Decision ID: e1c9030d-90c2-4944-b60c-c6846552c20e
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Bruno A. Hubatka, Obere Bahnhofstrasse 24,
Postfach, 9501 Wil,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 28. Juli 2001 wegen Rücken- und Kopfschmerzen,
Schlaflosigkeit, Bein- und Ganzkörperschmerzen für besondere medizinische
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons
St. Gallen an. Auf der Anmeldung befand sich ein Hinweis des Hausarztes des
Versicherten, Dr. med. B._, Allgemeinpraktiker, wonach der Versicherte nicht in der
Lage sei, schwere körperliche Arbeit zu leisten, für Arbeiten ohne das Heben von
schweren Lasten aber volle Arbeitsfähigkeit bestehe (IV-act. 1).
A.b Nach Vornahme diverser Abklärungen beauftragte die IV-Stelle am 28. August
2002 die Medizinische Abklärungsstelle (MEDAS) Ostschweiz mit der Erstellung eines
interdisziplinären Gutachtens (IV-act. 36), welches in der Folge am 2. Dezember 2003
erstattet wurde. Die Gutachter diagnostizierten im Wesentlichen ein chronifiziertes
panvertebrales Schmerzsyndrom mit linksseitigen spondylogenen Ausstrahlungen
sowie (ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit) eine leichte depressive
Episode mit somatischem Syndrom und eine psychische Überlagerung eines
chronischen somatischen Leidens. Die bisherige als körperlich schwer qualifizierte
Tätigkeit als Gerüstbauer erachteten die Gutachter als nicht mehr zumutbar. Eine
körperlich leichte bis höchstens mittelschwere Tätigkeit ohne Heben von Lasten über
15 Kilogramm und ohne repetitive bzw. kraftanfordernde Arbeiten über Kopfhöhe
erachteten die Gutachter aus somatischer Sicht als uneingeschränkt zumutbar. Aus
psychiatrischer Sicht bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von höchstens
20 % (IV-act. 44).
A.c Mit Verlaufsbericht vom 21. Juni 2004 berichtete Dr. B._, dass zusätzlich zur
bekannten Krankheitsproblematik eine Schulterproblematik entstanden sei; der
Versicherte leide unter einem subacromialen Impingement links bei
Supraspinatussehnen-Partialruptur links und Epicondylitis humeri ulnaris links, weshalb
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am 28. Juni 2004 eine Schulteroperation am Spital Wil durchgeführt werde (IV-act. 62).
Am 9. August 2004 berichtete Dr. med. F._, Facharzt FMH für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats, über die durchgeführte
Schulteroperation vom 29. Juni 2004. Er hielt fest, bezüglich der Schulter werde
allerspätestens neun Monate postoperativ wieder eine volle Arbeitsfähigkeit, auch für
körperlich anstrengende Arbeit, erreicht werden (IV-act. 65).
A.d Mit Verfügung vom 9. August 2005 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch,
nachdem sie gestützt auf das Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom 2. Dezember
2003 einen Invaliditätsgrad von 32 % ermittelt hatte (IV-act. 94). Gleichentags verfügte
die IV-Stelle, mangels subjektiver Eingliederungsfähigkeit bestehe kein Anspruch auf
Arbeitsvermittlung (IV-act. 95).
A.e Gegen diese Verfügungen erhob der Versicherte am 13. September 2005
Einsprache (IV-act. 102), welche er mit Eingabe vom 30. September 2005 begründete.
Er führte im Wesentlichen aus, es seien weitere Abklärungen erforderlich, nachdem seit
der Begutachtung durch die MEDAS Ostschweiz weitere somatische Beschwerden
aufgetreten seien und sich auch der psychische Zustand weiter verschlechtert habe
(IV-act. 106).
A.f Mit Verfügung vom 15. November 2005 widerrief die IV-Stelle ihre Verfügungen
vom 9. August 2005 (IV-act. 115).
B.
B.a Am 17. November 2005 beauftragte die IV-Stelle die MEDAS Ostschweiz mit der
Erstellung eines Verlaufsgutachtens (IV-act. 119). Dieses wurde am 4. Januar 2007
erstattet. Die Gutachter diagnostizierten im Wesentlichen eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, mit somatischen Symptomen,
eine psychische Fehlverarbeitung und Überlagerung von orthopädischen Störungen
aus psychischen Gründen (narzisstischer Modus), eine beginnende generalisierte
Panikstörung mit Agoraphobie sowie ein chronifiziertes linksseitiges cervicobrachiales
und panvertebrales Schmerzsyndrom. Die angestammte Tätigkeit sei nicht mehr
zumutbar; eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit unter Vermeidung
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repetitiven Hebens/Tragens von Lasten über 15 Kilogramm, Hebens/Tragens von
Lasten über fünf Kilogramm mit der linken oberen Extremität über Brusthöhe, ohne
monoton-repetitive Arbeiten mit dem dominanten linken Arm sei hingegen zumutbar,
wobei aber – vorwiegend aus psychischen Gründen – eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit von 40 % bestehe (IV-act. 133).
B.b Mit Vorbescheid vom 18. Dezember 2007 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
dass die Verneinung des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung wegen fehlender subjektiver
Eingliederungsfähigkeit vorgesehen sei (IV-act. 150). Mit Vorbescheid vom
19. Dezember 2007 teilte die IV-Stelle dem Versicherten sodann mit, dass bei einem
gestützt auf das Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom 4. Januar 2007 ermittelten
Invaliditätsgrad von 46 % die Ausrichtung einer Viertelsrente mit Wirkung ab 1. Oktober
2006 vorgesehen sei (IV-act. 148).
B.c Dagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 21. Januar 2008 diverse
Einwände. Im Wesentlichen forderte er die Prüfung beruflicher Massnahmen sowie
weitere medizinische Abklärungen. Seiner Ansicht nach liege der Invaliditätsgrad bei
mindestens 55–66 % (IV-act. 153).
B.d Die IV-Stelle leitete daraufhin Abklärungen bezüglich beruflicher Massnahmen in
die Wege (IV-act. 154).
B.e Mit Vorbescheid vom 17. Juni 2009 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass
der Abschluss der Arbeitsvermittlung vorgesehen sei, nachdem es nicht gelungen sei,
den Versicherten innert angemessener Zeit in den Arbeitsmarkt zu integrieren (IV-
act. 183).
B.f Mit Verfügung vom 19. Juni 2009 wurden dem Versicherten eine Viertels-
Invalidenrente sowie entsprechende Kinderrenten ab 1. Juli 2009 zugesprochen (IV-
act. 189).
B.g Am 19. August 2009 erhob der Versicherte Einwände betreffend Abschluss der
Arbeitsvermittlung. Er führte dabei im Wesentlichen aus, dass weitergehende
Massnahmen erforderlich seien (IV-act. 193).
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B.h Mit Verfügungen vom 9. September 2009 wurden dem Versicherten eine Viertels-
Invalidenrente sowie entsprechende Kinderrenten für die Zeiträume vom 1. Oktober
2006 bis 31. August 2007 und vom 1. September 2007 bis 30. Juni 2009 zugesprochen
(IV-act. 200 f.).
B.i Mit Verfügung vom 23. Dezember 2009 wurde die Arbeitsvermittlung
abgeschlossen (IV-act. 202).
C.
C.a Mit Beschwerde vom 4. September 2009 beantragte der Beschwerdeführer die
Aufhebung der Verfügung vom 19. Juni 2009 und die Zusprache einer vollen (recte:
ganzen), eventualiter einer halben Invalidenrente. Zur Begründung führte er im
Wesentlichen an, es seien weitere medizinische Abklärungen durchzuführen, nachdem
zwischen der letzten Begutachtung und dem Erlass der Verfügung fast eineinhalb Jahre
vergangen seien und sich sein Gesundheitszustand zwischenzeitlich weiter
verschlechtert habe. Zudem hätte bei der Berechnung des Invaliditätsgrades ein Abzug
vom Tabellenlohn vorgenommen werden müssen (act. G 1).
C.b Das Verfahren wurde bis zum Vorliegen der Rentenverfügungen über den
Zeitraum vom 1. Oktober 2006 bis 30. Juni 2009 sistiert (act. G 2).
C.c Mit Eingabe vom 19. Februar 2010 ergänzte der Beschwerdeführer seine
Beschwerdebegründung (act. G 8). Seiner Eingabe legte er einen Arztbericht von
Dr. med. C._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, vom 25. September 2009 bei,
gemäss welchem im Jahr 2008 neu Cervikalgien sowie eine rezidivierende depressive
Störung und im Jahr 2009 eine hypertensive Entgleisung mit Angina pectoris-
Symptomatik, eine arterielle Hypertonie, eine Steatosis hepatis, eine Prostata-
Hyperplasie, zurzeit benigne, eine Nierenatrophie rechts bei Nierenarterien-Duplex
rechts sowie spezifisch isolierte Phobien aufgetreten seien. Die Arbeitsfähigkeit liege
bei 50 % (act. G 8.1).
C.d Mit Beschwerdeantwort vom 10. Mai 2009 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass
gemäss Beurteilung des IV-internen regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) in
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medizinischer Hinsicht nach wie vor auf das Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom
4. Januar 2007 abgestellt werden könne, gerade auch unter Berücksichtigung der
Tatsache, dass Dr. C._ in dessen Arztbericht vom 16. Juni 2009 eine Arbeitsfähigkeit
von 50 % als Bauarbeiter attestiert habe. Der Einkommensvergleich sei zudem korrekt
vorgenommen worden; ein Abzug vom Tabellenlohn falle nicht in Betracht. Was
Arbeitsvermittlung betreffe, so sei es dem Beschwerdeführer unbenommen, sich
diesbezüglich jederzeit wieder an die IV-Stelle zu wenden (act. G 14).
C.e Mit Replik vom 28. Mai 2010 hielt der Beschwerdeführer an den gestellten
Anträgen fest (act. G 16). Der Replik legte er einen Bericht vom 15. April 2010
betreffend vertebro-spinale Kernspintomographie (act. G 16.1), einen Bericht von
Dr. med. D._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparats, vom 30. April 2010 (act. G 16.2) sowie einen Bericht von
Dr. med. E._, Facharzt FMH für Neurochirurgie, vom 7. Mai 2010 (act. G 16.3) bei.
C.f Die Beschwerdegegnerin verzichtete sinngemäss auf eine Duplik (act. G 18).
C.g Mit Eingabe vom 18. Januar 2011 (act. G 20) reichte der Beschwerdeführer einen
Bericht der Klinik für Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen vom 7. Dezember
2010 (act. G 20.1) ein.
C.h Die Beschwerdegegnerin liess sich dazu nicht vernehmen.

Erwägungen:
1.
1.1 Streitgegenstand bildet die rückwirkende Zusprache einer Invalidenrente ab
1. Oktober 2006. Die IV-Stelle hat diese Zusprache von Leistungen der
Invalidenversicherung mit drei separaten Verfügungen geregelt, nämlich mit einer
Verfügung vom 19. Juni 2009 für die Zeit ab 1. Juli 2009 und zwei Verfügungen vom
9. September 2009 für den Zeitraum vom 1. Oktober 2006 bis 31. August 2007 und
den Zeitraum vom 1. September 2007 bis 30. Juni 2009. Formell angefochten wurde
allein die Verfügung vom 19. Juni 2009. Da die rückwirkende und auf unbestimmte Zeit
wirkende Rentenzusprache ein einheitliches Rechtsverhältnis bildet, ist der
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Rentenanspruch für den gesamten Zeitraum Gegenstand der gerichtlichen
Überprüfung, und es gelten mithin die Verfügungen vom 9. September 2009 als
mitangefochten (vgl. BGE 131 V 164).
1.2 Streitig und zu prüfen ist in erster Linie der Invaliditätsgrad, nachdem die
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine Viertelsrente zugesprochen hat und
dieser beschwerdeweise die Zusprache einer ganzen, eventualiter einer halben Rente
verlangt. Gemäss dem im Sozialversicherungsrecht allgemein gültigen Grundsatz
„Eingliederung vor Rente“ ist ebenfalls zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin den
Beschwerdeführer genügend zur Erfüllung seiner Eingliederungspflicht angehalten hat.
2.
2.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. Der
zu beurteilende Sachverhalt beschlägt teilweise den Zeitraum vor Inkrafttreten der
5. IV-Revision. Da sich die Definition der Invalidität und die damit zusammenhängenden
Begriffe mit dieser Revision nicht geändert haben, werden nachfolgend die seit dem
1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen wiedergegeben.
2.2 Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern
können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 % arbeitsunfähig im Sinne von Art. 6 ATSG gewesen sind, und nach
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid im Sinne von Art. 8 ATSG sind
(Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität im Sinne von Art. 8 ATSG ist die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
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die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen).
2.3 Um den Grad der Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität
bemessen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten
die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
3.
Zunächst ist die medizinische Aktenlage zu würdigen. Im Zentrum steht dabei das
Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom 4. Januar 2007 (IV-act. 133).
3.1 Die Schlussfolgerungen des Gutachtens der MEDAS Ostschweiz vom 4. Januar
2007 stützen sich einerseits auf eigene Untersuchungen, namentlich je eine
internistisch-rheumatologische und eine psychiatrische Untersuchung mit
anschliessender interdisziplinärer Konsensbesprechung, und andererseits auf die
Vorakten. Die geklagten Beschwerden wurden berücksichtigt, und die Beurteilung der
medizinischen Situation leuchtet ein. Auf Abweichungen zu den Vorakten,
insbesondere auf die unterschiedliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Vergleich
zum Vorgutachten vom 2. Dezember 2003 (IV-act. 44), wird hingewiesen, und es wird
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dargelegt, aufgrund welcher Tatsachen die Gutachter zu diesen abweichenden
Schlussfolgerungen gelangt sind. Das Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom
4. Januar 2007 überzeugt deshalb gesamthaft und bildet damit grundsätzlich eine
genügende Grundlage für die Bemessung des Invaliditätsgrades. Dies wird denn auch
weder durch den Beschwerdeführer noch durch die Beschwerdegegnerin bestritten.
3.2 Der Beschwerdeführer bemängelt indessen, dass zwischen Begutachtung und
Erlass der angefochtenen Rentenverfügung beinahe eineinhalb Jahre vergangen seien,
ein übermässig langer Zeitraum, in welchem sich sein Gesundheitszustand weiter
verschlechtert habe. Seiner Ansicht nach kann deshalb nicht auf das Gutachten der
MEDAS Ostschweiz vom 4. Januar 2007 abgestellt werden. Es ist zu prüfen, wie es
sich diesbezüglich verhält.
3.2.1 Rechtsprechungsgemäss hat das Sozialversicherungsgericht auf den bis
zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt
abzustellen (BGE 132 V 220 E. 3.1.1 mit Hinweisen). Später eingetretene Tatsachen,
die zu einer Änderung des Sachverhalts geführt haben, sind grundsätzlich nicht im
Rahmen des hängigen, sondern im Rahmen eines weiteren Verfahrens zu
berücksichtigen (BGE 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen). Was die unter Hinweis auf den
Bericht vom 15. April 2010 betreffend vertebro-spinale Kernspintomographie
(act. G 16.1), den Bericht von Dr. D._ vom 30. April 2010 (act. G 16.2), den Bericht
von Dr. E._ vom 7. Mai 2010 (act. G 16.3) und den Bericht der Klinik für
Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen vom 7. Dezember 2010 (act. G 20.1)
behauptete Verschlechterung des Gesundheitszustandes in Bezug auf die Cervikalgie
und die Lumbalgie betrifft, so ist diese im vorliegenden Verfahren nicht zu
berücksichtigen, da erst nach Erlass der angefochtenen Verfügung eingetreten. Dem
Beschwerdeführer ist es unbenommen, diesbezüglich der Beschwerdegegnerin ein
neuerliches Gesuch im Sinne von Art. 87 Abs. 3 IVV einzureichen. Von den nach Erlass
der angefochtenen Verfügungen erstellten Berichten ist mithin einzig jener von
Dr. C._ vom 25. September 2009 zu berücksichtigen, da er im Wesentlichen eine
Darstellung der Entwicklung des Gesundheitszustandes bis zum Erlass der
angefochtenen Verfügung und eine Beurteilung des Gesundheitszustandes im
Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung enthält (vgl. act. G 8.1).
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3.3 Es ist demnach vor dem Hintergrund der im Zeitraum von Januar 2007 bis
September 2009 verfassten medizinischen Berichte zu prüfen, ob das Gutachten der
MEDAS Ostschweiz vom 4. Januar 2007 im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen
Verfügung noch eine verlässliche, aktuelle medizinische Grundlage für die
Invaliditätsbemessung darstellte.
3.3.1 Den Berichten des Ressorts Chirurgie des Spitals Wil vom 3. Juli 2007 (IV-
act. 187 – 4), vom 5. November 2007 (IV-act. 144 – 3 f.), vom 15. April 2008 (IV-
act. 187 – 10 f.) und vom 12. Juni 2008 (IV-act. 160) sowie dem Bericht betreffend die
kernspintomographische Untersuchung der linken Schulter vom 20. November 2007
(IV-act. 186) lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer wegen eines
Tennisellbogens (Epicondylitis humeri radialis) rechts und wegen eines Golferellbogens
(Epicondylitis humeri ulnaris) links behandelt wurde. Die Behandlung erfolgte einerseits
mittels Physiotherapie und andererseits mittels Instruktionen für Dehnungsübungen
und führte gesamthaft zu einer Besserung der Beschwerden. Den beiden Berichten von
Dr. E._ vom Dezember 2008 lässt sich im Wesentlichen entnehmen, dass die
Osteochondrose L5/S1 progredient verlaufe (IV-act. 188). Die beiden Berichte von
Dr. C._ vom 16. Juni und 25. September 2009 fassen die festgestellten Befunde
zusammen, letzterer enthält eine chronologische Darstellung des Verlaufs in den
Jahren 2007–2009. Gemäss Bericht vom 16. Juni 2009 sei der Beschwerdeführer als
Bauarbeiter mindestens zu 50 % arbeitsunfähig (IV-act. 186 – 1), gemäss Bericht vom
25. September 2009 liege weiterhin eine 50%ige Arbeitsfähigkeit vor (act. G 8.1).
3.3.2 Im Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom 4. Januar 2007 wurde unter
anderem ein chronifiziertes linksseitiges cervicobrachiales und panvertebrales
Schmerzsyndrom mit anamnestisch pseudoradikulären Schmerzausstrahlungen links
bei/nach/mit Osteochondrose L5/S1 mit kleinvolumiger, medio-rechtslateraler, diskret
nach cranial subluxierender Diskushernie mit Tangierung und möglicher Irritation der
Nervenwurzel S1 prärezessal, initialer Chondrose L4/5 mit Anulusriss und minimaler
rechtslateraler bis knapp foraminaler Diskushernie L4/5 ohne Neurokompression,
Spondylose und initialer Spondylarthrose L4–S1, diagnostischer Schulterarthroskopie
und arthroskopischer Acromioplastik links wegen subacromialem Impingement bei
Tendinopathie der Supraspinatussehne ohne Ruptur sowie chronifiziertem
Schmerzsyndrom überwiegend weichteilrheumatischer Genese des medialen
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Ellbogens links diagnostiziert. Im Vergleich dazu lässt sich – wie auch der RAD
plausibel festgehalten hat (IV-act. 190 und 196) – den oben angeführten Berichten
keine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes entnehmen. Zwar wird von
Dr. E._ auf eine Progredienz der Osteochondrose L5/S1 hingewiesen, doch lässt sich
seinen Berichten gerade nicht entnehmen, dass sich der Zustand des
Beschwerdeführers zwischen der Begutachtung durch die MEDAS Ostschweiz und
dem Erlass der angefochtenen Verfügung diesbezüglich soweit verschlechtert hat,
dass sich vor Erlass der angefochtenen Verfügung eine dementsprechende erneute
eingehende Abklärung aufgedrängt hätte (vgl. IV-act. 188 und 190).
3.3.3 Ohnehin dürften sich die somatischen Beschwerden vornehmlich in
qualitativer Hinsicht auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirken; in
quantitativer Hinsicht als einschränkend erweisen sich vorliegend vor allem die
psychischen Beschwerden. Auch diesbezüglich lässt sich den Akten aber kein Hinweis
darauf entnehmen, dass sich der Zustand des Beschwerdeführers im Zeitraum von
Januar 2007 bis September 2009 wesentlich verschlechtert hätte. Dr. C._ attestierte
in seinen Berichten vom 16. Juni und 25. September 2009 denn auch eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 186 – 1 und act. G 8.1), womit er nicht wesentlich von der
Einschätzung der Gutachter der MEDAS Ostschweiz abweicht.
3.3.4 Gesamthaft geben die weiteren medizinischen Akten keinen Anlass, daran
zu zweifeln, dass die Beurteilung der Gutachter der MEDAS Ostschweiz in deren
Gutachten vom 4. Januar 2007 auch im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen
Verfügung noch Gültigkeit hatte, da sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers im massgebenden Zeitraum nicht in relevanter Weise
verschlechtert hat.
3.4 Für die Bemessung des Invaliditätsgrades ist in medizinischer Hinsicht demnach
auf das Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom 4. Januar 2007 abzustellen.
4.
Da gemäss Art. 16 ATSG das zumutbare Invalideneinkommen nach Durchführung
allfälliger Eingliederungsmassnahmen zu ermitteln ist („Eingliederung vor Rente“), ist zu
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prüfen, ob die entsprechende Pflicht des Beschwerdeführers zur Eingliederung
genügend in Anspruch genommen worden ist.
4.1 Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte haben Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die
Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (Art. 8 Abs. 1 lit. a
IVG). Im Rahmen der Rentenprüfung ist demnach von Versicherten zu verlangen, an
jenen Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen, welche darauf abzielen, die
Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern.
4.2 Die Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers ist in medizinisch-theoretischer
Hinsicht vornehmlich aus psychischen Gründen erheblich beeinträchtigt, die sich in
Bezug auf sämtliche Tätigkeiten gleichermassen auswirken. Berufliche
Eingliederungsmassnahmen sind daher von vorneherein wenig geeignet, die
Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern.
4.3 In qualitativer Hinsicht sind dem Beschwerdeführer insbesondere mittelschwere
und schwere Tätigkeiten nicht mehr zumutbar. Zudem sollte er repetitives Heben und
Tragen von Lasten über 15 Kilogramm, Heben und Tragen von Lasten über fünf
Kilogramm mit der linken oberen Extremität über Brusthöhe und monoton-repetitive
Arbeiten mit dem linken Arm vermeiden. Unter anderem hat dies zur Folge, dass dem
Beschwerdeführer die Ausübung seiner bisherigen Tätigkeit als Gerüstbauer
gesundheitsbedingt nicht mehr zumutbar ist. Da es sich dabei aber um eine
Hilfsarbeitertätigkeit handelte und da dem Beschwerdeführer zumindest theoretisch auf
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt andere Hilfsarbeitertätigkeiten, in denen den
qualitativen Einschränkungen Rechnung getragen werden kann, offen stehen, sind
berufliche Eingliederungsmassnahmen nicht notwendig, um die Erwerbsfähigkeit
bezüglich der somatischen Beeinträchtigungen wieder herzustellen, zu erhalten oder zu
verbessern.
4.4 Berufliche Eingliederungsmassnahmen waren demnach vor Prüfung der
Rentenzusprache nicht weiter durchzuführen, weshalb das Vorgehen der
Beschwerdegegnerin den Grundsatz „Eingliederung vor Rente“ nicht verletzt.
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4.5 Es besteht demnach auch keine Pflicht zur Arbeitsvermittlung im Sinne von
Art. 18 IVG, die zu den beruflichen Eingliederungsmassnahmen zählt (Art. 8 Abs. 3 lit. b
IVG), sondern lediglich, aber immerhin, ein Anspruch darauf. Da die Verfügung vom
23. Dezember 2009 betreffend Abschluss der Arbeitsvermittlung unangefochten in
Rechtskraft erwachsen ist, ist im Rahmen dieses Verfahrens darauf grundsätzlich nicht
näher einzugehen. Der Beschwerdeführer ist aber im Sinne einer nicht
entscheidrelevanten Nebenbemerkung darauf hinzuweisen, dass es ihm unbenommen
ist, sich jederzeit wieder neu für Arbeitsvermittlung bei der Beschwerdegegnerin
anzumelden, wie diese ihm auch in ihrer Beschwerdeantwort vom 10. Mai 2010
angeboten hat (act. G 14).
5.
Da die medizinische Aktenlage die Bemessung des Invaliditätsgrades erlaubt und
Eingliederungsmassnahmen nicht zur Diskussion stehen, ist abschliessend der
Invaliditätsgrad zu bemessen.
5.1 Für die Bemessung des Valideneinkommens ist vom Bruttolohn im Jahr 1999
auszugehen, nachdem der Beschwerdeführer der Arbeit ab 2000 gesundheitsbedingt
fernbleiben musste. Der Bruttolohn lag 1999 bei Fr. 64’183.--. Unter Berücksichtigung
der Nominallohnentwicklung 1999–2006 ist demnach für das Jahr 2006 von einem
Valideneinkommen im Betrage von Fr. 70’527.91 auszugehen (vgl. Bundesamt für
Statistik, Lohnentwicklung 2006, T1.39). Dass die Beschwerdegegnerin ein
Valideneinkommen im Betrage von Fr. 71’019.-- ermittelt hat, ist wohl auf einen
Rechnungsfehler zurückzuführen, da sie von denselben Grundlagen ausging (vgl. IV-
act. 10 und 141).
5.2 Für die Bemessung des Invalideneinkommens können praxisgemäss
Tabellenlöhne herangezogen werden, wie dies die Beschwerdegegnerin getan hat.
Gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2006 lag das
durchschnittliche Bruttoeinkommen 2006 von männlichen Hilfsarbeitern
(Anforderungsniveau 4) unter Berücksichtigung von 40 Arbeitsstunden pro Woche bei
Fr. 4’732.-- pro Monat (Bundesamt für Statistik, Schweizerische Lohnstrukturerhebung
2006, TA1). Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von
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41,7 Stunden pro Woche im Jahr 2006 ergibt sich ein massgebendes jährliches
Einkommen im Betrage von Fr. 59’197.32 (vgl. Bundesamt für Statistik,
Arbeitsmarktindikatoren, T1; Bundesamt für Statistik, Lohnentwicklung 2006, T1.39). Es
versteht sich von selbst, dass bei der Berechnung des Invalideneinkommens anhand
rein statistischer Werte für die Anpassung des Einkommens an die betriebsübliche
Arbeitszeit ebenfalls auf deren statistischen Wert und nicht auf die betriebsübliche
Arbeitszeit im Rahmen der zuletzt ausgeübten Tätigkeit abzustellen ist. Die Berechnung
der Beschwerdegegnerin, die das durch 40 dividierte Einkommen gemäss LSE 2006
mit 45 multipliziert hat, erweist sich insofern als falsch.
5.3 In Anbetracht der medizinisch-theoretischen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
von 40 % entspricht das ermittelte Einkommen einem medizinisch-theoretisch und
statistisch erzielbarem jährlichen Einkommen im Betrage von Fr. 35’518.39.
5.4 Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre
gesundheitlich bedingte Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit
unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg verwerten kann, ist ein Abzug vom
ermittelten Tabellenlohn von maximal 25 % vorzunehmen (BGE 126 V 79 f. E. 5b).
Solche Anhaltspunkte liegen hier entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin
vor: Einerseits bestehen erhebliche qualitative Einschränkungen somatischer Ursache,
indem die Einsatzfähigkeit des dominanten linken Arms beeinträchtigt ist, dem
Beschwerdeführer lediglich noch leichte Arbeiten zugemutet werden können, diese
wechselbelastend sein sollten und er keine schweren Lasten mehr heben und tragen
kann. Andererseits ist aber auch weiteren Einschränkungen Rechnung zu tragen: So ist
aufgrund der psychischen Beeinträchtigungen mit nicht voraussehbaren Absenzen
oder der Notwendigkeit von zusätzlichen Pausen zu rechnen, was besondere
Rücksichtnahme von Arbeitgeber und Mitarbeitern erfordert und sich damit ebenfalls
lohnsenkend auswirkt. Ausserdem ist der Beschwerdeführer so zu stellen, als könnte er
lediglich noch in einem 60%igen Pensum tätig sein (vgl. hierzu den Entscheid
9C_708/2009 des Bundesgerichts vom 19. November 2009, E. 2.5.2). Sämtliche dieser
Einschränkungen werden im Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom 4. Januar 2007
umschrieben (vgl. IV-act. 133). Angesichts dieser doch erheblichen Einschränkungen
rechtfertigt sich ein Abzug von gesamthaft 15 %. Das massgebende
Invalideneinkommen beträgt demnach Fr. 30’190.63.
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5.5 Der Invaliditätsgrad liegt angesichts des Valideneinkommens im Betrage von
Fr. 70’527.91 und des Invalideneinkommens im Betrage von Fr. 30’190.63 bei 57,19 %
bzw. 57 %. Damit hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine halbe Rente der
Invalidenversicherung.
5.6 Der Zeitpunkt des Rentenbeginns ist nicht umstritten, und es liegen in den Akten
auch keine Anhaltspunkte dafür vor, dass die Beschwerdegegnerin diesen falsch
festgelegt hätte.
6.
6.1 In Gutheissung der Beschwerde vom 4. September 2009 ist demnach die
Rentenverfügung der Beschwerdegegnerin (Teilverfügungen vom 19. Juni,
9. September und 9. September 2009) aufzuheben, festzustellen, dass der
Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Oktober 2006 Anspruch auf eine halbe Rente der
Invalidenversicherung zuzüglich entsprechender Kinderrenten hat, und die Sache an
die Beschwerdegegnerin zur Festsetzung der Rentenhöhe zurückzuweisen.
6.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Eine
Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint vorliegend angemessen. Nach Art. 95 Abs. 1
VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz
oder teilweise abgewiesen werden. Demnach hat die unterliegende
Beschwerdegegnerin die Gerichtskosten gesamthaft zu tragen. Der Kostenvorschuss
im Betrag von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
6.3 Der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat sodann Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61
lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). In einem Fall mit mittlerem Aufwand und
Schwierigkeitsgrad wird praxisgemäss eine Pauschalentschädigung von Fr. 3’500.--
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ausgerichtet. Insgesamt rechtfertigt sich in der vorliegenden Sache, die Entschädigung
auf pauschal Fr. 3’500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP