Decision ID: 8d7eaef4-bab5-445f-9877-f3b5541fe1e5
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1974 geborene X._
arbeitete
seit dem
4.
April 2018 als Betriebsmitarbe
iter für die Z._
AG und war damit bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 15. Okto
ber 2018
in Lanzarote
beim Schwimmen ein
K
nacken im Schultergelenk und danach heftige Schmerzen ver
spürte
(
Urk.
10/1).
Nach der Erstbehandlung am 1
5.
Oktober 2018 im Spital vor Ort
(
Urk.
10/
8
)
veranlasste
d
er am 22.
Oktober 2018
in der Schweiz
aufgesuchte
Arz
t
Dr.
med. A._
, Fach
arzt Allgemein Innere Medizin,
ein
MRT
der linken Schulter
und diagnostizierte in seinem Arztzeugnis vom 3
1.
Oktober 2018
eine Zerrung der
Supraspinatus
-
und
Subsca
pularissehne
sowie eine aktivierte AC-Gelenksarthrose (Urk.
10/7
).
Die Suva trat auf den Schaden ein und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (
Urk.
10
/
13
).
Am 19. November 2018 wurde beim Versicherten im Kantonsspital
B._
eine offene ventrale
Spondylodese
C6/7 nach D
e
kompression durchgeführt (Operations
bericht vom 1
9.
November 2018, Urk. 10/38
-39
)
.
In der Zwischenzeit wurde das Arbeitsverhältnis auf den 31.
Dezember 2018 beendet (U
rk.
10/37).
Mit Schreiben vom 1
3.
Februar 2019 stellte die Suva die Versicherungsleistungen
per 2
8.
Feb
ruar
2019 ein, da aufgrund der
kreisärztlichen
Beurteilung die bestehenden Beschwerden an der linken Schulter nicht mehr unfallbedingt seien
(
Urk.
10/30).
Am 2
9.
April 2019
verlangte der Versicherte
eine Neubeurteilung der Leistungs
pflicht bzw.
bei Festhalten an der Leistungsablehnung eine anfechtbare Verfü
gung (
Urk.
10/57
).
In der Folge zog die Suva m
it Schreiben vom 2
0.
Juni 2019 die formlose Leistungseinstellung vom 1
3.
Februar 2019
betreffend
die Schulter
beschwerden links
nach erneuter
versicherungsmedizinischer Beur
teilung
zurück
und erbrachte weiterhin die Versicherungsleistungen
(
Urk.
10/85). Nach kreisärztlicher Beurteilung vom 3
1.
Juli 2019 (
Urk.
10
/103) stellte die Suva
mit
Schreiben vom 1
4.
August 2019
schliesslich
die Leistungen
bezüglich der Beschwerden an der Halswirbelsäule (HWS)
per 3
1.
August 2019 ein
mit der Begründung
, die
bestehenden
Beschwerden
seien
nicht mehr unfallbe
dingt
(
Urk.
10/105). Mit Email vom 4.
November 2019 reichte der Versicherte die aktuellsten medizinischen Berichte zu den Akten
und
verlangte eine
Neubeurtei
lung
der Leistungspflicht
bzw.
bei
Festhalten
an der
Leistungsablehnung
e
ine anfechtbare Verfügung (Urk.
10/124-126)
.
Mit
Verfügung
vom 1
5.
Januar 2020 bestätigte die Suva ihre Leistungseinstellung
bezüglich der
Beschwerden an der Halswirbelsäule. Gleichzeitig stellte
sie
auch die Leistungen
bezüglich der Beschwerden an der linken
Schulter per 3
1.
Januar 2020 ein (
Urk.
10/132).
Dagegen erhob
der Versicherte am 1
3.
Februar
und ergänzend
am
1
4.
April 2020
Einsprache (Urk. 10/140 und Urk. 10/145
-
146). Im Rahmen des
Einsprache
ver
f
ah
r
ens
reichte der Versicherte weitere medizinische Berichte zu den Akten (
Urk.
10/
150-158). Mit
Einspracheentscheid
vom 1
7.
August 2020 wies die Suva die
dagegen
erhobene Einsprache ab (Urk. 2).
2.
Am
1
7.
September 20
20
erhob
X._
Beschwerde und beantragte, es
sei
en ihm unter Aufhebung
des angefochtenen
Einspracheent
scheid
s
vom
17.
August 2020
die gesetzlichen Leistungen
auszurichten
, eventualiter sei die Sache zur
Vornahme von weiteren Abklärungen
an die Vorinstanz
zurückzuweisen,
subeventualiter
sei ein Gerichtsgutachten zu veran
lassen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um einen zweiten Schriftenwechsel
(
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
9.
November 2020
die Abweisung der Beschwerde (Urk.
9). Mit Verfügung vom
8.
Dezember 2020 wurde
dem Beschwerdeführer
die Beschwerdeantwort zugestellt und auf die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels verzichtet
(
Urk.
11
).
Mit Eingabe vom 2
3.
Dezember 2020 und vom 2
9.
Januar 2021 reichte der Beschwerdeführer weitere medizinische Berichte
zu den Akten
(
Urk.
12-17). Mit Eingabe vom 22.
Februar 2021 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren Anträ
gen fest (
Urk.
18),
was
dem Beschwerdeführer am 1
1.
März 2021 mitgeteilt wurde (
Urk.
19).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die aufgelegten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den Erwägungen Bezug genommen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden
– soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei den im Einzelnen in Abs. 2 aufgeführten Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind.
Dazu zählen insbesondere Muskelzerrun
gen (
lit
.
e
) und Sehnenrisse (
lit
. f).
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheits
schadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krank
hafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegrün
dende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheits
schadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglich
keit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt
nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, liegt die entsprechende Beweis
last
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausal
zusammenhang gegeben ist
nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallver
sicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rück
fällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG Leistungen zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
1.4
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (Urteil des Bundesgerichts 8C_75/2016 vom 18. April 2016 E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.6
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
).
Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Ver
siche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit
schliessen
(BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärun
gen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete
den angefochtenen Entscheid damit, dass keine unfallbe
dingten
, organisch hinreichend nachweisbaren Beschwerden bestünden.
Die kreisärztliche Beurteilung
von C._
, Facharzt Chirurgie,
vom 3
1.
