Decision ID: b4124c05-7591-4edc-96bb-6125aaf6209a
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a B._ meldete sich im Mai 2013 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Die Stadtverwaltung C._ berichtete im Mai 2013
(IV-act. 4), der Versicherte habe ab dem 1. Juli 2010 (als Pfänder und Teamleiter; vgl.
IV-act. 1–4) für sie gearbeitet. Er habe das Arbeitsverhältnis per 30. April 2013
gekündigt. Der letzte Arbeitstag sei der 8. Januar 2013 gewesen. Die Sanatorium D._
AG teilte im Juni 2013 mit (IV-act. 9), der Versicherte sei seit dem 7. Januar 2013
arbeitsunfähig. Er leide an einer mittelgradigen depressiven Episode mit einem
somatischen Syndrom sowie an einem Tinnitus. Bis auf weiteres sei er vollständig
arbeitsunfähig. In einem Austrittsbericht vom 30. April 2015 betreffend eine stationäre
Behandlung in der Zeit vom 12. Januar 2015 bis zum 27. Februar 2015 gab die D._
AG an (IV-act. 87), der Gesundheitszustand des Versicherten habe sich verschlechtert.
Er leide an einer rezidivierenden depressiven Störung mit einer gegenwärtig schweren
Episode ohne psychotische Symptome sowie an einer posttraumatischen
Belastungsstörung. Der Psychiater Dr. med. E._ vom IV-internen regionalen
ärztlichen Dienst (RAD) notierte am 26. Mai 2015 (IV-act. 90), die Ausführungen der
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
behandelnden Ärzte im Austrittsbericht vom 30. April 2015 seien überzeugend. Für die
angestammte Tätigkeit bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Der
Gesundheitszustand sei noch instabil, weshalb zurzeit keine beruflichen
Eingliederungsmassnahmen durchgeführt werden könnten. In einem Verlaufsbericht
vom 7. September 2015 teilte die D._ AG mit (IV-act. 95), der Gesundheitszustand
des Versicherten sei im Wesentlichen unverändert geblieben. Kurz- und mittelfristig sei
keine signifikante Veränderung des Beschwerdebildes respektive der Arbeitsfähigkeit
zu erwarten. Der RAD-Arzt Dr. E._ notierte am 14. September 2015, gestützt auf den
überzeugenden Verlaufsbericht vom 7. Septem¬ber 2015 sei bis auf weiteres von einer
vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (IV-act. 97).
A.b Mit einem Vorbescheid vom 11. November 2015 teilte die IV-Stelle dem
Versicherten mit, dass sie die Zusprache einer ganzen Rente mit Wirkung ab dem 1.
Januar 2014 – nach dem Ablauf des Wartejahres – vorsehe (IV-act. 109). Am 16.
November 2015 liess die berufliche Vorsorgeeinrichtung, die Pensionskasse A._, die
eine Kopie dieses Vorbescheides erhalten hatte, einwenden (IV-act. 111), der
massgebende medizinische Sachverhalt sei ungenügend abgeklärt worden. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung der D._ AG überzeuge nicht. Die IV-Stelle müsse den
Versicherten fachärztlich begutachten lassen. Der RAD-Arzt Dr. E._ notierte am 4.
Dezember 2015 (IV-act. 112), die Berichte der D._ AG seien überzeugend. Von
weiteren medizinischen Abklärungen könne kein Erkenntnisgewinn erwartet werden.
Mit einer Verfügung vom 13. Januar 2016 sprach die IV-Stelle dem Versicherten
rückwirkend ab dem 1. Januar 2014 eine ganze Rente zu (IV-act. 118).
B.
B.a Am 12. Februar 2016 liess die Pensionskasse A._ (nachfolgend: die
Beschwerdeführerin) eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 13. Januar 2016
erheben (act. G 1). Ihre Rechtsvertreterin beantragte die Aufhebung der angefochtenen
Verfügung und die Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle
(nachfolgend: die Beschwerdegegnerin). Zur Begründung führte sie an, die
Beschwerdegegnerin habe den medizinischen Sachverhalt ungenügend abgeklärt. Sie
habe sich nur auf die Angaben der behandelnden Ärzte gestützt. Diese hätten ihre
Diagnosen und ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung aber nicht überzeugend begründet.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 1. April 2016 die Gutheissung der
Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie aus, der medizinische Sachverhalt
sei tatsächlich ungenügend abgeklärt worden. Sie erachte eine medizinische
Begutachtung ebenfalls als notwendig.
B.c Der Versicherte (nachfolgend: der Beigeladene) liess am 23. Juni 2016 das
Nichteintreten auf die Beschwerde, eventualiter die Abweisung der Beschwerde und
subeventualiter die Einholung eines Gerichtsgutachtens beantragen (act. G 10). Zur
Begründung führte er an, es sei nicht ersichtlich und auch nicht dargetan worden,
inwiefern die Beschwerdeführerin ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung der
angefochtenen Verfügung haben könnte. In materieller Hinsicht sei darauf hinzuweisen,
dass die Berichte der D._ AG ausführlich und überzeugend begründet seien. Der
RAD-Arzt. Dr. E._ habe die Berichte kritisch gewürdigt und als überzeugend
qualifiziert. Folglich bestehe in medizinischer Hinsicht kein weiterer Abklärungsbedarf.
B.d Die Beschwerdeführerin liess am 21. September 2016 an ihren Anträgen festhalten
(act. G 15). Die Beschwerdegegnerin und der Beigeladene verzichteten auf eine Duplik
(vgl. act. G 16 f.).

Erwägungen
1.
1.1 Zur Erhebung einer Beschwerde gegen eine Verfügung einer IV-Stelle ist laut dem
Art. 59 ATSG berechtigt, wer durch die angefochtene Verfügung berührt ist und ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 59 Abs. 1
ATSG). Praxisgemäss wird die Beschwerdelegitimation bejaht, wenn ein praktisches
oder rechtliches Interesse an der Aufhebung oder Änderung der Verfügung geltend
gemacht werden kann. Ein solches Interesse ist gegeben, wenn die allfällige
Gutheissung der Beschwerde einen Nachteil wirtschaftlicher, ideeller, materieller oder
anderweitiger Natur vermeidet, wobei der Beschwerdeführer aber stärker als
jedermann von der angefochtenen Verfügung betroffen sein und in einer
beachtenswerten, nahen Beziehung zur Streitsache stehen muss (vgl. etwa UELI
KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, Art. 59 N 9 f., mit Hinweisen).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
1.2 Entgegen einer anders lautenden Praxis des Bundesgerichtes (vgl. etwa BGE 132
V 1 oder das Urteil 9C_66/2015 vom 9. Juni 2015, E. 1.3) geht das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen davon aus, dass keine gesetzliche
Grundlage für eine Bindung der beruflichen Vorsorgeeinrichtung an eine Verfügung der
IV-Stelle existiert. Zwar heisst es in den Art. 23 f. BVG, dass der Invaliditätsgrad „im
Sinne der Invalidenversicherung“ massgebend sei, und im Art. 26 BVG, dass sich der
Rentenbeginn nach den Bestimmungen des IVG richte, aber damit lässt sich jene
strikte Bindungswirkung, wie sie das Bundesgericht postuliert, nicht begründen. Aus
der Botschaft des Bundesrates zum BVG vom 19. Dezember 1975 (BBl 1976 I 149 ff.)
geht hervor, dass der Gesetzgeber mit den erwähnten Formulierungen nur eine
Reduktion des Sachverhaltsabklärungsaufwandes der beruflichen
Vorsorgeeinrichtungen angestrebt hat. Ihm ist nämlich bewusst gewesen, dass die
Invaliditätsdefinition (und damit der Invaliditätsgrad) sowie der Rentenbeginn in der
beruflichen Vorsorge in zahlreichen Fallkonstellationen von der Invaliditätsdefinition und
dem Rentenbeginn in der Invalidenversicherung abweichen können (reglementarische,
vom Gesetz abweichende Invaliditätsdefinitionen, Teilerwerbstätigkeit, Aufschub der
Rente bei Vorhandensein einer Krankentaggeldversicherung, verspätete Anmeldung
etc.; vgl. BBl 1976 I 232). Der Gesetzgeber hat also gar keine einheitliche
Sachverhaltswürdigung angestrebt (die eine Bindungswirkung erfordert hätte), sondern
nur die Sachverhalts-abklärung erleichtern wollen. Diese Erleichterung wird bereits
erreicht, wenn die berufliche Vorsorgeeinrichtung die Akten der Invalidenversicherung
einsehen kann. Dafür braucht es keine Bindungswirkung. Schon vor zehn Jahren ist
deshalb in der Lehre die Ansicht vertreten worden, die angebliche positiv-rechtliche
Verankerung der Bindungswirkung könne „offensichtlich“ nicht aus den Art. 23 ff. BVG
abgeleitet werden (UELI KIESER, Bindungswirkung der Invaliditätsschätzungen, in:
Sozialversicherungsrechtstagung 2008, S. 74 f.); die Praxis des Bundesgerichtes sei
von Beginn weg unausgegoren gewesen und führe nur zu Konfusionen im Bereich des
koordinationsrechtlichen Beschwerderechtes (FRANZ SCHLAURI, Koordinationsfragen
in der Unfallversicherung – de lege lata und ferenda, in: SZS 2008, S. 234 f.).
1.3 Zudem ist die Annahme, der BV-Gesetzgeber habe im BVG den IV-Stellen
irgendwelche Pflichten auferlegen wollen, unhaltbar. Wenn der Gesetzgeber die IV-
Stellen hätte in die Pflicht nehmen wollen, hätte er entsprechende Bestimmungen ins
IVG eingefügt, wie er dies beispielsweise bezüglich den Ergänzungsleistungen getan
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
hat (vgl. Art. 57 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 41 Abs. 1 lit. k IVV). Eine gesetzliche Grundlage
für die vom Bundesgericht postulierte Bindungswirkung kann auch nicht im Art. 49
Abs. 4 ATSG erblickt werden, der die IV-Stellen verpflichtet, ihre Verfügungen auch
jenen anderen Sozialver¬sicherungsträgern zu eröffnen, deren Leistungspflicht von der
IV-Verfügung tangiert wird, denn diese Pflicht bezieht sich augenscheinlich auf die
intersystemische Leistungskoordination (Art. 64 ff. ATSG); sie enthält keinen Hinweis
auf eine Bindungswirkung zwischen den Sozialversicherungsträgern. Im Übrigen erklärt
das BVG das ATSG als nicht anwendbar. Wenn es aber selbst zwischen zwei dem
ATSG unterstellten Sozialversicherungsträgern keine Bindungswirkung (mehr) gibt (vgl.
BGE 131 V 362 und BGE 133 V 549 betreffend das Verhältnis zwischen der Invaliden-
und der Unfallversicherung), kann es erst recht keine Bindungswirkung zwischen einem
dem ATSG unterstellten und einem nicht dem ATSG unterstellten
Sozialversicherungsträger geben. Daran ändert das Streben nach einem einheitlichen
Invaliditätsbegriff nichts, das vom Bundesgericht für das Verhältnis zwischen der
Invalidenversicherung und der beruflichen Vorsorge nach wie vor als Begründung für
eine angebliche Bindungswirkung angeführt wird, obwohl die Art. 7 f. und 16 ATSG im
Anwendungsbereich des BVG nicht massgebend sind. Die Einheitlichkeit des
Invaliditätsbegriffs kann nicht über eine Bindungswirkung und damit einhergehend über
ein Beschwerderecht der beruflichen Vorsorge im Invalidenversicherungsverfahren
erreicht werden, sondern muss auf einem anderen Weg gewährleistet werden.
Naheliegend wäre beispielsweise die Harmonisierung mittels administrativer
Weisungen betreffend die Zusammenarbeit der Unfall-, der Invaliden-, der Militär- und
der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung. Offensichtlich ist
aber kein Sozialversicherungszweig von Gesetzes wegen verpflichtet, auf die
Invaliditätsschätzung eines anderen Rücksicht zu nehmen (vgl. dazu den Entscheid IV
2006/68 des St. Galler Versicherungsgerichtes vom 20. November 2007, E. 1h).
1.4 Wenn es allerdings eine Bindungswirkung gäbe, wie das Bundesgericht annimmt,
dann müsste auch eine generelle Regel betreffend das verfahrensrechtliche Vorgehen
der IV-Stellen und der beruflichen Vorsorgeeinrichtungen existieren. Augenscheinlich
kann eine Vorsorgeeinrichtung nämlich nicht auf das Dispositiv einer
(rechtsgestaltenden) Rentenverfügung einer IV-Stelle abstellen, denn dieses lautet auf
einen bestimmten Frankenbetrag, der ab einem bestimmten Datum monatlich
geschuldet ist. Nur in der Verfügungsbegründung kann eine Vorsorgeeinrichtung
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Angaben zum Invaliditätsgrad und zum Eintritt der relevanten Arbeitsunfähigkeit finden.
Eine Verfügungsbegründung wird aber rechtsprechungsgemäss nie formell
rechtskräftig und damit auch nie direkt verbindlich. Folglich kann eine
Verfügungsbegründung per se keine Bindungswirkung entfalten. Gäbe es eine
Bindungswirkung zwischen der Invalidenversicherung und der beruflichen Vorsorge,
dann müssten einzelne Teile der Begründung einer IV-Rentenverfügung – nämlich der
Invaliditätsgrad und der Beginn der relevanten Arbeitsunfähigkeit – verbindlich werden
können. Das wäre verfahrensrechtlich nur in Form von entsprechenden
Feststellungsverfügungen (vgl. Art. 49 Abs. 2 ATSG) möglich. An diesen
Feststellungsverfügungen könnten nur die beruflichen Vorsorgeeinrichtungen und die
beruflich vorsorgeversicherten Personen ein schützenswertes Interesse haben, da
diese einen massgeblichen Einfluss auf die Invalidenleistungen der beruflichen
Vorsorge hätten; im IV-Verfahren bestünde dagegen kein schützenswertes Interesse an
solchen Feststellungen, da für die versicherte Person und die IV-Stelle natürlich nur das
rechtsgestaltende Dispositiv der Verfügung betreffend die Leistungen der
Invalidenversicherung massgebend ist. Die Existenz einer Bindungswirkung würde also
zwingend eine Pflicht der Invalidenversicherung voraussetzen,
Feststellungsverfügungen über den Invaliditätsgrad und über den Beginn der
relevanten Arbeitsunfähigkeit ausschliesslich zuhanden der möglicherweise
leistungspflichtigen beruflichen Vorsorgeeinrichtungen und der beruflich
vorsorgeversicherten Personen zu erlassen. Diese Feststellungsverfügungen würden es
den beruflichen Vorsorgeeinrichtungen und den beruflich vorsorgeversicherten
Personen erlauben, in einem IV-Verfahren respektive in einem IV-Beschwerdeverfahren
über Sachverhaltswürdigungen zu streiten, die nur für das Verhältnis zwischen der
beruflichen Vorsorgeeinrichtung und der beruflich vorsorgeversicherten Person
massgebend wären. Hätte der Gesetzgeber dies tatsächlich gewollt, hätte er eine
generelle Pflicht der IV-Stellen zum Erlass solcher Feststellungsverfügungen
vorgesehen. Nur solche Feststellungsverfügungen könnten es nämlich der versicherten
Person und der beruflichen Vorsorgeeinrichtung ermöglichen, im IV-
Beschwerdeverfahren über jene Tatbestandselemente zu streiten, die dann später im
Verfahren betreffend die berufsvorsorgerechtlichen Leistungen massgebend wären. Im
BVG-Verfahren wäre es dagegen nicht mehr zulässig, über jene Tatbestandselemente
zu streiten. Worin der Vorteil einer solchen verfahrensrechtlich verworrenen Lösung
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
liegen sollte, ist nicht ersichtlich. Obwohl das Bundesgericht die Beibehaltung
respektive die Aufgabe seiner Praxis zur angeblichen Bindungswirkung wiederholt
geprüft hat, hat es sich bislang – soweit überblickbar – noch nicht eingehend mit den
verfahrensrechtlichen Konsequenzen seiner Rechtsprechung auseinandergesetzt. Es
handelt sich dabei um neue Gesichtspunkte und damit um eine bessere Erkenntnis des
geltenden Rechtes, womit die Voraussetzungen für eine Rechtsprechungsänderung
(vgl. BGE 137 V 282 E. 4.2 S. 291 f. mit zahlreichen Hinweisen) erfüllt sind. Das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat deshalb in seinem (formell
rechtskräftigen) Urteil IV 2015/154 vom 23. August 2017 die Existenz der vom
Bundesgericht postulierten Bindungswirkung zwischen der Invalidenversicherung und
der beruflichen Vorsorgeeinrichtung verneint.
2.
2.1 Das Begehren der Beschwerdeführerin scheint sich vorliegend nur auf den ersten
Blick gegen die Verfügung vom 13. Januar 2016 zu richten. Die Beschwerdeführerin
kann nämlich gar kein schützenswertes Interesse in Bezug auf das allein massgebende
Dispositiv jener Verfügung – die Zusprache einer monatlichen Rente von 2'228 Franken
mit Wirkung ab dem 1. Januar 2014 und von 2'237 Franken mit Wirkung ab dem 1.
Januar 2015 – haben, denn ihre Leistungspflicht wird von den monatlichen
Rentenzahlungen der Invalidenversicherung nicht berührt. Die vorliegende Beschwerde
zielt bei näherer Betrachtung vielmehr auf eine Feststellung im Sinne des Art. 49 Abs. 2
ATSG respektive um eine Korrektur der in der rechtsgestaltenden Verfügung vom 13.
Januar 2016 enthaltenen, aber nicht Teil ihres Dispositivs bildenden Feststellung
bezüglich des Invaliditätsgrades des Beigeladenen ab. Mit anderen Worten will die
Beschwerdeführerin mit ihrer Beschwerde nur erreichen, dass die Beschwerdegegnerin
eine Feststellungsverfügung mit einem tieferen Invaliditätsgrad erlässt. Damit will sie
nämlich in Anwendung der bundesgerichtlichen Praxis zur Bindungswirkung ihre
eigene Leistungspflicht ausschliessen. Die Beseitigung der angefochtenen Verfügung
vom 13. Januar 2016 ist lediglich ein verfahrensrechtlich notwendiger Zwischenschritt
zur Erreichung dieses Ziels. Da es aber gemäss den obigen Ausführungen gar nicht
möglich ist, eine solche bindende Feststellung zu erwirken, kann die
Beschwerdeführerin keinerlei schützenswertes Interesse an der Aufhebung der
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
angefochtenen Verfügung vom 13. Januar 2016 haben, weshalb nicht auf ihre
Beschwerde eingetreten werden kann.
2.2 Die Gerichtskosten sind der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Diese Kosten sind durch den von dieser geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. Der
anwaltlich vertretene Beigeladene hat einen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Angesichts des geringen Aktenumfangs und des Umstandes, dass nur ein
Schriftenwechsel durchgeführt worden ist, ist der Vertretungsaufwand als deutlich
unterdurchschnittlich zu qualifizieren. Die Parteientschädigung wird deshalb auf 1'500
Franken (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festgesetzt.