Decision ID: 42caf367-b42c-54ce-b825-1f942bdf2bea
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 30. Juli 2007 unter Hinweis auf einen Unfall zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-
act. 1). Der Versicherte erlernte von 1965 bis 1968 den Beruf als Bäcker-Konditor, übte
den Beruf bis 1979 aus, machte später eine Ausbildung als SBB-Kondukteur, kehrte zu
seinem ursprünglichen Beruf zurück bzw. übte diverse Hilfstätigkeiten aus und machte
sich nach einer Phase der Arbeitslosigkeit in der Branche des Tennisplatzunterhalts
selbständig (IV-act. 46-2 und 77-2).
A.b Gemäss vorläufigem Austrittsbericht der Neurochirurgie des Kantonsspitals St.
Gallen (KSSG) vom 23. Juli 2007 hatte sich der Versicherte am 17. Juli 2007 wegen
einer entgleisten lumboradikulären Schmerz- und Ausfallssymptomatik vom Typ L4-S1
links auf der zentralen Notfallstation des KSSG vorgestellt. In der radiologischen
Untersuchung habe ein sequestrierter Bandscheibenvorfall L4/5 links nachgewiesen
werden können. Nach einer komplikationslosen Operation habe sich der postoperative
Verlauf problemlos gestaltet. Der Versicherte habe am 23. Juli 2007 beschwerdefrei
entlassen werden können (IV-act. 6).
A.c Dr. med. B._, Facharzt für Innere Medizin FMH, gab im Bericht vom 10. August
2007 an, dass dem Versicherten seine bisherige Tätigkeit als Unternehmer für
Hallentennisplatzreinigung nicht mehr zumutbar sei. In einer leichten Tätigkeit im
Bürobereich wäre er zu 100% arbeitsfähig (IV-act. 14).
A.d Im Arztbericht vom 13. September 2007 berichtete Dr. med. C._, Facharzt für
Allgemeine Medizin FMH, von einer ausgeprägten Fussheberschwäche links mit
Quadrizepsschwäche und Sensibilitätsstörung im linken Bein nach der
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Diskushernienoperation. In der bisherigen Tätigkeit bestehe eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit. Jede Tätigkeit, bei welcher der Versicherte das linke Bein nicht
deutlich brauche, sei theoretisch zumutbar (IV-act. 21). Im Verlaufsbericht vom 7. Juli
2008 hielt Dr. C._ eine Verbesserung des Gesundheitszustands fest. Unter
weitgehender Schonung leide der Versicherte an praktisch keinen Beschwerden mehr.
Er sei jedoch nicht mehr in der Lage weit zu gehen, könne das linke Bein weniger
belasten respektive habe weniger Halt wegen der persistierenden Parese (IV-act. 38).
A.e Im Arztbericht vom 11. März bzw. 8. April 2009 diagnostizierten die Ärzte des
Interdisziplinären Beckenbodenzentrums, KSSG, Schmerzen bei gefüllter Ampulla recti,
Verbesserung nach Defäkation, differentialdiagnostisch hypersensitives Rektum,
tubuläre Adenome im Sigma, hyperplastische Polypen im Rektum, leichte
Sigmadivertikulose sowie Diskushernie L4/5 (IV-act. 59).
A.f Der Versicherte wurde am 17. und 18. August 2009 in der Medizinischen
Abklärungsstelle Ostschweiz (MEDAS) polydisziplinär begutachtet. Im MEDAS-
Gutachten vom 23. September 2009 wurden ein chronisches lumbovertebrales
Syndrom mit spondylogener Komponente und ein residuelles leichtes lumboradikuläres
sensomotorisches Ausfallsyndrom L5 links, links perianale bis medial gluteale
Sensibilitätsstörung und neurogene Defäkationsstörung sowie ein dringender Verdacht
auf Zyklothymie mit der Differentialdiagnose einer hyperthymen Persönlichkeitsstörung
diagnostiziert. Aus somatischer Sicht bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit für jegliche
körperlich schweren Berufstätigkeiten und überwiegend mittelschweren körperlichen
Tätigkeiten, so auch in der zuletzt ausgeführten selbständigen Erwerbstätigkeit. In
körperlich leichten, wechselbelastenden beruflichen Tätigkeiten ohne längere Arbeiten
in Wirbelsäulenzwangshaltungen, Heben/ Tragen von Lasten über 15 kg, des weiteren
ohne Ausführung von Aufgaben mit komplexeren Planungs- und
Organisationsfunktionen, Aneignung von abstraktem Wissen und Umgang mit
schwierigen oder unzufriedenen Menschen könne aus gesamtmedizinischer Sicht keine
Arbeitsunfähigkeit attestiert werden, sofern dem Beschwerdeführer rezidivierende
Pausen zur Durchführung von Entspannungsübungen/Einnahme von
Entlastungsstellungen im Rahmen von ca. 1 Stunde, verteilt über den Tag bei
ganztägigem Arbeitspensum, zugebilligt würden (IV-act. 77).
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A.g Mit Vorbescheid vom 21. Oktober 2009 stellte die IV-Stelle gestützt auf das
MEDAS-Gutachten die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (IV-act. 81). Mit
Einwand vom 7. Dezember 2009 beantragte der Versicherte, der Vorbescheid vom 21.
Oktober 2009 sei vollumfänglich aufzuheben, es sei der Invaliditätsgrad neu zu
berechnen und es sei ihm eine Invalidenrente zuzusprechen. Es sei ein
betriebswirtschaftliches Gutachten zu erstellen und das Valideneinkommen korrekt zu
ermitteln (IV-act. 85). Mit Verfügung vom 4. Januar 2010 wies die IV-Stelle das
Rentenbegehren des Versicherten ab (IV-act. 86).
A.h Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte mit Schreiben vom 3. Februar 2010
Beschwerde. Die bisherigen Untersuchungen seien lückenhaft, die bereits in Auftrag
gegebenen weiteren Abklärungen seien zu berücksichtigen und möglicherweise weitere
Untersuchungen vorzunehmen (IV-act. 90). Mit Verfügung vom 13. April 2010 widerrief
die IV-Stelle die Verfügung vom 4. Januar 2010. Sobald die notwendigen Abklärungen
durchgeführt worden seien, werde eine neue Verfügung zugestellt (IV-act. 119). Durch
diesen Widerruf wurde das laufende Verfahren vor dem Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 2. Juni 2010 abgeschrieben (IV-act. 129).
A.i Der Versicherte wurde am 21. und 22. Februar sowie am 1. März 2011 erneut in
der MEDAS polydisziplinär begutachtet. Im MEDAS-Verlaufsgutachten vom 8. Juni
2011 attestierten die Gutachter unverändert eine dauerhafte volle Arbeitsunfähigkeit in
der zuletzt ausgeführten selbständigen Tätigkeit. Bei subjektiver Verschlechterung des
Gesundheitszustandes seit der MEDAS-Vorbegutachtung habe klinisch weder aus
somatischer noch psychiatrischer Sicht eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes objektiviert werden können. Die zwischenzeitlich zusätzlich
festgestellten Pathologien (Pseudarthrose nach postoperativer Fraktur des Ramus
articularis inferior von LKW4 links, linksbetonte aneurysmatische Erweiterungen der A.
iliaca communis ohne Perfusionsstörung der Becken-/Beinstrombahn) würden keine
höhergradige Arbeitsunfähigkeit in körperlich adaptierten Tätigkeiten begründen (IV-
act. 162).
A.j Im Sprechstundenbericht der Klinik für Chirurgie, KSSG, vom 1. April 2011
diagnostizierten die Ärzte ein hypersensitives Rektum mit Defäkationsschmerzen und
Verdacht auf ODS, Status nach Abtragung von tubulären Adenomen im Sigma (Februar
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2009), eine leichte Sigmadivertikulose sowie Status nach Discushernienoperation L4/5
ca. 2007. Die Ärzte des Interdisziplinären Beckenbodenzentrums, KSSG, hielten im
Bericht vom 27. April 2011 zur diagnostizierten Dyssynergie mit hypersensitivem
Rektum fest, es müsse davon ausgegangen werden, dass primär die
Rückenschmerzen im Vordergrund des Geschehens seien. Diese chronischen
Rückenschmerzen würden wahrscheinlich reaktiv zur Dyssynergie mit dem Gefühl einer
inkompletten Stuhlentleerung führen. Die Ärzte der Klinik für Neurologie, KSSG, gaben
im Bericht vom 28. April 2011 an, dass sich beim Fehlen von neurologischen
Ausfallserscheinungen aktuell keine neurologische Ursache für die berichteten
Beschwerden des Versicherten zeigen würde. Der klinische Befund spreche am
ehesten für eine Blockade des Iliosakralgelenks beidseits rechtsbetont, welche die
punktförmigen lumbalen, beim Sitzen zunehmenden Schmerzen gut erklären würden
(IV-act. 157 1-7). Mit Schreiben vom 5. September 2011 gab Dr. med. D._, Innere
Medizin/Rheumatologie FMH, als MEDAS-Gutachter an, das Sakroiliakalgelenk habe
sich anlässlich der medizinischen Verlaufsbegutachtung beidseits reizlos präsentiert, es
hätten sich keine Hinweise für das Vorliegen einer Sakroiliakalgelenks-Dysfunktion
gefunden. Nach Würdigung der medizinischen Berichte des KSSG würden sich keine
neuen Gesichtspunkte ergeben, welche zu einer anderen Einschätzung der
gesundheitlichen Beeinträchtigungen bzw. der Arbeitsfähigkeit des Versicherten führen
könnten (IV-act. 178).
A.k Im Schreiben vom 28. Juli 2011 gab Dr. med. E._, Facharzt für orthopädische
Chirurgie, Zentrum F._, an, dass der Versicherte seit August 2010 wegen lumbalen
und neu Nackenbeschwerden bei ihm in Behandlung sei. Seit einer Diskushernie
lumbal (13. Juli 2007) sei der Versicherte gänzlich arbeitsunfähig (IV-act. 170). Die RAD-
Ärztin hielt in der Stellungnahme vom 14. September 2011 diesbezüglich fest, dass
gemäss dem klinischen und radiologischen Befund von Dr. E._ kein
schwerwiegendes Krankheitsbild vorliege, insbesondere seien keine sensomotorischen
Ausfälle vorhanden. Aus diesen neu beklagten Nackenbeschwerden lasse sich keine
IV-rechtliche Verschlechterung des Gesundheitszustands mit relevanter Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit ableiten (IV-act. 181). Im Schreiben vom 31. Oktober 2011 an
den Rechtsvertreter des Versicherten äusserte sich Dr. E._ zur Diskrepanz bei der
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zwischen dem MEDAS-Gutachten und seiner
Einschätzung. Die im Gutachten beschriebene Leistungsfähigkeit in einer adaptierten
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Tätigkeit sei nach seiner Beurteilung weit weg von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit. Es
sei Aufgabe der Sozialversicherungsanstalt eine Arbeit zu beschreiben, deren
Anforderungsprofil diesem Leistungsprofil entspreche. Zudem beruhe seine Einstufung
auch auf Kenntnis von den neu aufgetretenen Beschwerden im Nacken-/
Schulterbereich, welche im Gutachten nicht erwähnt würden. Es würden sich
röntgenologisch erhebliche Abnutzungsveränderungen an der Halswirbelsäule in den
Segmenten HWK 5/6 und HWK 6/7 finden. Der Versicherte zeige eine deutlich
eingeschränkte Kopfbeweglichkeit in allen Ebenen. Er könne keine Tätigkeiten mit
fixierter Kopfhaltung ausüben, da dadurch seine Nackenschmerzen rasch ansteigen
würden (IV-act. 195).
A.l In der ELAR-Notiz vom 20. Dezember 2011 führte die Eingliederungsberaterin eine
Liste mit Berufen auf, welche der Versicherte gemäss der Spezifikation einer
adaptierten Tätigkeit noch ausüben könne (IV-act. 197).
A.m Am 11. Januar 2012 führte Dr. E._ folgende Operation durch: Ventral
interkorporelle Spondylodese C5/6 und C6/7, Beckenspan von rechts, Morscherplatte.
Er diagnostizierte eine Zervikobrachialgie, Osteochondrose C5/6, C6/7 (IV-act. 203-3).
Im Verlaufsbericht vom 5. Juli 2012 gab Dr. E._ an, dass sich die
Nackenbeschwerden nach der Halswirbelsäulenoperation eindeutig gebessert hätten.
Aufgrund der Halswirbelsäulenproblematik sei der Versicherte 4 Stunden (2x 2
Stunden) pro Tag arbeitsfähig mit einer Gewichtslimite unter 10 kg Heben/Tragen (IV-
act. 216).
A.n Gemäss Bericht der Neurochirurgie, KSSG, vom 20. Juli 2012 habe sich bis auf die
HWS-Operation seit der Durchführung des MEDAS-Gutachtens nichts an der Diagnose
geändert. Auch die vom Versicherten beklagten Blähungen/Defäkationsstörungen seien
damals schon erwähnt worden (IV-act. 217). In der RAD Stellungnahme vom 1. Oktober
2012 wurde festgehalten, dass durch die Halswirbelsäulenoperation die Gewichtslimite
gemäss Dr. E._ nun unter 10 kg liege, ansonsten seien die Adaptationskriterien
unverändert bezüglich einer leidensadaptierten Tätigkeit. Eine IV-relevante
Verschlechterung des Gesundheitszustandes könne nicht abgeleitet werden (IV-act.
218).
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A.o Mit Vorbescheid vom 10. Oktober 2012 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Die umfangreichen Abklärungen hätten
ergeben, dass der Versicherte in einer adaptierten körperlich leichten Tätigkeit
weiterhin voll arbeitsfähig sei. Es wurde ein Invaliditätsgrad von 0% ermittelt (IV-act.
222).
A.p Mit Einwand vom 14. November 2012 machte der Versicherte geltend, dass er
aufgrund seiner Persönlichkeit als Arbeitnehmer untragbar sei. Mit den
gesundheitlichen Einschränkungen sei ihm eine selbständige Tätigkeit nicht möglich,
weshalb er Anspruch auf eine ganze Rente habe. Gemäss Dr. E._ sei er maximal zu
50% arbeitsfähig. Desweiteren gebe es keine Stellen, welche dem Anforderungsprofil
des Versicherten entsprechen würden (IV-act. 223).
A.q Mit Schreiben vom 2. April 2013 bringt der Versicherte vor, dass die Defäktions
störung nie explizit bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung mit einbezogen worden sei (IV-
act. 230). Er legte einen Bericht des Interdisziplinären Beckenbodenzentrums, KSSG,
vom 26. März 2013 bei, worin festgehalten wurde, dass bei einer schmerzbedingten
Defäkationsstörung durch die chronischen Lumbalschmerzen die Arbeitsfähigkeit
erfahrungsgemäss maximal 50% betrage (IV-act. 231). In der Stellungnahme vom 30.
Mai 2013 hielt RAD-Ärztin Dr. G._ demgegenüber fest, dass die beklagten
Defäkationsbeschwerden schon bisher in die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit mit
einbezogen worden seien (IV-act. 232).
A.r Mit Verfügung vom 27. Juni 2013 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Ver
sicherten ab. Dass der Versicherte für einen Arbeitgeber als Arbeitnehmer nicht tragbar
sein solle, sei nicht ausgewiesen. Die Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit durch die
behandelnden Ärzte sei bekannt. Demgegenüber gehe sowohl die gutachterliche
Einschätzung als auch die des RAD von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit aus (IV-act. 234).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegend zu beurteilende Beschwerde
vom 2. September 2013. Der Beschwerdeführer beantragt unter Kosten- und
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Entschädigungsfolge die Aufhebung der Verfügung vom 27. Juni 2013 und die
Zusprache einer Rente. Eventualiter sei die Angelegenheit zwecks Vornahme weiterer
Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Beschwerdegegnerin
habe ihren Entscheid ohne vollständige Kenntnis aller Diagnosen getroffen. Im
Kantonsspital Münsterlingen sei eine ISG-Dysfunktion festgestellt worden. Diese neue
Diagnose sei weder von der MEDAS noch von der Beschwerdegegnerin berücksichtigt
worden. Weiter widerspreche die volle Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit der
Arbeitsfähigkeitseinschätzung verschiedener Spezialärzte. Die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit durch die MEDAS und die Beschwerdegegnerin sei nicht
nachvollziehbar. Zudem sei der Beschwerdeführer aufgrund seiner sehr ausgeprägten
hyperthymen und querulatorischen Züge jedem Arbeitgeber und unabhängig von der
Aufgabe unzumutbar. In somatischer und psychiatrischer Hinsicht seien die
Möglichkeiten derart eingeschränkt, dass keine Tätigkeiten denkbar seien, die der
Beschwerdeführer als selbständig Erwerbstätiger noch ausüben könnte. Der
Beschwerdeführer beantragt eine mündliche Verhandlung (act. G 1).
B.b Mit der Beschwerde reichte der Beschwerdeführer drei Berichte des
Kantonsspitals Münsterlingen vom 18. Juli 2013, 21. August 2013 und 23. August 2013
ein. Eine schlüssige Diagnose zur Erklärung der Entleerungsdysfunktion sowie auch der
Beckenschmerzen habe es bisher nicht gegeben. Die Ärzte diagnostizierten eine ISG-
Dysfunktion rechts mehr als links und eine ausgeprägte Darmentleerungsstörung seit
2007. Die Diagnose der ISG-Dysfunktion wurde nach der Durchführung einer ISG-
Infiltration und einer Placebokontrolle bestätigt (act. G 1.3 ff.).
B.c Mit Beschwerdeantwort vom 15. Oktober 2013 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Die behandelnden Ärzte würden keine neuen Aspekte
vorbringen, welche die Gutachter oder der RAD nicht gewürdigt hätten, es handle sich
lediglich um eine andere Einschätzung desselben Sachverhalts. Zudem erfülle das
MEDAS-Gutachten alle Kriterien der Beweistauglichkeit. Weiter seien für den
Beschwerdeführer noch diverse Tätigkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
durchführbar. Die Beschwerdegegnerin habe diverse Jobs aufgelistet, welche für den
Beschwerdeführer in Frage kommen würden. Zudem sei es nicht ersichtlich, weshalb
es dem Beschwerdeführer nicht zumutbar sein sollte, eine Tätigkeit im
Angestelltenverhältnis anzunehmen (act. G 6).
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B.d Mit Replik vom 5. Dezember 2013 hält der Beschwerdeführer unverändert am der
Beschwerde fest (act. G 8). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung
einer Duplik (vgl. act. G 10).
B.e Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Teilnahme an der mündlichen Verhandlung
vom 1. Oktober 2015 verzichtet (act. G 15). Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers hielt anlässlich der mündlichen Verhandlung an den gestellten
Anträgen fest. Zur Begründung machte er im Wesentlichen geltend, dass bei den
MEDAS-Begutachtungen die Defäkationsstörung bagatellisiert und die ISG-
Dysfunktion sowie die Beschwerden der Halswirbelsäule ignoriert worden seien.
Zudem hätte zur Beurteilung der Defäkationsstörung ein Proktologe beigezogen
werden sollen. Der Sachverhalt sei somit ungenügend abgeklärt und gewürdigt
worden. Dr. H._ habe eine Arbeitsunfähigkeit von 50% und Dr. E._ von zunächst
100% und später 50% attestiert. Ein Arbeitsverhältnis verlange die Eingliederung und
Unterordnung, was aufgrund der Persönlichkeit mit hyperthymen und querulatorischen
Zügen nicht möglich sei. Er sei dadurch zur Selbstständigkeit gezwungen gewesen.
Aufgrund der Adaptationskriterien sei eine selbstständige Tätigkeit nicht möglich. Bei
der persönlichen Anhörung räumte der Beschwerdeführer ein, dass die Operation im
Kantonsspital Münsterlingen vom 26. September 2013 eine positive Auswirkung
gehabt habe. Sein Rechtsvertreter reichte auf Anfrage der Vorsitzenden eine Kopie des
entsprechenden Berichts vom 18. Oktober 2013 „Schmerztherapie“ zu den Akten (act.
G 16). Der Beschwerdeführer machte geltend, seine Beschwerden im Rücken/Darm
würden ihm weiterhin grosse Mühe machen. Er sei in den letzten 2 Jahren bei vier
Neurologen zur Abklärung gewesen, die ihm alle nicht hätten helfen können. Nun habe
er als letztes einen Termin in I._. Wenn das auch nichts bringe, müsse er sich mit
seinem Zustand abfinden. Mit seinen Beschwerden habe er keine Arbeit ausführen
können. Das RAV habe ihm denn auch keine geeignete Stelle zuhalten können. Er habe
durchaus versucht, eine Stelle zu erhalten.

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
des Beschwerdeführers.
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2.
2.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) und am 1. Januar
2012 die Bestimmungen der IV-Revision 6a in Kraft getreten. In materiellrechtlicher
Hinsicht gilt der allgemein übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene
Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids
bzw. im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen
führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit
Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 27. Juni 2013 ergangen (IV-act. 234),
wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten
Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat (IV-Anmeldung im
Juli 2007; vgl. IV-act. 1). Daher ist entsprechend den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals
geltenden Bestimmungen und ab 1. Januar 2008 auf die neuen Normen der 5. IV-
Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1) bzw. auf die ab 1. Januar 2012
geltenden Normen der IV-Revision 6a. Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2012
gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben, soweit nicht ausdrücklich
auf die altrechtlichen Bestimmungen verwiesen wird.
2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Die Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
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2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente.
2.4 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unter
lagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Ver
fügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im
Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der
Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden
können (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
2.5 Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und
Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen
Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie
nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu
schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft,
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
125 V 351 E. 3b/bb).
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3.
3.1 In medizinischer Sicht stützt sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen
Verfügung vom 27. Juni 2013 hauptsächlich auf das MEDAS-Verlaufsgutachten vom 8.
Juni 2011, das am 5. September 2011 ergänzt wurde. Der Beschwerdeführer erachtet
dieses Gutachten jedoch für nicht beweistauglich. Den Gutachtern sei es nicht
gelungen, die wahre Ursache der massiven Becken- und Defäkationsbeschwerden
herauszufinden und sie hätten die Diagnose einer ISG-Dysfunktion nicht berücksichtigt
(act. G 1, S. 6).
3.2 Eine ISG-Dysfunktion wurde erstmals im Bericht vom 18. Juli 2013 des Kantons
spitals Münsterlingen diagnostiziert und schliesslich im Bericht vom 21. August 2013
für gesichert erachtet (vgl. act. G 1.1-3 f.). Die in diesem Bericht festgehaltenen
Symptome und Beschwerden - wie langes Sitzen, Stehen oder längeres Laufen in
gleicher Position (vgl. IV-act. 162-22 und act. G 1.1-3, S. 2) decken sich im
Wesentlichen mit den gesundheitlichen Beeinträchtigungen, welche bereits im MEDAS-
Gutachten und im MEDAS-Verlaufsgutachten festgestellt worden sind (vgl. IV-act.
77-17, 21, 162-22, 34). In der Ergänzung der MEDAS vom 5. September 2011 führte
der Gutachter zur damals von der Neurologie des KSSG erhobenen Verdachtsdiagnose
aus, dass bei der Begutachtung keine Hinweise für eine ISG-Dysfunktion vorgelegen
hätten (vgl. IV-act. 178-2). Es gibt keine Anhaltspunkte, dass die diesbezüglich
durchgeführten Untersuchungen fehlerhaft gewesen wären, weshalb die
Beweistauglichkeit des Gutachtens durch die später gestellte Diagnose nicht
beeinträchtigt wird. Da zwischen einer Diagnose und der Arbeitsfähigkeit keine
unmittelbare Korrelation besteht (vgl. BGE 140 V 193, E. 3.2 mit Hinweisen) und im
Gutachten die geltend gemachten Beschwerden berücksichtigt wurden, führt die neue
Diagnose des Kantonsspitals Münsterlingen nicht zwangsläufig zu einer anderen
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, zumal auch die Ärzte des Kantonsspitals
Münsterlingen keine abweichende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vorgenommen
haben. Im Gegenteil konnte durch die Behandlung im Spital Münsterlingen sogar eine
deutliche Verbesserung der Schmerzsituation erreicht werden (vgl. Bericht vom 18.
Oktober 2013, act. G 16). Zwischen Schmerzbehandlung und Arbeitsfähigkeit ist denn
auch in medizinischer Hinsicht klar zu unterscheiden. So hielten beispielsweise die
Ärzte der Neurochirurgie, KSSG, mit Bericht vom 16. September 2010 u.a. fest, dass
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eine weitere Operation der Wirbelsäule (wie eine dorsale Stabilisierung) höchstens der
Schmerzbehandlung, nicht aber zur Steigerung der Arbeitsfähigkeit führen würde (IV-
act. 142-3). Soweit der Beschwerdeführer immer neue Ärzte bzw. Behandlungswege
sucht, sind diese Vorkehren nicht ohne weiteres geeignet, die gutachterliche
Beurteilung in Frage zu stellen (vgl. auch die Einschätzung des MEDAS-Gutachters Dr.
J._, IV-act. 162-36).
3.3 Weiter bringt der Beschwerdeführer vor, dass verschiedene Spezialärzte in Bezug
auf die Arbeitsfähigkeit der Einschätzung der MEDAS widersprechen würden. Auch die
von Dr. E._ diagnostizierten erheblichen zervikalen Beschwerden, welche zu einer
Arbeitsunfähigkeit von 100% und nach der Operation von 50% geführt habe, sei im
Verlaufsgutachten nicht erkannt und berücksichtigt worden. Hinzu komme, dass
gemäss Einschätzung von Dr. H._ bereits aufgrund der massiven
Defäkationsprobleme eine Arbeitsunfähigkeit von 50% bestehe. Aufgrund der Akten sei
eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50% ausgewiesen (act. G 1, S. 6 ff.).
3.3.1 Im MEDAS-Verlaufsgutachten wurde unverändert als Hauptdiagnose ein
chronisches lumbovertebrales bis lumbospondylogenes Syndrom links, residuelles
geringgradiges lumboradikuläres sensomotorisches Ausfallsyndrom L 5 links, links
perianale/gluteale Sensibilitätsstörung und neurogene Defäkationsstörung
diagnostiziert; in psychiatrischer Sicht wurde keine Verdachtsdiagnose einer
Zyklothymie (F35.0) mehr, sondern eine Persönlichkeitsstörung mit hyperthymen und
(neu) querulatorischen Anteilen (F60.8) festgehalten. Daraus lasse sich keine
Arbeitsunfähigkeit ableiten, hingegen dürfte der Beschwerdeführer wegen der
unflexiblen Reaktionsmuster nicht einsetzbar sein für Tätigkeiten, die eine stärkere
soziale Anpassung erforderten (IV-act. 162-42). Der Beschwerdeführer wurde in der
bisherigen selbständigen Erwerbstätigkeit als Tennisplatzwart, in der Tätigkeit als
Kondukteur sowie in der Tätigkeit als Bäcker/Konditor wie schon im Vorgutachten als
voll arbeitsunfähig erachtet. Die subjektiv geltend gemachte Verschlechterung des
Gesundheitszustandes seit dem Vorgutachten habe klinisch weder aus somatischer
noch psychiatrischer Sicht objektiviert werden können. Die in den zwischenzeitlich
durchgeführten bildgebenden Abklärungen festgestellten zusätzlichen Pathologien
(Pseudarthrose LKW4 links, linksbetonte aneurysmatische Erweiterungen der Aorta
iliaca communis ohne Perfusionsstörung der Becken-/Beinstrombahn) würden keine
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höhergradige Arbeitsunfähigkeit in körperlich adaptierten Tätigkeiten begründen. Eine
Arbeitsunfähigkeit in körperlich leichten, wechselbelastenden beruflichen Tätigkeiten
ohne längere Arbeiten in Wirbelsäulenzwangshaltungen, ohne Heben/Tragen von
Lasten über 15 kg, des Weiteren ohne Ausführung von Aufgaben mit komplexen
Planungs-/Organisationsfunktionen, Aneignung von abstraktem Wissen oder Umgang
mit schwierigen oder unzufriedenen Menschen könne aus gesamtmedizinischer Sicht
nach wie vor nicht begründet werden, sofern dem Beschwerdeführer rezidivierende
Pausen zur Durchführung von Entspannungsübungen/Einnahme von
Entlastungsstellungen gewährt würden (ca. 1 Stunde täglich, verteilt über den ganzen
Tag bei ganztägigem Arbeitspensum; IV-act. 162-23).
3.3.2 Diese Sichtweise wird auch von den Ärzten der Neurochirurgie des KSSG
geteilt. Bereits mit Bericht vom 16. September 2010 sahen sie seit der Begutachtung
im September 2009 keine wesentlichen objektivierbaren Veränderungen. Was die
Arbeitsfähigkeit anbelangt, verwiesen sie explizit auf das MEDAS-Gutachten (IV-act.
142-2 f.). Auch im Bericht vom 20. Juli 2012 hielten die Ärzte der Neurochirurgie des
KSSG fest, dass sich unveränderte Diagnosen zeigten bis auf die durchgeführte HWS-
Operation. Es seien unverändert belastungsabhängige Kreuzschmerzen und andernorts
abgeklärte Defäkationsstörungen vorhanden, weshalb sich auch bezüglich
Arbeitsunfähigkeit keine weiteren Argumente ergäben (IV-act. 217-4).
3.3.3 Im Arztbericht vom 27. Dezember 2010 gibt Dr. E._ an, dass der
Beschwerdeführer in einer wechselbelastenden Tätigkeit ca. 2 bis 3 Stunden pro Tag
arbeitsfähig sei (IV-act. 141-4). Weiter hält Dr. E._ fest, dass der Beschwerdeführer
durch die chronischen Rückenschmerzen in seiner Tätigkeit insofern behindert werde,
dass längeres Sitzen, Stehen sowie vorgeneigte Tätigkeiten und das Bewältigen von
Gewichten behindert sei. Wie weit die bisherige Tätigkeit aus medizinischer Sicht noch
zumutbar sei, lasse sich anhand der Unterlagen nicht festlegen (IV-act. 141-2). Im
Bericht vom 28. Juli 2011 gab Dr. E._ an, dass neu Nackenbeschwerden aufgetreten
seien und diagnostizierte eine Zervikobrachialgie rechtsbetont, Osteochondrose C5/6,
C6/7. Der Beschwerdeführer sei seit 2007 gänzlich arbeitsunfähig. Eine Prognose
bezüglich zukünftiger Arbeitsfähigkeit könne nicht gestellt werden (IV-act. 170).
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3.3.4 RAD-Ärztin Dr. G._ hielt in der Stellungnahme vom 14. September 2011
fest, dass gemäss dem klinischen und radiologischen Befund von Dr. E._ kein
schwerwiegendes Krankheitsbild vorliege, insbesondere seien keine sensomotorischen
Ausfälle vorhanden. Aus den neu beklagten Nackenschmerzen lasse sich keine
invalidenversicherungsrechtliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit
relevanter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ableiten, weshalb unverändert an der
MEDAS-Beurteilung festgehalten werden könne (IV-act. 181-2). Es kann offen bleiben,
ob dieser Beurteilung des RAD uneingeschränkt zu folgen ist. Es geht nämlich aus dem
Verlaufsbericht von Dr. E._ vom 7. März 2012 hervor, dass die am 11. Januar 2012
durchgeführte Operation (ventral interkorporelle Spondylodese C5/6 und C6/7,
Beckenspan von rechts, Morscherplatte, IV-act. 203-3) erfolgreich war, im
postoperativen Verlauf die Nackenbeschwerden sich deutlich besserten und die
Prognose bezüglich der Halswirbelsäule positiv sei (IV-act. 203-1). Mit weiterem Bericht
vom 5. Juli 2012 gab Dr. E._ weiterhin eine eindeutige Besserung der
Nackenproblematik an; sie sei nicht mehr primär limitierend für die Leistungsfähigkeit.
Neu bestehe eine Gewichtslimite von 10 kg für Heben und Tragen sowie keine Arbeiten
in Zwangsposition oder vorgeneigt (IV-act. 216). In der Folge gelangte die RAD-Ärztin
Dr. G._ in der Stellungnahme vom 1. Oktober 2012 zum Schluss, dass die
Adaptationskriterien, wie sie im Verlaufsgutachten (ebenfalls keine Zwangspositionen,
nicht vorgeneigt) angegeben wurden, nun von 15 kg neu auf 10 kg herabgesetzt
würden (IV-act. 218). Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers sind damit die
nach dem Verlaufsgutachten im Juli 2011 neu in den Vordergrund getretenen
Nackenbeschwerden damit ausreichend berücksichtigt, zumal selbst Dr. E._ diese
nach erfolgreicher Behandlung im Januar 2012 nicht mehr als limitierend betrachtet.
3.3.5 Was die Kritik von Dr. E._ im Schreiben vom 31. Oktober 2011 zur
Arbeitsfähigkeitseinschätzung im Verlaufsgutachten betrifft, scheint diese in erster Linie
am konkreten Arbeitsmarkt ausgerichtet zu sein, während für die Belange der
Invalidenversicherung der theoretisch ausgeglichene Arbeitsmarkt massgebend ist (vgl.
nachfolgende E. 4.2 und IV-act. 195). Die Diskrepanz in der Arbeitsfähigkeitsschätzung
liegt insbesondere darin, dass Dr. E._ davon ausgeht, eine 100% Arbeitsfähigkeit sei
mit den aufgeführten Adaptionskriterien grundsätzlich nicht möglich, bzw. die
Beschwerdegegnerin müsse eine adäquate Tätigkeit definieren. Er macht jedoch nicht
geltend, dass die berücksichtigten Beschwerden oder die festgestellten
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Adaptionskriterien fehlerhaft seien. Somit ist die medizinische Beurteilung der
Gutachter nicht zu beanstanden. Zudem wurden von der Beschwerdegegnerin auch
konkrete zumutbare Tätigkeiten definiert (IV-act. 197).
3.3.6 Im Bericht vom 26. März 2013 führt Dr. H._ zur Frage der Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit in einer zumutbaren Tätigkeit aus, dass es sich um eine
schmerzbedingte Defäkationsstörung durch die chronischen Lumbalschmerzen handle,
welche scheinbar trotz neurochirurgischen Eingriffen persistierten. Die Arbeitsfähigkeit
sei in einer solchen Situation erfahrungsgemäss als maximal 50% zu bewerten (IV-act.
231-2). Aus der allgemeinen und auf Erfahrungswerten beruhenden
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. H._ lässt sich für den konkreten Einzelfall nichts
ableiten, zumal Dr. H._ keine Mängel am MEDAS-Verlaufsgutachten geltend macht
und beispielsweise nicht anführt, die MEDAS-Gutachten seien schon deshalb fraglich,
weil kein Proktologe mitgewirkt habe. Letzteres scheint denn auch nicht nötig, da die
MEDAS-Gutachter die Berichte des Interdisziplinären Beckenbodenzentrums kannten
und in ihre Beurteilung einschlossen und insoweit den Defäkationsstörungen Rechnung
getragen wurde. Es fehlen Hinweise, dass diese bagatellisiert worden wären. Wie auch
aus dem Bericht von Dr. H._ hervorgeht, ist das lumbale Schmerzsyndrom die
Hauptdiagnose, die die Defäkationsstörungen verursachen. Von letzterem gingen auch
die Ärzte der Neurochirurgie des KSSG aus (vgl. vorstehende E. 3.3.2).
3.4 Zusammenfassend bestehen keine erheblichen Zweifel an dem auf umfassenden
Untersuchungen beruhenden, in Kenntnis der vollständigen Aktenlage und in
Berücksichtigung des gesamten Leidensbildes ergangenen, nachvollziehbaren
MEDAS-Verlaufsgutachten vom 8. Juni/9. September 2011. Es besteht kein Bedarf für
die Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen, nachdem die Nackenbeschwerden
gebessert haben und nicht mehr als quantitativ limitierend betrachtet werden. Somit ist
in einer adaptierten Tätigkeit von einer vollen Arbeitsfähigkeit bei einer zusätzlichen
Pause von 1 Stunde pro Tag auszugehen.
4.
4.1 Bezüglich des Invalideneinkommens bringt der Beschwerdeführer vor, dass es
ihm aufgrund seiner Persönlichkeit nicht möglich sei, eine unselbständige Tätigkeit
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auszuüben. Aufgrund seiner hyperthymen und querulatorischen Züge sei er keinem
Arbeitgeber zumutbar. Deshalb habe sich der Beschwerdeführer auch selbständig
machen müssen (act. G 1, S. 8 f.). Entgegen der Ansicht des Rechtsvertreters des
Beschwerdeführers ist nicht ausgewiesen, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner
hyperthymen und querulatorischen Züge für jeden Arbeitgeber und unabhängig von der
Aufgabe unzumutbar sei. Dagegen spricht auch die Erwerbsbiographie, auch wenn der
Beschwerdeführer Zeiten der Arbeitslosigkeit erleben musste. Im MEDAS-
Verlaufsgutachten wurde eine Persönlichkeit mit hyperthymen und (neu wohl im Verlauf
des IV-Verfahrens aufgetretenen) querulatorischen Züge diagnostiziert und somit
berücksichtigt, was sich in den Adaptationskriterien niederschlug. Eine Unzumutbarkeit
für sämtliche Arbeitgeber und alle Tätigkeiten wurde nirgends festgehalten, sondern
lediglich die Einschränkung bezüglich Tätigkeiten ohne Ausführung von Aufgaben mit
komplexen Planungs-/Organisationsfunktionen, Aneignung von abstraktem Wissen
oder Umgang mit schwierigen oder unzufriedenen Menschen (vgl. IV-act. 162-23).
Gerade als Hilfsarbeiter lassen sich solche Tätigkeiten finden, was auch aus der
Auflistung möglicher Tätigkeiten der Eingliederungsberaterin hervorgeht (vgl. IV-act.
197).
4.2 Dass der Beschwerdeführer wie an der mündlichen Verhandlung vorgebracht, mit
seinen Einschränkungen auf dem konkreten Arbeitsmarkt keine geeignete Stelle habe
finden können, da er insbesondere nicht lange stehen oder sitzen könne, erscheint
ohne weiteres plausibel. Indessen stellt sich in der Invalidenversicherung im Gegensatz
zur Arbeitslosenversicherung nicht die Frage nach einer konkreten Stelle. Vielmehr wird
in der Invalidenversicherung von einem theoretisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt
ausgegangen, um das Risiko Invalidität vom Risiko Arbeitslosigkeit abzugrenzen. Der
ausgeglichene Arbeitsmarkt ist deshalb ein theoretischer und abstrakter Begriff. Er
berücksichtigt die konkrete Arbeitsmarktlage gerade nicht, umfasst in wirtschaftlich
schwierigen Zeiten auch tatsächlich nicht vorhandene Stellenangebote und fehlende
oder verringerte Chancen Teilinvalider, eine zumutbare und geeignete Arbeitsstelle zu
finden (BGE 134 V 71 E. 4.2.1 mit Hinweis). Die wirtschaftliche Verwertbarkeit der noch
zumutbaren Restarbeitsfähigkeit auf dem als ausgeglichen gedachten Arbeitsmarkt
bedeutet eine Einschätzung der Chancen der versicherten Person, trotz der im
Einzelfall einzuhaltenden Restriktionen bezüglich Arbeitsplatz, Arbeitshaltung,
Arbeitszeit und Art der Tätigkeit von einem durchschnittlichen Arbeitgeber theoretisch
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noch angestellt zu werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 17. Dezember 2008;
9C_854/2008, E. 3.2). In den Adaptationskriterien wurden die Einschränkungen des
Beschwerdeführers von den Gutachtern berücksichtigt. Dies zeigt sich unter anderem
auch darin, dass ihm wiederkehrende, kurze Pausen zur Durchführung von
Entspannungsübungen/Einnahme von Entlastungsstellungen im Umfang von ca. 1
Stunde täglich zugebilligt werden müssen (vgl. IV-act. 162-23). Da der
Beschwerdeführer gemäss gutachterlicher Einschätzung zeitlich über eine relativ
grosse Restarbeitsfähigkeit verfügt, ist trotz der zahlreichen qualitativen
Einschränkungen nicht davon auszugehen, dass seine Restarbeitsfähigkeit auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht mehr verwertbar wäre.
4.3 Der Beschwerdeführer war seit April 1995 bis 2008 selbständig tätig und erzielte
dabei relativ stark schwankende Einkommen. Zuvor war er bei verschiedenen
Arbeitgebern angestellt und zeitweise auch arbeitslos. Aus dem IK-Auszug geht
entsprechend hervor, dass er ein stark schwankendes Einkommen erzielte (IV-act.
124). Vor diesem Hintergrund besteht für die Bestimmung des Valideneinkommens
keine verlässliche Grundlage. Da der Beschwerdeführer seit längerer Zeit auch nicht
mehr erwerbstätig ist, rechtfertigt sich die Ermittlung des Invaliditätsgrades anhand
eines Prozentvergleichs. In diesem Fall entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der
Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 9. März 2007, I 697/05, E. 5.4 mit Hinweis).
4.4 Entgegen der Beschwerdegegnerin ist in einer adaptierten Tätigkeit nicht von
einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen, da dem Beschwerdeführer eine Pause
von 1 Stunde pro Tag zu gewähren ist. Daraus ergibt sich eine Arbeitsfähigkeit von
gerundet 88% (100 / 8.3 * 7.3).
4.5 Nach der Rechtsprechung hängen die Fragen, ob und in welchem Ausmass
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen
Umständen des konkreten Einzelfalls ab (etwa leidensbedingte Einschränkung, Alter
und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu
schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine
schematische Vornahme des Tabellenlohnabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b
und 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Aufgrund des bereits fortgeschrittenen Alters
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des Beschwerdeführers im massgeblichen Zeitpunkt, insbesondere jedoch wegen den
zahlreichen leidensbedingten Einschränkungen erscheint im vorliegenden Fall der
maximale Abzug von 25% angemessen. Damit resultiert ein nicht rentenbegründender
Invaliditätsgrad von gerundet 34% (100% -[88%x 0.75]). Die Abweisung des
Rentenanspruchs durch die Beschwerdegegnerin ist somit im Ergebnis nicht zu
beanstanden.
5.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde vom 2. September 2013 abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 800.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit unter Berücksichtigung der
mündlichen Verhandlung vom 1. Oktober 2015 als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm daran anzurechnen.
Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.