Decision ID: a18c3ea0-a914-4929-985d-21a37d3f568a
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Teilurteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 25. August 2014 (EE130029-G)
- 2 -
* * * * *
Rechtsbegehren:
Es wird auf die Seiten 2 bis 8 des Entscheids der Vorinstanz vom 25. August
2014 (Urk. 196 = Urk. 203) verwiesen.
Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgerichtes Meilen vom 25. August 2014:
1. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin an den Unterhalt
des Sohnes C._ monatliche Unterhaltsbeiträge von CHF 1'000 zu be-
zahlen, zahlbar monatlich im Voraus, rückwirkend per 1. Juni 2012.
Es wird davon Vormerk genommen, dass die Gesuchstellerin die Kinderzu-
lagen bezieht.
2. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin monatliche Unter-
haltsbeiträge, zahlbar monatlich im Voraus, je auf den Ersten eines jeden
Monats, wie folgt zu bezahlen:
- ab 1. Juni 2012 bis 31. März 2013: CHF 550,
- ab 1. April 2013 bis 31. Dezember 2013: CHF 700,
- ab 1. Januar 2014 bis 31. April 2014: CHF 1'100,
- ab 1. Mai 2014 bis 31. Juni 2014: CHF 850,
- ab 1. Juli 2014 bis 31. August 2014: CHF 1'050,
- ab 1. September 2014: CHF 700.
3. Es wird davon Vormerk genommen, dass der Gesuchsgegner von Juni 2012
bis und mit Juni 2014 CHF 26'233.50 an Unterhaltszahlungen geleistet hat.
- 3 -
4. Die Editionsbegehren der Parteien werden abgewiesen, soweit sie nicht oh-
nehin bereits gegenstandslos geworden sind.
5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
CHF 8'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen:
CHF 50.00 Zeugenentschädigung
CHF 1'200.00 Dolmetscherkosten
CHF 20'385.25 Kosten für die Besuchsbegleitung
CHF 29'635.25 Total
6. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt, jedoch mit
Ausnahme der Kosten für die Besuchsbegleitung im Umfang von
CHF 20'385.25 zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
einstweilen auf die Gerichtskasse genommen.
Die Parteien werden auf die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO hingewiesen.
7. Die Kosten für die Besuchsbegleitung im Umfang von CHF 20'385.25 wer-
den – soweit ausreichend – mit den von den Parteien geleisteten Kostenvor-
schüssen von CHF 4'000 (Gesuchstellerin) bzw. CHF 5'000 (Gesuchsgeg-
ner) verrechnet.
8. Die Prozessentschädigungen werden wettgeschlagen.
9. (Mitteilungssatz.)
10. (Rechtsmittelbelehrung.)
Berufungsanträge:
der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin (Urk. 202 S. 2 f.):
" 1. Es sei Dispositiv Ziff. 1 des Teilurteils des Bezirksgerichts Meilen vom 25. August 2014 (EE130029-G) wie folgt zu ändern (Ände-
- 4 -
rung kursiv/Weglassung [ ]): "Der Berufungsbeklagte () wird verpflichtet, der Berufungsklägerin (Gesuchstellerin) an den Unterhalt des Sohnes C._ monatliche  von CHF 1'000.00 zuzüglich allfällig von ihm bezogene  zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus,  per 1. Juni 2012. [ ]".
2. Es sei Dispositiv Ziff. 2 des Teilurteils des Bezirksgerichts Meilen vom 25. August 2014 (EE130029-G) wie folgt zu ändern: "Der  (Gesuchsgegner) wird verpflichtet, der  (Gesuchstellerin) rückwirkend per 1. Juni 2012 und für die weitere Dauer des Getrenntlebens monatliche  von CHF 2'312.00, zahlbar monatlich im Voraus, je auf den Ersten eines jeden Monats, zu bezahlen.
3. Dispositiv Ziff. 5 des Teilurteils des Bezirksgerichts Meilen vom 25. August 2014 (EE130029-G) sei wie folgt abzuändern ( kursiv/Weglassung [ ]): "Die Entscheidgebühr wird  auf: CHF 8'000.00; die weiteren Auslagen betragen: CHF 50.00 Zeugenentschädigung CHF 1'200.00 Dolmetscherkosten [ ] CHF 9'250.00 Total".
4. Es sei Dispositiv Ziff. 6 des angefochtenen Teilurteils des  Meilen vom 25. August 2014 (EE130029-G) wie folgt  (Änderung kursiv/Weglassung [ ]): "Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt, jedoch [ ] zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Parteien werden auf die  nach Art. 123 ZPO hingewiesen".
5. Eventualiter zu den Anträgen Ziffer 3 und 4 sei Dispositiv Ziff. 6 des angefochtenen Teilurteils des Bezirksgerichts Meilen vom 25. August 2014 (EE130029-G) aufzuheben und es seien die erstinstanzlichen Gerichtskosten, mit Ausnahme der Kosten für die Besuchsbegleitung im Umfang von CHF 20'385.25, den  je zur Hälfte aufzuerlegen, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Kosten für die Besuchsbegleitung seien  dem Berufungsbeklagten aufzuerlegen.
6. Dispositiv Ziff. 7 des Teilurteils des Bezirksgerichts Meilen vom 25. August 2014, sei soweit sie den von der Berufungsklägerin geleitsteten Prozesskostenvorschuss betrifft, aufzuheben. Der von der Berufungsklägerin geleistete Kostenvorschuss von CHF 4'000.00 sei der Berufungsklägerin zurückzuerstatten.
- 5 -
7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zu Lasten des Berufungsbeklagten."
des Gesuchsgegners und Berufungsbeklagten (Urk. 210 S. 2 sinngemäss):
Die Berufung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Berufungsklägerin abzuweisen.

Erwägungen:
I.
1. Die Parteien heirateten am tt. Juni 2007 in Deutschland. Aus ihrer Ehe
ging der gemeinsame Sohn C._, geboren am tt.mm.2009, hervor. Mit Einga-
be vom 27. Mai 2013 machte die Gesuchstellerin und Berufungsklägerin (nachfol-
gend Gesuchstellerin) bei der Vorinstanz das vorliegende Eheschutzverfahren
anhängig (Urk. 1). In diesem Verfahren fällte die Vorinstanz am 26. Februar 2014
ein Teilurteil (vgl. Urk. 135). Am 25. August 2014 erliess sie sodann betreffend die
noch nicht geregelten Belange des Kindes- und Ehegattenunterhalts sowie der
Regelung der Kostenfolgen der Besuchsbegleitung und des vorinstanzlichen Ver-
fahrens das vorstehende Teilurteil (Urk. 203). Über den detaillierten Verlauf des
erstinstanzlichen Verfahrens gibt im Übrigen der angefochtene Entscheid Aus-
kunft (Urk. 203 E. I.1).
2. Gegen das Teilurteil vom 25. August 2014 erhob die Gesuchstellerin
mit Eingabe vom 5. September 2014 innert Frist Berufung, wobei sie die obenge-
nannten Anträge stellte. Überdies stellte sie im Rahmen ihrer Berufungsanträge
ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das Berufungsverfahren (Urk. 202
S. 2 f.). Mit unaufgeforderter Eingabe vom 15. September 2014 beantragte der
Gesuchsgegner und Berufungsbeklagte (fortan Gesuchsgegner), es sei das Ge-
such der Gesuchstellerin um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen und die
Gesuchstellerin stattdessen zu verpflichten, einen angemessenen Kostenvor-
- 6 -
schuss für die Gerichtskosten zu bezahlen. Diese Eingabe wurde mit Verfügung
vom 18. September 2014 aus dem Recht gewiesen. Mit selbiger Verfügung wurde
dem Gesuchsgegner zudem Frist zur Berufungsantwort angesetzt (Urk. 207). Mit
Eingabe vom 2. Oktober 2014 erstattete der Gesuchsgegner diese fristgerecht
(Urk. 210) und beantragte die Abweisung der Berufung. Die Berufungsantwort
wurde der Gesuchstellerin zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 214). Die mit Ein-
gabe vom 9. Oktober 2014 von der Gesuchstellerin dazu ohne Aufforderung des
Gerichts eingereichte Stellungnahme (Urk. 215) wurde dem Gesuchsgegner wie-
derum zugestellt (Urk. 218). Am 9. Januar 2015 sowie am 2. Februar 2015 reich-
ten beide Parteien je eine Eingabe betreffend ihre Einkommen ein. Schliesslich
verfasste der Gesuchsgegner am 13. Februar 2015 eine Stellungnahme zum Ge-
such der Gesuchstellerin um unentgeltliche Rechtspflege (Urk. 226 f.). Diese Ein-
gaben wurden alle jeweils der Gegenseite zugestellt (Urk. 220 ff.).
II.
A. Vorbemerkungen
1. Die Dispositivziffern 3 (Vormerkung der durch den Gesuchsgegner be-
reits geleisteten Unterhaltszahlungen) und 4 (Editionsbegehren) des vorinstanzli-
chen Entscheids blieben unangefochten, weshalb diese in Rechtskraft erwachsen
sind (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Davon ist Vormerk zu nehmen.
2. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden die Unterhaltsbeiträge
an den gemeinsamen Sohn und an die Gesuchstellerin persönlich (Dispositivzif-
fern 1 und 2) sowie die Kostenfolgen der Besuchsbegleitung (Dispositivziffern 5
bis 7). Was die Besonderheiten des summarischen Verfahrens anbelangt, ist auf
die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 203 E. II). Zu er-
gänzen ist, dass betreffend die Belange der Ehegatten untereinander die Disposi-
tionsmaxime gilt (Art. 58 Abs. 1 ZPO). Das heisst, das Gericht ist an die formellen
Anträge der Parteien gebunden (Pfänder Baumann, in: Brunner/Gasser/Schwan-
- 7 -
der [Hrsg.], DIKE-Kommentar ZPO, 2011, Art. 272 N 2 f.) und damit an den ins-
gesamt eingeklagten oder anerkannten Betrag, nicht aber an die einzelnen Ein-
nahme- und Aufwandpositionen. Es kann somit für eine Position mehr und für ei-
ne andere weniger zugesprochen werden, als in der Begründung verlangt oder
anerkannt wird (BGer 5A_476/2012, Urteil vom 10. Juli 2012, E. 3; Six, Ehe-
schutz, 2. Auflage 2014, Rz. 2.63). In Kinderbelangen und somit auch hinsichtlich
des Kindesunterhaltes gelten die Offizial- und die Untersuchungsmaxime (Art. 296
Abs. 1 ZPO).
3. Es liegt ein internationaler Sachverhalt im Sinne von Art. 1 Abs. 1 IPRG
vor. Die Gesuchstellerin ist Staatsangehörige von Deutschland, der Gesuchsgeg-
ner von Grossbritannien und Kanada. Zudem wohnte der Gesuchsgegner bei Ein-
leitung des vorliegenden Eheschutzverfahrens in Ungarn (vgl. Urk. 1), seit Januar
2014 wohnt er in der Schweiz (vgl. Urk. 203 E. 6.3). Die internationale Zuständig-
keit der hiesigen Gerichte ergibt sich für den Ehegatten- und Kinderunterhalt aus
Art. 5 Ziffer 2 des Übereinkommens über die gerichtliche Zuständigkeit und die
Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen
(Lugano-Übereinkommen) in Verbindung mit Art. 79 Abs. 1 und Art. 46 IPRG. Das
anwendbare Recht mit Bezug auf den Anspruch auf Ehegatten- und Kinderunter-
halt bestimmt sich gemäss Art. 49 und Art. 83 IPRG nach dem Haager Überein-
kommen vom 2. Oktober 1973 über das auf die Unterhaltspflicht anwendbare
Recht. Nach Art. 4 des Abkommens ist für die in dessen Art. 1 genannten Unter-
haltspflichten (Ehegatten- und Kinderunterhalt) das am gewöhnlichen Aufenthalt
der Unterhaltsberechtigten geltende innerstaatliche Recht massgebend. Da die
Gesuchstellerin mit dem Sohn C._ in der Schweiz Wohnsitz hat, kommt so-
mit Schweizer Recht zur Anwendung.
4. Gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO können im Berufungsverfahren neue Tat-
sachen nur noch berücksichtigt werden, wenn diese ohne Verzug vorgebracht
wurden und wenn sie trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vor-
gebracht werden konnten. Das Bundesgericht hat eine analoge Anwendung von
Art. 229 Abs. 3 ZPO bei Verfahren, die der Untersuchungsmaxime unterstehen,
- 8 -
abgelehnt und festgehalten, dass einzig Art. 317 Abs. 1 ZPO massgebend sei
(BGE 138 III 626 E. 2.2). Dies gilt auch in Verfahren betreffend Kinderbelange, in
denen gemäss Art. 296 ZPO der Sachverhalt von Amtes wegen zu erforschen ist
und keine Bindung an die Anträge besteht. Unechte Noven, die bei zumutbarer
Sorgfalt bereits vor erster Instanz hätten geltend gemacht werden können, kön-
nen daher grundsätzlich nicht mehr vorgebracht werden (Hohl, Procédure civile,
Tome II, Deuxième Edition, Bern 2010, Rz. 1214 und 2414). Nach Berufungsbe-
gründung und -antwort können nur noch echte Noven vorgebracht werden, und
zwar längstens bis zum Beginn der Urteilsberatung. Dies gilt auch für Verfahren,
die der Untersuchungsmaxime unterstehen (BGE 138 III 788 E. 4.2; Hohl, a.a.O.,
Rz. 1172).
B. Kinderunterhaltsbeiträge
1. Die Vorinstanz hat den Gesuchsgegner zur Zahlung von monatlichen
Beiträgen an den Unterhalt des Sohnes C._ von Fr. 1'000.– verpflichtet, dies
rückwirkend per 1. Juni 2012. Zudem wurde davon Vormerk genommen, dass die
Gesuchstellerin die Kinderzulagen bezieht (Urk. 203 Dispositivziffer 1).
2. Die Gesuchstellerin beanstandet im Berufungsverfahren nicht die Höhe
der festgelegten Kinderunterhaltsbeiträge, sondern beantragt, dass der Gesuchs-
gegner zu verpflichten sei, an den Unterhalt des Sohnes C._ monatliche Un-
terhaltsbeiträge von Fr. 1'000.– zuzüglich allfällig von ihm bezogener Kinderzula-
gen zu bezahlen. Es müsse sichergestellt werden, dass der Berufungsbeklagte
bei einem Bezug der Kinderzulagen durch ihn selber diese zusätzlich zu den be-
rechneten Unterhaltsbeiträgen an die Gesuchstellerin weiterleiten müsse (Urk.
202 S. 40 f.). Darüber hinaus hat die Gesuchstellerin die von der Vorinstanz fest-
gesetzten Kinderunterhaltsbeiträge nicht angefochten.
3. Der Gesuchsgegner anerkannte in seiner Berufungsantwort, im Falle
einer auf seiner Seite bestehenden Anspruchsberechtigung die Kinderzulagen an
die Gesuchstellerin zu schulden (Urk. 210 Ziff. 13).
- 9 -
4. Gemäss Art. 285 Abs. 2 ZGB sind Kinderzulagen, Sozialversicherungs-
renten und ähnliche für den Unterhalt des Kindes bestimmte Leistungen, die dem
Unterhaltspflichtigen zustehen, zusätzlich zum Unterhaltsbeitrag zu zahlen, soweit
das Gericht nichts anderes bestimmt (vgl. dazu auch Art. 8 des Familienzulagen-
gesetzes [FamZG]). Gemäss einem Teil der Lehre sind im Unterhaltsurteil die be-
kannten und mitgeschuldeten Leistungen ausdrücklich zu spezifizieren (Breit-
schmid, in: Basler Kommentar ZPO, 5. Auflage 2014, Art. 285 N. 29; Roelli/Meuli-
Lehni, in: Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, 2. Auflage 2012, Art. 285
N. 9). Die ausdrückliche Nennung der Sozialleistungen wird zudem als nützlich
bezeichnet (Gessler, in: SJZ 83/1987 S. 249 ff., 251), sie ist aber nicht nötig. Das
Kind hat gemäss HEGNAUER jedoch ein schutzwürdiges Interesse daran, dass die
Pflicht zur zusätzlichen Zahlung der Kinderzulagen oder anderer in Betracht fal-
lender Sozialleistungen ausdrücklich im Urteil festgelegt wird (Hegnauer, in: Ber-
ner Kommentar ZGB, 1997, Art. 285 ZGB N. 98 mit Verweis auf SG/GVP 1995
Nr. 31).
Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid nicht bestimmt, dass die
Kinderzulagen nicht zusätzlich zum Unterhaltsbeitrag zu zahlen wären. Der Ge-
suchsgegner wäre bei einer allfälligen Anspruchsberechtigung gestützt auf
Art. 285 Abs. 2 ZGB und Art. 8 FamZG somit verpflichtet, die Kinderzulagen zu-
sätzlich zu den festgesetzten Unterhaltsbeiträgen zu bezahlen. Der Klarheit hal-
ber empfiehlt es sich jedoch trotzdem, die praxisgemässe Formulierung "zuzüg-
lich allfälliger gesetzlicher oder vertraglicher Kinder- und Ausbildungszulagen" in
Dispositivziffer 1 aufzunehmen.
C. Ehegattenunterhalt
1. Die Gesuchstellerin berechnete ihren Bedarf im vorinstanzlichen Ver-
fahren nach der einstufigen Berechnungsmethode. In ihrer Berufungsschrift bean-
standet sie die durch die Vorinstanz vorgenommene Berechnung nach der zwei-
stufigen Methode nicht, sondern setzt sich mit den diesbezüglichen vorinstanzli-
chen Erwägungen auseinander. Als Resultat errechnet sie Unterhaltsbeiträge für
- 10 -
sich und C._ zwischen Fr. 4'344.40 und Fr. 5'764.55 (Urk. 202 S. 36 ff.),
verweist dann jedoch auf den von ihr einstufig berechneten Bedarf und beziffert
ihren persönlichen Unterhaltsanspruch während aller Phasen auf Fr. 2'312.–
(Urk. 202 S. 36 ff., insbesondere S. 40).
Die durch die Vorinstanz vorgenommene Berechnung nach der zweistufigen
Methode wurde von den Parteien nicht kritisiert und ist auch nicht zu beanstan-
den. Auch bei gehobenem Lebensstandard ist diese Methode, wonach vorab der
Grundbedarf berechnet und ein allfälliger Freibetrag aufgeteilt wird, angemessen
(vgl. Hausheer/Reusser/Geiser, Berner Kommentar ZGB, 2. Auflage 1999,
Art. 176 N. 25 f.; vgl. Hausheer/Spycher, Handbuch des Unterhaltsrechts, 2010,
N. 2.27 f.; ZR 91/92 S. 70 ff.). Erst auf der Stufe der Freibetragsaufteilung wird da-
rauf zu achten sein, dass der eheliche Lebensstandard nicht überschritten wird
bzw. dass keine Vermögensverschiebung resultiert, durch welche die güterrechtli-
che Auseinandersetzung teilweise vorweggenommen würde (BGer 5P.272/2004,
Urteil vom 26. Oktober 2004, E. 4.1; Beschluss des Kassationsgericht des Kan-
tons Zürich vom 25. Juni 2005, Kass-Nr. AA040180, E. 5.3; Schwander, in: Basler
Kommentar ZGB, 5. Auflage 2014, Art. 176 N. 3).
2. Die Vorinstanz hat die Unterhaltspflicht des Gesuchsgegners aufgrund
divergierender Einkommens- sowie Bedarfsverhältnissen in sechs Phasen aufge-
teilt, für welche er zur Leistung folgender Unterhaltsbeiträge an die Gesuchstelle-
rin persönlich verpflichtet wurde:
Phase I: ab 1. Juni 2012 bis 31. März 2013: Fr. 550.00
Phase II: ab 1. April 2013 bis 31. Dezember 2013: Fr. 700.00
Phase III: ab 1. Januar 2014 bis 31. April 2014: Fr. 1'100.00
Phase IV: ab 1. Mai 2014 bis 31. Juni 2014: Fr. 850.00
Phase V: ab 1. Juli 2014 bis 31. August 2014: Fr. 1'050.00
Phase VI: ab 1. September 2014: Fr. 700.00
- 11 -
Die Gesuchstellerin kritisiert im Rahmen ihrer Berufung die der Unterhalts-
berechnung zugrunde gelegten Einkommen der Parteien (nachstehend E. II.C.3-
4) sowie den auf beiden Seiten berücksichtigte Bedarf (nachstehend E. II.C.5-6).
Da die von der Vorinstanz angewandten Währungskurse für die Umrechnung der
Fremdwährungen nicht beanstandet wurden, wird in der Folge von diesen auszu-
gehen sein, namentlich von 1 CAD = 0.88 CHF sowie 1 EUR = 1.20 CHF und
1 HUF = 0.00408 CHF.
3. Einkommen des Gesuchsgegners
3.1 Erwerbseinkommen
Die Gesuchstellerin bestreitet das von der Vorinstanz angenommene Er-
werbseinkommen des Gesuchsgegners aller Phasen, mit Ausnahme desjenigen
der Phase II. Weiter verlangt sie die Hinzurechnung eines Vermögensertrages
zum Erwerbseinkommen ab der Phase II (Urk. 202 S. 16 ff.).
3.1.1 Phase I (1. Juni 2012 bis 31. März 2013; Kanada)
a) Die Vorinstanz ging von einem steuerbaren Einkommen des Gesuchs-
gegners von CAD 134'039.36 aus und zog davon CAD 50'648.30 an Steuern ab.
Entsprechend habe der Gesuchsgegner jährlich umgerechnet insgesamt
Fr. 73'384.15 (Wechselkurs 1 CAD = 0.88 CHF) bzw. monatlich Fr. 6'115.35 ver-
dient (Urk. 203 E. 5.1).
b) Die Gesuchstellerin wendet ein, es sei vom Nettoeinkommen des Ge-
suchsgegners von CAD 134'566.30 auszugehen und nicht vom steuerbaren Ein-
kommen. Von diesem sei zudem lediglich ein Betrag von CAD 45'844.– für Steu-
ern abzuziehen. Es resultiere dadurch ein Erwerbseinkommen des Gesuchsgeg-
ners von CAD 88'722.30 bzw. von monatlich Fr. 6'514.41 (Urk. 202 S. 18).
c) Der Gesuchsgegner entgegnet, die Höhe der Steuern sei belegt und
verweist dazu auf die Angaben seiner Treuhänderin. Weiter hält er fest, dass die
- 12 -
Beiträge in den "recognized pension plan" zu berücksichtigen seien (Urk. 210
Ziff. 4.1 ff.)
d) Der Gesuchstellerin ist dahingehend zuzustimmen, dass vom tatsächli-
chen Einkommen (vgl. dazu Six, a.a.O., Rz. 2.128) und nicht vom steuerbaren
Einkommen des Gesuchsgegners auszugehen ist, somit von jährlich CAD
134'566.30. Davon ging auch der Gesuchsgegner aus (Urk. 25 Rz. 62, Urk. 166
Ziff. 7.16). Die in den "recognized pension plan" einbezahlte Summe ist dabei
entweder – wie der Gesuchsgegner geltend macht (Urk. 166 Ziff. 7.16) – bereits
im Einkommen von CAD 134'566.30 enthalten oder stammt aus einem früheren
Erwerbseinkommen, wobei ein solches vorliegend für die Berechnung des Unter-
haltsanspruches ab dem Jahre 2012 nicht von Interesse wäre. Aus diesem Grund
erübrigen sich weitergehende Erwägungen zu diesen Einzahlungen. Zum Abzug
der Steuern bleibt festzuhalten, dass der Gesuchsgegner zwei sich widerspre-
chende Schreiben seiner Treuhänderin eingereicht hat. In der Email vom
3. August 2013 hält die Treuhänderin fest, dass Steuern im Umfang von insge-
samt CAD 50'648.30 (Urk. 26/15) angefallen seien und somit von einem Nettoein-
kommen des Gesuchsgegners von CAD 83'918.– auszugehen sei. Im Schreiben
vom 9. Mai 2014 hält sie hingegen fest, dass Steuern von insgesamt CAD
47'262.92 sowie weitere "customary payroll deductions" (übliche Lohnabzüge)
von CAD 6'178.14 angefallen seien. Der Gesuchsgegner habe entsprechend ein
Nettoeinkommen von CAD 81'125.24 erwirtschaftet (Urk. 167/3). Es ist vorliegend
auf das letztgenannte Schreiben vom 9. Mai 2014 abzustellen. Dies deshalb, da
sich die geltend gemachten Steuerbeträge aus der Steuererklärung (Urk. 26/14
Positionen 439 und 468) ergeben und diese dadurch glaubhaft gemacht wurden.
Die "customary payroll deductions" (übliche Lohnabzüge) dagegen konnte der
Gesuchsgegner nicht glaubhaft machen, da sich diese nicht aus der Steuererklä-
rung ergeben und er diesbezüglich auch nicht auf entsprechende Belege verwies.
Es ist demnach von einem jährlichen Nettoeinkommen des Gesuchsgegners von
CAD 87'303.38 (CAD 134'566.30 - CAD 47'262.92) auszugehen und somit von
- 13 -
einem solchen von Fr. 76'826.97 (Wechselkurs 1 CAD = CHF 0.88) bzw. von ei-
nem monatlichen Nettoerwerbseinkommen von Fr. 6'400.–.
3.1.2 Phase III (1. Januar 2014 bis 30. April 2014; Schweiz)
a) Die Vorinstanz rechnete dem Gesuchsgegner für diese Phase ein Ein-
kommen von monatlich Fr. 6'913.– an. Diesen Betrag erhielt sie durch Aufteilung
der Abgangsentschädigung, welche gemäss Angabe des Gesuchsgegners
Fr. 24'400.– netto betragen habe, auf die Monate Januar bis April 2014 sowie un-
ter Hinzurechnung des im April 2014 in der Schweiz erzielten Einkommens
(Urk. 203 E. 5.2).
b) Die Gesuchstellerin dagegen geht bei der Abgangsentschädigung vom
ordentlichen Gehalt während der Phase II von monatlich Fr. 6'300.– netto aus,
wodurch sich nach Hinzurechnung des im April 2014 bereits erhaltenen Lohnes
ein monatliches Einkommen von Fr. 6'972.82 ergebe (Urk. 202 S. 19 f.).
c) Aus dem durch den Gesuchsgegner eingereichten Beleg seines Ar-
beitgebers ergibt sich, dass er während seiner Arbeitstätigkeit in Ungarn monat-
lich netto rund Fr. 6'300.– verdient hat (Urk. 26/13A; vgl. Urk. 203 E. 5.2). Da der
Gesuchsgegner selber erklärte, dass die Abgangsentschädigung vier Monats-
salären entsprochen habe, ist mit der Gesuchstellerin von diesem Gehalt, das
heisst von einer Abgangsentschädigung von Fr. 25'200.– (4×Fr. 6'300.–) auszu-
gehen. Eine Reduktion des Einkommens wurde weder substantiiert behauptet
noch belegt. Unbestritten ist, dass der Gesuchsgegner im April 2014 in der
Schweiz bereits Fr. 2'691.30 verdient hat, wodurch sich für den Zeitraum vom
1. Januar 2014 bis 30. April 2014 ein Erwerbseinkommen von gerundet
Fr. 6'970.– (Fr. 6'300.– + Fr. 673.– [Fr. 2'691.30/4]) ergibt.
3.1.3 Ab Phase IV (ab 1. Mai 2014; Schweiz)
a) Die Vorinstanz rechnete dem Gesuchsgegner in Bezug auf seine aktu-
elle Arbeitsstelle ein monatliches Einkommen von Fr. 6'510.– an. Sie hielt fest,
- 14 -
dass vom tatsächlich verdienten Einkommen von Fr. 7'290.40 auszugehen sei.
Von diesem Betrag sei das im Lohn inbegriffene Feriengehalt abzuziehen
(Urk. 203 E. 5.3.2).
b) Die Gesuchstellerin beanstandet die durch die Vorinstanz berücksich-
tigten Lohnabzüge für Ferien, BVG und die Höhe der abgezogenen Quellensteuer
(Urk. 202 S. 20 f.; Urk. 157 Rz. 20).
c) Der Gesuchsgegner beantragt die Bestätigung des angefochtenen
Entscheids und verweist auf seine Ausführungen vor Vorinstanz. Weiter erklärt er,
dass ihm ein Rechtsstreit gegen seinen Arbeitgeber nicht zumutbar sei. Die Ab-
züge für die Quellensteuern seien zudem nicht zu beanstanden, diese würden
tatsächlich vom Lohn abgezogen (Urk. 210 Ziff. 6.1 ff.; Urk. 166 Ziff. 7.25). Mit
Eingabe vom 2. Februar 2015 machte der Gesuchsgegner neu geltend, dass sich
seine Einkünfte nicht so entwickelt hätten, wie dies die Vorinstanz angenommen
habe. Er habe für die Monate April bis November 2014 lediglich netto Fr. 6'223.–
verdient anstatt der von der Vorinstanz angenommenen Fr. 6'510.– (Urk. 224).
Hierzu erwiderte die Gesuchstellerin, dass die Phase IV erst im Mai 2014 begin-
ne, weshalb der Aprillohn für diese Phase nicht zu berücksichtigen sei. Ohne Be-
rücksichtigung des Monats April 2014 ergebe sich gar ein monatliches Erwerbs-
einkommen des Gesuchsgegners von Fr. 6'727.90. Zudem sei zu berücksichti-
gen, dass der Gesuchsgegner eine Steuererklärung für das Jahr 2014 einreichen
und dabei einen Abzug für die bezahlten Unterhaltsbeiträge machen könne, wo-
durch sich der Quellensteuerabzug als deutlich zu hoch bzw. das effektive Netto-
einkommen des Gesuchsgegners als deutlich höher erweisen würde (Urk. 229
S. 2 ff.).
d) Was den Einwand der Gesuchstellerin betreffend die vorgenommenen
Lohnabzüge für Ferien, BVG-Beiträge und Quellensteuern betrifft, kann auf die
zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 203 E. 5.3.2).
Es ist von den tatsächlichen Einkommensverhältnissen auszugehen und somit
vom Einkommen des Gesuchsgegners nach den entsprechenden – effektiv vor-
- 15 -
genommenen – Abzügen. Das heisst, es ist vom Nettoeinkommen des Gesuchs-
gegners auszugehen.
Bezüglich des von der Vorinstanz berechneten Erwerbseinkommens in der
Schweiz und des neu vorgebrachten Einwandes des Gesuchsgegners, dieses
Einkommen nicht erzielen zu können, ist folgendes festzuhalten: Die Vorinstanz
ging bei ihrer Berechnung vom Bruttolohn von Fr. 9'380.– aus, berechnete den
Jahresbruttolohn und zog davon einen Monatslohn für Ferien ab (Urk. 203
E. 5.3.2; Urk. 149/26-27). Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden. Das Ein-
kommen des Gesuchsgegners unterliegt Schwankungen, da er zu einem Tages-
lohn angestellt ist. Da die Ferienentschädigungen in den monatlich ausbezahlten
Beträgen enthalten ist, drängt sich ein Abstellen auf den Bruttolohn und nicht auf
die monatlich ausbezahlten Beträge auf. Der Gesuchsgegner konnte dabei jedoch
nicht glaubhaft machen, dass er monatlich lediglich Fr. 6'223.– verdient
(Urk. 224). Die Vorinstanz hat das Einkommen von Fr. 6'510.– ab 1. Mai 2015
festgesetzt. Aus dem vom Gesuchsgegner eingereichten Lohnblatt (Urk. 225)
ergibt sich für die Monate Mai bis und mit November 2014 ein durchschnittlicher
Nettolohn des Gesuchsgegners von Fr. 6'727.90. In diesem Betrag ist jedoch die
Ferienentschädigung enthalten. Wird im Sinne einer Kontrollrechnung der durch-
schnittliche Lohn eines Monats ohne Ferienbezug berechnet (Durchschnitt der
Monate Mai bis Juli sowie September 2014 [der Gesuchsgegner machte geltend,
im August, im November sowie im Dezember 2014 Ferien genommen zu haben;
Urk. 224]), ergibt dies einen durchschnittlichen Nettomonatslohn inkl. Ferienent-
schädigung von Fr. 7'280.80 ([7'007.85 + 6'791.75 + 7'846.25 + 7'477.30]/4). Die-
ser Betrag entspricht dem aus der mit Eingabe vom 10. April 2014 eingereichten
Musterabrechnung ersichtlichen Nettolohn (vor Abzug der Ferienentschädigung;
Urk. 149/27). Da die Vorinstanz sich bei ihrer Berechnung auf den in der Muster-
abrechnung aufgezeigten Bruttolohn stützte, konnte der Gesuchsgegner somit
nicht glaubhaft machen, dass er weniger verdient als von der Vorinstanz berech-
net. Aus diesem Grunde erübrigt sich auch die Prüfung der Frage, ob dieser Ein-
- 16 -
wand des Gesuchsgegners unter Berücksichtigung von Art. 317 Abs. 1 ZPO mit
der Eingabe vom 2. Februar 2015 (Urk. 224) zu spät erfolgte.
Ab der Phase IV ist somit vom von der Vorinstanz korrekt festgelegtem Er-
werbseinkommen des Gesuchsgegners von monatlich Fr. 6'510.– auszugehen.
3.2 Vermögensertrag
a) Die Gesuchstellerin verlangt auf Seiten des Gesuchsgegners die Be-
rücksichtigung von Vermögenserträgen im Umfang von monatlich Fr. 2'250.– ab
April 2013, das heisst ab der Phase II (Urk. 202 S. 22 ff.).
b) Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid fest, dass bei einer
100% Anstellung eines Ehegatten zusätzliche Erträge ausser Acht gelassen wür-
den (Urk. 203 E. 5.4).
c) Der Gesuchsgegner erklärt, die Vorinstanz habe zu Recht auf Seiten
beider Parteien keine Vermögenserträge berücksichtigt. Die Vermögenserträge
der Parteien würden sich in etwa entsprechen und eine Hinzuziehung dieser Er-
träge sei zur Deckung des Bedarfs beider Parteien auch nicht notwendig. Die Par-
teien hätten die Einkommen aus Vermögenserträgen immer vom Familienein-
kommen getrennt gehalten und nicht für die Finanzierung des Lebensunterhaltes
verwendet. Im Übrigen betrage der monatliche Vermögensertrag des Gesuchs-
gegners lediglich Fr. 1'377.– (Urk. 210 Ziff. 7.1 ff.; Urk. 166 S. 4 und 5).
d) Der familienrechtliche Bedarf ist aus dem Erwerbseinkommen und den
Vermögenserträgen der Eheleute zu decken (FamPra 2014, S. 302, 314; Isen-
ring/Kessler, in: Basler Kommentar ZGB, a.a.O., Art. 163 N. 27). Die Vorinstanz
begründete die Nichtberücksichtigung der Vermögenserträge damit, dass in der
Regel von einem Ehegatten nicht erwartet werden könne, neben einem Arbeits-
pensum von 100% ein Mehreinkommen zu erwirtschaften, welches auf nicht zu-
mutbare Sonderanstrengungen oder auf Mehreinsatz zurückzuführen sei (Urk.
203 E. 5.4 mit Verweis auf Six, a.a.O., Rz. 2.155 und Rz. 2.135). Ein Vermögens-
- 17 -
ertrag fällt grundsätzlich nicht durch nicht mehr zumutbare Sonderanstrengungen,
sondern aufgrund eines bestehenden Kapitals an, weshalb ein solcher Vermö-
gensertrag grundsätzlich zu berücksichtigen ist. Ansonsten hätte konkret darge-
legt werden müssen, dass die Erwirtschaftung des Vermögensertrages vorliegend
auf nicht zumutbarem Mehraufwand beruht. Dies wurde nicht geltend gemacht
und ein allfälliger Vermögensertrag ist zu berücksichtigen. Zu den Einwänden des
Gesuchsgegners, die Hinzuziehung des Vermögensertrages sei nicht notwendig
bzw. die Erträge seien nie zur Deckung des Lebensunterhalts verwendet worden,
ist hinten im Zusammenhang mit der konkreten Unterhaltsberechnung zurückzu-
kommen (vgl. E. II.C.7).
Der Gesuchsgegner hat im Jahr 2012 einen Vermögensertrag von CAD
30'672.19 erzielt (Urk. 26/14 Positionen 120, 121 und 127). Den Einwand des
Gesuchsgegners, dass Steuern vom Gesamtbetrag von CAD 30'672.– abzuzie-
hen seien (Urk. 166 Ziff. 7.13), bestreitet die Gesuchstellerin (Urk. 173 S. 15). Der
von der Treuhänderin angegebene Abzug für Steuern im Umfang von
CAD 10'424.08 (Urk. 167/3) ergibt sich nicht direkt aus der Steuererklärung
(Urk. 26/14). Es erscheint deshalb glaubhaft, dass diese – die Vermögenserträge
betreffenden – Steuern im Jahr 2012 bereits in der Einkommenssteuer 2012 im
Umfang von CAD 47'262.92 (vgl. E. II.V.3.1.1) enthalten waren und nicht noch
zusätzliche Steuern anfielen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass der Ge-
suchsgegner – als er kein Erwerbseinkommen mehr in Kanada verdiente und in
Ungarn wohnte (ab Phase II) – diese Vermögenserträge in Kanada zu versteuern
hatte. Glaubhaft erscheint auch der geltend gemachte Steuerbetrag im Umfang
von CAD 10'424.08 (rund 30%; vgl. die Steuersätze der Bundessteuern und der
Steuern für ... [CA] in Urk. 167/4). Gemäss den obenstehenden Erwägungen ist
somit von einem jährlichen Vermögensertrag von CAD 20'248.11 (CAD 30'672.19
- CAD 10'424.08) bzw. von einem monatlichen Vermögensertrag von Fr. 1'480.–
(Wechselkurs von 1 CAD = 0.88 CHF) auszugehen. Der Gesuchsgegner hat nicht
geltend gemacht, dass sich das in Kanada gelegene Vermögen in der Zwischen-
zeit vermindert hätte (vgl. dazu Urk. 166 S. 4), weshalb die Vermögenserträge im
- 18 -
Umfang von Fr. 1'480.– ab April 2013, das heisst ab Phase II, während aller fol-
gender Phasen angerechnet werden.
3.3 Übersicht Einkommen des Gesuchsgegners
Zusammenfassend ergibt sich unter Berücksichtigung der Vermögenserträ-
ge im Umfang von Fr. 1'480.– ab 1. April 2013 folgendes Einkommen des Ge-
suchsgegners:
Phase I (01.06.2012 bis 31.03.2013) Fr. 6'400.00
Phase II (01.04.2013 bis 31.12.2013) Fr. 7'780.00
Phase III (01.01.2014 bis 30.04.2014) Fr. 8'450.00
Phase IV (ab 01.05.2014) Fr. 7'990.00
4. Einkommen der Gesuchstellerin
4.1 Erwerbseinkommen
4.1.1 Phasen I bis IV (1. Juni 2012 bis 30. Juni 2014)
a) Die Gesuchstellerin erklärt, die Vorinstanz sei bezüglich ihres Einkom-
mens für die Phasen I bis IV in den Erwägungen zwar richtigerweise von einem
solchen von Fr. 6'077.– (inklusive Kinderzulagen) ausgegangen, habe bei der Be-
stimmung der Unterhaltsbeiträge dann jedoch versehentlich mit Fr. 6'277.– ge-
rechnet (Urk. 202 S. 4).
b) Die Vorinstanz hält im angefochtenen Entscheid fest, die Gesuchstel-
lerin habe bis und mit Juni 2014 monatlich Fr. 6'077.– (inkl. Kinderzulagen von
Fr. 200.–) verdient (Urk. 203 E. 3.1). Bei der Berechnung geht sie dann aber von
einem Einkommen der Gesuchstellerin von Fr. 6'277.– aus (Urk. 203 E. 7). Vor
Vorinstanz machte die Gesuchstellerin selber gestützt auf Urk. 14/1 und 14/3 gel-
tend, monatlich Fr. 6'077.– zu verdienen (exklusiv Kinderzulagen; Urk. 15 S. 27).
Diese Ausführungen widerrief sie in der Folge nicht und aus den genannten Bele-
gen ist zudem ersichtlich, dass die Kinderzulagen im durchschnittlichen Monats-
- 19 -
lohn von Fr. 6'077.– nicht enthalten sind (vgl. Urk. 14/1 und 14/3). Die Vorinstanz
ging somit bei ihrer Unterhaltsberechnung vom richtigen Betrag aus, hat jedoch in
den vorstehenden Erwägungen versehentlich festgehalten, dass im Einkommen
von Fr. 6'077.– die Kinderzulagen bereits enthalten seien. Da die Kinderzulagen
nicht zum Einkommen zu zählen, sondern diese beim Bedarf des Kindes zu be-
rücksichtigen sind (BGE 137 III 59 E. 4.2.3), ist für die Unterhaltsberechnung bis
und mit Juni 2014 trotzdem von einem Erwerbseinkommen der Gesuchstellerin
von monatlich Fr. 6'077.– auszugehen. Die Kinderzulagen werden dann jedoch
beim Bedarf der Gesuchstellerin abgezogen (vgl. nachfolgend in E. II.C.7.6).
4.1.2 neue Phase VII (ab 1. Januar 2015)
a) Die Gesuchstellerin machte mit Eingabe vom 9. Januar 2015 geltend,
ihr Einkommen habe sich auf Fr. 5115.– (exkl. Kinderzulagen) reduziert. Dies
dadurch, dass die Forschungsgelder ausgelaufen seien und der Lohn der Ge-
suchstellerin nur noch durch die D._ bezahlt werde (Urk. 220 S. 2).
b) Diese Lohnreduktion ab Januar 2015 ist belegt (Urk. 222/1) und wurde
vom Gesuchsgegner auch nicht bestritten (vgl. Urk. 224). Es ist ab Januar 2015
somit von einem Nettolohn der Gesuchstellerin von monatlich Fr. 5'115.– (exkl.
Kinderzulagen) auszugehen.
4.2 Vermögenserträge
a) Die Vorinstanz hat der Gesuchstellerin keine Vermögenserträge ange-
rechnet, da diese Erträge mit monatlich Fr. 100.– zu beziffern wären und aufgrund
deren Geringfügigkeit ausser Acht zu lassen seien (Urk. 203 E. 3.2).
b) Der Gesuchsgegner bringt vor, die Gesuchstellerin erwirtschafte aus
der Liegenschaft in Deutschland einen monatlichen Erlös von mehr als Fr. 1'800.–
(Urk. 210 Ziff. 7.1; Urk. 166 S. 18). Der Gesuchstellerin sei nämlich trotz geltend
gemachter Abtretung von drei Vierteln des aus der Liegenschaft erwirtschafteten
Einkommens an ihre Mutter der gesamte, auf ihr Eigentum von einem Sechstel
- 20 -
anfallende Gewinn, anzurechnen. Dies deshalb, da es sich bei der Abtretung um
eine unzulässige Verschlechterung der Vermögenssituation der Gesuchstellerin
handle (Urk. 166 Ziff. 2.2.5; Urk. 210 Ziff. 7.1).
c) Die Gesuchstellerin erklärt, an den Mieteinnahmen der betreffenden
Liegenschaft lediglich zu einem Anteil von 1/24 beteiligt zu sein. Es habe keine
Abtretung stattgefunden (Urk. 43E S. 41 ff.; Urk. 173 Ziff. 31 und 35).
d) Aus der Vereinbarung vom 1. Oktober 2012 (Urk. 44/24) ergeht, dass
die Gesuchstellerin lediglich zu einem Anteil von 1/24 an den Mieteinnahmen der
Liegenschaft beteiligt ist und war. Durch diese Vereinbarung – die der Gesuchs-
gegner als Abtretung bezeichnet (Urk. 166 Ziff. 2.2.5) – hat sich daran nichts ge-
ändert. Die Gesuchstellerin hat und hatte somit keinen Anspruch auf mehr als
1/24 der Einnahmen. Es ist auf die tatsächlich erwirtschafteten Erträge abzustel-
len. Diese entsprachen im Jahr 2012 einem Betrag von insgesamt € 3'117.–. Für
die in diesem Betrag enthaltenen und bis September 2012 erwirtschafteten
€ 2'215.– musste die Gesuchstellerin € 354.– Steuern bezahlen (Urk. 44/22). Ein
Beleg für die danach angefallenen Steuern findet sich in den Akten nicht, weshalb
die Steuern für das gesamte Jahr 2012 auf insgesamt € 500.– hochgerechnet
werden. Dementsprechend ist von einem Gesamtertrag der Gesuchstellerin für
das Jahr 2012 von € 2'617.– bzw. monatlich € 218.10 auszugehen. Im Jahr 2012
hat die Gesuchstellerin somit einen monatlichen Vermögensertrag von Fr. 261.70
erwirtschaftet (Wechselkurs 1 EUR = 1.20 CHF).
Im Jahr 2013 wurde der Gesuchstellerin dann lediglich noch ein Betrag von
insgesamt € 875.69 ausbezahlt (Urk. 48/25). Der monatliche Vermögensertrag
entspricht vor dem Abzug allfälliger Steuern bereits lediglich € 73.– bzw. Fr. 87.50
(Wechselkurs 1 € = 1.20 CHF). Aufgrund der Geringfügigkeit findet dieser Vermö-
gensertrag in der Einkommensberechnung der Gesuchstellerin keine Berücksich-
tigung (vgl. Six, a.a.O., Rz. 2.155). Im Übrigen hat die Gesuchstellerin durch die
eingereichten Unterlagen glaubhaft gemacht, dass die Liegenschaft renovations-
bedürftig ist und somit auch im Jahr 2014 keine nennenswerten Gewinne angefal-
- 21 -
len sind und auch in näherer Zukunft keine solchen anfallen werden (Urk. 44/25-
27, Urk. 158/5-8, Urk. 174/2). Der Gesuchsgegner hat im Berufungsverfahren
diesbezüglich die Einholung eines Gutachtens über die Liegenschaft in Deutsch-
land beantragt (Urk. 210 Ziff. 10). Die Anordnung von Beweismassnahmen liegt
im pflichtgemässem Ermessen des Gerichts. Unter Berücksichtigung des summa-
rischen Verfahrenscharakters ist in aller Regel auf zeitintensive oder weitläufige
Beweismassnahmen zu verzichten, denn im Gegensatz zur Scheidung steht beim
Eheschutz nicht eine definitive und dauerhafte Lösung im Vordergrund (BGer
5A_905/2011, Urteil vom 28. März 2012, E. 2.5; BGer 5P.388/2003, Urteil vom
7. Januar 2004, E. 2.1; Six, a.a.O., Rz. 1.02). Die Anordnung eines Gutachtens
über eine Liegenschaft in Deutschland erscheint vorliegend weder notwendig
noch verhältnismässig.
4.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Gesuchstellerin in der
Phase I (ab Juni 2012 bis März 2013) für den Zeitraum bis Ende 2012 (somit wäh-
rend sieben Monaten) ein Vermögensertrag von monatlich Fr. 261.70 zum Ein-
kommen von Fr. 6'077.– (exkl. Kinderzulagen) anzurechnen und somit für die ge-
samte Phase I von einem Einkommen der Gesuchstellerin von Fr. 6'260.–
([[7*Fr. 261.70] + [10*Fr. 6'077.–]]/10) auszugehen ist. In den Phasen II bis IV be-
trägt das Einkommen der Gesuchstellerin Fr. 6'077.–, in den Phase V und VI
Fr. 5'400.– (exkl. Kinderzulagen) sowie ab 1. Januar 2015 Fr. 5'115.– (neue Pha-
se VII).
5. Bedarf Gesuchstellerin und Sohn C._
5.1 Beim Bedarf der Gesuchstellerin sind folgende Positionen umstritten:
Krankenversicherung (VVG), Gesundheitskosten, Berufskosten, Kosten Krippe
C._, Mobilitätskosten und Kosten für den öffentlichen Verkehr. Die übrigen
Positionen blieben unangefochten.
5.2 Krankenversicherung und Gesundheitskosten
- 22 -
a) Die Vorinstanz rechnete der Gesuchstellerin und C._ keine Beträ-
ge für Zusatzversicherungen gemäss VVG an, da die Gesuchstellerin nicht glaub-
haft gemacht habe, dass das Verfügen über solche Versicherungen der bisheri-
gen Lebenshaltung entsprochen habe. Bezüglich der Gesundheitskosten hielt die
Vorinstanz fest, dass diese nicht ausgewiesen und deshalb nicht zu berücksichti-
gen seien (Urk. 203 E. 4.2.4).
b) Die von der Gesuchstellerin eingereichten Versicherungspolicen 2013
(Urk. 14/8-9) sowie der Auszug der Gesundheitskosten 2012 (Urk. 14/10-11) zei-
gen, dass die Gesuchstellerin und C._ beide schon vor der Trennung der
Parteien im Juni 2013 (vgl. Urk. 135 Dispositivziffer 2) über Zusatzversicherungen
verfügten. Es ist somit glaubhaft, dass es den gelebten Verhältnissen der Familie
entsprach, über solche zu verfügen. Im Jahr 2012 beliefen sich die Prämien auf
Fr. 68.70 für die Gesuchstellerin (Urk.14/10) und auf Fr. 20.85 für C._. Im
Jahr 2013 erhöhten sich die Prämien auf Fr. 180.50 für die Gesuchstellerin und
auf Fr. 40.– für C._ (Urk. 14/8-9). Die erhöhten Prämien galten dabei ab
1. Februar 2013, somit vor der Trennung der Parteien. Dass diese Kosten nicht
mehr von der gelebten Lebenshaltung gedeckt wären, machte der Gesuchsgeg-
ner nicht genügend substantiiert geltend. Für die Phase I ist somit ein Betrag von
Fr. 115.75 ([8×Fr. 89.55] + [2×Fr. 220.50]/10) einzusetzen, für die Phasen II bis
VII sodann ein solcher von Fr. 220.50.
Mit den Auszügen betreffend die Gesundheitskosten 2012 und 2013
(Urk. 14/10-11 und 128/56-57) sind die Gesundheitskosten der Gesuchstellerin
und von C._ für das Jahr 2012 im Umfang von insgesamt Fr. 346.45 und im
Jahr 2013 von insgesamt Fr. 1'591.85 belegt. Monatlich sind im Jahr 2012 somit
Kosten im Umfang von insgesamt Fr. 28.90 entstanden, im Jahr 2013 solche von
monatlich Fr. 132.65. Durch die Ausführungen der Gesuchstellerin (Urk. 43E
S. 63, 127 S. 57, 142 S. 2) erscheint zudem glaubhaft, dass diese Kosten auch
während des künftigen Getrenntlebens anfallen werden, weshalb auch für das
Jahr 2014 und künftig von den Gesundheitskosten im Umfang jener des Jahres
2013 auszugehen ist. Für die Phase I ist entsprechend ein Betrag von Fr. 60.– ([7
- 23 -
× Fr. 28.90] + [3 × Fr. 132.65]/10), für die folgenden Phasen dann ein solcher von
Fr. 132.– im Bedarf der Gesuchstellerin aufzunehmen.
5.3 Berufskosten
a) Die Vorinstanz hat für die Berufskosten einen Betrag von Fr. 123.90 im
Bedarf der Gesuchstellerin eingesetzt. Weitere Kosten seien nicht glaubhaft ge-
macht worden (Urk. 203 E. 4.2.5).
b) Die Gesuchstellerin möchte in ihrem Bedarf einen Betrag von monat-
lich Fr. 280.– angerechnet haben und macht damit jährliche Berufskosten im Um-
fang von Fr. 3'360.– geltend. Zu den Kosten für Weiterbildungen und Konferenzen
im Umfang von ca. Fr. 1'700.– jährlich (Urk. 202 S. 8 und Urk. 15 S. 30) nahm der
Gesuchsgegner nicht explizit Stellung, diese wurden im Umfang von Fr. 1'619.14
für das Jahr 2012 aber glaubhaft gemacht (Urk. 17/36-42). Dementsprechend hat
die Gesuchstellerin zusammen mit den vom Gesuchsgegner anerkannten Kosten
im Umfang von monatlich Fr. 123.85 (somit jährlich Fr. 1'486.20; Urk. 25 Rz. 100)
Berufskosten für das Jahr 2012 im Umfang von Fr. 3'700.– glaubhaft gemacht.
Für das Jahr 2013 reichte die Gesuchstellerin keine Aufstellung betreffend Wei-
terbildungen und Konferenzen bzw. Belege dazu ein, der Gesuchsgegner bestrei-
tet allerdings auch nicht substantiiert, dass solche Kosten bei der Gesuchstellerin
jährlich anfallen. Das Anfallen von solchen Kosten erscheint für das Jahr 2013
und die Folgejahre vielmehr als glaubhaft. Da vorliegend jedoch nur Ausgaben für
das Jahr 2012 belegt wurden, von Schwankungen auszugehen ist und glaubhaft
ausgeführt wurde, dass die Kosten von Fr. 650.– für die Lizenzgebühr für Fachti-
telanerkennung ... nur einmalig angefallen seien (Urk. 25 Rz. 100), rechtfertigt es
sich, von einem Pauschalbetrag von jährlich Fr. 3'000.– während aller Phasen
auszugehen, dementsprechend von monatlich Fr. 250.–.
- 24 -
5.4 Krippe C._
a) Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid ab September 2014 für
die Krippenkosten einen monatlichen Betrag von Fr. 1'480.– berücksichtigt
(Urk. 203 E. 4.1).
b) Die Gesuchstellerin führt aus, die Vorinstanz habe ausser Acht gelas-
sen, dass sie pro Jahr während 9 Wochen Schulferien eine Betreuung für
C._ gewährleisten müsse. Für die Betreuung während der Ferien verlangt sie
die Berücksichtigung eines zusätzlichen monatlichen Betrages von Fr. 220.– ab
September 2014 (Urk. 202 S. 9 f.; Urk. 157 Rz. 31).
c) Der Gesuchsgegner bestreitet nicht, dass C._ während der Kin-
dergartenferien betreut werden muss. Er bezeichnet die von der Gesuchstellerin
behaupteten Kosten jedoch als zu hoch bzw. unnötig. Er könne die Betreuung von
C._ (mit-)übernehmen (Urk. 166 Ziff. 7.37; Urk. 210 Ziff. 3.4). Es ist auf die
bestehende Besuchsregelung abzustellen. Die Gesuchstellerin hat glaubhaft aus-
geführt, dass sie während der Schulferien auf die zusätzliche Fremdbetreuung
angewiesen ist (Urk. 157 Rz. 31). Zudem erscheint der geltend gemachte Betrag
als angemessen und glaubhaft. Zusätzlich zu den Krippenkosten im Umfang von
Fr. 1'480.– sind somit Fr. 220.– Kosten für die Ferienbetreuung anzurechnen,
wodurch ab Phase VI für die Kinderbetreuung ein Betrag von Fr. 1'700.– einzu-
setzen ist.
5.5 Mobilitätskosten
a) Die Vorinstanz berücksichtigte im Bedarf der Gesuchstellerin unter die-
sem Titel einen Betrag von Fr. 241.–. Die darüber hinausgehend geltend gemach-
ten Kosten seien nicht belegt und damit nicht glaubhaft (Urk. 203 E. 4.2.9).
b) Die Gesuchstellerin beanstandet, dass die Vorinstanz ihr keinen Betrag
für Benzin angerechnet habe (Urk. 202 S. 10 f.).
- 25 -
c) Die von der Vorinstanz getroffene Qualifikation des Fahrzeugs der Ge-
suchstellerin als Kompetenzstück liegt durchaus in ihrem Ermessen und ist auf-
grund des dargelegten Arbeitsweges auch nicht zu beanstanden. Demzufolge
sind aber auch die mit dem Fahrzeug verbundenen beruflichen Aufwendungen zu
berücksichtigen. Der Arbeitsweg der Gesuchstellerin beträgt pro Strecke 19 Kilo-
meter. Sie legt im Monat somit rund 825 Kilometer zurück (19 km×2×21.7d). Wird
von einem durchschnittlichen Benzinverbrauch von 7 l auf 100 km ausgegangen,
entspricht dies bei einem durchschnittlichen Benzinpreis von Fr. 1.80 pro Liter
monatlich Kosten von Fr. 105.–, welche zusätzlich anfallen. Insgesamt sind somit
Fr. 346.– unter diesem Titel zu berücksichtigen.
5.6 Kosten für den öffentlichen Verkehr
a) Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid fest, es sei nicht er-
sichtlich, weshalb die Gesuchstellerin neben dem Auto noch auf die Benützung
des öffentlichen Verkehrs angewiesen sei, weshalb diese Ausgaben nicht in ihrem
Bedarf zu berücksichtigen seien (Urk. 203 E. 4.2.9).
b) Die Gesuchstellerin wendet ein, ihr Parkplatz befinde sich in der Nähe
der Krippe am ... in Zürich. Von dort nehme sie jeweils die öffentlichen Verkehrs-
mittel zur .... Es entstünden ihr dadurch monatliche Kosten von Fr. 83.– (Urk. 202
S. 11).
c) Der Parkplatz der Gesuchstellerin befindet sich nicht am Hauptarbeits-
ort der Gesuchstellerin. Sie hat glaubhaft ausgeführt, dass sie deshalb auf ein
Abonnement der VBZ angewiesen ist. Weiter verursacht der Parkplatz mit monat-
lich Fr. 35.– für Zürich sehr geringe Parkkosten, weshalb die von ihr insgesamt
geltend gemachten Kosten noch als angemessen erscheinen und fraglich ist, ob
bei Suche eines näher gelegenen Parkplatzes nicht zumindest gleich hohe Kos-
ten entstehen würden. Zudem entspricht die vorliegende Situation dem zuletzt
gemeinsam gelebten Lebensstandard, weshalb vorliegend die Berücksichtigung der Kosten für den öffentlichen Verkehr von Fr. 83.– (Kosten für ein Abonnement
der Zonen 1-2) als angemessen erscheint.
- 26 -
5.7 Ferien
a) Die Vorinstanz hat an den Bedarf der Gesuchstellerin einen Betrag von
monatlich Fr. 400.– für Ferien angerechnet (Urk. 203 E. 4.2.13). Dieser Betrag sei
vom Gesuchsgegner anerkannt worden und erscheine aufgrund der finanziellen
Verhältnisse als angemessen.
b) Die Gesuchstellerin machte geltend, es entspreche dem gebührenden
und gelebten Bedarf, pro Jahr Ferien für insgesamt Fr. 12'000.– zu machen
(Urk. 15 S. 28; Urk. 202 S. 14). Es wurde belegt, dass die Parteien jeweils Ferien
in der ... verbrachten (vgl. dazu Urk. 48/45-49). Aus den eingereichten Bildern
(Urk. 48/52-56) ist zudem ersichtlich, dass die Parteien auch an andere Destinati-
onen reisten, es wurden aber keinerlei substantiierte Ausführungen zu den hierbei
entstandenen Kosten gemacht. Der von der Vorinstanz angerechnete Betrag ent-
spricht einem jährlichen Ferienbudget von Fr. 4'800.–. Mit diesem Betrag sind die
Ferien in der ... gedeckt. Hier bleibt darauf hinzuweisen, dass die Gesuchstellerin
nicht substantiiert geltend gemacht hat, dass oder in welcher Höhe Kosten für
Skischulen entstanden seien oder entstehen werden. Unter Berücksichtigung der
finanziellen Verhältnisse und des dem Gesuchsgegner zugesprochenen Betrages
von monatlich Fr. 300.– sowie des Umstandes, dass die eingereichten Bilder zei-
gen, dass die Parteien zusätzlich weitere Reisen unternahmen, rechtfertigt es
sich, einen Betrag von monatlich Fr. 500.– im Bedarf zu berücksichtigen.
5.8 Die Gesuchstellerin machte mit ihrer Eingabe vom 9. Januar 2015 neu
geltend, dass aufgrund der Kinderunterhaltsbeiträge mit einer zusätzlichen steuer-
lichen Veranlagung gerechnet werden müsse, wobei sie mit einer Steuerbelas-
tung von monatlich Fr. 150.– rechnet (Urk. 220 S. 2). Bei dieser Behauptung han-
delt es sich um ein Novum, welches mit der gehörigen Sorgfalt jedoch bereits vor
Vorinstanz hätte vorgebracht werde können, weshalb die Gesuchstellerin mit die-
sem Vorbringen nicht zu hören ist (vgl. vorstehend E. II.A.4).
- 27 -
5.9 Damit resultiert für die Gesuchstellerin der folgende Bedarf:
Phase I Phasen II - VI
Grundbetrag Gesuchstellerin Fr. 1'350.00 Fr. 1'350.00 Grundbetrag C._ Fr. 400.00 Fr. 400.00 Wohnkosten Fr. 1'570.00 Fr. 1'570.00 Mietzins Parkplatz bei Wohnung Fr. 65.00 Fr. 65.00 Mietzins Parkplatz am Arbeitsort Fr. 35.00 Fr. 35.00 Nachzahlung Nebenkosten Fr. 50.00 Fr. 50.00 Krankenversicherung  und C._ (KVG)
Fr. 408.00 Fr. 408.00
Krankenversicherung  und C._ (VVG)
Fr. 115.75 Fr. 220.50
Gesundheitskosten Fr. 60.00 Fr. 132.00 Berufskosten Fr. 250.00 Fr. 250.00 Krippe C._ siehe separate
Tabelle* siehe separate Tabelle*
Telefon/Internet Fr. 200.00 Fr. 200.00 Billag Fr. 39.00 Fr. 39.00 Hausrat- u. 
Fr. 20.00 Fr. 20.00
Mobilitätskosten Fr. 346.00 Fr. 346.00 Kosten öffentlicher Verkehr Fr. 83.00 Fr. 83.00 Ferien Fr. 500.00 Fr. 500.00 Total (zuzügl. Krippenkosten der jeweiligen )
Fr. 5'491.75 Fr. 5'668.50
*Krippe C._:
Betreuungsperiode Kosten Juni 2012 bis Dezember 2013 (Phase I und II) CHF 2'000.00 Januar bis und mit August 2014 (Phase III – V) CHF 1'930.00 ab September 2014 (Phase VI und VII) CHF 1'700.00
6. Bedarf des Gesuchsgegners
6.1 Beim Bedarf des Gesuchsgegners bestreitet die Gesuchstellerin in der
Phase I (der Gesuchsgegner wohnt in Kanada) die Positionen Krankenkasse,
Mobilitätskosten, Ferien, Ausübung Besuchsrecht und Gebühren Anwaltskam-
mern, in der Phase II (der Gesuchsgegner wohnt in Ungarn) die Positionen
- 28 -
Wohnkosten, Kosten Parkplatz, Telefon, Hausrat- und Haftpflichtversicherung,
Mobilitätskosten, Ferien und Ausübung Besuchsrecht sowie in der Phase III bis
VII (der Gesuchsgegner wohnt in der Schweiz) die Positionen Nebenkosten Woh-
nung, Kosten für öffentliche Verkehrsmittel, Park-, Mobilitätskosten und Gebühren
Anwaltskammern (Urk. 202 S. 25 ff.).
6.2 Phase I: Krankenkasse
a) Die Vorinstanz rechnete dem Gesuchsgegner unter dem Titel Krank-
enkasse einen Betrag von Fr. 200.– an. Diesen Betrag habe er zwar nicht belegt,
es sei aber gerichtsnotorisch, dass solche Kosten anfallen würden (Urk. 203
E. 6.1.3).
b) Die Gesuchstellerin wendet ein, der Gesuchsgegner habe selber ein-
geräumt, dass die Krankenkasse in Kanada von seinem Arbeitgeber bezahlt wor-
den sei (Urk. 202 S. 25 f.).
c) Der Gesuchsgegner erklärte in seiner Eingabe vom 26. September
2013, dass die Krankenkasse im Jahr 2012 von seinem Arbeitgeber bezahlt wor-
den sei (Urk. 37 S. 1). Den Einwand der Gesuchstellerin, wonach der Gesuchs-
gegner während der gesamten Zeit in Kanada (bis Ende März 2013) keine Beiträ-
ge an die Krankenkasse habe bezahlen müssen (Urk. 157 Rz. 22), bestritt der
Gesuchsgegner nicht, sondern er führte lediglich aus, in E._ [HU]habe er
selber für die Krankenkassenkosten aufkommen müssen (Urk. 166 Ziff. 7.33).
Weiter reichte er keine Belege ein, welche ausweisen würden, dass er von Januar
bis und mit März 2013 Krankenkassenprämien bezahlt hat. Es ist somit nicht
glaubhaft, dass auf Seiten des Gesuchsgegners in der Phase I Kosten für die
Krankenkasse entstanden, weshalb ihm keine entsprechenden Kosten an den
Bedarf anzurechnen sind.
Mit dem neu in der Berufungsantwort vorgebrachten Einwand, dass auch ein
Betrag für Zusatzversicherungen in seinen Bedarf aufgenommen werden müsse,
wenn dies bei der Gesuchstellerin gemacht werde (Urk. 210 Ziff. 3.1), ist er nicht
- 29 -
zu hören, da dieser Einwand bereits vor Vorinstanz hätte vorgebracht werden
können (vgl. vorstehend E. II.A.4).
6.3 Phase I: Mobilitätskosten
a) Die Vorinstanz hat im Bedarf des Gesuchsgegners einen Betrag von
Fr. 200.– für Mobilitätskosten berücksichtigt (Urk. 203 E. 6.1.5).
b) Dagegen wehrt sich die Gesuchstellerin und erklärt, sie habe Kosten
im Umfang von Fr. 168.70 anerkannt. Einen höheren Aufwand habe der Ge-
suchsgegner nicht glaubhaft gemacht (Urk. 202 S. 26 f.).
c) Der Gesuchsgegner verlangte vor Vorinstanz die Berücksichtigung von
zunächst insgesamt Fr. 350.– für Autokosten (Urk. 25 Rz. 68), danach noch sol-
che von Fr. 200.– (Urk. 166 S. 8). Zu den Einwänden der Gesuchstellerin, es sei
nur ein Drittel der geltend gemachten Kosten für die Fahrzeugversicherung zu be-
rücksichtigen (somit Fr. 18.70) und dass die geltend gemachten Beträge für Ben-
zin und Unterhalt zu hoch seien (Urk. 43E S. 54), nahm der Gesuchsgegner nicht
Stellung. Dadurch und mangels entsprechender Belege konnte er die von ihm gel-
tend gemachten Kosten nicht glaubhaft machen und es ist ihm lediglich der durch
die Gesuchstellerin anerkannte Betrag von Fr. 168.70 anzurechnen.
6.4 Phase I: Kosten Ausübung Besuchsrecht
a) Die Vorinstanz rechnete dem Gesuchsgegner einen Betrag von
Fr. 605.– für die Ausübung des Besuchsrechts an (Urk. 203 E. 6.1.6).
b) Die Gesuchstellerin beanstandet die Höhe der von der Vorinstanz be-
rücksichtigen Kosten nicht, macht aber geltend, dass der Gesuchsgegner seine
Besuche in die Schweiz jeweils mit Vorstellungsgesprächen verbunden habe und
die Kosten für die Flüge dabei von den potentiellen Arbeitgebern übernommen
worden seien (Urk. 202 S. 27 f.).
- 30 -
c) Den Einwand der Gesuchstellerin, dass er die Besuche jeweils mit
Vorstellungsgesprächen verbunden habe, bestritt der Gesuchsgegner nicht aus-
drücklich. Er hielt aber an seinen Ausführungen und am geltend gemachten Be-
trag im Umfang von Fr. 605.– fest (Urk. 148 S. 8). Die Behauptung der Gesuch-
stellerin vermag nicht zu überzeugen. Vielmehr ist auf die diesbezügliche herr-
schende Lehre hinzuweisen, wonach es – bei Fehlen einer entsprechenden Ab-
machung – an einer Pflicht eines potentiellen Arbeitgebers fehlt, die Auslagen des
Arbeitnehmers für seine Bewerbung und Vorstellung zu ersetzen (vgl. zum Gan-
zen Brunold, in: SSA Band/Nr. 77, 2014, S. 8 f.). Im Bedarf des Gesuchsgegners
sind deshalb die von ihm glaubhaft gemachten Fr. 605.– zu berücksichtigen.
6.5 Phase I: Gebühren Anwaltskammern
a) Im Bedarf des Gesuchsgegners wurde von der Vorinstanz ein Betrag
von insgesamt Fr. 243.– unter diesem Titel berücksichtigt (Urk. 203 E. 6.1.7).
b) Die Gesuchstellerin rügt, dass der Gesuchsgegner mit Schreiben vom
26. September 2013 selber eingeräumt habe, dass die Kosten für die Anwalts-
kammern vom damaligen Arbeitgeber bezahlt worden seien. Dies gelte natürlich
auch für das Jahr 2013 (Urk. 202 S. 28).
c) Der Gesuchsgegner erklärte, dass im Jahr 2012 die Kosten für die An-
waltsverbände durch den Arbeitgeber bezahlt worden seien (Urk. 37). Zum Ein-
wand der Gesuchstellerin, die Gebühren seien auch im Jahr 2013 von seinem Ar-
beitgeber bezahlt worden, nimmt der Gesuchsgegner nicht Stellung. Eine solche
Bezahlung durch den Arbeitgeber ist, da er sich im 2013 im gekündigten Arbeits-
verhältnis befand, jedoch nicht glaubhaft. Somit sind die Gebühren der Anwalts-
kammern in der Phase I in den Monaten Januar bis März 2013 zu berücksichti-
gen, somit Fr. 44.– ([3 × Fr. 146]/10]) für die Anwaltskammer ... [CA], Fr. 6.– ([3 × Fr. 20.–]/10) für die deutsche Anwaltskammer sowie Fr. 23.– ([3 × Fr. 77.–]/10) für
die Anwaltskammer von ... [CA] (vgl. Urk. 26/30 sowie Urk. 28/30).
- 31 -
6.6 Phase I bis VI: Ferien
a) Die Vorinstanz berücksichtigte im Bedarf des Gesuchsgegners unter
der Position Ferien während aller Phasen einen Betrag von Fr. 300.– (Urk. 203
E. 6.1 bis E. 6.3).
b) Die Gesuchstellerin weist darauf hin, dass bei der von der Vorinstanz
vorgenommenen Unterhaltsberechnung nach der zweistufigen Methode Kosten
für Ferien nicht zu berücksichtigen, sondern diese vielmehr aus dem Freibetrag
zu bezahlen seien. Vorliegend könne zwar eine Ausnahme von diesem Grundsatz
gemacht werden, wobei aber dem Verteilungsschlüssel des Freibetrags folgend
die Kosten 1/3 zu 2/3 zu halten seien (Urk. 202 S. 27).
c) Es ist richtig, dass bei der Unterhaltsberechnung nach der sogenann-
ten zweistufigen Methode Kosten für Ferien grundsätzlich aus dem Freibetrag zu
bezahlen sind. Bei dieser Methode berechnet das Gericht in der 1. Stufe das "be-
treibungsrechtliche Existenzminimum" und erweitert dieses dann um bestimmte
zusätzliche Kosten (konkrete Erweiterung) zum "familienrechtlichen Grundbedarf".
Schliesslich wird ein allfällig verbleibender Überschuss aufgeteilt (vgl. zum Gan-
zen Hausheer/Spycher, Handbuch des Unterhaltsrechts, a.a.O., Rz. 02.27 ff.). Die
Berücksichtigung der Position Ferien im familienrechtlichen Grundbedarf der Par-
teien lag im Ermessen der Vorinstanz und ist nicht zu beanstanden. Wird eine zu-
sätzliche Position in den Grundbedarf aufgenommen, bestimmt sich deren Höhe
entsprechend der glaubhaft gemachten Aufwendungen und wird nicht im Verhält-
nis der allfälligen Verteilung eines vom familienrechtlichen Grundbedarfs abhän-
gigen Überschusses berechnet. Der Vorinstanz ist im Übrigen zuzustimmen,
wenn sie den vom Gesuchsgegner geltend gemachten Betrag von jährlich insge-
samt Fr. 3'600.– bei den vorliegenden finanziellen Verhältnissen als angemessen
erachtet.
- 32 -
6.7 Phase II: Wohn- und Nebenkosten
a) Die Vorinstanz hat dem Gesuchsgegner für die Zeit in E._ einen
Betrag von Fr. 816.– für Wohn- und einen Betrag von Fr. 253.– für Nebenkosten
angerechnet (Urk. 203 E. 6.2.1).
b) Die Gesuchstellerin macht geltend, der Arbeitgeber des Gesuchsgeg-
ners habe bis und mit Juni 2013 die Wohnkosten des Gesuchsgegners über-
nommen, weshalb für jene Zeit keine entsprechenden Kosten entstanden seien
(Urk. 202 S. 29; Urk. 43E S. 60).
c) Der Gesuchsgegner bringt vor, er habe im April und Mai 2013 in Hotels
übernachtet und ab 1. Juni 2013 dann eine Wohnung bezogen. Die Kosten für
das Hotel seien mindestens im Umfang der geltend gemachten Mietzinskosten
angefallen (Urk. 25 Rz. 83). Hierzu lässt die Gesuchstellerin ausführen, es sei un-
erheblich, ob der Arbeitgeber eine Wohnung oder das Hotel bezahlt habe. Tatsa-
che sei, dass der Arbeitgeber sich verpflichtet habe, die Wohnkosten in E._
für die ersten drei Monate zu übernehmen (Urk. 43E S. 60).
d) Gemäss Arbeitsvertrag hat sich der Arbeitgeber dazu verpflichtet, die
ersten drei Monatsmietzinse "rental fee" in E._ zu übernehmen (Urk. 26/17
Ziff. 1.6). Der Gesuchsgegner legte nicht glaubhaft dar, dass und weshalb der Ar-
beitgeber dieser Verpflichtung nicht nachgekommen ist, weshalb ihm erst ab Juli
2013 ein Mietzins angerechnet werden kann. Dadurch resultiert ein monatlicher Betrag für die Wohnkosten von Fr. 544.– (2/3 von Fr. 816.–) sowie Fr. 169.– für
die Nebenkosten (2/3 von Fr. 253.–).
6.8 Phase II: Kosten Parkplatz
a) Die Vorinstanz hat im Bedarf des Gesuchsgegners für diese Position
den Betrag von Fr. 133.– berücksichtigt (Urk. 203 E. 6.2.2).
b) Die Gesuchstellerin bestritt diesen Betrag vor Vorinstanz mit Nichtwis-
sen, da der eingereichte Vertrag in ungarischer Sprache abgefasst sei. Im Übri-
- 33 -
gen seien allfällige Kosten erst ab Juli 2013 entstanden, da der Gesuchsgegner
das Auto erst dann nach Ungarn überführt habe. Schliesslich bestritt sie die Höhe
der geltend gemachten Kosten (Urk. 43E S. 20). Der Gesuchsgegner nahm dazu
keine Stellung.
c) Der Gesuchsgegner konnte die Kosten für den Garagenplatz mit der
Vorlage der Urk. 26/44-45 glaubhaft machen. Es ist zwar richtig, dass Urk. 26/44
in ungarischer Sprache abgefasst ist, unter Berücksichtigung des Zahlungsbelegs
(Urk. 26/45) ist der geltend gemachte Betrag jedoch belegt. Weiter erscheint die-
ser Betrag für einen Parkplatz in E._ bei den vorliegenden finanziellen Ver-
hältnissen als angemessen und die Kosten entsprachen zudem den gelebten
Verhältnissen. Allerdings erscheint der – unbestritten gebliebene – Einwand der
Gesuchstellerin, wonach der Gesuchsgegner den Parkplatz erst ab Juli 2013 ge-
mietet habe, als glaubhaft (vgl. dazu Urk. 26/44 Ziff. 8 sowie Urk. 26/45). Somit
sind diese Kosten erst ab Juli 2013 zu berücksichtigen, weshalb wiederum nur
zwei Drittel der Kosten anzurechnen sind, nämlich monatlich Fr. 89.–.
6.9 Phase II: Telefon
a) Die Vorinstanz rechnete dem Gesuchsgegner für Telefonkosten monat-
lich Fr. 100.– im Bedarf an, da davon auszugehen sei, dass sein Arbeitgeber nicht
sämtliche Telefonkosten übernommen, sondern nur eine Pauschale bezahlt habe
(Urk. 203 E. 6.2.4).
b) Die Gesuchstellerin wendet ein, dass der Gesuchsgegner selber aus-
geführt habe, dass ihm praktisch keine Telefonkosten entstanden seien. Zudem
seien die Kosten für den Festnetzanschluss in den Nebenkosten der Mietwoh-
nung enthalten (Urk. 202 S. 30).
c) Im Zusammenhang mit den Telefonkosten reichte der Gesuchsgegner
die Telefonrechnungen in Urk. 28/23B ein. Weitere Abrechnung wie z.B. für einen
Festnetzanschluss hat der Gesuchsgegner für den entsprechenden Zeitraum
nicht eingereicht. Die Annahme der Vorinstanz, wonach die Arbeitgeberin nicht al-
- 34 -
le Kosten übernommen hat, ist nicht zu beanstanden und wird durch den Annex 1
zum Arbeitsvertrag bestätigt. Aus diesem ergeht, dass die Arbeitgeberin geschäft-
liche Telefonate bis zu einem monatlichen Höchstbetrag von HUF 10'000.– bzw.
Fr. 40.80 bezahlt (Urk. 26/17 Ziff. 1.2). Aus den eingereichten Unterlagen ergeben
sich durchschnittliche Telefonkosten von monatlich HUF 43'022.– bzw. nach dem
durch die Arbeitgeberin bezahlen Betrag von HUF 10'000.– von HUF 33'022.–
und somit von monatlich rund Fr. 135.–. Der von der Vorinstanz angerechnete
Pauschalbetrag von Fr. 100.– ist somit nicht zu beanstanden.
6.10 Phase II: Hausrat- und Haftpflichtversicherung
a) Die Vorinstanz hat dem Gesuchsgegner einen monatlichen Betrag von
Fr. 15.– für eine Hausrats- und Haftpflichtversicherung an den Bedarf angerech-
net (Urk. 203 E. 6.2.5).
b) Die Gesuchstellerin wendet ein, dass der Gesuchsgegner keine ent-
sprechenden Versicherungen abgeschlossen habe (Urk. 43E S. 61; Urk. 202
S. 30 f.).
c) Der Gesuchsgegner hielt in seiner Eingabe vom 2. September 2013
fest, noch keine entsprechende Versicherung abgeschlossen zu haben, er sei
aufgrund des Mietvertrages jedoch dazu verpflichtet (Urk. 25 Rz. 83). Den Ab-
schluss einer solchen Versicherung hat er danach weder behauptet noch belegt,
weshalb entsprechende Kosten nicht glaubhaft sind. Es ist dem Gesuchsgegner
deshalb kein Betrag für diese Versicherungen anzurechnen.
6.11 Phase II: Mobilitätskosten
a) Die Vorinstanz hat beim Gesuchsgegner für die Zeit in Ungarn densel-
ben Betrag für die Position Mobilitätskosten berücksichtigt wie für die Zeit in Ka-
nada, nämlich monatlich Fr. 200.– (Urk. 203 E. 6.2.9 i.V.m. E. 6.1.5).
b) Die Gesuchstellerin beanstandet, dass der Gesuchsgegner keinerlei
Belege für die Autokosten in E._ eingereicht habe. Zudem sei das unter-
- 35 -
schiedliche Preisniveau von ... [CA] (73.4% im Vergleich zu Schweiz =100%) und
E._ (51.15%) zu berücksichtigen. Da sie für die Zeit in Kanada einen Betrag
von Fr. 168.– anerkannt habe, werde für die Zeit in E._ somit ein solcher von
Fr. 112.– anerkannt (Urk. 202 S. 31).
c) Der Gesuchsgegner machte vor Vorinstanz zunächst einen Betrag von
Fr. 350.– für Mobilitätskosten geltend (Urk. 25 Rz. 80), hernach von Fr. 200.–
(Urk. 148 S. 8). Belege hierzu reichte er nicht ein. Die in der Schweiz abgeschlos-
sene Fahrzeugversicherung (Urk. 26/42) galt in Ungarn nicht (Urk. 44/32; Urk.
43E S. 60). Da der Gesuchsgegner keine entsprechenden Belege einreichte,
konnte er keine über die Anerkennung der Gesuchstellerin hinausgehenden Kos-
ten glaubhaft machen, weshalb ihm für die Zeit in E._ ein Betrag von monat-
lich Fr. 117.– (Fr. 168.70 = 74.3%; Fr. 116.95 = 51.5%) anzurechnen ist.
6.12 Phase II: Ausübung des Besuchsrechts
a) Im angefochtenen Entscheid hat die Vorinstanz im Bedarf des Ge-
suchsgegners einerseits Fr. 1'219.– für Flug- und Übernachtungskosten berück-
sichtigt sowie eine Pauschale von monatlich Fr. 200.– für Verpflegung und Benzin
während der Ausübung des Besuchsrechts (Urk. 203 E. 6.2.7).
b) Die Gesuchstellerin erklärt, dass lediglich Flugkosten von monatlich
Fr. 4'606.– belegt und von diesen Fr. 4'606.– zudem vier durch den Arbeitgeber
bezahlte Flüge abzuziehen seien. Weiter anerkennt sie monatlich Fr. 415.– für
Übernachtungen. Unter Berücksichtigung der für Benzin- und Verpflegungskosten
an den Wochenenden von der Vorinstanz zugestandenen Pauschale von
Fr. 200.– ergebe dies einen monatlichen Betrag von insgesamt Fr. 1'006.– für die
Ausübung des Besuchsrechts (Urk. 202 S. 31 f.).
c) Der Gesuchsgegner hat für 18 Flüge (Hin- und Rückflüge) in die
Schweiz Flugkosten während 9 Monaten von insgesamt Fr. 4'770.97, Übernach-
tungskosten für 7 Besuche von Fr. 1'767.34 sowie Kosten für die Automiete für
ebenfalls sieben Besuche von Fr. 772.08 belegt (Urk. 26/31-41 und Urk. 148/18).
- 36 -
Gemäss Annex 2 des Arbeitsvertrages des Gesuchsgegners ist der Arbeitnehmer
zu vier Hin- und Rückflugtickets berechtigt (Urk. 26/17 S. 20 Ziff. 1.7). Der Ge-
suchsgegner nahm zur von der Gesuchstellerin geltend gemachten Übernahme
von vier Flugtickets durch den Arbeitgeber nicht Stellung. Er konnte dadurch nicht
glaubhaft machen, dass der Arbeitgeber – entgegen dem Arbeitsvertrag – nicht
für vier Flüge aufgekommen ist. Somit hatte der Gesuchsgegner lediglich Flug-
kosten von insgesamt Fr. 3'710.75 (14/18) zu übernehmen, wodurch ihm Kosten
von monatlich Fr. 412.30 (Fr. 3'710.75/9 Monate) entstanden. Werden hierauf die
bei zwei Besuchen pro Monat durchschnittlich anfallenden Kosten für Übernach-
tungen von Fr. 504.95 ([Fr. 1'767.34/7]×2) und Automiete von Fr. 220.60
([Fr. 772.08/7]×2) addiert, ergibt dies Kosten von monatlich Fr. 1'137.85. Hierzu
ist die durch die Gesuchstellerin nicht bestrittene (vgl. Urk. 202 S. 32) Pauschale
von Fr. 200.– für Benzin und Verpflegung hinzuzurechnen, wodurch Kosten von monatlich insgesamt Fr. 1'340.– glaubhaft gemacht wurden.
6.13 Ab Phase III (Schweiz): Nebenkosten
a) Im Bedarf des Gesuchsgegners wurde von der Vorinstanz ein monatli-
cher Betrag von Fr. 50.– für Nebenkosten berücksichtigt (Urk. 203 Ziff. 6.3).
b) Der Gesuchsgegner reichte mit seiner Berufungsantwort seinen neuen
Mietvertrag ein, welcher von den Vertragsparteien am 16. Juni 2014 unterzeichnet
und in welchem der Mietbeginn auf den 1. Juli 2014 festsetzt worden ist (Urk.
212/5). Diesen Mietvertrag hat der Gesuchsgegner trotz entsprechender Möglich-
keit und Zumutbarkeit (der angefochtene Entscheid datiert vom 25. August 2014)
nicht bereits im vorinstanzlichen Verfahren eingereicht, weshalb er vorliegend
nicht berücksichtigt werden kann (vgl. vorstehend E. II.A.4). Auszugehen ist somit
vom Untermietvertrag vom 24. November 2013 (Urk. 93/14), gemäss welchem
der monatliche Mietzins Fr. 1'588.– beträgt und keine Nebenkosten ausgeschie-
den sind. Die Nebenkosten sind somit im Mietzins enthalten (vgl. Art. 257a Abs. 2
OR). Die im Untermietvertrag erwähnten Stromrechnungen sind durch den Grund-
betrag zu tilgen (vgl. Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen
- 37 -
Existenzminimums vom 16. September 2009, ZR 108/2009 Nr. 62, nachfolgend
Kreisschreiben). Es wurden somit keine Nebenkosten glaubhaft gemacht.
6.14 Ab Phase III (Schweiz): Kosten öffentlicher Verkehr/Parkplatz/Mobilität
a) Die Vorinstanz hat dem Gesuchsgegner, zusätzlich zum Betrag zur
Deckung der Kosten der öffentlichen Verkehrsmittel, einen Betrag von insgesamt
Fr. 150.– für Mobilitätskosten sowie Fr. 100.– für einen Parkplatz angerechnet.
Dies mit der Begründung, dass der Gesuchsgegner zur angemessenen Ausübung
des Besuchsrechts auf das Auto angewiesen sei (Urk. 203 E. 6.3.5).
b) Die Gesuchstellerin wendet ein, dass das Auto kein Kompetenzstück
darstelle und dessen Finanzierung aus dem Freibetrag zu erfolgen habe (Urk. 202
S. 33 f.).
c) Unter Berücksichtigung des gelebten Lebensstandards der Familie, der
vorliegenden finanziellen Verhältnisse und des Gleichbehandlungsgebotes (auch
der Gesuchstellerin wurden die Kosten für die öffentlichen Verkehrsmittel und für
ein Auto zugestanden) ist die Berücksichtigung dieser Kosten im Zusammenhang
der Ausübung des Besuchsrechts nicht zu beanstanden.
6.15 Ab Phase III (Schweiz): Gebühren Anwaltskammern
a) Die Vorinstanz hat dem Gesuchsgegner für die Gebühren der Anwalts-
kammern ... [USA], ... und ... [CA] insgesamt einen monatlichen Betrag von
Fr. 253.– angerechnet (Urk. 203 E. 6.3).
b) Die Gesuchstellerin erklärt, solange vom Gesuchsgegner unter dem Ti-
tel des hypothetischen Einkommens nicht verlangt werde, im Ausland als Jurist
tätig zu sein, und davon ausgegangen werde, dass er auch in der Schweiz nicht
als Jurist arbeiten könne, benötige er keine Mitgliedschaften bei den verschiede-
nen Anwaltskammern (Urk. 202 S. 35).
- 38 -
c) Die Gebühren für die Anwaltskammern sind keine unumgänglichen
Kosten, welche dem Gesuchsgegner bei oder durch die Ausübung seiner Arbeits-
tätigkeit entstehen (vgl. Kreisschreiben). Da der Gesuchsgegner nicht als Anwalt
tätig ist, er somit auf die Mitgliedschaften zur Zeit nicht angewiesen ist und er
auch nicht ausführte, dass ein einmaliger Verlust der Mitgliedschaften zu einem
endgültigen Verlust führen würde, sind ihm keine entsprechenden Gebühren an
den Bedarf anzurechnen. Möchte er die Mitgliedschaften beibehalten, ist er hier-
bei auf den Freibetrag zu verweisen.
6.16 Der Gesuchsgegner verlangt in seiner Berufungsantwort schliesslich
die Berücksichtigung eines Betrages von monatlich Fr. 1'000.– für seine Anwalts-
kosten für die gesamte Verfahrensdauer (Urk. 210 Ziff. 11.7 ff.). Dieser Antrag
stellt ein Novum dar, welches bereits vor Vorinstanz hätte vorgebracht werden
können (vgl. vorstehend E. II.A.4). Dieses Vorbringen erfolgt verspätet und ist
entsprechend nicht zu berücksichtigen.
Der Vollständigkeit halber kann darauf hingewiesen werden, dass gemäss
gefestigter Praxis der Kammer Prozesskosten in der Regel nicht zum gewöhnli-
chen Bedarf gehören, da dies beim Gewinn des Prozesses durch die unterhalts-
berechtigte Partei zu einer doppelten Entschädigung für die Prozesskosten führen
würde (vgl. Beschluss und Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom
22. Oktober 2014, LE140018, E. 4.2).
6.17 Demnach resultiert für den Gesuchsgegner folgender Bedarf: in Kanada (Phase I) in E._ [HU](Phase
II) in der Schweiz (ab Phase III)
Grundbetrag Fr. 891.00 Fr. 618.00 Fr. 1'200.00 Wohnkosten Fr. 1'173.00 Fr. 544.00 Fr. 1'588.00 Nebenkosten Wohnung Fr. 239.00 Fr. 169.00 Fr. 0.00 Kosten Parkplatz Fr. 0.00 Fr. 89.00 Fr. 100.00 Krankenversicherung Fr. 0.00 Fr. 0.00 Fr. 300.00
(ab August 2014) Telefon/Internet Fr. 236.00 Fr. 100.00 Fr. 200.00 Hausrat- u. 
Fr. 20.00 Fr. 0.00 Fr. 20.00
öffentliche Verkehrsmittel Fr. 0.00 Fr. 0.00 Fr. 175.00 Mobilitätskosten Fr. 169.00 Fr. 117.00 Fr. 150.00 Ferien Fr. 300.00 Fr. 300.00 Fr. 300.00 Ausübung Besuchsrecht (Flug) Fr. 605.00 Fr. 1'340.00
- 39 -
Gebühren Anwaltskammer ... [CA]
Fr. 44.00 Fr. 146.00 Fr. 0.00
Gebühren deutsche 
Fr. 6.00 Fr. 20.00 Fr. 0.00
Gebühren Anwaltskammer ... [CA]
Fr. 23.00 Fr. 77.00 Fr. 0.00
Total Fr. 3'706.00 Fr. 3'520.00 Fr. 4'033.00 (ab August 2014, vorher Fr. 3'733.–)
7. Konkrete Festsetzung der Unterhaltsverpflichtung
7.1 Die Vorinstanz wies der Gesuchstellerin zwei Drittel und dem Ge-
suchsgegner einen Drittel des Freibetrags zu (Urk. 203 E. 7).
7.2 Die Gesuchstellerin beanstandet die Teilung des Freibetrages in die-
sem Verhältnis nicht, beantragt schliesslich jedoch unter Verweis auf ihre bei der
Vorinstanz vorgenommene einstufig-konkrete Bedarfsberechnung einen monatli-
chen Unterhaltsbeitrag an sie persönlich von Fr. 2'312.– (Urk. 202 S. 40).
7.3 Der Gesuchsgegner bringt dagegen vor, dass die Bedarfe der Parteien
bereits mit den Erwerbseinkommen gedeckt werden könnten und hierzu die Ver-
mögenserträge nicht heranzuziehen seien (Urk. 166 S. 5; Urk. 210 Ziff. 7.1 ff.). Er
macht somit implizit geltend, dass durch Hinzuziehung der Vermögenserträge
zum Erwerbseinkommen mit anschliessender Überschussverteilung die Höchst-
grenze des Unterhaltsanspruches – nämlich der letzte gemeinsam gelebte Le-
bensstandard – erreicht sei bzw. vor der Trennung eine Sparquote bestand.
7.4 Wie vorstehend (E. II.C.1) bereits ausgeführt, ist bei der Aufteilung des
Freibetrages zu beachten, dass der zuletzt gemeinsam gelebte Lebensstandard
nicht überschritten wird bzw. dass keine Vermögensverschiebung resultiert, durch
welche die güterrechtliche Auseinandersetzung teilweise vorweggenommen wür-
de. Vorliegend gehen beide Parteien davon aus, dass eine Sparquote bestand
und besteht. Dies zeigt sich daran, dass der Gesuchsgegner geltend macht, die
Vermögenserträge seien nicht zur Finanzierung des Lebensunterhaltes benötigt
worden und dass die Gesuchstellerin die Beteiligung am Freibetrag lediglich bis
zu ihrem gebührenden Bedarf beantragt. Da der zuletzt gelebte Lebensstandard
- 40 -
die Obergrenze des Unterhaltsanspruches der Gesuchstellerin bildet (BGE 134 III
145 E. 4), ist dieser zu bestimmen. Zu prüfen bleibt somit, ob der von der Ge-
suchstellerin mittels der einstufigen Methode berechnete gebührende Bedarf
glaubhaft ist. Zusätzlich zu den bereits im familienrechtlichen Grundbedarf (vgl.
E. II.C.5) enthaltenen Positionen macht die Gesuchstellerin dabei folgende Positi-
onen geltend: (a) Fr. 45.– für Strom/Wasser/Elektrizität, (b) Fr. 140.40 für den
Oldtimer, (c) Fr. 750.– für Putzfrau/Babysitter, (d) Fr. 150.– für Hobbies/Ausflüge
und (e) Fr. 145.– für Coiffurebesuche (Urk. 15 S. 27 ff.).
a) Bei der einstufigen Bedarfsberechnung stützt sich die Gesuchstellerin
auf den Grundbetrag des Kreisschreibens (Urk. 15 S. 28). In diesem Grundbetrag
sind die Kosten für Strom/Wasser/Elektrizität grundsätzlich enthalten. Die Ge-
suchstellerin hat nicht dargelegt, weshalb dies vorliegend nicht der Fall sein soll,
weshalb die geltend gemachten Kosten von monatlich Fr. 45.– aus dem Grundbe-
trag zu begleichen sind.
b) Die zusätzlichen Kosten für den Oldtimer im Umfang von monatlich Fr. 140.40 sind belegt und dementsprechend zu berücksichtigen (Urk. 14/7).
c) Weiter machte die Gesuchstellerin glaubhaft geltend, dass es den ge-
lebten Verhältnissen entsprochen habe, Unterstützung durch eine Putzfrau und
Babysitterin zu erhalten (Urk. 15 S. 32; Urk. 43E S. 64.; Urk.44/34-44). Der dafür
geltend gemachte Betrag von Fr. 750.– erweist sich zudem als angemessen,
weshalb er bei der Berechnung des gebührenden Bedarfes der Gesuchstellerin
zu berücksichtigen ist.
d) Die Gesuchstellerin macht weiter geltend, dass in ihrem gebührenden
Bedarf ein Betrag für Hobbies/Ausflüge und Unternehmungen mit C._ im
Umfang von Fr. 150.– pro Monat zu berücksichtigen sei (Urk. 15 S. 33; Urk. 43E
S. 66). Hierzu reichte sie keinen einzigen Beleg ein, wodurch sie nicht glaubhaft
machen konnte, dass bisher tatsächlich Kosten entstanden sind, welche den
Grundbetrag überschreiten.
- 41 -
e) Schliesslich macht die Gesuchstellerin geltend, es entspräche ihrem
gebührenden Bedarf, einmal pro Monat zum Coiffure zu gehen. Dadurch würden
ihr Kosten von Fr. 145.– monatlich entstehen. Auch diese Kosten wurden bis auf
einen Scheck über CAD 180.– (Urk. 48/57) nicht belegt und wurden zudem vom
Gesuchsgegner bestritten (Urk. 25 Rz. 108). Mangels entsprechender Belege
konnte die Gesuchstellerin keine solche Kosten glaubhaft machen.
7.5 Die Gesuchstellerin kann demnach höchstens bis zu einem Betrag von
rund Fr. 900.– (Fr. 140.40 + Fr. 750.–) am Freibetrag partizipieren. Einen höheren
gelebten Lebensstandard hat die Gesuchstellerin im vorliegenden Verfahren nicht
glaubhaft gemacht.
7.6 Nach dem Gesagten ergibt sich folgender Unterhaltsanspruch:
Phase I 01.06.12-31.03.13
Phase II 01.04.13-31.12.13
Phase III 01.01.14-31.04.14
Phase IV 01.05.14-31.06.14
Phase V 01.07.14-31.08.14
Eink. Gesuchsgegner: CHF 6'400.00 CHF 7'780.00 CHF 8'450.00 CHF 7'990.00 CHF 7'990.00 Eink. Gesuchstellerin: CHF 6'260.00 CHF 6'077.00 CHF 6'077.00 CHF 6'077.00 CHF 5'400.00 ./.Bedarf Gesuchsgegner: -CHF 3'706.00 -CHF 3'520.00 -CHF 3'733.00 -CHF 3'733.00 -CHF 3'883.00 ./.Bedarf Gesuchstellerin: -CHF 7'492.00 -CHF 7'669.00 -CHF 7'599.00 -CHF 7'599.00 -CHF 7'599.00 ='Freibetrag: CHF 1'462.00 CHF 2'668.00 CHF 3'195.00 CHF 2'735.00 CHF 1'908.00 2/3 Freibetrag entspäche: CHF 974.65 CHF 1'778.65 CHF 2'130.00 CHF 1'823.35 CHF 1'272.00 Anteil am Freibetrag CHF 900.00 CHF 900.00 CHF 900.00 CHF 900.00 CHF 900.00 Fehlbetr. Gesuchstellerin*: CHF 1'232.00 CHF 1'592.00 CHF 1'522.00 CHF 1'522.00 CHF 2'199.00 ./. Unterhaltsbeitrag an C._** -CHF 1'200.00 -CHF 1'200.00 -CHF 1'200.00 -CHF 1'200.00 -CHF 1'200.00 Total: CHF 932.00 CHF 1'292.00 CHF 1'222.00 CHF 1'222.00 CHF 1'899.00 Unterhalt (gerundet): CHF 930.00 CHF 1'290.00 CHF 1'220.00 CHF 1'220.00 CHF 1'900.00 *(Einkommen - Bedarf) **(inkl. Kinderzulagen)
Unterhaltsberechnung
- 42 -
Phase VI 01.09.14-31.12.14
Phase VII ab 01.01.15
Eink. Gesuchsgegner: CHF 7'990.00 CHF 7'990.00 Eink. Gesuchstellerin: CHF 5'400.00 CHF 5'115.00 ./.Bedarf Gesuchsgegner: -CHF 4'033.00 -CHF 4'033.00 ./.Bedarf Gesuchstellerin: -CHF 7'369.00 -CHF 7'369.00 ='Freibetrag: CHF 1'988.00 CHF 1'703.00 2/3 Freibetrag entspäche: CHF 1'325.35 CHF 1'135.35 Anteil am Freibetrag CHF 900.00 CHF 900.00 Fehlbetr. Gesuchstellerin*: CHF 1'969.00 CHF 2'254.00 ./. Unterhaltsbeitrag an C._** -CHF 1'200.00 -CHF 1'200.00 Total: CHF 1'669.00 CHF 1'954.00 Unterhalt (gerundet): CHF 1'670.00 CHF 1'950.00 *(Einkommen - Bedarf) **(inkl. Kinderzulagen)
Unterhaltsberechnung
Der Unterhaltsanspruch der Gesuchstellerin wird vorliegend der Übersicht-
lichkeit halber und da es sich insbesondere bei den Phasen III bis VI um sehr kur-
ze Phasen handelt, neu in vier Phasen unterteilt. Dadurch entsteht folgender Un-
terhaltsanspruch:
Phase I (1. Juni 2012 bis 31. März 2013) Fr. 930.–
Phase II (1. April 2013 bis 31. Dezember 2013), Fr. 1'290.–
Phase III (1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2014)* Fr. 1'485.–
Phase IV (ab 1. Januar 2015) Fr. 1'950.–
* ([6 × Fr. 1'220.–] + [2 × Fr. 1'900.–] + [4 × Fr. 1'670.–])/12 = Fr. 1'483.35
D. Kosten begleitetes Besuchsrecht
1. Der Gesuchsgegner stellte im vorinstanzlichen Verfahren im Rahmen
seiner Gesuchsantwort vom 2. September 2013 ein Gesuch um vorsorgliche
Massnahmen betreffend die Regelung des Besuchsrechts (Urk. 25 S. 5 i.V.m.
S. 2). In der Folge wurden die Parteien zur Verhandlung vorgeladen (Urk. 29A),
anlässlich welcher betreffend die vorsorglichen Massnahmen eine Einigung erzielt
werden konnte (Urk. 46). Die Parteien vereinbarten unter anderem feste Besuchs-
tage für die Zeitspanne von Mitte November 2013 bis Mitte Februar 2014 und hiel-
ten fest, dass diese Besuchstage in Begleitung des noch zu ernennenden Bei-
- 43 -
standes bzw. einer durch diesen Beistand zu bezeichnenden Person stattfinden
sollen. Mit Verfügung vom 5. November 2013 wurde das begleitete Besuchsrecht
der Vereinbarung der Parteien entsprechend angeordnet und ein Beistand für den
Sohn C._ bestellt. Der Beistand erhielt dabei den Auftrag, ein entsprechen-
des Besuchsrecht zu installieren, die Begleitung des Besuchsrechts zu gewähr-
leisten und dem Gericht für die Bemühungen regelmässig Rechnung zu stellen
(Urk. 49 Dispositivziffer 3). Weiter wurden die Kosten der Besuchsbegleitung den
Parteien vereinbarungsgemäss vorerst je hälftig auferlegt, die (endgültige) Rege-
lung der Kosten wurde jedoch dem Endentscheid vorbehalten (Urk. 49). In der
Folge beantragten beide Parteien die unentgeltliche Rechtspflege sowie die
Übernahme der Kosten der Besuchsbegleitung auf die Staatskasse (Urk. 54 S. 2
sowie Urk. 63 S. 2). Mit Verfügung vom 17. Januar 2014 wurde beiden Parteien
die unentgeltliche Rechtspflege für das vorinstanzliche Verfahren bewilligt. Der
Antrag der Parteien um unentgeltliche Besuchsbegleitung wurde jedoch abgewie-
sen, da für eine Übernahme dieser Kosten auf die Staatskasse trotz zugespro-
chener unentgeltlicher Rechtspflege keine Rechtsgrundlage bestehe (Urk. 89
E. 6). Zudem wurde den Parteien eine Frist zur Leistung eines diesbezüglichen
Kostenvorschusses im Umfang von je Fr. 5'000.– angesetzt (Urk. 89 Dispositivzif-
fer 6 und 7). Diese Verfügung blieb unangefochten. Beiden Parteien musste somit
bewusst sein, dass sie die Kosten für das begleitete Besuchsrecht letztlich defini-
tiv selbst bezahlen müssen und die Kosten durch das Gericht lediglich im Sinne
eines Vorschusses für sie geleistet wurden. Auf entsprechendes Ersuchen der
Gesuchstellerin (Urk. 94) wurde ihr am 5. Februar 2014 die Einzahlung des Kos-
tenvorschusses in fünf Raten bewilligt (Urk. 99). Im angefochtenen Entscheid wird
hingegen festgehalten, dass die Gesuchstellerin lediglich einen Kostenvorschuss
von Fr. 4'000.– bezahlt habe, der Gesuchsgegner dagegen einen solchen von
Fr. 5'000.– (Urk. 203 Dispositivziffer 7). Auf entsprechende Nachfrage der angeru-
fenen Kammer liess die Vorinstanz ausführen, dass die Gesuchstellerin den Kos-
tenvorschuss von Fr. 4'000.– am 19. Juni 2013 im Nachgang an die Verfügung
vom 7. Juni 2013 betreffend Kostenvorschuss für die Verfahrenskosten (Urk. 3
und 7) einbezahlt habe. Innert der mit Verfügung vom 17. Januar 2014 angesetz-
- 44 -
ten Frist habe die Gesuchstellerin trotz bewilligter Ratenzahlung keinen Vor-
schuss für die Besuchsbegleitungskosten geleistet (Urk. 235). Die durch die Bei-
ständin mit der Besuchsbegleitung beauftragte Organisation G._, Soziale
Dienste (vgl. Urk. 53 sowie 68 f.), stellte in der Folge drei Rechnungen im Umfang
von insgesamt Fr. 20'385.25 (Urk. 79, 104 und 141). Mit Eingabe vom 28. Januar
2014 stellte der Gesuchsgegner sodann u.a. ein Gesuch um vorsorgliche Mass-
nahmen die Obhut sowie das Besuchsrecht betreffend (Urk. 92). Anlässlich der
Verhandlung vom 21. Februar 2014 wurde sowohl vorsorglich als auch in der
Hauptsache ein unbegleitetes Besuchsrecht vereinbart (Urk. 132) und mit Verfü-
gung und Teilurteil vom 26. Februar 2014 angeordnet (Urk. 135). Im vorliegend
angefochtenen Teilentscheid hielt die Vorinstanz an der hälftigen Teilung der Kos-
ten der Besuchsbegleitung fest. Dies mit der Begründung, dass aufgrund der vor-
liegenden Umstände nicht von einer alleinigen Verantwortlichkeit des Gesuchs-
gegners für die entstandenen Kosten gesprochen werden könne, weshalb die
Kosten den Parteien hälftig auferlegt würden (Urk. 203 E. 9.3). Weiter verrechnete
die Vorinstanz die von den Parteien geleisteten Vorschüsse von insgesamt
Fr. 9'000.– mit den Besuchsbegleitungskosten von Fr. 20'385.25.
2. Die Gesuchstellerin macht in ihrer Berufungsschrift geltend, dass es
sich bei den Kosten für die Besuchsbegleitung nicht um Gerichtskosten handle,
weshalb diese nicht als Bestandteil der Gerichtskosten aufzuerlegen seien. Even-
tualiter seien den Parteien höchstens Fr. 20'175.– aufzuerlegen (Urk. 202 S. 42).
3.1 Zunächst bleibt darauf hinzuweisen, dass es sich bei den Kosten des
begleiteten Besuchsrechts nicht um Gerichtskosten (vgl. abschliessende [Su-
ter/von Holzen, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, 2. Auflage 2013,
Art. 95 N. 6 ZPO] Aufzählung der Gerichtskosten in Art. 95 ZPO; vgl. auch vorin-
stanzliche Verfügung vom 17. Januar 2014 [Urk. 89] E. 5 ), sondern um Unter-
haltskosten handelt (vgl. Häfeli, ZVW 2001, S. 198; vgl. § 19 EG KESR). Unter-
haltskosten sind durch die Eltern zu tragen (vgl. Art. 276 ZGB).
- 45 -
Die Kosten des begleiteten Besuchsrechts können deshalb im Urteilsdispo-
sitiv nicht bei den Gerichtskosten aufgeführt bzw. zu diesen geschlagen werden.
Dispositivziffer 5 des angefochtenen Entscheids ist entsprechend anzupassen.
3.2 Die Umsetzung und der Vollzug des vorsorglich angeordneten begleite-
ten Besuchsrechts oblag der KESB des Bezirkes ... (Art. 172 i.V.m. Art. 315a
Abs. 1 ZGB). Diese mandatierte mit Verfügung vom 14. November 2013 die Bei-
ständin F._ vom kjz ... (Urk. 53), welche nach Einholung einer Kostenofferte
die G._, Soziale Dienste, mit der Besuchsbegleitung beauftragte. Die
G._ liess die entsprechenden Rechnungen der Beiständin zukommen, wel-
che diese wiederum auftragsgemäss (vgl. Urk. 49 Dispositivziffer 3) der Vo-
rinstanz weiterleitete (vgl. Urk. 103 f.). Entgegen dem üblichen Ablauf, wonach die
mit den Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe betraute Stelle die Gebühren für
die Besuchsbegleitung erhebt (vgl. § 25 EG KESR i.V.m. § 36 f. KJHG), wurde im
vorliegenden Verfahren vereinbart, dass die Kostenregelung durch das Gericht
vorgenommen werden soll (vgl. dazu Urk. 46 Ziffer 4; Urk. 49 Dispositivziffer 3,
wonach der Beistand dem Gericht für seine Bemühungen bzw. die Bemühungen
der Begleitperson regelmässig Rechnung zu stellen hatte; Urk. 53 Dispositivzif-
fer 1.b; Urk. 132 Ziffer 12). Auch die Abwicklung der Kosten, das heisst die vorläu-
fige Bezahlung der Rechnungen mit endgültiger Auferlegung der Kosten an die
Parteien, sollte über das Gericht laufen. Dies ergibt sich daraus, dass das Gericht
für die Kosten – zu einem Zeitpunkt, zu welchem bereits Kosten entstanden wa-
ren (vgl. Urk. 69 und 79) – einen diesbezüglichen Vorschuss verlangte (Urk. 89),
dass die Parteien im Zusammenhang mit ihren Gesuchen um unentgeltliche Pro-
zessführung bzw. Rechtspflege auch um Übernahme der Besuchsbegleitungskos-
ten ersuchten (Urk. 54 und 63), dass der Gesuchstellerin nach Anfallen der ersten
Kosten (vgl. wiederum Urk. 69 und 79) im Februar 2014 eine Ratenzahlung bewil-
ligt wurde und dass der Gesuchsgegner den Vorschuss beim Gericht einzahlte.
Nachdem die Bezirksgerichtskasse diese Kosten vorgeschossen hat, sind die
Parteien nunmehr zu verpflichten, die Kosten der Besuchsbegleitung der Ge-
richtskasse zurückzuerstatten.
- 46 -
4.1 In ihrem Eventualbegehren beantragt die Gesuchstellerin eine Reduk-
tion der Kosten auf Fr. 20'175.–. Sie führt dazu aus, dass die Teilnahme der Zeu-
gin H._ an der Verhandlung bereits mit dem Zeugengeld von Fr. 50.– ent-
schädigt worden sei (Urk. 202 S. 42).
4.2 Der Gesuchsgegner äussert sich nicht zur Höhe der Kosten der Be-
suchsbegleitung (vgl. Urk. 210).
4.3. Zeugen werden für Zeitverlust oder Erwerbsausfall durch ein Zeugen-
geld sowie für die notwendigen Barauslagen entschädigt (§ 2 der Verordnung der
obersten kantonalen Gerichte über die Entschädigung der Zeugen und Zeugin-
nen, Auskunftspersonen und Sachverständigen vom 11. Juni 2002 [Entschädi-
gungsverordnung der obersten Gerichte]). Bei dieser Zeugenentschädigung han-
delt es sich um Kosten der Beweisführung und somit um Gerichtskosten (vgl.
Art. 95 Abs. 2 lit. c ZPO; Sterchi, in: Berner Kommentar ZPO, Band I, 2012,
Art. 95 N. 10a).
Die G._, Soziale Dienste, stellte für die Gerichtsverhandlung vom
21. Februar 2014 einen Betrag von Fr. 210.– in Rechnung (Urk. 141). Anlässlich
der Zeugeneinvernahme der Zeugin H._ verlangte diese eine Entschädigung
im Umfang von Fr. 50.–, welche ihr umgehend übergeben wurde (Urk. 130 S. 12;
Urk. 131). Mit dieser im beantragten Umfang erfolgten Zahlung wurde die Zeugin
entschädigt. Für eine weitere Inrechnungstellung entsprechender Kosten gegen-
über den Parteien besteht kein Raum. Dementsprechend sind die Parteien vorlie-
gend zu verpflichten, der Gerichtskasse insgesamt Fr. 20'175.25 zurückzuerstat-
ten.
5.1 Mit ihrem Eventualbegehren stellt die Gesuchstellerin weiter den An-
trag, dass die Kosten der Besuchsbegleitung vollumfänglich dem Gesuchsgegner
aufzuerlegen seien. Die Begleitung von Besuchen stelle eine Kindesschutzmass-
nahme dar und die diesbezüglichen Kosten würden zum Unterhalt gehören. Auf-
grund der höheren Leistungsfähigkeit des Gesuchsgegners seien die Kosten
- 47 -
eventualiter somit im Umfang von Fr. 20'175.– diesem aufzuerlegen (Urk. 202
S. 2 und S. 43).
5.2 Demgegenüber beantragt der Gesuchsgegner die Bestätigung der hälf-
tigen Teilung der Kosten (Urk. 210 Ziff. 14).
5.3 Die Kosten des persönlichen Verkehrs stellen Unterhaltskosten dar.
Können sich die Parteien nicht über die Verteilung der Kosten einigen, ist eine
entsprechende Unterhaltsklage einzureichen (Häfeli, a.a.O., S. 200; Art. 279 ZGB;
Behördenhanduch, Kapitel 8.1.11 Ziff. 3) bzw. hat das bereits mit der Sache be-
fasste Gericht darüber zu befinden (so auch Urteil des Obergerichts des Kantons
Zürich vom 3. Juni 2013, LC120043, E. IV.3.1.4; Urteil des Obergerichts des Kan-
tons Zürich vom 7. Oktober 2011, LE110009, E. III.B.6.5). Die Auferlegung der
durch ein begleitetes Besuchsrecht entstandenen Kosten auf lediglich einen El-
ternteil kommt dabei gemäss herrschender Lehre nur in jenem Falle in Frage, in
welchem ein Elternteil diese Kosten alleine verursacht oder verursacht hat. An-
sonsten sind die Kosten gemäss einem Teil der Lehre hälftig (Schwenzer/Cottier,
in: Basler Kommentar ZGB, a.a.O., Art. 273 N. 28 mit weiteren Hinweisen) oder
im Verhältnis der Leistungsfähigkeit aufzuteilen (Häfeli, a.a.O., S. 198, 200). Die
Aufteilung nach der Leistungsfähigkeit der Eltern erscheint sachgerechter, da es
sich bei den Kosten um solche des Unterhalts handelt. Die Vorinstanz hielt über-
zeugend fest, dass beide Parteien für die vorgelegenen Schwierigkeiten mitver-
antwortlich waren (vgl. Urk. 203 E. 9.3). Unter Berücksichtigung der Leistungsfä-
higkeit der Parteien und des dem Gesuchsgegner verbleibenden Freibetrages im
Zeitraum des begleiteten Besuchsrechts (Mitte November 2013 bis Mitte Februar
2014) erscheint eine Aufteilung der Kosten im Verhältnis 1/3 Gesuchstellerin 2/3
Gesuchsgegner als angemessen, weshalb der Entscheid der Vorinstanz diesbe-
züglich abzuändern ist und die Parteien zu verpflichten sind, die durch das beglei-
tete Besuchsrecht entstandenen Kosten im Umfang von Fr. 20'175.25 im Verhält-
nis 1/3 Gesuchstellerin 2/3 Gesuchsgegner zu übernehmen.
- 48 -
6.1 Die Gesuchstellerin wehrt sich mit der Berufung im Weiteren gegen die
Verrechnung der geleisteten Kostenvorschüsse mit den Kosten der Besuchsbe-
gleitung (Urk. 202 S. 42). Der Gesuchsgegner macht hierzu keine Ausführungen
(vgl. Urk. 210).
6.2 Wie bereits ausgeführt, hat die Gesuchstellerin im Zusammenhang mit
den Besuchsbegleitungskosten keinen Vorschuss geleistet (E. III.D.1). Ihren Kos-
tenvorschuss im Umfang von Fr. 4'000.– zahlte sie für die Gerichtskosten ein. Da
der Gesuchstellerin im vorinstanzlichen Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege
bewilligt wurde (vgl. Urk. 89), ist der Vorschuss mit den Kosten des Berufungsver-
fahrens zu verrechnen. Der vom Gesuchsgegner geleistete Kostenvorschuss von
Fr. 5'000.– ist hingegen mit seinem Anteil an den Kosten der Besuchsbegleitung
zu verrechnen.
E. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie
auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3
ZPO).
2. Die Vorinstanz hat die Entscheidgebühr auf Fr. 8'000.– zuzüglich
Fr. 50.– Zeugenentschädigung sowie Fr. 1'200.– Dolmetscherkosten festgelegt
und den Parteien hälftig auferlegt. Sie hat sie zufolge der Gewährung der unent-
geltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Staatskasse genommen. Die
Prozessentschädigungen hat sie wettgeschlagen (Urk. 203 Dispositivziffern 5 ff.).
Dies erscheint gestützt auf die nunmehr zugesprochenen Unterhaltsbeiträge an
die Gesuchstellerin nach wie vor als angemessen. Damit sind die Kosten des
erstinstanzlichen Verfahrens den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen, zufolge der
beiden Parteien vor Vorinstanz gewährten unentgeltlichen Prozessführung
(Urk. 89) jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Parteientschädi-
gungen sind bei diesem Prozessausgang keine zuzusprechen.
- 49 -
IV.
1.1 Abschliessend ist über die Kosten- und Entschädigungsfolgen des Be-
rufungsverfahrens zu befinden.
1.2 Für das zweitinstanzliche Verfahren rechtfertigt sich in Anwendung von
§ 2 lit. a, c und d sowie § 12 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 und § 5 Abs. 1, § 6
Abs. 2 lit. b und § 8 Abs. 1 der Gebührenverordnung des Obergerichts (GebV) ei-
ne pauschale Entscheidgebühr von Fr. 5'500.–.
1.3. Die Prozesskosten werden grundsätzlich der unterliegenden Partei
auferlegt. Hat keine Partei vollständig obsiegt, so werden die Prozesskosten nach
dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 1 und 2 ZPO).
1.4 Umstritten waren im vorliegenden Berufungsverfahren im Wesentlichen
die Ehegattenunterhaltsbeiträge sowie die Kostenfolgen des begleiteten Besuchs-
rechts. Bei den Kinderunterhaltsbeiträgen verlangte die Gesuchstellerin lediglich
eine Anpassung der Formulierung. Dies fällt lediglich mit einem Prozentsatz von
5% ins Gewicht. Der Unterhaltsstreit ist mit 80%, die Kostenregelung des beglei-
teten Besuchsrechts mit 15% zu gewichten.
1.5 Die Gesuchstellerin verlangte mit der Berufung die Erhöhung der Ehe-
gattenunterhaltsbeiträge auf monatlich Fr. 2'312.–. Sie obsiegt dabei zu 49%. Im
Zusammenhang mit den Kinderunterhaltsbeiträgen obsiegt sie zu 100%, bezüg-
lich der Regelung der Kosten des Besuchsrechts zu 33%. Insgesamt obsiegt die
Gesuchstellerin unter Berücksichtigung der vorstehend in E. IV.1.4 genannten
Gewichtung somit zu rund 50%. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind den
Parteien dementsprechend hälftig aufzuerlegen.
1.6 Bei diesem Ausgang des Prozesses sind für das Berufungsverfahren
keine Parteientschädigungen zuzusprechen.
- 50 -
1.7 Im Hinblick auf das Armenrechtsgesuch der Gesuchstellerin ist vorlie-
gend dennoch die Höhe der Parteientschädigung zu bestimmen. Die für die Fest-
setzung der Parteientschädigung massgeblichen Bestimmungen finden sich in der
Verordnung über die Anwaltsgebühren vom 8. September 2010 (AnwGebV). Die
volle Parteientschädigung wäre in Anwendung von § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 3, § 9,
§ 11 und § 13 der AnwGebV auf Fr. 5'000.– festzusetzen.
2.1 Vor Vorinstanz wurde beiden Parteien die unentgeltliche Prozessfüh-
rung und der Gesuchstellerin zudem die unentgeltliche Rechtsvertretung gewährt
(vgl. Urk. 89 Dispositivziffer 2 und 3). Die Gesuchstellerin stellt für das Berufungs-
verfahren wiederum ein entsprechendes Gesuch. Eine Person hat Anspruch auf
unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt,
ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 117 ZPO) und die gerichtli-
che Bestellung zur Wahrung der Rechte der gesuchstellenden Person notwendig
ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO).
2.2 Mittellos ist eine Person, welche die Leistung der erforderlichen Pro-
zess- und Parteikosten nur erbringen kann, wenn sie die Mittel angreift, die sie zur
Deckung des Grundbedarfs für sich und ihre Familie benötigt. Bei der entspre-
chenden Prüfung ist die gesamte finanzielle Lage der gesuchstellenden Partei zu
berücksichtigen. Sie muss sämtliche finanziellen Verpflichtungen sowie Einkom-
mens- und Vermögensverhältnisse von ihr und gegebenenfalls ihren Familienan-
gehörigen angeben und soweit möglich belegen. Schuldverpflichtungen können
nur berücksichtigt werden, wenn sie tatsächlich erfüllt werden. Der Teil der finan-
ziellen Mittel, welcher das zur Deckung der persönlichen Bedürfnisse Notwendige
überschreitet, muss mit den voraussichtlichen Kosten des Verfahrens verglichen
werden, für das um unentgeltliche Rechtspflege ersucht wird. Ein allfälliger Über-
schuss zwischen dem effektiv zur Verfügung stehenden Einkommen und dem
Notbedarf der gesuchstellenden Partei ist mit den für den konkreten Fall zu erwar-
tenden Gerichts- und Anwaltskosten in Beziehung zu setzen und danach zu fra-
gen, ob die gesuchstellende Partei mit dem ihr verbleibenden Überschuss in der
Lage ist, die anfallenden Gerichts- und Anwaltskosten innert angemessener Frist
- 51 -
selbst zu finanzieren. Im Sinne einer groben Faustregel geht die Rechtsprechung
davon aus, dass der monatliche Überschuss es ihr ermöglichen sollte, die Pro-
zesskosten bei weniger aufwendigen Prozessen innert eines Jahres, bei anderen
innert zweier Jahre zu tilgen (Bühler, Die Prozessarmut, in: Schöbi [Hrsg.], Ge-
richtskosten, Parteikosten, Prozesskaution, unentgeltliche Prozessführung: SWR
Bd. 3, 2001, S. 182 f. und 185).
2.3 Die Gesuchstellerin begründet ihr Gesuch damit, monatlich über einen
Betrag von Fr. 7'304.75 zu verfügen (inkl. Einkommen von Fr. 5'604.75 und Un-
terhaltsbeitrag von Fr. 1'700.– für C._ und sie) und dabei einen Bedarf von
Fr. 7'493.50 aufzuweisen. Für das Armenrechtsgesuch sei jedoch nicht vom Exis-
tenzminimum auszugehen, sondern es sei ihr ein beachtlicher Zuschlag anzu-
rechnen. Sie verfüge zudem über kein realisierbares Vermögen (Urk. 202
S. 44 ff.). Bezüglich ihres Vermögens macht sie geltend, dass die Liegenschaft in
... [D] nicht zusätzlich belastet werden könne (Urk. 217 S. 7 ff.). Ihr Rentenkonto
in Kanada sei das einzige Konto, welches ein Vermögen aufweise und die darauf
befindlichen CAD 11'087.– seien ihr als Notgroschen zu belassen, da auch zu be-
rücksichtigen sei, dass sie ansonsten über fast keine Altersvorsorge verfüge
(Urk. 217 S. 9 f.). Der Wert des noch vorhandenen Hausrates belaufe sich zudem
auf höchstens Fr. 11'880.–, wobei sie darüber nicht alleine verfügen könne und ihr
zudem höchstens die Hälfte, somit ein Betrag von Fr. 5'940.–, zustehe (Urk. 217
S. 10 f.). Ihr Auto (ein VW) stelle ein Kompetenzstück dar. Bezüglich des Por-
sches führt sie aus, dass dieser reparaturbedürftig sei und höchstens einen Wert
von rund Fr. 6'000.– aufweise (Urk. 217 S. 11 sowie Urk. 229 S. 4 ff.). Weiter ha-
be sie Schulden von insgesamt Fr. 92'463.– (Urk. 217 S. 12 ff.).
2.4. Die Gesuchstellerin weist ab dem Zeitpunkt der Einreichung des vorlie-
genden Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege unter Berücksichtigung ihrer
Bedarfskosten sowie den vom Gesuchsgegner zu leistenden Unterhaltszahlungen
einen Überschuss in der Höhe von monatlich Fr. 900.– auf (vgl. vorstehend
E. II.C.7). Zu erwähnen ist, dass es sich beim hierbei berücksichtigten Bedarf be-
reits um einen im Vergleich zum Notbedarf um verschiedene Positionen erweiter-
- 52 -
ten Bedarf handelt, weshalb sich kein von der Gesuchstellerin geforderter Zu-
schlag rechtfertigt. Weiter wurde eine Abzahlung der geltend gemachten Schul-
den weder behauptet noch belegt. Zwar wird in den diesbezüglichen Vereinba-
rungen mit den Eltern jeweils festgehalten, dass das entsprechende Darlehen bis
Ende 2014 bzw. Ende 2016 zurückzubezahlen sei (Urk. 217/35), diesbezügliche
Belege wurden jedoch keine eingereicht, weshalb kein entsprechender Betrag im
Bedarf zu berücksichtigen ist. Der Gesuchstellerin ist es unter Hinzuziehung des
Überschusses von jährlich Fr. 10'800.– und unter Berücksichtigung des von ihr
bereits einbezahlten Kostenvorschusses von Fr. 4'000.– ohne Weiteres möglich,
die vorliegend von ihr zu übernehmenden Kosten innert angemessener Frist zu
bezahlen. Dazu muss sie nicht einmal auf ihr Vermögen zurückgreifen, weshalb
darauf nicht weiter einzugehen ist. Es erübrigen sich auch Ausführungen zur Leis-
tungsfähigkeit des Gesuchsgegners hinsichtlich eines Prozesskostenbeitrages
aus seinem Vermögen.
Die Gesuchstellerin ist somit nicht mittellos, weshalb ihr Gesuch um unent-
geltliche Rechtspflege abzuweisen ist.