Decision ID: a974731b-bf18-47f9-abd2-f7736746b7bf
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Armin Linder, Haus Washington, Rosenberg-
strasse 22, 9000 St. Gallen,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons
St. Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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persönliche Beiträge als Nichterwerbstätiger 2012 (Pauschalbesteuerung)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ erklärte im Fragebogen 5 vom 18. Mai 2010, er übe weder in der Schweiz
noch im Ausland eine Erwerbstätigkeit aus. Das Vermögen per 1. Januar 2009 und per
1. Januar 2010 gab er mit Fr. 3'600'000.-- an (act. G 3.1/22). Gestützt darauf erliess die
Sozialversicherungsanstalt St. Gallen am 19. Januar 2012 eine Akonto-
Beitragsverfügung für die Beitragsperiode 2012 in Höhe von Fr. 9'495.10 (inkl.
Verwaltungskosten). Dabei ging sie von einem massgebenden Vermögen von
Fr. 3'600'000.-- aus (act. G 3.1/17). Mit Meldung vom 29. Juli 2013 zeigte das
Steueramt B._ der Sozialversicherungsanstalt für das Steuerjahr 2012 ein
Renteneinkommen (bzw. einen Aufwand) von Fr. 187'000.-- sowie ein
beitragspflichtiges Vermögen von Fr. 4'075'000.-- an. Dazu bemerkte es, die
Besteuerung erfolge nach dem Aufwand gemäss Art. 14 DBG (act. G 3.1/13). Gestützt
darauf setzte die Sozialversicherungsanstalt mit Nachtragsverfügung vom 23. August
2013 das massgebende Vermögen im Beitragsjahr 2012 mit Fr. 7'815'000.--, die
Beiträge mit Fr. 22'862.50 (inkl. Verwaltungskosten) fest (act. G 3.1/12).
A.b Die dagegen erhobene Einsprache vom 23. September 2013 - die Anrechnung
eines fiktiven Renteneinkommens gemäss Art. 29 Abs. 5 AHVV sei gesetzes- und
verfassungswidrig - wies die Sozialversicherungsanstalt mit Entscheid vom 22. Oktober
2013 ab. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, es liege ausserhalb ihrer
Kompetenz, die Verordnungsbestimmungen auf ihre Gesetz- und
Verfassungsmässigkeit zu überprüfen (act. G 3.1/4 und 8).
B.
B.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 22.
November 2013 mit dem Antrag, der angefochtene Einspracheentscheid sei
aufzuheben und die persönlichen AHV-Beiträge des Beschwerdeführers für die
Beitragsperiode 2012 seien auf der Basis seines Vermögens von Fr. 4'075'000.--
festzusetzen. Ausserdem sei ihm wegen der Verletzung des rechtlichen Gehörs
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unabhängig vom Verfahrensausgang eine volle ausseramtliche Entschädigung
zuzusprechen. Materiell wird ausgeführt, der Beschwerdeführer bestreite seinen
Lebensunterhalt - neben einem zu vernachlässigenden Vermögensertrag - grösstenteils
durch Vermögensverzehr. Für ihn ergebe sich durch die Fiktion von Art. 29 Abs. 5
AHVV, wonach der Lebensaufwand dem Renteneinkommen gleichzusetzen sei, eine
Doppelbelastung des Vermögens. Diese Fiktion widerspreche Art. 10 Abs. 1 AHVG,
wonach die Nichterwerbstätigen einen Beitrag nach ihren sozialen Verhältnissen zu
bezahlen hätten. Mit Blick auf das Legalitätsprinzip gehe es sodann nicht an, auf
Verordnungsstufe eine vermögensverzehrende Beitragserhebung einzuführen.
Schliesslich verletze die Regelung des Art. 29 Abs. 5 AHVV die Institutsgarantie als
Teilaspekt der Eigentumsgarantie (Art. 26 BV), weshalb ihr die Anwendung zu versagen
sei (act. G 1).
B.b Mit Eingabe vom 17. Dezember 2013 beantragt die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde und verweist zur Begründung auf die Ausführungen im
angefochtenen Einspracheentscheid (act. G 3).

Erwägungen:
1.
1.1 Nach Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenver
sicherung (SR 831.10 [AHVG]) in Verbindung mit Art. 10 Abs. 1 AHVG sind Nicht
erwerbstätige beitragspflichtig. Sie bezahlen einen Beitrag nach ihren sozialen
Verhältnissen. Der Mindestbeitrag beträgt 387 Franken, der Höchstbeitrag entspricht
dem 50-fachen Mindestbeitrag. Die Beiträge der Nichterwerbstätigen, für die nicht der
jährliche Mindestbeitrag vorgesehen ist, bemessen sich auf Grund ihres Vermögens
und Renteneinkommens. Nicht zum Renteneinkommen gehören die Renten nach den
Artikeln 36 und 39 IVG (Art. 28 Abs. 1 AHVV). Verfügt eine nichterwerbstätige Person
gleichzeitig über Vermögen und Renteneinkommen, so wird der mit 20 multiplizierte
jährliche Rentenbetrag zum Vermögen hinzugerechnet (Art. 28 Abs. 2 AHVV). Erfolgt
die Besteuerung nach dem Aufwand (Art. 14 DBG), ist der geschätzte Aufwand dem
Renteneinkommen gleichzusetzen (Art. 29 Abs. 5 AHVV).
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1.2 Nach Art. 10 Abs. 1 AHVG (i.V.m. Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [SR 831.20; IVG], Art. 27 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den
Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft [SR 834.1; EOG] sowie der
Beitragstabelle für Selbstständigerwerbende und Nichterwerbstätige [in der ab
1. Januar 2012 geltenden Fassung]) bezahlen Nichterwerbstätige je nach ihren sozialen
Verhältnissen einen AHV/IV/EO-Beitrag von Fr. 475.-- bis Fr. 23'750.-- im Jahr (2012).
2.
2.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, Art. 29 Abs. 5 AHVV verstosse gegen die
verfassungsrechtlichen Grundsätze der Gesetzmässigkeit (Art. 5 Abs. 1 BV) und der
Rechtsgleichheit (Art. 8 BV). Er bestreite seinen Lebensaufwand (neben einem
vernachlässigbar kleinen Vermögensertrag) grösstenteils durch Vermögensverzehr. Für
ihn ergebe sich durch die Fiktion von Art. 29 Abs. 5 AHVV, wonach der Lebensaufwand
dem Renteneinkommen gleichzusetzen sei, eine Doppelbelastung des Vermögens, da
dieses bereits gemäss Art. 28 Abs. 1 und 2 AHVV in die Bemessung der AHV-Beiträge
mit einbezogen werde. Dies widerspreche Art. 10 Abs. 1 AHVG, wonach die
Nichterwerbstätigen einen Beitrag nach ihren sozialen Verhältnissen zu bezahlen
hätten. Art. 29 Abs. 5 AHVV erweise sich somit als gesetzeswidrig. Mit Blick auf das
Legalitätsprinzip (Art. 5 Abs. 1 BV) gehe es zudem nicht an, dass auf Verordnungsstufe
eine vermögensverzehrende Beitragserhebung eingeführt werde. Eine solche Abgabe
müsste vielmehr in einem Gesetz im formellen Sinn statuiert werden. Im Weiteren
verletze Art. 29 Abs. 5 AHVV auch das Rechtsgleichheitsgebot von Art. 8 BV. Zwar sei
die Beitragsbemessung auf Grund einer Kumulation von Vermögen und
"kapitalisiertem" Renteneinkommen für pauschalbesteuerte Beitragspflichtige, die ihren
Lebensaufwand vollständig aus einem Renteneinkommen bestreiten, durchaus
sachgemäss. Demgegenüber führe Art. 29 Abs. 5 AHVV bei Personen, die wie der
Beschwerdeführer ihren Lebensaufwand durch Vermögensverzehr bestreiten würden
und über kein Renteneinkommen im eigentlichen Sinn verfügten, zu einer
Doppelbelastung des Vermögens. Dies lasse sich sachlich nicht rechtfertigen. Vielmehr
sei gestützt auf Art. 8 Abs. 1 BV Gleiches nach Massgabe seiner Gleichheit gleich und
Ungleiches nach Massgabe seiner Verschiedenheit ungleich zu behandeln. Unter
verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten sei schliesslich die Institutsgarantie als
Teilaspekt der Eigentumsgarantie (Art. 26 BV) bedeutsam. Demnach begrenze diese
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verfassungsrechtliche Schranke die Belastung des Vermögens durch Steuern und
andere hoheitliche Beiträge bzw. Gebühren. Dieser Grundsatz werde durch Art. 29 Abs.
5 AHVV in Frage gestellt.
2.2 Um die Frage der Verfassungsmässigkeit von Art. 29 Abs. 5 AHVV zu beantworten,
ist zunächst die Regelung der Aufwandbesteuerung (Pauschalbesteuerung) zu erörtern.
Gemäss Art. 14 Abs. 1 und 2 DBG haben unter anderem ausländische Staatsbürger mit
steuerrechtlichem Wohnsitz oder Aufenthalt aber ohne Erwerbstätigkeit in der Schweiz
das Recht, sich nach dem Aufwand besteuern zu lassen. Gemäss Abs. 3 der
genannten Bestimmung wird die Steuer nach dem Aufwand der steuerpflichtigen
Person und ihrer Familie bemessen und nach dem ordentlichen Steuertarif (Art. 36 Abs.
1, 2 und 2 erster Satz DBG) berechnet. Gemäss Abs. 4 erlässt der Bundesrat die zur
Erhebung der Steuer nach dem Aufwand erforderlichen Vorschriften. Dies hat er in der
Verordnung über die Besteuerung nach dem Aufwand bei der direkten Bundessteuer
getan (SR 642.123). Demnach wird der Aufwand nach den jährlichen, in der
Bemessungsperiode entstandenen Lebenshaltungskosten der Steuerpflichtigen und
der von ihnen unterhaltenen, in der Schweiz lebenden Personen berechnet. Er beruht
jedoch mindestens auf dem Fünffachen des Mietzinses oder des Mietwertes der
Wohnung im eigenen Haus für Steuerpflichtige, die einen eigenen Haushalt führen bzw.
dem Doppelten des Pensionspreises für Unterkunft und Verpflegung für die übrigen
Steuerpflichtigen (Art. 1). Sodann wird eine weitere Vergleichsrechnung angestellt,
indem der so ermittelte Betrag nicht kleiner sein darf als die Summe der in Art. 14 Abs.
3 DBG genannten, in der Schweiz erzielten Kapitalerträge und Renteneinkommen (Art.
2 der genannten bundesrätlichen Verordnung in Verbindung mit Art. 14 Abs. 3 Ingress
letzter Satz DBG).
2.3 Aus diesen Ausführungen erhellt, dass der im Sinn der Gesetzgebung über die
direkte Bundessteuer massgebende Aufwand so konkret wie möglich zu ermitteln ist
und zudem bestimmte, ebenfalls relativ konkrete Grenzen nicht unterschreiten darf. Er
stellt somit keine rein fiktive Grösse dar, womit es sich auch nicht um eine "Pauschal
besteuerung" im eigentlichen Sinn handelt. Im Weiteren erhellt aus der gesetzlichen
Regelung, dass der nach den vorgestellten Bestimmungen ermittelte Lebensaufwand
das steuerbare Einkommen darstellt, das sodann nach dem ordentlichen Tarif
besteuert wird. Schliesslich erhellt, dass es sich bei der Aufwandbesteuerung um eine
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Wahlmöglichkeit handelt; die steuerpflichtige Person kann jederzeit auf die ordentliche
Bemessungsmethode wechseln, solange die Steuerperiode noch nicht rechtskräftig
veranlagt ist (Bernhard Zwahlen, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht,
Band I/2a, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, Art. 1 - 82, Ziff. 43 zu Art. 14).
Eine steuerpflichtige Person, der die Möglichkeit der Aufwandbesteuerung offen steht,
wird sich deshalb nur dafür entscheiden, wenn dies für sie vorteilhafter ist. Wenn nun in
Art. 29 Abs. 5 AHVV das im ausserordentlichen Bemessungsverfahren festgestellte
steuerbare Einkommen (Aufwandbesteuerung) dem normalerweise für den
Lebensaufwand verwendeten Renteneinkommen gleichgestellt wird, erscheint dies
folgerichtig. Zwar ergibt sich eine gewisse Ungleichbehandlung dadurch, dass der
gemäss Art. 14 DBG geschätzte Aufwand unter anderem mindestens so hoch sein
muss, wie die in Abs. 3 lit. a - d der genannten Bestimmung aufgeführten
Kapitalerträge, dass also via diese Vergleichsrechnung indirekt auch die Kapitalerträge
zur Bemessungsgrundlage für die AHV-Beiträge herangezogen werden, wohingegen
gemäss Art. 28 Abs. 1 AHVV Kapitalerträge nicht in die Bemessung der AHV-Beiträge
einbezogen werden. Dies wird aber teilweise dadurch wieder ausgeglichen, dass bei
der Aufwandbesteuerung nach Art. 14 Abs. 3 lit. e DBG explizit nur Ruhegehälter,
Renten und Pensionen aus schweizerischen Quellen erfasst werden, wohingegen beim
Renteneinkommen nach Art. 28 Abs. 1 und 2 AHVV auch solche aus ausländischen
Quellen miterfasst werden (vgl. WSN Ziff. 2087 und 2089). Insgesamt erscheint die
Gleichstellung des Aufwandes mit dem Renteneinkommen jedenfalls nicht als unbillig.
Vielmehr wäre es unbillig, bei nach Aufwand Besteuerten für die Bemessung der AHV-
Beiträge kein Einkommen anzurechnen. Die Bestimmung des Art. 29 Abs. 5 AHVV
widerspricht somit nicht der in Art. 10 Abs. 1 AHVG stipulierten Beitragserhebung nach
den sozialen Verhältnissen. Die umstrittene Bestimmung als verfassungswidrig
anzusehen, rechtfertigt sich umso weniger, als die Aufwandbesteuerung nach Art. 14
DBG ihrerseits verfassungsrechtliche Bedenken erweckt, indem sie vom Grundsatz der
Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit abweicht und besonders
vermögenden Personen eine Vorzugsbehandlung gewährt, was mit Art. 8 Abs. 1 und 2
BV in einem Spannungsverhältnis steht (vgl. U. R. Behnisch, in: Die Schweizerische
Bundesverfassung, Kommentar, 2. Aufl., Rz 32 zu Art. 129 [Steuerharmonisierung]; vgl.
auch R. Zigerlig/M. Oertli/H. Hofmann, Das St. Gallische Steuerrecht, 7. Aufl., II. Teil,
Rz 765). Im Fall des Beschwerdeführers kommt hinzu, dass die Vergleichsrechnung
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gemäss Art. 14 Abs. 3 lit. a - d DBG keine Erhöhung des steuerbaren Einkommens
bewirkt, bestreitet er doch seinen Lebensunterhalt nach eigenen Angaben nur zu einem
vernachlässigbar kleinen Teil aus Vermögenserträgen, so dass letztere den nach Art. 14
Abs. 3 Ingress DBG in Verbindung mit Art. 1 der Verordnung 642.123 errechneten
Aufwand ohnehin nicht übersteigen. Von einer Verfassungswidrigkeit auszugehen
rechtfertigt sich schliesslich auch deshalb nicht, als betroffene Beitragspflichtige
jederzeit die ordentliche Besteuerung verlangen können. Erzielt der Beschwerdeführer -
wie er behauptet - tatsächlich keine Einkünfte, namentlich Kapitalerträge oder
ausländische Ruhegehälter oder Renten, ist nicht einzusehen, weshalb er sich ein
steuerbares Einkommen in Form des Lebensaufwandes anrechnen lassen sollte
(gemäss Steuermeldung vom 29. Juli 2013 verfügt der Beschwerdeführer jedoch über
Auslandseinkommen [act. G 3.1/13.1]). Hat er sich aber für die Aufwandbesteuerung
entschieden, so hat er gegenüber der Steuerbehörde diesen Aufwand als steuerbares
Einkommen deklariert. Er kann sodann nicht gegenüber den Organen der AHV geltend
machen, es handle sich nur um ein "fiktives" Einkommen.
2.4 Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass die Bestimmung des Art. 29 Abs. 5
AHVV weder das Gleichbehandlungsgebot im Sinn von Art. 8 BV noch die
Beitragspflicht nach den sozialen Verhältnissen (Art. 10 Abs. 1 AHVG) und damit den
verfassungsrechtlichen Grundsatz der Gesetzmässigkeit (Art. 5 Abs. 1 BV) noch die
Eigentumsgarantie (Art. 26 BV) verletzt. In masslicher Hinsicht werden keine
Beanstandungen vorgebracht noch sind solche aus den Akten ersichtlich. Der
angefochtene Einspracheentscheid erweist sich damit im Ergebnis als korrekt.
3.
3.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
3.2 Der Beschwerdeführer beantragt, es sei ihm unabhängig vom Verfahrensausgang
eine Parteientschädigung zuzusprechen. Er habe bereits in der Einsprache vom 23.
September 2013 geltend gemacht, die fragliche Bestimmung des Art. 29 Abs. 5 AHVV
sei gesetzes- und verfassungswidrig. Die Beschwerdegegnerin habe sich jedoch mit
diesen Einwänden an keiner Stelle auseinandergesetzt, sondern sich lediglich darauf
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berufen, die Überprüfung von Verordnungsbestimmungen auf ihre Gesetz- und
Verfassungsmässigkeit liege ausserhalb ihrer Kompetenz. Dies stelle eine Verletzung
des verfassungsmässigen Gehörsanspruchs (Art. 29 BV) dar, was dazu führe, dass
dem Beschwerdeführer unabhängig vom Verfahrensausgang eine Parteientschädigung
zustehe. Zwar ist grundsätzlich festzustellen, dass gemäss Art. 35 Abs. 2 BV jede
Stelle, die mit der Durchführung von staatlichen Aufgaben betraut ist, verpflichtet ist,
zur Verwirklichung der Grundrechte beizutragen. Dazu gehört zweifelsohne auch die
Beschwerdegegnerin. Im Weiteren ist festzustellen, dass zum verfassungsmässig
garantierten Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) auch die
Begründungspflicht gehört (Gerold Steinmann, Die schweizerische Bundesverfassung,
Kommentar, 2. Auf., Rz 27 zu Art. 29). Indessen ist vorliegend nicht von einer
Verletzung der Begründungspflicht auszugehen. Zwar ist die Begründung sowohl der
Verfügung als auch des Einspracheentscheids zweifellos sehr knapp ausgefallen. Die
Beschwerdegegnerin hat jedoch immerhin kurz begründet, weshalb sie die Rüge der
Verfassungswidrigkeit materiell nicht geprüft hat. Tatsächlich ist es nicht primär
Aufgabe der Verwaltung, Verordnungsbestimmungen auf ihre Gesetz- und
Verfassungsmässigkeit zu überprüfen, sondern nur, diese gesetz- und
verfassungsmässig anzuwenden (vgl. etwa U. Häfelin/
W. Haller/H. Keller, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 8. Aufl., Rz 275, wonach in
erster Linie die Gerichte bei der Rechtsfindung den Grundrechten Rechnung tragen
müssen, indem sie Normen, die dagegen verstossen, im Rahmen von Art. 190 BV die
Anwendung versagen). Der vorliegende Fall ist denn auch nicht vergleichbar mit Fällen,
wo der betroffenen Person etwa keine Möglichkeit zur Stellungnahme zu
Sachverhaltsabklärungen gegeben wird. Zudem erscheint die Argumentation des
Beschwerdeführers in der Einsprache wenig substantiiert, so dass eine eingehende
Auseinandersetzung mit dem übergeordneten Recht ohnehin nicht zu erwarten war.
Insgesamt ist somit von einer zwar ungenügenden aber nicht fehlenden Begründung
auszugehen, so dass nicht von einer Gehörsverletzung ausgegangen werden kann. Im
Übrigen erscheint auch kein konkreter finanzieller Mehraufwand ausgewiesen. Auf die
Zusprache einer Parteientschädigung ist damit zu verzichten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht