Decision ID: 6693f549-3a4f-4daa-a6db-a5998e427374
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1959,
wurde
im Jahr 197
4
eine Kostengutsprache für eine
erstmalige berufliche Ausbildung in der Haushaltungsschule
Y._
durch die Invalidenversicherung
erteilt
(
Urk.
9/1).
Ab
1.
Juli 1977 wurde
ihr
eine ganze Invalidenrente zugesprochen
und am
1
8.
Oktober 1982 beschloss
die Verwaltung
,
die
se
Rente
mangels eines genügend hohen Inval
i
ditätsgrades wieder aufzuheben. D
ieser Beschluss
wurde
jedoch
irrtümlich
er
weise
gegenüber
der
Versicherten nie eröffnet
(
Urk.
9/1)
. B
ei einer
neuerli
chen Revision
wurde die Rente
schliesslich
per 3
1.
Juli 1991 aufgehoben
und dieser
Entscheid
a
uf Beschwerde der Versicherten hin
mit Urteil der
AHV-Re
kurskommission des Kantons Zürich vom 2
4.
Juni 1992
bestätigt
(
Urk.
3/4
S. 2).
1.2
Im
Juni
2010 meldete sich die Versicherte
,
vertreten durch
die Sozialen Dienste
des
Bezirk
s
Z._
(
sdbu
,
Urk.
9/9
,
vgl.
auch
Urk.
15
)
,
unter Angabe einer seit mehreren Jahren bestehenden psychischen Erkrankung zum Bezug einer Invalidenrente an (
Urk.
9/6
Ziff.
6.2 f.)
.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons
Zürich,
IV-Stelle
,
holte Auszüge
aus dem individuellen Konto (IK;
Urk.
9/
11) ein
und forderte die Versicherte mehrfach
auf
,
die Namen der behandelnden Ärzte bekannt zu geben (
Urk.
9/10,
Urk.
9/13,
Urk.
9/14).
Am
4.
Juli 2011 teilte die Versicherte
der IV-Stelle
mit, es gebe keinen Arzt, wel
cher die für die Invalidenversicherung notwendigen Angaben machen könne,
weshalb
der Fall
wohl
abgeschlossen werden müsse (
Urk.
9/
15).
Nach An
kündigung mittels Vorbescheid
s
(
Urk.
9/20
) wies die IV-Stelle
mit
unange
fochten in Rechtskraft erwachsener
Verfügung vom 14.
November 2011 (
Urk.
9/21) das Leistungsbegehren ab.
1.3
Am
9.
Juli 2014 meldete sich die Versicherte,
wieder
um
vertreten durch die Sozialen Dienste
des
Bezirk
s
Z._
(
sdbu
Urk.
9/26
,
vgl. auch
Urk.
9/
28
)
,
un
ter Angabe von seit mehreren Jahren bestehenden körperlichen und psychi
schen
sowie
seit Geburt bestehenden kognitiven Beeinträchtigungen
erneut
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung
an (
Urk.
9/24
Ziff.
6.3).
Nach Eingang
zweier
Arztberichte (
Urk.
9/31,
Urk.
9/33/7-9) veranlasste die IV-Stelle ein interdisziplinäres MEDAS-Gutachten im
A._
AG (
A._
;
Urk.
9/
39
).
Nach Eingang des Gutachtens
vom
9.
Juli 2015 (
Urk.
9/48)
legte die IV-Stelle
den Fall ih
rem
R
egionalen Ärztlichen Dienst
(RAD
) vor und
verneinte
nach dessen Stellungnahme (
Urk.
9/49/4-6)
und
nach durchgeführtem
Vorbescheidver
fahren
(
Urk.
9/
50) mit Verfügung vom 2
9.
Oktober 2015 (
Urk.
2) ein
en
An
spruch auf IV-Leistungen
.
2.
2.1
Gegen die
Verfügung
vom 2
9.
Oktober
2015 erhob
X._
am 26. November
2015 Beschwerde mit
folgenden Anträgen
und
Verfahrensan
trägen
:
„
1.
Die Verfügung der IV-Stelle des Kant
ons Zürich vom 2
9.
Oktober 2015
sei aufzuheben
und es sei der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab sechs Monate nach der Anmeldung
vom 1
1.
Juli 2014 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen.
2.
Eventualiter sei die formell rechtskräftige Verfügung der IV-Stelle Zürich vom 1
4.
November
2011 aufgrund neuer Tatsachen aufzuheben (pro
zessuale Revision) und es
sei
der Versicherten mit Wirkung ab
6
Monaten nach der Anmeldung vom Juni 2010
eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen.
3.
Subeventualiter sei die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Zürich aufzu
heben und
es sei
die Sache zur ergänzenden polydisziplinären Be
gutachtung (Oberbegutachtung)
und anschliessenden neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der
Beschwerdegegne
rin
.
Verfahrensanträge:
5.
Es sei ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen.
6.
Sollte das Gericht nicht auf das Ergebnis des von der
Beschwerdegegne
rin
eingeholten
poly
disziplinären Gutachtens vom 9.
Juli
2015
abstellen, so sei eventualiter
eine psychiatrische Oberbegutachtung auf Kosten der IV-Stelle des Kantons Zürich
d
urch das Gericht anzuordnen.
7
.
Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Rechtspflege (unentgeltli
cher Rechtsbeistand sowie unentgeltliches Verfahren) zu gewähren. Über dieses Gesuch sei vorab zu entscheiden.“
Die IV-Stelle schloss am 2
8.
Januar 2016 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8)
.
Mit Eingabe vom
4.
Februar 2016 (
Urk.
10) reichte die
Be
schwerde
führerin
unaufgefordert e
inen Bericht der
B._
vom
2.
Februar 2016 (
Urk.
11/1) ein
. Sodann
stellte
sie
d
en
weiteren
A
ntrag,
es seien die Kosten
von
Fr.
500.--
für die
im
B._
veranlassten Ab
klärungen der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (
Urk.
1
0.
S. 3)
, was
dieser
am
1
0.
Februar
2016
(
Urk.
12)
zur
Kenntnis gebracht
wurde
.
Die
Beschwer
degegnerin
verzichtete am
3.
März 2016 auf eine Stellungnahme (
Urk.
14).
Mit Beschluss des hiesigen Gerichts vom 1
1.
April 2016 (
Urk.
15) wurde auf den Beschwerdeantrag betreffend
prozessuale Revision
der Verfügung vom 1
4.
November 2011 mangels sachlicher Zuständigkeit nicht eingetreten und die Sache zur Beurteilung dieses Antrags an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, überwiesen.
Im Weiteren
wurde das vorlie
gende Verfahren bis zum Entscheid über das Revisionsgesuch sistiert
und die unentgeltliche Prozessführu
ng und Rechtsvertretung gewährt
.
2.2
Am
2
0.
Februar 2017
wurde
Beschwerde
gegen d
ie
Verfügung der
IV-Stelle
vom 2
0.
Januar 2017 erhoben
,
mit welcher
auf das Gesuch um prozessuale Revision
der Verfügung vom 1
4.
November 2011
nicht ein
getreten wurde.
Das
Verfahren wurde
unter der Proze
ssnummer IV.2017.00226 angelegt. D
as
Urteil
im entsprechenden Verfahren
ergeht
mit heutigem Datum
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsge
mäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Lei
den
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Auf
bietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Er
werbseinkommen
zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer
Restarbeits
fähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Eine auf geringe Intelligenz zurückzuführende Erwerbsunfähigkeit gilt in der Regel erst als gesundheitlich verursacht, wenn die Intelligenz im medizini
schen Sinne vermindert ist, der IQ mithin weniger als 70 beträgt, wohinge
gen nicht als gesundheitliche Beeinträchtigung im Sinne von
Art.
7
Abs.
2 ATSG eine Intelligenz im unteren Normalbereich, also bei einem IQ zwischen 70 und 84, zu betrachten ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_741/2013 vom 1
6.
März 2015 E. 3.2.1 mit Hinweisen).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe
Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Für die Bejahung eines Rentenanspruches im Rahmen einer Neuanmeldung nach vorausgegangener rechtskräftiger Verneinung wird analog zur
Renten
revision
gemäss
Art.
17
Abs.
1 ATSG eine erhebliche Änderung des Invalidi
tätsgrades verlangt (BGE 130 V 71, 117 V 198 E. 3a mit Hinweis; vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2 mit Hinweisen).
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sach
verhaltsabklärung
, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
Dabei ist zu beachten, dass Anlass zur Rentenrevision jede wesentliche Ände
rung in den tatsächlichen Verhältnissen gibt, die geeignet ist, den Invalidi
tätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 343
E. 3.5 mit Hinweisen). Dagegen stellt eine bloss unterschiedliche Beurteilung ei
nes im Wesentlichen gleich gebliebe
nen Sach
verhaltes keine
revisionsbe
gründende
Tatsachenänderung im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar (BGE 112 V 371 E. 2b; vgl. auch BGE 133 V 545 E. 6.1, 130 V 343 E. 3.5 mit Hin
weisen).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
Streitig und zu prüfen ist, ob sich die tatsächlichen Verhältnisse, namentlich der Gesundheitszust
and und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
, seit der letzten materiellen rentenverweigernden
und
rechtskräftigen Verfügung
bis zur hie
r angefochtenen Verfügung vom 2
9.
Oktober 2015
(
Urk.
2) in
an
spruchserheblicher
Weise verändert haben (vgl. E. 1.5 hiervor).
Vorab
ist
der als
Vergleichsbasis
heranzuziehende
massgebende materielle Entscheid zu ermitteln
.
3.
3.1
3.1.1
Der
letzte rechtskräftige abschlägige
Rentenentscheid
vom 1
4.
November 2011 (
Urk.
9/21) wurde damit begründet
, dass aus medizinischer Sicht kein ausgewiesener Gesundheitsschaden mit Beeinträchtigung der funktionellen Leistungsfähigkeit bzw. Arbeits
fähigkeit vorliege.
Dem Entscheid gingen mehrere Aufforderungen an die Beschwerdeführerin voraus
,
insbesondere
die
Namen der behandelnden Fachärzte sowie von Arbeitgeber
n
bekannt zu ge
ben, wobei die
Beschwerdegegnerin
auch
auf die
Auskunfts- und
Mitwir
kungspflichten
nach
Art.
43
Abs.
3
ATSG
hingewiesen hatte
und
unter Fristansetzung ein
en
Entscheid aufgrund der Akten an
drohte
(
Urk.
9/10,
Urk.
9/13 und
Urk.
9/14).
Die Beschwerdeführerin teilte hierauf
am
4.
Juli 2011 mit
, dass es keinen Arzt gebe, welcher die notwendigen Angaben ma
chen könne (vgl.
Urk.
9/15)
.
Als
medizinische Grundlage
für den Entscheid vom
1
4.
November 2011
lag
somit
einzig der
undatierte
Formularbericht
von
Dr.
med.
C._
vor
(
Urk.
9/17). Neben einer
Konsultation vom 1
4.
Juni 2011
wurde darin — durch die stellvertretende Ärztin —
vermerkt
, sie sei Vertretungsärztin
von
Dr.
C._
, der krankheitsbedingt ausgefallen sei und
anhand der Aktenlage könne sie nur bedingt Auskunft geben
(
Urk.
9/17/1-4
). Weitere medizinische Berichte zum aktuellen Gesundheitszustand lagen nicht vor
(
vgl.
Feststel
lungsblatt
für den
Beschluss vom
5.
Oktober 2011,
Urk.
9/18
/3
)
.
3.
1.
2
N
ach einer Rentenablehnung infolge eines zu geringen Invaliditätsgrades
wird
ei
ne Neuanmeldung nur geprüft
, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse in a
nspruchserheblicher Weise verän
dert haben (
Art.
87
Abs.
3 in Verbindung mit
Abs.
2 der Verord
nung über die Invalidenversicherung, IVV; BGE 130 V 71 E. 2.2 mit Hinwei
sen)
.
N
ach d
er
Neuanmeldung im Juni 2010
und nachdem
am
4.
Juli 2011 mitge
teilt w
orden war
, dass es
keinen Arzt
gebe
, welcher die no
twendigen Anga
ben machen könne
, und das Verfahren
deshalb
abgeschlossen werden müsse
(
vgl.
Urk.
9/15)
,
erfolgte keine umfassende Prüfung des Anspruchs;
eine deutliche Verschlechterung des
psychischen
Gesundheitszustandes war
of
fensichtlich
nicht ausgewiesen
.
Dies
erkannte
offenbar
auch
die
Beschwer
deführerin respektive
die
sie vertretenden
Sozialen Dienst
e
des Bezirks
Z._
in
dem erklärt wurde
,
der Fall müsse wohl zufolge
nicht beizubringende
r
notwendiger
Angaben
abgeschlossen werden
. F
aktisch
bekundete die Be
schwerdeführerin
damit
den
Rückzug des
Leistungsbegehren
s
und liess k
on
sequenterweise
auch
den
hierauf
ergangenen
Entscheid
unangefochten
.
3.1.3
Eine
Verletzung des Untersuchungsgrundsatze
s
in dem
Sinne
, dass
die
Be
schwerdegegnerin
es
damals unterlassen
habe
,
eine psychiatrische Abklärung
zu veranlassen,
ergibt sich aus
diesem Verfahrensablauf nicht
(
vgl. die
dies
bezüglichen Ausführungen der Beschwerdeführerin
Urk.
1 S. 9
lit
. c)
.
Die
Verfügung vom 1
4.
November 2011
beruht auf
der damals vorgelegenen
ru
dimentären
Entscheidgrundlag
e
und
der
entsprechend
summarisch gehalte
nen
Entscheidb
eg
ründung
,
weshalb
dieser Entscheid
als Vergleichsbasis
un
beachtlich
zu bleiben
hat
(vgl. E. 1.5 hiervor).
Damit
ist zu prüfen, ob
sich
die tatsächlichen Verhältnisse, namentlich der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit de
r Beschwerdeführerin
seit der
rechtskräftigen Rentena
ufhebung
vom
2
0.
Juni 1991, welche mit Urteil der AHV-Reku
r
skommis
s
ion des Kantons Zürich vom 2
4.
Juni 1992 bestätigt wurde (
Urk.
3/4
)
,
bis zur hier angefochtenen Verfügung vom
2
9.
Oktober 2015
(
Urk.
2) in anspruchserheblic
her Weise verändert haben (E. 1.5
).
3.2
Aus jener Zeit sind weder die Verfügung noch die dieser zu Grunde gelegten medizinischen Unterlagen aktenkundig. Allerdings hat die Beschwerdeführe
rin das Urteil der AHV-Rekurskommission des Kantons Zürich vom 2
4.
Juni 1992 betreffend die Rentenaufhebung aufgelegt (
Urk.
3/4), das in Bezug auf die damaligen Verhältnisse verschiedene Feststellungen traf. Es rechtfertigt sich, diese zum Vergleich mit den aktuellen Umständen heranzuziehen.
Im Urteil der AHV-Rekurskommission vom 2
4.
Juni 1992 wurde im Zusam
menhang mit der Aufhebung der ganzen Rente mit Verfügung vom 2
0.
Juni 1991
F
olgendes
erwogen
(
Urk.
3/4):
Gemäss Bericht von
Dr.
med.
D._
Angst vom 2
0.
Juli 1982 ist die Versi
cherte bei einer Arbeit, die ihren geistigen und körperlichen Fähigkeiten entspricht, normal arbeitsfähig.
Dr.
med.
E._
gelangte in seinem ärztli
chen Attest zur Auffassung, Frau
X._
sei körperlich in ihrer Arbeitsfähig
keit nicht eingeschränkt. Eine derartige Einschränkung ergebe sich allenfalls aufgrund verminderter intellektueller Fähigkeiten, wobei deren Beurteilung sehr schwierig sei. Vor allem aber müssten die Probleme der Versicherten im psychosozialen Bereich gesucht werden. Endlich kommt
Dr.
med.
F._
, Psychiatrisches Zentrum
G._
, in ihrem Bericht vom 27.
März 1991 zum Schluss, die Versicherte, die sich intelligenzmässig im unteren
Durchschnitts
bereich
bewege (IQ 94), sei depressiv verstimmt. In ihrer momentan schwieri
gen Lebenssituation (zwei kleine Kinder mit den Jahrgängen 1989 und 1990, Trennung vom Freund)
fühle sie sich gelegentlich erschöpft und bedrückt und leide häufig unter Kopfschmerzen
(E. 3b)
.
Aufgrund dieser Angaben kann davon ausgegangen werden, dass die Be
schwerdeführerin sowohl körperlich wie auch intellektuell für einen ihr
an
gepassten
Beruf voll arbeitsfähig wäre. [...].
Vergleicht man dieses Ergebnis mit dem Sachverhalt, der der ersten Verfügung (
3.
April 1978) zugrunde lag, so kann jedenfalls bei an sich gleichem Gesundheitszustand eine wesentliche Verbesserung bezüglich der erwerblichen Auswirkungen festgestellt werden. Die Versicherte wäre somit in einer ausserhäuslichen Tätigkeit nicht
renten
begründend
erwerbsunfähig.
Die Frage, ob und in welchem Ausmass die Versicherte als Teilerwerbstätige zu qualifizieren ist, kann somit vorliegend offen bleiben, da sie weder für eine Erwerbstätigkeit noch für eine Haushalttätigkeit in rentenbegründendem Ausmass invalid ist
(E. 5)
.
3.3
Im Zusammenhang mit der Neuanmeldung vom
9.
Juli 2014 (
Urk.
9/24)
ergibt sich
folgende
Aktenlage:
3.3.1
Dr.
med
.
H._
, FMH Allgemeine Medizin, diagnostizierte im Beric
ht vom 1
1.
August 2014 (
Urk.
9/
31
/1
)
chronisch
e
Knieschmerzen bei pigm
e
ntierter
villon
o
dulärer
Synovialitis
beider Knie, eine depressive Stimmung und Diar
rhoe unklarer Ätiologie.
Aktuell stünden die Knieschmerzen im Vordergrund. Trotz
der arthroskopischen subtotalen
Synovektom
ie rechts am 1
0.
September 2013
sowie Infiltrationen im Bereich des Knies links, habe die Beschwerdeführerin immer noch Schmerzen von ihrer pigmentierten,
vil
lonodul
ä
re
n
Synovialitis
. Deshalb
müssten
immer wieder auch Pu
nktionen im Knie erfolgen
. Wegen de
r
Knie sei die Arbeit als Raumpflegerin nur noch während
vereinzelten Stunden durchführbar
. Erschwerend
komme hinzu
, dass es für die Beschwerdeführerin sehr schwierig se
i
,
eine Gangschulung zu instruieren, da sie die instruierten
Bewegungsmuster nicht speichern könne, wie von der
Physiotherapeutin bestätigt worden sei
.
Dies
sei sicher auf die kongenital
e Oligophrenie zurückzuführen
, welc
he bereits aktenkundig sei. Aufgrund von
Kni
eschmerzen und den dadurch weitgehenden Verluste
n
der
Aktivitäten als
Raumpflegerin habe
sich die schon früher bestehende depres
sive Stimmung massiv verschlechtert. Auf
g
rund der
kongenitalen Oligophre
nie bedingten Hirnleistungsstörungen dürfte es auch schwierig sein
,
eine
we
niger belastende Arbeit in einem anderen Gebiet zu suchen. Aus diesem Grund
sei
ein weite
rer IV-Antrag gerechtfertigt
.
Es wurde eine Arbeitsunfähigkeit v
on 100
%
vom 1
9.
August bis 30.
September 2014 attestiert (
Urk.
9/31/2).
3.3.2
Anlässlich einer neuropsychologischen Untersuchung
am
I._
vom
2.
Oktober 2014 (
Urk.
9/33/7-9) berichteten die Ärzte, die Be
schwerdeführerin nenne spontan somatische Beschwerden wie häufige Knie
schmerzen, weswegen sie nie lange sitzen könne
,
und in letzter Zeit ver
stärkten Durchfall. Bei Belastung empfinde sie auch Schwindelgefühle. An
gesprochen auf Gedäch
tnisleistungen berichte
sie, Mühe zu haben im Merken von Telefonnummern oder Geburtsdaten.
An
Abmachungen oder vergangene Ereignisse könne sie
sich
gut erinnern. Beim Lesen und Schreiben habe sie grosse Mühe, sie mache viele Fehler beim Schreiben. In ihren
Alltagsaufga
ben
, wie etwa der Haushaltsarbeit
, komme sie gut alleine zurecht und
für fi
nanzielle Angelegenheiten erhalte sie Hilfe vom Sozialdienst. Ihre Energi
e sei den ganzen Tag über gut. S
ie stehe morgens gegen 6 Uhr auf, besuche mehrmals in der Woche ihre Mutter, welche im Besitz eines Gartens sei
,
und helfe ihr bei der Haushalts- und Gartenarbeit. Daneben fotografiere sie gerne in der Natur oder sehe sich Serien an. Sie finde immer etwas, was zu tun sei. Sie habe mehrere depressive Phasen in ihrem Leben durchlebt, zuletzt aus
gelöst durch ihre Chefin, die unzufrieden mit ihr
gewesen
sei. Angstzustände habe sie, seit ein Liebhaber sie einmal mit einem Gürtel gewürgt habe und ihre Kinder dies mitansehen mussten. Ein bis zweimal erwache sie nachts aufgrund innerer Unruhe.
Aufgrund depressiver Episoden
sei sie
in psychiat
rischer und aufgrund
Knieprobleme
n
in physiotherapeutischer
Behandlung
gewesen. A
ktuell bestünden
jedoch
keine Therapien.
Die
Ärzte hielten fest, die
neuropsychologische Unter
suchung ergebe
vorder
gründig schwere B
eeinträchtigungen in exekutiven
Teilfunktionen (kognitive Umstellfähigkeit, Flexibilität) und eine leichtgradi
g verlangsamte kognitive basale
Verarbeitungsgeschwindigkeit. Zudem
seien
Schwierigkeiten beim Kopfrech
nen und ein stark verlangsamtes
Tempo beim Lesen und Schreiben beobachtet
worden
. Generell
sei
-
aus
den Kurzverfahren
extrapoliert
-
ein
grenzwertiges Intelligenzniveau
zu
konstatieren. Modalitätsunabhäng
ige
mnestische
Leistungen sowie
die
Visuokonstruktion
seien
altersentsprechend. Die
Beschwerdeführerin präsentiere sich in adäquatem Verhalten und gegen
Ende der Untersuchung mit verminderter Leistungs- und Konzentrationsfä
higkeit und in etwas besorgter,
jedoch insgesamt
euthymer
Grundstimmung.
Auf
Basis der erhobenen Befunde sei
die Arbeitsfähigkeit auf d
em freien Ar
beitsmarkt deutlich
eingeschränkt. Anamnestisch
gebe
es keine fokalen Er
eignisse,
welche zu den klar ungenügenden
Exekutivfunktionen führten
,
und es
sei
von einer frühkindlichen Hirns
chädigung auszugehen und in diesem
Zusammenhang
sei die Beschwerdeführerin bereits einmal IV-berentet wor
den.
3.
4
3.
4
.1
Im Interdisziplinären MEDAS Gutachten des
A._
vom
9.
Juli
2015
(
Urk.
9/48)
hielten
die zuständigen Experten,
Dr.
med.
J._
, Facharzt In
nere Medizin FMH;
Dr.
med.
K._
,
Facharzt für Rheumatologie FMH;
Dr.
phil.
L._
, zertifizierte Neuropsychologische Gutachterin SIM
,
und
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, die folgenden Diagnosen fest
(S. 34)
:
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
:
1.
Emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom
Borderline
-Typ (ICD-10 F60.31).
2.
Borderline-lntelligenz
/Lernbehinderung (IQ von 77)
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
:
3.
Pigmentierte
villonoduläre
Synovialitis
(PVNS) beider Kniegelenke mit/bei:
-
Status nach arthroskopischer subtotaler Synovektomie am rechten Knie am
1
0.
September 2013
-
Status nach therapeutischer Knieinfiltration links am
8.
Mai 2014
-
aktuell beschwerdefreien, voll funktionstüchtigen Kniegelenken beid
seits, insbesondere
ohne radiologische Anhaltspunkte für beginnende Gonarthrose
4.
Diskretes Thorakovertebralsyndrom mit/bei:
-
alt
ersentsprechend degenerativen Brustwirbelsäulenv
eränderungen
5.
Status nach Varizenstripping beidseits im September 2012
6.
Nikotinabusus
3.
4
.2
Die Experten führten aus
(S. 36 f
.
), die allgemein-internistische Untersuchung
ergebe
das Bild einer inzwischen 56-jährigen, leicht
übergewichtigen und sonst unauffälligen Frau in norm
alem Allgemeinzustand. Der intern
istische
Status
sei
insgesamt normal. Die
Beschwerdeführerin sei
normoton
,
normo
kard
und
kardiopul
monal kompensiert. Das EKG zeige
einen u
nauffälligen Erregungsablauf. Kl
inisch
und
spirometrisch
fänden
sich keine Anhalts
punkte für eine obstruktive oder restriktive
Ventilationsstörung, dies trotz erheblichem Nikotinabusus. Auch der restliche internistische
Status
sei
un
auffällig, insbesondere ohne Hinweise für eine neurologische
Problematik.
Aus rein internistischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in allen bisherigen Tätigkeitsbereichen als zu 100
%
arbeitsfähig zu beurteilen.
3.
4
.3
Bei der rheumatologischen Untersuchung
(S
. 37) zeig
t
e
n
sich bei Stat
us nach subtotaler
Synovektomie
bei
Synovitis
villonodularis
pigmentosa
rechts
beidseits
völl
ig unauffällige Kniegelenke. Radiol
ogisch
erg
e
be
sich
keine Gonarthrose, klinisch kein Erguss und
entsprechend auch keine Anhalts
punkte für ein Rezidiv. Auch die Funktion des linken
Kniegelenkes
sei
abso
lut normal, wobei es auf beiden Seiten auch bei maximaler Flexion
nicht schmerze
. Die gelegentlichen Rückenschmerze
n in der mittleren BWS bei absolut
freier BWS-Beweglichkeit und nicht verhärteter Muskulatur
sei einem
thorakovertebralen
Schmerzsyndrom bei altersentsprechend degenerativen Veränderung
en
und leichter Fehlhaltung zuzuordnen. Weder die
Kniebe
schwe
rden
noch die Rückenbeschwerden
zeig
t
en klinisch funktionelle Defi
zite. Dementsprechend
sei die Beschwerdeführerin in ihrer zuletz
t ausge
führten Tätigkeit als Putzfrau aus re
in rheumatologischer Sicht ohne
jegliche Eins
chränkung zu 100
%
arbeitsfähig
.
3.
4
.4
Aufgrund
der neuropsychologischen Untersuchung bzw. Intelligenzabklärung
(S. 37 f.)
erg
ab
sich ein Gesamt-IQ-Wert von 77, was in den Bereich der
Borderline-lntelligenz
/ Lernbehinderung f
ällt
.
Dazu wurde aus neuropsy
chologischer Sicht ausgeführt, d
ie sogenannte
Borderline
-Intelligenz mit ei
nem IQ 70-84 werde in der ICD-10-Codierung nicht gesondert aufgeführt. Die Betroffenen lernten langsamer und hätten Schwierigkeiten, sich den Lernstoff in der Schule anzueignen. Zwischen den beiden Indexskalen „Sprachverständnis" und „Wahrnehmungsgebundenes
logisches Denken" be
stünden
allerdin
gs signifikante Differenzen. Im
Bereich des
Sprachverständ
nisses
zeig
e
sich ein Indexwert von 74, wa
s einem unterdurchschnittlichen Ergebnis entspreche
. Im Ber
eich des wahrnehmungsgebundenen logischen Denkens erreich
e die
Beschwerdeführerin einen Indexwert von 91, einem
durch
schnittlichen Ergebnis entsprechend
. Das Arbeitsge
dächtnis (welches die Fähigkeit bezeichne
, aktiv
Informationen im Bewusstsein zu behalten,
damit Operationen durchzuführen
und sie zu manipulieren und
ein Ergebnis zu erzielen) habe sich mit
71 Punkten ebenfalls als unterdurchschnittlich
er
wiesen
. Die Ve
rarbeitungsgeschwindigkeit (als
Mass für die Fähigkeit, einfa
che visuelle Informationen s
chnell und korrekt zu erfassen,
sie in eine Ab
folge zu bringen oder sie zu unterscheiden)
sei mit einem Indexwert von 83 besser.
Es
sei
davon auszuge
h
en, dass erwähntes Lei
stungsprofil im Alltag Probleme bereite. So stelle
die eher geringe Kapazität des
Arb
eitsgedächtnis
ses
, welches eine
wichtige Voraus
setzung für das Lernen darstelle
, m
it hoher Wahrscheinlichkeit ein
grosses Problem bei der Aneignung von Wisse
n dar. A
uf der anderen Seite
verfüge die Beschwerdeführerin über eine gute fluide Intelligenz und sei durchaus in der Lage, logische Zusammenhänge zu erfas
sen, in abstrakten Kategorien zu denken und Probleme zu lösen. Ebenfalls seien gute räumlich-konstruktive Fähigkeiten vorhanden. Im Alltag sollte sie somit in der Lage sein, ihre Schwierigkeiten in bestimmten Bereichen zu er
kennen. Aus rein neuropsychologischer Sicht sei
sie
unter bestimmten Vor
aussetzungen (u.a. kognitiv wenig anspruchsvolle, repetitive
Arbeitstätigkei
ten
) durchaus arbeitsfähig. Ob jedoch ebensolche geringfügige, wiederkeh
rende und wenig qualifizierte Arbeiten in der aktuellen Wirtschaftslage im ersten Arbeitsmarkt zu finden seien, sei fraglich. Realisierbarer erscheine eine Arbeitstätigkeit in
einem geschützten Arbeitsplatz
(S. 38)
.
3.
4
.5
Aus psychiatris
cher Sicht wurde festgehalten (S
. 38),
die
Beschwerdeführerin wirke affektlabil,
mit starken Stimmungsschwankungen und verstärkt ex
pressiver Emotionalität.
K
ognitiv
könne sie dem Gespräch
zu
m grossen Teil fo
lgen. Verschiedene Sachverhalte
müss
t
en allerdings zwei- oder mehrmals erklärt werden
. Im orientierenden Zahlenwerk-
Test zeig
t
en sich sowohl im Kurz- als auch im Mittel- un
d Langzeitgedächtnis erhebliche
Einschränkun
gen. Es bestehe
eine sehr einfache
und eingeschränkte sprachliche
Aus
drucksfähigkeit mit diskreten Wortfindungsstörungen.
Das Lesen und Schreibverhalten sei
verlangsamt, schwierige Wörter könn
t
en nur t
eilweise vorg
elesen
oder
nie
dergeschrieben werden. Es
fänden
sich eine Redukti
on der Aufmerksamkeitsfähigkeit
und Konzentrationsfähigkeit bei diskret ve
rlang
samtem formalem Denken und
insgesamt geordneter Denkstruktur.
Auch finde
sich eine deutliche Unausgeglichenheit
in Einstellungen und im Ver
halten in verschiedenen F
unktionsbereichen wie affektive Tat-,
I
mpulskon
trolle
und Antrieb. Diese
seien
nicht alle
in auf die zu diagnostizierende
Intel
ligenzminderung
zurückzuführen, wenn die
Beschwerdeführerin wiederholt Suizide,
die nicht als parasuizidale Versuche zu wertende Handlungen zu se
hen
seien, begehe.
Das Übergiessen mit Benzin, das Trinken eines Cocktai
ls mit Kerosin, die wiederholte
Bedrohung mit Scheren von Personen
seien
deutliche Zeic
hen einer solchen unangepassten Unausgeglichenheit.
Diese Verhaltensmuster
seien
, wi
e in ICD-10 F60.31
gefordert,
gleichförmig und immer wieder in ähnlichen Situationen auf
getreten. Die Störung sei
bereits seit der Kindheit zu diagnostizie
ren. Aufgrund der Diagnose zeige sich eine
deutliche Einschränkung im beruflichen und sozialen Lebe
n. Bei der emotio
nal instabilen
Persönlichkeitsstörung
seien
die deutliche Tendenz
,
impulsiv z
u handeln
,
ohne Berücksichtigung
der Konsequenzen
,
und die instabile
Stimmungslage deutliche Zeichen
dieser Diagnose
. D
ie kognitive Unfähigkeit, Kons
equenzen zu verstehen, und die emotionale Unfähigkeit, Konsequenzen abzuschät
zen
zu können, seien schwer abgrenzbar
.
Die starke Affektlabilität, einerseits ins weinerlich
T
raurige, andererseits ins aggressiv
W
üten
de oder auch ins
E
rfreute zeige
sich im anamnestischen Gespräch genauso wie in
ex
plodierenden
Situationen. Es fänden
sich eine extrem geringe Kritikfähigkeit und eine mangelnde Selbstkontrolle mit einer stark reizbaren (explosiven) Persönlichkeit. Deutlich zu erkennen sei das fehlende eigene Selbstbild
,
wenn die Beschwerdeführerin problemlos Kokain einnehme, weil es gerade der Partner möchte
,
oder sogar unter Umständen das eigene Kind opfere und so keinerlei eigene Werte habe. Eine dauernde innere Leere werde angegeben und noch deutlicher zeige sich dies in der Neigung zu intensiven
,
aber unbe
ständigen Beziehungen, die typisch für die emotional instabile
Persönlich
keitsstörung
sei. Bei
Verlassensängsten
oder
Verlassenwerden
seien
Suizid
drohungen
oder suizidale Handlungen typisch
, die
bei der Beschwerdeführe
rin sehr deutlich zu finden sei
en.
Daher
sei
die Diagnose einer emotional in
stabilen Persönlichkeitsstörung vom
Borderl
ine
-
Typus ICD-10 F60.31
ge
rechtfertigt. Die Doppeldi
agnose der Intelligenzminderung
und der emotional instabilen Persönlichkeitsstörun
g vom
Borderline
-Typ erschwer
e
das Bild ge
genseitig erheblich und führe bei
der Beschwerdeführerin
zu einer vollstän
digen Arbeitsunfähigkeit
(S. 39)
.
3.
4
.6
Zum Verlauf hielten die Experten fest (S. 40), retrospektiv könne mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass die Beschwer
deführerin schon seit der Jugend an einer schweren Persönlichkeitsstörung leide. Auch die Intelligenzminderung habe sie schon von Anfang
an aufge
wiesen. Dafür sprä
chen der Besuch der Sonderschule und der anschliessend sehr unstetige Lebenslauf mit häufigen Stellenwechseln und auch die lang
jährige Abhängi
gkeit vom Sozialamt. Es erstaune
, dass sie es bis 2014 noch geschafft habe, stundenweise als Reinigungskraft tätig zu sein. Danach hät
ten ihre
Knieschmerzen zur definitiven Arbeitsniederlegung geführt. Diese stünden allerdings jetzt nicht mehr im Vordergrund, sondern die neuropsy
chologische bzw. psychiatrische Problematik.
Diese erlaube keine verwertbare Restarbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt.
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Reinigungskraft sei die Beschwerde
führerin aus interdisziplinärer Sicht zu 100% arbeitsunfähig.
3.
5
In der
Stellungnahme vom 2
0.
Juli 2015
(
Urk.
9/49/4-6)
zum
A._
-Gutach
ten
führte
med. prakt.
N._
, Psychiatri
e und Psychotherapie
,
vom RAD
aus,
d
em psychiatrischen Gutachter könne insgesamt nicht gefolgt werden, wenn er eine
Borderline
-Persönlichkeitsstörung diagnostiziere. Die Auffälligkeiten resultier
t
en aus den reduzierten Fähigkeiten und Fertigkeiten einer lernbe
hinderten Persönlichkeit.
3.
6
Am
2.
Februar 2016 (
Urk.
11
/1
)
berichtete
Dr.
med.
O._
, Facharzt für Psy
c
hiatrie und Psychotherapie FMH,
aufgrund der
ihm
von der Beschwerde
führerin
unterbreiteten
Akten
, die 100%
ige Arbeitsunfähigkeit bestehe in der Kombination einer Intelligenzminderung/Intelligenzschwäche
und
einer Viel
zahl von psych
ischen Problemen. Diese psychischen
Probleme
seien
das ganze Leben über
zu beobachten
und in der Lebensgeschichte
sei
eine Viel
zahl von traumatisierenden Erlebnissen beschrieben.
Ob nun diese traumati
sierenden
Erlebnisse als Diagnose einer
Borderline
Persönlichkeitsstörung, einer
anderen Persönlichkeitsstörung
oder als akzentuierte Persönlichkeit
zu beurteilen sei
en
, sei nicht relevant. Solche Menschen könn
t
en in
Lebensni
schen
, stark eingeschränkt zwar, aber durchaus ohne grössere Unterstützung ihr Leben führen. In der freien Wirtschaft seien sie jedoch nicht einsetzbar.
4.
4.1
Die medizinische Aktenlage ist insofern unwidersprochen
,
als
d
ie
Beschwerde
führerin im
hier zu beurteilenden Zeitraum
aus internistischer und rheumatologischer Sicht
in
der Arbeitsfähigkeit
nicht eingeschränkt
ist
(
E. 3.
4
.1
-3
ff
.
)
.
Aus neuropsychologischer Sicht
steht fest
, dass
weiterhin
verminderte
intellektuelle
Fähigkeit
en
vorliegen, wobei im
Zeitpunkt der Rentenaufhebung im Juli 1991
, bei
der
damals
25-jährigen
Beschwerdefüh
rerin
ein Intelligenzquotient (IQ)
von
94
ermittelt
wurde
(E. 3.2)
während
,
der
nunmehr
ige
Indexwert
,
im Alter von
56
Jahren
,
einen
(Gesamt)
IQ von 77
(E. 3.
4
.4
)
ausweist
. Dieser
Wert
liegt
nach wie vor nicht im Bereich einer leich
ten Intelligenzminderung gemäss
ICD-10 F70, die einen IQ zwischen 50 bis 69 voraussetzt (
vgl. Weltgesundheitsorganisation, Internationale Klassifika
tion
psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien,
Dilling
/
Mombour
/Schmidt
[Hrsg.], 9.
Auflage 2014, S.
3
10 f.)
.
D
er von der Rechtsprechung geforderte Schwellenwert eines
IQ
von
unter 70
wird damit nicht,
und zwar
gemäss aktueller Beurte
ilung in keinem der Messberei
che
,
unterschritten
E. 3.
4
.4
, weshalb sich hier
mit
nach
wie vor
keine Beein
trächtigung
in
der
Arbeitsfähigkeit
im Sinne von
Art.
7
Abs.
2 ATSG
und somit keine massgebende
gesundheitsliche
Verschlechterung
begründen lässt
(vgl. E. 1.3 hiervor).
4.2
A
nlässlich der Rentenaufhebung
im Juli 1991
wurde
unter
Bezugnahme auf
die medizinische
Aktenlage
, insbesondere
eines
Bericht
s
des
Psychiatrie
zentrums
G._
,
auf
schwierige
Lebensumstände,
eine depressive Symp
tomatik mit erschöpft und bedrückt sein und häufigen Kopfschmerzen
hin
gewiesen (vgl. E. 3.2 hiervor)
. D
er psychiatrische Teilgutachter
Dr.
M._
spricht
im
aktuellen
A._
-
Gut
achten
nunmehr von
einer emotional instabi
len Persönlichkeitsstörung
vom
Borderline
-Typus (ICD-10 F60.31)
, wobei die
Doppeldiagnose der Intelligenzminderung und der emotional instabilen
Per
sönlich
keitsstörung
vom
Borderline
-Typ
das Bild gegenseitig erheblich
er
schwere
und zu
einer vo
llständigen Arbeitsunfähigkeit
führe
(E. 3.
4
.5).
D
er RAD der Beschwerdegegnerin erachtete
demgegenüber
eine solche Störung aufgrund der aufgeführten Untersuchungsbefunde
nicht für ausgewiesen
(E.
3.
5
).
4.3
Wie es
sich mit der Diagnose einer Persönlichkeitsstörung
verhält, kann
letzt
lich
offen bleiben. Denn nach dem hiervor Gesagten (E. 2 und E. 3.1.3) ist vorliegend einzig
zu prüfen, ob sich der Sachverhalt seit der
Rentenauf
hebung
im
Juni 1991
in anspruchsbegründender Weise
verändert ha
t. Dabei
g
ingen die
Gutachter
davon aus
,
dass
retrospektiv
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit
anzunehmen
sei
, dass die Beschwerdeführe
rin schon seit der Jugend an d
er
psychischen Störung leide, die sie
nunmehr als emotional in
stabile Persönlichkeitsstörung vom
Borderline
Typ fassten (E. 3.4.1). Die Be
schwerdeführerin wurde laut Urteil der AHV-Rekurskommission auch damals psychiatrisch abgeklärt und es wurden neben der Intelligenzminderung Probleme im psychosozialen Bereich und schwierige Lebensumstände sowie eine depressive Verstimmung geschildert (E. 3.2), ohne dass dies eine
renten
erhebliche
Erwerbsunfähigkeit begründet hätte. Obwohl
im vorliegenden Neuanmeldeverfahren das Vorhandensein einer entscheidungserheblichen Differenz in den Tatsachen das Beweisthema ist und sich das Gutachten auf die erhebliche Änderung des Sachverhalts zu beziehen
hat
(Urteil des Bun
desgerichts 9C_418/2010 vom 2
9.
August 2011 E. 4.2)
, legten die Gutachter nicht dar, worin die tatsächlichen Veränderungen zu erblicken sind. Vielmehr
führten sie selbst aus, sie stellten offenbar erstmals die Diagnose einer
Borderline
-Persönlichkeitsstörung (Urk. 7/48/40). Sie unterstellten damit die seit jeher bestehende Symptomatik einer anderen respektive einer weiteren Diagnose, was für sich allein keinen Revisionsgrund darstellt. Im Einklang mit den auch von den Gutachtern implizite angesprochenen (Urk. 9/48/31 unten) diagnostischen Leitlinien, wonach Persönlichkeitsstörungen immer in der Kindheit oder Jugend beginnen und sich auf Dauer im Erwachsenenalter manifestieren (
Dilling
/
Mombour
/Schmidt, a.a.O., S. 277), gaben die Gutachter ausdrücklich an, dass retrospektiv mit überwiegender Wahrscheinlichkeit an
zunehmen sei, dass die Beschwerdeführerin seit der Jugend - und mithin auch im für den Vergleich massgebenden Zeitpunkt der Rentenaufhebung - an einer schweren psychischen Störung leidet (Urk. 9/48/40 oben), was einer revisionsrechtlich massgebenden gesundheitlichen Verschlechterung entge
gen steht.
Dem widerspricht im Übrigen auch
Dr.
O._
nicht, wenn er festhält, ob die Diagnose einer
Borderline
-Persönlichkeitsstörung, eine anderen
Persönlich
keitsstörung
oder einer akzentuierten Persönlichkeit zu stellen sei, sei nicht relevant. Auch
aus
dieser Aussage ergeben sich keine Anhaltspunkte, die auf ein neu hinzugekommenes Leiden schliessen liessen.
Ebenso wenig ist im Zusammenhang mit der Intelligenzminderung eine Verän
derung ersichtlich, denn diese ist - wie bereits dargelegt (E. 4.1) - aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht nach wie vor unbeachtlich.
An diesem Ergebnis ändert nichts, dass die
A._
-Gutachter eine vollständige Arbeitsunfähigkeit postulierten und diese auf die Doppeldiagnose der
Intelli
genzminderung
und der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom
Borderline
-Typ zurückführten, welche das Bild gegenseitig erheblich er
schwerten (
Urk.
9/48/39 Mitte). Ihre
Beurteilung erschöpft sich in einer ab
weichenden medizinischen Einschätzung von im Wesentlichen unveränder
ten tatsächlichen Verhältnissen, was nicht zu einer materiellen Revision zu
führen vermag (BGE
115 V 308 E. 4a/
bb
).
Ebenso wenig kann der von
Dr.
O._
bescheinigten Arbeitsunfähigkeit gefolgt werden.
Seine
Ansicht
, dass Menschen mit einer derartigen psychischen Störung ohne grössere Un
terstützung in „Lebensnischen“ ihr Leben zwar führen könn
t
en, in der freien Wirtschaft jedoch nicht einsetzbar seien
(E. 3.
6
)
, lässt sodann
ausser Acht
, dass
sich
die Fra
ge
der Verwertbarkeit der Resta
rbeitsfähigkeit auf einen
aus
geglichene
n
Arbeitsmarkt
bezieht,
welcher
auch sogenann
te
Nischenarbeits
plätze
umfasst
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_95/2007 vom 2
9.
August 2007 E. 4.3 und 9C_98/2014 vom 2
2.
April 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen)
.
4.4
Angesichts d
ieser
Aktenlage sind von weiteren Beweismassnahmen (etwa der Einholung eines Gutachtens) keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung (BGE 124 V 90 E. 4b).
4.5
Zusammengefasst ist nach dem Ausgeführten eine anspruchsrelevante gesund
heitliche Verschlechterung im hier massgebenden
Beurteilungszeit
raum
nicht erstellt. Damit erweist sich die angefochtene Verfügu
ng der
Be
schwerdegegnerin
vom 2
9.
Oktober 2015
(
Urk.
2)
im Ergebnis
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
5.1
Bei diesem Verfahrensausgang steht der
zur
unentgeltlichen Rechtsv
ertreterin der
Beschwerdeführerin
ernannten
Rechtsanwältin
Stephanie
Schwarz (
vgl.
Beschluss vom 1
1.
April 2016,
Urk.
15)
eine Entschädigung aus der Gerichts
kasse zu. Diese bemisst sich nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses, wobei namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt wird (
§
34
Abs.
3
des Gesetz
es
über das
Sozialversicherungs
gericht
,
GSVGer
)
in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 und
§
8 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem
Sozialversicherungsge
richt
,
GebV
SVGer
).
5.2
Die Kosten des Verfahrens (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) sind auf
Fr.
8
00.-- festzuset
zen und entsprechend dessen
Ausgang der
Beschwerdeführer
in
auf
zuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5.3
Rechtsanwältin Ste
phanie
Schwarz machte mit Honorarrechnung vom 20
.
April 2017 (
Urk.
1
7
) einen Aufwand vo
n
insgesamt
19
Stunden und 55 Minuten sowie Barauslagen von
Fr.
131.45
geltend.
D
arin enthalten sind Po
sitionen im Zusammenhang mit dem Rechtsbegehren um prozessuale Revi
sion, welches
das hiesige Gericht
mangels sachlicher Zuständigkeit an die Verwaltung überw
eisen musste
und
das zu
ein
em
separate
n
Beschwerdever
fahren
führt
e
(vgl.
Ziff.
2.1 und
Ziff.
2.2 zum Sachverhalt).
Entsprechend sind diese
Auf
wendungen
i
m vorliegenden
Verfahren
nicht zu
entschädigen
. Die
von der Beschwerdeführerin nach
ihrer
Beschwerdeeingabe
vom 2
9.
Oktober 2015
eingeholte
fachärztli
che
Stellungnahme
von
Dr.
O._
ist
für
die
Entscheidfindung unerheblich
und
erweist sich
auch
mit Blick auf die
im Sozialversicherungsverfahren geltende
Untersuchungsmaxime
als
nicht
notwendig und ist damit nicht
zu entschädigen
.
Im Weiteren ist festzuhalten, dass
sich
d
er
materiell begründe
te
Teil
der Beschwerdeschrift
in weiten Teilen
— zu mehr als einem Drittel —
auf
das Rechtsbegehren der
prozessualen Re
vision
(vgl.
Urk.
2 S. 8
ff.)
bezieht. Nachdem dies
es Begehren
— wie gesagt —
nicht
im vorliege
nden Verfahren zu beurteilen ist
,
sin
d
auch
die
in diesem Zusammenhang
geltend gemachten
,
zuweilen in Sammelpositionen in Rech
nung gestellten
Aufwendungen
im Zusammenhang mit der Ausfertigung der Beschwerdeschrift
nicht im geltend g
emachten Umfang zu vergüten
(vgl. insbesondere Positionen vom
2
3.
November 2015, vom 2
5.
November 2015 und vom 2
6.
November 2015).
Ebenso wenig sind die wiederholten Kontakte mit Sozialdienst und der
Beiständin
zu entschädigen, hat doch allein die Be
schwerdeführerin die Prozessvollmacht (
Urk.
4) erteilt.
Angesichts des verhältnismässig geringen Umfangs
der zu studierenden Ak
ten
— lediglich 54
Urkunden
—
,
der
mit Bezug auf das vorliegende Verfahren
auf rund 5 respektive 2 Seiten begründeten Rechtsschriften
der
Beschwerde
führer
in
samt notwendiger Aufwendungen für Instruktion und Abklärungen, der Bemühungen im Zusammenhang mit dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege
und den Nachforschungen im Staatsarchiv
sowie der in ähnlich gelagerten Fällen zugesprochenen Beträge ist die Entschädigung von Rechts
anwältin
Stephanie Schwarz
bei Anwendung des gerichtsüblic
hen
Stunden
ansatzes
von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
2
‘
28
0.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
5.4
Die
Beschwerdeführer
in
wird auf
§
16
Abs.
4 GSVGer hingewiesen, wonach
sie zur Nachzahlung der
Gerichtskosten und der Entschädigung an Rechts
anwältin
Stephanie Schwarz
verpflichtet ist, sobald
sie
dazu in der Lage ist.