Decision ID: a0272f6c-d9f5-5e7d-9094-c6bd0e63c15b
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ A. B., rumänische Staatsangehörige, geboren am 5. Juni 1979, reiste am 1. Januar
2003 in die Schweiz ein, weil sie in Uznach als Discjockey engagiert worden war. Sie
erhielt eine Kurzaufenthaltsbewilligung, die in der Folge bis 28. Februar 2003 verlängert
wurde, weil sie ein weiteres Engagement in Rapperswil hatte.
Am 8. Oktober 2004 heiratete A. B. in Liestal M. B., italienischer Staatsangehöriger,
geboren am 10. Juni 1966. Im Rahmen des Familiennachzugs ihres hier
niedergelassenen Ehemanns wurde ihr eine Aufenthaltsbewilligung EG/EFTA erteilt. Am
1. Juni 2008 zog A. B. ohne ihren Ehemann von Basel nach G. Am 16. September 2008
brachte sie in Uzwil das Kind K. B. zur Welt, dessen Staatsangehörigkeit ungeklärt ist.
Es wird geltend gemacht, nicht der Ehemann von A. B., der im Geburtsregister als
Vater eingetragen ist, sondern M. M., deutscher Staatsangehöriger, sei der biologische
Vater von K. B.. M. M. verfügt über eine Aufenthaltsbewilligung EG/EFTA, die bis 27.
September 2012 gültig ist. Gemäss Erwägungen zur Verfügung des Ausländeramtes
(heute Migrationsamt) vom 19. Oktober 2010, mit welcher das Gesuch von A. B. um
Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung EG/EFTA zum erwerbslosen Aufenthalt
abgewiesen worden ist, ist M. M. verheiratet, wobei seine Ehefrau nicht in der Schweiz
lebt.
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Am 18. August 2009 widerrief das Ausländeramt die bis 7. Oktober 2009 gültige
Aufenthaltsbewilligung von A. B. und wies sie an, die Schweiz bis 26. Oktober 2009 zu
verlassen. Diese Verfügung ist formell rechtskräftig.
B./ Am 11. Dezember 2009 stellte A. B. das Gesuch um Erteilung einer
Kurzaufenthaltsbewilligung (L-Ausweis) zwecks Stellensuche und am 18. Dezember
2009 ein solches zwecks Aufnahme einer Erwerbstätigkeit als Reinigungskraft zu einem
Brutto-Lohn von Fr.800.-- je Monat. Das Ausländeramt legte diese Gesuche ad acta,
da die erforderlichen Unterlagen nicht eingereicht worden waren. Am 23. März 2010
stellte A. B. erneut ein Gesuch um Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zwecks
Stellensuche. Am 29. März 2010 wurde ihr eine solche erteilt, gültig bis 11. August
2010.
C./ Am 1. Mai 2010 stellte A. B. das Gesuch, es sei ihr eine Aufenthaltsbewilligung EG/
EFTA zum erwerbslosen Aufenthalt zu erteilen, weil ihr Lebenspartner M. M. der
biologische Vater ihres Kindes sei. Sodann stellte sie ein Gesuch um Familiennachzug
ihres Sohnes K. B. Am 19. Oktober 2010 wies das Ausländeramt die Gesuche ab und
wies A. B. an, die Schweiz mit ihrem Sohn bis 16. November 2010 zu verlassen.
D./ Am 2. November 2010 erhob A. B., vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. A. Z., St.
Gallen, gegen die Verfügung des Ausländeramtes vom 19. Oktober 2010 Rekurs beim
Sicherheits- und Justizdepartement. Sie stellte die Rechtsbegehren, die angefochtene
Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine Kurzaufenthalts- oder eine
Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Am 5. Mai 2011 wies das Sicherheits- und
Justizdepartement den Rekurs ab.
E./ Am 20. Mai 2011 erhob A. B., wiederum vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. A. Z.,
St. Gallen, gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements vom 5. Mai
2011 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie stellte die Rechtsbegehren, der
angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei ihr eine Aufenthaltsbewilligung zu
erteilen. Das Sicherheits- und Justizdepartement beantragte am 25. Juli 2011, die
Beschwerde sei abzuweisen.
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Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Die Beschwerdeführerin ist mit dem hier niedergelassenen italienischen
Staatsangehörigen M. B. verheiratet, der gemäss Eintrag im Geburtsregister Vater ihres
am 16. September 2008 geborenen Sohnes K. ist. Unbestritten ist aber, dass die Ehe
spätestens im Jahr 2008 gescheitert ist und dass die Beschwerdeführerin gestützt
darauf keinen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung hat.
3. Die nach wie vor formell verheiratete Beschwerdeführerin stellt sich auf den
Standpunkt, der angefochtene Entscheid verletze den in Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen
Menschenrechtskonvention (SR 0.101, abgekürzt EMRK) garantierten Schutz des
Familienlebens. Sie beruft sich auf eine eheähnliche Beziehung zum ebenfalls
verheirateten deutschen Staatsangehörigen M. M., der über eine bis 27. September
2012 gültige Aufenthaltsbewilligung EG/EFTA verfügt, und macht geltend, er sei sowohl
der biologische Vater von K. B. als auch der biologische Vater eines noch ungeborenen
Kindes.
Das Verhältnis zu M. M. verschafft der Beschwerdeführerin keine durch Art. 8 Ziff. 1
EMRK geschützte familiäre Beziehung, welche ihr einen Anspruch auf Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung verschaffen könnte. Zwei mit Dritten verheiratete Personen, die
im Konkubinat leben, gelten nicht als Familie im Sinn der Konvention (BGE 2A.
575/2002 vom 17. März 2003 E. 3.5 mit Hinweis; vgl. auch VerwGE vom 3. Mai 2011
i.S. R., in: www.gerichte.sg.ch).
4. Die Beschwerdeführerin, die keiner Erwerbstätigkeit nachgeht und mit der
nachgesuchten Aufenthaltsbewilligung EG/EFTA zum erwerbslosen Aufenthalt keiner
Erwerbstätigkeit nachgehen könnte, beruft sich weiter darauf, sie erfülle die
Voraussetzungen zur Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis gestützt auf Art. 24 Abs. 1
Anhang I des Abkommens zwischen der Schweiz und der Europäischen Gemeinschaft
und ihren Mitgliedstaaten über die Freizügigkeit (SR 0.142.112.681, abgekürzt FZA) in
Verbindung mit Art. 16 Abs. 1 der Verordnung über die Einführung des freien
Personenverkehrs (SR 142.203, abgekürzt VEP). Im Gegensatz zur Auffassung der
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Vorinstanz erbringe sie den Nachweis, dass sie über ausreichende finanzielle Mittel
verfüge, so dass keine Gefahr bestehe, dass sie Sozialhilfe in Anspruch nehmen
müsse.
4.1. Seit 1. Januar 2007 ist Rumänien Mitglied der EU. Am 27. Mai 2008 wurde ein
Protokoll zum FZA im Hinblick auf die Aufnahme der Republik Bulgarien und
Rumäniens als Vertragsparteien infolge ihres Beitritts zur EU (SR 0.142.112.681.1)
abgeschlossen, das am 1. Juni 2009 in Kraft getreten ist. Die speziellen
Übergangsregelungen des Protokolls betreffen ausschliesslich den Zugang zum
Arbeitsmarkt. Für die Zulassung ohne Erwerbstätigkeit und die Regelung des
Aufenthalts gelten die allgemeinen Bestimmungen des FZA. Mit Ausnahme der
Zulassung zum Arbeitsmarkt geniessen Angehörige Rumäniens deshalb die gleiche
Behandlung wie jene der 25 alten Mitgliedstaaten (Nichtdiskriminierung,
Familiennachzug, berufliche und geographische Mobilität usw. [Weisungen des
Bundesamtes für Migration, II. Freizügigkeitsabkommen, 01.05.11, Ziff. 5.1.3, in:
www.bfm.admin.ch]).
4.2. Das FZA gewährt ein Recht auf Aufenthalt von Personen, die im Aufenthaltsstaat
keine Erwerbstätigkeit ausüben (Art. 1 lit. c FZA). Dieses Aufenthaltsrecht wird gemäss
den Bestimmungen des Anhangs I über Nichterwerbstätige eingeräumt (Art. 6 FZA).
Nach Art. 24 Abs. 1 Anhang I FZA erhält eine Person, die die Staatsangehörigkeit einer
Vertragspartei besitzt und keine Erwerbstätigkeit im Aufenthaltsstaat ausübt und dort
kein Aufenthaltsrecht auf Grund anderer Bestimmungen dieses Abkommens hat, eine
Aufenthaltserlaubnis mit einer Gültigkeitsdauer von mindestens fünf Jahren, sofern sie
den zuständigen nationalen Behörden den Nachweis dafür erbringt, dass sie für sich
selbst und ihre Familienangehörigen über ausreichende finanzielle Mittel verfügt, so
dass sie während ihres Aufenthalts keine Sozialhilfe in Anspruch nehmen müssen und
über einen Krankenversicherungsschutz verfügt, der sämtliche Risiken abdeckt. Die
finanziellen Mittel gelten als ausreichend, wenn sie den Betrag übersteigen, unterhalb
dessen die eigenen Staatsangehörigen auf Grund ihrer persönlichen Situation und
gegebenenfalls derjenigen ihrer Familienangehörigen Anspruch auf Fürsorgeleistungen
haben (Art. 24 Abs. 2 Anhang I FZA).
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Die finanziellen Mittel von EU- und EFTA-Angehörigen sowie ihren Familienangehörigen
sind nach Art. 16 Abs. 1 VEP ausreichend, wenn sie die Fürsorgeleistungen
übersteigen, die einem schweizerischen Antragsteller oder einer schweizerischen
Antragstellerin und allenfalls seinen oder ihren Familienangehörigen aufgrund der
persönlichen Situation nach Massgabe der Richtlinien für die Ausgestaltung und
Bemessung der Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien) gewährt werden.
4.3. Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts können Zusagen von Drittpersonen bei
der Berechnung der erforderlichen finanziellen Mittel nur berücksichtigt werden, wenn
sie im Rahmen der Verwandtenunterstützungspflicht nach Art. 328 des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR 210, abgekürzt ZGB) effektiv zur Unterstützung
herangezogen werden können und wenn die Drittpersonen selber in günstigen
finanziellen Verhältnissen leben (VerwGE 2010/282 vom 3. Mai 2011 i.S. L. mit Hinweis
auf VerwGE 2010/290 vom 12. April 2011, in: www.gerichte.sg.ch). M. M. ist mit der
Beschwerdeführerin weder verheiratet noch besteht zwischen ihm und K. B. und
gegebenenfalls gegenüber einem weiteren Kind der Beschwerdeführerin ein rechtliches
Kindsverhältnis. Somit ist er nicht verpflichtet, zum finanziellen Lebensunterhalt der
Beschwerdeführerin und ihrer Kinder beizutragen oder dafür sogar vollumfänglich
aufzukommen. Daran ändert nichts, dass die Beschwerdeführerin behauptet, M. M. sei
ihr Lebenspartner und der biologische Vater ihrer Kinder. Dem Gemeinwesen wäre es
folglich nicht möglich, die finanzielle Unterstützung der Beschwerdeführerin und ihrer
Kinder durch ihren derzeitigen Lebenspartner durchzusetzen.
Das Bundesgericht hat entschieden (BGE 135 II 265 ff. E. 3.3 und E. 3.4), weder der
Wortlaut von Art. 24 Abs. 1 lit. a Anhang I FZA noch derjenige von Art. 1 Abs. 1 der
Richtlinie 90/364/EWG würden irgendwelche Anforderungen in Bezug auf die Herkunft
der Mittel stellen, die einem EU- oder EFTA-Angehörigen, der keine Erwerbstätigkeit
ausübt, zur Verfügung stehen müssten. Unbeachtlich sei deshalb, aus welcher Quelle,
einer eigenen oder einer fremden, die Existenzmittel des Betroffenen stammen würden.
Nach Ansicht des Bundesgerichts mag die Gefahr bei eigenen Mitteln zwar geringer
erscheinen, dass sie später wegfallen könnten, als dies der Fall ist, wenn die Mittel von
einer zur Unterstützung nicht verpflichteten Person stammen. Das Aufenthaltsrecht
bestehe aber ausdrücklich nur so lange, als die Berechtigten die entsprechenden
Bedingungen einhalten würden (Art. 24 Abs. 8 Anhang I FZA; Art. 3 Richtlinie 90/364/
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EWG). Diese Regelung erlaubt es dem Aufenthaltsstaat nach Ansicht des
Bundesgerichts während des gesamten Aufenthalts nachzuprüfen, ob die Bedingungen
noch eingehalten werden. Ohne weiteres zulässig ist es jedoch zu prüfen, ob die
Drittmittel auch tatsächlich zur Verfügung stehen und ob sie zusammen mit den
eigenen ausreichend sind (BGE 135 II 265 ff. E. 3.3 und 3.4).
4.4. Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin, die gemäss eigenen Angaben ein
zweites Kind erwartet, weder über Einkommen noch über Vermögen verfügt und
deshalb nicht in der Lage ist, ihren finanziellen Lebensunterhalt und denjenigen ihrer
Kinder zu bestreiten. Sie ist nur dann nicht von Sozialhilfe abhängig, wenn Dritte für
ihren Lebensbedarf vollumfänglich aufkommen. Gemäss Auszug aus dem
Betreibungsregister des Kantons B. vom 18. Juni 2008 ist die Beschwerdeführerin
sodann mit 11 Betreibungen im Gesamtbetrag von Fr. 18'479.-- verzeichnet (act.
29/30). Gemäss Auszug aus dem Betreibungsregister vom 12. Oktober 2010 ist die
Beschwerdeführerin beim Betreibungsamt G. mit offenen Verlustscheinen im Betrag
von Fr. 8'612.05 und offenen Betreibungen im Betrag von Fr. 19'566.05 verzeichnet,
darunter solchen der CSS Versicherung (act. 211). Beim Betreibungsamt in O., wo die
Beschwerdeführerin seit August 2010 wohnt, waren am 3. November 2010 offene
Betreibungen im Betrag von Fr. 2'069.80 verzeichnet, darunter auch eine der CSS
Versicherung im Betrag von Fr. 502.95 (act. 221/222). Die Behauptung, die Tatsache,
dass die Beschwerdeführerin keine Sozialhilfe beanspruche, zeige, dass sie finanziell
"zurecht komme", trifft somit nicht zu.
Mit Schreiben an das Ausländeramt vom 1. Mai 2010 (act. 150) erklärt M. M., er komme
seit dem 1. April 2008 für den Lebensunterhalt der Beschwerdeführerin und seit dem
16. September 2008 für denjenigen von K. B. auf und er garantiere, dass er dies auch
in Zukunft tun werde. Abgesehen davon, dass ersteres offensichtlich nicht zutrifft,
zumal die Beschwerdeführerin (auch) von der Krankenkasse betrieben wird, geht die
Vorinstanz gemäss Berechnung des Lebensbedarfs, die das Migrationsamt
vorgenommen hat (act. 190), für die Beschwerdeführerin, K. B. und von M. M. von
einem Bedarf von Fr. 5'331.10 je Monat (Grundbedarf, Ergänzungsbedarf,
Wohnungskosten, Krankenversicherung, Abzahlungs- und Leasinggeschäfte,
Erwerbsunkosten) aus, was bei Nettoeinkünften von M. M. von Fr. 4'850.05 je Monat
einen Fehlbetrag von Fr. 481.05 je Monat ergibt. Die Beschwerdeführerin macht zwar
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geltend, der Differenzbetrag sei relativ klein und rein rechnerisch vorhanden. Für den
Fall, dass die finanziellen Mittel nicht ausreichen sollten, wäre es zudem möglich, den
Leasingvertrag für einen Personenwagen mit einer monatlichen Leasingrate von
Fr. 584.--, den M. M. abgeschlossen habe, zu kündigen. Abgesehen davon, dass bei
der Berechnung des Lebensbedarfs die Kosten für ein noch ungeborenes weiteres
Kind nicht berücksichtigt werden, fällt ein Fehlbetrag von rund 10 Prozent bei
Nettoeinkünften von Fr. 4'850.05 aber ins Gewicht. Hinzu kommt, dass der
Leasingvertrag, den M. M. am 2. Dezember 2009 abgeschlossen hat und der eine
Laufzeit von 36 Monaten aufweist, nicht ohne finanzielle Konsequenzen für den
Leasingnehmer gekündigt werden kann. Sodann hat sich M. M. gemäss Leasingvertrag
verpflichtet, für den Personenwagen eine Vollkaskoversicherung abzuschliessen, was
ebenfalls mit wiederkehrenden Kosten verbunden ist, die bei der Berechnung des
Lebensbedarfs zu berücksichtigen sind. Schliesslich ergibt sich, dass die
Wohnungskosten von Fr. 1'360.-- je Monat nicht auf einem "Tabellenwert" beruhen,
sondern dem Bruttomietzins entsprechen, der gemäss Mietvertrag vom 1. April 2008
für eine Wohnung am B-weg 1a in G. zu entrichten war. Zutreffend ist zwar, dass die
Beschwerdeführerin heute gemäss eigenen Angaben in O. wohnhaft ist. Offen ist
indessen ob und wenn ja inwiefern die Wohnkosten dadurch eine Änderung erfahren
haben.
4.5. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Beschwerdeführerin den Nachweis
nicht zu erbringen vermag, dass sie zur Zeit, aber auch mittelfristig über genügend
Mittel verfügt, so dass sie und ihre Kinder keine Sozialhilfe in Anspruch nehmen
müssen. Sie erfüllt die Voraussetzungen zur Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung
gestützt auf Art. 24 Abs. 1 Anhang I FZA in Verbindung mit Art. 16 Abs. 1 VEP nicht.
5. Zu prüfen ist weiter, ob sich die Abweisung des Gesuchs um Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung als verhältnismässig erweist bzw. ob die zur Diskussion
stehende Massnahme gerechtfertigt ist.
Die Beschwerdeführerin lebt seit dem Jahr 2003 in der Schweiz. Die Dauer des
Aufenthalts lässt nach Ansicht der Vorinstanz darauf schliessen, dass eine gewisse
Integration stattgefunden hat, auch wenn die Beschwerdeführerin, soweit ersichtlich,
nie längerfristig einer geregelten Erwerbstätigkeit nachgegangen ist. Sodann hat sie
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ihre Kindheit und Jugend sowie einen Teil ihres Erwachsenenlebens in Rumänien
verbracht und ist mit den dort herrschenden Verhältnissen vertraut.
Seit dem Jahr 2008 führt die verheiratete Beschwerdeführerin eine Beziehung zum
deutschen Staatsangehörigen M. M., der gemäss ihren Angaben der biologische Vater
von K. B. und eines ungeborenen Kindes ist. Ohne Zweifel ist es für die
Beschwerdeführerin hart, wenn sie die Schweiz verlassen muss, weil ihr und ihren
Kindern keine Aufenthaltsbewilligung EG/EFTA erteilt wird. Wie ausgeführt, verfügt sie
aber über keine eigenen und nicht über genügend fremde finanzielle Mittel um ihren
Existenzbedarf und denjenigen ihrer Kinder in der Schweiz sicherzustellen. Entgegen
ihrer Auffassung wäre es ihr mit einer Aufenthaltsbewilligung zum erwerbslosen
Aufenthalt in der Schweiz sodann nicht erlaubt, hier einer Erwerbstätigkeit
nachzugehen. Fraglich ist auch, ob die Annahme der Beschwerdeführerin zutrifft, nach
ihrer Scheidung von M. B. stehe ihrer Heirat mit M. M. nichts mehr im Weg, zumal
dieser gemäss Erwägungen zur Verfügung des Migrationsamtes vom 19. Oktober 2010
ebenfalls verheiratet ist. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass das öffentliche
Interesse an der Ausreise der Beschwerdeführerin gegenüber ihrem privaten Interesse,
mit ihren Kindern bei ihrem jetzigen Lebenspartner in der Schweiz bleiben zu können,
überwiegt. Es ist ihr zuzumuten, zusammen mit ihren Kindern nach Rumänien
zurückzukehren und den Kontakt zu M. M. mittels Telefon, Internet und gegenseitigen
Besuchen aufrechtzuerhalten.
6. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht