Decision ID: d40e5039-a842-4b58-9983-296b7f6fcc6b
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich am 19. Januar 2015 bei der IV-Stelle
des Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) für berufliche Massnahmen und
Rentenleistungen an (IV-act. 1). Sie hatte ursprünglich eine Lehre als Büroangestellte
absolviert (IV-act. 1 S. 4 und 3 S. 1). Seit dem 1. November 2013 war sie im Betrieb (...)
als Bodenlegerin in einem Pensum von 100 % angestellt gewesen (IV-act. 1 S. 4 und
38 S. 1). Ab dem 5. Mai 2014 war sie von ihrem Hausarzt Dr. med. B._, Allgemeine
Innere Medizin FMH, fast durchgehend zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben worden
(vgl. z.B. IV-act. 3 S. 2 f., 30 S. 4 und 60 S. 5; vgl. ferner IV-act. 38 S. 8). Zunächst war
die Attestierung der Arbeitsunfähigkeit wegen Schulter- und Nackenschmerzen mit
einem im weiteren Verlauf auftretenden Kälte- und Schwellungsgefühl in einem Arm
erfolgt (vgl. IV-act. 7 S. 43). Ein aufgrund dieser Symptomatik veranlasstes MRT hatte
zwar initiale degenerative Veränderungen C2/3 bis C5/6 mit beginnender Spondylose
dorsal C5/6, jedoch keine Hinweise auf eine Irritation der neuralen Strukturen gezeigt
(vgl. IV-act. 60 S. 34 f.; vgl. ferner IV-act. 7 S. 43). Unter spezifischer Therapie hatte
eine Verbesserung der Symptomatik erreicht werden können (vgl. IV-act. 7 S. 43). Vom
_ bis _ Juli 2014 war die Versicherte wegen einer Gastroenterokolitis im
Kantonsspital St. Gallen (KSSG) hospitalisiert gewesen (IV-act. 60 S. 36 f.; vgl. ferner
IV-act. 7 S. 22). Seit etwa Anfang August 2014 hatte die Versicherte über
Drehschwindelanfälle teilweise gepaart mit Visusstörungen und Gangunsicherheiten
geklagt (vgl. IV-act. 60 S. 28 ff.; vgl. ferner IV-act. 7 S. 22). Ein craniocerebrales MRT
vom 28. August 2014 hatte unauffällige Befunde gezeigt (IV-act. 60 S. 32). Anlässlich
einer Sprechstunde in der Klinik für Neurologie des KSSG vom Oktober 2014 hatte die
A.a.
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Versicherte davon berichtet, dass bereits im Jahr 2011 rezidivierende
Schwindelepisoden aufgetreten seien, diese im Verlauf jedoch regredient gewesen
seien und sie seitdem bis August 2014 schwindelfrei gewesen sei (vgl. IV-act. 60 S. 28).
Da bei der Versicherten eine idiopathische Hypertension mit mehrfach notwendigen
Liquorablässen bekannt gewesen war (vgl. IV-act. 60 S. 31), hatten die behandelnden
Ärzte des KSSG im Oktober 2014 eine erneute Liquor-Druckmessung und bei einem
erhöhten Eröffnungsdruck einen Liquorablass durchgeführt (vgl. IV-act. 60 S. 26 ff.). Im
Dezember 2014 war die Versicherte wegen einer unklaren Episode holocephaler
Kopfschmerzen mit Schwarzsehen, Photophobie, Wortfindungsstörungen und Nausea
im Notfall des KSSG vorstellig geworden (vgl. IV-act. 60 S. 24). Anlässlich einer
Vorstellung im KSSG im Januar 2015 war bei erneut erhöhtem Liquoröffnungsdruck ein
weiterer Liquorablass durchgeführt worden. Allerdings hatten für die Versicherte bei
dieser Kontrolle respiratorische Probleme mit rezidivierenden dyspnoeischen Episoden
sowie Schlafprobleme im Vordergrund gestanden, während sich die neurologische
Problematik deutlich verbessert hatte. Auch hatte die Versicherte angegeben,
psychisch belastet zu sein, da sie noch nicht in das Berufsleben zurückgekehrt sei (IV-
act. 60 S. 26 f.). Anlässlich einer Notfallsprechstunde im KSSG vom Februar 2015 gab
die Versicherte an, seit etwa anfangs des Monats an leichten, intermittierend
auftretenden Kopfschmerzen zu leiden. Eines Tages sei es plötzlich zu Lichtblitzen in
beiden Augen gekommen, die etwa eine Stunde angehalten hätten. Kurz danach seien
starke Kopfschmerzen aufgetreten. Die behandelnden Ärzte äusserten den Verdacht
auf Migräne-Kopfschmerzen mit Aura und entliessen die Versicherte bei deutlicher
Besserung unter Empfehlung einer Analgesie in die häusliche Umgebung (IV-act. 60
S. 22 f.). Wegen der psychischen Probleme begab sich die Versicherte ab dem
25. Februar 2015 in eine ambulante Behandlung bei med. pract. C._, Facharzt für
Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie (IV-act. 19 S. 1 ff.). Anlässlich einer
Notfallsprechstunde im KSSG vom März 2015 gab die Versicherte an, dass die
Kopfschmerzintensität unter der Medikation mit Novalgin seit dem Notfall im Dezember
2014 abgenommen habe. Seither bestehe jedoch ein anhaltender Druck im Kopf mit
zweitweiser Exazerbation einhergehend mit einer massiven Rückzugstendenz bis zur
Immobilisation, Photophobie und einer dezenten Übelkeit ohne Erbrechen. Die
behandelnden Ärzte führten daraufhin eine erneute Lumbalpunktion mit Liquorablass
durch (IV-act. 60 S. 24 f.). In einem Bericht zu einer Kopfschmerzsprechstunde vom
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März 2015 führten die behandelnden Ärzte aus, dass bei der Versicherten mittlerweile
schon drei Entlastungspunktionen durchgeführt worden seien, auf die sie zum Teil
klinisch gut angesprochen habe. Rückblickend habe die Versicherte jedoch die
diagnostischen Kriterien für eine sichere idiopathische intrakranielle Hypertonie nicht
erfüllt (IV-act. 18 S. 10). In einem Bericht an die IV-Stelle vom _ März 2015 nannten die
behandelnden Ärzte der Klinik für Neurologie des KSSG als Diagnosen mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit eine Migräne mit Aura, eine typische Aura ohne Kopfschmerz
sowie ein depressives Syndrom, wobei sie diesbezüglich auf den behandelnden
Psychiater verwiesen. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielten
sie einen Status nach idiopathischer intrakranieller Hypertension im April 2011 fest.
Weiter führten sie aus, dass zwischen dem 5. Februar und 2. März 2015 in der
bisherigen Tätigkeit als Bodenlegerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe.
Bei erneut auftretenden Migräneattacken könne ein bis zu 100%iger Arbeitsausfall über
wenige Tage erfolgen. Die körperlichen Einschränkungen seien vor allem durch die
Schmerzen bedingt. Bei der Versicherten sei jedoch auch eine Aura-Phänomenologie
vorliegend, sodass Sehstörungen, Sprachstörungen und auch Bewegungsstörungen
über eine Dauer von bis zu 60 Minuten auftreten könnten, was die Arbeitsfähigkeit
ebenfalls einschränken könne. In attackenfreien Intervallen sei die bisherige Tätigkeit
bis zu 100 % zumutbar (IV-act. 18 S. 5). Vom 1. April bis 1. Mai 2015 wurde die
Versicherte durch Dr. med. D._, Facharzt Pneumologie, untersucht. Dieser konnte
keine Hinweise auf eine relevante pulmonale oder bronchiale Problematik finden
(vgl. IV-act. 35). Anlässlich einer ambulanten Sprechstunde im KSSG vom Juni 2015
berichtete die Versicherte von einem stark lage- und bewegungsabhängigen
Schwindel, während sie bezüglich der Kopfschmerzproblematik eine
Beschwerdebesserung angab (IV-act. 60 S. 15 f.). In einer Kopfschmerzsprechstunde
vom Dezember 2015 schilderte die Versicherte eine Beschwerdesymptomatik, die sie
an die Kopfschmerzen vom Januar 2015 erinnere. Damals hätten sich die Sehstörung
und die Kopfschmerzen nach einem Liquorablass deutlich gebessert. Aus diesem
Grund entschlossen sich die behandelnden Ärzte erneut zur Punktion, auch wenn der
Druck nur knapp erhöht gewesen war (IV-act. 60 S. 10 f.). In einem bei der IV-Stelle am
29. Januar 2016 eingegangenen Bericht nannte med. pract. C._ folgende Diagnosen:
Angst und Depression gemischt, Anpassungsstörung bei Migräne und Pseudotumor
Cerebri sowie kombinierte Persönlichkeitsstörung mit selbstunsicheren und
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dependenten Zügen. Weiter führte med. pract. C._ aus, dass die Arbeitsfähigkeit als
Bodenlegerin aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht bei höchstens zwei
Stunden pro Tag liege. In einer ideal adaptierten Tätigkeit bewege sich die
Arbeitsfähigkeit in etwa im gleichen Rahmen (IV-act. 53; vgl. ferner IV-act. 39 und 48).
Der regionale ärztliche Dienst (RAD) beurteilte die Einschätzung von med. pract. C._
am 22. März 2016 als nicht überzeugend (IV-act. 55; vgl. ferner IV-act. 50). Im Februar
2016 erkrankte die Versicherte an einem Infekt der oberen Atemwege, was zu
Atembeschwerden führte (IV-act. 60 S. 9). In einem bei der IV-Stelle am _ April 2016
eingegangen Bericht führte Dr. med. E._, Klinik für Neurologie des KSSG, aus, dass
die Versicherte an einer idiopathischen intrakraniellen Hypertension, einer Migräne mit
Aura, einer depressiven Störung sowie an einer Adipositas per magna leide. Eine
Gewichtsabnahme sei medizinisch indiziert, wobei darunter eine Besserung der
Schmerzen zu erwarten wäre. In der letzten Konsultation habe eine Umstellung der
Prophylaxe stattgefunden, was in den nächsten Monaten reevaluiert werde. Aus
neurologischer Sicht sei der Versicherten die bisherige Tätigkeit in einem Pensum von
100 % zumutbar, wobei vermutlich seit dem Erkrankungsbeginn im März 2015 eine
Leistungseinbusse von ca. 20 % bestehe, da aufgrund der Kopfschmerzen eine
eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit bestehen könne (IV-act. 56). Im Mai 2016
berichtete die Versicherte gegenüber den behandelnden Ärzten im KSSG, dass sich die
Kopfschmerzsymptomatik bzw. Drucksymptomatik holozephal weiter verstärkt habe,
gegen Abend sähe sie jeweils nur noch verschwommen. Es erfolgte erneut ein
Liquorablass (IV-act. 60 S. 8). In einem Verlaufsbericht vom 13. bzw. 22. Juni 2016
nannte Dr. B._ als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen
symptomatischen idiopathischen intrakraniellen Hypertonus, einen Status nach
neuromuskulärem Entrapping der Schulter- und Nackenmuskulatur im Mai 2014, eine
Migräne (bestehend seit Jahren) sowie den Verdacht auf eine Anpassungsstörung bei
lang andauernder Arbeitsunfähigkeit. Weiter attestierte Dr. B._ der Versicherten vom
16. Dezember 2013 bis 12. Februar 2014, vom 11. März bis 20. März 2014, vom 5. Mai
bis 2. November 2014 sowie vom 26. November 2014 bis auf Weiteres eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit. Aktuell könne die Versicherte weder in einer körperlich
anstrengenden noch in einer körperlich nicht anstrengenden Tätigkeit arbeiten (IV-
act. 60 S. 3 ff.).
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Im Zeitraum vom 2. bis 29. November 2016 wurde die Versicherte im Auftrag der
IV-Stelle von der SMAB AG polydisziplinär (neurologisch, psychiatrisch, internistisch,
neuropsychologisch und orthopädisch) untersucht (IV-act. 74; vgl. ferner IV-act. 69 ff.).
Im polydisziplinären Konsens ihres Gutachtens vom 27. Januar 2017 (vgl. IV-act. 74
S. 1) nannten die Sachverständigen als Diagnose mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit eine leichte depressive Episode. Weiter führten sie folgende Diagnosen
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf: Migräne ohne Aura, Anpassungsstörung,
Zustand nach Gastroenterokolitis, Adipositas per magna, Allergie gegen Diamox,
unspezifische bronchiale Hyperreagibilität mit rezidivierenden Infekten der oberen
Atemwege und chronisches zervikovertrebrales Schmerzsyndrom mit wiederkehrenden
Myalgien und Muskelspannungsstörungen (IV-act. 74 S. 15). Weiter hielten die
Sachverständigen fest, dass die Arbeitsfähigkeit der Versicherten in der bisherigen
Tätigkeit im polydisziplinären Konsens ab dem Zeitpunkt der Begutachtung 90 %
betrage. In einer leidensadaptierten Tätigkeit sei eine Arbeitsfähigkeit von 100 %
gegeben (IV-act. 74 S. 16 f.). Die Migräneattacken führten immer wieder zu kurzfristigen
Arbeitsausfällen, jedoch liessen sich diese bei adäquater Behandlung reduzieren (IV-
act. 74 S. 18). Die Ärzte des KSSG hätten im Jahr 2015 erwähnt, dass bei einer
Migräne für wenige Tage ein Arbeitsausfall von bis zu 100 % erfolgen könne. Diese
Aussage treffe für jede Migräne zu. Eine länger dauernde Arbeitsunfähigkeit lasse sich
daraus nicht begründen (IV-act. 74 S. 23). Aus psychiatrischer Sicht sei das
Belastungsprofil durch eine reduzierte Stresstoleranz, eine reduzierte Fähigkeit, unter
Zeitdruck zu arbeiten, eine reduzierte Umstellungsfähigkeit sowie eine reduzierte
Fähigkeit zur Ausübung einer Führungsposition geprägt. Aus internistischer Sicht
sollten Tätigkeiten mit starker Allergen- und Staubbelastung sowie starken inhalativen
thermischen Komponenten vermieden werden. Aus neurologischer und orthopädischer
Sicht ergäben sich keine Einschränkungen (IV-act. 74 S. 16). In den Akten sei im März
2015 eine schwere depressive Episode dokumentiert. Retrospektiv könne davon
ausgegangen werden, dass zu diesem Zeitpunkt eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
vorgelegen habe. Ab September 2015 habe die Arbeitsunfähigkeit 80 % und ab August
2016, als die Medikation abgesetzt worden sei, 50 % betragen. Ab dem Datum der
Begutachtung sei von einer 90%igen Arbeitsfähigkeit bzw. in leidensangepassten
Tätigkeiten von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (IV-act. 74 S. 17).
A.b.
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B.
Mit Mitteilung vom 16. März 2017 informierte die IV-Stelle die Versicherte darüber,
dass das Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen abgewiesen werde, da bei ihr
keine gesundheitsbedingten Einschränkungen vorliegen würden. Über den
Rentenanspruch werde separat verfügt (IV-act. 78).
A.c.
Mit Vorbescheid vom 18. April 2017 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Rentenbegehrens bei einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer
leidensangepassten Tätigkeit und einem daraus resultierenden Invaliditätsgrad von 7 %
in Aussicht (IV-act. 86).
A.d.
Gegen diesen Vorbescheid wandte die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt
L. Häusermann, St. Gallen, am 25. Juli 2017 ein, der Vorbescheid sei aufzuheben und
ihr seien die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Insbesondere sei ihr vom 1. Juli
2015 bis 31. Juli 2016 eine ganze Invalidenrente sowie vom 1. August 2016 bis 31.
Januar 2017 eine halbe Invalidenrente auszurichten; alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen (IV-act. 100).
A.e.
Mit Verfügung vom 28. August 2017 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren der
Versicherten im Sinne des Vorbescheids ab (IV-act. 102).
A.f.
Gegen diese Verfügung erhob die noch immer durch den gleichen Anwalt
vertretene Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 2. Oktober 2017
Beschwerde. Darin beantragte sie, die Verfügung vom 28. August 2017 sei aufzuheben
und ihr seien die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Insbesondere sei ihr vom 1. Juli
2015 bis 31. Juli 2016 eine ganze Invalidenrente sowie vom 1. August 2016 bis 31.
Januar 2017 eine halbe Invalidenrente auszurichten; alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zulasten der Vorinstanz (act. G 1).
B.a.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 22. November 2017 beantragte die IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde (act. G 4).
B.b.
In ihrer Replik vom 8. Februar 2018 hielt die Beschwerdeführerin an den in der
Beschwerde gestellten Anträgen fest (act. G 9).
B.c.
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Erwägungen
1.
Vorliegend strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
Invalidenrente.
2.
In ihrer Duplik vom 22. Februar 2018 hielt die Beschwerdegegnerin am in der
Beschwerdeantwort gestellten Antrag unverändert fest (act. G 11).
B.d.
Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird in Art. 7 Abs. 1 ATSG als der durch eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen
Arbeitsmarkt definiert. Die Invalidität ist grundsätzlich durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen kann, in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Art. 16 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad
von mindestens 50 % besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.1.
Um den Arbeitsfähigkeitsgrad bestimmen zu können, ist die Verwaltung - und im
Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
2.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/15
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3.
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts
eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).
Zunächst ist zu prüfen, ob aufgrund der vorliegenden medizinischen Aktenlage der
Arbeitsfähigkeitsgrad der Beschwerdeführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
feststeht (zum Beweismass siehe BGE 138 V 221 E. 6 und Urteil des Bundesgerichts
vom 2. August 2017, 8C_128/2017, E. 2).
3.1.
Die Beschwerdegegnerin hat sich für die Ablehnung des Rentenanspruchs in erster
Linie auf das eingeholte Gutachten gestützt, wonach die Beschwerdeführerin in einer
leidensangepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei (IV-act. 102 und act. G 4;
vgl. ferner IV-act. 74 S. 17). Die Beschwerdeführerin erachtet das Gutachten ebenfalls
als beweiskräftig. Sie ist allerdings der Ansicht, dass die Gutachter ihr ab dem 25.
Februar 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, ab dem September 2015 eine 80%ige
Arbeitsunfähigkeit und ab dem August 2016 bis zum Zeitpunkt der Begutachtung eine
50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hätten, weshalb ihr vom 1. Juli 2015 bis 31. Juli
2016 eine ganze Invalidenrente sowie ab dem 1. August 2016 bis 31. Januar 2017 eine
halbe Invalidenrente zustehe (vgl. act. G 1 S. 2 i.V.m. S. 6 f.).
3.2.
Mit den Parteien ist davon auszugehen, dass es sich bei dem polydisziplinären
Gutachten der SMAB AG um ein beweiskräftiges Gutachten handelt, auf welches zur
Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes abgestellt werden kann. Das Gutachten
beruht auf eigenständigen Abklärungen und ist für die streitigen Belange umfassend.
Die medizinischen Vorakten und die von der Beschwerdeführerin geklagten
Beschwerden sind berücksichtigt worden. Mit den abweichenden Stellungnahmen der
Behandler haben sich die Gutachter ausreichend auseinandergesetzt. Weiter bestehen
keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen im Gutachten nicht
berücksichtigt worden wären (vgl. IV-act. 74). Unter Berücksichtigung der von der
Rechtsprechung aufgestellten Standardindikatoren sind die Sachverständigen
3.3.
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nachvollziehbar und einleuchtend zum Schluss gekommen, dass die
Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit als Bodenlegerin ab dem Zeitpunkt der
Begutachtung zu 90 % und in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100 %
arbeitsfähig sei (vgl. IV-act. 74 S. 16 ff.). Unter Bezugnahme auf die Aktenlage haben
die Sachverständigen ebenfalls nachvollziehbar dargelegt, dass anzunehmen sei, die
Beschwerdeführerin sei von März (gemeint ab 25. Februar; vgl. IV-act. 74 S. 40 i.V.m.
19 S. 2 ff.) bis August 2015 zu 100 %, von September 2015 bis Juli 2016 zu 80 % und
von August 2016 bis zum Zeitpunkt der Begutachtung zu 50 % arbeitsunfähig gewesen
(IV-act. 74 S. 17). Auch der RAD ist in seiner Stellungnahme vom 9. Februar 2017 zum
Schluss gekommen, dass auf die Begutachtung abgestellt werden könne (IV-act. 75).
Gründe, warum die gutachterliche retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht
stimmig sein soll, hat die Beschwerdegegnerin weder in ihrer ablehnenden
Rentenverfügung noch in ihrer Beschwerdeantwort vorgebracht. Vielmehr hat sie das
Gutachten selber als beweiskräftig erachtet. Einen befristeten Rentenanspruch hat die
Beschwerdegegnerin leidglich aus vermeintlichen rechtlichen Überlegungen abgelehnt
(vgl. IV-act. 102 und act. G 4). In ihrer Verfügung vom 28. August 2017 hat sie dazu
ausgeführt, es bestehe kein Anspruch auf eine befristete Rente, da hinsichtlich der
psychiatrischen Erkrankung eine günstige Prognose bezüglich Heilung vorliege (vgl. IV-
act. 102 S. 2). In ihrer Beschwerdeantwort hat sie diese Begründung dahingehend
präzisiert bzw. abgeändert, dass die von den Gutachtern festgestellte leichte
Depression zu keinem invalidenversicherungsrechtlichen Anspruch führe. Die
Versicherte erfülle die vom Bundesgericht geforderte Behandlungsresistenz zur
Geltendmachung eines invalidenversicherungsrechtlichen Anspruchs nicht (act. G 4 6
f.). Wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Duplik richtig erkannt hat (vgl. act. G 11), hat
das Bundesgericht die von ihr angeführte Rechtsprechung hinsichtlich der
invalidenversicherungsrechtlichen Bedeutung von leichten bis mittelschweren
depressiven Erkrankungen im Kontext der Therapierbarkeit aufgegeben. Das
Bundesgericht hat in BGE 143 V 409 darauf hingewiesen, dass die Frage, ob bei
Erkrankungen aus dem depressiven Formenkreis eine invalidenversicherungsrechtliche
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultiere, ebenso wenig wie bei somatoformen
Störungen allein mit Bezug auf das Kriterium der Behandelbarkeit beantwortet werden
könne (vgl. BGE 143 V 414 E. 4.4). Vielmehr sei auch bei leichten bis mittelschweren
depressiven Störungen, wie bei jeder geltend gemachten gesundheitsbedingten
Erwerbsunfähigkeit, im Einzelfall danach zu fragen, ob und wie sich die Krankheit
invaliditätsbedingt auswirke. Auch Leiden aus dem depressiven Formenkreis seien
grundsätzlich einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu
unterziehen (vgl. BGE 143 V 416 E. 4.5.2). Entgegen der in der ablehnenden Verfügung
bzw. in der Beschwerdeantwort vertretenen Auffassung der Beschwerdegegnerin
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/15
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4.
schliesst ein vorhandenes Verbesserungspotential in der medizinischen Behandlung
somit nicht aus, dass nach Ablauf des Wartejahrs ein Rentenanspruch entstehen kann
(vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts vom 2. September 2014, 9C_395/2014,
E. 4.5). Insofern hat die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch zu Unrecht
verneint. Die von der Beschwerdegegnerin sodann in ihrer Duplik vorgenommene
Prüfung der Arbeitsunfähigkeit anhand der vom Bundesgericht definierten
Standardindikatoren, die wiederum darauf hinausläuft, einen Rentenanspruch aus
vermeintlichen rechtlichen Überlegungen zu verneinen, überzeugt sodann nicht
(vgl. act. G 11). Das strukturierte Beweisverfahren soll nämlich keine von den
medizinischen Einschätzungen losgelöste juristische Parallelüberprüfung ermöglichen.
Vielmehr haben sich sowohl die medizinischen Sachverständigen als auch die Organe
der Rechtsanwendung im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens bei der
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit an den normativen Vorgaben zu orientieren. Kommt
der Rechtsanwender nach der Beweiswürdigung zum Schluss, ein Gutachten erfülle
sowohl die mit BGE 141 V 281 definierten versicherungsmedizinischen Massstäbe als
auch die allgemeinen rechtlichen Beweisanforderungen, ist es grundsätzlich als
beweiskräftig anzusehen und die darin enthaltene Schätzung der Arbeitsfähigkeit somit
zu übernehmen (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Juni 2018, 9C_194/2018, E. 4.1 mit
Hinweisen). Wie bereits erwähnt, haben die Gutachter in ihrer Beurteilung auf
einschlägige Standardindikatoren Bezug genommen. Ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung
leuchtet sodann in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge ein. Die
Beschwerdegegnerin hat das Gutachten ebenso wie die Beschwerdeführerin als
beweiskräftig eingestuft (vgl. act. G 1 S. 8 und 4 S. 6). Auch der RAD hat die
Einschätzung der Gutachter als beweiskräftig beurteilt (IV-act. 75). Zusammenfassend
ist somit festzuhalten, dass entsprechend der gutachterlichen Einschätzung davon
auszugehen ist, dass bei der Beschwerdeführerin im Zeitraum vom 25. Februar (vgl. IV-
act. 74 S. 40 i.V.m. 19 S. 2 ff.) bis Ende August 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit,
im Zeitraum September 2015 bis Juli 2016 eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit und im
Zeitraum August 2016 bis zur Begutachtung, sprich bis Ende Oktober 2016 (vgl. IV-
act. 74 S. 1), eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen hat (IV-act. 74 S. 17). Ab dem
Zeitpunkt der Begutachtung, sprich ab November 2016 (vgl. IV-act. 74 S. 1), ist eine
90%ige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen bzw. eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in
adaptierten Tätigkeiten anzunehmen (IV-act. 74 S. 16 f.).
Ausgehend von der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung bleiben die
erwerblichen Auswirkungen der Leistungsbeeinträchtigung zu prüfen. Dabei ist der
Invaliditätsgrad anhand eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. E. 2).
4.1.
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Massgebend für den Einkommensvergleich sind grundsätzlich die Verhältnisse im
Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruchs (vgl. BGE 129 V 222). Die Anmeldung der
Beschwerdeführerin ist bei der IV-Stelle am 19. Januar 2015 eingegangen (vgl. IV-act.
1). Der früheste Beginn eines allfälligen Rentenanspruchs im Sinne von Art. 29 Abs. 1
und 3 IVG wäre somit der 1. Juli 2015. Das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG
ist zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht verstrichen gewesen, da der Beginn der
Arbeitsunfähigkeit – von kurzfristigen Arbeitsunfähigkeiten abgesehen (vgl. IV-act. 74
S. 18 und S. 23; vgl. z.B. ferner IV-act. 60 S. 36 f.) – gemäss der gutachterlichen
Einschätzung erst ab dem 25. Februar 2015 ausgewiesen ist (vgl. IV-act. 74 S. 17 i.V.m.
S. 40 unten; vgl. ferner IV-act. 19 S. 2 ff.). Unter Berücksichtigung des Wartejahres fällt
der frühestmögliche Rentenbeginn somit auf den 1. Februar 2016 (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit.
b i.V.m.
29 Abs. 3 IVG). Für den Einkommensvergleich massgebend ist somit das Jahr 2016.
4.2.
Für das Valideneinkommen ist entscheidend, was die versicherte Person aufgrund
ihrer beruflichen und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen
Rentenbeginns verdient hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG;
BGE 135 V 59 E. 3.1 und 139 V 30 E. 3.3.2, je mit Hinweisen). Aufgrund der Aktenlage
ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall weiterhin bei
(...) als Bodenlegerin gearbeitet hätte. Die Beschwerdegegnerin hat für den Validenlohn
auf das von der Beschwerdeführerin im Jahr 2011 im selben Betrieb erzielte
Einkommen von Fr. 56'300.-- abgestellt und den Betrag anschliessend entsprechend
der Nominallohnentwicklung hochindexiert (vgl. IV-act. 84 i.V.m. 83 S. 2). Angesichts
fehlender bzw. unklarer Angaben zum genauen Monatsgehalt im Jahr 2013 (vgl. IV-
act. 38), der bloss kurzen Dauer des Arbeitsverhältnisses im Jahr 2013 (vgl. IV-act. 83
S. 2) und mangels gegenteiliger Behauptungen der Beschwerdeführerin (vgl. act. G 1
S. 8 Rz 21) ist dieses Vorgehen der Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden.
Allerdings ist das Einkommen nicht nur bis zum Jahr 2014 (vgl. IV-act. 84), sondern bis
zum Jahr 2016 zu indexieren (vgl. E. 4.2). Folglich resultiert ein Valideneinkommen von
gerundet Fr. 58'570.-- (Fr. 56'300.-- / 2604 X 2709; vgl. Tabelle T 39, Entwicklung der
Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 2010-2018, des
schweizerischen Bundesamtes für Statistik).
4.3.
Für das Invalideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin auf die Tabelle TA 1 der
schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2014 des Bundesamtes für Statistik
abgestellt. Dabei ist sie vom Zentralwert der im Kompetenzniveau 1 beschäftigten
Frauen ausgegangen (vgl. IV-act. 84). Da die Beschwerdeführerin ein schweizerisches
4.4.
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Fähigkeitszeugnis als Büroangestellte erworben hat (vgl. IV-act. 3 S. 1), stehen ihr
allerdings nicht nur adaptierte Hilfsarbeitertätigkeiten offen. Vielmehr kann sie mit ihrer
Ausbildung auch in der Administration tätig sein. Daher rechtfertigt es sich vorliegend,
auch ohne Umschulung durch die Beschwerdegegnerin den Medianlohn der im
Kompetenzniveau 2 beschäftigten Frauen der Tabelle TA 1 der LSE 2016
heranzuziehen. Unter Berücksichtigung einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7
Stunden ergibt sich demnach bei einem Arbeitspensum von 100 % ein
Invalideneinkommen von gerundet Fr. 60'448.-- (Fr. 4'832.-- / 40 X 41.7 X 12). Das
leicht über dem Valideneinkommen liegende Invalideneinkommen bei einem Pensum
von 100 % lässt sich damit begründen, dass die Beschwerdeführerin vor Eintritt des
Gesundheitsschadens auf die volle Ausschöpfung ihres Erwerbspotentials verzichtet
hat. Nach Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung kann eine berufliche
Neuausrichtung sinnvoll sein, wobei auch die Aufnahme der statistisch etwas besser
bezahlten Tätigkeit als Büroangestellte in Betracht fällt. Angesichts der immer wieder
potentiell auftretenden Migräneattacken, teilweise gepaart mit Visusstörungen, Sprach-
und Gehstörungen, die zu kurzfristigen Arbeitsunfähigkeiten führen können (vgl. IV-
act. 74 S. 18 und S. 23), rechtfertigt sich vorliegend sodann ein Tabellenlohnabzug.
Denn die Arbeitsausfälle stellen gegenüber gesunden Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmern einen Konkurrenznachteil dar. Dies gilt umso mehr, als dass die
Beschwerdeführerin aufgrund dieser Ausfälle auch nicht gleich flexibel einsetzbar und
belastbar ist wie die gesunden Arbeitnehmenden. Angesichts der ohnehin aufgrund
des Adaptionsprofils erforderlichen Rücksichtnahme seitens eines potentiellen
Arbeitgebers (vgl. IV-act. 74 S. 16) stellen die Migräneattacken für die
Beschwerdeführerin eine zusätzliche Erschwernis bei der Verwertung der
Restarbeitsfähigkeit dar, welcher mit einem Tabellenlohnabzug von 10 % Rechnung zu
tragen ist. Folglich resultiert bei einem Arbeitspensum von 100 % ein
Invalideneinkommen von gerundet Fr. 54'403.--. Für den Zeitraum Februar bis Juli
2016 ergibt sich bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 20 % ein Invalideneinkommen
von gerundet Fr. 10'881.--. Bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 50 %, wie er im
Zeitraum August bis Oktober 2016 vorgelegen hat, resultiert ein Invalideneinkommen
von Fr. 27'201.50 (hinsichtlich der Zeiträume der Arbeitsunfähigkeit vgl. E. 3.3 und 4.2).
Bei einer Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen ergibt sich für
den Zeitraum Februar bis Juli 2016 eine Erwerbseinbusse von Fr. 47'689.-- (Fr.
58'570.-- minus Fr. 10'881.--) und ein Invaliditätsgrad von gerundet 81 %. Folglich hat
die Beschwerdeführerin für diesen Zeitraum einen Anspruch auf eine ganze Rente. Im
Zeitraum August bis Oktober 2016 würde sich aus dem Einkommensvergleich eine
Erwerbseinbusse von Fr. 31'368.50 (Fr. 58'570.-- minus Fr. 27'201.50) und ein
4.5.
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5.