Decision ID: 93855bf8-2615-4e79-86de-4bccf010bc98
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- A. und B. X wohnen in Y. A. X ist als Aussendienstmitarbeiter in einer
Reinigungsfirma unselbständig erwerbstätig, B. X bezieht eine IV-Rente.
Für die Steuerperiode 2008 wurde das Ehepaar X für die Staats- und Gemeindesteuern
mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 70'500.-- und ohne steuerbares Vermögen
und für die direkte Bundessteuer mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 73'400.--
veranlagt. Dies führte zu Steuerbeträgen von Fr. 8'531.80. für die Staats- und
Gemeindesteuern und von Fr. 931.45 für die direkte Bundessteuer. Nach Zahlung eines
Betrages von Fr. 2'201.80 reduzierte sich die Steuerschuld der Staats- und
Gemeindesteuern auf Fr. 6'330.--.
B.- Mit Schreiben vom 11. März 2010 ersuchten A. und B. X um Erlass der noch
ausstehenden Staats- und Gemeindesteuern sowie direkten Bundessteuer des Jahres
2008. Das kantonale Steueramt lehnte den Erlass der Staats- und Gemeindesteuern
2008 in der Höhe von Fr. 6'330.-- sowie der direkten Bundessteuer 2008 von
Fr. 931.45 mit Entscheiden vom 23. Juni 2010 ab.
C.- Mit Eingaben vom 9. Juli 2010 (Poststempel: 10. Juli 2010) erhoben A. und B. X
gegen diese Erlassentscheide Rekurs und Beschwerde bei der
Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, die Staats- und Gemeindesteuern
sowie die direkte Bundessteuer 2008 seien ihnen zu erlassen.
Am 13. September 2010 reichten sie das Formular zur Darstellung der wirtschaftlichen
Verhältnisse ein. Die Vorinstanz reichte die Vorakten am 28. Oktober 2010 ein.
Mit verfahrensleitender Verfügung vom 3. November 2010 wurden die Rekurrenten und
Beschwerdeführer aufgefordert, einen Kostenvorschuss von Fr. 500.-- zu leisten. Am
22. November 2010 wurde dieser bezahlt.
Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 26. Januar 2011 die Abweisung
des Rekurses und der Beschwerde. Die Beschwerdebeteiligte hat stillschweigend auf
eine Vernehmlassung verzichtet.
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Auf die von Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge gemachten
Ausführungen und die Akten wird, soweit notwendig, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurs- und Beschwerdeerhebung ist gegeben. Der Rekurs und die Beschwerde vom
9. Juli 2010 sind rechtzeitig eingereicht worden. Sie erfüllen in formeller und inhaltlicher
Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 und Art. 224 Abs. 4 des
Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG, bzw. Art. 6 der Verordnung des
Eidgenössischen Finanzdepartements über die Behandlung von Erlassgesuchen für die
direkte Bundessteuer, SR 642.121, abgekürzt: Steuererlassverordnung, in Verbindung
mit Art. 2 lit. f und Art. 7 Abs. 1 der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte
Bundessteuer, sGS 815.1, abgekürzt: Verordnung zum DBG; zur 30-tägigen Frist vgl.
VRKE I/2-2009/22 + 53 vom 30. März 2010, E. 1). Auf den Rekurs und die Beschwerde
ist einzutreten.
2.- a) Gemäss kantonalem Steuergesetz kann Steuerpflichtigen, die in Not geraten sind
oder für welche die Bezahlung der Steuern, der Zinsen, der Bussen oder der Kosten
eine grosse Härte bedeutet, der geschuldete Betrag gestundet oder ganz oder
teilweise erlassen werden (Art. 224 Abs. 1 StG). Auch das Bundesgesetz über die
direkte Bundessteuer (SR 642.11, abgekürzt: DBG) kennt den Steuererlass. Dem
Steuerpflichtigen, für den infolge einer Notlage die Bezahlung der Steuer eines Zinses
oder einer Busse wegen Übertretung eine grosse Härte bedeuten würde, können die
geschuldeten Beträge ganz oder teilweise erlassen werden (Art. 167 Abs. 1 DBG). Dem
Wesen nach handelt es sich beim Steuererlass um den nachträglichen Verzicht des
Gemeinwesens auf einen ihm zustehenden steuerrechtlichen Anspruch. Anlass dazu
geben vor allem Rücksichten auf die Person des Schuldners. Dieser soll aus
humanitären, sozialpolitischen oder volkswirtschaftlichen Gründen nicht in seiner
wirtschaftlichen Existenz gefährdet werden. Die Grundsätze einer gesetzmässigen
Verwaltung und der Rechtsgleichheit legen es allerdings nahe, dass der Gesetzgeber
klare Vorgaben schafft. Die Tendenz, den Steuererlass nicht mehr bloss dem freien
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Ermessen der zuständigen Behörde anheim zu stellen, sondern von näher
umschriebenen Voraussetzungen abhängig zu machen und dann auch einen
eigentlichen, durchsetzbaren Rechtsanspruch zu begründen, setzt sich immer mehr
durch. Aus Gründen der rechtsgleichen Behandlung der Steuerpflichtigen muss der
Steuererlass jedoch eine seltene Ausnahme bleiben, welche nur unter bestimmten
Voraussetzungen gewährt wird (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 11. Juni
2009, A-3663/2007, E. 2.2, publiziert in: StR 2009 S. 672 ff.).
Während im Kanton St. Gallen keine näheren Vollzugsvorschriften auf Gesetzes- oder
Verordnungsstufe existieren, wird die Behandlung der Erlassgesuche auf Bundesebene
in der Steuererlassverordnung geregelt. Im Kanton St. Gallen sind weitere
Erläuterungen dem St. Galler Steuerbuch zu entnehmen (StB 224 Nr. 1).
Ziel und Zweck des Erlassverfahrens ist gemäss Art. 1 Steuererlassverordnung eine
langfristige und dauernde Sanierung der wirtschaftlichen Lage der steuerpflichtigen
Person. Der Erlass hat der steuerpflichtigen Person und nicht ihren Gläubigern zugute
zu kommen. Der Steuererlass ist ausschliesslich im Zusammenhang mit der
Steuervollstreckung zu verstehen. Es kann nicht darum gehen, die Begründetheit einer
Steuerforderung zu prüfen und allenfalls die Veranlagung zu korrigieren. Das
Erlassverfahren ersetzt weder das Rechtsmittel-, noch das Revisionsverfahren (Art. 1
Abs. 2 Steuererlassverordnung). Falls die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind,
besteht ein Anspruch auf Erlass der Steuerforderung (Art. 2 Abs. 1
Steuererlassverordnung). Dabei ist unerheblich, aus welchem Grund die
steuerpflichtige Person in die geltend gemachte Notlage geraten ist (Art. 2 Abs. 2
Steuererlassverordnung, vorbehältlich Art. 10 Abs. 2 Steuererlassverordnung). Die
Erlassbehörde berücksichtigt bei ihrem Entscheid die gesamten wirtschaftlichen
Verhältnisse der steuerpflichtigen Person. Massgebend ist dabei in erster Linie die
Situation im Zeitpunkt des Entscheides, daneben auch die Entwicklung seit der
Veranlagung, auf die sich das Erlassbegehren bezieht, sowie die Aussichten für die
Zukunft (Art. 3 Abs. 1 Steuererlassverordnung). Übliche Schwankungen in den
Einkommensverhältnissen der steuerpflichtigen Person werden in der Veranlagung
periodisch erfasst und bilden keinen Erlassgrund. Hat sich die steuerpflichtige Person
freiwillig ihrer Einkommensquellen oder Vermögenswerte entäussert, so wird ein
solcher Einkommens- oder Vermögensrückgang bei der Beurteilung des Erlassgesuchs
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nicht berücksichtigt (Art. 12 Steuererlassverordnung). Die Behörde überprüft, ob für die
steuerpflichtige Person Einschränkungen in der Lebenshaltung geboten und zumutbar
sind oder gewesen wären. Solche gelten grundsätzlich als zumutbar, wenn die
Auslagen die nach den Ansätzen für die Berechnung des betreibungsrechtlichen
Existenzminimums (Art. 93 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs,
SR 281.1, abgekürzt: SchKG) sich ergebenden Lebenshaltungskosten übersteigen.
Wäre eine fristgerechte Zahlung im Zeitpunkt der Fälligkeit möglich gewesen, so ist
dies im Erlassentscheid zu berücksichtigen (Art. 3 Abs. 2 und 3
Steuererlassverordnung).
Eine Notlage liegt vor, wenn der ganze geschuldete Betrag in einem Missverhältnis zur
finanziellen Leistungsfähigkeit der steuerpflichtigen Person steht. Bei natürlichen
Personen ist ein Missverhältnis insbesondere dann gegeben, wenn die Steuerschuld
trotz Einschränkung der Lebenshaltungskosten auf das Existenzminimum in
absehbarer Zeit nicht vollumfänglich beglichen werden kann. In jedem Fall liegt eine
Notlage vor bei Einkommens- und Vermögenslosigkeit oder wenn die öffentliche Hand
für die Lebenshaltungskosten der steuerpflichtigen Person und deren Familie
aufkommen muss (Art. 9 Steuererlassverordnung).
Ist eine steuerpflichtige Person überschuldet, so befindet sie sich zwar in besonders
schwierigen Verhältnissen. Weil ihre Mittel aber nicht zur Befriedigung aller Gläubiger
ausreichen, würde nicht sie selbst von einem Verzicht der Steuerbehörden profitieren,
sondern primär ihre übrigen Gläubiger, welche beim Zugriff auf das pfändbare
Einkommen und Vermögen einen Konkurrenten verlieren. Es ist daher sachlich haltbar,
wenn unter diesen Umständen von einem Steuererlass abgesehen wird. Wenn jedoch
sämtliche Gläubiger in gleichem Mass wie die Steuerbehörden auf ihre Forderung
verzichten, kommt ein Steuererlass trotz Überschuldung in Frage (StR 2009 S. 674;
Urteil des Bundesgerichts 2P.307/2004 vom 9. Dezember 2004). Vorhandenes
Vermögen schliesst den Steuererlass nicht von Vornherein aus. Massgebend ist
vielmehr, ob die Belastung oder Verwertung dieses Vermögens als zumutbar erscheint.
Dabei ist das Vermögen zum Verkehrswert einzusetzen (Art. 11
Steuererlassverordnung).
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Der Begriff der grossen Härte wird in der Verordnung nicht näher definiert. Er lässt sich
indessen von der Notlage nicht scharf abgrenzen. Art. 9 Steuererlassverordnung
erwähnt unter dem Titel der Notlage auch Punkte, welche gleichzeitig als Element der
grossen Härte bezeichnet werden könnten, etwa das Missverhältnis zwischen dem
geschuldeten Betrag und der finanziellen Leistungsfähigkeit der steuerpflichtigen
Person (Zweifel/Athanas, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/2b, 2.
Aufl. 2008, N 18 zu Art. 167 DBG). Im Unterschied zum DBG nennt Art. 224 Abs. 1 StG
die grosse Härte als selbständige Erlassvoraussetzung. Während das Kriterium der
Notlage einzig die wirtschaftliche Lage der steuerpflichtigen Person berücksichtigt,
können unter dem Aspekt der grossen Härte auch andere Umstände massgebend sein,
namentlich die Unbilligkeit (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG,
2. Aufl. 2009, N 30 zu Art. 167 DBG).
b) Die Rekurrenten und Beschwerdeführer bringen vor, sie seien nicht in der Lage, die
ausstehenden Steuern des Jahres 2008 zu begleichen. Ihre monatlichen Ausgaben
seien höher als die Einnahmen. Hinzu kämen noch die Steuern der Steuerperiode 2009.
Gegenüber Drittgläubigern beständen keine Verpflichtungen mehr, ausser jenen bei der
C Bank, die einen Kredit für das Leasing-Fahrzeug gewährt habe, ohne welches der
Rekurrent nicht arbeiten könne. Die Rekurrentin und Beschwerdeführerin sei schwer
krank und benötige viele Therapien. Diese Kosten würden nicht vollumfänglich von der
Krankenkasse übernommen.
Die Vorinstanz hält zur Hauptsache entgegen, der Erlass solle bestimmungsgemäss
den Steuerschuldnern und nicht ihren Gläubigern zu Gute kommen. Das
steuerberechtigte Gemeinwesen könne nicht zugunsten anderer Gläubiger auf seine
gesetzlichen Ansprüche verzichten. Vielmehr müsse ein Erlass vom Entgegenkommen
der anderen Gläubiger abhängig gemacht werden. Es gebe keine Anhaltspunkte für
einen Verzicht der anderen Gläubiger. Es seien Forderungen 3. Klasse in der Höhe von
Fr. 32'245.95 vorhanden, deren Rückzahlung den Forderungen der Steuerbehörden
nicht vorangestellt werden dürfe. Zudem seien monatliche Auto-Leasingraten von
Fr. 683.--, die vom Arbeitgeber bezahlt würden, nicht als existenziell zu betrachten. Die
Wohnkosten seien schliesslich übersetzt.
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c) Im Fragebogen betreffend Erlassgesuch der Vorinstanz haben die Rekurrenten und
Beschwerdeführer im Mai 2010 Schulden in der Höhe von Fr. 27'321.-- gegenüber der
C Bank, von Fr. 3'650.-- gegenüber dem D-Karte und von Fr. 27'173.-- gegenüber der
E AG angegeben (act. 14/I.d). Im Betreibungsauszug vom 16. Juni 2010 ist eine
Betreibung aus dem Jahr 2007 der C Bank über Fr. 27'521.90 aufgeführt, zudem wurde
ein Verlustschein im Betrag von Fr. 28'623.85 ausgestellt (act. 14/I.h). Im
Rechtsmittelverfahren gaben die Rekurrenten und Beschwerdeführer Kreditkarten-
Schulden (D-Karte) von Fr. 5'000.--, von denen sie monatlich Fr. 500.-- abzahlen
würden, sowie eine Leasing-Rate (C Bank) von Fr. 683.-- an (act. 8). Die eingereichten
Belege enthalten eine Schuldanerkennung vom 28. Januar 2009 gegenüber der E AG in
der Höhe von Fr. 28'623.85 (act. 9/29). Als Forderungsgrund wird der Pfändungs-
Verlustschein vom 20. August 2007 genannt. Nachdem jener Verlustschein die Schuld
gegenüber der C Bank betrifft und die Höhe der Forderung exakt mit jener
übereinstimmt, ist davon auszugehen, dass die ursprüngliche Gläubigerin ihre
Forderung an die E AG abgetreten hat. Dies stimmt mit den Angaben des Rekurrenten
und Beschwerdeführers überein (act. 18). Offenbar gab es bereits mehrere
Vereinbarungen über die Abzahlung dieser Schuld. Am 31. Juli 2009 machte die E AG
dem Rekurrenten und Beschwerdeführer das Angebot, die Schuld per Saldo aller
Ansprüche auf Fr. 5'675.-- zu reduzieren (act. 19/1). In einer neueren
Abzahlungsvereinbarung vom 11. August 2010 ist hingegen wieder von einer Schuld in
der Höhe von Fr. 27'823.85 und der Vereinbarung von Ratenzahlungen à Fr. 70.-- die
Rede (act. 9/29). Gemäss aktuellem Betreibungsauszug ist der Verlustschein in der
Höhe von Fr. 28'623.85 immer noch vorhanden (act. 28/2 + 3).
Folglich besteht bei den Rekurrenten und Beschwerdeführern nach wie vor eine
erhebliche Schuldenlast, die sie teilweise mit Ratenzahlungen befriedigen.
Bemühungen für eine gleichmässige Befriedigung aller Gläubiger im Rahmen einer
Gesamtsanierung sind nicht nachgewiesen. Die Kreditkarten-Schulden entstanden
durch diverse Einkäufe. Unter welchen Umständen der Kredit der C Bank (Gläubigerin
heute: E AG) beansprucht wurde und wie hoch er ursprünglich war, geht aus den Akten
nicht hervor. Insbesondere machen die Rekurrenten und Beschwerdeführer nicht
geltend, der Kredit sei zufolge ausserordentlicher Aufwendungen, die in den
persönlichen Verhältnissen begründet seien und für die sie nicht einzustehen hätten,
oder zufolge hoher Krankheits- oder Pflegekosten beansprucht worden (Art. 10 Abs. 1
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Steuererlassverordnung). Bei beiden Forderungen ist deshalb von typischen
Kleinkreditschulden auszugehen, welche einem – dem Einkommen nicht angepassten –
überhöhten Lebensstandard dienten.
In solchen Fällen kann der Fiskus nicht zugunsten anderer Gläubiger auf die
gesetzlichen Ansprüche verzichten (Art. 10 Abs. 2 Steuererlassverordnung). Die
Voraussetzungen für einen Erlass sind nur dann erfüllt, wenn die Begleichung der
Steuerforderung zu einer Gefährdung der wirtschaftlichen Existenz des
Steuerpflichtigen führt und für diesen ein Opfer bedeuten würde (Weidmann/
Grossmann/Zigerlig, Wegweiser durch das st. gallische Steuerrecht, 6. Aufl. 1999, S.
411). Darauf können sich die Rekurrenten und Beschwerdeführer nicht berufen, denn
sie befinden sich aufgrund von Schulden gegenüber Dritten bereits in einer
wirtschaftlich schwierigen Lage, welche durch den Steuererlass nicht entscheidend zu
verbessern ist. Eine langfristige und dauernde Sanierung der wirtschaftlichen Situation
als grundlegendes Ziel eines Steuererlasses (Art. 1 Abs. 2 Steuererlassverordnung)
kann im vorliegenden Fall nicht erreicht werden. Vom Steuererlass würden die übrigen
Gläubiger profitieren, welche im Falle einer Verbesserung der Schuldenlage der
Rekurrenten und Beschwerdeführer erhöhte Chancen auf Rückzahlung ihrer
Forderungen hätten. Der Zweck des Steuererlasses würde damit verfehlt, weil er
gerade darin liegt, dem Steuerpflichtigen und nicht Dritten zugute zu kommen (Urteil
des Bundesgerichts 2P.307/2004 vom 9. Dezember 2004, E. 3.2.). Dem
Steuerpflichtigen wird zugemutet, dass er seinen Zahlungspflichten gegenüber dem
Fiskus in gleichem Umfang wie gegenüber privaten Gläubigern nachkommt
(Weidmann/Grossmann/Zigerlig, a.a.o., S. 411). Eine nachhaltige Entlastung der
angespannten finanziellen Situation könnte nur im Rahmen einer Gesamtsanierung, bei
der alle Gläubiger ganz oder teilweise auf ihre Forderungen verzichten müssten, erzielt
werden. In diesem Fall könnte ein Steuererlass im selben prozentualen Umfang geprüft
werden.
Unter den aktuellen Umständen ist es aber nicht sachgerecht, dass der Fiskus
vorauseilend auf seine Forderungen verzichtet (vgl. VRKE I/2-2010/14, E. 2c). Deshalb
ist ungeachtet des Vorliegens eines monatlichen Überschusses oder Defizits von einem
Erlass der ausstehenden Steuerschulden für das Jahr 2008 im Betrag von Fr. 7'261.45
abzusehen, weshalb Rekurs und Beschwerde abzuweisen sind.
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3.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten den Rekurrenten
und Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Angemessen ist eine
Entscheidgebühr von Fr. 500.-- (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 500.-- ist zu verrechnen.