Decision ID: 8fe54928-e2ab-4b60-82d3-64c555f67f26
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X. Y. (nachfolgend Beschwerdeführer) ist 1967 geboren und stammt aus Jordanien.
Am 12. Oktober 1998 reiste er in die Schweiz ein und beantragte Asyl. Im Mai 2000
lernte er die 13 Jahre ältere C. D. sel. kennen, die er am 1. Dezember 2000 in St. Gallen
heiratete. Am 12. Januar 2001 erhielt er eine Aufenthaltsbewilligung, worauf er sein
Asylgesuch zurückzog.
Mit Schreiben vom 4. September 2003 stellte der Beschwerdeführer ein Gesuch um
erleichterte Einbürgerung. Seit 1. November 2003 verfügte er über eine Zweitwohnung
in der Nähe der ehelichen Wohnung. Dem Gesuch um Einbürgerung wurde am 24. Juni
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2004 stattgegeben. Damit erhielt der Beschwerdeführer das Schweizer Bürgerrecht.
Seit dem 7. August 2004 lebten er und C. D. sel. getrennt. Am 8. Oktober 2004 wurden
Eheschutzmassnahmen angeordnet und das Getrenntleben gerichtlich festgestellt. Im
Februar 2005 reichten die Ehegatten ein gemeinsames Scheidungsbegehren ein. Das
Kreisgericht St. Gallen schied die Ehe mit Urteil vom 6. Juni 2005. Daraufhin teilte das
Bundesamt für Migration mit, es erwäge die Nichtigerklärung der erleichterten
Einbürgerung.
B./ Am 16. Dezember 2005 heiratete der Beschwerdeführer die Jordanierin W. Z.
(nachfolgend Beschwerdeführerin). Sein Bruder vertrat ihn bei der Hochzeit in
Jordanien. Am 19. April 2006 reichte der Beschwerdeführer ein erstes und am 28. Mai
2010 ein weiteres Gesuch um Familiennachzug für die Beschwerdeführerin ein. Dem
zweiten Gesuch wurde am 29. Juli 2010 stattgegeben. Am 6. August 2010 reiste die
Beschwerdeführerin in die Schweiz ein und erhielt im Rahmen des Familiennachzugs
eine Aufenthaltsbewilligung.
C./ Mit Verfügung vom 1. Mai 2009 erklärte das Bundesamt für Migration die im Jahr
2004 erfolgte erleichterte Einbürgerung für nichtig. Eine dagegen erhobene
Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht blieb erfolglos. Auch die Beschwerde an
das Bundesgericht wurde mit Urteil vom 13. Dezember 2010 abgewiesen. Dies wurde
im Wesentlichen damit begründet, dass im Zeitpunkt der Einbürgerung keine intakte
Ehe und kein gemeinsamer Wille zu einer stabilen ehelichen Gemeinschaft mehr
bestanden habe.
D./ Bereits am 17. Oktober 2010 stellte der Beschwerdeführer ein Gesuch um
Wiedererteilung einer Aufenthaltsbewilligung. Dieses Verfahren wurde vom
Migrationsamt bis zum Vorliegen des Urteils des Bundesgerichts betreffend
Nichtigerklärung der Einbürgerung sistiert. Am 5. Januar 2011 ersuchte er sodann um
Erteilung einer Niederlassungsbewilligung. Das Migrationsamt wies den Antrag um
Erteilung einer Aufenthalts- bzw. Niederlassungsbewilligung mit Verfügung vom
21. März 2011 ab und erklärte, dass es dem Bundesamt für Migration kein Gesuch um
Zustimmung als Härtefall unterbreiten werde. Dies wurde im Wesentlichen damit
begründet, dass sich der Beschwerdeführer die erleichterte Einbürgerung durch das
Verschweigen wesentlicher Tatsachen erschlichen habe. Dies stelle einen
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eigenständigen Widerrufsgrund im Sinne von Art. 62 lit. a des Bundesgesetzes über die
Ausländerinnen und Ausländer (SR 142.20, abgekürzt AuG) dar. Überdies habe der
Beschwerdeführer mit C. D. sel. eine einseitige Scheinehe geführt, womit ein
zusätzlicher Widerrufsgrund gemäss Art. 62 lit. a AuG vorliegen würde. Ebenfalls am
21. März 2011 widerrief das Migrationsamt die Aufenthaltsbewilligung der
Beschwerdeführerin.
E./ Am 22. bzw. 24. März 2011 erhoben der Beschwerdeführer und die
Beschwerdeführerin, jeweils vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. A. B., Rekurs beim
Sicherheits- und Justizdepartement (nachfolgend Vorinstanz). Neben der Aufhebung
der Verfügung des Migrationsamtes beantragte der Beschwerdeführer, es sei ihm eine
Niederlassungsbewilligung oder zumindest eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Die
Beschwerdeführerin beantragte ebenfalls die Aufhebung der Verfügung des
Migrationsamtes und die Erteilung einer weiteren Jahresaufenthaltsbewilligung. Soweit
erforderlich, sei dem Bundesamt für Migration ein Härtefallgesuch zu unterbreiten. Das
Migrationsamt beantragte am 18. Mai 2011 die Abweisung beider Rekurse.
Am 6. Juli 2011 kamen in St. Gallen die beiden gemeinsamen Kinder der
Beschwerdeführer, E. und F., zur Welt.
Mit Entscheid vom 9. März 2012 wies die Vorinstanz die beiden Rekurse ab. Die
Abweisung wurde hauptsächlich damit begründet, dass der Beschwerdeführer mit der
rechtskräftigen Nichtigerklärung der Einbürgerung in die Rechtsstellung vor der
Einbürgerung versetzt werde und über ein Aufenthaltsrecht neu zu entscheiden sei. Ein
Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung infolge der mehr als drei Jahre
dauernden Ehegemeinschaft sei erloschen, weil wegen der Verschweigung von
wesentlichen Tatsachen im erleichterten Einbürgerungsverfahren ein Widerrufsgrund
nach Art. 62 lit. a AuG vorliege. Des Weiteren erfülle der Beschwerdeführer die
Voraussetzungen für die Annahme eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalls
nicht. Die Voraussetzungen für eine erleichterte Wiederzulassung von Ausländern/
innen, die bereits einmal im Besitze einer Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung
waren, seien beim Beschwerdeführer nicht erfüllt. Der Bestand einer Scheinehe wurde
von der Vorinstanz demgegenüber verneint. Da der Beschwerdeführer weder eine
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Aufenthalts- noch eine Niederlassungsbewilligung erhalten habe, entfalle auch jeder
Anspruch der Beschwerdeführerin auf Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung.
F./ Am 11. März 2012 erhoben der Beschwerdeführer und die Beschwerdeführerin,
wiederum vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. A. B., beim Verwaltungsgericht
Beschwerde gegen den vorinstanzlichen Entscheid. Sie stellten folgende
Rechtsbegehren:
1. Die angefochtene Entscheidung der Vorinstanz vom 9. März 2012 sowie die beiden
Entscheide des Migrationsamtes vom 21. März 2011 seien aufzuheben.
2. Dem Beschwerdeführer sei die Niederlassungsbewilligung oder eventualiter eine
Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Zudem sei vom Widerruf der Aufenthaltsbewilligung
für die Ehefrau abzusehen und ihr sowie den gemeinsamen Kindern sei der weitere
Aufenthalt zumindest mit Jahresaufenthaltsbewilligung zu gestatten; soweit erforderlich
seien die entsprechenden Härtefallgesuche dem Bundesamt für Migration zu
unterbreiten.
3. Eventualiter sei die Angelegenheit mit entsprechenden Anweisungen des
Verwaltungsgerichts an die Vorinstanz zurückzuweisen.
4. Alles unter vollen Kosten- und Entschädigungsfolgen.
Weiter sei den Beschwerdeführern die unentgeltliche Prozessführung und
Rechtsverbeiständung und dem Rechtsvertreter eine Nachfrist zur
Beschwerdeergänzung zu gewähren. Sodann wurde um gerichtliche Feststellung
ersucht, dass dem Beschwerdeführer die Fortführung seiner Erwerbstätigkeit sowie
ihm und seiner Familie während des Beschwerdeverfahrens der Aufenthalt gestattet ist.
Am 2. April 2012 gewährte der Präsident des Verwaltungsgerichts den
Beschwerdeführern die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung.
Rechtsanwalt Dr. iur. A. B. wurde als unentgeltlicher Rechtsbeistand bestimmt.
Mit Beschwerdeergänzung vom 26. März 2012 wurde die Beschwerdebegründung
nachgereicht. Die Vorinstanz beantragte in der Vernehmlassung vom 18. April 2012 die
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Abweisung unter Kostenfolge und verwies im Übrigen auf den angefochtenen
Entscheid.
Mit Schreiben vom 28. September 2012 informierte der Rechtsvertreter der beiden
Beschwerdeführer darüber, dass die Beschwerdeführerin erneut in Erwartung sei und
mit einer Entbindung per 17. März 2013 gerechnet werde.
Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird - soweit erforderlich - in den
nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. In der Hauptsache wird geltend gemacht, dass die Verweigerung sowohl einer
Aufenthalts- als auch einer Niederlassungsbewilligung an den Beschwerdeführer sowie
der darauf beruhende Widerruf der Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin
rechtswidrig seien.
Vorab ist zum anwendbaren Recht zu bemerken, dass der Beschwerdeführer seine
beiden Gesuche um Erteilung einer Aufenthalts- bzw. Niederlassungsbewilligung erst
nach Inkrafttreten des AuG am 1. Januar 2008 gestellt hat. Entgegen der Auffassung
des Beschwerdeführers richtet sich das vorliegende Verfahren daher nach dem AuG
und der dafür massgebenden Rechtsprechung (Art. 126 Abs. 1 AuG e contrario; BGer
2C.431/2010 vom 25. Juli 2011 E. 1.1).
2.1. Es wird geltend gemacht, dass die Vorinstanz verkannt habe, dass der
Beschwerdeführer nach der Nichtigerklärung automatisch den gleichen
Bewilligungsstatus erhalte wie vor der Einbürgerung und ihm folglich automatisch eine
Aufenthaltsbewilligung zu erteilen sei. Überdies wäre unter Berücksichtigung des
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Zeitablaufs und der zwischenzeitlichen Geschehnisse ein Anspruch auf eine
Niederlassungsbewilligung zu prüfen gewesen.
Aufgrund der Nichtigerklärung seines Bürgerrechts infolge Angabe falscher Tatsachen
bzw. Verheimlichung erheblicher Tatsachen gemäss Art. 41 Abs. 1 Bundesgesetzes
über Erwerb und Verlust des Schweizer Bürgerrechts (SR 141.0, abgekürzt BüG)
beurteilt sich ein allfälliger Anspruch des Beschwerdeführers auf einen weiteren
Verbleib in der Schweiz nach den allgemeinen Zulassungsvoraussetzungen des AuG
(Art. 30 Abs. 3 Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit, SR
142.201, abgekürzt VZAE). War die betroffene Person vor der Einbürgerung im Besitz
einer Aufenthaltsbewilligung, lebt diese aufgrund ihrer Befristung entgegen der Ansicht
des Beschwerdeführers nicht automatisch wieder auf. Der Ausländer wird mit der
rechtskräftigen Nichtigerklärung zwar vorerst ausländerrechtlich in die gleiche
Rechtsstellung wie vor der Einbürgerung versetzt; es ist aber anhand der aktuellen
Sachlage neu über ein allfälliges Anwesenheitsrecht oder eine Wegweisung zu
entscheiden (zum alten Recht BGE 135 II 1 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen; BGer 2C.
431/2010 vom 25. Juli 2011 E. 1.1). Demgegenüber gilt die Niederlassungsbewilligung
auch nach neuem Recht unbefristet und geht nur durch Erlöschen oder Widerruf unter
(Art. 34 Abs. 1 sowie Art. 61 und 63 AuG). Einem ehemaligen Schweizer, der vor der
Einbürgerung eine Niederlassungsbewilligung besessen hat, ist daher vorbehältlich der
gesetzlichen Erlöschens- und Widerrufsgründe automatisch wieder die
Niederlassungsbewilligung zu erteilen (zum alten Recht BGE 135 II 1 E. 3.7).
Der Beschwerdeführer übersieht die dargelegte Differenzierung der für das alte wie
auch für das neue Recht gültigen Rechtsprechung zwischen den beiden
Bewilligungsarten. Er nimmt daher irrtümlicherweise an, dass diesbezüglich eine
Verschärfung der Rechtsprechung und Praxis stattgefunden habe.
Aufgrund der dargelegten Rechtsprechung, wonach der Beschwerdeführer nach der
Nichtigerklärung der Einbürgerung vorerst ausländerrechtlich in die gleiche
Rechtsstellung versetzt wird wie vor der Einbürgerung und der grundsätzlich
aufschiebenden Wirkung der Beschwerde gemäss Art. 64 i.V.m. Art. 51 VRP, erübrigen
sich auch die Begehren bezüglich Feststellung des vorläufigen Rechts auf Aufenthalt
des Beschwerdeführers und auf die Fortsetzung seiner Erwerbstätigkeit. Hinsichtlich
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des Feststellungsbegehrens bezüglich vorläufig weiteren Verbleibs der
Beschwerdeführerin ist darauf zu verweisen, dass Entscheide bezüglich der
Verlängerung von Aufenthaltsbewilligungen vorbehältlich anders lautender Verfügungen
in der Schweiz abgewartet werden dürfen (Art. 59 Abs. 2 VZAE). Da keine
anderslautende Verfügung vorliegt, erübrigt sich das Feststellungsbegehren mit Bezug
auf die Beschwerdeführerin ebenfalls.
2.2. Der Beschwerdeführer beantragt in der Hauptsache die Erteilung einer
Niederlassungsbewilligung. Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer infolge zu
kurzer Dauer der Ehe aus Art. 42 Abs. 3 AuG keinen Anspruch auf Erteilung einer
Niederlassungsbewilligung ableiten kann. Der Beschwerdeführer macht sodann
geltend, die Vorinstanz habe angesichts der rund 14-jährigen Anwesenheit des
Beschwerdeführers zu Unrecht die Prüfung unterlassen, ob diesem in Anwendung von
Art. 34 AuG eine Niederlassungsbewilligung zu erteilen gewesen wäre. Der
Beschwerdeführer verkennt jedoch, dass die angerufene Bestimmung keinen
gesetzlichen Anspruch auf eine Bewilligungserteilung begründet. Zudem verweigert die
Behörde auch die Niederlassungsbewilligung, wenn sie eine Aufenthaltsbewilligung
verweigert. Die Erteilung der Niederlassungsbewilligung liegt im Übrigen - vorbehältlich
der Grenzen von Art. 96 AuG (vgl. Erw. 5) - im freien Ermessen der
Bewilligungsbehörde (Art. 34 Abs. 2 i.V.m. Art. 96 AuG; vgl. P. Bolzli, in: Spescha/Thür/
Zünd/Bolzli, Migrationsrecht, 3. Aufl., Zürich 2012, N 3 zu Art. 34 AuG). Das
Verwaltungsgericht kann die Ausübung des Ermessens des Ausländeramts bzw. der
Vorinstanz nicht überprüfen; seine Kognition ist auf die Rechtskontrolle beschränkt (Art.
61 Abs. 1 und 2 VRP). Es kann daher nur einschreiten, wenn die Vorinstanz das ihr
zustehende Ermessen überschreitet oder missbraucht (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 740).
Ein diesbezüglicher Ermessensfehler wurde aber weder behauptet noch ist ein solcher
ersichtlich.
2.3. Aufgrund der in Erwägung 2.1. dargelegten Praxis ist massgeblich, dass der
Beschwerdeführer vor der Einbürgerung aufgrund der Ehe mit C. D. sel. über eine
Aufenthaltsbewilligung verfügt hat (Art. 42 Abs. 1 AuG). Die letzte
Aufenthaltsbewilligung für den Beschwerdeführer wurde im Jahr 2003 ausgestellt
(Akten Migrationsamt, Blatt 97). Somit war diese bereits zum Zeitpunkt der Einreichung
des Gesuchs um Erteilung einer neuen Aufenthaltsbewilligung am 17. Oktober 2010
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abgelaufen. Ein Anspruch auf Wiedererteilung der Aufenthaltsbewilligung in
Anwendung von Art. 42 Abs. 1 AuG ist aufgrund der Scheidung von C. D. sel.
ausgeschlossen. Nach der Auflösung der Ehegemeinschaft besteht ein Anspruch des
Ehegatten auf Erteilung der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 42 AuG aber weiter,
sofern die Ehe mindestens drei Jahre bestanden hat und der betreffende erfolgreich
integriert ist oder wenn ein weiterer Aufenthalt in der Schweiz wegen wichtiger Gründe
erforderlich ist (Art. 50 Abs. 1 lit. a und b AuG). Das Vorliegen eines wichtigen Grundes
wird nicht geltend gemacht und ist auch nicht ersichtlich. Der Beschwerdeführer beruft
sich jedoch darauf, dass seine Ehe mehr als drei Jahre Bestand gehabt habe und er
integriert sei.
Die Drei-Jahres-Regel von Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG gilt absolut (BGE 137 II 345 E. 3.1.3
mit Hinweisen; M. Spescha, in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli, Migrationsrecht, 3. Aufl.,
Zürich 2012, N 4 zu Art. 50). Für die Berechnung der Dauer der ehelichen Gemeinschaft
ist grundsätzlich die Aufgabe des gemeinsamen Haushalts der massgebliche Zeitpunkt
(BGE 136 II 113 E. 3.2). Weiter wird der Bestand der Ehe bejaht, solange eine
tatsächlich gelebte eheliche Beziehung und ein Ehewille vorliegen (statt vieler BGer 2C.
781/2010 vom 16. Februar 2011 E. 2.1.1). Art. 42 AuG bedingt insbesondere das
Zusammenwohnen der Eheleute.
Der Beschwerdeführer und C. D. sel. haben am 1. Dezember 2000 geheiratet, lebten
bereits seit 7. August 2004 getrennt und wurden per 6. Juni 2005 geschieden. Dem
Beschwerdeführer stand bereits seit dem 1. November 2003 - lediglich zwei Jahre und
elf Monate nach der Hochzeit - eine Zweitwohnung zur Verfügung. Es ist daher näher
zu prüfen, ob die Ehegemeinschaft tatsächlich drei Jahre Bestand hatte.
Der Umstand, dass der Beschwerdeführer ab 1. November 2003 eine Zweitwohnung
zu seiner alleinigen Verfügung hatte (vgl. Akten Migrationsamt, Blatt 156), stellt ein Indiz
dafür dar, dass das Erfordernis des Zusammenwohnens gemäss Art. 42 AuG vor
Ablauf der ersten drei Ehejahre nicht mehr erfüllt war. Vom Erfordernis des
Zusammenwohnens kann jedoch abgesehen werden, wenn dafür wichtige Gründe
geltend gemacht werden (Art. 49 AuG). Dazu zählen unter anderem ausreichend
erhebliche Trennungsgründe, welche eine Rückkehr in den gemeinsamen Haushalt
nach einer befristeten Auszeit aber nicht ausschliessen. Der Besuch einer Ehetherapie
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während eines krisenbedingten Getrenntlebens spricht ebenfalls für den Weiterbestand
der Ehegemeinschaft trotz Getrenntleben (Spescha, a.a.O., N 3 zu Art. 49 AuG mit
Hinweis auf BGer 2C.781/2010 vom 16. Februar 2011 E. 2.1.3).
Aus den Akten geht hervor, dass die Ehe von Anfang an von Spannungen geprägt war.
Diese Spannungen wurden durch die Spielsucht des Beschwerdeführers intensiviert.
Das Paar hat sich zur Lösung der ehelichen Probleme anfangs August 2003 in eine
Paartherapie begeben. Diese dauerte jedoch lediglich zwei Monate und war folglich vor
dem Bezug der Zweitwohnung bereits beendet. Angesichts dessen dient im
vorliegenden Fall die Aufnahme einer Ehetherapie nicht zur Rechtfertigung des
Getrenntlebens.
C. D. sel. gab zudem an, dass die Ehetherapie auf Wunsch des Beschwerdeführers hin
abgebrochen wurde. Trotz entsprechender Abmachung, habe der Beschwerdeführer
aber eine Wiederaufnahme der Therapie abgelehnt, als C. D. sel. im Sommer 2004 den
entsprechenden Wunsch bekundet habe (Akten Migrationsamt, Blatt 156). Auch das
Bundesverwaltungsgericht hielt in seinem Entscheid betreffend Nichtigerklärung der
erleichterten Einbürgerung fest, dass die Anmietung einer Zweitwohnung weder auf
eine stabile Ehe noch auf eine ungetrennte Gemeinschaft an der selben Wohnadresse
schliessen lasse, sondern vielmehr ein gewichtiges Indiz dafür sei, dass das tägliche
Zusammensein zur Überforderung wurde (BVGer C-3355/2009 vom 11. Oktober 2010
E. 7.1).
Weiter ist zu beachten, dass sowohl der Mietvertrag für die eheliche Wohnung an der
G.-strasse wie auch der Mietvertrag für die Zweitwohnung an der H.-strasse auf den
1. November 2003 datiert sind. Zudem hat der Beschwerdeführer als Zweitwohnung
eine Zweizimmerwohnung gemietet (Akten Migrationsamt, Blatt 423). C. D. sel. hat
erklärt, dass der Beschwerdeführer explizit auf eine Zweizimmerwohnung bestanden
haben soll und er sich nicht mit ihrem Vorschlag der Miete einer Einzimmerwohnung
zufrieden gegeben habe (Akten Migrationsamt, Blatt 156). Die eheliche Wohnung war
ebenfalls eine Zweizimmerwohnung (Akten Migrationsamt, Blatt 425). Wenn die
Zweitwohnung tatsächlich lediglich als Rückzugsort zwecks Deeskalation einer
angespannten Lage diente, hätte dieser Zweck auch mit der Miete einer
Einzimmerwohnung oder eines Studios erreicht werden können; dies umso mehr als
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die Akten keineswegs auf grosszügige finanzielle Verhältnisse der Ehegatten schliessen
lassen.
Auch wenn der Beschwerdeführer in der Zeit zwischen November 2003 und August
2004 nicht ausschliesslich in der Zweitwohnung gelebt hat, so zeigt die Tatsache, dass
im Sommer 2004 die definitive Trennung erfolgte, dass die ehelichen Spannungen, die
zur Miete einer Zweitwohnung geführt haben, offensichtlich derart gross waren, dass
eine vollständige Rückkehr in die ehelichen Wohnung letztlich nicht mehr möglich war.
Die aufgeführten äusseren Umstände lassen eindeutig darauf schliessen, dass der
Beschwerdeführer und C. D. sel. ab dem 1. November 2003 nicht mehr
zusammenlebten, keine tatsächliche gelebte eheliche Gemeinschaft mehr gegeben war
und der Beschwerdeführer schon damals nicht mehr ernsthaft mit einer Aufnahme der
ehelichen Gemeinschaft gerechnet hat.
Zusätzliche Indizien dafür, dass zumindest beim Beschwerdeführer der Ehewille
erloschen war, ergeben sich aus den Aussagen von C. D. sel. Diese schildert auf
zahlreichen Seiten und zu unterschiedlichen Zeitpunkten in nachvollziehbarer Weise,
wie der Beschwerdeführer sich ihr abwechselnd genähert und wieder von ihr distanziert
habe. Sie beschreibt, dass sich ihr grundsätzlich von Spannungen geprägtes Eheleben
im Halbjahr vor der Einbürgerung wieder entspannt habe, sich ihre Beziehung nach
erfolgter Einbürgerung aber wieder auffällig verschlechtert habe, bis es dann zur
Trennung im August 2004 gekommen sei. Nach erfolgter Trennung habe sich der
Beschwerdeführer dann wieder teilweise erfolgreich angenähert, worauf die Situation
Anfang 2005 eskaliert sei, bis letztlich die Scheidung eingereicht wurde. Im Zeitpunkt
kurz vor der Feststellung der Scheidung sei der Beschwerdeführer sodann wieder mit
aufdringlichen Liebeserklärungen vorstellig geworden. Selbst Anfangs 2006, als er
bereits mit der Beschwerdeführerin verheiratet war, habe er ihr - ohne sie über die
zwischenzeitliche Vermählung mit der Beschwerdeführerin zu informieren - seine
angebliche Liebe gestanden, um dann wiederum vorzuschlagen, zusammen mit einer
zweiten Ehefrau ein Kind zu haben, die zusammen mit ihnen wohnen solle (Akten
Migrationsamt, Blätter 115 ff.; 136 ff.; 146 ff.; 152 ff.). Vor diesem Hintergrund scheinen
die Annäherungsversuche des Beschwerdeführers vielmehr auf ausländerrechtlichen
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Motiven beruht zu haben und der Eindruck, dass seitens des Beschwerdeführers kein
Ehewille mehr gegeben war, wird dadurch noch verstärkt.
Der Beschwerdeführer wendet diesbezüglich ein, dass das Bundesgericht in seinem
Urteil vom 13. Dezember 2010 der vorinstanzlichen Feststellung zugestimmt habe,
wonach es nachvollziehbar sei, dass die Ehegatten bei der Unterzeichnung der
Erklärung betreffend Zustand der Ehegemeinschaft die Hoffnung hegten, die Ehe sei zu
retten. Eine noch bestehende Hoffnung, eine Ehe zu retten, spricht zwar grundsätzlich
gegen das definitive Scheitern einer Ehe und für einen noch gegebenen Ehewillen.
Dieser Hinweis ist vorliegend aber unbehelflich: Weder das Bundesverwaltungsgericht
noch das Bundesgericht haben sich konkret und detailliert mit dem Ehewillen
auseinandergesetzt, da sie sich auf die Feststellung beschränken konnten, dass im
Zeitpunkt der Erklärung keine intakte Ehe mehr bestand. Der Hinweis des
Bundesverwaltungsgerichts, dass gar nicht bestritten werden solle, dass eine
gemeinsame Hoffnung bestanden habe, die Ehe zu retten, wurde vielmehr beiläufig
angefügt (vgl. BVGer C-3355/2009 vom 11. Oktober 2010 E. 7.2). Auch das
Bundesgericht konzentrierte sich vielmehr auf die Feststellung, dass der Wille des
Beschwerdeführers zur Fortführung der ehelichen Gemeinschaft nicht ausschliesse,
dass er gegenüber den Behörden falsche Angaben zum Zustand seiner Ehe gemacht
habe (BGer 1C_476/2010 vom 13. Dezember 2010 E. 2.4). In Verbindung mit dem Urteil
des Bundesverwaltungsgerichts geht hervor, dass es dem Bundesgericht um die
Feststellung geht, dass - selbst dann, wenn davon ausgegangen werden würde, dass
die beidseitige Hoffnung des Ehepaares auf Rettung der Ehe noch gegeben wäre - die
Ehe im Juni 2004 nicht mehr intakt war. Mit der Frage, ob im gegebenen Zeitpunkt
noch ein Ehewille gegeben war, haben sich aber zu Recht weder das
Bundesverwaltungsgericht noch das Bundesgericht auseinandergesetzt, zumal diese
Frage für die Nichtigerklärung auch nicht entscheidrelevant war.
Aufgrund der Darlegungen kann - ohne in Widerspruch mit den Feststellungen des
Bundes- und Bundesverwaltungsgerichts betreffend Nichtigerklärung der erleichterten
Einbürgerung zu geraten - festgestellt werden, dass die äusseren Umstände darauf
hindeuten, dass der Beschwerdeführer und C. D. sel. ab dem 1. November nicht mehr
zusammen gelebt und keine eheliche Gemeinschaft mehr gebildet haben. Zudem fehlt
es an Umständen, die das Getrenntleben rechtfertigen würden. Die Ehe des
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Beschwerdeführers mit C. D. sel. hat somit das absolute Erfordernis des dreijährigen
Bestandes der Ehe nicht erfüllt. Folglich hat er keinen gesetzlichen Anspruch auf
Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gemäss Art. 50 Abs. lit. a AuG. Die weiteren
Vorbringen des Beschwerdeführers bezüglich Integration und Vorliegen von
Erlöschensgründen gemäss Art. 51 Abs. 2 lit. a und b AuG erübrigen sich daher.
3. An dieser Stelle sind die verschiedenen formellrechtlichen Rügen des
Beschwerdeführers zu prüfen. Vorab ist jedoch darauf hinzuweisen, dass diese
Vorbringen zum Vorhinein ins Leere zielen, soweit sie eine allfällige Scheinehe
betreffen, da diese bereits von der Vorinstanz verneint wurde. Die Vorbringen sind aber
dennoch zu prüfen, insofern sie auch für das Beschwerdeverfahren von Bedeutung
sind.
3.1. Der Beschwerdeführer wendet bezüglich der Stellungnahmen von C. D. sel. ein,
dass diese unglaubwürdig seien.
Abklärungen bezüglich der Frage, ob eine tatsächlich gelebte Ehe noch gegeben ist,
betreffen innere, dem Kern der Privatsphäre zugehörende Sachverhalte. Solche sind
einem Beweis in der Regel nicht zugänglich. Die Behörde darf daher von bekannten
Tatsachen (Vermutungsbasis) auf unbekannte (Vermutungsfolge) schliessen. Es handelt
sich dabei um Wahrscheinlichkeitsfolgerungen, die aufgrund der Lebenserfahrung
gezogen werden. Die betroffene Person ist bei der Sachverhaltsabklärung
mitwirkungspflichtig. Die Vermutung wiederum gehört zur freien Beweiswürdigung und
bewirkt keine Umkehrung der Beweislast. Der Betroffene muss daher nicht den Beweis
des Gegenteils erbringen, muss aber Zweifel an der Richtigkeit der Indizien und der
daraus gezogenen Schlussfolgerung nachweisen (BGE 135 II 161 E. 3 mit Hinweisen).
Gemäss dem für das Beschwerdeverfahren gültigen Grundsatz der freien
Beweiswürdigung (Art. 64 i.V.m. Art. 21 Abs. 3 VRP), hat die Gewichtung der
Beweismittel nach ihrer inneren Qualität, mithin aus der anzunehmenden
Übereinstimmung mit der Wirklichkeit zu erfolgen. So ist es etwa zulässig, eine
Parteiaussage stärker zu gewichten als eine dieser widersprechende Zeugenaussage.
Dafür wird jedoch vorausgesetzt, dass dem inneren Gehalt der ersten Aussage die
Überzeugungskraft zukommt, sie für wahr zu halten (zum Ganzen Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 616). Dasselbe
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gilt für den umgekehrten Fall, dass eine Zeugenaussage einer Parteiaussage
widerspricht. Ein Abstellen auf die Äusserungen von C. D. sel. ist somit grundsätzlich
zulässig.
Daran ändert auch der Einwand des Beschwerdeführers nichts, wonach die Aussagen
von C. D. sel. aufgrund ihrer inneren Widersprüchlichkeit und der schweren Krankheit
der Zeugin keine verlässliche Entscheidungsgrundlage darstellten. C. D. sel. hat sich
sowohl im Rahmen der polizeilichen Befragung vom 28. Oktober 2005 (vgl. Akten
Migrationsamt, Blatt 394 bis 406) wie auch in den dem Migrationsamt am 20. April
2005 (vgl. Akten Migrationsamt, Blatt 102 bis 129) und am 19. April 2006 (vgl. Akten
Migrationsamt, Blatt 136 bis 157) zugestellten Akten unter verschiedenen
Gesichtspunkten teilweise zu denselben Geschehnissen geäussert, ohne dabei in
Widersprüche zu verfallen. Im Übrigen wurden die Aussagen von C. D. sel. teilweise
auch durch unbeteiligte Dritte bestätigt (vgl. Akten Migrationsamt zur
Beschwerdeführerin, Blatt 69 bis 72).
Der vorinstanzlichen Feststellung, dass die Aussagen von C. D. sel. vom 28. Oktober
2005 und im Schreiben vom 19. April 2006 an das Migrationsamt teilweise
widersprüchlich seien, kann nicht zugestimmt werden: Sowohl während der Befragung
vom 28. Oktober 2005 wie auch im Schreiben vom 19. April 2006 erklärte C. D. sel.,
dass sie und der Beschwerdeführer nach der Eingabe der Scheidung am 4. Februar
2005 nur noch telefonisch und im Zusammenhang mit der Scheidung Kontakt gehabt
hätten (Akten Migrationsamt, Blätter 394 und 146). Auch das Schreiben vom 20. April
2005 und die dazugehörigen Beilagen beinhalten nur Angaben zu stattgefundenen
Telefonaten in der Zeit zwischen Eingabe der Scheidung und Erlass des
Scheidungsurteils (Akten Migrationsamt, Blatt 102 bis 129). Am 28. Oktober 2005 hat
sie weiter zu Protokoll gegeben, dass sie dem Beschwerdeführer im August 2005
zufällig begegnet sei und sie damals zum ersten Mal wieder gesprächsbereit gewesen
sei. Kurz darauf sei sie sehr krank geworden und musste operiert werden. In dieser Zeit
hätten sie viel Kontakt gehabt, jedoch hätten sie keinesfalls eine Beziehung geführt
(Akten Migrationsamt, Blatt 394). Dass sie in ihrem Schreiben vom 19. April 2006 bzw.
in einer zugehörigen Beilage erklärte, dass der Beschwerdeführer kurz nach der
Eröffnung des Verfahrens betreffend Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung im
Juni 2005 intensiv begonnen habe, sie zu kontaktieren, sich um eine Wiederaufnahme
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der Beziehung bemüht habe und sie sich am 13. August zufällig begegnet seien, steht
mit den vorher erwähnten Ausführungen in keiner Weise im Widerspruch (vgl. Akten
Migrationsamt, Blätter 143 bis 145).
Aufgrund des Dargelegten steht fest, dass den verschiedenen Aussagen von C. D. sel.
ausreichend Überzeugungskraft zukommt. Demgegenüber ist es dem
Beschwerdeführer nicht gelungen, überzeugende Argumente vorzubringen, die am
Wahrheitsgehalt der Darstellungen von C. D. sel. ernsthaft zweifeln lassen. Folglich
durfte die Vorinstanz auf deren Aussagen abstellen, ohne sich einer
Verfahrensverletzung schuldig zu machen. Dasselbe gilt für das vorliegende Verfahren.
3.2. Der Beschwerdeführer beantragt eine persönliche Befragung des
Beschwerdeführers durch das Verwaltungsgericht und für den Fall, dass das
Verwaltungsgericht näher auf das Eheleben des Beschwerdeführers mit C. D. sel.
eingehen würde, die Abnahme der wiederholt gestellten Beweisanträge betreffend der
Einholung eines Berichts vom Ehetherapeuten I. K. und vom Psychiater Dr. L. M. sowie
einer zeugenschaftlichen Befragung der Kinder von C. D. sel., N. und O. P. Zudem wird
der Beizug sämtlicher Akten zum Eheschutz- und Scheidungsverfahren des
Kreisgerichts St. Gallen und der Akten des Bundesamtes für Migration über die
Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung verlangt, da unklar sei, welche Akten
im Einzelnen den Vorinstanzen zur Verfügung gestanden hätten.
Wird das Ergebnis weiterer Beweiserhebung vorweggenommen, weil wegen des
bereits vorliegenden Beweisergebnisses ausgeschlossen werden kann, dass weitere
Beweiserhebungen daran etwas ändern könnten, spricht man von einer antizipierten
Beweiswürdigung. Eine solche Würdigung ist zulässig, wenn auf Grund der bereits
abgenommenen Beweise der rechtlich erhebliche Sachverhalt für genügend geklärt
erachtet wird und ohne Willkür vorweg die Annahme getroffen werden kann, eine
weitere Beweiserhebung werde an der rechtlichen Überzeugung nichts ändern (BGer
6B.366/2010 vom 21. September 2010 E. 1.4; Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 622 mit
Hinweisen).
Dem Beschwerdeführer wurde das rechtliche Gehör bereits mehrfach gewährt.
Überdies ist es weder ersichtlich noch wurde dargelegt, inwiefern eine persönliche
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Befragung des Beschwerdeführers aus beweisrechtlicher Sicht angezeigt ist und etwas
am Verfahrensausgang ändern würde. Der Antrag auf eine persönliche Befragung ist
daher abzuweisen. Der Beschwerdeführer begründet auch nicht, was ihn zur
Vermutung veranlasst, dass der Vorinstanz nicht alle Akten zur Verfügung gestanden
hätten, und warum es nötig gewesen wäre, dass der Vorinstanz und dem
Migrationsamt alle Akten lückenlos hätten vorgelegen haben müssen. Der Antrag auf
Beizug sämtlicher Akten zum Eheschutz- und Scheidungsverfahren des Kreisgerichts
St. Gallen und der Akten des Bundesamtes für Migration über die Nichtigerklärung der
erleichterten Einbürgerung wird daher abgewiesen.
4. Weiter beantragt der Beschwerdeführer, es sei ihm eine Bewilligung gestützt auf Art.
30 Abs. 1 lit. b bzw. lit. k AuG zu erteilen. Der Entscheid über die Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung nach Art. 30 Abs. 1 lit. b oder lit. k AuG liegt im Ermessen der
Behörde. Auf die beschränkte Kognition des Verwaltungsgerichts wurde bereits
hingewiesen. Es ist daher anschliessend zu prüfen, ob die Vorinstanz ihr Ermessen
rechtmässig ausgeübt hat.
Der Beschwerdeführer rügt, dass die Vorinstanz in willkürlicher Weise das geringe
Einkommen und die Tatsache der Inanspruchnahme der unentgeltlichen
Prozessführung durch den Beschwerdeführer bei der Prüfung der finanziellen
Verhältnisse im Rahmen der Härtefallprüfung berücksichtigt habe. Die finanziellen
Verhältnisse sind bei der Härtefallprüfung aber aufgrund von Art. 31 Abs. 1 lit. d VZAE
zu berücksichtigen. Dass das Nettoeinkommen des Beschwerdeführers für den
Unterhalt einer vierköpfigen Familie bescheiden ist, bestreitet der Beschwerdeführer
nicht. Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers und seiner Familie ist zudem aufgrund
der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege erstellt (Art. 99 Abs. 2 VRP i.V.m. Art.
117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung, SR 272; V. Rüegg, in: Spühler/ Tenzio/ 
Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Basel
2010, N 7 zu Art. 117 ZPO). Es fehlen folglich Anhaltspunkte dafür, dass die
Berücksichtigung der Inanspruchnahme der unentgeltlichen Prozessführung und der
Schlussfolgerung der Vorinstanz, dass sich die Beschwerdeführer in knappen
finanziellen Verhältnissen befänden, willkürlich ist.
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5. Nach Art. 96 Abs. 1 AuG berücksichtigen die zuständigen Behörden bei der
Ermessensausübung die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse
sowie den Grad der Integration der Ausländerinnen und Ausländer. Eine gesetzliche
Pflicht, Ermessen in irgendeiner Weise grosszügig zu handhaben, besteht nicht
(VerwGE B 2010/185 vom 16.Dezember 2010 E. 2.4., abrufbar unter
www.gerichte.sg.ch).
Die Schweiz verfolgt im Hinblick auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem
Bestand der schweizerischen und ausländischen Wohnbevölkerung gegenüber
Ausländern ausserhalb des EU- und EFTA-Raums in Fragen der
Aufenthaltsberechtigung eine restriktive Politik (BGE 137 I 247 E. 4.1.2; VerwGE
B 2010/190 vom 26. Januar 2011 E. 4.2.; B 2011/103 vom 11. August 2011 E. 3.4.1.,
beide abrufbar unter www.gerichte.sg.ch). Dazu kommt, dass der Beschwerdeführer
als Kommissionierer keine besonders qualifizierte Tätigkeit ausübt, die aus
wirtschaftlicher oder arbeitsmarktlicher Sicht eine Erteilung der Aufenthaltsbewilligung
gebieten würde. Das öffentliche Interesse an der Wegweisung des Beschwerdeführers
wird durch sein wiederholt unlauteres Verhalten den Migrationsbehörden gegenüber
noch verstärkt.
Der Beschwerdeführer verfügt sodann unbestrittener Weise über Verwandtschaft im
Heimatland. Der pauschale und unbegründete Einwand des Beschwerdeführers, dass
ihm diese bei der Integration nicht behilflich sein könne, ist unbehelflich. Zudem weist
die Vorinstanz zu Recht darauf hin, dass der Beschwerdeführer erst im Alter von
31 Jahren in die Schweiz eingereist ist. Folglich hat er einen grossen und prägenden
Teil seines Lebens in seinem Heimatland verbracht. Weiter ist zu berücksichtigen, dass
die Beschwerdeführerin ebenfalls erst im Alter von 32 Jahren in die Schweiz eingereist
ist. Ihre Einreise liegt zudem lediglich wenig mehr als zwei Jahre zurück. Es liegt daher
nahe, dass der Beschwerdeführer auch vom Beziehungsnetz der Beschwerdeführerin
im Heimatland profitieren können wird. Es wurde auch nicht dargelegt, dass der
Beschwerdeführer überdurchschnittliche Schwierigkeiten in seinem Heimatland zu
gewärtigen hätte. Seine hier gesammelten Erfahrungen als Kommissionierer wird er
auch in seiner Heimat einsetzen können, auch wenn die Lebens- und
Arbeitsbedingungen dort gegenüber der Schweiz teilweise ungünstiger sein mögen.
Die lange Anwesenheitsdauer in der Schweiz und der zwischenzeitliche Nachzug der
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Beschwerdeführerin vermögen an der Verhältnismässigkeit des Entscheids nichts zu
ändern. Von den nunmehr 14 Jahren, während der sich der Beschwerdeführer schon in
der Schweiz aufhält, entfallen rund drei Jahre auf das Asylverfahren. Bereits am 23.
Juni 2005 wurde dem Beschwerdeführer die Nichtigerklärung seiner Einbürgerung in
Aussicht gestellt (Akten Migrationsamt, Blatt 132). Seit jenem Zeitpunkt bis Ende
Dezember 2010 hat sich der Beschwerdeführer einzig aufgrund einer zwischenzeitlich
rechtskräftig für nichtig erklärten Einbürgerung aufgehalten. Der Beschwerdeführer und
die Beschwerdeführerin wurden deutlich darauf hingewiesen, dass das Gesuch um
Familiennachzug vorbehältlich des Entscheids betreffend Nichtigerklärung der
Einbürgerung erteilt werde und das Verbleiberecht der Beschwerdeführerin vom
weiteren Verbleib des Beschwerdeführers abhängig sei (Akten Migrationsamt, Blatt
209). Der diesbezügliche Einwand des Beschwerdeführers, die Beschwerdeführerin sei
ungenügend auf diesen Umstand hingewiesen worden, geht daher fehl. Auch der
Einwand, dass der Beschwerdeführer erstmals am 21. Januar 2011 über die Tatsache
informiert worden sei, dass er nicht nur das Bürgerrecht verliere, sondern überdies
keinen Anspruch auf automatische Wiedererteilung einer Aufenthaltsbewilligung habe,
ist verfehlt. Auf diesen Umstand wurde der Beschwerdeführer bereits am 7. Juni 2010
mittels Zustellung einer Kopie eines Schreibens des Migrationsamtes an das
Bundesverwaltungsgericht hingewiesen (Akten Migrationsamt, Blatt 206). Angesichts
dessen, dass es einer langjährigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung entspricht,
dass eine vor der Einbürgerung erteilte Aufenthaltsbewilligung nach der
Nichtigerklärung gerade nicht automatisch wiederauflebt (vgl. Erw. 2.1. und die
Hinweise in BGE 135 II 1 E. 3.2), und der Beschwerdeführer seit spätestens 30. Juni
2005 anwaltlich vertreten ist (Akten Migrationsamt, Blatt 133), ist die Berufung auf eine
angebliche Unkenntnis der genannten Rechtsprechung unbehelflich. Damit erübrigt
sich auch der Einwand bezüglich einer angeblichen Verletzung des Gebots von Treu
und Glauben infolge verspäteter Mitteilung der Konsequenzen einer Nichtigerklärung
der Einbürgerung. Vor diesem Hintergrund erweist sich auch die Kritik des
Beschwerdeführers an der langen Verfahrensdauer als unbehelflich. Letztlich ist es
daher auch nicht ersichtlich, warum es unverhältnismässig sein sollte, auf das
Verhalten des Beschwerdeführers während seines gesamten bisherigen Aufenthalts in
der Schweiz abzustellen.
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Die Nichtunterbreitung des Gesuchs als Härtefall nach der Nichtigerklärung der
Einbürgerung des Beschwerdeführers und die Nichterteilung der Niederlassungs- und
Aufenthaltsbewilligung für den Beschwerdeführer sind folglich verhältnismässig.
6. Die Beschwerdeführerin hat ihre Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des
Familiennachzuges zu ihrem Ehemann erhalten. Die Vorinstanz hat bereits erläutert,
dass die Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin während des
Rechtsmittelverfahrens abgelaufen ist, weshalb nicht mehr der Widerruf, sondern die
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung zu prüfen ist. Wenn beim Vorliegen
bestimmter Umstände ein Widerruf möglich ist, trifft dies ebenso für die Verweigerung
einer Verlängerung zu (VerwGE B 2005/51 vom 20. Juni 2005 E. 2b, abrufbar unter
www.gerichte.sg.ch). Da feststeht, dass der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf
Anwesenheit hat, entfällt auch jede Grundlage für entsprechende Ansprüche der
Beschwerdeführerin und der beiden gemeinsamen Kinder. Da keiner dieser
Angehörigen ein festes Anwesenheitsrecht in der Schweiz besitzt und die ganze
Familie gemeinsam das Land verlassen muss, ist der Widerruf bzw. die Verweigerung
der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung verhältnismässig und bewirkt im Übrigen
auch keinen Eingriff in den Schutzbereich der Garantie auf Achtung des Familienlebens
nach Art. 8 EMRK (BGer 2A.431/2005 vom 14. November 2005 E. 2.3 mit Hinweis).
7. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht