Decision ID: d8faf8c9-cce5-5907-b880-3e328d909268
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Di
e 1976 geborene X._
, Pflegefachfrau DN1 und Mutter zweier Kin
der (geboren 2006 und 2012), war
zuletzt vom 1. Dezember 2003 bis 30. Novem
ber 2006
mit einem Pensum von 80 %
als Betreuerin auf einer Wohngruppe
bei der
Y._
und
vom
27. März
bis
26.
April 2008 mit einem Pe
nsum von 40 % als Pflegefachfra
u im Alt
ersheim Z._
tätig. Am 15. Mai 2019 mel
dete sie sich unter Hinweis auf eine erhöhte Vulnerabilität, eine instabile Affekt
modulation sowie leicht- bis mittelgradige
depressive
Episoden bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, nahm erwerbliche und medizinische Abklärungen vor
und teilte der Versicherten am 26. September 2019 mit, dass aufgrund des Gesundheitszustands aktuell keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 7/14). In der Folge veranlasste die IV-Stelle bei der
A._
AG (
A._)
eine neurologische und psychiatrische Begutachtung (Expertise vom 13. Juli 2020, Urk. 7/25) und führte am
28. September 2020 bei der Versicherten eine
Haushalt
abklärung
durch (Urk. 7/32). Mit Vorbescheid vom 3. Dezember 2020 (Urk. 7/34) stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung des Leis
tungsbegehrens in Aussicht, wogegen letztere am 22. Dezember 2020 Einwand (Urk. 7/35) erhob. Am 29. Januar 2021
verneinte
die IV-Stelle
verfügungsweise
einen Anspruch der Versicherten
auf eine Invalidenrente
(Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 1. März 2021 Beschwerde (Urk. 1) und bean
tragte,
es sei
die Verfügung vom 29. Januar 2021 aufzuheben
und die Beschwer
degegnerin anzuweisen, die Anordnung beruflicher Massnahmen zu prüfen. Im Weiteren sei das Verfahren einstweilen zu sistieren, bis die Beschwerdegegnerin über das Gesuch
der Beschwerdeführerin
vom 1. März 2021 über die Anordnung beruflicher Massnahmen entschieden habe (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 3. Mai 2021 (Urk. 6) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin
hielt in der Replik vom 30. Juni 2021 (Urk. 11) an ihren Anträgen fest, worauf
die Beschwerdegegnerin am 3. Septem
ber 2021 auf das Einreichen einer Duplik verzichtete (Urk. 13). Am 15. September 2021 wies das hiesige Gericht das Gesuch der Beschwerdeführerin um Sistierung des Verfahrens ab (Urk. 14).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSV)
, des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung
(IVV)
in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nachfolgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilw
eise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1
ATSG). Für die Beurteilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1
.
3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsscha
dens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6
ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgest
ützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V
396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psy
chische Krankheit
ist jedoch nicht ohne W
eiteres gleichbedeutend mit dem Vor
liegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Ent
scheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Ar
beitsleistung zu erbrin
gen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Anspruch auf eine Re
nte haben gemäss Art. 28 Abs. 1
IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf
eine ganze Rente (
Art.
28 Abs. 2
IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die
renten
abweisende Verfügung vom 29. Januar 2021 (Urk. 2) damit, dass die Beschwerdeführerin aufgrund des Gut
achten
s
der
A._
seit Juli 2016 in ihrer bisherigen Tätigkeit als Pflegefach
frau zu 100 % eingeschränkt sei. In einer angepassten Tätigkeit bestehe seit jeher eine volle Arbeitsfähigkeit
, wobei keine Verrichtungen, bei denen die Beschwer
deführerin immer wieder Reizüberflutungen erlebe, auszuführen seien. Die Beschwerdeführerin sei zuletzt im Jahr 2006 ausserhäuslich erwerbstätig gewe
sen, weshalb sie
als
zu 100 % im Haushalt
Tätige
zu qualifizieren s
e
i
(Urk. 2 S. 2; vgl. auch Urk. 6 S.1 f.)
. Gemäss dem Abklärungsbericht sei sie im Haushalt zu 17 % eingeschränkt, weshalb ein Invaliditätsgrad von 17 % vorliege (
Urk. 1 S. 2
).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt
(Urk. 1)
, die Beschwerdegegnerin habe einen Anspruch auf IV-Leistungen verneint, ohne die Anordnung beruflicher Massnahmen eingehend geprüft zu haben. Die Quali
fik
ation als zu 100 % im Haushalt T
ätige sei nicht richtig, da sie
bisher
einzig aufgrund ihrer gesundh
eitlichen Einschränkungen
keine Bemühungen für eine Reintegration habe unternehmen können
.
Sie habe gleichzeitig
mit der
in Frage stehenden
Beschwerde bei der Beschwerdegegnerin ein Gesuch um Bewilligung beruflicher Massnahmen gestellt, wobei das
hiesige
Beschwerdeverfahren ent
falle, sofern die Beschwerdegegnerin die Anordnung entsprechender Massnah
men prüfe (S. 2
). In ihrer Replik (Urk. 11) führte die Beschwerdeführerin
insbe
sondere
aus, dass sie
sich
wegen ihrer Einschränkungen im Jahr
2017 von der Familie getrennt habe, wobei die Kinder beim Vater geblieben seien. Ihr Pensum der Kinderbetreuung betrage knapp 20 %, weshalb sie zumindest zu 80 % im Erwerb und zu 20 % im Haushalt
Tätige
zu qualifizieren sei
(S. 2)
.
Im Weiteren hielt die Beschwerdeführerin fest, dass vorliegend nicht
ein
Anspruch auf eine Rente i
m Vordergrund stehe, sondern
ihre Reintegration ins Erwerbsleben ver
bunden mit der Anordnung beruflicher Massnahmen (S. 4 f)
.
2.3
Unbestritten blieb
en
der medizinische Sachverhalt und die seit
mindestens
2018 bestehende 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. Die
A._
-Gutachter diagnostizierten im Wesentlichen ein Aufmerksamkeitsde
fizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS; ICD-10 F90.09) sowie eine depressive Epi
sode, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F32.4; Urk. 7/25 S. 5, S. 9
). Gestützt auf das ADHS und
die
insbesondere damit einhergehenden Reizüberflutungen attestierten die Experten in nachvollziehbarer Weise eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in ange
passten Tätigkeiten ohne Zeitdruck
,
hohe Anforderungen an die Flexibilität, mit wenig Lärm und Leuten, mit Abwechslung und geistig anspruchsv
ollen Verrich
tungen sowie
mit guter Strukturierung und Organisation (S. 7).
Ebenfalls unbe
stritten sind die im Abklärungsbericht vom 16. November 2020 (Urk. 7/32) fest
gehaltenen prozentualen Einschränkungen in den einzelnen Aufgabenbereichen sowie die darin statuierte Einschränkung im Haushaltbereich von insgesamt 17.35 % (Urk. 7/32).
Strittig ist demgegenüber die Qualifikation der Beschwerdeführerin als
im Haus
halt Tätige
(Urk. 2 S. 1 f.,
Urk. 6 S. 1 f., Urk. 1 S. 1,
Urk. 11 S. 2
f.
).
3.
Die Beschwerdeführerin beantragte im Rahmen des vorliegenden Beschwerdever
fahrens die Aufhebung der Verfügung vom 29. Januar 2021
und die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zwecks Anordnung beruflicher Massnah
men (Urk. 1 S. 2, Urk. 11 S. 5). Die Anmeldung der Beschwerdeführerin bezüglich beruflicher Massnahmen datiert vom
1.
März
2021
(Urk. 3/1)
und damit nach dem Zeitpunkt des Erlasses der im hiesigen Beschwerdeverfahren zu
beurteilenden Verfügung vom 29.
Januar 2021 (Urk. 2) betreffend Rentenanspruch. Dieser Zeit
punkt bildet das Ende der zeitlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 131 V 353 E. 2)
. Die Beschwerdegegnerin verfügte sodann einzig über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin und nicht
über
ihren Anspruch auf berufliche Massnahmen
, weshalb die
se
Frage nicht Gegenstand des vorlieg
enden Beschwerdeverfahrens
sein kann
.
Denn
das Gericht
hat
nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vor
gän
gig verbindlich – in Form einer Verfügung beziehungsweise eines
Einsprache
ent
scheids
– Stellung genommen hat
(BGE
BGE
144 I 11 E. 4.3)
.
Die Beschwer
defüh
rerin beanstandet im Rahmen des hiesigen Beschwerdeverfahrens
sodann
nicht den Umstand, dass die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 29. Januar 2021 einen Rentenanspruch
verneint
hat, sondern es geht ihr
(der Beschwerde
führerin)
einzig um die Reintegration ins Erwerbserleben mittels Anordnung b
eruflicher Massnahmen (Urk. 11
S. 4 f.). Der
erforderliche Beschwerdewillen der
Beschwer
deführerin
ist demnach fraglich,
weshalb sich die Frage des
Nicht
-
eintretens
stellt.
4.
4.1
Unabhängig
von der Frage nach einem Nichteintreten
resultiert
vorliegend
ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von
weniger a
ls 40 %
(vgl. E. 1.4
)
, wenn – im Einklang mit den Angaben der Beschwerdeführerin (Urk. 11 S. 2)
–
von einer Qualifikation als zu 80 % im Erwerb und zu 20 % im Haushalt Tätige
ausgegan
gen w
ü
rd
e
.
4.2
4.2.1
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs.
2–4
IVV
per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbstäti
gen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2
IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbst
ätig
keit richtet sich nach Art. 16
ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a
IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b
IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäfti
gungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewi
chtet (Art.
27
bis
Abs. 4
IVV).
4.2.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (vgl. BGE 1
45 V 141 E. 5.2.1, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V
322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik
(BFS)
herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung
(LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenver
sicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwen
den
(BGE 143 V
295 E. 4.1.3).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerb
lichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein
solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen
gegeben, nament
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jeden
falls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss
der vom
BFS
herausge
gebenen
LSE
her
an
gezo
gen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E.
4.2.1).
4.3
Nachdem die Beschwerdeführerin ihre letzte
(
unbefristete
)
Stelle bei der
Y._
per Ende November 2006 nicht aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben hat (vgl. Urk. 3/5 S. 2), ist
das
Valideneinkommen
auf Grundlage
der
LSE 2018 zu
ermitteln.
Im Hinblick auf die Ausbildung der Beschwerdeführerin als Pflege
fachfrau ist auf den Lohn für das Kompetenzniveau 2 und dabei auf den Zentral
wert gemä
ss Ziff. 86-88 «Gesundheits- u.
Sozialwesen» abzustellen, wobei
sich für das relevante Jahr 2019
unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeits
zeit nach Wirtschaftszweigen und der Nominallohnentwicklung für Frauen aufgrund der hypothetischen Vollerwerbstätigkeit (vgl. E. 4.2.1) ein Validen
-
einkom
men
von Fr.
65'159.30
ergibt (
BFS, LSE 2018, TA1_tirage_skill_level,
Monat
l
i
cher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenz
niveau und Geschlecht,
Ziff. 86-88, Frauen,
Kompe
tenzniveau 2
,
Fr.
5
'
170
.--
/
40
x
41.
6
x
12
/
2732
x
27
59
).
Das Invalideneinkommen beläuft sich unter Berücksichtigung der
100
%igen Arbeitsfähigkeit auf
jedenfalls
Fr.
55'221.60
(
BFS, LSE 2018
, TA1_tirage_skill_level, Monat
licher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschafts
zweigen, Kompeten
z
niveau und
Geschlecht, Total Frauen, Kompe
tenzniveau 1
,
Fr. 4'371.-- / 40 x 41.7 x 12 / 2732 x 2759).
Gewichtet mit
dem
80%igen Erwerbsbereich
(Urk.
11 S. 2
)
resultiert zusammen mit der unbestrittenen Einschränkung im Haushaltsbereich von
17.35
% (
Urk. 7/32 S.
7
) ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von
gerundet
16
%
(
[
Fr.
65'159.30
-
Fr.
55'221.60]
/
Fr.
65'159.30
x 100 =
15.25
%
; [
15.25
%
x 0.8] + [
17.35
%
x 0.2
]
= 15.67
%
)
.
Daran würde selbst ein höchstmöglicher Leidensabzug
vom Tabellenlohn von 25 % (BGE 135 V
297
E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2
) nichts ändern, resultierte
doch weiterhin ein Invaliditätsgrad von unter 40 % (vgl. E. 1.4
).
Damit besteht kein Anrecht auf eine Rente der Invalidenversicherung, was zur Abweisung der Beschwe
rde führt, soweit darauf einzutreten ist.
Die Beschwerde
gegnerin hat indes selbstredend über das Gesuch um Gewährung beruflicher Mass
nahmen zu befinden.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
5
00.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden
Beschwerdefüh
rerin
aufzuerlegen.