Decision ID: 77529ddc-3616-432f-909a-f7c18a1f0f83
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1962 geborene
X._
verfügt über
eine
zweijährige
Ausbildung im Bereich der Schreinerei (Urk. 7/13/3
,
Urk.
7/57/7
)
. Nachdem er im Jahr 1988 als Saisonnier in die Schweiz eingereist war, war er bis 1999 als Hilfsschreiner bei einer Holzbaufirma beschäftigt (
Urk.
1 S. 3,
Urk.
7/8/1).
In den Jahren 2000 bis 2005 war er mit mehreren Unterbrüchen bei verschiedenen Arbeitgeber
n in der Schweiz tätig (Urk. 7/
8/1). I
m Jahr 2008
liess
er
sich
nach mehrjährige
m Auf
enthalt
in Mazedonien (Urk. 7/5/3) wiederum
in der
Schweiz
nieder
(Urk. 7/5/1)
und nahm
ab
Juni 2009
erneut
verschiedene Erwerbstätigkeiten auf, wobei er zu
letzt
bis November 2014
temporär
als Gleisbau
arbeiter
tätig war (Urk.
1 S. 3-4, Urk. 7/8/3,
Urk.
7/13/2
, Urk. 7/18/11
).
Im März 2015 meldete er sich unter Hin
weis auf
ein schweres Herzleiden,
einhergehend mit
Atemnot und Schwäche so
wie einer anhaltenden vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit seit
dem
2
4.
Nov
emb
er 2014, bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/5/3 und
Urk.
7/5/5).
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte daraufhin verschiedene medizinische sowie berufliche Abklä
rungen.
Am 20. August
2015
teilte sie dem Versicherten mit, berufliche Einglie
derungsmassnahmen seien zurzeit aufgrund seines Gesund
heits
zustand
s nicht
mög
lich (Urk. 7/25).
Nach erneuter Einladung zum Gespräch vom 1
8.
Februar 201
6 teilte sie dem Versicherten am
2.
März 2016 wiederum mit, die Eingliede
rungs
beratung werde abgeschlossen, da eine Eingliederung zurzeit aus nachvollzieh
baren medizinischen Gründen nicht möglich sei (Urk. 7/34-3
6
).
Im weiteren Ver
lauf
liess sie den Versicherten
unter anderem
durch für den Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD) tätige Ärzte internistisch sowie orthopä
disch/rheumatologisch
untersuchen, welche ihre
Beurteilung
en
am
1
3.
Juli
2016 abgab
en
(Urk. 7/
43-44
).
Es folgte eine polydisziplinäre Begutachtung durch die
MEDAS
Y._
. Diese
erstattete ihr Gutachten am
22
.
November
2016 (
Urk.
7/
57
/1
).
Gestützt darauf
und nach Durchführung eines Einkommen
s
ver
gleichs
(
Urk.
7/58, 7/59),
stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit
Vorbescheid
vom 31. Januar 2017 die Abweisung seines Rentenbegehrens in Aussicht (Urk.
7/60). Dagegen erhob der Versicherte a
m 1.
März 2017 (Urk. 7/61)
, ergänzt am
25. April 2017 (Urk. 7/66),
Einwand
. In der Folge stellte die IV-Stelle der Gutachterstelle Rückfragen (Urk. 7/67), welche die Gutachter
personen
am
7.
August 2017 beantworteten
(Urk. 7/
68
).
Dazu nahm der Versicherte am 1
7.
Okto
ber 2017 Stellung (Urk. 7/70).
Nach erneuter Vorlage des Dossiers beim RAD (Urk. 7/71/3-4) wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten mit Verfügung vom 1
6.
März 2018 ab
(Urk. 7/73 =
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung
erhob der Versicherte am 2
6.
April 2018 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Beschwerde
geg
nerin sei zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen in Form einer Rente zu gewähren. Eventualiter sei die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung (Urk. 1 S. 2).
In ihrer Beschwerdeantwort vom 2
5.
Mai 2018 schloss die Beschwerdegeg
nerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6 S. 1). Dies wurde dem Beschwer
de
führer mit
Gerichtsv
erfügung vom
6.
Juni 2018 mitgeteilt. Zugleich wurde ihm die unentgeltliche Prozessführung gewährt und in der Person von Rechtsanwältin Susanne
Friedauer
, Zürich, eine unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vorlie
gen
de Verfahren bestellt (
Urk.
8).
Auf die Ausführungen der Parteien und die
eingereicht
en Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
;
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des
strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen ein
ander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Ver
halten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Ausein
andersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
ge
rungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechts
anwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die
Ex
pertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Bean
t
wortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt,
laut dem
Gutachten vom
7.
November 2016
sei
der Beschwerde
füh
rer in seiner angestammten Tätigkeit als Gleisbauer seit November 2014 voll
umfänglich arbeitsunfähig. In einer leidens
adaptierten Tätigkeit sei er indes seit August 2015 zu 50
%
arbeitsfähig. Anschliessend habe sich sein
e Gesundheits
situation
nach der Herzoperation weiter verbessert, sodass er seit Herbst 2015 in einer angepassten Tätigkeit
zu 70
%
arbeitsfähig sei. Sodann hielt sie fest, die Beschwerden im Bereich der unteren Extremitäten würden zu keiner erheblichen Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führen, weshalb keine diesbezüglichen wei
te
ren Abklärungen angezeigt seien.
Sie
ermittelte einen Invaliditätsgrad von 32
%
. Dabei nahm sie keinen Leidensabzug vor mit der Begründung, dass der Beschwerdeführer bei einer körperlich leichten Hilfsarbeitertätigkeit nicht einge
schränkt sei (
Urk.
2).
In der Beschwerdeantwort
wies sie auf die von der Gutachterstelle in Beant
wor
tung der Rückfragen zum polydisziplinären Gutachten gegebene Begründung der Verbesserung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit hin. Des Weiteren stellte sie sich auf den Standpunkt, Zusatzuntersuchungen seien im vorliegenden Fall nicht nötig gewesen. Ein leidensbedingter Abzug sei nicht vorzunehmen, namentlich nicht wegen des
(
unter 60 Jahre liegenden
)
Alters des Beschwerde
führers (
Urk.
6).
2.2
Der Beschwerdeführer wandte dagegen zusammengefasst ein,
die Steigerung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von 50 auf 70
%
sei nicht in nachvoll
ziehbarer Weise dargetan
respektive nicht begründet worden
(
Urk.
1 S. 7-8
und S. 10
). Sodann beanstandete er, der begutachtende Kardiologe habe keine kardio
logischen Untersuchungen durchge
führt (Urk. 1 S. 8), sondern die Werte der vor
angehenden Untersuchun
gen übernommen, welche als insgesamt eingeschränkt
aussage
kräftig beurteilt worden
seien
. Dabei gehöre die Ergometrie als Belas
tungs
untersuchung zu den wichtigsten diagnostischen Verfahren bei einer kardio
lo
gischen Begutachtung
(Urk. 1 S. 9
-10
).
Unter Hinweis auf eine Publikation der
deutschen Rentenversicherung zur sozialmedizinischen Beurtei
lung von herz
kra
n
ken Menschen machte er geltend, seine Arbeitsfähigkeit liege
(für eine ange
passte Tätigkeit)
zwischen 35 und 49
%
. Ferner rügte er, sein Alter, die vorlie
genden Komorbiditäten und insbesondere die linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF) sei
en
unbeachtet geblieben
. Unter Berücksichtigung der diesbezüglichen mittel
gradigen bis schweren Beeinträchtigung sei ihm auch eine körperlich leichte Tätig
keit nicht oder nicht mehr in wesentlichem Umfang möglich
(Urk. 1 S.
11-13
).
Eventualiter brachte er vor, es sei zu Unrecht kein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn vorgenommen worden
, falls denn
überhaupt eine verwertbare Rest
arbeitsfähigkeit vorliege
(Urk. 1 S. 13-1
6). Eventualiter machte er (mit näherer Begründung) geltend, es liege eine Verletzung des Untersuchungs
grundsatzes vor (Urk. 1 S. 16-18).
3.
3.1
Der Beschwerdeführer befand sich wegen einer
Herze
rkrankung seit 2008 in
fachärztlicher
Behandlung (
Urk.
1 S. 4,
Urk.
7/5/
5
,
Urk.
7/
38/2
,
Urk.
7/57/12
)
, wobei im Januar 2008
infolge eines subakuten Vorderwandinfarkts
eine Koronar
dilatation mit
Stenteinlage
erfolgt
e
(
Urk.
7/57/3,
Urk. 7/57/19)
.
Im Jahr
2014
be
merkte er eine
Abnahme
sein
er Leistungsfähigkeit und
eine
vermehrte Kurzatmig
keit
(Urk. 7/57/12)
.
Dem Bericht des
Z._
, Klink für Kardiologie,
vom 1
3.
Februar 2015 ist zu entnehmen,
dass
der Beschwerdeführer an einer koro
naren
Eingefässerkrankung
mit schwerer
Mitral
klappenin
suffizienz
und schwer eingeschränkter LVEF (
=
linksventrikuläre
Ejektionsfraktion:
25
%
)
litt
. Er habe berichtet, in der Ebene langsam uneingeschränkt laufen zu können, jedoch - sobald es bergauf gehe - an einer Belas
tungsdyspnoe zu leiden (Urk. 7/
3/1). Zu
dem hielten die Ärzte fest, aufgrund der schwer eingeschränkten linksventri
kulären Pumpfunktion bei Status nach grossem Vorderwandinfarkt bestehe die Indikation für eine
ICD-Implantation (Urk. 7/3/2).
Am 3
0.
April
2015 erfolgte die
o
perative
myokardiale
Revaskularisierung
und Rekonstruktion der Klappen
(Urk. 7
/57/12,
Urk.
7/43/2
)
.
Hernach befand sich
der Beschwerdeführer
vom 2
2.
Mai bis am 1
1.
Juni 2015 stationär im
A._
(Urk. 7/
22/2), wobei am 3
0.
Mai 2015 eine
epikardiale
permanente linksventrikulare Schrittmacherelektrode eingelegt wurde (Urk. 7/22/5).
Nachdem es im Verlauf nicht zu einer raschen Stabilisierung der Ejektionsfraktion (EF) gekommen war und der Beschwerdeführer eine deutliche
Dyssynchronie
ge
zeigt
hatt
e, wurde
n
a
m
3
0.
Mai 2015 eine Schrittmacherelektrode u
n
d am
1
8.
Juni 2015 ein
ICD
/
CRT-
System
(Defibrillator)
implantiert (Urk.
7/24/11,
Urk.
7/24/18).
3.2
Der Hausarzt
Dr.
med. B._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, nannte in seinem Bericht vom 1
7.
August 2015 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine koronare sowie eine
valvuläre
Herzkrankheit mit Einlage einer Schrittmacherelektrode am 3
0.
Mai 2015 und
einem
Stenting
im Jahr 2008 und ein seit 2012 bestehendes chronische
s
lumbospondylogenes Syndrom
(Urk. 7/24/7,
Urk.
7/24/11).
Dr.
B._
attestierte dem Beschwerdeführer eine 100
%ige Arbeitsunfähigkeit seit 2
4.
November 2014 (Urk. 7/24/7) und führte aus,
die vom
Beschwerdeführer geklagte Leistungsschwäche und Anstrengungs
dyspnoe
sei
en
bei stark eingeschränkter LVEF von 20
%
im Rahmen einer Kardio
myo
pathie objektiv erklärbar. Eine beruflich verwertbare körperliche Tätigkeit könne der Beschwerdeführer nicht mehr ausüben. D
ies
er sei unter ausgebauter Medika
tion knapp kardial kompensiert (Urk. 7/24/8).
Am 2
9.
November 2015
gab
Dr.
B._
an, der Gesundheitszustand sei stationär. Jedoch seien seit der
ICD
-Implantation Schmerzen an der linken Schulter bei
einer
Periarthropathia
humeroscapularis
calcarea
(
PHS
)
links hinzugetreten. Fern
er merkte er an, eine angepasste Tätigkeit gebe es nicht, da der Beschwer
de
führer
ausbildungs- und sprachbedingt nur körperlich arbeiten könne (Urk. 7/28/1
,
Urk.
7/
28/4
).
In seinem Bericht vom 1
1.
Mai 2016 führte
Dr.
B._
aus, der Beschwerdeführer sei bei allen Arbeiten, welche Kraft beanspruch
t
en, eingeschränkt
,
s
o bei Geh
strecken von mehr als 300 Metern, beim Tragen von Einkaufstaschen, beim Treppensteigen
etc.
.
Er fühle sich erschöpft und müsse Pausen einlegen. Zudem bestünden Schulterschmerzen links und Lumbalgien (Urk. 7/41/4).
Die Herzfunk
tion sei schwer eingeschränkt (
Ejektionsfunktion [
EF
]
von 35
%
) und es liege eine komplexe kardiale Erkrankung vor.
Bei diesen Leiden
sowie rheumatologischen Problemen sei keine Arbeitsleistung mehr möglich (Urk. 7/41/5), auch keine ange
passte (Urk. 7/41/6). In Ruhe lägen unter ausgebauter Medikation keine kardialen Insuffizienzzei
c
hen vor. Die linke Schulter sei ab 90 Grad bewegungs
eingeschränkt sowie
dolent
und die Lendenwirbelsäule (LWS) sei schmerzbedingt bewegungseingeschränkt. Bei körperlichen Tätigkeiten werde der Beschwerde
führer sofort müde und erschöpft (Urk. 7/41/5).
3.3
Im Bericht des
Z._
, Klinik für Kardiologie, vom 11. September 2015 wurden als kardiologische Diagnosen eine koronare Dreigefässerkrankung sowie eine schwere
Mitralinsuffizienz
bei
flail
leaflet
des
posterioren
Mitralsegels
und schwerer
Trikuspidalinsuffizienz
genannt (Urk. 7/32/1). Weiter ist dem Be
richt zu entnehmen, der Beschwerdeführer habe über einen guten Verlauf seit dem Austritt aus der kardiovaskulären Rehabilitation in
A._
am 1
1.
Juni 2015 berichtet und seine Leistungsfähigkeit habe deutlich zugenommen (Urk. 7/32/1).
Die EF liege visuell bei 30-35
%
und beim Belastungstest habe der Beschwerde
führer 72
%
des Solls erreicht. Damit habe sich die LVEF echokardiographisch leicht verbessert. Der Beschwerdeführer sei postoperativ deutlich leistungsfähiger, in gutem Allgemeinzustand sowie
normoton
,
normokard
und kardiopulmonal kom
pensiert.
Im Alltag eingeschränkt sei der Beschwerdeführer durch ein Abduk
tionsdefizit des linken Armes.
Dieses Problem sei vermutlich nicht direkt durch das ICD/CRT-System
verursacht, sondern man gehe eher von einer durch das Abduk
tionsverbot nach Einlage verursachte
n
Frozen
Shoulder
aus (Urk. 7/32/2).
Laut dem Bericht des
Z._
, Klinik für Kardiologie, vom 24. Septem
ber 2015 präsentierte sich der Beschwerdeführer anlässlich der ICD-Nachkontrolle kardial kompensiert (Urk. 7/28/9).
Dr.
med. C._
, Assistenzarzt des
Z._
, Klinik für Kardiologie, berichtete am 11. Dezember 2015, er habe den Beschwerdeführer vom
7.
bis am 2
4.
September
2015 behandelt (Urk. 7/31/1). Prognostisch hielt er fest, es sei eine Stabilisation bei einge
schränkter Leistungsfähigkeit zu erwarten. Die körperliche Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers sei bei Herzinsuffizienz eingeschränkt. In der körperlich stark beanspruchenden Gleisarbeit sei er nicht arbeitsfähig und werde es auch bei günstigem Verlauf nicht mehr sein. Für körperlich nicht belastende Tätigkeiten sei er indes arbeitsfähig. Zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit für Tätigkeit
en
mit geringer Belastung müsste eine Kontrolle mit Spiro Ergometrie erfolgen (Urk. 7/31/2-3).
Nicht mehr zumutbar seien Überkopfarbeiten sowie das Besteigen von Leitern und Gerüsten (Urk. 7/31/5).
Am
7.
April 2016 berichteten die Ärzte des
Z._
, Klinik für Kardio
logie, über eine weitere ICD-Nachkontrolle (Urk. 7/41/10 ff.). Als kardiologische Diagnosen nannten sie
dieselben wie bei ihrem Vorbericht vom 11. September 2015, wobei die
LVEF
nurmehr
als mittelschwer eingeschränkt angegeben wurde
bei einer EF von 35
%
(Urk. 7/41/11).
Des Weiteren führten die berichtenden Ärzte
aus, der Beschwerdeführer habe einen stabilen kardialen Verlauf angegeben. Er verneine
pectanginöse
Beschwerden. Es bestehe eine stabile Dyspnoe NYHA II beim Bergauflaufen oder schnellen Gehen. Vorherrschend seien die linksseitigen Schulterschmerzen, welche sich jedoch leicht gebessert hätten. Der Beschwerde
führer präsentiere sich kardial kompensiert (Urk. 7/41/11).
3.4
Im Bericht des
Z._
, Klinik für Rheumatologie, vom 1
6.
Oktober 2015 wurde angegeben, klinisch zeige sich eine deutliche Bewegungs
einschrän
kung in der Schulter links. Die Elevation sei nicht möglich (Urk. 7/28/5). Die Berichtenden nannten die Diagnose einer
Periarthropathia
humeroscapularis
c
alcarea
links, gemäss Bericht vom 1
4.
Januar
2016
mit
Frozen
Shoulder
(Urk. 7/28/4,
Urk.
7/41/13).
Dem Bericht vom 1
4.
Januar 2016 über den Verlauf vom 1
2.
November 2015 bis zur Berichterstattung ist zudem zu entnehmen, dass sich unter physiotherapeutischer Behandlung eine deutliche Besserung sowohl der Schmerzsymptomatik als auch des Bewegungsumfanges der Schulter links gezeigt habe (Urk. 7/41/13).
3.5
Am 1
2.
Juli 2016 erfolgte eine RAD-Untersuchung des Beschwerdeführers durch
Dr.
med. D._
, Facharzt
für Innere Medizin
(internistisch,
Urk.
7/43)
,
sowie durch
Dr.
med. E._
, Facharzt für Orthopädische Chirur
gie
(
orthopädisch/
rheumatologisch,
Urk.
7/44).
Dr.
E._
führte aus, der Beschwerdeführer habe
über seit der Herz
operation im Juni 2015 bestehende
Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Schultergelenk links geklagt. Er könne den linken Arm nicht bis zur Hori
zontalen führen und es bestünden Schwierigkeiten beim
Be
- und Entkleiden. Manchmal würden die Schmerzen bis in die linke Handoberseite ausstrahlen. Durch die seit einem Jahr regelmässig durchgeführte Physiotherapie mit Kranken
gymnastik seien die Beschwerden rückläufig (Urk. 7/44/1).
Dr.
E._
hielt fest, der Beschwerdeführer habe sich unter Entlastung der linken Schulter selb
ständig ausgezogen (Urk. 7/44/2).
Als Diagnose in seinem Fachgebiet nannte
Dr.
E._
eine schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung der linken Schulter. Diese verunmögliche die Ausübung der bisherigen Tätigkeit (Urk. 7/44/5).
Angepasst sei eine körperlich leichte
,
wechselbelastende Tätigkeit ohne linksseitige regelmässige Arm-Hebe- und Tragebelastungen, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne Überkopfarbeit, ohne Arbeiten in Armvorhalte und in körperferner Armhaltung links sowie ohne andauernde Vibrationsbe
las
tungen. In einer derart angepassten Tätigkeit bestehe medizintheoretisch und ver
laufsabhängig eine Arbeitsfähigkeit von circa 50 bis 100
%
. Gemäss dem Bericht des
Z._
vom 14. Januar 2016 habe sich der Gesundheitszustand gebessert und es sei anhand der gestellten Diagnose erfahrungsgemäss mit einer weiteren funktionellen Besserung der Schulterbeschwerden zu rechnen (Urk. 7/44/6).
Dr.
D._
berichtete, der Beschwerdeführer habe ihm gegenüber über Atemnot nach ca. 200 Metern Gehdistanz und über Schulterschmerzen geklagt.
Der Arzt
gelangte zum Schluss, beim bestehenden Befund sei eine herzadaptierte Tätigkeit grundsätzlich möglich. Da der Hausarzt anderer Meinung sei und die Kardiologen des
Z._
ohne eigene Äusserung hierzu auf die Hausarztein
schätz
ung verweisen würden, sei eine fachkardiologische Begutachtung erforderlich (Urk. 7/43/4).
3.6
Bei einer erneuten ICD-Nachkontrolle berichteten die Ärzte
des
Z._
am
2.
September 2016, der Beschwerdeführer habe sich in den vorangegangenen drei bis vier Monaten weniger leistungsfähig gefühlt. Wegen linksbetonter Unter
schenkelschmerzen müsse er alle 500 bis 700 Meter pausieren. Die
berichtenden
Ärztinnen hielten fest, die Ergometrie sei klinisch negativ und elektrisch nicht beurteilbar.
Sie sei insgesamt
eingeschränkt aussagekräftig, indes sei die Leis
tungs
fähigkeit entgegen dem subjektiven Empfinden des Beschwerdeführers un
verändert zur Ergometrie ein Jahr zuvor ausgefallen. Aus objektiver Sicht bestehe eine stabile kardiale Situation. Bei jedoch subjektiver Abnahme der Leistungs
fähigkeit komme bei den
vom Beschwerdeführer
beschriebenen Beinschmerzen eine
Statinnebenwirkung
in Frage, weshalb die
Statintherapie
vorerst zu pausie
ren sei. Führe dies zu keiner Verbesserung der Symptomatik, sei eine diffe
ren
tialdiagnostische Abklärung anderer Ursachen angezeigt
(Urk. 7/56
/2-3
)
.
3.
7
Am
2
2.
November 2016 erstattete die
Y._
ihr polydiszi
plinäres Gutachten, wobei die Untersuchungen am 2
0.
September 2016 vorge
nommen worden waren
(Urk. 7/57
/2
)
.
Im internistischen Teilgutachten
von
Dr.
med.
F._
, Facharzt für All
gemeine Innere Medizin und für Kardiologie
,
wurde ausgeführt, der Beschwerde
führer habe - befragt nach seinen Beschwerden - über eine Kurzluftigkeit bei körperlicher Belastung sowie über ein unangenehmes Kribbelgefühl in beiden Beinen nach längerem Gehen geklagt (Urk. 7/57/7).
Der Gutachter gelangte zum Schluss, die berichtete Kurzluftigkeit bei mässiger Belastung sei mit einer klinisch
kompensierten Linksherzinsuffizienz vereinbar.
Die Missempfindungen im Bereich
der Beine seien anhand der Angaben des Beschwerdeführers sowie der aktuellen klinischen Untersuchung nicht sicher zuordenbar.
Auf allgemeinmedizinisch-internistischem Gebiet, also ohne Berücksichtigung der
kardialen Funktionsein
schränkungen
,
bestünden aber keine relevanten Funktionseinschrän
kun
gen (Urk. 7/57/13
-14
).
Der kardiologischen Beurteilung ist zu entnehmen, im Vordergrund der kardialen Symptomatik stehe die bei mässiger Anstrengung auftretende Belastungs
dyspnoe, wobei die Linksherzinsuffizienz in Ruhe kompensiert sei. Dieser klini
schen Symptomatik entsprächen echokardiographisch der Befund der erheblich eingeschränkten kontraktilen Funktion des dilatierten, exzentrisch hypertro
phier
ten linken Ventrikels (EF 35
%
) sowie die deutlich eingeschränkte Belastbarkeit in der ergometrischen Untersuchung
. Die körperliche Belastbarkeit im Alltag sei limitiert
(Urk. 7/57/21).
Der
valvulären
Herzkrankheit wurde bei guter Funktion der rekonstruierten Klappen keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zuge
messen (Urk. 7/57/21).
Weiter wurde ausgeführt, es sei ein
stabiler klinischer Ver
lauf dokumentiert mit einer gegenüber der präoperativen Situation verbesserten körperlichen Belastbarkeit in Einklang mit den objektiven Befunden einer verbesserten linksventrikulären Funktion bei guter Funktion der rekonstruierten
Klappen ohne Hinweis für derzeit bestehende relevante Ischämien. Auch wenn insgesamt von einem guten Ergebnis der koronaren
Revaskularisation
, der Klappen
rekonstruktion und der
Resynchronisations
therapie
ausgegangen werden könne, bestehe als Folge der ischämischen Kardiomyopathie eine erhebliche Ein
schränkung der linksventrikulären Funktion fort. Unter der aktuellen medika
mentösen Therapie sei die Linksherzinsuffizienz derzeit kompensiert. Jedoch ergebe sich aufgrund der durch die Schwere der ischämischen Kardiomyopathie limitierten körperlichen Belastbarkeit eine qualitative und quantitative Min
de
rung der Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/57/22-23).
Als angelernter Gleisbauer sei der Beschwerdeführer fortdauernd komplett arb
eits
unfähig. Darüber hinaus habe vom 2
4.
November 2014 bis zum 31. Juli 2015 für jegliche Tätigkeit eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit bestanden. Fortdau
ernd arbeitsunfähig sei er sodann für jegliche Tätigkeiten im Akkord- oder Nacht
schichtbetrieb. In einer leidensange
passten Tätigkeit sei er vom 1.
August 2015 bis zum 2
3.
September 2015 zu 50
%
arbeitsfähig gewesen und seit dem 2
4.
September 2015 zu 70
%
. Leidensangepasst sei eine körperlich sehr leichte, überwiegend sitzende Tätigkeit mit gelegentlichem Tragen und Hantieren von Lasten bis zu
zehn
Kilogramm (während der 50%igen Arbeitsfähigkeit nur bis
fünf
Kilogramm). Dabei sei die Minderung der Arbeitsfähigkeit einem erhöhten Pausen- und Erholungsbedarf geschuldet. Auch wenn der Beschwerdeführer im Alltag kardial kompensiert erscheine, blieben die Ressourcen für eine ausdau
ernde Leistungserbringung und abrufbare Leistungsreserven deutlich limitiert
(Urk. 7/57/23)
.
Der orthopädische
G
utachter
Dr.
med.
G._
, Facharzt für orthopä
di
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
diagnostizierte eine Funktionseinschränkung des linken Schultergelenkes bei leichten Aufbrauch
veränderungen des Schultereck
gelenkes und Verkalkung der langen
Bizepssehne
mit wiederkehrenden Reizzu
stän
den
. Dieser Diagnose mass er Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu (Urk. 7/57/32).
Er hielt fest, die aktive Beweglichkeit sei deutlich bis über die Horizontale möglich, was bereits beim Ablegen der Ober
bekleidung zu beobachten
gewesen
sei
. Auch die aktuelle Umfangmessung, welche bei Rechtshändigkeit nur unwesentlich differierende Umfangsmess
ergeb
nisse im Vergleich zur rechten oberen Extremität ergeben habe, schliess
e
eine relevante Gebrauchsminderung des linken Armes im Alltag aus.
Angesichts der festgestellten Verkalkungsformationen im Bereich der Weichteile der linken Schulter komme es sicherlich vor allem bei Überkopfarbeiten zu wiederholten Reizerscheinungen des
linken Schultergelenkes. Von Seiten des übrigen Bewe
gungsapparates seien keine relevanten Funktionsbeeinträchtigungen auszu
machen
gewesen (Urk. 7/57/33).
Demnach bestünden auf orthopädischem Fachgebiet Fu
nk
tionseinschränkungen einzig für den linken Arm bei häufigen Überkopf
arbeiten
. Ansonsten gehe er
, der Gutachter,
angesichts der kraftvoll möglichen Vorhebung, der deutlich über die Horizontale möglichen Beweglichkeit und der fehlenden
Minderbemuskelung
des linken Armes von einer deutlich besseren Einsatzmöglichkeit als bislang eingeschätzt aus. Da bei der Gleisbautätigkeit nur für einen sehr geringen Zeitraum während der Arbeit die überkopfeingeschränkte Belastbarkeit des linken Armes gefordert werde, sei
d
er
Beschwerdeführer
aus rein orthopädischer Sicht auch in der angestammten bisherigen Tätigkeit zu 80
%
arbeitsfähig
(Urk. 7/57/34).
In einer Tätigkeit ohne häufige Überkopfarbeit sei er seit jeher voll arbeitsfähig (Urk. 7/57/35).
In ihrer Konsensbeurteilung führten die Gutachter aus,
als angelernter Gleisbauer sowie für Tätigkeiten im Akkord- oder Nachtschichtbetrieb bestehe seit dem 24. November 2014 eine fortdauernde Arbeitsunfähigkeit. Bis Ende Juli 2015 habe für sämtliche Tätigkeiten eine vollkommene Erwerbsunfähigkeit vorgelegen. Vom
1.
August bis zum 2
3.
September 2015 sei der Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig gewesen und seit dem 24. Septem
ber 2015 zu 70
%
. Leidensangepasst sei eine körperlich sehr leichte, überwiegend sitzende Tätigkeit mit gelegentlichem Tragen und Hantieren von Lasten bis zu
zehn
Kilogramm (während der 50%igen Arbeitsfähigkeit nur
bis fünf
Kilogramm) und ohne häufige Überkopfarbeiten. Dabei sei die Minderung der Arbeitsfähigkeit einem erhöhten Pausen- und Erholungsbedarf geschuldet. Eine berufliche Wiedereingliederung in eine leidensangepasste Tätigkeit sei aus versicherungsmedizinischer Sicht sofort möglich (Urk. 7/57/37-38).
3.
8
Ergänzend führten
die Gutachter am
7.
August 2017 aus,
die im Gutachten aus
gewiesene qualitative und quantitative Arbeitsfähigkeit sei unter Würdigung aller Befunde und Diagnosen eingeschätzt worden. Keinesfalls sei sie mit der erbrach
ten ergometrischen Leistung gleichzusetzen, welche lediglich ein Teilergebnis des ergometrischen Belastungstestes
darstelle
(Urk. 7/68/2).
Bezüglich der vom Be
schwer
deführer angegebenen
Kribbeldysästhesien
der Beine nach längerem Gehen hielten die Gutachte
r
fest, dass diese keinen Einfluss
hätten
auf die Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit und daher die Ursache im Rahmen des Begutachtungsauftrages nicht weiter abzuklären gewesen sei (Urk. 7/68/2).
Betreffend die Steigerung der Arbeitsfähigkeit in leidens
adaptierter Tätigkeit von 50 auf 70
%
erläuterten die Gutachter, für die ersten Wochen nach Abschluss der
den
vorgenommenen operativen Eingriffe
n
folgende
n Rekonvales
zenz und Rehabilitation
und
bei vorheriger langdauernder Arbeitsunfähigkeit
sei die Arbeitsfähigkeit zunächst lediglich auf 50
%
eingeschätzt worden. Da sich der Beschwerdeführer am 2
4.
September 2015 kardial kompensiert und
oligosympto
matisch
mit einer stabilen Dyspnoe NYHA II gezeigt habe, sei ab dann von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausgegangen worden (Urk. 7/68/2-3).
4.
4.1
Das
poly
disziplinäre Gutachten erging in Kenntnis der und in Ausein
ander
setz
ung mit den relevanten
Vorakten
, den geklagten Beschwerden sowie gestützt auf
die klinischen
Untersuchungen
des Beschwerdeführers
. Die fachkundigen Spez
ial
ärzte begründet
en ihre Diagnosen differenziert und
nahmen zu den Beurteilungen in den
Vorakten
sowie zum Verhalten des Beschwerdeführers Stellung. Ihre Ein
schätzung begründeten sie im Gutachten sowie in dessen Ergänzung vom
7.
August 2017 einlässlich (Urk. 7/57 und Urk. 7/68).
Das Gutachten erfüllt damit die rechtsprechungsgemässen
formellen
Anforderungen an beweistaugliche Ent
scheidungsgrundlagen (
vgl. vorstehende
E. 1.
3
).
4.2
Im Einklang mit der Einschätzung sämtlicher übriger Ärzte steht die gutach
terliche Auffassung, wonach der Beschwerdeführer in der angestammten Tätig
keit seit dem 2
4.
November 2014 fortdauernd vollumfänglich arbeitsunfähig ist (Urk. 7/57/37,
Urk.
7/24/7,
Urk.
7/31/2
). Dies überzeugt, da es sich beim Gleisbau
um eine körperlich
schwer
e
Tätigkeit handelt
(
Urk. 7/18/10,
Urk. 7/31/2)
und
weil
der Beschwerdeführer
aufgrund der erheblichen Einschränkung der Pump
funk
tion des linken Ventrikels bereits bei mässiger körperlicher Anstrengung limitiert ist (Urk. 7/57/21).
4.3
In Bezug auf eine angepasste Tätigkeit wurde im Gutachten eine 50%ige Arbeits
fähigkeit für die Zeit
vom
1.
August bis zum 23. September 2015 sowie eine 70%ige Arbeitsfähigkeit ab dem 2
4.
September 2015 festgehalten (Urk. 7/57/23).
Nachdem sich der Beschwerdeführer im September 2015 in gutem Allgemein
zu
stand sowie kardial kompensiert
ge
zeigt
hatt
e (Urk. 7/32/2,
Urk.
7/28/9), jedoch infolge Herzinsuffizienz in seiner körperlichen Leistungsfähigkeit
respektive Be
last
barkeit
eingeschränkt ist (Urk. 7/31/2
, Urk. 7/57/21-23), ist es nachvollzieh
bar, dass er aufgrund eines erhöhten Pausen- und Erholungsbedarfs zu 70
%
arbeitsfähig ist und dass dies nur für körperlich sehr leichte, überwiegend sitzende Tätigkeiten gilt
(Urk. 7/57/38).
Dass sich die schmerzhafte Bewegungsein
schrän
kung der linken Schulter beim rechtsdominan
ten Beschwerdeführer nur insoweit auswirkt, als ihm keine
häufigen
Überkopf
arbeiten zumutbar sind (Urk. 7/57/
35
)
,
überzeugt
angesichts dessen, dass keine relevante Muskelminderung auszu
machen war und
dass
die aktive Beweglichkeit bis deutlich über die Horizontale möglich war (Urk. 7/57/33)
.
Da der Beschwerde
führer nur nach längerem Gehen Beschwerden in den Beinen aufweist (Urk. 7/57/7,
Urk.
7/56/2), ist nachvollzieh
bar, dass diese keinen Einfluss haben auf die Arbeitsfähigkeit in einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit (Urk. 7/68/2).
4.4
Am 1
1.
Juni 2015 wurde der Beschwerdeführer aus dem
A._
entlassen (Urk. 7/22/5), wobei eine sehr gute Selbständigkeit im Alltag vorlag (Urk. 7/22/6).
Laut den Angaben des Beschwerdeführers folgte ein guter Verlauf und seine Leistungsfähigkeit nahm deutlich zu (Urk. 7/32/1).
Im August 2015 war der Beschwerdeführer unter ausgebauter Medikation knapp kardial kompensiert (Urk. 7/24/8),
im September 2015 dann
normoton
,
normokard
und kardiopulmonal kompensiert, wobei sich die LVEF leicht verbessert hatte (Urk. 7/32/2). Vor diesem Hintergrund
mit laufender
Verbesserung ist
plausibel
, dass für die Zeit vom
1.
August bis 2
3.
September 2015 noch von einer etwas geringeren Arbeitsfähigkeit von 50
%
ausgegangen wurde.
4.5
Dass
für angepasste Tätigkeiten
in einem gewissen Umfang eine
A
rbeitsfähigkeit vorliegt, korrel
iert sodann mit der Einschätzung
des
Dr.
C._
vom
Z._
(Urk. 7/
31/3).
Der
Hausarzt
Dr.
B._
hielt bezüglich einer
Arbeitsfähig
keit
in einer
angepasste
n
Tätigkeit
fest, eine solche gebe es nicht, da der Be
schwerdeführer ausbildungs- und sprachbedingt nur körperlich arbeiten könne (Urk. 7/28/1).
Rechtsprechungsgemäss kommt es indes
darauf an, ob es
auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt eine angepasste Tätigkeit gibt.
Der Begriff des aus
geglichenen Arbeitsmarktes gemäss Art. 16 ATSG ist ein theoretischer und ab
strakter Begriff, welcher die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt und
dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeits
losen
versicherung abzugrenzen (BGE 134 V 64 E. 4.2.1, BGE 110 V 273 E. 4b; vgl. auch BGE 141 V 351 E. 5.2, 141 V 343 E. 5.2). Er umschliesst einerseits ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offenhält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hin
sichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b; Urteile des Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E. 5.1 und 9C_192/2014 vom 23. September 2014
E. 3.1, je mit Hinweisen). Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die versicherte Person die Mög
lichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten, und ob sie ein renten
ausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273
E. 4b; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage
2014,
Rn
131 zu Art. 28a).
So sind dem Beschwerdeführer namentlich Hilfsar
beiten wie leichte Überwachungs-, Prüf- und Kontrollarbeiten in der Industrie oder die Bedienung und Überwachung von (halb-)automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten oder Sortierarbeiten zumutbar, welche praxisgemäss auch vorwiegend sitzend angeboten werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_599/2015 vom 2
2.
Dezember 2015 E. 5.1 und E. 5.2.4) und zudem weder eine Ausbildung noch
fundierte
Sprachkenntnisse erfordern.
Die Angabe von
Dr.
B._
, dass der Beschwerde
führer bei körperlichen Tätigkeiten sofort müde und erschöpft werde (Urk. 7/41/5), lässt ebenfalls darauf schliessen, dass
grundsätzlich
eine Arbeits
fähigkeit für nicht körperliche beziehungsweise körperlich sehr leichte Tätigkei
ten besteht.
In Ruhe waren denn
-
unter ausgebauter Medikation -
auch keine kardialen Insuffizienzzeichen auszumachen (Urk. 7/41/5).
Nach dem Gesagten vermag die
Beurteilung
von
Dr.
B._
, es gebe keine angepasste Tätigkeit für den Beschwerdeführer, keine Zweifel am Gutachten der
Y._
zu erwecken.
Ferner
liegt die gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit auch im Rahmen der von
Dr.
E._
postulierten Arbeitsfähigkeit von 50 bis 100
%
(Urk. 7/44/6).
4.6
Zum Einwand des Beschwerdeführers, der kardiologische Gutachter habe zu Un
recht keine eigene ergometrische Belastungsuntersuchung durchgeführt (Urk. 1 S. 8-10)
, ist anzumerken, dass
den Gutachterpersonen betreffend die Wahl der Untersuchungsmethoden ein weiter Ermessensspielraum zusteht (Urteil des Bun
des
gerichts 8C_780/2014 vom 2
5.
März 2015 E. 5.1
mit Hinweisen
).
Die gutach
terlich verwendeten Resultate der
im
Z._
im September 2016
durchgeführten
Ergometrie waren zwar tatsächlich als eingeschränkt aussage
kräftig beurteilt worden (Urk. 7/
56/2
),
allerdings war gleichzeitig festgehalten worden, die Leistungsfähigkeit sei unverändert zur Ergo
metr
ie vor einem Jahr und dies entgegen dem subjektiven Empfinden des Beschwerdeführers,
der sich als weniger l
eistungsfähig empfinde
(
Urk.
7/56/3).
Demnach erwuchs dem Be
schwerdeführer kein Nachteil daraus,
dass
der Gutachter auf die vom
Z._
erhobenen Werte abstellte
(vgl. Urk. 7/57/16)
.
Zudem
ist nicht anzuneh
men, dass die Durchführung eines weiteren ergometrischen Belastungstests
im gleichen Monat
zu besser verwertbaren
beziehungsweise anderen
Ergebnissen geführt hätte.
Hinzu kommt, dass die Ergometrie laut dem vom Beschwerdeführer zitierten
«
aktualisierten Leitfaden für die Ergometrie im Rahmen arbeits
medi
zinischer Untersuchungen
»
der frühzeitigen Erkennung von Erkrankungen sowie dazu dient, die
kardiozirkulatorische
Leistungsfähigkeit eines Probanden für bestimmte, in der Regel körperlich belastende Tätigkeiten zu prüfen (
Urk.
1 S. 10). Demgegenüber ist eine Ergometrie für die Festlegung der Leistungsfähigkeit in einer körperlich sehr leichten Tätigkeit weniger entscheidend.
4.7
Entgegen dem Einwand des Beschwerdeführers
(vgl.
Urk.
1 S. 11-13)
kann
für
den
Leistungsanspruch aus der Invalidenversicherung
nicht auf
d
ie in Deutschland geltende Rechtslage
oder Rechtspraxis
abgestellt werden; letztere
ist
für den vor
liegenden Fall
nicht
verbindlich.
I
m Übrigen ist einer auf den Einzelfall bezoge
nen Begutachtung de
n
Vorzug zu geben gegenüber einer standardisierten Beur
teilung der Restarbeitsfähigkeit. Von der körperlichen Leistungsfähigkeit
unmitt
el
bar
und ohne Berücksichtigung der konkreten Anforderungen der
noch in Frage kommenden
Arbeit an die körperliche Belastbarkeit auf die Arbeitsfähigkeit zu schliessen,
geht
sodann
nicht an
,
da
die Ergometrie
unter körperlicher Belastung
erfolgt
und daher
ein direkter Schluss
auf die Arbeitsfähigkeit in einer körperlich nicht belastenden Tätigkeit
nicht zu überzeugen vermag. Hinzu kommt
, dass d
er Beschwerdeführer in der Ergometrie eine maximale Leistung von 114 Watt
erbrachte
(Urk. 7/56/2). Seine echokardiographisch ermittelte (TTE = transtho
ra
kale Echokardiographie beziehungsweise transthorakales Echokardiogramm) EF liegt bei 35
%
(Urk. 7/56/2).
Er
weist eine stabile Dyspnoe NYHA II auf (Urk. 7/41/12).
Gemäss den vom Beschwerdeführer zitierten Leitlinien für die sozialmedizinische Begutachtung lassen eine ergometrische Maximalbelast
bar
keit von über 50 bis 75 Watt, eine echokardiographisch gemessene Ruhe-EF von 30 bis 44
%
und ein NYHA-Stadium II auf die Zumutbarkeit einer leichten
körperlichen Tätigkeit schliessen (
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/
DRV/
DE
/Experten/
Infos-fuer-A
erzte/Begutach
tung/begutach
tung.html?
https=1&_blob=publicationFile&v=9
;
weiterer
Pfad:
Leitlinien,
Herz-Kreislauf-Krankheiten,
Leitlinie zur sozialmedizinischen Beurteilung von Mensc
hen mit koronarer Herzkrankheit;
besucht
am 9.
Dezem
ber 2019
; S. 31).
Des Weiteren
kann von der körperlichen Dauerbelastbarkeit, um welche es in Tabelle 6 geht (S. 25 und S. 29), nicht auf die Arbeitsfähigkeit in einer körperlich nicht belas
tenden Tätigkeit geschlossen werden, wie der Beschwerdeführer dies postuliert (
Urk.
1 S. 11-12).
Nach dem Gesagten verfangen die unter Bezugnahme auf die Publikation der deutschen
Rentenversicherung zur sozialmedizinischen Beurtei
lung von herzkranken Menschen gemachten Einwendungen des Beschwerde
füh
rers nicht.
4.8
Zusammenfassend steht im Sinne vorstehender Erwägungen fest, dass der Be
schwerdeführer
in einer leidensangepassten Tätigkeit
vom 1. August bis am 23. September 2015
zu 50
%
arbeitsfähig gewesen und seit dem 2
4.
September 2015 zu 70
%
arbeitsfähig ist. Leidensangepasst ist
eine körperlich sehr leichte, überwiegend sitzende Tätigkeit mit gelegentlichem Tragen und Hantieren von Lasten bis zu zehn Kilogramm (während der 50%igen Arbeitsfähigkeit nur bis fünf Kilogramm) und ohne häufige Überkopfarbeiten.
5.
5.1
Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, es gebe keine angepasste Tätigkeit für ihn (
Urk.
1 S. 15), ist auf vorstehende E. 4.5 zu verweisen. Hierbei ist die abwei
chende Beurteilung der Eingliederungsberatung nicht massgebend, respektive be
zieht sie sich nicht auf den ausgeglichenen Arbeitsmarkt, der selbst Nischen
arbeits
plätze zur Verfügung hält
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts
8C_1050/2009 vom 2
8.
April
2010
E. 3.3 mit Hinweis).
5.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.3
5.3.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen
Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
5.3.2
Gemäss
Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug)
erzielte der Beschwer
de
führer
in den Jahren vor
dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit
im November 2014 stark schwankende Einkommen (Urk. 7/8/3). Da er zudem temporär angestellt war (Urk. 7/
13/2
,
Urk.
7/18/11
)
,
erscheint
es
nicht als überwiegend wahrscheinlich, dass er im Gesundheitsfall weiterhin in diesem Arbeitsverhältnis gestanden wäre,
weshalb
für die Bestimmung des
Valideneinkommens
die
LSE
heranzuziehen
si
nd
.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich deshalb für die Berechnung des
Validenein
kommens
auf die Tabellenlöhne und ging von einem Einkommen für Mitar
bei
te
nde
im
Baugewerbe
, Kompetenzniveau 1, aus (Urk.
7/58/1
), was vom Beschwer
de
führer nicht be
mängelt
wurde
und angesichts der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
als
Geleisebau
arbeiter
nicht zu beanstanden ist
.
D
er
von Männern im Jahr 201
5
durchschnittlich erzielte monatliche
Bruttolohn
gemäss LSE 201
4
, Tabelle TA1,
monatlicher Bruttolohn
(
Zentralwert
)
nach Wirt
schaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht
,
Ziff.
41-43
(
Baugewerbe
),
Priva
ter Sektor,
Kompetenzniveau 1, beträgt Fr. 5'
507
.--.
Aufgerechnet auf die
im Baugewerbe
im Jahr 2015
durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41.
4
Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen,
F
) und angepasst an die Entwicklung der Nominal
löhne für männliche Arbeitskräfte von 22
20
Punkten im Jahr 201
4
auf 22
26
Punkte im Jahr
201
5
(vgl. Entwicklung der Nominallöhne, Bundesamt für Statis
tik, T 39, Männer)
resultiert ein
Valideneinkommen
von
Fr.
5'715.15
pro Monat (Fr. 5'507.--: 40.0 x 41.4 : 2'220 x 2'226 )
respektive gerundet
Fr. 6
8
'
582
.--
pro Jahr.
5.4
5.4.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfü
gungs
zeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Renten
revisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.4.2
Da der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns
im November 2015
keiner Arbeitstätigkeit nachging, ist das Invalideneinkommen
ebenfalls gestützt auf die
LSE 201
4
zu bestimmen. Aufgrund der fehlenden Ausbildung des Beschwerdeführers
für körperlich
sehr leichte Tätigkeiten
sowie angesichts des individuellen Belastungsprofils ist auf den monatlichen Bruttolohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art männlicher Ange
stellter von Fr. 5‘3
12
.-- abzustellen (LSE 201
4
, TA1, monatlicher Bruttolohn
[Zen
tralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater
Sektor, Total, Kompetenzniveau 1). Aufgerechnet auf die durchschnittliche betriebs
übliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für
Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, A-S) und ange
passt an die Entwicklung der Nominallöhne für männliche Arbeitskräfte von 22
20
Punkten im Jahr 201
4
auf 22
26
Punkte im Jahr 201
5
(vgl. Entwicklung der Nominallöhne, Bundesamt für Statistik, T 39, Männer) ergibt dies ein
jährliches
Bruttoeinko
mmen von Fr. 66‘632.70 (Fr. 5‘312
.--
x 12 :
40
x
41.7
: 2220 x
22
26
) respektive von
gerundet
Fr.
46‘643
.--
bei der beim
Beschwerdeführer nach Ablauf des Wartejahres gegebenen
Arbeitsfähigkeit
von
7
0 %.
5.5
Die Beschwerdegegnerin gewährte dem Beschwerdeführer keinen leidensbe
ding
ten Abzug (Urk. 7/58). Der Beschwerdeführer beantragte hingegen, es sei der zu
erwartenden
Lohneinbusse
mit einem Abzug in der maximal möglichen Höhe von 25 % Rechnung zu tragen (Urk. 1 S. 13-16).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch
auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
sch
nitt
lichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beur
teilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschrän
kungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen
und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hin
weisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V
75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6).
Dass bei der Fes
tsetzung des
Valideneinkommens
nicht
von den effektiv erzielten tiefen Einkommen
(vgl.
Urk.
7/8/3: beispielsweise
Fr. 29'891.-- im Jahr 201
4 und Fr. 8'705.-- im Jahr 2013
)
, sondern
von den Durchschnittswerten der LSE ausge
gangen wurde, beinhaltet im Ergebnis eine Parallelisierung der Vergleichsein
kom
me
n. Die für das vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit so tief ausgefallene
E
in
kommen mitverantwortlichen invaliditätsfremden Faktoren gelten daher als mittels
Parallelisierung korrigiert und dürfen
demzufolge
im Rahmen des Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden (BGE 134 V 322
Regeste,
E. 5.2 und
E.
6.2
).
Zu prüfen bleibt, ob infolge der gesundheitsbedingten Einschränkungen ein Abzug vorzunehmen ist.
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berücksich
tigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die Gegen
stand des Abzugs vom Tabellenlohn bildende Frage, ob mit Bezug auf eine kon
kret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1 mit Hinweisen).
Ist von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen, können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) als ausseror
dent
lich zu bezeichnen sind (
Urteil des Bundesgerichts 9C_366/2015 vom 22. September 2015 E. 4.3.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_826/2015 vom 13. April 2016 E. 3.2.1).
Nachdem für den Beschwerdeführer noch verschiedene Tätigkeiten in Frage ko
m
men (vgl. vorstehende E.
4.5
) und dabei bei körperlich sehr leichten, vor
wie
gend sitzenden Tätigkeiten keine weiteren relevanten gesundheits
bedingten Ein
schrän
kungen bestehen (vgl. vorstehende E.
4.8
), ist im Sinne vorstehender Aus
füh
rung
en nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle keinen Leidensabzug vorge
nommen hat.
Auch
vor dem Hintergrund der auf 70
%
herabgesetzten Arbeitsfähigkeit recht
fertigt sich kein Abzug vom Tabellenlohn. Denn
l
aut der gestützt auf die LSE 2012 erstellten Tabelle zu den nach Beschäftigungsgrad, Geschlecht und beruf
licher Stellung differenzierten monatlichen Durchschnittsbruttolöhnen recht
fer
tigt ein Beschäftigungsgrad von 50-74 % bei Männern auf der untersten Stufe der beruflichen Stellung (ohne Kaderfunktion) keinen zusätzlichen Tabellenlohn
abzug (Bundesamt für Sozialversicherungen, IV-Rundschreiben Nr. 328 vom 22. Oktober 2014, Anhang; vgl. dazu
BGE 142 V 178
E. 2.5.1 mit Hinweis).
Eine leicht höhere Differenz resultiert unter Anwendung von LSE 2014, doch recht
fertigt die nicht überproportionale
Lohneinbusse bei einem Teilzeitpensum von 70
%
keinen Abzug vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts 8C_12/2017 vom 2
8.
Februar 2017 E. 5.5.2).
5.6
Vergleicht man das
Invalideneinkommen von
Fr. 46‘643.--
mit dem
Validenein
kommen
von Fr. 68'582.--
resultiert
ein invaliditätsbedingter Minderverdienst von Fr.
21'939.--
und somit ein
nicht rentenbegründender
Invaliditätsgrad von aufgerundet
32
%.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6
.
6
.1
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert im Rahmen von Fr.
200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt.
Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr. 800.-- als angemessen.
Ausgangsgemäss
ist diese dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung (
vgl.
Urk.
8
) jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6
.2
Die mit Verfügung vom
6.
Juni
2018 (Urk.
8
) bestellte unentgeltliche Rechts
vertreterin des Beschwerdeführers,
Rechtsanwältin
Susanne
Friedauer
, Zürich,
machte mit Honorarnote vom
6.
Juli
2018 einen Aufwand von
15.8
Stunden und Barauslagen von Fr.
1
4
2
.
2
0 geltend (Urk. 10).
Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Der vorliegend geltend gemachte Aufwand erweist sich als angemessen, weshalb Rechtsanwältin
Su
sanne
Friedauer
mit Fr.
3'896.80
(
bestehend aus einem
Honorar von Fr.
3’476
.-- [
15.8
Stunden à Fr. 220.--],
Barauslagen von Fr.
142.20
sowie
Mehrwertsteuer von 7.7 % [
entsprechend
Fr.
278.60
]) aus der Gerichtskasse zu entschädigen ist.
6
.3
Der Beschwerdeführer ist abschliessend auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Gerichtskosten sowie der Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsvertretung verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.