Decision ID: 99691e26-0f3a-5d63-9138-5776a53c58be
Year: 2014
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die A._ AG mit Sitz in X._ (Steuerpflichtige) ist seit dem
1. Juli 2009 im Register der Mehrwertsteuerpflichtigen eingetragen. (...).
B.
Mit "Einschätzungsmitteilung Nr. ... / Verfügung" vom 24. September
2013 (EM) betreffend die Steuerperioden 3. Quartal 2009 bis 4. Quartal
2009 (Zeitraum vom 1. Juli 2009 bis 31. Dezember 2009) forderte die
ESTV von der Steuerpflichtigen Mehrwertsteuern in der Höhe von
Fr. 38'001.-- zuzüglich Verzugszins nach.
C.
Dagegen erhob die Steuerpflichtige mit Eingabe vom 21. Oktober 2013
"Einsprache" bei der ESTV. Sie beantragte die Aufhebung der EM, inso-
weit darin der Vorsteuerabzug von Fr. 27'193.-- gestützt auf die der Steu-
erpflichtigen per Telefax übermittelte Rechnung vom 29. Juli 2009 der
(ehemaligen) B._ SA (nachfolgend auch nur: die Faxrechnung)
nicht gewährt werde (am 9. Dezember 2010 wurde über die B._
SA der Konkurs eröffnet).
D.
Mit als "Einspracheentscheid" bezeichneter Verfügung vom 4. Dezember
2013 wies die ESTV (Vorinstanz) die "Einsprache" ab (Ziffer 2). Sie er-
kannte, die EM sei im Betrag von Fr. 10'808.-- zuzüglich Verzugszins in
Rechtskraft erwachsen (Ziffer 1), und die Steuerpflichtige schulde für die
fraglichen Steuerperioden "zusätzlich zu ihrer Selbstdeklaration sowie der
unter Ziffer 1 [...] festgehaltenen Steuerforderung" Fr. 27'193.-- Mehr-
wertsteuer zuzüglich Verzugszins (Ziffer 3).
Zur Begründung führte die Vorinstanz im Wesentlichen an, für die dem
strittigen Vorsteuerabzug zu Grunde liegende Leistung der B._ SA
(Verkauf eines gebrauchten [Motorfahrzeugs], [das] die B._ SA bei
der Privatperson C._ eingekauft hat, an die Steuerpflichtige) be-
stünden zwei widersprüchliche Belege: einerseits die Faxrechnung vom
29. Juli 2009, in der die fragliche Vorsteuer ausgewiesen sei, andererseits
die der Steuerpflichtigen (angeblich im November 2009) per Post zuge-
stellte Rechnung vom 29. Juli 2009 der B._ SA, in der auf die
Margenbesteuerung hingewiesen werde (nachfolgend auch nur: die Pa-
pierrechnung). Die Papierrechnung berechtige schon mangels Vorsteuer-
ausweis nicht zum strittigen Abzug. Bei der Faxrechnung sei sodann zu
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berücksichtigen, dass es sich um eine elektronisch übermittelte Rech-
nung handle. Eine solche Rechnung sei nach dem anwendbaren alten
Mehrwertsteuerrecht nur dann zum Nachweis des Rechts auf den Vor-
steuerabzug geeignet, wenn sie mittels (ausreichender) digitaler Signatur
abgesichert sei. Da diese Voraussetzung vorliegend nicht erfüllt sei, be-
rechtige auch die Faxrechnung nicht zum strittigen Vorsteuerabzug.
E.
Mit Beschwerde vom 17. Januar 2014 an das Bundesverwaltungsgericht
beantragt die Steuerpflichtige (Beschwerdeführerin) – unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zu Lasten der Vorinstanz – sinngemäss die Aufhe-
bung dieses "Einspracheentscheids", insoweit darin die Vorsteuerab-
zugskorrektur von Fr. 27'193.-- (zuzüglich Verzugszins) bestätigt werde.
F.
In ihrer Vernehmlassung vom 3. März 2014 beantragt die Vorinstanz die
kostenfällige Abweisung der Beschwerde.
Auf die Begründungen in den Eingaben der Parteien wird – soweit sie
entscheidwesentlich sind – in den nachfolgenden Erwägungen eingegan-
gen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Vorliegend stellt jeden-
falls der angefochtene "Einspracheentscheid" vom 4. Dezember 2013 ei-
ne solche Verfügung dar (vgl. zur funktionalen Zuständigkeit des Bundes-
verwaltungsgerichts zur Behandlung von Beschwerden gegen "Einspra-
cheentscheide" der ESTV, die im Zuge von "Einsprachen" gegen Ein-
schätzungsmitteilungen ergangen sind statt vieler: Urteile des Bundes-
verwaltungsgerichts A-1009/2014 vom 3. September 2014 E. 1.2 sowie
[erstmals] A-707/2013 vom 25. Juli 2013 insb. E. 1.2.3 und 4.2 f.; dieses
bestätigt durch BGE 140 II 202). Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt
nicht vor. Die Vorinstanz ist zudem eine Behörde im Sinn von Art. 33
VGG. Das Bundesverwaltungsgericht ist demnach für die Beurteilung der
vorliegenden Beschwerde zuständig. Das Verfahren vor diesem Gericht
richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt
(Art. 37 VGG). Die Beschwerdeführerin ist zur Erhebung der vorliegenden
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Beschwerde berechtigt (Art. 48 Abs. 1 VwVG), hat diese frist- und form-
gerecht eingereicht (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) und den
einverlangten Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet (vgl. Art. 21 Abs. 3
VwVG).
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
1.2 Am 1. Januar 2010 ist das MWSTG (SR 641.20) in Kraft getreten. In
materieller Hinsicht bleiben die bisherigen Vorschriften auf alle während
ihrer Geltungsdauer eingetretenen Tatsachen, entstandenen Rechtsver-
hältnisse und erbrachten Leistungen anwendbar (Art. 112 Abs. 1 und 2
MWSTG). Der vorliegende Sachverhalt betrifft die Steuerperioden 3. und
4. Quartal 2009 und somit Steuerperioden vor dem 1. Januar 2010, aber
nach dem 1. Januar 2001. Er untersteht damit in materieller Hinsicht dem
am 1. Januar 2001 in Kraft getretenen Bundesgesetz vom 2. September
1999 über die Mehrwertsteuer (aMWSTG, AS 2000 1300) sowie der da-
zugehörigen Verordnung vom 29. März 2000 (aMWSTGV, AS 2000
1347).
Demgegenüber ist das neue mehrwertsteuerliche Verfahrensrecht im
Sinn von Art. 113 Abs. 3 MWSTG auf sämtliche im Zeitpunkt des Inkraft-
tretens hängige Verfahren anwendbar. Allerdings ist diese Bestimmung
insofern restriktiv auszulegen, als gemäss höchstrichterlicher Rechtspre-
chung nur eigentliche Verfahrensnormen sofort auf hängige Verfahren
anzuwenden sind, und es dabei nicht zu einer Anwendung von neuem
materiellen Recht auf altrechtliche Sachverhalte kommen darf (vgl. etwa
Urteil des Bundesgerichts 2C_650/2011 vom 16. Februar 2012 E. 1.4.3).
2.
2.1 Nach Art. 5 aMWSTG unterliegen der Mehrwertsteuer u.a. die durch
eine steuerpflichtige Person im Inland gegen Entgelt erbrachten Lieferun-
gen von Gegenständen (Bst. a) und Dienstleistungen (Bst. b), sofern sie
nicht ausdrücklich von der Steuer ausgenommen sind. Wer mehr-
wertsteuerpflichtig ist, ergibt sich aus Art. 21 aMWSTG.
2.2 Verwendet eine steuerpflichtige Person Gegenstände oder Dienstleis-
tungen für einen in Art. 38 Abs. 2 aMWSTG genannten geschäftlich be-
gründeten Zweck, kann sie in ihrer Steuerabrechnung die ihr von anderen
steuerpflichtigen Personen in Rechnung gestellte Mehrwertsteuer für Lie-
ferungen und Dienstleistungen als Vorsteuer in Abzug bringen (sog. Vor-
steuerabzug; Art. 38 Abs. 1 Bst. a aMWSTG).
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Seite 5
2.3
2.3.1 Art. 38 Abs. 1 Bst. a aMWSTG sieht vor, dass zum Abzug der Vor-
steuer nur berechtigt ist, wer die geltend gemachten Beträge mit einer
Rechnung mit den Angaben nach Art. 37 Abs. 1 aMWSTG bzw. mit einem
eine solche Rechnung ersetzenden Beleg nach Art. 37 Abs. 3 aMWSTG
nachweisen kann. Nach Art. 37 Abs. 1 aMWSTG muss die Rechnung des
Leistungserbringers (bzw. der eine Rechnung ersetzende Beleg) enthal-
ten: Namen und Adresse des Leistungserbringers sowie seine Mehr-
wertsteuernummer; Namen und Adresse des Leistungsempfängers; Da-
tum oder Zeitraum der Leistung; Art, Gegenstand und Umfang der Leis-
tung; das Entgelt; den Steuersatz und den geschuldeten Steuerbetrag,
wobei die Angabe des Steuersatzes genügt, wenn das Entgelt die Steuer
einschliesst.
2.3.2 Die mit Art. 38 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 37 Abs. 1 und 3 aMWSTG im
Wesentlichen übereinstimmende Regelung in Art. 29 Abs. 1 Bst. a i.V.m.
Art. 28 Abs. 1 und 3 der Verordnung vom 22. Juni 1994 über die Mehr-
wertsteuer (aMWSTV, AS 1994 1464) wurde von der Rechtsprechung als
verfassungsmässig anerkannt (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
A-6555/2007 vom 30. März 2010 E. 2.1 mit zahlreichen Hinweisen). Be-
züglich der Art. 38 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 37 Abs. 1 und 3 aMWSTG
kann grundsätzlich nichts anderes gelten, wobei die Bestimmungen des
aMWSTG ohnehin unter das Anwendungsgebot in Art. 190 BV (bzw. frü-
her Art. 191 BV) fallen.
Wenn eine Rechnung die im aMWSTG aufgestellten Voraussetzungen für
die Vornahme des Vorsteuerabzugs nicht kumulativ erfüllt, muss die
ESTV den gestützt darauf geltend gemachten Vorsteuerabzug grundsätz-
lich verweigern (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
A-184/2014 vom 24. Juli 2014 E. 3.2 mit Hinweisen). Keine Rolle spielt im
vorliegenden Verfahren die Relativierung dieser Formstrenge gemäss
Verwaltungspraxis und Rechtsprechung zu den Formularen 1310 bzw.
1550 sowie den am 1. Juli 2006 in Kraft getretenen Art. 15a bzw. 45a
aMWSTGV (AS 2006 2353; vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_263/2007
vom 24. August 2007 E. 5.2; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
A-8017/2009 vom 2. September 2010 E. 2.4 und 2.7 mit Hinweisen). Das
Vorhandensein einer Rechnung bildet nach dem aMWSTG eine zwingen-
de materiellrechtliche Voraussetzung für den Vorsteuerabzug. Daran bzw.
an der Anwendung von altem materiellem Recht auf altrechtliche Sach-
verhalte vermögen die Art. 113 Abs. 3 und Art. 81 Abs. 3 MWSTG, nach
welchem es unzulässig ist, Nachweise ausschliesslich vom Vorhanden-
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sein bestimmter Beweismittel abhängig zu machen, nichts zu ändern (vgl.
E. 1.2 sowie Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-8017/2009 vom
2. September 2010 E. 2.7).
2.3.3 Der Rechnung kommt im Mehrwertsteuerrecht eine zentrale Bedeu-
tung zu. Sie ist nicht nur ein Buchungsbeleg, sondern stellt ein wichtiges
Indiz dar bzw. begründet gar eine Vermutung, dass ein steuerbarer Um-
satz stattgefunden und der Aussteller diesbezüglich als mehrwertsteuerli-
cher Leistungserbringer zu gelten hat. Mit der Rechnung erklärt der
Rechnungssteller zugleich, dass er die ausgewiesene Mehrwertsteuer
der ESTV abgeliefert hat oder noch abliefern wird. Schliesslich berechtigt
die (mehrwertsteuerkonforme) Rechnung den Leistungsempfänger direkt
zum entsprechenden Vorsteuerabzug (vgl. BGE 131 II 185 E. 5; Urteil
des Bundesgerichts 2C_561/2009 vom 25. März 2011 E. 4.1; Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts A-4950/2013 vom 18. März 2014 E. 2.4.1 mit
Hinweisen).
2.4
2.4.1 Für den Handel mit gebrauchten individualisierbaren beweglichen
Gegenständen (wozu u.a. auch Motorfahrzeuge zählen) enthält Art. 35
Abs. 1 aMWSTG eine Sonderregel: Hat die steuerpflichtige Person einen
Gegenstand dieser Art für den Wiederverkauf bezogen, so kann sie für
die Berechnung der Steuer auf dem Verkauf den Ankaufspreis vom Ver-
kaufspreis abziehen, sofern sie auf dem Ankaufspreis keine Vorsteuer
abziehen durfte oder den möglichen Vorsteuerabzug nicht geltend ge-
macht hat. Mit dieser Bestimmung wird die sog. Differenz- oder Margen-
besteuerung geregelt. Bemessungsgrundlage für die Steuer auf dem Ver-
kauf ist die Marge zwischen Verkaufs- und Einkaufspreis. In Abweichung
von Art. 38 aMWSTG tritt hierbei der Abzug des Ankaufspreises, der sog.
Vorumsatzabzug, an die Stelle des Vorsteuerabzugs (vgl. Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts A-3358/2008 vom 27. April 2010 E. 3.3.1 mit
zahlreichen Hinweisen).
2.4.2 Damit es bei der Margenbesteuerung zu keiner ungerechtfertigten
Steuerrückerstattung kommt, darf der Verkäufer gegenüber dem Käufer
keine Steuer ausweisen. Deshalb bestimmt Art. 37 Abs. 4 aMWSTG,
dass die steuerpflichtige Person, wenn sie die Steuer auf dem Wieder-
verkauf von Gegenständen nach Art. 35 aMWSTG berechnet, weder in
Preisanschriften, Preislisten oder sonstigen Angeboten noch in Rechnun-
gen auf die Steuer hinweisen darf (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsge-
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richts A-3358/2008 vom 27. April 2010 E. 3.3.2 mit zahlreichen Hinwei-
sen).
2.5 Gemäss Art. 90 Abs. 2 Bst. h aMWSTG ist der Bundesrat zuständig,
die Voraussetzungen festzulegen, unter welchen Belege, die nach dem
aMWSTG für die Durchführung der Steuer nötig sind, papierlos übermit-
telt und aufbewahrt werden können. Von dieser Befugnis hat der Bundes-
rat in Art. 43 ff. aMWSTGV Gebrauch gemacht (vgl. dazu: ANDREAS MEY-
ER/REGULA BOLLER, Electronic Data Interchange im neuen MWST-
Gesetz: der elektronische Geschäftsverkehr als Herausforderung, in: Der
Schweizer Treuhänder [ST] 11/1999, S. 1101–1106).
2.5.1 Nach Art. 43 Abs. 1 aMWSTGV haben elektronisch oder in ver-
gleichbarer Weise übermittelte und aufbewahrte Daten und Informatio-
nen, die für den Vorsteuerabzug, die Steuererhebung oder den Steuerbe-
zug relevant sind, die gleiche Beweiskraft wie Daten und Informationen,
die ohne Hilfsmittel lesbar sind, sofern folgende Voraussetzungen erfüllt
sind: Nachweis des Ursprungs (Bst. a), Nachweis der Integrität (Bst. b)
und Nichtabstreitbarkeit von Versand und Empfang (Bst. c). Nach Abs. 2
des nämlichen Artikels bleiben besondere gesetzliche Bestimmungen,
welche die Übermittlung oder Aufbewahrung der genannten Daten und In-
formationen in einer qualifizierten Form vorschreiben, vorbehalten.
2.5.2 Gemäss Art. 45 aMWSTGV ist das Eidgenössische Finanzdeparte-
ment (EFD) zuständig, Bestimmungen technischer, organisatorischer und
verfahrenstechnischer Natur zu erlassen, um die Sicherheit und Kontrolle
elektronisch oder in vergleichbarer Weise übermittelter und aufbewahrter
Daten und Informationen im Sinn von Art. 43 aMWSTGV angemessen zu
gewährleisten. Nach Art. 3 Abs. 1 Bst. a der entsprechenden Verordnung
vom 30. Januar 2002 über elektronisch übermittelte Daten und Informati-
onen (ElDI-V, AS 2002 259) – in Kraft vom 1. März 2002 bis 31. Dezem-
ber 2009 – ist für die Erfüllung der in Art. 43 Abs. 1 aMWSTGV verlangten
Voraussetzungen für die Beweiskraft elektronischer Daten u.a. vorausge-
setzt, dass die Übermittlung und Aufbewahrung solcher Daten mittels di-
gitaler Signatur abgesichert ist. Nach Art. 2 Abs. 2 EIDI-V gelten dabei als
digitale Signatur nur Signaturen, die auf einem Zertifikat beruhen, das
nach den Bestimmungen der Verordnung vom 12. April 2000 über Diens-
te der elektronischen Zertifizierung (ZertDV, AS 2000 1257) ausgegeben
wurde (Bst. a); auf einem Zertifikat beruhen, das von einem nach Art. 3 ff.
ZertDV anerkannten Zertifizierungsdiensteanbieter stammt (Bst. b); und
(Bst. c) mit Mitteln erzeugt werden, die der Inhaber unter seiner alleinigen
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Kontrolle halten kann (vgl. dazu allgemein: Kommentar der ESTV vom
1. Juli 2002 zur Verordnung des EFD über elektronisch übermittelte Da-
ten und Informationen [EIDI-V]; JACQUES PITTET/ANDREAS TOGGWYLER,
Facturation électronique et TVA: de la facture transmise par voie électro-
nique à la facture électronique, in: ST 6-7/2002, S. 613–621; MICHEL JAC-
CARD, Forme, preuve et signature électronique, in: Aspects juridiques du
commerce électronique, Zürich 2001, S. 113–155).
Per 1. Januar 2005 wurde die ZertDV durch das Bundesgesetz vom
19. Dezember 2003 über Zertifizierungsdienste im Bereich der elektroni-
schen Signatur (ZertES, SR 943.03) sowie die dazugehörige Verordnung
vom 3. Dezember 2004 (VZertES, SR 943.032) ersetzt (vgl. STEFAN BÜR-
GE, Zur Bedeutung der elektronischen Signatur in der Praxis, in: Philipp
Juchli/Marcel Würmli/Diego Haunreiter [Hrsg.], Sicherheit als wirtschaftli-
ches, rechtliches und kulturelles Phänomen, Bern 2008, S. 146–180). Am
dargestellten Erfordernis einer ausreichenden digitalen Signatur elektro-
nisch übermittelter und/oder aufbewahrter Daten und Informationen hat
sich dadurch nichts Grundsätzliches geändert.
2.6 Die Veranlagung und Entrichtung der Mehrwertsteuer erfolgt nach
dem Selbstveranlagungsprinzip (Art. 46 f. aMWSTG). Dieses Prinzip be-
sagt insbesondere, dass die steuerpflichtige Person ihre Steuerpflicht
selbst festzustellen hat und allein für die vollständige, richtige und recht-
zeitige Deklaration ihrer steuerbaren Umsätze und abziehbaren Vorsteu-
ern verantwortlich ist (vgl. statt vieler: BGE 137 II 136 E. 6.2; Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts A-565/2014 vom 27. August 2014 E. 2.7.1).
Im Weiteren hat die steuerpflichtige Person gemäss Art. 58 aMWSTG ihre
Geschäftsbücher ordnungsgemäss zu führen und so einzurichten, dass
sich aus ihnen die für die Feststellung der Steuerpflicht sowie für die Be-
rechnung der Mehrwertsteuer und der abziehbaren Vorsteuern massge-
benden Tatsachen leicht und zuverlässig ermitteln lassen (vgl. dazu etwa:
Urteile des Bundesgerichts 2C_650/2011 vom 16. Februar 2012 E. 2.5.1
und 2A.693/2006 vom 26. Juli 2007 E. 3).
2.7
2.7.1 Die Beweiswürdigung endet mit dem richterlichen Entscheid dar-
über, ob eine rechtserhebliche Tatsache als erwiesen zu gelten hat oder
nicht. Der Beweis ist geleistet, wenn das Gericht gestützt auf die freie
Beweiswürdigung zur Überzeugung gelangt ist, dass sich der rechtser-
hebliche Sachumstand verwirklicht hat (vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2; statt
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vieler: Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-2632/2013 vom 26. Feb-
ruar 2014 E. 2.7.1, A-517/2012 vom 9. Januar 2013 E. 1.3.1, je mit Hin-
weisen; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessie-
ren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl., Basel 2013, N 3.141).
2.7.2 Gelangt das Gericht nicht zu diesem Ergebnis, stellt sich die Frage,
ob zum Nachteil der Steuerbehörde oder der steuerpflichtigen Person zu
entscheiden ist, wer also die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen hat.
Grundsätzlich trägt im Steuerrecht die Steuerbehörde die Beweislast für
die steuerbegründenden und -erhöhenden Tatsachen. Demgegenüber ist
die steuerpflichtige Person für die steueraufhebenden und -mindernden
Tatsachen beweisbelastet (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts
2C_232/2012 vom 23. Juli 2012 E. 3.5; Urteil des Bundesverwaltungsge-
richts A-3075/2011 vom 30. Mai 2012 E. 4 mit Hinweisen).
2.7.3 Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung kann das Beweisverfah-
ren geschlossen werden, wenn die noch im Raum stehenden Beweisan-
träge eine nicht erhebliche Tatsache betreffen oder offensichtlich untaug-
lich sind, etwa weil ihnen die Beweiseignung an sich abgeht oder umge-
kehrt die betreffende Tatsache aus den Akten bereits genügend ersicht-
lich ist und angenommen werden kann, dass die Durchführung des Be-
weises im Ergebnis nichts ändern wird (sog. antizipierte Beweiswürdi-
gung; vgl. BGE 131 I 153 E. 3; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN
BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bun-
des, 3. Aufl., Zürich 2013, N 153, 457 und 537).
2.8 Im Verwaltungsverfahren und in der Verwaltungsrechtspflege muss
die entscheidende Behörde den Sachverhalt grundsätzlich von sich aus
abklären (Art. 12 VwVG). Diese sog. Untersuchungsmaxime erfährt durch
die Mitwirkungspflicht der Verfahrensparteien allerdings eine Einschrän-
kung (Art. 13 VwVG; vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., N 1.49 ff.).
Im Mehrwertsteuerverfahren wird die Untersuchungsmaxime zudem ins-
besondere durch das Selbstveranlagungsprinzip als spezialgesetzlich
statuierte Mitwirkungspflicht der steuerpflichtigen Person relativiert (vgl.
BVGE 2009/60 E. 2.1.2).
3.
Im vorliegenden Fall ist eine Vorsteuerabzugskorrektur im Betrag von
Fr. 27'193.-- strittig. Die Vorinstanz nahm diese Korrektur im Wesentli-
chen deshalb vor, weil sie für die betreffende Leistung der (ehemaligen)
B._ SA (Verkauf eines gebrauchten [Motorfahrzeugs], [das] die
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B._ SA bei der Privatperson C._ eingekauft hat, an die Be-
schwerdeführerin) in den Buchhaltungsunterlagen der Beschwerdeführe-
rin eine Original- bzw. Papierrechnung (datiert vom 29. Juli 2009; als Ko-
pie in den vorliegenden Akten) gefunden hat, die auf die Margenbesteue-
rung hinweist und daher – was zutreffend (s. E. 2.4.1) und unbestritten ist
– nicht zum fraglichen (bzw. nicht zu irgendeinem) Vorsteuerabzug be-
rechtigt (vgl. Sachverhalt Bst. D).
Die Beschwerdeführerin stützt ihre Argumentation für ihr Recht zum frag-
lichen Vorsteuerabzug dagegen darauf ab, dass für dieselbe mehrwert-
steuerliche Leistung und mit demselben Rechnungsdatum wie die ge-
nannte Original- bzw. Papierrechnung eine per Telefax übermittelte Rech-
nung vorliegt, in der die strittige Vorsteuer ausgewiesen ist (vgl. Sachver-
halt Bst. D). Sie macht sinngemäss geltend, dieser Faxrechnung komme
in Bezug auf das Recht zum fraglichen Vorsteuerabzug vorliegend eine
höhere Beweiskraft zu als der anderslautenden Original- bzw. Papier-
rechnung. Die Faxrechnung enthalte alle Angaben nach Art. 37 Abs. 1
aMWSTG und berechtige sie daher direkt zum strittigen Vorsteuerabzug.
Der Auffassung der Beschwerdeführerin kann aus den nachstehenden
Gründen nicht gefolgt werden:
3.1 Zunächst ist ihr wohl darin beizupflichten, dass die fragliche Faxrech-
nung die Angaben nach Art. 37 Abs. 1 aMWSTG enthält. Richtig und un-
bestritten ist ferner, dass nach dem hier anwendbaren alten Mehr-
wertsteuerrecht eine Rechnung mit bestimmten unabdingbaren Angaben
– von hier nicht einschlägigen Relativierungen abgesehen – grundsätzlich
zwingend vorhanden sein muss, um den Vorsteuerabzug vornehmen
bzw. den entsprechenden Betrag nachweisen zu können (E. 2.3.2). Dar-
an ändert wie erwähnt nichts, dass das neue Recht in Art. 81 Abs. 3
MWSTG die Beweismittelfreiheit für die steuerpflichtige Person vorsieht
(vgl. E. 1.2 und 2.3.2). Die Beschwerdeführerin kann vorliegend daher
aus der Berufung auf diese Bestimmung nichts zu ihren Gunsten ableiten.
3.2 Die Feststellung, dass nach dem alten Mehrwertsteuerrecht zum
Nachweis des Rechts auf den Vorsteuerabzug eine Rechnung mit den
Angaben nach Art. 37 Abs. 1 aMWSTG grundsätzlich zwingend vorhan-
den sein muss, bedeutet nicht, dass umgekehrt jede Art von "Rechnung"
mit diesen Angaben zum entsprechenden Nachweis zwingend ausreicht.
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3.2.1 So hat die Rechtsprechung einer "Rechnung", die zwar alle Anga-
ben nach (dem mit Art. 37 Abs. 1 aMWSTG im Wesentlichen überein-
stimmenden) Art. 28 Abs. 1 aMWSTV enthielt, jedoch nur als Fotokopie
(Rechnungskopie) vorlag, lediglich eine verminderte Beweiskraft in Bezug
auf das Recht zum Vorsteuerabzug bei der Inlandsteuer zuerkannt (vgl.
Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurskommission [SRK] vom
31. Juli 2002 [SRK 2001-009] E. 5b und 6, veröffentlicht in: Verwaltungs-
praxis der Bundesbehörden [VPB] 67.23, mit Verweis auf das nicht publi-
zierte Urteil des Bundesgerichts 2A.65/1999 vom 17. August 2000
E. 3d/bb, wonach bei grenzüberschreitender Leistungserbringung an ei-
nen inländischen Empfänger die Belege zwingend im Original vorhanden
sein müssen). Weil Fälschungen unter Umständen nur im Vergleich mit
den jedes Detail enthaltenden Originaldokumenten erkennbar sein kön-
nen, vermag eine Rechnungskopie lediglich einen Anhaltspunkt, nicht
aber den rechtsgenügenden (direkten) Nachweis für das Recht auf den
Vorsteuerabzug zu liefern (vgl. E. 2.3.3). Liegt eine blosse Rechnungsko-
pie vor, sind deshalb zur Beurteilung des Rechts auf den Vorsteuerabzug
die weiteren Umstände des Einzelfalls zu prüfen. Grundsätzlich berechtigt
nur die Originalrechnung mit den Angaben nach Art. 37 Abs. 1 aMWSTG
(bzw. Art. 28 Abs. 1 aMWSTV) den Leistungsempfänger direkt zum Vor-
steuerabzug (vgl. auch IVO P. BAUMGARTNER, in: Kompetenzzentrum
MWST der Treuhand-Kammer [Hrsg.], mwst.com, Kommentar zum Bun-
desgesetz über die Mehrwertsteuer, Basel/Genf/München 2000, N 22 zu
Art. 38; PASCAL MOLLARD/XAVIER OBERSON/ANNE TISSOT BENEDETTO, Trai-
té TVA, Basel 2009, N 95 S. 706, nach denen die ESTV berechtigt ist, die
Originalrechnung als eindeutiges Beweismittel einzufordern). Zur Be-
gründung dieses Formalismus werden von der Rechtsprechung insbe-
sondere Aspekte der Rechtssicherheit, Rechtsgleichheit und Miss-
brauchsgefahr, die mehrwertsteuerliche Buchführungspflicht (Art. 47
aMWSTV bzw. Art. 58 aMWSTG) sowie das Argument angeführt, dass
die Mehrwertsteuer als Selbstveranlagungssteuer ausgestaltet sei, was
grundsätzlich eine möglichst einfache und zuverlässige Kontrolle durch
die ESTV bedinge (vgl. E. 2.6; vgl. zum Ganzen: Entscheid der SRK vom
31. Juli 2002 [SRK 2001-009] insb. E. 5b und 6, veröffentlicht in: VPB
67.23; vgl. auch: Urteil des Bundesgerichts 2C_561/2009 vom 25. März
2011 E. 4.2 sowie – am Rande – Urteile des Bundesverwaltungsgerichts
A-1601/2006 vom 4. März 2010 E. 4.3, A-2036/2007 vom 29. Oktober
2008, A-1374/2006 vom 21. Januar 2008 E. 3.2).
3.2.2 In Bezug auf Rechnungen, die gegebenenfalls zwar alle Angaben
nach Art. 37 Abs. 1 aMWSTG enthalten, jedoch "elektronisch oder in ver-
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gleichbarer Weise" übermittelt werden, findet sich für den vorliegend rele-
vanten Zeitraum sodann eine explizite Beweiskraftregelung im Verord-
nungsrecht: Solche Rechnungen sind hinsichtlich der Beweiskraft (insbe-
sondere) nur dann der Originalrechnung gleichgestellt, wenn die Voraus-
setzungen "Nachweis des Ursprungs", "Nachweis der Integrität" sowie
"Nichtabstreitbarkeit von Versand und Empfang" erfüllt sind (E. 2.5.1).
Dies setzt insbesondere voraus, dass die elektronische (oder in ver-
gleichbarer Weise erfolgte) Übermittlung mittels ausreichender digitaler
Signatur abgesichert ist (E. 2.5.2). Für die Zwecke des aMWSTG werden
der Ursprung und die Integrität elektronisch übermittelter Daten und In-
formationen seit dem Inkrafttreten der ElDI-V am 1. März 2002 durch die
Verwendung einer ausreichenden digitalen Signatur als gewährleistet be-
trachtet (vgl. E. 2.5). Insofern entfällt die Mit- bzw. Nachsendung der (ori-
ginalen) Papierrechnung zur Wahrung des Rechts auf den Vorsteuerab-
zug.
3.3
3.3.1 Vorliegend ist nun zwar keine grenzüberschreitende Rechnungsstel-
lung strittig, so dass zum Vorsteuerabzug nicht zwingend die Originalbe-
lege vorhanden sein müssen (vgl. E. 3.2.1). Bei der fraglichen, per Tele-
fax an die Beschwerdeführerin übermittelten, Rechnung handelt es sich
jedoch offensichtlich um eine elektronisch übermittelte Rechnung. Mithin
könnte diese Rechnung den erwähnten Verordnungsbestimmungen über
die "elektronische Übermittlung und Aufbewahrung von Daten und Infor-
mationen" und damit dem Erfordernis einer (ausreichenden) digitalen
Signatur unterworfen sein. Träfe dies zu, käme ihr nach dem Vorstehen-
den in Bezug auf den Nachweis der strittigen Vorsteuer lediglich vermin-
derte Beweiskraft zu; denn eine elektronische Signatur ist vorliegend un-
bestrittenermassen nicht erfolgt (vgl. E. 2.5.2 und 3.2.2).
Allerdings ist fraglich, ob bzw. inwieweit die betreffenden Verordnungsbe-
stimmungen auf einen Papierfax wie die vorliegende Faxrechnung über-
haupt sinnvoll anwendbar sind. Technisch ist es zwar grundsätzlich mög-
lich, eine Faxübermittlung mit einer elektronischen Signatur abzusichern
und diese auf dem am Empfangsgerät ausgedruckten Papierdokument
beispielsweise mittels eines entsprechenden 2-D-Barcodes erkennbar zu
machen. Die Frage nach der Beweiskraft einer solchen "ausgedruckten"
elektronischen Signatur, namentlich ob damit die eigentliche elektroni-
sche Signatur voll überprüfbar wäre, beantworten die entsprechenden
Verordnungsbestimmungen jedoch nicht ohne weiteres. Bezeichnender-
weise bezieht sich Art. 3 Abs. 1 Bst. a ElDI-V dem Wortlaut nach denn
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auch nur auf die Beweiskraft "elektronischer" Daten. Jedenfalls erscheint
das Erfordernis der elektronischen Signatur aufgrund des Medienbruchs
(elektronische Form – Papierform) auf den Papierfax nicht zugeschnitten.
3.3.2 Indes braucht hier nicht abschliessend geklärt zu werden, ob im
Anwendungsbereich des aMWSTG und der aMWSTGV die Faxrechnung
dem Erfordernis der (ausreichenden) elektronischen Signatur unterworfen
ist (vgl. zur Behandlung von Faxrechnungen im deutschen und österrei-
chischen Umsatzsteuerrecht vor und nach den Anpassungen an Art. 233
der Richtlinie 2006/112/EG des Rates vom 28. November 2006 über das
gemeinsame Mehrwertsteuersystem [MwStSystRL] in der ab dem
1. Januar 2013 geltenden Fassung [Änderung durch die Richtlinie
2010/45/EU des Rates zu den Rechnungsstellungsvorschriften vom
13. Juli 2010]: Schreiben des deutschen Bundesministeriums der Finan-
zen vom 2. Juli 2012 über die Vereinfachung der elektronischen Rech-
nungsstellung zum 1. Juli 2011; KAROLINE SPIES, Hürden für elektronische
Rechnungen fallen mit 2013: Gesetzgeber unter Zugzwang, Deloitte Tax
News, abrufbar unter: http://www.deloittetax.at). Denn selbst wenn sich
die entsprechenden Verordnungsbestimmungen vorliegend nicht als ein-
schlägig bzw. anwendbar erwiesen, sich die verminderte Beweiskraft der
betreffenden Faxrechnung mithin nicht mit dem Fehlen einer digitalen
Signatur begründen liesse, berechtigte sie die Beschwerdeführerin den-
noch nicht direkt zum strittigen Vorsteuerabzug. Bei einer Fax- bzw. Fern-
kopie wie der fraglichen Faxrechnung ist aus Sicht der Beweiswürdigung
nämlich grundsätzlich gleich wie bei einer gewöhnlichen (d.h. am Ort mit
einem Kopiergerät erstellten und [allenfalls] auf dem Postweg übermittel-
ten) Rechnungskopie zu beachten, dass Inhalte einer einmal empfange-
nen Originalrechnung – insbesondere eine allfällige Originalunterschrift –
ausgeschnitten, beliebig oft kopiert und erneut zugestellt werden können
(vgl. E. 3.2.1). Entsprechende Fälschungen sind regelmässig nur im Ver-
gleich mit den jedes Detail enthaltenden Originaldokumenten erkennbar
(kein rechtsgenügender Nachweis der Integrität). Insofern rechtfertigt es
sich vorliegend, die vorstehend skizzierte Rechtsprechung zur beweis-
rechtlichen Behandlung fotokopierter Rechnungen unter dem alten
Mehrwertsteuerrecht in analoger Weise heranzuziehen und entsprechend
– unabhängig von der Anwendbarkeit des Erfordernisses der digitalen
Signatur auf Faxrechnungen – auf eine verminderte Beweiskraft der Fax-
rechnung vom 29. Juli 2009 zu schliessen (vgl. E. 3.2.1).
Ein solcher Schluss rechtfertigt sich im Übrigen umso mehr, als bei Fax-
Kopien in beweisrechtlicher Hinsicht zusätzlich bzw. speziell zu berück-
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sichtigen ist, dass in das Absendergerät grundsätzlich beliebig falsche
Absenderkennungsdaten (Rufnummer[n], Datum, Uhrzeit, Sendedauer,
Seitenzahl) eingegeben werden können (kein rechtsgenügender Nach-
weis des Ursprungs), und es im Weiteren technisch grundsätzlich möglich
ist, einen einzelnen Sendevorgang komplett zu simulieren (Nichtabstreit-
barkeit von Versand und Empfang nicht gegeben; vgl. etwa Urteil des
Bundesgerichts 1B_304/2013 vom 27. September 2013 E. 2.4, wonach
Sendungen per E-Mail, Fax oder SMS [jedenfalls ohne elektronische Sig-
natur] diverse Unsicherheiten – insbesondere betreffend die Identifizie-
rung des Absenders, die Verifizierung der Unterschrift und die Feststel-
lung des Zeitpunktes des Empfangs – nach sich zögen; gemäss Urteilen
des Bundesverwaltungsgerichts D-3481/2010 und D-3488/2010 je vom
21. Mai 2010 kommt Fax-Kopien "aufgrund ihrer leichten Manipulierbar-
keit grundsätzlich nur ein sehr beschränkter Beweiswert" zu; vgl. RALPH
CHRISTOPH GEMAR, Rechtliche Aspekte moderner Telekommunikation –
dargestellt anhand der Rechtsprechung zum Fax in der Schweiz und in
Deutschland, in: recht 3/96, S. 94 ff.; JÉRÔME HUET, La valeur juridique de
la télécopie [ou fax], comparée au télex, in: Recueil Dalloz 4/92, S. 33–
36).
3.3.3 Folglich ist festzuhalten, dass der vorliegenden Faxrechnung – so
oder anders (d.h. sowohl im Fall der Anwendbarkeit der Verordnungsbe-
stimmungen über die "elektronische Übermittlung und Aufbewahrung von
Daten und Informationen" [s. E. 3.3.1] als auch bei einer analogen Heran-
ziehung der Rechtsprechung zur beweisrechtlichen Behandlung fotoko-
pierter Rechnungen [s. E. 3.3.2]) – nur verminderte Beweiskraft in Bezug
auf das Recht der Beschwerdeführerin zum strittigen Vorsteuerabzug zu-
kommt. Dies gilt umso mehr im Vergleich mit der vorliegenden Papier-
rechnung (Margenbesteuerung), die nicht nur eine blosse Kopie, sondern
eine "Originalrechnung" darstellt und der Faxrechnung im zentralen (hier
strittigen) Punkt diametral widerspricht.
3.4
3.4.1 Unter den dargestellten Umständen der vorliegenden Konstellation
änderte sich am fehlenden Nachweis der strittigen Vorsteuerabzugsbe-
rechtigung auch dann nichts, wenn im Rahmen einer von der Beschwer-
deführerin beantragten Aktenedition (durch C._, durch die
B._ SA en liquidation sowie durch die ESTV) das Original der Fax-
rechnung erhältlich gemacht werden könnte oder die beantragten Zeugen
(C._, D._, E._, F._, G._) die Rech-
nungsstellung gemäss Faxrechnung in sachverhaltlicher Hinsicht bestäti-
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gen würden. Denn nach wie vor läge für dieselbe mehrwertsteuerliche
Leistung die auf die Margenbesteuerung hinweisende "Originalrechnung"
vom 29. Juli 2009 vor, und könnte vor diesem Hintergrund die strittige
Vorsteuerabzugsberechtigung weiterhin nicht als rechtsgenügend nach-
gewiesen gelten. Auf die Durchführung der beantragten Beweise ist daher
in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten (E. 2.7.3).
3.4.2 Entsprechend (bzw. a fortiori) kann vorliegend aus beweisrechtli-
cher Sicht auch der aktenkundige E-Mail-Verkehr vom 28. Juli 2009 zwi-
schen D._ von der (ehemaligen) B._ SA und der Be-
schwerdeführerin keine entscheidende Rolle spielen. Diesbezüglich ist
ohnehin unklar, ob sich die Aussage von D._ im E-Mail vom
28. Juli 2009 (20:20 Uhr) "hab ich auch by fax die rechnung geschickt"
überhaupt auf die vorliegende Faxrechnung bezieht, zumal diese un-
bestrittenermassen erst am 29. Juli 2009 um 09:21:40 Uhr an die Be-
schwerdeführerin übermittelt worden ist. Ausserdem gehen E-Mail-
Sendungen – wie erwähnt (s. E. 3.3.2) – selbst mit diversen beweisrecht-
lichen Unsicherheiten einher.
3.4.3 Anzumerken bleibt, dass sich die Beschwerdeführerin die vorlie-
gende, für sie nachteilige, beweisrechtliche Situation selbst anzulasten
hat. Aufgrund des Selbstveranlagungsprinzips sowie der mehrwertsteuer-
lichen Buchführungspflicht ist sie für die mehrwertsteuerkonforme Dekla-
ration und Verbuchung sowie – bereits aufgrund der allgemeinen Beweis-
lastregel (E. 2.7.2) – für den rechtsgenügenden Nachweis ihrer Vorsteu-
ern selbst verantwortlich (vgl. E. 2.6). Mit Blick darauf hat sie es insbe-
sondere versäumt, die fragliche Papierrechnung (Margenbesteuerung)
vom Leistungserbringer korrigieren zu lassen. Es wäre an ihr gelegen, vor
der Bezahlung und Verbuchung der vorliegenden Faxrechnung die Zu-
stellung der entsprechenden Originalrechnung abzuwarten bzw. die mit
Schreiben (Fax) vom 13. August 2009 verlangte und ihr in der Folge (an-
geblich im November 2009) zugestellte Papierrechnung vom 29. Juli
2009 bei Erhalt in formeller und materieller Hinsicht zu überprüfen und
zwecks Korrektur des darin enthaltenen Hinweises auf die Margenbe-
steuerung an die B._ SA zurückzuweisen. Die Vorinstanz hat da-
her auch nicht ihre Untersuchungspflicht verletzt, als sie für die strittige
Vorsteuerkorrektur auf die vorliegende Original- bzw. Papierrechnung ab-
gestellt und nicht von Amtes wegen von der (damaligen) B._ SA
das (allfällige) Original der vorliegenden Fax-Kopie eingefordert hat (vgl.
E. 2.8).
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3.5 Insgesamt hat die Vorinstanz im Rahmen der strittigen Vorsteuerab-
zugskorrektur zu Recht auf die Papierrechnung vom 29. Juli 2009 abge-
stellt bzw. den geltend gemachten Vorsteuerabzug im angefochtenen
"Einspracheentscheid" zu Recht als nicht nachgewiesen betrachtet.
Die Beschwerde ist abzuweisen.
4.
Der Vollständigkeit halber bleibt auf die übrigen Vorbringen der Be-
schwerdeführerin einzugehen, soweit diese durch die voranstehenden
Erwägungen nicht bereits ausdrücklich oder implizit widerlegt sind.
4.1 Die Beschwerdeführerin macht zunächst geltend, sie habe sich darauf
"verlassen können", aufgrund der Faxrechnung direkt zum Abzug der dar-
in ausgewiesenen (hier strittigen) Vorsteuer berechtigt zu sein.
Insoweit die Beschwerdeführerin ihr angebliches Vertrauen in die unver-
minderte Beweiskraft der Faxrechnung mit einem bestimmten Verhalten
oder einer bestimmten Zusicherung der ESTV begründen wollte, so wäre
ihr namentlich entgegen zu halten, dass sich in den Akten keinerlei An-
haltspunkte finden, wonach die Voraussetzungen des verfassungsrechtli-
chen Vertrauensschutzes vorliegend erfüllt sein könnten (vgl. zum Ver-
trauensschutz statt vieler: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
A-525/2013 vom 25. November 2013 E. 2.5.3; ULRICH HÄFELIN/GEORG
MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zü-
rich/St. Gallen 2010, N 627).
Die Beschwerdeführerin scheint das behauptete Vertrauen denn auch
vielmehr damit begründen zu wollen, dass anlässlich der Bezahlung der
Faxrechnung am 29. Juli 2009 bis zum Erhalt (angeblich im November
2009) der auf die Margenbesteuerung hinweisenden, nicht vorsteuerab-
zugsberechtigenden, Papierrechnung über dieselbe Leistung keine Um-
stände vorgelegen hätten, aufgrund derer sie an ihrem Recht zum Abzug
der in der Faxrechnung ausgewiesenen Vorsteuer hätte zweifeln müssen.
Diese Argumentation erweist sich indes von vornherein nicht als zielfüh-
rend. Denn sie ändert nichts daran, dass (erstens) der rechtsgenügende
Nachweis der strittigen Vorsteuer der Beschwerdeführerin obliegt (vgl.
E. 2.7.2), (zweitens) dieser Nachweis in der vorliegenden Konstellation, in
der für dieselbe Abgabeperiode und Leistung eine "Originalrechnung"
(Margenbesteuerung) in den Akten liegt, welche dem aufgrund der Fax-
rechnung geltend gemachten Vorsteuerabzug deutlich entgegensteht,
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nicht als erbracht gelten kann (s. E. 3.3.3), und (drittens) die Beschwerde-
führerin diese für sie nachteilige Beweislage aufgrund einer Verletzung ih-
rer mehrwertsteuerlichen Selbstveranlagungs- und Buchführungspflichten
selbst zu verantworten hat (s. E. 3.4.3).
4.2 Aus den soeben aufgezählten, hier massgeblichen, Gründen spielt
ferner das beschwerdeführerische Argument vorliegend keine entschei-
dende Rolle, wonach gemäss der im relevanten Zeitraum geltenden Pra-
xis der ESTV Rechnungen nach deren Bezahlung nicht mehr abgeändert
werden dürften (z.B. durch Stornierung und Neuerstellung), da es sich um
einen abgeschlossenen Geschäftsfall handle (vgl. zu dieser Praxis: N 807
der Wegleitung 2008 zur Mehrwertsteuer; Urteil des Bundesgerichts
2A.406/2002 vom 31. März 2003 E. 4.3.1). Ebenso wenig ist bei der ge-
schilderten Sach- und Rechtslage wesentlich, ob konkrete Hinweise auf
das Vorliegen einer Fälschung der Faxrechnung bestehen oder nicht,
oder ob es sich bei der fraglichen Rechnung um eine im Grundsatz be-
weisgeeignete "Urkunde" im Sinn von Art. 12 Bst. a VwVG handelt (zur
Anwendbarkeit dieser Bestimmung vgl. Urteil des Bundesverwaltungsge-
richts A-3734/2011 vom 9. Januar 2013 E. 1.3.2). Nichts anderes gilt
schliesslich in Bezug auf das Vorbringen, dass nach Art. 37 Abs. 4
aMWSTG und dem Grundsatz "fakturierte Steuer gleich geschuldete
Steuer" bei Ausweis der Steuer in der Rechnung die Margenbesteuerung
ausgeschlossen sei und die Regelbesteuerung greife bzw. die ausgewie-
sene Steuer geschuldet sei (vgl. E. 2.4.2).
5.
Die Kosten des vorliegenden Verfahrens sind auf Fr. 3'000.-- festzusetzen
(Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]) und dem Verfahrensausgang entsprechend durch die un-
terliegende Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der
einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu
verwenden. Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 64
Abs. 1 VwVG e contrario).
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