Decision ID: 321eaa68-2e46-49a4-9403-5b096afa2eb6
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1964, arbeitete
seit
Juli 1985
im Bereic
h Reinigung von Zugwagen bei den
Y._
(
Urk.
8/20) und seit
Juni 1990
nebenbei
als
Aushilfs
wächter
bei der
Z._
AG (
Urk.
8/9).
Am 2
5.
März 2002 (Eingangsdatum) mel
dete sich der Versicher
te wegen der Folgen eines am 8.
Oktober 2000
in der
A._
erlittenen Verkehrsunfalls
, bei dem sein damals 14-jähriger Sohn
u
ms Leben gekommen
und seine Ehefrau – e
benfalls – verletzt worden war
,
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle,
zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/3). Die IV-Stelle
nahm beruflich-erwerbliche und medizinische Abklärungen vor und zog
insbesondere die Akten der zuständigen Schweizeri
schen Unfallversicherungsanstalt (SUVA
,
Urk.
8/15
)
bei. Mit Verfügung vom 1
2.
August 2002 sprach die SUVA dem Versicherten gestützt auf eine Erwerbs
unfähigkeit von 100
%
mit Wirkung ab dem
1.
September 2002 eine Rente der Unfallversicherung zu (
Urk.
8/33).
In der Folge
sprach die IV-Stelle
dem Versi
cherten
mit Verfügung vom 1
1.
Dezember 2002 mit Wirkung ab dem
1.
Okto
ber 200
1 bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 100
%
e
ine ganze Rente zu (
Urk.
8/37).
Anlässlich
eines im August 2007 von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahrens (
Urk.
8/54) bestätigte
die IV-Stelle
mit Mitteilung vom 2
3.
Oktober 2007 den bisherigen Anspruch des Versicher
ten auf eine ganze IV
Rente
(
Urk.
8
/58).
1.2
Im Rahmen eines im
Oktober 2013
eingeleiteten Revisionsverfahrens
(
Urk.
8/63)
holte die
IV-Stelle den Bericht von
Dr.
med.
B._
, FMH Rheumatologie und FMH Innere Mediz
in, vom
8.
November 2013 (
Urk.
8
/66), den Bericht von
Dr.
med.
C._
, FMH Neurochirurgie
,
vom 15.
November 2013 (
Urk.
8
/67) und den Bericht von med.
pract
.
D._
, FMH Psychiatrie und Psychothera
pie, vom 1
3.
Januar 2014 (
Urk.
8
/69) ein.
Daraufhin gab
sie
beim
E._
in
F._
ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag, das am
1
0.
November
2014 erstattet wurde (
Urk.
8/79
). Am
9.
Februar 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass die Arbeitsvermittlung abgeschlossen werde, da er sich aufgrund der körperlichen Schmerzen und der psychischen Situation nicht in der Lage fühle, zu arbeit
en oder Arbeit zu suchen (
Urk.
8
/82). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbe
sch
eid vom 2
5.
Februar 2015,
Urk.
8
/86, und Ei
nwand vom 1
3.
April 2015,
Urk.
8
/92, bzw. 1
5.
Mai 2015
,
Urk.
8
/99)
hob die IV-Stelle die Rente des Versicherten mit Verfügung vom
9.
September 2015
gestützt a
uf einen Invaliditätsgrad von 32
% per Ende
Oktober 2015
auf
(Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
8.
Oktober 2015 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten
, ihm weiterhin eine ganze Invalidenrente
auszurichten
(
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
4.
November 2015 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7),
was dem Beschwerdeführer am 5.
November 2015 angezeigt wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Invalidenrente des Beschwerdeführers zu Recht aufgehoben wurde.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit k
önnen in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht
als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wi
rd dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung
einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesun
dheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht von seiner bisherigen Rechtspre
chung, wonach eine
somatoforme
Schmerzstörung oder ähnliche Störungen und ihre Folgen vermutungsweise mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2, 139 V 547 E. 3), Abstand genommen und eine neue Basis für die
Anspruchsklärung bei solchen Leiden
begründet (E. 6): An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG -
ausschliessli
che
Berücksichtigung der Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materieller Beweislast der
rentenanspre
chenden
Person - ändert sich dadurch nichts (E. 3.7). An die Stelle des bisheri
gen Kriterienkatalogs (bei anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung und ver
gleichbaren psychosomatischen Leiden) treten im Regelfall beachtliche
Stan
dardindikatoren
(E. 4). Diese lassen sich in die Kategorien Schweregrad (E. 4.3) und Konsistenz der funktionellen Auswirkungen einteilen (E. 4.4). Die
Standar
dindikatoren
umschreibt das Bundesgericht im genannten Urteil wie folgt:
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
Komorbiditäten
(E. 4.3.1.3)
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivit
ätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
behandlungs- und eingliederungsanam
nestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
(E. 4.4.2)
Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 Ingress). Recht und Medizin wir
ken sowohl bei der Formulierung der Standardindikatoren (E. 5.1) wie auch bei deren - rechtlich gebotenen - Anwendung im Einzelfall zusammen (E. 5.2). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesund
heitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahr
scheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der
Beweislo
sigkeit
nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (E. 6).
1.5
In intertemporalrechtlicher Hinsicht ist sinngemäss wie in BGE 137 V 210 (betreffend die rechtsstaatlichen Anforderungen an die medizinische Begutach
tung) vorzugehen. Nach diesem Entscheid verlieren gemäss altem
Verfahrens
standard
eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Ge
gebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vor
handenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE a.a.O. E. 6 in
initio
). In sinngemässer Anwendung der nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu pr
ü
fen, ob die beigezogenen admi
nistrativen und/oder gerichtlichen Sachverstän
di
gengutachten – gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärzt
lichen Berich
ten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indika
toren er
lauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und
–
dichte kann zudem unter Um
ständen eine punktuelle Ergänzung genügen (
BGE 141 V 281
E. 8).
1.6
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad
gemäss
Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
Die seit dem 1. Januar 2004
massgeblichen
Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.7
Bezüglich der das
Valid
eneinkommen
erhöhenden Anrec
henbarkeit von Neben
verdiensten
und Entgelten aus Doppel- oder Mehrfachbeschä
ftigungen ist die
Rechtsp
rechung bis heute uneinheitlich (wobei sich die divergierenden
Begrün
dungslinien
in keinem Fall erge
bnisrelevant ausgewirkt haben).
Einerseits geht das Bund
esgericht davon aus, dass die IV nach der ge
setzgeberischen Kon
zeptio
n nur Versicherungsschutz im Rahmen eines
normalen Einsatzpensums von 100
%
gewährt, weshalb ein Nebeneinkommen bloss dann als
Validen
lohn
be
rücksichtigt werden kam, falls
ein solches bereits im Gesundheitsfa
ll erzielt worden ist und weiter
erzielt worden wäre (SZS 2008 569 =
Urteil des Bun
desgerichts 9C_45/2008
vom
3.
Juli 2008
E. 4.2 mit Hinweisen
)
. Desh
alb wurde das hypothetische
Valid
eneinkommen
eines Versicherten,
der vor Eintritt der gesundheitlichen Beein
trächtigung zwei wirtschaftlich
gleichbedeutende Beschäftigungen ausgeübt hatte, auf der
Grundlage
eines Arbeitszeitpensums von 100
%
bemessen (
Urteil des Bundesgerichts I 637/03
vom 1
6.
Juni 2004
E.
3.2-4)
.
Andererseits werden bisweilen sämt
liche Einkünfte aus Haupt- und
Nebentätigkeit(en) zum
Valideneinkommen
geschlagen, ohne
Berücksichtigung
der damit allenfalls einhergehenden Über
schreitung eines
üblichen
Arbeits
pensums
von 100
%
(R
KUV 2003 U 476 107 = Urteil
des Bundesgerichts
U
130/
02
vom 29.
November 2002
,
9C_
7
66/2011
vom 3
0.
Dezember 2011
, 8C_676/2007
vom 1
1.
März 2008
E. 3.3). D
er (vorläufig) letzte
Stand der Recht
sprechung in dieser Fra
ge lautet: Ein vor Eintritt des
Gesundheitsschadens erzieltes (hohes) Einkommen, welches mit
einem
überdurchschnittlichen zeitli
chen Aufwan
d erarbeitet worden ist, muss im Rahmen des
sozialversiche
rungsrechtlichen
Einkommensvergleichs
ni
cht systematisch auf ein 100%-P
en
sum reduziert werden (SVR 2011
IV Nr. 55 =
Urteil des Bundesgerichts 8C_671/2010
vom 25.
Februar 2011
E. 4.5). Die IV bietet als
Erwerbsunfähig
keitsversicherung
grundsätzlich nur Ver
sicherungsschutz für eine übliche,
nor
male erwerbliche Tätigkeit (a.a.
O., E. 4.5.2); in diesem Rahmen
sind aber auch
sehr
hohe bisherige Einkommen zu berücksichtigen
(a.a.O., E. 4.5.5).
Überstun
denentschädigungen
gehören zum
Valideneinkommen
, wenn und soweit die versicherte Person effektiv weiterhin mit solchen Einkünften hätte rechnen können (Urteil des Bundesgerichts 9C_159/2010
vom
1.
Juli 2010
E. 6.4; Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
3.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, N 69 f.
zu
Art.
28a;
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_243/2015 vom 1
5.
Juli 2015 E. 2 mit Hinweisen).
1
.8
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und
in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revi
sionsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1
.9
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zustellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander wi
dersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erled
igen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist
im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforde
rlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei ps
ychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der
medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Expert
e oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE
134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
2.1.1
Mit
Verfügung vom 1
1.
Dezember 2002
sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab dem
1.
Oktober 2001
bei einem
Invaliditäts
grad
von 100
% eine ganze Rente zu
(Urk. 8/37
). Seither wurde der Rentenan
spruch nicht mehr umfassend materiell überprüft. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung, ob eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustands vorliegt, bildet somit die Verfügung vom
1
1.
Dezember 2002
(vgl. E.
1.8
).
Der
damaligen
Rentenzusprache
lagen im Wesentlichen
folgende Arztberichte
zugrunde
(vgl. Feststellungsbla
tt vom 1
8.
Juli 2002, Urk.
8/24
):
2.1.2
Dr.
B._
stellte im Bericht
vom 2
2.
Mai 2002
folgende Diagnosen
m
it Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/21/1):
(1)
eine posttraumatische Belastungsstörung (bestehend seit dem
8.
Oktober 2000)
(2)
ein posttraumatisches
lumbospondylogenes
Syndrom bei Luxationsfraktur
Lendenwirbelkörper (LWK) 5/S1 mit
Spondylodese
L5/S1 mit Fixateur interne (Oktober 2000) und
Osteosynthesematerialentfernung
(April 2001)
(3)
ein
zervikocephales
und
z
ervikovertebrales
Syndrom bei diskreten degenerativen
Bandscheibenveränderungen
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
B._
keine. Er gab an
, dass der Beschwerdeführer
in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Gruppenchef
Y._
Wagenreinigung seit dem Unfallereignis bis auf
Weite
res
zu 100
%
arbeitsunfähig sei.
Sein Gesundheitszustand
sei stationär. Aus psy
chiatrischer Sicht sei er weiterhin voll arbeitsunfähig
(
Urk.
8/21/1-2).
2.1.3
Kreisarzt
Dr.
med.
G._
, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, hatte im Bericht vom 1
7.
April 2002
betreffend die ärztliche Abschlussuntersuchung
erklärt, dass das zentrale
Problem
des Beschwerdeführers
die
nach wie vor vorhand
ene depressive Verstimmung mit Flashbacks zum Unfallg
eschehen und die
niedrige
Selbsteinschätzung seien. Im Februar 2002
sei versucht worden,
ihn
vorsichtig wieder in den A
rbeitsprozess
einzugliedern. Er
sei
ohne
Leistungsdruck
mit R
einigungsaufgaben
beauftragt
worden. Schon nach
anderthalb Stunden
habe er aufgegeben, was
aus somatischer Sicht nicht verständlich
sei. Bei sorgfältigem
Aufbau wäre zu erwarten, dass
dem
Beschwerdeführer
mittelfristig wieder eine ganztägige
leichte bis a
uch physisch mittelschwere Arbeit
zugemutet werden könnte.
Dies scheitere aber
an der depressiven Verstimmung mit
der tiefen und negativen Selbsteinschätzung. Sie stünden jetzt anderthalb Jahre nach dem Geschehen und die Angelegen
heit
habe sich
chronifiziert
. Eine Änderung erwarte er
nicht mehr. Aus psychis
chen Gründen müsse
vo
n einer vollen Arbeitsunfähigkeit
ausgegangen wer
d
en (Urk.
8/21/
9
; vgl. auch den an
Dr.
G._
gerichteten Bericht von med.
pract
.
D._
vom 1
7.
Dezember 2001,
Urk.
8/15/35-36
).
2.2
Anlässlich des
im August 2007 eingeleiteten
Revisionsverfahrens
(
Urk.
8/54)
holte die IV-Stelle den Bericht von
Dr.
B._
vom
2
1.
September 2007
ein.
Dr.
B._
hielt
darin
fest
,
dass
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers stationär sei bzw. sich verschlechtert habe. Die Diagnose habe sich nicht geändert (
Urk.
8/56).
2.3
2.3.1
Im Rahmen
des vorliegenden Revisionsverfahrens
stellten die Ärzte des
E._
im polydisziplinären Gutachten vom
1
0.
November
2014
folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/79/28):
(1)
ein c
hronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5/T91.1/Z98.8)
-
Status nach Luxationsfraktur LWK5/
Sakralwirbelkörper (
SWK
)
1 mit links
-
s
eitiger
Radikulopathie
am
8.
Oktober
2000
-
Status nach offener Reposition und Transfixation LWK5/SWK1 mit Fixateur
interne
am 2
7.
Oktober
2000 (Unfallchirurgie
H._
)
-
Status nach Entfernung des
Osteosynthesematerials
am 2
0.
April
2001 (Unfall
-
chirurgie
H._
)
-
radiologisch mä
ssige degenerative Veränderungen ohne klaren Hinweis für
Neurokompression (MRI 1
7.
September
2014)
ein
remittiertes
radikuläres
Syndrom L4 links
(2)
ein chronisches
z
ervikovertebrales
Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.2/Z98.8)
-
Status nach
posteriorer
Foraminotomie
Halswirbelkörper
(
HWK
)
7/
Brustwirbelkörper (
BWK
)
1 links mit Entfernung einer Diskushernie in
mikr
ochirurgischer Technik am
6.
Mai
2013 (
Dr.
C._
,
I._
,
J._
)
-
radiologisch linksseitige Diskushernie HWK6/7/BWK1 und
foraminale
Stenose
HWK5/6 rechts
(MRI 2
4.
Juli
2014)
-
residuelles
z
ervikales Wurzelreizsyn
drom C8 links (ICD-10 G54.2)
(3)
k
linische Zeichen des
subakromialen
Impingements
beider Schultern (ICD-10 M75.4)
-
aktenanamnestisch Tendinitis
calcarea
beidseits
-
radiologisch unauffälliger
Befund rechts (Röntgen 1
5.
Oktober
2014)
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit nannten sie folgende (Urk.
8/79/29):
(1)
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-
10 F45.41)
(2)
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode
(ICD
-10
F33.0)
(3)
eine leichte
norm
o
chrome
normozytäre
Anämie unklare
r
Ätiologie
Die Ärzte des
E._
erklärten,
dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit dem Zeitpunkt der
Rentenzusprache
aus psychiatrischer Sicht wesentlich verbessert habe. Während körperlich schwere und anhaltend mittelschwere Tätigkeiten aufgrund einer verminderten Belastbarkeit des Achsenskelettes weiterhin nicht zugemutet werden könnten, bestehe für sämtliche körperlich leichten bis selten mittelschweren, adaptierten Tätigkeiten eine 100%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit (
Urk.
8/79/31).
2.3.2
Med.
pract
.
D._
legte im
an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers gerichteten
Schreiben vom
4.
Mai 2015 dar, dass
ihm formal die angesichts der Tragweite für den Beschwerdeführer kurze Dauer der psychiatrischen Untersu
chung
im
E._
von lediglich 60 Minuten auffalle. Inhaltlich vermisse er die psychiatrische Explora
tion zum Unfallerleben an sich, zum Verlauf der in den ersten Jahren noch vorliegenden spezifischen Symptome der posttraumatischen
Stressymptomatik
(Intrusionen, Vermeidung, sog.
Numbing
und eventuelle andere dissoziative Phänomene) und eine in der Exploration eingehender her
ausgearbeitete Befund
erhebung
zu den unspezifischen affektiven Symptomen, wie sie bei posttraumatischen Belastungsstörungen typischerweise auch auftre
ten würden (zum Beispiel allgemein erhöhte Irritabilität der Affekte,
Stim
mungsschwankungen
, Ängste etc.). Auch die eigentliche depres
sive Symptoma
tik, vor allem
deren Verlauf im Längsschnitt, werde kaum exploriert.
Weiter wäre
seiner Ansicht nach das Einholen
einer
über die vorliegenden ärztlichen Berichte hinausgehenden Fremdanamnese unerlässlich. Der Beschwerdeführer habe drei erwachsene Kinder, welchen eine Befragung durchaus zumutbar wäre. Zudem hätte auch er – als langjähriger Behandler – telefonisch
konsultiert wer
den können
. Ferner empfinde er angesichts einer fehlenden eingehenden klini
schen Exploration zur Persönlichkeit und ohne sorgfältige Fremdanamnese
auch
das Weglassen jeglicher Untersuchungsinstrumente zur Erfassung der Persönlichkeit als Mangel.
In erster Linie kämen
strukt
urierte Interviews, wie etwa d
as
International
Personality
Disorder
Examination
oder ein strukturiertes klinisches Interview für Persönlichkeitsstörungen nach DSM-IV in Frage
(Urk.
8/98/1-3
).
Sodann
führte med.
pract
.
D._
aus, dass sich i
n seiner
bis anhin letzten psy
chiatrischen Konsultation
am 2
3.
April 2015
Befunde eines ausgeprägten, den mittleren Grad übersteigenden,
stark angst
geprägten, depressiven Symptomes gezeigt
hätten
. Die posttraumatische Belastungsstörung sei gegenüber den ein
bis zwei Jahren nach dem Unfallereignis hinsichtlich der spezifischen Symp
tome dieses Störungsbildes zwar weitgehend remittiert. Allerdings bleibe die Frage, ob eine vollständig oder aber nur eine teilweise Remission eingetreten sei, im Gutachten unkommentiert.
Beim Beschwerdeführer persistiere eine ganze Reihe unspezifischer, aber für
chronifizierte
Verläufe von posttraumati
schen Belastun
gsstörungen ebenfalls typische
r
Symptome, wie eine enorme Irritabilität der Affekte mit raschen
dysphorischen
Auslenkungen,
Stimmungs
schwanken
, eine reduzierte Stress- und Belastungstoleranz, ein erheblicher sozialer Rückzug, Desinteresse, Freud- und Lustlosigkeit, eine insgesamt also vorwiegend depressive Symptomatik, deren Ätiol
ogie nur unscharf zwischen einem
Residualzustand einer posttraumatischen Belastungsstörung und einer reaktiven depressiven Störung aufgetrennt werden könne. Er stimme mit dem psychiatrischen Gutachter zwar darin überein, dass sich beim Beschwerdeführer auch eine massive
Dysfunktionalität
manifestiere, welche aber in ihrer
Ver
schränktheit
einerseits mit dem Unfallereignis, dem Verlust des Sohnes und andererseits mit mangelnden persönlichen Ressourcen nicht so einfach als überwindbar
beurteilt
werden dürfe. Deshalb sei für ihn über die Jahre hinweg klar gewesen, dass es sich diagnostisch um eine
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.41) und eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.1/33.0) gehandelt habe, welche
zwar
das manifeste psychische Zustandsbild geprägt hätten, jedoch in Verbindung mit einer
chronifizierten
posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) bzw. eine
m
Residualzustand einer posttrau
matischen Belastungs
störung zu sehen gewesen seien. Im Weiteren habe er
selbst
in seinem
Arztbericht vom Januar 2014 einerseits
die depressive Störung in jener Phase als leicht
eren Grades (also ICD-10 F33.0)
beschrieben, jedoch deutlich darauf hingewiesen, dass es im Längsverlauf immer wieder zu Phasen gekommen sei, in welchen die depressive Störung den mittleren Grad (ICD-10 F33.1) überschritten habe.
Eine solche Phase bestehe auch aktuell.
Insgesamt habe sich der psychische Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers
gegenüber dem Jahr 2002 leider ni
cht wesentlich verändert (
Urk.
8/98/3-5
).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin ging im Rahmen der Rentenaufhebung davon aus,
dass dem Beschwerdeführer körperlich leichte bis selten mittelschwere wechsel
belastende
Tätigkeit
en
ohne wiederholtes Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, ohne repetitiven Einsa
tz der oberen Extremitäten
obe
rhalb des
Schulterni
veaus
seit Oktober 2014 wieder
zu 100 % zumutbar sei
en
(Urk. 2). Sie stützte
sich dabei auf das polydiszipl
inäre Gutachten des
E._
vom 10.
November 2014 (Urk. 8/79
).
3.2
Das genannte Gutachten des
E._
basiert auf den erforderlichen allseitigen fachärztlichen Untersuchungen (
allgemeininternistisch
,
orthopädisch
, neurologisch und psychiatrisch) und wurde in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben. Die Gutachter haben detaillierte Befunde erhoben, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt. Das
E._
-Gutachten erfüllt demnach die
rechtsprechungsgemässen
Anforderungen an beweiskräftige ärztliche Ents
cheidungsgrundlagen (vgl. E.
1.9
).
3.3
Was den Gesundheitszustand in somatischer Hinsicht betrifft, legten die Ärzte des
E._
im Rahmen der interdisziplinären Beurteilung
dar, dass
der Beschwer
deführer in den letzten 15 Jahren seiner Berufstätigkeit als Wagenreiniger bei den
Y._
tätig gewesen sei, wobei diese Tätigkeit als körperlich leicht einge
schätzt werden könne. Die vom
Beschwerdeführer
völlig diffus geklagten Beschwerden
würden sich
weder durch die klinischen noch durch die radiolo
gischen Befun
de vollständig begründen lassen.
Nachvollziehbar seien
Beschwerden an der z
ervikalen Wi
rbelsäule bei mehrsegmentaler Degeneration und
Diskopathie
mit
neurologischerseits
diagnostiziertem
residuellem
zervika
lem Wurzelreizsyndrom C8 links bei Zustand nach Diskektomie C7/Th1 links im Mai 2013, Restbeschwerden nach Verletzung des
lumbosakralen
Übergangs und Schulterbeschwerden bei klinischen Zeichen für ein
subakromiales
Impinge
ment
beider Schultern. Die deutlichen Inkonsistenzen, das anamnestisch fehlende Ansprechen auf wiederholte Lokalinfiltrationen sowie die
Schmerzz
u
nahme
unter Physiotherapie seien
als klare Zeichen für eine nicht-organische Beschwerdekomponente zu werten.
Aus neurol
ogischer Sicht könne im Bereich
der Lendenwirbelsäule
keine
radikuläre
Reiz- oder Ausfallssymptomatik nach
gewiesen werden, welche die Ausstrahlungen der Beschwerden in die unteren
Extremitäten erkläre
(
Urk.
8/79/29-30)
.
Die Ärzte des
E._
kamen zum Schluss, dass
dem Beschwerdeführer körperlich schwere und
anhaltend
mittelschwere Tätigkeiten bei vermehrter Belastbarkeit des Achsenskeletts
seit dem Unfallereignis im Oktober 2000
nicht mehr zumut
bar seien. Hingegen bestehe für jegliche körperlich leichten bis selten mittel
schweren, wechselbelastenden Tätigkeiten
-
wie auch für die angestammte Tät
igkeit in der Wagenreinigung bei den
Y._
-
eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
8/79/
30).
3.4
Diese Beurteilung der Ärzte des
E._
ist angesichts der genannten Befunde und der dazugehörigen Erläuterungen
grundsätzlich
einleuchtend und plausibel.
Nicht nachvollziehbar ist einzig, dass die Ärzte des
E._
die Tätigkeit des Beschwerdeführers als Wagenreiniger bei den
Y._
als körperlic
h leicht einge
stuft haben (
Urk.
8/79/29).
Wie der Beschwerdeführer zutreffend bemerkte (
vgl.
Urk.
1 S.
10 f.
), entging ihnen
offen
bar
, dass
er
ohne Gesundheitsschaden körperlich anspruchsvolle Reinigungsarbeit im
Geleisefeld
mit häufigem Gehen auf dem Schotter und dem Einsteigen in
die Züge ausserhalb des
Perron
bereichs
(Abstand Trittbrett – Boden 70 cm) hätte verrichten müssen
.
Bei
der im
E._
Gutachten erwähnten Überwachung der Waschstrasse
(
Urk.
8/79/23)
han
delte es sich lediglich um einen Schonarbeitsplatz,
der
dem Beschwerdeführer aufgrund seit Mai 1999 bestehenden Rückenschmerzen
vorübergehend
zuge
wiesen worden war
(vgl. Bericht von
K._
von der SUVA vom 2
6.
März 2001,
Urk.
8/15/
77-
78)
.
Diesbezüglich ist
deshalb
mit
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) davon auszugehen, dass es sich bei der
angestammten
Tätigkeit
des Beschwerdeführers
als Wagenreiniger bei den
Y._
um
eine (
mittelschwere
)
Tät
igkeit handelt, die
nicht
mehr zumutbar ist (vgl. Stellungnahme
von RAD-Arzt
Dr.
L._
vom 1
7.
November 2014,
Urk.
8/85/
5-
6).
3.5
Die weiteren Einwände des Beschwerdeführers gegen die Beurteilung des soma
tischen Gesundheitszustands
durch die
Gutachter des
E._
(
vgl.
Urk.
1 S.
10
)
vermö
gen
nicht zu überzeuge
n.
Die
Rentenzusprache
im Dezember
2002 erfolgte in erster Linie aus psychischen Gründen.
Dass es seit 2002 in somati
scher Hinsicht nicht zu einer Verbesserung des Gesundheitszustands gekommen ist, ist unstreitig. Den nun im Lumbal-, HWS- und Schulterbereich
zusätzlich
festgestellten Befunden wurde von den Ärzten des
E._
denn auch insofern Rechnung getragen, als sie grundsätzlich lediglich noch eine leichte bis selten mittelschwere
, wechselbelastende
Tätigkeit als zumutbar erachte
te
n
, während
gemäss
Kreisarzt
Dr.
G._
im April 2002
aus rein somatischer Sicht
auch mittelschwere Arbeiten
noch
möglich
waren
(
Urk.
8/21/9).
Die
festgestellte Schwellung am rechten Untersch
enkel und am rechten Fuss (Urk.
8/79/22 und
Urk.
8/79/26) hat gemäss den
E._
-Gutachtern
sodann
keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in
einer angepassten
Tätigkeit.
Aufgrund der Angaben des Beschwerdeführers selbst anlässlich der Begutachtung sowie der von den Gutachtern erhobenen orthopädischen und neurologischen klinischen Befunde (vgl. insbesondere
Urk.
8/79/19 [„...
Hinkfreier
Barfussgang, Fersen und
Zehen
gang
über mehrere Meter ohne Absinken möglich, wobei es rechts jeweils zur
Schmerzhaftigkeit an der rechten Wade komme ...“]) besteht denn auch kein Grund zur Annahme einer dadurch bedingten funktionellen Beeinträchtigung.
4.
4.1
Was den Gesundheitszustand
in psychiatrischer Hinsicht anbelangt, erklärte
der Gutachter des
E._
im
psychiatrischen Teilgutachten, dass
der Beschwerdeführer verheiratet sei und dieser Ehe fünf Kinder entstammen würden. Im Jahr
2000
habe er
während eines Ferienaufenthalts
in der
A._
einen Unfall
erlitten
,
bei dem
sich der Bus überschlagen habe. Dabei sei
sein damals 15 Jahre alter Sohn ums Leben
gekommen
. Er selbst
habe
sich eine Rückenfraktur zu
gezogen
.
Der Beschwerdeführer sei operiert worden und habe in der
Folge einen Arbeitsversuch unter
nommen, diesen nach wenigen Stunden aber abgebrochen.
Seither
sei
er
keiner beruflichen Tätigkeit mehr nach
gegangen
.
Er
klage
über Rückenschmerzen, Kopfschmerzen,
verminderte Belastbarkeit und fühle
sich nicht mehr arbeitsfähig. Das Ausmass der geklagten körperlichen Beschwerden und
der
subjektiven Krankheitsüberzeugung, nicht mehr arbeiten zu können, könn
ten
durch die somatischen Befunde nicht hinreichend objektiviert w
erden, so dass eine psychische Ü
berlagerung angenommen
werden müsse
. Der
Beschwerdeführer leide
unter d
em Verlust seines Sohnes. Er sei
in der ersten Zeit nach dem Unfall gereizt
gewesen und habe
öfters Streit mit Mitmenschen
gehabt. Diagnostisch handle
es sich um eine chronische Schmerzstörung mit somati
schen und psychischen Faktoren.
Daneben könne
auch eine rezidivierende
depressive
Störung diagnostiziert werden,
die
leichtgradig
ausgeprägt sei
. Der
Beschwerdeführer leide
unter leichten Schlafstörungen. Der Schlaf
sei oberflächlich, er erwache früh, klage
auch über angstbesetzte Träume
. Er habe
aber am Morgen keine Mühe
aufzustehen und
lese
tagsüber
während S
tunden Romane. Er sehe auch regelmässig TV und unternehme
regelmässig Spaziergänge. Die Beziehung zu seiner Ehe
frau und seinen vier Kindern sei
g
ut.
Der
Beschwerdeführer treffe sich auch einmal
pro
Woche mit Kollegen, man besuche sich gegenseitig, gehe
in ein Restaurant einen Kaffee tr
inken. Einmal pro Woche besuche
er
die Moschee,
wo er soziale Kontakte pflege
. Vor drei Monaten
habe e
r zusammen mit seiner Familie während drei Wochen ferienhalber in der
A._
geweilt. B
ei der
psychiatrischen Untersuchung sei
die Stimmung herabgesetzt, gelegentlich etwas depressiv
gewesen
. Der
Beschwerdeführer beklage
auch einen gelegentlichen
Lebensverleider
,
habe
sich aber explizit von Suizidgedanken und Suizidimpulsen
distanziert. Explizit habe
er auch
gemeint
, dass er in der ersten Zeit nach dem Unfall vermehrt unter Suizidgedanken gelitten habe, die sich zwischenzeitlich deutlich in de
n Hintergru
nd geschoben hätten
(
Urk.
8/79/15-16). Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit (
Urk.
8/79/16). Zum Verlauf hielt der psychiatrische Gutachter fest, dass die in den Akten erwähnte posttraumatische Belastungsstörung remittiert sei. Die depressive Störung sei
geringgradig
ausgeprägt. Es sei also im Laufe der Zeit zu einer deutlichen Besserung des psychischen Zustandsbildes gekommen. Somit könne ab Datum der Untersuchung aus psychiatrischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit mehr attestiert werden (
Urk.
8/79/17).
4.2
4.2.1
Diese – unter Bezugnahme auf die nach der früheren Rechtsprechung des Bundes
gerichtes zu den
somatoformen
Schmerzstörungen (vgl. E. 1.4) massge
blichen Kriterien (BGE 130 V 352 E. 2.2.3) vorgenommene – Beurteilung des psychiatrischen Gutachters vermag aufgrund der von ihm in Übereinstimmung mit den klinischen Befunden gestellten Diagnosen – auch aus rechtlicher Sicht – zu überzeugen: Eine leichte depressive Episode stellt nach der Gerichtspraxis keine Komorbidität von hinreichender Erheblichkeit im Sinne der früheren Rechtsprechung dar. Sie ist auch grundsätzlich nicht geeignet, eine
leistungs
spezifische
Invalidität zu begründen (Urteil des Bundesgerichts 9C_337/2015 vom 7. April 2016 E. 4.4.1 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch E. 4.4). Die übri
gen Kriterien liegen gemäss den gutachterlichen Feststellungen (vgl.
Urk.
8/79/16-17) jedenfalls nicht in genügender Intensität und Konstanz vor, um gesamthaft den Schluss auf eine nicht mit zumutbarer Willensanstrengung überwindbare Schmerzstörung zu gestatten.
4.2.2
Wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen, lassen die Feststellungen des psy
chiatrischen Gutachters auch eine schlüssige Beurteilung gestützt auf die gemäss der geänderten Schmerzrechtsprechung des Bundesgerichtes massge
benden Indikatoren zu (vgl. E. 1.4 und E. 1.5):
4.2.3
Was die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde betrifft, ist festzuhalten, dass
der
psychiatrische Gutachter
des
E._
die diagnostizierte chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren anscheinend nicht als schwer eingestuft hat, zumal die von ihm erhobenen Befunde weitgehend unauffällig waren
(vgl. Urk. 8/79/15
). Auch die Behandlungsbemühungen spre
chen nicht für einen hohen
Schweregrad der Störung, da der Beschwerdeführer
im Zeitpunkt der Begutachtung
lediglich etwa alle sechs
Wochen zu
med.
pract
.
D._
in Behandlung ging (Urk.
8/79/12
).
Davor waren die
Behandlungsinter
valle
offenbar noch grösser (vgl.
Urk.
8/63/2 und
Urk.
8/66; vgl. auch
Urk.
3/3 S. 5). Obwohl der Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung angegeben hatte, dass er – nebst
Trittico
(
Trazodon
) – auch
Zoloft
(
Sertralin
) einnehme
(
Urk.
8/79/11), lag sodann der anlässlich der Begutachtung erhobene
Serum
spiegel
von
Sertralin
nicht im therapeutischen Bereich (Urk. 8/79/12). Zudem ist nicht aktenkundig, dass er sich seit dem Aufenthalt in
M._
(13. November bis 2
2.
Dezember 2000) je einer (teil-)stationären Behandlung unterzogen hätte. Eine psychische Komorbidität ist nach dem Gesagten (vgl. E. 4.2.3) zu vernei
nen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3). Eine körperliche Komorbidität ist zwar gemäss den gutachterlichen Feststellungen gegeben. Diese steht aber der vollzeitlichen Ausübung von angepassten Tätigkeiten nicht entgegen (vgl. E. 3.5). Anhalts
punkte dafür, dass die Persönlichkeit des Beschwerdeführers ein Leistungsver
mögen ausschliessen könnte, bestehen nicht. Ressourcen sind sodann durchaus vorhanden (insbesondere auch gute Beziehung zur Ehefrau und den vier Kin
dern, Urk. 8/79/14). Im Weiteren wies der psychiatrische Gutachter darauf hin, dass sich der Beschwerdeführer aufgrund seiner körperlichen und psychischen Beschwerden zwar als nicht mehr arbeitsfähig ansehe, im Alltag jedoch durch psychopathologische Befunde kaum beeinträchtigt sei (
Urk.
8/79/17). Er gehe
einigen Aktivitäten nach. Er lese täglich während Stunden, unternehme Spaziergänge, habe eine gute Beziehung mit seinen Familienangehörigen und treffe sich mit Kollegen
(
Urk.
8/79/18)
.
Eine
gleichmässige
Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen ist
somit
nicht
gegeben. Ebenso wenig ausgewiesen ist
schliesslich
auch ein
Leidensdruck im Sinne der bun
desgerichtlichen Rechtsprechung
(vgl. E. 1.4
).
Gesamthaft betrachtet kann
demzufolge
auch in Anwendung der geänderten Rechtsprechung nicht auf eine invalidisierende Wirkung
der
chronische
n
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
geschlossen wer
den.
4.3
4.3.1
Was der Beschwerdeführer
(vgl.
Urk.
1 S. 11 ff.)
und med.
pract
.
D._
(vgl.
Urk.
8/98)
gegen die psychiatrische Beurteilung des
E._
vorbrachte
n,
ver
mag
nicht zu überzeugen.
4.3.2
Zum Bericht von med.
pract
.
D._
vom 1
3.
Januar 2014 nahm der psychiatri
sche Gutachter
des
E._
Stellung und erklärte in nachvollziehbarer Weise, dass d
er seit Jahren behandelnde
med.
pract
.
D._
zuletzt
eine rezidivierende depressive Störung, aktuell leichten Grades, und eine chronische
Schmerzstö
rung
diagnostiziert
und
e
ine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
attestiert habe. Er habe
auch eine posttraumatische Belastungsstörung
erwähnt
, ebenfalls
gering
gradig
ausgeprägt. Die Diagnose
n
einer rezidivierenden depressiven Störung,
die
leichtgradig
ausgeprägt sei, sowie einer chronischen Schmerzstörung
k
önn
ten
bestätigt werden. Eine posttra
umatische Belastungsstörung könne
nicht
mehr diagnostiziert werden. Der
Beschwerdeführer klage
einzig noch über angstbesetzte Träume, wobei
diese Angaben
naturgemäss
subjektiver Art seien
.
Er zeige
aber keine chronische Verzweiflung, keinen Rückzug von allen sozialen Belangen des Lebens, keine
chronische Gereiztheit, leide
n
icht unter Flashbacks und pflege
auch einige soziale Kontakte. All dies wäre mit einer
chronischen posttraumatischen B
e
lastungsstörung nicht vereinbar
(
Urk.
8/79/17).
Diese Stellungnahme des psychiatrischen Gutachters vermag zu überzeugen. Im Übri
gen hat med.
pract
.
D._
im genannten Bericht selbst darauf hingewiesen, dass beim Beschwerdeführer – wie dies bei posttraumatischen Belastungsstörungen üblich sei
(
vgl.
Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10, Kap
itel V [F]
, Klinisch-diagnostische Leitlinien, 1
0.
Aufl. 2015, S. 207 f.;
zur Publikation vorgesehenes Urteil des Bundesgerichtes 8C_676/2015 vom
7.
Juli 2016 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen) - die für eine posttraumatische Belastungsstörung typischen, spezifischen Symptome
nach ca. zwei bis drei Jahren in den Hintergrund getreten seien (
Urk.
8/69/2; vgl. auch Bericht von
Dr.
D._
an den Unfallversi
cherer vom 1
5.
April 2010, Urk. 8/69/9).
4.3.3
Im Weiteren geht der
Einwand
von med.
pract
.
D._
, dass eine länger als
60
Minuten dauernde Exploration unerlässlich gewesen wäre (
Urk.
8/98/2
),
fehl. Für den Aussagegehalt eines medizinischen Gutachtens kommt es grundsätzlich nicht auf die Dauer der Untersuchung an;
massgebend
ist in erster Linie, ob die Expertise – was vorliegend der Fall ist - inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (Urteile des Bundesgerichts 9C_664/2009 vom 6. November 2009 E.
3 und 9C_55/2009 vom 1. April 2009 E. 3.3 mit Hinweisen).
Gegen eine ungenügende Exploration sprechen auch die durchaus ausführliche Darstellung der psychiatrische
n Anamnese sowie der psychiatrischen
Befunde (Urk. 8/79/13-15).
4.3.4
Ebenfalls nicht stichhaltig ist das Vorbringen
von med.
pract
.
D._
, die Ärzte des
E._
hätten fremdanamnestische Angaben
d
er
erwachsenen
Kinder
des Beschwerdeführers
und von
ihm
selber
einholen müssen (
Urk.
8/98/2
).
Fremd
anamnestische
Abklärungen sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei der psychiatrischen Begutachtung nicht unerlässlich. Eine Fremdanamnese kann zwar eine zentrale Erfahrungsquelle für den Arzt darstellen, allerdings muss sich der medizinische Sachverständige von entsprechenden Erhebungen einen wesentlichen Erfahrungsgewinn versprechen können (Urteile des Bundes
gerichts 8C_215/2012 vom 11. Juli 2012 E. 7.4, 9C_482/2010 vom 21. Sep
tember 2010 E. 4.1 und I 58/06 vom 13. Juni 2006 E. 2.3). Es liegt also im Ermessen des begutachtenden Psychiaters, ob er es als notwendig erachtet, mit dem behandelnden Psychiater oder etwa Familienmitgliedern Kontakt auf
zunehmen oder nicht. Der psychiatrische Teilgutachter des
E._
hatte vorliegend
jedoch insbesondere bereits Kenntnis
der
Berichte
von med.
pract
.
D._
und set
zte sich damit auch auseinander.
Es sind daher keine Gründe ersichtlich, die eine Fremdanamnese nahe gelegt hätten.
4.3.5
Die Frage, ob und welche Zusatzuntersuchungen nebst dem psychiatrischen Explorationsgespräch erforderlich sind, ist
sodann
vom Gutachter zu beant
worten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_725/2013 vom 2
9.
Januar 2014 E.
4.3). So sehen auch die Qualitätsleitlinien für psychiatrische Gutachten in der Eidgenössischen Invalidenversicherung der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (abrufbar unter http://www.ivsk.ch) in Ziff. 4.3.2.2 vor, dass - lediglich - bei begründeter Indikation, wie zum Beispiel Verdacht auf neurokognitive Beeinträchtigungen oder bei schwer objektivier
baren Beschwerden bzw. geklagten
Funktionseinbussen
, der Einsatz von geeig
neten Tests zur Prüfung der Leistungsfähigkeit und auch der
Leistungsbereit
schaft
des Exploranden bzw. der Validität der geklagten Symptome zu prüfen ist. Selbst dann ersetzen jedoch diese Verfahren nicht die gutachterlichen kli
nischen Untersuchungen, sondern stellen einen Zusatzbefund dar, der in die Gesamtbeurteilung einbezogen wird. Wurden – wie vorliegend - weder in der psychiatrischen noch in der neurologischen Untersuchung Hinweise für formale oder inhaltliche Denkstörungen, kognitive oder
mnestische
Defizite oder weitere psychische oder neuropsychologische Funktionsstörungen gefunden (vgl. Urk.
8/
79/15 und Urk. 8/79/26-27
), so ist der Verzicht auf die Durchführung
der von med.
pract
.
D._
erwähnten
stru
kturierten Interviews (
Urk.
8/98
/2-3)
nicht zu beanstanden
.
4.3.6
Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass eine psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorge
gangen ist. Daher und unter Beachtung der Divergenz von medizinischem Behandlung- und Abklärungsauftrag kann es nicht angehen, eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte nach
her zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an solchen vorgängig
geäusserten
abweichenden Auffassungen festhalten (Urteile des Bundesgerichts 9C_794/2012 vom 4. März 2013 E. 4.2, 8C_997/2010 vom 10. August 2011 E.
3.2, 8C_694/2008 vom 5. März 2009 E. 5.1). Zudem darf und soll das Gericht in Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten auch der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten und Patientinnen aussagen (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/cc).
4.4
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers lassen die Angaben von med.
pract
.
D._
in seinem Bericht vom
4.
Mai 2015 (
Urk.
3/3) nicht darauf schliessen, dass sich sein psychischer Gesundheitszustand seit der Begutachtung (Oktober 2014) bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung (
9.
September 2015) massgeblich verschlechtert hat. Wie dargelegt, ist aufgrund der Feststel
lungen des psychiatrischen Gutachters davon auszugehen, dass die posttrauma
tische Belastungsstörung, welche im Jahr 2002 zur
Zusprache
einer ganzen Rente geführt hatte, remittiert ist (vgl. E. 4.3.2). Insoweit liegt jedenfalls eine Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers vor, welche geeignet ist, seinen Rentenanspruch zu beeinflussen. Med.
pract
.
D._
war sodann in seinem Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 1
3.
Januar 2014 ebenfalls von einer rezidivierenden depressiven Störung, aktu
ell eher leichteren Grades (ICD-10 F33.01), ausgegangen, wobei er darauf hin
wies, dass die depressive Störung immer wieder auch einen gut mittleren Grad erreicht habe. Selbst wenn dies laut den Angaben von med.
pract
.
D._
im Bericht vom 4. Mai 2015 auch jetzt wieder der Fall sein sollte (
Urk.
3/3 Ziffer 5), könnte der Beschwerdeführer daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten.
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes fallen leichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch,
nämlich
einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie
erwiesenermassen
therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E.
3.3 mit Hinweis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut
angehbar
sind - gesetzlich ver
langten Konstellation ist den no
rmativen Anforderungen des Art. 7 Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3
). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht
auszuschliessen
sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konsequent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und stati
onären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nach
haltig ausgeschöpft wurden (
BGE 140 V 193
E. 3.3
;
BGE
137 V 64
E.
5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E.
4.1).
Dies ist nach dem Gesagten (vgl. E. 4.2.3) vorliegend klar nicht der Fall.
4.5
Es ist somit festzuhalten, dass auf das Gutachten des
E._
abgestellt werden kann. Es kann daher davon ausgegangen werden,
dass eine relevante Verbes
serung des psychischen Gesundheitszustands des Beschwerdeführers gegeben ist
und
dass
ihm
spätestens seit
Oktober
2014
körperlich leichte bis selten mittel
schwere
, wechselbelastende
Tätigkeiten
ohne wiederholtes Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, ohne repetitiven Einsatz der oberen Extremitäten ober
halb des Schulterniveaus
wieder
zu 100
%
zumutbar sind.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Beschwer
de
führers in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
5.2
Der Beschwerdeführer arbeitete vor dem Unfallereignis vom
8.
Oktober 2000 seit Juli 1985 in einem 100%-Pensum als Betriebsangestellter im Bereich Wagenreinigung bei den
Y._
.
Gemäss
Arbeitgeberbericht der
Y._
vom 1
6.
Mai 2002 hätte er im Jahr 2002 ohne Gesundheitsschaden ein Jahreseinkommen von
Fr.
76‘521.-- erzielt (
Urk.
8/20). Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2014 (Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, Entwicklung der Nominallöhne, Männer, Total
)
ergibt sich aus dieser Tätigkeit somit ein hypothetisches Jahreseinkommen von
Fr.
87‘882.35 (
Fr.
76‘521.
-- :
1‘933 x 2‘220).
Daneben übte der Beschwerdeführer bereits seit Juni 1990 eine
regelmässige
Nebenverdiensttätigkeit als Aushilfswächter bei der
Z._
AG aus (
Urk.
8/9). Da mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass er dieses Nebeneinkommen im Gesundheitsfall weiterhin erzielt hätte, ist es bei der Ermittlung des
Validenlohns
zu berücksichtigen (vgl. E. 1.7). Angesichts dessen, dass dieses Einkommen jeweils jährlichen Schwankungen unterlag, ist dabei auf den Durchschnittslohn der letzten fünf Jahre vor Eintritt des
Gesundheitsscha
dens
in der Höhe von
Fr.
19‘870.80 (
Fr.
15‘885.-- im Jahr 1996, Fr.
20‘521.-- im Jahr 1997,
Fr.
20‘111.-- im Jahr 1998,
Fr.
11‘624.-- im Jahr 1999 und
Fr.
31‘213.-- im Jahr 2000; vgl. Auszug aus dem individuellen Konto vom 1
2.
April 2002,
Urk.
8/12) abzustellen. Unter Berücksichtigung der
Nominal
lohnentwicklung
bis ins Jahr 2014 (Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, Entwicklung der Nominallöhne, Männer, Total
)
ergibt sich aus dieser Tätigkeit demzufolge ein hypothetisches Jahreseinkommen von
Fr.
23‘193.05 (
Fr.
19‘870.80 :
1‘902 x 2‘220).
Insgesamt resultiert damit ein
Valideneinkommen
von
Fr.
111‘075.40 (Fr. 87‘882.35 +
Fr.
23‘193.05).
5.3
Das Invalideneinkommen bestimmte die Beschwerdegegnerin in der ange
fochtenen Verfügung sodann anhand der Tabellenlöhne
gemäss
der Schweize
rischen Lohnstrukturerhebung (LSE 2012), was für das Jahr 2014 einen Lohn
für Hilfsarbeiten in der Höhe von
Fr.
66‘224.10 ergab. Unter Berücksichtigung eines sogenannten leidensbedingten Abzugs von 10
%
(vgl. BGE 126 V 76 E.
3b) führte dies zu einem Invalideneinkommen von Fr. 59‘601.7
0.
Dies wurde vom Beschwerdeführer nicht beanstandet und gibt grundsätzlich auch nicht Anlass zu Weiterungen. Zu ergänzen ist lediglich, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass dem im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom
9.
September 2015 bereits 51-jährigen Beschwerdeführer, der
gemäss
Einschätzung der Ärzte des
E._
lediglich noch in einer adaptierten Tätigkeit zu 100
%
arbeits- und leistungsfähig ist (vgl. E. 4.5), keine Überschreitung eines üblichen Arbeitspensums von 100
%
mehr zumutbar ist. Aufseiten des Invalideneinkommens ist deshalb kein Zusatzeinkommen aus Nebenerwerb anzurechnen (vgl. RKUV 2003 Nr. U 476 S. 108).
5.4
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
111‘075.40
und einem
Invalidenein
kom
men
von
Fr.
59‘601.70
resultiert eine
Erwerbseinbusse
von Fr. 51‘473.70 und damit ein Invaliditätsgrad von 46
%
(Fr.
51‘473.70 :
Fr. 111‘075.40).
A
b dem
1.
November 2015 hat der Beschwerdeführer demnach noch Anspruch auf eine
Viertelsrente
(vgl. E. 1.6).
D
ie Beschwerde
ist demnach teilweise
gutzuheissen.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Ausgangsgemäss
hat der vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung. Die Entschädigung ist in Anwendung von § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) in Ver
bin
dung Art. 61
lit
. g ATSG ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr. 2‘200.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.