Decision ID: 627c9b4b-68f2-4f1f-8ad5-31eca528d0bc
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1959,
war
nac
h der obligatorischen Schulzeit
in verschiedenen Branchen
im Rahmen von jeweils
kürzerdauernden
Anstellungen
tätig
(vgl. den Auszug aus dem ind
ividuellen Konto vom 1
7.
März 2
014, Urk.
7/8/1-2)
,
erwarb im Oktober 1989 das Fähigkeitszeugnis als kaufmännische Angestellte (
Urk.
7/2/5)
und arbeitete danach während einiger Jahr
e bei der Stadtverwaltung Y._
(
Urk.
7/8/2). Im Juni 1996 erlangte sie nach dreijähriger Ausbildung das Diplom für Erwachsenenbild
ung an der Z._
(
Urk.
7/2/
3-
4), und 1998/1999 durchlief sie einen berufsbeglei
tenden Lehrgang für
Organisationsentwicklung/Unternehmensentwicklung
, den sie im November 1999 mit dem Zertifikat d
er
A._
mit Sitz in Österreich
abschloss (
Urk.
7/2/1).
Von Oktober 1998 bis Juli 2000 arbeitete
X._
bei der
B._
; nach einer Zeit der Arbeitslosigkeit
(Angaben der Arbeits
losenkasse der Gewerkschaft Bau & In
dustrie vom 1
9.
März 2004, Urk.
7/9)
trat sie im Dezember 2001
bei der
B._
erneut eine Stelle
- als Zentrumsleiterin -
an, die bis Ende Juni 2002 befristet war (vgl.
Urk.
7/8/4-5
und die Angaben der
B._
vom 1
6.
März 2004,
Urk.
7/7). Anschliessend war
X._
auf Mandatsbasis
als Seminarleite
rin/Erwachsenen
bildnerin für die C._
AG und
für das D._
tätig (Aufstellung von
X._
in
Urk.
7/1; Angaben der C._
vom 25.
März 2004,
Urk.
7/11, und des D._
vom
5.
April 2004,
Urk.
7/12).
1.2
A
m
4.
März 2004 meldete sich
X._
bei der Invalidenversiche
run
g
an (
Urk.
7/3
)
und gab an, an chronischer Erschöpfung sowie an Schmerzen, chronisch rezidivierenden Infekte
n
und Fieber zu leiden und deswegen seit März 2002 ganz oder teilweise
arbeitsunfähig gewesen zu sein, bei einer fortbestehen
den 50%igen Arbeitsunfähigkeit seit Mai 2003 (
Urk.
7/3/5). Die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
holte n
e
ben den Angaben der Arbeitgeber den Bericht der Hausärztin
Dr.
med. E._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, vom 2
3.
März 2004 ein (
Urk.
7/10), befragte die V
ersicherte zum Erwerbspensum, das sie bei guter Gesundheit innehätte (
Urk.
7/14), und sprach ihr
in der Folge
mit Verfügung
vom 24.
September 2004 ab dem
1.
März 2003 ein
e
halbe Rente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 50
%
zu (
Urk.
7/23; Feststellungsblatt in
Urk.
7/15). Die Verfügung blieb unangefochten.
Im Frühjahr 2006 leitete die IV-Stelle ein Revisionsverfahren in die Wege und nah
m hierbei
die Angaben der Versicherten vom
6.
März 2006
entgegen
(Urk.
7/26)
, holte
den Bericht von
Dr.
E._
vom 1
4.
März 2006 ein (Urk.
7/27)
und liess durch das Arbeitsintegrationsunternehmen
F._
,
wo die Versicherte
seit dem
1.
Dezember 2005 eine 50%-Stelle als Erwachsen
enbildnerin
und Bildungsleiterin
innehatte, den Bericht vo
m 2
3.
März 2006 erstellen (Urk.
7/28).
Am
2
8.
März 2006 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie weiterhin Anspruch auf die bisherige Invalidenrente habe (
Urk.
7/30
; Feststellungsblatt in
Urk.
7/29
)
, was die Versicherte erneut unbeanstandet liess.
Auf den
1.
Januar 2008
hin
erhöhte die Versicherte ihr Arbeitspensum bei der
F._
auf 60
%
und übernahm dabei
neben der Funktion der Bildungsleiterin diejenige eines
Mitglieds des Leitenden Aus
schusses (Arbeitsvertrag vom 1.
Feb
ruar 2008,
Urk.
7/31
). Sie teilte dies der I
V-Stelle mit (Schreiben vom 13.
April 2008,
Urk.
7/32), worauf diese den Bericht von
Dr.
E._
vom 2
1.
April 2008 (
Urk.
7/35) und die Angaben der Arbeitgeberin vom 2
3.
April 2008 (
Urk.
7/34) einholte. Mit Verfügung vom
6.
Oktober 2008 setzte die IV-Stelle die bisherige halbe Rente der Versicherten aufgrund des neu ermittelten Invaliditäts
grades von 43
%
mit Wirkung ab dem
1.
Dezember 2008 auf eine
Viertelsrente
herab (
Urk.
7/41+42; Feststellungsblatt in
Urk.
7/36). Die Versicherte akzeptierte auch diesen Entscheid.
1.3
Nachdem die Versicherte ab dem 3
1.
Januar 2013 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen war und Leistungen aus der kollektiven Krankentaggeldversicherung
der Arbeitgeberin bei der Helsa
na Zusatzversicherung AG
(Helsana)
erhalten hatte (vgl. die Unterlagen der Helsana in
Urk.
7/49
/1-30
mit den Zeugnissen des G._
), gelangte sie am
2.
Juli 2013
wieder an die Invalidenversicherung
(
Urk.
7/48). Die IV-
Stelle holte neben den Unterlagen der Helsana d
en Bericht des G._
vom 1
7.
Juli 2013 ein (
Urk.
7/54)
und
liess durch den seit Januar 2013 behandeln
den Psychiater Dr.
med. H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, den Bericht vom August 2013
(Eingang)
verfassen (
Urk.
7/61)
. Ferner erkundigte sie sich bei der
F._
und erfuhr durch
deren Bericht vom 1
3.
August 2013 von der Beendigung des Arbeitsverhältnisses per Ende November 2013 (
Urk.
7/60).
Nachdem die IV-Stelle ausserdem die Beurte
i
lu
ng ihres RAD-Arztes
Dr.
med. I._
, Facharzt für Anästhesiologie, vom 2
6.
Au
gust 2013 eingeholt hatte (Urk.
7/62/3-4), eröffnete sie der Versicherten mit
Verfügung vom
9.
O
ktober 2013,
dass keine dauerhafte Verschlechterung des G
esundheitszustandes ausgewiesen sei und sie daher bei einem Invaliditätsgrad von nach wie vor 43
%
weiterhin Anspruch auf die bisherige
Viertelsrente
habe (
Urk.
7/65; Fest
stellungsblatt in
Urk.
7/62). Die Versicherte liess diese Verfügung wiederum unangefochten.
1.4
In der Folge teilte
Dr.
med. J._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothe
rapie,
bei der die Versicherte seit Januar 2020 in Behandlung stand,
der IV-Stelle mit Zuschrift vom 1
8.
März 2021 mit, dass
sich der Gesundheitszustand ihrer
Patientin
verschlechtert habe (
Urk.
7/77), und verfasste am
8.
April 2021 hierzu einen begründenden Bericht (
Urk.
7/79). Die IV-Stelle holte bei
Dr.
J._
die zusätzlichen Angaben v
om 1
8.
Mai 2021 ein (
Urk.
7/84)
und liess ferner dur
ch das Universitätsspital K._
,
Dermatologische Klinik, den Bericht vom
3.
Juni 2021 erstel
len (
Urk.
7/87). Gestützt auf
die Stellungnahm
e des RAD-Arztes
pract
. med. L._
, Facharzt für Arbeitsmediz
in, vom 2
3.
Juni 2021 (Urk.
7/95/
2
3)
eröffnete
die IV-Stelle
der Versicherten d
araufhin mit Vorbe
scheid vom
9.
Juli 2021, dass von einem unveränderten Gesundheitszustand und einer unveränderten Arbeitsfähigkeit ausgegangen werde und daher keine Erhö
hung der Rente vorgesehen sei (
Urk.
7/89
; Feststellungsblatt in
Urk.
7/95
).
Die Versicher
t
e, vertreten durch Rechtsanwalt Sebastian Lorentz, liess mit Eingabe vom
6.
September 2021 Einwendungen erheben (
Urk.
7/93) und als neue medizi
nische Unterlagen zwei Bericht
e des Universitätsspitals K._
über Abklärungen im Zusammenhang mit dem geklagten chronischen Erschöpfungszustand einreichen, nämlich einen Bericht der Klinik für
Konsili
arpsychiatrie
und Psychosomatik, Sprechstunde für chronische Müdigkeit,
vom 2
0.
Mai 2020 (
Urk.
7/92/4-5) und einen Bericht der Klinik für Immunologie vom 1
2.
Februar 2021 (
Urk.
7/92/1-3); ausserdem liess sie ein Zeugnis des Hausarztes
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, vom 2
5.
März 2021 beilegen (
Urk.
7/92/6). Die IV-Stelle gelangte mit den neu eingereichten Berichten nochmals an
pract
. med.
L._
(Stellungnahme vom 2
9.
Oktober 2021,
Urk.
7/98/2-3)
; anschliessend entschied sie mit Verfügung vom 3.
November 2021
im
Sinne ihres Vorbescheids und lehnte es ab, die bisherige Invalidenrente zu erhöhen (
Urk.
2 =
Urk.
7/99
; Feststellungsblatt in
Urk.
7/98
)
.
2.
Mit Eingabe vom
3.
Dezember 2021 liess
X._
durch Rechtsan
walt Sebastian Lorentz gegen die Verfügung vom
3.
November 2021 Beschwerde erheben (
Urk.
1) und beantragen, die Verfügung sei aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine ganze Rente, zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 2
4.
Januar 2022 auf Abweisung der Beschwerde, ohne inhaltlich nochmals Stellung zu nehmen (
Urk.
6). Von der Durchführung des beantragten zweiten Schriftenwechsels (vgl.
Urk.
1 S. 2 f.) wurde deshalb abgesehen
,
und die Beschwerdeantwort wurde der
Beschwerdeführerin
mit Verfügung vom 26.
Januar 2022 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8).
Mit Verfügung vom
3.
Mai 2022 wurde die NEST Sammelstiftung als zuständige Einrichtung der beruflichen Vorsorge zum Prozess beigeladen (
Urk.
9). Diese retournierte am 1
4.
Juni 2022 (
Urk.
11) die
zur Einsicht zugestellten
Gerichtsa
kten und legte Unterlagen zum Vorsorgeverhältnis bei (Urk. 12/1
6), ohne sich jedoch zum Verfahren zu äussern.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Am
1.
Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 3
1.
Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nachfolgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
2.
2.1
Gemäss
Art.
28
Abs.
2
IVG
haben Versicherte Anspruch auf eine ganze R
ente, wenn sie mindestens zu 70
%
, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe R
ente, wenn sie mindestens zu 50
%
oder auf eine
Viertels
r
ente
, wenn sie mindestens zu 40
%
invalid sind.
2.2
2.2.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG (in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalidenein
kom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkommen
).
Bei nicht erwerbstätigen Versicherten wird gestützt auf Art. 28a Abs. 2 IVG für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im nichterwerblichen Aufgabenbereich zu betätigen (sogenannter Betätigungsvergleich).
Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig
sind, für diesen
Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt (vgl. Satz 1). W
aren sie daneben auch in einem nichterwerblichen Aufgabenbereich tätig, namentlich im Haushalt, so wird die Invaliditä
t für diese Tätigkeit nach
Art.
28a Abs. 2 IVG bestimmt (vgl. Satz 2). In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbs
tä
tigkeit und der Anteil der Tätigkeit im
nichterwerblichen Aufgaben
bereich festzulegen und der Invaliditätsgrad
ist
entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (vgl. Satz 3; sogenannte gem
ischte Methode der Invalidi
täts
bemessung).
Bei der Frage, ob eine versicherte Person als voll- oder teilzeitlich erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessu
ng (Einkommensvergleich, Betäti
gungsver
gleich, gemischte Methode) führt, muss nach der höchstrichterlichen Recht
sprechung geprüft werden, was die versicherte Person bei im Übrigen unverän
derten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Bei der Prüfung dieser Frage sind die gesamten Umstände, also die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse, einzubeziehen und neben der finanziellen Notwendigkeit, eine Erwerbstätigkeit wiederaufzu
nehmen oder auszudehnen,
sind
auch allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegen
über Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2c, je mit Hinweisen).
2.2.2
Der Einkommensvergleich
bei Erwerbstätigen
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt.
Bei der Ermittlung des
zumutbarerweise
erzielbaren Invalideneinkommens sind grund
sätzlich die Verdienstmöglichkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
massge
bend
. Übt die versicherte Person jedoch nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der sie im Rahmen eines stabilen Arbeitsverhältnisses die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft und dabei ein Einkommen erzielt, das der Arbeitsleistung angemessen ist und nicht als Soziallohn erscheint, so gilt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts der von ihr tatsächlich erzielte Verdienst als Inval
idenlohn (vgl. BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweisen).
Sodann kann i
n gewissen Fällen, insbesondere dort, wo Validen- und Invalideneinkommen anhand derselben Tätigkeit zu ermitteln sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_295/2017 vom 2
7.
September 2017 E. 6.5), auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne Invalidi
tät erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100
%
zu bewer
ten, während das Invalideneinkommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, sodass sich aus der Prozentdifferenz der Invalidi
tätsgrad ergibt (sogenannter Prozentvergleich; BGE 114 V 310 E. 3a mit Hinweisen).
2.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt rechtsprechungsgemäss jede wesentliche Ände
rung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditäts
grad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen. In Betracht kommt rechtsprechungs
gemäss nicht nur eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch eine erhebliche Veränderung der erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes
(vg
l. BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hin
weisen). Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, so besteht nach der höchst
richterlichen Rechtsprechung keine Bindung mehr an das Mass der übrigen, unverändert gebliebenen Parameter, die dem vorangegangenen rechts
kräftigen Entscheid zugrunde gelegt worden sind. Vielmehr ist der Rentenan
spruch für die Zukunft
diesfalls
in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht frei und umfassend zu prüfen (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3, 117 V 198 E. 4b, je mit Hinweisen). Unerheblich unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten ist dagegen nach der
Rechtsprechung die unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen unver
ändert
gebliebenen Sachverhaltes (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Als zeitliche
Vergleichsbasis
für die Beurteilung der Frage, ob sich der Inv
alidi
tätsgrad im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG erheblich geändert hat, gilt die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Anspruchsprüfung mit rechts
konformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerb
lichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (vgl. BGE 133 V 108 E. 5 mit Hinweisen).
Eine Verschlechterung der
Erwerbsfähigkeit ist nach
Art.
88a
Abs.
2 IVV zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedau
ert hat.
Im Falle eines Revisionsgesuchs, das von der versicherten Person ausgeht, erfolgt d
ie Erhöhung der Ren
te
gestützt auf
Art.
88
bis
Abs.
1
lit
. a IVV frühestens
von dem Monat an,
in dem das R
evisionsbegehren gestellt worden ist.
3.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin aufgrund des Ersuchens der Psychiaterin
Dr.
J._
vom 1
8.
März 2021 (
Urk.
7/77) Anspruch auf eine höhere als die bisherige
Viertelsrente
hat.
4.
4.1
Da
eine Rentenrevision im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG zur Diskussion steht, ist
die
erste Voraussetzung für eine weiterführende materielle Anspruchsprüfung, dass
sich der Sachverhalt bis zum Erlass der angefochtenen V
erfügung vom 3.
November 2021 (
Urk.
2) in potentiell rentenerheblicher Weise verändert hat.
Zeitliche V
ergleichsbasis ist dabei die Verfügung vom
9.
Oktober 2013, mit der die Beschwerdegegnerin das erstmalige Rentenerhöhu
ngsgesuch
vom
2.
Juli 2013 (
Urk.
7/48) abgewiesen hat (
Urk.
7/65). Denn die Beschwerdegegnerin hatte damals
zum einen me
dizinische Angaben zum aktuellen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
beschafft, indem sie die Akten der Helsana
beigezogen
(Urk.
7/49
/1-30
) und einen Bericht des behandelnden Psychiaters
Dr.
H._
eingeholt hatte (
Urk.
7/61), und zum andern hatte sie auch umfassende Auskünfte der
F._
erhalten, in deren Rahmen sich die Arbeitgeberin eingehend zu den
beruflichen
Anforderungen und zur
beobachteten Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin geäussert hatte (
Urk.
7/60).
4
.2
A
ngesichts dessen, dass die Beschwerdeführerin das
erneute
Rentenrevisions
gesuch
vom März 2021 durch ihre behandelnde Psychiaterin hatte stellen lassen und diese im Bericht vom
8.
April 2021 auf eine gesundheitliche Verschlechte
rung seit 2012 hingewiesen hatte (
Urk.
7/79), beschränkte sich die Beschwerde
gegnerin
bei der Prüfung der Frage nach einer Veränderung auf den medizinischen Sachverhalt.
Dementsprechend
begründete
sie
nach Einholen der Stellungnahme von
pract
. med.
L._
vom 2
3.
Juni 2021 (
Urk.
7/95/
2-
3)
schon den Vorb
e
scheid vom
9.
Juli 2021
einzig mit dem Fehlen einer dauerhaften Verschlechterung des Ges
undheitszustandes (Urk.
7/89/2)
und
argumentierte
in der
angefochtenen Verfügung vom 3.
November 2021 wieder
gleich
(
Urk.
2
S. 1-2), nachdem sich die Einwendungen der Beschwerdeführerin vom
6.
September 2021 ebenfalls in erster Linie auf den Gesundheitszustand bezogen hatten (
Urk.
7/93) un
d
pract
. med.
L._
am 29.
Oktober 2021 nochmals Stellung genommen hatte (
Urk.
7/98/2-3).
Es gilt indessen zu beachten, dass
sich
die Beschwerdeführerin
zur Zeit des Erlasses der angefochtenen V
erfügung
vom
3.
November 2021
in einer
anderen beruflichen S
ituation befand
, als dies zur Zeit des Erlasses der Vergleichsverfü
gung vom
9.
Oktober 2013 (
Urk.
7/65) der Fall gewesen war.
Denn damals hatte sie immer noch im langjährigen Arbeitsverhältnis mit der
F._
gestanden, auch wenn sie krankheitsbedingt seit Ende Januar 2013 nicht mehr im Einsatz gewesen war (vgl.
Urk.
7/49
/1-30
und
Urk.
7/60/1+5)
. D
ie Auflösung des Arbeits
verhältnisses
war zwar
gemäss den Angaben der Arbeitgeberin ursprünglich bereits auf En
de Juni 2013 geplant gewesen, d
er effektive Kündigungstermin war
jedoch
aufgrund der arbeitsrechtlichen Sperrfrist auf Ende November 2013 hinausgeschoben worden (
Urk.
7/60/3), und das Arbeitsverhältnis war demge
mäss
beim Erlass der Verfügung vom
9.
Oktober 2013 noch nicht beendet gewesen.
Folgerichtig war d
ie Beschwerdegegnerin daher
bei der Bemessung des damaligen Invalideneinkommens wie
schon
im Jahr 2008 (vgl.
Urk.
7/36/2) vom tatsächlich erzielten Lohn bei der
F._
ausgegangen und hatte diesen ledig
lich der Lohnentwicklung seit 2008 angepasst (
Urk.
7/62/4).
Dieses Invalidenein
kommen
kann indessen nach dem Verlust der Stelle bei der
F._
nicht mehr massgebend
sein, da es
ab dann
den tatsächlichen Verh
ältnissen nicht mehr entsprach.
4
.3
Damit ist seit dem Erlass der Verfügung vom
9.
Oktober 2013
eine Veränderung
in den erwerblichen Verhältnissen der Beschwerdeführerin eingetreten, die potentiell rentenrelevant ist.
Diese Veränderung
für sich allein
gebietet
aufgrund der dargelegten Rechtsprechung
bereits
die umfassende, voraussetzungslose Prüfung des Rentenanspruchs, ohne dass es dafür noch auf eine gesundheitliche
Veränderung ankäme.
Das
Vorgehen der Beschwerdegegnerin,
von der Überprü
fung der erwerblichen Verhältnisse mit der Begründung abzusehen, dass sich der Gesundheitszustand nicht verändert habe (vgl.
Urk.
7/95/3), ist demgegenüber nicht rechtskonform.
5.
5.1
I
n medizinischer Hinsicht hatte
Dr.
E._
im Bericht vom 2
3.
März 2004 die Diagnose eines CFS (
chronic
fatigue
syndrom
) mit chronisch rezidivierenden Infekten bei Zustand nach EBV
(Epstein-Barr-
Virus)
-
Infektion, Fibromyalgien und Gesichtsneuralgien mit Beginn im Jahr 1999 und
die Diagnose eines Burn
out-Syndroms
mit Depressionen
mit Beginn in der Zeit von Ende 2001/Anfang 2002 aufgeführt (
Urk.
7/10/1). Es waren diese Diagnosen, verbunden mit einer attestierten Arbeitsunfähigkeit seit März 2002 (
Urk.
7/10/1), welche die Beschwerdegegnerin zur Zusprechung der halben Rente mit der Verfügung vom
2
4.
September 2004 (
Urk.
7/23)
bewogen hatten.
Zur Zeit des Revisionsverfahrens im Jahr 2006 stand die Beschwerdeführerin
im 50%-Pensum des
im Dezember 2015
eingegangenen Arbeitsverhältnisses mit der
F._
(vgl.
Urk.
7/28)
. Den
generellen
Gesundheitszustand bezeichnete
Dr.
E._
im Bericht vom 1
4.
März 2006 als stationär und
wies
in Bezug auf die D
epressionen auf eine
deutlich
e Besserung
hin, bemerkte aber auch, dass die Beschwerdeführerin oft mit Fieber bei rezidivierenden Infekten im HNO-Bere
i
ch arbeite und auch Phasen mit schlechtem A
llgemeinzustand durchlaufe, weshalb sie sich zwar im Beruf trotz der reduzierten Gesundheit voll einsetzen könne, jedoch weiterhin zu maximal 50
%
arbeitsfähig sei (
Urk.
7/27). Auf dieser Beurteilung gründete die Bestätigung der halbe
n Rente vom 2
8.
März 2006 (Urk.
7/30).
Die Aufstockung des Pensums bei der
F._
AG
auf 60
%
per Anfang Januar 2008 erfolgte sodann gemäss den Angaben von
Dr.
E._
im Bericht vom 2
1.
A
pril 2008 zunächst aus Anlass eines Arbeitsversuchs in Absprache mit einer Beraterin der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/35/3), und die Ärztin sprach diesmal von einem verbesserten Gesundheitszustand (
Urk.
7/35/1), wies aber auf die weiterhin vorhandenen chronischen schweren
Erschöpfungszustände mit Neural
gien, Fibromyalgie und häufigen Infekte
n mit und ohne Fieber hin (Urk.
7/35/3).
Die Herabsetzung der halben auf eine
Viertelsrente
mit der Verfügung vom
6.
Oktober 2008 basierte
somit
auf der Steigerung des Arbeitspensums
, der zwar keine namhafte gesundheitliche Veränderung, jedoch eine gewisse gesundheit
liche Stabilisierung zugrunde lag
(vgl.
Urk.
7/41/1).
5.
2
Der Beschwerdeführerin gela
ng es in der Folge auch, das 60%-
Pensum
(beziehungsweise 55%-Pensum; vgl.
Urk.
7/60/2)
über mehrere Jahre zu halten
; die
Arbeitgeberin
hielt
im Bericht vom
1
3.
August 2013 fest, die Abwesenheiten hätten sich über die Jahre in Grenzen gehalten (
Urk.
7/60/8).
Entgegen den Vorbringen in der Beschwerdeschrift (
Urk.
1 S. 4) kann daher nicht von einem gescheiterten Versuch gesprochen werden.
Den gesundheitlichen Einbruch
sodann
mit einer mehrmonatigen 100%igen Arbeitsunfähigkeit ab Ende Januar 2013
, der zum Rentenerhöhungsgesuch vom
2.
Juli 2013 führte (
Urk.
7/48),
sah
die ehemalige Vorgesetzte der Beschwerde
führerin
unter anderem auch in einem Zusammenhang mit der geplanten Auflösung des Arbeitsverhältnisses per Ende Juni 2013 (
Urk.
7/60/8), die gemäss ihren Ausführungen
auf die
Schliessung
der
von der Beschwerdeführerin geleite
ten
Bildungsabteilung
zurückzuführen war
(Urk.
7/60/1). In den medizinischen Unterlagen der damaligen Zeit ist zwar der Befund einer Di
s
kushernie auf der Höhe L4/L5 dokumentiert
, der sich
im November 2012
anlässlich
von Abklärun
gen wegen rezidivierender Rückenschmer
zen nach einem
Verhebetrauma
gezeigt
hatte (Bericht des medizinisch-radiologischen Instituts Zür
ich vom 2
9.
November 2012, Urk.
7/49/25).
Bei der Behandlung
der B
eschwerdeführerin
im G._
stand jedoch gemäss den Angaben des Zen
trums
gegenüber der Beschwerdegegnerin vom 1
7.
Juli 2013 und den vorangegangenen Angaben gegenüber der Vorsorgeeinrichtung vom 1
6.
Mai 2013 die bekannte psychophy
sische Erschöpfungssymptomatik im Vordergrund, und der Zentrumsarzt sprach von einer Zunahme der Symptomatik seit September 2012 bei extremer Arbeits
situation (
Urk.
7/54/1-3 und
Urk.
7/54/6-7). Die Vermutung
eines Zusammen
hangs mit der in Aussicht gestandenen Auflösung des Arbeitsverhältnisses
i
st
daher
nicht von der Hand zu weisen
und mag tatsächlich eine Rolle gespi
elt haben bei der
Exazerbation der bekannten langjährigen gesundheitlichen P
roblematik ab September 20
12, die auch im Bericht von Dr.
H._
vom August 2013 erwähnt ist (
Urk.
7/61/1).
5.
3
Nachdem die Beschwerdeführerin die Bestätigung der
Viertelsrente
mit der Verfügung vom
9.
Oktober 2013 (
Urk.
7/65)
ungeachtet des
gesundheitlichen Einbruchs
akzeptiert hatte,
ist der gesundheitliche Verlauf
in der nachfolgenden Zeit nicht
mehr
durch zeitlich unmittelbare medizinische Unterlagen dokumen
tiert.
Insbesondere stand die Beschwerdeführerin bei der Psychiaterin
Dr.
J._
erst seit Januar 2020 in Behandlung
(
Urk.
7/79/
1,
Urk.
7/84/3)
, und wenn die Ärzt
in daher berichtete, der Gesundheitszustand
der Patientin
habe sich seit 2012 weiter verschlechtert und die notwendige Erholungszeit habe sich im Lauf der
letzten Jahre zunehmend verlängert (
Urk.
7/79/1), so basiert dies nicht auf eigenen, anlässlich einer persönlichen Begleitung getroffenen Feststellungen.
Dem RAD-Arzt
p
ract
. med.
L._
(vgl.
Urk.
7/98/2-3) ist sodann
darin
zuzu
stimmen, dass die Abklärungen
in der Sprechstunde für chronische Müdigkeit und in der Klinik für Immunologi
e des Universitätsspitals K._
in den Jahren 2020 und 2021 keine grundsätzlich neuen Befunde und Diagnosen ergeben hatten. V
ielmehr wird im Bericht
über die Vorsprache der Beschwerdeführerin in der Sprechstunde für chronische Müdigkeit vom Frühjahr 2020
erneut die anhaltende Erschöpfungssymptomatik seit 2003 mit wiederkehrenden Infektio
nen und Neuralgien hervorgehoben
,
und die Ärztinnen stellten wiederum die Diagnosen eines chronischen Müdigkeitssyndroms, differentialdiagnostisch einer Neurasthenie
,
un
d einer Depression
(
Urk.
7/92/4-5).
Auch die anschliessend im Februar 2021 veranlasste
n
Abklärungen in der Klinik für Immunologie ergab
en
keine grundsätzlich neuen Gesichtspunkte, sondern die Beschwerdeführerin berichtete auch d
ort
vom
langjährigen, nach einem Burnout und einer Epstein-Barr-Virus-Infektion manifest gewordenen Erschöpfungszustand mit rezidivie
renden grippalen Symptomen, Gliederschmerzen und Gesichtsneuralgien
, ohne dass sich indessen laborchemische oder
endokrinologische
Auffälligkeiten ergeben hätten
(Urk.
7/92/
1-2).
In qualitativer Hinsicht
gingen die Ärztinnen
der Sprechstunde für chronische Müdigkeit
des Universitätsspitals K._
aber immerhin von einer mittelschweren Episode der Depression aus (
Urk.
7/92/4),
Dr.
J._
sprach ebenfalls von
wiederkehrende
n
depressive
n
Zustände
n mittle
ren Grades (Urk.
7/79/2)
, und
Dr.
M._
,
der
die
Beschwerdeführerin
seit Anfang 2016 hausärztlich
behandelte
,
beobachtete
gemäss seinem Zeugnis vom 2
5.
März 2021
im Behandlungszeitraum
aus eigener Wahrnehmung eine gesundheitliche Verschlechterung
(
Urk.
7/92/6)
.
Es muss daher angenommen werden, dass sich der Gesundheitszustand
und die berufliche Leistungsfähigkeit
der Beschwerdeführerin mit dem Stellenverlust im Jahr 2013 in einem gewissen M
ass destabilisiert haben
.
Soweit
Dr.
M._
allerdings von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit seit der Behandlungsaufnahme bei ihm im Januar 2016 ausging (
Urk.
7/92/6), so
hatte die Beschwerdeführerin gemäss den Unterlagen, die sie im Beschwerdeverfahren
einreichen liess
, im Sep
tember 2014 an der Hochschule N._ einen Mastertitel
in Supervision und Organisationsberatung erworben (
Urk.
3/
3
)
,
und im M
ai 2020
, also kürzere Zeit vor der Einreichung des Rentenerhöhungsgesuches,
hatte ihr die A._
das Zertifikat für den erfolgreichen Abschluss eines Kurses im Gebiet des Business Coaching ausgestellt (
Urk.
3/4). Dies deutet darauf hin, dass
der
Beschwerdeführerin
auch nach dem
Verlust ihrer langjährigen
60%
beziehungsweise 55%-
Stelle und trotz der damit einhergegan
genen
,
gewissen
gesundheitlichen Destabilisierung ein Potential zur
Anwendung
und zur Erweiterung ihrer beruflichen Fähigkeiten erhalten geblieben war.
Immerhin hatte aber d
ie ehemalige
Vorgesetzte bei der
F._
im Bericht vom August 2013 auf die Stressfaktoren hingewiesen, welche
mit der leitenden
beruf
liche
n
Stellung
der Beschwerde
führerin verbunden
und ihrer instabilen Gesund
heit nicht förderlich gewesen seien, und sie hatte daher für die Zukunft eine Stabsstelle oder eine Stelle in der Beratung
- zu einem Pensum von 50-60% -
als geeigneter erachtet als eine Stelle mit operativen Aufgaben und Führungsverantwortung (
Urk.
7/60/8).
Diese Hinweise
sind stichhaltig, da es sich bei der
F._
um ein Arbeitsintegrationsunternehmen handelt und die Berichterstatterin daher über
spezifische
Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich der beruflichen Eingliederung verfügt haben muss.
5.
4
Obwohl die Beschwerdeführerin während mehrerer Jahre eine Stelle mit Leitungs
funktionen inngehabt hatte,
ist
demnach
eine erfolgreiche Wiedereinglieder
ung in eine solche Position
unwahrscheinlich.
Unwahrscheinlich und als nicht zumut
bar zu beurteilen ist
im Weiteren auch
eine Eingliederung in
ein Arbeitspensum von mehr als 50
%
, zumal
der Arbeitsumfang der Beschwerdeführerin
bei der
F._
(vgl.
Urk.
7/31/1)
stundenmässig
offenbar
zumindest in der letzten Zeit
nur einem 55%-Pensum
entsprochen hatte (
vgl.
Urk.
7/60/2) und nicht wie ursprünglich vereinb
art einem 60%-Pensum (vgl. Urk.
7/31/1
und
Urk.
7/34/3
).
Als zumutbar erscheint
angesichts des dargelegten Eingliederung
s
- und Weiter
bildungspotentials aber immerhin ein 50%-Pensum
,
wie es die Beschwerdeführe
rin bei Antritt der Stelle bei der
F._
innegehabt hatte und in dessen Rahmen sie eine gesundheitliche Stabilisierung erlebt hatte.
Daran ändert grundsätzlich nichts, dass es der Beschwerdeführerin in den Jahren nach 2013 nicht gelungen war, ein solches Pensum zu realisieren, sondern sie gemäss dem
Auszug aus dem individuellen Konto vom 1
0.
Juni 2021
mehrheitlich
Arbeitsl
osenentschädigung bezogen
und - geringfügige - Einkünfte als
Selbständigerwerbende
deklariert hatte (
Urk.
7/88).
6.
6.1
Was die
Erwerbseinbusse anbelangt, welche
bei zumutbarer Einsetzung der verbliebenen beruflichen Leistungsfähigkeit resultiert,
so liess die Beschwerde
führerin
zunächst
vorbringen, ihre Restarbeitsfähigkeit wegen des fortgeschritte
nen Alters (Geburtsjahr 1959) auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr verwerten zu können (
Urk.
1 S. 7 f.). Ihre Situation unterscheidet sich indessen von derjenigen
in den angeführten Anwendungsfällen der bundesgerichtlichen Rechtsprechung.
Denn dort ging es um Konstellationen,
in denen die Arbeitsfähigkeit erst nach zusätzlichen medizinischen Abklärungen feststand
; in solchen Fällen
ist für die verbleibende Aktivitätsdauer auf den Zeitpunkt abzustellen, zu dem
die medizi
nischen Unterlagen hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit
eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_416/2016 vom 1
4.
Oktober 2016 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 138 V 457 E. 3.
4).
Vorliegen
denfalls
waren hingegen
die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin und auch die Grenzen dieser Leistungsfähigkeit bereits zur Zeit des Verlusts der Stelle bei der
F._
im Wesentlichen bekannt,
und fü
r die Frage der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
ist daher
auf den gesamten Zeitraum seit dem Stellenverlust
, als die Beschwerdeführerin erst 54 Jahre alt war,
abzustellen
.
Unter diesen Umständen
ist die verbliebene Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als grundsätzlich verwertbar auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
zu e
rachten.
6.2
6.2.1
Im Eventualstandpunkt liess die Beschwerdeführerin sodann
das
Valideneinkom
men
als zu tief bemessen rügen und dabei namentlich auf den Masterabschluss des Jahres 2014 hinweisen, der ein Indiz dafür sei, dass sie ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen weitere Karrier
eschritte vollzogen hätte (Urk.
1 S. 9).
6.2.2
Bei der Frage nach der mutmasslichen beruflichen Laufbahn bei guter Gesundheit
und dem entsprechenden Einkommen
spielt die B
erufsbiografie vor der Burnout-Erkrankung im Jahr 1999 und der Virusinfektion mit dem nachfolgenden Erschöpfungszustand Ende 2001/Anfang 2002
eine R
olle.
A
us den Eintragungen im individuellen Konto
ergibt sich dazu
, dass die
Beschwerdeführerin
seit
Abschluss der Schulzeit
in
häufig
wechselnden beruf
lichen Stellungen mit wechselnden
Arbeitspensen
gestanden hatte.
Dabei erwarb sie n
ach einer
Z
eit aufeinanderfolgender
Tätigkeiten in
den verschiedensten Branchen, wie Hotel, Banken und Bekleidung (vgl.
Urk.
7/8/1-2)
,
das
Fähigkeits
zeugnis als kaufmännische Angeste
llte erst im
Jahr 1989, im
Alter von 30 Jahren (
Urk.
7/2/5)
,
das Diplom für Erwachsenenbildung
datiert vom Jahr 1996
(
Urk.
7/2/
3-
4
; mit gesamtschweizerischer Anerkennung ab 1998, vgl. Urk. 7/2/2
)
, und schliesslich schloss die Beschwerdeführerin im Jahr 1999 eine weitere
- berufsbegleitende - Ausbildung ab
(
Urk.
7/2/1)
. E
ntsprechend d
er langjährigen Aus- und W
eiterbildungszeit
hatte die
B
eschwerdeführerin
auch
in der Zeit ab 1990 vorwiegend
kürzerdauernde
, teilzeitliche
Arbeitsverhältnisse inne
, die von Zeiten des Bezugs von Arbeitslosenentschädigung durchbrochen waren
(
vgl.
Urk.
7/8/2-4)
.
Die Beschwerdeführerin brachte in der
Stel
lungnahme vom
9.
Juli 2004
allerdings vor,
dass
ihr früheres Arbeitspensum - also dasjenige bei der
B._
von Oktober 1998 bis Juli 2000 und von Dezember 2001 bis Juni 2002 -
deshalb
80
%
umfasst habe,
weil sie
parallel dazu eine zeitintensive Weiter
bil
dung gemacht habe, dass sie
heute jedoch
bei guter Gesundheit ein 100%-Pensum versehen würde (
Urk.
7/14).
Es ist deshalb
grundsätzlich
nachvollziehbar, dass die
Beschwerdegegnerin
die Beschwerdeführerin trotz deren häufiger Teilzeittätigkei
t
en
in der V
ergangenheit als
Person einstufte, die zur Zeit der erstmaligen Rentenzusprechung und im weiteren Verlauf bei guter Gesundheit vollzeitlich erwerbstätig gewesen wäre (vgl.
Urk.
7/
15/2,
Urk.
7/36/2,
Urk.
7/62/1,
Urk.
7/95/
1 und
Urk.
7/98/1).
6.2.3
P
roblematisch ist jedoch
, dass die Beschwerdegegnerin im Einkommensvergleich des Jahres 2008 bei der Festlegung des
Valideneinkommens
vom Monatslohn von
Fr.
6'484.50 ausging, den die Beschwerdeführerin zuletzt im 80%-Pensum bei der
B._
erhalten hatte
,
und diesen Lohn auf den Lohn eines 100%-Pensums aufrechnete (vgl.
Urk.
7/7/2 und
Urk.
7/36/2). Denn bei
dieser Stelle hatte es sich um ein befristetes Arbeitsverhältnis gehandelt (
Urk.
7/7/1), und
es
kann daher
nicht ohne Weiteres angenommen werden, dass es bei guter Gesundheit der Beschwerdeführerin fortbestanden hätte beziehungs
w
eise erneuert worden wäre. Und
selbst wenn dies der Fall gewesen wäre, so ist
nicht nachgewiesen, dass die Beschwerdeführe
rin
die Mögli
chkeit gehabt hätte, das vereinbarte
80%-Pensum nach Abschluss ihrer Weiterbildung auf ein volles Pensum auszudehnen und ihr Einkommen entsprechen
d dieser Ausdehnung zu erhöhen.
E
s
wäre daher
schon im Jahr 2008
angezeigt gewesen, das
Valideneinkommen
anhand der Verhältnisse auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu bemessen.
Die Verhältnisse auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt wären auch bei der nachfolgen
den
Rentenrevision des J
ahres 2013 massg
ebend gewesen, und
sie sind auch
für die vorliegend strittige Rentenrevision aufgr
und
des Gesuchs des Jahres 2021
massgebend
. O
b das Abstellen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt
allerdings
zu einem
Valideneinkommen
in der Grössenordnung der geltend gemachten Jahres
summe von
Fr.
140'000.-- führt (vgl.
Urk.
1 S. 9),
erscheint als fraglich.
Denn es trifft zwar zu, dass die Beschwerdeführerin nicht erst bei der
F._
, sondern schon im Rahmen ihrer Tätigkeit als Zentrumsleiterin bei der
B._
Führungsfunktionen ausgeübt hatte (vgl.
Urk.
7/1/1),
weitere Arbeitsver
hältnisse mit Kaderaufgaben sind jedoch nicht dokumentiert.
Damit ist es wohl überwiegend wahrscheinlich
im Sinne der sozialversicherungsrechtlichen Beweisanforderung, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit
weiterhin leitende Aufgaben versehen hätte, konkrete Anhaltspunkte dafür, dass die absol
vierten beruflichen
Weiterbildungen sie dazu befähigt hätten, wesentlich besser
entlöhnte
Stellen zu bekleiden, fehlen hingegen.
Nach dem Verlust der langjährigen, gesundheitlich angepassten Stelle bei der
F._
Ende 2013
muss
indessen
nach dem vorstehend Ausgeführten auch das Invalideneinkommen
anhand der Verhältnisse auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt ermittelt werden.
Dabei ist
aufgrund der Einschätzung der ehemaligen Vorgesetz
ten bei der
F._
(
Urk.
7/60/8), aber auch aufgrund der Weiterbildungsakti
vitäten in den Jahren 2014 und 2020 davon auszugehen, dass die Beschwerde
führerin unter Berücksichtigung ihrer gesundheitlichen Einschränkungen im gleichen Bereich eingesetzt werden kann, in dem sie mutmasslich auch bei voller Gesundheit tätig wäre, nämlich im Bereich der Erwachsenenbildung,
der Organi
sationsentwicklung und -beratung und des Coachings, dass für sie jedoch keine Führungsposition mehr in Betracht kommt.
Sind
somit die Tätigkeitsgebiete mit und ohne gesundheitliche Beeinträchtigung miteinander vergleichbar, so ist es angezeigt, die Erwerbseinbusse anhand eines Prozentvergleichs zu bestimmen und
den eingebüssten Fähigkeiten zur vollzeitlichen Einsetzbarkeit und zur Bekleidung von Führungspositionen
im Rahmen dieses Prozentvergleichs
Rechnung zu tragen.
Es erübrigt sich daher
, die Höhe des
Valideneinkommens
konkret zu beziffern.
6.4
Für die Ermittlung der prozentualen Einbusse, die aus dem Verlust der vollzeit
lichen Einsatzfähigkeit und der Eignung für Führungsaufgaben resultiert, ist die
Tabelle
T
18 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung
2018
heranzuziehen (
m
onatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Beschäftigungsgrad, beruflicher Stellung und Geschlecht, privater und öffentlicher Sektor [Bund, Kantone, Bezirke, Gemeinden, Körperschaften] zusammen
); es handelt sich dabei um die aktuells
te Version, die
zur Zeit des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom
3.
November 2021 vorlag.
Nach dieser Tabelle
belief sich der Zentralwert
(Lohn, über dem be
ziehungsweise unter dem sich 50
%
aller Lohnangaben befinden
,
vollzeitäquivalent und
unter
anteilsmä
ssiger
Berücksichtigung des 13.
Monats
lohnes und standardisiert auf 40 Wochenstunden
) des Lohnes, de
n Frauen im
Jahr 2018 bei vollze
itlicher Tätigkeit (mehr als 90
%) im unteren Kader (Kategorie 3)
erzielten,
auf
Fr.
7‘738.--. Von diesem Wert ist auf der Seite des
Valideneinkom
mens
auszugehen, da der dargelegte berufliche Werdegang der Beschwerdefüh
rerin den Schluss nicht zulässt, dass sie bei guter Gesundheit eine Führungsposition der zusammengenommenen Kategorien 1+2 (o
berstes, oberes und mittleres Kader
) eingenommen hätte. Auf der Seite des Invalideneinkommens
ist die Beschwerdeführerin als teilzeitlich Erwerbstätige mit einem Beschäfti
gungsgrad von 50-74
%
in der Kategorie
«
ohne Kaderfunktion
»
einzustufen, was zu einem Zent
ralwert von
Fr.
6‘000.-- führt.
Ausgehend von diesen Werten hat d
ie
Beschwerdeführerin bei der Verrichtung eines 50%-Pensums ohne Führungsfunktionen im Vergleich zur Verrichtung eines Vollzeitpensums mit Führungsaufgaben eine
Erwerbse
inbusse
von gerundet 61
%
zu gewärtigen
(
100
%
abzüglich [
100 :
Fr.
7‘738.--
x
Fr.
6
‘
000.-- : 2]), was zu einer
Dreiviertelsrente
berechtigt. Bei einem solchen
Prozentvergleich treten die Überlegungen zur
Invaliditätskonformität der Tabellenlöhne (
Urk.
1 S. 9 f.) in den Hintergrund, da die zitierte Tabelle
vorliegendenfalls
nicht zu
r Ermittlung absoluter
Lohngrössen
, sondern lediglich zur Ermittlung der prozentualen Differenz zwischen Vollzeit-Kaderlöhnen und Teilzeitlöhnen bei fehlender Kader
funktion herangezogen wird.
Im Übrigen ergäbe sich auch dann, wenn die Beschwerdeführerin aufgrund dessen, dass sich ihre verminderte Leistungsfähig
keit auch bei der Verrichtung v
on Teilzeitarbeit auswirken kann,
als teilzeitlich Erwerbstätige mit einem Beschäftigungsg
rad von
lediglich
25
49
% eingestuft und somit ein
Zentralw
ert von
Fr.
5‘503.-- eingesetzt würde
, erst ein Invaliditäts
grad von
gerundet 64
%
(100
%
abzüglich [100 :
Fr.
7‘738.-- x
Fr.
5‘503.-- : 2])
, was nicht zu einer höheren als einer
Dreiviertelsrente
führt.
7
.
Die Beschwerdeführerin hat damit aufgrund ihres Rentenerhöhungsgesuchs vom März 2021 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
. Diese ist ihr gestützt auf
Art.
88
bis
Abs.
1
lit
. a IVV ab
dem
1.
März 2021 zuzusprechen; da die
massgebende
Veränderung durch den Stellenverlust und die damit einhergehende gesundheit
liche Destabilisierung schon Jahre zurückliegt, war die dreimonatige Frist nach
Art.
88a
Abs.
2 IVV
im Zeitpunkt der Gesuchstellung längst abgelaufen.
In teilweiser
Gutheissung
der Beschwerde ist di
e angefochtene Verfügung vom 3. November 2021 demnach
aufzuheben
,
und es ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin ab dem
1.
März 2021 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
hat.
8
.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Verfahren für die unterliegende Beschwerdegegnerin kostenpflichtig. Die Kosten sind unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) ermessensweise auf
Fr.
6
00.-- festzusetzen.
9
.
Nach
Art.
61
lit
. g ATSG hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person Anspruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen sind; als weitere Bemessungskriterien nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
] sowie
§
7 der Verordnung über die Gebüh
ren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht [
GebV
SVGer
]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Da
die Geltendmachung einer ganzen Rente keinen höheren Prozessaufwand generiert hat
,
als dies im Falle der Geltendmachung einer Teilrente der Fall gewesen wäre
(vgl. BGE 117 V 401 E. 2c sowie die Urteile des Bundesgerichts 8C_449/2016 vom 2. November 2016 E. 3.1.1 und 8C_500/2020 vom
9.
Dezem
ber 2020 E. 4.4), steht der Beschwerdeführerin eine volle Prozessentschädigung zu. Diese
ist
aufgrund der massgebenden Kriteri
en auf
Fr.
2'500.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.