Decision ID: db2a50d4-a3ca-5ea3-8ef0-179d86176f23
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer, ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer
Ethnie, suchte am 12. Mai 2016 in der Schweiz ein erstes Mal um Asyl
nach.
Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer gel-
tend, er stamme aus B._ im Vanni-Gebiet. Er habe elf Jahre lang
die Schule besucht und diese in C._ im Jahr 1999 mit O-Level ab-
geschlossen. Von 1991 bis 2009 habe er weitgehend im Vanni-Gebiet ge-
lebt. Dort habe er zwischen 2008 und 2009 als (...) in einem (...) der LTTE
(Liberation Tigers of Tamil Eelam) gearbeitet. Er sei indessen nie Mitglied
der LTTE gewesen. Im Verlaufe des Jahres 2008 sei er bei einer Bomben-
explosion verletzt worden. Etwa einen Monat später sei eine Cousine bei
einer weiteren Bombenexplosion getötet und eine andere dabei verletzt
worden.
Im März 2009 habe er versucht, zusammen mit seinen Familienangehöri-
gen nach D._ zu gelangen, sei jedoch unterwegs von der sri-lanki-
schen Marine aufgegriffen und nach E._ gebracht worden. Danach
sei er dem Camp in F._ zugewiesen worden, wo er mehrere Male
befragt worden sei. In diesem Lager sei er zunächst gemeinsam mit seiner
Mutter, seinem jüngeren Bruder G._ sowie seiner Schwester
H._ untergebracht gewesen. Nachdem seine Schwester als LTTE-
Mitglied identifiziert worden sei, habe man sie in ein anderes Lager über-
führt. Er selbst habe dieses Lager im August 2009 zusammen mit seiner
Mutter sowie seinem jüngeren Bruder verlassen dürfen und die Erlaubnis
erhalten, sich nach I._ (Distrikt Jaffna) zu begeben. Nichtdestotrotz
habe er in einem Camp des CID (Criminal Investigation Department) in
J._ eine weitere Befragung über sich ergehen lassen müssen und
sei dabei auch fotografiert worden. Anschliessend sei ihm eine dreimona-
tige Meldepflicht auferlegt worden. Im Dezember 2009 habe er geheiratet
und dabei gehofft, auf diese Weise weiteren Schwierigkeiten zu entgehen.
Seit seiner Heirat habe er in K._ (Quartier L._ [im Distrikt
Jaffna]) in einem eigenen Haus gelebt. Zu Beginn seines dortigen Aufent-
halts sei er während eines Monats mehrere Male von Angehörigen des CID
befragt worden. Danach sei er bis Ende 2015 als Händler von (...) tätig
gewesen, wobei er die Waren in Colombo eingekauft und in verschiedenen
Städten im Norden Sri Lankas verkauft habe.
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Sein jüngerer Bruder G._ sei früher ungefähr ein Jahr lang Mitglied
der LTTE gewesen, habe die Bewegung nach dem Eintritt seiner Schwes-
ter in die LTTE allerdings wieder verlassen dürfen. Seine Schwester sei bis
März 2009 bei den LTTE geblieben. Im August 2010 sei der besagte Bruder
auf dem Weg nach C._ festgenommen und danach für längere Zeit
inhaftiert worden. Kurz nach dessen Entlassung im Jahr 2011 oder 2012
sei ein Mithäftling erneut festgenommen worden, was seinen Bruder ver-
anlasst habe, nach M._ zu flüchten. In diesem Zusammenhang
seien seine Eltern mehrere Male behördlich befragt worden. Nachdem er
selbst (der Beschwerdeführer) seine Eltern Ende des Jahres 2011 besucht
habe, sei er von Mitgliedern des CID festgenommen worden. Danach habe
er drei Tage im (...) verbringen müssen. Auf Fürsprache seiner Eltern sowie
eines Dorfvorstehers hin sei er jedoch wieder freigelassen worden.
Im Jahr 2013 habe er in einem Van eines Onkels Leute transportiert, die in
Wahlkampagnen der TNA (Tamil National Alliance) tätig gewesen seien.
Deswegen sei er von Angehörigen der EPDP (Eelam People's Democratic
Party) bedroht worden. Etwa 20 Tage nach den Wahlen sei er in B._
von zwei Personen, die mit einem Motorrad unterwegs gewesen seien, zu-
sammengeschlagen worden. Als er wieder zu Bewusstsein gekommen sei,
habe er sich in einem Spital in N._ befunden.
Im Jahr 2014 habe er sich im Dorf C._ auf einer seiner Familie ge-
hörenden Landparzelle aufgehalten. Plötzlich seien Soldaten beziehungs-
weise Angehörige des CID aufgetaucht und hätten ihn beschuldigt, Kon-
takte zu den LTTE zu haben. Danach hätten sie ihn in ein Camp in
O._ gebracht, ihn vernommen und zusätzlich geschlagen. Dabei
hätten sie ihm auch vorgeworfen, sein Land in C._ sei LTTE-Land.
Später habe er einem Parlamentarier (aus Jaffna) sowie seinem Dorfvor-
steher die Besitzurkunde des Grundstücks gezeigt, das bereits seinen El-
tern gehört habe. Diese hätten ihn in seiner Ansicht bestärkt, dieses Grund-
stück pflegen zu dürfen. Als er sich wieder auf besagtem Grundstück be-
funden habe, seien erneut Sicherheitsleute gekommen und hätten in aber-
mals ins Camp von O._ gebracht. Mit Hilfe seines Dorfvorstehers
sei er wieder freigekommen. Danach habe er sich aus Angst vor weiteren
Schwierigkeiten nicht mehr auf dieses Grundstück begeben.
Im Mai 2015 seien CID-Leute bei ihm zuhause erschienen. Er sei zu die-
sem Zeitpunkt ausser Haus gewesen. Am nächsten Tag hätten die CID-
Leute ihn ins Camp von P._ mitgenommen, wo sie ihn über seine
beruflichen Aktivitäten im Vanni-Gebiet sowie zu seinen Kontakten zu den
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LTTE befragt hätten. Am selben Abend sei er wieder entlassen, indessen
aufgefordert worden, sich am folgenden Tag für eine weitere Befragung
zusammen mit seiner Frau wieder im Camp einzufinden. An diesem Tag
seien er und seine Frau getrennt befragt, in der Folge aber am selben Tag
wieder entlassen worden. Am 7. Juni 2015 sei er erneut im selben Camp
einvernommen worden. Abermals seien Fragen zu seinem Geschäft, zu
seinem Aufenthalt im Vanni-Gebiet sowie zu seinen Kontakten mit Mitglie-
dern der LTTE gestellt worden. Er sei während der Befragung massiv miss-
handelt worden. Am Ende des Verhörs habe man ihn davor gewarnt, eine
Anzeige zu machen. Trotzdem habe er sich am nächsten Tag zum Büro
der Menschenrechtskommission begeben, um Anzeige zu erstatten. Dort
habe man ihm allerdings mitgeteilt, er müsse die Übergriffe zunächst bei
der Polizei zur Anzeige bringen, ansonsten man nichts für ihn tun könne.
Er habe sich jedoch nicht getraut, eine entsprechende Anzeige bei der Po-
lizei zu machen. Aus Angst sei er mit seiner Familie nach Q._ ge-
gangen. In der Folge sei er erneut in K._ gesucht worden. Daraufhin
habe er sich zu einer in R._ wohnhaften Tante begeben. Im März
2016 seien zwei Geschäftspartner festgenommen worden, worauf man ihn
erneut in K._ gesucht habe. Daraufhin habe er Zuflucht bei einem
Priester gefunden. Schliesslich habe er sich im April 2016 nach Colombo
begeben und sei am 2. Mai 2016 via den dortigen Flughafen illegal ausge-
reist. Anschliessend sei er von S._ aus auf dem Luftweg in die
T._ und von dort aus nochmals mit dem Flugzeug nach U._
(V._) gelangt. Von V._ sei er mit dem Zug nach mehrmali-
gem Umsteigen am 7. Mai 2016 illegal in die Schweiz gelangt, wobei er
sich bei der Grenzkontrolle mit einem gefälschten Reisepass ausgewiesen
habe.
Der Beschwerdeführer reichte im Verlaufe des erstinstanzlichen Verfah-
rens seine sri-lankische Identitätskarte im Original, beglaubigte Kopien sei-
ner Geburtsurkunde und eines Ehescheins, seine Familienkarte (Kopie),
eine Wohnsitz- und eine Umsiedlungsbestätigung, sri-lankische Gerichts-
dokumente bezüglich seines jüngeren Bruders (in Kopie), zwei Fotos der
beiden Cousinen, ein Foto mit seinem Geschäftspartner W._ (vgl.
act. A11/20 S. 2 F3, F70 S. 9 Abs. 2 i.V.m. S. 19, Anm. 4 sowie Beweismit-
telkuvert [A12] Ziff. 9), ein Referenzschreiben (To Whom It May Concern)
eines Parlamentariers aus Jaffna vom 16. Juni 2016 sowie zwei weitere
Bestätigungsschreiben eines Priesters vom 16. November 2016 bezie-
hungsweise des Mitglieds eines örtlichen Bauernverbandes vom 10. Juni
2016 zu den Akten.
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B.
Mit Verfügung vom 6. Dezember 2019 stellte das SEM fest, der Beschwer-
deführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylge-
such vom 12. Mai 2016 ab. Gleichzeitig verfügte die Wegweisung aus der
Schweiz und ordnete den Vollzug der Wegweisung an.
Zur Begründung seines ablehnenden Entscheids hielt es fest, die Vorbrin-
gen seien einerseits aufgrund widersprüchlicher, substanzloser Angaben
und fehlender Realkennzeichen unglaubhaft. Folglich bestünden auch
Zweifel an der geltend gemachten Verfolgung durch die sri-lankischen Be-
hörden, woran die eingereichten Beweismittel nicht zu ändern vermöchten.
Die Bedrohung durch die EPDP sei aufgrund des fehlenden zeitlichen Kau-
salzusammenhangs zur Ausreise nicht asylrelevant. Mangels hinreichen-
der Risikofaktoren gemäss Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016
sei zudem nicht von einer Gefährdung bei einer Rückkehr auszugehen.
C.
Die gegen diese erhobene Beschwerde vom 9. Januar 2020 wies das Bun-
desverwaltungsgericht mit Urteil D-137/2020 vom 16. Juli 2020 ab. Dabei
stütze es sich mehrheitlich auf die Einschätzung der Vorinstanz.
D.
Auf ein mit neuen Beweismitteln begründetes Wiedererwägungsgesuch
vom 7. Oktober 2020 trat das SEM mit Verfügung vom 9. Oktober 2020
mangels funktionaler Zuständigkeit nicht ein und begründete dies damit,
dass keine nachträglich veränderte Sachlage vorliege. Es handle sich
hauptsächlich um neue erhebliche Tatsachen oder Beweismittel, welche
bereits im Zeitpunkt der Beurteilung durch das Bundesverwaltungsgericht
bestanden hätten, weswegen diese revisionsrechtlich geltend zu machen
seien.
E.
Das Bundesverwaltungsgericht trat mit Urteil D-6218/2020 vom 8. Februar
2021 auf das Revisionsgesuch vom 9. Dezember 2020 nicht ein. Es be-
gründete dies damit, dass sich die neu behaupteten Tatsachen zwar vor
dem Beschwerdeurteil vom 16. Juli 2020 zugetragen hätten, sämtliche Be-
weismittel aber erst nach dem 16. Juli 2020 entstanden seien. Somit wür-
den die Beweismittel in Übereinstimmung mit dem BVGE 2013/22 keine
Revisionsgründe darstellen.
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F.
F.a Am 11. März 2021 reichte der Beschwerdeführer durch seinen vorma-
ligen Rechtsvertreter beim SEM ein Wiedererwägungsgesuch und ein
neues Asylgesuch ein, in welchem vorweg der bereits im ersten Asylver-
fahren geltend gemachte Sachverhalt wiederholt wurde.
F.b Neu wurde geltend gemacht, der Beschwerdeführer sei entgegen sei-
ner Darstellung im Asylverfahren doch ein LTTE-Mitglied gewesen sei. Er
habe befürchtet, dies könnte für seine Familie im Heimatland Konsequen-
zen haben und habe es deshalb nicht erwähnt. In Wirklichkeit habe er sich
bereits im Alter von (...) Jahren der LTTE-Bewegung angeschlossen. Er sei
in der (...)-Division, der (...) von Prabhakaran ausgebildet worden. Im Jahr
2001 sei er aufgrund gesundheitlicher Probleme (Atembeschwerden bzw.
Asthma und Bronchitis) entlassen worden und sei fortan im Aufbau seines
eigenen Unternehmens im Bereich des Handels mit (...) tätig gewesen.
Diese Tätigkeit habe er bis zum Ende des Waffenstillstandsabkommens im
Jahr 2006 ausgeführt. Danach sei er wieder als externer Mitarbeiter, ins-
besondere für Transportaufgaben, für die LTTE tätig gewesen, da er auf-
grund seiner privaten Tätigkeit, dem An- und Verkauf von (...), immer nach
Jaffna beziehungsweise ins übrige Sri Lanka, insbesondere ins Vanni-Ge-
biet habe abreisen können. Ab Ende Jahr 2006 habe er aufgrund des Krie-
ges im Vanni-Gebiet festgesessen und ab diesem Zeitpunkt keine Reisen
mehr unternehmen können. Ab diesem Zeitpunkt habe er unter seinem
LTTE-Namen (...) zunächst in einer Funktion im (...) für die LTTE, später
für die (...) im Vanni-Gebiet gearbeitet. Als er sich nach Kriegsende 2009
einige Monate in einem Flüchtlingscamp aufgehalten habe, sei ihm bei den
dortigen Befragungen nicht geglaubt worden, dass er kein Mitglied gewe-
sen sei. Im September 2013 habe er sich anlässlich der Wahlen als aktives
Mitglied der TNA exponiert. Auf ihn sei durch Mitglieder der EPDP Druck
ausgeübt worden, da er die TNA jedoch weiter unterstützt habe, sei er nach
den Wahlen attackiert und bewusstlos geschlagen worden. Aufgrund sei-
ner Unterstützung sei er auch von den Behörden überprüft und als LTTE-
Mitglied, welches sich keiner Rehabilitation unterzogen gehabt habe, iden-
tifiziert worden. Da er gegen Ende des Krieges in der (...) der LTTE tätig
gewesen sei, sei vermutet worden, er habe sein Unternehmen mit Geldern
der LTTE aufgebaut und betrieben. Er sei vom Nachrichtendienst als eine
Person qualifiziert worden, die anti-staatliche Aktivitäten ausübe. Der
Druck auf ihn habe sich erhöht, als er sein Unternehmen schliesslich ver-
grössert habe, was dazu geführt habe, dass er vom Militär strikt überwacht
und verfolgt worden sei.
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F.c Weiter wurde geltend gemacht, nach der Flucht des Beschwerdefüh-
rers und den andauernden Belästigungen seiner Ehefrau durch unbe-
kannte Personen habe diese Hilfe bei einem Rechtsanwalt gesucht, um
eine Strafanzeige gegen unbekannte Personen einzureichen. Dieser An-
walt habe den Sachverhalt in Sri Lanka abgeklärt, um diesen gegenüber
den hiesigen Behörden im Schreiben vom 5. September 2020 (vgl. Bei-
lage 7) zu bestätigen. Aus diesem gehe hervor, dass der Beschwerdefüh-
rer die LTTE aktiv unterstützt habe und er deswegen in den Fokus der Be-
hörden geraten sei. Sodann bestätige seine Ehefrau im ihrem Schreiben
vom 16. September 2020 (vgl. Beilage 8), dass sie von Unbekannten über
den Beschwerdeführer befragt worden sei und werde. Sie bestätige aus-
serdem, dass das Leben des Beschwerdeführers bedroht sei. Diese Aus-
sagen würden wiederum vom Anwalt bestätigt. Ferner werde im einge-
reichten Schreiben vom Präsidenten der (...) (inklusive englischer Überset-
zung vom 10. September 2020; vgl. Beilagen 9 und 10) bestätigt, dass der
Beschwerdeführer während des Kriegs vom CID überwacht und verdäch-
tigt worden sei, an terroristischen Aktivitäten beteiligt gewesen zu sein, er
mehrere Male gesucht und verhaftet, und seine Frau über seinen Verbleib
befragt worden sei. Sodann wurde eine Beschwerde inklusive englischer
Übersetzung der Ehefrau an die Human Rights Commission of Sri Lanka
(HRC), ein Beschwerdeformular und die Eingangsbestätigung der HRC
alle vom 26. Oktober 2020 (vgl. Beilage 11) eingereicht. Dazu wurde aus-
geführt, die Ehefrau habe sich an die HRC gewandt, um gegen die unbe-
kannten Männer Beschwerde einzureichen. Sie lege im Schreiben dar,
dass der Beschwerdeführer nach der Schule Mitglied der LTTE geworden
sei und auch seine Geschwister Mitglieder gewesen seien. Sie weise auch
darauf hin, dass der Beschwerdeführer keine Rehabilitation durchlaufen
habe und von bäuerlichen Milizen verraten worden sei. In der Folge sei
auch die Ehefrau befragt und bedroht worden. Die Ehefrau könne die ihr
gestellten Fragen wiedergeben und sie gebe auch Details wie die Auto-
nummer des Wagens an, in dem die Verfolger des Beschwerdeführers un-
terwegs gewesen seien. Aus dem Schreiben gehe hervor, dass die Ehefrau
–trotz mehrmaligen Umzügen – wiederholt belästigt und über den Be-
schwerdeführer befragt worden sei. Dass die Aussagen der Ehefrau auf
Tatsachen beruhen würden und nicht als Gefälligkeitsschreiben abgetan
werden könnten, werde durch die bei der HCR erhobene Beschwerde be-
stätigt. Wie dem mit "Report Calling" betitelten Schreiben der HCR vom
29. Oktober 2020 an den Inspektor des Headquarters der Polizeistation in
R._ zu entnehmen sei, sei die Polizeistation von Vavuniya in der
Folge aufgefordert worden, den Sachverhalt, dass unbekannte Männer die
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Ehefrau des Beschwerdeführers nach dessen Verbleib befragen, zu unter-
suchen und entsprechende Handlungen vorzunehmen (vgl. Beilagen 12,
13 und 14). Somit erachte der HCR die erhobenen Vorwürfe und den Sach-
verhalt als plausibel. Schliesslich werde in den jeweiligen Schreiben von
zwei ehemaligen Vorgesetzten des Beschwerdeführers (vgl. Beilagen 15
und 16) bestätigt, dass dieser im Finanzsektor der LTTE gearbeitet habe.
Herr Y._ bestätige, dass der Beschwerdeführer überdies mitgehol-
fen habe, Trainingscamps für neue Mitglieder der LTTE aufzubauen. Herr
Z._ bestätige, dass der Beschwerdeführer unter seiner Verwaltung
für die LTTE gearbeitet habe. Beide ehemaligen Vorgesetzten würden
heute in Europa (Deutschland und Schweiz [recte: Grossbritannien]) leben
und aufgrund ihrer früheren Tätigkeit für die LTTE über ein Anwesenheits-
recht verfügen.
F.d Ausserdem wurde geltend gemacht, die Menschenrechts- und Sicher-
heitslage in Sri Lanka habe sich seit der letzten Beurteilung drastisch ver-
schlechtert. Dies insbesondere im Zuge der Wahl von Gotabaya Rajapa-
ksas zum neuen sri-lankischen Präsidenten am 16. November 2019 und
der Einsetzung zahlreicher Kriegsverbrecher in hohe politische Ämter.
Auch bei den Parlamentswahlen im August 2020 habe die neue Regierung
eine Mehrheit errungen. Rajapaksas werde deshalb die angekündigten
Veränderungen problemlos durchsetzen können. Besonders angespannt
zeige sich die Lage in der Nordprovinz – der Herkunftsregion des Be-
schwerdeführers. Dort sei die Militärpräsenz hoch und die Zahl der Check-
points nehme stark zu.
F.e Schliesslich wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer habe sich nicht
nur vor der Ausreise aus Sri Lanka politisch engagiert, sondern habe seine
politische Haltung und seine Mitgliedschaft sowie Unterstützung für die
LTTE auch in der Schweiz immer offen gezeigt. Er habe in den letzten Jah-
ren innerhalb der Schweiz an diversen Demonstrationen teilgenommen.
Die letzte Demonstration habe am (...) in (...) stattgefunden. Er habe sich
dabei jeweils an vorderster Front des Demonstrationszugs positioniert und
er sei dafür zuständig, möglichst viele Teilnehmer zu akquirieren und zu
den Demonstrationen zu transportieren. Zu diesem Zweck sei er in der ta-
milischen Diaspora in der Schweiz sehr gut vernetzt und stehe in engem
Kontakt zu diversen tamilischen Organisationen. Bilder der Demonstratio-
nen auf denen er erkennbar sei, seien auch auf Social Media veröffentlicht
und auf sri-lankischen online-Fernsehsendern gezeigt worden. Auf einem
eingereichten Bild sei er zu sehen, nachdem er anlässlich einer Demonst-
ration in der Schweiz von einer Gruppe Unbekannter attackiert worden sei
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und ins Spital habe gebracht werden müssen. Der Angriff habe klarerweise
im Zusammenhang mit seinen politischen Aktivitäten stattgefunden und be-
weise, dass er sich in erheblichem Masse exponiere und so die Wut seiner
politischen Gegner auf sich ziehe. Da er in Sri Lanka bereits fotographisch
registriert worden sei, sei es für die sri-lankische Regierung mittels Ge-
sichtsanerkennungssoftware ein Leichtes, ihn auch an den diversen De-
monstrationen zu identifizieren. Dazu wurden verschiedene Fotos von De-
monstrationsteilnahmen eingereicht.
G.
Mit Verfügung vom 23. März 2021 – eröffnet am 1. April 2021 – stellte das
SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht,
lehnte das Mehrfachgesuch ab und ordnete seine Wegweisung sowie de-
ren Vollzug aus der Schweiz an. Gleichzeitig wies es das Gesuch um wie-
dererwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom 6. Dezember 2019 ab
und forderte den Beschwerdeführer auf, das Staatsgebiet der Schweiz so-
wie den Schengen-Raum am Tag nach Eintritt der Rechtskraft der Verfü-
gung zu verlassen. Das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten wies es
ab und erhob eine Gebühr von Fr. 600.–.
H.
Mit Eingabe der rubrizierten Rechtsvertreterin vom 3. Mai 2021 erhob der
Beschwerdeführer gegen diese Verfügung beim Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzu-
heben, seine Flüchtlingseigenschaft sei festzustellen und ihm sei Asyl zu
gewähren. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen. Subeventualiter sei aufgrund der Unzumutbarkeit des
Wegweisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme zu verfügen. In verfahrens-
rechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege sowie um Beiordnung seiner Rechtsvertreterin als amtliche
Rechtsbeiständin. Weiter beantragte er, der Beschwerde sei die aufschie-
bende Wirkung zu erteilen und die zuständigen Behörden seien anzuwei-
sen, von jeglichen Vollzugshandlungen abzusehen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
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Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Nachdem gemäss Lehre und Praxis Wie-
dererwägungsentscheide grundsätzlich wie die ursprüngliche Verfügung
auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezogen werden können, ist
das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83
Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Das qualifizierte Wiedererwägungsgesuch wie auch das Revisionsge-
such stellen ausserordentliche Rechtsmittel dar, deren formelle Vorausset-
zungen zu prüfen sind, bevor ein bereits rechtskräftig entschiedener Sach-
verhalt neu beurteilt werden kann (vgl. betreffend Revisionsgesuch MOSER/
BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht,
2. Aufl. 2013, Rz. 5.36). Von einem qualifizierten Wiedererwägungsge-
such, welches funktional durch das SEM zu beurteilen ist, wird ausgegan-
gen, wenn die Aufhebung einer ursprünglich fehlerhaften Verfügung be-
gehrt wird, die unangefochten geblieben ist oder auf Beschwerdeebene
wegen Nichteintretens aus formellen Gründen materiell nicht überprüft
wurde. Das SEM ist auch für die wiedererwägungsweise Beurteilung von
Beweismitteln zuständig, die nachträglich entstanden sind, aber vorbestan-
dene Tatsachen belegen sollen. Werden wiederum vorbestandene Beweis-
mittel geltend gemacht, die einen rechtskräftigen materiellen Beschwerde-
entscheid als von Anfang an mit Mängeln behaftet erscheinen lassen sollen,
sind sie grundsätzlich im Rahmen eines Revisionsgesuchs durch das Ge-
richt zu beurteilten (vgl. zu allem BVGE 2013/22 E. 5.4 ff., zum Revisions-
gesuch Art. 45 VGG, Art. 121 ff. BGG).
1.3
1.3.1 Wie das Bundesverwaltungsgericht im Urteil D-6218/2020 vom
8. Februar 2021 bereits festgestellt hat, haben sich die neu geltend ge-
machten Tatsachen zwar vor dem Beschwerdeurteil D-137/2020 vom
16. Juli 2020 zugetragen, sämtliche Beweismittel sind aber erst nach dem
16. Juli 2020 entstanden. Das SEM hat diese daher zu Recht im Rahmen
eines qualifizierten Widererwägungsgesuchs beurteilt.
1.3.2 Insoweit der Beschwerdeführer objektive und subjektive Nachflucht-
gründe (vgl. Sachverhalt Bstn. F.d und F.e) geltend machte, hat das SEM
diese korrekt als Mehrfachgesuch entgegengenommen, zumal diese im
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Zeitpunkt des Urteils D-137/2020 vom 16. Juli 2020 nicht bekannt waren
und deshalb nicht beurteilt worden sind.
1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108
Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist – unter nachstehendem Vorbehalt (vgl. E. 1.5) – einzutreten.
1.5 Gemäss Art. 55 Abs. 1 VwVG hat die Beschwerde in Verwaltungssa-
chen aufschiebende Wirkung und das SEM hat die aufschiebende Wirkung
der Beschwerde nicht entzogen (Art. 55 Abs. 2 VwVG). Auf den Antrag, es
sei die aufschiebende Wirkung der Beschwerde festzustellen, ist daher
mangels Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise
einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
4.
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
5.
5.1 In der Beschwerde wird geltend gemacht, das SEM habe die vom Be-
schwerdeführer eingereichten Beweismittel nicht berücksichtigt und damit
den Sachverhalt unvollständig erhoben und den Anspruch des Beschwer-
deführers auf rechtliches Gehör verletzt. Die vorgelegten Dokumente seien
vom SEM pauschal als Unterlagen mit geringem Beweiswert bezeichnet
und in der Folge nicht mehr inhaltlich bewertet worden. Es werde allein
darauf hingewiesen, sie würden sich auf die eigenen Angaben des Be-
schwerdeführers stützen. Die eingereichten Dokumente, insbesondere die
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Seite 12
Bestätigung des Anwalts betreffend die Verfolgung des Beschwerdeführers
und die seiner Ehefrau, sowie die Bestätigungen der früheren Vorgesetz-
ten, aus denen die LTTE-Tätigkeiten des Beschwerdeführers hervorgin-
gen, seien inhaltlich zu bewerten und positiv für die Glaubhaftigkeit des
Asylvortrags heranzuziehen.
5.2 Das SEM hat die eingereichten Beweismittel im Sachverhalt der ange-
fochtenen Verfügung allesamt aufgeführt (vgl. Verfügung vom 31. März
2021 II, S. 3, Ziff. 2). Insoweit liegt kein unvollständiger erstellter Sachver-
halt vor. Es ist sodann auf die Beweismittel eingegangen und hat hinrei-
chend begründet, warum diese an seiner Feststellung nichts zu ändern
vermögen. Hinsichtlich der Bilder zu den exilpolitischen Tätigkeiten hat es
ausgeführt, diese könnten nicht aufzeigen, dass er von den sri-lankischen
Behörden als radikaler Aktivist wahrgenommen geworden wäre, und sie
seien nicht geeignet, eine Identifizierung durch die sri-lankischen Behörden
zu belegen. Zu den restlichen Beweismitteln, welche im Zusammenhang
mit dem qualifizierten Wiedererwägungsgesuch eingereicht worden sind,
hat das SEM erklärt, dass es sich um Schreiben von dem Beschwerdefüh-
rer nahestehenden Personen oder Organisationen handle, die sich auf die
Angaben von ihm stützen würden, weshalb sie nur einen geringen Beweis-
wert hätten. Weiter hielt es fest, dasselbe gelte auch in Bezug auf Doku-
mente der HRC, weil diese auf den Angaben der Ehefrau des Beschwer-
deführers und nicht auf eigenen Feststellungen der HRC basieren würden.
Das SEM hat demnach keine pauschale Beweiswürdigung vorgenommen
und das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers nicht verletzt. Der Rück-
weisungsantrag ist abzuweisen.
6.
6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
6.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
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Seite 13
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
6.3 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise
aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat eine Gefährdungssituation erst ge-
schaffen worden ist, macht sogenannte subjektive Nachfluchtgründe im
Sinne von Art. 54 AsylG geltend. Subjektive Nachfluchtgründe begründen
zwar die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch
gemäss Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob
sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Stattdessen
werden Personen, welche subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder
glaubhaft machen können, als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl.
BVGE 2009/29 E. 5.1, 2009/28 E. 7.1 m.w.H.).
7.
7.1 Das SEM stellte zum Mehrfachgesuch des Beschwerdeführers fest,
dass er die exilpolitischen Tätigkeiten zwar behaupte, diese aber – abge-
sehen von den Bildern an Demonstrationsteilnahmen – in keiner Weise
konkretisiere. Die Bilder böten zudem keinen Grund, um davon auszuge-
hen, dass er dadurch den sri-lankischen Behörden im Falle einer Beobach-
tung als überzeugter und radikaler Aktivist und Separatist wahrnehmbar
geworden wäre. Auch seien die Bilder zum Beleg oder auch bloss zur An-
nahme einer Identifizierung durch die sri-lankischen Behörden nicht geeig-
net, denn sie seien nicht von diesen sondern von einer ihm bekannten Per-
son gemacht worden, ansonsten er die Bilder nicht hätte. Somit lägen in
Bezug auf exilpolitische Aktivitäten keine hinreichend begründeten An-
haltspunkte für eine zukünftige Verfolgung vor. Weiter angeführte Risiko-
faktoren seien bereits im Asylentscheid vom 6. Dezember 2019 gewürdigt
und vom Bundesverwaltungsgericht im Urteil vom 16. Juli 2020 bestätigt
worden. Die beträfen namentlich seine Ausreise, die Präsidentschaftswah-
len vom 16. November 2019 und sein familiäres Umfeld. Auch auf seine
Probleme bei den Wahlen von 2013 sei das SEM eingegangen. Was die
allgemeine Lage in seinem Heimatland betreffe, so habe sich diese gegen-
über der letzten Beurteilung durch das Bundesverwaltungsgericht vom
16. Juli 2020 in flüchtlingsrechtlicher Hinsicht nicht wesentlich verändert.
Die entsprechenden Ausführungen des Bundesverwaltungsgerichts hätten
deshalb nach wie vor Bestand, eine neue Beurteilung dränge sich nicht auf.
Somit bestehe kein begründeter Anlass zu Annahme, dass er bei einer
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Rückführung nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in ab-
sehbarer Zukunft flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsmassnahmen
ausgesetzt sein werde. Das Mehrfachgesuch werde demzufolge abgewie-
sen.
Ein Grossteil seiner Vorbringen im Wiedererwägungsgesuch seien nicht
neu und bereits geprüft worden. Das neue Vorbringen im Wiedererwä-
gungsgesuch, er sei doch LTTE-Mitglied gewesen, könne ihm nicht ge-
glaubt werden. Er habe im Asylverfahren verneint, LTTE-Mitglied gewesen
zu sein. Seine Begründung, er habe die Erwähnung aus Angst vor Repres-
salien der in Sri Lanka verbliebenen Familienmitglieder unterlassen, über-
zeuge nicht. Es sei nicht plausibel, warum diese Angabe im Asylgesuch in
der Schweiz im fernen Sri Lanka zu Nachteilen der Familienmitglieder hätte
führen sollen, zumal er auf die Geheimhaltungspflicht der Asylbehörden
hingewiesen worden sei. Wäre seine Befürchtung konkret gewesen, so
müsse diese zudem weiterhin bestehen. Er führe nicht an, weswegen seine
Befürchtung nunmehr wegfalle. Seine Begründung könne deshalb nicht
gehört werden und stelle das Vorbringen, doch LTTE-Mitglied gewesen zu
sein, in Frage. Nach dem Ende der Kriegshandlungen im Frühling 2009
seien in Sri Lanka junge Männer einem intensiven Screening im Hinblick
auf LTTE-Tätigkeiten oder einer LTTE-Mitgliedschaft unterzogen worden.
Er mache geltend, dass ihm in den Befragungen im Camp nicht geglaubt
worden sei, dass er kein LTTE-Mitglied gewesen sei. In diesem Fall wären
jedoch weitere Untersuchungen erfolgt und er wäre nicht bereits nach kur-
zer Zeit im August 2009 ins Zivilleben entlassen worden. Es könne deshalb
nicht geglaubt werden, dass die sri-lankischen Behörden ihn als LTTE-Mit-
glied verdächtigt hätten. Er mache weiter geltend, die späte Überprüfung
durch die Behörden habe ergeben, dass er LTTE-Mitglied gewesen sei,
welches sich keiner Rehabilitation unterzogen habe. Wäre dem so gewe-
sen, so wäre es noch in Sri Lanka zu weitergehenden Massnahmen, wie
beispielsweise einer Verurteilung, Haft oder Rehabilitation gekommen, was
er aber nicht anführe. Der Umstand, dass solches nicht stattgefunden
habe, lege weiter die Unglaubhaftigkeit des Sachvortrags im Wiedererwä-
gungsgesuch nahe. Die neu vorgebrachten Elemente im Wiedererwä-
gungsgesuch seien als nachgeschoben zu werten, mit dem Ziel, seinen
Asylvorbringen nachträglich mehr Gewicht zu verleihen zu wollen.
Bei den eingereichten Dokumenten handle es sich um Schreiben von dem
Beschwerdeführer nahestehenden Personen oder Organisationen (An-
walt, Ehefrau, Bekannte, Bauernverband). Damit komme derartigen Unter-
lagen nur ein geringer Beweiswert zu, zumal sie sich inhaltlich auf die von
D-2072/2021
Seite 15
ihm gemachten Angaben stützen würden, die sich als unglaubhaft erwie-
sen hätten. Dasselbe sei sinngemäss bei den Dokumenten der HRC zu
erwägen, würden diese doch auf den von seiner Ehefrau gemachten An-
gaben und nicht auf eigenen Feststellungen der HRC basieren. Somit
seien die eingereichten Beweismittel nicht geeignet, den vorgetragenen
Sachverhalt glaubhaft zu machen
7.2 In der Beschwerde wird im Wesentlichen geltend gemacht, der Be-
schwerdeführer komme aus einem Land, in dem Personen, die sich aktiv
gegen die Regierung und für die Rechte der Tamilen einsetzten, schon
beim kleinsten Verdacht mit schweren Repressalien rechnen müssten. Es
gebe keine staatliche Stelle, der der Beschwerdeführer vertrauen und
keine Behörde, die ihm helfe könne, wenn er in seinen Rechten verletzt
werde. Die HRC bleibe oft tatenlos und habe mehr die Funktion einer Sam-
melstelle von Meldungen betreffend Menschenrechtsverletzungen. Der
Einflussbereich des CID sei in Sri Lanka unbegrenzt und das tägliche Le-
ben Vieler werde bestimmt von der Angst davor, dass CID-Mitglieder bei
ihnen zuhause auftauchen würden. Auch der Polizei könnten die Men-
schen in Sri Lanka nicht vertrauen. So habe er sich auch im Jahr 2015, als
er von CID-Mitgliedern entführt und gefoltert worden sei, entschieden, nicht
zur Polizei zu gehen und eine Anzeige zu erstatten. Basierend auf diesen
Erlebnissen und der Situation in Sri Lanka, habe der Beschwerdeführer
auch den schweizerischen Behörden nicht vertraut, als man ihn zu seinen
Asylgründen befragt habe. Schliesslich habe er sich um seine Ehefrau und
seine Familie gesorgt, da das CID bereits an verschiedenen Wohnorten
nach ihm gesucht habe. Es werde nicht bestritten, dass ihm bereits anläss-
lich der Befragung zur Person (BzP) am 26. Mai 2016 gesagt worden sei,
er könne sicher sein, dass die Behörden in seinem Heimatland keine
Kenntnis von seinen Aussagen erhalten würden. Da er aber unter anderem
gehört habe, dass das SEM über die Schweizer Vertretung in Sri Lanka
Nachforschungen anstelle und Personen aus seinem Lebensumfeld dort
befragen werde, habe er trotzdem nicht das für die Offenlegung aller Ein-
zelheiten erforderliche Vertrauen in die Vorinstanz gehabt. Es sei ihm nun
von vielen Seiten geraten worden, seine aktive LTTE-Mitgliedschaft offen-
zulegen und er habe verstanden, dass er nicht als Flüchtling anerkannt und
Asyl erhalten werde, wenn er nicht umfassend die Wahrheit sage. Den
Zweifeln der Vorinstanz, dass er trotz LTTE-Verdacht keiner Rehabilitation
unterzogen worden sei, sei entgegenzuhalten, dass es nicht dem Be-
schwerdeführer obliege, das Verhalten des CID zu rechtfertigen oder zu
erklären. Ausserdem sei sein Unternehmen zunehmend intensiv beobach-
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Seite 16
tet und bewacht worden. Die Tatsache, dass frühestens 2013 bekannt ge-
worden sei, dass der Beschwerdeführer kein Rehabilitationsprogramm
durchlaufen habe, habe nicht unbedingt zur Folge haben müssen, dass
noch weitere Massnahmen gegen ihn ergriffen worden wären. Entgegen
der Ansicht der Vorinstanz gebe es LTTE-Mitglieder, die nie ein Rehabilita-
tionsprogramm absolviert hätten, und die trotzdem zunächst «nur» beo-
bachtet und in ihrem Alltag drangsaliert und bedroht würden – ohne dass
man sie zu einer Rehabilitation zwingen würde. Der Beschwerdeführer sei
aber keineswegs in Ruhe gelassen worden, sondern der Druck habe wei-
terhin bestanden. Angesichts der unter anderem von ihm beschriebenen
Verhaftung und Folter, die er erlitten habe, sei er als Flüchtling anzuerken-
nen.
Ausserdem, sei vom Vollzug der Wegweisung abzusehen, da dieser unzu-
mutbar sei, weil er sich in kürzester Zeit in prekären Lebensumständen
wiederfinden würde. Dazu würde die besonderen Gefahren gehören, die
für ihn aus den politischen Entwicklungen in Sri Lanka konkret entstanden
seien und die konkrete Verschlimmerung der Corona-Pandemie.
Der Beschwerdeführer sei auch hier in der Schweiz weiter politisch aktiv
und setze sich sichtbar gegen die Regierung in Sri Lanka ein. So habe er
zum Beispiel an der Demonstration am (...) 2021 in X._ gegen die
gravierende Benachteiligung und Unterdrückung der Tamilen teilgenom-
men. Es sei allgemein bekannt, dass unter anderem bei diesen Gelegen-
heiten Spione der sri-lankischen Regierung Fotos von den anwesenden
Demonstranten mache und diese mit der erforderlichen Identifizierung
nach Sri Lanka weitergeleitet würden. Nach dieser Demonstration am (...)
2021 sei sein Vater in Sri Lanka von Mitgliedern des CID aufgesucht und
nach seinem Sohn befragt worden.
8.
8.1 Der Beschwerdeführer hat im ordentlichen Asylverfahren verneint,
LTTE-Mitglied gewesen zu sein (vgl. Akte A5/13 Ziff. 7.02 S. 10), obwohl er
anlässlich der BzP auf die Verschwiegenheitspflicht der Behörden hinge-
wiesen und explizit darauf aufmerksam gemacht worden ist, dass er ver-
pflichtet sei, jegliche Tätigkeiten für die LTTE und für andere der LTTE na-
hestehenden Organisationen offenzulegen und ihn auf die negativen Kon-
sequenzen für ihn bei unwahren Angaben zur Kenntnis gebracht hat (vgl.
Akte A5/13 S. 1 f.). Dass er aus Angst vor Nachforschungen durch die
Schweizer Vertretung, welche negative Konsequenzen für seine Familie
hätten haben können, seine angebliche LTTE-Mitgliedschaft nicht erwähnt
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hat, ist nicht nachvollziehbar, zumal solche Nachforschungen den sri-lan-
kischen Behörden nicht bekannt werden. Wäre der Beschwerdeführer so-
dann, wie von ihm geltend gemacht, im Jahr 2013 als LTTE-Mitglied iden-
tifiziert worden, wäre er nicht weiter auf freiem Fuss gelassen worden, son-
dern es ist davon auszugehen, dass dies zu weitergehenden Massnahmen
durch die sri-lankischen Behörden geführt hätte. Der in der Beschwerde
erwähnte aufrechterhaltene behördliche Druck gegen den Beschwerdefüh-
rer nach der Identifizierung ist nicht glaubhaft. Die daraufhin erfolgten Ver-
haftungen und Befragungen im Jahre 2014 und 2015 wurden mit Urteil
D-137/2020 vom 16. Juli 2020 für unglaubhaft erachtet (vgl. E. 5.2.2 f.). Die
geltend gemachte LTTE-Mitgliedschaft und die damit verbundene Ausbil-
dung in der (...) von Prabhakaran sowie die Tätigkeiten in der (...) und (...)
sind demnach allesamt als nachgeschoben und damit unglaubhaft zu qua-
lifizieren.
8.2
8.2.1 Das SEM hat denn auch hinsichtlich der vom Beschwerdeführer ein-
gereichten, im September und Oktober 2020 erstellten Beweismittel, mit
denen zu belegen versucht wird, dass er doch LTTE-Mitglied gewesen ist,
mit zutreffender Begründung die Beweiseignung abgesprochen.
8.2.2 So hat das SEM zutreffend ausgeführt, dass sich die Schreiben auf
Angaben des Beschwerdeführers beziehungsweise dessen Ehefrau stüt-
zen. Im eingereichten Schreiben des Rechtsanwaltes vom 5. September
2020 wird zudem ausgeführt, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers be-
reits am 10. Februar 2020 den Anwalt aufgesucht habe, um bezüglich des
bedrohlichen Besuchs der sri-lankischen Behörden bei ihr im Zusammen-
hang mit der Suche nach dem Beschwerdeführer eine Anzeige bei der Po-
lizeistation in P._ einzureichen. Es wird allerdings im Wiedererwä-
gungsgesuch nicht ausgeführt, warum der besagte Sachverhalt nicht be-
reits im ordentlichen Beschwerdeverfahren geltend gemacht worden ist.
Der Anwalt führt sodann auch nicht aus, ob eine solche Anzeige eingereicht
und welches der Stand im allenfalls eröffneten Verfahren im Zeitpunkt des
Verfassens des Schreibens am 5. September 2020 war. Es ist deshalb von
einem Gefälligkeitsschreiben auszugehen. Dies gilt auch für das Schreiben
der Ehefrau vom 16. September 2020, dessen Inhalt durch die Grama (...)
bloss bestätigt worden ist. Hinsichtlich des Schreibens der (...) vom
10. September 2020 ist zudem nicht nachvollziehbar, warum diese erst zu
diesem Zeitpunkt ausführte, dass der Beschwerdeführer verdächtigt wor-
den sei, in terroristische Aktivitäten involviert gewesen zu sein, wenn die
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gleiche Organisation bereits am 10. Juni 2016 ähnliches Schreiben ver-
fasst hatte, welches damals im erstinstanzlichen Verfahren eingereicht
wurde, ohne dazu eine Verbindung herzustellen. Es ist deshalb davon aus-
zugehen, dass es sich auch bei diesem Schreiben um ein reines Gefällig-
keitsschreiben handelt.
8.2.3 Zu den Unterlagen der HRC vom 26. Oktober 2020 ist vorab festzu-
halten, dass der Eingang der Beschwerde der Ehefrau des Beschwerde-
führers von der HRC bestätigt wurde. Damit ist zwar glaubhaft, dass die
Ehefrau tatsächlich eine Beschwerde bei der HRC eingereicht hat. Der In-
halt der Beschwerde beruht indessen allein auf den Angaben der Ehefrau
des Beschwerdeführers, weshalb auch diesem Dokument kein relevanter
Beweiswert beigemessen werden kann. Zudem geht aus dem von der Ehe-
frau des Beschwerdeführers ausgefüllten Formular hervor, dass die erste
Menschenrechtsverletzung bereits am 8. Juni 2015 und die restlichen drei
erst im Herbst 2020 stattgefunden haben sollen, was nicht mit den Ausfüh-
rungen des Beschwerdeführers in Einklang steht, wonach seine Ehefrau
nach seiner Ausreise fortwährend von den sri-lankischen Behörden aufge-
sucht worden sei. Auch mit der Aufforderung der HRC vom 29. Oktober
2020 an den Inspektor des Headquarters der Polizeistation in R._,
sich zur Beschwerde der Ehefrau zu äussern, wird nicht belegt, dass sich
der in der Beschwerde dargelegte Sachverhalt tatsächlich zugetragen hat.
Auch die eingereichten HRC-Unterlagen haben hinsichtlich der angebli-
chen Verfolgung des Beschwerdeführers beziehungsweise seiner Ehefrau
keinen Beweiswert.
8.2.4 Schliesslich sind auch die Schreiben von Herrn Z._ vom
20. Oktober 2020 und Y._ vom 30. Oktober 2020 im Kontext als Ge-
fälligkeitsschreiben einzustufen, zumal die darin gemachten Angaben
durch keine weiteren Dokumente belegt werden.
8.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer mit
den neu eingereichten Beweismitteln keinen wiedererwägungsrechtlich be-
deutsamen Sachverhalt hat nachweisen oder glaubhaft machen können.
Das SEM hat daher das Wiedererwägungsgesuch zu Recht abgewiesen.
9.
9.1 Soweit der Beschwerdeführer eine allgemeine Gefährdungslage für
nach Sri Lanka zurückkehrende tamilische Asylsuchende nach der Macht-
ergreifung des Rajapaksa-Clans geltend macht, und auf sein Risikoprofil
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Seite 19
hinweist (LTTE-Hintergrund, behördliche Registrierung, Haftbefehl, Rück-
kehr nach Auslandaufenthalt ohne Reisepapiere, frühere Verhaftungen,
Narben) hat das SEM zutreffend darauf hingewiesen, dass dieses bereits
im Asylentscheid vom 6. Dezember 2019 und im Urteil des Bundesverwal-
tungsgerichts D-137/2020 vom 16. Juli 2020 (E. 5.3.3) gewürdigt worden
seien. Als einzig neuer Sachumstand wurde in diesem Zusammenhang die
abgehaltene Parlamentswahl im August 2020 geltend gemacht. Dabei han-
delt es sich jedoch nicht im eine wesentliche Veränderung, die eine neue
Beurteilung bedingen würde. Der Beschwerdeführer hat im Übrigen auch
nicht ansatzweise dargelegt, inwiefern er persönlich aufgrund des Aus-
gangs dieser Wahlen konkret in flüchtlingsrechtlich relevanter Weise be-
troffen sein soll.
9.2 Hinsichtlich der exilpolitischen Tätigkeiten ist festzuhalten, dass der Be-
schwerdeführer im ordentlichen Asylverfahren noch keine entsprechenden
Aktivitäten geltend gemacht hat. Anlässlich der Anhörung am 18. Juni 2018
hat er die Frage nach politischen Aktivitäten in der Schweiz explizit verneint
(vgl. Akte A11/20 F149). Daraus lässt sich schliessen, dass er zumindest
in den ersten beiden Jahren in der Schweiz politisch nicht aktiv war. Am
(...) 2021 hat er in X._ zwar offenbar an einer Demonstration teil-
genommen, zu der er einige Fotos eingereicht hat. Die Behauptung, er sei
zuständig gewesen, Teilnehmer zu akquirieren und diese zu den Demonst-
rationen zu transportieren, wird hingegen weder mit geeigneten Dokumen-
ten noch sonst wie belegt. Es wird auch nicht beschrieben, inwiefern er
dadurch in der tamilischen Diaspora gut vernetzt sei und er Kontakt zu ta-
milischen Organisationen habe. Das Gleiche gilt für die Fotos der De-
monstrationen auf denen er erkennbar sei, welche auf Social Media veröf-
fentlicht und auf sri-lankischen online-Fernsehsendern gezeigt worden
seien. Es wird ferner auch nicht substantiiert erläutert, inwiefern er sich
über die erwähnte Teilnahme an einer Demonstration hinaus derart intensiv
exilpolitisch betätigt hat, dass mit Blick auf seine Person geschlossen wer-
den müsste, es komme ihm exponierte Stellung innerhalb der exilpoliti-
schen Opposition zu. Beim Einwand in der Beschwerde, nach der De-
monstrationsteilnahme am (...) 2021 sei sein Vater in Sri Lanka am (...)
2021 von Mitgliedern des CID aufgesucht und zu seinem Sohn befragt wor-
den ist, handelt es sich um eine unbelegte und wenig substantiierte Be-
hauptung, zumal weder ausgeführt wird, wie der Beschwerdeführer dies-
bezüglich informiert wurde, noch, welche Auskünfte die sri-lankischen Be-
hörden vom Vater des Beschwerdeführers hinsichtlich seines Sohnes ein-
geholt haben sollen. Der Beschwerdeführer hat deshalb nicht darzulegen
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vermocht, dass er als Oppositioneller ins Visier der sri-lankischen Behör-
den geraten ist und bei einer Rückkehr einer asylrelevanten Gefährdung
zu befürchten hat.
9.3 Insgesamt konnte der Beschwerdeführer keine nach dem rechtskräfti-
gen Abschluss seines ordentlichen Asylverfahrens entstandenen Gründe
geltend machen, die in Bezug die Flüchtlingseigenschaft oder den Vollzug
der Wegweisungsvollzug (Art. 83 Abs. 1–4 AIG) zu einer von derjenigen
des SEM abweichenden Beurteilung führen könnten. Der Vollzug der Weg-
weisung erweist sich demnach nach wie vor als zulässig, zumutbar und
möglich. Diesbezüglich ist auf die ausführlichen Erwägungen im Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts D-137/2020 vom 16. Juli 2020 zu verweisen
(E. 7). Dem Vollzug der Wegweisung steht auch die Corona-Pandemie
nicht entgegen. Bei dieser handelt es sich – wenn überhaupt – um ein tem-
poräres Vollzugshindernis, welchem im Rahmen der Vollzugsmodalitäten
durch die kantonalen Behörden Rechnung zu tragen ist, indem etwa der
Zeitpunkt des Vollzugs der Wegweisung der Situation in Sri Lanka ange-
passt wird (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen
Asylrekurskommission [EMARK] 1995 Nr. 14 E. 8d und e sowie statt vieler
Urteil des BVGer D-4796/2019 vom 27. April 2020 E. 8.9).
10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit auf
diese einzutreten ist.
11.
11.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt
Fr. 1'500.– festzusetzen (Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]).
11.2 Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im
Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG sind abzuweisen, da sich die in der
Beschwerde gestellten Begehren als zum vornherein aussichtslos erwei-
sen.
(Dispositiv nächste Seite)
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