Decision ID: b7e4de20-b074-480f-9aaf-100aa73d0849
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Advokat lic. iur. Martin Boltshauser, c/o procap, Froburgstrasse 4,
Postfach, 4601 Olten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Hilflosenentschädigung/Intensivpflegezuschlag
Sachverhalt:
A.
A.a A._ wurde am 15./28. August 2007 zum Bezug von IV-Leistungen für
Versicherte vor dem 20. Altersjahr angemeldet. Beantragt wurden medizinische
Massnahmen wegen Geburtsgebrechen. Der Versicherten wurden solche Massnahmen
(zur Behandlung der Geburtsgebrechen Ziff. 201, 313, 395 und 497 GgV Anhang)
zugesprochen. Am 28. Mai 2008 wurde bei der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle
des Kantons St. Gallen ein Antrag um Kostengutsprache für 20 Stunden ärztlich
verordneter Behandlungspflege pro Woche gestellt.
A.b Am 25./27. November 2008 (act. 75) wurde für die minderjährige Versicherte eine
Hilflosenentschädigung beantragt. Dabei wurde angegeben, sie benötige regelmässig
in erheblicher Weise die Hilfe Dritter beim An-/Auskleiden, Aufstehen/Absitzen/
Abliegen, Essen, bei der Körperpflege, dem Verrichten der Notdurft und der
Fortbewegung. Sie bedürfe ausserdem tagsüber und nachts der dauernden
medizinisch-pflegerischen Hilfe und der dauernden Überwachung.
A.c Das Ostschweizer Kinderspital gab im Beiblatt vom 19. Januar 2009 (act. 83) zur
Anmeldung an, die Angaben zur Hilflosigkeit entsprächen seinen Feststellungen.
A.d Am 6. Oktober 2009 erfolgte eine Abklärung an Ort und Stelle (act. 104-1 ff.).
Dabei wurde festgehalten, das An-/Auskleiden, die Körperpflege und das Verrichten
der Notdurft seien altersentsprechend möglich. Das Kind bedürfe der dauernden Hilfe
im Rahmen der Behandlungspflege, der ständigen persönlichen Überwachung
hingegen nicht. Beschrieben wurde der Tagesablauf, wie er seit dem 12. August 2008
stattfinde.
A.e Die Mutter schrieb am 5. November 2009 (act. 104-8 ff.), sie habe nun darauf
geachtet, wie lange jede Verrichtung dauere und was im Abklärungsbericht fehle, und
habe das Entsprechende ergänzt. Sie beschrieb den Tagesablauf. - Am 18. November
2009 (act. 105) teilte sie mit, seit einiger Zeit habe sich der Gesundheitszustand der
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Versicherten wieder verschlechtert. Während der Nacht und während des Sondierens
würge es sie (wieder). Der Gesundheitszustand sei von Geburt an von Tag zu Tag
unterschiedlich.
A.f Die Abklärungsperson befürwortete am 26. November 2009 (act. 106) die
Zusprechung einer Entschädigung für Hilflosigkeit leichten Grades (ohne
Intensivpflegezuschlag) ab September 2008. Anstelle des bisher anerkannten
Aufwands von 2 Stunden 15 Minuten seien 3 Stunden 25 Minuten anzuerkennen.
Abzüglich der Spitexleistungen von 2 Stunden 15 Minuten pro Tag ergebe sich ein
Aufwand von weniger als 4 Stunden. Drei Monate nach Februar 2010, dem Zeitpunkt,
da die Versicherte zweieinhalb Jahre alt werde, werde eine Revision vorzunehmen sein.
- Mit Vorbescheid vom 3. Dezember 2009 (act. 108 f.) stellte die IV-Stelle des Kantons
St. Gallen die Ausrichtung einer Hilflosenentschädigung wegen leichter Hilflosigkeit für
die Zeit vom 1. September 2009 bis 30. April 2010 in Aussicht. - Mit Einwand vom
7. Dezember 2009 ersuchte die Mutter der Versicherten um eine detaillierte
Begründung.
A.g Am 5. Februar 2010 (act. 123) reichte die Kinderspitex eine Liste ein, in welcher
die Angaben der Mutter zum Aufwand (ca. 9 Stunden pro Tag) und die Einschätzung
des Aufwands durch die IV (3 Stunden 25 Minuten) einander gegenüber gestellt
wurden.
A.h Am 22. Februar 2010 (act. 120) richtete die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle
eine Reihe von Fragen an das Ostschweizer Kinderspital, welche dieses am 12. März
2010 (act. 122) beantwortete. Das Spital gab unter anderem an, die Versicherte leide an
einer schweren angeborenen Schluckstörung. Es komme im Rahmen von Infekten
immer wieder, aber in vermindertem Ausmass auch ausserhalb von Infekten (z.B. bei
Angst und Aufregung) zur Verlegung der Atemwege mit der Gefahr von Aspirationen
und Erstickungsanfällen. Das Kind sei akustisch dauernd durch die Mutter oder die
Spitex überwacht. Da es sich aber bei Atemnot stets zuverlässig und deutlich hörbar
mache, sei eine (nächtliche) Überwachung durch einen Monitor nicht sinnvoll. Seit
Frühsommer 2009 habe sich die Symptomatik stark verbessert. Dennoch sei die
Betreuung immer noch ausserordentlich intensiv, insbesondere, was die Ernährung
betreffe. Der von der Spitex ermittelte Aufwand von neun Stunden pro Tag werde für
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korrekt und angebracht gehalten. - Auf ergänzende Anfrage vom 30. März 2010
(act. 125) hin teilte das Spital am 6. April 2010 (act. 125) mit, die Ereignisse, bei denen
infolge der Sekretproblematik Atemschwierigkeiten aufträten, seien sehr viel seltener
geworden. Es sei aber trotzdem nach wie vor indiziert, dass sich eine entsprechend
geschulte Person dauernd in Hörweite des Kindes aufhalte.
A.i Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung hielt am 13. April
2010 (act. 126) fest, bis Juni 2009 sei eine dauernde Überwachung rund um die Uhr
notwendig gewesen, seither nicht mehr.
A.j Mit Verfügung vom 15. April 2010 (act. 128) sprach die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Versicherten für die Zeit vom 1. September
2009 bis 30. April 2010 eine Entschädigung wegen leichter Hilflosigkeit, anschliessend
bis 31. Oktober 2013 (Revision) eine solche wegen Hilflosigkeit mittleren Grades zu. Im
Vergleich zu einem gleichaltrigen Kind sei ein zeitlicher Mehraufwand von 3 Stunden
35 Minuten erforderlich. Ein Intensivpflegezuschlag sei nicht geschuldet.
B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Advokat lic. iur. Martin Boltshauser,
procap, für die (ihrerseits durch ihre Mutter vertretene) Betroffene erhobene
Beschwerde vom 17. Mai 2010. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragt,
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es seien die gesetzlichen Leistungen
auszurichten, ausserdem sei die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen. Die
Beschwerdeführerin müsse aufgrund ihrer Behinderung rund um die Uhr überwacht
und gepflegt werden. In der Beschwerdeergänzung vom 24. Juni 2010 wird neu eine
Rückweisung der Sache zur ergänzenden Abklärung beantragt und das Gesuch um
unentgeltliche Rechtpflege zurückgezogen. Die altersspezifischen Richtwerte für den
Vergleich mit einem gesunden Kind besässen keine absolute Geltung. In besonderen
Fällen, da auch gegenüber einem gesunden, grundsätzlich ebenfalls hilflosen Kind ein
erheblicher Mehrbedarf bestehe, müsse die Hilflosigkeit auch für die Zeit vor der
üblichen jeweiligen Altersgrenze geprüft werden. Die Beschwerdegegnerin habe
Hilflosigkeit beim Aufstehen/Absitzen/Abliegen ab dem Alter von zehn Monaten, bei der
Fortbewegung ab 14 Monaten und beim Essen ab 20 Monaten akzeptiert, beim
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Verrichten der Notdurft ab zweieinhalb Jahren, beim An- und Auskleiden ab dem
dritten Altersjahr und für die Körperpflege ab dem sechsten Altersjahr. Bei der
Körperpflege müsse die Beschwerdeführerin aber neben dem normalen Wickeln
fünfmal täglich gewaschen und frisch angezogen werden, weil sie aufgrund der
Herzproblematik sehr stark schwitze. Sie sei also in einem erheblichen und
zusätzlichen Ausmass auf Dritthilfe angewiesen, womit der Anspruch auf eine
Entschädigung für Hilflosigkeit mittleren Grades bereits für eine frühere Phase
ausgewiesen wäre. Die Beschwerdegegnerin habe die Abklärung nicht oder
ungenügend vorgenommen. Abzuklären seien der Beginn der Einschränkung im
Bereich der Körperpflege und die Einschränkung in den anderen Lebensbereichen.
Bezüglich des Intensivpflegezuschlags sei insbesondere keine Pauschale für die
Überwachung angerechnet worden. Mit dem Hinweis darauf, dass jedes Kind in
diesem Alter eine gewisse Überwachung benötige, werde die Beschwerdegegnerin der
Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin nicht gerecht. Sie brauche aufgrund ihrer starken
Behinderung eine zeitintensive Pflege, was im Abklärungsbericht anerkannt worden sei,
und Überwachung. Da sehr viel Schleim abgesaugt werden müsse und eine grosse
Überwachungsbedürftigkeit bestehe, sei die Einschätzung der Beschwerdegegnerin
unverständlich. Es werde im Bericht dargelegt, dass die Beschwerdeführerin
altersentsprechend nicht allein gelassen werden könne, dass aber in der Nacht eine
höhere Wahrnehmung genüge und eine zusätzliche Überwachung durch Monitor nicht
erforderlich sei. Eine erhöhte Erstickungsgefahr bestehe nicht mehr. Dies möge zwar
zutreffen, doch genüge das nicht, die Überwachungsbedürftigkeit zu verneinen. Auch
diesbezüglich sei die Abklärung ungenügend.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 21. September 2010 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Ein gesunder Säugling müsse
mindestens vor und nach jeder Mahlzeit trocken gelegt werden. Bis zum Alter von
zweieinhalb Jahren betrage der durchschnittliche Mehraufwand für Wickeln und
Kleiderwechseln fünfmal ungefähr fünf Minuten. Dieser Mehraufwand könne bei der
Berechnung bezüglich des Intensivpflegezuschlags berücksichtigt werden. Eine
erhebliche Dritthilfe sei hingegen in diesem Alter nicht ausgewiesen. Ab dem Alter von
zweieinhalb Jahren könne die Lebensverrichtung der Notdurft anerkannt werden. Von
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der Geburt bis zur ausgewiesenen signifikanten Verbesserung des
Gesundheitszustandes im Juni 2009 sei die Notwendigkeit dauernder Überwachung
nach der Beurteilung des RAD ausgewiesen, danach nicht mehr. Der Zeitaufwand
ergebe sich aus den Angaben der Abklärungsperson.
D.
Die Beschwerdeführerin liess am 8. Dezember 2010 auf die Erstattung einer Replik
verzichten.

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die
Beschwerdegegnerin hat die angefochtene Verfügung am 15. April 2010, also unter der
Geltung des Rechts dieser Revision, erlassen. Zu beurteilen ist der Sachverhalt, wie er
sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses dieser Verfügung entwickelt hat. Dieser
Sachverhalt reicht in eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision zurück. Soll auf
bestimmte Sachverhalte nicht neues Recht Anwendung finden, sondern das
aufgehobene Recht massgebend bleiben, muss eine geltende Norm die
Weiteranwendbarkeit aufgehobenen Rechts für bestimmte Sachverhalte anordnen. Die
5. IV-Revision enthält keine den Rentenanspruchsbeginn betreffende
übergangsrechtliche Bestimmung. Das Bundesamt für Sozialversicherungen unterstellt
aber zu Recht eine ausfüllungsbedürftige Lücke (vgl. das Rundschreiben Nr. 253 vom
12. Dezember 2007). Art. 42 Abs. 4 IVG verweist für den Anspruchsbeginn für die
Hilflosenentschädigung nach Vollendung des ersten Lebensjahres auf Art. 29 Abs. 1
IVG, der eine Änderung erfahren hat. Vorliegend richtet sich der Anspruchsbeginn
allerdings, wie zu zeigen sein wird, nach Art. 42 Abs. 3 IVG, womit eine allfällige
Anwendung des geänderten Art. 29 von vornherein nicht in Frage steht.
1.2 Im Streit liegt die Verfügung vom 15. April 2010, mit welcher die
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin für die Zeit von 1. September 2009 bis
30. April 2010 eine Entschädigung wegen leichter Hilflosigkeit und anschliessend bis
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31. Oktober 2013 (Revision) eine solche wegen Hilflosigkeit mittleren Grades zusprach.
Einen Intensivpflegezuschlag auszurichten, lehnte sie ab.
2.
2.1 Als hilflos gilt, wer wegen der Beeinträchtigung der Gesundheit für die alltäglichen
Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung
bedarf (Art. 9 ATSG). Nach der Praxis sind sechs alltägliche Lebensverrichtungen
massgebend, nämlich Ankleiden, Auskleiden; Aufstehen, Absitzen, Abliegen; Essen;
Körperpflege; Verrichtung der Notdurft; Fortbewegung, Kontaktaufnahme. Hilflos in
einer dieser Lebensverrichtungen ist eine versicherte Person bereits dann, wenn sie für
eine Teilfunktion regelmässig in erheblicher Weise auf Dritthilfe angewiesen ist (Rz 8010
des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über
Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH). Nach Art. 42 Abs. 2
IVG ist zu unterscheiden zwischen schwerer, mittelschwerer und leichter Hilflosigkeit,
wobei diese Grade in Art. 37 IVV näher umschrieben werden. Die Hilflosigkeit gilt als
schwer, wenn die versicherte Person vollständig hilflos ist, d.h. in allen alltäglichen
Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen
ist und überdies dauernd der Pflege oder der persönlichen Überwachung bedarf (Art.
37 Abs. 1 IVV). - Eine mittelschwere Hilflosigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person
trotz der Abgabe von Hilfsmitteln in den meisten (d.h. in vier der sechs, vgl. Rz 8009
KSIH, I 866/05) alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf
die Hilfe Dritter angewiesen ist (Art. 37 Abs. 2 lit. a IVV), wenn sie in mindestens zwei
alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter
angewiesen ist und überdies einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf (Art.
37 Abs. 2 lit. b IVV), oder wenn sie in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen
regelmässig in erheblicher Weise auf Dritthilfe und überdies dauernd auf
lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (Art. 37 Abs. 2 lit. c IVV). - Die Hilflosigkeit
ist leicht, wenn die versicherte Person in zwei alltäglichen Lebensverrichtungen
regelmässig in erheblicher Weise auf die erhebliche Hilfe Dritter angewiesen ist (Art. 37
Abs. 3 lit. a IVV), wenn sie einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf (Art. 37
Abs. 3 lit. b IVV), wenn sie einer ständigen, besonders aufwendigen Pflege bedarf (Art.
37 Abs. 3 lit. c IVV), wenn sie wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines
schweren körperlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher
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Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann (Art. 37 Abs. 3 lit. d
IVV), oder wenn sie dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (Art. 37
Abs. 3 lit. e IVV).
2.2 Nach Art. 42 IVG haben Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung auch
minderjährige Ausländerinnen und Ausländer, sofern sie die Voraussetzungen von
Art. 9 Abs. 3 (versicherungsmässige Voraussetzungen von unter 20-jährigen
Ausländern für Eingliederungsmassnahmen) erfüllen (Abs. 2). Bei Versicherten, welche
das erste Lebensjahr noch nicht vollendet haben, entsteht der Anspruch, sobald
voraussichtlich während mehr als zwölf Monaten eine Hilflosigkeit besteht (Abs. 3).
Minderjährige haben nur an den Tagen Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung, an
welchen sie sich nicht in einer Institution zur Durchführung von
Eingliederungsmassnahmen nach Art. 8 Abs. 3 dieses Gesetzes oder, in Abweichung
von Art. 67 Abs. 2 ATSG, in einer Heilanstalt zu Lasten der Sozialversicherung
aufhalten (Abs. 4). Bei Minderjährigen ist nur der Mehrbedarf an Hilfeleistung und
persönlicher Überwachung im Vergleich zu nicht behinderten Minderjährigen gleichen
Alters zu berücksichtigen (Art. 37 Abs. 4 IVV). Für die Bemessung der Hilflosigkeit
Minderjähriger dienen die in Anhang III des KSIH zitierten Richtlinien zur Bemessung
der massgebenden Hilflosigkeit bei Minderjährigen (Rz 8086 KSIH).
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin hat in ihrer Verfügung anerkannt, dass die
Beschwerdeführerin ab Mai 2008 beim Aufstehen/Absitzen/Abliegen, ab September
2008 ausserdem bei der Fortbewegung und ab März 2009 auch noch beim Essen
hilflos ist. Ab September 2008 betrachtete sie eine leichte Hilflosigkeit als ausgewiesen
und liess den Anspruch nach Ablauf eines Wartejahres im September 2009 beginnen.
Mit Erreichen eines Alters von zweieinhalb Jahren im Februar 2010 komme mit dem
Verrichten der Notdurft eine vierte Lebensverrichtung hinzu, womit sich der Anspruch
nach Ablauf von drei Monaten ab 1. Mai 2010 auf eine Entschädigung wegen mittlerer
Hilflosigkeit erhöhe.
3.2 Während die Beschwerdegegnerin bei der Abklärung davon ausgegangen war,
eine dauernde Überwachung sei (über das altersentsprechende Mass hinaus) nicht
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nötig, hat der RAD am 13. April 2010 aufgrund der Angaben des Ostschweizer
Kinderspitals vom März 2010 eingeräumt, dass dies bis zu einer Besserung des
Zustands vom Juni 2009 der Fall gewesen sei. Das erscheint ausgewiesen (vgl. die
Voraussetzungen gemäss E. 4.3 unten), bestand doch (wegen der Schluck- und
Sekretproblematik) eine erhöhte, nicht vorhersehbare Aspirations- und
Erstickungsgefahr. Diese bedingt nach Angaben des Ostschweizer Kinderspitals die
ständige Anwesenheit einer (im Hinblick auf das fachgerechte Absaugen) geschulten
Person. Es waren wegen der Atemnotsanfälle mehrere notfallmässige
Spitaleinweisungen erforderlich, letztmals im Januar 2009. Die erforderliche
Überwachung stellt unter diesen Umständen im Vergleich zum Aufwand für ein
nichtbehindertes Kleinkind, das in der Nacht üblicherweise weitgehend durchschläft
und die Betreuung durch die Eltern nur ausnahmsweise benötigt, einen erheblichen
Mehraufwand dar. Die Rechtsprechung hat die Überwachungsbedürftigkeit - auch bei
weniger als sechsjährigen, anderen als den in Anhang III KSIH bezeichneten
erethischen und autistischen oder von häufigen Epilepsie-Anfällen geplagten Kindern -
anerkannt, wenn zwar nicht täglich, jedoch unvermittelt auftretende Anfälle eine
dauernde, gezielte persönliche Überwachung erforderten (vgl. Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S K. vom 23. Januar 2003, I 231/02; ZAK
1989 S. 173 f. E. 3b; ZAK 1986 S. 489 f. E. 3c). Eine solche Situation lag hier von
Geburt an vor.
3.3 Allein schon unter diesem Aspekt ist eine (leichte) Hilflosigkeit der
Beschwerdeführerin anzunehmen. Nach dem erwähnten Art. 42 Abs. 3 IVG entsteht
vor Vollendung des ersten Lebensjahres ein Anspruch, sobald die Hilflosigkeit
voraussichtlich während mehr als zwölf Monaten besteht. Damit war vorliegend im
ersten Lebensjahr zu rechnen. Die IV-Anmeldung erging bereits wenige Tage nach der
Geburt. Es ist demnach von einem Anspruchsbeginn im ersten Lebensjahr
auszugehen.
3.4 Dazu kommt folgendes: Die Lebensverrichtung des Essens geht bei der
Beschwerdeführerin über eine PEG-Sonde vor sich, früher war (bis April 2008)
zusätzlich eine Jejunalsonde gelegt. Die kontinuierliche Ernährung über die
Jejunalsonde durfte damals höchstens an zwei Stunden pro Tag gestoppt werden (vgl.
act. 64, 69). Die Spitex beschrieb am 18. Dezember 2009 - nach Entfernen der
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Jejunalsonde - unter anderem, die Nahrung werde fünfmal täglich bereitgestellt und
zugeführt. Bei Reaktionen wie Würgen und/oder starker Sekretproduktion werde die
Nahrung langsamer gestellt oder kurz gestoppt. Zwischendurch werde zwei- bis
dreimal Tee gegeben (IV-act. 115). Sondenernährung ist gemäss den Richtlinien des
Anhangs III zum KSIH als Mehraufwand bei der Bemessung der Hilflosigkeit zu
berücksichtigen. Es besteht diesbezüglich eine deutliche zusätzliche Hilflosigkeit der
Beschwerdeführerin im Vergleich zu einem gesunden gleichaltrigen Kind (das bis zum
Alter von etwa 20 Monaten bei der Verrichtung des Essens allerdings ebenfalls "hilflos"
ist, weil ihm die Nahrung eingegeben werden muss).
3.5 Nach der Aktenlage ist ferner davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
gewickelt und fünfmal täglich kurz gewaschen und frisch angezogen werden muss, weil
sie infolge der Herzproblematik sehr stark schwitzt (act. 104-10) und eine
Sekretproblematik besteht (act. 123-2). Unter dem Aspekt der erforderlichen
Körperpflege ist somit festzuhalten, dass ein im Vergleich zu einem gleichaltrigen
gesunden Kind erheblich höherer hygienischer Bedarf besteht, dessen Ausmass es
rechtfertigt, in dieser Lebensverrichtung Hilflosigkeit anzunehmen.
3.6 Was die Lebensverrichtung des Aufstehens/Absitzens/Abliegens betrifft, hat die
Beschwerdegegnerin eine Hilfsbedürftigkeit ab dem Alter von zehn Monaten anerkannt.
Es geht aus den Akten hervor, dass sich das Kind nicht allein vom Rücken auf den
Bauch drehen kann und dass es deswegen nachts mehrmals umgelagert wird. Ob dies
im Vergleich zur Pflege eines gesunden gleichaltrigen Kindes schon vor dem Alter von
zehn Monaten als relevanter Mehrbedarf an Hilfestellung zu betrachten gewesen wäre,
kann dahingestellt bleiben, weil die Anspruchsvoraussetzungen für eine Entschädigung
wegen schwerer Hilflosigkeit im zu beurteilenden Zeitraum jedenfalls nicht erfüllt
werden.
3.7 Es ergibt sich somit ein Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung für Hilflosigkeit
mittleren Grades. Weil Minderjährige nur an den Tagen Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung haben, an welchen sie sich nicht in einer Institution zur
Durchführung von Eingliederungsmassnahmen nach Art. 8 Abs. 3 IVG oder, in
Abweichung von Art. 67 Abs. 2 ATSG, in einer Heilanstalt zu Lasten der
Sozialversicherung aufhalten, wird die Beschwerdegegnerin die Leistung, welche die
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Beschwerdeführerin ab einem früheren als dem verfügten Zeitpunkt beanspruchen
kann, noch im Einzelnen zu bestimmen haben.
4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin geht von einer Verbesserung des Gesundheitszustands
im Juni 2009 aus. Im Falle einer rückwirkenden Leistungsfestsetzung ist es unter
Umständen notwendig, die Entschädigung für verschiedene zurückliegende
Zeitabschnitte nach Massgabe der jeweiligen Hilflosigkeit unterschiedlich hoch zu
bemessen (vgl. für Rente und Invalidität: BGE 106 V 16; BGE 109 V 125).
4.2 In der von der Spitex verfassten Gegenüberstellung des erforderlichen Aufwands
wurde vermerkt, dass es der Beschwerdeführerin seit Juni 2009 besser gehe. Die Se
kretproblematik habe sich verbessert; sie zeige sich nur dann wieder verstärkt, wenn
das Kind stark erkältet sei. Das Ostschweizer Kinderspital bestätigte im März 2010,
dass es damals zu einer deutlichen Besserung der Sekretproblematik gekommen sei.
Es wurde aber auch berichtet, dass die Beschwerdeführerin (offenbar zum
Berichtszeitpunkt immer noch) rezidivierende Infektionen durchmache, die zu einer
erheblichen Erschwerung der Atmung und der Ernährung führten. In diesem Rahmen,
in vermindertem Mass aber auch ausserhalb von Infekten, nämlich beispielsweise bei
Angst und Aufregung, komme es zur Verlegung der Atemwege. Durch optimale
Lagerung und Absaugen im richtigen Moment könne die Häufigkeit von
Atemschwierigkeiten reduziert werden; das bedinge aber die ständige Anwesenheit
einer geschulten Person. Das Kind sei akustisch dauernd durch die Mutter oder die
Spitex überwacht. Das Auftreten der Anfälle lasse sich nicht voraussagen. Auf Anfrage
bestätigte das Spital am 6. April 2010, dass die Ereignisse, bei denen die
Beschwerdeführerin infolge der Sekretproblematik Atemschwierigkeiten bekomme,
sehr viel seltener geworden seien. Trotzdem sei es nach wie vor indiziert, dass sich
eine entsprechend geschulte Person dauernd in ihrer Hörweite aufhalte.
4.3 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts (bis 31. Dezember 2006:
Eidgenössisches Versicherungsgericht) ist die Notwendigkeit der dauernden
persönlichen Überwachung beispielsweise dann gegeben, wenn eine versicherte
Person wegen geistiger Absenzen nicht während des ganzen Tages alleine gelassen
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werden kann (BGE 105 V 57 E. 4b). "Dauernd" hat in diesem Zusammenhang nicht die
Bedeutung von "rund um die Uhr", sondern ist als Gegensatz zu "vorübergehend" zu
verstehen (ZAK 1986 S. 486 E. 1a). Nur eine dauernde persönliche Überwachung von
einer gewissen Intensität ist anspruchsbegründend (Bundesgerichtsentscheid i/S J.
vom 15. Oktober 2008, 8C_158/08). Dauernd persönlich überwachungsbedürftig ist
nach der Rechtsprechung des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen, wer in
regelmässigen Abständen persönlich kontrolliert werden muss oder wer darauf
angewiesen ist, dass in einer unvermittelt entstehenden Bedarfssituation eine
Drittperson kontrollieren und nötigenfalls eingreifen kann. Diese Kontrolle bezieht sich
auf die Bewältigung des Alltags. Es kann deshalb nicht genügen, wenn nur ein- oder
zweimal wöchentlich eine Kontrolle erforderlich ist. Der Kontrollbedarf hat sich vielmehr
auf die tägliche Lebensbewältigung zu beziehen. Ein dauernder persönlicher
Überwachungsbedarf liegt vor, wenn mehrmals täglich eine Kontrolle erfolgen muss,
wenn die versicherte Person also nicht vom Aufstehen bis zum Zubettgehen oder nicht
die ganze Nacht ohne Kontrolle bleiben kann (nicht veröffentlichter Entscheid i/S
Erbengemeinschaft M.W. vom 29. Juni 2004, bestätigt durch den Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 7. Juni 2005, H 163/04). - Die verstärkte
Überwachungsbedürftigkeit während lediglich eines interkurrenten Infekts wird zu
Recht nicht berücksichtigt. Bei Kindern ist ausserdem wie erwähnt nur der Mehrbedarf
im Vergleich zu Gleichaltrigen von Bedeutung. Es ist vorliegend zwar nicht bekannt, in
welchen Abständen etwa (auch wenn sie unregelmässig sind) Atemnotsanfälle noch
auftreten. Die Beschwerdeführerin leidet aber gemäss der Beurteilung des
Ostschweizer Kinderspitals rezidivierend an Infektionen. Erstickungsanfälle können
daneben auch aus weiteren Gründen auftreten, z.B. wie erwähnt bei Angst oder
Aufregung. Durch optimale Lagerung und Absaugen im richtigen Moment kann die
Häufigkeit von Atemschwierigkeiten reduziert werden. Nach Angaben der Mutter in der
Gegenüberstellung der Zeitangaben (act. 123-3) ist (wohl nach der Verbesserung des
Gesundheitszustands noch und wohl tagsüber) im Durchschnitt zweimal pro Stunde,
nach Angaben vom November 2009 (act. 104-10) ohne Erkältungszustand
durchschnittlich zehnmal täglich ein Absaugen erforderlich, nachts bei Bedarf. Wie sich
der ärztlichen Beurteilung entnehmen lässt, ist eine akustische Überwachung im
Hinblick auf die erforderliche jederzeitige Gewährleistung einer fachgerechten
Intervention jedenfalls dauernd notwendig. Dass diese nachts ohne Monitor auskommt,
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bedeutet nicht, dass dauernde Überwachung nicht nötig sei. Nach der Schilderung der
Mutter ist vom Einsatz eines solchen Geräts unter anderem abgesehen worden, damit
sie sich nicht in falscher Sicherheit wiege. Die Sondierungsmaschine dagegen ist mit
einem Alarm ausgestattet (vgl. act. 105). Es handelt sich damit weiterhin um einen
Überwachungsbedarf, welcher das Mass übersteigt, welches ein gleichaltriges
gesundes Kind benötigt. Eine Reduktion der Entschädigung wegen der Verbesserung
des gesundheitlichen Zustands der Beschwerdeführerin ab Juni 2009 ist demnach
nicht vorzunehmen. - Im vorliegend zu beurteilenden Zeitraum kommt - was ohne
Einfluss auf den Anspruch bleibt - Hilflosigkeit in zwei weiteren Lebensverrichtungen
hinzu.
5.
5.1 Nach Art. 42 Abs. 3 IVG wird die Hilflosenentschädigung für Minderjährige, die
zusätzlich eine intensive Betreuung brauchen, um einen Intensivpflegezuschlag erhöht;
dieser Zuschlag wird nicht gewährt bei einem Aufenthalt in einem Heim. Der monatliche
Intensivpflegezuschlag beträgt bei einem invaliditätsbedingten Betreuungsaufwand von
mindestens 8 Stunden pro Tag 60 %, bei einem solchen von mindestens 6 Stunden
pro Tag 40 % und bei einem solchen von mindestens 4 Stunden pro Tag 20 % des
Höchstbetrages der Altersrente nach Art. 34 Abs. 3 und 5 AHVG. Der Zuschlag
berechnet sich pro Tag. Der Bundesrat regelt im Übrigen die Einzelheiten: Eine
intensive Betreuung im Sinne von Art. 42 Absatz 3 IVG liegt gemäss Art. 39 Abs. 1
IVV bei Minderjährigen vor, wenn diese im Tagesdurchschnitt infolge Beeinträchtigung
der Gesundheit zusätzliche Betreuung von mindestens vier Stunden benötigen.
Anrechenbar als Betreuung ist der Mehrbedarf an Behandlungs- und Grundpflege im
Vergleich zu nicht behinderten Minderjährigen gleichen Alters. Nicht anrechenbar ist
der Zeitaufwand für ärztlich verordnete medizinische Massnahmen, welche durch
medizinische Hilfspersonen vorgenommen werden, sowie für pädagogisch-
therapeutische Massnahmen (Art. 39 Abs. 2 IVV). Bedarf eine minderjährige Person
infolge Beeinträchtigung der Gesundheit zusätzlich einer dauernden Überwachung, so
kann diese als Betreuung von zwei Stunden angerechnet werden. Eine besonders
intensive behinderungsbedingte Überwachung ist als Betreuung von vier Stunden
anrechenbar (Art. 39 Abs. 3 IVV).
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St.Galler Gerichte
5.2 Den Mehrbedarf an Behandlungs- und Grundpflege, welchen die
Beschwerdeführerin besitzt, hat die Beschwerdegegnerin auf der Grundlage ihrer
Abklärung an Ort und Stelle auf 2 Stunden 9 Minuten festgesetzt, welche durch die
durchschnittliche Spitexleistung pro Tag von 2 Stunden 15 Minuten abgedeckt werde.
Auf Vorlegen einer ergänzenden Aufstellung hin korrigierte die Beschwerdegegnerin
den Mehraufwand auf 3 Stunden 25 Minuten. Nach Darlegungen durch die Spitex und
ergänzenden Abklärungen erhob die Beschwerdegegnerin schliesslich einen zeitlichen
Mehraufwand von 5 Stunden 50 Minuten. Dabei ist dem Zeitaufwand beim An- und
Auskleiden und bei der Körperpflege wegen des starken Schwitzens Rechnung
getragen worden. Zu den errechneten 5 Stunden 50 Minuten sind aber nach dem
Gesagten gemäss Art. 39 Abs. 3 IVV wegen der dauernden Überwachung noch zwei
Stunden hinzuzuzählen. Es ergeben sich damit insgesamt 7 Stunden 50 Minuten, von
denen nach Art. 39 Abs. 2 IVV der unbestrittene durchschnittliche Spitexaufwand von
2 Stunden 15 Minuten abzuziehen ist. Der anrechenbare Mehraufwand stellt sich
demnach auf täglich 5 Stunden 35 Minuten. Damit ist ein Anspruch der
Beschwerdeführerin auf einen Intensivpflegezuschlag ausgewiesen.
6.
6.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 15. April 2010 zu schützen. Der Beschwerdeführerin ist
im Sinne der Erwägungen eine Entschädigung für Hilflosigkeit mittleren Grades mit
einem Intensivpflegezuschlag von 20 % des Höchstbetrages der Altersrente nach
Art. 34 Abs. 3 und 5 AHVG zuzusprechen. Zur Festsetzung von Leistungsbeginn und -
umfang ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Angesichts des Unterliegens der Beschwerdegegnerin rechtfertigt es sich, ihr die
Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert
festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1 IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1
VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen. Der geleistete
Kostenvorschuss ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.
6.3 Die Beschwerdeführerin hat bei vollem Obsiegen Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
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der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61
lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Der Bedeutung der Streitsache und dem
Aufwand angemessen erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP