Decision ID: 359e298c-078b-4eff-8e43-3129c74be80a
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
K._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Schmucki, Marktgasse 3, Postfach,
9004 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft, Bundesgasse 35, Postfach,
3001 Bern,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Fürsprecherin Barbara Künzi-Egli, Thunstrasse 84, Postfach 18,
3074 Muri b. Bern,
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betreffend
Invalidenrente
Sachverhalt:
A.
K._ war beim Pflegeheim A._ tätig und dadurch bei der Schweizerischen Mobiliar
unfallversichert, als sie am 28. November 2003 auf dem Fussgängerstreifen von einem
Personenwagen angefahren wurde (UV-act. UM1; Polizeibericht vom 2. Dezember
2003). Dr. med. B._ diagnostizierte im Bericht vom 15. Dezember 2003 eine
subkapitale mehrfragmentäre Humerusfraktur rechts (operativ versorgt), eine
Beckenkontusion, eine Rissquetschwunde am Hinterkopf sowie eine Kontusion beider
Knie (UV-act. M3). Anlässlich der Behandlung im Kantonsspital St. Gallen liess sich im
Weiteren eine undislozierte Fraktur im oberen und unteren Schambeinast rechts
nachweisen (UV-act. M6, M28). Die Mobiliar anerkannte ihre Leistungspflicht. Nach
Durchführung von ärztlichen Behandlungen und Abklärungen - unter anderem wurde
die Versicherte im Institut für interdisziplinäre medizinische Begutachtungen, Zürich,
begutachtet (UV-act. M77) - eröffnete die Mobiliar dem Rechtsvertreter der
Versicherten nach einem Briefwechsel (UV-act. 46-53) mit Verfügung vom 17. August
2007, lediglich für die Schulterbeschwerden sei der Unfall vom 28. November 2003
überwiegend wahrscheinliche Ursache. Das lumbovertebrale Schmerzsyndrom und die
chronischen Kopfschmerzen stünden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im
Zusammenhang mit dem Unfall. Die Versicherte habe mit Wirkung ab 1. Januar 2007
Anspruch auf eine Rente auf der Basis eines IV-Grades von 34% (Valideneinkommen
2005 von Fr. 63'561.55 und Invalideneinkommen 2005 von Fr. 42'217.20 bei
Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 15%; UV-act. 55). Die
hiergegen vom Rechtsvertreter der Versicherten erhobene Einsprache (UV-act. 59) wies
die Mobiliar mit Einspracheentscheid vom 29. Juli 2008 ab. Die von der Krankenkasse
CSS am 14. September 2007 vorsorglich erhobene Einsprache war am 11. Oktober
2007 zurückgezogen worden (UV-act. 60, 63).
B.
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B.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Rechtsanwalt Dr. Peter Schmucki,
St. Gallen, für die Versicherte mit Eingabe vom 9. September 2008 Beschwerde mit
den Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben und die Sache sei an die
Beschwerdegegnerin zur Neufestlegung des Erwerbsunfähigkeitsgrades auf über 34%
zurückzuweisen; eventuell sei ein Erwerbsunfähigkeitsgrad von über 34% festzulegen.
