Decision ID: 40e45653-1080-401e-a140-57dc0b50a10f
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1973
,
gelernte Modeverkäuferin (
Urk.
8/7
Ziff.
5.3
,
Urk.
8/18/11-12
)
,
arbeitete seit
1.
März 2013 in einem Pensum von 60
%
als Geschäftsführerin/Inhaberin der
Z._
GmbH
,
in A._
,
und seit dem
1.
März 2015 in einem Pensum von 42
%
als
Stockroom
Associate
bei
B._
AG (
D._
),
Zürich. Daneben verteilte sie noch für die
E._
AG
,
in F._
,
Zeitungen (
Urk.
8/7
Ziff.
5.4,
Urk.
8/10/1
,
Urk.
8/
36
)
. Am
2
9.
Dezember 2017
meldete sie sich
unter Hinweis auf seit einer Operation vom
5.
Juli 2017
(Kniearthroskopie rechts,
Urk.
8/25/9-10)
bestehende gesundheitliche Beeinträchtigungen bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
(
Urk.
8/7
Ziff.
6.1)
.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisc
he und erwerbliche Situation ab und holte die Akten der Krankentag
geldversicherung (
Urk.
8/9-10)
ein.
Nach Abschluss der Eingliederungsberatung schloss die IV-Stelle diese mit Mitteilung vom
2
4.
April 2018
ab
(
Urk.
8
/27).
Zwischenzeitlich
rutschte die Versicherte
am
3.
März 2018
beim Laufen auf de
m
Schnee/Eis aus
,
wobei
sie
eine
Verdrehung/Verstauchung
des rechten Knies
erlitt
(
Urk.
8/32/4). Die IV-Stelle zog die Akten der Suva bei (
Urk.
8/32).
Am 1
2.
November 2018 stellte die Suva die für die Folgen des Unfalles vom
3.
März 2018 erbrachten Versicherungsleistungen per 1
9.
November 2018 ein (
Urk.
8/38/25)
.
Die
IV-Stelle
veranlasste
bei
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Rheumatologie und für Allgemeine Innere Medizin, ein rheumatologisches Gutachten, welches am
1
9.
August 2020
erstattet wurde (
Urk.
8/75)
,
und verneinte nach ergangenem Vorbescheid (
Urk.
8
/
77
) mit Verfügung vom
1
3.
Oktober
20
20 einen Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
1
3.
Oktober 2020
Beschwerde gegen die Verfügung vom
1
3.
Oktober 2020
(Urk. 2) und beantragte
,
diese sei aufzuheben,
ihre Invalidität sei auf 100
%
festzulegen und es sei ihr ab dem
4.
Juli 2019 eine entsprechende Rente auszurichten (
Urk.
1 S. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
Januar 2021 beantragte die IV-Stelle, die Beschwerde sei abzuweisen (
Urk.
7), was der Beschwerdeführerin am 2
1.
Januar 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2) damit, dass
gemäss dem eingeholten Gutachten bei der
Beschwerdeführerin
bereits vor Ablauf des Wartejahres ab dem
4.
April 2018 eine volle Arbeitsfähigkeit bestanden habe.
Sie
sei bis anhin unterschiedlichen Erwerbstätigkeiten in
Teilzeitpensen
nach
gegangen. Sowohl das Arbeiten in der Ad
ministration
der eigenen Firma als auch das Vertragen von Zeitungen mit Benutzung eines Elektrorollers seien weiterhin möglich. Nicht mehr möglich seien die Tätigkeiten als Lageristin und Verkäuferin, die sie bis Ende März 2017 ausgeübt habe. Problematisch sei hier vor allem der Teilbereich als Lageristin. Als Verkäuferin könnte sie unter Berücksichtigung einer angepassten Belastung weiterhin arbeiten. Da die Beschwerdeführerin
be
reits
vor Ablauf des Wartejahres wieder voll arbeitsfähig gewesen
sei
, sei kein Leistungsanspruch entstanden (S. 1 f.).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde geltend,
es
sei un
zutreffend, dass sie ab dem 2
8.
Februar 2018 wieder vollständig arbeitsfähig gewesen sei (S. 2 II.
Ziff.
1). Auf das Gutachten könne nicht abgestellt werden, da dieses zu Gunsten der Auftraggeberin erstellt worden sei und willkürliche und absurde Schlussfolgerungen beinhalte (S. 2 II.
Ziff.
2
, S. 4 f.
Ziff.
7
). Sie könne
mit der Fingera
rthrose nicht im Büro arbeiten
(S. 2 II.
Ziff.
3). Das Vertragen von Zeitungen sei seit längerem nicht mehr machbar (S. 2 II.
Ziff.
4). Die Arbeits
unfähigkeit sei ab dem
5.
Juli 2017 bis heute von den behandelnden Ärzten lückenlos attestiert worden. Auch
sei die
für eine Büroarbeit festgesetzte Arbeits
fähigkeit nicht gegeben gewesen, da sie
hierfür schlichtweg keine Ausbildung habe (S. 3 f.
Ziff.
5-6). Seit dem
4.
Juli 2019 sei sie ohne Einkommen und ver
zweifelt
(S. 4
Ziff.
7)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente.
3.
3.
1
Am
2
8.
Februar 2018
erstattete
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
nach Untersuchung der Beschwerde
führerin am 2
7.
Februar 2018
ihr
orthopädisches Gutachten (
Urk.
8/2
5
/13-
22)
zu Handen
des Krankentaggeldversicherers.
Dr.
H._
nannte nach Untersuchung der Beschwerdeführerin folgende Diagnosen (S. 6):
-
Status nach Arthroskopie des rechten Kniegelenks im Juli 2017 mit Tei
lentfernung des Innenmeniskus und Entfernung
einer
Plica
-
im Verlauf muskuläre Atrophie
-
Fehlstatik der Wirbelsäule, Haltungsinsuffizienz, muskulärer Hartspann und deutlich
verschmächtigte
Rumpfmuskulatur
-
kein nervenwurzelbezogenes Defizit
-
beidseits verkürzte
Ischiokruralmuskulatur
Dr.
H._
f
ührte aus, dass die durchgeführte Untersuchung eine seitengleiche
Be
schwielung
beider Fusssohlen erg
eben habe. Beide Gelenke seien seitengleich in den Funktionen frei, der
Bandhalt
sei fest
, und es bestehe kein Anhalt auf eine akute
Meniskopathie
. Das rechte Kniegelenk sei ohne Rötung, Überwärmung und ohne Gelenkserguss. Der rechte Oberschenkel zeige noch eine Umfangsminderung von etwa 3 cm, wobei die Vermessung aufgrund der Weichteile erschwert sei (S.
7 oben). Der Versicherten sei mitgeteilt worden, dass sich ein Behandlungsbedarf für Physiotherapie mit Übergang in Kraftaufbau ergebe. Ausschliesslich gehende und stehende Tätigkeiten könnten in einem Pensum von 42
%
an fünf Tagen verrichtet werden, ansonsten ergebe sich für zwei Arbeitstage in der Woche eine Teil-Arbeitsfähigkeit von 50
%
mit Übergang auf 100
%
nach Ablauf von 14 Tagen (S. 7 Mitte).
3.
2
Dr.
med.
I._
,
Facharzt für Chirurgie
, nannte in seinem Bericht vom
4.
April 2018
(
Urk.
8/25/1-5) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit eine
chondrale
Verletzung des medialen
Femurkondylus
rechts und eine Kniedistorsion rechts (
Ziff.
1.1).
Dr.
I._
führte aus, die Beschwerde
führerin sei seit dem 2
3.
Mai 2017 bei ihm in Behandlung, und die letzte Kontrolle sei am 2
9.
M
ärz 2018 erfolgt (
Ziff.
1.2). In der zuletzt bei der
B._
ausgeübten Verkaufstätigkeit im Umfang eines 42%-Pensums habe
vom
5.
Juli 2017 bis dato eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden
(
Ziff.
1.6). Es sei kein langes Stehen und Gehen m
öglich
(
Ziff.
1.7).
Dr.
I._
führte aus, dass die Patientin am
3.
März 2018 auf dem Eis aus
gerutscht sei,
wonach sich medial betonte Belastungsbeschwerden im rechten Kniegelenk eingestellt hätten. Im
Juli 2017 sei eine Kniearthroskopie rechts bei Meniskusriss erfolg
t
(
Ziff.
1.4).
3.
3
Dr.
med.
J._
,
Fachärztin für Chirurgie,
Klinik
K._
,
stellte im Rahmen des
Krankengeschichte-Eintrag
s vom 2
4.
April 2018 (
Urk.
8/
32/38
) folgende Diagnosen:
-
Status nach Sturz auf Eis am
3.
März 2018 mit Kontusion Knie rechts
-
symptomatische Chondropathie medial und
femoropatellär
, medial fragliche
Delamination
in der Hauptbelastungszone
-
geringer Gelenkserguss, persistierend
-
eing
eschränkte Beweglichkeit des re
chten Knies (St
reckdefizit 5°, Beugedefizit 10
°)
-
Status nach
Kniearthroskopie (
KAS
)
und Meniskusteilresektion medial so
wie Resektion
Plica
mediopatellaris
und infrapatellaris und Knorpel
glättung
femoropatellär
und medial mit anschliessender
Hoffateilre
sektion
bei
Hoffaimpingement
(
fecit
Dr.
I._
,
Spital L._
), Juli 2001 [richtig wohl
:
2017]
Dr.
J._
führte aus, die Zuweisung der Beschwerdeführerin sei zur ortho
pädischen Beurteilung bei persistierenden Beschwerden erfolgt.
Sie
klage
über persistierende Kniebeschwerden, insbesondere bei Belastung mit eingeschränkte
r
Beweglichkeit und immer wieder erneuten Schwellungen. Aufgrund der längeren Arbeitsunfähigkeit als Lageristin sei das Arbeitsverhältnis aufgelöst. Seit gerau
mer Zeit arbeite sie in einem Büro nur eingeschränkt, überwiegend sitzend (Pen
sum 40
%
, davon 50
%
). Die Tätigkeit könne sie sich nun gut aufteilen und somit
auf das rechte Kniegelenk mehr A
cht geben.
Dr.
J._
führte aus, dass bis zur nächsten Wiedervorstellung am
8.
Mai 2018 weiterhin eine Arbeits
unfähigkeit von 50
%
bestehe.
3.4
Dr.
J._
stellte in ihrem Krankengeschichte
e
intrag vom
8.
Mai 2018 (
Urk.
8/32/45-46) folgende Diagnose:
-
Status nach Sturz auf Ei
s am
3.
März 2018 mit Kontusion Knie rechts
-
symptomatische Chondropathie medial und
femoropatellär
, medial fragliche
Delamination
in der Hauptbelastungszone
-
leicht
valgische
Achsabweichung rechts mit einem Winkel von 2°
Dr.
J._
führte aus, es sei eine ausführliche Besprechung über mögliche Therapieoptionen erfolgt. Die Patientin wolle vorerst die konservativen Therapie
massnahmen ausschöpfen. Die Arbeitsunfähigkeit von 50
%
sei bis am 2
1.
Juni 2018 verlängert worden.
Auch i
n den
Krankengeschichteeinträgen vom 2
8.
Juni und vom 1
2.
Juli 2018 bestätigte
Dr.
J._
eine weiterhin bestehende Arbeitsunfähigkeit von 50
%
(
Urk.
8/32/55,
Urk.
8/32/59).
3.
5
Dr.
med.
M._
, Assistenzarzt Orthopädie, Universitätsklinik
N._
, stellte in seinem Bericht vom
1
9.
August 2019
(
Urk.
8/53/7-10) folgende Diagnosen (S. 1):
-
anteriore Knieschmerzen rechts mit/bei
-
grosser
osteochondraler
Läsion an der lateralen
Patellafacette
mit/bei Status nach medialer
Teilmeniskektomie
mit beginnender Degeneration des medialen Kompartimentes bei
orthograder
Beinachse rechts und 3°
Varus
links
-
Punktion April 2019:
vereinzelte
Hydroxy
l
ap
a
tit
-Kristalle
-
Nikotinabusus
-
chronisches lumbovertebrales Syndrom
-
MRI LWS März 2019: Beidseitige
Spondylarthrose
und leichte
Discusprotrusion
L5/S1, keine neurale Kompression
-
Reizung linkes
Acromioclavicular
(AC)-
G
elenk
-
Kribbelparästhesien Füsse beidseits unklare Ätiologie
-
unauffällige neurologische Abklärung
März 2019
-
Thalassämie
minor seit Kindesalter
-
Helicobacter
pylori
assoziierte Gastritis 2017, Status nach
Eradikation
Dr.
M._
führte aus, dass die letzte Kontrolle der Patientin am
3.
Juli 2019 stattgefunden habe (S. 1).
Der Universitätsklinik
N._
lägen
keine Arbeits
unfähigkeitszeugnisse vor
(
Ziff.
1.3).
Die Patientin sei als kaufmännische Angestellte nicht mehr arbeitsfähig, sie arbeite selbständig in einer familieneigenen Firma in einem Pensum von 50
%
in einer rein administrativen Tätigkeit (
Ziff.
3.1). I
h
m lägen keine Informationen zur
beruflichen Tätigkeit vor
,
und er könne auch nicht beantworten, welche An
forderungen die aktuelle Tätigkeit an die Patientin stelle (
Ziff.
3.2-3). Auch könne er nicht beantworten, welche Funktionseinschränkungen bestünden (
Ziff.
3.4).
3
.
6
Dr.
med.
O._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, stellte in seinem Bericht vom 2
1.
August 2019 (
Urk.
8/46)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
2.5):
-
rechtes Knie: Grosse
osteochondrale
Läsion der Patella im Anschluss an eine Meniskusoperation vom
5.
Juli 2017
-
lumbovertebrales Syndrom seit 2018
-
Heberden
-A
rthrose linke Hand,
Digitus
(
Dig
.) II, seit Juli 2019
-
schmerzhaftes AC-Gelenk links, seit Juli 2019
Dr.
O._
führte aus, dass die Beschwerdeführerin seit dem
1.
Dezember 2017 bei ihm in Behandlung sei und die letzte Kontrolle am 2
0.
August 2019 stattgefunden habe (
Ziff.
1.1).
Er habe der Beschwerdeführerin seit dem
1.
März 2019 für die Tätigkeiten als
Zeitungsverträgerin
und für Büroarbeit eine 50%ige Arbeits
unfähigkeit attestiert (
Ziff.
1.3
). In Zukunft sei mit keiner Änderung der Arbeits
fähigkeit zu rechnen (
Ziff.
2.7). Gegenwärtig arbeite die Beschwerdeführerin in einem Pensum von 20
%
als
Zeitungsverträgerin
und zu 30
%
im Büro (
Ziff.
3.1). Die aktuelle Tätigkeit stelle keine speziellen Anforderungen an die Beschwerde
führerin. Da es sich um leichte Tätigkeiten handle, könne die Patientin diese Tätigkeiten ausführen (
Ziff.
3.3). Es bestünden Schmerzen am rechten Knie beim Gehen und bei Belastung sowie Schmerzen der lumbalen Wirbelsäule nach lan
gem Sitzen (
Ziff.
3.4). Die bisherige Tätigkeit sei im Umfang von vier Stunden pro Tag zumutbar, ebenso eine dem Leiden angepasste Tätigkeit (
Ziff.
4.1-2).
3.7
Dr.
med. univ.
P._
, Assistenzarzt Orthopädie, Universitätsklinik
N._
, stellte in seinem Bericht vom
5.
Dezember 2019 (
Urk.
8/59/7-11) folgende Diagnosen
(S. 1):
-
anteriore Knieschmerzen rechts mit/bei
-
grosser
osteochondraler
Läsion an der lateralen
Patellafacette
mit/bei Status nach medialer
Teilmeniskektomie
mit beginnender Degeneration des medialen Kompartimentes bei
ort
hograder
Beinachse rechts und 3
°
Varus
links
-
Punktion April 2019: vereinzelte
Hydroxy
l
ap
a
tit
-Kristalle
-
Nikotinabusus
-
chronisches lumbovertebrales Syndrom
-
MRI LWS März 2019: beidseitige
Spondylarthrose
und leichte
Diskusprotrusion
L5/S1, keine neurale Kompression
-
Thalassämie
minor seit Kindesalter
Dr.
P._
führte aus, dass die Beschwerdeführerin seit dem 1
7.
Januar
2019
bei ih
m
in Behandlung sei und dass die letzte Kontrolle am
6.
Juni 2019 erfolgt sei
,
mit weiteren Kontrollen bei den Kollegen der Rheumatologie zwischen dem
3.
Juli und dem 1
3.
November 201
9.
Eine erneute Beurteilung in der Kniechirurgie sei im Dezember 2019 geplant (
Ziff.
1.1).
Von ihrer Seite seien keine Arbeitsunfähigkeits-Zeugnisse ausgestellt worden
.
In der letzten Sprechstunde vom Kn
ie
-Team am
6.
Juni 2019 habe die Patientin geäussert, dass sie als kaufmännische An
gestellt
e
nicht arbeitsfähig sei. Sie arbeite selbständig in der familieneigenen Firma zu 50
%
in einer rein administrativen Tätigkeit
(
Ziff.
1.3).
3
.
8
Dr.
G._
erstattete am 1
9.
August 2020 das von der Beschwerdegegnerin veranlasste rheumat
ologische Gutachten (
Urk.
8/75/1-28). Er stellte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 21
Ziff.
6.1):
-
retropatelläre
und mediale Gonarthrose rechts
-
im MRI von Dezember 2019 progredient zu März 2019
-
Status nach Arthroskopie 2017 mit
Teilmeniskektomie
,
Plica
-Re
sektion, Knorpelglättung und Teilexzision des Hoffa-Körpers
-
chronisches
Lumbovertebralsyndrom
-
maximal
mässiggradige
Spondylarthrose
L4
bis S1 ohne weitere degenerative Veränderungen
-
statisch ungünstige Hyperlordose
-
Insuffizienz der rumpfstabilisierenden Muskulatur
Als
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
G._
eine beginnende
Heberden
-Arthrose links, unklare
Kribbelparästhesien
an
Hän
den
und Füssen ohne klares neurologisches Ko
rrelat sowie intermittierende Schulterschmerzen links ohne klares klinisches Korrelat (S. 21
Ziff.
6.2).
Dr.
G._
führte zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit aus, dass
der Versicherten
aufgrund der strukturell objektivierbaren Befunde und der Resultate der
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit
(
EFL
)
ihre
Haupt
tätigkeit in der Administration der eigenen Firma ganztags und ohne zusätzliche Leistungseinschränkung zumutbar sei,
sofern in dieser körperlich leichten Tätig
keit die Möglichkeit der Wechselbelastung gegeben sei (regelmässiger Wechsel zwischen sitzender und stehend/gehender Körperposition). Retrospektiv sei ihr diese Tätigkeit prinzipiell spätestens ab dem 2
8.
Februar 2018 (Bericht und Befunde
Dr.
H._
) zumutbar mit einer kurzen Phase der Arbeitsunfähigkeit nach dem Sturz Anfang März 2018 für maximal einen Monat (S. 26
Ziff.
8.1). Dies entspreche der Einschätzung von
Dr.
I._
vom
4.
April 2018, welche
r
eine Einschränkung lediglich für langes Stehen oder Gehen und für rein sitzende Bürotätigkeiten beschr
eibe.
Im Anschluss an die Knie-Arthroskopie vom
6.
Juli 2017 habe eine volle Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit bestanden
und ab
dem 1
4.
Dezember 2017 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit. Die Teilarbeitsunfähigkeit sei angesichts der damals beschriebenen Befunde insbesondere mit einer deutlichen
Quadrizepsatrophie
nachvollziehbar, längstens jedoch bis Ende Februar 201
8. Dr.
G._
führte aus, dass die übrigen späteren Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit durch die behandelnden Ärzte zum Teil wenig präzise und ohne klare strukturelle, objektivierte Begründungen für die Teilarbeitsunfähigkeit auch in dieser leichten Tätigkeit seien und sich im Wesentlichen auf die subjektive Einschätzung der Versicherten beziehen dürften
(S. 27 oben)
.
Auch die aktuell ausgeführte Tätigkeit als
Zeitungsverträgerin
mit Elektroroller entspreche den zumutbaren Anforderungen an die Belastbarkeit und sei im berichteten Pensum zumutbar, im zeitlichen Verlauf analog zur Arbeitsfähigkeit in der Bürotätigkeit.
Die frühere Tätigkeit im Lager der Firma
B._
/
D._
sei der Beschwerdeführerin gemäss den Befunden und der EFL nicht zumutbar, ins
besondere seien ihr das repetitive Heben und Tragen von Lasten bis 20 kg nicht möglich (S. 27 Mitte).
Jede
körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit mit regelmässig möglichem Wechsel der Körperposition und ohne repetitives Heben von Lasten über 2.5 bis 5 kg beziehungsweise seltenen Einzellasten von mehr als 20 kg, ohne häufige Arbeiten über Schulterhöhe, Besteigen von Leitern, häufigem Treppensteigen, Knien, wiederholten Kniebeugen beziehungsweise Hockstellungen und Rota
tionen im Sitzen sowie ohne repetitive mittelschwere oder schwere Belastungen insbesondere der linken Hand seien der Versicherten aufgrund der objektiven klinischen und radiologischen Untersuchungsbefunde und der Resultate der EFL ganztags und ohne zusätzliche Leist
ungseinschränkung zumut
bar. Auch für jede adaptierte Tätigkeit sei im zeitlichen Verlauf eine volle Arbeitsfähigkeit ab Ende Februar 2018
gegeben
mit kurzer voller Arbeitsunfähig
keit nach dem Sturz
ereignis Anfang März 2018 (S. 27
Ziff.
8.2).
Dr.
G._
hielt zur Beurteilung von Konsistenz und Plausibilität fest, dass belastungsabhängige Knie- und teilweise auch Rückenschmerzen aufgrund der objektivierbaren strukturellen Befunde medizinisch ohne weiteres nachvollzieh
bar seien. Das Ausmass der geschilderten Beschwerden und Funktionsein
schränkungen sowohl in den beruflichen Tätigkeiten wie auch
bei den
Alltags
funktionen sei allerdings medizinisch angesichts der insgesamt doch nicht sehr ausgeprägten Befunde mit allmählicher Progredienz lediglich am rechten Knie
gelenk und MR-tomographisch konstanten und nur leicht bis höchstens
mässiggradigen
degenerativen Veränderungen
L4
bis S1 und den nur sehr diskreten, beginnenden Arthrosen einzelner Fingerendgelenke linksbetont
medizinisch nicht plausibel. Auch sei die vollständige Therapieresistenz auf jeg
liche Behandlungsmassnahmen ungewöhnlich und medizinisch schwer nachvoll
ziehbar (S.
2
5 f.
Ziff.
7.3).
Dr.
G._
führte aus, dass das Leistungsverhalten während der EFL gut gewesen sei, und die erhobenen Befunde zur Beurteilung der funktionellen Belastbarkeit herangezogen werden könnten. Die deutlich zu tiefe subjektive Einschätzung der Leistungsfähigkeit im PACT-Test bestätige die medizinisch festgestellte Diskrepanz zwischen strukturellen Befunden und erziel
ten Resultaten in den Leistungstests einerseits und den subjektiv vorge
brachten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit (S. 26 oben).
3.9
Dr.
med.
Q._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD),
führte in seiner Stellungnahme vom 2
9.
August 2020 (
Urk.
8/76/7-9) aus, dass das umfangreiche Gutachten von
Dr.
G._
unter vollständiger Würdigung der vorhandenen medizinischen Akten nach ausführlicher Anamneseerhebung, genauem Eingehen auf die geschilderten Beschwerden und nach umfassender Untersuchung der Beschwerdeführerin erstellt worden sei. Der Gutachter komme nach ausführlicher fachspezifischer Diskussion in seiner Zusammenfassung unter Würdigung der
Er
gebnisse der zusätzlich durchgeführten EFL zu plausiblen Diagnosen und nach
vollziehbaren
Schlussfolgerungen hinsichtlich der bestehenden Leistungsfähig
keit der Versicherten. Auf dieses Gutachten sei daher abzustellen.
Damit habe in der
bisherigen Tätigkeit in der Administration in der eigenen Firma
vom
5.
Juli bis 1
3.
Dezember 2017 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
, vom 1
4.
Dezember 2017 bis 2
7.
Februar 2018 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
und ab dem 2
8.
Februar 2018 eine Arbeitsunfähigkeit von 0
%
bestanden.
Vom
3.
März bis
3.
April 2018 habe infolge des Sturzes erneut eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit bestanden. Seit dem
4.
April 2018 betrage die Arbeitsunfähigkeit 0
%
. Der Arbeitsunfähigkeits-Verlauf gelte auch für die bisherige Tätigkeit als
Zeitungsverträgerin
mit der Benutzung eines Elektrorollers. Auch in einer optimal behinderungsangepassten Tätigkeit sei der Arbeitsunfähigkeits-Verlauf analog der obigen Angaben für eine Bürotätigkeit. Das Belastungsprofil für eine optimal behinderungsangepasste Tätigkeit sei entsprechend den Feststellungen im Gut
achten von
Dr.
G._
zu formulieren.
Die frühere Tätigkeit im Lager der Firma
B._
/
D._
sei der Versicherten gemäss den Befunden der EFL nicht zumutbar, insbesondere
sei
das repetitive Heben und Tragen von Lasten über 20 kg nicht möglich.
4.
4
.1
Die Beschw
erdegegnerin ging gestützt auf das Gutachten von
Dr.
G._
vom
1
9.
August 2020 (vorstehend E. 3.8)
und die
abschliessende
Stellungnahme des RAD-Arztes
Dr.
Q._
vom
2
9.
August 2020 (vorstehend E. 3.9)
davon aus, dass d
er
Beschwerdeführerin bereits vor abgelaufenem Wartejahr
im Juli 2018
per
4.
April 2018 ihre angestammte Bürotätigkeit sowie das Verteilen von Zeitungen mit einem Elektroroller uneingeschränkt zumutbar gewesen sei
en
. Hin
sichtlich der bis ins Jahr 2017 ausgeübten Verkaufstätigkeit bei
D._
sei lediglich die Lagertätigkeit als problematisch einzustufen, eine Verkaufstätigkeit unter Berücksichtigung des Belastungsprofils sei aber grundsätzlich möglich (vor
stehend E. 2.1
,
Urk.
8/76
). Dagegen machte die Beschwerdeführerin geltend, dass auf das Gutachten von
Dr.
G._
nicht abgestellt werden könne und ein Invaliditätsgrad von 100
%
bestehe, was so auch aus de
r
durchgehend von den behandelnden Ärzten attestierten Arbeitsunfähigkeit hervorgehe (vorstehend E.
2.2).
4
.
2
Das
rheumatologische
Gutachten von
Dr.
G._
vom 1
9.
August 2020
(vor
stehend E. 3.
8
) berücksichtigt die vo
n der
Beschwerdeführer
in
geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen umfassend auseinander. Es wurde sodann in Kenntnis der wesentlichen Vorakten abgegeben, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation ein, und die Schlussfolgerung ist in nachvollziehbarer Weise begründet. Es erfüllt daher die Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise (vorstehend E. 1.
4
), weshalb darauf abgestellt werden kann.
Dr.
G._
ging retrospektiv gestützt auf die von
Dr.
H._
am
2
7.
Februar 2018 erhobenen Befunde
(vorstehend E. 3.1)
davon aus, dass der Beschwerde
führerin ihre administrative Tätigkeit spätestens ab diesem Zeitpunkt zumutbar sei, ebenso die mittels eines Elektrorollers ausgeübte Tätigkeit als
Zeitungs
verträgerin
.
Auch dem Bericht von
Dr.
I._
vom
4.
April 2018 (vorstehend E. 3.2)
lässt sich
entnehmen, dass eine vorwiegend sitzende Tätigkeit mit wechselbelastenden Elementen
der Beschwerdeführerin
grundsätzlich uneinge
schränkt zumutbar
ist
(vgl. auch
Urk.
8/25/1-5
Ziff.
3).
Zur
Heberden
-Arthrose links befand
Dr.
G._
, dass
diese
keine
Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit
habe
, was in Anbetracht des geringen Aus
prägungsgrades der Arthrose ohne Weiteres als begründet erscheint (
Urk.
8/75/1-28 S. 18 unten). Die Aussage der Beschwerdeführerin, wonach sie aufgrund der Fingerarthrose nicht mehr im Büro arbeiten könne (vorstehend E. 2.1), entbehrt einer fachärztlichen
Grundlage
. Auch ihr Vorbringen, dass sie über keine ent
sprechende Ausbildung verfüge, um im Büro zu arbeiten, verfängt vor dem Hintergrund, dass sie vor Eintritt des Gesundheitsschadens stets ihr 60%-Pensum
im administrativen Bereich der
Z._
GmbH absolviert und damit auch einen entsprechenden Lohn erzielt hat
(vgl.
Urk.
8/32/63-65 S. 1)
, nicht.
Von Seiten der behandelnden Ärzte der Orthopädie und der Rheumatologie der Universitätsklinik
N._
(vgl.
Urk.
8/38/3-4,
Urk.
8/38/9-12,
Urk.
8/38/16-18,
Urk.
8/48,
Urk.
8/53,
Urk.
8/59,
Urk.
8/65) machte einzig
Dr.
M._
in seinem Bericht vom 1
9.
August 2019 (vorstehend E. 3.5) Angaben zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin.
Diese
dürften sich jedoch massgeblich auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin stützen, zumal er sich weder zu den konkreten Anforderungen noch zu den bestehenden Funktionseinschränkungen bei der von der Beschwerdeführerin ausgeübten Tätigkeit äussern konnte. Dies bestätigte sodann
Dr.
P._
in seinem Bericht vom
5.
Dezember 2019 (vor
stehend E. 3.7), indem er ausführte, dass nach wie vor keine ärztlichen Arbeitsunfähigkeits-Atteste ausgestellt worden seien, und dass die Patientin geäussert habe, als kaufmännische Angestellte nicht arbeitsfähig zu sein respektive in der administrativen Tätigkeit im Familienbetrieb
noch
50
%
zu arbeiten.
Zu den von seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abweichenden Berichte
n
und Atteste
n
durch die behandelnden Ärzte hielt
Dr.
G._
fest, dass diese zum Teil wenig präzise und ohne klare strukturelle, objektivierte Begründung seien und sich im Wesentlichen auf die subjektive Einschätzung der Beschwerde
führerin beziehen dürften.
Dies trifft namentlich auf die Ausführungen der behandelnden Ärztin
Dr.
J._
(vorstehend E. 3.3-4)
sowie auf jene des Haus
arztes
Dr.
O._
vom 2
1.
August 2019 (vorstehend E. 3.5)
zu.
So
erweist
sich die
von
Dr.
J._
im Rahmen der
Krankengeschichte-Eintr
ägen
vom 2
4.
April
2018
,
8.
Mai
2018
, 2
8.
Juni und
1
2.
Juli
2018
sowie generell bis zum 1
7.
Oktober 2018 (vgl.
Urk.
8/32/74)
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50
%
aufgrund der erhobenen Befunde für eine
leichte Bürotätigkeit
als nicht nachvollziehbar und wurde
von ihr
nicht näher erläu
t
ert.
Auch die von
Dr.
O._
ab
1.
März 2019 selbst für eine Arbeit im Büro attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit und die 100%ige Arbeitsunfähigkeit als Verkäuferin (vgl.
Urk.
8/38/19-20)
,
lassen sich anhand der erhobenen Befunde nicht nachvollziehen.
Hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch
Dr.
O._
ist
überdies
zu beachten, dass das Gericht in Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten der Er
fahrungstatsache Rechnung zu tragen hat, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc
).
4
.
3
G
estützt auf das beweiskräftige Gutachten von
Dr.
G._
vom 1
9.
August 2020 sowie d
ie
Stellungnahme von
RAD-Arzt
Dr.
Q._
vom 2
9.
August 2020
ist
der
medizinische Sachverhalt
damit
als da
hingehend erstellt zu erachten,
dass der Beschwerdeführerin sowohl ihre vor Eintritt des Gesundheitsschadens in einem Pensum von 60
%
ausgeübte administrative Tätigkeit
als Geschäftsführerin und Inhaberin der
Z._
GmbH (
Urk.
8/7
Ziff.
5.3,
Urk.
8/16 S. 2
Ziff.
2
,
Urk.
8/32/63-65 S. 1)
als auch das zusätzliche
Zeitungsvertragen mit Hilfe
eines Elektrorollers
(
vgl.
Urk.
8/32/63-65 S. 2 Mitte)
weiterhin
zumutbar sind
.
Was die bei der
D._
ausgeüb
t
e Lager/V
erkaufstätigkeit anbelangt, bestehen
zumindest hinsichtlich
einer
Verkaufstätigkeit unter Beachtung des Belastungsprofils eben
falls keine
relevanten
Einschränkungen
. Damit
resultiert kein rentenanspruchs
begründender Invaliditätsgrad.
Die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen. Ent
sprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
r
unterliegenden Beschwerde
führer
in
aufzuerlegen
.