Decision ID: 58d5a11e-b979-4fee-b36a-33bab8198b45
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der
1959
geborene
X._
erlernte keinen Beruf. Vom 20. September 1998 bis zum 31. Dezember 2006
versah
er
die körperlich schwere
Tätigkeit
eines Maschinenführers
für die Firma
Y._
(Urk. 10/20/3
, Urk. 10/34/2
)
. Ab
1. Januar 2007 erhielt er wegen einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit Krankentag
gelder. Am 2. März 2008 meldete er sich unter Hinweis auf einen Bandscheiben
vorfall sowie Rücken- und Beinschmerzen auf der linken Seite bei der Invaliden
versicherung zum Bezug einer Rente an (Urk. 10/1).
Die
Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
prüfte zunächst die Durchführung beruflicher Massnahmen, erachtete die subjektive Eingliederungs
fähigkeit indessen als nicht gegeben (Urk. 10/21)
. Zur
Prüfung des
Rente
n
an
spruchs
holte sie
zunächst Ver
laufsberichte der behandelnden Ärzte (Urk. 10/22-26) und hernach das
bidiszip
linäre
rheumatologisch-psychiatrische Gutachten der
Z._
vom 15. Mai respektive 17. Juni 2009 (Urk. 10/34, Urk. 10/36) ein.
A
uf dieser Basis
ermittelte sie einen Invaliditätsgrad
von 37 %
und v
erneinte
mit Verfügung vom 23. Dezember 2009 das Bestehen eines Rentenanspruchs
(Urk. 10/49
; vgl. auch Urk. 10/45
).
1.2
Am 12. Februar 2010 ersuchte der Versicherte die IV-Stelle, die Durchführung beruflicher Massnahmen
erneut
zu prüfen (Urk. 10/50). Die Abklärungen
der
IV-
Berufsberatung
ergaben, dass
berufliche Eingliederungsm
assnahmen grundsätz
lich
durchgeführt werden könnten
,
wegen des aktuellen Gesundheitszustands des Versicherten
aber
nicht möglich seien
(Urk
. 10/51
, Urk. 10/55, Urk. 10/58). Des
halb wies
die IV-Stelle
das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 13. Dezember 2010 ab (Urk. 10/59
; vgl. auch Urk. 10/57
).
1.3
Bei einem Treppensturz im März 2010
hatte
sich der Versicherte am Daumenge
lenk der linken Hand
verletzt
. Am 17. Oktober 2011 meldete er sich erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 10/61, Urk. 10/63). Nach medizi
nischen und beruflichen Abklärungen
verneinte
die IV-Stelle mit
Verfügung
vom
3. Juli 2012 erneut das Bestehen eines Rentenanspruchs (Urk. 10/73; vgl. auch Urk. 10/72).
Dabei stellte sie auf die Beurteilung des Regionalen Ärztlichen Diens
tes ab, dass
die linke Hand nach erfolgter Heilung wieder voll belastet werden könne (Urk. 10/70/3).
Auf eine weitere Anmeldung des Versicherten vom 7. Feb
ruar 2013 (Urk. 10/75) trat die IV-Stelle
mit Verfügung vom
21. Mai 2013
nicht ein
und begründete dies damit
, da
ss
eine wesentliche Veränderung der
tatsäch
lichen Verhältnisse nicht glaubhaft gemacht worden
sei
(Urk. 10/87, Urk. 10/86).
1.4
Am 4. März 2016 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leis
tungsbezug an (Urk. 10/89). Da
den
Verlaufsbericht
en
der behandelnden Ärzte Hinweise für eine Beeinträchtigung der Halswirbelsäule zu entnehmen waren (Urk. 10/93
, Urk. 10/100/2
), liess die IV-Stelle den Versicherten durch Dr. med.
A._
, Fachärztin für orthopädische Chirurgi
e, begutachten (Urk. 10/94-97).
Dr.
A._
attestierte
dem Versicherten in ihrem Gutachten vom
2. August 2016 unverändert eine
vollständige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten (Urk. 10/99/
14-15, Urk. 10/99/
17).
Gestützt darauf stellte die IV-Stelle dem Ver
sicherten mit Vorbescheid vom 31. August 2016 die
erneute Abweisung seines Leistungsbegehrens mangels einer anspruchsrelevanten Veränderung des Sach
verhalts in Aussicht (Urk. 10/101).
Nachdem der Versicherte dagegen Einwand erhoben hatte (Urk. 10/102, Urk. 10/104),
zog die IV-Stelle weitere Arztberichte bei (Urk. 10/109, Urk. 10
/114
, Urk. 10/124
, Urk. 10/131
). Am 12. Mai 2017 stellte der Versicherte erneut ein Gesuch um Zusprechung beruflicher Eingliederungs
massnahmen (Urk. 10/
129).
Am 21. August 2017 teilte ihm die IV-Stelle mit, weitere medizinische Angaben zu benötigen, um berufliche Massnahmen prüfen zu können (Urk. 10/139
)
.
Nach Eingang des psychiatrisc
h-psychologischen Berichts des
B._
vom 14. November 2017
(Urk. 10/144)
holte sie zunächst die Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes vom 20. Dezember 2017 ein (Urk. 10/147/5-6). Mit Verfügung vom
14. Februar 2018 verneinte sie das Bestehen eines Anspruchs auf Leistungen der Invaliden
versicherung (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Wyss, mit Eingabe vom 19. März 2018 Beschwerde und beantragte die Zusprechung der gesetzlichen Leistungen, insbesondere von Eingliederungsmassnahmen und einer Rente. Zudem sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und in der Person des unterzeichnenden Rechtsanwalts ein unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen. Ferner sei durch das Gericht ein polydisziplinäres Gutachten einzu
holen (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 3. Mai 2018 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (Urk. 9).
In Gutheissung seines Gesuchs bewilligte das Gericht dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 9. Mai 2018 die unentgeltliche Prozessführung und bestellte ihm Rechtsanwalt
Thomas Wyss als unentgeltlichen
Rechtsvertreter (Urk. 11).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit (Abs. 1):
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 unter anderem in Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige beruf
liche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.3
1.3.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8
ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3.2
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
Anlass zur Rentenrevision
im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG
gibt jede wesentliche Än
derung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wes
ent
lichen Änderung des Gesundheitszu
standes, sondern auch dann revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE
130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen).
Eine Veränderung der gesundheitlichen Ver
hältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurtei
lung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Renten
anspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
Die Heranziehung eines Verwaltungsaktes als Vergleichsbasis setzt sodann voraus, dass er auf denjenigen Abklärungen beruht, welche mit Blick auf die möglicherweise veränderten Tatsachen notwendig erscheinen (Urteil des Bundes
gerichts 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013, E. 6.2 mit Hinweisen). Umfasste die letztmalige materielle Beurteilung indessen nicht denselben anspruchserheb
lichen Aspekt, mit dessen Veränderung die Revision begründet wird, gilt der nächstfrühere Entscheid mit entsprechenden Feststellungen als Vergleichsbasis (Urteil des Bundesgerichts 9C_384/2015 vom E. 3 mit Hinweis).
2.
2.1
Die Verneinung eines Anspruchs auf Leistungen der Invalidenversicherung begründete die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung und in der Beschwer
deantwort damit,
die Verhältnisse hätten sich seit Erlass der leistungsablehnenden Verfügung vom 3. Juli 2012 nicht in anspruchsrelevanter Weise verändert. Zur Abklärung der neu im Bereich der Halswirbelsäule aufgetretenen Beschwerden habe sie das orthopädische Gutachten vom 2. August 2016 eingeholt,
wonach sich der gesundheitliche
Zustand des Beschwerdeführers nicht verändert habe und seine Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten nicht eingeschränkt sei. Den ebenfalls beigezogenen Untersuchungsberichten der behandelnden Ärzte seien keine Anhaltspunkte für neue somatische Beeinträch
tigungen zu entnehmen. Gleiches gelte für den psychischen Gesundheitszustand. Die vom
B._
gestellte Diagnose sei nicht aus
reichend durch Befunde belegt und deshalb nicht nachvollziehbar.
Gemäss Beur
teilung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) in den Stellungnahmen vom 16. August 2016 sowie vom 20. Dezember 2017
lägen lediglich andere Beurtei
lungen des gleich gebliebenen
medizinischen Sachverhaltes
vor.
Die vom Beschwerdeführer mit der Beschwerde eingereichten Arztberichte dokumentierten keine neuen, in den früher erstellten Arztberichten noch nicht beschriebenen medizinischen Tatsachen. Da keine gesundheitlich bedingten Einschränkungen bei der Stellensuche bestünden, seien das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) oder das Sozialamt für die Arbeitsvermittlung zuständig (Urk. 2
, Urk. 9
).
2.2
Der Beschwerdeführer stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, er habe Anspruch auf IV-Leistungen.
Laut dem Bericht des
B._
vom 14. November 2017 leide er an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, und habe seit dem 1. Juli 2017 wöchentliche Einzeltherapiesitzungen wahrgenommen.
D
ie Kritik der RAD-Ärztin
C._
in ihrer Stellungnahme vom 20. Dezember 2017, diese Diagnose könne mangels er
füllter Hauptsymptome gemäss ICD
-10 nicht nachvollzogen werden
, überzeuge
nicht. Die RAD-Ärztin sei nicht Fachärztin für Psychiatrie, womit ihr die Fachkompetenz zur Beurteilung psychischer Erkrankungen fehl
e
.
Ferner beziehe sie sich auf ein Gutachten aus dem Jahr 2009, welches
nicht mehr aktuell sei, und berücksichtige die von den behandelnden Ärzten erhobenen aktuellen Symptome nicht.
Schliesslich habe sie ihn auch nicht persönlich untersucht. Da damit mindestens geringe Zweifel an der Beweiskraft ihrer Beurteilung vorlägen, könne rechtsprechungsgemäss nicht darauf abgestellt werden.
Nebst der psychi
schen Problematik werde er durch die chronische Hustensymptomatik und die nicht abgeschlossenen HNO-Behandlungen
, deren Auswirkungen auf den Husten noch nicht abschliessend geklärt seien,
stark
beeinträchtigt.
Es sei zweifelhaft, ob er insbesondere aufgrund des dauernden Hustens überhaupt einer geregelten Arbeit nachgehen könne und einem potentiellen Arbeitgeber zumutbar sei. Der Husten führe nämlich zu Lärmbelastung, was es ihm verunmögliche, mit anderen Personen zusammenzuarbeiten. Sodann kämen wegen hygienischer Bedenken gewisse Branchen für einen Arbeitseinsatz g
ar nicht in Frage, u
nd
seine Produk
tivität
sei
während der Hustenanfälle
gleich n
ull
. Die Zumutbarkeit für einen Arbeitgeber, ihn einzustellen, könne im Rahmen der von ihm beantragten beruf
lichen Eingliederungsmassnahmen
im Sinne von Art. 8 Abs. 1 IVG
abgeklärt wer
den. Die Voraussetzungen für
deren
Zusprechung seien erfüllt. Die IV-Stelle gehe nämlich von einem Invaliditätsgrad von 37 % aus
und habe ihm am 24. Juni 2008 die
Durchführung
von Eingliederungsmassnahmen zugesichert, falls er sich wieder bei ihr melde. I
hm diese nun zu verweigern, sei
treuwidrig und verletze sein in diese Auskunft gesetztes Vertrauen
(Urk. 1 S. 7 ff.)
.
Die IV-Stelle habe im aktuellen Revisionsverfahren lediglich ein orthopädisches Gutachten eingeholt. Zusätzlich bestehe aber Abklärungsbedarf in den Fachdis
ziplinen Psychiatrie, Otorhinolaryngologie und allenfalls Pneumologie; zur Aus
wirkung der Hustensymptomatik, der HNO-Gesundheitsschäden und des Schlafapnoe-Syndroms auf die Arbeitsfähigkeit habe die IV-Stelle bisher gar keine Abklärungen getätigt. Deswegen und weil die IV-Anmeldung bereits 2016 erfolgt sei, müsse zur Abklärung des medizinischen Sachverhalts ein Gerichts
gutachten eingeholt werden (Urk. 1 S. 3).
3.
3.1
Zu
r
Prüfung eines Rentenanspruchs
ist nachfolgend
zu untersuchen
, ob sich der Gesundheitszustand
des
Beschwerde
führers
seit der
erstmaligen Rentenableh
nung mit der rechtskräftigen Verfügung vom 23. Dezember 2009 (Urk. 10/49)
wesentlich verändert hat.
Die das darauffolgende Revisi
onsverfahren abschlies
sende
Verfügung vom 3. Juli 2012
(Urk. 10/73
)
beruhte im Gegensatz zur Verfü
gung vom 23. Dezember 2009 nicht auf interdisziplinären, auch psychiatrischen Abklärungen
(vgl. Urk. 10/41/5-6
, Urk. 10/70
), weshalb sie als Vergleichsbasis für die hier zu beurteilenden psychischen Beschwerden nicht taugt.
Die
Nichtein
tretensverfügung
vom 21. Mai 2013
(Urk. 10/87)
erging
sodann nicht
gestützt auf eine
materielle
Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhalts
abklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung
(Urk. 10/84; vgl. vorste
hend E. 1.3.2)
.
3.2
Der rechtskräftigen Verfügung vom 23. Dezember 2009 lag in medizinischer Hin
sicht das
bidisziplinäre
rheumatologisch-psychiatrische Gutachten der
Z._
vom 15. Mai respektive 17. Juni 2009 zugrunde.
Die rheumatologische Gutachterin
Dr. med.
D._
, Fachärztin für Innere Medizin und Rheumatologie, untersuchte den Beschwerdeführer am
28. April 2009 (Urk. 10/34/1, Urk. 10/36/1)
und zog den Befund der MRI-Untersuchung der Lendenwirbelsäule vom 30. April 2009 bei (Urk. 10/34/13, Urk. 10/34/25).
Ihrer Darstellung der Krankheitsentwicklung und der
Vorakten
ist zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer vom 5. bis 19. Februar 2009 wegen eines chronischen
lumbospondylogenen
Syndroms in der
E._
hospitalisiert war. Da er den Ärzten angab,
im Dezember 2006 eine Lungenentzündung durch
gemacht zu haben und
seit drei Monaten unter einer Reizhustensymptomatik zu leiden
, veranlassten sie eine Thorax-Röntgenuntersuchung und eine Lungenfunk
tionsprüfung, welche keine Hinweis
e
für eine restriktive/obstruktive Ventilations
störung ergab. Die am 26. März 2009 durchgeführte CT
-Untersuchung
des Thorax ergab ein geringes Lungenemphysem
sowie postentzündliche Narben
anterobasal
links
(Urk. 10/34/10-12).
Dr.
D._
diagnostizierte in ihrem Teil des Gutach
tens vom
15. Mai 2009 ein
lumbospondylogenes
Syndrom links mit degenera
tiven Veränderungen der Lendenwirbelsäule und zwei kleinen Diskushernien L4/5 und L5/S1 mit Tangierung der Nervenwurzeln L5 beidseits sowie S1 beidseits, klinisch ohne radikuläre Zeichen. Weiter erwähnte sie bei den Diagnosen eine leichte chronische Hepatopathie unklarer
Aetiologie
mit aktuell erhöhtem
yGT
, bekannt seit 1999, und einen leichten Vitamin D-Mangel (Urk. 10/24/25). Unter Berücksichtigung der Untersuchungsbefunde und der Schmerzangaben des Beschwerdeführers sei davon auszugehen, dass ihm
seit dem 22. Januar 2007 nur noch eine leidensangepasste wechselbelastende Tätigkeit mit einem leichten bis mittelschweren Belastungsniveau (heben und tragen von Lasten bis 15 kg) ohne das längere Verharren in vornüber geneigter Haltung sowie ohne unerwartete, asymmetrische Lasteinwirkungen zu 100 % zumutbar sei (Urk. 10/34/27).
Bisher sei noch keine konsequente medikamentöse Schmerztherapie durchgeführt wor
den, insofern sei eine wichtige Therapie-Option
noch nicht ausgeschöpft worden. Prognostisch sei zu erwarten, dass er langfristig Tätigkeiten ohne starke Rücken
belastung werde verrichten können (Urk. 10/34/26, Urk. 10/34/28).
Dr. med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, untersuchte den Beschwerdeführer am 2. April 2009
und liess ihn mehrere psychologische Tests absolvieren (Urk. 10/36/1-2).
In anamnestischer Hinsicht berichtete ihm der Beschwerdeführer, eine normale frühkindliche Entwicklung durchgemacht zu haben. Die familiären Verhältnisse seien normal gewese
n;
er
habe
sechs Geschwister gehabt
.
D
ie Familie
habe
immer Geldsorgen gehabt und mehrfach umziehen müssen.
Nach einem Umzug nach Zürich habe er
im
Teenageralter eine Phase mit delinquentem Verhalten, insbesondere Einbrüchen, durchgemacht
.
Deshalb sei er mehrmals im Gefängnis gewesen. Mit 19 Jahren habe er seine krim
inellen Aktivitäten eingestellt
. Die Schule habe er nicht beendet, und weil er keine Lehrs
telle gefunden
habe; er
sei danach einfach als Hilfskraft arbeiten gegangen.
Er habe bis zum Auftreten der starken Rückenbeschwerden im Januar 2007 in verschiedenen
angelernten Tätigkeiten teilweise langjährige Anstellun
gen gehabt.
Seit einem Infekt vor 12 Jahren seien die Leberwerte nicht in Ord
nung. Er habe einmal eine Lungenentzündung gehabt und eine Zeitlang an unklaren Magenproblemen gelitten. Einmal habe er sich in psychiatrischer Behandlung befunden: Vor 20 Jahren sei er während einer Woche in der
G._
hospitalisiert gewesen. Grund dafür sei gewesen, dass ihm jemand etwas ins Bier getan habe, worauf er für 10 Minuten weggegangen sei und sich in dieser Zeit die Pulsad
ern aufgeschnitten habe. Mit 40 Jahren habe er seine Ehefrau geheiratet, das Paar habe zwei Kinder. Die familiären Verhältnisse seien normal und stabil.
Aktuell werde er hauptsächlich durch die Rückenbeschwerden in der Lendenwirbelsäule, w
elche in die Beine ausstrahlten,
beeinträchtigt
.
Diese seien von wechselnder Stärke, würden aber nie ganz weggehen.
Nachts erwache er wegen diesen Schmerzen 10 bis 12 Mal.
Des Weiteren sei die Drehung der Halswirbelsäule erschwert, hinzu kämen Probleme mit dem Magen, welche von leichtem Bauchweh bis hin zu Krämpfen variieren würden. Psychische Beschwer
den habe er nicht. Er habe jedoch Existenzangst, wenn er daran denke, wie es weitergehen solle. Wenn er keine Familie hätte, würde er öfter daran denken, wegen der Schmerzen mit dem Töff in
die Wand zu fahren.
Er habe viele Interes
sen aufgeben müssen, insbesondere könne er seit zwei Jahren nicht mehr Töff fahren. Er gehe jetzt
jeden Tag
s
chwimmen, da seine Schmerzen im Wasser erträglich seien. Er habe noch ein bis zwei gute Kollegen, ansonsten keine weite
ren Kontakte oder Freizeitaktivitäten. Solange seine Schmerzen in der aktuellen Ausprägung anhielten, könne er keine Arbeit verrichten. Eine Umschulung sei für ihn kein Thema. Er traue sich dies nicht mehr zu, könne sich dazu nicht genug konzentrieren und sei zu vergesslich
(Urk. 10/36/3-6)
.
Dr.
F._
erhob keine besonderen psychischen Befunde, insbesondere wertete er die Bemerkung des Beschwerdeführers, ohne Familie daran zu denken, mit dem Töff in die Wand zu fahren, nicht als Hinweis auf eine akute oder kürzlich zurückliegende Suizidalität. Die vom Beschwerdeführer ausgefüllte Symptom-Checkliste ergab, dass er (sub
jektiv) unter einer deutlich überdurchschnittlichen allgemeinen psychischen Belastung l
itt. Auch habe er eine deutlich
erhöhte Belast
ung
bei Konzentrations
störungen, depressiven Symptomen
,
körperlich spürbarer Nervosität
und körper
lichen Symptomen
angegeben
. Der durchgeführte Aufmerksamkeits-Belastungs-Test ergab deutlich unterdurchschnittliche Konzentrationsleistungen und Sorg
faltsleistungen. Das Bearbeitungstempo war leicht unterdurchschnittlich, die
Testleistungen insgesamt qualitativ deutlich und quantitativ leicht unterdurch
schnittlich. Der Konzentrations-Verlaufs-Test ergab durchschnittliche Tempo-, Konzentrations- und Sorgfaltsleistungen.
Dr.
F._
konnte keine psychiat
rischen Diagnosen stellen.
Er hielt in seiner abschliessenden Beurteilung fest, sowohl die berufliche Integration als auch die stabilen Familienverhältnisse sprächen trotz der delinquenten Phase in der Jugend gegen das Vorliegen einer dissozialen Persönlichkeitsstörung. Auch fehlten Hinweise für eine relevante Alkoholproblematik in den letz
ten Jahren. Insgesamt fehlten
Anhaltspunkte
für eine psychische Komorbidität zu den Rück
enbeschwerden. Eine somatoforme
Schmerzstörung könne nicht diagnostiziert werden, da
nicht erkennbar sei, dass im
Zeitpunkt
des Beginn
s
der verschärften Rückenbeschwerden
intrapsychische
Konflikte oder psychosozial
e
Belastungssituationen
bestanden hätten
, welche
als entscheidende ursächliche Einflüsse für das Auftreten der Schmerzen in Frage kämen. Sowohl
die
familiäre
n
als auch
die
berufliche
n
Verhältnisse seien vom Beschwerdeführer als in jener Zeit intakt beschrieben worden, und er habe keine psychischen Belastungen beschrieben. Die teilweise auffälligen testpsycho
logischen Befunde hinsichtlich der subjektiv empfundenen Beeinträch
tigung durch körperliche und psychische Symptome und der Konzentrations- und Sorgfaltsleistungen könnten mangels entsprechender Hinweise
nicht durch ein psychisches Krankheitsbild erklärt werden. Möglicherweise hätten auch die Gesamtverfassung des Beschwerdeführers und
die Gutachtensituation zu diesen
Ergebnissen beigetragen. Mangels einer psychiatrischen Diagnose könne auf dem psychiatrischen Fachgebiet keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden
.
Berufliche Eingliederungsmassna
hmen erschienen wenig sinnvoll,
da der Beschwerdeführer diesen kritisch bis ablehnend gegenüberstehe
(Urk. 10/36/6-10).
Abschliessend bemerkten die Gutachter, d
er Beschwerdeführer habe sich selbst als vollständig arbeitsunfähig eingeschätzt. Diese Einschätzung könne weder aus rheumatologischer noch psychiatrischer Sicht mit objektivierbaren Befunden bestätigt werden (Urk. 10/36/11).
3.3
3.3.1
Im Nachgang zur Neuanmeldung zum Leistungsbezug vom 4. März 2016 (10/89) ging bei der IV-Stelle der MRI-Befund der Halswirbelsäule vom 12. November 2015 ein, welcher wegen therapieresistenten Schmerzen im Schulterber
e
ich C4 links sowie
Hypästhesien
in den Fingern 1-3 links veranlasst
worden war
. Dem
nach zeigte sich eine Diskushernie im Segment HWK 6/7 mit deutlicher Einen
gung des
Neuroforamens
C7 links und geringfügiger Einengung rechtsseitig (Urk. 10/93/2).
Im Verlaufsbericht vom 11. April 2016 führte der Hausarzt Dr. med.
H._
, Facharzt für Innere Medizin, bei den Diagnosen einen chronischen Husten, differentialdiagnostisch eine Sarkoidose, eine Lymphozytose mit erhöh
tem CD4/CD8-
Quozienten
, ein Lungenemphysem
bei Status nach Nikotinabusus, eine chronische
Pansinusitis, eine chronische Hepatopathie sowie eine behandelte
gastroösophageale
Refluxsymptomatik
auf (Urk. 10/9
3
/1).
In Würdigung dieser Befunde gelangte Dr. med.
I._
, Facharzt für Allgemeine Medizin vom RAD, am 25. Mai 2016 zur Beurteilung, die
Lungen, die Sinus- und die
Abdomen
befunde
wirkten sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus, hingegen habe sich das Belastungsprofil aufgrund der Befunde in der Halswirbelsäule möglicherweise verändert. Deshalb sei ein orthopädisches Gutachten einzuholen (Urk. 10/100/2).
Dr.
A._
begutachtete den Beschwerdeführer orthopädisch. Ihr Gutachten vom 2. August 2016 basiert auf den
Vorakten
, den am 28. Juli 2016 erhobenen Untersuchungsbefunden sowie den am Untersuchungstag angefertigten Röntgen
bildern der Lendenwirbelsäule (Urk. 10/99/1, Urk. 10/99/5
). Der Beschwerdeführer gab der Gutachterin unter anderem an, seit 30 Jahren unter chronischem Husten zu leiden. Die Gutachterin bemerkte während der Untersuchung häufiges Husten des Beschwerdeführers (Urk. 10/99/8, Urk. 10/99/10).
Dr.
A._
diagnostizierte eine verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule bei Fehlstatik, Haltungsinsuffizi
enz, muskulärem
Hartspann und
verschmächtigter
Rumpfmuskulatur
. Radiolo
gisch zeigten sich eine Degeneration mit Protrusion/Bandscheibenvorfall in Höhe HWK 6/7, degenerative Veränderungen der unteren Brustwirbelsäule rechtsbetont und geringe degenerative Veränderungen lumbal und der
Iliosakralgelenke
, ohne nervenwurzelbezogene neurologische Defizite. Zudem bestehe beidseits eine ver
kürzte
Ischiokruralmuskulatur
ohne Dehnungsschmerzen. Die
Iliosakralgelenke
seien bei beginnenden degenerativen Veränderungen
beideits
cranial druck
schmerzhaft. Trotz
Arthrodese
nach einer Bandoperation bei Status nach Band
verletzung bestünden im linken Daumengrundgelenk ulnar weiterhin Druck
schmerzen. Ferner bestehe eine Fehl- und Überbelastung des Bewegungsappara
tes bei einem Übergewicht von etwa 15 kg. Insgesamt sei der Allgemeinzustand reduziert. In ihrer abschliessenden Beurteilung hielt sie fest, der Beschwerdeführer
sei in den Jahren 2006 bis 2012 stundenweise in einer Recycling-Stelle tätig gewesen. Nach seinen
Beschwerden befragt habe er an erster Stelle den Husten genannt, gefolgt von Wirbelsäulen- und Gelenkbeschwerden
. Seine Bewegungs
muskulatur
sei
insgesamt
gut trainiert bei Hinweisen auf eine
Verschmächtigung
der Haltemuskulatur. Die bildgebend im Bereich der Halswirbelsäule erhobenen Befunde hätten
kein klinisches Korrelat und damit
keinen Einfluss auf die Beschwerdesymptomatik. Aus orthopädischer Sicht sei eine Gewichtsreduktion
indiziert
bei funktionell ungünstig stammbetonter Adipositas. Die verkürzte
Ischiokruralmus
kulatur
müsse gedehnt
, und die Haltemuskulatur gekräftigt wer
den. Problematisch sei der Lebensstil des Beschwe
rdeführers mit kurzer Nachtruhe
und dem Verbringen eines wesentlichen Teils des Tages liegend vor dem Fern
seher.
E
r benötige einen strukturierten Tagesablauf. Notwendig sei eine allge
meine Roborierung, auch zur Verbesserung des Hustens und des ausgeprägten Schwitzens. Aus orthopädischer Sicht seien ihm ab sofort körperlich leichte und gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten
, welche in wechselnder Ausgangslage ver
richtet werden könnten, zumutbar. Aufgrund der Atembeschwerden und des häu
figen Schwitzens seien wechselnde Temperaturen in der Arbeitsumgebung ungünstig. Wegen des Hustens sollten Tätigkeiten, die zur Reizung der Atemwege führten, vermieden werden (Urk. 10/99/13-15, Urk. 10/99/18). Der Gesundheits
zustand sei seit der letzten Revision annähernd gleich geblieben (Urk. 10/99/17).
3.3.2
In einem Bericht vom 31. Oktober 2016
erwähnte der behandelnde Arzt Dr. med.
J._
, Facharzt für
Chirurgie, unter anderem
,
dass ein Kontroll-MRI der Len
denwirbelsäule vom 26. Oktober 2016 gegenüber der Voruntersuchung keine wesentliche Änderung
ergeben habe: Nach wie vor bestehe eine
Diskushernie L4/5 und L5/S1 mit entsprechender Kompression der Nervenwurzel L5 links (Urk. 10/109/1-2).
In seinem
Verlaufsbericht vom 3. Februar 2017
wird bei den Diag
nosen erstmals eine Gonarthrose erwähnt. Dem Bericht
ist zu entnehmen, dass eine
n
eurologische Untersuchung mittels EMG und EEG unauffällige Befund
e
ergab
, so dass Hinweise für eine relevante Läsion einer zervikalen, lumbalen oder sakralen Wurzel fehlten. Der Neurostatus war bis auf eine Hypästhesie im Bereich der linken unteren Extremität lateral links unauffällig. Wegen des rezidivierenden zervikal und lumbal betonten
Panvertebralsyndroms
mit Belastungsabhängigen Beschwerden war
dem Beschwerdeführer nach Auffassung von Dr.
J._
bis auf weiteres keine Tätigkeit mehr zumutbar (Urk. 10/114/1-5; vgl.
den Bericht von Dr. med.
K._
, Facharzt für Neurologie, vom 8. November 2016
[
Urk. 10/124
]
).
3.3.3
Dr.
L._
, Fachärztin für Pneumologie und Innere Medizin des
M._
,
behandelte den Beschwerdeführer spätestens seit dem
26. März 2015 wegen des Hustens, welcher gemäss seinen Angaben seit
Jahren bestand, mal mehr, mal wenige
r (Urk. 10/109/14-15; vgl. auch
Urk. 10/109/4-13).
In ihrem Verlaufsbericht vom
19. Juli 2017 diagnostizierte sie im Wesent
lichen ein
en
differentialdiagno
stisch multifaktoriell bedingten
chro
nischen
Hus
ten bei einer chronischen Pansinusitis, einer Reflux-Erkrankung, einem mittel
schweren obstruktiven Schlafapnoesyndrom sowie einer möglichen laryngealen Hypersensitivität. Als Diagnosen führte sie weiter eine fragliche pulmonale Sar
koidose
und ein Lungenemphysem auf
. Sie hielt fest, die Ursache des seit Jahren bestehenden Hustens sei nicht klar. Diverse Therapieversuche hätten keine nach
haltige und reproduzierbare Besserung gebracht. Auch die CPAP-Therapie habe bisher keinen Erfolg gezeigt, wobei der Beschwerdeführer die CPAP-Maske erst wenige Stunden am Stück anwenden könne. Sie habe
ihn
zur fachärztlichen
Re
e
valuation
an das
N._
überwiesen (Urk. 3/3).
Dr. med.
P._
, klinischer Dozent im
N._
der
O._
, unter
suchte den Beschwerdeführer am
6. September 2017. In seinem Bericht vom
8. September 2017 diagnostizierte er im Wesentlichen eine mittelstark ausgeprägte chronische
Rhinosinusitis
mit Polypen und eine stark ausgeprägte
Nasenseptum
deviation
nach links. Laut seiner Beurteilung könnten diese Diagnosen die chro
nisch
e Hustensymptomatik, welche
im G
egensatz zu früheren kürzeren Episoden seit gut einem Jahr persistiere, haben. Weitere Faktoren für den chronischen Hus
ten seien
der bekannte
Gastro-oesophageale
Reflux, therapiert mit
Pantoprazol
sowie das
obstruktive Schlafapnoe
-Syndrom
.
Aus thera
peutischer Sicht bestehe auch eine Indikation zur Durchführung einer
Nasenseptumplastik
sowie einer
Fronto-Sphano
-
Ethmoidektomie
beidseits. Dadurch könne einerseits die Toleranz der CPAP-Maske verbessert werden, anderer
seits die Therapie der chronischen
Rhinosinusitis
und der Hustensympto
matik positiv beeinflusst werden (Urk. 3/4).
3.3.4
Die Psychiater und Psychologen des
B._
behan
delten den Beschwerdeführer vom 15. November 2016 bis 19. Januar 2017 und
– nachdem er für sie zwischenzeitlich nicht mehr erreichbar war (Urk. 10/128) – erneut ab dem 1. Juli 2017 regelmässig im Rahmen ärztlicher Kontrollen und wöchentlicher Einzeltherapien (Urk. 10/144/7).
In ihrem Bericht vom 14. Novem
ber 2017
führten sie bei
den Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgrad
ige Episode (ICD-10: F33.1
) auf;
bei den Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erwähnten sie unter anderem
die mittelstark ausgeprägte chronische
Rhinosinu
sitis
mit Polypen, die stark ausgeprägte
Nasenseptumdeviation
nach links
,
die chronische
Hustensymptomatik
und das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom
.
Der Beschwerdeführer gab den Spezialisten des
B._
zu T
herapiebeginn an, seit den zunehmenden Schmerzen in der Lendenwirbelsäule im Jahr 2004 und in der Halswirbelsäule im Jahr 2016 unter Depressionen zu leiden.
Laut den Spezialisten ergab sich im
weiteren Therapieverlauf aufgrund von neuen anamnestischen Angaben
jedoch
, dass er bereits in seiner Kindheit unter depressiven Stimmungen und negativen Gedanken
litt
. Aktuell bestünden Schlafstörungen (Durchschlaf 3-4 Stunden), Appetitminderung, Lust- und Inte
resselosigkeit, Lärmempfindlichkeit, Rückzug, Gedankenkreisen
, Sinnlosigkeits
gedanken (Suizidideen ohne akute Suizidalität), deutliche Konzentrationsstörun
gen und Vergesslichkeit, Traurigkeit, Weinen. Als somatische Beeinträchtigungen bestünden nach Angaben des Beschwerdeführers der chronische und sehr inten
sive Husten, erhöhte Leberwerte, Schmerzen im linken Daumen, in den Knien beidseits (Arthritis), im Hals und im hinteren Halsbereich, eine ständig geschwol
lene Nase sowie Atemschwierigkeiten. Aus seiner Sicht hingen die psychischen Symptome mit den chronischen Schmerzen zusammen. Es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer aufgrund der Depressionen des Vaters und der Über
forderung der Mutter nur sehr begrenzt ein positives
Selbst- und Weltbild habe entwickeln können. Dafür spreche auch, dass im therapeutischen Kontakt Bin
dungsschwierigkeiten feststellbar gewesen seien
; insbesondere verfüge der Beschwerdeführer über eine nur sehr begrenzte Reflexions- und Introspektions
fähigkeit, bagatellisiere seine Probleme, neige zu Vermeidungsstrategien im Sinne von oberflächlichen Gesprächen und sei allgemein weniger spürbar. In den letz
ten sechs Therapiesitzungen habe sich eine leichte Besserung
seiner
Fähigkeit, sich zu öffnen, beobachten lassen. Aufgrund einer stark ausgeprägten, kl
inisch relevanten, chronifiziert
en depressiven Symptomatik sei
er weiterhin auch für angepasste Tätigkeiten
arbeitsunfähig
. Die Schmerzsymptomatik trage zur depressiven Symptomatik wesentlich bei und halte sie aufrecht. Wegen der schmerzbedingten deutlichen körperlichen Einschränkungen und der depressiven Symptome könne er aktuell nicht in den 1. Arbeitsmarkt eingegliedert werden, wobei auch eine Integration in den 2. Arbeitsmarkt oder eine anderweitige Integ
rationsmassnahme derzeit nicht zumutbar seien (Urk. 10/144/6-9).
3.3.5
Am 20. Dezember 2017 würdigte med.
pract
.
C._
, Fachärztin für Orthopä
dische Chirurgie vom RAD, die ihr vorgelegten neusten medizinischen Verlaufs
berichte versicherungsmedizinisch. Dabei gelangte sie zur Beurteilung,
aus soma
tischer Sicht könne am Ergebnis der Begutachtung durch Dr.
A._
festgehalten werden
, weil im Rahmen der neuurologischen Zusatzuntersuchung sowohl eine radikuläre Symptomatik als auch eine Epilepsie habe ausgeschlossen werden kön
nen. Die im Bericht des
B._
erwähnten soma
tischen Befunde seien bekannt und bereits
berücksichtigt worden.
Durch den
Bericht vom 14. November 2017 seien sodann keine neuen
psychischen Beein
trächtigungen ausgewiesen. Die im Bericht gestellte Diagnose einer rezidivieren
den depressiven Störung stütze sich bloss auf die anamnestischen Angaben des Beschwerdeführers. Ärztliche Befunde, welche frühere depressive Episoden beleg
ten, lägen nicht vor, der Suizidversuch im Jahr 1983 sei aktenkundig unter dem Einfluss von Drogen erfolgt. Ferner fehlten Anhaltspunkte für psychiatrische The
rapien zwischen 1983 und dem Beginn der Therapie im medizinischen Zentrum
S._
. Im psychiatrischen Gutachten aus dem Jahr 2009 sei ein psychisches Leiden ausgeschlossen worden, und der im Bericht erwähnte psychopathologische Befund erf
üll
e die Kriterien für die Diagnose einer rezidivierenden mittelgradigen depressiven Störung gemäss ICD-10 nicht: Über einen Interessens- und Freud
verlust oder Verlust der Fäh
i
gkeit zur Freude und Trauer werde nicht berichtet, ebenso wenig wie über einen verminderten Antrieb.
Von den drei Hauptsympto
men nach ICD 10 sei allenfalls einzig die depressive Stimmung ausgewiesen.
Des
halb könne die psychiatrische Diagnose nicht nachvollzogen werden. Insgesamt sei von einem unveränderten medizinischen Sachverhalt auszugehen
(Urk. 10/147/5-6)
.
4.
4.1
Med.
pract
.
C._
ist
zwar
zuzustimmen, dass
sich hinsichtlich der von der Lendenw
irbelsäule ausgehenden Beschwerden
trotz entsprechender Klagen des Beschwerdeführers
mittels apparativer Untersuchungsmethoden (insbesondere MRI-Bilder
, EEG und EMG) keine wesentliche Veränderung seit der Untersuchung durch die Gutachterin Dr.
D._
feststellen liessen.
A
uch der von Dr.
J._
beziehungsweise Dr.
K._
erhobene Neurostatus
präsentierte sich
weitgehend unauffällig und unverändert (vgl. E. 3.3.2 hiervor).
Für die bildgebend im Bereich der Halswirbelsäule erhobenen Befunde fand Dr.
A._
kein klinisches Korrelat vor, weshalb sie nicht davon ausging, dass die degenerativen Halswirbelsäulen
veränderungen einen Einfluss auf die Beschwerdesymptomatik hatten.
Im zeitlichen Verlauf wurden in den medizinischen Berichten aber mit
der chro
nischen Pansinusitis (gemäss Verlaufsbericht von Dr.
H._
vom 11. April 2016 [Urk. 10/93
/1
]
), der Kniearthrose beziehungsweise –
arthritis
(laut Verlaufs
bericht von Dr.
J._
vom 3. Februar 2017 [Urk. 10/114]
beziehungsweise des
B._
vom 14. November 2017 [Urk. 10/144/6]
)
sowie
dem mittelschweren obstruktiven Schlafapnoesyndrom (
gemäss Bericht von Dr.
L._
vom 19. Juli 2017 [
Urk.
3/3]
) neue somatische Diagnosen erwähnt.
Zudem ergeben sich aus dem Bericht von Dr.
P._
vom 8. September 2017 Hin
weise, wonach sich die chronische
Hustensymptomatik im letzten Jahr weiter verstärkt habe (Urk. 3/4 S. 1). Dessen Ursache konnte bisher nicht restlos geklärt werden, wobei zusätzlich die Verdachtsdiagnose einer pulmonalen Sarkoidose gestellt wurde (Urk. 3/3).
Dr.
A._
erwähnte im Vergleich zur Vorgutachterin Dr.
D._
denn auch
neue qualitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit wegen
der Atembeschwerden, häufigen Schwitzens sowie des Hustens (Urk. 10/99/15).
Schliesslich bestehen aufgrund des Berichts vom 14. November 2017 der Psychiater und Psychologen des
B._
Hinweise
, dass sich auch der psychische Gesundheits
zustand im relevanten Zeitra
um verschlechtert haben könnte.
Gestützt auf die erhobenen Befunde
gelangten
die Ärzte
zur Beurteilung, dass
d
er
Beschwerde
führer
seine psychischen Probleme in der Vergangenheit aufgrund
einer
begrenz
ten Reflexions- und Introspektionsfähigkeit bagatellisiert habe und effektiv an einer rezidivierenden
depressiven Störung mit gegenwärtig mittelgradiger Epi
sode leide (Urk. 10/144/6-9).
Von Bedeutung ist auch, dass
der rechtskräftigen rentenablehnenden Verfügung vom 23. Dezember 2009 ein
Invaliditätsgrad von
37 %
zugrunde lag, wobei bei der Ermittlung des Invalideneinkommens gestützt auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) ein
leidensbedingter Abzug von
10 %
berücksichtigt wurde (Urk. 10/49/2).
Angesichts dessen genügt
bereits eine
geringfügige qualitative
(Anlass zu einem höheren leidensbedingten Abzug gebende)
oder quantitative Versch
lechterung der Arbeitsfähigkeit, damit ein Invaliditätsgrad von 40 % erreicht wird und damit ein Rentenanspruch entsteht
.
4.2
Mithin bestehen Anhaltspunkte, dass sich der Gesundheitszustand seit der
erst
maligen Rentenablehnung mit der
Verfügung vom 23. Dezember 2009
(Urk. 10/49) erheblich verändert hat.
Anhand der
vorliegenden medizinischen Berichte
lassen sich die Auswirkungen
sämtlicher somatischer und psy
chischer
Beein
trächtigungen
auf die Arbeitsfähigkeit
aber
nicht mit dem erforderlichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit bestimmen
.
Die
Dres
.
L._
und
P._
nahmen in ihren Berichten nicht zur zumutbaren Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung der in ihre jeweiligen Fachbereich
e (Pneumologie und
Oto
-Rhi
no-Laryngologie) fallenden Beeinträchtigungen
Stellung
. Aufgrund
ihrer
Berichte
lässt sich auch nicht feststellen, inwiefern die Hustensymptomatik, wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht, wegen ihres häufigen Auftretens und ihrer Intensität störend auf die Umgebung
wirkt
und dazu führt, dass gewisse Branchen wegen hygienischer Bedenken für einen Arbeitseinsatz nicht mehr in Frage kommen.
Es ist unklar, inwiefern diese
Faktoren
einen Einfluss auf die erwerbliche Verwertbarkeit des verbliebenen Leistungsvermögens
haben
.
Der Chi
rurg
Dr.
J._
attestierte zwar eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 10/114/1-5).
Seine
Beurteilung steht aber in einem dermassen deutlichen Wider
spruch zu derjenigen der Orthopädin Dr.
A._
, dass nicht auszuschliessen ist, dass darin auch invalidenversicherungsrechtlich nicht massgebliche Überlegun
gen, etwa therapeutischer Natur, berücksichtigt wurden; folglich kann auf seine Beurteilung nicht abgestellt werden.
Im
Bericht des
B._
vom 14. November 2017
fehlt eine Stellungnahme zur Entwicklung des psychischen Gesundheitszustands im zeitlichen Verlauf sowie eine Auseinander
setzung mit der psychiatrischen Begutachtung von Dr.
F._
im Jahr 200
9. Da bei den Diagnosen angegeb
en wird, die rezidivierende Depression bestehe seit 1985 (Urk. 10/144/7), kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Fachspezialis
ten
zumindest zum Teil eine
hier unbeachtliche,
andere Beurteilung des gleich gebliebenen Sachverhalts
vorgenommen haben (vorstehend E. 1.3.2). Z
udem
wurde
die
Arbeitsfähigkeit nicht in Anwendung der
gemäss
143 V 409 bei leich
ten und mittelgradigen Depressionen zu beachtenden
Standardindikatoren fest
gelegt.
Hinsichtlich der Beurteilung von med.
pract
.
C._
vom
RAD
schliess
lich ist zu beachten, dass diese Ärztin den Beschwerdeführer nicht persönlich untersucht hat. Zudem ist sie
orthopädische
Chirurgin
. Deshalb ist ihr Bericht für sich allein nicht geeignet
, um eine beweiskräftige, der Beurteilung der behan
delnden Fachärzte widersprechende Einschätzung der Auswirkung der Psyche auf die Arbeitsfähigkeit
abzugeben
.
4.3
Bei dieser Ausgangslage besteht weiterer Abklärungsbedarf
, nicht zuletzt auch zur Abklärung des Zusammenspiels des multiplen internistischen, orthopädisch-rheumatologischen sowie gegebenenfalls psychischen Beeinträchtigungen
. Die IV-Stelle, an welche die Sache zurückzuweisen ist,
wird den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
(und dessen Entwicklung seit Erstellung des
bidisziplinä
ren
rheumatologisch-psychiatrischen Gutachtens der
Z._
vom 15. Mai respektive 17. Juni 2009)
durch Einholung eines polydisziplinären Gutachtens mit Beteiligung der Fachdisziplinen Orthopädie/Rheumatologie, Pneumologie,
Oto
-Rhino-Laryngologie, Psychiat
r
ie sowie nötigenfalls weiterer
Fachrichtungen
abzuklären haben.
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers besteht kein Grund zur Einholung eines Gerichtsgutachtens, da die IV-Stelle im Neuanmel
dungsverfahren bisher kein polydisziplinäres Gutachten eingeholt hat und den Sachverhalt nach dem Gesagten hinsichtlich der Auswirkung mehrerer Gesund
heitsstörungen auf die Arbeitsfähigkeit ungenügend abgeklärt hat. In diesem Ver
fahrensstadium kann über die ebenfalls beantragten beruflichen Massnahmen noch nicht entschieden werden.
5.
5.1
Ausgangsgemäss gehen die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- zulasten der unter
liegenden IV-Stelle (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2). Nach § 34 Abs. 1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rück
sicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Der
in die
Honorarnote
von Rechtsanwalt Thomas Wyss
vom
15.
Juli 2018 (
Urk.
1
3
)
ausgewiesene Zeitaufwand von 11 Stunden und 50 Minuten
erscheint unter Berücksichtigung der obgenannten Kriterien als angemessen. Der
verrech
nete
Stundenansatz von Fr. 250.-- ist hingegen auf den gerichtsüblichen Ansatz von Fr. 220.-- zu kürzen.
Unter zusätzlicher Berücksichtigung der geltend gemachten Spesenpauschale von 3 % und der Mehrwer
t
steuer
von 7.70 %
beläuft sich die dem Beschwerdeführer zuzusprechende
Parteientschädigung
auf
Fr.
2'900.--
.