Decision ID: 5e1c4276-090e-46c8-af28-3df22fc9b989
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 25. März 1996 erstmals zum Bezug von IV-Leistungen an
(IV-act. 4). Nachdem er auf die Aufforderung zur Mitwirkung nicht reagiert hatte, wies
die IV-Stelle sein Gesuch mit Verfügung vom 9. September 1996 ab (IV-act. 12).
A.b Am 27. März 1999 meldete der Versicherte sich erneut zum Bezug von IV-
Leistungen an und gab als Behinderung ein instabiles Hüftgelenk, drei instabile
Rückenwirbel, einen Bandscheibenschaden sowie eine eingedrückte Rippe an (IV-act.
14). Im Gutachten der Medizinischen Abklärungsstelle der Universitätskliniken Basel
(MEDAS) vom 21. Dezember 2000 wurden folgende Diagnosen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit gestellt: V.a. kombinierte Persönlichkeitsstörung mit dysthym-
dysphorischen, narzisstischen und angedeutet hypochondrischen Zügen (ICD-10
F61.0) mit ausgeprägt ängstlich-katastrophierender Symptomverarbeitung; depressive
Störung, gegenwärtig leichten Grades (ICD-10 F32.0); schädlicher Gebrauch von
Cannabis (ICD10- F12.1); thorakolumbovertebrales Schmerzsyndrom mit
intermittierender spondylogener Ausstrahlung in das rechte Bein bei
Wirbelsäulenfehlform, muskulärer Dysbalance, Dekonditionierung, paramedianer
Diskushernie L5/S1 rechts; V.a. somatoforme Schmerzverarbeitungsstörung (IV-act.
54-8). Die MEDAS-Gutachter hielten den Versicherten aus rheumatologischer Sicht
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uneingeschränkt und aus psychiatrischer Sicht als zu 75% arbeitsfähig (IV-act. 54-9).
Gestützt auf dieses Gutachten wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren des
Versicherten mit Verfügung vom 21. September 2001 ab (IV-act. 80).
A.c Am 4. Mai 2012 meldete der Versicherte sich erneut zum Bezug von IV-Leistungen
an. Er habe grössere Schäden an der Wirbelsäule und seit rund 17 Jahren
Depressionen (IV-act. 93). Die IV-Stelle gab daraufhin ein bidisziplinäres Gutachten in
Auftrag (IV-act. 123).
A.d Mit Gutachten vom 5. September 2013 stellten B._, Facharzt für Rheumatologie
und Innere Medizin FMH, und Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
Chronifiziertes panvertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10: M54.0); subakutes
myofaziales Schmerzsyndrom der linken Schulter (ICD-10: M75.4); depressive Störung,
aktuell mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11); V.a.
kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61.0) mit ängstlich vermeidenden,
histrionischen und narzisstischen Anteilen. Aus rheumatologischer Sicht sei der
Versicherte analog der Vorbeurteilung der MEDAS in adaptierten Tätigkeiten als zu
100% arbeitsfähig einzustufen. Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit nicht
beurteilbar (IV-act. 126-19). Ein in der aktuellen Untersuchung neu aufgefallenes
Schmerzsyndrom der linken Schulter mit leichtem Impingement sei derzeit noch
unzureichend abgeklärt. Eine ergänzende Diagnostik werde empfohlen (IV-act. 126-21).
Mit von der IV-Stelle in Auftrag gegebenem neuropsychologischem Konsilium vom 16.
Januar 2014 stellte Dr. phil. D._, Psychologin FSP / Fachpsychologin für
Neuropsychologie FSP, Kantonsspital St. Gallen, eine mittelschwere bis schwere
anterograde sprachlich-episodische Lern- und Langzeitgedächtnisstörung und eine
Sprachstörung fest. Die Anstrengungsbereitschaft präsentiere sich hoch. Es würden
sich Hinweise für Dissimulation ergeben. Es empfehle sich ein berufliches Training
(BEFAS; IV-act. 132-5). Nach weiteren Abklärungen lehnte die IV-Stelle berufliche
Massnahmen am 12. September 2014 ab (IV-act. 140).
A.e Am 12. Januar 2015 gab die IV-Stelle erneut ein bidisziplinäres Gutachten bei Dr.
med. E._, Facharzt für Orthopädie FMH, und Dr. med. F._, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, in Auftrag (IV-act. 146). Die Gutachter stellten am
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19. April 2015 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: chronisches
thorakolumbales Syndrom (M54.85) bei degenerativen Veränderungen ossärer (M47.85)
und diskogener (M51.2) Art; chronisches cervicovertebrales Syndrom (M53.82) bei
degenerativen Veränderungen ossärer (M47.82) Art; Impingementsymptomatik am
linken Schultergelenk (M75.4); kombinierte Persönlichkeitsstörung mit schizoiden,
zwanghaftrigiden und depressiv-dysphorisch-dysthymen Anteilen (F61.0);
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (F33.0; IV-act. 152-50
f.). Der Versicherte sei in seinen Aussagen und in seinem Benehmen konsistent
gewesen. Im Vergleich zum MEDAS-Gutachten würden nun ein cervicovertebrales
Syndrom und ein Schulterimpingementsyndrom links vorliegen (IV-act. 152-29). Aus
psychiatrischer Sicht habe sich der Gesundheitszustand im Vergleich zur MEDAS-
Begutachtung nicht wesentlich verändert (IV-act. 152-44). Der Versicherte könne keine
Lasten über 5 kg heben oder tragen und keine Zwangspositionen der Wirbelsäule,
insbesondere im Sinne der Inklination und der Rotation, einnehmen. Auch
Überkopfarbeiten seien zu vermeiden. Aus psychiatrischer Sicht müsse es sich um klar
strukturierte Tätigkeiten in ruhiger und emotional spannungsarmer Atmosphäre
handeln. Tätigkeiten mit permanentem Zeit- und Termindruck, hohem
Publikumsverkehr, Verantwortungsübernahme für Personen sowie Tätigkeiten mit
hohen Anforderungen an die Anpassungs- und Umstellungsfähigkeit sollten vermieden
werden. Aus orthopädischer Sicht seien dem Versicherten vermehrte und
betriebsunübliche Pausen zuzugestehen, sodass von einer Reduktion der
Leistungsfähigkeit von etwa 10% auszugehen sei. Aus psychiatrischer Sicht werde
eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 25% bescheinigt. Aus Sicht beider
Fachgebiete werde eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit bei ganztägiger Präsenz
bescheinigt. Die aus beiden Fachgebieten bescheinigte Arbeitsunfähigkeit wirke sich
nicht additiv aus. Es könne daher in einer leidensadaptierten Tätigkeit von einer
Arbeitsfähigkeit von 75% frühestens ab Datum der gutachterlichen Untersuchung
ausgegangen werden (IV-act. 152-52 f.).
A.f Mit Vorbescheid vom 22. Juni 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Ablehnung seines Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 156). Trotz des Einwands des
Versicherten vom 21. August 2015 (IV-act. 160) und der Einreichung eines Arztberichts
des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom 20. August 2015 (IV-act. 163) sowie vom 4.
April 2016 (IV-act. 173), wies die IV-Stelle das Gesuch des Versicherten um
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Ausrichtung einer Invalidenrente nach weiteren Abklärungen und Gewährung des
rechtlichen Gehörs mit Verfügung vom 19. Mai 2016 ab. Zur Begründung führte sie
aus, der RAD gehe von einer Gesamtarbeitsfähigkeit von 75% für adaptierte
Tätigkeiten aus (RAD-Stellungnahme vom 18. Mai 2016, IV-act. 174). Der Einwand und
die neuesten Unterlagen des Versicherten würden keine andere Beurteilung zulassen.
Die Diagnosen im Bericht des KSSG seien bereits im Gutachten der Dres. E._/F._
festgestellt worden. Es handle sich lediglich um eine andere Beurteilung des im
Wesentlichen gleichen medizinischen Sachverhalts (IV-act. 175).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 20. Juni 2016. Der
Beschwerdeführer, nun vertreten durch Rechtsanwältin Regula Schmid, lässt unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen beantragen, die Verfügung vom 19. Mai 2016 sei
aufzuheben und ihm sei eine Invalidenrente von mindestens 50% zuzusprechen.
Zudem sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege und die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung zu gewähren. Im Gutachten vom 19. April 2015 werde ihm keine
gute Prognose gestellt. Gemäss den Aussagen des Orthopäden würden sich die
Krankheitsbilder gegenseitig negativ beeinflussen und kompensatorische
Mechanismen erschweren. Die beschriebene adaptierte Tätigkeit sei eine sehr leichte
im Vergleich zum angestammten Beruf. Es sei fraglich, ob eine solche Tätigkeit
tatsächlich existiere. Bei der Berechnung nehme die Beschwerdegegnerin einen
Leidensabzug von nur 10% vor, obschon bereits im Jahre 2000 "wegen der geringen
emotionalen Belastbarkeit" eine Einschränkung von 25% attestiert worden sei. Der
Beschwerdeführer habe seine Lehre als Betriebsangestellter im öffentlichen Sektor
zwischen 1981 und 1982 erfolgreich abgeschlossen. Danach habe er verschiedene
Tätigkeiten im Baugewerbe ausgeübt, zuletzt als Bau-Allrounder. Ohne den Unfall von
1995 würde sein Einkommen mindestens auf dem Kompetenzniveau 2 liegen, und es
sei der öffentliche Sektor miteinzubeziehen. Gemäss LSE Tabelle T1_b 2014 (privater
und öffentlicher Sektor) betrage das Valideneinkommen für Männer im untersten Kader
monatlich Fr. 7'128.-- oder jährlich Fr. 85'536.--. Beim Invalideneinkommen sei auf den
privaten Sektor abzustellen, wo das Einkommen für Männer ohne Kaderfunktion
monatlich Fr. 5'910.-- oder jährlich Fr. 70'920.-- (100%) betrage. In einer solchen
Tätigkeit bestehe bereits aus rheumatologischen Gründen eine adaptierte
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Arbeitsfähigkeit von 75%. Zudem sei ein Leidensabzug von mindestens 10%
vorzunehmen. Die psychischen Beschwerden kämen zu den körperlichen hinzu bzw.
diese würden sich gegenseitig beeinflussen. Der Beschwerdeführer leide seit über 20
Jahren an Depressionen. Seine dauernden Schmerzen, der soziale Rückzug und die
totale Isolation seien nicht genügend berücksichtigt worden. Die Restarbeitsfähigkeit
sei nicht mehr verwertbar. Auf jeden Fall aber bestehe eine rentenbegründende
Invalidität (act. G1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 31. August 2016 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zwar werde im orthopädischen Teilgutachten von
einer Verschlechterung des Gesundheitszustands gesprochen, aus bidisziplinärer Sicht
könne in einer leidensadaptierten Tätigkeit jedoch von einer Arbeitsfähigkeit von 75%
ausgegangen werden. An dieser Schätzung vermöge der vom Beschwerdeführer
eingereichte Bericht des KSSG nichts zu ändern. Aus versicherungsmedizinischer Sicht
bestehe kein Anlass, von der bisherigen Beurteilung abzuweichen. Weitere
medizinische Abklärungen seien nicht notwendig. Der Beschwerdeführer habe in den
letzten zehn Jahren vor dem Unfall lediglich ein bescheidenes Einkommen erzielt. Die
Behauptung, dass er ohne das Unfallereignis ein Einkommen im Kompetenzniveau 2
erzielen könnte, entbehre jeglicher Grundlage. Gleiches gelte für seine Forderung,
hinsichtlich Invalideneinkommen auf die Tabellenlöhne des privaten Sektors
abzustellen. Wenn dem Beschwerdeführer ein Valideneinkommen in Höhe von Fr.
65'172.-- bzw. ein Invalideneinkommen von Fr. 48'879.-- angerechnet werde, obwohl
er kaum je mehr als die Hälfte dessen verdient habe, könne nicht von einer
Benachteiligung gesprochen werden, welche einen Tabellenlohnabzug rechtfertigen
würde. Der Tabellenlohn im Anforderungsniveau 4 umfasse bereits eine Vielzahl von
leichten und mittelschweren Tätigkeiten. Dem Beschwerdeführer stehe ein genügend
breites Spektrum an zumutbaren Verweistätigkeiten offen. Seine Behinderungen seien
im Gutachten berücksichtigt worden und dürften nicht doppelt in Abzug gebracht
werden (act. G4).
B.c Mit Zwischenentscheid vom 21. September 2016 bewilligte das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen dem Beschwerdeführer die unentgeltliche
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung; act. G5).
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B.d Mit Replik vom 21. Oktober 2016 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
vollumfänglich fest. Die Berichte des KSSG würden nicht in die Kategorie "Angaben
der behandelnden Ärztinnen und Ärzte" fallen, da zwischen jenen Ärzten und dem
Beschwerdeführer weder ein Auftrags- noch ein Vertrauensverhältnis bestehe. Sein vor
dem Unfall erzielter Lohn lasse keine Aussage darüber zu, wie seine Berufslaufbahn
ohne Unfall verlaufen wäre. Es sei fraglich, ob die mögliche angepasste Tätigkeit
tatsächlich existiere. Mit seinen Einschränkungen und für die beschriebene sehr leichte
adaptierte Tätigkeit könne der Beschwerdeführer den in der angefochtenen Verfügung
angegebenen Lohn von Fr. 48'879.-- nicht erzielen. Der Tabellenlohn im
Anforderungsniveau 4 umfasse eben nicht diese Art Tätigkeit, die auszuführen der
Beschwerdeführer gemäss ärztlicher Berichte in der Lage wäre. Deshalb sei ein Abzug
von 20% notwendig (act. G7).

Erwägungen
1.
1.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) versicherte Personen, die ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern
können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40% invalid sind. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit.
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG).
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2.
2.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob
die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen).
2.2 Das bidisziplinäre Gutachten der Dres. E._ und F._ vom 19. April 2015
berücksichtigt die geklagten Beschwerden und die aktenkundigen Befunde. Objektive
Gesichtspunkte, welche an der gutachterlichen Beurteilung Zweifel erwecken, werden
nicht dargetan.
2.3 Soweit der Beschwerdeführer impliziert, die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sei
unrichtig und es sei auf den Bericht des KSSG Rheumatologie vom 4. April 2016 (IV-
act. 173-2 ff.) abzustellen, kann ihm nicht gefolgt werden. Der vom Beschwerdeführer
zitierte BGE 135 V 465 behandelt die Konstellation, dass einer versicherungsinternen
Einschätzung die Beurteilung der behandelnden Ärzte entgegengesetzt wird und jene
als einziges Beweismittel angenommen werden soll. Vorliegend besteht jedoch ein
versicherungsexternes Gutachten. Ein den Beweisanforderungen genügendes
Gutachten, das im Verwaltungsverfahren eingeholt wurde, wird wegen einer
unterschiedlichen Beurteilung der behandelnden Ärzte nicht in Frage gestellt, es sei
denn, es würden objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht, die im Rahmen der
Begutachtung unerkannt geblieben waren und die geeignet sind, zu einer anderen
Beurteilung zu führen (Urteile des Bundesgerichtes vom 17. Februar 2016,
9C_668/2015, E. 3 mit Hinweisen, vom 29. Juli 2008, 9C_830/2007, E. 4.3 mit
Hinweisen; vom 29. August 2008, 9C_585/2008, E. 3). Das ist vorliegend nicht der Fall.
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Der KSSG-Bericht wurde von Ärzten erstellt, die als behandelnde Ärzte anzuschauen
sind, auch wenn das Vertrauensverhältnis möglicherweise nicht so tief greift wie jenes
zum Hausarzt und das Auftragsverhältnis indirekt, nämlich über die Anstellung der
Ärzte beim beauftragten Spital, ausgestaltet ist (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts
vom 27. September 2017, 8C_295/2017, E. 6.4.2 mit Hinweisen). Der Bericht beruht
nicht auf einer umfassenden Würdigung der Vorakten. Die Arbeitsunfähigkeit wird nicht
detailliert begründet. Vielmehr ist die Rede davon, dass es "für eine ernsthafte und
ausführliche Beurteilung" einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL)
bedürfe. Ausserdem werden Physiotherapie und MTT zur muskulären Stabilisierung
empfohlen, ohne dass dargetan wird, ob die Arbeitsfähigkeit dadurch verbessert
werden könnte. Eine Auseinandersetzung mit den einzelnen Diagnosen sowie deren
Einschränkungen auf den Tätigkeitsbereich des Beschwerdeführers fehlt. Nachdem
keine neuen Diagnosen oder andere objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht
werden, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben waren, ist mit der
Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass im KSSG-Bericht lediglich eine andere
Beurteilung über den im Wesentlichen gleichen medizinischen Sachverhalt dargelegt
wird.
2.4 Mit dem RAD (Stellungnahme vom 27. April 2015, IV-act. 153) ist daher auf das
Gutachten vom 19. April 2015 abzustellen und von einer Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers im Umfang von 75% in adaptierter Tätigkeit auszugehen.
3.
3.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, seine Restarbeitsfähigkeit sei auf dem
Arbeitsmarkt nicht mehr verwertbar. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren
Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet (BGE 138 V 460 E. 3.1 mit
Hinweisen).
3.2 Referenzpunkt für die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit ist der hypothetisch
ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach der Rechtsprechung handelt es
sich dabei um einen theoretischen und abstrakten Begriff, der dazu dient, den
Leistungsbereich der Invalidenversicherung von demjenigen der
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Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der Begriff umschliesst einerseits ein
bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach
Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen
Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält und zwar sowohl bezüglich der dafür
verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des
körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob
die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten,
und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE
110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b). Für die Invaliditätsbemessung ist nicht
massgeblich, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen
vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch
wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach
Arbeitskräften bestünde (ausgeglichener Arbeitsmarkt, Art. 16 ATSG). Der
ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also
Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen
Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Eine Unverwertbarkeit
der Restarbeitsfähigkeit ist hingegen in denjenigen Fällen anzunehmen, in denen die
zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der
ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem
Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden
einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint. Mit
Blick auf die Massgeblichkeit des theoretisch ausgeglichenen Arbeitsmarktes ist eine
Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit nicht leichthin anzunehmen (Urteil des
Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 2 und E. 3.3.1 mit
Hinweisen).
3.3 Der Beschwerdeführer ist gemäss Gutachten in einem vollen Arbeitspensum zu
75% leistungsfähig. In quantitativer Hinsicht ist er somit nicht gravierend
eingeschränkt. In qualitativer Hinsicht kann er keine Lasten über 5 kg heben oder
tragen und keine Zwangspositionen der Wirbelsäule, insbesondere im Sinne der
Inklination und der Rotation, einnehmen. Auch Überkopfarbeiten sind zu vermeiden.
Die adaptierte Tätigkeit muss klar strukturiert, in ruhiger und emotional
spannungsarmer Atmosphäre ohne permanenten Zeit- und Termindruck, hohen
Publikumsverkehr, Verantwortungsübernahme für Personen oder hohe Anforderungen
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an die Anpassungs- und Umstellungsfähigkeit ausgestaltet sein. Konkret zumutbar
wären ihm also etwa einfache Kontroll-, Überwachungs-, Sortier-, Recycling-,
(De-)Montage- sowie Maschinenbedienungsarbeiten auf dem Niveau Hilfsarbeiter (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 19. November 2015, 8C_695/2015, E. 4.2 mit
Hinweisen). Positiv auf die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auswirken dürften
sich die offenbar vorhandenen Computerkenntnisse des Beschwerdeführers (vgl. IV-
act. 68-2, Zertifikat über einen EDV-PC Grundkurs, den der Beschwerdeführer 1998
besuchte; IV-act. 71-1, wonach der Beschwerdeführer 2001 eine Internetversandfirma
aufbauen wollte: IV-act. 54-17, wonach der Beschwerdeführer sich tagsüber am
Computer beschäftige und IV-act. 152-36, wonach er regelmässig das Strategiespiel
"Age of Empires III" am schwierigsten Level spiele). Invaliditätsfremde Faktoren,
insbesondere die lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt, sind bei der Beurteilung der
Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit nicht zu berücksichtigen. Das Finden einer
zumutbaren Stelle erscheint nach dem Gesagten nicht zum Vornherein als
ausgeschlossen, sodass die Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers grundsätzlich
verwertbar ist.
4.
4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie gesund geblieben wäre (Valideneinkommen; Art. 28a Abs. 1 IVG
i.V.m. Art. 16 ATSG). Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt
des Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und
Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige
rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu
berücksichtigen sind (BGE 129 V 222 E. 4.1 f. mit Hinweisen).
4.2 Vorliegend hat sich der Beschwerdeführer am 4. Mai 2012 erneut zum Bezug von
IV-Leistungen angemeldet. Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von
sechs Monaten nach Geltendmachung (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG). Anspruch auf eine
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Rente haben Versicherte, die während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind. Dieses Wartejahr
gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG war zum Zeitpunkt der Anmeldung bereits abgelaufen,
wurde doch bereits im MEDAS-Gutachten aus dem Jahr 2000 festgehalten, dass der
Beschwerdeführer für schwere körperliche Tätigkeiten zu 50% arbeitsunfähig sei (IV-
act. 54-6). Ein allfälliger Rentenanspruch besteht somit ab 1. November 2012.
5.
5.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Nicht zu
beachten ist, was sie bestenfalls hätte verdienen können. In der Regel wird am zuletzt
erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die
bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (MEYER/
REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl., Zürich/Basel/
Genf 2014, Art. 28a N 49; BGE 129 V 222 E. 4.3.1 und BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
5.2 Berufliche Weiterentwicklungen, die ein Versicherter normalerweise vollzogen
hätte, sind bei der Festsetzung des Valideneinkommens zu berücksichtigen, sofern ein
hypothetischer beruflicher Aufstieg sehr wahrscheinlich erscheint. Rein theoretische
Aufstiegsmöglichkeiten sind unbeachtlich. Es müssen konkrete Anhaltspunkte dafür
bestehen, dass der Versicherte einen beruflichen Aufstieg und ein entsprechend
höheres Einkommen tatsächlich realisiert hätte, z.B. Kursbesuche oder die Aufnahme
eines Studiums (UELI KIESER, a.a.O., Art. 16 N 34; MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art.
28a N. 63 f.).
5.3 Der Beschwerdeführer hat seit dem Unfall im Jahr 1995 nie über längere Zeit
regelmässig gearbeitet. Zur Ermittlung des Valideneinkommens können daher nur die
Löhne vor 1995 in Betracht fallen. Die Beschwerdegegnerin hat die Jahreseinkommen
gemäss Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug; IV-act. 116) zwischen 1985
und 1994 in der Beschwerdeantwort (act. G4) übersichtlich aufgelistet. Aus dem IK-
Auszug und dieser Auflistung geht hervor, dass der Beschwerdeführer während zehn
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Jahren jeweils nur relativ kurz bei einem Arbeitgeber angestellt war, mehrfach
arbeitslos war und nur ein tiefes, stark schwankendes Einkommen erzielte. Wird das
Jahr 1994 zugunsten des Beschwerdeführers ausser Acht gelassen, verdiente der
Beschwerdeführer durchschnittlich Fr. 21'892.--. Der Median des Brutto-
Jahreseinkommen für angestellte Männer zwischen 15 und 39 Jahren ohne
Vorgesetztenfunktion betrug im Jahr 1994 Fr. 58'500.-- (Bundesamt für Statistik,
Statistisches Jahrbuch der Schweiz 1996, S. 113, Tabelle T 3.15). Der
Beschwerdeführer erzielte demnach 37% des Tabellenlohneinkommens und hatte
somit einen markant unterdurchschnittlichen Verdienst. Anhaltspunkte dafür, dass der
Beschwerdeführer sich aus freien Stücken mit einem unterdurchschnittlichen Lohn
begnügt hatte, sind nicht ersichtlich. Da das Valideneinkommen vor 1995 deshalb nicht
herangezogen werden kann, ist auf die Tabellenlöhne gemäss LSE abzustellen.
5.4 Der Beschwerdeführer beantragt, für das Valideneinkommen auf das
Kompetenzniveau 2 abzustellen, da er seine Berufslehre 1982 erfolgreich
abgeschlossen und danach verschiedene Tätigkeiten im Baugewerbe ausgeübt habe.
Er hat indes nach seiner Lehre während über zehn Jahren nicht in der angestammten
Tätigkeit gearbeitet. Insbesondere war er nicht mehr im öffentlichen Sektor tätig. Er hat
zudem bis 1995 keinerlei Aus- oder Weiterbildungen besucht. Das Wissen, das er sich
durch praktische Tätigkeiten angeeignet hat, ersetzt eine Fachausbildung nicht. Er
konnte seine Arbeitskraft denn auch nur unterdurchschnittlich verwerten und wurde im
Bau wohl als blosser Hilfsarbeiter eingesetzt. Angesichts dessen kann ein beruflicher
Aufstieg nicht als sehr wahrscheinlich angesehen werden.
5.5 Nach dem Gesagten ist bei der Bestimmung des Valideneinkommens auf die
Tabelle TA1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für
Statistik, Total sämtliche Wirtschaftszweige, Kompetenzniveau 1, Männer, abzustellen.
6.
6.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist
kein effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich, weil die versicherte Person
nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich
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zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung statistische Werte, insbesondere die LSE beigezogen werden (BGE
139 V 592 E. 2.3).
6.2 Da die beiden Vergleichseinkommen somit auf derselben Grundlage zu berechnen
sind, kann ein Prozentvergleich vorgenommen werden.
6.3 Zu klären ist damit noch die Frage der Höhe des Tabellenlohnabzugs bei der
Bestimmung des Invalideneinkommens. Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu
berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten
Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und
entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden Personen lohnmässig benachteiligt sind
und deshalb mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. In BGE 126 V
75 ff. hat das Bundesgericht festgestellt, dass es von sämtlichen persönlichen und
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalls (leidensbedingte Einschränkung,
Alter, Dienstjahre, Nationalität, Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) abhängt,
ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind. Bereits in der
Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche
Einschränkungen dürfen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten
Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts
führen. Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, d.h. dass nicht für jedes Merkmal
der entsprechende Abzug zu quantifizieren und die einzelnen Abzüge
zusammenzuzählen sind. Der Abzug ist auf höchstens 25% begrenzt (Urteil des
Bundesgerichts vom 20. April 2018, 9C_833/2017, E. 2.2; BGE 134 V 327 E. 5.2).
6.4 Der Beschwerdeführer hat während seiner beruflichen Tätigkeit meist schwere
Arbeiten ausgeführt. Dies ist ihm nun nicht mehr möglich. Er kann gemäss RAD-
Stellungnahme vom 27. April 2015 nur noch körperlich sehr leichte Tätigkeiten
übernehmen (vgl. IV-act. 153). In diesem Bereich verfügt er über keine nennenswerte
Berufserfahrung. Die Tabellenlöhne setzen sich aus dem Median für körperlich
schwere, mittlere und leichte Tätigkeiten zusammen, wobei körperlich schwere
Hilfsarbeitertätigkeiten im Baubereich besser entlohnt werden als leichte. Der
Beschwerdeführer ist nun auch für leichte Tätigkeiten erheblich eingeschränkt und
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darauf angewiesen, seine Arbeitsposition jeweils wechseln zu können. Das Spektrum
an Verweistätigkeiten für ihn ist wegen der Kombination von körperlichen und
psychischen Leiden zusätzlich eingeschränkt. Die Rechtsprechung gewährt
insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte
Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer
Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. Dezember
2014, 9C_630/2014, E 2.1). Aufgrund der kombinierten Persönlichkeitsstörung ist der
Beschwerdeführer in seiner Flexibilität und Anpassungsfähigkeit wie auch im
zwischenmenschlichen Umgang deutlich eingeschränkt und leicht kränkbar. Es fällt
ihm schwer, eine stabile Leistung über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten (vgl.
IV-act. 152-39). Es fällt denn auch auf, dass der Beschwerdeführer bereits vor dem
Unfall von 1995 keine Arbeitsstelle über längere Zeit halten konnte (vgl. IV-act. 152-19;
IV-act. 116). Auf Schwierigkeiten ebenso wie auf Schmerzen reagiert der
Beschwerdeführer mit Rückzug. Es ist deshalb zu erwarten, dass er immer wieder
phasenweise arbeitsabwesend sein wird und ein erhöhtes Krankheitsrisiko hat, was
einen Abzug vom Tabellenlohn erforderlich macht. Aus der Sicht eines ökonomisch
denkenden Arbeitgebers senken diese Risiken, deren Verwirklichung die
Gesamtlohnkosten des Betriebes erhöhen, den "Wert" des Beschwerdeführers als
Arbeitnehmer erheblich. Um dies zu kompensieren und konkurrenzfähig zu bleiben,
muss der Beschwerdeführer mit einem erheblich tieferen Einkommen rechnen als eine
gesunde Person im Rahmen einer Hilfstätigkeit (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 9.
Dezember 2009, 9C_68/2009, E. 3.3). Mit Blick auf die bereits im Gutachten
berücksichtigten Aspekte und in Würdigung der erwähnten Umstände sowie der
gesamten Erwerbsbiographie erscheint vorliegend daher ein Tabellenlohnabzug von
20% als angemessen.
6.5 Somit ergibt sich ein IV-Grad von 40% (100% - 75% x 0.8).
7.
7.1 Nach dem Gesagten ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die Verfügung
vom 19. Mai 2016 aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1.
November 2012 eine Viertelsrente zuzusprechen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe ist
die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
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7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin hat keine Kostennote eingereicht. Im vorliegenden Fall erscheint
eine durchschnittliche pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- als
angemessen.