Decision ID: 81c4d972-a6a5-5060-a706-638e32c2cb8b
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner Bodenmann, Waisenhausstrasse 17,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich 27. August 2005 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (Berufsberatung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Rente).
Dabei gab er an, er leide an psychosomatischen Leiden (Magen-/Darmstörungen,
Schlafstörungen, Konzentrationsschwächen, Depressionen, Angstzustände) sowie an
Rückenschmerzen, Tinnitus und Diabetes (act. G 4.1/1). Der Hausarzt, Dr. med. B._,
führte in seinem Bericht vom 9. September 2005 die Diagnosen eines nicht näher
spezifizierten psychischen Leidens sowie eines schwer entgleisten Diabetes mellitus
auf. Letzterer verhindere eine Tätigkeit des Versicherten als Betriebsökonom (act.
G 4.1/6). Der behandelnde Psychiater, Dr. med. B._, Psychiatrie und Psychotherapie
FMH sowie Allgemeinmedizin FMH, diagnostizierte im Bericht vom 21. September
2005 eine Störung der Persönlichkeitsentwicklung mit depressiven Zügen und Zügen
von Abhängigkeit (F61.0), bestehend seit Jugend. Im Weiteren bestehe seit mindestens
20 Jahren eine Alkoholabhängigkeit (F10.2). Der Gesundheitszustand verschlechtere
sich. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Ökonom und Unternehmensberater sei der
Versicherte seit 3. Juni 2003 zu 50 % arbeitsunfähig. Momentan sei es nicht
vorstellbar, dass der Versicherte in der ursprünglichen Tätigkeit arbeiten könne. Die
Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit könne nur verbessert werden, wenn die
multiplen gesundheitlichen Probleme wesentlich verbessert werden könnten, eine
Übergangsphase bestehe und ein kooperativer Arbeitgeber gefunden werde. Auch
andere Tätigkeiten seien dem Versicherten nur beschränkt zumutbar, da rasch eine
Überforderungssituation entstehe (act. G 4.1/9).
A.b Am 21. Dezember 2005 ordnete die IV-Stelle St. Gallen auf Vorschlag des RAD
Ostschweiz eine polydisziplinäre medizinische Untersuchung an (internistisch/psychia
trisch [act. G 4.1/12]). Am 31. Mai 2007 erstattete die MEDAS Zentralschweiz ihr
Gutachten. Die Experten, Dr. med. C._, Innere Medizin und Endokrinologie/
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Diabetologie FMH sowie Dr. D._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
diagnostizierten eine rezidivierende Depression, gegenwärtig mittelgradige depressive
Episode, mit Dysthymie, Trauer und sozialer Phobie bei positiver Familienanamnese
(mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit). Ohne wesentliche
Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit ordneten die Experten den suboptimal
eingestellten Diabetes mellitus Typ 2, bestehend seit 2004, ein, ebenso den
Nikotinabusus und das Alkoholabhängigkeitssyndrom mit zweijähriger Abstinenz. In
der angestammten Tätigkeit als Unternehmensberater sei der Versicherte aktuell zu 50
% arbeitsfähig, wobei einzig die psychiatrischen Befunde limitierend wirkten. Für eine
Verweistätigkeit
ohne besondere Anforderungen an Kontaktfähigkeit und Antrieb veranschlagten sie die
Arbeitsfähigkeit auf 100 % der Norm (act. G 4.1/20.13 f.).
A.c Auf Grund dieses Ergebnisses der medizinischen Abklärung leitete die IV-Stelle am
4. Oktober 2007 eine berufliche Eingliederung in die Wege, in deren Verlauf auch eine
Abklärung in der BEFAS Appisberg stattfand. Im Schlussbericht vom 31. Oktober 2008
hielt diese dafür, dass der Versicherte in einer für ihn geeigneten, körperlich nicht
stärker belastenden Tätigkeit zeitlich uneingeschränkt ganztags eingesetzt werden
könne. Er eigne sich für überwiegend ebenerdig und sitzend sowie auf Tischhöhe
ausübbare Arbeiten bei Möglichkeit des Einnehmens von Wechselpositionen, wie
praktisch geprüft im Büro- und Administrationsbereich. Bei vorhandener
Arbeitsentwöhnung sei aktuell mit einer Tagesleistung von 70 % zu rechnen.
Demgegenüber erscheine die medizinisch-theoretisch attestierte 50 %-ige
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Unternehmensberater kaum
realistisch umsetzbar (act. G 4.1/76.9). Mit Vorbescheid vom 19. Dezember 2008 wurde
dem Versicherten der vorgesehene Abschluss der Arbeitsvermittlung mitgeteilt, da er
die nochmalige Rentenprüfung wünsche (act. G 4.1/88). Ein weiterer förmlicher
Abschluss der beruflichen Massnahmen fand nicht statt, ist aber vorliegend nicht mehr
umstritten (vgl. auch act. G 4.1/107.1, wonach der Auftrag der Eingliederungsberatung
abgeschlossen sei).
A.d Nachdem Dr. B._ im Verlaufsbericht vom 29. Dezember 2008 angegeben hatte,
die Diagnose habe sich verändert und wahrscheinlich sei sowohl von einer Borderline
störung als auch von einer bipolaren Störung auszugehen (act. G 4.1/90.2), ordnete die
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IV-Stelle eine erneute Begutachtung an. Am 9. September 2009 erstattete die MEDAS
Zentralschweiz ihr zweites Gutachten. Nun diagnostizierten die Experten, Dres. C._
und D._, eine bipolare affektive Störung, Typ II, gegenwärtig leichte depressive
Episode ohne somatisches Syndrom bei Verdacht auf eine emotional instabile
Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ sowie eine soziale Phobie mit episodischer
Panikstörung (mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit). Ohne
wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit schätzten die Untersucher im
Wesentlichen den nach wie vor schlecht eingestellten Diabetes mellitus Typ 2 sowie
das Alkoholabhängigkeitssyndrom mit gegenwärtiger Abstinenz ein. Die
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Unternehmensberater schätzten die
Gutachter unverändert mit 50 % ein, die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten
Verweistätigkeit ebenso unverändert mit 100 %, wobei auch die Einschränkungen
bezüglich Kontaktfähigkeit und Antrieb unverändert blieben (act. G 4.1/105.15 f.).
A.e Gestützt auf die RAD-Stellungnahme vom 15. September 2009, der im Wesent
lichen von einem seit der Erstbegutachtung unveränderten Sachverhalt ausgegangen
war, orientierte die IV-Stelle den Versicherten mit Vorbescheid vom 15. Oktober 2009
über die vorgesehene Abweisung seines Rentengesuchs (act. G 4.1/109). Mit Einwand
vom 11. Dezember 2009 liess der nunmehr anwaltlich vertretene Versicherte die
Ausrichtung einer halben Rente beantragen. Einerseits überzeuge die gutachterliche
Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht. Andererseits überzeugten weder die Festlegung des
Validen- noch des Invalideneinkommens, mithin des Invaliditätsgrades (act. G 4.1/120).
Nach erneuter Konsultation des RAD verfügte die IV-Stelle am 11. Januar 2010 wie
angekündigt die Abweisung des Rentengesuchs bei einem Invaliditätsgrad von 6 %
(act. G 4.1/124).
A.f Nach erfolgter Beschwerdeerhebung vom 11. Februar 2010 beim hiesigen Ver
sicherungsgericht stellte die Verwaltung eine erneute Beurteilung der Angelegenheit in
Aussicht, worauf das Beschwerdeverfahren abgeschrieben wurde (act. G 4.1/142 und
152). Mit erneutem Vorbescheid vom 17. August 2010 stellte die IV-Stelle dem Ver
sicherten nunmehr die Ausrichtung einer Viertelsrente in Aussicht (act. G 4.1/163). Mit
Einwand vom 22. September 2010 zeigte sich der Versicherte zwar mit der Neufest
setzung des Valideneinkommens auf Fr. 105'554.-- zufrieden, indessen sei die Fest
setzung des Invalideneinkommens nach wie vor mangelhaft, könne doch entgegen
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dem MEDAS-Gutachten nicht von einer 100 %-igen Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten
Tätigkeit ausgegangen werden. Unter Berücksichtigung einer Arbeitsfähigkeit von 70 %
gemäss den Ergebnissen in der BEFAS Appisberg resultiere ein Invaliditätsgrad von
60 % und damit ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente (act. G 4.1/164). Da im
Einwand keine neuen medizinischen Tatsachen geltend gemacht würden, übermittelte
die IV-Stelle am 2. November 2010 der Ausgleichskasse Appenzell AR die Angaben zur
Invalidität und verfügte am 14. Januar 2011 wie angekündigt die Zusprache einer
Viertelsrente ab 1. September 2006 (act. G 4.1/166 f. und 170).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 16. Februar
2011 mit dem Antrag, dem Beschwerdeführer sei rückwirkend ab 1. September 2006
eine Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auszurichten.
Wie bereits im Einwand wird geltend gemacht, auf Grund der Ergebnisse in der BEFAS
Appisberg sowie der zahlreichen, von der MEDAS diagnostizierten Leiden mit wesent
licher Einschränkung der Arbeitsfähigkeit könne auch in einer adaptierten Tätigkeit
nicht von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Sodann gehe auch der
behandelnde Psychiater von einer wesentlich eingeschränkten Arbeitsfähigkeit aus.
Wenn die Gutachter trotzdem eine volle Arbeitsfähigkeit annähmen, sei dies nicht
überzeugend (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 25. März 2011 beantragt die Verwaltung Abweisung
der Beschwerde. Der Beschwerdeführer stütze seine Beschwerde im Wesentlichen auf
eine andere Ansicht des behandelnden Psychiaters. Der begutachtende psychiatrische
Experte erkläre jedoch nachvollziehbar, weshalb der nicht mit Sicherheit
auszuschliessenden Persönlichkeitsstörung selbst bei deren Vorliegen kein Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit zukäme. Das polydisziplinäre Gutachten erfülle sämtliche
rechtsprechungsgemässen Kriterien der Beweistauglichkeit. Die Ausführungen der
medizinischen Zusammenhänge seien einleuchtend und die Schlussfolgerungen
begründet. Ausserdem setze es sich zumindest indirekt mit der Meinung des
behandelnden Psychiaters auseinander, indem es die von ihm gestellten Diagnosen
eingehend diskutiere (act. G 4).
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B.c Mit Replik vom 16. Mai 2011 weist der Rechtsvertreter im Wesentlichen darauf hin,
dass die Ansicht der Beschwerdegegnerin über das Gutachten nicht zuträfe. Zudem
habe der Beschwerdeführer im März 2011 eine Hirnblutung erlitten. Dazu reicht er eine
Stellungnahme der Klinik Valens vom 2. Mai 2011 ein, woraus hervorgeht, dass der
Beschwerdeführer an einem chronischen Subduralhämatom rechts leide und die
Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit langfristig unrealistisch sei (act. G 6). Die
Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 8).

Erwägungen:
1.
1.1 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente besteht gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG (in der
ab 1. Januar 2008 gültigen Fassung), wenn die versicherte Person mindestens zu 70%,
derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 % invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50 % vor, wird eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % eine Viertelsrente zugesprochen. Eine Invalidität
von weniger als 40 % wird von der Invalidenversicherung rentenmässig nicht
entschädigt.
1.2 Um den Grad der Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität
bemessen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten
die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
2.
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2.1 In medizinischer Hinsicht stützte die Beschwerdegegnerin ihre angefochtene Ver
fügung auf das Gutachten der MEDAS Zentralschweiz vom 9. September 2009 ab. Die
Sachverständigen diagnostizierten (mit wesentlicher Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit) eine bipolare affektive Störung, Typ II, eine gegenwärtig leichte
depressive Episode
ohne somatisches Syndrom bei Verdacht auf emotional instabile
Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ. Ausserdem diagnostizierten sie eine
soziale Phobie mit episodischer Panikstörung. Ohne wesentliche Einschränkungen der
Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert, diagnostizierten die Gutachter einen schlecht
eingestellten Diabetes mellitus Typ 2, bestehend seit 2004, einen Nikotinabusus sowie
ein Alkoholabhängigkeitssyndrom mit gegenwärtiger Abstinenz. Die Arbeitsfähigkeit
schätzten sie in der angestammten Tätigkeit als Unternehmensberater auf 50 % der
Norm. Für eine adaptierte Tätigkeit, die wenig Anforderungen an Kontaktfähigkeit und
Antrieb stellt, veranschlagten sie die Arbeitsfähigkeit auf 100 % der Norm.
2.2 Dagegen bringt der Rechtsvertreter in medizinischer Hinsicht vor, dass die
Diagnosestellung offensichtlich mit Schwierigkeiten verbunden sei. Dies insbesondere
hinsichtlich der Frage, ob das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung als erstellt
angenommen werden könne. Aus dem psychiatrischen Teilgutachten gehe hervor,
dass die Schwierigkeiten in der Diagnosestellung für den MEDAS-Gutachter -
insbesondere bezüglich des Vorliegens einer Persönlichkeitsstörung - auch daher
rührten, dass der Gutachter den Beschwerdeführer lediglich in einer Momentaufnahme
gesehen habe, während selbst der Gutachter davon ausgehe, dass eine solche
Störung nicht anhand einer einzigen Untersuchung festgestellt werden könne. Die von
Dr. B._ und anderen Ärzten gestellte Diagnose (einer Persönlichkeitsstörung) könne
damit nicht eindeutig widerlegt werden (act. G 1). Dem ist jedoch entgegen zu halten,
dass die Diagnosestellung des psychiatrischen Gutachters den behandelnden Ärzten
nicht grundsätzlich widerspricht. Zwar ging die Klinik St. Pirminsberg in ihrem Bericht
vom 21. Februar 2008 davon aus, dass eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung
vom impulsiven Typ (F60.3) bestehe (act. G 4.1/34.1). Der langjährige Psychiater des
Beschwerdeführers, Dr. B._, äusserte sich in seinem Bericht vom 29. Dezember 2008
indessen vorsichtig, dass die Diagnose nicht ganz klar sei. Es sei der Verdacht auf eine
Borderline-Störung geäussert und als Differenzialdiagnose eine bipolare Störung in
Betracht gezogen worden. Im Verlauf der letzten Monate habe sich gezeigt, dass
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wahrscheinlich beide Diagnosen zuträfen (act. G 4.1/90.2). Der psychiatrische
Gutachter setzte sich mit diesen Ansichten auseinander und gelangte zum Schluss,
dass jedenfalls eine bipolare affektive Störung Typ II vorliegt. Demgegenüber könne die
Diagnose einer Persönlichkeitsstörung nicht auf Grund einer einzigen Untersuchung
gestellt werden. Die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung könne damit weder
bestätigt noch eindeutig ausgeschlossen werden. Es sei aber immerhin eine längere
Beobachtungszeit vorhanden, sodass zumindest die Verdachtsdiagnose gestellt
werden könne (act. G 4.1/105.24). Mithin schliesst auch der Gutachter eine
Persönlichkeitsstörung nicht aus, sodass diesbezüglich keine nennenswerten
Differenzen insbesondere zu Dr. B._ bestehen, der sich letztlich - trotz langjähriger
Behandlung des Beschwerdeführers - ebenfalls nicht sicher ist, ob eine
Persönlichkeitsstörung vorliegt und insofern sogar in gewisser Weise hinter seine erste
Stellungnahme vom 21. September 2005 zurückgeht, wo er noch eine Störung der
Persönlichkeitsentwicklung mit Zügen von Abhängigkeit (F61.0) festhielt (act.
G 4.1/9.3). Letztere hat auch der psychiatrische Gutachter in seinem ersten Gutachten
vom 9. April 2007 verneint (act. G 4.1/20.21).
2.3 Im Weiteren macht der Rechtsvertreter geltend, die Arbeitsfähigkeitsschätzung
sei nicht überzeugend. So gingen die Gutachter selber davon aus, dass diverse
Diagnosen eine wesentliche Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit bewirkten.
Hinzu kämen weitere Leiden mit Krankheitswert und zahlreiche Nebenbefunde. Es sei
nicht nachvollziehbar, dass die Gutachter dennoch zum Schluss gelangt seien, der
Beschwerdeführer sei in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Auch die
behandelnden Ärzte hätten sich in ihren Einschätzungen verschiedentlich dahingehend
geäussert, dass der Beschwerdeführer in seiner Arbeitsfähigkeit deutlich eingeschränkt
sei. Zu erwähnen sei der Arztbericht der Klinik St. Pirminsberg vom 25. Januar 2008
(richtig: 21. Februar 2008), wo dem Beschwerdeführer für den Entlassungszeitpunkt
eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei. Auch Dr. B._ halte dafür, dass
die Arbeitsfähigkeit auch in einer leidensangepassten Tätigkeit wesentlich
eingeschränkt sei. Dr. B._ habe sodann festgehalten, dass eine komplexe
Wechselwirkung zwischen Persönlichkeitsstörung, psychischer Störung und dem
Alkoholabusus vorliegen würde. Schliesslich gehe auch die BEFAS Appisberg davon
aus, dass der Beschwerdeführer zumindest anfänglich nur zu 70 % einsetzbar sei.
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Insgesamt sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer auch in einer den Leiden
angepassten Tätigkeit zu mindestens 30 % in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei.
2.4 Der psychiatrische Gutachter befasste sich ausführlich mit der Frage der Arbeits
fähigkeit. So führte er insbesondere auf, dass eine bipolare affektive Störung, Typ II,
oder eine leichte bis mittelschwere Depression höchstens bei einer hochqualifizierten
Arbeit, z.B. mit Führungsfunktionen oder hohen Anforderungen an die Kreativität und
Flexibilität, eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % oder mehr bewirken können. Während der
hypomanen Phasen sei die Leistungsfähigkeit in der Regel subjektiv und objektiv eher
erhöht. Durch die Anpassung der Diagnose betreffend affektive Störung ergebe sich
medizinisch-theoretisch keine wesentliche Änderung der Arbeitsfähigkeit.
Grundsätzlich habe eine Persönlichkeitsstörung zwar immer Auswirkungen auf den
Gesundheitszustand, schränke aber die Arbeitsfähigkeit nur selten und nur in speziellen
Fällen wesentlich ein. Dies treffe etwa auf die frühere Tätigkeit des Beschwerdeführers
als Unternehmensberater zu, wo er eine hohe Motivation, Ausstrahlung,
Durchhaltevermögen, Konzentrationsfähigkeit, Flexibilität und Kreativität haben müsse.
Auf Grund seiner psychischen Störungen könne er zwar mit einer Präsenzzeit von 90 -
100 % arbeiten. Aber die Leistungen in der angestammten Tätigkeit seien zu rund
50 % eingeschränkt. Für eine Verweistätigkeit geht der Sachverständige - wie bereits
im ersten Gutachten - davon aus, dass diese Tätigkeit keine hohen Anforderungen an
Kontaktfähigkeit und Antrieb stellen sollte. Weitere Einschränkungen ergäben sich
nicht. Aus psychiatrischer Sicht könne daher "je nach Tätigkeit" unverändert von einer
Arbeitsunfähigkeit von 0 % ausgegangen werden. Im Weiteren führte der Experte aus,
dass der seit zwei Jahren sistierte Alkoholkonsum die Arbeitsfähigkeit kaum
einschränken würde (act. G 4.1/105.25 f.). Demgegenüber umschreibt Dr. B._ Art und
Umfang der seiner Ansicht nach bestehenden Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit
nicht näher. In seinem Bericht vom 29. Dezember 2008 geht er von "starken
Auswirkungen" auf die Arbeitsfähigkeit aus, in seinem Schreiben vom 19. Februar 2009
von "komplexen Wechselwirkungen zwischen Persönlichkeitsstörung, psychischer
Störung und Alkoholabusus", wobei er einräumt, dass in den Phasen der Abstinenz
keine alkoholbedingte Reduktion der Arbeitsfähigkeit bestehe (act. G 4.1/90.2 und 93).
Die Klinik St. Pirminsberg beschränkte ihre Angaben zur Arbeitsunfähigkeit auf die
Zeiten des Klinikaufenthalts, sodass sich aus diesen Angaben von Vornherein keine
Schlüsse auf den weiteren Verlauf der Einschränkung ziehen lassen (act. G 4.1/34.1 f.).
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Im Weiteren ist mit dem RAD festzustellen, dass der Grad der Arbeitsunfähigkeit nicht
von der Anzahl Diagnosen (bzw. Befunde) abhängt. Vielmehr sind die die
Arbeitsfähigkeit einschränkenden Befunde bei der angestammten Tätigkeit
berücksichtigt worden. Mit der Umschreibung einer adaptierten Tätigkeit ist den
Einschränkungen des Beschwerdeführers Rechnung getragen worden (vgl. act.
G 4.1/122.2). Der Gutachter führte auch aus, dass das Vorliegen einer
Persönlichkeitsstörung die Arbeitsfähigkeit in der Regel nicht wesentlich einschränke,
weshalb selbst das Vorliegen einer solchen die Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht
wesentlich zu beeinflussen vermöchte. Schliesslich geht die BEFAS Appisberg zwar
von einer initialen Arbeitsfähigkeit von 70 % aus, die jedoch nach einer
Angewöhnungszeit von 3 - 6 Monaten auf eine normale Arbeitsleistung gesteigert
werden könne (act. G 4.1/76.9). Mithin steht auch diese Einschätzung der
gutachterlichen nicht grundsätzlich entgegen. Die gemachten Vorbringen vermögen
damit das Gutachten weder im Hinblick auf die medizinischen Feststellungen noch im
Hinblick auf die Schlussfolgerungen zu erschüttern. Das Gutachten ist umfassend und
berücksichtigt sowohl die geklagten Beschwerden als auch die medizinischen
Vorakten. Es setzt sich mit den Ansichten der behandelnden Ärzte auseinander und
leuchtet in den Schlussfolgerungen ein. Demnach bildet es eine taugliche
Entscheidungsgrundlage, weshalb vollumfänglich darauf abzustellen ist.
3.
