Decision ID: 35bbb029-2547-48ed-b008-d90b7d221ed7
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960, meldete sich am 3
0.
März 1998 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
13/15
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm mit Verfü
gung
en
vom
1
5.
September 1999
bei einem Invaliditätsgrad von
60
%
eine
halbe Rente
ab
1.
Mai
1998
zu (Urk.
13/58
).
Mit Mitteilung vom 2
8.
August 2001 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, der Rentenanspruch sei unverändert (
Urk.
13/68). Mit Mitteilung vom 2
5.
März 2004 wurde die IV-Rente bei unverändertem IV-Grad infolge der vierten Revision des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (
IVG
)
auf eine
Dreiviertels
rente
erhöht (
Urk.
13/83).
Mit Verfügung vom 2
5.
Mai 2010 wurde die bisherige
Dreiviertelsrente
infolge veränderter Einkommensverhältnisse bei einem IV-Grad von 53
%
ab
1.
Juli 2010 auf eine
halbe Rente herabgesetzt (
Urk.
13/116/1).
Mit Verfügung vom 1
3.
November 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
der Rentenanspruch sei
infolge
des
nicht wesentlich veränderte
n
Gesundheitszu
stand
es
unverändert (
Urk.
13/144
).
1.2
Unter Hinweis auf
neue
Schulterprobleme
und Handgelenksbeschwerden seit einem Unfall meldete sich der Versicherte am
8.
September 2014 bei der IV-Stelle (Urk.
13/152). D
ie IV-Stelle
holte daraufhin
unter anderem ein
bi
disziplinäres
Gutachten ein, das am
3.
Juni 2016
erstattet wurde (Urk.
13/189
). Nach durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
13/192
;
Urk.
13/195
,
Urk.
13/199
)
und der Einholung einer ergänzenden gutachterlichen Stellungnahme (Urk.
13/203) erhöhte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
2.
September 2017 die bisherige halbe vorübergehend vom
1.
September 2014 bis zum 3
0.
Juni 2015 auf eine ganze Rente und hob die ab
1.
Juli 2015
erneut
ausgerichtete halbe Rente
für die Zukunft
auf (
Urk.
13/214 =
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am
2
5.
Oktober 2017
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
2
2.
September 2017
(
Urk.
2) und beantragte,
in Abänderung der angefoch
tenen Verfügung sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm auch nach dem 3
0.
Juni 2015 eine ganze Rente auszurichten. Eventuell sei die Beschwerde
gegnerin zu
verpflichten, die halbe Rente auch über den 3
1.
Oktober 2017 hinaus zu entrichten
(
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
7.
Februar 2017
(
Urk.
12
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
1
3.
April 2018
wur
den antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S. 2
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt und dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
14
).
Der Beschwerdeführer reichte in der Folge weitere Unterlagen ein (
Urk.
16-17,
Urk.
19-20/1-2,
Urk.
22-23), welche der Beschwerdegegnerin zur Kenntnis gebracht wurden (
Urk.
18,
Urk.
21,
Urk.
24).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
tei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die
Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hin
weisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
lichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
achtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.3
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu han
deln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer mate
riellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f IVV auf dem Weg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauffolgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK
1986 S. 188 E. 2a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der
untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehl
entwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schluss
folge
rungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
1.5
Im Regelfall ist eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwerten. Nach langjährigem Rentenbezug können ausnahmsweise Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und medizinisch möglichen Leistungs
entfaltung entgegenstehen, wenn aus den Akten einwandfrei hervor
geht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspotenzials ohne vorgängige Durchführung befähigender Massnahmen allein vermittels Eigenan
strengung der versicherten Person nicht möglich ist. Diese Recht
sprechung ist grundsätzlich auf Fälle zu beschränken, in denen die (revisions- oder wiedererwägungsweise) Her
absetzung oder Aufhebung der Invalidenrente eine versicherte Person betrifft, welche das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen hat. Die Übernahme der beiden Abgrenzungskriterien (vgl.
lit
. a
Abs.
4 der Schlussbestimmungen der Änderung vom 1
8.
März 2011 [
6.
IV-Revision, erstes Massnahmenpaket]) bedeutet nicht, dass die darunter fallenden Rentnerin
nen und Rentner im jeweiligen revisions- (Art. 17 Abs. 1 ATSG) beziehungsweise gegebenenfalls wiedererwägungsrechtlichen (Art. 53 Abs. 2 ATSG) Kontext einen Besitzstandsanspruch geltend machen könnten; es wird ihnen lediglich zugestan
den, dass – von Ausnahmen abgesehen – aufgrund des fortgeschrittenen Alters oder einer langen Rentendauer die Selbsteingliederung nicht mehr zumutbar ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_39/2012 vom 24. April 2012 E. 5.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteile Bundesgerichts 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.4 und 9C_412/2014 vom 20. Oktober 2014 E. 3.1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2), gestützt auf die medizinischen Abklärungen, insbesondere das
bidisziplinäre
Gutachten vom
3.
Juni 2016 (
Urk.
13/189), davon aus,
dass ab dem 2
0.
März 2014 bis zum 1
2.
März 2015 keine Arbeitsfähigkeit ausgewiesen gewesen sei (S. 4 oben). Da es dem Beschwerdeführer nicht möglich gewesen sei
,
während dieser Zeit einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, sei die bisherige Rente ab dem
1.
September 2014 auf eine ganze Invalidenrente zu erhöhen. Laut Gutachten sei per 1
2.
März 2015 eine Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten und es bestehe nun eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten. Diese Verbesserung sei ab dem
1.
Juli 2015 anzurechnen. Da eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten auf dem
1.
Arbeitsmarkt ausgewiesen sei, bestehe ein Invaliditätsgrad von 0
%
.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber au
f den Standpunkt (
Urk.
1), dass
weder Revisionsgründe vorliegen würden, noch auf das Gutachten abgestellt werden könne
(S. 4 unten). Den Gutachtern habe das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Y._
aus dem Jahr 1998 nicht vorgelegen, entsprechend sei
ihr Gutach
ten
unvollständig und es könne nicht darauf abgestellt werden (S. 5). Weiter sei das Gutachten auch bezüglich des Verlaufs der psychischen Beschwerden sehr widersprüchlich und nicht nachvollziehbar (S. 6). Eine Besserung des Gesund
heitszustandes werde nirgends erwähnt.
Auch eine vertiefte Auseinandersetzung mit den anderslautenden Berichten wäre sowohl in psychiatrischer wie orthopä
discher Hinsicht unbedingt nötig gewesen, weshalb das Gutachten unvollständig sei (S. 7). Es fehle an einer Begründung, weshalb die rechte (Gebrauchs-)Hand entgegen dem Alltag und der Ansicht der
Klinik
Z._
sehr wohl bis 15 kg gebraucht werden und die bisherige Tätigkeit als Hauswart weitergeführt werden könne (S. 8 oben). Gerade im Bereich der Orthopädie müsse eine genaue Prüfung der Einschränkungen erfolgen (S. 8 Mitte). Es sei davon auszugehen, dass wegen den Beschwerden in der rechten Hand eine Arbeits
aufnahme nicht mehr möglich und deshalb eine ganze Rente auszusprechen sei (S. 8 unten).
2.3
Strittig und zu prüfen ist,
ob
die Beschwerdegegnerin die bisherige halbe Invali
den
rente zu Recht einstellte.
3.
3.1
Der ursprünglichen
Rentenzusprache
vom 1
5.
September 1999 lagen folgende medizinischen Berichte zu Grunde:
Die Ärzte der
K
linik
Z._
führten im Bericht vom 2
8.
September 1994 (Urk.
13/10) aus, der Beschwerdeführer stehe seit zwei Jahren bei ihnen in Behandlung wegen eines chronischen Schmerzsyndroms, ausgehend von der Halswirbelsäule (HWS). Es bestehe diesbezüglich eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für körperlich wenig belastende Tätigkeiten.
3.2
Im Bericht vom
1
3.
Juni 1997 (
Urk.
13/26/6-8) nannten die Ärzte der
K
linik
Z._
folgende Diagnosen:
-
chronisches
zervikospondylogenes
Syndrom links mit
-
ausgeprägter muskulärer
Dysbalance
in Form von
Kettentendinosen
-
leichte
r
Fehlhaltung und
Fehlform
-
Tendenz zu
Hyperlaxität
-
degenerative
n
Veränderungen der HWS (dehydrierte Bandscheiben C2
6 und kleine Diskushernie C5/6)
Dazu führten sie aus, eine
radikuläre
Symptomatik habe
klinisch
ausgeschlossen werden können. Im Vordergrund sei eine
Kettentendinose
als Ausdruck einer schweren muskulären
Dysbalance
im
HWS
- und Schulterbereich mit verkürzter und
dolenter
Muskulatur gestanden
. Es sei nebst passiven Massnahmen wie Fango und Elektrotherapie eine aktivierende Physiotherapie mit stabilisierenden und kräftigenden Übungen für die HWS und die Schultermuskulatur, unterstützt von einer medizinischen Trainingstherapie
,
durchgeführt worden. Der Verlauf sei durch eine deutliche Schmerzreduktion im linken Arm gekennzeichnet gewesen. Die HWS sei beweglicher, die Nacken- und Schultermuskulatur kräftiger und weicher geworden. Aufgrund des erfreulichen Verlaufs werde der Beschwerde
führer eine neue Arbeitsstelle zu 50
%
für leichte Arbeit antreten. Mittelfristig werde der Beschwerdeführer für eine leichte körperliche Arbeit zu 100
%
arbeits
fähig erachtet (S. 3).
3.3
Dr.
med.
A._
, Arzt und Psychoanalytiker,
berichtete am
4.
Mai 1998 (
Urk.
13/27/3-5) von einem in psychiatrischer Hinsicht unauffälligen Beschwer
deführer. Die frühere Depressivität sowie die verschiedenen Ängste seien gewi
chen. Der Beschwerdeführer schätze seine Situation korrekt ein, er würde gerne zu 50
%
arbeiten, könne aber keine entsprechende Stelle finden. Zusammenfas
send gelange er zur Ansicht, dass der Beschwerdeführer seit dem Mai 1997 nach der stationären Behandlung in der
K
linik
Z._
aufgrund der Diagnose eines
zervikoradikulären
Reizsyndrom
s
C6 links bei medio-lateraler Diskushernie C5/6 links im Ausmass von 50
%
arbeitsunfähig
sei
(S.
2 Mitte f.).
3.4
Im Bericht vom
9.
Juli 1998 führten die Ärzte der
K
linik
Z._
aus (Urk.
13/30/3-7), der Beschwerdeführer sei sowohl jetzt wie auch auf längere Sicht zu 100
%
arbeitsfähig bezüglich der rheumatologischen Grundkrankheiten (S. 1
Ziff.
1.1). Die im Verlauf angenommene Teilzeitstelle,
an
welche
r ein Einsatz
jedoch nur probeweise stattgefunden habe, habe wegen Schmerzen wieder auf
gegeben werden müssen. Sie würden eine psychiatrische Abklärung empfehlen (S. 1
Ziff.
1.5). Das Tragen schwerer Lasten über längere Zeit solle vermieden werden (S.
5
oben).
3.5
Dr.
med. B._
, Ärztin des Regional Ärztlichen Dienstes der Beschwerdegegne
rin, erachtete in der Folge am 2
1.
August 1998 eine Persönlichkeitsstörung als glaubhaft und eine psychiatrische Beurteilung des Beschwerdeführers als not
wendig. Somatisch sei gestützt auf die Klinik
Z._
eine 100%ige Arbeitsfähig
keit ausgewiesen (
Urk.
13/35).
3.
6
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte im psychiatrischen Gutachten vom 1
3.
November 1998 (
Urk.
13/38) als Diagnosen eine chronische Angststörung mit früher Panikattacken und depressiven Zustän
den (ICD-10 F41.2), eine emotional instabile,
impulsive,
hyperthyme
Persönlich
keitsstörung (ICD-10 F60.3) sowie ein somatisch chronisches
Zervikalsyndrom
(S.
6 unten). Dazu führte er aus, w
ie schon in früheren Berichten bemerkt
sei
die
Persönlichkeitsstörung
des
Beschwerdeführers
sehr auffällig. Die psychische Belastbarkeit
sei
äusserst gering, was auch mit mannigfaltigen Faktoren aus der Kindheit erklärt werden
könne
: Die subjektiv traumatisierende Trennung der
Eltern
, der häufige Milieuwechsel, die psychische Belastung durch die epilepti
schen Anfälle und die
Ä
ngstlichkeit der Mutter wie durch den Alkoholismus des Vaters. Der
Beschwerdeführer
habe
sicherlich wenig Förderung erfahren, persön
lich wie schulisch. Heute
scheine
die Ehefrau des
Beschwerdeführers
die tragende Rolle in der Familie zu spielen. Aus der Anamnese
würden
eine emotionale Labilität und Impulsivität
hervorgehen
. Eine eigentlich psychopathologische Symptomatik
scheine
sich aber erst im Zusammenhang mit dem Auftreten der Rückenschmerzen
zirka
1988 ergeben zu haben.
In den folgenden Jahren
habe
die Agitation zugenommen,
Ä
ngste existenzieller und
hypochondrischer Art und Depres
sionen
hätten
sich entwickelt, die hausärztliche und psychiatrische Lang
zeitbehandlungen erfordert
hätten
, Panikattacken hätten zu
Notfallbe
handl
unge
n geführt.
Der
Beschwerdeführer
verfüg
e
über eine ungenügende Selbstkontrolle und
sei
aufgrund seiner Unsicherheit und Agitation seiner sozialen Situation nicht mehr gewachsen gewesen. Es
scheine
sich ein eigentli
cher
Teufelskreis ent
wickelt zu hab
en mit Auftreten von akuten Sym
ptomen des
Zervikalsyndromes
,
Verängstigung, Agitation und konsekutiv Komplikationen am Arbeitsplatz und mi
t der Ehefrau, krankheitsbeding
ten Absenzen und existenziellen Sorgen. Die Geburt des Kindes
habe
zu einer familiären Stabilisierung
geführt
. Hingegen
habe der Beschwerdeführer
auf längere Zeit keine Arbeitsstelle mehr behalten
(S. 7)
.
Dieser Zirkel von Rückenbeschwerden, verminderter Belastbarkeit psychisch mit Verunsicherung,
Ä
ngsten bis zu Panikanfällen und depressiven Zuständen und dem ungezügelten Temperament mit Agitation und emotionalen Ausbrüchen
habe
zu einer Reduktion der Arbeitsfähigkeit geführt. Vor zehn Jahren
hätten
bereits längerdauernde Krankheitsabsenzen
bestanden
, seither
müsse
wegen der häufigen Stellenwechsel und
zeitweiliger
Arbeitslosigkeit von einer verminderten Vermittelbarkeit gesprochen
werden. Nach zwei
Jahren Arbeitslosigkeit
habe
der
Beschwerdeführer
dieses Jahr wieder zwei Stellen innegehabt, bei denen aber wiederum häufige Krankheitsabsenzen aufgetreten
seien
respektive
zu einem Stellenabbruch
geführt
hätten
. Nach dem Zeugnis der Klinik
Z._
beding
e
das chronische
Zervikalsyndrom
allein noch keine Arbeitsunfähigkeit
(S. 7 unten f.)
. Auf der psychischen Seite spreche
Dr.
A._
zwar ebenfalls von keiner Arbeits
unfähigkeit, seines Erachtens
ziele
dieser dabei jedoch nur auf die Depressions
freiheit ab und lasse die Persönlichkeitsstörung ausser Betracht. Der Hausarzt
Dr.
C._
halte eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit fest aus einer gesamthaften Sicht. Aufgrund der Exploration schätz
t
e
Dr.
Y._
die Arbeits
fähigkeit des Beschwer
deführers nach dem Gesagten auf unter 50
%
ein. Die Prognose sei bei Chronizität der somatischen Krankheit und der geringen sozialen Kompetenz der Persönlich
keit des Beschwerdeführers sehr ungewiss (S.
8 oben). Es bestehe sei
t
mindestens Juni 1997 eine generelle Arbeitsunfähigkeit von über 50
%
, medizinische Ursache seien dabei das Zusammentreffen einer chronischen Rückensymptomatik mit einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung mit konsekutiven Angst- und depressiven Störungen. Prognostisch sei die Gefahr, dass sich eine vollständige Arbeitsunfähigkeit entwickle, gerade angesichts der schlechten Vermittelbarkeit wegen der psycho
pathologischen Symptomatik, hoch (S. 8 Mitte).
4.
4.1
Der Beschwerdeführer meldete am
8.
September 2014 neu seit dem Unfall vom 2
0.
März 2014 bestehende Handgelenksbeschwerden sowie seit Herbst 2014 bestehende Schulterprobleme (
Urk.
13/152
Ziff.
6.2).
4.2
Die Ärzte der Klinik
Z._
berichteten am 1
0.
Juni 2015 über eine am 16. De
zember 2014 durchgeführte
Scaphoidpseudarthrosen
revision
mit
Spongiosa
plastik
rechts. Bei ihrer letztmaligen Untersuchung des Beschwerde
führers am 2
0.
April 2015 habe dieser noch über persistierende Beschwerden geklagt. In der Röntgendiagnostik sowie im CT des Handgelenks rechts vom 20. April 2015 zeige sich eine partielle Konsolidation der
Scaphoidfraktur
. Als Hauswart bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit von 100
%
(Urk. 13/167/6
8).
Am 1
1.
September 2015 berichteten die Ärzte der Klinik
Z._
über einen stationären Gesundheitszustand. Die letzte Kontrolle sei am 2
6.
August 2015 erfolgt. Leichte körperliche Arbeiten ohne Belastung des rechten Handgelenkes wären anzudenken (
Urk.
13/172/4-6).
4.
3
4.3.1
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumotologie des Bewegungsapparates, sowie
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannten im
bidisziplinären
Gutachten des
Zent
r
ums F._
vom
3.
Juni 2016 (
Urk.
13/189) keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 15
lit
. D
Ziff.
1). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie:
-
Restbeschwerden mit leicht- bis mittelgradiger Funktionseinschränkung rechtes Handgelenk nach osteosynthetischer
Scaphoidrekonstruktion
und
Spongiosaplastik
vom 1
6.
Dezember
2014 wegen
Pseudarthrose
kon
ser
vativ therapierter
Scaphoidfraktur
vom 2
0.
März
2014
-
c
hronisches
cervicovertebrales
Schmerzsyndrom mit leichtgradiger Funk
tions
einschränkung und Kopffehlhaltung bei erhöhtem Muskeltonus des M.
sternocleidomastoideus
(
Torticollis
)
-
s
pärlicher Muskelstatus der
Extremitätenmuskulatur
bei schlechtem Trainingszustand (DD Malnutrition bei bekannter Alkoholerkrankung)
-
Dysthymia
(ICD-10
F34.1
)
-
e
motional ins
tabile Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F
60.30
)
-
Alkoholabhängigkeitssyndrom
(ICD-10
F12.2
)
-
c
hronischer Nikotinabusus
(ICD-10
F17.25
)
4.
3
.
2
Dazu führten die Gutachter aus, d
er Versicherte
sei
bidiszip
l
inär
orthopädisch-
traumatologisch
und psychiatrisch untersucht
worden
. Auf orthopädischem Gebiet
ergebe
sich keine Diagnose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit.
Es
wür
den
Restbeschwerden des rechten Handgelenkes nach osteosynthetischer
Scaphoidrekonstruktion
und
Spongiosaplastik
vom 1
6.
Dezember
2014 aufge
führt
.
Bei der klinischen Untersuchung
weise
die Handgelenksfunktion eine leichte- bis mittelgradige Funktionseinschränkung auf. Es stell
e
sich ein muskel
schwacher Status der oberen und unteren Extremitäten dar, der Folge eines schlechten Trainingszustandes oder einer Malnutrition infolge eines Alko
hol
Abusus sein
könne
. Seitens der HWS
falle
eine Fehlhaltung der HWS mit diskreter Rotation nach links und Seitneigung nach rechts auf. Seitens der HWS
seien
die Funktionen aufgrund des erhöhten Tonus des M.
ste
rn
ocleidomastoideus
entspre
chend für Rotation nach rechts, Seitneigung nach links eingeschränkt. Die Fehl
haltung der HWS
sei
mit einer leichten Funktionsstö
rung
der HWS kombiniert
(S. 15 unten).
Die Messungen der Armumfänge
würden keine Seitendifferenzen zeigen, so dass eine seitendifferente Muskelatrophie ausgeschlossen werden könne.
Mit dem MRI vom 3
0.
Juli
2015
würden
fortgeschrittene degenerative
foraminale
Engen beschrieben, Wurzel
kompressionen, die aber
,
wie auch aus dem Befundbericht
der K
linik
Z._
vom 2
9.
Dezember
2015 zu entnehmen
sei
, zu keinen sensomotorischen Ausfällen geführt
hätten
. Auch bei der heutigen Unter
suchung
liessen
sich keine sensomotorischen Defizite nachweisen. Die Diagnose des chronisch
cervico
verte
bralen
Schmerzsyndroms mit leichtgradiger Funktionseinschränkung und Kopf
fehlhaltung bei erhöhtem Muskeltonus des M.
sternocleidomastoideus
habe
daher keine Relevanz für die Arbeitsfähigkeit
(S. 16 oben)
.
Psychiatrisch
würden
ausschliesslich Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeits
fä
higkeit benannt.
Bei der heutigen Untersuchung
habe der Beschwerde
führer
sich in seinem Tagesablauf als
ä
ngstlich-zurückgezogen
beschrieben
. Anderer
seits berichte er aber auch
über
zahlreiche, teils ausserhäusliche Aktivitäten. Er
halte
sich häufig bei seiner Tochter auf. Bezüglich der
Vor
diagnosen
sei
auch nach heutiger Exploration die Diagnose einer emotional instabilen Persönlich
keits
stö
ru
ng zu stellen, daneben erscheine
dem Gutachter jedoch die Diagnose einer
Dysthymie
mit der ora
l
regressiven und zu Alkohol neigenden Per
sönlichkeit gegeben. Aus der heutigen Untersuchung
würden
sich keine Gründe ableiten
lassen
, warum der
Beschwerdeführer
seiner letzten beruflichen Tätigkeit nicht mehr nachgehen könnte. Er
habe
zwar kursorisch an
gegeben
, nur an einem Schonarbeitsplatz arbeiten zu können, die Begründung hierfür
sei
er jedoch schuldig
geblieben
. Bei der heutigen Untersuchung
hätten
sich keine Aus
wirkun
gen des Alkohols
ergeben
, weder
sei
der Versicherte angetrunken
gewesen
noch
hätten
sich alkoholbedingte kognitive Defizite
gezeigt
. Die
beschriebenen
Prob
leme mit
Lebenslauf und Sozialdaten
seien
nicht derart gravierend
gewesen
, dass sich hieraus bereits ein alkoholbedingtes kognitives Defizit ableiten
lassen würde
. Auch der exzessive Nikotinabusus
sei
ohne Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit
(S.
16 Mitte)
.
4.
3
.
3
Die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Hauswart
sei
nicht eingeschränkt, sofern das Anforderungsprofil das Belastungsprofil des Versicher
ten nicht übersteig
e
. Die Arbeitsfähigkeit in
leidensadaptierter Tätigkeit betrage 100
%
. Der
Versicherte
sei
in der Lage,
körperlich leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten mit Heben und Trage
n von Lasten bis zu 15 kg durchzuführen. Tätig
keiten in Zwangshaltungen (Überkopfarbeiten) sollten vermieden werden. Bei dem Versicherten bestehe eine leichte Beeinträchtigung bei der Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Rou
t
inen, ebenfalls eine leichte Beeinträchtigung der Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit und der Gruppenfähigkeit (S. 16 unten).
Aus orthopädischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit mit der Handgelenksfraktur vom 2
0.
März 2014 bis zur sicheren Konsolidierung am 1
2.
März 2015 (mindesten
s
80
%
; vgl. Bericht der Klinik
Z._
vom 1
2.
März 2015 in
Urk.
13/167/17-18
) nicht gegeben. Aus orthopädischer Sicht sei ab diesem Zeitpunkt die Arbeits
fä
higkeit in der bisherigen und in leidensadaptierte
r
Tätigkeit wiederhergestellt. Retrospektiv könne psychiatrisch lediglich für die stationären Entzugs
mass
nahmen eine Arbeitsunfähigkeit angenommen werden. Eine durchgehende Arbeitsunfähigkeit
habe
au
s
psychiatrischer Sich
t
nicht vorgelegen (S. 17 Mitte).
4.
3
.
4
Zur Veränderung des Gesundheitszustandes hielten die Gutachter fest, m
it der Verfügung der
Beschwerdegegnerin
vom 1
3.
November
2013
sei
eine Erhöhung der Invalidenrente abgelehnt
worden
. Der Versicherte habe weiterhin Anspruch auf eine halbe Rente. Somatisch
sei
es zu einer nicht dislozierten Fraktur im
Scaphoidbereich
des rechten Handgelenkes
gekommen
, welche zunächst
konser
vati
v
zur Ausheilung
habe
gebracht werden
sollen
. Es
habe
sich jedoch eine Pseudoarthrose
entwickelt
, so dass eine Operation mit
Scaphoidrekon
struktion
und
Spongiosaplastik
aus dem distalen Radius rechts
erfolgt sei
. Die Fraktur
sei
vollständig ab
geheilt
, die Funktion des Handgelenks
sei
mittelgradig einge
schränkt, eine weitere Verbesserung der Funktion
sei
nicht unwahr
scheinlich. Auch wenn die radiologischen bzw. kernspinntomo
graphischen Veränderungen (MRT 3
0.
Juli
2015) der HWS mit der letzten Kontrolle zugenommen
hätten
,
wür
den
diese Veränderungen keine Rolle
spielen
, weil sie klinisch bisher nicht rele
vant
gewesen seien
. Psychiatrisch
ergebe
sich
zum Begutachtungszeitpunkt keine Diagnose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit, so dass sich psychiatrisch der Gesundheitszustand verbessert
habe (S. 23 Mitte)
.
4.4
RAD-Arzt
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheuma
tologie, erachtete in seiner Stellungnahme vom
8.
Juni 2016 das Gutachten vom
3.
Juni 2016 als schlüssig und nachvollziehbar. Es könne ab dem 1
2.
März 2015 wieder von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden (Urk. 13/191/6).
4.5
Im
Vorbescheidverfahren
holte die Beschwerdegegnerin beim den Beschwerde
führer seit dem 1
4.
September 2016 (
Urk.
13/197
Ziff.
1.2) behandelnden Psychiater ei
nen Bericht ein. Die Ärzte der p
sychiatrischen
Klinik H._
diagnostizierten in ihrem Bericht vom 10./1
2.
Oktober 2016 (Urk. 13/197) mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine kombinierte Persönlich
keitsstörung mit chronischer depressiver Verstimmung und mit deutlicher Tendenz, impulsiv zu handeln (
Ziff.
1.1). Die Arbeitsfähigkeit sei seit dem 15. September 2016 zu 100
%
eingeschränkt. Schwierig zu beurteilen sei die Arbeitsfähigkeit auf längere Sicht. Der Beschwerdeführer leide unter verschiede
nen Diagnosen, die sich stark beeinflussen würden (S. 1 oben). Das zu diagnosti
zierende Alkohol- und Tabakabhängigkeitssyndrom bleibe ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1).
4.6
Am 1
3.
Februar 2017 nahmen die
F._
-Gutachter zum Einwand und dem Bericht der
H._
Stellung. In der orthopädischen Stellungnahme zeigte der Gut
achter auf, wie er auf das formulierte Belastungsprofil aus orthopädischer Sicht gelangte, und hielt fest, dass eine Arbeit als Hauswart zumutbar sei, falls das Anforderungsprofil berücksichtigt würde. Es lägen keine neuen medizi
nischen Tatsachen vor (
Urk.
13/2031-3).
In der psychiatrischen Stellungnahme hielt
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Psychiatrie, fest, dass sich keine neuen medizinischen Gesichtspunkte ergäben. Die beschriebene Persönlichkeitsstörung sei als Ausdruck einer emotional insta
bilen Persönlichkeitsstörung interpretiert worden. Eine Relevanz für die Arbeits
fähigkeit resultiere daraus nicht, da der Beschwerdeführer in der Lage sei, sein Verhalten trotz der vorliegenden Persönlichkeitsstörung willentlich zu modifi
zieren (
Urk.
13/203/4-6).
5.
5.1
Strittig und zu prüfen ist zunächst, ob
vorliegend
ein Revisionsgrund
gegeben ist oder nicht.
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entspre
chend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Ver
hält
nissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesent
lichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar
(vgl. vorstehend E.
1.2)
.
5.2
Die de
n
Verfügung
en
vom 1
5.
September 1999
zugrunde liegenden
medizi
ni
schen Berichte nannten in psychiatrischer Hinsicht als Diagnosen eine chronische Angststörung mit früher Panikattacken und depressiven Zuständen sowie eine emotional instabile,
impulsive,
hyperthyme
Persönlichkeitsstörung
(vorstehend E.
3.
6
) und in somatischer Hinsicht ein chronisches
zerviko
spondylo
genes
Syndrom links (vorstehend E. 3.1-2, E. 3.4). Die Beschwerde
gegnerin ging gestützt auf die vorhandenen Berichte aus somatischer Sicht von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für körperlich leichtere Tätigkeiten ohne Heben von schweren Lasten aus. In psychiatrischer Hinsicht ging sie gestützt auf das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Y._
von einer 60%igen Arbeitsunfähigkeit aus
(vgl.
Urk.
13/35; Urk.
13/41;
Urk.
13/51
und
Urk.
12 S. 1
).
Die Gutachter des
F._
stellten im Gutachten vom
3.
Juni 2016 keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (vorstehend E. 4.
3
). In orthopädischer Hinsicht
attestierten die Gutachter aufgrund der Handgelenksfraktur rechts
und gestützt auf die vorliegenden Berichte der
K
linik
Z._
vom 2
0.
März 2014 bis 1
2.
März 2015 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (vorstehend E. 4.
3
.
3
).
5.3
Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, dass kein Revisionsgrund vorliege (vgl.
Urk.
1 S. 4 unten
ff.
), vermag dies nach dem Gesagten nicht zu überzeugen. So ist
die
erlittene
Handgelenksfraktur, welche
eine knapp einjährige vollständige Arbeitsunfähigkeit
zur Folge hatte
, ohne
W
eiteres
als wesentliche Änderung
des Gesundheitszustandes,
die
geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen, anzusehen
.
Indem der Beschwerdeführer aus
führt, dass ihm aufgrund der Beschwerden in der rechten Hand keine Arbeitsauf
nahme mehr möglich
und deshalb eine ganze Rente zuzusprechen sei
(vgl.
Urk.
1 S. 8 unten), geht er
offensichtlich
selber davon aus, dass eine wesentliche Ände
rung des Gesundheitszustandes eingetreten
ist und damit ein Revisionsgrund vor
liegt.
Liegt ein Revisionsgrund vor, so ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tat
sächlicher Hinsicht umfassend („allseitig“) zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (vgl. vorstehend E. 1.2).
5.4
Im Weiteren ist zu beurteilen, ob vorliegend auf das von der Beschwerdegegnerin zwecks Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit und der revisionsrechtlich relevanten Veränderung des Gesundheitszustandes ein
geholte
bidisziplinäre
Gutachten
vom
3.
Juni 2016 (vorstehend E. 4
.3
)
abgestellt werden kann.
Der Beschwerdeführer bringt diesbezüglich im Wesentlichen vor, dass auf das Gutachten des
F._
nicht abgestellt werden könne, den Gutachtern habe das psychiatrische Gutachten aus dem Jahr 1998 nicht vorgelegen und damit könne auch nicht festgestellt werden, ob eine Veränderung eingetreten sei. Das Gutach
ten sei entsprechend unvollständig und es könne nicht darauf abgestellt werden (
Urk.
1 S. 5 Mitte). Die Beschwerdegegnerin brachte diesbezüglich mit Beschwer
deantwort vom 2
7.
Februar 2017
ohne Hinweis auf eine geänderte Rechtspre
chung
vor,
es spiele vorliegend keine Rolle, ob das ursprüngliche Gutachten von
Dr.
Y._
bei der aktuellen Begutachtung vorgelegen habe. Sei ein Revisions
grund gegeben, müsse der aktuelle Gesundheitszustand nicht mit dem früheren verglichen werden, weshalb eine Vergleichsbasis hinfällig werde. Im Übrigen hätten beide Gutachter in etwa die gleichen psychiatrischen Diagnosen gestellt (
Urk.
12
S. 2 unten
).
5.5
Der Ansicht der Beschwerdegegnerin, wonach der aktuelle Gesundheitszustand bei Vorliegen eines Revisionsgrundes nicht mehr mit dem früheren v
erglichen werden müsse (
Urk.
12
S. 2 unten), kann nicht gefolgt werden
.
D
ies
käme
eine
r
grundsätzliche
n
Abkehr von der bisherigen Rechtsprechung
gleich,
was sich auch nicht aus BGE 141 V 9
ergibt
. Das Bundesgericht hielt darin mit Verweis auf die frühere Rechtsprechung in Erwägung 2.3 fest, dass kein Anlass bestehe, die
(
se
)
Rechtsprechung zu ändern. Insbesondere
ging das Bundesgericht
im zu beur
tei
len
den
Fall
davon aus,
dass
bei der von den Gutachtern festgestellten
massgeblich
verbesserte
n
Arbeitsfähigkeit
hinreichend belegt sei, dass nicht
bloss
eine abwei
chende Interpretation und Folgenabschätzung hinsichtlich eines im Wesentlichen unveränderten Zustandes stattgefunden habe (E. 6.3.2).
Ohne einen entsprechen
den Vergleich des früheren mit dem aktuellen Gesundheitszustand wäre eine ent
sprechende
Feststellung
gar
nicht möglich.
Die
Interpretation
der Beschwerde
gegnerin würde zu einer voraussetzungslosen Neuprüfung sämtlicher materiell rechtskräftiger Invalidenrenten führen, bei denen beim Versicherten eine irgend
wie gelagerte Veränderung des Gesundheitszustandes objektiv ausgewiesen wäre und gleichzeitig
eine Neubeurteilung eine erhebliche Änderung der Arbeitsfähig
keit attestiert. In Anbetracht der Zunahme degenerativer Veränderungen am Bewegungsapparat im Laufe des Alterungsprozesses würde dies zu einer vollstän
digen Aushöhlung des bisherigen Schutzes der Versicherten vor Neubeurteilun
gen führen.
Der Beweiswert eines zwecks Rente
nrevision erstellten Gutachtens
hängt
gemäss
geltender und auch nach BGE 141 V 9 ergangener Rechtsprechung
folglich wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Be
weisthema - erhebliche Änderung
(en) des Sachverhalts - bezieht. Einer für sich allein betrachtet voll
s
tän
digen, nachvollziehbaren und
schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hin
blick auf
eine erstmalige Beurteilung der
Rentenberechtigung beweisend wäre, mangelt es daher in der Regel am rechtlich
erforderlichen
Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche
Einschätzung nicht hin
reichend
darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des Gesund
heitszu
stands stattgefunden hat.
Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben
(
vgl.
beispielsweise
Urteil des Bundesgerichts
9C_336/2018 vom
5.
Dezember 2018 E. 3.1 mit Hin
weis).
5.6
Das
psychiatrische Teilgutachten des
F._
wurde, wie dies der Beschwerde
führer zu
R
echt vorbringt, nicht in vollständiger Kenntnis der
Vorakten
erstattet, da das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Y._
aus dem Jahr 1998 aufgrund der Digitalisierung nicht in elektronischer Form vorlag.
Die Gutachter stellten selber fest, dass im Jahr 1998 eine psychiatrische Abklärung
bei
Dr.
Y._
empfohlen worden war
(vgl.
Urk.
13/189 S. 4 unten), dennoch wurde
bei der
Beschwerde
gegnerin nicht nachgefragt beziehungsweise
das Gutachten von Dr.
Y._
nicht eingeholt
.
Das Gutachten von
Dr.
Y._
respektive die von ihm diagnostizierte emotional instabil
e Persönlichkeitsstörung führte
im Jahr 1999 zur
Rentenzu
sprache
(vgl. vorstehend E. 5.2)
. Die Diagnose
n
einer Per
sönlichkeitsstörung
sowie einer chronischen Angststörung mit Panik und depressiven Episoden,
wie
bereits von
Dr.
Y._
diagnostiziert
,
erwähnte
schliesslich
auch
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
in seinem Bericht
vom 2
3.
Juni 2009 (vgl.
Urk.
13/10
0
), so dass diese dem psychiatrischen Gutachter des
F._
auch ohne Vorliegen des Gutachtens von
Dr.
Y._
bekannt waren
(vgl.
Urk.
13/189 S. 6)
.
Dennoch setzte sich der psychiatrische Gutachter des
F._
mit den
Vorakten
und insbesondere mit der Diagnose einer Persönlichkeitsstörung
und den dies
be
zügliche
n
psychiatrischen
Vorakten
in
keinster
Weise auseinander. Er
stellte
nach seiner Exploration die gleiche Diagnose einer emotional instabilen Persönlich
keitsstörung,
begründete jedoch nicht, wieso er den Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit anders einschätz
t
e (vgl.
Urk.
13/189 S. 41 unten).
Zur revisionsrechtlich relevanten Frage, ob sich der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit wesentlich verändert
hätten
,
begnügte
er
sich mit der Aussage, dass sich zum Begutachtungszeitpunkt keine Diagnose mit Relevanz für die Arbeits
fähigkeit ergebe, so dass sich psychiatrisch der Gesundheitszustand verbessert habe (vgl.
Urk.
13/189 S. 23 Mitte).
Betreffend
die
Vorakten
hielt er
einzig
fest
, dass
den
Festhaltungen im Verlaufsbericht
des Hausarztes
Dr.
C._
vom 2
3.
Februar 2015,
wonach
der Beschwerdeführer
nach Abklingen der organischen Erkrankung
psychiatrischerseits
nur teilarbeitsfähig sein solle
(vgl.
Urk.
13/163)
, nicht gefolgt werden könne und eine aktuelle fachspezifische psychiatrische Stellungnahme nicht vorliege (vgl.
Urk.
13/189 S. 44 oben).
In
der
ergänzenden psychiatrischen
Stellungnahme
vom 1
3.
Februar 2017 (vgl.
Urk.
13/203
/4-6
)
wurde die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung - im Gegen
satz zum Gutachten - zwar nachvollzieh
bar
und überhaupt
hergeleitet. Indes ergibt sich aber auch daraus nicht, weshalb die Persönlichkeitsstörung im Vergleich zu früheren Beurteilungen keinen Ein
fluss auf die Arb
eitsfähigkeit (mehr) hat.
5.7
Identisch gebliebene Diagnosen
schliessen
eine revisionsrechtlich erhebliche Stei
gerung des tatsächlichen Leistungsvermögens (Arbeitsfähigkeit) grundsätzlich nicht aus. Dies gilt namentlich dann, wenn der Schweregrad eines Leidens sich verringert hat oder es der versicherten Person gelungen ist, sich besser an das Leiden anzupassen. Ob eine derartige tatsächliche Änderung vorliegt oder aber eine revisionsrechtlich unbeachtliche abweichende ärztliche Einschätzung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Gesundheitszustands, bedarf auch mit Blick auf die mitunter einschneidenden Folgen für die versicherte Pe
rson einer sorgfäl
tigen Prüfung
(Urteil
8C_49/2011 vom 1
2.
April
2011
E. 4.2).
An einer solchen sorgfältigen Prüfung fehlt es vorliegend.
Dass sich der Schweregrad der Persön
lichkeitsstörung geändert hat oder es dem Beschwerde
führer gelungen ist, sich besser an die Persönlichkeitsstörung anzupassen, wird von den Gutachtern weder im Gutachten
vom
3.
Juni 2016
noch in
der Stellungnahme
vom 1
3.
Februar 2017
be
schrieben oder näher dar
gelegt.
5.8
Nach dem Gesagten nahm der psychiatrische Gutachter vorliegend weder eine genügende
Auseinandersetzung mit den
Vorakten
oder den bestehenden psychiatrischen Diagnosen vor, noch setzte er sich mit dem Beweisthema einer erheblichen Änderung des Sachverhalts
nachvollziehbar
auseinander. Einer neuen ärztlichen Einschätzung, die sich
nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern im Vergleich zur früheren Beurteilung eine effektive Veränderung des
Gesundheitszustands eingetreten ist,
kommt
für die Belange der Rentenrevision kein genügender Beweiswert
zu
(Urteil 9C_137/2017 vom
8.
November 2017 E.
3.1
). Zusammenfassend mangelt es vorliegend in psychiatrischer Hinsicht an einem richtig und vollständig festgestellten Sachverhalt, wobei unklar ist und sich anhand der vorliegenden Akten nicht feststellen lässt, ob sich die Arbeitsfä
higkeit in psychiatrischer Hinsicht
verändert
hat oder nicht.
5.
9
Hingegen dringen die
Vorbringen des Beschwerdeführers
, was die somatische Seite des geltend gemachten Krankheitsbildes betrifft, nicht durch.
Soweit der Beschwerdeführer auch den Beweiswert des orthopädischen Teilgutachten
s
anzweifelt (vgl.
Urk.
1 S. 7 f.), kann ihm
nicht gefolgt werden.
Dass sich der orthopädische Gutachter nicht mit den
Berichten der
K
linik
Z._
aus
einander
gesetzt hat, ergibt sich vorliegend nicht. So lag der vom Beschwerde
führer er
wähnte Bericht der
K
linik
Z._
vom 1
1.
September 2015
(vgl.
Urk.
13/172/4
6)
dem orthopädischen Gutachter vor
(
Urk.
13/189 S. 13)
. Auch in der Stellung
nahme vom 1
3.
Februar 2017 nahm der orthopädische Gut
achter nochmals Bezug darauf und führte aus, dass aus
orthopädisch-traumato
logischer
Sicht zwischen dem 2
0.
März 2014 bis zur Konsolidierung am 1
2.
März 2015 zweifelsohne eine Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Weiter führte er aus, dass die eigene Einschätzung aufgrund der objektiven Kriterien und klinischen Untersuchung mit Feststellung der leicht- bis mittelschweren Funktionsein
schränkung am Handgelenk zum formulierten Belastungsprofil geführt habe (Urk.
13/203
/1-3 S.
1 unten).
Aufgrund der unterschiedlichen Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes und Begut
achtungs
auftrag des amtlich bestellten medizini
schen Experten ist es
recht
sprechungs
gemäss
nicht geboten, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklä
rungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderen Einschätzungen gelangen.
Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine klärende Ergänzung des medizinischen Dossiers oder direkt eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige, nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_252/2012 vom
7.
September 2012 E. 8.4).
Solches liegt vorliegend nicht vor. Der vom Beschwerdeführer genannte Bericht der
K
linik
Z._
vom 1
1.
September 2015 (vgl.
Urk.
13/172/4-6) enthält weder abweichende Diagnosen noch wird darin eine
(abweichende)
Arbeitsunfähigkeit
beziffert.
Das
von den Ärzten der
K
linik
Z._
genannte Ressourcenprofil bezieht sich
offen
sichtlich
auf
die
sub
jektiven Schilderungen des Beschwerde
führers, wonach er ein
en
Arbeitsversuch
als Hauswart
infolge Schmerzen
beim Heben von Gegenständen
habe abbrechen müssen (
Ziff.
2 und
Ziff.
4.2). Soweit der Beschwerdeführer
weiter vorbringt, dass offensichtlich auch die Nichtbenutzung der rechten
(Gebrauchs-)Hand
der Reali
tät entspreche und diese
gemäss
Gutachter einen spärlichen Muskelstatus auf
weise, womit nichts Anderes gesagt werde, als dass diese Hand wegen Beschwer
den nicht gebraucht werde (vgl.
Urk.
1 S. 7 unten), vermag
auch
dies
nicht zu überzeugen. Der Beschwerdeführer wurde orthopädisch
umfassend untersucht. Der orthopädische Gutachter stellte dabei eine schwach ausgeprägte Muskulatur in den Ober- und Unterarmen fest. Gleichzeitig führte er aus, dass die
Hohlhand
beschwielung
seitengleich gering, der Faustschluss vollständig und die grobe Kraft erhalten sei (vgl.
Urk.
13/189 S. 29 oben). Weiter hielt
er
fest, dass die Messungen der Armumfänge keine Seitendifferenzen gezeigt
hätten
, so dass eine seitenbetonte Belastungsminderung ausgeschlossen werden könne. Im Übrigen stellte der orthopädische Gutachter auch an den Beinen einen spärlichen Muskel
status fest (vgl.
Urk.
13/189 S. 32 oben) und erklärte diesen einerseits als Folge einer möglichen Malnutrition aufgrund des Alkoholabusus oder aufgrund eines mangelnden Trainingszustandes (vgl.
Urk.
13/189 S. 32 Mitte).
Gegen die Vor
bringen des Beschwerdeführers
, dass wegen den Beschwerden in der rechten Hand eine Arbeitsaufnahme nicht mehr möglich
und ihm eine ganze Rente zuzusprechen
sei (vgl.
Urk.
1 S. 8 unten),
sprechen
schliesslich
seine eigenen Aus
sagen anlässlich der Begutachtung,
wonach
er mit dem operierten Hand
gelenk zufrieden und dies zu zirka 80
%
wiederhergestellt sei
(vgl.
Urk.
13/189 S.
26 Mitte)
.
Im Übrigen würde auch eine faktische
Einhändigkeit
nicht per se zu einem Rentenanspruch führen. So hat das Bundesgericht wiederholt bestätigt, dass
die faktische
Einhändigkeit
oder die Beschränkung der dominanten Hand als
Zudienhand
Tatbestände einer erheblich erschwerten Verwertbarkeit der Arbeits
fähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt darstellen
würden
, dass jedoch genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten zu finden
seien (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_726/2014 vom
2.
April 2015 E. 4).
In orthopädischer Hinsicht kann nach dem Gesagten auf die Feststellungen im Gutachten, wonach die Arbeitsfähigkeit mit der Handgel
enksfraktur vom 20.
März 2014 bis zur sicheren Konsolidierung am 1
2.
März 2015 nicht gegeben und ab diesem Zeitpunkt die Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung des Belastungsprofils in der bisherigen und in leidensadaptierte
r
Tätigkeit wiederher
gestellt gewesen sei (vgl.
vorstehend E. 4.
3
.
3
), abgestellt werden (vgl.
vorstehend E. 1.4).
Gestützt auf die orthopädisch-gutachterliche Beurteilung ist zudem bezüglich der HWS-Beschwerde
n
keine erhebliche Veränderung eingetreten (vgl.
vorstehend E. 4.
3
.
2
und E. 4.3
.4
).
6.
6.1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheid
rele
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02
vom 10. September 2003 E. 5.2).
6.2
Zusammenfassend
mangelt es vorliegend in psychiatrischer Hinsicht an einem richtig und vollständig festgestellten Sachverhalt, wobei unklar ist und sich anhand der vorliegenden Akten nicht feststellen lässt, ob sich die Arbeitsfähigkeit in psychiatrischer Hinsicht verändert hat oder nicht. Der psychiatrische Gutachter nahm vorliegend weder eine genügende Auseinandersetzung mit den
Vorakten
oder den bestehenden psychiatrischen Diagnosen vor, noch setzte er sich mit dem Beweisthema einer erheblichen Änderung des Sachverhalts auseinander. Die Ver
fügung ist nach dem Gesagten
aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegeg
nerin zurückzuweisen, damit diese nach ergänzenden Abklärungen
in psychiatri
scher Hinsicht
über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers neu verfüge.
In diesem Sinne ist die Beschwerde
gutzuheissen
.
6.
3
Abschliessend
ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der
Ren
teneinstellung mit Verfügung vom
2
2.
Sep
t
ember 2017
seit mehr als 15
Jahren eine Rente bezog
, über 55 Jahre alt ist
und damit unter den vom Bundesgericht besonders geschützten
Bezügerkreis
fällt (vorstehend E. 1.
5
).
Die Beschwerdegeg
nerin wird nach erfolgte
r
psychiatrische
r
Abklärung
vor einer (erneuten) Renten
einstellung die Frage der Zumutbarkeit der Selbsteingliederung umfassend zu prüfen haben, was
bisher unterblieben ist
.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen und
ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin auf
zuer
legen.
7.2
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb der vertretene Beschwerde
führer
Anspruch auf eine Pro
zessentschädigung
hat.
Der mit
Honorarnote vom
2
9.
Oktober 2018 geltend gemachte
Aufwand von
10
Stunden
und 55 Minuten (
Urk.
25-26/1-2)
erweist sich dem Umfang und der Schwierigkeit der Sache angemessen
.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ist daher mit Fr. 2‘706.10 (inklusive Barauslagen und Mehr
wert
steuer
)
zu entschädigen.