Decision ID: 0ae61faa-7d4a-46e1-94da-a631b804adc5
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1959
,
ist gelernter Maler
(Urk. 6/30). I
n den 1990er Jahren
meldete er sich
aufgrund einer Diskushernie sowie einer depressi
ven Verstimmung
erstmals
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, führte daraufhin in den Jahren 1991-1992 berufliche Massnahmen in der Form einer Umschulung durch. Diese wurde infolge Abbruches der Ausbildung
mit Verfügung vom
9. November
1992 beendet
(Urk. 6/1/1).
Danach
war der Versicherte wieder er
werbstätig (Urk. 6/21), zuletzt seit
dem 1. Oktober
2008 als Maler-Vorarbeiter bei
Y._
(Urk. 6/16/1).
Am 27. Juni 2015 erlitt er anläss
lich einer tätlichen Auseinandersetzung respektive eines Angriffes einen Tritt ge
gen den Unterschenkel und zog sich dabei eine offene Unterschenkelfraktur links zu (Urk. 6/78/9, Urk. 6/78/25, Urk. 1 S. 3).
Ab dem 28. Juni 2015 war er zu 100 % arbeitsunfähig und bezog Unfalltaggelder (Urk. 6/78/431).
1.2
Am 25. April 2016 meldete er sich unter Hinweis auf den besagten Unfall erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/11/5). Die IV-Stelle
tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen und zog wiederholt Akten der Unfallversicherung bei (Urk. 6/9,
Urk.
6/16 f.,
Urk.
6/21,
Urk.
6/24 ff., Urk. 6/28, Urk. 6/38 ff.,
Urk.
6/70,
Urk.
6/74,
Urk. 6/78 f.). Mit Verfügungen vom 17. August 2017 sowie 21. Juni 2018 sprach die Unfallversicherung dem Versicherten eine Inte
gritätsentschädigung von Fr. 18'900.
--
bei einer Integritätseinbusse von 15 % sowie eine Invalidenrente
ab dem 1. Juni
2018
bei
einer Erwerbsunfähigkei
t
von
24 % zu (Urk. 6/78/320 f., Urk. 6/78/419 ff.).
Nachdem die IV-Stelle am 24. Juli
2017 die Kosten für eine Potentialabklärung vom 4. bis 29. Septem
ber
2017 über
nommen hatte (Urk. 6/35), erteilte sie am
1
4.
Dezember
2017
im Rah
men der Arbeitsvermittlung
P
lus
Kostengutsprache für ein Arbeitstraining bei
der
Z._
AG
vom 5. Februar bis 5. August 2018 (Urk. 6/55).
Der Arbeit
geber des Versicherten
hatte
das Arbeitsverhältnis am 1
6.
August
2017 per
30. Novem
ber
2017 auf
gelöst
(Urk. 6/45/3).
Am 14. Mai 2018
schloss die IV
Stelle die Ein
gliederungsmassnahmen
ab
und leitete die Rentenprüfung ein
(Urk. 6/66).
1.3
Am 27. August
2018 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 6/82). Dagegen erhob dieser am 21. Sep
tember 2018, ergänzt am 31. Oktober 2018
Einwand
(Urk. 6/86, Urk. 6/89). Die IV-Stelle tätigte daraufhin weitere medizinische Abklärungen (Urk. 6/97), zu wel
chen der Versicherte am 16. Mai
2019 Stellung nahm (Urk. 6/99). In der Folge reichte
er
am 5. Juni und 1. Juli
2019 weitere
Unterlagen
ein (Urk. 6/100-103). Nachdem die
IV-Stelle einen weiteren
Arztbericht
sowie eine abschliessende Stel
lungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 4. Oktober
2019 ein
geholt hatte (Urk. 6/107, Urk. 6/110/8), verfügte sie
am 2
3.
Oktober 2019
im angekündigten Sinne und verneinte einen Rentenanspruch bei einem Invali
di
täts
grad von 24 % (Urk. 6/111 = Urk. 2).
2.
Dagegen
erhob
der Versicherte
am 21. November 2019 Beschwerde und bean
tragte, es sei die Verfügung vom 23. Oktober 2019 aufzuheben und es sei ihm mit Wirkung ab sechs Monaten ab Anmeldung bei der Invalidenversicherung (ab November 2016) eine Rente zuzusprechen. Eventualiter sei die Verfügung vom 23. Oktober 2019 aufzuheben und die Sache zu ergänzenden medizinischen Ab
klärungen (polydisziplinäre Begutachtung) und anschliessendem neuen Entscheid über den Rentenanspruch an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
(
Urk.
1)
. Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 14. Januar
2020 auf Abweisung (Urk. 5). Dies wurde dem Beschwerdeführer am 15. Januar
2020 zur Kenntnis gebracht (Urk. 7).
