Decision ID: 88fd0d3f-35ae-57b0-9bd3-697d3df6445d
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 1. Juni 2018 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (Eingang bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen am 22. Juni
2018, IV-act. 1). Als gesundheitliche Beeinträchtigungen erwähnte er "Krebs im Kopf",
Gallen-OP mit Notoperation, Hepatitis C therapiert, Bauchkrämpfe, Schüttelfrost,
Fieber und starken Energieverlust. Er reichte ein Fähigkeitszeugnis als
Carrosseriespengler vom 8. April 1988 zu den Akten (IV-act. 3). Dr. med. B._,
Allgemeinmedizin/Gynäkologie, nannte im Arztbericht vom 5. Juli 2018 die Diagnosen
chronische Hepatitis C (erfolgreich behandelt), Zustand nach Epipharynx-Karzinom
2005, iatrogene Gallenwegsverletzung 2011 und Hypothyreose. Der Versicherte sei am
15. Dezember 2011 zuletzt bei ihm in Behandlung gewesen, er habe kein
Arbeitsunfähigkeitsattest ausgestellt. Am 25. Mai 2018 sei er u.a. wegen des IV-Antrags
in seiner Sprechstunde gewesen. Weiter erwähnte Dr. B._, der Versicherte berichte
über Bauchschmerzen bei Aufregung. Er nehme Cannabis und beklage
Rückenschmerz und Schüttelfrost bei körperlicher Anstrengung (IV-act. 7-1). Der
Versicherte sei seit 5 Jahren von seiner Ehefrau getrennt und lebe in Scheidung. Bisher
habe er vom Unterhalt der Ehefrau gelebt und nie selber ein regelmässiges Einkommen
erwirtschaftet. Er möchte mit einer neuen Partnerin unabhängig sein und nicht mehr
von der Ehefrau abhängig, weshalb nun der IV-Antrag erfolge (IV-act. 7-2).
A.a.
Im Fragebogen für Arbeitgebende hielt der Versicherte am 27. September 2018
fest, er habe seit dem Frühjahr 1995 bis 27. November 2012 zu Hause während ca. 15
Stunden pro Woche als freier Tattoo-Künstler gearbeitet (IV-act. 15-2 f.). Seitens der
beruflichen Eingliederung wurde am 18. Oktober 2018 festgehalten, dass der
Versicherte überwiegend Hausmann sei. Berufliche Massnahmen seien somit nicht
angezeigt und der Fall werde zur Rentenprüfung weitergeleitet (IV-act. 16-4; vgl. auch
die entsprechende Mitteilung an den Versicherten vom selben Tag, IV-act. 18).
A.b.
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B.
Im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt vom
24. Dezember 2018 bejahte der Versicherte die Frage, ob er ohne gesundheitliche
Einschränkung eine Erwerbstätigkeit ausüben würde. Zum Ausmass hielt er fest: "nur
so viel um Rechnungen und Essen zu zahlen". Die Frage nach der Betreuung von
Kindern beantwortete er dahingehend, dass sein _Jahre alter Sohn bei ihm, aber auch
bei seiner Mutter sei, wie er wolle (IV-act. 20-1 f.). Auf Anfrage der IV-Stelle reichte Dr.
B._ mit Formular vom 24. Januar 2019 weitere medizinische Berichte ein. Im
Formular erwähnte er, den Versicherten seit jener Sprechstunde vom 25. Mai 2018
nicht mehr gesehen zu haben. Auf die Frage, wieviele Stunden pro Tag die bisherige
Tätigkeit zumutbar sei, kreuzte Dr. B._ das Feld "Kann ich nicht beantworten" an. Die
Frage nach der Prognose zur Eingliederung beantwortete der Arzt mit "schlecht, da
wenig Tendenz zur Arbeit" (IV-act. 22-2 ff.). In einer Aktenbeurteilung vom 6. Februar
2019 gelangte Dr. med. C._, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie FMH,
vom regionalen ärztlichen Dienst (RAD) zur Ansicht, dass der Versicherte in adaptierter
Erwerbstätigkeit voll arbeitsfähig sei (IV-act. 23-2).
A.c.
Die Renten-Sachbearbeitung hielt am 8. Februar 2019 fest, aufgrund der
Lebenssituation werde der Versicherte als zu 100% im Erwerb tätig qualifiziert. Der
Invaliditätsgrad betrage bei voller Arbeitsfähigkeit 0% (IV-act. 25-1). Mit Vorbescheid
vom 11. Februar 2019 wurde dem Versicherten die Abweisung des Rentengesuchs in
Aussicht gestellt (IV-act. 26). Dagegen erhob der Versicherte sinngemäss Einwand
(Eingang IV-Stelle: 18. März 2019, IV-act. 28). Er beantragte die nochmalige Prüfung
und schilderte seine gesundheitlichen Probleme. Die IV-Stelle verfügte am 29. März
2019 die Abweisung des Rentengesuchs (act. G 1.1).
A.d.
Gegen die abweisende Rentenverfügung erhob der Versicherte am 27. April 2019
(Datum Postaufgabe) Beschwerde. Er beantrage die "reelle Prüfung" seiner Invalidität.
Nach einer verpfuschten Routine-Gallenoperation habe er nach 6 Tagen notoperiert
werden müssen. Seit der Operation habe er sehr starke Folgeerscheinungen, die er
aber soweit im Griff habe. Er habe allerdings aufgrund seiner gesundheitlichen
Einschränkungen sein Tattoo-Studio aufgeben müssen. Er müsse immer wieder nach
einer Tätigkeit ausruhen und entspannen, damit sein Körper nicht kollabiere und er
B.a.
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Erwägungen
1.
nicht zusammenbreche. Auch für seinen Sohn sei es nicht so schön, wenn er daliege
und Schüttelfrost und Beinkrämpfe habe. Weiter erwähnte er, dass er bei
Überanstrengung des Körpers Bauchkrämpfe kriege, die zum Glück kurz seien, dafür
aber umso intensiver. Bei der Notoperation habe sein Körper einen Operationsschock
erlitten. Aufgrund dessen sei sein rechter Hoden auf die Grösse seiner Faust
angewachsen. Laut seinem Arzt sei er mit Wasser gefüllt. Der Beschwerdeführer macht
weiter geltend, wegen des erlittenen Operationsschocks in der Zwickmühle zu sein. Er
habe seit der Operation panische Angst vor Ärzten, Krankenhäusern und vor allem
Operationen (act. G 1).
Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 14. Juni 2019
die Abweisung der Beschwerde. Angesichts der Aktenlage liege kein derart schwerer
Gesundheitsschaden vor, dass eine Erwerbsunfähigkeit resultieren würde. Die
Tatsache, dass sich der Beschwerdeführer mit Ausnahme einer einmaligen
Sprechstunde bei Dr. B._ am 25. Mai 2018 seit Jahren nicht mehr in ärztliche
Behandlung begeben habe, spreche deutlich für einen sehr geringen Leidensdruck. Die
angegebene panische Angst vor Spitälern und insbesondere Operationen sei für die
ausbleibende Behandlung kein Rechtfertigungsgrund (act. G 4).
B.b.
Der Beschwerdeführer verzichtete auf Akteneinsicht und eine nochmalige
Stellungnahme (vgl. act. G 6).
B.c.
Zwischen den Parteien umstritten ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf
eine Invalidenrente. Während er die Auffassung vertritt, zu 100% arbeitsunfähig zu sein
(vgl. IV-act. 28-3), erachtet die Beschwerdegegnerin die Aktenlage als ausreichend, um
eine für die Invaliditätsbemessung relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
auszuschliessen.
1.1.
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
1.2.
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arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf
eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.3.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V
352 E. 3a).
1.4.
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2.
An gesundheitlichen Problemen, die es ihm nach seiner Auffassung
verunmöglichen, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, hat der Beschwerdeführer in der
Anmeldung, dem Einwand und der Beschwerde Bauch- und Beinkrämpfe,
Schüttelfrost, Fieber und starken Energieverlust erwähnt. Sein Hausarzt Dr. B._
konnte dazu keine schlüssigen Angaben machen. Er sah den Beschwerdeführer nach
Ende 2011 nur noch einmalig in einer Sprechstunde vom 25. Mai 2018. Gemäss
Arztbericht vom 5. Juli 2018 suchte der Beschwerdeführer ihn damals wegen des IV-
Antrags und wegen einer "Hydrozele testis", einer Flüssigkeitsansammlung im
Hodensack, auf (IV-act. 7).
2.1.
Der Beschwerdeführer führt die geklagten Beschwerden offenbar auf die Folgen
der Gallen-Operation vom 3. November 2011 zurück. Die relativ unspezifischen
Symptome, die er nicht näher differenziert oder quantifiziert hat, könnten jedoch –
zumindest bis zum erfolgreichen Abheilen nach der antiviralen Therapie – auch mit der
chronischen Hepatitis C zusammenhängen (vgl. dazu etwa www.hepatitis-schweiz.ch;
Fachleute; Publikationen und Links; Broschüre "Hepatitis C – die wichtigsten Fragen
und Antworten", 4. Aufl. 2020, S. 17 [abgerufen am 5. Januar 2021]).
2.2.
Bei der Cholezystektomie vom 3. November 2011 im Spital D._ war es zu einer
Gallenwegsverletzung gekommen, die eine schwerste chemische Peritonitis
(Bauchfellentzündung) und anschliessende Verlegung ins KSSG mit Notoperation
(9. November 2011) nach sich gezogen hatte (IV-act. 22-60 f.). Von diesen
Komplikationen hat sich der Beschwerdeführer gemäss den weiteren Berichten des
KSSG jedoch rasch erholt. So wurde seitens der Klinik für Chirurgie bereits am
15. Dezember 2011 bezugnehmend auf eine Kontrolle vom 12. Dezember 2011
festgehalten, es gehe ihm klinisch soweit gut. Er fühle sich leistungsfähig, sei
beschwerdefrei, habe kein Fieber und keine Zeichen einer Gallenabflussstörung. Da –
möglicherweise auch in Zusammenhang mit der Hauptdiagnose, der chronischen
Hepatitis C stehend – die Leberwerte (ALP und GGT) noch erhöht waren, sollte eine
entsprechende Nachkontrolle erfolgen (IV-act. 22-59). Diese sowie eine Sonographie
des Abdomens fanden am 6. Januar 2012 statt. Es ergaben sich keine Hinweise auf
relevante Umbauvorgänge. Im Bericht vom 18./19. Januar 2012 über die
entsprechende Kontrolle wurde seitens der Klinik für Gastroenterologie/Hepatologie
des KSSG festgehalten, im Rahmen der Gesamtsituation empfehle man im aktuellen
Zeitpunkt keine Therapie (IV-act. 22-61). Bei der nächsten Kontrolle an dieser Klinik des
KSSG vom 31. Juli 2012 wurde erwähnt, dass der Beschwerdeführer sich körperlich
weiterhin eingeschränkt fühle. Dabei sei er nicht im Alltag, wohl aber bei sportlichen
2.3.
http://www.hepatitis-schweiz.ch
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Aktivitäten eingeschränkt. Zudem beschreibe er intermittierend starke epigastrische
Schmerzen, die für ca. 1 Minute anhielten. Minimal träten diese alle 2-3 Wochen auf,
maximal dreimal pro Woche. Bei Schmerzepisoden knie sich der Beschwerdeführer hin
und könne nach eigenen Angaben die Schmerzen durch bewusste Atmung und
äusserlichen Druck bessern. Psychisch gehe es ihm sehr gut. Unter Hinweis auf den
günstigen Hepatitis-C-Genotyp 3a wurde – neben einer Medikamenten-Erhöhung
wegen bekannter Schilddrüsen-Unterfunktion – nun eine antivirale Therapie empfohlen
(Bericht vom 27. August 2012, IV-act. 22-67). Im Bericht über die Kontrolle vom
24. Januar 2013 hielten die behandelnden Ärzte des KSSG fest, der Beschwerdeführer
habe sich betreffend die Hepatitis C bezüglich einer Therapie immer sehr
zurückhaltend gezeigt. Neu wünsche er jedoch eine antivirale Therapie. Als
Nebenwirkungs-Risiken wurde auf depressive Entwicklung, grippeartige Beschwerden
und Blutbildveränderung hingewiesen (Bericht vom 5. Februar 2013, IV-act. 22-72). Mit
der 24-wöchigen antiviralen Therapie begann der Beschwerdeführer am 1. März 2013.
Bereits am 11. April 2013 wurde unter Hinweis auf eine aktuelle Laborverlaufskontrolle
ein sehr erfreuliches, optimales Ansprechen auf die Therapie dokumentiert. Der
Beschwerdeführer vertrage die Therapie bislang recht ordentlich. Subjektiv falle ihm
eine erhöhte Aggressivität auf, wobei er dies gut unter Kontrolle habe. An körperlichen
Beschwerden habe er vor allem am 2. Tag nach einer Interferon-Injektion eine
verstärkte Müdigkeit bemerkt, ansonsten sei die Leistungsfähigkeit wie vor
Therapiebeginn. Störend sei für den Beschwerdeführer auch eine gewisse
Schlaflosigkeit (IV-act. 22-77). In einem Bericht vom 16. September 2013 über eine
Sprechstunde kurz nach Therapieende (16. August 2013) findet sich der Hinweis, bei
zunehmenden Nebenwirkungen der antiviralen Therapie (Schlafstörungen, Müdigkeit)
sei der Beschwerdeführer verständlicherweise froh, die Therapie abgeschlossen zu
haben (IV-act. 22-81). Am 19. Februar 2014 wurde seitens des KSSG erwähnt, dass
sich der Beschwerdeführer 24 Wochen nach Therapieende zur serologischen
Verlaufskontrolle vorgestellt hatte. Insgesamt gehe es ihm sehr gut. Die körperliche
Leistungsfähigkeit sei noch nicht ganz wie früher. Das HCV-Virus sei nicht
nachweisbar. Daher sei der Beschwerdeführer definitiv bezüglich seiner Hepatitis C
erfolgreich behandelt (IV-act. 22-85; siehe auch den Bericht vom 20. November 2013,
gemäss welchem der Beschwerdeführer 12 Wochen nach Therapieende als
Hauptproblem Probleme mit den Zähnen [ein Zahn sei abgebrochen, ein weiterer habe
ein Loch] angegeben hatte, IV-act. 22-83). Dem letzten aktenkundigen Bericht der
Klinik für Gastroenterologie/Hepatologie des KSSG vom 27. April 2015, der im Rahmen
der Schweizerischen Hepatitis-C-Kohortenstudie (an der der Beschwerdeführer
freiwillig teilnahm) erstellt wurde, ist zu entnehmen, dass die chronische Hepatitis C
erfolgreich behandelt sei (IV-act. 22-86).
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Gestützt auf diese Akten ist davon auszugehen, dass die Hepatitis C austherapiert
bzw. als geheilt anzusehen ist. Medizinische Hinweise darauf, dass die Arbeits- und
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers deswegen auch im Zeitpunkt der IV-
Anmeldung vom Sommer 2018 bzw. der Rentenverfügung noch eingeschränkt
gewesen sein könnte, ergeben sich aus den Akten nicht. Auch ansonsten liefern die
Akten keine genügenden Hinweise auf eine relevante gesundheitlich bedingte
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Letztmals wurden
epigastrische Schmerzen im Bericht über die Kontrolle vom 31. Juli 2012 (IV-
act. 22-67) und damit noch vor Beginn der antiviralen Hepatitis-C-Therapie erwähnt.
Regelmässiges Fieber, Schüttelfrost, Bauch- oder Beinkrämpfe wurden in keinem der –
während längerer Zeit doch regelmässig erstellten – ärztlichen Berichte dokumentiert.
Insofern sind die Angaben zu den gesundheitlichen Problemen, die der
Beschwerdeführer in der IV-Anmeldung, dem Einwand gegen den Vorbescheid und der
Beschwerde geäussert hat, zu vage, um daraus weiteren Abklärungsbedarf abzuleiten.
Der Beschwerdeführer behauptet nicht, nach Abschluss der antiviralen Therapie samt
Nachkontrollen, also seit Anfang 2014, je wieder in fachärztlicher Behandlung
gestanden zu sein und auch Dr. B._ verneint seit April 2015 Behandlungen oder
Laborkontrollen (IV-act. 7-2, wobei sich die Datumsnennung auf den kurzen, an ihn
adressierten Bericht des KSSG vom 27. April 2015 zur Kohortenstudie beziehen dürfte).
Ausnahme bildet lediglich das Aufsuchen von Dr. B._ am 25. Mai 2018. Diese
Konsultation erfolgte unmittelbar vor dem Ausfüllen der IV-Anmeldung und wurde vom
Hausarzt auch direkt damit und mit dem Wunsch des Beschwerdeführers in
Zusammenhang gebracht, von der bisher Unterhaltszahlungen leistenden, getrennt von
ihm lebenden Ehefrau finanziell unabhängig zu werden. In diesem Kontext erwähnte Dr.
B._ auch eine neue Partnerin (vgl. IV-act. 7-2). Dass im Rahmen dieser Sprechstunde
auch die Hydrozele testis thematisiert wurde, lässt ebenfalls keinen weiteren
Abklärungsbedarf erkennen. Denn wie die Beschwerdegegnerin in der
Beschwerdeantwort (act. G 4 S. 3 letzter Absatz) zutreffend erwähnt, gab der
Beschwerdeführer an, dass ihn diese Flüssigkeitsansammlung nicht weiter störe und er
von einer Hodenoperation absehe (vgl. act. G 1 S. 2). Der Beschwerdegegnerin ist auch
darin zuzustimmen, dass aufgrund der Tatsache, dass der Beschwerdeführer vor der
IV-Anmeldung während Jahren keinen Arzt mehr aufgesucht hat, ein geringer
Leidensdruck naheliegt. Jedenfalls offenbart die Aktenlage keinerlei Hinweise auf das
Gegenteil. Dass der Beschwerdeführer vor Spitälern und insbesondere vor Operationen
nach den Komplikationen vom November 2011 Angst hat, wie er geltend macht (IV-
act. 10-1; act. G 1 S. 2), ist überdies zwar durchaus einfühlbar. Dass er deswegen
jedoch erhebliche gesundheitliche Beschwerden nicht einmal abklären lassen würde,
ist nicht anzunehmen. So war er denn auch durchaus in der Lage, einige Zeit nach den
2.4.
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3.