Decision ID: 4837c425-3df7-5bd2-9d6f-341cf9abf719
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 5./7./9. November 2012 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1 f.). Sie habe eine Lehre als Betriebsassistentin
gemacht. Seit 35 Jahren habe sie ein (Hüft-) Leiden, seit drei Jahren einen akuten
Dauerschmerz in der Hüfte beim Gehen. Die Anmeldung erfolge auf Empfehlung von
Dr. med. B._, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
FMH (Klinik für Chirurgie und Orthopädie am Spital C._). Zurzeit sei sie zu 70 %
arbeitsfähig.
A.b Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung erkundigte sich am
14. November 2012 (IV-act. 9, 13) bei Dr. med. D._, Allgemeine Medizin FMH. Der
Arzt gab an, am 9. März 2010 sei die Versicherte wegen eines Hüftimpingements
rechts operiert worden, am 18. Dezember (recte wohl 8. Dezember) 2011 sei dann eine
Hüft-TEP rechts eingesetzt worden und es sei eine Re-Osteosynthese Trochanter
maior erfolgt. Am 14. Dezember 2011 habe eine Reposition der luxierten Prothese
stattgefunden. Es sei ein Haematom intramuskulär nach Hüft-TP eingetreten. Die
postoperative Behandlung sei noch nicht endgültig abgeschlossen. Bis 6. Mai 2012 sei
die Versicherte voll arbeitsunfähig gewesen, seither sei die Arbeitsfähigkeit stufenweise
auf derzeit (seit 14. September 2012) 70 % gesteigert worden. Ab Ende 2012 sollte
eine volle Arbeitsfähigkeit bestehen. Dr. D._ reichte diverse ärztliche Berichte
(hauptsächlich der beiden behandelnden Spitäler) ein.
A.c Gemäss der Arbeitgeberbescheinigung vom 15. November 2012 (IV-act. 11) stand
die Versicherte in ungekündigtem, seit Juni 1976 bestehendem Arbeitsverhältnis. Vor
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Eintritt des Gesundheitsschadens sei sie als Fabrikationsleiterin und Büro- und
Verkaufsmitarbeiterin tätig gewesen, nachher (ab 1. Oktober 2012) nur noch in letzteren
beiden Bereichen. Sie erziele ein Einkommen von monatlich Fr. 5'200.--. Ohne
Gesundheitsschaden würde sie hingegen Fr. 6'300.-- pro Monat verdienen.
A.d Nachdem Dr. B._ die Versicherte nach ihren Angaben (IV-act. 16) ab 2. Januar
2013 voll arbeitsfähig geschrieben hatte und sie am 6. Februar 2013 unter anderem
erklärt hatte, sie arbeite wieder voll, aber nicht schmerzfrei, und eine berufliche
Veränderung wünsche sie nicht, wurde das Dossier mit Einverständnis der Versicherten
abgeschlossen. Sie werde sich bei Verschlechterung wieder anmelden können. Ein
Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe nicht (vgl. IV-act. 17 und 22). Am 6. Mai
2013 (IV-act. 27) erging die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des
Kantons St. Gallen, dass kein Rentenanspruch bestehe, weil die Versicherte ohne
Gesundheitsschaden Fr. 81'900.--, aktuell aber noch immer Fr. 67'600.-- erzielen
könne (Invaliditätsgrad 17 %).
B.
B.a Am 25./30. April 2014 (IV-act. 36) meldete sich die Versicherte wieder an (es
geschehe auf Anweisung ihrer Taggeldversicherung). Vom 18. Oktober 2013 bis 10.
Februar 2014 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % bestanden und seit 11. Februar
2014, als sie zu einer weiteren Operation in die Klinik E._ eingetreten sei, sei sie voll
arbeitsunfähig. Am 19. Mai 2014 werde eine zweite Nachkontrolle stattfinden. - In
einem Austrittsbericht vom 13. Februar 2014 (IV-act. 37) hatte ihr die Klinik E._(KD
Dr. med. F._, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
FMH) eine volle Arbeitsunfähigkeit für die Zeit vom 11. Februar bis 7. April 2014
bescheinigt. In einem Sprechstundenbericht gab die Klinik E._ am 16. April 2014 (IV-
act. 46) bekannt, für die Dauer von noch sechs Wochen bestehe volle
Arbeitsunfähigkeit, am 28. Mai 2014 (IV-act. 47) setzte sie die Arbeitsunfähigkeit der
Versicherten ab 26. Mai 2014 auf 70 % fest. - Am 20. Mai 2014 (IV-act. 42) hatte die
Versicherte ein Anmeldeformular ausgefüllt.
B.b In einem IV-Arztbericht teilte die Klinik E._ am 2. Juli 2014 (IV-act. 49) mit, es
bestehe bei der Versicherten ein Status nach Pfannen- und Kopfwechsel rechts sowie
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Refixation Trochanter maior rechts am 12.02.2014 bei Status nach
Trochanterpseudarthrose und vermehrter Inklination der Pfanne, Status nach Hüft-TP
Implantation 12/2011 mit Refixation Trochanter und Status nach chirurgischer
Hüftluxation 2009 bei FAI (wohl: femoroacetabulärem Impingement). Die Versicherte sei
vom 11. Februar bis 25. Mai 2014 voll und danach bis 29. Juni 2014 zu 70 %
arbeitsunfähig gewesen. Bei der bisherigen Tätigkeit wirke sich auf die Arbeitsfähigkeit
aus, dass die Versicherte wegen verminderter Hüftabduktionskraft auf einen Gehstock
angewiesen sei. Eine Tätigkeit im Sitzen könnte sie sicherlich voll ausüben, bei einer
solchen im Stehen betrage die Arbeitsunfähigkeit 70 %. Nach physiotherapeutischen
Massnahmen werde eine Verbesserung mit Steigerung der Arbeitsfähigkeit erhofft.
B.c In der Arbeitgeberbescheinigung vom 8. Juli 2014 (IV-act. 48) wurde unter
anderem erklärt, die Versicherte erziele zurzeit einen Monatslohn von Fr. 5'250.-- (bei
unverändertem hypothetischen Lohn in früherer Tätigkeit). - Gemäss den Akten der
Krankentaggeldversicherung hatte die Versicherte am 18. Oktober (bzw. wohl 14.
Oktober) 2013 einen Rückfall erlitten und danach zu wechselnden Arbeitsunfähigkeiten
Taggelder bezogen.
B.d Die Versicherte berichtete am 27. August 2014 (Eingang, IV-act. 50) von einer
erneuten Kontrolle vom 18. August 2014. Sie sei in der Bewegung massiv
eingeschränkt und bis 31. Dezember 2014 zu 50 % arbeitsunfähig geschrieben. Eine
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit schliesse PD Dr. F._ aus. Die Klinik E._ hatte am
20. August 2014 (IV-act. 64-7 f.) berichtet, die Versicherte sei und bleibe zurzeit zu 50
% arbeitsunfähig. Am 2. September 2014 (IV-act. 51) gab die Versicherte an, sie
arbeite zurzeit im Bereich AVOR [Arbeitsvorbereitung] und könne so das Pensum von
50 % bewältigen.
B.e Am 3. September 2014 (IV-act. 54) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle
des Kantons St. Gallen der Versicherten wiederum mit, ein Anspruch auf berufliche
Massnahmen bestehe nicht. Betreffend Rente werde sie später eine Verfügung
erhalten.
B.f Mit IV-Arztbericht vom 24. Februar 2015 (IV-act. 64) gab Dr. D._ an, seit der
ersten Operation 2009 seien verschiedene Reoperationen nötig gewesen. Neu lägen
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eine Pseudarthrose an der Osteotomiespalte am Trochanter maior und ein Status nach
Sturz am 31. Januar 2015 mit Materialfraktur der vier Schrauben am proximalen Femur
und der Draht-Cerclagen vor. Eine auf längere Sicht nötige weitere Operation werde
noch hinausgeschoben. Eine Reduzierung der gegenwärtig (seit 1. Juli 2014)
bestehenden Arbeitsunfähigkeit von 50 % an einem Arbeitsplatz, wo zwischendurch
auch Arbeiten im Sitzen verrichtet werden könnten, komme zurzeit nicht in Frage, eher
eine Anhebung. Da die Versicherte im Verkauf arbeite, sei es nicht immer möglich, das
Arbeiten im Sitzen "einzuhalten". Das führe wieder zu Schmerzen.
B.g Der RAD erklärte am 2. März 2015 (IV-act. 65), in einer überwiegend im Stehen zu
verrichtenden Tätigkeit sei die Versicherte nicht arbeitsfähig. Falls das auch auf die
angestammte Tätigkeit zutreffe, könne sie dementsprechend nicht arbeiten. Der Eintritt
der Arbeitsunfähigkeit sei spätestens am 12. Februar 2014 gewesen. In einer optimal
hüftentlastenden Tätigkeit, also einer überwiegend im Sitzen auszuübenden Arbeit mit
der Möglichkeit des jederzeitigen Positionswechsels, ohne Heben und Tragen von
Lasten über 5 kg und ohne Tätigkeiten in kniender oder gebückter Position, sei die
Versicherte voll arbeitsfähig, und zwar ab dem Beginn der Arbeitsfähigkeit von 50 % in
angestammter Tätigkeit, somit ab 1. Juli 2014.
B.h Am 9. März 2015 reichte Dr. D._ einen Sprechstundenbericht der Klinik E._
vom 13. Februar 2015 über eine Sprechstunde vom 9. Februar 2015 ein (IV-act. 67).
Radiologisch habe sich weiterhin ein fehlender ossärer Durchbau des in situ fixierten
Trochanterfragmentes gezeigt, klinisch eine persistierende Hüftabduktorenschwäche
mit einer gereizten Bursa trochanterica bei auftragendem Implantat. Vor einer allfälligen
Materialentfernung sollte die Fraktur bindegewebig möglichst stabil verheilen. Im
angestammten Beruf sei die Versicherte bis zur Kontrolle in einem halben Jahr maximal
zu 50 % arbeitsfähig. Ideal wäre eine Aufteilung der Arbeitszeit innerhalb des Tages
(anstelle von fünf Stunden ununterbrochener Arbeit).
B.i Nachdem der RAD am 13. März 2015 (IV-act. 68) dafürgehalten hatte, medizinisch
theoretisch bleibe es bei der vollen Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten, stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Versicherten eine Abweisung eines
Rentenanspruchs bei einem Invaliditätsgrad von 37 % (Valideneinkommen Fr.
81'900.--, Invalideneinkommen Fr. 51'444.--) in Aussicht.
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B.j Die Versicherte liess am 28. April 2015 (IV-act. 74) einwenden, es sei ihr mindestens
eine halbe Rente der IV auszurichten, eventualiter seien weitere Abklärungen
vorzunehmen. Nach Angaben von Dr. D._ seien weder ausschliesslich im Sitzen noch
einzig im Stehen auszuübende Tätigkeiten, somit also nur wechselbelastende
Tätigkeiten zumutbar, wie sie sie zurzeit in einem hälftigen Pensum ausübe. Schon
etwa drei Jahre vor der ersten IV-Anmeldung habe sie an Dauerschmerzen gelitten, die
weitgehend unabhängig davon bestanden hätten, ob sie stehe oder sitze. Das habe
sich inzwischen nicht geändert. Die gegenwärtige Tätigkeit sei bereits
wechselbelastend und insofern leidensadaptiert, als ihr in keiner anderen Tätigkeit ein
höheres Arbeitspensum möglich wäre. Wie die Klinik E._ berichtet habe, träten die
progredienten Schmerzen besonders nach langem Sitzen auf. Die Einschätzung des
RAD sei daher nicht nachvollziehbar. Auch ein Pensum von 50 % auszufüllen, sei nur
dank ihrer (der Versicherten) ausserordentlich grossen Leidensbereitschaft möglich.
Zudem verschlechtere sich der Gesundheitszustand stetig; das rechte Knie sei nun
schmerzhaft geworden und sie sei deswegen wiederholt eingeknickt und gestürzt. Das
Invalideneinkommen mache - gemessen an der Lohnabrechnung vom Februar 2015 -
Fr. 34'125.-- aus. Im Jahr 2011 habe sie gemäss IK-Auszug ein Bruttoeinkommen von
Fr. 82'927.-- verdient, was als Valideneinkommen zu betrachten sei. Der von der
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle angestellte Einkommensvergleich sei schon
unzutreffend, weil selbst bei voller Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten vom
Tabellenlohn 2012 (Ziff. 96) für das Anforderungsniveau 1 von jährlich Fr. 43'320.--
auszugehen und ein Abzug von 25 % vorzunehmen wäre. Diesfalls ergäbe sich ein gar
noch höherer Invaliditätsgrad (von 60.08 statt 58.8 %).
B.k Der RAD stellte sich am 19. Mai 2015 (IV-act. 75) auf den Standpunkt, es werde in
der Eingabe vornehmlich auf die von der Versicherten angegebenen Schmerzen
abgestellt; wesentliche objektivierbare Befunde seien nicht beigebracht worden. - Mit
Verfügung vom 20. Mai 2015 (IV-act. 76) wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle
des Kantons St. Gallen das Leistungsgesuch der Versicherten ab. Der Invaliditätsgrad
betrage 37 %.
C.
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C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Florian Németh
für die Betroffene am 19. Juni 2015 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der
Beschwerdeführerin mindestens eine Dreiviertelsrente der Invalidenversicherung
zuzusprechen, eventualiter die Sache zur weiteren (medizinischen) Abklärung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Beschwerdegegnerin habe mit ihrer
Verfügung klare Befunde nicht berücksichtigt. Die Beschwerdeführerin sei in jeglicher
Tätigkeit maximal zu 50 % arbeitsfähig. - In einer Beschwerdeergänzung vom 11.
November 2015 beantragt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin die Zusprache
mindestens einer halben Rente. Die Schmerzen an ihrer rechten Hüfte seien bereits im
Jahr 2009 aufgetreten und schon davor habe sie Hüftprobleme gehabt. Am 9. März
2010 sei eine erste Operation erfolgt. Die Beschwerdeführerin habe einen (vom
Monatslohn aus umgerechneten) Jahreslohn von Fr. 81'900.-- erzielt, gemäss IK im
Jahr 2011 jedoch insgesamt Fr. 82'927.--, weshalb dieser (letztere) Betrag als
Valideneinkommen zu gelten habe. Infolge der gesundheitlichen Probleme mit Bedarf
an weiteren Operationen sei sie in unterschiedlichem Umfang arbeitsunfähig gewesen
und habe ab Oktober 2012 einen Verlust der Position als Fabrikationsleiterin mit
Lohnreduktion auf jährlich Fr. 67'600.-- hinnehmen müssen. Nachdem im Oktober
2013 unter anderem der Trochanter maior abgebrochen und eine weitere Operation
erforderlich geworden sei, habe sie sich neu angemeldet. Am 31. Januar 2015 sei sie
dann gestürzt und es sei ein CT-Befund erhoben worden. Gegen die Einschätzung des
RAD, dass sie in einer überwiegend im Sitzen zu verrichtenden Tätigkeit mit der
Möglichkeit des jederzeitigen Positionswechsels, ohne Heben und Tragen von Lasten
über 5 kg und ohne Betätigung in kniender oder gebückter Position voll arbeitsfähig
sei, sprächen zunächst der Sprechstundenbericht der Klinik E._ vom 9. Februar 2015
[bzw. 13. Februar 2015] und der Bericht von Dr. D._ vom 24. Februar 2015. Auch im
neueren (samt zwei kopierten Röntgenbildern beigelegten) Sprechstundenbericht vom
3. August 2015 [Schreiben vom 5. August 2015] der Klinik E._ sei wiederum
festgehalten worden, die peritrochantären Schmerzen träten belastungsabhängig, aber
auch bei nächtlichem Liegen auf der rechten Seite und beim Sitzen auf. Dr. D._ habe
der Auffassung des RAD, wonach die Beschwerdeführerin an einem leidensadaptierten
Arbeitsplatz voll arbeitsfähig sei, im Bericht vom 26. Juni 2015 denn auch vehement
widersprochen. Ihr bestehender Arbeitsplatz sei bereits optimal adaptiert. Das -
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nämlich eine Aufteilung bezüglich Stehen, Sitzen und Gehen zu je einem Drittel - zeige
im Übrigen auch der Arbeitgeberbericht. Eine ausschliesslich im Sitzen zu erledigende
Arbeit wäre weniger adaptiert und mit Sicherheit nicht mit einem 50 % übersteigenden
Pensum möglich. Dass die Beschwerdeführerin immer wieder schmerzbedingt
erwache, erkläre ferner ihre Ermüdbarkeit und die Notwendigkeit zusätzlicher
Erholungszeiten. Der Gesundheitszustand verschlechtere sich zudem stetig. Wegen
des schmerzhaften Knies könne sich die Beschwerdeführerin kaum mehr bücken. Es
stelle sich die Frage, ob sie ihre Arbeitsstelle werde behalten können und nicht voll
arbeitsunfähig werde. Das gegenwärtige Bruttoeinkommen von jährlich Fr. 34'125.--
entspreche dem Invalideneinkommen und der Invaliditätsgrad betrage 58.8 %. Selbst
wenn man in einer einzig im Sitzen zu verrichtenden Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von
100 % annähme, läge das Invalideneinkommen bei Fr. 43'320.--, und nicht bei Fr.
