Decision ID: 43c77b59-5e40-4a99-a463-53ae744962b1
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 01.07.2009 Art. 43 Abs. 3 ATSG. Sanktion bei einer Verletzung der Mitwirkungspflicht bei der Sachverhaltsabklärung. Erfolgt die Verletzung der Mitwirkungspflicht im Rahmen eines Revisionsverfahrens nach Art. 17 Abs. 2 ATSG, bei dem der Verdacht besteht, dass eine leistungsmindernde oder –aufhebende Sachverhaltsveränderung eingetreten sein könnte, muss die Sanktion auch in einer rückwirkenden Leistungseinstellung auf den mutmasslichen Zeitpunkt des Eintritts der mutmasslichen Sachverhaltsveränderung (verbunden mit einer Rückforderung) bestehen können. Bei einer auf die Einstellung ex nunc beschränkten Sanktionsmöglichkeit bestünde nämlich die Gefahr, dass der Leistungsbezüger aus seiner Mitwirkungsverweigerung in rechtsmissbräuchlicher Weise einen Vorteil ziehen könnte, indem er die bis zur sanktionsweisen Leistungseinstellung ex nunc ausgerichteten Leistungen behalten könnte, obwohl er schon einige Zeit vorher gar keinen Leistungsanspruch mehr gehabt hat (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 1. Juli 2009, EL 2009/3).
Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und Marie
Löhrer; Gerichtsschreiber Ralph Jöhl
Entscheid vom 1. Juli 2009
in Sachen
Y._,
Beschwerdeführer,
gegen
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 2/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Ergänzungsleistung zur IV
Sachverhalt:
A.
Y._ meldete sich am 18. März 2004 zum Bezug einer Ergänzungsleistung zur
Invalidenrente an. Dabei gab er u.a. an, er besitze eine Eigentumswohnung im Wert von
Fr. 510'000.-, die mit insgesamt Fr. 456'881.- belastet sei. Die EL-Durchführungsstelle
sprach ihm mit Wirkung ab April 2004 eine Ergänzungsleistung zu, bei deren
Berechnung sie diese Beträge berücksichtigt hatte. Ab 1. Januar 2007 belief sich die so
ermittelte Ergänzungsleistung auf Fr. 700.- monatlich. Im April 2007 forderte die
zuständige AHV-Zweigstelle den Versicherten auf, ein Revisionsformular auszufüllen.
Nach mehrmaliger Mahnung kam der Versicherte schliesslich am 31. Juli 2007 dieser
Aufforderung nach. Er legte u.a. eine Neuschätzung der Eigentumswohnung und der
Garage bei. Der gesamte amtliche Verkehrswert belief sich neu auf Fr. 477'000.-. Der
Versicherte bezifferte die hypothekarische Belastung mit insgesamt Fr. 429'325.-. Am
28. November 2007 erfuhr die EL-Durchführungsstelle, dass der Versicherte am 15.
Mai 2007 das Grundstück Nr. 1095 des Grundbuches A._ gekauft hatte. Sie forderte
vom Versicherten eine Reihe von Unterlagen (insbesondere den
Grundstückkaufvertrag) dazu an, um die Aktenlage im nach wie vor laufenden
Revisionsverfahren zu vervollständigen. Am 21. Dezember 2007 sprach die EL-
Durchführungsstelle dem Versicherten mit Wirkung ab 1. Januar 2008 eine
Ergänzungsleistung von Fr. 730.- monatlich zu, ohne damit das laufende
Revisionsverfahren abzuschliessen oder auch nur einzelne Positionen entsprechend
den Ergebnissen dieses Revisionsverfahrens zu übernehmen. Am 8. Januar 2008 und
am 7. Februar 2008 mahnte die EL-Durchführungsstelle den Versicherten, die
angeforderten Unterlagen einzureichen, ansonsten sie die Ergänzungsleistung per
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Ende Februar 2008 einstellen werde. Da der Versicherte die Unterlagen nicht
einreichte, verfügte die EL-Durchführungsstelle am 1. März 2008 die Einstellung der
Ergänzungsleistung per 31. März 2008. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in
Rechtskraft.
B.
Die EL-Durchführungsstelle setzte das Revisionsverfahren fort, indem sie die AHV-
Zweigstelle damit beauftragte, die Steuerunterlagen für 2007, eine Kopie des
Grundstückkaufvertrages und einen Auszug aus dem Schätzungskataster zu
beschaffen. Da die AHV-Zweigstelle keinen Erfolg hatte, wandte sich die EL-
Durchführungsstelle an das zuständige Grundbuchamt, um den
Grundstückkaufvertrag, einen Auszug aus dem Schätzungskataster und Auskünfte
über die Kosten einer geplanten Überbauung zu erhalten. Das Grundbuchamt
verweigerte zunächst die Auskunft. Es gab lediglich an, das vom Versicherten am 15.
Mai 2007 gekaufte Grundstück sei wieder verkauft worden (Grundbucheintrag vom 8.
April 2008). Am 18. August 2008 übermittelte das Grundbuchamt dann doch die
Kaufverträge vom 15. Mai 2007 und vom 8. April 2008. Der Versicherte hatte das
Grundstück Nr. 1095 für Fr. 509'200.- gekauft und durch eine Überweisung auf das
Konto der Verkäuferin bezahlt. Verkauft hatte er das Grundstück für Fr. 600'000.-. Der
Käufer hatte eine Grundpfandschuld von Fr. 310'000.- übernommen und den
Restbetrag von Fr. 291'000.- an den Versicherten überwiesen. Die EL-
Durchführungsstelle erfuhr ausserdem, dass die eine Tochter des Versicherten am
1. September 2004 eine eigene Wohnung gemietet und per Ende Oktober 2006 wieder
gekündigt hatte. Gemäss seiner Steuerveranlagung 2006 hatte der Versicherte am
1. Januar 2006 über Wertschriften im Wert von Fr. 180'000.-, über Versicherungen im
Wert von Fr. 6'300.- und über Liegenschaften im Wert von Fr. 477'000.- verfügt. Dem
hatten Schulden von Fr. 430'000.- gegenüber gestanden. Allerdings hatte es sich um
eine steuerliche Ermessensveranlagung gehandelt. Gemäss einer undatierten internen
Aktennotiz ging die EL-Durchführungsstelle davon aus, dass der Auszug der Tochter
aus der Wohnung des Versicherten per 1. September 2004 erfolgt sei, die
entsprechende Anpassung der Ergänzungsleistung aber erst ab August 2007 zu
erfolgen habe. Auch der tiefere Wert der selbstbewohnten Liegenschaft sei erst ab
August 2007 anzurechnen. Mangels Bankbelegen sei für die auf dem Grundstück Nr.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
1095 lastende Hypothek von Fr. 310'000.- ein Zins von 4,25% anzurechnen. Da der
Versicherte diese Veränderung nicht gemeldet habe, sei die Ergänzungsleistung ab 1.
Januar 2007 (Kauf des Grundstücks) anzupassen. Da zehn vermietete Parkplätze
vorhanden seien, sei ein Grundstücksertrag von Fr. 12'000.- pro Jahr (Fr. 100.-
monatlich pro Parkplatz) anzurechnen. Nach dem Verkauf, also ab dem 1. April 2008,
sei ein eigenes Vermögen von Fr. 290'000.- anzurechnen. Unter Berücksichtigung des
zusätzlichen Vermögenswerts von Fr. 600'000.-, der zusätzlichen grundpfandlichen
Belastung von Fr. 310'000.- und der entsprechenden Mieteinnahmen und
Zinsausgaben resultierte für die Periode Januar bis Juli 2007 ein
Einnahmenüberschuss. Die Reduktion des amtlichen Verkehrswerts und des Mietwerts
der Eigentumswohnung hatte zur Folge, dass für August und September 2007 erneut
ein monatlicher Anspruch von Fr. 700.- bestand. Der Auszug der Tochter aus der
elterlichen Wohnung hatte erneut einen Einnahmenüberschuss zur Folge, so dass auch
für Oktober bis Dezember 2007 kein Anspruch auf eine Ergänzungsleistung bestand.
Insbesondere die Erhöhung des gesetzlichen Freibetrages für selbstbewohnte
Liegenschaften bewirkte, dass der Versicherte ab Januar 2008 einen Anspruch auf eine
Ergänzungsleistung von Fr. 645.- monatlich hatte. In der Zeit von Januar 2007 bis März
2008 hatte der Versicherte also Ergänzungsleistungen im Betrag von Fr. 7047.- zu
Unrecht bezogen. Die EL-Durchführungsstelle verfügte am 24. Oktober 2008
entsprechend.
C.
Der Versicherte erhob am 5. November 2008 Einsprache gegen diese Verfügung. Er
machte geltend, das gekaufte Land sei mit Fr. 600'000.- zu hoch erfasst. Zudem sei
nicht berücksichtigt worden, dass er das Land ausschliesslich mit fremden Mitteln
erworben habe. Der Versicherte unterliess es aber, diese beiden Behauptungen zu
belegen. Die EL-Durchführungsstelle wies die Einsprache am 6. Januar 2009 ab. Sie
machte geltend, der Versicherte habe mehrfach seine Meldepflicht verletzt (Auszug
einer Tochter, Neuschätzung der Eigentumswohnung, Kauf und Verkauf eines
Grundstücks). Er habe keine Belege eingereicht, welche die angeblich vollständige
Fremdfinanzierung des Grundstückkaufs belegen würden. Die Einkommens- und
Vermögensverhältnisse des Versicherten seien nach wie vor unklar. Möglicherweise
habe der Versicherten zwischen Januar 2007 und März 2008 gar keinen Anspruch auf
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
eine Ergänzungsleistung gehabt. Eine weitere Rückforderung bleibe deshalb
ausdrücklich vorbehalten.
D.
Der Versicherte erhob am 6. Februar 2009 Beschwerde gegen diesen
Einspracheentscheid. Er führte aus, er habe das Grundstück ausschliesslich mit
fremden Mitteln gekauft und dann ohne Gewinn wieder verkauft. Das Darlehen habe er
zurückbezahlt. Der Versicherte kündigte an, dass er eine Kopie der Abrechnung über
den Grundstücksgewinn und eine Bestätigung über die Fremdmittel einreichen werde.
Die ihm dazu angesetzte Nachfrist verstrich unbenützt.
E.
Die EL-Durchführungsstelle beantragte am 24. März 2009 die Abweisung der
Beschwerde.

Erwägungen:
1.
Mit der Aufforderung an den Beschwerdeführer, das Revisionsformular auszufüllen und
es zusammen mit den erforderlichen Belegen einzureichen, hat die
Beschwerdegegnerin ein Revisionsverfahren gemäss Art. 17 Abs. 2 ATSG eröffnet. Sie
hat dann aber mit der – formell rechtskräftigen - Einstellungsverfügung vom 1. März
2008 (mit Wirkung ab 1. April 2008) nicht dieses Revisionsverfahren abgeschlossen,
sondern sie hat gestützt auf Art. 43 Abs. 3 ATSG die laufende Ergänzungsleistung
eingestellt, um den Beschwerdeführer dazu zu bringen, seiner Mitwirkungspflicht bei
der Abklärung des revisionsrechtlich relevanten Sachverhalts nachzukommen bzw. um
das Risiko einer ungerechtfertigten Weiterausrichtung der Ergänzungsleistung zu
vermeiden. Hätte nur die Ergänzungsleistung ab der sanktionsweisen Einstellung, also
ab 1. April 2008 revisionsrechtlich zur Diskussion gestanden, hätte die
Beschwerdegegnerin das Revisionsverfahren einfach abbrechen können. Weil dieses
Revisionsverfahren aber Hinweise darauf geliefert hatte, dass die Ergänzungsleistung
allenfalls rückwirkend, d.h. vor dem 1. April 2008 hätte herabgesetzt oder sogar
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
eingestellt werden müssen und dass die dann zu Unrecht ausgerichtete
Ergänzungsleistung anschliessend hätte zurückgefordert werden müssen, war die
Beschwerdegegnerin gezwungen, das Revisionsverfahren trotz der
Mitwirkungsverweigerung und trotz der sanktionsweisen Leistungseinstellung per
31. März 2008 weiterzuführen.
2.
Ohne die Mitwirkung des Beschwerdeführers haben diese späteren Abklärungen nur
eine unvollständige Kenntnis des relevanten Sachverhalts (bis 31. März 2008) ergeben.
Insbesondere in bezug auf das Grundstück Nr. 1095 ist nach wie vor nicht bekannt, wie
der Beschwerdeführer den Kauf vom 15. Mai 2007 finanziert und welchen Gewinn er
mit dem Weiterverkauf am 8. April 2008 erzielt hat. Mehr als den Kauf- und den
Verkaufspreis, die Tatsache, dass der Beschwerdeführer den Kaufpreis vollumfänglich
durch eine Überweisung gedeckt hat, während beim Weiterverkauf dann eine Hypothek
bestanden hat, hat die Beschwerdegegnerin nicht in Erfahrung gebracht. Aus dieser
sehr lückenhaften Sachverhaltskenntnis hat die Beschwerdegegnerin dann eine
Anspruchsberechnung "konstruiert", bei der sie in bezug auf das anrechenbare
Vermögen, den Vermögensertrag und die Hypothekarzinsen nicht von einem mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellten Sachverhalt ausgegangen ist. Sie hat die
Lücken in ihrer Sachverhaltskenntnis mittels erfundenen oder bestenfalls möglichen
Einnahmen- und Ausgabenpositionen ausgefüllt. Wäre, wie die Beschwerdegegnerin
offenbar angenommen hat, von weiteren Abklärungsmassnahmen tatsächlich kein
weiterer Aufschluss über den revisionsrechtlich relevanten Sachverhalt spätestens ab
Juni 2007 zu erwarten gewesen, hätte die Frage gestellt werden müssen, auf welche
Norm die Beschwerdegegnerin ihre Vorgehensweise ("konstruierte"
Anspruchsberechnung) stützen könnte. Die Antwort hätte gelautet: Weder auf den
allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts noch auf das Recht der
Ergänzungsleistung. Nirgends findet sich eine Bestimmung, die es zulassen würde, den
aufgrund einer Verweigerung der Mitwirkung bei der Sachverhaltsabklärung nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit feststellbaren Sachverhalt durch kaum oder gar
nicht belegte Sachverhaltsannahmen zu ersetzen, um so materiell über einen EL-
Anspruch entscheiden zu können. Die Verfügung vom 24. Oktober 2008 bzw. der
angefochtene Einspracheentscheid erweisen sich somit als rechtswidrig, da sie in
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes bzw. der im Sozialversicherungsrecht
massgebenden Beweisanforderung ergangen sind.
3.
Die Beschwerdegegnerin hätte, wenn die weitere Abklärung des Sachverhalts ohne die
Mitwirkung des Beschwerdeführers tatsächlich offenkundig unmöglich gewesen wäre,
auch für die revisionsrechtlich relevante Periode vor dem 1. April 2008 gestützt auf
Art. 43 Abs. 3 ATSG eine Sanktion aussprechen müssen. Diese Sanktion hätte nur in
der rückwirkenden Einstellung der Ergänzungsleistung per 1. Juni 2007 und in der
Rückforderung der zwischen Juni 2007 und März 2008 ausgerichteten
Ergänzungsleistung bestehen können. Im Wortlaut des Art. 43 Abs. 3 ATSG findet sich
diese Art von Sanktion zwar nicht, aber es liegt – ebenso wie für die "normale"
Leistungseinstellung ex nunc bei einem Revisionsverfahren aufgrund eines Verdachts,
dass der Leistungsanspruch gesunken oder ganz weggefallen sein könnte – eine
ausfüllungsbedürftige Lücke vor: Die Leistung muss bei Vorliegen einer
Mitwirkungsverletzung rückwirkend ab dem mutmasslichen Eintritt der – ebenfalls
mutmasslichen – leistungssenkenden oder –aufhebenden Sachverhaltsveränderung
sanktionsweise eingestellt werden können, weil der Leistungsbezüger sonst aus seiner
Mitwirkungsverweigerung einen rechtsmissbräuchlichen Vorteil ziehen könnte. Die
sanktionsweise rückwirkende Einstellung der laufenden Ergänzungsleistung des
Beschwerdeführers per 1. Juni 2007 hätte, wenn von weiteren Abklärungsmassnahmen
tatsächlich kein weiterer Aufschluss mehr zu erwarten gewesen wäre, bereits mit der
Verfügung vom 1. März 2008 erfolgen können, denn damals war bereits bekannt, dass
der Beschwerdeführer am 15. Mai 2007 das Grundstück Nr. 1095 gekauft und dass er
es am 8. April 2008 weiterverkauft hatte.
4.
Nun ist es aber entgegen der von der Beschwerdegegnerin sinngemäss vertretenen
Auffassung nicht so, dass jede weitere Abklärungsmassnahme aussichtslos gewesen
wäre. Der Wiederverkauf des Grundstücks Nr. 1095 am 8. April 2008 dürfte nämlich ein
Veranlagungsverfahren betreffend Grundstückgewinnsteuer ausgelöst haben. Die in
diesem Veranlagungsverfahren produzierten Akten würden wohl ausreichen, um all
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
jene Fragen zu beantworten, die sich im Zusammenhang mit der Höhe des
anrechenbaren Vermögens, eines allfälligen Vermögensertrages und eines allfälligen
Hypothekarzinses stellen. Wenn der Beizug der Steuerakten nicht den nötigen
Aufschluss über den revisionsrechtlich relevanten Sachverhalt bringen würde,
bestünde die Möglichkeit zum Erlass einer neuen Sanktionsverfügung in der Form einer
rückwirkenden Leistungseinstellung verbunden mit einer Rückforderung der dann zu
Unrecht ausgerichteten Ergänzungsleistung. Diese Abklärungen anhand der
Steuerakten sind unterblieben. Die Verfügung vom 24. Oktober 2008, die als eine
Kombination aus einer echten, rückwirkenden Revisionsverfügung nach Art. 17 Abs. 2
ATSG und aus einer Rückforderung nach Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG zu interpretieren
ist, ist somit in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes gestützt auf einen
unzureichend abgeklärten Sachverhalt ergangen. Dasselbe gilt für den angefochtenen
Einspracheentscheid, der deshalb aufzuheben ist. Die Sache ist zur weiteren Abklärung
des Sachverhalts und zur anschliessenden neuen Verfügung, nötigenfalls auch zum
Erlass einer Sanktionsverfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG