Decision ID: 11a058f2-227a-4f2f-8aa6-4208dd3278c4
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1981
,
gelernter Zimmermann (vgl.
Urk.
7
/30/35
),
wurde
seit dem
1
5.
Februar 2010
über die
Y._
AG
für
Temporär
einsätze
als
Schrein
er/Monteu
r
vermittelt
(
Urk.
7/24
Ziff.
2.1
,
Ziff.
2.7-8
)
und meldete sich am 1
5.
Juli 2015
u
nter Hinweis auf
e
ine
infolge massiver privater Probleme seit Beginn Dezember 2014
aufgetretene psychische
Erkrankung
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7
/3
Ziff.
6.2-3
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizi
nische und erwerblic
he Situation
ab und
zog Akten
der IV-Stelle Zug,
der Kran
kentaggeldversicherung
sowie der Unfallversicherung
bei (
Urk.
7/15,
Urk.
7/17
,
Urk.
7/3
0,
Urk.
7/32
-33
)
.
Im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
(
Urk.
7/38;
Urk.
7/42,
Urk.
7/46
,
Urk.
7/80,
Urk.
7/91
)
holte
die IV-Stelle
bei
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, und
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Rheumatologie
und für Physikalische Medizin und Rehabilitation
,
ein
bi
disziplinäres
Gutachten ein, das am
1
5.
März
2017 erstattet wurde (
Urk.
7/58
-59
).
Die IV-S
telle verneinte
mit Verfügung vom
5.
Dezember 2017 einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung
(
Urk.
7/93
=
Urk.
2)
.
2.
Der Versicherte erhob am
1.
Februar 2018
Beschwerde gegen die Verfügung vom
5.
Dezember 2017
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm
eine
ganze
Invalidenrente
zuzusprechen. E
ventuell sei
die Sache an die Beschwer
degegnerin zurückzuweisen und die Einholung eines neuen polydisziplinären Gut
achtens anzuordnen, welches sich sowohl im somatischen wie auch im psy
chiatrischen Bereich explizit mit den neue
n Arztberichten auseinandersetze
, ins
besondere aber mit dem Arztbericht von
Dr.
B._
vom
5.
Januar 201
8.
Weiter
sei ihm
Gelegenheit zu geben, sich zu
m Fragekatalog an den/die Gutachter äussern sowie allfällige Ergänzungsfragen stellen zu können (
Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
1.
März 2018
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
2
9.
März 2018
wurden antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S.
2
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt und dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts;
ATSG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
tu
rierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
fak
toren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE
141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbe
grün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.5
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärzt
licherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und sozio
kul
turelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund tre
ten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fach
ärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare an
dauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleich
baren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungs
situation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unab
dingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begut
achtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesund
heitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2
008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigent
li
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selb
ständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner
– unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen ver
schlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2) damit, dass gemäss den medizinischen Abklärungen und vorhandenen Akten als Ursache
des psy
chischen Leidens invaliditätsfremde Faktoren ausgewiesen seien. Im Wesent
li
chen lägen Befunde vor, welche in den psychosozialen Umständen
ihre Erklärung fänden.
Auch das Gutachten habe bestätigt, dass weder psychiatrische noch rheu
matologische Diagnosen vorlägen, welche eine dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Auch die eingereichten Arztberichte wiesen keine neuen unberücksichtigten Tatsachen oder Fakten aus (S. 1 f.).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
er sei zu 100
%
arbeitsunfähig
,
und die angefochtene Verfügung basiere auf einem falschen und unzureichend festgestellten
Sachverhalt (S. 7
Ziff.
21-24).
Die Beschwerde
gegnerin
habe die Begründungspflicht nach
Art.
49
Abs.
3 ATSG ver
letzt, indem sie lediglich auf das polydisziplinäre Gutachten verwiesen und lapidar erklärt habe, dass die eingereichten Arztberichte keine neuen Tatsachen oder Fakten aufwiesen. Ohne erkennbaren Grund und damit aus reiner Willkür sei den behandelnden Ärzten keinerlei Gewicht zugemessen worden (S. 7 f.
Ziff.
25-27). Die fehlende Begründung müsse als Rechtsverweigerung angesehen werden und verstosse gegen den Anspruch auf rechtliches Gehör (S. 8
Ziff.
28). Zudem sei eine Verletzung des Willkürverbotes erfolgt, da sich die Beschwerde
gegnerin lediglich auf das polydisziplinäre Gutachten vom 1
5.
März 2017, wel
ches im krassen Widerspruch zu den eingereichten Arztberichten stehe, abstütze. Damit gehe die Beschwerdegegner
in von einem falschen Sachverha
l
t
aus (S
. 9 f
f.
Ziff.
30-43
).
Seine Depression sei derart stark, dass er nicht mehr arbeiten könne (S. 13
Ziff.
44). Auch das somatische Gutachten sei ungenügend. Er leide an
myo
faszialen
Beschwerden, welche
selbst
in einer leichteren Tätigkeit eine Arbeits
fähigkeit von lediglich 50
%
verursach
t
en. Zudem habe der Gutachter zur Diag
nose des
Hüftimpingements
keine Stellung genommen und hinzu komme noch eine diskrete
Rhizarthrose
(S. 14
Ziff.
45-51).
Es sei daher ein neues, unabhän
giges interdisziplinäres Gutachten einzuholen (S. 15 f
f
.
Ziff.
52-
59).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Inva
lidenrente.
3.
Vorab ist zur geltend gemachten Verletzung der Begründungspflicht respektive des rechtlichen Gehörs durch die Beschwerdegegnerin festzuhalten, dass in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2)
zwar
nicht
vertieft darauf eingegangen wurde, weshalb nicht auf die eingereichten Arztberichte abgestellt wurde.
Ob damit eine
Verletzung des rechtlichen
Gehörs gegeben ist, kann
jedoch
offen
gelassen werden
.
Einerseits ging aus der angefochtenen Verfügung zumindest klar hervor, dass die Beschwerdegegnerin in den nachgereichten Arztberichten keine
Veranlassung sah, von der Einschätzung im
bidisziplinären
Gutachten vom März 2017 abzu
wei
chen,
womit der Beschwerdeführer in die Lage versetzt wurde, die Verfügung sachgerecht anfechten zu können (BGE 124 V 180 E. 1a). A
ndererseits konnte der Beschwerdeführer
in
seiner Beschwerde vom Februar 2018
(Urk. 1) bei voller Kognition des hiesigen Gerichts
umfassend Stellung nehmen und weitere Berichte einreichen
, womit eine allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Beschwerdegegnerin ohnehin als geheilt anzusehen ist.
4
.
4
.1
Med.
pract
.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
nannte
in seinem Bericht vom 2
6.
Januar 2016 (
Urk.
7/20) als Diagnose eine
mittel
gradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-32.11),
bestehend seit etwa eineinhalb Jahren und eine
aktuell
e
Rückenproblematik,
bestehend seit einem Arbeitsunfall Mitte Dezember 2015 (
Ziff.
1.1).
Med
.
pract
.
B._
führte aus, der Beschwerdeführer sei seit Dezember 2015 bei ihm in Behandlung
,
und die letzte Kontrolle sei am 2
6.
Januar 2016 erfolgt (
Ziff.
1.2).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Schreiner/Monteur habe von Januar 2015 bis 2
5.
Januar 2016 eine 50%ige und ab
dem
2
6.
Januar 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden (
Ziff.
1.6
)
. Aus
psychiatrischer Sicht sei
en
die bisherige Tätigkeit und ab sofort eine behinderungsangepasste Tätigkeit noch in einem Pensum von 50
%
zum
utbar (
Ziff.
1.7).
Zum ä
rztlichen Befund führte med.
pract
.
B._
aus, der Patient sei
bewusst
seinsklar und allseits orientiert. Er sei psychomotorisch ruhig mit adäquater Gestik und Mimik. Im Denken sei er formal geordnet und kohärent,
inhaltlich steh
e seine komplexe und belastende
Scheidungssituation und die depressive Symptomatik im Vordergrund.
Der Beschwerdeführer sei affektiv
herabgestimmt mit Freudlosigkeit, Antrieb
sstörung, starker
Grübelneigung
und mit
starken
Kon
zentrations
- und Schlafstörungen. Eine Suizidalität werde glaubhaft verneint (Beiblatt S. 1 unten).
Falls die Scheidungsgeschichte in absehbarer Zeit für ihn akzeptabel ausgehe, sei mit einem allmählichen Rückgang der psychischen Prob
le
matik und einer langsam steigenden Arbeitsfähigkeit zu rechnen, sofern die Rückenproblematik dies zulasse
. Falls sich die Scheid
ung noch lange hinziehe oder fü
r den Beschwerdeführer ungünstig ausgehe, sei mit einem psychischen Zusammenbruch zu rechnen, von dem er sich, wenn überhaupt, nur langsam erholen würde (Beiblatt S. 2).
4
.2
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Rheumatologie und für Allgemeine Innere Medizin,
Kantonsspital
D._
, stellte in ihrem Bericht vom 1
0.
Mai 2016 (
Urk.
7/45/3-5) folgende Diagnosen (S. 1):
-
Hüftimpingement
links
-
M
R-tomographisch CAM-Konfiguration
-
myofasziale
Beschwerden Rump
f, ober
e
und untere Extremitäten
-
Myogelosen
zervikothorakal
-
eingeschränkte
Rotation
der Halswirbelsäule (HWS)
-
aktenanamnestisch komplexe psychosoziale Belastungssituation
Dr.
C._
führte aus, der Patient sei vom 1
8.
April bis
4.
Mai 2016 in ihrer
Sprech
stunde beurteilt worden (S. 1 Mitte). Die vom Patienten beschriebenen links
seitigen Hüftschmerzen seien zumindest teilweise m
it einer leichten Offset-S
törung mit einer CAM-Konfiguration vereinbar, welche eine
Impingement
symp
tomatik
begünstige.
Die Gesamtheit der vom Patienten beschr
iebenen
Beschwer
den sowie das Ausmass derselben seien mit den erhobenen klinischen Befunden nicht erklärt. Auffallend zeige sich eine häufig wechselnde Lokalisation der Beschwerden und immer wieder Angaben anderer im Vo
rdergrund stehender Beschwerden
(S. 2 Mitte).
4
.3
Die Ärzte des
Rehazentrums
E._
stellten in ihrem
Austrittsbericht
vom
5.
August 2016 (
Urk.
7/45/6-11)
folgende Diagnosen (S. 1):
-
myofasziale
Beschwerden Rumpf, obere und untere Extremitäten
-
Myogelosen
zervikothorakal
-
eingeschränkte HWS-Rotation
-
Hüftimpingement
links
-
MR-tomographisch CAM-Konfiguration
-
Infiltration ohne Effekt
-
diskrete
Rhizarthrose
beidseits
-
depressive Störung
-
aktenanamnestisch komplexe psychosoziale Belastungssituation
-
laufendes Gerichtsverfahren
-
finanzielle Sorgen
Die Ärzte führten aus, der Beschwerdeführer habe sich vom 2
1.
Juni bis 1
8.
Juli 2016 i
n ihrer Klinik befunden (S. 1). Er
habe bis 2015 sechs Monat
e
im 50%-Pen
sum als Schr
einerkoordinator gearbeitet. Die
Arbeitsversuche seien geschei
tert.
Seit neun Monaten sei er nun arbeitsunfähig und mittlerweile
sei ihm
gekündigt
worden
.
Eine Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit sei seitens des Patienten nicht vorstellbar.
Derzeit werde keine ausreichende psychophysische Belastung für eine Tätigkeit zum Zimmermann gesehen
(
S. 2 oben,
S.
4
Mitte).
Zum Verlauf führten die Ärzte aus, der Beschwerdeführer habe aufgrund seiner chronischen Schmerzen einen etwas protrahierten Einstieg in das Programm ge
funden. Schwerpunkt der Rehabilitation sei die körperliche
Rekonditionierung
,
aber auch die Vermittlung der Kenntnisse zu zentralen Schmerzmechanismen gewesen, wobei dem Beschwerdeführer der Zugang
aufgrund seines recht orga
nisch orientierten
Krankheitsverständnis
ses
nicht
einfach falle (S. 2
unten).
Seine Beweglichkeit insgesamt sei nicht relevant behindert
(S. 3
oben). Er werde aus finanziellen Gründen nach dem Aufenthalt zu seinem Bruder ziehen und fühle sich in der Lage, dort die meisten Haushaltstätigkeiten zu übernehmen. Im Rah
men der Erlebnisgruppe sei der Beschwerdeführer bis zu 60 Minuten
outdoor
mobil gewesen, habe dabei adäquat stehend kurze Pausen eingesetzt, jedoch an
schliessend vermehrte Ruh
epausen benötigt (S. 3 oben).
4
.4
Dr.
med.
F._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
stellte in seinem Bericht vom
2
7.
S
eptember 2016 (
Urk.
7/45/12-13) folgende Diagnosen (S. 1):
-
myofasziale
Beschwerden Rumpf, obere und unter Extremitäten
-
Myogelosen
zervikothorakal
aber auch an fast allen Körperregionen
-
eingeschränkte HWS-Rotation
-
psychosomatische Rehabilitation
E._
von Juni bis August 2016
-
Hüftimpingement
links
-
MR-tomographisch CAM-Konfiguration
-
Depression
-
bei komplexer psychosozialer Belastungssituation
-
diskrete
Rhizarthrose
beidseits
Dr.
F._
führte aus, die Arbeitsunfähigkeit sei aufgrund der ebenfalls bestehenden psychischen Diagnosen schwierig abzuschätzen. Für leichtere Tätig
keit schätzte er eine
5
0%ige Arbeitsfähigkeit und für schwere Tätigkeiten sei keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben. Ende 2015 und Anfang 2016
hätten
meh
rere Arbeitsversuche stattgefunden, welche wegen den körperlichen Beschwerden wieder hätten abgebrochen werden müssen (Ad 1).
Dr.
F._
hielt fest, insgesamt müsse klargestellt werden, dass die
Gesamt
heit der vom Patienten beschriebenen Beschwerden sowie das Ausmass derselben mit den erhobenen klinischen Befunden nicht vollständig erklärt seien.
Dennoch
sei der Leidensdruck des Patienten sehr hoch, der Wille für eine Verbesserung klar erkenntlich und die Therapie-Compliance gut (S. 2 oben).
4
.5
Med
.
pract
.
B._
stellte in seinem Bericht vom
1
1.
Oktober 2016 (
Urk.
7/45/1-2
) folgende Diagnosen (S. 1):
-
mittelgradige bis schwere depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11)
-
multiple somatische Beschwerden (siehe Austrittsbericht der Klinik
E._
)
-
psychosoziale Belastungssituation
Med.
pract
.
B._
führte aus, der Beschwerdeführer sei seit dem
7.
Januar 2015 in seiner psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung, welche hauptsächlich vom delegierten Psychologen Neumeyer mit etwa zwei bis vier Sitzungen pro Woche und bei ihm mit einer Sitzung pro Monat zur Beurteilung der Medikation und der Arbeitsfähigkeit durchgeführt werde (S. 1 Mitte).
Der Beschwerdeführer sei weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig. Die Prognose sei ungünstig
,
und es sei nicht zu erwarten, dass er seine zuletzt ausgeübte Tätigkeit jemals wieder werde aufnehmen können (S. 1 unten f.).
Med.
pract
.
B._
führte aus,
e
s sei ab He
rbst 2014 zu einer zunehmenden
d
epressiven Symptomatik mit Freudlosigkeit, vermindertem Antrieb, starkem Grübeln, Schlafstörungen und somatischen Beschwerden gekommen. Hierfür dürfte
die psychosoziale Belastungssituation (Scheidung und
Alimentenzah
lung
en
, Gerichtsverhandlungen) als Auslöser zu sehen sein
. Der Beschwerdeführer habe jedoch schon vorher die Grenzen seiner Belastbarkeit erreicht gehabt, so dass es nicht mehr viel gebraucht habe, um ihn zum
dekompensieren
zu bringen. Im weiteren Verlauf habe die depressive Symptomatik persistiert
.
Erschwerend komme hinzu, dass offenbar neu eine Hüftdysplasie beidseits diagnostiziert worden sei, was dem Patienten
zusätzlich Sorgen bereite (
S. 1 unten).
4
.6
Dr.
Z._
konnte in seinem psychiatrischen
Gutachten vom 1
5.
März 2017 (
Urk.
7/58)
k
eine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
stellen. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine Anpas
sungs
störung beziehungsweise eine längere depressive Reaktion, bestehend von Januar 2015 bis Ende 2015 (
richtig wohl: 2016;
ICD-10 F43.21), persönliche und finan
zielle Schwierigkeiten sowie eine seit Januar 2017 bestehende
Dysthymie
(
ICD-10
F34.1;
vgl.
S. 9
lit
. g
).
Dr.
Z._
führte aus,
der Beschwerdeführer sei sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht nie anhaltend
ein
geschränkt gewesen (S. 16 VI
.
Ziff.
1). Er habe in der bisherigen Tätigkeit und in
angepassten Tätigkeiten infolge der krankheitsfremden Faktoren gelegentlich Mühe
, da er nervös und oft gedanklich abwesend sei. Es habe sich eine Über
empfindlichkeit gegenüber behördlichen Massnahmen eingestellt (S. 16 Zusatz
fragen
Ziff.
1).
Die Arbeitsunfähigkeit werde
nicht durch ein psychisches Leiden mit Krankheitswert herbeigeführt. Es überwögen psychosoziale Faktoren (S. 17
Ziff.
4).
Da keine relevante psychiatrische Diagnose
habe
erhoben werden könne
n
, gebe es keine krankheitsbedingten negativen Auswirkungen auf die
diversen Lebensbereiche. Es wirkten sich die krankheitsfremden
Faktoren negativ aus (S. 14 III.
Ziff.
3).
Dr.
Z._
führte aus,
der Beschwerdeführer zeige die Symptomatik, welche die ICD-10 bei einer anhaltenden somatof
ormen Schmerzstörung voraussetz
e
,
nicht. Er sei auf die Schmerzen nicht fixiert und äussere keine hypochondrischen Befürchtungen.
Auch bildeten die Schmerzen in
der Regel nicht den Hauptfokus seines Interessens. Zudem seien sie im Ausma
ss von körperlichen Belastungen und
nicht von emotionalen Konflikten abhängig (S. 9 unten f.
lit
. h
). D
er
Ver
sicherte
sei
von der Vielzahl der Probleme, mit denen er konfrontiert
gewesen sei, überlastet worden.
Infolge der subjektiv hohen Belastungen habe er
die
Symp
tomatik einer Anpassungss
törung
beziehungsweise
einer depressiven Reaktion
gezeigt
. Dies
sei
seit Januar 2015 der Fall.
Dr.
Z._
führte aus, der Be
schwerdeführer habe anlässlich der
Untersuchung
vom 2
4.
Februar 2017
durch eine innere Unruhe und eine Nervosität
imponiert
.
Er höre
kaum zu und
sei fast nicht davon abzu
bringen, immer wieder seine Story zu erzählen.
Die Symp
to
matik einer depres
siven Episod
e, welche die ICD-10 voraussetze
(F32)
,
w
erde
nur zu einem geringen Teil erfüllt
(S. 10 Mitte)
. Für die Diagnose
einer Anpassungs
störung spreche
, dass die diversen Belastungen in der Lebensführung zur Krise geführt h
ätten
. Da eine längere depressive Reaktion gemäss der ICD-10 nur während
zwei
Jahren diagnostiziert werden k
önne
, m
üsse
davon ausgegangen werden,
dass ab Januar 2017 eine negative Eigendynamik entstand
en sei
. Die insgesamt nicht ausgeprägte Depressivität l
asse
sich mit der Diagnose einer
Dysthymie
vereinbaren
.
Der Beschwerdeführer suche
etwa alle
vier Wochen einen Psychologen auf.
Die antidepressiv wirkenden Medika
mente
seien
im Dezember 2016 abgesetzt
worden, was nicht
dafür
spreche
, dass
eine
bedeutende Depressi
vität bestehe
.
Zudem sei es t
rotz der Aufgabe der
Medikamenten-Einnahme
nicht zu einer V
erschlechterung des Gesundheits
zustandes
gekommen (S.
10 unten).
4
.7
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Rheumatologie und für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
stell
te in seinem rheumatologischen Gutachten vom
1
5.
März 2017 (
Urk.
7/59)
keine Diagnosen mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 12
Ziff.
6.1). Als Diagnose
n
ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit nannte er vielfältige chronische
funktionelle Beschwerden ohne erkennbare
,
ausreichend erklärend
e
somatische Befunde,
bestehend
seit der Jugend mit zunehmender Ten
denz, eine initiale
Rhizarthrose
links bei Rechtshänder, einen Verdacht auf beginnende
Chondropathia
patellae
links mit gel
egentlichem
giving
way
-Phäno
men
sowie ein abortives lumbales Schmerzsyndrom L5/S1 links und Hinweise auf eine leichte
Coccygodynie
und ein aktenanamnestisch gemischtes CAM-
Pincer
Impingement
beider Hüft
gelenke mit
subchondraler
Sklerose (S. 12
Ziff.
6.2).
Dr.
A._
führte aus, der Versicherte sei aus somatischer Sicht sowohl in der bisherigen Tätigkeit, als Hausmann und auch in einer Verweistätigkeit voll arbeits
fähig (
S. 14
Ziff.
8.1-3).
Zusammenfassend
hätten sich klinisch keine rele
vanten krankhaften Befunde gefunden. Hinweise auf ein entzündlich-rheuma
ti
sches Leiden hätten nicht bestanden.
Ursächlich müssten für das Beschwerdebild in erster Linie extrasomatische Gründe verantwortlich gemacht werden
. Ange
sichts der insgesamt guten Gelenkbeweglichkeit sei auch an ein Hypermobili
tätssyndrom zu denken, jedoch hätten keine entsprechenden Befunde bestanden. Aus rein somatischer Sicht sei die Prognose günstig, wobei lediglich die Frage des
Hüftimpingementsyndroms
offenbleiben müsse. Angesichts der Gesamtsitua
tion müsste ein späterer operativer Eingriff an den Hüftgelenken wohl mehrfach überlegt werden
(S. 13 unten).
Dr.
A._
führte aus, dass d
ie Diskrepanz zwischen den massiven Klagen einerseits und der normalen Klinik andererseits für
eine erhebliche Aggravationstendenz
spreche
(S. 13 unten f.). Der Befund von genera
lisierten
myofaszialen
Beschwerden
und einer eingeschränkten HWS-
Rotation, wie im Bericht
Rheumatologie Zug
festgehalten, sei heute nicht mehr vorhanden
(S. 14 oben).
4
.8
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Chirurgie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD)
,
führte in seiner Stellungnahme vom 1
2.
April 2017 (
Urk.
7/92
/4-5
) aus,
dass auf das
bidisziplinäre
Gutachten von
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
abgestellt werden könne. Demnach bestünden keine Einschränkungen in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als Monteur. Nach dem Unfall vom 1
6.
November 2015 sei der Versicherte sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit während einer Woche arbeitsunfähig gewesen.
E
ine wesentliche Änderung des Gesundheitszustandes sei nicht zu erwarten, gegebenenfalls könnten im Rahmen
des
Hüftimpingements
spätere operative Eingriffe notwendig werden. Zusam
me
n
fassend liege kein Gesundheitsschaden vor, der die Arbeitsfähigkeit auf Dauer einschränke.
4
.9
Die Fac
hpersonen der K
linik
H._
stellten in ihrem Bericht vom
9.
August 2017
(
Urk.
7/79/1-4
) folgende Diagnosen (S. 1):
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
sonstige biomechanische Funktionsstörungen: Beckenbereich (Hüft- oder Schambeinregion
)
-
Binnenschädigung des Kniegelenkes, nicht näher bezeichnet: Nicht näher bezeichnetes Band oder nicht näher bezeichneter Meniskus
-
Myalgie: Nicht näher bezeichnete Lokalisation
Die Fachpersonen führten aus, der Beschwerdeführer habe sich vom 1
9.
Juni bis 2
6.
Juli 2017 in ihrer Klinik in stationärer Behan
dlung befunden (S. 1 Mitte).
Er
sei am 1
9.
Juni 2017 mit einem komplexen Beschwerdebild im Rahmen einer Soma
tisierungsstörung und
komorbiden
depressiven Störung in ihre Klinik einge
treten.
Bereits das Eintrittsgespräch, in dem die Therapieziele hätten vereinbart werden sollen, habe sich schwierig gestaltet. Der Patient habe wiederholt seinen Unmut über die Unzuverlässigkeit, schlechte Organisation und Koordination der sozialen und medizinischen Unt
erstützungssysteme geäussert
. Seine Hoffnung sei, im Rahmen der stationären
medizinischen und psychologischen Behandlung jene Befunde und Berichte zu erhalten, welche i
h
m eine Anerkennung bei der Invalidenversicherun
g ermöglichten (
S. 2 Mitte)
.
Die Fachpersonen führten aus, in
seiner Lebensgeschichte hätten sich auf tragi
sche Weise wiederholte Erfahrungen des «Ausgenutzt-Werdens» und der Ableh
nung gezeigt. Zentrale Rolle komme vermutlich dem Umstand zu, dass der Patient die Rolle des schwierigen Kindes («Ich war ein Schreibaby») unter
den Drillingen eingenommen habe und d
ie Mutter womöglich überfordert gewesen
sei.
Die Lern
schwierigkeiten hätten das Bild des Problemkindes bestätigt. Die Beziehung zur
Ursprungsfamilie scheine inzwischen durch gegenseitige Anschuldigungen sc
hwer zer
r
üttet.
Die Ehe sei in einer Kampfscheidung sowie in der Erkenntnis geendet, von der Exfrau betrogen worden zu sein
. Dass er trotz schmerzbedingter Arbeits
unfähigkeit keine Invalidenrente erhalte, obwohl er vermutlich seit Geburt an einer Fehlstellung der Hüfte leide, stelle derzeit das grösste Problem
für den Patienten
dar
. Hinzu komme die Sorge,
mit den Leistungen aus der Sozialhilfe
kaum über die Runden zu kommen
(S. 2 unten). Die Fachpersonen führten aus,
d
ie Redundanzen in der Forderung des Patienten, von ihrer Seite primäre Unter
stützung in der Anerkennung einer Invalidenrente zu erhalt
en
sowie der immense Rededrang
hätten
den therapeutischen Prozess
erschwert
. Eine Psychotherapie, welche eine Veränderungsmotivation voraussetzte, sei nicht möglich. Es sei daher beschlossen worden, dem Patienten einen vorzeitigen Austritt nahe zu legen.
Er
habe sich für einen Austritt am 2
6.
Juli 2017 entschieden
(S. 3 Mitte).
Er
habe
bis zuletzt über wechselnde Beschwerden am gesamten Körper geklagt.
Die Fachper
sonen führten aus, dass der objektive Befund und die subjektive Beschwerde
symp
tomatik jedoch nicht im Einklang stünden
.
V
or allem
aufgrund
der aktuell geschilderten Beschwerden sei eine
fachneurologische Befundkontrolle
im ambu
lanten Kontext nach Austritt empfohlen worden (S. 3 unten).
4
.10
Dr.
med.
I._
, Leitende Ärztin Neurologie,
Kantonsspital
D._
, stellte
in ihrem Bericht vom
1
0.
August 2017 (
Urk.
7/79/10-12) folgende Diagnosen (S.
1):
-
Parästhesien der Arme und Beine, belastungs-getriggert
-
klinisch und neurographisch kein
en
Hinweis auf periphere Polyneu
ropathie/
Nervenentrapement
-
Medianus
-/
Tibialis
SEP beidseits unauffällig
-
ätiologisch: Differenzialdiagnose im Rahmen des
myofaszialen
Syn
droms, psychosomatisch
-
myofasziale
Beschwerden R
umpf, untere und obere Extremitäten
-
aktenanamnestisch
Myogelosen
zervikothorakal
bis generalisiert
-
Rehabilitation
E._
von Juni bis August 2016
-
Status nach
Hospitalisation
K
linik
H._
bis 3
1.
Juli 2017
-
Hüftimpingement
links
-
MR-tomographisch CAM-Konfiguration
-
Depression
-
bei komplexer psychosozialer Belastungssituation
-
Verdacht auf Persönlichkeitsstörung
-
Hospitalisation
psychiatrische Klinik
J._
, Juni 2017, ambu
lante Anbindung
-
diskrete
Rhizarthrose
beidseits
-
kleine mediale Meniskusläsion rechts April 2017 MRI
-
leichtgradige Hämorrhoiden mit gelegentlich Blut ab
ano
-
Proktoskopie
und
Koloskopie
im
Januar 2017: Unauffällig
-
Nebendiagnosen: Status nach Tonsillektomie, Nasenverbreiterung 2015, Status nach
Leistenhernienoperation
, Status nach wahrscheinlich
Phimo
se
operation
Dr.
I._
führte aus, die Zuweisung des Patienten sei zur neurologischen Abklärung wegen Fühlstörungen erfolgt (S. 2 oben). Befragt zum Hauptproblem habe der Patient angegeben, dass er im Bereich beider Leisten ein Brennen, Stechen, Reissen und Ziehen mit Ausstrahlung in beide Beine verspüre, welches durch längeres Gehen verschlechtert werde. Er habe das Gefühl
,
zunehmend lahmer und kraftloser in den Beinen zu werden. Er selbst denke, dass viele seiner Beschwerden durch einen Beckenschiefstand (welchen er selbst mit einem Laser ausgemessen habe, 12 mm) begründbar seien, zum Beispiel seine linksseitig zunehmenden Brust- und Kieferschmerzen
(S. 2
Mitte).
Dr.
I._
führte in ihrer Beurteilung aus,
dass sich die
Symptomlokalisation weder einem peripheren noch einem zentralen Muster zuordnen
lasse
.
Sowohl der neurologische Befund als auch die Zusatzuntersuchungen seien unauffällig. Auf neurologischem Fachgebiet lasse sich keine Diagnose formulieren
. Die Parästhe
sien könnten im Zusammenhang mit dem generalisierten
myofaszialen
Beschwer
d
e
komplex stehen. Die Ausprägung des Beschwerdebildes und deren deutliche Ausbreitungstendenz liessen an eine psychosomatische Ursache denken (S. 3 oben).
4
.11
Dr.
G._
, RAD
, führte in seiner Stellungnahme vom
6.
November 2017 (
Urk.
7/92/7)
aus, in den zahlreichen eingereichten Arztberichten würden keine neuen, unberücksichtigten Tatsachen oder Fakten genannt, sondern es handle
sich insgesamt um eine andere Bewertung des gleichen Sachverhaltes. Es stünden vor allem psychosoziale Faktoren im Vordergrund (Scheidung, persönliche und finanzielle Verhältnisse), die aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht nicht relevant seien.
Zusammenfassend könne weiterhin auf die RAD-Stellungnahme vom 1
2.
April 2017 abgestellt werden.
4
.12
Med.
pract
.
B._
stellte in seinem Bericht vom
5.
Januar 2018 (
Urk.
3/12)
folgende Diagnosen (S. 1):
-
mittelgradige bis schwere depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11)
-
multiple somatische Beschwerden (siehe Austrittsbericht der Klinik
E._
)
-
psychosoziale Belastungssituation
-
akzentuierte Persönlichkeitszüge mit rigid-
anankastischen
Anteilen
Med.
pract
.
B._
führte aus
, dass i
m
weiteren ambulanten Setting keine Ver
besserung erreicht worden und wegen Suizidalität eine notfallmässige
Hospitali
sation
in der Klinik
J
._
mit rascher Verlegung in die K
linik
H._
erfolgt
sei
.
Der
Beschwerdeführer befinde
sich weiterhin im Teufelskreis
,
in
dem
zunehmende Sorgen und Zukunftsängste zu zunehmenden depressiven und
soma
tischen Symptomen führten und umgekehrt. Der ablehne
nde
IV-Bescheid habe
ihn
in seiner Grundhaltung bestätigt, dass niemand seine Problematik erkenne und verstehe und ihm niemand helfen wolle, was zu einer weiteren Ver
schlechterung seiner Symptomatik geführt habe
,
gepaart mit Resignation und einer erneuten Suizidalität, so dass aktuell erneut eine psychiatrische
Hospita
lisation
, eventuell auch per fürsorgerische Unterbringung
,
erwogen werden müss
e.
D
er Beschwerdeführer sei trotz guter Motivationslage meilenweit von einer Arbeitsfähigkeit entfernt (S. 2).
5
.
5
.1
Die Beschwerdegegnerin
ging gestützt auf das
bidisziplinäre
Gutachten von
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
vom
März 2017 (vgl. vorstehend E. 4
.6-7) davon aus, dass
beim Beschwerdeführer
weder psychiatrische noch rheumatologische Diag
nosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorlägen und psycho
soziale Faktoren im Vordergrund stünden
(vgl. vorstehend E. 2.1).
5
.2
Vorliegend erfüllt sowohl das rheumatologische Gutachten von
Dr.
A._
als
auch das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Z._
vom März 2017 die forma
le
n
Beweiswert-Anforderungen (vorstehend E. 1.
6
) ohne weiteres. So sind die Gut
ach
ten
für die stre
itigen Belange umfassend, beruhen
auf allseitige
n Unter
suchungen, berücksichtigen
auch die geklagten Beschwerden sowie das Verhalten des Be
schwerdeführers und wurde
n
in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abge
geben.
Darüber hinaus leuchte
n sie
in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und enth
alten
nach
voll
ziehbar begründete Schl
ussfolgerungen, sodass darauf abgestellt werden kann.
5
.3
In somatischer Hinsicht
konnte
Dr.
A._
in seinem Gutachten vom
März 2017 (vgl. vorstehend E. 4
.7)
keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellen und wies auf die Diskrepanz zwischen den massiven Klagen einerseits und der normalen Kli
nik andererseits hin und führte
aus, dass dieser Umstand für erhebliche Aggravationstendenzen spreche.
Entgegen den Ausführungen des Be
schwerdeführers
(vgl. vorstehend E. 2.2)
würdigte
Dr.
A._
das
Impingement
beider Hüftgelenke sehr wohl,
mass
ihm jedoch keine Auswirk
ung auf die Arbeitsfähigkeit zu, was bei diesbezüglich festgestellter unauffälliger und nicht
einschränkender Befundlage auch zutreffend ist.
Dr.
A._
hielt betreffend Becken, Hüftgelenke und Oberschenkel abgesehen von einer leichten
Druckdolenz
der linken Leiste
inspektorisch
normale Verhältnisse fest. Beide Hüftgelenke seien seitengleich sehr gut beweglich gewesen, es h
ätt
e
n
sich eine suffiziente
Qua
drizep
smuskulatur
und beidseitig ein schmerzloser
Impingementtest
gezeigt (vgl.
Urk.
7/59 S. 10 oben).
Dr.
A._
liess
lediglich die Prognose hinsichtlich des
Hüft
impingementsyndroms
offen.
Dass diese Annahme unzutreffend wäre, ge
ht aus keinem der vorliegenden f
ach
ärztlichen Berichte hervor.
So sprach
Dr.
C._
in ihrem Bericht vom 1
0.
Mai 2016 (vgl. vorstehend E. 4
.2) von einer leichten Offset-S
törung, welche mit einer CAM-Konfiguration vereinbar sei. Die angegebenen linksseitigen Hüftbe
schwer
den erachtete
Dr.
C._
lediglich teilweise als durch diesen Befund erklärbar.
Eine Arbeitsunfähigkei
t attestierte
Dr.
C._
nicht und hielt einhergehend mit
Dr.
A._
fest,
dass die Gesamtheit der vom Patienten beschriebenen Beschwer
den sowie das
Ausmass
derselben mit den erhobenen klinischen Befu
nden nic
ht erklärt werden könne. Dass
sich
das angegebene
Beschwerdeausmass
nicht mit der objektiven Befundlage vereinbaren
liess
, bestätigte selbst der
Hausarzt
Dr.
F._
in seinem Bericht vom 2
7.
September 2016
(vgl. vorstehend E.
4
.4)
und zuletzt auch
die
Fachpersonen der
K
linik
H._
in ihrem Bericht vom
9.
August 2017
(vgl. vorstehend E. 4
.9).
Die von
Dr.
C._
festgestellten
Myogelosen
zervikothorakal
und die einge
schränkte HWS-Beweglichkeit
, welche auch im Bericht der Ärzte des
Rehazentrums
E._
vom
5.
August 2016 (vgl. vorstehend E. 4.3) aufgeführt
und von
Dr.
F._
in seinem Bericht vom 2
7.
September 2016 übernommen
wurden,
konnte
Dr.
A._
anlässlich seiner Untersuchung nicht mehr bestätigen.
Soweit die Ärzte des
Rehazentrums
E._
davon ausgingen, dass keine psychophysische Belastungsfähigkeit für eine Arbeitstätigkeit bestehe, mangelt es dieser Aussage
an einer nachvollziehbaren objektiven Befunderhebung und einer zureichenden Abgrenzung zur detailliert dargelegten psychosozialen Belas
tungssituation (vgl.
Urk.
7/45/6-9 S. 3 Mitte) und der Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers, nie mehr in seinem Beruf arbeiten zu können. Zumindest hielten die Ärzte des
Rehazentrums
E._
fest, dass
die Beweglichkeit des Beschwerdeführers nic
ht erheblich eingeschränkt sei.
Auch die aufgrund der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Fühlstörung veranlasste fachneuro
lo
gi
sche Untersuchung durch
Dr.
I._
vom August 2017 (vgl. vorstehend E.
4.10) ergab
lediglich unauffällige Befunde.
5
.4
In psychiatrischer Hinsicht diagnostizierte
Dr.
Z._
lediglich Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, so eine
Anpassungsstörung beziehungs
weise längere depres
sive Reaktion (ICD-10 F43.21), p
ersönliche und finanzielle Schwierigkeiten und eine seit Januar 2017 bestehende
Dysthymie
(
IC
D-10 F34.1; vgl. vorstehend E. 4
.6
).
Dr.
Z._
erachtete die Arbeitsunfähigkeit nicht durch ein psychisches Leiden mit Krankheitswert herbeigeführt, sondern überwiegend
als
durch psychosoziale Faktoren verursacht.
5.5
Dr.
Z._
legte in seinem Gutachten vom
März 2017 (vgl. vorstehend E. 4.6
) in nachvollziehbarer Weise dar, weshalb er die psychosoziale Belastungssituation
als vordergründig ansah und die vom behandelnden Psychiater med.
pract
.
B._
gestellte Diagnose einer mittelgradigen bis schweren depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) nicht bestätigen konnte.
Hinsichtlich
der Ausführungen des
seit
Januar 2015
behandelnden Psychiaters
med.
pract
.
B._
(vgl. vorstehend E. 4.1, E. 4.5 und E. 4.12)
, welcher den Be
schwerdeführer
seit Oktober 2016 für vollständig arbeitsunfähig erachtete,
gilt es zu berücksichtigen, dass seine auftragsrechtliche Vertrauensstellung zumindest als hausarztähnlich bezeichnet werden muss, weshalb hier eine gewisse Zurück
haltung bei der Würdigung seiner Berichte angebracht ist (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
Soweit med.
pract
.
B._
sowohl in seinem Bericht vom 1
1.
Ok
tober 2016 (vgl. vorstehend E. 4
.5) als auch in seinem Bericht vom
5.
J
anuar 2018 (vgl. vorstehend E.
4
.12) eine mittelgradige bis schwere depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11)
diagnostizierte,
erweist sich dies vor dem Hintergrund, dass ein Patient mit einer schweren depressiven Episode nahezu nicht in der Lage ist, soziale sowie häusliche und berufliche Aktivitäten fortzuführen (vgl. klinisch-diagnostische Leitlinien der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen
der Weltgesundheitsorganisation, ICD-10 Kapital V (F),
Dilling
/
Mombour
/
Schmidt
, Hrsg., 10. überarbeitete Auflage, Bern 2015 S. 174), der Beschwerde
führer sich jedoch zum Zeitpunkt der Begutachtung bei
Dr.
Z._
im Februar 2017
um den
Haushalt seines Bruder
s kümmerte, Einkäufe erledigte,
mit der leiblichen Tochter und deren Mut
ter einen guten Kontakt pflegte
sowie Auto f
uhr
und
regelmässig
spazieren g
ing
(vgl.
Urk.
7/
58
S. 6 oben,
S. 6
Mitte)
, unter dem Gesichtspunkt der Schwere der Ausprägung des Leidens als nicht schlüssig.
Gegen das Vorliegen einer schweren depressiven Episode spricht weiter der Um
stand, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung bei
Dr.
Z._
en
tgegen den
Angaben zur Therapiefrequenz von med.
pract
.
B._
in seinem Bericht vom 1
1.
Ok
tober 2016 (vgl. vorstehend E. 4
.5)
ausführte, lediglich etwa alle vier Wochen einen Termin beim Psychologen wahrzunehmen und die anti
depressive Medikation inzwischen abgesetzt
zu
ha
be
n
(vgl.
Urk.
7/58 S. 6 unten
, S. 10 unten
).
Auch erweisen sich die Ausführungen von med.
pract
.
B._
zur Anamnese als widersprüchlich
, was jedoch
auch
auf den unterschiedlichen Angaben des Be
schwer
deführers
hierzu
beruhen dürfte
.
Während
med.
pract
.
B._
in seinem Bericht vom 2
6.
Januar 2016 in der Anamnese noch ausführte, über die Geburt und frühkindliche Entwicklung seien keine Auff
älligkeiten bekannt,
er
keine rele
vanten schulischen Schwierigkeiten erwähnte und weiter ausführte, dass der Beschwerdeführer die Zimmermannslehre absolviert habe, was ihm sehr gut ge
fallen habe (vgl.
Urk.
7/20 Beiblatt zu
Ziff.
1.4)
,
schilderte
med.
pract
.
B._
dann im nach ergangenem Vorbescheid vom 1
8.
Juli 2016 (
Urk.
7/38), mit wel
chem eine Leistungsanspruchsverneinung in Aussicht gestellt wurde, in
den
Folge
bericht
en
vom 1
1.
Oktober 2016 (
Urk.
7/45/1-2)
und vom
5.
Januar 2018 (
Urk.
3/12)
ein völlig anderes Bild. So
berichtete
med.
pract
.
B._
von einer verzögerten
frühk
indlichen
Entwicklung, Schulschwierigkeiten, verminderter Leistungsfähigkeit, vermindertem Selbstwert und der Tendenz zu depressiven Reak
tionen mit Rückzug. Die Lehre als Zimmermann sei nur mit
grosser
Mühe und Unterstützung möglich gewesen.
Gegenüber
Dr.
Z._
führte der Beschwerdeführer dann wieder
um
aus, es sei schulisch recht gut gegangen und
er
habe mit Stolz im Jahr 2002 seine Lehre als Zimmermann
abschliessen
können (
Urk.
7/58 S. 4
f.
lit
. d).
Erneut schilderte der Beschwerdeführer dann wieder
gegenüber den Fachpersonen der Kl
inik
H._
nebst seiner bes
t
ehenden psychosozialen Belastungssituation
eine
schwie
rige Kindheit
in der Rolle als Problemkind
(vgl.
vorstehend E. 4.
9
).
Was den nach dem Gutachten von
Dr.
Z._
eingereichten Bericht der Fach
personen der
K
linik
H._
vom
9.
August 2017
anbelangt (vgl. vorstehend
E. 4
.9), welche in psychiatrischer Hinsicht eine anhaltende somatoforme Schmer
z
störung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) diagnos
ti
zierten, fehlt es diesem Bericht an einer nachvollziehbaren objektiven Befunder
hebung
und Begründung dieser Diagnose
.
Da der Beschwerdeführer den Therapie
aufenthalt primär zum Erhalt einer Grundlage für eine Rentenzusprechung nutzen wollte und sich wenig motiviert für therapeutische Prozesse zeigte, wurde ihm der Austritt nahegelegt.
A
uch im Rahmen des Aufenthaltes des Beschwerde
führers
in der
K
linik
H._
stand
seine p
sychosoziale Belastungssituation im Vordergrund.
Im Übrigen legte
Dr.
Z._
nachvollziehbar
dar, weshalb er die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung nicht bestätigen konnte
(Urk.
7/58 S. 9 f.)
.
5
.6
Das Gutachten von
Dr.
Z._
erging bereits vor der
eingangs erwähnten
Rechtsprechungsänderung zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei sämtlichen psychischen Erkrankungen (BGE 143 V 409 und 143 V 418)
, jedoch bereits
unter
hinreichender
Berücksichtigung
der
massgeblichen
Standardindikatoren
(vgl. auch
Urk.
7/58 S. 2 oben
) und enthält hierzu materiell nachvollziehbare Angaben.
Insbesondere
mangelt es
hinsichtlich
des Komplexes Gesundheitsschädigung im Rahmen der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
bei
v
orherrschender psychosozialer Belastungssituation, wie sie auch in der gesamten Aktenlage dokumentiert ist (vgl.
auch
Urk.
7/3
Ziff.
6.2-3,
Urk.
7/9 S. 3
Ziff.
4, S. 5
Ziff.
8),
und von
Dr.
Z._
festgestellter unauffälliger objektiver Befundlage (vgl.
Urk.
7/
85 S.
7 unten f.)
insgesamt an einem (schweren) invalidisierenden Gesund
heitsschaden im Sinne des entsprechenden Indikators
.
Vor
dem Hintergrund der
massgeblichen
psychosozialen Belastungssituation
ist auch
der
Indikator „
Behandlungserfolg und -resistenz
“
zu relativieren, zumal, wie ausgeführt, der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers
massgeblich
vom
Bestehen
der
psychosozialen Belastungssituation
abhängig ist.
Weiter geht aus dem
Bericht der Fachpersonen
der
K
linik
H._
vom
9.
August 2017 (vgl. vorstehend E.
4
.9) klar hervor, dass beim Beschwerdeführer keine wirkliche Therapiemotivation gegeben war, zumal es ihm im Wesentlichen darum ging, durch die Fachpersonen Berichte zu erhalten, welche ihm die Anerkennung einer
Invalidenrente ermöglichten.
Allfällige relevante Komorbiditäten oder resso
urcen
hemmende Aspekte verneinte
Dr.
Z._
(vgl.
Urk.
7/58 S. 8 unten
, S.
13
Ziff.
7
) und auch
der soziale Lebenskontext
enthielt
aus invalidenver
siche
rungs
rechtlicher Sicht ke
ine ressourcenhemmenden Aspekte, indem
Dr.
Z._
fest
hielt,
dass der Beschwerdefü
hrer familiär
und auch sonst genügend vernetzt sei und Kontakte mit seiner Tochter
und der Kindesmutter
pflege
(
Urk.
7/58
S.
5 Mitte,
S. 13 II
.
Ziff.
1-2).
Ein sozialer Rückzug wurde verneint (vgl.
Urk.
7/58 S.
15 V.
Ziff.
2).
Bezüglich der
Kategorie Konsistenz
ist
abschliessend
festzuhalten, dass eine
gleich
mässige
Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren
Lebensbereichen bei
m
Beschwerdeführer
vorliegend nicht als erstellt angesehen werden kann.
Er
ist
in der Lage,
seinen Verpflichtungen
als Hausmann
nach
zugehen,
die Einkäufe zu erledige
n, Termine wahrzunehmen und
er führte aus
, er
gehe
oft und gerne spazieren.
Weiter gab der Beschwerdeführer an, über einen
regelmässigen
Tagesablauf zu verfügen und
regelmässig
Auto
zu fahren
, welches auf physische und kognitive Ressourcen hinweist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_569/2015 vom 1
7.
Februar 2016 E. 4.1.3). Zudem führte er aus, sich für die Vorgänge in der Welt zu interessieren
und gerne TV zu schauen (
Urk.
7/58 S. 6 Mitte).
Der g
eltend
gemachte Leidensdruck des
Beschwerdeführers
wird vorlie
gend durch die
lediglich einmal im Monat erfolgende Therapie beim Psychologen und das Absetzen der Medikation
relativiert, ge
nauso durch die im Bericht der K
linik
H._
dokumentierte fehlende Therapiemotivation.
5
.7
Zusammenfassend ist damit vor allem vor dem Hintergrund der dominierenden
psychosozial
en Belastungssituation ein erheblicher funktioneller Schweregrad des Leidens im Verfügungszeitpunkt zu verneinen. Ein
psychosozial
bedingtes Be
schwerdebild vermag zwar medizinisch die Diagnose einer depressiven Epi
sode, aber rechtlich keine Invalidität zu begründen (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_858/2017 vom 17. Mai 2018, E. 3.2). Angesichts der klaren Aktenlage sind in diesem Zusammenhang von weiteren Abklärungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b).
Die
Beschwerdegegnerin
hat demnach
einen Leis
tungsanspruch des
Beschwerde
führer
s
gegenüber der Invalidenversicherung zu Recht verneint, weshalb die Be
schwerde abzuweisen ist.
6.
6
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerde
führer aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.2
Mit Kostennote vom
6.
März 2019
(
Urk.
10
)
machte die
unentgeltliche Rechts
vertreter
in
des Beschwerdeführers einen Aufwand von insgesamt
13 Stunden und 40 Minuten
und Barauslagen von
Fr.
282
.
10
geltend,
wobei sie darauf hinzu
weisen ist, dass
Aufwendungen vor dem Erlass der angefochtenen Verfügung vom
5.
Dezember 2017 (
Urk.
2)
im vorliegenden Verfahren
nicht
zu
entschädigen
sind
, weshalb eine Vergütung für Leistungen vom
2.
August 2016 und vom 1
8.
Januar 2017 im Umfang von jeweils 25 Minuten
ausser
Betracht fällt.
Da ansonsten der geltend gemachte Aufwand als angemessen erscheint
(
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozia
lversicherungsgericht,
GSVGer
), ist die unentgeltliche Rechtsvertreterin
mit
Fr.
3'344.90
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
[bis 3
1.
Deze
mber 2017:
Fr.
110.-- + 8
%
MWSt
= 118.80; ab
1.
Januar 2018:
Fr.
2'995.45 + 7.7
%
MWSt
=
Fr.
3'226.09
]
6.3
Der
Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach
er
zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern
er
dazu in der Lage ist.