Decision ID: 6656080d-4ca6-5951-b1e6-238500c9f029
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
K._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller, Engelgasse 214, 9053 Teufen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
K._ meldete sich am 15. Dezember 2005 zum Bezug von IV-Leistungen an. Er gab
an, er habe in seinem Herkunftsland den Beruf des Coiffeurs erlernt. Die A._ AG teilte
der IV-Stelle am 7. Februar 2006 mit, sie habe den Versicherten vom 22. Mai 2000 bis
zum 31. Dezember 2005 als Betriebsmitarbeiter beschäftigt. Das Arbeitsverhältnis sei
wegen eines Stellenabbaus aufgelöst worden. Die Kündigung datiere vom 29.
September 2005. Im Jahr 2005 habe der Versicherte einen Lohn von Fr. 54'457.-
erzielt. Aktuell würde er Fr. 50'700.- verdienen. Dr. med. B._ berichtete der IV-Stelle
am 30. März 2006, der Versicherte leide an einer hypertensiven und koronaren
Herzkrankheit bei St. n. fünffacher HCBP am 7. Juli 2005 (bei Diabetes mellitus Typ 2,
Hyperlipidämie, Zigarettenabusus, arterieller Hypertonie und Übergewicht), an COPD
mit Anstrengungsdyspnoe bei St. n. langjährigem Zigarettenabusus und - ohne Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit - an einem St. n. Sequestrektomie und Enukleation L5/S1
rechts am 26. August 1999 bei mediolateraler Diskushernie mit Wurzelreizsymptomen
S1 rechts. In der zuletzt ausgeübten Erwerbstätigkeit bestehe seit dem 31. Mai 2005
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Wegen chronischer Müdigkeit und
Anstrengungsdyspnoe habe sich der Versicherte bisher nicht fähig gefühlt, eine neue
Arbeit zu suchen. Gemäss einem von Dr. med. B._ eingereichten Austrittsbericht der
Klinik Gais vom 25. August 2005 hatte sich der Versicherte vom 16. Juli bis 12. August
2005 zur stationären Rehabilitation dort aufgehalten. Zur Arbeitsfähigkeit hatten die
Ärzte der Klinik Gais ausgeführt, wegen einer körperlichen Tätigkeit als Hilfsarbeiter
sollte eine Arbeitsunfähigkeit bis drei Monate postoperativ bescheinigt werden. Dann
könne die Tätigkeit wieder zu 50% aufgenommen werden. Am 13. Oktober 2006
berichtete Dr. med. B._ der IV-Stelle, die koronare Herzkrankheit scheine
symptomfrei zu sein, die Hypertonie und der Diabetes mellitus seien gut eingestellt. Der
Versicherte fühle sich ständig müde, sei motivationslos, sitze den ganzen Tag zuhause,
weil er nicht gehen könne, habe häufig Schwindel und Atembeschwerden bei
Belastung. Der Wechsel der Medikamente und deren zeitweise Absetzung hätten
keinen Einfluss auf die Müdigkeit und die Leistungsintoleranz gehabt. Schon seit
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längerer Zeit würden ergebnislos Antidepressiva eingesetzt. Eine kardiologische
Begutachtung stehe bevor. Die Kardiologie des Kantonsspitals St. Gallen berichtete Dr.
med. B._ am 12. Dezember 2006, aus kardiologischer Sicht bestünden keine Gründe
für eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit. Insgesamt sei von einem Trainingsmangel
auszugehen. Die Leistungsfähigkeit könnte durch ein körperliches Training verbessert
werden.
B.
Der RAD Ostschweiz nahm am 27. Februar 2007 eine interdisziplinäre Untersuchung
vor.
B.a Dr. med. C._ berichtete am 29. März 2007 gestützt auf seine internistische
Untersuchung, der Versicherte leide an einer koronaren Dreigefässerkrankung mit
fünffachem aorto-koronarem Bypass 07/05, an einer leichten obstruktiven
Ventilationsstörung, an einer Diskushernie auf der Höhe L5/S1 mit
Wurzelreizsymptomatik S1 rechts, Sequestrektomie und Enukleation 1999, an einem
Diabetes mellitus Typ IIb, an arterieller Hypertonie und - ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit - Adipositas bei einem BMI von 31,7 kg/m . Es sei zu einem sehr guten
Ergebnis der kardialen Revaskularisierung gekommen. Unter einer ergometrischen
Belastung mit bis zu 107 Watt hätten keine Zeichen einer koronaren Insuffizienz
provoziert werden können. Die Leistung habe einer mittelschweren Dauerbelastung
entsprochen. Bei der Lungenfunktionsprüfung sei eine leichtgradige obstruktive
Ventilationsstörung festgestellt worden. Der Diabetes mellitus sei ausreichend
eingestellt gewesen. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit mit Heben und Tragen von Lasten
bis zu 18 kg und Stressexposition sei ungünstig. Eine leidensadaptierte Tätigkeit wäre
körperlich leicht bis intermittierend mittelschwer, in Wechselhaltung auszuüben, ohne
Heben und Tragen von Lasten über 15 kg, ohne Zwangshaltung der Wirbelsäule, ohne
Exposition gegenüber Kälte, Nässe, Zugluft, atemwegsreizenden Stäuben, Dämpfen
oder Rauch. Zudem sollte die Möglichkeit zu vermehrten, auch betriebsunüblichen
Pausen gegeben sein. Diese Tätigkeit sollte in geschlossenen und ausreichend
temperierten Räumlichkeiten ausgeübt werden. Nacht-, Schicht- oder
Fliessbandarbeiten mit hohem Takt kämen nicht mehr in Frage. In einer solcherart
adaptierten Tätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit des Versicherten 75%.
2
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B.b Dr. med. D._ führte am 27. Februar 2007 aus, der Versicherte leide an einer
Neurasthenie (DD: Dysthymie). Diese ziehe keine Arbeitsunfähigkeit nach sich, da sie
mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sei. Zusatzkriterien, welche die
Willensanstrengung verhindern könnten, seien nur teilweise vorhanden. Insbesondere
fehle eine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer.
Hingegen bestünden chronische körperliche Begleiterkrankungen, ein mehrjähriger
chronischer Krankheitsverlauf sowie ein primärer und ein sekundärer
Krankheitsgewinn. Der Versicherte weise aber genügend Reserven auf (Spaziergänge,
intakte familiäre Strukturen, Teilnahme am Alltagsgeschehen). Differentialdiagnostisch
sei eine Dysthymie mit wiederkehrenden leichten subdepressiven
Verstimmungszuständen, mit verminderter Aktivität, mit Schlaflosigkeit, mit
Konzentrationsschwierigkeiten und mit Pessimismus im Hinblick auf die Zukunft
anzunehmen. Auch diese Diagnose habe keine Arbeitsunfähigkeit zur Folge. Für die
Arbeitsfähigkeit relevante Einschränkungen der Konzentrations-, Aufmerksamkeits- und
Gedächtnisleistung seien nicht festzustellen gewesen. Aus psychiatrischer Sicht sei die
Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt.
C.
Die IV-Stelle verglich ein Valideneinkommen von Fr. 55'002.- mit einem zumutbaren
Invalideneinkommen von Fr. 37'762.- und ermittelte so einen Invaliditätsgrad von 33%.
Mit einem Vorbescheid vom 11. Mai 2007 teilte sie dem Versicherten mit, dass sie
beabsichtige, sein Rentenbegehren abzuweisen. Der Versicherte liess am 11. Juni 2007
einwenden, die Rückenbeschwerden seien bei der RAD-Abklärung, deren Ergebnis als
eigentliches Parteigutachten aufzufassen sei, nicht in die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit einbezogen worden. Die letzte Röntgenuntersuchung sei im Jahr 2000
erfolgt. Weil es sich um ein progredientes Geschehen handle, seien die
Untersuchungen des RAD unvollständig. Zwar stünden die Rückenbeschwerden aktuell
nicht im Vordergrund, aber bei einer Wiederaufnahme der Arbeit wäre damit zu
rechnen. Die vom RAD beschriebene adaptierte Erwerbstätigkeit existiere in der
Realität gar nicht, denn sonst könnte jede noch so invalide Person voll arbeitsfähig
geschrieben werden. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt weise keine Stellen auf, an
denen betriebsunübliche Pausen möglich seien. Auch den übrigen Einschränkungen
trage kein Arbeitsplatz Rechnung. Der Arbeitsplatzbeschrieb entspreche einer
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klassischen Büroarbeit mit einem Nebenraum, in dem man sich nach Belieben hinlegen
könne. Eine Büroarbeit komme für ihn aber nicht in Frage. Die IV-Stelle sei zu
verpflichten, mindestens drei konkrete Arbeitsstellen vorzuweisen, welche die
notwendigen Voraussetzungen erfüllten. Damit müsse auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzung der Klinik Gais abgestellt werden. Da die vermehrten
Pausen zusätzlich zu berücksichtigen seien, betrage der Arbeitsfähigkeitsgrad nur
65%. Es sei ein Teilzeitabzug notwendig. Zusammen mit den übrigen Nachteilen
erscheine der Maximalabzug von 25% als angemessen. Dr. med. C._ hielt dazu am
4. Juli 2007 fest, bei der Untersuchung sei der Versicherte ausführlich anamnestisch
bezüglich der Beschwerden seitens des Bewegungsapparates befragt worden. Auch
bei der körperlichen Untersuchung sei ausführlich auf die geschilderten linksseitigen
Beschwerden eingegangen worden. Die Wirbelsäule und die Extremitäten seien
ausführlich untersucht worden. Die anamnestisch angegebenen Beschwerden und die
Untersuchungsbefunde seien bei der Beurteilung der Leistungsfähigkeit und der
leidensadaptierten Tätigkeiten berücksichtigt worden. Mit einer Verfügung vom 12. Juli
2007 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten ab.
D.
Der Versicherte erhob am 10. September 2007 Beschwerde gegen diese Verfügung. Er
beantragte die Zusprache einer halben Rente ab Mai 2006, eventualiter die
Rückweisung der Streitsache an die IV-Stelle zur weiteren Abklärung. Ausserdem
ersuchte er um die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Zur Begründung
seines Hauptantrages machte er sinngemäss geltend, die Sachverhaltsabklärung sei
unvollständig, da die letzte Röntgenaufnahme der Wirbelsäule im Juni 2000 erfolgt sei
und sich seither durchaus etwas geändert haben könne. Im Einsatzprogramm des RAV
(Gerätedemontage) gehe es mehr schlecht als recht. Er müsse krankheitsbedingt oft
fehlen. Der Arbeitsplatz entspreche absolut nicht der Beschreibung im Bericht des
RAD. Dieser Bericht sei im übrigen als Parteigutachten zu betrachten, da die Ärzte des
RAD in einem Abhängigkeitsverhältnis zur IV-Stelle stünden und da durch diese Art der
Abklärung der Beizug externer Spezialisten verunmöglicht worden sei. Aufgrund des
erhöhten Pausenbedarfs in einer adaptierten Erwerbstätigkeit (die es allerdings in der
Realität gar nicht gebe) sei ein erheblicher zusätzlicher Abzug notwendig. Es hätten
erfahrene Kardiologen beigezogen werden müssen. Die Wirbelsäulenproblematik hätte
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aktuell abgeklärt werden müssen. Die Klinik Gais sei von einer Arbeitsfähigkeit von
lediglich 50% bei einer Hilfsarbeit mit Heben und Tragen von Lasten bis 18 kg
ausgegangen. Bezeichnenderweise sei kein einziges Arbeitsplatzbeispiel genannt
worden. Kein Arbeitgeber sei bereit, ein quasi freies Pausenmachen zu tolerieren und
erst noch entsprechende Räume zur Verfügung zu stellen. Realistisch sei ein
Arbeitsfähigkeitsgrad von 50-65%, was zusammen mit dem maximalen zusätzlichen
Abzug von 25% vom statistischen Durchschnittslohn einen Rentenanspruch begründe.
E.
Die IV-Stelle beantragte am 29. Oktober 2007 die Abweisung der Beschwerde. Sie
machte geltend, die Beurteilung durch den RAD überzeuge auch in orthopädischer
Hinsicht. Der Versicherte sei einlässlich untersucht worden. Der Hausarzt sei im Bericht
vom 30. März 2006 davon ausgegangen, dass der Versicherte durch die
Rückenproblematik nicht limitiert sei. Die Operation im Jahr 1999 sei erfolgreich
verlaufen. Der Versicherte versuche, eine Einschränkung zu konstruieren, wo es keine
gebe. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt beinhalte Arbeitsplätze, an denen eine
rückenschonende Arbeit in immissionsfreien Räumen ohne Stress ausgeübt werden
könne. Die Arbeitsunfähigkeit von 25% resultiere aus der kardiologisch bedingten
Verlangsamung und aus dem erhöhten Pausenbedarf. Deshalb könne die
Arbeitsfähigkeit nicht nochmals mit diesen Argumenten reduziert werden. Umstände,
die einen höheren zusätzlichen Abzug erfordern würden, seien nicht erkennbar. Ein
Teilzeitabzug sei rechtsprechungsgemäss nicht zulässig. Auf der Seite des
Valideneinkommens sei nicht auf das unterdurchschnittliche, effektiv erzielte
Einkommen, sondern auf den höheren Durchschnittslohn abgestellt worden. Dadurch
seien allfällige zusätzliche Nachteile des Versicherten mehr als kompensiert gewesen.
F.
Der Versicherte wandte am 13. Dezember 2007 ein, der Bericht des Hausarztes sei
entstanden, als der Arbeitsunterbruch bereits mehr als zehn Monate angedauert habe.
Deshalb habe der Hausarzt die Auswirkung der Wirbelsäulenproblematik auf die
Arbeitsfähigkeit gar nicht einschätzen können. Seit Februar 2005 bestünden ernsthafte
Rückenbeschwerden links. Das Ergebnis einer neuen kernspintomographischen
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Untersuchung vom 19. September 2007 stelle ein objektives Korrelat zu seinen
Rückenschmerzen dar. Er müsse durch Spezialisten untersucht werden. Dabei komme
der RAD wegen Voreingenommenheit nicht in Frage. Im Einsatzprogramm des RAV sei
bei einem Pensum von 75% eine Leistung von 30-60% erzielt worden. Dies beruhe auf
den objektiven Feststellungen geschulter und erfahrener Projektleiter. Entgegen der
Auffassung der IV-Stelle würden seine verschiedenen Nachteile nicht dadurch
kompensiert, dass zur Ermittlung des Valideneinkommens auf ein statistisches
Durchschnittseinkommen abgestellt werde. Gemäss dem der Replik beiliegenden
Bericht vom 19. September 2007 über die kernspintomographische Abklärung (Th12
bis S3) bestand auf der Höhe L5/S1 eine kleine, mediorechtslaterale Rezidivhernie mit
Kontakt zur Nervenwurzel S1 mit rezessalem Anteil bds. und vermuteter
Nervenwurzelirritation bds., möglicherweise mit leicht rechtsseitiger Bevorzugung,
ausserdem eine leichte Diskusprotrusion auch auf der Höhe L4/5 ohne Nachweis einer
Nervenwurzelkompression, eine Spondylarthrose der unteren LWS und eine minime
linkskonvexe Skoliosefehlhaltung. Nach der Einschätzung des berichtenden Arztes war
eine periradikuläre Infiltrationstherapie möglich. Gemäss einem weiteren der Replik
beiliegenden Bericht vom 9. Juli 2007 über das Einsatzprogramm (Abklärung vom 23.
Juli bis 28. September 2007) hatte der Versicherte mit einem Beschäftigungsgrad von
75% gearbeitet. Er hatte eine Leistung von 30-60% (je nach gesundheitlichem
Befinden) erbracht. Neben der üblichen halbstündigen Pause hatte er alle 30 bis 45
Min. eine fünfminütige Entspannungspause benötigt. Wegen der Schmerzen im Rücken
und in der Brust, den Atmungsschwierigkeiten bei Staubbelastung und der
Lärmempfindlichkeit hatte er nicht die Möglichkeit gehabt, seine Fähigkeiten zum
Tragen zu bringen. Er hatte öfters über Schwindel geklagt und er hatte vereinzelt
Schweissausbrüche erlebt.
G.
Die IV-Stelle wandte am 25. Januar 2008 ein, das Ergebnis des Einsatzprogramms sei
erheblich durch die im Bericht zum Ausdruck gebrachte Selbstlimitierung des
Versicherten bestimmt. Das passive Leben habe zu einer Dekonditionierung geführt.
Deshalb sei der Versicherte nicht in der Lage gewesen, handwerkliche Arbeiten
auszuführen. Von der gezeigten Leistung könne somit nicht auf eine krankheitsbedingte
Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden. Aus dem Bericht über die
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kernspintomographische Untersuchung lasse sich nichts Neues ableiten, denn es sei ja
unbestritten, dass der Versicherte an einer Rückenproblematik leide. Bildgebende
Verfahren könnten keine Arbeitsunfähigkeit beweisen. Relevant seien nur die im
Rahmen der klinischen Untersuchung festgestellten Funktionsausfälle. Insbesondere
könne eine bloss vermutete Nervenwurzelirritation kein invalidisierendes Leiden
nachweisen. Die erhobenen Befunde liessen nicht auf eine Veränderung seit 2000
schliessen. Es gebe keine Anhaltspunkte für eine höhere Arbeitsunfähigkeit. Die Ärzte
des RAD seien nicht befangen, nur weil die Abklärung ein für den Versicherten nicht
genehmes Ergebnis gezeitigt habe.
H.
Der Versicherte reichte am 4. September 2008 weitere Berichte ein. Gemäss den
Angaben vom 31. Januar 2008 über das Einsatzprogramm (1. Oktober 2007 bis 31.
Januar 2008), das in der Demontage von Elektroschrott bestanden hatte, war in
Absprache mit dem Hausarzt ein Arbeitstraining verbunden mit einem persönlichen
Fitnessprogramm vorgesehen gewesen. Der Versicherte war, aus welchen Gründen
auch immer, nicht in der Lage gewesen, sich mehr zu bewegen und aktiver zu werden.
Bei einem Arbeitspensum von 50-75% hatte der Versicherte eine durchschnittliche
Leistung von 60% erreicht. Während der zweiten Hälfte des Einsatzprogramms war er
zu 50% arbeitsunfähig geschrieben gewesen. Der Psychiater Dr. med. E._ hatte am
8. Mai 2008 berichtet, es bestünden seit ein bis zwei Jahren therapieresistente
depressive Verstimmungen mit Schlafstörungen. Der Versicherte leide an einer
mittelschweren depressiven Episode. Aktuell bestehe ein depressiver
Symptomenkomplex im Rahmen einer psychosozialen Belastungssituation und
wirtschaftlicher Schwierigkeiten. Mit 29 Punkten im Beck'schen Depressionsinventar
zeige der Versicherte eine mittelgradige depressive Symptomatik. Am 18. August 2008
hatte Dr. med. E._ dem Rechtsvertreter des Versicherten angegeben, ein
Therapieversuch mit Psychopharmaka sei bei fraglicher Compliance bisher
fehlgeschlagen. Aufgrund von Affekt- und Antriebsstörungen sei aus rein
psychiatrischer Sicht eine maximale Leistungsfähigkeit von 50% ausgewiesen. Der
Versicherte führte dazu insbesondere aus, es gebe klare Hinweise darauf, dass die
depressive Störung vom Hausarzt schon vor Jahren festgestellt worden sei. Er sei bei
der RAD-Abklärung erstmals psychiatrisch abgeklärt worden. Deshalb habe der
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Psychiaterin gegenüber keine richtige Öffnung stattfinden können. Im übrigen habe die
abklärende Psychiaterin bereits mit einer ausgeprägten depressiven Symptomatik
gerechnet.
I.
Die IV-Stelle machte am 26. September 2008 geltend, soweit die neu eingereichten
medizinischen Berichte überhaupt Rückschlüsse auf die Zeit vor dem Erlass der
angefochtenen Verfügung zuliessen, enthielten sie nur eine andere Beurteilung des
gleichen Sachverhalts. Sie seien deshalb kaum von wesentlichem Beweiswert. Im
Bericht vom 31. Januar 2008 über das Einsatzprogramm sei darauf hingewiesen
worden, dass der Versicherte sich nicht habe mehr bewegen wollen. Die
Programmleitung habe deshalb Unklarheiten betreffend die Ursache des Leidens
gesehen. Es müsse davon ausgegangen werden, dass in einem erheblichen Ausmass
eine Selbstlimitierung als Ausdruck der Krankheitsüberzeugung mitgespielt habe.

Erwägungen:
1.
Der Grad der für den Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 16
ATSG durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das
die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden
wäre (Valideneinkommen). Ausschlaggebendes Element des Einkommensvergleiches
ist in aller Regel der Grad der verbliebenen Arbeitsfähigkeit, da er die Höhe des
zumutbaren Invalideneinkommens - und damit im Ergebnis den Invaliditätsgrad -
massgeblich beeinflusst.
1.1 Der damalige behandelnde Arzt Dr. med. B._ hat am 30. März 2006 und am 13.
Oktober 2006 nur eine Arbeitsfähigkeitsschätzung bezogen auf die vom
Beschwerdeführer zuletzt ausgeübte Hilfsarbeit abgegeben. Auch die Klinik Gais hat
sich in ihrem Austrittsbericht vom 25. August 2005 nur auf eine körperlich
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anspruchsvolle Erwerbstätigkeit bezogen. Zudem hat sie nur eine vorläufige Schätzung
abgegeben. Diese Arbeitsfähigkeitsschätzungen sind nicht relevant, denn der
Beschwerdeführer müsste seine verbleibende Arbeitskraft so gut wie möglich
verwerten. Er müsste also eine Hilfsarbeit ausüben, bei der seine Behinderung die
Arbeitsleistung so wenig wie möglich beeinträchtigen würde. Das zumutbare
Invalideneinkommen des Beschwerdeführers bemisst sich demnach anhand jener
Hilfsarbeit, die dieser "Schadenminderungspflicht" am ehesten gerecht wird. Das ist
nicht die zuletzt ausgeübte Hilfsarbeit, wie sich bereits aus dem ersten Bericht von Dr.
med. B._ ergibt, laut dem eine Hilfsarbeit mit geringerer körperlicher Belastung
notwendig wäre. Eine Arbeitsfähigkeitsschätzung, die zur Bemessung des zumutbaren
Invalideneinkommens eines Hilfsarbeiters taugt, weist also eine qualitative und eine
quantitative Komponente auf. Die qualitative Komponente besteht in der Umschreibung
einer der Behinderung ideal gerecht werdenden Hilfsarbeit, die quantitative
Komponente im Grad der in einer solchen, meist als adaptiert bezeichneten Hilfsarbeit
erzielbaren Arbeitsleistung, dem sogenannten Arbeitsfähigkeitsgrad.
1.2 Die erste Arbeitsfähigkeitsschätzung, die beide Komponenten aufweist, ist
diejenige im Bericht des RAD vom 29. März 2007. Sie umfasst eine detaillierte
Umschreibung der behinderungsadaptierten Arten von Hilfsarbeiten und einen auf eine
solche Hilfsarbeit bezogenen Arbeitsfähigkeitsgrad (75%). Der Beschwerdeführer
betrachtet die Angaben in diesem Bericht als zum vornherein nicht beweiskräftig, weil
es sich wesensmässig um eine "Parteigutachten" handle. Es stamme nämlich von
medizinischen Fachleuten, die Teil der Organisation der Invalidenversicherung bildeten.
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers kann aber aus einem
Anstellungsverhältnis zur Invalidenversicherung nicht auf eine Parteilichkeit oder auch
nur auf den objektiven Anschein einer Parteilichkeit geschlossen werden. Ein solches
Anstellungsverhältnis zur Invalidenversicherung hat nämlich für sich allein keine
ungenügende Objektivität und keine Befangenheit zur Folge, denn die
Invalidenversicherung - und damit auch die von ihr angestellten medizinischen
Fachpersonen - sind dem Untersuchungsgrundsatz und dem Gesetzmässigkeitsprinzip
verpflichtet. Sowohl die Sachverhaltsabklärung als auch deren rechtliche Würdigung
müssen unparteilich erfolgen. An der Unparteilichkeit angestellter medizinischer
Fachpersonen ist nur dann zu zweifeln, wenn besondere Umstände auf mangelnde
Objektivität oder auf Befangenheit schliessen lassen. Fehlen solche besonderen
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Umstände, kommt den Berichten verwaltungsinterner medizinische Fachpersonen wie
den Gutachten unabhängiger medizinischer Sachverständiger dann Beweiswert zu,
wenn die Ausführungen schlüssig, die Argumentation widerspruchsfrei und die
Schlussfolgerung nachvollziehbar begründet sind und wenn keine Indizien gegen die
Zuverlässigkeit sprechen (vgl. etwa BGE 125 V 351 ff. Erw. 3b/ee). Daraus folgt, dass
dem Bericht vom 29. März 2007 nicht allein schon deswegen jeder Beweiswert
abgesprochen werden kann, weil die beiden abklärenden Ärzte Angestellte der
Invalidenversicherung gewesen sind. Es gibt nämlich keinen Hinweis auf besondere
Umstände, die auf eine ungenügende Objektivität oder gar auf eine Befangenheit
dieser beiden Ärzte hindeuten würden.
1.3 Zu prüfen bleibt, ob der Bericht vom 29. März 2007 auch die übrigen
Voraussetzungen erfüllt, d.h. ob er schlüssig, widerspruchsfrei und nachvollziehbar ist.
Der Beschwerdeführer ist zwar auch in bezug auf seine Rückenproblematik von einem
Internisten (Dr. med. C._) untersucht worden. Aber dieser Internist hat auch über eine
Ausbildung als Arbeits- und Sozialmediziner verfügt. Er ist deshalb in der Lage
gewesen, den Bewegungsapparat und damit auch die Rückenproblematik des
Beschwerdeführers so weit abzuklären, dass ihm die Notwendigkeit einer neuen
bildgebenden Untersuchung der Wirbelsäule und allenfalls auch des Beizugs eines
entsprechenden Facharztes aufgefallen wäre. Er hat aber keinen Hinweis auf eine
Verschlechterung der Rückenproblematik seit der Operation gefunden. Deshalb ist es
ihm möglich gewesen, die Art und das Ausmass der Rückenproblematik sowie deren
Einfluss auf die (quantitative und qualitative) Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
einzuschätzen. Die vom Beschwerdeführer initiierte kernspintomographische Abklärung
vom 19. September 2007 hat zwar weitgehend dieselben Diagnosen geliefert wie die
kernspintomographische Abklärung, die vor der Rückenoperation vorgenommen
worden war. Im Gegensatz zur damaligen schlechten gesundheitlichen Situation des
Beschwerdeführers, wie sie im Bericht der Klinik für Neurochirurgie des Kantonsspitals
St. Gallen vom 20. Juli 1999 beschrieben wurde, hat die klinische Untersuchung durch
den Arzt des RAD am 27. Februar 2007 aber keine erheblichen Beschwerden
aufgezeigt. Die kernspintomographische Untersuchung vom 27. Februar 2007 hat
deshalb entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers keine neuen Erkenntnisse
über die Rückenbeschwerden geliefert, die nicht auch im Bericht des RAD enthalten
wären. Die klinische Abklärung vom 27. Februar 2007 ist umfassend gewesen und ihr
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Ergebnis überzeugt. Dasselbe gilt für die Herz-, Lungen- und weiteren Probleme des
Beschwerdeführers. Insbesondere ist das Ergebnis der Lungenfunktionsprüfung
entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers nicht widersprüchlich. Es ist
nämlich davon auszugehen, dass die verwendete Untersuchungsmethode geeignet ist,
die effektive Leistungsfähigkeit der Lungen zu ermitteln, auch wenn die untersuchte
Person sich selbst limitiert, d.h. nicht jene Leistung erbringt, die ihr objektiv möglich
und zumutbar wäre. Der Beschwerdeführer hat - anders als im Zusammenhang mit
seinem Rückenleiden - keine medizinischen Unterlagen eingereicht, die den
entsprechenden Feststellungen im Bericht des RAD widersprechen würden. Er hat sich
nur auf die Berichte über das Abklärungs- und über das Einsatzprogramm des RAV
vom 9. Juli 2007 und vom 31. Januar 2008 berufen, um die Arbeitsfähigkeitsschätzung
im Bericht des RAD zu widerlegen bzw. um zu belegen, dass eine allfällige
Restarbeitsfähigkeit wirtschaftlich nicht mehr verwertbar sei. Diese beiden Berichte
enthalten im Ergebnis ebenfalls eine Arbeitsfähigkeitsschätzung, auch wenn von der
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers gesprochen wird. Allerdings vermag diese
Einschätzung (Leistungsfähigkeit 30-60%) nicht zu überzeugen. Der Beschwerdeführer
ist zwar als teamfähig, handwerklich geschickt und methodisch und qualitativ gut
arbeitend geschildert worden und es fehlt jeder Hinweis auf eine offenkundig
ungenügende Arbeitsmotivation. Daraus darf aber nicht der Schluss gezogen werden,
dass der Beschwerdeführer tatsächlich die volle mögliche und zumutbare
Arbeitsleistung erbracht habe. Die Differenz zwischen der erbrachten und der objektiv
möglichen und zumutbaren Leistung war nämlich für die Programmverantwortlichen
gar nicht erkennbar, weil diese nicht in der Lage waren, die objektive Leistungsfähigkeit
des Beschwerdeführers einzuschätzen. Die in den Berichten vom 9. Juli 2007 und vom
31. Januar 2008 angegebene Leistungsfähigkeit von 30-60% ist deshalb nicht
geeignet, die Arbeitsfähigkeitsschätzung im Bericht des RAD zu widerlegen oder auch
nur Zweifel an der Richtigkeit dieser Arbeitsfähigkeitsschätzung zu wecken. Selbst
wenn es sich bei der angegebenen Leistungsfähigkeit von 30-60% um eine objektive
Schätzung handeln würde, könnte nicht angenommen werden, die verbliebene
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sei wirtschaftlich nicht mehr verwertbar. Der
Beschwerdeführer könnte dann nämlich an einem idealen adaptierten Arbeitsplatz zu
60% arbeiten und aufgrund seiner positiven Eigenschaften könnte er dabei problemlos
eingesetzt werden. Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass die gestützt auf die
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somatischen Beschwerden allein im Bericht des RAD angegebene
Arbeitsfähigkeitsschätzung (75%) auf einer umfassenden und sorgfältigen Abklärung
beruht und schlüssig und nachvollziehbar begründet worden ist. Was der
Beschwerdeführer dagegen vorgebracht hat, vermag diese Arbeitsfähigkeitsschätzung
nicht zu widerlegen oder auch nur in ihrer Überzeugungskraft zu erschüttern. Bei der
Berücksichtigung der somatischen Gesundheitsbeeinträchtigungen allein ist der
Beschwerdeführer also mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu 75% arbeitsfähig.
Dabei ist der Beschwerdeführer weder auf eine Bürotätigkeit beschränkt noch benötigt
er einen separaten Ruheraum, um den erhöhten Pausenbedarf decken zu können.
1.4 Dr. med. B._ hat in seinem Bericht vom 30. März 2006 an die
Beschwerdegegnerin noch keine psychiatrische Diagnose angegeben. Erst in seinem
zweiten Bericht vom 13. Oktober 2006 hat er dann ausgeführt, es bestehe eine unklare
Leistungsintoleranz, Belastungsapnoe und Müdigkeit bei vermutlich depressiver
Verarbeitung des Krankheitsgeschehens; die schon seit längerer Zeit eingesetzten
Antidepressiva seien ergebnislos geblieben. Die Abklärung durch den RAD hat aus
diesem Grund auch eine psychiatrische Untersuchung beinhaltet. Der entsprechende
Bericht von Dr. med. D._ beinhaltet eine detaillierte und ausführliche Anamnese.
Diese belegt, dass der Beschwerdeführer entgegen seiner späteren Behauptung
durchaus erschöpfend über sich selbst Auskunft hat geben können. Das vom
Beschwerdeführer gegen die Überzeugungskraft des Berichts von Dr. med. D._ ins
Feld geführte Argument, er habe sich bei der psychiatrischen Exploration der
Abklärerin nicht öffnen können, ist deshalb nicht stichhaltig. Dr. med. D._ hat über all
jene Angaben des Beschwerdeführers verfügt, die sie benötigt hat, um den
psychischen Gesundheitszustand zu erheben und eine überzeugende
Arbeitsfähigkeitsschätzung abzugeben. Sie ist davon ausgegangen, dass zwar eine
Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit vorliege, dass diese (bzw. die aus ihr
resultierende Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung) aber durch eine zumutbare
Willensanstrengung vollständig überwunden werden könnte. Weiter hat sie angegeben,
seit bald zwei Jahren komme es zu wiederkehrenden leichten depressiven
Verstimmungszuständen. Die diesen zugrunde liegende Neurasthenie (DD: Dysthymie)
sei nicht durch Psychopharmaka beeinflussbar. Nur bei einer besonders ausgeprägten
depressiven Symptomatik im Rahmen dieser Krankheit sei ein Antidepressivum
empfehlenswert. Dr. med. E._ hat am 8. Mai und am 18. August 2008 in seinen
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beiden Berichten eingeräumt, dass die Behandlung der von ihm diagnostizierten
mittelschweren depressiven Episode mittels Antidepressiva fehlgeschlagen sei. Er hat
dies allerdings nicht der Tatsache zugeschrieben, dass eine Neurasthenie vorliegt, die
durch Antidepressiva gar nicht beeinflusst werden kann. Vielmehr hat er eine
ungenügende Compliance des Beschwerdeführers vermutet, ohne dies allerdings
durch eine Laboruntersuchung zu verifizieren. Hätte der Beschwerdeführer tatsächlich
bereits seit zwei Jahren an einer mittelschweren depressiven Episode gelitten, so
hätten die ihm verschriebenen Antidepressiva auch Wirkung entfaltet. Es ist nämlich
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer aufgrund eines sehr einfachen
Verständnisses von Krankheit und Therapie angenommen hat, er müsse nur die
Medikamente einnehmen und dann sei der Gesundheitsschaden "repariert". Eine
ungenügende Compliance ist unter diesen Umständen sehr unwahrscheinlich. Die
Wirkungslosigkeit der Antidepressiva dürfte deshalb auf die Tatsache zurückzuführen
sein, dass der Beschwerdeführer im Rahmen der Neurasthenie höchstens an leichten
depressiven Verstimmungen gelitten hat, bei denen die Antidepressiva zum vornherein
keine erhebliche Verbesserung haben bewirken können. Die von Dr. med. D._
gestellte Diagnose erweist sich demnach als überwiegend wahrscheinlich. Das gilt
auch für die auf diese Diagnose abgestützte Arbeitsfähigkeitsschätzung. Selbst wenn
Dr. med. E._ mit seiner Einschätzung der Stärke der depressiven Verstimmung recht
hätte, könnte dies keine Zweifel an der Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. D._
wecken. Dr. med. E._ hat den Beschwerdeführer nämlich am 31. März 2008, d.h.
beinahe ein Jahr nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung erstmals gesehen.
Seine Arbeitsfähigkeitsschätzung beruht also auf einem Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers, von dem nicht bekannt ist, ob er nach der Abklärung durch Dr.
med. D._ bzw. nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung eine Veränderung
erfahren hat.
2.
2.1 Im RAD-Bericht vom 29. März 2007 wird die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers in qualitativer Hinsicht folgendermassen umschrieben: leichte bis
intermittierend mittelschwere körperliche Arbeit in Wechselhaltung, ohne Heben und
Tragen von Lasten über 15 kg, ohne Zwangshaltung der Wirbelsäule, ohne Exposition
gegenüber Kälte, Nässe, Zugluft, atemreizendem Staub, Dampf oder Rauch,
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Möglichkeit vermehrter Pausen, Tätigkeit in geschlossenen und ausreichend
temperierten Räumen, keine Nacht-, Schicht- oder Fliessbandarbeit mit hohem Takt.
Damit ist der Beschwerdeführer keineswegs auf Büroarbeiten reduziert, wie er selber
annimmt. Arbeitsplätze, die all diese Vorgaben erfüllen, existieren in vielen Branchen
(z.B. Überwachungs- oder Kontrollarbeiten, leichte Maschinenbedienungsarbeiten). Auf
dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt ist die verbliebene Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers also durchaus noch verwertbar. Der Umschreibung der
adaptierten Erwerbstätigkeit lässt sich entgegen der Behauptung des
Beschwerdeführers nicht entnehmen, dass für die Pausen ein getrennter Raum nötig
wäre, in dem sich der Beschwerdeführer ungestört erholen könnte. Die zusätzlichen
Pausen wären durchaus auch am Arbeitsplatz möglich, wie das Einsatzprogramm des
RAV gezeigt hat. Bei einem Beschäftigungsgrad von 75% und einer vollen
Tagesarbeitszeit wäre es dem Beschwerdeführer möglich, nach Bedarf Arbeitspausen
einzuschalten. Deshalb kann die qualitative Arbeitsfähigkeitsschätzung im RAD-Bericht
vom 29. März 2007 nicht so interpretiert werden, dass der zusätzliche Pausenbedarf
neben der Arbeitsunfähigkeit von 25% berücksichtigt werden müsse, womit die
eigentliche Arbeitsfähigkeit deutlich weniger als 75% betrage. Bei der Bemessung des
zumutbaren Invalideneinkommens ist demnach von einer Arbeitsfähigkeit von 75%
auszugehen.
2.2 Da der Beschwerdeführer keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht, muss zur
Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens auf ein statistisch ermitteltes
Durchschnittseinkommen abgestellt werden. Gemäss der vom Bundesamt für Statistik
herausgegebenen Lohnstrukturerhebung 2006, Anhang Tabelle TA1, belief sich der
Durchschnittslohn männlicher Hilfsarbeiter aller Branchen bei einer zu statistischen
Zwecken auf 40 Std. festgesetzten Wochenarbeitszeit auf Fr. 4732.-. Im Jahr 2006
betrug die durchschnittliche Wochenarbeitszeit 41,7 Std. Das entspricht einem
Einkommen von Fr. 4933.- bzw. Fr. 59'200.-. Bei einem Beschäftigungsgrad von 75%
resultiert ein Jahreseinkommen von Fr. 44'400.-. Der Beschwerdeführer weist auch an
einem adaptierten Arbeitsplatz verschiedene Konkurrenznachteile gegenüber gesunden
Arbeitnehmern auf, die ebenfalls mit einem Beschäftigungsgrad von 75% tätig wären.
Aus der Sicht eines rein ökonomisch denkenden Arbeitgebers bietet der
Beschwerdeführer u.a. ein höheres Risiko von Krankheitsabsenzen, es ist bei ihm mit
überdurchschnittlichen Leistungsschwankungen zu rechnen, er ist nicht in der Lage,
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bei kurzfristigem Bedarf vorübergehend eine Tagesleistung von mehr als 75% zu
erbringen und er kann innerhalb des Betriebes nicht flexibel eingesetzt werden. Diese
Nachteile müsste der Beschwerdeführer mit einer erheblichen Lohnreduktion
kompensieren, um mit gesunden Arbeitnehmern konkurrieren zu können. Dies
rechtfertigt einen über den Arbeitsunfähigkeitsgrad hinausgehenden Abzug von
Durchschnittseinkommen. Die Beschwerdegegnerin hat diesen Abzug beim Erlass der
angefochtenen Verfügung auf 10-15% geschätzt. In ihrer Beschwerdeantwort hat sie
dann die Auffassung vertreten, der zusätzliche Abzug betrage nur 10%, da kein
sogenannter "Teilzeitabzug" zulässig sei. Dieser Nachteil ist auf die statistisch
ausgewiesene Tatsache zurückzuführen, dass teilzeitbeschäftigte Hilfsarbeiter einen
überproportionalen Lohnnachteil erleiden. Der Durchschnittslohn eines zu 75% tätigen
Hilfsarbeiters beträgt nicht 75%, sondern deutlich weniger als 75% des
Durchschnittslohnes eines zu 100% tätigen Hilfsarbeiters (vgl. die bereits zitierte
Lohnstrukturerhebung 2006, S. 16 Tabelle T2*). Dieser Nachteil beträgt etwa 5%. Das
Bundesgericht hat tatsächlich in einem Urteil vom 2. November 2007 (I 69/07) die
Auffassung vertreten, der nur für die effektiv teilzeitlich tätigen Hilfsarbeiter ermittelte
überproportionale Lohnnachteil könne nicht auf vollzeitlich, aber mit reduzierter
Leistung teilerwerbstätige Hilfsarbeiter analog zur Anwendung gebracht werden, weil
nicht feststehe, dass sich bei beiden Arten von Teilzeitarbeit dieselben ökonomischen
Gesichtspunkte auswirkten (vgl. Erw. 5.2). Würde man diese Begründung konsequent
umsetzen, wäre es generell unzulässig, vom statistisch ermittelten
Durchschnittseinkommen einen über den Arbeitsunfähigkeitsgrad hinausgehenden
Abzug zu machen, denn die ökonomischen Ursachen der damit abgegoltenen
Nachteile sind überhaupt nicht bekannt. Sie beruhen ganz offenkundig nur auf
Sachverhaltsannahmen, die von der Rechtsprechung noch nie haben belegt werden
können, weil entsprechende statistische Erhebungen fehlen. Können diese anderen
Nachteile behinderter Hilfsarbeiter zu einem Abzug vom statistischen
Durchschnittseinkommen berechtigen, ohne auch nur ansatzweise nachgewiesen zu
sein, so muss es aus Gleichbehandlungsgründen auch zulässig sein, bei vollzeitlich,
aber mit reduzierter Leistung teilerwerbstätigen Hilfsarbeitern einen Teilzeitnachteil zu
berücksichtigen, der demjenigen entspricht, der für die Gruppe der effektiv teilzeitlich
tätigen Hilfsarbeiter ausgewiesen ist. Im übrigen gibt es auch bei den effektiv teilzeitlich
tätigen Hilfsarbeitern Faktoren, die für einen Arbeitgeber positiv sind. Da die
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Begründung im Bundesgerichtsurteil vom 2. November 2007 nicht zu überzeugen
vermag, ist im vorliegenden Fall davon auszugehen, dass der Teilzeitnachteil
zusammen mit den übrigen Nachteilen einen Lohn zulässt, der 15% unter dem
statistischen Durchschnittslohn bei einem Beschäftigungsgrad von 75% von Fr.
44'400.- liegt. Das zumutbare Invalideneinkommen des Beschwerdeführers beträgt
somit Fr. 37'740.-. Das Valideneinkommen, das sich nicht nach dem - rein zufällig -
unterdurchschnittlichen Einkommen am letzten Arbeitsplatz, sondern nach der
erwerblichen Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers ohne die
Gesundheitsbeeinträchtigung richtet, ist ebenfalls anhand des statistischen
Durchschnittseinkommens der Hilfsarbeiter aller Branchen zu ermitteln. Es beträgt
demnach Fr. 59'200.- Die Erwerbseinbusse von Fr. 21'460.- entspricht einem
Invaliditätsgrad von 36%. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb im Ergebnis zu Recht
einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers verneint.
3.
Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Da dem
Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden ist, ist er von der
Bezahlung der Gerichtsgebühr (Art. 69 Abs. 1 Satz 1 IVG) zu befreien. Diese
Gerichtsgebühr ist entsprechend dem Verfahrensaufwand im Rahmen von Fr. 200.- bis
Fr. 1000.- festzulegen (Art. 69 Abs. 1 Satz 2 IVG). Im vorliegenden Fall erscheint in
Anwendung dieses Bemessungskriteriums eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- als
angemessen. Sollten die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers es
später einmal gestatten, diese Gerichtsgebühr zu entrichten, so muss er zur
Nachzahlung verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPG/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/
SG). Da die unentgeltliche Prozessführung auch die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung umfasst, hat der Staat den Rechtsbeistand des
Beschwerdeführers zu entschädigen (Art. 61 lit. f Satz 2 ATSG). Die
Parteientschädigung bemisst sich nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses (Art. 61 lit. g Satz 2 ATSG). Unter Berücksichtigung dieser
Kriterien erweist sich eine Parteientschädigung von Fr. 3500.- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Diese Entschädigung ist bei der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung um einen Fünftel herabzusetzen (Art. 31 Abs. 3
des st. gallischen Anwaltsgesetzes). Die Entschädigung beträgt somit Fr. 2800.-. Auch
bis
bis
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für diese Entschädigung gilt, dass sie vom Beschwerdeführer zurückzuerstatten ist,
wenn seine wirtschaftlichen Verhältnisse dies später einmal gestatten sollten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG