Decision ID: da226818-9ffa-4e28-9ba1-f9f3a18e37f3
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ arbeitet seit 1987 bei B._ und war seit 2013 als stellvertretender Chef der
C._ bei einem Beschäftigungsgrad von 100% tätig (act. G 1.1). Aufgrund dieser
Tätigkeit war er bei der St. Galler Pensionskasse (nachfolgend: sgpk, Pensionskasse
oder Beklagte) berufsvorsorgeversichert. Von 1. Januar 2009 bis 31. Dezember 2013
amtete er zudem als D._ der Gemeinde E._ mit einer Arbeitszeit von 2 bis 4
Stunden alle 2 Wochen (act. G 7.2).
A.b Aufgrund psychischer Probleme wurde der Versicherte erst vollumfänglich
arbeitsunfähig. Ab 1. Oktober 2014 wurde er mit einer Arbeitsfähigkeit von 60% nicht
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mehr an der Front, sondern im Back-Office-Bereich eingesetzt und um eine Lohnklasse
zurückgestuft (act. G 1 S. 2, act. G 1.2).
A.c Am 12. April 2015 erlosch der Anspruch des Versicherten auf Lohnfortzahlung
gegenüber dem Kanton St. Gallen (vgl. act. G 1.4). Die Pensionskasse richtete ihm ab
13. April 2015 bei einem Invaliditätsgrad von 45.11% eine Invalidenrente von monatlich
Fr. 2'088.55 aus (Schreiben vom 18. Mai 2015, act. G 1.4).
A.d Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen sprach dem Versicherten mit Verfügung vom
3. Juli 2015 rückwirkend ab 1. Juni 2014 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 52%
eine halbe Invalidenrente zu (act. G 1.3).
B.
B.a Am 4. Januar 2016 erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur.
Hans Frei, Klage gegen die Pensionskasse mit dem Antrag, die Beklagte sei unter
Kosten- und Entschädigungsfolge zu verpflichten, ihm ab 13. April 2015 eine
Invalidenrente von monatlich Fr. 2'407.55 bei einem Invaliditätsgrad von 52%
auszurichten. Bei der Bestimmung des Invaliditätsgrads sei auch das Einkommen als
D._ mitzuberücksichtigen. Bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit habe der Kläger ein
Jahreseinkommen von Fr. 134'846.-- erzielt. Dieses bilde Grundlage für die
Invaliditätsbemessung (act. G 1).
B.b Mit Klageantwort vom 15. Februar 2016 beantragt die Pensionskasse, vertreten
durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Gnädinger, unter Entschädigungsfolge die
Abweisung der Klage. Der Lohn für die Gemeinderatstätigkeit sei bei der Beklagten
nicht versichert gewesen. Die Vorsorgeeinrichtung habe nur Einkommen zu versichern,
die bei ihr angeschlossenen Arbeitgebern erzielt würden. Die Beklagte habe eine
Mitversicherung von bei Dritten erzielten Einkünften reglementarisch ausdrücklich
ausgeschlossen. Der Invaliditätsgrad sei zu Recht auf 45.11% festgesetzt worden (act.
G 7).
B.c In der Replik vom 16. März 2016 und der Duplik vom 21. April 2016 halten beide
Parteien unverändert an ihren Rechtsbegehren fest (act. G 9, 11).

Erwägungen
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1.
1.1 Im vorliegenden Verfahren umstritten ist die Höhe des Rentenanspruchs des
Klägers. Uneinigkeit besteht ausschliesslich über den Invaliditätsgrad.
1.2 Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss Art. 23 lit. a des Bundesgesetzes
über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40)
Personen, die im Sinne der IV zu mindestens 40% invalid sind und bei Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% besteht Anspruch auf eine Viertelsrente,
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 60% auf eine Dreiviertelsrente und ab einem
Invaliditätsgrad von mindestens 70% auf eine volle Invalidenrente (Art. 24 Abs. 1 BVG).
1.3 Gemäss Ziff. 53 des Vorsorgereglements der Beklagten, 3. Fassung, gültig ab 1.
Januar 2015 (act. G 1.5), stellt die spgk die Invalidität auf der Grundlage der Verfügung
der eidgenössischen Invalidenversicherung fest (Abs. 1). Der Begriff der Invalidität
richtet sich nach IVG (Abs. 2). Gemäss Ziff. 54 Abs. 3 des Reglements entspricht der
Invaliditätsgrad dem von der eidgenössischen Invalidenversicherung festgestellten
Invaliditätsgrad. Liegt er unter 40%, bemisst ihn die sgpk unter Berücksichtigung der
vertrauensärztlichen Untersuchung. Ziff. 56 Abs. 2 des Reglements sieht bei
Teilinvalidität die Festsetzung der Invalidenrente nach dem Invaliditätsgrad vor.
1.4 Die Parteien haben die Frage aufgeworfen, ob die Invaliditätsbemessung der IV
gemäss Verfügung vom 3. Juli 2015 für die Beklagte bindend sei. Die vorliegend
aktenkundige Verfügung enthält keinen Hinweis darauf, dass sie der Beklagten eröffnet
worden wäre. Wie es sich damit verhält, kann vorliegend jedoch offen bleiben, wie sich
nachfolgend ergibt.
2.
2.1 Wie erläutert, richtet sich der Invaliditätsbegriff gemäss Reglement nach dem IVG.
Dessen Art. 28a Abs. 1 erklärt für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen
Versicherten Art. 16 ATSG für anwendbar. Danach wird für die Bestimmung des
Invaliditätsgrads das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der
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Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Valideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, dass sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Invalideneinkommen).
2.2 Die Beklagte hat das Invalideneinkommen wie die IV-Stelle (act. G 1.3) per 2015
auf Fr. 64'504.45 festgesetzt (act. G 1.4), was dem effektiven Jahreseinkommen des
Klägers mit einem 60%-Pensum in der herabgestuften Lohnklasse entspricht (act. G
1.2). Die Parteien sind sich einig, dass der Kläger mit diesem Einkommen die ihm
verbleibende Restarbeitsfähigkeit voll ausschöpft. Aus den Akten ergeben sich keine
gegenteiligen Anhaltspunkte, sodass das Invalideneinkommen nicht zu beanstanden
bzw. darauf nicht näher einzugehen ist. Insofern ist der Hinweis in der Klageantwort auf
die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur invalidisierenden Wirkung einer "Burnout-
Problematik" (act. G 7 S. 4 Ziff. 3) nicht zielführend. Darauf ist folglich nicht weiter
einzugehen.
2.3 Strittig und zu überprüfen ist die Festsetzung des Valideneinkommens.
2.3.1 Das im Zusammenhang mit Rentenleistungen versicherte Gut ist grundsätzlich
die Erwerbsfähigkeit. Die Erwerbsunfähigkeit bildet für den Rentenanspruch den
massgebenden versicherten Schaden (vgl. für die berufliche Vorsorge bereits die
Botschaft zum BVG vom 15. Dezember 1975, BBl 1976 I 149 S. 173 Ziff. 342.1). Art. 7
Abs. 1 ATSG definiert die Erwerbsunfähigkeit als den Verlust an Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt der versicherten Person
(Art. 7 Abs. 1 ATSG; für die Zeit vor Erlass des ATSG siehe BGE 130 V 346 E. 3.2.1 mit
Hinweisen). Jede Person verfügt über ein ökonomisch bestimmbares Erwerbspotenzial
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt, das die Invalidenversicherung versichert (vgl.
m.w.H. den Entscheid IV 2014/125 des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
vom 24. Mai 2016 E. 2.2.1 [= SVR 11/2016 Nr. 50], abrufbar unter www.gerichte.sg.ch;
Dienstleistungen; Rechtsprechung; Versicherungsgericht). Das Valideneinkommen
bildet grundsätzlich dieses Erwerbspotenzial bzw. diese Erwerbsfähigkeit ab.
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2.3.2 Die Rechtsprechung geht beim Valideneinkommen unter Hinweis auf die
Erfahrungstatsache, dass die bisherige Erwerbstätigkeit ohne Gesundheitsschaden
fortgesetzt worden wäre, in der Regel vom letzten (nominallohnbereinigten) Lohn aus,
der vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt wurde (m.w.H. etwa der Entscheid
9C_148/2016 vom 2. November 2016 E. 2.1). Mit anderen Worten handelt es sich beim
letzten Lohn um ein - gewichtiges - Indiz für die betragliche Festsetzung der
Erwerbsfähigkeit bzw. des Erwerbspotenzials. Dies darf nicht zum falschen Schluss
führen, dass der letzte Lohn als solcher das versicherte Gut wäre; eine solche
Versicherungskonzeption widerspräche der positivrechtlichen Grundlage. Ist der letzte
Lohn nicht repräsentativ, etwa bei grossen Schwankungen oder regelmässig bei
Selbständigerwerbenden, ermöglicht er keine zuverlässigen Rückschlüsse auf die
effektive Erwerbsfähigkeit. Dann greift die Rechtsprechung auf eine andere Basis
(beispielsweise die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung) oder
sogar auf eine andere Bemessungsmethode (auf den Prozent- oder den
Betätigungsvergleich) zurück (vgl. etwa das Urteil 8C_148/2017 vom 19. Juni 2017 E.
6.2.2).
2.3.3 Die Rechtsprechung zur Frage des Umgangs mit einem 100% übersteigenden
Erwerbspensum (und entsprechender Entlöhnung) vor Eintritt des
Gesundheitsschadens ist nicht ganz konsistent. In älteren Urteilen wird festgehalten,
dass der Versicherungsschutz sich auf ein normales Einsatzpensum von 100%
beschränke (vgl. etwa die Bundesgerichtsurteile 9C_45/2008 vom 3. Juli 2008 E. 4.2
und 8C_646/2011+8C_699/2011 vom 17. November 2011 E. 7.1). Daneben existiert die
Praxis, wonach ein überdurchschnittlich hoher letzter Lohn nur (aber immerhin) dann
als Valideneinkommen heranzuziehen ist, wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
feststeht, dass er weiterhin erzielt worden wäre (etwa die Urteile 9C_5/2009 vom 16.
Juli 2009, 8C_362/2014 vom 25. Juni 2014 E. 5.2.3). Im ausführlichen Urteil
8C_671/2010 vom 25. Februar 2011 hat das Bundesgericht auf seine Praxis verwiesen,
wonach zur versicherten "üblichen, normalen erwerbliche[n] Tätigkeit" auch
regelmässig geleistete Überstunden sowie aus einer Nebenbeschäftigung oder
selbständiger Erwerbstätigkeit fliessendes Entgelt gehörten, und dies - und das ist
interessant - "ohne Rücksicht auf den hiefür erforderlichen zeitlichen oder
leistungsmässigen Aufwand" (E. 4.5.2). Grundsätzlich sei nicht ausgeschlossen, dass
auch aufgrund guter Berufskenntnisse, breiter Berufserfahrung, optimaler Leistung
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oder eines dauernd überdurchschnittlichen Arbeitspensums vor dem Eintritt der
gesundheitlichen Beeinträchtigung erzielte sehr hohe Einkommen in den
Einkommensvergleich miteinbezogen würden (E. 4.5.3). Das Bundesgericht weist
schliesslich darauf hin, dass das gesamte Einkommen beitragspflichtig sei. Die
Rechtsordnung verbiete es den versicherten Personen nicht, mehr als 8.5 Stunden pro
Tag zu arbeiten. In zahlreichen Kaderpositionen sei dies denn auch keine Seltenheit.
Unter dem Gesichtspunkt der rechtsgleichen Behandlung sei daher nicht einzusehen,
weshalb gegebenenfalls nicht auch ein Entgelt als Validenlohn berücksichtigt werde,
das während einer überdurchschnittlichen Arbeitszeit erzielt worden sei (E. 4.5.5). In
jenem Entscheid, in dem es um ein Valideneinkommen von ca. Fr. 450'000.-- jährlich,
ein das Normalpensum zeitlich bei Weitem überschreitendes Pensum und eine
Erschöpfungsdepression ging, erachtete das Bundesgericht die Frage der
Zumutbarkeit eines solchen Pensums zwar noch als irrelevant (vgl. E. 4.5.6). Im Fall
eines Anästhesiearztes, der bis zum (ironischerweise unfall- und nicht
erschöpfungsbedingten) Gesundheitsschaden erheblich über 100% gearbeitet hatte,
hielt es jedoch dafür, dass dieses Pensum nicht über längere Zeit hätte aufrecht
erhalten werden können (Urteil 8C_85/2015 vom 28. Oktober 2015 E. 4.3).
2.3.4 Im vorliegenden Verfahren braucht nicht geprüft zu werden, wie mit
Höchstlöhnen umzugehen ist, bei denen fraglich ist, ob sie überhaupt noch als
Gradmesser für eine erwerbliche Leistungsfähigkeit bzw. die Erwerbsfähigkeit als
versichertes Gut gelten können oder ob dort andere, nicht mit der Erwerbsfähigkeit
zusammenhängende Gepflogenheiten (wie hohe umsatzabhängige Boni oder andere
Anreizsysteme, kapitalertragsähnliche Faktoren oder ähnliches) eine Rolle spielen, die
bei der Festsetzung des Valideneinkommens nicht relevant sein dürfen. Es kann auch
offen bleiben, ob zeitliche Höchstpensen, die einen vernünftigen, längerfristig selbst
überdurchschnittlich leistungsbereiten Erwerbstätigen zumutbaren Rahmen sprengen,
überhaupt Rückschlüsse auf die Erwerbsfähigkeit zulassen (können). Denn vorliegend
geht es nicht um derartige Konstellationen. Der Kläger war als F._ in einem
Vollpensum angestellt und amtete daneben als D._, was zeitlich einen Aufwand von 2
bis 4 Stunden alle 2 Wochen darstellte. Es kann ohne weiteres angenommen werden,
dass der Kläger in seiner öffentlich-rechtlichen Anstellung beim Kanton St. Gallen als
F._ bzw. stellvertretender Chef der C._ keine regelmässigen erheblichen
Überstunden machen musste, die ihm auf längere Sicht nicht zumutbar gewesen
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wären. Es ist überwiegend wahrscheinlich, dass er das innegehabte Amt des D._s
daneben im hypothetischen Gesundheitsfall problemlos weiterhin hätte bewältigen
können. Seine erwerbliche Leistungsfähigkeit als Gesunder hätte mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auch für diese zeitlich überschaubare und dem in der Schweiz
herrschenden politischen Milizsystem entsprechende Nebentätigkeit ausgereicht. Da
ferner gestützt auf die allgemeine Lebenserfahrung davon auszugehen ist, dass er ohne
den Gesundheitsschaden nach der ersten Amtsdauer überwiegend wahrscheinlich
wiedergewählt worden wäre, bemisst sich seine Erwerbsfähigkeit nach Haupt- und
Nebentätigkeit. Für die Festsetzung des Valideneinkommens bedeutet dies, dass das
Entgelt für das Gemeinderatsamt zum Einkommen als stellvertretender Chef der C._
hinzuzurechnen ist.
2.3.5 Das sinngemässe Vorbringen der Beklagten, bei ihr sei nur der F._-lohn
versichert gewesen und eine Hinzurechnung des nicht bei ihr versicherten
Gemeinderatslohns verstosse gegen das Versicherungsprinzip, geht an der Sache
vorbei. Es geht nicht um die Versicherung eines bereits eingetretenen, nicht
versicherbaren Risikos (vgl. zum Versicherungsprinzip etwa BGE 123 V 262 E. 3b;
Bundesgerichtsurteil 9C_876/2011 vom 7. Mai 2012 E. 2.2; Urteil des Eidg.
Versicherungsgerichts B 104/04 vom 16. März 2005 E. 1). Den Ausführungen der
Beklagten zum "Versicherungsprinzip" lässt sich keine Begründung dafür entnehmen,
dass ausschliesslich beitragsrelevantes Einkommen als Valideneinkommen zu
berücksichtigen wäre. Dies sehen weder das BVG noch das IVG vor. Vergleicht man
mit der Unfallversicherung, so ist dort für das Valideneinkommen auch Einkommen
massgebend, das über dem höchstversicherten Verdienst (Art. 22 Abs. 1 UVV) liegt und
nicht mehr beitragspflichtig ist (vgl. etwa die in BGE 140 V 41 nicht publizierte E. 5.2.3,
8C_298/2013+8C_340/2013). Gleiches gilt in der beruflichen Vorsorge für
Einkommensbestandteile, die über der für den koordinierten Lohn massgebenden
Obergrenze (Art. 8 Abs. 1 BVG) liegen (vgl. etwa das Urteil 9C_115/2008 vom 23. Juli
2008 E. 7.2). Zum bei der Beklagten versicherten bzw. genauer: beitragspflichtigen
Lohn, also zum koordinierten Lohn im Sinn von Art. 8 BVG bzw. Ziff. 16 Abs. 1 des
Vorsorgereglements, hat der Gemeinderatslohn nie gezählt, was unbestritten ist.
Folglich ist es entgegen der Ansicht der Beklagten auch nicht zutreffend, dass im Fall
der Hinzurechnung für ein nicht beitragspflichtiges Einkommen Leistungen erbracht
würden. Auf der Leistungsseite wirkt sich für den Kläger sehr wohl aus, dass die D._-
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tätigkeit nicht bei der Beklagten beitragspflichtig war. Das dafür erzielte Einkommen
fällt denn auch bei der Ermittlung des "versicherten Lohnes" im Sinn von Ziff. 56 Abs. 1
des Vorsorgereglements ausser Betracht. Auf der Schadenseite hat dennoch durch die
umfassenden und uneingeschränkten Verweise auf die Invaliditätsbemessung gemäss
IVG im Reglement der Beklagten zu gelten, dass die Erwerbsfähigkeit des Klägers
vollumfänglich versichert ist und es gemäss den obigen Erwägungen angezeigt ist, in
diese für den hypothetischen Gesundheitsfall auch die Tätigkeit als D._
einzurechnen. Denn auch das dort erzielte Einkommen gehört zum versicherten
Erwerbspotenzial.
2.4 Die Arbeitsunfähigkeit des Klägers trat im Juni 2013 ein (act. G 7.2, 1.3 S. 2).
Gemäss IK-Auszug belief sich das gesamte Einkommen des Klägers im Jahr 2012 auf
Fr. 134'846.-- (act. G 9.1). Sein Invalideneinkommen belief sich im Jahr des
Rentenbeginns 2015 unstrittig auf Fr. 64'504.70 (act. G 1.2, 1.3 S. 2). Der
Einkommensvergleich hat zwar grundsätzlich auf derselben zeitlichen Basis zu
erfolgen. Die massgebende Besoldung in der Klasse A 20/08 hatte sich aber zwischen
2012 und 2015 nicht verändert. Da die Teuerung in diesem Zeitraum negativ war (vgl.
etwa den Teuerungsrechner des Bundesamts für Statistik auf http://www.portal-
stat.admin.ch/lik_rechner/d/lik_rechner.htm), ist auch nicht davon auszugehen, dass
sich das Entgelt für die D._tätigkeit erhöht hätte. Folglich ist es gerechtfertigt, das
Valideneinkommen mit dem Kläger auf Fr. 134'846.-- und das Invalideneinkommen auf
Fr. 64'504.70 festzusetzen. Der Invaliditätsgrad beläuft sich damit auf 52.16%.
2.5 Die Beklagte geht von einem versicherten Lohn von Fr. 101'016.-- aus (act. G 1.4).
Mit Blick auf das AHV-pflichtige Einkommen des Klägers gemäss IK-Auszug (act. G
9.1: Fr. 120'410.- im Jahr 2012) ist jedoch weder der im Schreiben vom 18. Mai 2016
(act. G 1.4) genannte "Lohn vor Beginn AUF" von Fr. 117'516.10 noch die Höhe des
Koordinationsabzugs (der gemäss Ziff. III/B.15 des Vorsorgereglements höchstens der
minimalen einfachen AHV-Altersrente entspricht) nachvollziehbar. Die Parteien haben
sich zu diesen Parametern im vorliegenden Verfahren nicht geäussert. Es ist daher -
nicht zuletzt mit Blick auf die Prozessökonomie - gerechtfertigt, die Sache zur
Berechnung und Ausrichtung der Rentenleistung basierend auf einem Invaliditätsgrad
von 52% an die Beklagte zu überweisen (vgl. BGE 129 V 450 E. 3.4).
3.
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3.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Klage gutzuheissen. Die Beklagte
ist zu verpflichten, dem Kläger ab 13. April 2015 eine Invalidenrente aus beruflicher
Vorsorge basierend auf einem Invaliditätsgrad von 52% auszurichten. Zur Berechnung
der Rentenhöhe ist die Sache an die Beklagte zu überweisen.
3.2 Verspätet ausgerichtete Invalidenrenten aus beruflicher Vorsorge sind
grundsätzlich verzugszinspflichtig (HANS-ULRICH STAUFFER, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum BVG, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 26 S. 86). Fehlen, wie
vorliegend im Reglement der Beklagten, Bestimmungen zur Höhe des Verzugszinses,
beträgt dieser 5% (Art. 104 Abs. 1 OR). Der Beginn der Zinspflicht richtet sich nach Art.
105 Abs. 1 OR (vgl. auch STAUFFER, a.a.O., S. 86). Die Beklagte schuldet dem Kläger
somit ab dem 13. April 2015 Verzugszinsen von 5% auf der ausstehenden
Rentendifferenz.
3.3 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG).
3.4 Dem Verfahrensausgang entsprechend sind dem obsiegenden Kläger in
Anwendung von Art. 98 Abs. 1 und Art. 98bis des st. gallischen Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRP; sGS 951.1) die Parteikosten von der unterliegenden
Beklagten zu erstatten. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen spricht in
BVG-Prozessen gestützt auf Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte
und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) bei vollem Obsiegen regelmässig eine
pauschale Entschädigung zwischen Fr. 2'500.-- und Fr. 4'500.-- zu. Vorliegend
erscheint die Zusprache einer Entschädigung von Fr. 3'500.-- einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer angemessen.