Mit Verfügung vom
6.
Januar 2021 wurde die Sammelstiftung Vita beigeladen (Urk. 10).
Diese liess sich innert Frist nicht zum vorliegenden Verfahren vernehmen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters
jahres folgt (Abs. 1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Abs. 3).
1.4
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung
über die Invalidenversicherung,
IVV)
, so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkun
gen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestim
mungen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a IVV) gleichermassen zu
beachten (BGE 133 V 263 E. 6.1
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Än
derung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstu
fung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjeni
gen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzuset
zenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hin
weisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis
)
.
1.
5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwer
defall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeits
leistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung, der Beschwer
deführer könne seine bisherige Tätigkeit als Maler aufgrund seines Unfalles vom 27. Juni 2015 nicht mehr ausüben (Urk. 2 S. 1). Eine angepasste Tätigkeit sei
ihm
jedoch
zu 100 % zumutbar. Der Einkommensvergleich ergebe einen Invaliditäts
grad von 24 % (Urk. 2 S. 1 f.).
Bis zum 20. Mai 2018 seien aufgrund der Einglie
derungsbemühungen Taggelder ausgerichtet worden. Gemäss dem Grundsatz «Eingliederung vor Rente» könne damit unabhängig von den vorherigen Verläu
fen ein Rentenanspruch erst ab Mai 2018 entstehen. Im Rahmen der gewährten Arbeitsvermittlung Plus habe keine andere Tätigkeit als jene im Gemüsebau ge
funden werden können. Der Beschwerdeführer habe sich ziemlich früh für den Abbruch der beruflichen Massnahme entschieden. Die Umstellungsfähigkeit des
Beschwerdeführers sei
indessen
zu bejahen (Urk. 2 S. 2).
Die ab Januar 2019 ein
getretene akute Verschlechterung sei nicht langandauernd gewesen
. Mittlerweile sei der Zustand remittiert
(Urk. 2 S. 3). Das Leistungsgesuch sei daher abzuweisen.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
erst im Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung der Unfallversicherung vom 15. Au
gust 2017 sei
die Behandlungsphase als abgeschlossen erklärt und die Arbeitsfä
higkeit in angestammter und angepasster Tätigkeit festgestellt worden (Urk. 1 S. 5
f.). Entsprechend
sei jedenfalls sechs Monate nach der Anmeldung bei der Be
schwer
de
gegnerin
im
April
2016
bis
zumindest drei Monate nach Festlegung der Ar
beits
fä
higkeit in einer angepassten Tätigkeit (bis November 2017) ein befriste
ter Rentenanspruch entstanden
.
Dass ihm die Umstellungsfähigkeit fehle, gehe aus dem Ergebnis der gescheiterten Eingliederungsbemühungen hervor. Der ge
wählte Einsatzort sei aufgrund seine
r
gesundheitlichen Probleme ungeeignet ge
wesen (
Urk.
1 S. 6). Nachdem ihm trotz Unterstützung der Beschwerdegegnerin die Eingliederung nicht gelungen sei, sei ihm die Selbsteingliederung nicht mehr zumutbar. Entsprechend sei von der fehlenden Verwertbarkeit seiner Restarbeits
fähigkeit und von einem Anspruch auf eine ganze Rente auszugehen (
Urk.
1 S.
8).
Sollte der Anspruch auf eine ganze Rente nicht aufgrund der vorliegenden ärzt
lichen Unterlagen ausgewiesen sein, so seien weitere medizinische Abklärun
gen
vorzunehmen, insbesondere neurologische und neuropsychologische (
Urk.
1 S.
8
f.).
3.
Der Beschwerdeführer meldete sich erstmals in den 1990er Jahren bei der Beschwer
degegnerin an. In den Akten befindet sich dazu einzig das Leistungsblatt vom 29. Oktober 199
1.
Als Diagnosen lassen sich diesem eine Diskushernie sowie eine depressive Verstimmung entnehmen. Weiter ist von Umschulungsmass
nah
men die Rede, welche im Jahr 1992 infolge Abbruches der Ausbildung abge
schlossen worden seien (Urk. 6/1/1).
Weitere Unterlagen betreffend die medizi
ni
sche Situa
tion zu dieser Zeit oder über eine allfällige Rentenprüfung
befinden sich nicht in den Akten.
Fest steht aber, dass der Beschwerdeführer nach Been
di
gung der Ein
gliederungsmassnahme wieder dauerhaft berufstätig war
, zuletzt na
mentlich in seinem angestammten Beruf als Maler,
weswegen
keine Beein
träch
ti
gung der Er
werbsfähigkeit mehr
gegeben war
.
Am 2
7.
Juni 2015 erlitt der Beschwer
de
führer
dann
eine Verletzung am rechten Unterschenkel
(vgl.
nachste
hen
de E. 4.1)
. Diese hatte zur Folge, dass die bisherige Tätigkeit dauerhaft nicht mehr geeignet ist (vgl. nachstehende E. 5.1). Damit liegt eine wesentliche Verän
derung des Gesund
heitszustandes vor, die eine materielle Neubeurteilung des Leis
tungs
anspruchs erlaubt.
4.
4.1
Nachdem der Beschwerdeführer am 27. Juni 2015 bei einer tätlichen Auseinan
dersetzung einen Tritt gegen den linken Unterschenkel erlitten hatte, wurde
bei ihm
am 28. Juni
2015
im Kantonsspital
A._
notfallmässig
eine
Plattenostesynthese
vorgenommen und er
befand sich
dort
vom 28. Juni bis 17. Juli
201
5
in
stationär
er Behandlung
.
Im Austrittsbericht vom 22. Juli 201
5
nannten die
Behandler als Diagnose eine
erstgradige
offene distale Unterschen
kelfraktur links
und berichteten von einem intra- und postoperativ komplikati
onslose
n
Verlauf (Urk. 6/78/27
, Urk. 6/78/75
).
Aufgrund einer
verzögerten Frakturheilung (
delayed
union
)
und einer progredienten
Valgusfehlstellung
erfolgte
n
am 19. Januar eine zweite und am 9. Februar 2016 eine dritte Ope
ra
tion
(Re
Osteosynthese
;
Urk. 6/78/75, Urk.
6/78/95).
Die Behandler attestierten
dem
Be
schwerdeführer
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 27. Juni 2015 (Urk. 6/78/40, Urk. 6/78/
72
,
Urk.
6/78/111, Urk. 6/78/128
).
4.2
Der Beschwerdeführer befand sich vom 12. Oktober bis 16. November 2016
sta
tionär in
der Rehaklinik
B._
.
Im Austrittsbericht vom 5. Dezember 2016
er
wähnten
die Behandler als Diagnosen im Zusammenhang mit dem Unfall vom 2
7
. Juni
201
5
eine
erstgradige
offene distale Unterschenkelfraktur links sowie eine fragliche Kontusion des Schädels. Ferner hielten sie die Diagnose einer An
passungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21), Differential
diagnose (DD) rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Epi
sode (ICD-10 F33.1)
,
fest (Urk. 6/78/192 f.).
Anlässlich der psychosomatischen Exploration habe sich
der Beschwerdeführer
ratlos, verunsichert und hinsichtlich des langen Heilungsverlaufs und der unge
wisse
n beruflichen Zukunft besorgt
gezeigt. Insgesamt handle es sich um eine affektive Auslenkung besorgt-depressiver Prägung, welche als Anpassungsstö
rung klassifiziert werden könne. Aufgrund des unklaren Unfal
lhergangs,
zum Ausschluss posttraumatischer Veränderungen und sonstige
r
zerebrale
r
Patho
logien und weil der Beschwerdeführer einen kognitiv etwas eingeschränkten Eindruck hinterlassen habe, sei eine MRI-Untersuchung des Gehirns veranlasst wor
den. Neben posttraumatischen Veränderungen habe eine
Gehirnathrophie
fest
gestellt werden können. Diese könne möglicherweise mit einer demenziellen Ent
wicklung oder mit vermehrtem Alkoholkonsum zusammenhängen. Während des stationären Aufenthaltes habe es
jedenfalls
keinerlei Anzeichen für einen schäd
lichen Alkoholkonsum gegeben (Urk. 6/78/195).
Die festgestellte psychische Störung begründe aktuell keine arbeitsrelevante Leis
tungsminderung zusätzlich zu den
muskoloskelettal
bedingten Einschränkungen.
Die Tätigkeit als Maler sei dem Beschwerdeführer aktuell nicht zumutbar. Die Anfor
derungen (schwere Arbeit, ganztags gehend/stehend) seien zu hoch.
Er
sei ab dem 16. November 2016 zu 100 % arbeitsunfähig. Die Zumutbarkeit für an
dere berufliche Tätigkeiten werde aktuell noch nicht festgelegt, da sich der Be
schwerdeführer noch in der medizinischen Rekonv
aleszenz
- und Behandlungs
phase befinde. Gemäss Bericht der Orthopädie des
A._
vom 17. August
2016 sei nach Konsolidation der Fraktur und Nagelentfernung eine Closing-Wedge
supra
malleoläre
Osteotomie indiziert. Die nächste klinische und radiologische Kon
trolle im KWS finde zirka Anfang Mai 2017 statt. Es bestehe eine volle Arbeits
unfähigkeit (Urk. 6/78/194).
4.
3
Am 22. Mai 2017 berichteten die Behandler des
A._
,
Klinik für Orthopädie und Traumatol
ogie
,
15 Monate nach der Re-Osteosynthese der distalen Unterschen
kelfraktur links respektive 23 Monate nach der Primärversorgung zeige
sich beim
Beschwerdeführer mittlerweile ein zufriedenstellende
r
klinische
r
und radiologi
sche
r
Verlauf. Die lateralen perimalleolären Beschwerden seien verschwunden, weswegen auf eine Umstellungsosteotomie zur Korrektur der
valgischen
tibialen
Gelenksfläche verzichtet werden könne. Es sei ein pragmatisches Vorgehen ver
einbart worden und die Situation
werde so belassen wie sie sei (
Urk. 6/78/238).
4.4
Am 15. August 2017 fand die kreisärztliche Abschlussuntersuchung der Unfall
versicherung statt.
Der Kreisarzt
Dr. med.
C._
, Facharzt für Ortho
pädie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
schloss sich in diagnostischer Hinsicht den Behandlern des
A._
an und bemerkte, die Computertomographie des linken Unterschenkels vom 8. Mai 2017 zeige eine zunehmende knöcherne Konsolidierung im Bereich der Mehrfachfraktur der Tibia links sowie eine
Val
gusfehlstellung
im Bereich des distalen Untersc
henkels und der
tibialen
Ge
lenk
fläche des oberen Sprunggelenks links (Urk. 6/42/4 f.).
Mehr als zwei Jahre nach dem Unfallereignis und länger als ein Jahr nach der zweiten Osteosynthese sei ein stabiler medizin
ischer
Zustand erreicht. Die Arbeitsfähigkeit im ange
stamm
ten Beruf sei nicht mehr gegeben. In einer leidensangepassten Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sei der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsfähig. Zu
mutbar seien alle Tätigkeiten im Sitzen. Stehen und Gehen für länger als zwei Stunden sei
en
nicht zumutbar. Bei sitzenden und kurzzeitig stehenden und ge
henden Tätigkeiten gebe es keine Einschränkung
en
bezüglich des Hebens und Tra
gens. Die zuletzt manchmal ausgeübte Tätigkeit des Tragens von zwei Farbkü
beln zu 20 kg sei selten zumutbar. Gehen auf unebenem Gelände, Arbeiten auf Leitern und Gerüsten seien nicht zumutbar. Arbeiten in kniender und hockender Position seien ebenfalls nicht zumutbar (Urk. 6/42/5).
4.5
Aufgrund von neu aufgetretenen
Rückens
chmerzen
begab sich der Beschwerde
führer
ab dem 12. Februar 2018
zu seinem Hausarzt
,
med.
pract
.
D._
, in Behandlung
. Dieser notierte in seinem Verlaufsbericht vom 9. Mai 2018, die Schmerzen seien durch die Lendenwirbelsäule (LWS) bedingt
(
Urk. 6/70/1)
,
und überwies ihn zur MR-tomographischen Untersuchung vom 7. März 201
8.
Anläss
lich derselben
wurde eine
Chondrosis
intervertebralis
L4/L5 mit einer
breitbasig
nach links ausladenden
Diskusprotrusion
und möglicher Tangierung der Nerven
wurzel L5 links festgestellt. Im gleichen Segment bestehe ein leichtgradig enger Spinalkanal
. Dieser sei
durch
die
dorsale
Diskusprotrusion
sowie
die
Spondy
l
ar
throse bedingt (Urk. 6/71/1).
Anlässlich einer nochmaligen MR-tomographischen Untersuchung vom 21. Juni 2019 wurde im Segment L4/5 neu eine zusätzlich aufgetretene linksparamediane Diskushernie und eine konsekutive Kompression der Nervenwurzel L5 links fest
gestellt.
Ferner habe sich im Segment L5/S1 zusätzlich eine kleine linksparame
diane Diskushernie ohne radikuläre Kompression entwickelt. Wunschgemäss wer
de eine periradikuläre Therapie (PRT) durchgeführt (Urk. 6/102/1).
4.6
RAD-Arzt Dr. med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, erklärte mit Stellungnahme vom 14. Juni 2018
,
hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit mit Bezug auf den rein unfallbedingten Ge
sundheitsschaden könne auf die Akten des Unfallversicherers abgestellt werden. Die angestammte Tätigkeit als Maler sei dem Beschwerdeführer dauerhaft nicht mehr möglich (Arbeitsunfähigkeit von 100 %). Eine adaptierte Tätigkeit sei ihm jedoch spätestens seit dem Tag der Kreisarzt-Beurteilung zu 100 % möglich,
dies
bis zum Auftreten der LWS-Problematik. Diesbezüglich gebe es noch keine An
gaben über fachärztliche Konsultationen und Behandlungen, sondern lediglich einen MRT-Befund und einige wenige Angaben des Hausarztes. Eine abschlies
sende versicherungsmedizinische Beurteilung sei
angesichts
der fehlenden
Infor
mationen über den Verlauf der Lumbalgie/
Lumboischialgie
noch nicht möglich (Urk. 6/81/6).
Am 6. Juli 2018 ergänzte der RAD-Arzt,
die bis zum 12. Februar 2018 bestehen
den Einschränkungen seien rein unfallbedingt, weshalb diesbezüglich auf das kreisärztliche Belastungsprofil abzustellen sei (Urk. 6/81/7). Ab 12. Februar 2018 habe dann die LWS-Problematik bestanden, welche die Arbeitsunfähigkeit ge
mäss dem Hausarzt zumindest bis zum 11. April 2018 limitiert habe. Arbeitsun
fähigkeitsbescheinigungen aus dieser Zeit lägen nicht vor. Der Beschwerdeführer habe am 18. Juni 2018 selbst mitgeteilt, dass er aktuell für angepasste Tätigkeiten wieder
zu
100 % arbeitsfähig sei (Urk. 6/81/
7 f.
).
4.7
Der
Hausarzt des Beschwerdeführers
nannte am 9. April 2019 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit Wortfindungsstörungen sowie eine
Lum
bo
ischialgie
. Die Wortfindungsstörungen seien im Beruf nicht aufgefallen re
spek
tive hätten jedenfalls nicht gestört. Die
Lumboischialgie
habe zu einer vor
übergehenden Beeinträchtigung geführt, dann habe sich der Beschwerdeführer voll
ständig erholt. Die
Wiedereingliede
ru
ng
sei deshalb ab sofort möglich
(Urk. 6/97/1). Als Maler sei der Beschwerdeführer nicht arbeitsfähig, da er
dabei
auf einer Leiter stehen müsse
(Urk. 6/97/
2
).
4.8
Mit Bericht v
om 10. Mai 2019 nannte Dr. med.
F._
, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie sowie Hepatologie, als Diagnosen im Wesentli
che
n ein grosses und tiefes Helicob
acter-negatives Ulcus
bulbi
duodeni Forrest
llc
sowie
eine
erosive
Bulbitis
und ein zusätzliches kleineres Ulcus
bulbi
duodeni, aber auch deutliche erosive
Antrumgastritis
unter Celecoxib. Ferner bestehe eine schwerste ulzeröse Re
f
luxösophagitis mit leichter Einengung des
Oesophaguslu
men
(Urk. 6/100/1).
Er habe dem Beschwerdeführer Esomeprazol verschrieben. Eine Kontroll-Gastroskopie mit der Frage nach der Entwicklung eines Barrett-Oesophagus und
der
Abheilung des Ulcus sei in acht Wochen indiziert (Urk. 6/100/2).
4.9
Auf
grund der
mit
ergänztem
Einwand des Beschwerdeführers vom
31. Oktober 2018
geforderten neurologische
n
und neuropsychologische
n
Abklärung
en
(Urk. 6/89/4 f.
)
legte die Beschwerdegegnerin die Akten nochmals dem RAD vor
.
Mit Stellungnahme vom 18. Juni 2019
bemerkte
Dr.
E._
,
nachdem es keine An
haltspunkte dafür gebe, dass sich der Gesundheitszustand aus psychiatrischer Sicht seit der Abklärung in der Rehaklinik
B._
wesentlich verschlechtert habe, gebe es aus versicherungsmedizinischer Sicht keinen Grund, diesbezüglich weitere gutachterliche Abklärungen (Psychiatrie/Neuropsychologie/Neurologie)
vorzunehmen
.
Der Bericht von
Dr.
F._
beschreibe eine eindeutige, aber eben nur akute Verschlechterung des somatischen Gesundheitszustandes seit zirka Januar 201
9.
Es sei die Kontrollgastroskopie im Juli 2019 abzuwarten. Bis dahin sei von einer 100%igen Arbeits
un
fähigkeit auch für angepasste Tätigkeiten auszu
gehen
. Von Seiten des Bewegungsapparates gebe es offensichtlich keine neuen Befunde, weshalb es bei der Stellungnahme vom 6. Juli
2018 bleibe (Urk. 6/110/5).
Dem Verlaufsbericht
von Dr.
F._
vom 8. Juli 2019 ist zu entnehmen, dass sich die Befunde sehr erfreulich präsentierten, mit Ausnahme eines Short-Barrett-Syn
droms, dass sich aufgrund der
gastroösophagealen
Refluxerkrankung
entwickelt habe. Es werde eine Kontroll-Gastroskopie in drei Jahren empfohlen (Urk. 6/107).
Daraufhin ergänzte der RAD-Arzt
am 4. Oktober 2019
, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich aus somatischer Sicht inzwischen
gebessert
und wieder das Niveau erreicht, welches vor Beginn der Verschlechterung im Januar 2019 bestanden habe. Die 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jede Tätigkeit sei somit einzugrenzen auf den Zeitraum von Januar bis zum 8. Juli 201
9.
Ab 9. Juli 2019 bestehe für eine angepasste Tätigkeit wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit, unter Berücksichtigung des Belastungsprofils des Kreisarztes der Unfallversicherung (Urk. 6/110/8).
5
.
5
.1
Aus den medizinischen Berichten geht übereinstimmend hervor
und
es
ist unbe
stritten, dass der Beschwerdeführer
in seiner
angestammten
Tätigkeit
als
Maler
nach seinem Unfall vom
27. Juni
2015
dauerhaft nicht mehr arbeitsfähig
ist
(
Urk. 2 S. 1, Urk. 1 S. 6, Urk. 6/42/5,
Urk.
6/81/6)
.
Was eine leidensangepasste Tätigkeit betrifft, so ist auf das Zumutbarkeitsprofil des Kreisarztes der Unfallversicherung abzustellen, wonach dem Beschwerdefüh
rer alle Tätigkeiten im Sitzen zumutbar sind. Stehen und Gehen für länger als zwei Stunden
ist
nicht zumutbar. Bei sitzenden und kurzzeitig stehenden und gehenden Tätigkeiten gibt es keine Einschränkung
en
bezüglich des Hebens und Tragens. Die zuletzt manchmal ausgeübte Tätigkeit des Tragens von zwei Farbkü
beln zu 20 kg ist selten zumutbar. Gehen auf unebenem Gelände, Arbeiten auf Leitern und Gerüsten sowie Arbeiten in kniender und hockender Position sind nicht zumutbar (Urk. 6/42/5). Diesem Belastungsprofil schloss sich auch der RAD
-Arzt
an (Urk. 6/81/7, Urk. 6/110/8)
.
Auch seitens des Beschwerdeführers erfolgten diesbezüglich keine Einwände (
Urk.
1 S. 5 f.).
Laut Bericht des Kreisarztes ist dem Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit gemäss dem beschriebenen Belastungsprofil
seit dem 15. August 2017
zu 100 % zumutbar
(Urk. 6/42/5)
. Der RAD-Arzt bestätigte diese Einschätzung
und
sah
auf
grund der
(krankheitsbedingten)
Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Zusammenhang mit der
gastroenterologischen Erkrankung
zusätzlich
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit von Januar bis 8. Juli 2019
und danach wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten
(Urk. 6/110/8).
Auf diese nachvollziehbar
und schlüssig begründete Beurteilung des Verlaufs der Arbeits
fähigkeit kann abgestellt werden.
Der Kreisarzt sowie der RAD
berücksichtigten die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden in angemessener Weise, er
statteten ihre Beurteilung in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den Vorak
ten
und
trugen der konkreten medizinischen Situation Rechnung. Die Beurteilung leuchtet in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vorge
nommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit wer
den ausführlich begründet.
5
.2
Was die Lumbalgie/
Lumboischialgie
angeht, so
lässt sich den vom Hausarzt ver
fassten Einträgen über die Krankengeschichte entnehmen, dass die Rücken
pro
blematik
den Beschwerdeführer
offenbar
vom
12. Februar bis 11. April 2018 beeinträchtigte (Urk. 6/78/365).
Der Hausarzt
äusserte sich
in seiner Berichterstat
tung
aber
nicht zur Arbeitsfähigkeit
.
In den vorgenommenen MRI-Unter
su
chungen wurden zwar degenerative Veränderungen festgestellt und eine PRT durchgeführt (Urk. 6/71/1, Urk. 6/102/1). Allerdings lässt sich
aus diesen Be
richten
ebenfalls
nichts
in Bezug auf die
– invalidenversicherungsrechtlich rele
vante
-
funktion
el
le Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführers herleiten.
Der Be
schwerdeführer berichtete am 18. Juni 2018
über eine
aktuell vorliegende 100%ige Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten (Urk. 6/75) und der Hausarzt statuierte am 9. April 2019 eine vollständige Erholung von der
Lumboischialgie
, wobei er nicht
definierte
, wann
genau
diese eingetreten war (Urk. 6/97/1). Da sich
diesbezüglich
in den Akten keine über den 11. April
2018 hinausgehenden
Doku
mentationen über
Behandlungen oder
ärztliche Arbeitsunfäh
igkeits
beschei
ni
gungen befinden, ist davon auszugehen, dass die Rückenproblematik den Be
schwer
de
führer a
llenfalls vorübergehend vom 12.
Februar bis 11. April 2018 in seiner Arbeitsfähigkeit einschränkte. Damit
hätte diese Verschlechterung jedoch
nicht au
s
reichend
lange
, mithin
nicht
länger als drei Monate
,
angedauert, um invalidenversicherungsrechtliche Relevanz zu erlangen (Art. 88a
Abs.
2 IVV)
, weshalb eine genauere Beurteilung offen bleiben kann
.
5.3
Mit Bezug auf den psychischen Gesundheitszustand ist festzuhalten,
dass
d
ie Ärzte der Rehaklinik
B._
der diagnostizierten
Anpassungsstörung mit län
gerer depressiver Reaktion respektive
der
rezidivierende
n
depressive
n
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode,
aktuell
keine
leistungsmindernde Wirkung
bei
massen
(Urk. 6/78/194)
. Darauf ist abzustellen, zumal anderweitige Einschät
zungen aus den Akten nicht hervorgehen.
In
neurologi
sche
r
/neuropsy
cholo
gi
sche
r
Hinsicht
erachteten die Eingliederungsfachleute un
ter Hinweis auf die Unter
suchungen in der Rehaklinik
B._
eine
weiterfüh
rende
Abklärung als notwendig (Urk. 6/51/5, Urk. 6/68/4). Die Behandler der Rehaklinik
B._
hatten anlässlich ihrer MR-tomographischen Abklärungen posttraumatische Veränderungen sowie eine
Gehirnatrophie
festgestellt und be
merkt, der Be
schwer
deführer habe einen kognitiv etwas eingeschränkten Ein
druck hinter
las
sen (Urk. 6/78/193 und 195). Allerdings
massen sie diese
n
Befun
den keine leis
tungs
einschränkende Wirkung
bei
und
veranlassten
oder empfahlen
diesbe
züglich
keine weitere
n Abklärungen (Urk. 6/78/194). A
uch d
er Hausarzt bemerkte im April 2019, die
Wortfindungsstörungen seien im Beruf nicht aufge
fallen respektive hätten jedenfalls nicht gestört (Urk. 6/97/1).
Vor diesem Hintergrund
ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszu
gehen, dass der Beschwerdeführer in psychischer respektive neurologi
scher/neu
ro
psychologischer Hinsicht nicht in seiner Arbeitsfähigkeit einge
schränkt
und das beschriebene Belastungsprofil umfassend ist
. En
tgegen der An
sicht des Beschwer
deführers (Urk. 1 S. 8 ff.)
sind
von weiteren medizinischen Ab
klärungen
– ins
besondere der beantragten polydisziplinären Begutachtung (
Urk.
1 S. 9) –
keine
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb da
rauf zu ver
zich
ten ist
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d).
Neu
e
Befunde oder zusätzliche Beeinträchtigungen, die weitere Abklärungen rechtfer
tigen, nannte der Beschwerdeführer keine. Die in der Beschwerdeschrift angekün
digten Ergeb
nis
se ärztlicher Abklärungen (
Urk.
1 S. 9) reichte der Beschwerde
führer nicht ein.
5
.
4
Nachdem der Beschwerdeführer seit dem 2
8.
Juni 2015 zu 100 % arbeitsunfähig war und sich am 25. April 2016 bei der Beschwerdegegnerin angemeldet hatte (Urk. 6/11/6, Urk. 6/78/431), war
en
d
as Wartejahr im
Sinne von
Art. 28
Abs. 1
lit
.
b
IVG
und die Wartefrist von sechs Monaten seit der Anmeldung gemäss
Art. 29
Abs.
1 IVG
am 25. Oktober 2016
erfüllt.
Nach dem Gesagten bestand
ab dann
in einer angepassten Tätigkeit gemäss beschriebenem Zumutbarkeitsprofil eine Arbeitsunfähigkeit wie folgt: 100 %
vom
28. Juni 2015 bis 14. August 2017, 0 % vom 15. August 2017 bis 31. Dezember 2018, 100 % vom 1. Januar bis 8. Juli 2019, 0 % ab 9. Juli 2019 (
Urk.
6
/42/5,
Urk. 6/110/8).
6
.
