Decision ID: cad2342f-40b1-5c7d-8031-9ba0f2cf2f87
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.2
X._
, geboren 1943, ist seit 1999 mit
Y._
, geboren 1956, verheiratet. Bis zu seiner Pensionierung im Herbst 2008 bewirtschaftete er zu
sammen mit seiner Ehefrau einen Landwirtschaftsbetrieb. Er bezieht seither eine ordentliche einfache Altersrente. Am 1
1.
Juli 2011
meldete er
sich bei der Du
r
chführungsstelle für Zusatz
leistun
gen zur AHV/IV der Gemeinde
A._
(nachfol
gend: DZL) zum
Leistungs
bezug
an (
Urk. 11
/1). Mit Ver
fügung vom 17. August 2011 teilte die DZL dem Versicherten und seiner Ehefrau mit, dass kein Anspruch auf Zusatz
leistungen ab Juli 2011 bestehe, da die anrechenbaren Einnahmen die an
rechen
baren Aus
gaben übersteigen würden. Bei dieser Be
rechnung be
rücksichtigte die DZL ein hypotheti
sches Erwerbseinkommen der Ehefrau von netto
Fr.
39'000.--
pro Jahr
, wovon nach Abzug des Freibetrages von
Fr.
1'500.-- zwei Drittel als Ein
nahmen, mit
hin
Fr.
25'000.-- angerechnet wurden.
Die dagegen erhobene Ein
sprache wies
die
DZL mit
Einspracheent
scheid
vom 6.
Oktober 2011
ab. Mit Urteil vom 31. Januar 2013
hob das
Sozial
ver
sicherungsgericht
des Kantons Zürich den
Einspracheentscheid
vom 6.
Oktober 2011
auf und wies die Sache zur ergänzenden Abklärung des Sach
verhaltes sowie neuem Entscheid über den Anspru
ch auf Zusatzleistungen ab Juli
2011 zurück (Verfahren Nr. ZL.2011.00091; Urk. 14 S. 2 und S. 10).
1.2
Die DZL
gelangte in der Folge an den Versicherten und
seine Ehef
rau
und
forderte diese mit Schreiben vom 30. September 2013 auf, die gemäss dem Ge
richtsurteil offenen Fragen zu beantworten und weitere Unterlagen einzureichen (Urk. 11/4
), was
von Seiten des Versicherten
mit Schreiben vom 14. November 2013 erfolgte (Urk. 11/7.1-4).
Mit Verfügung vom 23. Januar
2014 sprach die DZL
X._
und
Y._
für die Dauer einer Übergangsfrist von sechs Monaten Ergänzungsleistungen vom 1. Juli bis 31. Dezember 2011 in der Höhe von Fr. 1‘921.-- pro Monat zu (Urk. 11/8).
Der Versicherte und seine Ehefrau liessen dagegen mit Schreiben vom 23. Februar 2014 Einsprache erhe
ben mit dem Begehren, es sei ihnen zusätzlich zu den zugesprochenen Zu
satz
leistungen Verzugszins zu vergüten (Urk. 11/11).
Mit weiterer Verfügung vom 23. Januar 2014
verneinte
die DZL
unter Berücksichtigung eines hypo
thetischen Erwerbseinkommens von
Y._
in der Höhe von Fr. 45‘500.-- pro Jahr
einen Anspruch auf Zusatz
leistungen ab Januar 2012
(Urk. 11/10).
Auch d
agegen liess
en
der Versicherte und seine Ehefrau mit Schrei
ben vom
23. Februar 2014 (Urk. 11/12.1) und unter Beilage weiterer Belege (Urk. 11/12.3-6) Einsprache erheben
.
Die
DZL
wies
die
Ein
sprachen
mit
Ein
spracheentscheid
vom 25. März 2014 ab (Urk. 11/13).
2.
Dagegen erhoben der Versicherte und seine Ehefrau m
it Eingabe vom
2
3.
April
201
4
Be
schwerde und beantragten,
dem
Gesuch um Zusatzleistungen zur AHV-Rente vom 11. Juli 2011 sei ohne A
uf
rechnung eines
fiktiven
Ehegatt
en
einkom
mens
auch ab dem 1. Januar 2012 zu entsprechen und es seien Verzugs
zinsen auf alle nachträglichen Zahlungen zu vergüten
(Urk.
1 S.
1
). Die
Beschwerde
gegnerin
verzichtete mit
Eingabe vom 24. Juni 2014
auf eine
Beschwerde
ant
wort
und verwies im Übrigen auf
die Ausführungen im
Ein
spracheentscheid
(
Urk.
10
).
Am 27. Juni 2014 holte das Gericht bei der Regionalen
Arbeitsver
mittlungsstelle
(RAV)
B._
eine
telefonische
Auskunft über die dort vor
handenen Un
terlagen ein (Urk. 13).
Zudem wurde e
ine Kopie des Urteils vom 31. Januar 2013 im Verfahren Nr. ZL.2014.00044 als Urk.
14
zu den Akten ge
nommen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die jährliche Ergänzungsleistung hat dem Betrag zu entsprechen, um den die anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (
Art.
9
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung, ELG). Die anerkannten Ausga
ben und anrechen
ba
ren Einnahmen von Ehegatten sind zusammen
zurechnen (
Art.
9
Abs.
2 ELG).
1.2
Die Ergänzungsleistungen (ebenso wie die kantonale Beihilfe und die
Ge
mein
dezuschüsse
) bezwecken eine angemessene Deckung des Existenzbedarfs, indem sie bedürftigen Rentnern und Rentnerinnen der Alters-, Hinterlassenen- und In
validen
versicherung (AHV/IV) ein regelmässiges Mindesteinkommen sichern sollen. Es gilt deshalb der Grundsatz, dass bei der Anspruchsberechnung nur tatsächlich vereinnahmte Einkünfte und vorhandene Vermögenswerte zu be
rücksichtigen sind (AHI 2001 S.
133 E.
1b mit Hinweisen; Urteil des Bundes
ge
richts P
18/02
vom 9.
Juli 2002 E. 3a). Die Anrechnung eines Ein
kommens bei der Berechnung der Zusatzleistungen, das die betreffende ver
sicherte Person nicht tatsächlich erzielt, ist ausnahmsweise zulässig.
1.3
Die anrechenbaren Einnahmen werden nach
Art.
11 ELG ermittelt. Als Einkom
men anzurechnen sind danach unter anderem auch Einkünfte und Vermögens
werte, auf die verzichtet worden ist (
Art.
11
Abs.
1
lit
. g ELG). Eine solche
Ver
zichtshandlung
nach dem Gesetz liegt rechtsprechungsgemäss vor, wenn die versicherte Person ohne rechtliche Verpflichtung und ohne adäquate Gegen
leistung auf Vermögen verzichtet hat, wenn sie einen Rechtsanspruch auf be
stimmte Einkünfte und Vermögenswerte hat, davon aber faktisch nicht Ge
brauch macht
beziehungsweise
ihre Rechte nicht durchsetzt oder wenn sie aus von ihr zu verantwortenden Gründen von der Ausübung einer möglichen und zumutbaren Erwerbstätigkeit absieht (
BGE 140 V 267
E. 2.2,
nicht publizierte E.
3e des Urteils BGE 128 V 39; B
GE 121 V 204 E. 4a; AHI 2001 S.
133 E. 1b, je mit Hinweisen; Urteil des Bundes
ge
richts P 51/03 vom 2
2.
März 2004 E. 2.2).
1.4
1.4.1
Unter dem Titel des Verzichtseinkommens ist
rechtsprechungsgemäss auch ein hypothetisches Einkommen
der Ehefrau eines EL-Ansprechers anzurechnen, sofern diese auf eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder auf deren zumutbare Aus
dehnung verzichtet. Bei der Ermittlung einer allfälligen zumutbaren Er
werbstätigkeit ist der konkrete Einzelfall unter Anwendung familienrechtlicher Grundsätze zu berücksichtigen. Dementsprechend ist auf das
Alter, den Ge
sund
heitszustand, die Sprachkenntnisse, die Ausbildung, die bisherige Tätigkeit, die konkrete Arbeitsmarktlage sowie gegebenenfalls auf die Dauer der Abwe
senheit vom Berufsleben abzustellen (BGE 117 V 287 E. 3a, 134 V
53 E. 4.1
;
Urteil
des Bundesgerichts
vom 2.
Juli 2012
E.
2.2
; vgl. auch Art.
125
und 163
des Schwei
zerischen Zivilgesetzbuches, ZGB
)
.
Nach der Rechtsprechung zum
(zivilrechtlichen)
nachehelichen Unterhalt be
dingt das Abstellen auf ein hypothetisches Einkommen nicht nur, dass dem betroffenen Ehegatten weitere Anstrengungen zugemutet werden können.
Viel
mehr muss es auch
möglich
sein, aufgrund dieser Anstrengungen ein höheres Einkommen zu erzielen (BGE 137 III 118
E. 2.3
; 137 III 102
E. 4.2.2.2
).
M
angels konkreter Angaben
können b
ezüglich der Höhe des anzurechnenden hypothe
tischen Ein
kommens analog zur Ermittlung des Invalideneinkommens - unter Mitberück
sichtigung der regionalen Gegebenheiten - Tabellenlöhne beigezogen werden, dies insbe
sondere dann, wenn die betroffene Person keiner oder keiner ihr zu
mutbaren Tätigkeit nachgeht (vgl.
BGE 126 V 76 E. 3b/
bb
;
Urteil
des Bun
desge
richts P
28/04
vom 3
0.
August 2004
E. 4.3).
Indessen ist bei der Berech
nung der Ergänzungsleistung als Bedarfsleistung
praxisgemäss
von der kon
kreten
Ar
beitsmarktlage
unter Berücksichtigung der Besonderheiten des Einzel
falles aus
zugehen. Die Ergänzungsleistungen bezwecken eine ange
messene Deckung des Existenzbedarfs, indem sie bedürftigen Rentnern und Rentnerin
nen der AHV und IV ein
regelmässiges
Mindesteinkommen sichern sollen. Es gilt daher der Grundsatz, dass bei der Anspruchsberechnung nur tatsächlich vereinnahmte Einkünfte und vorhandene Vermögenswerte zu berücksichtigen sind.
Massge
bend
ist somit die konkrete persönliche Situation sowie der
Arbeitsmarkt im fraglichen Zeitpunkt in der Nähe des Wohnortes der betreffe
n
den Person (AHI 2001 S. 136 E
. 2d).
1.4.2
Bei der Festlegung des
hypothetischen
Einkommens
ist sodann zu beachten, dass für die Aufnahme und Ausdehnung der Erwerbstätigkeit eine gewisse
An
passungsperiode
erforderlich ist, wobei diese Rücksichtnahme - in An
lehnung an die im Bereich des nachehelichen Unterhalts geltenden Grundsätze
(vgl. Art. 125 Abs. 2 ZGB)
- dadurch erfolgen
kann, dass vor Anrech
nung eines hy
pothetischen Einkommens
eine gewisse realistische Übergangsfrist für die Auf
nahme oder Erhöhung des Arbeitspensums eingeräumt wird.
Des Weite
r
e
n ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass nach einer langen Abwesenheit vom Berufsleben die volle Integration in den Arbeits
markt in einem gewissen Alter nicht mehr möglich ist. Diesbezüglich hat die Recht
spre
chung zum alten Scheidung
srecht eine Altersgrenze von 45
Jahren für einen vollständigen und dauerhaften (Wieder-)Einstieg ins Erwerbs
leben ange
n
om
men. Unter dem neuen, seit 1.
Januar 2000 geltenden Schei
dungs
recht ist - je nach den übrigen zu würdigenden Umständen - eine Erhöhung in Betracht zu ziehen; zudem ist zu be
achten, dass auch Art. 14b
lit
.
c der Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen-
und Invalidenversicherung (ELV)
von der Hypothese ausgeht, dass noch über 50-jährigen Frauen ohne minderjährige Kinder der Wiedereinstieg ins Berufsleben
zumutbar ist, wobei jedoch ein Minimaleinkommen
unterstellt wird. Diese zivil- und EL-rechtlichen Leitlinien sind zu berücksichtigen, wenn in einem konkreten Fall zu entscheiden ist, ob und in welchem Umfang der Ehefrau eines EL-An
sprechers die (Wie
der
)Aufnahme einer Erwerbstätigkeit in einem bestimmten Alter überhaupt noch zugemutet werden kann (zum Ganzen
: Urteil des Bundes
gerichts 8C_172/2007 vom 6.
Februar 2008
E. 4.2 mit Hinweisen).
1.4.3
Unter
dem Blickwinkel der allgemeinen Schadenminderungspflicht
(vgl.
BGE 129 V 460
E. 4.2
i.f
. mit Hinweis)
darf
vom
nicht invaliden
und nicht im AHV-Rentenalter stehenden sowie
im gemeinsamen eheli
chen Haushalt lebenden Ehe
gatten
des EL-
Anspre
chers
mit Blick auf die gemeinsame eheliche Unter
haltspflicht
ohne W
eiteres erwartet werden, dass
er
sämtliche
Einkunfts
möglich
keiten
, über die
er
verfü
gt, auch tatsächlich realisiert
(Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2007 vom 1
4.
April 2008 E. 6.1
mit weiteren Hin
weisen
).
Bemüht sich der Ehegatte trotz Arbeitsfähigkeit nicht oder nur ungenügend um eine Stelle, verletzt er dadurch die ihm obliegende Schade
nminderungspflicht (SZS 2010 S.
48
, 9C_184/2009;
Urteil des Bundesgerichts
9C_326/2012
vom 2.
Juli 2012
E. 2.2 mit Hinweisen
).
1.4.4
Die objektive Beweislast dafür, dass kein Eink
ommensverzicht im Sinn von Art.
11 Abs.
1
lit
.
g ELG vorliegt, weil die Arbeitskraft auf dem konkreten Arbeitsmarkt nicht verwertbar ist, liegt bei
m Leistungsansprecher (Urteil des Bun
desgerichts 9C_326/2012 vom 2. Juli 2012 E. 4.4)
.
Auch
ausserhalb
des An
wendungsbereichs von
Art.
14a f. ELV kann eine (in grundsätzlicher oder
mass
licher
Hinsicht) fehlende Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit nur angenom
men werden, wenn sie mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit (BGE 126 V 353
E. 5b) feststeht
. Bei der Feststellung des Sachverhalts hat der
Leistungsanspre
cher
trotz Geltung des Untersuchungsgrundsatzes (vgl.
Art.
43
Abs.
1 resp.
Art.
61
lit
. c ATSG) mitzuwirken (
Art.
28 ATSG
; Urteil des Bundesgerichts
9C_946/2011 vom 1
6.
April 2012
E. 3.2).
1.4.5
Von einem hypothetisch ermittelten Einkommen der Ehefrau des EL-An
spre
chers sind sodann - ebenso wie bei den hypothetischen Einkommen nach
Art.
14a und 14b
ELV
- gemäss
Art.
11
Abs.
1
lit
. a ELG bei E
hepaaren jährlich insgesamt Fr.
1’500.- abzuziehen und vom Rest zwei Drittel anzurechnen. In
so
fern sind hypothetische Einkünfte in gleicher Weise zu privilegieren wie tat
sächlich erzielte (Urteile des
Bundesgerichts P
18/02
vom 9.
Juli 2002
E
.
1c und
P 51/03
vom 2
2.
März 2004
E. 2.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
auf den Standpunkt,
sie habe von den Beschwerdeführenden die zur
Sachverhalts
abklärung
gemäss dem Urteil des Sozialversicherungsgerichts und zum Nach
weis einer intensiven Arbeitssuche fehlenden Unter
lagen eingefordert. Diese seien innert angesetzter Frist nicht eingereicht worden.
Daher hätten die vom Sozialversicherungsgericht angeordneten ergänzenden Abklärungen nicht vor
genommen werden können. Zudem sei der Beschwerdeführenden 2 eine ange
messene Übergangsfrist zur Arbeitssuche von sechs Monaten gewährt wor
den. Für die weitere Anspruchsberechnung habe anhand der
vorliegenden Akten und unter
Beizug
einer Mindestlohntabelle entschieden werden müssen.
Die Ableh
nung des Anspruchs ab Januar 2012 werde damit begründet, dass bis dato we
der Belege über Arbeit
s
bemühungen noch der beantwortete Fragebogen zur Ab
klärung der Arbeitsfähigkeit sowie weitere fehlende Unterlagen vorlagen. Auch habe keinerlei Begründung vorgelegen, weshalb
die Beschwerde
füh
rende 2 keiner Erwerbstätigkeit nachgehen könne.
Da sie bereits seit 12 Jah
ren in der Schweiz mit einem perfekt Deutsch sprechenden Ehemann zusam
menlebe und bis Oktober 2008 eine strenge Erwerbstätigkeit ausgeübt habe,
könne davon aus
gegangen werden, dass eine Hilfsarbeiter-Tätigkeit für sie zumutbar und
möglich sei. Aufgrund von Art. 21
Abs.
4 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG) hätte sich die Beschwerde
führende 2 bereits im Oktober 2008 beim RAV anmelden müssen. Sie würde heute zweifellos in einer Erwerbstätigkeit stehen und ein durchschnittliches Bruttosalär von mindestens Fr. 3'500.-- pro Monat erwirtschaften. Die Be
schwerdeführenden hätten es in den letzten Jahren versäumt, ihre finanzielle Situation zu verbessern und somit ihre Schadenminderungspflicht ver
nach
läs
sigt.
Ebenfalls sei die Mitwirkungs- und Schadenminderungspflicht mit der Nichteinreichung der mit Schreiben vom 30. September 2013 verlangten Unter
lagen und Belegen ein weiteres Mal grob verletzt.
Daher bestehe auch kein An
spruch auf Verzugszins. Denn
Verzugszins müsse gemäs
s
Rz
4510.03 der Weg
leitung
des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV)
über
die
Ergän
zungs
leistungen
zur
AHV und IV (WEL)
nur
geleistet werden, wenn
die ver
sicherte Person ihrer Mitwirkungspflicht vollumfänglich nachgekommen sei
(Urk. 2 S.
2
f.
).
2.2
Dagegen wenden die Beschwerdeführenden ein,
die
im Jahr 1956
in
C._
gebo
rene Beschwerde
führende 2 habe seit ihrer
Heirat
am
3. Dezember
1999 auf dem entlegenen
gepachteten
Bau
ernhof des Beschwerdeführenden 1
gelebt, wel
chen sie zusam
men geführt hätten.
Das schon bis anhin
geringe Einkommen habe
nun
für zwei Personen genügen müssen. Dies sei nur möglich gewesen, weil sie äusserst bescheiden gelebt hätten. Durch die Abgeschiedenheit des Bauern
hofes
und die ablehnende Haltung der Bevölkerung in der Gemeinde sei sie ausserordentlich scheu geworden und sei sehr wenig mit anderen Personen zusammen gekommen, weshalb sie kaum Deutsch spreche.
Seit der Auf
gabe des Bauernbetriebes hätten sie bisher vergeblich versucht, eine Arbeit für sie im Bekanntenkreis zu finden.
Ab Oktober 2011 sei sie dabei vom RAV
B._
unterstützt worden.
Trotz des Besuches eines Deutschkurses v
om 16. Januar bis 4. April 2012
befinde sie sich noch auf dem Niveau A0. Wie den RAV-Akten zu entnehmen sei, sei ihre Chance auf eine Arbeit als sehr gering eingestuft wor
den und sie sei von der Stellensuche befreit worden, zumal
der Beschwerde
füh
rende 1
sie bei der Stellensuche
wegen mehreren Spitalaufenthalten
nicht habe unter
stützen können
. Auch sei
s
ie ausgewiesen
e
Analphabetin
.
Das an
gerech
nete hypothetische Einkommen von Fr. 45‘000.-- sei eine unrea
li
stische und unzu
mutbare Grösse. Bereits mit Urteil vom 31. Januar 2013 sei ein Ein
kommen von Fr. 39‘000.-- nicht bestätigt worden. Ohne Ausbildung und mit einer nur ge
ringen
Schulbildung
genüge sie den im Arbeitsmarkt üblichen An
forderungen in keiner Weise. Auch seien sie
, die Beschwerdeführenden,
ihrer
Schadenmin
derungspflicht
ihren Möglich
keiten entsprechend nachgekommen
, weshalb sie Anspruch auf Verzugszinsen gemäss
Rz
4510.01 WEL hätten
.
Denn sie
h
ätten
mit dem Schreiben vom 14. November 2013
diverse Unterlagen
ein
gereicht und die Fragen gemäss dem Frage
bogen beantwortet. Die Kor
respondenz mit dem RAV und der schriftliche Nachweis der
Stellen
bewer
bungen
hätten
nicht erbracht werden können, da es ausser den Terminen für die Beratungsgespräche keine Korrespondenz gegeben habe. Die Kommunikation habe
mündlich in den Beratungsgesprächen oder telefonisch stattgefunden. Die Beschwerdeführende 2
habe sich als Anal
phabe
tin nicht schriftlich auf
Stel
leninserate
bewerben kön
ne
n
.
Der Beschwerde
füh
rende 1 habe sich jeweils telefonisch bei den Arbeitge
bern gemeldet.
Zudem
sei im Schreiben vom 14.
November 2013 bestätigt wor
den, dass die RAV-Mitar
beiterin vollum
fänglich Auskunft geben könne. Die Beschwerdegegnerin habe sich indes bei dieser nie gemeldet
(Urk. 1).
2.3
Streitig und zu prüfen ist
zunächst
, ob der
Beschwerdeführenden 2
ab
Januar 2012
die Aufnahme einer Erwerbs
tätig
keit
mit einem Brutto-Jahreseinkommen von Fr. 45‘500.--
zumutbar gewesen wäre und
die
Beschwerdegegnerin bei der
ZL-Berechnung
deswegen unter dem Titel des Verzichtseinkommens (
Art. 11 Abs. 1
lit
. g ELG) ein
solches
hypothetisch
es
Jahres
einkommen
zu Recht
berück
sichtig
te
.
3.
3.1
Im
Urteil vom 31.
Januar 2013 (Verfahren Nr. ZL.2011.00091
, Urk. 14
) wurde
b
ei
der damaligen
Aktenlage
bereits
festgehalten, dass
die geringen
Deutsch
kenntnisse
und das Alter der Be
schwerdeführende
n
2
von 54 Jahren
der Auf
nahme einer Erwerbs
tätigkeit
trotz
längerer Abwesenheit vom Arbeitsmarkt ins
be
sondere bei Hilfs
tätigkeiten und nach fast 12 Jahren Wohnsitz in der Deut
schen Schweiz in ehelicher Ge
mein
schaft mit einem D
eutsch sprechenden Ehe
gatten grund
sätzlich nicht ent
gegen
stünden
,
aber
dass diesen Umstände
n
bei der Höhe des zu
mutbaren Ein
kom
mens und mittels Übergangsfrist Rech
nung zu tragen
sei (E.
3.2.1)
.
Ausserdem wurde bestimmt
, dass
eine
Über
gangsfrist
zu berück
sichtigen sei, die jedenfalls länger als bis zum 6. Okto
ber 2011 andauern müsse
, und
dass
bei der Be
messung der Höhe des hypo
thetischen Einkommens
angesichts des Alters der Beschwerdegegnerin
das
Minimaleinkommen
nach Art. 14b
lit
. c ELV
beachtlich
sei
(E. 3.2.2
und
E. 1
.
4.2
)
.
Mangels ge
nü
gender Sachverhaltsgrundlage
offen gelassen
wurde
die Bestimmung des Pensums
einer
zu
mut
baren
und realistischen
Erwerbstätigkeit
sowie
der genauen Höhe des
realistischerweise
erzielbaren Ein
kommens
. Dies
und die genaue Dauer der angemessenen Übergangszeit
galt es
von der Beschwerde
gegnerin nach ergän
zenden Abklärungen
zum Lebenslauf und
zu den erworbenen respektive
ver
wertbaren Fähig
keiten sowie
spezifischen
Kenntnissen der
Beschwerde
führen
den
2
neu
festzu
setzen
(E. 3.2.1
und E. 3.3
)
.
Von dem im Urteil
vom 31. Januar 2013
derart
Erkannten
ist in diesem Verfah
ren auszugehen
, was i
nsbesondere
auch
für die Feststellungen zum damaligen
Alter
der Beschwerdeführenden 2
und der grundsätzlichen Zumut
barkeit einer Erwerbstätigkeit
gilt
.
Die Übergangszeit,
während
de
r
von der Anrechnung eines hypothetischen Ein
kom
mens jedenfalls abzusehen ist, wurde von der
Beschwer
degegnerin
nun
mehr auf sechs Monate angesetzt. Diese Dauer ist nicht zu beanstanden und wurde als solches denn auch nicht bestritten. Zu
bestimmen bleibt
damit einzig
die zumutbare und
realistischerweise
mögliche
Höhe
des hypothetischen Einkommens ab Januar 201
2.
3.2
3.2.1
Betreffend den
massgeblichen
Sachverhalt
ist dem
Urteil vom 31. Januar 2013 (Verfahren Nr. ZL.2011.00091) Folgendes
zu entnehmen
: Di
e Be
schwerde
füh
rende 2
stamme
aus
C._
, wo sie Ende 1956 geboren
worden sei
. Gemäss den Ausführungen i
n der Be
schwerdeschrift verfüge
sie über keine Aus
bildung, über eine nur geringe Schul
bildung und geringe Deutschkenntnisse. Seit ihrer Ein
reise in die Schweiz im Jahr 1999
sei
sie aus
schliesslich im Land
wirt
schaftsbe
trieb des Ehegatten tätig und in der Schweiz - soweit aktenkundig - nie aus
serhalb erwerbstätig
gewesen
. Den Akten
sei
zu entnehmen, dass sie sich am 19. Oktober 2011 bei der Arbeitslosenversicherung zur Arbeits
ver
mittlung für einen Beschäftigungsgrad von 50 % an
gemeldet
habe
. Pflege- und/oder
Kinder
betreuungspflichten
seien
weder behauptet
worden
noch
seien
solche den Akten zu entnehmen. Auch
sei
k
eine Einschränkung der Arbeits
fähigke
it aus gesund
heitlichen Gründen
auszumachen und/oder be
hauptet.
D
ie
nunmehr vorliegenden
Akten
best
ätig
en im Wesentlichen diese Sach
ver
halte
.
Weiterhin sprechen weder gesundheitliche Gründe noch Pflege-/
Kinder
betreuungspflichten
gegen eine Erwerbstätigkeit.
Die Beschwerde
füh
rende 2 verfügt
ansonsten
abgesehen von der
Erfahrung zur
einfachen
Haus
halts
füh
r
ung (allerdings ohne Bügeln)
mit häuslicher Gar
tenarbeit
und
der
Mithilfe im landwirtschaftlichen Aufgaben
bereich
(Urk. 3/1, Urk. 11/12.6)
weder über besondere zusätz
liche Kennt
nisse, Arbeitserfahrung oder eine Schul- oder Aus
bildung, auf die sie bei einer Erwerbstätigkeit zurück
greifen könnte. Im Gegen
teil ist von be
son
deren sprachlichen Schwierigkeiten auszugehen. So war/ist
ge
mäss
den Unter
lagen des RAV
B._
das Erlernen der deutschen Sprache
a
ls
Primär
analphabetin
und ohne Deutschkenntnisse
sehr schwierig. Der Sprach
kurs
D._
vom 16. Ja
nuar bis 5. April 2012
(Urk. 3/2)
erbrachte
gemäss
der Rückmeldung der Kursleitung vom 21. März 2012 daher keine Verbesserung der
Deutsch
kenntnisse
im Lesen, Spre
chen und Schreiben. Lediglich die auditiven Sprach
kennt
nisse hätten sich leicht verbessert (Urk. 11/12.7).
Über weitere Fremd
sprachenkenntnisse verfügt sie nicht.
Gemäss
dem Lebenslauf der Be
schwerde
führenden 2
ist ihre Mut
terspra
che
E._
(
Urk.
11/7.4)
,
gemeint ist wohl die
E._
Amts
sprache
F._
oder einer der Stammessprachen
in
C._
.
Vor ihrer Einreise in die Schweiz
lebte sie
gemäss
den An
gaben im Lebenslauf und den Antworten im Fragebogen der Beschwerdegegnerin
zudem
ausschliesslich
in
C._
. Sie sei in ärmlichen Ver
hältnissen aufgewachsen und während zirka fünf Jahren nur
unregelmässig
zur Schule gegangen, da ihre Eltern die Schulkosten nicht hätten bezahlen können. Eine Ausbildung habe sie keine.
In ihrer Heimat habe sie sporadisch und ein paar Stunden pro Monat in einer Weberei gearbeitet.
Auf dem Bauernhof des Be
schwerde
füh
rend
en
1 habe sie nach der Heirat im Jahr 1999 bis
zu seiner
Pen
sionierung mitgeholfen, Gartenarbeit und den Haushalt erledigt.
Seit seiner
Pensionierung
und der Aufgabe des
Landwirtschaft
s
betrie
bes
im Jahr 2008 führe sie den Haushalt
. In der Freizeit gehe sie ab und zu Schwimmen und Spazieren
(
Urk. 3/1,
Urk. 11/.1,
Urk. 11/7.4, Urk. 11/12.6).
Im
prozessorientierten Beratungsprotokoll der RAV
B._
betreffend die Beratungszeit vom 26. Oktober 2011 bis 13. Juli 2012
wurde zudem fest
gehal
ten, die Beschwerdeführende
2 sei sehr scheu
und spreche sehr wenig Deutsch
.
Die Anforderungen an die Stellensuche sei auf
grund der speziellen Situation und im Hinblick darauf, dass sie
nicht an
spruchsberechtigt sei, au
f fünf bis sechs Bewerbungen pro Monat
festgelegt worden. Es sei ihr das
Blatt für den Nachweis der
persönliche
n
Arbeit
sbemühungen erklärt worden. Sie sei indes mit der Situation überfordert. Da sie nicht schreiben könne, habe ihr Ehe
mann das Ausfüllen übernommen. Das Ausfüllen des Antrages und das Erstellen des Lebenslaufes sei von der Treuhänderin übernommen worden
. Da der Be
schwer
deführende 1 in jenem Jahr schon drei
m
al
habe hospitalisiert werden müssen
,
könne er seine
Ehefrau bei der Stellensuche nicht
unterstützen
.
Die erfolgten mündlichen Arbeitsbemühungen seien ohne Erfolg geblieben. Es würden ihr Deutschkenntnisse und berufliches Knowhow fehlen
. Da keine
Anspruchs
be
re
chtigung
(von der Arbeitslosenversicherung)
bestehe, sei die Unterstützung
durch das RAV
per Ende Juli 2012 beendet worden
(Urk. 11/12.3).
3.2.2
Vor diesem Hintergrund, insbesondere aufgrund der Sprachschwierigkeiten der Beschwerdeführenden 2 und ihrer fehlenden Arbeitserfahrung auf dem schwei
zerischen Arbeitsmarkt, fallen nur rudimentäre Hilfstätigkeiten in Be
tracht, die keine oder höchstens einfachste Instruktionen und keine schrift
liche und höchst einfache mündliche Kommunikation bedingen.
Die Beschwerdegegnerin ging von
einem Bruttoeinkommen von Fr. 3‘500.-- x 13 für eine 100%ige Tätigkeit aus. Und zwar verwendete sie als Grundlage für dieses Einkommen den Lohnrechner des schweizerischen Gewerkschaftsbundes betreffend die Reinigungsbranche, der sich auf die Lohnstrukturerhebung (LSE 2010) bezieht
,
bei dessen Angaben der 13. Monatslohn indes schon inbegriffen ist (
Urk.
11/9 S.
1
).
Zu beachten ist
zudem auch
, dass es sich hier nach der nunmehr vorliegenden Aktenlage nicht nur um eine berufliche Wieder
einglie
derung nach längerer Abwesenheit vom Arbeitsmarkt, sondern um
eine
gänzli
ch
e
Neueingliederung in den Arbeitsmarkt
im Alter über 54 Jahren
handelt.
Da
aus Sicht eines Arbeitsgebers der
Beschwerdeführenden
2
Schul- und Ausbil
dung,
Arbeits
- und Berufs
erfahrung
in einer Erwerbstätigkeit
, Referenzen und weitgehend
auch
die Kommunikationsfähigkeit
fehlen
,
ist die Chance,
eine
100%ige
Festanstellung
zu erhalten,
auch
bezogen auf eine
Hilfs
tätigkeit
ohne berufliche
Eingliederungsmassnahmen
realistischerweise
nicht über
wiegend wahrscheinlich.
In Frage kommen
daher lediglich
teilzeitliche,
stundenweise, temporäre oder saisonale Einsätze etwa in der Landwirtschaft, in
Privathaus
halten
, in der Reinigungsbranche und
im Küchendienst
in der Gastronomie.
Da es sich um eine erste Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt in fortgeschrit
tenem Alter handelt und angesichts der
rudimentären
beruflichen Ressourcen, ist in Anlehnung an die zivilrechtliche Praxis
(vgl. etwa
Urteil
des Bundesge
richts
5A_21/2012
vom 3. Mai 2012
E.
3.3
) und mit Blick auf das
Minimalein
kommen
nach Art. 14b
lit
. c ELV
in Verbindung mit Art. 14b
lit
. a ELV (zwei Drittel des doppelten Höchstbetrages nach Art. 10
Abs.
1
lit
. a ELG,
in der im Jahr 2012 gültig gewesenen Fassung: Fr.
19‘050.--
)
somit
von der
Möglichkeit und
Zumutbarkeit
lediglich
einer Teilzeittätigkeit
mit einem Bruttoeinkommen, das über das Minimaleinkommen im Jahr 2012 von
Fr. 25’400.--
(2 x Fr. 19‘050.-- x 2/3), nicht hinausgeht,
auszu
gehen.
3.
3
3.3.1
Hinsichtlich der
Begründung der Leistungsablehnung der Beschwerdegegnerin
im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) ist zudem auf die Ausführungen
im Urteil vom 31. Januar 2013
zu verweisen. Bereits dort wurde
festgehalten,
dass der Umstand, dass sich die Beschwerdeführende 2 nicht bereits nach Aufgabe des Landwirtschaftsbetriebes respektive nach der Pen
sionierung ihres Ehegatten im
Herbst 2008 beim RAV angemeldet
habe
, entgegen der Ansicht der
Be
schwer
degegnerin
nicht bereits ihre Schadenminderungspflicht, die sich
zudem
nicht nach
Art. 21 Abs. 4 ATSG richte (vgl. Urteile des Bundesgericht 9C_602/2011 vom 24. Oktober 2011 E. 3.3 und 9C_326/2012 vom 2. Juli 2012 E. 4.2)
, verletzt habe
. Auch wurde bereits im Urteil
vom 31. Januar 2013
ausgeführt, dass e
nt
gegen
der Argumentation der Beschwerdegegnerin die lang
jährige Mithilfe im Landwirtschaftsbetrieb des Ehegatten nicht bereits einer Erwerbstätigkeit gleichkomme und insbesondere nicht einer erfolg
reichen berufli
chen Einglie
derung in dem Sinne gleichzusetzen sei, dass eine solche Tätigkeit im Aufga
benbereich ohne Weiteres einer vollen Integration im Arbeitsmarkt gleichkäme
(E.
3.3.2
, Urk. 14 S. 8
).
Dies gilt weiterhin auch in diesem Verfahren.
3.3.2
Unzutreffend ist sodann auch, dass die Beschwerdeführenden auf das Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 30. September 2013 derart nicht reagiert hätten, dass sie dadurch ihre Mitwirkungs- und Schadenminderungspflicht grob verletzt hätten
(Urk. 2 S. 2).
Denn die Beschwerdeführenden liessen bereits mit Schrei
ben vom 14. November 2013, mithin vor Erlass der Verfügungen vom 23. Januar 2014 (
Urk.
11/8, Urk. 11/10)
, durch ihre Treuhänderin
einen Teil der
Belege einreichen und die Fragen gemäss dem
zuge
stellt
en Fragebogen beant
worten respektive ausführen, dass kaum Korrespondenz bestehe und die zustän
dige Mitarbeiterin
des RAV
B._
bereit sei, Fragen zu beantworten (Urk. 11/7.1-4). Dass die Antworten vorderhand nicht direkt im Fragebogen (
Urk.
11/4
) festgehalten wurden, schadet nicht, da die Antworten weitreichend im Schreiben vom 14. November 2013 beantwortet wurden oder/und sich aus den Beilagen ergaben.
Ausserdem wurde angeboten, bei einem persönlichen Gespräch all
fällige weitere Fragen zu klären und Unterlagen zu übergeben (Urk. 11/7.1).
Darauf ist die Beschwerdegegnerin - soweit aktenkundig - nicht eingegangen und
sie
hat die Beschwerdeführenden auch nicht zur Ergänzung
der Unterlagen
aufge
fordert
(vgl. das
-
auch im
Gebiet der
Zusatz
leistungen
geltende
-
Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
nach Art. 43
Abs.
3 in Verbindung mit Art. 28
Abs.
2 ATSG;
Urteil des Bun
desgerichts
9C_180/2009 vom 9.
September 2009
E. 4.2.1
mit Hinweis
)
.
Ebenfalls nichts
für
eine Ver
letzung
der Mitwirkungspflicht ist aus dem Umstand abzu
leiten, dass dem Schreiben der Treuhänderin der Be
schwerdeführenden keine Vollmacht beigelegt worden
ist
. Denn aus dem Schreiben selbst ergaben sich genügend Hinweise darauf, dass sie die Be
schwerdeführenden vertritt, weshalb die Beschwerdegegnerin sie zur Ein
reichung einer Vollmacht hätte aufford
ern müssen. Eine solche wurde
sodann mit den
Einspracheschreiben
vom
25. Fe
bruar 2014 zusammen mit weiteren Belegen und Angaben nach
gereicht (Urk. 11/11-12.1-9).
3.4
Im Ergebnis
ist
das von der Beschwerdegegnerin in der Berechnung der Zu
satz
leistungen ab Januar 2012 angerechnete
hypothetische
Ehegatten
ein
kommen
von Fr. 45‘500.-- als zu hoch einzustufen und es ist dagegen der
Be
trag von Fr. 25’400.-- zu berück
sichtigen.
4
.
4
.1
Zu beurteilen ist des Weiteren, ob
die Beschwerdegegnerin zu Recht
k
einen
Ver
zugszins
auf
d
en
ZL-
Leistungen ab Juli 2011 ver
gütet
hat.
Gemäss Art. 26 Abs. 2 ATSG
werden die Sozialversicherungen für ihre Leistun
gen nach Ablauf von 24 Monaten nach der Entstehung des Anspruchs, frühes
tens aber 12 Monate nach dessen Geltendmachung verzugszinspflichtig
, sofern d
ie versicherte Person ihrer Mitwirkungspflicht
vollumfänglich nachge
kommen ist
.
Nach Art. 7
Abs.
1 der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialver
sicherungsrechts (ATSV) beträgt de
r Satz für den Verzugszins 5 Prozent im Jahr.
Der Verzugszins wird monatlich auf dem bis Ende des Vormonats auf
ge
laufenen Leistungsanspruch berechnet. Die Zinspflicht beginnt am ersten Tag des Monats, in welchem der Anspruch auf Verzugszinsen entstanden ist, und endet am Ende des Monats, in welchem der Zahlungsauftrag erteilt wird
(Abs.
2)
.
4
.2
Festzuhalten ist, dass die Beschwerdeführenden ihre Mitwirkungspflicht nicht verletzten, wie sich aus der Erwägung 3.3 hiervor ergibt.
Bei Erlass der Verfügung vom 23. Januar 2014 waren
bereits
24 Monate seit Entstehung des Leistungsanspruchs am
1.
Juli 201
1
(Urk. 11/8) vergangen.
Ein Anspruch auf Zins von 5
%
auf d
en
Leistungen ab dem
1.
Juli 2013
bis zum
Ende des Monats, in welchem der Zahlungsauftrag erteilt wird
,
ist daher zu bejahen.
5.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist
der
Einsprache
entscheid
vom
25. März 2014
(
Urk.
2)
somit aufzuheben
und
es ist festzustellen, dass
die Beschwerdeführenden auf die Zusatzleistungen ab dem
1.
Juli 2011 Anspruch auf Verzugszins von 5
%
ab dem
1.
Juli 2013 haben, und
es ist
die Sache an die Gemeinde
A._
,
Durchfüh
rungsstelle
für Zusatzleistungen zur AHV/IV,
zurück
zuweisen
, damit
sie
den Anspruch auf Zusatz
leistungen des Beschwerde
führers ab
Januar
2012
unter Berücksichtigung eines hypothetischen Ein
kom
mens von
Fr. 25’400.--
neu
berechne und darüber sowie
über
den Zinsanspruch im Sinne der Erwägungen
verfüge.
6.
Ausgangsgemäss haben die vertretenen Beschwerdeführenden Anspruch auf eine Parteientschädigung (
Art.
61
lit
. g des Bundesgesetzes über den Allgemei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Diese ist auf Fr. 700.--
(inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzulegen und die Pflicht zur Bezahlung der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.