Decision ID: 8030c914-7d2d-507d-a9ac-73cebaf33588
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1957 geborene
X._
war seit November 1988 in seiner eigenen Unternehmu
ng, der Firma Y._
als Geschäftsleiter angestellt (Unfallmeldung vom 2
3.
Mai 2001,
Urk.
2/10/2) und dadurch bei de
r
ELVIA Versicherungen, heute Allianz Suisse Versicherungs
-G
esellschaft
(
in der Folge:
Allianz), gegen die Folgen von Betriebs- und Nichtbetriebsunfällen sowie Berufskrankheiten obligatorisch versichert.
Bei Status nach einer lumbalen
Spondylodese
vom
1.
Oktober 1998, nach wel
cher er wieder voll arbeitsfähig war (vgl.
die
Darstellung der Vorgeschichte in
Urk.
2/10/123, S. 1 f.), erlitt er am 1
7.
Mai 2001 einen Unfall. Er rutschte beim Verlassen seines Fabrikationsbetriebs auf der Aussentreppe aus und fiel mit der lumbalen Wirbelsäule auf die Treppenkante (
Urk.
2/10/2). Dabei zog er sich eine Knie- sowie eine LWS-Distorsion zu (
Urk.
2/10/12). Gemäss Bericht des behan
delnden Arztes entwickelte sich gleichentags ein massives lumbales
Schmerz
syndrom
(
Urk.
2/10/4). Ab dem Unfalltag bis zum 1
7.
August 2001 war der Ver
sicherte vollumfänglich arbeitsunfähig. Danach arbeitete er zu 50
%
. Ab dem
1.
Januar 2002 war er erneut vollumfänglich arbeitsunfähig (
Urk.
2/10/39, S. 1). Am
6.
Mai 2003 unterzog sich der Versicherte einer Re-
Spondylodese
mit Beckenkamm und neuem Fixateur interne (
Urk.
2/10/82).
In der Folge
ist er nicht mehr in den Arbeitsprozess eingetreten.
Am 3
0.
Mai 2001 bestätigte die ELVIA den Eingang der Unfallmeldung und die Kostenübernahme (
Urk.
2/10/3). In der Folge erbrachte sie Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen.
1.2
Mit Verfügung vom 1
0.
Oktober 2002 (
Urk.
2/
10/60) sprach die Allianz dem Ver
sicherten für die verbleibenden Folgen des Unfalls am rechten Knie eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 5
%
zu und stellte in Bezug auf das Knie alle weiteren Versicherungsleistungen zufolge Erreichens des Status quo sine per 1
6.
Mai 2002 ein. Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.3
Am 2
3.
Juli 2004 (
Urk.
2/
10/128) stellte die All
ianz die für die übrigen Unfall
fol
gen erbrachten Leistungen per 3
1.
Mai 2004 ein, da sie gestützt auf ein von ihr veranlasstes Gutachten von
Dr.
med.
Z._
,
Facharzt
für Chi
rurgie (
Urk.
2/
10/123), vom 1
4.
Juni 2004 davon ausging, bezüglich der übrigen Unfallfolgen sei mittlerweile ebenfalls ein Status quo sine erreicht worden.
Nachdem die SWICA Gesundheitsorgan
isation, der zuständige
Kranken
versi-cherer
, am 2
7.
Juli 2004 vorsorglich (
Urk.
2/
10/
129) und der Versicherte am
23.
August 2004 (
Urk.
2/
10/131) Einsprache erhoben hatten, sistierte die Allianz das
Einspra
cheverfahren
und beauftragte die Gutachtenstelle A._
, mit der Erstellung eines MEDAS-Gutachtens, welches am 1
2.
September 2006 erstattet wurde (
Urk.
2/
10/145). In der Folge teilte die Alli
anz dem Versicherten am 1
9.
Oktober 2006 (
Urk.
2/
10/146) mit, gestützt auf die Resultate des Gutachtens sei der verfügten Leistungseinstellung die Grundlage entzogen und das
Einspracheverfahren
infolge Gutheissung als erledigt formlos von der Kontrolle abzuschreiben. Dies, weil
die Experten zum Schluss gekom
men seien, das Unfallereignis vom 1
5.
April 2001 (r
ichtig: 17.
Mai 2001) habe zu einer richtungweisenden Verschlimmerung der unfallfremden Faktoren geführt.
1.4
Gestützt auf das
A._
-Gutachten war die Allianz in der Folge der Meinung, der Versicherte solle sich zur Behebung der nach wie vor bestehenden Beschwerden einer neuerlichen Rückenoperation unterziehen (Schreiben vom 3
0.
Januar 2008,
Urk.
2/
10/157). Das lehnte dieser mangels Zumutbarkeit am
7.
Mai 2008 ab (
Urk.
2/
10/160). Daraufhin liess die Allianz die Frage der Zumutbarkeit einer dritten Rückenoperation durch
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädi
sche Chirurgie, abklären. Er ersta
ttete das Aktengutachten am 24.
Oktober 2008 (
Urk.
2/
10/166) und kam zum Schluss, eine erneute Operation sei zumutbar.
1.5
Am 1
0.
September 2002 hatte sich der Versicherte bei der Invalidenversicherung angemeldet und eine Rente beantragt. Mit Verfügung vom 1
2.
Mai 2005 sprach ihm die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, rückwirkend ab dem 1
7.
Februar 2002 eine halbe und ab dem
1.
Januar 2003 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zu
. Im Rah
men einer Revision beauftragte die IV-Stelle
Dr.
med.
C._
,
Facharzt
für Orthopädische Chirur
gie, ein Gutachten zu erstellen, welches dieser am
7.
Juli 2009 erstattete (
Urk.
2/
10/174). Die Allianz (
Urk.
2/
10/169) wie auch der V
ersicherte (Urk.
2/
10/172) hatten dabei Zusatzfragen gestellt.
1.6
Gestützt auf dieses Gutachten stellte die Allianz mit Verfügung
vom
9.
Oktober 2009 (
Urk.
2/
10/181) die Versicherungsleistungen per 1
2.
Mai 2009 ein und for
derte zu
viel bezahlte Taggeldleistungen für d
ie Zeit vom 1
2.
Mai bis zum 30.
Juni 2009 im Betrag von
Fr.
11'704.00 zurück. Die dagegen erhobene Ein
sprache vom
5.
November 2009 (
Urk.
2/
10/185) wies sie am 1
3.
Januar 2010 ab (
Urk.
2
/10/189
).
1.
7
Gegen den Einspracheentscheid der Allianz liess der Versicherte am
8.
Februar 2010
beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Beschwerde erheben (
Urk.
2/
1) und beant
ragen, der Entscheid vom 1
3.
Ja
nuar 2010 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, weiterhin die gesetzlich geschuldeten Leistungen auszurichten. Eventualiter sei zur weiteren Abklärung
des Sachverhalts ein interdisziplinäres Gutachten von unabhängigen Sachver
ständigen einzuholen.
Mit Urteil UV.2
010
.00
049
vom
29. Dezember 2011
wies das Sozialversicherungsgericht die Beschwerde ab (
Urk.
2/
23
).
2.
Der Beschwerdeführer liess das Urteil des hiesigen Gerichts mit Beschwerde vom
1
4.
Februar 2012
beim Bundesgericht anfechten und, in Aufhebung des kanto
nalen Urteils, die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen über den
12. Mai 2009
hinaus beantragen (
Urk.
2/
26
S. 5
). Das Bundesgericht hiess seine Beschwerde mit Urteil 8C_
155/2012
vom
9.
Januar 2013
teilweise gut, hob den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom
29. De
zember 2011
auf und wies die Sache an dieses zurück, damit es
über den
Leistungs
anspruch
des Beschwerdeführers ab 1
2.
Mai 2009
neu entscheide. Im Übrigen wies das Bundesgericht die Beschwerde ab (
Urk.
1
S. 11
).
3.
In Nachachtung des bundesgerichtlichen Urteils holte das hiesige Gericht bei
Dr.
med.
D._
,
Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates
,
leitender Arzt der
Klinik
C._
, Abteilung Wirbelsäulenchirurgie
, das Gutachten vom
3
0.
Juni 2014
ein (
Urk.
1
5
)
.
Darauf
hin
gab
es
den Parteien Gelegenheit, sich zu den Ergebnissen der Begutachtung zu äussern
(Urk. 17)
. Hiervon machte
die Beschwerdegegnerin
mit Eingabe vom
8.
September 201
4
(
Urk.
21)
G
ebrauch
.
Der Beschwerdeführer
nahm mit Eingabe vom
3.
November 2014
Stellung und beantragte, es sei dem Gutachter eine Ergänzungsfrage zu stellen
(
Urk.
2
3
).
Die Stellungnahmen wurden der jeweili
gen Gegenpartei am
4.
November 2014 zur Kenntnis gebracht (Urk. 24).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die massgeblichen rechtlichen und rechtsprechungsgemässen Grundlagen zur
Leistungs
pflicht
des Unfallversicherers wurden bereits im Urteil des
Sozialversi
cherungsgerichts
UV.2010.00049 vom 2
9.
Dezember 2011 (Erwägung
en
1 und 2
[
Urk.
2/
23
S.
4
f.]) dargelegt. Darauf
ist zu verweisen.
1.2
Speziell hervorzuheben ist, dass
hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes entscheidend
ist, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in
der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Bei Gerichtsgutachten weicht das Gericht nach der Pra
xis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der me
d
izinischen Fachleute ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fach
kenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stel
len, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfas
sen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die
Gerichtsexper
tise
widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingehol
tes Obergutachten in überzeugender Weise zu ander
e
n Schluss
folgerungen gelangt.
Eine a
bweichende Beurteilung kann ferner ge
recht
fertigt sein, wenn gegensätzliche Mei
nungsäusserungen anderer Fachleute dem Gericht als trif
tig genug erschei
nen, die Schlüssigkeit des
Gerichtsgutach
tens
in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine weitere Fachperson im Rahmen einer
Ober
expertise
für angezeigt hält, sei es, dass es ohne eine sol
che vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schluss
folgerungen
zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/
aa
).
2.
Das
Bundesgericht
führte
in seinem Urteil 8C_155/2012 vom
9.
Januar 2013 in Sa
chen der Parteien
des vorliegenden Verfahrens
(Urk. 1)
aus, das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheits
schadens
müsse
mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genüge nicht. Die entsprechende Beweislast liege beim
Unfallversiche
rer
. Bevor sich aber die Frage der Beweislast stelle, sei der Sachverhalt im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes richtig und vollständig zu klären (E. 5.1 mit Hinweisen).
Das Bundesgericht wies auf die vom Gutachten von
Dr.
C._
abweichen
den Berichte des
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, speziell Wirbelsäulenchirurgie, vom 3
0.
Juni und
2.
September 2009 hin (E. 5.2) und erwog, hinsichtlich der Diagnose sowie der Kausalität lägen divergierende Arztberichte vor. Damit sei noch ungeklärt, ob dem Unfall (noch) eine kausale Bedeutung für den andauernden Gesundheitsschaden zukomme. Der Umstand, dass die von
Dr.
E._
postulierten Befunde mittels einer neuen
technischen Methode
gefunden worden seien, genüge nicht, die von diese
m
Arzt nunmehr als bildgebend objektiviert bezeichneten Ergebnisse ohne wissenschaftliches Fundament einfach zu negieren. Ob die gefunden
en
Resultate einer wissenschaftlichen Prüfung standhielten, hätte allenfalls ein
Obergutach
ten
ergeben können. Bis anhin habe sich kein Arzt zu den Erkenntnissen in den Berichten des
Dr.
E._
geäussert. Dieser selber halte fest, die eingetretenen Veränderungen und die zeitlichen Verläufe liessen keine
E._
daran, dass die Problematik unfallkausal sei und die gefundenen degenerativen Pathologien durch das Unfallereignis richtungsweisend verschlechtert worden seien. Im Gut
achten von
Dr.
C._
fehle eine Äusserung zu möglichen Ursachen der weiterhin geklagten massiven Beschwerden. Ob die oberhalb des fusionierten Segments liegenden Bereiche L4/5 und L3/4 untersucht worden sei
en
, lasse sich der Expertise nicht entnehmen. Dasselbe gelte für den Deckplattenbereich des 5.
Lendenwirbel
körpers. Gemäss Bericht des Dr.
E._
könne aufgrund der von ihm erhobenen Befunde diese Stelle für die geltend gemachten Beschwer
den (mit-)verantwortlich sein (E. 5.3.1).
Die Sache werde daher an die Vorinstanz zurückgewiesen, damit diese den Versi
cherten durch einen neutralen, bisher nicht mit der Sache vorbefassten Facharzt gestützt auf die Untersuchungsergebnisse beantworten lasse. Insbeson
dere sei zu klären, ob das Sturzereignis vom 1
7.
Mai 2011 und die dadurch notwendig gewordene Re-
Spondylodese
vom
6.
Mai 2003 allenfalls eine rich
tunggebende Aktivierung des erheblichen degenerativen Vorzustandes zumin
dest teilkausal mitverursacht haben oder ob
der Status quo sine
mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit zwischenzeitlich wieder erreicht worden sei
. Beim Status quo sine handle es sich um
de
nj
enige
n
Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf des krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall und der in dessen Folge durchgeführten Operation früher oder später eingestellt hätte
(E. 5.3.2).
Für den Fall, dass die Leistungspflicht zu Recht auf den 1
2.
Mai 2009 terminiert worden sei, habe die Vorinstanz auch über die
Rechtmässigkeit der
Rückforde
rung von den von diesem Zeitpunkt bis Ende Juni 2009 entrichteten
Taggeld
leistungen
zu befinden (E. 6). Diese könnten
nämlich
unbesehen des Ausgangs der weiteren Abklärungen
nicht zurückgefordert werden (E. 6.1 und 6.2).
3.
3.1
Die medizinische Aktenlage, wie sie sich vor Erstattung des Gerichtsgutachtens präsentierte, und dabei namentlich
die
Expertise von
Dr.
C._
sowie die Berichte des
Dr.
E._
, ist
im Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich UV.2010.00049
vom 2
9.
Dezember 2011 (Urk. 2/23)
bereits dar
gestellt worden, so dass darauf
zu verweisen ist
.
3.2
3.2.1
Am
3
0.
Juni 2014
erstattete
Dr.
D._
das bei ihm
vom Gericht in Auftrag gegebene Gutachten (
Urk.
15). Er stützte sich auf die ihm
überlassenen Akten (S.
3 ff.),
den zusätzlich beigezogenen Bericht des
Spitals F._
, Klinik für Nuklearmedizin, vom
3.
Juni 2009 (
S. 52 f.)
und auf
die von ihm
im Rahmen der
wirbelsäulen-orthopädischen
Untersuch
ung
vom
1
0.
Dezember
2013 erhobenen Befunde
sowie die gleichentags erstellten Radio
graphien
(S.
55
ff.)
Der Gutachter
berücksichtig
te
auch
die anamnestischen Angaben de
s
Beschwerdeführer
s
zu
seinen
Leiden (S.
53
ff.).
3.2.2
Der Beschwerdeführer gab dem Gutachter an, aktuell leide er an starken
breitflä
chigen
lumbalen Beschwerden mit Punktum Maximum tieflumbal und am
lumbosakralen
Übergang. Daneben bestünden ausstrahlende Beschwerden in das rechte mehr als in das linke Gesäss und in die Beckenkämme beidseits, sowie weitere Ausstrahlungen in das rechte Bein, über den Trochanter bis zum lateralen Sprunggelenk und
zum
lateralen
Fussrand
reichend. Zudem
leide er
seit langer Zeit
, indes erst nach der zweiten Operation,
an
eine
r
Fussheber
schwäche
rechts sowie
an
eine
r Zehenstand
schwäche beidseits, welche eine Gangunsicherheit und immer wieder Stolperneigung
zur Folge hätten
.
Weiter berichtete der Beschwerdeführer über eine Schmerzverstärkung beim Drehen, beim langen Stehen und beim Sitzen. Die Gehstrecke sei auf 15 bis 20
Minuten vermindert. Schmerzmittel nehme er seit 2009 keine mehr
ein
(S. 54)
.
3.2.3
In seiner Beurteilung führte
Dr.
D._
aus
,
es sei schwierig zu beurteilen, ob die vorbestehende Pathologie durch den Unfall vorübergehend oder richtungsgebend verschlimmert worden sei. Es müsse auch ernsthaft in Betracht gezogen werden, dass es durch die Beschwerden seiten
s
des rechten Knies, wel
ches ebenfalls beim Unfall vom 1
7.
Mai 2001 verletzt
worden sei
, zu einer Aufrechterhaltung der lumbalen Beschwerden gekommen sei
(
S. 61 f
.). Der Verlauf nach dem operativen Eingriff an der lumbalen Wirbelsäule vom
6.
Mai 2003 habe
initial
radiologisch eine fortschreitende knöcherne
Durchbauung
der
Intervertebralgelenke
und kein
e
Hinweise auf eine Instabilität gezeigt. D
as Fehlen einer
Instabilität sei auch bei den radiologischen Untersuchungen vom 2
9.
Mai 2004 sowie der konventionell radiologischen Untersuchung einschliess
lich Funktionsaufnahmen vom
9.
Juni 2004 bestätigt worden beziehungsweise seien stabile Verhältnisse nachgewiesen worden. Somit sei davon auszugehen, dass die Pseudoarthrose sowie die Instabilität, wegen welchen die Operation durchgeführt worden sei, mit dem operativen Eingriff
behoben worden und somit stabile Verhältnisse geschaffen worden seien (S. 64
f.).
3.2.
4
In Beantwortung der gestellten Fragen hielt
Dr.
D._
fest,
vor dem Unfall vom 1
7.
Mai 20
0
1 habe ein Zustand nach
Interlaminotomie
,
Foraminotomie
,
dorsolateraler
und
interkorporeller
Spondylodese
L5-Ü mit folglich aktenkundig geringen lumbalen Beschwerden bestanden.
Den Zustand vor und nach dem Unfall beschrieb
Dr.
D._
als stabil (S. 59 und S. 74).
Auch unmittelbar
nach der Re-
Spondylodese
vom 6.
Mai 2003 sei der Zustand abgesehen von einer vorübergehenden Wundheilungsstörung stabil gewesen. So seien gemäss CT-Untersuchung der lumba
len Wirbelsäule sowie gemäss den
konventionellen Radiographien der lumbalen Wirbelsäule vom 2
3.
September 2003 keine Insta
bilitäten oder Lockerungszeichen dokumentiert worden (S.
74 f.).
Mit den Untersuchungen rund ein Jahr nach dem operativen Eingriff vom
6.
Mai 2003 seien ebenso stabile Verhältnisse dokumentiert worden. Eine allenfalls
unfallbe
dingte
Lockerung des Implantats der
Spondylodese
vom
1.
Oktober 1998 sei durch die Re
-
S
pondylodese
vom
6.
Mai 2003 behoben worden (S. 76).
Im Zeitpunkt der Begutachtung durch
Dr.
C._
habe der Beschwerde
führer Instabilitätsbeschwerden lumbal angegeben, für welche gemäss
Dr.
C._
kein anatomisches Korrelat zu finden gewesen sei. So habe die CT
Untersuchung der lumbalen Wirbelsäule vom 1
2.
Mai 2009 in der
Klinik G._
einen unauffälligen Befund im Bereich de
r
Spondylodese
L5/S1 mit breite
m
Du
r
chbau
und intakten und
festen Implantaten gezeigt. Dr.
C._
sei von subjektiven Beschwerden beim Fehlen objektiver (beispielsweise
radikulärer
) Ausfälle ausgegangen und habe betont, dass
es sich
in Anbetracht der Vorgeschicht
e
und der radiologisch objektivierbaren Befunde um plausible und nachvollziehbare Beschwerden handle. Damit sei ein Residualzustand nach dem operativen Eingriff mit aus der Routine bekannten Beschwerden angegeben worden, jedoch zugleich eine stabile Situation, welche durch die Re
-O
peration vom
6.
Mai 2003 herbeigeführt worden sei. Dr.
D._
hielt fest, es ergäben sich keine Hinweise, dass
im Laufe der Jahre nach der Re-
Sp
ondylodese
vom
6.
Mai 2003, im Besonderen
z
um Zeitpunkt der Begutachtung vom 1
2.
Mai 2009, eine Änderung der anatomischen Verhältnisse eingetreten sei. Somit hätten
-
wie im Gutachten
von
Dr.
C._
vom 7.
Juli 2009 dargelegt
-
subjektive Beschwerden bei stabiler Re
-
S
pondylodese
bestanden (S. 77).
Zum Zeitpunkt der Begutachtung durch ihn seien bei den radiologischen Unter
su
chungen stabile Verhältnisse nach Re
-
S
pondylodese
vom
6.
Mai 2003 nach
ge
wiesen worden (S. 78).
Da mit dem operativen Eingriff vom
6.
Mai 2003 eine stabile Situation geschaf
fen worden sei, habe es sich nur um eine vorübergehende Verschlechterung des Vorzustandes durch das Unfallereignis gehandelt (S. 79). Bei den verbliebenen Beschwerden handle es sich somit um Restbeschwerden, welche nicht mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückzuführen seien (S. 80).
Zum
Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 12.
Mai 2009 sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein Status quo sine erreicht gewesen. Dieser sei nach einer angemessenen Zeit nach dem operativen Eingriff vom
6.
Mai 2003 eingetreten
. Seither sei entsprechend nicht von einer unfallbedingten Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit auszugehen
(S. 80).
4.
4.1
Das
ausführliche
Gerichtsgutachten
wurde in sorgfältiger Würdigung sämtlicher
Vor
akten
sowie gestützt auf eigene
Untersuchungen erstellt.
Anlässlich der kli
nischen Untersuchung erhob
Dr.
D._
ein deutlich
antalgisches
Gangbild
aufgrund der schon lange bestehenden
Fussheberschwäche
rechts sowie bei Achillessehnenschmerzen links. Zudem
zeigte sich eine deutliche breitflächige
Druckdolenz
entlang der gesamten Lendenwirbelsäule und mittleren und unte
ren Brustwirbelsäule und insbesondere
eine
deutliche Verstärkung dieser
Druck
dolenz
in Bauchlage im Sinne eines Durchfederungsschmerzes. Daneben war eine
Druckdolenz
über beiden Beckenkämmen sowie beiden Gesässhälften aus
zumachen. Die Beweglichkeit insbesondere der
Lendenwirbelsäule
war einge
schränkt. Ebenso war die Muskelkraft in fast allen Muskelgruppen des rechten Beines abgeschwächt. Auf der linken Seit
e
war der Fussheber ebenfalls abge
schwächt. Für die
Dermatome
L4 und L5 sowie S1 auf der rechten Seite ergab sich eine verminderte Sensibilität bei Normalbefunden auf der linken Seite (S. 55 f. und S. 72 f.). Bei diesen Befunden
sowie angesichts dessen, dass sich seit einer gewissen Zeit nach der Re-
Spondylodese
stabile Verhältnisse zeigten (vgl. vorstehende E. 3.2.3 und 3.2.4),
ist es nachvollziehbar, dass Dr.
D._
von einer nur vorübergehenden Verschlechterung des Vorzustandes ausging
und
den Status quo sine als
vor der Leistungseinstellung per 1
2.
Mai 2009
ein
getreten beurteilte
(Urk. 15 S. 79 f.)
.
4.2
Das Gutachten von
Dr.
D._
w
eist keine Widersprüche in sich auf, wes
halb darauf abzustellen ist, sofern es nicht durch abweichende fachärztliche Beurteilungen in Frage gestellt wird (vgl. vorstehende E. 1.
2
).
Das Gutachten steht
- mit Ausnahme
der Berichte von
Dr.
E._
sowie des
A._-
Gutachtens - in Einklang
mit
den
Vorakten
.
Zum Bericht von
Dr.
E._
vom 3
0.
Juni 2009 merkte
Dr.
D._
an, die darin vorgenommene Beurteilung stimme nicht überein mit dem Bericht des
Spitals E._
vom
3.
Juni 2009 über die TK-Fluorid-PET/CT-Untersuchung vom 2
9.
Mai 200
9.
Bei dieser Untersuchung seien lediglich eine allenfalls geringe
epifusio
nelle
Arthrose im linken Facettengelenk L4/L5 mit geringer
Osteochondrose
L4/5 sowie in der rechtsventralen ISG-Fuge, zugleich eine gering aktive
Arthrose des Facettengelenkes L3/4 bei partieller, inakti
ver
Durchbauung
des Zwischenwir
belraumes beziehungsweise der Facettengelenke L5/S1 im Sinne stabiler Verhältnisse bei fehlenden
Foraminalstenosierungen
zu Tage getreten. Mit diesem Befund sei eine stabile Situation nach
Respondylodese
vom
6.
Mai 2003 belegt worden.
Dr.
E._
habe sich jedoch genau auf diese Untersuchung vom 2
9.
Mai 2009 gestützt (Urk. 15
S. 78, vgl. auch Urk. 2/16/3).
Aus dem Kontext des Gutachtens sowie aus den von
Dr.
D._
gezogenen Schlussfolgerungen geht klar hervor, dass er die vom
Spital E._
vorgenommene Interpretation
der TK-Fluorid-PET/CT-Untersuchung für korrekt hält und dieje
nige von
Dr.
E._
als von den
bildgebenden Materialien
abweichend beur
teilt.
Dabei standen
Dr.
D._
die Bilder zur Verfügung (vgl. Urk. 2/16/3).
Eine Beweisergänzung, wie der Beschwerdeführer sie beantra
gt
(Urk. 23 S. 2
), erübrigt sich daher.
In Bezug auf das
A._
-
Gutachten
führte
Dr.
D._
aus, darin
sei zwar davon ausgegangen worden, es persistiere eine
Pseudarthrosesituation
im Sinne eines nicht durchgebauten Segmentes L5/S
1.
Die postulierte persistierende Instabilität sei jedoch nicht mit radiologischen Abklärungen belegt beziehungs
weise nicht objektiviert worden (S. 76 und S. 81). Dass
Dr.
D._
mangels Objektivierbarkeit der im
A._
-Gutachten
erwähnten
Befunde nicht auf dieses Gutachten abstellte, ist nachvollziehbar und vertretbar.
D
er
Ober
gutachter
legte
damit
für den Rechtsanwender einleuchtend dar, wes
halb
die abweichenden Meinungen von
Dr.
E._
und der
Gutachtenstelle A._
nicht massge
blich
sind.
Somit muss es mit den beweiskräftigen Schlussfolgerungen im Gerichtsgutachten sein Bewenden haben. Der medizinische Sachverhalt ist mit
hin dahingehend erstellt, dass
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Zeitpunkt des Fallabschlusses vom 1
2.
Mai 2009 mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit so war, wie er auch ohne den Eint
ritt des Unfallereignisses vom
2001 gewesen wäre
.
Infolgedessen hat die
Beschwerde
gegnerin
ihre Leistungen zu Recht per 1
2.
Mai 2009 eingestellt.
In diesem Punkt ist die Beschwerde somit abzuweisen.
5.
Bezüglich der Rückforderung der vom 1
2.
Mai 2009 bis Ende Juni 2009 ausge
richteten Taggelder
führte das Bundesgericht
mit Hinweisen auf seine Recht
sprechung
aus, dass diese
- mangels Unrechtmässigkeit des Leistungsbezugs (vgl. hierzu auch
Kieser
, ATSG-Kommentar,
2.
Aufl. 2009,
N.
12 zu
Art.
25
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
) -
nicht zurückgefordert werden können (Urk. 1
E. 6
S.
8 f.
). Insoweit ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen.
Bei den Entschädigungsfolgen ist diese
Gutheissung
in sehr geringem Umfang
zu vernachlässigen.
Dies gilt umso mehr
, als die Rechtsanwältin des Beschwerdeführers sich zu dieser konkreten Frage der Zulässigkeit der Rückforderung im Falle der Rechtmässigkeit der
Leistungs
einstellung
gar nicht geäussert hat (vgl. Urk. 2/1 S. 27
Rz
. 57).
6.
6.1
D
ie Kosten ein
es
G
erichtsg
utachten
s können dem Versicherungsträger auferlegt werden, wenn die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren in rechts
erheblichen Punkten nicht ausreichend beweiswertig sind, und zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten
Beweismassnahme
an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfairness entfällt (vgl.
BGE
139 V 496 E. 4.3
und E. 4.4
,
139 V 225 E. 4.3
).
Die
Kosten sind namentlich dann dem Versicherungsträger zu überbinden, wenn bereits im Verwaltungsverfahren ein manifester Wider
spruch zwischen den verschiedenen, aktenmässig belegten ärztlichen Auffas
sungen bestand, ohne dass die Verwaltung diesen durch objektiv begründete Argumente entkräftet hat (Urteil des Bundesgerichts 8C_469/2013 vom 2
4.
Februar 2014, E. 5.2.2, 6.1 und 6.2).
6.2
Das Bundegericht hat in seinem Urteil 8C_155/2012 vom
9.
Januar 2013 in Sachen der Parteien festgehalten,
die Berichte von
Dr.
E._
vom 3
0.
Juni und vom
2.
September 2009 widersprächen dem Gutachten von
Dr.
C._
. Damit lägen hinsichtlich der Diagnose und der Kausalität divergierende
Arztbe
richte
vor. Somit sei noch ungeklärt, ob dem Unfall (noch) eine kausale Bedeu
tung für den andauernden Gesundheitsschaden zukomme. Denn bis anhin habe sich kein Arzt zu den Erkenntnissen in den Berichten des
Dr.
E._
geäussert
. Daher sei eine Begutachtung durch einen Facharzt erforderlich
(Urk. 1 S. 6 ff. E.
5.2.2 und E. 5.3.1).
Sinngemäss ging das Bundesgericht von einer Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes aus (Urk. 1 S. 6 E. 5.1 am Ende).
Die das Gutachten von
Dr.
C._
in Fr
age stellenden Berichte von Dr.
E._
vom 3
0.
Juni sowie
vom
2.
September 2009 lagen bereits im
Ver
waltungsverfahren
vor (
angehängt an
Urk. 2/10/
180).
Deswegen waren
die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren in rechtserheblichen Punkten nicht ausreichend beweiswertig
und d
ie Beschwerdegegnerin hätte bereits
d
azumal
weitere Abklärungen zu tätigen gehabt.
So
mit sind die
obge
nannten
vom Bundesgericht
aufgestellten Kriterien
zur Überbindung der
Gut
achten
kosten
an die Beschwerdegegnerin erfüllt. Diese hat demnach die Kosten für
das Gerichtsgutachten von Fr. 14‘248.65 (vgl.
Urk.
20
) zu tragen.