Decision ID: c1afed61-b9c0-49d8-b999-82f54e3f7404
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1978,
bezog letztmals in einer vom
1.
August 2018 bis 3
1.
Juli 2020 (vgl.
Urk.
12/1/168
,
Urk.
12/2/176
) beziehungs
weise
3
1.
J
anuar 2021 (vgl.
Urk.
12/2/158)
laufenden
Rahmenfrist Taggelder der Arbeitslosenversicherung. Nachdem er im August 2020 von der Arbeits
vermittlung abgemeldet worden war (
Urk.
12/2/145)
und in diesem Monat letzt
mals Taggelder bezogen hatte (
Urk.
12/2/100, vgl. auch
Urk.
12/2
/
74-79)
, meldete er sich am 2
6.
Januar 2021 erneut beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) Zürich zur Arbeitsvermittlung an (
Urk.
12/2/68) und
stellte
am 1
8.
Februar 2021
einen Antrag auf Ausrichtung von Arbeitslosen
entschädigung
(
Urk.
13/2
/458-461
).
Mit Verfügung vom 2
9.
April 2021
(
Urk.
13/2/409-411)
verneinte die
Arbeits
losenkasse des Kantons Zürich (nachfolgend:
Kasse
)
einen Anspruch des Ver
sicherten auf A
rbeitslosenentschädigung ab
1.
Februar 2021
mit der Begründung,
es liege kein
anrechenbarer
Verdienstausfall
vor
.
Die vom Versicherten dagegen am 2
1.
Mai 2021
erhobene
Einsprache
(
Urk.
13/2/380-381
)
wies die Kasse mit
Einspracheentscheid
vom 1
6.
Juli 2021 (
Urk.
13/2/365-368
=
Urk.
2) ab.
2.
Am
6.
September 2021 erhob der Versicherte Beschwerde gegen den
Einsprache
entscheid
vom 1
6.
Juli 2021 (
Urk.
2) und beantragte
sinngemäss und
im Wesent
lichen
die
A
nerkennung eines Verdienstausfalles und d
ie Ausrichtung von
Arbeitslosenentschädigung
in einer neuen Rahmenfrist
(vgl.
Urk.
1 S. 2-4, ins
besondere S. 2 unten)
. Am 2
9.
September 2021 liess er sich erneut vernehmen (
Urk.
5-6). Mit Beschwerdeantwort vom 2
1.
Oktober 2021 (
Urk.
9) beantragte die Kasse die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
2.
November 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
15)
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
9 des Bundesgesetzes über die obli
gatorische Arbeitslosen
versiche
rung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) gelten für den Leistungs
bezug und für die Beitragszeit, sofern das Gesetz nichts
anderes
vorsieht, zwei
jährige Rahmenfristen (
Abs.
1). Die Rahmenfrist für den Leistungsbezug beginnt mit dem ersten Tag, für den sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind (
Abs.
2). Ist die Rahmenfrist für den Leistungsbezug abgelaufen und beansprucht der Versicherte wieder Arbeitslosenentschädigung, so gelten, sofern das Gesetz nichts
anderes
vorsieht, erneut zweijährige Rahmenfristen (
Abs.
4). Die
Bedeu
tung des Aufeinanderfolgens von Rahmenfristen
liegt darin, dass eine Neu
über
prüfung aller Anspruchsvoraussetzungen sta
ttfindet (
Nussbaumer, Arbeits
losenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR],
3.
Auf
lage, Basel 2016,
S. 2304
Rz
127).
1.2
Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt
unter anderem
voraus, dass die versicherte Person ganz oder teilweise arbeitslos ist (
Art.
8
Abs.
1
lit
. a
AVIG)
.
Als ganz arbeitslos gilt, wer in keinem Arbeitsverhältnis steht und eine Vollzeit
beschäftigung sucht (
Art.
10
Abs.
1 AVIG). Als teilweise arbeitslos gilt, wer
in keinem Arbeitsverhältnis steht und lediglich eine Teilzeitbeschäftigung sucht oder
eine Teilzeitbeschäftigung hat und eine Vollzeit- oder eine weitere Teilzeit
beschäfti
gung sucht (
Art.
10
Abs.
2
AVIG). Zudem muss sich
die arbeitssuchende Person
zur Arbeitsvermittlung
an
gemeld
et haben (
Art.
10
Abs.
3 AVIG).
1.3
Zu den gesetzlichen Anspruchsvoraussetzungen gehört ferner, dass die ver
sicherte Person einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat
(
Art.
8
Abs.
1
lit
. b AVIG).
Nach
Art.
11
Abs.
1
AVIG ist der Arbeitsausfall anrechenbar, wenn er einen Verdienstausfall zur Folge hat und mindestens zwei aufeinanderfolgende volle Arbeitstage dauert.
Da das Taggeld 70 beziehungsweise 80
%
des versicherten Verdienstes beträgt (
Art.
22
Abs.
1 und 2 AVIG), liegt ein Verdienst
ausfall nur vor, wenn der Einkommensverlust mehr als 20 beziehungsweise 30
%
des versicherten Verdienstes beträgt (vgl.
Staatssekretariat für Wirts
chaft SECO, AVIG-Praxis ALE, Oktober 2012,
Rz
B92).
1.4
Nach Art. 23 Abs. 1 AVIG gilt als versicherter Verdienst der im Sinne der AHV-Gesetzgebung massgebende Lohn, der während eines Bemessungszeitraums aus einem oder mehreren Arbeitsverhältnissen normalerweise erzielt wurde. Art. 37 AVIV regelt den Bemessungszeitraum. Nach Abs. 1 bemisst sich der versicherte Verdienst nach dem Durchschnittslohn der letzten sechs Beitragsmonate (nach Art. 11 AVIV) vor Beginn der Rahmenfrist für den Leistungsbezug. Nach Abs. 2 bemisst er sich dann nach dem Durchschnittslohn der letzten zwölf Beitrags
monate vor Beginn der Rahmenfrist für den Leistungsbezug, wenn dieser Durch
schnittslohn höher ist als derjenige nach Absatz 1.
Der Bemessungszeitraum beginnt nach Abs. 3, unabhängig vom Zeitpunkt der Anmeldung zum Taggeldbezug, am Tag vor dem Eintritt eines anrechenbaren Verdienstausfalls. Voraussetzung ist, dass vor diesem Tag mindestens zwölf Beitragsmonate innerhalb der Rahmenfrist für die Beitragszeit liegen. Bei Lohn
schwankungen, die auf einen branchenüblichen Arbeitszeitkalender zurück
zuführen sind, bemisst sich der versicherte Verdienst gemäss Abs. 3
bis
nach den Absätzen 1-3, jedoch höchstens aufgrund der vertraglich vereinbarten jahres
durchschnittlichen Arbeitszeit.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) davon aus, der Beschwerdeführer sei i
m vom
1.
Februar bis 3
1.
Juli 2021 dauernden Frühjahre
ssemester
als Unterrichtsassistent
bei der Universität
Y._
angestellt und erhalte für seine Tätigkeit
einen Brutt
o
l
ohn von
Fr.
33'800.--
. Dieser Betrag sei
gemäss Auskunft der Uni
Y._
als ein
malige Zahlung
beziehungsweise als Pauschalbetrag
für das ganze
, sechs Monate dauernde
Se
mester zu verstehen
. Pro Monat
des
Frühjahressemesters
resultiere
aus
dem
Arbeitsverhältnis
mit der Uni
Y._
somit
ein Lohn von
Fr.
5'633.
35
brutto
(S. 3 Mitte)
.
Seit dem
1.
August 2020
stehe
der Beschwerdeführer zudem in einem
bis 3
1.
Juli 2021
befristeten Arbeitsverhältnis mit der Kantonsschule
Z._
und
erziele
im
vereinbarten Anstellungs
pensum von 63
%
ein monatliches Bruttogehalt von
Fr.
6'351.65
,
inkl. 1
3.
M
onatslohn
(S. 3 unten).
Rechne
man das monatliche Gehalt
aus den
Arbeits
verhältnisse
n
mit der Uni
Y._
und
der
Kant
i
Z._
zus
ammen
, resultiere ein monat
liches Bruttogehalt von
Fr.
11'985.--, was einem Tagesverdienst von
Fr.
552.30 brutto entspreche. Das dem Beschwerdeführer zustehende Brutto-Tag
geld von
Fr.
335.85 sei somit niedriger als das Brutto-Tageseinkommen, welches er aus den Arbeitsverhältnissen mit der Uni
Y._
und der
Kant
i
Z._
er
ziele.
Solange sich die Einkommenssituation wie dargestellt zusammensetze, liege kein anrechenbarer
Verdienstausfall
vor, weshalb der Beschwerdeführer ab
1.
Februar 2021 keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung habe.
2.2
Der Beschwerdeführer
ersuchte das Gericht in seiner Beschwerde (
Urk.
1)
zu
nächst
darum,
diverse Feststellungen
zu treffen (S. 1 ff.
Ziff.
1)
. U
nt
er anderem beantragte er, es sei ein Verdienstausfall
im Januar und im Februar (2021) sowie im Juni, Juli und August (2021)
festzustellen und somit sein Anrecht auf eine neue Rahmenfrist zu bestätigen
(
vgl.
S. 2 unten
, S. 3 unten
, S. 4 M
itte
)
. Während er vom
B
estehen klarer Arbeitsverhältnisse mit der
Kanti
Z._
, der
A._
und der
B._
ausging
(S. 4 unten
Ziff.
1.1) und die für diese Arbeits
verhältnisse anzurechnenden Entschädigungen nicht bestritt (S. 8 oben
Ziff.
2.1), ging er in Bezug auf seine Anstellung bei der Uni
Y._
von
einem
unklare
n Arbeitsverhältnis
aus
(S. 5 ff.
Ziff.
1.2) und bestritt, dass
das erzielte
Honorar auf sechs Monate aufzuteilen sei (S. 8 ff.
Ziff.
2.2). Er machte
im Wesentlichen
geltend,
es existiere kein Vertrag, aus welchem ein klares Eintrittsdatum, die Dauer des Ar
beitsverhältnisses sowie der
effektive Beschäftigungsgrad hervor
gingen. E
s gebe keine Grundlage für die Annahme, dass
(S
emester-) Lehraufträge vom
1.
Februar bis 3
1.
Juli (Frühjahr
e
ssemester) und vom
1.
August bis 3
1.
Januar (Herbstsemester) dauerten.
Als
Lehrbeauftragter könne
er
nicht bereits am
1.
Februar angestellt
gewesen
sein, wenn sein effektives Pensum aufgrund des
vorgängigen
B
i
d
dings
(vgl.
S. 6 Mitte)
erst ab der ersten Unterrichtswoche
, mithin
ab etwa 2
0.
Februar
(2021)
, festgestanden habe
(S. 5 oben). Aus den je
weiligen Einplanungsbestätigungen und dem akademischen Kalender ergebe sich, dass ein Semester (nur) die Vorlesungszeit umfasse
, womit seine Tätigkeit als
auf elf bis zwölf
Semesterwochen mit zwei Wochen Semesterbreak beschränkt anzu
sehen sei.
Zwei Wochen vor dem Ende der Vorlesungszeit werde den Dozierenden die Durchführungsbestätigung zugestellt, welche am
4.
Januar für das Herbst
semester und am
4.
Juni für das Frühlingssemester eingereicht werden müsse. Mit Einreichung der Durchführungsbestätigung sei der Lehrauftrag voll
umfänglich ausgeführt
. Die unterschriebene Durchführungsbestätigung diene als Aus
zahlungsbeleg (S. 7).
Das
für Lehraufträge und Unterrichts
assistenzen/
Tutorate
vorgesehene Honorar
sei mit der Vorlesungszeit und den Terminen der Lehr
veranstaltungen verbunden. Es handle sich nicht um einen an
teiligen Lohn für sechs Monate
. Bis zum Frühlingssemester 2020 sei sein Honorar von der Beschwerdegegnerin denn auch klar über 11 bis 12 Wochen mit zwei Wochen Unterbruch verrechnet worden, wie auch aus der Verfügung Nr.
«...»
vom
5.
November 2020 (vgl.
Urk.
12/2/74-79) deutlich werde
(S. 8 ff.
Ziff.
2.2.1). Die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Aufteilung der
Entlöhnung
werde bestritten. Die Änderung seines Beschäftigungsgrades wegen einer M
utterschafts
vertretung sei
unberücksichtigt geblieben
, der Zwischen
verdienst sei je nach seinem wechselnden Beschäftigungsgrad aufzuteilen
(S. 10
Ziff.
2.2.2,
vgl. auch
S. 4 oben
und
Tabelle 4 im Anhang
)
.
2.3
In der Beschwerdeantwort
(
Urk.
9)
bekräftigte die Beschwerdegegnerin ihren Standpunkt, wonach es sich beim Entgelt für die Lehrtätigkeit an der Uni
Y._
– entgegen der noch in der Verfügung vom
5.
November 2020 vertretenen Auffassung -
um eine
Zahlung
für das gesamte Semester
im Sinne einer Pauschale
handle, weshalb d
as
Entgelt pro Mona
t anteilsmässig anzurechnen sei.
Gestützt au
f die Statuten der Uni
Y._
sei davon auszugehen, dass das Herbstsemester vom
1.
August bis 3
1.
Januar und das Frühjahr
e
ssemester vom 1.
Februar bis 3
1.
Juli daure, weshalb das Entgelt für die Lehrtätigkeit auf sechs Monate aufzuteilen sei. Dies führe dazu, dass der Beschwerdeführer aufgrund fehlenden Verdienstausfalls keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung habe.
3.
3.1
Strittig
und zu prüfen
ist, ob die Beschwerdegegnerin
zu Recht
einen
A
nspruch
des Beschwerdeführers
auf Arbeitslosenentschädigung ab
1.
Februar 2021
mangels
eines
anrechenbaren
Verdienst
ausfalls
verneint hat
.
3.2
Aktenkundig ist, dass der Beschwerdeführer vom
1.
August 2020 bis 3
1.
Juli 2021
als
Kantonsschullehrperson
mit einem Unterrichtspensum von
14.5 Lektionen
(pro Woche)
bei der
Kanti
Z._
angestellt war
. Der
Jahreslohn wurde vertraglich auf
Fr.
120'
9
00.-- brutto bei einer 100
%
-Anstellung
,
entsprechend 23 Lektionen, festgelegt
(Arbeitsvertrag vom
3.
August 2020,
Urk.
12/2/21)
.
A
us der Anstellung bei der
Kanti
Z._
resultiert damit
ein
unbestrittenes
monatliches Bruttogehalt
von
Fr.
6'351.
65,
inklusive
1
3.
Monatslohn
(
Fr.
120'
9
00.
-- :
23 Lektionen x 14.5 Lektionen : 12 Monate;
vgl. auch
Urk.
12/2/63 und
Urk.
12/2/60-65)
, welches im Zeitpunkt der potentiellen Eröffnung einer
neuen R
ahmenfrist per
1.
Februar 2021
zu berücksichtigen
ist.
3.3
A
ktenkundig ist des W
eiteren, dass der Beschwerdeführer
ab 2015 als Unterrichts
assistent
an
der
Fakultät C._
der Uni
Y._
tätig war
, so unter anderem auch im Frühjahressemester 2021 (
vgl. Arbeitsbestätigung der Uni
Y._
vom 2
1.
Mai 2021,
Urk.
13/1
/
147-148
;
vgl. auch
Schreiben der U
ni
Y._
vom
9.
September 2020 betreffend E
inplan
ungen für das Frühjahressemester
2021,
Urk.
13
/1/61
-62
, sowie
Durchführungsbestätigung
vom 2
7.
Mai 2021
,
Urk.
1
3/1
/125).
3.4
Aus
den Akten
geht
hervor, dass der Beschwerdeführer im Früh
jahress
emester 2021 zunächst
in einem Pensum von
acht Semesterwochenstunden unterrichtete
,
und dass sein Pensum aufgrund einer Mutterschaftsvertretung ab dem 2
0.
April 2021 auf 18 Semesterwochenstunden erhöht wurde (vgl. Arbeitsbestätigung der Uni
Y._
vom 2
1.
Mai 2021,
Urk.
13/2/396
; vgl. auch
Urk.
13/1/149,
Urk.
13/1/176
Ziff.
9
).
Gemäss den von der Uni
Y._
ausgestellten Zwischen
verdienstbescheinigungen wurde der Beschwerdeführer für seine Lehrtätigkeit im
Frühjahres
semester 2021 mit
Fr.
33'800.--, entsprechend 13 Semester
wochen
stunden à
Fr.
2'600.--, entschädigt (vgl. Zwischenverdienst
bescheinigung vom 2
4.
Februar 2021 für den Monat März 2021,
Urk.
13/2/439-440
, sowie die vom Beschwerdeführer im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichten Zwischenverdienstbescheinigungen für die Monate Februar bis Juli 2021 vom
2
5.
August 2021,
Urk.
13/1/181-192, beziehungsweise vom
6.
September 2021,
Urk.
13/1/195-206
; vgl. auch E
-M
ail der Personalabteilung der Uni
Y._
vom 2
8.
April 2021,
Urk.
13/2/419 Mitte
).
Während die Beschwerdegegnerin
die entrichtete
und in
masslicher
Hinsicht so
weit unbestrittene
Entlöh
n
ung
als Pauschalzahlung für das gesamte Frühjahres
semester
2021
betrachtete und diese -
ausgehend davon, dass das Frühjahres
semester vom
1.
Februar bis 3
1.
J
uli 2021 dauert
(
e
)
-
dem Beschwerdeführer
anteilsmässig mit
Fr.
5'633.35 brutto monatlich (
Fr.
33'800.-- : 6) anrechnete, stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, das erzielte Honorar sei mit der Vorlesungszeit und den Terminen der Lehrveranstaltungen verbunden und der Zwischenverdienst sei je nach seinem wechselnden Beschäftigungsgrad aufzuteilen (
vgl. vorstehend E. 2.1-3
).
3.5
Im Duden Wörterbuch wird der Begriff «Semester» definiert als ein Studienhalb
jahr an einer Hochschule
und zur Herkunft ausgeführt, dass sich der Begriff vom
l
ateinischen
Wort
semestris
, bedeutend
sechsmonati
g
,
ableitet.
Da ein Semester also bereits per definitionem sechs Monate dauert, wird in
Art.
6 des vom Universitätsrat der Uni
Y._
erlassenen Universitätsstatut
s
vom 2
5.
Oktober 2010 (Gesetzessammlung des Kantons
D._
,
«...»
,
Urk.
13/2/263-301) auch nur der Semesterbeginn gereg
elt. Danach beginnt
das Herbstsemester
an der Uni
Y._
am
1.
August und das Frühjahressemester am
1.
Februar.
Damit
steht klar fest, dass
das Frühjahressemester an der Uni
Y._
vom
1.
Februar bis 3
1.
Juli und das Herbstsemester vom
1.
August bis 3
1.
Januar dauert, wie sich auch aus den
Informationen auf der Homepage der Uni
Y._
zum Begriff «vorlesungsfreie Zeit» (vgl. den vom Beschwerdeführer eingereichten Ausdruck,
Urk.
13/1/101-102)
ergibt. Für ein anderes Verständnis
besteht entgegen der Auf
fassung des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
1 S. 5 f.) kein Raum
.
Den
Informationen auf der Homepage der Uni
Y._
zum B
egriff «vorlesungs
freie Zeit» (
Urk.
13/1/101-102)
ist weiter zu entnehmen, dass
ein
Semester
– wie allgemein bekannt -
in Lehrbetrieb und vorlesungsfreie Zeit unterteilt
wird
. Letztere beinhaltet die Lernphase, den Prüfungsblock, teilweise das Schreiben von Arbeiten und das Vorbereiten auf das neue Semester (S. 2 Mitte). Im Herbst
semester startet der Lehrbetrieb jeweils in der Kalenderwoche 38, im Frühjahr
e
s
semester in der Kalenderwoche
8.
Der Lehrbetrieb inklusive zwei Wochen Semester-Break dauert dann jeweils 14 Wochen. Die verbleibende Zeit ist die vor
lesungsfreie Zeit (S. 1 unten).
F
ür das vorliegend infrage stehende Frühja
hressemes
ter 2021
ergeben sich die Daten für den Lehrbetrieb aus dem
«Kalender Frühjahrssemester 2021» (
Urk.
13/1/62)
. Soweit dort
als
Semesterbeginn
der
2
2.
Februar 2021
(in Kalenderwoche 8)
und
als
Semesterende
der
2
9.
Mai 2021
(in Kalenderwoche 21)
angegeben werden
,
handelt es sich effektiv
um den Beginn beziehungsweise das Ende des Lehrbetriebs
.
3.6
Innerhalb der Zeiten des Lehrbetriebs im Frühjahressemester
2021
h
ielt
der Beschwerdeführer seine erste Vorlesung
nach Lage der Akten
am 2
5.
Februar 2021 und die letzte am 2
7.
Mai 2021 (vgl.
Urk.
13/1/61)
.
Angesichts dessen
ver
trat
er
die
Auffassung, dass die
ihm für das Frühjahressemester
2021
aus
gerichtete
Entlöhnung
(nur) in den
Monate
n
Februar bis Mai
2021 und ange
passt an die monatliche Vorlesungszeit anzurechnen
sei
,
und
machte
er
nament
lich einen Verdienstausfall
in den Monaten Februar sowie Juni, Juli und August 2021
geltend
. Dem Stan
d
punkt des Beschwerdeführer
s kann nicht gefolgt werden, wie sich aus den folgenden Erwägungen ergibt:
In der
Arbeitsbestätigung
der Personalabteilung der Uni
Y._
vom 2
1.
Mai 2021 (
Urk.
13/2/396-397) wurde ausgeführt,
dass der Beschwerdeführer als Unterrichtsassistent keinen monatlichen Lohn er
halte
, sondern die Vergütung einmalig pro Semester in Form eines Honorars stattfinde, wobei die Lehraufträge für das Frühjahressemester im Juli und für das Herbstsemester im Januar vergütet
würden
.
Bereits
mit
E
-M
ail vom 2
8.
April 2021
hatte
die Personalabteilung der Uni
Y._
zuhanden der Beschwerdegegnerin
bestätigt, dass
das
Honorar als Pauschale im Sinne einer einmaligen Zahlung für das ganze, sechs Monate daue
rnde Semester zu verstehen sei
(
Urk.
13/2/415 oben).
Dies wird gestützt durch das von
der
Verwaltungsdirekti
on der Uni
Y._
verfasste
Merkblatt «Hinweise zu Lehraufträgen und Unterrichtsassistenzen/
Tutorate
»
(
Urk.
13/1/127-128)
, wo
in
Ziffer
2 mit dem Titel «Honorar»
folgendes festgehalten
wird
:
«2.1 Beim Honorar handelt es sich um einen Bruttobetrag vor Ab
zug der Sozialleistungen etc.
Das Honorar deckt
alle mit der Lehrtätigkeit verbundenen Aufgaben, eingeschlossen Vor- und Nachbearbeitung der Lehrveranstaltung, sowie die Ausarbeitung, Abnahme und Bewertung von Leistungsnachweisen (Seminar
arbeiten, Prüfungen, etc.
).»
Aus dieser
Regelung
wird deutlich,
dass
das ausgerichtete
Honorar nicht nur
eine Entschädigung für die
in der Zeit
des Lehrbetriebs durchgeführten Veranstaltungen darstellt, sondern
auch die vorlesungsfreie Zeit
beziehungsweise die in dieser Zeit anfallenden Aufgaben
abdeckt
,
und damit als Entschädigung für ein ganzes Semester, mithin sechs Monate, anzusehen ist.
Das Honorar wird denn auch erst
jeweils
am Ende des Semesters – im Frühjahressemester mithin Ende Juli – ausbezahlt (vgl.
Urk.
13/2/4
39
unten,
Urk.
13/2/419 Mitte,
Urk.
13/2/396 Mitte,
Urk.
13/1/127
Ziff.
3.1,
Urk.
13/1/182
Ziff.
16,
Urk.
13/1/198
Ziff.
16).
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens reichte der Beschwerdeführer
schliesslich
ein Schreiben von
E._
, Juristische Mitarbeiterin im General
sekretariat der Uni
Y._
,
vom
6.
September 2021 (
Urk.
13/2/303-304) ein, welches diese Sichtweise stützt. Im besagten Schreiben legte
E._
nach einem am
2.
September 2021 mit dem Beschwerdeführer geführten
ein
stündigen
Gespräch
im Sinne einer zusammenfassenden Bestätigung
das zwischen dem Beschwerdeführer und der Uni
Y._
bestandene Arbeits
verhältnis beziehungsweise dessen Au
sgestaltung ausführlich dar.
Soweit der Beschwerdeführer das Arbeitsverhältnis mit der Uni
Y._
etwa hinsichtlich
Zustandekommen,
Eintrittsdatum, Dauer und Beschäftigungsgrad als unklar be
zeichnete, kann vollumfänglich auf die Ausführungen der J
uristin verwiesen wer
den. Betreffend
die
Entlöhnung
bestätigte
E._
, dass
das Entgelt für den Lehrauftrag
für das ganze Semester, also für sechs Monate
,
bezahlt werde. Dies gelte unabhängig davon, wann innerhalb der sechs Monate der effektive Einsatz stattfinde, da in der vorlesungsfreien Zeit diverse Arbeitsaktivitäten der Lehrbeauftragen anfielen wie etwa die Vor- und Nachbereitung der Vorlesungen, die Durchführung und Korrektur von mündlichen und schriftlichen Prüfungen oder die Begleitung und Korrektur von schriftlichen Arbeiten.
Ferner hielt sie fest, dass der Beschwerdeführer semesterweise in einem befristeten Arbeitsverhältnis (und nicht Auftragsverhältnis) zur Hochschule stehe und es sich nicht um einen auf die effektive Einsatzzeit im Vorlesungssaal befristeten Arbeitsvertrag handle.
3.7
Vor dem Hintergrund der
dargelegten Sachlage
steht fest, dass die
Entlöhnung
für einen semesterweise erteilten L
ehrauftrag, wie ihn der Beschwerdeführer im Frühjahressemester 2021 ausübte, als Zahlung für alle während des Semesters und damit innert sechs Monaten anfallenden Aufgaben anzusehen ist, unab
hängig davon, wann effektiv der Einsatz erfolgte. Daher ist
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das von der Uni
Y._
für die Lehrtätigkeit des Beschwerdeführers im Frühjahressemester
2021
ausgerichtete Honorar i
n der Höhe von
Fr.
33'800.--
anteilsmässig mit
Fr.
5'633.35 brutto monatlich
berück
sichtigte.
Die vom Beschwerdeführe
r dagegen angeführten Argumente
erweisen sich
angesichts der klaren und keine
Zweifel offenlassenden Stellungnahmen der Uni
Y._
allesamt als nicht stichhaltig. Aus dem Umstand, das
s in der Ver
fügung vom
5.
November 2020 (
Urk.
12/2/74-79)
das
bei der Uni
Y._
er
zielte Einkommen
noch
monatsweise
berücksichtigt worden war (vgl. S. 4 unten),
kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunst
en ableiten, da im Falle einer erneuten Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen für die Eröffnung einer neuen Rahmenfrist (vorliegend per
1.
Februar 2021) keinerlei Bindung daran besteht.
3.8
Nach dem Gesagten belief sich das
Bruttoe
inkommen des Beschwerdeführers
im Zeitpunkt der potentiellen Eröffnung einer neuen Rahmenfrist (
1.
Februar 2021) auf
Fr.
11'985.
--
monatlich
(
Fr.
6'351.65 +
Fr.
5'633.35)
, was einem
Tages
einkommen
von
Fr.
552.30
brutto
ent
s
p
r
icht
(
Fr.
11'985.
-- :
21.7)
.
D
as Bruttotageseinkommen
ist dem versicherten Verdienst gegenüberzustellen
. Diesen bezifferte die Beschwerdegegnerin auf
Fr.
10'411.--, womit beim für den Beschwerdeführer unbestri
tten massgebenden Ansatz von 70
%
gemäss
Art.
22
Abs.
2 AVIG ein B
ruttotaggeld
von
Fr.
335.85 resultiert
e
(
Urk.
1
3/2/410 oben,
Urk.
2 S. 4 oben)
. Das (hypothetische) Bruttotaggeld ist damit tiefer
als der vom Beschwerdeführer ab
1.
Februar 2021 erzielte B
ruttotagesverdienst.
Der von der Beschwerdegegnerin festgelegte versicherte Verdienst wurde vom Beschwerdeführer nicht beanstandet.
Um einen V
erdienstausfall
bejahen
zu können
, müsste der versicherte Verdienst deutlich höher sein als der von der Beschwerdegegnerin festgelegte
, zumal der Beschwerdeführer
per
1.
Februar 2021
nebst den vorstehend angeführten
Anstellungen bei
der Uni
Y._
und der
Kanti
Z._
(vgl. vorstehend E. 3.2-3) auch noch bei der
A._
und der
B._
angestellt war (vgl. vorstehend E. 2.2
sowie
Urk.
12/2/60-61)
. Aufgrund der im IK-Auszug für das Jahr 2020 ausgewiesenen Einkommen (
Urk.
13/2/402)
sowie den Lohnangaben der Uni
Y._
(
Urk.
13/2/413 oben), der
Kanti
Z._
(
Urk.
12/2/62) und der
A._
(
Urk.
12/2/59) kann festgehalten werden, dass der Beschwerdeführer weder
bei einem
Bemessungszeitrum von zwölf Monaten noch
bei
einem
Bemessungszeitraum
von 6 Monaten
vor dem (potentiellen) Be
ginn der Rahmenfrist für den Leistungsbezug
(vgl. vorstehend E. 1.4)
einen Ver
dienst erzielte, der dazu führte, dass sein
(hypothetisches)
Bruttotaggeld höher wäre als sein Bruttotageseinkommen.
Da
her
ist die Beschwerdegegnerin zu Recht zum Schluss gelangt, dass der Beschwerdeführer keinen Verdienstausfall erleidet und hat sie einen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ab
1.
Februar 2021 zu Recht verneint.
Soweit der Beschwerdeführer (auch) einen Verdienstausfall für die Zeit ab August 2021 geltend machte, bleibt
festzuhalte
n, dass der angefochtene
Einsprache
entscheid
vom 1
6.
Juli 2021 rechtsprechungsgemäss
die zeitliche Grenze
der richterlichen Überprüfungsbe
fugnis bildet. E
in allfälliger Anspruch ab
1.
Augus
t 2021 kann daher nicht im Rahmen des vorliegenden Verfahrens geprüft werden.
Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.