Decision ID: f84fe322-c25a-4489-8323-8f705612d723
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend arbeitsrechtliche Forderung
Berufung gegen ein Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich, 1. Abteilung, vom 12. Juni 2014 (AN130010-L)
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Rechtsbegehren der Klägerin 1: (act. 1 S. 2 ff. [im Verfahren AN130010-L] sowie act. 29 S. 2, sinngemäss)
1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von Fr. 30'000.– brutto zuzüglich Zins von 5% seit 4. September 2012 zu bezahlen;
2. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von Fr. 40'000.– (netto) sowie Fr. 885.90 (netto) zuzüglich Zins von 5% seit 4. September 2012 zu bezahlen;
3. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin ein wohlwollendes und vollständiges Arbeitszeugnis mit folgendem Wortlaut :
"Zeugnis Frau B._, geboren am tt.mm.1978, von ... [Staat in Europa],  in Zürich, arbeitete von November 2006 bis Dezember 2012 in  Unternehmen als Senior Consultant, seit Mai 2009 als Partnerin.
A._ AG ist spezialisiert auf die Beratung von akademischen  und Firmenkunden in allen Versicherungsfragen und . Unsere Firma unterstützt ihre Kunden ab dem Berufsstart in jeder Lebensphase und erarbeitet mit ihnen ganzheitliche .
Während ihrer Tätigkeit bei uns war Frau B._ für folgende  verantwortlich:
Kundenbetreuung: • Entwickeln und Umsetzen von strategischen und operativen Marke-
ting-Konzepten • Selbständiges Akquirieren von Kunden • Halten von Fachseminaren • Beraten von Privatkunden mit akademischer Ausrichtung und Fir-
menkunden • Ausarbeiten und Realisieren von individuellen und ganzheitlichen
Finanzkonzepten • Betreuung bereits bestehender Kundenbeziehungen
Mitarbeiterführung: • Einstellung und Ausbildung neuer Berater • Aktive Förderung und Weiterentwicklung der Mitarbeiter im Bereich
Kundenakquisition und Kundenberatung • Weiterentwicklung von Verkaufsschulungen • Vereinbarung von Jahreszielen und persönlichen Zielen • Leistungsbeurteilung und Führen von Mitarbeitergesprächen
Strategische und operative Weiterentwicklung der Firma: • Mitwirken bei periodischen Lagebeurteilungen und Strategieüber-
prüfungen • Mitwirkung und Mitbestimmung bei der Entwicklung, Festlegung
und Anpassung der Unternehmensstrategie
- 3 -
• Mitarbeit bei der Festlegung der Jahresziele, der Budgetplanung, der Liquiditätsplanung sowie des Personaleinsatzes
• Mitwirken beim Entwickeln und Realisieren massgeschneiderter - und Versicherungsprodukte
• Akquisition und Pflege von Kooperationspartnern • Akquisition und Pflege von Partnergesellschaften
Frau B._ verfügt über ein äusserst fundiertes und praxisorientiertes Fachwissen, das über ihren eigentlichen Fachbereich hinausgeht und für unseren Betrieb von grossem Nutzen war. Sie identifizierte sich sehr stark mit der Firma und ihrer Arbeit. Frau B._ war bei der Arbeit stets sehr motiviert, zeigte grosses Engagement und zeichnete sich insbesondere durch ihr hohes organisatorisches Geschick und durch  zügige und systematische Arbeitsweise aus. Sie arbeitete , zuverlässig, eigenverantwortlich und mit höchster Qualität. Auch in Zeiten grosser Arbeitsbelastung erledigte Frau B._ die in ihrem Verantwortungsbereich anfallenden Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit. Durch ihre exzellenten  und ihre freundliche Art fand sie leichten Zugang zu den Kunden, deren Vertrauen sie mit ihren Kompetenzen und ihrem  rasch für sich gewinnen konnte. Frau B._ verstand es, ihre Kunden professionell zu unterstützen und für sie individuelle Lösungen zu entwickeln. Frau B._s Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden war stets zuverlässig, freundlich, kompetent und korrekt. Frau B._ war ihren Kollegen gegenüber stets aufgeschlossen und , verstand es aber dennoch, sich auch in schwierigen  durchzusetzen und die Mitarbeiter zu optimalem Arbeitseinsatz zu führen. Frau B._ verstand es hervorragend, die Mitarbeiter zu  und ihre Zusammenarbeit aktiv zu fördern und konnte dank  hervorragenden Fähigkeiten Kunden für sich gewinnen und auch  Kollegen vermitteln.
Aufgrund einer strategischen Neuausrichtung der Firma und einer damit verbundenen Reorganisation im Bereich der Partnerschaft verlässt uns Frau B._. Wir danken Frau B._ für ihre hervorragende  und wünschen ihr für ihren beruflichen und privaten Weg alles Gute.
Zürich, Dezember 2012 A._ AG
D._"
4. Es sei der Beklagten unter Androhung geeigneter  zu befehlen, der Klägerin 1 das sie betreffende Personaldossier auf erstes Verlangen herauszugeben.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt) zulasten der Beklagten.
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Rechtsbegehren der Klägerin 2: (act. 1 S. 2 ff. [im Verfahren AN130016-L] sowie act. 29 S. 2, sinngemäss)
1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von Fr. 32'758.65 brutto zuzüglich Zins von 5% seit 12. September 2012 zu bezahlen;
2. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von Fr. 40'000.– (netto) sowie Fr. 954.– (netto) zuzüglich Zins von 5% seit 12. September 2012 zu bezahlen;
3. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin folgendes  auszustellen: "Arbeitszeugnis Frau C._ geboren am tt.mm.1978, von Zürich, arbeitete von  2006 bis Dezember 2012 unserem Unternehmen als Senior Consultant, seit Mai 2009 als Partnerin.
A._ AG ist spezialisiert auf die Beratung von akademischen  und Firmenkunden in allen Versicherungsfragen und . Unsere Firma unterstützt ihre Kunden ab dem Berufsstart in jeder Lebensphase und erarbeitet mit Ihnen ganzheitliche .
Während ihrer Tätigkeit bei uns war Frau C._ für folgende  verantwortlich:
Kundenbetreuung: • Entwickeln und Umsetzen von Marketing-Konzepten • Selbständiges Akquirieren von Kunden • Halten von Fachseminaren • Beraten von Privatkunden mit akademischer Ausrichtung und Fir-
menkunden • Ausarbeiten und Realisierung von individuellen und ganzheitlichen
Finanzkonzepten • Betreuung eines eigenen Kundenstammes • Betreuung bereits bestehender Kundenbeziehungen
Mitarbeiterführung: • Einstellung und Ausbildung neuer Berater • Aktive Förderung und Weiterentwicklung der Mitarbeiter im Bereich
Kundenakquisition und Kundenbetreuung • Vereinbarung von Jahreszielen und persönlichen Zielen • Leistungsbeurteilung und Führen von Mitarbeitergesprächen
Strategische und operative Weiterentwicklung der Firma: • Mitwirken bei periodischen Lagebeurteilungen und Strategieüber-
prüfungen • Mitwirkung und Mitbestimmung bei der Entwicklung, Festlegung
und Anpassung der Unternehmensstrategie • Mitarbeit bei der Festlegung der Jahresziele, der Budgetplanung,
der Liquiditätsplanung sowie des Personaleinsatzes
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• Mitwirken bei der Entwicklung und Realisierung neuer Produkte und Projekte
• Akquisition und Pflege von Kooperationspartnern und 
Frau C._ verfügt über ein äusserst fundiertes und praxisorientiertes Fachwissen, das über ihren eigentlichen Fachbereich hinausgeht und für  Betrieb von grossem Nutzen war. Sie identifizierte sich sehr stark mit der Firma und ihrer Arbeit. Frau C._ war bei der Arbeit stets sehr motiviert, zeigte grosses Engagement und zeichnete sich insbesondere durch ihr hohes organisatorisches Geschick und durch ihre zügige und systematische Arbeitsweise aus. Sie arbeitete , zuverlässig, eigenverantwortlich und mit höchster Qualität.
Auch in Zeiten grosser Arbeitsbelastung erledigte Frau C._ die in ihrem Verantwortungsbereich anfallenden Aufgaben stets zu unserer vollsten . Durch ihre exzellenten Kommunikationsfähigkeiten und ihre freundliche Art fand sie leichten Zugang zu den Kunden, deren Vertrauen sie mit ihren Kompetenzen rasch für sich gewinnen konnte. Frau C._  es, ihre Kunden professionell zu unterstützen und für sie individuelle Lösungen zu entwickeln.
Frau C._s Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden war stets zuverlässig, freundlich, kompetent und korrekt. Frau C._ war ihren Kollegen gegenüber stets aufgeschlossen und kooperativ, verstand es aber dennoch, sich auch in schwierigen Situationen durchzusetzen und die Mitarbeiter zu optimalem Arbeitseinsatz zu führen. Sie verstand es , die Mitarbeiter zu motivieren und ihre Zusammenarbeit aktiv zu fördern. Aufgrund ihrer hohen Fachkenntnisse war sie ihren Kollegen ein Vorbild und verstand es auch, ihr Fachwissen motivierend zu vermitteln.
Auf Grund einer strategischen Neuausrichtung der Firma und einer damit  Reorganisation verlässt Frau C._ unser Unternehmen. Wir danken Frau C._ für ihre hervorragende Zusammenarbeit und wünschen ihr für ihren beruflichen und privaten Weg alles Gute.
Zürich, Dezember 2012
A._ AG
D._"
4. Es sei der Beklagten unter Androhung geeigneter  zu befehlen, der Klägerin 2 das sie betreffende Personaldossier auf erstes Verlangen herauszugeben.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt) zulasten der Beklagten.
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Urteil des Arbeitsgerichts Zürich (1. Abteilung) vom 12. Juni 2014 (Urk. 47):
1. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 1 Fr. 48'837.80 netto zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird die Klage abgewiesen.
2. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 2 Fr. 51'476.25 netto zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird die Klage abgewiesen.
3. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 1 ein Arbeitszeugnis mit folgendem Wortlaut aus- und zuzustellen:
"Zeugnis Frau B._, geboren am tt.mm.1978, von ... [Staat in Europa],  in Zürich, arbeitete von November 2006 bis Dezember 2012 in  Unternehmen als Senior Consultant, seit Mai 2009 als Partnerin.
A._ AG ist spezialisiert auf die Beratung von akademischen  und Firmenkunden in allen Versicherungsfragen und . Unsere Firma unterstützt ihre Kunden ab dem Berufsstart in jeder Lebensphase und erarbeitet mit ihnen ganzheitliche .
Während ihrer Tätigkeit bei uns war Frau B._ für folgende  verantwortlich:
Kundenbetreuung: • Entwickeln und Umsetzen von strategischen und operativen Marke-
ting-Konzepten • Selbständiges Akquirieren von Kunden • Halten von Fachseminaren • Beraten von Privatkunden mit akademischer Ausrichtung und Fir-
menkunden • Ausarbeiten und Realisieren von individuellen und ganzheitlichen
Finanzkonzepten • Betreuung bereits bestehender Kundenbeziehungen
Mitarbeiterführung: • Einstellung und Ausbildung neuer Berater • Aktive Förderung und Weiterentwicklung der Mitarbeiter im Bereich
Kundenakquisition und Kundenberatung • Weiterentwicklung von Verkaufsschulungen • Vereinbarung von Jahreszielen und persönlichen Zielen • Leistungsbeurteilung und Führen von Mitarbeitergesprächen
Strategische und operative Weiterentwicklung der Firma: • Mitwirken bei periodischen Lagebeurteilungen und Strategieüber-
prüfungen • Mitwirkung und Mitbestimmung bei der Entwicklung, Festlegung
und Anpassung der Unternehmensstrategie • Mitarbeit bei der Festlegung der Jahresziele, der Budgetplanung,
der Liquiditätsplanung sowie des Personaleinsatzes • Mitwirken beim Entwickeln und Realisieren massgeschneiderter Fi-
nanz- und Versicherungsprodukte • Akquisition und Pflege von Kooperationspartnern
- 7 -
• Akquisition und Pflege von Partnergesellschaften
Frau B._ verfügt über ein äusserst fundiertes und praxisorientiertes Fachwissen, das über ihren eigentlichen Fachbereich hinausgeht und für unseren Betrieb von grossem Nutzen war. Sie identifizierte sich sehr stark mit der Firma und ihrer Arbeit. Frau B._ war bei der Arbeit stets sehr motiviert, zeigte grosses Engagement und zeichnete sich insbesondere durch ihr hohes organisatorisches Geschick und durch  zügige und systematische Arbeitsweise aus. Sie arbeitete , zuverlässig, eigenverantwortlich und mit höchster Qualität.
Auch in Zeiten grosser Arbeitsbelastung erledigte Frau B._ die in ihrem Verantwortungsbereich anfallenden Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit. Durch ihre exzellenten  und ihre freundliche Art fand sie leichten Zugang zu den Kunden, deren Vertrauen sie mit ihren Kompetenzen und ihrem  rasch für sich gewinnen konnte. Frau B._ verstand es, ihre Kunden professionell zu unterstützen und für sie individuelle Lösungen zu entwickeln.
Frau B._s Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden war stets zuverlässig, freundlich, kompetent und korrekt. Frau B._ war ihren Kollegen gegenüber stets aufgeschlossen und , verstand es aber dennoch, sich auch in schwierigen  durchzusetzen und die Mitarbeiter zu optimalem Arbeitseinsatz zu führen. Frau B._ verstand es hervorragend, die Mitarbeiter zu  und ihre Zusammenarbeit aktiv zu fördern und konnte dank  hervorragenden Fähigkeiten Kunden für sich gewinnen und auch  Kollegen vermitteln.
Aufgrund einer strategischen Neuausrichtung der Firma und einer damit verbundenen Reorganisation im Bereich der Partnerschaft verlässt uns Frau B._. Wir danken Frau B._ für ihre hervorragende  und wünschen ihr für ihren beruflichen und privaten Weg alles Gute.
Zürich, Dezember 2012
A._ AG
D._"
4. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 2 ein Arbeitszeugnis mit folgendem Wortlaut aus- und zuzustellen:
"Arbeitszeugnis Frau C._, geboren am tt.mm.1978, von Zürich, arbeitete von  2006 bis Dezember 2012 unserem Unternehmen als Senior Consultant, seit Mai 2009 als Partnerin.
A._ AG ist spezialisiert auf die Beratung von akademischen  und Firmenkunden in allen Versicherungsfragen und . Unsere Firma unterstützt ihre Kunden ab dem Berufsstart in jeder Lebensphase und erarbeitet mit Ihnen ganzheitliche .
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Während ihrer Tätigkeit bei uns war Frau C._ für folgende  verantwortlich:
Kundenbetreuung: • Entwickeln und Umsetzen von Marketing-Konzepten • Selbständiges Akquirieren von Kunden • Halten von Fachseminaren • Beraten von Privatkunden mit akademischer Ausrichtung und Fir-
menkunden • Ausarbeiten und Realisierung von individuellen und ganzheitlichen
Finanzkonzepten • Betreuung eines eigenen Kundenstammes • Betreuung bereits bestehender Kundenbeziehungen
Mitarbeiterführung: • Einstellung und Ausbildung neuer Berater • Aktive Förderung und Weiterentwicklung der Mitarbeiter im Bereich
Kundenakquisition und Kundenbetreuung • Vereinbarung von Jahreszielen und persönlichen Zielen • Leistungsbeurteilung und Führen von Mitarbeitergesprächen
Strategische und operative Weiterentwicklung der Firma: • Mitwirken bei periodischen Lagebeurteilungen und Strategieüber-
prüfungen • Mitwirkung und Mitbestimmung bei der Entwicklung, Festlegung
und Anpassung der Unternehmensstrategie • Mitarbeit bei der Festlegung der Jahresziele, der Budgetplanung,
der Liquiditätsplanung sowie des Personaleinsatzes • Mitwirken bei der Entwicklung und Realisierung neuer Produkte
und Projekte • Akquisition und Pflege von Kooperationspartnern und Partnerge-
sellschaften
Frau C._ verfügt über ein äusserst fundiertes und praxisorientiertes Fachwissen, das über ihren eigentlichen Fachbereich hinausgeht und für  Betrieb von grossem Nutzen war.
Sie identifizierte sich sehr stark mit der Firma und ihrer Arbeit. Frau C._ war bei der Arbeit stets sehr motiviert, zeigte grosses Engagement und zeichnete sich insbesondere durch ihr hohes organisatorisches Geschick und durch ihre zügige und systematische Arbeitsweise aus. Sie arbeitete , zuverlässig, eigenverantwortlich und mit höchster Qualität.
Auch in Zeiten grosser Arbeitsbelastung erledigte Frau C._ die in ihrem Verantwortungsbereich anfallenden Aufgaben stets zu unserer vollsten . Durch ihre exzellenten Kommunikationsfähigkeiten und ihre freundliche Art fand sie leichten Zugang zu den Kunden, deren Vertrauen sie mit ihren Kompetenzen rasch für sich gewinnen konnte. Frau C._  es, ihre Kunden professionell zu unterstützen und für sie individuelle Lösungen zu entwickeln.
Frau C._s Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden war stets zuverlässig, freundlich, kompetent und korrekt. Frau C._ war ihren Kollegen gegenüber stets aufgeschlossen und kooperativ, verstand es aber dennoch, sich auch in schwierigen Situationen durchzusetzen und die
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Mitarbeiter zu optimalem Arbeitseinsatz zu führen. Sie verstand es , die Mitarbeiter zu motivieren und ihre Zusammenarbeit aktiv zu fördern. Aufgrund ihrer hohen Fachkenntnisse war sie ihren Kollegen ein Vorbild und verstand es auch, ihr Fachwissen motivierend zu vermitteln.
Auf Grund einer strategischen Neuausrichtung der Firma und einer damit  Reorganisation verlässt Frau C._ unser Unternehmen. Wir danken Frau C._ für ihre hervorragende Zusammenarbeit und wünschen ihr für ihren beruflichen und privaten Weg alles Gute.
Zürich, Dezember 2012
A._ AG
D._"
5. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 1 eine Kopie ihres Personaldossiers herauszugeben.
6. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 2 eine Kopie ihres Personaldossiers herauszugeben.
7. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 14'500.– festgesetzt. 8. Die Gerichtskosten werden der Beklagten zu drei Vierteln, der
Klägerin 1 zu einem Achtel und der Klägerin 2 zu einem Achtel auferlegt. Sie werden je zur Hälfte aus den von den Klägerinnen geleisteten Vorschüssen bezogen.
Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 1 und 2 je den aus dem Kostenvorschuss bezogenen Betrag zu ersetzen.
Im nicht beanspruchten Betrag werden die Kostenvorschüsse den Klägerinnen zurückerstattet.
9. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 1 und der Klägerin 2 eine reduzierte Parteientschädigung von je Fr. 6'640.- (zuzüglich 8% MwSt) zu bezahlen.
Berufungsanträge:
Der Beklagten: a) Zur Berufung (Urk. 46 S. 2): "Die Klagen der Klägerinnen seien vollumfänglich abzuweisen;  sei das Urteil der Vorinstanz vom 12. Juni 2014 aufzuheben und zur Vervollständigung des Sachverhalts im Sinne untenstehender  Anträge zur Neubeurteilung an die Vorinstanz . je unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Klägerinnen."
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b) Zur Anschlussberufung (Urk. 55 S. 2):
"Die Rechtsbegehren und Verfahrensanträge der Klägerinnen in der Berufungsantwort und Anschlussberufung seien vollumfänglich ; statt dessen seien die Rechtsbegehren und gegebenenfalls die prozessualen Anträge der Beklagten gemäss Berufungsschrift vom 19. August 2014 gutzuheissen; eventualiter sei der in der Anschlussberufung geforderte Verzugszins im Umfang der Gutheissung der Hauptbegehren ab Stellung des  Schlichtungsbegehrens zuzusprechen; je unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu lasten der Klägerinnen."
Der Klägerinnen:
a) Zur Berufung (Urk. 51 S. 2): "1. Es sei die Berufung vollumfänglich abzuweisen und das Urteil des
Arbeitsgerichtes Zürich, 1. Abteilung, vom 12. Juni 2014, -Nr. AN130010, unter Vorbehalt der Änderungen gemäss nachstehender Anschlussberufung vollumfänglich zu bestätigen;
2. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten."
b) Zur Anschlussberufung (Urk. 51 S. 2):
"1. Ziff. 1 des Dispositivs des Urteils des Arbeitsgerichtes Zürich, 1. Abteilung, vom 12. Juni 2014, Geschäfts-Nr. AN130010, sei durch folgende Fassung zu ersetzen (Ergänzung kursiv ):
"Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 1 Fr. 48'837.80 netto zuzüglich Zins zu 5% seit 4. September 2012 zu bezahlen."
2. Ziff. 2 des Dispositivs des Urteils des Arbeitsgerichtes Zürich, 1. Abteilung, vom 12. Juni 2014, Geschäfts-Nr. AN130010, sei durch folgende Fassung zu ersetzen (Ergänzung kursiv ):
"Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 2 Fr. 51 '476.25 netto zuzüglich Zins zu 5% seit 12. September 2012 zu bezahlen."
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der ."
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Erwägungen:
1. Sachverhalt
1.1. Die Beklagte ist eine seit dem 22. März 2006 im Handelsregister des Kan-
tons Zürich eingetragene und in Zürich domizilierte Aktiengesellschaft. Sie be-
zweckt unter anderem "die Beratung betreffend Vermögensanlagen und Finanzie-
rungen aller Art". Seit Gründung der Gesellschaft ist D._ einziger Verwal-
tungsrat der Gesellschaft. Das Aktienkapital der Beklagten beträgt Fr. 100'000.00
und ist voll liberiert. Bis Anfang 2009 war D._ Alleinaktionär der Beklagten
(Urk. 1 S. 5, Urk. 17 Rz 3-4; Urk. 23/1 S. 5, Urk. 23/17 Rz 3-4).
1.2. D._ sowie die beiden Klägerinnen waren früher bei der "E._ AG"
tätig, welche auf die Finanzberatung von Akademikern spezialisiert war. Per 1.
November 2006 stellte die Beklagte, handelnd durch D._, die beiden Kläge-
rinnen als "Consultants auf der Stufe eines Partners" an (Urk. 1 S. 5 f, 23/1 S. 6;
Urk. 23/5/4). Per 1. Mai 2008 wurden die bisherigen Arbeitsverträge durch neue
Arbeitsverträge ersetzt. Wiederum wurden die Klägerinnen als "Consultants auf
der Stufe eines Partners" bezeichnet (Urk. 5/4 und Urk. 23/5/5). Per 1. Januar
2009 wurden Nachträge zu diesen Arbeitsverträgen unterzeichnet (Urk. 5/5, Urk.
23/5/6). Vereinbart wurden mit diesen Nachträgen Monatslöhne für beide Kläge-
rinnen von je Fr. 10'000.00.
1.3. Im Mai 2009 kauften drei Arbeitnehmerinnen der Beklagten, nämlich die
beiden Klägerinnen sowie F._, von D._ Aktien der Beklagten im Umfan-
ge von je 10% des Aktienkapitals zum Preis von je Fr. 10'000.00, entsprechend
dem Nennwert der Aktien. Gleichzeitig wurden die drei Arbeitnehmerinnen der
Beklagten als Direktorinnen im Handelsregister eingetragen. Fürderhin verfügte
D._ mithin über ein Aktienkapital von 70% der Beklagten und die beiden Klä-
gerinnen sowie ihre Kollegin über ein solches von je 10%. Am 6. Juli 2009 unter-
zeichneten die vier Aktionäre einen Aktionärsbindungsvertrag (Urk. 5/7 und Urk.
23/5/8). Die beiden Klägerinnen sowie F._ hatten in der Folge "ähnliche Stel-
lungen und Verantwortlichkeiten" (Urk. 1 S. 9, Urk. 23/1 S. 10; Urk. 17 Rz 8, Urk.
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23/17 Rz 7). Nach wie vor blieb aber D._ einziger Verwaltungsrat der Gesell-
schaft.
1.4. Fest steht, dass D._ im Jahre 2010 sein Pensum bei der Beklagten
von 100% auf 50% reduzierte, weil er mit dem Aufbau einer Firma in Holland be-
schäftigt war und die Absicht hatte, sich mittelfristig aus dem operativen Geschäft
zurückzuziehen (Urk. 1 S. 8, Urk. 23/1 S. 9; Urk. 17 Rz 7, Urk. 23/17 Rz 6).
1.5. Zwischen Ende 2010 und dem Frühjahr 2011 kam es zwischen D._
und den drei andern Aktionärinnen zu ersten Gesprächen, welche mögliche weite-
re Aktienverkäufe D._s an die andern Aktionärinnen betrafen. Diese Ver-
tragsverhandlungen belasteten das Verhältnis zwischen den beiden Klägerinnen
und D._ (Urk. 1 S. 11, Urk. 23/1 S. 12; Urk. 23 S. 8, Urk. 23/17 S. 8). Für
diese Vertragsverhandlungen liessen sich die Klägerinnen unter anderem durch
den damaligen Lebenspartner und heutigen Ehemann der Klägerin 1, Fürsprecher
G._, beraten, wobei sich auch D._ im Hinblick auf diese Vertragsver-
handlungen auf anwaltlichen Beistand stützte (vgl. Urk. 17 S. 9, Urk. 23/17 S. 9).
Schliesslich scheiterten die Vertragsverhandlungen. Eine von D._ im Juli
2012 bis Ende August 2012 befristete Verkaufsofferte lehnten die Klägerinnen
sowie F._ ab (Urk. 1 S. 11 f., Urk. 23/1 S. 12; Urk. 17 S. 8 f., Urk. 23/17 S. 8
f.).
1.6. Im August 2012 weilte die Klägerin 1 in den Ferien. Anlässlich ihres ersten
Arbeitstages nach den Ferien, am 3. September 2012, eröffnete ihr D._ in
Anwesenheit von H._, einem Kunden der Beklagten, mündlich die fristlose
Entlassung (Urk. 1 S. 12, Urk. 17 S. 12).
1.7. Gemäss Arztzeugnis vom 5. September 2012 war die Klägerin 2 ab 5. Sep-
tember 2012 für zwei Wochen krank. Mit Schreiben vom 10. September 2012
kündigte die Beklagte das Arbeitsverhältnis mit der Klägerin 2 – ohne nähere Be-
gründung – ebenfalls fristlos (Urk. 23/1 S. 13, Urk. 23/17 S. 17; Urk. 23/5/9-10).
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2. Prozessgeschichte
2.1. Die Klägerin 1 reichte die Klagebewilligung vom 6. November 2012 mit
Klageschrift vom 20. Februar 2013 bei der Vorinstanz ein (Urk. 1. und 3), woge-
gen die Klägerin 2 die Klagebewilligung vom 21. Januar 2013 mit Klageschrift
vom 22. März 2014 bei der Vorinstanz einreichte (Urk. 23/1 und 23/3). Die beiden
im ordentlichen Verfahren zu beurteilenden Klagen wurden in der Folge gemäss
Art. 125 lit. c ZPO vereinigt. Verwiesen sei dazu auf die Erörterungen im ange-
fochtenen Urteil (Urk. 47 S. 8 f.).
2.2. Gegen das am 19. Juni 2014 zugestellte vorinstanzliche Urteil vom 12. Juni
2014 erhob die Beklagte mit Schriftsatz vom 19. August 2014 rechtzeitig Berufung
(Urk. 46). Die Klägerinnen erstatteten in der Folge unterm 10. November 2014 die
Berufungsantwort (Urk. 51), mit der sie Anschlussberufung erhoben. Die An-
schlussberufung wurde von der Beklagten mit Rechtsschrift vom 11. Dezember
2014 beantwortet (Urk. 55). Dazu replizierten die Klägerin aus eigener Veranlas-
sung mit Eingabe vom 19. Dezember 2014 (Urk. 57), welche der Beklagten mit
Verfügung vom 5. Januar 2015 zugestellt wurde (Urk. 58). Während des Beru-
fungsverfahrens nahm die Klägerin 1 infolge Verheiratung den Familiennamen
"B._" an.
3. Prozessuales
3.1. Bezüglich der Verzugszinsforderungen wurden die Dispositiv-Ziff. 1 und 2
des angefochtenen Urteils von den beiden Klägerinnen mit der Anschlussberu-
fung angefochten. Im Übrigen wurde das vorinstanzliche Urteil insoweit nicht an-
gefochten, als die Klagen abgewiesen wurden. In dieser Hinsicht ist das ange-
fochtene Urteil in Rechtskraft erwachsen, wovon Vormerk zu nehmen ist.
3.2. Nach Art. 311 Abs. 1 ZPO muss die Berufung eine Begründung enthalten.
Begründen im Sinne der genannten Vorschrift bedeutet aufzeigen, inwiefern der
angefochtene Entscheid als fehlerhaft erachtet wird. Dieser Anforderung genügt
ein Berufungskläger nicht, wenn er lediglich auf seine vor erster Instanz vorgetra-
genen Vorbringen verweist, sich mit Hinweisen auf frühere Prozesshandlungen
zufriedengibt oder den angefochtenen Entscheid in allgemeiner Weise kritisiert.
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Die Begründung muss hinreichend genau und eindeutig sein, um von der Beru-
fungsinstanz mühelos verstanden werden zu können. Dies setzt voraus, dass der
Berufungskläger im Einzelnen die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die
er anficht, und die Aktenstücke nennt, auf denen seine Kritik beruht (BGE 138 III
374 E. 4.3.1 S. 375; BGer 4A_659/2011 vom 7. Dezember 2011 E. 3, in: SJ
134/2012 I S. 232). Die Begründung ist eine gesetzliche, von Amtes wegen zu
prüfende Zulässigkeitsvoraussetzung für die Berufung. Fehlt sie, so tritt das obere
kantonale Gericht nicht auf die Berufung ein (BGer 4A_659/2011 vom 7. Dezem-
ber 2011 E. 3). Gleiches muss gelten, wenn ein Berufungskläger lediglich auf
Vorakten verweist oder wenn die Berufung den umschriebenen Anforderungen in
anderweitiger Hinsicht nicht genügt (BGer 5A_438/2012 vom 27. August 2012 E.
2.2, in: SZZP 2013 S. 29 f.; BGer 5A_209/2014 vom 2.9.2014).
3.3. Die Parteien können sich im Prozess zweimal – und nur zweimal – unbe-
schränkt äussern. Im vorliegenden Fall haben die Parteien ihre zweiten Vorträge
anlässlich der Hauptverhandlung erstattet. Der Aktenschluss trat damit nach den
ersten Vorträgen in der Hauptverhandlung ein; diese ersten Vorträge gemäss Art.
228 Abs. 1 ZPO sind im vorinstanzlichen Protokoll mit "Replik" bzw. "Duplik" be-
zeichnet (Prot. I S. 13 bzw. S. 16). Nach diesen beiden Vorträgen konnten die
Parteien neue Tatsachenbehauptungen und Beweisanträge nur noch in dem von
Art. 229 Abs. 1 ZPO gegebenen Rahmen in den Prozess einführen, weil mit die-
sen beiden Vorträgen der Aktenschluss hergestellt worden war (vgl. BGE 140 III
312). Die Beklagte hat anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung im Sinne
eines zweiten Parteivortrages ihre an die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat ge-
richtete Strafanzeige vom 4. Dezember 2012 zu grossen Teilen verlesen (Prot. I
S. 16 mit Hinweis auf Urk. 31). Diese für strafrechtliche Belange erstellte Rechts-
schrift der Beklagten wird gleichwohl an den Kriterien von Art. 221 ZPO zu mes-
sen sein, der Richtschnur für alle Parteivorträge vor dem Aktenschluss ist.
4. Die fristlose Entlassung der Klägerinnen
4.1. Rechtliches. Die Vorinstanz hat mit dem angefochtenen Urteil die Voraus-
setzungen einer fristlosen Entlassung richtig umschrieben; es ist darauf zu ver-
weisen (Urk. 47 S. 11-13). Kündigungsgründe lassen sich im Prozess allerdings
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auch nachschieben: In diesem Sinne kommt als wichtiger Grund im Sinne von Art.
337 OR allerdings nur ein Ereignis in Frage, welches sich vor der fristlosen Ent-
lassung abgespielt hat. Nicht erforderlich ist, dass dieses Vorkommnis der kündi-
genden Partei im Zeitpunkt der Kündigungserklärung bekannt war. Insofern ist
das Nachschieben von Kündigungsgründen nach der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung zulässig. Sind das Verhalten oder die Umstände, die eine fristlose
Kündigung rechtfertigen würden, hingegen erst nach der Kündigung eingetreten,
rechtfertigen sie die – schon vorher ausgesprochene – fristlose Kündigung nicht
(BGE 127 III 310 E. 4a, 124 III 25 E. 3c; BGer 4A_559/2012 vom 18.3.2013
E. 5.1.2 und BGer 4A_169/2013 vom 18.6.2013 E. 4.3.2).
4.2. Geschäftsgeheimnisverletzung als wichtiger Grund? (Urk. 47 S. 13-19, E.
IV/B/2; Urk. 46 S. 5-8 und 20 f.; Urk. 51 S. 6-9).
4.2.1. Die Beklagte wirft den Klägerinnen vor, sie hätten im Hinblick auf den mög-
lichen Aktienkauf Berater beigezogen. Dass den Klägerinnen das Recht dazu zu-
stand, anerkennt die Beklagte zwar ausdrücklich (Prot. I S. 21). Es sei aber abge-
sprochen gewesen, dass die Klägerinnen sich von ihren Lebenspartnern beraten
liessen. Von dem von den Klägerinnen beigezogenen Berater I._ sei aber nie
die Rede gewesen. Diesem müssen nach der Darstellung der Beklagten im Rah-
men seines Beratungsmandates Geschäftsgeheimnisse der Beklagten zugekom-
men sein (Prot. I S. 21). Die Beklagte stützt sich in diesem Zusammenhang na-
mentlich auf zwei E-Mails (vgl. Urk. 19/3/20 und 19/3/22). Die Vorinstanz hält da-
zu fest, diese E-Mails seien ohne Belang, weil die Beklagte – prozessual verspä-
tet – erst mit ihrer Stellungnahme zum dritten Parteivortrag der Klägerinnen (vgl.
Urk. 36 S. 6 ff.) auf diese E-Mails Bezug genommen habe (Urk. 47 S. 17). Die
Beklagte beanstandet das vor Obergericht (Urk. 46 S. 5).
4.2.1.1. Die fraglichen E-Mails finden sich in einem Konvolut, das von der Beklag-
ten mit Urk. 19/3 (Strafanzeige und Beilagen) eingereicht worden ist. Diese Straf-
anzeige liess die Beklagte anlässlich der Hauptverhandlung als "Duplik" verlesen
(Prot. I S. 16 f. mit Hinweis auf Urk. 19/3 und Urk. 31). In der Tat nahm die Be-
klagte dort auf die beiden E-Mails Bezug und schilderte ihren Inhalt (Urk. 31 Rz
25 und 27). Insoweit sind diese Vorbringen prozessual beachtlich, nicht aber die
- 16 -
weiteren Vorbringen in der sog. Noveneingabe. In der "Duplik" (Urk. 31 Rz 25)
wird ein "Business Angel" erwähnt. Auf ausdrückliche Nachfrage der Vorinstanz
(Prot. I S. 15 f.) legte die Beklagte offen, dass sie mit dieser kryptischen Bezeich-
nung "in der Tat" I._ meine (Prot. I S. 16). Weder mit Rz 25 und Rz 27 der
"Duplik" wurden indessen konkrete Tatsachenbehauptungen in den Prozess ein-
geführt, aus denen sich irgendwelche Verletzungen von Geschäftsgeheimnissen
seitens der Klägerinnen I._ gegenüber ergeben könnten. Dessen Einbezug
und seine Beurteilung der damaligen Lage sowie seine Beratung bezüglich des
geplanten Aktienkaufvertrages (vgl. dazu insbesondere Urk. 31 Rz 27) allein stel-
len jedenfalls keine solchen Verletzungen dar.
4.2.1.2. Die Klägerinnen führen in diesem Zusammenhang vor Obergericht zu
Recht aus, dass sich in der zum Parteivortrag gemachten Strafanzeige keine Par-
teibehauptungen fänden, denen die fraglichen E-Mails als Beweismittel zugeord-
net würden (Urk. 55 Rz 14 und 15). In der Tat hätte das im erstinstanzlichen Ver-
fahren vor Aktenschluss geschehen müssen (Art. 221 Abs. 1 lit. d und e ZPO in
Verbindung mit Art. 222 ZPO). Die Beklagte durfte angesichts der dieses Verfah-
ren beherrschenden Verhandlungsmaxime namentlich nicht erwarten, dass das
Gericht das vorgelegte Konvolut von E-Mail Korrespondenzen gemäss Urk. 19/3
im Hinblick darauf durchforsten werde, ob sich daraus Hinweise ergeben könnten,
welche geeignet wären, ihre Thesen zu unterstützen.
4.2.2. Auf der Hand liegt, dass die Klägerinnen, welche während Monaten in
ernsthaften Kaufverhandlungen mit D._ standen, sich Gedanken darüber
machten, ob das geplante Geschäft wirtschaftlich sinnvoll sei oder nicht. Dass sie
sich in dieser Hinsicht beraten liessen, kann ihnen jedenfalls nicht zum Vorwurf
gereichen. Dieses Recht spricht ihnen, wie bereits erwähnt, denn auch selbst die
Beklagte nicht ab; D._ tat im Übrigen ein Gleiches, indem er seinerseits an-
waltlichen Rat suchte. Dass in dieser Situation sich die Interessen, welche die
Klägerinnen in ihrer Eigenschaft als Arbeitnehmerinnen für die Beklagte wahrzu-
nehmen hatten, mit ihren eigenen vermengen konnten bzw. sich die "Informati-
onssphären vermischten", wie das die Beklagte im Prozess formuliert (Urk. 36 S.
8), hatte der Mehrheitsaktionär D._ deswegen in Kauf zu nehmen, weil er mit
- 17 -
den Klägerinnen als seinen "Consultants auf der Stufe eines Partners" in ernsthaf-
te Verkaufsverhandlungen trat. Die Vorinstanz hat die dadurch entstandene Sach-
und Rechtslage richtig beurteilt; es ist auf ihre zutreffenden Erwägungen zu ver-
weisen (Urk. 47 S. 17-19). Vor Obergericht verweist die Beklagte demgegenüber
auf ihre Vorbringen in der Klageantwort, wo ausgeführt wurde, dass Hinweise da-
für bestünden, dass die Klägerinnen I._ "weit detailliertere Informationen"
hätten zukommen lassen, als sie ihnen als Aktionärinnen zur Verfügung gestan-
den seien (Urk. 46 S. 5 f. mit Hinweis auf Urk. 17 Rz 15a). Das sind indessen le-
diglich pauschale Vermutungen, die nicht weiterhelfen. Was die Beklagte in die-
sem Zusammenhang konkret gemeint haben mochte, ist nicht ersichtlich. Richtig
ist zwar, dass die Beklagte vor Vorinstanz geltend machte, die Klägerinnen hätten
ihrem Berater I._ die Liquiditätsplanung zugänglich gemacht. Das war indes-
sen von der Beklagten auf Grund der vom Mehrheitsaktionär mit den Klägerinnen
geführten Verkaufsverhandlungen in Kauf zu nehmen, denn die Liquiditätspla-
nung einer zu erwerbenden Gesellschaft spielt aus der Sicht des Käufers eine
entscheidende Rolle. Schliesslich hat schon die Vorinstanz festgehalten, dass die
Beklagte keine Behauptungen zum Inhalt der sog. Liquiditätsplanung aufgestellt
habe (Urk. 47 S. 17 E. 2.2.4). Inwieweit damit Geschäftsgeheimnisse der Beklag-
ten verraten worden sein sollten, bleibt damit ihr Geheimnis. Wenn die Beklagte
vor Obergericht dem entgegenhält, dass die sog. Liquiditätsplanung "durchaus
auch geheimnisrelevante Daten" enthalte (Urk. 46 Rz 9), ohne gleichzeitig darzu-
tun, wo entsprechende konkrete Behauptungen vor Vorinstanz aufgestellt worden
sein sollen, hilft das nichts. Von vornherein unzulässig, weil erst nach Akten-
schluss erfolgt, ist der von der Beklagten in diesem Zusammenhang mit ihrer Ein-
gabe vom 16. Januar 2014 (Urk. 46 S. mit Hinweis auf Urk. 36 S. 7) gestellte Be-
weisantrag auf Edition der gesamten Korrespondenz zwischen I._ und den
Klägerinnen. Zu Recht qualifizierte die Vorinstanz diesen Antrag überdies auch
deshalb als unzulässig, weil er auf einen unstatthaften Ausforschungsbeweis ab-
zielt (Urk. 47 S. 17).
4.3. Drohung und Nötigung als wichtiger Grund?; Flip-Chart (Urk. 47 S. 20-26,
E. IV/B/3; Urk. 46 S. 8-9, 15-17 und 21-22; Urk. 51 S. 10 f. und S. 16 f.).
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4.3.1. Die Beklagte wirft den Klägerinnen Drohung und Nötigung vor. So sollen
die Klägerinnen anlässlich der Vertragsverhandlungen vom 22. Mai 2012 durch
ihren damaligen Rechtsbeistand G._ für den Fall einer Nichteinigung über
die Modalitäten bezüglich des geplanten Aktienerwerbs in Aussicht gestellt haben,
"wegen angeblicher und nie näher dargestellter verdeckter Gewinnausschüttun-
gen den Steuerbehörden einen Wink" geben zu wollen und eine neue, die Beklag-
te konkurrenzierende Firma, nämlich die G._ Finanzberatungs AG, gründen
zu wollen (act. 17 S. 16 f., act. 23/17 S. 15). Die Vorinstanz hält diesen Vorgang
im Zusammenhang mit den hier interessierenden fristlosen Entlassungen schon
deshalb als nicht relevant, weil die erst Monate später erfolgten fristlosen Entlas-
sungen der beiden Klägerinnen schon aus zeitlichen Gründen nicht mit der an-
geblichen Drohung vom 22. Mai 2012 in Zusammenhang gebracht werden könn-
ten. Die vorinstanzlichen Erwägungen sind richtig. Es kann darauf verwiesen wer-
den (Urk. 47 S. 21-26).
4.3.2. Ein Nötigungsvorwurf an die Adresse der beiden Klägerinnen muss im Üb-
rigen auch deshalb entfallen, weil die Steuerbehörden nach der Darstellung der
Beklagten gemäss den angeblichen Auslassungen der Klägerinnen lediglich über
eine "nie näher spezifizierte verdeckte Gewinnausschüttung" hätten informiert
werden sollen (vgl. Urk. 46 Rz 12). Das ist ein zu vager Vorwurf, als dass er über-
haupt ernst genommen werden könnte. Dazu kommt, dass die Beklagte selber
vor Obergericht die in Frage stehenden Vorgänge als "steuertechnisch ohnehin
unproblematisch" bezeichnet (Urk. 46 Rz 12). Die von der Beklagten in diesem
Zusammenhang erhobene Strafanzeige wurde von der zuständigen Staatsan-
waltschaft denn auch nicht an Hand genommen, und der dagegen beim Oberge-
richt erhobenen Beschwerde der Beklagten blieb der Erfolg versagt (vgl. Be-
schluss des Obergerichts vom 23. Oktober 2013, Proz.-Nr. UE130094; Urk. 30/1).
Die Beklagte macht im Berufungsverfahren zwar geltend, erst mit Auffinden der
sog. Flip-Chart habe sie bzw. D._ realisiert, "dass die Nötigungsdrohung Teil
eines abgesprochenen Handlungsplans der Klägerinnen" gewesen sei (Urk. 46
Rz 11). Entgegen ihrer Darstellung hat sie solches nicht schon vor Vorinstanz be-
hauptet (Urk. 46 Rz 11 mit Hinweis auf Urk 17 Rz 13b). Ganz abgesehen davon
vermöchte die von D._ in der Nacht vom 6./7. September 2012 bei den Ge-
- 19 -
schäftsakten aufgefundene Flip-Chart, aus der hervorgehen soll, dass die Kläge-
rinnen mit ihrem Berater über allfällige "Eskalationsstufen" gesprochen haben
(Urk. 19/9), die These der Beklagten ohnehin nicht zu stützen. Flip-Charts werden
im Rahmen von Brainstormings erstellt, anlässlich welcher über alle denkbaren
Varianten möglicher Problemlösungen gesprochen wird. Ob dabei die eine oder
die andere Variante zum Zuge kommen wird, bleibt dabei völlig offen. Mehr lässt
sich aus Urk. 19/9 jedenfalls nicht herauslesen. Dass dort unter dem Titel "ver-
deckte Gewinnausschüttung" die Information der Steuerbehörden erwähnt wird,
hilft der Beklagten daher von vornherein nichts.
4.4. Mobbing und Freistellung von J._ und K._ als wichtiger Grund?
(Urk. 47 S. 29-38, E. IV/B/5-6; Urk. 46 S. 10-15, 17, 21-22; Urk. 51 S. 13-16).
4.4.1. Die Beklagte warf den beiden Klägerinnen vor Vorinstanz vor, sie hätten die
Mitarbeiterinnen J._ und K._ gemobbt, worauf diese das Unternehmen
verlassen hätten. Die Vorinstanz sieht kein Verhalten, der Klägerinnen, das im
Sinne eines wichtigen Grundes die fristlose Entlassung der Klägerinnen rechtfer-
tigen könnte. Die Beklagte beanstandet das vor Obergericht (Urk. 46 S. 9 ff.). Un-
zulässig ist es von vornherein, wenn sie dabei auf ihre erst nach Aktenschluss
eingereichte Stellungnahme vom 16. Januar 2014 verweist (Urk. 46 Rz 15, Urk.
36).
4.4.2. Mobbing stellt ein systematisches, feindliches, über einen längeren Zeit-
raum anhaltendes Verhalten dar, mit dem eine Person an ihrem Arbeitsplatz iso-
liert, ausgegrenzt oder gar von ihrem Arbeitsplatz entfernt werden soll. Es können
dabei unter Umständen Einzelhandlungen in Betracht fallen, die isoliert betrachtet
durchaus als zulässig zu beurteilen sind, jedoch in ihrer Gesamtheit zu einer De-
stabilisierung des Opfers führen können. Mobbing liegt aber nicht schon dann vor,
wenn ein Arbeitskonflikt oder eine schlechte Arbeitsatmosphäre besteht, oder
wenn eine angestellte Person aufgefordert wird – auch auf eindringliche Weise
oder mit der Androhung von Disziplinarmassnahmen oder einer Entlassung – ih-
ren Arbeitspflichten nachzukommen. Mobbing ist schwierig zu beweisen. Ein Be-
weis kann in der Regel nur durch Würdigung einer Vielzahl von Indizien gelingen.
Dabei muss aber stets auch in Erwägung gezogen werden, dass sich die be-
- 20 -
troffene Person das Mobbing nur einbildet oder sich sogar missbräuchlich darauf
beruft (BGer 8C_446/2010 vom 25.1.2011, E. 4.1; BGer 8C_900/2013 vom
5.5.2014 E. 4.2). Weil die Beurteilung auf einer Gesamtwürdigung der Umstände
beruht, insbesondere der Indizien, welche das Mobbing ausmachen, ist unter
Umständen an eine Reduktion des erforderlichen Beweismasses zu denken.
4.4.3. Als Direktorinnen der Beklagten hatten die beiden Klägerinnen gegenüber
J._ und K._ für die Beklagte Vorgesetzten- und auch die Arbeitgeber-
funktion inne. Sollte es sich erweisen, dass die Klägerinnen ihnen anvertraute
Mitarbeitende in sehr schwerer Weise gemobbt haben, dann könnte dies – in aller
Regel zwar erst nach einer Verwarnung – einen Grund für eine fristlose Entlas-
sung darstellen, weil darin eine schwere Pflichtverletzung liegen könnte, welche
dazu geeignet ist, das Vertrauen zwischen Arbeitgeber und dem mobbenden Ar-
beitnehmer auf Dauer zu unterminieren. Voraussetzung dafür wäre allerdings,
dass sich die vom Mobbing betroffene Person auch wirklich gemobbt fühlt.
4.4.4. Was die Mitarbeiterin K._ anbelangt, welche am 23. Juli 2012 gekün-
digt hat, hält die Vorinstanz mit dem angefochtenen Urteil fest, dass die Beklagte
gegenüber den Klägerinnen keine konkreten Mobbingvorwürfe erhoben habe
(Urk. 47 S. 32 E. 5.2.2.). Dem hält die Beklagte mit ihrer Berufung nichts entge-
gen, weshalb es bezüglich K._ bei der vorinstanzlichen Beurteilung sein Be-
wenden haben muss.
4.4.5. Zu prüfen sind daher noch die von der Beklagten formulierten Mobbingvor-
würfe betreffend J._: Die Vorinstanz hält dafür, dass die Beklagte bzw.
D._ bereits Mitte August 2012 vom inkriminierten Verhalten der Klägerinnen
gegenüber J._ erfahren habe, weshalb die gestützt darauf erst im September
ausgesprochenen fristlosen Entlassungen verspätet seien (Urk. 47 S. 30 und 32).
Aus dem Wesen des wichtigen Grundes leitet die bundesgerichtliche Rechtspre-
chung zu Art. 337 OR ab, dass der Kündigungsberechtigte sich mit der fristlosen
Auflösung des Arbeitsverhältnisses nicht ungebührlich lange Zeit lassen darf. Ist
ein wichtiger Grund gegeben, so ist die fristlose Kündigung sofort auszusprechen.
Andernfalls ist anzunehmen, dem Kündigenden sei es subjektiv zumutbar, die or-
dentliche Kündigungsfrist einzuhalten; diesfalls ist das Recht auf eine sofortige
- 21 -
Vertragsauflösung verwirkt. Dabei ist nach den Umständen des konkreten Falles
zu entscheiden, innert welcher Frist dem Berechtigten billigerweise ein Entschluss
darüber zuzumuten ist, ob er von seinem Recht zur fristlosen Aufhebung des Ver-
trags Gebrauch machen will. In der Regel wird eine Überlegungsfrist von zwei bis
drei Arbeitstagen zum Nachdenken und Einholen von Rechtsauskünften als an-
gemessen angesehen. Ein Hinauszögern über diese Zeitspanne hinaus ist nur zu-
lässig, wenn es mit Rücksicht auf die praktischen Erfordernisse des Alltags- und
Wirtschaftslebens als verständlich und berechtigt erscheint (BGE 138 I 113 E. 6.3,
130 III 28 E. 4.4).
Den rechtlich korrekten vorinstanzlichen Erwägungen hält die Beklagte vor
Obergericht entgegen, D._ habe die belastenden Aussagen J._s "auf-
grund diverser Ferienabwesenheiten erst Ende August mit den andern Mitarbei-
tern verifizieren und diesbezüglich zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenfü-
gen können" (Urk. 46 Rz 15). Entscheidend ist auch in diesem Zusammenhang,
welche Behauptungen die Beklagte vor Aktenschluss in den Prozess eingeführt
hat: In ihrer Klageantwort führte die Beklagte aus, dass die Kündigungen der bei-
den Mitarbeiterinnen K._ und J._ vom 23. und 31. Juli 2012 für D._
überraschend gekommen seien. Deshalb habe er mit beiden Mitarbeiterinnen das
Gespräch gesucht. Das Gespräch mit J._ habe Mitte August stattgefunden.
Weitere Gespräche mit anderen Mitarbeitern "Ende August" hätten zu Tage ge-
fördert, dass J._ von der Klägerin 1 massivst unter Druck gesetzt und diskri-
miniert worden sei (Urk. 17 Rz 10a). Mit wem D._ Ende August gesprochen
haben will und was er von diesen Mitarbeitern erfahren haben soll, lässt die Be-
klagte allerdings offen. Mit der Vorinstanz ist unter diesen Umständen davon aus-
zugehen, dass D._ Mitte August 2012 von J._ die entscheidenden Fak-
ten erfuhr. Wenn die Beklagte in der Folge bis zum 3. September 2012 mit der
fristlosen Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit der Klägerin 1 zuwartete, dann
verwirkte sie unter dem Gesichtspunkt des Mobbings ihr Recht auf eine fristlose
Auflösung des Arbeitsvertrages. Die von der Beklagten in diesem Zusammenhang
an die Adresse der Klägerinnen gerichteten Vorwürfe vermögen daher eine frist-
lose Entlassung von vornherein nicht zu stützen. Im Übrigen weist die Beklagte
auf kein konkretes qualifiziert unkorrektes Verhalten der Klägerinnen hin, das oh-
- 22 -
ne Verwarnung zu ihrer fristlosen Entlassung hätte Anlass geben können. Die Be-
klagte wirft den Klägerinnen unkorrektes Verhalten, namentlich despektierliche
Äusserungen gegenüber J._ vor. Die Vorinstanz hält die von der Beklagten
vor Aktenschluss aufgestellten Behauptungen zu Recht als zu vage (Urk. 47 S.
33). Dazu kommt, dass solche Unkorrektheiten, die insbesondere durch ständige
Wiederholungen Gewicht erhalten, nur dann Anlass zu einer fristlosen Entlassung
geben können, wenn sie trotz Verwarnung wiederholt vorkommen (BGE 129 III
380). Auf derartige Verwarnungen hat die Beklagte im Prozess nie hingewiesen.
4.4.6. Die Beklagte wirft den beiden Klägerinnen vor, dass sie die Mitarbeiterinnen
K._ und J._ nach deren Kündigungen freigestellt hätten. Derartige Mas-
snahmen stünden gemäss Art. 716b OR allein dem Verwaltungsrat, d.h. D._,
zu (Urk. 46 Rz 24 mit Hinweis auf Urk. 17 Rz 15g). Die Klägerinnen halten mit der
Vorinstanz dafür, dass sie zur Freistellung befugt gewesen seien (Urk. 51 Rz 61
mit Hinweis auf Urk. 47 S. 31 f.). Die Freistellung von Mitarbeitern nach einer
Kündigung ist eine gängige Massnahme und hat operative und nicht strategische
Bedeutung. Die beiden Klägerinnen waren als Direktorinnen tätig und als solche
auch im Handelsregister eingetragen. Die Beklagte anerkannte sodann vor Vo-
rinstanz ausdrücklich, dass die Klägerinnen "im Aussenverhältnis" zu den Freistel-
lungen befugt gewesen seien. Sie macht lediglich geltend, Freistellungen seien
bei der Beklagten "für ordentlich gekündigte Mitarbeiter" nicht "Usus" gewesen
(Prot. I S. 25). Angesichts der Stellung, welche die beiden Klägerinnen im Betrieb
der Beklagten innehatten, kann unter diesen Umständen von einem Fehlverhal-
ten, das zu einer fristlosen Entlassung Anlass geben könnte, keine Rede sein. Zu
Recht weisen die Klägerinnen auch daraufhin, dass die Beklagte mit ihren Klage-
antworten vortrug, dass sich D._ "praktisch nicht in operative Dinge" einge-
mischt habe (Urk. 17 Rz 10; Urk. 23/17 Rz 9). In der Tat befassten sich nach der
Darstellung der Beklagten selber die Klägerinnen "mit operativen Themen", wo-
gegen die "strategische Führung" von D._ wahrgenommen wurde (Urk. 17
Rz 5; Urk. 23/17 Rz 4). Dazu kommt, dass D._ auch in Holland beruflich tätig
war, so dass er sein Pensum bei der Beklagten auf 50% reduziert hatte (Urk. 17
Rz 7; Urk. 23/17 Rz 6). Unter diesen Umständen kann den Klägerinnen im Zu-
- 23 -
sammenhang mit der Freistellung der beiden Mitarbeiterinnen K._ und
J._ kein Vorwurf gemacht werden.
4.5. Mobbing von D._ als wichtiger Grund? (Urk. 47 S. 35-38, E. IV/B/6;
Urk. 46 Rz 13, 14, 22; Urk. 51 Rz 37-46).
4.5.1. Die Beklagte sieht einen wichtigen Grund für die fristlose Entlassung auch
im Umstand, dass die Klägerin ihren Vorgesetzten sowie Hauptaktionär und ein-
zigen Verwaltungsrat der Beklagten, D._, gemobbt haben sollen. Die Vo-
rinstanz hat sich mit diesem Vorwurf einlässlich auseinandergesetzt (Urk. 47 S-
35-38). Vor Obergericht hält die Beklagte an ihrem Vorwurf fest (Urk. 46 Rz, 13,
14, 22). Sie trägt vor, ihre Ausführungen in der Klageantwort dazu könnten "kaum
substantiierter" sein (Urk. 46 Rz 22 mit Hinweis auf Urk. 17 Rz 15e).
4.5.2. Wenn wie hier, das Mobbing eines Vorgesetzten zur Debatte steht, dann
müssen ganz ernsthafte Vorfälle gegeben sein, damit von einem wichtigen Grund
für eine fristlose Entlassung gesprochen werden kann. Wird ein Vorgesetzter an-
haltend zum Objekt von Mobbinghandlungen seiner Untergebenen, dann liegen in
aller Regel Führungsmängel vor. In erster Linie ist es nämlich Sache des Vorge-
setzten, für ein Arbeitsklima zu sorgen, das derartige Vorfälle verunmöglicht. Und
geschehen sie trotzdem, dann hat der Vorgesetzte mit geeigneten Führungs-
massnahmen zu intervenieren, wozu durchaus eine Verwarnung als Vorstufe ei-
ner fristlosen Entlassung gehören kann. Das hätte auch hier geschehen müssen:
So legte die Beklagte vor Vorinstanz dar, "bisweilen" hätten die Klägerinnen ihren
Vorgesetzten D._ "in der Gegenwart von Kundschaft und Kooperationspart-
nern angeherrscht" und ihm bedeutet, "er solle schweigen". Auch hätten ihn die
Klägerinnen "systematisch ausgegrenzt, in dem sie ihm Informationen bewusst
nicht zukommen liessen" und die anderen Angestellten angewiesen hätten, nicht
auf D._ zuzugehen. Wenn D._ dennoch auf einen solchen Arbeitnehmer
zugegangen sei, habe er sich unmittelbar danach bei den Klägerinnen dafür
rechtfertigen müssen. Seine geschäftlichen Ideen seien von den Klägerinnen
konsequent abgeblockt und nicht umgesetzt worden (Urk. 17 Rz 15e und Urk.
23/17 Rz 14e). All das vermag indessen eine fristlose Entlassung nicht zu recht-
fertigen: Wenn D._ solchem unsäglichen Treiben zugesehen hat, ohne die
- 24 -
Klägerinnen dafür zu verwarnen, dann kann die Beklagte solche Vorfälle, wenn es
dann zum vor Gericht ausgetragenen Konfliktfall kommt, nachträglich nicht zum
Anlass einer fristlosen Entlassung machen. Angebliche Persönlichkeitsverletzun-
gen seitens der Klägerinnen, die z.B. in der Äusserung der Klägerinnen liegen sol-
len, D._ habe "für sein Salär keine Arbeit geleistet" (Urk. 46 Rz 30), haben
bei dieser Ausgangslage keine selbständige Bedeutung.
4.6. Zusammenfassende Würdigung und finanzielle Folgen: Zusammenfassend
ergibt sich, dass keine wichtigen Gründe für eine fristlose Entlassung der Kläge-
rinnen vorliegen. Soweit die Beklagte am Vorwurf festhält, die Klägerin 2 habe
Abwerbeversuche gegenüber einer Mitarbeiterin der Beklagten unternommen
(Urk. 46 Rz 31), setzt sie sich mit den vorinstanzlichen Erwägungen nicht ausei-
nander. Zu Recht stellte sich die Vorinstanz dort auf den Standpunkt, dass die
nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses gemachten Abwerbeversuche die
Treuepflicht nicht mehr beschlagen. Das in der Folge von der Vorinstanz gezoge-
ne Gesamtfazit (Urk. 47 S. 39) ist jedenfalls richtig.
Richtig sind auch die von der Vorinstanz gezogenen finanziellen Konse-
quenzen (Urk. 47 S. 39-41, E. C, D, E und F). Mit diesen vorinstanzlichen Erwä-
gungen setzt sich die Berufung nicht auseinander. Die Vorinstanz begründete in
nachvollziehbarer Weise, warum sie die Pönalentschädigung auf je zwei und nicht
je drei Monatslöhne pro Klägerin bemisst (Urk. 47 S. 40 f.). Die Beklagte hält zwar
dafür, dass die Pönalentschädigung ganz zu streichen sei, ohne sich auch hier
mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinanderzusetzen (Urk. 46 Rz 48 f.).
Der vorinstanzliche Entscheid ist daher in diesen Punkten ohne weiteres zu be-
stätigen.
5. Personaldossiers
Mit zutreffenden Erwägungen verpflichtete die Vorinstanz die Beklagte so-
dann, den beiden Klägerinnen je eine Kopie ihres Personaldossiers herauszuge-
ben (Urk. 47 S. 41-43). Die Berufung bestreitet zwar die vorinstanzliche Argumen-
tation (Urk. 46 Rz 50). Soweit die Beklagte sich auf ein bei den Akten liegendes
Schreiben ihres Anwaltes verweist, genügt sie aber den gesetzlichen Begrün-
- 25 -
dungsansprüchen von vornherein nicht. Art. 2 Abs. 2 lit. c DSG betrifft sodann
nicht Datensammlungen von Arbeitgebern, sondern die bei den zuständigen Be-
hörden hängigen Verfahren. Auch Art. 9 DSG gibt keinen Anlass zur Beschrän-
kung des Auskunftsrechts. Im Zentrum der Auseinandersetzung der Parteien
steht der vorliegende Zivilprozess. Dieser kann nicht Anlass geben, den Klägerin-
nen Ansprüche gemäss DSG zu verweigern. Und sollte die Beklagte den Be-
schluss des Obergerichts vom 23. Oktober 2013 betreffend Nichtanhandnahme
ihrer Strafanzeige (Proz.-Nr. UE130094; Urk. 30/1) an das Bundesgericht weiter-
gezogen haben, dann wäre ihr entgegenzuhalten, dass sie nie einen Entscheid
des Bundesgerichts vorgelegt hat, mit der einer solchen Beschwerde die auf-
schiebende Wirkung zuerkannt worden wäre. Damit kann auch das von der Be-
klagten anvisierte Strafverfahren nicht Anlass dazu sein, den Klägerinnen die
Herausgabe der sie betreffenden Daten zu verweigern. Schliesslich ist nicht ein-
zusehen, weshalb der Herausgabe von Kopien der Personalakten ein "materiell-
rechtlicher Retentionsanspruch" entgegenstehen soll. Entscheidend ist demge-
genüber, dass Eintragungen im Personaldossier die Persönlichkeit der Arbeit-
nehmer beschlagen. Gemäss Art. 8 DSG stehen den Klägerinnen solche Aus-
künfte zu. Die Dispositiv-Ziff. 5 und 6 des angefochtenen Urteils sind daher ohne
weiteres zu bestätigen.
6. Arbeitszeugnisse
Die Vorinstanz hat auch über die Anträge der Klägerinnen betreffend Aus-
stellung von Arbeitszeugnissen befunden. Auch diese Begründung des vor-
instanzlichen Urteils ist nachvollziehbar (Urk. 47 S. 43 f.). Die Beklagte hält vor
Obergericht der Sichtweise der Vorinstanz ihre eigene entgegen, wofür sie auf ih-
re vorinstanzlichen Ausführungen verweist. Mit der Argumentation der Vorinstanz
setzt sie sich nicht auseinander. Auch das genügt den Anforderungen an die Be-
gründung einer Berufung nicht. Der vorinstanzliche Entscheid ist auch in diesem
Punkte zu bestätigen (Dispositiv-Ziff. 3 und 4).
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7. Anschlussberufung
7.1. Die Klägerinnen haben vor Vorinstanz für die von ihnen geltend gemachten
Geldforderungen Zins zu 5% seit dem 4. September 2012 verlangt (vgl. obige
Rechtsbegehren). Über diese Zinsforderungen ist die Vorinstanz wortlos hinweg-
gegangen. Entgegen der Meinung der Klägerinnen ist kein Schadenszins, son-
dern ein Verzugszins zuzusprechen. Einen Verzugszins im gesetzlichen Umfange
von 5% anerkennt die Beklagte mit der Anschlussberufungsantwort für den Fall,
"dass die urteilende Instanz die Hauptforderungen wider Erwarten ganz oder teil-
weise gutheissen sollte" (Urk. 55 Rz 66), und zwar "ab Stellung des Schlichtungs-
gesuchs" (Urk. 55 Rz 68).
7.2. Der Klägerin 1 ist ein Zins zu 5% seit dem 4. September 2012 zuzuspre-
chen und der Klägerin 2 ein solcher seit dem 12. September 2012. Sowohl der
Schadenersatzanspruch nach Art. 337c Abs. 1 OR als auch die Strafzahlung nach
Art. 337c Abs. 3 OR sind ab Schadenseintritt bzw. Entlassung zu verzinsen (BGer
4A_474/2010 E. 2.2.2 = ARV 2011, 113 f.; BK-Rehbinder N 5 zu Art. 337c OR;
Kaenel, Die Entschädigung aus ungerechtfertigter fristloser Entlassung nach Art.
337c Abs. 3 OR, Bern 1996, S. 172; BSK OR I-Portmann, N 1 zu Art. 339 OR;
Streiff/von Kaenel/Rudolph, Arbeitsvertrag, 7. Aufl., Zürich 2012, N 2 zu Art. 339
OR).
8. Kosten- und Entschädigungsfolgen
8.1. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten- und Entschädigungsfol-
gen gemäss angefochtenem Urteil ohne weiteres zu bestätigen (Dispositiv-Ziff. 7
bis 9).
8.2. Für das Berufungsverfahren ist von folgendem Streitwert auszugehen: Fr.
100'314.05 für die Geldforderungen, Fr. 20'000.00 für die Arbeitszeugnisse (ent-
sprechend je einem Monatslohn) und Fr. 10'000.00 für die Herausgabe der Ko-
pien des Personaldossiers (je Fr. 5'000, entsprechend je einem halben Monats-
lohn). Damit ergibt sich für das Berufungsverfahren ein Streitwert von Fr.
130'314.05. Auf dieser Basis wird die Beklagte auch für das Berufungsverfahren
kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die unverlangte Ein-
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gabe der Klägerinnen vom 19. Dezember 2014 (Urk. 57) fällt für die Bemessung
der Parteientschädigung ausser Betracht.