Decision ID: d1198643-bab7-4e94-b697-88cbcfe4bb35
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Fürsprecher Marco Büchel, LL.M., c/o K & B Rechtsanwälte,
Freudenbergstrasse 24, Postfach 213, 9240 Uzwil,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rentenrevision (Herabsetzung)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ stürzte während Baureinigungsarbeiten von einer Leiter und brach sich dabei
den rechten Unterschenkel (vgl. Unfallmeldung vom 20. November 2002, act. G 6.2).
Am 27. August 2003 meldete sich der Versicherte zum Bezug von IV-Leistungen an
(act. G 6.1.1). Der behandelnde Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine Medizin,
berichtete am 2. Februar 2004, der Versicherte leide an einer chronischen
therapieresistenten Lumboischialgie rechts bei/mit: ausgeprägter Osteochondrose L5/
S1 und Diskushernien L5 und L1, an einem Status nach Plattenosteosynthese bei
Tibiafraktur rechts 2002, einem Status nach Calcaneusfraktur rechts 1998, an einer
zunehmenden posttraumatischen Belastungsstörung mit depressiver Entwicklung und
hoher familiärer Belastungssituation (Ehefrau leide unter Schizophrenie; act. G 6.1.18).
A.b Im Auftrag des Krankentaggeldversicherers wurde der Versicherte am 23. und
24. Februar 2004 polydisziplinär (neuropsychiatrisch, internistisch, rheumatologisch-
orthopädisch) in der AEH Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene GmbH
untersucht. Im Gesamtgutachten vom 24. März 2004 diagnostizierten die Experten ein
generalisiertes undifferenziertes Schmerzsyndrom; ein chronisches
Panvertebralsyndrom bei leichter Fehlform und Fehlhaltung, muskulärer Dysbalance;
chronische Unterschenkelschmerzen rechts und eine posttraumatische
Belastungsstörung mit depressivem Syndrom. Aus rein rheumatologisch-
orthopädischer Sicht sei der Versicherte für eine leichte leidensangepasste Tätigkeit
zwar ganztags arbeitsfähig. Jedoch bestehe aktuell in Anbetracht der ausgeprägten
Schmerzchronifizierung und des im Vordergrund stehenden psychiatrischen Leidens
für sämtliche Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 6.2). Gestützt auf
diese medizinische Einschätzung sprach die IV-Stelle dem Versicherten am 17. März
2005 mit Wirkung ab 1. Oktober 2003 eine ganze Rente samt Kinderrenten zu (act.
G 6.1.39).
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A.c Im Verlaufsbericht vom 26. November 2007 gab Dr. B._ an, die Diagnose sei seit
Februar 2004 unverändert geblieben. Die Prognose sei "tendenziell schlechter" (act.
G 6.1.51). Da es der behandelnde Psychiater trotz Mahnungen unterliess, einen
Verlaufsbericht einzureichen (vgl. act. G 6.1.54 f.), beauftragte die IV-Stelle am 1. Mai
2008 die ABI Aerztliches Begutachtungsinstitut GmbH mit einer polydisziplinären
Begutachtung des Versicherten (act. G 6.1.57). Die internistischen, psychiatrischen und
orthopädischen Untersuchungen fanden am 18. November 2008 statt. Im ABI-
Gutachten vom 9. Dezember 2008 diagnostizierten die Experten mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit: ein chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre
Ausfälle (ICD-10: M54.80), einen Status nach distaler Unterschenkelspiralfraktur rechts
am 29. Oktober 2002 (ICD-10: T93.3), einen Status nach Plattenosteosynthese am
27. April 1998 bei Kalkaneustrümmerfraktur rechts am 22. April 1998 (ICD-10: Z98.8).
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestehe u.a. eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4). Für leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigten die
ABI-Gutachter dem Versicherten spätestens ab November 2008 eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit (act. G 6.1.65). Der RAD hielt das ABI-Gutachten und die darin
bescheinigte Arbeitsfähigkeit für schlüssig (Stellungnahme vom 6. Januar 2009, act.
G 6.1.66).
A.d Gestützt auf die Einschätzung der ABI stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit
Vorbescheid vom 3. März 2009 in Aussicht, die Rente nach Zustellung der noch zu
erlassenden Verfügung auf Ende des darauf folgenden Monats einzustellen (act.
G 6.1.69). Am 5. Mai 2009 reichte der Versicherte Berichte der behandelnden Ärzte ein
(Berichte von Dr. med. C._, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
1. Mai 2009, und von Dr. B._ vom 29. April 2009, act. G 6.1.81). Im Bericht vom
6. Juli 2009 diagnostizierte Dr. med. D._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Klinik
E._, wo sich der Versicherte vom 4. Mai bis 12. Juni 2009 zur ambulanten
Rehabilitation befand, eine rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradige
Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11) auf dem Boden einer ängstlich-
vermeidenden Persönlichkeit (ICD-10: F60.6), eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) bei Zustand nach zwei Arbeitsunfällen mit
komplizierten Brüchen, Unterschenkel rechts 2002 und Calcaneus rechts 1998. Der
Versicherte sei höchstens zwischen 20 und 30% arbeitsfähig (act. G 6.1.86).
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A.e Dr. C._ führte im Verlaufsbericht vom 4. Januar 2010 aus, der
Gesundheitszustand des Versicherten sei stationär bis verschlechtert. Er übernahm die
von Dr. D._ bescheinigte Arbeitsunfähigkeit (act. G 6.1.93). Die seit 19. Februar 2010
neu behandelnde Dr. med. F._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH (act. G 6.1.98),
berichtete am 19. April 2010 von einem stationären Gesundheitszustand (act. G 6.1.99).
Auf Nachfrage der IV-Stelle hin (Schreiben vom 14. Juni 2010, act. G 6.1.101) machte
Dr. F._ im Schreiben vom 21. Juni 2010 Ausführungen zum Gesundheitszustand des
Versicherten (act. G 6.1.102). Diese veranlassten den RAD zur Annahme, dass sich der
psychische Gesundheitszustand seit der ABI-Begutachtung vom November 2008
verschlechtert habe, weshalb die RAD-Ärzte G._ und H._ eine monodisziplinäre
psychiatrische Verlaufsbegutachtung empfahlen (Stellungnahme vom 21. Juni 2010).
A.f Der Versicherte wurde daraufhin im Auftrag der IV-Stelle am 30. Dezember 2010
durch Dr. med. I._, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH, untersucht. Im
Gutachten vom 4. Februar 2011 diagnostizierte Dr. I._ mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, in mittelgradiger depressiver
Ausprägung, beginnend chronifiziert (ICD-10: F33.8), sowie akzentuierte
Persönlichkeitszüge mit histrionischen, ängstlich-vermeidenden und emotional
instabilen Anteilen (ICD-10: Z73.1), DD: kombinierte Persönlichkeitsstörung. Ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine chronische Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41). Für die angestammte
Tätigkeit als Mitarbeiter Reinigungstätigkeit bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von ca.
40 bis 50%. Von 2003 bis 2008 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden.
Spätestens seit Anfang 2008 sei retrospektiv von einer 70%igen Arbeitsunfähigkeit aus
psychiatrischer Sicht auszugehen. Um den Untersuchungszeitpunkt bei der ABI im
November 2008 sei eine deutliche Besserung im Rahmen der rezidivierenden
depressiven Symptomatik eingetreten. Schliesslich sei erneut eine Verschlechterung
des psychischen Zustands ab etwa März 2009 nach Erhalt des neuen
Rentenbescheids durch die IV-Stelle eingetreten. Seither bestehe ein schwankender
Verlauf mit einer 40 bis 50%igen Arbeitsunfähigkeit. In adaptierten Tätigkeiten sei aus
psychiatrischer Sicht von einer 40 bis 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (act.
G 6.1.108). Der RAD hielt das Gutachten von Dr. I._ für beweiskräftig (Stellungnahme
vom 14. Februar 2011, act. G 6.1.109). Für leidensangepasste Tätigkeiten sei von einer
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40%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (Stellungnahme vom 25. Februar 2011, act.
G 6.1.110).
A.g Mit neuerlichem Vorbescheid vom 7. März 2011 stellte die IV-stelle dem
Versicherten in Aussicht, die bisherige ganze Rente auf eine Viertelsrente
herabzusetzen (act. G 6.1.116). Dagegen erhob der Versicherte am 21. April 2011
Einwand (act. G 6.1.119). Am 10. Mai 2011 verfügte die IV-Stelle die Herabsetzung der
bisher ganzen auf eine Viertelsrente per 1. August 2011 (act. G 6.1.123).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 10. Mai 2011 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 9. Juni 2011. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten- und
Entschädigungsfolge deren Aufhebung. Es sei ihm weiterhin eine ganze, eventualiter
eine halbe IV-Rente auszurichten (act. G 1). In der ergänzenden Eingabe vom
19. August 2011 rügt der Beschwerdeführer vorweg, es gehe nicht an, dass die
Beschwerdegegnerin aufgrund des Gutachtens von Dr. I._ lediglich eine 40%ige
Arbeitsunfähigkeit akzeptiere. Vielmehr sei gestützt auf die Beurteilung von Dr. I._
und den weiteren Umständen von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen,
womit ein Anspruch auf eine halbe Rente bestehe. Allerdings könne ohnehin nicht auf
das Gutachten von Dr. I._ abgestellt werden. Denn gestützt auf die schlüssige
Einschätzung der behandelnden medizinischen Fachpersonen sei von einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen, womit die bisherige ganze Rente weiterhin
auszurichten sei (act. G 4; vgl. auch die E-Mail-Korrespondenz mit Dr. F._ vom Juni
2011, act. G 4.1, und den Bericht von Dr. D._ vom 8. August 2011 betreffend den
ambulanten Rehabilitationsaufenthalt vom 4. bis 22. Juli 2011, worin dem
Beschwerdeführer bei Austritt eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt wurde, act.
G 4.3).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 6. Oktober 2011 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich auf den
Standpunkt, dass bei der Bestimmung der Erwerbsunfähigkeit zu Recht von der
unteren Grenze der von Dr. I._ bescheinigten Arbeitsunfähigkeit ausgegangen
worden sei, da sich dessen Einschätzung auf (nicht objektivierbare) Aussagen des
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Beschwerdeführers stütze und dessen Aussagen betreffend Medikamenteneinnahme
oder Leistungsfähigkeit (Beschwielung der Hände und Fusssohlen) nicht zuverlässig
seien (act. G 6; vgl. auch RAD-Stellungnahme vom 2. September 2011, act. G 6.1.134).
B.c Der Beschwerdeführer hält in der Replik vom 15. November 2011 unverändert an
seinen Anträgen fest. Er bringt ergänzend vor, dass Dr. I._ zu Unrecht von einer sehr
niedrigen Psychotherapiemotivation und einer mangelnden Medikamenten-Compliance
ausgegangen sei. Aus dem Austrittsbericht der Klinik E._ vom 6. Juli 2009 sei zu
entnehmen, dass er motiviert am Rehabilitationsprogramm teilgenommen habe. Des
Weiteren benennt er weitere Aspekte, die aus seiner Sicht gegen die Aussagekraft des
Gutachtens von Dr. I._ sprechen würden (act. G 8).
B.d In der Duplik vom 22. November 2011 hält die Beschwerdegegnerin ihrerseits
unverändert an der beantragten Beschwerdeabweisung fest. Dass der
Beschwerdeführer die verschriebenen Medikamente regelmässig einnehme, sei eine
reine Parteibehauptung und werde nicht - etwa durch Medikamentenspiegel - belegt.
Belegt sei hingegen, dass der Beschwerdeführer früher falsche Angaben bezüglich
Medikamenteneinnahme gemacht habe (act. G 10).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Frage, ob die
verfügte Rentenherabsetzung zu Recht erfolgt ist.
2.
2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2
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des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.2 Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht
und der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der
Versicherungsträger bzw. im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen
Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien
gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben
zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a in fine).
2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswerts eines ärztlichen Berichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
2.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (Revisionsgrund; BGE 133 V 545 und
130 V 349 E. 3.5; Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juli 2011, 9C_126/2011, E. 1.1). Ein
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Revisionsgrund ist auch gegeben und die Rente allenfalls nach unten oder nach oben
anzupassen, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 133 V 546 E. 6.1). In diesem
Zusammenhang schliessen selbst identisch gebliebene Diagnosen eine
revisionsrechtlich erhebliche Steigerung des Leistungsvermögens (Arbeitsfähigkeit)
nicht grundsätzlich aus. Zu denken ist etwa an eine Veränderung des Schweregrades
des Gesundheitsschadens oder wenn es der versicherten Person gelungen ist, sich
besser an das Leiden anzupassen (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Auflage,
Zürich 2009, Rz 18 zu Art. 17 ATSG; zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom
31. Januar 2012, 9C_896/2011, E. 3.1). Ob eine solche Änderung eingetreten ist,
beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten, der
versicherten Person eröffneten rechtskräftigen Verfügung vorlag, die auf einer
materiellen Prüfung des Rentenanspruchs beruht, mit demjenigen zur Zeit der streitigen
Revisionsverfügung (BGE 133 V 108 E. 5.4).
2.5 Eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist für die Herabsetzung oder Aufhebung
der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden
kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert
hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über
die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Die Herabsetzung oder Aufhebung der
Renten erfolgt frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung
folgenden Monats an (Art. 88 Abs. 2 lit. a IVV).
3.
Ausgangspunkt für die Beurteilung des gesundheitlichen Verlaufs bildet im
vorliegenden Rentenrevisionsverfahren die Rentenzusprache vom 17. März 2005 (act.
G 6.1.39), deren medizinische Grundlage das AEH-Gutachten vom 24. März 2004 war
(act. G 6.2), worin allein aus psychiatrischer Sicht für leidensangepasste Tätigkeiten
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt wurde.
3.1 In medizinischer Hinsicht stützte sich die angefochtene Revisionsverfügung vom
10. Mai 2011 (act. G 6.1.123; vgl. auch "Verfügungsteil 2", act. G 6.1.121) auf das
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psychiatrische Gutachten von Dr. I._ vom 4. Februar 2011 (act. G 6.1.108) und die
RAD-Stellungnahme vom 25. Februar 2011 (act. G 6.1.110). Dr. I._ gelangte zur
Auffassung, dass sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit
der ursprünglichen Rentenzusprache um den Untersuchungszeitpunkt bei der ABI
(November 2008) deutlich verbessert habe und danach wieder eine gesundheitliche
Verschlechterung eingetreten sei (act. G 6.1.108-17 ff.) und eine 40 bis 50%ige
Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten bestehe (act. G 6.1.108).
3.2 Die Beurteilung von Dr. I._ hält der Beschwerdeführer aus verschiedenen
Gründen für nicht beweiskräftig:
3.3 Zunächst wendet er ein, dass die Einschätzung nicht mit den anderslautenden
Beurteilungen der behandelnden medizinischen Fachpersonen zu vereinbaren sei (act.
G 1, S. 3, sowie G 4, S. 5 ff. und S. 10).
3.3.1 In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass ein den
Beweisanforderungen grundsätzlich genügendes medizinisches Gutachten (BGE 125 V
351 f. E. 3a und b) nicht in Frage gestellt werden kann und Anlass zu weiteren
Abklärungen besteht, wenn und sobald die behandelnden medizinischen
Fachpersonen nachher zu einer unterschiedlichen Beurteilung gelangen oder an
vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich
nur, wenn objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht werden, die im Rahmen
der Begutachtung unerkannt geblieben waren und die geeignet sind, zu einer anderen
Beurteilung zu führen (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juli 2008, 9C_830/07, E. 4.3
mit Hinweisen). Ferner kann eine psychiatrische Exploration von der Natur der Sache
her nicht ermessensfrei erfolgen. Sie eröffnet der begutachtenden psychiatrischen
Fachperson daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen
verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu
respektieren sind, sofern der Experte oder die Expertin lege artis vorgegangen ist (Urteil
des Bundesgerichts vom 5. März 2009, 8C_694/2008, E. 5.1.1).
3.3.2 Was die abweichende Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der behandelnden Dr. F._
anbelangt, so ist festzustellen, dass sich weder aus der zwischen ihr und dem
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers geführten E-Mail-Korrespondenz vom Juni
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2011 (act. G 4.1) noch aus dem knapp begründeten Bericht vom 19. April 2010 (act.
G 6.1.99) oder der kurzen Stellungnahme vom 20. April 2011 (act. G 6.1.119-4)
wesentliche Gesichtspunkte ergeben, die Dr. I._ ausser Acht gelassen hätte. Das
Gesagte gilt auch für den Verlaufsbericht von Dr. C._ vom 4. Januar 2010, worin dem
Beschwerdeführer im geschützten Rahmen eine 20 bis 30%ige Arbeitsfähigkeit
bescheinigt wird (act. G 6.1.93).
3.3.3 Dr. D._ bescheinigte im Bericht vom 8. August 2011 bei Austritt eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit (act. G 4.3), was die von Dr. I._ vorgenommene Einschätzung (40 bis
50%ige Arbeitsunfähigkeit, act. G 6.1.108) gerade bestätigt und an der abweichenden
Einschätzung von Dr. F._ vom 17. Juni 2011 (100%ige Arbeitsunfähigkeit, act. G 4.1)
erhebliche Zweifel weckt. Der Bericht von Dr. D._ vom 8. August 2011 untermauert
des Weiteren den von Dr. I._ beschriebenen wechselhaften Gesundheitsverlauf -
insbesondere den "inzwischen wieder gebesserten psychischen Zustand" (act.
G 6.1.108-18) -, bescheinigte Dr. D._ doch bei vergleichsweise schlechterer
Befundlage im Bericht vom 6. Juli 2009 noch eine 70 bis 80%ige Arbeitsunfähigkeit
(act. G 6.1.86).
3.3.4 Im Übrigen berücksichtigte Dr. I._ die bis zum Zeitpunkt der Begutachtung
aufgelaufenen medizinischen Vorakten umfassend, insbesondere auch die Berichte der
Dres. F._ und C._ (act. G 6.1.108-2 ff.), weshalb deren abweichende Auffassung
hinsichtlich der Restarbeitsfähigkeit keine Zweifel am Gutachten von Dr. I._
entstehen lassen.
3.4 Des Weiteren findet der Beschwerdeführer die Aussage von Dr. I._ unzutreffend,
worin eine eingeschränkte Kooperation und eine Diskrepanz zwischen geltend
gemachter Schwere der Erkrankung und der Therapiemotivation beschrieben worden
seien (act. G 4, S. 8 f. und G 8, S. 2).
3.4.1 Bereits die ABI-Gutachter vertraten den Standpunkt, dass der Beschwerdeführer
"mit Sicherheit" mehr zu leisten vermöge, als er im Rahmen der Untersuchung angebe,
da die deutlichen Beschwielungen der Hände als untrügliches Zeichen kürzlich
erfolgter, nicht unerheblicher manueller Tätigkeit angesehen werden dürften. Auch die
nur geringe Atrophie am rechten Unterschenkel sowie die symmetrische Beschwielung
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der Fusssohle würden gegen eine längerdauernde körperliche Schonung sprechen (act.
G 6.1.65-20). Beim Beschwerdeführer hätten sich weiter klare Hinweise auf eine
Malcompliance finden lassen. Die ABI-Experten hätten den Serumspiegel von zwei
Antidepressiva untersucht, wobei beide nicht nachweisbar gewesen seien (act.
G 6.1.65-22). Damit geht einher, dass auch die Experten der AEH eine fragliche
Leistungsbereitschaft beschrieben und auf inkonsistentes Verhalten hingewiesen
haben (act. G 6.2, S. 10 des Gesamtgutachtens vom 24. März 2004).
3.4.2 Im Licht dieser Umstände weckt es keine Zweifel am Gutachten von Dr. I._,
wenn er - unter Einbezug eigener entsprechender Wahrnehmungen (der
Beschwerdeführer "war nicht in der Lage, seine aktuelle Medikation sicher zu
benennen, was doch unverständlich und nicht nachvollziehbar ist"; "Eher war ein
gewisses Desinteresse an diesem Thema festzustellen, was bei depressiven Patienten,
die in aller Regel einen hohen Leidensdruck haben, doch eher ungewöhnlich ist", act.
G 6.108-19) - davon sprach, dass die Psychotherapiemotivation und Medikamenten-
Compliance in Frage zu stellen seien (act. G 108-19). Daran ändert das Vorbringen des
Beschwerdeführers nichts, wonach es für einen Menschen ohne Schulbildung und mit
einer Persönlichkeitsstörung wohl äusserst schwierig sei, ohne entsprechende
Vorbereitung Fragen zur Medikation konkret zu beantworten (act. G 4, S. 8 f.), war er
doch anlässlich der Untersuchung durch Dr. I._ in der Lage, detailliert Auskunft u.a.
über die finanziellen Einkünfte der Familie zu geben (act. G 6.1.108-11). Es ist deshalb
weder naheliegend noch dargetan, dass er aufgrund seiner Krankheit nicht in der Lage
gewesen wäre, konkrete Auskunft über die von ihm regelmässig einzunehmenden
Medikamente zu geben.
3.5 Es ist nach der Sichtweise des Beschwerdeführers auch nicht nachvollziehbar,
dass Dr. I._ das Vorliegen einer psychischen Komorbidität verneine. So gehe er
davon aus, dass kein schwerer sozialer Rückzug vorliege, was durch den Bericht der
Klinik E._ widerlegt worden sei (act. G 8, S. 3).
3.5.1 Der Beschwerdeführer übersieht bei seiner Argumentation zunächst, dass
Dr. I._ das Vorliegen einer chronisch psychiatrischen Begleiterkrankung gerade
bejahte. Im Rahmen einer Gesamtwürdigung sämtlicher wesentlicher Aspekte vertrat
dieser schlüssig den Standpunkt, dass die Förster-Kriterien lediglich teilweise erfüllt
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seien und dem Beschwerdeführer die Aufwendung der zumutbaren Willensanstrengung
möglich sei, um die Schmerzen zu überwinden und wieder in den Arbeitsprozess, d.h.
in adaptierte Tätigkeiten einzusteigen (act. G 6.1.108-16). Diese Sichtweise wird durch
Dr. D._ bestätigt, der dem Beschwerdeführer die Verwertung einer 50%igen Rest
arbeitsfähigkeit ebenfalls zumutet (act. G 4.3).
3.5.2 Die Verneinung eines schweren sozialen Rückzugs begründete Dr. I._
nachvollziehbar mit regelmässigen Treffen mit Kollegen, regelmässigen sportlichen
Aktivitäten, Spaziergängen und Einkäufen (act. G 6.1.108-5 und -17). Die
entsprechenden Ausführungen werden denn auch vom Beschwerdeführer nicht
substanziiert bestritten. Entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers bestätigte
Dr. D._ im Bericht vom 8. August 2011 selbst weder einen vermehrten sozialen
Rückzug noch ein Vermeidungsverhalten. Vielmehr handelt es sich bei der
entsprechenden Textpassage einzig um die Wiedergabe der Selbstwahrnehmung des
Beschwerdeführers. Dr. D._ selbst hat dessen Alltagsaktivitäten offenbar auch gar
nicht erfragt noch hat er zur Frage eines erheblichen sozialen Rückzugs begründet
Stellung genommen (act. G 4.3).
3.6 Falsch sei auch die Behauptung, dass die depressiven Verstimmungen nur
geringgradig ausgeprägt seien und aufgrund der Nichteinnahme der Antidepressiva
nicht "kausal" behandelt würden (act. G 8, S. 3). Der Beschwerdeführer verkennt bei
diesem Vorbringen, dass die fragliche Aussage nicht von Dr. I._ stammt, sondern
einzig in dem von Dr. I._ wiedergegebenen Inhalt des ABI-Gutachtens zu finden ist
(act. G 6.1.108-5), weshalb sich Weiterungen hierzu erübrigen.
3.7 Bei der Würdigung der Beweiskraft der Beurteilung von Dr. I._ fällt weiter ins
Gewicht, dass sie auf eigenständigen Abklärungen beruht und für die streitigen
Belange umfassend ist. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet und die vom
Beschwerdeführer geklagten Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt. Der
verbesserte Gesundheitszustand sowie die Bescheinigung einer 40 bis 50%igen
Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten leuchtet in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein.
Sie werden ferner durch die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von Dr. D._ vom 8. August
2011 bestätigt (act. G 4.3) und lassen sich mit den vom Beschwerdeführer im
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Haushaltsbereich erbrachten Leistungen vereinbaren ("Er kümmert sich mehr oder
weniger allein um den Haushalt", act. G 6.1.108-5; "Er helfe seiner Frau sehr viel im
Haushalt", act. G 6.1.108-11). Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass
objektiv wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden wären.
3.8 Schliesslich erachtet der Beschwerdeführer die Auffassung des RAD vom
25. Februar 2011 als unzutreffend, worin die bei der Bemessung des
Invalideneinkommens zu berücksichtigende Arbeitsfähigkeit an der unteren Grenze des
von Dr. I._ bescheinigten Bereichs zu liegen habe (act. G 1, S. 3, und G 4, S. 8).
3.8.1 Gibt ein Arztbericht die Arbeitsunfähigkeit in Form einer Bandbreite an, ist nach
der Rechtsprechung in der Regel auf den Mittelwert abzustellen. Dadurch werden
Rechtsungleichheiten vermieden, die aus der Art der Bezifferung resultieren (Urteil des
Bundesgerichts vom 20. August 2009, 9C_193/2009, E. 1.3.1 mit Hinweis).
3.8.2 Der RAD begründet das Abweichen vom Mittelwert mit den Hinweisen auf ein
suboptimales Leistungsverhalten/relevante Inkonsistenzen. Dabei stützt er sich auf die
im Gutachten von Dr. I._ genannten Aspekte ("eingeschränkt kooperativ",
"Diskrepanz zwischen geltend gemachter Schwere der Erkrankung und der Therapie-
Motivation", "dysfunktionales Krankheitsverhalten", "inadäquate
Verdeutlichungstendenz", "hoher sekundärer Krankheitsgewinn",
"Entschädigungswunsch wegen erschwerter Lebensbedingungen bei psychisch
kranker Ehefrau", Stellungnahme vom 25. Februar 2011, act. G 6.1.110). Es ist ohne
weiteres davon auszugehen, dass Dr. I._ sämtliche von ihm beschriebenen
Umstände bei seiner Gesamtwürdigung und bei der Bemessung der
Restarbeitsfähigkeit mit 50 bis 60% bereits einbezog, weshalb kein Anlass dafür
besteht, die vom RAD genannten Gründe noch ein zweites Mal - zuungunsten des
Beschwerdeführers - arbeitsfähigkeitserhöhend zu berücksichtigen.
3.8.3 Vorliegend sind keine weiteren Umstände dargetan, die ein Abweichen vom
Mittelwert rechtfertigen. Insbesondere kann auch die Bescheinigung einer 50%igen
Arbeitsunfähigkeit durch Dr. D._ (act. G 4.3) für sich allein keinen solchen Umstand
darstellen, handelt es sich dabei doch lediglich um eine - geringfügig - andere
Einschätzung desselben medizinischen Sachverhalts. Sie ist mithin nicht geeignet, die
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implizite Annahme von Dr. I._, dass 40% Arbeitsunfähigkeit eher zu niedrig und 50%
Arbeitsunfähigkeit eher zu hoch sind, prozentgenau zu konkretisieren. Deshalb ist in
Nachachtung der Rechtsprechung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer aus
psychiatrischer Sicht um 45% beeinträchtigten Restarbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten entsprechend dem Mittelwert der von Dr. I._
bescheinigten Bandbreite auszugehen.
3.9 Ergänzend ist zu bemerken, dass bereits im AEH-Gutachten vom 24. März 2004
davon ausgegangen wurde, dass keine somatischen Leiden vorhanden sind, welche
die Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten beeinträchtigen (act. G 6.2, S. 3
des Gesamtgutachtens: "Aus rein rheumatologisch-orthopädischer Sicht wäre der
Versicherte für eine leichte Tätigkeit mit Möglichkeit der Wechselpositionierung und
Wechselbelastung zwar ganztags arbeitsfähig, jedoch in Anbetracht der ausgeprägten
Schmerzchronifizierung und des im Vordergrund stehenden psychiatrischen Leidens
besteht aktuell für sämtliche Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit"). Aus den
Akten ergibt sich nicht (vgl. etwa ABI-Gutachten vom 9. Dezember 2008, act. G 6.1.65)
und vom Beschwerdeführer wird auch nicht geltend gemacht, dass sich der
somatische Gesundheitszustand seit der ursprünglichen Leistungszusprache bis zum
Erlass der angefochtenen Revisionsverfügung rentenrelevant verändert hätte, weshalb
aus somatischer Sicht weiterhin von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten ausgegangen werden kann.
4.
Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers verbessert hat und er ab dem Zeitpunkt der Begutachtung durch
Dr. I._ (30. Dezember 2010; act. G 6.1.108) über eine 55%ige Restarbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten verfügt. Auf dieser Grundlage ist die
Invaliditätsbemessung vorzunehmen, die unbestrittenermassen im Rahmen eines
Einkommensvergleichs zu erfolgen hat.
4.1 Die Beschwerdegegnerin nahm zur Ermittlung des Invaliditätsgrads einen
Prozentvergleich vor und berücksichtigte bei der Bestimmung des
Invalideneinkommens einen 10%igen Tabellenlohnabzug (vgl. act. G 6.1.113). Die
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Vornahme des Prozentvergleichs ist unbestritten und es besteht kein Anlass, davon
abzuweichen. Auch die Bemessung des Tabellenlohnabzugs mit 10% erscheint die
relevanten Umstände (Teilzeitarbeit, qualitative Anforderungen an eine
leidensangepasste Tätigkeit, Alter und längere Abwesenheit vom Arbeitsmarkt)
angemessen zu berücksichtigen.
4.2 Unter Berücksichtigung einer 55%igen Restarbeitsfähigkeit und eines 10%igen
Tabellenlohnabzugs resultiert ein Invaliditätsgrad von aufgerundet 51% (100% - [55%
x 0.9]) und ein Anspruch auf eine halbe Rente. Gemäss Art. 88 Abs. 2 lit. a IVV erfolgt
die Herabsetzung der Renten frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung
der Verfügung folgenden Monats an. Diese Frist für den Beginn der Wirksamkeit der
Revision kann nicht verlängert werden (BGE 135 V 306). Die angefochtene
Revisionsverfügung wurde am 10. Mai 2011 erlassen (act. G 6.1.123), womit die
bisherige ganze Rente in Nachachtung von Art. 88 Abs. 2 lit. a IVV per 1. Juli 2011 -
und nicht erst wie verfügt per 1. August 2011 - auf eine halbe Rente herabzusetzen ist.
5.
5.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 10. Mai 2011
aufzuheben und dem Beschwerdeführer - entsprechend dessen Eventualantrag (act.
G 1) - ab Juli 2011 eine halbe Rente zuzusprechen. Zur Bestimmung der Rentenhöhe
ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. betreffend Überklagung Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Dezember 2011, IV 2009/459,
E. 5.2 f.). Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm
zurückzuerstatten.
bis
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5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint mit Blick auf vergleichbare
Fälle (vgl. etwa Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. Juni
2012, IV 2010/158) eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen
und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39