3.1 Weiter beanstandet der Rechtsvertreter die Berechnung des Invaliditätsgrades.
Zwar gehe das von der Beschwerdegegnerin angenommene Valideneinkommen von
Fr. 105'554.-- in Ordnung, indessen sei beim Invalideneinkommen die Arbeitsfähigkeit
von 70 % zu berücksichtigen, sodass dieses nur Fr. 41'985.-- und nicht Fr. 59'979.--
betrage. Dieser Einwand ist nach dem in vorstehender Erwägung Gesagten von
Vornherein unbeachtlich. Trotzdem sind die Berechnungsgrundlagen von Amtes wegen
zu prüfen. Die Beschwerdegegnerin berücksichtigte beim Invalideneinkommen das
zuletzt bei der OBT Treuhand St. Gallen erzielte Einkommen. Dies ist grundsätzlich
nicht zu beanstanden, widerspiegelt doch diese Anstellung die grundsätzliche
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers. Nachdem das Arbeitsverhältnis jedoch vom
März 1999 bis Juni 2001 gedauert hat (vgl. Arbeitszeugnis [act. G 4.1/2.5], rechtfertigt
es sich, die gesamte Dauer in die Berechnung mit einzubeziehen und nicht nur die
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Jahre 1999 und 2000 (geteilt durch 2). Bei einer Anstellungsdauer von 28 Monaten
ergibt sich gemäss IK-Auszug (act. G 4.1/50) ein Durchschnittseinkommen von
Fr. 104'295.-- ([Fr. 83'420.-- + Fr. 106'520.-- + Fr. 53'416.--] : 28 X 12). Für das
Invalideneinkommen geht die Beschwerdegegnerin vom Tabellenwert (2008) gemäss
Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV aus. Dies ist ebenfalls nicht
zu beanstanden. Lässt man - analog zur Berechnung des Valideneinkommens - die
Nominallohnentwicklung unberücksichtigt, ist für die Bemessung des
Invalideneinkommens aber ebenfalls vom Wert 2001 auszugehen. Dieser beträgt
gemäss Anhang 2 Fr. 56'883.--. Ein zusätzlicher Abzug (Leidensabzug) erscheint
jedenfalls bei Abstellen auf das Anforderungsniveau 4 nicht gerechtfertigt, könnte der
Beschwerdeführer auf Grund seiner Ausbildung wohl auch Tätigkeiten im Bereich von
Niveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) erledigen. Die Erwerbseinbusse
beträgt damit Fr. 47'412.-- oder 45,5 % ([Fr. 104'295.-- - Fr. 56'883.--] : 104'295.-- x
100). Im Ergebnis ist damit die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden.
4.
4.1 Demnach ist die Beschwerde, mit der die Zusprache mindestens einer
Dreiviertelsrente beantragt wurde, abzuweisen. Die angefochtene Verfügung ist
hinsichtlich der Zusprache einer Viertelsrente ab 1. September 2006 zu bestätigen.
4.2 Die vom Rechtsvertreter replicando geltend gemachte Verschlechterung des
Gesundheitszustands (Hirnblutung) bildet nicht Gegenstand des vorliegenden
Verfahrens, da das entsprechende Ereignis vom März 2011 erst nach Erlass der
angefochtenen Verfügung aufgetreten ist. Bislang standen hauptsächlich die
psychischen und Persönlichkeitsprobleme des Beschwerdeführers im Vordergrund und
einzig diese bewirkten eine erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Demgegenüber erscheint der geltend gemachte neue Gesundheitsschaden nicht als
offensichtlich damit in Zusammenhang stehend. Es rechtfertigt sich damit nicht, die
geltend gemachte Verschlechterung in das vorliegende Verfahren mit einzubeziehen
und diesbezügliche zusätzliche Abklärungen vornehmen zu lassen. Dies umso weniger,
als das vorliegend zu beurteilende Abklärungsverfahren im Urteilszeitpunkt nun schon
seit mehr als sieben Jahren andauert. Der Beschwerdeführer ist somit bezüglich des
Ereignisses vom März 2011 auf den Revisionsweg zu verweisen, den er nach Angaben
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des Rechtsvertreters offenbar bereits beschritten hat. Die Beschwerdegegnerin wird
das entsprechende Verwaltungsverfahren durchzuführen haben.
4.3 Hinsichtlich Kosten- und Entschädigungsfolgen ist dieser Ausgang als vollumfäng
liches Unterliegen des Beschwerdeführers zu qualifizieren, weshalb ihm die gemäss
Art. 69 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20)
zu erhebenden und angesichts des durchschnittlichen Aufwands auf Fr. 600.--
festzusetzenden Gerichtskosten aufzuerlegen sind. Der von ihm geleistete
Kostenvorschuss wird daran angerechnet.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP