Decision ID: 56eb0125-dbe2-4e69-bee7-7a76b5e91ee2
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966, absolvierte eine Ausbildung als
Maschinenmechani
ker
und war von 1990 an bei der
Y._
AG als Computerfachmann tätig. Am 15. März 1996
meldete der Versicherte sich
wegen eines aufgrund des
Ver
kehrsu
nfalls vom 10. März 1995 erlittenen Schleudertraumas bei der Eidgenös
sischen Invalidenversicherung zur Berufsberatung, Umschulung,
Wiederein
schulung
, Arbeitsvermittlung und zum Rentenbezug an (
Urk.
5/2). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, nahm erwerbliche und medizinische Abklärungen vor, insbesondere zog sie die Akten der Schweizeri
schen Unfallversicherungsanstalt (Suva) bei. Die Suva gab bei
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, von der Psychiatrischen Poliklinik des
A._
ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag, welches dieser am 20. April 1999 erstattete
und am 7. Juli 1999 auf Zusatzfragen hin ergänzte
(
Urk.
5/29
,
Urk.
5/31
).
Der Versicherte liess daraufhin das psychiatri
sche
s
Privatgutachten von
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 19. Oktober 1999 ausfertigen (
Urk.
5/37/10-40). Sodann gab die Suva bei
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
D._
des
E._
das psychiat
rische
Obergutachten vom 30. Juli 2002 in Auftrag (
Urk.
5/3-78). Mit den Verfügungen vom 23. Mai 2003 sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab dem 1.
März 1996 eine ganze Invalidenrente zu (
Urk.
5/65).
Die Suva sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 18. Juni 2003 basierend auf einem Vergleich ab dem 1. Januar 2003 eine Invalidenrente von 70
%
und eine
Integritätsent
schädigung
für eine Integritätseinbusse von 25
%
zu (
Urk.
5/69). Nach von Amtes wegen durchgeführten Rentenrevisionen bestätigte die IV-Stelle mit Mitteilungen vom 17. Juni 2004 (
Urk.
5/84) und vom 7. August 2007
(
Urk.
5/91)
den Anspruch au
f eine ganze Invalidenrente.
1.2
Im November 2010 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen eine weitere
Rentenre
vision
ein (
Urk.
5/95). Sie liess den Versicherten Fragen beantworten (
Urk.
5/94,
Urk.
5/103) und nahm erwerbliche sowie medizinische Abklärungen vor (
Urk.
5/96,
Urk.
5/97
,
Urk.
5/98,
Urk.
5/103,
Urk.
5/111,
Urk.
5/117
). Vor allem gab die IV-Stelle bei der
Medas
F._
ein polydisziplinäres (allgemeininternistisches, rheumatologisches, psychiatrisches) Gutachten in Auftrag, welches am 1
2.
Juni 2012 erstattet wurde (
Urk.
5/125). Mit Vorbe
scheid vom 5. Oktober 2012 stellte die IV-Stelle dem Versicherten eine Reduk
tion der ganzen Invalidenrente auf eine
Dreiviertelsrente
in Aussicht (
Urk.
5/130), wogegen der Versicherte Einwand erheben liess (
Urk.
5/136). Mit neuem Vorbescheid vom 17. Juni 2013 wurde dem Versicherten die Reduktion
der ganzen auf eine halbe Invalidenrente angekündigt (
Urk.
5/139) und ihm mit Schreiben vom gleichen Tag eine Schadenminderungspflicht (
psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung inklusive antidepressiver Medikation, voll
ständige Abstinenz von Cannabis
) auferlegt
(
Urk.
5/138)
.
Gegen den Vorbe
scheid vom 17. Juni 2013 liess der Versicherte am 19. August 2013 wiederum Einwand erheben (
Urk.
5/145). Mit Mitteilung vom 26. Juni 2014 hielt die IV-Stelle fest, dass keine
beruflichen
Eingliederungsmassnahmen aufgenommen würden (
Urk.
5/151)
,
und mit
Verfügung vom 2
2.
Oktober 2014 wurde die bis
herige ganze Invalidenrente auf den ersten Tag des zweiten Monats nach Zust
ellung d
er Verfügung auf eine halbe Invalidenrente herabgesetzt (
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 2
2.
Oktober 2014 (
Urk.
2) erhob der Versicherte, ver
treten durch Rechtsanwalt
Dr.
iur
. Rudolf Strehler, am 24. November 2014 Beschwerde, wobei er beantragte, die angefochtene Verfügung s
ei
aufzuheben und ihm sei weiterhin eine ganze Invalidenrente auszurichten (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
Januar 2015 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
4).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe
Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Si
nne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar
.
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswür
digung
und Durchführung eines Einkommensverglei
chs
beruht (BGE 134 V 131 E. 3 und 133 V 108 E. 5.4 mit Hinweis). Nach der bundesgerichtlichen Recht
sprechung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durchgeführten Revision keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhält
nisse festgestellt wurde (Art. 74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invalidenversi
cherung [
IVV
]
) und die bisherige Invalidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (Art. 74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer (ordentlichen) rechts
kräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte entschei
dend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nötig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
set
zung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medi
zinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerun
gen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die
rechts
anwendende
Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Expert
e oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die IV-Stelle hielt in der Verfügung vom 2
2.
Oktober 2014 fest, dass die
Schluss
bestimmung
der Änderung des IVG vom 18. März 2011
entgegen ihren Ausführungen im Vorbescheid vom
17. Juni 2013
(
Urk.
5/139
) nicht zur Anwendung k
omme
, da der Versicherte mehr als fünfzehn Jahre lang eine Invalidenrente bezogen habe. Es liege jedoch eine Verbesserung des Gesund
heitszustands vor, da ausser der mittelgradigen depressiven Störung keine psychischen Störungen mehr feststellbar seien. Der Versicherte könne zu 50
%
einer angepassten Tätigkeit nachgehen, wobei die angestammte Tätigkeit als
PC-Berater auch angepasst sei. Es resultiere im Einkommensvergleich ein
Inva
liditätsgrad
von 53
%
und somit noch ein Anspruch auf eine halbe Invaliden
rente (
Urk.
2).
2.2
Der
Beschwerdeführer
liess insbesondere geltend machen, dass sein
Gesund
-
heits
zustand
sich nicht verbessert, sondern vielmehr verschlimmert habe, weshalb es an einem Grund für eine Rentenrevision fehle. Zudem habe die IV-Stelle das Validen- und das Invalideneinkommen
unzutreffend
festgelegt sowie einen zu geringen behinderungsbedingten Abzug vom Invalideneinkommen vorgenommen. Es sei ihm weiterhin eine ganze Invalidenrente auszurichten (
Urk.
1).
2.3
Zwischen den Parteien besteht inzwischen Einigkeit, dass eine Revision nach der Schlussbestimmung der Änderung des IVG vom 18. März 2011 nicht in Frage kommt, da der Versicherte seit mehr als fünfzehn Jahren eine ganze Invalidenrente bezieht (
Urk.
2 S. 6-7,
Urk.
5/145). Es ist jedoch umstritten, ob die Invalidenrente im Rahmen einer Rentenrevision nach Art. 17 ATSG zu redu
zieren ist (
Urk.
1,
Urk.
2).
Da die Mitteilungen zur Rentenbestätigung vom 17. Juni 2004 (
Urk.
5/84) und vom 7. August 2007 (
Urk.
5/91) lediglich auf kurzen Verlaufsberichten des behandelnden
Hausa
rztes
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, vom 1. Juni 2004 (
Urk.
5/82)
beziehungsweise
vom 24. Juli 2007 (
Urk.
5/
89
)
beruhten, ist im Rahmen jener Rentenrevisionen keine umfassende materielle Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung erfolgt. Es ist somit der Gesundheitszustand im Zeitpunkt der
ursprünglich
en
rentenzusprechenden Verfügung vom 23. März 2003 (
Urk.
5/65)
mit demjenigen im
Zeitpunkt der angefochtenen
Verfügung
vom 2
2.
Oktober 2014 (
Urk.
2) zu vergleichen
um abzuklären, ob ein Rentenrevisionsgrund vorliegt
.
3.
3.1
3.1.1
Es ist zunächst auf die ärztlichen Gutachten einzugehen, welche bei der
ursprüng
lichen
Zusprechung der
ganzen
Invalidenrente am
23. März 2003 (
Urk.
5/65) vorlagen.
Die
Invalidenrente
wurde
dem Versicherten insbesondere basierend auf dem psychiatrischen Obergutachten von
Dr.
C._
zugesprochen, welches sich mit den beiden psychiatrischen Gutachten von
Dr.
Z._
und
Dr.
B._
auseinandersetzte.
Dr.
Z._
nannte im von
der
Suva in Auftrag gegebenen psychiatrischen Gut
achten vom 20. April 1999 (
Urk.
5/29/11) die Diagnosen einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), einer narzisstischen
Persönlich
keitsstörung
(ICD-10 F60.8) und eines anhaltenden Gebrauchs von
Cannabi
-
noi
den
(ICD-10 F12.25). Zu den Zusatzfragen der Suva führte er am 7. Juli 1999 aus, es lägen keine psychischen Störungen vor, welche dazu führten, dass dem Versicherten eine behinderungsangepasste Tätigkeit nicht oder nur beschränkt zugemutet werden könnte (
Urk.
5/31).
3.1.2
Der Versicherte gab ein psychiatrisches Privatgutachten
bei
Dr.
B._
in Auf
trag.
Dr.
B._
stellte im Gutachten vom 19. Oktober 1999 die Diagnose
„
andere andauernde Persönlichkeits
änderungen“
hier
„
Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom
“
(ICD-10 F62.8).
Der Versicherte sei wegen der starken und häufigen Schmerzen mit damit verbundenem Unwohlsein nicht mehr arbeitsfähig. Ein beruflicher Einsatz sei ihm kaum zumutbar, wenn man von ganz geringen Belastungen absehe (
Urk.
5/37/39).
3.1.3
Aufgrund der beiden
sich
widersprechenden psychiatrischen Gutachten liess die Suva von
Dr.
C._
ein psychiatrisches Obergutachten erstellen.
Dr.
C._
ver
fasste
das Gutachten vom 30. Juli 2002 basierend auf vier
Explorationsge
-
sprächen mit dem Versicherten sowie den ihm von der Suva zur Verfügung gestell
ten Akten (
Urk.
5/49/4). Im Gutachten wurden zunächst die vorhandenen Akten auszugsweise wiedergegeben (
Urk.
5/49/5-17).
Anschliessend erfolgte eine Familienanamnese, eine persönliche Anamnese, eine Beziehungsanamnese, eine Suchtanamnese und eine somatische Anamnese (
Urk.
5/49/18-30). Weiter hielt der Gutachter die Ausführungen des Versicherten zum Unfallereignis, zum medizinischen Rehabilitationsverlauf, zur beruflichen Rehabilitierung, zur sozi
alen und finanziellen Situation sowie zum Verhältnis zur Unfallversicherung fest (
Urk.
5/49/30-39).
Sodann ging
Dr.
C._
im Gutachten ausführlich auf die geklagten Beschwerden ein (
Urk.
5/49/39-49)
, hielt die Ergebnisse seiner eige
nen Untersuchungen fest
(
Urk.
5/49/49-51)
und setzte sich mit den in den
Akten vorhandenen psychiatrischen Berichten
, insbesondere den psychiatri
schen Gutachten von
Dr.
Z._
und
Dr.
B._
,
auseinander (
Urk.
5/49/51-54)
.
3.1.4
Dr.
C._
hielt fest, die Kindheit und Jugend des Versicherten weise eine über
durchschnittliche Anzahl von Belastungsfaktoren auf (Krankheit des Vaters, Trennung der Eltern,
mehrere
Wohnortswechsel), was für die psychische Ent
wicklung des Versicherten von entscheidender Bedeutung gewesen sei. Doch es fänden sich keine Hinweise darauf, dass die berufliche und soziale Leistungsfä
higkeit
des Versicherten
vor dem
Verkehrsu
nfall vom 10. März 1995 in dauer
hafter Art und Weise eingeschränkt gewesen sei.
Anlässlich dieses Unfalls habe der Versicherte eine Distorsion der Halswirbelsäule erlitten, wobei er den Unfall als potentiell lebensbedrohendes Ereignis erlebt habe.
Zum Zeitpunkt des Unfalls sei der Versicherte in einen Konflikt am Arbeitsplatz verwickelt gewe
sen, der bereits vor dem Unfall zur Kündigung
durch ihn
geführt habe (
Urk.
5/49/55). Der Versicherte klage vor allem über seine Schmerzen, die er vorwiegend im rechten Nacken-Hals-Schulter-Arm-Bereich lokalisiere. Zum Beschwerdebild kämen noch Kopfschmerzen hinzu, die vom Versicherten als Migräne bezeichnet würden. Zudem berichte der Versicherte von wiederkehren
den Episoden von Brechreiz mit teilweisem Erbrechen und von starken Schlaf
störungen (
Urk.
5/49/56).
3.1.
5
Dr.
C._
hielt fest, die beim Versicherten prätraumatisch vorhandene intra
-
psy
chische Problematik müsse auf einem neurotischen und nicht auf einem persönlichkeitsgestörten Stru
kturniveau eingeschätzt werden (
Urk.
5/49/57). Als Diagnosen nannte der Gutachter eine Schmerzstörung in Verbindung mit sowohl psychischen Faktoren
als
auch einem medi
zinischen Krankheitsfaktor (DSM-
IV 307.89), einer mittelschweren depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 32.11) und einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1), nicht vollständig remittiert (
Urk.
5/49/
58-67,
Urk.
5/49/
73).
Die posttraumatische Belastungsstörung sei bezüglich Symptomatik
regredient
, klinisch aber noch nicht vollständig remittiert (
Urk.
5/49/73).
Es sei mit einer zumindest teilweisen Heilung dieser Störung zu rechnen,
doch
der
chronifizie
rende
Verlauf der Schmerzstörung und der depressiven Störung zeige, dass mit einer wesentlichen Besserung dieser Störung in absehbarer Zeit nicht zu rechnen sei (
Urk.
5/49/76).
Die Schmerzstörung und die depressive Störung seien bezüglich Symptomniveau etwa konstant.
Gemäss
Dr.
C._
lag beim Versicherten eine leichte, jedoch keine erhebliche Aggravation vor (
Urk.
5/49/69).
Zur Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
C._
aus, es liege eine mittel
schwere bis schwere psychische Störung mit weitgehend
chronifiziertem
Verlauf vor. In Phasen von reduziertem Schmerzniveau könne dem Versicherten medi
zinisch-theoretisch eine
Teilarbeitsfähigkeit von höchstens 50
%
zugemutet
werden. Doch aufgrund des phasenhaften Krankheitsverlaufs sei
en
sowohl die Durchführung von längerfristigen beruflichen Massnahmen als auch eine Beschäftigung im Angestelltenverhältnis bei der jetzigen Ausprägung der Schmerzstörung kaum sinnvoll. Im Sinne einer Durchschnittsrechnung schätze er die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
auf
etwa 20 bis 30
%
ein. Gehe man davon aus, dass die neuropsychologische Funktionseinschränkung sich ungefähr auf demselben Niveau befinde, wie es sich aus der Untersuchung vom 1. Februar 1996 ergeben habe, so sei eine berufliche Wiedereingliederung in der angestammten beruflichen Tätigkeit nicht vorstellbar (
Urk.
5/49/69-70).
3.2
3.2.1
Die Reduktion der ganzen auf eine halbe Invalidenrente basiert auf dem
polydis
ziplinären
(allgemeininternistisch
en
, rheumatologisch
en
, psychiatri
sch
en
) bei der
Medas
F._
in Auftrag gegebenen Gutachten, welches am 1
2.
Juni 2012 erstattet wurde (
Urk.
5/125).
Die Gutachter unter
suchten den Versicherten am 4. Januar und 7. Februar 2012 (
Urk.
5/125/1). Im Gutachten vom 1
2.
Juni 2012 wurde zunächst die Aktenlage zusammengefasst (
Urk.
5/125/2-30). Anschliessend wurde
n
die Familienanamnese,
die
Sozial- und Berufsanamnese,
die persönliche Krankheitsanamnese, die geklagten Beschwer
den und die systematische Anamnese erhoben (
Urk.
5/125/30-35). Weiter
frag
ten die Gutachter den Versicherten nach der jetzigen Behandlung und nahmen mit seinem Hausarzt
Dr.
G._
telefonische Rücksprache (
Urk.
5/125/35-36). Die Gutachter hielten die objektiven Untersuchungsbefunde fest, wobei auch Laboruntersuchungen und Röntgenuntersuchungen stattfanden (
Urk.
5/125/36-39).
Zudem sind im
polydisziplinären Gutachten
ein rheuma
-
tologisches
und ein psychiatrisches Teilgutachten
vom 2
2.
Februar
(
Urk.
5/125/61-68)
und
vom 16. März 2012
(
Urk.
5/125/69-91)
enthalten
.
3.2.2
Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter in der interdisziplinären Zusammenfassung eine chronische Depression, derzeit mittelgradige Ausprägung, mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11) und
einen rechtsbetonten chronischen Nacken-, Schultergürtel- und Armschmerz bei einem Status nach einer Halswirbelsäule
n
distorsion mit degenerativen
Disko
pathien
C3/4 und muskulärer
Dysbalance
des Schultergürtels
(ICD-10 M54.0)
.
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielten sie weiter ein
spondylogenes
Syndrom der Brust- und Lendenwirbelsäule (ICD-10 M54.8), psychische Faktoren und Verha
lte
nsfaktoren bei klassifizierten Krankheiten (ICD-10 F54),
eine narzisstisch akzentuierte Persönlichkeitsstörung
(ICD-10 Z73.1)
, einen anhaltenden Substanzmissbrauch von Cannabis und Alkohol (ICD-10 F12.8, F10.8) und eine koronare
Eingefässerkrankung
fest
(
Urk.
5/125/45).
In der interdisziplinären Beurteilung führten die Gutachter aus, die koronare Herzkrankheit sei nach invasiver Therapie kompensiert und zur Zeit symptomfrei. Es fänden sich Hinweise auf eine Schmerzgeneralisierung und
-
im Verhalten des Versicherten
-
auf eine Selbstlimitierung, eine Verdeutli
chung und eine Entschädigungshaltung. Die Hauptbefunde fänden sich im psychiatrischen Bereich. Es liege unverändert eine depressive Störung mit so
matischem Syndrom und aktuell mittelgradiger Ausprägung vor. Die Kriterien einer
somatoformen
Schmerzstörung seien nicht erfüllt, es sei von einer Schmerzverarbeitungsstörung und von psychischen Faktoren sowie
Verhal
tensfaktoren
auszugehen. Davon sei nicht nur im Zusammenhang mit den
muskuloskelettalen
Beschwerden, sondern auch in der Bewältigung des Myo
kardinfarktes auszugehen. Die diagnostischen Leitlinien einer posttraumatischen
Belastungsstörung seien aktuell
sicher nicht erfüllt und ob sie in der Vergan
genheit erfüllt worden seien, sei fraglich (
Urk.
7/125/52-53).
3.2.3
Die Arbeits
un
fähigkeit
schät
zten
die Gutachter allein aufgrund des psycho
-
patholo
gischen Befunds für jede Art von Tätigkeit auf etwa 50
%
ein. Weiter führten sie aus, dass auch die
muskuloskelettalen
Befunde die Arbeitsfä
higkeit selbst unter angepassten Bedingungen derzeit auf etwa 50-60
%
redu
zieren würde
n
, nach einer Eingewöhnungsphase auf eine Restarbeitsfähigkeit von maximal 75
%
. Das negative Leistungsbild aufgrund der
muskuloskeletta
len
Befunde lasse die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als PC-Berater mit Installation von Hardware ebenfalls nur noch in eingeschränktem Mass zumutbar erschei
nen (
Urk.
5/125/53). Zu den gesundheitsbedingten Beeinträchtigung
en
führten die Gutachter aus, auf psychischer Ebene seien aufgrund der mittelgradigen Depression das Arbeitstempo, der Antrieb, das Durchhaltevermögen und das Umstellungsvermögen für Aktivitäten im Alltag und im Arbeitsleben einge
schränkt. Auf der somatischen Ebene seien Beeinträchtigungen der körperlichen Belastbarkeit, insbesondere des Achsenskeletts, des Nackens, des Schultergürtels und des rechten Arms vorhanden. Dies führe auch unter angepassten Bedingun
gen zu einer quantitativen Einschränkung einer allfälligen Arbeitstätigkeit. Der Versicherte könne Tätigkeiten
mit Überkopfarbeiten
, mit häufigem Tragen und Heben von Lasten sowie mit häufigem Bücken und Kauern nicht mehr auf Dauer ausüben (
Urk.
5/125/
53-
54).
Zumutbar seien Tätigkeiten in Wechsel
-
haltung, mit Wechselbelastung, ohne Heben oder Tragen von mittelschweren und schweren Lasten sowie ohne explizite Belastung von Nacken, Schultern und Rücken (
Urk.
5/125/57).
3.2.4
Zum zeitlichen Verlauf hielten die Gutachter fest, ihre Untersuchungen zeigten, dass ausser der mittelgradigen depressiven Störung keine psychiatrischen Befunde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festzustellen seien. Insbeson
dere liege keine Symptomatik oder Restsymptomatik einer posttraumatischen Belastungsstörung mehr vor. Es sei zwar anzunehmen, dass der jetzige Status bereits seit einiger Zeit so vorliege. Doch da die Befundlage und die Angaben des Versicherten nicht ermöglichten
,
diesen Zeitpunkt zu bestimmen, müsse vom Zeitpunkt der jetzigen Begutachtung ausgegangen werden (
Urk.
5/125/55-56).
Im Gegensatz zum im Gutachten von
Dr.
C._
beschriebenen psychiatri
schen Befund, seien keine Restsymptomatik einer posttraumatischen
Belas
tungsstörung
und keine chronische Schmerzstörung von Krankheitswert vor
handen. Stattdessen liege eine Schmerzverarbeitungsstörung im Sinne von psychischen Einflüssen und Verhaltenseinflüssen bei
muskuloskel
e
ttal
beding
ten Beschwerden, einschliesslich einer Selbstlimitierung und
Entschädigungs
haltung
,
vor
. Ob eine echte Veränderung des Gesundheitszustands
eingetreten sei
,
könne
retrospektiv
zwar
kaum
beurteilt werden
. D
och der
Vergleich der
damaligen
mit
den
heutigen psychiatrischen Befunden spreche für eine Verän
derung, womit eine andere Beurteilung der Arbe
itsfähigkeit aus psychiatrischer
Sicht begründet sei
(
Urk.
5/125/59).
3.3
3.3.1
Die ursprüngliche ganze Invalidenrente wurde dem Versicherten aufgrund
mehre
rer
psychische
r
Beschwerden zugesprochen. Der Gutachter
Dr.
C._
prognostizierte
im Gutachten vom
30. Juli 2002
,
dass mit einer zumindest teil
weisen Heilung der posttraumatischen Belastungsstörung durchaus zu rechnen sei (
Urk.
5/49/76)
. Gemäss dem
Gutachten der
Medas
F._
ist
eine
posttraumatische Belastungsstörung inzwischen tatsächlich nicht mehr feststell
bar.
Soweit der Versicherte geltend macht, diese Diagnose sei für die Arbeitsfä
higkeit von
Dr.
C._
als nicht relevant eingeschätzt worden (
Urk.
1 S. 8), ist dem entgegenzuhalten, dass
Dr.
C._
sich zu den Anteilen der psychischen Störungen an der
70
-
bis 80%igen Arbeitsunfähigkeit
nicht
geäussert hat (
Urk.
5/49/3-78).
Zudem liegt gemäss
dem
polydisziplinären Gutachten
der
Medas
F._
auch keine Schmerzstörung mehr vor, sondern bloss noch eine nicht krankheitswertige Schmerzverarbeitungsstörung. Die Gutachter hielten zwar fest, es sei retrospektiv schwierig zu beurteilen, ob eine echte Besserung des Gesundheitszustands vorliege. Doch sie führten
auch
aus, der Vergleich der
damaligen
mit
den
heutigen psychiatrischen Befunden spreche für eine Veränderung
(
Urk.
5/125/45,
Urk.
5/125/59)
. Die psychischen Beschwerden des Versicherten wurden bei der ursprünglichen
Rentenzusprache
mit insgesamt drei psychiatrischen Gutachten, da
runter
ein Obergutachten, sehr detailliert ab
geklärt
(
Urk.
5/29,
Urk.
5/31,
Urk.
5/37/10-40,
Urk.
5/49/3-78)
. Es ist daher da
von auszugehen, dass die damals im
psychiatrischen
Obergutachten
vom
30. Juli 2002
von
Dr.
C._
festgehaltenen psychischen Beschwerden
(
Urk.
5/49/73)
tatsächlich vorhanden waren. Somit
stellt
deren
Fehlen
, welches im
polydiszip
linären
Gutachten der
Medas
F._
vom 1
2.
Juni 2012 (
Urk.
5/125)
ü
berzeugend begründet wird, eine
eingetretene Besserung des psychischen Gesundheitszustands
dar
. Es ist somit festzuhalten, dass sich der psychische Gesundheitszustand des Versicherten mit
dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit verbessert ha
t
, was einen
Rentenrevisions
grund
im Sinne von Art. 17 ATSG darstellt
.
3.3.2
Was die Arbeitsfähigkeit betrifft, ist festzuhalten, dass diese im überzeugenden Gutachten der
Medas
F._
aus
psychiatrischer Sicht
auf 50
%
fest
gelegt
wurde
(
Urk.
5/125/56)
.
Der Versicherte liess geltend machen, se
ine
gesundheitliche Gesamtsituation habe sich durch eine fortgeschrittene degene
rative
Diskopathie
der Bandscheiben C3/C4 und C5/C6 sowie eine koronare Herzkrankheit seit der ursprünglichen
Rentenzusprache
sogar verschlechtert (
Urk.
11 S. 10). Den Rückenbeschwerden, welche im Gutachten der
Medas
F._
diagnostiziert wurden (
Urk.
5/135/45), trugen die Gutachter
jedoch
bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit Rechnung, indem sie
Tätig
keiten mit
Überkopfarbeiten
, mit häufigem Heben und Tragen von Lasten, mit häufigem Bücken und Kauern
,
dem Versicherten als
nicht mehr auf Dauer zumutbar
bezeichneten
(
Urk.
5/125/54).
Weiter wurde der
Versicherte
zwar
auf
grund einer
korona
ren
Herzerkrankung
am 10. Oktober 2011 im
H._
operiert.
D
och das
H._
hielt im Bericht vom
2.
November 2011 fest, dass der Versicherte nach dieser Operation aufgrund der Herzbeschwerden nicht in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei (
Urk.
5/117) und
auch
im Gutachten der
Medas
F._
wurde die koronare
Ein
gefässerkrankung
bei den Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auf
geführt (
Urk.
5/125/45).
Eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
lässt sich auch auf
grund der vom Versicherten angegeben
en
vorhandenen Ressour
cen nachvoll
ziehen. So verfügt
er über einen Kollegen- und Freundeskreis,
innerhalb
welche
m
er Kontakte pflegt, geht Beschäftigungen wie Velofahren nach, half in einem Kiosk mit
,
war eine Zeitlang Assistenztrainer im Juniorenfussball
(
Urk.
5/125/32) und konnte mit dem Auto selbst von
I._
zur Begutach
tung nach
J._
fahren (
Urk.
5/125/81).
Es ist daher auf die Arbeitsfähig
keit von 50
%
für eine angepasste Tätigkeit, gemäss dem Tätigkeitsprofil des polydisziplinären Gutachtens der
Medas
F._
, abzustellen und mittels Einkommensvergleich
s
de
r
Invaliditätsgrad zu ermitteln.
4.
4.1
4.1.1
Die IV-Stelle ging von einem
Jahresbruttovalideneinkommen
in der Höhe von
Fr.
75‘277.50 aus
,
also
nicht von dem zuletzt erzielten J
ahreseinkommen des Versicherten
, was sie damit begründete, dass dieses mehr als siebzehn Jahre zurückliege, so dass keine zuverlässigen Zahlen dazu vorlägen, was der Versi
cherte ohne Gesundheitsschaden aktuell verdienen würde. Zu dieser
Problematik
trage weiter bei, dass der Versicherte im Zeitpunkt des Unfalls seine damalige Anstellung bereits gekündigt
gehabt habe
, weil er der Ansicht
gewesen sei
, zu wenig Lohn zu erhalten. Die IV-Stelle stellte daher zur Bemessung des
Validen
einkommens
auf Tabellenwerte ab, wobei sie davon ausging, dass der
Versi
cherte im Gesundheitsfall
als PC-Berater im Bereich Software-/PC-Installation sowie Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informations
technologie tätig wäre
(
Urk.
5/141/4-5,
Urk.
2)
.
4.1.2
Der Versicherte liess
demgegenüber
ausführen, seine realistischen Lohn
-
vorstellun
gen
bei
der
Kündigung seiner letzten Arbeitsstelle seien bei brutto
Fr.
5‘500.-- bis
Fr.
6‘000.-- pro Monat gelegen. Die Suva habe den
v
ersi
cherten Verdienst per 1. Januar 2003 mit
Fr.
79‘300.-- veranschlagt und
es
sei kein Grund ersichtlich, weshalb sich dieser Lohn seither nicht entsprechend der üblichen Nominallohnentwicklung erhöht haben sollte. Somit ergebe sich per Ende 2012 ein massgebliches
Valideneinkommen
in
der Höhe von mindestens
Fr.
89‘3
00.-
-
. Dieser Betrag korrespondiere auch mit den Angaben in „Das
Lohnbuch
2012“, welches in der Sparte „Erbringung von Dienstleistungen in der Informationstechnologie“ im Durchschnitt aller 59 Tätigkeitsbereiche einen Lohn in der Höhe von
Fr.
92‘632.-- festhalte (
Urk.
1 S. 11).
4.1.3
Es ist nachvollziehbar, dass die IV-Stelle das
Valideneinkommen
mittels
Tabellen
löhnen
festlegte, da
der Versicherte zuletzt im Jahr 1995, also
fast 20
Jahren
vor Erlass der angefochtenen Verfügung
, erwerbstätig war
. Zudem führte der Versicherte zwar aus,
es hätten ihm damals
Angebote für besser bezahlte Stellen
vorgelegen
, doch
ist
diesbezüglich nichts
aktenkundig
, was die Festlegung eines
Valideneinkommens
zusätzlich erschwert
.
Das von der Suva
im Jahr 2003
festgelegte
Valideneinkommen
ist für die IV-Stelle nicht bindend
,
zumal
diese Festlegung im Rahmen eines Vergleichs erfolgte. Die IV-Stelle bestimmte das
Valideneinkommen
somit zurecht aufgrund von Tabellenwerten.
4.1.4
Zur Festsetzung des Invalideneinkommens ist
daher
auf die Tabelle TA
1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) 20
10
abzustellen. Der standardisierte Monatslohn (Vollzeitäquivalent basierend auf 4 1/3 Wochen à 40 Arbeitsstunden)
für Dienstleistungen der Informations
technologie
(
Ziffer 62,
Anforderungsniveau 4) für Männer betrug Fr.
5
'
957
.--. Dieser Betrag ist auf die im Jahr
2012
betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,
7
Stunden
(
Bundesamt fü
r Statistik [BFS],
b
etriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, abrufbar im Internet)
hochzurechnen sowie an die Nominallohnentwicklung anzupassen (
Bundesamt fü
r Sta
tistik [BFS],
Schweize
rischer Lohnindex nach Branche [20
10
= 100; im Internet abrufbar]
,
No
minal
lohnindex
Männer [T1.1.
10
]
). Daraus resultiert ein jährliches
Brutto
validen
ein
kommen
in der Höhe
von Fr.
75
'
837
.
65
(
Fr.
5‘957
.-- x 12 : 40 x 41,
7
x 1,01
x
1,01
).
4.2
4.2.1
Die IV-Stelle führte aus, die angestammte Tätigkeit als PC-Berater entspreche auch einer angepassten Tätigkeit. Folglich sei der Bruttolohn in dieser Tätigkeit in einem 50%igen Pensum zu bestimmen. Zudem sei aufgrund der
Teilzeittätig
keit
ein leidensbedingter Abzug von 5
%
vom Lohn gemäss den Tabellenwerten vorzunehmen, was
Fr.
35‘756.80 ergebe (
Urk.
5/141/4-5,
Urk.
2).
4.2.2
Der Versicherte liess hingegen
vorbringen
, es sei illusorisch, dass er nach über neunzehnjähriger Berufsabstinenz wieder als PC-Berater tätig sein könne, was
überdies
aufgrund seiner Kopfschmerzen ohnehin nicht in Frage komme.
I
n diesem Sektor s
ei
die seitherige technologische Entwicklung
zu berücksichtigen
und habe
er
jeglichen Anschluss verloren, weshalb er diesen Beruf komplett neu erle
r
nen müsste
. Zudem rechtfertig
t
en der stark reduzierte Beschäftigungsgrad, die lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt sowie die Erheblichkeit der Ein
schränkung einen behinderungsbedingten Abzug von mindestens 15
%
(
Urk.
1 S.
11).
4.2.3
Die IV-Stelle ging
gestützt auf das Gutachten der
Medas
F._
zu
R
echt davon aus, dass der Versicherte aus gesundheitlicher Sicht wieder als PC-Berater tätig sein k
önne
, wenn auch lediglich im Umfang von 50
%
sowie unter Vermeidung bestimmter Tätigkeiten (
Urk.
5/125/
54-55
)
.
Was die
techn
ologische
Weiterentwicklung in
den letzten zwanzig Jahren betrifft, ist darauf hinzuwei
sen, dass der Versicherte über keine Ausbildung
als PC-Berater
verfügt, weshalb von einer Tätigkeit im
Anforderungs
niveau 4 ausgegangen
wird. Der Versi
cherte sollte sich daher wieder in die entsprechende Tätigkeit einarbeiten können. Zudem hat die IV-Stelle zwar mit Mitteilung vom
26. Juni 2014
festge
halten, dass sie keine Eingliederungsmassnahmen durchführe (
Urk.
5/151
). Doch
dem
Verlaufsprotokoll zur Eingliederungsberatung
vom 25. Juni 2014
ist
zu entnehmen, dass
aus Sicht des IV-Beraters
aufgrund der subjektiven Position des Versicherten ein Insistieren auf Eingliederungsmassnahmen nicht oppo
rtun gewesen sei. Insbesondere s
ollte eine möglicherweise zu einem späteren Zeit
punkt aufzunehmende Zusammenarbeit nicht unnötig mit frustrierenden Miss
erfolgs- und Abbruchserfahrungen belaste
t werden
(
Urk.
5/150/1).
Dem Versi
cherten steht es somit
aufgrund dieser Überlegung immer noch
offen, bei der IV-Stelle für den beruflichen Wiedereinstieg berufliche Massnahmen zu bean
tragen
, falls er dies wünschen sollte
.
4.2.
4
Es ist
somit
bei der Bemessung des Invalideneinkommens von der Hälfte des
Valideneinkommens
auszugehen, was
für das Jahr 2012
e
in
I
nvaliden
einkom
men
von Fr. 37'918.83
ergibt
. Wird unter Berücksichtigung der Teilzeittätigkeit, der langen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt und der
gesundheitlich bedingten
Einschränkungen
bei der Arbeitstätigkeit ein
verhältnismässig hoher
behinde
rungsbedingter
Abzug von 15
%
vorgenommen, so resultiert ein
Invalidenein
kommen
in der Höhe von
Fr.
32‘231.--.
4.3
Der Minderverdienst beträgt
somit
Fr.
43‘606.
65
(
Fr.
75'837.65 -
Fr.
32‘231.--)
,
was einem Invaliditätsgrad von aufgerundet 58
%
e
ntspricht. Der Versicherte hat folglich
noch
Anspruch
auf eine halbe Invalidenrente. Die
Reduktion der ganzen auf eine halbe Invalidenrente in der
Verfügung vom 2
2.
Oktober 2014
(
Urk.
2)
erweist sich
somit
als richtig
, weshalb die
Beschwerde abzuweisen
ist
.
5.
Da es um die Bewilligung oder die Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen der gesetzlichen Vorgabe (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzu
erlegen.