Decision ID: 38e1a683-388d-431b-b218-44c8d77ee4f2
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1952, absolvierte in
Z._
eine dreijährige Aus
bildung zur Krankenschwester
und is
t seit 1970, abgesehen von einem
siebenmonatigen
Arbeitseinsatz
in der Gastronomie, im Pflegebereich tätig. Nach ihrem Umzug in die Schweiz im Jahre 198
1
arbeitete sie
mit
Arbeits
pen
sen
zwischen 70 und 100
%
in verschiedenen Spitälern,
im
P
flege
heim
, als
Privat
pflegerin
und beim
A._
(
Urk.
7/14/2
-
17,
Urk.
7/37
S. 2
).
Vom
1.
August 2009 bis 1
5.
Juli 2010 war die Versicherte bei der Spitex in
Y._
tätig, wobei dieses Arbeitsverhältnis aus gesund
heitlichen Gründen im gegenseitigen
Einvernehmen
aufge
hoben
wurde
(
Urk.
7/12 S. 1
Ziff.
2.1-2.3).
1.2
Am
2.
Dezember 2010
meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf physische und psychische Beschwerden bei der Invalidenversicherung zum Bezug einer Rente sowie für Massnahmen für die berufli
che Eingliederung an (
Urk.
7/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte
daraufhin
Aus
züge aus dem individuellen Konto (
Urk.
7/9)
, einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
7/12) sowie verschiedene
Berichte der behandelnden Ärzte
(
Urk.
7/16-18
,
Urk.
7/28
/1-4
,
Urk.
7/29/5-8,
Urk.
7/31/2-5,
Urk.
7/33/1-5)
ein und
unterstützte die
Versicherte
mit einem
Job Coaching respektive eine
r
Eingliederungsbera
tung
(
Urk.
7/25
,
Urk.
7/27
)
.
Im Rahmen dieser Beratung
kam es
per April 2011
zum Abschluss
eines
Arbeitsverhältnis
ses
mit der Spitex in
B._
, wobei die Versicherte im April 2011
zunächst
mit
einem Pensum von 25
%
tätig war, danach
mit
einem
solchen von 40
%
(
Urk.
7/37 S. 2
Ziff.
2.2 und 2.4).
Am 1
9.
April 2012 führte die IV-Stelle in der Wohnung der Versicherten eine Abklärung
betreffend
die
Arbeitsfähigkeit in Beruf und
Haushalt
durch (
Urk.
7/37).
Mit Vorbescheid vom 1
1.
Juni 2012 (
Urk.
7/40) stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, wogegen die Versicherte Einwand erhob (
Urk.
7/
47). Die IV-Stelle holte darauf
hin ein
psychiatrisch-rheumatologisches
Gutachten ein (
Urk.
7/57-58).
Nach Durchführung eines neuen
Vorbescheidverfahrens
(
Urk.
7/61) und Einreichung eines
weiteren
ärztli
chen Berichts
(7/77/1-3)
durch die Beschwerdeführerin verneinte die IV-Stelle mit
Verfügung vom
3.
Februar 2014 (
Urk.
2) bei einem Invaliditätsgrad von
33
%
einen Anspruch auf eine Invalidenrente.
2.
Gegen die Verfügung vom
3.
Februar 2014 (
Urk.
2) erhob die Versicherte am
6.
März 2014 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte deren Aufhebung
sowie
die Zusprechung einer halben Invalidenrente (S. 2).
Mit Vernehmlassung vom
5.
Mai 2014 (
Urk.
6) beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am
7.
Mai 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Mit Verfügung vom 1
1.
Mai 2015 wurde die Pensionskasse
Y._
zum Prozess beigeladen (
Urk.
9), die indessen auf eine Stellung
nahme verzichtete (vgl.
Urk.
11).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die
Leistungsablehnung
damit, dass die Beschwerdeführerin in
einer angepassten Tätigkeit nicht eingeschränkt sei. Dem der
Ablehnung
zugrundeliegenden Gutachten komme zwar volle Beweiskraft zu, von de
r
durch die
Gutachter gezogenen Schlussfolgerung
, die Beschwerde
führerin sei
sowohl in der angestammten
wie auch
in einer angepassten Tätig
keit
lediglich
zu 50
%
arbeitsfähig
,
sei indessen abzuweichen
,
dies
im Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach mittelgradig depressive Episoden
grundsätzlich
nicht als andauernde Depression im Sinne eines ver
selbständig
ten
Gesundheitsschadens
zu qualifizieren seien
(
Urk.
2
S. 3). Gestützt auf den Einkommensvergleich und unter Berücksichtigung einer 80%igen Erwerbs
tätigkeit resultiere ein Invaliditätsgrad v
on 33
%
, weshalb der Beschwerdeführerin kein Anspruch auf eine Invalidenrente zustehe
(
Urk.
2
S. 5 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) auf den Standpunkt, bei der diagnostizierten Depression
handle es sich
um einen andauernden p
sychischen Leidenszustand
, welcher eine verselbständigte
chronifizierte
ps
ychische Störung darstelle. Entsprechend sei sie sowohl in ihrer angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit lediglich zu 40
%
arbeitsfähig. Im Gesundheitsfall würde sie überdies ein 100%iges Arbeitspensum
erfüllen
, was nach Durchführung des Einkommensvergleichs zu einem
Invali
ditätsgrad
von 64
%
führe
(S. 5 f. und
S. 8
Ziff.
5
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist in einem er
sten Schritt, ob und in welchem Umfang die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten respektive in einer angepasste
n Tätigkeit
arbeitsfähig ist. Wird eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin bejaht, so
sind
in einem zweiten Schritt
die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitsbedingten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit zu untersuchen.
3.
3.1
Medizinische Grundlage für die Verfügung vom
3.
Februar 2014 (
Urk.
2) bildete
im Wesentlichen
das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene psychi
atrisch-rheumatologische Gutachten von
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
vom 11. März 2013 (Urk. 7/58)
, und
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Rheumatologie und Innere Medizin
vom 14. Januar 2013 (Urk. 7/57)
respektive
die
disziplinäre psychiatrisch-rheumato
logische Beurteilung gemäss gemeinsamer Besprechung (
Urk.
7/58 S. 14/15)
.
3.2
3.2.1
Das psychiatrisch-rheumatologische Gutachten von
Dr.
D._
und
Dr.
C._
(
Urk.
7/58) basierte auf den
Vorakten
,
den eigenen Untersu
chungen vom 3
0.
November 2012 und 2
6.
Februar 2013
sowie
den
im Anschluss an die Untersuchungen neu angefertigten Röntgenbilder (
Urk.
7/57 S.
1,
Urk.
7/58 S. 1)
. Die Ärzte nannten im Gutachten vom
1
1.
März 2013 (
Urk.
7/58) folgende Diagnosen (S. 14):
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Psychiatrisch
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig teilremittiert (F33.8)
Binge
Eating
Störung (F50.4)
Adipositas (E66)
Akzentuierte Persönlichkeit mit selbstunsicher-abhängigen, emotional instabi
len und zur
Überforderung neigenden Zü
gen (Z73.1)
Rheumatologisch
Chronisches
Lumbovert
ebralsyndrom
bei
Osteochondrosen
und fortge
schritte
nen
Spondylart
hrosen
der unteren Lendenwirbelsäule und
lumbo
sakraler
Überbelastung bei Adipositas u
nd Hyperlordose, laterale
Gon
ar
throsen
beidseits, beginnende
Fe
m
oropatellararth
rosen
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Tendomyosen
im Schultergürtelbereich, Senk-/Spreizfüsse mit
Hallux
valgus
beidseits, arterielle Hypertonie und Schlaf-Apnoe-Syndrom
3.2.2
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit hielt
Dr.
D._
in seinem rheumatologi
schen Teilgutachten (
Urk.
7/57) fest, dass die Beschwerdeführerin in ihrer ange
stammten Tätigkeit als Spitex-Pflegerin in somatischer Hinsicht eingeschränkt sei. Zu vermeiden seien das repetitive Heben und Tragen von Lasten über 5 kg respektive von Einzel
lasten von 15 kg. Gleiches gelte für stehende Arbeiten mit
nach vorne geneigtem Oberkörper
für mehr
als
15 bis 20 Minuten. Ungünstig seien überdies wiederholte Gehstrecken über 200 Meter, häufiges Treppenstei
gen sowie kniende Tätigkeiten. In der angestammten Tätigkeit hänge der Umfang der Arbeitsfähigkeit stark von der Pflegebedürftigkeit der zu betreuen
den Patienten ab. Im Falle
von leichteren
pflegerischen
Tätigkeiten (zum Bei
spiel Blutdruckmessungen, Injektionen oder Wundpflege) sei aus somatischer Sicht prinzipiell keine Einschränkung gegeben
. Bei der aktuellen Tätigkeit
der Beschwerdeführerin mit der Betreuung von mehreren schwer pflegebedürftigen Personen sei die bestehende Arbeitsfähigkeit von 40 bis maximal 50
%
aus rheumatologischer Sicht realistisch
.
In medizinisch-theoretischer Hins
icht sei die Beschwerdeführerin
aus rheumatologischen Gesichtspunkten für ideal ange
passte, körperlich leichte und
we
chselbelastende Tätigkeiten unter Berücksichti
gung
der erwähnten
Gewichtslimiten
für Heben und Tragen
von Lasten
und ohne länger stehende Tätigkeiten respektive
Betätigungen
mit Zwangshaltungen der Wirbelsäule zu 100
%
arbeitsfähig (S. 12).
3.2.3
Dr.
C._
führte im Gutachten vom 1
1.
März 2013 (
Urk.
7/58)
aus, die Beschwerdeführerin sei gemäss eigenen Angaben in einem familiären Milieu aufgewachsen, welches in der Kindheit von sehr viel Arbeit, wiederholten ver
balen und körperlichen Übergriffen der Eltern sowie sexuellen Belästigungen respektive Übergriffen durch den On
kel geprägt gewesen
sei
(S. 4). Nach dem Tod ihres Vaters im Jahre 1995 sei es zu einer ersten psychischen Dekompensa
tion mit depressiver
Krankheitsphase und
einer
stationärer
Behandlung in der Klin
ik
E._
gekommen. Nach dem Wechsel der Arbeitsstelle in eine neue Funktion als stellvertretende Pflegeleitung im Sommer 2009
seien aufgrund
starker Belastung
im neuem Job
zunehmend
Depressionen
mit Antriebs- und Lustlosigkeit, depressiver Stimmung, Vernachlässigung der persönlichen Akti
vitäten und Haushaltsführung
sowie
akute Suizidgedanken
aufgetreten
, weshalb sie ihr damaliger Hausarzt zur psychiatrischen Behandlung
ins
F._
überwiesen habe (S. 5 f.
).
Weiter wurde festgehalten
,
die Beschwerdeführerin leide gemäss eigenen Anga
ben unter sehr starken Stimmungsschwankungen. Sie liebe ihren Beruf sehr und fühle sich im
aktuellen Arbeitsfeld sehr wohl. Da sie
aber
nicht nein sagen
könne
, gelange
sie immer wiede
r in Überforderungssituationen
und
falle
danach tagelang in „depressive Löcher“, weil sie das Arbeitspensum nicht habe einhal
ten könne
n
. Sie „überdrehe“ dann völlig, wie beispielsweise am Wochenende vor der Untersuchung, wo sie die ganze Zeit nur geweint habe.
Nach einer solchen Krise ärgere
sie
sich über sich
selbst
und gera
t
e deshalb auch immer wieder in aggressive Zustände
gegenüber ihrem Umfeld.
Die Beschwerdeführe
rin habe
zudem darüber geklagt, dass sie bei der Arbeit schnell ermüde und
dass sich
nach drei Stunden ein Konzentrationsabfall respektive
eine Erschöpfung bemerkbar mache
. Sie leide überdies seit
ihrem elften Lebensjahr
an
Ess
attacken
. Diese würden abends auftreten
, wenn sie a
lleine sei und eine Leere spüre. Sie esse dann
übermässig viel, ohne jedoch danach zu erbrechen, und könne sich
dann
wieder besser spüren. Die Beschwerdeführerin fühle sich nach eigenen Angaben sehr fragil und habe das Gefühl, ihr würde eine Schutzschicht fehlen. Bei der Arbeit mit Patienten
könne sie ihre Beschwerden vergessen und sich auf das Arbeitsumfeld einstellen. Nach der Arbeit falle sie
aber
aus der Rolle heraus und werde vom Elend übermannt. Es gäbe auch immer wieder Momente, in den
en
sie das Gefühl habe, nicht bei sich selbst zu sein und sich
sowie ihre
Umgebung fremdartig erlebe. Aktuell
denke sie gelegentlich auch daran
, nicht mehr leben zu wollen, wobei sie die akuten Suizidgedanken, wel
che im Frühling 2010
a
ufgetreten seien
, nicht mehr habe.
Sie
habe sodann grosse Angst vo
r
ihr nicht vertrauten Tätigkeiten (beispielsweise Ar
beiten im Büro oder am Computer),
wobei sie in Momenten des Überforderungsgefühls „wie ein Kind mit Panik“ reagiere.
Die Beschwerdeführerin habe weiter ausge
führt, sie wolle wieder „voll fit“ werden, schaffe momentan aber nicht mehr als das aktuelle Arbeitspensum, ansonsten es wieder zu
psychischen Zusammen
brüchen
kommen würde
.
I
m Moment
gehe es
„gerade so“, sie wisse jedoch nicht, wie es weiter gehen soll
e
, und habe Zukunftsängste. Sie wolle den aktu
ellen Arbeitsplatz
unbedingt behalten, fürchte sich diesbezüglich aber vor Ver
änderungen und Anforderungen, welche sie nicht bewältigen könne
(S.
5 und S.
6 f.).
Dr.
C._
wies weiter darauf hin
, dass die Auffassungs- und Kon
zen
trationsfä
higkeit der Beschwerdeführerin während der Untersuchung etwas ein
geschränkt gewesen seien, die Gedächtnisleistungen indessen kurso
risch intakt. Die Beschwerdeführerin sei im Antrieb deutlich gesteigert, aufge
regt und psychomotorisch sehr unruhig ge
wesen, weshalb sie
der
Arzt immer wieder
habe bremsen
müssen. In der Stimmungslage habe eine ausgeprägte Instabilität bestanden. Vordergründig sei die Besc
hwerdeführerin um eine fröhlich-
optimistische Fassade bemüht
gewesen
,
habe aber hinter dieser Fassade
einen deutlich
spürbaren Leidensdruck
vermittelt
. Sie habe sich in der emotio
nalen
Belastbarkeit und Stressresistenz deutlich eingeschränkt gezeigt, sei bei belastenden Themen schnell den Tränen nahe gewesen und habe bei Konfron
tation
en
durch den Arzt teilweise hemmungslos geweint
. Unter fortgesetzter Belastung
seien ein deutliches Überforderungserleben und eine angedeutete Dekompensationsgefahr ersichtlich gewesen. Betreffend ihre psychischen Beschwerden sei bei der Beschwerdeführerin zudem eine deutliche
Dissimula
tionstendenz
feststellbar gewese
n. Ebenso
s
ei
eine ausgeprägte
I
ch-strukturelle Fragilität mit deutlichen Hinweisen auf eine frühe Bindungsstörung mit unsi
cheren Beziehungsmustern
,
mit
Schwierigkeiten, persönliche und berufliche Grenzen zu erkennen und einzuhalten, sowie mit massiven
Überforderungsten
denzen
bis hin zu aggressiven Impulsen
erkennbar gewesen. Der formal
e Gedankengang sei beschleunigt und
teilweise weitschweifig
,
aber insgesamt noch geordnet erschienen, wobei die Beschwerdeführerin
während der Unter
suchung
immer wieder auf Strukturierung durch den Arzt angewiesen gewesen sei. Die emotionale, kognitive und interpersonelle Anpassungsfähigkeit unter Druck res
pektive Belastung sei deutlich reduziert gewesen. Demgegenüber
hätten
keine Anzeichen für
Wahnerleben,
halluzinatorische
s
Gesche
hen, Fremdgefährdung oder akute
Suizidalität vorgelegen
(S. 8
f.
).
Dr.
C._
hielt weiter fest, dass sich bei der Beschwerdeführerin aufgrund der psychopath
ologischen Untersuchungsbefunde
eine
ausgeprägte emotionale Insta
bilität mit deutlich herabgesetzter Belastbarkeit, Stressresistenz und
Durch
haltefähigkeit
sowie
wesentlich
eingeschränkte
n
persönliche
n
und kognitive
n
Ressourcen hinsichtlich Flexibilität, interpersonelle
r
Teamfähigkeit und Anpas
sungsfähigkeit an arbeits- und persönliche Lebensprozesse gezeigt habe. Neben den Hinweisen für eine ausgeprägte
I
ch-Fragilität seien
sodann
Anzeichen für wiederkehrende dissoziative Zustände
sowie Sy
mptome einer fortgesetzten Ess
s
törung mit wiederkehrend
en
kompensatorischen Ess
attacken
feststellbar gewesen. Aus psychiatrischer Sicht sei von einem ausgeprägt
labilisierten
und auf dem aktuellen Funktionsniveau sehr knapp kompensierten Gesundheits- und Leistungsniveau der Beschwerdeführerin auszugehen (S. 11).
Dr.
C._
diagnostizierte
eine rezidivierende depressive Störung, welche sich unter Therapie teilremittiert
gezeigt habe
. Differenzialdiagnostisch müsse zudem an eine Bipolar-Störung gedacht werden, nachdem die Beschwerdeführerin wieder
holt submanisch zu bezeic
hnende Zustände beschrieben
und sich auch während der Untersuchung zeitweise stark angetrieben und emotional instabil mit starken Schwankungen gezeigt habe. Des Weiteren
würde
n
deutliche Symptome
einer miteinflussnehmenden und
für psychische
Beschwerdebildun
gen
disponierende
n
Persönlichkeitspathologie mit selbstunsicher-abhängigen
,
emotional instabilen und zur Überforderung neigenden Zügen mit deutlichen
Hinweisen für eine
diesbezüglich einsetzende
frühe persönlichkeitsstrukturelle Fehlentwicklung vorliegen.
Die anzunehmende
Persönlichkeitspathologie bewege sich aus
gutachterlich
psychiatrischer Sicht mindestens an der Grenze z
ur Persönlichkeitsstörung
(S. 11 f.)
.
Dr.
C._
betonte,
dass in Anbetracht
der Vorgeschichte und der Psychopathologie der Beschwerdeführerin der
beruf
liche Teilw
iedereinstieg bei der Spitex in
B._
aus gutachterlich-psychiatri
scher Sicht
als Er
folg
zu werten sei (S. 10
).
Im Zusammenhang mit der
Arbeitsfähigkeit
führt
e
Dr.
C._
aus,
bei der Beschwerdeführerin
sei
im Rahmen der fortgesetzten emotionalen Instabilität von einem Leistungsniveau nach Dekompensation eines
anzunehmenden
vorla
bilisierten
psychischen Gleichgewichts auszugehen, welches jahrelang
habe
knapp kompensiert werden können. In der emotionalen Belastbarkeit,
der
Durch
haltefähigkeit
,
der
kognitiven Leistungsfunktion,
der
Anpassungsfähigkeit an Arbeitsbedingungen und Teamprozesse
und insbesondere
der interper
sonellen Flexibilität und Stressresistenz sei die Beschwerdeführerin
deutlich
herabgesetzt. Belastungsmässig sei deshalb
aus fachärztlich
psychiatrischer
S
icht eine mittelgradige bis zeitweise
unter Belastung
schwere Beeinträchtigung abzuleiten
.
Vor diesem Hintergrund
sei das
aktuelle 50%ige
Arbeitspensum als
Spitex-Mitarbeiterin
im vertrauten wohlwollenden Arbeitsumfeld
bei
m lang
jährigen Arbeitgeber in
der Spitex
B._
der
Beschwerdeführerin
möglich und müsse als optimal angepasst bezeichnet werden.
Dr.
C._
wies weiter darauf hin, dass in einer angepassten Tätigkeit
mit
einem veränderten Umfeld von keiner
höhergradigen
Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Vielmehr müsse
in einem fremden Umfeld mit nicht vertrauten Personen und
mit
Anforderungen, für welche die Beschwerdeführerin nicht qualifiziert sei,
aufgrund der psychischen Dysfunktionen und
labilisierten
Persönlichkeitsstruktur
von einer Überforde
rung, Zustandsverschlechterung und Dekompensationsgefahr bis hin zu einer erneuten
suizidalen
Krise
ausgegangen werden
(S. 12 f.)
.
Dr.
C._
empfahl schliesslich die Fortsetzung der psychiatrischen, psycho
the
rapeutischen und psychopharmakologischen Behandlung, wobei er zusätzlich
zur
aktuell
verordneten
antidepressiven Medikation die Verwendung eine
r
stimmungs
stabilisierenden
psychopharmakologischen
Komponente
anregte.
Er
wies zudem darauf hin
, es sei eine zurückhaltende Prognose zu stel
len, da eine e
rneute Zustandsverschlechterung/
Dekompensation unter Belastung
im weiteren Verlauf
nicht aus
zu
schl
ie
ssen
sei
.
Unter
optimaler therapeutischer Begleitung und
fortgesetzt
angepasste
m
Arbeitsumfeld könne aus psychiatri
scher Sicht
zumindest
die als Erfolg zu wertende aktuelle Teilarbeitsfähigkeit prognostisch erhalten werden. Eine vollständige Krankheitsremission mit Wiedererlangung
einer vollen
Arbeitsfähigkeit sei im Rahmen des psychischen Defektzustand
e
s der Beschwerdeführerin prognostisch hingegen eher nicht zu erwarten (S.
13).
3.3
Der behandelnde Psychiater der Beschwerdeführerin,
Dr.
G._
,
stimmte in seinem Bericht vom 2
6.
August 2013 (
Urk.
7/77/1-3) de
n
von
Dr.
C._
gestellten Diagnosen zu (S. 1)
.
Er wies zudem darauf hin, dass seit dem Auftre
ten der depressiven Episode im Jahre 2010 trotz intensiver Bemühungen keine vollständige Remission mehr erfolgt sei, weshalb von einer
Chronifizierung
der Depression auszugehen sei. Nur durch
eine
deutliche Reduktion der
Arbeits
t
ä
t
igkeit
gelinge es
, den aktuell einigermassen stabilen Gesundheitszustand auf
recht zu erhalten. Sobald, selbst in der aktuellen
Arbeitss
ituation, die Belastun
gen ansti
e
gen
,
würden
erneut
vermehrt deutliche depressive Symptome mit depressiver Verstimmung und Antriebsminderung sowie ein sozialer Rückzug, Einbruch des Selbstwertgefühls, Konzentrations- und
Auffassungsbeeinträchti
gungen
, Gedankenkreisen, Grübeln und Suizidgedanken
auftreten
.
Abgesehen davon seien auch die weit
eren Diagnosen betreffend Binge
Eating
Störung, aus
geprägte
Adi
positas und die stark akzentuierte Persönlichkeit mit
selbstunsi
cher-abhängigen
,
emotional instabilen und z
ur Überforderung neigenden Zügen
zu berücksichtigen. Diese Diagnosen würden den Krankheitsverlauf der rezidi
vierenden depressiven Störung deutlich belasten (S. 1 f.).
Betreffend die Arbeitsfähigkeit hielt
Dr.
G._
fest, dass die Belastungsgrenze der Beschwerdeführerin
bei einem Pensum von
40
%
liege.
E
ine 50%ige Arbeitsfä
higkeit in ihrer angestammt
en Tätigkeit
erachtete er
als nicht zumutbar.
Dr.
G._
wies diesbezüglich darauf hin, dass die probeweise
und über einen Zeitraum von sechs Wochen
erfolgte
Erhöhung des Arbeitspensums bei der Spitex
in
B._
von 40
auf 50
%
zu einer deutlichen Verschlechterung des psychischen Zustand
e
s und zum Ausbruch ausgeprägter depressiver Sympto
matik geführt habe, weshalb das Pensum wieder auf 40
%
habe reduziert wer
den müssen. Entsprechend sei die Gefahr einer deutlichen Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustand
e
s der
Beschwerdeführerin bei einer Steigerung der Arbeits
t
ä
t
igkeit
auf
über 40
%
in der angesta
mmten Tätigkeit
als
Pflege
fachfrau
sehr gross. Ebenso bestehe
bei einer Betätigung in eine
m
fremden Arbeitsumfeld
die Gefahr einer psychischen Dekompensation bis hin zur suizi
dalen Krise
; diesbezüglich könne er nur die aufgeführten Argumente von
Dr.
C._
wiederholen und unterstreichen
. Die Beschwerdeführerin weise nach 43
-
jähriger Tätigkeit im Pflegeberuf eine sehr starke Berufsidentität auf. Würde sie diese verlieren, müsste eine grosse Identitätskrise mit entsprechender Gefahr einer schweren depressiven Episode befürchtet werden
. Die aktuelle
Teil
zeit-
Tätigkeit
auf ihrem Beruf als Pflegefachfrau
zu 40
%
sei aus psychiatrischer Sicht
auch
als stabilisierender
Faktor für die psychische Gesundheit der Beschwerdeführerin zu betrachten
(langjährige berufliche Identität, grosse fach
liche Kompetenz und langjährige Berufserfa
h
rung, durch welche die
Beschwer
deführerin
immer wieder positive Rückm
eldungen
erhalte
)
. In einer anderen Tätigkeit bestehe die Gefahr einer Verschlechterung ihres Zustandes und zwar auch dann, wenn diese Tätigkeit wechselbelastend und angepasst
sein sollte
(S.
2
f.
).
4.
4.1
Was die im vorliegenden Fall im Vordergrund stehende psychische Symptoma
tik betrifft, diagnostizierten sowohl der Gutachter
Dr.
C._
wie auch der behandelnde Psychiater
Dr.
G._
u.a.
eine rezidivierende depressive Störung, gege
nwärtig teilremittiert (ICD10 F
33.8)
. Derweil
Dr.
C._
in der ange
stammten
respektive
in einer angepassten Tätigkeit
eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
bescheinigte,
ging
Dr.
G._
von ein
er 40%igen Arbeitsfähigkeit
aus. Demgegenüber stellte sich die Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt, dass nach Massgabe der
Rechtsprechung
im Urteil
8C_369/2011 vom
9.
August 2011
nicht von einem invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden gesprochen werden könne, weshalb
die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig
sei
(vgl. E. 2.1)
.
4.2
Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden.
Die bei der Beschwerdeführerin von den
Dres
.
C._
und
G._
diagnostiz
ierte depressive Störung stellt ein selbständiges psychisches Leiden
dar,
welches insbesondere
nicht als
blosse Begleiterscheinung eines psycho
genen Schmerzsyndroms auftritt. Entsprechend wurde seitens
Dr.
G._
ausdrücklich
bestätigt, dass es sich beim depressiven Leiden der Beschwerdeführerin um eine selbständige
chronifizierte
psychische Erkrankung handle (
Urk.
7/77 S.
1
Ziff.
2)
. Vor diesem Hintergrund verbietet sich der Schluss, es fehle an
einem invalidisierenden psychischen
Gesundheits
schaden
, und
es
ist die aus psychischen Gründen attestierte
Teilarbeitsunfähig
keit
von (
vers
icherungs
)rechtlic
her Relevanz. Abgesehen davon gilt
es
zu berück
sichtigen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer depressiven Stö
rung bereits zweimal wäh
rend mehrerer Monaten stationär respektive in einer Tagesklinik
behandelt
wurde
(
Urk.
7/
31/17-18,
Urk.
7/
18 S.
1)
und seit Mai 2010 in psychiatrischer, psychotherapeutischer sowie psychopharmakologischer Behandlung steht (
Urk.
7/18 S. 1
,
Urk.
7/77 S. 1)
.
Überdies
wurde
von
Dr.
C._
bezüglich einer
vollständige
n
gesundheitliche
n
Remission mit Wiedererlangung
einer 100%igen Arbeitsfähigkeit eine
eher
ungünstige Prog
nose
gestellt
(
Urk.
7/58 S. 15).
D
ie Beschwerdeführerin
hat
zudem probeweise
versucht,
das Arbeitspensum
bei der Spitex in
B._
von 40 auf 50
%
zu erhöhen. Dieser
Versuch führte indessen zu einer deutlichen Verschlechterung des psychischen Zustand
e
s respektive zum Ausbruch ausgeprägter depressiver Symptomatik, weshalb er nach einer Dauer von sechs Wochen abgebrochen
werden musste
(
Urk.
7/77 S. 2
Ziff.
4).
Auch ist mit dem psychiatrischen Gut
achter und dem behandelnden Psychiater davon auszugehen, dass in keiner anderen Tätigkeit eine
höhergradige
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin resultieren würde (vgl. E. 3.2 und 3.3).
4.3
Zu berücksichtigen ist weiter, dass
Dr.
D._
bei der aktuellen Tätigkeit der Beschwerdeführerin eine 40 bis maximal 50%ige Arbeitsfähigkeit für rea
listisch hält (vgl. E. 3.2.2).
4.
4
Im Lichte der obigen Erwägungen ist bei der Beschwerdeführerin von einer Arbeitsfähigkeit von 40
%
in ihrer angestammten Tätigkeit auszugehen. An dieser Beurteilung ändert auch der Umstand nichts, dass
Dr.
C._
zwar
im
Gutachten
vom 1
1.
März 2013 (
Urk.
7/58)
eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
erwähnt
e
(S. 14)
.
Denn er
hielt
im Gutachten
fest, dass „das aktuell berichtete maximal 50%ige Arbeitspensum“ aus fachärztlich psy
chiatris
cher Sicht zumutbar sei (
S. 12). Der Hinweis betreffend das
„
aktuell berichtete
“
50%ige Arbeitspensum bez
ieht
sich dabei
wohl
auf die
ihm
vorge
legten Berichte aus den
Vorakten
(
Urk.
7/57 S. 2-6)
,
welche
indessen von einem aktuellen Arbeitspensum von 40
%
aus
gingen
(
Urk.
7/
25 S. 9,
Urk.
7/31/3
Ziff.
1.6,
Urk.
7/33/3
Ziff.
1.6)
und
auch
mit
den
Angaben
, die
die
Beschwerde
führerin
selber
anlässlich der psychiatrischen Begutachtung
gegenüber
Dr.
C._
machte,
überein
stimm
en
(
Urk.
7/58 S. 6
).
5.
5.1
5.1.1
Im Folgenden bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu prüfen.
5.1
.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.1.3
Gemäss
bundesgerichtli
cher
Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Valideneinkommens
entschei
dend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nöti
genfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müs
sen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
5.
1.4
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b/
aa
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts I 850/05 vom 21.
August 2006 E. 4.2).
5.2
5.2.1
Die Beschwerdegegnerin ging
in ihrer Verfügung
bei der Ermittlung
des
Validen
einkommens
im Rahmen der allgemeinen Methode des
Einkommensver
gleichs
von einem Arbeitspensum von 80
%
aus
(
Urk.
2 S. 4)
. Sie
verwies
dies
bezüglich
auf die
Äusserungen der Beschwerdeführerin anlässlich der Abklä
rung vor Ort am 1
9.
April 2012, wonach diese im Gesundheitsfall mit eine
m Pensum von 80
%
arbeiten würde.
Die Beschwerdeführerin
habe
in diese
m
Zusammenhang darauf hin
gewiesen
, dass
im Pflegebereich fast niemand zu 100
%
arbeite
, sie mit einem 80%igen Arbeitspensum ihre Ausgaben decken könne und zudem Zeit für Reisen nach
Z._
zu ihrer Mutter oder
für
Ferien
bliebe
(
Urk.
7/37
S. 3
Ziff.
2.5). Auf diese Aussagen ist abzustellen und
der Berechnung des
Valideneinkommens
ein
Arbeitspensum von 80
%
zugrunde zu legen
. Die Beschwerdeführerin hätte im Gesundheitsfall
somit
ihr Pensum aus freien Stücken auf 80
%
reduziert
,
um mehr Freizeit zu haben
(vgl. dazu auch
Einwand,
Urk.
7/78 S. 1-3)
. Für eine solche Reduktion der Erwerbsfähig
keit hat die Invalidenversicherung indessen nicht einzustehen (BGE 125 V 146 E. 5c/
bb
). An dieser Beurteilung verm
ag
auch d
er
Hinweis
der Beschwerde
führerin nichts zu ändern, wonach sie ihr Arbeitspensum
in der Vergangenheit
teilweise aus gesundheitlichen Gründen
reduziert habe
(
Urk.
1 S. 4
Ziff.
2
)
. Die Beschwerdeführerin hat am 1
9.
April 2012 ihre Absicht klar zum Ausdruck gebracht, im Gesundheitsfall lediglich 80
%
arbeiten zu wollen. Entsprechend sind die Gründe für in der Vergangenheit liegende Reduktionen des
Arbeits
pensum
s
nicht von Relevanz. Gleiches gilt hinsichtlich der Bemerkung der Beschwerdeführerin am
1
0.
Februar 2011
, wonach ihr Wunschpensum ohne gesundheitliche Einschränkung
eine
100
%
ige Festanstellung wäre
(
Urk.
7/27 S.
3
Ziff.
2)
, da diesbezüglich auf
ihre viel detailliertere
Angabe vom 1
9.
April 2012 abzustellen ist.
5.2.2
Die Beschwerdegegnerin stellte bei der
Ermittlung
des
Valideneinkommens
auf das Einkommen ab
, welches die Beschwerdeführerin
bei der Spitex in
Y._
(der
Arbeitgeberin, bei welcher die Beschwerdeführerin vor
dem Auftreten
der depressiven Störung im Jahre 2010
- letzter effektiver Arbeitstag:
2
5.
März 2010 -
zuletzt tätig war)
erzielte. Unter Berücksichtigung des 70%igen
Arbeits
pensums
b
ei besagter Arbeitgeberin
,
d
es
freiwillig
auf
80 %
reduzierten Pen
sum
s
von
im Gesundheitsfall
(vgl. E. 5.2.1)
sowie der Nominallohnentwicklung
resultierte
gemäss Verfügung
(Urk. 2 S. 5)
ein
Valideneinkommen
per 2012
von
Fr.
79‘
517.30 (
Fr.
69‘57
7.65
: 70 x 80
).
Diese Berechnung des
Valideneinkommens
für ein 80%-Pensum steht im Ein
klang mit den Angaben der Beschwerdeführerin und
ist
auch sonst
nicht zu beanstanden
(vgl.
Urk.
7/77 S. 4-7,
Urk.
7/78 S. 2-3,
Urk.
7/80 S. 1-4), woran die neu in der Beschwerdeantwort vorgetragene Anmerkung nichts zu ändern vermag (
Urk.
6).
Das jährliche Invalideneinkommen
- ebenfalls per 2012 -
beläuft sich auf
Fr.
35‘526.40
, nachdem
der Beschwerdeführerin
die
angestammte Tätigkeit bei der Spitex in
B._
in
ein
em
40%ige
n
Arbeitspensum zumutbar ist (vgl. E.
4.3
sowie
Urk.
7/77 S. 6-7,
Urk.
7/78 S. 5,
Urk.
7/80 S. 2-3
).
5.2.4
Aus der Gegenüberstellung des
Valideneinkommens
von
Fr.
79‘517.30 und des Invalideneinkommens von
Fr.
35‘526.40 resultiert eine Einkommenseinbusse von
Fr.
43‘990.9
0.
Dies entspricht einem Invaliditätsgrad von
55
%
, wesh
alb der Beschwerdeführerin
in Gutheissung der Beschwerde
eine halbe Invalidenrente
zusteht
(vgl. E. 1.2)
. Der Rentenbeginn ist auf den
1.
Juni 2011 festzusetzen (
Art.
29
Abs.
1 und 3 IVG;
Urk.
7/2 [Anmeldung für Erwachsene vom 2. Dezember 2010],
Urk.
7/60 S. 3).
6.
6.1
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 700.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Ausgangsgemäss steht der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung zu, die gemäss Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Schwie
rigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen zu bemessen und unter Berücksichtigung dieser Grundsätze auf Fr.
2‘000
.-- (inklusive Mehrwert
steuer und Barauslagen) festzusetzen ist.