Decision ID: e3f97b8c-2a2c-44cb-900f-ce3c997bae8d
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961, durchlief eine Lehre als Pelznäherin und arbei
tete nach kurzer Tätigkeit in diesem Beruf in der Registratur einer Bank und als Raumpflegerin. Ab 1997 hatte sie zusammen mit ihrem Ehema
nn eine
Stelle in der Hauswartung
der
Sekundarschule
Y._
inne
; ihr eigenes Pensum belief sich auf 50
%
(vgl
. den Lebenslauf
und die Zeugnisse
in
Urk.
8/
1
16
und
Urk.
12/85 sowie
das Schreiben des Ehemannes vom
31. August 2010,
Urk.
12/37/2). Im Jahr 2008 erkrankte
X._
an einem psychophysischen Erschöpfungszustand
, nachdem sie bereits seit mehreren Jahren an Nacken- und Kopfschmerzen sowie an rechtsseitigen
Kribbel
parästhesien
gelitten hatte
(vgl.
unter anderem den Austrittsbericht des
Z._
vom 26. September 2008,
Urk.
12/8/17-19, den
Aus
trittsbericht
der
A._
vom 28. Oktober 2008,
Urk.
12/
8
/12-14
, und den Bericht des Hausa
rztes
Dr.
m
ed. B._
vom 2.
November 2009,
Urk.
12/8/1-8).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich (SVA), IV-Stelle, wo sich
X._
im Oktober 2009 ange
meldet hatte (
Urk.
12/2),
liess durch
Dr.
med. C._
, Spezialärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, das Gutachten vom 19. März 2010 erstellen (
Urk.
12/16) und verneinte anschliessend mit Verfügung vom
29.
September 2010 einen Anspruch von
X._
auf eine Invalidenrente
, da inner
halb eines Jahres wieder eine
volle Arbeitsfähigkeit bestanden
habe
(
Urk.
12/41).
Die Verfügung blieb unangefochten.
Ab 1. Oktober 2010 versah
X._
an der angestammten
Hauswart
stelle
nur noch ein 25%iges Pensum (Kündigungsschreiben der Schule vom 25. März 2010,
Urk.
12/44/3; neuer Arbeitsvertrag mit der Schule vom
25. August 2010,
Urk.
12/44/4) und war gleichzeit
i
g bei der Arbeitslosenver
sicherung zur Vermittlung einer 50%-Stelle angemeldet (Anmeldebestätigung der Arbeitslosenk
asse des Kantons Zürich vom 30.
August 2010,
Urk.
12/44/2). Im Rahmen der Anstellung als Hauswartin war
X._
bei der
Axa
Versicherungen AG (
Axa
Winterthur), im Rahmen der
teilweisen Arbeitslosigkeit
bei der Suva unfallversichert (vgl. das Schreiben der
Axa
Winterthur an die Schule vom 1
2.
März 2012,
Urk.
8/51).
1.2
Am 5. Juni 2011 erlitt
X._
einen Bootsunfall, bei dem sie ins Was
ser stürzte und ihr linker Arm während des Festhaltens an einem Seil nach oben gerissen wurde. Nachfolgend
manifestierten sich
bewegungsabhängige und auc
h
nächtliche
Schulterschmerzen links mit eingeschränkter Beweg
lichkeit (Arztzeugnis UVG von
Dr.
B._
vom 2
2.
Juli 2011,
Urk.
8/13).
Die
Arbeitslosenkasse meldete den Unfall der Suva (Schadenmeldung UVG vom 13. Juli 2011,
Urk.
8/1), und diese anerkannte ihre Leistungspflicht (Schrei
ben der Suva an die Versicherte, an die Arbeitslosenkasse und an den Haus
arzt je vom 21. Juli 2011,
Urk.
8/9-11).
Die Versicherte wurde zunächst konservativ mit Schmerzmitteln und Physio
therapie behandelt und war zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben (vgl.
Urk.
8/15-28). Als die Beschwerden anhielten, wurden Abklärungen im
Z._
einschliesslich einer Magnetresonanz-
Arthrographie
der linken Schulter durchgeführt, und es wurde
n
die
Befunde
einer nicht dislozierten Fraktur im Bereich des
T
uberculum
majus
mit Zerrung der
Rotatorenmanschette
und inferiorer Kapselläsion erhoben und die Diagnose einer persistierenden reaktiven
Kapsulitis
gestellt
(Berichte von Oktober 2011 bis Januar 2012,
Urk.
8/29,
Urk.
8/31,
Urk.
8/38
,
Urk.
8/42).
Am 15. Februar 2012 liess die Suva die Ve
rsicherte kreisärztlich
untersuchen;
der Kreisarzt
Dr.
med. D._
, Spezialarzt für Chirurgie,
attestierte ihr für ihr bisheriges Arbeitspensum von 25
%
eine Arbeitsun
fähigkeit von 50
%
(
Urk.
8/47).
1.3
In der nachfolgenden Zeit bis Ende 2012 wurd
e die medikamentöse und die
physiotherapeutische Behandlung for
tgeführt, und es
fanden weitere
Ver
laufskontrollen
im
Z._
einschliesslich einer weiteren Magnetresonanztomographie
statt (vgl. die Berichte in
Urk.
8/54,
Urk.
8/63,
Urk.
8/72 und
Urk.
8/86)
. A
m 1. Februar 2013 nahm
Dr.
D._
eine weitere kreisärztliche Untersuchung vor und hielt an der
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung im früheren Bericht fest (
Urk.
8/102).
Die Versicherte hatte im Januar 2013 in der
E._
eine Zweitmeinung zum weiteren Vorgehen eingeholt (Bericht vom 24. Januar 2013,
Urk.
8/103), und unterzog
sich
dort am 15. März 2013
einer
Schulter
arthroskopie
mit
Debridement
,
Akromioplastik
,
Rotatorenmanschettenrekon
struktion
und Resektion des AC-Gelenks links (Operationsbericht,
Urk.
8/114; Austritts
bericht vom 19. März 2013, Urk.
8/113).
Am 4. April 2013 liess die Suva mit der Versicherten eine Besprechung an deren Wohnort durchführen
(
Urk.
8/115), und am 17. Mai 2013 erfolgte eine berufliche Standortbestimmung in der
F._
(Bericht vom 21.
Mai 2013,
Urk.
8/124). Dabei berichtete die Versicherte, sie habe e
ine Woche nach dem Unfall vom 5. Juni 2011
eine
neue
S
telle
als Mitarbeiterin in der Sicherheitskontrolle der Flughafenpolizei angetreten, habe die Ein
ar
beitung
jedoch aufgrund der starken Schmerzen abbrechen müssen (
Urk.
8/124 S. 1).
1.4
Die Schulterschmerzen persistierten auch nach der Operation
(Berichte der
E._
vom 5. Juni und vom 8. August 2013,
Urk.
8/127 und
Urk.
8/146
), und der Kreisarzt
Dr.
D._
bescheinigte der Versicherten anlässlich der weiteren
kreisärztliche
n
U
ntersuchung vom 5. August 2013
nunmehr
eine volle Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit (
Urk.
8/143)
. Eine
neurologische Untersuchung
im Zentrum für Paraplegie der
E._
ergab jedoch keine Hinweise auf eine
Nerven
läsion
, und die
E._
schloss dahe
r die Behandlung im Oktober 2013
ab
(Bericht
e
vom 2
2.
und vom 28.
Oktober 2013
,
Urk.
8/152
,
Urk.
8/154
S. 2-3
und
Urk.
8/155
S. 3-4
).
In der Folge durchlief die Versicherte von Anfang Dezember 2013 bis Mitte Januar 2014 ein Ergonomie-Trainingsprogramm in der
F._
(Austrittsbericht vom 21. Januar 2014,
Urk.
8/175
).
Nachdem
Dr.
D._
am 13. Februar 2014 die kreisärztliche Abschlussuntersuchung vorgenommen hatte (
Urk.
8/183), teilte die Suva der Ver
sicherten mit Schreiben vom 17.
März 2014 mit, dass sie den Fall
mit dem 1. Mai 2014 abschliesse (Urk.
8/191). Sie holte sodann
die Angaben
der Schule zum Einkommen (Urk.
8/184) und
die Angaben der Kantonspolizei zur Anstellung im Flugha
fen ein (Anstellungsverfügung vom 26. April 2011,
Urk.
8/200; Angaben zum mutmasslichen Verdie
nst im Jahr 2014,
Urk.
8/202
; vgl. auch die Arbeitsbestätigung der Kantonspolizei
Zür
ich vom 27. Juni 2011, Urk.
8/221
)
und
tätigte Erhebungen zu
m hypothetischen Einkommen unter Berücksichti
gung der gesundheitlichen Einschränkungen
(
Urk.
8/204). M
it Verfügung vom
14. April 2014 teilte die Suva der Versicherten daraufhin mit,
dass sie zwar als Hauswartin nicht mehr arbeitsfä
hig sei, dass sie jedoch bei
Auf
nahme einer gesundheitlich zumutbaren Tätigkeit eine mutmassliche
Er
werbseinbusse
von
lediglich 6,43
%
erleide und daher
ab dem 1. Mai 2014
keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe und dass mangels relevanten Integritätsschadens auch kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung bestehe (
Urk.
8/205).
Die Gemeinde
Y._
beendete daraufhin das Anstellungsverhältnis mit der Versi
cherten per Ende Mai 2014 (Urk.
8/222).
1.5
Die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dieter Studer, liess
gegen die Verfügung vom 14. April 2014
mit Eingabe vom 19. Mai 2014 Einsprache erheben und beantragen, ihr seien eine Rente und eine
Integritätsentschädi
gung
zuzusprechen (
Urk.
8/216).
Die Suva zog die Akten der Invalidenver
sicherung bei, wo sich die Versicherte im Februar 2012 erneut angemeldet hatte (
Urk.
12/45), und nahm
insbesondere
Kenntnis von der Verfügung
der IV-Stelle
vom 20. August 2014, mit welcher der Versicherten für die Zeit von August 2012 bis April 2014 eine ganze Invalidenrente aufgrund eines
Invali
ditätsgrades
von 75
%
zugesprochen worden war, wogegen ihr Rentenan
spruch für die Folgezeit aufgrund eines Invaliditätsgrades von nur noch 24
%
verneint worden war
(
Urk.
8/236).
Nachdem die Versicherte von der Gele
genheit zur Stellungnahme zu den beigezogenen Akten der Invalidenver
sicherung mit Eingabe vom 11. Februar 2015 Gebrauch gemacht hatte (
Urk.
8/241), wies die Suva die Einsprache mit Entscheid vom 28. August 2015 ab (
Urk.
2 =
Urk.
8/242).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 28. August 2015 liess
X._
durch Rechtsanwalt Dieter Studer mit Eingabe vom
30. September 2015 Beschwerde erheben (
Urk.
1) und beantragen, der Entscheid sei aufzuheben und ihr seien eine Rente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 32
%
mit Wirkung ab dem 1. Juni 2014 sowie eine Integritätsentschädigung von 15
%
zuzusprechen, eventualiter sei die Sache zur Vornahme ergänzender Abklä
rungen und anschliessender neuer Verfügung an die Verwaltung zurückzu
weisen (
Urk.
1 S. 2). Als neue Unterlagen liess die Versicherte eigene Auf
stellungen zu den durchgeführten Behandlungen und zu ihren Einschrän
kungen (
Urk.
3/5-8) sowie
einen Bericht von Dr.
med.
G._
, Spezialarzt für Neurologie, über eine Untersuchung wegen
Parästhesien
an den Fingern der linken Hand vom 26. März 2015 (
Urk.
3/14)
und einen Bericht der Phy
siotherapeutin H._
vom 19. September 2015 (Urk. 3/13)
einreichen. Die Suva
, vertreten durch Rechtsanwalt Reto Bachmann, liess
in der Beschwerdeantwort vom 5. November 2015 auf Abweisung der Beschwerde
schliessen
(
Urk.
7).
Nachdem das Gericht mit Verfügung vom 9. November 2015 (
Urk.
10) die Akten der Invalidenversicherung beigezogen hatte (
Urk.
12/1-151), liess die Versicherte in der Replik vom 14. Januar 2016 an der Beschwerde festhalten (
Urk.
14)
und auf eine hausärztliche Überweisung
von
Dr.
med. I._
zur orthopädischen Abklärung der fortbestehen
den Beschwerden hinweisen (Urk.
15/15). Die Suva
liess
in der Duplik vom 18. Februar 2016 ebenfalls an ihrem Standpunkt festhalten (
Urk.
19), was der Versicherten am 2
2.
Februar 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
20).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
gesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbe
stimmungen zur Änderung vom 25.
September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistun
gen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bishe
ri
gem Recht gewährt werden (
Abs.
1 der genannten Übergangsbestimmun
gen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
5. Juni 2011 ereignet, weshalb die bis 31.
Dezember 2016 gültig gewesenen Normen
zur Anwendung gelan
gen
und in dieser Fassung zitiert werden.
2.
2.1
Gemäss Art. 6
Abs.
1 UVG werden die Versicherungsleistungen bei Berufsun
fällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.
2.2
N
ach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mäs
sige Behandlung der Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Tag
geld zu. Wird die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie gemäss Art. 18
Abs.
1 UVG Anspruch auf eine Invaliden
rente. Der Ren
tenanspruch entsteht nach Art. 19 Abs. 1 UVG, wenn von der Fortset
zung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszu
standes
mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliede
rungsmassnahmen der Invali
denversicherung abgeschlossen sind, wobei mit dem Rentenbeginn die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin
fallen. Ferner entsteht zusam
men mit der Festlegung der Invalidenrente beziehungsweise mit der Beendigung der ärztlichen Behandlung unter den Voraussetzungen in Art. 24 UVG auch ein Anspruch auf eine
Integritätsent
schädigung
.
2.3
2.3.1
Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades im Sinne von Art. 18
Abs.
1 UVG wird gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozi
alversicherungsrechts
(ATSG)
das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes
Invalidenein
kommen
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkom
men
).
Nach der Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung in der Invaliden
-
versiche
rung
, die auch im Unfallversicherungsrecht anwendbar ist, hat der Einkommensvergleich in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Ein
kommens
-
differenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die frag
lichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden kön
nen, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schät
zen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander
zu vergleichen (BGE 128 V 29 E
. 1).
Art. 28 UVV regelt verschiedene Sonderfälle der Bestimmung des
Invalidi
-
täts
grades
. War die Leistungsfähigkeit der versicherten Person auf
grund einer nicht versicherten Gesundheitsschädigung bereits vor dem Unfall dauernd herabgesetzt, so ist nach Art. 28
Abs.
3 UVV für die Bestimmung des Invaliditätsgrades der Lohn, den sie aufgrund der vorbestehenden ver
minderten Leistungsfähigkeit zu erzielen imstande w
äre, dem Einkommen gegenüberzus
tellen, das sie trotz der Unfallfolgen und der vorbestehenden Beeinträchtigung erzielen könnte.
2.3.2
Bei der Ermittlung des hypothetischen
Valideneinkommens
ist im Regelfall am Einkommen anzuknüpfen, das die versicherte Person vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens tatsächlich erzielt hat. Davon abzugehen ist jedoch dann, wenn die versicherte Person die bisherige Stelle mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch ohne Ges
undheitsschaden nicht mehr inne
hätte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_934/2015 vom 9. Mai 2016 E. 2.2 mit Hinweisen).
Auch bei der
Festsetzung des
hypothetischen
Invalideneinkommens ist
recht
sprechungsgemäss
primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszuge
hen, in
der
die ve
rsicherte Person konkret steht. Der Invalidenlohn kann allerdings nur dann dem tatsächlich
erzielte
Lohn gleichgesetzt werden,
wenn
das Arbeitsverhältnis besonders stabil ist, wenn das tatsächliche Ein
kommen der Arbeitsleistung angemessen ist und mithin keinen Soziallohn darstellt und wenn die verbleibende Arbeitsfähigkeit im konkreten Arbeits
ve
rhältnis voll ausgeschöpft wird. Ist dies nicht der Fall, so sind
nach der Rechtsprechung entweder
die
Tabellenlöhne
der Lohnstrukturerhebungen des
Bundesamt
es
für Statistik
(LSE) oder
die Zahlen der Dokumentation vo
n Arbeitsplätzen der Suva (DAP) heranzuziehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_934/2015 vom 9. Mai 2016 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.4
Nach Art. 24
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet.
Die Integritätsentschädigung
wird nach Art. 25
Abs.
1 UVG
in For
m einer
Kapi
talleistung
gewährt und
wird entsprechend der Schwere des
Integritätsscha
dens
abge
stuft
.
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416
).
Für die darin genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des
versicherten Verdienstes (Ziffer
1
Abs.
1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht auf
geführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere
vom
Skalen
wert
abgeleitet (Ziffer
1
Abs.
2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen A
nspruch auf Entschädigung (Ziffer
1
Abs.
3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichge
stellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetra
ges des versic
herten Verdienstes ergäbe (Ziffer
2).
Die Medizinische Abteilung
der Suva
hat in Weiterentwicklung der
bundes
-
rät
lichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog
enannte
Feinraster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebe
nen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht
verbindlich, umso mehr als Ziffer
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Prozentsatz d
es Integritätsschadens für den „Regelfall“
gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen
die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156
E. 3a).
3.
3.1
Hinsichtlich
der
Befunde und Diagnosen besteht Einigkeit unter den behandeln
den und untersuchenden Fachpe
rsonen der Medizin.
Dr.
D._
gab im Bericht über die erste krei
särztliche Untersuchung vom 15.
Februar 2012 die Feststellungen einer Fraktur im Bereich des
Tuberculum
majus
und einer Zerrung der
posterio
-superioren
Rotatorenmanschette
wieder (
Urk.
8/47 S. 5), wie sie das
Z._
gemacht hatte, und übernahm auch dessen Diagnose einer persistierenden reaktiven
Kapsulitis
(vgl.
Urk.
8/29,
Urk.
8/31,
Urk.
8/38,
Urk.
8/42). Sodann konnte d
er zusätzliche Befund einer Läsion der
Supraspinatussehne
, den die weitere
Magnetreso
nanztomographie
vom Oktober 2012 zeigte (vgl.
Urk.
8/86
S. 2
), anlässlich der Schulteroperation vom 15. März 2013 bestätigt werden (vgl.
Urk.
8/114)
. E
ine nochmalige Magnetresonanzuntersuchung vom September 2013 ergab jedoch gemäss dem Austrittsbericht der
F._
vom 21. Januar 2014 keinen Hinweis auf eine Re-Ruptur im Anschluss an die Operation (
Urk.
8/17
5 S. 1), und auch diese Deutung wurde nirgendwo angezweifelt.
Nicht in Frage gestellt wurde
ferner
das Ergebnis der neurologischen Unter
suchung in der
E._
vom Oktober 2013
,
aufgrund des
sen
eine
Nervenläsion ausgeschlossen wurde (vgl. Urk.
8/155 S. 3-4)
; weder die Ärzte der
F._
(vgl.
Urk.
8/175
S. 16
) noch
Dr.
D._
an
lässlich der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom Februar 2014 (vgl.
Urk.
8/183
S. 5
) äusserten Zweifel daran.
Übereinstimmend stellten die Ärzte der Rehaklinik
E._
und
Dr.
D._
hingegen fortdauernde
Bewegungs
einschränkungen
der linken Schulter fest (vgl.
Urk.
8/175
S. 17,
Urk.
8/183
S. 7).
Nicht
strittig
und aufgrund der Akten einleuchtend
ist
des Weiteren
die
Unfall
kausalität
der genannt
en Befunde der linken Schulter
.
3.2
Weder strittig und noch von Amtes wegen zu beanstanden ist
sodann
d
ie Einstellung der Taggeldzahlungen
a
m 1. Mai
2014 und der
Beginn des gel
tend gemachten
Rentenanspruchs
mit gleichzeitiger Prüfung des
Integritäts
entschädigungsanspruchs
a
n diesem Tag
.
Nach der
Operation vom
März 2013 stellte der Kreisarzt
Dr.
D._
im August 2013 zwar eine gewisse Ver
besserung der Schulterbeweglichkeit im Vergleich zur Untersuchung vom Februar 2013 fest (
Urk.
8/143 S. 6),
und die
E._
rech
nete im Oktober 2013 mit einer weiteren Besserung
unter
physiotherapeu
tischer Kräftigung (
Urk.
8/152 S. 1 und
Urk.
8/154 S. 2
). Der Aufenthalt in der
F._
von Dezember
2013
/Januar 2014 vermochte jedoch keine wesentliche Veränderung mehr herbeizuführen; die Klinik berichtete, am Anfang
habe durch das Training eine Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit erzielt werden können
,
im weiteren Verlauf habe sich jedoch eine Stagnation abgezeichnet, da die
Schmerzprob
lematik
und die psychische Belastungssituation zunehmend in
den Vorder
grund getreten seien
. Dementsprechend empfahl die Klinik neben der Fort
führung eines Heimpr
ogramms zwar die Aufnahme eines
physiotherapeutisch begleiteten Medizinischen Trainingsprogramms, nannte als Behandlungsziel aber in erster Linie die Erhaltung der Gelenks- und Muskelfunktion und die
Rekonditionierung
und hielt gleichzeitig fest, von der Fortsetzung der Behandlung sei keine namhafte Besserung mehr zu erwarten (
Urk.
8/175
S. 4).
Dr.
D._
folgte dieser Beurteilung anlässlich der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom Februar 2014 (
Urk.
8/183 S. 8), und
die Beschwerdegegnerin hat daher gestützt auf Art. 19
Abs.
1 UVG richtiger
weise
per 1. Mai 201
4 den Rentenanspruch und zeitgleich (Art. 24
Abs.
2 UVG) den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung geprüft
.
4.
4.1
Die Funktion des linken Schultergelenks war Gegenstand einer
umfassenden Belastbarkeitstestung in der
F._
, bei der die Testergebnisse
in Beziehung gesetzt wurden zum Profil
der bisherigen Tätigkeit
der Beschwer
deführerin
als Hauswartin
(
Urk.
8/175 S. 6-14
).
Die Schlussfolgerung
im Austrittsbericht vom Januar 2014
,
diese
zuletzt ausgeübte
Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin nicht mehr zuzumuten, da
die funktionelle Leistungs
fähigkeit mehrheitlich unter
de
n Belastungsanforderungen
dieser Tätigkeit
liege
(
Urk.
8/175 S. 4 und S. 9), ist
daher oh
ne Weiteres plausibel und wurde
denn auch von
Dr.
D._
geteilt (
Urk.
8/183 S. 8).
Als ganztags zumutbar bezeichneten
die Ärzte der
F._
demge
genüber leichte bis mittelschwere Arbeiten ohne Verrichtungen, bei denen der linke Arm dauernd über Brusthöhe eingesetzt werden müsse oder die einen wiederholten Krafteinsatz des linken Armes erforderten (
Urk.
8/175 S. 2)
. In Kenntnis dieser Beurteilung
attestierte
Dr.
D._
der Beschwerde
führerin
im Bericht über die kreisärztliche Abschlussuntersuchung
ebenfalls eine volle Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten im Rah
men des von ihm formulierten Zumutbarkeitsprofils. Dabei schloss er Tätig
keiten mit Überkopfarbeiten unter Last aus und erachtete Überkopfarbeiten ohne Last als nur selten möglich, des Weiteren hielt er eine Belastung des linken Armes in körperferner Haltung nicht für möglich und stellte für die körpernahe Haltung
Gewichtslimiten
von 10 kg bis Hüfthöhe
und von 3 kg bis Brusthöhe auf.
Als gar nicht zumutbar
beurteilte
Dr.
D._
das Besteigen von Leitern und Gerüsten sowie Arbeiten mit dem linken Arm an stossenden, schlagenden und vibrierenden Maschinen (
Urk.
8/183 S. 8).
4.
2
Der Beschwerdeführerin ist darin zuzustimmen (vgl.
Urk.
1 S. 3 f.), dass sich
Dr.
D._
zur Zumutbarkeit von Arbeiten über Brust
höhe, soweit diese nicht mit dem
Heb
en
von Gewichten verbunden sind, anders als die Ärzte der
F._
nicht explizit äusserte.
Ein eigen
tlicher Widerspruch
ergibt sich daraus jedoch nicht, zumal auch die
Ärzte der
F._
Arbeiten
über Brusthöhe
nicht voll
ständig
, sondern nur bei längerer Dauer aus
schlossen
(
Urk.
8/175
S. 2), worauf die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort zutreffend hinwies (
Urk.
7 S. 4).
Aus den Testergebnissen geht allerdings hervor, dass die Beschwerdeführerin die Position für Arbeiten über Schulterhöhe nicht erreichen und Arbeiten auf
Schulterhöhe ebenfalls nur mit Mühe ausführen konnte (
Urk.
8/175 S. 12)
, weshalb
die Ärzte solche Arbeiten nur aus medizinisch-theoretischer Sicht und zudem nur als selten zumutbar erachteten (
Urk.
8/175 S. 6). Damit dürften Stellen, die solche Kör
perhaltungen erfordern, für die Beschwerdeführerin tatsächlich nicht in Frage kommen.
Die Rechtsprechung geht jedoch davon aus, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt selbst für Personen, die funktionell als Einarmige zu betrachten sind
- was bei der Beschwerdeführerin nicht der Fall ist -
, genügend Stellen bietet (Urteil des Bundesgerichts 8C_670/2015 vom
12. Februar
2016 E. 4.3 mit Hinweisen)
.
D
ie Beschwerdeführerin macht
e
denn auch nicht geltend, aufgrund ihrer Schulterproblematik
vom Arbeitsmarkt
gänzlich ausgeschlossen zu sein.
Vielmehr
durchlief
sie
, finanziert durch die Invalidenversicherung, eine Aus
bildung im Bereich der Hundezucht (vgl. die
E-Mail-Korrespondenz zwischen
der Beschwerdeführerin und der IV-Stelle in
Urk.
12/113/1-2 und die
Mittei
lung der IV-Stelle
vom 30. Juni 2014,
Urk.
12/120) und trat anschliessend im August 2014 eine
40%-Stelle bei einer Hundezüchterin
an
(vgl. die
Verein
barung vom 11. Juni 2014,
Urk.
12/113/3-4
)
, die sie zwar kurz darauf wieder verlor, jedoch aus Gründen
, die in der Person der Arbeitgeberin lagen (vgl. das
Kündigung
sschreiben vom 9. August 2014,
Urk.
12/144
; vgl. auch die Berichte der Eingliederungsunternehmung
J._
vom 14. Juli und vom
8. September 2014,
Urk.
12/131 und
Urk.
12/148
, sowie das Verlaufs
-
protokoll der Eingliederung
sberatung der IV-Stelle in Urk.
12/143
).
Damit
zeigte die Beschwerdeführerin
, dass sie trotz der selbst aufgelisteten Einschränkungen (vgl.
Urk.
3/6 und
Urk.
3/7) zur Verrichtung gesundheitlich angepasster kör
perlicher Arbeit in der Lage war.
4
.3
Die Berichte, welche die Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren ein
reichen liess, weisen sodann
entgegen den Vorbringen in der Beschwerde
schrift und in der Replik (
Urk.
1 S. 7 und
Urk.
14)
nicht auf eine namhafte Zustandsveränderung in der Zeit nach der kreisärztlichen
Abschlussunter
suchung
vom Februar 2014 hin. Denn gemäss dem Bericht von
Dr.
G._
vom 26. März 2015 (
Urk.
3/14) trat zwar im Dezember 2014 neu ein
Taub
heitsgefühl
mit leichten Missempfindungen an den Fingern der linken Hand auf,
Dr.
G._
w
ie auch die Physiotherapeutin H._
(
Urk.
3/13 S. 2)
sprach
en
jedoch von einer
Regredienz
dieser Beschwerden unter Physiothe
rapie
, und
Dr.
I._
hielt im Überweisungsschreiben vom 15. Septem
ber 2015 (
Urk.
15/15) ebenfalls fest, die
Kribbelparästhesien
seien vollständig
regredient
, und schilderte im Übrigen das bekannte Beschwerdebild mit Beweglichkeitseinschränkungen und Schmerzen in der linken Schulter.
Auch berichtete
Dr.
I._
,
die B
eschwerdeführerin
habe
im Rahmen einer Saison-Anstellung v
on Mai bis September 2015 zu 10
% als
Kranüberführe
rin
an der Schleuse eines Kraftwerks
gearbeitet
(Urk.
15/15 S. 1)
, was auf
eine nach wie vor erhalten gebliebene Leistungsfähigkeit in angepasster Tätigkeit hinweist.
Damit ist für den gesamten Beurteilungszeitraum bis zum Erlass des angefoch
tenen
Einspracheentscheids
vom 28. August 2015 das
Zumutbar
keitsprofil
der
F._
und des Kreisarztes
Dr.
D._
massge
bend.
5.
5.1
Es stellt sich
die weitere Frage nach der Erwerbseinbusse, welche die Beschwer
deführerin
durch die Umstellung auf eine
der
beeinträchtigten lin
ken Schulter
angepasste Tätigkeit erleidet.
5.2
Die Beschwerdeführerin
liess
den generellen Standpunkt
vertreten
(vgl. Urk.
1 S. 5 ff.)
, die Beschwerdegegnerin habe sich an der Erwerbseinbusse von rund 32
%
zu orientieren, welche die IV-Stelle
ihrer Verfügung vom 20.
August 2014
für die Zeit ab Mai 2014
zugrundegelegt
hatte
(vgl. Urk.
8/236).
Zwar ist es geboten, dass die IV-Stelle und der Unfallversicherer ihre
Invalidi
tätsbemessung
koordinieren, wenn dieselben Gesundheitsschäden zur Diskussion stehen. Hingegen
sind die Versicherer nicht an den Entscheid des jeweils anderen Versicherers gebunden (BGE 133 V 549, 131 V 362).
Wie die Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Einspracheentscheid
bemerkte (
Urk.
2 S. 10), nahm die IV-Stelle zu Unrecht
an, die Beschwerdeführerin würde bei guter Gesundheit zu 75
%
als Hauswartin arbeiten (vgl. den
Einkommensver
gleich
vom 15. Mai 2014,
Urk.
12/96)
. Vielmehr hatte
die Beschwerdeführerin von Beginn der betreffenden Anstellung an stets nur ein 50%-Pensum ver
richtet, das schliesslich noch vor dem Unfall vom Juni 2011 per Oktober 2010 auf ein 25%-Pensum reduziert worden war (vgl. Sachverhalt Ziffer 1.1).
Unter diesen Umständen war die
Beschwerdegegnerin nicht gehalten, sich am
Valideneinkommen
,
das die IV-Stelle aufgrund ihrer unrichtigen Anna
hme ermittelte,
zu orientieren.
5.3
5.3.1
Allerdings hält auch die Festlegung des
Valideneinkommens
durch die Beschwerdegegnerin, wie sie im angefochtenen
Einspracheentscheid
und in der ihm zugrundeliegenden Verfügung vom 14. April 2014 dargestellt ist (
Urk.
2 S.
8 f.,
Urk.
8/205 S. 2)
, einer
näheren
Überprüfung nicht stand.
5.3.2
Richtig ist zwar
die
Aufrechnung
des Einkommens
auf ein
Vollzeitpensum, ungeachtet dessen, dass die Beschwerdeführerin gemäss ihren Angaben bei der Haushaltabklärung durch die IV-Stelle (
Urk.
12/108/4) auch als Gesunde nicht vollzeitlich erwerbstätig wäre (vgl. hierzu
das
Urteil des Bundesgerichts 8C_593/2014 vom 8. Oktober 2014 E. 2.1 mit Hinweis auf BGE 119 V 475).
Zu bemängeln ist hingegen die Zusammensetzung des
Valideneinkommens
zum einen aus dem Lohn, den die Beschwerdeführerin mit einer 50%-An
stellung als Hauswartin erzielen würde, und zum andern aus dem Lohn, den
sie er
hielte, wenn sie ihre auf Juni 2011 vorgesehene neue Tätigkeit bei der Flughafenpolizei in einem 50%-Pensum
verrichtete
. Denn die
Anstellungs
verfügung
für die neue Tätigke
it datiert zwar bereits vom 26.
April 2011 (
Urk.
8/200). Die Anstellung begann jedoch erst am 6. Juni 2011, also einen Tag nach dem Unfall vom 5. Juni 2011, und das Anstellungsverhältnis wurde gemäss der Austrittsverfügung vom 2
2.
Juni 2011 per Ende Juni 2011 bereits wieder beendet (
Urk.
12/103/2), nachdem die Beschwerdeführerin
gemäss der Sachverhaltsdarstellung im Bericht
der IV-Stelle über die Haushalt
abklärung die vorgesehene vierwöchige Einarbeitung angetreten, aber wegen der Schulterbeschwerden vorzeitig abgebrochen
hatte (
Urk.
12/108/3).
Unter diesen Umständen kann der Lohn für die nicht einmal einmonatige, erst nach dem Unfall angetretene Anstellung bei der Flughafenpolizei nicht als Einkommen gelten, das die Beschwerdeführerin im Sinne der Recht
sprechung zum hypothetischen
Valideneinkommen
(vgl.
E. 2.3.2)
vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens tatsächlich erzielt hat.
Hinzu kommt, dass in der Anstellungsverfügung wohl ein Beschäftigungsgrad von mindestens 50-80
%
genannt ist, dass jedoch gleichzeitig festgehalten ist, der voraus
sichtliche durchschnittliche Beschäftigungsgrad betrage mi
ndestens acht Wochenstunden, was
einem Beschäftigungsumfang
von lediglich 20
%
ent
spricht. Ausserdem statuierte die Verfügung eine Befristung der Anstellung bis Ende Mai 201
2.
Es ist deshalb ungewiss, ob die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des mutmasslichen Rentenbeginns
vom Juni 2014 noch bei der Flughafenpolizei gearbeitet hätte und dort das gesuchte Pensum von 50
%
hätte versehen können oder das Pensum gar auf 75
%
hätte aufstocken und die Tätigkeit als Hauswartin hätte aufgeben können, wie es
ihr vorschwebte (vgl.
Urk.
12/10
8/4).
5.3.3
Bei der Festlegung des hypothetischen
Valideneinkommens
ist daher zum einen davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin als Gesunde nach wie vor ihr 25%-Pensum in der Hauswartung innegehabt hätte. In diesem Umfang ist das konkrete Einkommen in diesem Arbeitsverhältnis m
assge
bend.
Es beläuft sich gestützt auf die
Lohnabrechnung für den Monat Feb
ruar 2014 (
Urk.
8/186)
und die Angaben der Schule vom 10. Februar 2014 (
Urk.
8/184 S. 2) auf
Fr. 17'620.50.
Zum andern ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin das 25%-Pensum um ein weiteres Pensum zu 50
% ergänzt hätte, wie sie es ab dem 1. Oktober 2010 suchte (vgl. Sachverhalt
Ziffer 1.1). Das mutmassliche Einkommen daraus ist
aber
nach dem Gesagten nicht anhand des konkreten Anstellungsverhältnisses bei der
Flughafenpoli
zei
zu bemessen, sondern vielmehr anhand der Verhältnisse auf dem allge
meinen Arbeitsmarkt.
Zur Zeit des Erlasses des angefochten
en
Einspracheentscheids
vom 28.
August 2015 lagen als aktuellste Zahlen diejenige
n
der LSE 2012 vor, die
im Oktober
2014 veröffentlicht worden war
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2).
Die Beschwerdeführerin verfügt zwar über eine Lehre als Pelznäherin, arbeitete jedoch nur kurz in diesem Beruf und hatte danach Stellen inne, die keine Berufsausbildung voraussetzten. Ihr Suchbereich erstreckte sich daher auf
Stellen des
Kompe
tenzniveaus
1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art)
der
massgebenden Tabelle TA1 (Bruttolohn nach Wirtschaftszweigen,
Kompe
tenzniveau
und Geschlecht im Private
n Sektor; vgl. BGE 142 V 178 E .
2.5.3.1 und E. 2.5.7)
. Für Frauen ist hier (S. 35) in der Zeile „Total“ ein Wert von Fr. 4‘112.-- angegeben (
Bruttolohn definiert als
Lohn, über dem beziehungs
weise unter dem sich 50
%
aller Lohnangaben befinden [sogenannter
Zent
ralwert
], unter anteilsmä
ssiger Berücksichtigung des 13.
Monatslohnes und standardisiert auf 40 Wochenstunden)
.
Für das massgebende Jahr 2014 resultiert unter Berücksichtigung der Teuerung (Bundesamt für Statistik, Tabelle T1.2.10
, Nominallohnindex, Frauen 2011
2015, Veränderung um 0,7
%
von 2012 auf 2013 und um 1
%
von 2013 auf 2014) und umgerechnet auf die im Jahr 2014 betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden (Bundesamt für Statistik, Tabelle T
03.02.03.01.04.01
) ein Monats
lohn von Fr. 4‘360.-- beziehungsweise ein Jahreslohn von Fr. 52‘320.--. Für das gesuchte Pensum von 50
%
ergibt sich daraus
ein Jahreslohn von
Fr. 26‘160.--.
Das mutmassliche Einkommen, das die Beschwerdeführerin im Jahr 2014 mit ihrem 25%-Pensum als Hauswartin und mit dem zusätzlichen Pensum von 50
%
in einer Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarktes erzielt hätte, beläuft sich damit auf Fr. 43‘780.50 (Fr. 17'620.50 + Fr. 26‘160.--). Aufgerechnet auf ein 100%-Pensum ergibt sich ein Jahreslohn von Fr. 58‘374.
--. Dieser ist als hypothetisches
Valideneinkommen
einzusetzen.
5.4
Da das
Valideneinkommen
teilweise auf der LSE basiert, ist aus Gründen der Vergleichbarkeit auch das Invalideneinkommen anhand der Zahlen der LSE und nicht anhand der Arbeitsplatzdokumentation der Beschwerdegegnerin (DAP) zu bemessen.
Ausgangspunkt ist wiederum dasselbe Stellenspektrum der LSE 2012 und somit derselbe Jahreslohn von Fr. 52‘
320.--.
Sodann ist r
echtsprechungsgemäss durch eine Herabsetzung des tabellarisch ermittelten
Lohnes um maximal 25
%
dem Umstand Rechnung zu tragen, dass gesund
heitlich beeinträchtigte Personen auch bei der Verrichtung einer an sich angepassten Tätigkeit in gewissem Masse eingeschränkt und dadurch erfah
rungsgemäss gegenüber voll leistungsfähigen Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind; darüber hinaus dient eine solche Reduktion der Berück
sichtigung von weiteren persönlichen und beruflichen Merkmalen, die sich auf die Lohnhöhe auswirken können, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörig
keit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad (vgl. BGE 129
V 472 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
Für die Beschwerdeführerin besteht insoweit eine
gesundheitlich bedingte
Einschränkung in der Stellenauswahl, als diejenigen Stellen für sie nicht in Frage kommen, die
einen uneingeschränkten Einsatz der linken Schulter erfordern. Diese Einschränkung
kann sich
im
Lohn nieder
schlagen.
Das Bun
desgericht hat allerdings schon darauf hingewiesen, dass im Tabellenlohn des niedrigsten Anforderungsniveaus bereits eine Vielzahl von leichten und mit
telschweren Tätigkeiten enthalten seien und das Erfordernis der Umstellung auf eine zumutbare derartige Tätigkeit
deshalb
für sich allein
noch keinen Abzug rechtfertige (vgl. Urteil 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.2 mit Hinweis). Zusätzlich ist davon auszugehen, dass im Tabellenlohn
der
Frauen die körperlich schweren Arbeiten, die allein aufgrund des Körpereinsatzes besser
entlöhnt
sind, in geringerem Mass vertreten sind als im Tabellenlohn der Männer. Deshalb
trägt
vorliegendenfalls
ein Abzug von 5
%
der einge
schränkten Einsatzfähigkeit der linken
Schulter
des
adominanten
Armes
(vgl.
Urk.
8/183 S. 6)
genügend Rechnung
.
Ferner gelangten die Ärzte der
F._
aufgrund eines psychosoma
t
ischen Konsiliums (vgl.
Urk.
8/175 S. 3) zum Schluss, die Beschwerdeführerin leide an einer psychi
schen Störung (Anpassungsstörung mit innerer Unruhe und Besorgtheit, ICD-10 Code F43.2
,
nach Erschöpfungsdepression im Jahr 2008;
Urk.
8/175 S. 1), welche eine mindestens leichte arbeitsrelevante Leistungsminderung bewirke (
Urk.
8/175 S. 2). Der Beschwerdegegnerin ist aber darin zu folgen (vgl.
Urk.
7 S. 5 f.), dass diese Störung nicht als unfalladäquat im Sinne der Krite
rien der Rechtsprechung einzustufen ist, was die Beschwerdeführerin auch nicht geltend machen liess. Und soweit sich die psychische Störung bereits vor dem Unfall einschränkend ausgewirkt haben sollte, so wäre sie in Anwendung von Art. 28
Abs.
3 UVV sowohl bei der Bemessung des
Validen
einkommens
als auch bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigen. Ein zusätzlicher Abzug vom Tabellenlohn aufgrund psy
chisch bedingter Einschränkunge
n
ist daher nicht gerechtfertigt.
Schliesslich ist auch kein zusätzlicher Abzug
aufgrund von persönlichen oder beruflichen Umständen angezeigt, schon deshalb nicht, weil auch das
Vali
deneinkommen
zum grösseren Teil auf dem Tabellenlohn basiert und sich die entsprechenden Umstände insoweit auf beiden Seiten des
Einkommensver
gleichs
gleichermassen niederschlagen.
Im Übrigen ist die Beschwerdeführe
rin gebürtige Schweizerin und als solche nicht lohnmässig ben
achteiligt
gegenüber
ihren
Mitbewerberinnen. Auch dass sie im Alter von über 50 Jahren ihre langjährige Stelle in der Hauswartung aufgeben musste, muss sich nicht nur nachteilig auswirken, sondern die ausgewiesene Betriebstreue kann sich bei einem neuen Arbeitgeber
sogar
positiv auf den Lohn auswirken (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_477/2016 vom 23.
November 2016 E. 4.2).
Aus der Berücksichtigung des 5%igen Abzugs resultiert
ein hypothetisches Invalideneinkom
men von Fr. 49‘704.--
.
5.5
Die Gegenüberstellung des hypothetischen
Validen
einkommens
von Fr.
58‘374.-- und des hypothetischen Invalideneinkommens von
Fr. 49‘704.--
ergibt ei
nen Invaliditätsgrad von aufgerundet 15
%
(zu den Rundungsregeln vgl. BGE 130 V 121).
Die Beschwerdeführerin hat somit ab dem
1.
Mai
2014
- entgegen dem Antrag in der Beschwerdeschrift nicht erst ab dem
1.
Juni 2014, da die Taggelder ab dem
1.
Mai 2014 eingestellt worden sind (vgl.
E.
3.2)
-
Anspruch auf eine Invalidenrente auf dieser Basis.
6.
Zu prüfen bleibt der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Integritäts
-
ent
schädigung
.
Einzige Beurteilungsgrundlage bildete die Aussage von
Dr.
D._
im
kreisärzt
lichen
Abschlussbericht, das Ausmass eines entschädigungspflichti
gen Gesundheitsschadens sei nicht err
eicht worden (
Urk.
8/183 S
. 8); die Beschwerdegegnerin
begründete die Anspruchsverneinung im angefochtenen
Einspracheentscheid
und in der ihm zugrundeliegenden Verfügung vom 1
4.
April 2014 allein damit (
Urk.
2 S. 12,
Urk.
8/205 S.
2
).
Dr.
D._
enthielt sich indessen jeglicher Begründung für seine Einschätzung; er nahm weder Bezug auf die Skala im Anhang 3 zur UVV noch
auf die Tabellen, in denen die Suva die vorgeschriebene Abstufung bei teilweiser Gebrauchsunfähigkeit
eines Organs oder einer Extremität (Ziffer 2 des Anhangs) konkretisiert hat, im Falle des Armes
in der
Tabelle
1.
Zwar ist die Festlegung des
Integritäts
schadens
als Grundlage des Entschädigungsanspruchs
rechtsprechungsge
mäss
Sache des Unfallversicherers und nicht des Arztes. Der
Unfallversiche
rer
muss sich dabei jedoch auf die Fachkenntnisse der medizinischen
Fach
person
stützen und bedarf schlüssiger medizinischer
Angaben
zur Frage des Integritätsschadens (vgl. Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_265/2009 vom 5.
Oktober 2009 E. 7.2).
Eine gänzlich unbegründete medizinische Einschät
zung kann das Erfordernis der Schlüssigkeit
aber
von vornherein nicht erfüllen.
Die Beschwerdegegnerin wird die Akten daher um eine begründete, schlüs
sige Integritätsschadensbeurteilung zur ergänzen haben.
7.
Damit ist der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 2
8.
August 2015 in Bezug auf die Rente in teilweiser Gutheissung der Beschwerde dahingehend zu ändern, dass die Beschwerdeführerin ab dem
1.
Mai
2014 Anspruch auf eine Rente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 15
%
hat. In Bezug auf die Integritätsentschädigung ist
die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass
der angefochtene
Einspracheentscheid
aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
ist
, damit sie nach ergänzender Abklä
rung im Sinne der Erwägungen darüber neu verfüge.
8.
8.1
Nach Art. 61
lit
. g ATSG hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person An
spruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen sind; als weitere
Bemes
sungskriterien
nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
] sowie § 8 der Ver
ordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozial
versicherungsgericht [
GebV
SVGer
]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
8.2
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
wies in der eingereichten
Honor
ar
note
zeitliche Aufwendungen von 15 Stunden und 55 Minuten sowie Barauslagen
von
Fr.
159.20
in Form einer Kleinspesenpauschale
(
4
%
des Honorars
für die
zeitlichen Aufwendungen
)
aus (
Urk.
23).
Nicht im vorliegenden
Verfahren
zu entschädigen sind die Aufwendungen vor dem Erlass des angefochtenen
Einspracheentscheids
. Der zu entschädi
gende Zeitaufwand reduziert sich damit um die Positionen
für die
Zeit bis und mit dem 1
0.
August 2015 und somit um 50 Mi
nuten auf 15
Stunden und 5 Minuten. Dieser Zeitaufwand ist als angemessen zu beurteilen. Beim gerichtsüblichen Stundenansatz von
Fr.
220.-- beläuft sich die zuzuspre
chende Entschädigung für
den Zeitaufwand auf
Fr.
3‘318.3
5.
Wird entspre
chend der Berechnungsweise in der Honorarnote für die Spesen ein Betrag von 4
%
dieser Summe eingesetzt, so ergeben sich zusätzlich zu entschädi
gende Barauslagen in der Höhe von
Fr.
132.7
5.
Unter Berücksichtigung der Mehrwertsteuer von 8
%
beläuft sich die Gesamtentschädigung, die der Beschwerdeführerin zuzusprechen ist
, auf Fr. 3‘727.20 ([
Fr.
3‘318.3
5 +
Fr.
132.75] + 8
%
).