Decision ID: f7c217b5-57c1-5d3a-97ae-393ecf20a482
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war als Vorsorgeberaterin der B._ bei der
Helsana Versicherungen AG (nachfolgend: Helsana) gegen die Folgen von Unfällen
versichert, als sie am 11. Februar 2012 beim Skifahren stürzte (act. K1). Die Versicherte
suchte am selben Tag die Klinik C._ auf, wo sie durch Dr. med. D._, Facharzt FMH
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Sportmedizin SGSM, untersucht wurde. Dr. D._ stellte die Diagnose "Status nach
Kniedistorsion und Verdacht auf Kontusion im Bereich des Beckenrings rechts" (act.
M2) und wies die Versicherte für eine MRI-Untersuchung des rechten Knies der
Radiologie E._, Diagnosezentrum F._, zu. Die am 13. Februar 2012 durchgeführte
MRI-Untersuchung ergab eine undislozierte fissurale subchondrale Fraktur an der
Hinterkante des medialen Tibiaplateaus Notch-nahe, einen kleinen feinen radiären Riss
am freien inneren Rand des medialen Meniskushinterhorns und einen Zustand nach
deutlicher Zerrung bis leichter interstitieller Teilläsion des suprakondylären
Sehnenursprungs des medialen Gastrocnemiuskopfs. Im Übrigen zeigte sich das MRI
regelrecht (act. M1). Gestützt auf dieses Untersuchungsergebnis diagnostizierte Dr.
D._ im Bericht vom 15. Februar 2012 über die Sprechstunde vom 14. Februar 2012
eine nicht dislozierte Hinterkantenfraktur am medialen Plateau sowie eine traumatisierte
tiefe LWS-Arthrose und hielt ausserdem fest, dass die Beschwerden gut mit den
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bildgebenden Befunden vereinbart werden könnten. Menisken und Bänder seien intakt.
Dr. D._ veranlasste eine konservative Therapie mit Antiphlogistika im Bereich des
Rückens und einer antalgischen Therapie und verordnete eine Physiotherapie.
Ausserdem sollte sich die Versicherte schonen und Gehstöcke benützen. Dr. D._
schrieb die Versicherte ab 11. Februar 2012 zu 100% arbeitsunfähig (act. M2 f., M5).
Mit ärztlichem Zwischenbericht vom 15. Mai 2012 hielt er fest, dass der Heilungsverlauf
günstig sei, die Versicherte nur noch etwas Restbeschwerden im Kniegelenk habe und
in der Physiotherapie sei, eine weitere Kontrolle nur bei Beschwerderesistenz geplant
sei und die Versicherte die Arbeit ab 26. März 2012 wieder aufgenommen habe (act.
M6, vgl. auch act. M4 f. und act. K7). Die Helsana hatte für den Unfall vom 11. Februar
2012 Heilkosten- und Taggeldleistungen erbracht. Mit Schreiben vom 9. August 2012
teilte sie der Versicherten den Fallabschluss per 24. April 2012 mit, nachdem sie seither
wegen des Unfallereignisses vom 11. Februar 2012 nicht mehr in Behandlung sei. Die
Rechnungen würden bis zum genannten Datum übernommen (act. K11).
A.b Inzwischen hatte die Versicherte am 1. August 2012 in einem Fragebogen der
Helsana zum aktuellen Stand einen anhaltenden Schmerz im linken Knie angegeben
(act. K10). Auf Zuweisung von Dr. D._ fand am 13. August 2012 in der Radiologie
E._ eine MRI-Untersuchung des linken Knies der Versicherten statt, welche eine
degenerativ bedingte interstitielle Binnensignalalteration des Innenmeniskus basisseitig
am Hinterhorn, allerdings ohne Nachweis eines eigentlichen Einrisses zeigte. Weiter
kamen auf Höhe des medialen Menisco-femoralen Recessus an der Innenseite des
äusserlich intakten MCL (Ligamentum collaterale mediale) ein Ossifikat, dorsal an diese
knöcherne Struktur angrenzend eine Zyste (DD: Bursitis, Ganglionzyste), eine
dysplastische Formgebung der Patella Typ II nach Wiberg, eine mässige femoro-
patelläre Chondropathie (Grad I-II) und nebenbefundlich eine mässig flüssigkeitshaltige
Baker-Zyste loco-classico zur Darstellung (act. M8). Im Bericht vom 27. August 2012
über die MRI-Besprechung mit der Versicherten vom 16. August 2012 stellte Dr. D._
die Diagnose "Knie links: St. n. Innenbandverletzungen mit Entzündungsreaktion evt.
Meniskusläsion" und hielt fest, dass das MRI eine mögliche Meniskusverletzung zeige,
diese jedoch nicht ganz eindeutig sei. Die angrenzende kleine Zyste wäre allenfalls ein
Hinweis auf die Verletzung. Ansonsten sei das Knie in gutem Zustand. Dr. D._ führte
am 16. August 2012 eine Infiltration durch (act. M9, vgl. auch act. M10). Nachdem
diese zu keiner Besserung der Situation geführt hatte, empfahl er eine Arthroskopie
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und bei einer Bestätigung des Meniskusbefundes eine Teilmeniskektomie (act. M12).
Am 10. September 2012 stellte er bei der Helsana ein entsprechendes
Kostengutsprachegesuch (act. K19). Am 28. September 2012 führte Dr. D._ bei der
Versicherten eine Arthroskopie durch, stellte die Diagnose einer medialen
Meniskusruptur Knie links und nahm eine mediale Teilmeniskektomie vor (act. M15, vgl.
auch act. M16 f.).
A.c Mit Schreiben vom 10. September 2012 legte die Helsana den Schadenfall ihrem
beratenden Arzt, Dr. med. G._, Praktischer Arzt FMH, FA manuelle Medizin FMH, FA
Vertrauensarzt FMH, zur Beantwortung der Frage der Unfallkausalität der erhobenen
Diagnose vor (act. M11). Dr. G._ bejahte in seiner Beurteilung vom 14. September
2012 die Unfallkausalität (act. M13), worauf die Helsana für die Arthroskopie vom 28.
September 2012 sowie die nachfolgende Arbeitsunfähigkeit Heilkosten- und
Taggeldleistungen erbrachte (act. K17).
A.d Am 2. November 2012 konsultierte die Versicherte wegen eines erneuten Klickens
und Schmerzen medial im linken Knie Dr. D._, welcher die Versicherte wieder einer
MRI-Untersuchung in der Radiologie E._ zuwies (act. M18). Die am 5. November
2012, vergleichend zur kernspintomographischen Voruntersuchung des linken
Kniegelenks vom 13. August 2012 durchgeführte Untersuchung ergab keine
Anhaltspunkte für einen Rezidivriss an der medialen Meniskus-Restsubstanz oder für
eine zwischenzeitlich neu aufgetretene laterale Meniskusruptur, brachte jedoch eine im
Verlauf neu aufgetretene flächenhafte Chondropathie akzentuiert zentral an der
Belastungszone des Condylus medialis (DD: Chondropathie Grad III; Chondromalazie)
sowie einen neu erkennbaren Reizzustand des linken Kniegelenks mit mässigem
Erguss suprapatellär und auf Höhe des Hialtus popliteus, begleitet von einer leichten
oberflächlichen Synovialitis an der Hoffa-Spitze und mit etwas vermehrt
flüssigkeitshaltiger Baker-Zyste loco-classico hervor. Die leichte flächenhafte femoro-
patelläre Chondropathie (Grad I) bei dysplastischer Formgebung der Patella Typ II nach
Wiberg, das Ossikel an der Innenseite des MCL sowie die dorsal davon gelegene Zyste
(DD: Ganglion, Bursa) zeigten sich unverändert (act. M19). Dr. D._ ging in Anbetracht
dieses Untersuchungsergebnisses am ehesten von einer persistierenden
Entzündungsreaktion im Bereich der Plica-Entnahmestelle aus (act. M20).
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A.e Am 13. November 2012 holte die Versicherte bei Dr. med. I._, Facharzt FMH für
Orthopädie, Orthopädie C._ in K._ eine Zweitmeinung ein, dem sich gemäss
Untersuchungsbericht vom 22. November 2012 postoperativ ein korrekt resezierter
Meniskus und eine neu aufgetretene Chondromalazie am medialen Kondyl zeigte. Er
erachtete die Belastungsschmerzen mit diesem Befund hinreichend geklärt (act. M22).
Die Versicherte liess sich fortan durch Dr. I._ behandeln (act. K18).
A.f Mit Schreiben vom 4. Dezember 2012 legte die Helsana den Schaden Dr. G._ mit
der Frage nach der Unfallkausalität der erhobenen Diagnose vor (act. M23). Dr. G._
betrachtete in seiner Beurteilung vom 7. Dezember 2012 den protrahierten Heilverlauf
durch eine beginnende Knorpelveränderung (beginnende Arthrose) begründet und
diese durch das Ereignis vom 11. Februar 2012 und die notwendig gewordene
Operation erklärbar (act. M24).
A.g Anlässlich eines Telefongesprächs mit der Helsana vom 1. März 2013 gab die
Versicherte an, dass beide Knie vom Unfall vom 11. Februar 2012 betroffen gewesen
seien. Jedoch habe sie wegen des Bruchs am rechten Knie Schmerztabletten
bekommen und dadurch das linke Knie nicht gespürt (act. K19).
A.h Nachdem Dr. I._ in einem ärztlichen Zwischenbericht vom 3. Juli 2013 den
Behandlungsabschluss am 27. März 2013 und die Wiederaufnahme der Arbeit seit 18.
Oktober 2012 angegeben hatte (act. M26), teilte die Helsana der Versicherten mit
Schreiben vom 31. Juli 2013 den Fallabschluss per 10. Juli 2013 (Beendigung der
Physiotherapie, vgl. act. M27) mit (act. K21).
A.i Am 9. August 2013 wurde bei der Versicherten wegen eines erneuten Sturzes mit
Kniedistorsion links auf Zuweisung von Dr. I._ eine MRI-Untersuchung in der
Radiologie L._ durchgeführt (act. M29), welche ein leichtes Reizknie mit Subluxation
des medialen Restmeniskus zeigte. Der am 13. August 2013 von der Versicherten
konsultierte Dr. I._ betrachtete laut Sprechstundenbericht vom 19. August 2013 die
Beschwerden durch den MRI-Befund begründet. Ein neuer Meniskusriss sei nicht
vorhanden und somit eine nochmalige Arthroskopie und Meniskusoperation nicht
sinnvoll (act. M30). Am 30. August 2013 erklärte der von der Helsana zum
Fallabschluss per 10. Juli 2013 befragte Dr. G._, dass die am 9. August 2013
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erhobene Diagnose überwiegend wahrscheinlich unfallkausal sei (act. M31 f.), worauf
die Helsana der Versicherten mit Schreiben vom 5. September 2013 die Übernahme
der weiteren Heilbehandlungskosten zusicherte (act. K22).
A.j Am 10. Dezember 2013 wurde das linke Knie der Versicherten durch PD Dr. med.
M._, Kniechirurgie der Klinik N._, beurteilt. Er diagnostizierte mediale
Knieschmerzen bei Gelenkspaltverschmälerung und Status nach Kniearthroskopie mit
medialer Teilmeniskektomie extern im September 2012 bei medialer Meniskusläsion
sowie eine Insertionstendinopathie des Pes anserinus links, stellte klinisch eine
Varusstellung fest und empfahl vor einer Umstellungsosteotomie das Ausschöpfen der
konservativen Massnahme (act. M33). Der von der Helsana erneut angefragte Dr. G._
verneinte gestützt auf diese Aktenlage in einer Beurteilung vom 6. Januar 2014 mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit einen stationären Gesundheitszustand. Falls die
konservativen Massnahmen nicht ausreichen sollten, müsste nach einer bildgebenden
Knieachsenbeurteilung allenfalls eine Umstellungsosteotomie diskutiert werden. Damit
sei eine namhafte Besserung unter Umständen noch möglich (act. M35). Am 4. März
und 17. April 2014 wurden bei der Versicherten in der Radiologie der Klinik N._ mit
einem Orthoradiogramm und einer CT-Untersuchung die Beinachsen gemessen (act.
M37, M39). Gestützt auf diese Untersuchungsergebnisse diagnostizierte PD Dr. M._
im Sprechstundenbericht vom 22. April 2014 mediale Knieschmerzen bei
Gelenkspaltverschmälerung und Status nach Kniearthroskopie mit medialer
Teilmeniskektomie extern im September 2012 bei medialer Meniskusläsion und
Insertionstendinopathie des Pes anserinus links und erklärte einen effektiven Varus des
linken Knies als gegeben (act. M40). Nach Einreichung eines
Kostengutsprachegesuchs bei der Helsana (act. K29) führte PD Dr. M._ am 18. Juni
2014 bei der Versicherten bei einer medialen Varusgonarthrose mit 3° Varus und
ausgeschöpften konservativen Massnahme eine mediale open-wedge
Valgisationsosteotomie Tibiakopf links durch (act. M43). Nach der Operation war die
Versicherte wieder zu 100% arbeitsunfähig (vgl. act. K35, M44). Am 11. August 2014
liess die Versicherte durch ihre Arbeitgeberin eine Rückfallmeldung einreichen (act.
K37). Anlässlich seiner Verlaufskontrollen vom 11. Dezember 2014 und 4. Juni 2015
bzw. in den entsprechenden Berichten diagnostizierte PD Dr. M._ schwach
persistierende mediale Knieschmerzen links bei muskulärer Dysbalance bei Status
nach open-wedge Valgisationsosteotomie Tibiakopf links vom 18. Juni 2014 bei
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medialen Knieschmerzen mit Gelenkspaltverschmälerung und Status nach
Kniearthroskopie mit medialer Teilmeniskektomie extern September 2012 (act. M50,
M54). Am 4. Juni 2015 äusserte er die Möglichkeit, das Gelenk nochmals zu
arthroskopieren, um allenfalls die Narbenplatten zu lösen und gleichzeitig die
Metallentfernung durchzuführen (act. M54).
A.k In einer Beurteilung vom 23. Februar 2015 zuhanden der Helsana hatte Dr. G._
den Heilverlauf als natürlich protrahiert bezeichnet, was durch die primäre Verletzung
nachvollziehbar sei (act. M51 f.). In einer weiteren Stellungnahme vom 6. August 2015
nannte er den Heilverlauf den Erwartungen entsprechend normal und hielt fest, dass
der stationäre Gesundheitszustand im Moment als erreicht definiert werden könne. Die
vorgesehene Metallentfernung und eine allfällige Narbenexzision würden den Zustand
nicht mehr wesentlich verbessern können (act. M55). Am 16. Februar 2015 hatte die
Helsana der Versicherten eine Kostenbeteiligung an ihr Fitnessabonnement zugesichert
(act. K45).
A.l Am 26. August 2015 unterbreitete die Helsana den Schadenfall mit verschiedenen
Fragen und mit der Aufforderung, diese nur betreffend das linke Knie der Versicherten
zu beantworten, ihrem beratenden Arzt, Prof. Dr. med. O._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH (act. M56).
Gestützt auf dessen Beurteilungen vom 4. September und 26. Oktober 2015 (act. M57
f.) teilte die Helsana der Versicherten mit Verfügung vom 3. November 2015 mit, dass
ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 11. Februar 2012
und der Problematik des linken Knies nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt sei. Entgegenkommenderweise und ohne
Präjudiz werde auf eine Rückforderung der bisherigen Aufwendungen für das linke Knie
bis und mit 4. Juni 2015 (Datum der Verlaufskontrolle bzw. des entsprechenden
Berichts von PD Dr. M._ [act. M54]) verzichtet. Weitere Behandlungen für das linke
Knie, insbesondere die vorgesehene Metallentfernung mit eventuell erneuter
Arthroskopie, gingen nicht zu Lasten der Helsana (act. K51).
B.
Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache vom 23. Dezember 2015 (act. K60)
wurde mit
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Einspracheentscheid vom 26. Mai 2016 abgewiesen (act. K62).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwalt M. Büchel, Oberuzwil, mit Eingabe
vom 28. Juni 2016 Beschwerde mit dem Antrag, die Verfügung vom 3. November 2015
sowie der Einspracheentscheid vom 26. Mai 2016 seien aufzuheben und die
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen aus der
Unfallversicherung auch hinsichtlich des linken Knies zu erbringen. Eventualiter sei ein
gerichtliches Gutachten erstellen zu lassen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge
(act. G 1). Rechtsanwalt Büchel legte der Beschwerde ein Schreiben von Dr. D._ vom
23. Juni 2016 bei (act. G 1.2).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 30. August 2016 beantragte die Helsana
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
C.c In der Replik vom 29. September 2016 bekräftigte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin seinen Beschwerdeantrag (act. G 5).
C.d Mit Duplik vom 28. Oktober 2016 hielt die Beschwerdegegnerin ihrerseits an ihrem
Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest (act. G 7).

Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden
daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2012 zur Debatte steht, die bis 31.
Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
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2.
2.1 Am 20. Februar 2012 liess die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin durch
ihre Arbeitgeberin einen Skiunfall vom 11. Februar 2012 melden (act. K1). Unbestritten
ist, dass sich die Beschwerdeführerin bei besagtem Unfall insbesondere eine
undislozierte fissurale subchondrale Fraktur an der Hinterkante des medialen
Tibiaplateaus des rechten Knies zugezogen (act. M1 ff.) und die Beschwerdegegnerin
dafür Versicherungsleistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen) erbracht hat. Die
Verletzung im Bereich des rechten Knies wurde konservativ behandelt und der
Schadenfall konnte seitens der Beschwerdegegnerin infolge einer wiedererlangten
100%igen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ab 26. März 2012 sowie der
Beendigung der Heilbehandlung seit 24. April 2012 abgeschlossen werden (act. K11).
Die beim Skiunfall vom 11. Februar 2012 erlittene Knieverletzung rechts bzw.
Unfallrestfolgen davon sind damit nicht Inhalt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens.
Am 1. August 2012 vermerkte die Beschwerdeführerin in einem Fragebogen der
Beschwerdegegnerin über den aktuellen Stand einen anhaltenden Schmerz im linken
Knie (act. K10), worauf verschiedene ärztliche Untersuchungen - klinische und
radiologische - sowie Behandlungen (u.a. act. M8 ff., act. M29 f., act. M37 ff.),
insbesondere die Arthroskopie mit Teilmeniskektomie durch Dr. D._ vom 28.
September 2012 (act. M15), folgten. Unbestrittenermassen erfolgte durch die
Beschwerdegegnerin zunächst auch für die Knieproblematik links eine
Leistungsanerkennung bzw. die Ausrichtung von Versicherungsleistungen (Heilkosten-
und Taggeldleistungen).
2.2 Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der
Einspracheentscheid vom 26. Mai 2016 (act. K62). Diesem liegt die Verfügung vom 3.
November 2015 zugrunde (act. K51), mit welcher die Beschwerdegegnerin ihre
Leistungspflicht für weitere Heilbehandlungen des linken Knies über den 4. Juni 2015
hinaus verneinte. Die Leistungsablehnung begründete sie damit, dass zwischen dem
Skiunfall vom 11. Februar 2012 und der Knieproblematik links kein natürlicher
Kausalzusammenhang bestehe. Von einer Rückforderung der bis zum 4. Juni 2015
erbrachten Leistungen hat die Beschwerdegegnerin abgesehen. Die
Beschwerdeführerin beantragt beschwerdeweise über das Datum des 4. Juni 2015
hinaus Versicherungsleistungen für das linke Knie.
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2.3 Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer bei Vorliegen eines Unfalls
(vgl. dazu Art. 4 des Bundesgesetzes über die Sozialersicherung [ATSG; SR 830.1]) für
einen Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser in einem
natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht
(BGE 129 V 181 E. 3.1 ff. mit Hinweisen; ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE
HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.).
Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher
Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf
Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181
E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen spielt
indessen die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle (BGE 118 V 291 f. E. 3a, 117 V 365 mit Hinweisen).
2.4 Der im Sozialversicherungsrecht herrschende Untersuchungsgrundsatz (BGE 125
V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 I 183 f. E. 3.2)
schliesst die Beweislast im Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im
Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als
im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus
dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Während bei der
Frage, ob ein Kausalzusammenhang überhaupt jemals gegeben ist, die versicherte
Person beweisbelastet ist, trägt die Beweislast für einen behaupteten Wegfall jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens die
Unfallversicherung. Selbstverständlich greift die vorgenannte Beweisregel erst dann
Platz, wenn die Verwaltung und - im Beschwerdefall - das Gericht dem
Untersuchungsgrundsatz rechtsgenüglich nachgekommen sind bzw. es sich als
unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer
Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit
für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen - die blosse Möglichkeit genügt nicht (BGE
138 V 222 E. 6, 117 V 264 E. 3b, je mit Hinweisen; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2,
1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b, je mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 6.
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August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 4, 55, 79; UELI
KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich 2015, N 46 ff. und N 59 ff. zu Art. 43 ATSG;
THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4.
Aufl. Bern 2014, § 70 N. 56).
2.5 Der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin zunächst Leistungen bezüglich der
Knieproblematik links erbracht hat und im angefochtenen Einspracheentscheid (act.
K62) bzw. der diesem zugrunde liegenden Verfügung vom 3. November 2015 (act. K51)
eine Leistungseinstellung vornahm, welche sie mit dem Nichtvorliegen eines
natürlichen Kausalzusammenhangs der Knieproblematik links zum Unfallereignis vom
11. Februar 2012 begründet und damit aussagt, es habe eigentlich zu keiner Zeit ein
natürlicher Kausalzusammenhang bestanden, ändert an der in Erwägung 2.4
dargestellten Beweislastverteilung nichts. Im vorliegenden Fall ist die Frage der
Rechtmässigkeit der Leistungseinstellung per 4. Juni 2015 zu prüfen, womit die
Beschwerdegegnerin beweisbelastet ist (vgl. dazu SZS 2017, S. 658). Gemäss BGE
130 V 380 hat der Unfallversicherer bei Leistungseinstellungen die Möglichkeit, die
durch Ausrichtung von Heilbehandlung und Taggeld anerkannte Leistungspflicht mit
Wirkung ex nunc et pro futuro ohne Berufung auf den Rückkommenstitel der
prozessualen Revision (Art. 53 Abs. 1 ATSG) oder der Wiederwägung (Art. 53 Abs. 2
ATSG) einzustellen, d.h. den Fall mit der Begründung abzuschliessen, ein versichertes
Ereignis liege - bei richtiger Betrachtungsweise - gar nicht vor. Wie von der
Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid (act. K62, Erw. 7)
festgehalten, muss dies auch für die Leistungs-voraussetzung des natürlichen
Kausalzusammenhangs gelten. Dies bedeutet, die Beschwerdegegnerin ist frei, für die
Zukunft eine nochmalige materiellrechtliche Kausalitätsprüfung vorzunehmen und
gestützt darauf zu einem anderen Schluss zu gelangen. Nachdem die
Beschwerdegegnerin - wie gesagt - keinerlei Rückforderungsansprüche geltend macht,
gilt es mithin im vorliegenden Verfahren die Frage zu prüfen, ob sie für über den 4. Juni
2015 hinaus dauernde Heilbehandlungen des linken Knies leistungspflichtig ist.
3.
3.1 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
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die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert
eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels
noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als
Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Den
Berichten versicherungsinterner bzw. beratender Ärzte und Ärztinnen kann
rechtsprechungsgemäss gleichfalls Beweiswert beigemessen werden, sofern sie
schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind
und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 467 ff. E. 4 und 125
V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312 f. E. 1b). Auch
ärztliche Beurteilungen aufgrund der Akten, wie sie vorliegend von Prof. O._ (vgl. act.
M57 f.) und von Dr. G._ erstellt wurden (vgl. act. M13, M32, M35, M55), sind nicht an
sich unzuverlässig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und
gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind. Voraussetzung ist
ein lückenloser Untersuchungsbefund, damit der Experte oder die Expertin imstande
ist, sich aufgrund der vorhandenen Unter¬lagen ein lückenloses Bild zu verschaffen
(PVG 1996, 265 E. 3b; RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371).
3.2 Während die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Beurteilungen ihres beratenden
Arztes Prof. O._ davon ausgeht, die natürliche Kausalität zwischen den
gesundheitlichen Störungen im Bereich des linken Knies und dem Unfallereignis vom
11. Februar 2012 sei nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, wendet der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
ein, an der Schlussfolgerung von Prof. O._ bestünden angesichts dessen, dass Dr.
G._, ebenso beratender Arzt der Beschwerdegegnerin, in seinen Beurteilungen in
Bezug auf das linke Knie von Unfallfolgen ausgehe, erhebliche Zweifel.
4.
4.1 Tatsächlich finden sich in den Beurteilungen von Dr. G._ vom 14. September
2012 (act. M13) und 30. August 2013 (act. M32) auf die Fragen, ob die erhobenen
Diagnosen heute noch sicher überwiegend wahrscheinlich oder möglicherweise
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zumindest teilweise in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Ereignis vom 11.
Februar 2012 stünden bzw. ob unfallfremde Faktoren vorhanden seien, die Antworten,
ja, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit, und nein, es seien keine unfallfremden
Faktoren vorhanden. Den Antworten von Dr. G._ kann allerdings für die
Kausalitätsbeurteilung hinsichtlich der Gesundheitsproblematik im linken Knie nur dann
Beweiswert beigemessen werden, wenn sie sich mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf das linke Knie beziehen. In Übereinstimmung
mit Prof. O._ und der Beschwerdegegnerin kann davon nicht ausgegangen werden,
womit auf die obgenannten Beurteilungen von Dr. G._ zum Vornherein nicht
abgestellt werden kann (vgl. nachfolgende Erwägungen 4.2, 4.3.1, 4.3.3). Bezüglich der
Aussage von Dr. G._ in der Beurteilung vom 7. Dezember 2012 (act. M24) - die
Knorpelveränderung sei durch das Ereignis vom 11. Februar 2012 und durch die
notwendig gewordene Operation erklärbar - ist ebenso zweifelhaft, ob sie sich auf das
linke Knie bezieht. Selbst in diesem Fall wäre indes die Beweiskraft der
diesbezüglichen Kausalitätsbeurteilung in Frage gestellt (vgl. dazu nachfolgende
Erwägungen 4.3.2, 5.2.1).
4.2 Zunächst fällt allgemein auf, dass die Beschwerdegegnerin in ihren Schreiben
betreffend Fallvorlage an Dr. G._ vom 10. September 2012 (act. M11), 4. Dezember
2012 (act. M23) und vom 28. August 2013 (act. M31) im Sachverhalt nur die
ursprüngliche Unfalldiagnose bezüglich des rechten Knies (nicht dislozierte
Hinterkantenfraktur am medialen Tibiaplateau) aufgeführt hat und das linke Knie erst im
letztgenannten Schreiben unter der Rubrik "Heilverlauf, OP, usw." erscheint. Wie von
der Beschwerdegegnerin in der Duplik vom 28. Oktober 2016 zu Recht angenommen,
ist es aufgrund des Gesagten bereits zweifelhaft, ob Dr. G._ bewusst zwischen dem
rechten und linken Knie unterschieden hat und sich seine Antworten nur auf das linke
Knie beziehen. Nachdem er nach dem natürlichen Kausalzusammenhang der
erhobenen Diagnose zum Ereignis vom 11. Februar 2012 gefragt wurde, erscheint es
folgerichtig, dass sich seine Antwort auf das rechte Knie bzw. die diesbezüglich von
der Beschwerdegegnerin im Sachverhalt angeführte Diagnose bezogen hat.
4.3
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4.3.1 In der Beurteilung vom 14. September 2012 (act. M13) nennt Dr. G._ unter
"Auszug medizinische Akten" lediglich das MRI-Untersuchungsergebnis des rechten
Knies vom 13. Februar 2012 (act. M1), obwohl ein erstes MRI vom linken Knie am 13.
August 2012 angefertigt worden war (act. M8). Die Anamnese als wichtiger Baustein für
die ärztliche Beurteilung ist damit in Bezug auf das hier zu prüfende linke Knie bzw. auf
ein für die Feststellung von traumatischen Verletzungen bedeutsames radiologisches
Untersuchungsergebnis unvollständig. Insbesondere aber angesichts der von Dr. G._
angeführten Begründung einer überwiegend wahrscheinlichen Unfallkausalität - es sei
ein klares Unfallereignis gegeben und in der Bildgebung sei eine klare strukturelle
Verletzung sichtbar, welche mit dem Ereignis korreliere - wird offenkundig, dass er mit
dieser Schlussfolgerung nicht das linke Knie gemeint haben kann. So lässt sich - in
Übereinstimmung mit der Anamnese von Dr. G._ - einzig dem MRI des rechten
Kniegelenks vom 13. Februar 2012 eine strukturelle Verletzung, konkret eine nicht
dislozierte subchondrale Fraktur an der Hinterkante des medialen Tibiaplateaus,
entnehmen, demgegenüber im MRI-Untersuchungsbericht des linken Kniegelenks vom
13. August 2012 eine "degenerativ" bedingte interstitielle Binnensignalalteration des
Innenmeniskus basisseitig am Hinterhorn, allerdings ohne Nachweis eines eigentlichen
Einrisses, ein Ossifikat auf Höhe des medialen Menisco-femoralen Recessus an der
Innenseite des äusserlich intakten MCL, eine Zyste und eine mässig femoro-patelläre
Chondropathie (Grad I-II) genannt werden - somit alles Gesundheitsschäden, die teils
explizit als nicht traumatisch bedingt bezeichnet wurden, im Regelfall nicht
traumatischer Natur sind und auch von Prof. O._ nicht als traumatypisch strukturelle
Verletzungen bezeichnet werden. In diesem Sinne erwog dieser in seiner Beurteilung
vom 4. September 2015 überzeugend, dass eigentlich nur das rechte Knie habe
gemeint sein können (act. M57). Dies selbst wenn Dr. G._ in der Beurteilung vom 14.
September 2012 als medizinisches Aktorum das Kostengutsprachegesuch vom 4.
September 2012 betreffend Arthroskopie und Teilmeniskektomie links aufgeführt (act.
M13).
4.3.2 In seiner Beurteilung vom 7. Dezember 2012 (act. M24) führte Dr. G._ in der
Anamnese das MRI vom 13. August 2012 gleichermassen nicht auf, nahm jedoch
zumindest auf das nach der Kniearthroskopie links mit medialer Teilmeniskektomie
vom 28. September 2012 (act. M15) erhobene MRI-Ergebnis des linken Knies vom 5.
November 2012 (act. M19) Bezug, indem er den entsprechenden Bericht von Dr. I._
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vom 22. November 2012 anführte. Im MRI des linken Knies zeigte sich ein korrekt
reserzierter Meniskus und eine (vergleichend zur kernspintomographischen
Voruntersuchung des linken Kniegelenks vom 13. August 2012 [vgl. act. M19) neu
aufgetretene Chondromalazie am medialen Kondyl. Die Aussage von Dr. G._ zum
Heilverlauf - dieser sei protrahiert und offenbar durch eine beginnende
Knorpelveränderung (beginnende Arthrose) erklärbar - lässt erkennen, dass er selbst
von einem degenerativen Zustand und damit höchstens von einem sekundären
unfallkausalen Gesundheitsschaden - in Form einer beginnenden Arthrose - ausgeht.
Einem solchen muss eine primäre strukturelle Unfallverletzung (beispielsweise eine
intraartikuläre strukturelle Verletzung, eine Meniskusverletzung) vorausgegangen sein
(vgl. dazu ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl.
Bern 2005, S. 581; PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin 2017, S.
152 f.). Diese Voraussetzung ist allerdings, wie bereits erwähnt, nur in Bezug auf das
rechte Knie (Tibiakopffraktur), nicht aber bezüglich des linken Knies (vgl. betreffend
Meniskusläsion und Knorpelveränderung bzw. Chondropathie nachfolgende Erwägung
5.2.1) ausgewiesen.
4.3.3 Dass Dr. G._ in seiner Schlussfolgerung des überwiegend wahrscheinlichen
Vorliegens von Unfallfolgen und der Verneinung unfallfremder Faktoren keine
sorgfältige Unterscheidung zwischen rechtem und linkem Knie vorgenommen hat, wird
auch aus seiner Begründung in der Beurteilung vom 30. August 2013 (act. M32)
offenkundig, wonach er von einer durchgehenden Brückensymptomatik und einer
primär klaren intraartikulären strukturellen Verletzung ausgeht und die festgestellte
Gonarthrose (vgl. dazu act. M29: Chondropathie im medialen Kompartiment Grad III,
vgl. auch act. M43: mediale Varusgonarthrose) als Folge der Meniskusresektion und
der erlittenen Tibiakopffraktur bezeichnet. Wie von Prof. O._ in seiner Beurteilung
vom 4. September 2015 (act. M57) zutreffend festgehalten, notierte Dr. G._ in der
Anamnese inital Verhältnisse am rechten Kniegelenk und nachfolgend medizinische
Unterlagen, welche das linke Knie betreffen. Von Brückensymptomen kann
selbstredend nur bei Vorliegen eines sachlichen Zusammenhangs zwischen der
ursprünglichen Unfallverletzung und dem zur Diskussion stehenden
Gesundheitsschaden gesprochen werden. Eine intraartikuläre strukturelle Verletzung
bzw. eine Tibiakopffraktur erlitt die Beschwerdeführerin beim Unfall vom 11. Februar
2012 unbestrittenermassen gerade im rechten Knie (act. M1); im Bereich des linken
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Kniegelenks kam eine solche radiologisch nicht zur Darstellung (vgl. act. M8, M29) und
wurde von den behandelnden Ärzten entsprechend auch nie diagnostiziert (vgl. act.
M16 f., M20, M22, M25, M38, M40, M48). Dafür wurde die Gonarthrose, welche Dr.
G._ mit der am rechten Knie erlittenen Tibiakopffraktur in einen Zusammenhang
setzt, im linken Knie erhoben. Dr. G._ stellt mithin Kausalzusammenhänge her,
welche zweifelsfrei nicht vorhanden sein können.
4.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass bezüglich der Beurteilungen von Dr.
G._ vom 14. September 2012 (act. M13), 7. Dezember 2012 (act. M24) und 30.
August 2013 (act. M32) nicht uneingeschränkt erkennbar ist, dass er bewusst die
Aktenlage in Bezug auf das linke Knie von derjenigen des rechten Knies abgegrenzt
hätte bzw. sich seine Bejahung einer überwiegend wahrscheinlichen Unfallkausalität,
die Verneinung von unfallfremden Faktoren und seine Feststellung, die
Knorpelveränderung sei durch das Ereignis vom 11. Februar 2012 erklärbar, explizit auf
das linke Knie beziehen würden. Seine Kausalitätsbeurteilung vom 7. Dezember 2012
(act. M24) würde sodann auch in Bezug auf das linke Knie nicht überzeugen. Für die im
konkreten Fall zu prüfende Frage einer über das Datum vom 4. Juni 2015 hinaus
dauernden Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für allfällige Unfallfolgen im
Bereich des linken Knies müssen die Beurteilungen von Dr. G._ als unzulänglich, d.h.
ohne genügenden Beweiswert, bezeichnet werden.
5.
5.1 Im Gegensatz zu Dr. G._ wurde Prof. O._ von der Beschwerdegegnerin
ausdrücklich zum natürlichen Kausalzusammenhang zwischen der Knieproblematik
links und dem Unfallereignis vom 11. Februar 2012 befragt. In seinen Beurteilungen
vom 4. September und 26. Oktober 2015 (act. M57 f.) nimmt er ausführlich zu dieser
Frage Stellung, indem er sich auf die im Rahmen der Beurteilung einer Unfallkausalität
massgebenden Beurteilungskriterien - die ursprünglich gestellte Unfalldiagnose als
massgebender Ausgangspunkt für traumatische Folgeschäden und den zeitlichen
Ablauf - bezieht. Dies in dem Sinne, dass in der Regel nur ein vom Unfall betroffener
verletzter Körperteil nachfolgende Beschwerden zeitigen kann, massgebende
Verletzungen im Regelfall zu Schmerzen führen sowie unmittelbar im Anschluss an den
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Unfall oder zumindest unfallnah auch im entsprechenden Umfang wahrgenommen und
im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung beschrieben werden.
5.2
5.2.1 Prof. O._ stellt in seinen Beurteilungen zutreffend fest, dass die
Beschwerdeführerin zumindest aktenkundig erstmalig am 1. August 2012 im
Fragebogen der Beschwerdegegnerin betreffend den aktuellen Stand einen
anhaltenden Schmerz im linken Knie angegeben hat (act. K10). Im Bericht von Dr.
D._ vom 15. Februar 2012 betreffend die Notfallsprechstunde vom 11. Februar 2012
(act. M2) und die Sprechstunde vom 14. Februar 2012, im Sprechstundenbericht vom
21. März 2012 (act. M4), aber auch in den von Dr. D._ ausgestellten Arztzeugnissen
UVG vom 13. März 2012 (act. M3) und 9. Mai 2012 (act. M5), wurden bezüglich des
linken Knies weder Angaben der Beschwerdeführerin notiert noch Befunde und
Diagnosen erhoben oder Therapien veranlasst. Die in der Radiologie E._ am 13.
Februar 2012 durchgeführte MRI-Untersuchung hatte ebenfalls nur das rechte Knie
umfasst (act. M1). Je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem
Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto unwahrscheinlicher wird der
natürliche Kausalzusammenhang zum Unfallereignis (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E.
1c). Im konkreten Fall ist von einem rund halbjährigen Intervall zwischen dem
Unfallereignis (11. Februar 2012) und der aktenmässig dokumentierten Meldung von
Beschwerden im linken Knie auszugehen. Dieser zeitliche Ablauf ist nachvollziehbar als
Hinweis gegen eine Unfallkausalität zu werten. Dies insbesondere im konkreten Fall, in
welchem zunächst verdachtsweise radiologisch (act. M9) und am 28. September 2012
bestätigend arthroskopisch (act. M15) ein Gesundheitsschaden wie eine
Meniskusläsion erhoben wurde, der - wie von Prof. O._ in seiner Beurteilung vom 4.
September 2015 in Übereinstimmung mit der medizinischen Literatur festgehalten -
häufig degenerativer Natur ist. Ein traumatischer Meniskusriss ist dagegen
vergleichsweise selten (vgl. dazu DEBRUNNER, a.a.O., S. 1056 ff.; PSCHYREMBEL,
a.a.O., S. 1146; ROCHE LEXIKON, Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 1204;
LEITLINIEN DER ORTHOPÄDIE, Hrsg. von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie
und Orthopädische Chirurgie und dem Berufsverband der Ärzte für Orthopädie, 2.
erweiterte Aufl. Köln 2002, S. 141). Entsprechend war im Bericht über die MRI-
Untersuchung des linken Knies vom 13. August 2012 eine "degenerativ" bedingte
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interstitielle Binnensignalalteration des Innenmeniskus basisseitig festgehalten worden
(act. M8). Von einer traumatischen Ursache der zudem genannten Chondropathie ist
ebenfalls nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auszugehen. Auch bei ihr handelt
es sich im Regelfall um eine Erkrankung (vgl. PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 329;
DEBRUNNER, a.a.O., S. 1047 ff.; ROCHE LEXIKON, a.a.O., S. 326; vgl. überdies
Erwägung 4.3.2). Selbst wenn angenommen würde, Dr. G._ beziehe sich in seiner
Aussage in der Beurteilung vom 7. Dezember 2012 (act. M24) - die
Knorpelveränderung sei durch das Ereignis vom 11. Februar 2012 und durch die
notwendig gewordene Operation erklärbar - auf das linke Knie, könnte darin keine
überwiegend wahrscheinliche primäre strukturelle Unfallverletzung gesehen werden.
Prof. O._ weist in seiner Beurteilung vom 4. September 2015 (act. M57, S. 3)
überzeugend auf die Fragwürdigkeit dieses Postulats hin. Besonders wenn das MRI
des linken Kniegelenks vom 13. August 2012 für die versicherungsmedizinische
Beurteilung herangezogen werde, sei festzustellen, dass die Knorpelveränderungen
anfänglich nicht vorhanden gewesen seien. So erscheint es logisch, dass ein
Knorpelschaden im Regelfall bereits bei der ersten radiologischen Untersuchung vom
13. August 2012 sichtbar gewesen wäre, wäre er beim Unfall entstanden. Im
entsprechenden Untersuchungsbericht ist zwar von einer femoro-atellären
Chondropathie die Rede (act. M8), anlässlich der anschliessenden Knieoperation links
vom 28. September 2012 zeigten sich jedoch die Knorpel in allen Kompartimenten
unauffällig (vgl. act. M15). Im Weiteren wurde sowohl im MRI-Untersuchungsbericht
vom 5. November 2012 (act. M19) als auch von Dr. G._ im Vergleich zum
Untersuchungsergebnis vom 13. August 2012 von einer neu aufgetretenen
Chondropathie gesprochen. Prof. O._ weist sodann in seinen Beurteilungen vom 4.
September und 26. Oktober 2015 (act. M57 f.) auf die weiteren bei der
Beschwerdeführerin radiologisch erhobenen Gesundheitsschäden - eine kleine Baker-
Zyste (vgl. act. M8 f.), aber vor allem auf die vorbestandene und am 18. Juni 2014
operativ korrigierte Varuskomponente der Beinachsen bzw. Varusgonarthrose hin (vgl.
act. M37 ff., act. M43, act. M45), welche - wie von ihm überzeugend festgestellt - eine
auf degenerativem Boden entstandene Pathologie am medialen Meniskus
zemen¬tieren (vgl. dazu DEBRUNNER, a.a.O., S. 612, 618).
5.2.2 Der Einwand der Beschwerdeführerin in der Einsprache vom 23. Dezember
2015, sie habe nicht erst am aktenkundigen Datum vom 1. August 2012 auf
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Kniebeschwerden links hingewiesen, sondern spätestens seit April 2012 bzw. dem
Absetzen der Analgetika (vgl. dazu nachfolgende Erwägung 5.2.3) explizit immer die
Schmerzen am linken Knie moniert, ergibt sich aus den Akten nicht und stellt einzig
eine Angabe der Beschwerdeführerin dar, welche als ausreichender Beweis nicht zu
genügen vermag. Tatsache ist, dass eine Klage bezüglich Kniebeschwerden links
keinen Eingang in die vor dem 1. August 2012 erstellten ärztlichen
Untersuchungsberichte und Arztzeugnisse UVG von Dr. D._ gefunden hat. Die
Annahme, dieser habe im Rahmen der Anamneseerhebung angegebene
Kniebeschwerden links irrtümlicherweise oder gar bewusst nicht notiert, ist in keiner
Weise belegt. So darf in der Regel von der ärztlichen Wahrnehmung von Klagen des
Patienten sowie von der Richtigkeit und der Vollständigkeit einer ärztlichen
Berichterstattung ausgegangen werden. Im Übrigen hatte die Beschwerdeführerin
selbst anlässlich eines Telefongesprächs mit der Beschwerdegegnerin zur
Standortbestimmung vom 23. März 2012 keine Angaben zum linken Knie gemacht (act.
K7). Auch mit act. G 1.2 kann der Beweis, dass Schmerzen im linken Knie bereits
früher Thema waren, nicht erbracht werden. Dr. D._ bestätigt in seinem Bericht das
von der Beschwerdeführerin Dargelegte nicht (Hinweis auf linkes Knie erst am 9.
August 2012; Rest aus Sicht der Beschwerdeführerin).
5.2.3 Auch die weiteren Begründungen in der Beschwerde vom 28. Juni 2016 (act.
G 1) - der Beschwerdeführerin sei zunächst eine sechswöchige absolute Bettruhe
verordnet worden; zudem habe sie Schmerzmittel eingenommen, wodurch ihr die
Schmerzen im linken Knie nicht aufgefallen seien; mit zunehmender Belastung seien
die Schmerzen im linken Knie aufgetreten, diese seien jedoch nie richtig abgeklärt
worden, weil die anderen Verletzungen im Vordergrund gestanden hätten - vermögen
eine halbjährige Latenzzeit bis zur Dokumentation bzw. bis zum Auftreten von
Schmerzen nicht zu begründen. Prof. O._ weist in seiner Beurteilung vom 26.
Oktober 2015 (act. M58) zutreffend und schlüssig darauf hin, dass die
Beschwerdeführerin gemäss Arztbericht von Dr. D._ vom 21. März 2012 (act. M14)
bereits zu diesem Zeitpunkt keine Schmerzmittel mehr eingenommen hatte. Da könne
nicht vermutet werden, dass am linken Knie nur deshalb keine Symptome verspürt
worden seien, weil diese allenfalls durch die Analgetika-Einnahme kaschiert worden
wären. Wie von Prof. O._ stichhaltig festgestellt, vergingen bis zum 1. August 2012
rund vier Monate ohne Einnahme von Schmerzmitteln, während denen sich eine
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Knieverletzung links hätte erkennbar machen müssen und die Beschwerdeführerin zu
einer ärztlichen Konsultation bewegt hätte. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin
bereits seit 26. März 2012 wieder zu 100% ihrer Arbeit nachgegangen ist (act. M4 ff.),
stützt die vorangehenden Überlegungen. Die Unfallverletzung am rechten Knie war
schliesslich nicht derart schwerwiegend, dass sie nicht auch die Berücksichtigung bzw.
die Differenzierung einer Beschwerdesymptomatik am linken Knie erlaubt hätte.
5.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass anhand der in jeder Hinsicht
überzeugenden Beurteilungen von Prof. O._ vom 4. September und 26. Oktober
2015 davon auszugehen ist, dass beim Unfall vom 11. Februar 2012 nicht überwiegend
wahrscheinlich eine Unfallbeteiligung des linken Knies mit Verletzungsfolge
stattgefunden hat und die erstmals am 1. August 2012 dokumentierten Knieschmerzen
links bzw. die nachfolgend im Bereich des linken Knies ärztlich erhobenen Befunde
überwiegend wahrscheinlich unfallfremder Natur sind. Demgemäss ist ein Anspruch
der Beschwerdeführerin auf diesbezügliche Leistungen der Beschwerdegegnerin über
das Datum der Leistungseinstellung (4. Juni 2015) hinaus abzuweisen.
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).