Decision ID: 26ec6a05-2abb-459c-8d8d-da1621f11725
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1984,
schloss
eine Ausbildung zum
Fachmann Be
triebsunterhalt
ab
(
Urk.
6/10,
Urk.
6/13 S. 1
Ziff.
2).
Am
8.
Mai 2012 meldete er sich u
nter
Hin
weis auf eine Depression und AD
S
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/5
Ziff.
6.2).
Nach Durchführung eines Standortge
sprächs am 2
1.
Mai 2012 (
Urk.
6/13)
und eines Erstgesprächs mit der Eingliede
rungsberatung am 1
1.
Juli 2012 (
Urk.
6/16)
teilte ihm die Sozialversiche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Schreiben vom 1
9.
Juli 2012 mit, es bestehe kein Anspruch auf Arbeitsvermittlung
, da aufgrund a
nderweitiger Unter
stützung kein Bedarf
nach Hilfe
von Seiten der IV-Stelle bestehe
(
Urk.
6/15
; vgl. auch
Urk.
6/16 S. 2 oben
).
Vom
1.
Mai 2013 bis 3
0.
April 2014
absolvierte er
im
Y._
ein Prak
tikum als
Werkstattmitarbeiter im Technischen Dienst (
Urk.
6/22
oben
,
Urk.
6/41
Ziff.
2.1
).
1.2
Nach einer Anmeldung zur Früherfassung im Juni 2015 (vgl.
Urk.
6/18-21,
Urk.
6/23) erfolgte a
m
1
7.
August 2015
eine weitere Anmeldung des Versicherten
(berufliche Integration/Rente)
bei der Invalidenversicherung
(
Urk.
6/25).
Die IV-
Stelle tätigte medizinische (
Urk.
6/
32,
Urk.
6/37,
Urk.
6/41,
Urk.
6/43) und er
wer
b
liche (
Urk.
6/28) Abklärungen und erteilt
e
Kostengutsprache
n
für ein
Belast
bar
keits
-
und
ein Aufbautraining inklusive Verlängerung der Massnahme
n
(
Urk.
6/48
,
Urk.
6/61,
Urk.
6/73,
Urk.
6/95). Am 1
6.
August 2017 erteilte sie Kostengut
spra
che für ein Arbeitstraining (
Urk.
6/112).
Die Massnahme
n
wurde
n
am
6.
Juli 2018
beendet
(
Urk.
6/146).
1.
3
Die IV-Stelle holte
in der Folge
weitere
medizinische Berichte (
Urk.
6/152-153)
und
ein
bidisziplinäres
Gutachten
beim
Z._
ein, das am 1
8.
April 2019 (
Urk.
6/170) erstattet wurde.
Am
1
5.
Mai
2019 (
Urk.
6/175)
erliess sie
den Vorbescheid. Der Versicherte brachte dagegen Einwände (
Urk.
6/176) vor
. Mit Verfügung vom
2.
Juli 2019 (
Urk.
6/180 =
Urk.
2) verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch.
2.
2.1
Der Versicherte erhob am
5.
Juli 2019 Beschwerde gegen die Verfügung vom
2.
Juli 2019 (
Urk.
2)
. Sinngemäss beantragte er die
Zusprach
e
einer Invaliden
rente (
Urk.
1).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
5.
September 2019 (
Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem
Beschwerdeführer am
8.
Novem
ber 20
19 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
11).
2.2
Der Therapeut des Versicherten hatte am
4.
Juli 2019 beziehungsweise am 1
2.
Juli 2019 im Namen des Versicherten bei der Kantonspolizei Zürich Strafanzeigen gegen einen Gutachter des
Z._
und die IV-Stelle eingereicht (
Urk.
16/1-2,
Urk.
3/2).
Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 2
1.
Januar 2020 w
urde
die
Strafuntersuchung gegen den Gutachter des
Z._
und die Beschwerde
geg
nerin nicht anhand genommen (
Urk.
21/7).
Das hiesige Gericht z
og die diesbe
züglichen
Akten der Kantonspolizei Zürich (
Urk.
16/1-2) und der Oberstaatsan
waltschaft des Kantons Zürich (
Urk.
21/1a-7) zum Verfahren bei
(vgl.
Urk.
13
,
Urk.
18
)
.
2.3
Mit Verfügung vom
9.
Juli 2020 wurde dem Beschwerdeführer in Bewilligung des Gesuchs vom
5.
Juli 2019 die unentgeltliche Prozessführung gewährt. Den Par
teien wurden zudem Kopien der beigezogenen Akten der Kantonspolizei Zürich und der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
24 Dispositiv
Ziff.
1-2).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
schloss sich
der Einschätzung
der Gutachter des
Z._
an
. Sie stellte daher darauf ab, dass
aus medizinischer Sicht
aufgrund von soma
tischen Beschwerden in der angestammten Tätigkeit als Mitarbeiter Betriebs
unterhalt eine zumutbare Arb
eitsfähigkeit von 50
%
bestehe (
Urk.
2
S. 1 unten). Eine angepasste Tätigkeit ohne dauerhaftes Gehen und Stehen lasse sich in einer Hilfsarbeitertätigkeit
uneingeschränkt
umsetzen. Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes umfasse
auch
Nischenarbeitsplätze (S. 2 Mitte). Die Beschwerde
gegnerin ermittelte sodann einen
Invaliditätsgrad von 16
%
und verneinte einen Rentenanspruch
(S. 2 oben).
2.2
Der Beschwerdeführer
brachte vor, bei
den
Ausführungen
der Beschwerde
geg
nerin
bezüglich
einer
angepassten Tätigkeit handle es sich um Wunschdenken
. Langjährige Integrationsbemühungen seien erfolglos geblieben. Zudem habe er mehrere Arbeitsversuche nach wenigen Monaten aufgrund von körperlichen und psychischen Beschwerden abbrechen müssen. Seit Abschluss seiner Lehre vor bald zehn Jahren sei er aus dem ersten Arbeitsmarkt herausgefallen (
Urk.
1 S. 1 unten). Einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt gebe es schlicht nicht
, da in den letzten Jahren viele manuelle Tätigkeiten wegrationalisiert worden seien
. Was bleibe, seien Arbeiten
im
Behindertenbereich
(S. 2 oben).
2.3
Streitig ist, ob
ein Rentenanspruch
besteht
.
Zu prüfen ist insbesondere
,
ob auf das Gutachten des
Z._
vom 1
8.
April 2019
abgestellt werden kann.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer ist seit Feb
ruar 2014 bei
lic
. phil. I
A._
und
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, in ambulanter Behandlung (
Urk.
6/32/1
Ziff.
1.2).
Lic
. phil. I
A._
nannte
im Bericht vom 2
7.
Oktober 2015 (
Urk.
6/32/6-
7) als
Diagnosen (
S. 1
Ziff.
1.1) eine posttraumatische B
elastungsstörung (ICD-10 F43
.1)
,
verbunden mit einer Anpassungsstörung mit gemischter Störung von Gefühlen und des S
ozialverhaltens (ICD-10 F43.25)
sowie eine verlängerte depressive Reak
tion (ICD-10 43.21).
Weiter
stellte er die Diagnosen
Schwierigkeiten bei der kul
turellen Eingewöhnung (ICD-10 Z60.3), sonstige
Probleme im Zusammenhang mit einer Vernachlässigung
in der Erziehung (ICD-10 Z62.5),
Familienzerrüttung durch Trennung
oder
Scheidung (ICD-10 Z63.5) sowie ein Mangel und Verlust an sexuellem Verlangen (ICD-10 F52.0).
Zur Anamnese wurde ausgeführt, der Be
schwerdeführer habe in jungen Jahren ein konfliktreiches Familiensys
tem erfah
ren und sei schon früh auf sich alleine gestellt gewesen
. Schulisch sei er miserabel unterstützt worden
(S. 1
Ziff.
1.4 unten).
3.2
Lic
. phil. I
A._
und
Dr.
B._
attestierten
in einem
undatierten
und
am
4.
November 2015 (
Urk.
6/32/1-5)
bei der Beschwerdegegnerin
eingegan
ge
nen Bericht
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit seit
der
Beendigung eines
Praktikum
s
im
Y._
eine Arbeitsunf
ähigkeit von 100
%
(
Ziff.
1.6 und 1.7).
3.3
Dr.
med. C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, nannte im Bericht vom 1
1.
November 2015 (
Urk.
6/37/1-4) als Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittels
chwere Depression und ein
cervi
k
ospondylogenes
und
ein
thorakolumbospondylogenes
Schmerzsyndrom,
was
sei
t 2007 bekannt
sei
(
S. 1
Ziff.
1.1).
Dr.
C._
gab zu den aktuellen Symptomen an,
initial
bestünden
eine Suizidalität,
Konzentrationsstörungen, Energielosigkeit, eine Antriebsstörung, massive Schlafstörungen sowie massive Schmerzen im Be
reich des Kopfes und des Rückens. Der Beschwerdeführer sei teilweise schwer und mehrheitlich mittelschwer depressiv
. Weiter bestehe eine ausgeprägte muskuläre
Dekonditionierung
mit einer Schwäche der Rumpfstabilität
(S. 2
Ziff.
1.4).
Der Beschwerdeführer habe den zuletzt
ausgeübten Beruf a
ufgrund der
Depres
sion nicht richtig erlernen können
(S. 3
Ziff.
1.7).
Er
wünsche eine Umschulung zum Hauswart. Dabei handle es sich
um
eine selbstbestimmte Arbeit, die ihm Freude bereiten würde (
S. 3
Ziff.
1.11).
3.4
Lic
. phil. I
A._
und
Dr.
B._
hielten
im Verlaufsbericht vom 3
1.
März 2016 (
Urk.
6/41) ei
ne Verbesserung
des Gesundheitszusta
ndes fest
(
Ziff.
1.1).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde ausgeführt
, der Beschwerdeführer habe eine Lehre als Haustechniker und Abwart absolv
iert.
Seit Beendigung
e
ines
Praktikum
s
, das
bis im Sommer 2014 gedauert habe, sei er arbeitsunfähig.
Ein Arbeitsversuch sei dringend erwünscht.
In einer handwerklichen Tätigkeit sowie als Chauffeur oder Lokführer sei er sicher halbtags arbeitsfähig (
Ziff.
2.1).
Es bestehe eine Minderung der Leistungsfähigkeit von 50
%
, die
durch eine
Arbeitsbegleitung gesteigert werden könne (
Ziff.
2.2).
3.5
Die Ärzte des
D._
berichteten am 2
9.
April
2016 (
Urk.
6/43) über die stationäre Behandlung des Beschwerdeführers vom 2
4.
Febru
ar
bis 2
2.
März 2016 (S. 1). Sie stellten im Wesentlichen folgende Diagnosen (S. 1 f.):
-
chronische Schmerzen mit psychischen und somatischen Anteilen
-
ungenügende segmentale Haltefunktion der Wirbelsäule
-
cervikothor
ak
overtebrales
bis
spondylogenes
Schmerzsyndrom
-
Status nach
Analgetikakopfschmerz
2009
-
chronisches
lumbovertebrales
bis
lumbospondylogenes
Syndrom 2007 und 2008
-
Status nach
Achillotendinitis
rechts
-
Medikamentenunverträglichkeit
en
-
Bruxismus
3.6
Die Ärzte des
Y._
berichteten am 1
2.
Januar 2018 (
Urk.
6/132-133) über eine
Operation am linken Kniegelenk
vom
8.
Januar 201
8.
Sie stellten fol
gende Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
Knorpelschaden
retropatellär
,
Trochlea
Knie links
-
femoropatelläres
Schmerzsyndrom links bei Knorpelanriss
Trochlea
-
Chondropathie
retropatellär
mit
Sklerosierung
-
Status nach dreimaliger ACP-Infiltration, September 2017
3.7
Dr.
C._
gab
in einem am
3.
Oktober 2018 (
Urk.
6/153) eingegangenen Ver
laufsbericht eine
Verbesserung des Gesundheitszustandes
an
(
S. 1
Ziff.
1.1). Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er (
S. 1
Ziff.
1.2):
-
Verdacht
auf bleibende
Persönlichkeitsänderung mit Ängsten und sozia
len Schwierigkeiten, seit der Kindheit
-
chronische Nackenschmerzen bei Gewal
terfahrung und psychischer
Erkrankung
seit dem
Alter von 14 Jahren und nach Vernachlässigung
-
femoropatelläres
Schmerzsyndrom
-
Rezidiv
ierendes
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom und chronisches
cervikovertrebrales
Schmerzsyndrom
Dr.
C._
gab weite
r an, die absolvierten Praktika
beziehungsweise die Rehabili
tationsstelle seien
ungeeignet gewesen
.
Die Anstellungen hätten teilweise
in einer höchst problematischen Umgebung
stattgefunden
und mit viel zu wenig Unter
stützung (S. 1
Ziff.
2.1). Die Leistungsfähigkeit sei aus psychischen Gründen um 50
%
vermindert (S. 2
Ziff.
2.2). Bei genügender Unterstützung sei eine Rückkehr in den ersten Arbeitsmarkt möglich (S. 2
Ziff.
3.3).
3.
8
Dr.
med. E._
, Facharzt für Chirurgie und für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Y._
, stellte im Bericht vom
5.
Dezember 2018 (
Urk.
6/157/7-8) folgende Diagnosen (S. 1):
-
Knie links: Knorpelschaden
retropatellär
-
femoropatelläres
Schmerzsyndrom links bei Knorpelanriss
Trochlea
-
Chondropathie
retropatellär
mit
Sklerosierung
-
chronische Beschwerden der Halswirbelsäule, neu mit Ausstrahlung in beide Arme
-
Erschöpfungsdepression
Dr.
E._
gab weiter an
,
sofern sich
bei
einer MRI-Untersuchung des Kniege
lenks keine Auffälligkeiten erg
eben
sollten
, sei der Beschwerdeführer
von Seiten des Kniegelenkes
wieder arbeitsfähig (S. 2).
3.9
3.9
.1
Die Beschwerdegegnerin gab beim
Z._
ein
bidisziplinäres
Gutachten in Auf
trag, das am 1
8.
April 2019 (
Urk.
6/170) erstattet wurde.
Es
ist von
Dr.
med. F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Dr.
med.
G._
, Fach
arzt für Allgem
eine Innere Medizin,
Dr.
med. H._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates und für Chirurgie,
Dr.
med.
I._
und
J._
unterzeichnet (S. 10) und beruht auf den fachärztlichen Untersuchungen
des Beschwerdeführers
und den
den
Gutachtern zur Verfügung g
estellten Akten (S. 3
Ziff.
2).
3.
9
.2
Dr.
F._
führte im psychiatrischen Teilgutachten
aus,
der Beschwerdeführer habe berichtet, dass er im Jahr 2009 an einer «Erschöpfungsdepression» erkrankt sei. Er
habe seinerzeit unter Schlafstörungen gelitten und häufig mit dem Gedanken gespielt, sich umzubringen (S. 21
Ziff.
3.1 Mitte).
Nach
wie vor
leide er
unter Schlafstörungen und verspüre eine anhaltende innere Nervosität. Des Weiteren schmerze das linke Knie (S. 21
Ziff.
3.2 unten).
Mit sechs Jahren sei er zu seinen Eltern in die Schweiz gekommen. Nach der Scheidung seiner Eltern sei er von seiner Mutter gr
ossgezogen worden
. Im Alter von acht Jahren habe er einen schweren Autounfall erlitten
(S. 23 oben).
Eine Ausbildung zum Fachmann Betriebsunterhalt habe er 2011 abgeschlossen.
Von
November
2011
bis Januar 2012
habe er eine Tätigkeit im Technischen Dienst in
K._
ausgeübt. Er sei jedoch ständig erschöpft gewesen (S. 23 unten). Eine stationäre psychia
trische Behandlung sei bis dato nicht erfolgt. Seit 2014 sei er bei
lic
. phil. I
A._
und
Dr.
B._
in Behandlung. Die therapeutischen Gespräche fänden einmal pro Woche statt (S. 25 oben).
3.
9
.3
Die Auffassung sei bei der Untersuchung nicht erschwert und die Konzentration
im gesamten Verlauf
unbeeinträchtigt gewesen (S. 26
Ziff.
4.3 Mitte). Es seien Anzeichen für das Vorliegen einer
Persönlichkeitsakzentuierung
mit psychoneu
rotisch-
unreifer Komponente festgestellt worden mit darauf basierenden Prob
lemen
beziehungsweise
Schwierigkeiten bei der allgemeinen Lebensbewältigung. Ansonsten hätten sich keine Hinweise
auf eine pathologische Persönlichkeits
störung
nach den
Kriterien des ICD-10
ergeben
(S. 27 Mitte).
Die in den Akten dokumentierte
n
Bewertungen einer einfachen Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung, einer posttraumatischen Belastungsstörung, einer An
passungsstörung mit gemischter Störung von Gefühlen und des Sozialver
haltens beziehungsweise mit längerer
depressiver Reaktion sowie ein
Mangel oder Verlust von sexuellem Verlangen könnten anhand der aktuell erhobenen Befunde nicht verifiziert werden. Die Diagnosekriterien nach ICD-10 seien
hierfür
nicht aus
reichend erfüllt
.
Beispielsweise fehle es für
eine einfache Aktivitäts- und Auf
merksamkeitsstörung
am
erforderlich
Beginn der Störung vor dem siebten Lebensjahr
. Ebenso bestünden kein deutlicher Leidensdruck und keine ersthafte Beeinträchtigung der schulischen Funktionsfähigkeit. Hinsichtlich der Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung fehle es
am
wiederholten Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen
.
Ebenso
liege
keine
teilweise oder vollständige Unfähigkeit vor, wichtige Aspekte der Belastung zu erinnern
(S. 28
Ziff.
6 oben).
Für eine Anpassungsstörung müsse die Symptomatik spätestens sechs Monate nach der Belastung abg
eklungen sein, w
as nicht erfüllt sei. Weiter liege kein leichter depressiver Zustand vor als Reaktion auf eine länger anhal
tende Belastungssituation
,
der zwei Jahre nicht überschreite
(S. 28
Ziff.
6 Mitte).
Es sei einzig zu mutmasslich depressiven Symptomkomplexen gekommen.
Dies könne
aufgrund der anamnestischen Datenlage im Ansatz nachvollzogen werden, jedoch ohne eindeutig episodenhaften Charakter im Sinne eines rezidivierenden depressiven Störungsbildes.
Dr.
F._
verneinte eine psychiatrische Diagnose
mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnose ohne Relevanz für die Arbeits
fähigkeit
nannte er eine Akzentuierung von Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73) mit psychoneurotisch-unreifer Komponenten (S. 28
Ziff.
6 unten).
Die Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit
für
Eingliederungsmassnahmen
auf ein
Pensum von maximal 50
%
lasse sich aus psychiatrisch-gutachterlicher Sicht im Rückblick nicht begründen (S. 30
Ziff.
7.2). Beeinträchtigungen der Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routine, zur Planungen und Strukturierung von Auf
gaben und der Flexibilität und der Umstellungsfähigkeit
etc.
lägen nicht vor
. Der Beschwerdeführer sei zusammenfassend aus psychiatrischer Sicht uneinge
schränkt arbeitsfähig
(S. 30
Ziff.
7.4).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bestehe rein nach den psychiatrischen Bewertungskriterien eine Arbeitsfähigkeit von 8.5
Stunden
pro Tag
. Aus psychiatrischer Sicht habe zu keinem Zeitpunkt eine
län
gerdauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorgelegen
(S. 31
Ziff.
8 oben).
3.
9
.4
Dr.
H._
führte im orthopädisch-
traumatologischen
Teilgutachten aus, der Beschwerdeführer habe angegeben, dass er vorwiegend Probleme mit dem ope
rierten linken Kniegelenk habe. Darüber hinaus bestünden von Seiten des Be
wegungsapparates keine Beschwerden. Eine 2018 bestehende Beschwerdesymp
tomatik der Halswirbelsäule mit Ausstrahlung in die Arme sei abgeklungen
(S. 37
Ziff.
3.1).
Treppensteigen bereite noch erhebliche Beschwerden (S. 38
Ziff.
3.2 Mitte).
Bei
einer
Tätigkeit im Altersheim sei ihm langes Laufen nicht mehr mög
lich gewesen. Schweres Heben funktioniere seit der Einschränkung des Kniege
lenkes
ebenfalls
nicht mehr (S. 39 oben).
Dr.
H._
nannte als Diagnose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit ein
femoropatelläres
Schmerzsyndrom links mit
Chondromalazie
retropatellar bei Zustand nach
Arthrotomie
des linken Kniegelenks mit
autologer
, Matrix-indu
zierter
Chondrogenese
der
Trochlea
vom
8.
Januar 201
8.
Als Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit nannte er
einen
Senk- und Spreiz-Fuss beidseits und eine abgeklungene
Zervikobrachialgie
(S. 43
Ziff.
6 unten).
Es bestehe eine ausgeprägte
Minderung
sowohl des
Quadrizpsmuskels
als auch im Bereich der Unterschenkelmuskulatur des linken Beines.
Dies führe zu einer verminderten Belastbarkeit der linken unteren Extremität.
Darüber hinaus bestehe eine Bewegungseinschränkung des linken Kniegelenks im Seitenvergleich. Die Beschwerden hätten dazu geführt, dass die Tätigkeit als Mitarbeiter im
T
echni
schen Dienst nicht mehr vollschichtig ausgeübt werden könne (S. 44
Ziff.
7.1). Aus orthopädischer Sicht bestünden deutliche Einschränkungen bezüglich der Belastbarkeit. Arbeiten, die ein dauerhaftes Stehen oder Gehen erforderten, seie
n aktuell nicht leidensgerecht und
könnten bis auf Weiteres nicht vollschichtig ausgeübt werden. Für leichte bis mittelschwere Tätigkeit
en
bestehe dagegen ein positives Leistungsbild.
Solche Arbeiten
könnten vorwiegend im Sitzen ausgeübt werden mit der Möglichkeit zum Wechseln der Position und gelegentlichem Gehen und Stehen in einem Belastungsumfang von 100
%
(S. 45
Ziff.
7.4 Mitte).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 4.25 Stun
den beziehungsweise
von
50
%
(S. 46
Ziff.
8 oben).
3.9
.5
Die Gutachter
nannten
in der Gesamtbeurteilung
als
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
femoropatelläres
Schmerzsyndrom links mit
Chon
dromalazie
retropatellar bei Zustand nach
Arthrotomie
des linken Kniegelenks mit
autologer
, Matrix-induzierter
Chondrogenese
der
Trochlea
(S. 6
Ziff.
4.2). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit nannten sie (S. 6
Ziff.
4.2):
-
Akzentuierung von Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73) mit psycho
neu
ro
tisch-unreifer Komponente
-
Senk- und Spreiz-Fuss beidseits
-
a
bgeklungene
Zervikobrachialgie
Von psychiatrischer Seite hätten sich keine Befunde mit Auswirkungen auf das aktuelle berufliche Anforderungsspektrum ergeben. Aus
orthopädisch-traumato
lo
gischer
Sicht lägen eine deutliche Bewegungseinschränkung und ein musku
läres Defizit vor, die eine verminderte Belastbarkeit des linken Beines beinhalte
n würden
(S. 6
Ziff.
4.3).
Für die angestammte Tätigkeit bestehe aus orthopädisch-
traumatologischer
Indikation eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 %. In einer optimal leidensangepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer aus psy
chiatrischer und orthopädisch-
traumatologischer
Sicht zu 100
%
arbeitsfähig (S.
7
Ziff.
4.3).
Die psyc
honeurotisch-unreife Komponente
in
der Wesensstruktur des Beschwer
deführers im Sinne einer Persönlichkeitsakzentuierung stehe in keiner Korrelation zum Umfang der Arbeitsfähigkeit (S. 7
Ziff.
4.4).
In Anlehnung an das Mini-ICF APP liege keine Beeinträchtigung
der Fähigkeit zur Selbstpflege und der Ver
kehrsfähigkeit, zur
Anwendung fachlicher Kompetenzen und der Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routine vor. Weite
r liege keine Beeinträchtigung
der Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, der Flexibilität und der Umstellungsfähigkeit sowie der Entscheidungs-, Urteils- und Durchhaltefähigkeit sowie der Selbstbehauptungsfähigkeit vor. Die Kontaktfähigkeit zu Dritten und die Gruppenfähigkeit seien ebenso wie die Fähigkeit zu familiären beziehungs
weise intimen Beziehungen und die Fähigkeit zu Spontanaktivitäten nicht beein
trächtigt (S.
7
Ziff.
4.5). Hinweise auf Inkonsistenzen hätten sich weder aus
psychiatrischer noch orthopädisch-
traumatologischer
Sicht ergeben (S. 8
Ziff.
4.
6).
Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit bestehe seit zirka Juli 2018 (S. 8
Ziff.
4.7).
Für eine optimal angepasste Tätigkeit habe in der
Vergangenheit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden (S. 8
Ziff.
4
.8).
3.10
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin,
führte in
der
Stellungnahme vom 2
6.
April 2019 (
Urk.
6/174 S.
5
) aus, gemäss dem Gutachten
des
Z._
be
stehe in der bisherigen Tätigkeit zirka seit Juli 2018 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
. In einer angepassten Tätigkeit habe nie eine Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. Möglich seien leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten, die vorwiegend im Sitzen ausgeübt werden könnten mit der Möglichkeit zu Positionswechseln und gelegentlichem Gehen beziehungsweise Stehen (S. 5 oben). Es bestehe ein Gesundheitsschaden, da die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit seit zirka Juli 2018 anhaltend beeinträchtigt sei (S. 5 Mitte).
3.11
Lic
. phil. I
A._
nahm am 2
0.
Mai 2019 (
Urk.
6/176) Stellung zum Vor
be
scheid der Beschwerdegegnerin vom 1
5.
Mai 2019 (
Urk.
6/175).
Er führte aus, er sehe die Einschätzung einer Arbeitsfähigkeit in eine
r angepassten Tätigkeit von 100
% kritisch. Eine angepasste Tätigkeit zeichne sich entweder durch einen ge
sunden Einsatz körperlicher Kräfte aus oder durch eine sitzende Tätigkeit. Ersteres sei beim Beschwerdeführer gerade nicht gegeben. Für eine sitzende Tätigkeit, zum Beispiel im Büro,
fehlten
ihm die Kenntnisse und es fehlten entsprechende Arbeitsstellen.
3.12
In einer weiteren Stellungnahme vom
4.
Juli 2019 (
Urk.
3/1) führte
lic
. phil. I
A._
aus,
Dr.
F._
verneine im psychiatrischen Teilgutachten des
Z._
jegliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Mit
dessen
Beurteilung und der fachlichen Herleitung
der Befunde
sei er
in keiner Weise einverstanden (S. 1 Mitte).
Der Gutachter verkenne, wie stark er in seinen Befunden den implizit
en Interessen der Invalidenversicherung entgegenzukommen versuche. Dabei werde die Arbeitsfähigkeit möglichst positiv b
eurteilt, um Rentenkosten
zu sparen. Die Ausführungen des Gutachters hätten in hohem Masse den Charakter
eines «Ge
fälligkeitsgutachtens». Von
Unabhängigkeit könne keine Rede sein (S. 1 unten).
Er
sei als Psychotherapeut ASP befugt, diagnostische Befunde auszuweisen (S. 1
f.).
Die typischen Eigenschaften von emotional unreifen Menschen träfen auf den Beschwerdeführer nicht zu. Der Verweis auf eine infantile Prägung am Beispiel fehlender Partnerbeziehungen sei nur verletzend (S. 2 f.). Der Gutachter könne sich
offenbar
nicht vorstellen, dass der Beschwerdeführer nach Jahren thera
peu
tischer Begleitung psychisch stabiler geworden sei.
Die
posttraumatischen Be
lastungen manifestierten sich bei Stress jedoch immer mit massiven Dekompen
sationen
. Die diagnostische Charakterisierung durch den Gutachter greife viel zu kurz und sei in ihren Grundaussagen sogar falsch und verletzend (S. 3 oben).
Bezüglich einer einfachen Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung hätten dem Gutachter zu wenig Informationen vorgelegen, um Manifestationen vor dem
siebten Lebensjahr beurteilen zu können. Der Beschwerdeführer habe eine schwere
Geburt gehabt und sei über Wochen in einem Spital in München gewesen. Danach habe er vier Jahre bei den Grosseltern gelebt. Die Schulkarriere habe er völlig abwesend erlebt
und sei oft nicht zur Schule gegangen
(S. 3 Mitte). Bezüglich der Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung könne der Gutachter nicht beurteilen, ob die Symptome nach sechs Monaten nicht mehr aufg
etreten seien. Die
Aspekte habe er gar nicht erhoben (S. 3 f.).
Der Beschwerdeführer komme sodann aktuell immer wieder in depressive Zustände (S. 4 oben).
Lic
. phil. I
A._
habe das vom Beschwerdeführer nach der Lehre absolvierte Praktikum im
Y._
mit einem Pensum von 50
%
begleitet. Der Be
schwerdeführer habe sich von Beginn weg von den
anderen
Mitarbeitern zurück
gezogen und habe auch einfache Arbeiten nur mit maximaler Willensan
stren
gung
bewältigen können.
Es habe sich um eine befristete Anstellung gehandelt. Ansonsten hätte der Beschwerdeführer
die Stelle
künden müssen.
Zwei oder drei vorherige Arbeitsversuche seien ebenfalls gescheitert (S. 4 unten).
4.
4.1
Die Veran
twortlichen der M._
berichteten am 1
4.
November 2016
(
Urk.
6/68)
über den Verlauf
des Belastbarkeitstrainings
beziehungsweise Auf
bau
trainings
, das
vom
8.
August bis
6.
November 2016
dauerte
(S. 1
Ziff.
3). Sie gaben an, eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt
sei
nicht möglich
.
Der Beschwerdeführer leiste seit dem 1
0.
Oktober 2016 eine Präsenzzeit von vier Stunden
. Er könne wahrscheinlich nicht mehr im erlernten Beruf arbeiten und benötige
eine Umschulung
, um
sich
im ersten Arbeitsmarkt wieder
erfolgreich
anbieten zu
können
(S. 2
Ziff.
5).
4.2
Di
e Verantwortlichen der nachfolgend zuständigen
N._
berichteten am 2
6.
April 2017 (
Urk.
6/92)
über
die Weiterführung des
Aufbautraining
s
, das vom 1
9.
Dezember 2016 bis
7.
Mai 2017
stattfand
(S. 1
Ziff.
2). Sie gaben an,
der
Wiedereinstieg in die letzte berufliche Tätigkeit im Betriebsunterhalt oder in verwandte Tätigkeiten sei aufgrund der Ausbildung und Berufserfahrung
des Beschwerdeführers
denkbar.
Er
traue sich dies aber nicht mehr zu. Denkbar sei ebenfalls eine Tätigkeit als Hallenwart, Badeangestellter oder im Unterhalt (S. 1
Ziff.
4).
Eine Verlängerung des Aufbautrainings werde empfohlen (S. 2).
4.3
Im
Bericht
der
N._
vom
7.
August 2017 (
Urk.
6/111)
wurde ausgeführt
,
die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers habe im Laufe des Aufbautrainings Schwankungen unterlegen.
Durch
psychische Belastungen
sei
diese
zeitweise sehr tief
gelegen.
Aktuell könne
bezogen auf den ersten Arbeitsmarkt
von einer Leis
tungsfähigkeit von 50
%
ausgegangen werden (S. 2 oben). Der Beschwerdeführer sehe die aktuelle Arbeitsfähigkeit von 50
%
als sein Maximum an (S. 2 unten).
Ein 6monatiges externes Arbeitstraining mit begleitendem Job Coaching werde empfohlen (S. 2 unten).
In einem weiteren Bericht der
N._
vom 1
0.
November 2017 wurde erneut die Weiterführung des Arbeitstrainings empfohlen mit Steigerung der täglichen Arbeitszeit auf 5 Stunden
ab Dezember 2017, sofern dies mit der Belastbarkeit des Beschwerdeführers vereinbar sei
(
Urk.
6/126/2).
4.4
Die Verantwortlichen der
N._
gaben im Bericht vom 1
5.
Februar 2018 (
Urk.
6/139) über den Verlauf der
M
assnahmen bis zum 1
1.
Februar 2018 an, eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
sei erst
während
der Verlängerung der Massnahme erreicht worden. Während
des
externen Arbeitstrainings seien die Ziele bezüglich der Präsenzzeit
ebenfalls
erreicht worden. Die Steigerung der Arbeitsstunden auf ein Pensum von 6 Stunden beziehungsweise 60
%
sei im Dezember 2018
(richtig wohl
:
2017)
vorgenommen und umgesetzt worden (S. 3
Ziff.
5).
Bedingt durch die Knieoperation im Januar 2018 mit entsprechender Arbeitsunfähigkeit bestehe
zur Zeit
keine Leistungsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt. Bei gegebener anschliessender Arbeitsfähigkeit sei wichtig, dass der Beschwerdeführer in einem kleinen Team arbeite, in welchem er schnell Vertrauen finde (S. 3
Ziff.
5, S. 5
Ziff.
10
; vgl. auch
Urk.
6/136
).
Mit Mitteilung vom
6.
Juli 2018 wurde die Eingliederungsberatung abge
schlossen
. Trotz der Bemühungen und Unterstützung seitens der IV-Stelle sei es nicht ge
lungen, den Beschwerdeführerin innert angemessener Zeit in den Arbeitsmarkt zu integrieren (
Urk.
6/146).
5.
5.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
men
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
5.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose
voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 39
6
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
5.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7,
Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben,
das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E.
2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15
.
Februar 2018 E.
5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invalidi
tätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gen
der Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_
580/2017 vom 16. Januar 2018 E.
3.1 mit Hinweisen).
6.
6.1
Der Beschwerdeführer schloss
im Jahr 2011
eine Berufslehre zum Fachmann Betriebsunterhalt ab (
Urk.
6/
10-
11/1). Vom
1.
Mai 2013 bis 3
0.
April 2014 absol
vierte er im
Y._
ein Praktikum als Werkstattmitarbeiter im Techn
i
schen Dienst (
Urk.
6
/22 oben,
Urk.
6/41
Ziff.
2.1).
Von August 2016 bis Februar 2018 wurden berufliche Massnahmen durchgeführt
, welche letztlich erfolglos blieben (vgl. vorstehend E. 4)
.
Lic
. phil. I
A._
nannte im Bericht vom 2
7.
Oktober 2015 als Diagnosen eine
post
traumatische Belastungsstörung
,
verbunden mit einer Anpassungsstörung mit
gemischter Störung von Gefühlen und des Sozialverhaltens sowie eine verlän
gerte depressive Reaktion. Weiter
stellte er die
Diagnosen
Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung, sonstige Probleme im Zusammenhang mit einer Ver
nachlässigung in der Erziehung, Famil
ienzerrüttung durch Trennung oder
Schei
dung sowie ein Mangel und Verlust an sexuellem Verlangen.
Lic
. phil. I
A._
und
Dr.
B._
attestierten für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit eine Arbeits
unfähigkeit von 100
%
(vorstehend E. 3.1 und 3.2).
Im Bericht vom 3
1.
März 2016
attestierten sie für eine handwerkliche Tätigkeit eine
steigerungsfähige Arbeits
fähigkeit von 50
%
(E. 3.4).
Dr.
C._
nannte im Bericht vom 1
1.
November 2015 als Diagnosen mit Aus
w
irkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelschwere Depression und ein
cerviko
spondylogenes
und
ein
thorakolumbospondylogenes
Schmerzsyndrom. Im Bericht
vom
3.
Oktober 2018 nannte er als Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit
einen Verdacht auf eine bleibende Persönlichkeitsänderung mit Ängsten und sozialen Schwierigkei
ten, chronische Nackenschmerzen,
ein
femoropa
tel
la
res
, ein
lumbospondylogenes
und ein chronisches
cervikovertebrales
Schmerz
syndrom
(
vorstehend
E. 3.3 und 3.7).
Dr.
C._
attestierte im Oktober 2018 eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
aus psychischen Gründen (E. 3.7).
Die
Gutachter des
Z._
nannten als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit ein
femoropatelläres
Schmerzsyndrom
mit
Chondromalazie
retropatellar
links nach einer Operation am linken Kniegelenk im Januar 201
8.
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie akzentuierte Persönlich
keitszüge mit psychoneurotisch-unreifer Komponente, Senk- und Spreizfüsse und eine abgeklungene
Zervikobrachialgie
. Die Gutachter attestierten für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit
seit zirka Juli 2018 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
. Für
eine behinderungsangepasste Tätigkeit attestierten sie dagegen
eine
durch
ge
hen
d
e
Arbeitsfähigkeit von 100
%
(E. 3.9.5).
6.2
Lic
. phil. I
A._
reichte im Juli 2019
bei der Kantonspolizei Zürich
im Namen des Beschwerdeführers
Strafanzeigen gegen den psychiatrischen Gutachter
des
Z._
Dr.
F._
und die Beschwerdegegnerin wegen
Erstellung eines falschen Gutachtens
(
Art.
307 des Strafgesetzbuches, StGB) und weiterer Straftatbestände (
Urk.
16/1-2 S. 1,
Urk.
3/2,
Urk.
21/3/2) ein.
Der
V
erfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 2
1.
Januar
2020 (
Urk
.
21/7) ist
dazu
zu entnehmen, dass
lic
. phil. I
A._
vor allem
mit der inhaltlichen Beurteilung
durch
Dr.
F._
im psychiatrischen Teilgutachten
des
Z._
, die von seiner eigenen Einschätzung des Sachverhaltes
abweich
e
, nicht einverstanden
sei (S. 2 Ziff.
4)
.
Die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
hielt
in der Verfügung
fest
, dass es für eine
Strafb
arkeit nach
Art.
307 StGB
bereits an der Voraussetzung der Erstattung eines Gutachtens in einem gerichtlichen Verfahren
gemäss
Art.
307
Abs.
1 StGB
fehl
e
(S. 1
Ziff.
2). Weiter wurde
darauf hinge
wiesen
, dass einem Gutachter bei der Erstellung eines Gutachtens, insbesondere bei einem psychiatrischen Gutachten, ein grosses Ermessen zukomme
. Aus der Tatsache, dass ein Gutachter zu ein
em abweichenden Ergebnis gelangt sei
, könne
auch
keine Falschbeurkundung abgeleitet werde
n
. Anhaltspunkte für ein straf
bares Verhalten des Gutachters oder der
Verantwortlichen der
Beschwerde
geg
nerin bestünden nicht
(S. 2
Ziff.
4). Eine Strafuntersuchung wurde
deshalb
mit Verfügung
der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
vom 2
1.
Januar 2020
nicht anhand genommen (S. 3
Ziff.
1).
Soweit der Beschwerdeführer beschwerdeweise auf strafrechtlich Relevantes im Zusammenhang mit dem Gutachten hinw
ies
(vgl.
Urk.
1 S. 2 Mitte und
Urk.
3/1 S. 5 unten), ist angesichts des oben erwähnten Ausgangs des Strafverfahrens nicht weiter darauf einzugehen.
6.3
Das
bidisziplinäre
Gutac
hten des
Z._
vom 1
8.
April 2019
erfüllt sodann die Anforderungen an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens
(vorstehend
E. 5.1)
. Es erweist sich für die s
t
reitigen Belange als umfassend und beruht
auf de
n erforderlichen fachärztlichen Untersuchungen.
Lic
. phil. I
A._
bean
stan
dete
unter anderem
den von
Dr.
F._
verwendeten Test Mini-IC-APP
(
E. 3.12
)
.
Auch wenn der Gutachter das Testinstrument
nicht zuvor
vom Beschwerdeführer aus
füllen liess, konnte er zu den
Kriterien
wie
der
Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routine,
zur
Planung und Strukturierung von Aufgaben, der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit etc.
aufgrund der
Untersuchung des Beschwerdeführers
Stellung nehmen.
Der psychiatrische Gutachter setzte sich
sodann
mit den
von den behandelnden Ärzten gestellten
abweichenden
Diagnosen auseinander und legte dar, weshalb die
erforderlichen
Diagnosekriterien
nicht erfüllt sind
(vor
ste
hend E. 3.9.3).
Eine Befangenheit des Gutachters ist
entgegen den Ausführungen von
lic
. phil. I
A._
in der Stellungnahme vom
4.
Juli 2019 (
E. 3.12
)
in keiner Weise erstellt.
Die Teilgutachten von
Dr.
F._
und
Dr.
H._
und die Konsensbeurteilung der Gutachter vermögen sodann in der medizinischen Einschätzung und in den Schlussfolgerungen zur Arbeitsfähigkeit in der angestammten und in einer ange
passten Tätigkeit
zu überzeugen
. Dabei wurde den
festgestellten körperlichen Ein
schränkungen
des Beschwerdeführers ausreichend
Rechnung getragen.
Auf das
bidisziplinäre
Gutachten vom 1
8.
April 2019
kann daher abgestellt werden.
6.4
Gemäss der Beurteilung durch
Dr.
F._
sind
die Diagnosekriterien
einer
post
traumatische
n
Belastungsstörung,
einer Anpassungsstörung und/oder einer de
pressiven
Reaktion beziehungsweise
einer Depression nicht erfüllt
. Der Gutachter
stellte
stattdessen
depressive
Symptomk
omplex
e
in der Vergangenheit
fest
, wobei die
se die
Voraussetzungen
für eine rezidivierende depressive
Störung
aufgrund der anamnestischen Angaben
nicht
erfüll
t
en
(vorstehend E. 3.9.3).
Darauf ist ab
zu
stellen,
zumal
Dr.
F._
detailliert
und nachvollziehbar begründete, mangels welcher Kriterien die jeweilige Diagnose nicht gestellt werden könne.
Die von
lic
. phil. I
A._
gestellten Z-Diagnosen wie Probleme im Zusammen
hang mit einer Vernachlässigung in der Erziehung und Familienzerrüttung durch Trennung oder Scheidung (E. 3.1)
stammen ferner
aus der sogenannten Z-Kate
gorie (Kapitel XXI) des ICD-10-Systems. Bei diesen Z-Kodierungen handelt es sich um Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inan
spruch
nahme des Gesundheitswesens führen. Die Kategorien Z00-99 sind für Fälle vor
gesehen, in denen Sachverhalte als "Diagnosen" oder "Probleme" angegeben sind, die nicht als Krankheit, Verletzung oder
äussere
Ursache unter den Kategorien A00-Y89 klassifizierbar sind. Diese Belastungen fallen als solche nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens (SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E.
2.2.2.2 [I 514/06]; Urteil 8C_570/2008 vom
4.
Mai 2009 E. 4.2.5
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_663/2010 vom 1
5.
November 2010 E. 5.4.2
mit Hinweisen
).
Gegen die
Zuverlässigkeit der
Beurteilung
durch
lic
. phil. I
A._
und
Dr.
B._
spricht
ferner
, dass diese in der kurzen Zeit vom Oktober
/November
2015
(vorstehend E. 3.1 und 3.2)
bis zum Verlaufsbericht vom 3
1.
März 2016
ihre Einschätzung
einer
Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit
zu einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
in einer
vergleichbaren
hand
werk
lichen Tätigkeit
änderten
.
Die zu erwartende mit der gesteigerten Arbeitsfähigkeit korrelierende
gesundheitliche Verbesserung wurde im Bericht vom 3
1.
März 2016
jedoch
nicht
nachvollziehbar
begründet
,
im Gegenteil
wurde für die Diagnosen auf den Bericht vom 2
7.
Oktober 2015 verwiesen
(
Urk.
6/41/1
Ziff.
1.2;
vorste
hend
E. 3.4)
. Des Weiteren
ist auf
die Erfahrungstatsache
hinzuweisen, wonach Berichte der behandelnden Ärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauens
stellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen sind (BGE 125 V 313 E. 3b/cc). Dies gilt für einen allgemein praktizierenden Hausarzt wie auch für einen be
handelnden Spezialarzt (Urteil des Bundesgerichts I 803/05 vom
6.
April 2005 E.
5.5).
Auf die
abweichende
Beurteilung durch die
behandelnden Ärzte kann
aus diesen Gründen
nicht unbesehen abgestellt werden.
Den Berichten der Verantwortlichen der
M._
und der
N._
über den Ver
lauf der
beruflichen Massnahmen ist
im Rahmen der
Beweiswürdigung Rechnung zu tragen.
Nach dem
Bericht vom 1
5.
Februar 2018
wurde
erst gegen Ende der
beruflichen
Massnahme
n
eine Arbeitsfähigkeit von
6
0
%
erreicht
(
E. 4.4
hiervor
). Die Berichte vermögen die psychiatrische Beurteilung durch
Dr.
F._
jedoch
nicht zu widerlegen.
Namentlich können
die
von
Dr.
F._
diagnostizierten
akzentuierten
Persönlichkeitszüge eine
massgebliche
Einschränkung der Arbeits
f
ä
higkeit nicht rechtfertigen, auch wenn der Beschwerdeführer eine höhere Arbeitsfähigkeit
als 60
%
im Verlauf der beruflichen Massnahmen nicht umsetzen konnte
,
zumal die berufliche Massnahme letztlich wegen der
Knieoperation im Januar 2018 mit entsprechender Arbeitsunfähigkeit
beendet wurde und die involvierten Fachleute für die Zeit nach der Rekonvaleszenz nicht auf relevante Einschränkungen aus psychischen Gründen hinwiesen, sondern es lediglich als
wichtig
erachteten
, dass der Beschwerdeführer in einem kleinen Team arbeite, in welchem er schnell Vertrauen finde (S.
3
Ziff.
5, S.
5
Ziff.
10; vgl. auch
Urk.
6/136).
Insgesamt ist damit gestützt auf das
bidisziplinäre
Gutachten des
Z._
vom 1
8.
April 2019 davon auszugehen, dass in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit seit Juli 2018 eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit von 50
%
besteht. In einer behin
derungsangepassten Tätigkeit besteht dagegen eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 100
%
.
6.5
Das psychiatrische Teilgutachten des
Z._
erlaubt die Prüfung der sogenannten Standardindikatoren
(vgl. E. 5.3 hiervor
und insbesondere E. 3.9.3 und E, 3.9.5
)
.
Dabei
umfasst
die Beurteilung durch
Dr.
F._
das ganze Leistungsprofil mit sowohl negativen als auch positiven Anteilen und ist so verfasst, dass die atte
stierte Arbeitsfähigkeit «gleichsam aus dem Saldo aller wesentlichen Belastungen und Ressourcen» (BGE 141 V 281 E. 3.4.2.1) abgeleitet wurde. D
er
psychiatrische Gutachter
hat
bei der Beantwortung der Frage, wie
er
das Leistungsvermögen einschätzte
,
ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt, welche Folge der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind, und
seine
versicherungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung ist auf objektivierter Grundlage erfolgt. Die von der Rechtsanwendung zu prüfende Frage, ob er sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten und das Leistungsvermögen in Berücksichtigung der einschlägigen Indikatoren eingeschätzt hat (BGE 141 V 281 E. 5.2.2), ist klar zu bejahen. Die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten ge
sundheitlichen Anspruchsgrundlage lassen sich anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nach
wei
sen, weshalb auf das Gutachten abzustellen ist.
Somit ist
insgesamt
von
eine
r
100%ige
n
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
auszugehen
, welche
der
Beschwerdeführer
aus psychiatrischer Sicht
auf dem ersten Arbeitsmarkt verwer
te
n kann.
7.
7.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
7.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1,
134 V 322 E. 4.1).
7.3
Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes gemäss Art. 16 ATSG ist ein theoretischer und abstrakter Begriff, welcher die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt und dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen (BGE 134 V 64 E. 4.2.1, BGE 110 V 273 E. 4b; vgl. auch BGE 141 V 351 E. 5.2, 141 V 343 E. 5.2). Er umschliesst einerseits ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offenhält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Vor
aussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b; Urteile des Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E. 5.1 und 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen). Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die ver
sicherte Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu ver
werten, und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Inva
lidenver
sicherung, 3. Aufl
age
2014,
R
n
131 zu Art. 28a).
7.4
An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind praxisgemäss
keine übermässigen Anforderungen
zu stellen (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis; vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_293/2016 vom 11. Juli 2017 E. 4.2 mit Hinweisen). Die bundesgerichtliche Rechtsprechung hat auch wiederholt darauf hingewiesen, dass körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus vorhanden sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_469/2016 vom 22. Dezember 2016 E. 3.2 und 6.3 mit Hinweisen).
Je restriktiver das medizinische Anforderungsprofil umschrieben ist, desto ein
gehender ist in der Regel die Verwertbarkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt abzuklären und nachzuweisen (Urteil des Bundesgerichts 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1 mit Hinweis). Eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist erst anzunehmen, wenn die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil des Bundesgerichts 582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 5.11 mit Hinweis; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_712/2017 vom 12. Januar 2018 E. 4.2.2 mit Hinweisen).
7.5
Eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist vorliegend nicht gegeben, zu
mal auch die
N._
im Hinblick auf die Anforderungen an eine Arbeitsstelle lediglich auf die Wichtigkeit hinwies, dass der Beschwerdeführer
in einem kleinen Team arbeite
n könne
, in welchem er schnell Vertrauen finde
(vorstehend E. 4.4), und aus somatischer Sicht leichte bis mittelschwere Tätigkeiten vorwiegend im Sitzen mit der Möglichkeit zum Wechseln der Position und gelegentlichem Gehen und Stehen als zumutbar erachtet wurden (vorstehend E. 3.9.4).
Damit ist
die
vorliegend
zumutbare Tätigkeit
nicht
nur in so eingeschränkter Form möglich, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers mög
lich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint
.
7.
6
Die Beschwerdegegnerin ermittelte ausgehend von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
80'241.61 und einem Invalideneinkommen von
Fr.
67'177.41 einen Invalidi
tätsgrad von 16
%
(
Urk.
6/173 S. 1).
Das
Valideneinkommen
ist vorliegend anhand von Tabellenlöhnen zu bestimmen, nachdem der Beschwerdeführer
zuletzt
ein Praktikum absolviert
hatt
e.
Gemäss LSE 2016 Tabelle TA1
_tirage_skill_level
lag der statistische Lohn für technische Dienstleistungen
ausgehend von Kompetenzniveau
eins
2016
bei
Fr.
5'487.-- (
Ziff.
69-75). Bei einer Nominallohnentwicklung
für Männer
von
0.4
%
im Jahr 2017 und 0.5
%
im Jahr 2018
(T1.10, Nominallohnindex 2011-2018)
und einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche ergibt sich ein Ein
kom
men von
Fr.
69'262.-- (
Fr.
5'487.
-- :
40 x 41.7 x 12 x 1.004 x 1.005). Als
Validen
einkommen
sind daher
Fr.
69'262.-- zu veranschlagen.
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist
auf den Lohn für Hilfsarbeiten
abzustellen.
Gemäss
LSE 201
6
Tabelle TA1_tirage_skill_level
ist
von
Fr.
5'
340
.--
und damit
- unter Berücksichtigung d
er Nominallohnentwicklung für Männer von 0.4
%
im Jahr 2017 und 0.5
%
im Jahr 2018 (T1.10, Nominallohnindex 2011-2018) und einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche
-
von einem
Invalidene
inkommen von
Fr.
67'406
.-- (
Fr.
5’340
.
-- :
40 x 41.7 x
12
x 1.004 x 1.005
) auszugehen
. Vergleicht man das
Valideneinkommen
von
Fr.
69'262.-- mit dem Invalideneinkommen von
Fr.
67'406
.--, ergibt sich eine E
rwerbseinbusse von
Fr.
1'
856
.--, was einem
Invaliditätsgrad von
rund
2.
7
%
entspricht.
Wie bereits erwähnt, kenn
t
d
er ausgeglichene Arbeitsmarkt entsprechende
A
rbei
ts
plätze, die dem Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht zugemutet werden können.
Ein Grund vom Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes abzuweichen, besteht vorliegend nicht.
Bei einem Invaliditätsgrad von deutlich unter 40
%
besteht kein Rentenanspruch.
7
.
7
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch zu Recht verneint. Der angefochtene Entscheid erweist sich demzufolge als rechtens. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
8
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf
Fr.
800.-- festzusetzen. Aufgrund der Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sind die Kosten einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.