Decision ID: 9569e703-d1ad-4059-b29b-187a5fea4b58
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ bezog seit längerer Zeit Ergänzungsleistungen zu ihrer ganzen
Invalidenrente. Ab dem 1. April 2012 wohnte sie zusammen mit ihrer Tochter B._ und
ihrem Konkubinatspartner C._ in einer Wohnung an der D._strasse ._ in E._
(vgl. act. G 3.2.25 und 3.2.45). Die Tochter, für die eine IV-Kinderrente ausgerichtet
wurde, wurde ab dem 1. August 2014 nicht mehr in die Anspruchsberechnung
miteinbezogen (act. G 3.2.5). Ab dem 1. August 2016 absolvierte sie eine Lehre (act.
G 3.2.16). Am 9. November 2016 ging ein Schreiben des Arbeitgebers der EL-
Bezügerin vom 27. Oktober 2016 ein, dass das Arbeitsverhältnis per 31. Dezember
2016 gekündigt werde (act. G 3.1.98). Mit einer Verfügung vom 19. Dezember 2016
passte die EL-Durchführungsstelle die Ergänzungsleistungen ab 1. Januar 2017 einer
Erhöhung des Betrags für die obligatorische Krankenpflegeversicherung an (act.
G 3.1.94, 3.1.96 und 3.2.9). In der Anspruchsberechnung berücksichtigte sie als
anerkannte Ausgaben einen Betrag für die obligatorische Krankenpflegeversicherung
von Fr. 5'244.--, AHV-Beiträge für Nichterwerbstätige von Fr. 502.--, einen Mietzins von
Fr. 26'160.--, wovon sie einen Drittel, also Fr. 8'720.-- anrechnete, und einen Betrag für
A.a.
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den allgemeinen Lebensbedarf von Fr. 19'290.-- sowie als anrechenbare Einnahmen
ein Erwerbseinkommen aus einer unselbstständigen Tätigkeit von Fr. 14'187.--, was
abzüglich des Freibetrags von Fr. 1'000.-- und einer Anrechnung zu zwei Dritteln ein
anrechenbares Einkommen von Fr. 8'791.-- ergab, und eine Invalidenrente von
Fr. 22'104.--. Das Vermögen befand sich unter der Freibetragsgrenze. Bei anerkannten
Ausgaben von Fr. 33'756.-- und anrechenbaren Einnahmen von Fr. 30'895.-- resultierte
ein Ausgabenüberschuss von Fr. 2'861.--, was einen EL-Anspruch in der Höhe der
Minimalgarantie von Fr. 437.-- monatlich ergab.
Am 28. Dezember 2016 hielt eine Sachbearbeiterin der EL-Durchführungsstelle in
einer Telefonnotiz fest (act. 3.1.85), die EL-Bezügerin habe mitgeteilt, dass sie ab dem
10. Januar 2017 eine neue Arbeitsstelle habe. Am 6. Februar 2017 reichte die EL-
Bezügerin einen Arbeitsvertrag mit Beginn ab 1. Januar 2017 und die Lohnabrechnung
für den Januar 2017 ein (act. G 3.1.93). Der Lohn hatte Fr. 1'410.15 netto inklusive eine
Ausbildungszulage von Fr. 250.-- betragen. Am 3. April 2017 meldete sie der AHV/IV-
Zweigstelle E._ einen Umzug per 16. April 2017 an die F._strasse ._ in G._ (act.
G 3.1.89) und reichte die Lohnabrechnungen für Februar und März 2017 ein (act.
G 3.1.87). Der Lohn hatte im Februar 2017 Fr. 1'801.80 netto und im März 2017
Fr. 1'579.80 netto, jeweils inklusive eine Ausbildungszulage von Fr. 250.--, betragen.
Am 28. April 2017 bat die EL-Durchführungsstelle die EL-Bezügerin um die Einreichung
der Lohnabrechnung April 2017 und des Mietvertrags sowie um die Angabe, wer
(Name und Geburtsdatum) zusammen mit ihr wohne (act. G 3.1.86). Am 5. Mai 2017
reichte die EL-Bezügerin die gewünschten Unterlagen ein. Der Lohn hatte im April 2017
Fr. 1'107.10 netto inklusive eine Ausbildungszulage von Fr. 250.-- betragen (act.
G 3.1.84). Der Mietvertrag mit Mietbeginn ab 1. Mai 2017 war auf die EL-Bezügerin und
ihren Konkubinatspartner ausgestellt worden (act. G 3.1.82). Als Anzahl Personen war
"3" angegeben worden. Der Mietzins betrug Fr. 2'190.-- inklusive eine Heiz-/
Nebenkostenpauschale von Fr. 250.--. In der Miete inbegriffen waren ein Tiefgaragen-
und ein Aussenabstellplatz. Am 25. Juli 2017 teilte die EL-Bezügerin telefonisch mit,
dass sie mit ihrem Konkubinatspartner zusammenwohne (act. G 3.1.80). Sie bestätigte
dies schriftlich (undatiert, Posteingang 8. August 2017, act. G 3.1.77). Mit einer
Verfügung vom 14. August 2017 passte die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistungen ab 1. Mai 2017 den geänderten Wohnverhältnissen und einem
A.b.
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höheren Erwerbseinkommen an (act. G 3.1.74). Sie berücksichtigte einen Mietzins von
Fr. 24'840.--, wovon sie Fr. 12'420.-- als Anteil für einen Mitbewohner abzog, und ein
Erwerbseinkommen aus einer unselbstständigen Tätigkeit von Fr. 14'696.-- netto, was
abzüglich des Freibetrags von Fr. 1'000.-- und einer Anrechnung zu zwei Dritteln ein
anrechenbares Einkommen von Fr. 9'130.-- ergab. AHV-Beiträge für
Nichterwerbstätige rechnete sie nicht mehr an. Als Betrag für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung berücksichtigte sie zudem (lediglich) Fr. 5'052.--. Dies
ergab einen Anspruch auf Ergänzungsleistungen von Fr. 461.-- monatlich (Fr. 40.--
Ergänzungsleistungen und Fr. 421.-- Prämienpauschale für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung). Zur Begründung gab die EL-Durchführungsstelle an, sie
habe das Erwerbseinkommen gestützt auf die vorliegenden Lohnabrechnungen (Januar
bis April 2017) auf ein Jahreseinkommen hochgerechnet. Da es sich um eine
Schätzung handle, gelte diese Verfügung provisorisch. Die Kosten für den
Aussenparkplatz und den Tiefgaragenplatz gingen aus dem Mietvertrag nicht hervor,
deshalb seien pauschal Fr. 120.-- in Abzug gebracht worden. Für den Zeitraum vor
dem 1. Mai 2017 bedürfe es aufgrund des höheren Erwerbseinkommens keiner
Neuberechnung, da die Ergänzungsleistungen gleich blieben.
Die Ausgleichskasse der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA)
stellte der EL-Bezügerin am 6. November 2017 im Zusammenhang mit einer
Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums wegen ausstehenden
Rückforderungen von Ergänzungsleistungen Fragen zur Wohnsituation und zum
Einkommen (act. G 17.1). Am 30. Januar 2018 ging das von EL-Bezügerin ausgefüllte
Formular ein (act. G 17.2). Die EL-Bezügerin hatte angegeben, dass sie mit ihrem
Konkubinatspartner und mit ihrer Tochter zusammenwohne. Der Lohn hatte im
Dezember 2017 Fr. 1'313.15 inklusive eine Ausbildungszulage von Fr. 250.-- betragen.
A.c.
Mit einer Verfügung vom 18. Dezember 2017 hatte die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistungen ab 1. Januar 2018 einer Erhöhung des Betrags für die
obligatorische Krankenpflegeversicherung auf Fr. 5'412.-- angepasst (act. G 3.1.71).
Die übrigen Berechnungspositionen waren unverändert geblieben. Die
Ergänzungsleistungen hatten damit Fr. 491.-- monatlich (Fr. 40.--
Ergänzungsleistungen und Fr. 451.-- Prämienpauschale für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung) betragen.
A.d.
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Am 5. Februar 2018 bat die EL-Durchführungsstelle die EL-Bezügerin, den
Lohnausweis für das Jahr 2017 einzureichen (act. G 3.1.67). Am 13. Februar 2018
gingen der Lohnausweis 2017 und das Lohnblatt 2017 ein (act. G 3.1.66). Der
Jahreslohn hatte Fr. 19'937.-- netto betragen, worin Ausbildungszulagen von
Fr. 3'000.-- enthalten gewesen waren. Mit einer Verfügung vom 14. Februar 2018
passte die EL-Durchführungsstelle die Ergänzungsleistungen ab 1. März 2018 einem
höheren Erwerbseinkommen von Fr. 16'937.-- netto an, was abzüglich des Freibetrags
von Fr. 1'000.-- und einer Anrechnung zu zwei Dritteln ein anrechenbares Einkommen
von Fr. 10'624.-- ergab (act. G 3.1.64). Den Mietzins rechnete sie unverändert zur
Hälfte an. Die Ergänzungsleistungen entsprachen damit der Minimalgarantie von
Fr. 451.-- monatlich. In der Begründung gab die EL-Durchführungsstelle an, dass die
Anpassung grundsätzlich per 1. Mai 2017 hätte erfolgen sollen. Da dies zu einer
minimalen Rückforderung geführt hätte, würden die Ergänzungsleistungen erst ab
1. März 2018 angepasst.
A.e.
Am 14. März 2018 gingen verschiedene Unterlagen ein (act. G 3.1.63): Die EL-
Bezügerin hatte ihren Arbeitsvertrag per 30. April 2018 aus gesundheitlichen Gründen
gekündigt. Im Januar 2018 hatte der Lohn Fr. 1'476.75 netto, inklusive eine
Ausbildungszulage von Fr. 250.--, betragen. Für die Zeit ab 7. Januar 2018 bis
28. Februar 2018 war ein Krankentaggeld von Fr. 929.20 ausgerichtet worden
(Wartefrist 30 Tage, 23 Tage à Fr. 40.40). Am 30. April 2018 ging eine
Leistungsabrechnung des Krankentaggeldversicherers ein (act. G 3.1.54). Demnach
hatte das Krankentaggeld im März 2018 Fr. 1'252.40 (Fr. 40.40 pro Tag) betragen. Die
EL-Durchführungsstelle nahm eine Neuberechnung der Ergänzungsleistungen ab
1. März 2018 vor. Am 9. Mai 2018 teilte sie mit, dass weiterhin ein Anspruch in der
Höhe der Minimalgarantie von Fr. 451.-- monatlich bestehe (act. G 3.1.52).
Grundsätzlich hätte die Anpassung per 1. Februar 2018 erfolgen sollen. Da dies zu
einer minimalen Rückforderung geführt hätte, seien die Ergänzungsleistungen erst ab
1. März 2018 angepasst worden. In der Anspruchsberechnung berücksichtigte sie kein
Erwerbseinkommen mehr, dafür ein Krankentaggeld von Fr. 14'746.-- (Fr. 40.40 x 365
Tage). Den Mietzins berücksichtigte sie unverändert zur Hälfte.
A.f.
Mit einer Verfügung vom 20. Dezember 2018 passte die EL-Durchführungsstelle
die Ergänzungsleistungen per 1. Januar 2019 einer Erhöhung des Betrags für die
A.g.
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obligatorische Krankenpflegeversicherung auf Fr. 5'520.--, des Betrags für den
allgemeinen Lebensbedarf auf Fr. 19'450.-- und der Invalidenrente auf Fr. 22'296.-- an.
Die weiteren Berechnungspositionen, also auch der Mietzinsanteil, blieben
unverändert. Dies ergab einen Anspruch auf Ergänzungsleistungen in der Höhe der
Minimalgarantie von Fr. 460.-- monatlich.
Am 5. Februar 2019 teilte die EL-Bezügerin mit, dass die
Krankentaggeldversicherung ab dem 31. Januar 2019 keine Leistungen mehr erbringen
werde (act. G 3.1.43). Sie reichte ein Arbeitsfähigkeitszeugnis der Psychiatrie H._
vom 1. Februar 2019 ein, laut dem sie im Rahmen ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit bei
einem Pensum von 30% vollständig arbeitsfähig sei (act. G 3.1.44). Mit einer Verfügung
vom 7. März 2019 passte die EL-Durchführungsstelle die Ergänzungsleistungen ab
1. Februar 2019 infolge Wegfall der Krankentaggelder an (act. G 3.1.42). Die weiteren
Berechnungspositionen, auch der Mietzinsanteil, blieben unverändert. Dies ergab einen
Anspruch auf Ergänzungsleistungen von Fr. 1'258.-- monatlich (Fr. 798.--
Ergänzungsleistungen und Fr. 460.-- Prämienpauschale für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung).
A.h.
Am 31. Oktober 2019 leitete die EL-Durchführungsstelle eine periodische Über
prüfung der Ergänzungsleistungen ein (act. G 3.1.40). Mit einer Verfügung vom
19. Dezember 2019 passte sie die Ergänzungsleistungen ab 1. Januar 2020 einer Er
höhung des Betrags für die obligatorische Krankenpflegeversicherung auf Fr. 5'580.--
an (act. G 3.1.38). Die weiteren Berechnungspositionen, inklusive der Mietzinsanteil,
blieben unverändert. Die Ergänzungsleistungen betrugen damit Fr. 1'263.-- monatlich
(Fr. 798.-- Ergänzungsleistungen und Fr. 465.-- Prämienpauschale für die
obligatorische Krankenpflegeversicherung). Am 30. Dezember 2019 gingen Unterlagen
der EL-Bezügerin ein (act. G 3.1.35). Die EL-Bezügerin gab an, dass drei Personen im
Haushalt wohnten. Der Mietzins war unverändert. Gemäss einer am 15. Juni 2020
erteilten Auskunft des Einwohneramts E._ waren im Haushalt der EL-Bezügerin auch
C._ und B._ gemeldet. Die Adressänderung der Tochter sei per 8. April 2017
vorgenommen worden (act. G 3.1.29).
A.i.
Mit einer Verfügung vom 17. Juni 2020 passte die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistungen rückwirkend ab 1. Januar 2017 an (act. G 3.1.23). Sie
A.j.
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berücksichtigte ab 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2017 ein Erwerbseinkommen aus
unselbstständiger Tätigkeit von Fr. 19'937.--, was abzüglich des Freibetrags von
Fr. 1'000.-- und einer Berücksichtigung zu zwei Dritteln ein anrechenbares Einkommen
von Fr. 12'624.-- ergab. Im Weiteren berücksichtigte sie ab 1. Mai 2017 bis 30. Juni
2020 und darüber hinaus einen Mietzins von Fr. 24'840.--, wovon sie neu Fr. 16'560.--
als Anteil für zwei Mitbewohner abzog, was einen anrechenbaren Mietzins von
Fr. 8'280.-- ergab. Für die Zeit ab 1. Mai 2017 bis 31. Dezember 2017 korrigierte sie
den Betrag für die obligatorische Krankenpflegeversicherung auf Fr. 5'244.--. Die
Anpassungen beim Vermögen führten zu keiner Anpassung der Ergänzungsleistungen,
da die Freibetragsgrenze nicht erreicht wurde. Die weiteren Berechnungspositionen
blieben im Vergleich zu den ursprünglichen Verfügungen unverändert. Aus dieser
Neuberechnung resultierte ein monatlicher EL-Anspruch ab 1. Januar 2017 bis 30. April
2017 von Fr. 0.--, ab 1. Mai 2017 bis 31. Dezember 2017 von Fr. 0.--, ab 1. Januar
2018 bis 28. Februar 2018 von Fr. 451.-- (Minimalgarantie), ab 1. März 2018 bis
31. Dezember 2018 von Fr. 0.--, ab 1. Januar 2019 bis 31. Januar 2019 von Fr. 0.--, ab
1. Februar 2019 bis 31. Dezember 2019 von Fr. 913.-- (Fr. 453.-- Ergänzungsleistungen
und Fr. 460.-- Prämienpauschale für die obligatorische Krankenpflegeversicherung)
und ab 1. Januar 2020 von Fr. 918.-- (Fr. 453.-- Ergänzungsleistungen und Fr. 465.--
Prämienpauschale für die obligatorische Krankenpflegeversicherung). Die
Rückforderung betrug Fr. 6'265.--. Zur Begründung gab die EL-Durchführungsstelle an,
sie habe folgende Veränderungen festgestellt, die einen Einfluss auf die Berechnung
der Ergänzungsleistungen hätten: Die EL-Bezügerin lebe seit dem 8. April 2017 mit
C._ und B._ zusammen an der F._strasse ._ in G._. Nach der
Umzugsmeldung und der Zustellung des Mietvertrags habe sie auf eine Rückfrage der
EL-Durchführungsstelle angegeben, dass lediglich C._ mit ihr zusammenwohne.
Dass auch die Tochter B._ im gleichen Haushalt lebe, habe sie nicht deklariert. Die
EL-Durchführungsstelle sei deshalb von einem 2-Personen-Haushalt statt von einem 3-
Personen-Haushalt ausgegangen. Gemäss Art. 16c ELV werde der Mietzins
anteilsmässig auf die Anzahl Personen im Haushalt aufgeteilt. Die
Ergänzungsleistungen seien rückwirkend anzupassen und zu Unrecht ausbezahlte
Ergänzungsleistungen seien zurückzufordern. Im Jahr 2017 sei ein tieferes
Erwerbseinkommen angerechnet worden, als nun der Steuerveranlagung 2017 zu
entnehmen sei. Die EL-Berechnung sei deshalb rückwirkend anzupassen und zu
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Unrecht ausbezahlte Leistungen seien zurückzufordern. Im Weiteren hielt sie fest, dass
Kosten für Räume, die nicht dem Wohnzweck dienten, nicht berücksichtigt würden.
Der Mietzinsabzug für den Aussenparkplatz und den Tiefgaragenplatz belasse sie bei
pauschal Fr. 40.-- und Fr. 80.--. Die direkt an die Krankenkasse ausbezahlte
Prämienpauschale Krankenversicherung werde direkt bei der Krankenkasse
zurückgefordert. Gleichentags erliess die EL-Durchführungsstelle eine weitere
Verfügung, mit der sie vergütete Krankheitskosten für das Jahr 2017 von Fr. 1'914.--,
für das Jahr 2018 von Fr. 244.55 und für das Jahr 2019 von Fr. 485.15, total also
Fr. 2'643.70, zurückforderte (act. G 3.1.15).
Die EL-Bezügerin erhob am 17. Juli 2020 eine Einsprache gegen die beiden
Verfügungen vom 17. Juni 2020 (act. G 3.1.17). Sie beantragte sinngemäss deren
Aufhebung. Zur Begründung machte sie geltend, sie habe sich vom 7. Januar (wohl:
2018) bis 29. März 2018 in der Klinik I._ aufgehalten. Anschliessend sei sie in der
Klinik E._ betreut worden. Sie habe sich dort durch verschiedene Personen in den
Angelegenheiten betreffend die Ergänzungsleistungen unterstützen lassen und habe
sich auf deren Fachkenntnisse verlassen. Ihr Gesundheitszustand und ihre Kenntnisse
hätten dafür nicht ausgereicht. Am 29. Januar 2018 habe sie klar deklariert, dass ihre
Tochter, die sich zu diesem Zeitpunkt in der Ausbildung befunden habe, im gleichen
Haushalt wie C._ und sie gewohnt habe. Ebenso sei dies aus dem Mietvertrag
ersichtlich gewesen. Der von der SVA erhobene Vorwurf, wissentlich eine Drittperson
im gleichen Haushalt nicht deklariert zu haben, sei somit nicht gestützt. Sie reichte
einen Auszug aus dem Schreiben der Ausgleichskasse vom 6. November 2017 mit
ihren Antworten zur Wohnsituation ein. Am 31. Juli 2020 reichte sie in weiteres
Schreiben der Ausgleichskasse vom 9. Mai 2019 betreffend die Berechnung des
betreibungsrechtlichen Existenzminimums ein (act. G 3.1.14). Die EL-Bezügerin hatte
darin am 26. Juni 2019 ebenfalls angegeben, dass sie mit ihrem Konkubinatspartner
und mit ihrer Tochter zusammenwohne.
A.k.
Mit einem Entscheid vom 10. Dezember 2020 hiess die EL-Durchführungsstelle die
Einsprache teilweise gut. Sie reduzierte die Rückforderung von Ergänzungsleistungen
von Fr. 6'265.-- um Fr. 320.-- auf Fr. 5'945.--. Die Rückforderung von Krankheits- und
Behinderungskosten von Fr. 2'643.70 reduzierte sie um Fr. 1'914.-- auf Fr. 729.70. Im
Übrigen wies die EL-Durchführungsstelle die Einsprache ab. Zur Begründung gab sie
A.l.
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an, in einem ersten Schritt sei zu prüfen, ob sie wiedererwägungsweise (Art. 53 Abs. 2
ATSG) auf die Verfügungen vom 14. August 2017, 18. Dezember 2017, 14. Februar
2019, 9. Mai 2018, 20. Dezember 2018, 7. März 2019 und 19. Dezember 2019 habe
zurückkommen und die Mietausgaben habe anpassen dürfen. Unbestritten sei, dass
die Tochter der EL-Bezügerin durchgehend im gleichen Haushalt wie die EL-Bezügerin
und deren Konkubinatspartner gelebt habe. Entsprechend sei der Mietzins auch auf die
Tochter aufzuteilen, womit bei der EL-Bezügerin seit Mai 2017 lediglich noch
Mietzinsausgaben von Fr. 8'280.-- (unter Berücksichtigung der nicht anrechenbaren
Kosten für den Aussenabstellplatz von Fr. 40.-- und den Tiefgaragenplatz von Fr. 80.--)
anstelle von Fr. 12'420.-- anerkannt werden könnten. Ausgehend davon seien die
genannten Verfügungen zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung sei von erheblicher
Bedeutung. Die jährlichen Ergänzungsleistungen seien zu erhöhen, herabzusetzen oder
aufzuheben, wenn eine voraussichtlich längere Zeit dauernde Verminderung oder
Erhöhung der vom ELG anerkannten Ausgaben und anrechenbaren Einnahmen sowie
des Vermögens eintrete (Art. 25 Abs. 1 lit. c ELV). Dabei seien die
Ergänzungsleistungen bei einer Verminderung des Ausgabenüberschusses spätestens
auf den Beginn des Monats, der auf die neue Verfügung folge, neu zu verfügen.
Vorbehalten bleibe die Rückforderung bei Verletzung der Meldepflicht (Art. 25 Abs. 2
lit. c ELV). Die EL-Bezügerin habe auf die Rückfrage der EL-Durchführungsstelle vom
28. April 2017 mit Eingabe vom 8. August 2017 (Eingangsdatum) mitgeteilt, dass sie
mit C._ zusammenlebe. Ihre Tochter habe sie damals entgegen den Tatsachen nicht
als Mitbewohnerin angegeben. Der EL-Bezügerin hätte bewusst sein müssen, dass die
Tochter ebenfalls anzugeben gewesen wäre und dass sich dies auf den EL-Anspruch
habe auswirken müssen, denn in der EL-Berechnung für die Zeit ab dem 1. Januar
2017 sei ebenfalls ein Abzug für den Mietzinsanteil der Tochter gemacht worden. Erst
mit Eingabe vom 30. Januar 2018 (Eingangsdatum) habe die EL-Bezügerin mitgeteilt,
dass neben ihrem Konkubinatspartner auch ihre Tochter im gleichen Haushalt lebe.
Dadurch, dass sie nach dem Umzug in die neue Wohnung ihre Tochter nicht als
Mitbewohnerin gemeldet habe, habe sie ihre Meldepflicht verletzt. Unter
Berücksichtigung von Art. 25 Abs. 2 lit. c ELV sei der EL-Anspruch damit ab dem
1. Mai 2017 an die tatsächlich bestehende Wohnsituation der EL-Bezügerin
rückwirkend anzupassen. Trotz der Mitteilung vom 30. Januar 2018 habe die EL-
Durchführungsstelle den Mietzinsanteil der Tochter unberücksichtigt gelassen. Dieser
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Fehler hätte der EL-Bezügerin oder ihren Vertretern bei Erhalt der nun in
Wiedererwägung gezogenen Verfügungen auffallen müssen. Erst im Rahmen der
periodischen Überprüfung der Ergänzungsleistungen habe die EL-Bezügerin am
30. Dezember 2019 (Eingangsdatum) erneut angegeben, dass drei Personen im
Haushalt wohnten. Sie habe damit ihre Pflicht, die ihr zugestellten Verfügungen und die
beigelegten Berechnungsblätter sorgfältig zu kontrollieren und auf deren Richtigkeit zu
prüfen, verletzt. Eine Verletzung der Kontroll- und Hinweispflicht werde einer
Meldepflichtverletzung wertungsmässig gleichgestellt, weshalb die Möglichkeit einer
rückwirkenden Herabsetzung und Rückforderung der Ergänzungsleistungen gemäss
Art. 25 Abs. 2 lit. c ELV auch bei Vorliegen einer Kontroll- und Hinweispflichtverletzung
bestehe. Der EL-Anspruch sei deshalb auch über den 30. Januar 2018 hinaus
rückwirkend an die tatsächlich bestehende Wohnsituation der EL-Bezügerin
anzupassen. Die Wiedererwägung der Verfügungen vom 14. August 2017,
18. Dezember 2017, 14. Februar 2019, 9. Mai 2018, 20. Dezember 2018, 7. März 2019
und 19. Dezember 2019 erweise sich damit als rechtmässig, womit die
Voraussetzungen und der Umfang der Rückforderung zu überprüfen seien.
Unrechtmässig bezogene Leistungen seien zurückzuerstatten (Art. 25 Abs. 1 ATSG).
Der Rückforderungsanspruch erlösche mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die
Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten habe, spätestens aber mit dem
Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung (Art. 25 Abs. 2
Satz 1 ATSG). Gehe die unrechtmässige Leistungsausrichtung auf einen Fehler des
Versicherungsträgers zurück, sei nicht die tatsächliche, sondern die zumutbare
Kenntnis des zur Rückerstattung anlassgebenden Sachverhalts massgebend.
Fristauslösend sei allerdings nicht das erstmalige unrichtige Handeln des
Durchführungsorgans und die daran anknüpfende unrechtmässige
Leistungsausrichtung. Vielmehr sei auf jenen Tag abzustellen, an dem sich die
Verwaltung später bei Beachtung der gebotenen und ihr zumutbaren Aufmerksamkeit
hinsichtlich ihres Fehlers hätte Rechenschaft geben und erkennen müssen, dass die
Voraussetzungen für eine Rückforderung gegeben seien (Urteile des Bundesgerichts
vom 14. Mai 2018, 9C_132/2018, sowie vom 29. August 2014, 9C_907/2013 und
9C_37/2014 E. 4.2). Die EL-Durchführungsstelle sei sich erst im Rahmen der Abklärung
beim Einwohneramt E._ im Juni 2020 ihres Fehlers bewusst geworden.
Rechtsprechungsgemäss könne die erste Mitteilung bzw. die Verfügung vom
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14. Februar 2018, worin erstmals entgegen den Angaben der EL-Bezügerin der
Mietzinsanteil der Tochter unberücksichtigt geblieben sei, den Lauf der relativen
Verwirkungsfrist nicht auslösen. Erst das Formular zur periodischen Überprüfung, das
am 30. Dezember 2019 eingegangen sei, stelle die zweite Kenntnisnahme dar, wonach
die unrechtmässige Leistungsausrichtung habe erkannt werden können. Die einjährige
Verwirkungsfrist habe also am 30. Dezember 2019 zu laufen begonnen. Mit der
Verfügung vom 17. Juni 2020 sei die relative Verwirkungsfrist damit gewahrt worden.
Die Rückforderung umfasse unrechtmässig bezogene Leistungen im Zeitraum ab
1. Mai 2017 bis 30. Juni 2020, womit auch die fünfjährige absolute Verwirkungsfrist
gewahrt worden sei. Die EL-Durchführungsstelle sei damit berechtigt gewesen,
aufgrund des fälschlicherweise unberücksichtigten Mietzinsanteils der Tochter die
Verfügungen in Wiedererwägung zu ziehen und eine Rückforderung zu stellen. Die EL-
Durchführungsstelle habe die Verfügungen vom 19. Dezember 2016 und 14. August
2017 zusätzlich auch aufgrund eines höheren Erwerbseinkommens im Jahr 2017
wiedererwägungsweise angepasst und die zu viel bezahlten Ergänzungsleistungen
zurückgefordert. Der der Verfügung vom 19. Dezember 2016 zugrundeliegenden
Berechnung zufolge sei von einem Erwerbseinkommen von Fr. 14'187.-- ausgegangen
worden. Ab 1. Mai 2017 sei dieses auf Fr. 16'284.-- abzüglich die
Sozialversicherungsbeiträge von Fr. 1'588.-- angepasst worden. Gemäss dem am
13. Februar 2018 eingereichten Lohnausweis 2017 habe das Bruttoeinkommen
Fr. 21'425.-- und die Sozialversicherungsbeiträge hätten Fr. 1'488.-- betragen. Aus
dem Lohnblatt 2017 sei ersichtlich, dass im Lohn die Ausbildungszulagen von
Fr. 3'000.-- für die Tochter enthalten gewesen seien. Da die Tochter nicht in die EL-
Berechnung eingeschlossen gewesen sei, seien die Ausbildungszulagen vom
Einkommen abzuziehen. Das Erwerbseinkommen habe damit abzüglich der
Sozialversicherungsbeiträge Fr. 16'937.-- betragen. Da es sich bei der Berechnung des
Einkommens lediglich um eine Schätzung gehandelt habe, hätten die Verfügungen nur
provisorisch gegolten. Die Wiedererwägung der Verfügungen vom 19. Dezember 2016
und 14. August 2017 erweise sich damit als rechtmässig, allerdings sei das Einkommen
entsprechend den obigen Ausführungen in der EL-Berechnung anzupassen (vgl.
Berechnungsblätter). Im Folgenden sei die Rückforderung und insbesondere die
Einhaltung der Verwirkungsfristen zu prüfen. Die EL-Bezügerin habe am 13. Februar
2018 den Lohnausweis 2017 eingereicht. Gleichentags sei durch die EL-
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Durchführungsstelle vermerkt worden, dass auf eine rückwirkende Anpassung
verzichtet werde. Die EL-Durchführungsstelle habe damit am 13. Februar 2018
ausdrücklich Kenntnis von der Änderung erhalten. Die relative einjährige
Verwirkungsfrist sei damit abgelaufen gewesen und die zu viel ausgerichteten
Ergänzungsleistungen von Fr. 40.-- monatlich hätten nicht mehr zurückgefordert
werden können. Die Rückforderung sei entsprechend anzupassen. Die EL-Bezügerin
habe damit Anspruch auf folgende monatlichen Ergänzungsleistungen: Ab 1. Januar
2017 bis 30. April 2017 von Fr. 437.--, ab 1. Mai 2017 bis 31. Dezember 2017 von
Fr. 437.--, ab 1. Januar 2018 bis 28. Februar 2018 von Fr. 451.--, ab 1. März 2018 bis
31. Dezember 2018 von Fr. 0.--, ab 1. Januar 2019 bis 31. Januar 2019 von Fr. 0.--, ab
1. Februar 2019 bis 31. Dezember 2019 von Fr. 913.-- und ab 1. Januar 2020 von
Fr. 918.--. Der Rückforderungsbetrag von Fr. 6'265.-- sei um Fr. 320.-- (zu viel
bezahlter Betrag im Jahr 2017, welcher infolge Verwirkung nicht mehr zurückgefordert
werden könne) auf Fr. 5'945.-- zu reduzieren. Die Verfügung vom 17. Juni 2020
betreffend Krankheits- und Behinderungskosten stütze sich auf die Verfügung vom
17. Juni 2020 betreffend Ergänzungsleistungen zur AHV/IV und die darin festgehaltene
Anpassung des EL-Anspruchs ab dem 1. Januar 2017. Sie gelte deshalb als
mitangefochten und sei ebenfalls zu überprüfen. Entgegen der Verfügung vom 17. Juni
2020 betreffend Ergänzungsleistungen habe die EL-Bezügerin im Jahr 2017 weiterhin
einen EL-Anspruch gehabt. Damit bestehe ebenfalls ein Anspruch auf die
Rückerstattung der Krankheits- und Behinderungskosten. Entsprechend sei die
Rückforderungssumme von Fr. 2'643.70 um Fr. 1'914.-- (Rückforderung für das Jahr
2017) auf Fr. 729.70 zu reduzieren. Die Wiedererwägung aufgrund des anzurechnenden
Mietzinsanteils der Tochter erweise sich als rechtmässig. Für die Zeit ab 1. März 2018
bis 31. Januar 2019 bestehe kein Anspruch auf Ergänzungsleistungen, womit auch der
Anspruch auf die Rückerstattung der Krankheits- und Behinderungskosten dahinfalle.
Die Rückforderung der Krankheits- und Behinderungskosten für die Zeit ab 1. März
2018 bis 31. Januar 2019 erweise sich damit als korrekt. Auf die Rückforderung sei
nicht von Amtes wegen zu verzichten (Art. 3 Abs. 3 und Art. 4 Abs. 1 der Verordnung
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSV, SR 830.11), da die
Erlassvoraussetzung des guten Glaubens nicht klarerweise erfüllt sei.
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B.
Die EL-Bezügerin (nachfolgend: Beschwerdeführerin) reichte am 6. Januar 2021
beim Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen eine als "Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 10. Dezember 2020" bezeichnete Eingabe ein (act. G 1). Sie
führte aus, die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) mache
geltend, sie, die Beschwerdeführerin, habe erst im Januar 2018 deklariert, dass ihre
Tochter im selben Haushalt wohne. Sie halte dazu fest, dass sie (nur) ihren
Lebenspartner als mitfinanzierenden Mitbewohner angegeben habe, dies im guten Treu
und Glauben, dass ihre Tochter, welche sich damals in der Erstausbildung befunden
habe, nicht als mitfinanzierendes Familienmitglied geführt werden müsse. Aus dem
Mietvertrag sei klar ersichtlich, dass die Wohnung von drei Personen genutzt werde.
Sie sei ihrer Meldepflicht korrekt nachgekommen. Ihre Tochter habe vom 1. August
2016 bis 31. Juli 2019 eine Erstausbildung absolviert. Mit dem aus dem Lehrvertrag
ersichtlichen Lehrlingslohn könne sie nicht als vollwertige Mitbewohnerin angerechnet
werden. Die Beschwerdegegnerin habe festgestellt, sie habe es unterlassen, den
Mietzinsanteil auch nach der Mitteilung im Januar 2018 anzupassen. Sie habe jedoch
geltend gemacht, dass sie, die Beschwerdeführerin, den Fehler hätte bemerken und
der Beschwerdegegnerin hätte melden müssen. Sie habe dies jedoch unterlassen, sei
somit verantwortlich und habe die Kontroll- und Hinweispflicht verletzt und habe somit
nicht "im guten Treu und Glauben" gehandelt. Sie für die Fehler der
Beschwerdegegnerin verantwortlich zu machen, sei absurd. Es sei ihr nicht möglich
gewesen, solche Fehler festzustellen. Zudem habe sie sich über längere Zeitperioden,
die der Beschwerdegegnerin bekannt seien, teilweise auch stationär in einer
psychiatrischen Behandlung befunden. Gestützt darauf stelle sie die folgenden
Anträge: 1. Die Rückforderungen seien zu erlassen. Sie habe jederzeit "in guten Treu
und Glauben" gehandelt und niemals wissentlich oder absichtlich Informationen
vorenthalten; 2. Von der Beschuldigung der Beschwerdegegnerin, deren eigenen
Fehler und die daraus resultierende Berechnungsunterlassung nicht bemerkt und
gemeldet zu haben, sei sie zu entlasten; 3. Die Lehrzeit ihrer Tochter vom 1. August
2016 bis 31. Juli 2019 sei entsprechend zu berücksichtigen. B._ ziehe per 1. Februar
2021 in eine eigene Wohnung. Eine Kopie des Mietvertrages sei beiliegend.
B.a.
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Die Beschwerdegegnerin beantragte am 21. Januar 2021 unter Verweis auf die
Erwägungen im Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
Ergänzend hielt sie fest, sie leite die Beschwerde vom 6. Januar 2021 zur Prüfung des
Erlassgesuches intern weiter. Das Erlassgesuch werde nach dem rechtskräftigen
Abschluss des vorliegenden Verfahrens um Rückforderung geprüft.
B.b.
Mit einer Replik vom 11. März 2021 hielt die Beschwerdeführerin an ihren
Anträgen fest (act. G 10).
B.c.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 26. März 2021 auf eine Duplik (act. G 12).B.d.
Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen bat die Beschwerdeführerin am
19. November 2021 um die Einreichung einer Bestätigung des Vermieters betreffend
die Höhe des Mietzinsanteils für den Tiefgaragenplatz und den Aussenabstellplatz (act.
G 15). Gleichentags bat es die Beschwerdegegnerin um die Einreichung von weiteren
Unterlagen, namentlich die Akten betreffend die Krankheits- und Behinderungskosten
(act. G 14). Am 2. Dezember 2021 ging ein nicht unterzeichnetes Dokument ein, laut
dem der Mietzinsanteil für den Tiefgaragenplatz Fr. 80.-- und für den
Aussenabstellplatz Fr. 40.-- betrug (act. G 16). Am 6. Dezember 2021 reichte die
Beschwerdegegnerin die angeforderten Unterlagen ein (act. G 17). Am 14. Januar 2022
teilte das Versicherungsgericht der Beschwerdeführerin mit, der Entscheid des
Gerichts könnte dazu führen, dass sie schlechter gestellt würde als mit dem
angefochtenen Einspracheentscheid (sog. reformatio in peius, act. G 19). Die
Beschwerdeführerin nahm am 1. Februar 2022 dazu Stellung; sie zog die Beschwerde
nicht zurück (act. G 20). Sie machte geltend, gerecht wäre, zwei Drittel des Mietzinses
zu berücksichtigen, da ihr Konkubinatspartner bei einer hälftigen Anrechnung das
Wohnen ihrer Tochter mitfinanziere. Am 4. Februar 2022 bat das Versicherungsgericht
die Beschwerdeführerin erneut um die Einreichung einer Bestätigung des Vermieters
sowie um eine Lohn- und, sofern vorhanden, eine Krankentaggeldabrechnung für den
Monat Dezember 2016 (act. G 21). Am 25. Februar 2022 und am 3. März 2022 gingen
die Unterlagen ein (act. G 23, 25).
B.e.
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Erwägungen
1.
Nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Grundsätzen (vgl. BGE 147 V 279
E. 2.1 mit Hinweisen) ist die Rechtmässigkeit eines Verwaltungsaktes grundsätzlich
nach der Rechtslage zur Zeit seines Erlasses zu beurteilen. Vorliegend sind deshalb die
Bestimmungen des ATSG (SR 830.1), des ELG (SR 831.30) und der ELV (SR 831.301)
in der bis Ende 2020 gültig gewesenen Fassung anwendbar. Sie werden im Folgenden
jeweils in dieser Version wiedergegeben und angewendet.
2.
Zunächst ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin mit der Eingabe vom 6. Januar 2021
eine Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 10. Dezember 2020, der die
Überprüfung der Rechtmässigkeit der rückwirkenden Neufestsetzung des EL-
Anspruchs ab 1. Januar 2017 und des Umfangs der Rückforderungen zum
Streitgegenstand gehabt hat, erhoben hat, oder ob sie nur ein Erlassgesuch gestellt
hat. Gemäss Art. 61 lit. b ATSG muss eine Beschwerde eine gedrängte Darstellung des
Sachverhalts, ein Rechtsbegehren und eine kurze Begründung enthalten. Die zu einer
Beschwerde berechtigte Person muss erkennbar zum Ausdruck bringen, dass sie mit
dem Einspracheentscheid nicht einverstanden ist und diesen durch die
Rechtsmittelinstanz überprüft haben will (Urteil des Bundesgerichts vom 24. November
2021, 8C_362/2021 E. 4 mit Hinweisen). Aus einer Beschwerde muss also der
Anfechtungswille hervorgehen. Die Beschwerdeführerin hat formal den Erlass der
Rückforderungen beantragt. Die Eingabe vom 6. Januar 2021 hat sie jedoch als
Beschwerde bezeichnet. Sie hat ausserdem zum Ausdruck gebracht, dass sie mit dem
Einspracheentscheid vom 10. Dezember 2020 nicht einverstanden gewesen ist. In der
Begründung hat sie nämlich geltend gemacht, ihre Tochter könne nicht als vollwertige
Mitbewohnerin angerechnet werden, da sie nur einen Lehrlingslohn verdient habe. Sie
hat damit implizit gerügt, dass die Korrektur beim Mietzins und folglich die Höhe der
Rückforderung nicht korrekt sei. Bei einer sorgfältigen Interpretation der Eingabe vom
6. Januar 2021 ist diese deshalb als Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom
10. Dezember 2020 zu qualifizieren. Da die weiteren Eintretensvoraussetzungen
offenkundig erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. Auf das im
Beschwerdeschreiben ebenfalls enthaltene Erlassgesuch kann nicht eingetreten
werden, da die Beschwerdegegnerin darüber noch nicht in der Form einer Verfügung
und eines Einspracheentscheids befunden hat.
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3.
Dieses Beschwerdeverfahren bezweckt die Überprüfung des angefochtenen
Einspracheentscheids vom 10. Dezember 2020 auf dessen Rechtmässigkeit, weshalb
sein Gegenstand jenem des Einspracheverfahrens entsprechen muss. Die
Beschwerdegegnerin hat im Einspracheentscheid die Verfügungen vom 17. Juni 2020
auf ihre Rechtsmässigkeit überprüft. Mit diesen Verfügungen hat sie den Anspruch der
Beschwerdeführerin auf eine Ergänzungsleistung rückwirkend ab 1. Januar 2017 neu
festgesetzt und von der Beschwerdeführerin im Zeitraum ab 1. Mai 2017 bis 30. Juni
2020 unrechtmässig bezogene Ergänzungsleistungen von Fr. 6'265.-- zurückgefordert.
Im Weiteren hat sie den Anspruch auf eine Vergütung von Krankheits- und
Behinderungskosten ab 1. Januar 2017 überprüft und für die Jahre 2017, 2018 und
2019 vergütete Krankheits- und Behinderungskosten von Fr. 2'643.70 zurückgefordert
(die direkt an die Krankenkasse ausbezahlten Prämienpauschalen für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung sind direkt von der Krankenkasse zurückzufordern, Art. 2
Abs. 1 lit. b ATSV i.V.m. Art. 21a ELG); bei einer sorgfältigen Interpretation dieser
Verfügung ist davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin sämtliche
ursprünglichen leistungszusprechenden Verfügungen betreffend die Vergütung von
Krankheits- und Behinderungskosten ab 1. Januar 2017 bis 30. Juni 2020 korrigiert
respektive als rechtsbeständig qualifiziert hat. Im Einspracheentscheid hat die
Beschwerdegegnerin den EL-Anspruch für das Jahr 2017 neu berechnet; diese
Korrektur hat sich aber nicht auf die Höhe der Rückforderung der
Ergänzungsleistungen gegenüber der Beschwerdeführerin, sondern nur gegenüber der
Krankenkasse ausgewirkt. Im Weiteren hat die Beschwerdegegnerin im
Einspracheentscheid die Rückforderung von Ergänzungsleistungen mit der
Begründung, ein Teil der Rückforderung sei verwirkt, um Fr. 320.-- auf Fr. 5'945.--
reduziert. Die Rückforderung von Krankheits- und Behinderungskosten hat sie mit der
Begründung, dass entgegen der Korrekturverfügung vom 17. Juni 2020 im Jahr 2017
ein Ausgaben- und nicht ein Einnahmenüberschuss bestanden habe, um Fr. 1'914.--
auf Fr. 729.70 reduziert. Im Übrigen hat sie die Verfügungen vom 17. Juni 2020
bestätigt. Der Einspracheentscheid hat also bei einer sorgfältigen Interpretation vier
Entscheide beinhaltet, nämlich die Überprüfung und Neufestsetzung des EL-Anspruchs
ab 1. Januar 2017, die daraus resultierende Rückforderung von Ergänzungsleistungen
von Fr. 5'945.--, die Überprüfung des Anspruchs auf eine Vergütung von Krankheits-
und Behinderungskosten ab 1. Januar 2017 sowie die daraus resultierende
Rückforderung von Krankheits- und Behinderungskosten von Fr. 729.70. Die
Beschwerde richtet sich gegen alle vier Streitgegenstände des Einspracheentscheids.
Die gemeinsame Behandlung im Beschwerdeverfahren hat nur verfahrensökonomische
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Gründe. Den Parteien steht es frei, dieses Urteil nur bezüglich eines Streitgegenstands
oder bezüglich mehrerer der Streitgegenstände beim Bundesgericht anzufechten.
Diesem Umstand wird mit einer entsprechenden Aufteilung des Dispositivs Rechnung
getragen.
4.
Die Beschwerdegegnerin hat mit der Verfügung vom 17. Juni 2020 den EL-Anspruch
aufgrund einer Veränderung des Erwerbseinkommens der Beschwerdeführerin
rückwirkend ab 1. Januar 2017 korrigiert. Eine Verfügung betreffend den EL-Anspruch
mit Wirkungszeitpunkt ab 1. Januar 2017 hat bereits existiert, nämlich die
Revisionsverfügung vom 19. Dezember 2016, mit der die laufende Ergänzungsleistung
ab 1. Januar 2017 einer Erhöhung des Betrags für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung angepasst worden war (act. G 3.1.96). Die Verfügung vom
19. Dezember 2016 ist formell rechtskräftig gewesen. Sie hat deshalb nur mit einer
prozessualen Revision (Art. 53 Abs. 1 ATSG) oder mit einer Wiedererwägung (Art. 53
Abs. 2 ATSG) aufgehoben und durch eine korrigierte Revisionsverfügung ersetzt
werden können. Eine prozessuale Revision fällt vorliegend ausser Betracht, da es sich
bei der Veränderung des Erwerbseinkommens der Beschwerdeführerin ab 1. Januar
2017 nicht um eine erhebliche neue Tatsache im Sinne des Art. 53 Abs. 1 ATSG
gehandelt hat, denn beiden Parteien ist bewusst gewesen, dass sich das
Erwerbseinkommen infolge der Kündigung der Arbeitsstelle per 31. Dezember 2016
verändern würde. Bei der Verfügung vom 17. Juni 2020 kann es sich deshalb nur um
eine Wiedererwägung der Verfügung vom 19. Dezember 2016 gehandelt haben. Die
Verfügung vom 19. Dezember 2016 ist aufgehoben worden, weshalb alle später
ergangenen Revisionsverfügungen (Verfügungen vom 14. August 2017, 18. Dezember
2017, 14. Februar 2018, 20. Dezember 2018, 7. März 2019 und 19. Dezember 2019)
sowie die Mitteilung vom 9. Mai 2018 ohne weiteres dahingefallen sind. Die
Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid die
Korrekturverfügung vom 17. Juni 2020 damit zu Recht als Wiedererwägungsverfügung
qualifiziert.
5.
Im Folgenden ist in einem ersten Schritt zu prüfen, ob die Wiedererwägung der
Revisionsverfügung vom 19. Dezember 2016 rechtmässig gewesen ist. In einem
zweiten Schritt ist zu prüfen, ob die im Rahmen des Wiedererwägungs- und des
Einspracheverfahrens vorgenommene revisionsweise (Art. 17 Abs. 2 ATSG)
Neufestsetzung des Anspruchs auf eine Ergänzungsleistung ab 1. Januar 2017, 1. Mai
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2017, 1. Januar 2018, 1. März 2018, 1. Januar 2019, 1. Februar 2019 und 1. Januar
2020 rechtmässig gewesen ist. Da es sich dabei um Revisionsverfahren gehandelt hat,
die im Rahmen des Wiedererwägungsverfahrens nochmals durchgeführt worden sind
(Ersetzen von ursprünglich fehlerhaften Revisionsverfügung durch neue
Revisionsverfügungen), sind Art. 17 Abs. 2 ATSG und Art. 25 ELV betreffend die
Revision einer laufenden Leistung unter dem "Dach" von Art. 53 Abs. 2 ATSG
anwendbar. Würde es sich hingegen um eine Wiedererwägung einer Verfügung
betreffend eine erstmalige Leistungszusprache handeln, wäre allein Art. 53 Abs. 2
ATSG massgebend.
Eine formell rechtskräftige Verfügung kann in Wiedererwägung gezogen werden,
wenn sie zweifellos unrichtig ist und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung
ist (Art. 53 Abs. 2 ATSG). Die Revisionsverfügung vom 19. Dezember 2016 ist
zweifellos unrichtig gewesen, denn das Erwerbseinkommen der Beschwerdeführerin
hat ab 1. Januar 2017 nicht demjenigen entsprochen, das in der der Verfügung vom
19. Dezember 2016 zugrundeliegenden Anspruchsberechnung berücksichtigt worden
war, denn damals war das Erwerbseinkommen des Jahres 2015 (Fr. 14'187.--, act.
G 3.2.13-2) berücksichtigt worden. Der EL-Anspruch ab 1. Januar 2017 hat
ursprünglich der Minimalgarantie von Fr. 437.-- entsprochen. Mit der Verfügung vom
17. Juni 2020 ist er neu auf Fr. 0.-- festgesetzt worden. Im angefochtenen
Einspracheentscheid hat die Beschwerdegegnerin das Erwerbseinkommen erneut
korrigiert und ab 1. Januar 2017 wiederum eine Ergänzungsleistung in der Höhe der
Minimalgarantie von Fr. 437.-- zugesprochen. Ob die Berichtigung der Verfügung vom
19. Dezember 2016 von erheblicher Bedeutung gewesen ist, kann erst nach der
Überprüfung der revisionsweisen Neufestsetzung des EL-Anspruchs ab 1. Januar 2017
beurteilt werden, denn erst dann steht fest, wie hoch der EL-Anspruch ab 1. Januar
2017 gewesen ist. Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob Neufestsetzung des EL-
Anspruchs ab 1. Januar 2017 im angefochtenen Einspracheentscheid korrekt gewesen
ist.
5.1.
Gemäss Art. 17 Abs. 2 ATSG wird eine formell rechtskräftig zugesprochene
Dauerleistung von Amtes wegen oder auf Gesuch hin erhöht, herabgesetzt oder
aufgehoben, wenn sich der ihr zu Grunde liegende Sachverhalt nachträglich erheblich
verändert hat. Laut Art. 25 Abs. 1 lit. c ELV ist die jährliche Ergänzungsleistung bei
Eintritt einer voraussichtlich längere Zeit dauernden Verminderung oder Erhöhung der
vom ELG anerkannten Ausgaben und anrechenbaren Einnahmen sowie des
Vermögens zu erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben. Die jährliche
Ergänzungsleistung ist im Fall von Abs. 1 lit. c bei einer Verminderung des
5.2.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 19/31
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Ausgabenüberschusses spätestens auf den Beginn des Monats, der auf die neue
Verfügung folgt, neu zu verfügen; vorbehalten bleibt die Rückforderung bei Verletzung
der Meldepflicht (Art. 25 Abs. 2 lit. c ELV).
5.3.
Als Einnahmen werden zwei Drittel der Erwerbseinkünfte in Geld oder Naturalien,
soweit sie bei alleinstehenden Personen jährlich Fr. 1'000.-- übersteigen, angerechnet
(Art. 11 Abs. 1 lit. a ELG). Das jährliche Erwerbseinkommen wird ermittelt, indem vom
Bruttoerwerbseinkommen die ausgewiesenen Gewinnungskosten sowie die
einkommensabhängigen obligatorischen Sozialversicherungsbeiträge abgezogen
werden (Art. 11a ELV; vgl. auch Art. 10 Abs. 3 lit. a und c ELG).
5.3.1.
Das Erwerbseinkommen der Beschwerdeführerin hat im Jahr 2017 Fr. 19'937.--
netto betragen (act. G 3.1.66-3). Die darin enthaltenen Ausbildungszulagen von
Fr. 3'000.-- (act. G 3.1.66-4) sind davon abzuziehen, da die Tochter der
Beschwerdeführerin nicht mehr in die EL-Berechnung einbezogen gewesen ist. Das
Erwerbseinkommen ist mit Fr. 16'937.-- netto also höher ausgefallen als in den den
Verfügungen vom 19. Dezember 2016 und 14. August 2017 zugrundeliegenden
Berechnungen angenommen (ab 1. Januar 2017 Fr. 14'187.-- und ab 1. Mai 2017
Fr. 14'696.--, act. G 3.1.94, 3.1.75). Der Ausgabenüberschuss hat sich also vermindert,
weshalb eine rückwirkende Revision (deren Folge eine Rückforderung ist) nur bei einer
Verletzung der Meldepflicht zulässig ist (Art. 25 Abs. 2 lit. c ELV). Die
Beschwerdeführerin ist ihrer Melde- und Auskunftspflicht im Zusammenhang mit den
Veränderungen des Erwerbseinkommens ab 1. Januar 2017 aber stets
nachgekommen: Sie hat am 28. Dezember 2016 telefonisch mitgeteilt, dass sie ab
Januar 2017 eine neue Arbeitsstelle habe. Am 6. Februar 2017 hat sie den
Arbeitsvertrag und die Lohnabrechnung für Januar 2017 eingereicht. Am 3. April 2017
und am 5. Mai 2017 hat sie die Lohnabrechnungen für Februar, März und April 2017
eingereicht. Mit der Verfügung vom 14. August 2017 hat die Beschwerdegegnerin die
Ergänzungsleistungen ab 1. Mai 2017 dem höheren Erwerbseinkommen angepasst und
angegeben, für den Zeitraum vor dem 1. Mai 2017 bedürfe es keiner Neuberechnung,
da die Ergänzungsleistungen gleich blieben. Im Weiteren hat sie festgehalten, diese
Verfügung gelte provisorisch, da es sich beim Erwerbseinkommen um eine Schätzung
handle. Nachdem die Beschwerdeführerin am 13. Februar 2018 den Lohnausweis 2017
und das Lohnblatt 2017 eingereicht hatte, hat die Beschwerdegegnerin mit der
Verfügung vom 14. Februar 2018 die Ergänzungsleistung ab 1. März 2018 dem
höheren Erwerbseinkommen des Jahres 2017 angepasst. Auf eine rückwirkende
5.3.2.
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Anpassung hat sie mit der Begründung, dass dies zu einer minimalen Rückforderung
geführt hätte, verzichtet. Die provisorische Berücksichtigung des Erwerbseinkommens
für das Jahr 2017 ist damit definitiv geworden. Es ist nicht ersichtlich, dass die
Beschwerdeführerin noch mehr hätte melden müssen, als sie getan hat. Da die
Beschwerdeführerin ihrer Melde- und Auskunftspflicht im Zusammenhang mit dem
Erwerbseinkommen somit vollumfänglich nachgekommen ist, ist die im Rahmen der
Wiedererwägung der Verfügung vom 19. Dezember 2016 vorgenommene rückwirkende
Revision der Ergänzungsleistung ab 1. Januar 2017 wegen Verletzung von Art. 25
Abs. 2 lit. c ELV rechtswidrig gewesen. Auch die rückwirkende Korrektur des
Erwerbseinkommens ab 1. Mai 2017 ist rechtswidrig gewesen. Richtig wäre gewesen,
das Wiedererwägungsverfahren mit der Feststellung, die Verfügung vom 19. Dezember
2016 (betreffend die revisionsweise Neufestsetzung des Erwerbseinkommens ab
1. Januar 2017) und die Verfügung vom 14. August 2017 (betreffend die revisionsweise
Neufestsetzung des Erwerbseinkommens ab 1. Mai 2017) blieben rechtsbeständig,
abzuschliessen. Die Beschwerdegegnerin hätte im angefochtenen Einspracheentscheid
den EL-Anspruch ab 1. Januar 2017 also nicht aufgrund einer erneuten Korrektur des
Erwerbseinkommens neu festsetzen dürfen, sondern sie hätte festhalten müssen, dass
die rückwirkende Revision der Ergänzungsleistungen ab 1. Januar 2017 mangels einer
Verletzung der Meldepflicht rechtswidrig gewesen sei. Die Begründung im
Einspracheentscheid, die rückwirkende Korrektur sei zulässig gewesen, da die
Anrechnung des Erwerbseinkommens nur provisorisch erfolgt sei, überzeugt nicht,
denn mit der Verfügung vom 14. Februar 2018 ist die Anrechnung "definitiv" gewesen.
Damit ist beim Erwerbseinkommen ab 1. Januar 2017 weiterhin der in der
ursprünglichen Verfügung vom 19. Dezember 2016 berücksichtigte Betrag von
Fr. 14'187.-- und ab 1. Mai 2017 der in der ursprünglichen Verfügung vom 14. August
2017 berücksichtigte Betrag von Fr. 14'696.-- anzurechnen. Die Berichtigung der
Verfügung vom 19. Dezember 2016 ist also nicht von erheblicher Bedeutung gewesen
(Art. 53 Abs. 2 ATSG). Die Eröffnung und die Durchführung des
Wiedererwägungsverfahrens ist jedoch nicht rechtswidrig gewesen, aber das
Wiedererwägungsverfahren hätte mit der Feststellung, dass die ursprünglichen
Verfügungen rechtsbeständig blieben, abgeschlossen werden müssen.
Im Folgenden ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin die Revisionsverfügung
vom 14. August 2017 per 1. Mai 2017 aufgrund der Veränderung des Mietzinses zu
Recht in Wiedererwägung gezogen hat.
5.4.
Als Ausgabe wird der Mietzins einer Wohnung und die damit
zusammenhängenden Nebenkosten anerkannt; wird eine Schlussabrechnung für die
5.4.1.
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Nebenkosten erstellt, so ist weder eine Nach- noch eine Rückzahlung zu
berücksichtigen; der jährliche Höchstbetrag beträgt bei alleinstehenden Personen
Fr. 13'200.-- (Art. 10 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 aELG). Werden Wohnungen auch von Personen
bewohnt, welche nicht in die EL-Berechnung eingeschlossen sind, ist der Mietzins auf
die einzelnen Personen aufzuteilen. Die Mietzinsanteile der Personen, welche nicht in
die EL-Berechnung eingeschlossen sind, werden bei der Berechnung der jährlichen
Ergänzungsleistung ausser Betracht gelassen. Die Aufteilung hat grundsätzlich zu
gleichen Teilen zu erfolgen (Art. 16c ELV).
In den der Verfügung vom 14. August 2017 sowie den darauf folgenden
Verfügungen zugrunde liegenden Berechnungen ist die Hälfte des Mietzinses von
Fr. 24'840.--, also Fr. 12'420.--, berücksichtigt worden. Unstrittig ist, dass die Tochter
der Beschwerdeführerin ab dem 1. Mai 2017 mit der Beschwerdeführerin und deren
Konkubinatspartner zusammengewohnt hat. Die Tochter und der Konkubinatspartner
sind nicht in die EL-Berechnung eingeschlossen gewesen. Der zu berücksichtigende
Mietzinsanteil der Beschwerdeführerin beträgt deshalb lediglich ein Drittel statt die
Hälfte. Die Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, da ihre Tochter nur einen
Lehrlingslohn erzielt habe, könne sie nicht als vollwertige Mitbewohnerin angerechnet
werden. Gerecht wäre, sogar zwei Drittel des Mietzinses zu berücksichtigen, da ihr
Konkubinatspartner bei einer hälftigen Anrechnung das Wohnen ihrer Tochter
mitfinanziere. Dazu ist festzuhalten, dass die Tochter der Beschwerdeführerin seit dem
1. August 2014 nicht mehr in die EL-Berechnung eingeschlossen gewesen ist. Die
Berücksichtigung eines Mietzinsanteils von zwei Dritteln hätte zur Folge, dass die
Wohnkosten der Tochter indirekt durch die Ergänzungsleistungen finanziert würden. Es
ist jedoch nicht der Zweck der Ergänzungsleistungen, den Existenzbedarf von nicht in
die EL-Berechnung eingeschlossenen Personen zu finanzieren, selbst wenn diese
Personen finanziell nicht in der Lage sind, für ihre persönlichen Wohnkosten selber
aufzukommen. Die Beschwerdegegnerin hat den Mietzinsanteil der
Beschwerdeführerin also zu Recht von der Hälfte auf einen Drittel korrigiert. Der
Mietzins hat Fr. 2'190.-- betragen. Davon sind die Parkplatzkosten von Fr. 120.-- (Fr.
40.-- + Fr. 80.--, act. G 23) abzuziehen, da die Miete eines Parkplatzes nicht dem von
der Ergänzungsleistung verfolgten Zweck, das Wohnbedürfnis zu decken, dient. Dies
ergibt einen Mietzins von Fr. 2'070.-- pro Monat bzw. von Fr. 24'840.-- pro Jahr. Ein
Drittel davon beträgt Fr. 8'280.--. Der von der Beschwerdegegnerin berücksichtigte
Betrag ist also korrekt gewesen.
5.4.2.
Zu prüfen bleibt, ob die rückwirkende Korrektur zulässig gewesen ist. Die
Beschwerdeführerin hat den neuen Mietvertrag am 3. April 2017 und damit rechtzeitig
5.4.3.
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eingereicht. Im Mietvertrag ist unter Anzahl Personen "3" angegeben gewesen. Auf die
Rückfrage der Beschwerdegegnerin, wer (Name und Geburtsdatum) in der Wohnung
wohne, hat die Beschwerdeführerin eine falsche Auskunft erteilt, denn obwohl ihre
Tochter auch in der Wohnung gewohnt hat, hat die Beschwerdeführerin im August
2017 schriftlich angegeben, dass sie (nur) mit ihrem Konkubinatspartner
zusammenwohne (act. G 3.1.77). Die Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, sie sei
davon ausgegangen, dass sie ihre Tochter, die sich damals in der Erstausbildung
befunden habe, nicht als mitfinanzierendes Familienmitglied habe angeben müssen.
Die Rückfrage der Beschwerdegegnerin hat jedoch nicht gelautet, wer sich an den
Mietkosten beteilige, sondern wer in der Wohnung wohne. Die Beschwerdeführerin
hätte also bloss die Rückfrage korrekt beantworten müssen, um ihrer Auskunftspflicht
(Art. 28 Abs. 2 ATSG) nachzukommen. Im Weiteren hätte der Beschwerdeführerin
bewusst sein müssen, dass das Zusammenwohnen mit der Tochter relevant war, denn
in der Anspruchsberechnung bis 30. April 2017 war beim Mietzins – entsprechend der
Anzahl Personen im Haushalt – nur ein Drittel und nicht die Hälfte des Mietzinses
angerechnet worden (act. G 3.1.94). Obwohl nach dem Wortlaut von Art. 25 Abs. 2 lit. c
ELV eine Rückforderung (genauer: eine rückwirkende Revision, deren Folge eine
Rückforderung ist) nur bei einer Meldepflichtverletzung zulässig ist, muss eine
Verletzung der Auskunftspflicht davon ebenfalls erfasst sein, da eine Falschauskunft
qualitativ eher schwerer zu gewichten ist als eine unterlassene Meldung. Weil die
Beschwerdeführerin hinsichtlich der Anzahl Personen im Haushalt ihre Auskunftspflicht
verletzt hat, ist die rückwirkende Korrektur des Mietzinsanteils ab 1. Mai 2017 zulässig
gewesen. Die Beschwerdegegnerin hat im Einspracheentscheid festgehalten, die
Beschwerdeführerin habe nach der Mitteilung vom 30. Januar 2018 an die
Ausgleichskasse die Kontroll- und Hinweispflicht verletzt, da sie die
Beschwerdegegnerin auf den Fehler beim Mietzinsanteil hätte hinweisen müssen.
Art. 25 Abs. 2 lit. c ELV erfasse auch die rückwirkende Herabsetzung und
Rückforderung der Ergänzungsleistungen bei einer Verletzung der Kontroll- und
Hinweispflicht. Die Korrektur des Mietzinsanteils sei deshalb über den 30. Januar 2018
hinaus zulässig gewesen. Ob Art. 25 Abs. 2 lit. c ELV auch eine Verletzung der Kontroll-
und Hinweispflicht umfasst, kann vorliegend offenbleiben. Massgebend ist nämlich nur,
dass die Beschwerdeführerin vor dem Erlass der Verfügung vom 14. August 2017 eine
falsche Auskunft erteilt hat. Ob die Beschwerdegegnerin nach der Mitteilung vom
30. Januar 2018 hätte merken müssen, dass der Mietzinsanteil nicht korrekt
berücksichtigt worden ist, ist irrelevant, denn ein Fehlverhalten der Beschwerdeführerin
wird nicht durch ein allfälliges Fehlverhalten der Beschwerdegegnerin aufgewogen,
zumal die Angaben im Formular betreffend die Berechnung des betreibungsrechtlichen
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Existenzminimums vom 30. Januar 2018 nicht bezweckt haben, die
Beschwerdegegnerin auf einen begangenen Fehler hinzuweisen. Zusammenfassend ist
festzuhalten, dass die rückwirkende Korrektur des Mietzinsanteils ab 1. Mai 2017
zulässig gewesen ist.
Die Revisionsverfügung vom 14. August 2017 ist damit zweifellos unrichtig und
ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung gewesen. Die Beschwerdegegnerin hat im
angefochtenen Einspracheentscheid die Wiedererwägung dieser Verfügung somit zu
Recht für rechtmässig erachtet.
5.4.4.
Die Beschwerdegegnerin hat rückwirkend ab 1. Mai 2017 bis 31. Dezember 2017
den Betrag für die obligatorische Krankenpflegeversicherung korrigiert. In der
ursprünglichen Verfügung vom 14. August 2017 ist ein Betrag von Fr. 5'052.--
berücksichtigt worden. Dies ist ein Fehler der Beschwerdegegnerin gewesen, denn die
regionale Durchschnittsprämie für die Prämienregion 1 – die Beschwerdeführerin wohnt
in G._, E._, und damit in der Prämienregion 1 (vgl. Verordnung des EDI über die
Prämienregionen, SR 832.106) – hat im Jahr 2017 Fr. 5'244.-- betragen (vgl.
Verordnung des EDI über die Durchschnittsprämien 2017 der
Krankenpflegeversicherung für die Berechnung der Ergänzungsleistungen,
SR 831.309.1). Die Beschwerdegegnerin hat diesen Fehler zu Recht korrigiert.
5.5.
Da mit der Wiedererwägung der Revisionsverfügung vom 14. August 2017 alle
darauf folgenden Verfügungen dahingefallen sind, ist der EL-Anspruch ab 1. Mai 2017
bis 30. Juni 2020 neu festzusetzen. Dabei sind – neben der Korrektur des
Mietzinsanteils und des Betrags für die obligatorische Krankenpflegeversicherung –
zwei weitere Korrekturen vorzunehmen:
5.6.
Die Beschwerdeführerin hat ab Februar 2018 kein Erwerbseinkommen mehr
erzielt, sondern ein Krankentaggeld bezogen. Als Einnahmen werden auch Renten,
Pensionen und andere wiederkehrende Leistungen angerechnet (Art. 11 Abs. 1 lit. d
ELG). Zu den anderen wiederkehrenden Leistungen zählen beispielsweise Taggelder
(Ralph Jöhl/Patricia Usinger-Egger, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: Ulrich Meyer
[Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit,
3. Aufl. 2016, S. 1681 ff., N 189 Fn 831). Das Krankentaggeld hat im Februar 2018
Fr. 929.20, also Fr. 11'150.-- jährlich (Fr. 929.20 x 12), betragen (act. G 3.1.63). Ab
März 2018 bis Januar 2019 hat es Fr. 14'746.-- (Fr. 40.40 x 365 Tage) betragen (act.
G 3.1.54, 3.1.43). Das Krankentaggeld ist jeweils am Ende eines Monats ausbezahlt
worden, für den Monat Februar 2018 also Ende Februar 2018. Es hat damit zur
Deckung der Ausgaben im jeweils darauf folgenden Monat gedient. Nach der Praxis
5.6.1.
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des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen ist deshalb der am Ende eines
Monats ausbezahlte Lohn respektive – im Falle eines Taggeldbezugs – das am Ende
eines Monats ausbezahlte Krankentaggeld in der EL-Berechnung des darauf folgenden
Monats zu berücksichtigen. Damit ist in der EL-Berechnung ab 1. März 2018 ein
Krankentaggeld von Fr. 11'150.-- und ab 1. April 2018 bis 28. Februar 2019 ein
Krankentaggeld von Fr. 14'746.-- zu berücksichtigen. Diese rückwirkende Korrektur ist
rechtmässig, da die Beschwerdeführerin erst am 14. März 2018 (Posteingang)
gemeldet hat, dass sie kein Erwerbseinkommen mehr erzielt und ein Krankentaggeld
bezogen hat, obwohl sie ab dem 7. Januar 2018 nicht mehr gearbeitet hat. Die
Beschwerdeführerin hat sich gemäss ihren Angaben vom 7. Januar 2018 bis 29. März
2018 in der Klinik I._ aufgehalten. Es ist ihr aber dennoch zumutbar gewesen, der
Beschwerdegegnerin den Wegfall des Erwerbseinkommens und den Bezug von
Krankentaggeldern rechtzeitig zu melden oder eine Person mit der Meldung zu
beauftragen. Diese Meldung ist damit verspätet erfolgt.
Auf Krankentaggeldern sind keine AHV-Beiträge geschuldet (Art. 6 Abs. 2 lit. b
AHVV). Ab Februar 2018 sind deshalb die Nichterwerbstätigenbeiträge als anerkannte
Ausgaben zu berücksichtigen (vgl. Art. 25 Abs. 2 lit. b ELV). Der
Nichterwerbstätigenbeitrag hat im Jahr 2018 Fr. 502.--, im Jahr 2019 Fr. 507.-- und im
Jahr 2020 Fr. 521.-- betragen. Im Januar 2018 hat die Beschwerdeführerin noch einen
Lohn erzielt, auf dem AHV-Beiträge von Fr. 69.40 abgezogen worden sind (act.
G 3.1.63). Bei Hinzurechnung von Arbeitgeberbeiträgen in der gleichen Höhe haben die
Beiträge also Fr. 138.80 betragen. Diese sind vom Nichterwerbstätigenbeitrag von
Fr. 502.-- abzuziehen. Dies ergibt einen ab 1. Februar 2018 bis 31. Dezember 2018 zu
berücksichtigenden Nichterwerbstätigenbeitrag von Fr. 364.--. Ab 1. Januar 2019 sind
Fr. 507.-- und ab 1. Januar 2020 Fr. 521.-- zu berücksichtigen.
5.6.2.
Unter Berücksichtigung der vorherigen Ausführungen sind die
Ergänzungsleistungen für den Zeitraum 1. Januar 2017 bis 30. Juni 2020 wie folgt zu
berechnen:
5.7.
EL-Anspruch ab 1. Januar 2017 bis 30. April 2017: Die anerkannten Ausgaben
und die anrechenbaren Einnahmen können dem Berechnungsblatt zur Verfügung vom
19. Dezember 2016 entnommen werden (act. G 3.1.94). Der EL-Anspruch hat der
Minimalgarantie von Fr. 437.-- entsprochen.
5.7.1.
EL-Anspruch ab 1. Mai 2017 bis 31. Dezember 2017: Als anerkannte Ausgaben
sind der Betrag für die obligatorische Krankenpflegeversicherung von Fr. 5'244.--, ein
Mietzinsanteil von Fr. 8'280.-- und ein Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf von
5.7.2.
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Fr. 19'290.--, total also von Fr. 32'814.--, zu berücksichtigen. Als anrechenbare
Einnahmen sind ein Einkommen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit von
Fr. 9'130.-- (Fr. 14'696.-- abzüglich des Freibetrags von Fr. 1'000.--, davon zwei Drittel)
und eine IV-Rente von Fr. 22'104.--, total also von Fr. 31'234.--, anzurechnen. Bei
einem Ausgabenüberschuss von Fr. 1'580.-- hat somit ein EL-Anspruch in der Höhe
der Minimalgarantie von Fr. 437.-- bestanden.
EL-Anspruch ab 1. Januar 2018 bis 31. Januar 2018: Als anerkannte Ausgaben
sind der Betrag für die obligatorische Krankenpflegeversicherung von Fr. 5'412.--, ein
Mietzinsanteil von Fr. 8'280.-- und ein Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf von
Fr. 19'290.--, total also von Fr. 32'982.--, zu berücksichtigen. Als anrechenbare
Einnahmen sind ein Einkommen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit von
Fr. 9'130.-- (Fr. 14'696.-- abzüglich des Freibetrags von Fr. 1'000.--, davon zwei Drittel)
und eine IV-Rente von Fr. 22'104.--, total also von Fr. 31'234.--, anzurechnen. Bei
einem Ausgabenüberschuss von Fr. 1'748.-- hat somit ein EL-Anspruch in der Höhe
der Minimalgarantie von Fr. 451.-- bestanden.
5.7.3.
EL-Anspruch ab 1. Februar 2018 bis 28. Februar 2018: Als anerkannte Ausgaben
sind der Betrag für die obligatorische Krankenpflegeversicherung von Fr. 5'412.--, ein
Nichterwerbstätigenbeitrag von Fr. 364.--, ein Mietzinsanteil von Fr. 8'280.-- und ein
Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf von Fr. 19'290.--, total also von Fr. 33'346.--,
zu berücksichtigen. Als anrechenbare Einnahmen sind ein Einkommen aus
unselbstständiger Erwerbstätigkeit von Fr. 9'130.-- (Fr. 14'696.-- abzüglich des
Freibetrags von Fr. 1'000.--, davon zwei Drittel) und eine IV-Rente von Fr. 22'104.--,
total also von Fr. 31'234.--, anzurechnen. Bei einem Ausgabenüberschuss von
Fr. 2'112.-- hat somit ein EL-Anspruch in der Höhe der Minimalgarantie von Fr. 451.--
bestanden.
5.7.4.
EL-Anspruch ab 1. März 2018 bis 31. März 2018: Als anerkannte Ausgaben sind
der Betrag für die obligatorische Krankenpflegeversicherung von Fr. 5'412.--, ein
Nichterwerbstätigenbeitrag von Fr. 364.--, ein Mietzinsanteil von Fr. 8'280.-- und ein
Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf von Fr. 19'290.--, total also von Fr. 33'346.--,
zu berücksichtigen. Als anrechenbare Einnahmen sind ein Krankentaggeld von
Fr. 11'150.-- und eine IV-Rente von Fr. 22'104.--, total also von Fr. 33'254.--,
anzurechnen. Bei einem Ausgabenüberschuss von Fr. 92.-- hat somit ein EL-Anspruch
in der Höhe der Minimalgarantie von Fr. 451.-- bestanden.
5.7.5.
EL-Anspruch ab 1. April 2018 bis 31. Dezember 2018: Als anerkannte Ausgaben
sind der Betrag für die obligatorische Krankenpflegeversicherung von Fr. 5'412.--, ein
5.7.6.
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Nichterwerbstätigenbeitrag von Fr. 364.--, ein Mietzinsanteil von Fr. 8'280.-- und ein
Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf von Fr. 19'290.--, total also von Fr. 33'346.--,
zu berücksichtigen. Als anrechenbare Einnahmen sind ein Krankentaggeld von
Fr. 14'746.-- und eine IV-Rente von Fr. 22'104.--, total also von Fr. 36'850.--,
anzurechnen. Bei einem Einnahmenüberschuss von Fr. 3'504.-- hat somit kein EL-
Anspruch bestanden.
EL-Anspruch ab 1. Januar 2019 bis 28. Februar 2019: Als anerkannte Ausgaben
sind der Betrag für die obligatorische Krankenpflegeversicherung von Fr. 5'520.--, ein
Nichterwerbstätigenbeitrag von Fr. 507.--, ein Mietzinsanteil von Fr. 8'280.-- und ein
Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf von Fr. 19'450.--, total also von Fr. 33'757.--,
zu berücksichtigen. Als anrechenbare Einnahmen sind ein Krankentaggeld von
Fr. 14'746.-- und eine IV-Rente von Fr. 22'296.--, total also von Fr. 37'042.--,
anzurechnen. Bei einem Einnahmenüberschuss von Fr. 3'285.-- hat somit kein EL-
Anspruch bestanden.
5.7.7.
EL-Anspruch ab 1. März 2019 bis 31. Dezember 2019: Als anerkannte Ausgaben
sind der Betrag für die obligatorische Krankenpflegeversicherung von Fr. 5'520.--, ein
Nichterwerbstätigenbeitrag von Fr. 507.--, ein Mietzinsanteil von Fr. 8'280.-- und ein
Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf von Fr. 19'450.--, total also von Fr. 33'757.--,
zu berücksichtigen. Als anrechenbare Einnahme ist eine IV-Rente von Fr. 22'296.--
anzurechnen. Bei einem Ausgabenüberschuss von Fr. 11'461.-- hat ein EL-Anspruch
von Fr. 956.-- (Fr. 496.-- Ergänzungsleistungen und Fr. 460.-- Prämienpauschale für die
obligatorische Krankenpflegeversicherung) bestanden.
5.7.8.
EL-Anspruch ab 1. Januar 2020 bis 30. Juni 2020: Als anerkannte Ausgaben sind
der Betrag für die obligatorische Krankenpflegeversicherung von Fr. 5'580.--, ein Nicht
erwerbstätigenbeitrag von Fr. 521.--, ein Mietzinsanteil von Fr. 8'280.-- und ein Betrag
für den allgemeinen Lebensbedarf von Fr. 19'450.--, total also von Fr. 33'831.--, zu
berücksichtigen. Als anrechenbare Einnahme ist eine IV-Rente von Fr. 22'296.--
anzurechnen. Bei einem Ausgabenüberschuss von Fr. 11'535.-- hat ein EL-Anspruch
von Fr. 962.-- (Fr. 497.-- Ergänzungsleistungen und Fr. 465.-- Prämienpauschale für die
obligatorische Krankenpflegeversicherung) bestanden.
5.7.9.
Damit hat folgender EL-Anspruch bestanden: Ab 1. Januar 2017 von Fr. 437.--
(Minimalgarantie), ab 1. Mai 2017 von Fr. 437.-- (Minimalgarantie), ab 1. Januar 2018
von Fr. 451.-- (Minimalgarantie), ab 1. Februar 2018 von Fr. 451.-- (Minimalgarantie), ab
1. März 2018 von 451.-- (Minimalgarantie), ab 1. April 2018 von Fr. 0.--, ab 1. Januar
2019 von Fr. 0.--, ab 1. März 2019 von Fr. 956.-- (Fr. 496.-- Ergänzungsleistungen und
5.7.10.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 27/31
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6.
Unrechtmässig bezogene Leistungen sind zurückzuerstatten (Art. 25 Abs. 1 ATSG). Der
Rückforderungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die
Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf
von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung (Art. 25 Abs. 2 ATSG). Bei
den genannten Fristen handelt es sich um Verwirkungsfristen (BGE 140 V 525 E. 2.1).
Nach der Praxis des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen zu Art. 25 Abs. 2
ATSG beginnt die relative, einjährige Verwirkungsfrist mit der Kenntnis der
Rückforderung, also in dem Zeitpunkt, in dem die Korrekturverfügung formell
rechtskräftig geworden ist, zu laufen, da der Versicherungsträger erst an dem Tag
definitiv Kenntnis von allen Einzelheiten des Rückforderungsanspruchs hat (Entscheide
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. Juli 2021, EL 2020/16
E. 3.3, und vom 16. November 2016, IV 2014/559 E. 2.2). Entgegen der Auffassung der
Beschwerdegegnerin ist also nicht der Zeitpunkt der Kenntnisnahme des
Korrekturbedarfs massgebend für das Auslösen der relativen Verwirkungsfrist. Da die
Verfügung vom 17. Juni 2020 bzw. der sie ersetzende Einspracheentscheid vom
10. Dezember 2020 nicht formell rechtskräftig geworden ist, hat die relative
Fr. 460.-- Prämienpauschale für die obligatorische Krankenpflegeversicherung) und ab
1. Januar 2020 von Fr. 962.-- (Fr. 497.-- Ergänzungsleistungen und Fr. 465.--
Prämienpauschale für die obligatorische Krankenpflegeversicherung).
Die Rückforderung berechnet sich aus der Differenz zwischen den ursprünglichen
Leistungszusprachen und der obigen EL-Berechnung. Ursprünglich sind folgende
Leistungen zugesprochen worden: Ab 1. Januar 2017 Fr. 437.-- (Minimalgarantie), ab
1. Mai 2017 Fr. 461.-- (Fr. 40.-- Ergänzungsleistungen und Fr. 421.-- Prämienpauschale
für die obligatorische Krankenpflegeversicherung), ab 1. Januar 2018 Fr. 491.--
(Fr. 40.-- Ergänzungsleistungen und Fr. 451.-- Prämienpauschale für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung), ab 1. März 2018 Fr. 451.-- (Minimalgarantie), ab 1. Januar
2019 Fr. 460.-- (Minimalgarantie), ab 1. Februar 2019 Fr. 1'258.-- (Fr. 798.--
Ergänzungsleistungen und Fr. 460.-- Prämienpauschale für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung) und ab 1. Januar 2020 Fr. 1'263.-- (Fr. 798.--
Ergänzungsleistungen und Fr. 465.-- Prämienpauschale für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung). Für den Zeitraum ab 1. Mai 2017 bis 28. Februar 2018
beträgt die Rückforderung somit Fr. 400.-- (10 x Fr. 40.--), ab 1. Februar 2019 bis 28.
Februar 2019 Fr. 798.--, ab 1. März 2019 bis 31. Dezember 2019 Fr. 3'020.-- (10 x Fr.
302.--) und ab 1. Januar 2020 bis 30. Juni 2020 Fr. 1'806.-- (6 x Fr. 301.--), total also
Fr. 6'024.--.
5.8.
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Verwirkungsfrist noch gar nicht zu laufen begonnen. Die absolute, fünfjährige
Verwirkungsfrist ist mit dem Erlass der Verfügung vom 17. Juni 2020 gewahrt worden.
Der Rückforderungsanspruch ist somit nicht erloschen. Die im Einspracheentscheid
vorgenommene Reduktion der Rückforderung um Fr. 320.-- erweist sich damit als
rechtswidrig.
7.
Zu prüfen bleibt der Anspruch auf eine Vergütung von Krankheits- und
Behinderungskosten ab 1. Januar 2017 bis 30. Juni 2020 und die Rückforderung von
Krankheits- und Behinderungskosten von Fr. 729.70.
Die Beschwerdeführerin hat während des ganzen Jahres 2017 einen Anspruch auf
Ergänzungsleistungen gehabt (E. 5.7.1 und 5.7.2), weshalb sie auch einen Anspruch
auf eine Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten gehabt hat (Art. 14 Abs. 1
ELG). Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid somit zu
Recht festgehalten, entgegen der Verfügung vom 17. Juni 2020 betreffend die
Ergänzungsleistungen habe ab 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2017 ein EL-Anspruch
(und kein Einnahmenüberschuss) bestanden, weshalb während des ganzen Jahres
2017 ein Anspruch auf eine Vergütung der Krankheits- und Behinderungskosten
bestanden habe. Sie hat damit (implizit) die Wiedererwägung der ursprünglichen, die
Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten für das Jahr 2017 zusprechenden
Verfügungen überprüft und die Korrekturverfügung vom 17. Juni 2020, soweit diese die
Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten für das Jahr 2017 betroffen hat,
durch den Einspracheentscheid ersetzt. Der Beschwerdeführerin sind mit Verfügungen
vom 24. Februar 2017, 19. April 2017, 4. Mai 2017, 16. Mai 2017, 15. August 2017,
4. September 2017, 17. Oktober 2017 und 28. November 2017 Krankheits- und
Behinderungskosten für das Jahr 2017 von total Fr. 2'438.-- vergütet worden (act.
G 17.4.51 ff.). Der Anspruch auf eine Vergütung von Krankheits- und
Behinderungskosten hat im Jahr 2017 somit Fr. 2'438.-- betragen. Die Reduktion des
Betrags der Rückforderung von Krankheits- und Behinderungskosten um Fr. 1'914.--
(Rückforderung von vergüteten Krankheits- und Behinderungskosten für das Jahr
2017) ist somit rechtmässig.
7.1.
Ab 1. Januar 2018 bis 31. März 2018 hat die Beschwerdeführerin ebenfalls einen
EL-Anspruch gehabt (E. 5.7.3-5.7.5), weshalb sie auch einen Anspruch auf eine
Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten gehabt hat (Art. 14 Abs. 1 ELG). In
zeitlicher Hinsicht ist relevant, wann eine Behandlung stattgefunden hat; massgebend
ist also das Behandlungs- und nicht das Rechnungsdatum (vgl. Art. 14 Abs. 1 ELG in
7.2.
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Verbindung mit Art. 4 ELG/SG und Art. 1 Abs. 1 Satz 1 VKB/SG). Der
Beschwerdeführerin sind für diesen Zeitraum mit Verfügungen vom 5. März 2018,
28. März 2018 und 18. April 2018 Krankheits- und Behinderungskosten von total
Fr. 1'395.10 vergütet worden (act. G 17.4.40 ff.). Der Anspruch auf eine Vergütung von
Krankheits- und Behinderungskosten hat somit Fr. 1'395.10 betragen.
bis
Ab 1. April 2018 bis 28. Februar 2019 hat die Beschwerdeführerin aufgrund eines
Einnahmenüberschusses keinen Anspruch auf Ergänzungsleistungen gehabt (E. 5.7.6
und 5.7.7). Der Beschwerdeführerin sind mit Verfügungen vom 29. Juni 2018 und
13. Juli 2018 für den Zeitraum ab 1. April 2018 bis 31. Dezember 2018 Krankheits- und
Behinderungskosten von Fr. 16.55 und Fr. 228.--, total also Fr. 244.55, vergütet
worden (act. G 17.4.31 f.). Mit Verfügungen vom 21. März 2019 und 16. April 2019 sind
ihr für den Zeitraum ab 1. Januar 2019 bis 28. Februar 2019 Fr. 485.15 und Fr. 486.30,
total also Fr. 971.45, vergütet worden (act. G 17.4.17 ff.). Die Beschwerdegegnerin hat
für das Jahr 2018 Fr. 244.55 und für das Jahr 2019 Fr. 485.15 zurückgefordert. Zu
prüfen ist, ob der Betrag der Rückforderung korrekt gewesen ist.
7.3.
Gemäss Art. 14 Abs. 6 ELG haben Personen, die auf Grund eines Einnahmen
überschusses keinen Anspruch auf eine jährliche Ergänzungsleistung haben, Anspruch
auf die Vergütung der Krankheits- und Behinderungskosten, die den
Einnahmenüberschuss übersteigen. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen
hat im Entscheid EL 2020/45 vom 2. Februar 2022 (angefochten beim Bundesgericht)
Art. 14 Abs. 6 ELG ausgelegt und begründet, dass mit dem Begriff
"Einnahmenüberschuss" der Einnahmenüberschuss pro Monat und nicht pro Jahr
gemeint sei. Sinn und Zweck der Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten
ist nämlich – gleich wie der jährlichen Ergänzungsleistungen – die Sicherung des
Existenzbedarfs eines EL-Bezügers. Die Sicherung des Existenzbedarfs wird nur
erreicht, wenn auf den jeweils aktuellen, tatsächlichen Bedarf abgestellt wird, der unter
Umständen Monat für Monat neu zu berechnen ist (vgl. die Praxis des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen, dass bei stark schwankenden
Einkommen die Ergänzungsleistung an das jeweils aktuelle Erwerbseinkommen
angepasst werden muss, da nur so der vom ELG verfolgte Zweck, den jeweils
aktuellen, das heisst den effektiven finanziellen Bedarf zu decken, erreicht werden
kann; Leitentscheid vom 24. Mai 2016, EL 2014/51 E. 3.4; vgl. auch die Entscheide
vom 17. November 2016, EL 2015/16 E. 3.1; vom 22. Dezember 2017, EL 2016/35
E. 1.2.2; vom 6. März 2018, EL 2015/21 E. 2.3; vom 5. November 2019, EL 2018/18
E. 4.1.1; vom 20. Oktober 2020, EL 2018/25 E. 2.4; vom 12. Januar 2021, EL 2019/40
E. 5.6). Ist es das Ziel, mit der Ausrichtung einer Ergänzungsleistung den
7.3.1.
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Existenzbedarf eines Monats zu decken, sind die Krankheits- und Behinderungskosten
für den Monat, in dem die Krankheits- und Behinderungskosten anfallen, zu vergüten.
In zeitlicher Hinsicht ist das Behandlungs- und nicht das Rechnungsdatum
massgebend (vgl. Art. 14 Abs. 1 ELG in Verbindung mit Art. 4 ELG/SG und Art. 1
Abs. 1 Satz 1 VKB/SG; zum Ganzen ausführlich Entscheid des Versicherungsgerichts
des Kantons St. Gallen vom 2. Februar 2022, EL 2020/45).
bis
Die mit Verfügungen vom 29. Juni 2018 und 13. Juli 2018 vergüteten Krankheits-
und Behinderungskosten von Fr. 16.55 und Fr. 228.--, total also von Fr. 244.55, haben
Behandlungen vom 11. April bis 1. Mai 2018 und vom 4. bis 31. Mai 2018 betroffen
(act. G 17.4.34, 17.4.38). Der Einnahmenüberschuss hat im April und Mai 2018 je
Fr. 3'534.-- pro Jahr (E. 5.7.6) bzw. Fr. 294.-- pro Monat betragen. Selbst wenn die
Behandlungen im gleichen Monat stattgefunden hätten, haben die Krankheits- und
Behinderungskosten den monatlichen Einnahmenüberschuss nicht überstiegen. Damit
hat kein Vergütungsanspruch bestanden. Die Rückforderung von Fr. 244.55 für das
Jahr 2018 ist somit rechtmässig.
7.3.2.
Mit Verfügungen vom 21. März 2019 und 19. April 2019 sind Krankheits- und
Behinderungskosten von Fr. 332.40, Fr. 152.75, Fr. 152.70 und Fr. 333.60, total also
von Fr. 971.45, vergütet worden. Die Kosten von Fr. 332.40 haben eine Behandlung
vom 1. bis 31. Januar 2019 und jene von Fr. 333.60 eine Behandlung vom 22. Februar
2019 betroffen (act. G 17.4.18, 17.4.25). Der Einnahmenüberschuss hat im Januar und
Februar 2019 je Fr. 3'285.-- pro Jahr (E. 5.7.7) bzw. Fr. 273.-- pro Monat betragen. Weil
die den monatlichen Einnahmenüberschuss von Fr. 273.-- übersteigenden Krankheits-
und Behinderungskosten zu vergüten sind (Art. 14 Abs. 6 ELG), e contrario also nur ein
Betrag von maximal Fr. 273.-- pro Monat zurückgefordert werden kann, und weil dieser
Betrag im Januar 2019 (Krankheitskosten von Fr. 332.40) und im Februar 2019
(Krankheitskosten von Fr. 333.60) überschritten worden ist, sind für den Januar und
Februar 2019 vergütete Krankheits- und Behinderungskosten von zweimal Fr. 273.--,
total also Fr. 546.--, zurückzufordern. Die Beschwerdeführerin hat also nur im darüber
hinausgehenden Betrag von Fr. 425.45 einen Anspruch auf eine Vergütung von
Krankheits- und Behinderungskosten gehabt. Der Einspracheentscheid vom
10. Dezember 2020 ist dementsprechend zu korrigieren.
7.3.3.
Ab 1. März 2019 bis 31. Dezember 2019 und ab 1. Januar 2020 bis 30. Juni 2020
hat die Beschwerdeführerin aufgrund des EL-Anspruchs (E. 5.7.8 und 5.7.9) auch einen
Anspruch auf eine Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten gehabt (Art. 14
Abs. 1 ELG). Der Beschwerdeführerin sind mit Verfügung vom 5. August 2019 für den
Zeitraum 1. März 2019 bis 31. Dezember 2019 Fr. 28.55 vergütet worden (act.
7.4.
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8.
Für das Beschwerdeverfahren werden keine Gerichtskosten erhoben (Art. 61 lit. f
ATSG).