Decision ID: d7f9b43a-85e0-5019-a00d-cd5eb1043740
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X und Y wohnen in der dem Ehemann gehörenden Liegenschaft, einem
Einfamilienhaus, Baujahr 1984, in B. Die Liegenschaft wurde am 12. Mai 2005 mit
einem Verkehrswert von Fr. 575'000.-- und einem Mietwert von Fr. 26'280.-- geschätzt.
Daneben befinden sich drei Grundstücke (Scheunen, Wiesen und Wald) in G im
Eigentum des Ehemannes. Die Ehegatten sind Rentner.
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B.- Für das Jahr 2007 deklarierten X und Y ein steuerbares Einkommen von Fr.
66'005.-- und ein steuerbares Vermögen von Fr. 261'489.--. Die Veranlagungsbehörde
nahm einige Korrekturen vor. Unter Anderem reduzierte sie die Unterhalts- und
Verwaltungskosten für Liegenschaften von Fr. 17'454.-- auf Fr. 4'357.--, da sie von den
geltend gemachten Aufwendungen insbesondere diejenigen für eine Balkonverglasung
als wertvermehrend einstufte. Die Steuerpflichtigen wurden für die direkte
Bundessteuer 2007 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 83'900.-- veranlagt.
C.- Gegen diese Veranlagung erhoben X und Y am 26. Februar 2009 Einsprache mit
dem Antrag, sie gemäss Deklaration zu veranlagen. Mit Schreiben vom 16. März 2009
nahm das kantonale Steueramt zu den vorgenommenen Korrekturen Stellung.
Daraufhin zogen die Steuerpflichtigen mit Eingabe vom 30. März 2009 ihre Einsprache
bis auf die beantragten Liegenschaftsunterhaltskosten zurück. Mit Entscheid vom 5.
Mai 2009 wies das kantonale Steueramt die Einsprache ab, verwies dazu auf das
erklärende Schreiben vom 16. März 2009 und machte einzig Ausführungen zu den
Unterhaltskosten der Liegenschaften.
D.- Gegen den Einsprache-Entscheid erhoben X und Y mit Eingabe vom 4. Juni 2009
Beschwerde beim kantonalen Steueramt, welches die Eingabe zuständigkeitshalber an
die Verwaltungsrekurskommission weiterleitete. Darin hielten sie an dem im Schreiben
vom 30. März 2009 gestellten Antrag fest. Mit Eingabe vom 7. Juli 2009 ergänzten sie
ihre Beschwerde und stellten den Antrag, es seien Fr. 10'760.-- Unterhaltskosten für
das Steuerjahr 2007 anzuerkennen.
Mit Vernehmlassung vom 7. August 2009 beantragte das kantonale Steueramt die
Abweisung der Beschwerde. Die eidgenössische Steuerverwaltung liess sich nicht
vernehmen. Am 26. September 2009 reichten die Beschwerdeführer eine zusätzliche
Stellungnahme ein.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung der Anträge wird,
soweit notwendig, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
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1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Beschwerdeerhebung ist gegeben. Die Beschwerde vom 4. Juni 2009 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Sie erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 7. Juli 2009 in
formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 140 Abs. 2
Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG; Art. 1
Abs. 2 und Art. 7 der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer,
sGS 815.1; Art. 41 lit. h Ziff. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS
951.1, abgekürzt: VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.- Die Beschwerdeführer reduzierten in ihrem Schreiben vom 30. März 2009 für das
Einsprache-Verfahren ihr Begehren auf den Antrag betreffend Gewährung des
Liegenschaftsunterhalts für die Balkonverglasung (act. 3/1). Dieses Schreiben befindet
sich nicht in den übermittelten Steuerakten (act. 10). Die Vorinstanz nahm zu den
Unterhaltskosten im Einsprache-Entscheid Stellung und verwies für die anderen Punkte
auf ihr erklärendes Schreiben vom 16. März 2009. Es ist deshalb unbeachtlich, ob das
Schreiben der Beschwerdeführer der Vorinstanz zugegangen ist oder nicht, da der
streitige Punkt behandelt wurde.
3.- Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die Anzahlung
für die Balkonverglasung von Fr. 10'760.-- als abzugsfähiger Liegenschaftsunterhalt zu
qualifizieren ist.
a) Die Vorinstanz führt im Einsprache-Entscheid aus, die Anzahlung für die
Balkonverglasung werde als Anlagekosten taxiert und könne somit nicht zum Abzug
zugelassen werden.
Die Beschwerdeführer machen diesbezüglich geltend, ihr Haus sei 1984 in der
sogenannten "Holzständerbauweise" mit einem Balkon aus Fichtenholz erstellt worden.
Der Balkon sei nach Westen ausgerichtet und befinde sich somit auf der Wetterseite.
Die oft anhaltend starken Winde und Niederschläge hätten die Baumaterialien -
insbesondere das Fichtenholz - stark beansprucht und frühzeitig altern lassen. Die Idee
einer Balkonverglasung sei wegen des schadhaft gewordenen Holz-Balkons
entstanden. Dann habe am 9. Juli 2007 ein Hagelschlag zu weiteren Schäden an der
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Westseite des Hauses geführt. Der Schaden sei vom Experten der
Gebäudeversicherungsanstalt auf Fr. 13'480.-- geschätzt worden. Im Sinn einer
grösseren Sanierung hätten sie sich daraufhin entschieden, Brüstung und Boden des
Balkons abzureissen, die Westseite der Hausfront (Holzständerbauweise) mit einer
Wärmedämmung und die Front mit einer Lärchenverschalung zu versehen sowie den
Holzbalkon und die Holzfassade mittels einer Verglasung abzuschirmen; dies umso
mehr, als bei starken Weststürmen immer wieder Wasser in das Obergeschoss
eingedrungen sei. Anstatt die Brüstung des Balkons zu ersetzten und neu zu streichen,
sei sie abgebrochen worden, da die Glaswand sie überflüssig gemacht habe. Es handle
sich um eine vorausschauende Sanierung, welche im Laufe des Sommers 2009
abgeschlossen werde. Selbstverständlich habe die Verglasung zu einer
Wertvermehrung der Liegenschaft geführt. Sie diene aber auch in grossem Masse
dazu, die Fassade vor Witterungseinflüssen zu schützen, zusätzlich wärmedämmend
zu wirken und so den Gebäudeunterhalt zu optimieren. Voraussichtlich werde die
Liegenschaft energietechnisch mit dem Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK)
beurteilt und vom "GEAK plus" Gebrauch gemacht, da sie überzeugt seien, dass die
Balkonverglasung einen wesentlichen Beitrag zu einem stark reduzierten
Gebäudeunterhalt sowie zu einer Senkung des Energieverbrauchs beitrage.
Dazu stellt sich die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung auf den Standpunkt, die
Beschwerdeführer hätten im Jahr 2007 in Zusammenarbeit mit der Firma Z
Wintergärten/Metallbau AG den bestehenden Balkon im ersten Obergeschoss verglast
sowie die Verglasung entsprechend ins Parterre weitergezogen und den bestehenden
Sitzplatz ebenfalls ins Glaskonzept einbezogen. Es sei somit zusätzlicher wind- und
wettergeschützter Raum im OG sowie im EG entstanden. Bei den nicht zugelassenen
Kosten handle es sich um ein Akontogesuch der ausführenden Firma Z über
Fr. 10'760.--. Weitere Kosten von rund Fr. 50'000.-- in dieser Sache stünden für die
folgende Steuerperiode 2008 zur Diskussion, seien aber nicht Gegenstand dieses
Verfahrens. Gemäss Baubewilligung sei die Verglasung des südwestlichen Sitzplatzes
sowie des darüber liegenden Balkons bewilligt worden. Dabei handle es sich um einen
Anbau bzw. um eine bauliche Erweiterung mit rein wertvermehrendem Charakter und
nicht - auch nicht teilweise - um eine Massnahme des Unterhalts. Eine zusätzliche
Isolation für die ursprüngliche Fassade wäre mit jeder Art von Anbau entstanden. Für
den wertvermehrenden Charakter spreche im übrigen auch der Umstand, dass nach
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Bauvollendung eine Neuschätzung durchgeführt worden sei, obwohl die alte
Schätzung aus dem Jahr 2005 stamme und Liegenschaften im Kanton St. Gallen
grundsätzlich nur alle zehn Jahre ordentlich geschätzt würden. Die Neuschätzung
enthalte auch den neu verglasten Balkon zu einem Viertel als neues Zimmer und die
Wohnfläche habe ein um 6 m grösseres Ausmass. Die Neuschätzung sei infolge der
baulichen Änderung erfolgt. Eine solche könne nicht mehr unter dem Begriff
"Unterhalt" subsumiert werden. Gemäss St. Galler Steuerbuch (abgekürzt: StB) 44 Nr.
3 Ziff. 1.2 gehöre die Neuerstellung eines Wintergartens zu den nicht abziehbaren
Anlagekosten. Es liege auf der Hand, dass ein solcher bzw. eine Verglasung des
Balkons oder Sitzplatzes dem Gebäude insgesamt eine gewisse energietechnische
Verbesserung bringe. Doch könnten die Kosten eines Anbaus nicht als Unterhalt zum
Abzug zugelassen werden, nur weil der direkt hinter diesem Anbau befindliche
Wohnraum weniger Energieverlust erfahre.
Hierzu geben die Beschwerdeführer in der Stellungnahme an, die Vorinstanz habe
offenbar die baulichen Massnahmen nie an Ort und Stelle begutachtet. Nur so sei zu
erklären, dass sie von einer Verglasung des Gartensitzplatzes ausgehe. Dieser sei nicht
verglast worden, sondern profitiere von einem Vordach des verglasten Balkons,
welches insbesondere auch die tragenden Holzbalken des Balkons schützen solle und
müsse. Es könne nicht von einem Wintergarten gesprochen werden, da dafür andere
Voraussetzungen (insbesondere Besonnung und Ausstattung mit entsprechendem
Glas) erforderlich wären.
b) Gemäss Art. 32 Abs. 2 DBG können bei Liegenschaften im Privatvermögen die
Unterhaltskosten, die Versicherungsprämien und die Kosten der Verwaltung durch
Dritte abgezogen werden. Unterhaltskosten sind Aufwendungen, deren Ziel nicht die
Schaffung neuer, sondern in erster Linie die Erhaltung bereits vorhandener Werte ist
und die nach längeren oder kürzeren Zeitabschnitten erneut zu tätigen sind
(Reparaturen, Renovationen). Sie lassen ein Gebäude in seiner Gestaltung, Form und
Zweckbestimmung unverändert weiter bestehen; es werden einzig die mangelhaften
Teile ersetzt oder instand gestellt (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar
zum DBG, 2. Auflage, Zürich 2009, N 37 zu Art. 32 DBG). Zu den Unterhaltskosten
zählen insbesondere auch Schutzmassnahmen gegen Elementarereignisse
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(Hangrutschungen, Wasserschäden, Lawinen etc.) (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
a.a.O., N 88 zu Art. 32 DBG).
Nicht abziehbar sind gemäss Art. 34 lit. d DBG die Aufwendungen für die Anschaffung,
Herstellung oder Wertvermehrung von Vermögensgegenständen, also Aufwendungen
für bauliche Verbesserungen, die nicht nur der Erhaltung der Liegenschaft und deren
Nutzungsmöglichkeiten dienen, sondern zusätzlich deren Anlagewert erhöhen.
Bauliche Veränderungen und Neuanlagen sind damit wertvermehrend, wenn durch sie
die Unterhaltskosten sinken oder der Wohnkomfort steigt, was wiederum eine
Erhöhung des Einkommenssteuerwertes zur Folge hat (vgl. A. Nekola, Besteuerung des
Grundeigentums im Privatvermögen in der Schweiz, Diessenhofen 1983, S. 159).
Derartige wertvermehrende Aufwendungen mit Anlagekostencharakter werden, soweit
sie eine Liegenschaft des Privatvermögens betreffen, bei der Ermittlung einer allfälligen
kantonalen Grundstückgewinnsteuer berücksichtigt (Art. 137 des Steuergesetzes des
Kantons St. Gallen, sGS 811.1, abgekürzt: StG).
Bautätigkeiten, die sich sowohl wertvermehrend als auch werterhaltend auswirken,
müssen diesen beiden Komponenten entsprechend in abzugsfähige Unterhaltskosten
und wertvermehrende Investitionskosten zerlegt werden (vgl. Ph. Funk, Der Begriff der
Gewinnungskosten nach schweizerischem Einkommenssteuerrecht, Grüsch 1989,
S. 166 f.). Die Anteile sind zu schätzen. Die im Anschluss an einen Umbau ergangene
Höherschätzung ist dabei eine taugliche Grundlage für die Schätzung
wertvermehrender Aufwendungen (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 45 zu
Art. 32 DBG).
Gemäss Art. 32 Abs. 2 Satz 2 DBG bestimmt das eidgenössische Finanzdepartement
wieweit Investitionen, die dem Energiesparen und dem Umweltschutz dienen, den
Unterhaltskosten gleichgestellt werden, unabhängig davon, ob sie werterhaltend oder
wertvermehrend sind. Unter diesen Investitionen versteht man Aufwendungen für
Massnahmen, welche zur rationellen Energieverwendung oder zur Nutzung
erneuerbarer Energien beitragen. Diese Massnahmen beziehen sich auf den Ersatz von
veralteten und die erstmalige Anbringung von neuen Bauteilen oder Installationen in
bestehenden Gebäuden (Art. 5 der Verordnung über den Abzug der Kosten von
Liegenschaften des Privatvermögens bei der direkten Bundessteuer vom 24.8.1992,
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SR 642.116). Zu diesen Massnahmen gehören unter anderen solche zur Verminderung
der Energieverluste der Gebäudehülle, also Isolationsmassnahmen, wie die
Wärmedämmung von Böden, Wänden, Dächern und Decken gegen das Aussenklima,
unbeheizte Räume oder Erdreich, der Ersatz von Fenstern durch energetisch bessere
Fenster als vorbestehend, die Einrichtung von unbeheizten Windfängen und der Ersatz
von Jalousieläden, Rollläden (Art. 1 lit. a der Verordnung über die Massnahmen zur
rationellen Energieverwendung und zur Nutzung erneuerbarer Energien vom 24.8.1992,
SR 642.116.1, nachfolgend: EnergieV) aber auch die Kosten für den Ersatz von
Haushaltgeräten mit grossem Stromverbrauch, wie Kochherden, Backöfen,
Kühlschränken, Tiefkühlern, Geschirrspülern, Waschmaschinen, Beleuchtungsanlagen
usw., die im Gebäudewert eingeschlossen sind (Art. 1 lit. d EnergieV).
Im Steuerrecht gilt der Grundsatz, dass die Steuerbehörde die Beweislast für die
steuerbegründenden Tatsachen trägt, während den Steuerpflichtigen die Beweislast für
Tatsachen trifft, welche die Steuerschuld aufheben oder mindern (GVP 1973 Nr. 6 und
1980 Nr. 6). Da es sich bei den zum Abzug geltend gemachten
Liegenschaftsunterhaltskosten um steuermindernde Tatsachen handelt, liegt die
Beweislast sowohl für die Höhe der Aufwendungen als auch für deren
Unterhaltscharakter beim Steuerpflichtigen; macht er also die tatsächlichen Kosten
geltend, hat er diese nachzuweisen. Dabei ist der Nachweis detailliert mittels Belegen
und dokumentierenden Unterlagen zu erbringen.
c) Bei den geltend gemachten Liegenschaftskosten handelt es sich um eine Akonto-
Zahlung in der Höhe von Fr. 10'000.-- zuzüglich Fr. 760.-- Mehrwertsteuer von der
Firma Z Wintergärten/Metallbau AG in G (Beilage zu act. 10/1.11). Das Akonto-Gesuch
ist am 30. November 2007 erstellt worden und mit einer Zahlungsfrist von zehn Tagen
versehen. Somit ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführer den Betrag im
Dezember 2007 bezahlt haben und damit zu Recht für das Steuerjahr 2007 geltend
machen. Als Objekt des Akontogesuchs wird die Balkonverglasung an der Liegenschaft
in B genannt. Folglich ist lediglich der Charakter der Balkonverglasung zu prüfen. Die
übrigen in der Aufstellung der Beschwerdeführer (act. 6) enthaltenen Positionen, wie
wärmetechnische Sanierungen, ersetzte Storen, Sonnenschutz etc. sind nicht
Gegenstand der vorliegenden Beschwerde, da sie die nachfolgenden Steuerjahre
betreffen.
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aa) Zunächst ist zu prüfen, ob es sich bei der Verglasung um Liegenschaftsunterhalt
oder um wertvermehrende Anlagekosten handelt. Über deren Ausgestaltung gibt in den
vorhandenen Akten lediglich die Baubewilligung der Gemeindeverwaltung B vom 26.
April 2007 (act. 10/1.17) Auskunft. Diese ist jedoch zum einen unvollständig; die unter
"Bedingungen und Auflagen" aufgeführte Ziff. 1 lässt auf nachfolgende Ziffern
schliessen, diese finden sich jedoch nicht auf dem Dokument und der dort genannte
Projekt- und Situationsplan ist ebenfalls nicht vorhanden. Zum anderen wird im Titel
eine Balkonverglasung genannt, aus dem Text ergibt sich jedoch die Verglasung des
Sitzplatzes. Aus den beigefügten Plänen ist sowohl eine Verglasung des Balkons, als
auch des Sitzplatzes ersichtlich. Somit ist unklar, ob die Verglasungsarbeiten lediglich
den Balkon oder auch den Sitzplatz umfassten. Weitere Belege fehlen, was aufgrund
der Beweisführungspflicht die Beschwerdeführer zu verantworten haben.
Bereits die unbestrittenermassen erfolgte Balkonverglasung ist aber als
wertvermehrender Anbau einzustufen. Dafür spricht zunächst, dass überhaupt eine
Baubewilligung eingeholt werden musste und darin vermerkt ist, "die Erweiterung auf
der südwestlichen Ecke des Wohnhauses gilt als Anbaute ..." (act. 10/1.17).
Entscheidend ist aber insbesondere die am 30. Oktober 2008 erfolgte Neuschätzung
(act. 10/1.14). Diese wurde zeitlich bereits drei Jahre nach der letzten ordentlichen
Schätzung im Mai 2005 (act. 10/1.16) und - gemäss Aufstellung der Beschwerdeführer
über die ausgeführten Arbeiten (act. 6) - im Anschluss an die Balkonverglasung
gemacht. Dies lässt den Schluss zu, dass die neuerstellte Verglasung Anlass für die
Schätzung bot. Der verglaste Balkon ist denn in der neuen Schätzung auch als 1⁄4
Zimmer separat ausgewiesen und die Nutzfläche stieg von 144 m (2005) um 5 m auf
149 m (2008). Zudem ergab die Neuschätzung einen um Fr. 33'000.-- höheren
Verkehrswert (2005: Fr. 575'000.--, 2008: Fr. 608'000.--) und einen um Fr. 875.--
höheren Mietwert (2005: Fr. 26'280.--, 2008: Fr. 27'155.--). Damit ist eine tatsächliche
Wertvermehrung ausgewiesen. Schliesslich führen die Beschwerdeführer in ihrer
Eingabe vom 30. März 2009 (act. 3/1) selbst aus, die Verglasung habe
"selbstverständlich .... zu einer Wertvermehrung" der Liegenschaft geführt. Eine
Aufteilung auf wertvermehrende und werterhaltende Komponenten kommt, was die
Akontozahlung für die Balkonverglasung betrifft, nicht in Frage. Zwar führten
Witterungseinflüsse zu Schäden am Balkon und eine Reparatur dieser Schäden hätte
Liegenschaftsunterhalt dargestellt, jedoch nur, wenn der Balkon in seinen
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Originalzustand zurückversetzt worden wäre. Mit dem Ausbau zu einem verglasten
Balkon, der in der Schätzung als 1⁄4 Zimmer bewertet wurde, verzichteten die
Beschwerdeführer auf die Instandstellung des ursprünglichen Balkons und nahmen
ausschliesslich eine Wertvermehrung vor.
bb) Weiter ist zu klären, ob die Verglasung als Energiesparmassnahme eingestuft
werden kann. Dabei ist entscheidend, ob die vorliegende bauliche Massnahme eher
einem Windfang oder einem Wintergarten entspricht. Das Einrichten eines Windfangs
gilt als eine Massnahme zur Verminderung der Energieverluste der Gebäudehülle (vgl.
Art. 1 lit. a Ziff. 4 EnergieV) und die dabei entstehenden Kosten sind damit als
energiesparende Investitionen abziehbar. Die Errichtung eines Wintergartens dient in
der Regel der Wohnraumerweiterung und nicht in erster Linie der Wärmedämmung (vgl.
StE 1995 B 25.7 Nr. 28, RB 2007 Nr. 76, E. 3.1 mit Hinweisen). Die Verglasung führte
gemäss Schätzung zu einer Wohnraumvergrösserung vom 5 m oder 1⁄4 Zimmer im
Obergeschoss. Damit handelt es sich nicht um einen Windfang. Ein solcher stellt einen
geschlossenen und überdachten Anbau bei einer Eingangstüre von Wohnhäusern dar,
worin die Bewohner vor Zugluft und Regen geschützt das Haus betreten oder Kontakte
mit Besuchern pflegen können (vgl. RB 2007 Nr. 76, E. 3.1.1). Die durchgeführte
Balkonverglasung entspricht jedoch eher einer Raumerweiterung im Sinn eines
Wintergartens.
Die Kosten für die Erstellung eines Wintergartens können nur dann als energiesparende
Massnahme berücksichtigt werden, wenn ein wesentlicher Energiespareffekt mittels
einer Simulationsrechnung nachgewiesen werden kann (vgl. StE 2000 B 25.7 Nr. 1
sowie StE 2003 B 25.7 Nr. 2, wo ein Kurzgutachten des Architekts der
Beschwerdeführer vorlag, welches sich über die Auswirkungen einer Balkonverglasung
auf die Energiebilanz des Hauses äusserte). Die Beschwerdeführer haben nicht
nachgewiesen, dass durch die Verglasungsmassnahmen die Energiebilanz des Hauses
tatsächlich beeinflusst wurde. Die Einholung eines GEAK's (Gebäudeenergieausweis
der Kantone) sei beabsichtigt wurde aber noch nicht erstellt. Den vorliegenden Akten
lässt sich keine tatsächliche Energieeinsparung aufgrund der Verglasung entnehmen.
Bei einer Beurteilung der Energiebilanz müsste zudem zwischen den Auswirkungen der
reinen Verglasungsarbeiten und der im September 2008 erfolgten wärmetechnischen
Sanierungen (vgl. act. 6) unterschieden werden.
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d) Zusammenfassend handelt es sich bei den Verglasungsarbeiten weder um
werterhaltenden Unterhalt noch ist eine energiesparende Massnahme nachgewiesen.
Die dafür entstandenen Kosten sind deshalb nicht als Liegenschaftsunterhaltskosten
abziehbar. Dementsprechend erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist
abzuweisen.
4.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten den
Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG). Eine Entscheidgebühr von
Fr. 800.-- ist angemessen (vgl. Art. 144 Abs. 5 DBG in Verbindung mit Art. 13 Ziff. 522
des Gerichtskostentarifs, sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 500.--
ist zu verrechnen.