Decision ID: a446b5e8-9618-506e-9d1a-94384ba72bdb
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1998, meldete sich
(durch seine Eltern)
am 19. Dezember 2012 unter Hinweis auf psychische Beschwerden (Intelligenzminderung, einge
schränkte Impulskontrolle) bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/1).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medi
zi
nische und schulische Situation ab und verneinte mit Verfügung vom 18. Oktober 2013 (Urk. 8/15)
eine
Kostengutsprache für medizinische Massnahmen (Psycho
the
rapie)
sowie
mit Mitteilungen vom 12. Februar 2015 (Urk. 8/35) und 30. März 2017 (Urk. 8/76)
jeweils
einen Anspruch auf berufliche (Einglied
e
rungs-)Mass
nahmen. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/82, Urk. 8/
93) sprach
die IV-Stelle mit Verfügung vom 6. Juni 2018 dem Versicherten bei einem Inva
liditätsgrad von 45 % eine
Viertelsrente
rückwirkend
ab 1. Juni 2016 zu (Urk. 8/118
und Urk. 8/124
= Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 6. Juli 2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom 6. Jun
i
2018 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
en
ihm eine ganze Rente sowie berufliche Massnahmen zu gewähren. Eventuell sei die Sache an die IV-Stelle zur Vornahme weiterer Abklärungen zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 26. September 2018 (Urk. 6) beantragte die Beschwe
r
degegnerin
gestützt auf die Stellungnahme ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 31. August 2018 (Urk. 7)
die teilweise Gutheissung der Beschwerde im Sinne einer Rückweisung der Sache zu weiteren Abklärungen. Damit
erkl
ärte sich der Beschwerdeführer
mit Eingabe vom 12. Oktober 2018 (Urk. 11) einver
stan
den.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) prüft der Versicherungsträger die Begehren der versicherten Person, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein. Soweit ärztliche oder fachliche Unter
suchungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind, hat sich die ver
sicherte Person diesen zu unterziehen (Art. 43 Abs. 2 ATSG).
In Ergänzung und Präzisierung zu Art. 43 Abs. 1 ATSG hält Art. 69 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) fest, dass die IV-Stelle, wenn
die
versicherungsmässigen
Voraussetzungen erfüllt sind, die erforderlichen Unt
er
lagen, insbesondere über den Gesundheitszustand, die Tätigkeit, die Arbeits- und Eingliederungsfähigkeit der versicherten Person sowie die
Zweckmässigkeit
be
stimmter
Eingliederungsmassnahmen
beschaffen und zu diesem Zwecke Berichte und Auskünfte verlangen, Gutachten einholen, Abklärungen an Ort und Stelle vornehmen sowie Spezialisten der öffentlichen oder privaten Invalidenhilfe bei
ziehen kann.
1.2
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
Gemäss
stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. Sep
tember 2003 E. 5.2
).
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete die
angefochtene
Verfügung (Urk. 2) dahin
gehend, dass gestützt auf die medizinischen Akten die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit zu 45 % eingeschränkt sei und er demzufolge Anspruch auf eine
Viertelsrente
habe. Die medizinische Sachlage habe nicht aktualisiert werden können, da sich der Beschwerdeführer nicht in ärztliche Behandlung begeben habe (
Begründung zur Verfügung
S. 1 f.).
In der Beschwerdeantwort (Urk. 6) hielt die Beschwerdegegnerin demgegenüber fest, dass die Arbeitsfähigkeit von 55 % in den Akten keine Stütze finde und der letzte ärztliche Bericht aus dem Jahr 2013 datiere. Im Übrigen sei unklar, ob die auferlegte Schadenminderung
spflicht
umgesetzt werde
oder nicht. Dass dem Beschwerdeführer hingegen eine ganze
Invalidenrente
, wie
von ihm
unter ande
rem beantragt (vgl. Urk. 1)
,
zustehe, könne gestützt auf die Akten aber auch nicht belegt werden.
Zusätzlich
bestehe
offenbar doch ein Eingliederungspotential, weshalb weitere medizinische wie auch allfällige weitere berufliche Massnahmen angezeigt seien (S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer erklärte sich mit Eingabe vom 12. Oktober 2018 (Urk. 11) mit der Rückweisung zu weiteren Abklärungen einverstanden.
2.3
Nachdem in Bezug auf die Rückweisung zu weiteren Abklärungen überein
stimmende Anträge vorliegen (Urk.
6 und Urk. 11
) und diese mit der Akten- und Rechtslage in Einklang stehen, ist die Beschwerde in dem Sinne
gutzuheissen
, dass die angefochtene Verfügung vom
6. Juni 2018 (
Urk. 2) aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit diese die notwen
di
gen Abklärungen vornehme und hernach über den Leistungsanspruch
des Be
schwer
deführers
neu verfüge.
3.
3.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zu
legen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 200.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
3.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Ver
wal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollstän
diges Obsiegen (BGE 137 V 57 E.
2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Die
Prozessentschädigung ist
gemäss
Art. 61
lit
g
ATSG
in Verbindung mit § 34
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
(
GSVGer
) ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens zu bemessen
und beim
praxisgemässen
Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuz
üglich Mehrwert
steuer) auf Fr. 2
‘300.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.