Decision ID: 516d7392-ea4d-4454-a79b-f8ae6af88e54
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1968
, war
vom
21
.
Januar
bis 5. Februar
20
20
als
Hilfsmonteur
bei der
Y._
AG angestellt und in dieser Eigenschaft bei
der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva)
gegen die Folgen von Unfällen versichert (vgl. Urk.
8
/
1
).
Der Versicherte liess die
Suva
mit
Schadenmeldung
UVG vom
26
.
Februar
2020
(Urk.
8
/1
) wissen, dass
er am 4. Februar 2020 «aufgrund vom Tragen schwerer Last» einen Leistenbruch erlitten h
abe
.
Der am 5. Februar 2020 erstbehandelnde
Dr. med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, von der
A._
,
diagnostizierte
am 9. März 2020 eine
Inguinalhernie
(Leistenbruch)
recht
s (Urk.
8
/
8
). Die
Suva
tätigte in der Folge medizinische Abklärungen
. Unter anderem holte sie bei der Kreisärztin
med.
pract
.
B._
, Fach
ärztin
für Chirurgie, ein
e
Aktenbeurteilung
ein (Urk.
8
/
18
)
.
1.2
Mit Verfügung vom
17
.
April
2020
(Urk.
8
/
20) teilte die Suva mit, dass sie keine Versicherungslei
s
tungen erbringen werde, da weder ein Unfall noch eine Listen
diagnose
einer
unfallähnliche
n
Körperschädigung
im Sinne des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vorl
ä
ge
n
.
Die vom Versicherten erhobene Ein
sprache wies die
Suva
mit Entscheid vom
24
. November
2020
ab (Urk. 2
)
.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
24
. November
2020
erhob der Versicherte am
4
.
Januar
20
21
(Urk. 1) Beschwerde und beantragte
sinngemäss
, dieser sei auf
zuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten,
das Ereignis vom 4. Februar 2020 als Unfall anzuerkennen und dementsprechend
die gesetzlichen Leistungen zu erbringen.
Die auf Abweisung schliessende Beschwerdeantwort vom
22
.
Januar
2021
(Urk.
7
) wurde
mit Verfügung vom
26. Januar 2021
(Urk.
9
)
an die vom Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 4. Januar 2021 angege
bene Adresse
versendet
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
UVG
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die
Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
kran
k
heiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei fol
gen
den Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder
Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskusrisse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen
(
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Band
läsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h).
Ausserdem erbringt die Ver
sicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
1.2.1
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper
, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit oder den Tod zur Folge hat.
1.2.2
Nach der Rechtsprechung bezieht sich
das
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objektiven Massstab – den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlag
gebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelt
ein
wirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.1 und E. 4.3.1 mit Hinweis).
1.2.3
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam «programmwidrig» beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Veränderung zwischen Körper und Aussen
welt – ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein unge
wöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1 mit Hinweisen).
1.2.4
Selbst bei fehlender Störung des Bewegungsablaufs durch einen äusseren Faktor kann die Aussergewöhnlichkeit auch dann gegeben sein, wenn beim Heben oder Schieben einer Last zufolge ausserordentlichen Kraftaufwandes, das heisst einer sinnfälligen Überanstrengung, eine Schädigung eintritt. Es muss allerdings je
weils geprüft werden, ob die Anstrengung im Hinblick auf Konstitution und be
rufliche und ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden Person ausseror
dent
licher Art war (BGE 116 V 136 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38).
Kein Unfall liegt vor, wenn die Anstrengung nur wegen bestehender krankhafter
Veränderungen zu Schädigungen führen kann, weil sich dann eine innere Ur
sache
auswirkt, während der äussere, oft harmlose Anlass bloss den pathologischen Faktor manifest werden lässt (BGE 116 V 136 E. 3b mit Hin
wei
sen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
(Urk. 2) da
von aus, dass sich am 4. Februar 2020
ke
in Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG ereignet
habe.
Bei der Verrichtung vom 4. Februar 2020 habe sich überwiegend wahrscheinlich nichts Aussergewöhnliches zugetragen und die Tätigkeit (Hoch
tragen von Möbeln) sei unter normalen äusseren Bedingungen erfolgt. In der da
maligen Handlung des Beschwerdeführers sei weder ein ungewöhnlicher äusse
rer
Faktor noch eine sinnfällige Überanstrengung zu erblicken. Bei der Diagnose eines
Leistenbruches liege auch keine unfallähnliche Schädigung nach Art. 6 Abs. 2
UVG vor (S.
4-6
Ziff.
5 f.; vgl. auch
die Beschwerdeantwort [
Urk. 7 S. 2-4
Ziff. 4-8
]
).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1),
das Ereignis sei als Unfall
im Sinne von
Art. 4 ATSG einzustufen. Der Umstand der Ungewöhnlichkeit ergebe sich sowohl aus der Situation des Ereignisses als auch aus den Gegebenheiten der damaligen Lebenslage. Das Hochtragen einer schwe
ren und sperrigen Last über eine steile, metallische Aussentreppe habe ihn zu einer unkoordinierten Bewegung gezwungen, bei der sofortiger Schmerz einge
schossen sei. Wegen der starken Schmerzen habe er unmittelbar nachher einen Arzt aufsuchen müssen. Nach dem Vorfall sei er zu 100 % arbeitsunfähig ge
wesen. Somit sei der Umstand des ungewöhnlichen äusseren Faktors durch den Druck der Last in einer zum Zeitpunkt ungeeigneten Arbeitsumgebung gegeben. Die
unkoordinierte
Haltung zeige das plötzliche Auftreten des Druckes der Last. Die Gewohnheit schwere Lasten zu tragen, sei bei ihm nicht
gegeben
. Dazu fehl
ten ihm die Voraussetzungen an die körperliche Statur. Nach Anstellung
bei
der
Y._
am 21. Januar 2020
sei
er anfänglich mit Inventur von Kleidern be
schäftigt gewesen. Erst am Vortag des Unfalls sei er mit der strengen Arbeit des Möbel- und Haushaltge
rätetransportes betraut worden.
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Unfallbegriff zu Recht als nicht erfüllt erachtet hat
sowie das Vorliegen eines unfallähnlichen Schadens nach Art. 6 Abs. 2 ATSG ebenfalls zu Recht verneinte
.
3.
3.1
Dr.
Z._
,
welcher
den
Beschwerd
eführer
am
5. Februar 2020
als erster Arzt
behandelt hatte,
nannte in seinem Bericht vom
9
.
März
20
20 (Urk. 8
/
8
) als Diag
nose
eine
Inguinalhernie
(Leistenhernie)
rechts
und attestierte dem Be
schwer
deführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 5. Februar bis 1. April 2020
.
In der Folge bescheinigte Dr.
Z._
dem Beschwerdeführer weiterhin eine
100%ige
Arbeitsunfähigkeit bis z
um 21. Mai 2020 (vgl. Urk. 8/47/3-4
).
3.2
Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin schilderte der Beschwerdeführer den Vorfall vom 4. Februar 2020
am 9.
März 2020 (Urk. 8/9) folgendermassen: «Ich musste schwere Lasten die Treppe hinau
f
auf verschiedene Stockwerke
verteilt
tragen (Möbel)».
Dies von 08:00 Uhr bis 12:00 Uhr.
Die Frage, ob sich etwas Be
sonderes
ereignet habe
(Ausgleiten, Sturz, Anschlagen, usw.)
,
verneinte er.
Die Schmerzen hätten sich erstmals nach 12:00 Uhr bemerkbar gemacht.
3.3
Am 9. April 2020 (Urk. 8/18
) erklärte Kreisärztin med.
pract
.
B._
gestützt auf die Akten, beim Beschwerdeführer sei eine Leistenhernie auf der rechten Seite aufgetreten. Die Leistenhernie werde umgangssprachlich auch Leistenbruch ge
nannt. Dies sei von der Wortwahl verfänglich, da es sich nicht um einen Bruch als solche
n
hand
l
e. Der Begriff der Hernie bezeichne eine Ausstülpung vom Bauchfell durch eine präformierte Lücke. Ein Leistenbruch entstehe angeboren oder über die Jahre durch degenerative Veränderungen im Gewebe. Die prädi
sponierenden Stellen leierten sich mit der Zeit aus. Der Beschwerdeführer sei 52 Jahre alt. In diesem Alter sei davon auszugehen, dass es gehäuft zu
Inguinal
hernien
kommen könne. Es handle sich um eine häufige Erkrankung. Es sei überwiegend wahrscheinlich, dass die Entstehung der Leistenhernie eine alters
bedingte Schwäche der Bauchwandmuskulatur als Ursache habe. Es handle sich dabei auch nicht um eine Listendiagnose gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG.
3.4
Am 7. Mai 2020 (Urk. 8/45) hielten
Ober
ä
rzt
in
Prof. Dr. m
e
d.
C._
und
Assi
stenz
ä
rzt
in
D._
vom Institut für Diagnostische und
Interventionelle
Radio
logie vom Universitätsspital
E._
über einen Ultraschall rechts
ingui
nalvom
gleichen Tag fest, es f
i
nde sich ein Nachweis einer Leistenhernie rechts mit Darminhalt mit aktuell keinem Anhaltspunkt für eine Inkarzeration (Ein
klemmung) bei Status nach einem
Leistenrepair
links ohne aktuellen Nachweis einer Leistenhernie links.
3.5
Mit Bericht vom
7. Mai 2020 (Urk. 8/46), nach notfallmässiger Vorstellung des Beschwerdeführers am gleichen Tag, stellten Institutsdirektorin Prof. Dr. med.
F._
, Oberärztin Dr. med.
G._
und Assistenzärztin
H._
vom Institut für Notfallmedizin vom
E._
als Diagnose eine Leistenhernie rechts am 7. Mai 2020 bei Status
nach offenem
Leistenhernienrepair
vor 30 Jahren und bei Status nach
Appendektomie. Die Ärzte hielten fest, es sei eine deutliche Schwel
lung der rechten Leiste bis in den Hoden sichtbar. Es sei keine Rötung und keine Überwärmung feststellbar. Die DG (Darmgeräusche) seien
auskultierbar
. Es be
stehe keine Veränderung unter Hustenreiz. Es sei keine Reposition möglich. Eine
Druckdolenz
sei nicht feststellbar.
Sonografisch
f
i
nde sich kein Hinweis auf eine
Inkarzeration. Laborchemisch zeigten sich
blande
Entzündungsparameter. Es werd
e eine zeitnahe Vorstellung in der
Herniensprechstunde
empfohlen. Bei stabilem Allgemeinzustand sei der Beschwerdeführer
nach Hause
entlassen worden (S. 2).
3.6
Am
20. Mai
2020
erfolgte
der
operative Eingriff
i
m Spital
I._
(vgl. Urk. 8/43
/4
)
, wofür der Beschwerdeführer
vom 19. bis 23. Mai 2020 hospitalisiert war. Die Ärzte des
E._
attestierten dem Beschwerdeführer in der Folge eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit bis zum 19. Juli 2020 (Urk. 8/47-48
).
4.
4.1
Bauch- und Unterleibsbrüche
– dazu gehören unter anderem Leistenbrüche -
stellen nach medizinischer Erfahrungstatsache in der Regel krankheitsbedingte Leiden dar un
d sind nur in seltenen Ausnahme
fällen
Unfallfolgen
. Eine Hernie kann entsprechend bloss dann als unfallbedingt gelten, wenn das Unfallereignis mit einer direkten, heftigen sowie bestimmten Einwirkung verbunden ist und die schwerwiegenden Symptome der Hernie unverzüglich und mit
sofortiger, mindes
tens mehrstün
diger Arbeitsunfähigkeit auftreten
. Die Leistenhernie im Besonde
ren kann nur als unfallbedingt qualifiziert werden, wenn anlässlich eines be
stimmten einmaligen Ereignisses
(Überanstrengung, unkoordinierte Bewegung, Sturz, Druck von aussen, etc.)
ein angeborener Bruchsack erstmalig und plötzlich mit Eingeweiden gefüllt wurde
(Urteil des Bundesgerichts 8C_601/2007 vom 10. Januar 2008 E. 2.1).
4.2
Der Beschwerdeführer gab an, dass er beim
Tragen von schweren Lasten (Möbeln) im Zuge seiner Hilfsmonteurtätigkeit Schmerzen
verspürt habe.
Die Schmerzen trat
en laut seinen Angaben nach 12:00 Uhr erstmals auf
, nachdem er zwischen 08:00 Uhr und 12:00 Uhr gearbeitet hatte
(E. 3.2).
Ein bestimmtes Ereignis wurde
vom Beschwerdeführer nicht geschildert.
Entgegen der Behauptung des Beschwe
r
deführers in der Beschwerde, dass er unmittelbar nach Auftreten der Schmerzen
einen
Arzt habe aufsuchen müssen (Urk. 1 S. 1 Mitte), begab er sich erst einen Tag später in ärztliche Betreuung (E. 3.1). Zwar wurde ihm anschliessend eine vollständige Arbeitsunfähigkeit von seinem behandelnden Arzt attestiert, aber erst über drei Monate nach dem Tag des Möbeltr
agens
wurde er notfallmässig am 7. Mai 2020 beim
E._
wegen
Schmerzen
vorstellig (vgl. E. 3.4-5), woraufhin im
Nachgang am 20. Mai 2020 eine Operation erfolgte (E. 3.6).
Der Beschwer
de
führer gab selber an, dass sich während seiner Arbeit nichts Besonderes ereignete
,
wie
etwa
ein Ausgleiten, ein Sturz oder ein Anschlagen (E. 3.2). Erst in seiner Beschwerde spr
a
ch er von einer unk
oordinierten Bewegung (Urk. 1).
4.3
Auch
wen
n es zutreffen mag, dass der Be
schwerdeführer
anlässlich der Trage
arbeiten einen Schmerz im
Leistenbereich
festgestellt hat und am
nächsten
Tag
deswegen
einen Arzt aufsuchte,
kann nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad
als
erstellt
gelten
, dass der
Leistenbruch
auf das fragliche Ereignis zurückzuführen wäre.
Die genannten Umstände, die Tatsache, d
a
ss
der Beschwerdeführer beim Vorfall bloss einen Schmerz verspürt und die Hernie erst
über drei Monate später
dazu führte,
dass der Beschwerdeführer sich veranlasst sah
,
das
E._
aufzusuchen, um sich gründlich untersuchen zu lassen
,
sprechen
gegen ein erstmaliges
Auf
treten eines Bruchsackes mit plötzlichem Füllen mit
Eingeweiden
(E. 4.1 vor
stehend)
aufgrund der Tätigkeit beim Möbeltragen am 4. Februar 2020
und damit gegen ein Unfallereignis am 4. Februar 2020
.
Auch wenn es durchaus denkbar ist, dass anlässlich de
s
Tragens der schweren Möbel ein Druck auf die lädierte Körperstelle wirkte, so sind doch die unmittelbaren Auswirkungen nicht derart massiv, wie von der Rechtsprechung gefordert.
Ein bestimmtes Ereignis wurde
nicht genannt, sondern vielmehr der rund vierstündige Arbeitseinsatz. Aus
schlag
gebend ist vorliegend, dass nach
medizinischer Erfahrungstatsach
e ein Leisten
bruch
in der Regel
ein
krankheitsbedingte
s
Leiden dar
stellt und selbst eine (Mit)
Verursachung durch den Arbeitseinsatz bei anzunehmender pathologischer Kon
sti
tution lediglich den krankhaften Vorzustand hätte manifest werden lassen. Dies
bezüglich unterscheiden sich die Kausalitätsannahmen etwa von jenen bei
Knochenbrüchen oder Muskelverletzungen, weil ein Leistenbruch praktisch immer
krankheitsbedingt auftritt oder zumindest bereits angelegt ist.
Auch angesichts des fortgeschrittenen Alters des Beschwerdeführers und seiner Disposition bei früherem Leistenbruch erscheint eine unfallbedingte Genese des Leistenbruchs nicht als naheliegend (E. 3.3).
4.
4
Ein
Leistenbruch
fällt des Weiteren nicht unter die in Art.
6 Abs. 2
UV
G
ab
schliessend aufgezählten Körperschädigungen, weshalb auch k
eine unfallähn
liche Körperschä
digung vorliegt.
4.
5
Es bleibt anzufügen, dass die Argumentation
«
post
hoc ergo
propter
hoc» be
weisrechtlich nicht zulässig ist (
BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bun
des
gerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1
). Allein der Umstand, dass eine gesundheitliche Schädigung nach dem
Tragen
schwerer
Last
en
aufgetreten ist, qualifiziert das Geschehene nicht als ausserordentlichen Kraftaufwand im Sinne eines für den Unfallbegriff vorausgesetzten ungewöhnlichen äusseren Faktors
(Urteil des Bundesgerichts 8C_246/2011 vom 25. August 2011 E. 4.6 mit weiteren Hinweisen, unter anderem BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
; vgl. auch
Urteil des Bundes
gerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1
).
5.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.