Decision ID: ea0660b0-87e2-5bbf-b2df-e4f54865991c
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1973 geborene
X._
, welche
1995 eine
Lehre
Dekorationsgestalterin
abgeschlossen
(vgl.
Urk.
21/1/
1
) und in der Folge als Verkäuferin und Dekora
ti
onsgestalterin
gearbeitet hatte
(
Urk.
21/1/3)
,
bezog ab
Juli
2005
aufgrund einer schweren Anorexia
nervosa
mit aktiven Massnahmen (ICD-10 F50.01) und einer abhängigen Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.7)
eine
ganze
Rente der Eidge
nössischen Invalidenversicherung
(
Urk.
21/18,
Urk.
21/22,
Urk.
21/17;
Urk.
21/32
,
Urk.
21/30
).
Im Rahmen eines im Februar 2010
von der Sozialversicher
u
ngsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle,
eingeleiteten Revisionsverfahrens (
Urk.
21/34)
teilte die Versicherte der IV-Stelle mit
, dass sich ihr Gesundheitszustand
verbessert habe (
Urk.
21/34/2)
,
und ersuchte um
ein Standortgespräch mit einer Fachperson
, zur Erörterung, ob sich
ihre Umschulungspläne realisieren liessen (
Urk.
21/39).
Mit Mitteilung vom 3
0.
August 2010 (
Urk.
21/55) gewährte die IV-Stelle der Versi
cherten Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining bei der
Y._
vom
6.
September bis
am
3.
Dezember 201
0.
Im Anschluss an das
Belastbarkeitstrai
ning
absolvierte die Versicherte
vom
4.
Dezember 2010 bis
am
3.
Juni 2011
ein
Aufbautraining bei der
Y._
(
Urk.
21/67)
.
Sowohl während des Belastbarkeits
trainings als auch während des Aufbautrainings
wurde der Versicherten weiterhin eine ganze
Invalidenrente
ausgerichtet (
Urk.
21/55 und
Urk.
21/67).
Anschlies
send an das Aufbautraining kam die IV-Stelle unter Ausrichtung eines Taggeldes für die Kosten einer beruflichen Abklärung im k
aufmännischen Bereich bei der
Y._
auf
, welche vom
6.
Juni
2011 bis
am
2. März 2012 dauerte
(
Urk.
21/87-89,
Urk.
21/92-94).
In der Folge erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache
für eine berufsbegleitende kaufmännische Umschulung mit Abschluss Handelsdiplom VSH (
Urk.
21/111,
Urk.
21/125) und sprach der Versicherten
Taggelder
zu (
Urk.
21/112,
Urk.
21/114,
Urk.
21/126,
Urk.
21/128). Die Versicherte schloss die Ausbildung
im Februar 2014
erfolgreich ab (Urk.
21/137), weshalb die IV-Stelle die beruflichen Massnahmen mit Mitteilung vom 1
4.
Februar 2014 für abge
schlossen erklärte (
Urk.
21/139). Nachdem die IV-Stelle
einen Bericht von
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psycho
therapie, eingeholt h
atte (
Urk.
21/140), hob
sie
nach durchgeführtem Vorbe
scheidverfahren
(
Urk.
21/151)
mit Verfügung vom
1.
Dezember 2014 die Rente
der Versicherten
rück
wirkend per 3
1.
Januar 2014 auf (
Urk.
21/152).
1.2
Mit Schreiben vom 1
3.
März 2017 (
Urk.
21/160) gelangte
die Versicherte
an die IV-Stelle und ersuchte um erneute Prüfung berufliche
r
Eingliederungsmass
nah
men (beispiel
sweise Arbeitsvermitt
lung).
Die IV-Stelle gewährte
der Versi
cherten
daraufhin für die Zeit vom 15.
Mai bis
am
14.
November 2017 Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche und Unterstützung bei allfälligen Schwie
rig
keiten an bestehenden Arbeitsplätzen (
Urk.
21/168). Mit Mitteilung vom 1
3.
Sep
tember 2017 (
Urk.
21/182)
setzte
die IV-Stelle
die Versicherte darüber in Kennt
nis
, dass sie während eines v
om 1.
Oktober 2017 bis
am
3
1.
März 2018 dauernden
Arbeitsversuchs bei der
A._
von einem
JobCoach
unterstützt werde und ein Taggeld ausgerichtet
erhalte
(Urk.
21/182,
Urk.
21/183,
Urk.
21/186)
. In der Folge holte die IV-Stelle einen Bericht von
Dr.
Z._
(
Urk.
21/187) ein. Am 1
4.
Februar 2018 teilte die IV-Stelle der Versicher
ten mit, dass sie ihr vom
1.
März bis
am
3
1.
August 2018 Beratung und Unter
stützung bei der Stellensuche gewähre (
Urk.
21/191).
V
om 1.
April 2018 bis am 3
1.
Mai 2018
arbeitete die Versicherte in einem befristeten Arbeitsverhältnis in einem
100%
-P
ensum
für die
A._
(Urk.
21/194).
A
nlässlich eines Gesprächs vom 2
1.
Juni 2018
teilte die Versicherte der IV-Stelle mit
, dass es ihr gesundheitli
ch schlechter gehe und sie die Eingliederung
frühzeitig beenden möchte
(Urk
.
21/198
/14-15
). Daraufhin schloss die IV-Stelle
die Eingliederung mit Mitteilung vom 2
6.
Juni
2018 ab (Urk.
21/197)
. In der Folge holte die IV-Stelle ein
en weiteren Arztbericht
von
Dr.
Z._
ein
(
Urk.
2
1/206) und stellte der Versicherten mit Vorb
e
scheid vom 1
4.
Februar 2019 in Aussicht,
einen Rentenanspruch zu verneinen
(
Urk.
21/209). Nachdem die Versichert
dage
gen
Einwand erhoben hatte (
Urk.
21/220,
Urk.
21/224)
,
verneinte die IV-Stelle m
i
t Verfügung vom
5.
April 2019 einen Rentenanspruch
(
Urk.
2)
.
2.
Mit Eingabe vom 2
6.
April 2019 (
Urk.
1) e
rhob Rechtsanwalt
Dr.
Fabian Te
i
c
hmann namens der Beschwerdeführerin
und unter Beilage einer von dieser unterzeichneten Vollmacht (
Urk.
4)
Beschw
erde gegen die Verfügung vom 5.
April 2019 und beantragte, es sei der Beschwerdefü
hrerin eine Invalidenrente zuzu
sprechen, eventualiter sei die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantrag
t
e er die Bewilli
g
ung der unentgeltlichen Rechtspflege und seine Bestellung
als
u
nent
geltliche
r
Rechtsvertreter.
Mit Eingabe vom
6.
Mai 2019 (
Urk.
5) erhob Rechtsanwältin Nadja Hirzel eben
falls im Namen der der Beschwerdeführerin und ebenfalls unter Beilage einer von der Beschwerdeführerin unterzeichneten Vollmacht (
Urk.
7) Beschwerde gegen
die Verfügung vom
5.
April 2019 und beantragte, es seien der Beschwerdeführe
rin die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine Invalidenrente, zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie ebenfalls um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um ihre Bestellung als unentgeltliche Rechtsvertreterin.
Mit Verfügung vom 1
0.
Mai 2019 (
Urk.
8) wurde Rechtsanwalt
Dr.
Fabian Teichmann, Rechtsanwältin Nadja Hirzel und der Beschwerdeführerin Frist ange
setzt, um dem Gericht schriftlich mitzuteilen, wer die Beschwerdeführerin im vor
liegenden Verfahren vertrete.
Mit Schreiben vom 1
5.
Mai 2019 (
Urk.
13) und vom 2
0.
Mai 2019 (
Urk.
14) teilten Rechtsanwalt
Dr.
Fabian Teichmann
beziehungs
weise
Rechtsanwältin Nadja Hirzel mit, dass die Beschwerdeführerin im vorlie
genden Verfahren von Rechtsanwalt
Dr.
Fabian Teichmann vertreten werde.
Mit Verfügung vom 2
2.
Mai 2019 (
Urk.
15)
wurde
der Beschwerdegegnerin Frist zur Stellungnahme (Beschwerdeantwort) angesetzt und der Beschwerdeführerin das Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit zugestellt. Mit E
in
gabe vom
3.
Juni 2019 (
Urk.
17) reichte die Beschwerdeführerin das Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkei
t (
Urk.
18) samt Beilagen (Urk.
19/31-32) ein. Mit Beschwerdeantwort vom 2
5.
Juni 2019 (
Urk.
20) beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 2
6.
Juni 2019 angezeigt wurde (
Urk.
22)
.
Mit Eingabe vom
9.
Juli 2019 (
Urk.
23) liess die Beschwerdeführerin weitere Unterlage
n
betreffend ihre Finanzen (
Urk.
24/33-34) und mit
Eingabe vom 26.
August 2019 (
Urk.
25) einen Arztbericht von
Dr.
Z._
vom 21.
August 2019 einreich
en (
Urk.
26). Die Eingabe vom 2
6.
August 2019 und
der
Bericht von
Dr.
Z._
wurde
n
der Beschwerdegegnerin mit Verfü
gung vom 2
8.
August 2019 (
Urk.
27) zur Kenntnisnahme zugestellt. Nachdem die Beschwerdeführerin am 2
7.
August 2019 eine weitere Urkunde zu ihren finanzi
ellen Verhältnissen eingereichten hatte (
Urk.
28 und
Urk.
29)
,
liess sie dem Gericht am 1
5.
Januar 2020 (
Urk.
30) einen
erneuten
Bericht von Dr.
Z._
zukommen
(
Urk.
31). Dieser wurde der Beschwerdegegnerin mit Verfü
gung vom 1
6.
Januar 2020 zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
32).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
eingefügt:
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicheru
ngsrechts,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409,
141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.
3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert
oder auf
gehoben
worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung ü
ber die Invalidenversicherung, IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Ren
tenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und
in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
5.
April 2019 (
Urk.
2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin in
der
erlernten Tätigkeit im kaufmännischen Bereich nicht mehr als zu 40 bis 50
%
arbeiten könne. In
einer angepassten Tätigkeit sei
jedoch
ein Pensum von 80
%
zumutbar. Aus der Gegenüberstellung des Validen- und des Invalideneinkommens
errechnete die Beschwerdegegnerin
ein
en
Invaliditätsgrad von 34
%
.
2.2
Die Beschwerdeführerin liess dagegen im Wesentlichen vorbringen
(
Urk.
1)
,
aus der Aktenlage ergebe sich, dass die Beschwerdegegnerin
ihr
Leistungsbegehren gestützt auf die Stellungnahme
von
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom
regionalen ärztlichen Dienst (
RAD
)
abge
wiesen habe. Die
von ihr eingereichten ärztlichen Berichte
und die RAD-Stellungnahme widersprächen sich diametral. Die Rechtsprechung sehe in solchen Fällen den Beweiswert einer RAD-Stellungnahme äussert kritisch und halte des
halb die Anordnung einer versicherungsexternen Begutachtung für angebracht. Die RAD-Stellungnahme vom 1
7.
Dezember 2018 genüge auch den Anforderun
gen an ein strukturiertes Beweisverfahren nicht ansatzweise
. Die Beschwerdegeg
nerin habe daher den Untersuchungsgrundsatz verletzt.
3.
3.1
Im aktuellen Neuanmeldeverfahren wurden die folgenden ärztlichen Berichte erstattet:
3.2
3.2.1
Dr.
Z._
nannte mit Bericht an
die Beschwerdegegnerin vom 27.
September 2017 (
Urk.
21/187
)
als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
:
-
k
ombinierte Persönlichkeitsstörung mit vorwiegend emotional instabilen Anteilen (ICD-10 F61.0)
-
c
hronische Essstörung mit Ess-Brech-Attacken (ICD-10 F50.9)
-
Alkoholabhängigkeit, abstinent seit 2010 nach stationärer Therapie (ICD-10 F10.2)
Die Beschwerdeführerin habe durch die Weiterbildung zur Bürofachfrau an Selbstbewusstsein und Zutrauen gewonnen. Sie sei stolz darauf
gewesen
, der
Unterstützung durch die Invalidenversicherung nicht mehr zu bedürfen. Die Suche
nach einer Anstellung habe sich
aber erfolgl
os gestaltet. Der Hauptgrund dafü
r müsse aus heutiger Sicht vor allem im Auftreten der Beschwerdeführerin gesehen werden. Während der Weiterbildungen habe sie immer wieder jemanden gefunden, der ihr wohlwollend gesinnt gewesen sei und wahrscheinlich auch aus sozialem Engagement geholfen habe. Auf dem freien Arbeitsmarkt sei sie dann ins Leere gelaufen. An den Stellen, an den
en
sie gearbeitet gehabt habe, sei sie in Streit mit Mitarbeitenden geraten, was schliesslich zu ihrem Nachteil ausgegan
gen sei. Seit etwa zwei Jahren werde sie wieder vom Sozialamt unterstützt. Auch das Beziehungsverhalten der Beschwerdeführerin sei auffällig und trotz vieler Gespräche und kognitiver Einsicht in eigene ungünstige Verhaltensweisen nicht nachhaltig veränderbar. Die anhaltenden Konflikte und die Erfolgslosigkeit hät
ten im Laufe der letzten zwei Jahre allmählich zu einer Verschlechterung des psychischen Befindens geführt. In der Folge sei es zum Schulunterbruch - weil die Beschwerdeführerin nicht mehr habe lernen können - und zu einem anhal
tenden Versagensgefühl mit zeitweise schwere
m
depressiven Erleben gekommen.
Es sei gem
e
ssen am Ge
sundheitszu
s
tand
2005 eine deutliche Stabilisierung ein
getreten. Die Beschwerdeführerin sei seither abstinent und verbindlicher. Leider sei es aber nicht gelungen, die durch die Persönlichkeitsstörung bedingen Einschränkungen in der Beziehungsgestaltung so zu verbessern, dass eine Arbeitsfä
higkeit auf dem
1.
Arbeitsmarkt längerfristig möglich sei. Dies sei in aus
reichen
dem Masse unter unterstützender Begleitung während der Ein
gliederung gelun
gen. Prognostisch müsse davon ausgegangen werden, dass eine weitere psychi
sche Besserung nicht mehr möglich sei, sondern im guten Fall eine Stabilisierung auf dem gegenwärtigen Niveau. Die Beschwerdeführerin möchte tätig sein und in eine Tages- und Wochenstruktur eingebunden sei
n
. Sie spüre, dass es ihr damit bessergehe. In den Tätigkeiten als Deko
rations-
und Büro
fachfrau auf dem
1.
Ar
beitsmarkt bestehe eine 80- bis 100%ige Arbeits
unfähigkeit. Im
2.
Arbeitsmarkt bestehe eine theoretische Arbeitsfähigkeit von etwa 4 bis 5 Stunden täglich mit üblichen Pau
s
en.
3.2.2
Dr.
Z._
legte ihrem Bericht
vom 2
7.
September 2017
einen Bericht von Ärzten des Sanatoriums
C._
vom 1
2.
September 2017 bei (
Urk.
21/187/7-13), welche eine diagnostische Abklärung der Beschwerdeführerin vorgenommen hatten. Die Ärzte des Sanatoriums
C._
nannten als Diagno
sen:
-
k
ombinierte Persönlichkeitsstörung mit vorwiegend emotional-instabilen Anteilen (ICD-10 F61.0)
-
chronische Essstörung mit Ess-Brech-Attacken (ICD-10 F50.9)
-
Alkoholabhängigkeit, Status nach stationärer Therapie, abstinent seit 2010 (ICD-10 F10.2)
-
Eigenanamnestisch Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung, diagnosti
ziert in
D._
2010
Angaben zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin machten die Ärzte des Sanatoriums
C._
nicht.
3.3
Dr.
Z._
führte
mit Bericht an
die Beschwerdegegnerin vom 31.
Juli 2018 (
Urk.
21/206)
zusätzlich
als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung, diagnostiziert erstmals in
der
Klinik
D._
2010, bestätigt durch diagnostische Abklä
rung im Sanatorium
C._
2017
,
an. B
ei
der bisherigen Tätigkeit
(
Büroarbei
ten
)
seien es nicht die fachlichen Arbeiten, welche die Beschwerdeführerin nicht bewältigen könne, sondern
es bestünden
persönlichkeitsbedingte Einschränkun
gen und Rigiditäten. In den fachlichen Arbeiten zeigten sich immer wieder Kon
zentrationsprobleme durch die Aufmerksamkeitsstörung. Diese könne sie aber durch vermehrte Kontrolle an den bisher geschützten Arbeitsplätzen ausgleichen. Die Beschwerdeführerin sei nur in einer geschützten Umgebung theoretisch 4 Stunden täglich einsetzbar.
3.4
Dr.
B._
vom RAD
erklärte
mit Stellungnahme vom 1
7.
Dezember 2018 (
Urk.
21/212
/4-6)
,
als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit vorwiegend instabilen Anteilen (ICD-10 F61.0). Als Diagnose
n
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfä
higkeit
führte
Dr.
B._
die
chronische
Essstörung
mit
Ess-Brech-Atta
cken (ICD-10 F50.9) und
die
Alkoholabhängigkeit, abstinent seit 2010 nach sta
ti
onärer Therapie (ICD-10 F10.2)
an
.
Trotz der psychiatrischen Erkrankung sei es der Beschwerdeführerin bereits gelungen, eine 60- bis 80%ige Arbeitsfähigkeit zu erreichen. Der Gesundheitszu
stand der Beschwerdeführerin habe sich in den letzten Jahren
erheblich stabili
sieren können und laut BEFAS-Bericht sei sie zu 90
%
belastbar gewesen. In den letzten zwei Jahre
n
sei es zu einer Verschlechterung des psychischen Befindens gekommen. Dies werde nachvollziehbar
auf die Erfolg
losigkeit bei der Stellensu
che im Zusammenhang mit der Symptomatik der Persönlichkeitsstörung
zurück
geführt
. Dennoch sei aus medizintheoretischer Sicht anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin an einem optimal angepassten Arbeitsplatz zu ihrer bereits erreichten Leistun
gsfähigkeit zurückkommen könne.
Im Bericht von
Dr.
Z._
vom 3
1.
Juli 2018 werde unter den Diag
nosen eine Aktivitäts- und Aufmerks
amkeitsstörung aufgeführt, die
durch eine diagnostische Abklärung des Sanatoriums
C._
2017 bestätigt worden
sei
. Eine Hyperaktivitätsstörung sei jedoch vom Sanatorium
C._
nicht bestätigt worden. Im Bericht
der Ärzte
des Sanator
iums
C._
heisse es, dass
die test
psychologischen Abklärungen eine Hyperaktivitätsstörung ICD-10 F90.0 in
Erwägung
ziehen liessen
, eine Abgrenzung von Symptomen der emotional-insta
bilen Persönlichkeitsstörung
jedoch
nicht sicher möglich
sei
. Daher sei diese Diagnose von den Ärzten des San
a
toriums
C._
nicht gestellt worden.
Die Compli
ance der Beschwerdeführerin sei gut. Eine medikamentöse Behandlung werde nicht durchgeführt.
Als psychosoziale Faktoren e
rschienen
die (derzeit?) niedrige Motivation der Beschwerdef
ührerin, die im Bericht von Dr.
Z._
vom 3
1.
Juli 2018 auf 2/10 eingeschätzt werde und die bereits längere
frustrane
Bewerbungssituation. Als Ressourcen
seien
die mehrjährige Partner
schaft, der bestehende familiäre Konta
kt und das gute soziale Netzwerk
zu sehen.
Die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit der Beschwerdefüh
r
er
in
seien
leicht eingeschr
änkt. Die Beschwerdeführerin
passe sich neuen Situ
ationen gut an, brauche aber viel Zeit, sich auf neue Situationen einzustellen. Einschränkungen bestünden durch die vorliegende Persönlichkeitsstörung in der Kontaktfähigkeit zu Dritten, der Gruppenfähigkeit und der Selbstbehauptungsfähigkeit, mit der Neigung sich zu überfordern. Tätigkeiten unter permanentem Zeit- und Termin
druck, mit Publikumsverkehr sowie Tätigkeiten mit hohen Anforderungen an die Anpassungs- und Umstellungsfähigkeit sollten vermieden werden. Klar struktu
rierte Tätigkeiten in ruhiger und emotional spannungsarmer Atmosphäre seien zumutbar. Förderlich sei die Arbeit in kleinen Teams
. Körperlich könnten leichte Tätigkeiten ausgeübt werden. Nicht möglich seien Tätigkeiten in der Lebensmit
telbranche oder mit Zugang zu Alkohol. An einem op
timal angepassten Arbeits
platz sei
eine Arbeitsfähigkeit von 70 bis 80
%
zu erwarten
. Derzeit habe die Beschw
e
rdeführerin eine Stelle bei ein
em Institut für Marktforschung und
eine weitere bei einem Immobilientreuhänder, beide zu je 20
%
. Dabei müsse sie auf der Strasse Leute ansprechen beziehungsweise bei inserierten Immobilien zu einem Termin erscheinen. Diese Tätigkeiten seien nicht leidensgerecht und eine Arbeitsfähigkeit über 40 bis 50
%
sei nicht zu erwarten.
3.5
Dr.
Z._
erklärte mit Bericht vom 2
1.
August 2019 (
Urk.
26),
sie könne sich als behandelnde Psychiaterin der Einschätzung der Beschwerdegeg
nerin,
dass
der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin 34
%
betrage, nicht anschliessen. D
ie Beschwerdeführerin wäre möglicherweise in einem spannungs
armen, klar strukturieren Arbeitsumfeld unter enger und einfühlsamer Führung in einem Umfang von 4 bis 5 Stunden täglich einsetzbar.
Dr.
Z._
attestierte der Beschwerdefüh
r
erin vom
1.
Juli 2018 bis
am
3
1.
Mai 2019 eine 80%ige und
vom
1.
Juni 2019
(beziehungsweise
1.
Mai 2019)
bis am 3
1.
Oktober 2019 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit.
Mit Bericht vom
3.
Januar 2020 (
Urk.
31) hielt
Dr.
Z._
auch für die Zeit vom
1.
November 2019 bis
am
2
9.
Februar 2020 eine 50%ige Arbeitsun
fähigkeit fest.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging – wie dargelegt (E. 2.1)
-
in der angefochtenen Verfügung vom
5.
April 2019 (
Urk.
2) aus medizinischer Sicht davon aus, dass die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit im kaufmännischen Bereich nicht mehr als
zu
40 bis 50
%
arbeiten könne, in einer behinderungsan
gepassten Tätigkeit jedoch eine 80%ige Arbeitsfähigkeit bestehe. Sie berief sich dabei
auf die Stellungnahme von
Dr.
B._
vom RAD
(vgl.
Urk.
21/212/6 und
Urk.
21/225/2).
4.2
Die RAD stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzun
gen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversi
cherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Ver
sicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbe
reich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
eingefügt:
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung,
IVG
). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Praxisgemäss kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schluss
folgerungen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des Bundesgerichts
8C_971/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.4).
4.3
RAD-Ärztin
Dr.
B._
untersuchte die Beschwerdeführerin nicht selber, son
dern sie nahm lediglich eine Aktenbeurteilung vor.
Sie
legte
in ihrer Stellung
nahme vom 1
7.
Dezember 2018 (E. 3.4) dar
, dass es der Beschwerdeführerin in der Vergangenheit gelungen sei, eine 60
-
bis 80%ige Arbeitsfähigkeit zu errei
chen.
Dabei verwies sie auf einen Bericht von Dr.
Z._
vo
m 2
6.
März 2014 (
Urk.
21/140
) und hielt fest, dass aus medizintheoretischer Sicht davon auszugehen sei, dass die Beschwerdeführerin an einem optimal angepass
ten Arbeitsplatz zu ihrer bereits erre
i
chten Leistungsfähigkeit zurückkommen könne.
Dr.
B._
setzte sich dabei
jedoch
in keiner Weise mit dem
Umstand auseinander, dass sich die von
Dr.
Z._
im März 2014
attestierte
60
-
bis 80%ige
Arbeitsfähigkeit auf die
Erfahrungen im Rahmen der
Ausbildung der Beschwerdeführerin bezog und
Dr.
Z._
in ihrem Bericht vom 2
7.
September 2017
darauf hinwies
(E. 3.2.1),
dass es der Beschwerdeführerin nicht gelungen sei, die im Rahmen der Ausbildung gezeigte Leistung auf dem freien Arbeitsmarkt zu bestätigen.
Dr.
B._
begründete
zudem
auch nicht, weshalb es der Beschwerdeführerin trotz der von ihr bestätigten Verschlechterung des Gesundheitszustandes möglich sein soll, die vor der Verschlechterung attes
tierte Arbeitsfähigkeit wieder zu erreichen.
Im Weiteren
ist der Stellungnahme von
Dr.
B._
zwar
zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin
als Ressour
cen die mehrjährige Partnerschaft, der familiäre Kontakt und das gute soziale Netzwer
k
habe
,
Dr.
B._
setzte
sich aber nicht konkret mit den
-
übrigen
-
Standardindikatoren auseinander, obwohl die Leistungsfähigkeit der Beschwer
deführerin in einem strukturieren Beweisverfahren zu prüfen wäre
(vgl. E. 1.2)
.
Darüber hinaus
gilt es hinsichtlich der Stellungnahme von
Dr.
B._
ohne
hin
zu beachten
, dass sie lediglich das Erreichen einer 70
-
bis 80%igen Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit für möglich erachtet
e
, nicht aber bereits im Untersuchungszeitpunkt eine solche Arbeitsfähigkeit attestiert
e
.
Schliesslich gilt es darauf hinzuweisen,
dass
bei ärztlicher Angabe einer Bandbreite der Arbeitsfähigkeit
rechtsprec
hungsgemäss auf den Mittelwert abzustellen ist
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_730/2012 vom
4.
Juni 2013 E.
4.2).
Entgegen der angefochtenen Verfügung ergibt sich somit – wenn überhaupt – aus der Stel
lungnahme von
Dr.
B._
eine 75%
i
ge und nicht eine 80%ige Arbeitsfähig
keit
in angepasster Tätigkeit
.
Nach dem Gesagten lässt
sich gestützt auf die Stellungnahme von
Dr.
B._
die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin n
icht rechtsgenügend feststellen
.
4.4
Nachdem
der Bericht der Ärzte des Sanatoriums
C._
vom 1
2.
September 2017 (E. 3.2.2) keine Angaben zur Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin ent
hält und die Berichte von
Dr.
Z._
(E. 3.2.1, E. 3.3, E. 3.5)
keine Ausführungen zu den Standardindikatoren
beinhalten
und es bei der Würdigung von Berichten von behandelnden Arztpersonen ohnehin der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen gilt, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrecht
liche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc), lässt sich
die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin
gestützt auf die Akten
nicht rechtsge
nügend feststellen
.
4.5
Die angefochtene Verfügung vom
5.
April 2019
(
Urk.
2) ist daher aufzuheben und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie
die Leistungs
fähigkeit der Besch
werdeführerin rechtsgenügend ab
klär
t
. Anschliessend wird sie über das Leistungsbegehren erneut zu entscheiden haben. In diesem Sinn ist die Beschwerde gutzuheissen.
5
.
5
.1
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2).
5
.2
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegeg
nerin aufzuerlegen.
5
.3
Die
obsiegende Beschwerdeführer
in hat gemäss
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) in
Ver
bindung mit Art. 61 lit. g ATSG
Anspruch auf den Ersatz der Parteikosten
. Daher ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung zu bezahlen, die bei praxisgemässem Stundensatz von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ermessensweise auf Fr.
1'8
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) fest
zusetzen ist.
5
.4
Das von der Beschwerdeführerin gestellte Gesuch um unentgeltliche Prozessfüh
rung und
Verbeiständung
(
Urk.
1) erweist sich damit als gegenstandslos.