Decision ID: fc4d6a9d-0f39-5368-834b-cb9f2944a7d5
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Zogg, Kieser Senn Partner,
Ulrichstrasse 14, 8032 Zürich,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ wurde von seiner Arbeitgeberin, der B._ AG, am 14. Oktober 2008 bei der
IV-Stelle des Kantons St. Gallen zur Früherfassung angemeldet (IV-act. 2). Die
Arbeitgeberin gab an, dass der Versicherte seit dem 6. März 2008 wegen eines
Nabelbruchs zu 100 % arbeitsunfähig sei. Nach Aufforderung durch die IV-Stelle (IV-
act. 4) reichte der Versicherte das Anmeldeformular am 3. November 2008 ein (IV-act.
5). Er gab an, im September 1994 von C._ in die Schweiz eingereist zu sein. Nach
dem Gymnasialabschluss habe er Militärdienst geleistet. Sein erlernter Beruf sei
Polizist. Seit 1998 arbeite er zu 100 % als Maschinenführer bei der B._ AG. Seine
gesundheitlichen Beeinträchtigungen seien durch zwei Unfälle (29. Juni 2006 und 31.
Januar 2007) herbeigeführt worden.
A.b Bei einem telefonischen Gespräch am 11. November 2008 gab Dr. med. D._,
Psychiatrie FMH, gegenüber der RAD-Ärztin Dr. E._ an, der Versicherte befinde sich
seit dem 19. August 2008 zweimal pro Woche bei ihm in Behandlung (unterzeichnetes
Gesprächsprotokoll: IV-act. 16). Er leide an einer schweren, bereits chronifizierten
Depression und zusätzlich an somatischen Problemen wegen einer
Umbilicalhernienoperation im März 2008 (gestörte Schmerzverarbeitung). Der
Gesundheitszustand sei instabil und der Versicherte zurzeit nicht arbeitsfähig.
A.c Dr. med. F._, Facharzt für innere Medizin FMH, gab am 21. November bzw. 25.
Dezember 2008 gegenüber der RAD-Ärztin Dr. E._ an, der Versicherte sei wegen
chronischer Schmerzen und einer schweren Depression seit dem 6. März 2008 zu
100 % arbeitsunfähig (unterzeichnetes Gesprächsprotokoll: IV-act. 26 - 1 f.). Einem
beigelegten Bericht vom 19. August 2008 (IV-act. 26 - 7 ff.) war zu entnehmen, dass
Prof. Dr. med. G._ vom H._ die folgenden Diagnosen gestellt hatte: Starke
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Narbenschmerzen im Nabelbereich, Verdacht auf kleines infraumbilikales
Hernienrezidiv, Status nach Nabelhernienplastik am 3. Mai 2002, Status nach
Fasziendoppelung bei supraumbilikaler epigastrischer Hernie am 7. März 2007, Status
nach Hernienrezidiv im Nabelbereich 2007, Status nach Narbenhernienplastik mit
einem Kugel-Patch am 17. März 2008, Status nach postoperativem Wundinfekt und
VAC-Behandlung im März/April 2008, Status nach Exzision und Débridement eines
Restabszesses am 20. Juni 2008, chronische Obstipation und rezidivierende
Migräneanfälle. Prof. G._ hatte eine Revision und erneute Narbenhernienplastik mit
Netzimplantation empfohlen. Die Entfernung des Kugel-Patches sei die einzige
Chance, den Zustand zu verbessern und die Schmerzen zu verringern. Eine Garantie,
dass die Schmerzen postoperativ verschwunden seien, gebe es nicht. Zudem bestehe
ein erhöhtes Infektrisiko. Am 27. November 2008 teilte die IV-Stelle dem Versicherten
mit, dass wegen seines Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen
Eingliederungsmassnahmen möglich seien (IV-act. 20).
A.d Im Fragebogen für Arbeitgebende vom 8. Dezember 2008 (IV-act. 25) gab die
B._ AG an, sie beschäftige den Versicherten seit dem 1. Juli 1998 als Maschinen
führer. Sein Lohn betrage seit dem 1. Januar 2008 Fr. 49'902.10. Die Tätigkeit beinhalte
u.a. das häufige Heben, Tragen, Ziehen und Stossen von Lasten bis 25 kg, manchmal
auch von Lasten über 25 kg. Gemäss dem IK-Auszug hatte das beitragspflichtige
Einkommen im Jahr 2007 Fr. 66'692.-- betragen (IV-act. 17).
A.e Der Hausarzt gab am 3. März 2009 an, dass dem Versicherten die bisherige
Tätigkeit wegen den diversen Eingriffen an der Bauchdecke nicht mehr zumutbar sei
(IV-act. 31). Dr. D._ berichtete am 17. März 2009 (IV-act. 33), der Versicherte leide
seit dem Jahr 2000 an einer schweren depressiven Entwicklung (F33.11). Er sei wegen
Kraftlosigkeit, amotivationalem Zustand, mangelnder Aufmerksamkeit, eingeschränkter
Denkfähigkeit und fehlendem Antrieb in seiner bisherigen Tätigkeit eingeschränkt. Vom
19. August 2008 bis 31. Dezember 2008 sei er als Maschinenführer zu 100 %
arbeitsunfähig gewesen.
A.f Die Klinik I._ berichtete am 19. Mai 2009 (IV-act. 37), dass sich der Versicherte
vom 10. Dezember 2008 bis am 6. April 2009 bei ihr in stationärer Behandlung
befunden habe. Die Klinik gab die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die
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Arbeitsfähigkeit an: Mittelgradige depressive Episode (F32.1) und Somatisierungs
störung (F45.0). Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten die akzentuierten
Persönlichkeitszüge mit abhängigen und passiv aggressiven Anteilen (Z73.0), ein
Verdacht auf Hypothyreose und ein Verdacht auf essentielle Hypertonie. Die Klinik gab
weiter an, dass es sich um ein chronisches Zustandsbild handle. Die Veränderung
bestehender Verhaltensmuster habe sich sehr schwierig gestaltet. Eine Besserung des
Zustandsbildes in den nächsten Monaten sei unwahrscheinlich. Die bisherige Tätigkeit
sei dem Versicherten aufgrund der erheblichen körperlichen Belastung nicht mehr
zumutbar. Der Versicherte sei aufgrund seiner angegebenen Schmerzsymptomatik
(abdominal, linke Hüfte, tiefe Lendenwirbelsäule, linke Schulter, Kopfschmerzen) in den
Bewegungsabläufen erheblich eingeschränkt. Psychiatrischerseits bestünden tägliche
Schwankungen in der Befindlichkeit, starke regressive Rückzugstendenzen bei bereits
kleinen psychischen Belastungen und häufig dadurch ausgelösten
Konversionssymptomen (Versagen der Beine, Schwächegefühl) mit auftretender
Suizidalität. Es bestehe eine geringe Frustrationstoleranz und eine starke Affektlabilität
bei einer gleichzeitig bestehenden und wechselseitig verstärkenden
Schmerzsymptomatik. Die Denkmuster seien rigide und unflexibel.
A.g Dr. D._ berichtete am 30. Oktober 2009, dass der Versicherte an einer schweren
Depression ohne psychotische, aber mit somatischen Symptomen, zunehmend seit
Sommer 2008, sowie einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung leide (IV-
act. 42). Die stationäre Behandlung in der Klinik I._ von Dezember 2008 bis April
2009 habe wenig gebracht. Die bisherige Tätigkeit sei ihm vor allem wegen der
Schmerzen, aber auch wegen mangelnder Konzentrationsfähigkeit nicht mehr
zumutbar. Zumutbar sei ihm eine leichte Arbeit im Sitzen oder Stehen für eine Stunde
pro Tag. Seine Leistungsfähigkeit sei um ca. 60 % vermindert. Eine Tätigkeit in einem
geschützten Rahmen wäre für zwei Stunden pro Tag möglich, sofern der Versicherte
willig und kooperativ sei.
A.h Am 2. Februar 2010 fand ein Assessmentgespräch in Anwesenheit des Versi
cherten, der Eingliederungsberaterin und der RAD-Psychiaterin Dr. med. J._ statt
(ärztlicher Bericht vom 2. Februar 2010, IV-act. 54). Ziel des Gesprächs sei gewesen,
die Bedingungen einer Integrationsmassnahme zu evaluieren und das weitere
Vorgehen festzulegen. Dr. E._ (praktische Ärztin) und Dr. J._ diagnostizierten eine
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schwere Depression mit somatischen Symptomen (F33.21), aktuelle Episode seit
Sommer 2008, einen Status nach Nabelhernienplastik im Februar 2002 mit
kompliziertem Verlauf und mehreren operativen Folgeeingriffen, aktuell
Narbenschmerzen im Nabelbereich und v.a. Hernienrezidiv, sowie eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung (F45.41). Der Versicherte habe angegeben, konstante
Schmerzen im Abdomen zu haben, welche sich auf die ganze linke Körperseite
(Schulter, Beine) ausbreiteten. Er fühle sich sehr einsam und leide oft unter Migräne.
Eigentlich habe er nur noch Kontakt zu einem ehemaligen Arbeitskollegen. Seine
beiden Söhne würden ihm von der Vormundschaftsbehörde und der Ex-Frau
vorenthalten. Dr. J._ gab an, der Versicherte sei nur in eingeschränktem Ausmass in
der Lage gewesen, die gestellten Fragen konkret zu beantworten und habe sich in
Wiederholungen und Abschweifungen verloren. Der Tagesablauf zeige eine weitgehend
normale Struktur mit unauffälligen Aufsteh- und Schlafenszeiten, adäquater
Körperhygiene, Selbstverpflegung, Sozialkontakt und leichter Freizeitbeschäftigung wie
Fernsehen. Der Versicherte habe angegeben, sich überhaupt nicht vorstellen zu
können, einer Arbeit nachzugehen. Dies sei erst wieder möglich, wenn er gesund sei.
Er schlafe schlecht und könne sich nicht konzentrieren, weshalb er seit fünf Jahren
nicht mehr selber Auto fahre. Der Versicherte sei eine Dreiviertelstunde zu spät zum
vereinbarten Gesprächstermin erschienen; er sei in den falschen Zug eingestiegen. Er
habe im Assessmentgespräch eine depressive Symptomatik mit gedanklicher Fixierung
und Einengung auf die belastenden Lebensumstände gezeigt, wobei die
psychosozialen Probleme eine ebenso grosse Rolle gespielt hätten wie die
Schmerzproblematik. Der Versicherte könne keine Zukunftsperspektiven entwickeln
und lehne Hilfsangebote ab. Subjektiv sehe er sich nicht in der Lage, an einer
niederschwelligen Integrationsmassnahme mitzuwirken. Aus medizinischer Sicht sei
eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft derzeit nicht vorstellbar. Aufgrund der
geschilderten Tagesstruktur, der Tatsache, dass der Versicherte selbständig den relativ
aufwendigen Weg von Jona bis St. Gallen habe zurücklegen können und aufgrund
seiner Präsentation während des eineinhalbstündigen Assessmentgesprächs erscheine
die Ausübung einer körperlich leichten Tätigkeit im geschützten Rahmen während
anfänglich zwei Stunden täglich allerdings durchaus möglich. Obwohl nach Ansicht des
Hernienspezialisten Prof. G._ eine erneute operative Revision die einzige Chance auf
eine Verringerung der Schmerzen sei, sei eine Auflage zur Schadenminderung nicht
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angezeigt, zumal ein günstiges Outcome nicht garantiert werden könne. Zur definitiven
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei eine polydisziplinäre Begutachtung erforderlich. Am
10. Februar 2010 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass aufgrund seines
Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen Massnahmen möglich seien (IV-act.
60).
A.i Vom 28. Januar bis 17. Mai 2010 war der Versicherte zum zweiten Mal in der Klinik
I._ hospitalisiert (provisorischer Austrittsbericht: IV-act. 67). Die Klinik gab als
Diagnosen eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (F32.3),
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung bei Vorliegen andernorts kategorisierter
somatischer Leiden (F45.4) sowie eine Akzentuierung von Persönlichkeitszügen mit
abhängigen, passiv-aggressiven Anteilen (Z73.1) an. Die Zuweisung sei wegen akuter
Suizidalität bei schwerer depressiver Symptomatik erfolgt. Diese Symptomatik sei
durch eine Überforderung in der Bewältigung der schwierigen Lebenssituation bedingt
(Arbeitsunfälle mit bleibend somatischer Beeinträchtigung, Verlust des Arbeitsplatzes);
diese werde durch einen chronifizierten Somatisierungsprozess in Verbindung mit
erheblichen emotionalen und psychosozialen Konflikten verstärkt.
A.j Am 24. August 2010 wurde der Versicherte durch die MEDAS Zentralschweiz
polydisziplinär (internistisch, rheumatologisch und psychiatrisch) begutachtet
(Gutachten vom 28. Dezember 2010: IV-act. 74). Als Diagnose mit wesentlicher
Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit wurde ein chronisches
Halbseitenschmerzsyndrom links mit/bei chronischem zerviko-thorako-lumbo-
vertebragenem Syndrom angegeben. Als Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit wurden eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4),
eine beginnende Coxarthrose beidseits und Übergewicht genannt. Der Versicherte gab
an, dass seine Ex-Frau der Beginn seiner Probleme gewesen sei. Er habe zu viel
gearbeitet und seine Ex-Frau habe ihm das (ersparte) Geld, ca. Fr. 120'000.--,
weggenommen. 1994, als er seine Ex-Frau in C._ geheiratet habe, sei sie sehr nett
gewesen. Zurück in der Schweiz sei sie nach wenigen Wochen zu einer ganz anderen
Frau geworden; sie habe ihn immer beleidigt. Dies habe letztlich im Jahr 2000 zur
Trennung geführt. Seither sei die Situation wegen Konflikten betreffend das
Besuchsrecht noch schlimmer geworden. Obwohl ihm zwei Hernienspezialisten zu
einer erneuten Operation geraten hätten, habe er in eine solche nicht eingewilligt, weil
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er Angst vor möglichen Komplikationen habe und es keine Garantie für eine Besserung
gebe. Am schlimmsten seien die ständig vorhandenen Schmerzen in der linken
Körperseite (von Kopf bis Fuss). Auch sein Bauch bereite ihm immer Schmerzen; er
könne deswegen nur noch etwa eine halbe Stunde am Stück gehen. Ein weiteres
Problem sei die drei- bis viermal pro Monat auftretende Migräne mit Übelkeit und
Erbrechen. Alles sei eine Katastrophe ‒ er sei immer traurig wegen den Kindern, weil er
seine Eltern seit zwei Jahren nicht mehr gesehen habe und wegen der finanziellen
Probleme. Er habe keine Hoffnung und keine Kraft mehr und sei sehr schwach
geworden. Oft sei er nur zu Hause und weine. Dr. med. K._, Facharzt Rheumatologie
FMH, erklärte, dass seine Untersuchung eine ausgeprägte Fehlstatik mit antalgischer
Schonhaltung im Sinne einer schmerzhaft fixierten, hoch thorakalen Hyperkyphose,
verbunden mit Kopfpropulsion und Schulterprotraktion und Entwicklung einer
erheblichen muskulären Dysbalance und Dekonditionierung ergeben habe
(rheumatologisches Konsilium: IV-act. 74 - 28 ff.). Die Schonhaltung stehe im
Zusammenhang mit den Abdominalschmerzen periumbilical bei paraumbilicaler
Rezidivhernie. Der Versicherte versuche, jegliche Spannung auf die Abdominalwand zur
Schmerzvermeidung zu vermeiden, was zu einem grotesken Fehlverhalten und
Entwicklung einer Schmerzkrankheit mit aktueller Präsentation eines chronischen
Halbseitenschmerzsyndroms links geführt habe. Das gesamte Schmerzverhalten weise
zusätzlich eine deutliche Überlagerungssymptomatik mit Inkonsistenzen auf: Während
die Beweglichkeit des Arms im linken Schultergelenk in der Untersuchungssituation
erheblich eingeschränkt gewesen sei, habe der Versicherte diesen beim Ankleiden
unbehindert benützen können. Auch das linkseitige Hinken sei inkonstant gewesen.
Das Hauptproblem des Versicherten sei die abdominale Situation mit
Nabelhernienrezidiv/paraumibilicaler Rezidivhernie, konsekutiv schmerzbedingtem
Schonverhalten und diesbezüglich sekundärer Entwicklung eines ausgeprägten
panvertebralen Schmerzsyndroms und einer chronifizierten
Halbseitenschmerzsymptomatik. Aus rheumatologischer Sicht könnten dem
Versicherten keine körperliche Schwerarbeit, keine Arbeiten mit vorgeneigtem oder
abgedrehtem Oberkörper, keine Arbeiten mit den Armen an oder über der Schulter
horizontalen und keine Arbeiten auf vibrierenden Maschinen, auf Dächern oder auf
Gerüsten mehr zugemutet werden. Bei seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Maschinenführer habe es sich um eine körperlich zumeist schwere Arbeit in
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rückenhygienisch ungünstigen Arbeitspositionen gehandelt. In dieser Tätigkeit sei der
Versicherte zu 100 % arbeitsunfähig. Körperlich leichte Arbeiten seien ihm ganztags
mit einer geschätzten Leistungseinbusse von 20 % infolge schmerzbedingt vermehrter
Pausen und langsamerem Arbeitstempo zumutbar. Dr. K._ erklärte zudem, dass ein
Hernienspezialist beurteilen müsse, ob die Arbeitsfähigkeit wegen der Herniensituation
abdominal weitergehend eingeschränkt sei. Er selbst sei hierzu nicht kompetent. Die
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe seit dem Unfall vom 3. Mai 2007. Primär
müsste noch einmal die Behandlungsmassnahme des vermuteten Nabelhernienrezidivs
diskutiert werden. Der psychiatrische Gutachter Dr. med. L._ gab an, der Versicherte
habe während der ganzen Untersuchung wenig Gefühle gezeigt und in aller
Deutlichkeit auf die völlig desolate Lebenssituation ohne irgendeine Perspektive und
ohne Entwicklungspotential im beruflichen oder persönlichen Bereich hingewiesen
(psychiatrisches Konsilium: IV-act. 74 - 40 ff.). Dr. L._ gab keine Diagnosen mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit an. Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit gab er eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4) und
Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung (Stress,
ausgeprägte psychosoziale Belastungssituation, Z73.3) an. Dr. L._ führte aus, dass
der Versicherte nach seinen eigenen Schilderungen die Erlebnisse im Militärdienst
relativ bald und ohne schwerwiegende Folgen verarbeitet habe. Kurz nach der Heirat
1994 sei er ohne Sprachkenntnisse und ohne Beruf in die Schweiz gekommen. Dieser
Schritt habe für ihn eine schwere Entwurzelung bedeutet. Nachdem sich die Ehe
problematisch gestaltet habe, sei bereits wenige Monate nach der Einreise in die
Schweiz ein Scheitern in allen Lebensbereichen programmiert und zu erwarten
gewesen. Er habe sich den beruflichen Herausforderungen gestellt, aber bald erleben
müssen, dass seine Hoffnungen und Erwartungen nicht erfüllt würden. Der Verlust
seiner Ersparnisse, das Scheitern der Ehe und die beiden Unfälle, die von der Suva
nicht als solche gewürdigt worden seien, hätten dann zur Dekompensation und zur
völligen Selbstaufgabe geführt. Dr. D._ habe eine Arbeitsunfähigkeit in sehr
weitgehendem Umfang bestätigt, ohne dabei zwischen soziokulturellen Faktoren und
einem psychiatrischen Leiden in engerem Sinne zu unterscheiden. Der psychiatrische
Sachverständige prüfte mit Bezug auf die diagnostizierte somatoforme
Schmerzstörung sodann die Foerster-Kriterien: Vollkommen zurecht habe der
Versicherte ihm gegenüber darauf hingewiesen, dass ihn vor allem die finanziellen
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Engpässe, die Enttäuschung über den Geldverlust, die Niedergeschlagenheit
angesichts der ungünstigen ehelichen Entwicklung und angesichts der fehlenden
Kontaktmöglichkeiten mit den Kindern beeinträchtigten und nicht so sehr eine
Depression in engerem Sinne. Eine Komorbidität liege demnach eindeutig nicht vor,
auch wenn viele Phänomene seiner Persönlichkeit durchaus auch bei einer Depression
auftreten könnten. Bezüglich der Chronizität körperlicher Begleiterkrankungen sei
festzuhalten, dass der Versicherte im Gespräch selbst die Beschwerden ohne
Schwierigkeiten stehend habe veranschaulichen können, sich nach dem Gespräch
jedoch derart leidend präsentiert habe, dass er kaum noch habe aufstehen können und
die Räume der MEDAS nur sehr zögernd verlassen habe. Weiter müsse ein sozialer
Rückzug ohne finanzielle Mittel fast zwingend stattfinden. Trotzdem habe der
Versicherte eingestanden, Bücher zu lesen, schriftlich zu korrespondieren und sich
nach Kontakten mit den Kindern zu sehnen und einen Austausch mit einem Kameraden
zu pflegen. Auch im nahegelegenen Einkaufszentrum nehme er die
Kontaktmöglichkeiten war. Ein verfestigter, innerseelischer Verlauf sei wohl
anzunehmen, werde aber unterbrochen durch ein gewisses Aufblühen im geschützten
Rahmen der psychiatrischen Kliniken. Das Behandlungsergebnis müsse unter diesen
Rahmenbedingungen unbefriedigend sein, der soziale Kontext lasse gar keine andere
Lösung zu. Aus psychiatrischer Sicht sei eine Berentung nicht gerechtfertigt, auch
wenn der Versicherte, so schmerzgeplagt wie er sei, keine Anstellung mehr finden
werde. Die Sachverständigen schätzten die Arbeitsfähigkeit aus polydisziplinärer Sicht
für die angestammte Tätigkeit ab November 2008 auf 0 %. In einer adaptierten
Tätigkeit sei der Versicherte ab dem Datum der Schlussbesprechung, d.h. ab
Dezember 2010 zu 80 % arbeitsfähig aufgrund einer Leistungsverminderung von 20 %
wegen einem erhöhten Pausenbedarf und einem langsameren Arbeitstempo. Eine
wesentliche Besserung der Gesamtsituation sei nicht zu erwarten, auch nicht durch
eine erneute Hernienoperation.
A.k Am 15. April 2011 nahmen die RAD-Ärztinnen Dr. E._ und Dr. J._ Stellung zum
Gutachten (IV-act. 75). Sie erklärten, dass aus somatischer Sicht hinsichtlich des
adaptierten Tätigkeitsprofils zu ergänzen sei, dass eine leidensadaptierte Arbeit einen
Wechsel zwischen Gehen, Stehen und Sitzen zulassen müsse; häufiges Gehen und
Stehen seien dem Versicherten nicht zuzumuten. Im Gegensatz zum somatischen Teil
des Gutachtens sei der psychiatrische Teil nicht gut nachvollziehbar. Zum einen fehlten
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beim erhobenen Psychostatus, auf welchen sich die Diagnose stütze, wesentliche
Angaben zum Antrieb, zur Konzentration und zum formalen Denken. Zum anderen
müsse Kritik an der Überprüfung der Foerster-Kriterien angebracht werden: So habe
der psychiatrische Sachverständige angeführt, dass eine Depression im engeren Sinne
nicht diagnostiziert werden könne, sondern psychosoziale Faktoren für die seelische
Befindlichkeit ausschlaggebend seien. Diese Aussage sei nicht nachvollziehbar und
werde auch nicht durch entsprechende Befunde im Psychostatus gestützt. Dr. D._,
die Ärzte der Klinik I._ und sie selbst hätten eine mittelschwere bis schwere
Depression festgestellt. Diese liege unabhängig von der somatoformen
Schmerzstörung als selbständige krankheitswertige Störungsentität vor. Weiter sei das
Vorliegen einer chronischen körperlichen Begleiterkrankung, nämlich die langjährige
Hernienproblematik mit Rezidiven und Infektionen, ausgewiesen. Der Psychiater habe
zudem selber bemerkt, dass ein verfestigter innerseelischer Verlauf vorliege. Dies
könne aufgrund der langjährigen erfolglosen Therapiebemühungen bestätigt werden.
Die Foerster-Kriterien seien somit überwiegend zu bejahen und die gutachterliche
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit müsse korrigiert werden. Die RAD-Ärztinnen kamen
zum Schluss, dass der Versicherte in der angestammten Tätigkeit als Maschinenführer
seit März 2008 nicht mehr arbeitsfähig sei. In einer leidensadaptierten Tätigkeit sei er
zu 60 % arbeitsfähig. Weitere medizinische Abklärungen seien derzeit nicht nötig.
A.l Die Klinik I._ berichtete am 30. August 2011 (IV-act. 81), dass sich der
Versicherte seit dem 1. April 2011 in der Klinik in stationärer Behandlung befinde. Aus
psychiatrischer Sicht leide er an einer schweren depressiven Episode mit
psychotischen Symptomen (F32.2) und an einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung bei Vorliegen andernorts kategorisierter somatischer Leiden (F45.4).
Die Klinik befand, dass der Versicherte psychomotorisch verlangsamt wirke; Gestik und
Mimik seien reduziert. Im formalen Denken sei er sehr auf seine Beschwerden, vor
allem auf seine Schmerzen, eingeengt. Er habe auch über ein reduziertes
Konzentrationsvermögen berichtet. Manchmal höre er die Stimmen seiner Kinder bzw.
seiner zwei (verstorbenen) Verwandten. Im Affekt wirke er depressiv, deprimiert,
niedergeschlagen, ratlos und verzweifelt. Er klage über Schlafstörungen mit
Albträumen und eine Grübelneigung. Bei anamnestisch bekannter unzureichender
Wirkung verschiedener Psychopharmaka werde zurzeit eine Wachtherapie
(Schlafentzug) durchgeführt, welche jedoch nur einen geringen Erfolg hinsichtlich
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Verbesserung der Stimmung und des Antriebs zeige. Der Versicherte sei ein chronisch
psychisch schwer kranker Mann. Es werde eine EKT-Behandlung
(Elektrokrampftherapie) in Erwägung gezogen. Aus psychiatrischer Sicht sei er wegen
täglicher Niedergeschlagenheit, Schwankungen in der Befindlichkeit, stark regressiven
Tendenzen und Rückzugstendenzen bei bereits kleinen psychischen Belastungen und
häufig ausgelösten Konversionssymptomen (Versagen der Beine, Schwächegefühl) mit
auftretender Suizidalität in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Es bestehe ein
verminderter Antrieb, eine geringe Frustrationstoleranz, eine geringe Stresstoleranz und
dadurch verursachte Krisensituationen, teilweise mit Suizidalität. Die Auffassungsgabe,
die Konzentrationsfähigkeit, die Anpassungs- und Umstellungsfähigkeit seien ebenfalls
stark eingeschränkt. Es sei davon auszugehen, dass der Versicherte in einer
adaptierten Tätigkeit wieder eine teilweise Arbeitsfähigkeit erlangen werde. Gemäss
dem Austrittsbericht der Klinik I._ vom 7. Oktober 2011 war der Versicherte am
27. September 2011 aus der Klinik ausgetreten. Der Grund für den dritten
Klinikaufenthalt sei wiederum eine akute Suizidalität bei schwerer depressiver
Symptomatik gewesen. Beim Austritt habe der Versicherte eine Verbesserung der
Stimmungslage bzw. des Antriebs gezeigt. Er sei aber immer noch deprimiert und die
Schlafqualität sei noch nicht ideal gewesen. Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am
13. Oktober 2011 mit, dass zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen
möglich seien (IV-act. 92).
A.m Am 11. November 2011 erklärte Dr. J._ vom RAD, dass der psychische
Gesundheitszustand des Versicherten instabil sei und deshalb die Art und der Umfang
einer adaptierten Tätigkeit noch nicht festgelegt werden könne (IV-act. 95). Seit April
2011 sei er in jeglicher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig. Angesichts der letzten
mehrmonatigen psychiatrischen Hospitalisation könne nur noch hinsichtlich der
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auf das MEDAS-
Gutachten abgestellt werden.
A.n Dr. D._ berichtete am 11. März 2012 (IV-act. 98), dass der Gesundheitszustand
seit dem Klinikaustritt im September 2011 stationär sei. Es bestehe ein chronischer
Verlauf auf einem tiefen Funktionsniveau; der Gesundheitszustand sei miserabel. Der
Versicherte sei seit Monaten bei den alltäglichen Lebensverrichtungen auf Dritthilfe
angewiesen; das Einkaufen, Kochen, Putzen und Waschen erledigten die
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psychiatrische Spitex und ein Freund. Der Versicherte lasse sich einfach schleifen. Die
körperliche Hygiene klappe jedoch noch. Man habe nicht den Eindruck, dass die
sechsmonatige Hospitalisation irgendetwas gebracht habe. Es gehe überhaupt nicht
vorwärts. Eine EKT-Behandlung sei in den nächsten Wochen geplant. Der Versicherte
sei fast vollständig passiv. Die Prognose sei angesichts der starken
Somatisierungstendenz und der ungünstigen sozialen Situation (Rosenkrieg) schlecht.
A.o Am 11. Juli 2012 erklärte die RAD-Ärztin Dr. med. M._ (IV-act. 99), dass der
Versicherte aus rein medizinischer Sicht auch in einer adaptierten Tätigkeit nicht
arbeitsfähig sei. Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei jedoch die Übernahme der
MEDAS-Beurteilung und damit eine Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer adaptierten
Tätigkeit ebenfalls möglich. Von weiteren medizinischen Massnahmen sei angesichts
der Gesamtsituation keine wesentliche Besserung zu erwarten. Weitere medizinische
Abklärungen seien derzeit nicht erforderlich. Am 6. August 2012 präzisierte Dr. M._
(IV-act. 100) ihre vorgenannten Aussagen. Sie gab an, dass der Versicherte
unbestrittenermassen an gesundheitlichen Problemen leide. Gleichzeitig bestünden bei
ihm zahlreiche Schwierigkeiten in seinem Umfeld, die sich mit den gesundheitlichen
Problemen vermischten. Die MEDAS-Gutachter hätten die Sachlage ausreichend
geklärt und streng entsprechend der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bewertet.
Der Sachverhalt sei schon lange ausreichend abgeklärt. Es gehe lediglich um die Frage
der Bewertung der Auswirkung der gesundheitlichen Schwierigkeiten. Aus ihrer Sicht
könne das MEDAS-Gutachten als Grundlage für diesen Entscheid dienen.
B.
B.a Mit Vorbescheid vom 5. September 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
dass die Abweisung seines Rentengesuchs vorgesehen sei (IV-act. 105). Zur
Begründung führte sie an, dass er in seiner angestammten Tätigkeit als
Maschinenführer zu 100 % arbeitsunfähig sei. In einer körperlich leichten Tätigkeit sei
er jedoch zu 80 % arbeitsfähig; die Einschränkung von 20 % bestünde in einer
verminderten Leistungsfähigkeit aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs und eines
langsameren Arbeitstempos. Als Valideneinkommen zog die IV-Stelle das zuletzt
erzielte Einkommen als Maschinenführer heran und passte es der
Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2011 an (Fr. 69'172.--). Das Invalideneinkommen
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entsprach 80 % des durchschnittlichen Einkommens eines Hilfsarbeiters im Jahr 2011
gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (Fr. 49 421.--).
Hieraus resultierte ein IV-Grad von 29%
B.b Am 12. bzw. 27. November 2012 liess der Versicherte durch die Klinik N._ einen
Einwand erheben (IV-act. 114). Die Klinik N._ gab an, dass der Versicherte vom 26.
Juli bis 13. November 2012 in der Klinik hospitalisiert gewesen sei. Ihres Erachtens sei
er wegen einer schweren, chronifizierten depressiven Symptomatik bis auf weiteres zu
100 % arbeitsunfähig. Als Diagnosen gab die Klinik N._ eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (F33.1) und eine chronische
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41) an. Die Klinik
N._ befand, dass der Versicherte psychomotorisch deutlich verlangsamt sei und eine
leichte Hypomimie vorliege. Es bestünden sowohl Konzentrations- als auch
Merkfähigkeitsstörungen. Zudem habe sich eine deutliche Tendenz zu
Gedankenkreisen mit den Schwerpunkten Gesundheit, Kinder und Ehekonflikt sowie
Grübeln gezeigt. Hinweise auf eine psychotische Symptomatik seien keine vorhanden.
Die Stimmung sei konstant bedrückt und der Versicherte sei zeitweilig weinerlich. Er
leide unter einer ausgeprägten Anhedonie und Interessenlosigkeit. Er sei hoffnungslos
und habe sich weitgehend aus dem Leben zurückgezogen. Der Appetit sei leicht
vermindert. Es bestünden Ein- und Durchschlafstörungen sowie Früherwachen. Im
Verlauf der EKT-Behandlung habe eine deutliche Aufhellung der Stimmungslage
verzeichnet werden können. Eine im Anschluss durchgeführte Umstellung der
antidepressiven Medikation habe keine nachhaltige Besserung der Beschwerden
gebracht. Die psychosoziale Situation (langjähriger Ehekonflikt, Arbeitsverlust, sozialer
Rückzug) habe sich im Rahmen sozialpsychiatrischer Massnahmen nicht nachhaltig
beeinflussen lassen. Der psychiatrische Sachverständige der MEDAS vertrete den
Standpunkt, dass für die seelische Befindlichkeit überwiegend psychosoziale Faktoren
massgeblich seien. Die Klinik N._ habe demgegenüber beobachten können, dass
sich die Stimmungslage im Verlauf der Hospitalisation verbessert habe und somit ein
phasischer Verlauf der Symptomatik vorliege. Aufgrund des umschriebenen
psychopathologischen Befundes bestehe kein Zweifel daran, dass der Versicherte an
einer rezidivierenden depressiven Störung leide. Der andauernde Stress aufgrund der
erwähnten psychosozialen Faktoren über viele Jahre habe das Entstehen der
Erkrankung vermutlich mitverursacht und wirke sich weiterhin sehr ungünstig auf die
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Prognose aus. Die psychosoziale Belastungsreaktion sei jedoch weder ausreichend,
um den Umfang der Beschwerden bei Klinikeintritt noch um den beobachteten
phasischen Verlauf zu erklären. Zudem habe eine umfangreiche arbeitstherapeutische
Untersuchung im Verlauf der Hospitalisation erheblich verminderte Fähigkeiten in allen
geprüften Bereichen gezeigt. Es bestünden deutliche Konzentrations- und
Merkfähigkeitsstörungen, teilweise auch Störungen der Auffassung bei der Gabe
einfacher Instruktionen. Wiederholt habe sich gezeigt, dass der Versicherte durchaus
motiviert sei, an der Diagnostik teilzunehmen. Zusammenfassend habe jedoch
festgestellt werden müssen, dass eine Integration des Versicherten höchstens im
geschützten Rahmen möglich sei. Die Prognose erscheine derzeit recht ungünstig, da
trotz intensiver Behandlung nur eine teilweise Remission der Beschwerden habe
erreicht werden können.
B.c Am 4. Februar 2013 nahm Dr. M._ vom RAD Stellung zum Einwand (IV-act. 115).
Sie erklärte, dass die Ärzte der Klinik N._ keine wesentlich andere Symptomatik
beschrieben hätten. Im Gegensatz zur MEDAS gehe die Klinik N._ von einer
wiederkehrenden Symptomatik aus. Es gehe hierbei aber um eine wissenschaftliche
Diskussion, die mit der medizinischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht wirklich
etwas zu tun habe. Die Klinik N._ habe betont, dass sich der Versicherte sehr
bemühe und wirklich nicht könne. In dieser Haltung habe er sich schon früher
präsentiert. Es handle sich daher um eine unterschiedliche Beurteilung eines im
Wesentlichen unveränderten medizinischen Sachverhalts. Von einer erneuten
Begutachtung sei keine Lösung dieser scheinbaren Widersprüche zu erwarten. Aus
medizinischer Sicht gebe es keine neuen Aspekte, die eine andere
versicherungsmedizinische Beurteilung des Falles rechtfertigen würden. Der Fall ziehe
sich schon länger hin und eine gewisse Chronifizierung der Beschwerden sei dabei bei
ausgeprägtem subjektiven Krankheitsgefühl auch normal. Dies bedeute nicht, dass
diese Beschwerden versicherungsmedizinisch anders beurteilt würden.
B.d Mit Verfügung vom 12. März 2013 wies die IV-Stelle das Rentengesuch aus den im
Vorbescheid genannten Gründen ab (IV-act. 116). Zur Begründung des Einwandes zog
sie hauptsächlich die Stellungnahme des RAD vom 4. Februar 2013 heran.
C.
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C.a Gegen diese Verfügung liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am
24. April 2013 Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die
Aufhebung der Verfügung und die Zusprache einer ganzen IV-Rente. Die IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) habe den Einwand der Klinik N._ u.a.
dahingehend gewürdigt, dass es sich lediglich um eine unterschiedliche Beurteilung
eines im Wesentlichen unveränderten medizinischen Sachverhalts handle. Sie habe
somit für die Beurteilung einer erstmaligen Rentenzusprache die Voraussetzungen einer
Rentenrevision gemäss Art. 17 ATSG geprüft. Dies sei nicht zulässig. Bis zum Vorliegen
einer rechtskräftigen Verfügung seien andere Würdigungen medizinischer Sachverhalte
selbstverständlich zulässig. Es sei Aufgabe der Beschwerdegegnerin, unterschiedliche
Einschätzungen gegeneinander abzuwägen. Ihre Argumentation erwecke den Eindruck,
dass das MEDAS-Gutachten von Vornherein als sakrosankt zu betrachten sei. Damit
habe sie ihre Untersuchungspflicht verletzt. Darüber hinaus habe die
Beschwerdegegnerin nicht berücksichtigt, dass aus medizinischer Sicht erfolglos alles
unternommen worden sei, um die Depression zu behandeln (EKT-Behandlung,
Medikamente). Schliesslich sei noch darauf hinzuweisen, dass die MEDAS-
Begutachtung in einer Art und Weise abgelaufen sei, welche nicht akzeptiert werden
könne. Der Beschwerdeführer habe zwei Stunden im Wartezimmer warten müssen. In
der Folge seien die drei Teilbegutachtungen innert etwa 15 Minuten vollzogen worden.
Alle Gutachter hätten sich unanständig verhalten. Der psychiatrische Gutachter habe
erklärt, er höre täglich solche Geschichten, worauf er die Begutachtung nach fünf
Minuten beendet und den Beschwerdeführer aus dem Raum geschickt habe. Bei der
körperlichen Untersuchung habe der rheumatologische Gutachter mitgeteilt, dass er an
den Unfällen nicht interessiert sei. Der Beschwerdeführer habe dann lediglich kurz hin
und her gehen müssen und sei anschliessend mit einem Metermass vermessen
worden. Auch diese Untersuchung habe lediglich ca. fünf Minuten gedauert. Das
MEDAS-Gutachten dürfe somit bereits aus diesem Grund nicht verwertet werden. Da
der Versicherte in seiner bisherigen und in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 %
arbeitsunfähig sei, habe er Anspruch auf eine ganze IV-Rente.
C.b Am 24. Juni 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Sie führte aus, dass das MEDAS-Gutachten die von der
Rechtsprechung aufgestellten formellen und materiellen Voraussetzungen an ein lege
artis abgefasstes beweiskräftiges Gutachten erfülle. Der psychiatrische Gutachter habe
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den Beschwerdeführer sorgfältig und in Kenntnis der Vorakten exploriert, was die
detaillierten Angaben in seinem Teilgutachten eindeutig belegten. Eine solche Vielzahl
sachbezogener Informationen lasse sich nicht innert fünf Minuten in Erfahrung bringen.
Auch das Teilgutachten des rheumatologischen Sachverständigen enthalte
ausführliche Angaben zur Untersuchung, die keinesfalls in fünf Minuten hätten in
Erfahrung gebracht werden können. Die Angaben des Beschwerdeführers über die
Dauer der psychiatrischen und rheumatologischen Untersuchung seien daher
unglaubwürdig. Gemäss dem rheumatologischen Gutachter hätten keine ausgeprägten
pathologischen Befunde am Bewegungsapparat festgestellt werden können, weshalb
die bescheinigte 20 %ige Leistungsverminderung als eher grosszügig erscheine, zumal
eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten
Verhalten bestanden habe. Der psychiatrische Sachverständige habe nachvollziehbar
das Vorliegen einer Depression im engeren Sinne und damit das Vorliegen einer
erheblichen psychischen Komorbidität verneint. Die Ärzte der Klinik N._ hätten
Parteistellung für den Versicherten bezogen, weshalb sie nicht als unabhängige
Sachverständige betrachtet werden könnten. Die Beweiskraft ihrer Angaben sei
dadurch von Vornherein geschmälert. Zu berücksichtigen sei sodann, dass ein
psychiatrischer Sachverständiger praktisch immer einen gewissen Spielraum innerhalb
der verschiedenen medizinisch-psychiatrischen Interpretationen habe. Es könne darum
nicht angehen, eine lege artis vorgenommene Administrativ- oder Gutachterexpertise
stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn
die behandelnden Ärzte zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangten. Die Ärzte der
Klinik N._ hätten keine Gesichtspunkte vorgebracht, die im Rahmen der
psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben und geeignet seien, zu einer
abweichenden Beurteilung zu führen. Ob Symptome als ein psychosozialer
Belastungszustand zu interpretieren seien oder die Diagnose einer depressiven
Störung rechtfertigten, liege im Ermessen des Gutachters. Ein unüberwindbarer
Widerspruch, der Anlass für das Einholen eines Gerichtsgutachtens bilden würde, liege
daher ebenfalls nicht vor. Es sei daher zu Recht auf das MEDAS-Gutachten abgestellt
worden.
C.c Mit Replik vom 3. Dezember 2013 (act. G 13) hielt der Rechtsvertreter an den mit
der Beschwerde gestellten Anträgen fest. Eventualiter beantragte er die Einholung
eines Gerichtsgutachtens. Er argumentierte, dass aus den folgenden Gründen nicht auf
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das MEDAS-Gutachten abgestellt werden könne: Erstens enthalte das psychiatrische
Konsilium keine wirkliche Befunderhebung. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die
von allen Psychiatern (auch den RAD-Ärzten) einheitlich gestellte Diagnose einer
schweren Depression verschwunden sein sollte. Auch die Diagnosestellung der
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung habe der psychiatrische Sachverständige
nicht schlüssig mit Befunden nachgewiesen. Für den psychiatrischen
Sachverständigen scheine das Vorliegen von psychosozialen Faktoren zu bedeuten,
dass keine psychische Erkrankung vorliege. Die Klinik N._ habe darauf hingewiesen,
dass die psychosoziale Belastungsreaktion nicht ausreichend sei, den Umfang der
Beschwerden sowie den beobachteten phasischen Verlauf zu erklären. Zweitens
überzeuge die Prüfung der Foerster-Kriterien nicht. Das Vorliegen einer psychischen
Komorbidität sei erfüllt, da der Beschwerdeführer an einer schweren Depression leide.
Der rheumatologische Gutachter habe chronische körperliche Einschränkungen
festgestellt und für weitere Abklärungen an einen Hernien-Fachspezialisten verwiesen.
Im Zusammenhang mit dem sozialen Rückzug sei festzuhalten, dass sich der
Beschwerdeführer sozial praktisch ganz zurückgezogen habe. So liege er die meiste
Zeit zuhause im Bett. Sodann seien die während den Klinikaufenthalten eingetretenen
Verbesserungen nie nachhaltig gewesen und es sei immer schnell zu Rückfällen
gekommen. Anders seien die jährlich mehrmonatigen stationären Aufenthalte und die
permanente Suizidalität nicht zu erklären. Auch das Kriterium des verfestigten,
innerseelischen Verlaufs sei somit erfüllt. Und schliesslich sei auch das Kriterium des
unbefriedigenden Behandlungsergebnisses offensichtlich erfüllt. Sogar eine EKT-
Behandlung sei nicht erfolgreich gewesen und der Beschwerdeführer spreche nicht gut
auf Medikamente an. Auch die beiden RAD-Ärztinnen Dr. E._ und Dr. J._ seien zum
Schluss gekommen, dass das psychiatrische Teilgutachten nicht gut nachvollziehbar
sei. Allein schon aufgrund der ungenügenden Befunderhebung im psychiatrischen
Teilgutachten sowie aufgrund der oberflächlichen Prüfung der Foerster-Kriterien dürfe
nicht auf das MEDAS-Gutachten abgestellt werden. Im Übrigen habe der
psychiatrische Sachverständige nicht erklärt, weshalb die Diagnosen der
behandelnden Ärzte nicht zutreffen sollten. Zu bemerken sei auch, dass die beiden
Teilgutachter das Hauptgutachten nicht unterzeichnet hätten. Auch nicht
nachvollziehbar sei, wie im Hauptgutachten der Schluss gezogen werden könne, dass
das Hernienrezidiv keine zusätzliche Arbeitsunfähigkeit zu begründen vermöge, wenn
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doch der rheumatologische Sachverständige speziell darauf hingewiesen habe, dass
hinsichtlich der Herniensituation abdominal die Arbeitsfähigkeit von einem
Hernienspezialisten beurteilt werden müsse. Die Beschwerdegegnerin habe somit ihre
Untersuchungspflicht verletzt. Sodann sei auch der RAD mit Bericht von 11. November
2011 zum Schluss gekommen, dass die Arbeitsunfähigkeit 100 % betrage. Auffallend
sei, dass im Anschluss Dr. M._ die Beurteilung vorgenommen habe. Sie habe die
umfassende Kritik der vorhergehenden RAD-Ärztinnen mit keiner Silbe erwähnt. Es
erscheine der Eindruck, dass die vorhergehenden RAD-Ärztinnen mit ihrer sehr
differenzierten, schlüssigen und korrekten Analyse des MEDAS-Gutachtens nicht in die
Sparpolitik der Beschwerdegegnerin gepasst hätten. Dass das MEDAS-Gutachten
nicht zutreffend sein könne, zeige auch der Einwand der Klinik N._. Schliesslich sei
die Beschwerdegegnerin mit keinem Wort auf die dem MEDAS-Gutachten
widersprechenden Einschätzungen der beiden RAD-Ärztinnen eingegangen. In ihren
Augen sei das MEDAS-Gutachten sakrosankt. Keinesfalls treffe zu, dass die
Beweiskraft des Berichts der Klinik N._ von Vornherein geschmälert sei, weil diese für
den Beschwerdeführer Parteistellung bezogen habe. Diese Haltung zeige einmal mehr
deutlich, dass die Beschwerdegegnerin alle dem MEDAS-Gutachten widersprechenden
Einschätzungen zum Vornherein abzulehnen versuche. Der Rechtsvertreter legte der
Replik einen Entscheid des Amtsarztes O._ vom 16. Januar 2009 betreffend FFE bei
(act. G 13.1). Dem Entscheid war zu entnehmen, dass aufgrund einer hohen
Suizidgefahr eine Rückbehaltung erfolgt war.
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 15).

Erwägungen:
1.
1.1 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen Renten
anspruch des Beschwerdeführers abgelehnt. Strittig ist demnach, ob der
Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine Invalidenrente hat oder nicht.
1.2 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
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durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder ver
bessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR
830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.3 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad
grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
2.
2.1 Die Invalidenversicherung ist eine finale Versicherung. Das heisst, es wird nicht
nach der Art und Genese eines Gesundheitsschadens gefragt, welcher die Erwerbs
unfähigkeit verursacht. Der Gesundheitszustand ist folglich immer gesamtheitlich zu
betrachten. Selbst eine Erwerbsunfähigkeit, deren psychogene krankhafte Grundlage
(auch) durch eine soziokulturelle Überforderung verursacht worden ist, fällt in den
Geltungsbereich der Invalidenversicherung, vorausgesetzt es handelt sich um ein
verselbständigtes psychisches Leiden. Eine rentenbegründende Invalidität kann damit
nicht allein mit dem Hinweis auf das Vorhandensein soziokultureller oder
psychosozialer Belastungsfaktoren verneint werden (Urteil des Bundesgerichts vom 29.
April 2014, 8C_830/2013, E. 5.2.3; BGE 136 V 279, E. 3.2.1). Ist eine psychische
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Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der Frage zentrale Bedeutung zu,
ob und in welchem Ausmass der versicherten Person objektiv betrachtet trotz ihres
psychischen Leidens eine Erwerbstätigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten noch
offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt sozial-praktisch noch zumutbar und für
die Gesellschaft tragbar ist (BGE 102 V 165; BGE 127 V 294, E. 4c und 5a).
2.2 Zunächst ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer an einer psychischen
Erkrankung leidet. Der behandelnde Psychiater Dr. D._ hat dem Beschwerdeführer
ab Behandlungsbeginn, d.h. ab August 2008, eine schwere, chronifizierte Depression
diagnostiziert. Vom 10. Dezember 2008 bis 6. April 2009 hat sich der
Beschwerdeführer in stationärer Behandlung in der Klinik I._ befunden. Die Klinik hat
eine mittelgradige depressive Episode und eine Somatisierungsstörung sowie
akzentuierte Persönlichkeitszüge mit abhängigen und passiven aggressiven Anteilen
diagnostiziert. Dr. D._ hat am 30. Oktober 2009 berichtet, dass der
Beschwerdeführer an einer schweren Depression mit somatischen Symptomen,
zunehmend seit Sommer 2008, sowie einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung leide. Die RAD-Psychiaterin Dr. J._ hat nach dem
Assessmentgespräch am 2. Februar 2010 die Diagnosen von Dr. D._ bestätigt. Vom
28. Januar bis 17. Mai 2010 ist der Beschwerdeführer zum zweiten Mal in der Klinik
I._ wegen akuter Suizidalität hospitalisiert gewesen. Die Klinik hat als Diagnosen
diesmal eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen, eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung sowie eine Akzentuierung von
Persönlichkeitszügen mit abhängigen, passiv-aggressiven Anteilen angegeben. Am 24.
August 2010 ist der Beschwerdeführer von der MEDAS Zentralschweiz polydisziplinär
begutachtet worden. Der psychiatrische Sachverständige Dr. L._ hat eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung und Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der
Lebensbewältigung (Stress, ausgeprägte psychosoziale Belastungssituation)
diagnostiziert. Vom 1. April bis 27. September 2011 hat sich der Beschwerdeführer
zum dritten Mal wegen akuter Suizidalität bei schwerer depressiver Symptomatik in der
Klinik I._ in stationärer Behandlung befunden. Dr. D._ hat am 11. März 2012
berichtet, dass der psychische Gesundheitszustand stationär, aber miserabel sei. Und
schliesslich ist der Beschwerdeführer vom 26. Juli bis 13. November 2012 stationär in
der Klinik N._ hospitalisiert gewesen. Die Klinik N._ hat eine schwere, chronifizierte,
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, und eine
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chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren diagnostiziert.
Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer an einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung leidet. Umstritten ist dagegen, ob der Beschwerdeführer an einer
depressiven Störung leidet. Während die behandelnden (Fach-) Ärzte ab Sommer 2008
durchgehend eine mittel- bis schwergradige depressive Störung diagnostiziert haben,
hat der psychiatrische Sachverständige Dr. L._ das Vorliegen einer solchen verneint.
Zur Begründung hat er angeführt, dass zwar viele Phänomene der Persönlichkeit des
Beschwerdeführers durchaus auch bei einer Depression auftreten könnten, diese
jedoch auf die belastenden Lebensumstände (Scheidung, Rosenkrieg, Geldverlust,
finanzielle Engpässe, fehlende Kontaktmöglichkeit mit Kindern) und nicht auf eine
Depression in engerem Sinne zurückzuführen seien. Diese Erklärung überzeugt nicht:
Eine rezidivierende depressiven Störung ist durch wiederholte depressive Episoden
charakterisiert (Definition gemäss dem Klassifikationssystem ICD-10, siehe ICD-10:
F33). Bei einer typischen depressiven Episode leidet die betroffene Person unter einer
gedrückten Stimmung und einer Verminderung von Antrieb und Aktivität. Die Fähigkeit
zu Freude, das Interesse und die Konzentration sind vermindert. Ausgeprägte
Müdigkeit kann nach jeder kleinsten Anstrengung auftreten. Der Schlaf ist meist
gestört, der Appetit vermindert. Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen sind fast immer
beeinträchtigt. Sogar bei der leichten Form kommen Schuldgefühle oder Gedanken
über eigene Wertlosigkeit vor. Die gedrückte Stimmung verändert sich von Tag zu Tag
wenig, reagiert nicht auf Lebensumstände und kann von so genannten "somatischen"
Symptomen begleitet werden, wie Interessenverlust oder Verlust der Freude,
Früherwachen, Morgentief, deutliche psychomotorische Hemmung, Agitiertheit,
Appetitverlust, Gewichtsverlust und Libidoverlust. Abhängig von Anzahl und Schwere
der Symptome ist eine depressive Episode als leicht, mittelgradig oder schwer zu
bezeichnen (Definition gemäss dem Klassifikationssystem ICD-10, siehe ICD-10: F32).
Ob eine Depression ganz oder teilweise durch psychosoziale Belastungsfaktoren
ausgelöst oder verstärkt worden ist, spielt somit bei der Diagnosestellung keine Rolle.
Der psychiatrische Sachverständige hat denn auch eingeräumt, dass Symptome
vorhanden seien, die auf eine Depression hindeuteten. Zudem hat die RAD-
Psychiaterin Dr. J._ am 15. April 2011 erklärt, dass die Schlussfolgerung des
psychiatrischen Sachverständigen, es seien psychosoziale Faktoren für die seelische
Befindlichkeit ausschlaggebend, weshalb keine Depression im engeren Sinne
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diagnostiziert werden könne, nicht nachvollziehbar sei. Weiter haben die Ärzte der
Klinik N._ überzeugend dargelegt, dass der andauernde Stress und die
psychosozialen Faktoren zwar die Entstehung der depressiven Störung mitverursacht
hätten, die psychosoziale Belastungsreaktion jedoch weder ausreiche, den Umfang der
Beschwerden beim Eintritt in die Klinik N._ noch den phasischen Verlauf zu erklären.
Dr. J._ hat zudem zu Recht bemängelt, dass im psychiatrischen Teilgutachten beim
erhobenen Psychostatus wesentliche Angaben zum Antrieb, zur Konzentration und
zum formalen Denken fehlten. Im Gegensatz zum psychiatrischen Teilgutachten weisen
die im Recht liegenden Arztberichte des behandelnden Psychiaters Dr. D._, der Klinik
I._ und der Klinik N._ in qualitativer Hinsicht weder formelle noch materielle Mängel
auf: Sie enthalten eine Anamnese (Ausnahme: Klinik N._), den psychopathologischen
Status und die Diagnosen. Die Berichte sind ausführlich und gut nachvollziehbar.
Insgesamt geben sie ein schlüssiges Bild über den psychischen Gesundheitszustand
über die Zeitspanne von über vier Jahren wieder (August 2008 bis November 2012).
Daran ändert auch nichts, dass die Klinik I._ während des dritten stationären
Aufenthalts zusätzlich noch psychotische Symptome (Stimmenhören) festgestellt hat;
ob solche neben den übrigen Symptomen vorhanden sind, ist für die Frage, ob
aufgrund der depressiven Störung eine Arbeitsunfähigkeit besteht, nicht entscheidend.
Auch die von der Klinik I._ diagnostizierten akzentuierten Persönlichkeitszüge mit
abhängigen, passiv-aggressiven Anteilen können vernachlässigt werden, da diese
gemäss der Klinik keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben. Vor diesem
Hintergrund ist rechtsgenüglich erwiesen, dass der Beschwerdeführer phasenweise
seit Sommer 2008 an einer mittel- bis schwergradigen, rezidivierenden depressiven
Störung leidet, dies insbesondere auch unter Berücksichtigung des Umstands, dass im
Sozialversicherungsverfahren der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
gilt und damit die Anforderungen an den Beweis einer Tatsache weniger hoch als in
Zivil- und Strafprozessen sind, wo in der Regel der volle Beweis zu erbringen ist (vgl.
BGE 119 V 7, E. 3bb). Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass der
Beschwerdeführer in psychiatrischer Hinsicht seit Sommer 2008 an einer mittel- bis
schwergradigen rezidivierenden depressiven Störung und seit Dezember 2008/Oktober
2009 an einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung leidet.
2.3 In somatischer Hinsicht hat der rheumatologische Sachverständige Dr. K._
festgestellt, dass der Beschwerdeführer an einem chronischen
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Halbseitenschmerzsyndrom links leide. Es liege eine ausgeprägte Fehlstatik mit
antalgischer Schonhaltung im Sinne einer schmerzhaft fixierten, hoch thorakalen
Hyperkyphose, verbunden mit Kopfpropulsion und Schulterprotraktion und
Entwicklung einer erheblichen muskulären Dysbalance und Dekonditionierung vor. Die
Schonhaltung stehe im Zusammenhang mit den Abdominalschmerzen periumbilical bei
paraumbilicaler Rezidivhernie. Der Beschwerdeführer versuche, jegliche Spannung auf
die Abdominalwand wegen der Schmerzen zu vermeiden. Diese Angaben des
rheumatologischen Gutachters überzeugen und sind im Übrigen unbestritten. Es ist
folglich auf die Diagnose des rheumatologischen Sachverständigen abzustellen.
2.4 Weiter ist zu prüfen, ob die genannten gesundheitlichen Beeinträchtigungen einen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers haben. Dr. D._ hat am
17. März 2009 angegeben, dass der Beschwerdeführer wegen Kraftlosigkeit,
amotivationalem Zustand, mangelnder Aufmerksamkeit, eingeschränkter Denkfähigkeit
und fehlendem Antrieb in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Der
Beschwerdeführer sei in seiner bisherigen Tätigkeit von August bis Dezember 2008 zu
100 % arbeitsunfähig gewesen. Die Klinik I._ gab am 19. Mai 2009 an, dass tägliche
Schwankungen in der Befindlichkeit, starke regressive Rückzugstendenzen bei bereits
kleinen psychischen Belastungen und häufig dadurch ausgelösten
Konversionssymptomen mit auftretender Suizidalität bestünden. Das Konzentrations-
und Auffassungsvermögen, die Anpassungsfähigkeit sowie die Belastbarkeit seien
eingeschränkt. Die Frustrationstoleranz sei gering, es liege eine starke Affektlabilität vor
und die Denkmuster seien rigide und unflexibel. Am 30. Oktober 2009 hat Dr. D._
berichtet, dass die stationäre Behandlung in der Klinik I._ (Dezember 2008 bis April
2009) wenig gebracht habe. Die bisherige Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer wegen
mangelnder Konzentrationsfähigkeit sowie der Schmerzen nicht mehr zumutbar. In
einer adaptierten, leichten Tätigkeit sei er ca. eine Stunde, in einem geschützten
Rahmen ca. zwei Stunden pro Tag arbeitsfähig. Seine Leistungsfähigkeit sei um 60 %
vermindert. Die RAD-Ärztinnen Dr. J._ und Dr. E._ sind aufgrund des
Assessmentgesprächs vom 2. Februar 2010 zum Schluss gekommen, dass aus
medizinischer Sicht eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft derzeit nicht vorstellbar sei.
Im geschützten Rahmen wäre er objektiv betrachtet wohl anfänglich für zwei Stunden
täglich arbeitsfähig. Am 15. April 2011 haben dieselben RAD-Ärztinnen erklärt, dass der
Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit zu 60 % arbeitsfähig sei. Die Klinik
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I._ hat am 30. August 2011 berichtet, dass der Beschwerdeführer weiterhin auch in
einer adaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig sei. Am 11. November 2011 hat die
RAD-Psychiaterin Dr. J._ festgehalten, dass der psychische Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers instabil sei und deshalb die Art und der Umfang einer adaptierten
Tätigkeit noch nicht festgelegt werden könne. Dr. D._ hat am 11. März 2012
berichtet, dass der Gesundheitszustand stabil, aber miserabel sei. Der
Beschwerdeführer sei fast vollständig passiv. Er könne nicht einmal mehr die
alltäglichen Lebensverrichtungen selber vornehmen; nur noch die körperliche Hygiene
klappe. Er habe nicht den Eindruck, dass die sechsmonatige Hospitalisation
irgendetwas gebracht habe. Es gehe überhaupt nicht vorwärts. Die Klinik N._ hat am
12. November 2012 angegeben, dass der Beschwerdeführer psychomotorisch deutlich
verlangsamt sei und dass sowohl Konzentrations- als auch Merkfähigkeitsstörungen
bestünden. Der Beschwerdeführer leide unter einer ausgeprägten Anhedonie und
Interessenlosigkeit. Eine umfangreiche arbeitstherapeutische Untersuchung im Verlauf
der Hospitalisation habe erheblich verminderte Fähigkeiten in allen geprüften Bereichen
gezeigt. Es bestünden deutliche Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen;
teilweise sei die Auffassungsgabe bei einfachen Instruktionen gestört. Eine Integration
des Beschwerdeführers sei höchstens im geschützten Rahmenmöglich.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die behandelnden Psychiater seit Sommer
2008 durchwegs von einer 100 %igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten wie
auch in einer adaptierten Tätigkeit ausgegangen sind. Die behandelnden Psychiater
haben die Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit stringent und detailliert umschrieben.
Der letzte stationäre Aufenthalt in der Klinik N._ hat noch einmal eindrücklich gezeigt,
dass der Beschwerdeführer in seinem Konzentrations- und Auffassungsvermögen,
seiner Anpassungsfähigkeit sowie seiner Belastbarkeit stark eingeschränkt ist und
sogar mit der Erledigung einfachsten Aufgaben überfordert ist. Hinzu kommt, dass sich
der psychische Gesundheitszustand trotz intensiver psychiatrischer Therapien,
insbesondere vier stationären, mehrmonatigen Aufenthalten in psychiatrischen Kliniken
nie längerfristig wesentlich verbessert hat. Es muss daher mit den behandelnden
Psychiatern davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer seit Sommer
2008 wegen der rezidivierenden, mittel- bis schwergradigen depressiven Störung zu
100 % arbeitsunfähig gewesen ist. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung der RAD-Ärztinnen,
wonach der Beschwerdeführer trotz dieser Symptome in einer adaptierten Tätigkeit zu
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60 % arbeitsfähig sein soll, ist nicht nachvollziehbar. Einerseits haben sie ihre
Einschätzung nicht begründet. Andererseits hat sich der Beschwerdeführer zum
Zeitpunkt der Aussage der RAD-Ärztinnen in stationärer Behandlung befunden. Die
RAD-Ärztinnen haben ihre Einschätzung im November 2011 dann auch quasi
widerrufen, indem sie erklärt haben, dass der psychische Zustand instabil sei und die
Art und der Umfang einer adaptierten Tätigkeit noch nicht festgelegt werden könne.
Dass sich die oben umschriebene, stark ausgeprägte Symptomatik (Konzentrations-
und Auffassungsstörungen etc.) nicht durch eine "zumutbare" Willensanstrengung
überwinden lässt, ist offenkundig und insbesondere durch die gescheiterten, intensiven
Therapieversuche belegt, zumal die behandelnden Ärzte immer wieder betont haben,
dass sich der Beschwerdeführer in der Therapie durchaus motiviert und kooperativ
gezeigt habe (vgl. z.B. Bericht der Klinik I._, IV-act. 37 - 8, Bericht von Dr. D._, IV-
act. 42 - 4 und Bericht der Klinik N._, IV-act. 112 - 3). Die sog. "Schmerzpraxis" des
Bundesgerichts ist vorliegend nicht anwendbar, da sich die depressive Störung vor der
somatoformen Schmerzstörung entwickelt hat und darüber hinaus schon allein
aufgrund ihres Schweregrades als eigenständiges psychisches Leiden qualifiziert
werden muss. Mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung des psychiatrischen
Sachverständigen Dr. L._ sowie die Ausführungen der RAD-Psychiaterin Dr. M._ ist
folgendes anzumerken: Was der Auslöser einer psychischen Erkrankung gewesen ist,
spielt für die Frage, welche Arbeitsleistungen einer versicherten Person noch
zugemutet werden können, keine Rolle. Entscheidend ist einzig, ob die durch die
(psychische) Erkrankung bedingte Symptomatik die Arbeitsfähigkeit einschränkt oder
nicht. Die Aussage von Dr. M._, der Beschwerdeführer sei aus rein medizinischer
Sicht in jeglicher Tätigkeit nicht arbeitsfähig, aus versicherungsmedizinischer bestehe
jedoch eine 80 %ige Arbeitsfähigkeit adaptiert, ist somit in sich widersprüchlich und
weist deshalb keinen Beweiswert auf. Ob der Beschwerdeführer neben der
depressiven Störung auch wegen der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung in
seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt gewesen ist, kann angesichts der bereits allein
gestützt auf die depressive Störung ausgewiesenen 100 %igen Arbeitsunfähigkeit in
jeglicher Tätigkeit offen gelassen werden.
2.5 Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer in seinem angestammten Beruf als
Maschinenführer auch aus somatischer Sicht seit der letzten Umbilicalhernienoperation
im März 2008 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen ist, da es sich bei dieser Tätigkeit um
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eine körperlich zumeist schwere Arbeit in rückenhygienisch ungünstigen
Arbeitspositionen handelt. Der rheumatologische Sachverständige hat erklärt, dass
dem Beschwerdeführer körperlich leichte Arbeiten ganztags zumutbar seien. Seine
Leistungsfähigkeit sei jedoch um 20 % eingeschränkt, da er schmerzbedingt vermehrte
Pausen benötige und ein langsameres Arbeitstempo vorweise. Der rheumatologische
Sachverständige hat in seinem Teilgutachten jedoch darauf hingewiesen, dass ein
Hernienspezialist beurteilen müsse, ob bzw. wie weit der Beschwerdeführer wegen der
Herniensituation abdominal weitergehend eingeschränkt sei; er selbst sei hierzu nicht
kompetent. Zudem müsste noch einmal die Behandlungsmassnahme des vermuteten
Nabelhernienrezidivs diskutiert werden. Im Hauptgutachten, welches von einem
Allgemeinmediziner und einem anderen Rheumatologen unterzeichnet worden ist, ist
demgegenüber festgehalten worden, dass auch durch eine erneute Hernienoperation
keine wesentliche Besserung der Gesamtsituation zu erwarten sei. Eine zusätzliche
Einschränkung der aus rheumatologischer Sicht attestierten Restarbeitsfähigkeit von
80 % lasse sich gemäss ihrer Einschätzung nicht begründen. Die gutachterliche
Arbeitsfähigkeitsschätzung aus somatischer Sicht überzeugt nicht: Es ist nicht
einzusehen, weshalb die das Hauptgutachten unterzeichnenden Ärzte, bei denen es
sich nicht um Hernienspezialisten handelt, die Arbeitsfähigkeit mit Bezug auf die
Herniensituation abdominal ohne Weiteres einschätzen können sollen, während sich
der rheumatologische Sachverständige hierzu nicht als kompetent erachtet hat. Auch
nicht nachvollziehbar ist, weshalb die unterzeichnenden Ärzte von Vornherein eine
Besserung der Gesamtsituation durch eine erneute Hernienoperation ausschliessen,
obwohl als Ursache des chronische Halbseitenschmerzsyndroms links nachweislich
die Schonhaltung wegen der Abdominalschmerzen angesehen worden ist und
zumindest ein (der Beschwerdeführer spricht von zwei) Hernienspezialist eine erneute
Operation als klar indiziert erachtet hat. Die Beschwerdegegnerin hat die
Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht in einer adaptierten Tätigkeit somit nicht
rechtsgenüglich ermittelt. Sie hat dadurch gegen ihre Untersuchungspflicht nach Art.
43 Abs. 1 ATSG verstossen. Da der Beschwerdeführer jedoch bereits aufgrund der
depressiven Störung in jeglicher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig ist, ist von einer
Rückweisung der Sache zur ergänzenden medizinischen Abklärung der somatischen
Seite abzusehen.
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2.6 Bei einem Invalideneinkommen von Fr. 0.-- beträgt der IV-Grad, egal wie hoch das
Valideneinkommen ist, 100 %. Der Beschwerdeführer hat folglich Anspruch auf eine
ganze Rente.
2.7 Schliesslich ist noch zu prüfen, ab wann der Anspruch auf eine ganze Rente
bestanden ist. Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens
nach Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendmachung des Leistungsanspruchs.
Nun ist aber nach dem (lückenfüllend geschaffenen) Übergangsrecht der 5. IV-Revision
die altrechtliche Regelung des Rentenbeginns weiter anzuwenden, sofern das
Wartejahr vor dem Zeitpunkt des Inkrafttretens (1. Januar 2008) zu laufen begonnen hat
und die Anmeldung bis spätestens Ende Juni 2008 erfolgt ist (vgl. das vom Bundesamt
für Sozialversicherungen herausgegebene IV-Rundschreiben Nr. 253 vom 12.
Dezember 2007 sowie die Modifikation in BGE 138 V 475). Der Beschwerdeführer ist
erst im Oktober 2008 zur Früherfassung angemeldet worden, so dass nicht die
altrechtliche, sondern die aktuelle Regelung des Rentenbeginns anwendbar ist. Unter
Berücksichtigung der sechsmonatigen Wartefrist des Art. 29 Abs. 1 IVG
(frühestmöglicher Anspruchsbeginn: 1. April 2009) kann das Wartejahr frühestens im
April 2008 zu laufen begonnen haben: Der Beschwerdeführer hat sich am 17. März
2008 der dritten Umbilikalhernien-Operation unterzogen. Postoperativ ist es zu einem
Wundinfekt gekommen, welcher am 31. März 2008 behandelt worden ist. Wegen eines
persistierenden Infektes und einem fehlenden Wundverschluss ist der Abszess am
20. Juni 2008 débridiert und exzidiert worden. Unter antibiotischer Behandlung ist es in
der Folge zu einer Abheilung gekommen (IV-act. 26 - 8). Der Beschwerdeführer ist
somit bis im Sommer 2008 wegen der Hernienproblematik auch in einer adaptierten
Tätigkeit arbeitsunfähig gewesen. Die depressionsbedingte Arbeitsunfähigkeit ist
ebenfalls im Sommer 2008 eingetreten. Insbesondere auch unter Berücksichtigung der
Tatsache, dass sich eine depressive Störung über einen gewissen Zeitraum entwickelt
und sich der Beschwerdeführer im August 2008 erstmals in psychiatrische Behandlung
begeben hat, ist davon auszugehen, dass sich die somatisch und die psychisch
bedingte Arbeitsunfähigkeit überschnitten haben, d.h. dass ab März 2008 durchgehend
eine Arbeitsunfähigkeit auch in einer adaptierten Tätigkeit bestanden hat. Das
Wartejahr hat somit am 1. April 2008 zu laufen begonnen. Der Rentenanspruch besteht
folglich ab 1. April 2009.
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2.8 Demnach ist die Beschwerde gutzuheissen und dem Beschwerdeführer mit
Wirkung ab 1. April 2009 eine ganze Rente zuzusprechen. Die Sache wird zur
Festsetzung der Rentenhöhe sowie zur Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.
3.
3.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer
zurückzuerstatten.
3.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Honorarnote eingereicht. In einem
Fall mit mittlerem Aufwand und Schwierigkeitsgrad wird praxisgemäss eine
Pauschalentschädigung von Fr. 3'500.-- ausgerichtet. Die Beschwerdegegnerin hat
den Beschwerdeführer entsprechend mit Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP