Decision ID: 48fec35b-d5a6-5cf5-bc13-6d605fcae3d5
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der am (...) geborene, in Spanien wohnhafte spanische Staatsangehörige
A._ (nachfolgend: Versicherter oder Beschwerdeführer) arbeitete
laut Auszug auf dem individuellen Konto (IK) – mit Unterbrüchen – in den
Jahren 1973 bis 1978 sowie von Januar 1982 bis Dezember 2005 in der
Schweiz und entrichtete Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinterlas-
senen- und Invalidenversicherung (Akten der Vorinstanz gemäss Aktenver-
zeichnis vom 20. August 2019 [nachfolgend: act.] 15, S. 11 - 24 [IK-
Auszüge], act. 20, S. 2; act. 22, S. 5).
B.
B.a Gestützt auf einen Antrag auf Rentenvorbezug sprach die Schweizeri-
sche Ausgleichskasse SAK (nachfolgend: SAK oder Vorinstanz) dem Ver-
sicherten mit Verfügung vom 28. Dezember 2018 ab 1. November 2018
eine (gekürzte) ordentliche Altersrente von monatlich Fr. 982.- zu. Der Ren-
tenberechnung legte sie eine anrechenbare Beitragsdauer von 28 Jahren,
bei einer Beitragsdauer des Jahrganges von 42 Jahren, die Rentenska-
la 29, Erziehungsgutschriften für 8.50 Jahre sowie ein massgebendes
durchschnittliches Jahreseinkommen von Fr. 39'816.- zugrunde (act. 22,
S. 1 - 7).
B.b Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 8. Januar 2019 Ein-
sprache mit dem sinngemässen Antrag, es seien bei der Rentenberech-
nung zusätzliche, im individuellen Konto (IK) zu Unrecht nicht erfasste Bei-
träge für die Jahre 1977 bis 1981 zu berücksichtigen. Aus der beigefügten
Zusammenfassung der Ausgleichskasse des Kantons Bern gehe hervor,
dass er in diesen Jahren Beiträge an die AHV geleistet habe, welche zu-
sätzlich zu berücksichtigen seien (act. 26, S. 1 - 10).
B.c In seiner Einspracheergänzung vom 31. Januar 2018 führte der Versi-
cherte aus, laut der damaligen Auskunft der Ausgleichskasse des Kantons
Bern würde sich sein Anspruch bei einer um zwei Jahre vorbezogenen Al-
tersrente auf Fr. 1’266.- pro Monat belaufen. Laut der angefochtenen Ver-
fügung betrage die monatliche AHV-Rente indes lediglich Fr. 982.-. Der
Grund für diese Reduktion sei für ihn nicht nachvollziehbar, weshalb die
SAK ihr Vorgehen hinreichend zu begründen habe. Überdies sei nicht er-
sichtlich, weshalb die Jahre 1977 bis 1981 in der Zusammenfassung res-
pektive im Kontoauszug nicht aufgeführt seien (act. 27, S. 1 - 6).
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B.d Mit Einspracheentscheid vom 20. Februar 2019 wies die SAK die Ein-
sprache ab, im Wesentlichen mit der Begründung, laut ihren Unterlagen sei
der Versicherte vom 7. Oktober 1976 bis 23. September 1982 ohne Unter-
bruch in Spanien sozialversichert gewesen. Aus diesem Grund könnten
ihm die Jahre 1977 bis 1981 nicht als Beitragszeiten angerechnet werden
(act. 28).
C.
C.a Mit einer an die Vorinstanz adressierten Eingabe vom 26. Februar
2019 (Posteingang SAK: 28. Februar 2019) erhob der Beschwerdeführer
gegen diesen Einspracheentscheid Beschwerde mit dem sinngemässen
Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die AHV-Rente
sei unter zusätzlicher Berücksichtigung der während der Dauer von Okto-
ber 1976 bis 2007 bei der Firma «B._» (recte wohl: B._
GmbH) geleisteten Beiträge neu zu berechnen und alsdann sei eine neue Verfügung darüber zu erlassen (Akten im Beschwerdeverfahren [BVGer
act.] 1, samt Beilagen).
C.b Nachdem die SAK die Beschwerde zuständigkeitshalber dem Verwal-
tungsgericht Kantons Bern übermittelt hatte (Schreiben vom 16. April 2019,
act. 32), kam dieses nach Prüfung der Eintretensvoraussetzungen zum
Schluss, dass der Beschwerdeführer seinen Wohnsitz weiterhin in Spanien
habe, obwohl er sich im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung in der Justiz-
vollzugsanstalt Thorberg/BE aufgehalten hatte. Gestützt auf die festge-
stellte (örtliche) Unzuständigkeit leitete das Verwaltungsgericht die Be-
schwerdeeingabe von Amtes wegen an das Bundesverwaltungsgericht
weiter (act. 38).
C.c Mit Vernehmlassung vom 20. August 2019 stellte die Vorinstanz den
Antrag auf Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des angefochte-
nen Einspracheentscheids vom 20. Februar 2019 (BVGer act. 9).
C.d Nachdem der Beschwerdeführer von der ihm eingeräumten Gelegen-
heit zu einer Replik innert offener Frist keinen Gebrauch gemacht hatte
(vgl. BVGer act. 10 und 11), schloss der Instruktionsrichter den Schrift-
wechsel, vorbehältlich weiterer Instruktionsmassnahmen, am 28. Oktober
2019 ab (Instruktionsverfügung vom 18. Oktober 2019; BVGer act. 12).
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Seite 4
D.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Beweismit-
tel wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einge-
gangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig (Art. 85bis Abs. 1 AHVG [SR 831.10] sowie Art. 31, 32
und 33 Bst. d VGG). Der Beschwerdeführer ist als Adressat des angefoch-
tenen Einspracheentscheids durch diesen besonders berührt und hat ein
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Abänderung, wes-
halb er zur Erhebung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 59 ATSG
[SR 830.1]). Die Beschwerde vom 26. Februar 2019 (Posteingang SAK:
28. Februar 2019) ist rechtzeitig erfolgt (Art. 60 ATSG). Nachdem aus der
Beschwerde der Wille des Beschwerdeführers auf eine erneute Prüfung
der Rentenberechnungsgrundlagen, insbesondere der massgeblichen Bei-
tragsdauer, hervorgeht, genügt die Beschwerde auch in formeller Hinsicht
den praxisgemässen Anforderungen, zumal an die Formerfordernisse von
Laieneingaben in sprachlicher und formeller Hinsicht keine strengen Anfor-
derungen gestellt werden (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor
dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, S. 119 f., Rz. 2.211; Art. 52
Abs. 1 VwVG). Die Prozessvoraussetzungen sind demnach allesamt er-
füllt, so dass auf die Beschwerde einzutreten ist.
2.
2.1 Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet der
Einspracheentscheid vom 20. Februar 2019, mit welchem die SAK die An-
rechnung zusätzlicher Beitragszeiten abgelehnt und die mit Wirkung per
1. November 2018 verfügte monatliche AHV-Rente von Fr. 982.- bestätigt
hat. Der Rentenbeginn ist im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht um-
stritten. Streitig und vom Bundesverwaltungsgericht zu prüfen ist demge-
genüber, ob die Vorinstanz zu Recht die Anrechnung weiterer Beitragszei-
ten abgelehnt hat.
2.2 Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der
Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des
Erlasses der streitigen Verwaltungsverfügung (hier: Einspracheentscheid
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vom 20. Februar 2019) eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2
mit Hinweis). Weiter sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen
Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen füh-
renden Tatbestandes Geltung hatten (BGE 130 V 329).
3.
Zunächst sind die anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen und die von
der Rechtsprechung entwickelten Grundsätze darzulegen.
3.1 Der Beschwerdeführer ist spanischer Staatsangehöriger, wohnt in Spa-
nien und hat während mehrerer Jahre eine massgebende Beschäftigung
in der Schweiz ausgeübt und auf dem Erwerbseinkommen Sozialversiche-
rungsbeiträge entrichtet. Nachdem das Abkommen keine entsprechenden
Bestimmungen enthält, bleibt die Ausgestaltung des Verfahrens, die Prü-
fung der Anspruchsvoraussetzungen und die Berechnung der schweizeri-
schen Altersrente mangels einschlägiger staatsvertraglicher Regelung Sa-
che der innerstaatlichen Rechtsordnung (BGE 130 V 51 E. 5; Urteil des
BGer 9C_569/2019 vom 8. November 2019 E. 3.2 mit Hinweisen).
3.2 Männer haben Anspruch auf eine ordentliche Altersrente, sofern sie
das 65. Altersjahr vollendet haben und ihnen für mindestens ein volles Jahr
Einkommen, Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften angerechnet wer-
den können (Art. 21 Abs. 1 Bst. a in Verbindung mit Art. 29 Abs. 1 AHVG).
Der Anspruch auf die Altersrente entsteht am ersten Tag des Monats, wel-
cher der Vollendung des gemäss Absatz 1 massgebenden Altersjahres
folgt (Art. 21 Abs. 1 Bst. b AHVG). Männer und Frauen, welche die Voraus-
setzungen für den Anspruch auf eine Altersrente erfüllen, können die Ren-
ten ein oder zwei Jahre vorbeziehen (Art. 40 Abs. 1 Satz 1 AHVG). Die
Rente wird um den Gegenwert der vorbezogenen Rente gekürzt (Art. 56
Abs. 1 der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung;
AHVV, SR 831.101). Bis zum Rentenalter entspricht dieser Betrag pro Vor-
bezugsjahr 6,8 Prozent der vorbezogenen Rente (Art. 56 Abs. 2 AHVV).
3.3 Die ordentlichen Renten der AHV gelangen als Vollrenten oder Teilren-
ten zur Ausrichtung, wobei Anspruch auf die volle Rente besteht, wenn die
Beitragsdauer vollständig ist (Art. 29 Abs. 2 AHVG). Die Beitragsdauer ist
vollständig, wenn eine Person gleich viele Beitragsjahre aufweist wie ihr
Jahrgang (Art. 29ter Abs. 1 AHVG). Die ordentlichen Renten werden ge-
mäss Art. 29bis Abs. 1 AHVG nach Massgabe der Beitragsjahre, Erwerbs-
einkommen sowie der Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften der ren-
tenberechtigten Person zwischen dem 1. Januar nach Vollendung des
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20. Altersjahres und dem 31. Dezember vor Eintritt des Versicherungsfal-
les (Rentenalter oder Tod) berechnet. Als Beitragsjahre gelten gemäss
Abs. 2 Zeiten, in welchen eine Person Beiträge geleistet hat (Bst. a), in
welchen der Ehegatte gemäss Art. 3 Abs. 3 mindestens den doppelten Min-
destbeitrag entrichtet hat (Bst. b) und für die Erziehungs- oder Betreuungs-
gutschriften angerechnet werden können (Bst. c). Ein volles Beitragsjahr
liegt gemäss Art. 50 Abs. 1 AHVV vor, wenn eine Person insgesamt länger
als elf Monate im Sinne von Art. 1a oder 2 AHVG versichert war und wäh-
rend dieser Zeit den Mindestbeitrag bezahlt hat oder Beitragszeiten im
Sinne von Art. 29ter Abs. 2 Bst. b und c AHVG aufweist. Bei unvollständiger
Beitragsdauer (weniger als 44 Jahre für Männer) besteht Anspruch auf eine
Teilrente entsprechend dem gerundeten Verhältnis zwischen den vollen
Beitragsjahren der versicherten Person und denjenigen ihres Jahrganges
(Art. 29 Abs. 2 Bst. b AHVG; Art. 38 Abs. 2 AHVG; MARCO REICHMUTH,
AHV-Renten, in: Recht der sozialen Sicherheit, Handbücher für die An-
waltspraxis, Band XI, 2014, S. 870 f. Rz. 24.90 f.; vgl. zur Abstufung der
Teilrenten in Prozenten der Vollrente: Art. 52 Abs. 1 und Abs. 1bis AHVV
sowie Rententabellen 2015 [AHV/IV] des Bundesamtes für Sozialversiche-
rungen [BSV], Skalenwähler, S. 9, gültig ab 1. Januar 2015; < www.bsv.ad-
min.ch > Publikationen & Service > Weisungen, Kreisschreiben etc. > Voll-
zug Sozialversicherungen > AHV > Grundlagen AHV > Weisungen Renten
> Rententabellen, abgerufen am: 18.05.2020; BGE 121 V 71 E. 1 S. 74;
zum Stellenwert dieser Verwaltungsweisung vgl. BGE 140 V 314 E. 3.3
S. 317).
3.4 Innerhalb der anwendbaren Rentenskala (Art. 52 AHVV) bestimmt sich
der Rentenbetrag nach dem durchschnittlichen Jahreseinkommen. Dieses
setzt sich zusammen aus den Erwerbseinkommen, den Erziehungs- und
den Betreuungsgutschriften (Art. 29quater AHVG). Weil die Beiträge während
einer langen Beitragskarriere zum Nominalbetrag bezahlt worden sind,
wird die Summe der Erwerbseinkommen entsprechend dem Rentenindex
aufgewertet (Art. 30 Abs. 1 AHVG). Das BSV legt die Faktoren für die Auf-
wertung der Summe der Erwerbseinkommen nach Art. 30 Abs. 1 AHVG
jährlich fest (Art. 51bis Abs. 1 AHVV; vgl. dazu Art. 29bis Abs. 2 AHVG in
Verbindung mit Art. 51bis Abs. 2 AHVV sowie Wegleitung über die Renten
[RWL] in der Eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversi-
cherung, gültig ab 1. Januar 2003, Stand: 1. Januar 2018, Rz. 5305).
Das durchschnittliche Jahreseinkommen wird alsdann ermittelt, indem die
Summe der aufgewerteten Erwerbseinkommen und die Erziehungs- oder
http://www.bsv.admin.ch/ http://www.bsv.admin.ch/ https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=soz&query_words=RWL+%2BAHV+%2B2018&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-V-314%3Ade&number_of_ranks=0#page314 https://www.koordination.ch/de/online-handbuch/ahvg/ordentliche-renten/jahreseinkommen/#c16631
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Betreuungsgutschriften durch die Anzahl der Beitragsjahre geteilt werden
(Art. 30 Abs. 2 AHVG).
3.5 Versicherten wird für die Jahre, in welchen sie die elterliche Gewalt
über eines oder mehrere Kinder ausüben, die das 16. Altersjahr noch nicht
erreicht haben, eine Erziehungsgutschrift angerechnet, wobei Ehepaaren
nicht zwei Gutschriften kumulativ gewährt werden (Art. 29sexies Abs. 1
AHVG). Die Erziehungsgutschrift entspricht dem Betrag der dreifachen mi-
nimalen jährlichen Altersrente gemäss Art. 34 AHVG im Zeitpunkt der Ent-
stehung des Rentenanspruchs (Art. 29sexies Abs. 2 AHVG). Im Jahr 2018
beläuft sich der Betrag der minimalen monatlichen Altersrente auf
Fr. 1‘175.- (Art. 3 Abs. 1 der Verordnung 15 über Anpassungen an die
Lohn- und Preisentwicklung bei der AHV/IV/EO; SR 831.108) und die (un-
geteilte) Erziehungsgutschrift mithin auf Fr. 42‘300.- (3 x 12 x Fr. 1‘175.-).
Bei verheirateten Personen wird die Erziehungsgutschrift während der Ka-
lenderjahre der Ehe hälftig aufgeteilt. Der Teilung unterliegen aber nur die
Gutschriften für die Zeit zwischen dem 1. Januar nach Vollendung des
20. Altersjahres und dem 31. Dezember vor Eintritt des Versicherungsfal-
les beim Ehegatten, welcher zuerst rentenberechtigt wird (Art. 29sexies
Abs. 3 AHVG). Erziehungsgutschriften können nur dann angerechnet wer-
den, wenn die Eltern im Sinne von Art. 1a Abs. 1 - 4 oder Art. 2 AHVG
versichert waren (RWL Rz. 5419 1/16). Erziehungsgutschriften werden im-
mer für ganze Kalenderjahre angerechnet (vgl. Art. 52f Abs. 5 AHVV für
Eltern, welche nicht während des ganzen Kalenderjahres versichert sind).
Der Durchschnitt der Erziehungsgutschriften ergibt sich aus der Division
der anrechenbaren Erziehungsgutschriften durch die für die Ermittlung des
Durchschnitts aus Erwerbseinkommen massgebende Beitragsdauer
(Rz. 5486 1/16 RWL).
3.6
3.6.1 Die Beitragsdauer einer versicherten Person bestimmt sich in der Re-
gel nach den Einträgen in ihren individuellen Konten (IK; Art. 30ter AHVG).
Der Versicherte hat das Recht, bei jeder Ausgleichskasse, die für ihn ein
individuelles Konto führt, einen Auszug über die darin gemachten Eintra-
gungen unter Angabe allfälliger Arbeitgeber zu verlangen (Art. 141 Abs. 1
AHVV). Versicherte können innert 30 Tagen seit Zustellung des Kontoaus-
zuges bei der Ausgleichskasse eine Berichtigung verlangen (Art. 141
Abs. 2 AHVV). Wird kein Kontenauszug oder keine Berichtigung verlangt,
oder wird das Berichtigungsbegehren abgelehnt, so kann bei Eintritt des
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Versicherungsfalles die Berichtigung von Eintragungen im individuellen
Konto nur verlangt werden, soweit deren Unrichtigkeit offenkundig ist oder
dafür der volle Beweis erbracht wird (Art. 141 Abs. 3 AHVV). Das gilt nicht
nur für unrichtige, sondern auch für unvollständige beziehungsweise feh-
lende Eintragungen im IK (BGE 117 V 261 E. 3a).
3.6.2 Art. 141 Abs. 3 AHVV führt eine Beweisverschärfung gegenüber dem
im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit ein, indem der volle Beweis verlangt wird. Allerdings
soll dies nicht heissen, dass die Untersuchungsmaxime nicht gilt und der
Versicherte selbst diesen Beweis zu erbringen hat. Vielmehr soll dies heis-
sen, dass den Versicherten insofern erhöhte Mitwirkungspflichten treffen,
als dass er alles ihm Zumutbare unternehmen muss, um die Verwaltung
oder den Richter bei der Beschaffung des Beweismaterials zu unterstützen
(vgl. BGE 117 V 261 E. 3b und 3d; vgl. dazu auch UELI KIESER, Alters- und
Hinterlassenenversicherung, in: Ulrich Meyer [Hrsg.], Schweizerisches
Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016,
S. 1353 f. Rz. 565 - 568).
3.6.3 Die Beweiskraft der IK-Eintragungen, welche vor Eintritt des Versi-
cherungsfalles unangefochten waren, entspricht derjenigen eines öffentli-
chen Registers (vgl. Art. 9 ZGB; UELI KIESER, Rechtsprechung des Bun-
desgerichts zum AHVG, 3. Aufl., 2012, Art. 30ter N. 1 mit Hinweis auf ZAK
1969 72 f. E. 2; AHI-Praxis 2002 S. 240). Beim Auszug aus dem IK handelt
es sich um eine (öffentliche) Urkunde (UELI KIESER, ATSG-Kommentar,
3. Aufl. 2015, Art. 43 N. 21). Daraus folgt, dass die unangefochten geblie-
benen IK-Auszüge und die darin enthaltenen IK-Eintragungen für die durch
sie bezeugten Tatsachen den vollen Beweis erbringen, solange nicht die
Unrichtigkeit ihres Inhaltes nachgewiesen ist (vgl. Art. 9 Abs. 1 ZGB).
4.
Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer per 1. November
2018 Anspruch auf eine ordentliche AHV-Rente hat und die Rente zu Recht
infolge Vorbezugs um 13,6 % gekürzt worden ist. Umstritten und nachfol-
gend zu prüfen ist demgegenüber, ob entsprechend der Argumentation des
Beschwerdeführers zusätzliche Beitragsjahre samt entsprechenden Ein-
kommen berücksichtigt werden können.
4.1 Der Beschwerdeführer bringt in seiner Beschwerde im Wesentlichen
vor, es treffe zu, dass er vom 7. Oktober 1976 bis 1. August 2003 für die
spanische Botschaft in Bern gearbeitet und in dieser Zeit Beiträge an die
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spanische Sozialversicherung geleistet habe. Allerdings habe er in der Zeit
von Anfang Oktober 1976 bis 2007 auch im Reinigungsunternehmen
«B._ GmbH» gearbeitet und dabei Beiträge an die schweizerische
AHV geleistet. Folglich seien diese Beiträge bei der Rentenberechnung zu-
sätzlich zu berücksichtigen, so dass er Anspruch auf eine höhere AHV-
Rente habe (BVGer act. 1 und BVGer act. 4 [Übersetzung]).
4.2 Dagegen wendet die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung ein, massge-
blich für die Berechnung der Altersrente seien die Eintragungen im indivi-
duellen Konto. Sie habe im laufenden Beschwerdeverfahren noch weitere
Abklärungen durchgeführt, und die zuständige Ausgleichskasse habe ihr
mit Schreiben vom 14. August 2019 (act. 52) mitgeteilt, dass die Beitrags-
zeiten korrekt abgebucht worden seien. Der Beschwerdeführer habe sei-
nerseits keine Unterlagen eingereicht, welche den Nachweis zu erbringen
vermöchten, dass ihm die B._ GmbH respektive die C._ AG
tatsächlich einen AHV-Pflichtigen Lohn ausbezahlt und entsprechende
AHV-Beiträge vom Lohn abgezogen habe. Auch aus den Akten seien keine
Hinweise für diese Annahme ersichtlich (BVGer act. 9).
4.3 Der Beschwerdeführer hat auch im Beschwerdeverfahren keine Be-
weismittel zu den Akten eingereicht. Die blosse Behauptung, er habe wäh-
rend weiterer, im IK-Auszug nicht erfasster Jahre bei der früheren Arbeit-
geberin in der Schweiz gearbeitet, genügt den Anforderungen an den zu
erbringenden vollen Beweis bei Weitem nicht. Im Rahmen der Beweiswür-
digung kann zudem nicht unbeachtet bleiben, dass sich der Beschwerde-
führer bei der Begründung für die von ihm geforderten zusätzlichen Bei-
tragsjahre widersprüchlich verhalten hat. Auf der einen Seite hat er zu-
nächst mit Einsprache vom 8. Januar 2019 gefordert, es seien ihm zusätz-
liche Beitragsjahre und Einkommen für die Zeit von 1977 bis 1981 gutzu-
schreiben. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren macht der dagegen gel-
tend, es seien ihm für die Zeit von Anfang Oktober 1976 bis 2007 weitere
Beitragszeiten und entsprechendes Einkommen gutzuschreiben. Hinzu
kommt, dass der Beschwerdeführer in keiner Weise begründet, ge-
schweige denn rechtsgenüglich substanziiert darlegt und belegt, welche
AHV-Einkommen er in dieser Zeit in der Schweiz zusätzlich erzielt haben
soll und wie hoch dementsprechend die nachträglich gutzuschreibenden
Beiträge ausfallen würden.
Ferner geht auch aus den Akten nicht hervor, dass der Beschwerdeführer,
neben den im IK erfassten Beitragszeiten und Einkommen noch einen An-
spruch auf weitere Gutschriften hätte. Die vom Beschwerdeführer geltend
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gemachten Vorbringen vermögen daher an der Richtigkeit der IK-Auszüge
(act. 15, S. 11 ff.) nichts zu ändern, so dass hierauf abzustellen ist.
4.4 Der Vollständigkeit halber ist sodann darauf hinzuweisen, dass es sich
bei einer Rentenvorausberechnung im Sinne von Art. 58 Abs. 1 AHVV um
eine prognostische Rentenberechnung handelt, zumal sich Rentenan-
spruch und Rentenhöhe auf Grund von Entwicklungen in den persönlichen
Verhältnissen oder in der Rechtslage wesentlich verändern können (vgl.
dazu Kreisschreiben des BSV über die Rentenvorausberechnung [KSRV],
gültig ab 1. Januar 2001, Stand 1. Januar 2018, Rz. 1002). Die Rentenvo-
rausberechnung hat folglich keinen verbindlichen, sondern lediglich einen
informativen Charakter. Sie entfaltet keine rechtlichen Wirkungen und bin-
det die Behörden nicht (Urteil des BGer 9C_171/2011 vom 6. Juli 2011
E. 6.1; REICHMUTH, a.a.O., Rz 24.77). Hinzu kommt, dass der Beschwer-
deführer vorliegend auch noch explizit auf den unverbindlichen Charakter
der Rentenauskunft aufmerksam gemacht worden ist (Rentenauskunft der
Ausgleichskasse Bern vom 25. Februar 2015, act. 27, S. 2). Im konkreten
Fall ist die Rentenvorausberechnung mit einem mutmasslichen Betrag von
Fr. 1'266.- pro Monat namentlich deshalb höher als der effektive Renten-
betrag ausgefallen, weil die Ausgleichskasse dem Beschwerdeführer auch
für die Zeit nach dem Jahr 2005 noch mutmassliche Beiträge (als Nichter-
werbstätiger) gutschrieben hat, obwohl solche nicht geleistet worden sind
(vgl. dazu act. 27, S. 3). Soweit sich der Beschwerdeführer auf das Ergeb-
nis der Rentenvorausberechnung beruft, kann er daraus – mangels Ver-
bindlichkeit der Berechnung – nichts zu seinen Gunsten ableiten.
4.5 Eine summarische Prüfung der Berechnungsgrundlagen ergibt
schliesslich, dass auch diese nicht zu beanstanden sind. So hat die Vor-
instanz zu Recht die Rentenskala 29 angewendet, da dem Beschwerde-
führer gemäss IK-Auszug lediglich 28 volle Versicherungsjahre (inkl. 3 Ju-
gendjahre) angerechnet werden können. Dass die im individuellen Konto
festgehaltenen Einkommensbeträge unrichtig erfasst worden sein sollen,
macht der Beschwerdeführer nicht geltend und ist aufgrund der Akten auch
nicht ersichtlich.
Die Summe der dem Beschwerdeführer während der 28jährigen Beitrags-
zeit gutgeschriebenen AHV-Löhne beläuft sich unter Einbezug des Ein-
kommenssplittings auf Fr. 691‘330.-. Für die Ermittlung des Aufwertungs-
faktors hat die SAK zu Recht auf das Kalenderjahr des ersten IK-Eintrages
im Jahr 1976 abgestellt (vgl. dazu Art.10 Abs. 1 AHVG, Art. 51bis AHVV; vgl.
dazu auch Urteil des EVG H 49/05 vom 1. Dezember 2005) und auf diese
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Seite 11
Weise den Faktor korrekt auf 1.091 festgelegt (Rententabellen 2019,
S. 15). Daraus ergibt sich ein zutreffendes aufgewertetes Gesamteinkom-
men von Fr. 754’242.- (= Fr. 691’330.- x 1,091) und unter Berücksichtigung
einer Beitragsdauer von 28 Jahren und 9 Monaten respektive 345 Monaten
ein massgebendes durchschnittliches Einkommen von Fr. 26’234.-
(= Fr. 754’242.- : 345 x 12). Unter Berücksichtigung der 17 Erziehungsjahre
respektive der 17 hälftigen Erziehungsgutschriften hat die SAK sodann für
den Beschwerdeführer sodann für die 345monatige Beitragsdauer einen
korrekten Durchschnittswert in der Höhe von Fr. 12’506.- (= Fr. 42’300.- : 2
x 17 : 345 x 12) errechnet. Daraus ergab sich ein massgebendes durch-
schnittliches Jahreseinkommen von Fr. 38’740.- (= Fr. 26’234.- +
Fr. 12’506.-). Aufgerundet auf den nächst höheren Tabellenwert der Ren-
tenskala 29 in der Höhe von Fr. 38‘480.- (vgl. Rententabellen 2019, S. 48)
resultiert demnach ein Betrag von Fr. 1‘134.- respektive unter Berücksich-
tigung der Kürzung von 13,4 % infolge des Rentenvorbezugs um zwei
Jahre eine monatliche AHV-Rente von Fr. 982.- für das Jahr 2018.
5.
Zusammengefasst steht nach dem Gesagten fest, dass der Beschwerde-
führer den ihm obliegenden Beweis für die Unrichtigkeit respektive Unvoll-
ständigkeit des IK-Auszuges nicht hat erbringen können, da er weder im
vorinstanzlichen noch im vorliegenden Beschwerdeverfahren entspre-
chende Beweismittel eingereicht oder bezeichnet hat. Darüber hinaus ha-
ben auch die von der SAK im Zuge des Beschwerdeverfahrens noch durch-
geführten ergänzenden Abklärungen keinerlei Hinweise für die Unrichtig-
keit der Eintragungen im individuellen Konto ergeben. Die summarische
Prüfung der Rentenberechnung hat ferner ergeben, dass die monatliche
AHV-Rente korrekt ermittelt worden und folglich nicht zu beanstanden ist.
Die Beschwerde erweist sich somit als offensichtlich unbegründet und ist
deshalb im einzelrichterlichen Verfahren nach Art. 23 Abs. 2 VGG i.V.m.
Art. 85bis Abs. 3 AHVG abzuweisen und der angefochtene Einspracheent-
scheid vom 20. Februar 2019 ist zu bestätigen.
6.
Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient-
schädigung.
6.1 Das Verfahren ist für die Parteien kostenlos (Art. 85bis Abs. 2 AHVG),
so dass keine Verfahrenskosten zu erheben sind.
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6.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren
eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig
hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als Bundesbe-
hörde hat die obsiegende Vorinstanz jedoch keinen Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]). Dem unterliegenden Beschwerdeführer ist ent-
sprechend dem Verfahrensausgang keine Parteientschädigung zuzuspre-
chen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).
(Für das Urteilsdispositiv wird auf die nächste Seite verwiesen).
C-2272/2019
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