Decision ID: 2bafd54c-c9f7-4a3b-a39a-ee4e19ff5fab
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der
1981
geborene
X._
war
seit
dem 1. März 2006 als Sanitärmonteur bei der
Y._
angestellt und damit bei der Schweizerischen Unfallver
sicherungsanstalt (SUVA) im Rahmen des Bundesgesetzes über die Unfallversi
cherung (UVG) obligatorisch versichert (
Urk.
9/1).
Am 29. Dezember 2010 verlor ein auf der Gegenfahrbahn entgegenkommender Traktorfahrer die Herrschaft über sein Fahrzeug
und d
essen Anhänger kollidierte mit de
m Personenwagen des
Versicherten. Der Traktorfahrer verstarb noch auf der Unfallstelle (
Urk.
9/17 S. 5).
X._
zog sich
eine linksseitige El
lbogen- und Schulterprellung sowie ein muskuläres Halswirbelsäulen-Schleudertrauma
(
Urk.
9/4 und
Urk.
9/14)
und ein posttraumatisches
Z
ervikalsyndrom (
Urk.
9/5) zu. In der Folge erbracht die SUVA die gesetzlichen Leistungen. Mit Verfügung vom
7. Februar 2012 stellte sie diese – unter Hinweis auf das Fehlen eines adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis vom Dezember 2010 und den geklagten Beschwerden – per 29. Februar 2012 ein (
Urk.
9/46). Die dagegen erhobene Einsprache vom
1
2.
März (
Urk.
9/49) respektive 28. März 2012 (
Urk.
9/52) wies sie mit Entscheid vom 19. April 2012 ab (
Urk.
9/54 = Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid vom 19. April 2012 (
Urk.
2) erhob der Versi
cherte am 21. Mai 2012 Beschwerde und beantragte, der angefochtene Ent
scheid sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen auszurich
ten (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
August 2012 schloss die SUVA auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8). Am 24. August 2012 wurde dem Beschwerdeführer das Doppel der Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
12). Am
8. November 2012
(
Urk.
13)
legte der Beschwerdeführer Berichte von Dr. med.
Z._
,
Fachärztin FMH für Neurologie, vom 19. Oktober 2012
(Urk.
14/1) sowie des
A._
über die ambulante Behandlung vom 28. Oktober 2012 (
Urk.
14/2)
auf
.
Die diesbezügliche Stellungnahme der Beschwerdegegne
rin datiert vom 11. Juli 2013 (
Urk.
17).
Der
Beschwerdeführer
äusserte sich ein weiteres Mal
am 16. August 2013 (
Urk.
20)
und die
Beschwerdegegnerin
nahm
am 4. September 2013 abschliessend Stellung (
Urk.
23).
3.
Mit Verfügung vom 9. Oktober 2012 verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, einen Anspruch des Beschwerdeführers auf be
rufliche Massnahmen und auf eine Invalidenrente. Die dagegen am 12. November 2012 erhobene Beschwerde wurde mit heutigem Urteil des h
iesi
gen Gerichts
in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung auf
gehoben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen w
u
rd
e
, damit diese nach
ergänzenden
Abklärung
en
über den Leistungsanspruch des Beschwerde
führers neu
verfüge
(Prozess-Nr. IV.2012.
0
1187).
4.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Un
fallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]), so steht ihr gemäss Art. 16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie in
folge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18
Abs.
1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
türli
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
leinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Be
schwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Be
weis
würdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte ihre weitere Leistungspflicht – unter Hinweis auf die kreisärztliche Beurteilung von
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Chi
rurgie, vom 28. Dezember 2011 –
hauptsächlich
damit, dass den geklagten ge
sundheitlichen Beschwerden kein unfallbedingtes organisch hinreichend nach
weisbares Substrat zugrunde liege.
Dies gelte auch für das Kompressions
s
yn
drom der oberen Thoraxapertur (
Urk.
17 und
Urk.
23).
Der Beschwerdeführer habe nach dem Unfall lediglich über Nackenschmerzen geklagt. Weitere, zum typischen Beschwerdebild einer Halswirbelsäulenverletzung gehörende Beein
trächtigungen seien keine vorgelegen, weshalb sich die Adäquanz nach der in BGE 115 V 133 festgehal
tenen Rechtsprechung beurteile. Die Prüfung der Adä
quanzkriterien ergebe, dass keines als erfüllt betrachtet werden könne. Die Leistungseinstellung sei deshalb zu Recht erfolgt (
Urk.
8).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
die vorlie
genden medizinischen Akten würden für die Beurteilung der Leistungspflicht der Besc
hwerdegegnerin nicht ausreichen.
E
inerseits würden die Berichte der behandelnden Ärzte der versicherungsinternen Beurteilung widersprechen
. A
n
dererseits sei keine polydisziplinäre Beurteilung vorgenommen worden.
Auch sei bislang nicht abgeklärt worden, inwiefern sich das Kompressions
s
yndrom der oberen Thoraxapertur – eine objektivierbare Gesundheitsstörung – auf die Arbeitsfähigkeit auswirke (
Urk.
13 und
Urk.
20).
Die Adäquanzprüfung sei nach der Schleudertrauma-Rechtsprechung (BGE 117 V 359 und BGE 134 V 109) vorzunehmen, da das bunte Beschwerdebild
nach
Halswirbelsäulen
-Distorsion
vorgelegen habe
. Diesbezüglich ergebe sich, dass drei Kriterien (
b
esonders dra
matische Begleitumstände, erhebliche Beschwerden und erhebliche Arbeitsunfä
higkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen) erfüllt seien, weshalb der adäquate Kausalzusammenhang zu bejahen sei (
Urk.
1
).
3.
3.1
Die Erstbehandlung fand am Unfalltag durch den praktischen Arzt
C._
statt. Er diagnostizierte
am 13. Januar 2011
eine linksseitige Ellbogen- und Schulte
r
prellung und ein muskuläres Halswirbelsäulen
-Schleudertrauma, jedoch ohne Anhalt für ein Wirbelsäulen-Schleudertrauma (
Urk.
9/4).
3.2
Dr.
med. D._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatolo
gie, berichtete am 27. Januar 2011 über eine eingeschränkt und schmerzhaft bewegliche Halswirbelsäule
(HWS)
und über muskuläre Verspannungen der Na
ckenmuskulatur. Neurologische Ausfälle konnte er keine beobachten. Er diag
nostizierte einen Status nach HWS-Distorsion mit einem posttraumatischen
Z
ervikalsyndrom (
Urk.
9/5).
Seinem Bericht vom 6. Mai 2011 kann entnommen werden, dass der Beschwerdeführer unter regredienten Nackenschmerzen bei persistierenden Verspannungen leidet (
Urk.
9/20).
3.3
Dr
.
Z._
diagnostizierte
am 2
2.
November 2011 ein leichtes Zervikalsyndrom und äusserte den Verdacht auf ein Kompressionssyndrom
der oberen Tho
raxapertur beidseits. Der Grund hierfür liege in der insuffizienten Haltung
des Beschwerdeführers
mit stark nach vorne hängenden Schultern und einer An
teposition des Kopfes (
Urk.
9/36).
3.4
Dr
.
B._
berichtete, die kreisärztliche
Untersuchung
vom 28. Dezember 2011
habe das Bild eines unauffälligen, wortreich Auskunft gebenden und eher be
gehrend auftretenden Versicherten ergeben. Er habe ein unauffälliges und spontanes Bewegungsmuster
ohne wesentliche Einschränkungen
erkennen
kön
nen. Die nach dem eindrücklichen Verkehrsunfall vom Dezember 2010 diag
nostizierten Prellungen seien abgeheilt. Von der damals festgestellten HWS-Distorsionssymptomatik seien jetzt nur noch leichte Verspannungen festzustel
len. Die klinische Situation habe sich über die Monate weitgehend normalisiert.
Die geklagten Kopf- und Nackenschmerzen sowie die Konzentrationsstörungen seien medizinisch und bildgebend nicht verifizierbar
. Die klinischen
und bildge
benden
Untersuchungen würden eindeutig zeigen, dass unfallbedingt keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr
best
ehe
(Urk.
9/40 S. 6
f.
).
Der Kreis
arzt empfahl eine sukzessive Steigerung des Arbeitspensums
auf 100
%
(
Urk.
9/40 S. 7 und
Urk.
9/
41).
3.5
Der ärztliche Leiter der
E._
,
Dr.
med.
F._
, diagnostizierte am 17. Januar 2012 ein posttraumatische
s
Z
ervikalsyndrom nach Autounfall am 29. Dezember 2010 mit persistierenden Nackenschmerzen und muskulären Verspannungen occipital.
Er regte an, die Arbeitsfähigkeit mittels Muskelauf
bau
s
innert vier bis
sechs Wochen auf 100
%
zu steigern (
Urk.
9/43).
3.6
Dr.
Z._
bestätigte
am 19. Oktober 2012 ihre Verdachtsdiagnose eines Kompres
sionssyndroms der oberen Thoraxapertur beidseits. Durch entspre
chende Provokationsmanöver könnten die Beschwerden sofort ausgelöst werden (
Urk.
14/1).
4.
In Bezug auf die beiden
zurückliegenden
Unfallereignisse vom 15. Dezember 2001 (
tätlicher Überfall,
Urk.
11/1) und 7. Februar
2004
(
Verkehrsunfall,
Urk.
10/1) ist angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer jeweils wieder eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit erreichte und die Heilbehandlung
en
ab
geschlossen werden konnte
n
(vgl. Berichte der Psychiatrischen Poliklinik des
G._
vom 23.
August 2002 [
Urk.
11/17] und
der
E._
vom 7. Mai 2003 [
Urk.
11/29], die kreisärztliche Untersuchung vom
25. September 2003 [
Urk.
11/38], den Bericht des Externen Psychiatrischen Dienstes des
H._
vom 11. März 2004 [
Urk.
10/6] und die Telefon
notiz vom 1
2.
Juli 2004 [
Urk.
10/13]), nicht von einer (Teil-)Ursächlichk
eit für die noch über den 29.
Februar 2012 hinaus geklagten Beschwerden auszugehen. Die weitere Anspruchsprüfung bezieht sich daher einzig auf den Unfall vom De
zember 2010.
5.
Innerhalb des Sozialversicherungsrechts
spielt die Adäquanz als rechtliche
Ein
grenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang
ergebenden
Haf
tung
des Unfallversicherers im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfall
folgen
prak
tisch keine Rolle
. Eine manuelle ärztliche
Untersuchung der versi
cherten Person fördert klinische, nicht aber
objektivierbare Ergebnisse zu Tage. Objektivierbar sind Ergebnisse, die
reproduzierbar und von der Person des Un
tersuchenden und den Angaben des
Patienten unabhängig sind. Würde auf Er
gebnisse klinischer Untersuchungen
abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches Substrat namhaft
gemacht. Folglich kann von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen erst
dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden
Abklärungen bestätigt werden.
Diese Untersuchungsmethoden müssen zudem
wissenschaftlich anerkannt sein
. Bei
spielsweise sind myofasziale und tendinotische bzw. myotendinotische Befunde für
sich allein nicht als organisch hinreichend nachweisbare Unfallfolgen zu
betrachten
. Das Gleiche gilt für das Thoracic-outlet-Syndrom (TOS), worunter ein
Kompressionssyndrom im Bereich der oberen Thoraxapertur – wie es von
Dr.
Z._
diagnostiziert wurde – zu verstehen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_124
/2008 vom 17. Oktober 2008 E. 6.1 mit weiteren Hinweisen). Es tritt im Anschluss an ein Schleudertrauma der HWS selten auf (Urteil des Bundesge
richts U 339/06 vom 6. März 2007 E. 4.1 mit weitere
n
Hinweis
en
).
Hinsichtlich des Kompressionssyndroms
sind damit keine
hinreichend objektivierbaren orga
nischen Unfallfolgen
ausgewiesen
, zumal
sich die Diagnose allein auf klinische Feststellungen stützt und erst knapp zwei Jahre nach dem Unfallereignis bestä
tigt wurde
.
6.
6.1
Aus den zitierten Arztberichten geht übereinstimmend hervor, dass die sonsti
gen vom Beschwerdeführer geklagten somatischen Beschwerden – hierbei han
delt es sich
im Wesentlichen
um Nackenschmerzen und muskuläre Verspannun
gen (
Urk.
9/10, 9/22,
9/26 S. 1, 9/29, 9/36 S. 1 und
9/43
)
– keinem organisch nachweisbaren unfallbedingten Substrat zuzuordnen sind. Im MRI vom 3. No
vember 2011 waren nebst degen
erativen Veränderungen einzig eine Hypo
lordose der mittleren HWS und eine Zyste im unteren Schilddrüsenpol und keine Nachweise von (posttraumatischen) Läsionen zu ersehen (
Urk.
9/36 S. 4).
6.2
6.2.1
Hinsichtlich der beantragten
orthopädischen und radiologischen Abklärung der
Schulter ist festzuhalten, dass
bereits aufgrund der
vom erstbehandelnden Arzt
C._
angeordnete
n
bildgebende
n
Untersuchung
eine Fraktur ausgeschlossen werden konnte
(
Urk.
9/4)
. In der Folge verzichteten die nachbehandelnden Ärzte auf weitergehende Abklärungen,
da
der Beschwerdeführer nicht über
(unfallbe
dingte)
Schmerzen in der Schulter klagte.
Zudem
konnte
Dr.
Z._
in ihrem Bericht vom 2
2.
November 2011 (Urk. 9/36) keine neurologischen Ausfälle
nachweisen
(S.
2
)
und
Dr.
B._
berichtete am 28.
Dezember 2011 von folgen
los abgeheilten Prellungen (
Urk.
9/40
S. 6).
6.2.2
Eine psychiatrische Begutachtung drängt sich
ebenfalls
nicht auf. Für das Vorlie
gen einer psychischen Beeinträchtigung
mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit
im Zeitpunkt der Leistungseinstellung geben die Angaben des Be
schwerdeführers keine Anhaltspunkte. Hierfür spricht
auch
d
er Umstand, dass
sich der Beschwerdeführer – soweit aus den Akten ersichtlich – aufgrund des Unfallereignisses vom Dezember 2010 nie einer
fachärztlichen
Psychotherapie unterzogen hatte und auch keiner
der behandelnden Ärzte
e
ine solche für indi
ziert hielt
. In Übereinstimmung damit bestätigte
auch
Dr.
Z._
sechs
Monate nach der Leistungseinstellung
das Bild eines psychisch unauffälligen Versicher
ten (
Urk.
14/1
S. 2
).
6.2.3
Nach dem Gesagten sind von weiteren medizinischen Abklärungen – insbeson
dere von der Einholung eines polydisziplinären Gutachtens – keine neuen Er
kenntnisse
zur Frage einer objektiv ausgewiesenen
oder psychischen
Unfallfolge
zu erwarten, weshalb sich solche erübrigen
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 162 E. 1d).
7.
Zum Zeitpunkt des Fallabschlusses ist festzuhalten, dass ein Versicherer - sofern allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind - die Heilbehandlung (und das Taggeld) nur so lange zu gewähren hat, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (BGE 134 V 109 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen).
Ob damit zu rechnen ist, dass mittels weiterer therapeutischer Massnahmen noch eine namhafte Besserung der gesundheitlichen Situation im Sinne von Art. 19
Abs.
1 UVG erzielt werden kann, bestimmt sich namentlich nach Mass
gabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähig
keit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Dabei muss die durch weitere Heilbehandlungen zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 mit weiteren Hinweisen).
Nicht zu beanstanden ist, dass die Beschwerdegegnerin den Fallabschluss per 29. Februar 2012
vornahm
, denn der Fokus der durchgeführten Behandlungen lag zuletzt einzig noch auf der Kräftigung der Muskulatur (
Urk.
9/29 und Urk. 9/43).
Vor diesem Hintergrund war kein als namhaft im Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG zu taxierender Erfolg mehr zu erwarten. Seitens des Beschwerde
führer
s wird denn auch selbst ausgeführt, dass die bisherigen Therapien zu kei
ner Verbesserung des Gesundheitszustands mehr führen (
Urk.
9/39).
8.
8.1
Zusammenfassend ergibt sich
, dass der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt des zu Recht per 29. Februar 2012 vorgenommenen Fallabschlusses hauptsächlich un
ter Nackenschmerzen und muskuläre
n
Verspannungen gelitten hat. Ob die ge
klagten Beschwerden natürlich kausal verursacht worden sind,
kann offen blei
ben
,
falls die
Adäquanz des Kausalzusammenhangs zu verneinen
ist.
Hierzu ergibt sich Folgendes:
8.2
Die Parteien sind sich uneinig, ob die Adäquanzprüfung nach den für psychi
sche Unfallfolgen (BGE 115 V 133) oder Schleudertraumen der HWS (BGE 117 V 359 und BGE 134 V 109) geltenden Regeln zu erfolgen ha
t. Der Beschwerde
führer klagte
anlässlich der Erstbehandlung am Unfalltag über Nackenschmer
zen und einen leichten linksseitigen HWS-Schmerz
(
Urk.
9/4 und
Urk.
9/14)
.
Später gab er an, zusätzlich unter Kopfschmerzen zu leiden (
Urk.
9/5 und
Urk.
9/11). Unter diesen Umständen ist fraglich, ob der Beschwerdeführer das für eine HWS-Distorsion typische Beschwerdebild – gefordert ist eine Häufung
von
Beschwerden wie
diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbar
keit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung und so weiter (BGE 117 V 359 E. 4b) –
aufgewiesen hat. Dies gilt umso mehr, als im späteren Verlauf ein
deutig die Nackenschmerzen und die schmerzhaften Muskelverspannungen im Vordergrund standen
.
Die Frage nach den anwendbaren Adäquanzkriterien be
darf indes
dann
keiner weiteren Betrachtung,
wenn
die Adäquanz auch nach der
Schleudertrauma-Rechtsprechung –
die in der Regel und jedenfalls in casu für die versicherte Person günstiger ist als die
Psycho-
Praxis (vgl. hiezu etwa Urteil des Bundesgerichts
8C_38/2009
vom 24.
April 2009 E. 3.1 mit Hinweis) –
zu verneinen ist.
8.3
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Un
fall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Be
einträchtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zu
rückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Bundesge
richts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Stö
rungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- bezie
hungsweise der Erwerbsunfähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adä
quate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträch
tigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittle
ren Bereichs weitere Krite
rien in die Beurteilung mit einzubeziehen sind. Je
nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig da
von, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Un
falls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
erhebliche Beschwerden;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bun
desgericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Be
urteilung des ad
äquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und ei
ner psychischen Fehl
entwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Be
schwerden auf eine Differenzie
rung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht ent
scheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als orga
nischer und/oder psy
chischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109 ff.; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/aa und 367 E. 6a).
8.4
8.4.1
Bei der Adäquanzprüfung ist die Schwere des Unfalls aufgrund des augenfälli
gen Geschehensablaufes mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen (BGE 134 V 109 E. 10.1). Beide Parteien gehen übereinstimmend von einem
mittelschweren Unfall
im
engeren Sinn
aus (
Urk.
1 S. 14 und
Urk.
8 S. 8 f.). Mit Blick auf die im Einspracheentscheid zitierte Kasuistik (
Urk.
2 S. 1
1
, vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_617/2010 vom 15. Februar 2011 E. 3.2.2 mit wei
teren Hinweisen) und die konkreten Umstände
des Unfalls
ist
diese Qualifizie
rung nicht zu beanstanden. Die Adäquanz wäre daher zu bejahen, wenn ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders ausge
prägter Weise erfüllt wäre oder drei der zu berücksichtigenden Kriterien gege
be
n wären.
8.4.2
Ob besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklich
keit des Unfalls vorliegen, beurteilt sich objektiv und nicht aufgrund des sub
jektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person. Jedem min
destens mittelsch
w
eren Unfall ist eine gewisse Eindrücklichkeit eigen, was somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (Urteil des Bun
desgerichts 8C_62/2013 vom 11. September 2013 E. 8.1).
Dementsprechend
wurde in der jüngeren Rechtsprechung das Kriterium etwa bejaht
bei einer Massenkarambolage mit vier beteiligten Fahr
zeugen und einem Reisecar
. Dabei prallte der Personenwagen
(PW)
, in welchem die versicherte Person als Beifah
rerin sass, auf einer nicht richtungsgetrennten und mit einer Höchstgeschwin
digkeit von 100 km/h signalisierten Strasse als erstes mit entsprechend hoher Krafteinwirkung in einen aus der Gegenrichtung heranschleudernden Perso
nenwagen. Die versicherte Person und ihr Ehemann, welcher am Steuer sass, wurden in ihrem stark deformierten, totalbeschädigten Personenwagen einge
klemmt und mussten dur
ch die Feuerwehr befreit werden.
Das Kriterium wurde sodann als erfüllt betrachtet: bei einer Auffahrkollision und anschliessendem Zusammenstoss mit zwei Fussgängern, wovon einer auf die Kühlerhaube des Fahrzeugs gehoben und anschliessend auf die Strasse geschleudert wurde; bei einem Unfall wegen eines geplatzten Reifens auf der Autobahn, wobei das Fahrzeug ins Schleudern geriet, in eine Fahrbahnabschrankung geriet, sich überschlug und auf dem
Dach liegend zum Stillstand kam;
bei der Kollision ei
nes Lieferwagens mit einem mit erheblich übersetzter Geschwindigkeit heranna
henden Motorradfahrer, welcher am Tag nach dem Unfall seinen schweren Verletzungen erlag; bei einem in der 29.
Woche schwangeren Unfallopfer; bei einem Skifahrer, welcher kopfüber mit einem Baum kollidierte; bei einem Un
fall, bei dem der beteiligte Motorradfahrer am Unfallort verstarb und der Mo
torraum des Autos des Versicherten in Brand geriet; bei einer Massenkarambo
lage auf einer Autobahn; bei einem Zusammenstoss zwischen einem Personen
wagen und einem Lastwagen in einem Autobahntunnel mit mehreren sich an
schliessenden Kollisionen mit der Tunnelwand; bei einem Zusammenprall zwi
schen einem Sattelschlepper und einem PW, wobei der Fahrer des Sattelschlep
pers die Kollision zunächst nicht bemerkte und den Personenwagen der versi
cherten Person noch auf einer längeren Distanz vor sich herschob, während die Insassen des PW verzweifelt versuchten, den Unfallverursacher auf sich auf
merksam zu machen; bei einem Unfall mit hoher Geschwindigkeit auf einer Autobahn, bei dem das Fahrzeug des Versicherten bei starkem Verkehr mehr
mals über die Fahrbahn geschleudert wurde und si
ch dabei wiederholt über
schlug
; bei einer Autolenkerin, welche auf einer deutschen Autobahn mit einer Geschwindigkeit von 140 bis 160 km/h fuhr, als das Fahrzeug infolge überfrie
render Nässe ins Schleudern geriet, in eine Böschung stiess, sich mehrfach überschlug und, total beschädigt, ausserhalb der Fahrbahn auf der rechten Seite liegend zum Stillstand kam; bei einem Versicherten, dessen Fahrzeug sich mit einer angegebenen Geschwindigkeit von rund 90 km/h über die Mittelleitplanke hinweg überschlug
und auf dem Dach zu liegen kam
(Urteil des Bundesgerichts 8C_398/2012 vom 6. November 2012 E. 6.1.1)
.
Im vorliegenden Fall fehlt es an vergleichbaren Umständen, woran die Tatsache nichts ändert, dass beim Unfall eine Person getötet wurde
.
Auch wenn dem Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abzusprechen ist, ist - objektiv betrachtet - das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls nicht erfüllt.
8.4.3
Ebenfalls zu verneinen ist das Vorliegen einer schweren oder
besonders gearte
ten Verletzung (vgl. BGE 134 V
109 E. 10.2.2).
8.4.4
Zu prüfen ist weiter das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztli
chen Behandlung bis zum Fallabschluss
am
29. Januar 201
2.
Dieses Krite
rium bedingt, gesamthaft betrachtet, eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztli
che Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer. Blosse ärztliche Verlaufskon
trollen und Abklärungsmassnahmen sowie manualtherapeutische und medika
mentöse Behandlungen vermögen das Kriterium nicht zu erfüllen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_62/2013 vom 11. September 2013 E. 8.3). Der Beschwerde
führer wurde nach dem Unfallereignis vom Dezember 2010 nie in stationärem Rahmen behandel
t
.
Aus der zur Behandlung der Beschwerden verordneten Phy
siotherapie und der Analgesie allein resultiert noch keine
erhebliche B
elastung im Sinne der Rechtsprechung. Von einer fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung kann damit nicht gesprochen werden.
8.4.5
Adäquanzrelevant können nur in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallab
schluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erhebliche Beschwerden sein. Die Erheb
lichkeit beurteilt sich nach den
glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im Le
bensalltag erfährt (Urteil des Bundesgerichts 8C_62/2013 vom 11. September 2013 E. 8.4).
Der Beschwerdeführer leidet hauptsächlich
an Kopf- und
Nacken
schmerzen, die
durch Verspannungen bedingt sind
(
Urk.
9/22
, 9/26 S.
1, 9/40
und 9/43).
Diese Leiden variieren in der Intensität und lassen sich durch die Einnahme von Medikamenten positiv beeinflussen.
In Übereinstimmung damit berichtete
Dr
.
F._
am 28. Februar 2012, die Schmerzen bestünden genau noch aus zwei punktuellen Zonen im Nacken (
Urk.
8/8/33 im Prozess-Nr. IV.2012.01187).
Die Beschwerden übersteigen das bei HWS-Distorsionen übliche
Mass somit jedenfalls nicht derart, dass das Kriterium "erhebliche Beschwerden" in besonders ausgeprägter Weise bejaht werden könnte
(Urteil 8C_580/2010 vom 30. August 2010 E. 5.3.2 mit weiterem Hinweis).
8.4.6
Mangels entsprechender Anhaltspunkte in den Akten kann nicht von einer ärztli
chen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, gesprochen werden.
8.4.7
Ohne Weiteres zu verneinen ist sodann das Kriterium des schwierigen Heilungs
verlaufs und der erheblichen Komplikationen. Hiefür bedürfte es besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben. Dass Beschwerden trotz der durchgeführten Behandlungen persistieren, genügt ebenso wenig (vgl. hiezu etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_1015/2008 vom 6. April 2009 E. 5.4.3) wie der Umstand, dass die versicherte Person unter verschiedenartigen Symptomen leidet, die sich im Rahmen umfassender medizinischer Untersuchungen keinem organisch nachweisbaren Substrat zuordnen lassen, handelt es sich dabei doch gerade um ein für eine Schleudertrauma-Verletzung charakteristisches Phäno
men (vgl. BGE 117 V 359 E. 4b).
8.4.8
Was schliesslich das Kriterium der
erheblichen
Arbeitsunfähigkeit
trotz ausgewie
sener Anstrengungen
anbelangt, ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis mittelschweren Schleudertraumen der HWS ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Stand
punkt aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähig
keit ist daher massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als sol
che, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unter
nimmt. Darin liegt der Anreiz für die versicherte Person, alles daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu werden. Gelingt es ihr trotz solcher Anstrengungen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung
schnellst
möglich
wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstren
gungen der versicherten Person können sich insbesondere in ernsthaften Ar
beitsversuchen trotz allfälliger persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen von medizinischen Thera
piemassnahmen zu berücksichtigen. Sodann können Bemühungen um alterna
tive, der gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19
Abs.
1 UVG in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen (
BGE 134 V 109
E. 10.2.7 mit Hinweisen).
Dem Beschwerdeführer wurde ärztlicherseits ab
1
1.
April 2011 eine 5
0%ige Arbeitsfähigkeit attestiert
und
ab Juli 2011 konnte diese
auf 60
%
res
pektive ab
Ende September
des gleichen Jahres
auf 70
%
gesteigert werden
.
A
b
Mitte
Dezember 2011 bestand wieder
eine volle
Arbeitsunfähigkeit
(Urk.
9/27
und
Urk.
9/52 S. 3), wobei Dr
.
F._
die
Wiedererlangung einer 100%igen Ar
beitsfähigkeit mittels
eines muskulären Aufbautrainings
in vier bis sechs Wo
chen
prognostizierte
(
Urk.
9/43).
In etwa zur gleichen Zeit weigerte sich der Beschwerdeführer, einfachste Arbeiten auszuführen
(
Urk.
9/37).
Unter diesen Umständen
und angesichts der
geklagten Beschwerden
ist die kreisärztliche Be
urteilung von
Dr.
B._
na
chvollziehbar, wonach der Beschwerdeführer ab Februar 2012 wieder uneingeschränkt arbeitsfähig
war
(Urk.
9/
40-41).
Insge
samt kann das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen nicht bejaht werden.
8.5
Von den sieben relevanten Kriterien ist demnach höchstens eines in nicht beson
ders ausgeprägter Weise erfüllt. Das genügt beim gegebenen Schweregrad des Unfalls nicht für die Bejahung der Adäquanz.
9.
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die vom Beschwerdeführer
weit
erhin
beklag
ten Gesundheitsstörungen in keinem überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhang zum Verkehrsunfall vom 2
9.
Dezember 2010 stehen. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen per 2
9.
Februar 2012 einstellte, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.