Decision ID: 8bee23e5-0293-4a8a-8ffe-caa48ed92db7
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1971, war von Anfang Oktober 2011 bis Ende Januar 2016 als Betriebsmitarbeiterin bei der
Y._
angestellt und dadurch bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 29. Sep
tember 2015
kollidierte
das von ihr gelenkte
Auto vorne links mit einem entge
genkommenden
Personenwagen (Urk. 6/1
, Urk. 6/20
).
Aufgrund des Unfalls erfolgte eine notfallmässige Rettungsdienstzuweisung
der Versicherten
ins
Z._
. Laut dem Bericht des
Z._
vom 2
0.
Oktober 2015 zog sie sich beim Verkehrsunfall vom 29. September 2015 eine Beckenkontusion zu. Ferner äusser
ten die Ärzte den Verdacht auf eine
Spondylolisthesis
vera
SWK 1/2, Meyerding Grad III, wobei es sich differentialdiagnostisch um eine in Fehlstellung konsoli
di
erte
Sacrumfraktur
handeln könn
e (Urk. 6/10 S. 1).
In der Folge erbracht
e die Suva die gesetzlichen Versicherungsleistungen (Urk. 2 S. 2
).
Ab Anfang Novem
ber 2015 galt die Versicherte wieder als vollständig arbeitsfähig (Urk. 6/17 S. 2, Urk. 6/19
, Urk. 6/21
, Urk. 6/24
)
, war indes ab dem 19. November 2015 zufolge Kündigung freigestellt (
Urk.
1,
Urk. 6/34 S. 1)
.
Mit Antwortschreiben vom
9.
Dezember 2015 teilte sie der Suva mit, dass die ärztliche Behandlung beendet sei
(Urk. 6/23)
, woraufhin jene den Fall folgen
- und form
los abschloss
.
Im Mai 2016 nahm die Versicherte eine Anstellung bei der
A._
auf, was zu vermehrten Schmerzen im Becken und im Leistenbereich sowie zu erneuten Arztkonsultationen führte (Urk. 6/34).
Am
7.
Juni 2016
meldete
die
Ver
si
cherte der Suva einen Rückfall vom 17. Mai 2016 mit einer Verrenkung des Beckens rechts (Urk. 6/26).
Mit Verfügung vom 1
1.
November 2016
teilte die Suva de
r
Versiche
rten mit, gestützt auf die Beur
teilung
ihres Kreisarztes
gehe sie davon aus, dass die gemeldeten Beschwerden
im Bereich von Rücken, Leiste und Becken
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom
29. Sep
tember 2015
zurückzuführen seien, weshalb sie keine Leistungen
erbringe
n könne (Urk.
6/36 S. 1
). Die vo
n der
Versicherten gegen diese Verfügung erhobene Ein
sprache (Urk.
6/39
) wurde mit
Einspracheentscheid
vom
29. März 2017
abgewie
sen (Urk.
6/58
= Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
der Suva vom
2
9.
März 2017
erhob d
ie
Ver
sicherte am
1. Mai 2017
Beschwerde und beantragte sinngemäss Leistungen bei einem Rückfall
(Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdean
twort vom
2
4.
Mai 2017
auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 5
). Die Beschwer
deantwort wurde de
r
Versicherten am
2
9.
Mai 2017 zugestellt (Urk. 7
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen
vor, dass Versicherungs
leistun
gen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufs
krankheiten, die vor diesem Zeitpunkt
ausgebrochen sind, nach bisheri
gem Recht gewährt werden (Absatz 1 der Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
2
9.
September 2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1).
1.3
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt, für Bezüger von Invalidenrenten jedoch nur unter den Voraussetzungen von Art. 21 UVG (Art. 11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wieder
aufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem andersgearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinwei
sen).
1.4
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfaller
eignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversicherung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der
seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
).
1.5
Da die unfallkausalen Faktoren durch Zeitablauf wegfallen können, kann der Unfallversicherer bei der Leistungspflicht gemäss Art. 11 UVV für Rückfälle und Spätfolgen nicht auf der Anerkennung des natürlichen Kausalzusammenhanges beim Grundfall behaftet werden. Vielmehr obliegt es der versicherten Person, das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem als Rückfall oder Spätfolge postulierten Besch
werdebild und dem Unfall nachzu
weisen. Nur wenn die Unfallkausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, ent
steht eine erneute Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Falle der Beweislo
sigkeit fällt der En
tscheid zu Lasten der versicher
ten Person aus, die aus dem unbewiesen gebliebenen natürlichen Kausalzusam
menhang als anspruchsbe
gründender Tatsache Rechte ableiten will
. Werden durch einen Unfall Beschwer
den verursacht, übernimmt die Unfallversicherung den durch das Unfallereignis verursachten
Schaden, für spätere Gesundheits
störungen kommt sie dagegen nur auf, wenn eindeutige Brückensymptome gegeben sind
(Urteile des Bundesgerichts U 163/04 vom 8. Oktober 2004
E. 3.2, 8C_113/2010 vom 7. Juli 2010 E. 2.3, 8C_506/2008 vom 5. März 2009 E. 3.1,
8C_252/2013 vom 8. Juli 2013 E. 2.2,
8C
_163/2013 vom 28. November 2013
E. 2.2, je mit Hinweisen).
1.6
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE
125 V 351 E.
3b/
ee
).
2.
2.1
Die Suva stellte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
gestützt auf die Beurteilungen
ihres Kreisarztes vom 11. November 2016 sowie vom 1
6.
Januar 2017
auf den Standpunkt, die als Rückfall gemeldeten Beschwerden seien nicht mit überwiegender Wa
hrscheinlichkeit auf das Unfall
ereignis vom
29. September 2015
zurückzuführen.
Die kreisärztliche Beurteilung decke sich denn auch mit der bundesgerichtlichen Tatsachenvermutung, wonach eine traumatische Ver
schlimmerung eines degenerativen Vorzustands an der Wirbelsäule regelmässig nach sechs bis neun Monaten als abgeschlossen zu betrachten sei. Es lägen keine fundierten widersprechenden Arztberichte vor
. Das
Z._
habe am Unfall
tag mit dem
Computertomogramm
und den Röntgenbildern keine unfallbeding
ten
bildgebenden Befunde erheben können. Im Gegenteil habe der Radiologe unfallfremde degenerative Veränderungen festgestellt
. Sodann habe
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Medizin,
in seinem Bericht vom 1
6.
November 2015 bestätigt, dass die Beschwerdeführerin
nicht mit bleibenden Nachteil
en aus der am 29. September 2015 erlittenen Verletzung zu rechnen habe
(Urk. 2 S. 5-7).
Die Argumentation des
Chiropraktors
der Beschwerdeführerin, wonach letztere bis zum Unfall trotz hochgradiger vorbestehender
Spondylo
listhesis
(Wirbelgleiten) nie an Lumbalgien oder ähnlichen Beschwerden gelitten habe, sei
unbehelflich
, da es dem schicksalsmässigen Verlauf entspreche, dass degenerativ bedingte Vorzustände bei irgendeiner Gelegenheit symptomatisch würden (Urk. 2 S. 8).
2.2
Die Beschwerdeführerin
wandte dagegen ein,
sie habe vor dem Unfall vom 29. September 2015 nie irgendwelche Schmerzen gehabt, weder an Leisten noch am Becken noch am Rücken.
Dr.
B._
könne dies bestätigen.
Im Gegenteil
ha
be sie immer gerne verschiedene
Sportarten ausgeübt. Bis zum
8.
Dezember 2015 habe sie sich bei
Dr.
C._
,
Fachchiropraktor
,
in Behandlung befunden. Von da an seien weniger als sechs Monate vergangen bis zur Rückfall
meldung.
Ab dem 1
9.
November 2015 sei sie ohne Arbeit gewesen und eine W
oche nach
der erneuten
Arbeitsaufnahme am 4.
Mai 2016 seien die Schmerzen wieder voll da gewesen. Am 1
9.
Mai 2016 h
abe sie wieder einen Termin beim
Chiropraktor
C._
gehabt. Am Rücken habe sie sich vor dem Unfall nie ver
letzt gehabt, was auch ihre Schwester habe bestätigen können. Gemäss ihren Recherchen im Internet entstehe eine Beckenkontusion durch einen Autounfall. So auch die Leistenschmerzen (Urk. 1).
3.
3.1
Im
Z._
wurden am Unfalltag Röntgenuntersuchungen des Beckens sowie der Lendenwirbelsäule (LWS) vorgenommen, eine Sonographie des Abdomens durchgeführt
und es
wurde das Becken computertomographisch untersucht (Urk. 6/10 S. 2, Urk. 6/11
-
14). Laut dem Bericht vom 2
0.
Oktober 2015 waren am Becken keine frischen ossären Läsionen zu finden. Die Ärzte äusserten indes den Verdach
t auf eine Os
Sacrum
Pathologie sowie auf
eine
Spondylolisthe
s
is
vera
Sakralwirbelkörpe
r (
SWK
)
1/2 mit Versatz der Wirbelkörper um circa 20 Mil
l
i
meter, Meyerding Grad III
. Als Differentialdiagnose nannten sie eine in Fehlstel
lung konsolidierte
Sacrumfraktur
(Urk. 6/10 S. 2, Urk. 6/12). Sie beschrieben massive degenerative Veränderungen im Bereich des
lumbosakralen
Übergangs mit dringendem Verdacht auf ein massives
Anteroglissement
des
Lendenwirbel
körpers (
LWK
)
5 beziehungsweise des SWK1 (Urk. 6/13). Betreffend die Unter
suchung der
LWS führten sie aus, es bestehe eine linkskonvexe Torsionsskoliose der LWS mit
lumbosakraler
Hyperlordose mit Vorverlagerung des statischen Kör
perschwerpunktes. Weiter liege eine moderate
Osteochondrose
und
Spondylosis
deformans mit einem Befundschwerpunkt L2/3 vor. Begleitend sei eine
Interver
tebralarthrose
im
lumbosakralen
Übergang zu sehen. Es liege eine moderate ISG-Arthrose vor, aber keine Fraktur. Sodann beschrieben die Ärzte eine ältere in Fehlstellung konsolidierte Fraktur des Os
sacrum
mit Stufenbildung (Urk. 6/10 S. 2, Urk. 6/11).
3.2
Am 1
6.
November 201
5
berichtete
Dr.
B._
, es sei eine Beckenkontusion zu diagnostizieren gewesen. Der Verlauf sei problemlos gewesen und die Beschwer
deführerin sei in der Zwischenzeit praktisch beschwerdefrei geworden. Die Prog
nose sei günstig und es lägen keine besonderen Umstände vor. Es finde eine ambulante
chiropraktische
Behandlung nach Bedarf statt. Die Wiederaufnahme der Arbeit sei seit dem 2. November 2015 zu 100
%
möglich und bleibende Nach
teile seien keine zu erwarten (Urk. 6/21 in Verbindung mit Urk. 6/18 S. 2).
3.3
Am
9.
Dezember 2015 kreuzte die Beschwerdeführerin an, die ärztliche/thera
peutische Behandlung sei abgeschlossen. Sie merkte an, sie sei am 8. Dezember 2015 vorerst zum letzten Mal bei
Dr.
C._
gewesen. Dieser habe gesagt, falls wieder Schmerzen
auftreten würden
, könne sie ihn anrufen (Urk. 6/23).
3.4
Dem Bericht des
Fachchiropraktors
C._
vom 2
8.
Juni 2016 ist zu entneh
men, er behandle die Beschwerdeführerin seit dem 1
9.
Mai 2016 wegen eines akuten Rückfalls des posttraumatischen
lumbospondylogenen
Reizsyndroms nach simpler Fehlbewegung. Es liege ein typischer Befund eines akuten
lumbos
pondylogenen
Reizsyndroms vor, welches wahrscheinlich einen Rückfall zur Beckenkontusion vom 1
9.
Mai 2015 (richtig: 29. September 2015) darstelle. Er behandle die Beschwerdeführerin mit medizinischer Chiropraktik, wobei mit einem Behandlungsabschluss in vier Wochen zu rechnen sei.
Es liege keine Arbeitsunfähigkeit vor (Urk. 6/
31 S. 1).
3.5
Anlässlich der Besprechung mit der Suva vom
4.
November 2016 gab die Beschwerdeführerin an, während der im Mai 2016 aufgenommenen Tätigkeit
bei der
A._
seien vermehrt Schmerzen im Becken und im Leisten
bereich aufgetreten. Sie müsse bei der Arbeit oft neun Liter umfassende Geträn
kepakete tragen oder heben. Teilweise könne sie sich nach der Arbeit kaum bewegen infolge Blockaden im Beckenbereich und Schmerzen im Leistenbereich. Wenn sie nach Hause komme, müsse sie sich hinlegen. Danach könne sie wegen der Schmerzen teilweise kaum mehr aufstehen und sie schlafe schmerzbedingt schlecht.
Vom 1
9.
Mai bis im
September 2016 habe sie sich deshalb wieder beim
Chiropraktor
C._
in Behandlung begeben. Bei Bedarf nehme sie Ibuprofen ein. Die Schmerzen seien unterschiedlich stark vorhanden, je nach vorhergehen
der körperlicher Belastung
. Weiter führte die Beschwerdeführerin aus, bis zum Unfall vom 2
9.
September 2015 habe sie nie an Beschwerden im Leisten-, Rücken- oder Beckenbereich gelitten (Urk. 6/34).
3.6
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Chirurgie, gab in seiner kreisärztlichen Stellungnahme vom 11. November 2016 an, die heute geltend gemachten Beschwerden seien nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 29. September 2015 zurückzuführen. Bei der Beschwerdeführerin lägen unfallunabhängig ein Wirbelgleiten sowie eine alte
Sacrumfraktur
vor. Diese Ver
änderungen seien für die Beschwerden verantwortlich (Urk. 6/35).
3.7
Chiropraktor
C._
führte in seinem Bericht vom 1
0.
Januar 2017 aus, die Beschwerdeführerin habe bis zum Unfall vom 29. September 2015 trotz hochgra
diger
Spondylolisthesis
nie an Lumbalgien oder ähnlichen Beschwerden gelitten. Seit dem genannten Verkehrsunfall leide sie an chronisch rezidivierenden
lum
bovertebralen
Beschwerden. Somit gelte die überwiegende Wahrscheinlichkeit, dass die Beschwerden im Zusammenhang mit dem Verkehrsunfall bestünden (Urk. 6/48 S. 1).
3.8
Kreisarzt
Dr.
D._
hielt in seiner Beurteilung vom 1
6.
Januar 2017 fest, die Beschwerdeführerin habe beim Verkehrsunfall vom 2
9.
September 2015 keine strukturellen Läsionen erlitten. Das CT sowie die Röntgenbilder hätten keine frischen knöchernen Verletzungen, jedoch deutliche degenerative Veränderungen sowie eine alte
,
in Fehlstellung verheilte Fraktur des Os
sacrum
gezeigt. Die Behauptung des
Chiropraktors
, die Beschwerdeführerin habe vor dem Unfall nie
mals Rückenbeschwerden gehabt, könne einzig aus der Erzählung der Beschwer
deführerin stammen und sei nicht belegt. Für seinen Schluss auf eine überwie
gend wahrscheinliche Unfallkausalität fehle eine medizinisch schlüssige Begrün
dung. Zusammenfassend handle es sich um eine Beckenprellung und der Status quo sine sei vier Wochen nach dem Ereignis wieder erreicht gewesen. Die noch vorhandenen Beschwerden seien mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit Folgen der oben beschriebenen degenerativen Veränderungen und nicht des Bagatelltraumas. Somit sei die Rückfallkausalität abzulehnen (Urk. 6/50 S. 2).
4.
4.1
Wird eine erneute Verschlechterung eines Vorzustandes im Rahmen eines Rück
falls geltend gemacht, handelt es sich
bei der Frage nach einem natürlichen Kau
salzusammenhang zwischen den erneuten Beschwerden und dem Unfall
um eine anspruchsbegründende Tatfrage, für die die versicher
te Person die Beweislast trägt
(vgl. E. 1.5 vorstehend).
Die Beschwerdeführerin begründet die nach ihrer Ansicht vorliegende Unfallkausalität hauptsächlich damit, dass sie vor dem Unfall keinerlei Beschwerden gehabt habe (Urk. 1).
Dies ist zugleich das Argument ihres
Chiropraktors
für die Unfallkausalität (Urk. 6/48 S. 1).
Die
Argumentation nach der Formel
«
post
hoc ergo
propter
hoc
»
, nach deren Bedeutung eine gesundheit
liche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum
Nach
weis der Unfallkausalität
nic
ht zu genügen (BGE 119 V 335 E.
2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8
C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E.
5.1).
Demnach
vermöchte auch eine entsprechende Bestätigung von
Dr.
B._
, dass die Beschwerdeführerin vor dem Unfall keine Schmerzen
gehabt habe
,
keine rechtsgenügende Unfallkau
salität der nun geklagten Beschwerden darzutun
, weshalb von dieser sinngemäss beantragten Beweisabnahme (vgl. Urk. 1) abzusehen ist.
4.2
Laut dem Bericht des
Dr.
B._
vom 1
6.
November 2015
war die Beschwerdefüh
rerin zu jenem Zeitpunkt wieder praktisch beschwerdefrei und voll arbeitsfähig. Mit bleibenden Nachteilen rechnete
Dr.
B._
nicht (E. 3.2 vorstehend). Am
8.
Dezember 2015 wurde die Behandlung abgeschlossen und die Beschwerdefüh
rerin hatte offenbar keine Schmerzen mehr (E. 3.3 vorstehend
).
Die genannten Berichte bilden keine Grundlage, um
über den 8. Dezember 2015 hinaus
von noch vorhandenen unfa
llbedingten Einschränkungen aus
zugehen.
4.3
Bereits direkt nach dem Unfall fanden sich keine frischen ossären Läsionen, hin
gegen massive degenerative Veränderungen (E. 3.1 vorstehend).
Das Vorliegen einer hochgradigen
Spondylolisthesis
bereits vor dem Unfall bestätigte der
Chiropraktor
sinngemäss, indem er angab, die Beschwerdeführerin habe vor dem Unfall trotz hochgradiger
Spondylolisthesis
nie an Lumbalgien oder ähnlichen Beschwerden gelitten (E. 3.7 vorstehend).
Vor diesem Hintergrund überzeugt die Einschätzung von
Dr.
D._
, wonach es wahrscheinlicher ist, dass die aktuell geklagten Beschwerden auf die degenerativen Veränderungen zurückzuführen sind
als auf den Unfall
(E. 3.6 und E. 3.8 vorstehend).
4.4
Nach dem Gesagten steht fest, dass höchstens ein möglicher, jedoch kein über
wie
gend wahrscheinlicher Kausalzusammenhang der geltend gemachten Beschwerden
zum Unfall erstellt werden kann. In diesem Sinne sind auch von weiteren Abklärungen keine
entscheidrelevanten
neuen Erkenntnisse zu erwar
ten, weshalb davon abgesehen werden kann (antizipierte Beweiswürdigung, BGE 136 I 2
2
9 E. 5.3 mit Hinweisen). Demzufolge ist die Beschwerde betreffend die UVG-Leistungen abzuweisen.