversicherung relevante
Sachverhaltsveränderung eingetreten sei. Auch in diesem Beschwerdeverfahren ist
demnach ausschliesslich zu prüfen, ob in jenem Zeitraum eine relevante
Sachverhaltsveränderung eingetreten ist.
2.
Die Beantwortung der Frage, ob sich der für den Rentenanspruch relevante
Sachverhalt seit der letzten Rentenverfügung (hier: 3. März bzw. 5. April 2005)
massgebend verändert habe, setzt unter anderem die umfassende Ermittlung des
medizinischen Sachverhaltes im aktuellen Zeitpunkt voraus, da dieser ja mit dem
Sachverhalt im Zeitpunkt der letzten Rentenverfügung verglichen werden muss. Die
Pflicht, den aktuellen Sachverhalt zu ermitteln, trifft die Beschwerdegegnerin (vgl. Art.
43 Abs. 1 ATSG). Der Suva-Kreisarzt hat unter Berücksichtigung der Suva-versicherten
Gesundheitsbeeinträchtigungen einen Arbeitsfähigkeitsgrad von 75 Prozent für ideal
leidensadaptierte Tätigkeiten attestiert. Der behandelnde Orthopäde Dr. med. F._ hat
im Juli 2021 angegeben, dass „unter Berücksichtigung der Gesamtheit der Probleme
des Bewegungsapparates“ eine angepasste Tätigkeit zu 50 Prozent möglich sein sollte.
Da er den Folgen einer (nicht Suva-versicherten) Verletzung an der Halswirbelsäule
keine relevante Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zugemessen hat, hat sein
Arbeitsfähigkeitsattest in einem Widerspruch zum Attest des Suva-Kreisarztes
gestanden. Zudem hat Dr. F._ seine Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht anhand von
objektiven klinischen Befunden begründet. Auch die anderen medizinischen Berichte,
die von der Beschwerdegegnerin eingeholt worden sind, haben keine überzeugend
begründete Arbeitsfähigkeitsschätzung enthalten. Obwohl der Beschwerdeführer die
bisherige Rente vor allem aus psychischen Gründen bezogen hatte, hat die
Beschwerdegegnerin keine Veranlassung gesehen, Abklärungen bezüglich des
2.1.
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3.
Rechtsprechungsgemäss gilt dieser Verfahrensausgang hinsichtlich der Kosten- und
Entschädigungsfolgen als ein vollständiges Obsiegen des Beschwerdeführers. Die
angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes auf 600 Franken
festzusetzenden Gerichtskosten sind folglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Dem Beschwerdeführer wird der von ihm geleistete Kostenvorschuss von 600 Franken
zurückerstattet. Der Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung, weil sein Rechtsvertreter nicht im kantonalen Anwaltsregister
eingetragen ist (vgl. Art. 10 AnwG).