Juli 2019 erweise sich vor dem Hintergrund der aktenkundigen ärzt
lichen Berichte samt bildgebenden Befunden als gut
nachvollziehbar
und schlüssig. Es
lägen
eine Vielzahl medizinischer Berichte und
Befunde
im Recht,
womit
der rechtserhebliche Sachverhalt interdisziplinär
abgeklärt
worden sei.
Dabei widerspreche kein medizinischer Bericht
der kreisärztlichen
Beurteilung
. Nichts
anderes
gehe namentlich auch aus dem
vom Beschwerdeführer
mit
Eingabe
vom 1
4.
April 2020 eingereichten Bericht von Prof.
Dr.
med
.
D._
vom 27.
März 2020 hervor.
Verhärtungen, Verspannungen und Tonuserhö
hungen der Muskulatur, Einschränkungen der HWS-
Beweglichkeit
,
sonstige
Bewegungseinschränkungen und
Druckdolenzen
stellten kein
organisch
ausge
wiesenes
Substrat der Beschwerden dar. Von organisch objektiv
ausgewiesenen
Unfallfolgen könne erst dann gesprochen
werden
, wenn die erhobenen
Befunde
mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt worden und die hierbei
angewendeten
Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt seien. Hinsichtlich des von
Dr.
med. E._
und
Dr.
med
.
F._
diagnostizierten Reiz- und sensiblen Ausfallsyndroms
sowie des motorischen Ausfallsyndroms C7 sei festzuhalten,
dass ein Syndrom
nicht
einen bestimmten Befund kennzeichne,
sondern
lediglich
in beschreibender Weise ein Beschwerdebild
charakterisiere
, ohne
e
ine Aussage über die
dahinterstehenden
Befunde
zu machen. Ein
organisch
nachweisbares Korrelat s
ei damit
jedenfalls nicht ausg
e
wiesen. Di
e
vom
Beschwerdeführer
geschilderten
L
eiden (Schmerzaus
strahlung, Taubheitsgefühl, Kribbelparästhesien) könnten keinem unfallrelevan
ten
organischen
Korrelat zugeordnet werden
.
Darüber hinaus
sei das
zur Diskussion stehende
Ereignis aufgrund
d
es
Hergangs
als leichter Unfall einzu
stufen.
Damit sei d
er adäquate
Kausalzusammenhang
zwischen Unfall und den nicht
objektivierbaren
Unfallfolgen
zu
verneinen
und es
entfalle
damit eine
Leistungspflicht
der Suva für die
se
Beschwerden
(
Urk.
2 S. 9 ff.).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
sämtliche Fachberichte wie der Operatio
nsbericht vom 1
9.
November 2018
sowie die fach
ärztlichen Berichte vom
3.
April 2019 und vom 1
6.
August 2019 gingen von einer traumatischen Verletzung der HWS aus. E
r
leide noch immer an
exzessiven
Schmerzen im Schulterbereich. Gemäss aktuellem Bericht vom 1
1.
Mai 2020 liessen sich die starken Beschwerden mit der diagnos
tizierten
Sehnenrup
tur
erklären.
Diese ergebe sich aus der Bildgebung vom
8.
Mai 2020
,
die als
trans
murale
Ruptur bisher nicht
diagnostiziert
worden
sei, was
an der bisher vorliegenden schlechten B
i
l
d
gebung
oder
falschen
Auswertung
liegen
könne
. Hinzu
kämen
die zervikalen Ausfälle, welche noch immer im Zusammenhang mit der HWS-
Verletzung
stünden. Der für die Beschwerdegegnerin stellungnehmende Arzt habe den Zusammenhang beider Verletzungen verk
a
nnt. Die Diskushernie werde als nicht unfallkausal
von
d
er Prüfung ausgeschlossen. Dem hierzu stellungnehmenden Arzt werde die Befähigung zu einer solchen Stellungnahme ab
g
esprochen
.
Er sei weder
Radiologe
noch Neurochirurg.
Es sei daher bei der Unfallkausalität auf die fachärztliche Einschätzung des operierenden Neuro
chirurgen vom 1
9.
November 2018 abzustellen. Dieser
beurteile
gemäss dem beiliegenden Bericht
eine posttraumatische Verletzung
. Die verfügte Leistungs
ein
stellung sei damit ohne hinreichende Abklärung des medizinischen Sach
erhalts bzw. in Verkennung der medizinischen Zusammenhänge ergangen. Sodann sei der aktuelle
Krankheitsverlauf
vom stellungnehmenden Ver
si
che
rungs
medizin
er
bei
seiner
Beurteilung völlig
ausser Acht gelassen worden
.
Ferner
seien im
Ein
s
pracheentsch
e
id
medizinische
Einschätzungen
zitiert worden
, die nicht mehr dem aktuellen wissenschaftlichen Stand zum
«
failed
ba
ck
surgery
»-
Syndr
om entsprächen
(
Urk.
1 S. 4).
3
.
3.1
Der am 2
9.
Mai 2019 eingegangenen Übersetzung des Berichts vom 1
5.
Oktober 2018 des Gesundheitsdienstes der Kanaren lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer beim Schwimmen einen starken Schmerz im Bereich der linken Schulter und des Halses verspürt habe. Es zeige sich eine
s
tarke Verkrampfung des M.
supraspinatus
und ein Druckschmerz im Bereich der linken
Rotatorenman
schette
. Es liege eine Verminderung des
scapulo-humeralen
Gelenkspalts mit Vergrösserung des
akromioklavikulären
Gelenkspalts vor, dies stehe möglicher
weise im Zusammenhang mit einer Ruptur des Ligamentum
coracoacromiale
und/oder der Sehne der
Rotatorenmanschette
. Anzeichen einer Fraktur oder Luxation seien nicht erkennbar (Urk. 10/75).
3.
2
Am 2
4.
Oktober 2018 erfolgte ein MRT der Schulter links in der
Radiologie G._
in
B._
. Die Befunde wurden als Zerrung der
Supraspinatus
- und
Subs
c
apularissehne
, nach einer AC
-
Resektion
(Februar 2015)
mit degenerativen Veränderung des AC-Gelenks und wenig Knochenmarksödem Klavikula
-
seitig im Sinne einer Aktivierung, beurteilt. Eine
Rotatorenmanschettenruptur
kon
nte ausgeschlossen werden (Urk.
