Decision ID: 35b5c7b4-d297-5595-8549-e74400bd08a9
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Koller, Landstrasse 4, 9606 Bütschwil,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
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Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, Oberer Graben 44, Postfach,
9001 St. Gallen,
betreffend
Invalidenrente
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1951 geborene A._ war seit dem 1. Juli 1988 als Aussendienstmitarbeiter
bei der B._ tätig und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt
(Suva) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 30. Juni
2000 zog er sich zu Hause eine gravierende Fräsenverletzung der linken Hand zu. In
der Klinik für Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen wurde eine
schwere Kreissägenverletzung der linken Hand mit Amputation des Ringfingers knapp
unterhalb des Mittelgelenks und Durchtrennung aller beugeseitigen Strukturen des
Mittelfingers sowie Beugesehnenverletzung des Zeigefingers diagnostiziert (UV act. 3).
Der Heilverlauf war erfreulich und bereits ab dem 3. Oktober 2000 bestand wieder eine
50%ige Arbeitsfähigkeit (UV act. 10), ab dem 29. November 2000 eine solche von 75%
(UV act. 12) und ab dem 1. Januar 2001 konnte der Versicherte seine Arbeit wieder voll
aufnehmen (UV act. 20). Die Suva erbrachte die Versicherungsleistungen
(Heilbehandlung und Taggeld). Mit Verfügung vom 11. August 2001 schloss die Suva
den Schadenfall unter Ausrichtung einer Integritätsentschädigung von 20% ab, weil
weitere Behandlungen keine wesentlichen Besserungen der Folgen des Unfalls vom
30. Juni 2000 erwarten liessen und eine bleibende funktionelle Beeinträchtigung vorlag
(UV act. 31). Diese Verfügung ist in Rechtskraft erwachsen.
A.b Am 20. Oktober 2005 meldete der Versicherte der Suva, dass er seine Stelle als
Aussendienstmitarbeiter verloren habe. Er beantragte die Prüfung eines
Rentenanspruchs, weil er gerne in seinen ursprünglichen Beruf als Möbelschreiner
zurückkehren möchte, durch seine Handverletzung aber nur beschränkt
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vermittlungsfähig sei. Dabei erklärte er, dass er seit kurzem in psychiatrischer
Behandlung bei Dr. med. C._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychologie FMH, sei.
Er brauche die Gesprächsbegleitung wegen des Umsatzdrucks, den er im Geschäft
schon seit längerer Zeit habe (UV act. 39). Dr. C._ gab im Arztbericht 10. März 2006
zu Handen der IV-Stelle an, dass der Versicherte durch das Ausmass seiner Arbeit in
eine Depression und ein Burn Out geraten sei (UV act. 74). Dr. med. D._, Psychiatrie
und Psychotherapie FMH, Chefarzt Klinik E._, behandelte den Beschwerdeführer ab
dem 9. Mai 2006. Er diagnostizierte in seinem Bericht vom 18. Juni 2007 eine
Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt nach Verlust der Arbeitsstelle.
Es sei offensichtlich zu einer Reaktivierung der posttraumatischen Belastungsstörung
gekommen. Gleichzeitig bestehe beim Versicherten offensichtlich eine familiäre
Belastung bezüglich der depressiven Störung (UV act. 77 S. 3). Die Suva liess in der
Folge ein Aktengutachten durch den Versicherungspsychiatrischen Dienst Wetzikon,
Dr. med. F._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Psychosomatische
und Psychosoziale Medizin APPM, erstellen. Dr. F._ kam zum Schluss, dass sich die
Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht begründen lasse. Auf der
Basis dieser Diagnose sei ein Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 30. Juni 2006
ausgeschlossen. Die Frage des Kausalzusammenhangs im Bezug auf eine allfällige
andere psychiatrische Störung (differentialdiagnostisch in erste Linie ein ängstlich-
depressives Syndrom) müsse er offen lassen (UV act. 83 S. 4). Kreisarzt Dr. med. G._
bestätigte in seiner Untersuchung vom 9. Oktober 2007 die bereits in der
kreisärztlichen Untersuchung vom 27. Juni 2006 festgestellten Einschränkungen der
linken Hand. Dem Versicherten seien das grobe Zugreifen und das längere Halten von
schweren Gegenständen mit der linken Hand nicht mehr zumutbar. Die Feinarbeit sei
stark eingeschränkt. Das Bedienen von Tastaturen mit den Fingern III und V sei
ebenfalls eingeschränkt. Kälteexpositionen sollten vermieden werden. Stützfunktionen
seien ebenfalls eingeschränkt. Unter Berücksichtigung dieser Behinderung wäre dem
Versicherten ein ganztätiger Arbeitseinsatz zuzumuten (UV act. 92 S. 3).
B.
Mit Verfügung vom 9. November 2007 eröffnete die Suva dem Versicherten, für die
verbliebene Beeinträchtigung aus dem Unfall vom 30. Juni 2000 stehe ihm ab 1.
Februar 2006 eine Invalidenrente auf Grund eines IV-Grades von 27% zu. Der adäquate
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Kausalzusammenhang zwischen den psychogenen Störungen und dem erlittenen
Ereignis wurde verneint, weshalb eine Leistungspflicht diesbezüglich abgelehnt wurde
(UV act. 101). Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache vom 12. Dezember
2007 (UV act. 102) hiess die Suva mit Entscheid vom 23. Januar 2008 teilweise gut. Der
Leidensabzug wurde von 5 auf 20% erhöht und entsprechend die Rente auf der
Grundlage eines Invaliditätsgrades von 38% neu festgelegt. Im Übrigen wies sie die
Einsprache ab (UV act. 106).
C.
C.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Koller,
Bütschwil, eingereichte Beschwerde vom 25. Februar 2008 mit den Anträgen, der
Entscheid vom 23. Januar 2008 sei aufzuheben und es sei eine volle, mindestens aber
eine 62%ige Erwerbsunfähigkeit des Beschwerdeführers festzustellen. Eventuell sei die
Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Suva zurückzuweisen – unter Kosten und
Entschädigungsfolgen. Zur Begründung führt er aus, dass die psychogenen Störungen
des Beschwerdeführers von der Beschwerdegegnerin zu wenig ernsthaft abgeklärt
worden seien. Das Gutachten von Dr. F._ genüge dazu nicht, weil dieser den
Beschwerdeführer nicht untersucht habe. Damit liege keine umfassende Beurteilung
vor. Wie Dr. D._ festgestellt habe, leide der Beschwerdeführer an einer
Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt nach dem Verlust der
Arbeitsstelle. Dazu sei es offensichtlich zur Reaktivierung der posttraumatischen
Belastungsstörung gekommen. Diese sei aber eine klare Folge des Unfalles vom 30.
Juni 2006. Nebst dem natürlichen Kausalzusammenhang sei auch der adäquate
Kausalzusammenhang gegeben. Der Unfall vom 30. Juni 2000 stelle ein dramatisches
Ereignis dar und die Verletzung sei sehr schwerwiegend und dauerhaft. Bei der
Dauerhaftigkeit der Verletzung und deren Auswirkungen gehöre es durchaus zum
normalen Lauf der Dinge, dass psychogene Störungen auftreten und die
Erwerbsfähigkeit des Betroffenen erheblich vermindern könnten. Schliesslich seien der
Grad und die Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit gegeben. Weiter
bestreitet der Beschwerdeführer, dass die Beschwerdegegnerin eine
Zumutbarkeitsbeurteilung vorgenommen habe, welche zum Vergleich des Validen- und
Invalideneinkommens erforderlich sei. Weder sei der Beschwerdeführer von Dr. F._
noch von der Rehaklinik Bellikon untersucht worden, weshalb weitere Abklärungen im
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Rahmen des Verzahnungsprogramms zwischen der Suva, den IV-Behörden etc.
durchzuführen seien. Das Valideneinkommen werde nicht beanstandet, hingegen sei
das dem Beschwerdeführer zugemutete Invalideneinkommen von Fr. 84'481.90
eindeutig zu hoch. Der Rechtsvertreter führt dazu aus, dass die Zuordnung zum
Anforderungsniveau 1+2 willkürlich erfolgt sei und den Fähigkeiten des
Beschwerdeführers nicht entspräche, welcher Möbelschreiner gelernt habe und über
keine weitere Ausbildung verfüge. Die gesundheitliche Beeinträchtigung und der
Ausbildungsstand des Beschwerdeführers liessen einzig die Zuordnung zum
Anforderungsniveau 4, allerhöchstens zum Niveau 3 zu. Daraus resultiere ein
Jahreslohn unter Berücksichtigung der Nominallohnerhöhung von 1% von Fr.
55'882.15. Nach Abzug des gerechtfertigten Leidensabzug von 20% ergebe sich ein zu
berücksichtigendes Invalideneinkommen von Fr. 41'874.10. Die Gegenüberstellung
zum Valideneinkommen von Fr. 109'083.-- ergebe eine Erwerbseinbusse von
aufgerundet 62%.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 22. Mai 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. U. Glaus, St. Gallen, Abweisung der Beschwerde.
Sie begründet dies damit, dass die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf
und gegenwärtigen Status ergeben, weshalb sich Dr. F._ gesamthaft ein lückenloses
Bild habe machen können. Somit sei er auch in der Lage gewesen, die sich stellenden
Beweis- und Kausalitätsfragen zuverlässig zu beantworten. Weil eine posttraumatische
Belastungsstörung nach dem Unfall nie diagnostiziert worden sei, könne auch nicht
eine Reaktivierung derselben stattgefunden haben. Schliesslich seien die gemäss
ICD-10 erforderlichen Kriterien zur Diagnostizierung dieser Krankheit nicht erfüllt. Dr.
F._ habe festgestellt, dass ein teilkausaler Bezug der Depression bzw.
Anpassungsstörung mit der im Jahr 2000 zugezogenen Handverletzung möglich oder
wahrscheinlich sei. Damit werde aber das im Sozialversicherungsrecht geltende
Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gerade nicht erfüllt. Auch der
adäquate Kausalzusammenhang könne nicht bejaht werden. Dem Unfall könne zwar
eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abgesprochen werden, eine besondere
Eindrücklichkeit vermöge er jedoch nicht zu begründen. Nachdem der
Beschwerdeführer bereits nach drei (richtig sechs) Monaten wieder voll arbeitsfähig
gewesen sei, sei auch das Kriterium des Grads und der Dauer der physisch bedingten
Arbeitsunfähigkeit nicht erfüllt. Auch die geltend gemachte Schwere der Verletzung
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vermöge keinen adäquaten Kausalzusammenhang zu begründen, wie der Vergleich mit
der Rechtsprechung zeige. Was die Rüge der fehlenden Zumutbarkeitsbeurteilung
betreffe, sei eine solche durch Dr. G._ in seiner Beurteilung vom 9. Oktober 2007
vorgenommen worden. In Anbetracht der beruflichen Vergangenheit des
Beschwerdeführers, welcher den grössten Teil seines Erwerbslebens nicht in seinem
erlernten Beruf tätig gewesen sei, sei es durchaus sachgerecht, auf einen
Durchschnittslohn im Dienstleistungs- und Produktionssektor abzustellen. Schliesslich
sei der Durchschnittswert für den anrechenbaren Invalidenlohn von Fr. 6'636.-- aus
dem Durchschnitt der Anforderungsniveaus 1+2 (Fr. 7'722.--) und 3 (Fr. 5'550.-)
ermittelt worden.
C.c In der Replik vom 16. Juni 2008 hält der Beschwerdeführer an seinem Standpunkt
fest. Auf die Ausführungen wird – soweit entscheidrelevant – in den Erwägungen
eingegangen.
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 18. Juni 2008 auf die
Einreichung einer Duplik.

Erwägungen:
1.
Streitig ist vorliegend der natürliche und adäquate Kausalzusammenhang zwischen den
psychischen Beschwerden und dem Unfall vom 30. Juni 2000. Sodann ist zu prüfen,
ob die Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers von 38%
richtig bemessen hat. Unbestritten ist der Beginn der Rentenausrichtung auf den 1.
Februar 2006.
2.
2.1 Gemäss ständiger Praxis des Bundesgerichts kann ein nach einem versicherten
Unfall aufgetretenes Leiden nur dann als dessen Folge betrachtet werden, wenn und
soweit es sicher oder doch zumindest überwiegend wahrscheinlich von jenem Unfall
herrührt (natürliche Kausalität; BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). Die blosse
Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
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Leistungsanspruchs nicht (BGE 119 V 338 E. 1, BGE 118 V 289 E. 1b, je mit
Hinweisen). Der Unfallversicherer haftet sodann nur für jene Folgen, die mit dem Unfall
adäquat-kausal zusammenhängen, wobei für die Adäquanz nicht die subjektive,
sondern die objektive Voraussehbarkeit des eingetretenen Erfolgs entscheidend ist
(SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45). Adäquat ist der Kausalzusammenhang dann, wenn ein
Ereignis geeignet ist, den eingetretenen Erfolg zu bewirken, so dass an andere
Ursachen vernünftigerweise nicht zu denken ist (BGE 117 V 359 und 112 V 30).
Während es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen
Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 110 E. 3a). Nicht jeder
natürliche Kausalzusammenhang ist zugleich in rechtlicher Hinsicht adäquat. Der
adäquate Kausalzusammenhang ist ein Korrektiv zum naturwissenschaftlichen
Ursachenbegriff, der vom Recht als natürliche Kausalität übernommen wurde, aber der
Einschränkung bedarf, um für die rechtliche Verantwortlichkeit tragbar zu sein und eine
vernünftige Begrenzung der Haftung zu ermöglichen (BGE 122 V 415 E. 2c und 123 III
110 E. 3a). Die Beschwerdegegnerin hat die Bestimmungen über die
Invaliditätsbemessung bei erwerbstätigen Versicherten nach der
Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.4) sowie den
Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 UVG) zutreffend dargelegt. Darauf wird
verwiesen.
3.
Der Beschwerdeführer macht geltend, dass die psychischen Beschwerden in einem
natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall vom 30. Juni 2000
stünden.
3.1 Die Beschwerdegegnerin liess zu dieser Frage ein Aktengutachten durch Dr.
F._ erstellen, welches vom Beschwerdeführer als nicht beweistauglich angesehen
wird. Gemäss dem Bundesgericht kann auch den Berichten und Gutachten
versicherungsinterner Ärzte Beweiswert zugemessen werden, sofern sie als schlüssig
erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine
Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte
Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon
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auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr
besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung
objektiv als begründet erscheinen lassen (BGE 125 V 351 E. 3 b/ee).
3.2 Solche Umstände sind hier nicht ersichtlich. Dr. F._ hat mit Verweis auf die
international anerkannte Klassifizierung von psychiatrischen Beschwerden ICD-10 die
von Dr. D._ erhobene Diagnose der Reaktivierung einer posttraumatischen
Belastungsstörung überprüft. Zu Recht hat er festgehalten, dass Dr. D._ seine
Diagnose nicht begründet habe und auch aus der Schilderung der psychischen
Probleme des Beschwerdeführers eine solche Diagnose nicht nachvollziehbar sei. Der
implizite Hinweis auf Albträume zwei Jahre nach dem Unfall genügt gemäss den
überzeugenden und nachvollziehbaren Ausführungen von Dr. F._ gerade nicht, um
die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung zu stellen. Diese müsste
innerhalb von sechs Monaten nach einem aussergewöhnlichen Trauma festgestellt
werden, wenn zugleich eine typische, diagnostisch nicht anders erklärbare
Psychopathologie vorliegen würde (UV act. 83). Aus den medizinischen Akten ist bis
zum Abschluss der Taggeldleistungen auf den 30. Juni 2001, also auch über die
massgebende Zeitspanne hinaus, kein Hinweis auf psychische Probleme zu finden.
Damit ist nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht erstellt, dass der Beschwerdeführer durch das
Unfallereignis eine posttraumatische Belastungsstörung erlitten hat, welche mehrere
Jahre später hätte reaktiviert werden können.
3.3 Was die übrigen psychischen Beschwerden betrifft, geht Dr. F._ gestützt auf
die Aktenlage davon aus, dass die Verstümmelung der linken Hand dem
Selbstbewusstsein des Versicherten abträglich gewesen sei. Dies habe nebst anderem
dazu beigetragen, dass sich im Verlauf seit 2005 eine Depression (Dr. C._) bzw. eine
ängstlich-depressive Anpassungsstörung (Dr. D._) habe etablieren können. Insofern
sei ein teilkausaler Bezug der Depression bzw. der Anpassungsstörung mit der 2000
zugezogenen Handverletzung möglich oder wahrscheinlich (UV act. 83 S. 4). Beim
Beschwerdeführer ist aus der Familienanamnese gemäss Bericht von Dr. D._ eine
familiäre Belastung (konstitutionelle Prädisposition) hinsichtlich psychischer
Beschwerden bekannt (UV act. 77). Diese ist in der Beurteilung eines natürlichen
Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und den aktuellen psychischen
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Beschwerden zu berücksichtigen. In Dr. F._s Beurteilung wurde eingehend auf den
Bericht von Dr. D._ eingegangen, weshalb die konstitutionelle Prädisposition auch in
der Einschätzung von Dr. F._ Berücksichtigung fand. Dennoch erachtet er die
Kausalität zwischen den psychischen Beschwerden und dem Unfall vom 20. Juni 2000
lediglich als möglich oder wahrscheinlich. Damit aber ist der natürliche
Kausalzusammenhang nicht im erforderlichen Mass der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit erwiesen. Selbst wenn ein natürlich kausaler Zusammenhang
nachgewiesen wäre, würde es an der für einen Leistungsanspruch ebenfalls
erforderlichen – vgl. vorne Erw. 2.1 – adäquaten Kausalität zum Unfallereignis fehlen,
wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen werden.
4.
Bei der Beurteilung der Adäquanz des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall
und einer anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwicklung mit Einschränkung
der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ist nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 138 ff. Erw.
6, bestätigt unter anderem in SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31) vom Unfallereignis
auszugehen. Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung (BGE 115 V 133) besteht
dabei ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den Beschwerden und dem
Unfall, wenn dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der
Beschwerden zukommt. In objektivierter Betrachtungsweise werden die Unfälle nach
ihrer erfahrungsgemässen Eignung, psychische Beschwerden zu bewirken, eingeteilt in
banale und leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und in einen
dazwischen liegenden mittleren Bereich der mittelschweren Unfälle. Bei banalen
Unfällen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den
psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden, weil
auf Grund der allgemeinen Lebenserfahrung davon ausgegangen werden darf, dass ein
solcher Unfall nicht geeignet ist, einen invalidisierenden psychischen
Gesundheitsschaden zu verursachen. Bei schweren Unfällen dagegen ist der adäquate
Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit in
der Regel zu bejahen. Denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der
allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische
Gesundheitsschäden zu bewirken. Dabei gelten als schwer nur solche Unfälle, bei
denen sämtliche Umstände, insbesondere die Dramatik des Unfallereignisses und die
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Dauer desselben wie auch die somatischen Unfallfolgen eine für die versicherte Person
aussergewöhnliche Eindrücklichkeit aufweisen. Mithin können auch Unfälle, die im
Volksmund als schwer bezeichnet werden, keine der Rechtsprechung zur
obligatorischen Unfallversicherung entsprechende Schwere aufweisen. Bei Unfällen im
mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und psychisch bedingter
Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des
Unfalls allein schlüssig beantworten. Vielmehr sind weitere, objektiv fassbare
Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als
direkte bzw. indirekte Folge davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung
einzubeziehen (BGE 115 V 133 Erw. 6a-c).
4.1 Der Beschwerdeführers schnitt sich beim Holzschneiden mit einer Kapp-
Handfräse in die linke Hand (UV act. 1), wobei er schwere Verletzungen erlitt
(Amputation des Ringfingers knapp unterhalb des Mittelgelenks und Durchtrennung
aller beugeseitigen Strukturen am Mittelfinger sowie Beugesehnenverletzung des
Zeigefingers; UV act. 3). Ein solcher Unfall ist – entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers – dem Bereich der mittelschweren Ereignisse zuzuordnen (vgl. zur
Kasuistik insbesondere bei Handverletzungen: Urteil des Bundesgerichts vom 18.
Oktober 2006 i/S. S. [U 19/06] E. 3 mit Hinweisen). Das Vorliegen des adäquaten
Kausalzusammenhangs ist demnach – wie gesagt – auf Grund weiterer, objektiv
fassbarer Umstände in einer Gesamtwürdigung zu prüfen. Dabei ist es für die Bejahung
der adäquaten Kausalität bei einem mittelschweren Fall, welcher weder im
Grenzbereich zu den leichten noch im Grenzbereich zu den schweren Fällen liegt,
erforderlich, dass ein einzelnes der von der Rechtsprechung herausgearbeiteten
unfallbezogenen Kriterien (BGE 115 V 133 E. 6c/aa) in besonders ausgeprägter Weise
erfüllt ist oder mehrere dieser Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise gegeben
sind. Als wichtigste Kriterien sind dabei zu nennen
- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des
Unfalls;
- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre
erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
- ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
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- körperliche Dauerschmerzen;
- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
- Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.
4.1.1 Das Bundesgericht hat das unfallbezogene Kriterium der besonderen
Eindrücklichkeit in RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428 bei einer Totalamputation der Finger
III-V bejaht, als der Versicherte beim Schneiden von Holz mit den Fingern unter das
laufende Fräsband kam. Über den genauen Vorgang der Kreissägenverletzung des
Beschwerdeführers ist nichts bekannt. Der Beschwerdeführer erlitt an einem Finger
eine Amputationsverletzung und damit die Verstümmelung eines Körperteils. Die
ebenfalls von der Verletzung betroffenen Zeige- und Mittelfinger blieben erhalten. Eine
gewisse Eindrücklichkeit kann einer Amputationsverletzung grundsätzlich nicht
abgesprochen werden. Besonders dramatische Begleitumstände werden nicht geltend
gemacht. Das Kriterium ist deshalb erfüllt, wenn auch nicht in besonderem Ausmass.
4.1.2 Das Kriterium der Schwere oder besondere Art der Verletzung,
insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen
auszulösen, hat das Bundesgericht in einem Fall verneint, wo der Versicherte beim
Holzfräsen eine subtotale Abtrennung des Daumens und Mittelfingers sowie eine
Beugesehnenverletzung am Zeigefinger erlitt (Urteil des Bundesgerichts vom 18.
Oktober 2006 i/S. S. [U 19/06]). Schwere Handverletzungen stellen erfahrungsgemäss
für manuell tätige Versicherte oft eine besondere Art der Verletzung dar, weil damit
jenes Organ betroffen ist, welches die berufliche Tätigkeit und Entfaltung erst
ermöglicht (RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428). Die Handverletzung hier führte zu einer
Amputation des Ringfingers sowie zu einer bleibenden Funktionseinschränkung der
Langfinger auf Grund der Beugesehnenverletzungen. Die Einsetzbarkeit der linken
Hand ist deshalb stark beeinträchtigt. Die erlittenen Verletzungen waren aber nicht
direkt lebensbedrohend oder existenzvernichtend. Sechs Monate nach dem Unfall
konnte der Beschwerdeführer seine Tätigkeit als Aussendienstmitarbeiter wieder
vollumfänglich aufnehmen. Aus den Akten ergibt sich kein Hinweis, dass der
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Beschwerdeführer diese Handverletzung im Sinne einer psychischen Fehlentwicklung
nicht verarbeiten konnte. Unter Berücksichtigung aller Umstände muss deshalb das
Adäquanzkriterium der Schwere oder besonderen Art der Verletzung verneint werden.
4.1.3 Eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung liegt nicht vor.
Die ursprüngliche Behandlung konnte bereits nach einem Jahr gestützt auf die
kreisärztliche Abschlussuntersuchung vom 27. Juni 2001 mit Verfügung vom 11.
August 2001 rechtskräftig abgeschlossen werden (UV act. 29, 31).
4.1.4 Anhaltspunkte für eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen
erheblich verschlimmert hätte, sind nirgends auszumachen.
4.1.5 Körperliche Dauerschmerzen sind nicht ausgewiesen, der
Beschwerdeführer verspürt lediglich am Ringfingerstumpf hin und wieder
Phantombeschwerden (UV act. 29, 92).
4.1.6 Der Kreisarzt ging in seiner Beurteilung vom 27. Juni 2001 von einem
günstigen Verlauf aus. Erwartungsgemäss sei die Heilung am Mittelfinger am meisten
verzögert gewesen, weil nach der subtotalen Amputation und subtotalen
Durchtrennung des Profundus und Läsion beider Gefäss-Nervenbündel der Finger
wieder ganz habe angenäht werden müssen. Dabei sei die Rekonstruktion von ulnarem
Gefäss und Nerven nicht möglich gewesen, hingegen eine Anastomisierung des
radialseitigen Gefäss-Nervenbündels. Funktionelle Einbussen an Zeige- und
Mittelfinger seien bleibend vorhanden sowie eine Kälteempfindlichkeit am
Ringfingerstumpf (UV act. 29). Komplikationen traten nicht auf. Damit ist das Kriterium
des schwierigen Heilungsverlaufs bei dieser Entwicklung nicht erfüllt.
4.1.7 Was das Kriterium des Grads und der Dauer der physisch bedingten
Arbeitsunfähigkeit betrifft, so konnte der Beschwerdeführer seine Tätigkeit bereits drei
Monaten nach dem Unfall wieder zu 50% aufnehmen. Ab dem 23. November war er
wieder zu 75% und ab dem 1. Januar 2001 – somit sechs Monate nach dem Unfall –
wieder zu 100% im Aussendienst tätig (UV act. 12, 20). Damit ist
rechtsprechungsgemäss das Kriterium nicht erfüllt (vgl. Kasuistik in RKUV 2001 Nr. U
442 S. 544).
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4.2 Zusammenfassend ist weder ein Beurteilungskriterium in besonders ausgeprägter
Weise erfüllt noch sind mehrere der massgebenden Kriterien erfüllt. Demnach hat die
Beschwerdegegnerin den adäquaten Kausalzusammenhang für die psychischen
Beschwerden, welche nach der Kündigung im Oktober 2005 aufgetreten sind, zu Recht
verneint.
5.
Der Beschwerdeführer macht nun geltend, im Rahmen der Invaliditätsbemessung sei
nicht abgeklärt worden, welche Tätigkeiten ihm noch zugemutet werden können.
Sodann sei das zumutbare Invalideneinkommen willkürlich ermittelt worden.
5.1 Die Auffassung des Beschwerdeführers ist richtig, soweit damit die Ausführungen
von Dr. F._ sowie der Ärzte der Rehaklinik Bellikon gemeint sind. Diese gehen in
ihren Berichten tatsächlich gar nicht oder nur sehr rudimentär auf die zumutbare
Arbeitsfähigkeit in allenfalls geeigneten Verweisungstätigkeiten ein (UV act. 83, act. 45).
Die Beschwerdegegnerin stützte sich hingegen bei der Invaliditätsbemessung auf die
umfassenderen Zumutbarkeitsbeurteilungen ihrer Kreisärzte vom 27. Juni 2001 sowie
vom 9. Oktober 2007. Diese berücksichtigen den schrittweisen Wiedereinstieg in die
bisherige Tätigkeit und den nachfolgenden arbeitsmässigen Verlauf über mehrere Jahre
und sind sachgerecht und einleuchtend. So stellte Dr. med. H._ am 27. Juni 2001
fest, dass der Beschwerdeführer an einer funktionellen Beeinträchtigung sämtlicher
Langfinger leide. Einzig der Daumen sei vollständig intakt. Es bestünden eine
Faustschlussstörung, ein weitgehender Ausfall der ulnaren Greifzange, der Breitgriff sei
nur für grössere Objekte respektive dicke Werkzeuggriffe verwendbar, die Koordination
der Langfinger sei schlecht, hinzu kämen erhebliche Sensibilitätsstörungen respektive
eine starke Beeinträchtigung der taktilen Gnose (Fingerspitzengefühl) an den
Langfingern II und III. Schliesslich bestünde eine Kälteempfindlichkeit. Eine
mittelschwere körperliche Arbeit mit der linken Hand sei nicht mehr zu bewältigen.
Feinarbeiten und auch das Bedienen von Tastaturen seien stark erschwert. Lediglich
der Daumen sei gezielt einsetzbar, dann folge der Kleinfinger. Zum Bedienen von
Tastaturen seien die Finger II und III kaum zu gebrauchen wegen gestörter
Beweglichkeit und taktiler Gnose. Eine Leistungseinbusse sei bei veränderten
beruflichen Ansprüchen medizinisch klar ausgewiesen (UV act. 29 S. 3). Dr. G._ kam
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in seiner Zumutbarkeitsbeurteilung vom 9. Oktober 2007 zur gleichen Einschätzung
und fügte hinzu, dass auch Stützfunktionen eingeschränkt seien. Für eine diese
Beeinträchtigungen berücksichtigende Tätigkeit erachtete er einen ganztägigen
Arbeitseinsatz nach wie vor als zumutbar (UV act. 92 S. 3). Der Vorwurf des
Beschwerdeführers, der Invaliditätsbemessung liege keine oder eine ungenügende
Zumutbarkeitsbeurteilung zugrunde, erweist sich deshalb als unbegründet.
5.2 Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens stützte sich die
Beschwerdegegnerin auf die Lohnstrukturerhebung (LSE) 2004 des Bundesamtes für
Statistik und stellte auf die Tabelle TA 1 (Privater Sektor), Durchschnittswert Niveau
1+2 und 3, Total für Männer, bzw. auf ein Monatssalär von Fr. 6'636.-- ab. Dieses
basiert auf einer Arbeitszeit von 40 Wochenstunden. Umgerechnet auf die
betriebsübliche Arbeitszeit im Jahr 2004 von 41.6 Stunden ergibt sich ein Monatslohn
von 6'901.45, respektive ein Jahreslohn von Fr. 82'817.30. Aufgerechnet mit der
Nominallohnentwicklung von je 1% für das Jahr 2005 und 2006 resultiert ein
zumutbares Einkommen von Fr. 84'481.90. Davon wurde ein leidensbedingter Abzug
von 20% gemacht und so ein Invalideneinkommen von Fr. 67'585.50 ermittelt. Wie der
Beschwerdeführer gegenüber Dr. D._ angab, arbeitete er nach der Lehre als
Möbelschreiner drei Jahre in diesem Beruf, bevor er ein Jahr lang als Vorarbeiter bei
I._ tätig war. Danach arbeitete er drei Jahre lang als Verkäufer bei J._ und
wechselte danach für zwei Jahre in den Beruf des Versicherungsvertreters. Darauf war
er zwei Jahre lang bei K._ tätig und arbeitete schlussendlich neunzehn Jahre lang als
Verkäufer von Hausgeräten im Aussendienst bei K._ (UV act. 77). Damit verfügt der
Beschwerdeführer über eine Lehre sowie langjährige Berufserfahrung im Aussendienst.
Diese Fähigkeiten übersteigen klar die Anforderungen des Niveaus 4 für einfache und
repetitive Tätigkeiten. Sodann kann bei einer neunzehnjährigen Berufserfahrung als
Aussendienstmitarbeiter davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer über
Berufserfahrung und Fachkenntnisse gemäss Niveau 3 verfügt. Schliesslich arbeitete er
organisatorisch und in der Betreuung des zugeteilten Verkaufgebiets selbstständig und
war verantwortlich für das Ausschöpfen vorhandenen Kundenpotentials sowie der
Anwerbung von Neukunden (UV act. 51). Für diese Tätigkeit war er durch die
Verletzungsfolgen an der linken Hand nicht eingeschränkt. Diese Tätigkeit ist ihm – wie
die Beurteilung durch Dres. med. H._ und G._ gezeigt hat – auch in Zukunft
zumutbar. Sodann ist aktenkundig, dass er sich in diesem Bereich selbständig machen
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wollte (UV act. 40). Damit rechtfertigt sich auch eine Berücksichtigung des Niveaus 2.
Angesichts der Tatsache, dass die Niveaus 1 und 2 tabellarisch in einem gemeinsamen
Wert (Niveau 1+2) erfasst werden, erweist sich der von der Beschwerdegegnerin
ermittelte Durchschnittswert der Niveaus 1+2 und 3 daher als sachgerecht. Es ist zwar
korrekt, dass die Rubrik 20 der Tabelle A1 (Privater Sektor), welche die Werte für Be-
und Verarbeitung von Holz zusammenfasst, die Verdienstverhältnisse im ursprünglich
erlernten Schreinerberuf abbilden würde. Dennoch rechtfertigt es sich, auf die Tabelle
TA 1 abzustellen, welche auch den Dienstleistungssektor umfasst. Dies insbesondere
deshalb, weil der Beschwerdeführer in diesem Sektor über die längste und in zeitlicher
Hinsicht nächstliegende Berufserfahrung verfügt. Die Verwendung des
Tabellendurchschnitts erweist sich auch unter diesem Aspekt als sachgerecht. Auf das
von der Beschwerdegegnerin ermittelte Invaliditätseinkommen kann demnach
abgestellt werden.
5.3 Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, dass er im erlernten Beruf als
Möbelschreiner auf Grund seiner Verletzung nicht mehr tätig sein könne und im Verkauf
ebenso wenig, weil er infolge der psychogenen Störungen der erhöhten Gefahr eines
Burn Outs ausgesetzt wäre. Was die Einschränkungen in seinem Beruf als
Möbelschreiner betrifft, sind diese nicht massgeblich. Gemäss der
Zumutbarkeitsbeurteilung der Kreisärzte erachten diese eine volle Arbeitsfähigkeit in
einer die vorhandenen funktionalen Einschränkungen berücksichtigenden angepassten
Tätigkeit als gegeben. Den Einschränkungen wurde mit dem Leidensabzug von 20%
Rechnung getragen. Wie bereits festgestellt, sind die psychischen Probleme nicht
kausal zum Unfallereignis, weshalb auch dieser Einwand nicht zu berücksichtigen ist.
5.4 Gegen das von der Beschwerdegegnerin ermittelte Valideneinkommen von
Fr. 108'299.-- wird vom Beschwerdeführer nichts vorgebracht. Aufgerechnet mit der
Nominallohnentwicklung für 2006 von 1% beträgt es Fr. 109'381.--. Darauf kann
abgestellt werden.
5.5 Zusammenfassend sind die von der Beschwerdegegnerin zur Berechnung des
Invaliditätsgrads verwendeten Validen- und Invalideneinkommen sowie der aus der
Gegenüberstellung dieser Werte errechnete Invaliditätsgrad von 38% nicht zu
beanstanden.
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6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 23. Januar 2008 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG