Decision ID: c9f3a1ef-fe4c-46c4-83fc-bd0d94f215b7
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X erwarb den Führerausweis für Personenwagen am 20. Juni 1980 (dritte
medizinische Gruppe). Zudem ist er im Besitz des Führerausweises der zweiten
medizinischen Gruppe (u.a. Lastwagen). Am 18. September 2009 lenkte er in
angetrunkenem Zustand ein Fahrzeug mit einer minimalen Blutalkoholkonzentration
von 0.72 Gew.-‰, wofür er mit Verfügung des Strassenverkehrs- und
Schifffahrtsamtes des Kantons St. Gallen (nachfolgend: Strassenverkehrsamt) vom 1.
März 2010 verwarnt wurde. Am 17. August 2010 beging er eine weitere
Trunkenheitsfahrt (mit minimal 0.88 Gew.-‰) sowie mehrere
Geschwindigkeitsüberschreitungen. Zudem wurde bei ihm Kokain im Blut festgestellt.
Das in der Folge angeordnete verkehrsmedizinische und -psychologische Gutachten
des Instituts für Rechtsmedizin am Kantonsspital St. Gallen (nachfolgend: IRM) vom
4. Februar 2011 kam zum Schluss, dass die Fahreignung von X aus charakterlichen
Gründen bei verkehrsrelevantem Kokainmissbrauch mit Suchtgefährdung und bei
verkehrsrelevanter Alkoholproblematik nicht befürwortet werden könne. Gestützt
darauf verfügte das Strassenverkehrsamt gegenüber X am 9. März 2011 einen
Sicherungsentzug mit einer Sperrfrist von drei Monaten. Als Bedingung für die
Aufhebung des Sicherungsentzugs wurde von ihm eine kontrollierte und fachlich
betreute Alkohol- und Drogenabstinenz von mindestens sechs Monaten verlangt.
B.- Nachdem regelmässige Untersuchungen die Alkohol- und Drogenabstinenz be
stätigt hatten und eine verkehrsmedizinische und -psychologische Untersuchung am
IRM positiv verlaufen war, verfügte das Strassenverkehrsamt am 20. Januar 2012 die
Wiedererteilung des Führerausweises der dritten medizinischen Gruppe mit den
Auflagen (Ziffer 2), dass X auf unbestimmte Zeit unter fachlicher Betreuung (Arzt und
IRM) eine vollständige, kontrollierte Alkohol- und Drogenabstinenz gemäss Info-Blatt
mit halbjährlichen Berichterstattungen einzuhalten habe (lit. a, b und c). Weiter wurde
festgehalten, dass eine Lockerung oder Aufhebung der Auflagen frühestens in zwölf
Monaten geprüft werden könne (lit. e). Mit Schreiben vom 15. Mai 2012 teilte das
Strassenverkehrsamt X mit, dass künftig keine Blutkontrollen mehr erforderlich seien.
Bei der vom IRM am 18. September 2012 entnommenen Haarprobe von X wurden
Kokain sowie Kokainabbauprodukte in geringen Mengen nachgewiesen. Nachdem das
IRM jedoch zum Schluss gekommen war, dass eine Kontamination von aussen nicht
mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden könne, sah das Strassenverkehrsamt von
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einem Führerausweisentzug ab. Am 15. Januar 2013 wurde X der Führerausweis der
zweiten medizinischen Gruppe unter den bestehenden Auflagen wiedererteilt. Die
Haarprobe vom 28. Januar 2013 ergab im kopfnahen Segment keine Hinweise auf
Alkohol- oder Drogenkonsum. Im kopffernen Segment wurden erneut geringfügige
Konzentrationen von Kokain und Abbauprodukten festgestellt, was gemäss IRM jedoch
auf den positiven Befund der letzten Probe vom 18. September 2012 zurückzuführen
sei. Auch die am 30. Juli 2013 entnommene Haarprobe war positiv auf Kokain. Das auf
einen Kokainkonsum hinweisende Norkokain konnte jedoch nicht nachgewiesen
werden, weshalb gemäss IRM eher eine Kontamination der Haare von aussen
vorgelegen habe.
C.- Mit Schreiben vom 14. Oktober 2013 beantragte X die Aufhebung der Alkohol- und
Drogenabstinenzauflagen. Er machte geltend, aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit als
Bademeister habe er mit unterschiedlichen Chemikalien zu tun, was zu Verfälschungen
bei den Haaranalysen führe. Im vom Strassenverkehrsamt in der Folge in Auftrag
gegebenen Aktengutachten kam das IRM zum Schluss, dass eine Aufhebung der
Auflagen aufgrund der seit September 2012 auf Kokain positiv ausgefallenen
Haarproben derzeit nicht möglich sei. Es beständen Zweifel an der Drogenabstinenz.
Gestützt darauf wies das Strassenverkehrsamt den Antrag auf Aufhebung der
Abstinenzauflagen mit Verfügung vom 5. November 2013 ab.
D.- Gegen die Verfügung des Strassenverkehrsamtes erhob X am 12. November 2013
Rekurs mit dem sinngemässen Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben
und die Abstinenzauflagen seien ersatzlos aufzuheben. Mit Vermerk vom 5. Dezember
2013 verzichtete die Vorinstanz auf eine Vernehmlassung.
Die Analyse der am 28. Januar 2014 entnommenen Haarprobe des Rekurrenten ergab
keinerlei Hinweise auf einen Alkohol- oder Drogenkonsum. In seiner Beurteilung vom 3.
März 2014 beantragte der Verkehrsmediziner die Aufhebung der Alkohol-, nicht jedoch
der Drogenabstinenzauflagen. Der inzwischen beigezogene Vertreter des Rekurrenten
nahm dazu mit Schreiben vom 31. März 2014 Stellung. Die Vorinstanz liess sich nicht
vernehmen.
Auf die Ausführungen des Rekurrenten zur Begründung seines Antrags wird, soweit

erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
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Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 12. November 2013 ist rechtzeitig
eingereicht worden und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Streitig ist, ob die Auflage der Alkohol- und Drogenabstinenz im Hinblick auf die
Sicherstellung der Fahreignung nach wie vor erforderlich ist.
a) Der Rekurrent macht geltend, die Haaranalysen würden durch die Chemikalien bei
seiner Arbeit als Bademeister verfälscht. Er sei zu 100% abstinent und habe nichts
mehr mit Drogen oder Alkohol zu tun. Er beantrage daher die Aufhebung der Auflagen.
Eine vollständige Alkohol- und Drogenabstinenz sei aufgrund des negativen
Ergebnisses vom 28. Januar 2014 für einen Zeitraum von einem halben Jahr
zweifelsfrei nachgewiesen. Die vormals positiven Analysenergebnisse seien absolut
grenzwertig ausgefallen und könnten gemäss Angaben der Verkehrsmediziner auch
von aussen beeinflusst worden sein. Der Umstand, dass Kontaminationen im Alltag
vorkämen und ein hundertprozentiger Nachweis einer angeordneten Drogenabstinenz
technisch nicht immer möglich sei, dürfe ihm nicht zum Nachteil gereichen. Bei seiner
Arbeit als Bademeister sei er nicht nur verschiedenen chemischen Produkten
ausgesetzt, sondern komme auch vermehrt mit Geldscheinen in Kontakt.
b) aa) Nach allgemeinen verwaltungsrechtlichen Grundsätzen ist es im Rahmen der
Verhältnismässigkeit zulässig, aus besonderen Gründen den Führerausweis mit
Auflagen zu versehen, wenn diese der Sicherstellung der Fahreignung und damit der
Verkehrssicherheit dienen sowie mit dem Wesen der Fahrerlaubnis im Einklang stehen.
Die Anordnung von Auflagen kommt dann in Frage, wenn der Lenker die gesetzlichen
Anforderungen an die Fahreignung bei Einhaltung bestimmter Massnahmen erfüllt; ein
Entzugsgrund nach Art. 16 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.11, abgekürzt: SVG)
muss dabei nicht gegeben sein. Erforderlich ist zudem, dass sich die Fahreignung nur
mit dieser Massnahme aufrechterhalten lässt und die Auflagen erfüll- und kontrollierbar
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sind (BGE 131 II 248 E. 6). Dass ein Fahrzeuglenker zum Missbrauch von Substanzen,
welche die Fahrfähigkeit beeinträchtigen, neigt, stellt einen besonderen Grund dar, der
Auflagen rechtfertigt (zum Alkoholmissbrauch vgl. BGE 131 II 248 E. 6.3). Ein solcher
besonderer Grund liegt bei einem Konsumverhalten vor, bei welchem es überwiegend
wahrscheinlich ist, dass der Betroffene ausser Stande ist, eine drogenkonsumbedingte
zeitweilige Fahruntüchtigkeit rechtzeitig als solche zu erkennen oder trotz einer solchen
Erkenntnis von der aktiven Teilnahme am Strassenverkehr abzusehen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 6A.11/2006 vom 13. April 2006 E. 3.2). Personen, die zwar nicht
drogensüchtig, aber nachweislich in erheblichem Ausmass suchtgefährdet sind, kann
der Führerausweis deshalb unter einer Abstinenzauflage erteilt werden
(Ph. Weissenberger, Administrativrechtliche Massnahmen bei Alkohol- und
Drogengefährdung, in: Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2004, St. Gallen 2004,
S. 134 f.). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist es zudem zulässig, im
Interesse der Verkehrssicherheit verhältnismässige Auflagen anzuordnen, welche der
Klärung der Fahreignung dienen, wenn nach den Umständen des konkreten Falles
hinreichend aussagekräftige Anzeichen für den Verdacht bestehen, dass der
Fahrausweisinhaber mindestens regelmässig Cannabis konsumiert, und die ärztliche
Untersuchung diesen Verdacht nicht ausräumen sowie die konkreten
Konsumgewohnheiten nicht abschliessend erhellen kann (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 6A.11/2006 vom 13. April 2006 E. 3.3).
bb) Der Rekurrent wurde am 4. Februar 2011 erstmals verkehrsmedizinisch untersucht.
Die Beurteilung stützte sich auf die Vorgeschichte, die Angaben des Rekurrenten, die
Befunde der körperlichen Untersuchung und des AUDIT-Fragebogens, die Resultate
der Laboruntersuchungen und die Fremdauskünfte. Der Verkehrsmediziner stellte beim
Rekurrenten einen schwachen bis mittelstarken Kokainkonsum fest und schloss auf
einen verkehrsrelevanten Kokainmissbrauch mit Suchtgefährdung. Eine
Drogenabhängigkeit konnte nicht nachgewiesen werden. Die Verkehrsrelevanz leitete
der Gutachter aus dem zeitnahen Kokainkonsum vor der Autofahrt beim Ereignis vom
17. August 2010 her. Dies sei äusserst kritisch zu bewerten und belege die mangelnde
Fähigkeit einer hinreichenden Trennung zwischen Drogenkonsum und Fahren, aus
welcher eine markant erhöhte Gefährdung der Verkehrssicherheit resultiere. Vor einer
weiteren Kontrolluntersuchung wurde eine mindestens sechsmonatige kontrollierte
Drogenabstinenz empfohlen. Auch in Bezug auf Alkohol ergaben sich nicht genügend
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Hinweise auf eine Abhängigkeit, es lag jedoch eine verkehrsrelevante
Alkoholproblematik vor, weshalb vorläufig auch eine Alkoholabstinenz von sechs
Monaten gefordert wurde. Der von der Vorinstanz am 9. März 2011 ausgesprochene
Sicherungsentzug erfolgte jedoch nicht aus medizinischen, sondern aus
charakterlichen Gründen. Aufgrund des festgestellten verkehrsrelevanten
Kokainmissbrauchs und der verkehrsrelevanten Alkoholproblematik erwiesen sich die
im Rahmen der Wiedererteilung des Führerausweises am 29. September 2011
verfügten Abstinenzauflagen (Alkohol und Drogen) indessen als rechtmässig. Da für die
Anordnung von Auflagen die überwiegende Wahrscheinlichkeit genügt, dass der
Betroffene ausserstande ist, eine alkohol- oder drogenkonsumbedingte zeitweilige
Fahruntüchtigkeit rechtzeitig als solche zu erkennen oder trotz einer solchen Erkenntnis
von der aktiven Teilnahme am Strassenverkehr abzusehen, ist nicht von Belang, dass
der Rekurrent mit Urteil des Einzelrichters des Kreisgerichts vom 6. März 2013 im
Ergebnis vom Vorwurf des Fahrens in fahrunfähigem Zustand in Bezug auf Kokain
freigesprochen wurde.
c) aa) Die an die Wiedererteilung des Führerausweises regelmässig geknüpften
Auflagen sind Nebenbestimmungen, die dazu dienen, Unsicherheiten beim Nachweis
Rechnung zu tragen, dass die Alkoholabhängigkeit oder andere Süchte, welche die
Fahreignung ausschliessen, tatsächlich behoben sind und die Fahrfähigkeit der
betroffenen Person stabil ist. Auflagen müssen auf die konkreten Umstände angepasst
und verhältnismässig sein (BGE 125 II 289 E. 2b). Ob eine Alkoholsucht bzw. ein
verkehrsrelevanter Alkoholmissbrauch dauerhaft erfolgreich überwunden wurden,
bedarf nach der Wiedererteilung des Führerausweises in der Regel einer weiteren vier
bis fünf Jahre dauernden Kontrolle der Einhaltung einer vollständigen Alkoholabstinenz
und der therapeutischen Begleitung. Dazu sind regelmässige Laboruntersuchungen der
alkoholrelevanten Blut- und Leberwerte erforderlich. Bei günstigem Verlauf kann der
Betroffene frühestens drei Jahre nach Wiedererteilung des Führerausweises aus den
Auflagen bzw. der verkehrsmedizinischen Kontrolle entlassen werden. Es bedarf nach
der Wiedererteilung des Führerausweises noch während mindestens dreier Jahre einer
verkehrsmedizinisch kontrollierten gänzlichen Alkoholabstinenz. Darüber hinaus muss
eine Suchttherapie während mindestens zwei Jahren durchgeführt werden. Die
betroffene Person hat dazu regelmässig eine Beratungs- oder Therapiestelle
(Suchtberatung, Psychologe, Psychiater, Hausarzt usw.) für Beratungsgespräche
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aufzusuchen. Sofern eine vollständige Alkoholabstinenz eingehalten wurde, die
Laboruntersuchungen regelmässig erfolgten und die Suchttherapie erfolgreich verlief,
kann nach frühestens zwei Jahren die Therapie sistiert werden, und es müssen dann
nur noch die Laborkontrollen durchgeführt werden (Urteil des Bundesgerichts 6A.
61/2005 vom 12. Januar 2006 E. 2.1 mit Hinweis auf R. Seeger, Alkohol und
Fahreignung, in: Handbuch der verkehrsmedizinischen Begutachtung, Bern 2005,
S. 29). Diese Rechtsprechung gilt auch, wenn nach einem vorsorglichen
Führerausweisentzug kein Sicherungsentzug verfügt, sondern der Führerausweis unter
Auflagen wiedererteilt wurde. Auch die Rechtsprechung der
Verwaltungsrekurskommission verlangt bei Vorliegen einer Alkoholproblematik nach
der Wiedererteilung des Führerausweises grundsätzlich während weiterer vier Jahre
eine Alkoholtotalabstinenz. Aufgrund der Anrechnung einer einjährigen freiwilligen,
ausgewiesenen Alkoholabstinenz vor Wiedererteilung des Führerausweises liess sie
das Erfordernis einer dreijährigen Totalabstinenz nach der Wiedererteilung in einem
neueren Urteil genügen (vgl. VRKE IV-2013/53 vom 29. August 2013, im Internet unter:
www.gerichte.sg.ch). Der Betroffene hat die Möglichkeit, die Aufhebung der Auflagen
zu verlangen, wenn sie zur Aufrechterhaltung der Fahreignung nicht mehr erforderlich
sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6A.58/2004 vom 26. November 2004 E. 2).
bb) In Bezug auf Alkohol hat der Rekurrent nachgewiesenermassen seit dem Ereignis
im August 2010 eine Totalabstinenz eingehalten. Seither sind sämtliche Haarproben auf
Ethylglucuronid (EtG) negativ ausgefallen. Die Dauer der Abstinenz von Alkohol beträgt
im heutigen Zeitpunkt somit insgesamt mehr als dreieinhalb Jahre, zwei davon seit der
Wiedererteilung des Führerausweises der dritten medizinischen Gruppe am 20. Januar
2012. Obschon die von der Rechtsprechung geforderte Mindestabstinenzdauer von
drei Jahren seit Wiedererteilung noch nicht erreicht ist, hält der Verkehrsmediziner die
Aufhebung der Alkoholabstinenzauflage bereits jetzt als vertretbar (vgl. act. 13/2). Er
geht folglich davon aus, dass der Rekurrent die verkehrsrelevante Alkoholproblematik
überwunden hat. Auch die Vorinstanz verlangt für die Aufhebung von
Abstinenzauflagen offenbar nicht in jedem Fall eine Mindestdauer von drei oder vier
Jahren, wenn sie in der Verfügung der Wiedererteilung vom 20. Januar 2012 erwähnt,
dass eine Lockerung oder Aufhebung der Auflagen in zwölf Monaten geprüft werden
könne (act. 9/73). Hinzu kommt, dass der Sicherungsentzug beim Rekurrenten aus
charakterlichen Gründen und nicht wegen einer die Fahreignung beeinträchtigenden
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Sucht (Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG) ausgesprochen wurde. Unter Berücksichtigung all
dieser Umstände erscheint es gerechtfertigt, dem Antrag des Rekurrenten auf
Aufhebung der Auflagen, soweit es um die Alkoholabstinenz geht, zuzustimmen.
cc) Hinsichtlich der Drogenabstinenz ist der Verkehrsmediziner anderer Ansicht. Die
Haaranalysen auf gängige Drogengruppen seien im September 2012 sowie im Januar
und Juli 2013 positiv auf Kokain und Kokainabbauprodukte ausgefallen. Die erhobenen
Ergebnisse würden zwar primär für eine Kontamination von aussen sprechen, letztlich
einen Konsum aber auch nicht ausschliessen. Nur ein negatives Ergebnis der
Haaranalyse lasse eine Abstinenz nachvollziehen. Vorerst werde daher keine
Aufhebung der Drogenabstinenzauflage empfohlen. Nach der nächsten Haaranalyse
mit negativen Ergebnissen könne ein Aufhebungsgesuch erneut geprüft werden (act.
13/2).
Bei der ersten Haaranalyse vom 10. Dezember 2010 wurden beim Rekurrenten Kokain
sowie Kokainabbauprodukte in einer Konzentration nachgewiesen, die auf einen
schwachen bis mittelstarken Kokainkonsum innerhalb der letzten drei bis vier Monate
hindeutete. Bei den nächsten Kontrollen am 29. August und 25. November 2011 sowie
14. Februar 2012 fielen die Proben auf Drogen durchwegs negativ aus, womit von einer
nachgewiesenen Abstinenz seit Dezember 2010 auszugehen ist. Am 18. September
2012 wurden bei der Haaranalyse Kokain sowie Abbauprodukte davon festgestellt, was
gemäss IRM für einen vereinzelten Konsum von Kokain und gegen eine Abstinenz
spreche. In seiner Stellungnahme vom 20. Dezember 2012 präzisierte das IRM jedoch,
aufgrund der festgestellten Konzentrationsverhältnisse könne eine Kontamination von
aussen nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden; eine solche sei aber
angesichts der Angaben des Rekurrenten, er bewege sich nicht in einem drogenaffinen
Umfeld, eher unwahrscheinlich (act. 9/56). Die Vorinstanz erachtete einen erneuten
Drogenkonsum in der Folge offenbar nicht als erwiesen, sah sie doch von einem
Entzug des Führerausweises ab und erteilte dem Rekurrenten am 15. Januar 2013
auch den Führerausweis der zweiten medizinischen Gruppe unter den bereits
bestehenden Auflagen wieder. Bei der nächsten Untersuchung vom 28. Januar 2013
wurden im kopffernen Segment der Haarprobe erneut Kokain und
Kokainabbauprodukte gefunden. Deren Konzentrationen waren im Vergleich zur letzten
Kontrolle aber rückläufig. Im kopfnahen Segment war der Befund negativ. Der
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Verkehrsmediziner attestierte dem Rekurrenten aufgrund dieser Resultate eine
Drogenabstinenz seit dem letzten Untersuch (act. 9/49). Die Haarprobe vom 30. Juli
2013 wies Kokain in niedriger Menge auf. Da jedoch kein Norkokain gefunden wurde,
lag gemäss IRM eher eine Kontamination von aussen vor (act. 9/41).
Bei sämtlichen positiven Befunden konnte das IRM aufgrund der geringen Mengen eine
Kontamination von aussen letztlich nicht ausschliessen. Da solche externen
Verunreinigungen trotz Abstinenz anerkanntermassen möglich sind, geht es zu weit,
nur mit einem absolut negativen Ergebnis die Abstinenz als nachgewiesen zu
betrachten. Wenn eine Kontamination der Haare von aussen möglich ist, dann hängt es
wesentlich vom Zufall ab, wann die Haaranalyse positive Werte für Kokain und dessen
Abbauprodukte ergibt. Dies kann auch erklären, weshalb beim Rekurrenten bezüglich
Kokain nicht jedes Mal geringfügige Werte nachgewiesen wurden. Mangels
zweifelsfreien Nachweises eines Kokainkonsums ist deshalb davon auszugehen, dass
der Rekurrent die Drogenabstinenz seit Dezember 2010 eingehalten hat. Die neueste
Haarprobe vom 28. Januar 2014 ergab denn auch ein vollkommen negatives Resultat
(act. 13/1). Die Dauer der Abstinenz beträgt im heutigen Zeitpunkt somit insgesamt
mehr als drei Jahre, zwei davon seit der Wiedererteilung des Führerausweises der
dritten medizinischen Gruppe am 20. Januar 2012. Wie beim Alkohol rechtfertigt es
sich daher, von einer Überwindung des verkehrsrelevanten Drogenmissbrauchs
auszugehen und die Auflage der Drogenabstinenz aufzuheben.
d) Der Rekurs ist folglich gutzuheissen und die Verfügung der Vorinstanz vom
5. November 2013 aufzuheben. Die Auflagen der Alkohol- und Drogenabstinenz sind
aufzuheben.
3.- a) Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten vom Staat zu
tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.– erscheint
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Dem
Rekurrenten ist der Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– zurückzuerstatten.
b) Gemäss Art. 98 Abs. 2 VRP werden im Rekursverfahren ausseramtliche Kosten
entschädigt, soweit sie aufgrund der Rechts- und Sachlage als notwendig und
angemessen erscheinen. Im Rekursverfahren war der Beizug eines Rechtsbeistandes
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geboten. Eine Kostennote ist nicht eingereicht worden, entsprechend werden die
Parteikosten nach Ermessen zugesprochen (Art. 6 HonO). Angesichts der Tatsache,
dass der Rechtsvertreter erst gegen Ende des Rekursverfahrens beigezogen wurde,
erscheint eine Entschädigung von Fr. 500.– (Barauslagen und Mehrwertsteuer
inbegriffen) als angemessen (Art. 19, 22 Abs. 1 lit. b, 28 und 29 HonO). Entsprechend
dem Verfahrensausgang sind dem Rekurrenten die ausseramtlichen Kosten
vollumfänglich zu entschädigen (Art. 98 VRP). Kostenpflichtig ist der Staat
(Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt).