Decision ID: 2273c1e4-7343-5b5b-b80f-986b45286554
Year: 2019
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Der am (...) 1971 geborene kosovarische Staatsangehörige
A._ (nachfolgend: Versicherter oder Beschwerdeführer) arbeitete
gemäss Auszug aus dem Individuellen Konto (IK) – mit Unterbrüchen – von
Februar 1993 bis Mai 1998 in der Schweiz und entrichtete in dieser Zeit
Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenver-
sicherung (AHV/IV). Im Februar 1999 meldete er sich erstmals zum Bezug
von Leistungen der schweizerischen Invalidenversicherung an. Die IV-
Stelle des Kantons B._ (nachfolgend: IV-Stelle) nahm erwerbliche
und medizinische Abklärungen vor und holte ein polydisziplinäres (internis-
tisch-orthopädisch-rheumatologisch-psychiatrisches) Gutachten beim C.-
Institut vom 4. November 1999 ein. Gestützt auf das Ergebnis dieser Be-
gutachtung wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren des Versicherten mit
Verfügung vom 23. Dezember 1999 ab mit der Begründung, laut ihren me-
dizinischen Abklärungen bestehe für eine körperlich adaptierte Tätigkeit,
ohne repetitives Heben von Lasten und ohne körperliche Zwangshaltun-
gen, eine Arbeitsfähigkeit von 100 % (Akten der Invalidenversicherungs-
Stelle für Versicherte im Ausland gemäss Aktenverzeichnis und -numme-
rierung vom 24.08.2018; nachfolgend: act.] 1 - 8; act. 14; act. 65; act. 51
[IK-Auszug]).
A.b Die vom Versicherten gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde
wies das Versicherungsgericht des Kantons B._ mit Urteil vom
17. November 2000 ab (act. 18). Das Urteil erwuchs unangefochten in
Rechtskraft.
B.
B.a Mit Formular vom 11. Juni 2002 meldete sich der Versicherte erneut
zum Leistungsbezug an (act. 20). Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am
13. Juni 2002 mit, dass sie auf das Gesuch nicht eintreten könne, da hie-
raus keine gesundheitliche Verschlechterung und auch keine neue Erkran-
kung ersichtlich seien. Er habe nicht glaubhaft gemacht, dass sich der Ge-
sundheitszustand in einer für den Anspruch erheblichen Weise verändert
habe (act. 21).
B.b Mit Eingabe vom 8. März 2017 stellte der Versicherte, vertreten durch
lic. iur. Mukadeze Bajrami (nachfolgend: Rechtsvertreterin), bei der nun-
mehr zuständigen IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA
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oder Vorinstanz) erneut ein Gesuch um Ausrichtung von Leistungen der
schweizerischen Invalidenversicherung (act. 25). Auf entsprechende Auf-
forderung hin liess der Versicherte der IVSTA mit Eingabe vom 21. Sep-
tember 2017 die vervollständigten Formulare samt weiteren Beweismitteln
zukommen (act. 46 - 49).
B.c Mit Eingabe vom 17. November 2017 übermittelte der Versicherte der
Vorinstanz aufforderungsgemäss das von ihm vervollständigte IV-Anmel-
deformular samt entsprechenden Beilagen (act. 62 - 81).
B.d Nach Einholung eines Berichtes ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes
(RAD) vom 12. Dezember 2017 (act. 85) stellte die Vorinstanz dem Versi-
cherten mit Vorbescheid vom 8. Januar 2018 die Abweisung des Leistungs-
begehrens in Aussicht, im Wesentlichen mit der Begründung, nach der gel-
tenden Rechtsprechung (Urteil 8C_109/2013 vom 8. Juli 2013) finde das
mit dem früheren Jugoslawien abgeschlossene Abkommen über die sozi-
ale Sicherheit im Verhältnis zum Kosovo ab 1. April 2010 keine Anwendung
mehr. Voraussetzung für einen IV-Rentenanspruch sei dementsprechend,
dass der Rentenanspruch bis spätestens 31. März 2010 entstanden sei.
Aus den vorliegenden medizinischen Akten könne nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf eine rentenbegründende Arbeitsunfähigkeit in der
massgeblichen Zeit geschlossen werden (act. 86).
B.e Gegen diesen Vorbescheid liess der Versicherte mit Eingabe vom
21. Februar 2018 Einwand erheben mit dem sinngemässen Antrag, es sei
ihm eine angemessene Invalidenrente zuzusprechen. Zur Begründung
brachte er insbesondere vor, sein Gesundheitszustand habe sich mittler-
weile verschlechtert und die von ihm in Anspruch genommenen ärztlichen
Behandlungen seien erfolglos verlaufen (act. 87).
B.f Von der Vorinstanz zur Nacherreichung von ergänzenden medizini-
schen und/oder erwerblichen Akten aufgefordert (act. 88), liess der Versi-
cherte dieser mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 30. April 2018 zwei
weitere Arztberichte vom 16. März 2018 und vom 25. April 2018 zukommen
(act. 89 f.).
B.g Mit Verfügung vom 5. Juni 2018 bestätigte die Vorinstanz den Vorbe-
scheid und führte zur Begründung ergänzend aus, die Prüfung sämtlicher
Vorakten sowie der nachgereichten Unterlagen habe bestätigt, dass eine
rentenbegründende Arbeitsunfähigkeit in der Zeit zwischen 23. Dezember
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1999 und 31. März 2009 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausge-
schlossen werden könne (act. 91).
C.
C.a Gegen diese Verfügung erhebt der Beschwerdeführer, weiterhin ver-
treten durch lic. iur. Mukadeze Bajrami, mit Eingabe vom 10. Juli 2018
(Postaufgabe: 12. Juli 2018) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht
mit dem sinngemässen Antrag, die angefochtene Verfügung vom 5. Juni
2018 sei aufzuheben und es sei ihm rückwirkend eine Invalidenrente zuzu-
sprechen; eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die
Streitsache zur Durchführung weiterer medizinsicher Abklärungen in der
Schweiz und zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen (Ak-
ten im Beschwerdeverfahren [BVGer act.] 1).
C.b Vom Bundesverwaltungsgericht zur Bezeichnung eines Zustellungs-
domizils in der Schweiz aufgefordert (BVGer act. 3), teilte der Beschwer-
deführer dem Gericht mit Eingabe vom 16. August 2018 eine Zustell-
adresse in der Schweiz mit (BVGer act. 4).
C.c Mit Vernehmlassung vom 26. September 2018 beantragt die Vor-
instanz – unter Verweis auf die bisherigen Akten sowie eine im Zuge des
Beschwerdeverfahrens neu veranlasste medizinische Stellungnahme des
RAD-Arztes Dr. med. D._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, vom 18. September 2018 die
Abweisung der Beschwerde (BVGer act. 6 samt Beilage).
C.d Mit Zwischenverfügung vom 1. Oktober 2018 forderte der Instruktions-
richter den Beschwerdeführer einerseits unter Androhung der Säumnisfol-
gen auf, bis zum 31. Oktober 2018 einen Kostenvorschuss von Fr. 800.- zu
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen (Ziff. 1 und 2); anderseits gab
er ihm Gelegenheit, innert gleicher Frist eine Replik zur Vernehmlassung
der Vorinstanz einzureichen (Ziff. 4; BVGer act. 7),
C.e Mit Replik vom 25./26. Oktober 2018 hält der Beschwerdeführer sinn-
gemäss an seinen Beschwerdeanträgen fest und stellt gleichzeitig den An-
trag auf Gewährung der unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung
(BVGer act. 9).
C.f Mit Zwischenverfügung vom 14. November 2018 hob der Instruktions-
richter die Ziffern 1 und 2 des Dispositivs der Zwischenverfügung vom
1. Oktober 2018 auf und forderte den Beschwerdeführer auf, bis zum
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14. Dezember 2018 das dieser Verfügung beigelegte Formular „Gesuch
um unentgeltliche Rechtspflege“ ausgefüllt und mit den nötigen Beweismit-
teln versehen beim Bundesverwaltungsgericht einzureichen (BVGer
act. 12).
C.g Mit Duplik vom 22. November 2018 hält die Vorinstanz an ihren bishe-
rigen Anträgen und der entsprechenden Begründung fest (BVGer act. 13).
C.h Mit Verfügung vom 28. November 2018 übermittelte der Instruktions-
richter dem Beschwerdeführer ein Doppel der Duplik und teilte den Par-
teien mit, dass der Schriftwechsel – vorbehältlich weiterer Instruktions-
massnahmen – am 14. Dezember 2018 abgeschlossen werde (BVGer
act. 14).
C.i Mit Formular vom 7. Dezember 2018 liess der Beschwerdeführer dem
Bundesverwaltungsgericht Beweismittel zu seiner aktuellen Einkommens-
und Vermögenssituation zukommen (BVGer act. 15 samt Beilagen).
C.j Mit Zwischenverfügung vom 9. Januar 2019 wies das Bundesverwal-
tungsgericht das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ab und forderte
den Beschwerdeführer auf, bis zum 8. Februar 2019 einen Kostenvor-
schuss von Fr. 800.- zu leisten (BVGer act. 16).
C.k Nachdem der Beschwerdeführer sein Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege mit Eingabe vom 14. Januar 2019 erneuert hatte (BVGer
act. 18), wies der Instruktionsrichter diesen Antrag mit Verfügung vom
16. Januar 2019 erneut ab mit der Begründung, es seien keine neuen
Gründe oder Beweismittel vorgebracht worden, welche die Feststellung
der Aussichtslosigkeit der Rechtsbegehren in Frage zu stellen vermöchten
(BVGer act. 19).
C.l Am 6. Februar 2019 ging der vom Beschwerdeführer geforderte Kos-
tenvorschuss bei der Gerichtskasse ein (BVGer act. 22).
D.
Auf die weiteren Vorbringen und Beweismittel wird – soweit entscheidwe-
sentlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG; Art. 69 Abs. 1 Bst. b
IVG [SR 831.20]). Der Beschwerdeführer ist als Adressat der angefochte-
nen Verfügung durch diese besonders berührt und hat ein schutzwürdiges
Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung, weshalb er zur Erhebung
der Beschwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG; Art. 59 ATSG
[SR 830.1]). Nachdem der Beschwerdeführer den ihm auferlegten Kosten-
vorschuss fristgerecht überwiesen hat (BVGer act. 22), ist auf die frist- und
formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten (Art. 50 Abs. 1 und
Art. 52 Abs. 1 VwVG; Art. 60 Abs. 1 ATSG).
2.
2.1 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-
sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen
Verwaltungsverfügung (hier: 5. Juni 2018) eingetretenen Sachverhalt ab
(BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verän-
dert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsver-
fügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b).
2.2 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-
geblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechts-
folgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1),
weshalb jene Vorschriften Anwendung finden, die spätestens beim Erlass
der Verfügung vom 5. Juni 2018 in Kraft standen (so auch die Normen des
auf den 1. Januar 2012 in Kraft gesetzten ersten Teils der 6. IV-Revision
[IV-Revision 6a], AS 2011 5659); weiter aber auch Vorschriften, die zu je-
nem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die aber für die Beur-
teilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprüche von Belang sind.
Gemäss diesem Grundsatz bildet für die Frage, ob das für Angehörige der
heutigen Republik Kosovo per Ende März 2010 ausser Kraft gesetzte So-
zialversicherungsabkommen weiterhin zur Anwendung gelangt, die Entste-
hung des IV-Rentenanspruchs den massgebenden Anknüpfungspunkt
(BGE 139 V 335 E. 6.2; Urteil des BGer 9C_793/2013 vom 27. März 2014
E. 3.2; Urteil des BVGer C-4803/2016 vom 20. März 2018 E. 3.2).
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3.
3.1 Ausländische Staatsangehörige haben, vorbehältlich Art. 9 Abs. 3 IVG,
Anspruch auf Leistungen nach dem IVG, solange sie ihren Wohnsitz und
gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben und sofern
sie bei Eintritt der Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Bei-
träge geleistet oder sich ununterbrochen während zehn Jahren in der
Schweiz aufgehalten haben (Art. 6 Abs. 2 Satz 1 IVG). Der Anspruch auf
eine ordentliche Invalidenrente setzt zudem (neben weiteren Bedingungen;
vgl. dazu nachfolgende E. 3.4 - 3.8) voraus, dass die versicherte Person
bei Eintritt der Invalidität während mindestens drei Jahren Beiträge geleis-
tet hat (Art. 36 Abs. 1 IVG). Dieser innerstaatlichen Bestimmung gehen
diejenigen der zwischenstaatlichen Vereinbarungen vor, welche die
Schweiz mit ausländischen Staaten abgeschlossen hat, um die Rechtsstel-
lung der beidseitigen Angehörigen in der Sozialversicherung zu regeln (vgl.
BGE 111 V 202 E. 2b mit Hinweisen; vgl. dazu auch Art. 5 Abs. 4 BV).
Der Beschwerdeführer hat unbestrittenermassen während mehr als drei
Jahren Beiträge an die schweizerische AHV/IV geleistet (act. 51), so dass
die Voraussetzung der Mindestbeitragsdauer für den Anspruch auf eine or-
dentliche Invalidenrente erfüllt ist.
3.2 Der Beschwerdeführer erfüllt als Staatsangehöriger des Kosovo mit
Wohnsitz im Kosovo allerdings die Voraussetzungen von Art. 6 Abs. 2 IVG
nicht. Der Invalidenrentenanspruch setzt mithin das Bestehen eines hier-
von abweichenden Staatsvertrages voraus.
Nach dem Zerfall der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien blieben zu-
nächst die Bestimmungen des Abkommens vom 8. Juni 1962 zwischen der
Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Föderativen Volksrepublik
Jugoslawien über Sozialversicherung (SR 0.831.109.818.1; nachfolgend:
schweizerisch-jugoslawisches Sozialversicherungsabkommen) für alle
Staatsangehörigen des ehemaligen Jugoslawiens anwendbar (BGE 126 V
198 E. 2B, 122 V 381 E. 1 mit Hinweis). Zwischenzeitlich hat die Schweiz
mit Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawiens (Kroatien, Slowenien,
Mazedonien, Serbien und Montenegro) neue Abkommen über Soziale Si-
cherheit abgeschlossen. Bezüglich des Kosovo hat das Bundesamt für So-
zialversicherung (BSV) bereits mit IV-Rundschreiben vom 29. Januar 2010
Nr. 290 über die Nichtweiteranwendung des schweizerisch-jugoslawischen
Sozialversicherungsabkommens ab 1. April 2010 orientiert. Zwischen der
Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Kosovo ist derzeit nach wie
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vor noch kein Abkommen in Kraft getreten. Am 8. Juni 2018 haben die Ver-
tragsparteien zwar ein Abkommen über die soziale Sicherheit geschlossen,
und der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 30. November 2018 die Bot-
schaft zu diesem Vertrag zuhanden des Parlaments verabschiedet (vgl.
dazu < https://www.admin.ch/opc/de/federal-gazette/2019/103.pdf >, ab-
gerufen am 26.02.2019). Das Ratifizierungsverfahren ist derzeit allerdings
in beiden Staaten noch im Gang (vgl. dazu BBl 2019 S. 106 f.). Mit einer
Inkraftsetzung des Abkommens ist im Verlaufe des Jahres 2019 zu rech-
nen.
3.3 Im Grundsatzurteil BGE 139 V 263 hat das Bundesgericht erkannt,
dass die ehemals serbische Provinz und heutige Republik Kosovo mit ihrer
Sezession eine – sowohl in territorialer als auch (vertrags-)rechtlicher Hin-
sicht – völkerrechtlich wirksame Änderung herbeigeführt hat und die Nicht-
weiteranwendung des Sozialversicherungsabkommens durch die Schweiz
auf die neue Gebietskörperschaft ab 1. April 2010 rechtmässig ist (E. 2 -
8). Mit dem Kosovo wird das Sozialversicherungsabkommen mit Jugosla-
wien dementsprechend seit dem 1. April 2010 nicht mehr weitergeführt. Die
Nichtweiterführung des Sozialversicherungsabkommens mit Kosovo hat
zur Folge, dass Staatsangehörige des Kosovo ab 1. April 2010 grundsätz-
lich nicht mehr die Rechtsstellung als Vertragsausländerinnen und -auslän-
der innehaben und deshalb als Nichtvertragsausländerinnen und -auslän-
der gelten. Dieser Statuswechsel hat zum einen Auswirkungen auf die An-
spruchsvoraussetzungen (versicherungsmässige Voraussetzungen); zum
andern führt er dazu, dass Renten der Invalidenversicherung von Staats-
angehörigen des Kosovo, die für den Zeitraum nach dem 31. März 2010
zugesprochen werden, gemäss Art. 6 Abs. 2 Satz 2 IVG nicht mehr ins
Ausland exportierbar sind und nurmehr innerhalb der Schweiz gewährt
werden, wobei lediglich die laufenden Renten gemäss Art. 25 Abs. 2 des
Sozialversicherungsabkommens den Besitzstand geniessen (BGE 139 V
335 E. 6.1 S. 338).
3.4 Die Invalidität gilt als eingetreten, sobald sie die für die Begründung
des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere er-
reicht hat (Art. 4 Abs. 2 IVG). Der Invaliditätseintritt wird dabei in der Inva-
lidenversicherung leistungsbezogen normiert. Dies hat zur Folge, dass ein
oder mehrere Gesundheitsschäden verschiedene Invaliditätseintritte (Ver-
sicherungsfälle) auslösen können, je nachdem, welche gesetzliche Leis-
tung durch die Art und Schwere der gesundheitlichen Beeinträchtigung er-
forderlich wird. Die Leistungsberechtigung besteht nur dann, wenn im Zeit-
punkt des so verstandenen leistungsspezifischen Invaliditätseintritts die
https://www.admin.ch/opc/de/federal-gazette/2019/103.pdf http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2019&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-V-263%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page263 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=soz&query_words=Kosovo+%2BVersicherungsfall+%2B139+V+%2BInvalidit%E4t&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-V-335%3Ade&number_of_ranks=0#page335 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=soz&query_words=Kosovo+%2BVersicherungsfall+%2B139+V+%2BInvalidit%E4t&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-V-335%3Ade&number_of_ranks=0#page335
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versicherungsmässigen Voraussetzungen gegeben sind (ULRICH
MEYER/MARCO REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
IVG, 3. Aufl. 2014, Art. 4 NN. 135 f.). Nach der Rechtsprechung gilt der
Versicherungsfall „Invalidität“ erst mit der Entstehung des Rentenan-
spruchs als eingetreten (MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 28 N. 23 mit Hin-
weis auf BGE 138 V 475 E. 3). Der Anspruch auf eine Viertelsrente ist ent-
standen, wenn die versicherte Person während eines Jahres durchschnitt-
lich zu mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen und mindestens weiterhin
im Umfang von 40 % invalid ist. Analog gilt für die Entstehung des An-
spruchs auf eine halbe Invalidenrente, eine Dreiviertels- sowie eine ganze
Rente ein Arbeitsunfähigkeitsgrad von 50 %, 60 % respektive 70 %
(MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 29 NN. 6 - 9).
3.5 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG (in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fas-
sung) haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten
oder verbessern können (Bst. a), und die zusätzlich während eines Jahres
ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeits-
unfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und auch nach Ablauf dieses Jahres
zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. b und c). Der Renten-
anspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Gel-
tendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Absatz 1 ATSG, jedoch
frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (Art.
29 Abs. 1 IVG). Die Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG ist eine materi-
elle Anspruchsvoraussetzung für die Rentenberechtigung, diejenige nach
Art. 29 Abs. 1 IVG (zum Normzweck BGE 140 V 2 E. 5.3 S. 7) ist eine
solche verfahrensmässiger Natur (formelle Karenzfrist; BGE 142 V 547
E. 3.2 S. 550).
3.6 Laut Art. 29 Abs. 4 IVG (in der ab 2008 geltenden Fassung) werden
Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50 % entsprechen, je-
doch nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnli-
chen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, soweit nicht völker-
rechtliche Vereinbarungen eine abweichende Regelung vorsehen. Nach
der Rechtsprechung des EVG stellt diese Regelung nicht eine blosse Aus-
zahlungsvorschrift, sondern eine besondere Anspruchsvoraussetzung dar
(BGE 121 V 275 E. 6c). Bei Nichtvertragsausländern mit Wohnsitz im Aus-
land entsteht der Rentenanspruch demnach erst, wenn sie während eines
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich zu mindestens
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50 % arbeitsunfähig gewesen sind und der IV-Grad nach Ablauf dieser
Wartezeit mindestens 50 % beträgt (BGE 121 V 264 E. 6c).
3.7 Die durchschnittliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit während ei-
nes Jahres und die nach Ablauf der Wartezeit bestehende Erwerbsunfä-
higkeit müssen somit kumulativ und in der für die einzelnen Rentenabstu-
fungen erforderlichen Mindesthöhe gegeben sein, damit eine Rente im ent-
sprechenden Umfang zugesprochen werden kann (BGE 121 V 264
E. 6b/cc S. 274; 105 V 156 E. 2c/d S. 160 f.; Urteil des BGer 9C_718/2008
vom 2. Dezember 2008 E. 4.1.1).
Unter relevanter Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 28 Abs. 1 Bst. b IVG
ist eine Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf
oder Aufgabenbereich zu verstehen, wobei es arbeitsrechtlich in Erschei-
nung treten muss, dass die versicherte Person an Leistungsvermögen ein-
gebüsst hat; eine erst nach Jahren rückwirkend festgelegte medizinisch-
theoretische Arbeitsunfähigkeit genügt nicht (BGE 130 V 97 E. 3.2 S. 9;
SVR 2008 IV Nr. 11 E. 5.1; MICHEL VALTERIO, Commentaire de la loi
fédérale sur l’assurance-invalidité, 2018, Art. 28 N. 13); neben der in der
beruflichen Tätigkeit (im Vergleich zu einer gesunden Person) tatsächlich
nur reduziert erbrachten Leistung bedarf es für die Bejahung einer Arbeits-
unfähigkeit im Sinne des Gesetzes regelmässig zusätzlich einer (überzeu-
genden) medizinischen Einschätzung, die ordentlicherweise echtzeitlicher
Natur ist (Urteil des BGer 8C_195/2009 vom 2. September 2009 [SVR
2010 IV Nr. 17] E. 5). Für die Eröffnung der einjährigen Wartezeit genügt
eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % (SVR 2008 BVG Nr. 31 S. 126, AHI 1998
S. 124 E. 3c). Die Wartezeit wird unterbrochen, wenn der Versicherte an
mindestens dreissig aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war
(Art. 29ter IVV [SR 831.201]). Tritt nach einem wesentlichen Unterbruch
wieder eine Arbeitsunfähigkeit (von mindestens 20 %) ein, so beginnt die
Wartezeit – unter Vorbehalt des (hier nicht anwendbaren) Art. 29bis IVV –
neu zu laufen, ohne Anrechnung der bis zum wesentlichen Unterbruch be-
reits zurückgelegten Perioden von Arbeitsunfähigkeit.
3.8 Der Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit sowie deren Umfang
und Dauer muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweis-
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b S. 360
mit Hinweisen) nachgewiesen sein, und dieser Nachweis darf nicht durch
nachträgliche erwerbliche oder medizinische Annahmen und spekulative
Überlegungen ersetzt werden darf (Urteil des BGer 8C_41/2011 vom
17. Mai 2011 E. 2.2 mit Hinweisen).
http://www.koordination.ch/fileadmin/files/urteile/bge20/121_v_264.pdf http://www.koordination.ch/fileadmin/files/urteile/bge20/121_v_264.pdf http://www.koordination.ch/fileadmin/files/urteile/bge10/105_v_156.pdf http://www.koordination.ch/fileadmin/files/urteile/9c08/9c_718_2008.pdf http://www.koordination.ch/fileadmin/files/urteile/9c08/9c_718_2008.pdf https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=soz&query_words=%22SVR+2008+IV+Nr.+11%22+%2Br%FCckwirkend&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-V-353%3Ade&number_of_ranks=0#page353
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3.9 Bei einer Neuanmeldung (Art. 87 Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2 IVV)
der versicherten Person nach früherer Leistungsverweigerung sind die Re-
visionsregeln analog anwendbar (BGE 134 V 131 E. 3; 117 V 198 E. 3a).
Anlass zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG gibt jede wesentliche
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invalidi-
tätsgrad und damit den Anspruch zu beeinflussen. Liegt in diesem Sinne
ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsäch-
licher Hinsicht umfassend ("allseitig") und ohne Bindung an frühere Beur-
teilungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteil des BGer 8C_104/2017
vom 13. Juni 2017 E. 3).
3.10 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache
materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die vom Versicherten
glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades tatsächlich einge-
treten ist. Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren
rechtskräftigen Ablehnungsverfügung keine Veränderung erfahren hat, so
weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen,
ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbe-
gründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen (Urteil des
BGer 8C_120/2016 vom 29. April 2016 E. 2.2). Im Beschwerdefall obliegt
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198
E. 3a; Urteil des 9C_129/2017 vom 30. August 2017 E. 2).
3.11 Bei der Beurteilung der Arbeits(un)fähigkeit stützen sich die Verwal-
tung und – im Beschwerdefall – das Gericht auf Unterlagen, die von ärztli-
chen und gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stel-
len sind. Ärztliche Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsfähig ist. Hinsichtlich des Beweis-
wertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Be-
lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die ge-
klagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammen-
hänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss-
folgerungen der Expertinnen und Experten begründet sind (BGE 134 V 231
E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Eine begutachtende medizinische Fachperson
muss über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen (Urteil des
BGer 9C_555/2017 vom 22. November 2017 E. 3.1 mit Hinweisen).
3.12 Die Feststellungen der aus dem Ausland stammenden Beweismittel,
wie insbesondere auch ärztliche Berichte und Gutachten, unterliegen der
C-4160/2018
Seite 12
freien Beweiswürdigung des Gerichts (vgl. Urteil des Eidgenössischen Ver-
sicherungsgerichts [EVG, ab 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen
des Bundesgerichts] vom 11. Dezember 1981 i.S. D; EVG vom 11. Dezem-
ber 1981 i.S. D; zum Grundsatz der freien Beweiswürdigung: BGE 125 V
351 E. 3a).
4.
Mit Blick auf die vorstehend dargelegten rechtlichen Rahmenbedingungen
fällt ein Rentenanspruch nach Art. 36 Abs. 1 IVG (i.V.m. Art. 6 Abs. 2 IVG)
in der konkreten Konstellation des Beschwerdeführers mit kosovarischer
Staatsbürgerschaft und Wohnsitz im Kosovo nur in Betracht, wenn der Ver-
sicherungsfall der Invalidität vor dem 1. April 2010 eingetreten ist. Dies trifft
zu, wenn die genannten Voraussetzungen für die Entstehung des Renten-
anspruchs mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits vor diesem Zeit-
punkt gegeben waren, was nachfolgend zu prüfen ist.
4.1 Vorliegend steht eine Neuanmeldung zur Diskussion, nachdem das
erste Rentengesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 23. De-
zember 1999 abgewiesen und der abgelehnte Rentenanspruch mit Urteil
des Sozialversicherungsgerichts des Kantons B._ vom 17. Novem-
ber 2000 bestätigt worden ist (act. 14 und 18).
4.2 Die Vorinstanz ist auf das erneute Leistungsgesuch eingetreten, so
dass nachfolgend ausschliesslich die (materiell-rechtliche) Frage der ren-
tenbegründenden Invalidität respektive der anspruchserheblichen Ände-
rung zu prüfen ist. Der Beschwerdeführer hat in diesem Zusammenhang
nachzuweisen, dass sich sein Gesundheitszustand respektive seine Leis-
tungsfähigkeit in der Zeit vom 23. Dezember 1999 (rentenabweisende Ver-
fügung bei Erstanmeldung) bis zum 31. März 2010 (Geltungsdauer des Ab-
kommens) massgeblich verschlechtert haben und in dieser Zeit der Versi-
cherungsfall der Invalidität eingetreten ist. Beweismitteln, welche sich nicht
auf diesen Zeitraum beziehen, fehlt für die hier zur Diskussion stehende
Frage des Invaliditätseintritts vor dem 1. April 2010 von vornherein jegliche
Beweiseignung. Sie brauchen deshalb im vorliegenden Beschwerdever-
fahren nicht näher geprüft zu werden. Vielmehr können sie frühestens im
Rahmen einer erneuten IV-Anmeldung beurteilt werden.
C-4160/2018
Seite 13
4.3
4.3.1 Die Verfügung vom 23. Dezember 1999 stützte sich insbesondere auf
das C._-Gutachten vom 4. November 1999. Darin hielten die Sach-
verständigen als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine So-
matisierungsstörung, bei infantil abhängiger Persönlichkeit und Verdacht
der Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen, fest.
Gestützt auf eine Konsensbesprechung kamen die Fachärzte zum
Schluss, dass beim Beschwerdeführer für eine körperlich adaptierte Tätig-
keit, ohne repetitives Lastenheben, körperliche Zwangshaltungen und mit
der Möglichkeit zum Wechseln der Körperhaltung, eine Arbeitsfähigkeit von
100 % bestehe (act. 8, S. 22 f.).
4.3.2 Das Versicherungsgericht des Kantons B._ hat diese
Schlussfolgerung mit Urteil vom 17. November 2000 bestätigt und ergän-
zend festgehalten, dass sich für die vom Versicherten geltend gemachten
Beschwerdenkomplexe keine oder nur ungenügende organische Korrelate
finden liessen. In Würdigung der vorliegenden Arztberichte kam es daher
zum Schluss, dass im Einklang mit dem beweiskräftigen C._-Gut-
achten keine Befunde erhoben werden könnten, welche eine Arbeitsunfä-
higkeit zu begründen vermöchten (act. 18 S. 5).
4.4
4.4.1 Trotz expliziter Aufforderung zur Einreichung der notwendigen Be-
weismittel hat der Beschwerdeführer für den hier relevanten Zeitraum vom
23. Dezember 1999 bis 31. März 2010 keine respektive keine für eine ver-
lässliche Leistungsbeurteilung relevanten Arztberichte ins Recht gelegt
oder zum Beweis angeboten (vgl. dazu act. 62; 64 - 82). Bezüglich des
Berichts von Dr. med. E._ vom 5. Dezember 2000 ist festzuhalten,
dass darin ein unveränderter Gesundheitszustand attestiert wird (act. 78),
so dass der Beschwerdeführer daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten
kann. Darüber hinaus ergeben sich auch aus dem Arztzeugnis von Dr.
med. F._ vom 4. Juni 2002 keine rechtsgenüglichen Hinweise auf
eine leistungsrelevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers (act. 79). Aus diesen Kurzberichten kann folglich we-
der auf eine massgebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes
noch auf eine relevante Einbusse der funktionellen Leistungsfähigkeit ge-
schlossen werden.
C-4160/2018
Seite 14
4.4.2 Die weiteren im Recht liegenden Arztberichte, welche allesamt nach
dem 31. März 2010 erstellt worden sind und keine (für den hier relevanten
Zeitraum) massgeblichen Aussagen zur Leistungsfähigkeit (vgl. dazu
act. 28; 41 - 46; act. 59 - 61; act. 81 und act. 89 f.) machen, lassen in Bezug
auf den genannten Zeitraum keine verlässlichen Schlussfolgerungen zur
Veränderung des Gesundheitszustandes oder der Leistungsfähigkeit zu.
Demnach kann nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-
lichkeit auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes oder gar auf
eine längere Zeit dauernde (Teil-)Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden.
Mit Blick auf die geltend gemachte Erwerbslosigkeit (act. 49, S. 13 f.) liegen
auch keine Arbeitgeberberichte für diese Zeit vor, aus welchen auf eine
Einbusse des funktionellen Leistungsvermögens im Arbeitsumfeld ge-
schlossen werden könnte. Fehlt es bei dieser Ausgangslage zudem an
echtzeitlichen, beweiskräftigen Arztberichten (vgl. dazu E. 3.7 hievor) für
den relevanten Zeitraum, so ist der notwendige Nachweis einer mindestens
einjährigen Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50 % nicht erbracht.
4.5 Mit diesem Ergebnis im Einklang steht zudem die überzeugende Ak-
tenbeurteilung des RAD-Arztes Dr. med. G._, Facharzt für Physika-
lische Medizin und Rehabilitation, vom 12. Dezember 2017, wonach dem
Beschwerdeführer für den hier relevanten Zeitraum weiterhin eine volle Ar-
beitsfähigkeit für eine mittelschwere Tätigkeit zu attestieren sei. Dies zumal
er mit Recht darauf hinweist, dass Dr. med. H._ beim Beschwerde-
führer auch mit Bericht vom 6. November 2011 (act. 80) noch eine volle
Arbeitsfähigkeit attestiert habe (act. 85). Zutreffend weist RAD-Arzt Dr.
med. D._ in seiner Stellungnahme vom 18. September 2018 zudem
darauf hin, dass auch aus psychiatrischer Sicht keine rechtsgenüglichen
Berichte für die Annahme einer wesentlichen dauerhaften psychiatrisch be-
dingten Arbeitsunfähigkeit vorliegen (Beilage zu BVGer act. 6).
4.6 Von weiteren Beweisabnahmen, insbesondere der Aufforderung zur
Einreichung oder Erstellung weiterer Arztberichte der damals behandeln-
den Ärzte, kann abgesehen werden, da von solchen für den hier massge-
blichen Zeitraum keine neuen wesentlichen Erkenntnisse zu erwarten sind
(antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 141 I 60 E. 3.3 S. 64; BGE 137 V
64 E. 4b; 136 I 229 E. 5.3 S. 236 f. mit Hinweisen). Dies zumal nachträgli-
che Annahmen und spekulative Überlegungen, wie etwa eine erst nach
Jahren rückwirkend festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähig-
keit, in diesem Zusammenhang nicht ausreichen (vgl. statt vieler Urteile
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-I-60%3Ade&number_of_ranks=0#page60 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-I-229%3Ade&number_of_ranks=0#page229
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des BGer 9C_210/2018 vom 29. August 2018 E. 2.2 mit Hinweisen;
8C_204/2012 vom 19. Juli 2012 E. 3.2).
4.7 Abschliessend ist der Beschwerdeführer darauf hinzuweisen, dass es
ihm unbenommen bleibt, nach Inkrafttreten des Abkommens über die sozi-
ale Sicherheit mit Kosovo ein neues Rentenbegehren zu stellen. Dannzu-
mal wird er neu als Vertragsausländer gelten und sich auf die Grundsätze
des Leistungsexports (vgl. dazu Art. 5 des [zu ratifizierenden] Abkommens
sowie Botschaft zur Genehmigung des Abkommens zwischen der Schweiz
und Kosovo über soziale Sicherheit vom 30. November 2018 [nachfolgend:
Botschaft]; BBl 2019 S. 107 und S. 111) berufen können. Allerdings wird er
diesfalls den Nachweis zu erbringen haben, dass der Versicherungsfall der
Invalidität nach Inkrafttreten des Abkommens eingetreten ist. Dies bedeutet
mit anderen Worten, dass ein Rentenanspruch in der hier zur Diskussion
stehenden Konstellation frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach
der (erneuten) Geltendmachung des Leistungsanspruchs entstehen kann
(Art. 29 Abs. 1 IVG), wobei der Beschwerdeführer zudem den Nachweis zu
erbringen hat, dass er während eines Jahres durchschnittlich zu mindes-
tens 50 % arbeitsunfähig gewesen ist und der Invaliditätsgrad nach Ablauf
der Wartefrist mindestens 50 % beträgt (BGE 121 V 264 E. 6; vgl. dazu
auch Art. 5 Abs. 2 des Abkommens sowie Botschaft, BBl 2019 S. 111).
5.
Zusammengefasst ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass
der Beschwerdeführer für den hier relevanten Zeitraum keine rechtsgenüg-
lichen Beweismittel eingereicht oder offeriert hat, welche den Schluss auf
eine anspruchsrelevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes
und eine damit einhergehende wenigstens einjährige Arbeitsunfähigkeit im
Umfang von zumindest 50 % für den vorliegend relevanten Zeitraum vom
23. Dezember 1999 bis 31. März 2010 erlauben würden. Daraus folgt, dass
eine (Teil-)Invalidität nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit dargetan ist. Von weiteren Beweisabklärungen sind keine
wesentlichen neuen Erkenntnisse zu erwarten, so dass in antizipierter Be-
weiswürdigung davon abgesehen werden kann. Die angefochtene Verfü-
gung vom 5. Juni 2018 erweist sich somit als rechtens, weshalb die dage-
gen erhobene Beschwerde vom 10. Juli 2018 als unbegründet abzuweisen
ist.
6.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-
teientschädigung.
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6.1 Die Verfahrenskosten sind bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder
die Verweigerung von IV-Leistungen nach dem Verfahrensaufwand und un-
abhängig vom Streitwert im Rahmen von 200-1'000 Franken festzulegen
(Art. 69 Abs. 1bis IVG). Für das vorliegende Verfahren sind die Verfahrens-
kosten auf Fr. 800.- festzusetzen und dem Beschwerdeführer als unterle-
gene Partei aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.- ist
zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden.
6.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren
eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig
hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als Bundesbe-
hörde hat die IVSTA indes keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 7
Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
Der unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf Parteient-
schädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).
(Für das Urteilsdispositiv wird auf die nächste Seite verwiesen).
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