Decision ID: 380b5404-095e-4d6e-b8ee-0b3774f7616f
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1970
geborene
X._
,
Mutter eines Sohnes (geboren 2009
; Urk. 7/1/2
)
,
gelernte kaufmännische Angestellte mit Handelsdiplom
(
Urk.
7/3/4)
,
war
zuletzt
von Mai 2008 bis Ende Januar 2013 als
Berufsspezialistin
Kurswe
sen
/
Kursleiterin
bei der
Y._
tätig
, seit Mai 2010 in
Teilpensen
(
Urk.
7/10,
Urk.
7/11)
. Wegen
Schmerzen, Kraftlosigkeit, psychischen Problemen und ungleich langen Bandscheiben
sowie
unter Hinweis auf einen Ärztefehler bei
einer
Blinddarmoperation im Jahr 2008
meldete sich d
ie
Versicherte am
1.
November 2012
(Eingangsdatum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk.
7
/
2
). Zur Abklärung der medizinischen und erwerblichen Verhältnisse zog die IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto (Urk.
7
/
10
) bei und holte einen Bericht der Arbeitgeberin ein (Urk.
7
/
11
). Sodann wurden Berichte der behandelnden Ärzte (Urk.
7
/
12
,
Urk.
7
/
18-19
)
und
die Unterlagen der
Kranken
taggeldversicherung
(
Urk.
7
/1
6
)
eingeholt
.
Berufliche
Eingliederungsm
assnahmen wurden geprüft und ein entsprechender
Leistungs
anspruch
verneint
(Urk.
7/14)
.
Im Rahmen der weiteren Abklärungen der medi
zinischen Verhältnisse liess die IV-Stelle die Versicherte bei der
Z._
polydisziplinär begutachten (Gutachten vom 10. September 2014, Urk. 7/49).
Mit Schreiben vom
9.
Oktober 2014 auferlegte die IV-Stelle der Versicherten eine Schadenminderungspflicht
, hielt sie zur
Weiterführung einer fachärztlichen psychiatrischen Therapie
an
(
Urk.
7/51)
und holte
in der Folge
einen weiteren Bericht beim behandelnden Psychiater sowie eine Stellungnahme bei den Gutachtern
der
Z._
ein (Urk.
7/63, Urk. 7/69)
.
Nach durchgeführtem
Vorbesch
eidverfahren
(Vorbescheid vom 30. März
2015, Urk.
7
/
71
; Einwand vom
6.
Mai
2015,
Urk.
7
/
75
)
verneinte
die IV-Stelle mit Verfügung vom
1
1.
Juni
2015
einen Rentenanspruch
(Urk. 2 [=
Urk.
7
/
78
]).
2.
Gegen diese Verfügung legte
die
Versicherte mit Eingabe vom
6. Juli 2015
Beschwerde
(
Urk.
1)
ein und
stellte folgende Anträge:
„1.
Die Verfügung sei aufzuheben
2.
Anerkennung der vollen Arbeitsunfähigkeit bis Dezember 2014, gemäss Gutachten und Empfehlung
Z._
3.
Zukünftige Integration durch die IV in die Arbeits
tät
igkeit
4.
Ausrichtung einer befristeten Vollrente bis April 2015
5.
Ausrichtung einer (eventuell) befristeten Teilrente, bei Arbeitsfähigkeit von 50
%
, ab Mai 2015 bis zu 5 Jahren, gemäss Gutachten
Z._
6.
Prüfung der geänderten Voraussetzungen, gemäss
Bundesgerichtsent
scheid
vom
3.
Juni 2015 (9C_492/2014)“
Mit Beschwerdeantwort vom
2
4.
August
2015 beantragte die IV-Stelle Abwei
sung der Beschwerde (Urk.
6
), was de
r
Beschwerdeführer
in
mit Verfügung vom 25
.
August
2015 mitgeteilt wurde (Urk.
8
).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
1.3.1
Mit
BGE 141 V 281
hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursa
che und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 u
nd anschliessende Urteile) ange
passt und festgehalten, dass die
Invaliditätsbemes
sung
stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berück
sichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen nieder
schlagen muss.
Das bishe
rige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein st
ruktu
riertes Beweisverfahren er
setzt. An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG – ausschliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesundheitlichen Beeinträchti
gung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materieller Beweisl
ast der rentenansprechenden Per
son (Art. 7 Abs. 2 ATSG) – ändert sich dadurch
nichts. An die Stelle des bishe
rigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) trete
n im Regelfall beachtliche Stan
dardindikatoren. Diese lassen sich in die Ka
tegorien Schweregrad und Konsis
tenz der funktionellen Auswirkungen einteilen. Auf den Begriff des primären Krankheitsgewinnes und die
Präponderanz
der psychiatri
schen Komorbidität ist zu verzichten. Der Prüfungsraster ist rechtlich
er Natur. Recht und Medizin wir
ken sowohl bei der Formulierung der
Standardindikato
ren
wie auch bei deren – rechtlich gebotener – Anwendung im Einzel
fall zusammen. Im Grunde konkre
tisieren die in E. 4 und 5 formulierten
Beweisthe
men
und Vorgehensweisen für die Invaliditätsbemessung bei psychosomati
schen Leiden die gesetzgeberischen Anordnungen nach Art. 7 Abs. 2 ATSG. Die
Anerkennung eines rentenbegrün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, w
enn die funktionellen Auswirkun
gen der medizinisch festgestellten gesund
heitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlich
keit nachgewiesen sind. Fehlt e
s da
ran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wi
e vor die materiell beweisbelas
tete versicherte Person zu tragen (E. 6).
1.3.2
Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert werden können, umschreibt das Bundesgericht i
n
BGE 141 V 281
wie folgt:
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
Komorbiditäten
(E. 4.3.1.3)
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivit
ätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
behandlungs- und eingliederungsanam
nestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
(E. 4.4.2)
Die Antworten, welche die medizinischen Sachverständigen anhand der (im Einzelfall relevanten) Indikatoren geben, verschaffen den Rechtsanwendern In
dizien, wie sie erforderlich sind, um den Beweisnotstand im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit bei psychosomatischen Störungen zu überbrücken (E. 4.1.3).
1.
3.3
Wie in
BGE 141 V 281
festgehalten (E. 5.2.1), hat sich das Bundesgericht ver
schiedentlich, so auch jüngst, über das Zusammenwirken von Recht und Medi
zin bei der konkreten Rechtsanwendung geäussert. Danach ist es sowohl den begutachtenden Ärzten al
s auch den Organen der Rechtsan
wendung aufgege
ben, die Arbeitsfähigkeit im E
inzelfall mit Blick auf die nor
mativ vorgegebenen Kriterien zu beurteilen. Die medizinischen Fachpersonen und die Organe der Rechtsanwendung prüfen die Arbeitsfähigkeit je aus ihrer Sicht (BGE 137 V 64 E. 5.1). Bei der Abschätzu
ng der Folgen aus den diagnosti
zierten gesundheitli
chen Beeinträchtigungen nimmt zuerst der Arzt Stellung zur Arbeitsfähigkeit. Seine Einschätzung ist ein
e wichtige Grundlage für die an
schliessende juristi
sche Beurteilung der Frage, welche Arbeitsle
istung der versi
cherten Person noch zugemutet werden kann (BGE 140 V 193 E. 3.2; Ulrich Meyer, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunfähigkei
t und seine Bedeutung in der So
zialversicherung, nament
lich für den Einkomme
nsvergleich in der Invaliditäts
bemessung, in: Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, Schaffhauser/
Schlauri
[Hrsg.], 2003, S. 49).
Die Rechtsanwender überprüfen die betreffenden Angaben frei, insbesondere dahin, ob die Ärz
te sich an die massgebenden nor
mativen Rahmenbedingungen gehalten haben, das heisst, ob sie ausschliesslich funktionelle Ausfälle berück
sichtigt haben, welche Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind (Art. 7 Abs. 2 erster Sat
z ATSG), sowie, ob die versiche
rungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung
auf objektivierter Grundlage er
folgt ist (Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG; vgl. BGE 137 V 64 E. 1.2 in
fine
). Dies sichert die einheitli
che und rechtsgleiche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit (BGE 140 V 290 E. 3.3.1, 135 V 201 E. 7.1; E. 5.2.2).
Jedenfalls in der Invalidenversicherung tragen Recht und Medizin, je nach ihren fachlichen und funktionellen Zuständigkeiten, zur Feststellung ein und dersel
ben Arbeitsunfähigkeit bei. Das heisst, dass die medizinischen Gutachter nicht, wie häufig anzutreffen, eine quasi freihändige Beurteilung abgeben und dane
ben noch Grundlagen liefern sollen, anhand derer die Rechtsanwender eine von der subjektiven ärztlichen Einschätzung losgelöste Parallelüberprüfung vor
nehmen. Es gibt keine unterschiedlichen Regeln gehorchende, getrennte Prü
fung einer medizinischen und einer rechtlichen Arbeitsfähigkeit (E. 5.2.3).
1.
3.4
In intertemporalrechtlicher Hinsicht ist sinngemäss wie in BGE 137 V 210 (betreffend die rechtsstaatlichen Anforderungen an die medizinische Begutach
tung) vorzugehen. Nach diesem Entscheid verlieren gemäss altem
Verfahrens
standard
eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Ge
gebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschl
iessendes Abstellen auf die vor
handenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE a.a.O. E. 6 in
initio
). In sinngemässer Anwendung der nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prü
fen, ob die beigezogenen admi
nistrativen und/oder gerichtlichen Sachverständi
gengutachten – gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berich
ten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren er
lauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Um
ständen eine punktuelle Ergänzung genügen (
BGE 141 V 281
E. 8).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander wi
dersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist
im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allsei
tigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vo
r allem bei psychischen Fehlentwicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in
Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolg
erungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Expert
e oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten
und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
erwog im angefochtenen Entscheid, die ausgewiesene Diagnose einer abklingenden posttraumatischen Belastungsstörung gehöre zu den
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage.
Unter Berufung auf die Foerster-Kriterien sei nicht von einer
invalidenversicherungsrechtlich massgebenden Wirkung
auszugehen (
Urk.
2).
2.2
D
ie
Beschwerdeführer
in brachte in ihrer
Beschwerde dagegen
im Wesentlichen
vor,
die Foerster-Kriterien
seien
vorliegend erfüllt
, s
ie seien jedoch aufgrund der bundesgerichtlichen Rechtsprechungsänderung hinfällig geworden. Das tatsäch
liche Leistungsvermögen müsse mittels strukturiertem Beweisverfahren bewertet werden.
Zudem könne
gar nicht
von einem
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebild gesprochen werden, da die schweren und wieder
holten Infekte vor allem im Bereich Lunge, Hals, Nase und Ohren klar und beweisbar seien
, dies
aufgrund der defekte
n Lunge und des
ARDS. Als organi
sche Grundlage seien auch die schweren und wiederh
olten Darmoperationen zu werten
(
Urk.
1).
3.
3.1
Im Bericht von
Dr.
med.
A._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2
9.
Mai 2013 zuhanden der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
7/19)
wurden folgende Diagnosen aufgeführt
(Urk.
7/19/2)
:
rezidivierende depressive Episoden (ICD-10 F33.0)
chronifizierte
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
lebensbedrohliche Komplikationen
nach operativem Eingriff mit künstlichem Koma
frühere traumatisierende Spitalaufenthalte als Kind
Die Beschwerdeführerin habe im Juni und Dezember 2011 Aborte zwischen der achten und der
zwölften
Schwangerschaftswoche sowie im Januar 2012 eine erneute Schwangerschaft mit Totgeburt im Mai 2012 erlebt. Anschliessend
habe sie sich
zur Rehabilitation in einem Mutter-Kind-Haus
aufgehalten
. Im August 2012 habe sie an einer akuten
Appendicitis
gelitten
. Dabei seien als
postopera
tive Komplikationen
eine
Dünndarmläsion,
ein
septischer Schock und
ein
schweres ARDS
aufgetreten
. Mehrere op
erative Eingriffe hätten einen ein
mona
tigen Aufenthalt auf der
Intensivpflegestation
im künstlichen Koma erfordert, mit anschliessendem
drei
wöchigem
Aufenthalt zur Rehabilitation. Ende Oktober sei sie nach dreimonatiger Abwesenheit wieder zu Hause gewesen. Sie sei kör
perlich sehr geschwächt und fa
miliär entfremdet gewesen (Urk.
7/19/1).
Zum Psychostatus führte die behandelnde Psychiaterin
aus, die Beschwerde
-
führerin habe im letzten Jahr schwere gesundheitliche und psychosoziale Belastungen erlebt. Sie leide an einer depressiven Symptomatik, die sich in grosser Erschöpfbarkeit, Trauer, Hoffnungs- und Perspektivenlosigkeit zeige. Sie habe das Gefühl, ihr Leben nicht bewältigen zu können. Sie fühle sich oftmals nicht in der Lage, ihre alltäglichen Pflichten als Mutter und Hausfrau zu erfüllen und komme schnell an ihre Grenzen. Sie leide an Schuld- und
Versa
gensgefühlen
.
Die
Konzentration
sowie die
Belastungs- und Leistungsfähigkeit seien weiterhin stark eingeschränkt. Die Symptomatik der posttraumatischen Belastungsstörung zeige sich in bedrängenden Nachhallerinnerungen (Flash
backs) und Albträumen; sie werde überschwemmt von
Eindrücken und Erleb
nissen, die sie im künstlichen Koma erlebt habe
. Dies werde
begleitet von Gefühlen des Ausgeliefert- und Wehrlosseins sowie der Todesangst. Frühere Erinnerungen an die verschiedenen Spitalaufenthalte im Kindesalter würden reaktiviert. Sie leide an erhöhter psychischer Sensitivität und Erregung (
Arousals
) und berichte von innerer Anspannung, Unruhe und Gedankenkreisen
. Es finde eine einwöchentliche Gesprächstherapie mit ressourcenorientierter, stabilisierender Behandlung und Erlernen von stressreduzierenden Methoden statt
(
Urk.
7/19/2).
Zur Arbeitsfähigkeit
hielt
Dr.
A._
fest
, die Stabilität, um einer regelmässigen Arbeit in Teilzeit nachzugehen, sei zurzeit nicht gegeben (Urk. 7/19/3).
3.2
Dem polydisziplinären Gutachten des
Z._
vom 1
0.
September 2014
(Urk. 7/49)
können folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
entnommen werden (
Urk.
7/49/
26):
a
bklingende posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
St
atus
n
ach ARDS bei septischem Schock, August
2
012
D
ie Experten
hielten
folgende Diagnosen
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest
: (1) Status nach rezidivierenden depressiven Episoden (ICD-10 F33.0), (2) Status nach
laparoskopischer
Appendektomie mit akzidenteller Dünndarmperforation, konsekutiver Peritonitis und Sepsis mit Laparotomie zu
Jejunumresektion
und weiteren
Relaparotomien
mit
Laparostoma
(ICD-10 Z90.4)
,
(3) Narbenhernie (ICD-10 K43.9).
D
ie Gutachter
führten aus, a
us psychiatrischer Sicht
dürfte die seit August 2012 andauernde und vollständige Arbeitsunfähigkeit bis zum Zeitpunkt der aktuel
len Untersuchung ausgewiesen gewesen sein. Dies insbesondere unter Berück
sichtigung des Umstandes, dass gemäss
der
behandelnde
n
Therapeutin zusätz
lich rezidivierend depressive Episoden aufgetreten seien. Die aktuellen Befunde sprächen gegen eine weitergehende, volle Arbeitsunfähigkeit
.
Die
traumabezo
gene
Symptomatik habe sich (zwar noch unvollständig) zurückgebildet. Die psychosoziale Situation habe sich stabilisiert. Die Explorandin finde einen guten Umgang mit den Schwangerschaftsproblemen und dem unerfüllten Kinder
wunsch. Sie sei selber motiviert, wieder arbeiten gehen zu wollen. Was derzeit eine Arbeitssuche und -aufnahme behindere, seien noch ängstliche Symptome und vorzeitige Erschöpfungsgefühle, welche sich jedoch mit der Fortführung der derzeitigen Behandlung weiter zurückbilden würden. Da die Explorandin noch unter einer erhöhten Vulnerabilität leide, sei es notwendig, berufliche
Rehabili
tationsschritte
behutsam einzuleiten. Der Beschwerdeführerin könne aus psychi
atrischer Sicht ab November 2014 ein Teilzeitpensum von 20
%
, ab Dezember ein Teilzeitpensum von 40
%
, ab Januar 2015 ein Teilzeitpensum von 60
%
, ab Februar 2015 ein Teilzeitpensum von 80
% und ab März 2015 wieder ein volles Pensum zugemutet werden
(Urk.
7/49/27).
Der
p
neumolog
ische
Gutachter führte aus,
ARDS
-
Patienten
würden
mit einem Komplex an assoziierten
Morbiditäten
physischer und psychischer Grundlage
überleben
.
E
r
beurteile lediglich die physische, aus den pul
m
onalen Residuen entstehende A
rbeits-
und L
eistungsfähigkeit.
Diese Beurteilung
sei
nicht mass
gebend für die gesamte ARDS
-
induzierte Leistungs- und Arbeitsfähigkeit
. Pul
monal sei die Beschwerdeführerin
zeitlich
zu
100
% arbeitsfähig
,
mit Ein
schränkung der Tätigkeit auf körperlich leichte Belastung und zudem
mit
Ver
meiden von at
e
mwegsreizenden Stoffen, Kälte und Nässe. Zudem s
eien
Arbeit
sorte mit vermehrter Infekt
ions
gefahr auszuschliessen. Diese Beurteilung g
e
lt
e
ab Diagnosestel
l
ung des ARDS. Eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
sei
während fünf Jahren möglich
(Urk.
7/
4
9/27 f.)
Aus
viszeralchirurgischer
Sicht besteh
e
aktuell keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
7/
4
9/28).
Gesamtmedizinisch erg
e
b
e
sich somit, dass der
Beschwerdeführerin in einer leichten Tätigkeit, welche die qualitativen Einschränkungen aus fachärztlicher
pneumologischer
Sicht berücksichtige,
ab November 2014 ein Teilzeitpensum von 20
%
, ab Dezember
2014
ein Teilzeitpensum von 40
%
, ab Januar 2015 ein Teilzeitpensum von 60
%
, ab Februar 2015 ein Teilzeitpensum von 80
%
und ab März 2015 wieder ein volles Pensum zugemutet werden k
ö
nn
e
. Diese Einschät
zung g
e
lt
e
unter der Bedingung, dass die Explorandin sich weiterhin
einer
psy
chotherapeutischen Behandlung unterzieh
e
. Die retrospektiv geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit k
ö
nn
e
gutachterlicherseits
nachvollzogen und bestätigt wer
den
(
Urk.
7/49/28)
.
3.3
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
behandelnder Arzt seit September 2014,
führte in seinem Bericht vom 2
0.
November 2014
zuhanden der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
7/63) aus,
es lägen rezidivierende depressive Episoden (ICD-10 F33.0) sowie eine
chronifizierte
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) vor. D
ie depressive Symptomatik mit Versagensängsten, Trauer, Hoffnungslosigkeit, Antriebsschwierigkeiten und Schlafstörungen, ausgelöst durch häufig auftretende Infektionen
,
ein- bis zweimal monatlich (z.B. Gürtelrose, Mittelohrentzündung, grippale Infekte, Blasenentzündungen, Erkältungen etc.)
,
würde sie abschwächen und immer wieder zu Erschöpfungszuständen (Ängste, Schuldgefühle und Verz
weiflung, ihren Pflichten als Mutter nicht nachkommen zu können und mit den täglichen Pflichten als Mutter und Hausfrau überfordert zu sein) und zu zusätzlichen Konflikten in der Partnerschaft führen. In ihrer Leistungs- und Belastungsfähigkeit sei sie immer wieder von
neuem
zurückgeworfen und ein
geschränkt worden. Seit
zwei
Monaten sei sie leicht stabiler und weniger
infekt
anfällig
, jedoch weiterhin verunsichert in ihrem Selbstwert und Selbstvertrauen
. Die Beschwerdeführerin sei seit 1
7.
Mai 2012
und
bis auf weiteres
als KV-Angestellte zu 100
%
arbeitsunfähig
(
Urk.
7/63/2). Erfreulicherweise erlebe die Beschwerdeführerin seit zwei Monaten eine deutliche Verbesserung ihres kör
perlichen und psychischen Zustandes. Dies vor allem, weil sie während dieser Zeit keine schweren Infekte und Entzündungen gehabt habe. Ihre Aufgaben als Mutter eines
fünf
jährigen Sohnes sowie die Hausarbeit k
ö
nn
e
sie bewältigen und finde
auch Zeit, sich zu Hause handwerklich
und
kreativ zu betätigen
. Seit kurzem habe sich der Innerfamiliär- und Haushaltsbereich stabilisiert. Die Beschwerdeführerin sei jedoch mit dieser Arbeit voll ausgelastet. Wichtig sei, dass sie die wiedergewonnenen Kompetenzen ohne Zeitdruck vertiefen und fes
tigen könne, um so Selbstvertrauen aufbauen zu können
(Urk.
7/63/5)
.
3.4
Der Stellungnahme
des
Z._
-
Gutachter
s
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 1
9.
März 2015
(Urk. 7/69) zum Bericht von
Dr.
B._
(E. 3.3)
ist
im We
sentlichen
zu entnehmen,
abgesehen davon, dass die Diagnose einer „
chronifizierten
PTBS" gemäss ICD-10 nicht als PTBS, sondern als Persönlichkeitsänderung diagnostiziert werden müsste, fänden sich im Untersuchungskontext und aus anamnestischer Hinsicht keine Hinweise auf das Vorliegen einer Persönlichkeitsänderung. Auch die geschilderten Befunde im Bericht von
Dr.
B._
seien nicht zu vereinbaren mit den Befunden und
Symptomen einer Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung. Nicht nachvollziehbar sei
in dessen Bericht,
wie er aufgrund seiner Befundung zum Schluss komme, dass eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorliegen soll. Aus gutachterlicher Sicht beinhalte der Bericht von
Dr.
B._
keine neuen Infor
mationen, die seine
gutachterliche Beurteilung vom 13.
August 2014 in Frage stellen würde (
Urk.
7/69/2).
4.
4.1
Das polydisziplinäre
Z._
-Gutachten (Urk. 7/49)
vom 1
0.
September 2014 basiert auf fachärztlichen Untersuchungen, wurde in Kenntnis der und Ausei
nandersetzung mit den
Vorakten
sowie insbesondere auch unter Berücksichti
gung der geklagten Beschwerden erstattet. Die Gutachter haben die medizini
schen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt und ihre Schluss
folgerungen nachvollziehbar begründet. Das Gutachten de
r
Z._
erfüllt dem
nach alle rechtsprechungsgemässen Kriterien für eine beweistaugliche medizi
nische Entscheidungsgrundlage, weshalb ihm grundsätzlich voller Beweiswert zukommt (vgl. E. 1.4). Auf die Schlussfolgerung der Gutachter, wonach bei der Beschwerdeführerin aus psychiatrischen Gründen eine abgestufte Arbeitsfähig
keit von 20
%
ab November 2014, 40
%
ab Dezember 2014, 60
%
ab Januar 2015, 80
%
ab Februar 2015 und 100
%
ab März 2015 in einer leichten Tätig
keit, welche die qualitativen Einschränkungen aus fachärztlicher
pneumologi
scher
Sicht berücksichtige, bestehe, kann indessen
mit der Beschwerdegegnerin – welche eine 100%
ige Arbeitsfähigkeit in der z
uletzt ausgeübten Tätigkeit als Berufsspezialistin Kurswesen / Kursleiterin annahm –
aus den nachfolgenden Gründen nicht abgestellt werden
(vgl. E. 4.
2, E. 4.3
)
.
4.
2
Ob die vorliegend zur Diskussion stehenden Diagnosen einen invalidisierenden Gesundheitsschaden darstellen, ist eine Rechtsfrage. Aus rechtlicher Sicht kann von einer medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit abgewichen wer
den, ohne dass diese ihren Beweiswert verlöre (vgl. statt vieler: Urteil des Bun
desgerichtes 8C_283/2015 vom 2
4.
Juni 2015 E. 2 mit Hinweis).
Dem
Z._
-Gutachten vom 1
0.
September 2014 (
Urk.
7/49) ist zu entnehmen, dass die von den Gutachtern attestierte abgestufte Arbeitsfähigkeit von 20 %, 40 %, 60 %, 80 % und sodann 100 % in einer körperlich leichten Tätigkeit mit Vermeiden von atemwegsreizenden Stoffen, Kälte und Nässe
sowie
Ausschl
ies
sen
der
Infektgefahr
mit der psychiatrischen Symptomatik begründet wird (abklingende posttraumatische Belastungsstörung; vgl. E. 3.2).
Aus somatischer Sicht stellten die Gutachter keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit fest.
Die im Bereich der
somatoformen
Schmerzstörung entwickelten Grundsätze gel
ten auch für die Beurteilung der invalidisierenden Wirkung der von den
Z._
-Gutachtern diagnostizierten
abklingenden
posttraumatischen Belastungsstörung
(
Urteil des Bundesgerichts 8
C_
676
/201
5
vom 7.
Juli
201
6
E.
5.2.3
, mit weiteren Hinweisen). Zu prüfen ist daher, ob gestützt auf das
Z._
-Gutachten vom
1
0.
September 2014
(Urk. 7/4
9
) und –
soweit nötig – unter Berücksichtigung der weiteren fachärztlichen Berichte in sinngemässer Anwendung der mit
BGE 141 V 281
materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgebenden Indikatoren möglich ist oder nicht (E.
1
.3.
2
).
4.
3
4.
3
.1
Die Antworten, welche die medizinischen Sachverständigen anhand der (im Ein
zelfall relevanten) Indikatoren geben, verschaffen den Rechtsanwendern Indizien, wie sie erforderlich sind, um den Beweisnotstand im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit bei psychosomatisc
hen Störungen zu überbrücken (BGE 141 V 281 E. 4.1.3).
4.
3
.2
Unter dem Aspekt funktioneller Schweregrad ist dem
Z._
-Gutachten zu ent
nehmen, sei der psychopathologische Befund bei der selbstkontrollierten, jedoch noch unter reaktiv-ängstlichen Irritationen leidenden Beschwerdeführerin weit
gehend unauffällig. Es wird von einer Restsymptomatik gesprochen (Urk. 7/49/16 f.). Zudem ergab sich offenbar in den Monaten vor der Begut
achtung und auch danach eine Stabilisierung des Gesundheitszustands (
Urk.
7/49/17).
Auch der
behandelnde Psychiater verweist auf eine
Stabilisie
rung und deutliche Verbesserung ihres körperlichen und psychischen Zustands (vgl.
Urk.
7/63/2,
Urk.
7/63/5).
Somit
erscheinen die diagnoserelevan
ten Befunde und Symptome in der Tat nicht besonders ausgeprägt.
Von einer Behandlungsresistenz respektive von der Ausschöpfung der
Behand
-
lungsmöglichkeiten
kann zudem nicht die Rede sein; aus dem Gutachten geht hervor, dass zwar
ein
mal
wöchentlich
eine
Gesprächstherapie mit
ressour
cenorientierter
, stabilisierender Behandlung und Erlernen von
stressreduzieren
den
Methoden statt
finde
(
Urk.
7/19/2)
, allerdings
verzichte
di
e
Beschwerdefüh
rerin
auf
Psychopharmaka
,
da sie ihren Körper vor weiteren Medikamenten schützen wolle
(
Urk.
7/49/16
, vgl.
Urk. 7/66/1
)
.
Die aktenkundigen stationären Aufenthalte waren nicht psychi
atri
sch bedingt, sondern
zwecks
Intensivpflege sowie Rehabilitation nach der Operation des Blinddarms
sowie
der
postoperati
ve
n
Komplikationen
(Urk. 7/19/1, Urk. 7/49/11).
Zudem führte die psyc
hiatri
sche Behandlung – wie zuvor
bereits
dargelegt –
zu einer deutlichen Verbesse
rung des Gesundheitszustands
(Urk.
7/49/17
,
Urk.
7/63/5)
.
Was den Indikator "
Komorbidäten
" betrifft, so besteht nach den gutachterlichen Ausführungen ein Status nach ARDS bei septischem Schock im August 2012,
woraus sich
kein
e Auswirkung auf das zumutbare Pensum (Vollpensum) ergebe. Auch di
e körperliche Belastbarkeit
sei dadurch
nur geringfügig beeinträchtig
t
. Eine psychische Komo
rbidität ist aufgrund der Ergeb
nisse des psychiatrischen Gutachtens nicht gegeben.
Insbesondere hätten sich zum Zeitpunkt der Begut
achtung keine Hinweise auf eine depressive Störung gefunden (Urk. 7/49/17). Selbst wenn von einer depressiven Symptomatik ausgegangen würde – wie dies die behandelnden Ärzte tun –, wäre diese mangels Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nicht als psychische Komorbidität zu werten.
An der
bundes
gerichtlichen
Praxis, wonach leichte bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis in der Regel therapierbar sind und
invalidenversi
cherungsrechtlich
zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen (vgl. Urteile des Bund
esgerichtes 9C_836/2014 vom 23. März 2015 E. 3.1, 9C_474/2013 vom 20.
Februar 2014 E. 5.4, 9C_696/2012 vom 19.
Juni 2013 E.
4.3.2.1, 9C_250/201
2 vom 29. November 2012 E.
5, 9C_736/2011 vom 7.
Februar 2012 E. 4.2.2.1 sowie 9C_917/2012 E. 3.2 vom 14.
August 2013) hat
BGE 141 V 281
nichts geändert (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E.
7.2.1 und 9C_168/2015 vom 13.
April 2016 E. 4.2 mit Hinweis).
Weder die behandelnden Ärzte noch die Gutachter berichteten von einer auffälli
gen Persönlichkeits
struktur; die grundlegenden psychischen Funktionen sind nach den Ergebnissen der gutachterlichen Untersuchungen weitgehend intakt (vgl. die erhobenen Befunde, Urk. 7/49/16 f.), so dass keine wesen
tlichen funktionellen Einschrän
kungen ersichtlich sind. Hinsichtlich des Komplexes "Sozialer Kontext" ist zunächst auf die das Beschwerdebild mitbestimmenden
invaliditätsfremden psy
chosozialen Belastungsfaktoren hinzuweisen (mehrere Fehlgeburten, Totgeburt, unerfüllter Kinderwunsch, Arbeitslosigkeit
des
Ehe
mann
es
;
Urk.
7/19/1, vgl. E. 3.1
). Sodann lässt der Lebenskontext der Beschwer
-
deführerin
auf durchaus vorhandene Ressourcen (
intaktes Familienleben,
erfolgreiche
Bewältigung der
Aufgaben als M
utter eines fünfjährigen Soh
nes,
im Haushalt
, handwerkliche und kreative Betätigung, Hundespazierg
ä
ng
e
,
E-Velo
, Wandern
; Urk. 7/49/20,
Urk.
7/63/5
, Urk. 7/66/2
) schliessen.
Zum Aspekt der Konsistenz
fehlen sowohl i
m Gutachten
als auch in den
Berichten der behandelnden Ärzte Angaben
.
Unter Berücksichtigung der nunmehr beachtlichen Standardindikatoren sind erhebliche funktionelle Auswirkungen der
posttraumatischen Belastungsstörung
respektive der in diesem Zusammenhang geklagten Beschwerden nicht schlüssig nachweisbar. Die diagnostizierte abklingende posttraumatische
Belastungsstö
rung
hat somit keine
invalidenversicherungsrechtlich
relevante Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Gestützt auf die
Feststellungen der Gutachter
ist daher erstellt, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aufgrund de
s Status nach ARDS
lediglich geringfügig beeinträchtigt ist und ihr eine
vollzeitliche,
körperlich leichte
Tätigkeit unter
Vermeiden von atemwegsreizenden Stoffen, Kälte und Nässe
sowie unter Ausschluss von A
rbeitsorte
n
mit vermehrter Infek
t
ions
gefahr
zumutbar
ist
.
4.4
4.4.1
An der Beweiskraft des Gutachtens vermag
auch
der
nach Auferlegen der
Scha
denminderungspflicht
(Weiterbefolgung der psychiatrischen Behandlung) ergangene,
spätere
Bericht des behandelnden Psychiaters
Dr.
B._
nichts zu ändern. Der psychiatrische
Gutachter
führte in seiner diesbezüglichen Stellung
nahme nachvollziehbar aus, dass
k
eine
chronifizierte
posttraumatische
Belas
tungsstörung
respektive
Persönlichkeitsänderung diagnostiziert werden könne (Urk. 7/69/2).
Dr.
B._
geht
denn auch
selber von einer Verbesserung und Stabilisierung des Zustands der Beschwerdeführerin aus (Urk. 7/63/
5
).
4.4.2
Es ist darauf hinzuweisen, dass gemäss ICD-10 eine posttraumatische Belastungsstörung nur dann diagnostiziert werden soll wenn sie innerhalb von sechs Monaten nach einem traumatischen Ereignis von aussergewöhnlicher Schwere aufgetreten ist
(vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnosti
sche Leitlinien, 9. Aufl. 2014, S. 2
08
).
Ob dieses Kriterium erfüllt ist und
folglich
die (abklingende) posttraumatische Belastungsstörung schlüssig hergeleitet wor
den ist, kann vorliegend
allerdings mangels Auswirkungen auf die Arbeitsfä
higkeit der Beschwerdeführerin
offen bleiben
(vgl. E. 4.3)
.
4.4
.3
Die weiteren Vorbringen der Beschwerdeführerin, insbesondere dahingehend, dass ihre Einschränkungen durch Infekte, eine defekte Lunge sowie durch das ARDS nicht berücksichtigt worden seien, zielen ins Leere. Die Gutachter berücksichtigten die Auswirkungen sämtlicher
gestellter
Diagnosen und
hielten
i
n
somatische
r Hinsicht
schlüssig und nachvollziehbar fest
, es l
ägen
k
eine
Aus
wirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit vor.
Einzig aus
pneumologischer
Sicht
seien gewisse Auswirkungen auf das Belastungsprofil
zu berücksichtigen
(Urk. 7/49/22 f. sowie
Urk.
7/49/25).
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin brachte
sodann
vor, das ihr zumutbare Belastungsprofil entspreche nicht demjenigen ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit
, welche somit nicht einer angepassten Tätigkeit gleichkomme
.
5.2
Die Gutachter
hielten unter
Belastungsprofil eine
körperlich leichte
Tätigkeit, welche die qualitativen Einschränkungen aus fachärztlicher
pneumologischer
Sicht berücksichtig
e, fest
(
Urk.
7/49/28).
Der
p
neumologische
Experte
stellte fest,
es müsse sich um eine Tätigkeit handeln, bei welcher
atemwegsreizende Stoffe, Kälte und Nässe
vermieden werden könn
t
en
,
sowie ein Arbeitsort, bei welchem
k
eine
vermehrte Infekt
ion
s
gefahr
bestehe
(Urk.
7/49/22).
Sodann wur
den Arbeiten als Sekretärin oder Mitarbeiterin im Aussendienst oder Verkauf als geeignet bezeichnet (
Urk.
7/49/18).
Die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit als
Beruf
s
spezialistin
Kurswesen/
Kursleiterin
bei der
Y._
beinhaltete gemäss den Angaben der Arbeitgeberin gegenüber der Beschwerdegegnerin manchmal das Verkaufen am Schalter oder Telefon, die Planung und Organisation von Kursen, diverse Korrespondenz sowie Kundenberatung. Dabei musste die Beschwerdeführerin manchmal sitzen, gehen oder stehen
. Zudem musste sie manchmal
Gegenständen bis zu 10 kg
heben und tragen; n
ur selten
jedoch
mussten
über 10 kg schwere
Gegenstände gehoben oder getragen werden (
Urk.
7/11/7).
Es kann davon ausgegangen werden, dass es sich dabei
um eine körperlich leichte Tätigkeit
handelt
. So vermerkte die frühere Arbeitgeberin denn auch, dass es – wenn es der Beschwerdegegnerin in psychischer und kör
perlicher Hinsicht wieder besser gehe – gut vorstellbar sei, sie wieder im kauf
männischen Bereich zu beschäftigen (
Urk.
7/11/8).
Bei einer Büro-Tätigkeit
werden sowohl
atemwegsreizende Stoffe
als auch
Kälte und Nässe
vermieden
. Es handelt
sich
zudem
um eine Tätigkeit, bei welcher die Infektionsgefahr
im Vergleich zu anderen kaufmännischen Tätigkeiten
nicht massgebend erhöht sein dürfte
. Es kann davon ausgegangen werden, dass die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit
auch
unter Berücksichtigung des angepassten Belastungsprofils aus
geführt werden könnte (vgl. Urk.
7/11/7)
.
5.3
Da das
angepasste
Belastungsprofil
den Belastungen in der angestammten Tätigkeit
entspricht
und der Beschwerdeführerin gemäss den obigen Ausführun
gen ein Vollzeitpensum zumutbar ist, erübrigt sich ein Einko
mmensvergleich
sowie auch Ausführungen zum Aufgabenbereich.
6.
D
amit ist die angefochtene Verfü
gung, mit welcher ein Rentenanspruch ver
neint wurde, nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.
7.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vo
r dem kanto
na
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des
gesetzlichen Rahmens (Fr. 20
0.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr.
6
00.-- festzusetzen und
der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.