Decision ID: bbc3a556-f24f-4abb-9331-8bfb351db0ff
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
E._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Gmür, Obere Bahnhofstrasse 11, Post-
fach 253, 9501 Wil SG 1,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a E._ meldete sich am 28. September 2004 erstmals zum Bezug von IV-Leistungen
(Rente) an (act. G 6.1). Mit Verfügung vom 20. September 2005 lehnte die IV-Stelle das
Begehren ab. Sie ging dabei davon aus, dass die Versicherte ohne Behinderung je zu
50% erwerbs- und im Haushalt tätig wäre. Im Wesentlichen gestützt auf die Berichte
der Klinik Valens vom 8. September und 25. Oktober 2004 (act. G 6.9) sowie auf den
Haushaltsabklärungsbericht vom 24. Mai 2005 (act. G 6.23) ermittelte sie im
Erwerbsbereich eine Einschränkung von 15%, im Haushalt eine solche von 14% und
errechnete in Anwendung der gemischten Methode einen rentenausschliessenden
Invaliditätsgrad von 14% (act. G 6.28).
A.b Am 23. Mai 2007 meldete sich die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt
Adrian Gmür, erneut zum Leistungsbezug an, da sich ihr Gesundheitszustand
verschlechtert habe (act. G 6.45). Sie verwies diesbezüglich auf die Berichte der Klinik
Valens vom 8. September 2006 und 14. Januar 2007 (act. G 6.46), wo sie sich vom 8.
November bis 12. Dezember 2006 stationär aufgehalten hatte. Im Bericht vom 8.
September 2006 wurde ausgeführt, die Versicherte leide weiterhin an einem
chronischen Panvertebralsyndrom auf Grund der deutlichen Fehlform und Fehlhaltung
der Wirbelsäule und den degenerativen Veränderungen, insbesondere den
Spondylarthrosen lumbal. Im Verlauf der letzten zwei Jahre habe sich nun leider auch
das Vollbild eines Fibromyalgiesyndroms entwickelt. Anlässlich der Erstuntersuchung in
Valens im August 2004 sei nur eine Tendenz zur Fibromyalgie festgehalten worden. Als
ungünstiger Co-Faktor für die muskulären Beschwerden müsse auch das vor ca. einem
Jahr fachärztlich pneumologisch festgestellte obstruktive Schlafapnoesyndrom
angesehen werden (act. G 6.46-3).
A.c Am 6. November 2007 wurde die Versicherte bidisziplinär untersucht und
begutachtet. Die rheumatologische Abklärung erfolgte durch Dr. med. A._,
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Spezialarzt für Innere Medizin, speziell Rheumaerkrankungen (act. G 6.52), die
psychiatrische durch Dr. med. B._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH
(act. G 6.53). Die Gutachter stellten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit:
1. Chronisches Panvertebralsyndrom bei
- Langbogiger leichter B-/LWS-Skoliose mit Hyperkyphose. Lumbosakraler
Übergangsanomalie mit Sakralisation von LWK 5. Deutlichen HWS-Chondrosen C5/6,
Osteochondrose C6/7 mit reaktiver Spondylose, Unkarthrose C6/7 beidseits.
- BWS-Chondrosen mit ventralen Spondylosen TH3 bis 6, leichter Keilform BWK 7.
- Leicht unregelmässigen Wirbelkörperabschlussplatten. DD: Morbus Scheuermann
mit leicht unregelmässigen Wirbelkörperabschlussplatten.
DD: Restschaden nach nachträglich anamnestischem Sturz in der Jugend.
- Degenerativer Pseudospondylolisthesis LKW 4, 5 mm ventral gleitend ohne
Nachweis zusätzlicher Instabilität in den Funktionsaufnahmen 2004 bei früher
angenommener Hypermobilität L3/4.
- Verdacht auf geringgradige Hypermobilität L3/4 bei geringer degenerativer
Ventrolisthesis 2 mm.
- Mediolinkslateraler Diskusprotrusion L4/5, linkslateralem Foramen leichtgradig
einengend (B6, 1998), in MR LWS 16.08.06 nicht bestätigt.
2. Fibromyalgie Verdacht mit 16/18 Fibromyalgie-Triggerpoints positiv nicht völlig
konsistent.
DD: Somatoforme Schmerzstörung.
3. Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom.
4. Rezidivierende, depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode ohne
psychotische Symptome.
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5. Anhaltende somatoforme Schmerzstörung.
DD: Fibromyalgie.
Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten sie eine psychosoziale
Belastungssituation durch arbeitslosen, depressiven Ehemann seit 2004; einen Status
nach Cholezystektomie 2002, leichtgradiger Anterumgastritis 11/2001 sowie einen
Status nach OSG-Fraktur 1999, radiologisch 2006 ohne relevante
Sprunggelenksarthrose (B5), heute klinisch weitgehend symptomfrei. Gesamthaft
beurteilten sie die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in adaptierter Tätigkeit als
zu 50% (30% rheumatologisch, 50% psychiatrisch; nicht kumulierbar) gegeben.
B.
Mit Vorbescheid vom 12. Dezember 2007 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, dass sie keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe (act. G 6.57).
Hiergegen erhob der Vertreter der Versicherten am 28. Januar 2008 Einwand (act. G
6.60). Mit Verfügung vom 13. Februar 2008 entschied die IV-Stelle gemäss
Vorbescheid und lehnte das Rentengesuch der Versicherten ausgehend von einem
Invaliditätsgrad von 14% ab (act. G 6.62).
C.
C.a Mit Eingabe vom 31. März 2008 erhebt der Vertreter der Versicherten Beschwerde
und beantragt, die angefochtene Verfügung vom 13. Februar 2008 sei aufzuheben, und
es sei der Beschwerdeführerin eine nach Durchführung des Beweisverfahrens zu
beziffernde Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sie die Sache zur Festlegung
einer Invalidenrente an die Vorinstanz zurückzuweisen. Zur Begründung bringt er im
Wesentlichen vor, der gesundheitliche Zustand der Beschwerdeführerin habe sich seit
dem ersten Rentenverfahren verschlechtert. Auch in der Haushaltsführung habe sich
eine deutliche Einschränkung ergeben. Es müsse eine aktuelle Haushaltsabklärung
durchgeführt werden. Die Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei nicht
verwertbar (act. G 1).
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C.b Mit Beschwerdeantwort vom 26. Juni 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung macht sie im Wesentlichen geltend, die
Schlussfolgerungen im bidisziplinären Gutachten seien plausibel begründet und
einleuchtend. Die Beschwerdeführerin sei in der Lage, ihre Restarbeitsfähigkeit auf
dem freien Arbeitsmarkt zu verwerten. Von einer neuerlichen Haushaltsabklärung
könne abgesehen werden (act. G 6).
C.c Mit Replik vom 15. September 2008 hält der Vertreter der Beschwerdeführerin an
seinen Anträgen fest. Er führt im Wesentlichen aus, aufgrund der Einschätzung des
Hausarztes der Beschwerdeführerin vom 14. April 2008 rechtfertige es sich, ein
Zweitgutachten einzuholen, welches sich auf den aktuellen Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin stütze; dieser habe sich seit der Begutachtung massiv
verschlechtert. Der Beschwerdeführerin sei ein Leidensabzug von mindestens 20% zu
gewähren (act. G 8).
C.d Mit Duplik vom 25. September 2008 hält die Beschwerdegegnerin ohne weitere
Ausführungen an ihrem Antrag fest (act. G 10).
C.e Am 27. August 2009 reicht der Vertreter der Beschwerdeführerin einen Bericht der
Klinik Valens vom 30. Juni 2009 ein und macht geltend, die neuerdings auftretenden
Schmerzen der Beschwerdeführerin in beiden Händen seien auf eine Akzentuierung der
bekannten Fibromyalgiesymptomatik zurückzuführen. Gleichzeitig werde eine diskrete
und beginnende Fingerpolyarthrose vermutet. Bezüglich des Fibromyalgiesyndroms sei
ferner darauf hinzuweisen, dass alle 24 von 24 Fibromyalgie-Tenderpoints positiv
gewesen seien (act. G 12). Die Beschwerdegegnerin hat von der ihr eingeräumten
Möglichkeit, hierzu Stellung zu nehmen, keinen Gebrauch gemacht (act. G 13 f.).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
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materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E.
1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging am 13.
Februar 2008, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der
revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher
und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche
noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals
geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-
Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1).
2.
2.1 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht
zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt
gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
als Invalidität. Die Invalidität gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen
Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der
konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht
geregelt. Diese Lücke füllt Art. 28a Abs. 2 IVG: Es ist darauf abzustellen, in welchem
Mass die betreffende Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Als
Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person gelten insbesondere die übliche
Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische
Tätigkeiten (Art. 27 IVV). Die Bestimmung von Art. 28a Abs. 3 IVG regelt die so
genannte gemischte Methode der Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil
erwerbstätig und zum Teil im Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen
"gemischten" Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im
Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der
Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen. Ist bei einer Person, die nur zum Teil
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erwerbstätig ist, anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs
ohne den Gesundheitsschaden vollzeitlich erwerbstätig wäre, so ist die
Invaliditätsbemessung ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu
bemessen (Art. 27 IVV).
2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente.
2.3 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb).
2.4 Für die Invaliditätsbemessung im Haushalt stellt der nach Massgabe der
Verwaltungsweisungen des BSV (Rz 3084 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und
Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], Stand 1. Januar 2008) eingeholte
Abklärungsbericht im Haushalt eine geeignete und im Regelfall genügende Grundlage
dar.
bis
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3.
Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach
haben Gericht und Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Wenn der
entscheidrelevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt wurde, kann das Gericht die
Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen (vgl. Ueli Kieser,
ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2009, Art. 61 N 62).
4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin hat den Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin anhand
der gemischten Methode ermittelt. Sie hat diesbezüglich für die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit auf die interdisziplinäre Begutachtung von Dr. A._ (act. G 6.52) und
von Dr. B._ (act. G 6.53) abgestellt; für die Einschränkungen im Haushalt hat sie den
im Rahmen der ersten Rentenprüfung erstellten Haushaltsabklärungsbericht (act. G
6.23) beigezogen (vgl. act. G 6.62).
4.2 Zwar hat die Beschwerdeführerin die Anwendung der gemischten Methode
anlässlich der Beschwerdeerhebung nicht ausdrücklich gerügt, doch ergeben sich
aufgrund der Akten Zweifel, ob diese Methode vorliegend zur Anwendung gelangt. Es
stellt sich insbesondere die Frage, ob die Beschwerdeführerin nicht als
Vollerwerbstätige zu qualifizieren und ihr Invaliditätsgrad entsprechend anhand eines
Einkommensvergleichs zu bestimmen ist. So hat die Beschwerdeführerin im Rahmen
der rheumatologischen Begutachtung durch Dr. A._ angegeben, ohne Leiden würde
sie heute aus finanziellen Gründen voll arbeiten (act. G 6.52-3, 6.52-7). Dieser Aussage
kommt ein hoher Stellenwert zu, ist sie doch spontan und ohne versicherungsrechtliche
bzw. prozesstaktische Überlegungen erfolgt. Zudem ist der Ehemann der
Beschwerdeführerin weiterhin arbeitslos, und die Kinder sind mittlerweile erwachsen
und aus dem Elternhaus ausgezogen (vgl. act. G 6.52-6), so dass es durchaus
plausibel erscheint, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 100%
erwerbstätig sein müsste. Nachdem sich die Beschwerdegegnerin mit dieser Frage
nicht auseinandergesetzt hat, sondern die Annahme der 50% Teilerwerbstätigkeit auf
die im Jahr 2005 im Rahmen eines früheren Verfahrens durchgeführten
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Haushaltabklärung abstützt, erscheint der Sachverhalt diesbezüglich zu wenig
abgeklärt. Die Sache ist daher zur Prüfung der Statusfrage an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
5.
5.1 In medizinischer Hinsicht macht die Beschwerdeführerin in erster Linie geltend, ihr
Gesundheitszustand habe sich im Vergleich zum ersten IV-Verfahren verschlechtert,
woraus auch ein höherer (rentenbegründender) Invaliditätsgrad resultieren müsse. Aus
der Tendenz zur Fibromyalgie sei mittlerweile die Diagnose einer Fibromyalgie
geworden. Zu den somatischen seien psychische Probleme hinzugetreten. Die
bidisziplinäre Begutachtung vermöge nicht zu überzeugen. Ihr Gesundheitszustand
habe sich seither massiv verschlechtert.
5.2 Zwar trifft es zu, dass die Klinik Valens im Rahmen des ersten IV-Verfahrens im
Bericht vom 8. September 2004 bzw. 25. Oktober 2004 lediglich die Tendenz zu einer
Fibromyalgie feststellte (act. G 6.9), während sie im Bericht vom 8. September 2006 die
Diagnose eines Fibromyalgiesyndroms stellte (act. G 6.46), doch wurden die
betreffenden Beschwerden der Beschwerdeführerin beide Male als mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit berücksichtigt. Anlässlich der bidisziplinären Begutachtung hielten
Dr. A._ und Dr. B._ die Diagnose einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung für wahrscheinlicher als eine Fibromyalgie (act. G 6.53-5 f.) und
beurteilten diese als hauptlimitierend für die zumutbare Restarbeitsfähigkeit (act. G
6.52-9). Auch wenn erst anlässlich der bidisziplinären Begutachtung psychiatrische
Diagnosen erhoben wurden, geht aus den Akten doch deutlich hervor, dass die
Beschwerdeführerin schon im Rahmen des ersten IV-Verfahrens unter psychischen
Beschwerden litt und diese auch zu Tage traten. Im Bericht der Klink Valens vom 8.
September 2004 wurde die Behandlung der Beschwerdeführerin mit Antidepressiva
zwar als "noch nicht notwendig" erachtet, doch wurde einschränkend festgehalten,
diese Beurteilung basiere einzig auf dem Erstkontakt. Letztlich wurde der Einsatz von
Antidepressiva damals in das Ermessen des Hausarztes der Beschwerdeführerin
gestellt (act. G 6.9-6). Anlässlich der Haushaltabklärung vom 24. Mai 2005 hielt die
Abklärungsperson im Zusammenhang mit dem unerwarteten Stellenverlust des
Ehemanns der Beschwerdeführerin im April 2004 fest, diese sei durch die Situation
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unter Druck geraten. Der Vorfall habe sie auch psychisch mitgenommen; sie sei
dauernd erschöpft und müsse im Gespräch ständig weinen. Die psychische Verfassung
erscheine ihr (der Abklärungsperson) damit nicht geklärt (act. G 6.23-11). Im Rahmen
der psychiatrischen Teilbegutachtung durch Dr. B._ berichtete die
Beschwerdeführerin gar, schon als Kind depressiv gewesen zu sein (act. G 6.53-2),
was vom Gutachter als glaubwürdig angesehen wurde (act. G 6.53-5). Unter diesen
Umständen ist es plausibel und nachvollziehbar, wenn die Gutachter der
Beschwerdeführerin nach wie vor eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestieren, wie dies die
Klinik Valens bereits im Bericht vom 8. September 2004 getan hatte (act. G 6.9-6).
Dass hierbei die psychiatrischen Einschränkungen im Vordergrund stehen, lässt sich
mit dem "Wesen" der ursprünglich diagnostizierten Fibromyalgie erklären. Zwar handelt
es sich bei der Fibromyalgie an sich um eine rheumatische Erkrankung (vgl. ICD-10:
M79.0), doch weist sie auch eine psychische Komponente auf. Da sie angesichts ihrer
unklaren Ursachen kaum der Kategorie der psychischen oder psychosomatischen
Leiden oder gar der organischen Krankheiten zugerechnet werden kann, geht die
allgemeine Tendenz in der Wissenschaft dahin, eine Kombination der beiden Elemente
anzunehmen, wobei allerdings die psychosomatische Komponente überwiegt (BGE
132 V 65 ff., E 3.3 [= Praxis 2007 Nr. 38 S. 232 ff.], mit Hinweisen). In besagtem
Entscheid hat das Bundesgericht daher entschieden, es rechtfertige sich, die
Fibromyalgie unter einem juristischen Blickwinkel nach denselben Grundsätzen zu
behandeln wie eine somatoforme Schmerzstörung. Bei der somatoformen
Schmerzstörung handelt es sich um eine Erkrankung aus dem Bereich "Psychische
und Verhaltensstörungen" (vgl. ICD-10: F45.4). Während die ursprüngliche
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der Klinik Valens in erster Linie rheumatologisch begründet
war, liegt nun eine bidisziplinäre Beurteilung vor, in welcher das Hauptgewicht auf die
psychiatrische Sichtweise gelegt wurde; dies ergibt sich auch daraus, dass anstatt
einer Fibromyalgie eine somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert wurde. Zwar
wurde auch aus rheumatologischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit (30%) festgestellt,
doch geht diese gemäss bidisziplinärer Beurteilung vorliegend in der psychiatrisch
bedingten 50%igen Arbeitsunfähigkeit auf (act. G 6.52-9).
5.3 Grundsätzlich kann damit für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf die
bidisziplinäre Begutachtung durch Dr. A._ und Dr. B._ abgestellt werden.
Allerdings hat die Beschwerdeführerin im Rahmen des Beschwerdeverfahrens geltend
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gemacht, ihr Gesundheitszustand habe sich seit der interdisziplinären Begutachtung
bzw. seit Erlass der angefochtenen Verfügung verschlechtert. Da diese Verfügung
vorliegend wegen ungenügender Abklärungen im Zusammenhang mit der Statusfrage
aufzuheben ist, wird die Beschwerdegegnerin den medizinischen Sachverhalt unter
Berücksichtigung der Vorbringen der Beschwerdeführerin bis zum Zeitpunkt des
Erlasses einer neuen Verfügung abzuklären haben.
6.
Bei diesem Verfahrensausgang erübrigt es sich, auf die weiteren Vorbringen der
Beschwerdeführerin einzugehen.
7.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen, die
angefochtene Verfügung vom 13. Februar 2008 ist aufzuheben, und die Sache ist zu
weiteren Abklärungen und zu neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
7.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von insgesamt Fr. 600.--
erscheint vorliegend als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt
praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6.2). Die Beschwerdegegnerin hat
deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Dementsprechend ist
der Beschwerdeführerin der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.--
zurückzuerstatten.
7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf
Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung
der Streitsache und dem Aufwand erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG