Decision ID: 67105501-e7e7-5ad7-8531-b7b6f05e0e6a
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war seit 2. April 2007 als Gartenarbeiter bei der
B._ AG angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt
(Suva) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten
versichert. Am 23. Februar 2019 erlitt der Versicherte einen Unfall, als der Vorarbeiter
auf einer Baustelle in C._ die Schaufel an einem Bagger ummontierte, um den
Versicherten darin hochzuheben. Nach ca. zehn Minuten löste sich die Halterung der
Schaufel, woraufhin der Versicherte aus mehreren Metern Höhe mit dem Gesäss und
dem rechten Ellenbogen auf dem Asphalt aufschlug (Suva-act. 1, 16-1). Auch schlug er
sich den Hinterkopf an (Suva-act. 8-1).
A.a.
Eine am 23. Februar 2019 im Spital D._ durchgeführte Computertomograpie
(CT) des Neurocraniums sowie des Gesichtsschädels hatte keine intrakranielle Blutung
und keine frische Fraktur des Neuro- und des Viscerocraniums ergeben. Die
gleichentags erfolgte CT des Halses, des Thorax, des Abdomens, der Wirbelsäule und
des Beckens hatte keinen Hinweis auf traumatische Organ- oder Weichteilläsionen,
jedoch eine Fraktur der anterioren Deckplatte des ersten Lendenwirbelkörpers (LWK1)
mit Höhenminderung der Vorderkante, ansonsten aber keine frischen traumatischen
Läsionen der ossären Strukturen hervorgebracht (Suva-act. 12). Mit
Kernspintomographie (MRI) der Lendenwirbelsäule (LWS) nativ vom 25. Februar 2019
war die Deckplattenimpressionsfraktur von LWK1 mit Beteiligung der Vorderkante
bestätigt worden. Hinweise auf eine Beteiligung der Hinterkante oder eine
diskoligamentäre Verletzung hatten sich nicht gezeigt (Suva-act. 13). Am 26. Februar
A.b.
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2019 wurde der Versicherte sodann wegen der beim Sturz vom 23. Februar 2019
ebenfalls erlittenen (traumatisch) eröffneten Bursa olecrani rechts am rechten
Ellenbogen operiert (Wundexzision, Bursektomie, Redoneinlage und Wundverschluss
Ellenbogen rechts; Suva-act. 4). Eine Röntgenuntersuchung im thoraco-lumbalen
Übergang vom 27. Februar 2019 ergab keinen Nachweis einer sekundären Dislokation,
keine neu höhengeminderten Wirbelkörper sowie ein ansonsten erhaltenes ventrales
und dorsales Alignment (Suva-act. 24). Mit Austrittsbericht vom 28. Februar 2019 (bei
Hospitalisation seit dem Unfalltag) diagnostizierten die verantwortlichen Ärzte des
D._ eine Deckplattenimpressionsfraktur LWK1 Typ A1 nach AOSpine, eine
traumatisch eröffnete Bursa olecrani rechts, ein leichtes Schädelhirntrauma mit
Rissquetschwunde occipital, eine posttraumatische Belastungsstörung und
anamnestisch eine konservativ behandelte Diskushernie im LWS-Bereich. Der
Versicherte habe im Rahmen des Traumas über Einschlafstörungen geklagt, weswegen
nach Beurteilung durch die Kollegen der Psychiatrie eine medikamentöse Therapie
installiert worden sei (Suva-act. 8).
Bei anhaltender Schmerzproblematik im Rücken erfolgten am 13. März, 10. April
und 29. Mai 2019 Röntgenuntersuchungen im thoraco-lumbalen Übergang. Diese
zeigten im Verlauf eine leichte Sinterung der Vorderkante, differentialdiagnostisch
projektionsbedingt, bei erhaltenem Alignment sowie, soweit radiologisch beurteilbar,
keine Beteiligung der Hinterkante (Suva-act. 20 f., 30-2). Die verantwortlichen Ärzte des
D._ sahen mit Bericht vom 17. Juni 2019 die leichte Sinterung als für die
Beschwerden ursächlich an und klärten den Versicherten über die Möglichkeit einer
operativen Versorgung auf, welche dieser ablehnte. Die Ärzte empfahlen die
Weiterführung der Physiotherapie in intensivierter Form, besonders zur Stärkung der
Rückenmuskulatur (Suva-act. 30-2).
A.c.
Eine weitere Röntgenuntersuchung im thoraco-lumbalen Übergang vom 18.
September 2019 ergab kein Nachsintern der Fraktur, jedoch eine minimale
Retrolisthese von LWK1 gegenüber LWK2 mit ventral vermehrt klaffendem
Bandscheibenfach (Suva-act. 62-2, 69). Zur Beurteilung frischer Frakturanteile erfolgte
am 23. September 2019 ein weiteres MRI der LWS nativ. Dieses zeigte eine
Nachsinterung der bekannten Deckplattenimpression LWK1 mit nun
Keilwirbelkonfiguration und neu aufgetretenem Schmorl'-Knoten in der Deckplatte, ein
A.d.
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leicht zunehmendes Knochenmarködem, keine Neurokompression, einen deutlichen
Facettengelenkserguss LWK1/2 beidseits, eine zunehmende Bandscheibenextrusion
LWK5/SWK1 paramedian rechts mit rezessalem Kontakt zur Nervenwurzel S1 rechts
sowie eine progrediente osteoligamentäre Enge des Neuroforamens LWK5/SWK1
beidseits mit Kontakt zu den Nervenwurzeln L5 beidseits, rechts mehr als links (Suva-
act. 65-2, 72). Die verantwortlichen Ärzte des D._ führten mit Bericht vom 16.
Oktober 2019 aus, dass acht Monate nach dem Unfall keine Heilungstendenz der
LWK1 Fraktur unter konservativer Therapie mehr bestehe. Die Schmerzen seien
bildmorphologisch gut nachvollziehbar im Sinne einer nicht ausgeheilten
Wirbelsäulenverletzung. Durch eine operative Stabilisierung der Fraktur könnten
gemäss ihrer Meinung die Schmerzen deutlich gebessert werden (Suva-act. 65-2).
Dieser Beurteilung schloss sich Kreisarzt Dr. med. E._, Facharzt Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie, an (Suva-act. 70).
Dr. med. F._, Oberarzt an der Klinik G._, Wirbelsäulenchirurgie, Orthopädie
und Neurochirurgie, welchen der Versicherte für eine Zweitmeinung aufsuchte,
veranlasste weitere Bildgebungen der LWS (Röntgen am 11. und CT am 13. November
2019). Dr. F._ stellte mit Bericht vom 3. Dezember 2019 eine verheilte
Kompressionsfraktur L1 mit einer segmentalen Kyphosierung von 13°, eine
progrediente posttraumatische Diskusdegeneration Th12/L1 und eine
Kompressionsfraktur von L1 mit kreisrundem Defekt der Deckplatte L1, ohne weitere
Sinterung, jedoch mit einer beginnenden ventralen Überbauungsreaktion, fest. Es
könne über eine operative Versorgung mittels dorsaler Spondylodese sowie
intersomatischer Abstützung in TLIF-Technik diskutiert werden. Es handle sich um eine
relative Operationsindikation, wobei sich der Versicherte noch nicht entschieden habe,
ob er einem operativen Vorgehen zustimmen werde. Es werde zwischenzeitlich ein
Wiederbeginn der Physiotherapie zur Kräftigung der Rumpfmuskulatur und eine
Steigerung der körperlichen Aktivität mit Velofahren und Schwimmen empfohlen (Suva-
act. 78).
A.e.
In der Röntgenuntersuchung vom 12. März 2020 zeigte sich unverändert eine
segmentale Kyphosierung von 13° im Bereich von L1. Mit Bericht vom 12. März 2020
führte Dr. F._ aus, dass sich der Versicherte nach wie vor nicht für eine Operation
entscheiden könne. Er gehe davon aus, dass ein Grossteil der Beschwerden aber auch
A.f.
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muskulärer Genese sei und könne somit nur eingeschränkt voraussagen, inwieweit der
Versicherte von einer Operation profitieren würde. Eine Facettengelenksinfiltration
lehne der Versicherte ab. Er sei im Beruf als Bauarbeiter mit Sicherheit 100 %
arbeitsunfähig. Aus diesem Grund empfehle er eine berufliche Tätigkeit mit reduzierter
körperlicher Aktivität, wo es dem Versicherten möglich sei, zwischen Sitzen, Stehen
und Gehen zu wechseln (Suva-act. 106).
Mit Bericht vom 15. April 2020 diagnostizierte Kreisarzt Dr. E._ gestützt auf die
Akten einen Status nach Kompressionsfraktur LWK1 am 23. Februar 2019 (gemäss
Kontrolle vom 12. März 2020 eine verheilte Kompressionsfraktur L1 mit segmentaler
Kyphosierung 13° und Diskusschädigung Th12/L1 bei erhaltener Lendenlordose und
weitestgehend erhaltener Höhe der lumbalen Bandscheibenfächer). Aus
versicherungsmedizinischer Sicht würden stabile Verhältnisse vorliegen, auch wenn die
Klinik G._ noch eine weitergehende physiotherapeutische Betreuung empfohlen
habe. Diese zusätzliche Behandlung werde die Situation höchstens graduell
verbessern, eine Änderung der Arbeitsfähigkeit – und damit eine erhebliche
Verbesserung des Zustands – sei dabei nicht zu erwarten. Die Tätigkeit als
Gartenarbeiter sei andauernd nicht mehr möglich. Vollzeitig und vollschichtig zumutbar
sei eine rückenschonende, leichte bis höchstens mittelschwere, wechselbelastende
Tätigkeit. Dabei seien Tätigkeiten in ungünstiger Körperhaltung (vornübergebeugt,
seitwärts geneigt oder rekliniert) nicht zumutbar. Möglich sei das Heben von Lasten
von zehn bis 15 Kilogramm und ein länger dauerndes Tragen von fünf bis zehn
Kilogramm. Den Integritätsschaden schätzte Dr. E._ auf 20 % (Suva-act. 112).
A.g.
Am 17. April 2020 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass die
Taggeldleistungen per Juli 2020 eingestellt würden (Suva-act 117). Mit Verfügung vom
15. Mai 2020 sprach die Suva dem Versicherten eine Integritätsentschädigung von Fr.
29'640.-- (Integritätsschaden 20 %) zu und lehnte einen Rentenanspruch ab (Suva-act.
131). Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Oskar Gysler,
Zürich, am 12. Juni 2020 Einsprache (Suva-act. 136).
A.h.
Mit Schreiben vom 26. Juni 2020 nahm die Suva die Verfügung vom 15. Mai 2020
vollumfänglich zurück und ordnete eine kreisärztliche Untersuchung an (Suva-act. 141).
Diese wurde am 8. Juli 2020 durch Dr. med. H._, Facharzt für Orthopädische
A.i.
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B.
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, durchgeführt. Dr. H._
diagnostizierte anhaltende nicht-radikuläre Restbeschwerden rechtsbetont bei
überwiegend muskulärer Dysbalance paravertebral nach Kompressionsfraktur L1,
einen Status nach leichtem Schädelhirntrauma mit folgenloser Ausheilung und einen
Status nach Bursektomie und Wundverschluss Ellenbogen rechts mit leichten nicht-
radikulären sensorischen passageren Störungen ohne Funktionsdefizit der rechten
oberen Extremität. Die Beschwerden am thoraco-lumbalen Übergang seien
überwiegend muskulärer Natur. Eine erhebliche Verbesserung der Schmerzsituation sei
nach knapp eineinhalb Jahren konservativer Frakturbehandlung nicht mehr zu
erwarten. Eine Operationsindikation bestehe nicht. Dr. H._ bestätigte vollumfänglich
die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung und die Schätzung des Integritätsschadens durch Dr.
E._ vom 15. April 2020 (Suva-act. 145).
Am 22. Juli 2020 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass die Taggeldleistungen
per 31. August 2020 eingestellt würden (Suva-act 146). Mit Verfügung vom 4. August
2020 sprach die Suva dem Versicherten eine Integritätsentschädigung von Fr.
29'640.-- (Integritätsschaden 20 %) zu und lehnte einen Rentenanspruch ab (Suva-act.
149).
A.j.
Gegen die Verfügung vom 4. August 2020 erhob der Versicherte, weiterhin
vertreten durch Rechtsanwalt Gysler, am 14. September 2020 Einsprache. Der
Fallabschluss sei verfrüht erfolgt, nachdem in psychischer Hinsicht, bei Bejahung der
Adäquanz, noch nicht von einem Endzustand ausgegangen werden könne. Im Weiteren
bestehe infolge der Schmerzen auch in einer leidensangepassten Tätigkeit eine
Arbeitsunfähigkeit von 60 %. Es habe eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen
zu erfolgen und die Integritätsentschädigung sei angemessen zu erhöhen (Suva-act.
154).
B.a.
Am 3. November 2020 reichte Rechtsanwalt Gysler Berichte des Zentrums K._
vom 20. Oktober 2020 sowie der Klinik L._ des D._ vom 4. Juni 2020 ein (Suva-act.
161 ff.). Am 17. November 2020 legte er zudem einen Bericht von Dr. med. I._, FMH
Psychiatrie und Psychotherapie, vom 15. November 2020, vor (Suva-act. 167 f.).
B.b.
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C.
Mit Entscheid vom 17. November 2020 wies die Suva die Einsprache bei
Verneinung der Adäquanz der psychischen Beschwerden und bei Abstellen auf die
kreisärztlichen Beurteilungen bezüglich der somatischen Problematik ab (Suva-act.
164).
B.c.
Gegen den Einspracheentscheid vom 17. November 2020 erhob Rechtsanwalt
Gysler für den Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 4. Januar 2021
Beschwerde. Der Einspracheentscheid sei vollumfänglich aufzuheben. Es sei
festzustellen, dass der Fallabschluss verfrüht erfolgt sei und es seien dem
Beschwerdeführer weiterhin das Taggeld sowie Heilungskosten auszurichten. Es sei
eine polydisziplinäre Begutachtung (Orthopädie, Psychiatrie und Neuropsychologie)
vorzunehmen. Über die Integritätsentschädigung sowie Invalidenrente sei erst nach
Fallabschluss zu verfügen. Eventualiter sei dem Beschwerdeführer eine
Integritätsentschädigung von mindestens 50 % zuzusprechen. Eventualiter sei dem
Beschwerdeführer eine Invalidenrente von mindestens 60 % zuzusprechen. Es sei dem
Beschwerdeführer ein unentgeltlicher Rechtsbeistand in der Person des
Unterzeichnenden beizugeben. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl.
Mehrwertsteuer; act. G 1).
C.a.
In der Beschwerdeantwort vom 11. Februar 2021 beantragte die Suva
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde sowie die
Bestätigung des Einspracheentscheids (act. G 4).
C.b.
Am 18. März 2021 wurde dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwalt Gysler entsprochen (act. G 10).
C.c.
Mit Replik vom 26. März 2021 liess der Beschwerdeführer durch seinen
Rechtsvertreter unverändert an seinen Anträgen und deren Begründungen festhalten
(act. G 12). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine umfassende Duplik, erneuerte
den Antrag auf Abweisung und verwies zur Begründung auf die Beschwerdeantwort
(act. G 14).
C.d.
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Erwägungen
1.
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beantragt vorab die Feststellung, dass der
Fallabschluss auf den 31. August 2020 verfrüht erfolgt sei. Entsprechend seien dem
Beschwerdeführer weiterhin Taggelder und Heilbehandlungskosten auszurichten.
Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der
übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
C.e.
Nach Gesetz und Rechtsprechung hat der Unfallversicherer den Fall (unter Ein
stellung der vorübergehenden Leistungen Heilbehandlung und Taggeld sowie mit
Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung)
abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der (unfallbedingten) ärztlichen Behandlung
keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr
erwartet werden kann (sogenannter medizinischer Endzustand) und allfällige
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]; BGE 134 V
113 ff. E. 4). Die Besserung bestimmt sich namentlich nach Massgabe der zu
erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit
unfallbedingt beeinträchtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende
Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht.
Diese Frage ist prospektiv zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Juli 2016,
8C_285/2016, E. 7.1).
1.1.
Es ist unbestritten (act. G 1 S. 6) und medizinisch ausgewiesen (Suva-act. 112,
145), dass in somatischer Hinsicht der medizinische Endzustand per 31. August 2020
erreicht bzw. diesbezüglich durch ärztliche Behandlungen keine namhafte Besserung
mehr zu erwarten war. Entsprechend erfolgte der Fallabschluss in Bezug auf die
somatische Problematik nicht verfrüht. Ebenfalls ausgewiesen ist, dass zu diesem
Zeitpunkt weiterhin somatische Unfallfolgen in Form von nicht-radikulären
Restbeschwerden rechtsbetont nach konservativ versorgter Kompressionsfraktur L1
vorlagen, welche die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen und in die Leistungsbeurteilung
miteinzubeziehen sind.
1.2.
Umstritten und zu prüfen ist hingegen, ob auch die psychischen Beschwerden,
namentlich die diagnostizierte posttraumatische Belastungsstörung, das depressive
1.3.
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2.
Leiden (vgl. Suva-act. 163) sowie die neurokognitive Funktionsstörung ohne
organisches Korrelat (Suva-act. 162), welche ebenfalls den psychischen Beschwerden
zugeordnet wird (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. April 2007, U 321/06, E. 4.1),
dem Unfall vom ._ Februar 2019 anzulasten und in die Leistungsbeurteilung (in
Bezug auf die vorübergehenden Leistungen [Heilbehandlung und Taggeld], aber auch
bezüglich der Dauerleistungen [Rente und Integritätsentschädigung]) einzubeziehen
sind. Je nachdem bedarf es auch bezüglich dieser Beschwerden eines ausgewiesenen
medizinischen Endzustands für den Fallabschluss (vgl. dazu die Entscheide des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. März 2020, UV 2018/10, E. 2.1,
mit Hinweisen, sowie vom 29. März 2021, UV 2019/80, E. 1.2).
Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung bildet die
Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur für
Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten
Unfallereignis zusammenhängen (André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/
Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum
schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG];
Irene Hofer, N 63 ff. zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli
[Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK
UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer (Hrsg.), Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Die Adäquanz
spielt im Sozialversicherungsrecht als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem
natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im
Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich
hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 140 V 358 E.
3.2). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist eine
eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu
differenzieren ist. Zunächst ist festzustellen, ob der Versicherte beim Unfall ein
Schleudertrauma der Halswirbelsäule (HWS) oder einen äquivalenten
Verletzungsmechanismus oder ein Schädelhirntrauma erlitten hat, dessen Folgen sich
mit jenen eines Schleudertraumas vergleichen lassen, oder ob es sich um einen Unfall
mit anderen somatischen Verletzungen und gesundheitlichen Folgen handelt. Im
letzteren Fall erfolgt die Adäquanzbeurteilung psychischer Unfallfolgen nach den in
BGE 115 V 133 ff. entwickelten Kriterien (sogenannte Psycho-Praxis). Bei Unfällen mit
Schleudertrauma, mit einer diesem gleichgestellten Verletzung der HWS oder einem
2.1.
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Schädelhirntrauma ist hingegen die Adäquanz gemäss BGE 117 V 359 ff., präzisiert in
BGE 134 V 126 ff. E. 10, zu beurteilen (sogenannte Schleudertrauma-Praxis). Der
Unterschied besteht darin, dass bei Unfällen mit Schleudertrauma der HWS, einer
äquivalenten Verletzung oder einem Schädelhirntrauma auf eine Differenzierung
zwischen physischen und psychischen Unfallfolgen verzichtet wird, während bei den
übrigen Unfällen für die Beurteilung der Adäquanz psychischer Fehlentwicklungen
lediglich das Unfallereignis als solches und die dabei erlittenen körperlichen
Gesundheitsschäden sowie deren objektive Folgen massgebend sind (vgl. u.a. Urteil
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 7. November 2002, U 377/01,
E. 4.3).
Die Prüfung der Adäquanz ist bei Anwendung der Psycho-Praxis in jenem
Zeitpunkt vorzunehmen, in dem von der Fortsetzung der auf die somatischen Leiden
gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann (BGE 134 V 116 E. 6.1; Urteil des
Bundesgerichts vom 13. Juli 2017, 8C_184/2017, E. 2.2). Bei der Schleudertrauma-
Praxis ist dies der Zeitpunkt, in dem von der Fortsetzung der auf das Schleudertrauma-
Beschwerdebild – dessen psychische und physische Komponenten nicht leicht zu
differenzieren sind – gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung
mehr zu erwarten ist (BGE 134 V 115 ff. E. 4.3, 6.2; Urteil des Bundesgerichts vom 22.
August 2018, 8C_114/2018, E. 4).
2.2.
Im vorliegenden Fall hat die Adäquanzbeurteilung der psychischen Problematik
nach der Psycho-Praxis zu erfolgen. Ein Schleudertrauma der HWS oder ein
äquivalenter Verletzungsmechanismus sind nicht aktenkundig. Auch das erlittene
leichte Schädelhirntrauma bei unauffälligem Befund (GCS 15, keine intrakranielle
Blutung, keine frische Fraktur; vgl. Suva-act. 8) führt rechtsprechungsgemäss nicht
dazu, dass die Schleudertrauma-Praxis zur Anwendung gelangt (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 18. April 2016, 8C_75/2016, E. 4.2; vgl. ferner Urteil des EVG vom
13. Juni 2005, U 276/04, E. 2.2.1 f.). Dies leuchtet auch für den vorliegenden Fall ein,
nachdem das erlittene leichte Schädelhirntrauma ohne organische Folgen blieb bzw.
der aktenkundige Verletzungsmechanismus die anhaltenden neurokognitiven Defizite
nicht zu erklären vermag und diese überwiegend wahrscheinlich anderen Ursprungs
sind (Suva-act. 162-1 f.). Entsprechend erfolgte die Prüfung der Adäquanz nicht
verfrüht, nachdem bereits dargelegt wurde (vgl. vorstehende E. 1.2), dass von der
Fortsetzung der auf die somatischen Unfallfolgen gerichteten ärztlichen Behandlung
keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten war.
2.3.
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/fr/php/aza/http/index.php?lang=fr&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-359%3Afr&number_of_ranks=0#page359
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Ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, wenn dem Unfall eine massgebende
Bedeutung für die Entstehung der nicht (hinreichend) objektivierbaren bzw.
psychischen Beschwerden zukommt. In objektivierter Betrachtungsweise werden die
Unfälle nach ihrer erfahrungsgemässen Eignung, psychische Beschwerden zu
bewirken, eingeteilt in banale und leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle
andererseits und in einen dazwischenliegenden Bereich der mittelschweren Unfälle. Bei
banalen Unfällen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und
psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden, weil
auf Grund der allgemeinen Lebenserfahrung davon ausgegangen werden kann, dass
ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen invalidisierenden psychischen
Gesundheitsschaden zu verursachen. Bei einem schweren Unfall, welcher
rechtsprechungsgemäss indes nur selten angenommen wird (vgl. dazu Rumo-Jungo/
Holzer, a.a.O., S. 62), ist der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel zu bejahen,
denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen
Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische
Gesundheitsschäden zu bewirken. Bei Unfällen im mittleren Bereich lässt sich die
Frage, ob zwischen dem Unfall und der psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit ein
adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalls allein schlüssig
beantworten. Vielmehr sind weitere, objektiv fassbare Umstände, welche unmittelbar
mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folge davon
erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Die wichtigsten Kriterien sind
dabei besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des
Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung, insbesondere ihre
erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; ungewöhnlich
lange Dauer der ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen; ärztliche
Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger
Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sowie Grad und Dauer der physisch
bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 115 V 138 ff. E. 6 f.). Um die adäquate Kausalität
bejahen zu können, müssen nicht alle Umstände gegeben sein. Bei einem
mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den schweren Ereignissen genügt ein
Kriterium. Ansonsten müssen mehrere unfallbezogene Kriterien bejaht werden können,
falls keinem Kriterium besonderes Gewicht zukommt (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S.
62 ff.). Bei mittelschweren Unfällen im engeren Sinn genügen drei Adäquanzkriterien,
bei Unfällen im mittleren Bereich an der Grenze zu den leichten Unfällen sind hingegen
vier Adäquanzkriterien zu erfüllen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 29. Januar
2010, 8C_897/2009, E. 4.5, und vom 7. Dezember 2009, 8C_487/2009, E. 5 mit
Hinweis). Bei der Prüfung der Adäquanzkriterien sind, wie erwähnt, die Folgen der
2.4.
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organisch nicht ausgewiesenen Beschwerden nicht in die Beurteilung miteinzubeziehen
(vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 28. April 2010, 8C_903/2009, E. 4.6).
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers führt aus, dass es sich beim Sturz
vom 23. Februar 2019 um einen mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den
schweren Ereignissen handelte (act. G 1 S. 7 f.). Die Beschwerdegegnerin qualifiziert
das Ereignis als mittelschwer im mittleren Bereich bzw. engeren Sinn. Der
Beschwerdeführer stürzte unbestrittenermassen aus einer Schaufel eines Baggers, als
er eine Tafel bzw. eine Höhenbegrenzungslatte, welche die Parkhaushöhe anzeigen
sollte, anbringen wollte. Dabei fiel er aus mehreren Metern auf den Asphalt, wo er mit
dem Hintern sowie dem rechten Ellenbogen aufschlug (Suva-act. 16-1). Im Weiteren
stiess er sich den Hinterkopf an (Suva-act. 8-1). Praxisgemäss werden Stürze aus einer
Höhe von zwei bis vier Metern in die Tiefe noch als im engeren Sinne mittelschwere
Unfälle qualifiziert (Urteil des Bundesgerichts vom 19. April 2017, 8C_44/2017, E. 5.2
mit Hinweisen). Die Sturzhöhe bemisst sich nicht nach dem Abstand des Kopfes,
sondern nach demjenigen der Füsse des Beschwerdeführers bzw. der ihn tragenden
Fläche vom Boden (Urteil des Bundesgerichts vom 10. Mai 2019, 8C_632/2018, E. 8.3).
Aus einem Bericht des Forensischen Instituts Zürich vom 24. März 2019 geht hervor,
dass die maximale Höhe für das Parkhaus mit 3.95 Metern beschildert ist (Suva-act.
134-3), wobei eine Sturzhöhe von zweieinhalb bis drei Metern vermutet werde (Suva-
act. 134-10). Dies leuchtet ein, nachdem eine Höhenbegrenzungslatte auf rund vier
Metern angebracht werden sollte. Die Qualifizierung des Unfalls als mittelschweres
Ereignis im engeren Sinn ist damit in Beachtung der Rechtsprechung gerechtfertigt.
Daran vermag der Umstand, dass der Beschwerdeführer zusammen mit der Schaufel
zu Boden gegangen ist, nichts zu ändern, zumal nicht geltend gemacht wird, die
Schaufel hätte den Beschwerdeführer beim Sturz oder nach dem Aufprall in irgendeiner
Weise tangiert. Aufgrund der objektiviert betrachteten Schwere des Unfalls bedarf es
zur Bejahung der Adäquanz der psychischen Beschwerden demnach der Erfüllung von
drei Adäquanzkriterien in einfacher Form oder eines, wenn ihm besonderes Gewicht
zufällt.
2.5.
2.6.
Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen
Eindrücklichkeit ist objektiv zu beurteilen und nicht aufgrund des subjektiven
Empfindens bzw. des Angstgefühls der versicherten Person. Zu beachten ist auch,
dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist,
welche somit noch nicht für die Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (Rumo-
2.6.1.
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Jungo/Holzer, a.a.O., S. 69, mit Verweis auf die Rechtsprechung). Besonders
dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit sind nicht
ersichtlich. Es bestand keine akute Lebensgefahr. Aus den Akten ergeben sich im
Weiteren keine Anhaltspunkte dafür, dass Gefahr bestand, dass die Schaufel nach dem
Aufprall auf den Beschwerdeführer hätte fallen oder rollen können. Ein solches
Geschehen wurde während des Verwaltungsverfahrens auch nicht geltend gemacht
(vgl. insbesondere Suva-act. 16-1). Die vorgetragene, aus objektiver Sicht
unberechtigte Todesangst bezog sich sodann nicht auf das Unfallereignis an sich,
sondern auf die dabei erlittenen Verletzungen (Suva-act. 163-3).
Beim Unfall vom 23. Februar 2019 erlitt der Beschwerdeführer eine
Deckplattenimpressionsfraktur LWK1, eine Verletzung am rechten Ellenbogen sowie
ein leichtes Schädelhirntrauma mit Rissquetschwunde (Suva-act. 8-1). Diese
Verletzungen können weder aufgrund der medizinischen Unterlagen noch der
Vorbringen des Beschwerdeführers als schwer oder von besonderer Art qualifiziert
werden. Insbesondere handelte es sich bei der Deckplattenimpressionsfraktur um
keine instabile Fraktur (anders als im Urteil des Bundesgerichts vom 26. Juni 2009,
8C_116/2009, E. 4.3). Die Hinterkante war nicht beteiligt (vgl. u.a. Suva-act. 13) und es
bestand somit keine Gefahr, dass das Rückenmark durch verschobene
Knochenbruchstücke verletzt wird. Dieses Kriterium ist damit nicht erfüllt.
2.6.2.
Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung
somatischer Beschwerden ist nicht allein nach einem zeitlichen Massstab zu beurteilen.
Von Bedeutung sind vielmehr auch Art und Intensität der Behandlung sowie der
Umstand, inwieweit noch eine Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten ist.
Es muss, gesamthaft betrachtet, eine kontinuierliche, mit einer gewissen
Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche
Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer gegeben sein (Urteil des Bundesgerichts
vom 10. Mai 2019, 8C_632/2018, E. 10.1). Der Beschwerdeführer wurde in Bezug auf
die relevante Rückenproblematik konservativ behandelt. Es wurden lediglich
regelmässig Physiotherapien verordnet und Schmerzmittel verabreicht. Die
Abklärungen der Schmerzursachen mittels Röntgen- und MRI-Untersuchungen
erfolgten ambulant. Eine stationäre Behandlung/Rehabilitation wurde nicht
durchgeführt. Damit ist im Sinne der Rechtsprechung das Kriterium der ungewöhnlich
langen Dauer der seit dem Unfall auf die somatischen Leiden zielenden ärztlichen
Behandlung nicht nur aufgrund der zeitlichen Komponente, sondern auch mangels
Vorliegens ausserordentlich belastender Eingriffe nicht erfüllt.
2.6.3.
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Das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen ist in einfacher Form erfüllt. Der
Beschwerdeführer leidet seit dem Unfall und über den Fallabschluss hinaus an
geringen Dauerschmerzen, welche gemäss kreisärztlicher Einschätzung über mässige
Beanspruchungsschmerzen gemäss Suva-Tabelle 7 (Integritätsschaden bei Wirbel
säulenaffektionen; https://www.suva.ch/de-CH/material/Dokumentationen/tabelle-07-
integritaetsschaden-bei-wirbelsaeulenaffektionen, eingesehen am 19. November 2021)
hinausgehen (Suva-act. 112-2).
2.6.4.
Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert
hat, ist nicht erkennbar (vgl. dazu Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 72, mit Verweis auf
die Rechtsprechung) und dieses Kriterium damit nicht erfüllt.
2.6.5.
Dass keine durchgehende Beschwerdefreiheit erreicht wurde, genügt nicht für
das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und/oder erheblicher Komplikationen.
Es bedürfte besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 27. Mai 2010, 8C_29/2010, E. 5.3.2). Solche Gründe liegen
hier nicht vor. Das Kriterium ist daher nicht gegeben.
2.6.6.
Dem Beschwerdeführer ist aufgrund der somatischen Unfallfolgen die
angestammte Tätigkeit als Gartenarbeiter seit dem Unfallereignis nicht mehr zumutbar.
Er bleibt diesbezüglich zu 100 % arbeitsunfähig. In angepassten Tätigkeiten wird ihm
zwar nach 14 Monaten eine vollzeitige und vollschichtige Arbeitsfähigkeit attestiert
(Suva-act. 112-2, 145-10). Aufgrund der vollständigen Arbeitsunfähigkeit von über
einem Jahr und der bleibenden Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit,
was letztlich zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses führte (Suva-act. 105-2), ist das
Kriterium des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit in
einfacher Form erfüllt (vgl. dazu die Beispiele im Urteil des EVG vom 30. August 2001,
U 56/00, E. 3d/aa).
2.6.7.
Zusammengefasst ist festzuhalten, dass entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers lediglich die Kriterien der körperlichen Dauerschmerzen und des
Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit in nicht besonders
ausgeprägter Form erfüllt sind. Mangels Erfüllens genügender Adäquanzkriterien ist
damit der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 23.
Februar 2019 und den psychischen Beschwerden zu verneinen. Anders gesagt kommt
dem Unfall keine massgebende Bedeutung für die Entstehung der psychischen bzw.
nicht somatisch objektivierbaren Beschwerden zu. Aufgrund dieser Beurteilung kann
praxisgemäss die Frage nach einer natürlichen Kausalität der entsprechenden
Beschwerden zum versicherten Unfallereignis offenbleiben (BGE 135 V 472 E. 5.1).
2.7.
https://www.suva.ch/de-CH/material/Dokumentationen/tabelle-07-integritaetsschaden-bei-wirbelsaeulenaffektionen
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3.
Nach dem Gesagten (vgl. vorstehende E. 2) sind einzig die Auswirkungen der
unfallkausalen somatischen Problematik am Rücken (vgl. vorstehende E. 1.2) in die
Rentenbeurteilung bzw. die Ermittlung des Invaliditätsgrads einzubeziehen.
Diesbezüglich besteht Uneinigkeit in Bezug auf die zumutbare Arbeitsfähigkeit
aufgrund der Einschränkungen. Während die Beschwerdegegnerin gestützt auf die
kreisärztlichen Beurteilungen trotz Unfallfolgen von einer vollen Leistungsfähigkeit in
angepassten Tätigkeiten ausgeht, erachtet der Beschwerdeführer die kreisärztliche
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung für nicht beweiskräftig.
Diesbezüglich bedarf es somit keines medizinischen Endzustands für die Berechtigung
des Fallabschlusses. Der Fallabschluss mit Einstellung der vorübergehenden
Leistungen erfolgte damit nicht verfrüht und die Beschwerde ist in diesem Punkt
abzuweisen. Die psychischen Beschwerden sind mangels Adäquanz auch nicht in die
Beurteilung der Dauerleistungen (Rentenanspruch, Integritätsentschädigung)
miteinzubeziehen.
Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 % invalid, so hat
sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Für die Bestimmung des
Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (sogenanntes Valideneinkommen; Art. 16 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Um den
Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das
Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere
Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es,
den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem
Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist
(BGE 125 V 261 E. 4). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61
lit. c ATSG). Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen
und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen
und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
3.1.
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Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Bezüglich Beweiswert eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in
der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen
Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des
Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen einholen, können
beweistauglich sein. An deren Beweiswürdigung sind indes strenge Anforderungen zu
stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (BGE 135 V 470 f. E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt im Urteil des
Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3). Erachtet das
Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen
bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne
Weiterungen abschliessen. Diesfalls besteht kein Anspruch auf Beizug
versicherungsexterner medizinischer Gutachten (BGE 135 V 465, BGE 122 V 157).
Die kreisärztliche Beurteilung von Dr. H._ vom 9. Juli 2020 beruht auf einer
eigenhändigen und umfassenden Untersuchung vom 8. Juli 2020 mit entsprechender
Befunderhebung (Suva-act. 145-7 f.). Sie wurde in Kenntnis und Würdigung der
Vorakten (inklusive der bildgebenden Befunde) erstellt (Suva-act. 145-1 ff., 8), wobei
die beklagten Beschwerden Berücksichtigung fanden (Suva-act. 145-6 f.). Insgesamt
sind keine Anhaltspunkte erkennbar, dass bis zum Untersuchungszeitpunkt objektiv
wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden sind. Gestützt auf die festgestellten
Beeinträchtigungen (nicht-radikuläre Restbeschwerden rechtsbetont bei überwiegend
muskulärer Dysbalance paravertebral nach konservativ versorgter Kompressionsfraktur
L1, leichte nicht-radikuläre sensorische passagere Störungen ohne Funktionsdefizit der
rechten oberen Extremität; Suva-act. 145-9) ist es schlüssig und nachvollziehbar, dass
die Tätigkeit als Gartenarbeiter, welche schwer ist und Zwangshaltungen des Rückens
bedingt, nicht mehr ausführbar ist, in leidensadaptierter Tätigkeit aber ein
vollschichtiges Pensum zumutbar bleibt. Das beschriebene Belastungsprofil (leichte bis
maximal mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten ohne ungünstige
Wirbelsäulenkörperhaltungen [mit zumutbarem kurzzeitigem Heben von Lasten von
zehn bis 15 Kilogramm bei guter Rückenhygiene und länger dauerndem Tragen von
fünf bis zehn Kilogramm]; Suva-act. 145-10) erscheint zur Vermeidung von erheblichen
Belastungsschmerzen am Rücken schlüssig. Auch den Störungen der rechten oberen
3.2.
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4.
Ausgehend von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ist im
Extremität ist genügend Rechnung getragen. Insgesamt vermag die kreisärztliche
Beurteilung den Anforderungen, welche die Rechtsprechung an den Beweiswert eines
ärztlichen Berichts stellt (vgl. dazu vorstehende E. 3.1), ohne weiteres zu genügen.
Geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Beurteilung von Dr. H._
ergeben sich auch nicht durch die Berichte der behandelnden Ärzte. Dr. F._ empfahl
mit Bericht vom 12. März 2020 eine berufliche Tätigkeit mit reduzierter körperlicher
Aktivität, welche es dem Beschwerdeführer ermögliche, zwischen Sitzen, Stehen und
Gehen zu wechseln (Suva-act. 106-3). Diese Anforderung an eine angepasste Tätigkeit
wird auch vom Kreisarzt gestellt. Der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med. J._,
Allgemeinmedizin FMH, spricht sich mit Bericht vom 6. September 2020 zwar lediglich
für eine Arbeitsfähigkeit von 60 % in angepasster Tätigkeit bei erhöhtem Pausenbedarf
aus. Auch erachtet er die veranschlagten Gewichte als zu hoch (Suva-act. 155-2 f.). Dr.
J._ gewichtet bei seiner Beurteilung indes einzig die Schmerzproblematik stärker,
benennt dabei aber keine Aspekte, welche im Rahmen der kreisärztlichen Beurteilung
unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären. Entsprechend vermag er keine auch nur
geringen Zweifel an der Beurteilung von Dr. H._ zu wecken, zumal es schlüssig
erscheint, dass mit dem rückenentlastenden Zumutbarkeitsprofil der objektivierbaren
Schmerzproblematik auch ohne zusätzliche Pausen während der Arbeitszeit genügend
Rechnung getragen wird. Bezüglich der Einschätzung von Dr. J._ ist zudem der
Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten
aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc) bzw. geklagte Schmerzen zu deren Gunsten
auslegen. Gestützt auf das Gesagte ist damit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer zum Zeitpunkt des Fallabschlusses in
adaptierter Tätigkeit ein Vollpensum zumutbar war. Der Sachverhalt wurde in Bezug auf
die unfallkausale quantitative und qualitative Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
spruchreif abgeklärt, womit sich diesbezügliche Weiterungen erübrigen. Bereits an
dieser Stelle sei erwähnt, dass dem Beschwerdeführer bei diesem Zumutbarkeitsprofil
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt offensichtlich noch ein genügend weites Feld an
Beschäftigungsmöglichkeiten offensteht bzw. die Arbeitsfähigkeit verwertbar ist. Ihm
sind beispielsweise noch Stellen als Hilfsarbeiter im Bereich von Überwachungs-,
Administrativ-, und Kontrolltätigkeiten wie auch leichtere Verpackungs-,
Maschinenbedienungs- und Sortierarbeiten zumutbar (vgl. dazu auch Urteil des EVG
vom 30. Juli 2004, U 337/03, E. 3.3).
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Rahmen eines Einkommensvergleichs der Invaliditätsgrad zu ermitteln (vgl. dazu
vorstehende E. 3.1).
Für die Bemessung des hypothetischen Verdienstes ohne Gesundheitsschaden
(Valideneinkommen) ist grundsätzlich entscheidend, was die versicherte Person im
massgebenden Zeitpunkt des Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen könnte bzw.
verdient hätte (vgl. Art. 16 Abs. 1 ATSG). Bei der Bestimmung des Valideneinkommens
wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer
Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden
fortgesetzt worden wäre (BGE 134 V 325 E. 4.1). Bei seiner letzten Tätigkeit als
Gartenarbeiter hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2020 ein Einkommen von jährlich
Fr. 55'392.-- erzielt (Suva-act. 120-3).
4.1.
4.2.
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. Ist kein
solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich, weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung die LSE-Tabellenlöhne herangezogen werden (BGE 135 V 301 E. 5.2
mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer hat nach dem Unfall vom 23. Februar 2019 bis
zum Fallabschluss am 31. August 2020 – soweit ersichtlich – kein Erwerbseinkommen
mehr erzielt. Es ist damit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin zur
Festsetzung des Invalideneinkommens die LSE-Tabellenlöhne beigezogen hat.
4.2.1.
Gestützt auf das Belastungsprofil (leichte bis maximal mittelschwere
wechselbelastende Tätigkeiten ohne ungünstige Wirbelsäulenkörperhaltungen [mit
zumutbarem kurzzeitigem Heben von Lasten von zehn bis 15 Kilogramm bei guter
Rückenhygiene und länger dauerndem Tragen von fünf bis zehn Kilogramm]) sind dem
Beschwerdeführer als Verweistätigkeiten leidensangepasste Hilfsarbeitertätigkeiten
zuzumuten. Der LSE-Hilfsarbeiterlohn hat im Jahr 2016 Fr. 66'803.-- betragen (vgl.
Anhang 2 der IVG-Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2019).
Nominallohnindexiert bis 2020 resultiert ein Lohn von Fr. 68'556.-- (Fr. 66'803.-- x
1.004 x 1.005 x 1.009 x 1.008). Bei den LSE-Daten handelt es sich lediglich um
statistische Durchschnittswerte, was sich daran zeigt, dass der Beschwerdeführer im
vorliegenden Fall als Gesunder in einem Pensum von 100 % ein unter dem LSE-Wert
4.2.2.
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liegendes Einkommen erzielt hätte (vgl. vorstehende E. 4.1). Da die Akten keinerlei
Anhaltspunkte dafür liefern, dass der Beschwerdeführer freiwillig auf ein höheres
Einkommen verzichtet hat, ist anzunehmen, dass die Unterdurchschnittlichkeit seines
Validenlohns auf die für die Invaliditätsbemessung nicht zu berücksichtigenden Zwänge
des realen Arbeitsmarktes zurückzuführen ist. Aus diesem Grund ist das
Valideneinkommen auf den LSE-Lohn anzuheben. Da demnach im vorliegenden Fall
sowohl hinsichtlich des hypothetischen Valideneinkommens als auch bezüglich des
Invalideneinkommens derselbe Lohn für ein Pensum von 100 % zugrunde zu legen ist,
kann der Einkommensvergleich anhand eines sogenannten Prozentvergleichs
vorgenommen werden. Dabei entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der
Arbeitsunfähigkeit, allenfalls unter Berücksichtigung eines Abzugs vom Tabellenlohn
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. Januar, 9C_734/2016, E. 4.1, mit Hinweis).
Damit erübrigt sich auch der Einwand bezüglich Einkommensparallelisierung.
Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich
beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten beschränkt
sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren
arbeitnehmenden Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand
Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer
versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben
können (BGE 129 V 481 E. 4.2.3). Der Abzug darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V
301 E. 5.2). Wie ausgeführt, hat der Beschwerdeführer gewisse qualitative
Einschränkungen, welche einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigen. Diese
Einschränkungen sind indes nicht derart, dass der von der Beschwerdegegnerin
gewährte Abzug von 5 % nicht angemessen erschiene. Vorausgesetzte triftige Gründe
(vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 14. Mai 2018, 8C_744/2017, E. 3.3), vom
gewährten Abzug von 5 % abzuweichen, liegen auf jeden Fall nicht vor. Hinzuweisen
ist darauf, dass vorliegend das Alter und die Dienstjahre (vgl. dazu unter anderem die
Urteile des Bundesgerichts vom 14. Juni 2018, 8C_227/2018, E. 4.2.3.4, und vom 14.
August 2014, 8C_351/2014, E. 5.2.4.2), aber auch mangelnde Sprachkenntnisse (vgl.
dazu die Urteile des Bundesgerichts vom 12. Mai 2016, 9C_777/2015, E. 5.3, und vom
18. August 2014, 9C_826/2014, E. 4.2), bei niedrigem Anforderungsprofil in Beachtung
der Rechtsprechung keinen höheren Abzug als zwingend erscheinen lassen. Ebenfalls
ist nicht erkennbar, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Nationalität auf dem
4.2.3.
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5.
Arbeitsmarkt eine Lohneinbusse hinnehmen müsste (vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 24. August 2018, 9C_857/2017, E. 4.3.2).
Gestützt auf das Gesagte resultiert ein Invaliditätsgrad von 5 % (0 % + 5 %).
Dieser begründet keinen Anspruch auf eine Rente (vgl. vorstehende E. 3.1), womit die
Beschwerde auch in diesem Punkt abzuweisen ist.
4.3.
Zu beurteilen bleibt die Höhe des Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung. Die
Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer gestützt auf die kreisärztlichen
Beurteilungen vom 15. April 2020 (Suva-act. 112-2) und 9. Juli 2020 (Suva-act. 145-10)
eine solche basierend auf einem Integritätsschaden von 20 % zu. Der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers beantragt deren Erhöhung.
5.1.
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche
Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie
Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die
Integritätsentschädigung wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein
Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art.
24 Abs. 2 UVG). Die Integritätsentschädigung wird entsprechend der Schwere des
Integritätsschadens abgestuft. Bei gleichem medizinischem Befund ist der
Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen.
Spezielle Behinderungen der betroffenen Person bleiben dabei unberücksichtigt. Die
Bemessung des Integritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen
Umständen des Einzelfalls ab; es geht vielmehr um die medizinisch-theoretische
Ermittlung der Beeinträchtigung der körperlichen und/oder geistigen Integrität, wobei
subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind (vgl. die Urteile des Bundesgerichts
vom 14. Januar 2021, 8C_658/2020, E. 2.2, und vom 23. April 2014, 8C_49/2014, E.
4.3, je mit Hinweisen). Nach Art. 36 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) wird die Integritätsentschädigung gemäss den Richtlinien des
Anhangs 3 zur UVV bemessen. Dieser Anhang enthält eine als gesetzmässig und nicht
abschliessend anerkannte Skala. Die medizinische Abteilung der Suva hat in
Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala zusätzliche Bemessungsgrundlagen in
tabellarischer Form (sogenannte Feinraster) erarbeitet. Diese Tabellen enthalten
Richtwerte, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden
soll; sie sind mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 E. 1c mit Hinweis).
5.2.
Kreisarzt Dr. E._ führte aus, dass sich gemäss Suva-Tabelle 7
(Integritätsschaden bei Wirbelsäulenaffektionen) bei einer keilförmigen Deformation von
5.3.
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6.