Decision ID: 606e669e-ff53-4dcd-a199-5b2b9bbf4eaf
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1961 geborene, aus Portugal stammende
X._
ist Mutter von zwei Kindern
(geboren 1984 und 1988
)
und lebt getrennt von ihrem
Ehemann (
Urk.
7
/
6/1-2,
Urk.
7/7,
Urk.
7
/41). Sie hat keinen
Beruf erlernt und arbeitete zuletzt vom 1. Mai 1986 bis zum 31. Oktober 2015 als
Produktionsmitarbeiterin für die
Y._
AG (
Urk.
7/6/4,
Urk.
7
/60). Am
11. Septem
ber 2014
meldete sie sich unter
Hinweis auf ein
e 50%ige Arbeitsunfähigkeit wegen eines
lumboradikulären
Reizsyndrom
s
bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zur
Früherfassung
an (
Urk.
7
/2). Aufgrund des Ergebnisses des Früherfassungsgesprächs vom 19. September 2014
(
Urk.
7
/4) erfolgte
am 6. Oktober 2014 die Anmeldung der Versicherten bei der IV-Stelle zum
Leistungsbezug
(
Urk.
7
/6). Die IV-Stelle traf berufliche
Abklärungen (
Urk.
7/21,
Urk.
7
/29)
,
h
olte Berichte der behandelnden
Ärzte (
Urk.
7/24,
Urk.
7/27,
Urk.
7/30-
31,
Urk.
7/34,
Urk.
7/38,
Urk.
7/40,
Urk.
7/42,
Urk.
7/49,
Urk.
7/50,
Urk.
7
/55) sowie die Akten des Krankentaggeld
versicherers ein (
Urk.
7
/36)
und
liess die Versicherte am 11. März 2016 vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
orthopädisch-chirurgisch
sowie
psychiat
risch
untersuchen (Berichte vom 15. März 2016
[
Urk.
7
/53-54]).
Eine von
der IV-Stelle finanzierte
Potenzialabklä
rung
ergab
,
dass
die Voraussetzungen für eine Integration in den ersten Arbeits
markt
damals
nicht erfüllt
waren
(
Urk.
7
/71); deshalb
schloss die IV-Stelle die berufliche Eingliederung am 28. Juni 2016
vor
erst ab (
Urk.
7
/74).
Nach dem
Beizug weiterer
Berichte
der behandelnden Ärzte
(
Urk.
7
/76-80,
Urk.
7/94,
Urk.
7
/96/1,
Urk.
7/97,
Urk.
7/101,
Urk.
7
/102
) und erneuter
Stellung
nahmen der RAD-Ärzte (
Urk.
7
/103,
Urk.
7
/104/15
-17)
sprach die IV-
Stelle der Versicherten
-
nach
d
urch
ge
führ
tem
Vorbescheidverfah
ren
(
Urk.
7/106,
Urk.
7/108,
Urk.
7/113,
Urk.
7/114-115,
Urk.
7
/120-122)
-
mit Verfügung vom
8.
Dezember 2017 ab dem
1.
Dezember 2015 eine halbe Invalidenrente
be
i einem Invaliditätsgrad von 55
%
zu (
Urk.
7/126-127
).
Die von der Versicherten dagegen erhobene Beschwerde wurde vom Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich mit Urteil IV.2018.00093 vom
4.
Oktober 2019 in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache zur Einholung eines polydisziplinären medizinischen Gutachtens an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde
(
Urk.
7/154).
1.2
In der Folge holte die IV-Stelle das internistische, neurologische, orthopädische und psychiatrische Gutachten der
Z._
vom
8.
Oktober 2020 ein (
Urk.
7/185
; vgl. auch
Urk.
7/196
)
. Gestützt darauf sprach sie der Versicherten, nach Durch
führung des
Vorbescheidver
fahrens
(
Urk.
7/189,
Urk.
7/195,
Urk.
7/197-201
,
Urk.
7/203), mit
Verfügung vom 1
0.
Juni 2021 ab
1.
Dezember 2015 eine ganze und ab
1.
November 2020 eine halbe Rente zu (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte
, vertreten durch
Rechtsanwältin Gabriela Gwerder, mit Eingabe vom
7.
Juli 2021 Beschwerde
mit dem Antrag, es sei ihr auch ab
1.
November
2020
eine ganze Rente auszurichten (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerde
antwort vom 2
7.
August 2021 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Am 2
1.
September 2021 (
Urk.
9) reichte
die Beschwerdefüh
rerin einen Laborbericht vom 3
1.
August 2021 zu den Akten
(
Urk.
10). Die IV-Stelle verzichtete
am
4.
Oktober 2021
auf eine Stellungnahme
dazu
(
Urk.
11-12), was der Beschwerdeführerin am
6.
Oktober 2021 mitgeteilt wurde (
Urk.
13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die
massgeblichen
recht
lichen Grundlagen zum Invaliditätsbegriff, zu den
f
ür die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen
psychischer Krankheiten massge
blichen Standardindikatoren, zum Beweiswert eines Arztberichtes und
zum Renten
anspruch wurden bereits in den Erwägungen 1.1-
1.
4 des Rückweisungs
urteils des
Sozialversicherungsgerichts IV.
2018.00093 vom
4.
Oktober 2019 wiedergegeben (
Urk.
7/154
/3-5
). Darauf kann verwiesen werden.
1.3
Zu
ergänzen ist
, dass
n
ach der Rechtsprechung bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision gel
tenden Bestimmungen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a IVV) analog anzuwenden
sind
(BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_122/2020 vom 26. Februar 2021 E. 2). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit dem
jenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV fest
zusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1.4
Bei der Berechnung des Invaliditätsgrades ist
d
as trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbare
rweise
erzielbare Einkommen (Invalideneinkommen)
bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine über
mässigen Anforderungen zu stellen sind (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 9C_118/2015 vom 9. Juli 2015 E. 2.1 mit Hinweis).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumut
bar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leis
tungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalles ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesund
heitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungs
aufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhan
dene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweisen). Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeits
fähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit
und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht (BGE 138 V 457 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Gemäss BGE 138 V 457 richtet sich der Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbar
keit der Restarbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, nach dem Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätig
keit (E. 3.3). Als ausgewiesen gilt die medizinische Zumut
barkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuver
lässige Sachver
haltsfeststellung erlauben (BGE 143 V 431 E. 4.5.1; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.4).
1.5
Bei Personen, deren Rente revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben werden soll, sind nach mindestens fünfzehn Jahren Bezugsdauer oder wenn sie das 55. Altersjahr zurückgelegt haben, praxisgemäss in der Regel vorgängig Einglie
derungsmassnahmen durchzuführen, bis sie in der Lage sind, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial mittels Eigenanstrengung auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten (BGE 145 V 209 E. 5.1, Urteil des Bundesgerichts 8C_233/2021 vom 7. Juni 2021 E. 2.3 mit Hinweisen).
Diese Rechtsprechung findet auch dann Anwendung, wenn zeitgleich mit der
Renten
zusprache
über deren Befristung und/oder Abstufung befunden wird (BGE 145 V 209 E. 5.4). Denn die rückwirkende Zusprache einer in der Höhe abgestuften und/oder zeitlich befristeten Invalidenrente richtet sich grundsätzlich nach denselben Regeln wie die Revision eines bestehenden Rentenanspruchs nach Art. 17 Abs. 1 ATSG. Auch in dieser Konstellation sind Versicherte betroffen, die zufolge invalidisierender Beeinträchtigung ihrer Gesundheit (d.h. invaliditäts
bedingt) über einen mehr oder weniger langen Zeitraum überhaupt nicht mehr oder nur noch beschränkt eingegliedert waren (E. 5.3).
2.
2.1
Die IV-Stelle
begründete die Herabsetzung der mit Wirkung ab
1.
Dezember 2015 zugesprochenen ganzen auf eine halbe Rente ab
1.
November 2020
in der ange
fochtenen Verfügung
damit,
laut dem
Z._
-Gutachten habe nach Ablauf der Wartezeit bis zur Begutachtung eine vollständige Erwerbsunfähigkeit bestan
den. A
b
dem Zeitpunkt
der Begutachtung im J
uli 2020
sei
von einer
Verbesserung des Gesundheitszustandes und einer
zumutbaren Restarbeitsfähigkeit von 50
%
in der angestammten Tätigkeit auszugehen
. Diese könne berücksichtigt werden, wenn sie ohne wesentlichen Unterbruch länger als drei Monate angedauert habe, mithin ab
1.
November 202
0.
Die beiden im
Vorbescheidverfahren
eingereichten Berichte von
Dr.
A._
, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie
,
und
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Rheumatologie (vgl.
Urk.
7/200-201), enthielten keine neuen medizinischen Tatsachen, die nicht bereits berücksichtigt worden seien. Unter Berücksichtigung
von
A
lter
und
langer
Betriebszugehörigkeit
sei
der Beschwerdeführerin
ab
1.
November 2020 nicht die zumutbare volle Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit an
gerechnet worden
, sondern nur die verbleibende Restarbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 50
%
. In diesem Rahmen könnten das Alter und die lange Betriebszugehörigkeit nicht auch noch berücksichtigt werden (
Urk.
2
S. 3 f.
; vgl. auch
Urk.
6 und
Urk.
12
)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt,
sie habe auch ab
1.
November 2020 Anspruch auf eine ganze Rente (
Urk.
1 S.
8
).
Die
Z._
-Gutachter hätten festgehalten, ab 2014 bis zum Gutachtenstermin sei eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit ausreichend begründet. Ihre
Beurteilung, dass sie ab November 2020 wieder zu 50
%
in der bisherigen und zu 100
%
in einer ange
pa
ssten Tätigkeit arbeiten könne,
sei nicht
nachvollziehbar.
Gemäss Gutachten habe sich nämlich der orthopädische Zustand seit 2014 beziehungsweise sei
t
der orthopädisch-psychiatrischen RAD-Untersuchung nicht verbessert. Im Gegenteil seien deutliche Wirbelsäulenveränderungen, chronische Synovitiden und
Teno
synovitiden
beider Handgelenke erstmals 2018 sowie im Jahr 2019 eine
Rotatoren
manschettenläsion
rechts hinzugekommen
(
Urk.
1 S. 8 f.)
.
Im Gutachten werde
aufgrund der aktuellen Befunde und des fehlenden Nachweises eines Anal
getika-Spiegels
die Meinung vertreten, die von
Dr.
B._
festgestellte
entzünd
lich-rheumatische Erkrankung an den Händen
sei
remittiert.
Diese
Beurteilung
sei unzutreffend.
Dr.
B._
habe
im Bericht vom 3
1.
Januar 2021 aufgezeigt, dass die entzündlich-rheumatische Erkrankung an den Händen
einen destruktiven Verlauf nehme
und immer wieder erhöhte Entzündungswerte hätten festgestellt
werden können, nach der Begutachtung etwa am 2
2.
Juli 202
0.
S
ie
habe
vor der Begutachtung die Einnahme von Schmerzmitteln bewusst abgesetzt, um allfällige Abklärungen nicht zu
verfälschen
.
Auch bezüglich dieses Krankheitsgeschehens sei folglich im Zeitpunkt der Begutachtung keine wesentliche Verbesserung ein
getreten (
Urk.
1 S. 9 f.). Auch ihr psychischer Gesundheitszustand habe sich nicht
verbessert
.
Dr.
A._
habe in seinem Bericht vom
5.
Februar 2021 festgehalten, dass der psychische Zustand
seit Jahren gleichbleibend schlecht sei.
A
uch nach dem Zeitpunkt der Begutachtung
sei ihr
aus gesundheitlichen Grün
den
keine Erwerbstätigkeit
mehr
zumutbar
(
Urk.
1 S. 10).
Selbst wenn es ihr medizinisch-theoretisch zuzumuten wäre, wieder einer
Arbeit
nachzugehen, fehle es am invalidenversicherungsrechtlich erheblichen Zugang zum Arbeitsmarkt im Sinne von
Art.
16 ATSG
. Die IV-Stelle
gehe richtigerweise davon aus, dass wegen
ihrer
langen Betriebszugehörigkeit und
ihres
Alters
keine Resterwerbsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit mehr gegeben sei. Indem
die IV-Stelle
annehme, dass diese Faktoren keinen Einfluss auf die Verwertbarkeit der attestierten 50%igen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit hätten, ver
kenne sie, dass sie die angestammte Arbeit krankheitsbedingt verloren habe.
Wegen des Alters und der langen Betriebszugehörigkeit
sei
es
ihr
nach mehr
jäh
riger 100%iger Berentung nicht
zumutbar, wieder im bisherigen Beruf als Produktionsmitarbeiterin tätig zu sein
beziehungsweise die verbliebene Einsatz
fähigkeit von 50
%
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten
.
Folglich
habe sie auch
aus diesem Grund
ab dem
1.
November 2020 Anspruch auf eine ganze Rente (
Urk.
1 S. 10 f.).
3.
3.1
Die
RAD
-Ärzte Dr. med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie
, und
Dr. med.
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera
pie,
hatten
die
Beschwerdeführerin
am
11. März 2016 untersucht
. Ihren Berichten vom
15. März 2016
sind folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbei
ts
fähigkeit zu entnehmen (
Urk.
7/53/6, 7/54/9
):
-
Chronische Lumbalgie mit anamnestischer Ausstrahlung ins rechte Bein bei
-
Zustand nach Re-Dekompression und Spondylodese L2/3 rechts am 13. Mai 2015 mit reizfreier Operationsnarbe
-
klinisch fehlenden radikulären Symptomen
-
klinisch guter Beweglichkeit der Wirbelsäule
-
muskulären Verspannungen im Bereich LWS und thorakolumbaler Übergang
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichtgradige Episode
-
andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10: F62.0)
-
Probleme bei sexuellem Missbrauch in der Kindheit durch eine Person ausserhalb der engeren Familie (ICD-10: Z61.5)
Laut
Dr.
C._
prä
sentierte sich unter Berücksichtigung sowohl
der Anamnese als auch des klini
schen Befundes eine erstaunlich gute Wirbelsäulenbeweglichkeit sowie eine freie Beweglichkeit sämtlicher
Extremitätengelenke
. Eine Nerven
wur
zelreizung sei derzeit nicht nachweisbar, der neurologische Status sei bis auf leichte, diffuse, nicht–
dermatombezogene
Abschwächungen der Berührungs
sensibilität im linken Arm und rechten Bein unauffällig. Die beklagten, insgesamt doch sehr diffusen
Beschwerden könnten nicht einem fassbaren organisch-pathologischen
Korrelat zugeordnet werden. Eine erhebliche psychische Überla
gerung, beispielsweise im Sinne einer Schmerzverarbeitungsstörung, sei aus orthopädischer Sicht als wahrscheinlich anzunehmen. Die ebenfalls zu stellenden Diagnosen anamnestisch brennender Parästhesien an Händen und Füssen unkla
rer Ätiologie sowie eines myofaszialen Schmerzsyndroms, differentialdiag
nos
tisch eines Fibromyalgiesyndroms, wirkten sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus
(
Urk.
7/54/8-9)
. In ihrer bisherigen Tätigkeit als Mitarbeiterin in der Produk
tion bestehe unter Berücksichtigung des erhobenen Befundes aus rein somatisch-orthopädischer Sicht medizintheoretisch eine Arbeitsfähigkeit von
etwa 50 %. Unter Berücksichtigung der
Angaben der Versi
cherten sei davon auszugehen, dass die zuletzt ausgeübte Tätigkeit im vorliegenden Fall einer optimal angepass
ten
, körperlich leichten und wechselbelastenden Tätigkeit entsprochen habe
(
Urk.
7/54/9-10
).
Laut den Ausführungen von Dr.
D._
im psychiatrischen Untersuchungsbe
richt
lag
die von den behandelnden Psychiatern der
E._
im Bericht vom 2
8.
April 2015
(
vgl.
Urk.
7/31)
festgestellte rezidivierende depressive Störung mittelgradi
ger Ausprägung nur noch in leichtgradiger Form
vor
. Anstelle der von
diesen Ärzten diagnostizierten posttraumatischen Belastungsstörung
müsse in diagnosti
scher Hinsicht eher von einer andauernden Persönlichkeits
änderung nach Extrembelastung gesprochen werden, da der
sexuelle
Missbrauch schon viele Jahre zurückliege. Funktionell einschränkend wirkten sich die erhöhte Affektla
bilität und Reizbarkeit, das eingeschränkte Konzentrationsvermögen, die erhöhte Tagesmüdigkeit aufgrund nächtlicher Albträume sowie der verschlech
terte Schlaf aus. Aus psychiatrischer Sicht bestehe
seit Beginn der ambulanten Therapie in der
E._
AG am
2.
Dezember 2014 eine 50%ige Arbeits
unfähigkeit
für eine Tätigkeit ohne hohe Anforderungen an das Konzentrations
vermögen und d
ie motorische Geschicklichkeit
(
Urk.
7/53/6
).
In ihrer abschliessenden Konsens-Stellungnahme bescheinigten die RAD-Ärzte der Beschwerdeführerin aus interdisziplinärer Sicht eine 50%ige Restarbeitsfähig
keit in leidensangepassten Tätigkeiten mit dem Hinweis, dass die zuletzt ausge
übte Tätigkeit einer optimal angepassten Tätigkeit entsprochen habe (
Urk.
7
/104/10).
3.2
Laut dem Abschlussbericht Potentialabklärung der
Integrationsinstitution
F._
GmbH
vom 24. Juni 2016
erreichte die Beschwerdeführerin im Rahmen des Belastbarkeitstrainings, das
vom 30. Mai bis 24. Juni 2016
dauerte, eine
Leis
tungsfähigkeit von weniger als 50 %. Im Gespräch habe sich gezeigt, dass aktuell von der Weiterführung des Programms keine deutliche Verbesserung zu
erwarten sei. Eine Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt sei gegenwärtig nicht möglich (Urk. 6/71; vgl. auch Urk. 6/75/4).
3.3
Am 1. Juli und 13. Oktober 2016 sowie am 19. April 2017 nahm der Orthopäde Dr.
C._
vom RAD zu den bei der Beschwerdegegnerin seit der
bidisziplinären
RAD-Untersuchung vom 11. März 2016 eingegangenen Verlaufsberichten der behandelnden Ärzte Stellung. Er hielt fest, das Ergebnis der Potentialabklärung ändere nichts an seiner bisherigen Beurteilung, welche ausschliesslich die aus medizinischer Sicht objektiv bestehenden Einschränkungen der funktionellen Leistungsfähigkeit würdige (
Urk.
7
/104/11
).
Der Gesundheitszustand habe sich seit der
bidisziplinären
RAD-Untersuchung vom März 2016 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht wesentlich verschlechtert (
Urk.
7
/104/13-14); die neu eingereichten Arztberichte enthielten keine neuen Diagnosen und objektiven Befunde. Plausibel sei, dass die Beschwerdeführerin während der stationären
psychosomatischen
Rehabilitation in
G._
vom
2
1.
Januar 2017 bis zum
5.
März 2017
zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen sei (
Urk.
7
/104/
15-
16).
Mit weiteren Stel
lungnahmen vom 11. August sowie 20. November 2017 hielten die RAD-Ärzte Dr.
C._
und Dr.
D._
an ihre
n bisherigen Beurteilungen fest
(
Urk.
7/122/5,
Urk.
7
/122/7-8).
3.4
Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich erwog im Rückweisungsurteil IV.2018.00093 vom
4.
Oktober 2019
, die von den RAD-Ärzten am 1
5.
März 2016 attestierte 50%ige Restarbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten werde durch das Ergebnis der kurze Zeit später vom 3
0.
Mai bis 2
4.
Juni 2016 durchgeführten Potentialabklärung der
Integrationsinstitution
F._
GmbH
in Frage gestellt. Die RAD-Ärzte hätten sich damit nicht eingehend auseinandergesetzt und deshalb
die durch
die Potentialabklärung
hervorgerufenen Zweifel an der Zuverlässigkeit ihrer Einschätzungen nicht ausgeräumt. Folglich könne auf ihre Beurteilung nicht abgestellt werden.
Die behandelnden Ärzte
hätten eine depressive Störung, eine posttraumatische
B
elastungsstörung und chronische
Schmerzen mit psychischen und somatischen Faktoren
diagnostiziert
. Bisher fehle aber eine ärztliche Aus
einandersetzung mit den vom Bundesgericht bei solchen Störungen für die Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit als massgeblich bezeichneten Standardindikatoren. Schliesslich seien in den Berichten der behan
delnden Ärzte im weiteren Verlauf zusätzliche Befunde erwähnt worden, nämlich
eine Kompression der Nervenwur
zel C6 rechts
intraforaminal
,
eine mögliche Reizung der L5-Wurzel rechts
rezessal
aufgrund einer
Bandscheibenhernierung
bei L4/5
,
ein
COPD
,
ein Restless-
Legs
-Syndrom sowie eine entzündliche Erkran
kung an den Gelenken
. Aus diesen Gründen müsse die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin durch ein von der IV-Stelle in Auftrag zu gebendes polydis
ziplinäres medizinisches Gutachten geklärt werden
, welches die
Standardindika
toren gemäss
BGE 141 V 281 E. 4.3.1
,
die
abweichenden
ärztlichen Einschätzungen und
das
Ergebnis der Potentialab
klärung
mitberücksichtige
(
Urk.
7/154/12-14
)
.
3.5
I
n Nachachtung des Rückweisungsurteils
holte die
IV-S
telle
das
Z._
-Gutachten
vom
8.
Oktober 2020 ein (
Urk.
7/185/1). Dieses
beruht auf
der Exploration des fallführenden psychiatrischen
Gutachters
vom 1
7.
Juli 2020
sowie auf fachärzt
lich-internistischen,
-
neurologischen und
-
orthopädischen Untersuchungen vom
2
5.
Juni
und
6.
sowie
1
6.
Juli 202
0.
Zusätzlich veranlass
ten die Gutachter eine testpsychologische Untersuchung, eine MRI-Untersuchung von Gehirn, Halswir
belsäule und beiden Händen, einen EKG-Befund sowie einen Laborbefund (
Urk.
7/185/7)
.
D
ie Sachverständigen
hielten
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest:
-
Synovitiden und
Tenosynovitiden
an beiden Händen unklarer Genese, Rheumafaktor, Anti-CCP, ANA negativ
-
Geringe Funktionseinschränkung lumbal bei Status nach S
pondylodese
L2/L3
im März
2015 sowie einer bildmorphologisch
residuellen
mittelgra
digen zentralen Spinalkanalstenose auf Höhe L4/5
-
Geringe Bewegungsstörung beider Handgelenke bei MR-tomographisch erosiven Veränderungen
-
Rotatorenmanschettenpartialläsion
recht
s
mit fettiger Atrophie des Musculus infraspinatus und des Musculus supraspinatus bei stattgehabter Schulteroperation mit geringer Bewegungseinschränkung.
Nicht auf die Arbeitsfähigkeit wirkten sich
unter anderem
die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.4)
,
und einer posttraumatischen Belastungsstörung, gegenwärtig weitgehend remittiert (ICD-10: F43.1Z), aus
(
Urk.
7/185/12-13).
In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung hielten die Gutachter fest,
die Versi
cherte habe vorrangig über
polytope
Schmerzen und sensible Störungen berich
tet.
Die gutachterliche Untersuchung habe kein behinderungsrelevantes nervales Defizit ergeben (vgl. auch das neurologische Teilgutachten [
Urk.
7/185/89-91
]). Vorrangig hätten sich leichtgradige orthopädische Auffällig
keiten gezeigt (geringe Funktionseinschränkung lumbal bei Status nach
Spondy
lodese L2/3
im März
2015 und
residueller
mittelgradiger Spinalkanalstenose auf Höhe L4/5, geringe Bewegungsstörung beider Handgelenke bei erosiven Veränderungen,
Rotatorenmanschettenpartialläsion
rechts mit geringer Bewegungseinschrän
kung; vgl.
auch das orthopädische Teilgutachten [
Urk.
7/185/
117-118
]).
Der psy
chiatrische Untersuchungsbefund sprach weder für das Vorliegen einer depressi
ven Episode noch gravierender Symptome einer post
traumatischen Belastungs
störung
(
Urk.
7/185/152-153) oder einer anderen psychischen Beeinträchtigung
(
Urk.
7/185/10).
Im Rahmen der
Indikatoren
prüfung
stellten die Gutachter fest, dass Anamnese und objektive Befunde nicht für eine namhafte Einschränkung von Selbständigkeit, Selbstversorgung und sozialer Integration sprächen, was die Annahme einer Arbeitsfähigkeit stütze. In den medizinischen
Vorakten
werde sowohl aufgrund einer somatischen Gesund
heitsstörung (entzündliche Gelenks
erkrankung, spinales Syndrom) als auch einer psychischen Krankheit eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit attestiert
. Aus psychiatrischer Sicht könne dies nun zumindest nicht mehr bestätigt werden.
Die somatischen Beurteilungen von
Dr.
B._
und der behandelnden Orthopäden stellten überwiegend auf den sub
jektiven Beschwerdevortrag
ab oder bezögen sich auf periop
erati
ve/
periprozedurale
Zeiträume. Die aktuellen orthopä
dischen und internistischen objektiven Befunde seien jedoch klinisch leichtgradig ausge
prägt, so dass sich zumindest ab der Begutachtung vor allem in angepassten Tätigkeiten
namhafte
Einschränkungen
nicht
mehr ausreichend begründen liessen; dies gelte auch unter Berücksichtigung der Indikatoren, welche in den medizinischen
Vorakten
offenbar nicht
beachtet
worden seien (
Urk.
7/185/10).
Die geringe lumbale Funktionseinschränkung, die geringe Bewegungsstörung beider Handgelenke und die
Rotatorenmanschettenpartialläsion
mit ebenfalls geringer Bewegungseinschränkung sprächen für eine qualitative Einschränkung der Belastbarkeit, indem körperlich schwere Tätigkeiten und solche mit häufigen Zwangshaltungen der Wirbelsäule sowie häufige Arbeiten über der Horizontalen ungeeignet seien. Eine Persönlichkeitsstörung habe im Rahmen der psychiat
ri
schen Exploration nicht erhoben werden können. Auch fehlten
Be
lastungs
fak
toren im sozialen Umfeld, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten. Für die geltend gemachte, nahezu maximale Schmerzintensität habe sich kein hin
reichendes objektives Befundkorrelat gefunden
(
Urk.
7/185/13)
.
Rückblickend
sei die
aktenkundige
, psychiatrisch attestierte Minderung der Arbeitsfähigkeit seit 2014 ausreichend begründet. Die orthopädisch und internis
tisch begründete Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gelte spätestens seit Anfang 2015 wegen der Spondylodese. Seit Ende 2014 bis zur aktuellen Begutachtung sei eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der letzten Tätigkeit und in angepassten Tätigkeiten deshalb ausreichend begründet. Da die jetzigen orthopädischen und internistischen objektiven Befunde klinisch leichtgradig ausgeprägt seien und keine gravierende psychische Beeinträchtigung mehr vorliege, könne spätestens ex
nunc
nur noch von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit
in der angestammten Arbeit
ausgegangen werden.
Die Auswirkungen der
aus internistischer Sicht mögliche
n
entzündliche
n
Gelenkserkrankung
gingen
in der orthopädisch
attes
tierten
Leistung
seinschränkung
auf.
Wegen des klinischen Störungsbefundes im Bereich beider Hände und der bildmorphologischen Befunde von Schulter sowie Hals- und Lendenwirbelsäule seien Arbeiten mit schwerer körperlicher Belastung, häufigem Stehen und Gehen sowie mit repetitiven Überkopftätigkeiten dauerhaft zu meiden
.
In einer leidensangepassten
, körperlich leichten bis mittelschweren, wechselbelastend oder überwiegend sitzend ausgeübten
Tätigkeit
ohne dauer
hafte feinmotorische bimanuelle Arbeiten
bestehe ab der Begutachtung eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/185/14-15,
Urk.
7/185/
120-122).
3.
6
Der behandelnde Rheumatologe
Dr.
B._
hielt in seinem Verlaufsbericht vom 3
1.
Januar 2021 fest,
die Beschwerdeführerin leide seit 2017 an einer syste
mi
schen autoimmunen entzündlich-rheumatischen Erkrankung mit vordergrün
di
gen Synovitiden und
Tenosynovitiden
an beiden Händen. Die zwischenzeitlich auch bildgebend nachweisbaren Veränderungen sprächen für einen destruktiven Verlauf. Verschiedene immunmodulatorische Behandlungen hätten wegen Nebenwirkungen oder ungenügender Wirksamkeit sistiert werden müssen. Seit März 2018 werde eine immunmodulatorische Behandlung mit MTX mit einer Dosis von aktu
ell 25 mg pro Woche durchgeführt
.
Klinisch hätten sich wiederholt Zeiten mit jeweils verstärkten Synovitiden an den Händen/Fingern gezeigt. Dass die
artikuläre
Entzündungsaktivität durch die immunmodulatorische Behandlung nicht immer vollständig supprimiert sei, zeige sich auch daran, dass die Erosionen an den Händen im Verlauf leicht zugenommen hätten (
Urk.
7/200).
Der behandelnde Psychiater
Dr.
A._
nahm am
5.
Februar 2021 zur aktuellen Medikation und zum Gesundheitszustand Stellung. Er hielt fest, dass er die
Beschwerdeführerin seit dem
1.
April 2019 nur etwa vier Mal im Jahr gesehen habe, zuletzt am 1
6.
Juni 202
0.
Seither hätten bedingt durch das Coronavirus noch zwei telefonische Sitzungen stattgefunden.
Bei ihm sei in den letzten Sitzungen der Eindruck entstanden, dass es ihr nicht wesentlich besser gehe, insbesondere was ihre Schmerzsymptomatik im Knochen- und Gelenkbereich anbelange. Psychisch sei ihr Zustand seit Jahren stationär mit Symptomen einer leicht- bis mittelgradigen rezidivierenden Depression verbunden mit einer Ver
bitterungssymptomatik aufgrund
der Chronizität ihrer verschiedenen Leiden sowie ihrer widrigen Lebensumstände (Arbeitsplatzverlust, Scheidung, prekäre finanzielle Verhältnisse, Rechtsstreitigkeiten um allfällige Ansprüche, Tod von Angehörigen etc.). Ein negativer psychischer Belastungsfaktor, der ihr Leben überschatte, sei der in der Kindheit über einen längeren Zeitraum erlebte sexuelle Missbrauch durch einen Erwachsenen in der Nachbarschaft.
Aus diesen Gründen sei
die Beschwerdeführerin seit Jahren psychophysisch erschöpft und ihre Belas
tungsfähigkeit
sei
deutlich reduziert.
Weil frühere Behandlungsversuche mit Antidepressiva keinen
durchschlagenden und nachhaltigen Erfolg gezeitigt hätten und verschiedenste Medikamentennebenwirkungen aufgetreten seien, habe die Beschwerdeführerin in den letzten rund zwei Jahren auf eine konti
nu
ierliche antid
epressive Medikation verzichtet
(
Urk.
7/201).
3.
7
Nachdem der RAD-Orthopäde
Dr.
C._
bereits in einer ersten Stellungnahme vom
2
0.
Oktober 2020
zum Schluss gekommen war
, es könne auf das
Z._
-
Gut
achten abgestellt werden
(
Urk.
7/196/7)
, hielt er am
1
1.
März 2021
ergänzend fest,
weder
Dr.
A._
noch
Dr.
B._
hätten in ihren aktuellsten Berichten zur zumutbaren Arbeitsfähigkeit Stellung genommen. Ihre Berichte enthielten keine neuen medizinischen Tatsachen, die anlässlich der Begutachtung nicht bereits bekannt gewesen seien (
Urk.
7/203/
5-6).
4.
4.1
Das polydisziplinäre Gutachten der
Z._
vom
8.
Oktober
2020 beruht auf
allsei
tigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der
Vorakten
sowie in Auseinandersetzung mit abweichenden ärztlichen Beurtei
lungen
abgegeben worden, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und enthält begründete Schlussfolgerungen der Experten
. Damit erfüllt es grundsätz
lich die Anforderungen an beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlagen
(BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Zudem haben sich die Gutachter auftragsgemäss auch mit den
f
ür die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen
psychischer Krankheiten massgeblichen Standardindikatoren
aus
einandergesetzt (
Urk.
7/185/10,
Urk.
7/185/155-156,
Urk.
7/185/161).
4.2
Die Beschwerdeführerin wendet gegen das Gutachten zunächst ein, der dort attestierten Verbesserung der Arbeitsfähigkeit ab dem Begutachtungszeitpunkt widersprächen die aus orthopädischer Sicht erwähnten neuen Beeinträchtigungen (vorstehend E.
2.2
). Es trifft zu, dass der begutachtende Orthopäde
festhielt
, seit April 2014 seien
neue Beeinträchtigungen aufgetreten, nämlich
die erstmals 2016 erwähnten
deutliche
n
degenerative
n
Veränderungen
der
Halsw
irbelsäule
, chro
nische
Synovialitiden
und
Tenosynovitiden
beider Handgelenke (erstmals 2018
diagnostiziert
) sowie eine
Rotatorenmanschettenläsion
rechts im Jahr
2
01
9.
Hin
gegen
wies er auch darauf hin
, dass
die
früher geklagten Beschwerden im Bereich des rechten Ellenbogens nicht mehr vorhanden seien (
Urk.
7/185/123). Zudem sind die Ausführungen des orthopädischen Gutachters entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht widersprüchlich,
erwähnte
er doch
ebenfalls
, dass die aktuellen und aktenkundigen Gesundheitsstörung
en
aus orthopädischer Sicht
bis
auf die Phasen der Akutbehandlung und Rekonvaleszenz nicht geeignet seien, eine dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit zu begründen (
Urk.
7/185/122).
Die Arbeitsfähigkeit wurde somit in erster Linie durch die Rehabilitationsphasen nach den Operationen und übrigen Behandlungsmassnahmen eingeschränkt, und nicht die danach fortbe
stehenden orthopädischen Beeinträchtigungen.
Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin wird im
Z._
-Gutachten nicht ausgeführt, die
von
Dr.
B._
festgestellte entzündlich-rheumatische Erkrankung an den Händen sei remittiert
(vorstehend E. 2.2)
.
Aus internistischer (und auch orthopädischer) Sicht anerkannten die Gutachter wegen der Handprob
lematik immerhin eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
und eine Unzumutbarkeit dauerhafter feinmotorischer bimanueller Arbeiten mit den Händen
(
Urk.
7/185/64,
Urk.
7/185/121-122)
.
Der
internistische
Gutachter hielt das Vorliegen einer entzündlichen Erkrankung für möglich (
Urk.
7/185/15
). Er berücksichtigte aber auch, dass wegen des fehlenden durchgreifenden Anspre
chens der subjektiven
Beeinträchtigungen
auf verschiedene immunsuppressive Therapien, fehlender offenkundiger objektiver G
elenksentzündungszeichen sowie
mit Blick auf die
Labor- und bildgebenden Befunde (MRI-Bilder der Hände vom 1
7.
Juli 2020 [
Urk.
7/185/56])
,
die von
Dr.
B._
postulierte gravierende seronegative autoimmun-entzündliche Erkrankung nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit belegt sei. Der fehlende Nachweis eines Analgetika-Spiegels im aktuellen Laborbefund, der klinische Eindruck und die beschriebene aktive Alltagsgestaltung
(vgl.
Urk.
7/185/53)
seien mit den beklagten
starken Schmerzen nicht vereinbar (
Urk.
7/185/59-60,
Urk.
7/185/64
; vgl. auch
Urk.
7/185/118
).
Die Behauptung der Beschwerdeführerin, sie habe vor der Begutachtung die Ein
nahme von Schmerzmitteln bewusst abgesetzt, um allfällige Abklärungen nicht zu verfälschen (vorstehend E. 2.2), ist wenig überzeugend und widerspricht ihrer Angabe gegenüber dem
Z._
-Neurologen, sie habe die im Behandlungsplan zur Schmerzlinderung aufgeführte Mefenaminsäure seit etwa einem Jahr nicht mehr eingenommen (
Urk.
7/185/91
; vgl. auch
Urk.
7/185/52,
Urk.
7/185/110
).
Dem
neusten
Bericht von
Dr.
B._
vom 3
1.
Januar 2021
ist
weder eine aktuelle
Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit zu entnehmen
noch eine Auseinandersetzung mit der
Einschätzung
der
Z._
-Gutachter
(
Urk.
7/185/200)
. Wie
Dr.
C._
am
1
1.
März 2021
darlegte
(
Urk.
7/203/5)
, lassen sich diesem Bericht keine neuen, der
Z._
-Beurteilung widersprechende Tatsachen entnehmen
, die
Zweifel am Gutachten aufkommen lassen
könnten
.
Selbst wenn dem
im Beschwerdeverfahren eingereichten
Laborbericht vom 3
1.
August
2021
(
Urk.
10)
erhöhte Entzündungszeichen zu entnehmen wären, wie die Beschwerdeführerin geltend macht
(
Urk.
9 in Verbindung mit
Urk.
1 S. 9 f.)
, so
fehlt
jedenfalls
eine
ärztliche Würdigung
und Einordnung
dieser
Befunde (
Urk.
9-10)
.
B
eim Vergleich mit den im internistischen Teilgutachten aufgeführ
ten Labor
ergebnissen
fällt
auf, dass einzelne dort als auffällig bezeichnete Werte (
Urk.
7/185/56
,
Urk.
7/185/58
) in der neusten Laboruntersuchung im Norm
bereich lagen.
Es ist deshalb
nicht
davon auszugehen
,
dass
der neuste Befund eine gesundheitliche Verschlechterung
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
ausweist
.
Diesbezüglich ist auch von Bedeutung, dass
der internistische
Z._
-Gutachter
das Vorliegen einer entzündlichen Erkrankung für möglich
hielt
(
Urk.
7/185/15)
und
eine solche
deshalb bei der Bemessung der
zumutbaren
Arbeitsfähigkeit
berücksichtigt hat
.
Ferner ist
unbekannt
, ob die Beschwerdefüh
rerin vor
der neusten
Laboru
ntersuchung die verordnete Medikation einnahm
. Da der Befund
vom 3
1.
August 2021
überdies
eine blosse
Momentaufnahme darstellt, die
ausserhalb des hier massgeblichen Beurteilungszeitraums bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom
1
0.
Juni 2021
erhoben wurde, ist er nicht geeig
net
, die Gültigkeit der in der
Z._
erhobenen Befunde bei Erlass der angefoch
tenen Verfügung in Frage zu stellen.
Aus somatischer Sicht hielten es die Gutachter für gerechtfertigt, die Arbeits
fähigkeit
in der angestammten und in angepassten Tätigkeiten
im Zeitraum von
Ende 2014
bis
längstens
zur Begutachtung gestützt auf die Atteste der behan
delnden Somatiker festzusetzen
(
Urk.
7/185/14,
Urk.
7/185/40,
Urk.
7/185/64
,
Urk.
7/185/156)
.
Dies ist
nicht zu beanstanden
.
Eine
spätestens
im Zeitpunkt der Begutachtung eingetretene
gesundheitliche Verbesserung
wurde von den Gutach
tern
wie bereits dargelegt hinreichend
und einleuchtend
mit der
zwischen
zeit
lichen
Beendigung der Phasen der Akutbehandlung und Rekonvaleszenz begrün
det (
Urk.
7/185/10,
Urk.
7/185/122).
4.3
Der psychiatrische
Z._
-Gutachter legte anhand der medizinischen
Vorakten
nachvollziehbar dar,
dass die
Beschwerdeführerin
nach Beendigung ihrer Erwerbstätigkeit wegen Bandscheibenbeschwerden zunächst reaktive depressive Beschwerden entwickelte und auch Symptome eines posttraumatischen Belas
tungssyndroms nach lange zurückliegendem sexuellem Missbrauch auftraten.
Mithilfe der Anfang 2015 begonnenen psychiatrisch-psychotherapeutischen
Therapie
habe
die anfänglich mittelgradig depressive Symptomatik deutlich gebessert werden
können
. Auch die
anamnestisch
dokumentierten Symptome einer posttraumatische
n
Belastungsstörung seien anlässlich der aktuellen klini
schen Exploration weitestgehend nicht mehr vorhanden gewesen
(
Urk.
7/185/
154-157
,
Urk.
7/185/161
).
Während die RAD-Psychiaterin
Dr.
D._
am 1
1.
März 2016 noch eine leichtgradige depressive Symptomatik
festgestellt
hatte (
Urk.
7/53/6), beklagte sich die Beschwerdeführerin gegenüber dem
psychiatrische
n
Sachverständige
n
der
Z._
vor allem über Durchschlaf
störungen aufgrund von Schmerzen und unruhigen Beinen, eine Einschränkung der Lebens
qualität durch die somatischen Erkrankungen und eine Grübelneigung bei Zukunftsängsten (
Urk.
7/185/152).
Ferner gab sie an, unter der laufenden Behandlung sei es seit langer Zeit kaum noch zu intrusiven Wiedererinnerungen gekommen
;
sie könne sich wieder mit potentiell auslösenden Situationen konfrontieren, habe ein- oder zweimal pro Monat Albträume vom früheren Miss
brauch und
verspüre die depressiven Symptome, die begleitend zu dieser Störung aufgetreten seien, aktuell nicht mehr gleich wie früher (
Urk.
7/185/137,
Urk.
7/185/153). Die (psychiatrische) Therapiefrequenz habe im Lauf der Jahre auf eine aktuell zweimonatige Kadenz abgenommen (
Urk.
7/185/155).
Aufgrund der
höchstens leichten
Symptomatik
(
Urk.
7/185/152)
, der geringen Behand
lungsfrequenz
, der beschriebenen aktiven
Alltag
sgestaltung und guten sozialen Integration
(
Urk.
7/185/140)
überzeugt die
Diagnosestellung (remittierte depres
sive Störung und weitgehend remittierte posttraumatische Belastungsstörung [
Urk.
7/185/150]). Auch die
Bescheinigung einer uneingeschränkten Arbeits
fähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten aus psychiatrischer Sicht spätestens ab
dem
Begutachtung
szeitpunkt
ist nachvollziehbar
(
Urk.
7/185/
156-157)
.
Im aktuellsten Bericht vom
5.
Februar 2021
äusserte der behandelnde Psychiater
Dr.
A._
die Einschätzung
, der psychische Zustand
sei
seit Jahren stationär mit Symptomen einer leicht- bis mittelgradigen rezidivierenden Depression
(
Urk.
7/201). Diese Beurteilung
widerspricht dem im
Z._
-Gutachten aufgrund der
Vorakten
herausgearbeiteten Verlauf, der mit
fortschreitender
Zeit abneh
menden Therapieintensität, der ausführlichen, klinischen und testpsycholo
gi
schen Befunderhebung des
Z._
-Psychiaters und nicht zuletzt den Angaben der Beschwerdeführerin gegenüber den Gutachtern. Auch hat sich
Dr.
A._
nicht mit den rechtsprechungsgemäss bei der Beurteilung psychischer Beschwer
den massgeblichen Standardindikatoren auseinandergesetzt
(
Urk.
7/201)
. Wenn die Beschwerdeführerin im vorliegenden Beschwerdeverfahren im Widerspruch zu ihren Angaben anlässlich der polydisziplinären Begutachtung geltend mach
t
, ihr psychischer Gesundheitszustand habe sich nicht verbessert
(vorstehend E. 2.2)
,
so
ist diese jüngere Darstellung
weniger glaubhaft,
weil nicht ausgeschlossen wer
den kann, dass
sie von versicherungsrechtlichen Überlegungen
geleitet wurde
(
BGE 143 V 168 E. 5.2.2
)
. Es besteht daher kein Grund,
von der gutachterlichen Beurteilung, dass sich der psychische Gesundheitszustand mit der Zeit konti
nu
ierlich verbesserte
und im Begutachtungszeitpunkt keine relevante, die Arbeits
fähigkeit einschränkende Störung mehr bestand, abzuweichen.
Zudem ist der Bericht von
Dr.
A._
nicht geeignet, eine seitherige Verschlechterung der psy
chischen Gesundheit zu belegen.
4.4
Nach dem Gesagten
kann
mit der IV-Stelle
gestützt
auf
das
Z._
-Gutachten davon ausgegangen werden
, dass die Beschwerdeführerin
von Ende 2014 – wobei nichts dagegenspricht,
den Beginn der Arbeitsunfäh
i
gkeit
wie die IV-Stelle
auf
grund
damalige
r
Arztzeugnisse auf den
2.
Dezember 2014 anzusetzen (
Urk.
7/196/7-8,
Urk.
7/203/6) – bis zum Begutachtungszeitpunkt in
sämtlichen
Tätigkeiten vollumfänglich arbeitsunfähig war
.
S
pätestens ab
der
Begutachtung
war
sie
in der angestammten
Arbeit
mit dem Profil der die Hände belastenden Tätigkeit bei der
Y._
AG
nur noch zu 50
%
arbeitsunfähig und in leidensange
passten Tätigkeiten
mit dem erwähnten Profil
vollzeitlich arbeitsfähig (
Urk.
7/185/14-15)
.
5.
5.1
Mit der gänzlichen Arbeitsunfähigkeit im angestammten wie auch
in einem
angepassten
Tätigkeitsb
ereich ab
2.
Dezember 2014 und der damit einhergehen
den gänzlichen Erwerbsunfähigkeit hat die Beschwerdeführerin vorab Anspruch auf eine ganze Rente ab
1.
Dezember 20
1
5.
D
as ist unbestritten.
Mit der rechtsgenügenden
Beguta
chtung durch die
Z._
und der
Festsetzung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
auf 100
%
im Gutachten vo
m
8.
Oktober 2020 war im Vergleich
zur S
ituation von
2014 eine
revisionsrechtlich
erhebliche V
erbesserung eingetreten, die sich rentenrelevant im Sinne einer
Herabsetzung
oder gar Aufhebung der Rente auswirken würde (vgl. oben E. 1.3)
und deren Auswirkung auf den Invaliditätsgrad zu bestimmen ist.
5.2
Für die Ermittlung des Invalideneinkommen
s
kann e
ntgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin der
Umstand, dass die Gutachter für die l
a
ngjährig ausgeübte Tätigkeit bei der
Y._
AG noch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestierten,
nicht berücksichtigt werden
, da die Beschwerdeführerin diese Stelle seit längerer Zeit verloren hat. Eine Reduktion der Rente auf eine halbe Rente im Sinne eines Prozentvergleichs
, wie dies die Beschwerdegegnerin gemacht hat,
ist nicht möglich,
wie die Beschwerdeführerin zu Recht rügt,
müsste dafür doch hinlänglich klar sein, dass die Beschwerdeführerin in einer
sehr
ähnlichen Tätigkeit in einem anderen Betrieb gleich viel verdienen würde, wie
sie
bei der
Y._
AG
verdient hat
, wo die Beschwerdeführerin jedoch mit ihrer Anstellung während
29 Jahren
eine sehr grosse Betriebstreue
zeigte.
Eine solche
wirkt sich in der Regel lohnerhöhend aus
, weshalb
nicht davon ausgegangen werden kann, dass
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
eine ähnliche Tätigkeit zu einem gleichen Lohn exis
t
iert.
Übt eine Person im massgebenden Zeitpunkt keine konkrete Tätigkeit aus, ist für die E
rmittlung des Invalideneinkommens
auf den allgemeinen Arbeitsmarkt abzu
stellen. Für die Beschwerdeführerin bedeutet dies, dass
auf das Profil einer leidens
angepassten
Tätigkeit
abzustellen
ist
.
Seit dem Begutachtungszeitpunkt kann
die Beschwerdeführerin
laut Gutachter
noch einfache,
körperlich leichte bis mittel
schwere wechselbelastende
Tätigkeiten
ohne dauerhafte feinmotorische bimanu
elle Arbeiten in einem 100%igen Arbeitspensum
versehen (
Urk.
7/185/122).
5.3
Dazu macht die Beschwerdeführerin geltend, dass auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt diese
verbliebene Resterwerbsfähigkeit realistischerw
eise nicht mehr nach
gefragt werde (
Urk.
1 S. 10 f
.
). Dem kann mit Blick auf die
Rechtsprechung des Bundesgerichts
und bei Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalles nicht beigepflichtet werden (vgl. E. 1.4
).
Zwar ist
die Beschwerdeführerin
ohne berufliche Ausbildung und hatte in Portugal nur die Grundschule und die Realschule absol
viert (
Urk.
7/185/9), weshalb sie Hilfsarbeiten ausüben würde. Solche führte sie im Rahmen der Tätigkeit bei der
Y._
AG bei der Schliesskontrolle, bei einfachen Montagearbeiten und der Schlüsselfabrikation während 29 Jahren auch aus (
Urk.
7/185/9). Sie kann mithin auf eine sehr lange
und
bis 2015
stabil gewesene
Erwerbstätigkeit
in diesem Bereich
zurückblicken, was auch bei der Anstellung in einem neuen Betrieb hilfreich ist.
Vom
medizinischen
Profil her
stehen ihr noch eine Vielzahl von
Hilfsarbeiten offen, die sie zudem in einem hoch
prozentigen Ausmass ausüben kann.
Auch wenn sie
im relevanten Zeitpunkt,
im Herbst 2020
,
nicht ganz
60
Jahre alt war und damit
nur noch
etwas mehr als vier
Jahre Erwerbsarbeit vor sich hatte,
spricht dies aufgrund der erwähnten übrigen Fakto
ren nicht gegen eine Verwertbarkeit
im Hilfsarbeitsbereich
auf dem
allge
meinen Arbeitsmarkt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_55/2021 vom
9.
Juni 2021
E. 5.2
mit Hinweisen).
5.4
Welches Einkommen die Beschwerdeführerin mit einer solchen Arbeit
schluss
endlich
erzielen kann, hat die Beschwerdegegnerin nicht ermittelt. Sie wird dies nachzuholen und gegebenenfalls die
zugesprochene
ganze Rente entsprechend dem
so
errechneten Invaliditätsgrad
an
zu
passen
haben
.
Allerdings
fällt die Beschwerdeführerin mit ihrem Alter von über 55 Jahren unter den besonders geschützten
Bezügerkreis
im Sinne der gezeigten Rechtsprechung (E. 1.5)
, bei dem
vor einer Reduktion einer Rente Eingliederungsmassnahmen zu prüfen und durchzuführen sind, weil
davon auszugehen ist, dass eine Selbstein
gliederung in den ersten Arbeitsmarkt nicht ohne
Weiteres
möglich ist. Konkrete Anhaltspunkte dafür, welche den Schluss zuliessen, dass sich die Beschwerdefüh
rerin trotz ihres
fortgeschrittenen Alters ohne Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren könnte und d
eshalb ausnahmsweise von der Zu
mutbar
keit einer Selbsteingliederung auszugehen
ist
, ergeben sich keine.
Zwar war sie zuvor lange in der gleichen Anstellung tätig, dennoch
verfügt
sie
nicht über besonders breite Ausbildungen und breite Berufserfahrungen. Sodann
ist
sie seit 2014 vom Arbeitsmarkt
abwesend
.
Die Notwendigkeit zur Hilfestellung bei der Integration in das Erwerbsleben ist bei ausgewiesener medizinisch-theoretischer Restarb
eitsfähigkeit in einer Ver
weis
tätigkeit somit zu bejahen.
5
.5
Die Beschwerdegegnerin
hat die Rente herabgesetzt, ohne
nach der Begutachtung bis zum Verfügungszeitpunkt
Eingliederungs
massnahmen
durchzuführen
, obwohl es ihr klar war, dass die Beschwerdeführerin nicht mehr in ihre Anstellung zurück
konnte und auf den allgemeinen Arbeitsmarkt angewiesen ist.
Daraus ergibt sich, dass die Rentenein
stellung so lange nicht gerecht
fertigt ist, bis die Wiedereingliederung nicht aktiv gefördert wurde. Das bedeutet rechtsprechungs
gemäss nicht, dass sich die versicherte Person auf eine
Bestandesgarantie
berufen kann, sondern lediglich, dass ihr zugestanden wird, dass ihre Rente erst nach Prüfung und
Durchführung von Eingliederungs
massnahmen herabgesetzt wird (BGE 141 V 5 E. 4.2.2 mit Hinweisen).
5
.6
Im Ergebnis ist die angefochtene Verfügung vom
1
0.
Juni 2021
(
Urk.
2) insoweit aufzuheben, als damit die
ab
1.
Dezember 2015 zugesprochene ganze
Rente
ab
1.
November
2020 auf eine
halbe Rente
herabgese
tzt wurde, und es ist unter Hin
weis auf die Erwägungen festzustellen, dass die Beschwerdeführerin einstwei
len weiterhin Anspruch auf eine
ganze
Rente hat.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
6.
6.1
Ausgangsgemäss gehen die Verfahrenskosten von
Fr.
800.
--
zulasten der IV-Stelle (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).
6.2
Nach § 34 Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Höhe der gericht
lich festzusetzenden Entschädigung bemisst sich nach der Bedeutung der Streit
sache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Als weitere Bemessungskrite
rien nennt
§
7 der
Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
)
den Zeitaufwand und die Bar
auslagen.
Unter Berücksichtigung dieser
Krit
erien ist die
de
r
Beschwerdeführer
in
zuzuspre
chende Parteientschädigung ermessensweise
auf
Fr.
2'200.--
(inkl.
Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen
.