Decision ID: f177a97d-a3c5-4db4-a37c-d271ae7e754e
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1964 geborene
X._
,
welche
in einem 70%-Pensum als
Geomatikerin
bei
der
Y._
AG
angestellt war und seit dem 26.
September 2018 ihrer Arbeitstätigkeit aus gesundheitlich
en Gründen nicht mehr nachging
(Urk.
6/13
,
Urk.
6/33
)
, meldete sich a
m 2
9.
Januar 2019 unter
Angabe einer Erschöpfungsdepression bei der Sozialversicherungsanstalt des
Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zum
Leistungsbezug an (
Urk.
6/13).
Die IV-Stelle
gewährte
Kostengutsprache
für ein Job Coaching
durch das
Sanatorium
Z._
(
Urk.
6/
20).
Nachdem bei
X._
ein Mammakarzinom festgestellt
und s
ie
im August 2019
erstmals
operiert worden war (vgl.
Urk.
6/31
, Urk. 6/47/19
), teilte die IV-Stelle am
7.
Oktober 2019 mit, dass das Job Coaching beendet werde, da
X._
bis auf Weiteres arbeitsunfähig sei.
X._
werde aber weiter mit Eingliederungsberatung unterstützt
(Urk.
6/28). In der Folge holte die IV-Stelle ein
en Arbeitgeberbericht ein (Urk.
6/33). Am 1
9.
Februar 2020 teilte die IV-
St
elle mit, dass sie
X._
vorerst bis Ende September 2020 Beratung und Unterstützung beim Erhalt ihres derzeitigen Arbeitsplatzes gewähre
. Zudem unterstütze
sie
X._
mit einem J
ob Coaching (
Urk.
6/38). Am 19.
August 2020 erklärte die IV-Stelle
,
die Kosten für ein Achtsamkeits-Training vom 2
0.
August bis 2
2.
Oktober 2020 zu übernehmen (
Urk.
6/41).
Mit Mitteilung vom
2
3.
November 2020
hielt
die IV-Stelle
fest
, dass die Eingliederungsaktivitäten abgeschlossen würden, da
X._
gemäss ihren eigenen Angaben keine Unterstützung mehr benötige (
Urk.
6/43). Die IV-Stelle zog die Akten der Krankentaggeldversicherung
von
X._
bei (
Urk.
6/45
-48
) und stellte mit
Vorbescheid vom 15.
Dezember 2020 in Aussicht, einen Anspruch
von
X._
auf eine Invalidenrente zu verneinen (
Urk.
6/51). Dagegen erhob
X._
Ein
wand (
Urk.
6/53).
Mit Verfügung vom
2.
März 2021 verneinte die IV-Stelle wie vorbeschieden einen Rentenanspruch
von
X._
(
Urk.
2).
2.
Dagegen
erhob
X._
mit Eingabe vom 2
9.
März 2021 Beschwerde
und beantragte
, es
sei
ihr
Leistung
sanspruch
gestützt auf eine Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall von
100
%
zu prüfen
(
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin bean
tragte mit Beschwerdeantwort vom 1
0.
Mai 2021 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 1
2.
Mai 2021 angezeigt wurde (
Urk.
7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
1.3.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in
Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.3.2
Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Be
messung der Invalidität in Abweichung von
Art.
16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen.
Art.
7
Abs.
2 ATSG ist sinngemäss anwendbar (Art. 28a
Abs.
2 IVG in Verbindung mit
Art.
8
Abs.
3 ATSG; spezifische Methode der Invaliditätsbemessung [Betätigungs
vergleich]; vgl. statt vieler: BGE 142 V 290 E. 4). Als Aufgabenbereich nach Artikel 7 Abs
.
2 IVG der im Haushalt tätigen Versicherten gilt die übliche Tätig
keit im Haushalt sowie die Pflege und Betreuung von Angehörigen (
Art.
27
Abs.
1
der Verordnung über
die Invalidenversicherung, IVV,
in der seit
1.
Januar 2018 geltenden Fassung).
1.3.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Auf
ga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der un
entgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4
IVV
per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbs
tä
tigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbs
tätig
keit richtet sich nach
Art.
16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird
(Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid ge
worden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäfti
gungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
1.3.
4
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditäts
bemessung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungs
vergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Um
stän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend
ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypo
thetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Be
son
deren (vgl. Art. 27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegen
über Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Be
urteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_178/2021 vom 11.
Mai
2021 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.4
Nach den allgemeinen Regeln des Sozialversicherungsrechts hat der Versiche
rungsträger den rechtserheblichen Sachverhalt abzuklären. Er ist nach dem in
Art.
43
Abs.
1 ATSG statuierten Untersuchungsgrundsatz verpflichtet, die not
wen
digen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen und die erforderlichen Auskünfte einzuholen. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_815/2012 vom 2
1.
Oktober 2013 E. 3.2.1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
2.
März 2021 (
Urk.
2)
davon aus, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 80
%
erwer
bs-
und zu 20
%
im
Haushalt
tätig wäre. Die
Beschwerdeführerin
könne die angestammte Tätigkeit als
Geomatikerin
noch in einem Pensum von 70
%
aus
üben.
Auf eine Haushaltsabklärung vor Ort könne verzichtet werden
, da ohnehin kein Rentenanspruch bestehe
.
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen vor
(
Urk.
1)
, sie sei bis zu ihrer Erkrankung einer reduzierten Anstellung bei der
Y._
AG
nach
gegangen, weil sie alleine vier Kinder
gross
g
ezogen habe. Um dies auszuführen
habe sie vom Vater der Kinder
bis
die jüngste Tochter 16 Jahre alt gewesen sei,
mithin bis am 1
6.
Juli 2019,
fin
anzielle Unterstützung erhalten
. Das Scheidungs
urteil sage klar, dass sie sich danach vollständig selber zu unterhalten habe.
Sie würde daher heute ohne Erkrankung einer 100%igen Erwerbstätigkeit nachgehen.
Bei Eintritt der Erkrankung am 2
6.
September 2018 habe sie
bei der heutigen Arbeitgeberin
in einem Pensum von 70
%
gearbeitet und ihre damals 15-jährige Tochter, die gerade den Übergang ans Gymnasium gestartet und ihre Unter
stützung dringend benötigt habe, betreut.
Auch weil der Vater der Tochter damals noch Unterhalt bezahlt habe, sei es für sie selbstverständlich gewesen, für die Tochter da zu sein. Ebenfalls wäre eine noch grössere Belastung für sie unmöglich gewesen,
habe
sie doch schon vor der 100%igen Erkrankung in ärztlicher Be
handlung
gestanden
und
entstünden
eine Erschöpfungsdepression und Krebs nicht
von heute auf morgen.
3.
3.1
Aus den Vorbringen der Parteien
(vgl. E. 2.)
ergibt sich, dass zwischen ihnen Uneinigkeit darüber besteht, ob die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu
8
0
% oder zu 100
%
erwerbstätig wäre. Die Parteien sind sich aber einig, dass die Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit als
Geomatikerin
weiterhin in einem Pensum von 70
%
ausüben kann.
Nachdem die Beschwerdeführerin
seit dem 1
7.
August 2020
der angestammten Tätigkeit wieder in einem 70%-Pensum nachgeht (
Urk.
6/44/14-15), ist
ab diesem Zeitpunkt
eine – mindestens – 70%ige Arbeitsfähigkeit ausgewiesen.
Bei einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit besteht selbst bei der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten 100%igen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall kein Rentenanspruch, resultiert
diesfalls
doch lediglich ein Invaliditätsgrad von 30
%
.
3.2
Es gilt jedoch zu beachten, dass der Beschwerdeführerin ab 2
6.
September 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert
wurde
(
Urk.
6/16/3)
und sie erst ab
dem
17.
August 2020 wieder eine 70%ige Erwerbstätigkeit ausübte (
Urk.
6/44/14
-15
). In der Zwischenzeit wurde ihr von den behandelnden Ärzten ununterbrochen eine
eingeschränkte
Arbeitsfähigkeit attestiert
(
Urk.
6/16/3,
Urk.
6/47/12
,
Urk.
6/47/16
,
Urk.
6/47/19,
Urk.
6/47/26,
Urk.
6/4
7/37,
Urk.
6/47/42, Urk.
6/47/44-
63,
Urk.
6/47/65-81
)
. Diese eingeschränkte Arbeitsfähigkeit grün
dete auf psychischen Beschwerden, wobei
sich
die Beschwerdeführerin vom
8.
Januar bis
2.
März
2019 in stationär-psychiat
rischer Behandlung befand (Urk.
6/27)
,
und auf einem
im Juli 2019
diagnostizierten
M
amma
karzinom
, welche
s am 2
1.
August 2019 und
am 24.
Oktober 2019 o
perativ behandelt
wurde
(
Urk.
6/47/
19
)
und eine am 2
2.
Juni 2020 durchgeführte
NAC-Rekonstruktion
mit
Liposuktion
und
Lipofilling
zur Folge hatte
(
Urk.
6/47/7
).
Zur Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der Zeit von September 2018 bis zur Wiederaufnahme der 70%igen Arbeitstätigkeit am 1
7.
August 2020 hat sich die Beschwerdegegnerin weder im angefochtenen Entscheid geäussert noch eine Stellungnahme ihres
regionalen ärztlichen Dienstes (RAD)
eingeholt (vgl.
Urk.
6/50,
Urk.
6/57). Wie ausgeführt, wurde der Beschwerdeführerin in der be
sagten Zeit jedoch von den behandelnden Ärzten eine eingeschränkte Arbeits
fähigkeit attestiert.
Sie
bezog
zudem
ab dem
2
5.
November, das heisst ab dem 6
1.
T
ag
(also nach Ablauf der 60tägigen Wartefrist)
nach der attestierten Arbeits
unfähigkeit, (
Urk.
6/47/85
, vgl. beispielsweise
Urk.
6/48/16)
bis
mindestens 3
1.
Juli
2020 (
Urk.
6/47/82)
Taggelder der Krankent
aggeldversicherung und nahm ab
Anmeldung zum Leistungsbezug
bis Wiedererlangung einer 70%igen Arbeits
fähigke
it Frühinterventionsmassnahmen beziehungsweis
e berufliche Massnah
men
der Beschwerdegegnerin
in Anspruch (
Urk.
6/20,
Urk.
6/26,
Urk.
6/28,
Urk.
6/29,
Urk.
6/31,
Urk.
6/38,
Urk.
6/39,
Urk.
6/41), ohne dabei Taggelder der Invaliden
versicherung zu beziehen (
v
gl.
Urk.
6/44).
Das Gesagte lässt darauf schliessen
, dass die Beschwerdeführerin, welche sich
am 2
9.
Januar 2019
bei der Be
schwer
degegnerin
zum Leistungsbezug angemeldet hat
te
(
Urk.
6/13), nach Ablauf des Wartejahres
weiter
in der Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt war und entsprechend Anspruch
auf eine Invalidenrente
haben könnte
, steht ihre
grundsätzliche Ein
gliederungsfäh
i
gkeit einem – befristeten – Rentenanspruch
doch
nicht entgegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_787/2014 vom
5.
Februar 2015 E. 3.2
)
.
Nachdem sich die Akten jedoch im Wesentlichen
(vgl.
Urk.
7/47/11-14)
auf die Berichte der behandelnden Ärzte beschränken und die Beschwerdegegnerin da
rauf verzichtet hat
,
eine S
t
ellu
n
gn
ahme ihres RAD
oder einer externen Gutach
terstelle
einzuholen, lässt sich die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der Zeit von September 2018 bis zur Wiederaufnahme
der
70%igen Arbeits
tät
igkeit
im August 2020
jedoch
nicht rechtsgenügend beurteilen.
3.3
Nach dem Gesagten erweist es sich
zwar als rechtens, dass die Beschwerde
geg
nerin einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin für die Zeit ab
1.
Dezember 2020 (
Art.
88a
Abs.
1 IVV
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_285/2020 vom 1
5.
September 2020 E. 5.2)
verneint hat. Die Be
schwerdegegnerin hat es jedoch unterlassen, den rechtser
he
blichen Sachverhalt bis
1
7.
August 2020
abzuklären. Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurü
ckzuweisen, damit
sie
prüft, ob Beschwerdeführerin bis 3
0.
November 2020
Anspruch auf eine
befristete
Inva
lidenrente hat. Die Beschwerde ist in dem Sinne teilweise gutzuheissen.
4.
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'00
0.
festgelegt. Vorliegend sind sie auf
Fr.
500.-- festzusetzen.
Die Rückweisung an die Verwaltung gilt nach ständiger Rechtsprechung als voll
ständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2). Nachdem die Sache jedoch nur be
tref
fend einen allfälligen Rentenanspruch bis 3
0.
November 2020 an die Be
schwer
degegnerin zurückzuweisen ist, rechtfertigt es sich, die Kosten den Partei
en je zur Hälfte aufzuerlegen.