Decision ID: acee1af2-6bc9-45e5-a002-2f2cac6921bc
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SRK
Chamber: ZH_SRK_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
A. Die im Kanton Aargau domizilierte B AG zog dem der Quellenbesteuerung
unterliegenden, aus Österreich stammenden, seit 2007 in der Schweiz arbeitenden und
seit Mitte 2007 in der Stadt C ein möbliertes 1-Zimmer-Appartement bewohnenden
österreichischen Staatsangehörigen A (nachfolgend der Pflichtige) im Jahr 2014 insge-
samt Fr. 6'443.30 Quellensteuern vom Lohn ab.
Das kantonale Steueramt leitete auf Antrag des Pflichtigen hin mit Auflage
vom 20. Oktober 2015 eine Neuveranlagung der Quellensteuer 2014 ein. Es verlangte
vom Pflichtigen den Lohnausweis des Jahres 2014, den Nachweis der Unterhaltszah-
lungen an seine in Österreich wohnende Tochter sowie eine Bankverbindung. Nach
Mahnung der Auflage vom 23. November 2015 reichte der Pflichtige verschiedene Un-
terlagen ein. Mit Einschätzungsentscheid vom 29. April 2016 veranlagte das kantonale
Steueramt unter Berücksichtigung von zusätzlich abzugsfähigen Kinderalimentenzah-
lungen von Fr. 3'206.62 eine fällige Quellensteuer von Fr. 5'944.30. Dies führte zu ei-
ner Rückerstattung der Quellensteuer im Umfang von Fr. 499.-.
B. Die hiergegen erhobene Einsprache des Pflichtigen vom 9. Mai 2016, in
welcher dieser unter Beilage weiterer Unterlagen die Nichtberücksichtigung von Wo-
chenaufenthaltskosten in der Höhe Fr. 3'200.- sowie den Umfang der abzugsfähigen
Kinderalimente beanstandete, hiess das kantonale Steueramt mit Entscheid vom
31. Oktober 2016 insoweit teilweise gut, als es die Unterhaltszahlungen für die Tochter
im Umfang von Fr. 8'280.- zum Abzug zuliess. Den Status des Pflichtigen als internati-
onaler Wochenaufenthalter und die Abzugsfähigkeit damit zusammenhängender Kos-
ten verneinte das kantonale Steueramt. Das kantonale Steueramt verfügte eine zusätz-
liche Rückerstattung der Quellensteuer im Umfang von Fr. 313.85.
C. Mit Rekurs vom 29./30. November 2016 verlangte der Pflichtige unter Hin-
weis auf seine Wohnverhältnisse, seine Beziehung zu seiner Tochter bzw. zu seiner
betagten Mutter, seinen Freundes-, Bekannten- und Verwandtenkreises in Österreich
sowie auf seine zweiwöchentliche Rückkehr nach Österreich die nochmalige Überprü-
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fung seines Status als Wochenaufenthalter. Der Aufforderung des Steuerekursgerichts
vom 8. Dezember 2016, einen ziffernmässigen Antrag zu stellen, kam der Pflichtige
insofern nach, als er mit Eingabe vom 22. Dezember 2016 verschiedene Aufwandposi-
tionen geltend machte. In seiner Rekursantwort vom 13. Januar 2017 schloss das kan-
tonale Steueramt auf Abweisung des Rechtsmittels. Der Pflichtige liess sich hierzu
nicht mehr vernehmen.
Auf die Ausführungen der Parteien wird – soweit rechtserheblich – in den
nachfolgenden Erwägungen zurückgekommen.
Der Referent des Steuerrekursgerichts hat die Quellensteuerakten ab der
Steuerperiode 2009 beigezogen.

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1. Mit dem Antrag auf Prüfung des Status als internationaler Wochenaufent-
halter und der Abzugsfähigkeit damit verbundener Aufwendungen verficht der Pflichtige
sinngemäss den Standpunkt, im internationalen Verhältnis zwischen der Schweiz und
der Republik Österreich lediglich im letzteren Staat über einen steuerrechtlichen
Wohnsitz zu verfügen und dort ansässig zu sein.
a) Natürliche Personen sind laut Art. 3 des Bundesgesetzes über die direkte
Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 3 des Steuergesetzes vom
8. Juni 1997 (StG) aufgrund persönlicher Zugehörigkeit steuerpflichtig, wenn sie ihren
steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt in der Schweiz bzw. im Kanton haben
(Abs. 1). Einen steuerrechtlichen Wohnsitz in der Schweiz bzw. im Kanton hat eine
Person, wenn sie sich hier mit der Absicht dauernden Verbleihens aufhält oder wenn
ihr das Bundesrecht hier einen besonderen gesetzlichen Wohnsitz zuweist (Abs. 2).
b) In Anwendung dieser Norm bestimmt sich die Steuerhoheit auch im interna-
tionalen Verhältnis, es sei denn, ein Staatsvertrag zur Vermeidung der Doppelbesteue-
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rung enthalte gesonderte Bestimmungen über den Wohnsitz (VGr, 8. Dezember 2010,
SB.2010.00069 E. 2.1; RB 1999 Nr. 134, StE 1999 B 11.1 Nr. 16).
Das Abkommen vom 30. Januar 1974 zwischen der Schweizerischen Eidge-
nossenschaft und der Republik Österreich zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf
dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen (DBA-A) verweist be-
züglich Ansässigkeit auf das innerstaatliche Recht (Art. 4 Abs. 1 DBA-A). Der steuer-
rechtliche Wohnsitz des Pflichtigen bestimmt sich somit ausschliesslich nach Landes-
recht.
c) Unter dem steuerrechtlichen Wohnsitz im Sinn von Art. 3 Abs. 1 und 2 DBG
bzw. § 3 Abs. 1 und 2 StG ist in der Regel der zivilrechtliche Wohnsitz zu verstehen,
d.h. der Ort, wo sich eine Person mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält (Art.
23 Abs. 1 des Zivilgesetzbuchs [ZGB]) und wo sich mithin der Mittelpunkt ihrer persön-
lichen und wirtschaftlichen Interessen befindet (vgl. z.B. BGE 138 II 300 E. 3.2; BGE
132 I 29 E. 4; BGE 125 I 458 E. 2b = Pra 2000 Nr. 178; BGE 125 I 54 E. 2). Unter dem
Gesichtspunkt der Steuerhoheit bestimmt sich der Mittelpunkt der Lebensinteressen
nach der Gesamtheit der objektiven, äusseren Umstände, die diese Interessen erken-
nen lassen, und nicht nach den bloss erklärten Wünschen der (allenfalls steuerpflichti-
gen) Person. Bei Ungewissheit der tatsächlichen Verhältnisse sind Indizien für den
Lebensmittelpunkt unter anderem der gewöhnliche Aufenthalt und der Schwerpunkt
der persönlichen, familiären und gesellschaftlichen Beziehungen, der Zivilstand und die
Familienverhältnisse (Heirat und Konkubinat), die regelmässige Heimkehr, das Alter,
die Art der Erwerbstätigkeit (selbständig oder unselbständige berufliche Aktivität), die
Nationalität des Arbeitgebers, die Dauer und der Zweck des Aufenthalts (Dauer- oder
temporärer Aufenthalt) sowie die Wohnverhältnisse an den jeweiligen Orten, z.B. eige-
nes Haus, Wohnung, Hotelaufenthalt (Zweifel/Hunziker in: Kommentar zum Schweize-
rischen Steuerrecht, Internationales Steuerrecht, 2015, Art. 4 N. 41). Auf formelle Krite-
rien wie polizeiliche An- und Abmeldung, Niederlassungsbewilligung, Hinterlegung der
Schriften, Ausübung des Stimmrechts oder Eintrag im Handelsregister kommt es nicht
an. Solche Elemente können allerdings ebenfalls Indizien für die Absicht dauernden
Verbleihens sein, wenn auch das übrige Verhalten der Person dafür spricht (so etwa
BGE 132 I 29 E. 4.1; BGr, 17. August 2012, 2C_92/2012, E. 4.1; 22. Februar 2008,
2P.5/2007, E. 2.2). Im Übrigen gilt bei internationalen Verhältnissen der Grundsatz von
Art. 24 Abs. 1 ZGB analog, wonach der einmal begründete Wohnsitz in der Schweiz
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grundsätzlich bis zum Erwerb eines neuen Wohnsitzes im Ausland weiterbesteht (sog.
"remanence du domicile", vgl. BGr, 1. Juli 2013, 2C_1267/2012, E. 3.3; BGE 138 II 300
E. 3.3).
d) Die Regeln, die das Bundesgericht zum interkantonalen Doppelbesteue-
rungsverbot mit Blick auf die Bestimmung des Hauptsteuerdomizils entwickelt hat,
können nicht ohne weiteres auf das internationale Verhältnis übertragen werden (Peter
Locher, Einführung in das internationale Steuerrecht der Schweiz, 3. A., Bern 2005,
S. 228 f.). Das muss gerade etwa für die formalisierten Kriterien der "regelmässigen
Rückkehr" an den Familienort und des "leitenden Angestellten" gelten. Denn diese er-
geben im internationalen Verhältnis kaum Sinn (BGr, 1. Juli 2013, 2C_1267/2012,
E. 4.1; BGr, 7. November 2012, 2C_452/2012, E. 4.6 = StE 2013 A 32 Nr. 19). Hier ist
entscheidend, ob im Rahmen einer Gesamtbetrachtung die wirtschaftlichen Interessen
in einem Staat die persönlichen Interessen im andern Staat derart überwiegen, dass
gesagt werden kann, der Mittelpunkt der Lebensinteressen befinde sich dort, wo die
stärkeren wirtschaftlichen Interessen bestünden (BGr, 18. Januar 2011, 2C_ 472/2010,
E. 3.4.2; Vogel/Lehner, Doppelbesteuerungsabkommen, Kommentar, 6. A., München
2014, Art. 4 Rz. 196). Eine solche Gesamtbetrachtung steht auch im Einklang mit der
Regelung, wie sie dem OECD-Musterabkommen zur Vermeidung der Doppelbesteue-
rung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen bzw. dem
Kommentar zu diesem Musterabkommen entnommen werden kann. Nach Ziff. 15 des
Kommentars zu Art. 4 Abs. 2 des OECD-Musterabkommens sind bei der Prüfung der
Frage, zu welchem der beiden Staaten eine Person, die in beiden Staaten über eine
ständige Wohnstätte verfügt, die engeren persönlichen und wirtschaftlichen Beziehun-
gen hat, deren "familiären und gesellschaftlichen Beziehungen, ihre berufliche, politi-
sche, kulturelle und sonstige Tätigkeit, der Ort ihrer Geschäftstätigkeit, der Ort, von wo
aus sie ihr Vermögen verwaltet, und ähnliches zu berücksichtigen. Die Umstände sind
als Ganzes zu prüfen; Erwägungen, die sich aus dem persönlichen Verhalten der na-
türlichen Person ergeben, haben selbstverständlich erhöhte Bedeutung. Begründet
eine Person, die in einem Staat über eine Wohnstätte verfügt, ohne diese aufzugeben,
im anderen Staat eine zweite Wohnstätte, so kann die Tatsache, dass sie die erste
Wohnstätte dort beibehält, wo sie bisher stets gelebt und gearbeitet hat und wo sie ihre
Familie und ihren Besitz hat, zusammen mit anderen Gesichtspunkten als Zeichen
dafür sprechen, dass diese Person den Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen im ersten
Staat beibehalten hat".
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e) Im Rahmen der ordentlichen Besteuerung obliegt es der Steuerbehörde,
die Umstände darzutun und zu beweisen, aus denen folgt, dass sich der steuerrechtli-
che Wohnsitz einer natürlichen Person im Kanton und damit in der Schweiz befindet.
Das ergibt sich allgemein aus dem Grundsatz, dass steuerbegründende Tatsachen von
der die Steuerhoheit beanspruchenden Steuerbehörde zu beweisen sind. Erscheint der
von der Behörde angenommene Wohnsitz im Kanton als sehr wahrscheinlich, so ge-
nügt dies in der Regel als Hauptbeweis, und es obliegt alsdann der betroffenen Per-
son, den Gegenbeweis für den von ihr behaupteten Lebensmittelpunkt ausserhalb des
Kantons bzw. der Schweiz zu erbringen (vgl. BGr, 1. Juli 2013, 2C_1267/2012, E. 3.4;
16. Februar 2010, 2C_625/2009, E. 3.2; 16. Juni 2009, 2C_827/2008, E. 4.1; 22. Au-
gust 2008, 2C_175/2008, E. 3.2; 1. März 2007, 2P.203/2006, E. 2.3; 29. September
1999, Pra 2000 Nr. 7, E. 3c; VGr, 18. Mai 1984, StE 1984 B 11.1 Nr. 2). Wird der
Nachweis der Wohnsitzverlegung nicht erbracht, besteht in analoger Anwendung von
Art. 24 Abs. 1 ZGB das bisherige Domizil fort (BGr, 8. November 2015, 2C_873/2014,
E. 3.3; 7. Mai 2014, 2C_793/2013, E. 4.4; 1. Juli 2013, 2C_1267/2012, E. 3.4).
Diese Beweislastverteilung kann indes – wie vorliegend – im Rahmen der
Quellenbesteuerung unselbständig Erwerbstätiger nicht unbesehen übernommen wer-
den. Im System der Quellenbesteuerung unselbständig Erwerbstätiger ist nämlich zu-
mindest bezüglich des Einkommens aus der Quelle "Unselbständige Erwerbstätigkeit"
die Steuerplicht unabhängig davon gegeben, ob der Lohnempfänger in der Schweiz
einen steuerrechtlichen Wohnsitz begründet hat oder nicht. Steuerbegründend ist die
Tatsache des steuerrechtlichen Wohnsitzes in der Schweiz lediglich dahin gehend,
dass in diesem Fall im Rahmen einer ergänzenden ordentlichen Veranlagung gemäss
Art. 90 Abs. 1 DBG bzw. § 93 Abs. 1 StG auch das Einkommen aus anderen Quellen
als der unselbständigen Erwerbtätigkeit erfasst wird. Eine solche ergänzende ordentli-
che Veranlagung steht im vorliegenden Verfahren indes nicht zur Diskussion. Streitge-
genstand ist hier im Rahmen der Tarifkorrektur die steuermindernde Abzugsfähigkeit
von Auslagen für den internationalen Wochenaufenthalt für einen Quasi-Ansässigen
quellensteuerpflichtigen Arbeitnehmer (vgl. zum Begriff und den Kriterien vgl.
Jud/Rufener: in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über
die direkte Bundessteuer, 3. A., 2017, vor Art. 83 - 101 N 84 ff. DBG ) als weitere Be-
rufsauslagen, welche einen ausländischen Wohnsitz des Pflichtigen voraussetzt. Die
Beweislast für den ausländischen Wohnsitz liegt in diesem Zusammenhang beim
Pflichtigen.
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2. a) aa) Das kantonale Steueramt begründet den steuerrechtlichen Wohnsitz
des Pflichtigen in der Schweiz in der Steuerperiode 2014 damit, dass dieser seit 2007
in der Schweiz unselbstständig erwerbstätig gewesen und immer zum Tarif "A" für Al-
leinstehende quellenbesteuert worden sei. Der steuerrechtliche Wohnsitz eines Un-
selbstständigerwerbenden befinde sich regelmässig am Ort, zu dem er sich zum
Zweck eines Unterhaltserwerbs für längere oder unbestimmte Zeit aufhalte. Es bestehe
die Vermutung, dass am Arbeitsort in der Regel auch der Mittelpunkt der Lebensinte-
ressen einer steuerpflichtigen Person sei. Der Arbeitsort begründe nur dann keinen
steuerrechtlichen Wohnsitz, wenn die persönlichen Beziehungen zu einem anderen Ort
stärker seien als zum Arbeitsort, wobei unter diesem der zu verstehen sei, von dem
aus die steuerpflichtige Person zur Arbeit gehe. Bei regelmässiger Rückkehr an einen
anderen Aufenthaltsort würden bei ledigen Personen die Kriterien, nach welchen dieser
Aufenthaltsort als steuerrechtlicher Wohnsitz anerkannt werden könne, besonders
streng gehandhabt. Bei ledigen Personen mit langjährigem Aufenthalt am Arbeitsort
verliere die regelmässige Rückkehr an den Familienort an Gewicht und dies selbst bei
nach wie vor engen Beziehungen zum Familienort. Die Praxis gehe dabei davon aus,
dass die Beziehung einer steuerpflichtigen Person zur elterlichen Familie nicht mehr so
stark seien, wenn der Pflichtige das 30. Altersjahr überschritten habe oder aber sich
seit mehr als 5 Jahren ununterbrochen am selben Arbeitsort aufhalte.
bb) Obschon aus den Quellensteuerakten der Vorjahre ersichtlich ist, dass der
Pflichtige regelmässig in verschiedenem Umfang (teilweise nur Fahrtkosten, teilweise
auch Wohnkosten) Auslagen für den internationalen Wochenaufenthalt und damit auch
der Status als internationaler Wochenaufenthalter gewährt worden ist und der Pflichtige
bereits im Jahr 2002 die Vaterschaft zu seiner in Österreich lebenden Tochter aner-
kannt hat, genügt der Hinweis des kantonalen Steueramts auf die mittlerweile langjäh-
rige unselbstständigen Tätigkeit des ledigen Pflichtigen in der Schweiz und damit ver-
bunden dem Vorhandensein bedeutender wirtschaftlicher Interessen, um diesem im
vorliegenden Zusammenhang die Beweislast für die Beibehaltung des steuerrechtli-
chen Wohnsitzes in Österreich und damit dem Überwiegen der persönlichen – so ins-
besondere den familiären und gesellschaftlichen – Interessen aufzuerlegen.
b) Dem Pflichtigen gelingt ein solcher Beweis des Lebensmittelpunkts und
damit der Ansässigkeit in der österreichischen Gemeinde D – bzw. des dadurch verur-
sachten blossen internationalen Wochenaufenthalts in der Schweiz – trotz detaillierter
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Aufforderungen zur Einreichung einschlägiger Beweismittel bereits im Rahmen des
Einspracheverfahrens (R-act. 9/26) nicht: Die bereits im Einspracheverfahren einge-
reichte Wohnsitzbestätigung der Gemeinde D wie auch die Bewilligungen der eidge-
nössischen Zollverwaltung für die Verwendung eines unverzollten Fahrzeugs genügen
als rein formelle Kriterien hierfür nicht. Der Pflichtige ist darüber hinaus für sämtliche
seiner Vorbringen für einen Wohnsitz in Österreich (zweiwöchentliche Rückkehr vom
Arbeitsort in der Schweiz, Wohnsituation in Österreich, regelmässiger Kontakt mit sei-
ner Mutter und seiner Tochter, regelmässige Kontakte mit Freundes- und Bekannten-
kreis sowie weiteren Verwandten, weitere Integration in der Gemeinde D wie Vereins-
zugehörigkeit etc.) eine substanziierte Sachdarstellung sowie einen Beweis hierzu
schuldig geblieben. Zwar mag die von ihm gemietete Wohnung in Kloten nicht gerade
als grosszügige Unterkunft erscheinen, indes hat der Pflichtige davon abgesehen, sei-
ne Wohnsituation in Österreich offenzulegen. Die in den meisten aktenkundigen Do-
kumenten enthaltene Adresse scheint diejenige der Mutter des Pflichtigen zu sein. Eine
gemeinsame Wohnstätte mit seiner Tochter und deren Mutter ist nicht ausgewiesen.
Aufgrund der Inanspruchnahme des Alimenteninkassos sowohl in Österreich als auch
in der Schweiz für die Unterhaltszahlungen an die Tochter ist unklar, ob, und falls ja, in
welcher Intensität der Pflichtige die Beziehung zu seiner Tochter und zu deren Mutter
pflegt. Nicht weiter helfen dem Pflichtigen schliesslich die ebenfalls bereits im Ein-
spracheverfahren eingereichten Fahrzeuggutachten als Beleg für die Fahrleistung sei-
nes Fahrzeugs und damit für eine regelmässige Rückkehr nach Österreich. Zwar ist für
die Zeitspanne zwischen den beiden Gutachten eine Fahrleistung von 20'360 km be-
legt, indes ist aufgrund der fehlenden Datierung des älteren Gutachtens unklar, in wel-
cher Periode diese Strecke absolviert worden ist. Selbst wenn im Jahr 2014 von einer
Jahresleistung von 20'360 km ausgegangen werden könnte, würde dies in Anbetracht
der Wegstrecke zwischen der zürcherischen Stadt C und der österreichischen Ge-
meinde D von rund 1'240 km hin und zurück (vgl Wegberechnung in Google Maps)
lediglich zu einer Rückkehr nach Österreich knapp alle drei Wochen ausreichen. Sol-
che Rückkehrintervalle stünden überdies unter dem Vorbehalt, dass der Pflichtige sein
Fahrzeug ausschliesslich für diese Fahrten verwendet hätte. In Anbetracht der Distanz
von 25 km zwischen dem Wohnort des Pflichtigen in der Stadt C und dem Sitz seiner
Arbeitgeberin im Kanton Aargau (vgl. Wegberechnung in Google Maps), der im Ver-
gleich zum Individualverkehr zeitintensiven Erschliessung durch den öffentlichen Ver-
kehr (vgl. www.sbb.ch, R-act. 13c) sowie mangels Hinweisen für die Benutzung eines
Geschäftsfahrzeugs im Lohnausweis 2014 erscheint dies aber als zweifelhaft. Auch bei
http://www.sbb.ch/
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in Anbetracht des internationalen Sachverhalts und der Fahrtstrecke grosszügiger Aus-
legung des Begriffs der Regelmässigkeit der Fahrten in die österreichische Gemeinde
D ist eine solche nicht bewiesen.
c) Mangels Nachweises seines Lebensmittelpunkts in Österreich sowie eines
blossen internationalen Wochenaufenthalts in der Schweiz zufolge regelmässiger
Rückkehr nach Österreich sind die Voraussetzungen für die Abzugsfähigkeit damit
verbundener Kosten (Wohnkosten/zusätzliche Verpflegungskosten/Fahrkosten) für die
Steuerperiode 2014 von vornherein nicht erfüllt. Soweit der Pflichtige in seinem nach-
träglichen Antrag zum Rekurs vom 22. Dezember 2016 darüber hinaus übrige Berufs-
kosten und Krankenkassenprämien geltend macht, sind diese bereits in der Tarifgestal-
tung der Quellensteuer mit einberechnet (vgl. Art. 86 Abs. 1 DBG bzw. § 90 Abs. 1
StG). Die Kosten für Spesen, besondere Arbeitskleider, Umschulung sind, sofern diese
nicht ebenfalls in der Tarifierung berücksichtigt sind, auf jeden Fall unbelegt geblieben.
Dies gilt auch für die Prämien der Mietkautionsversicherung. Bezüglich all dieser gel-
tend gemachten Kosten ist der Rekurs daher abzuweisen.
3. a) Im Rahmen des nachträglichen Antrags zum Rekurs führt der Pflichtige
den Betrag von Fr. 1'190.- für Alimente auf. Obschon aus der blossen Nennung dieses
Betrags ohne weitere Angaben nicht ermittelt werden kann, aufgrund welcher Tatsa-
chen der Pflichtige diesen zusätzlichen Betrag unter diesem Titel abgezogen haben
will, drängt sich mit Blick auf die Ungereimtheit zwischen dem im Einspracheentscheid
erwähnten abzugsfähigen Kinderunterhalt im Umfang von Fr. 8'280.- und dem abzugs-
fähigen Kinderunterhalt von Fr. 5'280.- gemäss den dem Einspracheentscheid beilie-
genden Veranlagungsdetails eine nähere Prüfung des tatsächlich abzugsfähigen Kin-
derunterhalts auf.
b) Der Vorinstanz ist offensichtlich ein doppelter Fehler unterlaufen, indem sie
einerseits den massgebenden Betrag "8'280.-" mit der falschen Währung berücksichtigt
hat und andrerseits von der Höhe her mit "5'280.-" falsch in die Detailberechnung über-
tragen hat. Aus der Kontomitteilung für das Jahr 2014 der Rechtsvertretung Minderjäh-
riger der zuständigen österreichischen Bezirkshauptmannschaft vom 5. Januar 2015 ist
ersichtlich, dass der Pflichtige insgesamt Unterhaltsbeiträge im Umfang von 8'280.-
Euro bezahlt hat. Bei einem Jahresmittelkurs 2014 von 1 Euro = Fr. 1.214629 (vgl.
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Publikation der Jahresmittelkurse 2014 der eidgenössischen Steuerverwaltung für die
Belange der Wehrpflichtersatzabgabe, https://www.estv.admin.ch/ estv/de/home/ direk-
te-bundessteuer/wehrpflichtersatzabgabe/dienstleistungen/jahres-mittelkurse.html) er-
gibt dies einen Gesamtbetrag von rund Fr. 10'057.- bzw. Monatsbetreffnisse von
Fr. 838.10. Dies führt zu folgender Neuberechnung der für die Steuerperiode 2014 ef-
fektiv geschuldete Quellensteuer:
Monatsein- kommen brutto
QStPfl. Monatslohn abzüglich Unterhalt (8280.- /12=) 690.-, währungsbereinigt Mittelkurs 2014 1 EURO = 1.214629 = Fr. 838.10 monatlich.
Quellensteuer Tarif A effektiv schuldig mit abzugsfähigem Unterhalt 838.10.- monatlich
5'700.00 4'861.90 284.40 5'700.00 4'861.90 284.40 5'700.00 4'861.90 284.40 7'261.00 6'422.90 508.05 5'700.00 4'861.90 284.40 5'914.00 5'075.90 313.20 7'200.00 6'361.90 500.70 5'700.00 4'861.90 284.40 5'700.00 4'861.90 284.40 5'700.00 4'861.90 284.40 5'700.00 4'861.90 284.40
11'545.00 10'706.90 1'318.00 77'520.00 67'462.80 4'915.15
c) Die Differenz zwischen der von der Arbeitgeberin des Pflichtigen bereits
abgezogenen Quellensteuer im Umfang von Fr. 6'443.30 und der effektiv geschuldeten
Quellensteuer im Betrag von Fr. 4'915.15, d.h. der Betrag von Fr. 1'528.15, ist dem
Pflichtigen daher in teilweiser Gutheissung des Rekurses zurückzuerstatten.
4. Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten den Parteien nach Massgabe
ihres Obsiegens anteilmässig aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG).
https://www.estv.admin.ch/%20estv/de/home/direkte-bundessteuer/wehrpflichtersatzabgabe/ https://www.estv.admin.ch/%20estv/de/home/direkte-bundessteuer/wehrpflichtersatzabgabe/
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