Decision ID: f467813e-19ea-40e7-aa5d-83c406ec9eae
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
W._,
Beschwerdeführer,
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vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Heinz T. Stadelmann, St. Jakob-Strasse 37,
9000 St. Gallen,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Ergänzungsleistung zur IV
Sachverhalt:
A.
A.a W._, Jg. 1951, bezieht seit Oktober 2000 Ergänzungsleistungen (EL) zu seiner IV-
Rente. Seit dem 1. Mai 2007 lebt er mit seinem Partner, Jg. 1941, in eingetragener
Partnerschaft. Der Lebenspartner zog per 1. Juni 2007 nach X._. Er bezieht eine
Rente aus Deutschland.
A.b Mit Verfügung vom 23. Dezember 2008 setzte die EL-Durchführungsstelle den EL-
Anspruch des Versicherten mit Wirkung ab 1. Januar 2009 auf monatlich Fr. 1'305.-
fest (EL-act. 16). Mit Schreiben vom 5. Februar 2009 beantragte der damalige
Rechtsvertreter A._ die Korrektur der EL ab 1. Januar 2009. In der Verfügung vom 23.
Dezember 2008 sei die Position "Andere Renten und Pensionen aller Art" mit
Fr. 18'938.- berücksichtigt worden. Es handle sich dabei um die deutsche Rente des
Lebenspartners des Versicherten. Diese belaufe sich zur Zeit auf monatlich EUR 882.81
bzw. jährlich EUR 10'593.72. Bei der Umrechnung in Schweizer Franken sei die EL-
Durchführungsstelle von einem Umrechnungskurs von Fr. 1.788 ausgegangen.
Tatsächlich liege der Umrechnungskurs jedoch bei Fr. 1.49. Die deutsche Rente sei
dementsprechend mit Fr. 15'784.- zu berücksichtigen (EL-act. 12).
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A.c In der Folge berechnete die EL-Durchführungsstelle den EL-Anspruch des
Versicherten neu und sprach ihm mit Verfügung vom 3. April 2009 ab 1. Januar 2009
eine monatliche EL von Fr. 1'482.- zu (EL-act. 6). Dabei wurde die deutsche Rente mit
jährlich Fr. 16'808.- berücksichtigt. Dagegen liess der Versicherte am 4. Mai 2009
Einsprache erheben und beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 3. April 2009
sowie die rückwirkende Neuberechnung der EL per 1. Juni 2007. Zudem sei dem
Versicherten für das Einspracheverfahren die unentgeltliche Prozessführung in Form
der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu gewähren, alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Die EL-Durchführungsstelle habe auf Gesuch des vormaligen
Vertreters hin die Umrechnung der deutschen Rente korrigiert und für die Monate
Januar 2009 bis und mit März 2009 eine Nachzahlung von Fr. 531.- vorgenommen. Es
sei jedoch nach wie vor nicht klar, mit welchem Wechselkurs die deutsche Rente
berechnet worden sei. Dem Versicherten sei jeweils ein Beleg über den Wechselkurs
zuzusenden. Es gehe nicht an, dass die SVA über die Umrechnung der Rente keine
Rechenschaft ablege. Der Versicherte habe der SVA bis anhin vertraut und die
Umrechnung von Euro in Schweizer Franken nicht kontrolliert. Erst kürzlich habe er
festgestellt, dass bei der Umrechnung ganzjährig von einem Kurs von Fr. 1.788
ausgegangen worden sei. Nach Treu und Glauben habe er davon ausgehen können,
dass die deutsche Rente korrekt umgerechnet werde. Aus diesem Grund beantrage er
die rückwirkende Neuberechnung der deutschen Rente per 1. Juni 2007 mit dem
jeweils marktüblichen Wechselkurs. Die daraus entstehenden Differenzbeträge seien
dem Versicherten selbstverständlich auszubezahlen und mit Belegen über die
Wechselkurse auszuweisen (EL-act. 4).
A.d Mit Schreiben vom 17. September 2009 drohte der Rechtsdienst der SVA dem
Versicherten eine reformatio in peius an. Für die Umrechnung der deutschen Rente
seien grundsätzlich die Währungsumrechnungskurse der Verwaltungskommission der
europäischen Gemeinschaften für die soziale Sicherheit der Wanderarbeiter, welche
jeweils im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht würden, heranzuziehen (vgl.
www.sozialversicherungen.admin.ch neues Fenster, International/Mitteilungen).
Massgebend sei der zu Beginn des Jahres geltende Umrechnungskurs (Wegleitung
über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV, WEL, Rz. 2087.1). Aufgrund einer
internen Weisung der EL-Durchführungsstelle gelte jedoch neu ab 2009, dass bei der
Anrechnung einer ausländischen Rente für das laufende Jahr durchwegs der
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Monatsmittelkurs der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) per
Veränderungszeitpunkt anzuwenden sei. Sodann habe die EL-Durchführungsstelle bei
der EL-Berechnung die Krankenversicherungsbeiträge in der Höhe von EUR 101.91
von der Bruttorente des Partners des Versicherten abgezogen und den verbleibenden
Betrag unter "Andere Renten und Pensionen aller Art" angerechnet. Die Ausgaben für
die Krankenversicherung seien jedoch gleichzeitig bei den Ausgaben
Prämienverbilligung berücksichtigt worden. Richtigerweise wäre für den Partner des
Versicherten keine Prämienverbilligung anzurechnen gewesen. Dafür hätten bei den
übrigen Ausgaben die Krankenversicherungsbeiträge in der Höhe von Fr. 1'940.- (EUR
101.91 x 12 x 1.58666) eingesetzt werden müssen. Unter Berücksichtigung dieser
Änderungen betrage die deutsche Rente für das Jahr 2009 Fr. 18'748.- (EUR 984.72 x
12 x 1.58666). Die monatliche EL belaufe sich ab 1. Januar 2009 neu auf Fr. 1'215.-
und nicht wie in der Verfügung vom 3. April 2009 berechnet auf Fr. 1'482.-. Die Renten
seien in den vergangenen Jahren ebenfalls korrekt bzw. sogar mit einem tieferen Kurs
berechnet worden. Vor diesem Hintergrund werde dem Versicherten eine Frist bis zum
16. Oktober 2009 eingeräumt, um die Einsprache vom 4. Mai 2009 zurückzuziehen (EL-
act. 100). Der Versicherte liess diese Frist unbenutzt verstreichen.
A.e Mit Einspracheentscheid vom 20. November 2009 wies der Rechtsdienst der SVA
die Einsprache in Vertretung der EL-Durchführungsstelle ab und setzte die EL mit
Wirkung ab 1. Januar 2009 auf monatlich Fr. 1'215.- fest. In der Begründung wurde an
den Ausführungen vom 17. September 2009 festgehalten. Ergänzend wurde geltend
gemacht, dass der EL-Anspruch des Versicherten ab Juni 2007 rechtskräftig
festgesetzt worden sei. Ein Grund für eine prozessuale Revision sei nicht gegeben.
Dementsprechend sei im Einspracheentscheid geprüft worden, ob die EL ab 1. Januar
2009 korrekt berechnet worden sei. Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung in
Form der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung hiess die Beschwerdegegnerin gut (G
act. 1.1.1).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde des Versicherten
vom 8. Januar 2010. Er beantragt die Aufhebung des Einspracheentscheids und die
rückwirkende Neuberechnung der EL per 1. Januar 2009. Der Beschwerdeführer macht
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im Wesentlichen geltend, die interne Weisung der SVA St. Gallen, die Renten anhand
des Monatsmittelkurses der ESTV per Veränderungszeitpunkt zu berechnen, stehe klar
im Widerspruch zur Wegleitung des Bundesamtes für Sozialversicherung. Für die EL-
Durchführungsstellen bestehe kein Ermessenspielraum, welcher Wechselkurs im
konkreten Fall Anwendung finde. Dadurch würde die rechtsgleiche Anwendung der
bundesrechtlichen sozialversicherungsrechtlichen Normen unterlaufen. Die
Beschwerdegegnerin sei daher zu verpflichten, auf die Währungsumrechnungskurse
der Europäischen Union für die soziale Sicherheit der Wanderarbeiter zurückzugreifen.
Die deutsche Rente berechne sich dementsprechend ab 1. Januar 2009 auf jährlich Fr.
17'954.20 (984.72 x 12 x 1.5194). Des Weiteren seien die EL neu zu berechnen, wenn
sich der Umrechnungskurs während des Jahres wesentlich ändere. Die EL diene der
existenzsichernden Lebenshaltung. Dementsprechend hätten bereits kleine
Veränderungen in der Einkommenssituation für die EL-Bezüger relativ grosse
Auswirkungen, sodass an die Wesentlichkeit der Änderung keine hohen Anforderungen
zu stellen seien. Es rechtfertige sich daher, die ausländische Rente entsprechend der
Publikation der Währungsumrechnungskurse der Verwaltungskommission der
Europäischen Union für die soziale Sicherheit der Wanderarbeiter quartalsweise zu
überprüfen. Dadurch werde sichergestellt, dass die EL ein zeitnahes Abbild der
tatsächlichen Verhältnisse widerspiegle. Somit sei die ausländische Rente ab 1. Januar
2009 mit Fr. 17'954.20, ab 1. April 2009 mit Fr. 17'647.80 (984.72 x 12 x 1.49347), ab
1. Juli mit Fr. 17'898.19 (984.72 x 12 x 1.51466) und ab 1. Oktober 2009 mit Fr.
17'963.89 (984.72 x 12 x 1.52022) zu berücksichtigen. Selbst wenn die interne Weisung
der SVA als zulässig erachtet würde, sei die anrechenbare ausländische Rente falsch
ermittelt worden. Der von der ESTV publizierte Monatsmittelkurs für den Januar 2009
liege bei Fr. 1.5591 und nicht bei Fr. 1.58666. Die Rente des Partners sei diesfalls mit
jährlich Fr. 18'423.32 zu berücksichtigen (G act. 1).
B.b Am 19. Februar 2010 verzichtet die Beschwerdegegnerin auf eine weitere
Stellungnahme (G act. 5).

Erwägungen:
1.
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1.1 Streitig und zu prüfen ist, mit welcher Umrechnungstabelle die ausländische Rente
in Schweizer Franken umzurechnen ist, sowie die Frage, ob die ausländische Rente an
Kursschwankungen anzupassen ist. Sodann ist festzuhalten, dass der
Beschwerdeführer die Anrechnung der effektiv bezahlten Prämien der
Krankenversicherung nicht beanstandet hat. Gerügt wurde lediglich die Umrechnung
der deutschen Rente. Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz
(vgl. Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. ATSG). Der Untersuchungsgrundsatz findet sein
Korrelat unter anderem im Rügeprinzip, wonach die Beschwerdeinstanz nicht zu prüfen
hat, ob sich die angefochtene Verfügung unter schlechthin allen in Frage kommenden
Aspekten als korrekt erweist, sondern im Prinzip nur die vorgebrachten
Beanstandungen untersucht. Von den Verfahrensbeteiligten nicht aufgeworfene
Rechtsfragen werden von der Beschwerdeinstanz nur geprüft, wenn hierzu auf Grund
der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a mit Hinweisen). Da die
Beschwerdegegnerin bezüglich der Berücksichtigung der Kosten der
Krankenversicherung im Einspracheentscheid von der in Art. 10 Abs. 2 lit. d ELG
getroffenen gesetzlichen Regelung abgewichen ist, wird dieser Punkt in vorliegendem
Beschwerdeverfahren ebenfalls zu beurteilen sein.
1.2 Die jährliche EL entspricht dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben die
anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [ELG;
SR 831.30]). Die anerkannten Ausgaben und die anrechenbaren Einnahmen, worin in
bestimmtem Umfang auch das Vermögen einbezogen ist, werden nach den in Art. 10
und 11 ELG sowie Art. 11 bis 18 der Verordnung über Ergänzungsleistungen zur
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV; SR 831.301) festgelegten
Bestimmungen ermittelt. Als Einnahmen anzurechnen sind nach Art. 11 Abs. 1 ELG
unter anderem Renten, Pensionen und andere wiederkehrende Leistungen,
einschliesslich der Renten der AHV und der IV (lit. d).
1.3 Verwaltungsweisungen des Bundessamtes für Sozialversicherung (BSV) sind
verbindliche Vorschriften an die Durchführungsorgane über die Art und Weise, wie sie
ihre Aufgaben zu erfüllen haben. Sie sind aber keine Rechtssätze, sondern geben den
Standpunkt des BSV über die Anwendung solcher wieder, d.h. die Weisungen
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bedürfen keiner gesetzlichen Grundlage (ZAK 1984, 487; ZAK 1989, 27; BGE 109 V
207; BGE 117 Ib 231). Sie können daher im Einzelfall vom Gericht überprüft werden
(ZAK 1989, 27). Das Gericht weicht nicht ohne triftigen Grund von
Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der
rechtlichen Vorgaben darstellen. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch
interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten,
Rechnung getragen (BGE 132 V 125 Erw. 4.4; BGE 131 V 45 Erw. 2.3).
Verwaltungsverordnungen sind allerdings eine
- für das Gericht nicht verbindliche - Auslegungshilfe und geben als solche keine
genügende Grundlage ab, um zusätzliche einschränkende materiellrechtliche
Anspruchserfordernisse aufzustellen, die im Gesetz nicht enthalten sind (BGE 129 V 67
Erw. 1.1.1).
1.4 Gemäss Art. 17 Abs. 2 ATSG wird jede formell rechtskräftig zugesprochene
Dauerleistung von Amtes wegen oder auf Gesuch hin erhöht, herabgesetzt oder
aufgehoben, wenn sich der ihr zu Grunde liegende Sachverhalt nachträglich erheblich
verändert hat. Dabei ist von einem weiten Begriff der Dauerleistung auszugehen, die
grundsätzlich jede periodisch zu erbringende Leistung erfasst (KIESER, ATSG-
Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2009, Art. 17, Rz. 25). Gemäss Art. 25 Abs. 1 lit. c ELV
sind die jährlichen Ergänzungsleistungen bei Eintritt einer voraussichtlich längere Zeit
dauernden Verminderung oder Erhöhung der vom ELG anerkannten Ausgaben und
anrechenbaren Einnahmen sowie des Vermögens zu erhöhen, herabzusetzen oder
aufzuheben; massgebend sind dabei die neuen, auf ein Jahr umgerechneten
dauernden Ausgaben und Einnahmen und das bei Eintritt der Veränderung vorhandene
Vermögen. Macht die Änderung weniger als Fr. 120.- im Jahr aus, so kann auf eine
Anpassung verzichtet werden.
2.
2.1 Mit Schreiben vom 5. Februar 2009 hat der damalige Vertreter des
Beschwerdeführers ein Gesuch um rückwirkende Anpassung der EL per 1. Januar
2009 gestellt. Die Beschwerdegegenerin ist auf das Wiedererwägungsgesuch
eingetreten. Bei der angefochtenen Verfügung vom 3. April 2009 handelt es sich somit
um eine Wiedererwägung der Anpassungsverfügung vom 23. Dezember 2008.
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2.2 Zunächst ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin die Ausgaben für die
Krankenversicherung des Partners des Beschwerdeführers zu Recht mit den
tatsächlichen Versicherungsprämien berücksichtigt hat. Diese werden jeweils direkt
von der Rente in Abzug gebracht (EL-act. 12). Aus den Akten ist ersichtlich, dass die
Beschwerdegegnerin diese Position seit der erstmaligen gemeinsamen EL-Berechnung
des Beschwerdeführers bzw. auch in den Verfügungen vom 23. Dezember 2008 und 4.
April 2009 jeweils mit der Pauschale gemäss Art. 10 Abs. 2 lit. d ELG berücksichtigt hat
(EL-act. 16-3/3, 19, 28-2/2; vgl. auch EL-act. 32 bis 35 betreffend erwähnter Position
seit Juni 2007). Erst im Einspracheverfahren erfolgte eine abweichende Anrechnung.
Die in Art. 10 ELG aufgeführten Ausgaben stellen zwingendes Bundesrecht dar und
bilden einen abschliessenden Katalog der anerkannten Ausgaben (Urteil vom 25.
Februar 2009, 8C_140/2008, Erw. 7). In Abs. 2 lit. d des oben genannten Artikels hat
der Gesetzgeber festgehalten, dass die Ausgaben für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung mit einem jährlichen Pauschalbeitrag zu berücksichtigen
sind, wobei der Pauschalbetrag der kantonalen bzw. regionalen Durchschnittsprämie
für die obligatorische Krankenpflegeversicherung (inkl. Unfalldeckung) zu entsprechen
hat. Damit hat der Gesetzgeber die Berücksichtigung der Kosten der
Krankenpflegeversicherung in der EL-Berechnung hinlänglich konkretisiert. Für eine
von Art. 10 Abs. 2 lit. d ELG abweichende Anrechnung der Kosten der
Krankenpflegeversicherung besteht mangels gesetzlicher Grundlage kein Spielraum.
Der Umstand, dass der Partner des Beschwerdeführers als Bezüger einer Rente eines
EU-Staates nicht der obligatorischen Krankenversicherungspflicht in der Schweiz
untersteht (Art. 2 Abs. 1 lit. e KVV), vermag daran nichts zu ändern. Auch in diesem Fall
muss Art. 10 Abs. 2 lit. d ELG aufgrund seines abschliessenden Charakters und zur
Verwirklichung der rechtsgleichen Behandlung der EL-Bezüger analog Anwendung
finden. Dies muss auch dann gelten, wenn die Pauschale – wie in vorliegendem Fall –
höher als die effektiv geschuldeten Versicherungsprämie ist (Ralph Jöhl,
Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: SBVR XIV, Soziale Sicherheit, Basel 2007,
S. 1737 f., Rz. 152, Fn. 502). Somit ist festzuhalten, dass Ausgaben für die
Krankenversicherung des Partners des Beschwerdeführers mit der entsprechenden
Pauschale gemäss Art. 10 Abs. 2 lit. d ELG anzurechnen sind.
2.3 Demgegenüber erweist sich die in Korrektur der in der Verfügung vom 4. April
2009 fälschlicherweise verwendeten Nettorente (Bruttorente abzüglich der
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Versicherungsprämien der Krankenversicherung) als korrekt. Die Anrechnung der
Nettorente bei den Einnahmen und gleichzeitige Anrechnung der Pauschale auf der
Ausgabenseite würde zu einem doppelten Abzug führen.
2.4 Zu prüfen bleibt die Frage, auf welcher Grundlage die deutsche Rente in Schweizer
Franken umzurechnen ist. Zudem gilt es zu klären, ob bei Kursveränderungen eine
Anpassung zu erfolgen hat. Diesbezüglich ist anzufügen, dass die EL-
Durchführungsstelle die deutsche Rente bis und mit Verfügung vom 23. Dezember
2008 mit den Währungsumrechnungskursen der Verwaltungskommission der
europäischen Gemeinschaften für die soziale Sicherheit der Wanderarbeitnehmer
umgerechnet hat. In vorgenannter Verfügung erfolgte die Umrechnung mit dem
Wechselkurs Fr. 1.62032 (und nicht wie noch im Einspracheverfahren behauptet Fr.
1.788). Dieser entspricht dem Währungsumrechnungskurs für den
Anwendungszeitraum April 2008 bis und mit Juni 2008 (publiziert am 5.2.2008 im
Amtsblatt der Europäischen Union, C 31/4). Erst in der Verfügung vom 3. April 2009
sowie im Einspracheentscheid erfolgte die Umrechnung mit dem Kurs von Fr. 1.58666.
Offenbar wendete die Beschwerdegegnerin dabei die ab 2009 neu geltende interne
Weisung an, dass "bei der Anrechnung einer ausländischen Rente für das laufende
Jahr durchwegs der Monatsmittelkurs der ESTV per Veränderungszeitpunkt
anzuwenden" sei. Der Wechselkurs von Fr. 1.5866 soll dem Jahresmittelkurs 2008
entsprechen (EL-act. 99; vgl. die publizierten Monatsmittelkurse auf
www.estv.admin.ch/dienstleistungen neues Fenster, Mehrwertsteuer/
Fremdwährungskurse).
2.5 Der Beschwerdeführer macht geltend, die EL-Durchführungsstelle habe sich bei
der Umrechnung der deutschen Rente an die Wegleitung über die
Ergänzungsleistungen zur AHV und IV (WEL) zu halten. Die WEL ist
unbestrittenermassen eine Verwaltungsweisung des BSV an die Durchführungsstellen
der Versicherung. Nach Rz. 2087.1 der WEL sind für die Umrechnung von Renten und
Pensionen, welche in einer Währung von Mitgliedstaaten des
Freizügigkeitsabkommens CH-EG und des EFTA-Übereinkommens ausgerichtet
werden, die Umrechnungskurse massgebend, welche von der Verwaltungskommission
der europäischen Gemeinschaften für die soziale Sicherheit der Wanderarbeiter
festgesetzt werden. Die in der Rz. 2087.1 getroffene Vorgabe betreffend Umrechnung
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von ausländischen Renten ist für die EL-Durchführungsstellen grundsätzlich verbindlich
und für deutsche Renten anwendbar. Dementsprechend liegt es vorliegend nicht im
Ermessen der Beschwerdegegnerin, für die Umrechnung der in Frage stehenden Rente
eine andere Berechnungsgrundlage heranzuziehen. Die Verwendung einer einheitlichen
Berechnungsgrundlage stellt sicher, dass die Einkommen und Vermögenswerte
sämtlicher betroffener EL-Bezüger gleich behandelt werden und keine kantonalen
Unterschiede entstehen. Die Weisung dient somit zum rechtsgleichen Vollzug des
Gesetzes. Eine Gesetzeswidrigkeit, welche es rechtfertigen würde, der Weisung die
Anwendung zu untersagen, ist betreffend die anzuwendende Umrechnungstabelle
nicht ersichtlich. Die Beschwerde ist in diesem Punkt berechtigt.
2.6 Des Weiteren wird bemängelt, dass die deutsche Rente nicht periodisch an die
massgebenden Kursveränderungen angepasst und die EL neu berechnet wird. Im
Zusammenhang mit der Berechnung der von freiwillig versicherten Auslandschweizern
geschuldeten Sozialversicherungsbeiträge hat das Eidgenössische
Versicherungsgericht (EVG) entschieden, dass das in ausländischer Währung erzielte
Einkommen nicht zu einem Tageskurs, sondern zu dem bei Beginn des betreffenden
Jahres geltenden Umrechnungskurs ermittelt werde, es sei denn, dass sich während
des Jahres erhebliche Kursschwankungen eingestellt hätten (Urteil E. vom 13.
September 2000 [P 28/00]). Diese Praxis gilt sinngemäss auch bei der Umrechnung
von ausländischer Währung für die Belange der EL (nicht publizierte Urteile K. vom 5.
Dezember 1996 [P 44/96], R. vom 5. August 1994 [P 26/94] und M. vom 4. Juli 1988 [P
32/87]). EL-spezifisch handelt es sich dabei grundsätzlich um eine Anpassung an
tatsächlich geänderte Verhältnisse gemäss Art. 17 Abs. 2 ATSG i.V.m. Art. 25 Abs. 1 lit.
c ELV. Vorausgesetzt wird demnach eine Erheblichkeit der Sachverhaltsänderung.
Diese muss somit so gestaltet sein, dass eine Auswirkung auf den Leistungsanspruch
erfolgt, wobei die Änderung des Anspruchs nicht bloss geringfügig sein darf. Wann
diese Grenze erreicht ist, beurteilt sich bezogen auf den konkreten Leistungsanspruch,
wobei nach Art. 25 Abs. 1 ELV bei den jährlichen Ergänzungsleistungen eine (tiefe)
Grenze von jährlich Fr. 120.- gewählt wurde (KIESER, a.a.O., Art. 17, Rz. 43). Bezogen
auf veränderte Wechselkurse ist daher jede Kursveränderung, welche den EL-Anspruch
um jährlich Fr. 120.-- verändert, erheblich und somit geeignet, eine Änderung der EL-
Berechnung zu veranlassen. Mit Urteil M. vom 4. Juli 1988 [P 32/87] bejahte das EVG
die Anpassung einer italienischen Rente während des Kalenderjahrs an eine
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Wechselkursveränderung (vgl. Erw. 5), ohne dabei auf die voraussichtliche Dauer der
Verminderung der Einnahmen als Kriterium für eine Anpassung der EL abzustellen.
Betrachtet man den massgebenden Zweck der EL, so vermag das Urteil des EVG vom
4. Juli 1988 zu überzeugen. Die EL bezwecken eine angemessene Deckung des
Existenzbedarfs bedürftiger Rentner der Alters- und Hinterlassenen- sowie
Invalidenversicherung. Dabei geht es darum, die laufenden Lebensbedürfnisse
abzudecken. Es sind deshalb bei der Anspruchsberechtigung grundsätzlich nur
tatsächlich vereinnahmte Einkünfte und vorhandene Vermögenswerte zu
berücksichtigen, über die der Leistungansprecher ungeschmälert verfügen kann (Urs
Müller, Rechtsprechung zu den EL, 2. Auflage, Zürich 2006, Rz. 147). Bei einem
Kursverlust (im Verhältnis zum Schweizer Franken) kann die Situation entstehen, dass
sich die tatsächlichen Einnahmen der EL-Bezüger in Schweizer Franken je nach Höhe
der ausländischen Rente und Kursschwankung erheblich ändern und der EL-Bezüger
in Tat und Wahrheit nicht mehr über diejenigen Einnahmen verfügen kann, welche ihm
in der EL-Berechnung angerechnet wurden. Folglich wird der EL-Bezüger den
Existenzbedarf auch nicht mehr decken können, sodass der grundlegende Zweck der
EL nicht mehr erreicht wird. Die EL stellt eine jährlich Bedarfsleistung dar, die monatlich
ausbezahlt wird. Die EL-Bezüger sind darauf angewiesen, mit ihren um die EL
ergänzten Einnahmen ihren laufenden Lebensunterhalt bestreiten zu können.
Dementsprechend steht ihnen die Möglichkeit, Geld in ausländischer Währung
anzusparen und bei einem ergiebigeren Wechselkurs zu tauschen, nicht zur Verfügung.
Somit werden EL-Bezüger, bei welchen Einnahmen in ausländischer Währung in die
EL-Berechnung einfliessen, im Vergleich zu EL-Bezügern mit Einnahmen in Schweizer
Währung - welche darauf vertrauen können, dass ihr Existenzbedarf laufend gedeckt
ist - ungleich behandelt. Im Licht des Rechtsgleichheitsgebots ist eine solche
Ungleichbehandlung nicht vertretbar. Insbesondere handelt es sich bei der Anrechnung
von Einnahmen und Vermögenswerten gerade nicht um pauschalierte
Berechnungspositionen, sodass verwaltungstechnische Praktikabilitätsgründe eine
Ungleichbehandlung nicht zu rechtfertigen vermögen. Das Interesse an einer
rechtsgleichen Behandlung und sozialer Sicherheit muss in Form der Umrechnung von
ausländischen Renten allfälligen verwaltungstechnischen Praktikabilitätsgründen
vorgehen. Des Weiteren ist nicht ersichtlich, inwiefern sich die Anpassung der EL an
veränderte Wechselkurse von anderen Anpassungsgründen unterscheiden sollte. So
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müsste die EL beispielsweise ohne weiteres angepasst werden, wenn Mietzinse
aufgrund einer Anpassung des Referenzzinssatzes für Hypotheken erhöht oder gesenkt
werden, obwohl der Referenzzinssatz ebenfalls periodisch festgelegt wird und die
Dauer der Veränderung somit nicht absehbar ist. Ebenso müsste eine EL-Berechnung
angepasst werden, wenn sich die Einnahmen eines EL-Bezügers bzw. einer in die EL-
Berechnung mit einbezogenen Person beispielsweise aufgrund von Kurzarbeit
verringern, obwohl auch in diesem Fall die Dauer der veränderten Einnahmen nicht
absehbar ist. Der guten Ordnung halber ist anzufügen, dass im umgekehrten Fall, wenn
der Umrechnungskurs sich in erheblicher Weise zu Gunsten des den EL-Bezügers
entwickelt, ebenfalls eine Anpassung der EL möglich sein muss. Zusammenfassend ist
festzuhalten, dass grundsätzlich bei jeder erheblichen Veränderung der massgebenden
Wechselkurse in oben erwähntem Sinn eine Anpassung der EL verlangt werden kann.
2.7 Vorliegend bleibt der Wirkungszeitpunkt der Wiedererwägung zu prüfen. Es ist
davon auszugehen, dass bei einer allfälligen Korrektur der EL-Berechnung für die Zeit
vor dem 1. Januar 2009 die Erheblichkeitsgrenze für eine Rückforderung nicht erreicht
wird (vgl. Urteil vom 25. Februar 2009, 9C_828/2008, Erw. 6). Der Zeitpunkt der
Wiedererwägung der Anpassungsverfügung per 1. Januar 2009 ist somit nicht zu
beanstanden.
2.8 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Ausgaben für die Krankenversicherung
des Partners des Beschwerdeführers mit der Pauschale nach Art. 10 Abs. 2 lit. d ELG
zu berücksichtigen sind. Sodann ist die deutsche (Brutto-)Rente des Partners nach den
jeweiligen Wechselkursen der Verwaltungskommission der europäischen
Gemeinschaften für die soziale Sicherheit der Wanderarbeitnehmer umzurechnen. Mit
Wirkung ab 1. Januar 2009 ist der Umwechslungskurs von 1.51940 anzuwenden (vgl.
Währungsumrechnungskurs für den Anwendungszeitraum Januar bis März 2009, 2008/
C 282/05, publiziert im Amtsblatt der Europäischen Union am 6. November 2008) und
dementsprechend eine jährliche Rente von Fr. 17'954.- zu berücksichtigen (EUR
984.72 x 12 x 1.51940). Im nachfolgenden Zeitraum bis zum Erlass des
Einspracheentscheids werden die EL periodisch anzupassen sein, sofern die
Kursveränderungen eine Änderung der EL von jährlich Fr. 120.- bewirken. Für die
Zukunft wird der Beschwerdeführer nach der vierteljährlichen Publikation der
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Währungsumrechnungskurse jeweils um Anpassung der EL ersuchen müssen, falls im
kommenden Anwendungszeitraum eine erhebliche Kursveränderung zu erwarten ist.
3.
Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde gutzuheissen, der
angefochtene Einspracheentscheid ist aufzuheben und die Sache zur neuen Verfügung
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang hat der
Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung, die vom Gericht ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff.
VRP/SG, sGS 951.1). Unter Berücksichtigung dieser Kriterien erscheint eine
Parteientschädigung von Fr. 2'500.- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
angemessen. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung wird bei diesem
Verfahrensausgang gegenstandslos.