Decision ID: 5fa46648-05f2-4885-a13b-af6aac8bbe79
Year: 2020
Language: de
Court: BL_SG
Chamber: BL_SG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: public_law

Sachverhalt:
A.
Der Pflichtige erwarb mit Vertrag vom 28. Mai 2010 zusammen mit B._ die Parzellen Nr. uu
und Nr. vv Grundbuch C._ für Fr. 900'000.-- zu Miteigentum. Die Kaufpreistilgung erfolgte
gemäss Vertrag durch eine Hypothek von Fr. 600'000.-- und der Bezahlung von
Fr. 300'000.--. Mit Mutation in derselben öffentlichen Urkunde wandelten die beiden Käufer ihre
Miteigentumsanteile in Grundstücke mit eigenen Grundbuchblättern um:
- Miteigentum an Grundstück Nr. uu
- A._, 5/100 Miteigentumsanteil Nr. ww
- B._, 95/100 Miteigentumsanteil Nr. xx
- Miteigentum an Grundstück Nr. vv
- A._, 5/100 Miteigentumsanteil Nr. yy
- B._, 95/100 Miteigentumsanteil Nr. zz
Mit Vertrag vom 2. Juli 2015 kaufte der Pflichtige je einen Miteigentumsanteil von 45/100 der
Grundstücke Nr. xx und Nr. zz zu einem Preis von insgesamt Fr. 45'000.--.
Mit Verfügung zur Schenkungssteuer vom 31. Mai 2017 wurde der Pflichtige mit einem Steuer-
satz von 15% zur Zahlung einer Schenkungssteuer von Fr. 4'500.-- verpflichtet. Die Steuerver-
waltung rechnete gemäss dem Kaufvertrag vom 28. Mai 2010 mit einem Verkehrswert von
Fr. 405'000.-- für die 45/100 Miteigentumsanteile. Abzüglich der hälftigen Hypothek von
Fr. 300'000.-- sowie des vom Pflichtigen bezahlten Kaufpreises von Fr. 45'000.-- errechnete sie
so eine (gemischte) Schenkung im Umfang von Fr. 60'000.--.
B.
Der Pflichtige erhob mit Schreiben vom 17. Juni 2017 Einsprache und begehrte die Aufhebung
der Veranlagungsverfügung zur Schenkungssteuer. Zur Begründung führte er u.a. aus, der
Kaufpreis der Liegenschaften von Fr. 900'000.-- sei gemäss Kaufvertrag vom Jahr 2010 zu
Fr. 800'000.-- fremdfinanziert, die restlichen Fr. 100'000.-- würden aus Eigenmitteln von ihm
(5%) und B._ (95%) stammen. Im Jahr 2015 habe er von B._ einen Miteigentumsanteil
von 45/100 von Fr. 100'000 mit einem Wert von Fr. 45'000.-- zu eben diesem Preis erworben.
Das Haus habe B._ im Zeitpunkt des Verkaufs nur zu 95/100 von Fr. 100'000.-- gehört; sie
könne ihm nichts schenken, was ihr nicht gehöre. Der Kaufpreis sei angemessen und von einer
Schenkung könne keine Rede sein.
Mit Einspracheentscheid vom 18. Juni 2019 wies die Steuerverwaltung die Einsprache ab. Zur
Begründung führte sie im Wesentlichen aus, die Veräusserung der 45/100 Miteigentumsanteile
stehe in einem offenbaren Missverhältnis zum Kaufpreis von Fr. 45'000.--. Es liege eine ge-
mischte Schenkung in Höhe von Fr. 360'000.-- gemäss § 2 Abs. 3 des Gesetzes über die Erb-
schafts- und Schenkungssteuer vom 7. Januar 1980 vor. Massgeblich für die Eigentumsver-
hältnisse seien einzig die grundbuchrechtlichen Angaben. Kulanterweise habe die Steuerver-
waltung die Hypothekarschulden in Höhe von Fr. 300'000.-- vom Betrag der gemischten Schen-
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kung abgezogen, so dass die Steuer lediglich auf eine Schenkung von Fr. 60'000.-- erhoben
werde. Die Schenkungssteuer in Höhe von Fr. 4'500.-- sei korrekt erhoben worden.
C.
Mit Schreiben vom 14. Juli 2019 erhebt der Pflichtige Rekurs und beantragt, (1) die Veranla-
gungsverfügung zur Schenkungssteuer sei aufzuheben und die am 4. Juli 2017 bereits bezahlte
Steuer inkl. Zins von 0.2% sei ihm zurückzuerstatten; (2) die Gerichtskosten seien der veranla-
genden Stelle zu belasten; (3) ihm sei eine Parteientschädigung von Fr. 500.-- zu entrichten.
Zur Begründung macht er u.a. geltend, massgebend für den Kaufpreis seien nicht nur die Aktiv-
posten, sondern auch die Differenz zwischen Aktiven und Passiven. Die Passiven
(Fr. 800'000.--) würden sich einerseits zusammensetzen aus einer grundpfandrechtlich abgesi-
cherten Hypothek über Fr. 600'000.--, für welche B._ und er solidarisch haften würden, und
andererseits aus einem privaten Darlehen der Eltern von B._, hinsichtlich diesem mit den
Beteiligten abgesprochen worden sei, dass auch er dafür solidarisch haften werde, insbesonde-
re nach Erhöhung seines Eigentumsanteils. Grundbuchrechtlich habe er 45/100 Eigentum von
B._ gekauft (Aktiven Fr. 405'000.--) und gleichzeitig auch 45/100 der auf der Liegenschaft
lastenden Schulden übernommen (Passiven Fr. 360'000.--), was den von ihm entrichteten
Kaufpreis von Fr. 45'000.-- ergebe. Somit bestehe keinerlei Missverhältnis von Leistung und
Gegenleistung.
Mit Vernehmlassung vom 12. August 2019 beantragt die Steuerverwaltung die Abweisung des
Rekurses. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen aus, dass das von B._ bei ihren Eltern
aufgenommene persönliche Darlehen in der Höhe von Fr. 250'000.-- weder hypothekarisch ab-
gesichert sei, noch partizipiere der Rekurrent daran, weswegen die Berechnung des Rekurren-
ten unzutreffend sei. 45% des Verkehrswerts der Grundstücke im Jahr 2010 (Fr. 900'000.--)
ergebe einen Betrag von Fr. 405'000.--, abzüglich der hälftig übernommenen Hypothek von
Fr. 300'000.-- resultiere ein Nettowert von Fr. 105'000.--. Davon werde der vom Rekurrenten
bezahlte Kaufpreis von Fr. 45'000.-- abgezogen, was schliesslich einen Schenkungsbetrag von
Fr. 60'000.-- ergebe.
Mit Replik vom 9. Dezember 2019 beantragt der Pflichtige erneut die Gutheissung des Rekur-
ses. Zur Begründung macht er geltend, er habe an dem Darlehen, welches B._ bei ihren
Eltern aufgenommen hat, ebenfalls partizipiert und demnach keine Schenkung von B._ er-
halten. Nach der Handänderung hätten er und B._ im Jahr 2015 die gemeinsamen Schul-
den von insgesamt Fr. 850'000.-- (Fr. 600'000.-- Hypothek und Fr. 250'000.-- Darlehen) auf
Fr. 300'000.-- reduziert. Die beigelegten Kontoauszüge würden belegen, dass er alleine
Fr. 300'000.-- der gemeinsamen Hypothek im Jahr 2015 amortisiert habe. Im Gegenzug habe
B._ das gemeinsame Darlehen von ihren Eltern (Fr. 250’000.--) amortisiert. Wäre er nicht
Vertragspartei des Darlehens gewesen, hätten B._ und er die Zahlung an die Bank in Höhe
von Fr. 300'000.-- gemeinsam finanziert. Hinzu komme, dass B._ und er den Zins zur Amor-
tisation des Darlehens von ihrem gemeinsamen Konto bezahlt hätten.
Anlässlich der heutigen Hauptverhandlung halten die Parteien an ihren Begehren fest.
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Erwägungen:
1.
Das Steuergericht ist gemäss § 19 Abs. 2 des Gesetzes über die Erbschafts- und Schenkungs-
steuer vom 7. Januar 1980 (ESchStG, SGS 334) i.V.m. § 124 des Gesetzes über die Staats-
und Gemeindesteuern (Steuergesetz) vom 7. Februar 1974 (StG) zur Beurteilung des vorlie-
genden Rekurses zuständig. Gemäss § 129 Abs. 2 StG werden Rekurse, deren umstrittener
Steuerbetrag wie im vorliegenden Fall Fr. 10'000.-- pro Steuerjahr nicht übersteigt, vom Präsi-
denten und zwei Richterinnen und Richtern des Steuergerichts beurteilt. Da die in formeller
Hinsicht an einen Rekurs zu stellenden Anforderungen erfüllt sind, ist ohne weitere Ausführun-
gen darauf einzutreten.
2.
Vorliegend ist zu beurteilen, ob die Rekursgegnerin den Verkauf von je 45/100 der Grundstücke
Nr. xx und Nr. zz Grundbuch C._ zu einem Preis von insgesamt Fr. 45'000.-- zu Recht als
gemischte Schenkung qualifiziert und vom Rekurrenten eine Schenkungssteuer erhoben hat.
2.1. Gemäss § 2 Abs. 1 ESchStG gilt als Schenkung im Sinne dieses Gesetzes jede freiwillige
und unentgeltliche Zuwendung von Geld, Sachen oder Rechten irgendwelcher Art mit Ein-
schluss des Erbauskaufes (vgl. Art. 495 des Bundesgesetzes über das Schweizerische Zivilge-
setzbuch vom 10. Dezember 1907 [ZGB, SR 210]) und der Stiftung (vgl. Art. 80 ff. ZGB) sowie
der schenkungsweise Erlass von Verbindlichkeiten. Steht bei einem entgeltlichen Rechtsge-
schäft die eine Leistung in einem offenbaren Missverhältnis zur Gegenleistung, so wird der
durch die Gegenleistung nicht gedeckte Wert gemäss § 2 Abs. 3 ESchStG einer Schenkung
gleichgestellt. Ist ein Grundstück Gegenstand einer solchen gemischten Schenkung, so wird auf
dem entgeltlichen Teil des Rechtsgeschäfts die Handänderungssteuer und auf dem restlichen
Teil die Schenkungssteuer erhoben (§ 82 Abs. 1 lit. c StG e contrario; THOMAS P. WENK in:
Nefzger/Simonek/Wenk, Kommentar zum Steuergesetz des Kantons Basel-Landschaft, Basel
2004, § 73 N 14; PETER CHRISTEN, Die Grundstückgewinnsteuer des Kantons Basel-
Landschaft, Liestal 1998, S. 125).
Unter Schenkungen werden in erster Linie Rechtsgeschäfte im zivilrechtlichen Sinne verstan-
den. Die Schenkung beinhaltet eine unentgeltliche Zuwendung aus dem Vermögen des Schen-
kers in das Vermögen des Beschenkten. Daraus folgt, dass eine Vermögenszuwendung vorlie-
gen muss, was wiederum den Übergang von Sachen, dinglichen Rechten, Forderungen oder
sonstigen Bestandteilen eines Vermögens vom Schenker auf den Beschenkten voraussetzt.
Des Weiteren muss eine unentgeltliche Zuwendung gegeben sein, was nur unter der doppelten
Voraussetzung zutrifft, dass ausser der Schenkungsabsicht kein anderer Rechtsgrund vorhan-
den ist und dass der Zuwendung keine Gegenleistung entspricht, wie dies bei zweiseitigen Ver-
trägen der Fall ist. Schliesslich muss eine Vereinbarung beider Parteien vorliegen. Die Schen-
kung ist Vertragsschluss, weshalb es zu ihrer Entstehung der Annahme durch den Beschenk-
ten, und zwar in Kenntnis der Schenkungsabsicht bedarf (Entscheid des Steuergerichts [StGE]
vom 28. August 2015, 510 15 25, E. 2b). Der Zuwendende muss Wissen und Willen bezüglich
der Vermögenszuwendung und der Unentgeltlichkeit haben (StGE vom 11. Juni 2010, 510 10
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16, E. 3b; vgl. Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich, SR 2006.00005, E. 1.1
mit weiteren Hinweisen).
Auch im Steuerrecht sind für das Vorliegen einer Schenkung die Merkmale der Vermögenszu-
wendung, der Unentgeltlichkeit und des Schenkungswillens absolut begriffsnotwendig (THOMAS
RAMSEIER, Die basellandschaftliche Erbschafts- und Schenkungssteuer, Liestal 1989, S. 56 ff.;
THOMAS P. WENK, a.a.O., § 73 N 12). Dasselbe gilt für die gemischte Schenkung im Sinne von
§ 2 Abs. 3 ESchStG. Unentgeltlichkeit wird hier angenommen, wenn ein offenbares Missver-
hältnis zwischen Leistung und Gegenleistung besteht. Wie bei jeder Schenkung ist zudem der
Schenkungswille erforderlich, das heisst der Zuwendende muss die Gegenleistung bewusst
niedriger ansetzen als seine eigene Leistung, mit dem Willen, die Differenz dem Empfänger
unentgeltlich zukommen zu lassen (THOMAS RAMSEIER, a.a.O., S. 73 und 75; Entscheid des
Bundesgerichts [BGE] 118 Ia 497, E. 2bb; BGE 65 I 212, 213; Entscheid des Verwaltungsge-
richts des Kantons-Basellandschaft [VGE] vom 27. August 1997, publiziert in: Basellandschaftli-
che und Baselstädtische Steuerpraxis [BStPra], Band XIV, S. 5 ff.; StGE vom 28. August 2015,
510 15 25, E. 2c)
Unbestritten ist, dass mit dem Verkauf von je 45/100 Miteigentumsanteil an den Grundstücken
Nr. xx und Nr. zz am 2. Juli 2015 eine Vermögenszuwendung an den Rekurrenten erfolgt ist. Im
Folgenden ist zu prüfen, ob auch die weiteren Voraussetzungen der gemischten Schenkung,
also die Unentgeltlichkeit im Sinne eines offenbaren Missverhältnisses zwischen Leistung und
Gegenleistung und der Schenkungswille, erfüllt sind.
2.2. Zu prüfen ist demnach, ob die Steuerverwaltung zu Recht von einem offenbaren Missver-
hältnis zwischen dem Kaufpreis von Fr. 45'000.-- und dem Verkehrswert der Liegenschaften
ausgegangen ist.
Es gilt die natürliche Vermutung, dass der Verkehrswert mit dem Kaufpreis übereinstimmt. Dass
der Verkehrswert zum vereinbarten Kaufpreis in einem offenbaren Missverhältnis steht, ist
grundsätzlich von der Steuerbehörde nachzuweisen (RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, Kom-
mentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. Auflage Zürich 2013, § 220 N 104).
Die Steuerverwaltung führt im Einspracheentscheid vom 18. Juni 2019 aus, dass der Verkehrs-
wert der veräusserten 45/100 Miteigentumsanteile Fr. 405’0000.-- betrage und in einem offen-
sichtlichen Missverhältnis zum Kaufpreis von Fr. 45'000.-- stehe. Der Rekurrent ist der Ansicht,
dass der Verkehrswert der 45/100 Miteigentumsanteile (Fr. 405'000.--) abzüglich 45/100 der
übernommenen Passiven (Fr. 800'000.--) dem Kaufpreis von Fr. 45'000.-- entspreche, weswe-
gen kein Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung vorliege. Anlässlich der Haupt-
verhandlung erklärt der Rekurrent, dass er mit B._ noch vor dem Erwerb der 5/100 Mitei-
gentumsanteile im Jahr 2010 abgesprochen hätte, dass er sowohl für die Hypothek als auch für
das private Darlehen entsprechend seinem Eigentumsanteil hafte. Somit habe er mit der Erhö-
hung seines Miteigentumanteils auf 50% auch 50% der Hypothek und des Darlehens über-
nommen.
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Der Verkehrswert der Liegenschaften Nr. uu und Nr. vv Grundbuch C._ beträgt gemäss öf-
fentlich beurkundetem Kaufvertrag vom 28. Mai 2010 Fr. 900'000.-- und ist vorliegend unbestrit-
ten.
Mit öffentlich beurkundetem Kaufvertrag vom 28. Mai 2010 haben der Rekurrent und B._ die
Liegenschaften Nr. uu und Nr. vv Grundbuch C._ für Fr. 900'000.-- zu Miteigentum erwor-
ben (Rekurrent 5/100; B._ 95/100). Die Tilgung des Kaufpreises erfolgte einerseits durch
eine Hypothek von Fr. 600'000.--, für welche der Rekurrent und B._ solidarisch hafteten,
und andererseits durch die Bezahlung der Restkaufsumme von Fr. 300'000.--. Die Restkauf-
summe setzte sich zusammen aus Fr. 95'000.-- Eigenmittel von B._, Fr. 5'000.-- Eigenmittel
des Rekurrenten und Fr. 200'000.-- des Darlehens über Fr. 250'000.--, welches B._ von
ihren Eltern erhalten hat. Mit Vertrag vom 2. Juli 2015 kaufte der Rekurrent je 45/100 Miteigen-
tumsanteile der Grundstücke Nr. xx und Nr. zz von B._ zu einem Preis von insgesamt
Fr. 45'000.--.
Massgebend für die Eigentumsverhältnisse an einem Grundstück sind einzig die Angaben im
Grundbuch. Der Anteil an Eigenkapital und Fremdkapital ist hingegen irrelevant. Der Rekurrent
wurde mit Grundbuchanmeldung vom 1. Juli 2010 zu 5% Miteigentümer und B._ zu 95%
Miteigentümerin der Parzellen Nr. uu und Nr. vv. Seit der Grundbuchänderung vom 15. Oktober
2015 sind beide zu 50% Miteigentümer der fraglichen Parzellen.
Aus dem Kaufvertrag vom 2. Juli 2015 geht nicht hervor, dass der Rekurrent – wie er anlässlich
der Hauptverhandlung erklärt hat – mit dem Erwerb der 45/100 Miteigentumsanteile auch die
darauf liegenden Lasten zu 45% übernommen hat. Wenn dem so wäre, hätte im Kaufvertrag
ein Kaufpreis von Fr. 405'000.-- (45% von Fr. 900'000.--) beurkundet werden müssen, welcher
durch Schuldübernahme von Fr. 270'000.-- aus der Hypothek (45% von Fr. 600'000.--), durch
Schuldübernahme von Fr. 90'000.-- aus dem Darlehen (45% von Fr. 200'000.--) und durch die
Zahlung eines Restkaufpreises von Fr. 45'000.-- reguliert wird. Ferner ist auch dem schriftlichen
Darlehensvertrag vom 13. Juni 2010 über Fr. 250'000.-- nicht zu entnehmen, dass der Rekur-
rent am Darlehen partizipiert haben soll.
Da einem öffentlich beurkundeten Vertrag eine erhöhte Beweiskraft zukommt (vgl. Art. 9 Abs. 1
ZGB), ist einzig der Kaufvertrag vom 2. Juli 2015 für die vorliegende Steuerveranlagung mass-
gebend. Das Gericht und die Steuerverwaltung sind an den Inhalt der Urkunde gebunden,
selbst wenn dieser nicht dem entsprechen sollte, was der Rekurrent eigentlich zu beurkunden
beabsichtigte. Demgemäss hat B._ 45/100 ihrer Miteigentumsanteile an den Grundstücken
Nr. xx und Nr. zz mit einem Verkehrswert von Fr. 405'000.-- zu einem Kaufpreis von
Fr. 45'000.-- an den Rekurrenten veräussert. Die Rekursgegnerin ist folglich zurecht von einem
offenbaren Missverhältnis zwischen Verkehrswert und Kaufpreis ausgegangen.
2.3. Weiter ist zu prüfen, ob der Verkauf der 45/100 Miteigentumsanteile zu einem Preis von
Fr. 45'000.-- mit einer Schenkungsabsicht verbunden war.
Da es sich um steuerbegründende Tatsachen handelt, trägt die Steuerbehörde die Beweislast
für das Vorliegen einer Schenkung im Allgemeinen und des Schenkungswillens im Besonderen.
Aus der Tatsache allein, dass der Veräusserungspreis unter dem objektiven Verkehrswert liegt,
darf nicht auf das Vorliegen eines Zuwendungswillens geschlossen werden, können doch die
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Vertragsparteien vielerlei Gründe haben, um für eine Sache oder Leistung einen über bzw. un-
ter dem objektiven Verkehrswert liegenden Betrag zu bezahlen bzw. zu verlangen
(BGE 118 Ia 497, E. 2bb; BGE 65 I 212, 213; VGE vom 27. August 1997, publiziert in: BStPra,
Band XIV, S. 5 ff.). Der Schenkungswille darf lediglich dann vermutet werden, wenn alle übrigen
Elemente einer steuerpflichtigen Schenkung (Zuwendung, Bereicherung, Unentgeltlichkeit) er-
füllt und auch die Beziehungen zwischen den beteiligten Personen genügend nah sind. Insbe-
sondere bei Verwandtschaft oder Freundschaft zwischen den Parteien, bei hohem Alter,
schlechter Gesundheit oder guten Vermögensverhältnissen des Zuwendenden sowie bei Be-
dürftigkeit des Empfängers spricht eine natürliche Vermutung für den Schenkungswillen. Nur
wenn der Schenkungswille aufgrund solcher Umstände zu vermuten ist, obliegt es dem Be-
schenkten, Gründe für dessen Fehlen darzutun (StGE vom 11. Juni 2010, 510 10 16, E. 3b; vgl.
Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich, SR 2006.00005, E. 1.1 mit weiteren
Hinweisen).
Der Rekurrent hat die Miteigentumsanteile der beiden Liegenschaften von seiner Lebenspartne-
rin erworben, womit ein besonderes Näheverhältnis zwischen den Vertragsparteien vorliegt.
Weil auch die übrigen Voraussetzungen der Schenkung erfüllt sind, ist die Schenkungsabsicht
folglich zu vermuten.
2.4. Zusammenfassend ist festzustellen, dass es sich beim Verkauf der 45/100 Miteigen-
tumsanteile der Grundstücke Nr. xx und Nr. zz Grundbuch C._ am 2. Juli 2015 zu einem
Preis von Fr. 45'000.-- um eine gemischte Schenkung handelt. Der Schenkungswert beläuft
sich auf Fr. 360'000.--. Die Steuerverwaltung hat die Hypothek hälftig im Umfang von
Fr. 300'000.-- berücksichtigt, womit sie auf einen Schenkungswert von Fr. 60'000.-- kommt. Da
der Rekurrent Solidarschuldner der auf den Grundstücken lastenden Hypothek ist und nunmehr
einen Miteigentumsanteil von je 50% an den Grundstücken hat, ist die Berechnung der Rekurs-
gegnerin nicht zu beanstanden.
Der vorliegend anzuwendende Steuersatz ergibt sich aus § 12 Abs. 1 lit. b ESchStG und be-
trägt 15% nach Abzug des Freibetrags von Fr. 30'000.--. Die Schenkungssteuer beträgt somit
(entsprechend der Veranlagung zur Schenkungssteuer) Fr. 4'500.--.
3.
Der Rekurs erweist sich nach dem Ausgeführten als unbegründet und ist abzuweisen.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Rekurrent die Verfahrenskosten in Höhe von
Fr. 1'500.-- zu bezahlen (§§ 19 Abs. 2 und 24 ESchStG i.V.m. § 130 StG und § 20 Abs. 3 des
Gesetzes vom 16. Dezember 1993 über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung
[Verwaltungsprozessordnung, VPO; SGS 271]). Eine Parteientschädigung wird im Unterliegens-
fall nicht entrichtet (§§ 19 Abs. 2 und 24 ESchStG i.V.m. § 130 StG und § 21 Abs. 1 e contrario
VPO). Damit kann offenbleiben, ob einer nicht anwaltlich vertretenen Partei überhaupt eine Par-
teientschädigung zusteht.
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