Decision ID: f7055b6a-4fbf-423b-ae9b-22d2c87c4b07
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1963, war vom 1. April 1986 an als Maurer bei der
Y._
AG tätig (Urk.
6
/4/3,
6
/8/1).
Am 29. März 1989 erlitt er infolge eines Selbstunfalls mit einem Motorfahrzeug in
Z._
eine Fraktur des ersten Lendenwirbels (vgl. Urk.
6
/
81
). Nach einer Umschulung zum
Elektronik
monteur
(März 1990 bis Juli 1994; vgl. Urk.
6
/16, Urk.
6
/39, Urk.
6
/5
7, 6/60-61
, Urk.
6
/6
7-68
, Urk.
6
/7
5, Urk. 6/78
), einem Sturz von der Leiter am 30. Dezember 1995 sowie nach einem Sturz auf nassem Boden am 21. März 1997 (beide Unfälle nicht versichert; vgl. Urk.
6
/9/5, Urk.
6
/7
9/2-3
, Urk.
6
/8
9
/3) meldete er sich am 12. Januar 1998 unter Hinweis auf ein chronisches
lumbo
-
spondylogenes
Syndrom rechts bei Status nach
Lendenwirbel
körper
frakturen
und bei Wirbelsäulenfehlform sowie unter Hinweis auf eine depressive Verstimmung bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Bezug einer halben Rente an (Urk.
6
/84/3).
Die
Sozi
alversicherungsanstalt
des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 56 % mit Verfügung vom 16. November 1999 mit
Wirkung ab 1.
März 1998
eine
halbe
Invalidenrente zu (Urk.
6
/1
13
). Dies insbe
sondere gestützt auf das
multidisziplinäre Gutachten der MEDAS
A._
vom 2. Juli 1999 (Urk.
6
/9), in wel
chem eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1), eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) sowie ein Status nach posttrau
matischer LWK1-Fraktur im März 1989 sowie BWK2-Fraktur im Dezember 1995 diagnostiziert wurden, wobei sämtlichen Diagnosen Einfluss auf die Arbeitsfä
higkeit zugemessen wurde (Urk.
6
/9/9).
1.2
Mit Verfügung vom 6. Februar 2002 erhöhte die IV-Stelle die
bisherige halbe Rente
mit Wirkung per 1. Januar 2002
bei eine
r
durch den Bericht eines Psychi
aters attestierten vollumfänglichen
Arbeitsunfähigkeit
auf eine ganze
Rente
(Urk.
6
/
12
6
).
Nach Einholung des Revisionsfragebogens (Urk.
6
/1
34
) sowie des Berichtes von Dr. med.
B._
, Facharzt für Rheumaerkrankungen (Urk.
6
/13
7
), bestätigte die IV-Stelle die bisherige ganze Rente bei unverändertem Invaliditätsgrad mit Mitteilung vom 8. März 2007 (Urk.
6
/13
9
).
1.3
Anlässlich eines im Januar 2012 eingeleiteten Revisionsverfahrens (Urk.
6
/1
50
ff.)
holte die
IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto des Versicher
ten (IK-Auszug,
Urk.
6
/1
51
), bei Dr.
B._
den Bericht vom 30. März 2012
(Urk.
6
/
1
53
) sowie eine Stellungnahme des
Regi
onalen Ärztlichen Dienstes (RAD;
Urk.
6
/
172
/4-5) ein
und hob die Rente nach durchgeführtem
Vorbescheidver
fahren
(Urk.
6
/1
73
ff.), in dessen Rahmen sie einen Bericht der Klinik
C._
(Urk.
6
/1
92
/5-6) zu den Akten nahm,
ge
stützt auf die Schlussbestimmung a. der Änderung des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG) vom 1
8.
März 2011 auf (Verfügung vom
4. Juli
2013;
Urk.
6
/1
94
).
1.4
Gegen die
Verfügung vom
4. Juli
2013
erhob
X._
am 9. September 2013 Besch
werde.
Diese wurde vom Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil IV.201
3
.00
763
vom
20. August 2014
in dem Sinne gutgeheis
sen, dass die
angefochtene
Ver
fügung vom
4. Juli 2013
aufgeho
ben und die Sache an die IV-Stelle zur weiteren Abklä
rung und neuen Verfü
gung zurück
gewiesen wurde (Urk.
6/222
).
1.
5
In Nachachtung dieses Urteils vom
20. August 2014
holte die IV-Stelle
das
poly
disziplinäre
Gutachten des
D._
vom 2. Juni 2015 (Urk. 6/252)
einschliesslich
das neuropsychologische Teilgutachten vom 12. April 2015 (Urk. 6/254)
ein
.
Gestützt
auf die Ergebnisse der Begutach
tung
führte die IV-Stelle einen Einkommensvergleich durch (Urk. 6/258) und stellte dem Versicherten m
it Vorbescheid vom
1. September 2015
die
Aufhe
bung seiner Invalidenrente
in Aussicht (Urk.
6/259
). Hiergegen erhob
der
Versi
cherte am
13. September 2015
Einwand
(Urk. 6/263)
. Am 2
0
.
Oktober
2015 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinn (Urk.
6/266
= Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 20. Oktober 2015 erhob der
Versicherte
am 23. November 2015
unter Beilage des Berichts von
Dr. med.
E._
,
Facharzt
für
Psychiatrie und Psychothera
pie
, vom 19. November 2015 (Urk. 3)
Beschwerde
und bean
tragte
die
ersatzlose
Aufhebung der angefochtenen Verfü
gung
(Urk. 1 S. 2).
In der
Be
schwerdeantwort vom
11. Januar 2016
schloss
die IV-Stelle
auf
Abweisung der Beschwerde (Urk.
5
).
Mit Replik vom
28
.
April 2016
(Urk.
11)
hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest
, beantragte zudem den
Beizug
weiterer Berichte behandelnder Ärzte,
und reichte
weitere medi
zinische Berichte
ein
(Urk.
12/1-2)
.
Die Beschwerdegegnerin
verzichtete am 1
2.
Mai 2016 auf das Einreichen einer Duplik
(Urk.
1
5
).
Die
s
wurde dem Beschwerdeführer
am 13. Mai 2016 mitgeteilt
(Urk.
16
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit
erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbsunfä
higkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglie
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Nach
lit
. a
Abs.
1 der am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen
Schlussbestimmun
gen
der Änderung vom 18. März 2011 des IVG (6. IV-Revision, erstes
Mass
nahmenpaket
; kurz:
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG 6. IV-Revision
) werden Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Artikel 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgeho
ben, auch wenn die Voraussetzungen von Artikel 17 Absatz 1 ATSG nicht erfüllt sind. Diese Bestimmung ist verfassungs- und EMRK-konform (BGE 139 V 547 E. 3).
Laufende Renten sind vom Anwendungsbereich von
lit
. a
Abs.
1
SchlB
zur
6. IV-Revision nur ausgenommen, wenn und soweit sie auf erklärbaren Beschwer
den, das heisst auf einer nachweisbaren objektivierbaren Grundlage beruhen. Lassen sich unklare von erklärbaren Beschwerden trennen, können die
Schluss
bestimmungen
der 6. IV-Revision auf erstere Anwendung finden
(BGE 140 V 197 E. 6.2, in Präzisierung u.a. von
BGE 139 V 547
E. 10.1.1;
vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_738/2013 vom 8. April 2014 E. 3.1.2.1 mit Hinweis).
1.3
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu
würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arzt
-
berichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt,
gemäss dem Gutachten des
D._
vom
2.
Juni 2015 sei dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit nicht mehr zumutbar, eine leichte, wechselbelastende jedoch schon. Dies mit einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit um 20
%
aus somatischer Sicht. Die uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
sei unter Berück
sichtigung der Rechtsprechung (BGE 141 V 281) nachvollziehbar. Beim
Ein
kommensvergleich
nahm die Beschwerdegegnerin einen Leidensabzug von 10
%
vor und gelangte so zu einem nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 36
%
(Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer wandte hiergegen ein,
die
D._
-Gutachter hätten mehrere Male von Symptomausweitungen, Aggravation und Widersprüchen gesprochen, was dem neuropsychologischen Teilgutachten widerspreche und nicht plausibel sei (Urk. 1 S. 3-4). Ebenso wenig sei nachvollziehbar, dass die Schmerzen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sein sollen, aber die angestammte Tätigkeit dennoch nicht mehr zumutbar sei.
I
m Gutachten
werde er
als ganz anderer Mensch beschr
ieben als von
Dr.
F._
und Dr.
E._
, wobei in der Tat ein sozialer Rückzug vorliege. Es sei befremdend, dass das
D._
keine affektive Beeinträchtigung festgestellt habe
(Urk. 1 S. 4
-5
).
Zur Frage der
Über
windbarkeit
der Schmerzen und zu seiner affektiven Lage sei bei der
unein
-
heit
lichen
Aktenlage ein Obergutachten einzuholen
(Urk. 1 S. 6).
In der Replik wies er zudem darauf hin, dass er wegen konvulsiver Synkopen während drei Tagen habe hospitalisiert werden müssen und zu 60
%
arbeitsunfähig sei (Urk. 11 S. 2).
3.
3.1
Mit Urteil des hiesigen Gerichts
IV.2013.00763
vom
20. August 2014 wurde bereits festgehalten, dass die Beschwerdegegnerin die laufende Rente, soweit sie auf nicht erklärbaren Beschwerden beruht, zu Recht unter dem Titel der Schlussbestimmung a. der Änderung d
e
s IVG vom 18. März 2011 einer
Neube
urteilung
unterzogen hat (Urk. 6/222/
7
E. 3.3).
Ferner wurde darauf hingewie
sen, dass zu prüfen sei, ob die Voraussetzungen für einen Rentenbezug aktuell gegeben seien (Urk. 6/222/7 E. 4.1).
Da die damals vorliegenden Akten keine schlüssige Beurteilung des Rentenanspruchs erlaubten, wurde d
ie Sache
zur Durchführung einer interdisziplinären Begutachtung an die IV-Stelle zurückge
wiesen (Urk. 6/222/11 E. 5.4).
3.2
3.2.1
In Nachachtung des genannten Urteils holte die IV-Stelle das
D._
-
Gutachten
vom
2.
Juni 2015 (Urk. 6/252)
ein.
Das Gutachten des
D._
stützte sich auf die
Vorakten
inklusive Vorgeschichte gemäss Aktenlage
,
die anlässlich der Begutach
tung erhobene Anamnese,
die fachärztlich erhobe
nen Befunde
und Ergeb
nisse der Untersuchungen, die Beobachtungen im Verhalten des Beschwerde
führers
sowie die Angaben des Beschwer
de
führers zu seinem Leiden. Sodann erfolgte - nebst der
rheumatologischen
(Urk. 6/
252/43-
45
),
der neurolo
gischen (Urk. 6/252/52-57), der neuropsychologischen (Urk. 6/252/63-
6
4)
und
der psychiatri
schen (Urk. 6/
252/79-92)
- eine interdisziplinäre Beurteilung und Beantwortung der Fragen (Urk. 6/
252/93-104
).
3.2.2
Die Gutachter führten aus,
aus
chirurgisch-allgemeinmedizinische
r
Sicht
lasse sich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen, weder in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit noch in einer dem Alter und dem Habitus angepassten Verweistätigkeit
(Urk. 6/252/97)
.
3.2.3
Auf dem rheumatologischen Gebiet bestehe bei Status nach
Deckplatten
-
impressi
onsfraktur
LWK1 und Kneifzangenfraktur LWK2 eine geringe Rest
-
kyphose
thorakolumbal
und an der oberen Lendenwirbelsäule. Dies führe zu einer biomechanisch ungünstigen Belastung, welche durch die konse
kutive Streckhaltung lumbal zusätzlich beeinflusst werde.
Es resultiere eine anhaltende
und bleibende Belastbarkeitseinschränkung, welche durch die
Spon
dylarthrose
-
bildung
vor allem im Segment LWK5/SWK1 zusätzlich verstärkt werde. Das
thorakolumbal
e
und lumbale Achsenskelett sei insgesamt gut kom
pensiert. Es bestünden mehrere Diskrepanzen mit Hinweis für eine
bewusst
seinsnahe
Schmerzverdeutlichung. Für die wirbelsäulenbelastende angestammte Tätigkeit als Maurer
lieg
e eine bleibende 100%ige Arbeitsunfähigkeit
vor
. Für eine behinderungsangepasste Verweistätigkeit ohne repetitive
Gewichtsbelas
tungen
über 15 Kilogramm, ohne repetitive
vornübergebückte
Arbeitsabläufe und ohne
monoton stehende oder sitzende Arbeitsabläufe, mit ideal
erweise der Möglichkeit zum
Wechsel
n
zwischen Stehen und Sitzen, bestehe aufgrund von vermehrt notwendigen Pausen eine 80%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/252/97).
3.2.4
Aus neurologischer Sicht hielten
d
ie
D._
-Gutachter
fest, die laut dem Beschwer
deführer seit Jahren bestehenden, th
e
rapieresistenten
thorako
lumbalen
Schmerzen mit Ausstrahlung in die rechte unter
e
E
xtremitä
t
und begleitet von diffusen Sensibi
litätsstörungen und Missempfind
ungen liessen sich
organ-pathologisch
nicht erklären. Das Ausmass der lumbalen Schmerzen und der pathologischen objektiven Befunde der Lendenwirbelsäule kontrastiere mit dem unauffälligen MRI-Befund
und den unauffälligen Ergeb
nissen in der
elektro
physiologischen
Zusatzdiagnostik. In diesem Zusammenhang werde auf erhebli
che Inkonsistenzen und Diskrepanzen im Rahmen der Exploration und der klinisch-neurologischen Untersuchung verwiesen.
Radikuläre
Zeichen hätten ausgeschlossen werden können. Die vom Beschwerdeführer vorgetragenen Kopfschmerzen entsprächen am ehesten phänomenologisch einem häufig auf
tretenden episodischen Kopfschmerz vom Spannungstyp. Auf dem neurologi
schen Fachgebiet sei der Beschwerdeführer weder in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Maurer und Fischverkäufer noch in einer angepassten Tätigkeit eingeschränkt (Urk. 6/252/97).
3.2.5
In der neuropsychologischen Exploration hätten sich leichte, die
Aufmerksam
keitsfunktionen
betreffende neuropsychologische Funktions
störun
gen gezeigt. Entsprechend sei ein Fahreignungstest zu empfehlen. Die kognitiven Anforde
rungen einer Berufstätigkeit, die seiner letzten Anstellung entspreche, könne er hingegen bewältigen (Urk. 6/252/98).
3.2.6
Aus psychiatrischer Sicht bestünden im objektiven psychopathologischen Befund in Anlehnung an die AMDP-Richtlinien keine psychopathologischen Auffälligkeiten. Die Kardinalsymptome einer Depression seien nicht gegeben. Hingegen lägen erhebliche Inkonsistenzen und ein ausgesprochen
selbstlimitie
rendes
Verhalten vor. Analog den Parametern der funktionellen Leistungsfähig
keit in Anlehnung an den Mini-ICF-P seien die Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen, die Fähigkeit zur Pla
n
ung und Strukturierung von Aufga
ben, die Flexibilität/Umstellungsfähigkeit, die Durchhaltefähigkeit, die Kon
taktfähigkeit zu Dritten/
Selbstbehauptungs
fähigkeit
, die Fähigkeit zu ausserbe
ruflichen Aktivitäten und die Wegefähigkeit nicht eingeschränkt. Die diagnos
tischen Kriterien einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.40) seien nicht erfüllt. Stattdessen sei von einer chronischen
Schmerz
störung
mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) auszuge
hen. Die Ausprägung der Störung sei beim Beschwerdeführer im Vergleich zu
ähnlichen Störungsbildern als objektiv leicht einzustufen. Es könne von einer tatsächlichen Überwindbarkeit
der subjektiv erlebten Defizite aus medizinischer Sicht ausgegangen werden. Aus psychiatrischer Sicht bestehe somit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten (Urk. 6/252/98).
3.2.7
Gesamthaft gelangten die Gutachter zum Schluss, in einer dem aus rheumatolo
gischer Sicht formulierten Zumutbarkeitsprofil
entsprechenden Tätigkeit sei der Beschwerdeführer noch zu 80
%
arbeitsfähig. In den übrigen Fachgebieten sei er nicht eingeschränkt (Urk. 6/252/99). Diese Beurteilung gelte bereits seit der
im Jahr 1990 erfolgten Kündigung (Urk. 6/252/99-100).
3.3
RAD-Ärztin Dr. med.
G._
, Fachärztin für
Arbeitsmedizin und Allgemeinmedizin, hielt am
9. Juni 201
5
fest,
das
D._
-Gutachten sei beweis
kräftig und es stütze die Einschätzung des RAD vom 19. Juli 201
2.
Bereits laut dem MEDAS-Gutachten des
H._
vom 9. Juli 1990 habe die Vermittlung des psychosomatischen
Krankheitsverständisses
im Vordergrund gestanden. Aus der Beobachtung des Verhaltens des Beschwerdeführers
bei der aktuellen Begutachtung
hätten sich zahlreiche Diskrepanzen ergeben. So seien die demonstrierte Schwäche bei der Kraftprüfung im Bereich der Hände sowie die fehlende Kraft im Bereich der Beine nicht nachvollziehbar.
Die Muskulatur im Bereich der Beine sei ausgesprochen kräftig, obwohl Schmerzhaftigkeit und Schonung angegeben worden seien. Bei der Funktionsprüfung sei es zudem
zu einer Gegeninnervation gekommen. Insgesamt bestünden also erhebliche Inkonsistenzen und ein ausgesprochen selbstlimitierendes Verhalten (Urk. 6/262/4-5).
3.4
Am 8. Juli 2015 prüfte RAD-Arzt
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Anästhesiolo
gie, die Indikatoren gemäss BGE 141 V 281. Dabei hielt er fest, die chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren sei von den Gutachtern als leicht bezeichnet worden. Gutachterlich seien eine ausgegli
chene Persönlichkeit registriert und gute soziale Kontakte erwähnt worden.
Bezüglich des Aktivitätsniveaus merkte
Dr.
I._
an, der Beschwerdeführer habe die gleichen Hobbies angegeben wir vor Rentenbeginn und das Tagesprofil weise nicht auf ein reduziertes Aktivitätsniveau hin (Urk. 6/262/6).
3.5
Dem Bericht des
Dr.
E._
vom 19. November 2015 ist zu entnehmen,
dass er die Auffassung des Beschwerdeführers be
züglich des
D._
-Gutachtens teile
. Des Weiteren beanstandete er am
D._
-Gutachten, dass die invaliditätsfremden Faktoren als zentrales Argument gegen ein invalidisierendes Leiden herbeigezo
gen worden seien, obwohl diese unzweifelhaft eine Rolle spielten in
Krankheits
prozessen
. Zudem sei in der
Konsensuskonferenz
nicht darauf eingegangen worden, dass die neuropsychologische Testung im Gegensatz zur psychiatrisch-
neurologischen Begutachtung keine Symptomausweitung ergeben ha
b
e
(Urk. 3
S. 1-2
).
Im Übrigen verwies er auf sein Gutachten vom 14. Januar 2014 (Urk. 6/
206/10-40
, vgl. auch Urk. 6/222/9-11 E. 5.1 und 5.2
)
. Dementsprechend liege ein komplexer Gesundheitsschaden vor, der sich durch eine erhebliche,
chronifiziert
-rezidivierende depressive Störung auszeichne und sich in toto mit den chronischen Schmerzen und ebenso in Abhängigkeit von diesen wie mitt
lerweile auch mit einer nicht unerheblichen Autodynamik über Jahre hindurch aufgebaut habe.
Bei diesem klinisch eindeutig
aufzeigbaren
Gesundheitsschaden sei ein relevantes und anhaltendes Leistungsdefizit und damit eine andauernde Minderung der Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar (Urk. 3 S. 3).
3.6
Am 14. März 2016 berichtete
Dr.
med.
J._
,
Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, der Beschwerdeführer komme alle zwei bis drei Wochen zu einer
psychoedukativ
-stützenden Sitzung zu ihm und werde medikamentös behandelt. Er leide an einer depressiven Episode mittleren bis schweren Grades (ICD-10: F32.1, F32.2), an einer Anpassungsstörung (ICD-10: F43.23, F43.24), an einer Minderbegabung (ICD-10: F70) sowie an einer chronischen
Schmerz
störung
bei Status nach drei Unfällen in den 90er-Jahren
(Urk. 12/1)
.
Dr.
J._
führte aus, die Diagnosen der Schmerzstörung, der depressiven Episode sowie der Anpassungsstörung würden in ihrer
komorbiden
Kombination zu einer deutlichen Reduktion der Arbeitsfähigkeit führen. Die Minderbegabung stehe dabei einer effizienten B
ehandlung entgegen. Die Arbeitsunfähigkeit schätze er auf 60
%
(Urk. 12/1).
3.7
Dem Bericht der
Klinik K._
, Radiologie, vom 2
2.
März 2016 ist zu entnehmen, dass die MRI-Untersuchung der Lendenwirbelsäule im Vergleich zur Voruntersuchung vom 30. April 2013 stationäre Befunde ergeben habe
(Urk. 12/2)
.
4.
4.1
Die IV-Stelle stützte sich beim Erlass der
angefochtenen Verfügung in Überein
stimmung mit den RAD-Stellungnahmen (E. 3.3 und E. 3.4 vorstehend)
auf das
D._
-Gutachten vom
2.
Juni 2015 (Urk. 6/252)
.
Dass laut dem MEDAS-Gutachten aus
rheumatolog
ischer Sicht
wirbelsäulen
-
belas
tende Tätigkeiten, respektive solche mit repetitiven
Gewichts
belastungen
über 15 Kilogramm, mit repetitiven vornübergebeugten
Arbeitsab
läufen
, mit monoton stehenden oder monoton sitzenden Arbeitsabläufen
nicht mehr zumutbar sind, ist
beim Status nach
mehrmaligen Frakturen der Wirbel
säule mit
Kyphosierung
, sekundär multisegmentalen Spondylosen sowie
Facet
tengelenks
-
arthrosebildung
und der daraus resultierenden
Belastbarkeits
ein
schränkung
(Urk. 6/252/43)
nachvollziehbar.
Dass der Beschwerdeführer in einer behinderungsangepassten Tätigkeit hingegen grundsätzlich vollschichtig arbeitsfähig ist, jedoch zwecks Positionswechseln kurze Pausen im Umfang von total 20
%
einschalten muss (Urk. 6/252/44), überzeugt ebenfalls, da seinen Einschränkungen mittels der Einhaltung der Schonkriterien sowie der Möglich
keit zu zusätzlichen Pausen gebührend Rechnung getragen wird.
Zu wesentli
chen Veränderungen kam es zwischen der Begutachtung und dem Erlass der angefochtenen Verfügung nicht (E. 3.7 vorstehend).
Dass aus
chirurgisch-allgemeinmedizin
ischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde,
ist
nachvollziehbar
, zumal keine
gravierenden Befunde
erhoben
und
die angegebenen Sensibilitätsstörungen sowie Krafteinschränkungen
nicht
auf ein anatomische
s
Korrelat zurückgeführt werden konnten
(Urk. 6/
252/96-97
).
Ebenso verhält es sich mit der Beurteilung aus
neurologischer
Sicht, nachdem bei
der neurologischen
Untersuchung
keine Erklärung für die in die rechte untere Ex
tremität ausstrahlenden
thorako
lumbalen
Schmerzen, begleitet von diffusen Sensibilitätsstörungen und Missempfindungen
, gefunden werden konnte, sowie
radikuläre
Zeichen ausgeschlossen werden konnten (Urk. 6/252/97), weshalb insgesamt auf dem Fachgebiet der Neurologie keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt wurden (Urk. 6/252/55)
.
Bei der neuropsychologischen
Exploration zeigten sich zwar bezüglich der
Auf
merksamkeitsfunktionen
leichte neuropsychologische Funktionsstörungen (Urk. 6/252/98).
Die
direkten Aufmerksamkeitsleistungen
des Beschwerdeführers lagen
unter dem Durchschnitt, wobei bei der geteilten Aufmerksamkeit neben den verlangsamten Reaktionszeiten auch viele Fehler auftraten (Urk. 6/254/7-8). Bei den ansonsten mehrheitlich durchschnittlichen Funktionen (Urk. 6/254/7)
und
angesichts der
wä
hrend der Untersuchung intakten
Auffassung, Ausdauer und Konzentration (Urk. 6/254/5) ist die Beurteilung schlüssig, wonach der Beschwerdeführer in einer Berufstätigkeit
nicht eingeschränkt ist
, welche ähnli
che kognitive Anforderungen wie die zuletz
t innegehabte Anstellung stellt
(Urk. 6/254/8).
Zusammenfassend ergibt sich aus dem MEDAS-Gutachten
somit
in nach
-
vollzieh
barer Weise, dass
der Beschwerdeführer aus somatischer Sicht
seit vielen Jahren
in einer
Tätigkeit, die
dem
vom
rheumatologischen
Gutachter formulierten
Zumutbarkeitsprofil
entspricht
zu 80
%
arbeitsfähig ist
.
4.2
4.2.1
Die Gutachter
legten ferner dar
, dass
sich der Gesundheitszustand des Beschwer
deführers
auch aus psychiatrischer Sicht seit etlichen Jahren
nicht ver
ändert ha
t
und nach wie vor eine somatoforme Störung vorlieg
t
(Urk. 6/252/101). Sie diagnostizierten eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) und nannten als Differentialdiagnose eine undifferenzierte Somatisierungs
störung (ICD-10: F45.1; Urk. 6/252/87).
D
ie
psychiatrische
Diagnose
zählt
zu den unklaren Beschwerdebildern im Sinne von
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision
.
4.2.2
Bei der in der Explorationssituation nicht reduzierten Aufmerksamkeit und Kon
zentration
(Urk. 6/
252/75
-76
)
, einer
euthymen
Mittellage der Affektivität mit ausreichender Schwindungsfähigkeit sowie affektiver Modulationsfähigkeit, psychomotorisch lebendiger Mimik und Gestik sowie ausgeglichener Persönlich
keit
(Urk. 6/
252/77)
ist es nachvollziehbar, dass
weder
eine Depression
noch eine Anpassungsstörung
diagnostiziert wurde.
Im Übrigen stimmt diese Beurteilung auch mit den vom Beschwerdeführer gemachten Angaben überein: Er hat auch nach seiner eigenen Einschätzung keine Probleme mit Gedächtnis und Kon
zentration, kein reduziertes Selbstwertgefühl, keine Schuldgefühle, im Grossen und Ganzen eine ausgeglichene Stimmung, er fühlt sich nicht depressiv, hat einen unauffälligen Antrieb, keine Suizidgedanken oder -versuche, einen guten Appetit sowie ausreichend soziale Kontakte (Urk. 6/252/73-74).
Einen
Interes
sensverlust
verneint
e
er strikt (Urk. 6/252/75).
Dass auch im Übrigen keine psychiatrische Diagno
se mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit gestellt wurde, überzeugt auch angesichts dessen, dass
keiner der Parameter der funktionellen Leistungsfähigkeit in Anlehnung an den Mini-ICF-P eine Einschränkung ergab (Urk. 6/252/77-79).
Ferner
fühlt
e
sich der Beschwerdeführer wegen der Schmer
zen beziehungsweise aus somatischer Sicht
wegen des Rückens
arbeitsunfähig
. Eine Einschränkung der Arbeits- oder Leistungsfähigkeit im psychischen Bereich s
ah
er nicht
(Urk. 6/252/72-74)
.
Zusammenfassend ergibt sich aus dem
Gutachten schlüssig, dass nebst der somatoformen Störung keine psychiatrische Erkrankung vorliegt.
Befremdend ist dieses Ergebnis vor dem geschilderten Hintergrund nicht - wie der Beschwerdeführer dies nun geltend macht
(vgl. Urk. 1 S. 5
Ziff.
11).
4.2.3
Bei der somatoformen Schmerzstörung
und ähnlichen unklaren Beschwerde
-
bildern
ist
gemäss BGE 141 V 281
grundsätzlich zu überprüfen, ob die ärztlichen Feststellun
gen
bezug
nehmend auf verschiedene rechtserhebliche
Indikatoren auf eine
Arbeits
un
fähigkeit schliesse
n lassen (E.
7)
und
das Bundesgericht
hielt
daran fest, dass psychische Störungen solcher Art nur als inva
li
disierend gelten, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr)
an
geh
bar
sind (E. 4.3.1.2).
Die MEDAS-Gutachter erhoben keine ausgeprägten psychopa
tho
logischen Symp
tome
sowie keine Einschränkungen der funktionellen Leistungsfähigkeit (Urk. 6/252/75-79, Urk. 6/252/82)
und gingen daher nachvollziehbarerweise
aus medizinischer Sicht
nicht von einer die Arbeitsfähigkeit ein
schränkenden
Stö
rung
aus (Urk. 6/
252/
86-
87
).
In Überein
-
stimmung damit gaben sie
an, die
Aus
prägung der Störung sei beim Beschwerdeführer im Vergleich zu ähnlichen Störungsbildern als objektiv leicht einzustufen (Urk. 6/252/85).
Nach dem Gesag
ten ist von einer unterdurch
-
schnittlichen
Ausprägung der
diagnose
rele
vanten
Befunde und Symptome auszugehen (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1), weswegen eine - wie es für eine invalidisierende Wirkung vorausgesetzt wäre - schwere Störung zu verneinen ist.
Ferner stünde dem Beschwerdeführer als noch nicht ausgeschöpfte Behandlungsmöglichkeit eine psychiatrisch-psycho
therapeutische und psycho
-
pharmakologische Behandlung in einem
multimoda
len
Setting
,
am besten in einer Schmerzklinik
,
offen (Urk. 6/252/88
, Urk. 6/252/100
), weswegen die Behandlungsresistenz nicht ausgewiesen ist (
vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2
).
Eine psychiatrische Komorbidität ist nicht gegeben (E. 4.2.2 vorstehend). Die körperliche Begleiterkrankung verunmöglicht zwar eine Tätigkeit im
ange
-
stammten Beruf und führt zu einer erhöhten
Pausenbe
dürftigkeit
, jedoch raubt sie ihm keine weiteren Ressourcen beziehungsweise wirkt sich die somatische Einschränkung in Kombination mit der somatoformen Störung
gemäss der interdisziplinären Beurteilung der Gutachter nicht weiter
gehend negativ auf die Erwerbsfähigkeit aus (Urk. 6/252/98-99).
Entsprechend
überzeugt es unter Berücksichtigung des Komplexes „Gesundheitsschädigung“
(BGE 141 V 281
E.
4.3.1)
, dass keine Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde.
Der Beschwerdeführer weist eine ausgeglichene Persönlichkeit ohne besondere Störungen, ohne Auffälligkeiten im Antrieb sowie ohne Beeinträchtigungen der funktionellen Leistungsfähigkeit auf (Urk. 6/252/76-79)
. Er verfügt über ausrei
chend viele soziale Kontakte
. Diese sowie die intakte Fähigkeit zu ausserberufli
chen Aktivitäten
(Urk. 6/
252/78)
weisen auf vorhandene Ressourcen hin.
Die Gutachter beobachteten
des Weiteren
verschiedene Diskrepanzen (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4.1). So ergab die gutachterliche Konsistenzprüfung Hinweise auf nicht im geklagten Umfang vorhandene Funktionsbeeinträchtigungen, es bestanden Diskrepanzen zwischen der subjektiv geschilderten Intensität der Beschwerden und der Vagheit der Beschwerden, zwischen massiven subjektiven Beschwerden und der erkennbaren körperlich-psychischen Beeinträchtigung in der Untersuchungssituation, zwischen schwerer subjektiver Beeinträchtigung durch die Schmerzen und Missempfindungen und dem weitgehend intakten psychosozialen Funktionsniveau bei der Alltagsbewältigung und den Ausland
reisen sowie Diskrepanzen zwischen dem Ausmass der geschilderten Beschwer
den und der Intensität der bisherigen Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe (Urk. 6/252/87).
Dr.
G._
wies ebenfalls auf erhebliche Inkonsistenzen und ein ausgesprochen selbstlimitierendes Verhalten hin und erwähnte dabei die nicht nachvollziehbare demonstrierte Schwäche bei der Kraftprüfung im Bereich der Hände sowie der Beine sowie die ausgesprochen kräftige Muskulatur im Bereich der Beine trotz angegebener Schmerzhaftigkeit und Schonung (Urk. 6/262/4), wobei ihr gefolgt werden kann (Urk. 6/252/36). Die
Selbstlimi
tierung
ist beispielsweise dara
us
ersichtlich, dass der Beschwerdeführer den
6-Minuten-Gehtest aufgrund von wiederholten Schmerzangaben und mangeln
-
der Compliance abbrach (Urk. 6/252/96). Bezüglich der Konsistenz wies
Dr.
I._
zudem auf die aktuell fehlende regelmässige Therapie sowie auf das nicht redu
zierte Aktivitätsniveau im Vergleich
zur Zeit
vor dem Rentenbeginn hin (Urk. 6/262/6). Tatsächlich geht der Beschwerdeführer weiterhin spazieren und pflegt regen Kontakt zu Freunden (Urk. 6/252/71). Die genannten Inkonsisten
zen fallen
bei der beweisrechtlich entscheidenden Prüfung der Konsistenz
ins Gewicht (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4).
Im Übrigen bleibt darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer
sich im Zeitpunkt der Begutachtung nicht in einer regelmässigen Therapie oder Behandlung befand und die Besuche beim Psychi
ater bereits vor mehr als einem Jahr sistiert hatte (Urk. 6/252/32),
was gegen einen
behandlungs- und einglied
erungsanamnestisch ausgewiesenen
Lei
dens
druck
spricht
(
vgl. BGE 141 V 281
E.
4.4.2)
.
Gesamthaft betrachtet resultiert aus dem u
nklaren Be
schwerdebild bei
geringgradi
ger
Ausprägung
, fehlender Konsistenz
und bestehenden
Behand
lungsoptionen
keine
inva
lidisierende Arbeitsunfähigkeit. Somit ist keine psy
chisch bedingte Arbeitsunfähigkeit zu berücksichtigen.
4.3
Der Beschwerdeführer wandte ein, die von den
D._
-Gutachtern behaupteten Widersprüche, Symptomausweitungen und Aggravation seien nicht mit dem neuropsychologischen Teilgutachten vereinbar, welches keine
Symptomaus
weitung
ergeben habe (Urk. 1 S. 3
-4
).
Der im neuropsychologischen
Teilgut
achten
durchgeführte Symptomvalidierungstest (Urk. 6/254/6) bezog sich indes lediglich auf das Fachgebiet der Neuropsychologie. Dass bei der Darstellung
der
neuropsychologischen Funktionsfähigkeit
keine Aggravation feststellbar war, schliesst bei den
somatischen Beschwerden und Schmerzen
eine übertriebene Darstellung nicht aus
, weshalb diesem Einwand nicht zu folgen ist.
Weiter führte
d
er
Beschwerdeführer
aus, die Gutachter hätten sich bemüht, Widersprü
che aufzuzeigen, wo gar keine seien, beispielsweise bezüglich seiner finanziellen Lage sowie der Studienfächer seiner Töchter (Urk. 1 S. 3). Die Gutachter
hielten zwar effektiv fest, es sei erstaunlich, dass der Beschwerdeführer sich nicht habe verschulden müssen, und er habe als Studienfach
der einen Tochter
einmal Wirtschaft und einmal Verwaltungswissenschaft angegeben (Urk. 6/252/37). Dies geschah jedoch unter dem Titel „Beobachtungen im Verhalten des Versi
cherten“ (Urk. 6/252/36) und weist nicht auf eine fehlende Neutralität
oder Professionalität
der Gutachter hin. Sie hielten lediglich ihre Beobachtungen fest und werteten diese nicht (Studienfach) beziehungsweise in vertretbarer Weise („erstaunlich“).
Ferner brachte der Beschwerdeführer vor, es sei nicht nachvollziehbar, dass der neurologische Teilgutachter Auswirkungen der Schmerzen auf die Arbeitsfähig
keit verneine, jedoch dennoch von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf ausgegangen werde (Urk. 1 S. 4). Hierzu ist festzuhalten, dass
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Neurologie,
Psychiatrie und Psycho
therapie
,
die Beurteilung in seinem Teilgutachten aus neurologischer Sicht vor
genommen hat.
Er hielt explizit fest, dass die Frage nach einer eventuellen Einschränkung der Leistungsfähigkeit aufgrund der chronischen
lumboischial
gieformen
Schmerzen durch den rheumatologischen Konsiliarius zu beantwor
ten sei (Urk. 6/252/55).
Angesichts des Fehlens
einer organ-pathologischen Ursache auf neurologischem Fachgebiet für die geklagten Schmerzen,
Sensibi
litätsstörungen
und Missempfindungen
(Urk. 6/252/
54
) ist es plausibel, dass aus neurologis
cher Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
attestiert wurde
(Urk. 6/252/55) beziehungsweise dass
Dr.
L._
das positive Leistungsbild des
Beschwerdeführers nicht als länger- oder mittelfristig vermindert beurteilte (Urk. 6/252/56
)
.
Soweit der Beschwerdeführer
Dr.
L._
vorwirft, er habe
ihn
als ganz anderen Menschen dargestellt als
Dr.
F._
und
Dr.
E._
dies getan hätten (Urk. 1 S. 4), ist dem entgegenzuhalten, dass die
Beurteilung
durch die
MEDAS mit den vom Beschwerdeführer gemachten Angaben überein
stimmt
(vorstehende
E. 4.2.2;
Urk. 6/252/73-7
5).
Zudem ist es bei den laut dem Beschwerdeführer noch ausgeführten Aktivitäten mit
Reisen nach
Z._
drei- bis viermal jährlich, regelmässigen Treffen mit Freunden und Kollegen, Kontakten zur Familie sowie Spaziergängen (Urk. 6/252/29, Urk. 6/252/71-72)
nachvollziehbar, dass kein sozialer Rückzug angenommen wurde.
Dabei bestand kein Anlass, die Kontakte mit Freunden und Kollegen, über welche der Beschwerdeführer berichtet hatte, näher zu erheben (vgl. den Einwand des Beschwerdeführers in Urk. 1 S. 5
Ziff.
9
).
Der Beschwerdeführer wies darauf hin, dass
Dr.
E._
an der Diagnose einer depressiven Störung festhalte (Urk. 1 S. 6
Ziff.
13
).
Abgesehen davon, dass das Verneinen einer affektiven Störung mit den anlässlich der Begutachtung erhobenen Befunden sowie mit den Angaben des Beschwerdeführers überein
stimmt (E. 4.2.2 vorstehend), ist zu bemerken, dass
Dr.
L._
sich eingehend mit der unterschiedlichen Würdigung durch
Dr.
E._
auseinandersetzte
(Urk. 6/252/90-
92).
Eine psychiatrische Exploration kann von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist. Daher und unter Beachtung der Divergenz von medizinischem Behandlungs- und Abklä
rungsauftrag kann es nicht angehen, eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auf
fassungen festhalten (Urteil des Bundesgerichts 9C_15/2013 vom 2
2.
Mai 2013, E. 5.1 mit Hinweis).
In diesem Sinne vermag auch der Bericht des nun behan
delnden Psychiaters
Dr.
J._
vom 1
4.
März 2016 (Urk. 12/1) nichts an diesem Resultat
der Beweiskraft des MEDAS-Gutachtens
zu ändern. Hinzu kommt, dass
d
er Erlass der
angefochtenen
Verfügung rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildet (BGE 132 V 215 E. 3.1.1 mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung erging
am 2
0.
Oktober 2015 - mithin vorher (vgl. Urk. 2).
Ebenfalls erst nach der angefochtenen Verfügung musste der Beschwerdeführer am
1.
März 2016 für drei Tage wegen konvulsiver
Synkopen im
Spital M._
hospitalisiert werden (Urk. 11 S. 2), wobei dies
bezüglich
ohnehin
keine Hinweise auf eine länger andauernde Arbeitsunfähig
keit vorhanden sind.
Gleich verhält es sich mit dem nach Erlass der angefochte
nen Verfügung erstatteten Bericht des
Spitals M._
vom 1
3.
Juni 2016 betreffend die am 1
0.
Juni 2016 erfolgten Untersuchungen (vgl. Urk. 18).
Insgesamt vermögen die Einwände des Beschwerdeführers das
D._
-Gutachten nicht zu entkräften. Bei dem beweiskräftigen Gutachten erübrigen sich weitere Abklärungen, wie der Beschwerdeführer sie beantragt hat.
Der Beschwerdefüh
rer kann eine angepasste Tätigkeit im Umfang von 80 % ausüben. Limitierend wirkt sich die somatische Beeinträchtigung aus (vgl. vorstehende E. 4.1). Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung. Diese Beurteilung gilt für den Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung und auch für den Zeitpunkt der Rentenaufhebung im Jahr 2013 (vgl.
Urk.
6/194).
5.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Die IV-Stelle nahm in nachvollziehbarer Weise an, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall weiterhin als Maurer arbeiten würde und ermittelte sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen gestützt auf die
Lohnstrukturer
hebungen
des Bundesamtes für Statistik (LSE) 2012
(vgl.
Urk.
6/258)
, was zu Recht unbeanstandet geblieben ist. Der aufgrund des eingeschränkten
Zumut
barkeitsprofils
vorgenommene Leidensabzug von 10
%
ist angemessen. Insge
samt erweist sich der von der IV-Stelle errechnete Invaliditätsgrad von 3
6
%
somit als korrekt.
Daraus resultiert kein
Anspruch auf eine Invalidenrente, wes
halb die Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von
L
eistungen
der Invalidenversicherung
. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
8
00.
--
anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten dem Beschwer
deführer aufzuerlegen.