Decision ID: 187908f0-d47f-405e-bdef-6d82fd6418ab
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1965 geborene
X._
arbeitete
als Hausha
lt
smitarbeiterin
unter anderem
teilzeitlich
im Privathaushalt der Familie
Y._
und war dadurch
bei der AXA Versicherung AG (nachfolgend: AXA)
gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als
sie am 1
2.
September 2012
eine Steintreppe hinunter- und mit der
rechte
n
Schulter
direkt auf die Treppenkante
stürzte
(vgl.
Urk.
11/A2
,
Urk.
11/A
13,
Urk.
11/A17,
Urk.
11/M9
; vgl. indes ihre unterschiedlichen Darstellungen des Unfallherganges gegenüber den Gutachtern:
Urk.
11/M34 S. 22
)
. Der
tags darauf
erstbehandelnde
Arzt der
Z._
diagnostizierte
e
ine AC-Gelenkk
ontusion rechts und verordnete eine
konservative Therapie
(
Urk.
11/M1
,
Urk.
11/M9
).
Die AXA anerkannte den Schadenfall und erbrachte die gesetz
lichen Versicherungsleistungen
.
Bei anhaltenden Beschwerden
im Sinne
eines
Impi
n
gementsyndroms
sowie im März 2013 bildgebend festgestellter leichter AC-
Arthropathie
mit schmalem Gelenkspalt und
Oste
o
phytenbi
ldung
wurde
im Mai 2013
arthroskopisch
eine
anteriore
und laterale
Acromioplastik
sowie
AC-Resektion
durchgeführt
(MRI-Befund vom 2
0.
März 2013,
Urk.
11/M2 ff.
, dazu diskrepant
Urk.
11/M3
; OP-Bericht vom 1
0.
Mai 2013,
Urk.
11/M6)
. Weder der operative Eingriff noch
die
physikalische
n
Nachbehandlungen
zeitigten
eine Besserung (
Urk.
11/M12 ff.)
. D
rei Monate postoperativ wurde eine
Frozen
shoulder
rechts diagnostiziert
; d
iverse Infiltrationen
erbrachten
keine Schmerzlinderung (
Urk.
11/M18 ff.).
Im
Februar 2014
zeigte sich MR-tomographisch
eine
Cuff
Capture der
Supraspinatussehne
und
Tendinopathie
der
Bizepssehne
in der rechten Schulter
(
MRI vom 1
2.
Februar 2014,
Urk.
11/M27). Bei weiterhin persistierenden Schmerzen folgte im Mai 2014
die
zweite
Schulterarthroskopie rechts
(
Bizepstenotomie
,
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion,
subacromiales
Débridement
, Re-Resektion AC-Gelenk; vgl.
OP-Bericht
vom 1
5.
Mai 2014
,
Urk.
11/M29).
Die Schmerzen persistierten (
Urk.
11/M33
,
Urk.
11/M36,
Urk.
11/M3
9
,
Urk.
11/M41
).
Daraufhin veranlasste die AXA das interdisziplinäre
(orthopädische und rheumatologisch
e
)
Gutachten der
A._
vom 1
5.
Juli 2014 (
Urk.
11/M34
; mit Ergänzung vom 2
9.
August 2014,
Urk.
11/M35
).
Im Oktober 2014 wurden chronische Schulterschmerzen im Sinne eines
nozizeptiv
-entzündlichen Schmerzsyndroms rechts
bei deutlicher Belastungs- und Bewegungsabhängigkeit
diagnostiziert (
Urk.
11/M46 ff.
); bildgebend zeigte sich
eine Partialruptur der
Supraspinatussehne
rechts
(
Arthro
-MRI vom 2
0.
Oktober 2014,
Urk.
11/M52
).
Diese wurde i
m Juni 2015
arthroskopisch
rekonstruiert
(OP-Bericht
vom 1
2.
Juni 2015,
Urk.
11/M54). Die Beschwerden hielten an (
Urk.
11/M58 f.,
Urk.
11/M62 ff.).
Nachdem beide Arbeitsverhältnisse als Haushalthilfe per Ende Oktober 2013 aufgelöst worden waren (vgl.
Urk.
11/54 S. 16),
arbeitete die Versicherte
seit
dem
1.
Februar 2015 als Raumpflegerin
(30
%
)
in der
Z._
, Zürich
(
Urk.
11/A189)
.
Im März 2016 stürzte
sie
im Bus erneut auf die rechte Schulter
; es wurde eine
Humerus
-Kontusion sowie
Kontusion/Distorsion des rechten OSG
und später eine PASTA-Läsion
mit leichtem Ankerüberstand
diagnostiziert
(
Urk.
11/M72
f.,
Urk.
11/M
75
;
MRI vom 1
6.
März 2016,
Urk.
11/M76).
Im Mai 2016 wurde d
ie Versich
erte abermals
an der rechten Schulter
operiert (OP-Bericht vom 2
0.
Mai 2016,
Urk.
11/M81). Postoperativ berichtete
sie
eine Schmerzzunahme
und es wurde erneut eine
Frozen
Shoulder
diagnostiziert
(
Urk.
11/M84 ff.
).
Anlässlich der klinischen Verlaufskontrolle am
7.
September 2016 berichtete die Beschwerdeführerin über eine deutliche Besserung (
Urk.
11/M90). Gestützt auf die Stellungnahme des beratenden Arztes vom 2
1.
September 2016 (
Urk.
11/M91) stellte die Axa m
it Verfügung vom 2
7.
September 2016
ihre
Taggeldleistungen per 3
1.
Dezember 2016 ein (
Urk.
11/A159). Die dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
11/A164) wies
sie
mit
Einspracheentscheid
vom 30.
Oktober 2017 ab (
Urk.
11/A203).
Dieser Entscheid verblieb unangefochten.
Zwischenzeitlich
wurde
eine partielle Re
-R
uptur der
Supraspinatussehne
rechts
festgestellt
(
Arthro
-MRI vom 1
7.
März
2017,
Urk.
11/M104),
berichtete die
Versicherte abermals massive Schmerzen (
Urk.
11/M105 ff.)
und wurde
die
Rotatorenmanschette
im November 2017
operativ
re
-rekonstruiert
(OP-Bericht vom 1
0.
November 2017,
Urk.
11/M130).
Es folgten physio- und wassertherapeutische Nachbehandlungen.
Für die
Behandlungs- und Heilungskosten
betreffend die rechte Schulter
anerkannte
die AXA weiterhin ihre Leistun
g
s
pflicht
(vgl.
Urk.
11/A195,
Urk.
11/A202
,
Urk.
11/A259
)
.
%1.1
Im Juni 2017 wu
rden erstmals linksseitige Schulterbeschwerden
dokumentiert (
Urk.
11/M108); bildgebend
zeigte sich eine grosse Läsion der
Supraspinatus
- und
Infraspinatussehne
mit Ausläufern,
tendopathisch
veränderte
Bizepssehne
, Labrumdegeneration und AC-Gelenksarthrose (
Arthro
-MRI vom 2
6.
Juli 2017,
Urk.
11/M119).
Ende
September 2017
berichtete
die Versicherte
einen heftigen einschiessenden Schmerz in der linken Schulter,
nachdem sie
nach eigenen Angaben am 2
6.
September 2017
eine OP
-Liege ruckartig gestossen hatte
(vgl.
Urk.
11/M125)
. A
b dem 2
7.
September 2017 bestand eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
; die zuständige
Kra
nkentaggeldversicherung
richtete ab diesem Zeitpunkt
bis Ende Juni 2018
Taggelder aus
(
Urk.
10/
1-
3
)
.
Am
7.
Juni 2018 gab
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für
Chirurgie
,
speziell Allgemeinchirurgie und Traumatologie
,
eine versicherungsmedizinische Stellungnahme ab
(
Urk.
11/M151).
Gestützt darauf
lehnte
die AXA
mit Verfügung vom 1
1.
Juni 2018
eine Leistungspflicht
im Zusammenhang mit der Schulterproblematik
links
mangels Kausalität zum
Unfall
vom 1
2.
September 2012
ab
. Zudem verneinte sie einen
UV-
Taggeldanspruch im Rahmen der postoperativen Rekonvaleszenz nach dem Eingriff vom 1
0.
November
2017 an der rechten Schulterproblematik infolge der seit dem 2
6.
September 2017
(aufgrund der linken Schulter)
vorbestehenden
,
krankheitsbedingten
100%igen
Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
11/A249; vgl. auch
Urk.
11/A218,
Urk.
11/A229
,
Urk.
11/
A231).
Die am 1
2.
Juli 2018 dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
11/A258) wies die AXA
mit
Einspracheentscheid
vom 28.
Februar 2019 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
2.
April 2019 [Eingangsdatum]
Beschwerde und beantragte, es seien ihr in Aufhebung des a
ngefochtenen Entscheids vom 28.
Februar 2019 die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen, insbesondere betreffend die Schulterbeschwerden links. In prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um Durchführung eines zweiten Schriftenwechselns (
Urk.
2 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 2
1.
August 2019 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9), was der Beschwerdeführerin am 2
2.
August 2019 zur Kenntnis gebracht wurde. Z
u
gleich wurde ihr mitgeteilt, dass ein zweiter Schriftenwechsel nicht als notwendig erachtet werde (
Urk.
12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom
25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am 1
2.
September 2012
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.3
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6
des Allgemeinen Teils des Sozialversicherungsgesetzes,
ATSG), so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch auf Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mithin im Zeitpunkt der vollen Wiedererlangung der Fähigkeit, im bisherigen oder in einem anderen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten (Art. 16 Abs. 1 und 2 UVG
i.V.m
. Art. 6 ATSG; BGE 137 V 199 E. 2.1, Urteil des Bundesgerichts 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3), mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person (Art. 16 Abs. 2 UVG). Das Taggeld der Unfallversicherung wird nicht gewährt, solange Anspruch auf ein Taggeld der Invalidenversicherung besteht (Art. 16 Abs. 3 UVG).
1.4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität
der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.5
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid
, gestützt auf die Beurteilung von
Dr.
B._
bestehe
zwischen
den linken Schulterbeschwerden und dem Unfall vom 1
2.
September 2012
kein überwiegend wahrscheinlicher Kausalzusammenhang
. Es sei ausserdem notorisch, dass die
Rotatorenmanschette
aufgrund ihrer besonderen Anatomie und Funktion in hohem Masse der Degeneration unterliege. Degenerati
ve Rupturen seien nach dem 4
0.
u
nd insbesondere 6
0.
Altersjahr weit verbreitet.
Da die Beschwerdeführerin aufgrund der linken Schulterproblematik
krankheitsbedingt
seit dem 2
7.
September 2017 zu 100
%
arbeitsunfähig sei,
könne die Operation an der rechten Schulter vom 1
0.
November 2017 entsprechend der AD-HOC-Empfehlung Nr. 13/85
kein
en zusätzlichen
UV-
Taggel
danspruch
auslösen.
Komme hinzu, dass die Beschwerdeführer
in
die gesetzliche Schadenminderungspflicht verletzt habe, indem sie
die
seit dem
1.
Januar 2017
bestehende
100%ige
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nicht ausgeschöpft, sondern lediglich in ei
nem 30%-Pensum gearbeitet habe (
Urk.
2
, vgl. auch
Urk.
9
).
2.2
Dem hielt
die Besch
werdeführerin entgegen
, die Schulterproblematik links stehe zufolge Überbeanspruchung im Zusammenhang mit der Schulterverletzung rechts vom 1
2.
September 201
2.
Mithin seien die linksseitigen Schulterbeschwerden Spätfolge des Unfalls 201
2.
Da dies indes medizinisch nicht belegt sei, habe die Beschwerdegegnerin entsprechende Abklärung
en durchzuführen
.
Die
vertrauensärztliche Stellung
nahme
von
Dr.
B._
vom
7.
Juni 2018
überzeuge
nicht; entgegen seiner Darstellung habe die Beschwerdeführerin sofort nach dem Ereignis vom 2
6.
September 2017 heftige Beschwerden im linken Arm verspürt. Damit bestünden Zweifel an der Richtigkeit seiner Einschätzung und sei die Beschwerdegegnerin ihrer Untersuchungspflicht nicht
rechtsgenüglich
nachgekommen
. Betreffend die nach der Schulteroperation vom 1
0.
November 2017 eingetretene 100%ige Arbeitsunfähigkeit
sei
die Beschwerdegegnerin verpflichtet
,
Taggelder auszurichten in der Höhe der Differenz zum Krankentaggeld; die AD-HOC-Empfehlungen seien – wie es der Name schon sage –
blosse Empfehlungen und
im Übrigen nur bei
einem
100%igen Arbeitspensum sinnvoll. Vorliegend habe sie (die Beschwerdeführerin
) indes nur zu 30
%
gearbeitet, weshalb ihr
seitens der Krankentaggeldversicherung auch lediglich i
m Rahmen dieses 30%-Pensums
Krankentaggeld
er ausgerichtet würden
(
Urk.
1).
3.
Umstritten und zu prüfen ist einerseits, ob die Beschwerdegegnerin für die Folgen der linksseitigen Schulterproblematik leistungspflichtig ist und andererseit
s, ob die Beschwerdeführerin aufgrund des
Unfall
s
vom 1
2.
September
2012
und die damit im Zusammenhang stehende Operation vom 1
0.
November 2017
ab dem 1
1.
November 2017 einen Anspruch auf
UV-
Taggelder hat.
4
.
4
.1
Der am 1
3.
September 2012 erstbehandelnde Assistenzarzt de
r
Z._
diagnostizierte eine AC-Gelenkskontusion
rechts
und verordnete eine Schmerz- sowie Physiotherapie (
Urk.
11/M1). Im weiteren Verlauf kam es
vier
fach zu
arthroskopische
n
Eingriffe
n
an der
rechten Schulter. In den Verlaufsberichten wurden bis Juni 2017 anhaltende und intermittierend gar progrediente Beschwerden an der
rechten Schulter dokumentiert (
Urk.
11/M6,
Urk.
11/M12 ff.,
Urk.
11/M18 ff.,
Urk.
11/M29,
Urk.
11/M33,
Urk.
11/M36,
Urk.
11/M38,
Urk.
11/M41,
Urk.
11/M54,
Urk.
11/M58 ff.,
Urk.
11/M62 ff.,
Urk.
11/81,
Urk.
11/84 ff.,
Urk.
11/M105 ff.,
Urk.
11/M113 ff.,
Urk.
11/130).
4
.2
Dem Sprechstundenbericht vom 1
9.
Juni 2017 zufolge sei die Beschwerdeführerin wegen massiven Schmerzen in der rechten Schulter
erneut in der
Z._
vorstellig geworden. Neu habe sie auch linksseitige Schulterbeschwerden beklagt. Diese träten bei Abduktion auf. Bisher bestehe diesbezüglich weder eine Therapie noch Diagnose. In objektiver Hinsicht notierte der beurteilende Schulterchirurg eine freie globale Beweglichkeit der linken Schulter. Die Abduktionskraft sei leicht eingeschränkt mit positivem Whipple- und
Jobe
-
Test, ggf. schmerzbedingt. Der
Liff
-off-,
Imping
e
ment
-
und
Bizeps-Test seien negativ
(
Urk.
11/M108).
4
.3
Das am 2
6.
Juli 2017 durchgeführte
Arthro
-MRI der linken Schulter brachte (1) eine grosse
artikularseitige
Läsion der
posterioren
Supraspinatussehne
sowie der vorderen
Infraspinatussehne
mit
interstitiellen
Ausläufern und diskreter
transmuraler
Komponente, (2) eine
tendinopathisch
veränderte
Bizepssehne
, (3) Labrumdegenerationen insbesondere
posteroinferior
sowie (4) eine AC-Gelenksarthrose mit diskretem Reizzustand zur Darstellung (
Urk.
11/M119
; vgl. dazu diskrepant
Urk.
11/118/2
, wonach lediglich eine kleine
Supraspinatussehnenläsion
vorliege).
4
.4
In seiner versicherungsmedizinischen Stellungnahme vom
7.
Juni 2018 hielt
Dr.
B._
fest, aus der medizinischen Aktenlage ergäben sich keine Hinweise auf eine Traumatisierung der linken Schulter anlässlich des Ereignisses vom 1
2.
September
201
2.
Entsprechend seien in den medizinischen Untersuchungsberichten jahrelang keine linksseitigen Schulterbes
chwerden oder gar pathologische
Schulterbefunde links
dokumentiert worden. Eine Beschwerdehaftigkeit der linken Schulter sei erstmals im Bericht vom 1
9.
Juni 2017, mithin fün
f Jahre
nach dem Unfall
,
erwähnt worden. Das daraufhin veranlasste MRI habe multiple Veränderungen gezeigt, die überwiegend wahrscheinlich degenerativ bedingt seien
. Demgegenüber verursache eine traumatische
Supraspinatussehnenruptur
sofort heftige Schmerzen und eine unmittelbare Gebrauchsunfähigkeit des Arms. Letzteres sei den Akten
jedenfalls
bis zum Ereignis vom 2
6.
September 2017
(Stossen einer Operationsliege)
indes nicht zu entneh
men. Was die (medizinisch nicht unterlegte
) Vermutung betreffe, wonach die linksseitige Schulterproblematik auf die vermehrte Belastung zufolge Mindergebrauchs der rechten Schulter zurückzuführen sei,
sei darauf hingewiese
n, dass ein kontrollierter
Mehrg
ebrauch einer Schulter
nicht zu einer
strukturelle
n
Verletzung einer gesunden
Rotatorenmanschette
führe
. Zusammenfassend sei bei den
bildgebend ausgewiesenen degenerativen Veränderungen der linken Schulter
in Ko
m
bi
nation mit der
Impingement
-Konfi
guration mit
hyperthropher
AC-A
rthrose und einem
Acromion
Typ 2
nach
Bigliani
nicht mit dem Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die linksseitigen Schulterbe
schwerden in einem natürlichen Kausalz
usammenhang
zu
m Unfall vom 1
2.
September 2012 stünden (
Urk.
11/M151).
5.
Die Stellungnahme von
Dr.
B._
erging in Kenntnis
der
und
in
Auseinandersetzung mit den medizinischen
Vorakten
; seine
nachvoll
ziehbar begründete Schlussfolgerung leuchtet ein
(vgl. E. 1.
6
)
. Zu Recht hat die Beschwerdeführerin nicht behauptet, die linke Schulter sei anlässlich des Unfalls vom 1
2.
September 201
2
unmittelbar verletzt worden. Für
die
Hypothese, wonach es infolge der verletzten rechten Schulter zu einer Überbelastung und damit Verletzung der linken Schulter gekommen sei
,
bestehen keine
irgendwie geartete
n
medizinischen Hinweise -
was die Beschwerdeführerin denn auch selbst einräumte (
Urk.
1
Ziff.
22
).
Inwiefern die
Beschwerdegegnerin
vor diesem Hintergrund
dazu angehalten
gewesen sein sollte
,
diesbezüglich weitere Abklärungen durchzuführen
,
ist nicht einzusehen
. Daran ändert auch der im Sozialversicherungsrec
ht grundsätzlich vorherrschende
Untersuchungsgrundsatz nichts.
Dass die Beschwerdeführerin nach dem Ereignis vom 2
6.
S
eptember
2017 sofort heftige Schmerzen in der linken Schulter verspürt
hat
,
steht – entgegen
ihrer Darstellung (
Urk.
1
Ziff.
19
) - nicht im Widerspruch zur Stellungnahme von
Dr.
B._
(vgl. E. 3.4). Welchen Vorteil
sie
sich im vorliegenden Beschwerdeverfahren daraus
verspricht
,
erschliesst
sich dem Gericht allerdings nicht.
Dasselbe gilt für den beschwerdeweise eingereichten Bericht von
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie
,
vom 1
2.
Dezember 2018, wonach anlässlich der
arthroskopischen
Rekonstruktion der
Supraspinatussehne
links ein Ausriss von ca. 1.5 cm erkenntlich geworden und es damit „gut möglich“ sei, dass das Ereignis vom 2
6.
September 2017 den Vorzustand verschlimmert habe (
Urk.
3/4).
Mithin ist gestützt auf die insoweit hinreichend aussagekräftige und aufschlussreiche
Aktenlage,
insbesondere
die
Stellungnahme von
Dr.
B._
vom
7.
Juni 2018
,
welche den in der Recht
sprechung des Bundesgerichts entwick
elten Anforderungen (vgl. E. 1.6
) in allen Teilen genügend als beweiskräftig anzusehen
ist, davon auszugehen, dass zwischen den Schulterbeschwerden links und dem Unf
all vom 1
2.
September 2012 kein
überwiegend wahrscheinliche
r
Kausal
zusammenhang
besteht.
%1.
6.1
Im Zusammenhang mit dem
umstrittenen Anspruch auf
UV-
Taggelder ab dem 1
1.
November 2017
ist
vorab festzuhalten, dass i
m hierorts separat geführten Beschwerdeverfa
hren UV.2018.00290 in Sachen die
Beschwerdeführerin gegen den im Rahmen ihrer Neuanstellung im
Z._
neu
zuständigen Unfallversicherer (vgl. Sachverhalt
Ziff.
1.1)
gerichtlich
festgestellt worden
ist
, dass das Ereignis vom 26. September 2017 nicht als Unf
all im Sinne von Art. 4 ATSG qualifiziert
und der bereits zwei Monate zuvor bildgebend festgestellte
Supraspinatussehnenriss
überwiegend wahrscheinlich, das heisst zu über 50 %
degenerativ
bedingt
ist (vgl. Urteil UV.2018.00290 vom 2
4.
Oktober 2019, E. 4 ff.). Dieses Urteil
wurde vom Bundesgericht mit Entscheid vom 2
6.
Februar 2020 (8C_819/2019) bestätigt.
Sodann ist
erstellt und
unbestritten,
dass aufgrund der linken
Schulterproblematik
seit dem 2
7.
September 2017 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestand
und
die zuständige Krankentaggeldversicherung
gestützt darauf ab diesem Zeitpunkt
bi
s Ende Juni 2018
Krankentaggelder ausrichtete (
Urk.
2
Ziff.
1.5,
Urk.
1
Ziff.
15 und
Ziff.
23
,
Urk.
10/1-3
)
. D
er
Anspruch auf Leistun
gen der Unfallversicherung
setzt
nicht nur hinsichtlich der Körperschädigung das Bestehen eines Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und dem Schaden voraus, sondern auch hinsichtlich der finanziellen Schädigung in Form einer
Verdiensteinbusse
. Soweit bezüglich eines Verdienstes ein "Status quo sine" vorliegt, besteht zwischen dem Schaden und dem
Unfall kein Kausalzusammenhang, womit eine Leistungspflicht entfällt (Urteil des Bundesgerichts U 318/05 vom 2
0.
Januar 2006, E. 2.2.1). Selbst wenn aus dem Unfall ebenfalls eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit erwachsen wäre, kommen in diesen Fällen keine zusätzlichen Taggeldleistungen der Unfallversicherung zur Ausrichtung.
Massgebend
ist
im Übrigen
nicht die zeitliche Reihenfolge der Schadenereignisse (Unfallereignis/Krankheit), sondern es ist auf den Eintritt des Schadens abzustellen (
Urteil des Bundesgerichts U 97/06 vom 24. November 2006, E. 2.2 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch die Urteile des Bundesgerichts U 294/06 vom 25. Juli 2007, E. 4.3, 8C_630/2007 vom 10. März 2008, E. 5.2, 8C_791/2009 vom 8. März 2010, E. 5.2).
Die Beschwerdeführerin hat daher in dem Umfang keinen Anspruch auf Taggelder der Unfallversicherung, wie sie bereits aus krankheitsbedingten Gründen in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war.
Da die Krankentaggeldversicherung aufgrund der 100%igen Arbeitsunfähigkeit
seit dem 2
7.
September 2017
im vollen
Ausmass
leistungspflichtig war, geht
auch
der beschwerdeweise Hinweis auf
Art.
128
Abs.
2 UVV (vgl.
Urk.
1
Ziff.
26)
ins Leere
.
Daran ändert auch nichts,
dass
die Beschwerdeführerin
seit
dem
1.
Februar 2015
lediglich
im
30
%
-Pensum
arbeitete
(vgl. Sachverhalt
Ziff.
1.1)
.
Im Übrigen
hätte
es
sich auch
im Rahmen der Unfallversicherung
gerechtfertigt
, den
versicherte
n
Verdienst nach
Massgabe
des unmittelbar vor der Operation zuletzt erzielten Einkommens
zu berechnen
(
vgl.
Art.
23
Abs.
8 UVV). Wurden die Taggeldleistungen doch per 3
1.
Dezember 2016 rechtskräftig eingestellt (vgl.
Einspracheentscheid
vom 3
0.
Oktober 2017,
Urk.
11/
A203) und
läge insoweit ein
Rückfall
(in die Taggeldberechtigung)
vor.
Andernfalls wäre die Beschwerdeführerin
du
rch die Operation vom 1
0.
November 2017 wirtschaftlich besser
gestellt als ohne, was offensichtlich nicht angeht
(vgl. hierzu im Grundsatz auch
Art.
69 ATSG).
Daran änderte auch die Zusicherung im
Einspracheentscheid
vom 3
0.
Oktober 2017 nichts, wonach der Beschwerdeführer
in
im Zusammengang
mit
der geplanten
Schulteroper
a
tion
erwägungsweise
eine «volles» Taggeld in Aussicht gestellt wurde. Insbesondere sagt letzteres nicht
s
über den
konkret
versicherten Verdienst aus.
Mithin ist nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin
ein
en
Anspruch auf UV-Taggelder
ab dem
1
1.
November 2017
verneinte
.
%1.
Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist damit abzuweisen.