Decision ID: 610c9820-0212-5b0d-af01-1c91d4f2055f
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A.Y. und B.Y. sind verheiratet und leben seit dem Jahr 2005 getrennt. In der
Steuererklärung 2003 deklarierten sie Einkünfte aus unselbständiger Erwerbstätigkeit
des Ehemanns von CHF 217'685 sowie Einkünfte aus Wertschriften von CHF 2'473. Im
Jahr 2004 betrugen die deklarierten Einkünfte aus unselbständiger Erwerbstätigkeit
CHF 40'713 und jene aus Wertschriften CHF 2'384. Das steuerbare Vermögen wurde
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bei den Kantons- und Gemeindesteuern 2003 mit CHF 759‘669 und im Jahr 2004 mit
CHF 495‘120 deklariert (act. 8/6/4.5 und 5.5).
Im Veranlagungsverfahren stellte das kantonale Steueramt fest, dass A.Y. unter
anderem in den Jahren 2003 und 2004 Einkünfte aus deliktischer Herkunft erzielt und
nicht deklariert hatte. In den Veranlagungen vom 19. Mai 2010 für die Kantons- und
Gemeindesteuern 2003 und 2004 sowie die direkten Bundessteuern 2003 und 2004
rechnete das kantonale Steueramt ermessensweise übrige Einkünfte von
CHF 2'989'559 je Jahr auf; beim Vermögen betrugen die ermessensweisen
Aufrechnungen CHF 4‘050‘000 für die Kantons- und Gemeindesteuern 2003 und
CHF 4‘500‘000 für die Kantons- und Gemeindesteuern 2004 (act. 8/6/4.3, 4.4, 5.3 und
5.4). A.Y. und B.Y. wurden am 19. Mai 2010 für die Kantons- und Gemeindessteuern
2003 mit einem steuerbaren Einkommen von CHF 3‘188’800 und einem steuerbaren
Vermögen von CHF 4‘788’000 und für die direkte Bundessteuer 2003 mit einem
steuerbaren Einkommen von CHF 3‘189‘700 sowie für die Kantons- und
Gemeindessteuern 2004 mit einem steuerbaren Einkommen von CHF 3‘020‘700 und
einem steuerbaren Vermögen von CHF 5‘092‘000 sowie bei der direkten Bundessteuer
2004 mit einem steuerbaren Einkommen von CHF 3‘023‘500 veranlagt.
Gegen die Steuerveranlagungen 2003 und 2004 liessen A.Y. und B.Y. am 1. Juni 2010
Einsprache erheben (act. 8/6/3). Im Wesentlichen machten sie geltend, die
Voraussetzungen für eine Ermessensveranlagung seien nicht erfüllt und die
Begründung für die Aufrechnungen seien nicht ausreichend. Mit
Einspracheentscheiden vom 28. November 2016 hiess das kantonale Steueramt die
Einsprachen teilweise gut (act. 8/6/4.1, 4.2, 5.1 und 5.2). Dabei wurde das deliktische
Einkommen gestützt auf das rechtskräftige Strafurteil des Kantonsgerichts vom
14. August 2013 (Proz. Nr. ST.0000.000) reduziert und neu ordentlich mit
CHF 2'328'411 für 2003 und mit CHF 267‘185 für 2004 aufgerechnet, womit sich ein
steuerbares Einkommen von CHF 2‘527‘600 bei den Kantons- und Gemeindesteuern
2003 und von CHF 2‘528‘500 bei der direkten Bundessteuer 2003 sowie von
CHF 298‘300 bei den Kantons- und Gemeindesteuern 2004 und von CHF 301‘100 bei
der direkten Bundessteuer 2004 ergab. Die ermessensweise Aufrechnungen beim
Vermögen wurden aufgehoben, womit sich für die Kantons- und Gemeindesteuern
2003 ein steuerbares Vermögen von CHF 738‘000 und für die Kantons- und
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Gemeindesteuern 2004 ein steuerbares Vermögen von CHF 592‘000 ergab
(act. 8/6/4.1, 4.2, 5.1 und 5.2).
B. Die gegen diese Einspracheentscheide 2003 und 2004 erhobenen Rechtsmittel
(Rekurs für die Kantons- und Gemeindesteuern respektive Beschwerde für die direkte
Bundessteuer) hiess die Vorinstanz mit Entscheid vom 17. Oktober 2017 teilweise gut
(Ziffern 1, 3, 5/1 und 6 des Dispositivs). Für die Kantons- und Gemeindesteuern 2003
reduzierte sie das steuerbare Einkommen auf CHF 2'489'700; das steuerbare
Vermögen blieb unverändert bei CHF 738'000 (Ziffer 2 des Dispositivs). Für die direkte
Bundessteuer 2003 legte sie das steuerbare Vermögen (richtig: Einkommen) neu auf
CHF 2'490'600 fest (Ziffer 4 des Dispositivs). Für die Kantons- und Gemeindesteuern
2004 reduzierte sie das steuerbare Einkommen auf CHF 293'700; das steuerbare
Vermögen blieb unverändert bei CHF 592'000 (Ziffer 5/2 des Dispositivs). Für die
direkte Bundessteuer 2004 legte sie das steuerbare Einkommen neu auf CHF 296'500
fest (Ziffer 6 des Dispositivs).
C. A.Y. und B.Y. (Beschwerdeführer) erhoben gegen den am 23. Oktober 2017
zugestellten Entscheid der Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) mit Eingabe
ihres Rechtsvertreters vom 22. November 2017 Beschwerde beim Verwaltungsgericht
mit den Anträgen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen seien die Ziffern 2, 4, 5/2
und 7 aufzuheben und die Beschwerdeführer für die Jahre 2003 und 2004
entsprechend ihren Deklarationen zu veranlagen, eventualiter die Angelegenheit zur
Neubeurteilung mit der Anweisung, die Ersatzforderung des Kantons St. Gallen von
CHF 1‘700‘000 zum Abzug zu bringen, zurückzuweisen.
Mit Vernehmlassung vom 20. Dezember 2017 verwies die Vorinstanz auf die
Erwägungen des angefochtenen Entscheides und beantragte die Abweisung der
Beschwerden. Das kantonale Steueramt (Beschwerdegegner) verwies mit Eingabe vom
8. Januar 2018 auf die akute Verjährungsproblematik, verzichtete auf eine
Vernehmlassung und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Die Eidgenössische
Steuerverwaltung (Beschwerdebeteiligte) verzichtete stillschweigend auf eine
Vernehmlassung.
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Auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids und die Ausführungen der
Beschwerdeführer zur Begründung ihrer Anträge sowie die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Da die steuerrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Kantone zur Veranlagung
des Einkommens hinsichtlich der Einkünfte und der Abzüge vereinheitlicht sind, hat die
Vorinstanz die Rekurse betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2003 und 2004
einerseits und die Beschwerden betreffend die direkten Bundessteuern 2003 und 2004
anderseits zu Recht im gleichen Urteil, aber mit getrennten Dispositivziffern erledigt
(BGE 135 II 260 E. 1.3). Ebenso ist es zulässig, dass das Verwaltungsgericht über die
Beschwerden im gleichen Akt entscheidet (vgl. BGer 2C_440 und 441/2014 vom
10. Oktober 2014 E. 1.2; VerwGE B 2014/222 und 223 vom 25. Februar 2016, E. 1;
www.gerichte.sg.ch). Die Verfahren können dementsprechend vereinigt und in einem
einzigen Entscheid erledigt werden.
2. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP; Art. 196 Abs. 1 des
Steuergesetzes, sGS 811.1, StG; Art. 1 Abs. 3 und Art. 7 Abs. 2 der Verordnung zum
Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 145 des Gesetzes über
die direkte Bundessteuer, SR 642.11, DBG). Die Beschwerdeführer sind zur
Beschwerde legitimiert, und ihre Eingabe vom 22. November 2017 entspricht zeitlich,
formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 196 Abs. 1 StG in
Verbindung mit Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 VRP; Art. 145 in Verbindung mit Art. 140 Abs.
1 und 2 DBG). Auf die Beschwerden ist somit einzutreten.
Die Kognition des Verwaltungsgerichts ist auf Rechtsverletzungen beschränkt; die
beschwerdeführende Person kann sich sodann auch darauf berufen, die angefochtene
Verfügung oder der angefochtene Entscheid beruhe auf einem unrichtig oder
unvollständig festgestellten Sachverhalt (Art. 61 VRP). Das Verwaltungsgericht ist im
Steuerrecht nicht an die Begehren der Verfahrensbeteiligten gebunden (Art. 196 Abs. 2
StG) und das Novenverbot im Sinne von Art. 61 Abs. 3 VRP gilt in diesem
Rechtsbereich nicht (vgl. VerwGE B 2007/218 vom 13. März 2008 E. 2.1, B 2012/266
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vom 12. Februar 2014 E. 2.4.1 und B 2013/8 und 9 vom 12. Februar 2014 E. 4.1,
www.gerichte.sg.ch).
3. Die Beschwerdeführer rügen unter anderem Verletzungen des rechtlichen Gehörs (in
den Veranlagungs- und Einspracheverfahren und in den Verfahren vor Vorinstanz)
sowie ein gesetzwidriges Verfahren bei der ermessensweisen Festlegung von
Geldzuflüssen in den Veranlagungsverfahren 2003 und 2004 bei den Kantons- und
Gemeindesteuern sowie der direkten Bundessteuer.
3.1. Zur Verletzung des rechtlichen Gehörs bringen die Beschwerdeführer in ihrer
Beschwerde im Wesentlichen vor, diese sei bereits in den Verfahren vor der Vorinstanz
und auch im Einspracheverfahren vor dem Beschwerdegegner gerügt worden. Das
rechtliche Gehör sei einerseits dadurch verletzt worden, dass den Beschwerdeführern
in den Veranlagungsverfahren keine Möglichkeit gegeben worden sei, zu dem den
Veranlagungen 2003 und 2004 zugrunde gelegten Urteil des Bezirksgerichts X. Stellung
zu nehmen. Bei diesem Strafurteil sei zu würdigen, dass der Ehemann der
Beschwerdeführer im Strafverfahren mehrfach von seinem Recht zur
Aussageverweigerung Gebrauch gemacht habe. Zudem vermöge das Recht auf
Akteneinsicht das rechtliche Gehör mitnichten aufzuwiegen. Für die Beschwerdeführer
sei im Veranlagungsverfahren nicht ersichtlich gewesen, auf welche konkreten Akten
sich der Beschwerdegegner für die Bemessung der Veranlagungen berufen habe. Die
Beschwerdeführer hätten die Steuererklärungen 2003 und 2004 eingereicht und seien
vom Beschwerdegegner nie gemahnt worden, weitere Unterlagen für die
Steuerveranlagung einzureichen oder sonst wie bei der Ermittlung des Sachverhalts
mitzuwirken. Die materiellen Voraussetzungen für die Ermessensveranlagung seien
somit nicht erfüllt gewesen. Doch auch die formellen Voraussetzungen dazu seien vom
Beschwerdegegner missachtet worden. Formelle Voraussetzungen einer
Ermessensveranlagung seien, dass die steuerpflichtige Person formell zur Erfüllung
ihrer Verfahrenspflichten aufgefordert beziehungsweise gemahnt werde. Dies sei
vorliegend jedoch nie geschehen. Somit seien die Ermessensveranlagungen durch den
Beschwerdegegner ohne rechtliche Grundlage erfolgt. Auf diese Vorbringen sei weder
in den Einspracheentscheiden des Beschwerdegegners noch in den Rekurs-
beziehungsweise Beschwerdeentscheiden der Vorinstanz ausführlich eingegangen
worden. Auch Ausführungen dazu, weshalb auf diese entscheidrelevanten Vorbringen
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nicht eingegangen worden sei, fehlten. Damit hätten der Beschwerdegegner respektive
die Vorinstanz das rechtliche Gehör der Beschwerdeführer verletzt. Zudem habe die
Vorinstanz auch die Untersuchungsmaxime verletzt. Sie habe keine eigenen
Abklärungen oder zumindest Plausibilisierungen zu dem vom Beschwerdegegner im
Einspracheverfahren zugrunde gelegten Urteil des Kantonsgerichts getroffen.
3.2. Das Veranlagungsverfahren ist ein gemischtes Verfahren, bei welcher die
Veranlagungsbehörde und der Steuerpflichtige zusammenwirken. Die
Veranlagungsbehörden stellen zusammen mit dem Steuerpflichtigen die für eine
vollständige und richtige Besteuerung massgebenden tatsächlichen und rechtlichen
Verhältnisse fest (Art. 170 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 176 Abs. 1 StG und Art. 123
Abs. 1 DBG). Eine besondere Stellung nimmt beim Veranlagungsverfahren die
sogenannte Ermessensveranlagung ein (Art. 177 StG, Art. 130 Abs. 2 DBG und Art. 46
Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone
und Gemeinden, SR 642.14, StHG). Nach Art. 177 StG und Art. 130 Abs. 2 DBG ist
eine Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen dann vorzunehmen, wenn
Steuerfaktoren oder Steuersubstrat mangels zuverlässiger Unterlagen nicht einwandfrei
ermittelt werden können oder der Steuerpflichtige seine Verfahrenspflichten trotz
Mahnung nicht erfüllt. Das Gesetz scheint damit für die Ermessensveranlagung zwei
voneinander verschiedene Voraussetzungen festzulegen, doch liegt im Grunde
genommen nur eine einzige vor. Anlass zu einer solchen Veranlagung ist nämlich jede
nicht zu beseitigende Ungewissheit im Sachverhalt, welche es der
Veranlagungsbehörde verunmöglicht, die Steuerfaktoren oder Teile davon
„einwandfrei“ zu ermitteln (vgl. BGer 2C_795 und 796/2015 vom 3. Mai 2016 E. 2.4). In
der Folge tritt dann ein Untersuchungsnotstand ein, wenn die zuständige
Veranlagungsbehörde alle zumutbaren sowie geeigneten Untersuchungsmittel
eingesetzt und die steuerpflichtige Person zur Mitwirkung angehalten hat, der
rechtserhebliche Sachverhalt aber dennoch ungewiss geblieben ist (Looser/Fenners,
Besonderheiten bei der Anfechtung der Ermessensveranlagung, in: Festgabe Prof.
Dr. Ulrich Cavelti, St. Gallen 2012, S. 170 ff., S. 174). Formelle Voraussetzung einer
Ermessenschätzung ist, dass die steuerpflichtige Person formell zur Erfüllung ihrer
Verfahrenspflichten aufgefordert wurde. Bei nicht gehöriger Erfüllung ist sie gemäss
gesetzlicher Vorschrift zu mahnen. Erfolgt keine Mahnung, liegt darin eine gegen
Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101,
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BV) verstossende Gehörsverletzung, die einen schwerwiegenden Verfahrensmangel
darstellt. Die darauf gestützte Ermessensveranlagung ist dementsprechend fehlerhaft
(Zweifel/Hunziker, in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen
Steuerrecht, 3. Aufl. 2017, N 30 ff. zu Art. 130 DBG; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. Aufl. 2013, N 66 ff. zu § 139 StG/ZH). Nach
Art. 180 Abs. 2 StG und Art. 132 Abs. 3 DBG kann eine Ermessensveranlagung nur
wegen offensichtlicher Unrichtigkeit angefochten werden (Satz 1); die Einsprache ist zu
begründen und muss allfällige Beweismittel nennen (Satz 2).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist der Anspruch auf rechtliches Gehör
formeller Natur. Dieses dient einerseits der Klärung des Sachverhaltes, anderseits stellt
es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar,
welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu gehört insbesondere das
Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines ihn belastenden Entscheides zur Sache zu
äussern und an der Erhebung wesentlicher Beweise mitzuwirken oder sich zumindest
zum Beweisergebnis äussern zu können, wenn dieses geeignet ist, den Ausgang des
Verfahrens zu beeinflussen. Die Verletzung des rechtlichen Gehörs führt in der Regel
ungeachtet der materiellrechtlichen Begründetheit und der Erfolgsaussichten der
Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung des betreffenden Entscheids (BGE 135
I 187 E. 2, 127 V 431 E. 3d). Der angefochtene Entscheid wird aufgehoben und, ohne
dass die überdies noch geltend gemachten Rechtsverletzungen geprüft würden, zur
Wiederholung des Verfahrens zurückgewiesen. Nach der Rechtsprechung kann eine –
nicht besonders schwer wiegende – Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt
gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer
Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei
überprüfen kann und dem Beschwerdeführer kein Nachteil erwächst. Die Heilung soll
jedoch die Ausnahme bleiben und setzt eine nur geringfügige Beeinträchtigung des
rechtlichen Gehörs voraus (BGE 126 V 130 E. 2b; Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 81 mit Hinweisen).
Bei schweren oder regelmässigen Verletzungen des Gehörsanspruchs ist eine Heilung
grundsätzlich ausgeschlossen. Die Häufung von Rechtsfehlern stellt einen
schwerwiegenden Verfahrensmangel dar und schliesst eine Heilung aus (vgl. statt vieler
BGE 126 I 68 E. 2; 124 V 180 E. 4 mit weiteren Hinweisen; Rhinow/Koller/Kiss/
Thurnherr/Brühl-Moser, Öffentliches Prozessrecht, 2. Aufl. 2010, Rz. 270 ff.).
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3.3. Nachfolgend sind die Rüge betreffend der Verletzungen des rechtlichen Gehörs
sowie die geltend gemachten Verletzungen bei der ermessensweisen Festlegung von
Einkommenszuflüssen in den Steuerperioden 2003 und 2004 zu prüfen.
3.3.1. Nach der Einreichung der Steuererklärung 2003 am 28. Juni 2004 sowie der
Steuererklärung 2004 am 26. Juli 2005 erliess der Beschwerdegegner am 19. Mai 2010
die Veranlagungsverfügungen (bezeichnet: nach Ermessen) für die Kantons- und
Gemeindesteuern 2003 sowie die direkte Bundessteuer 2003, unter Aufrechnung von
Geldzuflüssen aus „Liegenschaftsgeschäften“, verteilt auf vier Jahre je CHF 2'834'983
und Provisionen, verteilt auf vier Jahre je CHF 154'576. Zudem wurden bei den
Kantons- und Gemeindesteuern 2003 bei den übrigen Vermögenswerten (Ziffer 30.6)
CHF 4'050'000 aufgerechnet. Bei den direkten Bundessteuern 2003 wurden Einkünfte
nach Ermessen von CHF 2'189'559 hinzugezählt (act. 8/6/4.3 und 4.5). Zur
Begründung bringt der Beschwerdegegner vor, dass aufgrund eines
Gerichtsentscheids die Aufrechnungen der vorgenannten steuerbaren Einkünfte und
des steuerbaren Vermögens nach Ermessen festgelegt worden seien. Auf welchen
Gerichtsentscheid sich diese Aufrechnung abstützte, lässt sich den Verfügungen der
Steuerperiode 2003 nicht entnehmen. Die Veranlagungsverfügungen für die Kantons-
und Gemeindesteuern 2004 und die direkte Bundessteuer 2004 erfolgten ebenfalls am
19. Mai 2010. Dabei wurde bei den Staats- und Gemeindesteuern 2004 Einkommen
von CHF 2'989'559 (Ziffer 6.3) und Vermögen von CHF 4'500'000 aufgerechnet
(act. 8/6/5.3). Bei der direkten Bundessteuer 2004 wurden bei den übrigen Einkünften
ebenfalls CHF 2'989'559 (Ziffer 6.4) hinzugezählt (act. 8/6/5.4). Die Begründungen für
die Aufrechnungen in den Veranlagungsberechnungen 2004 lauten gleich wie bei den
Veranlagungsberechnungen 2003.
3.3.2. In den Einsprachen betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2003 und
2004 vom 1. Juni 2010 sowie bei den direkten Bundessteuern 2003 und 2004 (act.
8/6/3) rügte der damalige Vertreter, dass die Voraussetzungen zur Durchführung einer
Ermessensveranlagung nicht erfüllt seien, da sich zum einen die Steuerfaktoren und
das Steuersubstrat anhand von Unterlagen ermitteln liessen und zum anderen die
Einsprecher nicht gemahnt worden seien. Zudem würden die Veranlagungen auf einen
Gerichtsentscheid verweisen, ohne denselben zu nennen und ohne zu begründen,
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wieso dieser einer Ermessensveranlagung dienen soll. Es sei davon auszugehen, dass
es sich dabei um das Urteil des Kreisgerichts X. vom 11. Mai 2010 handle.
3.3.3. In den Einspracheentscheiden vom 28. November 2016 betreffend die Staats-
und Gemeindesteuern sowie die direkte Bundessteuer 2003 und 2004 (act. 8/6/4.1,
4.2, 5.1 und 5.2) wird auf die von den Beschwerdeführern vorgebrachten Rügen
betreffend die Gehörsverletzungen beziehungsweise die fehlenden Voraussetzungen
zur Vornahme von ermessensweisen Veranlagungen 2003 und 2004 in der Meinung,
die Beschwerdeführer jetzt auf der Grundlage des Urteils des Kantonsgerichts
ordentlich zu veranlagen, überhaupt nicht eingegangen. Der Beschwerdegegner führt in
den Einspracheentscheiden auf, dass gestützt auf die Feststellungen im Strafverfahren,
die auf umfangreichen Abklärungen und Untersuchungen beruhen würden und vom
Bundesgericht als zutreffend beurteilt worden seien, davon auszugehen sei, dass dem
Beschwerdeführer in den Jahren 2001 bis 2004 aus illegalen Grundstückgeschäften
deliktische Einkünfte von CHF 7'097'847 zugeflossen seien (vgl. Urteil S. 60). Davon
seien rund CHF 200'000 in Abzug zu bringen, welche beim Beschwerdeführer
eingezogen worden seien. Nicht abgezogen werden könne dagegen die verfügte
Ersatzforderung von CHF 1'700'000, da mit deren Bezahlung nicht ernsthaft zu
rechnen sei. Die Einsprache sei in dem Sinne teilweise gutzuheissen, dass die
ursprüngliche Ermessensveranlagung aufgehoben werde und die Steuerfaktoren unter
Einbezug des rechtskräftigen Urteils des Kantonsgerichts vom 14. August 2013 nicht
mehr ermessensweise, sondern im ordentlichen Verfahren festgelegt würden.
3.3.4. In der Rekurs- respektive Beschwerdeschrift vom 30. Dezember 2016 vor der
Vorinstanz (act. 8/1.1 und 8/1.2) rügte der Vertreter unter anderem wiederum die
fehlende Grundlage für eine Ermessensveranlagung und die Verletzung des rechtlichen
Gehörs aufgrund der Nichtbeachtung der Rügen der Beschwerdeführer, welche sie in
den Einsprachen vom 1. Juni 2010 vorgebracht haben. Die Beschwerdeführer hätten
sich vor dem Beschwerdegegner nie zur Ermessensveranlagung äussern können,
welche auf dem Urteil des Kantonsgerichts basiert habe; damit habe der
Beschwerdegegner die Untersuchungsmaxime verletzt.
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3.3.5. In dem in diesem Verfahren angefochtenen Urteil der
Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen vom 17. Oktober 2017 (act. 2)
wird zur Rüge betreffend die Ermessensveranlagung ausgeführt, es sei fraglich, ob es
sich dabei überhaupt um eine solche gehandelt habe, da sich die umstrittenen
Aufrechnungen auf das Urteil des Kreisgerichts X. vom 10. Mai 2010 abgestützt hätten.
Selbst wenn dem so wäre, so habe die Vorinstanz in den angefochtenen
Einspracheentscheiden die Ermessensveranlagungen der Jahre 2003 und 2004
aufgehoben und gestützt auf das rechtskräftige Urteil des Kantonsgerichts vom
14. August 2013 und damit auf der Basis zuverlässiger Unterlagen eine ordentliche
Veranlagung vorgenommen. Die Frage nach der Erfüllung der Voraussetzungen der
Ermessensveranlagungen stelle sich daher nicht mehr, weshalb der Beschwerdegegner
in den Einspracheentscheiden auch nicht mehr darauf habe eingehen müssen. Somit
liege keine Verletzung der Begründungspflicht vor. Nachdem das Urteil des
Kantonsgerichts vom 14. August 2013 in Rechtskraft erwachsen sei, sei den
Beschwerdeführern Ende 2015 Akteneinsicht gewährt worden. Anschliessend habe
auch die Möglichkeit bestanden, zu den vorgesehenen Einspracheentscheiden, welche
erst rund ein Jahr später ergangen seien, Stellung zu nehmen. Die Vorinstanz habe die
gestützt auf das rechtskräftige Strafurteil vorgenommenen Aufrechnungen in den
Einspracheentscheiden zudem hinreichend begründet.
3.4. In den Veranlagungsverfahren 2003 und 2004 erfolgte jeweils eine partielle
Ermessensveranlagung betreffend der aus den deliktischen Handlungen des Ehemanns
zugeflossenen Einkommens- beziehungsweise Vermögenswerten. Dabei hatte der
Beschwerdegegner in den Steuerjahren 2003 und 2004 anlässlich der
ermessensweisen partiellen Aufrechnungen von steuerbarem Einkommen und
Vermögen aus den Delikten in den Veranlagungsverfügungen die von Gesetzes wegen
vorgesehenen Voraussetzungen an eine Ermessensveranlagung nicht eingehalten. Die
Beschwerdeführer wurden weder dazu aufgefordert, zur Behebung des
Untersuchungsnotstands in den Veranlagungsverfahren mitzuwirken, noch erfolgte eine
diesbezügliche Mahnung vor der Eröffnung der partiell nach Ermessen erlassenen
Veranlagungsverfügungen 2003 und 2004. In den Akten liegen keine Schriftstücke, aus
denen gegenteiliges hervorgehen würde; auch bestreitet der Beschwerdegegner diesen
Rechtsmangel nicht. Er hatte sich weder vor der Vorinstanz noch in diesem Verfahren
zu den vorgebrachten Rügen vernehmen lassen und einzig auf die Begründungen in
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den Einspracheentscheiden verwiesen; somit ist davon auszugehen, dass er diesen
Mangel anerkennt. Damit ist erstellt, dass die Veranlagungen der Kantons- und
Gemeindesteuern 2003 und 2004 sowie der direkten Bundessteuer 2003 und 2004
gesetzeswidrig erlassen wurden. Diese dargelegten, unbestrittenen Mängel sind, wie
oben ausgeführt, als eine schwerwiegende Gehörsverletzung zu qualifizieren.
3.5. Das rechtliche Gehör der Beschwerdeführer verletzte der Beschwerdegegner
wiederum, indem er in den Einspracheentscheiden der Kantons- und Gemeindesteuern
2003 und 2004 sowie der direkten Bundessteuer 2003 und 2004 auf die vorgebrachten
Rügen der gesetzeswidrigen Ermessensveranlagung sowie der geltend gemachten
Gehörsverletzung betreffend dem den Veranlagungsentscheiden zugrunde gelegten
Gerichtsurteil des Bezirksgerichts X. gar nicht einging.
3.6. In den Einspracheentscheiden 2003 und 2004 stützte sich der Beschwerdegegner
bei den Aufrechnungen aus deliktischen Handlungen des Beschwerdeführers erstmals
auf das rechtskräftige Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen vom 14. August 2013
(act. 8/6/2.2-9) ab. Dabei ging er davon aus, dass die in diesem Urteil dem
Beschwerdeführer zugeordneten Deliktsummen jeweils den tatsächlichen
Einkommenszuflüssen in den Jahren 2003 und 2004 entsprachen. Aus diesem Grund
verfügte er in den jeweiligen Einspracheentscheiden, dass deshalb (sinngemäss) kein
Untersuchungsnotstand mehr bestehe und deshalb in das ordentliche
Veranlagungsverfahren zurückgekehrt werde.
3.6.1. Was steuerbares Einkommen ist, richtet sich nach der
Reinvermögenszugangstheorie. Danach ist die Gesamtheit derjenigen Wirtschaftsgüter,
welche einer Person während eines bestimmten Zeitabschnittes von aussen zufliessen
und die sie ohne Schmälerung (Verzehr) ihres Vermögens zur Befriedigung ihrer
Bedürfnisse und ihre laufende Wirtschaft verwenden kann, steuerbares Einkommen
(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 12 der Vorbemerkungen zu §§ 16-37a StG/
ZH). Neben regelmässig wiederkehrenden Einkünften unterliegen auch einmalige
Zugänge, neben reinen Wertzuflüssen auch Veräusserungsgewinne, neben
Bareinkünften auch Naturaleinkünfte der Einkommensbesteuerung (Art. 29 Abs. 1 und
2 StG und Art. 16 Abs. 1 und 2 DBG). Nach der gesetzlichen Umschreibung gilt jeder
Wertzufluss als steuerbares Einkommen, sofern das Steuergesetz nicht selber eine
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Ausnahme von der Steuerpflicht vorsieht. Von der Einkommensgeneralklausel
ausgenommen sind die Kapitalgewinne aus der Veräusserung von Privatvermögen
(Art. 29 Abs. 2 StG und Art. 16 Abs. 3 DBG) und die in Art. 37 StG und Art. 24 DBG
abschliessend genannten Fälle (Zigerlig/Oertli/Hofmann), Das st. gallische Steuerrecht,
7. Aufl. 2014, II. Teil Rz. 59 ff.). Die Einkommensbildung ist ein tatsächlicher Vorgang,
weshalb auch aus ungerechtfertigten Einkünften ein Vermögenszuwachs resultieren
kann, wenn die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit dadurch gesteigert wird. Steuerbar
sind demnach auch Vermögenszugänge aus widerrechtlichen oder unsittlichen
Handlungen. Darin kommt die Wertneutralität des Steuerrechts zum Ausdruck. Soweit
keine der speziellen Einkommensbestimmungen zur Anwendung kommt, ist
Einkommen aus widerrechtlicher oder unsittlicher Handlung nach Art. 29 StG und
Art. 16 DBG steuerbar (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG,
3. Aufl. 2016, N 39 zu Art. 16 DBG).
3.6.2. Entgegen der Auffassung des Beschwerdegegners kann nicht ohne weiteres
davon ausgegangen werden, dass die im Strafurteil des Kantonsgerichts dem
Beschwerdeführer nach Quote zugeordneten Deliktsummen in den Jahren 2003 und
2004 diesem auch tatsächlich zugeflossen sind. Zum einen ergibt sich dies alleine
schon aus der Tatsache, dass diese dem Beschwerdeführer zugeordneten deliktischen
Gewinne Gelder sind, deren Höhe auf der Basis einer vom Gericht festgelegten
abstrakten Quote ermittelt wurde. Zudem wird in diesem rechtskräftigen Urteil des
Kantonsgerichts betreffend den darin ausgewiesenen deliktischen Gesamtgewinn
selbst (S. 60) folgendes einschränkend festgehalten: „In welchem Umfang diese
Reingewinne bei A.Y. (.....) verblieben, d.h. welche Gewinne sie individuell aus der
deliktischen Tätigkeit der genannten Gesellschaft erzielten, lässt sich nicht direkt
ermitteln. Die Wertquote an den Beträgen, die aus den beteiligten Gesellschaften
abgeflossen sind, lässt jedoch den Rückschluss auf die Verteilung des deliktischen
Gesamtgewinns zu (....).“ Aufgrund diesem vom Kantonsgericht selbst erklärten
Vorbehalt zu den tatsächlichen Geldzuflüssen an den Beschwerdeführer kann nicht
davon ausgegangen werden, dass das Gerichtsurteil aus steuerrechtlicher Sicht eine
zuverlässige Grundlage ist, mit welcher zweifelsfrei der tatsächliche Geldzufluss in den
Jahren 2003 und 2004 an den Beschwerdeführer ermittelt werden kann. Nach der oben
dargelegten Reinvermögenszugangstheorie müssen die zu besteuernden Wertzuflüsse
der steuerpflichtigen Person tatsächlich auch zugeflossen sein. Die Beschwerdeführer
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brachten bereits im Verfahren vor der Vorinstanz und wiederum in diesem
Beschwerdeverfahren Gründe vor, weshalb insbesondere der Geldzufluss an den
Beschwerdeführer aus den verschiedenen Gesellschaften im Gerichtsurteil nicht
zuverlässig festgestellt werden konnte. Das Urteil stelle nämlich auf die totalen
Reingewinne verschiedener Gesellschaften ab und nicht auf nachgewiesene
Ausschüttungen dieser Reingewinne an den Beschwerdeführer.
Aus dem Gerichtsurteil kann somit nicht gefolgert werden, dass die in den
Gesellschaften angefallenen deliktischen Gewinne tatsächlich auch in dem genannten
Umfang dem Beschwerdeführer ganz oder in Teilen zugeflossen sind. Indem der
Beschwerdegegner sich auf die mutmasslichen (quotalen) Zuflüsse gemäss dem
Gerichtsurteil abstützt, geht er somit von einer Schätzung aus. Deshalb erfolgte auch
im Einspracheverfahren die Ermittlung der deliktischen Zuflüsse der Jahre 2003 und
2004 nach Ermessen. Somit unterlagen die Veranlagungs- und Einspracheverfahren
2003 und 2004 bezüglich der Aufrechnungen aus den deliktischen Handlungen den
oben genannten besonderen gesetzlichen Bestimmungen über die
Ermessensveranlagung.
3.7. Aufgrund der oben festgestellten schwerwiegenden Verfahrensfehler in den
Veranlagungsverfahren 2003 und 2004 und der Tatsache, dass in den
Einspracheverfahren betreffend die Aufrechnungen weiterhin partiell in der
Ermessenstaxation verblieben wurde, hätte die Vorinstanz die angefochtenen
Einspracheentscheide 2003 und 2004 mit den ihnen zugrunde liegenden
Veranlagungen aufheben und zur Wiederholung der Steuerveranlagungen 2003 und
2004 an den Beschwerdegegner zurückweisen müssen. Auch wenn davon auszugehen
wäre, dass die Einspracheverfahren 2003 und 2004 – wie erfolgt – im Rahmen der
ordentlichen Veranlagung durchzuführen gewesen wären, hätte die Vorinstanz die
Rekurse 2003 und 2004 sowie die Beschwerden 2003 und 2004 gutheissen müssen.
Wie schon dargelegt, stützte sich der Beschwerdegegner bei den
Einspracheentscheiden 2003 und 2004 erstmals auf das rechtskräftige Urteil des
Kantonsgerichts St. Gallen vom 14. August 2013 ab. Dass er sich in dieser zweiten
Stufe des verwaltungsinternen Verfahrens auf eine andere Beweisgrundlage für die
Aufrechnungen bezog und zudem ins ordentliche Verfahren wechselte, hätte er den
Beschwerdeführern anzeigen und sie in das Verfahren mit einbeziehen müssen. Dies
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gilt insbesonders, nachdem der Beschwerdegegner den Einbezug bereits bei den
Veranlagungsverfahren versäumt hatte. Damit wurde nämlich das rechtliche Gehör
(auch) in den Einspracheverfahren 2003 und 2004 verletzt. Diese Gehörsverletzungen in
den Veranlagungs- und Einspracheverfahren müssten ebenfalls zur Rückweisung der
Streitsachen 2003 und 2004 zur Neuveranlagung an den Beschwerdegegner führen.
3.8. Aus obigen Erwägungen folgt, dass die Aufrechnungen deliktischer Zuflüsse in den
Veranlagungs- und Einspracheverfahren 2003 und 2004 ermessensweise erfolgten und
deshalb den besonderen gesetzlichen Vorschriften der Ermessensveranlagung
unterlagen. Diese Veranlagungs- und Einspracheverfahren sind deshalb gesetzeswidrig
zu Stande gekommen. Das rechtliche Gehör der Beschwerdeführer wurde mehrfach
verletzt; diese Verletzungen sind als schwerwiegende Verfahrensmängel zu qualifizieren
und können nicht geheilt werden kann. Die Beschwerden betreffend die Kantons- und
Gemeindesteuern 2003 und 2004 sowie die direkte Bundessteuer 2003 und 2004 sind
deshalb gutzuheissen und zur Wiederholung des Veranlagungsverfahrens für die
Steuerjahre 2003 und 2004 an den Beschwerdegegner zurückzuweisen. Deshalb ist auf
die weiteren vorgebrachten (materiellen) Rügen nicht einzutreten.
4. Aufgrund obigen Erwägungen ergibt sich:
4.1. Die Beschwerden betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2003 und 2004
sowie die direkten Bundessteuern 2003 und 2004 sind gutzuheissen, soweit darauf
einzutreten ist, und die Sache ist an den Beschwerdegegner zur Wiederholung des
Veranlagungsverfahren für die Steuerjahre 2003 und 2004 zurückzuweisen.
4.2. Bei diesem Verfahrensausgang sind die amtlichen Kosten der
Beschwerdeverfahren dem Staat (Kantonales Steueramt) aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1
VRP). Eine Entscheidgebühr von je CHF 1‘500, zusammen CHF 3'000 ist angemessen
(Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung; sGS 949.12). Auf die Kostenerhebung
ist entsprechend der verwaltungsgerichtlichen Praxis nicht zu verzichten (Art. 95 Abs. 3
VRP). Die für beide Verfahren geleisteten Kostenvorschüsse von CHF 5'000 sind den
Beschwerdeführern zurückzuerstatten.
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Die amtlichen Kosten der vorinstanzlichen Verfahren von CHF 2'400 sind ebenfalls dem
Staat (Kantonales Steueramt) aufzuerlegen; auf die Erhebung ist hier entsprechend der
vorinstanzlichen Praxis zu verzichten. Die Vorinstanz ist anzuweisen, den
Beschwerdeführern ihre für die vorinstanzlichen Verfahren geleisteten
Kostenvorschüsse von je CHF 800, zusammen CHF 1'600 zurückzuerstatten.
4.3. Die Beschwerdeführer haben antragsgemäss Anspruch auf eine ausseramtliche
Entschädigung zu Lasten des Staates (Art. 98 Abs. 1 und Art. 98 VRP). Der
Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht. Angemessen erscheint vorliegend für
die Verfahren vor der Vorinstanz und diese Beschwerdeverfahren eine Entschädigung
von insgesamt CHF 5'000 zuzüglich pauschale Barauslagen von CHF 200 (vier Prozent
von CHF 5‘000) und, da die anwaltlichen Leistungen im Wesentlichen noch vor dem 1.
Januar 2018 erbracht wurden, acht Prozent Mehrwertsteuer (vgl. Art. 6, Art. 22 Abs. 1
lit. b, Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 der Honorarordnung für Rechtsanwälte und
Rechtsagenten, sGS 963.75; Ziff. 2.1 der MWST-Info 19 zur Steuersatzänderung per
1. Januar 2018, www.estv.admin.ch).