Zur Begründung führte der Rechtsvertreter unter anderem aus, es werde nicht mehr
geltend gemacht, das lumbovertebrale Schmerzsyndrom sowie die
Spannungskopfschmerzen stünden in einem Kausalzusammenhang mit der Invalidität
aufgrund des Unfalls. Es werde aber daran festgehalten, dass zusätzlich zu den
Schulterbeschwerden auch die Kniebeschwerden sowie die Hüftbeschwerden in einem
natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfall stehen würden. Heute stünden
Schmerzen im rechten Knie zur Diskussion, welche vor dem Unfall nicht vorhanden
gewesen seien. Es sei keineswegs selten, dass Kniebeschwerden auf Grund eines
Unfalls sich in einem späteren Zeitpunkt stärker als unmittelbar nach dem Unfall
bemerkbar machen würden. Die Kniebeschwerden würden zusätzlich die Beweglichkeit
und damit den verfügbaren Einsatz als Arbeitskraft einschränken. Zwischen der
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die medizinischen Gutachter und dem
Abklärungsbericht im Rahmen des Verzahnungsprogramms würden wesentliche
Differenzen bestehen. Des Weiteren seien die Berechnungsgrundlagen sowie die
Berechnung des Invalideneinkommens zu beanstanden. In Berücksichtigung der
Kniebeschwerden, zusammen mit den Schulterschmerzen, und der Notwendigkeit
regelmässiger Kortisonspritzen bei Erbringung von Arbeitsleistungen usw. könne die
Erwerbsfähigkeit auf nicht mehr als 70% festgesetzt werden. Es werde dazu auf die
Darlegungen in der Einsprache verwiesen. Eine Präsenzzeit von 100% decke sich
keineswegs mit einer Arbeitsfähigkeit gleichen Ausmasses. Die Beschwerdeführerin
könne sich mit einem Leidensabzug von 15% einverstanden erklären, wenn die
Arbeitsfähigkeit auf 70% festgelegt werde. Der Abzug sei jedoch auf 20% zu erhöhen,
wenn die Arbeitsfähigkeit entsprechend den medizinischen Gutachten (100%)
beibehalten werden sollte. Es werde eine Rückweisung der Sache an die
Beschwerdegegnerin beantragt mit dem Auftrag, eine ergänzende Begutachtung
arbeitsmedizinischer Richtung durchzuführen unter Berücksichtigung der konkreten
Einsatzmöglichkeiten aufgrund der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin. Eine solche sei dem Gutachten des IIMB nicht zu entnehmen.
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Werde beim Valideneinkommen vom effektiven, in der Ostschweiz erzielten Verdienst
vor dem Unfall ausgegangen, sei als Vergleichsgrösse für den mutmasslichen
Invalidenlohn auch das Lohnniveau der gleichen Region anzuwenden. Das
Invalideneinkommen (Tabellenlohn LSE 2004) sei daher entsprechend um 4% zu
kürzen. Diesfalls errechne sich ein Invaliditätsgrad von 37%. Selbst wenn
vollumfänglich auf die Annahmen der Beschwerdegegnerin abgestellt würde, wäre der
Invaliditätsgrad, welcher im Einspracheentscheid neu auf 33% festgelegt worden sei,
falsch berechnet. Der Invaliditätsgrad betrüge diesfalls 34.31% bzw. aufgerundet 35%.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 24. Oktober 2008 beantragte Fürsprecherin
Barbara Künzi-Egli für die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur
Begründung verwies sie auf die Darlegungen im angefochtenen Entscheid bzw.
bestätigte diese.
B.c Mit Replik vom 4. Dezember 2008 und Duplik vom 5. Januar 2009 bestätigten die
Parteien ihre Standpunkte. Mit Eingabe vom 7. Januar 2009 nahm der Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin ergänzend Stellung.

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig ist, welcher Invaliditätsgrad der am 1. Januar 2007 beginnenden Rente
der Beschwerdeführerin zugrunde zu legen ist. Die Beschwerdegegnerin legte im
angefochtenen Entscheid (Erwägungen 3, 5-7) die rechtlichen Grundlagen der
Unfallkausalität sowie der Bemessung von Rentenleistungen zutreffend dar; darauf
kann verwiesen werden.
1.2 Dr. B._ berichtete am 29. März 2004 über einen anhaltend verzögerten Verlauf
und Heilungsprozess nach Osteosynthese der subkapitalen Humerusfraktur am 28.
November 2003. Die Arbeitsunfähigkeit betrage nach wie vor 100% (UV-act. M14). Am
7. Juni 2004 erfolgte die Entfernung des Osteosynthesematerials aus der rechten
Schulter. Die Fraktur wurde als vollständig durchgebaut angesehen (UV-act. M22). Im
Bericht vom 18. August 2004 teilte Dr. B._ mit, es bestünden anhaltende Schmerzen
in der rechten Schulter. Die Beweglichkeit sei noch deutlich eingeschränkt. Arbeiten
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über der Horizontalen seien kaum möglich und das Heben/Tragen von Lasten über
10kg nur bedingt. Eine andere Tätigkeit als die bisherige im Pflegeheim komme für die
Patientin nicht in Frage. Eine rückenschonende Tätigkeit (Büro) sei aus Gründen des
Intellekts nicht in Betracht zu ziehen. Es würden keine unfallfremden Faktoren den
Heilverlauf bzw. die Dauer und den Grad der Arbeitsunfähigkeit beeinflussen (UV-act.
M31-34). Im Bericht vom 10. Januar 2005 hielt Dr. B._ unter anderem fest, eine
minimale Arbeitsfähigkeit von 20% habe erst am 1. September 2004 erreicht werden
können. Ab 1. November 2004 habe die Arbeitsfähigkeit 40% und ab 1. Januar 2005
60% betragen (UV-act. M39). Zuvor hatte Dr. med. C._, FMH Physikalische Medizin,
im Bericht vom 17. Dezember 2004 persistierende Schultergelenkbeschwerden rechts
sowie ein subakutes Lumbovertebralsyndrom diagnostiziert. Bezüglich der
Rückenschmerzen sei die Beschwerdeführerin praktisch beschwerdefrei. Hinsichtlich
der Schulterschmerzen habe die Behandlung ohne greifbares Resultat abgeschlossen
werden müssen (UV-act. M44-46, M52-54). Am 7. Februar 2005 wurde eine
Kernspintomographie der rechten Schulter durchgeführt (UV-act. M61, M62). Dr. med.
D._, FMH für Chirurgie, teilte im Bericht vom 18. Februar 2005 mit, bei der
Untersuchung der Beschwerdeführerin sei die Beweglichkeit des rechten
Schultergelenks praktisch seitengleich möglich gewesen. Die Beschwerdeführerin habe
bei der Bewegung keine Schmerzen verspürt. Die Kraft im Bereich des oberen
Schultergürtels sei absolut seitengleich und schmerzfrei. Er (der Arzt) habe etwas
Mühe, die geäusserten Beschwerden klar zu definieren. Die Beschwerdeführerin klage
auch noch über Knieschmerzen links und linksseitige Beckenschmerzen. Er sei sehr
zurückhaltend, nochmals eine operative Intervention in Erwägung zu ziehen. Er sei sich
nicht sicher, ob eine 40%ige Arbeitsfähigkeit viel bewirke. Wahrscheinlich könnte die
Patientin auch mehr arbeiten, ohne dass die Beschwerden wesentlich zunehmen
würden. Trotzdem sei ihr nochmals eine Chance zu geben, mit alternativer Behandlung
ihre Schmerzproblematik besser in den Griff zu bekommen. Erst anschliessend sei die
Arbeitsfähigkeit zu steigern (UV-act. M47f, M58f). Dr. D._ war irrtümlich von einer
40%igen Arbeitsfähigkeit (anstelle von 60%) ausgegangen (vgl. UV-act. M49, M56).
Dr. med. E._, Orthopädie am Rosenberg, diagnostizierte im Bericht vom 20.
September 2005 eine ausgeprägte Adhäsiolyse ventrale der Schulterregion rechts. Er
berichtete über die durchgeführte Schulteroperation (Arthroskopie) und bestätigte
einen komplikationslosen postoperativen Verlauf sowie die Anwendung von
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Physiotherapie (UV-act. M68, M69). Am 6. und 21. Dezember 2005 gab Dr. E._
bekannt, dass die Beschwerdeführerin kaum Fortschritte mache und subjektiv eine
ähnliche Schmerzsymptomatik wie vor der Operation vorliege. Die Beschwerdeführerin
könne den rechten Arm nicht voll einsetzen, insbesondere nicht bei manueller Tätigkeit.
Die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf sei vorerst nicht vorhanden. In einer
adaptierten Tätigkeit mit Aktivität auf Tischhöhe und darunter ohne Tragen schwerer
Lasten sei eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 75% möglich (UV-act. M72, M74). Am
15. März 2006 legte Dr. E._ dar, es bestünden persistierende Schmerzen. Die
Beweglichkeit sei langsam durchgeführt voll möglich. Hier müsse leider ein Endpunkt
angenommen werden. Er empfehle ein muskuläres Aufbauprogramm. Es sei glaubhaft,
dass die Beschwerdeführerin in einem manuell schweren Beruf (Pflegerin) nicht
arbeiten könne. Rein theoretisch sei sie in einer leichteren Tätigkeit ohne Tragen
schwerer Lasten und Arbeiten auf Höhe der Horizontalen und darüber mehrheitlich
arbeitsfähig (UV-act. M76). Die Arbeitgeberin löste das Arbeitsverhältnis mit der
Beschwerdeführerin auf Ende April 2006 auf (UV-act. 24). Eine Abklärung im Institut für
Interdisziplinäre Medizinische Begutachtungen (IIMB) ergab gemäss Gutachten vom
30. September 2006 die Diagnosen eines generalisierten Schmerzsyndroms bei
chronischen Schmerzen in der Schulterregion rechts, bei lumbovertebralem
Schmerzsyndrom und Beckenschmerzen, bei chronischen Kopfschmerzen, am
ehesten vom Spannungstyp, bei Knieschmerzen rechts und konsekutiv: Schlafstörung,
Niedergeschlagenheit, Vergesslichkeit. Sodann vermerkten die Gutachter ein operiertes
Sigma-Carzinom (1999; rezidivfrei). Es müsse von einem psychosozial belastenden
Umfeld (arbeitsloser Ehemann und invalide Schwiegermutter im gleichen Haushalt)
ausgegangen werden. Der Unfall sei möglicherweise Teilursache des lumbovertebralen
Schmerzsyndroms (nebst dem Beruf als Pflegehilfe) und der Kopfschmerzen (nebst
den vermuteten, durch Schmerzmittel-Übergebrauch induzierten Kopfschmerzen). Der
Unfall sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit Ursache der Schulterbeschwerden
rechts. Rückenbelastende Tätigkeiten seien möglichst zu vermeiden. Im bisherigen
Tätigkeitsbereich bestehe insbesondere aufgrund der Schulterbeschwerden eine
Arbeitsfähigkeit von höchstens 25%, wobei nur Küchenarbeiten, Austragen von
Mahlzeiten, Helfen beim Einnehmen des Essen etc. in Frage kommen würden.
Mobilisationen von Patienten seien nicht mehr möglich. In einer angepassten Tätigkeit
bestehe grundsätzlich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Es sei eine Tätigkeit
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anzustreben, welche keinen kräftigen körperlichen Einsatz voraussetze. Das Heben von
Lasten bis 5kg sei beidseits möglich (rechts bis auf Schulterhöhe). Höhere Gewichte
seien zu vermeiden. Die Einschränkung ergebe sich aufgrund der Schulterpathologien.
Aus neurologischer Sicht könne bezüglich des lumbovertebralen Schmerzsyndroms
durch weitere ärztliche Behandlung kein wesentlich besseres Heilergebnis erzielt
werden. Bezüglich Kopfschmerzen werde empfohlen, den Schmerzmittelkonsum so
weit als möglich zu reduzieren und alternativ eine schmerzschwellenmodulierende
Behandlung zu versuchen. Bezüglich Schulterbeschwerden könne durch eine weitere
Behandlung keine wesentliche Besserung erzielt werden. Der Endzustand sei aus
orthopädischer Sicht erreicht. Aufgrund der schmerzhaften Funktionseinbusse der
rechten Schulter sei von einem Integritätsschaden von 10% auszugehen (UV-act. M77
S. 20-29).
2.
2.1 Zu prüfen ist vorweg, ob zusätzlich zu den unbestrittenermassen überwiegend
wahrscheinlich unfallkausalen Schulterbeschwerden (UV-act. M77 S. 23) auch die
Kniebeschwerden sowie die Hüft- bzw. Beckenbeschwerden der Beschwerdeführerin
in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum streitigen Unfall stehen. - Im Bericht
vom 15. Dezember 2003 erwähnte Dr. B._ unter anderem eine Kontusion beider Knie
(UV-act. M3). Auch die Ärzte des Spitals Wil vermerkten eine Kniekontusion beidseits
und eine OSG-Distorsion, wobei sie jedoch festhielten, bei multipelsten Prellungen und
Schürfungen beider Knie, des rechten lateralen Unterschenkels und linken Fusses
hätten röntgenologisch keine weiteren frischen traumatischen ossären Verletzungen
nachgewiesen werden können (UV-act. M30). In der Folge ergab sich diesbezüglich
nach Lage der Akten kein Behandlungsbedarf. Ein allfälliges Knieleiden fand - trotz
einer Vielzahl von Besuchen bei verschiedenen Ärzten - auch keine Erwähnung mehr
(vgl. UV-act. M6, M14, M34, M37, M39, M45). Erst 1 1⁄4 Jahre nach dem Unfall, am 18.
Februar 2005, berichtete Dr. D._, dass die Beschwerdeführerin unter anderem "...
auch noch über Knieschmerzen links medialseits sowie linksseitige Beckenschmerzen
..." klage (UV-act. M48). In dem vier Tage vorher am 14. Februar 2005 erstellten Bericht
von Dr. B._ bildeten Knieschmerzen noch kein Thema (UV-act. M56), und auch in
den späteren Berichten von Dr. B._ (vom 8. Juni 2005) sowie des Orthopäden Dr.
E._ wurden Knieschmerzen überhaupt nicht diskutiert (UV-act. M68, M70, M72,
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M74-76). Gegenüber dem Orthopäden des IIMB erwähnte die Beschwerdeführerin
soweit ersichtlich ebenfalls keine Knieprobleme. Als Befund vermerkte dieser Arzt
hinsichtlich der Kniegelenke keine Schwellungen und keine Narben sowie einen
stabilen Bandapparat und negative Meniskuszeichen. Verletzungsfolgen seien nicht
mehr erkennbar (vgl. UV-act. M77, Orthopädisches Teilgutachten S. 7f und S. 12). Bei
der interdisziplinären Einschätzung des IIMB wurden Knieschmerzen rechts ohne
Vorliegen eines konkreten neurologischen oder orthopädischen Befundes im Rahmen
des generalisierten Schmerzsyndroms als im Gesamtkontext der Schmerzen deutlich
im Hintergrund stehend angeführt. Nach Angaben der Beschwerdeführerin kamen denn
auch keinerlei Therapien zur Anwendung (UV-act. M77, Interdisziplinäres Gutachten, S.
18-20 und S. 13 unten).
Bei diesem Sachverhalt - insbesondere mit Blick auf die gänzlich fehlende
Behandlungsnotwendigkeit während der ganzen Zeit nach dem Unfall und die
Nichterwähnung in den Akten während 1 1⁄4 Jahren nach dem Ereignis - erscheint ein
Unfallzusammenhang der Kniebeschwerden - soweit von solchen auszugehen ist -
nicht plausibel. Sodann ging es bei Dr. D._ offenbar um Knieschmerzen links und bei
den IIMB-Gutachtern um solche auf der rechten Seite. Wie es sich damit im Einzelnen
verhält, braucht nicht näher untersucht zu werden, zumal sich keine Arztberichte bei
den Akten finden, welche eine entsprechende Unfallkausalität bejahen oder auch nur in
Erwägung ziehen. Allein der Hinweis im IIMB-Gutachten, dass die Beschwerdeführerin
vor dem Unfall keine ähnlichen Beschwerden gehabt habe (UV-act. M77 S. 13), vermag
eine überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität offensichtlich nicht darzutun. Dies
gilt auch für die Feststellungen des IIMB-Neurologen hinsichtlich des Arm-/Beinstatus
(vgl. UV-act. M77 S. 18).
2.2 Hinsichtlich Hüftbeschwerden wurde im Bericht des Kantonsspitals vom 31.
Dezember 2003 eine undislozierte Fraktur im oberen und unteren Schambeinast
vermerkt, welche jedoch ohne operative Therapie problemlos ausheile (vgl. UV-act.
M6). Die Hüftbeschwerden besserten in der Folge ohne weiteres Zutun (vgl. UV-act.
M14 Mitte). Im Bericht des Spitals Wil vom 19. Februar 2004 wurden hinsichtlich der
rechten Hüfte eine schmerzhafte Beweglichkeit, im Übrigen aber keine Befunde
bestätigt (UV-act. M26). Der Orthopäde des IIMB gelangte bezüglich Beckenfraktur
zum Schluss, diese sei unkompliziert abgeheilt. Im Bereich des Beckens (insbesondere
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Hüftgelenke) hätten keine pathologischen Befunde festgestellt werden können. (UV-
act. M77, orthopädisches Teilgutachten S. 14, 16). Die Beschwerdeführerin hatte
diesem Arzt soweit ersichtlich auch nicht über Hüft- und Beckenschmerzen berichtet
(UV-act. M 77, orthopädisches Teilgutachten, S. 7f). Bei der interdisziplinären
Einschätzung des IIMB wurden Beckenschmerzen unter Verneinung eines
entsprechenden neurologischen oder orthopädischen Befunds im Rahmen des
generalisierten Schmerzsyndroms im Kontext des lumbovertebralen Syndroms
angeführt. Die Beschwerdeführerin verneinte diesbezügliche Therapien (UV-act. 77 S.
18-20). Vor diesem aktenmässigen Hintergrund ist eine (überwiegend wahrscheinliche)
Unfallkausalität allfälliger Becken-/Hüftbeschwerden zu verneinen, zumal die IIMB-
Gutachter diese Beschwerden im Rahmen der unbestrittenermassen nicht
unfallkausalen lumbalen Probleme anführten, und es während des ganzen Zeitraums
nach dem Unfall an einer Behandlungsnotwendigkeit fehlte.
2.3 Unter den dargelegten Umständen fehlt es an zureichenden Anhaltspunkten,
aufgrund derer eine weitere Abklärung der Unfallkausalität der Knie- und
Hüftbeschwerden gerechtfertigt wäre oder sich aufdrängen würde. Gemäss
Abklärungsbericht Verzahnungsprogramm vom 18. Mai 2007 bestanden bei der
Beschwerdeführerin im Rahmen von Näh- und Stickarbeiten schmerzbedingte
Einschränkungen. 100% Anwesenheit habe sie nur unter grösster Anspannung
bewältigen könne (UV-act. 52). Dieser Schlussfolgerung liegen sämtliche
gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin - auch die unfallfremden -
zugrunde. Konkret sind jedoch wie dargelegt ausschliesslich die Auswirkungen der
unfallkausalen Schulterbeschwerden zu berücksichtigen. Die IIMB-Gutachter kamen
mit einlässlicher Begründung zum Schluss, dass in einer angepassten Tätigkeit (ohne
kräftigen körperlichen Einsatz) grundsätzlich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
bestehe. Das Heben von Lasten bis 5kg sei beidseits möglich (rechts bis auf
Schulterhöhe). Höhere Gewichte seien zu vermeiden. Die Einschränkung ergebe sich
aufgrund der Schulterpathologien. Ansonsten bestünden keine zusätzlichen
Einschränkungen. Im Fall einer angepassten Tätigkeit seien vermehrte Pausen nicht
notwendig (UV-act. M77 S. 24f). Der Umstand, dass im orthopädischen Teilgutachten
des IIMB auf S. 22 von einer "annähernd 100%igen Arbeitsfähigkeit" ausgegangen
wurde, vermag den interdisziplinären Konsens nicht in Frage zu stellen. Angesichts der
Tatsache, dass das IIMB-Gutachten zwischen den verschiedenen Gesundheitsschäden
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differenzierte und deren Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit begründet festlegte,
trifft auch der Einwand der Beschwerdeführerin nicht zu, die Gutachter des IIMB hätten
die konkreten Einsatzmöglichkeiten aufgrund ihrer körperlichen und geistigen
Leistungsfähigkeit nicht berücksichtigt (act. G 1 S. 5).
3.
3.1 Für die Festlegung des Valideneinkommens 2006 von Fr. 64'387.35 ging die
Beschwerdegegnerin von den Angaben der früheren Arbeitgeberin für 2002 aus (UV-
act. UM1, UM2), ermittelte ein Jahresbetreffnis von Fr. 61'164.-- und rechnete dieses
auf die Index-Verhältnisse des Jahres 2006 auf (Einspracheentscheid S. 9). Von diesem
unbestritten gebliebenen Betrag - die Beschwerdeführerin nimmt sogar einem leicht
tieferen Wert von Fr. 64'280.80 an (act. G 1 S. 6) - ist nachzustehend auszugehen.
3.2 Für die Ermittlung von Validen- und Invalideneinkommen darf
rechtsprechungsgemäss die Tabelle TA 13 (Bruttolohn nach Grossregionen) der
Lohnstrukturerhebung (LSE) nicht zugezogen werden (SZS 2007, 64 mit Hinweis auf
Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [seit 1. Januar 2007: sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 12. Oktober 2006 [U 75/03]). Ein Abzug von dem
in der Grossregion Ostschweiz erzielten Valideneinkommen, wie ihn die
Beschwerdeführerin beantragen lässt (act. G 1 S. 5), kommt daher nicht in Betracht,
zumal eine Unterdurchschnittlichkeit des Valideninkommens nicht ersichtlich ist. Als
Folge davon ist das zumutbare Invalideneinkommen anhand der Lohnstrukturerhebung
(LSE) des Bundesamtes für Statistik zu ermitteln und dabei auf Tabelle 1 (Privater
Sektor) Niveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) abzustellen. Zugrunde zu legen
sind - wie beim Valideneinkommen - die Zahlen des Jahres 2006. Dementsprechend
sind die LSE-Tabellen 2006 zu verwenden und nicht - entgegen der Auffassung, die
offenbar von beiden Parteien vertreten wird - diejenigen von 2004 (mit entsprechender
Aufrechnung). Die Beschwerdeführerin ist zwar unfallbedingt auf leichte Hilfsarbeiten
beschränkt, aber sie wäre in der Lage, ihre Restarbeitsfähigkeit in vielen Branchen zu
verwerten, sowohl im Sektor Produktion als auch im Sektor Dienstleistungen.
Auszugehen ist deshalb vom allgemeinen Durchschnittslohn aller Branchen. Aus der
LSE 2006 TA 1 Niveau 4 ist für Frauen ein Monatssalär von Fr. 4'019.-- ersichtlich. Das
hieraus errechnete Jahressalär von Fr. 48'228.-- (2006) basiert auf 40 Wochenstunden
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und ist auf die betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit 2006, d.h. auf 41.7
Stunden, aufzurechnen, woraus sich ein Betrag von Fr. 50'278.-- ergibt. Zum Einwand
der Beschwerdeführerin, wonach die Beschwerdegegnerin die DAP-Datenbank der
Suva nicht abgefragt, sondern auf LSE-Werte abgestellt und somit den konkreten
Verhältnissen der Beschwerdeführerin nicht Rechnung getragen habe (act. G 11 S. 4),
ist zum einen festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin nicht verpflichtet war, eine
entsprechende Vergleichsrechnung anzustellen. Zum anderen fällt bei Verwendung von
DAP-Zahlen ein leidensbedingter Abzug beim Invalideneinkommen ausser Betracht
(vgl. BGE 129 V 472). Insbesondere der letztgenannte Umstand hat oftmals zur Folge,
dass das gestützt auf DAP-Zahlen berechnete zumutbare Invalideneinkommen höher
ausfällt als das entsprechende LSE-Einkommen.
Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ihre Erwerbsfähigkeit auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt wegen der unfallbedingten Einschränkungen im
Schulterbereich lediglich mit unterdurchschnittlichem Erfolg verwerten kann. Der hierfür
von der Beschwerdegegnerin gewährte Abzug von 15% trägt diesen Umständen
zureichend Rechnung. Unter Berücksichtigung dieses Leidensabzuges ergibt sich ein
Invalideneinkommen von Fr. 42'736.--. Ein Teilzeitabzug fällt ausser Betracht. Im
Vergleich zum Valideneinkommen von Fr. 64'387.-- ergibt sich eine Erwerbsunfähigkeit
von 34% (aufgerundet; zur Prozentgenauigkeit vgl. BGE 130 V 121 Erw. 3.2), wie sie
auch der Verfügung vom 17. August 2007 zugrundeliegt (UV-act. 55). Derselbe IV-Grad
resultiert im Übrigen auch bei Anwendung des von der Beschwerdeführerin ermittelten
Valideneinkommens von Fr. 64'281.--. Die von den Parteien diskutierte Frage, welche
Indexwerte bei der Einkommensaufrechnung anzuwenden seien (act. G 1 S. 6 und G 5
S. 6), kann somit offenbleiben. Die Beschwerdegegnerin errechnete im angefochtenen
Entscheid zwar einen tieferen IV-Grad (33%), bestätigte aber dennoch (auf S. 12 unten
sowie mit dem auf Abweisung lautenden Dispositiv) die erwähnte Verfügung. Im
vorliegenden Verfahren ist daher der ursprünglich verfügte IV-Grad von 34% zu
bestätigen.
4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde in dem Sinn abzuweisen,
als der am 17. August 2007 verfügte IV-Grad von 34% bestätigt wird. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG