Decision ID: b1c28917-ecf0-5228-9776-814a2c33bb2f
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
J._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Evelyne Angehrn, Oberer Graben 44,
9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a J._, Jahrgang 1962, meldete sich im 11. Mai 2006 zum Bezug von IV-Leistungen
an (IV-act. 1). Der Hausarzt der Versicherten, Dr. med. A._, Facharzt für Innere
Medizin, Uzwil, stellte am 28. Mai 2006 auf Anfrage der IV-Stelle der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) folgende Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: breitbasige Diskushernie L5/S1 mit
Hemilaminektomie S1 und Revision L5/S1 und S1/2 links am 19. Mai 2005, Nervus
peroneus-Parese, depressive Entwicklung mit Anpassungsstörung sowie arterielle
Hypertonie. Der Zustand habe sich trotz operativer Sanierung in keiner Weise
gebessert, sondern eher verschlechtert. Für die Versicherte sei es zum jetzigen
Zeitpunkt nicht möglich zu arbeiten, auch nicht in einem geschützten Rahmen bzw. in
einer adaptierten Tätigkeit (IV-act. 11). Mit Bericht vom 28. Juni 2006 hielt Dr. med.
B._, Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychiatrie C._, fest, dass bei der
Versicherten aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
bestehe (IV-act. 16). Dr. med. D._, Facharzt für Neurochirurgie, der die Versicherte im
Mai 2005 am Rücken operiert hatte (Ausräumung Diskushernie L5/S1 links), attestierte
der Versicherten mit Bericht vom 24. Oktober 2006 aufgrund einer rezidivierenden
Lumbalischialgie links sowie einer vollständig irreversiblen Fussheberlähmung links ab
Mai 2005 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 26).
A.b In der Folge liess die IV-Stelle weitere medizinische Abklärungen tätigen. Am
13. Februar 2007 wurde die Versicherte von Dr. med. E._ psychiatrisch (Bericht vom
28. Februar 2007) und am 14. Februar 2007 von Dr. med. F._, Facharzt
orthopädische Chirurgie, somatisch-orthopädisch untersucht und begutachtet. Im
bidisziplinärem Gutachten vom 1. März 2007 stellte Dr. F._ folgende Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: spondylogene und teilweise diskogene links-
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foraminale Enge L5/S1 mit mässiger L5-Nervenwurzelkompression links foraminal bei
degenerierter Bandscheibe L5/S1 mit kleiner mediolinksseitiger Protrusion bei Status
nach operativer Revision 05/05 mit persistierender Fussheberschwäche links. In ihrer
bisherigen Tätigkeit als Zimmermädchen und Hauswartin sei die Versicherte aufgrund
ihres somatischen Leidens bei voller Stundenpräsenz zu 40% arbeitsfähig. Im
psychiatrischen Teil des bidisziplinären Gutachtens wurde der Versicherten eine volle
Arbeitsfähigkeit attestiert. In einer adaptierten Tätigkeit könne der Versicherten aus
somatischer Sicht bei voller Stundenpräsenz eine Arbeitsfähigkeit von ca. 75%
zugemutet werden (IV-act. 34, 38-1/2).
A.c Am 16. November 2007 führte die SVA eine Abklärung im Haushalt durch. Im
Abklärungsbericht vom 10. Januar 2008 wurde festgehalten, die Versicherte wäre ihren
Tätigkeiten als Zimmermädchen und Hauswartin ohne Behinderung weiterhin im
Umfang von insgesamt 90% nachgegangen. Anhand der gemischten Methode wurde
ein Invaliditätsgrad von 30.6% ermittelt (IV-act. 49, 50-2/2).
A.d Mit Schreiben vom 25. Januar 2008 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass
Arbeitsvermittlungsbemühungen aufgrund der zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 75%
nicht mehr angezeigt seien und daher abgeschlossen würden (IV-act. 51). Gleichzeitig
stellte die IV-Stelle der Versicherten am 25. Januar 2008 die Abweisung des
Rentenbegehrens in Aussicht. Beim ermittelten Invaliditätsgrad von 30.6 % bestehe
kein Anspruch auf eine Rente (IV-act 52, 53).
A.e Am 26. März 2008 teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, dass sie mit der
beabsichtigten Abweisung des Leistungsbegehrens nicht einverstanden sei. Die von
Dr. F._ festgestellte Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 75% sei nicht
zutreffend. Sie werde daher eine zweite, unabhängige ärztliche Meinung einholen. Die
entsprechenden Abklärungen würden in der Schulthess-Klinik in Zürich stattfinden (IV-
act. 59-1/3). Am 24. April 2008 liess die Versicherte der IV-Stelle den Bericht von Dr.
med. G._, Wirbelsäulenzentrum der Schulthess-Klinik, zukommen. Diese kam zum
Schluss, dass ihr eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht vollständig möglich sei.
Rein aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht sei unter Berücksichtigung der vorhandenen
Informationen eine 70%-ige Arbeitsfähigkeit bei leichter, wechselbelastender Tätigkeit
durchaus möglich (IV-act. 61-2/3). Im Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. med.
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H._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 4. Mai 2008 hielt dieser fest,
dass die Versicherte aus psychiatrischer Sicht für jegliche Tätigkeit zu 70%
arbeitsunfähig sei (IV-act. 62). Schliesslich liess sich die Versicherte von PD Dr. med.
I._, Fachharzt Neurologie, neurologisch untersuchen und begutachten. Im Bericht
vom 16. Juni 2008 stellte dieser folgende Diagnosen: hochgradige axonale Neuropathie
des Nervus peroneus links, St. n. Diskushernienoperation mit Hemilaminektomie S1
und Revision L5/S1 und S1/S2 links. Die Versicherte leide einerseits an einer
hochgradigen Parese der vom Nervus peroneus versorgten Muskulatur am linken Bein.
Zusätzlich liege eine Ausfallsymptomatik der L5- und S1-Wurzel vor, wenn auch in
deutlich geringerem Ausmass als die Peroneusparese. Die Neuropathie des Nervus
peroneus habe sich bereits in der letzten Untersuchung vom August 2005 dargestellt.
Die Ursache sei jedoch letzten Endes unklar geblieben. Eine Stellungnahme zur
Arbeitsfähigkeit der Versicherten erstattete Dr. I._ jedoch nicht (IV-act. 63).
A.f Nach Würdigung der medizinischen Akten kam der RAD am 22. Juli 2008 zum
Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit der Versicherten aufgrund des Berichts von Dr.
G._ (Schulthess-Klinik) auf 70% reduziert werden könne (IV-act. 64). Mit Verfügung
vom 13. Januar 2009 lehnte die IV-Stelle das Leistungsbegehren der Versicherten ab.
Bei einem IV-Grad von 34,65% bestehe kein Anspruch auf eine Rente (act. G 1.1.2).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 13. Februar 2009, die am
27. Februar 2009 ergänzt worden ist. Die Vertreterin der Beschwerdeführerin beantragt
die Aufhebung der Verfügung vom 13. Januar 2009. Der Beschwerdeführerin sei eine
ganze, allenfalls eine Dreiviertels- oder eine halbe IV-Rente zuzusprechen. Eventualiter
sei die Angelegenheit zur umfassenden Abklärung und Festsetzung der IV-Rente an die
IV-Stelle zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 4, 1). Über
die massgebende Diagnose sowie die daraus resultierende Arbeitsfähigkeit bestehe
aufgrund der Akten keine Klarheit. Die Diagnose von Dr. F._ bestätige weitgehend die
Diagnose von Dr. A._ in Bezug auf das körperliche Leiden. Gleichwohl attestiere Dr.
F._ eine Arbeitsfähigkeit von 60% bzw. 75% in einer leidensangepassten Tätigkeit.
Demgegenüber seien sowohl Dr. A._ als auch Dr. D._ zum Schluss gekommen,
dass die Beschwerdeführerin 100% arbeitsunfähig sei. Auch Dr. med. K._ habe der
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Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der Untersuchung vom 1. Mai 2006
betreffend Taggeldleistungen der SWICA lediglich noch eine Arbeitsfähigkeit von 50%
attestiert. Ein Bericht dieser Untersuchung befinde sich jedoch nicht in den Akten. Die
unterschiedliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei nicht nachvollziehbar. Dr. F._
beziehe sich auf einen Bericht des Neurologen Dr. I._ von 2005, welcher festgestellt
habe, dass bei der Beschwerdeführerin eine komplexe Neuropathie vorliegen könnte
und daher eine ungünstige Prognose gestellt werden müsse. Soweit ersichtlich sei
dieser Umstand jedoch in der Diagnose und Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch
Dr. F._ nicht berücksichtigt worden. Im Arztbericht von Dr. G._ sei ausdrücklich
darauf hingewiesen worden, dass eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ohne
neurologische Abklärung nicht vollständig möglich sei. Die in der Folge veranlasste
neurologische Untersuchung bei Dr. I._ habe ergeben, dass neben den Folgen der
Bandscheibenoperation eine erhebliche axonale Neuropathie des Nervus peroneus
vorliege. Wie weit sich diese Diagnose zusätzlich auf die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin auswirke sei unklar. Dr. I._ habe sich diesbezüglich nicht
geäussert. Es sei jedoch zu vermuten, dass die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin erheblich tiefer angesetzt werden müsse (act. G 4, Ziff. IV/2). Eine
unterschiedliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ergebe sich des Weiteren aus den
vorliegenden psychiatrischen Arztberichten. Dr. E._ habe im März 2007 nach einer
einmaligen Exploration nur eine Anpassungsstörung mit Stimmungsschwankungen,
Ängsten, Sorgen und Anspannungen (ICD-10:F 43.23) diagnostiziert. Demgegenüber
sei der behandelnde Psychiater Dr. H._ zum Schluss gekommen, dass bei der
Beschwerdeführerin eine mittel- bis schwergradige depressive Störung mit
somatischen Symptomen (ICD-10:F32.11, F32.2) auf dem Boden einer anankastischen
Persönlichkeit vorliege. Hinzu komme eine somatoforme Schmerzstörung (ICD-10:
F45.4). Die Diskrepanz der Diagnosen entspreche der unterschiedlichen Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit. Dr. E._ gehe davon aus, dass die Beschwerdeführerin aus
psychiatrischer Sicht voll arbeitsfähig sei. Dr. H._ komme nach einer
Behandlungsdauer von zwei Jahren hingegen zum Schluss, dass eine 70%-ige
Arbeitsunfähigkeit vorliege bzw. lediglich eine Tätigkeit in geschütztem Rahmen in
Frage komme. Der Bericht von Dr. H._ sei – entgegen der Auffassung des RAD – bei
der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zu berücksichtigen. Eine Nichtberücksichtigung
widerspreche dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Untersuchungsgrundsatz,
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wonach die Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung
des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen hat (act. G 4, Ziff. IV/3). Was den Beginn
des Rentenanspruchs betreffe, so seien auch die vor der Anmeldung liegenden Zeiten
von Arbeitunsfähigkeit zu berücksichtigen. Die Anmeldung zum Leistungsbezug sei im
Mai 2006 erfolgt. Dr. A._und Dr. D._ hätten der Beschwerdeführerin seit der
Operation im Mai 2005 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% attestiert. Das geforderte
Wartejahr habe die Beschwerdeführerin damit im Mai 2006 erfüllt. Daher sei zu prüfen,
ob der IV-Grad ab Mai 2006 auf 100% festzulegen wäre und ob zu einem späteren
Zeitpunkt überhaupt eine Reduktion der Arbeitsunfähigkeit eingetreten sei (act. G 4,
Ziff. IV/4).
B.b Sodann sei beim Einkommensvergleich von einer 100%-igen Erwerbstätigkeit
auszugehen. Der Arbeitsanfall bei beiden Arbeitsstellen sei unregelmässig gewesen. Im
Hotel L._ sei die Beschwerdeführerin zwischen 65% und 70%, bei der Arbeitgeberin
M._ zwischen 25% und 30% tätig gewesen. Der gesamte Arbeitsanfall entspreche
nahezu einem 100% Pensum. Da die Kinder der Beschwerdeführerin mittlerweile
erwachsen seien, sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im heutigen
Zeitpunkt zu 100% erwerbstätig wäre. Weiter dürfe bei der Bestimmung des
zumutbaren erzielbaren Einkommens nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten
ausgegangen werden. Die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei auch im
Rahmen einer leichten Tätigkeit beeinträchtigt, sodass eine zumutbare Tätigkeit nur in
eingeschränkter Form möglich sei. Sie müsse in temperierten Räumen abwechselnd
sitzend und stehend arbeiten können, ohne dass dabei regelmässig unphysiologische
speziell gebückte Körperhaltungen eingenommen und Gegenstände über 10 kg
gehoben oder getragen werden müssten. Eine solche Tätigkeit gebe es auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt praktisch nicht oder nur unter nicht realistischem
Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers. Das Finden einer
entsprechenden Arbeitsstelle erscheine daher von vornherein als ausgeschlossen. Ein
Leidensabzug von 10% sei unter den gegebenen Umständen zu tief. Es sei mit einem
Leidensabzug von 25% zu rechnen (act. G 4, Ziff. 5).
C.
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C.a Am 30. April 2009 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde. Sie machte im Wesentlichen geltend, die von Dr. I._ mit Bericht vom
19. Mai 2008 diagnostizierte Neuropathie sei bereits im August 2005 festgestellt und im
bidisziplinären Gutachten bei der Einschätzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit
berücksichtigt worden. Die neurologische Befundlage habe sich seither kaum geändert,
sodass keine zusätzlichen Abklärungen erforderlich seien, zumal sich die Ätiologie der
Neuropathie laut Dr. I._ wohl nicht mehr klären lasse. Auch der Bericht der
Schulthess-Klinik vom 17. April 2008, wonach die Beschwerdeführerin aus
wirbelsäulenchirurgischer Sicht für leichte wechselbelastende Tätigkeiten zu 70%
arbeitsfähig sei, vermöge die Beurteilung von Dr. F._ nicht in Frage zu stellen. Die im
Bericht der Schulthess-Klinik aufgeführten Befunde und Diagnosen stimmten im
Wesentlichen mit denjenigen von Dr. F._ überein (act. G 6, Ziff. 4.2 f.). Sodann
vermöge der psychiatrische Bericht von Dr. H._ vom 4. Mai 2008 nicht zu
überzeugen. Für die von Dr. E._ abweichenden Diagnosen von Dr. H._ sei kein
psychopathologischer Befund als Erklärung gestellt worden. Zudem habe sich Dr.
H._ nicht mit dem Teilgutachten vom 28. Februar 2007 auseinandergesetzt. Er habe
die Beschwerdeführerin bereits seit Behandlungsbeginn (20. Juni 2006) als 70%
arbeitsunfähig gesehen. Von einer Verschlechterung des psychischen Zustands seit
der psychiatrischen Begutachtung im Februar 2007 sei somit nicht auszugehen.
Unbeachtlich sei zudem, dass Dr. H._ die Beschwerdeführerin bereits über zwei
Jahre behandle.
C.b Sodann würden die Einkommensverhältnisse vor Eintritt des
Gesundheitsschadens, wie sie im IK-Auszug abgebildet seien, kein repräsentatives Bild
über das Einkommen ergeben, das die Beschwerdeführerin ohne Invalidität erzielen
könnte. Dementsprechend seien Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom
selben Tabellenlohn zu berechnen. Ein Abzug vom Tabellenlohn von mehr als 10% sei
nicht gerechtfertigt. Unter Annahme einer 100%-igen Erwerbstätigkeit im
Gesundheitsfall würde der Invaliditätsgrad 32.5% betragen. Gehe man davon aus, dass
die Beschwerdeführerin bei voller Gesundheit zu 90% erwerbstätig und zu 10% im
Haushalt tätig wäre, liege der Gesamtinvaliditätsgrad gemäss der gemischten Methode
bei rund 24%. Der Rentenanspruch sei daher zu Recht abgewiesen worden (act. G 6,
Ziff. 5 ff.).
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C.c Mit Replik vom 20. Mai 2009 liess die Beschwerdeführerin ergänzend ausführen,
dass der Fragebogen über die Haupttätigkeit der Beschwerdeführerin als
Zimmermädchen im Hotel L._ (zwischen 65% und 70%) bei der Begutachtung von
Dr. F._ noch nicht vorgelegen sei und dementsprechend nicht habe berücksichtigt
werden können. Die Tätigkeit als Zimmermädchen habe Arbeiten in der Wäscherei und
das Putzen der Zimmer umfasst. Bei diesen Tätigkeiten müsse von einer höheren als
der von Dr. F._ festgestellten Arbeitsunfähigkeit von 60% ausgegangen werden.
Sodann fehle es im psychiatrischen Teil des bidisziplinären Gutachtens an einer
fundierten Begründung für die von Dr. H._ abweichende Diagnose. Ebenfalls sei die
von Dr. H._ festgestellte Verschlechterung und Intensivierung der Symptome bei der
Beschwerdeführerin unberücksichtigt geblieben (act. G 8).
C.d Am 28. Mai 2009 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine Duplik und verwies
auf ihre Beschwerdeantwort (act. G 10).

Erwägungen:
1.
1.1 Die Beschwerdeführerin beantragt in diesem Verfahren einzig Rentenleistungen.
Streitig ist daher zunächst ein Rentenanspruch. Ergäbe sich allerdings, dass ohne
Eingliederungsmassnahmen ein solcher Anspruch in Frage steht, so gehörte zum
Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz
"Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht der Beschwerdeführerin
zu Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe. Zu prüfen ist insbesondere, ob
die medizinische Aktenlage für die Beurteilung des Rentenanspruchs der
Beschwerdeführerin ausreichend ist.
1.2 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
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angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467
Erw. 1, 126 V 136 Erw. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging am
19. Januar 2009, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der
revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher
und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche
noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals
geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-
Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, Erw. 1). Diese übergangsrechtliche Lage
zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des
Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber
der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die
seit 1. Januar 2008 geltenden Bestimmungen wiedergegeben.
1.3 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht
zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt
gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
als Invalidität. Die Invalidität gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen
Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der
konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht
geregelt. Diese Lücke füllt Art. 28a Abs. 2 IVG: Es ist darauf abzustellen, in welchem
Mass die betreffende Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Als
Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person gelten insbesondere die übliche
Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische
Tätigkeiten (Art. 27 IVV). Die Bestimmung von Art. 28a Abs. 3 IVG regelt die so
genannte gemischte Methode der Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil
erwerbstätig und zum Teil im Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen
"gemischten" Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im
Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der
Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen. Ist bei einer Person, die nur zum Teil
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erwerbstätig ist, anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs
ohne den Gesundheitsschaden vollzeitlich erwerbstätig wäre, so ist die Invalidität
ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu bemessen (Art. 27 IVV).
1.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente.
1.5 Das Versicherungsgericht hat die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass es alle Beweismittel, unabhängig davon, von
wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Insbesondere darf es bei einander sich widersprechenden medizinischen
Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen
und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere
medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den
Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht
oder Gutachten (BGE 125 V 352 Erw. 3a).
2.
2.1 In medizinischer Hinsicht ist umstritten, ob das bidisziplinäre Gutachten vom
1. März 2007 eine taugliche Grundlage zur Beurteilung der der Beschwerdeführerin
verbleibenden Arbeitsfähigkeit darstellt. Die Vertreterin der Beschwerdeführerin macht
diesbezüglich im Wesentlichen geltend, der psychiatrische Teil des Gutachtens sei
bis
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unvollständig, da es sich nicht bzw. nur unzureichend mit der Beurteilung des
behandelnden Psychiaters auseinandersetze. Betreffend die somatischen Leiden sei
eine abschliessende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht möglich. Dem
neurologischen Bericht von Dr. I._ könne nicht entnommen werden, inwiefern sich
die Diagnose der axonalen Neuropathie zusätzlich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke.
2.2 Die Diagnose betreffend die somatisch-orthopädischen Beschwerden mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ist im Wesentlichen nicht umstritten. Die
Beschwerdeführerin stellt jedoch die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von Dr. F._ in
Frage. Dieser hat die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in ihren bisherigen
Tätigkeiten als Zimmermädchen und Hauswartin auf 40% geschätzt. In einer
adaptierten Tätigkeit stellte er eine Arbeitsfähigkeit von ca. 75% fest. Demgegenüber
kamen die behandelnden Ärzte Dr. A._ und Dr. D._ zum Schluss, die
Beschwerdeführerin sei in jeglicher Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig. Im somatisch-
orthopädischen Teil des bidisziplinären Gutachtens stützt Dr. F._ seine Beurteilung
auf die Vorakten, auf die eigene persönliche Befragung der Beschwerdeführerin und
die eigenen Untersuchungen am 14. Februar 2007. Die lumbalen Schmerzen und die
abnormen orthopädischen Untersuchungsbefunde der LWS könnten grösstenteils
durch die im MRI nachgewiesene persistierende Nervenwurzelkompression L5 links
erklärt werden. Die von Dr. D._ durchgeführte Operation sei insuffizient gewesen.
Körperlich schwere Tätigkeiten in kalter und feuchter Umgebung, die mit häufigen
unphysiologischen, speziell gebeugten Körperhaltungen verbunden seien und bei
denen regelmässig Gegenstände über 10 kg gehoben oder getragen werden müssten
und die vorwiegend sitzend oder stehend durchgeführt werden müssten, seien nicht
mehr vollumfänglich zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit im angestammten Tätigkeitsbereich
betrage daher nur noch 40%. Demgegenüber könne der Beschwerdeführerin in
körperlich leichten Tätigkeiten in temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzend
und stehend durchgeführt werden könnten, ohne dass dabei regelmässig
unphysiologische, speziell gebückte Körperhaltungen eingenommen und Gegenstände
über 10 kg gehoben oder getragen werden müssten, eine Arbeitsfähigkeit von ca. 75%
zugemutet werden (IV-act. 34-6/8 f.). Die Beschwerdeführerin bemängelt, dass Dr.
F._ in seiner Begutachtung nicht Stellung genommen habe zu der von den
behandelnden Ärzten attestierten Arbeitsunfähigkeit von 100%. Diesbezüglich ist
festzuhalten, dass weder Dr. A._ noch Dr. D._ in ihren Berichten substantiiert
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dargelegt haben, aus welchen Gründen der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin zu einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit führen sollte bzw. in
welchen Bereichen sie im Erwerbsleben eingeschränkt sei (IV-act. 11, 26). Dr. D._
notierte in seinem sehr knappen Bericht bei der Frage nach dem Vorliegen einer
reduzierten Leistungsfähigkeit "Spätere Beantwortung". Die Frage nach dem Vorliegen
einer bleibenden Einschränkung von mind. 20% beantwortete er mit "?". Dies lässt
darauf schliessen, dass er den Gesundheitszustand als noch nicht stationär
betrachtete und nur eine vorläufige Einschätzung abgeben wollte, die als Grundlage für
die Bemessung der rentenspezifischen Invalidität von vornherein nicht geeignet ist.
Dementsprechend war Dr. F._ eine Stellungnahme zu den Einschätzungen der
behandelnden Ärzte kaum möglich. Zudem ist auch der Erfahrungstatsache Rechnung
zu tragen, dass Hausärzte mitunter wegen ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung
im Zweifel eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen. Im Hinblick auf einen möglichen
Ziel- und Interessenkonflikt (Behandlung versus Begutachtung) gilt dies auch für
Spezialärzte (vgl. EVG-Urteil vom 5. April 2004, I 814/03, Erw. 2.4.2). Ebenso wenig ist
die Rüge begründet, dass die Arbeitsfähigkeit erheblich tiefer ausfallen müsse, da die
Beschwerdeführerin überwiegend als Zimmermädchen tätig gewesen sei. Einerseits
war Dr. F._ die Tätigkeit als Zimmermädchen bekannt (IV-act. 34-1/8). Andererseits
sind die Verrichtungen im Tätigkeitsbereich eines Zimmermädchens und einer
Hausabwartin bezüglich der körperlichen Belastungen durchaus vergleichbar.
Sodann macht die Beschwerdeführerin geltend, die neurologische Problematik – die
axonale Neuropathie des Nervus peroneus – sei bei der Begutachtung unberücksichtigt
geblieben. Dr. G._ habe ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit ohne neurologische Abklärungen nicht vollständig möglich sei. Aus rein
wirbelsäulenchirurgischer Sicht erachte sie eine 70%-ige Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit zumutbar (IV-act. 61-2/3). Offensichtlich hatte Dr. G._ beim
Untersuch vom 16. April 2008 keine Kenntnis davon, dass die Beschwerdeführerin
bereits 2005 neurologisch untersucht worden war. Dr. F._ erwähnte im
bidisziplinären Gutachten, dass Dr. I._ bei einem Untersuch im Jahr 2005 Hinweise
auf eine komplexe Neuropathie, die über eine L5/S1 Radikulopathie hinausgehe,
gefunden habe (IV-act 34-5/8). Der entsprechende Bericht von Dr. I._ aus dem Jahr
2005 befindet sich jedoch nicht in den Akten. Sodann ist dem bidisziplinären
Gutachten nicht zu entnehmen, dass Dr. F._ sich bei seiner Beurteilung der
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Arbeitsfähigkeit auf eine neurologische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abstützen
konnte. Für eine abschliessende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erscheint es
vorliegend jedoch unumgänglich, dass die Frage der Arbeitsfähigkeit auch aus
neurologischer Sicht beurteilt wird. Eine neurologische Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit, lässt jedoch auch der Bericht von Dr. I._ vom 19. Juni 2008
vermissen (IV-act. 63-2/2). Des Weiteren ist nicht auszuschliessen, dass sich die
neurologische Problematik seit der Begutachtung im Jahr 2007 verschlechtert hat. Im
Bericht vom 19. Juni 2008 diagnostizierte Dr. I._ explizit eine erhebliche axonale
Neuropathie des Nervus peroneus. Im bidisziplinären Gutachten hielt Dr. F._
hingegen lediglich fest, dass Dr. I._ Hinweise auf eine komplexe Neuropathie
gefunden habe bzw. dass eine komplexe Neuropathie vorliegen könnte (IV-act. 34-2/8,
43-5/8). Im Weiteren wäre auch der (fehlende) Bericht der durch die
Krankentaggeldversicherung SWICA veranlassten Untersuchung vom 1. Mai 2006 bei
Dr. med. A. K._ von Interesse. Immerhin schätzte dieser – nicht in einem
Auftragsverhältnis zur Beschwerdeführerin stehende Arzt – die Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit auf lediglich 50% und somit erheblich tiefer ein (IV-act. 20).
Zudem könnte dieser Bericht Aufschluss über den Verlauf der Arbeitsfähigkeit in einer
leidensangepassten Tätigkeit seit der Operation geben. Hierzu hat sich Dr. F._ im
bisziplinären Gutachten nämlich nicht geäussert. Die Rügen der Beschwerdeführerin
sind somit zumindest dahingehend begründet, dass der somatisch-orthopädische Teil
des Gutachtens mangels Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus neurologischer Sicht
keine abschliessende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zulässt und der medizinische
Sachverhalt somit ungenügend abgeklärt ist.
2.3 Hinsichtlich des psychiatrischen Teils des bidisziplinären Gutachtens stellt die
Beschwerdeführerin die Diagnose und Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in Frage. Dr.
E._ kam zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin an einer Anpassungsstörung mit
Ängsten, depressiven Verstimmungen, Sorgen und Anspannungen (ICD-10: F 43.23)
leide. Diese Diagnose sei für die Arbeitsfähigkeit nicht relevant und aus psychiatrischer
Sicht sei die Beschwerdeführerin sowohl im angestammten Beruf, als auch in einer
adaptierten Tätigkeit 100% arbeitsfähig (IV-act. 33-6/7 f.). Demgegenüber hielt Dr.
H._ in seinem Bericht vom 4. Mai 2008 fest, dass die Beschwerdeführerin unter einer
mittel- bis schwergradigen depressiven Störung mit somatischen Symptomen (ICD-10:
F 32.11, F 32.2) auf dem Boden einer anakastischen Persönlichkeit (ICD-10: F 60.5)
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leide. Dazu bestehe aufgrund der somatischen Leiden eine andauernde somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10: F 45.5). Die Beschwerdeführerin sei sowohl in ihrer
angestammten als auch in einer adaptierten Tätigkeit zu 70% arbeitsunfähig. Es käme
bei ihr lediglich noch eine Tätigkeit in einem geschützten Rahmen in Frage (IV-act.
62-2/2). Die Beschwerdeführerin befindet sich seit dem 20. Juni 2006 bei Dr. H._ in
Behandlung. Vom 12. Oktober 2005 bis 3. März 2006 war sie bei Dr. B._ in
Behandlung. Im Bericht an die IV-Stelle vom 28. Juni 2006 diagnostizierte dieser eine
Anpassungsstörung mit Beeinträchtigung von anderen Gefühlen (ICD-10: F 43.23). Aus
psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 16). Dr.
E._ führte im Gutachten aus, dass er sich der Ansicht von Dr. H._, welcher bereits
im Zeitpunkt der Begutachtung eine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert
und der Beschwerdeführerin eine 70%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hatte, nicht
anschliessen könne. Die Beschwerdeführerin habe während der Exploration nur leichte
affektive Schwankungen, Unsicherheit, leicht reduzierte emotionale Belastbarkeit,
Nervosität und Existenzängste aufgewiesen. Ihre kognitiven Fähigkeiten, das formale
und inhaltliche Denken, Antrieb und Motorik seien jedoch unauffällig gewesen (IV-act.
33-7/7). Dr. E._ stützt seine Beurteilung auf sämtliche Vorakten, auf die eigene
persönliche Befragung der Beschwerdeführerin und die eigenen psychiatrischen
Untersuchungen vom 13. Februar 2007. Der psychiatrische Teil des polydisziplinären
Gutachtens erfüllt sämtliche rechtsprechungsgemässen Kriterien der
Beweistauglichkeit. Es ist für die strittigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen
Untersuchungen, berücksichtigt die beklagten Beschwerden und ist in Kenntnis der
Vorakten abgegeben worden. Zudem sind die Ausführungen in der Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtend und
beinhalten begründete Schlussfolgerungen. Die Diagnose und
Arbeitsfähigkeitseinschätzung stimmen im Wesentlichen mit jener von Dr. B._
überein. Schliesslich setzt sich das Gutachten auch mit den abweichenden
Einschätzungen des behandelnden Psychiaters in Bezug auf die Diagnose und auf die
Auswirkungen der gesundheitlichen Einschränkungen auf die Arbeitsfähigkeit
auseinander. Insgesamt sind keine Gründe ersichtlich, weshalb nicht auf dieses
Gutachten abgestellt werden sollte. Daran vermag auch der von der
Beschwerdeführerin eingereichte Bericht von Dr. H._ vom 4. Mai 2008 nichts zu
ändern. Dr. H._ macht eine Verschlechterung des Gesundheitszustands geltend,
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schätzt die Arbeitsunfähigkeit seit 2006 jedoch unverändert auf 70% ein. Die
psychische Störung zeige eine ständige Verschlechterung. Trotz der durchgeführten
Therapie sei es zur Intensivierung der Symptome gekommen. Dr. H._ hat es
unterlassen, die Verschlechterung substantiiert darzulegen und zu begründen. Zudem
setzt er sich nicht mit dem Gutachten auseinander. Gleichwohl geht er nach wie vor
von einer 70%-igen Arbeitsunfähigkeit aus. Dieser Arztbericht ist somit im Hinblick auf
die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht nur ungenügend begründet, sondern auch
widersprüchlich. Hätte die geltend gemachte Verschlechterung relevanten Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit, müsste wohl auch eine tiefere Arbeitsfähigkeitseinschätzung
resultieren. Eine massgebende Verschlechterung des Gesundheitszustands der
Beschwerdeführerin seit der Begutachtung durch Dr. E._ lässt sich jedenfalls nicht
nachweisen. Im Weiteren ist die Diagnose einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10: F 60.5) fraglich. Dieses Leiden ist dadurch gekennzeichnet,
dass sich für geklagte körperliche Symptome trotz adäquater medizinischer
(Diffenrential-) Diagnostik keine eindeutigen körperlichen Ursachen finden lassen. Ihre
Diagnose setzt im Einzelnen voraus, dass die vorherrschende Beschwerde ein
andauernder, schwerer und quälender Schmerz ist, der durch einen physiologischen
Prozess oder eine körperliche Störung nicht vollständig erklärt werden kann. Der
Schmerz tritt in Verbindung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen Problemen
auf. Diese sollten schwerwiegend genug sein, um als entscheidende ursächliche
Einflüsse zu gelten. Die Folge ist gewöhnlich eine beträchtliche persönliche oder
medizinische Betreuung oder Zuwendung. Nach dieser Definition sind also
psychosoziale Probleme oder emotionale Konflikte als entscheidende
Krankheitsursache zu betrachten, damit die Diagnose einer somatoformen
Schmerzstörung gestellt werden kann (BGE 130 V 399, Erw. 6.1 m. H.). Vorliegend
besteht indessen ein organisches Substrat. Die Schmerzen der Beschwerdeführerin
lassen sich aufgrund des lumbalen Leidens, offenbar mit Nervenwurzelkompression L5/
S1, bzw. der axonalen Neuropathie erklären. Ein nicht erklärbares Schmerzerleben ist
den Akten nicht zu entnehmen. Eine somatoforme Schmerzstörung ist daher nicht
plausibel. Den Beweiswert des psychiatrischen Teils des Gutachtens vermag der
Bericht von Dr. H._ jedenfalls nicht zu erschüttern. Eine medizinische Administrativ-
oder Gerichtsexpertise ist nicht stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer
Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu unterschiedlichen
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Einschätzungen gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen
festhalten. Anders verhält es sich hingegen, wenn die behandelnden Ärzte objektiv
feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt
geblieben sind und sich eignen, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 18. April 2006, I 783/05, Erw. 2.2; vgl. auch Urteil vom
27. November 2006, I 663/05, Erw. 2.2.2 und Urteil vom 2. August 2006, U 58/06, Erw.
2.2 in fine). Objektiv feststellbare Gesichtspunkte, welche im Gutachten
unberücksichtigt geblieben wären, bringt der Bericht von Dr. H._ nicht ans
Tageslicht. Aufgrund der auftragsrechtlichen Vertrauensstellung kann zudem nicht per
se davon ausgegangen werden, dass der behandelnde Psychiater die Arbeitsfähigkeit
besser oder genauer einschätzen kann als ein unabhängiger Gutachter. Auch das
immer wieder vorgebrachte Argument, die Begutachtung sei nur eine
Momentaufnahme, während behandelnde Ärzte ihre Patienten über einen längeren
Zeitraum beobachten könnten und sie und ihre Krankheit deshalb besser
einzuschätzen vermöchten, ist nicht stichhaltig, denn der unabhängige
Sachverständige verfügt über jene Unterlagen, die ihm die Krankengeschichte und
damit das vom behandelnden Arzt gesammelte Wissen über den Patienten und dessen
Krankheit vermitteln. Darauf kann er bei der Begutachtung aufbauen, so dass seine
Abklärung keineswegs nur die behauptete Momentaufnahme ist (Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen IV 2007/154 vom 17. Oktober 2007, Erw.
4.b). Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von Dr.
H._ als eine unterschiedliche Beurteilung des gleichen Sachverhalts zu verstehen ist
und nicht zu überzeugen vermag. Demgegenüber kann auf die im bidisziplinären
Gutachten festgehaltene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
abgestellt werden.
2.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass weitere Abklärungen betreffend die
somatischen Leiden der Beschwerdeführerin angezeigt erscheinen. Bezüglich der
psychischen Beschwerden ist der Sachverhalt hingegen ausreichend abgeklärt. Aus
psychiatrischer Sicht ist somit von einer vollen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
auszugehen.
3.
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3.1 Die Beschwerdegegnerin hat die Invalidität der Beschwerdeführerin anhand der
gemischten Methode mit einer Aufteilung in 90% Erwerbstätigkeit und 10%
Haushaltstätigkeit berechnet (IV-act. 65-2/3). Die Beschwerdeführerin macht geltend,
dass sie im Gesundheitsfall zu 100% erwerbstätig wäre. Der Invaliditätsgrad sei daher
anhand eines reinen Einkommensvergleichs zu ermitteln.
3.2 Die Beschwerdeführerin arbeitete seit 1997 als Zimmermädchen im Hotel L._.
Gemäss Angaben der Arbeitgeberin betrug die Arbeitszeit im Durchschnitt ca. 110
Stunden pro Monat, was bei einer 42 Stundenwoche einem Pensum von ca. 65%
entspricht (IV-act. 45). Zusätzlich nahm sie 2002 die Stelle als Hausabwartin bei der
Arbeitgeberin M._ an. Das Arbeitspensum belief sich auf ca. 25% bzw. 10.5 Stunden
pro Woche (IV-act. 14-4/6). Im Haushaltsbericht vom 16. November 2007 wurde
vermerkt, ohne Behinderung hätte die Beschwerdeführerin im gleichen Umfang von
insgesamt 90% weitergearbeitet. Im Beschwerdeverfahren liess diese allerdings
geltend machen, dass sie im Gesundheitsfall 100% erwerbstätig wäre. Vorliegend
erscheint es plausibel, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall 100%
erwerbstätig wäre. Als sie ihre Erwerbstätigkeit im Jahr 2002 ausdehnte, waren die
beiden jüngeren ihrer drei Kinder 11 und 13 Jahre alt (IV-act. 49-3/9). Heute hat die
Beschwerdeführerin gegenüber ihren Kindern keine Betreuungspflichten mehr zu
erfüllen. Selbst nach Auftreten der lumbalen Schmerzen im September 2003 bis zur
Operation im Mai 2005 erfolgte keine Reduktion des Gesamtarbeitspensums. Es ist
davon auszugehen, dass es dem Lebensplan des Ehepaars entsprach, die
Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin mit zunehmendem Alter der Kinder
sukzessive auszudehnen. Aufgrund der bisher ausgeübten Tätigkeiten – die
nachvollziehbar mit einem unregelmässigen Arbeitsanfall verbunden sind – muss die
Beschwerdeführerin zumindest zeitweise zu 100% erwerbstätig gewesen sein. Die
Bereitschaft, eine Vollzeittätigkeit auszuüben, kann daher ohne Weiteres bejaht
werden, zumal es sich – wenn überhaupt – lediglich noch um eine marginale
Ausdehnung gehandelt hätte. Demgegenüber sind keine objektiven Umstände
ersichtlich, die gegen die Ausdehnung der Erwerbstätigkeit sprechen. Es ist somit mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im
Gesundheitsfall vollzeitlich erwerbstätig wäre. Daher ist der Invaliditätsgrad der
Beschwerdeführerin anhand eines reinen Einkommensvergleichs zu ermitteln.
4.
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Zusammengefasst ist damit festzuhalten, dass der somatische Teil des Gutachtens
vom 1. März 2007 keine taugliche Grundlage zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin darstellt bzw. keine abschliessende Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit zulässt. Entgegen ihrer Auffassung kann hierfür jedoch auch nicht auf
die Einschätzung der behandelnden Ärzte abgestellt werden. Entsprechend sind
weitere medizinische Abklärungen angezeigt. Die Sache ist hierfür an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Sie wird eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
aus neurologischer Sicht veranlassen müssen. Zudem ist der Bericht von Dr. K._
beizuziehen und zu würdigen. Ebenfalls wird der Verlauf der Arbeitsfähigkeit zu
untersuchen sein. Demgegenüber ist der psychiatrische Teil des bidisziplinären
Gutachtens nicht zu beanstanden, sodass– nicht aktenkundige Veränderungen bis zum
in zeitlicher Hinsicht neu massgebenden Datum der neu zu erlassenden Verfügung
vorbehalten – auf die dortigen Feststellungen abgestellt werden kann. Sodann wäre
eine Neuberechnung des Invaliditätsgrads anhand eines reinen Einkommensvergleichs
vorzunehmen.
Bei diesem Verfahrensausgang erübrigt es sich, auf die weiteren Vorbringen der
Beschwerdeführerin einzugehen.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Die angefochtene
Verfügung vom 13. Januar 2009 ist aufzuheben, und die Sache ist zur weiteren
Abklärung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sowie zur neuen Verfügung an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von insgesamt Fr. 600.--
erscheint vorliegend als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt
praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 132 V 235 Erw. 6.2). Die Beschwerdegegnerin
hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Dementsprechend
ist der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.--
zurückzuerstatten.
bis
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5.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf
Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung
der Streitsache und dem Aufwand erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53
GerG entschieden:
1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom
13. Januar 2009 aufgehoben, und die Streitsache wird zur weiteren Abklärung und zu
anschliessender neuer Verfügung im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin
zurückgewiesen.
2. Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der
Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.--
zurückerstattet.
3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von
Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
Publikationsplattform St.Galler Gerichte Entscheid Versicherungsgericht, 09.12.2010 Art. 28 IVG. Der somatisch-orthopädische Teil des Gutachtens lässt keine abschliessende Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit zu. Es ist nicht ersichtlich, dass der Gutachter sich bei seiner Beurteilung auf eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus neurologischer Sicht hat stützen können. Rückweisung zu weiteren Abklärungen. Anstelle der gemischten Methode ist der Invaliditätsgrad anhand eines reinen Einkommensvergleich zu ermitteln. Es kann davon ausgegangen werden, dass die bisher ca. 90% erwerbstätige Beschwerdeführerin heute zu 100% erwerbstätig wäre (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Dezember 2010, IV 2009/56).
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2021-09-19T16:55:08+0200 "9001 St.Gallen" Publikationsplattform Kanton St.Gallen