Decision ID: bcdb7e4a-b673-5970-86f6-f8f3d35ed5c7
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
N._,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
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A.a N._, geboren 1944 (act. G 4.1/2.1), bezog mit Wirkung ab 1. August 1993 eine
halbe Invalidenrente gestützt auf einen ermittelten Invaliditätsgrad von 53% (act. G
4.1/21.1 f.). Er litt an einer koronaren Herzkrankheit mit Status nach Herzinfarkt, Status
nach 5-facher Bypassoperation, an einer Angina pectoris und leichter Herzinsuffizienz
(act. G 4.1/15).
A.b Gemäss Angaben an einer kreisärztlichen Untersuchung vom 18. Dezember 1996
verursachte der Versicherte infolge eines kurzzeitigen Bewusstseinsverlustes am
28. September 1996 einen Verkehrsunfall und erlitt dabei eine Commotio cerebri, ein
Trauma der LWS mit Fraktur des linken Querfortsatzes, ohne Instabilität, eine
Flankenkontusion links mit kleiner Nierenparenchymläsion links, eine Thoraxkontusion
links mit möglicher Contusio cordis sowie eine Rissquetschwunde am rechten Oberlid
und eine Augenverletzung mit Contusio bulbi und Monokelhämatom rechts (act. G
4.1/59.9). Am 1. Februar 1999 verfügte die IV-Stelle, dass der Versicherte ab 1.
Oktober 1996 bis 31. März 1997 Anspruch auf eine ganze Rente habe. Auf Ende März
1999 wurde die bisherige halbe Rente mangels rentenbegründenden Invaliditätsgrades
aufgehoben (act. G 4.1/82.1 f.). Der dagegen erhobene Rekurs vom 3. März 1999 (act.
G 4.1/87.2 ff.) wurde vom Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid
vom 5. Juli 2001 (act. G 4.1/88.1 ff.) abgewiesen.
B.
B.a Am 24. Mai 2005 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-
Leistungen an. Er erklärte, an Rücken- und Knieschmerzen, Schwerhörigkeit,
Herzstörungen, Nierenproblemen sowie Hals- und Nackenschmerzen zu leiden (act. G
4.1/95.6). Der behandelnde Arzt, Dr. med. A._, Allgemeine Medizin FMH, erachtete
den Versicherten im Arztbericht vom 17. Juni 2005 als vollumfänglich arbeitsunfähig
(act. G 4.1/103.1 ff.).
B.b Die IV-Stelle ordnete am 15. November 2005 eine interdisziplinäre medizinische
Abklärung an (act. G 4.1/108 und 109). Der Versicherte wurde am 21. und 22.
November 2006 durch die MEDAS Zentralschweiz rheumatologisch, kardiologisch und
psychiatrisch begutachtet (act. G 4.1/116 und 117.14). Im MEDAS-Gutachten vom 15.
Februar 2007 (act. G 4.1/117.1 ff.) diagnostizierten die begutachtenden Ärzte mit
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wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit: ein dringender Verdacht
auf Angina pectoris bei koronarer Herzkrankheit, eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung in Form eines chronifizierten, therapierefraktären, fibromyalgiformen
Ganzkörpersyndroms, ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom, ein
chronisches zervikospondylogenes Schmerzsyndrom bei leichten degenerativen
Veränderungen und chronische Kniebeschwerden links bei Chondropathie I-II der
Patella und des medialen Femurkondylus. Die langjährig ausgeübte Tätigkeit als
Schweisser sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar. Aktuell könnten ihm auch keine
mittelschweren Arbeiten zugemutet werden. Die Einschränkung basiere jetzt auf der
kardialen Situation. Sollte diese gebessert werden, könnte der Versicherte in Zukunft
wieder eine Arbeitsfähigkeit in mittelschwerer Tätigkeit von 50% erlangen. In einer
körperlich leichten, in überwiegendem Masse sitzenden Tätigkeit sei er ab dem 26.
Januar 2007 zu 80% arbeitsfähig (act. G 4.1/117.16 ff.). Da der Versicherte an
polymorbiden Beschwerden leide und die koronare Situation noch nicht geklärt sei, sei
die Stellung einer Prognose nicht möglich. Im Vergleich zur von den MEDAS-
Gutachtern im Jahr 1998 angetroffenen Situation habe sich der Gesundheitszustand
des Versicherten sowohl im somatischen wie auch im psychiatrischen Bereich deutlich
verschlechtert (act. G 4.1/117.18).
B.c Mit Vorbescheid vom 27. März 2007 stellte die IV-Stelle gestützt auf das MEDAS-
Gutachten vom 15. Februar 2007 eine Ablehnung des Rentenanspruchs in Aussicht.
Bei der Berechnung des Invaliditätsgrades berücksichtigte sie eine 80%ige
Arbeitsfähigkeit sowie einen zusätzlichen Abzug vom Invalideneinkommen im Umfang
von 18%, was zu einem Invaliditätsgrad von 34% führte (act. G 4.1/123.1 f.).
C.
C.a Der Versicherte beantragte im Einwand vom 18. April 2007 die Zusprache einer
halben Rente. Er sei in einer adaptierten Tätigkeit mindestens zu 50% arbeitsunfähig.
Bei einem Facharzt für Herzerkrankungen sei wegen des Verdachts auf eine Angina
pectoris eine Koronarangiografie durchzuführen (act. G 4.1/126.1 f.).
C.b Mit Verfügung vom 24. Mai 2007 bestätigte die IV-Stelle den Vorbescheid vom
27. März 2007 und lehnte einen Rentenanspruch ab. Sie begründete die Verfügung
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damit, dass bezüglich des Verdachts auf eine Angina pectoris von einem stationären
Gesundheitszustand auszugehen sei. Eine somatoforme Schmerzstörung schränke die
Arbeitsfähigkeit nicht ein, was in diversen EVG-Urteilen bestätigt worden sei (act.
G 4.1/127.2).
D.
D.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 21. Juni
2007. Darin beantragt der Beschwerdeführer unter Kosten- und Entschädigungsfolge
deren Aufhebung sowie die Zusprache einer halben Rente. Es sei ihm die
unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Gestützt auf den Arztbericht des
Kantonsspitals St. Gallen vom 7. Dezember 2006 (act. G 1.3) bringt der
Beschwerdeführer vor, dass die diagnostizierte Angina pectoris bereits nach einer
kurzen Gehstrecke zu massiver Atemnot und begleitenden Schmerzen führe. Dr. A._
attestiere ihm eine mindestens 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Die Beschwerdegegnerin
habe durch den unterlassenen Einbezug des Arztberichts vom 7. Dezember 2006 den
Untersuchungsgrundsatz verletzt. Sie sei allenfalls anzuweisen, die nötigen
zusätzlichen Abklärungen zu treffen. Offensichtlich sei der diagnostizierte Venenbypass
zur RCA verschlossen und zum heutigen Zeitpunkt inoperabel. Erschwerend würden
sich das Schmerzsyndrom und die bekannten Depressionen auswirken. Im Übrigen sei
eine adaptierte Tätigkeit aufgrund des fortgeschrittenen Alters kaum zu finden (act. G
1).
D.b In der Beschwerdeantwort vom 3. Juli 2007 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Beschwerdeabweisung. Sie macht geltend, dass gemäss RAD-Stellungnahme vom
27. Juni 2007 (act. G 4.1/134.1 f.) die geklagten Beschwerden bei der MEDAS-
Begutachtung vollumfänglich bekannt gewesen seien. Der begutachtende Kardiologe
der MEDAS habe die Angina pectoris diagnostiziert und auf einen möglichen
Bypassverschluss hingewiesen. Dies habe er bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
berücksichtigt. Die Behauptung des Beschwerdeführers, die massive Atemnot und die
begleitenden Schmerzen seien Folgen der Angina pectoris, sei unrichtig. Aus dem
Bericht des Kantonsspitals St. Gallen gehe klar hervor, dass die angegebenen
Beschwerden nur teilweise und insbesondere die Atemnot durch die Ischämie nicht
erklärt werden könnten. Es seien keine neuen medizinischen Sachverhalte geltend
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gemacht worden, weshalb weiterhin auf das MEDAS-Gutachten abzustellen sei. Der
Beschwerdeführer bringe zudem keine konkreten Einwände gegen das MEDAS-
Gutachten vor. Für den Beschwerdeführer geeignete Tätigkeiten seien etwa leichtere
Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten, leichtere
Arbeiten bei der Lager- und Ersatzteilbewirtschaftung sowie Kurier- und leichtere
Lieferdienste. Unter Berücksichtigung eines Abzuges vom Invalideinkommen in der
Höhe von 10% ermittelte die Beschwerdegegnerin einen Invaliditätsgrad von 29% (act.
G 4).
D.c Replicando bringt der Beschwerdeführer am 11. September 2007 vor, dass er
wegen starken Depressionen gepaart mit Suizidabsichten notfallmässig durch einen
Psychiater behandelt worden sei. Er sei für die von der Beschwerdegegnerin
vorgeschlagenen adaptierten Tätigkeiten kaum "vermittlungsfähig" (act. G 7).
D.d Mit Schreiben vom 1. Oktober 2007 teilte das Versicherungsgericht dem
Beschwerdeführer mit, dass mangels benützter Frist das Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege als hinfällig betrachtet werde. Es forderte den Beschwerdeführer zur
Leistung eines Kostenvorschusses im Umfang von Fr. 600.-- auf (act. G 8).
D.e Am 2. Oktober 2007 (Datum Poststempel) reichte der Beschwerdeführer ein
ärztliches Zeugnis von B._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
28. September 2007 ein. Der Psychiater berichtet, dass er keine verwertbare
Arbeitsfähigkeit beim Beschwerdeführer erkennen könne. Er diagnostiziert eine
atypische Depression in mittelgradiger Ausprägung (F32.1). Es erfolge derzeit eine
integrative psychiatrisch – psychotherapeutische Behandlung mit der Verordnung des
Antidepressivums Remeron (act. G 9.1).
D.f Innert erstreckter Frist leistete der Beschwerdeführer am 2. November 2007 den
Kostenvorschuss (act. G 12).
D.g Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 13).

Erwägungen:
1.
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1.1 Gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20, in der bis 31. Dezember 2007 gültigen Fassung) haben Versicherte, die zu
mindestens 40 Prozent invalid sind, Anspruch auf eine Rente. Diese wird wie folgt nach
dem Grad der Invalidität abgestuft: Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40
Prozent besteht Anspruch auf einen Viertel einer ganzen Rente, bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf einen Zweitel einer ganzen Rente, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf drei Viertel einer ganzen Rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs. 2 aIVG).
1.2 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 28 aIVG
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (Art. 16 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Dazu wird
das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (sogenanntes Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der
Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden,
worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt
(allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; vgl. BGE 128 V 30 E. 1).
1.3 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Diese Untersuchungspflicht dauert so
lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen
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Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Führen die im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen den
Versicherungsträger oder das Gericht bei umfassender, sorgfältiger, objektiver und
inhaltsbezogener Beweiswürdigung (BGE 132 V 400 E. 4.1) zur Überzeugung, ein
bestimmter Sachverhalt sei überwiegend wahrscheinlich (BGE 126 V 360 E. 5b mit
Hinweisen) und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden
Ergebnis nichts mehr ändern, so ist eine solche antizipierte Beweiswürdigung zulässig,
und es liegt insoweit weder eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes noch des
Anspruchs auf rechtliches Gehör vor (SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 E. 4b mit Hinweisen).
1.4 Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und
Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde
zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle
Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb). Dies bedeutet nicht, dass Parteigutachten durch
den Umstand allein, dass sie von einer Partei eingeholt und in das Verfahren
eingebracht wurden, ohne weiteres minder beweiskräftig sind. Denn auch sie können
nützliche Äusserungen zum medizinischen Sachverhalt enthalten. Daraus folgt
wiederum nicht, dass sie den gleichen Rang wie ein vom Gericht oder vom
Sozialversicherer nach dem vorgegebenen Verfahrensrecht eingeholtes Gutachten
besitzen. Relevant werden sie nur, wenn ihre Aussagen die Auffassungen und
Schlussfolgerungen des förmlich bestellten Gutachtens in rechtserheblichen Fragen
derart zu erschüttern vermögen, dass davon abzuweichen wäre (BGE 125 V 351 E. 3c).
Was Berichte von Hausärzten angeht, so darf diesen nicht zum Vorneherein jede
Glaubwürdigkeit abgesprochen werden. Indes muss die Erfahrungstatsache
mitberücksichtigt werden, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen zu Gunsten ihrer Patienten
aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
2.
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2.1 Eine deutliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers seit der letzten Begutachtung vom Frühjahr 1998 ist durch die
medizinischen Akten belegt (act. G 4.1/117.18) und wird von den Parteien nicht
bestritten. Zu beurteilen gilt es nachfolgend, ob diese Verschlechterung einen
Rentenanspruch zu begründen vermag.
2.2 Die Beschwerdegegnerin stützte die verfügte Leistungsablehnung auf die
medizinischen Erkenntnisse des MEDAS-Gutachtens vom 15. Februar 2007 (act. G
4.1/117.1 ff.). Die Gutachter attestierten dem Beschwerdeführer in einer
leidensadaptierten (körperlich leichten, in überwiegendem Masse sitzenden Tätigkeit)
eine 80%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 4.1/117.17).
2.3 Im Hinblick auf die Würdigung der medizinischen Situation fällt ins Gewicht, dass
das MEDAS-Gutachten auf eigenständigen interdisziplinären Abklärungen, mithin auf
allseitigen Untersuchungen beruht und damit für die streitigen Belange umfassend ist.
Die Vorakten wurden verwertet und die vom Beschwerdeführer geklagten
Beschwerden wurden berücksichtigt und gewürdigt. Insbesondere erfolgte die
Beurteilung unter Einbezug eines dringenden Verdachts auf eine Angina pectoris bei
koronarer Herzkrankheit (act. G 4.1/117.16). Das MEDAS-Gutachten leuchtet in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation ein. Vor diesem Hintergrund vermögen auch die darin
enthaltenen Schlussfolgerungen, namentlich die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit –
entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers – zu überzeugen. Das MEDAS-
Gutachten erfüllt alle praxisgemässen Kriterien für beweiskräftige Gutachten (vgl. BGE
125 V 352 E. 3a), so dass grundsätzlich darauf abzustellen ist.
2.4 Der Beschwerdeführer vermag keine konkreten Mängel an den Gutachten oder der
Gutachtenserstellung zu benennen. Ebenso ist die fachärztliche Qualifikation der
Gutachter unbestritten geblieben. Seine Kritik an der gutachterlichen
Arbeitsfähigkeitseinschätzung stützt der Beschwerdeführer hauptsächlich auf das
Argument, dass der behandelnde Arzt, Dr. med. A._, von einer mindestens 50%igen
Arbeitsunfähigkeit ausgehe und der Arztbericht des KSSG vom 7. Dezember 2006 (act.
G 1.3) nicht berücksichtigt worden sei.
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2.4.1 Es ist darauf hinzuweisen, dass die Behauptung einer mindestens 50%igen
Arbeitsunfähigkeit durch Dr. med. A._ auf einer nicht dokumentierten und nicht
nachvollziehbaren "Rücksprache" zwischen dem Beschwerdeführer und Dr. med. A._
beruht. Sie vermag deshalb keine Zweifel an der Aussagekraft des MEDAS-Gutachtens
entstehen zu lassen.
2.4.2 Auch der Arztbericht des KSSG vom 7. Dezember 2006 ist nicht geeignet, das
MEDAS-Gutachten in Frage zu stellen. Vorab ist darauf hinzuweisen, dass er sich nicht
zur Arbeitsfähigkeit äussert. Des Weiteren wurde das darin wiedergegebene
Beschwerdebild – auch ohne durchgeführte Koronarangiografie – im MEDAS-
Gutachten im Wesentlichen berücksichtigt. Dass die Ärzte des KSSG bei der
Koronarangiografie vom 6. Dezember 2006 einen verschlossenen Venenbypass
feststellten, vermag an der Beweistauglichkeit des MEDAS-Gutachtens nichts zu
ändern. Denn – wie die Beschwerdegegnerin zu Recht vorbringt – es wurde im
MEDAS-Gutachten auf einen möglichen Bypassverschluss hingewiesen (vgl. act. G
4.1/117.30). Die Beurteilung durch die MEDAS erfolgte somit in Berücksichtigung eines
allfälligen Bypassverschlusses.
2.4.3 Das vom Beschwerdeführer eingereichte ärztliche Zeugnis des behandelnden
Psychiaters vom 28. September 2007 (act. G 9.1) ist für die Beurteilung der
vorliegenden Angelegenheit nicht massgebend. Nach der Rechtsprechung des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts ist die richterliche Überprüfung einer
Verwaltungsverfügung grundsätzlich auf den Zeitraum bis zum Erlass dieser Verfügung
beschränkt; nachträgliche Sachverhalts- und Rechtsänderungen werden nicht
berücksichtigt (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar
2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 28. August 2003 i.S. M., I
596/02, E. 1.1). Die angefochtene Verfügung wurde am 24. Mai 2007 (act. G 4.1/127)
erlassen. In der vorliegenden Angelegenheit ist daher lediglich der bis zum 24. Mai
2007 eingetretene Sachverhalt zu beurteilen. Aus dem ärztlichen Zeugnis vom 28.
September 2007 ergibt sich nicht, dass es sich auf den Zeitraum vor Abschluss des
Verwaltungsverfahrens bezieht, weshalb es in diesem Beschwerdeverfahren keine
Berücksichtigung findet (BGE 121 V 362 E. 1b in fine; vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 27. Mai 2008 i.S. B., 9C_24/08, E. 2.3.1). Hingegen könnte das ärztliche Zeugnis
Gegenstand eines allfälligen Revisionsverfahrens bilden.
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2.5 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass dem MEDAS-Gutachten vom
15. Februar 2007 (act. G 4.1/117.1 ff.) voller Beweiswert zukommt. Ein weiterer
Abklärungsbedarf besteht nicht.
3.
Gestützt auf die durch die MEDAS ermittelte 80%ige Arbeitsfähigkeit sind nachfolgend
die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu
bestimmen.
3.1 Die Beschwerdegegnerin trug im Einkommensvergleich dem Umstand Rechnung,
dass der Beschwerdeführer während seiner letzten Erwerbstätigkeit einen
unterdurchschnittlichen Lohn erzielte. Sie legte sowohl dem Validen- als auch dem
Invalideneinkommen den zuletzt erzielten Verdienst zu Grunde (act. G 4.1/121; vgl. zur
Lohnsituation beim bisherigen Arbeitgeber act. G 4.1/102). Dieses Vorgehen ist im
Ergebnis nicht zu beanstanden. Das Bundesgericht nimmt in derartigen Fällen einen
Prozentvergleich vor. Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der
Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (Urteil des
Bundesgerichts vom 9. März 2007 i.S. S., I 697/05, E. 5.4 mit Hinweis). In Anwendung
eines Prozentvergleichs bleibt daher nachfolgend die Höhe des Abzuges vom
Tabellenlohn zu prüfen.
3.2 Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt
werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu
verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen
behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung
hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen – auch von invaliditätsfremden
Faktoren – des konkreten Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung,
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welche
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal
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zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des
sogenannten Leidensabzuges ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI 2002
S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
3.2.1 Im Verwaltungsverfahren hielt die Beschwerdegegnerin einen Abzug von 18% für
angebracht (act. G 4.1/121), währenddem sie im Beschwerdeverfahren einen Abzug
von 10% für zutreffend hielt (act. G 4). Wie sich aus nachfolgenden Erwägungen ergibt,
halten die beiden genannten Abzüge einer Ermessensprüfung nicht stand.
3.2.2 Aufgrund seines bisherigen beruflichen Werdegangs verfügt der
Beschwerdeführer für feinmotorische Tätigkeiten über keinerlei berufliche Erfahrungen
und Fertigkeiten, weshalb ihm ein Wechsel zu einer leichten Tätigkeit schwerfallen
dürfte. Was die von der Beschwerdegegnerin als Verweisungstätigkeiten genannten
Kurier- und Lieferdienste (vgl. act. G 4) anbelangt, so übersieht sie, dass der
Beschwerdeführer nach dem Unfall vom 28. September 1996 bereits im Oktober 1996
ärztlicherseits dazu angehalten wurde, bis auf weiteres kein motorisiertes Fahrzeug
mehr zu lenken (act. G 4.1/59.4). Seit dem Unfallereignis besitzt der Beschwerdeführer
keinen Fahrzeugausweis. "Die Polizei habe ihn weggenommen..." (act. G 4.1/117.10).
Der Beschwerdeführer verfügt somit über keine genügende Fahrpraxis und -
tauglichkeit. Überdies vermag er die für einen motorisierten Verkehrsteilnehmer
geltenden erhöhten Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeit aufgrund seiner
beeinträchtigten Konzentrationsfähigkeit und vermehrten Müdigkeit (act. G 4.1/117.40)
nicht zu erfüllen. Die Kurier- und Lieferdienste fallen somit als adaptierte Tätigkeiten
ausser Betracht. Das gleiche gilt für das im Rahmen einer Lagerbewirtschaftung
auszuübende Staplerfahren (vgl. act. G 4.1/117.41). Nach dem Gesagten besteht selbst
bei einfachen und repetitiven Tätigkeiten im Anforderungsniveau 4 nur noch ein
erheblich eingeschränkter Bereich für mögliche Arbeitsplätze, was im Rahmen des
Abzuges vom Tabellenlohn zu berücksichtigen ist.
3.2.3 Betreffend die übrigen von der Beschwerdegegnerin genannten
Verweisungstätigkeiten ist zu berücksichtigen, dass hierfür ein Berufswechsel
erforderlich wäre und ein hohes Mass an Anpassungsfähigkeit aufgebracht werden
müsste (vgl. hierzu Urteil des EVG, I 401/2001, E. 4c). Zusätzlich ist insbesondere im
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Hinblick auf die Prüf- und Kontrolltätigkeiten auf die beeinträchtigte
Konzentrationsfähigkeit und die vermehrte Müdigkeit (act. G 4.1/117.40) hinzuweisen.
3.2.4 Der 1944 geborene Beschwerdeführer war in dem für die richterliche Beurteilung
massgebenden Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung (vgl. Urteil des
EVG, I 401/2001, a.a.O., E. 4c) vom 24. Mai 2007 (act. G 4.1/127.1) 63 Jahre und 2
Monate alt. Dieses fortgeschrittene Alter des Beschwerdeführers (vgl. zur
Benachteiligung von Personen ab 50 Jahren auch Bundesamt für Statistik,
Erwerbstätigkeit der Personen ab 50 Jahren, 2008, S. 12) schmälert den zu
erwartenden Lohn zusätzlich.
3.3 Die vorliegend zu beurteilenden persönlichen und beruflichen Gegebenheiten,
insbesondere die kurze verbleibende Aktivitätsdauer bzw. das weit fortgeschrittene
Alter des Beschwerdeführers sowie der hohe absehbare Umstellungs- und
Einarbeitungsaufwand, rechtfertigen unter Mitberücksichtigung eines Teilzeitabzuges,
des erhöhten Pausenbedarfes, der eingeschränkten Regenerationsfähigkeit des
Beschwerdeführers (act. G 4.1/117.40) sowie der schlechten Deutschkenntnisse (act. G
4.1/117.8 und 117.39) den höchstzulässigen Leidensabzug von 25%.
3.4 Unter Berücksichtigung eines 25%igen Leidensabzuges resultiert in Anwendung
eines Prozentvergleichs (vgl. hierzu vorstehende E. 3.1) ein Invaliditätsgrad von 40%
(20% + [80% x 0.25]) und somit ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Der Rentenbeginn
richtet sich nach Art. 29 Abs. 1 lit. b aIVG (in der bis 31. Dezember 2007 gültigen
Fassung).
3.5 Gemäss Art. 29 Abs. 1 aIVG entsteht der Rentenanspruch nach Art. 28 aIVG
frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person mindestens zu 40 Prozent
bleibend erwerbsunfähig (Art. 7 ATSG) geworden ist (lit. a) oder während eines Jahres
ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 Prozent
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (lit. b). Die Rente wird vom Beginn des
Monats an ausgerichtet, in dem der Anspruch entsteht (Art. 29 Abs. 2 aIVG).
3.5.1 Obwohl das Gesetz dies nicht ausdrücklich bestimmt, kann ein Rentenanspruch
nach Art. 29 Abs. 1 lit. b aIVG nur entstehen, wenn nach Ablauf der Wartezeit eine
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Erwerbsunfähigkeit gegeben ist. Nicht erforderlich ist dagegen, dass während der
einjährigen Wartezeit auch bereits die für den Rentenanspruch vorausgesetzte
Erwerbsunfähigkeit vorliegt. Damit eine Rente zugesprochen werden kann, müssen
sowohl die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit während eines Jahres als auch die
nach Ablauf der Wartezeit bestehende Erwerbsunfähigkeit die für die betreffende
Rentenabstufung erforderliche Mindesthöhe erreichen (BGE 121 V 274 E. 6b/cc; AHI
2001 S. 279 E. 2).
3.5.2 Art. 29 Abs. 1 lit. a aIVG gelangt nur dort zur Anwendung, wo ein weitgehend
stabilisierter, im Wesentlichen irreversibler Gesundheitsschaden vorliegt (vgl. BGE 119
V 102 E. 4a mit Hinweisen) und sich der Gesundheitszustand der versicherten Person
künftig weder verbessern noch verschlechtern wird (Art. 29 der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201] in der bis 31. Dezember 2007 gültigen
Fassung). In den anderen Fällen entsteht der Rentenanspruch erst nach Ablauf der
Wartezeit gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. b aIVG. Diese gilt in jenem Zeitpunkt als eröffnet, in
welchem eine deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit eingetreten ist, was nach
der Rechtsprechung bei einer Beeinträchtigung im Umfang von 20% der Fall ist (AHI
1998 S. 124 E. 3c).
3.5.3 Im vorliegend zu beurteilenden Fall ist Art. 29 Abs. 1 lit. b aIVG einschlägig. Die
MEDAS-Gutachter nennen als Beginn für die vollständige Arbeitsunfähigkeit in der
bisherigen Tätigkeit als Schweisser den 10. Juni 2004 (act. G 4.1/117.18; vgl. auch die
RAD-Stellungnahme vom 22. Februar 2007 [act. G 4.1/118]). Der Anspruch auf eine
Rente entstand somit nach Ablauf der einjährigen Wartezeit am 1. Juni 2005 (Beginn
des Monats in dem der Rentenanspruch entsteht).
4.
4.1 Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer ab dem 1. Juni 2005
Anspruch auf eine Viertelsrente hat. Die Sache wird zur Festsetzung und Ausrichtung
der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Hieran hat der Beschwerdeführer, der mit seinem Rentenbegehren
nicht vollständig durchgedrungen ist, einen Drittel, d.h. Fr. 200.--, zu tragen. Den
Restbetrag von Fr. 400.-- hat die Beschwerdegegnerin zu bezahlen, und dem
Beschwerdeführer ist in diesem Umfang der geleistete Kostenvorschuss
zurückzuerstatten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG