Decision ID: c04b01bb-592b-49fd-bca0-bf9daf65cb1c
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1960
, arbeitet
e
ab
dem 17. März
2008 bei der
Y._
als Projektleiterin Brandschutz in einem 100%igen Pensum (
Urk.
6/25/1-2).
V
om
28. Oktober 2009 bis zum 5.
September 2010
war
die Versicherte
infolge eines
Ma
m
makarzinoms
zu 100
%
arbeitsunfähig
.
V
om 6. September 2010 bis 28. Februar 2011
war sie
zu 50
% arbe
its
fähig und
vom 1.
März bis 30.
Juni 2011
arbeitete sie zu
60
%
.
A
b dem 1. Juli 2011
war sie
erneut
lediglich
zu 50 %
im Betrieb tätig
(
Urk.
6/25/3
Ziff.
14 und Urk. 6/53/3-4
Ziff.
2/14)
und ab August 2011
wurde
sie
im Umfang von 50
%
nur noch als Sachbearbeiterin eingesetzt
(
Urk.
6/53/7 am Ende).
Am 23. April 2010
hatte
sich die Versicherte bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
gemeldet
und eine Rente
beantragt
(
Urk.
6/1)
. Die Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärt
e
die
persön
lichen (
Urk.
6/2-3 und
Urk.
6/6), erwerblichen (
Urk.
6/7),
medizinischen (Urk. 6/18-20,
Urk.
6/31-32
,
Urk.
6/34
und
Urk.
6/36
) und beruflichen (Urk.
6/25-26
und
Urk.
6/35
) Verhältnisse der Versicherten
sowie
das Vorliegen der
versiche
rungs
mässigen
Voraus
setzungen (
Urk.
6/5-6 und
Urk.
6/8-17)
ab und teilte ihr mit Mitteilung vom 30. April 2010 mit, dass keine beruflichen Eingliederungs
m
assnahmen möglich seien, da die
Y._
diese als nicht notwendig erachte (
Urk.
6/33).
Mit Vorbescheid vom 2
2.
Juli 2011 (
Urk.
6/42) stellte die IV-Stelle der Versicher
ten die Zusprechung einer halben Rente für die Zeit vom 1. Oktober 2010 bis 31. Mai 2011 und einer
Viertelsrente
ab 1. Juni 2011 in Aussicht. Nachdem die Versicherte dagegen Einwand erhoben hatte (
Urk.
6/44), tätigte die IV-Stelle weitere medizinische Abklärungen. Mit
Verfügung vom
5. Juli 2012 (
samt Verfügungsteil 2
,
Urk.
2/1/
1-6)
sprach sie der Versicherten
ab dem 1. Au
gust 2012 eine
Viertelsrente
aufgrund eines 40%igen Invaliditätsgrads
zu
und wies darauf hin, dass
die Verfügung
über die Leistungen für die Periode
vom 1.
Oktober 2010 bis 31. Juli 2012 ergehen werde, sobald alle
Verrechnungsan
träge
vorl
ä
gen
(
Urk.
2/1/
1)
.
Am
8. August 2012
verlangte die Versicherte bei der IV-Stelle Akteneinsicht und
hinsichtlich der Verfügung vom 5. Juli 2012
die Gewährung einer 30-tägi
gen Fristerstreckung
(
Urk.
6/64)
. Mit Schreiben vom 17. August 2012 gewährte die IV-Stelle der Versicherten Akteneinsicht
sowie eine einmalige, nicht
erst
reckbare
Frist von 30 Tagen
„
zur
allfälligen ergänzenden Begründung Ihres
Einwand
e
s
“
(
Urk.
6/65).
Mit Verfügung
en
vom 29. August 2012 sprach die IV-Stelle der Versicherten
von Oktober 2010 bis Mai
2011 eine halbe Rente (
Urk.
6/66
) und
von
Juni
2011 bis
Juli 2012 eine
Viertelsrente
zu (
Urk.
2/2).
2.
Gegen die Verfügungen vom 5. Juli (
Urk.
2/1)
und
29. August 2012 (
Urk.
2/2)
erhob die Versich
erte am 13.
September 2012 Beschwerde und beantragte
sinn
gemäss
, es sei ihr
ab 1. Juni 2011
eine höhere Rente zuzusprechen (
Urk.
1).
Mit Beschwerdeantwort vom 15. Oktober 2012 schloss die IV-Stelle auf
Beschwer
deabweisung
(
Urk.
5).
Mit Schreiben vom 19. Februar 2013 (
Urk.
8) reichte die Versicherte dem Gericht
B
erichte des
Z._
v
om 13. September (Urk.
9/2) und 1
2.
Oktober 2012 (
Urk.
9/1) sow
ie einen Arztbericht der
A._
vom 4. Oktober 2012 (
Urk.
9/3) ein, welche mit Verfügung vom 21. Februar 2013
(
Urk.
10)
der IV-Stelle zur Stellungna
hme zugestellt wurden, wobei
diese
am 28. Februar 2013 (
Urk.
11) auf die Einreichung einer solchen verzichtete.
Mit
Schreiben
vom 19. August 2013
(
Urk.
13)
informierte die Versicherte das Gericht über die durchgeführten Therapien und Aktivitäten
. Mit Verfügung vom 23. Au
gust 2013 (
Urk.
14) wurde
auch
dieses Schreiben
der IV-Stelle zur Stel
lungnahme zugestellt
.
D
iese
verzichtete
am 3. September 2013 (
Urk.
17)
erneut darauf
.
Mit Verfügung vom 3. Dezember 2013 (
Urk.
17) wurde der Versicherten eine einmalige, nicht erstreckbare
Frist von 10 Tagen angesetzt, um sich zur Recht
zeitigkeit der Beschwerde zu äussern und ein begründetes
Fristwiederherstel
lungsgesuch
einzureichen. Mit Eingabe vom 14. Dezember 2013 (
Urk.
19 samt Beilagen,
Urk.
20/1-2) nahm die Versicherte zur Rechtzeitigkeit der Beschwerde Stellung und beantragte die Wiederherstellung der allenfalls verpassten Beschwerdefrist.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich,
in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gegen Verfügungen der IV-Stelle kann innert 30 Tagen beim
Sozial
-
versicherungs
gericht
Beschwerde erhoben werden (Art. 56
Abs.
1 in Ver
bindung mit Art. 57 und Art. 60
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Schriftliche Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist dem Versicherungsträger eingereicht oder zu dessen
Handen
der Schweizerischen Post übergeben werden (Art- 39
Abs.
1 ATSG). Eine gesetzliche Frist kann nicht erstreckt werden (Art. 40
Abs.
1 ATSG).
Ist die gesuchstellende Person oder ihre Vertretung unverschuldeterweise abge
halten worden, binnen Frist zu handeln, so kann diese wiederhergestellt werden, sofern sie unter Angabe des Grundes innert 30 Tagen nach Wegfall des Hinder
nisses darum ersucht und die versäumte Rechtshandlung nachholt (Art. 41 ATSG).
1.2
D
ie Beschwerdeführerin
hat
die Frist zur Beschwerdeerhebung gegen die Verfü
gung
vom
5
.
Juli
2012 (
Urk.
2/
1
) mit ihrer Eingabe vom
13. September
2012 (
Urk.
1) offensichtlich
nicht eingehalten
. Im Fristwiederherstellungsgesuch
vom 14. Dezember 2013
(
Urk.
19
) führte
s
ie aus,
aufgrund der
von der IV-Stelle mit Schreiben
vom 17. August 2012
,
bei ihr eingegangen am 24. August 2012,
ge
währten 30-tägigen
Fristerstreckung
sei sie davon ausgegangen
, dass
gegen die Verfügung vom 5.
Juli
2012
(
Urk.
2/1)
bis am 23. September 201
2
Beschwerde erhoben werden könne.
1.3
Aufgrund des Schreibens der IV-Stelle vom 17. August 2012 (
Urk.
6/65), in des
sen Titel die Verfügung vom 5. Juli 2012 als Vorbescheid bezeichnet, der Ein
gang des „schriftlichen Einwands“ vom 1
2.
August 2012 „gegen unseren Vor
bescheid“ bestätigt und der Beschwerdeführerin eine Fristerstreckung von
30 Tagen „zur allfälligen ergänzenden Begründung Ihres Einwandes“ gewährt wurde, durfte die rechtsunkundige Beschwerdeführerin davon ausgehen, dass sie nun bis zum Ablauf der erstreckten Frist die Möglichkeit habe, Einwendun
gen gegen die Verfügung vorzubringen. Da bereits der Inhalt der Verfügung vom 5. Juli 2012, die Beschwerdeführerin habe vom 1. Oktober 2010 bis
31. Mai 2011 Anspruch auf eine halbe und ab 1. Juni 2011 Anspruch auf eine
Viertelsrente
, mit dieser Verfügung würden die laufenden Leistungen ab 1. Au
gust 2012 ausgerichtet, für eine mit den Abläufen im
Rentenzusprechungsver
fahren
nicht vertraute Person schwierig zu verstehen war, kann ihr auch der Umstand, dass die Verfügung vom 5. Juli 2012 mit einer korrekten Rechtsmit
telbelehrung versehen war (
Urk.
6/61/7) nicht zum Nachteil gereichen.
Das Wiederherstellungsgesuch vom 14. Dezember 2013 (
Urk.
19) wurde rechtzei
tig innert 30 Tagen nach Hinweis auf den Mangel durch das Gericht (Verfügung vom 3. Dezember 2013,
Urk.
17) und damit nach Wegfall des Hin
dernisses gestellt. Einer Wiederherstellung der versäumten Frist steht damit nichts im Weg und auf die Beschwerde ist vollumfänglich einzutreten.
2.
2
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
2
.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29
Abs.
1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (
Abs.
1). Die Rente wird vom Beginn des Monats an aus
bezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (
Abs.
3).
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
2
.3
Nach Art. 17
Abs.
1 ATSG ist die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft zu erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der
In
validitätsgrad
einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich ver
ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen.
2.4
Gemäss Art. 88a
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung
(IVV)
ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeit
punkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie vo
raussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die hierzu notwendige Prognose un
terliegt dabei dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
mit Hinweisen).
Gemäss Art. 88a
Abs.
2 IVV ist bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit die anspruchsbeeinflussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat. Art. 29
bis
IVV ist sinn
gemäss anwendbar.
2.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE
125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
3
.
3
.1
Die IV-Stelle ging
hauptsächlich
aufgrund der Stellungnahme von
Dr.
med. Dr.
rer
. pol.
B._
, Facharzt für Innere Medizin
, vom RAD
(
Urk.
6/39/4)
, davon aus
, dass bei der
Versicherten
vom 28. Oktober 2009 bis 5. September 2010 eine 100%ige
und
vom 6.
September
2010
bis 2
8
.
Februar 2011
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit und eine entspre
chende Invalidität
bestanden habe
.
Seit
dem 1.
März 2011
sei sie
in der ange
stammten Tätigkeit
z
u 60
%
arbeitsfähig
, womit
nur noch
eine 40%ige Invali
dität vorliege
(Urk.
6/39/5)
.
D
eshalb
hab
e
die
Versicherte nach Ablauf des
War
tejahres
und
unter Berücksichtigung der sechsmonatigen Wartefrist
sowie von Art.
88a
Abs.
1
IVV
von
Oktober 2010 bis
Mai 2011
Anspruch auf eine
halbe
Rente
und ab Juni 201
1
auf eine
Viertelsrente
(Urk.
6/39
,
Urk.
6/66 und
Urk.
2/1-2)
.
3
.2
Dagegen wendet die Versicherte
in der
Beschwerde vom 13. September 2012
(
Urk.
1)
ein, ihr Gesundheitszustand sei starken Schwankungen unterworfen und ihre Leistungsfähigkeit habe sich
seit Ausbruch
der Krankheit spürbar ver
schlechtert. Dies führe zu Konzentrationsschwierigkeiten und schneller Ermü
dung, weshalb sie nicht mehr in der Lage sei, wie vor der Erkrankung als
Pro
jektleiterin
Brandschutz tätig zu sein und
nun
im gleichen Betrieb als Brand
schutz-Sachbearbeiterin arbeite. Es sei aus diesen Gründen davon auszugehen, dass
der Arbeitgeber den Lohn infolge
verminderter Leistungsfähigkeit während der verbleibenden Anwesenheit umgehend kürzen werde. Die verminderte Leis
tungsfähigkeit und die durch die erfolgte
Herab
stufung von der Projektleiterin zur Sachbearbeiterin Brandschutz entstehende Einko
mmens
einbusse seien bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades zu berücksichtigen.
3
.3
Unbestritten
und
zutreffend
ist die Gewährung einer
halben
Rente
von
Oktober 2010
bis
Mai 2011
.
Strittig und zu prüfen ist
hingegen
,
in welchem Umfang bei
de
r
Versicherten
ab
März
2011
in der angestammten bzw.
in einer
leidensange
passten
Tätigkeit
eine Arbeitsunfähigkeit
bestanden hat
, ob sich daraus
eine hö
here als die von der IV-Stelle ermittelte
40%ige
Invalidität ergibt
und ob die
Beschwerdeführerin
unter Berücksichtigung vo
n Art. 88a
Abs.
1 IVV ab Juni
2011
oder ab eine
m
späteren Zeitpunkt
Anspruch auf eine höhere als die zuge
sprochene
Viertelsrente
hat.
4.
4.1
Die IV-Stelle ging aufgrund der
Stellungn
ahmen von Dr.
B._
vom 15. Juni 2011
(
Urk.
6/39
/4)
und 13. Juni 2012
(
Urk.
6/54/3)
, eines Telefongesprächs mit der
Y._
vom
21. Juni 2011 (
Urk.
6/34/4) und eines solchen mit PD Dr. med.
C._
, Facharzt für Innere Medizin und medizinische Onkologie,
vom 24. Juni 2011
(
Urk.
6/39/4)
davon aus, dass die Versicherte ab dem 1. März 2011 in ihrer angestammten Tätigkeit zu 60
%
arbeitsfähig sei.
Die Stellungnahme von
Dr.
B._
vom 15. Juni 2011 beruhte im Wesentli
chen auf den
Berichte
n
der behandelnden Ärzte
Dr.
D._
, Fachärztin für Gynä
kologie und Geburtshilfe
, vom 5. Oktober 2010 (
Urk.
6/32
) und
von
Dr.
C._
v
om 2
6. Mai 2011 (
Urk.
6/36
).
Dr.
D._
hatte der Versicherten in ihrem
Arztbe
richt
vom 5. Oktober 2010 ab dem 6. September 2010 eine 50%ige Arbeits
un
fä
higkeit attestiert und eine gute Prognose gestellt (
Urk.
6/32/3
Ziff.
1.9 und
Urk.
6/32/4).
Dr.
C._
hatte
der
Versicherte
n
i
m
B
ericht vom 26. Mai 2011
vom 6. September 2010 bis 28. Februar 2011 eine 50%ige und vom 1. März 2011 bis 30. April 2011 eine 40%ige Arbeits
un
fähigkeit attestiert.
Erschö
pfbar
keit
, geistige Komplexität,
D
epression
und Vergesslichkeit führten zu einem Abwärtstrend und
wirkten sich ungünstig auf die Arbeitsfähigkeit
aus
. Ab dem 1. Mai 2011 sei die bisherige Tätigkeit jedoch in einem Umfang von 50 bis 80
%
zumutbar (
Urk.
6/36/2
Ziff.
1.6-7). Anlässlich des Telefongesprächs vom 2
4.
Juni 2011 teilte
Dr.
C._
der IV-Stelle mit, dass die von
Dr.
B._
geschätzte 60%ige Arbeitsfähigkeit zutreffend sei (
Urk.
6/39/4).
4.2
Die
Y._
bestätigte in ihrem Schreiben vom
12. September 2011 (
Urk.
6/43/2), dass die Versicherte
infolge Krankheit vom
2
8.
Oktober 2009 bis
5.
September 2010 zu 100
%
, vom
6.
September 2010 bis
2
8.
Februar 2011 zu 50
%, vom 1.
März bis 3
0.
Juni
2011
zu 40
%
und ab dem
1.
Juli bis vorer
st 30. August 2011 erneut zu 50
% arbeitsunfähig
(
gewesen
)
sei.
Während
d
ie
Versicherte
vor ihrer Krankheit als Projektleiterin Brandschutz eingesetzt gewesen sei, könne sie nun aufgrund ihres Gesundheitszustands und des reduzierten Pensums nur noch als Sachbearbeiterin tätig sein. Zudem gebe es Momente und Tage, an denen
sie
aus gesundheitlichen Gründen
in
ihrer Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt sei. Die Leistungseinbusse sei schwierig in Zahlen auszudrücken, betrage jedoch mindestens 20
%
. Ziel sei, dass die Versicherte nach vollständiger Genesung ihre angestammte Funktion wieder aufnehmen könne.
Das Bestehen einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit vom
1.
Juli bis 3
0.
August 2011 wurde auch von
Dr.
C._
im Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 1
9.
August 2011 (
Urk.
6/43/1) bestätigt.
4.3
Auch i
m späteren Schreiben vom 2
2.
Mai 2012
(
Urk.
6/53/7)
bestätigte die
Y._
, dass d
ie
Beschwerdeführerin
seit
dem
1.
Juli 2011 (
Urk.
6/53/7
i.V.m
.
Urk.
6/53/4 Ziff. 2.14 am Ende) zu
50
%
arbeitsunfähig sei und
seit
August 2011
als Sachbearbeiterin Brandschutz eingesetzt werden müsse, da ihre ge
sundheitliche Situation die Belastungen eines Einsatzes als Projektleiterin nicht zulasse. Mittlerweile seien die Leistungen der Krankentaggeldversicherung auf
grund der Dauer der Krankheit eingestellt worden und man müsse sich über die weitere Anstellung der Versicherten Gedanken machen.
Die Situation, dass die Versicherte ihre Stelle nicht ausfülle und die Arbeiten von anderen Kollegen gemacht werden müss
t
en, stehe im Widerspruch zu den bestehenden Anstellungsbedingungen. Es stehe, nur finanziell betrachtet
und bezogen auf die ursprüngliche Anstellung als Projektleiterin
, einem 100%igen
Lohn (
Fr.
8‘100
.--
pro Monat) eine Leistungsfähigkeit von maximal 30 %
(
Fr.
2‘430
.--
pro Monat) gegenüber.
4.4
Im Bericht des
Z._
v
om 1
2.
Oktober 2013
(
Urk.
9/1)
wurden eine psychophysische Leistungseinschränkung bei
adjuvanter
Hormon
therapie
mit
Arimidex
bei invasiv
duktalem
Mammakarzinom
links (
Erstdiag
nose
2009), vorübergehend verstärkt im Rahmen einer Hashimoto-Thyreoiditis mit Hypothyreose, ein Karpaltunnel-Syndrom rechts und Migräne diagnosti
ziert
.
Die Versicherte
klage
über
eine anhaltende reduzierte Auffassungs- und Merkfä
higkeit, verminderte Konzentrationsfähigkeit, insbesondere zur gleich
zeitigen Bewältigung von mehreren Aufgaben, Müdigkeit und Erschöpfung. Im September 2010 habe
sie
ihre Arbeitstätigkeit mit einem 50%igen Pensum wie
der aufgenommen. Im F
rühjahr 2011 habe sie während vier
Monate
n
das Pen
sum auf 60
%
erhöht, bis sie dieses infolge Erschö
pfung wieder auf 50
%
redu
ziert habe
. Schliesslich sei eine Hashimoto-Thyreoiditis diagnostiziert und die damit
assozierte
Hypothyreose sei substituiert worden. Im Verlauf sei es zu ei
ner
Besserung
gekommen, wobei die Erschöpfungszustände immer noch sowohl nach Phasen von Anstrengung als auch von Entspannung, wenn auch weniger häufig, auftreten würden und von bleierner Müdigkeit gekennzeichnet seien. Ruhe und Schlaf würden gegen diese Müdigkeit nicht helfen
,
und die Ein
schränkung der kognitiven Leistungsfähi
gkeit bestehe weiterhin. Die Versicherte habe die Projektleitung aufgeben müssen
,
und Arbeitskollegen würden ihre Projekte weiterbetreuen. Bei der Arbeit fielen der Versicherten immer wieder Fehler auf und sie werde auch von den Arbeitskollegen darauf hingewiesen (
Urk.
9/1/1).
Die neuropsychologische Untersuchung (
Urk.
9/2) habe mittelschwer vermin
derte Leistungen in der verbalen
und nonverbalen Merkspanne und ein leicht verlangsamtes visuell-motorisches Arbeitstempo ergeben, während in allen weiteren untersuchten Bereichen
durchschnittliche Leistungen erreicht worden seien
(
Urk.
9/1/3 am Ende)
.
5
.
5
.1
Sowohl d
en
Schreiben der
Y._
vom 12. September 2011 (
Urk.
6/43/2)
und 22. Mai 2012 (
Urk.
6/53/7) als auch
dem Arbeitsunfähigkeitszeugnis von Dr.
C._
vom 1
9.
August 2011 (Urk. 6/43/1)
ist zu entnehmen, dass die Versi
cherte ihre Arbeitsfähigkeit ab dem
1.
März und bis zum 3
0.
Juni 2011 von 50 auf 60
%
steigern
konnte
. Ab
Juli
2011
musste
sie das Pensum jedoch infolge der bestehenden Erschöp
fung wieder auf 50
%
reduzieren
. Zudem konnte sie ab
August 2011 nicht mehr
als Projektleiterin Brandschutz eingesetzt
werden, son
dern
aufgrund ihres Gesundheitszustands und
wegen
des reduzierten Pensums nur noch
als Sachbearbeiterin, was gemäss den Angaben der
Y._
mit einer Einkommenseinbus
se im Umfang von 70
%
verbunden
ist (
Urk.
6/53/7
am Ende).
5.2
Angesichts der vom
1.
März bis 3
0.
Juni 2011 bestandenen 50%igen Arbeits
-
fähig
keit
und u
nter Berücksichtigung von Art. 88a
Abs.
1 IVV, wonach
bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit die anspruchsbeeinflussende Än
derung
zu berücksichtigen ist, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat
, erweist sich die
Gewährung einer
Viertelsrente
für die Monate Juni
bis September 2011 als richtig.
Hingegen ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die Entwicklung des Gesundheitszustandes ab Juli 2011 - gegebenenfalls nach weiterer medizinischer Abklärung - und die daraus resultierende Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit berücksichtige und gestützt darauf über den Rentenan
spruch der Beschwerdeführerin ab Oktober 2011 neu befinde.
In diesem Zusammenhang werden auch
die
im Beschwerdeverfahren eingereich
t
en
und erst nach Verfügungserlass erstellt
en Beri
chte des
Z._
vom 13. September (
Urk.
9/2) und 1
2.
Oktober 2013 (Urk.
9/1)
zu berücksichtigen sein, denn sie
vermögen den Sachverhalt, wie er für die ange
fochtene Verfügung massgeblich war, entscheidend zu be
einflussen (vgl. BGE 121 V 362 E. 1b; 99 V 98),
indem
sie wesentliche Hinweise dafür enthalten, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nicht
im
prognosti
zierten Mass stabilisierte beziehungsweise sich
ab dem
1.
Juli 2011
wieder ver
s
chlechterte.
5
.3
In diesem Sinne ist die Beschwerde
teilweise
gutzuheissen und die angefochte
ne
n
Verfü
gung
en sind insofern aufzuheben, als sie
ab Oktober 2011
den An
spruch auf eine die
Viertelsrente
übersteigende Invalidenrente verneinen.
6
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die G
erichtskosten sind nach dem
Ver
fahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1'000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Das Gericht
erkennt
:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne
teilweise
gutgeheissen, dass die angefochtenen Verfügungen vom
5.
Juli 2012 und vom 2
9.
August 2012 insoweit aufgehoben wer
den, als sie
ab dem
1.
Oktober 2011
den Anspruch auf eine die
Viertelsrente
überstei
gende Invalidenrente verneinen, und die
Sache wird
an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
, IV-Stelle, zurückgewiesen
, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin ab dem
1.
Oktober
2011 neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
X._
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, unter Beilage je einer Ko
pie von
Urk.
19 und
Urk.
20/1-2
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.