Decision ID: 42fee885-9ba7-4a01-8571-eafba84b4c94
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend Fahren in fahrunfähigem Zustand etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Horgen, Einzelgericht, vom 13. Juni 2014 (GG140014)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 11. März 2014
(Urk. 15) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
- des Fahrens im fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2
lit. b SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 SVG und Art. 2 Abs. 2 lit. a
VRV sowie im Sinne von Art. 91 Abs. 1 lit. a SVG in Verbindung mit
Art. 31 Abs. 2 SVG sowie Art. 2 Abs. 1 VRV sowie
- der Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a
Ziff. 1 BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu
Fr. 75.– und einer Busse von Fr. 500.–.
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre
festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle
eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.
5. Das am 25. August 2013 durch die Kantonspolizei Zürich sichergestellte und
bei der Kantonspolizei Zürich befindliche Minigrip mit Marihuana-
Rückständen (Lagernummer ...) wird eingezogen und der Kantonspolizei
Zürich zur Vernichtung überlassen.
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6. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 900.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 100.00 Kosten der Kantonspolizei Zürich
Fr. 1'000.00 Gebühr Anklagebehörde
Fr. 1'088.90 Auslagen Untersuchung
Über die weiteren Kosten (Barauslagen usw.) wird die Gerichtskasse Rech-
nung stellen. Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so
reduziert sich die Gerichtsgebühr um einen Drittel.
7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem
Beschuldigten auferlegt.
Berufungsanträge:
a) Des Beschuldigten:
(Urk. 37; Prot. II S. 7; sinngemäss)
Das Urteil des Bezirksgerichtes Horgen, Einzelgericht, vom 13. Juni 2014
sei vollumfänglich aufzuheben und der Beschuldigte sei freizusprechen, un-
ter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Staatskasse.
b) Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis:
(Urk. 41)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
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Erwägungen:
I. Verfahrensgang
1. Mit Urteil vom 13. Juni 2014 wurde der Beschuldigte des Fahrens im fahrun-
fähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG in Verbindung mit Art. 31
Abs. 2 SVG und Art. 2 Abs. 2 lit. a VRV sowie im Sinne von Art. 91 Abs. 1 lit. a
SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 SVG sowie Art. 2 Abs. 1 VRV sowie der
Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG in
Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG schuldig gesprochen und mit einer
Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 75.– sowie mit einer Busse von Fr. 500.–
bestraft (Urk. 36).
2. Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte rechtzeitig Berufung an
(Urk. 26). Die Berufungserklärung ging in der Folge ebenfalls rechtzeitig ein
(Urk. 37). Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf Anschlussberufung (Urk. 41).
Die Berufungsverhandlung fand am 19. Dezember 2014 statt (Prot. II S. 4 ff.).
II. Prozessuales
1. Der Beschuldigte ficht das erstinstanzliche Urteil vollumfänglich in allen An-
klage- und Forderungspunkten an. Er verlangt einen Freispruch (Urk. 37; Prot. II
S. 7).
2. Auf die Argumente des Beschuldigten ist im Rahmen der nachstehenden
Erwägungen einzugehen. Das Gericht muss sich nicht ausdrücklich mit jeder tat-
sächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen; viel-
mehr kann es sich auf die für die Entscheidfindung wesentlichen Gesichtspunkte
beschränken (BGE 138 I 232 E. 5.1 und BGE 133 I 270 E. 3.1, je mit Hinweisen;
Urteile 6B_526/2009 vom 2. September 2009 E. 3.2 sowie 6B_678/2009 vom
3. November 2009 E. 5.2).
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3. Es erübrigt sich deshalb auch, weiter auf die Eingabe des Beschuldigten
vom 18. Oktober 2014 (Urk. 44) einzugehen. Die Auslegung der Gesetze ist oh-
nehin originäre Aufgabe der Gerichte.
4.1. Die Staatsanwaltschaft führt in ihrer Anklage aus, der Beschuldigte habe die
Fahrt angetreten, obwohl er vor der Fahrt wissentlich und willentlich eine unbe-
stimmte Menge an Cannabis durch Rauchen zu sich genommen habe, so dass er
im vorgenannten Zeitpunkt unter dem Einfluss von 4.2 μg/L THC bzw. 78 μg/L
THC-Carbonsäure gestanden und deshalb fahrunfähig gewesen sei. Sodann wird
in der Anklageschrift ausgeführt, dass der Beschuldigte zu einem nicht mehr nä-
her bestimmbaren Zeitpunkt vor der Fahrt vom Sonntag, 25. August 2013, an ei-
nem nicht näher bestimmbaren Ort, wissentlich und willentlich eine nicht mehr
näher bestimmbare Menge Cannabis durch Rauchen konsumiert habe (Urk. 15
S. 2 f.).
4.2. Der Anklagegrundsatz bezweckt den Schutz der Verteidigungsrechte des
Angeklagten und dient dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 und
Art. 32 Abs. 2 BV, Art. 6 EMRK; BGE 126 I 19 E. 2a). Nach diesem Grundsatz
bestimmt die Anklage das Prozessthema. Gegenstand des gerichtlichen Verfah-
rens können mithin nur Sachverhalte sein, die dem Angeklagten in der Anklage-
schrift vorgeworfen werden. Diese muss die Person des Angeklagten sowie die
ihm zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise umschreiben, dass
die Vorwürfe im objektiven und subjektiven Bereich genügend konkretisiert sind
(Umgrenzungsfunktion). An diese Anklage ist das Gericht gebunden. Die Anklage
fixiert somit das Verfahrens- und Urteilsthema (Immutabilitätsprinzip). In ihrer In-
formationsfunktion vermittelt sie dem Angeschuldigten überdies die für die Durch-
führung des Verfahrens und die Verteidigung notwendigen Informationen (BGE
133 IV 235 E. 6.3; 126 I 19 E. 2a; je mit Hinweisen). Konkretisiert wird der Ankla-
gegrundsatz zur Hauptsache durch die formellen Anforderungen, welche das Ver-
fahrensrecht an die Anklageschrift stellt. Gemäss Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO be-
zeichnet die Anklageschrift möglichst kurz, aber genau die der beschuldigten Per-
son vorgeworfenen Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen
der Tatausführung. In der Anklage sind namentlich die Umstände aufzuführen,
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welche zum gesetzlichen Tatbestand gehören (BGE 6B_225/2008 vom 7. Okto-
ber 2008, E. 1.1).
4.3. Ungenauigkeit oder Unvollständigkeit schadet zumindest dann nicht, wenn
eine ansonsten nicht zu beanstandende Anklageschrift deshalb ungenau ist, weil
gewisse Tatumstände (z.B. der [genaue] Zeitpunkt, der Tatort etc.) im Rahmen
des Vorverfahrens nicht ermittelt werden konnten. Aus solchen Gründen noch
vorhandene Unklarheiten beeinträchtigen das Erfordernis, dass die beschuldigte
Person weiss bzw. für sie „keine Zweifel mehr darüber bestehen können“, was ihr
genau vorgeworfen wird, grundsätzlich nicht und führen nicht zur Unbeachtlichkeit
der Anklage. Entscheidendes Kriterium, ob eine Verletzung des Anklageprinzips
vorliegt, dürfte sein, ob die beschuldigte Person rechtzeitig und genügend über
den ihr vorgeworfenen Sachverhalt informiert worden ist, sie sich mithin genügend
auf die Hauptverhandlung vorbereiten konnte (Landshut/Bosshard, in: Donatsch/
Hansjakob/Lieber, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO],
2. Auflage, Zürich 2014, Art. 325 N 28).
4.4. In der Untersuchung konnte nicht ermittelt werden, wann der Beschuldigte
vor seiner Fahrt Cannabis konsumiert hatte. Der Beschuldigte anerkannte jedoch
in der Untersuchung, dass er monatlich 1 Joint rauche (Urk. 3). Damit muss aber
mit den Umschreibungen, dass der Beschuldigte vor der Fahrt eine unbestimmte
Menge Cannabis durch Rauchen zu sich genommen habe und dass er zu einem
nicht mehr näher bestimmbaren Zeitpunkt vor der Fahrt vom Sonntag, 25. August
2013, an einem nicht mehr näher bestimmbaren Ort eine nicht mehr näher be-
stimmbare Menge Cannabis durch Rauchen konsumiert habe, genügen. Der An-
klagesachverhalt vermittelt dem Beschuldigten die für die Verteidigung notwendi-
gen Informationen. Der Anklagegrundsatz ist nicht verletzt.
III. Sachverhalt
1. Die Tatvorwürfe ergeben sich aus der Anklageschrift vom 11. März 2014
(Urk. 15).
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2. Vorab ist festzuhalten, dass der Beschuldigte nicht in Frage stellt, dass es
sich bei den ausgewerteten Atem- und Blutproben um sein Blut und sein Urin
handelte (Urk. 13 S. 2 f.; Prot. II S. 19). Im Übrigen kann hinsichtlich der eindeuti-
gen Zuordnung der Atem- und Blutwerte zum Beschuldigten auf die ausführlichen
Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 36 S. 5 ff.; Art. 82 Abs. 4
StPO).
3. Der Beschuldigte bestreitet, unter Drogeneinfluss ein Fahrzeug geführt zu
haben (Urk. 13 S. 3; Urk. 37). Das pharmakologisch-toxikologische Gutachten des
Instituts für Rechtsmedizin vom 12. September 2013 ergab, dass im Blut des Be-
schuldigten Cannabis, konkret 4.2 μg/L THC bzw. 78 μg/L THC-Carbonsäure,
enthalten war (Urk. 5/5). Damit ist erstellt, dass der Beschuldigte im Zeitpunkt, als
er am 25. August 2013, 4.30 Uhr, auf der Fahrt von ... nach Hause gewesen und
in eine Polizeikontrolle gekommen war, 4.2 μg/L THC im Blut hatte.
4. Der Beschuldigte bestreitet weiter insbesondere, dass er aufgrund des Can-
nabis-Konsums fahrunfähig gewesen sei (Urk. 13 S. 3). Die Fahrunfähigkeit wird
bei 1,5 μg/L THC im Blut gesetzlich vermutet (Art. 2 Abs. 2 lit. a VRV, Art. 34 lit. a
VSKV-ASTRA; vgl. auch Urteil 6B_244/2011 vom 20. Juni 2011 E. 4.1). Wie be-
reits ausgeführt, ergibt sich aus dem pharmakologisch-toxikologische Gutachten
des Instituts für Rechtsmedizin vom 12. September 2013, dass im Blut des Be-
schuldigten Cannabis, konkret 4.2 μg/L THC bzw. 78 μg/L THC-Carbonsäure,
enthalten war (Urk. 5/5). Damit ist die Fahrunfähigkeit des Beschuldigten erstellt.
5. Der Beschuldigte macht in diesem Zusammenhang geltend, dass die Art. 2 -
2a VRV nichtig seien, da Endocannabinoide körpereigene Substanzen seien,
weshalb kein „Null-Toleranz-Wert“ festgelegt werden könne (Urk. 37; Prot. II S. 26
f.).
5.1. Verordnungen der Exekutive des Bundes können grundsätzlich daraufhin
überprüft werden, ob sie gesetz- und verfassungsmässig sind (Häfelin/Haller/Kel-
ler, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 8. Auflage, Rz. 2096). Das bedeutet,
dass diese Verordnungen von Gerichten und Verwaltungsbehörden im Zusam-
menhang mit einem konkreten Rechtsanwendungsakt vorfrageweise auf ihre
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Rechtmässigkeit, einschliesslich Verfassungsmässigkeit, hin überprüft werden
können und im Fall der Rechtswidrigkeit nicht anzuwenden haben. Wenn die Ver-
fassungswidrigkeit der zur Anwendung gelangten Norm gerügt wird, ist deren Ver-
fassungsmässigkeit nicht auf alle möglichen Konstellationen hin, sondern nur un-
ter dem Gesichtswinkel des konkreten Falles zu prüfen, und wenn sich die Rüge
als begründet erweist, ist nicht die beanstandete Norm als solche, sondern ledig-
lich den gestützt auf sie ergangenen Anwendungsakt aufzuheben (Häfelin/Hal-
ler/Keller, a.a.O., Rz. 2070 ff. mit weiteren Hinweisen).
5.2. Nach Art. 55 Abs. 7 lit. a SVG kann der Bundesrat für andere die Fahrfähig-
keit herabsetzende Substanzen (als Alkohol) festlegen, bei welchen Konzentrati-
onen im Blut unabhängig von weiteren Beweisen und individueller Verträglichkeit
Fahrunfähigkeit im Sinne des SVG angenommen wird. Dementsprechend beruht
Art. 2 Abs. 2 VRV auf einer Gesetzesdelegation. Das Bundesgericht prüfte und
entschied denn auch im Urteil 6B_136/2010 vom 2. Juli 2010 bereits, dass der
Bundesrat mit dem Erlass von Art. 2 Abs. 2 lit. a VRV bzw. das ASTRA mit dem
Erlass von Art. 34 lit. a der Verordnung zur Strassenverkehrskontrollverordnung
(VSKV-ASTRA) ihre delegierten Rechtsetzungsbefugnisse nicht überschritten hät-
ten und es die Delegationsnorm selber – Art. 55 Abs. 7 SVG – aufgrund von
Art. 190 BV nicht überprüfen könne. An dieser Auffassung hielt das Bundesgericht
in der Folge fest (vgl. Urteil 1C_862/2013 vom 2. April 2014; Urteil 6B_244/2011
vom 20. Juni 2011).
5.3. Dementsprechend ist der Auffassung des Beschuldigten, wonach Art. 2
Abs. 2 VRV die Anwendung zu versagen sei, nicht zu folgen und die Fahrunfähig-
keit ist gestützt auf diese Bestimmung zu bejahen.
6.1. Der Beschuldigte bringt sodann vor, dass der gemessene Wert von 4.2 μg/L
THC von legalen Hanfprodukten wie Hanfbier, Hanfsamen, Hanföl oder der Ge-
sichtscreme stamme und stellt einen Antrag, dass mit einem wissenschaftlichen
Gutachten abzuklären sei, ob dies möglich sei (Prot. II S. 19 ff.).
6.2. Es kann zwar nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass durch den Kon-
sum von legalen Hanfprodukten der massgebliche Grenzwert von 1,5 μg/L THC
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überschritten wird. Der Beschuldigte hatte vorliegend jedoch erwiesenermassen
4.2 μg/L THC im Blut (Erwägung III. 3.). Wie es dazu kam, ist hinsichtlich einer
Strafbarkeit im Sinne von Art. 91 SVG resp. aArt. 91 SVG nicht relevant. Sogar
wenn der Wert von 4.2 μg/L THC im Blut von in legalen Hanfprodukten enthalte-
nen THC-Rückständen stammen sollte, wäre das Verhalten strafbar. Der Be-
schuldigte hätte sodann wissen müssen (Prot. II S. 22), dass durch den Konsum
von beträchtlichen Mengen legaler Hanfprodukte der massgebliche Grenzwert
von 1,5 μg/L THC überschritten werden könnte. Überdies wurde beim Beschuldig-
ten ein Wert von 78 μg/L THC-Carbonsäure gemessen. Dass beim Beschuldigten
ein THC-Abbauprodukt festgestellt wurde, ist zwar nicht strafbar, stellt aber in die-
sem Umfang ein gewichtiges Indiz dafür dar, dass das THC zumindest nicht aus-
schliesslich von legalen Hanfprodukten stammt. Vor diesem Hintergrund ist davon
auszugehen, dass der Wert von 4.2 μg/L THC überwiegend durch den verbote-
nen Konsum von Cannabis entstanden ist. Der entsprechende Beweisantrag des
Beschuldigten betreffend wissenschaftliches Gutachten ist folglich abzuweisen.
7. Weiter macht der Beschuldigte geltend, dass die Alkoholproben ungenau
seien (Urk. 37). Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, dass er bei
seiner Fahrt einen Blutalkoholgehalt von mindestens 0.58 Gewichtspromille Alko-
hol im Blut aufgewiesen habe (Urk. 15 S. 2). Die Vorinstanz ging zugunsten des
Beschuldigten von einem Wert von 0.57 Gewichtspromille Alkohol im Blut aus
(Urk. 36 S. 8). In der Untersuchung hatte der Beschuldigte den ihm vorgehaltene
Wert von mindestens 0.58 Gewichtspromille Alkohol im Blut anerkannt (Urk. 13
S. 2). In der Atem-Alkoholprobe ergab sich bei der 1. Messung ein Wert von 0.57
und in der 2. Messung ein Wert von 0.58 (Urk. 5/1). Daraufhin wurde eine Stan-
dard-Analyse auf Ethylalkohol sowie Betäubungs- und Arzneimittel in Auftrag ge-
geben (Urk. 5/2). Gemäss Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin befanden
sich im Zeitpunkt der Blutentnahme – rund eine Stunde, nachdem der Beschuldig-
te von der Polizei angehalten worden war – 0.58 bis 0.68 Gewichtspromille Alko-
hol im Blut des Beschuldigten (Urk. 5/5; vgl. auch Urk. 5/4). Demnach befanden
sich zum Zeitpunkt der Fahrt mindestens 0.58 bis 0.68 Gewichtspromille Alkohol
im Blut des Beschuldigten. Diese Angaben sind insofern ungenau, als der exakte
Wert zum Zeitpunkt der Fahrt nicht bestimmt werden kann. Jedoch sind die ange-
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gebenen Mindest- und Maximalwerte nicht in Frage zu stellen. Nachdem die Vo-
rinstanz von einem Wert von 0.57 ausgegangen ist, ist allerdings zugunsten des
Beschuldigten hiervon auszugehen.
8. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, mit Wissen und Willen
unter Drogeneinfluss ein Motorfahrzeug geführt zu haben resp. dass er mit der
Fahrunfähigkeit zumindest habe rechnen müssen und dies bei Antritt der Fahrt
auch in Kauf genommen habe (Urk. 15 S. 2). Der Beschuldigte bestreitet diese
Darstellung. Er bestritt in der Untersuchung insbesondere, vor der Fahrt irgend-
welche Drogen konsumiert zu haben (Urk. 13 S. 2 f.). Weiter bestreitet er – wie
bereits ausgeführt – infolge Drogenkonsums fahrunfähig gewesen zu sein. Damit
bestreitet der Beschuldigte sinngemäss auch die Darstellung, dass er vorsätzlich
unter Drogeneinfluss ein Motorfahrzeug geführt habe. Diesbezüglich kann festge-
halten werden, dass der Beschuldigte im Zeitpunkt der Fahrt – wie ebenfalls be-
reits ausgeführt – 4.2 μg/L THC im Blut aufwies und damit unter Drogeneinfluss
stand. Nicht erstellt werden kann, wann vor der Fahrt der Beschuldigte und wel-
che Menge an Cannabis der Beschuldigte vor Antritt der Fahrt durch Rauchen zu
sich genommen hatte. Dass der Beschuldigte das Cannabis wissentlich und wil-
lentlich zu sich genommen hatte, ist durch die Aussage des Beschuldigten, dass
er monatlich einen Joint rauche (Urk. 3 S. 1), erstellt. Auf die Erstellung des dies-
bezüglichen subjektiven Tatbestands wird im weiteren nachfolgend im Rahmen
der rechtlichen Würdigung eingegangen.
9. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der dem Beschuldigten
vorgeworfene Sachverhalt in objektiver Hinsicht erstellt ist.
IV. Rechtliche Würdigung
1.1. Die Vorinstanz wie auch bereits die Staatsanwaltschaft würdigen das Ver-
halten des Beschuldigten in rechtlicher Hinsicht als Fahren im fahrunfähigem Zu-
stand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 SVG
und Art. 2 Abs. 2 lit. a VRV sowie im Sinne von Art. 91 Abs. 1 lit. a SVG in Ver-
bindung mit Art. 31 Abs. 2 SVG sowie Art. 2 Abs. 1 VRV sowie der Übertretung
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des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG in Verbindung
mit Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG (Urk. 15 S. 3; Urk. 36 S. 13).
1.2. Per 1. Januar 2014 ist eine revidierte Fassung von Art. 91 SVG in Kraft ge-
treten. Gemäss Art. 102 Abs. 1 SVG sind die allgemeinen Bestimmungen des
Strafgesetzbuches anwendbar, soweit das SVG keine abweichenden Vorschriften
enthält. Betreffend den zeitlichen Geltungsbereich des revidierten Art. 91 SVG
enthält das SVG keine eigene Bestimmung, weshalb die Grundsätze des Art. 2
StGB zur Anwendung gelangen. Somit ist nach der Regel der lex mitior das alte
Recht anwendbar, wenn der Täter ein Verbrechen oder Vergehen unter der Herr-
schaft des alten Rechtes begangen hat, die Beurteilung aber erst nach Inkrafttre-
ten des neuen Rechtes erfolgt, sofern das neue Recht nicht das mildere ist.
1.3. Vorliegend führt die Anwendung des am 1. Januar 2014 in Kraft getretenen
revidierten Art. 91 SVG zum gleichen Ergebnis wie die Beurteilung nach der ent-
sprechenden altrechtlichen Bestimmung. Da das neue Recht nicht milder ist,
kommt somit das alte Recht zur Anwendung.
2.1.1. Wer wegen Alkohol- und/oder Betäubungsmitteleinfluss nicht über die er-
forderliche körperliche und geistige Leistungsfähigkeit verfügt, gilt während dieser
Zeit als fahrunfähig und darf kein Fahrzeug führen (Art. 31 Abs. 2 SVG). Nach
aArt. 91 Abs. 1 SVG macht sich des Fahrens in fahrunfähigem Zustand schuldig,
wer in angetrunkenem Zustand ein Motorfahrzeug führt. Gemäss aArt. 91 Abs. 2
SVG macht sich des Fahrens in fahrunfähigem Zustand schuldig, wer aus ande-
ren Gründen fahrunfähig ist und ein Motorfahrzeug führt.
2.1.2. Wie bereits unter Erwägung III. 4. ausgeführt, wird die Fahrunfähigkeit von
Gesetzes wegen vermutet, wenn im Blut des Fahrzeuglenkers Tetrahydrocan-
nabinol von mindestens 1,5 μg/L nachgewiesen wird (Art. 2 Abs. 2 lit. a VRV
i.V.m. Art. 14 lit. a VSKV-ASTRA). Im weiteren kann auf die diesbezüglichen zu-
treffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 36 S. 9 ff.;
Art. 82 Abs. 4 StPO).
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2.1.3. Es ist erstellt, dass der Beschuldigte zum Zeitpunkt der Fahrt 0.57 Ge-
wichtspromille Alkohol im Blut aufwies. Gemäss Art. 1 Abs. 1 der Verordnung der
Bundesversammlung über Blutalkoholgrenzwerte im Strassenverkehr gilt Fahrun-
fähigkeit wegen Alkoholeinwirkung (Angetrunkenheit) in jedem Fall als erwiesen,
wenn der Fahrzeugführer eine Blutalkoholkonzentration von 0.5 oder mehr Ge-
wichtspromillen aufweist.
2.1.4. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der objektive Tatbe-
stand des Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von aArt. 91 Abs. 2 SVG
i.V.m. Art. 31 Abs. 2 SVG und Art. 2 Abs. 2 lit. a VRV sowie im Sinne von aArt. 91
Abs. 1 Satz 1 SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 2 SVG erfüllt ist.
2.2.1. Wie bereits ausgeführt (vgl. Erwägung III. 8.), bestreitet der Beschuldigte
hinsichtlich des Fahrens unter Drogeneinfluss ein vorsätzliches Handeln. Hinsicht-
lich des Fahrens unter Alkoholeinflusses lastet die Staatsanwaltschaft dem Be-
schuldigten lediglich ein fahrlässiges Handeln an.
2.2.2. Nach Art. 12 Abs. 2 StGB handelt mit direktem Vorsatz, wer die Tat mit
Wissen und Willen ausführt. Vorsätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung
der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt. Direkter Vorsatz im Sinne von Art. 12
Abs. 2 Satz 1 StGB liegt vor, wenn der Täter weiss oder als sicher voraussieht,
dass sein Handeln zur Verwirklichung des Tatbestandes führt. Eventualvorsatz im
Sinne von Art. 12 Abs. 2 Satz 2 StGB ist gegeben, wenn der Täter den Eintritt des
Erfolgs bzw. die Tatbestandsverwirklichung für möglich hält, aber dennoch han-
delt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt, sich mit ihm ab-
findet, mag er ihm auch unerwünscht sein. Der eventualvorsätzlich handelnde Tä-
ter weiss um die Möglichkeit, das Risiko der Tatbestandsverwirklichung. Auch der
bewusst fahrlässig handelnde Täter erkennt dieses Risiko. Insoweit, d.h. hinsicht-
lich des Wissensmoments, besteht mithin zwischen Eventualvorsatz und bewuss-
ter Fahrlässigkeit Übereinstimmung. Der Unterschied liegt beim Willensmoment.
Der bewusst fahrlässig handelnde Täter vertraut (aus pflichtwidriger Unvorsichtig-
keit) darauf, dass der von ihm als möglich vorausgesehene Erfolg nicht eintreten,
das Risiko der Tatbestandserfüllung sich nicht verwirklichen werde. Der eventual-
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vorsätzlich handelnde Täter nimmt hingegen den als möglich erkannten Erfolg für
den Fall seines Eintritts in Kauf, findet sich damit ab (BGE 125 IV 242 E. 3c).
2.2.3. Es konnte dem Beschuldigten nicht nachgewiesen werden, dass er kurz
vor Antritt der Fahrt Cannabis durch Rauchen zu sich genommen hatte. Der Zeit-
punkt des Cannabiskonsums blieb offen. Damit kann aber dem Beschuldigten
kein vorsätzliches Handeln nachgewiesen werden. Jedoch hätte der Beschuldig-
te, nachdem er wissentlich und willentlich das Cannabis durch Rauchen zu sich
genommen hatte, bei der Sorgfalt, wie dies von einem verantwortungsvollen Au-
tomobilisten erwartet werden darf, diese Fahrunfähigkeit infolge Cannabiskon-
sums bedenken und in groben Zügen vorhersehen und bei pflichtgemässem Ver-
halten auch vermeiden können. Es muss deshalb zugunsten des Beschuldigten
auch diesbezüglich von einem fahrlässigen Handeln ausgegangen werden.
2.3. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sich der Beschuldigte
des fahrlässigen Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von aArt. 91 Abs. 2
SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 2 SVG und Art. 2 Abs. 2 lit. a VRV sowie Art. 100 Ziff. 1
Abs. 1 SVG sowie im Sinne von aArt. 91 Abs. 1 Satz 1 SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 2
SVG und Art. 2 Abs. 1 VRV sowie Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG schuldig gemacht
hat.
3.1. Die Vorinstanz würdigt das Verhalten des Beschuldigten sodann in rechtli-
cher Hinsicht auch als Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von
Art. 19a Ziff. 1 BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG (Urk. 36
S. 13).
3.2. Gemäss eingeklagtem und erstelltem Sachverhalt hatte der Beschuldigte zu
einem nicht mehr näher bestimmbaren Zeitpunkt vor der Fahrt vom Sonntag,
25. August 2013, an einem nicht näher bestimmbaren Ort, wissentlich und willent-
lich eine nicht mehr näher bestimmbare Menge Cannabis durch Rauchen konsu-
miert (Urk. 15 S. 3). Dadurch hat sich der Beschuldigte des unbefugten vorsätzli-
chen Betäubungsmittelkonsums im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig ge-
macht. Der unbefugte Besitz, die unbefugte Aufbewahrung, der unbefugte Erwerb
und/oder das unbefugte Erlangen auf andere Weise im Sinne von Art. 19 Abs. 1
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lit. d BetmG ist in der Anklageschrift nicht umschrieben (Urk. 15 S. 2 f.), weshalb
eine Bestrafung nach Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG ausser Betracht fällt. Soweit die
Vorinstanz davon ausgeht, dass der Beschuldigte im Besitz eines Minigrips ge-
wesen sei (Urk. 36 S. 12 f.), verletzt sie das Anklageprinzip, da dem Beschuldig-
ten ein solches Verhalten in der Anklageschrift nicht vorgeworfen wird.
3.3. Dementsprechend ist der Beschuldigte weiter der Übertretung des Betäu-
bungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig zu sprechen.
4.1. Der Beschuldigte verweist auf die zwei Strafbefreiungsgründe von Art. 52
StGB und Art. 53 StGB und macht in diesem Zusammenhang geltend, dass mit
einem Wert von 4.2 μg/L THC die Geringfügigkeit vorliegend gegeben sei (Prot. II
S. 7).
4.2. Art. 53 StGB (Wiedergutmachung) kann vorliegend mangels Vorliegen der
entsprechenden Voraussetzungen von vornherein keine Anwendung finden. Ge-
mäss Art. 52 StGB ist von einer Bestrafung abzusehen, wenn Schuld und Tatfol-
gen geringfügig sind. Beide Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein. Der
Grad des Verschuldens des Täters richtet sich nach den in Art. 47 StGB aufge-
zählten Strafzumessungskriterien. Unter Tatfolgen ist allerdings nicht nur der tat-
bestandsmässige Erfolg gemeint, sondern sie betreffen sämtliche Auswirkungen
der Tat, die vom Beschuldigten verschuldet wurden (BSK StGB I - Riklin,
3. Auflage, Zürich 2013, Art. 52 N 15, 17 und N 19). Laut Bundesgericht habe der
Gesetzgeber mit Art. 52 StGB nicht beabsichtigt, dass bei allen Bagatellstraftaten
generell auf eine strafrechtliche Sanktion verzichtet werde, sondern dass eine
Strafbefreiung nur dann in Frage komme, wenn keinerlei Strafbedürfnis bestehe
(BGE 135 IV 130 E. 5.3.2 S. 135). Für einen Verzicht auf Bestrafung setzt das
Bundesgericht voraus, dass das Verhalten des Täters im Quervergleich zu typi-
schen unter dieselbe Gesetzesbestimmung fallenden Taten insgesamt vom Ver-
schulden wie von den Tatfolgen her als unerheblich erscheine, so dass die Straf-
bedürftigkeit offensichtlich fehle (BGE 135 IV 130 E. 5.3.3 S. 136). Um die Straf-
bedürftigkeit zu eruieren, stellt das Bundesgericht auch auf generalpräventive As-
pekte ab (BGE 138 IV 13 E. 9 S. 28). Daraus erhellt, dass das Bundesgericht bei
der Frage der Anwendbarkeit von Art. 52 StGB weniger auf die absolute Delikt-
- 15 -
schwere als vielmehr auf einen Vergleich mit anderen unter den gleichen Tatbe-
stand fallenden Taten abstellt.
4.3. Auch wenn die Tatfolgen als gering und die Schuld des Beschuldigten als
leicht zu qualifizieren ist (Erwägung V. 2.4), genügt dies allein jedoch nicht für ei-
ne Anwendung von Art. 52 StGB. Für einen Verzicht auf Bestrafung ist, wie sich
auch aus der Regeste zu Art. 52 StGB ergibt, zusätzlich erforderlich, dass kein
Strafbedürfnis besteht. Dabei stellt das Bundesgericht auch auf generalpräventive
Überlegungen ab, welche im vorliegenden Fall gegen eine Anwendung von
Art. 52 StGB sprechen. Ein Verzicht auf eine Bestrafung würde nämlich das Sig-
nal aussenden, dass die Gefährdung der Verkehrssicherheit und der Verkehrs-
teilnehmer durch Fahren im fahrunfähigen Zustand nicht zu einer Bestrafung
führt, wenn die Grenzwerte nur geringfügig überschritten werden. Dies würde dem
Willen des Gesetzgebers widersprechen.
4.4. Demnach ist festzuhalten, dass weder in Anwendung von Art. 53 StGB noch
von Art. 52 StGB auf eine Bestrafung des Beschuldigten verzichtet werden kann.
V. Strafzumessung
1.1. Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für
mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht gemäss Art. 49
Abs. 1 StGB zu der Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen.
Es darf jedoch das Höchstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die
Hälfte erhöhen. Dabei ist es an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebun-
den.
1.2. Vorliegend hat sich der Beschuldigte des fahrlässigen Fahrens in fahrunfä-
higem Zustand im Sinne von aArt. 91 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 2 SVG und
Art. 2 Abs. 2 lit. a VRV sowie Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG, des fahrlässigen Fah-
rens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von aArt. 91 Abs. 1 Satz 1 SVG i.V.m.
Art. 31 Abs. 2 SVG Art. 2 Abs. 1 VRV sowie Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG und der
Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG
- 16 -
schuldig gemacht hat. Der Verstoss gegen aArt. 91 Abs. 2 SVG wird mit Frei-
heitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Der Verstoss gegen
aArt. 91 Abs. 1 Satz 1 SVG wird mit Busse bestraft, ebenso die Übertretung des
Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG.
1.3. Liegen für die vorliegenden Delikte ungleichartige Strafen vor, ist die Bildung
einer Gesamtstrafe nicht möglich; die Strafen sind kumulativ zu verhängen (BGE
138 IV 120 E. 5.2).
1.4. Gemäss Art. 47 StGB ist die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu
bemessen. Es wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des be-
troffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen
und Zielen der straffälligen Person sowie danach bestimmt, wie weit sie nach den
inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verlet-
zung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Mit zu berücksichtigen sind aber auch
das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf
das Leben der Angeklagten. Sodann kann auf die zutreffenden Ausführungen der
Vorinstanz zur Bemessung des Verschuldens beim Fahren in angetrunkenem Zu-
stand verwiesen werden (Urk. 36 S. 15 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
1.5. Der Begriff des Verschuldens muss sich auf den gesamten Unrechts- und
Schuldgehalt der konkreten Straftat beziehen. Zu unterscheiden ist zwischen der
Tat- und der Täterkomponente. Bei der Tatkomponente sind das Ausmass des
verschuldeten Erfolgs, die Art und Weise der Herbeiführung dieses Erfolgs, die
Willensrichtung, mit der der Täter gehandelt hat und die Beweggründe des Schul-
digen zu beachten. Die Täterkomponente umfasst die persönlichen Verhältnisse,
das Vorleben (insbesondere frühere Straftaten), die Beweggründe und Ziele und
das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren, insbesondere gezeigte Reue
und Einsicht, oder ein abgelegtes Geständnis (vgl. BSK StGB I - Wiprächtiger/
Keller, 3. Auflage, Basel 2013, Art. 47 N 90 ff.).
2.1. Fahren in fahrunfähigem Zustand im Sinne von aArt. 91 Abs. 2 SVG wird mit
Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Strafschärfungs- und
Strafmilderungsgründe liegen nicht vor. Damit ergibt sich ein theoretischer Straf-
- 17 -
rahmen von einer Geldstrafe von einem Tagessatz bis zu einer Freiheitsstrafe von
drei Jahren.
2.2. Das objektiven Tatverschulden des Fahrens in fahrunfähigem Zustand im
Sinne von aArt. 91 Abs. 2 SVG wiegt noch leicht. Zwar weist die Vorinstanz zu-
treffend darauf hin, dass es sich beim Fahren in fahrunfähigem Zustand keines-
wegs um ein Kavaliersdelikt handelt und der Beschuldigte durch seine Fahrunfä-
higkeit eine Gefährdung für sich und andere Verkehrsteilnehmer schuf (Urk. 36
S. 16). Jedoch muss zugunsten des Beschuldigten davon ausgegangen werden,
dass der Cannabiskonsum bei Antritt der Fahrt schon einige Zeit zurücklag und er
einen relativ tiefen THC-Wert von 4.2 μg/l aufwies.
2.3. Beim subjektiven Verschulden ist jedoch abweichend von der Vorinstanz zu
berücksichtigen, dass dem Beschuldigten lediglich eine fahrlässige Begehung
vorgehalten werden kann und sein Verhalten wohl lediglich auf Gedankenlosigkeit
zurückzuführen ist.
2.4. Insgesamt kann deshalb das Tatverschulden des Beschuldigten als leicht
bezeichnet werden. Abweichend von der Vorinstanz ist die Einsatzstrafe unter Be-
rücksichtigung der objektiven und subjektiven Tatschwere auf 12 Tagessätze
(oder Tage) festzusetzen.
2.5. Zu den persönlichen Verhältnissen und dem Vorleben kann auf die Ausfüh-
rungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 36 S. 17), wobei die diesbezügli-
chen Ausführungen insoweit zu korrigieren sind, als dem Beschuldigten vor dem
eingeklagten Ereignis einmal der Führerausweis entzogen worden war (Urk. 7/3).
Dennoch wirkt sich dieser getrübte automobilistische Leumund leicht straferhö-
hend aus. Sodann ist leicht straferhöhend zu berücksichtigen, dass sich der Be-
schuldigte hinsichtlich des Fahrens unter Drogeneinfluss uneinsichtig zeigte. An-
sonsten können aus den persönlichen Verhältnissen und dem Vorleben keine
weiteren Straferhöhungs- oder Strafminderungsgründe abgeleitet werden. Es
rechtfertigt sich deshalb, die Einsatzstrafe gestützt auf die Täterkomponente um 2
Tagessätze (oder Tage) zu erhöhen.
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2.6. In Würdigung aller massgeblicher Strafzumessungskriterien ist die Strafe auf
14 Tagessätze (oder Tage) festzulegen. Gemäss Art. 40 StGB beträgt die Dauer
der Freiheitsstrafe in der Regel mindestens sechs Monate. Im weiteren kann auf
die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zur Geldstrafe (Urk. 36 S. 13 f.)
verwiesen werden. Nachdem sodann die Staatsanwaltschaft auf Anschlussberu-
fung verzichtet hat, kann dem Beschuldigten auch aufgrund des Verschlechte-
rungsverbots von vornherein keine Freiheitsstrafe auferlegt werden. Es ist somit
eine Geldstrafe auszusprechen.
2.7. Die Höhe des Tagessatzes richtet sich nach den persönlichen und wirt-
schaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach
Einkommen und – soweit er davon lebt – Vermögen, ferner nach seinem Lebens-
aufwand, allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten und nach dem Exis-
tenzminimum (Art. 34 Abs. 2 StGB). Ausgangspunkt für die Tagessatzberechnung
ist das Einkommen, welches dem Täter durchschnittlich an einem Tag zufliesst.
Abzuziehen ist, was gesetzlich geschuldet ist oder dem Täter wirtschaftlich nicht
zufliesst, so etwa die laufenden Steuern und die obligatorischen Versicherungs-
beiträge. Ausserdem ist das Nettoeinkommen um die Unterhalts- und Unterstüt-
zungsbeiträge zu reduzieren, soweit der Verurteilte ihnen tatsächlich nachkommt.
Nicht zu berücksichtigen sind Schulden und in der Regel auch nicht die Wohnkos-
ten (BGE 134 IV 60 E. 6. S. 68 ff.).
2.8. Vor Vorinstanz führte der Beschuldigte aus, dass er ein Einkommen in Höhe
von rund Fr. 2‘400.– erziele. Er habe weder Schulden noch Vermögen, werde
teilweise von seiner Mutter unterstützt und habe sehr tiefe Fixkosten. Er habe kei-
ne Unterstützungspflichten (Prot. I S. 5 f.). Anlässlich der heutigen Berufungsver-
handlung gab der Beschuldigte an, dass er ledig sei und keine Kinder habe. Er
lebe von der Sozialhilfe und habe weder Vermögen noch Schulden. Seine Woh-
nungskosten beliefen sich auf Fr. 910.– (Prot. II S. 12 f.). Angesichts dieser finan-
zieller Verhältnisse rechtfertigt es sich, abweichend von der Vorinstanz den Ta-
gessatz auf Fr. 30.– festzulegen.
3.1. Für die begangenen Übertretungen ist der Beschuldigte sodann zusätzlich
mit einer Busse zu bestrafen. Das Gericht bemisst die Busse nach den Verhält-
- 19 -
nissen des Täters so, dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden an-
gemessen ist (Art. 106 Abs. 3 StGB).
3.2. Da vorliegend eine Bestrafung nach Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG ausser Be-
tracht fällt (Erwägung IV. 3.2.), wäre für den alleinigen Konsum von Cannabis eine
Busse in der Höhe von Fr. 100.– auszufällen (Art. 19a Ziff. 1 BetmG i.V.m.
Art. 28b Abs. 1 und 2 BetmG sowie Art. 26 BetmG i.V.m. Art. 2 Abs. 2 StGB). So-
dann ist für das fahrlässige Fahren in fahrunfähigem Zustand im Sinne von
aArt. 91 Abs. 1 Satz 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 SVG und Art. 2
Abs. 1 VRV eine Busse auszusprechen. Die Vorinstanz hat das Verschulden des
Beschuldigten in Bezug auf das fahrlässige Fahren in fahrunfähigem Zustand un-
ter Alkoholeinfluss zu milde beurteilt. Sie hat insbesondere zu wenig berücksich-
tigt, dass der Beschuldigte mit 0.57 Gewichtspromillen zwar einen Blutalkoholge-
halt im unteren Viertel der nicht qualifizierten Blutalkoholkonzentration aufwies
(aArt. 91 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 55 Abs. 6 SVG und Art. 1 Abs. 1 der Verordnung
der Bundesversammlung über Blutalkoholgrenzwerte im Strassenverkehr), dies
jedoch bei einer maximal zulässigen Bussenhöhe von Fr. 10'000.– (Art. 102
Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 106 Abs. 1 StGB).
3.3. Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf das Verbot der reformatio in peius
(Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO) erscheint auch unter Berücksichtigung der verän-
derten finanziellen Verhältnissen eine Busse von Fr. 500.– als dem Verschulden
angemessen.
3.4. Für den Fall, dass der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht bezahlt, ist
eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen festzulegen (Art. 106 Abs. 2 und 3 StGB).
4. Der Beschuldigte ist somit mit einer Geldstrafe von 14 Tagessätzen zu
Fr. 30.– sowie mit einer Busse von Fr. 500.– zu bestrafen.
VI. Vollzug
Was den Vollzug der Geldstrafe anbelangt, kann nur schon aufgrund des Ver-
schlechterungsverbots nicht vom vorinstanzlichen Entscheid abgewichen werden
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(Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO). Die Festlegung der Probezeit auf 3 Jahre erscheint
aufgrund des nicht ganz ungetrübten Leumunds als angemessen. Entsprechend
ist der Vollzug der Geldstrafe aufzuschieben und eine Probezeit von drei Jahren
anzusetzen. Die Busse ist zu bezahlen (Art. 105 Abs. 1 StGB).
VII. Beschlagnahme und Einziehung
1. Die Kantonspolizei Zürich hat am 25. August 2013 ein Minigrip mit Marihua-
na-Rückständen sichergestellt (Urk. 4). Die Vorinstanz ordnete gestützt auf
Art. 70 StGB an, dass dieses Minigrip einzuziehen und zu vernichten sei (Urk. 36
S. 20).
2. Das Gericht verfügt ohne Rücksicht auf die Strafbarkeit einer bestimmten
Person die Einziehung von Gegenständen, die zur Begehung einer Straftat ge-
dient haben oder bestimmt waren oder die durch eine Straftat hervorgebracht
worden sind, wenn diese Gegenstände die Sicherheit von Menschen, die Sittlich-
keit oder die öffentliche Ordnung gefährden (Art. 69 Abs. 1 StGB). An diese Ge-
fährdung sind keine überhöhten Anforderungen zu stellen (BGE 125 IV 185 E. 2.).
Das Gericht kann anordnen, dass die eingezogenen Gegenstände unbrauchbar
gemacht oder vernichtet werden (Art. 69 Abs. 2 StGB).
3. Die Voraussetzungen für eine Einziehung gemäss Art. 69 StGB sind vorlie-
gend gegeben und es rechtfertigt sich, die Vernichtung anzuordnen.
VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Der Beschuldigte obsiegt mit seiner Berufung nur hinsichtlich der Höhe der
auszufällenden Strafe. Dieser Punkt ist gesamthaft gesehen jedoch von unterge-
ordneter Bedeutung. Dementsprechend sind die erstinstanzliche Kostenfestset-
zung und Kostenauflage (Dispositivziffern 6 und 7) zu bestätigten (Art. 428 Abs. 3
StPO).
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2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe
ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Für das Berufungsver-
fahren rechtfertigt es sich bei diesem Ausgang die Kosten zu zwei Dritteln dem
Beschuldigten aufzuerlegen und zu einem Drittel auf die Gerichtskasse zu neh-
men.
3. Mangels relevanter Umtriebe ist dem Beschuldigten, der keiner Erwerbstä-
tigkeit nachgeht, keine Entschädigung zuzusprechen