Decision ID: b08208f6-3c94-4cf7-8964-985872962b06
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Die 1987 geborene X._ und ihre 2009 geborene Tochter Y._, beide eritreische
Staatsangehörige, reisten am 14. September 2017 illegal in die Schweiz ein und stellten
gleichentags ein Asylgesuch. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) lehnte die
Gesuche mit Verfügung vom 2. November 2017 mangels Flüchtlingseigenschaft ab und
wies beide Gesuchstellerinnen aus der Schweiz weg. Eine dagegen erhobene
Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit Entscheid vom 3. Juli 2019 ab.
Mehrere neue Asylgesuche wie auch Wiedererwägungsgesuche wurden seither sowohl
vom Bundesverwaltungsgericht als auch vom Bundesgericht abschlägig entschieden,
letztmals mit Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts vom 20. Juni 2022
(D-463/2022) betreffend die Abweisung eines weiteren Wiedererwägungsgesuchs
durch das SEM.
B.
Mit Verfügung vom 23. August 2019 wies das Migrationsamt des Kantons St. Gallen
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X._ und Y._ der Politischen Gemeinde Vilters-Wangs mit Aufenthaltsort im Ausreise-
und Nothilfezentrum (ANZ) Sonnenberg zum Bezug von Nothilfe zu. Der dagegen
erhobene Rekurs wurde mit Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements vom
14. Oktober 2019 abgewiesen. Das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen wies die
dagegen erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 20. Februar 2020 ab, soweit es
darauf eintrat (VerwGE B 2019/229 vom 20. Februar 2020). Die wiederum dagegen
erhobene Beschwerde wies das Bundesgericht mit Entscheid vom 9. Juni 2020 ab
(BGer 8C_225/2020). Eine dagegen beim Europäischen Gerichtshof für
Menschenrechte erhobene Beschwerde blieb ebenfalls erfolglos (BGer 2C_581/2021
vom 3. August 2021 E. 1.1).
C.
Mit Schreiben vom 5. Mai 2021 ersuchten X._ und Y._ die Politische Gemeinde D._
um Sozialhilfe. Die Sozialen Dienste D._ traten auf das Gesuch am 20. Mai 2021
mangels sachlicher und örtlicher Zuständigkeit nicht ein. Auf den dagegen erhobenen
Rekurs trat das Sicherheits- und Justizdepartement mit Entscheid vom 1. bzw. 4. Juni
2021 nicht ein. Der Entscheid erwuchs in Rechtskraft.
D.
Am 8. März 2022 gebar X._ im Spital K._ den Sohn A._. Als Vater des Kindes
erklärte sich der eritreische Staatsangehörige B._, niederlassungsberechtigt in der
Schweiz und wohnhaft in Z._. Gleichentags ersuchte X._ das SEM um (Erst)-Asyl für
ihren Sohn A._, allenfalls Familienasyl als Kind des als Flüchtling anerkannten Vaters.
Das SEM teilte der Mutter in der Folge mit, ihr negativer Asylentscheid sei auf den
Sohn übertragen worden. Sobald das Bundesverwaltungsgericht über eine noch
hängige Beschwerde gegen die Abweisung eines Wiedererwägungsgesuchs des
Asylentscheids von Mutter und Tochter entschieden habe – was mittlerweile mit Urteil
vom 20. Juni 2022 (Abweisung der Beschwerde) geschehen ist –, werde das Gesuch
von A._ an die Hand genommen.
E.
Am 9. März 2022 ersuchte X._ die Sozialen Dienste D._ um Sozialhilfe oder
zumindest Nothilfe für sich und ihren Sohn A._ (vi-act. 11/31). Die Sozialen Dienste
D._ traten auf das Gesuch mit Verfügung vom 23. März 2022 mangels sachlicher
Zuständigkeit nicht ein (vi-act. 11/35). Der dagegen erhobene Rekurs wurde vom
Departement des Innern mit Entscheid vom 30. Mai 2022 abgewiesen, soweit darauf
eingetreten wurde (vi-act. 11/27).
F.
Mit Eingabe vom 13. Juni 2022 und Ergänzung vom 13. August 2022 erhob X._
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(Beschwerdeführerin) im eigenen sowie im Namen von A._ (Beschwerdeführer) beim
Verwaltungsgericht Beschwerde gegen den Entscheid des Departements des Innern
(Vorinstanz) vom 30. Mai 2022 mit den Anträgen, unter Kostenfolge sei der
angefochtene Entscheid aufzuheben, und es sei die Gemeinde D._ anzuweisen, auf
das Sozial-, ev. Nothilfegesuch einzutreten. Ausserdem stellten sie ein Gesuch um
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Auf die Einholung eines
Kostenvorschusses wurde seitens des Gerichts verzichtet.
Mit Vernehmlassung vom 5. September 2022 beantragte die Vorinstanz die Abweisung
der Beschwerde und verwies zur Begründung auf die Erwägungen im angefochtenen
Entscheid. Die Politische Gemeinde D._ (Beschwerdegegnerin) liess sich am
13. September 2022 unter Beantragung der kostenfälligen Abweisung der Beschwerde
vernehmen. Die Beschwerdeführer reichten am 3. Oktober 2022 eine weitere
Stellungnahme ein.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten und die Akten wird, soweit wesentlich,
in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeführer
haben am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen; sie sind durch den angefochtenen
Entscheid formell beschwert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die
Beschwerdeeingabe vom 13. Juni 2022 erfolgte rechtzeitig und erfüllt zusammen mit
der Ergänzung vom 13. August 2022 formal und inhaltlich die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf
die Beschwerde ist grundsätzlich – mit nachstehender Einschränkung - einzutreten.
Verfahrensgegenstand ist einzig, ob die Sozialen Dienste D._ verpflichtet gewesen
wären, auf das Gesuch der Beschwerdeführer um Gewährung von Sozial- bzw. Nothilfe
vom 9. März 2022 einzutreten. Bejahendenfalls wäre die Angelegenheit zur materiellen
Behandlung an diese zurückzuweisen. Soweit die Beschwerdeführer in der
Beschwerde weitere Fragen aufwerfen, welche entsprechend ausserhalb des
geschilderten Prozessgegenstands liegen, kann darauf nicht näher eingegangen
werden. Ein Teil der Ausführungen in der Beschwerdeeingabe betrifft das Migrations-
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und Kindesschutzverfahren sowie die gegenwärtige Lebenslage. All dies steht indes
ausserhalb des Anfechtungsgegenstandes, weshalb diesbezüglich auf die Beschwerde
nicht eingetreten werden kann.
2.
Die Beschwerdeführer rügen, A._ habe ein Erstasylgesuch gestellt. Es könne nicht
angehen, die Gültigkeit des Wegweisungsentscheids, der lange vor seiner Geburt
gegenüber der Mutter und seiner Halbschwester ergangen sei, auch auf ihn
auszuweiten. Die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin hätten es unterlassen, bei
der Behandlung des Sozialhilfegesuchs die Kinderrechtskonvention heranzuziehen
sowie gestützt auf Art. 448 Abs. 4 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR 210,
ZGB) mit anderen involvierten Instanzen, namentlich der Kindes- und
Erwachsenenschutzbehörde (KESB) und dem bisher untätigen Migrationsamt, zu
kooperieren und sich zu koordinieren. Angesichts des Interesses an einem Aufenthalt in
D._ sei die örtliche, sachliche und funktionale Zuständigkeit der Gemeinde D._
gegeben. Die Aufenthaltsgemeinde habe dabei zumindest Nothilfe zu leisten; diese
dürfe ihnen nicht vorenthalten werden.
2.1.
Die Zuweisungskantone gewährleisten Sozialhilfe oder Nothilfe für Personen, die sich
gestützt auf dieses Gesetz in der Schweiz aufhalten. Für Personen, die keinem Kanton
zugewiesen wurden, wird die Nothilfe von dem Kanton gewährt, der für den Vollzug der
Wegweisung als zuständig bezeichnet worden ist (Art. 80a des Asylgesetzes, SR
142.31, AsylG). Für die Ausrichtung von Sozialhilfeleistungen und Nothilfe gilt
kantonales Recht. Personen mit einem rechtskräftigen Wegweisungsentscheid, denen
eine Ausreisefrist angesetzt worden ist, werden von der Sozialhilfe ausgeschlossen
(Art. 82 Abs. 1 AsylG). Nach Art. 2 der Asylverordnung (sGS 381.12, AsylV) vollzieht das
Migrationsamt die Bestimmungen des eidgenössischen und des kantonalen Rechts im
Asylbereich, soweit nicht andere Behörden zuständig sind.
Für die Gewährung von Sozialhilfe an Asylsuchende im erweiterten Verfahren (Art. 3 lit.
a AsylV) und von Nothilfe an Personen mit rechtskräftiger Wegweisungsverfügung
(Art. 3 lit. b Ziff. 2 AsylV) ist der Kanton und nicht die politische Gemeinde zuständig. Er
leistet für Asylsuchende, solange noch kein rechtskräftiger Asylentscheid vorliegt,
Sozialhilfe in Kollektivunterkünften mit Integrationscharakter (Art. 4 AsylV). Für
Personen mit einem rechtskräftigen Wegweisungsentscheid leistet der Kanton Nothilfe
in sachgemässer Anwendung von Art. 9b des Sozialhilfegesetzes (sGS 381.1, SHG) in
2.2.
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Kollektivunterkünften mit Minimalstandards (Art. 5 Satz 1 AsylV). Ausserhalb der
Kollektivunterkünfte erbringt der Kanton Sozial- und Nothilfeleistungen nur, wenn dies
aus wichtigen persönlichen, insbesondere aus medizinischen Gründen, unumgänglich
ist und er hierfür eine vorgängige Kostengutsprache erteilt hat (Art. 6 Abs. 2 AsylV).
Minderjährige Kinder haben grundsätzlich dem Inhaber der elterlichen Sorge und der
faktischen Obhut (im Sinne einer überwiegenden Betreuung) zu folgen; das
ausländische unmündige Kind teilt schon aus familienrechtlichen Gründen (Art. 25 Abs.
1, Art. 301 Abs. 3 und Art. 301a ZGB; BGE 133 III 305 E. 3.3) regelmässig das
ausländerrechtliche Schicksal des sorge-/betreuungsberechtigten Elternteils; es hat
das Land gegebenenfalls mit diesem zu verlassen, wenn dieser über keine
Aufenthaltsberechtigung (mehr) verfügt (BGE 139 II 393 E. 4.2.3).
Das Asylgesuch der Beschwerdeführerin sowie von deren Tochter Y._ wurde mangels
Flüchtlingseigenschaft längst abgewiesen, und beide wurden aus der Schweiz
weggewiesen. Die gegen die Verfügung des SEM erhobene Beschwerde wurde vom
Bundesverwaltungsgericht mit Entscheid vom 3. Juli 2019 abgewiesen, womit der
Wegweisungsentscheid in Rechtskraft erwuchs. Gestützt auf die erwähnten
gesetzlichen Bestimmungen sind die Beschwerdeführerin und ihre Tochter von der
Sozialhilfe ausgeschlossen und haben lediglich Anspruch auf Nothilfe (vgl. Art. 82 Abs.
1 AsylG). Mehrere neu gestellte Asylgesuche sowie diverse Wiedererwägungsgesuche
wurden seither sowohl vom Bundesverwaltungsgericht als auch vom Bundesgericht
abschlägig entschieden, letztmals mit Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts vom
20. Juni 2022 (D-463/2022) betreffend die Abweisung eines weiteren
Wiedererwägungsgesuchs durch das SEM.
Zwecks Bezugs der Nothilfe wurden die Beschwerdeführerin und ihre Tochter am
23. August 2019 an die Politische Gemeinde Vilters-Wangs mit Aufenthaltsort im ANZ
Sonnenberg zugewiesen. Jene Verfügung ist seit dem abschlägigen Entscheid des
Bundesgerichts vom 9. Juni 2020 rechtskräftig. Das Bundesgericht erwog, es sei nicht
ersichtlich, inwiefern durch die Zuweisungsverfügung Verfassungs- oder Völkerrecht
verletzt worden sein sollte. Der Grundsatz der Einheit der Familie und insbesondere die
Bedürfnisse der Tochter, auch was den Schulunterricht anbelange, seien durch die
Zuweisung ins ANZ Sonnenberg, das auf die gemeinsame Beherbergung von
Erwachsenen und Kindern ausgerichtet sei, im Rahmen des Nothilfeanspruchs gewahrt
worden (BGer 8C_225/2020 vom 9. Juni 2020 E. 5.4). Auf ein erstes Gesuch der
Beschwerdeführerin und ihrer Tochter um Sozialhilfe traten die Sozialen Dienste D._
2.3.
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mit Verfügung vom 20. Mai 2021 mangels sachlicher und örtlicher Zuständigkeit nicht
ein (vi-act. 11/9). Auf den dagegen erhobenen Rekurs trat das Sicherheits- und
Justizdepartement mit Entscheid vom 1. bzw. 4. Juni 2021 nicht ein (vi-act. 11/9 und
10). Ein am 17. September 2021 eingereichtes Wiedererwägungsgesuch wurde von
den Sozialen Diensten D._ nicht behandelt (vi-act. 11/17). Auf eine dagegen erhobene
Rechtsverweigerungsbeschwerde trat der Gemeinderat D._ am 15. März 2022 nicht
ein (vi-act. 11/34). Die wiederum dagegen erhobenen Rechtsmittel wurden vom
Sicherheits- und Justizdepartement mit Entscheid vom 16. Juni 2022 abgewiesen. Die
dagegen erhobene Beschwerde ist beim Verwaltungsgericht momentan noch hängig.
Ein am 2. Juni 2021 beim Migrationsamt gestelltes Gesuch um Wiedererwägung der
Zuweisungsverfügung und Zuweisung zum Bezug von Nothilfe an die Gemeinde D._
ist derzeit pendent.
Die Beschwerdeführerin hat als rechtskräftig weggewiesene Asylsuchende somit von
Bundesrechts wegen keinen Anspruch auf Sozialhilfeleistungen. Für die Leistung der
ihr zustehenden Nothilfe in einer Kollektivunterkunft mit Minimalstandard ist der Kanton
und nicht die Gemeinde zuständig. Das Migrationsamt verfügte die Zuweisung in das
ANZ Sonnenberg in Vilters. Diese Möglichkeit steht der Beschwerdeführerin und ihren
Kindern, insbesondere auch ihrem Sohn A._, nach wie vor offen. Damit ist dem
gesetzlichen Anspruch auf Nothilfe Genüge getan. Für die Leistung von Nothilfe
ausserhalb der Kollektivunterkunft, wenn dies aus wichtigen persönlichen Gründen,
insbesondere aus medizinischen Gründen, unumgänglich ist, wäre sodann ebenfalls
der Kanton (das Migrationsamt) und nicht die politische Gemeinde sachlich zuständig
(Art. 6 Abs. 2 lit. a AsylV). Bisher hat das Migrationsamt keine anderslautende
Verfügung erlassen, insbesondere keine Zuweisung an die Beschwerdegegnerin. In
Bezug auf die Beschwerdeführerin ist die Beschwerdegegnerin mangels Zuständigkeit
folglich zurecht nicht auf das Gesuch vom 9. März 2022 um Gewährung von Sozialhilfe
wie auch Nothilfe eingetreten, womit auch die Vorinstanz den dagegen erhobenen
Rekurs zurecht abgewiesen hat und die dagegen erhobene Beschwerde daher
abzuweisen ist.
Der am 8. März 2022 geborene Beschwerdeführer stellte beim SEM ein
Erstasylgesuch, allenfalls ein Gesuch um Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft des
sich als Vater bezeichnenden B._. Dass der Beschwerdeführer wie seine Mutter für
das Asylverfahren dem Kanton St. Gallen zugewiesen sind, entspricht dem Grundsatz
der Familieneinheit und wird von ihnen ausdrücklich anerkannt (vi-act. 1). Derzeit
besteht lediglich zur Mutter (Beschwerdeführerin) ein rechtlich gesichertes
2.4.
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3.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens von den Beschwerdeführern zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP).
Eine Entscheidgebühr von CHF 1'000 erscheint angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 222 der
Kindsverhältnis; B._ ist (noch) nicht als Vater im Zivilstandsregister eingetragen; als
solcher gilt derzeit von Gesetzes wegen M._, der Ehemann der Beschwerdeführerin
(act. 14/1). Die Beschwerdeführerin wiederum ist die alleinige Sorgeberechtigte und übt
auch die Obhut über den Beschwerdeführer aus, womit dieser – vorbehältlich eines
anderslautenden Entscheids – wie sie als weggewiesener Asylbewerber gilt. Davon
geht auch das Bundesverwaltungsgericht aus, wurde der Beschwerdeführer doch in
das hängige Beschwerdeverfahren betreffend Wiedererwägung des
Wegweisungsvollzugs einbezogen (Urteil D-463/2022 vom 20. Juni 2022 sowie
Schreiben des SEM vom 14. März 2022, vi-act. 11/36). Eine anderslautende Verfügung
des SEM zum Familienasylgesuch des Beschwerdeführers ist bisher noch nicht
ergangen. Als weggewiesener Asylsuchender ist er somit einerseits von der Sozialhilfe
ausgeschlossen (Art. 82 Abs. 1 AsylG), andererseits ist auch für ihn der Kanton für die
Gewährung von Nothilfe zuständig (Art. 3 lit. b Ziff. 2 AsylV). Selbst wenn man den
Beschwerdeführer aufgrund des hängigen Familienasylverfahrens noch als nicht
weggewiesenen Asylsuchenden behandeln wollte, läge die Zuständigkeit für die
Gewährung von Sozialhilfe gestützt auf Art. 3 lit. a AsylV beim Kanton und unter keinem
(Rechts-)Titel bei der Beschwerdegegnerin. Es liegt offenkundig keiner jener Fälle
gemäss Art. 8 AsylV vor, in denen die politische Gemeinde für die Leistung von
Sozialhilfe zuständig wäre. Auch in Bezug auf den Beschwerdeführer ist die
Beschwerdegegnerin mangels Zuständigkeit folglich zurecht nicht auf das Gesuch vom
9. März 2022 um Gewährung von Sozialhilfe wie auch Nothilfe eingetreten, womit auch
die Vorinstanz den dagegen erhobenen Rekurs zurecht abgewiesen hat.
Allein aus dem Aufenthalt der Beschwerdeführer in der Gemeinde D._ lässt sich
sodann kein entsprechender Unterstützungswohnsitz ableiten. Hinzu kommt, dass sie
sich gemäss eigenen Angaben seit Mitte Juni 2022 nicht mehr in D._, sondern in
Deutschland aufhalten, wo sie ein Zweitasylgesuch gestellt haben. Aus Art. 448 Abs. 4
ZGB, wonach Verwaltungsbehörden und Gerichte die notwendigen Akten
herausgeben, Bericht erstatten und Auskünfte erteilen, ergibt sich schliesslich in keiner
Art und Weise eine Absprachepflicht der Beschwerdegegnerin mit anderen, allenfalls
auch noch in Frage kommenden Leistungserbringern. Diese Bestimmung betrifft im
Übrigen im Wesentlichen das Kindes- und Erwachsenenschutzverfahren. Die
Beschwerde ist somit auch diesbezüglich abzuweisen.
2.5.
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Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf die Erhebung der Kosten ist zufolge
voraussichtlicher Uneinbringlichkeit zu verzichten (Art. 97 VRP). Das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege ist daher als gegenstandslos geworden abzuschreiben.