51'444.-- wie von der Beschwerdegegnerin angenommen. Denn es wären nur
Tätigkeiten des Kompetenzniveaus 1 möglich. Wegen des Ausschlusses schwerer
Arbeit, des erhöhten Pausenbedarfs und des Alters der Beschwerdeführerin mit
entsprechend erschwerten Voraussetzungen für eine berufliche Neuorientierung wäre
ein Leidensabzug von 25 % ohne weiteres gerechtfertigt, so dass der Invaliditätsgrad
diesfalls 60.08 % ausmachte.
C.b Dr. D._ hatte der Beschwerdegegnerin in einem ärztlichen Zeugnis vom 26. Juni
2016 (IV-act. 81) unter anderem geschrieben, die Behauptung, die Beschwerdeführerin
sei an einem adaptierten Arbeitsplatz medizinisch theoretisch zu 100 % arbeitsfähig,
treffe nicht zu. Es habe bereits eine ziemlich massive Anpassung der Arbeitstätigkeit
stattgefunden. Beziehe man die Fähigkeiten und die langjährige berufliche Erfahrung
der Beschwerdeführerin mit ein, handle es sich sogar um einen optimal adaptierten
Arbeitsplatz. Trotz inzwischen vorwiegend im Sitzen ausgeübter Arbeit sei eine
Tätigkeit an mehr als viereinhalb bis maximal fünf Stunden pro Tag nicht möglich.
C.c Mit Eingabe vom 3. Dezember 2015 legt der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin einen Bericht der Klinik G._vom 17. November 2015 ein. Es
werde dort bestätigt, dass die Beschwerdeführerin an Ruheschmerzen leide. Der
berichterstattende Arzt habe sogar bemerkt, er halte die Beschwerdeführerin zurzeit
hüftbedingt für voll arbeitsunfähig. Es werde vorgeschlagen, die Prothese zu entfernen,
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den Trochanter zu refixieren und erst nach einem Intervall die Hüftprothese zu
reimplantieren.
D.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 10. Dezember 2015 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Im Bericht der Klinik E._ vom
2. Juli 2014 sei festgehalten worden, die Beschwerdeführerin sei in einer angepassten
Tätigkeit voll arbeitsfähig. Diese Einschätzung sei später nicht revidiert worden. Dass
die Beschwerdeführerin bei ihrer Tätigkeit im Verkauf nicht immer Positionen im Sitzen
einhalten könne, spreche dagegen, dass es sich um eine optimal leidensangepasste
Tätigkeit handle. Eine solche finde, wie der RAD nachvollziehbar dargelegt habe,
überwiegend im Sitzen statt. Der Bericht der Klinik G._ vermöge daran keine Zweifel
zu erwecken, denn es werde darin weder zur Arbeitsfähigkeit Stellung genommen noch
biete der Bericht Grund zur Annahme, der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin könnte sich objektivierbar massgeblich verschlechtert haben.
Dass eine weitere Operation erwogen werde, ändere hieran nichts. Es sei der
Beschwerdeführerin im Sinn der Schadenminderungspflicht zuzumuten, in einer
angepassten Tätigkeit als Hilfsarbeiterin zu arbeiten. Die Arbeitsfähigkeit der _-
Jährigen sei verwertbar, die Anstellungschancen seien intakt. Das Einkommen vor dem
ersten operativen Eingriff von 2010, also von 2009, habe Fr. 76'260.-- betragen, 2008
habe das Einkommen Fr. 81'094.-- ausgemacht, 2007 Fr. 78'604.--, 2006 Fr. 82'305.--
und 2005 Fr. 70'961.--. Das Valideneinkommen sei daher gemäss dem Durchschnitt
der jeweils aufgerechneten Beträge für 2014 auf Fr. 84'551.-- zu veranschlagen. Beim
Invalideneinkommen sei von den LSE-Tabellenwerten 2012 im Kompetenzniveau 1
auszugehen, womit sich für 2014 insgesamt ein Jahresverdienst von Fr. 52'282.--
ergebe. Unter dem Titel eines leidensbedingten Abzugs könnten
rechtsprechungsgemäss nur Umstände berücksichtigt werden, die auf einem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt als ausserordentlich zu bezeichnen seien. Solche lägen
nicht vor. Die Ermüdbarkeit sei in den medizinischen Berichten nicht genannt und das
Alter wirke sich bei Hilfsarbeiten nicht aus. Es ergebe sich somit ein Invaliditätsgrad
von abgerundet 38 %.
E.
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E.a Mit Replik vom 11. April 2016 bringt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
vor, die Annahme der Beschwerdegegnerin, Dr. D._ habe die Beschwerdeführerin in
einer rein im Sitzen zu verrichtenden Arbeit als in einem 50 % übersteigenden Grad
arbeitsfähig erachtet, sei aktenwidrig, denn der Arzt habe lediglich wechselbelastende
Tätigkeiten als zumutbar bezeichnet. Die Einschätzung des RAD widerspreche des
Weiteren den Berichten der Klinik E._ vom 9. Februar 2015 [bzw. 13. Februar 2015]
und vom 3. August 2015 [bzw. 5. August 2015]. Der Bericht vom 2. Juli 2014 werde im
als Missverständnis erkannten Punkt im beigelegten jüngsten Bericht dieser Klinik vom
13. Januar 2016 dahingehend korrigiert, dass nie eine volle Arbeitsfähigkeit - auch
nicht für Tätigkeiten im Sitzen - bestanden habe. Die Beschwerdeführerin sei ihrer
Schadenminderungspflicht bereits mehr als nur nachgekommen. Das Ausüben der
bestehenden, optimal leidensadaptierten Arbeit sei für sie mit massiven Schmerzen
verbunden. Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin seien die
Anstellungschancen alles andere als intakt. Dass die leidensbedingt erhöhte
Ermüdbarkeit nicht ausgewiesen sei, sei angesichts der Angaben von Dr. D._
unzutreffend. Ein Vergleich zwischen einem Valideneinkommen von Fr. 84'551.-- und
einem Invalideneinkommen von Fr. 34'125.-- ergebe einen Invaliditätsgrad von 59.6 %,
derjenige mit einem nach Tabellenlohn berechneten Invalideneinkommen von Fr.
32'490.-- einen Invaliditätsgrad von 61.5 %. Nach der erneuten Operation vom 30.
März 2016 müsse die Beschwerdeführerin bis zur geplanten Reimplantation des
Hüftgelenks nach (voraussichtlicher) Konsolidierung der Trochanterfraktur in etwa
sechs Wochen ohne Hüftgelenk rechts leben und sei deswegen bettlägerig und
gänzlich arbeitsunfähig. Sollte die Fraktur nicht verheilen, würde jegliche
Arbeitsfähigkeit weiter ausbleiben. - Beigelegt sind nebst dem Bericht vom 13. Januar
2016 ein Operationsbericht vom 30. März 2016 und ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom
6. April 2016 der Klinik G._.
E.b Am 22. März 2017, am 24. März 2017 und am 31. Mai 2017 legt der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin diverse weitere medizinische Berichte und
Arbeitsunfähigkeitszeugnisse (des Spitals H._, von Dr. med. I_, Facharzt für ORL,
und der Klinik G._) ein. Die Reimplantation der Hüftprothese sei am 30. März 2016
erfolgt. Obwohl die Beschwerdeführerin daraufhin besser habe gehen können, seien
weiterhin chronische Schmerzen im Trochanterbereich rechts vorhanden. Es bestehe
ein hohes Risiko für eine langfristige Einschränkung der Arbeits- und
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Leistungsfähigkeit. Am 16. Dezember 2016 habe die Beschwerdeführerin einen
weiteren Sturz mit Verletzung der linken Schulter erlitten und sei deswegen ebenfalls
voll arbeitsunfähig. Bis 26. Mai 2017 sei mit den Berichten eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen. Im Zweifelsfall wäre die Arbeitsfähigkeit durch ein
Gutachten zu ermitteln.
F.
Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Stellungnahme verzichtet.
G.
Mit Eingabe vom 22. Dezember 2017 reicht der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin einen weiteren ärztlichen Bericht der Klinik G._ vom 4. Juli 2017
ein, wonach sie weiterhin voll arbeitsunfähig sei. Der Arzt gehe davon aus, dass die
Beschwerdeführerin in ihrem angestammten Beruf nicht mehr arbeitsfähig werden
werde. Er ersuche die Invalidenversicherung, sich der Situation nochmals anzunehmen.

Erwägungen
1.
1.1 Im Streit liegt die Verfügung vom 20. Mai 2015, mit welcher die
Beschwerdegegnerin das Leistungsgesuch - namentlich einen Rentenanspruch - der
Beschwerdeführerin abgewiesen hat. Die Beschwerdeführerin ihrerseits lässt einzig
Rentenleistungen beantragen. Streitgegenstand bildet daher der allfällige
Rentenanspruch. Berufliche Massnahmen hatte die Beschwerdegegnerin gemäss
Mitteilung vom 3. September 2014 damals als nicht erforderlich betrachtet, weil die
Beschwerdeführerin wieder in einem Teilpensum von damals 50 % erwerbstätig sei.
Ergäbe sich allerdings, dass ohne Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in
Frage stünde, so gehörte zum Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob
die Verwaltung den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige
Pflicht der Beschwerdeführerin zu Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.
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1.2 Für die richterliche Beurteilung sind grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse
massgebend, wie sie bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verwaltungsverfügung -
hier vom 20. Mai 2015 - bestanden haben (BGE 121 V 362 E. 1b; BGE 125 V 150 E.
2c). Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sind insoweit zu berücksichtigen, als
sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind,
die Beurteilung im Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu beeinflussen
(Bundesgerichtsentscheid vom 4. Juli 2012, 9C_67/2012; vgl. BGE 99 V 98).
2.
2.1 Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die (nebst den
Anforderungen nach lit. a) während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b)
und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c).
Die einjährige Wartezeit gilt als eröffnet, sobald eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens
20 % vorliegt (AHI 1998 S. 124 E. 3c). Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsfähigkeit
liegt vor, wenn die versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen
voll arbeitsfähig war (Art. 29ter IVV; Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S K. vom 26. März 2004, I 19/04).
2.3 Für die Invaliditätsbemessung sind als Grundlage die medizinischen
Vorbedingungen von Bedeutung. Der Arzt sagt, inwiefern die versicherte Person in
ihren körperlichen bzw. geistigen Funktionen durch das Leiden eingeschränkt ist (vgl.
BGE 107 V 17 = ZAK 1982 S. 34). Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem
Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist.
Die ärztlichen Auskünfte sind im Weiteren eine wichtige Grundlage für die Beurteilung
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der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden
können (vgl. BGE 132 V 99 f. E. 4, BGE 141 V 281 E. 5.2.1).
3.
3.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen
Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als
Gesunde tatsächlich verdienen würde. Dabei ist in der Regel am zuletzt erzielten,
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Lohn
anzuknüpfen (vgl. etwa Bundesgerichtsentscheid 9C_422/2015 vom 7. Dezember
2015).
3.2 Nach der Aktenlage war eine erste Hüftoperation bei der Beschwerdeführerin im
März 2010 notwendig geworden. Eine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit ist ab 8.
Dezember 2011 aktenkundig geworden (und nach einem Unterbruch von rund neun
Monaten - und formell rechtskräftiger Abweisung eines Leistungsgesuchs - eine
weitere ab 14. Oktober 2013). Die vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung
erzielten Einkommen der Beschwerdeführerin schwankten gemäss IK-Auszug. Im Jahr
2007 erzielte sie Fr. 78'604.--, 2008 Fr. 81'094.--, 2009 Fr. 76'260.--, 2010 Fr. 65'620.--
und 2011, in dessen letzten Tagen die Arbeitsunfähigkeit eintrat, Fr. 82'927.--. Es
rechtfertigt sich, die unabhängig vom Gesundheitsschaden aufgetretenen
Schwankungen durch Errechnen des Einkommensdurchschnitts aus mehreren Jahren
auszugleichen. Da anzunehmen ist, das Einkommen im Jahr 2010 sei
krankheitsbedingt auffallend tiefer ausgefallen als die übrigen genannten Einkommen,
ist es dabei ausser Acht zu lassen. Der Durchschnitt ist aus den Einkommen der
übrigen vier Jahre zu ziehen.
3.3 Da ein Wartejahr mit im Sinn von Art. 29ter IVV ununterbrochener
Arbeitsunfähigkeit von durchschnittlich mindestens 40 % im Oktober 2014 abgelaufen
ist (und der Rentenanspruch gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG ab dem gleichen Monat
entstehen kann), ist der Einkommensvergleich auf jenes Jahr zu beziehen. Die
einzelnen Einkommen sind vor der Berechnung des Durchschnitts um die jeweilige
Nominallohnentwicklung gemäss den Tabellen des Bundesamtes für Statistik bis 2014
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zu korrigieren. Aus Fr. 78'604.-- (2007) wird auf diese Weise ein Betrag von Fr.
83'716.-- (bis 2010: 106.4/102.8, vgl. T1.05 der Lohnentwicklung 2010, Herstellung von
Textilien und Bekleidung; bis 2014: 102.9/100, vgl. T1.10 der Lohnentwicklung 2014,
Branche "Herstellung von Möbeln und sonstigen Waren", CM 31-33), aus Fr. 81'094.--
(2008) werden Fr. 85'125.-- (106.4/104.3 x 102.9 %), aus Fr. 76'260.-- (2009) Fr.
78'619.-- (106.4/106.2 x 102.9 %) und aus Fr. 82'927.-- (2011) Fr. 84'071.--
(102.9/101.5; vgl. T1.10 der LE 2013 und 2014). Im Durchschnitt ergibt sich ein Betrag
von Fr. 82'883.--, der als Valideneinkommen 2014 zu betrachten ist.
4.
4.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ -
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die
ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint
zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als
Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist
aber kein solches effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung statistische Werte beigezogen werden (vgl. Bundesgerichtsurteil vom
7. April 2016, 9C_783/2015; BGE 139 V 592 E. 2.3; BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
4.2 Die Beschwerdeführerin stand gemäss der Aktenlage auch nach Eintritt der
gesundheitlichen Schädigung (und über den vorliegend zu beurteilenden Zeitraum bis
20. Mai 2015 hinaus) weiterhin in ihrem seit dem Lehrabschluss 1976, also bei der
massgeblichen (zweiten) IV-Anmeldung seit 38 Jahren, ununterbrochen innegehabten
und also ausnehmend stabilen Arbeitsverhältnis. Sie musste krankheitsbedingt ihre
Stellung als Fabrikationsleiterin abgeben und musste und konnte ihren
Tätigkeitsbereich den leidensbedingt nötigen Anforderungen anpassen. Nach Eintritt
der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist sie seit 1. Oktober 2012 lediglich noch im
Büro und als Verkaufsmitarbeiterin tätig. Im September 2014 gab sie an, im Bereich
AVOR zu arbeiten. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin
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jeweils das ihr für diese Tätigkeiten als zumutbar attestierte Arbeitspensum erfüllte. Der
Umfang der jeweiligen Arbeitsunfähigkeit lässt sich unter anderem (ab 11. Februar
2014) den Berichten der Klinik F._ vom 2. Juli 2014 und vom 13. Januar 2016
entnehmen. Zuletzt bestand ab 30. Juni 2014 (angegeben bis 30. September 2015)
eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %.
4.3 Ein Stellenwechsel erscheint der Beschwerdeführerin demnach von vornherein nur
zumutbar, wenn an einer anderen Stelle ein wesentlich höherer Arbeitsfähigkeitsgrad
erreicht werden kann als an der tatsächlich besetzten, so dass sich ein allfälliger
Invaliditätsgrad senken lässt.
5.
5.1 Bei ihrer Abweisung des Leistungsgesuchs (vom April 2014) mit der angefochtenen
Verfügung vom Mai 2015 ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass die
Beschwerdeführerin in einer leidensangepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei. Dabei
stützte sie sich auf die Beurteilung ihres RAD vom 13. März 2015. Dieser hatte damals
an seiner Einschätzung vom 2. März 2015 festgehalten, wonach die
Beschwerdeführerin in einer optimal hüftentlastenden Tätigkeit, also einer überwiegend
im Sitzen auszuübenden Arbeit mit der Möglichkeit des jederzeitigen
Positionswechsels, ohne Heben und Tragen von Lasten über 5 kg und ohne Tätigkeiten
in kniender oder gebückter Position, voll arbeitsfähig sei, und zwar ab dem Beginn der
Arbeitsfähigkeit von 50 % in angestammter Tätigkeit, also ab dem 1. Juli 2014. Für
Arbeiten, die überwiegend im Stehen durchzuführen seien, und für die angestammte
Arbeit, falls diese Annahme auf sie zutreffe, hatte der RAD die Beschwerdeführerin
allerdings als gar nicht arbeitsfähig bezeichnet (IV-act. 65-2).
5.2 Die Arbeitsfähigkeitsschätzung des RAD erscheint unter dem Aspekt der Angabe
für die angestammte Tätigkeit nicht eindeutig. Eine Arbeit, die auch nur überwiegend
(also nicht ausschliesslich) im Stehen stattfindet, wurde zudem für der
Beschwerdeführerin nicht mehr zumutbar erklärt. Für eine Arbeit, die zwischendurch
Arbeiten im Sitzen erlaubt, wurde aber auch eine Arbeitsfähigkeit von 50 % für
plausibel gehalten. Denn mit dem Hinweis auf eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in
angestammter Tätigkeit bezog sich der RAD auf eine Arbeitsfähigkeitsschätzung von
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Dr. D._ für den Arbeitsplatz der Beschwerdeführerin, an welchem zwischendurch
auch Arbeiten im Sitzen möglich seien. Aus der RAD-Beurteilung lässt sich aber
jedenfalls ersehen und nachvollziehen, dass eine Tätigkeit im Stehen im Vergleich
weniger hüftentlastend ist als eine solche im Sitzen.
5.3 Zu berücksichtigen ist zudem, dass der RAD die Beschwerdeführerin nicht selber
untersucht hat, weshalb es sich bei seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht um eine
Stellungnahme im Sinn von Art. 49 Abs. 2 IVV, sondern lediglich um eine Empfehlung
zur weiteren Bearbeitung des Leistungsbegehrens aus medizinischer Sicht (Art. 59 Abs.
2bis IVG und Art. 49 IVV) handelt. Solche Empfehlungen vermögen sich nach der
Rechtsprechung einzig dazu zu äussern, ob der einen oder anderen ärztlichen Ansicht
zu folgen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen ist (vgl.
Bundesgerichtsentscheide vom 2. Mai 2016, 9C_839/2015 E. 3.3, und 9C_405/2015 E.
5.1).
5.4 Mit der Auffassung, die Beschwerdeführerin sei in einer überwiegend im Sitzen
auszuübenden Arbeit mit der Möglichkeit des jederzeitigen Positionswechsels voll
arbeitsfähig, hatte sich der RAD dannzumal insofern auf die Beurteilung der
behandelnden Klinik E._ stützen können, als deren Bericht vom 2. Juli 2014 zu
entnehmen gewesen war, der Beschwerdeführerin sei - im Unterschied zu ihrer
angestammten und ausgeübten Arbeit (wo nicht ganz klar ist, ob trotz angegebener
Befristung weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 70 % wie für Arbeiten im Stehen
angenommen worden sei) - eine Tätigkeit im Sitzen voll zumutbar. Mit Schreiben vom
13. Januar 2016 taxierte die Klinik diese Feststellung jedoch als Versehen und stellte
richtig, dass zu keiner (massgeblichen) Zeit volle Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin für eine Tätigkeit im Sitzen bestanden habe. - Nach der Aktenlage
kann (auch) längeres Sitzen nicht als optimal hüftentlastend betrachtet werden, wurde
doch am 13. Februar 2015 ausserdem berichtet, die Schmerzen würden (unter
anderem) besonders nach langem Sitzen auftreten (IV-act. 67). Auch am 5. August
2015 wurde festgehalten, die Symptomatik sei einerseits belastungsabhängig, trete
aber auch nachts und beim Sitzen auf.
5.5 Der Einschätzung des RAD wurde damit nachträglich insofern eine wesentliche
Grundlage entzogen, als keine Beurteilung durch Ärzte, welche die Beschwerdeführerin
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selber untersucht haben, mehr vorliegt, wonach die Beschwerdeführerin in irgendeiner
Tätigkeit voll arbeitsfähig sei. Nach Auffassung von Dr. D._ vom 26. Juni 2015 kann
von einer vollen Arbeitsfähigkeit in adaptierter Arbeit vielmehr ausdrücklich nicht
ausgegangen werden.
5.6 Dass wesentliche objektivierbare Befunde nicht aufgezeigt worden wären, wie vom
RAD zur Begründung seines Standpunkts (einer vollen Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin) angeführt worden war, lässt sich zudem nicht bestätigen. Dem
Bericht der Klinik G._ vom 17. November 2015 lässt sich unter anderem entnehmen,
dass der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin einerseits durch die Hakenplatte
und anderseits durch den etwas vermehrten Offset und die Pseudarthrose des grossen
Trochanters gestört sei. Der Bericht stammt zwar aus einem Zeitpunkt nach der
vorliegend massgeblichen Phase, doch ist davon auszugehen, dass die genannten
Beeinträchtigungen bereits zu damaliger Zeit vorgelegen haben.
5.7 Die Schätzung einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 100 % für den Fall, dass eine
Tätigkeit optimal hüftentlastend ist, erscheint angesichts der Angaben der
behandelnden Ärzteschaft nicht stichhaltig.
5.8 Nach ihren Angaben vom September 2014 zur ausgeübten Tätigkeit hat die
Beschwerdeführerin damals im Bereich AVOR gearbeitet. Zu dessen Belastungsprofil
kann den Akten zwar nichts entnommen werden. Es rechtfertigt sich jedoch, aus der
Schilderung der Beschwerdeführerin, dass sie damit ein Pensum von 50 % zu leisten
vermochte, zu schliessen, dass es sich um ein gut (bzw. noch besser)
leidensadaptiertes Betätigungsfeld handelte. Dem Arbeitsvertrag (vgl. IV-act. 74-13 ff.)
ist zu entnehmen, dass die Aufgaben nebst AVOR (Aussendienst/Grossisten) unter
anderem in Verkauf, Kundenbetreuung bei Serviceaufträgen, Preisberechnung der
Neuanfertigungen und Lagerbuchhaltung/Inventar bestanden. Nach der Beurteilung
von Dr. D._ vom 26. Juni 2015 schliesslich übte die Beschwerdeführerin ihre Arbeit
damals an einem optimal adaptierten Arbeitsplatz aus.
5.9 Damit ist zusammenfassend nach der Aktenlage bis zum Zeitpunkt, der für die
vorliegende Beurteilung massgeblich ist, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch
Wechsel der Tätigkeit keine Erhöhungsmöglichkeit für die Arbeitsfähigkeit so
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wesentlichen Ausmasses anzunehmen, dass gefolgert werden müsste, die
Beschwerdeführerin schöpfe mit der Arbeit an ihrer beibehaltenen Stelle die ihr
insgesamt zumutbare Arbeitsfähigkeit nicht genügend aus. Ein Aufgeben der
Berufstätigkeit beim angestammten Arbeitgeber zu verlangen, ist bei diesen
Gegebenheiten unzumutbar, zumal die ausgebildete Beschwerdeführerin ausserdem
hernach ohne (damals nicht in Frage stehende) berufliche Massnahmen auf eine
Hilfsarbeit verwiesen wäre.
5.10 Abzustellen ist daher vorliegend auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten
Berufstätigkeit. Diese betrug gemäss der Zusammenstellung und den Angaben der
Klinik E._ vom 13. Januar 2016 bei Ablauf der Wartezeit am 18. Oktober 2014 (und
bis über den Verfügungszeitpunkt vom 20. Mai 2015 hinaus) wie erwähnt 50 %. Die
Beurteilung einer vollen Arbeitsunfähigkeit durch die Klinik G._ vom 17. November
2015 dringt - jedenfalls für die zu beurteilenden Zeiträume (bis 20. Mai 2015) -
gegenüber diesen Angaben der Klinik F._ nicht durch.
6.
6.1 Das tatsächliche Erwerbseinkommen der Beschwerdeführerin betrug im Jahr 2014
gemäss der Arbeitgeberbescheinigung - bei vollem Pensum - Fr. 68'250.--. Bei einer
zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 50 % (und entsprechendem Pensum gemäss Vertrag
vom 12. September 2014, IV-act. 74-13 ff.) ergeben sich Fr. 34'125.--. Ein Abzug ist
nicht am Platz, da es sich um das mit zumutbarer Tätigkeit tatsächlich erwirtschaftete
Einkommen handelt.
6.2 Der Invaliditätsgrad macht demnach (58.8 % bzw. rund) 59 % aus (ginge man
beim Valideneinkommen von den Angaben in der Arbeitgeberbescheinigung, nämlich
einem Einkommen von Fr. 81'900.--, aus, ergäben sich 58.3 % bzw. rund 58 %). Die
Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine halbe Rente.
7.
Allfällige relevante Veränderungen im Sachverhalt nach dem Zeitpunkt des Erlasses der
angefochtenen Verfügung betreffen nicht mehr dieses Verfahren.
8.
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8.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 20. Mai 2015 gutzuheissen. Der Beschwerdeführerin ist
ab 1. Oktober 2014 eine halbe Rente zuzusprechen.
8.2 Es rechtfertigt sich, bei diesem Ausgang des Verfahrens für die Kosten von einem
vollen Obsiegen der Beschwerdeführerin auszugehen und die Gerichtskosten, die nach
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festgelegt werden (Art. 69
Abs. 1bis IVG), gesamthaft der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1
VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen. Der geleistete
Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.
8.3 Die Beschwerdeführerin hat demnach auch Anspruch auf Ersatz der Parteikosten,
die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache
und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl.
auch Art. 98 ff. VRP). Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand angemessen
erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer).