Decision ID: 09678088-bf09-44b1-90a5-929b6e5658dd
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1976 geborene
X._
ist Mutter von vier 2001, 2004, 2006 und 2010 geborenen Kindern (
Urk.
7/2 und
Urk.
7/49).
Sie
war zuletzt vom
2.
März bis 3
0.
August 2007 als Reinigungsmitarbeiterin für
Y._
tätig
(Urk.
7/7).
Am
2
6.
August 2008
meldete sie sich unter Hinweis auf psychische Beschwerden
und Rückenschmerzen
bei der Invalidenversicherung zum
Leistungsbezug an (Urk.
7/4
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons
Zürich, IV-Stelle, liess die Versicherte psychiatrisch begutachten (
Expertise vom
9.
Juli 2009;
Urk.
7/28) und führte
am
5.
November 2009
eine Abklärung im Haushalt durch
(
Urk.
7/30).
Mit Verfügungen vom 8. Februar 2011 sprach sie der Versicherten gestützt auf eine 100%ige Einschränkung im Erwerbsbereich (hypothetische Erwerbstätigkeit 50
%
) und eine Einschränkung von 23.25
%
im Haushalt (Anteil 50
%
) eine vom
1.
März bis 3
1.
August 2009 befristete
Drei
viertelsrente
zu (Gesamtinvaliditätsgrad 62 %;
Urk.
7/52/2 und
Urk.
7/54/5 f.).
Am
1
5.
Februar 2012 machte die Versicherte eine Verschlechterung ihres Gesund
heitszustandes geltend (
Urk.
7/61).
Die IV-Stelle holte verschiedene
Arzt
berichte
ein und wies das Gesuch um Ausrichtung einer Invalidenrente m
it Ver
fügung vom 2
5.
September 2013 ab (
Urk.
7/101).
Am
9.
Januar 2015 ersuchte die Versicherte mit Hinweis auf eine Verschlechte
rung ihres Gesundheitszustandes erneut um Ausrichtung einer Invalidenrente (
Urk.
7/103).
Die IV-Stelle
tätigte medizinische Abklärungen
und wies das
Ren
tenbegehren
n
ach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
7
/
113
) mit Ver
fügung vom 1
9.
Juni 2015 (Urk. 2)
ab.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 2
4.
August 2015 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, die Verfügung vom 1
9.
Juni 2015 sei aufzuheben und es sei ihr eine Invalidenrente auszurichten. Am 2
4.
September 2015 (Urk. 6) beantragte die IV
Stelle die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin mit Ver
fügung vom 2
8.
September 2015 (
Urk.
8) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine
ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Tritt die Verwaltung auf
eine
Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaub
haft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechts
kräfti
gen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidi
tät zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die glei
che materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene leistungsabweisende Ver
fügung vom 1
9.
Juni 2015 (Urk. 2) damit, dass das
vormalige
Gesuch der Beschwerdeführerin um Ausrichtung einer Invalidenrente mit Verfügung vom 2
5.
September 2013 abgewiesen worden sei.
Dies sei somit der
Vergleichszeit
punkt
.
Die neu vorliegenden Arztberichte würden keine wesentliche Verände
rung des Gesundheitszustandes
nach
weisen. E
in dauerhafter
Gesundheitsscha
den
sei nicht
ausgewiesen
. D
er am
2.
Mai 2014 erlittene Unfall habe nur eine temporäre Verschlechterung
des Gesundheitszustandes
bewirkt.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
ihr sei mit Verfügung vom
8.
Februar 2011 eine
vom
1.
März 2009 bis 3
1.
Juli 2009 (richtig: 3
1.
August 2009;
Urk.
7/54/6) befristete
Invalidenrente zugespro
chen worden.
Vergleichszeitpunkt sei damit der
8.
Februar 201
1.
Dannzumal sei sie als zu 50
%
erwerbs- und zu 50
% im Haushalt tätig qualifiziert worden.
Angesichts des Alters der Kinder und des Finanzbedarfs der Familie sei sie jedoch
nun als Voll
erwerbstätige zu qualifizieren (S. 3 f.). Infolge des am
2.
Mai 2014
erlittenen Unfalls
habe sich
ihr
Gesundheitszustand zumindest temporär verschlechtert. Zum Unfall und über den weiteren Verlauf sei jedoch nichts aktenkundig.
Aufgrund
ihrer
zahlreichen
gesundheitlichen
Beschwerden sei eine interdisziplinäre Begutachtung angezei
gt, was hiermit beantragt werde
(S. 4 f.).
3.
Mit Verfügungen vom
8.
Februar 2011 gewährte die Beschwerdegegnerin die Ausrichtung einer bis am 31. August 2009 befristeten
Dreiviertelsrente
(Urk. 7/54/5 f.).
Gestützt auf eine volle Arbeitsfähigkeit im Erwerbsbereich
ab Juni 2009
(hypothetische Erwerbstätigkeit 50
%
) und eine Einschränkung von 23.25
%
im Haushalt (Anteil 50
%
) verneinte sie ab dem
1.
September 20
09 (3
Monate nach Verbesserung des Gesundheitszustandes; Art. 88a
Abs.
1 der
Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV)
einen Rentenanspruch
(
Gesamt
invaliditätsgrad
11.63
%
;
Urk.
7/52/3).
Im Rahmen der Neuanmeldung
vom 1
5.
Februar 2012 (
Urk.
7/61) holte die Beschwerdegegnerin verschiedene Arztberichte ein (
Urk.
7/68,
Urk.
7/78, Urk. 7/87,
Urk.
7/91, Urk.
7/93 und Urk.
7/94/6)
und
unterbreitete
diese
daraufhin dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) zur Stellungnahme.
Dieser
führte aus, dass
eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes nicht glaubhaft ausgewiesen
worden sei (
Urk.
7/98), woraufhin die Beschwerdegegnerin das Gesuch um Ausrichtung einer Invali
denrente mit
unangefochten in Rechtskraft erwachsener
Verfügung vom 25.
September 2013 abwies (
Urk.
7/101).
Vor dem Erlass der Verfügung erfolgte also
eine
rechtskonforme Sachverhaltsabklärung
.
Vergleichsbasis für die Beur
teilung einer
im Sinne von Art.
17 ATSG
relevanten Änderung
des
Invaliditäts
grades
ist somit die rentenverweigernde Verfügung vom 25. September 2013
.
4
.
4
.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt Innere Medizin FMH, führte in seinem Bericht vom 9. Februar 2009 (
Urk.
7/23/1-3) folgende Diagnosen auf
(S. 1)
:
-
c
hronisch rezidivierendes und
lumbovertebrales
Syndrom bei
-
degenerativen Lendenwirbelsäulenveränderungen L5/S1
-
tief lumbaler
Spondylarthrose
-
t
horakolumbale
Skoliose mit betonter Brustwirbelsäulenkyphose
-
PHS
tendopathika
rechts mit
-
subacromialem
Reizzustand
-
Eisenmangel
Dazu hielt er fest, dass
die Seitneigung der Brust- und Lendenwirbelsäule
end
pha
sig
leicht eingeschränkt sei und
Dolenzen
der Dornfortsätze der unteren Brust- und Lendenwirbelsäule sowie links lumbal und im Gesässbereich links bestünden (S. 2). Es handle
sich um
chronifizierte
Rückenschmerzen mit beton
ten degenerativen lumbalen Veränderungen ohne Neurokompression. Aus theore
tisch rheumatologischer Sicht sei eine Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten von 100
%
gegeben. Für Arbeiten mit Las
ten über 10 kg
oder mit
häufige
m
Bücken
sowie
für
eine
nicht wechselbelastende Tätigkeit sei die Arbeitsfähigkeit auf Grund der Wirbelsäulenfehlform, der Fehlhaltung und der degenerativen Veränderungen auf 50
%
eingeschränkt (S. 3).
4.2
Der behandelnde Psychiater
Dr.
med.
Dipl. Psych.
A._
,
FA für Gynäkologie und Geburtshilfe FMH,
Dignität Psychiatrie und Psychotherapie FMH, stellte in seinem Bericht vom 2
8.
Juni 2010
(Urk.
7/47/5-12) folgende Diagnosen
(S. 8)
:
-
s
onstige Probleme in Bezug auf die Lebensbewältigung (ICD-10 Z73.8)
-
Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0)
-
Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen (ICD-10 F68.0; Rentenneurose, Aggravation)
Ergänzend hielt er fest, dass
die
familiären Verhältnisse
der Beschwerdeführerin
desolat
seien
, es liege eine Doppelbelastung Kinder/Arbeit vor.
Sie
sei immer wieder arbeitslos und habe schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Ihr Sprachniveau die deutsche Sprache betreffend sei eingeschränkt. Die ihr ver
ordneten Medikamente
(
Ponstan
, Paracetamol,
Trittico
)
nehme sie nicht oder nicht in ausreichender Dosierung ein, dazu werde auf den Laborbericht ver
wiesen.
Es würden
Verdachtsmomente einer Simulation vorliegen. Er habe die Beschwerdeführerin mit den Laborwerten konfrontiert, worauf diese (vorüber
gehend) die Behandlung abgebrochen habe (S.
10
f.). Es liege keine Arbeits
unfähigkeit vor, da die depressive Symptomatik nicht ausreichend schwer sei, um eine dauernde Arbeitsunfähigkeit zu rechtfertigen. Auch scheine die
Schmerz
symptomatik
eher ein Problem der Schmerzverarbeitung zu sein, als dass sie tatsächlich einem körperlichen Befund zuzuordnen wäre (S.
12
).
4.
3
Im Rahmen der Neuanmeldung vom 1
5.
Februar 2012 konnte
Dr.
A._
keinen geänderten Gesundheitszustand bestätigen (
Urk.
7/88).
4.4
Gemäss dem
Radiologiebefund
des
B._
vom 1
3.
Dezember 2012 (Urk. 7/91) besteh
t
eine
bisegmentäre
,
leichtgradige
Bandscheibendegeneration mit schmalen
subligamentären
Protrusionen
LWK4/5 und LWK5/SWK1, keine offensichtliche Nervenwurzelaffektion und eine
leichtgradig
ausgeprägte
Inter
vertebralgelenksarthrose
im distalen Abschnitt
der
Lendenwirbelsäule
mit Schwerpunkt LWK4/5.
4.5
Im Bericht vom 1
5.
Dezember 2012 (
Urk.
7/93/30) h
ie
lt
Dr.
med.
C._
,
Fach
ärztin
für Neurologie FMH und Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, folgende Diagnosen fest:
-
Hämangiomatose
-
Status nach
Heliobacter
positiver-Gastritis
-
Lymphknotenvergrösserung
-
Rückenschmerzen
-
c
hronische Müdigkeit
-
Eisenmangel-Anämie
-
Verdacht auf
postpartale
Depression
-
Karpaltunnelsyndrom beidseits
-
Status nach Vitamin D- und B12-Mangel
4.
6
Im nach dem Unfall vom
2.
Mai 2014 (Heckkollision) erstellten Kurzbericht des
B._
vom
5.
Mai 201
4
(
Urk.
7/122) wurde ein Schleudertrauma diagnostiziert und festgehalten, dass die gesamte Brustwirbelsäule, HWS7 und die rechte
Skapula
druckdolent
seien. Die Inklination/
Reklination
/Seitneigung sei schmerzbedingt eingeschränkt
. Die Motorik der oberen Extremität sei allseits M5
(normale Muskelkraft)
, die Lendenwirbelsäule indolent, die gesamte Sensi
bilität seitengleich intakt. Es beste
he
kein Beckenkompressionsschmerz, das Becken sei stabil, die Beine seien frei beweglich und indolent.
D
er
restliche Bodycheck sei unauffällig und es bestünden keine
ossären
Läsionen.
4.
7
Im Bericht des
D._
, Klinik für Rheumatologie, vom 9. Februar 2015
(
ambulante Konsultation vom 2
4.
November 2014;
Urk.
7/109) wu
rden folgende Diagnosen gestellt:
-
c
hronisches
lumbovertebrales
und
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
Haltungsinsuffizienz. Skoliose thorakal nach links. Schulterhochstand links
,
myofasziale
Befunde paraverte
bral zervikal und lumbal
-
b
isegmentäre
Bandscheibendegeneration L4/5 und L5/S1
-
Facettengelenksar
t
hrose (MRI 1
2.
Dezember 2012)
-
PHS
tendinopathica
rechts
-
m
it milder
tendinopathischer
Verdickung der
Supraspinatussehne
im
anterolateralen
Drittel bei funktionellem
subacromialem
Impingement
bei
Humeruskopfprotraktion
im Rahmen einer muskulären
Dysbalance
. Keine
Omarthritis
, Bursitis, Ruptur
-
Exazerbation nach Unfall Mai 2014
-
a
usgeprägter Vitamin D Mangel
-
25-OH-Vitamin D 8.4
ug
/l 11/2014
-
l
eichter Vit
a
min B12
-
Mangel
-
a
ktuell substituiert
-
Hämangiom OP
links
supraclaviculär
-
r
ezidiv
paracervical
links
-
u
nklare Hypästhesie linke Körperhälfte
-
Verdacht auf
E
ncephalomyelitis
disseminata
(M
R
I
Schädel
7.
September 2012)
-
u
nauffällige
Lumbalpunktion
(
LP
)
2
7.
September 2012
-
c
hronische Gastritis
-
e
rfolglose
Eradikat
i
onsversuche
mit
Klacid
und
Metronidazol
sowie
Levoflo
xacin
und
Rifabutin
-
Hypothyreose
-
s
ubstituiert
-
Penicillinallergie
Zusammenfassend
w
u
rd
e
festgehalten, dass
bei der Beschwerdeführerin chroni
sche lumbale Rückenschmerzen
bestünden
, die als mechanisch-degenerativ inter
pretiert würden, bei klinisch deutlicher Haltungsinsuffizienz sowie thora
kalbetont
skoliotischer
Fehlhaltung mit
myofaszialen
Befunden
thorakolumbal
und in der Bildgebung tieflumbaler
Spondylarthrose
. Die fraglich entzü
ndliche
n
Veränderun
g
en in den
Iliosakralgelenken
würden als degenerativ bei beginnen
der
Iliosakralgelenks
a
rthrose
interpretiert. Anamnestisch bestünden keine Hin
weise für eine chronisch entzündliche rheumatologische Krankheit.
Auch in der Laboruntersuchung seien Entzündungsfaktoren sowie
Rheumafaktoren
und
antinukleäre
Antikörper
negativ bei ausgeprägtem Vitamin D-Mangel und grenzwertigem Vitamin B12-Mangel. Zusätzlich
bestehe auch eine
Periarthro
pathia
humeroscapularis
(PHS)
tendinopathica
rechts mit
sonographisch
milder
ten
dinopathischer
Verdickung der
S
u
p
raspinatussehne
bei funktionellem
sub
acromialem
Impingement
, die anamnestisch nach dem Autounfall
im
Mai 2014 deutlich
exazerbiert
werde.
4.
8
In seinem ärztlichen Attest vom 1
7.
Februar 2015 (
Urk.
7/111) hielt
Dr.
A._
folgende Diagnosen fest:
-
Dysthymie
(ICD-10 F34.1)
-
Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen (ICD-10 F68.0)
-
Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0)
-
s
onstige Probleme in Bezug auf die Lebensbewältigung (ICD-10 Z73.8)
-
Ehe- und Beziehungsprobleme (ICD-10 Z63)
-
c
hronische Eisenmangelanämie (ICD-10 D50.8)
Dazu führte er aus, dass die Beschwerdeführerin seit Jahren unter Probleme
n
in der Ehe leide. Sie fühle sich durch
ihren
Ehema
nn weitgehend im Stich gelassen und
müsse
ohne dessen Hilfe
Haushalt und vier Kinder betreuen. Ständig gebe es finanzielle Probleme, da er einen grossen Teil des Einkommens für sich ver
brauche. Er sei IV-Rentner, hätte Zeit zu helfen, kümmere sich aber nicht um die Kinder, sondern s
ei eher mürrisch bis aggressiv.
Gemäss
Dr.
A._
zeig
t
der psychopathologische Befund eine anhaltende depressive Verstimmung, die jedoch den Schweregrad einer Depression nicht erreich
t
. Die Beschwerdeführerin fühle sich erheblich krank und arbeitsunfähig. Ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis sei von ihm nicht ausgestellt worden.
5
.
5
.1
Die Beschwerdeführerin machte geltend,
ihr gehe es seit der letzten Beurteilung sowohl physisch als auch psychisch eindeutig schlechter (
Urk.
7/103). A
ufgrund einer am
2.
Mai 2014 erlittenen HWS-Distorsion (Heckkollision)
habe sich ihr Gesundheitszustand jedenfalls
zumindest temporär verschlechtert (
Urk.
1 S. 4).
5
.2
Die Beschwerdeführerin leidet unter psychischen Beschwerden.
Ihr p
s
y
ch
ischer Gesundheitszustand hatte sich vom Zeitpunkt des Berichts von
Dr.
A._
vom 28. Juni 2010 (E. 4.2) bis zum Vergleichszeitpunkt (2
5.
September 2013) nicht verändert (E. 4.3). Auch in seinem Bericht vom 1
7.
Februar 2015 (E. 4.8) stellte Dr.
A._
mehrheitlich dieselben Diagnosen wie zuvor.
Hinzu kamen
einzig
die Diagnosen einer
Dysthymie
sowie von Ehe- und Beziehungsproblemen. Eine
Dysthymie
ist jedoch
regelmässig
nicht invalidisierend (Urteil des Bundes
ge
richts 9C_98/2010 vom 28. April 2010 E. 2.2.2 mit weiteren Hin
weisen).
D
ie
erwähnte Z-Diagnose (Ehe- und Beziehungsprobleme, ICD-10 Z63) fällt recht
s
prechungsgemäss ebenfalls nicht unter den Begriff des rechts
erhebli
chen Gesundheitsschadens (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_880/2015 vom 30. März 2016 E. 4.2.5 mit Hinweisen).
Bei der Beschwerdeführerin be
stehen zudem deutlich ausgeprägte psychosoziale Belastungsfaktoren, so insbe
sondere die von Dr.
A._
als desolat bezeichnete Ehe
. H
inzu
kommen
die Krank
heit des Ehemannes, eine
Doppelbelastung
mit den vier Kindern
und der Arbeit
, der frühe Tod der Eltern
, finanzielle Probleme und
mangels Ausbildung
schlechte
Chancen auf dem Arbeitsmarkt (E. 4.2 und E. 4.8). Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren im
Einzel
fall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto
ausgeprägter muss eine fachärztlich fest
gestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein (vgl. zum Gan
zen BGE 127 V 294 E. 5a sowie Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2), was vorliegend gerade nicht der Fall ist.
Im Vergleichszeitpunkt hatten die psychischen Beschwerden keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin.
Ihre bestehenden Beschwerden blieben unverändert,
invalidisierende
Diagnosen sind
seither
keine hinzuge
kommen.
Es ist damit
weiterhin
von einer
aus psychischer Sicht
uneinge
schränkten
Arbeitsfähigkeit
auszugehen
. Auch
Dr.
A._
war
in seinem Bericht vom 17.
Februar 2015 zumindest sinngemäss
der
Ansicht, dass die psychischen Beschwerden keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin haben. Jedenfalls stellte er ihr kein Arbeitsunfähigkeitszeugnis aus, obwohl sich die Beschwerdeführerin erheblich krank und arbeitsunfähig fühlte.
5
.
3
5
.
3
.1
Die Beschwerdeführerin leidet unter
chronifizierten
Rückenbeschwerden
. Dr.
Z._
hielt in seinem Bericht vom
9.
Februar 2009 (E. 4.1) jedoch fest, dass sie in einer angepassten wechselbelastenden Tätigkeit ohne häufiges Bücken und
ohne Heben und Tragen von Lasten über
10 kg zu 100
%
arbeitsfähig
ist
. Im Vergleichszeitpunkt
ergaben sich keine wesentlichen Änderungen bezüglich des Rückenleidens (E. 4.4 und
Urk.
7/98 S. 1 f.).
Im Bericht der Klinik für Rheumatologie des
D._
vom
9.
Februar 2015 (E. 4.7) w
u
rden weiterhin die bereits bekannten Degenerationen der Lendenwirbelsäule aufgeführt
.
Hinzu kamen
minime entzündliche Veränderungen im rechten
Iliosakralgelenk
sowie
geringe Funktionseinschränkungen
. Hinweise
auf eine Beeinträchtigung der neuralen Strukturen
bestanden
hingegen
nach wie vor
keine
.
Die
Rückenbe
schwerden
haben sich demnach nur unwesentlich verändert, weshalb weiterhin von einer diesbezüglichen 100%igen Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten wechselbelastenden Tätigkeit ohne häufiges Bücken und ohne Heben und Tra
gen von Lasten über 10 kg
auszugehen ist.
5
.
3
.2
Im Bericht der Klinik für Rheumatologie des
D._
vom 9. Februar 2015 (E. 4.7) w
u
rd
e
zudem
aufgeführt, dass sich die Schulterbeschwerden nach dem Unfall vom
2.
Mai 2014 verschlimmert hätten.
Berichtet
wurde
jedoch nur über leichte Funktionseinschränkungen.
Vor dem Unfall
hatten
die Schulterbeschwerden keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
in einer leidensangepassten Tätigkeit (E. 4.1 und
Urk.
7/94/6). Allein
au
s einer
anam
nestischen
Verschlimmerung des Vorzustandes
lässt sich damit nichts ableiten
in Bezug auf
eine allfällige diesbezügliche
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung.
Für eine
Rentenzusprache
wäre
- bei einer
50%igen Erwerbstätigkeit und einer 50%igen Tätigkeit im Haushalt
-
eine Einschränkung der
Erwerbs
fähigkeit von 55
.75
% ([39.
5
-
50/100x23.25]/50x100
, vgl. dazu Urk.
7/34 S. 8
) erforderlich.
Bei einer Voller
werbstätigkeit müsste eine Einschränkung von
39.5
%
gegeben sein
.
Es beste
hen keine Anhaltspunkte, dass die Schulterbeschwerden eine Einschränkung in einem solchen Umfang bewirken würden. Es erübrigt sich damit, weitere Abklärungen in Bezug auf eine allfällige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der Schulterbeschwerden zu tätigen.
5
.
3
.3
Weitere körperliche
Beschwerden
, welche sich seit dem Vergleichszeitpunkt allen
falls
wesentlich
verändert haben
, sind keine auszumachen.
5
.
4
Die Beschwerdeführerin wandte ein, sie habe am
2.
Mai 2014 bei einer
Heck
kolli
sion
eine HWS-Distorsion erlitten. Hierzu und über den weiteren Ver
lauf sei nichts aktenkundig.
Gemäss
Kurzbericht d
es
B._
vom 5.
Mai 2014 (E.
4.6)
zog sich die Beschwerdeführerin beim Unfall keine
ossären
Läsio
nen zu. Es
wurde
von einer
druckdolenten
Brustwirbelsäule, HWS7 und rechten
Skapula
berichtet. Der Beschwerdeführerin wurde körperliche Schonung und bei Bedarf eine Analgesie empfohlen.
Der Hausarzt der Beschwerdeführerin bescheinigte ihr daraufhin
am
9.
Mai 2014
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
seit dem
2.
Mai 2014
und
bis auf weiteres (
Urk.
7/123).
Im Bericht der Klinik für Rheuma
tologie
des
D._
vom 9. Februar 2015 (E. 4.7) w
u
rd
e
erwähnt, dass der Unfall die
PHS
tendinopathica
der Beschwerdeführerin verschlimmert habe.
Den Unterlagen ist damit zwar nur wenig über den Unfall vom
2.
Mai 2014 zu ent
nehmen
. Aus ihnen ist aber dennoch er
sichtlich, dass
dieser
nicht von einer allzu grossen Schwere gewesen sein kann. So la
ssen sich dem Spitalbericht (E.
4.6) insbesondere keine Hinweise auf Verletzungen, welche mit bildgebenden Verfahren hätten objektiviert werden können, entnehmen.
Die vom Hausarzt
eine Woche nach dem Unfall
bescheinigte Arbeitsunfähigkeit „bis auf weiteres“ ist wenig aussagekräftig.
Am 2
4.
November 2014 - mithin rund ein halbes Jahr nach dem Unfall - konsultierte die Beschwerdeführerin die Klinik für Rheuma
tologie des
D._
(vgl. E. 4.7). Abgesehen von einer schmerzhaften und leicht eingeschränkten Innenrotation der Schulter wurden in deren Bericht keine Unfallfolgen festgehalten.
Die Beschwerdeführerin legte nicht dar, welche Akten zusätzlich beizuziehen wären, um den Unfall und dessen Folgen zu dokumen
tieren.
Offenbar erkannte sie auch keine
diesbezügliche
n
Unterlagen
, welche sie zur Stützung
ihrer Vorbringen
hätte auflegen wollen.
Eine (vorübergehende)
Beeinträchtigung
ihrer
Arbeitsfähigkeit im von Art. 28 Abs. 1
lit
. b und c IVG geforderten Umfang
aufgrund des Unfalls ist damit nicht überwiegend wahr
scheinlich.
Von einer Rückweisung
zur weiteren Abklärung s
ind keine
zusätzli
chen
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter
Beweiswürdi
gung
(
vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen)
verzichtet wird.
5
.
5
Zusammenfassend
hat sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
mit Ausnahme der
Schulterbeschwerden - nicht verändert
, jedenfalls nicht wesentlich
. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einem für eine
Renten
zusprache
erforderlichen Umfang (vgl. E.
5
.
3
.2) ist trotz
einer gewissen
Ver
schlimmerung der Schulterbeschwerden nicht überwiegend wahrscheinlich.
Das Einholen eines interdisziplinären Gutachtens - wie von der Beschwerdeführerin gefordert - ist
somit
nicht angezeigt.
Da kein invalidisierender
Gesundheits
schaden
ausgewiesen ist, kann zudem offen bleiben, ob die Beschwerdeführerin
- wie von ihr behauptet - nun als Vollerwerbstätige zu qualifizieren wäre.
Nachdem
die Beschwerdeführerin trotz der diagnostizierten Somatisierungsstö
rung gemäss
Dr.
A._
in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt ist (E. 4.2 und E. 4.8) und
keine Komorbiditäten mit invalidisierender Bedeutung
ausge
wiesen
sind
, ist auch auf die geänderte Schmerzrechtsprechung des Bundesge
richts nicht näher einzugehen.
Demgemäss ist d
ie Beschwerde abzuweisen.
6
.
Die Kosten des Verfahrens (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) sind auf Fr.
6
00.-- festzulegen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.