Decision ID: 7da5d8fe-747e-5670-88f7-dc6da48a4fc8
Year: 2007
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Die im Jahr 1947 geborene, verheiratete Schweizerbürgerin P._ ist seit 1978 im Ausland niedergelassen. Sie wurde am 17. April 1997 rückwirkend auf den 1. Juni 1978 in die freiwillige -, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (nachfolgend:  Versicherung) aufgenommen (act. 1-4). Von 1996 bis 2005  ihre Beiträge aufgrund der vorgelegten Erklärungen über  und Vermögen festgesetzt (act. 9-21). Mit Schreiben vom 30.  2006 teilte die Versicherte dem Schweizerischen  mit, dass sie am 30. April 2005 ihre berufliche Tätigkeit  habe; ihrem Brief legte sie die Kopie ihrer italienischen  für die Veranlagung 2004 bei. Am 22. Juni 2006 gab sie in  Erklärung über Einkommen und Vermögen zwecks Festsetzung der Beiträge für die Beitragsperiode 2006/2007 an, dass sie am 1.  2006 über ein Vermögen von EUR 24'000.-- verfüge und im  2004 Einkommen von EUR 17'035.-- und im Jahre 2005 solche von EUR 9'850.-- erzielt habe. Gleichzeitig gab sie eine neue Adresse an: C._ (act. 22). Im Auftrag der Schweizerischen Ausgleichskasse (nachfolgend: SAK) forderte das Schweizerische Generalkonsulat in Mailand die Versicherte mit Brief vom 4. Juli 2006, welcher an ihre ehemalige Adresse (A._) gerichtet war, auf, innert einer Frist von 30 Tagen Nachweise über ihre Vermögenslage und diejenige  Ehemannes einzureichen (Kontoauszüge, Aufstellungen über Wertpapiere und Anlagen, Renten, Angaben über die Aufgabe ihrer beruflichen Tätigkeit, etc.). Die Versicherte reichte mit Schreiben vom 9. August 2006 verschiedene Dokumente über ihre Einkommens- und Vermögenslage ein, darunter auch Steuerbescheide der italienischen Behörden; hierbei gab sie erneut ihre aktuelle Adresse an. Mit  vom 4. Dezember 2006, welche ebenfalls an die  Adresse der Versicherten geschickt wurde, setzte das  Generalkonsulat in Mailand im Auftrag der SAK die Beiträge der Versicherten für die Jahre 2006 und 2007 mittels amtlicher  auf Fr. 2'937.35 (Ehefrau) und Fr. 1'584.75 (Ehemann nur für das Jahr 2006) pro Jahr fest. Hierbei ging die SAK von einem  Einkommen von Fr. 29'100.-- (Ehefrau) und Fr. 47'100.-- (Ehemann) aus (30% Erhöhung gegenüber der letzten Beitragsverfügung; act. 22).
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B. Mit Schreiben vom 5. Februar 2007 erhob die Versicherte Einsprache gegen die Beitragsverfügung vom 4. Dezember 2006 und beantragte sinngemäss, die Beiträge nicht zu erhöhen, da sich ihre Rente im Jahre 2006 gegenüber derjenigen von 2005 nicht erhöht habe. Mit Einspracheverfügung vom 8. Februar 2007 trat das Schweizerische Generalkonsulat in Mailand im Auftrag der SAK auf die Einsprache wegen Überschreiten der 30-tägigen Einsprachefrist nicht ein.
C. Mit Schreiben vom 20. Februar 2007 erhob P._ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen die Einspracheverfügung der Vorinstanz vom 8. Februar 2007 und beantragte sinngemäss die Aufhebung der Einspracheverfügung mit der Begründung, dass sie der Vorinstanz mitgeteilt habe, im Mai 2006 an ihren neuen Wohnort (C._) umgezogen zu sein, was auch das Schreiben des Generalkonsulates vom 4. Juli 2006 beweise. Das Generalkonsulat habe trotzdem die Korrespondenz an die  Adresse gesandt, so dass diese erst mit einer Verspätung von 2 Monaten an sie gelangt sei. Weiter gab die Beschwerdeführerin an, am 30. April 2005 in den Ruhestand getreten zu sein. Sie habe die von der Vorinstanz eingeforderten Unterlagen vorgelegt. Sie lebe von der italienischen Pension des Ehemannes in der Höhe von EUR 1'900.-- monatlich und ihrer eigenen von EUR 280.-- monatlich (seit dem 1. September 2006). Aus diesem Grund müsse es zu einer Verringerung der Beiträge kommen. Abschliessend gab sie an, dass die amtliche Taxation auf der Basis der Einkommen 2004 zu hoch sei; sie und ihr Ehemann seien mit ihrer Einkommenserklärung in Verzug gekommen, würden aber möglichst bald die Zahlen für das Jahr 2005 vorlegen können.
D. In ihrer Vernehmlassung vom 2. Mai 2007 beantragte die SAK die  der Beschwerde. Sie räumte allerdings ein, dass die  der Beschwerdeführerin anlässlich der Rücksendung der Einkommens- und Vermögensdaten am 22. Juni 2006 (vgl. act. 22) bekannt gegeben worden sei und folglich ab diesem Datum keine Briefe mehr an die alte Anschrift hätten gesandt werden sollen.
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E. In ihrer Replik vom 18. Mai 2007 hielt die Beschwerdeführerin ihre Anträge aufrecht. Sie brachte vor, dass sie am 9. August 2006 auf die Aufforderung der Vorinstanz vom 4. Juli 2006 unter Beilage der  Unterlagen geantwortet habe und bei dieser Gelegenheit auf die Adressänderung aufmerksam gemacht habe. Nach diesem Datum habe sie an ihrer gültigen Adresse nichts mehr erhalten. Erst anlässlich ihres Besuches in A._ im Februar 2007 habe sie die amtliche Beitragsverfügung vom 4. Dezember 2006 im Briefkasten  alten Wohnung gefunden. Weiter gab die Beschwerdeführerin an, dass sie, so wie das Generalkonsulat auch, Briefe nicht per  versandt habe, so dass sie keinen Nachweis für den Versand  Briefes vom 9. August 2006 habe.
F. Mit Duplik vom 6. Juni 2007 hielt die SAK an ihrem Abweisungsantrag fest mit der Begründung, dass keine grundlegend neuen Argumente vorgebracht worden seien.
G. Abschliessend hielt die Beschwerdeführerin ihre Anträge aufrecht und gab in ihrer Triplik vom 4. August 2007 an, dass sie und ihr Ehemann aufgrund einer nicht beachteten Adressänderung (Fehler des ) falsch eingeschätzt worden seien.
H. Mit Verfügung vom 10. Mai 2007 wurde der Beschwerdeführerin und ihrem Ehemann die Zusammensetzung des Spruchkörpers bekannt gegeben; Ausstandsbegehren wurden nicht gestellt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 85bis Abs. 1 des  über die Alters- und Hinterlassenenversicherung vom 20.  1946 (AHVG, SR 831.10) beurteilt das  Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der Schweizerischen Ausgleichskasse. Es liegt keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vor.
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1.1 Aufgrund von Art. 3 Bst. dbis des Bundesgesetzes vom 20.  1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) findet das VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. Gemäss Art. 1 Abs. 1 AHVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die im  Teil geregelte Alters- und Hinterlassenenversicherung anwendbar, soweit das AHVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG .
1.2 Die Beschwerdeführerin ist durch den angefochtenen  berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung, so dass sie im Sinne von Art. 59 ATSG  ist.
1.3 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht (Art. 60 ATSG und Art. 52 VwVG) eingereicht wurde, ist auf die Beschwerde einzutreten.
2. Es ist vorliegend zu klären, ob die Einsprache gegen die Verfügung der SAK vom 4. Dezember 2006 fristgerecht erfolgt ist.
2.1 Gegen Verfügungen kann gemäss Art. 52 Abs. 1 des  über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG; SR 830.1) innerhalb von 30 Tagen bei der  Stelle Einsprache erhoben werden. Berechnet sich eine Frist nach Tagen oder Monaten und bedarf sie der Mitteilung an die , so beginnt sie am Tag nach ihrer Mitteilung zu laufen (Art. 38 Abs. 1 ATSG).
2.2 Ein Fristversäumnis, an das sich für den Versicherten nachteilige Rechtswirkungen knüpfen, setzt zunächst Gewissheit darüber voraus, wann die Frist zu laufen begonnen hat. Diese Gewissheit ist von der Verwaltung zu schaffen. Ihr obliegt der Zustellungsbeweis (vgl. IMBODEN/ RHINOW, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Band I, 6. , Basel 1986, Nr. 91 B I. S. 560 mit Hinweisen; SVR 1998, IV Nr. 23 Erw. 4b).
2.3 Vorliegend lässt sich der Zustellungszeitpunkt der Verfügung vom 4. Dezember 2006 nicht mehr exakt bestimmen. Ein entsprechendes Nachforschungsbegehren kann nicht durchgeführt werden, da die Ver-
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fügung nicht eingeschrieben versandt wurde. Gemäss den  der Beschwerdeführerin konnte sie die Beitragsverfügung erst im Februar 2007 in Empfang nehmen, als sie erstmals seit Monaten  in ihre alte Wohnung in A._ zurückging. Dass sie ihre neue Adresse der SAK bereits mit Rücksendung ihrer Einkommens- und Vermögensdaten am 22. Juni 2006 (vgl. act. 22) bekannt gegeben hat, wird von der Vorinstanz bestätigt. Ebenso räumt die Vorinstanz ein, die Beitragsverfügungen vom 4. Dezember 2006 an die nicht mehr gültige Adresse der Beschwerdeführerin versandt zu haben. Das  erachtet daher die Sachverhaltsdarstellung der  als plausibel (BGE 103 V 65 Erw. 2a). Es ist folglich davon auszugehen, dass die am 7. Februar 2007 erhobene  innerhalb der dreissigtägigen Frist ab Eröffnung der Verfügung  Art. 52 Abs. 1 ATSG erfolgte.
2.4 Die Beschwerde ist daher gutzuheissen und die Sache an die  zur materiellen Beurteilung der Einsprache vom 5. Februar 2007 zurückzuweisen.
3. Das Verfahren ist für die Parteien kostenlos (Art. 85bis Abs. 2 AHVG). Die Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).
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Das Bundesverwaltungsgericht erkennt:
1. Die Beschwerde wird gutgeheissen.
2. Die Sache wird an die Vorinstanz zur materiellen Beurteilung der Einsprache vom 5. Februar 2007 zurückgewiesen.
3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.
4. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.
5. Dieses Urteil wird eröffnet: - der Beschwerdeführerin (Einschreiben, mit Rückschein) - der Vorinstanz - dem Bundesamt für Sozialversicherungen