Decision ID: 0254a646-e5e2-407b-a879-e96798844d44
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1947,
seit
1.
Juli 2010
Bezü
ger
einer Altersrente
(
Urk.
2/2/7A)
, meldete sich am 16. August 2011 beim Amt für Zusatz
leis
tungen zur AHV/IV der Stadt Zürich (nachfolgend AZL) zum Bezug von Zusatz
leistungen an (zum Sachverhalt im Folgenden: Urteil des Sozialver
sicherungs
gerichts ZL.2016.00055 vom 3
0.
September 2016
, Urk. 2/5
). Nach entsprechen
den Abklärungen sprach ihm das AZL mit Verfügung vom 7./11. Oktober 2011 ab 1. August 2011 monatliche Ergä
nzungsleistungen von Fr. 1‘076.—
zu. Gleich
zeitig verneinte es einen An
spruch auf kanto
nale Bei
hilfe
und
Gemeinde
zuschüsse. Daran hielt es nach erhobener Einsprache mit Entscheid vom 19. Januar 2012 fest
. Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Sozialver
sicherungsgericht mit Urteil ZL.2012.00017 vom 21. Juni 2013 in dem Sinne gut, dass es die Sache an das AZL zurückwies, damit dieses nach erfolgter Abklärung über die früheren Wohnsitzverhältnisse über den Anspruch auf Beihilfe und Gemeindezuschüsse ab August 2011 neu verfüge. Das AZL nahm daraufhin weitere Abklärungen vor. Hernach wies es die Einsprache vom 21. November 2011 mit Entscheid vom 18. Juli 2014 erneut ab. Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Sozialversicherungsgericht, soweit es darauf eintrat, mit Urteil ZL.2014.00089 vom 31. Januar 2015 in dem Sinne gut, dass es die Sache zur Durchführung des korrekten Verwaltungsverfahrens mit Erlass einer Verfügung und gegebenenfalls eines
Einspracheentscheids
an das AZL zurückwies. In Nachachtung dieses Urteils sprach das AZL dem Versicherten mit Verfügung vom 23. Februar 2015 ab 1. August 2011 bis Januar 2015 monat
liche Ergän
zungsle
istungen von zuletzt Fr. 1‘079.—
und ab 1. Juni 2013 bis Januar 2015 zudem monatliche
kantonale Beihilfe von Fr. 202.—
zu; im Übrigen verneinte es einen Anspruch auf kanto
nale Bei
hilfe
und Gemeinde
zu
schüsse
für die Zeit ab 1. August 2011.
Daran hielt es nach erhobener Einsprache
mit Ent
scheid vom 28. Mai 2015
fest
. Die dagegen erhobene Beschwerde
des Versicher
ten
vom
2.
Juni 2015 (
Urk.
2/2/1)
wies das Sozialversicherungsgericht mit Urteil ZL.2015.00048 vom 30.
September 2015
ab
,
soweit es auf diese eintrat
(
Urk.
2/2/9)
.
1.2
I
n teilweiser Gutheissung der dagegen erhobene
n
Beschwerde hob das
Bundes-gericht
den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts vom 30. September 2015 auf und wies die Sache an das Sozialversicherungsgericht zurück, damit es über den Anspruch des Beschwerdeführers auf kantonale Beihilfe und Gemeinde-zuschüsse neu verfüge; im Übrigen wies es die Beschwerde ab (Urteil 8C_522/2015 vom 21. April 2016, Urk. 2/1). In der Folge wies das Sozialver
sicherungsgericht die Beschwerde mit Urteil ZL.2016.00055
vom 3
0.
September 2016
(
Urk.
2/5) erneut ab, soweit es auf diese eintrat. In teilweiser Gutheissung der dagegen erhobene
n Beschwerde hob das Bundes
gericht den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts vom 30. September 2016 auf und wies die Sache an das Sozialversicherungsgericht zurück, damit es über den Anspruch auf kanto
nale Beihilfe und Gemeindezuschüsse neu verfüge; im Übrigen wies es die Beschwerde ab (Urteil 8C_779/2016 vom
3.
April 2017,
Urk.
1).
2.
In Nachachtung des Urteils des Bundesgerichts gab das Sozialversicherungs
gericht dem Versicherten
mit Verfügung vom 1
2.
Juni 2017 (
Urk.
3)
Gelegen
heit, zur im
bundesgerichtlichen
Urteil 8C_522/2015 vom 2
1.
April 2016 um
schriebenen Pro
b
lematik des Auseinanderfalle
n
s von steuerrechtlicher und zivil
rechtlicher
Wohnsitznahme
in der Stadt Zürich seit dem
1.
September 2008 Stellung zu nehmen. Mit Eingabe vom 3
0.
August 2017 nahm der Versicherte
dazu
Stellung,
wobei er
zusätzlich
die
Durchführung einer öffentlichen Ver
handlung
beantragte
(
Urk.
6). Am
7.
Dezember 2017 wurde die öffentliche Ver
handlung
in
Form einer Hauptverhandlung (Replik/Duplik
) und anschliessender persönlicher Befragung des Versicherten durchgeführt, wobei die Parteien an ihren Anträgen festhielten (Protokoll,
Urk.
14).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1
.1
Personen mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz haben un
ter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Ergänzungsleistungen (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlasse
nen- und
Invalidenversicherung, ELG). Die Begriffe
"Wohnsitz" und "g
ewöhnli
cher Aufenthalt" richten
sich gemäss Art. 4 Abs. 1 ELG nach Art. 13 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG)
, welc
her bezüglich des Begriffs des
Wohnsitzes wiederum auf die Bestimmung
en der Artikel 23–26 des Zivilgesetzbuches (ZGB) verweist.
1
.2
Gemäss Art. 23 Abs. 1 ZGB befindet sich der zivilrechtliche Wohnsitz einer Per
son an dem Ort, wo sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält und
den sie sich zum Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen gemacht hat, wobei es nicht auf
den inneren Willen ankommt, sondern darauf, auf welche Absicht die er
kenn
baren Umstände objektiv schliessen lassen. Um den Wohnsitz einer Person fest
zustellen, ist die Gesamtheit ihrer Lebensumstände in Betracht zu ziehen:
Der Mittelpunkt der Lebensinteressen befindet sich an demjenigen Ort bezie
hungs
weise in demjenigen Staat, wo sich die meisten Aspekte des persönlichen, sozialen und beruflichen Lebens der betroffenen Person konzentrieren, sodass de
ren Beziehungen zu diesem Zentrum enger sind als jene zu einem anderen Ort beziehungsweise Staat (Urteil des Bundesgerichts P 23/00 vom 26. Juli 2001,
E. 3a, mit Hinweisen).
Die nach aussen erkennbare Absicht muss auf einen dau
ernden
–
das heisst
im Sinne von "bis auf Weiteres" - Aufenthalt ausgerichtet sein. Allerdings schliesst die Absicht, einen Ort später wieder zu verlassen, ei
nen Wohnsitz nicht aus. Nicht massgeblich, sondern nur Indizien für die Beur
teilung der Wohnsitzfrage sind die Anmeldung und Hinterlegung der Schriften,
die Ausübung der politischen Rechte, die Bezahlung der Steuern, fremdenpoli
zei
liche Bewilligungen sowie die Gründe, die zur Wahl eines bestimmten Wohn
sit
zes
veranlassen (
Urteil des Bundesgerichts P 21/04 vom 8. August 2005, E. 4.1.1, mit Hinweisen). Nach Art. 24 Abs. 1 ZGB bleibt sodann der einmal begründete Wohnsitz einer Person bis zum Erwerb eines neuen Wohnsitzes bestehen.
1
.3
Die Ausrichtung von Beihilfe
im Kanton Zürich setzt voraus, dass die versi
cher
te
Person die Voraussetzungen für Ergänzungsleistungen gemäss Art. 4-6 ELG erfüllt und in den letzten 25 Jahren vor der Gesuchstellung während einer
Min
dest
dauer im Kanton Zürich gewohnt hat. Diese beträgt für Personen mit Schwei
zer Bürgerrecht 10 Jahre (§ 13 Abs. 1 des Gesetzes über die Zusatz
leistun
gen zur eidgenös
sischen Alters-, Hinterlassenen- und In
validen
versiche
rung, ZLG
).
Ausserdem darf der Wohnsitz im Kanton Zürich in den letzten zwei Jah
ren vor Ausrichtung der Beihilfe nicht aufgegeben worden sein. Ausgenom
men hiervon sind frühere Bezüger, welche in den Kanton zurückkehren (§ 13 Abs. 2 ZLG).
1
.4
Nach der Verordnung der Stadt Zürich über den Vollzug des Gesetzes über die Zu
satzleistungen zur eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen- und Invaliden
versicherung und die Gewährung von Gemeindezuschüssen (VO) ist die Bezugs
berechtigung von jährlichen Gemeindezuschüssen gegeben, wenn unter ande
rem alle persönlichen Voraussetzungen zum Bezug der gesetzlichen Beihilfe erfüllt sind (Art. 2
lit
. a VO) und der Gesuchsteller seit mindestens fünf Jahren zivilrechtlichen Wohnsitz in der Stadt hat (Art. 2
lit
. b Satz 1 VO); ausgenom
men hiervon sind frühere Empfängerinnen und Empfänger des jährlichen
Gemeindezuschusses, die in die Stadt zurückkehren (Art. 2
lit
. b Satz 2 VO).
2.
Das Bundesgericht hat im Urteil 8C_522/2015 vom 2
1.
April 2016 (
Urk.
2/1) rechtskräftig entschieden, dass der Beschwerdeführer im Frühsommer 2005 sei
nen schweizerischen Wohnsitz aufgegeben und in Argentinien einen neuen Wohnsitz begründet hat. Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer seinen Wohnsitz bereits im September 2008 oder erst im Juni 2011 wieder in die Schweiz verlegt hat, und damit die Frage, ob die zweijährige Karenzfrist für die kantonale Beihilfe im August 2011 bereits abgelaufen war oder nicht.
3
.
3
.1
3.1.1
Die Frage
, ob der Beschwerdeführer den Wohnsitz ab
1.
September 2008 wieder in die Schweiz verlegt hat,
ist aufgrund der gesamten Umstände
zu prüfen. Dabei sind
insbesondere seine
Beweggründe
für
den
Aufenthalt in der Schweiz vom 1
0.
Juni bis Ende Oktober 2008 (
Urk.
2/2/7/55)
zu berücksich
tigen
.
Beweggründe
für
den damaligen
Aufenthalt in der Schweiz waren nach Anga
ben des Versicherten
in erster Linie ein Besuch
aus Anlass
der Geburt seines zweiten Enkelkindes. Die Wiederanmeldung in der Schweiz erfolgte, weil die internationale Krankenversicherung, die der Beschwerdeführer bei einem däni
schen Versicherer abgeschlossen hatte, von jährlich
Fr.
6'000.— auf
Fr.
10'000.— erhöht worden war, als der Beschwerdeführer das 6
0.
Altersjahr erreicht hatte, und der Beschwerdeführer sich kostengünstiger wieder bei einer schweize
rischen Krankenkasse versichern lassen wollte (Prot. S. 9 und S. 12 f.).
Diese
s
Vorkehren
der Kostenersparnis bei den Krankenkassenprämien
korreliert mit
den
Beweggründe
n des Versicherten
für die
Wohn
s
itznahme
im Ausland.
Denn g
emäss eigenen Angaben verliess
er
die Schweiz im Früh
sommer
20
0
5 zusam
men mit seiner damaligen Lebenspartnerin, weil er
einerseits
nach längeren Bemühungen keine Aussicht sah,
als ehemaliger Schriftsetzer
eine neue Ste
lle zu finden und
er sich den Gang zur Sozialfürsorge ersparen wollte
,
und
ande
rerseits, weil er,
ohne regelmässiges
Erwerbseinkom
men
,
mit seinen
verfügbaren
Mitteln von rund
Fr.
20'000.—
pro Jahr
(bis zum Bezug der Altersrente)
in der Schweiz
in finanzieller Hinsicht nicht mehr hätte
leben
können
(
Urk.
12/1)
.
Mit anderen Worten war die Strategie des Beschwerdeführers bei der ausländischen
Wohnsitznahme
darauf angelegt, mit seinen beschränkten finanziellen Mitteln
in einer bezüglich der
Lebenshaltungskosten
entsprechend
günstigen Gegend im Ausland
zusammen mit seiner damaligen Lebenspartnerin
auf längere
und unbestimmte Zeit leben und wohnen zu können,
unter Ausnützung der entspre
chenden Kaufkraftdifferenz.
Es leuchtet ein, dass es
bei
diese
r
Strategie zumin
dest ungünstig
gewesen wäre
, wenn
er
bei
den
damals
jährlich verfügbaren M
it
teln von ungefähr
Fr.
20'000.— allein rund
Fr.
10'000.—
und somit
rund
die Hälfte
für die Krankenkassenprämien
hätte aufwenden
müssen
. Der Wechsel der Krankenversicherung erfolgte somit
nicht etwa deshalb, weil
er
die Absicht
gehabt hatte
, wieder in der Schweiz zu wohnen, sondern im Gegenteil deshalb, weil er seinen ausländischen Wohnsitz beibehalten und finanziell absichern wollte.
Dafür spricht auch
, dass
sich
der Beschwerdeführer am 8. September 2008 (Urk. 2/2/7/2a) auf dem Personenmeldeamt
Zürich
als „bei der Tochter wohnend“
anmeldete
(Schreiben des Beschwerdeführers an das kantonale Steuer
amt vom 27. April 2010, Urk. 2/2/7/7c Beilage)
,
und dass er
kurze
Zeit später wieder ins Ausland wegzog.
Denn d
er Aufenthalt
von Juni bis
O
ktober 2008 hatte
eben
lediglich
Besuchs- und Organisationscharakter und änderte
an
seiner Absicht, im Ausland zu wohnen, nichts.
3.1.2
Eine Folge des Wechsels der Krankenversicherung und der dadurch erforder
lichen Anmeldung beim Personenmeldeamt Zürich war, dass der Kanton Zürich den Beschwerdeführer
ab
1.
September 2008 steuerlich erfasste (Schreiben des Steueramtes der Stadt Zürich vom 8. November 201
1
, Urk. 2/2/7/25c).
Die
steuerliche Erfassung
stand somit ebenfalls in keinem Zusammenhang mit einer allfälligen Absicht des Versicherten, den Wohnsitz wi
eder in die Schweiz zu verlegen.
Diesen finanziellen Nachteil konnte der Beschwerdeführer ohne Weite
res in Kauf nehmen. In den Jahren 2008 und 2009 und bis zum Erhalt der AHV-Rente hatte er kein steuerbares Einkommen zu deklarieren bei einem Vermögen von
Fr.
36'313.—
im Jahr 2008 und
Fr.
58'183.—
im Jahr 2009 (
Urk.
2/2/7/7a-c).
Sein Einwand, er habe
in den Jahren
2005 bis 2010 circa
Fr.
15‘000.—
an Steu
ern in der Schweiz
entrichtet
(
Urk.
12/1), ist
schon unter dem Gesichtspunkt des gewählten Zeitraums nicht
stichhaltig
,
weil
d
er
Beschwerdeführer
auf diese Weise
auch
die im Jahr 2005 entrichteten Steuern berücksichtigen konnte, welche allein bezüglich der
Quellensteuer
n
Fr.
12‘457.05
betrugen
(
Urk.
2/2/7/7/
4.2;
Urk.
2/2/7/61)
.
Weil der Versicherte gegen die steuerliche Erfassung nicht opponiert
e
– was in Anbetracht der erwähnten Umstände auch nicht weiter erstaunt -, gab es für die Steuerbehörden
im Rahmen
der
damaligen
routinemässigen Erfassung
des Ver
sicherten
keinen Anlass
,
dessen Wohnsitz näher
,
geschweige denn fundiert abzuklären.
Für die gegenteilige Annahme, dass das Steueramt das Steuerdomizil
des Beschwerdeführers genauer abklärte, gibt es keine Anhaltspunkte in den Akten, und auch der Beschwerdeführer macht dies nicht geltend.
Erst am 2
0.
Oktober 2011, nachdem er die Verfügung des AZL vom 7./1
1.
Oktober 2011 erhalten hatte, mit der kantonale Beihilfen und Gemeindezuschüsse verweigert worden waren, erkundigte sich der Beschwerdeführer beim Steueramt, ob er
in den Jahren 2008 bis 2010 überhaupt steuerpflichtig gewesen sei (
Urk.
2/2/7/25b).
A
us dem Antwortschreiben des Steueramtes der Stadt Zürich vom 8. November 2011
(Urk. 2/2/7/25
c)
ergibt sich,
dass die Steuerbehörden
bei
der steuerlichen Erfassung
lediglich
davon ausgegangen waren, der Wohnsitz werde durch blosse Ferienaufenthalte unterbrochen, ohne dass nähere Abklä
rungen getroffen worden wären.
3.1.3
Auch der Umstand, dass
der Beschwerdeführer
sich
bei seinem Aufenthalt in der Schweiz
im Sommer/Herbst 2008
in der Dreieinhalbzimmerwohnung seiner Tochter
aufgehalten hat, spricht für den Besuchs
charakter dieses Aufenthalts
(dazu
E. 3.4
)
. Somit
ergeben sich aus diesem Besuch keine ins Gewicht fallenden Umstände, welche aufgrund einer Gesamt
beurteilung Anlass
für die Annahme
geben
, der
Versicherte habe
seinen Wohn
sitz
vom
Ausland
wieder
in
die Schweiz
verlegen woll
e
n
.
3
.2
Nach seinem Aufenthalt i
n der Schweiz im Jahr 2008
war der Beschwerdeführer zusammen mit seiner damaligen Lebenspartnerin bis zum 2
0.
April 2010 wieder im Ausland, so dass sich in diesem Zeitraum am ausländischen Wohnsitz nichts geändert hat.
Denn solange eine Person von einem im Ausland gelegenen Wohnsitz aus Reisen
innerhalb des
Ausland
s
unternimmt, ändert sich am aus
ländischen Wohnsitz nichts.
Ohnehin bezweckten diese Reisen, soweit sie mit Grenzüberschreitungen (Passeinträgen) verbunden waren, den eigenen Vorbrin
gen des Versicherten zufolge letztlich die Aufrechterhaltung des ausländischen Wohnsitzes (
Urk.
12
/1
). Auch deshalb
überzeugen
seine
Vorbringen
nicht,
er sei ein blosser Weltenbummler gewesen.
3.3
Am 2
0.
April 2010 reiste
d
er
Beschwerdeführer
aus Anlass der bevorstehenden Geburt einer Enkelin besuchshalber wieder
in
die
Schweiz
(Beschwerde vom
1.
Juni 2015,
Urk.
2/2/1 S. 14)
.
W
ährend des Besuchs, das heisst im Juni 2010
, erlitt er
einen Herzinfarkt, dessen Behandlung
den
Aufenthalt
entsprechend
v
er
längert
e
(
Urk.
2/2/1 S. 14;
Schreiben des Versicherten vom 2
4.
August 2011,
Urk.
2/2/7/18; Prot.
S. 8 und S. 13
).
Ab dem
1
9.
Oktober 2010 hielt er sich wie
der im Ausland auf (
Urk.
2/2/7/55).
Objektive
Umstände, welche darauf schlies
sen lassen, dass
d
er Beschwerdeführer
bei diesem
durch die ärztliche Behand
lung verlängerten
Besuch seinen
ausländischen
Wohnsitz
wieder
in
die Schweiz verlegen wollte
, sind nicht ersichtlich.
Erst im folgenden Frühjahr 2011 traten
unvorhergesehen
jene
Veränderungen ein, welche den Beschwerdeführer letzt
lich dazu
bewegten,
den Wohnsitz im Sommer
2011
wieder in die Schweiz zu verlegen
:
Einerseits zeigte es sich damals, dass die Leistungsfähigkeit des Ver
sicherten infolge des Herzinfarktes beträchtlich reduziert blieb, und anderseits ging seine Beziehung mit der Lebenspartnerin im Jahr 2011 in
die
Brüche
(
Schreiben des Versicherten vom 2
4.
August 2011,
Urk.
2/2/7/
18; Schreiben von Esther Tobler vom 1
6.
Februar 2012,
Urk.
2/2/7/33c;
Prot. S.
10
)
. Ohne diese beiden nicht vorhersehbar gewesenen Gründe hätte der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben vom 2
4.
August 2011 lieber mit der AHV-
R
ente noch zehn Jahre weiter im Ausland gelebt
(
Urk.
2/2/7/18)
.
Aufgrund dieser tatsächlichen Veränderung der Umstände reiste der Beschwerdeführer
in der Folge
am 2
1.
Juni 2011 defi
nitiv wieder in die Schweiz ein
.
3
.4
3
.4.1
Nach den bisherigen Erwägungen ist somit grundsätzlich davon auszugehen, dass der Versicherte seinen ausländischen Wohnsitz erst bei
der
Einreise am 2
1.
Juni 2011 wieder in die Schweiz verlegt hat.
Zu prüfen bleibt
die
se
Folge
rung
unter dem Gesichtspunkt
der
Wohnverhältnisse in der Schweiz
im mass
gebenden Zeitraum.
3
.4.2
Als der Beschwerdeführer die Schweiz verliess,
übernahm die Tochter für die Zeit ab
1.
April 2005 die bisherige Einzimmerwohnung des Beschwerdeführers
,
als neue Mieterin (
Mietvertrag vom
7.
März 2005 zwischen
Y._
und
Z._
,
Urk.
2/2/7/49b
; Prot
.
S. 5 ff.
)
. Nachdem sie in der Folge einen Partner
kennen
gelernt
und einen Sohn
geboren
hatte, ergab sich die Gelegenheit, gerade auf der anderen Strassenseite eine Dreieinhalbzimmerwoh
nung zu beziehen, was circa Mitte 2006 geschah. Die Einzimmerwohnung hat sie an einen Griechen untervermietet. Während seiner Besuche
in den Jahren
2008 und 2010 woh
nte der Beschwerdeführer
bei seiner Tochter
.
Während
dieser Zeit war und blieb die Einzimmerw
oh
nung
besetzt. Erst a
ls der Beschwerdeführer im Sommer 2011 wieder in die Schweiz zurückkehrte, kündigte die Tochter den Untermiet
vertrag mit dem Griechen und trat die Einzimmerwohnung für die Zeit ab
1.
August 2011 an den Beschwerdeführer ab
(Vertrag
vom
7.
Juli 2011 zwischen dem Beschwerdeführer,
Y._
und
A._
Urk.
2/2/7/49b)
.
3
.4.3
D
er Umstand, dass der Beschwerdeführer sich
bei seinen Aufenthalten in der Schweiz in den Jahren 2008 und 2010 in der Wohnung seiner Tochter
aufhielt, unterstreicht
deren
Besuchscharakter.
Denn da er
damals
tatsächlich nicht in die Schweiz zurückkehrte - seinen ausländischen Wohnsitz somit weiter beibehielt - gab es für die Tochter, anders als im Sommer 2011, be
i diesen Besuchen keinen Anlass
, den Untermietvertrag mit dem Griechen zu kündigen.
Erst im Sommer 2011 kündigte
sie den Untermietvertrag, so dass der Beschwerdeführer
diese Wohnung wieder über
nehmen
konnte.
Auch
aus dem Umstand, dass die Tochter die
Einzimmerwohnung
bei ihrem Auszug im Jahr 2006 untervermietet hat, kann der Beschwerde
führer nichts zu seinen Gunsten ableiten.
Denn
abgesehen davon, dass die Tochter, und nicht der Beschwerdeführer ab Mitte 2005 bis Juli 2011 Mieterin dieser Wohnung
war
,
ist
es
keineswegs
aussergewöhnlich
, dass
man eine derart
privilegiert gelegene Wohnung
nicht sofort abg
ibt
,
sondern für allfällige
zukünftige
Bedürfnisse einstweilen
im Familienkreis
beibehä
lt
,
umso mehr
als
sie in Anbetracht der Lage und Nachfrage jederze
it leicht untervermietet
werden
konnte
.
Ohnehin haben Personen, die wie
der Beschwerdeführer
mit Blick auf die günstigen Lebenshaltungskosten
den Wohnsitz
in einem
fortgeschrittenen Alter
ins Ausl
and verlegen - verbunden mit der
Absicht, dass sie irgendwann
in unbestimmter Zukunft, etwa
bei
Eintreffen von
gesundheitlichen Einschränkun
gen
,
allenfalls
wieder
in die Schweiz
zurückkehren –
,
aufgrund des bisherigen Wohnsitzes
regelmässig
noch gewisse
Bezugspunkte
in der Schweiz
,
an die sie bei der Rückkehr
in der Schweiz wiede
r anknüpf
en können. Solche bloss latent vorhandenen
und hypothetischen Bezugspunkte ändern an
einem
ausländischen Wohnsitz
nichts
, solange
die
betreffende
Person
tatsächlich im Ausland lebt
. Dies
traf
beim Beschwerdeführer bis zum 2
1.
Jun
i 2011 zu
.
4.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Besc
hwerde, soweit auf sie einzu
tre
ten ist.