Decision ID: 08860f65-20b0-4685-9031-f81efd30695c
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1971
,
meldete sich am 10. September 1992
unter Hin
weis auf einen seit 1991 bestehenden Keimzellentumor
bei der Invaliden
ver
sicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/2 Ziff. 6.2-3). Die Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach
ihm mit Verfügung vom 7. April 1993
b
ei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze
R
ente ab 1. August 1992 zu (Urk. 8/7
). Am
5. November 1993 und am 28. Dezember 1994
teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, der Rentena
nspruch sei unverändert (Urk. 8/11, Urk. 8/18
).
Mit Verfügung vom 8. Januar 1998 stellte die IV-Stelle die
Invali
den
rente ein (Urk. 8/32
)
.
1.2
Am 3. Mai 1998 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf eine mittel
schwere bis schwere Depression infolge Krebserkrankung seit dem 1. August 1991 erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/34 Ziff. 7.2). Mit Verfügung vom 21. Augst 1998 sprach ihm die IV-Stelle wiederum eine ganze Invalidenrente ab 1. März 1998 zu (Urk. 8/40). Am 29. November 2001, am 4. April 2005, am 24. Juli 2007, am 17. November 2011 und am 15. Juli 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, der Rentenanspruch sei unverändert (Urk. 8/43, Urk. 8/48, Urk. 8/54, Urk. 8/65 und Urk. 8/72).
1.3
Nach Eingang eines am 2. Januar 2015
ausgefüllten Revisio
nsfragebogens (Urk. 8/76
) holte di
e IV-Stelle beim Medizinischen Gutachtenzentrum Y._
ein polydiszip
linäres Gutachten ein, das am 22. Oktober 2015
er
stattet wurde (Urk. 8/100). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/104
;
Urk. 8/107, Urk. 8/115, Urk. 8/130,
Urk. 8/133
)
und gewährten Ein
gliederungsmassnahmen (vgl. Urk. 8/114, Urk. 8/120, Urk. 8/124, Urk. 8/131) stellte
die IV-Stelle mit Verfügungen vom 18. Januar 2017 die bisher ausge
rich
tete Rente ein (Urk. 8/137 =Urk. 2/1) und schloss die Eingliederungs
mass
nahmen ab (Urk. 8/136 = Urk. 2/2).
2.
Der Versicherte erhob am 20. Februar 2017
Beschwerde gegen die Verfügung
en
vom
18. Januar 2017
(
Urk.
2
/1-2
) und
stellte die folgenden materiellen Anträge (Urk. 1 S. 2):
«
1.
Es sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vo
m 18. Januar 2017 (Einstellung
der Invalidenrente) aufzuheben und dem Beschwerdeführer weiterhin ein Invaliditätsgrad von 100
%
respektive von 83
%
zu bestätigen und ihm eine volle IV-Rente
zuzu
-
sprechen;
2.
Eventualiter zu Ziffer 1 sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 1
8.
Januar 2017 aufzuheben und es sei die Invalidenrente nach Vornahme weiterer Abklärungen, ins
-
besondere nach Einholung eines erneuten unabhängigen und neutralen aktuellen poly
-
disziplinären Gutachtens, eventua
liter einer
ergänzenden unabhängigen und neutralen Begutachtung durch einen Lungenspezialisten, einen Kardiologen sowie durch die Pneumologie erneut und korrekt festzustellen. Es sei dem Beschwerdeführer weiter die Gelegenheit zu geben zu den Gutachtern selbst, sowie dem Fragekatalog vorab Stellung nehmen sowie allfällige Ergänzungsfragen äussern zu können;
3.
Es sei bei dem Beschwerdeführer ein Leidensabzug von 20 - 25% zu berücksichtigen;
4.
Subeventualiter
zu Ziffer 1, 2 und 3 sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 1
8.
Januar 2017 aufzuheben und im Sinne der Erwägungen zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen;
5.
Es sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 1
8.
Januar 2018 (Abschluss Einglie
derungsmassnahmen) aufzuheben;
6.
Eventualiter zu Ziffer 5 sei die Verfügung der Beschwe
rdegegnerin vom 18.
Januar 2017 aufzuheben und im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zur Neubeur
teilung zurückzu
weisen»
Die IV-Stelle beantra
gte mit Beschwerdeantwort vom 22. März 2017 (Urk. 7
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom 12. Juni 2017 wurden antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 3)
die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt
. Weiter wurde das Gesuch des Beschwerdeführers um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde gegen die Verfügung vom 18. Januar 2017 (Urk. 1 S. 3) abgewiesen
und
ihm
die Besch
werdeantwort zugestellt (Urk. 12
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krankheitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran
hindert, ein
ren
ten
ausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG
,
BGE 139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychia
tri
sche Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beein
trächtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grund
sätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass be
stimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeits
leistung zu erbringen (vgl.
BGE 143 V 409 E. 4.2.1 unter Hinweis auf 127 V 294 E. 4b/cc und 139 V 547 E. 5.2
).
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychoso
matische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tatsächliche Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grundsätzlich in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funk
tionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE 141 V 281). Mit
BGE 143 V 418
hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätzlich sämt
liche psychischen
Erkrankungen
einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krankheitsbild allenfalls gewis
ser Anpassungen hinsichtlich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281
rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
dru
ck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshin
dernder
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Resso
urcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schät
zen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_2
60/2017 vom 1. Dezember 2017 E.
4.2.3).
Die Anerkennung eines rentenbe
grün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (
zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran
, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V
281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder
herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Nach
Art.
17 ATSG sind laufende Renten für die Zukunft zu erhöhen, herab
zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den An
spruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesent
liche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditäts
grad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeit
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 105 V 29).
Fehlen die in Art. 17 ATSG genannten Voraussetzungen, so kann die Rentenver
fügung nach den für die Wiedererwägung rechtskräftiger Verwaltungsverfü
gungen geltenden Regeln abgeändert werden. Danach ist die Verwaltung befugt, auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet
hat, zurückzukommen, wenn sich diese als zweifellos unrichtig erweist und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (
Art.
53
Abs. 2 ATSG; BGE 110 V 176 E. 2a
mit Hinweisen). Das Gericht kann eine zu Unrecht ergangene Revisionsverfügung gegebenenfalls mit der substi
tuier
ten Begründung schützen, dass die ursprüngliche Rentenverfügung zweifellos unrichtig und die Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 125 V 368 E. 2 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 128 V 272 E. 5b/
bb
; Urteile des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 3.2.2, 9C_762/2013 vom 2
4.
Juni 2014 E. 4.2 und 9C_562/2008 vom 3. November 2008 E. 2.2 je mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor-
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Einstellung der Invalidenrente in ihrer Verfügung (Urk. 2/1) damit, da anlässlich der Verfügung vom 21. August
1998 die letzte eingehende materielle Prüfung erfolgt sei, bilde diese Verfügung den zeitlichen Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung. Die
Rentenzusprache
sei ausschliesslich aus psychischen Gründen erfolgt.
Eine Überprüfung des psychischen Gesundheitszustandes sei seit dieser
Rentenzusprache
nicht mehr erfolgt.
Gestützt auf
das
Gutachten vom 2
2.
Oktober 2015 liege aus psychiatrischer Sicht ein unveränderter Gesundheitszustand
vor. Der Gesundheitszustand
sei jedoch somatisch insoweit verändert,
als seit der
Renten
zusprache
1998 zahlreiche somatische Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeits
fähig
keit hinzugekommen seien
.
Damit liege eine wesentliche Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen vor
,
und ein Revisionsgrund sei gegeben (S. 2 f.).
Es liege
weiter
auch ein Wiedererwägungsgrund vor, da die rentenzusprechende
Verfügung vom 2
1.
August 1998 gestützt auf Berichte ergangen sei, in denen der Gesundheitszustand nicht abschliessend und auch die Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten nicht beurteilt worden sei
. Selbst wenn man davon ausginge, dass der Gesundheitsschaden
rechtsgenüglich
erstellt worden sei, habe kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorgelegen (S.
3
f.).
Für die Beur
teilung des Rentenanspruches zum heutigen Zeitpunkt sei auf das polydiszi
plinäre Gutachten v
om 22. Oktober 2015 abzustellen, wonach eine
angepasste leichte Tätigkeit zu 100
%
m
öglich sei
. Ausgehend von dem als Maler erzielten
Valideneinkommen
resultiere ein Invaliditätsgrad von 11
%
(S.
4 ff.
).
2.2
Den
Abschluss der Eingliederungsmassnahmen begründete die Beschwerde
geg
nerin in ihrer Verfügung
(
Urk.
2/2) damit,
dass
bis heute keine Bereitschafts
erklärung
des Beschwerdeführers eingegangen sei, worin er erkläre, dass er bereit sei, eine Arbeitsstelle mindestens in einem 50%-Pensum anzutreten
. Z
udem sei seinem Schreiben vom 6.
Oktober 2016 zu entnehmen, dass er die Aufnahme einer Arbeitstäti
gkeit für
ausgeschlossen halte (S. 1 f.).
2.3
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend, ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17 ATSG liege auch in
somatischer Hinsicht nicht vor
. Es handle sich um eine andere Beurteilung eines im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustandes (S.
14 f.
Ziff.
45-51).
Unzutreffend sei weiter,
dass die Rente in den letzten Jahren allein aufgrund von psychischen Leiden ausbezahlt worden sei (S. 15 f
.
Ziff.
52, S. 17
Ziff.
55
-
56
). Ausgangspunkt, ob ein Revisionsgrund vorliege
,
sei die Verfügung vom 1
5.
Juli 2013, da
der Inva
liditätsgrad
neu festgesetzt worden sei (S. 16
Ziff.
53-54).
Auch die w
iedererwä
gungsweise Aufhebung
der
Verfügung vom 2
1.
August 1998
sei rechtsmiss
bräuch
lich
,
und die
se
könne nicht als zweifellos unrichtig qualifiziert werden (S.
19 ff.
Ziff.
69-75).
E
ine
entscheiderhebliche
Tatsachen
änderung sei nicht aus
zumachen
(S. 21
Ziff.
77).
Weiter sei die Gutachtenpraxis mit den rechts
staat
lichen Grundsätzen nicht vereinbar
.
So sei die Unabhängigkeit der
Meda
s
-Insti
tute
a
ufgrund
der
wirtschaftlichen Abhängigkeit
von der Beschwerdegegnerin nicht gewahrt, und es fehle an kompensatorischen
Massnahmen
zur Verwirk
lichung des Prinzips der Waffengleichheit
(
S. 22 f.
Ziff. 79-82
).
Zudem könne bei den lediglich kurz dauernden Untersuchungen bei den Gutachtern nicht von einer ernsthaften Abklärung gesprochen werden. Vielmehr sei auf die Einschätzung der behandelnden Ärzte abzustellen (S. 24 ff. Ziff. 83-100). Weiter sei ein maximaler Leidensabzug im Umfang von 25 %, mindestens aber von 20 % zu berück
sichtigen (S. 28 f. Ziff. 101-104). Fakt sei, dass er aufgrund seiner körperlichen und psychischen Beschwerden nicht arbeitsfähig sei. Eine Reduzierung oder Aufhebung der Invalidenrente
komme damit nicht in Betracht. Demnach werde auch die Aufhebung der Verfügung betreffend den Abschluss der Eingliede
rungs
massnahmen beantragt
(S. 30 ff.
Ziff.
112-121).
2.4
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Inva
lidenrente und auf Eingliederungsmassnahmen.
3.
3.1
Der mit Verfügung vom 2
1.
August 1998 (
Urk.
8/40) rückwirkend ab
1.
März 1998
erfolgten
Rentenzusprache
lagen die folgenden medizinischen Einschät
zungen zu Grunde:
Dr. med. Z._, Oberarzt, Departement für Innere Medizin und für Onkologie, Universitätsspital A._, stellte in seinem Bericht vom 11. Juli 1997 (Urk. 8/38/5-6) in der Hauptsache folgende Diagnosen (S. 1):
-
nicht-
seminomatöser
Keimzelltumor Stadium IV, in Erstremission
-
Psoriasis
Dr. Z._ führte aus, er
berichte
über die Kontrolle im Juli 1997. Es sei ihm nicht klar, warum anlässlich der Revision 1994 wiederum eine 100%ige Rente gesprochen worden sei. Nach der letzten Revision im Januar 1997 sei der Patient nun als arbeitsfähig angesehen worden, wogegen er Sturm laufe (S. 1 Mitte).
Dr. Z._ führte aus, fünfeinhalb Jahre nach Abschluss der intensiven Chemotherapie wegen metastasiertem nicht-
seminomatösem
Keimzelltumor be
stünden weiterhin keine Hinweise für ein Rezidiv.
Auch best
eh
e keine symptom
verursachende Spätwirkung der Chemotherapie. Der Patient sei aus onkologischer Sicht als arbeitsfähig anzusehen
(S. 2).
3.2
Die Ärzte der Psychiatrischen Poliklinik,
A._
, nannten in ihrem Bericht vom
4.
März 1998 (
Urk.
8/38/3-4) als Diagnosen
ein depressives Zustandsbild, wahr
scheinlich im Rahmen einer mittelschweren depressiven Episode, sowie einen
Ver
dacht auf eine noch nicht ganz ausgereifte Persönlichkeit; ICD-10 F32.1 (S. 2).
Der Beschwerdeführer sei von Dr. B._ zur konsiliarischen Begutachtung zuge
wiesen worden (S. 1 Mitte). Dies auch als Absicherung bei möglichen zukünftigen Auseinandersetzungen mit der Invalidenversicherung. Der Beschwerdeführer ver
bringe den ganzen Tag untätig und gehe zwischendurch spazieren. Es
bestünden keine Anhaltspunkte für offene familiäre Konflikte (S. 2 oben). Er klage subjektiv über Konzentrationsstörungen und vergesse objektiv oft, was er habe sagen wollen und breche die Sätze ab, da er die Frage vergessen habe. Das Gespräch sei auch auf
Italienisch harzig. Die Stimmung sei niedergeschlagen und bedrückt. Äusserlich sei er psychomotorisch weitgehend ruhig. Der Beschwerdeführer beschreibe jedoch eine innere Nervosität und Angespanntheit und müsse ständig denken. Er sei in der Sprache, im Affekt und in der Psychomotorik blockiert und habe nachts Schlafschwierigkeiten und intermittierend Schweissausbrüche. Er leide an Freud-, Energie- und an Perspektivenlosigkeit (S. 2 Mitte).
Die Ärzte führten aus, ergänzend zur bisherigen Therapie könne wegen der Nähe zum Wohnort und vor allem der Möglichkeit von sozialpsychiatrischen Mass
nah
men (Tagesstruktur) eine weiterführende Therapie im Psychiatriezentrum
O._
sinnvoll sein (S. 2 unten).
3.3
Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, stellte in seinem
Bericht vom 3. Juli 1998 (Urk. 8/38/1-2, Urk. 8/38/7) folgende Diagnosen (Ziff. 3):
-
depressives Zustandsbild, wahrscheinlich im Rahmen einer mittelschwe
ren depressiven Episode. Verdacht auf eine noch nicht ganz ausgereifte Persönlichkeit (ICD-10 F32.1)
-
Status nach nicht-
seminomatösem
Keimzellentumor Stadium IV
-
Psoriasis
Dr. B._ führte aus, der Gesundheitsschaden bestehe seit 1991 (Ziff. 1.2). In der bisherigen Tätigkeit als Maler bestehe mindestens seit dem 1. Januar 1998 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.5)
Er betreue den Patienten hausärztlich seit dem 22. Januar 1998, vor allem wegen seiner Depression. Er gebe ihm täglich 100 mg
Surmontil
zusammen mit einer stützenden
Psychotherapie. Er habe auch versucht, den Beschwerdeführer ambu
lant ans psychiatrische Zentrum in
O._
in die Tagesklinik zu überweisen. Immerhin habe er sich dort vorgestellt, habe sich aber für einen Eintritt noch nicht entschliessen können. An eine Erwerbstätigkeit sei im Moment nicht zu denken (Ziff. 4.1).
Ob eine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit gegeben sei, müsse geduldig ausprobiert werden. Wahrscheinlich sei der Beschwerdeführer auf dem freien Arbeitsmarkt nicht vermittelbar (Beiblatt; Urk. 8/38/7
lit
. g). Es sei fraglich, ob er bereit sei, sich beruflichen Massnahmen zu unterziehen, da er damit schon schlechte Erfahrungen gemacht habe (Beiblatt; Urk. 8/38/7
lit
. f).
3.4
Dr. C._
, beratende Ärztin der Beschwerdegegnerin, führte in ihrer Stellung
nahme vom 3
1.
Juli 1998 (
Urk.
8/39) aus
, die angegebenen psychischen Faktoren seien derart erheblich, dass dem Beschwerdeführer eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft nicht zumutbar sei.
Er sollte jedoch unbedingt in einer geschützten Werkstatt tätig werden, da er laut
D._
-Bericht vielfältige Talente habe, und er unbedingt erleben müsse, dass er dafür anerkannt werde
.
4.
4.1
Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit - als Schranke für ein wieder
erwägungsweises Zurückkommen auf eine formell rechtskräftige Leistungszusprechung - ist
rechtsprechungsgemäss
so zu handhaben, dass die Wiedererwägung nicht zum Instrument einer voraussetzungslosen Neuprüfung von Dauerleistungen wird, zumal es nicht dem Sinn der Wiedererwägung entspricht, laufende Ansprüche zufolge nachträglicher besserer Einsicht der Durchführungsorgane jederzeit einer Neubeurteilung zuführen zu können (Urteil des Bundegerichts I 276/04 vom 28. Juli 2005 E. 5.1).
Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn eine
Leistungszusprache
aufgrund falsch oder unzutreffend verstandener Rechtsregeln erfolgt ist oder wenn
massgebende
Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Beurteilung notwendigerweise Ermessenszüge aufweist. Erscheint die Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststellung solcher Anspruchsvoraussetzungen (Invaliditätsbemessung, Arbeitsunfähigkeitsschätzung, Beweiswürdigung, Zumutbarkeitsfragen) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung darboten, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus. Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein ver
nünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung - denkbar (Urteil 9C_837/2010 vom 30. August 2011 E. 2.5.1).
Zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung kann (auch) bei unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts gegeben sein. Darunter fällt insbesondere
eine unvollständige Sachverhaltsabklärung aufgrund einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes
. Eine auf keiner nachvoll
ziehbaren ärztlichen Einschätzung der
massgeblichenen
Arbeitsfähigkeit beruhende Invaliditätsbemessung ist nicht rechtskonform und die entsprechende Verfügung zweifellos unrichtig im wiedererwägungsrechtlichen Sinne (Urteil 9C_1014/2008 vom 14. April 2009 E. 3.2.2).
Entscheidend ist nicht, ob die frühere
Leistungszusprache
unter Berücksichtigung sämtlicher Teilaspekte richtig und angemessen war, sondern ob sie mit Blick auf die damalige
Sach- und Rechtslage insgesamt als vertretbar erscheint (Urteil 9C_575/2007 vom 18. Oktober 2007 E. 3.3).
4.2
Zu prüfen ist
im Folgenden
, ob die Annahme einer vollständigen Arbeitsun
fähigkeit und die daraus folgende
Zusprache
einer ganzen Invalidenren
te mit Verfügung vom 21
.
August 1998,
rückwirkend ab 1.
März 1998 (Urk. 8/40
) als zweifellos unrichtig einzustufen ist.
Qualifiziert unrichtig ist eine Verfügung unter anderem, wenn ihr ein unvoll
ständiger Sachverhalt zugrunde liegt, so wenn - wie hier - eine klare Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes dazu führte, dass die Invaliditätsbemessung nicht auf einer nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit beruht.
Während aus onkologischer Sicht
gemäss
den Ausführungen von Dr. Z._ vom Juli 1997 (vgl. vorstehend E. 3.1) von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auszugehen war, da keine Hinweise auf ein Rezidiv des Keim
zellentumors sowie auf symptomverursachende Spätwirkungen der Chemothe
rapie festzustellen waren, befand die beratende Ärztin der Beschwerdegegnerin, Dr. C._, den Beschwerdeführer in ihrer Stellungnahme vom Juli 1998 (vgl. vorstehend E. 3.4) aufgrund von erheblichen psychischen Faktoren auf dem ersten Arbeitsmarkt für nicht mehr arbeitsfähig. Ihrer kurz gehaltenen Stellung
nahme lassen sich weder objektive Befunde noch eine Diagnose entnehmen, auf welche Dr. C._ diese Annahme stützte.
In fachärztlicher Hinsicht lag lediglich ein Bericht der Ärzte der Psychiatrischen Poliklinik, A._, vom März 1998 vor, wohin der Beschwerdeführer auf Initiative des Hausarztes zur einmaligen Begutachtung überwiesen worden war. Die Ärzte der Psychiatrischen Poliklinik, A._,
äusserten
sich nicht zu einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit. A
bgesehen von einem depressiven Zustandsbild, welches sich
primär aus der subjektiven
Beschwerdebeschreibung des Beschwerdeführers erg
ab,
nannten die Ärzte der Psychiatrischen Poliklinik, A._,
lediglich Verdachtsdiag
nosen,
welche, selbst wenn sie als bestätigt
angenommen werden würden, die von Dr. C._ in der Folge angenommene
vollumfängliche 100%ige Arbeits
unfähigkeit
nicht
erklären könnten.
Aus dem Bericht des behandelnden Haus
arztes Dr. B._ vom Juli 1998 (vgl. vorstehend E. 3.3) geht überdies hervor, dass sich der Beschwerdeführer nicht definitiv für eine fachärztliche Behandlung habe entschliessen können. Insgesamt lässt sich damit die
Zusprache
einer ganzen Invalidenrente in Anbetracht der Befundlage und der fehlenden fachärztlichen Berichte, welche sich zur Arbeitsfähigkeit äussern, nicht vertreten, weshalb sie als zweifellos unrichtig zu qualifizieren ist.
4.3
Abgesehen von der im Jahr 1998 ergangenen Verfügu
ng (Urk. 8/40) fand denn auch im Rahmen der folgenden Rentenrevisionsverfahren
keine genügende Prüfung des materiellen Sachverhaltes
statt.
Obwohl die
Zusprache
einer ganzen Invalidenrente mit Verfügung vom 21. August
1998 (
Urk.
8/40) rein aus psychischen Gründen erfolgte
(vgl. vorstehend E. 4.2)
,
wurden
in
den nachfolgenden Rentenrevisionsverfahren
weder fachärztliche Be
richte eingeholt, noch überprüft, ob sich der Beschwerdeführer überhaupt in entsprechender Behandlung befand.
Die Bestätigung der ganzen Invalidenrente mit Mitteilung vom 25. September 2001 (Urk. 8/43) erfolgte, soweit aus den vorliegenden Akten ersichtlich ist, ohne jegliche medizinische Grundlage und damit lediglich
gestützt auf die Angabe des Beschwerdeführers
im Revisionsfragebogen
, sein Gesundheitszustand sei gleich
ge
blieben
(vgl. Urk. 8/41 Ziff. 1.1)
.
In dem dann erst im März 2005 eingeleiteten Rentenrevisionsverfahren (vgl. Urk. 8/44),
holte die Beschwerdegegnerin lediglich einen Bericht des behandelnden Hausarztes
Dr. med. E._
, Fach
arzt für Allgemeine Innere
Medizin und
für
Kinder- und Jugendmedizin, ein. Obwohl
Dr. E._ in seinem Bericht vom 20. März 2005 (vgl. Urk. 8/46)
keine psychischen Probleme nannte, berufliche
Massnahmen
sowie weiter
e
Abklä
rungen für nötig erachtete und sicher von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausging, bestätigte die Beschwerdegegnerin mit Mitteilung vom
4.
April 2005 einen unveränderten
Rentenanspruch (vgl. Urk. 8/48),
ohne jegliche Begründung und fachärztliche Grundlage
(vgl. Urk. 8/47)
. An
einer
solchen mangelte es dann auch
bei der
Bestätigung der unveränderten In
validenrente mit Mitteilung vom
2
4.
Juli 2007 (
Urk.
8/54), indem wiederum lediglich ein Bericht des behandelnden Hausarztes
Dr. E._
vom 12. Juli 2007
eingeholt wurde, welcher erneut darauf hinwies, dass sowohl berufliche wie auch medizinische Abklärungen angezeigt seien (vgl.
Urk.
8/52).
Auch der
Bestätigung der unveränderten Invalidenrente vom 1
7.
November 2011 (
Urk. 8/65) lag im Wesentlichen ein
Bericht von
Dr. E._
zu Grunde (
Urk.
8/62
/1-4
), wobei dem Beschwerdeführer ergänzend hinsichtlich der im Zu
sammenhang mit dem Übergewicht aufgetretenen Beschwerden (vgl. Urk. 8/62/5-6)
am 1
7.
November 2011 eine Schadenminderungspflicht im Sinne einer Gewichtsreduktion auferlegt wurde (
Urk.
8/64, vgl.
Urk.
8/63/2).
Ebenso basierte die
nach im März 2013 veranlasster Rentenrevision (
Urk.
8/66) erfolgte Bestätigung der unveränderten Invalidenrente mit
Mitteilung vom 1
5.
Juli 2013 (
Urk.
8/75)
lediglich auf
Berichte
n
von Dr. E._
vom
4.
März 2013 (
Urk.
8/66/3) und vom 2
2.
Juni 2013
(
Urk.
8/69, vgl.
Urk.
8/71/3).
Dass der Invaliditätsgrad in der Folge neu festgesetzt wurde, ändert nichts daran, dass auch die Bestätigung der unveränderten Invalidenrente mit Mitteilung vom 14. Juli 2013 nicht auf einer rechtskonformen Sachverhaltsabklärung beruhte.
4.4
Nach dem
Gesagten erfolgte
n
die
Zusprache
einer ganzen Rente im August 1998
(Urk. 8/40)
wie auch dere
n Bestätigung in den Jahren 2001, 2005, 2007, 2011
und
2013 (Urk. 8/43, Urk. 8/48, Urk. 8/54, Urk. 8/65 und Urk. 8/72)
in offen
kundiger Verletzung des im Sozialversicherungsrecht allgemein geltenden Unter
suchungsgrundsatzes im Sinne mangelhafter Sachverhaltsabkläru
ng, weshalb d
ie
Zuspr
ache
einer ganzen Rente
gemäss
ursprünglicher Verfügung vom 21
.
August 1998 (Urk. 8/40)
und deren Bestätigung in den Jahren
2001, 2005, 2007, 2011 und 2013 (
Urk.
8/43,
Urk.
8/48,
Urk.
8/54,
Urk.
8/65 und
Urk.
8/72)
als zweifellos unrichtig einzustufen
sind
. Da deren Berichtigung angesichts des geldwerten Charakters der Leistung von erheblicher Bedeutung ist, war die Verwaltung unter dem Blickwinkel der Wiedererwägung befugt, darauf zurückzukommen (vgl.
vorstehend
E. 1.4).
5.
5.1
Sind die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung erfüllt, müssen die An
spruchs
berechtigung und allenfalls der Umfang des Anspruchs pro
futuro
geprüft werden. Wie bei einer materiellen Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG ist auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts der Invaliditätsgrad zu ermitteln (Urteile des Bundesgerichts 9C_960/2008 vom
6.
März 2009 E. 1.2 mit Hinweisen und 9C_837/2010 vom 30. August 2011 E. 3.1).
5.2
Im Rahmen des im
Januar 2015
eingeleiteten Renten
revisionsverfahrens (vgl. Urk. 8/76
) gingen folgende medizinische Berichte ein:
Dr. E._ stellte in seinem handschriftlichen, kaum leserlichen Bericht vom 12. März 2015 (Urk. 8/81/1-5) – soweit ersichtlich - folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.2):
-
Status nach Hodenkrebs mit
Semicastratio
1991
-
Status nach Nierenvenenthrombose mit Schrumpfniere links
-
Status nach Herniotomie rechts
-
Depressionen mit Schlafstörungen
-
Psoriasis mit Arthrosen
-
Status nach Nierensteinen bei der gesunden Niere, bestehend seit dem 6. Juni 2007
-
metabolisches Syndrom, Diabetes mellitus Typ II
-
Niereninsuffizienz
Dr. E._ führte aus, die letzte Kontrolle sei am 17. September 2014 erfolgt. Es fänden alle drei Monate Kontrollen statt (Ziff. 3.1). Als Hilfsmaler bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der toxischen Substanzen, welche für die Niere und Blase schädlich seien. Leichtere, vorwiegend sitzende Tätigkeiten seien im Umfang von zwei bis drei Stunden möglich. Die Leistungseinschränkung von etwa 50 % bestehe darin, dass der Beschwerdeführer langsam und fremdsprachig sei (Ziff. 2.1). Es gebe insgesamt keine Möglichkeiten seinen Zustand zu verbessern (Beiblatt; Urk. 8/81/5).
5.3
Am 2
2.
Oktobe
r 2015 erstatteten Dr. med. F._, Facharzt für
Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Dr. med.
G._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. H._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Y._,
ihr polydisziplinäres Gutachten (
Urk.
8/100
/1-71
). Sie stellten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (S. 64
Ziff.
12.1):
-
mässige
Acromioclaviculargelenksarthrose
rechts mit leichter Bursitis
subacromialis
, leichter Supras
p
inatus- und
Subscapularissehnentendinose
-
fragliches
Impingement
links bei leichter
Tendinose
der Supraspinatus
sehne und Bursitis
subacromialis
-
Fersensporn bei Senkfuss rechts und links
-
chronische depressive Verstimmung (
Dysthymie
), bestehend seit etwa 1992 (ICD-10 F34.1).
Die Gutachter nannten als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
Gonalgie
rechts und links, eine Adipositas, eine Verkalkung der Achillessehne dorsal am
Calcaneus
rechts und links, akzentuierte Persönlichkeitszüge mit vermeidenden, selbstunsicheren und einfach strukturierten Persönlichkeitszügen, einen Status nach
Semicastratio
links wegen metastasierendem Hodenkarzinom mit anschliessender Chemoth
erapie und
autologer
Knochenmarks
transplantation sowie Schrumpfniere links nach postoperativer Nierenvenenthrombose und chronischer Niereninsuffizienz Stadium II, einen Diabetes mellitus Typ II, eine Psoriasis sowie eine Nebenschluss-
Varikosis
an beiden Unterschenkeln (S. 64 f.
Ziff.
12.2).
Die Gutachter führten im polydisziplinären Konsens zur Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit aus, aufgrund der chronischen depressiven Verstimmung (Dysthymie) mit leichter Beeinträchtigung der emotionalen Belastbarkeit, der geistigen Flexibilität, des Antriebs, der Interessen, der Motivation, der Kontakt
fähigkeit und der Dauerbelastbarkeit
,
betrage die Arbei
tsfähigkeit als angelernter Mal
er bei voller Stundenpräsenz seit 1992 75
%
(Arbeitsunfähigkeit 25
%
). Seit November 2014 betrage die Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit auch aus orthopädischer Sicht gesamthaft bei voller Stundenpräsenz 75
%
(Arbeitsun
fähig
keit 25
%
), aufgrund der leichten Supraspinatus- und
Sub
scapularissehn
en
ten
dinose
bei mä
ssiger
Acromioclav
iculargelenksarthrose
rechts,
der leichten
Supraspinatussehnentendinose
mit Bursitis
subacromialis
bei
fraglichem
Impin
ge
ment
links und auch aufgrund des Fersensporns bei beidseitigem Senkfuss (S. 65
Ziff.
13.1).
Eine leidensadaptierte
Tätigkeit, ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stress
belastung, ohne erforderliche
geistige Flexibilität, ohne Anforderungen an die Konzentration, ohne vermehrte Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung, könn
e
bei voller Stundenpräsenz seit 1992 vollumfänglich (Arbeitsunfähigkeit 0
%
) zugemutet werde
n
. S
eit November 2014 sollte es sich zusätzlich um körperlich leichte Tätigkeiten, ohne häufiges Gehen, ohne häufige Arbeiten über der Horizontalen, ohne Heben und Tragen von Lasten vom Boden über 20 kg, bis Kopfhöhe über 7,5 kg, Heben horizontal und Tragen vorne über 20 kg, Tragen in der rechten Hand über 10 kg und in der linken Hand über 15 kg handeln (S. 65
Ziff.
13.2).
Die festgestellte Arbeitsfähigkeit bestehe seit 199
2.
Damit stünden einer sofor
tigen beruflichen Eingliederung keine medizinischen Hinderungsgründe entgegen
(S. 65 Ziff. 13.3).
Die Gutachter führten zur Frage, ob sich der Grad der Arbeitsunfähigkeit seit der letzten Revision verändert habe oder ob es sich bei ihrer Beurteilung um einen im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustand handle, dessen Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit nur anders beurteilt würden, aus, dass sich in ortho
pädischer Hinsicht
keine ausführliche respektive gutachterliche orthopädische Beurteilung des Gesundheitszustandes
finde
, mit dem der jetzige verglichen werden könnte.
Hinsichtlich der
Rentenzusprache
seit dem 1. März 1998 sei nicht ersichtlich
, auf welche Befunde
in der Beurteilung abgestellt worden sei
.
Aus psychiatrischer Sicht
sei
jedenfalls seit etwa 1992 eine chronische depressive Verstimmung entsprec
hend einer Dysthymie zu erheben, bei welcher es sich
um eine leichte depressive Störung
handle
, die nur zu einer geringen Einschrä
nkung der Arbeitsfähigkeit führe
. Gegenüber dem
psychiatrischen Arztbericht der
Psy
chia
trische
n
Poliklinik,
A._, vom 4. März 1998 liessen
sich psychopathologisch ähnliche Symptome erheben, sodass es sich um einen im
Wesentlichen unveränd
erten Gesundheitszustand handle
, wobei damals die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nicht beurteilt
worden seien (S. 67 Ziff. 13.6).
5.4
Die Fachpersonen der
Clienia
I._ stellten in ihrem Eintrittsbericht vom 25. Mai 2016 (Urk. 8/127/1-3) folgende Diagnosen (S. 1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige (ICD-10 F33.1)
-
obstruktives Schlafapnoe-Syndrom
-
Syndrom der unruhigen Beine (Restless-
Legs
-Syndrom)
Die Fachpersonen führten aus, sie hätten den Patienten erstmals am 25. Mai 2016 gesehen. Er habe von Antriebsverlust und Grübeleien berichtet
, und ausgeführt, dass seine Invalidenrente nicht mehr bewilligt werden würde und er daraufhin nicht mehr wisse, wie es weitergehen solle.
Er fühle sich körperlich aufgrund von Schmerzen und Erschöpfung nicht in der Lage, eine Arbeit aufzunehmen (S. 1 unten).
Die Fachpersonen führten aus, beim Patienten hätten sich im Aufnahmegespräch im engen Zusammenhang mit dem IV-Verfahren und den damit verbundenen Auflagen, depressive Symptome wie Grübeln und Antriebslosigkeit gezeigt. Der Affekt sei im Gespräch deutlich reduziert. Aufgrund der erhobenen Schlaf
stö
rungen und der Adipositas liege der Verdacht einer respiratorischen Schlafstörung nahe (S. 3 oben).
5.5
Dr. med. J._, Chefarzt Pneumologie, und Dr. med. K._, Ober
ärztin Pneumologie,
L._
RehaZentren
, stellten in ihrem Bericht vom 16. Augus
t 2016 (Urk. 8/127/4) folgende Hauptdiagnosen:
-
mittelschweres obstruktives Schlafapnoe-Syndrom, Erstdiagnose Juli 2016
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Störung
Die Ärzte führten aus, in der durchgeführten Untersuchung habe sich ein mittel
gradiges obstruktives Schlafapnoe-Syndrom bestätigt. Die Indikation zur Einlei
tung einer CPAP-Therapie sei gegeben und dem Patienten erklärt worden. Er sei damit einverstanden und werde zur Einstellnacht aufgeboten. Anamnestisch habe der Verdacht auf erhöhte Beinbewegungen sowie ein Kribbeln in den Beinen bestanden. Diese Diagnose habe nicht bestätigt werden können.
5.6
In ihrem Verlaufsbericht vom 28. Oktober 2016 (Urk. 8/132) stellten die Fachper
sonen der
Clienia
I._ folgende Diagnosen (S. 1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige (ICD-10 F33.1)
-
obstruktives Schlafapnoe-Syndrom; behandelt mit Positiv-Beatmungs
druck
therapie
-
Syndrom der unruhigen Beine (Restless-
Legs
-Syndrom)
-
chronische Insomnie mit Ein- und Durchschlafstörungen
Die Fachpersonen führten aus, in den psychiatrischen und psychotherapeutischen Gesprächen habe eine Stabilisierung der depressiven Symptomatik im Vorder
grund gestanden. Es hätten sich immer wieder auftretende Antriebslosigkeit und Perspektivlosigkeit gezeigt. Der Beschwerdeführer sei immer wieder auf seinen Lebensplan zurückgekommen, der durch das Hodenkarzinom einen deutlichen Einschnitt erfahren habe. Im Verlauf der Behandlung habe sich eine deutliche Verschlechterung der depressiven Symptome und der einhergehenden Schlafstö
rungen gezeigt (S. 2 unten).
Die Fachpersonen führten aus, die Symptome der Depression und der Insomnie seien stark chronifiziert, und es sei von einem längeren psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlungsbedarf auszugehen. Aufgrund der bestehen
den somatischen Erkrankungen habe zurzeit eine ausreichende antidepressive Medikation im ärztlichen Gespräch noch nicht etabliert werden können. Auf
grund der Schwere der
depressiven Symptomatik sei mit dem Patienten ein teil
stationärer Aufenthalt in der Tagesklinik besprochen worden (S. 3 oben).
6
.
6.1
Zur Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers kann auf das Y._-Gutachten vom Oktober 2015 (vgl. vorstehend E. 5.3) abgestellt werden.
Das
Y._
-Gutachten erfüllt die formalen Beweiswert-Anforderungen (
vorstehend E. 1.5
) ohne weiteres, ist es doch für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt auch die geklagten Beschwer
den und wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben. Darüber hinaus leuchtet es auch in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und enthält nachvollziehbar begründete Schlussfolgerungen.
Was die vom Beschwerdeführer gerügte Dauer der einzelnen Untersuchungen (vgl. vorstehend E. 2.3) anbelangt, so gibt es recht
sprechungsgemäss keine ver
bindliche Mindestdauer für eine Exploration, sondern es wird lediglich verlangt, dass die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist, wobei der für eine Untersuchung zu betreibende zeitliche Aufwand der Fragestellung
und der zu beurteilenden P
athologie angemessen sein muss (Urteile des Bundesge
richts 8C_660/2013 vom 1
5.
Mai 2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom
9.
April 2014 E. 3.2).
6.2
In
somatischer Hinsicht
gingen die
Y._-
Gutachter davon aus, dass in
der angestammten Tätigkeit aufgrund einer
mässig
en
Acromioclaviculargelenks
ar
throse
rechts mit leichter Bursitis
subacromialis
,
einer leichten
Supraspinatus-
und
Subscapularissehnentendinose
, einem fraglichen
Impingement
links bei leichter
Tendinose
der Supraspinatussehne und Bursitis
subacromialis
sowie einem
Fersensporn bei
beidseitigem
Senkfuss
seit November 2014
eine Ein
schränkung von 25
%
bestehe, dagegen in einer behinderungsangepassten Tätigkeit seit 1992 keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliege
.
Im Vergleich zur Situation im Rahmen der ursprünglichen
Rentenzusprache
mit Verfügung vom August 1998 (vgl. vorstehend E. 3), welche
ausschliesslich
auf
grund von psychischen Beschwerden erfolgte, sind damit somatische Diagnosen hinzugekommen, die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit haben und geeignet sind, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Inso
fern wäre auch einhergehend mit der Beschwerdegegnerin (vgl. vorstehend E. 2.1),
das Vorliegen eines Revisionsgrundes zu bejahen.
Die übrige medizinische Aktenlage hat keine Hi
nweise ergeben, welche an der somatischen
Einschätzung
der Gutachter des Y._
zweifeln
liessen
.
Insbe
son
dere begründete der Hausarzt Dr. E._ im März 2015 (vgl. vorstehend
E. 5.2) die bestehende verminderte Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers auch
mit invaliditätsfremden Faktoren und dem von den Pneumologen der L._
RehaZentren
im August 2016 (vgl. vorstehend E. 5.5) bestätigten und mittlerweile mittels Positiv-Beatmungsdrucktherapie behandelten obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom sind keine aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht relevanten Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit beizumessen.
6
.3
In
psychiatrischer Hinsicht nannte Dr. G._ in seinem Teilgutachten (Urk. 8/100/88-114) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
chronische depressive Verstimmung entsprechend einer Dysthymie (ICD-10 F34
.1), bestehend seit etwa 1992. Daneben nannte er als Diagnose ohne Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit akzentuierte Persönlichkeitszüge mit vermeidenden, selbst
un
sicheren und einfach strukturierten Persönlichkeitszügen (vgl. Urk.
8/100/88-114
S. 16 Ziff. 6.1.-2.). Aufgrund der
chronischen depressiven Verstimmung (Dysthy
mie) erschienen die emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität, der Antrieb, die Interessen, die Motivation, die Kontaktfähigkeit und die Dauerbelastbarkeit gering beeinträchtigt. Daraus leitete Dr. G._ in der angestammten Tätigkeit als angelernter Maler eine Arbeitsunfähigkeit von 25 % ab (Urk. 8/100/88-114 S. 20 f. Ziff. 8.1. und Ziff. 8.1.1.). In einer aus psychiatrischen Sicht angepassten Tätigkeit ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck (Stressbe
lastung) und ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne Anforderungen an die Konzentration und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung, ging er seit jeher
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit aus (Urk. 8/100/88-114 S. 21 f. Ziff. 8.
2
und Ziff. 8.2.2).
Grundsätzlich erfüllt auch das psychiatrische
Teilgutachten von Dr.
G._
die Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise (vgl. vorstehend E. 1.5).
Es wurde
jedoch im
Oktober
2015 und demnach vor der Rechtsprechungsänderung des Bundesgerichts mit zur Publikation vorgesehenen Urteilen 8C_130/2017 und 8C_841/2016 vom 30. November 2017 erstattet. Damit verliert es seinen Beweiswert indes nicht per se. Zu prüfen ist vielmehr, ob das psychiatrische Teilgutachten von Dr.
G._
eine schlüssige Beurteilung im Lichte der
massgeblichen
Indikatoren erlaubt oder nicht (vgl. vorstehend E. 1.2, BGE 141 V 281 E. 8).
Da die Fähigkeit des Beschwerdeführers
, alltägliche Verrichtungen auszuüben,
erhalten geblieben ist, er
familiär gut integriert ist und Kontakte zu
Kollegen
pflegt (
vgl.
Urk.
8/100/88-114 S.
12 Ziff. 3.2.5.-3.2.6.
)
, fällt eine schwere Ausprä
gung des psychischen Leidens
ausser
Betracht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 7.1).
Die das Beschwerdebild ebenfalls mitprägenden psychosozialen und soziokul
turellen Belastungsfaktoren,
soweit sie unmittelbar (direkt) die Symptomatik beeinflussen, sind als nicht invalidisierende und damit nicht versicherte Um
stände auszuscheiden (Urteil des Bundesgerichts 9C_549/2015 E. 4.3 mit Verweis auf BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1).
Demnach müssen Belastungsfaktoren
wie
Sprachschwierigkeiten
, eine fehlende Ausbildun
g oder der Umstand, dass sich der
Beschwe
rdeführer seit 1991
nicht mehr in einem Anstellungsverhältnis befindet,
vorliegend
bei der Beurteilung ausgeklammert werden.
Hinsichtlich des Indikators Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resi
stenz
nahm der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der Begutachtung bei Dr. G._ keine entsprechenden Therapiemöglichkeiten wahr,
so dass
dieses Kriterium
nicht beurteilt werden kann (vgl. vgl.
Urk.
8/100/88-114 S. 9
Ziff.
3.2.1, S. 13
Ziff.
3.2.9.).
Dr. G._ ging aber davon aus, dass unter einer adäquaten psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung innerhalb eines Jahres mit einer Besserung der Stimmungsschwankungen und damit mit einer Leistungs
steigerung und einer vollen Arbeitsfähigkeit auch in der bisherigen Tätigkeit zu rechnen sei (
vgl.
Urk.
8/100/88-114
S. 22 f. Ziff. 8.4.). V
on einer therapeutisch nicht mehr angehbaren Störung
kann demnach nicht ausgegangen werden.
Hinsichtlich
des Indikators
Komorbiditäten
nannten die somatischen Gutachter des Y._ Schulterbeschwerden sowie einen Fersensporn bei beidseitigem
Senkfuss
. Hieraus wurde in der angestammten Tätigkeit als Hilfsmaler eine Arbeitsun
fähigkeit von 25 % seit November 2014 abgeleitet. In einer behinderungsan
gepassten Tätigkeit wurde keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert,
weshalb nicht von einer relevanten somatischen Komorbidität ausgegangen werden
kann (vgl. v
orstehend E. 5.3 und E. 6.2).
Was die zu prüfenden strukturellen Defizite im Sinne einer Persönlichkeits
prob
lematik (Komplex de
r Persönlichkeit
)
anbelangt, welche im Rahmen der umfassen
den Ressourcenprüfung negativ ins Gewicht fallen könnte, sind die Auswir
kungen der von Dr.
G._
diagnostizierten akzentuierten Persönlichkeitszüge mit vermeidenden, selbstunsicheren und einfach
strukturierten Persönlichkeits
zügen
zu prüfen.
Dr. G._ befand diese jedoch als ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit und führte in seinem Teilgutachten auch verschiedene Ressourcen des Beschwerdeführers auf, indem dieser tagsüber verschiedene Aktivitäten zeige, mehrmals Spaziergänge mit Besuch des Einkaufszentrums über Stunden mache, sich eventuell mit Kollegen treffe und manchmal abends den italienischen Verein aufsuche, was durchaus auf gewisse Interessen und vor allem auch auf Kontakte
schliessen
lasse (
vgl.
Urk.
8/100/88-114 S
. 19 Ziff. 7.3.).
In Bezug auf den Indikator des sozialen Kontextes
fällt ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer
regelmässig
soziale Kontakte zu Familienmitgliedern und
zu Kollegen
unterhält
und einen Italienischen Verein besucht (vgl. Urk.
8/100/88-114
S. 12 Ziff. 3.2.5. und 3.2.6., S. 19 Ziff. 7.3.),
weshalb davon auszugehen ist, dass
er
familiär und sozial gut integriert ist, was sich potenziell günstig auf
seine
Ressourcen auswirken dürfte.
Damit enthält der soziale Lebenskontext (Komplex sozialer Kontext; vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.3) aus invalidenversicherungs
rechtlicher Sicht keine ressourcenhemmenden Aspekte
.
Zu prüfen gilt es sodann die Kategorie Konsistenz, insbesondere in Bezug auf den Indikator einer
gleichmässigen
Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 E. 4.4 und 4.4.1).
Vorliegend verfügt der Beschwerdeführer über einen relativ aktiven,
regelmässi
gen
Tagesablauf, indem er zwischen 8.00 Uhr und 9.00 Uhr aufsteht, verschiedene Spaziergänge
unternimmt, mit der Schwester gemeinsam das Mittagessen zu sich nimmt, das Einkaufszentrum besucht sowie nach dem Abendessen das Haus erneut verlässt, um einen Italienischen Verein zu besuchen (vgl. Urk.
8/100/88-114 S. 12
Ziff. 3.2.6).
Ausserdem
führte er aus, er sei vor einer Woche in Italien gewesen, wobei ein Kollege mit dem Auto gefahren sei (Urk. 8/100/1-71 S. 42 Ziff. 3.2.10). Eine Einschränkung des Beschwerdeführers bei den Alltagsaktivitäten, insbesondere bei den
ausserhäuslichen
sozialen Interaktionen und den körperlichen Aktivitäten, lässt sich damit nicht eruieren.
Weiter fährt der Beschwerdeführer Auto (
vgl.
Urk.
8/100
/1-71
S. 5
Ziff.
3.2.6
, S. 17 unten), welches auf physische und kognitive Ressourcen
schliessen
lässt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_569/2015 vom 17. Februar 2016 E. 4.1.3).
Hinsichtlich des Leidensdruckes gilt es zu erwähnen, dass der Beschwerdeführer bis zum Zeitpunkt der Begutachtung am Y._ keine Therapien wahrgenommen hatte, was auf einen bis zu diesem Zeitpunkt fehlenden Leidensdruck
schliessen
lässt (vgl. Urteil des Bundesgericht 9C_337/2015 vom 7. April 2016 E. 6.2).
Das Verhalten des Beschwerdeführers ist im Übrigen auch als potentiell inkon
sistent zu werten, wenn erst, wie vorliegend (vgl. vorstehend E. 5.4 und E. 5.6), im Hinblick auf eine sich abzeichnende Rentenaufhebung mit einer Therapie begonnen wird (vgl. Urteil des Bundesgericht 9C_885/2015 vom 13. Januar 2016 E. 2, BGE 141 V 281 E. 4.4.2). So geht auch aus dem Eintrittsbericht der Fachpersonen der
Clienia
I._ vom 25. Mai 2016 (vgl. vorstehend E. 5.4) hervor, dass die Beschwerden im engen Zusammenhang mit der in Aussicht ge
stellten Renteneinstellung und den Auflagen im Zusammenhang mit den beruflichen
Eingliederungsmassnahmen
gesehen wurden. Einer
mit der Renteneinstellung aufgetretenen Niedergestimmtheit
kommt aber
kein Krankheitswert im Sinne einer psych
ischen Erkrankung zu.
Im Übrigen gilt es zu berücksichtigen, dass die psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann und dem oder der medizinischen Sachverständigen deshalb praktisch immer einen gewissen Spielraum eröffnet, innerhalb welchem verschiedene Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist
(vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_634/2015 vom 15. März 2016 E.
6.1).
Daher und unter Beachtung der Divergenz von medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag ist es nicht angängig, eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte nachher zu unterschied
lichen Einschätzungen gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich, wenn die behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, welche im Rahmen der psy
chiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben und geeignet sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_465/2013 vom 27. September 2013 E. 3.4 mit Hinweisen). Letzteres ist hier mit Blick auf die Berichte der
Clienia
I._ vom 25. Mai 2016 und vom 28. Oktober 2016 aber nicht der Fall. Vielmehr wies Dr. med.
P._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD), in seiner Stellungnahme vom 16. Januar 2017 (Urk. 8/135/6) zu Recht darauf hin, dass sich im Bericht der
Clienia
I._ vom 28. Oktober 2016 kein psychischer Befund finde und die Stimmungslage des Beschwerdeführers im psychopathologischen Befund des Berichtes der
Clienia
I._ vom 25. Mai 2016 als
euthym
und schwingungsfähig beschrieben worden sei. Mnestische Störungen seien nicht beschrieben worden;
genannt worden seien Schlafstörungen, Niedergeschlagen
heit und ein gehemmter Antrieb. Daraus schloss Dr.
P._
in überzeugender Weise, dass insofern die diagnostischen Kriterien einer mittelgradigen depressiven Episode nicht vollständig nachvollzogen werden könnten. Eine differenzial
diagnostische Abgrenzung gegen das Vorliegen einer Dysthymie sei anhand des Berichts gleichfalls nicht möglich. Eine Verschlechterung gegenüber dem im Gutachten des Y._ festgestellten Gesundheitszustandes lasse sich nicht objek
tivieren. Dem ist zu folgen.
Zusammenfassend erweist sich damit die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers durch Dr. G._ auch nach Prüfung der Standardindika
toren und unter Berücksichtigung der Berichte der
Clienia
I._ als schlüssig, weshalb darauf abgestellt werden kann.
6.4
Soweit der Beschwerdeführer unter Hinweis auf die wirtschaftliche Abhängigkeit der
Medas
-Institute von der Sozialversicherungsanstalt etwas zu seinen Gunsten ableiten will (vgl. vorstehend E. 2.3), geht er fehl.
Eine wirtschaftliche Abhängigkeit ist nach der Rechtsprechung des Bundesge
richts für sich allein kein
Ausstandsgrund
(
vgl.
BGE 138 V 271
E. 2.2.2,
BGE 139 V 349 E
. 5.2.2.1).
Hinweise auf eine persönliche Befangenheit der beurteilenden Gutachter sind vorli
egend nicht ersichtlich und solche hat der Beschwerdeführer
auch nicht geltend gemacht. Ebenso wenig liegen Anhaltspunkte dafür vor, die
polydisziplinäre
Expertise sei nicht lege
artis
durchgeführt worden. Von
weiteren Abklärungen, wie vom
Beschwerdeführer
gefordert, sind keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen) verzichtet wird.
6.5
Aufgrund des Gesagten ist damit der medizinische Sachverhalt gestützt auf das polydisziplinäre Gutachten des
Y._ vom Oktober 2015 als dahingehend erstellt zu erachten,
dass
der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Hilfsmaler seit 1992 rein aus psychiatrischer Sicht zu 25 % und seit November 2014 auch aus somatischer Sicht in diesem Umfang eingeschränkt ist, hingegen in einer behinderungsangepassten Tätigkeit seit 1992 keine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit besteht.
7.
Bei dieser Ausgangslage erübrigt sich die Vornahme eines Einkommens
ver
gleiches, da bei einer Einschränkung von 25 % in der angestammten Tätigkeit als Hilfsmaler und einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ohnehin kein rentenanspruchsbegründender Invaliditätsgrad und damit auch kein Anspruch auf eine Invalidenrente resultiert (vgl. vorstehend E. 1.3).
8
.
Vorliegend gewährte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer, wie es die
bundesgerichtliche Rechtsprechung vorsieht (vgl. Urteil 9C_228/2010 vom 26. April 2011 E. 3.3), infolge langjährigen Rentenbezugs von über 15 Jahren, vor
der Einstellung der Invalidenrente berufliche
Eingliederungsmassnahmen
in Form e
iner Potentialabklärung, welche vom 13. Juni bis 8. Juli 2016 im Arbeitszentrum Werk Punkt stattfand (vgl. Urk. 8/113, Urk. 8/120). Im Abschlussbericht wurde zusammenfassend festgehalten, dass der Beschwerdeführer während vier Wochen
regelmässig
erschienen sei, und seine Präsenzzeit auf vier Stunden am Tag habe steigern können. Eine weitere Erhöhung des Arbeitspensums sei seinen Angaben nach wegen starker Müdigkeit nicht möglich gewesen. Den Aufzeichnungen des Beschwerdeführers sei zu entnehmen gewesen, dass er keine positiven Aspekte bei der Arbeit habe erkennen können. Die Fachpersonen hielten fest, die instabile psychische Situation und die physischen Probleme schienen derzeit im
Vorder
grund zu stehen. Er habe nicht sagen können, inwiefern er sich selber in der Lage fühle, wieder zu arbeiten, weshalb beim Abschlussgespräch das weitere Vorgehen nicht
abschliessend
definiert worden sei (Urk. 8/120 Ziff. 8 und Ziff. 9).
Mit Schreiben vom 24. August 2016 (Urk. 8/124) forderte die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer auf, seine Mitwirkungspflicht bei der Stellenvermittlung wahrzunehmen. Ausdrücklich machte der Beschwerdeführer dann in seinem Schreiben vom 6. Oktober 2016 unter Hinweis auf die Berichte der behandelnden Ärzte geltend, er sehe sich körperlich und psychisch nicht in der Lage, einer 50%igen Arbeitsstelle nachzukommen (Urk. 8/129 S. 2, auch Urk. 8/126-127). Eine unterzeichnete Bereitschaftserklärung reichte der Beschwerdeführer denn nicht ein.
Sodann machte
er
auch
in seiner Beschwerde geltend, er
sei vollumfänglich arbeitsunfähig und beantragte keine konkreten
Eingliederungsmassnahmen
(vgl. vorstehend E. 2.3).
Der am 18. Januar 2017 verfügte Abschluss der
Eingliederungsmassnahmen
(Urk. 2/2) erweist sich bei dieser Ausgangslage demnach als korrekt.
9.
Zusammenfassend erweisen sich sowohl die angefochtene Verfügung vom 18. Januar 2017 betreffend Einstellung der Invalidenrente (Urk. 2/1) als auch jene betreffend den Abschluss der
Eingliederungsmassnahmen
(Urk. 2/2) als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
10
.
10
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom
Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr. 9
00.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerde
führer aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
10.2
Nach
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss
§
8 in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 der seit
1.
Juli 2011 in Kraft stehenden Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird - auch im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung - namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
10.3
Der von Rechtsanwä
lt
in
Nicole Kiefer mit Eingabe vom 14. Juli 2017
gelte
nd gemachte Aufwand von 22
Stunden
40 Minuten
(Urk. 16
) ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen, insbesondere aufgrund der Tatsache, dass
sie
den Beschwerdeführer schon im
Vorbescheid
ver
fahren
vertrat und
ihr
die Akten somit bekannt waren.
Sodann entspricht die Beschwerdeschrift in
Teilen der Einsprache vom 13. Juni 2016 (vgl. Urk. 8/115) und enthält teils weitschweifige Wiedergaben von medizinischen Berichten und Ausführungen, welche
nur in geringem Ausmass für den Ausgang des vorliegenden Verfahrens von Relevanz waren
,
weshalb
insofern das Kriterium der Notwendigkeit des Zeitaufwandes nur teilweise gegeben ist bzw. war.
Namentlich ers
cheint ein Aufwand von rund 15
Stunden für die Beschwerdeschrift als überhöht.
Nicht nachvollziehbar ist zudem der Aufwand, welcher
in
Zusammenhang mit dem Verlaufsbericht der
Clienia
I._
v
om 28. Oktober 2016 geltend gemacht wird, zumal Rechtsanwältin Nicole Kiefer diesen Bericht bereits im Zusammen
hang mit ihrer am 10. November 2016 erhobenen Einsprache (Urk. 8/133) der IV-Stelle einreichte (vgl. Urk. 8/132). Der diesbezügliche E-Mail- und Korrespon
denz
aufwand vom 1., 14.,16. und 17. Februar sowie vom 21. Februar 2017 von insgesamt einer Stunde kann demnach nicht angerechnet werden.
Obwohl Rechtsanwältin
Nicole
Kiefer mit Gerichtsverfügung vom 1
2.
Juni 2017 (
Urk.
12) darauf hingewiesen wurde, dass weiterer Aufwand bei dieser Aus
gangs
lage grundsätzlich als unnötig
angesehen und nicht vergütet w
e
rd
e
, und ein zweiter Schriftenwechsel, insbesondere in Anbetracht dessen, dass die Be
schwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort vom 2
2.
März 2017 (
Urk.
7) nichts
N
eues vorbrachte,
nicht für notwendig erachtet werde,
ersuchte sie mit Schreiben vom 2
6.
Juni 2017 (
Urk.
14) um Ansetzung einer Frist zum Einreichen weiterer Unterlagen.
Dementsprechend
ist unter den Gegebenheiten androhungsgemäss
von unnötigem
Aufwand
aus
zu
gehen
.
Angesichts der zu studierenden Aktens
tücke der Beschwerdegegnerin, dem an
rech
enbaren Aufwand für die Beschwerde
, den Aufwendungen im Zusammen
hang mit dem Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung
sowie
mit Blick auf die
in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträge ist die Entschädig
ung von Rechtsanwä
lt
in
Nicole Kiefer
bei Anwendung des gerichtsübli
chen Stundenan
satzes von Fr. 220
.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf
Fr. 3'000.--
(inklusive
Spesen
pauschale von 3 % zuzüglich Mehrwertsteuer
) festzusetzen.
10
.4
Der Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Auslagen für die
Vertretung verpflichtet werden kann, sofern er dazu in der Lage ist.
Das Geri
cht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
900
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin Nicole Kiefer, Zürich,
wird mit
Fr. 3’000
.-- (inkl.
Spesenpauschale von 3 %
und
MWSt
) aus der Gerichtskasse entschädigt.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Nicole Kiefer
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.