Decision ID: 9f6e9ee4-e778-5be9-bbed-9614d4567b4f
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1955 geborene
X._
war seit Januar 1985 bei der
Y._
AG
als Produktionsmitarbeiterin angestellt und in diesem Rahmen bei der S
uva
obligatorisch gegen Unfälle versichert
(Urk. 10/1). Gemäss Schadenmeldung vom 1
4.
Juni 2016 rutschte sie
am 1
3.
Juni 2016
auf dem Heimweg von der Arbeit auf der nassen Strasse aus (Urk. 10/1). Dabei zog sie sich eine
trimalleoläre
Luxationsfraktur am oberen Sprunggelenk des linken Beins zu und musste operiert werden (Urk. 10/3).
Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leis
tungen (Urk. 10/43-5, 10/55-56, 10/90).
Am
2.
Mai 2017 fand eine
Osteosynthe
sematerialentfernung
statt (Urk. 10/60). Vom 1
8.
Oktober bis 22. November 2017
war
die Versicherte in der Rehaklinik
Z._
hospitalisiert
(Austrittsbericht vom 2
3.
November 2017,
Urk.
10/91). Mit Schreiben vom 8. Januar 2018 stellte die Suva in Aussicht, sie werde die Taggelder per 31. März 2018 einstellen (Urk. 10/107).
Mit Verfügung vom 6. April 2018 verneinte sie den Anspruch der Versicherten auf eine
Invalidenrente
sowie eine Integritätsentschädigung (Urk. 10/143).
Nachdem die Versicherte hiergegen
Einsprache erhoben hatte (Urk. 10/156), hob die Suva die Verfügung vom 6. April 2018 mit Schreiben vom
2
3.
Juli 2018 auf und teilte mit, sie werde die gesetzlichen Leistungen weiterhin erbringen (Urk. 10/174). Am 2
7.
Februar 2019 nahm
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Stel
lung zum Fall (Urk. 10/246). Mit Schreiben vom 7. März 2019
setzte
die Suva
die Versicherte
darüber in Kenntnis, dass abgesehen von der verordneten Trainings
therapie sowie der Versorgung mit orthopädischen Schuhen keine weiteren Heil
kosten mehr übernommen und die Taggelder
per 30. Juni 2019
eingestellt würden
(Urk. 10/252). Mit Verfügung vom 10. Mai 2019
verneinte sie einen Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente sowie eine Integritätsentschä
digung (Urk. 10/266). Die dagegen erhobene Einsprache (Urk. 10/277) wies die Suva mit
Einspracheentscheid
vom
2.
Juli 2019 ab (Urk. 2 [= 10/280]).
2.
Dagegen erhob
X._
mit Eingabe vom 1
5.
August 2019 Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht und beantragte, der
Ein
spracheentscheid
vom
2.
Juli 2019 sowie die Verfügung 1
0.
Mai 2019 seien aufzuheben und die Suva sei zu verpflichten, den medizinischen Sachverhalt voll
ständig abzuklären. Eventualiter sei ein Gerichtsgutachten einzuholen (Urk. 1).
Zudem legte sie diverse medizinische Berichte auf (Urk. 3/4, 3/6-7, 3/10, 3/12).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
1.
November 2019 schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 9). Zudem legte sie einen Bericht der Universitätsklinik
B._
vom
8.
November 2019 und eine Stellungnahme von
Dr.
A._
vom 1
4.
November 2019 auf (Urk. 11/1-2). Mit Verfügung vom 25. November 2019 wurden diese der Beschwerdeführerin zur Kenntnis gebracht (Urk. 12).
Mit Eingabe vom
4.
Dezember 2019 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest (Urk. 13), was der Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 16. De
zember 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 15).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
1
3.
Juni 2016
ereignet
(Urk. 10/1)
, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegen
den Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.
3
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versi
cherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeit
punkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begrif
fes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prog
nos
tisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbe
sondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezem
ber 2014 E. 3).
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht der Entscheid der Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen nicht abgewartet zu werden, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte gesundheitli
che Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhaltspunkte dafür vor
liegen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das der Invaliditätsbe
messung der Unfallversicherung gestützt auf die medizinischen Abklärungen zugrunde gelegte Invalideneinkommen verbessert und so der die Invalidenrente der Unfallversicherung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden kann (vgl. Urteil des Bundesgericht 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.5).
1.4
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts,
ATSG
), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.
5
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebli
che Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die Integri
tätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht über
steigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
1.
6
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die
Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen, gemäss Beurteilung von Dr.
A._
seien der Versicherten wechselbelastende, leichte Tätigkeiten ohne Arbeit in unebenem Gelände, ohne häufiges Treppensteigen und ohne Leiterstei
gen mit Gewichten zumutbar. Das fortgeschrittene Alter der Versicherten stehe einer Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit nicht entgegen. Auf einem hypotheti
schen ausgeglichenen Arbeitsmarkt stünden auch für sie Möglichkeiten offen, eine Stelle mit diesem Zumutbarkeitsprofil zu finden. Art. 28
Abs.
4 UVV sei vorliegend daher nicht
anwendbar
. Unter Berücksichtigung eines leidensbeding
ten Abzugs von 5 % resultiere ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad. Ein höherer Abzug rechtfertige
sich vorliegend nicht.
Dr.
A._
habe weiter dargelegt, dass der Versicherten aufgrund des Ereignisses keine erhebliche und dauernde Schädigung
der körperlichen Integrität entstanden sei, was sich insbe
sondere aus den bildgebenden Befunden ergebe. Auf seine Einschätzung könne abgestellt werden, weshalb kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung bestehe (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin geltend, die Suva habe es ver
säumt, den medizinischen Sachverhalt vollständig abzuklären. Da sie trotz der medizinischen Behandlung unter anhaltenden Beschwerden leide, hätten die behandelnden Ärzte die im Jahr 2018 angefertigten
Arthro
-CT-Bilder erneut studiert. Dabei sei ein Knorpelschaden im Bereich der
Talusrolle
entdeckt worden, der die Schwellungsneigung erklären könne. Dies ergebe sich aus dem Sprech
stundenbericht der Uni
versitäts
klinik
B._
vom 3
0.
Juli 201
9.
Der
Knorpel
schaden sei von
Dr.
A._
übersehen worden und dementsprechend in seine Beurteilung nicht eingeflossen. Auch dass sich im Verlaufs-MRI vom
6.
No
vember 2018 kleine posttraumatische Knorpeldefekte gezeigt
hätten
, habe
Dr.
A._
nicht berücksichtigt.
Die Defekte
seien überwiegend wahrscheinlich auf die Fraktur zurückzuführen.
Weiter sei die Wahrscheinlichkeit einer
Arthro
seentwicklung
im oberen Sprunggelenk erhöht. Der medizinische Sachverhalt erweise sich als unvollständig abgeklärt, weshalb
nicht
au
f die Einschätzung von
Dr.
A._
abgestellt werden könne. Die Beschwerdegegnerin sei
des Weiteren zu Unrecht davon ausgegangen, dass sie ihre Restarbeitsfähigkeit noch verwerten könne. Angesichts ihres Alters sei es gänzlich realitätsfremd, davon auszugehen, dass sie auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt eine Arbeit finden könnte. Sie sei nicht vermittelbar, weshalb ihr eine ganze Rente
zustehe
. Weiter habe sie Anspruch auf eine Integritätsentschädigung, da ausreichend Hinweise für eine medizinisch-theoretische Invalidität vorliegen würden (Urk. 1).
2.3
Mit Beschwerdeantwort vom 2
1.
November 2019 machte die Beschwerdegegnerin geltend, der Bericht der Uni
versitäts
klinik
B._
vom 2
5.
Juli 2019 vermöge keine Zweifel an der Beurteilung von
Dr.
A._
zu begründen. Die Beschwer
deführerin sei in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt, was von
Dr.
A._
berücksichtigt worden sei. Von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung sei keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin gelte die Rechtsprechung betreffend Unverwert
barkeit einer medizinischen-theoretischen Restarbeitsfähigkeit aufgrund des fort
geschrittenen Alters der versicherten Person in der Unfallversicherung nicht. Daher habe die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
9).
2.4
Mit Eingabe vom 4. Dezember 2019
hielt die Beschwerdeführerin daran fest, dass der medizinische Sachverhalt ungenügend abgeklärt worden sei.
Dr.
A._
habe den erst im Juli 2019 entdeckten Knorpelschaden in seiner Beurteilung nicht berücksichtigt. In seiner ergänzenden Stellungnahme vom 13. November 2019 gebe er denn auch zu, dass sich durch die neu eingegangenen Berichte an seiner früheren Stellungnahme etwas ändern würde. Weshalb er trotzdem an seinem Zumutbarkeitsprofil festhalte, sei nicht nachvollziehbar. In den Akten fehle zudem eine Beurteilung, wie sich der
arthrotische
Zustand entwickeln werde. Eine solche Einschätzung sei jedoch entscheidend für die Beurteilung, ob ein Integri
tätsschaden vorliege.
Es sei daher durch das Gericht eine spezialärztliche Abklä
rung in Auftrag zu geben (Urk. 13).
3.
3.1
Im Bericht des Spitals
C._
vom 1
6.
Juni 2016 wurde ausgeführt, das CT zeige eine OSG-Luxationsfraktur mit Luxation des Talus nach dorsal. Das
Volk
mann’sche
Dreieck sei nach dorsal disloziert. Es bestehe eine Fraktur aus einem grösseren und einzelnen kleinere
n
Fragmenten des
Malleolus
medialis
mit leich
ter Dislokation nach dorsal sowie eine Fraktur des lateralen
Malleolus
(Typ Weber B) mit starker
Dislokation und Abkippung nach dorsal (Urk. 10/11).
Die Versi
cherte wurde am 1
3.
Juni 2016 im Spital
C._
operiert (Bericht vom 14. Juni 2016,
Urk.
10/13).
3.2
Im Zwischenbericht
des Hausarztes,
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für All
gemeine Medizin, vom 23. November 2016 wurde folgende Diagnose aufgeführt (Urk. 10/39):
-
3-
Malleolarfraktur, Osteosynthese 1
3.
Juni 2016
Die Versicherte sei zunehmend mobil, auch ohne Stöcke. Radiologisch zeige sich eine regelrechte Lage des osteosynthetischen Materials. Die Arbeitsaufnahme sei anfangs Januar 2017 geplant (Urk. 10/39).
3.3
Im Bericht des Spitals
C._
vom 13. April 2017
wurde
folgende Diagnose
genannt
(Urk. 10/54 S. 1):
-
Status nach Osteosynthese einer
trimalleolären
OSG-Luxationsfraktur links am 1
3.
Juni 2016
Die Patientin stelle sich wegen persistierender Schmerzen im oberen Sprungge
lenk vor. Die Schmerzen seien relativ diffus, auch
praetibal
und im Bereich des lateralen
Malleolus
und würden sowohl in Ruhe als auch bei Belastung auftreten (Urk. 10/54 S. 1).
Es zeige sich im OSG eine leichte diffuse Schwellung, akzentuiert dorsal des lateralen
Malleolus
. Das Bewegungsausmass sei recht gut. Sämtliche Bewegungen im OSG seien diffus schmerzhaft. Das Gangbild sei
hinkfrei
(Urk. 10/54 S. 1).
Ein Teil der Schmerzen sei sicherlich auf das
Osteosynthesematerial
zurückzufüh
ren. Daher sollte eine Materialentfernung vorgenommen werden. Die restlichen Beschwerden seien schwer zuzuordnen, die Angaben seien sowohl anamnestisch als auch im Untersuch sehr diffus (Urk. 10/54 S. 2).
Am
2.
Mai 2017 fand eine
Osteosynthesematerialentfernung
im Spital
C._
statt
(Urk. 10/60).
3.4
Im Bericht des Spitals
C._
vom 1
9.
Juni 2017 wurde folgende Diagnose aufgeführt (Urk. 10/70
S. 1
):
-
Status nach Osteo
synthese einer
Trimalleolar
Fra
k
t
ur am 1
3.
Juni 2016
-
Status nach
Osteosynthesematerialentfernung
am
2.
Mai 2017 mit B
elassen der 3,5 mm durchbohrten
Kortikalis
Stahlschraube (MR-tauglich) mit kurzem Gewinde in der v
entralen Tibia zur Fixation des
Volkmanndreiecks
Sechs Wochen nach obgenannter Operation klage die Patientin über immer noch vorhanden
e
Schmerzen. Sie müsse nach wie vor Schmerzmittel einnehmen. Die
Schmerzen würden bei Belastung zunehmen, seien jedoch auch im Liegen und Sitzen vorhanden (Urk. 10/70 S. 1).
Trotz Materialentfernung habe sich die Situation nur wenig gebessert. Die Schwellung dorsal des lateralen
Malleolus
sei etwas zurückgegangen, aber nach wie vor vorhanden. Zur weiteren Abklärung sei es notwendig, ein MRI des Fuss
gelenks anzufertigen, insbesondere mit Frage nach Tendinitis, aber auch zur Beurteilun
g der Knorpelsituation und der v
orderen
Syndesmose
. Nach wie vor könne davon ausgegangen werden, dass zusätzlich eine psychische Überlagerung vorliege (Urk. 10/70 S. 2).
3.5
Am 2
3.
Juni 2017 wurde im Stadtspital
E._
ein natives MRI des linken OSG/Rückfusses angefertigt. Die von ventral an der distalen Tibia eingebrachte Schraube zur Osteosynthese des
Volkmann’schen
Dreiecks verursache deutliche Metallartefakte. Die Artikulation im OSG und USG sei regelrecht ohne pathologi
schen Gelenkserguss. Das vordere und hintere
Syndesmose
Band sei intakt. Das Ligamentum
fibulotalare
anterius
sei leicht ausgedünnt, die übrigen Ligamente seien intakt. Eine Tendinitis sei nicht nachzuweisen. Der Knorpelzustand im Bereich des OSG könne aufgrund der Metallartefakte nicht beurteilt werden (Urk. 10/66).
3.
6
Im Bericht von
Dr.
med.
F._
, Fachärztin FMH für Neurologie, vom 7. Augus
t 2017 wurde
folgende Diagnose genannt (Urk. 10/78 S. 1):
-
chronifizierte
sensomotorische Störung am linken Fuss nach Osteosyn
these einer
trimalleolären
OSG-Fraktur am 1
3.
Juni 2016 und
Osteosyn
thesematerialentfernung
am
2.
Mai 2017 mit belassener Stahlschraube
Die Patientin
klage
über Schmerzen am gesamten linken Fuss sowie über ein Taubheitsgefühl am Fussrücken und der Ferse. Sie könne deshalb nicht auftreten, ertrage selbst Sand nicht an den Füssen und könne daher auch nicht mehr arbei
ten (Urk. 10/78 S. 1).
Neurophysiologisch könnten eine
Tibialis
- sowie eine
Peroneusläsion
ausge
schlossen werden. Bei der Aufrechterhaltung der Symptomatik müssten unfall
fremde Faktoren der Schmerzzentralisierung und –
funktionalisierung
eine Rolle spielen. Daher werde eine multimodale Schmerzbehandlung empfohlen. Dass die Patientin ihre überwiegend stehende Berufstätigkeit
wieder aufnehmen
könne, sei unrealistisch (Urk. 10/78 S. 2).
3.7
Im Bericht des Spitals
C._
vom 1
1.
August 2017
wurde
ausgeführt, die Patientin leide nach wie vor unter Schmerzen im Bereich der dorsalen/lateralen Fibula.
Die R
öntgenaufnahme vom 2
9.
Juni 2017
zeige eine regelrechte Stellung des Innen- und Aussenknöchels. Der Talus stehe mittig, die
kanülierte
Schraube sei regelrecht im Knochen. Im Bereich des
Pilons
zeige sich eine wellenförmige Struktur der
tibialen
Gelenkfläche und eine vermehrte Sklerose der distalen
tibi
alen
Gelenkfläche. Dies sei auf den initialen Aufnahmen postoperativ nicht der Fall gewesen. Es könne daher davon ausgegangen werden, dass sich nach der Luxationsfraktur des linken OSG in diesem Bereich eine Arthrose gebildet habe (Urk. 10/108 S. 2).
3.
8
Im Austrittsbericht der Rehaklinik
Z._
vom 23. November 2017 wurden folgende Diagnosen aufgeführt (Urk. 10/91
S. 1-2
):
-
OSG Distor
s
i
onstrauma mit
trimalleolärer
OSG-Luxationsfraktur lin
k
s 1.
gradig
offen
-
Omalgie
rechts
-
arterielle Hypertonie
-
Anpassungsstörung mit Angst und depressiv
er Reaktion gemischt (ICD-10: F
43.22), DD: Angst und depressi
ve Störung, gemischt (ICD-10: F
41.2) (11/2017 psychiatrisch-psychologischer Dienst Rehaklinik
Z._
)
Bei der Patientin würden anhaltende Schmerzen und Kribbelparästhesien im Bereich des linken Fusses mit Einschränkung der Belastbarkeit und der Gehstre
cke bestehen. Trotz intensiver Physiotherapie und einer Schuhanpassung habe sich die Situation bisher nicht wesentlich gebessert. Die Patientin zeige sich schmerzfokussiert. Das Ausmass der demonstrierten Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung sowie den bildgebenden Abklärungen nur teilweise erklären. Die Patientin zeige ein auffälliges Schmerz- und Leistungsverhalten. Es finde sich eine erhebliche Symptomausweitung (Urk. 10/91 S. 4).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten,
die angestammte Tätigkeit als Produkti
onsmitarbeiterin sei nicht mehr zumutbar. Für angepasste, leichte wechselbelas
tende Tätigkeiten ohne Arbeit in unebenem Gelände, ohne häufiges Treppenstei
gen und ohne Leitersteigen mit Gewichten sei sie jedoch zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 10/91 S. 3).
3.9
Mit Stellungnahme vom 12. Dezember 2017 hielt der Vertrauensarzt Dr. med.
G._
, Facharzt FMH für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, dafür, dass die Versicherte in angepasster Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei (Urk. 10/97).
3.
10
Im Bericht der Universitätsklinik
B._
vom 4. April 2018 wurde
ausgeführt, die Patientin
klage
über Schmerzen im lateralen OSG-Bereich, jedoch auch im medialen Sprunggelenks-Bereich. Die Schmerzen seien vorwiegend belastung
s
abhängig, träten jedoch auch in
Ruhe auf. Ausserdem bestünde ein Gefühl von Ameisenlaufen auf dem Fussrücken (Urk. 10/146 S. 1).
Zur Bilanzierung des Knorpelschadens und der Stellungsverhältnisse würden die Erstellung eines
Arthro
-CT sowie eines MRI des Rückfusses v
eranlasst. So könn
ten die
Peron
e
a
lsehnen
sowie die
Tib
i
alis
posterior
Sehne beurteilt werden (Urk. 10/146 S. 2).
3.11
Im Bericht der Universitätsklinik
B._
vom 2
4.
Mai 2018 wurden folgende Diagnosen aufgeführt (Urk. 10/167 S. 1):
-
chronische Schmerzen Fuss links mit/bei:
-
Längssplit
peroneus
brevis
Sehne
-
ventrales OSG-
Impingement
-
Stressfraktur
Proc
.
anterior
calcanei
-
Hypoästhesie Fussrücken
-
neurophysiologische
Untersuchung 2
3.
Mai 2018:
ohne
patho
lo
gischen
Befund
-
Status nach
erstgradig
offener
trimalleolärer
OSG-Luxationsfraktur Fuss links am 1
3.
Juni 2016
Das Integument sei unauffällig reizlos. Es bestünden
Druckdolenzen
über dem
Peronealsehnenfach
wie auch dem ventralen OSG. Das vordere
Impingementzei
chen
sei positiv. Das OSG sei stabil, ohne vermehrten
Talusvorschub
oder ver
mehrte laterale Aufklappbarkeit. Es würden beinahe ubiquitär
Druckdolenzen
über dem
Rückfuss
lateralseits
sowie über dem Mittel- und
Vorfuss
angegeben (Urk. 10/167 S. 2).
Das
Arthro
-CT vom 2
4.
Mai 20
1
8 zeige konsolidierte Frakture
n sowie kleine Knorpelfissuren i
m Bereich der ehemaligen Frakturen, d.h. am medialen
Malleo
lus
sowie an der dorsalen Tibia im Bereich des ehemaligen Volkmann-Fragmen
tes. Das MRI zeige eine nicht dislozierte Fraktur des
Proc
.
Anterior
calcanei
sowie eine
Tendinopathie
der
Peroneus
brevis
-Sehne.
Weiter bestünden narbige Verän
derun
g
en von
Syndesmose
, medial
em und lateralem Koll
ateralbandapparat (Urk. 10/167 S. 2).
Die Hauptbeschwerden der Patientin könnten auf die Läsion der
Peroneus
brevis
Sehne sowie auf das ventrale OSG
Impingement
zurückgeführt werden. Die
Stressfraktur sei ebenfalls symptomatisch. Die anderweitigen Beschwerden bei
nahe ubiquitär am linken Fuss würden weder klinisch noch bildgebend ein klares Korrelat finden (Urk. 10/167 S. 2).
3.1
2
Nach Einsicht in die Berichte der Universitätsklinik
B._
erachtete es Kreisarzt
Dr.
G._
als erstellt, dass ein Rückfall vorliege. Der medizinische Endzustand sei noch nicht erreicht. Diesbezüglich könne an seiner Einschätzung vom 1
2.
Dezem
ber 2017 nicht festgehalten werden (Urk. 10/168).
3.13
Im Bericht der Universitätsklinik
B._
vom 2
1.
Juni 2018 wurde ausgeführt, im Vergleich zum Voruntersuch würden sich weniger
Druckdolenzen
zeigen. Nach wie vor bestehe jedoch eine
Druckdolenz
über dem ventralen OSG, insbe
sonde
re
anterolateral
, dem Sinus
tar
si
, dem
Processus
anterior
calcanei
sowie über dem
Peronealsehnenfach
. Weniger ausgeprägte
Druckdolenzen
bestünden diffus über dem
Rückfuss
. Die Beweglichkeit und Sensomotorik seien im Ver
gleich zum Voruntersu
ch unverändert (Urk. 10/171
).
3.14
Am 3
1.
Juli 2018 nahm Kreisarzt
Dr.
G._
erneut Stellung und führte aus, es liege keine stabile medizinische Situation vor. Zur Arbeitsfähigkeit führte er aus, die Versicherte sei in angestammter Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig. In leidensan
gepasster Tätigkeit bestehe nach wie vor eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 10/183 S. 2).
3.1
5
Im Bericht der Universitätsklinik
B._
vom 2
0.
August 2018 wurde festgehal
ten, die OSG Infiltration habe keine Beschwerdereduktion bewirkt. Daher sei nicht davon auszugehen, dass das OSG relevant zum Beschwerdebild beitrage. Als fass
bare Pathologien würden die Stressfraktur sowie die
Tendinopathie
mit vermut
lich kleinem Längssplit der
Peroneus
brevis
Sehne bleiben. Diese beiden Patholo
gien könnten die von der Patientin erlebte Symptomatik indes nicht erklären. Zunächst werde nun die Stressfraktur ausbehandelt. Sollte die Symptomatik unverändert bleiben, sei die Durchführung eines weiteren MRI angezeigt. Allen
falls müsste auch eine Infiltration des
Peronealsehnenfachs
vorgenommen werden (Urk. 10/196 S. 2).
3.16
Im Bericht der Universitätsklinik
B._
vom 1
2.
November 2018 wurde ausge
führt, es sei am
6.
November 2018 ein MRI des OSG durchgeführt worden. Dieses zeige eine deutliche
Regredienz
des Knochenmark
södem
s
Processus
anterior
calcanei
, eine
Calcaneocuboidalarthrose
sowie eine leichte USG-Arthrose mit etwas Ödem im Sinus
tarsi
. Die Stressfraktur sei am Abheilen. Die Schmerzen würden sich nun am deutlichsten im Sinus
tarsi
lokalisieren. Daher werde als nächstes eine Infiltration des Sinus
tarsi
erfolgen (Urk. 10/213 S. 2).
3.1
7
Im Bericht der Universitätsklinik
B._
vom 3
0.
Januar 2019 wurde festgehal
ten, die Infiltration des
Peronealsehnenfaches
habe zu einer partiellen Beschwer
dereduktion geführt, dies jedoch nur betreffend die lateralseitigen Schmerzen. Hinsichtlich der Gesamtsymptomatik werde die Beschwerdereduktion von der Patientin mit 10-20
%
angegeben. Ein operatives Vorgehen sei daher nicht zu empfehlen. Angesichts des deutlichen Beschwerderückgangs im Verlauf seit der Erstvorstellung werde ein weiterhin konservatives Vorgehen vereinbart (Urk. 10/243).
3.18
Am 2
7.
Februar 2019 nahm Kreisarzt
Dr.
A._
Stellung zum Fall. Er hielt fest, von einer weiteren medizinischen Beurteilung sei keine namhafte Besserung zu erwarten. Das Ereignis habe sich vor rund 2,5 Jahren zugetragen. Durch die medizinischen Abklärungen hätten keine strukturellen Läsionen nachgewiesen werden können, welche die geklagten Beschwerden objektiv erklären könnten. Der Längssplit an der
Peroneus
-Sehne sei im Übrigen überwiegend wahrschein
lich auf Degeneration zurückzuführen, stelle jedoch wohl nicht die organische Ursache für die Beschwerden dar. Überwiegend wahrscheinlich liege eine Soma
tisierungsstörung vor (Urk. 10/245 S. 5).
Somatisch sei der Versicherten keine erhebliche und dauernde Schädigung der körperlichen Integrität entstanden. Dies zeige sich im bildgebenden Material vom 6. November 2018, welches eine leichte
Calcaneocubitalarthrose
sowie eine leichte USG-Arthrose, jedoch keine Arthrose im OSG zeige (Urk. 10/245 S. 6).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, die angestammte Tätigkeit sei der Ver
sicherten vollzeitig nicht mehr zumutbar. Leichte, wechselbelastende Tät
igkeiten ohne Arbeit in unebenem
Gelände, ohne häufiges Treppensteigen und ohne Lei
tersteigen mit Gewichten könne sie jedoch zu 100
%
ausüben (Urk. 10/245 S. 6).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin
stützte sich
auf die Ausführungen des Kreisarztes
Dr.
A._
und ging davon aus, dass von einer Weiterführung der medizini
schen Behandlung keine namhafte Besserung erwartet werden könne (Urk. 10/252
).
4.2
Die Beschwerdeführerin bringt vor, auf die Einschätzung von
Dr.
A._
könne nicht abgestellt werden. Er habe einen Knorpelschaden übersehen, obwohl ihm das bildgebende Materia
l zur Verfügung gestanden habe
. Daher handle es sich um einen medizinisch unvollständig abgeklärten Sachverhalt
(Urk. 1). Als Beleg legte sie einen
Bericht der Universitätsklinik
B._
vom 30. Juli 2019 sowie eine Stellungnahme von
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH für Orthopädie Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom
9.
August 2019 auf (Urk. 3/10, 3/12).
Im Bericht vom 3
0.
Juli 2019 werden die bekannten Diagnosen aufgeführt. Weiter wird festgehalten, bei der Patientin bestünden Schmerzen im Bereich des media
len und lateralen OSG-
Gutter’s
sowie im Bereich der
Peronealsehnen
. Es seien mehrere Infiltrationen durchgeführt worden, welche nur ein kurzes Ansprechen gezeigt hätten.
Bei erneuter Durchsicht der im letzten Jahr angefertigten
Arthro
-CT Bilder sei ein Knorpelschaden im Bereich der
Talusrolle
aufgefallen, welcher für die Schwellungsneigung erklärend sein könnte (Urk. 3/10).
In der Stellungnahme vom
9.
August 2019 führte
Dr.
H._
aus, er teile die Einschätzung des
Dr.
A._
bezüglich
des oberen Spr
unggelenks nicht.
Im
Arthro
-CT vom 2
6.
Mai 2018 sei eine kleine
cor
t
icale
Defektzone
posterior
an der distalen Tibia mit diskreter Irregularität des aufliegenden Knorpels ohne eigent
lichen Knorpeldefekt beschrieben. Im Verlaufs-MRI vom
6.
November 2018 hätten sich kleine posttraumatische Knorpeldefekte
der distalen
tibialen
Gelenks
flä
che gezeigt. Diese Befunde seien nach stattgehabter Fraktur des Volkmann-Dreiecks zu erwarten. Es liege demnach durchaus eine klar mit überwiegender Wahrscheinlichkeit frakturbedingte Schädigung des linken oberen Sprunggelenks vor (Urk. 3/12).
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer
in
vermögen diese Berichte die Einschätzung des
Dr.
A._
, dass von weiteren medizinischen Massnahmen keine namhafte Besserung zu erwarten wäre, nicht in Frage zu stellen. Wie aus dem Bericht vom 3
0.
Juli 2019 hervorgeht, wurde einzig der Verdacht geäussert, dass die Schwellungsneigung des linken Fusses auf einen Knorpelschade
n zurückzuführen sei. Die Beschwerdeführerin leidet seit
dem Ereignis vom 13. Juni 2016 an persistierenden Schmerzen im linken Fuss. In den Arztberichten wird durchgehend berichtet, dass die Schmerzen diffus im gesamten
Fuss auf
treten würden und nicht gänzlich objektiviert werden könnten.
Es wurde denn im psychiatrischen Konsilium auch eine
Anpassungsstörung mit Angst und depres
siv
er Reaktion gemischt (ICD-10: F
43.22)
diagnostiziert (
Urk.
10/167 S. 1
).
Dr.
A._
wies daher zu Recht darauf hin, dass mit überwiegender Wahrschein
lichkeit eine Somatisierungsstörung vorliege.
Weder im Bericht vom 3
0.
Juli 2019 noch in demjenigen vom
9.
August 2019 wird dargelegt, dass eine Behandlung des Knorpelschadens eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes bewir
ken könnte. Die Stellungnahme von Dr.
H._
zeigt vielmehr, dass er die Ein
sc
hätzung von
Dr.
A._
grundsätzlich teilt. So hielt er fest,
er sei hinsichtlich des oberen Sprunggelenks mit
Dr.
A._
nicht gleicher Meinung (Urk. 3/12). Dies lässt darauf schliessen, dass er die weitere Beurteilung von
Dr.
A._
, so insbesondere die Ausführungen dazu, dass
von
medizinische
n
Massnahmen keine namhafte Besserung
erwartet werden könne
, nicht in Frage stellt
.
Auch aus der ergänzenden Stellungnahme von
Dr.
A._
vom 14. November 2019 lässt sich nicht darauf schliessen, dass der medizinische Sachverhalt unge
nügend abgeklärt worden
wäre
. Zwar beantwortete er die Frage, ob die neu eingegangen Berichte etwas an seiner Einschätzung ändern würden, mit ja (Urk. 11/2). Seine weiteren Ausführungen zeigen indes, dass
er seine Meinung einzig bezüglich der Frage, ob eine unfallkausale Schädigung des oberen Sprung
gelenks vorliegt, änderte. Bezüglich der Fortsetzung der medizinischen Behand
lung hielt er fest,
davon
könne keine namhafte Besserung erwartet werden. Die Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sei auch mit einer weiteren Behandlung nicht mehr zu erreichen (Urk.
1
1/2).
Diese Darlegungen vermögen zu überzeugen, insbesondere vor dem Hintergrund, dass keine gegenteiligen medizinischen Berichte in den Akten lie
gen.
Damit ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass von weiteren medizinischen Massnahmen keine namhafte Besserung zu erwarten wäre.
4.3
Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, der Sachverhalt sei auch bezüglich der Frage, wie sich der
arthrotische
Zustand voraussichtlich entwickeln werde, nicht abgeklärt.
Es
sei vom Gericht eine spezialärztliche Abklärung anzuordnen
(Urk. 1,
Urk.
13).
In seiner Stellungnahme vom 2
7.
Februar 2018 führte
Dr.
A._
aus, die Bild
gebung zeige eine leichte
Calcaneocubitalarthrose
sowie eine leichte USG-Arthrose links. Im oberen Sprunggelenk, welches beim Unfallereignis geschädigt worden sei, liege jedoch keine Arthrose vor (Urk. 10/245 S. 6). Nachdem Dr.
H._
in seiner Stellungnahme vom
9.
August 2019 darauf hingewiesen hatte, dass das
Arthro
-CT vom 2
6.
Mai 2016 eine kleine
corticale
Defektzone
posterior
an der distalen Tibia gezeigt habe und im Verlaufs-MRI kleine posttrau
matische Knorpeldefekte der distalen
tibialen
Gelenksfläche zu sehen seien (Urk. 3/12), kam
Dr.
A._
am 1
4.
November 2019
auf seine Einschätzung zurück. Er führte aus, im Jahr 2018 sei ein minimer Knorpelschaden, einer leich
ten Arthrose entsprechend, bildgebend dargestellt worden (Urk. 11/2 S. 4).
Es liegen somit übereinstimmende Einschätzungen darüber vor, dass die Beschwerdeführerin durch das Unfallereignis einen minimen Knorpelschaden am linken oberen Sprunggelenk erlitt. Der Schaden wurde bildgebend dargestellt. Es wurden nicht nur
Arthro
-CT-Bilder, sondern auch MRI-Bilder sowie Röntgenbil
der vom Sprunggelenk angefertigt (Urk. 10/66, 10/146, 10/167, 10/213, 11/1).
Die Beschwerdeführerin befindet sich zudem seit dem Unfallereignis in fachärzt
licher Behandlung. Von weiteren spezialärztlichen Abklärungen sind daher keine neuen Erkenntnisse zu erwarten. Zwar finden sich in den Unterlagen keine Beur
teilungen dazu, wie sich der
arthrotische
Zustand des Sprunggelenks entwickeln wird. Dies ist jedoch nicht auf mangelhafte Abklärungen, sondern vielmehr auf den Umstand zurückzuführen, dass
eine solche Voraussage
nicht möglich
ist
. Dies geht auch aus der Stellungnahme des Dr.
H._
hervor. So führte dieser aus
, das Risiko einer
Arthroseentwicklung
im oberen Sprunggelenk sei nach der erlittenen Verletzung sicherlich erhöht. Ob es im Verlauf zu einer manifesten Arthrose kom
men werde, sei indes unklar und könne nicht vorausgesagt werden (Urk. 3/12).
Dieses Vorbringen der Beschwerdeführerin ist daher nicht
stichhaltig.
4.
4
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Übernahme der Heilkosten sowie die Ausrichtung der Taggelder per 30. Juni 2019 einstellte (Urk. 10/252).
5.
5.1
Auch bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stützte sich die Beschwerdegegne
rin auf die kreisärztliche Beurteilung vom 2
7.
Februar 20
19
und das darin defi
nierte Zumutbarkeitsprofil (vgl.
Urk.
2 S. 7).
5.2
Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch
Dr.
A._
vom 2
7.
Februar 20
19
ist anhand der
Vorakten
nachvollziehbar und das erstellte Zumutbarkeitsprofil nimmt auf die bestehenden Einschränkungen angemessen Rücksicht. Die Beur
teilung von
Dr.
A._
stimmt nicht nur mit derjenigen
des
Kreisarzt
es
Dr.
G._
(
Urk.
10/183 S. 2), sondern auch mit
derjenigen der Ärzte der Rehakli
nik
Z._
überein (Urk. 10/91).
Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit wird von der Beschwerdeführerin
denn
auch nicht in Frage gestellt. Damit ist mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig ist.
5.3
5.3.1
Die für den Einkommensvergleich massgebenden rechtlichen Grundlagen wurden im angefochtenen Entscheid zutreffend wiedergegeben (
Urk.
2 S. 5-7). Darauf wird verwiesen.
5.3.2
Die Beschwerdegegnerin ermittelte das
Valideneinkommen
gestützt auf die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin (
Urk.
2 S. 8,
Urk. 10/233). Das auf diese Weise ermittelte
Valideneinkommen
von
Fr.
55’848.-
- wurde zu Recht nicht in Frage gestellt.
5.3.3
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE-Tabellen). Sie hielt fest, trotz des vorgerückten Alters der Beschwerdeführerin sei
Art.
28
Abs.
4 UVV nicht anwendbar (Urk. 2 S. 8). Die Beschwerdeführerin macht geltend, aufgrund ihres Alters könne sie ihre Restarbeitsfähigkeit nicht verwerten (Urk. 1, Urk. 13).
Gemäss
Art.
28
Abs.
4 UVV
sind für die Bestimmung des Invaliditätsgrades die Erwerbseinkommen massgebend, die ein Versicherter im mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung erzielen könnte
, wenn
ein
e
versicherte Person
nach dem Unfall die Erwerbstätigkeit altershalber nicht mehr auf
nimmt
oder sich das vorgerückte Alter erheblich als Ursache der Beeinträchtigung der Erwerbstätigkeit auswirkt.
Damit wird bei der Invaliditätsbemessung einerseits dem Umstand Rechnung getragen, dass nebst der - grundsätzlich allein versicher
ten - unfallbedingten Invalidität auch das vorgerückte Alter eine Ursache der Erwerbslosigkeit oder -unfähigkeit bildet. Andererseits wird berücksichtigt, dass die Invalidenrenten der Unfallversicherung bis zum Tod der Versicherten zur Aus
richtung gelangen (
Art.
19
Abs.
2 UVG), wobei sie - in Abweichung von
Art.
17
Abs.
1 ATSG - nach dem Monat, in dem Männer das 65. und Frauen das 6
2.
Altersjahr vollendet haben, nicht mehr revidiert werden können (
Art.
22 UVG; vgl. BGE 134 V 131). Mit
Art.
28
Abs.
4 UVV soll demnach verhindert werden, dass bei älteren Versicherten zu hohe Invaliditätsgrade resultieren und Dauerren
ten zugesprochen werden, wo sie mit Blick auf die unfallbedingte Invalidität eher die Funktion von Altersrenten aufweisen (BGE 122 V 418 E. 3a S. 421 f. mit Hinweisen).
Die Rechtsprechung geht beim vorgerückten Alter von einem Alter ab rund 60 Jahren aus (BGE 122 V 418 E. 4c S. 424; Urteil 8C_205/2016 vom 2
0.
Juni 2016 E. 3.4 mit Hinweisen).
Neben dem vorgerückten Alter wird voraus
gesetzt, dass eine physiologische Altersgebrechlichkeit vorliegt
, wobei es
gemäss jüngerer Rechtsprechung genügt, dass sich der Altersfaktor erwerblich negativ auswirkt. So hielt das Bundesgericht fest,
Art.
28
Abs.
4 UVV
gelange a
uch dann zur Anwendung, wenn das vorgerückte Alter das Zumutbarkeitsprofil nicht zusätzlich beeinfluss
e
, also keine zusätzlichen Einschränkungen des funktionel
len Leistungsvermögens mit sich bring
e
, aber einer Verwertbarkeit der Restar
beitsfähigkeit trotzdem entgegensteh
e
, weil sich kein Arbeitgeber mehr finde, der die betroffen
e Person einstellen würde (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C
_307/2017 vom 2
6.
September
2017 E. 4.2.2
m.w.H
.
).
Die Beschwerdeführerin wurde im November des Jahres 1955 geboren und stand im Zeitpunkt des
Einspracheentscheids
somit vier Monate vor der Pensionierung. Die Beschwerdeführerin macht zu Recht geltend, es könne nicht davon ausge
gangen werden, dass sie so kurz vor Eintritt des Pensionsalters noch eine Anstel
lung finden würde (Urk. 1,
Urk.
13). Entgegen ihrem Vorbringen kann daraus indes nicht auf eine Unverwertbarkeit der Restarbe
itsfähigkeit geschlossen wer
den, da sich im Bereich der Unfallversicherung
keine Rechtsprechung etabliert
hat
, wonach die Unverwertbarkeit einer verbleibenden medizinisch-theoretischen Restarbeitsfähigkeit wegen des fortgeschrittenen Alters zu berücksichtigen wäre (Urteil
des Bundesgerichts
8C_313/2018 vom 1
0.
August
2018 E. 6.6).
Vielmehr gelangt Art. 28
Abs.
4
UVV zur Anwendung. Der Invaliditätsbemessung ist daher ein
Vergleichseinkommen für einen Versicherten im mittleren Alter zu Grunde zu legen. Dieses liegt nach der Rechtsprechung bei etwa 42 Jahren oder zwischen 40 und 45 Jahren (BGE 122 V 418 E. 1b S. 419
). Unter Berücksichtigung dessen, dass die Beschwerdeführerin keine Ausbildung absolviert hat, rechtfertigt es sich, auf den durchschnittlichen Monatslohn für weibliche Hilfskräfte im Alter zwischen 30 und 49 Jahren im Umfang von Fr. 4'341.-- abzustellen (
LSE 201
6
,
S. 51, Tabelle T
17,
Hilfsarbeitskräfte, Lebensalter 30-49 Jahre, Frauen).
Aufgerechnet auf die durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabtei
lungen, A-S) und angepasst an die Entwicklung der Nominallöhne für
weibliche
Arbeitskräfte von 2‘
709
Punkten im Jahr 201
6
auf 2‘
732
Punkte im Jahr 201
8
(vgl. die auf der Website des Bundesamtes für Statistik [www.bfs.admin.ch] unter
«
Statistiken finden
»
unter der Rubrik
«
03 – Arbeit und Erwerb
»
und der Unter
rubrik
«
Löhne, Erwerbseinkommen und Arbeitskosten
»
publizierten Lohnentwick
lungsdaten) ergibt dies bei einem Beschäftigungsgrad von 100
%
ein
jährliches
Bruttoeinkommen von rund
Fr.
54’767
.-- (
Fr.
4’341
.--/ 40 x 41,7 x 12 / 2‘
709
x 2‘
732
).
Die Beschwerdegegnerin gewährte einen leidensbedingten Abzug von 5 % (Urk. 2 S. 8). Die Höhe des Abzugs wurde von der Beschwerdeführerin nicht beanstandet. Da die beschwerdebedingten Einschränkungen bereits beim Zumutbarkeitsprofil berücksichtigt wurden, würde sich ein höherer Abzug nicht rechtfertigen. Es resultiert somit ein Invalideneinkommen von rund Fr. 52'029.-- (
Fr.
54'767.-- x 0.95).
5.3.4
Wird das
Valideneinkommen
von
Fr.
55’848.
--
dem
Invalideneinkommen von Fr.
52'029.
—gegenübergestellt,
ergibt
dies
eine Einbusse von Fr. 3'819.--, was einem Invaliditätsgrad von rund 7
%
entspricht. Da der Invaliditätsgrad unter 10 % liegt, verneinte die Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf eine Invali
denrente zu Recht (vgl.
Art.
18
Abs.
1 UVG).
6.
6.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte gestützt auf die kreisärztliche Einschätzung von
Dr.
A._
(vgl. vorstehend E. 3.1
8
) einen Anspruch der Beschwerdeführe
rin auf eine Integritätsentschädigung (vgl. vorstehend E. 2.
1
).
Dagegen machte
die
Beschwerdeführer
in
geltend
, es würden ausreichende Hinweise für eine bleibende medizinisch-theoretische Invalidität vorliegen, welche den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung begründen würden. Ins
be
sondere könnte die künftige Entwicklung des
arthrotischen
Zustands einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung
begründen
(vgl.
Urk.
1 S.
10, Urk. 13 S. 3
)
.
6.2
Nach
Art.
24
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebli
che Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet (vgl. vorstehend E. 1.
5
).
6.3
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des
versicherten Verdienstes (Ziff.
1
Abs.
1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (
Ziff.
1
Abs.
2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung
(
Ziff.
1
Abs.
3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilwei
ser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (
Ziff.
2).
6.4
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrätli
chen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinras
ter) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Pro
zentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewähr
leistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
6.5
Wie bereits ausgeführt (vgl. E. 4.3), kam
Dr.
A._
in seiner ergänzenden Stel
lungnahme vom 1
4.
November 2019 zum Schluss, dass ein minimer Knorpelscha
den vorliege, der auf den Unfall zurückzuführen sei (Urk. 1
1/2
S. 4). Damit erscheint überwiegend wahrscheinlich erstellt, dass eine
unfallbedingte
dauernde Schädigung des linken oberen Sprunggelenks vorliegt. Voraussetzung für den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung wäre indes, dass
diese Schädigung erheblich wäre.
Gemäss der Suva-Tabelle
2 (Revision 2000) wird bei Funktionsstörungen der obe
ren Sprunggelenke eine Integritätsentschädigung ausgerichtet, wenn
Versteifun
gen vorgenommen werden müssen (oberes steif im rechten Winkel, steif in starkem Spitzfuss). Dies war vorliegend nicht der Fall. Aus dem Bericht der Uni
ver
si
tätsklinik
B._
vom
8.
November 2019 geht zudem hervor, dass weiterhin keine
Arthrodese
geplant ist (Urk. 11/1). Aus Tabelle 2 ergibt sich somit kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung.
Weiter ist gemäss Suva-Tabelle 5 (Revision 2011) bei mässigen bis schweren Arthrosen eine Entschädigung geschuldet. Bei leichten Arthrosen wird demge
genüber keine Entschädigung ausgerichtet. Im Bericht des
Dr.
A._
vom
2
7.
Februar 2019 wurde ausgeführt,
das
MRI zeige keine Arthrose des oberen Sprunggelenks, d.h. jener Region, die beim Ereignis geschädigt worden sei (Urk. 10/245 S. 6). In seine
r
Stellungnahme
vom 14. November 2019 führte er demgegenüber aus, es finde sich ein minimaler Knorpelschaden, einer
leichten Arthrose entsprechend (Urk. 11/2 S. 4).
Dr.
H._
führte auf die Frage hin, ob mit einer späteren Entwicklung einer Arthrose im oberen Sprunggelenk zu rech
nen sei, aus, das Risiko einer
Arthroseentwicklung
im oberen Sprunggelenk sei nach der erlittenen Verletzung sicher erhöht. Ob es allerdings im weiteren Verlauf zu einer manifesten Arthrose kommen werde, sei unklar und könne nicht voraus
gesagt werden (Urk.
3/12). Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ist somit erstellt, dass
im
Entscheidzeitpunkt
weder eine mässige noch eine schwere Arth
rose des oberen Sprunggelenks
vorlag
. Die blosse Mög
lichkeit, dass sich eine solche entwickeln könnte, genügt nicht, um einen Anspruch auf eine Integritäts
entschädigung zu begründen
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8
C_32/2010 vom
6.
September 2010
E. 2.6.2
m.w.H
.
)
. Die Beschwerdegegnerin lehnte eine Leis
tungspflicht daher zu Recht ab.
7.
Nach dem Gesagten bleibt festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht von einem Endzustand im Juni 2019 ausgegangen ist. Bei einem Invaliditätsgrad von
7
%
resultiert kein Anspruch auf eine Invalidenrente, und auch die Feststel
lung der Beschwerdegegnerin, dass keine Integritätsentschädigung geschuldet
ist, ist nicht zu beanstanden.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
8.
Das Verfahren ist kostenlos.