Decision ID: 66edcfb3-56d1-5783-972c-1af80b82883d
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 8. April 2009 (Eingang IV-Stelle: 1. Juli 2009) bei der
Invalidenversicherung (IV) wegen einer Depression, die seit 15 Jahren bestehe und seit
dem Jahr 2000 fachärztlich behandelt werde, zum Leistungsbezug an. Weiter gab sie
an, wegen körperlichen Folgen eines Unfalles in ärztlicher Behandlung zu stehen (IV-
act. 1). Die Versicherte war am 13. Januar 2005 ausgerutscht und hatte sich dabei eine
nicht dislozierte Fraktur bzw. einen Abriss des Tuberculum majus des linken Humerus
zugezogen (Fremdakten, Unfallmeldung vom 14. Januar 2005; Arztzeugnis UVG vom
18. Januar 2005, ärztlicher Bericht UVG vom 1. März 2005). Die B._ AG hatte das seit
dem 2. April 1991 bestehende Arbeitsverhältnis am 9. April 2007 fristlos aufgelöst, da
die Versicherte nicht mehr zur Arbeit erschienen sei (IV-act. 8).
A.b Dr. med. C._, Oberarzt Psychiatrische Klinik D._, berichtete am 17. April 2009
dem die Versicherte einweisenden Dr. med. E._, Psychiatrie/Psychotherapie, über
ihren dritten stationären Aufenthalt vom 31. Dezember 2008 bis 11. April 2009
(vorherige stationäre Behandlungen vom 28. November 2006 bis 16. Februar 2007 und
vom 13.-14. November 2007; IV-act. 27-1). Dabei wurde die Diagnose einer bipolaren
affektiven Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode ohne psychotische
Symptome (ICD-10: F31.4), sowie der Verdacht auf eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung mit dependenten und histrionischen Anteilen (ICD-10: F61.0)
gestellt und bei Austritt eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert (Austrittsbericht, IV-
act. 21).
A.c Dr. med. F._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Oberarzt Tagesklinik
G._, berichtete am 28. Oktober 2009 dem RAD, die aktuelle tagesklinische
Behandlung dauere seit Ende des stationären Aufenthaltes. Die Versicherte könne
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keine Erwerbstätigkeit ausüben; schon die regelmässige Anwesenheit in der
Tagesklinik stelle eine Leistung dar (IV-act. 23).
A.d Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 22. Dezember 2009 mit, es seien zurzeit
keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich (IV-act. 26).
A.e Dr. F._ führte in einem Arztbericht vom 29. März 2010 aus, es sei eine leichte
Verbesserung der Symptomatik erkennbar. Diese sei sehr labil und zeige rasche,
intensive Schwankungen. Es bestehe nach wie vor eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit.
Es sei begonnen worden, im klinikinternen geschützten Rahmen an drei Halbtagen pro
Woche eine Arbeit zu installieren (IV-act. 27). Gemäss Verlaufsbericht vom 22. Juli 2010
wurde die tagesklinische Behandlung Ende April 2010 abgebrochen (IV-act. 31).
A.f Dr. E._ berichtete am 13. Dezember 2010 dem damaligen Hausarzt der
Versicherten, Dr. med. H._, Allgemeinmedizin, er behandle die Versicherte seit dem
8. Juli 2000. Im Dezember 2008 sei sie in einem verwahrlosten und tief depressiven
Zustand aus I._ in die Schweiz zurückgekehrt. Als Diagnosen hielt er eine bipolare
affektive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode mit "somatischen
Symptomen" (ICD-10: F31.31) sowie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10:
F60.4, F60.5) fest. Die psychische Störung werde von den körperlichen Beschwerden
beeinflusst. Das psychische Leiden habe sich chronifiziert. Die Versicherte sei weiterhin
100 % arbeitsunfähig und könnte nur in einem geschützten Rahmen ein Pensum von
30 % bis 40 % ausüben (IV-act. 46-3 ff.).
A.g Im Auftrag der IV-Stelle erstattete das medizinische Gutachterzentrum St. Gallen
(MGSG) am 15. Dezember 2010 ein orthopädisch (Dr. med. J._) - psychiatrisches
(Dr. med. K._) Gutachten. Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
wurde ein Impingement der linken Schulter bei Supraspinatussehnenteilruptur nach
Tuberculum-maius-Fraktur im Januar 2005, eine mediane und teils foraminale
Bandscheibenprotrusion L3/4 mit eventueller leichter Irritation der Nervenwurzel L3
links, eine mässige Spondylarthrose L4/5 mit eventueller leichter Irritation des
Nervenwurzelpaares L5 und S1 recessal, eine rezidivierende depressive Störung mit
(überwiegend) mittelgradigen depressiven Episoden mit somatischem Syndrom,
bestehend seit mindestens November 2006 (ICD-10: F33.11), sowie eine kombinierte
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Persönlichkeitsstörung mit dependenten und histrionischen Anteilen (ICD-10: F61.0),
bestehend seit Jahren, erhoben. Als Hilfsmetzgerin bei voller Stundenpräsenz bestehe
seit Mai 2010 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %, da aufgrund der rezidivierenden
depressiven Störung die emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität, der Antrieb,
die Interessen, die Motivation und die Dauerbelastbarkeit beeinträchtigt seien. Für
angepasste, im Wesentlichen wenig belastende Tätigkeiten könne seit Mai 2010 von
einer Arbeitsfähigkeit von 60 % ausgegangen werden. Vom 31. Dezember 2008 bis
11. April 2009 sowie während der anschliessenden tagesklinischen Behandlung bis
April 2010 sei auch für adaptierte Tätigkeiten von einer vollen Arbeitsunfähigkeit
auszugehen (IV-act. 48-23 f.). Die Arbeitsfähigkeit sei durch ein somatisches und ein
psychisches Leiden mit Krankheitswert eingeschränkt. Daneben bestünden
psychosoziale Belastungsfaktoren vor allem mit finanziellen Problemen und
Abhängigkeit vom Sozialamt (IV-act. 48-25 f.).
A.h Der RAD nahm am 24. März 2011 Stellung, das Gutachten sei überwiegend
plausibel; mit gewissen Korrekturen könne darauf abgestellt werden. Insbesondere sei
nachzufragen, ob und wie die arthroskopische Behandlung der Schulter durchgeführt
worden sei (IV-act. 50).
A.i Dr. J._ berichtete am 31. Oktober 2011, nun neu als behandelnder Arzt, es
bestehe ein Status nach Labrumteilresektion, Acromioplastik und Bursektomie links bei
Supraspinatussehnenteilruptur mit Restbursitis. Die stationäre Behandlung sei vom
29. Juni bis 1. Juli 2011 erfolgt. Aus orthopädischer Sicht sei die Versicherte ab
7. November 2011 wieder voll arbeitsfähig (IV-act. 56).
A.j Dr. E._ berichtete am 5. November 2012, es bestünden eine bipolare affektive
Störung, gegenwärtig mittel- bis schwergradige depressive Episode (ICD-10: F31.3,
F31.4), eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.4, F60.5) sowie ein
chronifiziertes Schmerzsyndrom. Die Versicherte sei seit November 2007 bis auf
weiteres zu 100 % arbeitsunfähig. Sie habe intensive Schmerzen, die Beweglichkeit der
linken Schulter sei eingeschränkt, dazu sei sie depressiv, niedergeschlagen, im Antrieb
stark vermindert, lustlos, sehr ängstlich, immer erschöpft, zeige Tendenz zum sozialen
Rückzug. Sie sei psychomotorisch verlangsamt, habe keine Ausdauer, könne sich nicht
länger auf eine Arbeit konzentrieren, werde rasch müde und zeige starke
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Anpassungsstörungen (IV-act. 69). RAD-Arzt Dr. med. L._, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie FMH, ging daraufhin gestützt auf die Aktenlage davon aus, dass
dauerhaft keine Arbeitsfähigkeit mehr bestehe (IV-act. 71).
A.k Am 16. Januar 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, das
Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen werde zurzeit aufgrund des
Gesundheitszustands abgewiesen (IV-act. 75).
A.l RAD-Ärztin Dr. med. M._ nahm am 24. April 2013 Stellung, aus heutiger
versicherungsmedizinischer Sicht sei das bidisziplinäre Gutachten des MGSG in
einigen Beurteilungen nicht ausreichend begründet. Obwohl eine rezidivierende
depressive Störung diagnostiziert werde, werde der diagnostischen Einschätzung in
den Vorakten (bipolare affektive Störung) zugestimmt. Zur abweichenden Einschätzung
der Arbeitsunfähigkeit (gemäss Vorakten 100 %) werde keine Stellung genommen. Es
fehle auch eine Stellungnahme zur Suizidalität (IV-act. 76).
A.m Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte durch med. pract. N._,
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, begutachtet (Gutachten vom 30. November
2013). Dabei wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradig depressive
Episode (ICD-10: F33.0 / F33.1), differenzialdiagnostisch eine bipolare affektive
Störung, Typ II, gegenwärtig leichte oder mittelgradig depressive Episode (ICD-10:
F31.3), sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) erhoben.
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurde eine kombinierte Persönlichkeitsstörung
mit abhängigen und histrionischen Zügen (ICD-10: F61.0) diagnostiziert (IV-act. 80-22).
In der angestammten Tätigkeit als Hilfsarbeiterin (Hilfsmetzgerin) sei aus
psychiatrischer Sicht spätestens seit der gutachterlichen Untersuchung im November
2013 eine Arbeitsfähigkeit von 60 % bis 70 % ausgewiesen. Die angestammte Tätigkeit
sei angepasst (IV-act. 80-29 ff.).
A.n Der RAD würdigte das Gutachten am 9. Dezember 2013 als umfassend, in
Kenntnis der Vorakten erstellt, auf allseitigen Untersuchungen beruhend, die geklagten
Beschwerden berücksichtigend und in der Beurteilung der medizinischen
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Zusammenhänge und Schlussfolgerungen und in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
nachvollziehbar (IV-act. 81).
A.o Mit Vorbescheid vom 15. Januar 2014 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, das Leistungsbegehren abzuweisen (IV-act. 84). Dagegen erhob die
Versicherte am 10. Februar 2014 Einwand (IV-act. 85). Sie liess einen Bericht von
Dr. E._ vom 8. März 2014 nachreichen, der im Wesentlichen äusserte,
med. pract. N._ habe die Symptome der tiefen Depression (Selbstwertproblematik,
Suizidalität) nicht erfasst. Der psychische Zustand zeige eine stete Tendenz zur
Chronifizierung und Verschlechterung. Med. pract. N._ stelle gegenüber dem
Gutachten von Dr. K._ eine Verbesserung fest; diese sei nicht nachvollziehbar. Die
Beschwerdeführerin sei nicht im Stande, ihre bisherige Tätigkeit auszuüben. Sie könnte
nur eine Arbeit in geschütztem Rahmen verrichten (IV-act. 88).
A.p Der RAD hielt am 8. Mai 2014 fest, der Bericht von Dr. E._ führe keine weiteren,
bisher nicht bekannten Aspekte an. Sowohl die gutachterliche Beurteilung als auch
jene von Dr. E._ seien mit der gebotenen Sorgfalt vorgetragen. Durch weitere
medizinische Abklärungen sei derzeit keine höhere Aussagesicherheit zu erwarten (IV-
act. 89).
A.q Der Bericht von Dr. E._ vom 8. März 2014 wurde med. pract. N._ zur
Stellungnahme vorgelegt. Die Gutachterin hielt am 26. Juli 2014 im Wesentlichen an
ihrer Einschätzung fest, da sie nicht nur die von der Versicherten angegebenen
Beschwerden, sondern auch die angegebenen Aktivitäten, Interessen und Hobbys
berücksichtige. Die Versicherte habe sich stolz auf die von ihr selbst vorgenommenen
positiven Veränderungen und zufrieden über das Leben auf dem Bauernhof geäussert,
was mit der von Dr. E._ beschriebenen starken Selbstwertproblematik nicht vereinbar
sei. Die von Dr. E._ beschriebene Verschlechterung seit der Begutachtung im Januar
2011 lasse sich nicht mit der unverändert gebliebenen medikamentösen Behandlung
vereinbaren (IV-act. 92).
A.r Mit Verfügung vom 4. August 2014 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab.
Aus rein medizinischer Sicht sei ein Invaliditätsgrad von 35 % gegeben. Aus rechtlicher
Sicht seien jedoch die rezidivierende depressive Störung und die anhaltende
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somatoforme Schmerzstörung nicht als invalidisierend zu betrachten. Das Vorliegen
eines invalidisierenden Gesundheitsschadens sei daher zu verneinen (IV-act. 93).
B.
B.a A._ erhebt am 15. September 2014 Beschwerde gegen die Verfügung vom
4. August 2014. Sie beantragt deren Aufhebung unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Es sei ihr nach Ablauf der Wartefrist bis 30. April 2010 eine
ganze Rente, vom 1. Mai 2010 bis 28. Juni 2011 mindestens eine Viertelsrente, vom
29. Juni 2011 bis 6. November 2011 eine ganze Rente und vom 7. November 2011 bis
31. Oktober 2013 mindestens eine Viertelsrente zuzusprechen. Für die Dauer ab
November 2013 sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen, eventualiter sei ihr ab 1. November 2013 eine ganze Rente
zuzusprechen. Weiter sei ihr die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren (act. G 1;
act. G 11). Die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung könne frühestens ab
dem Zeitpunkt der Begutachtung durch med. pract. N._ im November 2013 als
ausgewiesen betrachtet werden, jedoch nicht rückwirkend gestellt werden. Bis
November 2013 sei auf das MGSG-Gutachten und den Arztbericht von Dr. J._
abzustellen. Die Beurteilung von med. pract. N._ weiche diametral von derjenigen
des langjährig behandelnden Psychiaters ab und lasse ausser Acht, dass die
Beschwerdeführerin nach wie vor und seit Jahren täglich die Beschäftigungstherapie
des Ambulatoriums der Psychiatrischen Klinik D._ besuche. Die Gutachterin habe
hierüber keine fremdanamnestischen Angaben erhoben. Auch rate die Gutachterin zu
einer ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung, obwohl diese
durch Dr. E._ bereits seit Jahren ohne weitere Erfolge durchgeführt werde. Es
bestehe eine nicht überwindbare Schmerzstörung und somit eine invalidisierende
Gesundheitsschädigung (act. G 1).
B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 30. Oktober 2014 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Die Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit sei Aufgabe des Arztes. Die Arbeitsfähigkeit sei ausschliesslich
medizinisch-theoretisch zu bestimmen und nicht anhand einer beruflichen Abklärung
oder einer Beschäftigung. Dies gelte umso mehr, als die Beschwerdeführerin bei der
psychiatrischen Exploration ein inkonsistentes und verdeutlichendes Verhalten gezeigt
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habe. Demnach sei med. pract. N._ nicht verpflichtet gewesen, Berichte des
Ambulatoriums der Psychiatrischen Klinik D._ einzuholen. Die Ausführungen der
Gutachterin belegten nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin nicht an einer
schweren psychischen Erkrankung leide. Demnach sei gemäss Rechtsprechung vom
Normalfall auszugehen, wonach eine leicht- bis mittelgradige depressive Störung nicht
als invalidisierend gelte, weil kein von depressiven Verstimmungszuständen klar
unterscheidbarer pathologischer Gesundheitsschaden vorliege. Die volle
Arbeitsfähigkeit aus juristisch-psychiatrischer Sicht gelte entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin auch für den Zeitraum vor dem Gutachten N._. Sowohl Dr. F._
als auch Dr. E._ stützten ihre Arbeitsunfähigkeitseinschätzungen schwergewichtig auf
die Schilderungen der Beschwerdeführerin, ohne dass die geltend gemachten
Einschränkungen durch entsprechende Befunde hinreichend erklärbar seien. Zudem
sei der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte aufgrund
ihrer auftragsrechtlichen Stellung zugunsten ihrer Patienten aussagten. Es sei demnach
für den gesamten relevanten Zeitraum von einer vollen Arbeitsfähigkeit aus
psychiatrischer Sicht auszugehen (act. G 3).
B.c Mit Verfügung vom 11. November 2014 bewilligte die Verfahrensleitung der
Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten
und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung; act. G 4).
B.d Mit Replik vom 30. Dezember 2014 macht die Beschwerdeführerin geltend, die
Einholung eines Berichts des Ambulatoriums der Psychiatrischen Klinik D._ sei nötig,
um sich ein Bild über das erwerblich nutzbare Leistungsvermögen zu verschaffen. Die
Beschwerdegegnerin sei zur umfassenden Abklärung und Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit bzw. des erwerblich nutzbaren Leistungsvermögens verpflichtet. Die
Behauptung, dass aus dem Gutachten N._ hervorgehe, dass keine erhebliche
psychische Störung vorliege, sei aktenwidrig. Gemäss med. pract. N._ sei von einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung sowie einer rezidivierenden depressiven
Störung auszugehen, die auf dem Boden einer kombinierten Persönlichkeitsstörung
entstanden sei. Die psychische Erkrankung habe sich zeitlich vor der somatoformen
Schmerzstörung und von dieser völlig unabhängig entwickelt und sei chronifiziert. Der
RAD habe sowohl das Gutachten N._ als auch den Bericht von Dr. E._ als
beweiskräftig erachtet. Es sei gestützt auf das Gutachten von med. pract. N._ von
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einer medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von höchstens 60 % ab November
2013 auszugehen. Aufgrund ihrer Leistungsminderung von mindestens 20 %, weil sie
nur noch ein teilzeitliches Pensum an einem Arbeitsplatz ohne grössere Belastungen
und ohne Stress mit leichten Tätigkeiten verrichten könne und weil Menschen mit einer
psychischen Störung erfahrungsgemäss deutlich tiefer entlöhnt würden, sei ein
Tabellenlohnabzug von mindestens 15 % vorzunehmen (act. G 8).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 12).

Erwägungen
1.
1.1 Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, Anspruch auf eine Rente (lit. a),
wenn sie während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente und ab einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze
Invalidenrente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.2 Art. 8 ATSG des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) definiert Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Unter
Erwerbsunfähigkeit versteht das Gesetz den durch die gesundheitliche
Beeinträchtigung verursachten Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht
kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
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zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
2.
2.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen).
2.2 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
3.
3.1 Zunächst ist zu prüfen, ob der medizinische Sachverhalt hinreichend abgeklärt ist.
Insbesondere stellt sich die Frage, inwieweit auf das Gutachten von med. pract. N._
abgestellt werden kann.
3.2 Med. pract. N._ befand, diagnostisch sei von einer rezidivierenden depressiven
Störung, gegenwärtig in Form einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode
(ICD-10: F33.0/F33.1) auszugehen, die auf dem Boden einer kombinierten
Persönlichkeitsstörung mit abhängigen und histrionischen Zügen entstanden sei.
Differenzialdiagnostisch sei das Vorliegen einer bipolaren affektiven Störung zu
erwägen, jedoch seien deren Symptome nicht konkret eruiert bzw. beschrieben worden
und es seien keine Überlegungen zur Phasenprophylaxe vorgenommen worden, was
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auf eine mangelnde diagnostische Klarheit bzw. mangelnde therapeutische
Konsequenz hinweise (IV-act. 80-26). Die von den behandelnden Ärzten festgestellte
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit abhängigen und histrionischen Zügen lasse
sich nachvollziehen bzw. auch bestätigen (IV-act. 80-25 f.). Die Diagnostik von
med. pract. N._ stimmt mit derjenigen von Dr. K._ überein, der gemäss
psychiatrischem MGSG-Teilgutachten vom 15. Dezember 2010 eine rezidivierende
depressive Störung mit mittelgradigen depressiven Episoden mit somatischem
Syndrom sowie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit dependenten und
histrionischen Anteilen diagnostiziert hatte (IV-act. 48-17). Med. pract. N._ hat denn
auch die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. K._ ausdrücklich bestätigt, ist jedoch
von einem seit seiner Begutachtung weiter ein wenig stabilisierten und geringgradig
gebesserten psychiatrischen Zustandsbild ausgegangen (IV-act. 80-32 f.). Der die
Beschwerdeführerin seit 8. Juli 2000 behandelnde Dr. E._ diagnostiziert eine bipolare
affektive Störung bei mittel- bis schwergradigen depressiven Episoden, eine
kombinierte Persönlichkeitsstörung sowie seit dem 5. November 2012 zusätzlich ein
chronifiziertes Schmerzsyndrom (IV-act. 46; IV-act. 69). Die attestierte Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit beruht gemäss med. pract. N._ auf den depressiven Episoden
(IV-act. 80-26). Eine manische Episode wurde auch von den behandelnden Fachärzten
nur für die Zeit vor dem Klinikeintritt im Dezember 2008 angenommen. Seither werden
sowohl von den behandelnden wie von den begutachtenden Psychiater/-innen
ausschliesslich depressive Episoden diagnostiziert.
3.3 Dr. E._ beschrieb die Beschwerdeführerin bei letzter dem Bericht
vorangegangenen Konsultation vom 26. September 2012 (IV-act. 69-1) als im Antrieb
vermindert, lust- und interessenlos, sehr ängstlich, psychomotorisch verlangsamt, leise
und mit Pausen sprechend, den Blick vermeidend, mit Tränen in den Augen, im Denken
eingeengt auf ihre Beschwerden und Lebenssituation. Sie habe Minderwertigkeits- und
Versagensgefühle, Zukunftsängste, leide an intensiven Schmerzen, Müdigkeit und
Schlafstörungen. Es bestünden zeitweise starke Konzentrationsschwierigkeiten, die
Beschwerdeführerin wirke geistig abwesend. Suizidgedanken würden wegen der
Kinder abgelehnt. Es bestehe eine Tendenz zum sozialen Rückzug (IV-act. 69-3). In
einem weiteren Bericht an den Hausarzt vom 16. November 2013, der der Gutachterin
med. pract. N._ vorlag (IV-act. 80-11), berichtete Dr. E._, die Beschwerdeführerin
sei immer noch niedergeschlagen, zeitweise ganz apathisch, hoffnungslos und völlig
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entmutigt. Aus psychiatrischer Sicht halte er sie für voll arbeitsunfähig. Med. pract.
N._ vermerkte, die anfangs hilflos-ängstliche Beschwerdeführerin sei innerhalb
weniger Minuten aktiv, initiativ, recht energisch geworden und habe um Verständnis für
ihre psychosozialen Probleme geworben. Das Denken sei formal unauffällig und
fokussiert auf Insuffizienzgefühle. Die Stimmung sei herabgesetzt, freudlos und
klagsam. Die emotionale Resonanzfähigkeit sei herabgesetzt, aber wiederholt
aufhellbar. Der Antrieb sei unauffällig, spontan und initiativ, die Psychomotorik sei
unauffällig. Es seien kein wesentlicher sozialer Rückzug und keine akute oder latente
Suizidalität vorhanden (IV-act. 80-20 ff.). Die angegebenen Konzentrationsprobleme
hätten aktuell nicht festgestellt werden können. Trotz angegebener Müdigkeit habe die
Beschwerdeführerin aktiv und initiativ gewirkt (IV-act. 80-20 f.). Der geschilderte
Interessenverlust sei diskrepant zur Tätigkeit in einem selbst angelegten Garten und
Hühnerstall, der angegebene Rückzug sei diskrepant zu ihren Kontakten (privat,
Beschäftigungstherapie) und zu ihrem Reiseverhalten (IV-act. 80-23). Das Benützen
eines Computers und des Programms „Skype“ zeuge bei einer 55-jährigen Frau von
einer guten Lernfähigkeit und einer guten Anpassungsfähigkeit an die Gegebenheiten
einer multimedialen Welt. Insgesamt, unter Berücksichtigung der Diskrepanzen, sei von
einer höchstens geringgradig eingeschränkten Funktion und Partizipation des
Soziallebens auszugehen (IV-act. 80-23). Zur Einschätzung von Dr. E._ nahm die
Gutachterin Stellung, die von Dr. E._ im November 2012 und November 2013
diagnostizierte mittelgradige bis schwere bzw. schwere depressive Episode lasse sich
nicht nachvollziehen. Bei der aktuellen Untersuchung im November 2013 hätten leichte
bis mittelgradige depressive Symptome vorgelegen. Schwere depressive Symptome
hätten nicht festgestellt werden können. Die aktuellen Schilderungen der
Beschwerdeführerin zu ihrem Freizeit- und Sozialverhalten liessen sich mit den von
Dr. E._ angegebenen Einschränkungen (starke Antriebsminderung, Lust- und
Interesselosigkeit, Ängstlichkeit, starker sozialer Rückzug) nicht vereinbaren. Vor
diesem Hintergrund lasse sich auch die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100 % nicht
nachvollziehen. Es sei davon auszugehen, dass Dr. E._ subjektive Beschwerden,
Vorstellungen und Wünsche der Beschwerdeführerin in seine Einschätzung der
Arbeitsunfähigkeit mit einbezogen habe. Insgesamt sei von einer Teilremission der
depressiven Symptomatik trotz einer seit mehreren Jahren weitestgehend
unveränderten medikamentösen Behandlung auszugehen (IV-act. 80-26, 28 f.).
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3.4 Die von med. pract. N._ gestellte Diagnose einer leichten bis mittelgradigen
depressiven Episode beruht auf einer 3 1/2-stündigen, ausführlichen Exploration. Dabei
gab die Beschwerdeführerin an, sie habe Ende 2009 eine neue Wohnung gefunden,
eine Dreizimmerwohnung im ersten Stock eines Bauernhauses. Im Frühjahr 2010 habe
sie selbst einen Garten angelegt und besitze Hühner, für die ihr ein Kollege einen Stall
gebaut habe (IV-act. 80-13, 16 f.). Sie habe keine Hobbys, mache aber in der
Beschäftigungstherapie verschiedene Handarbeiten. Im Sommer 2013 habe sie zwei
Ferienwochen bei einer Kollegin in O._ verbracht. Zuletzt sei sie im September 2013
in I._ bei ihrer Tochter gewesen. Sie fahre einmal jährlich nach I._, bisher stets als
Mitfahrerin einer Kollegin aus P._. Sie kenne von früher viele Leute, sei aber nicht
mehr in der Lage, eine Freundschaft aufzubauen. Das Schönste für sie sei, alleine zu
sein (IV-act. 80-18). Es erscheint nachvollziehbar, dass med. pract. N._ aufgrund der
Angaben der Beschwerdeführerin und ihrer umfassenden Untersuchung zum Ergebnis
gelangte, es liege keine schwergradige Depression vor. Die Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit mit 60 % bis 70 % (entsprechend einer Arbeitsdauer von täglich 7 bis
7,5 Std. mit einer Leistungsminderung von 20 %; IV-act. 80-29) erscheint damit
plausibel. Auch Dr. K._ hatte im Rahmen seines Gutachtens keine schwergradige
depressive Störung festgestellt und eine Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von
60 % bestätigt. Wie der RAD in seiner Stellungnahme vom 8. Mai 2014 zu Recht
festhält, ist das Gutachten in der Form und inhaltlich argumentativ sorgfältig erstellt
und differenziert begründet (IV-act. 89). Dass Dr. E._ die Depression der
Beschwerdeführerin als schwergradiger einschätzt, rechtfertigt keine weiteren
Abklärungen: Wie der RAD zutreffend anführt, erklärt sich diese unterschiedliche
Einschätzung auch in den unterschiedlichen Rollen von Gutachterin und Behandler.
Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann diese in der Natur der Sache
begründete weitgehend fehlende Validierbarkeit („Reliabilität“) psychiatrischer
Diagnosen, namentlich im depressiven Formenkreis, nicht automatisch zu
Beweiserweiterungen führen (Urteil des Bundesgerichts vom 29. September 2009,
9C_661/2009, E. 3.2). Die Beschwerdeführerin besucht nach eigenen Angaben
während drei Halbtagen wöchentlich das Kunstatelier der Psychiatrischen Klinik D._
(IV-act. 80-19; IV-act. 69-3). Sie macht geltend, das Gutachten von med. pract. N._
sei insbesondere mangelhaft, da kein Bericht über die Beschäftigungstherapie im
Ambulatorium der Psychiatrischen Klinik D._ eingeholt worden sei (act. G 1, S. 11).
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Die Kunsttherapien/Ateliers stehen unter der Leitung einer promovierten Pädagogin
(Dr. paed.; http://www.psychiatrienord.sg.ch/home/wil/therapien_und_dienste/
freizeitangebot_wil0.html). Sie dienen der Tagesstruktur und bezwecken im Gegensatz
zu einem Arbeitsversuch oder einer Beschäftigungstherapie nicht die Abklärung oder
den Aufbau der Arbeitsfähigkeit. Es ist daher nicht zu erwarten, dass in dieser Therapie
medizinisch relevante objektive Erkenntnisse gewonnen werden, die geeignet sein
könnten, die Beweiskraft des Gutachtens von med. pract. N._ in Frage zu stellen.
Auch ist es grundsätzlich der Gutachterperson überlassen, über Art und Umfang der
aufgrund der konkreten Fragestellung erforderlichen Untersuchungen zu befinden
(Urteil des Bundesgerichts vom 24. Juli 2014, 8C_450/2014, E. 4.2). Dies dürfte ohne
Weiteres auch für den Entscheid über den Beizug von Berichten von
Therapieeinrichtungen gelten. Dr. E._ nennt zwar in seinem Bericht vom 8. März 2014
erfüllte Diagnosekriterien einer Depression (IV-act. 88-1), legt damit aber nicht
ausreichend objektiv feststellbare Gesichtspunkte dar, die im Rahmen der
Begutachtung unerkannt geblieben waren und die geeignet sind, zu einer vom
Gutachten von med. pract. N._ abweichenden Beurteilung zu führen (Urteil des
Bundesgerichts vom 29. Juli 2008, 9C_830/07, E. 4.3 mit Hinweisen). Auch weist er
keine nach der Begutachtung eingetretene Veränderung des medizinischen
Sachverhalts nach, wie auch der RAD bemerkt (IV-act. 89; IV-act. 88). Abzustellen ist
daher auf das sorgfältig begründete Gutachten. Es ist folglich von einer medizinisch-
theoretischen Arbeitsunfähigkeit von 30 % bis 40 % bzw. 35 % (vgl. zum
massgebenden Mittelwert Urteil des Bundesgerichts vom 12. April 2011, 9C_280/2010,
E. 4.2; U. Meyer/M. Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl.,
Zürich 2014, Art. 28a N 267) auszugehen. Dies gilt gemäss Gutachten seit November
2013. Bis April 2010 bestand aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von
100 %, danach bis zur Begutachtung im November 2013 seine solche von 50 %
(angestammt) bzw. 40 % (adaptiert) (IV-act. 80-30). Diese Schätzung stützt sich auf
das Gutachten von Dr. K._, welches med. pract. N._ ausdrücklich als hinsichtlich
der Diagnosen und der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit als weitgehend nachvollziehbar
würdigt. Sie begründet den Unterschied zu ihrer Schätzung damit, dass aus aktueller
gutachterlicher Sicht sich der psychische Zustand der Beschwerdeführerin ein wenig
stabilisiert und geringgradig gebessert habe (IV-act. 80-28, 32 f.).
4.
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4.1 Die Beschwerdegegnerin anerkennt weder die Depression noch die somatoforme
Schmerzstörung als invalidisierend an. Sie stellt sich im Wesentlichen auf den
Standpunkt, dass die psychischen Einschränkungen überwindbar seien und auf
psychosozialen Belastungsfaktoren beruhten.
4.2 Die Gutachterin attestiert zwar an zweiter Stelle eine somatoforme
Schmerzstörung als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Tatsächlich geht
sie jedoch nur bezüglich der depressiven Störung von einer die Arbeitsfähigkeit
beeinträchtigenden Krankheit aus (vgl. IV-act. 80-26). Es kann damit offen bleiben, ob
und seit wann eine somatoforme Schmerzstörung besteht. Bei der seit dem Jahr 2000
bestehenden und mehrfach stationär behandelten depressiven Störung handelt es sich
um einen von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbaren
pathologischen Gesundheitsschaden. Das Vorliegen einer depressiven Störung wurde
denn auch von sämtlichen behandelnden und begutachtenden ärztlichen
Fachpersonen bestätigt. Im Übrigen hat die Gutachterin allfällige psychosoziale
Belastungsfaktoren bei ihrer Arbeitsfähigkeitseinschätzung ausgeklammert (IV-
act. 80-29).
5.
5.1 Das Gutachten N._ attestiert der Beschwerdeführerin eine 100 %ige
Arbeitsunfähigkeit seit Dezember 2008 (IV-act. 80-30). Das Wartejahr gemäss Art. 28
Abs. 1 lit. b IVG war demnach am 1. Dezember 2009 bestanden. Die
Beschwerdeführerin hat sich am 8. April 2009/Ende Juni 2009 bei der IV zum
Leistungsbezug angemeldet (IV-act. 1). Der Rentenanspruch entsteht somit frühestens
am 1. Dezember 2009 (Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG). Die Berechnung des
Einkommensvergleichs richtet sich nach diesem Zeitpunkt (BGE 129 V 222).
5.2 Die Beschwerdeführerin erzielte im Jahr 2007 einen Monatslohn von Fr. 4‘480.--
(IV-act. 8-2), was einem Jahreseinkommen von Fr. 58‘240.-- entspricht (13 x
Fr. 4‘480.--, IV-act. 59-2). Indes wurden gemäss individuellem Konto (IV-act. 9) im Jahr
2006 Fr. 60‘590.-- und im Jahr 2004 Fr. 59‘690.-- abgerechnet. Der tiefere Betrag im
Jahr 2005 von Fr. 50‘626.-- erklärt sich durch den Unfall vom 13. Januar 2005. Da die
Beschwerdeführerin bereits vom 28. November 2006 bis 16. Februar 2007 stationär
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behandelt werden musste (IV-act. 27-1), ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen, dass sie per 1. Januar 2007 eine gesundheitsbedingte
Lohneinbusse in Kauf nehmen musste (z.B. Wegfall der monatlichen
Anwesenheitsprämie von Fr. 100.--, vgl. IV-act. 8-7). Das Valideneinkommen ist somit
gestützt auf das Einkommen im Jahr 2006 zu berechnen. Unter Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 2009 (Bundesamt für Statistik [BfS],
Lohnentwicklung 2014, T 39, Index Frauen 2006: 2417, 2009: 2552) beläuft es sich auf
Fr. 63‘974.--.
5.3 Med. pract. N._ attestiert der Beschwerdeführerin auch für die angestammte
Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 60 % - 70 % (IV-
act. 80-30). Indes führte Dr. J._ im orthopädischen Teilgutachten vom 6. Januar 2011
aus, körperlich schwere Arbeiten in kalter und feuchter Umgebung mit häufiger
Inklination, Reklination sowie Rotation seien wegen dem Impingement der linken
Schulter, der Bandscheibenprotrusion L3/4 und der mässigen Spondylarthrose L4/5
nicht mehr vollumfänglich zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit als Hilfsmetzgerin betrage
dementsprechend 50 % (IV-act. 48-7 f.). Auch wenn sich die medizinische Situation
hinsichtlich der Schulter durch die Operation geändert haben dürfte, erscheint
aufgrund der weiteren somatischen Diagnosen fraglich, ob die bisherige Tätigkeit im
Umfang von 65 % zumutbar wäre. Für die Berechnung des Invalideneinkommens ist
daher vom durchschnittlichen Tabellenlohn für allgemeine Hilfsarbeiten auszugehen.
Das durchschnittliche Einkommen gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) des BfS beläuft
sich für Frauen im Jahr 2009 auf Fr. 52‘457.-- (Fr. 4‘371.-- pro Monat;
Informationsstelle AHV/IV, IV, Gesetze und Verordnungen, Ausgabe 2015). Aufgrund
des Alters der Beschwerdeführerin und ihrer mehrjährigen Abwesenheit vom
Arbeitsmarkt rechtfertigt sich ein Tabellenlohnabzug von 10 %.
5.4 Ab 1. Dezember 2009 besteht aufgrund der Arbeitsunfähigkeit von 100 %
Anspruch auf eine ganze Rente. Gemäss beiden Gutachten (IV-act. 48-42; IV-
act. 80-30) bestand ab 1. Mai 2010 eine 60 %ige Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer
Sicht für adaptierte Tätigkeiten. Diese wird gemäss Art. 88a Abs. 1 der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) ab 1. August 2010 rentenwirksam. Für
diesen Zeitraum beträgt der Invaliditätsgrad 56 % (Invalideneinkommen: 0,6 x 0,9 x
Fr. 52‘457.-- = Fr. 28‘327.--) und es besteht somit ab 1. August 2010 Anspruch auf eine
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halbe Rente. Vom 29. Juni bis 6. November 2011 bestand eine volle Arbeitsunfähigkeit
aus somatischen Gründen (Schulteroperation, IV-act. 56 ; IV-act. 58). Unter
Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 1 und 2 IVV führt dies zu einem Anspruch auf eine
ganze Rente vom 1. Oktober 2011 bis 29. Februar 2012. Ab 1. März 2012 besteht
wiederum Anspruch auf eine halbe Rente bei einem weiterhin geltenden
Invaliditätsgrad von 56 %. Die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer
Sicht auf 65 % (Arbeitsunfähigkeit 35 %) besteht spätestens ab November 2013. Bei
einem Invaliditätsgrad von 52 % (Invalideneinkommen: 0,65 x 0,9 x Fr. 52‘457.-- =
Fr. 30‘687.--) besteht weiterhin ein Anspruch auf eine halbe Rente.
6.
6.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 4. August 2014
aufzuheben und der Beschwerdeführerin ab 1. Dezember 2009 eine ganze Rente, ab
1. August 2010 eine halbe Rente, ab 1. Oktober 2011 eine ganze Rente und ab 1. März
2012 wiederum eine halbe Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der
Rentenleistung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.
6.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). In der vorliegenden
Streitsache erscheint eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.