10/7
S. 3-4
).
I
m UVG-Arztzeugnis vom
3
1.
Oktober 2018
stellte der
in der Schweiz
am
22. Oktober 2018
erstbehandelnde Arzt und zugleich Hausarzt des Beschwerde
führers
Dr.
med.
A._
, Facharzt Allgemeine Innere Medizin,
die Diagnose einer
Zerrung der
Supraspinatus
-
und
Subscapularissehne
sowie eine
r
aktivierte
n
AC-Gelenksarthrose. Beim
Schwimmen
habe der Beschwerdeführer
plötzlich
heftige
Schmerzen
im linken Schultergelenk
verspürt
.
Die Beweglichkeit
sei
in allen Ebenen stark durch Schmerzen eingeschränkt. Es bestehe eine
Druck
dolenz
im AC-Gelenk und
Supraspinatus
sowie eine Taubheit
Dig
. 2 und medial 3 an der rechten Hand
(richtig: linke
n Hand
)
. Er verordnete dem Beschwerdefüh
rer eine konservative Behandlung mit Physiotherapie sowie Schmerzmittel und
attestierte
ihm ab dem 2
2.
Oktober 2018 eine volle Arbeitsunfähigkeit
(Urk.
10/7
S. 2
).
3.3
Im Bericht vom
8.
November 2018 des Kantonsspitals
B._
stellten die Ärzte den Verdacht auf ein
radikuläres
Reizsyndrom C7 links. Der Beschwerdeführer sei von
Dr.
A._
für ein orthopädisches
Konzil
zugewiesen
worden. Er habe
sich
am 1
5.
Oktober
2018
beim Tauchen an einem Stein
festgehalten,
um
den
Körper
vorwärts
zu ziehen. Dabei
sei es zu einem
Z
iehen in d
e
r linken Schulter
gekommen
. Nach zwei Stunden habe er
heftige
Schmerzen ver
sp
ü
r
t, sodass er in Lanzarote
ins
Spital
gegangen sei
. E
r
habe
seit dem
Unfall eine Sensibil
i
t
äts
minderung in
Dig
2 und 3 der linken Hand
(
Urk.
10/
101 S. 2-3
)
.
Die
gleichtags
veranlasste
MRT der HWS im Ärztezentrum
H._
ergab als bildgebende
Befunde
eine
mediane bis
foraminale
dorsale
Diskusprotrusion
im
Segment
HWK 6/7 mit deutlicher
recessaler
bis
foraminaler
Kompression der
Nervenwur
z
el C7 links, be
i
ansonsten leichte
r Facettengelenksarthrose (Urk.
10/98)
.
Am 1
9.
November 2018 fand eine offene ventrale
Spondylodese
C6/7 nach Dekompression
im Kantonsspital
B._
mit
orotracheal
er
Nachbeatmung statt
(
Urk.
10/38)
. Es zeig
t
e
sich ein intra- und
perioperativ
problemloser Verlauf. Die postoperative Röntgenkontrolle
ergab
eine regelrechte Stellung des
Spondylode
se
materials
und e
s zeig
t
e sich
gemäss Austrittsbericht vom 2
3.
November 2018 (Urk. 10/40)
kein neues neurologisches Defizit postoperativ.
Die Behandlung der Diskushernie C6/7 links wurde von der Beschwerdegegnerin übernommen (vgl.
Urk.
10/60).
3.
4
Zu den Schulterbeschwerden befragt
,
stellte Kreisarzt
Dr.
med. I._
, Facharzt Physikalische Medizin und Rehabi
litation, vorerst den Geschehensablauf als Unfall in Frage (
Urk.
10/26) und hielt Kreisarzt
C._
i
n seiner Beurteilung vom 1
2.
Februar 2019
fest,
bei der Verletzung handle es sich um eine Listen
diagnose gemäss
Art.
6
Abs.
2
lit
. e UVG, wobei die vorliegende Listendiagnose vorwiegend
und mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nicht auf Abnützung
oder Erkrankung
zurückzuführen sei. Es handle sich um eine nicht
richtungsgebende
Verschlimmerung.
Muskelzerrungen
seien
im Schulterbereich nach drei Monaten ausgeheilt,
dann
spiele das Ereignis im
weiteren
Verlauf keine Rolle mehr. Im vorliegenden Fall werde der Status quo sine spätestens Ende Februar
2019
erreich
t
(U
r
k.
10/29).
3.
5
Dr. J._
, Leitende
r
Arzt
der Wirbelsäulenchirurgie
des Kantonspitals
B._
,
erhob in
seinem
Bericht vom 2
6.
Februar 2019 folgende Diagnosen:
-
St.
n. ventraler Diskektomie und Fusion C6/7 bei traumatischer Diskusher
nie C6/7 links am 19.11.2018
-
präoperativ leichte Parese C7 in der Untersuchung vom 12.11.2018
-
persistierende ausgeprägte Hypästhesie
Dermatom
C7 links (
Dig
ll
/
lll
)
-
St. n. Tauchunfall am 15.10.2018 (Lanzarote)
-
Hiatushernie
-
V.a. obstruktives Schlafapnoe-Syndrom
Der Beschwerdeführer sei im Oktober 2018 beim Tauchen verunfallt und habe sich dabei die Diskushernie zugezogen.
Er (
Dr.
J._
) habe den Beschwer
deführer v
ier Wochen später
gesehen
bei refraktären Schmerzen und der nachge
wiesenen Pathologie im
MRT
.
Der Beschwerdeführer
habe eine ausgeprägte Hypästhesie
aufgewiesen
, welche auch jetzt noch im linken Arm
persistiere
und bis in die Finger 2/3 ziehe
. Die
Parese habe sich zurückgebildet. Vom
Schmerzsyndro
m her habe er einen
«
Chida
-Punkt
»,
e
i
n Hauptpr
ob
lem seien jedoch vor allem die
Dysästhesien
.
Die Leistungseinstellung der Beschwerdegeg
nerin per 2
8.
Februar 2019 sei ihm unverständlich.
Der Beschwerdeführer sei vor dem Unfall vollkommen beschwerdefrei gewesen und warum er nach dem
1.
März 2019 über die
jetzigen
schweren
Dysästhesien
klagen sollte, wenn der Unfall nicht
geschehen
wäre, sei nicht nachvollziehbar. Es sei ein Schaden eingetreten, der nach vier Monaten noch nicht
geheilt
sei. Der natürliche
Heilungsverlauf
nach dieser
Verletzung
bzw.
die
Rekonvaleszenz
nach der
Operation
sei nach drei Monaten
noch
nicht
abgeschlossen
.
Es werde hinsichtlich
des
Entscheids
der Suva eine Neubeurteilung
empfohlen
. Die
Rekonvaleszenz
nach
einer
Neurokontusion betrage
neun
bis
zwölf
Monate (U
r
k.
10
/
58).
Dr.
J._
ergänzte im
B
ericht vom 1
1.
März 2019
,
i
m
MRT
vom
2
8.
Februar 2019
(richtig: 2
7.
Februar 2019)
zeige
sich
keine Neurokompression mehr,
auch
keine S
pinalstenose. Die
Diskushernie sei komplett entfernt
worden
.
Es bestehe
auch
keine
deutliche
neuroforaminale
Enge oder Nervenwurzelkompression in diesem Segment. Es müsse
jedoch
die Neuro-Regeneration abgewartet werden. Diese
dauere
neun bis
zwölf
Monate nach Schadenereignis und sei im Oktober 2019 als
abgeschlossen
anzusehen
. Ab dann sei von keiner wesentlichen Besse
rung oder
Verschlechterung
seitens des Unfalls
auszugehen
. Ein vorzeitiger Abschluss
s
ei nicht gerechtfertigt
(Urk.
10/46).
3.
6
Am 1
8.
März 2019 erfolgte ein MRT der Schulter links im Ärztezentrum
H._ in K._
. Die Befunde wurden als Status nach alter Partialruptur der
Subscapularissehne
bei durchgehend intakter
Infraspinatus
- und
Supraspinatus
sehne
sowie mit Hinweise
n
auf eine diskrete
superior-anteriore
Labrumsläsion
bei Status nach AC-Gelenksresektion ohne Ödem oder Flüssigkeit
subakromial
in diesem Bereich bewertet (
Urk.
10/67).
3.
7
Dr.
A._
führte in seinem Bericht vom
3.
April 2019 folgende Diagnosen auf:
Tauchunfall
vom
15.10.2018:
-
Zervikal: Traumatische Diskushernie C6/7 links
-
OP vom 19.11.2018:
Offene ventrale
Spondylodese
C
6/7
-
N
ach Dekompression: linkes Schultergelenk
-
Zerrung der
Supraspinatus
-
und
Subscapularissehne
-
Vd
.
a
.
SLAP-Läsion
-
St. n.
arthroskopischer
Gelenkkörperentfernung,
subacromia
l
er
Bursek
tomie
, AC-Gelenksresektion und mini open
Bizepstenodese
2/2015
Der Beschwerdeführer
habe beim Tauchen im offenen Meer mit deutlichem Wellengang beim Festhalten an einem Felsen unter Wasser und dem Ausüben einer ungewollten Abwehrbewegung mit Verdrehen von Kopf und Armmuskeln eine Traumatisierung von Halswirbelsäule und linkem Schultergelenk erlitten. Der vorher beschwerdefreie, körperlich streng arbeitende und im metallverarbei
tenden Betrieb angestellte Beschwerdeführer
habe
starke Nackenschmerzen mit Ausstrahlen in den Hinterkopf und die linke Schulter
beschrieben.
Die
Schulter
schmerzen mit Ausstrahlen in den Oberarm
seien nach seinen Angaben
zunächst in Ruhe und bei Bewegung, später nur bei Bewegung und Ausüben von Kraft
,
aufgetreten
. Die Beweglichkeit
HWS
sei anfangs deutlich eingeschränkt gewesen. Seit der Operation habe sich dies gebessert. Es persistierten noch Schmerzaus
strahlungen, Kribbelparästhesien und Taubheitsgefühle im linken Arm bis in die Hand. Die
Kausalität
der Beschwerden (Anamnese, klinische Untersuchung) und Befunde (Röntgen, MRT)
sei
mit dem
Ereignis vom 15.
Oktober
2018
gegeben
und plausibel. Die Operation an der
HWS
sei absolut
indiziert
gewesen.
Diese
habe
ernsthafte
Komplikationen ve
rhindert
und die Situation verbessert. Die Regene
ration der Nerven sei nach einem solchen Eingriff noch lange nicht ab
g
eschlossen.
Die Situation am linken
Schultergelenk
sei durch
die
Operation verstärkt
worden
. Auch hier sei das Regenerationspotential nicht ausgeschöpft,
vor allem,
da der Beschwerdeführer eine körperlich
belastende
Tätigkeit
ausübe
(Urk.
10/51)
.
3.
8
Zur Frage nach der Unfallkausalität des
operierten
Schadens an der HWS befragt (
Urk.
10/
82
)
hielt Kreisarzt
C._
nach
ergänzter
Vorlage der Akten
(vgl.
Urk.
10/84)
am
3
1.
Juli 2019
fest
,
im MRT-Befund der HWS vom
8.
u
nd
2
1.
November 2018 hätten keine Unfallfolgen nachgewiesen werden können. Der Beschwerdeführer sei bereits
am 1
5.
Oktober 2018 beim Arzt erschienen,
jedoch sei
en
weder
eine HWS-Blockade noch
sensomotorische
Defizite, sondern nur
Schulterschmerzen dokumentiert worden. Taubheits
gefühle seien erstmals von
Dr.
A._
bei der
Erstbehandlung
vom 2
2.
Oktober 2018 festgehalten
worden
. Es weise nichts auf ein
akutes
H
alswirbelsäulen (HWS)
-Tr
auma
in der ersten Woche
,
geschweige de
n
n innerhalb der ersten 72 Stunden
,
nach Unfallereignis hin.
Sodann habe sich der Beschwerdeführer
bei
Dr.
A._
wegen Schulter
sch
m
e
rzen vorgestellt, was auch erkläre, weshalb
initial
kein
MRT der H
WS
durchgeführt worden sei, sondern erst
knapp
vier Wochen nach dem Unfaller
eignis
.
Im
MRT
der HWS vom 8.
November 2018 finde sich kein Hinweis auf unfallbe
dingte
Kraft
ein
wirkung. Es fänden sich auch
weder
Zeichen einer statt
gefunden
en direkten Krafteinwirkung noch einer
B
one
bruise
in der HWS,
insbesondere
nicht zwischen den Segmenten HW
S
6 und
7.
Des
Weiteren
fänden sich keine Frakturen, keine Hämatome, keine Bandläsionen an der
Wirbelsäule
. Das
Myelon
sei ohne
umschriebene
Läsionen
. Auch intraoperativ habe kein Hinweis auf eine Krafteinwirkung von aussen festgestellt werden können
. Zudem
seien keine Unfallfolgen, wie Hämatome oder Frakturen erwähnt worden
(OP-Bericht vom 1
9.
November 2018). Die Beurteilung von
Dr.
A._
vom
3.
April 2019 möge an seiner Beurteilung nichts zu ändern, da keine neuen medizinischen Erkenntnisse vorlägen, sondern nur eine post-hoc-ergo-
propter
-hoc
-
Argumenta
tion
. Bei dem Ereignis vom 1
5.
Oktober 2018 habe es sich überwiegend wahrscheinlich um eine HWS-Distorsion gehandelt. Solche HWS-Distorsionen bei Vorzuständen seien nach allgemeiner Lehrauffassung mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit sechs Monate nach Unfall als abgeheilt zu betrachten. Der Sta
t
us quo sine sei dann überwiegend wahrscheinlich erreicht, im vorliegenden Fall anfangs Mai 2019
(Urk.
10/103).
3.
9
Im Bericht vom
9.
September 2019 erhoben die
von den Schulterchirurgen
konsiliarisch beigezogenen Neurologen
der Klinik L._
die
Diagnose
eines
r
adikuläre
n
Reiz und sensomotorische
n
Ausfallsyndrom
s
C7 bei St. n. trauma
tischer
Diskusprotrusion
C6/7 im Rahmen einer HWS-Distorsion 10/201
8.
Der Beschwerdeführer berichte, im Oktober beim Schnorcheln im spanischen Meer von einer Welle erfasst worden zu sein; er habe sich mit der linken Hand an
einem Felsvorsprung festgehalten, durch die Wucht der Well
e
sei aber der Ober
körper nach hinten gerissen word
en und der Kopf nach rechts verd
reht. Anamnestisch bestünden seit dem Unfall im Oktober 2018 in den linken Arm ausstrahlende Nackenschmerzen mit begleitendem Taubheitsgefühl
Dig
II und III links. In der klinisch-neurologischen Untersuchung lasse sich eine Hypästhesie im
Dermatom
C7 objektivieren, motorisch fänden sich keine Auffälligkeiten. Das Provokationsmanöver für die HWS falle negativ aus (
Spurling
-Zeichen). Elektro
physiologisch fänden sich in der Kennmuskulatur C7 links Zeichen einer akuten und chronischen
Denervation
bei unauffälligen
Nadelmyographien
aus der Kenn
muskulatur C6 und C5 links. Bei
Taubheitsgefühl
Dig
II und III links erfolgte zum Ausschluss eines Karpaltunnelsyndroms eine
Medianus
- und
Ulnaris
-Neuro
graphie links, welche beide normwertige ausgefallen seien. Die genannten Schulterschmerzen
wären differentialdiagnostisch
im Rahmen einer Beteiligung der
pektoralis
-Muskulatur im Rahmen der Traktionsschädigung der Nervenwurzel C7 erklärbar. In therapeutischer Hinsicht empfahlen sie eine Dosissteigerung von
Lyrica
zur Nacht und Fortführung der Physiotherapie zur Stärkung und
Detoni
sierung
der paravertebralen Muskulatur. Weitere Verlaufskontrollen seien nicht vorgesehen (
Urk.
10/120).
3.1
0
In der Beurteilung vom 2
3.
Dezember 2019 hielt Kreisarzt
C._
fest, die linke Schulter sei bei Status nach AC
-Gelenksr
esektion mit degenerativen Veränderung des AC-Gelenks bereits mit
überwiegender
Wahrscheinlichkeit
vor dem Unfall beeinträchtigt gewesen. Das Unfallereignis vom 1
5.
Oktober 2018 habe im Sinn einer Zerrung
(
MRT vom 2
4.
Oktober 2018
)
zu einer
vorübergehenden
Verschlim
merung geführt. Es handle sich an der Schulter somit um eine Kontusion bei
Vorzustand. Solche Kontusionen sei
e
n nach allgemeiner Lehrauffassung nach zwölf Wochen ab
ge
heilt, im vorliegenden Fall spätestens per Ende Januar 201
9.
Sodann halte er an seiner Beurteilung vom Juli 2019 fest, die Ausführun
gen von
Dr.
A._
in seinem Bericht vom
8.
Juni 2020 ergäben keine neuen medizinischen Erkenntnisse (
Urk.
10/130).
3.1
1
Prof.
Dr.
med.
D._
der Wirbelsäul
enchirurgie des Zentrums M._
nannte
in seinem Bericht vom 2
7.
März 2020
folgende Diagnosen:
-
Persistierendes
Schulter-Arm-Syndrom
bds
. linksbetont mit/bei
:
-
HWS-/Schulterdistorsion nach Tauchunfall am 15.10.2018
-
St. n.
Spondylodese
C6/7 bei Diskushernie C6/7 links am 19.11.2018
-
St. n. Schulterarthroskopie links mit Gelenkkörperentfernung
subacro
mial
und
Bursektomie
und AC-Gelenksresektion sowie
subpectorale
LBS-
Tenodese
02/2020
(richtig: 02/2015)
-
St. n. AC-Gelenksinfiltrati
o
n am 27.6.2019 (ohne Ansprechen)
In der umfangreichen Abklärung könne eine persistierende
Radikulopathie
als Ursache der ausstrahlenden Armschmerzen weitgehend ausgeschlossen werden. Ebenso habe ausgeschlossen
werden
können, dass eine
zusätzliche
Verletzung des Segments C7/Th1 vorliege,
obwohl
sich hier
leichte degenerative Veränderungen gezeigt hätten. Insofern könne hieraus keine Unfallkausalität abgeleitet werden. Der
vermehrte
Knochenumbau im Bereich des eingebrachten Peek-Cages sei auffallend. Bei
fehlenden
Loc
k
erungszeichen der
Schraube könne eine
Pseudarth
rose
nur theoretisch erwogen werden. Im Vordergrund scheine allerdings noch eine schulterchirurgische Abklärung
zustehen
(Urk.
10/146).
3.
1
2
Über diese berichtete
Dr.
med. univ. N._
, Facharzt für Orthopä
dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
am 1
1.
Mai 2020 und erhob gestützt auf die
Arthrograpie
Schulter links vom
8.
Mai 2020
folgende Diagnosen:
-
Gelenksseitiger Riss der
Supraspinatussehne
im ventralen Drittel links
-
Leichte Degeneration
glenohumeral
links
-
Persistierendes Schulter Arm-Syndrom
bds
. linksbetont mit/bei
-
HWS Schulter Distorsion nach Tauchunfall am 15.10.2018: aktuell V.a.
Tendinopathie
, Partialruptur
Subscapularissehne
links, AC-Gelenks Arthrose links,
subakromiales
Impingement
-
St. n. Schulterarthroskopie links mit Gelenkkörperentfernung
subacro
mial
und
Bursektomie
und AC-Gelenksresektion sowie
subpectorale
LBS-
Tenodese
02/2020
(richtig: 2015)
-
St. n. AC-Gelenksinfiltration am 27.6 2019 (ohne Ansprechen)
-
St. n.
Spondylodese
C6/7 bei Diskushernie C6/7 links am 19.11.2018
Die Schmerzen im Bereich des Schultergelenkes links mit Ausstrahlung bis zum Deltoid-Muskelansatz seien mit der neuen Bildgebung eindeutig erklärbar (Urk.
10/151).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Versicherungsleistun
gen zu Recht
hinsichtlich der Beschwerden an der HWS per 3
1
. August 2019
und hinsichtlich der linken Schulter per 3
1.
Januar 2020
eingestellt hat, mithin, ob die vom Beschwerdeführer nach wie vor geklagten Beschwerden noch in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum
Ereignis
vom
1
5.
Oktober 2018
stehen.
4.2
Vorab ist festzuhalten, dass die Schilderungen des Ereignisses vom 1
5.
Oktober 2018 in der Schadensmeldung (
Urk.
10/1) sowie den initialen medizinischen Berichten (E. 3.1, E. 3.2 und E. 3.3.) daran zweifeln lassen, ob ein Unfall im Rechtssinne (E. 1.1) vorliegt. Hierüber liegen keine
zeitnahen
Erhebungen durch die Beschwerdegegnerin vor. Mittlerweile schildert der Beschwerdeführer den Vorgang wie
im Bericht der Klinik L._
vom
9.
September 2019 ausgeführt (E. 3.9). D
ie fast ein Jahr später
diagnostizierte HWS-Distorsion
scheint
daher
auch
nicht schlüssig. Festzuhalten bleibt, dass
gegenüber dem erstbehandelnden Arzt (E. 3.1)
zwei Stunden nach dem Ereignis
und
gegenüber dem in der Schweiz erstmals aufgesuchten Arzt
(E. 3.2)
über Schulterschmerzen geklagt wurde. Angesichts der von der Beschwerdegegnerin anerkannten Listenverletzung hinsichtlich der Schulterverletzung links sowie
der Übernahme der
Heilb
ehand
lung
hinsichtlich der
HWS
-Beschwerden
bis
3
1.
August 2019 kann - wie die
nachfolgenden E
rwägungen
aufzeigen -
die Einordnung des Geschehens offen
gelassen werden.
Hinsichtlich der Beschwerden an der HWS ist
anzufügen
, dass es vorliegend einzig um die Kausalitätsbeurteilung der Diskushernie C6/7 an der HWS zum Unfallereignis vom 15. Oktober 2018
geht und
nicht um diejenige einer durch den Unfall ausgelösten
möglichen
HSW-Distorsion im Sinne eines Schleudertraumas,
da
der Beschwerdeführer nie über ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild berichtete und insbesondere keine entsprechende ärzt
liche Diagnose vorliegt (BGE 117 V 359 E. 4b).
4.
3
4.3
.1
Der
angefochtene Entscheid
basiert
massgeblich
auf der Beurteilung von
Kreisarzt
C._
vom
3
1.
Juli 2019
(
E. 3.
8
)
, der
entgegen der Ansicht des Beschwerdefüh
rer
s
aufgrund seiner Funktion und beruflichen Stellung bei der Suva
als
Facharzt
im Bereich der Unfallmedizin
anzusehen ist
und unabhängig von seinem ursprünglich erworbenen Facharzttitel über besonders ausgeprägte
traumatolo
gische
Kenntnisse und Erfahrungen
für die Beurteilung des streitigen Leidens verfügt
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_510/2007 vom
3.
Oktober 2008
E. 7.5.4, Urteil des Bundesgerichts 8C_316/20
19 vom 2
4.
Oktober 2019 E. 5.4)
.
Er
berücksichtigte sämtliche medizinische
Vorakten
einschliesslich Bilder und setzte sich dabei ausführlich mit den radiologisch erhobenen Befunden und den bio
mechanischen Zusammenhängen auseinander. In seiner Beurteilung hielt
Kreisarzt
C._
fest, eine unfallkausale Ursache der
Diskushernie C6/7
sei nicht zu befürworten,
da nichts auf ein akutes HWS-Trauma in der ersten Woche bzw. innerhalb der ersten 72 Stunden nach Unfallereignis hindeute und insbesondere
in den ersten Wochen nach dem Unfallereignis am 15.
Oktober 2018 die
Beschwerden an der linken Schulter im Vordergrund
gestanden hätten
.
Zudem
zeigten
sich weder im MR
T
der HWS vom 8.
November 2018 noch intraoperativ Hinweise auf unfallbedingte Kraftwirkung
en
. Demnach schloss er, dass
es sich beim
Unfallereignis vom
15. Oktober 2018 überwiegend wahrscheinlich um eine HWS-Distorsion handle. Solche HWS-Distorsionen seien bei Vorzuständen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sechs Monat nach Unfall als abgeheilt zu betrachten
. D
ann spiele das Unfallereignis im weiteren Beschwerdebild keine Rolle mehr, im vorliegen
den Fall spätestens anfangs Mai
201
9.
An der
Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit
dieser
versicherungsinternen ärztlichen Stellung
nahme
vermögen weder
der
Bericht von
Dr.
J._
vom 26.
Februar
2019
(E. 3.
5
)
noch
die
teilweise in Widerspruch zu seinen Erstbefunden stehenden
Berichte von
Dr.
A._
vom
3.
April 2019
(E.
3.
7
)
oder
vom
8.
Juni 2020
(
Urk.
3/7
)
keine
auch nur geringe
Zweifel
zu wecken
. So lag
diesen Ärzten
i
m Unterschied
zu Kreisarzt
C._
die Unfalldokumentation
sowie die umfassenden Akten
nicht
vor.
Ferner
erschöpft sich ihre
Argumentation, wonach
die
Diskushernie C6/7
auf den Unfall vom
15.
Oktober 2018
zurückzuführen s
ei
, in der Figur «
post
hoc ergo
propter
hoc»
,
nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie
nach diesem aufgetreten ist. Dies ist jedoch
beweisrechtlich nicht zulässig
und
vermag
zum Nachweis der Un
fallkausalität nicht zu genügen
(BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1)
, sofern
das
Unfall
geschehen
– wie hier- keine strukturellen Läsionen an der Wirbelsäule und keine Wirbelkörperfrakturen verursacht hat.
Ä
rztliche Auskünfte, die allein auf dieser Argumentation beruhen,
sind
beweisrechtlich nicht zu verwerten (Urteil des Bundesgerichts 8C_241/2020 vom 29. Mai 2020 E. 3)
.
Schliesslich legt
Dr.
J._
in keiner Weise dar, aus welchen Gründen, insbesondere unter Darlegung des möglichen biomechanischen Ablaufs und in Korrelation mit den unmittelbar daraufhin geklagten Schmerzen, er von der sicheren Kenntnis auszugehen scheint, dass der Vorfall vom 1
5.
Oktober 2018 eine Diskushernie verursacht haben soll (vgl. E. 3.5).
4.
3
.2
Die Einschätzung von Kreisarzt
C._
steht insbesondere auch im Einklang mit der höchstrichterlich anerkannten medizinischen Erfahrungstatsache, wonach im Bereich des Unfallversicherungsrechts praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann eine Diskushernie betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der Diskusher
nie (vertebrales oder
radikuläres
Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger
Arbeitsunfähigkeit auftreten.
So muss eine entsprechende richtungsgebende Verschlimmerung insbesondere auch röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression abheben.
Ist die Diskushernie, wie vorliegend, bei
stummen
degenerativem Vorzustand durch den Unfall nur aktiviert, nicht aber verursacht worden,
liegt eine vorübergehende Verschlimmerung
vor.
Dies
falls
hat
die Unfallversicherung
nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen.
Nach derzeitigem medizinischem Wissensstand kann in solchen Fällen das Erreichen des Status quo sine bei posttraumatischen Lumbalgien und
Lumboischialgien
nach drei bis vier Monaten erwartet werden. Im Allgemeinen ist bei einer Prellung, Verstauchung oder Zerrung der Wirbelsäule die vorübergehende Verschlimmerung nach sechs bis neun Monaten und bei Vorliegen eines erheblich degenerativen Vorzustandes spätestens nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_
765/2020
vom 4. April 20
21
E. 2.3).
Solange der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat die versicherte Person auch Anspruch auf eine - operative Eingriffe mit
einschlies
sende
-
zweckmässige
Behandlung (Urteile 8C_412/2008
des Bundesgerichts vom
3.
November 2008 E. 5.1.2).
4.3
.
3
Vorliegend war der Unfall nicht von besonderer Schwere (vgl. Urk.
10/
1 und 10/8
). Begleitverletzungen (Wirbelbrüche, Verletzung von Bandstrukturen), welche auf eine schwere Einwirkung hindeuten würden, liegen nicht vor. Auch fehlt ein unverzügliches Auftreten der Diskushernien-Symptome. Der Beschwer
deführer
klagte
nach dem Unfall am
1
5.
Oktober 2018
sowohl im Spital
auf Lanzarote
(E. 3.1)
, als auch in der Behandlung bei
Dr.
A._
vom 22. Oktober 2018
über
starke
persistierende
Schmerzen in der linken Schulter
, Bewegungs
einschränkungen oder Schmerzen in der HWS hat
Dr.
A._
nicht berichtet (E. 3.2)
. Daraufhin veranlasste
Dr.
A._
ein MRT der linken Schulter
, welches eine
Zerrung der
Supraspinatus
- und
Subsacpularissehne
zeigte
(E. 3.
2.
Ferner überwies er den Beschwerdeführer a
ufgrund der
in seiner Sprechstunde
erstmals
erwähnten
Sensibilitätsminderung
in
Dig
2 und 3 der
rechten (richtig:
linken Hand
)
an
ein orthopädisches
Konzil
im Kantonsspital
B._
. Dort
klagte
der Beschwerdeführer anfänglich
noch immer nicht über
persistierende
Nacken
schmerzen
. Es wurde
jedoch
aufgrund der durch die Extension der HWS ausgelösten Schmerzen in der linken Schulter
gleichentags ein
MRT der HWS
veranlasst
(
Urk.
10/101
S. 2
)
.
Das MRT vom 8
.
November 2021
zeigte
schliesslich
eine
grosse
mediolaterale
Diskushernie C
6/7
(
E. 3.4
). Nach dem Gesagten
kann davon ausgegangen werden
, dass das Unfallereignis vom 1
5.
Oktober 2018 zu
einer vorübergehenden unfallkausalen Verschlimmerung eines stummen Vorzu
standes
geführt hat
. Ein
bildgebende
r Nachweis
einer traumatischen Diskusher
nie
,
wie von der höchstrichterlichen Rechtsprechung gefordert
,
liegt
nicht vor
.
Dies wird durch den Bericht von
Dr.
D._
(E. 3.11) untermauert, der darüber hinaus eine persistierende
Radikulopathie
oder eine zusätzliche Verletzung des Segmentes C7/Th1 als Ursache der ausstrahlenden Armschmerzen ausschloss.
Somit ist der
status
quo sine
nach Ablauf von sechs Monaten nach
Unfall erreicht.
Daran vermag auch der beigelegte
Artikel
nichts zu ändern, da sich dieser nicht
mit Kausalitätsfragen
der traumatischen zervikalen Diskushernie befasst
.
4.
3
.4
Demnach ist nicht zu bestanden, dass die Beschwerdegegnerin die Leistungen
rund
zehn
Monate nach dem Ereignis per
3
1.
August 2019
eingestellt hat
.
Somit
besteht
mangels eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen den noch geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis vom
1
5.
Oktober 2018
keine
über den Fallabschluss hinausgehende Leistungspflicht
der
Beschwerdegegnerin
.
4.
4
4.
4
.1
Bezüglich der Beschwerden an der linken Schulter
legte
Kreisarzt
C._
s
owohl in seiner
Beurteilung
vom 1
2.
Februar 2019
(E. 3.
4
)
als auch in der Beurteilung vom 2
3.
Februar 2019
(E. 3.1
0
)
überzeugend d
ar, dass die linke Schulter bei Status
nach AC
-Gelenksr
esektion mit degenerativen Veränderung des AC-Gelenks mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vor dem Unfall beeinträchtigt
war
.
Mit Verweis auf das MRT vom 2
4.
Oktober 2018
schloss er
, d
as
s das
Unfallereignis vom 15.
Oktober 2
018 im Sinn einer Zerrung
zu einer vorübergehenden Verschlimmerung
führte
und sich der Beschwerdeführer eine
Kontusion der Schulter zuzog
.
Solche Kontusionen sei
e
n nach allgemeiner Lehrauffassung nach zwölf Wochen ab
ge
heilt, im vorliegenden Fall spätestens per Ende Januar 201
9.
Diese
medizinische
Einschätzung
stimm
t
mit der Beurteilung der Radiolo
gie G._
vom 2
4.
Oktober 2018 (E. 3.
2
)
überein
, in welcher die
Supraspi
natus
- und
Sub
s
capu
l
arissehne
bei intakter
Infraspinatussehne
, degenerativer Veränderung des AC-Gelenks s
owie wenig Knochenmarksödem Klav
ikula
als signalalteriert beschrieben wurden
,
jedoch keine
Rotatorenmanschettenruptur
und kein Riss des Labrums
ausgemacht werden konnte
(
Urk.
10/7/3
)
. Auch
Dr.
A._
erhob
daraufhin im Arztzeugnis vom 31.
Oktober 201
8
die
Diagno
se
n
einer
Zerrung der
Supraspinatus
- und
Subscapularissehne
sowie einer aktivierten AC-Gelenksarthrose (E. 3.2)
.
Ferner steht ebenfalls die
am 18.
März 2019
erfolgte Beurteilung des Ärztezentrums
H._
keinesfalls in eklatan
tem Widerspruch
dazu
(E.
3.
6
)
.
Die
Supraspinatus
- und
Infraspinatussehne
wurden
als intakt
beurteilt
. Dass von einer möglichen diskreten
superior-anterioren
Labrumläsion ausgegangen
wurde
,
ist ohne Belang, da sich
neben dem MRT vom 2
4.
Oktober
2018 (E. 3.
2
)
auch im MRT vom 8. Mai 2020
des medizi
nisch radiolo
gischen Instituts O._
(Urk.
10/152)
kein Hinweis
auf eine SLAP-Läsion
finde
t
.
Ebenso verhält es sich mit der diagnostizierten
alten
Partialr
uptur
der
Su
bscapularissehne
,
da sich
die Sehnen
im MRT vom 8. Mai 2020
b
is
auf die partiell gelenkseitige Rissbildung der
Supraspinatussehne
intakt darstell
en
. Auch Dr.
N._
geht davon aus, dass die weiterhin persistierenden Schmerzen
in der linken Schulter
gut mit dem
gelenksseitigen
Riss der
Supra
spinatussehne
im ventralen D
rittel zu erklären seien
(E. 3.1
2
)
.
Daraus
ergibt sich, dass
sich
die
Supraspinatussehne
nach dem Unfallereignis vom 15. Oktober 2018 bildgebend
intakt darstellte und keine Ruptur aufwies. Demnach erlitt der Beschwerdeführer an der linken Schulter
überwiegend wahrscheinlich lediglich
eine Kontusion im Sinne einer Zerrung
,
zumal der Unfallversicherer nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen zu erbringen hat; sondern allein entscheidend ist, ob die unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteil 8C_68/2019 des Bundesgerichts vom 22. Juli 2019, E. 3.2).
Zudem
enthalten die
Akten keine Indizien, welche die Behauptung des Beschwerdeführers,
der Riss der
Supra
spinatussehne
könnte
aufgrund schlechter Bildgebung oder falsche
r
A
uswertung
sowie des fehlenden
transmuralen
Charakters
nicht
früher
diagnostiziert
worden
sein
(E. 2.2)
, stützen würden
, insbesondere da
an der linken Schulter
ein Vorzu
stand nach AC-Gelenksresektion
vor
liegt
.
Nichts
anderes
ergibt sich aus den im Beschwerdeverfahren eingereichten Berichte
n
(
Urk.
13/1-2 und
Urk.
16/1-2).
Soweit
die Ärzte vom P._
oder
Dr.
A._
die Unfallkausalität
allein
aus dem Umstand der prätraumatisch fehlenden Beschwerden ableiten
wollen
, ist anzumerken, dass die Argumentation nach der Formel «
post
hoc e
rgo
propter
hoc»
(E.
4.3
.1
) nicht zulässig ist.
4.
4
.2
Damit liegen keine auch nur geringen Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Stellungnahme vor (vgl. E.
1.6
).
Nach dem Gesagten
ist
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit davon auszugehen,
dass der
Unfall vom 15.
Oktober
2018
im Sinn einer Zerrung
zu einer vorübergehenden Verschlimmerung
führte
und sich der Beschwerdeführer eine
Kontusion der Schulter zuzog
.
5.
Bei dieser Aktenlage sind von weiteren medizinischen Abklärungen zur Unfall
kausalität der Bandscheibenverletzung
sowie der linken Schulter
keine anders
lautenden und/oder weitere
entscheidrelevante
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf verzichtet werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 144
ll
427 E. 3.1.3 S. 435 mit Hinweisen).
Demnach ist nicht zu bestanden, dass die
Beschwerdegegnerin die Leistungen per 31. August 2019 bzw. 3
1.
Januar 2020 eingestellt hat. Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich daher als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.