Decision ID: 4caea640-d93c-5aec-80a5-6d3b3499ebb1
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Haus zur alten Dorfbank,
9313 Muolen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A._ meldete sich am 3. Dezember 2007 zum Leistungsbezug (Rente) bei der IV-Stelle
des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1). Die Versicherte befand sich zu diesem Zeitpunkt
in einer stationären psychiatrischen Behandlung in der Klinik B._. Gemäss
Austrittbericht vom 7. Dezember 2007 war die Versicherte für die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig, aus psychiatrischer Sicht bestand eine
Arbeitsunfähigkeit von 50% (IV-act. 23/8). Seit 1. Juli 1986 war die Versicherte bei der
C._ angestellt, zuletzt als Betriebsmitarbeiterin (Hilfsarbeiterin). Das Arbeitsverhältnis
wurde auf den 31. Januar 2008 gekündigt (IV-act. 15/2, 9).
B.
B.a Dr.med. D._, Facharzt FMH für Chirurgie, attestierte der Versicherten im
Arztbericht vom 18. Dezember 2007 aufgrund der Beeinträchtigungen in den
Schultergelenken und in der Wirbelsäule Arbeitsunfähigkeiten von 100% und 50% in
der zuletzt ausgeübten Tätigkeit ab Dezember 2006 und erachtete adaptierte
Tätigkeiten als zumutbar, anfänglich zu einem Pensum von 50%, das sukzessive
erhöht werden könne (IV-act. 9/1-5).
B.b Der seit dem 2. Juli 2007 behandelnde Dr.med. E._, Spezialarzt für Psychiatrie
und Psychotherapie, hielt die Versicherte in einem Bericht vom 9. Februar 2008 für voll
arbeitsunfähig; die Versicherte habe nach der körperlichen Erkrankung mit einer
psychischen Dekompensation reagiert und sei zunehmend depressiv geworden. Der
Zustand habe sich chronifiziert (IV-act. 41/3-5).
B.c Am 11. Februar 2008 wurde im Auftrag des Krankenversicherers eine
rheumatologisch-orthopädische und psychiatrische Abklärung in der Klinik Valens
durchgeführt. Die medizinischen Experten berichteten am 15. Februar 2008, aus
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rheumatologischer Sicht bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50% in einer körperlich
leichten und wechselbelastenden Tätigkeit; aus psychiatrischer Sicht und
interdisziplinär sei jedoch seit 17. September 2007 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (in
bisheriger und Verweistätigkeit) gegeben (act. G 6.2).
B.d Vom 7. August bis 3. September 2008 hielt sich die Versicherte in stationärer
psychosomatischer Rehabilitation in der Klinik F._ auf. Dem Austrittbericht vom
22. Oktober 2008 ist zu entnehmen, dass sie in psychophysisch stabilisiertem Zustand
aus der Behandlung entlassen worden sei, auch wenn sie subjektiv keine spürbare
Schmerzreduktion habe angeben können. Bis auf weiteres bestehe eine
Arbeitsunfähigkeit von 100%, unter Vorbehalt einer Neubeurteilung gegen Ende
September 2008 (IV-act. 28/4 f.).
B.e In einer Haushaltsabklärung an Ort und Stelle vom 16. Juli 2009 wurde die Ver
sicherte für den Gesundheitsfall als Vollerwerbstätige qualifiziert (IV-act. 34).
B.f Dr. E._ berichtete am 17. Oktober 2009, dass die bisherige Therapie zu keiner
Besserung geführt habe und die Versicherte weiterhin voll arbeitsunfähig sei. Eine
weitere psychiatrische Behandlung sei notwendig, allenfalls in stationärem Rahmen (IV-
act. 41/1 f.).
C.
Am 28. Oktober 2009 erfolgte eine interdisziplinäre Untersuchung durch den
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Invalidenversicherung. Dr.med. G._, Facharzt
für Rheumatologie sowie Physikalische Medizin und Rehabilitation, stellte aus
rheumatologisch-internistischer Sicht folgende, sich auf die Arbeitsfähigkeit
auswirkende Diagnosen: Chronisches Schmerzsyndrom des Bewegungsapparates
ohne korrespondierendes somatisches Substrat mit ausgeprägter Symptomausweitung
(M79.0) und Rotatorenmanschettenläsion beider Schultern (M75.1) nach
Supraspinatussehnenrekonstruktion der rechten Schulter am 4. Dezember 2006 und
partieller Supraspinatussehnenruptur der linken Schulter (Arthro-MRI Februar 2008).
Der Versicherten sei in diesem Zusammenhang eine leichte wechselbelastende
Tätigkeit zu 100% zumutbar, wobei die oberen Extremitäten nur bis zur Horizontalen
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eingesetzt werden könnten und Kälte- und Nässeexpositionen möglichst zu vermeiden
seien. Dr.med. H._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte die
Diagnosen anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) und mittelgradige
depressive Episode mit Chronifizierungstendenz (ICD-10: F33.1). Aus psychiatrischer
Sicht bestehe sowohl für die angestammte als auch für eine adaptierte Tätigkeit eine
Arbeitsunfähigkeit von 40%. Entsprechend sei der Versicherten ein Arbeitspensum von
60% (vier bis fünf Stunden täglich) bei voller Leistung zumutbar (Untersuchungsbericht
vom 4. Januar 2010, IV-act. 45/6, 8, 16, 21).
D.
D.a Mit Vorbescheid vom 31. August 2010 kündigte die IV-Stelle an, sie werde der
Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 44% eine Rente ab 1. Dezember 2007
zusprechen (IV-act. 65). Dagegen erhob die Versicherte am 29. September 2010
Einwand unter Hinweis auf eine bevorstehende Operation der linken Schulter (IV-
act. 66 f.).
D.b Am 16. November 2010 erfolgte in der Klinik für Orthopädische Chirurgie am
KSSG eine Schulterarthroskopie rechts mit subacromialer Dekompression (IV-act. 74).
Die KSSG-Ärzte zeigten sich gemäss Bericht vom 4. März 2011 bezüglich einer
Operationsindikation links zurückhaltend und empfahlen vielmehr konservative
Therapien (IV-act. 81). Mit Stellungnahme vom 20. Mai 2011 hielt der RAD fest, es sei
keine gesundheitlich relevante Verschlechterung eingetreten (IV-act. 82).
D.c Mit Verfügung vom 5. Juli 2011 ordnete die IV-Stelle wie angekündigt die
Ausrichtung der Viertelsrente ab 1. Dezember 2007 an (IV-act. 87).
D.d Mit Bericht vom 31. August 2011 teilte der behandelnde Psychiater Dr. E._ der
IV-Stelle mit, der psychische Gesundheitszustand der Versicherten habe sich
verschlechtert und diese sei deshalb erneut zu einer stationären Behandlung in der
Rehaklinik F._ angemeldet. Es sei zurzeit zumindest von einer Arbeitsunfähigkeit von
50% aus psychischer Sicht auszugehen (IV-act. 89).
E.
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E.a Gegen die Verfügung vom 5. Juli 2011 erhob Rechtsanwalt Dr. iur. K. Glavas für
die Versicherte am 5. September 2011 Beschwerde mit den Anträgen, die
angefochtene Verfügung sei teilweise aufzuheben, indem der Beschwerdeführerin
mindestens eine halbe IV-Rente gewährt werde; eventualiter sei gestützt auf eine
aktuelle interdisziplinäre Begutachtung die Rente neu festzulegen - alles unter Kosten-
und Entschädigungsfolge. Zur Begründung führt der Rechtsvertreter im Wesentlichen
aus, die Einschätzung, wonach die Beschwerdeführerin nur aus psychiatrischer Sicht
eingeschränkt (zu 40%) und ihr aus rheumatologischer Sicht weiterhin eine
Arbeitsfähigkeit zu 100% zumutbar sei, decke sich nicht mit der Beurteilung der
behandelnden Fachmediziner. Zudem habe sich der Gesundheitszustand im Vergleich
zur Voruntersuchung aus dem Jahre 2010 anhaltend verschlechtert. Dies würden die
Berichte des I._ betreffend MRI-Aufnahmen der Schultergelenke vom 30. August
2011 und 2. September 2011 (der Beschwerde beigelegt, IV-act. 98/28 f.) belegen. Die
Sehnenrupturen hätten sich eindeutig verschlimmert, wobei beide Schultern zuzüglich
Rücken betroffen seien, weshalb die der angefochtenen Verfügung zugrunde liegende
Aktenlage als überholt zu betrachten sei. Diese Veränderungen somatischer Art liessen
nicht mehr eine volle Arbeitsfähigkeit begründen (act. G 1).
E.b Mit Eingabe vom 29. September 2011 nahm der RAD-Arzt Dr. G._ zu den
erneuten MRI-Untersuchungen der Schultergelenke Stellung: Aus somatischer Sicht
ergebe sich im Vergleich zu den MRI-Befunden 2006/2008 keine signifikante Änderung
des Gesundheitszustandes. Der Bericht des Psychiaters Dr. E._ vom 31. August
2011 beziehe sich vor allem auf die somatischen Beschwerden, weshalb darauf nicht
abgestellt werden könne; anderseits könne zurzeit gestützt auf die angekündigte
stationäre psychiatrische Behandlung nicht festgestellt werden, ob eine anhaltende
Veränderung des Gesundheitszustandes aus psychiatrischer Sicht stattgefunden habe
(IV-act. 104).
E.c Am 4. Oktober 2011 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin einen
Bericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie am Kantonsspital
St. Gallen vom 22. September 2011 (IV-act. 108) ein. Gestützt darauf macht er geltend,
es bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jedem Beruf (act. G 4). Die
behandelnden Ärzte des Kantonsspitals berichteten von einer progredienten
Beschwerdesymptomatik in Bezug auf das Schulterleiden. Die starken
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Schulterschmerzen würden beidseits nachts sowie auch bei der Verrichtung der
beruflichen Tätigkeit als Metzgereiverkäuferin auftreten, sodass aktuell eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% bestehe (act. G 4.1).
E.d Mit Beschwerdeantwort vom 3. November 2011 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie begründet dies damit, dass
aus somatischer Sicht keine relevante Veränderung des Gesundheitszustandes
vorliege und der RAD-Beurteilung bezüglich der erhobenen Befunde, der gestellten
Diagnosen sowie der Arbeitsfähigkeitsschätzung im somatischen Bereich volle
Beweiskraft zukomme. Im Lichte der zur somatoformen Schmerzstörung ergangenen
Rechtsprechung sei es jedoch nicht haltbar, von einer Arbeitsunfähigkeit von 40% aus
psychiatrischer Sicht auszugehen. Die mittelgradige depressive Störung bilde eine
reaktive Begleiterscheinung zur somatoformen Schmerzstörung und stelle keine
einschränkende psychische Komorbidität dar; auch andere Faktoren, welche die
ansonsten zumutbare Willensanstrengung für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit
behindern könnten, lägen bei der Beschwerdeführerin nicht in der notwendigen
Intensität vor. Ferner sei bei der RAD-Untersuchung ein ausgeprägtes aggravatorisches
Verhalten der Beschwerdeführerin festgestellt worden. Deshalb sei - vom RAD-Bericht
abweichend und trotz voller Beweiskraft dieses Berichts im restlichen Teil - von einer
vollen Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen auszugehen. Im
Einkommensvergleich ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 21%, wenn ein Abzug aus
dem Tabellenlohn von 10% vorgenommen werde, weil nur noch leichte Tätigkeiten
zumutbar seien. Gestützt darauf bestehe kein Anspruch auf eine Rente (act. G 6).
E.e In der Replik vom 3. Januar 2012 hält der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
an den Rechtsbegehren fest. Die Beschwerdegegnerin sei inkonsequent, indem sie den
RAD-Bericht als schlüssig betrachte, aber sich nicht an dessen Ergebnisse halte.
Gemäss KSSG-Bericht vom 22. September 2011 stehe fest, dass zum einem nicht eine
partielle, sondern eine komplette Supraspinatussehnenruptur in der Schulter links
vorliege, und zum anderen sei die von den RAD-Ärzten beurteilte Rekonstruktion der
Supraspinatussehne in der rechten Schulter gerissen. Daraus folge, dass sich die
Schulterproblematik nach der RAD-Untersuchung verschlimmert habe. Die
Verschlechterung des Gesundheitszustandes führe zu einem höheren Invaliditätsgrad
(act. G 8).
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E.f Die Beschwerdegegnerin hat keine Duplik eingereicht (act. G 10).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zug der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt der übergangsrechtliche Grundsatz, dass der
Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids bzw. im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklichte (vgl. BGE 127 V 467 E. 1,
126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 5. Juli 2011
ergangen (IV-act. 87), wobei im Wesentlichen ein Sachverhalt zu beurteilen war, der vor
dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008
begonnen hat (am 1. Dezember 2006, vgl. IV-act. 9/1). Daher ist für die Zeit bis
31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt
auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130
V 445 ff.; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007:
sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 7. Juni 2006 [I 428/04] E. 1).
Diese übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen keine materiell-rechtlichen Folgen, da
die 5. IV-Revision hinsichtlich des Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine
substantiellen Änderungen gegenüber der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage
brachte. Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des
ATSG, IVG und IVV wiedergegeben.
2.
Während der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eine höhere als die
zugesprochene Viertelsrente beantragt und dabei Beweiswert und Aktualität des RAD-
Untersuchungsberichtes vom 4. Januar 2010 (IV-act. 45) bestreitet, stellt die
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Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort in Frage, dass der Beschwerdeführerin
überhaupt eine Invalidenrente zusteht.
2.1 Anspruch auf eine Invalidenrente hat eine versicherte Person, wenn sie ihre
Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen,
erhalten oder verbessern kann, während eines Jahres durchschnittlich zu mindestens
40% arbeitsunfähig gewesen ist und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid ist (Art. 28 Abs. 1 IVG). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person
Anspruch auf eine ganze IV-Rente, wenn sie mindestens zu 70% invalid ist; bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 60% besteht ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente,
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% ist ein Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente
gegeben.
2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit andauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität setzt daher voraus,
dass der Gesundheitsschaden sowie dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
zuerst durch ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute festgestellt worden
sind. Aufgabe der Medizinalpersonen ist es, den Gesundheitszustand zu beschreiben
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten
die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4; vgl. BGE 105 V 158 E. 1
und ZAK 1982 S. 34). Die IV-Stelle und die Sozialversicherungsgerichte haben zu
prüfen, ob die ärztlichen Aussagen und Einschätzungen eine zuverlässige Beurteilung
des Leistungsanspruchs erlauben.
3.
Zunächst ist der Beweiswert des RAD-Untersuchungsberichtes vom 4. Januar 2010
(IV-act. 45) zu würdigen. Es handelt sich dabei um einen Bericht über eine vom RAD
selber durchgeführte eingehende klinische Untersuchung (vgl. Art. 49 Abs. 2 IVV). Den
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von versicherungsinternen Ärzten erstellten Berichten und Gutachten kann voller
Beweiswert zukommen, wenn sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
vorliegen (Urteil des Bundesgerichts I 142/07 vom 20. November 2007 E. 3.2.1). Die
versicherte Person hat keinen formellen Anspruch auf Beizug eines
versicherungsexternen Gutachtens. Wenn die IV-Stelle im Wesentlichen gestützt auf
Beweisgrundlagen des RAD entscheidet, sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge
Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit
und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (BGE 122 V 162 E. 1d in fine und BGE 135 V 470 E. 4.4)).
3.1 Der fragliche RAD-Untersuchungsbericht stützt sich auf direkte Untersuchungen
in den massgebenden Fachrichtungen (Rheumatologie und Psychiatrie). Die RAD-Ärzte
berücksichtigen die geklagten Beschwerden (IV-act. 45/2,11) sowie die Vorakten (IV-
act. 45/3f., 12-15) und begründen nachvollziehbar ihre Schlussfolgerungen. Ein
somatisch begründeter Gesundheitsschaden (Impairment) als Erklärung für das
generalisierte Schmerzsyndrom des Bewegungsapparates könne weder klinisch noch
bildgebend nachgewiesen werden. Zudem stünden Symptomausweitung sowie
demonstratives Schmerzverhalten fest. Der postoperative Verlauf nach
Supraspinatussehnenrekonstruktion rechts (Dezember 2006) sei gut gewesen und die
Teilruptur der Supraspinatussehne links habe keineswegs die Tragweite, welche die
Beschwerdeführerin vorbringe. Deshalb könnten die subjektiv empfundenen
Einschränkungen der Funktionsfähigkeit keine quantitative Arbeitsunfähigkeit
begründen und erscheine die aus somatischer Sicht vorgenommene Einschätzung
einer 50%igen Arbeitsfähigkeit durch die Klinik Valens gemäss Abklärung vom
11. Februar 2008 als nicht stichhaltig (IV-act. 45/6-8). Nachdem die Operation der
Sehnenruptur in der rechten Schulter sowie die Heilung komplikationslos abgelaufen
seien, habe sich eine über weitere Körperregionen ausbreitende und somatisch nicht
mehr erklärbare Schmerz- und Somatisierungsproblematik entwickelt. Diese sei als
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) einzuordnen, werde aber
durch eine erhebliche Aggravation überlagert, die auch anlässlich der psychiatrischen
Exploration und ohne vorige Rücksprache mit dem rheumatologischen Gutachter
offensichtlich gewesen sei. Die vorliegende somatoforme Schmerzstörung wirke sich
auf eine Minderung der Arbeitsfähigkeit um 40% aus, weil eine eigenständige
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depressive Störung - mittelgradige depressive Episode mit Chronifizierungstendenz -
im Sinn einer ausgewiesenen Komorbidität bestehe. Der Einschätzung einer höheren
Arbeitsunfähigkeit durch die Klinik Valens und den behandelnden Psychiater könne
nicht gefolgt werden, zumal hier eine erhebliche Aggravationsproblematik vorliege (IV-
act. 45/18-21).
3.2 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beruft sich auf die anderslautenden
Schlussfolgerungen der Fachmediziner und beanstandet damit den Beweiswert des
RAD-Untersuchungsberichtes (act. G 1). Der Beweiswert eines an sich überzeugenden
Administrativgutachtens wird jedoch nur entkräftet, wenn die behandelnden Ärzte nicht
nur Meinungsverschiedenheiten, sondern objektiv feststellbare Gesichtspunkte vor
tragen, die dem Administrativexperten entgangen sind: Aspekte, die im Rahmen der
Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben und die geeignet sind, zu einer
abweichenden Beurteilung zu führen (Urteile des Bundesgerichtes vom 28. Januar
2011, 9C_746/2010, E. 3.1; vom 13. März 2006, I 676/05, E 2.4 in fine und vom 2.
August 2006, U 58/06, E. 2.2 in fine). Es ist vorliegend nicht ersichtlich, dass die RAD-
Ärzte relevante zum Zeitpunkt der Untersuchung vorhandene medizinische Fakten
ausser Acht gelassen hätten. Vielmehr begründen sie überzeugend, weshalb und
inwiefern sie sich von früheren medizinischen Beurteilungen distanzieren.
3.3 Es stellt sich aber die Frage, ob sich der Gesundheitszustand seit der RAD-
Untersuchung verschlechtert hat oder neue Erkenntnisse gewonnen worden sind,
welche die damaligen Schlussfolgerungen zu erschüttern vermögen. Nach Erlass der
angefochtenen Verfügung vom 5. Juli 2011 fanden verschiedene neue Berichte
Eingang in die Akten, so die Berichte des I._ vom 30. August 2011 und 2. September
2011 (IV-act. 98/28 f.), von Dr. E._ vom 31. August 2011 (IV-act. 89) und der Klinik für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie am KSSG vom 22. September 2011 (IV-
act. 108). Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der
Beurteilung einer Streitsache auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen
Verfügung eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 4 E. 1.2 und 129 V 169 E. 1, je mit
Hinweis). Berichte, welche nach dem Zeitpunkt des Verfügungserlasses datieren, sind
nur zu berücksichtigen, sofern sie Rückschlüsse in Bezug auf die im Zeitpunkt der
streitigen Verfügung bestehende Situation erlauben (BGE 121 V 366 E. 1b, 99 V 102, je
mit Hinweisen). Dem Schreiben von Dr. E._ vom 31. August 2011 können keine
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neuen psychiatrischen Aspekte entnommen werden. Zwar bringt der behandelnde Arzt
eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes vor, bescheinigt jedoch eine
Arbeitsunfähigkeit aus rein psychiatrischer Sicht von 50%, die nicht weit von der
entsprechenden RAD-Einschätzung (40%) liegt (IV-act. 89). Was sodann die MRI-
Aufnahmen der Schultergelenke vom 30. August 2011 und 2. September 2011
anbelangt, so zeigen diese gemäss Stellungnahme des RAD vom 29. September 2011
keine relevanten Veränderungen im Vergleich zu den MRI-Befunden aus den Jahren
2006 und 2008 (IV-act. 104). Die Tatsache, dass die behandelnden Ärzte des KSSG
von einer progredienten Beschwerdesymptomatik sprechen, bedeutet nicht, dass sie
gestützt auf neue Befunde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jeden Beruf attestieren
würden, wie der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin geltend macht (act. G 4). Die
behandelnden Ärzte halten nur fest, dass die geklagten Beschwerden nicht nur nachts
auftreten, sondern sich bei der Verrichtung der beruflichen Tätigkeit als
Metzgereiverkäuferin zu 100% einschränkend auswirken würden (IV-act. 108). Aus all
dem folgt, dass die neu eingereichten medizinischen Unterlagen für die vorliegende
Beurteilung des Leistungsanspruchs nicht von Belang sind. Demzufolge ist der RAD-
Untersuchungsbericht vom 4. Januar 2010 beweiskräftig und wird nicht von neueren
medizinischen Erkenntnissen in Frage gestellt. Weitere medizinische Abklärungen
erübrigen sich.
3.4 In der Beschwerdeantwort beantragt die Beschwerdegegnerin, von der
Restarbeitsfähigkeit von 60% gemäss RAD-Untersuchungsbericht abzuweichen, weil
im Lichte der zur somatoformen Schmerzstörung ergangenen Rechtsprechung keine
psychische Komorbidität vorliege und sich die Beschwerdeführerin aggravatorisch
verhalte (act. G 6). Anhaltende somatoforme Schmerzstörungen sind grundsätzlich als
psychisches Leiden anzusehen. Sie oder ihre Folgen gelten jedoch als überwindbar
bzw. nicht invalidisierend (BGE 131 V 50 E. 1.2; BGE 130 V 353 f. E. 2.2.3), es sei denn,
die betroffene Person leidet unter einer psychischen Begleiterkrankung von erheblicher
Schwere, Intensität und Dauer (sogenannte Komorbidität) oder erfüllt mit gewisser
Intensität und Konstanz bestimmte qualifizierte Kriterien (BGE 136 V 281 E. 3.2.1; BGE
130 V 354 f. E. 2.2.3). Die Antworten auf die Fragen, ob eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung und, bejahendenfalls, eine psychische Komorbidität vorliegt, sind
medizinische Tatsachenfeststellungen. Gestützt darauf prüft die rechtsanwendende
Behörde unter anderem die Rechtsfrage, ob eine festgestellte psychische Komorbidität
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hinreichend erheblich ist, um gesamthaft den Schluss auf eine invalidisierende
Gesundheitsschädigung zu gestatten (BGE 137 V 66 E. 1.2 mit Hinweis auf SVR 2008
IV Nr. 23 S. 72, I 683/06 E. 2.2). Die rechtsanwendende Behörde darf sich bei der
rechtlichen Prüfung weder über die medizinischen Tatsachenfeststellungen
hinwegsetzen noch sich die ärztlichen Einschätzungen und Schlussfolgerungen zur
(Rest-)Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten sozialversicherungsrechtlichen
Relevanz und Tragweite zu eigen machen (BGE 136 V 284 E. 3.3). Vorliegend folgt der
RAD-Untersuchungsbericht den sozialversicherungsrechtlichen Vorgaben: Zum einen
wird die mittelgradige depressive Episode mit Chronifizierungstendenz (ICD-10: F33.1)
als psychische Komorbidität festgestellt, die sich von der anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung verselbstständigt habe und deshalb zu einer relevanten
Arbeitsunfähigkeit führt. So befindet sich die Beschwerdeführerin seit 2007 in
ambulanter psychiatrischer-psychotherapeutischer Behandlung und erhält u.a.
antidepressive Medikamente zur Linderung ihres psychischen Leidens. Zwischendurch
weilte sie in der Klinik B._ (5. November bis 7. Dezember 2007) und in der Klinik
F._ (7. August bis 3. September 2008) zur stationären psychosomatischen
Rehabilitation (zur Behandlung des psychischen Leidens vgl. IV-act. 45/9 ff. mit
Aktenhinweisen). Es ist demnach von einer erheblichen psychischen Störung
auszugehen. Zum anderen haben die RAD-Ärzte ein Aggravationsverhalten festgestellt
und gestützt darauf festgehalten, dass die Arbeitsunfähigkeit aus diesem Grund nicht
über 40% liegen könne (IV-act. 45/18-21). Selbst bei teilweise aggravatorischem
Verhalten der Beschwerdeführerin geht es nicht an, jegliche Einschränkung der Arbeits
fähigkeit aus psychiatrischer Sicht zu verneinen; so haben die RAD-Ärzte diesen
Umstand gewürdigt und sind zum Schluss gekommen, dass trotz Aggravation eine
Arbeitsunfähigkeit in der Höhe von 40% besteht.
3.5 Mithin können die erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes der
Beschwerdeführerin gestützt auf die Einschätzung einer 60%igen Restarbeitsfähigkeit
in adaptierten Tätigkeiten ermittelt werden.
4.
Unbestritten gilt die Beschwerdeführerin für den Gesundheitsfall als vollerwerbstätig
(IV-act. 34). Bei Erwerbstätigen erfolgt die Bestimmung des Invaliditätsgrads anhand
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eines Einkommensvergleichs: Das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person
nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), wird zum
Erwerbseinkommen in Beziehung gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht
invalid geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
4.1 Die Einkommensermittlung erfolgt in der Regel gestützt auf den letzten vor Eintritt
der Gesundheitsschädigung erzielten Lohn (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai
2001, I 42/01, mit Hinweisen), weil nach empirischer Feststellung die bisherige Tätigkeit
im Gesundheitsfall meist weitergeführt worden wäre (Urteil des Bundesgerichts vom
29. August 2002, I 97/00). Gemäss Angaben der C._ im Fragebogen für
Arbeitgebende vom 16. Januar 2008 erzielte die Beschwerdeführein zuletzt, d.h. ab
1. Januar 2007, bei einem 80%-Pensum einen Monatslohn von Fr. 3'675.--, wobei ihr
zusätzlich eine Gratifikation in der Höhe eines Monatslohnes ausgerichtet wurde (IV-
act. 15/3 und 15/11). Daraus errechnet sich ein Jahreseinkommen von Fr. 47'775.-- (13
x Fr. 3'675.--) und hochgerechnet auf 100% ein Valideneinkommen von Fr. 59'719.--.
4.2 Wenn eine versicherte Person keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht bzw. keine
zumutbare adaptierte Tätigkeit aufnimmt, ist bei der Festsetzung des
Invalideneinkommens praxisgemäss auf LSE-Tabellenlöhne abzustellen. Im Jahr 2007
erzielten Frauen gemäss Tabelle TA 1 (Privater Sektor) im Anforderungsniveau 4
(einfache und repetitive Tätigkeiten) bei einer betriebsüblichen wöchentlichen
Arbeitszeit von 41,7 Wochenstunden einen Jahreslohn von Fr. 51'047.--(vgl. Anhang 2
der IV-Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV). Da der Beschwerdeführerin
aus psychiatrischer Sicht nur ein Arbeitspensum von 60% bei voller Leistung zumutbar
ist, resultiert daraus ein Invalideneinkommen von Fr. 30'628.--. Ein Erwerbseinkommen,
das gestützt auf Tabellenlöhne ermittelt wird, ist nach Ermessen bis zu 25% zu kürzen,
wenn behinderungsbedingte sowie persönliche und berufliche Umstände - auch
invaliditätsfremde Faktoren - dafür sprechen, dass die versicherte Person ihre
gesundheitlich bedingte Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit
unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg verwerten könnte (BGE 126 V 79 E. 5b,
bestätigt in AHI 2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Auch wenn die
Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht zu 100% arbeitsfähig ist, kann sie nach
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Eintritt des Gesundheitsschadens nur leichte adaptierte Tätigkeiten ausüben. Dabei
kann sie ihre oberen Extremitäten nur bis zur Horizontalen einsetzen und soll zudem
Kälte- und Nässeexpositionen vermeiden. Aufgrund dieser qualitativen
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit würde sie das entsprechende durchschnittliche
Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiterinnen nicht erreichen können. Es ist ihr daher nach
Ermessen ein Tabellenlohnabzug von 10% zu gewähren (vgl. auch
Beschwerdeantwort, act. G 6 S. 6), so dass das Invalideneinkommen Fr. 27'565.--
beträgt (60% Tabellenlohn x 0.9).
4.3 Aus dem Vergleich zwischen einem Valideneinkommen von Fr. 59'719.-- und
einem Invalideneinkommen Fr. 27'565.--. -- resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr. 32'154.-- und mithin ein Invaliditätsgrad von 54%. Gestützt darauf besteht gemäss
Art. 28 Abs. 2 IVG Anspruch auf eine halbe Rente. Da eine Arbeitsunfähigkeit von
mindestens 50% ab Dezember 2006 bescheinigt wurde, ist in Übereinstimmung mit
der angefochtenen Verfügung der Rentenbeginn - nach Ablauf des Wartejahres - auf 1.
Dezember 2007 festzulegen.
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Verfügung vom 5. Juli 2011 in
Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und der Beschwerdeführerin eine halbe
Invalidenrente mit Wirkung ab 1. Dezember 2007 zuzusprechen. Zur Festsetzung der
Rentenhöhe sowie zur Ausrichtung der geschuldeten Leistungen ist die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Diese ist vollumfänglich von der unterliegenden Beschwerdegegnerin
zu tragen. Der Beschwerdeführerin ist der bezahlte Kostenvorschuss
zurückzuerstatten.
5.3 Die obsiegende beschwerdeführende Partei hat bei diesem Verfahrensausgang
einen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die Parteientschädigung bemisst sich
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gemäss Art. 61 lit. g ATSG nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit
des Prozesses. Unter Berücksichtigung dieser Kriterien, insbesondere des anwaltlichen
Aufwandes, erweist sich eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Baraus
lagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP