Decision ID: e9d18af4-7860-49d0-a57f-1e938470db16
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Mattias Dolder, Poststrasse 23, 9001 St. Gallen,
gegen
SWICA Gesundheitsorganisation, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1970 geborene A._(nachfolgend: Versicherte) war als Sachbearbeiterin von
B._ bei der Swica Gesundheitsorganisation (nachfolgend: Swica) obligatorisch gegen
die Folgen von Unfällen versichert, als sie laut Unfallmeldung vom 17. Januar 2012 am
8. Januar 2012 beim Skifahren in der C._ stürzte, sich am linken Knie verletzte und
eine Stauchung der Wirbelsäule erlitt (UV-act. 1). Die Versicherte begab sich
gleichentags bei Dr. med. D._ in ärztliche Behandlung. Klinisch zeigte das linke Knie
weder eine Schwellung noch ein Hämatom, es war stabil und das Meniskuszeichen
sowie der Schubladentest zur Diagnostik eines Kreuzbandrisses waren negativ. Am
lateralen Bandapparat konnte hingegen ein leichter Druckschmerz erhoben werden. Die
röntgenologische Untersuchung brachte keine ossären Läsionen hervor und Dr. D._
diagnostizierte eine Kniedistorsion links (UV-act. 4). Am 9. Januar 2012 konsultierte die
Versicherte ihren Hausarzt Dr. med. E._, Chiropraktor SCG/ECU. Inzwischen zeigten
sich bei ihr ein geschwollenes linkes Knie mit Bewegungseinschränkung sowie mässige
Nacken- und Rückenschmerzen, ebenfalls mit Bewegungseinschränkung der HWS
(UV-act. 2). Gestützt auf eine am 20. Januar 2012 im Röntgenzentrum F._
durchgeführte MRT-Untersuchung des linken Kniegelenks diagnostizierte Dr. E._
eine Distorsion Genu links, eine Kreuzbandruptur Genu links sowie eine
Seitenbandzerrung medial. Im Weiteren stellte er die Diagnose eines unfallbedingten
cervicovertebralen Syndroms. Dr. E._ bejahte die Unfallkausalität der Diagnosen und
attestierte der Versicherten vom 12. Januar 2012 bis auf weiteres eine
Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 2). Mit Schreiben vom 24. Januar 2012 bestätigte die Swica
einen Leistungsanspruch der Versicherten (Heilkosten- und Taggeldleistungen) für die
Folgen des Ereignisses vom 8. Januar 2012 (UV-act. 3).
A.b Am 1. Februar 2012 begab sich die Versicherte auf Zuweisung von Dr. E._ bei
Dr. med. G._, Orthopädie St. Gallen, in die Sprechstunde. Dr. G._ diagnostizierte
im Bericht vom 6. Februar 2012 eine Kniedistorsion links mit VKB (vorderes
Kreuzband)-Ruptur und attestierte der Versicherten weiterhin eine 100%-ige
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Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 5). Am 29. März 2012 führte er bei der Versicherten in der
Klinik H._- nach den arthroskopisch erhobenen Diagnosen einer posttraumatischen
anteromedialen Knieinstabilität links bei vollständiger vorderer Kreuzbandruptur
Kniegelenk links, eines Einrisses der Plica mediopatellaris sowie eines beginnenden
Knorpelschaden am medialen Femurcondyl- eine arthroskopische mediale Plica-
Resektion, ein Débridement des medialen Knorpelschadens sowie eine arthroskopisch
assistierte vordere Kreuzbandplastik mittels Semitendinosus-Transplantat durch. Die
Versicherte war bis 2. April 2012 in der Klinik H._ hospitalisiert (UV-act. 6 und UV-act.
9).
A.c Am 11. Mai und 21. August 2012 sowie am 5. Oktober 2012 erstellte Dr. G._
Zwischen- bzw. Verlaufsberichte bezüglich des linken Kniegelenks (UV-act. 7, 11, 13).
Am 21. Mai 2012 gab auch Dr. E._, von dem die Versicherte betreffend der LWS-
sowie HWS-Problematik betreut wurde, einen Zwischenbericht ab (UV-act. 8). Am 20.
September 2012 berichtete Dr. med. I._, Allgemeine Medizin FMH, über bei der
Versicherten noch durchgeführte Behandlungen und gab eine Prognose hinsichtlich
des weiteren Verlaufs ab (UV-act. 12). Im Unfallschein UVG bestätigte Dr. G._ der
Versicherten nach einer 50%-igen Arbeitsfähigkeit ab 21. Mai 2012 eine solche von
100% ab 1. November 2012. Als Datum der letzten Konsultation vermerkte er den 29.
Oktober 2012 (UV-act. 14).
A.d Am 27. März 2013 erfolgte durch die Arbeitgeberin der Versicherten eine als
Rückfall zum Unfall vom 8. Januar 2012 bezeichnete Schadenmeldung (UV-act. 17).
Die Versicherte hatte davor am 25. März 2013 der Swica telefonisch von immer leichten
Beschwerden seit Herbst und jetzt wieder starken Schmerzen vor allem in der Hüfte
sowie von Knieschmerzen nach zwei Stunden laufen berichtet. Letztere habe sie früher
nie gehabt (UV-act. 18). Am 5. April 2013 nahm Dr. E._ zur Nacken-Schulter- sowie
auch lumbosakralen Schmerzproblematik Stellung (UV-act. 20).
A.e Zur Prüfung ihrer Leistungspflicht veranlasste die Swica am 23. April 2013 eine
polydisziplinäre (orthopädische, neurologische und psychiatrische) Begutachtung der
Versicherten durch die J._ AG (UV-act. 22). Die Begutachtung erfolgte am 2. und 8.
Mai 2013 und das polydisziplinäre Gutachten wurde am 22. Mai 2013 erstattet (UV-act.
26).
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A.f Mit Schreiben vom 14. Juni 2013 teilte die Swica der Versicherten mit, dass sie
aufgrund des Begutachtungsergebnisses der J._ AG den Status quo sine am 29.
September 2012 als erreicht betrachte. Da zwischen den heutigen Beschwerden und
dem Ereignis vom 8. Januar 2012 kein Kausalzusammenhang mehr bestehe, lehne sie
die Übernahme der Kosten des Rückfalls vom März 2013 vollumfänglich ab (UV-act.
27).
A.g Mit Schreiben vom 11. Juli 2013 liess die Versicherte durch Rechtsanwalt Dr. iur.
M. Dolder, St. Gallen, eine anfechtbare Verfügung verlangen (UV-act. 30), worauf die
Swica ihre Leistungsablehnung am 19. Juli 2013 verfügungsweise bestätigte (UV-act.
31).
B. Die gegen die Verfügung vom 19. Juli 2013 erhobene Einsprache (UV-act. 33)
wies die Swica mit Einspracheentscheid vom 31. Oktober 2013 ab (UV-act. 36).
C.
C.a Dagegen erhob Rechtsanwalt Dr. Dolder am 29. November 2013 Beschwerde und
beantragte, der Einspracheentscheid vom 31. Oktober 2013 und damit auch die
Verfügung vom 19. Juli 2013 seien aufzuheben und der Beschwerdeführerin seien ohne
Unterbruch und weiterhin, also namentlich auch über den 29. September 2012 hinaus,
die gesetzlichen Versicherungsleistungen (einschliesslich Verzugszinsen) zu erbringen.
Eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung, namentlich für die Einholung
eines polydisziplinären Gutachtens, an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, alles
unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 14. Januar 2014 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
C.c Mit Replik vom 24. März 2014 hielt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin an
seinen beschwerdeweise gestellten Anträgen fest. Ausserdem beantragte er, die Akten
seien an die Beschwerdegegnerin zu retournieren, damit diese die Akten überprüfe und
entsprechend den Vorgaben einer sorgfältigen Aktenführung geordnet und vollständig
sowie mit einem ordnungsgemässen Aktenverzeichnis versehen wieder einreiche (act.
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G 11). Zusammen mit der Replik legte Rechtsanwalt Dr. Dolder einen Bericht von Dr.
med. K._, Orthopädie L._, vom 18. März 2014 vor (act. G 11.1).
C.d Mit Duplik vom 6. Mai 2014 hielt die Beschwerdegegnerin ihrerseits an ihrem
Antrag auf Beschwerdeabweisung fest und reichte ein Aktenverzeichnis ein (act. G 13,
G 13.1).
C.e Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften wird, soweit

entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
1.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Die Beschwerdegegnerin führte im angefochtenen Einspracheentscheid den
Unfallbegriff gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) an und legte die weitere Voraussetzung
für eine Leistungspflicht des Unfallversicherers - das Vorliegen eines natürlichen und
adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und dem
Gesundheitsschaden (Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE 129 V 1818 E. 3.1 mit Hinweisen) -
zutreffend dar. Darauf ist zu verweisen. Während es Aufgabe des Arztes ist, den
natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage
nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (vgl. BGE 129 V 181 E.
3.1 und 3.2 sowie in BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2 des Urteils des
Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006 Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG]
vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, je mit Hinweisen; hinsichtlich Beweiswert eines
Arztberichts vgl. BGE 125 V 352 E. 3a).
1.2 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall
nicht (mehr) die natürliche oder adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt,
wenn also letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht.
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Dies trifft zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar
vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er
sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne
Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr.
U 206 S. 328 E. 3b mit Hinweisen). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche
Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von
unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im
Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit
Hinweisen).
1.3 Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202)
werden Versicherungsleistungen auch für Rückfälle gewährt, wobei ein Rückfall einen
besonderen revisionsrechtlichen Tatbestand im Sinn von Art. 22 UVG darstellt (vgl.
BGE 118 V 293; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326). Bei einem Rückfall handelt es sich um
das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit bzw. vermeintlich
geheilter Unfallfolgen, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu
einer weiteren Arbeitsunfähigkeit kommt. Da der Rückfall begrifflich an ein in der
Vergangenheit bestandenes Unfallereignis anschliesst, kann er eine Leistungspflicht
des (damals haftbaren Unfallversicherers) nur dann auslösen, wenn zwischen den
erneut vorgebrachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall
erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang
besteht (BGE 118 V 296 f. E. 2c).
1.4 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a je mit
Hinweisen; vgl. BGE 130 I 183 E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die
Beweislast im Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im
Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als
im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus
dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Beim Nachweis des
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Dahinfallens jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens handelt es sich um eine leistungsaufhebende Tatfrage. Die
entsprechende Beweislast liegt hier - anders als bei der Frage, ob im Grundfall oder
auch bei einem Rückfall ein (erneuter) leistungsbegründender natürlicher
Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim
Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen, 1994 Nr. U 206 S.
328 E. 3b mit Hinweisen).
1.5 Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der
Einspracheentscheid vom 31. Oktober 2013 (UV-act. 36). Diesem liegt die Verfügung
vom 19. Juli 2013 zu Grunde (UV-act. 31), worin der Beschwerdeführerin eröffnet
wurde, dass die Beschwerden nach dem Sturz vom 8. Januar 2012 eindeutig
unfallbedingt gewesen und die Leistungen dafür erbracht worden seien. Jedoch seien
die nachfolgenden Beschwerden auf einen krankheitsbedingten Verlauf
zurückzuführen. Der Status quo sine sei gemäss Gutachten der SMAB AG vom 22. Mai
2013 (UV-act. 26) am 29. September 2012 erreicht worden. Da kein Zusammenhang
zwischen den heutigen Beschwerden und dem Ereignis vom 8. Januar 2012 mehr
bestehe, würden Leistungen für den Rückfall vom März 2013 vollumfänglich abgelehnt.
- Mit der Verfügung vom 19. Juli 2013 hat die Beschwerdegegnerin mithin das Ereignis
vom 8. Januar 2012 als Unfallereignis anerkannt, die durch den Unfall erlittene
Verletzung am linken Knie sowie die anschliessend an den Unfall aufgetretenen HWS-
und LWS-Beschwerden als überwiegend wahrscheinlich kausal zum Ereignis vom 8.
Januar 2012 beurteilt und entsprechend Leistungen für den Grundfall erbracht. Die
Beschwerdegegnerin verwendet zwar in der Verfügung vom 19. Juli 2013 hinsichtlich
der am 27. März 2013 gemeldeten Zunahme der HWS- und LWS-Beschwerden,
weswegen die Beschwerdeführerin am 25. und 27. März 2013 Dr. E._ konsultierte
(UV-act. 20), und der Knieschmerzen links (UV-act. 17 f.) den Rückfallbegriff. Die
weitere Feststellung des erreichten Status quo sine am 29. September 2012, die
Bezeichnung der nachfolgenden Beschwerden als krankheitsbedingt sowie der Verweis
an den Krankenversicherer sind jedoch dahingehend auszulegen, dass die
Beschwerdegegnerin verfügungsweise die Leistungen wegen Dahinfallens jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen per 29. September 2012 einstellen
wollte, die verfügungsweise Einstellung in Bezug auf den Grundfall und dies formell
richtig mit einer Verfügung erfolgte (vgl. dazu Art. 49 Abs. 1 ATSG). Streitig ist, ob für
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die Heilbehandlungen und allfälligen Arbeitsunfähigkeiten wegen Knie-, HWS- und
LWS-Beschwerden über den 29. September 2012 hinaus eine Leistungspflicht des
Unfallversicherers besteht.
1.6 Während der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hinsichtlich eines über das
Datum der Leistungseinstellung hinaus gehenden Anspruchs auf
Unfallversicherungsleistungen von einem fortdauernden Grundfall ausgeht, prüft die
Beschwerdegegnerin einen weiteren Leistungsanspruch bzw. die
Heilbehandlungskosten ab März 2013 unter dem Aspekt des Rückfalls. Unbestritten ist,
dass sowohl ein (fortdauernder) Grundfall als auch ein Rückfall an dasselbe (frühere)
Unfallereignis - im konkreten Fall an das Ereignis vom 8. Januar 2012 - anschliessen.
Selbst wenn ein Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin nach dem 29. September
2012 - wie von der Beschwerdegegnerin vertreten - als Rückfall zu prüfen wäre, wäre
also zunächst zu beurteilen, ob der Grundfall von der Beschwerdegegnerin zu Recht
per 29. September 2012 abgeschlossen worden ist. Gilt es dies zu bejahen, steht ein
Rückfall nur noch unter bestimmten Voraussetzungen zur Diskussion, beispielsweise
bei Vorliegen von unfallkausalen degenerativen Spätfolgen, nicht jedoch bei einer
Unfallverletzung, welche lediglich einen vorübergehenden Gesundheitsschaden
verursachte (vgl. dazu nachfolgende Erwägungen 3.3 und 3.4.4). Das
Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den
bis zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Einspracheentscheids (hier: 31. Oktober
2013) eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 4 E. 1.2 und 129 V 169 E. 1, je mit
Hinweisen). Bis zu diesem Zeitpunkt kam es zumindest zu einer neuen ärztlichen
Behandlung durch Dr. E._ (vgl. UV-act. 20). Die vorliegende Prüfung einer
weitergehenden Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin umfasst mithin ohnehin
auch die anfänglichen von der Beschwerdegegnerin als Rückfall geprüften
Beschwerden. Wie es sich letztlich mit der Beweislastverteilung bzw. der Frage, ob im
vorliegenden Fall von einem Rückfall oder einem fortdauernden Grundfall auszugehen
ist, verhält, kann jedoch im Hinblick auf die nachfolgenden Erwägungen auch insofern
offen bleiben, als sich die Frage, wer die Folgen einer allfälligen Beweislosigkeit zu
tragen hat, erst stellt, wenn es sich als unmöglich erweisen sollte, im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
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entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b).
Wie zu zeigen sein wird, trifft dies vorliegend nicht zu.
2.
Im Folgenden gilt es die einzelnen über den 29. September 2012 hinaus geklagten
Beschwerden der Beschwerdeführerin im linken Kniegelenk sowie im Bereich der LWS
und HWS auf ihre Unfallkausalität zu prüfen. Die Beschwerdegegnerin erachtet eine
über das Datum der Leistungseinstellung hinaus gehende Unfallkausalität hinsichtlich
sämtlicher geklagten Beschwerden als nicht mehr gegeben und stützt sich dabei
massgebend auf das polydisziplinäre Gutachten der J._ AG vom 22. Mai 2013 (UV-
act. 26). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer hält das fragliche Gutachten zu
Unrecht nicht für beweistauglich. Das J._ AG-Gutachten erfüllt die formellen
Kriterien an ein medizinisches Gutachten, insbesondere berücksichtigt es sämtliche
wesentlichen Akten (S. 3 ff.), erhebt eine ausführliche Anamnese unter Einbezug der
von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden (S. 5 f., S. 20 ff., 26 ff.), basiert
auf zusätzlich durchgeführten Untersuchungen im Fachbereich Orthopädie, Neurologie
und Psychiatrie (vgl. insbesondere S. 7 f.) bzw. den gestützt darauf erhobenen
Befunden sowie Beurteilungen und beantwortet die gestellten Fragen anschliessend an
die gutachterliche Diskussion/Beurteilung (vgl. zum Aufbau eines Gutachtens Ueli
Kieser, Die rechtliche Würdigung von medizinischen Gutachten, in: Schaffhauser/
Schlauri, Rechtsfragen der medizinischen Begutachtung in der Sozialversicherung, St.
Gallen 1997, S. 145 f.). Die Würdigung der medizinischen Aktenlage umfasst nach der
Rechtsprechung des EVG auch die Auseinandersetzung mit abweichenden
Beurteilungen der Ärzte (vgl. Urteil I 645/2005 vom 13. April 2006, E. 2.3), was in Ziff. 4
(S. 12 f.) des Gutachtens auch getan wird. Selbstverständlich gilt es nun aber
nachfolgend zu prüfen, ob die im Rahmen der formellen Kriterien vorgenommene
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge einleuchtend und die
Schlussfolgerungen begründet und nachvollziehbar sind und damit auf das Gutachten
abgestellt werden kann.
3.
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Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine
strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares
Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar sind und von der
Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Eine
manuelle ärztliche Untersuchung der versicherten Person fördert klinische, nicht aber
objektivierbare organisch-strukturelle Ergebnisse zu Tage. Würde auf Ergebnisse
klinischer Untersuchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches
Substrat namhaft gemacht. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen organisch-
strukturellen Unfallfolgen erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde
mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 109 E. 9,
117 V 359 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]). Diese
Untersuchungsmethoden müssen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V
231 E. 5.1 mit Hinweisen).
3.1 Durch die MRT-Untersuchung in der F._ vom 20. Januar 2012 (UV-act. 2) ist
nachgewiesen, dass die Beschwerdeführerin anlässlich des Skiunfalls vom 8. Januar
2012 eine Kreuzbandruptur im linken Kniegelenk erlitten hat. Im Weiteren zeigte das
MRT ödematöse Veränderungen rund um den medialen Bandapparat, auch im Sinne
einer Zerrung. Entsprechend diagnostizierte Dr. E._ im ärztlichen Zeugnis vom 20.
Januar 2012 eine Kreuzbandruptur Genu links sowie eine Seitenbandzerrung medial
(UV-act. 2). Die diagnostische Arthroskopie, durchgeführt am 29. März 2012 durch Dr.
G._, brachte außerdem einen Einriss der Plica mediopatellaris sowie einen
beginnenden Knorpelschaden am medialen Femurcondyl hervor (UV-act. 6). Am 29.
März 2012 wurde der Kreuzbandriss durch Dr. G._ arthroskopisch mit einer
Kreuzbandplastik mittels Semitendinosus-Transplantat behandelt, der Einriss der Plica
mediopatellaris wurde resektiert und bezüglich des Knorpelschadens wurde ein
Débridement durchgeführt (UV-act. 5 f.). Die Frage, ob und inwiefern hinsichtlich der
vorgenannten, unbestrittenermassen objektivierten strukturellen Gesundheitsschäden
von somatischen Unfallrestfolgen auszugehen ist, stellt sich selbstverständlich nur
bezüglich derjenigen Gesundheitsschäden, die durch den Unfall verursacht worden
sind, d.h. der unfallrelevanten Diagnosen.
3.2 Während der Knorpelschaden vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin als
durch den Unfall erlitten betrachtet wird, halten die SMAB-Gutachter diesen für
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unfallfremd bzw. vorbestehend, rein degenerativ schicksalsmässig verursacht.
Grundsätzlich ist sowohl eine degenerativ bedingte, aber auch eine unfallbedingte
Knorpelschädigung denkbar (vgl. Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische
Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 123). Weder anlässlich der MRT-Untersuchung des
F._ vom 20. Januar 2012 (UV-act. 2) noch der nachfolgend in der Sprechstunde von
Dr. G._ vom 1. Februar 2012 durchgeführten röntgenologischen Untersuchung (UV-
act. 5) hatten sich Hinweise auf degenerative Veränderungen ergeben. Die
arthroskopische Diagnostik ergab jedoch laut Operationsbericht von Dr. G._ vom 29.
März 2012 (UV-act. 6) im lastentragenden Bereich oberflächlich einen aufgefaserten
und eingebrochenen femoralen Knorpelüberzug. Der Knorpelschaden nehme rund 1/3
der Knorpeldicke ein. Unter der Rubrik "Indikation" hielt Dr. G._ im Operationsbericht
folgendes fest: "Am 8. Januar 2012 erlitt Frau A._ einen Sturz und verletzte sich im
Bereich des linken Kniegelenks. Dabei zog sie sich obgenannte Verletzungen zu. Die
initialen Schmerzen klangen sukzessive etwas ab. Heute persistiert jedoch nach wie
vor ein deutliches Schmerzsyndrom sowie eine anteromediale Instabilität. Auf Grund
der Beschwerden ist aktuell die Indikation zur operativen Revision gegeben." Die
plurale Formulierung "obgenannte Verletzungen" lässt zwar auf eine Unfallkausalität
schliessen. Die Indikation zu einer Operation ergibt sich jedoch nicht aus der Diagnose,
sondern aus der Funktionsstörung und ihrer Bedeutung für den Patienten im konkreten
Fall und richtet sich auf die Frage, welche medizinische Massnahme bei einem
bestimmten Gesundheitsbild angebracht ist (vgl. dazu A. Debrunner, a.a.O., S. 159 ff.,
S. 275 f., S. 330 ff.; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch 2013, 264. Aufl. Berlin 2012,
S. 996). Entsprechend spricht Dr. G._ vom damals nach wie vor persistierenden
deutlichen Schmerzsyndrom, einer anteromedialen Instabilität sowie den Beschwerden
als Indikation zur operativen Revision. Aus dem alleinigen, letztlich im Rahmen der
anamnestischen Ausführungen geschriebenen Satz "Dabei zog sie sich obgenannte
Verletzungen zu." lässt sich mithin keine überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität
sämtlicher Gesundheitsschäden ableiten. Der Befund eines "aufgefaserten"
Knorpelüberzugs im lasttragenden Bereich sowie die Diagnose eines "beginnenden"
Knorpelschadens weisen ausserdem auf einen degenerativen Prozess hin (vgl. A.
Debrunner, a.a.O., S. 123 f.). Auch die fibrosierte, längs eingerissene Plica stellt im
Übrigen laut medizinischer Literatur keine Unfallverletzung, sondern eine degenerative
Veränderung dar (vgl. dazu Pschyrembel, a.a.O., S. 673 "Fibrose", S. 1947 "Sklerose";
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A. Debrunner, a.a.O., S. 58). Angesichts des Gesagten erscheint die Feststellung im
Gutachten der SMAB AG eines rein degenerativ verursachten Knorpelschadens mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit schlüssig. Weil die
Kausalitätskette "unfallkausaler Knorpelschaden - unfallkausale Spätfolgen" somit
ausser Betracht fällt, vermag auch die gutachterliche Feststellung - Ein intraoperativ
dokumentierter Knorpelschaden könne am medialen Femurcondylus naturgemäss
langfristig und im Lauf der nächsten Jahre eine Erweiterung/Verschlimmerung erfahren.
- keine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin zu begründen. Dieser Aspekt geht -
wie von den Gutachtern festgestellt - nicht zu Lasten der Einwirkungen des Ereignisses
vom 8. Januar 2012, sondern gründet rein schicksalsmässig. Der Vollständigkeit halber
ist anzufügen, dass der Knorpelschaden an sich bei der Operation vom 29. März 2012
therapiert worden ist und die Akten keinerlei Hinweise auf eine Erweiterung/
Verschlimmerung des Knorpelschadens enthalten. Die geklagten morgendlichen
Anlaufschmerzen im linken Kniegelenk betrachteten die Gutachter rein hypothetisch,
d.h. also nicht medizinisch konkret objektiviert, als Folge eines beginnenden
Knorpelschadens am medialen Femurcondylus. Der Zohlen-Test war schliesslich
negativ (vgl. dazu Pschyrembel, a.a.O., S. 2294; A. Debrunner, a.a.O., S. 1050; Roche
Lexikon Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 2009) und der Befund wurde eigentlich als
nicht wesentlich krankheitswertig eingestuft (UV-act. 26). Auch im Bericht von Dr. K._
vom 18. März 2014 wird in keiner Weise auf einen Knorpelschaden Bezug genommen
(act. G 11.1).
3.3 Mit Bezug auf die unbestrittenermassen beim Skiunfall vom 8. Januar 2012
erlittene Kreuzbandruptur im linken Kniegelenk gehen die Gutachter der J._ AG
davon aus, dass sich für die von der Beschwerdeführerin geklagten
belastungsabhängigen Knieschmerzen und die Schwellung des gesamten Beins unter
Belastungsbedingungen retrospektiv kein korrelierender pathologischer Befund finde.
Die Kreuzbandruptur wurde am 29. März 2012 operativ behandelt und verlief
offensichtlich komplikationslos (vgl. UV-act. 6). Rund eineinhalb Monate vor der
Leistungseinstellung per 29. September 2012 bzw. anlässlich der Untersuchung vom
10. August 2012 erhob Dr. G._ in seinem Zwischenbericht vom 21. August 2012 (UV-
act. 11) ein grundsätzlich reizlos wirkendes linkes Kniegelenk. Periartikulär sei es noch
leicht verdickt. Das Knie als solches zeigte sich jedoch ergussfrei, die Extension war
komplett möglich, die Flexion hingegen endgradig noch um ca. 20° eingeschränkt.
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Ligamentär war das Knie stabil und es zeigte sich eine zunehmend gute Spannung der
knienahen Muskulatur. Zum Verlauf hielt Dr. G._ fest, dass bei der
Beschwerdeführerin ein Status fünf Monate nach VKB-Plastik im Bereich des linken
Kniegelenks bestehe. Grundsätzlich gehe es diesbezüglich gut. Die
Beschwerdeführerin klage hingegen nach wie vor über Restbeschwerden. Zudem sei
ihr ihre Arbeitsstelle gekündigt worden, worauf die Beschwerden erheblich
zugenommen hätten. Die Beschwerdeführerin sei zurzeit 75% arbeitsfähig. Er empfehle
aufgrund der Gesamtumstände die Beibehaltung dieser Arbeitsfähigkeit und die
Weiterführung der physiotherapeutischen Behandlung des Knies. Bei Erhöhung der
Arbeitsfähigkeit befürchte er, dass die Beschwerdeführerin innert kurzer Zeit ganz
arbeitsunfähig werde. Ausführlich berichtete Dr. G._ letztmals über die
Verlaufskontrolle vom 21. September 2012. Als Befunde erhob er ein zunehmend
reizloses linkes Kniegelenk, eine praktisch komplette Extension, eine Flexion bis 130°,
dann federnd eingegrenzt, ein ligamentär stabiles Knie sowie eine zunehmend etwas
bessere knienahe Muskulatur. Verlaufsmässig hielt er fest, dass es sukzessive besser
gehe. Die Beschwerdeführerin mache Physiotherapie und gehe dreimal wöchentlich ins
Fitness. Sie scheine den Weg zur Besserung gefunden zu haben. Er empfehle sicher
bis Ende Oktober die Weiterführung der Physiotherapie. Bis zu diesem Zeitpunkt bleibe
die Beschwerdeführerin 75% arbeitsfähig (UV-act. 13). Am 29. Oktober 2012 erfolgte
laut Unfallschein UVG (Datum unlesbar) offensichtlich eine letzte Konsultation bei Dr.
G._, bei welcher er der Beschwerdeführerin ab 1. November 2012 eine 100%-ige
Arbeitsfähigkeit attestierte (UV-act. 14). Anlässlich der orthopädischen Untersuchung
der J._ AG vom 8. Mai 2013 wurden folgende Befunde erhoben: Die Konturen des
linken Kniegelenks waren erhalten. Über der linken Kniegelenksinnenseite zeigte sich
eine reizlose schrägverlaufende 2 cm lange Inzisionsnarbe nach arthroskopisch
assistierter vorderer Kreuzbandplastik (29. März 2012). Die Bandführung am linken
Kniegelenk war in allen Qualitäten straff. Es zeigte sich keine Insuffizienz, der Lachman-
Test als auch der Pivot-Shift-Test waren negativ, der Anschlag eindeutig hart. Die im
Operationsbericht vom 29. März 2012 beschriebene antero-mediale Knieinstabilität war
postoperativ vollständig regredient, es zeigten sich keine klinischen Meniskuszeichen,
die Kniegelenkbeweglichkeit war aktiv und passiv frei, auch die
Kniescheibenverschieblichkeit war frei und der Zohlen- sowie Bandi-Test waren jeweils
negativ (UV-act. 26). Gestützt auf die dargelegten übereinstimmenden medizinischen
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Untersuchungsergebnisse mit den (letztlich) gänzlich unauffälligen Befunden im
Bereich des linken Kniegelenks und einer diesbezüglichen 100%-igen Arbeitsfähigkeit
durfte die Beschwerdegegnerin von einer Heilung der Kreuzbandruptur nach
durchgeführter Operation und demzufolge vom überwiegend wahrscheinlichen
Dahinfallen einer kausalen Bedeutung des Unfalls für die fortdauernd geklagten
Kniebeschwerden ausgehen. Von einem Behandlungsabschluss bzw. Erreichen der
100%-ige Arbeitsfähigkeit ging Dr. G._ jedoch nicht bereits am 29. September 2012,
sondern erst ab 1. November 2012 aus UV-act. 14). Wenn die SMAB AG dagegen in
ihrem Gutachten feststellt, dass retrospektiv spätestens nach Ablauf des sechsten
Monats nach der erfolgreich durchgeführten VKB-Plastik am linken Kniegelenk vom 29.
März 2012, d.h. ab 29. September 2012, vom Erreichen des Status quo sine
auszugehen sei, scheint sie sich nicht auf den konkreten Fall, sondern auf statistische
Grundlagen oder medizinische Erfahrungssätze abzustützen. Angesichts dessen, dass
sich die zeitliche Differenz zwischen dem Behandlungsabschluss bei Dr. G._ sowie
der von ihm attestierten 100%-igen Arbeitsfähigkeit und dem Einstellungszeitpunkt
sehr gering darstellt, erscheint es nicht nachvollziehbar, aus welchen Gründen die J._
AG von der tatsächlichen Situation abweicht, zumal sie mit der Formulierung "sollten
sämtliche unfallassoziierten Beschwerden spätestens sechs Monate nach der OP
vollständig regredient gewesen sein" einen Ermessensspielraum erkennen lässt. Der
Beweis bezüglich Dahinfallens der Unfallkausalität unter Bezugnahme auf statistische
Grundlagen und medizinische Erfahrungssätze ist dann ungenügend, wenn diese - wie
vorliegend - im konkreten Fall keine Grundlage finden. Zusammenfassend ist mithin
festzuhalten, dass gestützt auf die Verlaufsberichte von Dr. G._ bezüglich der
operativ therapierten Kreuzbandruptur von einer Heilung bzw. einem Dahinfallen der
Unfallkausalität per 1. November 2012 auszugehen ist. Eine darüber hinaus gehende
Unfallkausalität kann der im Gutachten verwendeten Formulierung "sollten" mit Blick
auf die Verlaufsberichte von Dr. G._ allerdings nicht beigemessen werden. Der
Argumentation des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin - bei einer am Morgen
durchgeführten Untersuchung würden Schwellungen und Belastungsbeschwerden
noch nicht auftreten - kann zwar im Grundsatz gefolgt werden. Dies ändert jedoch
nichts an der Sachlage, dass für die geklagten Beschwerden kein korrelierender
pathologischer Befund objektiviert werden konnte. Nachdem bereits im
Zwischenbericht von Dr. G._ vom 21. August 2012 betreffend die Konsultation vom
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10. August 2012 nur noch eine leichte periartikuläre Verdickung vermerkt war (UV-act.
11), wurde eine Schwellung des Kniegelenks im Verlaufsbericht von Dr. G._ vom 5.
Oktober 2012 gar nicht mehr thematisiert (UV-act. 13). Es bestehen somit keinerlei
Anhaltspunkte, dass die Schwellungssituation nur vom Zeitpunkt der Untersuchung
abhängig gewesen wäre. Eine allfällige Unfallkausalität bzw. Leistungspflicht
hinsichtlich der im Bericht von Dr. K._ vom 18. März 2014 bezüglich der ab 12.
November 2013 und damit nach der rechtmässig zu erfolgenden Leistungseinstellung
per 1. November 2012 und nach Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids
gestellten Diagnose rezidivierender Schmerzen im linken Kniegelenk und des
kernspintomographisch objektivierten Gesundheitsschadens einer Hypertrophie des
Hoffa'schen Fettgewebekörpers mit einer Volumenvermehrung direkt unterhalb der
Patellarsehne mit dem Verdacht von Vernarbungen und konsekutivem Impingement
(act. G 11.1), ist schliesslich zunächst im Verwaltungsverfahren unter den
Voraussetzungen von Art. 11 UVV (Rückfall/Spätfolgen) zu prüfen (vgl. Erwägung 1.3,
1.6).
3.4 Geltend gemacht werden seitens des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin
schliesslich des Weiteren unfallkausale LWS- und HWS-Beschwerden.
3.4.1 Laut Röntgenbericht des F._-Centers vom 8. Mai 2013 weist die
Beschwerdeführerin im Bereich der LWS und HWS radiologisch sichtbare
Gesundheitsschäden auf. In der LWS zeigte sich eine linkskonvexe
Skoliosefehlhaltung, vor allem im oberen LWS-Bereich mit Rechtskonvexität
lumbosakral, und eine leicht verschmälerte lumbosakrale Bandscheibe. Auch die HWS
stellte sich mit einer minimen linkskonvexen Skoliosefehlhaltung zervikothorakal dar
und wies zudem eine Streckhaltung im mittleren und oberen Bereich sowie mässige
degenerative Veränderungen der Intervertebralgelenke, vor allem im zervikothorakalen
Übergangsbereich, auf (UV-act. 25). Traumatische Läsionen wurden bezüglich der LWS
explizit verneint und hinsichtlich der HWS zumindest nicht ausdrücklich erwähnt.
Vielmehr ist von gewissen degenerativen Veränderungen die Rede. Dass die im
Regelfall ohnehin angeborene oder krankheitsbedingte Skoliosefehlhaltung (vgl. dazu
Pschyrembel, a.a.O., S. 1949; A. Debrunner, a.a.O., S. 827 f.; Roche Lexikon Medizin,
a.a.O., S. 1715) traumatisch bedingt sein könnte, ist mangels ausgewiesener primärer
Verletzung nicht anzunehmen. Die Beurteilung im orthopädischen/traumatologischen
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J._ AG-Gutachten vom 22. Mai 2013 (UV-act. 26) - die im Röntgenbericht
beschriebene Streckfehlhaltung im mittleren und oberen Drittel der HWS könne
myoligamentär und im Kontext mit dem anlässlich der klinischen Untersuchung
erhobenen muskulären Hartspann der posterioren Nackenmuskulatur erklärt werden,
wobei es sich um einen rein funktionellen Befund handle - erscheint ohne weiteres
schlüssig. Myofasziale Befunde, Verhärtungen und Verspannungen der Muskulatur,
aber auch Druckdolenzen im Nacken können für sich allein nicht als organisch
hinreichend nachweisbare Unfallfolgen betrachtet werden. Gleiches gilt für
Nackenverspannungen bei Streckhaltung der HWS (vgl. Urteile des Bundesgerichts
vom 17. Oktober 2008, 8C_124/2008, mit zahlreichen Hinweisen, sowie vom 7. Februar
2008, U 13/07, E. 3.2 und 3.3). Nach der Rechtsprechung des EVG können
Schmerzangaben der versicherten Person allein für die Annahme struktureller
Unfallrestfolgen nicht genügen; vielmehr muss im Rahmen der
sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung verlangt werden, dass
Schmerzangaben durch damit korrelierende, schlüssig feststellbare Befunde
hinreichend erklärbar sind, andernfalls sich eine rechtsgleiche Beurteilung der
Leistungsansprüche nicht gewährleisten liesse (Urteil vom 9. Oktober 2001, I 382/2000,
E. 2b, vgl. auch Urteil vom 12. März 2004, I 683/2003, E. 2.2.2). Wie dargelegt ist diese
Gegenseitigkeit im vorliegenden Fall nicht gegeben. Die klinischen Befunde der LWS
zeigten sich sodann vollständig unauffällig.
3.4.2 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die gutachterlichen medizinischen
Abklärungen der J._ AG überzeugend und schlüssig begründet keine durch den
Unfall bedingten organisch strukturellen Befunde im Bereich der LWS und HWS
ergeben haben und ihre Diagnose eines Status nach Skiunfall 8. Januar 2012 mit
Distorsion und Kontusion der HWS und LWS ohne gravierende pathomorphologische
Schäden und ohne aktuell noch feststellbare Folgen überzeugt. Die weiteren
medizinischen Akten vermögen an dieser Beurteilung - entgegen den Ausführungen
des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin - nichts zu ändern. In seinem ärztlichen
Zwischenbericht vom 21. Mai 2012 (UV-act. 8) diagnostizierte Dr. E._ ein
"unfallbedingtes" lumbo- sowie cervikovertebrales Syndrom. Die Definition
"unfallbedingt" ist für die Beurteilung, ob über das Datum der Leistungseinstellung
fortdauernde unfallkausale LWS- und HWS-Beschwerden überwiegend wahrscheinlich
nachgewiesen sind, bereits deshalb nicht massgebend, weil sie vor dem von der
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Beschwerdegegnerin festgelegten Leistungseinstellungsdatum erfolgte. Dass sie im
Zeitpunkt der Berichterstattung durch Dr. E._ zutraf, wird nicht in Frage gestellt. Ein
begründeter, überwiegend wahrscheinlicher Beweis für unfallbedingte organisch-
strukturelle Befunde über das Datum der Leistungseinstellung hinaus kann darin jedoch
nicht gesehen werden, zumal auch in einer Syndrom-Diagnose keine überwiegend
wahrscheinliche unfallkausale strukturelle Gesundheitsschädigung zu erblicken ist (vgl.
dazu Roche Lexikon Medizin, a.a.O., S. 1791; Bär/Bertrand/Kiener, Medizinischen
Mitteilungen der Suva Nr. 67 vom Dezember 1994, S. 45 ff.). Bei einem Syndrom
handelt es sich um ein sich stets mit etwa den gleichen Krankheitszeichen, d.h. einer
Symptomatik mit weitgehend identischem "Symptommuster", manifestierendes
Krankheitsbild mit unbekannter, vieldeutiger, durch vielfältige Ursachen bedingter oder
nur teilweise bekannter Ätiogenese. Zur entsprechenden Diagnose führt somit eher das
vom jeweiligen Patienten subjektiv angegebene "Symptommuster" als ein objektiv
erhobener organischer Befund. Auch die alleinige Feststellung von Dr. E._ in seinem
Bericht vom 5. April 2013 (UV-act. 20), es seien ihm betreffend HWS- sowie LWS-
Problematik keine unfallfremden Faktoren bekannt, spricht nicht automatisch für das
Vorliegen unfallbedingter organisch-struktureller Befunde. Es ist nicht Sache der
obligatorischen Unfallversicherung, die Ursache eines Gesundheitsschadens zu
erforschen. Sie hat lediglich abzuklären, ob zwischen den geltend gemachten
Beschwerden und einem versicherten Ereignis ein natürlicher und allenfalls adäquater
Kausalzusammenhang besteht, und so lange Versicherungsleistungen zu erbringen, bis
ein Unfall als Ursache eines Gesundheitsschandes mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit wegfällt. Insofern, als an diesem Beweis angesichts des
schlüssigen und überzeugenden J._ AG-Gutachtens nicht zu zweifeln ist, vermag die
ohnehin vage und durch den Hinweis auf eine Tendenz zu depressiver Verstimmung
bereits eingeschränkte Feststellung - unfallfremde Faktoren seien unbekannt - in keiner
Weise eine überzeugende Grundlage für das Bestehen unfallkausaler Verletzungsfolgen
zu bieten. Dr. E._ hielt übrigens in seinem Bericht vom 21. Mai 2012 (UV-act. 8)
selbst fest, dass bezüglich der HWS und LWS seines Erachtens keine
Arbeitsunfähigkeit bestehe und mit keinem bleibenden Nachteil gerechnet werde. Die
J._ AG-Gutachter haben die Berichte von Dr. E._ in ihre Beurteilung
miteinbezogen. Inwiefern sie angesichts ihrer radiologischen und klinischen
Untersuchungsergebnisse eine weitergehende Erklärung als "Für den am 27. März
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2013 dokumentierten Rückfall findet sich anhand des gesamten Verlaufs aus heutiger
Sicht keine Erklärung. Entsprechendes gilt auch für den Bericht von Dr. E._ vom 5.
April 2013." hätten abgeben müssen, ist nicht ersichtlich.
3.4.3 Ebenfalls auszuschliessen ist eine richtunggebende Verschlimmerung einer
degenerativen Erkrankung der HWS und LWS. Es entspricht einer medizinischen
Erfahrungstatsache, dass eine solche Verschlimmerung nur dann als erwiesen gelten
kann, wenn die Radioskopie ein plötzliches Zusammensinken der Wirbel und das
Auftreten bzw. die Vergrösserung von Randzacken nach einem Trauma aufzeigt (E.
Morscher, in Baur/Nigst [Hrs.], Versicherungsmedizin, 2. Aufl. Bern 1985, S. 191). Eine
solche wird in den medizinischen Akten in keiner Weise diskutiert. Im Übrigen lässt sie
sich aufgrund nicht vorliegender Echtzeitdokumente einer radiologischen
Untersuchung der HWS und LWS zum Unfallzeitpunkt nicht beantworten. Zumindest
die im Röntgenbericht des F._-Center vom 8. Mai 2013 (UV-act. 25) beschriebenen
mässigen degenerativen Veränderungen und die nicht krankheitswertige minime
Skoliose im Bereich der HWS sowie die gleichfalls geringen degenerativen
Veränderungen im Bereich der LWS lassen für ein Geschehen einer richtunggebenden
Verschlimmerung ohnehin keinen Raum.
3.4.4 Es kommt damit nur eine ausheilende Läsion mit vorübergehenden
unfallkausalen Beschwerden in Frage. Im Gutachten der SMAB AG vom 22. Mai 2013
(UV-act. 26) ist als unfallrelevante Diagnose ein Status nach Skiunfall 8. Januar 2012
mit Distorsion und Kontusion der HWS und LWS aufgeführt. Auch wenn diese
Diagnose den Berichten von Dr. E._ nicht entnommen werden kann, kann sie
entsprechend den Anmerkungen in der Unfallmeldung UVG vom 17. Januar 2012 (UV-
act. 1) - Sturz beim Skifahren und Stauchung der Wirbelsäule - zumindest nicht
gänzlich in Abrede gestellt werden. Es entspricht einer medizinischen
Erfahrungstatsache, dass Prellungen (Kontusionen), Verstauchungen oder Zerrungen
der Wirbelsäule ohne strukturelle Läsionen innert kurzer Zeit, in der Regel nach sechs
bis neun Monaten, abheilen. Diese Erfahrungstatsache darf, zumal sie der
herrschenden medizinischen Lehrmeinung entspricht, im Rahmen des
Wahrscheinlichkeitsbeweises berücksichtigt werden. Dies hat insbesondere für den
Nachweis des Status quo sine zu gelten, bei dem es sich um einen hypothetischen
Zustand handelt, welcher sich häufig nur mit Erfahrungswerten bestimmen lässt (Urteil
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des EVG vom 18. September 2002, U 60/02, E. 2.2, E. 3.2 mit Hinweisen auf die
medizinische Literatur; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Februar 2007, U 357/06, E.
4.6). In den Medizinischen Mitteilungen der Suva Nr. 79 (2008), S. 101, hält der Autor
Erich Bär sogar fest, dass Weichteilzerrungen bzw. -prellungen am Rücken (mithin
Verletzungen ohne objektivierbaren strukturellen Schaden) ungeeignet seien, länger als
einige Wochen bis wenige Monate Beschwerden zu machen, die mit organischen
Folgen der ursprünglichen Verletzung zu erklären wären. Dabei weist er auf zahlreiche
weitere Publikationen hin (Erich Bär, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der
Wirbelsäule. Ein Update. in: Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 79 [2008], S. 100
ff.). Insofern zeichnet sich eine vorübergehende Verschlimmerung eines Vorzustands im
Bereich der Wirbelsäule im Regelfall durch stetige Besserung des unfallkausalen
Beschwerdeanteils aus (vgl. dazu Bär/Kiener, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der
Wirbelsäule. in: Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 67 [1994], S. 45). Medizinische
Erfahrungssätze beziehen sich auf den Regelfall, d.h. auf medizinische Sachverhalte,
die sich im konkreten Fall gleich dargestellt haben. Eine Ausnahme von der Regel ist
grundsätzlich nicht ausgeschlossen, doch muss sie sich eben als solche präsentieren.
Im vorliegenden Fall liegen keine Hinweise für einen Ausnahmefall vor. Bezüglich des
Unfalls vom 8. Januar 2012 sind einzig allgemein ein Sturz beim Skifahren und eine
Stauchung der Wirbelsäule bekannt. Konkrete Angaben hinsichtlich der auf die HWS
und LWS eingewirkten Kraft sind den Akten nicht zu entnehmen. Es ist jedoch davon
auszugehen, dass besondere, erschwerende Verhältnisse irgendwann Eingang in die
Akten gefunden hätten. Dass die Beschwerdeführerin beim Unfall keine strukturellen
Läsionen erlitt, wurde in Erwägung 3.4.1 f. ausführlich dargelegt. Die durch Dr. E._ im
ärztlichen Zeugnis vom 20. Januar 2012 (UV-act. 2) erhobenen Befunde zeigten sich
sodann bereits in diesem frühen Zeitpunkt nicht als schwerwiegend. Festgestellt
wurden lediglich eine mässige Beweglichkeitseinschränkung bei Rotation nach links
sowie ein Rüttel-/Schüttelschmerz über dem Halswirbelkörper (HWK) 5/6.
Auffälligkeiten im Bereich der LWS wurden überhaupt nicht vermerkt. Im ärztlichen
Zwischenbericht vom 21. Mai 2012 (UV-act. 8) verneinte Dr. E._ eine
Arbeitsunfähigkeit und rechnete nicht mit bleibenden Nachteilen. Anlässlich der
Begutachtung durch die J._ AG zeigte sich dann eine allseits freie Beweglichkeit der
HWS und LWS. Für die weiteren subjektiv mitgeteilten Befunde fanden sich keine
klinisch funktionellen und/oder röntgenologischen Korrelate (vgl. dazu Erwägung 3.4.1
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f.). In den medizinischen Akten wurden zudem nie typische Prellungssymptome, wie
Hämatome, Blutergüsse usw. angeführt. Eine Arbeitsunfähigkeit infolge der
Wirbelsäulenproblematik bestand zu keinem Zeitpunkt und selbst die
Beschwerdeführerin erklärte sich anlässlich der J._ AG-Begutachtung als zu 100%
arbeitsfähig (vgl. UV-act. 8, 26). Schliesslich spricht der Umstand, dass seit dem Unfall
anhaltende, zu Beginn als unfallkausal taxierte Schmerzen bestehen, nicht automatisch
für das Vorliegen anhaltender Unfallrestfolgen. Die Leistungseinstellung des
Unfallversicherers bedingt keine Beschwerdefreiheit bzw. volle Arbeitsfähigkeit.
Entscheidend ist allein, ob der durch den Unfall ausgelöste Beschwerdeschub seine
kausale Bedeutung verloren hat (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b). Diesfalls können
anhaltende Beschwerden beispielsweise eben degenerativer Natur sein.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die konkrete Sachlage - wie von den J._
AG-Gutachtern beurteilt - massgebend gegen eine fortdauernde Unfallkausalität
spricht. Die J._ AG und damit auch die Beschwerdegegnerin gehen von einem Status
quo sine per 29. September 2012 aus. Es erscheint indessen angemessen, wie
bezüglich des Kniegelenks, das Datum der Leistungseinstellung auch für die HWS und
LWS auf den 31. Oktober 2012 festzulegen.
3.4.5 Liegt - wie im konkreten Fall - kein fassbarer pathologischer (unfallbedingter)
Befund an der HWS vor, ist in der Regel trotzallem ein natürlicher
Kausalzusammenhang zwischen einem Unfall und der danach eingetretene Arbeits-
und Erwerbsunfähigkeit anzunehmen, wenn ein Schleudertrauma oder eine dem
Schleudertrauma äquivalente Verletzung (vgl. dazu RKUV 1999 Nr. U 341 S. 408 E. 3b)
diagnostiziert ist und ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer
Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations-
und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen,
Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. vorliegt (BGE 117 V
360 E. 4b; Bestätigung in BGE 134 V 116 E. 6.2.1). Dieses Beschwerdebild mit einer
Häufung von Beschwerden muss nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb
von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn
sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS
manifestieren. Die anderen im Rahmen eines Schleudertraumas oder einer
äquivalenten Verletzung typischerweise auftretenden Beschwerden müssen sich
jedoch immerhin in einem Zeitraum manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein
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eines natürlichen Kausalzusammenhangs auszugehen (Urteile des Bundesgerichts vom
30. Januar 2007, U 215/05, und vom 15. März 2007, U 258/06; RKUV 2000 Nr. 359 S.
29 E. 5e). Obgleich mit dem J._ AG-Gutachten eine HWS-Distorsion im Sinne einer
schleudertraumaähnlichen Verletzung im Raum steht (UV-act. 26), ist vorliegend nicht
weiter zu prüfen, ob bei der Beschwerdeführerin von einem solchen Geschehen
auszugehen ist. Weder ist aus den echtzeitlichen Akten ein Schleudertrauma bzw. eine
schleudertraumaähnliche Verletzung bzw. Diagnose ersichtlich, noch wurde sie in den
medizinischen Akten und in den Eingaben beider Verfahrensparteien diskutiert. Ein bei
einer HWS-Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden
konnte bei der Beschwerdeführerin ebenfalls nie fassbar gemacht werden. Zwar
machte die Beschwerdeführerin gegenüber Dr. E._ bereits einen Tag nach dem
Unfall Nackenbeschwerden und leichte Kopfschmerzen geltend. Zusätzliche typische
Beschwerden wie Schwindel und Übelkeit oder andere Beschwerden wurden jedoch
nicht erwähnt (vgl. UV-act. 2). Entsprechend ist die natürliche Kausalität der
Nackenschmerzen bezogen auf eine schleudertraumaähnliche Verletzung, welche
Langzeitbeschwerden zur Folge haben könnte, zu verneinen.
3.4.6 Das Vorliegen des adäquaten Kausalzusammenhangs braucht damit nicht
weiter geprüft zu werden. Eine Adäquanzprüfung nach Massgabe der in BGE 134 V
109 begründeten Rechtsprechung bzw. der sogenannten Schleudertrauma-Praxis" fällt
ausser Betracht. Ebenso unpassend stellt sich eine Adäquanzprüfung nach Massgabe
der in BGE 115 V 133 begründeten Rechtsprechung zu den psychogenen Unfallfolgen
bzw. der sogenannten "Psycho-Praxis" dar, nachdem gemäss J._ AG-Gutachten
(UV-act. 26) keinerlei Hinweise auf eine psychische Problematik der
Beschwerdeführerin vorliegen.
4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde nach Prüfung sämtlicher in
Frage kommender Kausalitätsbegründungen insoweit abzuweisen, als die
Beschwerdegegnerin für Heilbehandlungen und allfällige Arbeitsunfähigkeiten ab 1.
November 2012 keine Leistungen mehr zu erbringen hat. Die Beschwerde wird jedoch
dahingehend gutgeheissen, als die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin
zusätzlich für den Zeitraum vom 1. bis 31. Oktober 2012 die Kosten für
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Heilbehandlungen und eine allfällige Arbeitsunfähigkeit zu vergüten hat. Die Sache ist
zur Berechnung dieser Versicherungsleistungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
5.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Hingegen hat die teilweise
obsiegende Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese ist vom
Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei insbesondere der Bedeutung der
Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses Rechnung zu tragen ist (Art. 61 lit. g
ATSG). Da die Beschwerdeführerin mit ihrem Antrag nur zu einem unbedeutenden Teil
durchgedrungen ist, rechtfertigt es sich, die Parteientschädigung auf pauschal Fr.
400.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP