Decision ID: c9ed9493-f3e4-4b4a-9dab-3f5b03059b37
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich am 10. Februar 2015 bei der IV-
Stelle des Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) zum Bezug von beruflichen
Massnahmen und einer Rente der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 1). Die
Versicherte war am 15. Juli 2014 von einem rückwärtsfahrenden Lieferwagen
angefahren worden (Fremdakten, Suva-act. 1 S. 134, 4 S. 6 ff. und 7 S. 25 ff.).
Anlässlich der Erstversorgung im Kantonsspital Frauenfeld (KSF) waren von den
behandelnden Ärzten die Diagnosen Überrolltrauma mit Commotio cerebri, multiple
oberflächliche Schürfwunden (über der linken Gesichtshemisphäre und am Rücken),
Rissquetschwunden (RQW) enoral und Lippenrot Oberlippe links sowie abgebrochener
Zahn 22 gestellt worden (IV-act. 13 S. 7 ff.). Mittels Polytrauma-CT hatten keine
Organläsionen oder ossären Läsionen festgestellt werden können (vgl. Fremdakten,
Suva-act. 1 S. 112 ff.). Die Versicherte war zur 24-Stunden-Überwachung nach
Glasgow Coma Score (GCS) im KSF behalten worden. Sodann war sie von den
behandelnden Ärzten des KSF zunächst für 100 % arbeitsunfähig befunden worden
(vgl. Fremdakten, Suva-act. 1 S. 82 f.). Vor dem Unfall hatte sie als Fleischzerstücklerin
bei der B._ AG gearbeitet (vgl. IV-act. 5). Nach dem Unfallereignis hatte sich bei der
Versicherten eine Schmerzproblematik mit Rücken-, Arm- und Kopfschmerzen
entwickelt. Ferner waren Erschöpfungsgefühle, Konzentrationsschwierigkeiten sowie
Angstgefühle im Zusammenhang mit dem Strassenverkehr hinzugekommen (vgl. IV-
act. 12 ff. und Fremdakten, Suva-act. 1 ff.). Deswegen hatte sich die Versicherte ab
dem 15. September 2014 in das Ambulatorium der psychiatrischen Klinik C._ in
Behandlung begeben (vgl. IV-act. 12 S. 6 ff., 13 S. 13 und 28). Im Bericht vom 19.
September 2014 zur Erstbehandlung hatte Oberärztin med. pract. D._, Leiterin
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Ambulatorium C._, erwähnt, dass die Versicherte davon berichte, unter
Vergesslichkeit, schlechtem Schlaf und Albträumen zu leiden. Med. pract. D._ hatte
es für möglich gehalten, dass die Symptome noch Folgen der allfälligen Commotio
cerebri sein könnten. Klassisch für eine posttraumatische Belastungsstörung seien
eher nur die Albträume vom Unfallgeschehen. Daher hatte sie die Diagnosen Status
nach Verkehrsunfall mit Schädel-Hirntrauma am 15. Juli 2014 sowie sonstige
Reaktionen auf schwere Belastung (ICD-10: F43.8) gestellt (IV-act. 12 S. 6 f.). In einem
Verlaufsbericht vom 19. Dezember 2014 hatte med. pract. D._ festgehalten, dass die
Versicherte noch immer unter der Diagnose sonstige Reaktionen auf schwere
Belastung (ICD-10 F43.8) behandelt werde. Hinweise auf eine posttraumatische
Belastungsstörung oder eine deutliche Depression würden nicht vorliegen. Die
Versicherte sei noch ein wenig vergesslich und leicht ermüdbar, jedoch habe sich der
psychiatrische Zustand insgesamt gebessert (IV-act. 12 S. 8). Am 16. Dezember 2014
war im Rahmen eines Konsiliarauftrags der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt
(Suva) eine neurologische Untersuchung bei Dr. med. E._, Facharzt für Neurologie
FMH, zertifizierter med. Gutachter SIM, durchgeführt worden. Dr. E._ hatte klinisch
einen unauffälligen Neurostatus der Versicherten erhoben und auch die ergänzenden
Neurographien hatten keine Hinweise für eine traumatische Gefässdissektion als
Ursache der Kopfschmerzen ergeben. Dr. E._ hatte in seinem Bericht zur
Untersuchung festgehalten, dass die von der Versicherten beschriebenen
Kopfschmerzattacken in erster Linie an eine Migräne denken liessen und in der Regel
medikamentös behandelbar seien, ohne eine längere Arbeitsunfähigkeit zu begründen.
Hinsichtlich der im KSF diagnostizierten Commotio cerebri hatte er angemerkt, dass
die Versicherte entsprechend ihren eigenen Angaben nicht von den Rädern des
Lieferwagens überrollt worden sei und sich an alle Details erinnern könne. Die im
Anschluss an das Unfallereignis für kurze Zeit verschwommenen Erinnerungen liessen
in erster Linie an einen psychogenen Schockzustand, weniger an eine hirnorganisch
bedingte Amnesie denken. Insoweit könne auch nicht von einer Commotio cerebri
gesprochen werden (Fremdakten, Suva-act. 1 S. 33 ff.).
A.b Auf den 31. März 2015 verlor die Versicherte ihre Arbeitsstelle (Fremdakten, Suva-
act. 7 S. 62).
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A.c Am 9. April 2015 nannte med. pract. D._ in einem von der IV eingeholten Bericht
als Diagnose Anpassungsstörungen mit sonstigen näher bezeichneten, vorwiegenden
Symptomen: Ängste im Strassenverkehr, allgemeine Erschöpfung bei chronischer
Überforderung mit Familie und Arbeit, Schmerzen als Unfallfolge, insbesondere bei
nicht angepasster Belastung (ICD-10: F43.28). Med. pract. D._ führte im Bericht
weiter aus, dass sich der psychische Zustand der Versicherten bei der letzten
Verlaufskontrolle vom 6. März 2015 bereits deutlich gebessert gehabt habe. Die
Versicherte beklage manchmal noch, auf der Strasse Angst zu haben, wenn sie alleine
unterwegs sei, was sich aber zunehmend bessere. Sie habe noch Nacken- und
Armschmerzen, weshalb sie Physiotherapie bekomme. Ihre Arbeit habe die Versicherte
auf Dauer bei einem Vollzeitpensum sowohl körperlich als auch psychisch überfordert.
Dies habe psychosoziale Ursachen aufgrund der Familiensituation und sei nicht durch
psychische Einschränkungen bedingt. Seitens der psychiatrischen Klinik C._ sei eine
Arbeitsunfähigkeit vom 18. Dezember 2014 bis 31. Januar 2015 attestiert worden. Die
graduelle, den Beschwerden angepasste berufliche Wiedereingliederung erfolge durch
die Hausärztin (IV-act. 12).
A.d In einem von der IV eingeholten Bericht der Hausärztin, med. pract. F._,
Fachärztin FMH Allgemeinmedizin, vom 10. April 2015 wurde die Versicherte in ihrer
bisherigen sowie in einer vergleichbaren Tätigkeit für den Zeitraum vom 15. Juli bis 28.
September 2014 zu 100 %, vom 29. September 2014 bis 11. Januar 2015 zu 90 %,
vom 12. Januar 2015 bis 8. Februar 2015 zu 80 % und ab dem 9. Februar 2015 zu 70
% arbeitsunfähig befunden. Zudem sei bei einer Arbeit in diesem zeitlichen Rahmen die
Leistungsfähigkeit allenfalls leicht eingeschränkt. Es bestünden bei der Versicherten
Kopfschmerzen linksseitig mit Ausstrahlung in den Arm links und in den Rücken. Diese
verstärkten sich bei Belastung. Zudem leide die Versicherte an schnellerer
Erschöpfbarkeit sowie an verminderter Konzentrationsfähigkeit und durch die
psychische Belastung liege eine geringere Frustrationstoleranz vor. Als Diagnosen
nannte med. pract. F._ die bereits im Austrittsbericht des KSF festgehaltenen
Diagnosen sowie die Diagnose sonstige Reaktion auf schwere Belastung und
persistierende Schmerzen (IV-act. 13 S. 1 ff.). Gleichentags fand eine neurologische
Abklärung bei Dr. med. G._, Allg. Medizin FMH, Neurologisches Zentrum H._, statt.
Als Diagnosen stellte diese ein chronisches Kopfschmerzsyndrom mit migräniformen
Aspekten, wahrscheinlich multifaktorieller Genese, vorrangig posttraumatisch,
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depressive Stimmungsauslenkungen als affektive posttraumatische
Begleitbeschwerden, differentialdiagnostisch eine posttraumatische Belastungsstörung
sowie ein chronisches Schwäche- und Erschöpfungsgefühl. Zur letzten Diagnose
wurde angemerkt, dass diese eigenanamnestisch ohne nennenswerte Dynamik erfolgt
sei. Als mögliche Ursache für die Erschöpfungssymptomatik sah Dr. G._ auch einen
Mangel an Vitamin D, Vitamin B 12 sowie einen Ferritinmangel. Hinsichtlich des
Kopfschmerzsyndroms hielt sie fest, dass dieses sowohl Merkmale einer Migräne als
auch von aufsteigenden linksseitigen Spannungskopfschmerzen habe. Die
Anamneseerhebung habe sich trotz Übersetzungshilfe des jüngeren Bruders der
Versicherten schwierig gestaltet, da insbesondere betreffend der notwendigen
differenzierten Kopfschmerzabklärung nicht alle Teilaspekte der Beschwerden
konklusiv hätten erörtert werden können (IV-act. 38 S. 9 ff.).
A.e Eine am 14. April 2015 durchgeführte ophthalmologische Kontrolle in der
Augenklinik des Kantonsspitals St. Gallen ergab ebenfalls keinen relevanten Befund
(IV-act. 38 S. 8).
A.f Eine am 6. Mai 2015 im Röntgeninstitut I._ vorgenommene MRT-Untersuchung
zeigte ein leichtes Diskusbulging C 4/5, ansonsten jedoch eine regelrechte Darstellung
des Neurokraniums und der Halswirbelsäule der Versicherten (IV-act. 21).
A.g Aufgrund der eingeholten ärztlichen Berichte sowie der beigezogenen Suva-Akten
(vgl. IV-act. 11 S. 2 und 17 S. 3) ging Dr. med. J._ des regionalen ärztlichen Dienstes
(RAD) in einer Stellungnahme vom 8. Mai 2015 davon aus, dass in einer
leidensadaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 % bestehe, die zügig auf ein
Vollzeitpensum gesteigert werden könne für vorwiegend sitzende, wechselbelastende,
körperlich leichte Tätigkeiten ohne grössere Anforderungen an Konzentrationsfähigkeit,
Auffassungsvermögen, Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit, sowohl quantitativ als
auch qualitativ. Die angestammte Tätigkeit der Versicherten dürfte in vielen Teilen einer
leidensadaptierten Tätigkeit entsprochen haben mit geschätzter bleibender
Einschränkung von 20 % wegen der schweren körperlichen Tätigkeiten, welche die
Stelle beinhaltet habe. Es bestehe ab sofort Eingliederungspotential (IV-act. 16).
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A.h Am 27. Mai 2015 führte eine Eingliederungsberaterin der IV-Stelle ein
Assessmentgespräch mit der Versicherten durch. Im Assessmentprotokoll vom 24. Juni
2015 wurde festgehalten, dass diese in Begleitung des Ehemannes und eines
Bekannten erschienen sei und es fraglich sei, inwiefern sie durch diese Begleiter
beeinflusst worden sei. Während des Gesprächs habe mehrheitlich der Bekannte
gesprochen. Dieser habe auch angegeben, dass er die Versicherte aktuell überhaupt
nicht als arbeitsfähig sehe, med. pract. F._ erachte er als unprofessionell. Ferner ist
dem Protokoll zu entnehmen, dass sich die Versicherte am 15. Juni 2015 beim
regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) abgemeldet habe mit der Begründung, sie
bekomme weiterhin die vollen Unfalltaggelder, weshalb sie nicht mehr beim RAV
angemeldet bleiben möchte (IV-act. 25).
A.i Einem Bericht vom 26. Juni 2015 von Dr. med. K._, Spezialarzt FMH für HNO
Hals- und Gesichtschirurgie, ist zu entnehmen, dass bei der Versicherten ein massives
nächtliches Zähnebeissen mit Bisslinie auffällig sei. Es bestünden Abschleifspuren. Ein
grosser Teil der Schmerzen auf der linken Seite im Bereich des Gesichts sei sicherlich
durch diesen Befund erklärbar. Eine periphere Vestibulopathie könne ausgeschlossen
werden (IV-act. 38 S. 16 f.).
A.j In einem Verlaufsbericht des Ambulatoriums der psychiatrischen Klinik C._ vom 9.
Juli 2015 berichteten Assistenzärztin med. pract. L._ und Oberärztin med. pract.
M._, Leitung Ambulatorium, davon, dass sich der Zustand der Versicherten
psychiatrischerseits seit dem letzten Bericht vom 9. April 2015 nur wenig verändert
habe. Die Versicherte klage weiterhin über Gedächtnis- und
Konzentrationsschwierigkeiten, innere Unruhe sowie Angst im Strassenverkehr. Nach
einer zwischenzeitlichen Verbesserung der depressiven Symptomatik und der
Angstsymptomatik hätten sich diese wieder etwas verstärkt. Daneben berichte die
Versicherte vor allem über die seit dem Unfallbestehenden Schmerzen. Die Versicherte
komme in regelmässigen, einmonatigen Abständen zu supportiven Gesprächen.
Höherfrequentierte Sitzungen wären aufgrund der wieder verstärkten Symptomatik
sinnvoll, liessen sich von der Versicherten aufgrund der vielen Arzttermine jedoch nicht
einrichten. Aus psychiatrischer Sicht sollte ein Wiedereinstieg in die Arbeitswelt unter
an die Schmerzsymptomatik angepassten Bedingungen und schrittweise erfolgen, um
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eine Überbelastung mit möglicherweise resultierender Verstärkung der Angstsymptome
und der depressiven Symptomatik zu verhindern (IV-act. 28 S. 2).
A.k Aufgrund der zwischenzeitlich eingegangenen Berichte änderte RAD-Ärztin Dr.
J._ in einer Stellungnahme vom 24. Juli 2015 ihre Meinung dahingehend, dass bis
zum Eintreffen eines weiteren hausärztlichen Berichtes mit Berichtskopien kein
Eingliederungspotential der Versicherten bestehe (IV-act. 30).
A.l Nach mehrfacher Nachfrage seitens der IV (vgl. IV-act. 35) unterschrieb die
Versicherte am 18. August 2015 einen Eingliederungsplan zur Arbeitsvermittlung (IV-
act. 31). Allerdings machte sie bereits in einem Telefongespräch vom 19. August 2015
darauf aufmerksam, dass sie noch immer zu 100 % arbeitsunfähig sei und daher nicht
beim RAV gemeldet sei (vgl. IV-act. 35 S. 2). Mit Schreiben vom 24. August 2015 wurde
der Versicherten mitgeteilt, dass ein Anspruch auf Arbeitsvermittlung bestehe (IV-act.
32).
A.m Am 25. August 2015 fand im Auftrag der Suva eine kreisärztliche Untersuchung
der Versicherten durch Dr. med. N._, Facharzt für Chirurgie FMH, statt. In seiner
Beurteilung vom 25. August 2015 hielt dieser fest, dass sich die Versicherte bei ihrem
Unfall vom 15. Juli 2014 Exkoriationen im Gesicht und am Rücken zugezogen habe,
welche inzwischen reizlos abgeheilt seien. Verletzungen an der Halswirbelsäule sowie
am Neurokranium hätten mittels MRI nicht festgestellt werden können. Durch die
neurologische Untersuchung von Dr. E._ vom 16. Dezember 2014 hätten auch
unfallbedingte neurologische Defekte ausgeschlossen werden können. Eine Commotio
cerebri, welche in den Akten auftauche, habe nicht bestanden. Die Schürfverletzungen
seien schön abgeheilt und die Beweglichkeit der Wirbelsäule sei in allen Ebenen frei. Es
habe sich bei der kreisärztlichen Untersuchung eine klagsame Versicherte ohne
traumatisch bedingte Residuen gezeigt. Bei der Versicherten bestehe, soweit die
unfallfremden Beschwerden au¬geklammert würden, wieder eine volle Arbeitsfähigkeit
ohne jegliche Einschränkung. Die noch vorhandenen Beschwerden im Bereich des
Nackens, ausstrahlend zum Kopf und in beide Arme, seien nicht mehr unfallkausal. Die
Beschwerden seien Folge der schlechten Haltung und der schlecht ausgebildeten
Rückenmuskulatur. Der Endzustand sei erreicht. Unfallbedingt seien keine weiteren
Behandlungen notwendig oder zielführend. Als Diagnosen wurden im Bericht eine
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mittelgradig depressive Episode mit somatischem Syndrom und
differentialdiagnostisch eine posttraumatische Belastungsstörung sowie eine nicht
näher bezeichnete andere psychische Störung aufgrund einer Schädigung oder
Funktionsstörung des Gehirns oder einer körperlichen Krankheit erwähnt (IV-act. 38 S.
18 ff.).
A.n Nach verschiedenen telefonischen Abklärungen kam die
Eingliederungsverantwortliche der IV in einem Verlaufsprotokoll vom 11. September
2015 zum Schluss, dass die Arbeitsvermittlungsmassnahme aus gesundheitlichen
Gründen eingestellt werde. Denn gemäss einem Telefongespräch mit der Suva könne
wahrscheinlich erst 2016 mit einem Fallabschluss gerechnet werden und die
Versicherte sei nicht beim RAV angemeldet aufgrund einer angeblichen 100%igen
Arbeitsunfähigkeit. Auch fühle sich die Versicherte im Moment nicht arbeitsfähig (IV-
act. 35).
A.o In einem wohl falsch datierten, bei der IV am 30. Oktober 2015 eingegangen
Verlaufsbericht von med. pract. F._ ging diese unverändert von einer
Arbeitsunfähigkeit von 70 % aus. Seit dem letzten Bericht vom April 2015 habe sich
kaum eine Änderung ergeben. Die Physiotherapie habe der Versicherten nicht
geholfen. Erschwerend sei dazu gekommen, dass die Versicherte Probleme mit der
Suva gehabt habe, was die Schmerzsituation und die psychische Situation verstärkt
habe. Vom 9. bis 31. März 2015 sei die Versicherte vorübergehend nur zu 60 %
arbeitsunfähig gewesen. Bei der Arbeit würden sich die vorbestehenden Schmerzen
verstärken. Die psychische Belastung bedinge, dass sie ihre Arbeit weniger
konzentriert und/oder langsamer verrichten könne (IV-act. 38).
A.p In einer Stellungnahme vom 11. November 2015 erachtete RAD-Ärztin Dr. J._
die Einschätzung einer 70%igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als
nachvollziehbar, da sich der Unfall immerhin auf dem Firmenareal durch ein Firmenauto
ereignet habe. Die leidensadaptierte Arbeitsfähigkeit liege aus rein somatischer Sicht
bei 100 %, da keine relevanten Befunde mehr vorliegen würden. Aus psychiatrischer
Sicht könne von einer leidensadaptierten Arbeitsfähigkeit von 80 % ausgegangen
werden, da die Versicherte etwas weniger konzentriert und etwas langsamer arbeite
(IV-act. 40).
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A.q Aufgrund der Einschätzung der RAD-Ärztin Dr. J._ wurde seitens der IV die
Aufnahme von Arbeitsvermittlungsmassnahmen zunächst wieder ins Auge gefasst. In
einem Assessmentgespräch vom 23. November 2015 gab die Versicherte erneut an,
sich nicht arbeitsfähig zu fühlen. Sie sei nicht beim RAV gemeldet, da das Verfahren bei
der SUVA noch hängig sei. Weil sie nicht beim RAV gemeldet sei, sei sie wiederum im
Moment nicht in einem Bewerbungsprozess (IV-act. 49). In einem Standortgespräch
vom 20. Januar 2016 kam die IV zum Schluss, dass die beruflichen Massnahmen
abgeschlossen würden. Ein Anspruch auf Unterstützung bei der Stellensuche wäre
zwar ausgewiesen, jedoch fühle sich die Versicherte subjektiv nicht arbeitsfähig und
wünsche keine beruflichen Massnahmen (IV-act. 48 S. 2).
A.r Mit Verfügung vom 4. Dezember 2015 hatte die Suva die Versicherungsleistungen
per 31. Dezember 2015 eingestellt, da sie die von der Versicherten beklagten
Beschwerden als organisch nicht hinreichend nachweisbar sowie die Adäquanz
zwischen dem Unfallereignis und den Beschwerden als nicht gegeben erachtet hatte
(Fremdakten, Suva-act. 9 S. 2 f.).
A.s In einem Verlaufsbericht vom 19. Januar 2016 hielten med. pract. L._ und med.
pract. M._ fest, dass bisher von einer Anpassungsstörung mit sonstigen näher
bezeichneten Symptomen ausgegangen worden sei. Differentialdiagnostisch müsse
aufgrund des Verlaufs in den letzten Monaten auch eine mittelgradige depressive
Episode in Betracht gezogen werden. Der Zustand der Versicherten habe sich
psychiatrischerseits seit dem letzten Bericht vom 9. Juli 2015 nur wenig verändert.
Lediglich die formalen Denkstörungen im Sinne von Einengung und Grübeln über das
Unfallereignis sowie die daraus resultierenden Einschränkungen hätten sich etwas
gebessert. Weiterhin bestünden eine innere Unruhe, ein gereizter, deprimierter Affekt
sowie Angst im Strassenverkehr. Die Versicherte klage auch weiterhin über
Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen. Das kognitive Computertraining habe noch
keine verbesserten Resultate gezeigt. Die Auffassung und Informationsverarbeitung
seien deutlich eingeschränkt. Auch klage die Versicherte weiterhin über Schmerzen,
weshalb in den vergangenen Monaten vermehrte Konsultationen bei med. pract. F._
und Dr. G._ stattgefunden hätten. In den vergangenen Monaten sei auch die
ambulante psychiatrische Therapie deutlich ausgebaut worden. Die Regelmässigkeit
der Therapie sei aber leider nicht gegeben, da die Versicherte häufig kurzfristig mit
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wechselnden Gründen die Termine absage. Der Vorschlag, eine stationäre Behandlung
aufzunehmen, werde durch die Versicherte mit Verweis auf ihren zweijährigen Sohn
abgelehnt. Berufliche Massnahmen oder ergänzende medizinische Abklärungen
erachteten med. pract. L._ und med. pract. M._ nicht für angezeigt (IV-act. 53).
A.t In einer Stellungnahme vom 24. Februar 2016 ging RAD-Ärztin Dr. J._ davon aus,
dass wahrscheinlich noch immer eine Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von
80-100 % bestehe. Allenfalls würden ärztliche Berichte von med. pract. F._ und Dr.
G._ diesbezüglich noch mehr Aufschluss geben (IV-act. 55).
A.u Mit Schreiben vom 25. Februar 2016 wurde ein Anspruch auf weitere berufliche
Massnahmen abgelehnt, da sich die Versicherte aktuell nicht in der Lage fühle, an
Eingliederungsmassnahmen mitzuwirken (IV-act. 58).
A.v Mit Vorbescheid vom 21. April 2016 kündigte die IV-Stelle der Versicherten bei
einer Arbeitsfähigkeit von 80-100 % in adaptierter Tätigkeit und einem Invaliditätsgrad
von 6 % die Abweisung des Rentenbegehrens an (IV-act. 62).
B.
B.a Gegen diesen Vorbescheid liess die Versicherte am 23. Mai 2016 durch ihren
damaligen Rechtsvertreter Einwand erheben. Darin machte sie geltend, dass der
medizinische Sachverhalt nur unzureichend abgeklärt worden sei, weshalb die
Rentenfrage noch nicht spruchreif sei. Die Annahme einer Arbeitsfähigkeit von
80-100% sei nicht nachvollziehbar. Ferner wurde die IV-Stelle darum ersucht, für ihre
Beurteilung ein von der Swica als Kollektivkrankentaggeldversicherung beim
Neurologicum O._ in Auftrag gegebenes Gutachten beizuziehen (IV-act. 66).
B.b Aufgrund des Einwandes holte die IV-Stelle bei der Swica das erwähnte Gutachten
ein (vgl. IV-act. 67). Dem neurologischen Gutachten vom 11./16. April 2016 von Dr.
med. P._, Facharzt für Neurologie FMH, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM,
medizinischer Sachverständiger cpu, ist zu entnehmen, dass sich keine relevanten
neurologischen Diagnosen stellen liessen. Eine organpathologische Schädigung am
Nervensystem sei nicht diagnostizierbar. Die von der Beschwerdeführerin beklagten
Beschwerden hätten in den Befunden und in der Verhaltensbeobachtung nicht
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objektiviert werden können. Innerhalb der Darstellungen der Beschwerdeführerin habe
es deutliche Diskrepanzen und Inkonsistenzen gegeben. Die Medikamente Sirdalud,
Cipralex, Trittico und Mirtazapin seien bei der Serumuntersuchung unterhalb der
Nachweisgrenze gewesen. Aus neurologischer Sicht sei die Versicherte in ihrer
angestammten Tätigkeit voll einsatzfähig (Fremdakten, Swica-act. 10 S. 4 ff.). Im
psychiatrischen Gutachten vom 31. März 2016 von Privat-Dozent Dr. med. Q._, Arzt
für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, medizinischer Gutachter SIM, wurde die
Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung gestellt sowie über eine nach dem
Unfall eingetretene depressive Entwicklung berichtet, gegenwärtig noch leichten bis
mittelschweren Ausmasses. Dr. Q._ wies darauf hin, dass mit einiger
Wahrscheinlichkeit schon vor dem Unfall psychopathologisch keine ganz unauffällige
Situation bestanden habe, da die Versicherte sozial relativ isoliert sei, die
Landessprache nicht spreche und auch schon länger ein Konflikt mit dem Ehemann zu
bestehen scheine. Die psychiatrische Symptomatik beeinträchtige die Arbeit in der
Fleischfabrik nicht, lediglich die Teilnahme am Strassenverkehr sei hier noch
nachvollziehbar beeinträchtigt. Eine Besserung des Gesundheitszustandes sei
psychiatrisch noch durch eine traumaspezifische Psychotherapie zu erwarten
(Fremdakten, Swica-act. 10 S. 31 ff.).
B.c In einer Stellungnahme vom 27. Juli 2016 führte RAD-Ärztin Dr. J._ aus, dass ein
ausführliches, in sich widerspruchfreies, kohärentes und schlüssiges bidisziplinäres
neurologisch-psychiatrisches Gutachten des Neurologicum O._ vorliege. Dieses
entspreche den anerkannten und geforderten Qualitätskriterien und es könne darauf
abgestellt werden. Im Gutachten werde mehrfach auf Diskrepanzen und Inkonsistenzen
hingewiesen. Die Arbeitsfähigkeit der Versicherten in der angestammten sowie in einer
adaptierten Tätigkeit betrage ab sofort 100 % (IV-act. 71).
B.d Am 3. August 2016 verfügte die IV im Sinne des Vorbescheids die Abweisung des
Rentenbegehrens. Zur Begründung führte sie aus, dass sich aus dem von der Swica in
Auftrag gegebenen Gutachten des Neurologicums O._ weder aus neurologischer
noch aus psychiatrischer Sicht erhebliche Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit
ergeben würden. Im neurologischen Gutachten werde festgehalten, dass nie eine
Commotio cerebri, eine Verletzung der Halswirbelsäule oder ein Schädel-Hirn-Trauma
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bestanden habe. Aufgrund der gutachterlichen Einschätzung ging die IV-Stelle neu von
einem Invaliditätsgrad von 0 % aus (IV-act. 72).
C.
C.a Gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 3. August 2016 erhob die Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. K. Glavas,
Muolen, am 14. September 2016 Beschwerde. Sie beantragte darin, dass die
angefochtene Verfügung aufzuheben und ihr mindestens eine halbe Rente auszurichten
sei. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zu verpflichten, eine polydisziplinäre Abklärung
nach Zufallsprinzip in Auftrag zu geben, woraufhin neu zu entscheiden sei. Weiter
wurde beantragt, dass vor dem Entscheid über eine Rente berufliche Massnahmen
durchzuführen seien, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Beschwerdegegnerin (act. G 1). Zusammen mit der Beschwerde reichte die
Beschwerdeführerin ein ärztliches Zeugnis der psychiatrischen Tagesklinik R._ ein, in
welchem ihr für die Zeit vom 1. August bis 30. September 2016 eine Arbeitsunfähigkeit
von 80 % attestiert worden war (act. G 1.1.5). Aus einem ebenfalls von der
Beschwerdeführerin eingereichten Austrittsbericht der psychiatrischen Tagesklinik
R._ vom 30. August 2016 ging hervor, dass sich die Beschwerdeführerin vom 30. Mai
bis zum 26. August 2016 dort in Behandlung befunden hatte. Als Diagnosen nach
ICD-10 waren von den behandelnden Ärzten eine posttraumatische Belastungsstörung
(F43.1) sowie eine mittelgradige depressive Episode (F32.1) diagnostiziert worden. Die
Arbeitsunfähigkeit war vom 30. Mai bis 30. Juni 2016 auf 100 % und vom 1. Juli bis 30.
September 2016 auf 80 % geschätzt worden (act. G 1.1.6).
C.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 16. Januar 2017 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 6).
C.c In der Replik vom 23. Januar 2017 hielt die Beschwerdeführerin an den bereits
gestellten Rechtsbegehren vollumfänglich fest (act. G 8).
C.d Mit Schreiben vom 9. Februar 2017 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die
Erstattung einer Duplik (act. G 10).
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Erwägungen
1.
Im vorliegenden Verfahren strittig ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
Invalidenrente. Weiter verlangt die Beschwerdeführerin die Durchführung beruflicher
Massnahmen bevor über den Rentenanspruch entschieden werde (vgl. act. G 1).
2.
2.1 Hinsichtlich des Anfechtungsgegenstands im vorliegenden Verfahren ist zu
beachten, dass im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren grundsätzlich
lediglich Rechtsverhältnisse zu überprüfen bzw. zu beurteilen sind, zu denen die
zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich - in Form einer Verfügung -
Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt vorliegend die Verfügung vom 3. August
2016 den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt
es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung,
wenn und insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1). Über
berufliche Massnahmen kann im Beschwerdeverfahren allerdings grundsätzlich auch
dann entschieden werden, wenn sich der durch die angefochtene Verfügung definierte
Streitgegenstand lediglich auf den Rentenanspruch bezieht. Denn im
Sozialversicherungsrecht gilt der allgemeine Grundsatz "Eingliederung vor Rente" (vgl.
etwa UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015,
Vorbemerkungen N 81 ff.). Ergeht eine Rentenverfügung in Verletzung dieses
Grundsatzes, ist sie rechtswidrig (vgl. dazu auch Art. 28 Abs. 1 lit. a des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Deshalb muss im
Beschwerdeverfahren eine solche Verfügung aufgehoben und die Verwaltung
verpflichtet werden können, die Eingliederung abzuschliessen. Anders verhält es sich
jedoch, wenn die IV-Stelle bereits zu einem früheren Zeitpunkt rechtskräftig über die
beruflichen Massnahmen entschieden hat. In diesem Fall kann der Anspruch auf
berufliche Massnahmen im Beschwerdeverfahren grundsätzlich nicht erneut überprüft
werden, es sei denn, es dränge sich eine neue Beurteilung auf (vgl. zum Ganzen Urteil
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. August 2018, IV 2017/145, E.
1.1 f.).
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2.2 Über die Gewährung von beruflichen Massnahmen hat die Beschwerdegegnerin
bereits in der Mitteilung vom 25. Februar 2016 befunden (vgl. IV-act. 58). Die Mitteilung
ist zwar formlos und nicht in der Form einer Verfügung erfolgt. Allerdings hat die
Beschwerdegegnerin in der Mitteilung ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die
Beschwerdeführerin, im Falle ihres fehlenden Einverständnisses, eine Verfügung
verlangen könne (vgl. IV-act. 58 S. 2). Das Recht, eine solche Verfügung zu erwirken,
ergibt sich für Mitteilungen, die zu Recht in einem formlosen Verfahren ergangen sind,
auch aus Art. 51 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1). Für zu Unrecht formlos ergangene
Mitteilungen drängt es sich auf, dieses Recht in analoger Anwendung von Art. 51 Abs.
2 ATSG ebenfalls abzuleiten, damit das Verfahren wieder in die gesetzlich
vorgesehenen Wege gelenkt und der versicherten Person der Rechtsweg geöffnet wird.
Es wäre der Beschwerdeführerin somit unbenommen gewesen, eine anfechtbare
Verfügung über die Nichtgewährung der beruflichen Massnahmen zu verlangen oder
der Beschwerdegegnerin auf andere Weise mitzuteilen, dass sie mit der ablehnenden
Mitteilung vom 25. Februar 2016 nicht einverstanden sei. Auch in ihrem Einwand vom
23. Mai 2016 (vgl. IV-act. 66 S. 1) gegen den Rentenvorbescheid vom 21. April 2016
(vgl. IV-act. 62) hätte die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin ihr fehlendes
Einverständnis hinsichtlich der Verweigerung der beruflichen Massnahmen noch
geltend machen können. Denn das Bundesgericht hat zumindest für die zu Unrecht
formlos erfolgten Mitteilungen festgelegt, dass der betroffenen Person grundsätzlich
eine Frist von einem Jahr zur Verfügung steht, um an den Versicherungsträger zu
gelangen und den Erlass einer Verfügung zu verlangen (BGE 134 V 150 E. 5.2).
Allerdings hat sich das Thema des Einwandverfahrens im vorliegenden Fall auf den
Rentenpunkt beschränkt. Mit anderen Worten hat die Beschwerdeführerin mit ihrem
Einwand vom 23. Mai 2016 (vgl. IV-act. 66 S. 1) den Rentenvorbescheid vom 21. April
2016 (vgl. IV-act. 62) angefochten, ohne die Mitteilung über die Verweigerung der
beruflichen Massnahmen, welche dem Rentenvorbescheid vorausgegangen war (vgl.
IV-act. 58), zu beanstanden. Vielmehr hat die Beschwerdeführerin in ihrem Einwand
vom 23. Mai 2016 eine polydisziplinäre Begutachtung bzw. die Einholung des von der
Krankentaggeldversicherung Swica in Auftrag gegebenen Gutachtens gefordert, um
den medizinischen Sachverhalt abzuklären, welchen sie für die Rentenfrage als noch
nicht spruchreif bezeichnete. Sie machte geltend, dass in Anlehnung an den
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Verlaufsbericht der psychiatrischen Klinik C._ vom 19. Januar 2016 von einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei, nachdem sie gemäss diesem Bericht
sogar bei den alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig auf die Hilfe von
Drittpersonen angewiesen sei (vgl. IV-act. 66 S. 1). Damit hat sie indirekt zum Ausdruck
gebracht, dass sie keine weiteren beruflichen Massnahmen möchte, sondern nach
eingehender medizinischer Abklärung die Rentenprüfung wünscht. In Übereinstimmung
damit hatte die Beschwerdeführerin bereits im Rahmen der Abklärungen hinsichtlich
beruflicher Massnahmen mehrfach zum Ausdruck gebracht, dass sie sich subjektiv
nicht arbeitsfähig fühle (vgl. IV-act. 25, 35, 48, 49 und 58). Zudem geht aus dem
Einwand vom 23. Mai 2016 auch sonst in keiner Weise hervor, dass die
Beschwerdeführerin berufliche Massnahmen wünschen würde (vgl. IV-act. 66 S. 1 f.).
Erst in ihrer Beschwerde vom 14. September 2016 hat die Beschwerdeführerin
plötzlich geltend gemacht, dass zunächst berufliche Massnahmen durchzuführen seien
(act. G 1 S. 2). Auch wenn im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung noch kein Jahr seit
der ablehnenden Mitteilung vom 25. Februar 2016 bezüglich beruflicher Massnahmen
verstrichen gewesen war, weshalb die ablehnende Mitteilung im Sinne der oben
zitierten Rechtsprechung noch nicht rechtskräftig werden konnte, können die
beruflichen Massnahmen nach Treu und Glauben dennoch nicht mehr Gegenstand des
vorliegenden Verfahrens sein. Nachdem sich sowohl der Einwand (vgl. IV-act. 66 S. 1
f.) als auch die angefochtene Verfügung (vgl. act. G 1.1.1) nur mit dem Rentenpunkt
befasst haben, kann Anfechtungsgegenstand dieses Verfahrens ebenfalls nur der
Rentenanspruch sein. Soweit die Beschwerdeführerin die Ausrichtung von beruflichen
Massnahmen beantragt (vgl. act. G 1 S. 2), kann darauf folglich nicht eingetreten
werden. Zudem sei an dieser Stelle angemerkt, dass eine wesentliche Voraussetzung
für den Anspruch auf berufliche Massnahmen die Vermittlungsfähigkeit der
versicherten Person ist. Mit anderen Worten muss objektiv die Möglichkeit und
subjektiv die Bereitschaft bestehen, von einem Arbeitgeber angestellt zu werden (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 18. November 2016, 9C_594/2016, E. 3.2). Angesichts
dessen, dass sich die Beschwerdeführerin mehrfach dahin geäussert hat, dass sie sich
subjektiv nicht arbeitsfähig fühle (vgl. IV-act. 25, 35, 48, 49 und 58), ist ohnehin nicht
davon auszugehen, dass die Voraussetzungen für die Zusprache von beruflichen
Massnahmen erfüllt gewesen wären.
3.
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Zu prüfen bleibt der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente.
3.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern
können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird
das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). Nach Art. 28
Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %
invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht ein Anspruch auf
eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein Anspruch auf
eine Viertelsrente.
3.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung - und im
Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4; BGE 115 V 134 E. 2). Im
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Weiteren sind die ärztlichen Aussagen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der
Frage, welche Arbeitsleistungen einer Person noch zugemutet werden können (BGE
115 V 134 E. 2).
4.
4.1 Die Beschwerdeführerin beanstandet insbesondere, dass die Beschwerdegegnerin
auf das von der Swica in Auftrag gegebene Einzelgutachten abgestellt habe, ohne
eigene Abklärungen durchzuführen. Die von der Swica in Auftrag gegebene
Begutachtung sei nicht nach den im Sozialversicherungsverfahren zwingenden
Vorschriften eingeholt worden. Der Begutachtung sei weder ein Einigungsversuch über
die Expertenwahl vorausgegangen, noch habe die Beschwerdeführerin in irgendeiner
Art und Weise mitwirken können. Der vorausgehende Einigungsversuch sei bei mono-
und bidisziplinären Begutachtungen gemäss ständiger Rechtsprechung eine
zwingende Voraussetzung, die im nachfolgenden Verfahren nicht geheilt werden
könne. Deswegen sei die Streitsache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Diese habe den Untersuchungsgrundsatz verletzt (act. G 1 S. 3). Das von der Swica in
Auftrag gegebene Gutachten hätte zwar in der Gesamtabklärung berücksichtigt werden
können, jedoch ersetze die Begutachtung durch die Krankentaggeldversicherung nicht
eine nach den Regeln des Sozialversicherungsrechts einzuholende Begutachtung (act.
G 8 S. 3).
4.2 Die Beschwerdegegnerin bestreitet, keine eigenen Abklärungen durchgeführt zu
haben. Zudem ist sie der Ansicht, dass die von der Beschwerdeführerin angeführte
bundesgerichtliche Rechtsprechung diejenigen medizinischen Gutachten beschlage,
welche der mit dem streitigen sozialversicherungsrechtlichen Leistungsanspruch
befasste Versicherungsträger selber einhole. Vorliegend habe die private
Krankentaggeldversicherung Swica den Begutachtungsauftrag erteilt. Die von der
Beschwerdeführerin genannten Verfahrensgrundsätze würden daher keine Anwendung
finden. Zudem seien die Sozialversicherungsträger sogar gehalten, auch solche
ärztlichen Berichte und Gutachten zu berücksichtigen, die nicht von ihnen selber
eingeholt worden seien (act. G 6 S. 3 f.)
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4.3 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die
Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
der Fachperson begründet sind (zum Ganzen BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Es
besteht im Verfahren um Zusprechung oder Verweigerung von
Sozialversicherungsleistungen kein förmlicher Anspruch auf versicherungsexterne
Begutachtung. Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen
Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge
Anforderungen zu stellen (BGE 135 V 465 E. 4 mit Hinweisen).
4.4 Wie auch die Beschwerdeführerin einräumt (vgl. act. G 8 S. 3), ist es nicht zu
beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das vom Krankentaggeldversicherer
Swica in Auftrag gegebene Gutachten in ihrer Gesamtbeurteilung berücksichtigt hat.
Ein Sozialversicherungsträger ist gerade gehalten, sämtliche Beweismittel zu prüfen,
um zu entscheiden, ob die vorhandenen medizinischen Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung ermöglichen oder ob noch weitergehende Abklärungen notwendig sind.
Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht ausführt (vgl. act. G 6 S. 3 f.), ist ein
Krankentaggeldversicherer bei der Vergabe eines Gutachtensauftrags nicht an
dieselben Verfahrensgrundsätze gebunden wie ein Sozialversicherungsträger, welcher
eigenständig ein Gutachten in Auftrag gibt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 31.
März 2015, 8C_15/2015, E. 6.4). Dadurch, dass dem von der Swica eingeholten
Gutachten beispielsweise kein Einigungsversuch hinsichtlich der Expertenwahl
vorausgegangen ist, ist dem Gutachten somit nicht automatisch sein Beweiswert
abzusprechen. Weiter hat es die Beschwerdegegnerin nicht unterlassen, eigene
Abklärungen vorzunehmen. Vielmehr hat sie zahlreiche Berichte von behandelnden
Ärzten eingeholt und hat den Fall mehrfach durch den RAD beurteilen lassen (vgl. IV-
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act. 1 ff.). Bevor das Gutachten des Neurologicums O._ vorgelegen hat, war sie
bereits zum Schluss gekommen, dass bei der Beschwerdeführerin eine Arbeitsfähigkeit
von 80-100 % in adaptierter Tätigkeit vorliege, weshalb sie den Rentenanspruch mit
Vorbescheid vom 21. April 2016 abgelehnt hatte (IV-act. 62). Das Gutachten des
Neurologicums O._ hat sie erst auf Wunsch der Beschwerdeführerin hin zusätzlich
eingeholt (vgl. IV-act. 66 und 67). Mit anderen Worten hat das Gutachten die
Auffassung der Beschwerdegegnerin lediglich noch bekräftigt. Von einer Verletzung
des Untersuchungsgrundsatzes kann somit nicht die Rede sein, zumal es, wie bereits
erwähnt, keinen Anspruch auf die Einholung eines externen Gutachtens gibt, soweit
der medizinische Sachverhalt bereits anderweitig genügend abgeklärt ist.
4.5 Vorliegend ist die Beschwerdegegnerin sodann zu Recht davon ausgegangen,
dass das Gutachten zusammen mit den anderen medizinischen Berichten bereits eine
genügende medizinische Beurteilungsgrundlage darstellt. Das von der Swica in Auftrag
gegebene Gutachten des Neurologicums O._ ist in Kenntnis und Würdigung der
umfangreichen Vorakten erstellt worden. Es beruht ferner auf umfassenden ärztlichen
Untersuchungen durch Dr. P._ und Dr. Q._. Die Gutachter berücksichtigen auch
die von der Beschwerdeführerin beklagten Beschwerden. Sodann sind keine
Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass objektiv wesentliche Tatsachen in der
Untersuchung nicht berücksichtigt worden wären. Dr. P._ und Dr. Q._ legen
schlüssig dar, warum bei der Beschwerdeführerin von einer Arbeitsfähigkeit von 100 %
sowohl in der bisherigen als auch in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen ist (vgl.
Fremdakten, Swica-act. 10). Dr. P._ hat in seiner Untersuchung gar keine relevanten
neurologischen Diagnosen stellen können, eine organpathologische Schädigung am
Nervensystem sei nicht diagnostizierbar (vgl. Fremdakten, Swica-act. 10 S. 26). Diese
Beurteilung stimmt mit den weiteren neurologischen Untersuchungsberichten überein.
Weder in der neurologischen Abklärung durch Dr. E._ vom 16. Dezember 2014
(Fremdakten, Suva-act. 1 S. 33 ff.) noch in derjenigen durch Dr. G._ vom 10. April
2015 haben neurologische Auffälligkeiten gefunden werden können (IV-act. 38 S. 9 ff.).
Ossäre Läsionen sowie Organschäden haben mittels Polytrauma-CT im KSF ebenso
nicht festgestellt werden können (vgl. Fremdakten, Suva-act. 1 S. 112 ff.). Auch die
MRT-Untersuchung vom 6. Mai 2015 hat ausser einem leichten Diskusbulging C4/5
eine regelrechte Darstellung des Neurokraniums und der Halswirbelsäule der
Beschwerdeführerin gezeigt (IV-act. 21). Eine ophthalmologische Untersuchung hat
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ebenfalls keine relevanten Befunde geliefert (IV-act. 38 S. 8). Objektive Befunde,
welche eine Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin begründen könnten, liegen
somit nicht vor. Dr. N._ hat bereits im Bericht zu der von ihm durchgeführten
kreisärztlichen Untersuchung vom 25. August 2015 festgehalten, dass sich ihm eine
klagsame Beschwerdeführerin ohne traumatisch bedingte Residuen gezeigt habe. Es
bestünden ab dem 25. August 2015 keine unfallbedingten Beschwerden mehr, welche
die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit einschränken würden (IV-act. 38 S. 22).
Überdies hat Dr. P._ in seinem Gutachten auf zahlreiche Inkonsistenzen und
Widersprüche hinsichtlich der Schmerzangaben der Beschwerdeführerin hingewiesen
(vgl. Fremakten, Swica-act. 10 S. 23 f.). Auch die anlässlich der Untersuchung
gemessenen Serumspiegel der Medikamente Sirdalud, Cipralex, Trittico und Mirtazapin
sind unterhalb der Nachweisgrenze gewesen, was auf einen geringen Leidendruck
hindeutet (Fremdakten, Swica-act. 10 S. 22). Was die psychischen Probleme betrifft,
geht die Beschwerdeführerin selber davon aus, dass diesbezüglich keine wesentlichen
Einschränkungen bestünden. Sie fühle sich durch die seelische Befindlichkeit nicht
darin beeinträchtigt, ihren bisherigen Beruf auszuüben (Fremdakten, Swica-act. 10 S.
40). Übereinstimmend dazu hat med. pract. D._ bereits in ihrem Bericht vom 9. April
2015 festgehalten, dass sich der psychische Zustand der Beschwerdeführerin schon
deutlich gebessert habe. Sie beklage manchmal noch, auf der Strasse Angst zu haben,
wenn sie alleine unterwegs sei. Die Beschwerdeführerin sei an ihrem bisherigen
Arbeitsplatz überfordert, jedoch habe dies psychosoziale Ursachen aufgrund der
Familiensituation und sei nicht durch psychische Einschränkungen bedingt (IV-act. 12
S. 1 ff.). Dr. Q._ hat in seinem Gutachten ebenfalls auf psychosoziale Probleme
hingewiesen. Die Beschwerdeführerin sei sozial relativ isoliert und spreche die
Landessprache nicht. Auch bestehe anscheinend schon seit längerer Zeit ein Konflikt
mit dem Ehemann (Fremdakten, Swica-act. 10 S. 49). Med. pract. D._ hat gemäss
ihrem Bericht vom 19. Dezember 2014 auch keine Hinweise für eine posttraumatische
Belastungsstörung oder eine deutliche Depression gefunden, sondern die Diagnose
sonstige Reaktionen auf schwere Belastung nach ICD-10 F 43.8 gestellt (IV-act. 12 S.
8). Med. pract. L._ und med. pract. M._ haben in einem Bericht vom 9. Juli 2015
zwar davon gesprochen, dass sich die depressive Symptomatik und die
Angstsymptomatik nach einer zwischenzeitlichen Verbesserung wieder etwas verstärkt
hätten, jedoch haben sie im gleichen Bericht auch beschrieben, dass sich die Situation
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psychiatrischerseits seit dem letzten Bericht vom 9. April 2015 nur wenig verändert
habe. Schliesslich sind sie im Bericht vom 9. Juli 2015 auch davon ausgegangen, dass
für die Versicherte ein schrittweiser Wiedereinstieg in die Arbeitswelt möglich sei (vgl.
IV-act. 28 S. 2). In einem Verlaufsbericht vom 19. Januar 2016 haben med. pract. L._
und med. pract. M._ aufgrund des Verlaufs in den letzten Monaten
differentialdiagnostisch neu eine mittelgradige depressive Episode in Betracht
gezogen. Gleichzeitig haben sie in dem Bericht aber ebenfalls davon gesprochen, dass
sich der Zustand psychiatrischerseits seit dem letzten Bericht vom 9. Juli 2015 nur
wenig verändert habe. Auch ist dem Bericht zu entnehmen, dass die Regelmässigkeit
der Therapiesitzungen nicht gegeben sei, da die Beschwerdeführerin die Sitzungen
häufig kurzfristig mit wechselnden Gründen absage. Den Vorschlag einer stationären
Behandlung habe sie mit Verweis auf ihren Sohn ebenfalls abgelehnt (vgl. IV-act. 53).
Aus den Verlaufsberichten der psychiatrischen Klinik C._ kann somit in
Übereinstimmung mit der gutachterlichen Beurteilung von Dr. Q._ nicht auf ein
invalidisierendes psychiatrisches Leiden geschlossen werden. Im Gegensatz zu den
Berichten der psychiatrischen Klinik C._ geht Dr. Q._ zwar davon aus, dass bei der
Beschwerdeführerin noch Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung
(F43.1) vorliegen würden. Allerdings merkt er im Gutachten an, dass das syndromale
Vollbild nicht ausgeprägt sei. Weiter wird von ihm schlüssig erläutert, dass er im
vorliegenden Fall die Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung gegenüber
derjenigen einer Anpassungsstörung vorziehe, da es sich um eine Traumafolgestörung
handle (Fremdakten, Swica-act. 10 S. 44 ff.). Er ist jedoch ebenfalls der Ansicht, dass
die psychiatrische Beeinträchtigung im Rahmen der noch bestehenden Symptome
einer posttraumatischen Belastungsstörung die Arbeit in der Fleischfabrik nicht
beträfen und sich hinsichtlich einer adaptierten Tätigkeit keine Einschränkungen
formulieren liessen. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine Problematik einzig im
Zusammenhang mit der aktiven Teilnahme am Strassenverkehr (Fremdakten, Swica-
act. 10 S. 50 f.). Der von der Beschwerdeführerin eingereichte Austrittsbericht der
psychiatrischen Tagesklinik R._ vom 30. August 2016, in welchem ihr für die Zeit
vom 30. Mai bis 30. Juni 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und für die Zeit vom 1.
Juli bis 30. September 2016 eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden ist (vgl.
act. G 1.1.6; vgl. ferner act. G 1.1.5), vermag die gutachterlichen Ausführungen gerade
angesichts der anderen Berichte der behandelnden Ärzte nicht in Zweifel zu ziehen.
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Insbesondere macht dieser Austrittsbericht auch keine Aussagen zur Arbeitsfähigkeit in
adaptierter Tätigkeit, welche für die Begründung eines Rentenanspruchs ebenfalls zu
berücksichtigen wäre. Auch die hausärztlichen Berichte von med. pract. F._, in
welchen zuletzt von einer 70%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen worden ist (vgl. IV-
act. 38 S. 1 ff.), vermögen keine Zweifel an der Annahme einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit zu erwecken. Denn einerseits ist der Behandlungsauftrag eines Arztes
ein anderer als der Begutachtungsauftrag, weshalb es gerichtsnotorisch ist, dass die
behandelnden Ärzte eher zu Gunsten ihrer Patienten auszusagen zu pflegen (vgl. BGE
135 V 470 E. 4.5). Andererseits erscheint die Arbeitsfähigkeitsschätzung von med.
pract. F._ aber auch in einer Gesamtbetrachtung der vorliegenden ärztlichen Berichte
als nicht stimmig (vgl. z.B. IV-act. 12, 21, 28 S. 2, 38 S. 8 ff. und 71; Fremdakten,
Swica-act. 10 S. 4 ff.). Schliesslich legt med. pract. F._ insbesondere nicht dar,
warum die geltend gemachten Konzentrationsschwierigkeiten sowie die Kopf- und
Armschmerzen, die ebenfalls nicht näher erläutert werden, eine derart hohe
Arbeitsunfähigkeit begründen sollen (vgl. IV-act. 38 S. 1 ff.).
4.6 Soweit die Beschwerdeführerin weiter einwendet, dass die neurologischen Folgen
einer vermeintlichen Schädeldelle oberhalb der linken Orbita nur unzureichend
abgeklärt worden seien (vgl. act. G 1 S. 5), ist dem entgegenzuhalten, dass keinerlei
Anhaltspunkte dafür bestehen, dass diese Schädeldelle die von der
Beschwerdeführerin beklagten Beschwerden verursachen könnte. Nicht nur Dr. P._
sondern auch Dr. E._ und Dr. G._ haben in dieser Delle in den dem Gericht
vorliegenden Berichten keinen relevanten Gesundheitsschaden erkannt (vgl.
Fremdakten, Suva-act. 1 S. 33 ff.; IV-act. 38 S. 9 ff. und Fremdakten, Swica-act. 10 S.
4 ff.). Von weiteren neurologischen Untersuchungen sind somit keine für den
vorliegenden Fall entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten (vgl. BGE 136 I 236 f.
E. 5.3 mit weiteren Hinweisen).
4.7 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass das von der Swica eingeholte
bidisziplinäre Gutachten des Neurologicums O._ sowie die zahlreichen vorliegenden
ärztlichen Berichte den Schluss zulassen, dass bei der Beschwerdeführerin eine
100%ige Arbeitsfähigkeit in ihrer bisherigen und in einer adaptierten Tätigkeit gegeben
ist. Es besteht diesbezüglich kein weiterer medizinischer Abklärungsbedarf. Soweit die
Beschwerdeführerin einwendet, dass der medizinische Endzustand noch nicht erreicht
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sei (vgl. act. G 8 S. 3), kann sie daraus vorliegend nichts zu ihren Gunsten ableiten.
Denn sollten sich die von ihr wahrgenommenen Beschwerden aufgrund von Therapien
noch verbessern lassen, ändert dies an der bereits bestehenden 100%igen
Arbeitsfähigkeit nichts.
5.
Angesichts dessen, dass sich die 100%ige Arbeitsfähigkeit auch auf den
angestammten Tätigkeitsbereich der Beschwerdeführerin als Fleischzerstücklerin
bezieht, besteht offensichtlich kein rentenbegründender Invaliditätsgrad von 40 %,
weshalb sich die Vornahme eines Einkommensvergleichs erübrigt.
6.
6.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen die Verfügung
vom 3. August 2016 abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der unterliegenden
Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen.
6.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf
eine Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).