Decision ID: 60e1c3bc-d169-40bd-afb7-caaeafb8dd2f
Year: 2019
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

dem eigentlichen Beweisthema der erheblichen Sachverhaltsveränderung,
es sei tendenziös verfasst und in Bezug auf die Diagnosen und die
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit unhaltbar. Der Beschwerdeführer berief
sich dabei unter anderem auf einen Bericht des behandelnden Psychiaters
Dr. med. F._ vom 18. Januar 2017 und auf ein Schreiben von H._
vom kantonalen Sozialdienst für Suchtfragen vom 5. Januar 2017.
9. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 7. März 2017, die
Beschwerde sei abzuweisen und die aufschiebende Wirkung sei nicht zu
erteilen. Zur Begründung verwies sie im Wesentlichen auf die
angefochtene Verfügung und machte geltend, die im Bericht von Dr. med.
F._ vom 18. Januar 2017 geschilderte Zustandsverschlechterung sei
vorliegend nicht relevant. Es sei der Sachverhalt massgeblich, der sich bis
zum Erlass der angefochtenen Verfügung realisiert habe.
10. Mit Replik vom 29. März 2017 machte der Beschwerdeführer geltend, er
habe den Bericht von Dr. med. F._ vom 18. Januar 2017 nicht
eingereicht, um eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes nach
Verfügungserlass zu dokumentieren. Vielmehr beschreibe der Bericht im
Sinne eines Beispiels die letzte beobachtete manische Episode.
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Entscheidend sei, dass Dr. med. F._ in diesem Bericht die Diagnose
der bipolaren Störung bestätige und ausführe, dass sich der
Gesundheitszustand auch nach der Alkohol- und Cannabisabstinenz nicht
wesentlich verbessert habe.
11. Mit Schreiben vom 3. April 2017 verzichtete die IV-Stelle auf eine Duplik.
12. Mit Verfügung vom 6. April 2017 wies das Gericht den Antrag des
Beschwerdeführers auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung
ab.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist die
Verfügung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 19. Dezember
2016. Das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ist aufgrund von
Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(IVG; SR 831.20) und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in
Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) zur Beurteilung der
vorliegenden Beschwerde örtlich und sachlich zuständig. Als formeller und
materieller Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer von der
angefochtenen Verfügung unmittelbar betroffen und hat ein
schutzwürdiges Interesse an deren gerichtlichen Überprüfung (Art. 59
ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde
(Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG) ist somit einzutreten.
2. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle die Rente des Beschwerdeführers
zu Recht revisionsweise per 31. Januar 2017 aufgehoben hat. Im Zentrum
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steht dabei die Frage, ob ein Revisionsgrund vorliegt, beziehungsweise ob
die IV-Stelle gestützt auf das Gutachten von Dr. med. D._ vom 18.
August 2015, inklusive der neuropsychologischen Abklärung von lic. phil.
C._ vom 17. November 2014, zu Recht von einer wesentlichen
Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers
ausgegangen ist. Für die Beantwortung dieser Frage ist der Sachverhalt zu
berücksichtigen, der sich bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses am
19. Dezember 2016 verwirklicht hat (BGE 132 V 215 E.3.1.1). Massgeblich
ist dabei der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 133 V 504 E. 3.3).
3. Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen
Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder
Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
Erwerbsunfähigkeit (Art. 4 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 8 ATSG). Die versicherte
Person hat bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf
eine Viertelsrente, ab 50 % auf eine halbe Rente, ab 60 % auf eine
Dreiviertelsrente und ab 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
Bei erwerbstätigen Personen erfolgt die Bemessung der Invalidität
aufgrund eines Einkommensvergleichs (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16
ATSG). Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person
nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitslage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Der
Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die
beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau
ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der
Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 130 V
343 E.3.4.2).
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4. Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, wird die
Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend
erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG, Art. 87 ff. der
Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Eine
Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist für die Herabsetzung oder
Aufhebung der Rente von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem
angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern
wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne
wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich
weiterhin andauern wird (Art. 88a IVV). Anlass für eine Anpassung der
Rente gibt jede Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet
ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen.
Die Invalidenrente ist daher nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung
des Gesundheitszustands mit entsprechender Beeinflussung der
Erwerbsfähigkeit, sondern etwa auch dann revidierbar, wenn sich die
erwerblichen Auswirkungen eines an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustands erheblich verändert haben, eine andere Art der
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 134 V 131 E.3, 133 V 545 E.6.1,
130 V 343 E.3.5; vgl. auch MÜLLER, Die materiellen Voraussetzungen der
Rentenrevision in der Invalidenversicherung, Diss., Freiburg 2003, S. 133
Rz. 486). Dagegen bildet nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
die unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen
unverändert gebliebenen Gesundheitszustands auf die Arbeitsfähigkeit für
sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1
ATSG (Urteil des Bundesgerichts 8C_387/2014 vom 3. September 2014
E.2).
5.1. Die Frage der wesentlichen Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen
beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts zum Zeitpunkt der streitigen
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Revisionsverfügung mit dem Sachverhalt zum Zeitpunkt der letzten
rechtskräftigen Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruhte (BGE 134 V 131 E.
3, 133 V 108 E.4.5). Wird bei dieser Gegenüberstellung festgestellt, dass
der Invaliditätsgrad im zur Beurteilung stehenden Zeitraum keine
rechtserhebliche Änderung erfahren hat, bleibt es beim bisherigen
Rechtszustand. Andernfalls ist das Vorliegen eines Revisionsgrundes zu
bejahen und die zugesprochene Rente entsprechend der festgestellten
Sachverhaltsveränderung abzuändern (Urteil des Bundesgerichts
8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.3).
5.2. Vorliegend ist der zeitliche Ausgangspunkt für die Beurteilung einer
anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades die Mitteilung der
IV-Stelle vom 3. April 2009. Mit dieser Mitteilung schloss die IV-Stelle das
am 31. Oktober 2006 eingeleitete amtliche Revisionsverfahren in dem
Sinne ab, dass sich in Bezug auf den Invaliditätsgrad gegenüber der
ursprünglichen rentenzusprechenden Verfügung vom 21. November 2003
keine rentenerheblichen Änderungen ergeben hätten. Die IV-Stelle stützte
sich dabei auf das rheumatologische und psychiatrische Gutachten des
SAM vom 17. Februar 2009 und auf die Beurteilung des Regionalen
Ärztlichen Dienstes Ostschweiz (im Folgenden: RAD) vom 4. März 2009.
6.1. Nach der Rechtsprechung führen Drogensucht und
Medikamentenmissbrauch als solche nicht zu einer Invalidität im Sinne des
Gesetzes. Dagegen werden sie im Rahmen der Invalidenversicherung
relevant, wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt haben, in deren
Folge ein körperlicher oder geistiger, die Erwerbsfähigkeit
beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder wenn sie
selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens sind,
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dem Krankheitswert zukommt (BGE 124 V 265 E.3c, Urteil des
Bundesgerichts 9C_14/2018 vom 12. März 2018 E.2.2).
6.2. Im vorliegenden Fall war der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
bei der Begutachtung durch den SAM im Jahr 2009 durch regelmässigen
Drogenkonsum - episodenhaft Kokain und Heroin, täglich Cannabis –
beeinträchtigt (IV-act. 160 S. 5 und 14). Die IV-Stelle forderte den
Beschwerdeführer deshalb mit Schreiben vom 23. April 2014 zu Recht im
Rahmen seiner Schadenminderungspflicht zu einer mehrmonatigen,
ärztlich kontrollierten Abstinenz von Alkohol, THC, Heroin, Kokain und
Amphetaminen auf, um die krankheitsbedingten Einschränkungen
eindeutig von den reinen Suchtfolgen abgrenzen zu können. Nachdem der
Beschwerdeführer die Abstinenzauflage erfüllt hatte, waren sein
Gesundheitszustand und seine Arbeitsfähigkeit zwar noch durch die
regelmässige Einnahme von Methadon und den Konsum von
Benzodiazepinen beeinflusst, eine direkte Beeinträchtigung durch das
Suchtgeschehen im Zusammenhang mit Alkohol, THC, Heroin, Kokain und
Amphetaminen war indessen nicht mehr gegeben. Damit lag ein
veränderter medizinischer Sachverhalt vor, welcher eine erneute
Begutachtung grundsätzlich rechtfertigte.
7. Um beurteilen zu können, ob sich der Gesundheitszustand eines
Rentenbezügers in rentenrelevanter Weise geändert hat, sind die
Verwaltung und das im Beschwerdefall angerufene Gericht auf Unterlagen
angewiesen, die medizinische Fachleute zur Verfügung stellen. Dabei
besteht die Aufgabe der medizinischen Fachleute darin, den
Gesundheitszustand der versicherten Person zu beurteilen und Stellung zu
nehmen zu der Frage, inwieweit sich der Gesundheitszustand verändert
hat und welche Arbeitsleistungen der versicherten Person in welchem
Umfang noch zugemutet werden können, beziehungsweise in welchem
Grad die versicherte Person in einer optimal angepassten Tätigkeit
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arbeitsfähig ist (BGE 132 V 93 E.4, BGE 125 V 261 E.4). Bei der
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit können sich die IV-Stellen und die
Sozialversicherungsgerichte auf den RAD (Art. 59 Abs. 2bis IVG), auf die
Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte oder auf externe
medizinische Sachverständige stützen (Art. 59 Abs. 3 IVG).
7.1. Arztberichte unterliegen wie sämtliche Beweismittel in
sozialversicherungsrechtlichen Verfahren der freien Beweiswürdigung (Art.
61 lit. c ATSG). Der Beweiswert der ärztlichen Stellungnahmen hängt
deshalb nach der Rechtsprechung davon ab, ob sie für die streitigen
Belange umfassend sind, auf allseitigen Untersuchungen beruhen, die
geklagten Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis der Vorakten
(Anamnese) abgegeben wurden, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchten und in den
daraus gezogenen Schlussfolgerungen zu überzeugen vermögen.
Ausschlaggebend für den Beweiswert ärztlicher Stellungnahmen ist folglich
grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch dessen
Bezeichnung als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E.5.1). Dennoch
hat es das Bundesgericht mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung
als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer
Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen.
So ist rechtsprechungsgemäss den im Rahmen des
Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von versicherungsexternen
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei
der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete
Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit sprechen. Nur wenn die Schlüssigkeit
eines solchen Gutachtens in wesentlichen Punkten zweifelhaft erscheint,
sind ergänzende Beweisvorkehren in Betracht zu ziehen und nötigenfalls
anzuordnen (BGE 137 V 210 E.1.3.4, 125 V 353 E.3b/bb). Bei Berichten
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von behandelnden Ärzten darf und soll der Erfahrungstatsache Rechnung
getragen werden, dass die behandelnden Ärzte mitunter im Hinblick auf
ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu
Gunsten ihrer Patienten aussagen. Der Bericht eines behandelnden Arztes
hat somit nicht den gleichen Rang wie ein von der IV-Stelle nach dem
vorgegebenen Verfahrensrecht eingeholtes Gutachten. Ein solcher Bericht
verpflichtet indessen - wie jede substantiiert vorgetragene Einwendung
gegen ein solches Gutachten - den Richter zu prüfen, ob der Bericht des
behandelnden Arztes die Auffassungen und Schlussfolgerungen des
förmlich bestellten Gutachters derart zu erschüttern vermag, dass davon
abzuweichen ist (BGE 135 V 465 E.4.5, 125 V 361 E.3c). Auch den
Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweiswert
zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie
in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
bestehen (BGE 125 V 351 E.3b/ee).
7.2. Bei der Würdigung von psychiatrischen Gutachten ist auf die
„Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten“ der
Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie
abzustellen (SGPP Leitlinien; abrufbar auf www.psychiatrie.ch). Die
Qualitätsleitlinien vereinheitlichen die psychiatrische Begutachtung
zuhanden der Invalidenversicherung und anderen Sozialversicherern. Sie
verstehen sich als Empfehlungen, von welchen die Gutachter nur im
begründeten Einzelfall abweichen sollten. Dem Rechtsanwender dienen
sie als Orientierung zur Beurteilung der Qualität von psychiatrischen
Gutachten (Urteil des Bundesgerichts 9C_207/2015 vom 5. Juni 2015
E.4.2; MARELLI, Das psychiatrische Gutachten, in: RIEMER-KAFKA (Hrsg.),
Psyche und Gesundheit, Zürich 2014, S. 83). Bei einer psychiatrischen
Exploration ist nach der Rechtsprechung zudem zu beachten, dass diese
von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet
dem begutachtenden Psychiater praktisch immer einen Spielraum für
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verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen, was zulässig
und zu respektieren ist, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist (Urteil
des Bundesgerichts 9C_4/2015 vom 5. Mai 2015 E.3.2).
7.3. Bei einem Gutachten in einem Revisionsverfahren sind in
beweisrechtlicher Hinsicht weitere Aspekte zu beachten. Wie erwähnt, ist
eine Rente bei einer wesentlichen, rentenrelevanten Veränderung des
Gesundheitszustands revidierbar, nicht aber, wenn der
Gesundheitszustand unverändert geblieben ist und lediglich die
Arbeitsfähigkeit abweichend beurteilt wird (vgl. vorne Erwägung 4).
Gegenstand des Beweises ist somit das Vorhandensein einer
entscheidungserheblichen, in den medizinischen Unterlagen
dokumentierten, tatsächlichen Veränderung, welche durch die
Gegenüberstellung des vergangenen und des aktuellen Zustands
aufzuzeigen ist. Die Feststellung des aktuellen gesundheitlichen Befunds
und seiner funktionellen Auswirkungen ist zwar Ausgangspunkt der
Beurteilung; sie erfolgt aber nicht unabhängig, sondern wird nur
entscheidungserheblich, soweit sie tatsächlich einen Unterschied auf der
Seinsebene zum früheren Zustand wiedergibt. Der Beweiswert eines
zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt folglich wesentlich
davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema - erhebliche
Änderung(en) des Sachverhalts - bezieht. Einer für sich allein betrachtet
vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen
Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der
Rentenberechtigung beweisend wäre, mangelt es daher in der Regel am
rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren
abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht,
inwiefern eine effektive Veränderung des Gesundheitszustandes
stattgefunden hat (Urteil des Bundesgerichts 8C_441/2012 vom 25. Juli
2013 E.6.1.2). Wegen des vergleichenden Charakters des
revisionsrechtlichen Beweisthemas und des Erfordernisses, erhebliche
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faktische Veränderungen von bloss abweichenden Bewertungen
abzugrenzen, muss deutlich werden, dass die Fakten, mit denen die
Veränderung begründet wird, neu sind oder dass sich vorbestandene
Tatsachen in ihrer Beschaffenheit oder ihrem Ausmass substantiell
verändert haben. Eine verlässliche Abgrenzung der tatsächlich
eingetretenen von der nur angenommenen Veränderung ist als
erforderliche Beweisgrundlage nicht erreicht, wenn bloss nominelle
Differenzen diagnostischer Art bestehen. Die Feststellung über eine seit
der früheren Beurteilung eingetretene tatsächliche Änderung ist hingegen
genügend untermauert, wenn die ärztlichen Sachverständigen aufzeigen,
welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im
Verlauf der Arbeitsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung
und Einschätzung des Schweregrades der Störungen geführt haben (Urteil
des Bundesgerichts 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.6.1.3).
8. Es wird nun geprüft, ob sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers zwischen dem 3. April 2009 (vgl. vorne Erwägung 5.2)
und dem Erlass der angefochtenen Verfügung am 19. Dezember 2016
wesentlich verändert hat. Dazu werden zunächst die aktenkundigen
medizinischen Fakten zum Gesundheitszustand am 3. April 2009
dargelegt, danach diejenigen betreffend den Zustand am 19. Dezember
2016.
8.1. Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers am 3. April 2009 wurde
zeitnah und eingehend im bidisziplinären SAM-Gutachten vom 17. Februar
2009 beschrieben (IV-act. 63 [Original in italienischer Sprache]; IV-act. 160
[Übersetzung in deutscher Sprache]). Die SAM-Gutachter diagnostizierten
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine kognitive Beeinträchtigung
durch langjährigen starken Konsum von multiplen psychotropen
Substanzen (F.19.74) und eine mittelgradige depressive Episode (F32),
zuzuordnen einem rezidivierenden depressiven Syndrom (F33) oder
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einem bipolaren affektiven Syndrom (F31; IV-act. 160 S. 8).
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht wurden
nicht festgestellt (IV-act. 160 S. 10). Zur psychiatrischen Erkrankung wurde
ausgeführt, es handle sich um einen Versicherten mit einer
vorausgegangenen jahrelangen schweren
Drogenabhängigkeitsproblematik, die zu einem Zustand des psycho-
organischen Verfalls und sozialen Abdriftens geführt habe (IV-act. 160 S.
9). Im Vergleich zur Vorbegutachtung durch die Psychiatrischen Dienste
Graubünden (im Folgenden: PDGR) im Jahr 2003 wurde das psychische
Zustandsbild als unverändert beschrieben, und die Arbeitsfähigkeit wurde
auf 0 % seit dem Jahr 2000 festgelegt. Die Arbeitsfähigkeit sei durch das
psycho-organische Zustandsbild des Verfalls und des sozialen Abdriftens
vollständig eingeschränkt, mit Beeinträchtigung der kognitiven Funktionen
(Konzentration, Aufmerksamkeit und Gedächtnisfunktion) sowie durch die
aktuelle schwere depressive Verstimmung, die auch die soziale
Kompetenz beeinträchtige (IV-act. 160 S. 10 und 15). Bei der Erhebung
des psychischen Status wurde eine zum negativen Pol verschobene
Stimmung mit einer latenten Suizidalität festgestellt (IV-act. 160 S. 14).
Hinweise auf manische Episoden ergaben sich für die SAM-Gutachter aus
den Vorakten, insbesondere aus dem Bericht des behandelnden
Psychiaters Dr. med. F._ vom 8. Juli 2008, in welchem ausgeführt
wurde, der Befund und die anamnestischen Daten sprächen für eine
schwere affektive Störung im Sinne einer bipolaren Störung, deren
manische und depressive Phasen auch vom Hausarzt festgestellt worden
seien, gepaart mit einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung (IV-
act. 160 S. 3 und 15, IV-act. 48). Hinweise auf manische Episoden ergaben
sich zudem daraus, dass der Beschwerdeführer gegenüber dem
psychiatrischen SAM-Gutachter erklärte, er habe auch drei bis vier
manische Momente erlebt, in welchen er sich besonders gut gefühlt, nicht
geschlafen und nichts gegessen habe (IV-act. 160 S. 14). An anderer Stelle
bestätigte der Beschwerdeführer gegenüber dem psychiatrischen SAM-
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Gutachter erneut manisch-ähnliche Momente und führte dazu aus, er sei
sich nicht sicher, ob diese zum Teil im Zusammenhang mit den
Drogenkonsum zu sehen seien (IV-act. 160 S. 15).
8.2. Der damals zuständige RAD Arzt Dr. med. I._ gab in seiner
Stellungnahme vom 4. März 2009 an, zusammenfassend könne aufgrund
des Gutachtens des SAM festgehalten werden, dass der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit 2003 unverändert sei.
Der Beschwerdeführer sei durchgängig und weiterhin zu 100 %
arbeitsunfähig in jeglicher lukrativen Tätigkeit (IV-act. 65 S. 10 f.).
8.3. Für den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zum
Referenzzeitpunkt am 3. April 2009 hat auch das psychiatrische Gutachten
der PDGR vom 5. August 2003 (IV-act. 16) eine gewisse Aussagekraft,
welche indessen aufgrund des zeitlichen Abstands von rund 6 Jahren
beschränkt ist. Die PDGR-Gutachterin Dr. med. B._ diagnostizierte
damals eine Störung durch multiplen Substanzgebrauch und Konsum
sonstiger psychotroper Substanzen mit sonstiger anhaltender kognitiver
Beeinträchtigung, differenzialdiagnostisch eine Depression (F19.74). Sie
gab an, die vom Hausarzt angegebene manisch-depressive Phase könne
durch den unkontrollierten Beikonsum von Substanzen verursacht worden
sein. Es müsse davon ausgegangen werden, dass der jahrelange
Mischkonsum verschiedener Substanzen zu einer sowohl qualitativ als
auch quantitativ auffälligen Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten
geführt habe. Hinsichtlich der Auswirkungen der Störungen auf die
bisherige Tätigkeit müsse davon ausgegangen werden, dass der
Beschwerdeführer seit 1999 in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
gewesen sei. Zum jetzigen Zeitpunkt - also im Jahr 2003 - sei von einer
80%igen Arbeitsunfähigkeit und von einer Leistungseinbusse von ebenfalls
80 % in der freien Wirtschaft auszugehen. Aufgrund der kognitiven Defizite,
wahrscheinlich als Folge der langjährigen Drogensucht, sei nur noch eine
- 18 -
Tätigkeit im beschützten Rahmen möglich, es sei von einer psychischen
Behinderung auszugehen (IV-act. 16 S. 3 ff.).
8.4. Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zum Zeitpunkt des
Erlasses der angefochtenen Verfügung am 19. Dezember 2016 wurde
durch das Gutachten von Dr. med. D._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, vom 18. August 2015 (IV-act. 170) inklusive der
neuropsychologischen Abklärung von lic. phil. C._ vom 17. November
2014 (IV-act. 165) beschrieben. Dr. med. D._ diagnostizierte mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Opiatabhängigkeit, derzeit
methadonsubstituiert (F11.22), eine Benzodiazepinabhängigkeit (F13.2),
eine leichte Intelligenzminderung (F70.0), eine rezidivierende depressive
Episode, derzeit leicht (F33.0), und als Differenzialdiagnose eine bipolare
affektive Störung nicht näher bezeichnet (F31.9) oder eine
substanzinduzierte psychotische/affektive Störung (F13.54) sowie leichte
kognitive Einschränkungen nach langjährigem Substanzkonsum (F19.74)
(IV-act. 170 S. 12). Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannte sie eine Persönlichkeitsakzentuierung (Z73.1) (IV-act. 170 S. 12).
Zur Arbeitsfähigkeit führte Dr. med. D._ aus, einfache, überschaubare
handwerkliche oder andere Hilfstätigkeiten mit leichter oder mittelschwerer
körperlicher Anstrengung und leichten Anforderungen an Selbständigkeit,
Organisationsfähigkeit, Lernfähigkeit, Selbststrukturierung,
Verantwortlichkeit und Teamfähigkeit seien dem Beschwerdeführer
ganztags zumutbar, wobei die Leistungsfähigkeit um zirka 20 bis 30 %
eingeschränkt sei. Die Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit liege
demnach bei 70 bis 80 % (IV-act. 170 S. 18 f.).
Lic. phil. C._ kam in seiner neuropsychologischen Abklärung vom 17.
November 2014 zum Schluss, die Intelligenz des Beschwerdeführers liege
im Bereich einer leichten intellektuellen Behinderung, es fänden sich
Defizite in fast allen geprüften Funktionsbereichen. Aus
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neuropsychologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit als Hilfsarbeiter auf
dem Bau oder in einer anderen einfachen Tätigkeit ohne komplexe
Anforderungen an höhere Hirnfunktionen vollzeitig gegeben, die
Leistungsverminderung liege dabei aufgrund der deutlichen Langsamkeit
bei 20 bis 30 % (IV-act. 165 S. 9 ff.).
9. Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung auf das
Gutachten von Dr. med. D._ und machte geltend, aus diesem
Gutachten gehe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit hervor, dass sich
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit dem 3. April 2009
wesentlich verbessert habe. Dem kann nicht gefolgt werden. Wie
nachfolgend im Detail aufgezeigt wird und wie der Beschwerdeführer zu
Recht argumentiert, kann dem Gutachten von Dr. med. D._ in Bezug
auf das Beweisthema der tatsächlichen Veränderung des
Gesundheitszustands im relevanten Zeitraum zwischen dem 3. April 2009
und dem 19. Dezember 2016 keine genügende Beweiskraft beigemessen
werden.
9.1. Das Gutachten von Dr. med. D._ vermag vor allem insoweit nicht zu
überzeugen, als es die bipolare affektive Störung betrifft. Dr. med.
D._s Ausführungen zur bipolaren affektiven Störung stehen im
Widerspruch zu den Einschätzungen der behandelnden Ärzte (vgl. unten
Erwägung 9.2. ff.) und sind in sich nicht kohärent. So führte Dr. med.
D._ die bipolare affektive Störung als Differentialdiagnose zur
rezidivierenden depressiven Episode, derzeit leicht, auf (IV-act. 170 S. 12).
Dies ist nach dem üblichen Sprachgebrauch so zu verstehen, dass Dr.
med. D._ die bipolare affektive Störung neben ihrer eigentlichen
Hauptdiagnose ebenfalls als mögliche Ursache der Beschwerden in
Betracht zog (vgl. https://flexikon.doccheck.com/de/Differentialdiagnose,
zuletzt besucht am 17. Dezember 2018). Diese differentialdiagnostische
Einschätzung steht im Widerspruch dazu, dass Dr. med. D._ bei der
- 20 -
Beurteilung und Einordnung der Beschwerden und Befunde nach
eingehender Auseinandersetzung mit den früheren Beurteilungen zum
Schluss kam, es sprächen derzeit insgesamt mehr Argumente gegen das
Vorliegen einer manisch-depressiven Erkrankung (das heisst einer
bipolaren affektiven Störung) als dafür (IV-act. 170 S. 16), wäre es doch
angesichts dieses Schlusses logisch und konsequent gewesen, die
bipolare affektive Störung gar nicht als Diagnose aufzuführen. Im
Widerspruch zur Angabe der bipolaren affektiven Störung als
Differentialdiagnose steht sodann auch, dass Dr. med. D._ die
bipolare affektive Störung bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
überhaupt nicht als alternative Ursache der Beschwerden in Betracht zog,
sondern ausschliesslich davon ausging, der Beschwerdeführer sei in
affektiver Hinsicht einzig durch eine leichte Depressivität beeinträchtigt (IV-
act. 170 S. 18 ff.).
9.2. Gegen die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit des Gutachtens von Dr. med.
D._ sprechen sodann die Berichte des behandelnden Psychiaters Dr.
med. F._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH.
9.2.1. In seinem Schreiben vom 8. Juli 2008 an die IV-Stelle führte Dr. med.
F._ aus, der Beschwerdeführer, den er seit Mai 2008 psychiatrisch
und psychotherapeutisch behandle, leide unter einer schweren affektiven
Störung im Sinne einer bipolaren Störung, und die vollständige
Arbeitsunfähigkeit sei hauptsächlich auf diese Störung zurückzuführen (IV-
act. 48). Diese Auffassung wurde in der Folge durch das Gutachten des
SAM vom 17. Februar 2009 bestätigt (IV-act. 160 S. 8 f.; vgl. vorne
Erwägung 8.1), ebenso durch die Beurteilung des damaligen RAD-Arztes
Dr. med. I._ vom 4. März 2009 (IV-act. 65 S. 10; vgl. vorne Erwägung
8.2). Dr. med. F._ hielt daraufhin stets an der Diagnose der bipolaren
affektiven Störung und der entsprechenden Behandlung mit
stimmungsstabilisierenden Medikamenten fest (Berichte vom 27. Januar
- 21 -
2013 [IV-act. 73], vom 28. Oktober 2013 [IV-act. 101] und vom 15. Januar
2014 [IV-act. 116 S. 2 f.]). In seinem Bericht vom 29. März 2016 führte Dr.
med. F._ aus, er betrachte die im Gutachten von Dr. med. D._
festgestellte Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung als
unkorrekt. Diese Diagnose blende einen grossen Teil des Leidens des
Beschwerdeführers aus und führe zu einer inadäquaten Beurteilung seiner
Arbeitsfähigkeit. Der Beschwerdeführer leide seit seiner Adoleszenz unter
einer bipolaren Störung. Ein Selbstmordversuch während einer
depressiven Phase sowie schwere Verletzungen beim Sprung aus einem
Fenster im zweiten Stock der Klinik K._ in einem manischen Zustand
seien dokumentiert. Er selber habe depressive und hypomanische Phasen
festgestellt und in seinen Berichten dokumentiert. Auch in den letzten drei
Jahren habe der Beschwerdeführer hypomanische Phasen präsentiert,
welche eine schnelle Erhöhung der Neuroleptika Medikation (Seroquel bis
800 mg) notwendig gemacht hätten (IV-act. 179). Im Bericht vom 18.
Januar 2017 ergänzte Dr. med. F._, der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers habe sich auch nach der Abstinenz von Alkohol, THC,
Heroin, Kokain und Amphetaminen nicht wesentlich gebessert. Es seien
auch danach sowohl mittelgradige depressive Episoden als auch
hypomanische beziehungsweise manische Episoden entstanden. Zur
Illustration beschrieb Dr. med. F._ die letzte dieser manischen
Episoden, welche im Dezember 2016 begonnen hatte und welche
angeblich so heftig war, dass ein Klinikaufenthalt in Betracht gezogen
wurde (Beilage des Beschwerdeführers [Bf-act.] 1).
9.2.2. Diese Einschätzungen des behandelnden Psychiaters Dr. med. F._
vermögen zu überzeugen. Dr. med. F._ behandelt den
Beschwerdeführer seit Mai 2008 (IV-act. 48). Er konnte deshalb die
gesundheitliche Entwicklung des Beschwerdeführers in der vorliegend
relevanten Zeitspanne (2009 bis 2016) unmittelbar mitverfolgen. Entgegen
der Ansicht der IV-Stelle fanden dabei nicht nur rund alle drei Monate
- 22 -
Kontrolluntersuchungen statt. Vielmehr waren die Konsultationen - den
Bedürfnissen des Beschwerdeführers entsprechend - phasenweise relativ
häufig und phasenweise niederfrequent (IV-act. 48 und 73, Bf-act. 1).
Entgegen der Ansicht der IV-Stelle nahm Dr. med. F._, wie in der
vorangehenden Erwägung ausgeführt, auch direkt Stellung zum Gutachten
von Dr. med. D._. Er kritisierte deren Diagnose einer rezidivierenden
depressiven Störung mit einer nachvollziehbaren Begründung und legte
nachvollziehbar und schlüssig dar, dass beim Beschwerdeführer weiterhin
von einer weitgehenden Arbeitsunfähigkeit infolge der bipolaren Störung
auszugehen ist und dass sich die Situation durch die Abstinenz von
Alkohol, THC, Heroin, Kokain und Amphetaminen nicht wesentlich
verändert hat. Die Beurteilungen von Dr. med. F._ vermögen die
Einschätzung von Dr. med. D._ in deren Gutachten vom 18. August
2015 in Zweifel zu ziehen. Sie sind in sich kohärent und nachvollziehbar,
und es finden sich keinerlei Hinweise darauf, dass Dr. med. F._ sich
bei der Diagnosestellung und bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in
unangebrachter Weise durch die Selbsteinschätzung des
Beschwerdeführers und durch psychosoziale Faktoren hätte beeinflussen
lassen.
9.3. Für die Sichtweise von Dr. med. F._ und damit gegen das Gutachten
von Dr. med. D._ spricht auch der aktuelle Stand des psychiatrischen
Wissens über die bipolare affektive Störung. Gemäss der Umschreibung in
der ICD-10, der von der Weltgesundheitsorganisation WHO
herausgegebenen Internationalen Klassifikation der Krankheiten, neigen
die bipolaren affektiven Störungen gemäss Kapitel F31 zu Rückfällen und
stellen sich Remissionen meist nur vorübergehend ein. In den
Behandlungsempfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für Bipolare
Störungen (SGBS) werden bipolare affektive Störungen als schwere,
rezidivierende psychiatrische Erkrankungen beschrieben, welche zu
gravierenden sozialen Nachteilen, Invalidität und neurotrophen
- 23 -
Hirnveränderungen führen können. Für die Behandlung der bipolaren
Störung ist gemäss SGBS eine Langzeitperspektive entscheidend, da es
sich um eine chronische, potentiell lebenslange Erkrankung handelt.
Epidemiologische Daten zeigen, dass bipolare Störungen in den meisten
Fällen lebenslang bestehen und dass die Frequenz der Episoden im
Verlauf sogar eher zunimmt (vgl. www.swiss-
bipolar.ch/therapie/behandlungsempfehlungen, zuletzt eingesehen am 5.
März 2019). Hinzu kommt, dass eine vollständige und anhaltende
Genesung in den Phasen zwischen den depressiven und manischen
Episoden umso unwahrscheinlicher ist, je später die Erkrankung adäquat
behandelt wird (vgl. www.swiss-bipolar.ch/beratung/tipps-fuer-betroffene,
zuletzt eingesehen am 5. März 2019).
Im vorliegenden Fall kann davon ausgegangen werden, dass der
Beschwerdeführer im Jahr 2009 an einer invalidisierenden bipolaren
affektiven Störung litt. Darin waren sich alle damals involvierten
medizinischen Fachleute einig, nämlich die Gutachter des SAM, der
damalige RAD Arzt Dr. med. I._, der behandelnde Psychiater Dr. med.
F._ und der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med. G._.
Diese übereinstimmenden ärztlichen Beurteilungen bildeten denn auch die
Grundlage des Revisionsentscheids der IV-Stelle vom 3. April 2009, mit
welchem der bisherige Anspruch des Beschwerdeführers auf eine ganze
IV-Rente bestätigt wurde (IV-act. 67). Angesichts des üblicherweise
chronischen Verlaufs der bipolaren affektiven Störung ist somit eher
unwahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer in der Zeit seit dem Jahr
2009 gänzlich und definitiv von seiner bipolaren affektiven Störung geheilt
worden wäre. Und auch eine vollständige, länger anhaltende Genesung in
den Phasen zwischen den depressiven und manischen Episoden ist eher
wenig wahrscheinlich. Gemäss Aussage des behandelnden Psychiaters
Dr. med. F._ trat die bipolare Störung beim Beschwerdeführer bereits
in der Adoleszenz auf (Bf-act. 1). Sie war von einer Suchtproblematik
- 24 -
begleitet, welche zunächst über viele Jahre im Vordergrund stand.
Diagnostiziert wurde die bipolare Störung erst viele Jahre später durch den
Hausarzt Dr. med. G._ (Bericht vom 19. Dezember 2002; IV-act. 10),
und eine adäquate spezialärztliche Behandlung fand erst ab Juni 2008
statt, mithin erst, als der Beschwerdeführer bereits 35-jährig war.
Zusammenfassend erscheint es für das Gericht gestützt auf die
aufgezeigten medizinischen Erfahrungswerte und fachärztlichen
Beurteilungen naheliegend, dass die beim Beschwerdeführer im Jahr 2009
bestehende bipolare affektive Störung zum Zeitpunkt des Erlasses der
angefochtenen Verfügung am 19. Dezember 2016 weiterhin vorlag und
sein Leistungsvermögen weiterhin massiv beeinträchtigte.
9.4. Als weiterer Hinweis auf die Unzulänglichkeit des Gutachtens von Dr. med.
D._ zu werten sind die Berichte des Hausarztes des
Beschwerdeführers, Dr. med. G._, Facharzt FMH für Allgemeine
Medizin. Letzterer diagnostizierte zu Handen der IV-Stelle bereits mit
Bericht vom 19. Dezember 2002 ein vollständig invalidisierendes manisch-
depressives Syndrom, mithin eine bipolare affektive Störung (IV-act. 10).
In zahlreichen weiteren Berichten hielt er in der Folge an dieser Diagnose
fest (Berichte vom 15. Dezember 2006 [IV-act. 27 S. 3], vom 14. November
2007 [IV-act. 31 S. 1], vom 25. Januar 2008 [IV-act. 37], vom 13. Februar
2013 [IV-act. 74 S. 1], vom 29. April 2013 [IV-act. 84] und vom 20. Januar
2014 [IV-act. 116 S. 5]). Und auch in seinem Bericht vom 30. März 2016
führte Dr. med. G._ als Diagnose u.a. eine bipolare Störung mit
manischen Episoden auf und hielt dazu fest, dass, obwohl der
Beschwerdeführer auch verschiedene körperliche Leiden habe, die
bipolare Störung mit den früheren manischen Zuständen, die er auch in der
Sprechstunde habe beobachten können, eindeutig im Vordergrund stehe.
Der Beschwerdeführer erhalte wegen dieser Störung Neuroleptika und
Tranquilizer (IV-act. 181).
- 25 -
9.5. Das Gutachten von Dr. med. D._ vermag auch insoweit nicht zu
überzeugen, als Dr. med. D._ Zweifel daran äusserte, dass beim
Beschwerdeführer je eine bipolare affektive Störung vorgelegen habe. Ihrer
Auffassung, die Festlegung einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit infolge
der bipolaren Störung und der Folgen der Suchterkrankung müsse als
„vage“ bezeichnet werden (IV-act. 170 S. 15), kann – aus den nachfolgend
dargelegten Gründen - nicht gefolgt werden.
9.5.1. Dr. med. D._ führte aus, obwohl die Entwicklung einer
Suchtabhängigkeit bis 2003 plausibel erscheine, erwähne der Hausarzt in
seinem Bericht vom 19. Dezember 2002 eine seit 1996 bestehende
manisch-depressive Erkrankung (IV-act. 170 S. 14). Die Verwendung des
Begriffs „obwohl“ irritiert. Begleiterkrankungen, insbesondere
Angsterkrankungen, Essstörungen sowie Alkohol- und Drogenprobleme,
kommen gemäss der Schweizerischen Gesellschaft für Bipolare Störungen
(SGBS) bei bipolaren affektiven Störungen sehr häufig vor (vgl. www.swiss-
bipolar.ch/bipolare-storungen/diagnose, zuletzt besucht am 5. März 2019).
Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Suchtproblematik des
Beschwerdeführers eher nicht gegen, sondern eher für das Vorliegen einer
bipolaren Störung spricht.
9.5.2. Dr. med. D._ bezog sich auf den Bericht der PDGR vom 5. August
2003 und führte aus, dass in diesem Bericht keine psychotisch/affektiven
Beschwerden festgehalten worden seien (IV-act. 170 S. 14). Dies trifft nicht
zu. Im besagten Bericht vom 5. August 2003 hielt die PDGR-Gutachterin
Dr. med. B._ unter dem Titel „Psychostatus“ fest, der
Beschwerdeführer sei im Affekt verarmt und zum Teil affektinkontinent (IV-
act. 16 S. 2), und differenzialdiagnostisch führte sie eine Depression an (IV-
act. 16 S. 3). Eindeutige Symptome einer akuten bipolaren affektiven
Störung stellte Dr. med. B._ anlässlich ihrer Untersuchung zwar
tatsächlich nicht fest (IV-act. 16 S. 3). Wie der Beschwerdeführer aber zu
- 26 -
Recht geltend macht, schliesst dies nicht aus, dass die bipolare affektive
Störung bereits damals vorlag. Laut der Schweizerischen Gesellschaft für
Bipolare Störungen (SGBS) verläuft die bipolare affektive Störung
episodisch und zwischen den Krankheitsphasen treten Phasen der
relativen Gesundheit auf (vgl. www.swiss-bipolar.ch/bipolare-storungen-
/verlaufs-formen, zuletzt besucht am 5. März 2019). Daraus kann gefolgt
werden, dass keine akuten Symptome festzustellen sind, wenn eine
Untersuchung in eine Phase der relativen Gesundheit fällt.
9.5.3. Dr. med. D._ betonte, es bestünden in den Vorakten erhebliche
Diskrepanzen über den Beginn der manisch-depressiven Erkrankung und
wertete dies als Hinweis darauf, dass die bipolare affektive Störung zum
Zeitpunkt der Begutachtung durch den SAM im Jahr 2009 gar nicht vorlag
(IV-act. 170 S. 14 f.). Dies erscheint, wie der Beschwerdeführer zu Recht
geltend macht, nicht sachgerecht. Zwar finden sich in den Akten tatsächlich
unterschiedliche Angaben über den Beginn der bipolaren affektiven
Störung. Entgegen den Ausführungen von Dr. med. D._ ergeben sich
aber daraus keine Zweifel am Vorliegen der Krankheit selber, ist die
Diagnose der bipolaren affektiven Störung doch bekanntermassen
schwierig. So erklärt die Schweizerische Gesellschaft für bipolare
Störungen (SGBS) auf ihrer Webseite, dass bipolare Störungen auch von
Fachleuten oft nicht als solche erkannt würden, weil die Betroffenen in der
Regel viel öfter depressiv als manisch seien, und weil über die Hälfte der
Menschen mit bipolarer Störung zusätzlich an einer anderen
psychiatrischen Krankheit, wie zum Beispiel einer Drogensucht, leiden
würden, welche die bipolare Störung zunächst verdecken könne (vgl.
www.swiss-bipolar.ch/bipolare-storungen/diagnose, zuletzt besucht am 5.
März 2019).
9.5.4. Im Zusammenhang mit der Diagnose der bipolaren affektiven Störung im
Gutachten des SAM bemängelte Dr. med. D._ zu Unrecht, manische
- 27 -
Symptome seien vom Beschwerdeführer lediglich beschrieben, eine
Beobachtung und Dokumentation diesbezüglich sei zu keinem Zeitpunkt
erfolgt (IV-act. 170 S. 15).
Es trifft zwar zu, dass der psychiatrische SAM-Teilgutachter für den
Zeitpunkt seiner Untersuchung keine manischen Symptome festhielt (IV-
act. 160 S. 14). Daraus lässt sich aber nicht schliessen, dass damals keine
bipolare affektive Störung vorgelegen hatte. Der SAM-Gutachter beschrieb
eine zum negativen Pol verschobene Stimmung mit einer latenten
Suizidalität und diagnostizierte entsprechend eine mittelgradige depressive
Episode (IV-act. 160 S. 16 f.). Dass sich damals neben den depressiven
keine manischen Symptome zeigten, entspricht dem Charakter der
Krankheit, folgen doch bei der bipolaren Störung in den allermeisten Fällen
depressive und manische Phasen aufeinander, ohne zu überlappen (vgl.
www.swiss-bipolar.ch/bipolare-storungen/verlaufsformen, zuletzt besucht
am 5. März 2019).
Bei anderer Gelegenheit wurden entgegen den Ausführungen von Dr. med.
D._ durchaus manische Symptome beobachtet und dokumentiert. So
führte zum Beispiel der Hausarzt Dr. med. G._ in seinem Bericht vom
19. Dezember 2002 unter dem Titel „Erhobene Befunde“ aus, der
Beschwerdeführer sei in euphorischen Phasen logorrhoisch und
überschwänglich, in depressiven Phasen zurückgezogen und deprimiert
(IV-act. 10). Und der behandelnde Psychiater Dr. med. F._ gab in
seinem Bericht vom 27. Januar 2013 an, der psychische Zustand sei
weiterhin durch Abwechslung zwischen kurzen hypomanischen Episoden
und einem kontinuierlichen leichten depressiven Zustand geprägt. Der
Beschwerdeführer habe sich in den letzten Jahren jeweils bei Beginn der
hypomanischen Phasen rechtzeitig an ihn oder den Hausarzt gewandt, so
dass durch die Erhöhung der Medikation die Entwicklung manischer
Phasen habe verhindert werden können (IV-act. 73 S. 2).
- 28 -
9.5.5. Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass die Festlegung
einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit infolge der bipolaren affektiven
Störung und der Folgen der Suchterkrankung im SAM-Gutachten vom 17.
Februar 2009, entgegen der Ansicht von Dr. med. D._, hinreichend
begründet war.
9.6. Die Beweiskraft des Gutachtens von Dr. med. D._ wird sodann auch
dadurch eingeschränkt, dass Dr. med. D._ nicht überzeugend und
nachvollziehbar zu begründen vermochte, weshalb der Beschwerdeführer
zum Zeitpunkt ihrer Untersuchung im Dezember 2014 vollständig und
andauernd von der bipolaren affektiven Störung hätte geheilt sein sollen.
Eine solche Begründung hätte sich aufgedrängt, ist eine vollständige
Remission bei einer bipolaren Störung, wie bereits erwähnt, doch eher
unwahrscheinlich (vgl. vorne Erwägung 9.3).
9.6.1. Dr. med. D._ zog bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in affektiver
Hinsicht nur die von ihr selbst anlässlich der Untersuchung festgestellten
leichten depressiven Befunde in Betracht. Angesichts des episodischen
Verlaufs der bipolaren affektiven Störung genügt dies nicht. Vielmehr hätte
sich Dr. med. D._ ein genaues Bild über die Frequenz und die
Heftigkeit der Krankheitsepisoden und über den Zustand des
Beschwerdeführers zwischen diesen Phasen machen müssen. Dazu hätte
sie Rücksprache mit den behandelnden Ärzten Dr. med. F._ und Dr.
med. G._ nehmen müssen, was aber nicht erfolgt ist. Dr. med.
D._ entschuldigte dies damit, dass die beiden behandelnden Ärzte
telefonisch nicht hätten erreicht werden können (IV-act. 170 S. 9). Dies
überzeugt nicht. Es kann und darf davon ausgegangen werden, dass Dr.
med. D._ die beiden behandelnden Ärzte in den rund acht Monaten
zwischen der Untersuchung des Beschwerdeführers am 5. Dezember 2014
(IV-act. 170 S. 1) und der Erstellung des Gutachtens am 18. August 2015
- 29 -
hätte kontaktieren können, wenn sie dies denn ernsthaft versucht hätte. Ihr
Verhalten ist in diesem Zusammenhang als fragwürdig zu werten.
9.6.2. Dr. med. D._ führte ferner aus, dass zu einer schwerwiegenden und
die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden bipolaren Symptomatik
verschiedene Aspekte nicht passten. Als ersten Aspekt erwähnte sie lange
Abstände zwischen den Konsultationen beim Facharzt (IV-act. 170. S. 16).
Dies überzeugt nicht. Wie bereits erwähnt, waren die Abstände zwischen
den Konsultationen bei Dr. med. F._ nicht generell lang. Wenn es der
Zustand des Beschwerdeführers erforderte, fanden die Konsultationen
vielmehr in kurzen Abständen statt (vgl. vorne E. 9.2.2). Als zweiten Aspekt
nannte Dr. med. D._ eine fehlende gezielte medikamentöse
Unterstützung beziehungsweise Dosisanpassung an die vorliegenden
Symptome (IV-act. 170 S. 16). Auch dem kann nicht gefolgt werden. Eine
gezielte medikamentöse Unterstützung fand zumindest seit der
Behandlung durch Dr. med. F._ ab Mai 2008 statt. Aus dessen
Berichten und aus dem Gutachten des SAM geht hervor, dass der
Beschwerdeführer andauernd auf stimmungsstabilisierende Medikamente
angewiesen war, und dass die Dosierung durchaus, wie bei einer
fachgerechten Behandlung üblich, regelmässig dem Verlauf angepasst
wurde (IV-act. 48, 160 S. 6, 179 und 181, Bf-act.1). Als dritten Aspekt führte
Dr. med. D._ die fehlende ärztliche Dokumentation manischer
Symptome an (IV-act. 170 S. 16). Auch dies ist nicht stichhaltig. Dass
manische Symptome ärztlich dokumentiert wurden, wurde bereits
ausgeführt (vgl. vorne Erwägung 9.5.4). Der vierte Aspekt war gemäss Dr.
med. D._ eine fehlende Intensivierung der Therapie bei Krisen,
einschliesslich Tagesklinik und vollstationärem Klinikaufenthalt zur
Behandlung einer ausgeprägten Manie oder Depression (IV-act. 170 S.
16). Auch dies trifft nicht zu. Gemäss den nachvollziehbaren Ausführungen
von Dr. med. F._ fand eine Intensivierung der Therapie bei Krisen
durchaus statt, wobei jeweils dank engmaschiger Betreuung und
- 30 -
Steigerung der Medikation ein Klinikaufenthalt vermieden werden konnte
(Bericht vom 18. Januar 2017 [Bf-act. 1], und Bericht vom 29. März 2016
[IV-act. 179]). Eine solche Intensivierung der Therapie infolge einer
manischen Episode beschrieb Dr. med. F._ beispielhaft in seinem
Bericht vom 18. Januar 2017, wo er angab, bei extremer Ruhelosigkeit,
gesteigerter Gesprächigkeit mit Tendenz zur Ideenflucht, vermindertem
Schlafbedürfnis von nur zwei bis drei Stunden pro Nacht und ständiger
Ablenkbarkeit habe ein Klinikaufenthalt in Betracht gezogen werden
müssen. Solch heftige Episoden seien bereits zuvor aufgetreten (Bf-act. 1).
Auch der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med. G._, beschrieb
die Anpassung der Therapie durch Erhöhung der Neuroleptica-Dosis (z.B.
im Bericht vom 26. Oktober 2013 [IV-act. 102 S. 1]).
Dr. med. D._ kann schliesslich auch darin nicht gefolgt werden, dass
für eine ausgeprägte Manie auffällige soziale Interaktionen,
Selbstschädigung, Risikobereitschaft und unüberlegte Handlungen fehlten
(IV-act. 170 S. 16). In den Akten finden sich wiederholt Hinweise darauf,
dass sich der Beschwerdeführer während seiner akuten Krankheitsphasen
schlecht in alltägliche Abläufe einordnen konnte und sozial auffällig war.
Sehr anschaulich beschrieben wird dies in einem Schreiben des
Sozialdienstes für Suchtfragen vom 5. Januar 2017 (Bf-act. 2). In diesem Schreiben führte die Sozialarbeiterin aus, obwohl sie Erfahrung im Umgang
mit psychisch kranken Menschen habe und sie in aller Regel affektive
Ausbrüche nicht überbewerte, müsse sie beim Beschwerdeführer doch von
sehr prägnanten und für ihn und seine Umwelt störenden manischen
Episoden reden. Zum Beispiel habe der Beschwerdeführer auf den Tod
seines Hundes mit einem totalen Zusammenbruch und mit Suizidgedanken
reagiert. Nach der Erhöhung seiner Medikation sei er zunächst kurz
symptomfrei gewesen, dann sei er in einen manischen Zustand verfallen.
Bei einem Termin bei ihr im Büro habe er sich latent aggressiv gezeigt, sehr
laut und sehr schnell gesprochen und unangebrachte Forderungen gestellt.
- 31 -
Sie kenne dies an ihm von früheren Episoden (Bf-act. 2). Auch
selbstschädigendes, risikobereites und unüberlegtes Handeln ist in den
Akten dokumentiert. So verletzte sich der Beschwerdeführer zum Beispiel
im August 2001 bei einem Sprung aus dem zweiten Stock eines Gebäudes
(Austrittsbericht der Klinik K._ vom 11. September 2001 [IV-act. 30 S.
5 f.], Schreiben von Dr. med. F._ vom 29. März 2016 [IV-act. 179]).
Und gemäss nachvollziehbarer eigener Angabe tätigte er auch wiederholt
übermässige und sinnlose Bestellungen und Käufe und beteiligte sich in
übertriebener Weise an Gewinnspielen (Bericht des Beschwerdeführers
vom 10. Mai 2016 [Beilage zum Einwand vom 10. Juni 2016 gegen den
Vorbescheid der IV-Stelle vom 1. März 2016]; IV-act. 192 S. 15).
9.6.3. In Ziffer 8.5.9. ihres Gutachtens hatte Dr. med. D._ die im Kontext der
Rentenrevision zentrale Frage zu beantworten, ob sich der
Gesundheitszustand unter Abstinenzbedingungen im Vergleich zum
Gesundheitszustand anlässlich der letzten materiellen Abklärung des SAM
wesentlich verbessert habe (IV-act. 170 S. 25). Diese Frage vermochte Dr.
med. D._ nicht in überzeugender Weise zu beantworten. Zum einen
fiel ihre Antwort angesichts der zentralen Bedeutung der Frage sehr dürftig
aus, und zum anderen bezog sich ein grosser Teil der Ausführungen nicht
direkt auf die gestellte Frage. Direkten Bezug zur Frage hatte einzig
folgende Aussage: „Im Vergleich zum MEDAS Gutachten vom 20. Februar
2009 resp. Gutachten 2003 kann von geringerem Suchtmittelkonsum und
damit einer verbesserten Ausgangslage ausgegangen werden.
Dementsprechend kann aktuell weder von negativer Stimmung,
Antriebsverlust und gedanklicher Verarmung/Denkhemmung gesprochen
werden.“ (vgl. IV-act. 170 S. 25). Mit dieser Aussage nahm Dr. med.
D._ Bezug auf den Befund im SAM-Gutachten, wo unter anderem
diese Symptome aufgeführt waren (IV-act. 160 S. 14). Während die SAM-
Gutachter die Ursache dieser Symptome im Wesentlichen in der bipolaren
Störung sahen, schrieb Dr. med. D._ die Abwesenheit dieser
- 32 -
Symptome anlässlich ihrer eigenen Untersuchung im Dezember 2014 dem
geringeren Suchtmittelkonsum zu. Damit zog sie nicht in Betracht, dass die
bipolare Störung, wie bereits dargelegt (vgl. vorne Erwägungen 9.5.2 und
9.5.4), einen episodenhaften Verlauf hat und dass sich der
Beschwerdeführer im Dezember 2014 allem Anschein nach nicht in einer
ausgeprägten depressiven oder manischen Episode, sondern in einem
relativen Normalzustand zwischen diesen Episoden befunden haben kann.
Dr. med. D._s Erklärung beschreibt deshalb, wie der
Beschwerdeführer zu Recht geltend macht, nicht eine tatsächliche
gesundheitliche Veränderung, sondern stellt eine andere Einschätzung des
im Wesentlichen unverändert gebliebenen medizinischen Sachverhalts
dar.
9.7. Eine weitere, wenn auch nicht wesentliche Einschränkung der Beweiskraft
erfährt das Gutachten von Dr. med. D._ dadurch, dass es
Unstimmigkeiten in der Wiedergabe der biografischen Anamnese, der
Suchtanamnese und der Medikation aufweist. Auf diese Unstimmigkeiten
wies der Beschwerdeführer unter Mithilfe seines Onkels in den Schreiben
vom 5. April 2016 und vom 10. Mai 2016 hin (Beilagen zum Einwand vom
10. Juni 2016 gegen den Vorbescheid der IV-Stelle vom 1. März 2016; IV-
act. 192 S. 12 ff., 192 S. 15 ff.). Die Unstimmigkeiten betreffen zwar nicht
zentral entscheidende Punkte, sie zeigen aber doch eine gewisse
Unsorgfältigkeit auf.
9.8. Wie gezeigt, vermag das Gutachten von Dr. med. D._ aus
verschiedenen Gründen die Anforderungen an ein beweistaugliches
Gutachten nicht zu erfüllen. Daran vermag auch die Tatsache nichts zu
ändern, dass sich Dr. med. D._ in ihrem Gutachten auf die
neuropsychologische Abklärung von lic. phil. C._ vom 17. November
2014 stützte (IV-act. 165). Diese Abklärung lieferte zwar eine fachgerechte
und sorgfältige Beurteilung der neuropsychologischen Einschränkungen
- 33 -
des Beschwerdeführers zum Zeitpunkt der Untersuchung im November
2014. Wie der Beschwerdeführer zu Recht vorbringt, nahm lic. phil.
C._ indessen nicht Bezug auf seine neuropsychologische Situation
anlässlich der SAM-Begutachtung im Jahr 2009 und zeigte nicht auf, ob
und inwiefern seit damals eine Veränderung eingetreten war. Entgegen der
Ansicht der IV-Stelle geht deshalb aus dem Abklärungsbericht von lic. phil.
C._ nicht unmittelbar hervor, dass sich die kognitiven Fähigkeiten des
Beschwerdeführers seit der SAM-Begutachtung wesentlich verbessert
hätten.
Für eine Beurteilung der Entwicklung der kognitiven Fähigkeiten des
Beschwerdeführers durch das Gericht fehlt eine verlässliche
Vergleichsbasis. Anlässlich der Begutachtung durch den SAM im Jahr
2009 und durch die PDGR im Jahr 2003 wurden keine gesonderten
neuropsychologischen Abklärungen vorgenommen, deren Ergebnisse nun
durch das Gericht mit denjenigen von lic. phil. C._ verglichen werden
könnten. Dem psychiatrischen SAM-Gutachter standen nur seine
Beobachtungen anlässlich der Untersuchung zur Verfügung, so dass er
sich im Gutachten entsprechend zurückhaltend wie folgt äusserte:
„Kognitive Funktionen erscheinen gestört mit Beeinträchtigung der
Gedächtnisfunktion sowie auch der Konzentration und der Aufmerksamkeit
(für eine diesbezügliche genaue Beurteilung sind neuropsychologische
Tests notwendig)“ (IV-act. 160 S. 14). Entgegen den Ausführungen der IV-
Stelle in der angefochtenen Verfügung war im SAM-Gutachten nicht von
einem „kognitiven Verfall“ die Rede, sondern in einem viel weiteren Sinn
von einem „psycho-organischen Verfall“ (IV-act. 160 S. 14). Inwieweit die
kognitiven Einschränkungen damals für sich allein betrachtet, mithin
unabhängig von der bipolaren affektiven Störung und der
Suchtproblematik, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
einschränkten, geht aus dem SAM-Gutachten nicht hervor (IV-act. 160
S. 15). Vergleicht man die Aussagen zu den kognitiven Aspekten im SAM-
- 34 -
Gutachten mit den Ergebnissen der neuropsychologischen Abklärung von
lic. phil. C._, so gibt es nicht genügend verlässliche Hinweise dafür,
dass sich der Zustand des Beschwerdeführers in kognitiver Hinsicht
wesentlich verbessert hätte. Lic. phil. C._ kam nämlich zum Schluss,
es bestünden Einschränkungen bei Intelligenz, Aufmerksamkeit und
Gedächtnis, sowie bei psychomotorischen, emotionalen, Wahrnehmungs-,
Exekutiv- und kognitiv-sprachlichen Funktionen. Entsprechend war lic. pil.
C._ der Ansicht, der Beschwerdeführer sei nur in einfachen
Routinearbeiten unter guter Strukturierung und klaren Vorgaben
arbeitsfähig, wobei eine Leistungsverminderung von 20 bis 30 % aufgrund
der deutlichen Langsamkeit bestehe (IV-act. 165 S. 10 f.). Die von lic. phil.
C._ festgestellten Einschränkungen berücksichtigte Dr. med. D._
in ihrem Gutachten nicht angemessen, als sie ausführte, die kognitiven und
affektiven Beschwerden seien leichtgradig und durch genügend
Willensanstrengung überwindbar (IV-act. 170 S. 16).
9.9. Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass das
psychiatrische Gutachten von Dr. med. D._ aus den dargelegten
Gründen den Anforderungen des Bundesgerichts an ein Gutachten in
einem Revisionsverfahren nicht genügt (vgl. vorne Erwägung 7.3). Das
Gutachten von Dr. med. D._ vermag nicht schlüssig und
nachvollziehbar darzutun, dass sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers seit dem 3. April 2009 wesentlich verbessert hat. Der
medizinische Sachverhalt zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen
Verfügung am 19. Dezember 2016 erscheint gegenüber demjenigen am 3.
April 2009 im Wesentlichen unverändert, wobei im Jahr 2009 und im Jahr
2016 sowohl die bipolare affektive Störung als auch die kognitiven Defizite
die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers einschränkten. Dr. med.
D._ beurteilte demnach denselben medizinischen Sachverhalt in
Bezug auf die Arbeitsfähigkeit anders als dies die SAM-Gutachter im Jahr
2009 getan hatten. Wie bereits erwähnt, rechtfertigt eine solche
- 35 -
abweichende Einschätzung des Gesundheitszustandes ohne effektive
Veränderung auf der Seinsebene eine Rentenrevision nach der
Rechtsprechung nicht (vgl. vorne Erwägung 7.3).
9.10. Bei diesem Ergebnis braucht der Einwand des Beschwerdeführers, das
Gutachten von Dr. med. D._ sei tendenziös und voreingenommen,
nicht weiter geprüft zu werden.
10. Die Voraussetzungen gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG für eine Revision der
Rente des Beschwerdeführers sind somit vorliegend nicht erfüllt. Die IV-
Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung auf ein nicht genügend
beweiskräftiges Gutachten, so dass sich die Einstellung der bisherigen
ganzen IV-Rente per Ende Januar 2017 als rechtswidrig erweist. Der
Beschwerdeführer hat weiterhin Anspruch auf die mit Mitteilung vom 3.
April 2009 bestätigte ganze Invalidenrente. Die Beschwerde ist demnach
gutzuheissen und die angefochtene Verfügung ist aufzuheben.
11. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei
Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen
vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten
werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im
Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt. Vorliegend werden die
Kosten auf Fr. 700.-- festgesetzt. Sie sind angesichts des
Verfahrensausganges der unterliegenden IV-Stelle aufzuerlegen.
12. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende
Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert
nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen.
- 36 -
12.1. Vorliegend machte der Rechtsanwalt des Beschwerdeführers mit
Honorarnote vom 7. April 2017 für den Fall des Obsiegens einen
Zeitaufwand von 42.60 Stunden im Zeitbereich vom 16. März 2016 bis zum
7. April 2017 geltend. Dieser Aufwand ist nicht in vollem Umfang zu
entschädigen. Zum einen ist im Rahmen des vorliegenden Verfahrens nur
der Aufwand für das Beschwerdeverfahren zu entschädigen, nicht auch
derjenige für das vorangegangene Einwandverfahren. Dies bedeutet, dass
nur der Aufwand zu berücksichtigen ist, der in der Honorarnote für die Zeit
nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung am 19. Dezember 2016
ausgewiesen ist, mithin ein Aufwand von 28.85 Stunden. Indessen ist auch
dieser Aufwand nicht in vollem Umfang zu entschädigen. Dem Gericht
erscheint für das vorliegende Beschwerdeverfahren ein Aufwand von
maximal 20 Stunden als angemessen. Der Rechtsanwalt des
Beschwerdeführers war nicht mit besonders aufwändigen Rechtsfragen
konfrontiert und die Akten waren zwar relativ umfangreich und komplex,
lagen aber im Rahmen des Üblichen bei der Revision einer Invalidenrente.
Kommt dazu, dass der Rechtsanwalt schon im Einwandverfahren
beigezogen worden war und sich deshalb bereits vor dem Beginn des
Beschwerdeverfahrens eingehend mit den Akten und der Rechtslage
auseinandersetzen konnte. Aus diesen Gründen hat die IV-Stelle für das
vorliegende Beschwerdeverfahren nur für einen Aufwand von 20 Stunden
aussergerichtliche Entschädigung zu leisten.
12.2. Der Rechtsanwalt des Beschwerdeführers machte in seiner Honorarnote
für den Fall des Obsiegens einen Stundenansatz von Fr. 250.-- geltend.
Eine entsprechende Honorarvereinbarung reichte er nicht ein. Der
Stundenansatz wird deshalb auf Fr. 240.-- gekürzt. Dies entsprechend der
vom Verwaltungsgericht am 5. September 2017 um der Vereinheitlichung
der kantonalen obergerichtlichen Praxis willen vorgenommen
Praxisänderung, wonach bei Nichteinreichung einer Honorarvereinbarung
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höchstens ein Stundenansatz von Fr. 240.-- übernommen wird (vgl. auch
Urteil des Verwaltungsgerichts U 16 92 vom 25. Oktober 2017 E.13b).
12.3. Bei einem anerkannten Aufwand von 20 Stunden und einem
Stundenansatz von Fr. 240.-- ergibt sich ein Honorar von Fr. 4‘800.--. Die
vom Rechtsanwalt des Beschwerdeführers geltend gemachten
Barauslagen in der Höhe von Fr. 107.20 sind vollumfänglich zu
entschädigen, dieser Betrag übersteigt den nach verwaltungsgerichtlicher
Praxis zulässigen Umfang von 3 % des festgelegten Honorars nicht (VGU
R 17 64 E.3.1). Bei einem Honorar von Fr. 4‘800.-- plus Barauslagen von
Fr. 107.20 ergibt sich inklusive Mehrwertsteuer von 8 % ein Betrag von Fr.
5‘299.80. In diesem Umfang hat die IV-Stelle den Beschwerdeführer
aussergerichtlich zu entschädigen.
13. Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege ist
angesichts des Verfahrensausgangs gegenstandslos.