Decision ID: 701087d6-dda3-44eb-8396-e9ea1dcf3cad
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren
1960,
meldete sich unter Hinweis auf
Schmerzen im Bereich der Arme, des Rückens und des Nackens am 2
6.
Januar 2012
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug
an
(Urk.
7/2). Mit Vorbescheid vom 2
2.
Oktober 2012 (
Urk.
7/19)
stellte
die
Sozialversicherungsanstalt des Kanto
ns Zürich, IV-Stelle,
der Versicherten eine Verneinung ihres
Anspruch
s
auf Versi
ch
erungsleistungen mit der Begründung
in Aussicht
, dass ihr Leiden zu den ätiologisch-
pathogenetisch
unklaren
syndromalen
Zustandsbildern ohne nach
weis
bare organische Grundlage zu rechnen sei, und dass den Akten keine objek
t
ivierbaren anatomischen Befunde
und insbesondere keine Anhaltspunkte für eine psychiatrische Komorbidität oder sonstige schwere
Funktions
einschrän
kungen
zu entnehmen seien, welche aus versicherungsmedizinischer Sicht eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit begründen könnten (S. 1). Nach Einwänden der Versicherten (
Urk.
7/21,
Urk.
7/26,
Urk.
7/28) liess die IV-Stelle die Versicherte durch ihren Regionalen ärztlichen Dienst (RAD) orthopädisch untersuchen (Bericht vom
2
9.
April 2013;
Urk.
7/33) und nahm Abklärungen der Verhält
nisse im Haushalt der
Versicherten an Ort und Stelle vor (
Haushaltabklärungs
bericht
vom
2
0.
März 2014
;
Urk.
7/44).
1.2
Mit Vorbescheid vom 2
0.
März 2014 (
Urk.
7/48) stellte die IV-Stelle der Versi
cherten erneut die Verneinung ihres Leistungsanspruchs in Aussicht mit der Begründung, dass der Invaliditätsgrad 3
%
betrage und daher unterhalb des für einen Rentenanspruch mindestens vorausgesetzten Invaliditätsgrad
es von 40 %
zu liegen komme (S. 3). Nach Einwänden der Versicherten (
Urk.
7/49) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
4.
Mai 2014 (
Urk.
7/52 =
Urk.
2) einen An
spruch der Versicherten auf eine Invalidenrente mit der
genannten
Begründung
.
2.
Am 1
2.
Juni 2014 erhob die Versicherte Beschwerde gegen die Ve
rfügung vom 1
4.
Mai 2014 mit den Anträ
g
en
, es sei diese aufzuheben, es sei ihr eine Invali
den
rente zuzusp
rechen
und es seien die Kosten der Beurteilung durch den Ver
trauensarzt
ihrer Rechtsschutzversicherung,
der
Protekta
Rechtsschutz-Ver
siche
rung AG, der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen beziehungsweise bei der Bemessung der Parteientschädigung zu berücksichtigen
; eventuell sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zu ergänzender Abklärung des Sachverhalts, zu erneuter Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
unter Gewährung des rechtli
chen Gehörs und zu neuer Verfügung über den Leistungsanspruch zurückzu
weisen
(S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
9.
August 2014
(
Urk.
6
) die Abweisun
g der Beschwerde. Dies wurde der
Beschwerdeführer
in
am
2
6.
August 2014
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung (IVG)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu be
stimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie
derungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
)
, in
Beziehung ge
setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht
invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkom
men
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt wer
den, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invali
di
täts
grad
bestim
men lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E.
3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der
unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.4
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Ge
sichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3
des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche
rung (IVG)
in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Metho
de der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungsver
gleich
, ge
mischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übri
gen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
träch
ti
gung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstä
tigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne
Gesundheitsscha
den
, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV
). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des
Invalidi
tätsgrades
(BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die gemischte Methode findet auch Anwendung, wenn der (in einem Aufgaben
bereich tätigen) versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (vgl. BGE 133 V 504 E. 3.3 in
fine
). Ist jedoch anzuneh
men, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beeinträchtigung teiler
werbstätig oder sie arbeitete unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der
Ehegattin mit, ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich nach
Art.
5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität ausschliesslich nach den Grundsät
zen für Erwerbstätige, somit nach
Art.
16 ATSG zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 e
contrario
IVG
). Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur Anwen
dung wie bei ohne Gesundheitsschaden voll Erwerbstätigen (
Art.
27
bis
IVV [seit 1. Januar 2004 geltende Fassung). Das
Valideneinkommen
ist nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Ent
scheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie ge
sund
heitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das
Arbeits
pensum
aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganztagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 E. 4a). Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versi
cherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das – vom Arzt festzulegende –
Ar
beits
pensum
unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche
Beeinträchtigung geleistete (vgl. BGE 131 V 51 E. 5.1.2). [Intern: Siehe auch Susanne
Genner
, Invaliditätsbemessung bei Teilerwerbstätigen, SZS 2013 S. 446 ff., S. 463.]
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die
Rechtskraft von nicht beanstandeten Verfügungsteilen bestimmt sich nach deren Charakter als eigenständige materielle Rechtsverhältnisse
(BGE 130 V 501 E. 1.1)
, welche von den allein der Begründung dienenden Aspekten zu unter
scheiden sind. Diese werden erst mit dem abschliessend entschiedenen Rechts
verhältnis rechtskräftig (BGE 125 V 413 E. 2a und b; vgl. auch BGE 131 V 164 E. 2.2). Nach dem auch im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes zu beachten
den Rügeprinzip hat die Beschwerdeinstanz
indes
nicht zu prüfen, ob sich die angefochtene Verfügung unter schlechthin allen in Frage kommenden Aspekten als korrekt erweist, sondern im Prinzip nur die vorgebrachten Beanstandungen z
u untersuchen (BGE 119 V 349 E
. 1a).
Demzufolge sind von der Beschwer
deinstanz grundsätzlich nur die gerügten, im Streite stehenden Teilaspekte eines verfügungsweise festgelegten Rechtsverhältnisses beziehungs
weise - bei Invali
den
renten - nur die im Streite stehenden
Parameter der Invaliditätsbemessung
zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_719/2008 vom 3
1.
Oktober 2008 E.
4.1).
2.2
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
1
4.
Mai 2014
(Urk. 2) davon aus, dass die Beschwerde
führerin
ohne Gesundheitsschaden
im Umfang eines Beschäftigungsgrades von
50
%
eine Erwerbstä
tigkeit aus
ge
übt
hätte
und im restlichen Umfang von
50
%
im Aufgabenbereich Haushalt tätig gewesen wäre, dass
ihr gestützt auf die medizinische Aktenlage die Aus
übung einer behinderungsangepassten Erwerbstätigkeit im Umfang eines Beschäftigungs
grades von 70
%
zuzumuten sei, und dass gestützt auf die vor Ort durchgeführten Abklärungen eine Einschränkung im Haushalt im Umfang von 6.8
%
bestehe (S. 2).
2.3
Die Beschwerdeführerin bringt
hiegegen
vor, dass
ihr gemäss der Beurteilung durch
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Chirurgie,
vom 2
1.
Oktober 2013 die Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit auf Grund von
lumbover
tebralen
Beschwerden und Fingerpolyarthrosen nicht im Umfang eines
Arbeits
pensums
von 70
%
zuzumuten sei
(
Urk.
1 S. 3)
. Da der Sachverhalt
diesbezüg
lich nicht rechtsgenügend abgeklärt worden sei, sei die Sache an die
Beschwer
degegnerin
zur Durchführung einer multidisziplinären Begutachtung und neuer Verfügung über den Leistungsanspruch zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 4).
2.4
Die Beschwerdeführerin bestreitet ihre Qualifikation im Umfang von
je 50
%
als Erwerbstätige
und als im Aufgabenbereich
Haushalt
Tätige
nicht (Urk
.
1)
. Unter diesen Umständen ist
die Qualifikation der Beschwerdeführerin
als Erwerbstä
tige
und als im Haushalt Tätige je
im Umfang von
50
%
und die Bemessung der Invalidität anhand der gemischten Methode nicht zu beanstanden.
Den Akten ist denn auch zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin von 1999 bis zur vorübergehenden Aufgabe der Erwerbstätigkeit zur Pflege und Betreuung ihres kranken Ehegatten im Juli 2008 (
Urk.
7/34
Ziff.
2.1,
Urk.
7/44 S. 2) als
Gebäu
de
reinigerin
im Umfang eines Arbeitspensums von 30
%
erwerbstätig war (
Urk.
7/44 S. 3).
Auf Grund der Parteivorbringen sind im Folgenden die restli
chen Parameter der Invaliditätsbemessung zu prüfen.
3.
3.1
Vorerst gilt es im Hinblick auf die Bemessung des Invaliditätsgrades die medi
zinisch beurteilte Arbeitsfähigkeit zu ermitteln.
3.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Neurologie, stellte in seinem Bericht vom 1
6.
Dezember 2011 (
Urk.
7/11/2-4) die folgende Diagnose:
generalisiertes, vertebral und
zerviko
-brachial betontes Schmerzsyndrom mit/bei
Verdacht auf
Fibromyalgiesyndrom
Karpaltunnelsyndrom rechts betont, vorwiegend sensibel
Sulcus
ulnaris
-Syndrom rechts
Die Beschwerdeführerin habe vor drei bis vier Jahren im Rahmen der Pflege ihres Ehegattens unter belastungsabhängigen Gelenkschmerzen im Bereich der Ellenbogen gelitten. Die zunehmenden Schmerzen hätten sich in der Folge in die Schultern und in die Arme und Hände ausgebreitet. Daneben bestünden Missempfindungen in den Beinen, im Bereich des Thorax und panvertebral (Urk. 7/11/2). Trotz der suggestiven Anamnese für ein ausgeprägtes
Karpaltun
nel
syndrom
seien die klinischen und elektrophysiologischen Befunde diesbe
züg
lich gering. Ausser einem leichten, fraglich symptomatischen
Sulcus
ulnaris
-Synd
rom bestehe kein objektivierbarer Befund für eine wesentliche fokale peri
phere Neuropathie oder für eine Polyneuropathie. Es bestünden sodann keine Hinweise für eine
axonale
Schädigung der Wurzeln im Bereich C6 bis C
8.
Das Beschwerdebild dürfte wesentlich durch
tendomyotische
Befunde bestimmt sein. Es bestehe sodann der Eindruck eines generalisieren Schmerzsyndroms im Sinne einer
Fibromyaligie
(
Urk.
7/11/3).
3.3
Dr.
med.
B._
, Praktischer Arzt, diagnostizierte
ins seinem
am
1
5.
März 2012 eingegangenem
Bericht (
Urk.
7/7) eine rezidivierende
Halswirbel
säule
(
HWS
)
-
Problematik mit Ausstrahlung in beide Arme (
Ziff.
1.1) und
erwähnte, dass die Beschwerdeführerin seit Jahren unter zunehmenden HWS-Beschwerden leide. Seit dem Jahre 2009 bis heute habe als Putzfrau eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
Ziff.
1.6) bestanden. Die Beschwerdeführerin leide unter einer schmerzhaften Bewegungseinschränkung der HWS und der Arme und könne bei Ausübung der Tätigkeit als Putzfrau den Besen und den Staubsauger nicht (mehr) halten (Ziff. 1.7).
3.4
RAD-Arzt
Dr.
med.
C._
, Praktischer Arzt, führte in seiner Stel
lungnahme
vom 2
0.
Oktober 2012 (Urk. 7/17/2)
aus, dass die von
Dr.
A._
ge
stellt
e Diagnose eines generalisierten
, vertebr
al und
zerviko
-brachial betonten
Schmerzsyndrom
s
mit
/bei
Verdacht auf
Fibromyalgiesyndrom
,
Karpaltunnel
syndrom
und
Sulcus
ulnaris
-Syndrom zu den
ätiologisch-
pathogenetisch
unkla
ren
syndromalen
Zustandsbildern ohne nachweisbare organische Grundlage
gehöre
, und dass den Akten keine objekti
vierbaren anatomischen Befunde
und keine Anhaltspunkte für eine psychiatrische Komorbidität oder sonstige schwere Funktionseinschränkungen zu entnehmen seien, welche aus
versicherungsmedi
zinischer
Sicht eine dauerhafte Arbei
tsunfähigkeit begründen könnten.
3.5
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation und für Rheumatologie, stellte in seinem Bericht vom 2
4.
Januar 2013 (Urk. 7/27) die folgenden Diagnosen
(S. 1)
:
medial betonte Gonarthrose rechts mit/bei
Status nach Kniearthroskopie mit medialer
Teilmeniskektomie
am
6.
Mai 2011
chronisches
zervikovertebrales
und
zervikospondylogenes
Syndrom beid
seits mit/bei
Diskushernie C6/C7
sekundäres
myofasziales
Syndrom
Spannungskopfschmerzen
lumbovertebrales
Syndrom mit/bei
Dysstatik
bei Adipositas
Dekonditionierung
Metatarsalgie
betont
2.
und
3.
Strahl rechts mit/bei
Spreizfüssen und beginnendem
Halux
valgus
beginnende Fingerpolyarthrose
Karpaltunnelsyndrom beidseits
arterielle Hypertonie
Adipositas
Er führte aus, dass die Beschwerdeführerin an multilokalen Schmerzen degenera
tiven Ursprungs leide. Im Vordergrund stehe eine medial betonte Gon
arthrose rechtsseitig.
Auf Grund der Gonarthrose sei die Beschwerdeführerin bei der Ausübung stehender und gehender Tätigkeiten eingeschränkt. Die Ausübung einer sitzenden Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin
jedoch
zuzumuten (S. 2).
3.6
RAD-Ärztin
med.
pract
.
E._
, Fachärztin für
Orthopädische Chi
rur
gie und Traumatologie des Bewegungs
apparates
, erwähnte in ihrem Bericht vom
2
9.
April 2013 (
Urk.
7/33), dass sie die Beschwerdeführerin
am 1
1.
April 2013
orthopädisch untersucht habe (S. 1)
,
und stellte die folgenden Diagnosen (S. 8):
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
mediale Gonarthrose rechts mehr als links
Zervikobrachialgie
ohne
radikuläre
Symptome bei Diskushernie
Verdacht auf
Impingement
-Syndrom beidseits
Fingergelenkspolyarthrose
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
Senk-Spreiz-Füsse
Sie führte aus, dass die Beschwerdeführerin durch einen somatischen
Gesund
heitsschaden
in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt werde. Die Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit als Gebäudereinigerin sei der Beschwerdeführe
rin mindes
tens seit Januar 2013 (beziehungsweise
bereits sechs Monate vor dem Januar 2013 gemäss
auf d
e
r
Beurteilung durch
Dr.
D._
)
, nicht mehr zuzumuten. Demgegenüber sei
ihr
die Ausübung behinderungsangepasster, körperlich leichter, wechselbelastender Tätigkeiten, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüs
ten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäulenbelastende Tätig
kei
ten, ohne die Hüft- und Kniegelenke belastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten
(
wie
beispielsweise
Bücken, Hocken, Knien, Überkopfarbeit, Arbeiten in Armvorhalte
)
, ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände
und ohne andau
ernde Vibrationsbelastungen und Nässe-/Kälteexposition im Umfang eines Arbeitspensums von 70
%
seit der Untersuchung durch
Dr.
D._
vom Januar 2013 zuzumuten
(S. 9).
3.7
Der Vertrauensarzt der Rechtsschutzversicherung der Beschwerdeführerin (vgl.
Urk.
1 S. 2)
Dr.
Z._
, führte in seiner Stellungnahme vom 2
1.
Oktober 2013
(
Urk.
7/42 =
Urk.
3) auf Grund der Akten aus, dass der Untersuchungsbericht von
med.
pract
.
E._
vom
2
9.
April 2013 zwar schlüssig sei, jedoch unvollständige Schlussfolgerungen enthalte
(S. 3)
. D
ie Ärztin
habe die Folgen der Fingerpolyarthrose bei der Beurteilung der Arbeits
fähigkeit nicht angemes
sen berücksichtigt. Der Beschwerdeführerin sei die Aus
übung sitzender Tätigkei
ten auf Grund der
lumbovertebralen
Beschwerden nicht zuzumuten. Sodann
sei ihr
auf Grund der Fingerpolyarthrose selbst die
Aus
übung leichtester
Greifar
beiten
nicht ganztätig
zuzumuten
(S. 4).
3.8
Med.
pract
.
E._
führte in ihrer Stellung
nahme vom
6.
Dezember 2013 (Urk. 7/46/3) aus, dass
sie
anlässlich der Untersuchung vom 1
1.
April 2013
zwar
an der rechten Hand der Beschwerdeführerin
tastbare
Arthroseknötchen
und
an der linken Hand
ein
en
Druckschmerz über dem Daumengrundgelenk, eine deut
liche Deformität des Endgelenks des Zeigefingers
sowie
beginnende Verände
rungen
der
anderen Finger
an der linken Hand
festgestellt
habe
, dass die Funk
tion der beiden Hände
hingegen
vollständig erhalten geblieben sei. Die von
Dr.
Z._
behauptete Unfähigkeit, selbst leichteste Greifarbeiten auszuführen
,
sei
aus den erhobenen Untersuchungsbefunden nicht
abzuleiten
.
4.
4.1
Gemäss der Beurteilung durch
Dr.
B._
leide
t
die Beschwerdeführerin seit Jahren unter zunehmenden Beschwerden im Bereich der HWS mit Ausstrahlung in beide Arme, weshalb
ihr ab dem Jahre 2009 die Ausübung der
vor Aufgabe der Erwerbstätigkeit ausgeübten Tätigkeit als Putzfrau
nicht mehr zuzumuten gewesen sei
(vorstehend E. 3.3
).
Während
Dr.
A._
in seinem Bericht vom 1
6.
Dezember 2011 keine Hinweise für eine
axonale
Schädigung der Wurzeln im Bereich C6 bis C8 der HWS fest
stellte
und davon aus
ging
, dass
das
Beschwerdebild wesentlich durch
tendomyotische
Befunde bestimmt sei
(vorste
hend E. 3.2), stellte
Dr.
D._
multilok
ale
Schmerzen degenerativen Ursprungs
fest und ging davon aus, dass die Beschwerdeführerin
auf
Grund der Gonarth
rose bei der Ausübung stehender und geh
ender Tätigkeiten eingeschränkt sei, dass ihr hingegen die
Ausübung sitz
ender Tätigkeiten ohne Einschränkung
zu
zumuten
sei
(
vorstehend E. 3.5
).
In Übereinstimmung mit der Beurteilung durch
Dr.
D._
ging
auch
med.
pract
.
E._
in ihrer
Beurteilung vom
29
.
April 2013 (vorstehend E. 3.6) davon aus, dass die im Bereich C6/C7 bestehende
Dis
kushernie
keine
radikulären
Symptome
verursache
. Im Unterschied zu
Dr.
D._
, welcher der Beschwerdeführer
in
die Ausübung sitzender Täti
gkei
ten uneingeschränkt zumuten
wollte
, ging med.
pract
.
E._
indes
davon aus, dass der Beschwerdeführerin die Ausübung behinderungsangepasster, kör
per
lich leichter, wechselbelastender Tätigkeiten im Umfang eines
Arbeits
pen
sums
von 70
%
zuzumuten sei. Demgegenüber vertrat
Dr.
Z._
die Mei
nung, dass der Beschwerdeführerin
auf Grund der
lumbovertebralen
Beschwer
den
die Aus
ü
bung sitzender Tätigkeiten und
auf Grund der Fingerpolyarthrose die Ausübung von
Greifarbeiten
umfassenden Tätigkeiten
nicht zuzumuten sei (vorstehend E.
3.7).
4.2
Bei med.
pract
.
E._
gilt es zu
berücksichtigen
, dass sie für die vorliegend im Vordergrund stehenden Gesundheitsbeeinträchtigungen
(
im Sinne einer
Gonarthrose, einer
Zervikobrachialgie
und einer Fingergelenkspolyarthrose
)
über eine
an
gezeigte fachärztliche Speziali
sierung in
Orthopädische
r
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates
verfügt
, dass
sie
in ihrer Beurtei
lung neben den Ergebnissen ihrer eigenen klinischen Untersuchungen die geklag
ten Be
schwerden
und die
medizinischen
Vorakten
angemessen
berück
sichtigte
, und dass sie die Schlussfolgerungen in
nachvollzieh
barer Weise begründete
.
Die
nachvollziehbare
Beurteilung durch
med.
pract
.
E._
erscheint auch
insofern
als schlüssig
, als sie in ihrer Stellungnahme vom
6.
Dezember 2013 (vorstehende E. 3.8) ausführte, dass anlässlich der Untersu
chung vom 1
1.
April 2013
zwar Symptome einer
Fingergelenkspolya
r
throse
in Form von
tastbare
n
Arthroseknötchen
an der rechten Hand
und
an der linken Hand im Sinne
eines
Druckschmerz
es
über dem Daumengrundgelenk, eine
r
deutliche
n
Deformität des Endgelenks des Zeigefingers sowie beginnende
r
Ver
änderungen
der
anderen Fingern
der linken Hand festzustellen waren, dass indes
die Funktion
beider
Hände vol
lständig erhalten geblieben sei, weshalb der Beschwerdeführerin die Ausübung von
Greifarbeiten
mit ihren beiden Händen zuzumuten sei. Sodann vermag zu überzeugen, dass
med.
pract
.
E._
davon ausging, dass der Beschwerdeführerin mindestens seit dem Zeitpunkt der Untersuchung durch
Dr.
D._
vom Januar 2013 die Ausübung
behinderungs
angepasster
, körperlich leichter, wechselbelastender Tätigkeiten im Umfang eines Arbeitspensums von 70
%
zuzumuten sei.
4.3
In Bezug auf die Beurteilung durch
med.
pract
.
E._
gilt es indes zu beach
ten, dass
dies
e
RAD-
Ärztin der
Beschwerdegegnerin ist. Berichten
versiche
rungs
interner
medizinischer Fachpersonen kommt
rechtspre
chungsgemäss
zwar Beweiswert zu. Diesen Berichten wird indes nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder einem im Verfahren nach Art. 44 des ATSG vom Ver
sicherungsträger in Auftrag gegebenen externen Gutachten zu
erkannt. Vielmehr sind bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen ergän
zende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 471 E. 4.6).
4.4
Vorliegend vermag die abweichende Beurteilung durch Dr.
Z._
vom 2
1.
Oktober 2013 (vorstehend E. 3.7)
die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Beurteilung durch
med.
pract
.
E._
indes nicht in Zweifel zu ziehen
.
Denn obwohl
Dr.
Z._
erkannte, dass der Untersuchungsbericht von
med.
pract
.
E._
vom
2
9.
April 2013 grundsätzlich schlüssig sei, postulierte er, dass der Beschwerdeführerin die Ausübung sitzender Tätigkeiten auf Grund ihrer
lumbovertebralen
Beschwerden sowie die Ausübung von Tätigkeiten, welche selbst leichteste Greifarbeiten erforderten, nicht zuzumuten sei,
ohne
Aspekte
zu benennen
, die im Rahmen der
Untersuchung durch med.
pract
.
E._
uner
kannt
o
der ungewürdigt geblieben wären.
Der
Beurteilung durch
Dr.
Z._
fehlt es daher an einer nachvollziehbaren Begründung der postulierten Arbeitsunfä
higkeit. Dessen Beurteilung v
ermag daher keine genügenden Zweifel an der Schlüssigkeit der Beurteilungen durch med.
pract
.
E._
zu wecken. In Be
zug auf die
Beurteilung
durch
Dr.
Z._
gilt es zudem zu beachten, dass diese im Unterschied zu derjenigen durch med.
pract
.
E._
ausschliesslich auf Grund der Akten verfasst wurde. Der Umstand
, dass eine ärztliche Stellung
nah
m
e
ausschliesslich auf Grund der Akten verfasst wurde,
spricht
zwar
nicht grundsätzlich gegen
deren
Beweiswert (
Urteil des Bundesgerichts 8C_425/2012 vom 18. September 2012 E. 4.4;
SZS 2008 S. 393, I 1094
/06 E.
3.1.1)
. Einem
reinen
Aktengutachten
kommt indes
nach de
r Rechtsprechung nur dann voller
Bewe
iswert zu
,
wenn es
bei diesem
im Wesentlichen nur um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachverhalts geht und sich neue Untersu
chungen
und eine
direkte ärztliche Auseinandersetzung mit dem Exploranden
erübrigen
(Urteil
e
des Bundesgerichts I 1094/06 vom 1
4.
November 2007 E.
3.1.1 und
I 394/00 vom 1
8.
Dezember 2001 E. 3b
;
vgl. auch BGE 127 I 54 E.
2f S. 58). Eine derartige Ausgangslage bestand hier aber nicht.
Denn med.
pract
.
E._
stellte als Ergebnis der am 1
1.
April 2013 durchgeführten kli
nischen Untersuchung fest, dass die Funktion der linken und rechten H
a
nd der Beschwerdeführerin vollständig erhalten
und
dass insbesondere Griffvariationen mit beiden Händen möglich seien.
D
er Beurteilung durch
Dr.
Z._
, welcher in Abweichung von den durch med.
pract
.
E._
erhobenen Untersuchungs
be
funde, ausschliesslich auf Grund der Akten eine eingeschränkte Funktion der Hände der Beschwerdeführerin postulierte,
kommt daher im Vergleich zur Beur
teilung durch med.
pract
.
E._
nur eine eingeschränkte Beweiskraft zu.
4.5
Die Beurteilung
durch
Dr.
Z._
ist somit nicht geeignet
,
auch nur gering
e
Zwei
fel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Beurteilung durch
med.
pract
.
E._
zu erwecken. Vielmehr kann auf
deren
nachvollziehbare und schlüs
sige Beurteilung vom
2
9.
April 2013
abgestellt werden.
Gestützt darauf ist daher davon auszugehen, dass
der Beschwerdeführerin spätestens seit Januar 2013 die Ausübung behinderungsangepasster, körperlich leichter, wechselbelastender Tätigkeiten, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppen
steigen, ohne häufige wirbelsäulenbelastende Tätigkeiten, ohne die Hüft- und Kniegelenke belastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten, ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände und ohne andauernde Vibrationsbelastungen und Nässe-/Kälteexposition im Umfang eines Arbeitspensums von 70
%
zuzumuten
waren.
4.6
Da
da
von auszugehen ist, dass
ergänzende Beweismassnahmen an diesem Ergeb
nis nichts mehr ändern würden
, ist e
ntgegen
der
diesbezüglichen
Vorbrin
gen
der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 2)
von
eine
r
Rückweisung der Sache an
die Beschwerdegegnerin zur
Durchführung einer ärztlichen Begutachtung
abzu
sehen
(antizipierte Beweiswürdigung; 122 V 157 E. 1d mit Hinweis; RKUV 2006 Nr. U 578 S. 17
6 E. 3.6; SVR 2001 IV Nr. 10 E.
4b S. 28).
5.
5.1
Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht d
er Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des
Leistungsanspruchs nach Art.
29
Abs. 1 ATSG. Da
ein
Rentenanspruch
vorliegend somit
frühestens sechs Monate nach der Anmeldung der Beschwerdeführerin zum Leistungsbezug
vom
2
6.
Januar 2012
(
Urk.
7/2) und mithin
frühestens
im Juli 2012 entstehen kö
nnte, sind bei
der
Prüfung der Erwerbsunfähigkeit die Verhältnisse zu diesem Zeitpunkt massgebend.
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frü
hestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensent
wicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigenden ausge
glichenen Arbeitsmarktlage (Art. 16 ATSG) ist grundsätzlich auch bei der Fest
setzung des
Validenlohnes
Rechnung zu tragen, wobei auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstrukturer
hebung
(LSE) abgestellt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E. 3.2 mit Hinweisen).
5.3
Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung realisierte Einkommen nicht hinreichend genau beziffern,
kann
auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte (Tabellenlöhne)
abgestellt wer
den
, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten per
sönlichen und beruflichen Faktoren mit zu berücksichtigen sind (AHI 1999 S. 237, E. 3; Urteil
e
des
Bundesgerichts 8C_163/2008 vom 8. August 2008
E. 3.2.1
, 9C_868/2013 vom 2
4.
März 2014 E. 4.2.2, 9C_210/2011 vom 2
1.
April 2011 E. 3.2.1.2).
5.4
Dem Haushaltabklärungsbericht vom
20.
März
201
4
(
Urk.
7/44) ist zu ent
nehmen, dass
die Beschwerdeführerin gegenüber der Abklärungsperson der
Beschwerdegegnerin angab, dass sie ihre Tätigkeit
en
als Hauswartin und Gebäudereinigerin bei der Primarschulpflege und der Gemeindeverwaltung
F._
gekündigt habe, als ihr Ehegatte im Jahre 2007 erkrankt und zunehme
nd pflegebedürftig geworden sei, um diesen
zu
pflegen.
In der Folge habe sie
ihre
n
Ehegatten
gepflegt
bis
dieser
im Juni 20
10
versto
r
ben sei
(S. 2).
Damit übereinstimmend lässt sich
dem Arbeitgebergebricht der Gemeinde
ver
waltung
G._
vom 1
5.
Mai 2013 (
Urk.
7/35)
und demjenigen der
Primar
schu
le
F._
(
Urk.
7/34)
entnehmen, dass die Beschwerdeführerin
bei
der
Gemeindeverwaltung
G._
vom
1.
April 1999 bis 3
1.
Dezem
ber
2007
und bei
der
Primarschule
F._
von
1999 bis Ende Juli 2008
tätig gewesen war.
5.
5
Da die Beschwerdeführerin ihre Erwerbstätigkeit vor Eintritt des
Gesundheits
schadens
aus invaliditätsfremden
Gründen aufgegeben hat, kann das
Validen
ein
kommen
nicht anhand des von der Beschwerdeführerin bei der Gemeinde
ver
waltung
G._
und der Primarschule
F._
erzielten Einkommens bemessen werden. Es ist deshalb auf Erfahrungs- und Durch
schnitts
werte (T
abellenlöhne) zurückzugreifen.
Nach der Rechtsprechung kön
nen
die
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her
ausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) heran
gezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die
Invaliditäts
bemessung
wird praxisgemäss auf die stan
dardisier
ten Bruttolöhne (
Tabellen
gruppe
A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszuge
hen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berück
sichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebs
übliche
Wochenarbeitszeit aufzu
rechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E.
3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
5.6
Auf Grund des Umstandes, dass die Beschwerdeführerin vor der Aufgabe der Erwerbstätigkeit während vieler Jahre teilzeitlich als Gebäudereinigerin und Hauswartin tätig war, ist
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 1
4.
Mai 2014 (
Urk.
2) davon ausging, dass
sie ohne Gesundheitsschaden im Jahre 2012 im Umfang eines teilzeitlichen
Ar
beitspensums
von 50
%
als Gebäudereinigerin tätig gewesen wäre. Es ist daher bei der
Bestimmung des
Valideneinkommens
auf den Tabellenlohn gemäss der LSE 2010
für Frauen der
Wirtschaftsabtei
lung
„Gebäudebetreuung; Garten- und Landschaftsbau“
(Tabelle TA1, privater Sektor Schweiz 2010
Ziff.
81) im
Anfor
derungsniveau
4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) abzu
stellen. Ausgehend vom Tabellenlohn von Fr. 3‘372.-- (monatlich) resultiert bei einer
betriebsübli
chen
Wochenarbeitszeit von
42.1
Stunden
in der Wirtschafts
abteilung „Erbrin
gung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“
im Jahre
2012
(Die
Volkswirtschaft
9-2014, Tabelle B9.2 S. 84
) bei einem
mut
mass
lichen Beschäfti
gungsgrad von
50
%
und einer durchschnittlichen
Nominal
lohnentwic
klung
im Bereich Dienstleistungen im Jahre 2011
von 1.
0
%
und im Jahre 2012 von 0.9
%
(Die Volkswirtschaft
9-2014 Tabelle B10.2 S. 85
) ein
Valideneinkommen
von rund Fr.
21
‘701
.--
(Fr.
3‘372
.-- x 12 Monate ÷ 40 Stun
den x 4
2.1
Stunden x 1.01
x 1.009 x 0.5
).
6.
6.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, nament
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bun
desamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
6.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwer
ten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei
ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
6.3
Nach der Rechtsprechung ist selbst bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn gerechtfertigt, wenn leichte bis mit
telschwere Arbeiten zumutbar sind. Dies ergibt sich daraus, dass der
Tabellen
lohn
im Anforderungsniveau 4 bereits eine Vielzahl von leichten und mittel
schwe
ren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_72/2009 vom 3
0.
März 2009 E. 3.4 mit Hinweisen).
6.4
Der Beschwerdeführerin ist gemäss der Beurteilung durch med.
pract
.
E._
die Ausübung behinderungsangepasster, körperlich leichter, wechselbelastender Tätigkeiten
im Umfang eines Arbeitspensums von 70
%
zuzumuten.
Da der Beschwerdeführerin lediglich die Ausübung körperlich leichter Tätigkeiten noch zuzumuten ist, und da sie dabei mit einer Verdiensteinbusse zu rechnen hätte, erscheint diesbezüglich ein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn als ge
recht
fertigt.
Weitere einkommensbeeinflussende Merkmale sind nicht auszu
ma
chen. Ein Abzug wegen des Aufenthaltsstatus fällt vorliegend schon deswe
gen ausser Betracht, weil die Beschwerdeführerin über
die schweizerische Staats
angehörigkeit verfügt (
Urk.
7/3). Ein Abzug wegen Teilzeitarbeit
rechtfer
tigt sich nicht
, weil die Beschwerdeführerin, welcher die Ausübung einer Erwerbstätigkeit im Umfang eines Arbeitspensums von 70
%
zuzumuten wäre, bei Gesundheit aus invaliditätsfremden Gründen lediglich im Umfang von 50
%
erwerbstätig wäre.
In Würdigung der gesamten Umstände erscheint daher ein Abzug vom Tabellenlohn von insgesamt 10
%
als angemessen.
6.5
U
nter Berücksichtigung des Zentralwerts für
einfache und repetitive Tätigkeiten
(Anforderungsniveau
4
) für
Frauen
(Tabelle TA, privater Sektor
Schweiz
) der LSE
2010
von Fr.
4‘225
.--
,
bei einer betriebsüblichen Wochenarbeitszeit im Jahre 2012 von insgesamt 41.7 Stunden (Die Volkswirtschaft 9-2014, Tabelle B9.2 S. 84), bei
einem
mutmasslichen Beschäftigungsgrad von
50
%
,
einer durchschnittlichen
Nominal
lohnentwicklung
im Jahre 2011 von 1.0 % und im Jahre 2012 von 0.8
%
(Die Volkswirtschaft 9-2014 Tabelle B10.2 S. 85) und
einem Abzug vom Tabellenlohn von 10
%
resultiert ein
Invalideneinkommen von
rund Fr.
24
‘
21
5
.
--
(Fr.
4‘225
.-- x 12 Monate ÷ 40 Stun
den x
41.7
Stunden x 1.01
x 1.
008 x 0.9
x 0.5
).
6.6
.
Der Vergleich des
Vali
deneinkommens
von
Fr.
21
‘701
.-- mit dem
Invalidenein
kommen
von Fr
.
24
‘
21
5
.-- ergibt
k
eine Erwerbseinbusse
. Dar
aus resultiert ein Invaliditätsgrad
im erwerblichen Bereich
von
0
%
.
7
.
7.
1
Die Beschwerdegegnerin liess die Verhältnisse im Haushalt der Beschwerdefüh
rer
in
durch eine Abklärungsperson am
1
4.
August 2013
vor Ort abklären (
Haus
haltabklärungsbericht
vom 2
0.
März 2014
;
Urk.
7/44).
7
.2
Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG entspricht der Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufga
benbereich (
Art.
6 ATSG; BGE 105 V 156 E. 2a). Bei der Bemessung der Invali
dität von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schadenminderungspflicht von erheblicher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz aus
zugehen, dass einem Leistungsansprecher im Rahmen der
Schadenminde
rungs
pflicht
Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhal
tens
weisen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versi
cherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familien
angehörigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen
Entlöh
nung
oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiese
nermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu be
rück
sichtigende Mithilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versi
cherungsleistungen zu erwarten wären. Dabei darf nach der Rechtsprechung unter dem Titel der Schadenminderungspflicht nicht etwa die Bewältigung der
Haushalttätigkeit in einzelnen Funktionen oder insgesamt auf die übrigen Familienmitglieder überwälzt werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder festgestellten Einschränkung danach gefragt werden müsste, ob sich ein Famili
enmitglied finden lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Ausführung der ent
sprechenden Teilfunktion in Frage kommt. Schliesslich vermag die Tatsache, dass sich die der Rechtsprechung zugrunde liegenden, in
Art.
159
Abs.
2 und 3 ZGB zwischen den Ehegatten und in
Art.
272 ZGB zwischen Eltern und Kindern statuierten Beistandspflichten nicht unmittelbar durchsetzen lassen (d.h. weder klagbar noch vollstreckbar sind), sondern nur freiwillig erfüllt werden können (
Honsell
/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar,
3.
Aufl., Basel 2006,
N.
9 zu
Art.
272 ZGB;
Bräm
/
Hasenböhler
, Zürcher Kommentar,
3.
Aufl., Zürich 1998,
N.
168 zu
Art.
159 ZGB), an der Schadenminderungspflicht der im Haushalt beschäftigten Versicherten nichts zu ändern. Denn wie auch im Erwerbsbereich darauf abzustellen ist, ob die verbleibende Erwerbsfähigkeit auf einem ausgegli
chenen Arbeitsmarkt grundsätzlich verwertbar ist, unabhängig davon, ob eine solche Anstellung rechtlich durchsetzbar ist, ist auch in Bezug auf den
Haus
haltbereich
davon auszugehen, was in der sozialen Realität üblich und zumut
bar ist, unabhängig davon, ob eine Mithilfe rechtlich durchsetzbar ist (BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_729/2009 vom 3
0.
November 2009 E. 4.1-3).
7
.3
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des
Art.
69
Abs.
2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar (Urteil 9C_201/2011 vom 5. September 2011 E. 2, in: SVR 2012 IV Nr. 19 S. 86). Einer ärztlichen
Fach
person
, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichts
winkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahme
fällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 2
8.
Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträch
tigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im
Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundes
gerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Haus
pflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinde
rung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
7.4
Der Haushaltabklärungsbericht vom
2
0.
März
201
4
(
Urk.
7/44)
enthält eine einge
hen
de Ab
klärung der Wohnverhältnisse sowie der im Haushalt der Be
schwer
deführerin anfallenden Tätigkeiten. Gestützt darauf wurde ein
Be
täti
gungs
vergleich
vorge
nommen. In Übereinstimmung mit der gesetzmässigen (ZAK 1986 S. 235)
,
im Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversiche
rung (KSIH in der ab 1. Januar
2012
geltenden Fassung;
Rz
3086
) statuierten Verwaltungspraxis wurden darin die im Haus
halt anfallen
den Tätigkeiten in sieben Aufgaben aufgeteilt (Haushaltführung, Ernährung, Wohnungspflege, Einkauf, Wäsche und Kleiderpflege,
Kinderbetreu
ung
, Ver
schie
denes) und anschliessend in Übereinstimmung mit der diesbezüg
lichen Verwaltungspraxis nach deren prozentualen Bedeutung im Vergleich zu sämt
li
chen anfallenden Tätigkeiten bewertet. Anschliessend klärte die
Abklä
rungs
person
der Beschwerdegegnerin unter Berücksichtigung der medizinischen Akten für jede der sieben Tätigkeitsbereiche die konkrete Behinderung ab und er
mittelte auf diese Weise eine Einschränkung im Aufgabenbereich des Haus
halts von gesamthaft
6.8
% (
Ziff. 6.8
).
7.5
Insgesamt erscheint der Haushaltabklärungsbericht als nachvollzieh
bar begrün
det
und
schlüssig,
weshalb in Bezug auf die Beurteilung der Einschränkung im
Haushalt
be
reich
darauf
abgestellt werden kann
.
Es
ist nicht zu beanstanden, dass
der Beschwerdeführerin darin zugemutet wurde, die Arbeiten in Etappen auszuführen, und eine gewisse
Mithilfe
ihrer im gleichen Haushalt wohnenden Söhne
in Anspruch
zu
nehmen
(
Urk.
7/44 S. 5 f.)
.
Denn u
nter Berück
sichtigung der
Scha
denminderungs
pflicht
, die der Beschwerde
führe
rin als Hausfrau obliegt, kann von ihr erwartet werden, dass sie ihre Arbeit einteilt und bis zu einem ge
wissen heute üblichen Grad die Mithilfe von Familienangehörigen in An
spruch
nimmt (
vgl. vorstehend E. 8.2
). Anders verhielte es sich, wenn der er
höhte Zeit
aufwand dazu führte, dass die Beschwerdeführerin während einer zumutbaren
Normalar
beitszeit
im Haushalt nicht mehr alle Arbeiten bewältigen könnte und daher in wesentli
chem Ausmasse auf Fremdhilfe angewiesen wäre. Dies kann vorliegend jedoch ausgeschlossen werden.
7.6
Gestützt auf den nachvollziehbaren Haushaltabklä
rungsbericht vom 2
0.
März 2014
(
Urk.
7/44) ist daher davon auszugehen, dass
die Be
schwerdeführerin
im Aufgabenbereich
des Haushalts in einem Umfang von
insgesamt 6.8
%
einge
schränkt war.
8
.
Nach der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung wird bei der Be
mes
sung der
Gesamt
invalidität
die Invalidität im erwerblichen Bereich mit dem An
teil des hypothetischen Teilarbeitspensums und die Invalidität im Aufgaben
be
reich mit dem Anteil der Tätigkeit im
Haushalt gewichtet. Während in dem mit 5
0 % gewichteten erwerblichen Bereich ein anteiliger
Invaliditäts
grad
von
0
%
resultiert, ergibt sich
in dem auch
mit
5
0 % gewichteten Haushaltbereich bei einer gesundheitlichen Einschrän
kung in der Haushaltführung von
6.8
%
ein Invaliditätsgrad
im Aufgabenbereich des Haushalts
von
3.4
%
(
6.
8
%
x 0.5)
. Dies ergibt eine
Gesamt
invalidität
von
(gerundet)
3
%
.
Damit wird ein
für den Anspruch auf eine Invalidenrente
mindestens
vorausgesetzter Invaliditätsgrad
von 40
%
nicht erreicht.
Die gegen die angefochte
ne Verfügung vom
1
4.
Mai 2014
erhobene Be
schwer
de ist daher abzuweisen.
9
.
9
.1
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
.
O
bsiegenden Behörden oder mit
öf
fent
lichrechtlichen
Aufgaben betrau
ten Organisationen
ist nach er Rechtsprechung
in der Re
gel keine
Parteient
schä
di
gung
zuzusprechen
(BGE 128 V 124 E. 5b, 126 V 143 E. 4a, 118 V 158 E. 7, 117 V 349 E. 8 mit Hinweis).
9
.
2
Kosten von Privatgutachten können allenfalls als notwendige Auslagen im Rah
men der
Parteientschädigung geltend gemacht werden, soweit das
Privatgut
ach
ten
unmittelbar im Zusammenhang mit dem Prozess erstellt wurde und zur gehörigen Substantiierung erforderlich ist (Suter/von Holzern in: Sutt
er-
Somm
/
Ha
senböhler
/Leuenberger
,
Hrsg.
Kommentar zur ZPO,
2.
Auflage, Zürich 2013,
Art.
95 ZPO N 33).
9
.
3
Da die Beschwerdeführerin vorliegend in der Hauptsache unterliegt,
ist
ihr keine Prozessentschädigung zuzusprechen
. Aus diesem Grunde
ist
auch ihr
Anspruch auf Übernahme der Kosten der Beurteilung durch den Vertrauensarzt der
Pro
tek
ta
Rechtsschutz-Versicherung AG,
Dr.
Z._
, zu verneinen.
9.4
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
rung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzli
chen Rahmens (
Fr.
20
0.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
7
00.-- festzusetzen und ausga
ngsgemäss der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.