Decision ID: 82b04550-ec9b-5d96-89a5-eeeccc36a627
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

I. Mit Replik vom 12. September 2005 wies der Vertreter des  daraufhin, dass sich die Rekurseingabe gemäss den  Rechtsbegehren auch auf den Asylpunkt beziehe. Aufgrund des prekären Gesundheitszustandes seines Mandanten sei es bisher indes nicht möglich gewesen, den Antrag auf Asylgewährung substanziiert zu begründen. Die psychiatrischen Abklärungen dienten aber unter anderem auch dazu, die unbestrittenen Ungereimtheiten im von ihm geschilderten chronologischen Ablauf der Geschehnisse vor Ort zu klären und gegebenenfalls Rückschlüsse auf die Asylrelevanz des Erlebten zu ermöglichen. In diesem Sinne sei die beiliegende Beschwerdeergänzung seines Mandanten zu würdigen. Im besagten Schreiben vom 2. August 2005 machte der Beschwerdeführer unter anderem geltend, die verzögerte Ausreise und das Leben unter anderer Identität seien von ihm plausibel geschildert worden. Im Weiteren sei sein Bruder wegen PKK-Aktivitäten getötet worden, und er selber sei auch Anhänger der PKK. Vor diesem Hintergrund und der Politisierung seiner Familie sei ein Verfolgungsinteresse der Behörden, welche davon gewusst hätten, naheliegend. Das BFM erwäge sodann, er habe seine Militärstrafe bereits vollumfänglich verbüsst. Diese blosse Behauptung verletzte die Untersuchungsmaxime. Die Vorinstanz wäre gehalten gewesen, den Sachverhalt besser abzuklären. Das Bundesamt verkenne, dass die erlittene Behandlung im Militärdienst und die militärgerichtlichen Sanktionen durchaus politische Unterdrückung ausmachten.
J. Am 16. Dezember 2005 gelangte die ARK an die Schweizerische  in Ankara und ersuchte um Abklärungen vor Ort.
K. Am 26. Januar 2006 übermittelte der behandelnde Facharzt der ARK die Kopie eines Austrittsbericht vom 25. Januar 2006 an den Hausarzt des Beschwerdeführers. Gemäss diesem Bericht seien Zustand,  und Diagnose des Patienten im Wesentlichen unverändert.  Problemen, die sich im Zusammenhang mit der dolmetschenden Person ergeben hätten, müsse die Behandlung in der Praxis  werden. Die kurdische Dolmetscherin, die ebenfalls Verfolgung und Diskriminierung im Heimatland erlebt habe, sei nicht mehr in der Lage gewesen, die Erlebnisberichte des Beschwerdeführers zu übersetzen. Eine Fortsetzung der Therapie sei indes angezeigt.
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L. Am 30. Juni 2006 teilte die Schweizerische Botschaft in Ankara der ARK ihre Abklärungsergebnisse mit. Bei den kontaktierten Behörden in _ sei kein Verfahren gegen den Beschwerdeführer hängig. Die Haft des Jahres 1999 (nach der Verhaftung im Teegarten) sei im entsprechenden Register nicht erwähnt. Er sei wegen wiederholter Desertion zu 20 Monaten Haft verurteilt worden. Er habe die gesamte Strafe verbüsst und sei in der Folge für dienstuntauglich erklärt worden. Die Vorladung der Staatsanwaltschaft _ vom 13. Januar 2001 sei authentisch. Sie sei indes aufgrund eines administrativen Irrtums ausgestellt und wieder annuliert worden, da der Beschwerdeführer in diesem Zeitpunkt die Strafe schon verbüsst habe. Über den Beschwerdeführer bestehe kein Datenblatt. Er unterstehe keinem Passverbot und werde durch die türkischen Behörden nicht gesucht. Die Familie des Beschwerdeführers wohne in _. Sein Vater sei eine angesehene Person und habe keine behördlichen Probleme. Der Quartiervorsteher, welcher sein Amt im Jahre 2004 angetreten habe, kenne den Namen des Beschwerdeführers und wisse, dass er sich im Ausland aufhalte. Weder die Polizei noch eine andere Behörde hätten sich bei ihm nach dem Beschwerdeführer oder dessen Familie erkundigt. Die Familie wohne schon seit langer Zeit in _. Zwei Brüder des Beschwerdeführers verfügten über eigene Geschäfte.
M. Nach gewährter Fristerstreckung machte der Beschwerdeführer im Rahmen des rechtlichen Gehörs zu den Abklärungen am 3. August 2006 geltend, die Vorladung vom 13. Januar 2001 sei lediglich gemäss mündlichen Angaben der Vertretung vor Ort widerrufen worden. Ein Beleg für diese Feststellung sei ihm nicht übermittelt worden. Sein Bruder habe ihn über die Erkundigungen in _ informiert. Die Familie habe seit rund acht Monaten keine Probleme mehr mit den . Sein wohlhabender Bruder habe eine vermittelnde Funktion im Quartier inne. Einen anderen Bruder, welcher für die PKK aktiv  sei, habe man 1993 in _ tot aufgefunden. Die Umstände des Todes seien immer noch nicht geklärt. Nach dem Gesagten sei dem Beschwerdeführer in der Schweiz Asyl zu gewähren.
N. Am 4. September 2006 reichte der Beschwerdeführer zwei  zu den Akten und ersuchte um einen baldigen Entscheid. Gemäss
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dem Abklärungsbericht _ vom 2. August 2006 bestehe beim Beschwerdeführer ein Verdacht auf paranoide Persönlichkeitsstörung, sonstige spezifische Persönlichkeitsstörung, andauernde Persönlichkeitsveränderung nach psychischer Erkrankung und andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung. Laut Angaben im Bericht _ vom 11. August 2006 seien beim Beschwerdeführer eine schwere depressive Episode und eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert worden. Es  der Verdacht auf eine wahnhafte Störung. Entsprechend sei eine stationäre Abklärung angezeigt.
O. Mit Eingabe vom 18. April 2007 ersuchte der Vertreter des  erneut um einen baldigen Entscheid. Die ungewisse Zukunft fördere die Erkrankung seines Mandanten. Dieser befinde sich  beigelegtem Arztzeugnis vom 5. April 2007 seit Mai 2006 wegen einer schweren psychischen Erkrankung in ambulanter psychiatrischer Behandlung. Dem ferner eingereichten Bericht _ vom 5. Dezember 2006 könne entnommen werden, dass sich der Beschwerdeführer vom 1. November 2006 bis zum 17. November 2006 in stationärer Behandlung befunden habe. Er leide an einer mittelgradigen depressiven Episode, einer posttraumatischen Belastungsstörung und einer anhaltenden Änderung der Persönlichkeit bei Extrembelastung.
P. Am 14. Februar 2008 übermittelte der Beschwerdeführer dem  einen Arztbericht _ vom 5. November 2007 und erneuerte sein Ersuchen um einen baldigen Entscheid. Im besagten Bericht wurden eine posttraumatische Belastungsstörung, der Verdacht auf eine narzisstische Persönlichkeit und eine rezidivierende depressive Störung (gegenwärtig mittelgradig) erwähnt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht  gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern keine  nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art.
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33 und 34 VGG genannten Behörden. Dazu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31); das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des  vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Das Bundesverwaltungsgericht übernimmt, sofern es zuständig ist, seit dem 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der ehemaligen ARK hängigen Rechtsmittel. Das neue Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).
1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen  und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
1.4 Gemäss Rechtsbegehren wurde die vorinstanzliche Verfügung entgegen der Sichtweise des Bundesamtes vollumfänglich .
2. Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht; der  ist legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 50 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist mithin einzutreten.
3.
3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person , wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu  bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen  ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder  sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).
3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft  oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender  für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen,
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die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Vorbringen sind dann glaubhaft, wenn sie genügend , in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in  Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht  sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss die asylsuchende Person persönlich glaubwürdig , was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre  auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt (vgl. Art. 7 Abs. 3 AsylG), aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen  oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens  auswechselt oder unbegründet nachschiebt, mangelndes  am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert.  bedeutet ferner - im Gegensatz zum strikten Beweis - ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse  und Zweifel an den Vorbringen des Beschwerdeführers. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn der Richter von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die  reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der  zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte  und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte  sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer , ob die Gründe, die für die Richtigkeit der  sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. Entscheide und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1994 Nr. 5 E. 3c S. 43 f.; 1996 Nr. 28 E. 3a S. 270; 2005 Nr. 21 E. 6.1. S. 190 f.). An den genannten Kriterien ist nach wie vor festzuhalten, zumal die  diesbezüglich keine Änderung erfahren hat.
3.3 Entsprechend der Lehre und Praxis ist für die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft sodann erforderlich, dass die asylsuchende Person ernsthafte Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat, beziehungsweise solche im Fall einer Rückkehr in den Heimatsaat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss. Die Nachteile müssen der asylsuchenden Person gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive drohen oder zugefügt worden sein. Nach neuerer Rechtsprechung kann eine Verfolgungshandlung
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im Sinne von Art. 3 AsylG von staatlichen oder nichtstaatlichen Akteuren ausgehen (vgl. den Grundsatzentscheid EMARK 2006 Nr. 18). Die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft setzt zudem voraus, dass die betroffene Person einer landesweiten Verfolgung ausgesetzt ist und sich nicht in einem anderen Teil ihres Heimatstaates in Schutz bringen kann (EMARK 2006 Nr. 18). Ausgangspunkt für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise vorhandenen Verfolgung oder begründeten Furcht vor einer solchen. Die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides ist jedoch im Rahmen der Prüfung nach der Aktualität der Verfolgungsfurcht ebenfalls wesentlich. Veränderungen der objektiven Situation im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid sind deshalb zugunsten und zulasten der Asylgesuch stellenden Person zu berücksichtigen (vgl. EMARK 2000 Nr. 2 E. 8b, 1994 Nr. 24 E. 8a; WALTER KÄLIN, Grundriss des Asylverfahrens, Basel/Frankfurt a. M. 1990, S.135 ff.).
4.
4.1 Die Vorinstanz ging im angefochtenen Entscheid von der  der geltend gemachten wiederholten Desertion des  und dem daraus resultierenden militärstrafrechtlichen Verfahren aus. Diese bereits aufgrund der damaligen Aktenlage  Einschätzung wurde durch die von der Rekursinstanz  Abklärungen vor Ort bestätigt. Demnach ist erwiesen, dass der Beschwerdeführer wegen eines militärstrafrechtlichen Delikts zu einer Haftstrafe verurteilt und aus psychischen Gründen aus der Armee  wurde. Gemäss Aktenlage bestehen auch keine  Zweifel daran, dass der Beschwerdeführer wegen des erwähnten Delikts für längere Zeit inhaftiert wurde.
Gemäss konstanter Praxis stellen indes allfällige strafrechtliche Konsequenzen wegen Refraktion, Dienstverweigerung oder Desertion an sich keine Verfolgung im Sinne des Asylgesetzes dar. Es ist ein legitimes Recht jedes Staates, seine Bürger zum Militärdienst , weshalb strafrechtliche oder disziplinarische Massnahmen bei Pflichtverletzungen grundsätzlich nicht als politisch motivierte oder menschenrechtswidrige Verfolgungsmassnahmen zu betrachten sind. Unter gewissen Umständen kann allerdings eine Einberufung zum Militärdienst oder eine Bestrafung wegen Refraktion, Dienstverweigerung oder Desertion dennoch für eine Anerkennung als
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Flüchtling beachtlich sein, unter anderem dann, wenn die entsprechende Person aus asylrechtlich relevanten Gründen während des Dienstes oder der Haft wegen Dienstverweigerung schwersten Übergriffen und Misshandlungen durch Kameraden und Vorgesetzte ausgesetzt war (vgl. dazu u.a. UNHCR, Handbuch über Verfahren und Kriterien zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft, Genf, Februar 1993, S. 48 f.).
4.2 Der Beschwerdeführer macht denn auch als Fluchtgrund nicht die Haft als Deserteur an sich geltend, sondern führt aus, im Militärdienst beziehungsweise während der Haft schwer misshandelt worden zu sein. Die Vorinstanz geht offenbar auch von der Glaubhaftigkeit dieser Sachverhaltselemente aus, was sich unter anderem e contrario aus der Erwägung auf S. 4 oben des angefochtenen Entscheids ergibt. Auch das Bundesverwaltungsgericht hat keinen Anlass, an der menschenrechtswidrigen Behandlung des Beschwerdeführers im Militärdienst und in der Haft zu zweifeln. Bereits bei der Anhörung hatte der Beschwerdeführer substanziierte und mit Realitätskennzeichen versehene Angaben hinsichtlich der zu Beginn des Dienstes erlebten Schläge bis hin zu Bewusstlosigkeit und  Misshandlungen gemacht. Dabei habe man ihn wegen seiner  beschimpft (A 7/21, S. 8: "Alle Kurden aus _ sind "). Nach einer der wiederholten Fluchten aus dem Dienst sei er sodann noch massiver gefoltert worden. Im Militärgefängnis sei er aufs Schlimmste gefoltert worden (A 7/21, S. 9). Er gibt an, die Sachen, die er habe durchmachen müssen, würde ein normaler Mensch gar nicht begreifen. Zum Beispiel habe er die Kriechstellung einnehmen und mit der Zunge den ganzen Salon auflecken müssen. Aufgrund der Misshandlungen sei er psychisch krank geworden und ihm seien stellenweise die Haare ausgefallen. Der Beschwerdeführer hat sodann offenbar verschiedene Narben, die auf die erlittenen Folterungen hinweisen. Schliesslich bestätigen auch die auf Beschwerdeebene eingereichten medizinischen Berichte die geltend gemachten Folterungen. Insgesamt ist daher glaubhaft, dass der Beschwerdeführer während des Militärdienstes und seiner Haft wegen Desertion schwersten Folterungen ausgesetzt war.
Entsprechend ist die vorinstanzliche Sichtweise, wonach den Ereignissen im Militärdienst und der Bestrafung in der geltend gemachten Form keine Asylrelevanz zukomme, in diesem Sinne nicht zu stützen. Vielmehr erfüllen die vom Beschwerdeführer erlittenen
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Ereignisse - die Folter während der Haft als Deserteur - die  der Rechtsprechung an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG. Es handelt sich um erhebliche Nachteile, die ihm gezielt aus einem beziehungsweise mehreren Motiven im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG (ethnische Zugehörigkeit beziehungsweise politische Anschauung) zugefügt wurden. Dabei kann offen bleiben, ob es sich um Überschreitungen der Amtspflicht durch einzelne Vorgesetzte oder um systematisches Vorgehen handelte, da es dem Beschwerdeführer in der gegebenen Situation nicht zumutbar war, sich allenfalls an höherer Stelle gegen die Übergriffe zu wehren. Diesbezüglich ist auch darauf hinzuweisen, dass Anzeigen wegen Folterungen in der Haft nur sehr schleppend behandelt werden und bisher kaum zu Verurteilungen geführt haben. Insgesamt hat der Beschwerdeführer damit glaubhaft gemacht, im Zusammenhang mit seiner Dienstpflicht Opfer asylrechtlich relevanter Verfolgungshandlungen geworden zu sein.
4.3 Unbestritten ist aber auch, dass der Beschwerdeführer Ende 1999 aus der Haft entlassen worden ist, weshalb sich die Frage nach der Kausalität zwischen Verfolgung und Flucht stellt. Vom Bestehen der begründeten Furcht im Zeitpunkt der Ausreise wird in der Regel ausgegangen, wenn zwischen einer stattgefundenen Verfolgungsmassnahme oder der anderweitigen Kenntnisnahme einer Verfolgungsgefahr und der Ausreise ein zeitlicher und sachlicher Zusammenhang besteht. Der zeitliche Zusammenhang gilt in der Regel als zerrissen, wenn der Gesuchsteller länger als sechs bis zwölf Monate mit der Flucht zuwartet. Zu berücksichtigen ist allerdings immer, dass eine Verfolgung, die im Zeitpunkt der Ausreise einige Zeit zurück lag, bei den Betroffenen dennoch begründete Furcht vor zukünftiger Verfolgung auslösen kann (vgl. ALBERTO ACHERMANN/CHRISTINA HAUSAMMANN, Handbuch des Asylrechts, 2. Aufl., Bern/Stuttgart 1991, S. 108).
Der Beschwerdeführer führt dazu aus, selbst im Zeitpunkt der Ausreise noch von den Militärbehörden gesucht worden zu sein, weil eine Reststrafe von 20 Monaten noch zu leisten gewesen wäre. Nach seiner Entlassung aus dem Militärdienst Ende 1999 habe er kein geregeltes Leben mehr führen können, sondern unter dem Namen _ im Stadtteil _ von _ in einem Mehrfamilienhaus versteckt gewohnt. Dies sei ihm durch politische Freunde ermöglich worden. Zwar sind die diesbezüglichen Vorbringen recht vage ausgefallen, andererseits ist aber auch bekannt, dass
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Kurden nach Problemen mit Sicherheitskräften oft jahrelang unter anderer Identität bei Freunden oder Verwandten in relativer Sicherheit unterkommen. Die fehlende Tiefe hinsichtlich des Untertauchens erscheint vorliegend eher als Unfähigkeit einer schwer traumatisierten Person, gewisse Sachverhaltselemente anschaulich und chronologisch darzulegen. Auch handelt es sich im Vergleich zu den geltend gemachten Fluchtgründen um ein eher nebensächliches Sachverhaltselement. Beachtlich ist dabei auch die Vorladung der Staatsanwaltschaft _ vom 13. Januar 2001, die im Rahmen der Botschaftsabklärung für authentisch befunden worden ist. Wann die entsprechende Vorladung annuliert und ob dies dem Beschwerdeführer zur Kenntnis gebracht worden sei, geht aus dem Botschaftsbericht nicht hervor. Der Beschwerdeführer verweist denn auch in den Befragungen verschiedentlich auf die nach wie vor ausstehende Gefängnisstrafe und die entsprechende Vorladung. Dass der Beschwerdeführer vor der Flucht von einer allfälligen Annullierung der Vorladung Kenntnis erlangt haben könnte, scheint insgesamt nicht wahrscheinlich. Vielmehr geht aus den Ausführungen des Beschwerdeführers recht deutlich hervor, dass er sich nach wie vor fürchtete, wegen der Desertion erneut inhaftiert und gefoltert zu werden. Aufgrund seiner Erlebnisse und der an ihn gerichteten Vorladung erscheint die entsprechende subjektive Furcht des Beschwerdeführers sodann auch objektiv begründet. Zwischen den dem Beschwerdeführer bereits zugefügten gravierenden Nachteilen und der erst Anfang Januar 2004 erfolgten Ausreise bestand somit sowohl in zeitlicher als auch in sachlicher Hinsicht insofern ein genügend enger Zusammenhang, als der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Ausreise in subjektiver wie in objektiver Hinsicht begründete Furcht vor weiteren Verfolgungshandlungen hatte. Schliesslich stand dem Beschwerdeführer aufgrund der dargelegten Situation im Zeitpunkt seiner Ausreise auch keine valable innerstaatliche Fluchtalternative offen.
5. Nach dem Gesagten erfüllte der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Ausreise aus dem Heimatstaat die Flüchtlingseigenschaft. Letztlich ist diesbezüglich indessen der Zeitpunkt des Asylentscheides , das heisst, es ist zu prüfen, ob die Furcht vor einer  Verfolgung (noch) begründet ist. Dabei sind Veränderungen der  Situation im Heimatstaat zwischen Ausreise und  zugunsten und zulasten des Beschwerdeführers zu  (vgl. EMARK 2005 Nr. 18 E. 5.7.1. S. 164).
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5.1 Gemäss Botschaftsauskunft vom 30. Juni 2006 habe der Beschwerdeführer die Strafe wegen Desertion vollumfänglich verbüsst, über ihn bestehe kein Datenblatt, er unterliege keinem Passverbot und die Vorladung zum Strafantritt vom 13. Januar 2001 sei durch die türkischen Behörden annulliert worden, er werde nicht mehr gesucht. Auch wenn sich die Situation in der Türkei seit der Ausreise des Beschwerdeführer insgesamt kaum verbessert und teilweise wieder verschärft hat, können gemäss Botschaftsabklärungen künftige asylrechtlich relevante Übergriffe im Zusammenhang mit dem Militärdienst mutmasslich ausgeschlossen werden. Immerhin wendet der Beschwerdeführer diesbezüglich zu Recht ein, dass die Annullierung der Aufforderung zum Strafantritt keinen schriftlichen Niederschlag gefunden hat, und angesichts der Erlebnisse des Beschwerdeführers ist auch nachvollziehbar, dass er dieser Auskunft durch die Botschaft nicht vollumfänglich traut. Hinzu kommt, dass aufgrund der eingereichten Arztberichte eine konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers bei zukünftigen Behördenkontakten nicht auszuschliessen ist (vgl. Arztbericht vom 25. Januar 2006). Der Beschwerdeführer weise aufgrund seiner psychischen Situation ein behördenauffälliges Verhalten auf und leide unter einem wahnhaften Patriotismus, was im Falle der Rückkehr zu einer Selbstgefährdung führen würde. Auch wenn diese Aussagen möglicherweise den Rahmen einer rein ärztlichen Einschätzung sprengt, liegt in diesem Lichte besehen eine konkrete Gefährdung bei Behördenkontakten im Heimatstaat unter Umständen nahe. Ob angesichts dieser Sachlage und der glaubhaft gemachten Vorverfolgung des Beschwerdeführers eine subjektive Furcht vor zukünftiger Verfolgung nach wie vor als objektiv begründet erscheint, kann letztlich aber aufgrund der nachfolgenden Erwägungen offen bleiben.
6.
6.1 Eine erlittene Vorverfolgung ist auch nach Wegfall einer zukünftig drohenden Verfolgungsgefahr weiterhin als asylrechtlich relevant zu betrachten, wenn eine Rückkehr in den früheren Verfolgerstaat aus zwingenden, auf diese Verfolgung zurückgehenden Gründen nicht  ist; bei dieser Auslegung von Art. 3 AsylG zieht das  in Weiterführung der Praxis der ARK die  Formulierung der Ausnahmebestimmung von Art. 1C Ziff. 5 Abs. 2 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der  (Flüchtlingskonvention, FK [SR 0.142.30]) bei (vgl. EMARK 1993
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Nr. 31, zuletzt bestätigt in EMARK 2001 Nr. 3). Als "zwingende " in diesem Zusammenhang sind vorab traumatisierende Erlebnisse zu betrachten, die es der betroffenen Person angesichts erlebter schwerwiegender Verfolgungen, insbesondere Folterungen, im Sinne einer Langzeittraumatisierung psychologisch verunmöglichen, ins  zurückzukehren (vgl. EMARK 1995 Nr. 16 E. 6d S. 166 ff.).
Die vom Beschwerdeführer während der Haft erlebten Folterungen sind zweifellos als traumatische Erlebnisse im Sinne der Rechtsprechung zu bezeichnen. Aufgrund der eingereichten, von fachlich kompetenter Seite erstellten ärztlichen Berichte erachtet es das Bundesverwaltungsgericht sodann als erstellt, dass beim  vom Bestehen einer Langzeittraumatisierung, welche eine Rückkehr in den Heimatstaat im heutigen Zeitpunkt psychisch verunmöglicht, im Sinne der zitierten Rechtsprechung auszugehen ist. In den Berichten (der älteste datiert vom 29. Juni 2004, der aktuellste vom 5. November 2007) ist von einer chronischen posttraumatischen Belastungsstörung, einer anhaltenden Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung und einer nicht näher bezeichneten anderen Persönlichkeitsstörung die Rede. Gemäss Bericht vom 18. April 2005 erfolgte offenbar eine Vorbehandlung im Zentrum des SRK für ; auch eine organische Persönlichkeitsstörung und  Erleben werden diagnostiziert; zerebrale Folgen der Folter  für wahrscheinlich erachtet. Im Bericht vom 27. Juni 2005 wird die Traumatisierung auf erlittene Misshandlungen zurückgeführt. Im Bericht vom 2. August 2006 wird der Verdacht auf paranoide Persönlichkeitsstörung, sonstige spezifische Persönlichkeitsstörung, andauernde Persönlichkeitsveränderung nach psychischer Erkrankung und andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung festgehalten. Laut Angaben im Bericht vom 11. August 2006 sind beim Beschwerdeführer eine schwere depressive Episode und ebenfalls eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert worden. Es besteht der Verdacht auf eine wahnhafte Störung. Dem Bericht vom 5. Dezember 2006 kann sodann entnommen werden, dass sich der Beschwerdeführer vom 1. November 2006 bis zum 17. November 2006 in stationärer Behandlung befunden hat. Es wird eine mittelgradige depressive Episode, eine posttraumatische Belastungsstörung und eine anhaltenden Änderung der Persönlichkeit bei Extrembelastung diagnostiziert. Die Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung wird schliesslich im Bericht vom 5. November 2007 bestätigt. Gleichzeitig wird der Verdacht auf eine narzisstische Persönlichkeit
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erwähnt. Ferner hat der Patient lebhafte Erinnerungen an die Misshandlungserlebnisse in der Haft und weist entsprechende Narben auf.
6.2 In Anbetracht dieses komplexen Krankheitsbilds einer  bestehen demnach "zwingende Gründe", die einer Rückkehr des Beschwerdeführers in die Türkei entgegen stehen; dabei ist die Frage, ob er - wie von der Vorinstanz in der Vernehmlassung  - die psychischen Beeinträchtigungen in seinem  adäquat behandeln lassen könnte, ohne Belang.
6.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorbringen des  den Anforderungen von Art. 3 AsylG an die  genügen; ferner bestehen aufgrund der Akten keine genügenden Hinweise auf das Vorliegen allfälliger  im Sinne von Art. 53 AsylG. Die Verfügung der Vorinstanz ist aufzuheben und dem Beschwerdeführer Asyl zu gewähren.
7.
7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Der geleistete Kostenvorschuss ist dem Beschwerdeführer demnach zurückzuerstatten.
7.2 Obsiegende Parteien haben Anspruch auf eine  für die ihnen erwachsenen notwendigen Kosten (Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und  vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Seitens der Rechtsvertretung wurde keine Kostennote eingereicht. Auf die Nachforderung einer solchen kann indes verzichtet werden, da im vorliegenden Verfahren der Aufwand für den  zuverlässig abgeschätzt werden kann und die von der Vorinstanz zu entrichtende Parteientschädigung von Amtes wegen und in Berücksichtigung der massgeblichen Bemessungsfaktoren auf Fr. 1'600.-- (inkl. allfällige Spesen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.
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