Decision ID: 66a8a30b-241e-42ee-961d-89e1bb4ee5f7
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1960 geborene
X._
verfügt über eine
Anlehre
als Heliograph und war zuletzt bis Ende Mai 2018 (Urk. 8/160) als Küchenassistent im Alters
zentrum
Y._
angestellt (Urk. 8/125). Am 6. Juli 2005 (Eingangs
datum) meldete er sich erstmals bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
zum Leistungsbezug an (Urk. 8/5). Nachdem
X._
am 26. Juni 2004 im Badezimmer ausgerutscht war, beklagte er insbesondere Schmerzen im linken Knie, was eine entsprechende Operation nach sich zog. Nachdem die Kniebeschwerden abgeklungen waren, standen Probleme mit der linken Hüfte im Vordergrund (Urk. 8/39). Die IV-Stelle erachtete den Versicherten als vorübergehend arbeitsunfähig, weshalb sie ihm mit Verfügung vom 18. Okto
ber 2007 für den Zeitraum vom 1. Juni 2005 bis 31. Mai 2007 eine befristete Rente der Invalidenversicherung zusprach (Urk. 8/49).
1.2
Am 22. April 2008 (Eingangsdatum) meldete sich
X._
erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 8/54). In einer Untersuchung durch den regionalen ärztlichen Dienst (RAD) wurden Beschwerden im Zusammenhang mit beiden Hüften, der Lendenwirbelsäule und dem linken Knie festgestellt (Urk. 8/102). Die IV-Stelle anerkannte deswegen ab dem 1. Oktober 2011 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % (Urk. 8/104) und sprach dem Versicherten mit Ver
fügung vom 6. März 2013 und Wirkung ab 1. September 2012 eine
Dreiviertels
rente
der Invalidenversicherung zu (Urk. 8/116
i.V.m
. Urk. 8/110).
1.3
Im Jahr 2016 wurde ein Rentenrevisionsverfahren eingeleitet, in welchem der Ver
sicherte insbesondere Probleme mit der linken Schulter beklagte (Revisions
fragebogen vom 20. Dezember 2016, Urk. 8/122). In der Folge tätigte die IV-Stelle medizinische (vgl. Urk. 8/127, 8/128, 8/129, 8/147, 8/150, 8/151, 8/152, 8/155, 8/157) und erwerbliche (Urk. 8/125) Abklärungen und holte die Akten des Unfall
versicherers (Urk. 8/133) ein. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vor
be
scheid vom 12. Februar 2018, Urk. 8/164, Einwand vom 27. Februar 2018, Urk. 8/170)
gelangte die IV-Stelle zur Ansicht, dass drei Monate nach Einsetzen der Schulterprothese (am 11. April 2018) eine Arbeitstätigkeit von 50 % in einer angepassten Tätigkeit zumutbar sei (Urk. 8/189
i.V.m
. Urk. 8/161/7). Mit Verfü
gung vom
6
.
September
2018 sprach sie
X._
für den Zeitraum von Oktober 2016 bis September 2017 eine ganze und ab Oktober 2017 eine
Dreivier
telsrente
der Invalidenversicherung zu (Urk. 2 [=Urk. 8/203
i.V.m
.
Urk.
8/194
]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 25. September 2018 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, es sei ihm
auch
ab Oktober 2017 eine ganze Rente der Invaliden
ver
siche
rung auszurichten. Mit Beschwerdeantwort vom 25. Oktober 2018 schloss
die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7) was dem Be
schwer
deführer
am 29. Oktober 2018 mitgeteilt wurde (Urk. 9). Mit Beschluss vom
6. März 2019 stellte das Gericht dem Beschwerdeführer eine mögliche
reformatio
in
peius
im Sinne der Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung in Aussicht und setz
t
e ihm eine Frist von 20 Tagen zur Stellungnahme (
Urk.
11). Der Beschwerdeführer liess sich innert der angesetzten Frist nicht vernehmen.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburtsge
brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung,
IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
an
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs-
oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Fe
rner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.3
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Pro
zess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung (Urk. 2 [=Urk. 8/203
i.V.m
.
Urk.
8/194]) erwog die Beschwerdegegnerin, eine wesentliche Verschlechterung des Gesundheits
zu
standes sei nicht ausgewiesen. Der Beschwerdeführer sei aufgrund einer Schulter
verletzung im Oktober 2016 vorübergehend bis Juni 2017 nicht arbeitsfähig gewesen. Seit dem
1.
Juli 2017 sei eine Arbeitstätigkeit von 50 % unter Berück
sichtigung des Belastungsprofils zumutbar. Die
i
m Frühjahr 2018 durchgeführte
Operation habe nur kurzfristig zu einer Einschränkung geführt und innert drei Monate
n
sei der
voroperative
Zustand wieder erreicht gewesen.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend (
Urk.
1), Die Schulter
operation liege nun fünf Monate zurück und trotz regelmässiger Physiotherapie
seien keine Fortschritte ersichtlich. Innert drei Monaten ab Operation sei nicht
,
w
ie erwartet
,
eine vollständige Genesung erfolgt. Eine Arbeitsaufnahme sei aktu
ell und wohl auch in Zukunft nicht mehr möglich.
2.3
In der Beschwerdeantwort (
Urk.
7) führte die Beschwerdegegnerin ergänzend aus, der im Rahmen des Beschwerdever
f
ahrens aufgelegte Arztbericht
(
vom
18.
Septem
ber 2018
) lege lediglich dar, dass der Beschwerdeführer prognostisch für körperlich belastende Tätigkeiten nicht einsetzbar sei. Es fehle an einer Begründung, weshalb dem Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit in einem Pensum von 50 % nicht möglich sein solle. Infolgedessen werde an der Verfü
gung festgehalten.
3.
3.1
Ob eine revisionsrechtliche Änderung eingetreten ist, ergibt sich aus dem
Ver
gleich des Sachverhalts wie er im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
am 6. März 2013 (Urk. 8/116
i.V.m
. Urk. 8/110) bestand, mit demjenigen, welcher der hier angefochtenen Verfüg
ung (Urk. 2
) zugrunde liegt.
3.2
Am 16. August 2012 wurde der Beschwerdeführer durch den RAD-Arzt Dr. med.
Z._
, Facharzt für Arbeits- und Allgemeinmedizin, untersucht (Urk. 8/102). Dr.
Z._
stellte als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit:
-
rechte Hüfte mit fortgeschrittener Arthrose
-
linke Hüfte mit Totalprothese (08.02.2012)
-
Lendenwirbelsäule mit vorzeitigen degenerativen Veränderungen, Zu
stand
nach
Fenestrierung
L3/4 links und
Synovialzsystenresektion
(19.04.2007)
-
linkes Knie mit vorzeitigen degenerativen Veränderungen (Unfall 06.2004, Eingriffe 02.2006, 07.2006 und 08.2006)
Der Beschwerdeführer klagte über Besch
w
erden im Rücken und im linken Knie.
Das linke Knie sei, insbesondere unter Belastung, schmerzhaft und dessen Bewe
gungsumfang sei eingeschränkt. Die Rückenschmerzen hätten seit 2011 wieder zugenommen.
In seiner Beurteilung hielt Dr.
Z._
fest, der Beschwerdeführer zeige an ver
schiedenen Regionen (Achsenskelett, Hüftgelenke, linkes Kniegelenk) vorzeitige degenerative Veränderungen. Dies bedinge eine reduzierte Belast
barkeit in der
Lastenhandhabung, in den Zwangshaltungen und im Bücken/Knien. Dazu ko
mme,
weil mehrere Körperregionen betroffen seien, ein erhöhter Erholungsbe
darf von 50 % eines Arbeitstages. Die gegenwärtige Tätig
keit (Anm.: Küchen
assistent im Alterszentrum
Y._
) sei optimal angepasst
.
3.3
Im Rahmen des Revisionsverfahrens präsentiert sich die medizinische Aktenlage wie folgt:
3.3.1
Vom 2
2.
November bis 1
9.
Dezember 2016 befand sich der Beschwerdeführer zur Rehabilitation im
Rehaz
entrum
A._
. Im entsprechenden Bericht (Bericht vom 1
3.
Januar 2017,
Urk.
8/128) wurden als Diagnosen eine partielle Re-Ruptur der
Subscapularissehne
der linken Schulter sowie ein chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom links aufgeführt.
Der Beschwerdeführer sei im Anschluss an eine Schulterarthroskopie zur Mobilisation der linken Schulter in die
Rehabehandlung
eingetreten und habe am Ende in gebessertem Allgemeinzustand und
mit
gesteigerter Mobilisation des linken Schultergelenks entlassen werden können. Bis zum
2.
Januar 2017 sei der Beschwerdeführer nicht arbeitsfähig. Die anschliessende Arbeitsfähigkeit sei von den nachbehandelnden Kollegen zu evaluieren.
3.3.2
Am 2
6.
Mai 2017 führte
Dr.
med.
B._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie, erneut eine Re-Arthroskopie der linken Schulter durch.
Er hielt fest (Bericht vom
5.
September 2017,
Urk.
8/147), der Beschwerdeführer
habe ihn
nach der Operation im Oktober 2016 aufgrund postoperativer Schmerzen
für eine Zweitmeinung aufgesucht
. Nach Beginn eines Krafttraining
s
mit MTT im Dezem
ber 2016 seien die Schmerzen in der Schulter wieder vermehrt aufgetreten und
hätten sich bewegungseinschränkend ausgewirkt. Infolgedessen sei die erneute Operation vorgenommen worden. Nach dieser seien die Schmerzen nun
regre
dient
, bestünden aber nach wie vor, ebenso wie eine Belastungseinschränkung. Drei Monate postoperativ habe sich im August 2017 eine mögliche persistierende
Kapsulitis
gezeigt. Der Beschwerdeführer sei seit der Operation
im Mai
und noch bis zum
8.
Oktober
2017 arbeitsunfähig. Es bestünden
eine eingeschränkte Belastbarkeit und Schmerzen.
Am 2
8.
September 2017 berichtete
Dr.
B._
(
Urk.
8/150)
,
es bestünden
eine persistierende Inflammation und Schmerzhaftigkeit des linken Schultergelenks, wofür ein
humeraler
Knorpeldefekt verantwortlich sein könne. Eine Steroid-Injek
tion vor sechs Wochen habe nur einen temporären Effekt gezeigt. Er emp
fehle dem Beschwerdeführer daher, die Physiotherapie vorerst zu sistieren. Eine Arbeitstätigkeit sei dem Beschwerdeführer nach wie vor nicht zumutbar, da die linke Schulter bereits bei leichten Haushaltsarbeiten schmerze
; das Arztzeugnis werde entsprechend verlängert
.
Am 3
1.
Oktober 2017 liess
Dr.
B._
verlauten (
Urk.
8/151), die Schmerz
problematik habe sich
einigermassen stabilisiert
. Dies jedoch nur, weil der Be
schwerdeführer die linke Schulter nicht mehr oder lediglich leicht belaste. Er habe den Beschwerdeführer auf den
humeralen
Knorpeldefekt hingewiesen, welcher als einzige mögliche Schmerzursache in Frage komme. Er habe daher dazu geraten, eine
Hemiprothese
mit einem
Humeruskopfersatz
zu implantieren.
Das Arzt
zeug
nis werde verlängert.
3.3.3
Dem Bericht der integrierten Psychiatrie
C._
vom 3
1.
Oktober 2017
(
Urk.
8/152) ist zu entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer dort seit dem 27.
April 2017 in ambulanter Behandlung befindet.
Die Ärzte diagnostizierten eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig leichter bis mittelgradiger Episode. Aufgrund dessen könne sich der Beschwerdeführer derzeit nicht allzu gut konzentrieren und seine Auffassung sei noch etwas reduziert, sodass er ins
gesamt etwas verlangsamt sei. Ausserdem ermüde er schneller und sei dünn
häutig.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe ab dem
1.
Juli 2017 eine Arbeitsun
fähigkeit von etwa 20 – 40 %.
3.3.4
Dr.
B._
wiederum berichtete am 1
4.
November 2017 (
Urk.
8/155), der Beschwerdeführer verspüre unter Belastung weiterhin Schmerzen an der linken Schulter, weshalb er sich für die vorgeschlagene Operation mit Implantation einer
Hemiprothese
m
it
Humeruskopfersatz
entschieden habe.
Die Operation sei für den 1
7.
Januar 2018 geplant. Am 1
9.
Dezember 2017 teilte
Dr.
B._
mit, dass dieser Termin vorerst fallen gelassen werde, da der Beschwerdeführer kürzlich eine Lungenembolie erlitten habe (
Urk.
8/157).
Am 1
1.
April 2018 wurde dem Beschwerdeführer
schliesslich
eine
Hemiprothese
an d
er linken Schulter implantiert (vgl. Bericht vom 2
4.
Mai 2018,
Urk.
8/178-179).
Dr.
B._
berichtete, der Beschwerdeführer habe postoperativ bislang fünf Wochen
im
A._
zur Rehabilitation verbracht. Die Schmerzen seien initial recht ausgeprägt gewesen, im Verlauf jedoch zurückgegangen. Es zeige sich daher ein positiver postoperati
ver Verlauf mit guter
Schmerzreg
redienz
und bereits guter
assistiver
Mobilität der linken Schulter. In der Physiotherapie könne daher nun mit leichter Kräftigung und weiter aktiv-
assistiver
Mo
bilisation fortgefahren werden.
In seinem Bericht vom 1
4.
Juni 2018
(
Urk.
8/185)
führte
Dr.
B._
aus
, Mobi
lität, Kraft und Funktionalität der linken Schulter seien postoperativ noch eingeschränkt und es bestünden weiterhin Schmerzen im Bereich der
Subsca
pularissehne
.
Die Prognose sei fraglich mit wahrscheinlich persistierender Funk
tionseinschränkung der linken oberen Extremität. Die Arbeitsfähigkeit schätzte er auf 4 Stunden, im weiteren Verlauf möglicherweise auch 8 Stunden täglich mit einer verminderten Leistungs
fähigkeit von 60 %.
3.3.5
Am 1
8.
September 2018 berichtete
Dr.
B._
(
Urk.
3)
,
die seit Juni 2018
durchgeführten weiteren Verlaufskontrollen hätten ergeben, dass weiterhin pers
i
stierende und einschränkende Schmerzen in der linken Schulter bestünden
, welche schon das Schreiben mit einem Kugelschreiber sehr schwierig machten
. Es sei daher von einer minimalen Belastbarkeit der linken Schulter auszugehen. Er führe dies auf eine nicht ausreichende Zentrierung des linken Schultergelenks bei zwar noch vorhandener
Subscapularissehne
, aber stark verfetteter und insuf
fizienter Muskulatur zurück. Aktuell werde mittels Physiotherapie versucht
,
eine möglichst gute Zentrierung zu erreichen. Sollte dies nicht gelingen, bleibe die linke Schulter voraussichtlich schmerzbedingt nicht belastbar.
Es bleibe der weitere Verlauf abzuwarten. Für eine körperlich belastende Tätigkeit bleibe der Beschwerdeführer aber auch bei
tendentiell
positiver Entwicklung nicht ein
setz
bar
.
3.3.6
In seiner Stellungnahme vom 2
5.
Juni
2018 führte
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Chirurgie, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
,
RAD
, aus (
Urk.
8/189/4-5), dem Beschwerdeführer sei am 1
1.
April 2018 eine Schulterpro
these implantiert worden.
Dr.
B._
beschreibe einen regelrechten Sitz der Prothese mit wenig Schmerzen und guter
assistiver
Mobilität. Für die Dauer der Rekonvaleszenz von drei Monaten nach der Operation sei eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % zu erwarten. Danach sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit das voroperative Niveau erreicht (vgl.
Urk.
8/161/5-7; und der Beschwerdeführer demnach in einer angepassten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig).
4.
4.1
Mit Blick auf die aufliegenden Akten lässt sich erkennen, dass beim Beschwer
deführer seit der letztmaligen
Prüfung des Rentenanspruchs insbesondere eine Problematik im Zusammenhang mit der linken Schulter (vgl. E. 3.3.1, 3.3.2, 3.3.4
, 3.3.5
) sowie eine psychische Problematik (vgl. E. 3.3.3) hinzugetreten
sind
.
Die Schulterproblematik bedingte im Oktober 2016, Mai 2017 und April 2018 je eine Sch
ulteroperation, wobei
im April 2018 eine Prothese implantiert
wurde
. Im Anschluss
daran berichtete
Dr.
B._
zunächst
über
einen positiven Verla
uf,
hielt im Juni 2018 jedoch fest, dass die Prognose noch unklar und ungünstig sei. Die aktuelle und künftige Arbeitsfähigkeit konnte er nicht
genau benennen (vgl. E. 3.3.4).
Im September 2018 be
s
tätigte er zuhanden des Beschwerdeführers, dass weiterhin Schmerzen und Belastungseinschränkungen bestünden. Er hielt eine körperlich belastende Tätigkeit
zukünftig für nicht zumutbar und
wies
im Übrigen
darauf hin, dass der weitere Verlauf abzuwarten sei (vgl. E. 3.3.5).
Den Berichten
von
Dr.
B._
kann mithin keine abschliessende Beurteilung der Gesund
heits
schädigung oder dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit entnommen werden.
Insbesondere bleibt unklar, ob die von Dr.
B._
geschätzte Leis
tungseinschränkung von 60 % die (gesamte) aktuelle Leistungsfähigkeit abbildet oder von der attestierten Arbeitsfähigkeit von aktuell 4 Stunden in Abzug zu bringen ist (E. 3.3.4).
Eine abschliessende Beurteilung der Leistungsfähigkeit is
t gestützt darauf nicht möglich.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin kann hierfür
auch
nicht auf die Beurteilung ihres RAD-Arztes (vgl. E. 3.3.6) abgestellt werden. Die Stellungnahme von
Dr.
D._
datiert vom 2
5.
Juni 2018 und damit rund zwei Monate nach der Operation. Mit Blick auf die Berichte von
Dr.
B._
bestehen Hinweise da
rauf, dass der von
Dr.
D._
prognostizierte postoperative Verlauf (vollständige Rehabilitation innert drei Monaten) nicht eingetreten
ist
. Weitere Unterlagen,
welche über die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers Aufschluss geben könnten
, liegen nicht vor – so wurden insbesondere vo
m
Rehabilitation
s
auf
ent
halt
des Beschwerdeführers
im
A._
im Frühjahr/Sommer 2018 kein Bericht
eingeholt.
Schliesslich hat sich die Beschwerdegegnerin nicht dazu geäussert, ob sich aus psychiatrischer Sicht eine relevante Veränderung ergeben hat.
Vor diesem Hintergrund
kann nicht abschliessend beurteilt werden, ob eine an
spruchsrelevante Änderung des Gesundheitsschadens respektive der daraus resul
tierenden
Arbeitsfähigkeit
eingetreten ist.
4.
2
Zusammenfassend
ist festzuhalten, dass der Gesundheitszustand des Beschwer
de
führers und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit – und mithin die Frage, ob sich seit der Verfügung vom
6. März 2013
eine relevante Veränderung (
Art.
17 ATSG) zugetragen hat
–
mangels rechtskonformer
Sachverhaltsabkärung
nicht hinreichend beurteilt werden können. Es sind daher weitere medizinische Abklärungen erforderlich.
5.
In Aufhebung der angefochtenen Verfügung ist die Sache demnach an die Be
schwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese im Sinne der Erwägungen weitere Abklärungen vornimmt. Danach hat die Beschwerdegegnerin über
d
en An
spruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversicherung neu zu ent
schei
den. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen.
6
.
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG kostenpflichtig.
Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert im Rahmen von
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- fest
gelegt und vor
liegend auf Fr. 6
00.-- festgesetzt.
Die Rückweisung an die Verwaltung gilt nach ständiger Rechtsprechung als voll
ständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Gerichtskosten der Be
sch
werdegegnerin aufzuerlegen sind.