Decision ID: d58230cf-4fef-5b33-a0aa-c48954b0e355
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ war seit 1. Oktober 2013 bei der B._ AG angestellt und dabei bei der Suva
obligatorisch unfallversichert, als er am 7. Oktober 2013 ausrutschte bzw. stolperte und
mit dem Rücken auf eine Schaltafel fiel und sich dabei Prellungen am Rücken zuzog.
Sein Hausarzt Dr. med. C._, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin,
diagnostizierte eine Rücken-Kontusion mit paravertebralem Hartspann rechts LWS und
attestierte dem Versicherten im Bericht vom 30. Oktober 2013 eine volle
Arbeitsunfähigkeit bis voraussichtlich Mitte November 2013 (Suva-act. I-3 und I-10).
Die Suva erbrachte in der Folge die gesetzlichen Versicherungsleistungen
(Heilbehandlung und Taggeldleistungen).
A.b Im Bericht vom 9. Januar 2014 hielt Dr. med. D._, Facharzt FMH für Chirurgie,
fest, das Bild entspreche einem Panvertebralsyndrom, das kaum auf alleinige Sturz-
bzw. prellungsbedingte Folgen zurückgeführt werden könne. In der allgemeinen
medizinischen Erfahrung würden derartige Schäden innert vier bis sechs Wochen
ausheilen (Suva-act. I-21).
A.c Dr. med. E._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, Wirbelsäulenzentrum
F._, hielt im Bericht vom 4. Februar 2014 als Diagnose eine muskuläre Dysbalance
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nach Rückenkontusion fest. Es sei ein rein muskuläres Problem und die bisher rein
passive Behandlung habe die Schwächung der Rumpfmuskulatur eher noch
vorangetrieben. Der Versicherte werde jetzt ein aktives Physiotherapieprogramm
beginnen (Suva-act. I-28). Im Bericht vom 2. April 2014 berichtete Dr. E._ über
Fortschritte in der Rumpfmuskelstabilisierung, für eine Wiederaufnahme der
Arbeitstätigkeit habe es aber noch nicht gereicht. Er attestierte dem Versicherten eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% bis und mit 15. April 2014 und danach eine
Arbeitsunfähigkeit von 50% mit weiterer Steigerung je nach Erfolg des
Belastungsaufbaus (Suva-act. I-42).
A.d Am 3. April 2014 wurde der Versicherte in der Klinik für Neurologie des
Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) untersucht. Im Bericht vom 9. April 2014 hielten die
Ärzte fest, dass kein Hinweis auf eine traumatische spinale, radikuläre oder peripher
nervale Affektion vorliege. Aus rein neurologischer Sicht bestehe keine
Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. I-45). Am 17. April 2014 wurde in der Klinik für Radiologie
und Nuklearmedizin des KSSG ein MRI der Wirbelsäule durchgeführt (Suva-act. I-50).
A.e Im Bericht vom 26. Mai 2014 hielt Dr. E._ fest, dass der Versicherte ab dem 16.
April 2014 seine Arbeit wieder zu 50% aufgenommen habe. Nachdem es anfänglich
einigermassen gegangen sei, sei es vor zwei Wochen zu einer akuten
Schmerzverschlechterung gekommen. Seit fünf Tagen gehe es ihm massiv besser.
Eine wirklich volle Leistung als Eisenleger bringe er mit Sicherheit noch nicht. Dr. E._
attestierte dem Versicherten weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 50% (Suva-act. I-56).
A.f Die Kreisärztin Dr. med. G._, Fachärztin FMH für Neurochirurgie, hielt am 2. Juni
2014 fest, dass kein traumatischer Bandscheibenvorfall vorliege. Es sei von einer LWS-
Prellung auszugehen und der Status quo sine sei nach sechs Monaten erreicht (Suva-
act. I-55).
A.g Mit Schreiben vom 10. Juni 2014 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass die
bestehenden Beschwerden nicht mehr unfallbedingt, sondern ausschliesslich
krankhafter Natur seien. Der Fall werde per 15. Juni 2014 abgeschlossen und der
Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen abgelehnt. Die bisherigen
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Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) würden auf diesen Zeitpunkt
eingestellt (Suva-act. I-57).
A.h Im Bericht vom 18. Juli 2014 hielt Dr. E._ fest, dass die Ausheilung und das
Erreichen eines Status quo sine von Anfang an die Pflege der geprellten Muskulatur im
Sinne eines Aufbautrainings voraussetze. Der Versicherte habe aber während der
ersten vier Monate nach dem Unfall lediglich passive Behandlungsmassnahmen
erfahren, sodass anstelle einer Erhaltung und eines Wiederaufbaus der Muskulatur eine
zunehmende Balancestörung der Muskulatur eingetreten sei. Als Eisenleger übe er eine
körperlich ausserordentlich belastende Arbeit aus, die vorwiegend in gebückter
Haltung und Zwangspositionen mit grossen Gewichten ausgeübt werde. Unter diesen
Umständen sei eine teilweise Wiederaufnahme der Arbeit seit Mitte April 2014 als sehr
positiv anzusehen. Das blosse Vorliegen degenerativer Veränderungen in der
Bildgebung könne bei einem bis anhin rückengesunden Menschen nicht ohne weiteres
als krankhaft abgetan werden, denn Alterung sei keine Krankheit. Er gehe davon aus,
dass der Versicherte ohne Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit beschwerdefrei
in seiner Tätigkeit voll arbeitsfähig wäre (Suva-act. I-61).
A.i In der ärztlichen Beurteilung vom 12. August 2014 hielt die Kreisärztin Dr. G._
fest, die Dauer einer vorübergehenden Verschlimmerung von lumbalen
Rückenschmerzen durch ein banales Unfallereignis ohne strukturelle Veränderung
werde allgemein auf längstens sechs Monate geschätzt. In vielen Fällen würden
Rückenprellungen deutlich früher ausheilen. Im Allgemeinen könne nach einer Prellung
mit einer Abheilung zwischen vier bis sechs Wochen gerechnet werden. Ein Zeitraum
von sechs Monaten sollte als eher grosszügig bei der Bewertung einer
vorübergehenden Verschlimmerung durch eine LWS-Prellung gewertet werden.
Kernspintomographisch würden sich degenerative Veränderungen im Bereich der
unteren LWS sowie Hinweise für einen durchgemachten Morbus Scheuermann im
Bereich der einsehbaren Brustwirbelsäule und oberen und mittleren LWS zeigen.
Sowohl konventionell radiologisch als auch kernspintomographisch imponiere eine
annähernd aufgehobene Lendenlordose, die sich nach einem lumbalen Morbus
Scheuermann entwickeln könne. Durch die aufgehobene physiologische
Lendenlordose verändere sich die Statik der Wirbelsäule, was im Verlauf zu erheblichen
Rücken¬beschwerden führen könne. Die bildgebend nachgewiesenen degenerativen
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Veränderungen könnten die Persistenz der lumbalen Rückenbeschwerden deutlich
besser erklären, als ein Sturz auf den Rücken, ohne Hinweis auf posttraumatische
strukturelle Veränderungen. Ein Zeitraum von sechs Monaten sei insgesamt grosszügig
bemessen, innerhalb dieser Zeit habe der Versicherte für mindestens zwei Monate eine
adäquate Therapie erhalten. Nach sechs Monaten müsse ein Übergang in den
schicksalhaften Verlauf der degenerativen Wirbelsäulenveränderungen angenommen
werden. Der Status quo sine sei spätestens sechs Monate nach der Rückenprellung,
also am 7. April 2014 erreicht gewesen (Suva-act. I-63).
A.j Mit Verfügung vom 4. September 2014 stellte die Suva die
Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) rückwirkend auf den 15. Juni 2014
ein. Die aktuellen Beschwerden
seien nicht mehr unfallbedingt, sondern ausschliesslich krankhafter Natur (Suva-act.
I-66).
B.
B.a Mit Einsprache vom 16. Oktober 2014 beantragte der Versicherte, es seien
weiterhin Leistungen (Heilungskosten und Taggelder) auszurichten. Durch die
„fehlerhafte“ passive Therapie in den ersten vier Monaten nach dem Unfall hätte sich
eine zunehmende Balancestörung der Rückenmuskulatur entwickelt. Seinen körperlich
anstrengenden Beruf habe er mit Rückenschmerzen nicht ausüben können. Es würden
zwar degenerative Schäden vorliegen, welche aber vor dem Unfall nicht relevant
gewesen seien. Es liege weder ein Status quo ante noch ein Status quo sine vor (Suva-
act. I-76).
B.b Mit E-Mail vom 3. Dezember 2014 unterbreitete der Versicherte einen
Vergleichsvorschlag der die Ausrichtung von Taggeldzahlungen bis Ende Dezember
vorsah. Diesem Mail war ein Arztbericht von Dr. E._ vom 27. November 2014
angehängt, wonach der Versicherte vorwiegend mit Eigeninitiative eine Besserung
erreicht habe und ab Januar 2015 seine Arbeit wieder zu 100% aufnehmen werde
(Suva-act. I-79). Mit Verweis auf die Stellungnahme der Kreisärztin Dr. G._ (Suva-act.
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I-83) lehnte die Suva den Vergleichsvorschlag mit Schreiben vom 15. Dezember 2014
ab (Suva-act. I-82).
B.c Mit Einspracheentscheid vom 14. Januar 2015 wurde die Einsprache abgewiesen
und einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzogen. Es bestehe kein
Anlass, die umfassend und schlüssig begründete Einschätzung der erfahrenen
Versicherungsmedizinerin Dr. G._ in Frage zu stellen, weshalb darauf ohne weiteres
abgestellt werden könne. Die im MRI vom 17. April 2014 vorgefundenen
Bandscheibenveränderungen seien nicht traumatischen Ursprungs. Gerade auch bei
einer traumatischen Aktivierung eines zuvor klinisch „stummen“ degenerativen
Vorzustandes an der Wirbelsäule sei der Status quo in jedem Fall nach einigen
Monaten wieder erreicht. Das Unfallereignis vom 7. Oktober 2013 sei nicht mehr
Ursache des Gesundheitsschadens, wie er sich am 15. Juni 2014 – rund acht Monate
danach – präsentiert habe. Der Status quo sine sei spätestens zu diesem Zeitpunkt
erreicht gewesen. Die nach diesem Zeitpunkt noch bestehenden Beschwerden seien
folglich nicht mehr unfall-, sondern ausschliesslich krankheitsbedingt (Suva-act. II-85).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom
16. Februar 2015. Der Beschwerdeführer beantragt unter Kosten- und
Entschädigungsfolge die Aufhebung des Einspracheentscheides. Es seien weiterhin
Taggelder zu erbringen. Die Akten des Handunfalls vom 9. April 2011 seien beizuziehen
und die Fälle seien zu vereinen. Die zwei Schmerzregionen würden sich gegenseitig
beeinflussen. Wenn eine Person an mehr als einer Körperstelle Schmerzen habe, sei
die Wahrscheinlichkeit grösser, dass diese Schmerzen bleiben und die
Genesungsdauer für das einzelne Schmerzbild länger sei. Dadurch, dass der
Beschwerdeführer einerseits psychische Probleme und andererseits noch eine defekte
Hand nach einem früheren Unfall gehabt habe, sei die lange Heilungszeit bei der
Rückenproblematik nachvollziehbar. Dass er auch vorbestehende degenerative
Abnutzungen am Rücken gehabt habe, spiele auch eine Rolle. Es sei zu diesen
Zusammenhängen ein gerichtliches medizinisches Gutachten einzuholen (act. G 1).
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C.b Mit Beschwerdeantwort vom 25. März 2015 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Gegenstand des
angefochtenen Einspracheentscheides sei ausschliesslich die per 15. Juni 2014
erfolgte Einstellung der Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen in Bezug auf den
Unfall vom 7. Oktober 2013. Soweit der Beschwerdeführer den Unfall vom 9. April 2011
und die diesbezüglichen Leistungsansprüche thematisiere, könne nicht darauf
eingetreten werden (act. G 3).
C.c Mit Replik vom 28. Mai 2015 hält der Beschwerdeführer unverändert an seinen
Anträgen fest (act. G 7). Auch die Beschwerdegegnerin hält in der Duplik vom 5. Juni
2015 vollumfänglich an den gestellten Anträgen und der Begründung fest (act. G 9).
C.d Die nach dem Schriftenwechsel erfolgte Korrespondenz beschäftigte sich mit dem
Unfall vom 9. April 2011, wobei der Beschwerdeführer unter anderem die
Zusammenlegung beider Fälle verlangte. Mit Schreiben vom 13. Dezember 2016 hielt
das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen jedoch fest, dass sich keine
Vereinigung der Verfahren aufdränge (act. G 16 ff.).

Erwägungen
1.
1.1 Anfechtungsgegenstand der vorliegenden Beschwerde bildet der
Einspracheentscheid vom 14. Januar 2015 (Suva-act. I-85), dem die Verfügung vom 4.
September 2014 (Suva-act. I-66) zugrunde liegt. Darin wurde der Fall betreffend die
Unfallfolgen für den Unfall vom 7. Oktober 2013 per 15. Juni 2014 abgeschlossen, die
bisherigen Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) auf diesen Zeitpunkt
eingestellt und weitere Versicherungsleistungen abgelehnt. Der Unfall vom 9. April 2011
und die daraus resultierenden Versicherungsleistungen sind nicht Teil des
Einspracheentscheides und somit vorliegend auch nicht Anfechtungsgegenstand.
Diesbezüglich ist auf das Verfahren UV 2015/81 zu verweisen.
1.2 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
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bestimmt. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt zunächst voraus, dass
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher
Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen
Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der
eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht
zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Die Leistungspflicht des
Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und
dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V
181 E. 3.1 f.). Bei physischen Unfallfolgen spielt indessen die Adäquanz als rechtliche
Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung
des Unfallversicherers praktisch keine Rolle (BGE 117 V 365 unten E. 5d/bb, mit
Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung; SVR 2000 Nr. 14 S. 45).
1.3 Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das
Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen sein. Da es sich um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt
die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher
Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim
Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen). Dabei muss nicht
etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein
nach wie vor geklagtes Leiden hat, ob es Krankheitsursachen, ein Geburtsgebrechen
oder degenerative Veränderungen sind, ist unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der
Unfallversicherer bei einmal bejahter Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde
Ursachen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag.
Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre
kausale Bedeutung verloren haben, also dahin gefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S.
329 E. 3b). Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder
überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers, wenn
entweder der (krankhafte) Zustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat
(Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, der sich nach dem schicksalsmässigen
Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne den Unfall früher oder später
eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992
Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hinweisen, siehe ebenso BGE 117 V 264 E. 3b). Im
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Rahmen der Prüfung des Dahinfallens der Leistungspflicht des Unfallversicherers
genügt es mithin für die Bejahung des fortbestehenden natürlichen
Kausalzusammenhangs, wenn der Unfall für die fragliche gesundheitliche Störung
immer noch eine Teilursache darstellt. Gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG werden die
Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die Taggelder und
Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt, wenn die Gesundheitsschädigung nur
teilweise Folge eines Unfalls ist. Diese Bestimmung beinhaltet eine Durchbrechung des
Kausalitätsprinzips für Fälle, in denen ein Gesundheitsschaden durch das
Zusammenwirken konkurrierender, teils unfallbedingter, teils unfallfremder Ursachen
bewirkt worden ist (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1.
Januar 2007 sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 18. Februar 2003,
U 287/02, E. 4.4).
1.4 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei
einander widersprechenden Arztberichten den Prozess nicht erledigen, ohne das
gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die
eine und nicht die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts
eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten und
Expertinnen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen
Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht
oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen). Auch den Berichten
versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kann rechtsprechungsgemäss Beweiswert
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beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
bestehen (BGE 135 V 465 E. 4 und BGE 125 V 351 E. 3b/ee, je mit Hinweisen).
2.
2.1 In der ärztlichen Beurteilung vom 12. August 2014 hält die Kreisärztin Dr. G._
fest, die Dauer einer vorübergehenden Verschlimmerung von lumbalen
Rückenschmerzen durch ein banales Unfallereignis ohne strukturelle Veränderungen
werde in der Schweiz allgemein auf längstens sechs Monate geschätzt. In vielen Fällen
würden Rückenprellungen deutlich früher ausheilen. Im Allgemeinen könne nach einer
Prellung mit einer Abheilung zwischen vier bis sechs Wochen gerechnet werden. Ein
Zeitraum von sechs Monaten sollte als eher grosszügig bei der Bewertung einer
vorübergehenden Verschlimmerung durch eine LWS-Prellung gewertet werden. Der
Meinung von Dr. E._, dass die erst mit vier Monaten Verspätung einsetzende aktive
Physiotherapie den verzögerten Heilverlauf begründet habe, sei zu entgegnen, dass
selbst unter Berücksichtigung dieser Argumentation der Versicherte zwischen Februar
und Mitte April 2014 für gut zwei Monate eine adäquate Therapie erhalten habe. Somit
wäre in dieser Zeit doch mit einer deutlichen Beschwerdebesserung zu rechnen
gewesen, wenn allein unfallbedingte Ursachen der Rückenbeschwerden vorliegen
würden. Dies sei jedoch nicht der Fall gewesen. Hingegen würden sich
kernspintomographisch degenerative Veränderungen im Bereich der unteren LWS
sowie Hinweise für einen durchgemachten Morbus Scheuermann im Bereich der
einsehbaren BWS und oberen und mittleren LWS zeigen. Sowohl konventionell
radiologisch als auch kernspintomographisch würde eine annähernd aufgehobene
Lendenlordose imponieren, die sich nach einem lumbalen Morbus Scheuermann
entwickeln könne. Durch die aufgehobene physiologische Lendenlordose verändere
sich die Statik der Wirbelsäule, was im Verlauf zu erheblichen Rückenbeschwerden
führen könne. Sie stimme Dr. E._ zu, dass der bildgebende Nachweis allein nicht
beweisend für Beschwerden sei; entsprechend würden beim Versicherten auch keine
L5- oder S1-Radikulopathien vorliegen, obgleich eine Nervenwurzelirritation bildgebend
möglich wäre. Dennoch könnten die bildgebend nachgewiesenen degenerativen
Veränderungen die Persistenz der lumbalen Rückenbeschwerden doch deutlich besser
erklären, als ein Sturz auf den Rücken ohne Hinweis auf posttraumatische strukturelle
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Veränderungen. Ein Zeitraum von sechs Monaten sei insgesamt grosszügig bemessen,
innerhalb dieser Zeit habe der Versicherte für mindestens zwei Monate eine adäquate
Therapie erhalten. Nach sechs Monaten müsse ein Übergang in den schicksalhaften
Verlauf der degenerativen Wirbelsäulenveränderungen angenommen werden. Der
Status quo sine sei spätestens nach sechs Monaten nach der Rückenprellung vom 7.
Oktober 2013 erreicht (Suva-act. I-63, S. 4 ff.).
2.2 Auch Dr. D._ hielt im Bericht vom 9. Januar 2014 fest, dass über 13 Wochen
nach dem Unfallereignis mit Auslösung eines akuten Lumbovertebralsyndroms trotz
analgetischer Behandlung und anhaltender Physiotherapie seit Wochen immer noch
starke Beschwerden mit erheblich eingeschränkter Funktion bestehen würden. Das
aktuelle Bild entspreche einem Panvertebralsyndrom, das kaum auf alleinige sturz-
bzw. prellungsbedingte Folgen zurückgeführt werden könne. In der allgemeinen
medizinischen Erfahrung würden derartige Schäden innert vier bis sechs Wochen
ausheilen (Suva-act. I-21, S. 3).
2.3 Dr. E._ hält im Bericht vom 18. Juli 2014 fest, dass er die Unfallfolgen als
Prellung der Wirbelsäule und der paravertebralen Muskulatur beurteile, von welcher zu
erwarten wäre, dass sie innert spätestens einiger Monate ausgeheilt sei. Allerdings
setze eine Ausheilung und das Erreichen eines Status quo sine auch voraus, dass von
Anfang an die geprellte Muskulatur, im Sinne eines Aufbautrainings, gepflegt worden
wäre. Leider habe der Beschwerdeführer während der ersten vier Monate nach seinem
Unfall lediglich passive Behandlungsmassnahmen erfahren, sodass anstelle einer
Erhaltung und eines Wiederaufbaus eine zunehmende Balancestörung der Muskulatur
eingetreten sei. Die effektive Behandlung der Unfallfolgen habe somit erst im Februar
2014 begonnen. In einer körperlich weniger anspruchsvollen Tätigkeit wäre der
Beschwerdeführer sehr wahrscheinlich auch spätestens im Juni 2014 voll einsatzfähig
gewesen. Er übe aber den Beruf eines Eisenlegers aus, welcher körperlich
ausserordentlich belastend sei. Die Arbeit werde vorwiegend in gebückter Haltung und
in Zwangspositionen mit grossen Gewichten ausgeübt. Unter diesen Umständen sei
eine teilweise Wiederaufnahme der Arbeit seit Mitte April 2014 als sehr positiv
anzusehen. Eine weitere Steigerung über den Sommer könne erwartet werden. Der
protrahierte Verlauf aufgrund der anfänglich fehlenden muskulären Rehabilitation könne
nicht dem Beschwerdeführer angelastet werden, da dieser für die Behandlung der
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Unfallfolgen kein Fachmann sei. Die von der Beschwerdegegnerin geltend gemachten
„krankhaften“ Veränderungen würden gemäss der schriftlichen Befundung der
vertebrospinalen Kernspintomographie vom 17. April 2014 altersentsprechenden
Abnutzungen entsprechen. Eine Mehrzahl der 35 bis 40-jährigen Personen mit
derartigen Veränderungen würden weitgehend beschwerdefrei bleiben. Das blosse
Vorliegen derartiger Veränderungen in der Bildgebung könne bei einem bis anhin
rückengesunden Menschen nicht so ohne weiteres als krankhaft abgetan werden, denn
Alterung sei keine Krankheit (Suva-act. I-61, S. 3 f.). Im Bericht vom 28. August 2014
hält Dr. E._ fest, dass der Beschwerdeführer seine Arbeit lediglich zu 50% habe
aufnehmen können und dabei erhebliche Beschwerden habe. Es sei der Zeitpunkt
erreicht, wo unbedingt eine stationäre Rehabilitation durchgeführt werden müsse
(Suva-act. I-68, S. 3). Im Bericht vom 27. November 2014 hält Dr. E._ fest, dass der
Beschwerdeführer bezüglich der lumbalen Rückenbeschwerden nun vorwiegend mit
Eigeninitiative und von den Versicherungen boykottiert, wirklich Hervorragendes
erreicht habe. In einer Situation, wo manch anderer aufgegeben hätte, habe er
selbständig intensiv weitertrainiert und stehe nun kurz davor, seine körperlich
ausserordentlich belastende Tätigkeit wieder im vollen Umfang aufnehmen zu können.
Es würden somit ein Behandlungsabschluss und auch ein Fallabschluss absehbar. Er
würde es sehr befürworten, wenn sich die Beschwerdegegnerin dazu durchringen
könnte, die letzten paar Monate der eingeschränkten Leistungsfähigkeit doch noch
abzudecken. Es sei noch einmal darauf hingewiesen, dass die degenerativen
Veränderungen, welche im Kernspintomogramm sichtbar seien, normalen
Alterserscheinungen entsprechen würden. Derartige Veränderungen würden bei bis zu
80% der rückengesunden 25-jährigen gefunden. Es könne nicht sein, dass diese
gleichen Veränderungen einmal dazu dienen würden, Leistungen abzulehnen weil sie
krankhaft seien und dann dazu, Leistungen abzulehnen, weil sie ja eigentlich bei allen
Menschen vorkommen würden (Suva-act. I-79, S. 2 f.).
2.4 Die Kreisärztin Dr. G._ führte dazu aus, Dr. E._ weise lediglich darauf hin, dass
auch asymptomatische Menschen degenerative Veränderungen am Rücken aufweisen
könnten. Dem stimme sie auch zu. Dr. E._ liefere jedoch keine Erklärung dafür,
warum eine LWS-Prellung ohne jegliche unfallbedingte strukturelle Veränderung
monatelang Schmerzen verursachen sollte, und dagegen degenerative Veränderungen,
die schmerzhaft sein könnten (jedoch natürlich nicht zwangsweise sein müssten), nicht.
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Fakt bleibe, dass bei einer LWS-Prellung (d.h. ohne posttraumatische strukturelle
Veränderungen) eine Beschwerdepersistenz über diese lange Zeit nicht erklärbar sei.
Rückenschmerzen seien in der Allgemeinbevölkerung grundsätzlich häufig, in der Regel
auch ohne vorangehendes Trauma. Der Status quo sine nach sechs Monaten nach
Rückenprellung entspreche der allgemeinen Praxis und sei medizinisch eher
grosszügig gewählt (Suva-act. I-83).
2.5 Nach der Rechtsprechung des EVG können Schmerzangaben der versicherten
Person allein für die Annahme struktureller Unfallrestfolgen nicht genügen; vielmehr
muss im Rahmen der sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung verlangt
werden, dass Schmerzangaben durch damit korrelierende, schlüssig feststellbare
Befunde hinreichend erklärbar sind, andernfalls sich eine rechtsgleiche Beurteilung der
Leistungsansprüche nicht gewährleisten liesse (Urteil des EVG vom 9. Oktober 2001, I
382/2000, E. 2b, vgl. auch Urteil des EVG vom 12. März 2004, I 683/2003, E. 2.2.2).
Wie dargelegt sind im vorliegenden Fall keine Hinweise auf posttraumatische
strukturelle Veränderungen ersichtlich. Dies wird auch vom Beschwerdeführer bzw. von
Dr. E._ nicht geltend gemacht. Es konnten jedoch unbestrittenermassen unfallfremde
Vorzustände (degenerative Veränderungen und ein durchgemachter Morbus
Scheuermann) erhoben werden (Suva-act. I-63-3 f.).
2.6 Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass Prellungen
(Kontusionen), Verstauchungen oder Zerrungen der Wirbelsäule ohne strukturelle
Läsionen innert kurzer Zeit, in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens
aber nach einem Jahr abheilen. Diese Erfahrungstatsache darf, zumal sie der
herrschenden medizinischen Lehrmeinung entspricht, im Rahmen des
Wahrscheinlichkeitsbeweises berücksichtigt werden. Dies hat insbesondere für den
Nachweis des Status quo sine zu gelten, bei dem es sich um einen hypothetischen
Zustand handelt, welcher sich häufig nur mit Erfahrungswerten bestimmen lässt (Urteil
des EVG vom 18. September 2002, U 60/02, E. 2.2 und E. 3.2 mit Hinweisen auf die
medizinische Literatur; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Februar 2007, U 357/06, E.
4.6). In den Medizinischen Mitteilungen der Suva Nr. 79 (2008), S. 101, hält der Autor E.
Bär sogar fest, dass Weichteilzerrungen bzw. -prellungen am Rücken (mithin
Verletzungen ohne objektivierbaren strukturellen Schaden) ungeeignet seien, länger als
einige Woche bis wenige Monate Beschwerden zu machen, die mit organischen Folgen
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der ursprünglichen Verletzung zu erklären wären. Dabei weist er auf zahlreiche weitere
Publikationen hin (BÄR, a.a.O., S. 100 ff.). Insofern zeichnet sich eine vorübergehende
Verschlimmerung eines Vorzustands im Bereich der Wirbelsäule im Regelfall durch
stetige Besserung des unfallkausalen Beschwerdeanteils aus (vgl. dazu BÄR/KIENER,
Prellung, Verstauchung oder Zerrung der Wirbelsäule. in: Medizinische Mitteilungen der
Suva Nr. 67 [1994], S. 45). Schliesslich spricht der Umstand, dass seit dem Unfall
anhaltende, zu Beginn als unfallkausal taxierte Schmerzen bestehen, nicht automatisch
für das Vorliegen anhaltender Unfallrestfolgen. Die Leistungseinstellung des
Unfallversicherers bedingt keine Beschwerdefreiheit bzw. volle Arbeitsfähigkeit.
Entscheidend ist allein, ob der durch den Unfall ausgelöste Beschwerdeschub seine
kausale Bedeutung verloren hat (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b). Diesfalls können
anhaltende Beschwerden beispielsweise degenerativer Natur sein.
2.7 Dr. E._ weist mehrfach darauf hin, dass die Ausheilung der vorliegenden
Beschwerden ein Aufbautraining der geprellten Muskulatur vorausgesetzt hätte. Diese
hier anfänglich fehlende muskuläre Rehabilitation habe zu einer Verlängerung der
Beschwerden geführt. Die passive Physiotherapie habe die muskuläre Dysbalance
verstärkt. Im Februar 2014 veranlasste Dr. E._ die Aufnahme einer aktiven
Physiotherapie. Dass die erst vier Monate nach dem Unfall einsetzende aktive
Physiotherapie den Heilverlauf verzögerte, wird von der Beschwerdegegnerin und der
Kreisärztin Dr. G._ nicht bestritten. In diesem Zusammenhang weist Dr. G._ jedoch
darauf hin, dass zwischen Februar und Mitte April 2014 für gut zwei Monate eine
adäquate Therapie stattgefunden habe, weshalb mit einer deutlichen
Beschwerdebesserung zu rechnen gewesen wäre, wenn allein unfallbedingte Ursachen
der Rückenbeschwerden vorgelegen hätten. Sie legte das Erreichen des Status quo
sine auf spätestens sechs Monate nach der Rückenprellung vom 7. Oktober 2013 fest
(Suva-act. 63, S. 5 f.). Dr. G._ trägt damit allerdings dem Umstand nicht Rechnung,
dass die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin nicht das Vorliegen ausschliesslich
von Unfallfolgen voraussetzt. Vielmehr beruht diese auch beim Zusammenwirken von
unfallbedingten und degenerativen Ursachen. Zudem hat sie ausgeführt, dass der
Status quo sine spätestens nach sechs Monaten nach der Rückenprellung erreicht sei.
In der vorgängig zitierten medizinischen Literatur werden aber sechs bis neun Monate,
höchstens sogar ein Jahr bis zur Abheilung einer Wirbelsäulenprellung angegeben.
Weshalb beim Zeitpunkt des Erreichens des Status quo sine auf das Unfallereignis
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abgestellt werden sollte und nicht auf die rund vier Monate später aufgenommene
aktive Physiotherapie, wird weder von Dr. G._ noch von der Beschwerdegegnerin
dargelegt. Es wurde auch nicht überzeugend dargelegt, dass die anfänglich fehlende
aktive muskuläre Rehabilitation sich nicht nachteilig auf den Heilungsverlauf und
insbesondere die Heilungsdauer ausgewirkt haben könnte. Vor diesem Hintergrund ist
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan, dass die Prellung der
Wirbelsäule vor Ende Dezember 2014 ausgeheilt war, zumal beim Beschwerdeführer
auch zu berücksichtigen ist, dass er einer sehr schweren und rückenbelastenden
Arbeitstätigkeit nachgeht. Es erscheint plausibel, dass in einer solchen Tätigkeit die
volle Arbeitsfähigkeit später als in einer anderen, leichteren Tätigkeit erreicht wird. Auf
Ende Dezember 2014 wurde eine 100%ige Arbeitsfähigkeit auch von Dr. E._
attestiert (Suva-act. I-79, S. 3). Dabei handelt es sich zwar um eine in die Zukunft
gerichtete Einschätzung von Dr. E._ (Bericht vom 27. November 2014) und es wäre
eigentlich angebracht gewesen, die angekündigte Verlaufskontrolle Ende Januar 2015
abzuwarten. Allerdings gibt es vorliegend keine Hinweise dafür, dass die
prognostizierte volle Arbeitsfähigkeit nicht eingetreten wäre. Eine Ausheilung per Ende
Dezember 2014 steht auch nicht im Widerspruch zur vorzitierten Erfahrungstatsache,
dass Prellungen der Wirbelsäule spätestens nach einem Jahr abheilen, wenn man den
Beginn des Heilungsprozesses auf den Beginn der aktiven Physiotherapie im Februar
2014 setzt.
2.8 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Einstellung der
Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) per 15. Juni 2014 zu früh erfolgt ist,
da von den weiteren Behandlungen noch eine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes zu erwarten war und das Dahinfallen der kausalen Bedeutung
von unfallbedingten Ursachen des Gesundheitsschadens nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen wurde.
3.
3.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gutzuheissen und der
Einspracheentscheid vom 14. Januar 2015 aufzuheben. Die Beschwerdegegnerin ist zu
verpflichten, dem Beschwerdeführer auch über den 15. Juni 2014 hinaus bis zum 31.
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Dezember 2014 die gesetzlichen Leistungen für die Folgen des Unfalls vom 7. Oktober
2013 zu erbringen.
3.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
3.3 Dem Verfahrensausgang entsprechend hat der obsiegende Beschwerdeführer
Anspruch auf eine Parteientschädigung für die Kosten der Vertretung und
Prozessführung (Art. 61 lit. g ATSG). Die Parteientschädigung ist vom Gericht
ermessensweise festzusetzen, wobei insbesondere der Bedeutung der Streitsache und
dem Aufwand Rechnung zu tragen ist. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit b der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1‘000.-- bis Fr.
12‘000.--. Vorliegend ist zu berücksichtigen, dass ein grosser Teil des
Begründungsaufwandes des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers darin bestand,
die Ausdehnung des Beschwerdeverfahrens auf die Folgen des Unfalls vom 9. April
2011 zu erreichen, was zum Vornherein offensichtlich nicht zielführend sein konnte und
deshalb überflüssig war (vgl. E. 1.1). Dieser Aufwand ist deshalb nicht von der
Beschwerdegegnerin zu entschädigen. Mit Blick auf vergleichbare Fälle erscheint eine
Parteientschädigung von pauschal Fr. 2‘500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) als angemessen.