Decision ID: 23939da3-9ab4-43bb-a05c-4ba9f7840dd9
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
I._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Bachmann, Rosenbergstrasse 42,
9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a I._ meldete sich am 27. Juli 2007 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (Rente; act. G 13.1/1). Sie arbeitet im Kantonsspital St. Gallen
als Raumpflegerin; seit 1. März 1999 war sie zu einem Beschäftigungsgrad von 70 %
angestellt (act. G 13.1/11.3). In seinem Bericht vom 13. August 2007 diagnostizierte der
Hausarzt Dr. med. A._, FMH für Innere Medizin, eine mögliche Depression mit
multiplen somatoformen Störungen, einen Hohl-Rundrücken, Fehlhaltung mit
muskulärer Dysbalance. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er
eine Hypertonie, eine Cholecystolithiasis sowie anamnestisch einen Vitaminmangel B12
und D. Die bisherige Tätigkeit sei der Versicherten noch zumutbar bei möglicher
Leistungseinschränkung. Auch andere leichte Putzarbeiten seien ihr bei ungewisser
zeitlicher Belastung zumutbar; eine ergänzende medizinische Abklärung sei angezeigt
(act. G 13.1/13.1 ff.). Dr. med. B._, Ärztin FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
diagnostizierte in ihrem Bericht vom 21. August 2007 eine undifferenzierte
Somatisierungsstörung (F45.1). Auch sie hielt die bisherige Tätigkeit für zumutbar,
allerdings nur noch zu 35 % (50 % der 70 %-Anstellung). Dabei bestehe keine
verminderte Leistungsfähigkeit. Andere Tätigkeiten ohne häufiges Heben und Tragen
von Gewichten über 10 kg, sowie langdauernde, anhaltende Tätigkeiten über
Schulterhöhe ohne Entlastungsmöglichkeiten seien der Versicherten zu 50 - 70 % einer
Vollzeitanstellung möglich (act. G 13.1/18). Dr. B._ beurteilte den
Gesundheitszustand für besserungsfähig.
A.b Mit Stellungnahme vom 6. November 2007 ging der RAD Ostschweiz von einem
noch nicht stabilen Gesundheitszustand aus und empfahl die Einholung eines
Verlaufsberichts bei Dr. B._ im Januar 2008 (act. G 13.1/20.2). Diese stellte am 11.
Februar 2008 eine leichte affektive Verbesserung bei unveränderter Diagnose fest. Sie
empfahl eine integrierte psychiatrische Behandlung bei guter Prognose. Sie hielt die
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bisherige sowie andere leichte physische Arbeiten im Umfang von 70 % (einer
Vollzeitanstellung) für zumutbar. Dabei bestehe keine verminderte Leistungsfähigkeit
(act. G 13.1/21). Am 13. Mai 2008 berichtete Dr. B._ von unveränderten Verhältnissen
und attestierte erneut eine Arbeitsfähigkeit von 70 % in einer leidensadaptierten
Tätigkeit. Diese sei bei voller Leistung möglich (act. G 13.1/34).
A.c Am 24. April 2008 fand sodann eine Abklärung an Ort und Stelle statt. Dabei stellte
die Abklärungsperson eine Einschränkung im Haushalt von 18,02 % fest. Bei einer
Gewichtung des Haushalts von 30 % ergab sich damit ein Behinderungsgrad von 5,4
% (act. G 13.1/35). Mit Stellungnahme vom 26. Mai 2008 ging die RAD-Ärztin von einer
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von mindestens 50 % aus. Die
Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit bezifferte sie mit 70 % (act. G 13.1/36). Mit
Feststellung vom 26. Mai 2008 legte die IV-Stelle St. Gallen den Invaliditätsgrad auf 12
% fest. Dabei ging sie von einer Erwerbseinbusse von 10 % und einer Qualifikation von
70 % Erwerbstätigkeit und 30 % Haushaltstätigkeit aus (act. G 13.1/38).
A.d Mit Vorbescheid vom 28. Mai 2008 teilte die IV-Stelle St.Gallen der Versicherten
mit, sie habe keinen Anspruch auf eine Rente (act. G 13.1/41). Mit Einwand vom 30.
Mai 2008/1. Juli 2008/10. September 2008 liess die Versicherte geltend machen, sie sei
noch in ärztlicher Behandlung bei Dr. C._. Die Verfügung sei in Wiedererwägung zu
ziehen, sobald ein ausführlicher Bericht des Facharztes vorliege (act. G 13.1/57). Mit
Bericht vom 25. September 2008 führte Dr. C._ sodann aus, in diagnostischer
Hinsicht handle es sich um eine psycho-physische Erschöpfung (Burn-out-Syndrom)
sowie um einen Verdacht auf Dysthymia (act. G 13.1/63). In einem weiteren Bericht
vom 12. Dezember 2008 bestätigte Dr. C._ die Diagnosen einer Dysthymia (F34.1),
einhergehend mit psychophysischer Erschöpfung Z73.0) sowie zusätzlich einer
generalisierten Angststörung (F41.1). Die Versicherte sei zu 50 % arbeitsunfähig ab
dem 1. September 2008. Zwar sei die bisherige Tätigkeit noch zumutbar, aber nur noch
im Umfang von drei Stunden pro Tag. Dabei bestehe keine verminderte
Leistungsfähigkeit. Die Arbeitsfähigkeit beziehe sich auf das bisher geleistete Pensum
von 70 % bzw. auf drei Stunden täglich. Der Grund liege in der Doppelbelastung
Erwerbstätigkeit und Haushalt. Die Arbeitsfähigkeit könne mit psychiatrischer
Behandlung verbessert werden (act. G 13.1/68 und 70). Mit Stellungnahme vom 20.
Januar 2009 ging der RAD davon aus, dass keine Verschlechterung des
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Gesundheitszustands vorliege und dass aus den von Dr. C._ gestellten Diagnosen
keine oder höchstens eine geringe Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultiere. Die
Arbeitsfähigkeit für körperlich und psychisch wenig belastende Tätigkeiten betrage
nach wie vor 70 % (act. G 13.1/71).
A.e Mit Verfügung vom 22. Januar 2009 verneinte die IV-Stelle St. Gallen wie
angekündigt den Anspruch auf eine Invalidenrente unter Zugrundelegung eines
Invaliditätsgrades von 12 % (act. G 13.1/72).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 23. Februar
2009 und Ergänzung vom 26. Mai 2009 mit dem Antrag auf Aufhebung der
angefochtenen Verfügung. Der Beschwerdeführerin sei sodann mindestens eine halbe
Rente zuzugestehen. Zur Begründung wird im Wesentlichen vorgebracht, der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sei nicht genügend abgeklärt worden,
weshalb ein ausführlicher Bericht der behandelnden Ärzte sowie ein spezialärztliches
Gutachten einzuholen seien. Nach Auffassung von Dr. C._ sei die
Beschwerdeführerin nicht in der Lage, mehr als 50 % bzw. drei Stunden pro Tag zu
arbeiten (act. G 1 und G 11).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 8. Juli 2009 beantragt die Verwaltung Abweisung der
Beschwerde. Die Beschwerdeführerin arbeite über das zumutbare Ausmass hinaus,
wenn sie nebst der Versorgung ihrer 6-köpfigen Familie noch sechs Stunden täglich
ausser Haus arbeite. Dass die Beschwerdeführerin immerhin in der Lage sei, drei
Stunden täglich auswärts zu arbeiten, stelle bereits eine beträchtliche Leistung dar (act.
G 13).
B.c Mit Replik vom 15. September 2009 macht der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin geltend, es sei ungehörig, der Beschwerdeführerin vorzuhalten,
die meisten Mütter seien nicht in der Lage, nebst der Versorgung einer 6-köpfigen
Familie noch 6 Stunden täglich ausser Haus zu arbeiten. Die Beschwerdeführerin sei
gerne mit einem 70 %-Pensum angestellt gewesen. Sie sei jedoch aus
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gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage, dieses Pensum aufrecht zu erhalten
(act. G 15). Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 17).

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die im Zeitpunkt
gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt
verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1; BGE 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Die
angefochtene Verfügung erging am 22. Januar 2009, wobei ein Sachverhalt zu
beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-
Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Da die 5. IV-Revision bezüglich des Grads
und der Bemessung der Invalidität keine Änderung mit sich gebracht hat, stellen sich
im vorliegenden Fall keine intertemporalrechtlichen Probleme. Nachfolgend werden die
seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben.
1.2 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Volljährige, die vor der Beeinträchtigung ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit nicht erwerbstätig waren und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet
werden kann, gelten als invalid, wenn eine Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen
Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 8 Abs. 3 ATSG). Bei Versicherten, die nur zum Teil
erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt.
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese
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Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der
Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der
Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG).
Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens
zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine
Viertelsrente.
1.3 Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht
und der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der
Versicherungsträger bzw. im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen
Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien
gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben
zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu auf Grund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 48 E. 4a in fine).
1.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswerts eines ärztlichen Berichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise
begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a).
2.
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2.1 Vorliegend ist grundsätzlich unbestritten, dass die Beschwerdeführerin im
Gesundheitsfall zu 70 % erwerbstätig und zu 30 % im Haushalt tätig wäre. Weiter ist
unbestritten, dass die Einschränkung im Haushaltsteil 5,4 % beträgt (18 % von 30 %).
Umstritten ist nur das Mass der Einschränkung bei der Erwerbsfähigkeit.
2.2 Diesbezüglich macht der beschwerdeführerische Rechtsvertreter im Wesentlichen
geltend, der Sachverhalt sei zu wenig abgeklärt worden, weshalb bei den
behandelnden Ärzten Dr. C._ und Dr. D._ aktuelle Arztberichte einzuholen seien.
Zudem beantragt er, die Beschwerdeführerin allenfalls spezialärztlich begutachten zu
lassen.
Demgegenüber stützte sich die Beschwerdegegnerin bei ihrer Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen auf die bis Verfügungserlass eingeholten Arztberichte
der behandelnden Ärzte Dr. B._ und Dr. C._. Bereits Dr. A._ vermutete in seinem
Bericht vom 13. August 2007 eine mögliche Depression mit multiplen somatoformen
Störungen (act. G 13.1/13.1). Während die ebenfalls erfolgten somatischen
Untersuchungen (Kardiologie, Rheumatologie) nicht erheblich weiter führten, ausser
dass auch da jeweils eine antidepressive Behandlung empfohlen wurde
(Rheumatologie im Silberturm, act. G 13.1/13.9; Rheumatologie des Kantonsspitals St.
Gallen, act. G 13.1/13.12), bestätigte die Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St.
Gallen mit Bericht vom 8. Mai 2007 die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung
(F 45.5) bei Schulter-Arm-Schmerzen links und attackenförmigen Thoraxschmerzen
links, differenzialdiagnostisch Panikattacken, sowie einer depressiven Episode bei
mittelschweren kognitiven Störungen. Die Klinik für Neurologie empfahl eine (evtl.
stationäre) psychiatrisch-psychotherapeutische Betreuung (act. G 13.1/13.14). In der
psychologisch-neuropsy-chologischen Untersuchung vom 9. Mai 2007 hatte die Klinik
für Neurologie mittelschwere kognitive Defizite festgestellt und es wurde nochmals eine
engmaschige psychotherapeutische Behandlung empfohlen (act. G 13.1/13.17).
Die behandelnde Psychiaterin/Psychotherapeutin diagnostizierte in ihrem Bericht vom
21. August 2007 eine undifferenzierte Somatisierungsstörung (F45.1) und setzte die
Arbeitsfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit auf 35 % fest (50 % der 70 %-
Anstellung als Raumpflegerin). Dabei bestehe keine verminderte Arbeitsfähigkeit. Der
Beschwerdeführerin seien auch andere Tätigkeiten zumutbar, namentlich leichte
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Arbeiten ohne häufiges Heben und Tragen von Gewichten über 10 kg sowie
langdauernde Tätigkeiten über Schulterhöhe ohne Entlastungsmöglichkeiten. In einer
solcherart adaptierten Tätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit 50 - 70 % einer
Vollzeittätigkeit (act. G 13.1/18). Im Verlaufsbericht vom 11. Februar 2008 stellte Dr.
B._ einen stationären Gesundheitszustand und eine durch die laufende
Psychotherapie verbesserte Arbeitsfähigkeit fest. Ausserdem ging sie von einer guten
Prognose und einer leichten affektiven Verbesserung aus. Wenn auch die
Beschwerdeführerin zu diesem Zeitpunkt wegen einer im Dezember 2007
durchgeführten Gallenblasenoperation nur zu 50 % der 70 %igen Anstellung
arbeitsfähig sei, sei für physisch leichte Arbeiten von einer 70 %igen Arbeitsfähigkeit
auszugehen (act. G 13.1/21). In einem weiteren Verlaufsbericht vom 13. Mai 2008 geht
Dr. B._ von unveränderten Verhältnissen aus (act. G 13.1/34).
Aus dem von der Beschwerdegegnerin anlässlich des Einwandverfahrens eingeholten
Bericht der nunmehr behandelnden Klinik Teufen (Dr. C._) vom 25. September 2008
geht hervor, dass die Beschwerdeführerin primär an einer psycho-physischen
Erschöpfung (Burn-out-Syndrom) leide. Ausserdem bestehe ein Verdacht auf eine
Dysthymia. Dr. C._ beschrieb sodann die Angaben der Beschwerdeführerin, maximal
50 % arbeiten zu können, als mit den objektiven Befunden übereinstimmend, mithin als
nachvollziehbar (act. G 13.1/63). Mit Arztbericht vom 12. Dezember 2008
diagnostizierte Dr. C._ sodann eine Dysthymia (F34.1), einhergehend mit
psychophysischer Erschöpfung (Z73.0) sowie eine generalisierte Angststörung (F41.1).
Die bisherige Tätigkeit sei noch zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit betrage ohne
Leistungseinbusse 3 Stunden täglich. Die Beschwerdeführerin besorge sodann den
Haushalt für ihre 6-köpfige Familie. Körperliche Beschwerden seien in den
Sprechstunden nie derart im Vordergrund gestanden, dass sich daraus notwendige
Modifikationen des Arbeitsplatzes ergeben hätten. Vielmehr bestehe die
Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen. Eine langfristige Besserungstendenz sei
zwar nicht ausgeschlossen, es müsse aber trotzdem langfristig mit einer
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 % und mehr gerechnet werden (act. G
13.1/68). In seiner Ergänzung vom 16. Januar 2009 betonte Dr. C._, dass die
Begründung für die attestierte Arbeitsfähigkeit von 35 % bzw. drei Stunden täglich in
der Doppelbelastung der Beschwerdeführerin mit Erwerbstätigkeit und
Haushaltspflichten bestehe (act. G 13.1/70), während im Bericht vom 12. Dezember
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2008 auch psychische Beschwerden als Grund für die Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit angegeben werden (act. G 13.1/68-4).
2.3 Mit Dr. C._ ist zunächst festzuhalten, dass die anfänglich noch erwähnten
somatischen (rheumatologischen) Befunde (etwa die Hohl-Rundrückenfehlhaltung, die
Thoraxschmerzen [Rheumatologie im Silberturm, act. G 13.1/13.7] oder das
Zervikocephal-Syndrom und das Lumbovertebralsyndrom bei degenerativen
Wirbelsäulenveränderungen [Rheumatologie am Kantonsspital St. Gallen, act. G
13.1/13.10]) später offenbar keine grosse Rolle mehr gespielt haben. Auch die
anfänglich von der Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen diagnostizierte
somatoforme Schmerzstörung, die zunächst auch von Dr. B._ bestätigt wurde,
scheint mit der Zeit an Bedeutung verloren zu haben. So geht Dr. B._ in ihrem
Bericht vom 11. Februar 2008 von einem verbesserten Zustand aus (act. G 13.1/21.1).
Demgegenüber geht Dr. C._ von einer unsicheren Prognose aus. Zwar subsumierte
er die depressiven Symptome nur unter die Diagnose einer Dysthymie. Dafür wurde
von ihm die durch die Doppelbelastung Erwerbstätigkeit/Haushalt hervorgerufene
Erschöpfung betont. Zudem fasste er die bereits in den vorhergegangenen
Abklärungsberichten mehrfach erwähnten Ängste der Beschwerdeführerin (Angst vor
Herzinfarkt, Angst, nachts alleine zu sein, Angst vor toten Menschen) als generalisierte
Angststörung zusammen. Mithin beschrieb Dr. C._ einen psychopathologischen
Zustand, der seiner Ansicht nach eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % in der
angestammten 70 %igen Teilzeittätigkeit (bzw. von 65 % einer Vollzeittätigkeit)
bewirke. Mithin geht Dr. C._ von einer erheblich höheren Arbeitsunfähigkeit aus.
Anders als Dr. B._ geht Dr. C._ zudem nicht davon aus, dass die Arbeitsfähigkeit
durch eine reine Gewichtslimite von 10 kg verbessert werden könnte, die
Beschwerdeführerin also in einer anderen als der angestammten Tätigkeit ein höheres
Pensum erledigen könnte. Vielmehr geht Dr. C._ davon aus, dass eine andere
Tätigkeit nicht zumutbar ist (act. G 13.1/68.4). Schliesslich geht Dr. C._ davon aus,
dass der Gesundheitszustand verbesserungsfähig ist (act. G 13.1/68.2), so dass auch
noch nicht sicher von einem stabilen Zustand ausgegangen werden kann. Nachdem
die Beschwerdeführerin noch nie gutachterlich abgeklärt worden ist, und die
Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte erheblich divergieren, erscheint
der Sachverhalt noch nicht als genügend abgeklärt. Die Streitsache ist demgemäss
zwecks Einholung eines psychiatrischen Gutachtens, das sich auch zu allfällig nötigen
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medizinischen Massnahmen und zur Frage äussert, ob und inwieweit die
Beschwerdeführerin mit zumutbarer Willensanstrengung in der Lage ist, ihre
Krankheitsüberzeugung zu überwinden, sowie zur neuen Verfügung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
2.4 Bei der Festlegung des Invaliditätsgrades wird die Beschwerdegegnerin allenfalls
eine Neubeurteilung der erwerblichen Einschränkung sowie der Aufteilung von
Erwerbstätigkeit und Haushaltstätigkeit vorzunehmen haben.
In ihrer Berechnung der erwerblichen Einschränkung setzte die Beschwerdegegnerin
das Valideneinkommen auf Fr. 34'686.-- fest. Dabei ging sie von den Angaben der
Arbeitgeberin aus, wonach die Beschwerdeführerin ab Anfang 2007 Fr. 34'275.--
verdient habe und berücksichtigte die für 2008 aufgelaufene Teuerung (act. G
13.1/11.3 und 37). Hier ist jedoch zu bedenken, dass das Einkommen des Jahres 2007
nicht massgebend sein kann, da die Beschwerdeführerin ab März 2007 nicht mehr
arbeitete und das von der Arbeitgeberin deklarierte Einkommen von Fr. 34'275.--
bereits krankheitsbedingt beeinträchtigt war und rund 15 % unter dem
durchschnittlichen Einkommen der Jahre 2002 bis 2006 lag. Wie sich aus dem IK-
Auszug und den Lohnabrechnungen der Arbeitgeberin ergibt, war die
Beschwerdeführerin bis im Jahr 2000 bei mehreren Arbeitgebern beschäftigt und
verdiente rund Fr. 40'000.--. Ab 2001 war sie nur noch beim Kantonsspital St. Gallen
beschäftigt. Den weggefallenen Anteil der anderen Arbeitgeber konnte sie ab dem Jahr
2002 in etwa wieder aufholen (act. G 13.1/10.1 und 11.8 ff.). Nachdem die
Beschwerdeführerin über mehrere Jahre ein höheres Einkommen als im Jahr 2007
erzielt hatte, ist wohl vom Durchschnittswert der Jahre 2002 bis 2006 auszugehen.
Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob das erzielte Durchschnittseinkommen in diesen
Jahren allenfalls einem höheren Arbeitspensum als 70 % entspricht, womit auch die
Aufteilung von Erwerbstätigkeit und Haushalt neu festzulegen wäre. Vorliegend können
diese Fragen jedoch offen bleiben.
3.
3.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und die Streitsache
zur Durchführung von ergänzenden Abklärungen im Sinn der Erwägungen und
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anschliessenden neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als
volles Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin
vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu
bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin
zurückzuerstatten.
3.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers hat auf die Einreichung einer Honorarnote verzichtet. Der
Bedeutung und Komplexität der Streitsache sowie den Aufwendungen des
Rechtsvertreters angemessen erscheint eine Parteientschädigung von pauschal
Fr. 3'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht