Decision ID: ea6af782-cbbf-4630-a287-2ce8388b5c6b
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1964 geborene
X._
, welcher eine Verkaufs-Anlehr
e bei der
Z._
absolvier
t
hatte
, meldete sich am 7. August 2017 unter Hinweis auf eine Verkrümmung der Wirbelsäule und einen Wirbelbruch bei der Invaliden
ver
si
che
rung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3
, Urk. 7/9 S. 4
). Die Sozialversi
che
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, nahm erwerbliche und medizinische Abklä
rungen vor
.
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/14
, Urk. 7/19
)
mit weiteren erwerblichen Abklärungen verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 5. Februar 2018 einen Rentenanspruch
unter Hinweis
auf einen Invaliditäts
grad von 10 % (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 27. Februar 2018 Beschwerde (
Urk. 1
) und bean
tragte, es sei die Verfügung vom 5. Februar 2018 aufzuheben und es sei ihm eine Rente zuzusprechen, eventuell sei der medizinische Sachverhalt weiter abzu
klären. In prozessualer Hinsicht stellte er das Gesuch um unentgeltliche Prozess
führung (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 19. April 2018 (Urk. 6) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 23. April 2018 (Urk. 8) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung,
IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die Regionalen Ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktio
nelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medi
zini
schen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmetho
den können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allge
meinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Unter
suchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/20
14 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht ab
zu
stellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG be
treffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Ver
fah
rensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wirkung (Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.4).
Praxisgemäss kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schluss
folgerungen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des Bundesgerichts
8C_971/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis ver
sicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Okto
ber 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete ihre Verfügung vom 5. Februar 2018 (Urk. 2) damit, dass der Beschwerdeführer
seit dem Jahre 1999 in seiner bisherigen Tätig
keit eingeschränkt sei. Eine angepasste Tätigkeit sei ihm indessen zu 100 % zu
mutbar. Aufgrund des Einkommensvergleichs resultiere unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 10 % ein rentenausschliessender Invaliditäts
grad von 10 % (S. 1 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber (Urk. 1) auf den Standpunkt, es sei unklar, weshalb die Beschwerdegegnerin von einer Arbeitsunfähigkeit von 0 % in einer leidensangepassten Tätigkeit ausgehe.
Gemäss den
Berichten des behandelnden Arztes,
Dr.
med.
A._
, FMH Allgemeine Innere Medizin,
sei in angepasster Tätigkeit
von
einer 100%igen respektive 50%i
gen Arbeitsunfähigkeit
auszugehen. Sofern die
Angabe der Arbeitsunfähigkeit von 0 % auf der Einschät
zung des
RAD-
Arztes beruhe, fehle eine Begründung, weshalb nicht auf die Ein
schätzung v
on Dr.
A._
abgestellt werde und wie der RAD-Arzt zu dieser
Erkenntnis gelange
. Entsprechend sei auf die Beurteilung des behandelnden Arztes
abzustellen,
so dass
i
h
m
, dem
Beschwerdeführer
,
ein Rentenanspruch
zusteh
e. Werde nicht auf die Beurteilung von Dr.
A._
abgestellt, so sei eine Begut
ach
tung respektive Untersuchung des Beschwerdeführers angezeigt (S. 4 f. Ziff. 1
-4
)
.
Im Übrigen sei der Einkommensvergleich zu beanstanden, da nicht klar sei, welches Valideneinkommen und welcher IV-Grad massgebend sein sollen (S. 5 f. Ziff. 5-8).
3
.
3.1
Dr.
m
ed.
B._
, Leiter
, Abteilung für
Pneumologie,
C._
,
ging in seinem Beri
cht vom 24. Juli 2012 (Urk. 7/1
1/6) von folgenden Diagnosen aus:
-
Status nach Bronchopneunomie mit Moraxella catharralis und begleitender Lymphadenopathie
-
f
ortbestehende subpleurale Noduli, unverändert
-
Adipositas
-
chronischer Nikotinabusus (zirka 60 py)
-
Status nach Fraktur (1999 Lendenwirbelsäulen
[
LWS
]
– Fraktur nach Treppen
sturz
)
, Status
nach
Bein-Frakturen beidseits, Status nach Arm-Fraktur links
-
axiale Hiatushernie, Lebersteatose
Der Arzt wies darauf hin, dass die Nachkontrolle zur Überprüfung der nodulären
Lungenveränderungen erfolge, welche im Vergleich zur Voruntersuchung vor sec
hs Monaten unverändert seien. Eine nochmalige Verlaufskontrolle müsse in
einem Jahr erfolgen. Anamnestisch bestünden keine Tumor-Symptome. Es be
stehe
eine unverändert leichte restriktive und leichte obstruktive Ventilationsstörung, wobei die Restriktion wohl in erster Linie auf die Adipositas zurückzuführen sei.
3.
2
In ihrem Bericht vom 6. August 2013 (Urk. 7/11/9-11) nannten
Dr.
med.
D._
, Assistenzärztin, und
Dr.
med.
E._
, Chefarzt/Co-Leiter, Klinik für Rheumato
logie,
C._
, folgende Diagnosen (S. 1):
-
chronische Lumbalgien
-
bei Status nach Treppensturz (Arbeitsunfall) 1999
-
Deck- und Bodenplattenimpr
ession Th
12
-
Status nach Bronchopneumonie in allen Lungenlappen (CT Thorax 11/2011)
-
Moraxella catharralis im Sputum nachweisbar
-
beglei
tende, reaktive, mediastinale Ly
mphadenopathie
-
respiratorische Partialinsuffizienz
-
Verdacht auf
C
hronic
O
bstructive
P
ulmonary
D
isease
(
COPD
)
-
persistierender Nikotinabusus: 1-2 p/d, kumulativ zirka 40-60 py
-
zentrilobuläres Lungenemphysem (CT Thorax 11/2011)
-
multiple
millimetergrosse subpleurale No
duli
-
der grösste 10 x 8 mm inter
lobiumnahe
in apicalen Unterlappensegment links
-
stationär 07/2012
-
Psoriasis ED 2007
Die Ärzte hielten fest, dass sich im Rahmen der klinischen Untersuchung keine Hinweise für eine radikuläre Genese der Beschwerden zeigten. Auch laborche
misch
bestünden
keine Auffälligkeiten, insbesondere keine
Anzeichen
für ein chro
nisch entzündliches Geschehen. Konventionell radiologisch zeige sich eine
leichtgradige Coxarthrose rechtsseitig
,
eine beginnende ventrale Spondylose L1-3
an der LWS,
eine Deck- und Bodenpla
ttenimpression
von Th12, eine minimale
dorsale
Diskusprotrusion BWK12-LWK2 ohne
Wurzelkontakt und eine leichte Spondylarthrose von LWK2-
SWK
1.
Es zeigten sich sodann keine
Anzeichen für
entzündliche Veränderungen bei degenerativen Veränderungen der ISG mit einem
linksseitig ankylosierten ISG im kranialen Abschnitt. Unter physiotherapeutischer Behandlung habe sich im Verlauf von zwei Monaten eine deutliche Besserung der Beschwerden gezeigt, so dass auf Analgetika
habe
verzichtet werden könn
e
n
und der Beschwerdeführer bei der Abschlusskontrolle am 16. Juli 2013 weitgehend beschwerdefrei gewesen
sei
(S.
2
). Die Ärzte wiesen schliesslich auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit hin (S.
3
).
3.3
Im
Kurzb
ericht des
C._
(Notfallstation)
vom 16. April 2017 (Urk. 7/11/8) wurden folgende Diagnosen aufgeführt:
-
Lumbalgie nach Hebetraum
a
vom 13. April 2017
-
Facettengelenksarthrose L4/L5 und L5/S1
-
Status nach Fraktur BWK 12
Es wurde festgehalten, dass das Rönt
gen der LWS eine leichte rechts
konvexe
skoliotische Fehlhaltung zeige.
Betreffend
den
Status nach BWK 12-Fraktur zeige sich keine weitere Sinterung im Vergleich zu Voraufnahme. Des Weiteren lägen keine frischen Frakturen vor,
es bestünden aber
eine
Facettengelenksarthrose LWK 4/5 und L5/S1 sowie eine
Osteochondrose LWK5/SWK
1.
3.4
Dr.
A._
, d
er
Hausarzt
des Beschwerdeführers,
stellte in seinem Bericht vom 23
. Oktober 2017 (Urk. 7/11/1-4
) folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 Ziff. 1.1):
-
c
hronische Lumbalgien
-
bei Status nach Treppensturz (Arbeitsunfall) 1999
-
Deck- und Bodenplattenimpression thoracal 12
-
Status nach Bronchopneumonie in allen Lungenlappen (CT Thorax 11/
20
11)
-
Moraxella catharralis im Sputum nachweisbar
-
b
egleitende, reaktive, mediastenale Lymphadenopathie
-
r
espiratorische Partialinsuffizienz
-
Verdacht auf COPD
-
persistierender Niko
tinabusus, kumulativ 50-60 packs/year
-
zentrilobulär
es Lungenemphysem (CT Thorax 11/20
11
)
-
Psoriasis ED 2007
-
Adipositas
Der Hausarzt
führte aus, dass der Beschwerdeführer seit dem Treppensturz anhal
tende chronische Rückenschmerzen habe und die Therapie immer symptomatisch
erfolgt sei. Aufgrund der körperlichen Einschränkungen, der langjährigen Arbeits
losigkeit, der verminderten kognitiven Leistungsfähigkeit und der (vermuteten) sozialen Desintegration erscheine eine Rückkehr in den ersten Arbeitsmarkt als höchst unwahrscheinlich
.
D
ie Erstellung einer Tagesstruktur in teilzeitlicher Arbeit, allenfalls unter geschützten Bedingungen
, sei
angezeigt (S. 2 Ziff. 1.4).
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Lastwagenchauffeur
liege
seit 2005
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor, wobei deutliche körperliche Einschränkungen bei COPD und chronischen belastun
gsabhängigen lumbalen Schmerzen und
eine
r
Adipositas
bestünden. Weiter lägen
eine verminderte kognitive Leistungsfähigkeit sowie eine soziale De
sintegration
vor
. Für
leichte Tätigkeiten ohne Heben von Lasten über 15 kg
bestehe indessen eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
(S. 2 Ziff. 1.6 f.).
3.5
Der RAD-Arzt
Dr.
med.
F._
, Facharzt
für
Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie
,
stellte
in seiner Stellungnahme vom 27. Oktober 2017 (Urk. 7/13 S. 3-4
)
die gleichen Diagnosen wie Dr.
A._
in seinem Bericht vom
23. Oktober 2017 (vgl. E. 3.4 hievor)
, wobei er lediglich der Diagnose
der
chronische
n
Lum
balgien Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit beimass und die übrigen Diag
nosen (Verdacht auf COPD, Psoriasis, Adipositas) als ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit einstufte.
Mit Bezug auf die bisherige Tätigkeit als Lastwagenchauffeur wies der RAD-Arzt auf Einschränkungen für langes Gehen/Stehen sowie schweres Heben hin
und ging unter dem Titel Belastungsprofil von einer leicht
en bis mittelschweren Tätig
keit
ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufige wirbelsäulenbe
las
ten
de Zwangshaltungen (Bücken, Hocken, Kauern, Knien, Überkopfarbeiten, Arbei
ten in weiter Armvorhalte), ohne häufige Rumpfrotationen, ohne häufiges Gehen
auf unebenem Gelände
,
ohne andauernde Vibrationsbelastungen und
ohne
Nässe
- und Kälteexpositionen (Lunge) aus (S. 3).
Für die Tätigkeit als Lastwagenchauffeur attestierte er seit 1999 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, sofern schwere
Verrichtungen
ausgeübt werden müssten und keine Bewegungspausen möglich seien. In einer angepassten Tätigkeit gemäss Belastungsprofil sei
indessen
durchgehend von einer Arbeitsunfähigkeit von 0 % auszugehen mit Ausnahme der postakzidentellen Arbeitsunfähigkeit (S. 3).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei ihrer leistungsabweisenden Verfügung
(Urk. 2)
auf die Stellungnahmen des RAD-Arztes (vgl. E. 3.5
hievor
), welcher seinerseits keine eigene Untersuchung durchgeführt hatte.
4.2
RAD-Arzt Dr.
F._
ging
in seiner Stellungnahme
von den gleichen Diagnosen aus wie der Hausarzt D
r.
A._
(vgl. E. 3.4-5 hievor)
, wobei
er
einzig
dem Befund
betreffend
chronische Lumbalgien Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
beimass
. B
eide Ärzte
statuierten
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätig
keit als Lastwagenchauffeur
. Unterschiedliche Auffassungen bestanden hingegen
mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit: Während der Hausarzt von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten ohne Heben von Lasten über 15 kg ausging, postulie
rte der RAD-Arzt eine 100%ige Arbeit
s
fähigkeit für leichte
und
mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten.
Gemäss den vorliegenden Arztberichten
(vgl. E. 3 hievor)
beschlagen die
in Frage
stehenden somatischen Beschwerden mehrere medizinische Fachgebiete
–
insbe
sondere
auch
das Fachgebiet der
Pneumologie
-
,
wobei
der
RAD
Arzt lediglich über den Titel
«
F
A
Orthop
.
Chirurgie und Traumatologie
»
verfügt (Urk. 7/13 S. 4).
Davon abgesehen ist
nicht ohne weiteres nachvollziehbar
,
wie Dr.
F._
auf eine Arbeitsfähigkeit von 100 % in angepasster Tätigkeit kam.
D
er RAD-Arzt
hat
den Beschwerdeführer nicht persönlich untersucht, sondern
verwies
auf das ärzt
liche
Zeugnis des Hausarztes vom 13. März 2017 (Urk. 7/1/2), in welchem von einer Arbeitsunfähigk
eit von 100 %
ausgegangen wurde. Er
setzte
sich in keiner
Weise mit
der unterschiedlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch Dr.
A._
auseinander
, wobei er namentlich die im
aktuellste
n
hausärztliche
n
Bericht vom 23. Oktober 2017
postulierte
50%ige Arbeits(un)fähigkeit
in ange
passter Tätigkeit
(vgl. E. 3.4
hievor)
ausser Acht liess
.
Im Übrigen
mass der RAD-Arzt dem COPD keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
zu
, schloss aber gleichwohl im Belastungsprofil
eine Nässe- und
Kälteexposition unter Hinweis auf die Lunge aus (Urk. 7/13 S. 3).
4.
3
Nach dem Gesagten durfte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungsablehnung nicht
auf die Einschätzung ihres RAD-Arztes abstützen
(vgl. E. 1.3
hievor)
. In den Akten
finden sich sodan
n keine fachärztlichen Stellung
nahmen, welche ein abschlies
sendes Bild betreffend Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
ergeben würden. Im
ärztlichen Zeugnis und im
Bericht des Hausarztes vom
13. März
2017 (Urk. 7/1/2) und
23. Oktober 2017
(vgl. E. 3.3 hievor)
, welcher über einen Fach
arzttitel in Allgemeiner Innerer Medizin verfügt, w
urde
die von ihm postulierte Arbeits
un
fähigkeit von
100
%
respektive
50 % in einer angepassten Tätigkeit
nicht ausreichend
begründet. Im Übrigen wäre diesbezüglich der Erfahrungs
tatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärztinnen und Hausärzte
mitunter im Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (B
GE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351
E. 3b/cc).
Was die fachärztlichen Berichte angeht, so finden sich
in
jenen
von
Dr.
B._
vom 24. Juli 2012 und vom
C._
vom 16. April 2017 (vgl. E. 3.1 und E. 3.3 hievor) keinerlei Hinweise
bezüglich Arbeitsfähigkeit.
Die
Dres.
D._
und
E._
postulierten
in ihrem Bericht vom 6. August 2013 (vgl. E. 3.2 hievor)
zwar
eine 100%ige Arbeits
fähigkeit, dieser
Bericht
war
bei Erlass der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) indessen bereits über 41⁄2 Jahre alt und betrifft zudem einzig die
lumbospondylogenen Beschwerden
.
Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom
5
.
Februar
2018 aufzuheben und die Sache zu
r
D
urchführung weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zu
rück
zuweisen. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
Damit erübrigt sich die Prüfung der gerügten Verletzung des re
ch
tlichen Gehörs (Urk. 1 S. 5).
5.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.-- festzulegen und, da die Rück
wei
sung an die Verwaltung nach ständiger Rechtsprechung als vollständiges Obsie
gen
gilt (vgl. etwa Urteil des damaligen Eidgenössischen Versiche
rungsgerichts U 199/02
vom
10. Februar 2004 E. 6 mit Hinweis auf BGE 110 V 57 E. 3a; SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 E. 3), ausgangsgemäss von der Beschwerdegegnerin zu tragen (
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
)
.
Damit erweist sich das Gesuch des Beschwer
de
füh
rers um unentgeltliche Prozessführung (Urk. 1 S. 2) als gegenstandslos.