Decision ID: 564e56eb-ff1d-5083-9c00-05813bd8cdb7
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war als Z._ bei der B._ angestellt und
dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen
von Unfällen versichert, als er am 20. März 2016 auf einer Treppe stürzte und sich beim
Versuch, sich mit den Händen abzustützen, eine undislozierte Scaphoidfraktur rechts
zuzog, welche am 30. März 2016 operativ versorgt wurde (Suva-act., I/1, I/10 f., I/86).
Aufgrund der Handgelenksproblematik bestanden beim Versicherten ab 21. März 2016
Arbeitsunfähigkeiten von zeitweise 100, zeitweise 50 und schliesslich ab 18.
September bis 23. Oktober 2016 von 25% (Suva-act. I/13 f., I/16, I/22, I/25, I/27, I/30 f.,
I/33 f., I/42 f., I/47, I/49 f., I/53-1, I/55-1). Die Suva vergütete die Kosten der
Heilbehandlungen und leistete Taggelder für die Arbeitsunfähigkeiten (Suva-act. I/5).
A.a.
Anlässlich einer handchirurgischen Sprechstunde vom 24. Oktober 2016 in der
Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des Spitals C._
beurteilten die behandelnden Ärzte den Versicherten bezüglich des rechten
Handgelenks wieder zu 100% arbeitsfähig. Der Versicherte gab allerdings an,
inzwischen bestehe eine schmerzhafte Schulter, welche ihn wieder zu einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit zwinge (Suva-act. I/60).
A.b.
Am 25. Oktober 2016 meldete die Arbeitgeberin des Versicherten der Suva, dass
dieser vom 24. Oktober bis 2. November 2016 aufgrund einer Entzündung in der
Schulter krankgeschrieben sei und ab dem 3. November 2016 wieder eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit bestehen sollte. Die Suva werde um eine Abklärung gebeten, ob die
A.c.
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Krankheit mit dem Unfall vom 20. März 2016 zusammenhänge (Suva-act. I/55-1; vgl.
dazu auch das Arbeitsunfähigkeitszeugnis von Dr. med. D._, Facharzt Allgemeine
Innere Medizin FMH, vom 24. Oktober 2016 [Suva-act. I/55-3]).
Mit E-Mail vom 31. Oktober 2016 teilte die Suva der Arbeitgeberin mit, dass sie
bezüglich der Schulterbeschwerden keine weiteren Abklärungen in die Wege leiten
werde. Es gebe in den gesamten Akten keine Anhaltspunkte, dass diese etwas mit dem
Unfall vom 20. März 2016 zu tun hätten. Bislang sei nie von Schulterschmerzen die
Rede gewesen. Sollte ein behandelnder Arzt oder der Versicherte der Meinung sein,
dass die Beschwerden auf den Unfall vom 20. März 2016 zurückzuführen seien, werde
um die Zustellung der medizinischen Akten gebeten, welche dies begründen würden.
Diesfalls könnte eine Prüfung durch die Suva erfolgen. Andernfalls werde die
Schulterangelegenheit als erledigt betrachtet (Suva-act. I/61).
A.d.
Am 28. November 2016 teilte der Versicherte der Suva telefonisch mit, dass ihm
per _ 2017 gekündigt worden sei. Behandlungen oder Therapien würden keine mehr
stattfinden. Alles sei abgeschlossen (Suva-act. I/63).
A.e.
Ab _ 2018 war der Versicherte bei der E._ AG als Y._ tätig und dadurch
ebenfalls bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 6. Juni 2018
meldete die Arbeitgeberin der Suva einen Rückfall zum Unfallereignis vom 20. März
2016 mit seit dem 23. Mai 2018 bestehender Arbeitsunfähigkeit (Suva-act.I/ 64 f.). Der
Versicherte führte gleichentags telefonisch ergänzend aus, dass er damals auf das
Handgelenk gefallen sei und ihm die rechte Schulter immer mal wieder weh getan
habe. Vor dem Unfall habe er nie Schulterschmerzen gehabt. Vor eineinhalb Wochen
seien diese schlimmer geworden. Sein Hausarzt, Dr. D._, habe ihn nach einer MRI-
Untersuchung an Dr. med. F._, Arzt des Departements Orthopädie des Spitals G._,
überwiesen, der gemeint habe, dass die Schmerzen vom Sturz herrühren würden
(Suva-act. I/66).
A.f.
Die Suva holte daraufhin zur Prüfung ihrer Leistungspflicht verschiedene
medizinische Akten ein. Gemäss einem orthopädischen Sprechstundenbericht von Dr.
F._ vom 7. Juni 2018 (Suva-act. I/77) hatte sich der Versicherte am 5. Juni 2018 für
eine Beurteilung vorgestellt. Dr. F._ hatte basierend auf dem MRI-
A.g.
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Untersuchungsbericht von Dr. med. H._, Radiologie I._, Diagnosezentrum J._,
vom 25. Mai 2018 (Suva-act. I/68) ein Kontusionstrauma Schulter rechts mit
Partialruptur Supraspinatussehne und Infraspinatussehne, Verdacht ventrale
Labrumläsion, Differentialdiagnose degenerative Veränderungen, subakromialer Enge
bei Akromiontyp II-III nach Bigliani und lateraler Spornbildung sowie
kernspintomographisch initialer AC-Arthrose diagnostiziert (Suva-act. I/77). Aus einem
Untersuchungsbericht von Dr. F._ vom 14. Juni 2018 erfuhr die Suva, dass es
möglicherweise zu einer Schulterarthroskopie mit Labrumfixation kommen könnte
(Suva-act. I/78).
Am 21. Juni 2018 holte die Suva eine kreisärztliche Beurteilung hinsichtlich der
Frage eines überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhangs zwischen den am
6. Juni 2018 als Rückfall gemeldeten Schulterbeschwerden rechts mit voller
Arbeitsunfähigkeit ab 23. Mai 2018 und dem Unfall vom 20. März 2016 ein. Die
verneinende Beurteilung erging am selben Tag durch Kreisarzt Dr. med. K._,
Facharzt für Chirurgie, spezielle Unfallchirurgie (Suva-act. I/80).
A.h.
Mit Schreiben vom 22. Juni 2018 lehnte die Suva einen Anspruch des Versicherten
auf Versicherungsleistungen mit der Begründung ab, dass aufgrund der medizinischen
Unterlagen kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwischen dem
Ereignis vom 20. März 2016 und den gemeldeten Schulterbeschwerden bestehe (Suva-
act. I/81).
A.i.
Am 5. Juli 2018 reichte das Spital G._ der Suva ein Kostengutsprachegesuch für
einen stationären Aufenthalt des Versicherten zur Behandlung der oberen Extremität
ein (Suva-act. I/82).
A.j.
Auf Ersuchen des Versicherten (Suva-act. I/84) erliess die Suva am 11. Juli 2018
eine ablehnende Leistungsverfügung (Suva-act. I/85).
A.k.
Am 2. August 2018 liess der Versicherte durch seine Arbeitgeberin einen Schaden
mit Datum vom 23. Mai 2018 mit einer "Schulteroperation wegen Entzündung" und
einer Arbeitsunfähigkeit seit 23. Mai 2018 melden, wobei das Schadendatum als
unpräzis bezeichnet wurde (Suva-act. II/1).
A.l.
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B.
C.
Am 6. September 2018 ging bei der Suva das Arztzeugnis UVG von Dr. D._ ein,
worin dieser eine Erstbehandlung am 23. Mai 2018 sowie die Diagnose einer PHS
(Periarthritis humeroscapularis) der rechten Schulter nach Kontusion und Sturz am 20.
März 2016 festhielt und Unfallfolgen bejahte (Suva-act. II/12). Dr. D._ und Dr. F._
hatten dem Versicherten seit 23. Mai 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt
(Suva-act. II/9-2 ff., II/10).
A.m.
Nach einer Besprechung mit dem Versicherten vom 7. September 2018, in
welcher dieser geschildert hatte, es sei immer mal wieder vorgekommen, dass er sich
beide Schultern an der Maschine angeschlagen habe (Suva-act. II/13), legte die Suva
den Schadenfall am 10. September 2018 Kreisarzt Dr. K._ zur Beurteilung der Frage
vor, ob diese Ereignisse zu zusätzlichen strukturellen Läsionen des Vorzustandes
geführt hätten, welche objektivierbar seien. Dr. K._ verneinte eine Unfallursächlichkeit
des Schulterschadens und ging von einer rein degenerativen Ursache desselben aus
(Suva-act. II/14). Anlässlich der obgenannten Besprechung mit der Suva hatte der
Beschwerdeführer ausserdem mitgeteilt, dass am 13. September 2018 die von Dr.
F._ empfohlene Schulterarthroskopie stattfinde (Suva-act. II/13).
A.n.
Gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung verneinte die Suva mit Verfügung vom
11. September 2018 ihre Leistungspflicht für die gemeldeten Schulterbeschwerden
(Suva-act. II/15).
A.o.
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 19. September 2018 Einsprache
(Suva-act. II/18) und reichte eine Stellungnahme von Dr. F._ vom 4. Oktober 2018 ein
(Suva-act. II/21).
B.a.
Nach Einholung einer weiteren Beurteilung ihres Kreisarztes Dr. K._ (Suva-act. II/
23) wies die Suva die Einsprache mit Entscheid vom 28. Januar 2019 ab (Suva-act. II/
28).
B.b.
Gegen den Einspracheentscheid vom 28. Januar 2019 erhob Rechtsanwalt Dr. iur.
M. Köppel, Sargans, für den Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 28.
C.a.
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Erwägungen
1.
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beantragt mit der Beschwerde vom 28.
Februar 2019 die Aufhebung des Einspracheentscheids der Beschwerdegegnerin vom
28. Januar 2019 und die Ausrichtung der dem Beschwerdeführer zustehenden
Leistungen aus dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20). In
der Beschwerdebegründung wird auf den Sturz des Beschwerdeführers auf dessen
rechte Körperseite vom 20. März 2016 sowie auf mit der Arbeitstätigkeit des
Beschwerdeführers verbundene mehrfache erhebliche Kraftanstrengungen sowie
heftige Anpralltraumata der Schulter im Jahr 2018 hingewiesen. Sowohl der Sturz als
auch die Kraftanstrengungen und wiederholten Anpralltraumata seien medizinisch dazu
geeignet gewesen, das vorliegende Beschwerdebild an der rechten Schulter des
Beschwerdeführers zu verursachen (act. G 1 S. 2, S. 10 Ziff. 14).
2.
Februar 2019 Beschwerde mit den Anträgen, der Einspracheentscheid der Suva
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer seien
die ihm zustehenden Leistungen aus UVG auszurichten; eventualiter sei ein
unabhängiges gerichtliches Gutachten zur Frage der Unfallkausalität einzuholen, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 4. April 2019 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei, und die Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 28. Januar 2019 (act. G 3).
C.b.
Mit Replik vom 24. Mai 2019 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
vollumfänglich an den Beschwerdeanträgen vom 28. Februar 2019 fest (act. G 6).
C.c.
Mit Duplik vom 26. Juni 2019 hielt die Beschwerdegegnerin ihrerseits an den
Anträgen auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei, und
Bestätigung des Einspracheentscheids vom 28. Januar 2019 fest (act. G 8).
C.d.
Hinsichtlich des Anfechtungsgegenstandes im vorliegenden Beschwerdeverfahren
ist zu beachten, dass der angefochtene Einspracheentscheid den beschwerdeweise
weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand bestimmt. Umgekehrt fehlt es an einem
2.1.
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Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und
insoweit kein Einspracheentscheid ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1).
Die Beschwerdegegnerin macht in der Beschwerdeantwort vom 4. April 2019 (act.
G 3) formellrechtlich geltend, auf die Beschwerde vom 28. Februar 2019 könne
insoweit nicht eingetreten werden, als der Beschwerdeführer einen natürlichen
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 20. März 2016 und den
Schulterbeschwerden rechts geltend mache. Ein solcher Zusammenhang sei nicht
Gegenstand des vorinstanzlichen Einspracheverfahrens gewesen und sei bereits mit
rechtskräftiger Verfügung vom 11. Juli 2018 (Suva-act. I/85) verneint worden. Er könne
somit auch nicht Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens sein.
2.2.
Im Anschluss an die als Rückfall bezeichnete Schadenmeldung vom 6. Juni 2018
(Suva-act. I/64 ff.) klärte die Beschwerdegegnerin die Kausalität zwischen den
Schulterbeschwerden und dem Unfall vom 20. März 2016 ab (vgl. Suva-act. I/80) und
erliess mangels Unfallkausalität am 11. Juli 2018 eine leistungsablehnende Verfügung
(Suva-act. I/85). Diese Verfügung ist unbestrittenermassen in formelle Rechtskraft
erwachsen, was bedeutet, dass der Entscheid nicht mehr mit einem ordentlichen
Rechtsmittel angefochten werden kann (Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl. Zürich/St. Gallen 2016, § 15 N 1091).
2.3.
Die nach Erlass der Verfügung vom 11. Juli 2018 von der Beschwerdegegnerin
getätigten Abklärungen betrafen nicht mehr den Kausalzusammenhang zwischen den
Schulterbeschwerden und dem Unfallereignis vom 20. März 2016, sondern denjenigen
zwischen den Schulterbeschwerden und dem seitens des Beschwerdeführers
anlässlich einer Besprechung vom 7. September 2018 neu geltend gemachten
mehrfachen Anschlagen der Schulter bei der Arbeit (Suva-act. II/13). In der neuen
Schadenmeldung vom 2. August 2018, die zur Besprechung vom 7. September 2018
geführt hat, hatte die Arbeitgeberin des Beschwerdeführers denn auch nicht mehr den
20. März 2016, sondern den 23. Mai 2018 als Schadensdatum angegeben und darauf
hingewiesen, dass dieses unpräzise sei (vgl. Suva-act. II/1). Folgerichtig bildete der
Unfall vom 20. März 2016 auch nicht Gegenstand der leistungsablehnenden Verfügung
vom 11. September 2018 (Suva-act. II/15) sowie des angefochtenen
Einspracheentscheides vom 28. Januar 2019 (Suva-act. II/28).
2.4.
Vor dem Hintergrund des soeben Gesagten ist im Sinne des Antrags der
Beschwerdegegnerin (vgl. Erwägung 2.2) festzuhalten, dass auf die Beschwerde vom
28. Februar 2019 insoweit nicht eingetreten werden kann, als mit ihr eine Schulterve
2.5.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/17
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3.
Nachfolgend zu prüfen ist somit einzig die Rechtmässigkeit der Verneinung eines
Anspruchs des Beschwerdeführers auf Versicherungsleistungen für die der
Beschwerdegegnerin am 2. August 2018 gemeldete Entzündung der rechten Schulter
im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 23. Mai 2018 bzw. den geltend gemachten
wiederholten Schulterkontusionen.
4.
letzung rechts infolge des Unfalls vom 20. März 2016 geltend gemacht und ein
diesbezüglicher Antrag auf Leistungen aus UVG gestellt wird.
Zunächst gilt es die Frage zu beantworten, ob der Beschwerdeführer im Jahr 2018
ein Ereignis erlitten hat, welches als Unfall im Sinn von Art. 4 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) zu qualifizieren
ist.
4.1.
Als Unfall gilt die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine
Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge
hat (Art. 4 ATSG). Nach der Rechtsprechung hat die versicherte Person die Umstände
des als Unfall gemeldeten Ereignisses glaubhaft zu machen. Unvollständige, ungenaue
oder widersprüchliche Angaben zum Geschehensablauf können die Verneinung der
Leistungspflicht der Unfallversicherung zur Folge haben. Im Streitfall hat das
Sozialversicherungsgericht zu beurteilen, ob die einzelnen Merkmale des Unfallbegriffs,
insbesondere die Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors, gegeben sind. Wird auf dem
Weg der Beweiserhebung das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens mit
Wahrscheinlichkeit erstellt, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten
der den Anspruch erhebenden Person auswirkt (vgl. BGE 114 V 305 f. E. 5b; Urteile
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 25. November 2004, U 209/04,
E. 1.2, 15. September 2004, U 234/04, E. 1.1, und 23. November 2006, U 258/04, E.
3.1 mit zahlreichen Hinweisen).
4.2.
4.3.
Der Unfallbegriff gemäss Art. 4 ATSG setzt zunächst eine plötzliche schädigende
Einwirkung auf den Körper voraus. Mit dem Kriterium der Plötzlichkeit wird ein
zeitlicher Rahmen gesteckt. Die schädigende Einwirkung muss zwar nicht auf einen
4.3.1.
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blossen Augenblick beschränkt sein, jedoch innerhalb eines relativ kurzen,
abgrenzbaren Zeitraums erfolgen. Die Rechtsprechung hat bisher keine zeitliche
Maximaldauer festgelegt. Beim Begriffsmerkmal der Plötzlichkeit kommt es denn auch
nicht in erster Linie auf die Dauer der schädigenden Einwirkung, sondern vielmehr auf
die Einmaligkeit an. Immerhin können einzelne wiederholte Einwirkungen je für sich
genommen einen Unfall darstellen (SVR 2019 UV Nr. 35 E. 3.3.3; BGE 140 V 223 V E.
5.1; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2020, N 17 zu Art. 4
ATSG; André Nabold, in: Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung [UVG], Bern 2018, N 14 ff. zu Art. 6 UVG;
BSK UVG-Irene Hofer, Basel 2019, N 23 zu Art. 6 UVG; Alfred Maurer, Schweizerisches
Unfallversicherungsrecht, Bern 1989, S. 170). Indem die Einwirkung einmalig sein und
plötzlich eingesetzt haben muss, lässt sich zwischen der meist schleichend
entstandenen Krankheit und der durch Unfall verursachten Gesundheitsschädigung
unterscheiden. Bei wiederholten gleichartigen Einwirkungen, die über einen längeren
Zeitraum einen Gesundheitsschaden verursachen, ist die Plötzlichkeit zu verneinen. So
fehlt es am Merkmal der Plötzlichkeit, wenn eine Verletzung repetitiven - für sich allein
betrachtet unschädlichen - Mikrotraumata des täglichen Lebens zuzuschreiben ist,
welche zu einer allmählichen Abnützung geführt haben (BGE 134 V 80 E. 4.3.2.1; UVG
Kommentar-Nabold, a.a.O., N 16 zu Art. 6 UVG; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 23 zu Art. 6
UVG; SVR 2019 UV 35 E. 3.3.3).
Vorliegend ist das Unfallbegriffsmerkmal der Plötzlichkeit zu verneinen. Der
Beschwerdeführer beschrieb anlässlich der Besprechung mit der Beschwerdegegnerin
vom 7. September 2018 als schädigende Einwirkung auf seine rechte Schulter ein
immer mal wieder erfolgtes Anschlagen an einer Maschine (Suva-act. II/13). Damit
übereinstimmend spricht sein Rechtsvertreter in der Beschwerde vom 28. Februar
2019 von wiederholten Anpralltraumata (act. G 1). Demnach haben offensichtlich
mehrere gleichartige Einwirkungen stattgefunden, ohne dass eine davon besonders
hervorgetreten wäre. Das Beschwerdebild der rechten Schulter kann somit keinem
bestimmten von den wiederholt aufgetretenen Ereignissen zugeordnet werden. In der
Schadenmeldung UVG vom 2. August 2018 (Suva-act. II/1) wurde als Schadendatum
der 23. Mai 2018 genannt. Dabei handelt es sich offenkundig nicht um ein genaues
Schadendatum, sondern um das Datum der ersten Konsultation des
Beschwerdeführers bei Dr. D._ wegen der Schulterbeschwerden (Suva-act. II/12)
sowie des Beginns einer erneuten 100%igen Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. I/64 ff., vgl.
auch Suva-act. I/77), nachdem der Beschwerdeführer von Seiten der rechten Schulter
seit dem 3. November 2016 wieder zu 100% arbeitsfähig gewesen war (Suva-act. I/
4.3.2.
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55-1 f.). Das Schadendatum selbst wurde in der Schadenmeldung denn auch als
unpräzis bezeichnet (Suva-act. II/1).
4.4.
Weiter müsste für die Bejahung eines Unfallereignisses auch ein ungewöhnlicher
äusserer Faktor auf den Körper eingewirkt haben.
4.4.1.
Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er nicht mehr im Rahmen dessen
liegt, was für den jeweiligen Lebensbereich alltäglich und üblich ist. Ob dies zutrifft,
beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht
fallen. Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der
Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen
selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist insoweit, dass der
äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog (BGE 134
V 76 ff. E. 4.1 und 4.3.1, 122 V 233 E. 1, 121 V 38 E. 1a, je mit Hinweisen; RKUV 2000
Nr. U 368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen). Das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren
Faktors kann in einer unkoordinierten Eigenbewegung, d.h. einer programmwidrigen
oder sinnfälligen Störung des natürlichen Ablaufs der körperlichen Bewegung,
bestehen, wie beispielsweise in einem Sturz, Stolpern oder Ausgleiten, in einer
reflexartigen Abwehrbewegung oder - wie im konkreten Fall geschildert - in einem
Anstossen (UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 32 zu Art. 6 UVG; BSK UVG-Hofer,
a.a.O., N 37 zu Art. 6 UVG; Maurer, a.a.O., S. 176 f.; Alexandra Rumo-Jungo/André
Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/ Genf, S. 40). Wo sich
die Schädigung auf das Körperinnere beschränkt und sie erfahrungsgemäss auch als
alleinige Folge von Krankheiten, namentlich von degenerativen Veränderungen
auftreten kann (z.B. Diskushernie, Meniskusriss, Rotatorenmanschettenläsion), muss
die unkoordinierte Bewegung als unmittelbare Ursache der Schädigung indessen unter
besonders sinnfälligen Umständen gesetzt worden sein. Denn ein Unfallereignis
manifestiert sich in der Regel in einer von aussen wahrnehmbaren Schädigung,
während bei deren Fehlen die erhöhte Wahrscheinlichkeit einer rein
krankheitsbedingten Ursache besteht (vgl. BGE 134 V 80 E. 4.3.2.1 mit Hinweisen; SVR
2011 UV Nr.11 S. 39, Urteil des Bundesgerichts vom 25. März 2011, 8C_693/2010, E.
5; RKUV 1999 Nr. U 345 S. 422 E. 2b).
4.4.2.
Grundsätzlich ist mit dem Anschlagen eines Körperteils an einer Maschine das
Unfallbegriffsmerkmal eines ungewöhnlichen äusseren Faktors im Sinne einer
unkoordinierten Eigenbewegung erfüllt (vgl. Erwägung 4.4.2). Indem jedoch der
4.4.3.
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Beschwerdeführer ein wiederholtes Anschlagen unbekannter Anzahl über einen
Zeitraum von mehreren Monaten (Suva-act. II/13) beschreibt, ohne ein bestimmtes
Anschlagen mit spezifischen, ins Einzelne gehenden Angaben als sinnfälliges Ereignis
namhaft zu machen, muss im konkreten Fall von wiederholten gleichartigen und vor
allem nicht im Sinn der Rechtsprechung ungewöhnlichen Einwirkungen ausgegangen
werden. Es ist eine Erfahrungstatsache, dass sich insbesondere Kontusionen durch
verschiedenste Schweregrade auszeichnen und auch nur auf geringfügige Traumata
zurückzuführen sein können. Die Schilderung des Beschwerdeführers anlässlich der
Besprechung mit der Beschwerdegegnerin vom 7. September 2018 (Suva-act. II/13) -
wenn er die Schultern an der Maschine angeschlagen habe, seien es meistens kleinere
Ereignisse gewesen - weist nicht auf Ungewöhnlichkeit hin. Schliesslich hat der
Beschwerdeführer anlässlich der Besprechung mit der Beschwerdegegnerin vom 7.
September 2018 (Suva-act. II/13) - gerade in Bezug auf den April 2018, als plötzlich
wieder stärkere Schmerzen in der rechten Schulter aufgetreten seien und er bei immer
stärker gewordenen Schmerzen ab 23. Mai 2018 die Arbeit habe niederlegen müssen
(vgl. Suva-act. II/9-2) - erklärt, es sei kein heftiges Anschlagen passiert.
Zusammenfassend ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass
ein plötzlicher, ungewöhnlicher äusserer Faktor auf den Körper des Beschwerdeführers
eingewirkt und zu einer Beeinträchtigung der rechten Schulter geführt hat. Die Folgen
daraus hat der Beschwerdeführer zu tragen (vgl. E. 4.2).
4.5.
Das Vorbringen des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers in der Replik vom 24.
Mai 2019 (act. G 6) in Bezug auf das Besprechungsprotokoll des
Aussendienstmitarbeiters der Beschwerdegegnerin vom 7. September 2018 (Suva-act.
II/13) - es handle sich um ein sinngemässes Gedächtnisprotokoll des
Aussendienstmitarbeiters und der Beschwerdeführer bestreite, dass die Aktennotiz mit
den von ihm getätigten Aussagen Wort für Wort übereinstimme - vermag an dieser
Beurteilung nichts zu ändern. Dafür, dass der Aussendienstmitarbeiter der
Beschwerdegegnerin Aussagen des Beschwerdeführers nicht wortgetreu oder
zumindest nicht inhaltlich gleichbedeutend protokolliert hat, bestehen keinerlei
Hinweise. Die Beschwerdegegnerin stellt in der Duplik vom 26. Juni 2019 (act. G 8)
zutreffend fest, dass der Inhalt des Besprechungsprotokolls vom Beschwerdeführer bis
zur Replik auch nie bestritten wurde. Im Übrigen weist der Rechtsvertreter im
Zusammenhang mit seinem obigen Einwand wieder global auf mehrere
Schulterkontusionen hin, denen der Beschwerdeführer ausgesetzt gewesen sei, und
nicht auf ein bestimmtes, hervortretendes Ereignis. Dass die Schulterkontusionen von
ihm als nicht geringfügig, sondern heftig definiert werden, ändert nichts an der
4.6.
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5.
Tatsache, dass die Bestimmung einer einzelnen Kontusion, welche zu einer
Schulterverletzung geführt haben könnte, unbewiesen ist.
Der Rechtsvertreter weist in der Beschwerde vom 28. Februar 2019 zusätzlich auf
die körperliche Kraftanstrengung hin, welche mit der Arbeitstätigkeit des
Beschwerdeführers verbunden und medizinisch ebenfalls dazu geeignet gewesen sei,
das Beschwerdebild an der rechten Schulter zu verursachen (act. G 1 S. 10 Ziff. 14).
Auch dadurch wird offenkundig, dass der Beschwerdeführer die Schulterproblematik
nicht einem bestimmten Ereignis zuzuordnen vermag, bezüglich dessen der
Unfallcharakter überhaupt beurteilt werden könnte. Sollte der Rechtsvertreter mit dem
Hinweis allenfalls die Auffassung vertreten, der Beschwerdeführer habe bei der Arbeit
ein Verhebetrauma erlitten, für welches die Beschwerdegegnerin leistungspflichtig sei,
so ist nach Lage der Akten augenfällig, dass ein solches nie stattgefunden hat.
Diesbezüglich erübrigen sich Weiterungen.
4.7.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Unfallbegriff gemäss Art. 4 ATSG
nicht erfüllt ist und damit eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin gestützt auf
Art. 6 Abs. 1 UVG entfällt.
4.8.
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG (in Kraft seit 1. Januar 2017) erbringt die
Unfallversicherung ihre Leistungen jedoch auch bei den folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung
zurückzuführen sind: a. Knochenbrüche; b. Verrenkungen von Gelenken; c.
Meniskusrisse; d. Muskelrisse; e. Muskelzerrungen; f. Sehnenrisse; g. Bandläsionen; h.
Trommelfellverletzungen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 24. September 2019,
8C_22/2019, E. 8).
5.1.
Mit Art. 6 Abs. 2 lit. a bis h UVG wird die gesetzliche Vermutung statuiert, dass der
Unfallversicherer bei erfüllter Listendiagnose leistungspflichtig ist. Dieser kann sich
aber von seiner Leistungspflicht befreien, wenn er den Nachweis erbringt, dass die
Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist
(Botschaft vom 30. Mai 2008, BBl 2008 S. 5411, und Zusatzbotschaft vom 19.
September 2014, BBl 2014 S. 7922; SZS 2017 S. 33). Der (Gegen-)Beweis der
vorwiegend krankhaften oder degenerativen Pathogenese der Listendiagnose ist
erbracht, wenn letztere zu mehr als 50% auf Abnützung oder Erkrankung beruht. Ob
eine Schädigung vorwiegend durch Abnützung oder Krankheit verursacht ist, muss mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die
blosse Möglichkeit einer abnützungsbedingten oder krankhaften Verursachung der
5.2.
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Schädigung genügt den Beweisanforderungen nicht (BGE 133 III 88 f. E. 4.2.2, 132 III
720 E. 3.1, 130 III 325 E. 3.2 f.; Urteile des Bundesgerichts vom 9. Juli 2010,
4A_48/2010, E. 7.1 und vom 24. September 2019, 8C_22/2019, E. 8.2.2.1 mit
Hinweisen; SZS 2018 S. 355 f., SZS 2017 S. 34; vgl. Thomas Locher/Thomas Gächter,
Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58 f.).
Zur Feststellung bzw. Beurteilung der medizinischen Verhältnisse - dem
Vorhandensein einer Listenverletzung sowie der Tatfrage, ob die Schädigung
vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist - ist die
rechtsanwendende Behörde auf eine sorgfältige Abklärung angewiesen, worin sich die
Mediziner zum Gesundheitsschaden sowie zu den Wirkanteilen äussern müssen (vgl.
BGE 146 V 69 f. E. 8.6; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 59 zu Art. 6 UVG; SZS 2018 S. 343,
357 f.; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 84). Das Gericht hat die medizinischen
Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien
Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG; vgl. dazu auch Kieser, a.a.O., N 61 ff. zu Art. 43,
N 130 zu Art. 61; Locher/Gächter, § 76 N. 25 ff.), d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten.
Insbesondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen
Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen
und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere
medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind.
Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich
weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E.
5.1, 125 V 351, E. 3a mit Hinweis 122 V 157).
5.3.
5.4.
Als unfallähnliche Körperschädigung steht im konkreten Fall ein Sehnenriss
gemäss Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG zur Diskussion. Nicht alle Sehnenläsionen (z.B.
5.4.1.
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Zerrungen und Dehnungen) können als unfallähnliche Körperschädigungen qualifiziert
werden, sondern nach lit. f des genannten Artikels nur Sehnenrisse. Ein eigentlicher
Sehnenriss besteht dann, wenn die Sehne vollständig gerissen ist. Teilrupturen können
nur unter erschwerten Nachweisanforderungen unter Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG subsumiert
werden. Weil sich die partiellen Sehnenrisse bzw. Teilrupturen in der Regel klinisch
nicht von sekundären entzündlichen Reaktionen (Tendinitis, Peritendinitis,
Paratenonitis, Tendovaginitis) unterscheiden lassen, fällt eine Qualifikation als
unfallähnliche Körperschädigung nur in Betracht, wenn die Teilruptur als solche
medizinisch eindeutig festgestellt ist, sei dies intraoperativ oder durch
Kontrastmitteldarstellung (BGE 114 V 302 E. 3d, 306 E. 5c). Kann dieser Nachweis
nicht erbracht werden, so hat der Leistungsansprecher die Folge der Beweislosigkeit
zu tragen (vgl. Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4, 29; Locher/Gächter, a.a.O., § 70 N 56).
Kreisarzt Dr. K._ wurde von der Beschwerdegegnerin zur Frage des Vorliegens
einer Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG nicht befragt und hat sich
entsprechend in seinen Beurteilungen (Suva-act. II/14 und II/23) dazu auch nicht
geäussert. Dr. F._ diagnostizierte im orthopädischen Sprechstundenbericht vom 7.
Juni 2018 ein Kontusionstrauma Schulter rechts u.a. mit Partialruptur der
Supraspinatus- und Infraspinatussehne (Suva-act. I/77). Auch in seiner Stellungnahme
vom 4. Oktober 2018 hielt er fest, dass die Abklärungen eine Partialruptur der
Supraspinatus- und Infraspinatussehne gezeigt hätten (Suva-act. I/87). Laut Bericht
von Dr. H._ vom 25. Mai 2018 über das am selben Tag durchgeführte Arthro-MRI der
rechten Schulter des Beschwerdeführers hatte sich bei der Supraspinatussehne eine
Insertionstendinopathie mit Tendinose und leichter bis moderater Partialruptur
interstitiell unmittelbar am Ansatz in der dorsalen bis knapp mittleren Portion sowie
kurzstreckig humeralseitig im ventralen Drittel und bei der Infraspinatussehne eine
leichte Ansatztendinose und diskrete Auffaserung ansatznah kranial gezeigt (Suva-act.
I/68). Ein Arthro-MRI wird definitionsgemäss mit Kontrastmittel durchgeführt (vgl.
Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin/Boston 2017, S. 152; Alfred M.
Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 217; Roche
Lexikon, Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 133), womit grundsätzlich ein
beweiskräftiger Untersuchungsbefund für Partialrupturen vorliegt (vgl. Erwägung 5.4.1).
Die für die Beurteilung der versicherungsmedizinischen Pathogenese bedeutsamen
Umstände bzw. Indizien, welche im Rahmen der Beweiswürdigung des vorgenannten
Nachweises gegeneinander abzuwägen wären (Evalotta Samuelsson, SZS 2018, S. 335
ff.), sprechen jedoch im konkreten Fall massgebend für eine abnützungs- bzw.
5.4.2.
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krankheitsbedingte Verursachung der Befunde im Bereich Supraspinatus- und
Infraspinatussehne.
Wie in Erwägung 4.4.3 dargelegt, ist dem Beschwerdeführer kein konkretes
Trauma erinnerlich. Zwar kommt dem Kriterium des äusseren Faktors bei der
Beurteilung der Leistungspflicht gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG grundsätzlich keine
rechtliche Bedeutung mehr zu, jedoch vereinfacht das Fehlen eines initialen Ereignisses
den Entlastungsbeweis des Unfallversicherers in aller Regel (Urteil des Bundesgerichts
vom 24. September 2019, 8C_22/2019, E. 8.6 mit Hinweisen). Grundsätzlich weist
nämlich das zeitliche Zusammentreffen einer Körperschädigung mit einer geeigneten
Überlastungssituation eher auf eine traumatische Genese hin (vgl. SZS 2018, S. 352).
Das Gesagte ist insbesondere in denjenigen Fällen relevant, in welchen
Gesundheitsschäden zur Diskussion stehen, welche - wie (partielle) Sehnenrupturen im
Bereich der Rotatorenmanschette - verschiedene Ursachen (traumatische,
degenerative oder krankhafte) haben können (vgl. dazu Pschyrembel, a.a.O.., S. 1576,
1646 Debrunner, a.a.O., S. 628, 725, 728; Roche Lexikon, a.a.O., 1681). Im
vorliegenden Fall konnte kein zeitlicher Ablauf in Erfahrung gebracht werden, der für
eine ereignisnah nachgewiesene Körperschädigung im Bereich der Schulter sprechen
würde. Vom Beschwerdeführer werden über einen längeren Zeitraum wiederholte,
gleichartige Kontusionsereignisse beschrieben, wobei er gerade in Bezug auf
denjenigen Zeitpunkt, als er stärkere Schmerzen in der Schulter verspürte (ungefähr im
April 2018), schilderte, dass kein heftiges Anschlagen passiert sei (Suva-act. II/13).
Schulterschmerzen rechts sind erstmals am 24. Oktober 2016 aktenkundig (Suva-act.
I/60, vgl. auch Suva-act. II/13). Laut Angaben des Beschwerdeführers anlässlich der
Besprechung mit der Beschwerdegegnerin vom 7. September 2018 (Suva-act. II/13)
hatte er es mit der rechten Schulter im Verlauf der weiteren Wochen und Monate relativ
gut. Er sei mehrheitlich schmerzfrei gewesen. Nur zwischendurch habe er immer mal
wieder Schmerzen verspürt. Dieser Zustand habe bis zum Frühling 2018 so bestanden.
Im geschilderten zeitlichen Ablauf widerspiegelt sich die medizinische
Erfahrungstatsache, dass sich degenerative Erkrankungen naturgemäss durch einen
progredienten Verlauf (beispielsweise durch eine Vergrösserung einer einzelnen
Schädigung oder durch ein Hinzutreten von Begleiterscheinungen) auszeichnen, was
auch erklärt, dass ihre typische Symptomatik nicht von Beginn weg umfassend und mit
ganzer Schwere auftreten muss, sondern bei wachsender Ausprägung zunächst
schleichend beginnt und sich irgendwann deutlich manifestiert. Ein zu Beginn
symptomloser oder höchstens geringe Beschwerden bereitender degenerativer
Zustand wird also in einem bestimmten Zeitpunkt - in der Regel dann, wenn die
5.4.3.
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Degeneration einen gewissen Schweregrad überschreitet - symptomatisch (vgl.
Debrunner, a.a.O., S. 586, 728 ff.). Entsprechend beschreibt Dr. K._ in seiner
Beurteilung vom 10. September 2018 (Suva-act. II/14) ein langsames "Durchscheuern"
der Sehnen. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der zeitliche Ablauf ein Indiz für
überwiegend wahrscheinlich auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführende
Befunde im Bereich der Supraspinatus- und Infraspinatussehne des
Beschwerdeführers liefert.
Die MRI-Bildgebung vom 25. Mai 2018 zeigte beim Beschwerdeführer neben den
Gesundheitsschäden im Bereich der Supraspinatus- und Infraspinatussehne auch eine
Insertionstendinose der Subscapularissehne, eine subakromiale Reizsituation bei im
Normbereich liegender Weite des Subakromialraums bei Akromion Typ 2-3 nach
Bigliani mit degenerativer Konturirregularität und angedeuteter flacher Spornbildung
lateral an der Unterfläche, eine beginnende AC-Gelenksdegeneration und leichte
Stressreaktion der inferioren AC-Gelenkkapsel, eine subtotal zirkumferenzielle
Labrumläsion/SLAP-Läsion mit Auffransung/feinen Einrissen entlang der superioren/
supero-ventralen wie auch inferioren Zirkumferenz, eine kleinflächige mittelgradige
Chondropathie Grad 2-3 kaudal glenoidal sowie Zeichen einer reaktiven Synovialitis/
Kapsulitis ventro-kranial mit Verdickung des superioren gleno-humeralen Ligamentes
(DD eventuell teils narbige Reaktionen bei/nach Pulley-Läsion; Suva-act. I/68).
Angesichts der Gesamtsituation des rechten Schultergelenks des Beschwerdeführers
stellte Dr. K._ in seiner Stellungnahme vom 10. September 2018 (Suva-act. II/14)
überzeugend fest, dass die MRI-Bildgebung einen reinen degenerativen Sehnen- und
Gelenkschaden inklusive der krankheitsbedingten Schadensursache dokumentiere. Die
obgenannten Untersuchungsbefunde lassen unbestritten deutliche Anzeichen für eine
verschiedene Strukturen umfassende Degenerationsproblematik des rechten
Schultergelenks erkennen. Auch Dr. F._ erklärte in seiner Stellungnahme vom 4.
Oktober 2018, die Abklärungen hätten neben einer Partialruptur der Supraspinatus-
und Infraspinatussehne weitere Veränderungen gezeigt, die nicht unfallbedingt seien
(Suva-act. II/21). Es erscheint naheliegend, bei der Beurteilung der Ätiologie eines
Gesundheitsschadens im Schultergelenk dessen Gesamtzustand zu betrachten. Die
Befunde einer Partialruptur der Supraspinatus- und Infraspinatussehne fügen sich ohne
Weiteres in den degenerativen Gesamtzustand ein und davon unabhängige,
traumatisch bedingte Sehnenschädigungen erscheinen wesensfremd, zumal kein
definierbares initiales Ereignis vorliegt. Auch in der obgenannten Stellungnahme von
Dr. F._ findet sich keine Erklärung für eine Abgrenzung der Sehnenrupturen vom
übrigen Degenerationsprozess. In diesem Zusammenhang fällt ins Gewicht, dass die
5.4.4.
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6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist der angefochtene Einspracheentscheid vom
28. Januar 2019 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art.
61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.