Decision ID: 0890c7a8-1944-4fe4-bba4-68237adcc8a9
Year: 2022
Language: de
Court: AG_OG
Chamber: AG_OG_001
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: civil_law

Das Obergericht entnimmt den Akten:
1.
Die Klägerin reichte am 8. August 2022 beim Bezirksgericht Lenzburg eine
Aberkennungsklage gegen die Beklagte ein.
2.
Mit Entscheid vom 1. September 2022 trat das Bezirksgericht Lenzburg auf
die Klage nicht ein und auferlegte der Klägerin die Gerichtskosten von
Fr. 4'000.00.
3.
3.1.
Die Klägerin wandte sich mit als «Beschwerde» betitelter Eingabe vom
27. Oktober 2022 dagegen und verlangte:
1. Es sei der angefochtene Entscheid des Bezirksgericht Lenzburg vom 1. September 2022 nichtig und aufzuheben.
2. Mit Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin.
3.2.
Der Instruktionsrichter forderte die Klägerin mit Verfügung vom 31. Oktober
2022 (zugestellt am 7. November 2022) zur Leistung eines Kosten-
vorschusses von Fr. 13'860.00 innert 10 Tagen auf.
3.3.
Mit Eingabe vom 15. November 2022 teilte die Klägerin sinngemäss mit,
eine Kostenbeschwerde gegen die Dispositivziffer 2 des vorinstanzlichen
Entscheids (Kostenverteilung) führen zu wollen.
3.4.
Nach unbenütztem Ablauf der Frist zur Bezahlung eines Kosten-
vorschusses setzte der Instruktionsrichter der Klägerin mit Verfügung vom
22. November 2022 (zugestellt am 24. November 2022) eine letzte Frist
von 10 Tagen zur Bezahlung des Kostenvorschusses an mit der An-
drohung, dass bei nicht fristgemässer Leistung des Vorschusses auf die
klägerischen Rechtsbegehren nicht eingetreten werde.
3.5.
Die Klägerin hat den Kostenvorschuss auch innert dieser letzten Frist nicht
bezahlt.
- 3 -

Das Obergericht zieht in Erwägung:
1.
1.1.
Der Klägerin wurde mit Verfügung vom 31. Oktober 2022 eine zehntägige
Frist angesetzt, um einen Kostenvorschuss von Fr. 13'860.00 zu leisten.
Die angesetzte Frist ist angemessen lang. Die Klägerin leistete den Kosten-
vorschuss nicht. Entsprechend wurde ihr mit Verfügung vom 22. November
2022 eine letzte zehntägige Frist zur Leistung des Kostenvorschusses
angesetzt unter Anzeige der Nachteile des Nichteintretens bei Nichtleistung
des Kostenvorschusses. Die Klägerin blieb auch unter dieser Frist säumig.
Auf die Berufung ist somit androhungsgemäss nicht einzutreten (vgl.
Art. 101 Abs. 3 ZPO).
1.2.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens kann offenbleiben, ob eine
Konversion des Rechtsmittels von der mit Eingabe vom 27. Oktober 2022
eingelegten Berufung hin zu einer mit der klägerischen Eingabe vom
15. November 2022 sinngemäss verlangten Beschwerde im Kostenpunkt
(vgl. Art. 319 ff. ZPO i.V.m. Art. 110 ZPO) möglich gewesen wäre.
Obwohl die Berufung vom 27. Oktober 2022 als «Beschwerde» betitelt war,
ergibt sich aus deren Anträgen (Antragsziffer 1) und Inhalt (Ziffer II)
eindeutig, dass die Aufhebung des gesamten vorinstanzlichen Entscheids
verlangt – nicht bloss des Kostenpunkts in Dispositivziffer 2 – und folglich
Berufung erhoben wurde. In den klägerischen Ausführungen wird denn
auch einerseits in Ziffer II/3 die Aufhebung des gesamten vorinstanzlichen
Entscheids gefordert und in Ziffer II/4 zusätzlich («Hinzu kommt [...]») die
Aufhebung der Dispositivziffer 2 des vorinstanzlichen Entscheids (Kosten-
auferlegung) verlangt.
Daran ändert auch nichts, dass die Klägerin am 24. Oktober 2022 eine
Klage beim Handelsgericht eingereicht hat (vgl. Beilage zur Eingabe vom
15. November 2022).
2.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Klägerin, auf deren Berufung
nicht eingetreten wird, als unterlegene Partei gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO
die obergerichtlichen Prozesskosten zu tragen. Die Gerichtskosten sind auf
Fr. 800.00 festzusetzen (§ 11 Abs. 1 i.V.m. § 7 Abs. 1 und § 13 Abs. 1
VKD), da kein Sachentscheid zu fällen ist. Der Beklagten ist im obergerich-
tlichen Verfahren kein Aufwand entstanden, so dass ihr keine Partei-
entschädigung zuzusprechen ist.
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