Decision ID: 63c25927-33f5-4655-a430-79b29bcad54e
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geb
oren 1989,
wurden
– unter an
de
rem -
aufgrund
eines
infantilen psychoorganischen
Syndrom
s
mit psycho
mo
to
ri
schen Störungen
bereits im Kindesalter
verschiedene Leistungen der Inva
liden
versicherung zugesprochen
, so unter anderem Sonder
schulmassnahmen (
Urk.
7/27,
Urk.
7/34,
Urk.
7/37,
Urk.
7/45)
,
medizinische Massnahmen (
Urk.
7/14,
Urk.
7/19,
Urk.
7/32,
Urk.
7/40)
und
später
berufliche Mass
nahmen (
Urk.
7/60,
Urk.
7/68,
Urk.
7/80
,
Urk.
7/84,
Urk.
7/138
).
1.2
Im Rahmen der ihm zugesprochenen beruflichen Massnah
men absolvierte der Ver
sicherte
eine Anlehre als Gartenmitarbeiter
beim
Z._
(
Urk.
7/64
,
Urk.
7/66/3-4,
Urk.
7/76,
Urk.
7/82).
Die im
Anschluss
begonnene
Lehre als Landschaftsgärtner (
vgl.
Urk.
7/84)
musste
der Versicherte
i
m Sommer
2009
abbrechen (vgl.
Urk.
7/105)
, woraufhin die So
zi
alversicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
den Abschluss der beruf
lichen Ma
ssnahmen
verfügte (vgl.
Urk.
7/123
). Mit Verfügung vom 2
2.
Septem
ber
2010 (
Urk.
7/161) hob die IV-Stelle sodann die am 2
2.
Januar 2010
(vgl.
Urk.
7/138)
gewährte
Kostengutsprache für das
2.
und
3.
Lehrjahr
aufgrund einer
Verletzung der Schadenminderungspflicht
auf und schloss die Berufsberatung per sofort ab.
Mit
unangefochten in Rechtskraft erwachsener
Verfügung vom
8.
November 2010
(
Urk.
7/165) verneinte die IV-Stelle
sodann
einen Anspruch de
s Versicherten auf eine Rente der Invalidenversicherung.
1.3
Mit Verfügung vom 1
3.
September 2013 (
Urk.
7/180 =
Urk.
2) trat die IV-Stelle
nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 7/176)
auf das erneute Leis
tungsbegehren des Versicherten vom 1
4.
Juni 2013 (vgl.
Urk.
7/174) nicht ein.
2.
Gegen die Verfügung vom 1
3.
September 2013 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am
1
1.
Oktober 2013 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte sinngemäss,
e
s sei auf das Leistungsbegehren einzutreten und es sei ihm eine ganze Rente auszurich
ten. Mit Beschwerdeantwort vom
5.
November 2013 (
Urk.
6) beantragte die IV-Stelle
die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 1
3.
Februar 2014
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird
nach
Art.
87
Abs.
3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) eine
neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Be
stimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
mel
dung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob
die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invalidi
täts
grades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in ana
loger Weise
wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vorzugehen (vgl. dazu BGE 130 V 71; AHI 1999 S. 84 E.
1b mit Hinweisen; vgl. auch AHI 2000 S. 309 E.
1b mit Hinweisen). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren
rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue
Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Ver
änderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegrün
dende Invalidität zu be
jah
en, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche mate
rielle
Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 und 3.2.3, 117 V 198 E.
3a, 109 V 108 E.
2b).
1.2
Mit
Art.
87
Abs.
3 i.V.m.
Abs.
2 IVV soll verhindert werden, dass sich die Ver
wal
tung nach vorangegangener rechtskräftiger Leistungsverweigerung immer wieder
mit gleich lautenden und nicht näher begründeten, d. h. keine Verände
rung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE 109 V 108 E. 2a, 264
E.
3). Hingegen kann diese Eintretensvorschrift nicht dahingehend aus
gelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes An
spruchs
ele
men
t betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechts
kräftigen Leis
tungsabweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versi
cher
te Person zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem ge
samten für die
Rentenberechtigung erheblichen Tatsachenspektrum glaubwürdig dartut. Trifft dies
zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungsbe
gehren einzu
treten und es in tatsächlicher (wie selbstverständlich auch in recht
licher) Hin
sicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und 200 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 ff. E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.3
Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung
ver
pflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind;
verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch
Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dement
sprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anfor
derungen stellen (ZAK 1966 S.
279, vgl. auch BGE 130 V 64 ff. E.
5.2, 72 E.
2.2 mit Hin
weisen). Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gerich
t
grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Be
handlung der Ein
tretensfrage durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streiti
g
ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf
Art.
87
Abs.
3 IVV Nicht
eintre
ten
beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hin
ge
gen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der Ein
tretensfrage, wenn die Ver
waltung auf die Neuanmeldung eingetreten ist (BGE 109 V 108 E. 2b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der strittigen Verfügung davon aus, mit dem neuen Gesuch werde nicht glaubhaft dargelegt, dass sich die tatsächlichen Ver
hältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten. Es liege ledig
lich
eine andere Beurteilung desselben Sachverhaltes vor (
Urk.
2 S. 1).
2.2
Demgegenüber st
ellte sich der Beschwerdeführer
beschwerdewei
se auf den Stand
punkt (
Urk.
1),
die erste Verfügung sei während seiner Ausbildung mit dem Hin
weis, dass er nach Lehrabschluss ein rentenausschliessende
s
Einkom
men erzielen
werde, erlassen worden. Die Beschwerdegegnerin habe jedoch seine Leistungs- und Erwerbsverhältnisse nach Beendigung der Ausbildung nie
überprüft
(S.
1)
.
Die verhaltensneurologische Untersuchung komme jedoch zum Schluss, dass auf
grund der aktuellen neuropsychologischen Befunde eine Ver
mittlung auf dem ersten Arbeitsmarkt als unrealistisch erachtet werde (S. 2 oben).
2.3
Streitig und zu prüfen
ist, ob die Beschwerdegegnerin
zu Recht nicht auf das er
neute Leistungsgesuch eingetreten ist.
Nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist der allfällige Rentenanspruch als solcher; insoweit ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.
3.
3.1
Im Zeitpunkt der Verfügung vom 8. November 2010 (Urk. 7/165) stellte sich der Sachverhalt in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen wie folgt dar.
3.2
Dr.
med.
A._
,
Arzt für allgemeine Medizin FMH, berichtete am 1
9.
März 2009
(
Urk.
7/100) und nannte folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (S. 3
Ziff.
1):
infantiles psychoorganisches Syndrom mit psychomotorischen Störun
gen und Lernbehinderung, bestehend seit 1992
Status nach wiederholten Ohroperationen rechts wegen schwerer Beein
trächtigung der Hörleistung, bestehend seit 1992
Er führte aus, der Beschwerdeführer sei von 1991 bis 2000 bei ihm in Behand
lung gewesen. Beim Beschwerdeführer bestehe immer noch eine leichte Hörbe
hinderung, subjektiv sei er beschwerdefrei. Bezüglich der körperlichen und psy
chischen Behinderungen seien keine Veränderungen zu erwarten (S. 4).
3.3
Dr.
med.
B._
,
Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete sein
psychiatrisches Gutachten am
3.
September 2009 (
Urk.
7/113/1-21) gestützt auf die
Akten, die psychiatrische Untersuchung des Beschwerdeführers vom 1
3.
August 2009 sowie das neuropsychologische Teilgutachten des
C._
,
Universitätsklinik für Neurologie, Abteilung für Kogni
tive und Restorative Neurologie (
Urk.
7/113/22-27). Er nannte folgende Diag
nose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 17 oben):
kongenitale Entwicklungsstörung mit/bei
mittelschweren Hirnfunktionsstörungen in isolierten sprachgebunde
nen Funktionsbereichen (Legasthenie mit assoziierten Beeinträchti
gungen der auditiven Sprachverarbeitung und der unmittelbaren Be
haltensleistungen, Dyskalkulie)
Als Diagnose
n
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannte er ein Abhän
gig
keitssyndrom durch Cannabinoide mit
ständige
m
Substanzgebrauch (ICD-10 F12.25) sowie ein A
bhängigkeitssyndrom durch Tabak mit ständigem
Substanz
ge
brauch (ICD-10 F17.25).
Er führte aus,
beim Beschwerdeführer habe sich aus neuropsychologischer Sicht
im Vergleich zu alters- und bildungsentsprechenden Normen
insgesamt ein durch
schnittliches kognitives Leistungsprofil erfassen lassen. Die umschriebenen Hirnfunktionsstörungen stimmten gut mit dem dokumentierten Entwicklungs
verlauf überein und erklärten die bisherigen schulischen und beruflichen Aus
bildungsschwierigkeiten. Insgesamt sei aufgrund der erhobenen Befunde und un
ter
Einbezug der anamnestischen Angaben von seit früher Kindheit bestehen
den hirnorganischen Dysfunktionen auszugehen, die sich bisher insbesondere als schul
bezogene Lernstörung geäussert hätten.
Aktuell hätten sich keine Hin
weise
auf zusätzliche Auswirkungen des mehrjährigen regelmässigen Can
nabis
kon
sums
ergeben (S.
18).
Aufgrund des gesamten kognitiven Leistungs
profils erscheine aus
neuropsychologischer Sicht eine dem Wunsch des Be
schwerdeführers entsprech
ende Fortführung der Volllehre im Gärtnereibereich als durchaus möglich, wo
bei
aus neuropsychologischer Sicht berufsschulische
und
therapeutische Unter
stütz
ungen notwendig seien.
Eine Einschränkung de
r
Arbeitsfähigkeit in Ausübung
des gelernten Gärtnereiberufs sei vor dem Hinter
grund der neuropsycho
logi
sche
n Untersuchungsergebnisse nicht unmittelbar zu erwarten
(S. 19)
.
3.4
Die Ärzte des
C._
,
Uni
versitätsklinik für Neurologie, nahmen am 1
9.
November 2009 Stellung (
Urk.
7/133) zum psychiatrischen Gutachten von
Dr.
B._
(vgl. vorstehend E. 3.3) und führten aus,
beim Beschwerdeführer habe
sich insgesamt ein unauffälliges kognitives Leistungsprofil erfassen lassen.
Im Kon
trast zu diesen fa
st durchgängig guten Leistungen
hätten sich jedoch um
schriebene, mittelschwere Beeinträchtigungen in sprachgebundenen Leistungen er
geben, die sich als seit früher Kindheit bestehende hirnorganische Dysfunktion darstell
t
e
n
.
Dass die mittelschweren Hirnfunktionsstörungen einen sehr spezifi
schen Bereich betreffen würden und der Beschwerdeführer in weiten Teilen sehr gute kognitive Leistungen aufweise, spreche für eine volle Lehrausbildung im Gärtnereibereich. Dies sei jedoch nur realistisch, wenn berufsschulische und the
rapeutische Unterstützung zur Kompensation der mittelschweren Hirnfunkti
ons
störungen erfolgten.
Eine medizintheoretische Festlegung der Arbeitsfähig
keit in der freien Wirtschaft sei somit abhängig vom unterstützenden Ausbil
dungs
fort
gang und könne aktuell nicht definitiv beurteilt werden.
4.
4.1
Seit Erlass
der Verfügung
vom 8. November 2010 (Urk. 7/165)
ist
folgende
r
Arzt
bericht zu den
Akten genommen worden:
4.2
Dr.
med.
D._
,
FMH Neurologie, und Prof.
Dr.
phil.
E._
,
Neuropsychologin, berichteten am
5.
Juni 2013 (
Urk.
7/181/11-12 =
Urk.
3/2)
und führten aus,
klinisch falle auf, dass der Beschwerdeführer manchmal vorei
lig
handle und sich dann nachkorrigieren müsse. Die Prüfung der gerichteten Kon
zentration zeige bei kurzdauernden Aufgaben eine erhaltene Fehlerkontrolle und
ein normgerechtes Tempo, bei längerdauernden Aufgaben nach wenigen Minu
ten
Konzentrationserschöpfung mit Zunahme der Fehlerzahl. Auch bei der Prüfung
der geteilten Aufmerksamkeit zeigten sich in einer kurzdauernden visuellen Auf
gabe keine Probleme, hingegen sei der Beschwerdeführer mit einer auditiv inter
ferenzinduzierenden Prüfung schon auf dem Übungsniveau über
fordert (S.
1 f.).
Die Befunde liessen sich als Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperak
tivitätssyndrom mit
Sprachentwicklungsschwächen vor allem im Schreiben und Rechnen und der
Sprechmotorik beschreiben. Es werde die Wiederaufnahme der fachpsychia
tri
schen
Behandlung sowie zusätzlich eine medikamentöse Therapie mit Methyl
phenidat, zur Dämpfung des Suchtverhaltens eventuell zusätzlich mit SSRI em
p
foh
len.
Aufgrund der aktuellen neuropsychologischen Befunde sei eine Vermitt
lung auf dem ersten Arbeitsmarkt unrealistisch. Die Arbeitsfähigkeit müsse je
doch nach Behandlungsbeginn neu beurteilt werden (S. 2 unten).
5.
5.1
Der Beschwerdeführer litt
im Zeitpunkt des Erlasses der rentenan
spruchs
ver
nei
nenden Verfügung
im November 2010
in erster Linie an einer
kongenitalen Ent
wicklungsstörung bei mittelschweren Hirnfunktionsstörungen in isolierten sprach
gebundenen Funktionsbereichen im Sinne einer Legasthenie mit asso
ziier
ten Beeinträchtigungen der auditiven Sprachverarbeitung und der un
mittel
baren Behaltensleistungen sowie einer Dyskalkulie. Dabei ist es bis zum hier rele
vanten Zeitpunkt des Erlasses der an
gefochtenen Verfügung
vom September 2013
im Wes
entlichen geblieben.
Zu beachten ist aber, dass eine anspruchserhebliche Änderung auch gegeben sein
kann, wenn sich
bei einem
an
sich gleich gebliebenen Gesundheitszustand die er
werb
lichen Auswirkungen geändert haben.
5.2
Die Argumentation
der Beschwerdegegnerin, es seien keine neuen Tatsachen vor
gebracht worden, die eine Änderung der tatsächlichen Verhältnisse glaub
haft mach
ten, ist nicht stichhaltig. So ging die Beschwerdegegnerin in der an
spruchs
verneinenden Verfügung vom
8.
November 2010
– wenn auch
ohne nachvoll
zieh
bare ärztliche Einschätzung der massgeblichen Arbeitsfähigkeit und insbe
son
dere ohne die Durchführung eines Einkommensvergleichs, lediglich gestützt auf eine nicht weiter begründete Prognose
-
davon aus, der Beschwerdeführer werde nach Abschluss seiner Lehre ein rentenausschliessende
s
Einkommen er
zielen können (vgl.
Urk.
7/162,
Urk.
7/165).
Gest
ützt auf die vom
Beschwerde
führer
einge
reichten Akten
kann
jedoch
davon ausgegangen werden, dass
sich
diese Prog
nose
nicht bestätigt
hat
beziehungsweise dass sich die tatsächlichen Verhältnisse diesbezüglich geändert haben
.
So
ist dem Bericht von
Dr.
D._
und Prof.
E._
vom
5.
Juni 2013 (vgl. vorstehend E. 4.2) zu entnehmen, dass aufgrund der ak
tuellen neuropsychologischen Befunde eine Vermittlung
des Be
schwerdeführers
auf dem ersten Arbeitsmarkt unrealistisch sei.
Au
sserdem ist da
rauf aufmerksam zu machen
, dass der Beschwerdeführer
in der Berufsfach
schule
ausser
im Fach Sport ausschliesslich ungenügende Noten erzielte (vgl.
Urk.
7/157)
, was ebenfalls
Zweifel an der Annahme
eine
r
uneingeschränkte
n
Er
werbsfähigkeit
weckt
.
Damit
ist
eine anspruchserheb
liche Änderung des Sachver
halts
im dem Sinne, dass die berufliche Integration in den ersten Arbeitsmarkt
– entgegen der seiner
zeitigen Prognose -
aus Gründen der gesundheitli
chen Einschränkungen ge
schei
tert
ist
, zumindest
glaubhaft ge
macht
, weshalb die Beschwerdegegnerin auf das
Neuan
meld
ungs
gesuch ein
zutreten und das Gesuch materiell zu beur
tei
len hat.
Dies gilt umso mehr, als seit der letzten Prüfung des Anspruchs auf eine In
va
li
den
rente bereits rund zweieinhalb Jahre vergangen sind,
weshalb an die
Glaub
haftmachung nicht allzu hohe Anforderungen
zu stellen sind (BGE 130 V 70 E
.
6.2)
.
Daran
vermag
der Umstan
d, dass der Beschwerdeführer
nicht nachge
wie
sen hat
,
dass er der
ihm auf
erlegte
n
Schadenminderungspflicht
nachge
kommen ist,
beziehungsweise
of
fenbar weiterhin Cannabis konsumiert
, nichts zu
ändern, zumal
aus den vorlie
genden neurologischen sowie neuropsycholo
gischen
Stellungnahmen nicht her
vor geht, dass die Arbeitsfähigkeit massgeblich durch den Substanzgebrauch eingeschränkt w
ird
(vgl. vorstehend E.
3.3).
5.3
Nach dem Gesagten ist die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung zu Un
recht nicht eingetreten, weshalb die Beschwerde
teilweise
gutzuheissen und die Sache zur materiellen Beurteilung an die Verwaltung zurückzuweisen ist.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Ver
sicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
600
.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.