Decision ID: f50960f3-2ef8-568d-b1fd-060556798278
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer (geb. [...], brasilianischer Staatsangehöriger) reiste
am 4. April 2019 mit dem Flugzeug von Brasilien nach Portugal und am
13. April 2019 weiter nach England. Am 17. November 2019 reiste er via
Frankreich in den Schengen-Raum ein und begab sich nach Konstanz,
Deutschland, wo er bei seiner Freundin, welche er in England kennenge-
lernt hatte, wohnte. Am 9. Januar 2021 wurde er vom Grenzwachtkorps
nach einer Einreise in die Schweiz im Zug nach Zürich kontrolliert. Dabei
wurde festgestellt, dass die Dauer seines bewilligungsfreien Aufenthalts im
Schengen-Raum abgelaufen war. Im Rahmen der Einvernahme wurde ihm
das rechtliche Gehör zu einer allfälligen Verhängung eines Einreiseverbots
gewährt.
B.
Am 11. Januar 2021 verfügte das Migrationsamt des Kantons B._
die sofortige Wegweisung des Beschwerdeführers. In einer dagegen erho-
benen Beschwerde beantragte der Beschwerdeführer eine Ausreisefrist
von 90 Tagen; die Anordnung der Wegweisung blieb unangefochten. Mit
Entscheid vom 21. Januar 2021 hiess das Departement für Justiz und Si-
cherheit des Kantons B._ die Beschwerde teilweise gut und ver-
pflichtete den Beschwerdeführer, die Schweiz sowie den Schengen-Raum
und die Europäische Union innert 30 Tagen zu verlassen. Eine dagegen
erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau
mit Entscheid vom 23. Juni 2021 ab.
C.
Mit Verfügung vom 11. Januar 2021 (gleichentags eröffnet) verhängte die
Vorinstanz ein zweijähriges Einreiseverbot (gültig ab sofort bis 10. Januar
2023) gegen den Beschwerdeführer. Gleichzeitig ordnete sie die Aus-
schreibung zur Einreiseverweigerung im Schengener Informationssystem
(SIS II) an. Einer allfälligen Beschwerde entzog sie die aufschiebende Wir-
kung.
D.
Am 9. Februar 2021 erhob der Beschwerdeführer beim Bundesverwal-
tungsgericht Beschwerde. Er beantragte, das Einreiseverbot vom 11. Ja-
nuar 2021 sei aufzuheben. Es sei davon abzusehen, das Einreiseverbot
gegen ihn im Schengener Informationssystem (SIS) einzutragen. Sofern
das Einreiseverbot bereits eingetragen worden sei, sei es zu löschen.
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Eventualiter sei das Einreiseverbot vom 11. Januar 2021 auf die Dauer von
einem Jahr zu reduzieren.
E.
Am 19. April 2021 reichte die Vorinstanz eine Vernehmlassung ein.
F.
Mit Replik vom 13. Mai 2021 nahm der Beschwerdeführer zur Vernehmlas-
sung Stellung. Das Schreiben wurde der Vorinstanz am 19. Mai 2021 zur
Kenntnisnahme zugestellt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Verfügungen des SEM, die ein Einreiseverbot nach Art. 67 AIG
(SR 142.20) zum Gegenstand haben, unterliegen der Beschwerde an das
Bundesverwaltungsgericht (Art. 112 Abs. 1 AIG i.V.m. Art. 31 ff. VGG).
1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet
sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37
VGG).
1.3 Der Beschwerdeführer ist zur Erhebung der Beschwerde legitimiert
(Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde ist einzutreten (Art. 50 Abs. 1 VwVG; Art. 52 Abs. 1 VwVG).
1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Sache
endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG).
2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-
messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-
lichen Sachverhaltes und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49
VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdeverfahren
das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG
nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann die Be-
schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheis-
sen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeit-
punkt des Entscheids (BGE 139 II 534 E. 5.4.1; BVGE 2014/1 E. 2).
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3.
3.1 Nach Art. 67 Abs. 2 Bst. a AIG kann das SEM ein Einreiseverbot ge-
genüber Ausländerinnen und Ausländern verfügen, die gegen die öffentli-
che Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen
haben oder diese gefährden. Das Einreiseverbot wird für eine Dauer von
höchstens fünf Jahren verfügt. Es kann für eine längere Dauer verfügt wer-
den, wenn die betroffene Person eine schwerwiegende Gefahr für die öf-
fentliche Sicherheit und Ordnung darstellt (Art. 67 Abs. 3 AIG). Aus huma-
nitären oder anderen wichtigen Gründen kann die zuständige Behörde von
der Verhängung eines Einreiseverbots absehen oder ein solches vollstän-
dig oder vorübergehend aufheben (Art. 67 Abs. 5 AIG).
3.2 Wird gegen eine Person, die nicht die Staatsangehörigkeit eines Mit-
gliedstaats der Europäischen Union oder der Europäischen Freihandelsas-
soziation besitzt, ein Einreiseverbot verhängt, so wird sie nach Massgabe
der Bedeutung des Falles im Schengener Informationssystem (SIS) zur
Einreiseverweigerung ausgeschrieben (vgl. Art. 21 und 24 der Verordnung
[EU] 2018/1861 des europäischen Parlaments und des Rates vom 28. No-
vember 2018 über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des
Schengener Informationssystems [SIS] im Bereich der Grenzkontrollen,
zur Änderung des Übereinkommens zur Durchführung des Übereinkom-
mens von Schengen und zur Änderung und Aufhebung der Verordnung
[EG] Nr. 1987/2006 [SIS-II] Abl. L 312/14 vom 7.12.2018, nachfolgend:
SIS-II-VO) und Art. 21 der N-SIS-Verordnung vom 8. März 2013 (SR
362.0).
4.
4.1 Die Vorinstanz begründet das Einreiseverbot damit, der Beschwerde-
führer habe sich weit über den bewilligungsfreien Aufenthalt hinaus im
Schengen-Raum aufgehalten. Damit liege ein Verstoss gegen die schen-
genrechtlichen Einreisevoraussetzungen vor, womit eine ernsthafte Ge-
fährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung einhergehe; der Fernhal-
tegrund nach Art. 67 Abs. 2 Bst. a AIG sei erfüllt.
4.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, sein Schengenvisum sei zwar
am 15. Februar 2020 abgelaufen, aber eine Heimreise nach Brasilien sei
ihm aufgrund der Covid-19 Pandemie bis am 11. Januar 2021 nicht zumut-
bar gewesen. Brasilien sei von der Pandemie besonders schwer betroffen,
weshalb er sich bei einer Rückkehr einem grossen gesundheitlichen Risiko
ausgesetzt hätte. Laut Reisehinweisen des EDA sei die medizinische Ver-
sorgung in Brasilien nicht gewährleistet. Im Frühling 2020 habe es zudem
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keinen Flugverkehr zwischen Europa und Brasilien gegeben. Ihm sei zu
Gute zuhalten, dass er nur im Schengen-Raum geblieben sei, weil er sich
vor einer Covid-Erkrankung habe schützen wollen. Er plane, innerhalb der
angesetzten Ausreisefrist nach Brasilien zurückzukehren. Ferner habe er
die ganze Zeit in Deutschland gewohnt. Deutschland habe die Inhaber ei-
nes 90-Tage Schengenvisums vom Erfordernis eines gültigen Aufenthalts-
titels bis zum 30. September 2020 befreit, weshalb er sich bis zu diesem
Datum rechtmässig dort aufgehalten habe. Um sicherzustellen, dass er
sich nicht noch einmal unrechtmässig im Schengen-Raum aufhalte, sei
kein Einreiseverbot nötig. Er werde sich impfen lassen, so dass die Pan-
demie ihn in Zukunft nicht mehr davon abhalte, rechtzeitig von Europa nach
Brasilien zurückzukehren. Zudem sei das Einreiseverbot unverhältnismäs-
sig. Mit der Covid-19 Pandemie habe eine Notsituation vorgelegen. Er
habe keine Kosten verursacht und sei nicht straffällig geworden. Eine Aus-
schreibung im Schengener Informationssystem sei nur möglich, wenn eine
Verurteilung zu einer mindestens einjährigen Freiheitsstrafe vorliege.
4.3 In der Vernehmlassung führt die Vorinstanz aus, der Beschwerdeführer
habe nicht belegt, dass er sich zwecks Legalisierung seines Aufenthaltes
in Deutschland an die deutschen Behörden gewandt habe. Selbst wenn ein
Aufenthalt in Deutschland bis zum 30. September 2020 als legal eingestuft
würde, hätte er sich ab dem 1. Oktober 2020 illegal im Schengen-Raum
aufgehalten. Eine Ausreise nach Brasilien wäre spätestens zu diesem Zeit-
punkt möglich gewesen. Die schwierige Situation in Brasilien aufgrund der
Corona-Pandemie ändere daran nichts. Eine Verletzung der Einreise- und
Aufenthaltsvorschriften rechtfertige eine Ausschreibung im Schengener In-
formationssystem.
4.4 Der Beschwerdeführer bringt in der Replik vor, Brasilien sei wegen der
Mutation P.1 mittlerweile das gefährlichste Land der Welt. Seit Ende März
2021 sei das dortige Gesundheitssystem endgültig zusammengebrochen.
Dies müsse in der Interessenabwägung berücksichtigt werden.
5.
Der Beschwerdeführer darf als brasilianischer Staatsangehöriger visums-
frei in den Schengen-Raum einreisen und sich während 90 Tagen inner-
halb eines Zeitraums von 180 Tagen grundsätzlich bewilligungsfrei im
Schengen-Raum bewegen (Art. 1 Abkommen zwischen der Europäischen
Union und der Föderativen Republik Brasilien über die Befreiung der Inha-
ber gewöhnlicher Reisepässe von der Visumpflicht bei kurzfristigen Aufent-
halten vom 24. Februar 2011 [Abl. L 255/4 vom 21.09.2012]). Er ist am
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17. November 2019 in den Schengen-Raum eingereist und wurde am
9. Januar 2021 von der Grenzpolizei angehalten. Er hielt sich damit
418 Tage ohne Bewilligung im Schengen-Raum auf. Die für einen bewilli-
gungsfreien Aufenthalt zulässige Dauer von 90 Tagen wurde um 328 Tage
überschritten (sog. Overstay). Aus den Akten ist nicht ersichtlich, dass sich
der Beschwerdeführer um eine Legalisierung seines Aufenthalts in
Deutschland bemüht hat. Aber selbst unter Berücksichtigung der Verlänge-
rung der 90 Tage-Regel hätte er sich ab dem 1. Oktober 2020 und somit
101 Tage illegal im Schengen-Raum aufgehalten. Der Beschwerdeführer
hat ausländerrechtliche Bestimmungen verletzt und damit gegen die öffent-
liche Sicherheit und Ordnung verstossen. Der Fernhaltegrund nach Art. 67
Abs. 2 Bst. a AIG ist somit gesetzt. Allfällige Unkenntnis oder Fehlinterpre-
tation der Einreise- oder Aufenthaltsvorschriften hat er sich anrechnen zu
lassen. Ihm obliegt es, sich über die bestehenden Rechte und Pflichten im
Zusammenhang mit ausländerrechtlichen Vorschriften zu informieren (Ur-
teil des BVGer F-6174/2020 vom 21. Juni 2021 E. 4). Im Übrigen hat er im
Beschwerdeverfahren betreffend Wegweisung wegen illegalen Aufenthalts
im Schengen-Raum lediglich eine längere Ausreisefrist beantragt; die
Wegweisung blieb unangefochten.
6.
6.1 Der Bestand und die Dauer des Einreiseverbots sind unter dem Blick-
winkel des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit zu überprüfen. Abstufun-
gen betreffend die Dauer ergeben sich aus der wertenden Abwägung zwi-
schen dem öffentlichen Interesse an der Fernhaltung und den privaten In-
teressen, welche die betroffene Person an der zeitlichen Beschränkung der
Massnahme hat (BVGE 2016/33 E. 9.2; 2014/20 E. 8.1). Ausgangspunkt
der Überlegungen bilden die Stellung der verletzten oder gefährdeten
Rechtsgüter, die Besonderheiten des ordnungswidrigen Verhaltens und
die persönlichen Verhältnisse der betroffenen ausländischen Person
(Art. 96 Abs. 1 AIG; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungs-
recht, 8. Aufl. 2020, Rz. 555 ff.).
6.2
6.2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, bei der Interessenabwägung
sei zu berücksichtigen, dass er sich aufgrund des Ausbruchs der Covid-19
Pandemie in einer Notsituation befunden habe; eine Rückreise nach Bra-
silien sei nicht möglich gewesen und in Brasilien wäre seine Gesundheit
gefährdet gewesen. Um die 90 Tage-Regel einzuhalten, hätte der Be-
schwerdeführer den Schengen-Raum am 16. Februar 2020 verlassen
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müssen. Zu diesem Zeitpunkt wurde zwar bereits über die Covid-19 Pan-
demie berichtet, in Brasilien wurde der erste Covid-Fall aber erst am
25. Februar 2020 bekannt und in Europa und Brasilien gab es noch keine
Reisebeschränkungen. Ebenso war die epidemiologische Lage noch ent-
spannt. Dem Beschwerdeführer wäre es somit problemlos möglich und zu-
mutbar gewesen, rechtszeitig aus dem Schengen-Raum auszureisen. Am
19. März 2020 wurden die brasilianischen Landesgrenzen zu den Nach-
barländern geschlossen. Am 23. März 2020 trat eine Einreisesperre für
Reisende aus dem europäischen und asiatischen Raum in Kraft; davon
ausgenommen waren brasilianische Staatsangehörige. Am 29. Juli 2020
wurde bereits wieder die sofortige Öffnung der Luftgrenzen für touristische
Reisende verkündet (< https://global-monitoring.com/gm/page/events/epi-
demic-0001981.PDJ4eRFDiciT.html?lang=de >, abgerufen am
19.08.2021). Der Beschwerdeführer hätte als brasilianischer Staatsange-
höriger jederzeit nach Brasilien zurückkehren können. Er bemühte sich in-
des während seines gesamten Aufenthalts in Deutschland nicht um eine
Rückreise nach Brasilien und zeigte sich erst nach der verfügten Wegwei-
sung ausreisewillig. Die Gefahr einer Ansteckung mit Covid-19 war und ist
sowohl im Schengen-Raum als auch in Brasilien vorhanden; auch in Eu-
ropa sind Virusmutationen verbreitet. Das Argument der Gefährdung der
Gesundheit greift damit nicht, zumal er auch nicht ausgereist ist, als die
epidemiologische Lage (noch) entspannt war. Folglich wiegt der Verstoss
des Beschwerdeführers gegen ausländerrechtliche Bestimmungen mit ei-
nem Overstay von 328 Tagen objektiv schwer. Der Einhaltung zentraler
ausländerrechtlicher Normen kommt eine hohe Bedeutung zu, geht es
doch darum, eine funktionierende Rechtsordnung gewährleisten zu kön-
nen. Entsprechend ist die ausländerrechtliche Ordnung durch eine konse-
quente Massnahmenpraxis zu schützen (BVGE 2014/20 E. 8.2; Urteil des
BVGer F-1641/2019 vom 14. September 2020 E 4.1.1). Vorliegend besteht
daher bereits aus generalpräventiven Gründen ein gewichtiges Interesse
an einer zeitlich befristeten Fernhaltung des Beschwerdeführers. Das Ein-
reisereiseverbot erscheint jedoch auch aus spezialpräventiven Gründen
als angezeigt, um ihn zu ermahnen, bei einer allfälligen künftigen Wieder-
einreise in den Schengen-Raum nach Ablauf des Einreiseverbots die gel-
tenden ausländerrechtlichen Vorschriften einzuhalten.
6.2.2 Der Beschwerdeführer macht keine privaten Interessen geltend.
Auch die Gefährdung seiner Gesundheit bei einer Rückreise nach Brasilien
kann nicht als privates Interesse gewertet werden, da es vorliegend nicht
um ein Aufenthaltsrecht, sondern um ein Einreiseverbot in den Schengen-
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Raum nach vollzogener Wegweisung nach Brasilien geht. Dem Einreise-
verbot stehen demnach keine privaten Interessen entgegen.
6.3 Aufgrund der öffentlichen Interessen und des Fehlens privater Interes-
sen sowie der Rechtsprechung in ähnlichen Fällen erweist sich das zwei-
jährige Einreiseverbot sowohl im Grundsatz als auch hinsichtlich seiner
Dauer als verhältnismässig (Urteile des BVGer F-1641/2019 vom 14. Sep-
tember 2020 E 4.3; F-1156/2018 vom 13. Dezember 2019 E. 5.2;
F-7166/2018 vom 1. Mai 2019 E. 4.3.3 e contrario).
7.
In Anbetracht der vorangegangenen Ausführungen ist ein überwiegendes
öffentliches Interesse nicht nur der Schweiz, sondern sämtlicher Schen-
gen-Staaten an der Fernhaltung des Beschwerdeführers gegeben. Die
Ausschreibung des Beschwerdeführers im Schengener Informationssys-
tem (SIS) ist gestützt auf Art. 21 und 24 SIS-II-VO und Art. 21 der N-SIS-
VO zu bestätigen.
8.
Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene
Verfügung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Be-
schwerde ist abzuweisen.
9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-
rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 1'000.– fest-
zusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR
173.320.2]). Die Verfahrenskosten sind durch den in gleicher Höhe geleis-
teten Kostenvorschuss gedeckt.
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