6
.1
Rentenleistungen
sind
erst dann auszurichten, wenn keine zumutbaren Einglie
derungsmassnahmen mehr in Betracht fallen. Der in der Invalidenversicherung geltende Grundsatz «Eingliederung vor Rente» bewirkt, dass die Rente hinter einer Eingliederungsmassnahme bzw. dem damit verbundenen Taggeld zurücktritt (so
Art. 28 Abs. 1
lit
. a IVG). Ein Rentenanspruch kann erst nach Beendigung der Eingliederungsmassnahmen entstehen, und zwar selbst dann, wenn diese nur einen Teilerfolg brachten oder scheiterten. Vor diesem Zeitpunkt ist eine Inva
li
den
rente, gegebenenfalls auch
rückwirkend, nur zuzusprechen, wenn die versi
cher
te Person nicht oder noch nicht eingliederungsfähig ist (Urteil des Bundes
gerichts 9C_689/2019 vom 20. Dezember
2019 E. 3.1 mit Hinweisen; vgl. auch Meyer/Reichmuth Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl. 2014, Art. 28 IVG
Rz
. 7).
Das Taggeld wird grundsätzlich zusätzlich zur Rente ausgerichtet. Während einer Eingliederungsmassnahme, die zu einer länger als drei Monate dauernden Tag
geldberechtigung führt, wird die Rentenzahlung unterbrochen. Nach Wegfall des Taggeldanspruchs lebt die Rente wieder auf,
wobei der
Rentenanspruch für die Zukunft unter dem Gesichtspunkt der Revision zu erfolgen
hat
(AHI 1998 179 E. 2–3
; vgl. auch
Ziff.
9003 des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]
).
6
.2
Nach dem Gesagten ist ausgewiesen, dass der Beschwerdeführer
im Zeitpunkt des Ablaufes des Wartejahres
respektive der Frist gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG, das heisst ab dem 2
5.
Oktober 2016
vollständig arbeitsunfähig
und
daher
bis
zur kreisärztlichen Beurteilung vom
15. August
2017 noch nicht
eingliederungsfähig
war.
Der Beschwerdeführer bringt damit berechtigterweise vor (Urk. 1 S. 6), dass ein Rentenanspruch
bereits
per 1. Oktober 2016 (vgl. Art. 29
Abs.
3 IVG)
entstan
den war.
Zu diesem Zeitpunkt hatte
er
überdies keinen Anspruch auf Taggelder der Invalidenversicherung, weshalb Art. 29 Ab
s. 2 IVG nicht zum Tragen kommt
(vgl. vorstehend
E. 1.3
).
Ebenso
spielt es keine Rolle,
dass
später –
von September 2017 bis Mai 2018
–
Eingliederungsmassnahmen durchgeführt wurden
(Urk. 6/35/1, Urk. 6/55/1, Urk. 6/66/1)
und der Beschwerdeführer
vom 5.
Februar
bis 20. Mai 2018 Taggelder erh
ielt
(Urk. 6/5
6
, Urk. 6/81/9).
Der Taggeldbezug im genannten Zeitraum hätte
nach
der dargelegten Rechtsprechung
höchstens die Unterbrechung des Rentenanspruches zur Folge, nicht jedoch die Aufschiebung des Rentenbeginns
.
Indessen bestand zur Zeit des Taggeldbezuges kein Renten
anspruch mehr (vgl. nachstehende E. 7.3).
7
.
7
.1
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen des festgestellten Gesundheits
schadens.
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige ren
tenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174).
7
.2
Die Beschwerdegegnerin hat den Invaliditätsgrad korrekt anhand eines Einkom
mensvergleichs ermittelt (Urk. 2 S. 2, Urk. 6/80). Sie stützte sich in Bezug auf das
Valideneinkommen
auf den im Arbeitgeberfragebogen vom 18. Mai 2016
an
ge
gebenen Jahreslohn von Fr.
79'300
.
--
für das
Jahr
2012
(Urk. 6/16/4, Urk. 6/80/1).
Angepasst
an die Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2016 (
frü
hest
möglicher
Rentenbeginn, vgl. vorstehend E.
6
.2
), resultiert ein
Validenein
kommen
von
ge
run
det
Fr.
81'148.--
(Fr. 79'300.-- / 2188 Punkte [2012] x 2239
Punkte
[2016
];
vgl.
Bundesamt für Statistik, Tabelle T39, Männer
).
Betreffend das
Invalideneinkommen
ist auf die im Zeitpunkt des Erlasses der an
gefochtenen Verfügung aktuellsten
Tabellenlöhne der Schweizerischen
Lohn
struk
turerhebung (LSE) 2016, TA1,
Total, Kompetenzniveau 1, Männer,
abzu
stellen (
BGE 143 V 295 E. 4.1.
)
.
Es ergibt sich ein Jahreseinkommen von Fr. 64'080.--
(12 x
Fr.
5'340.--)
.
Angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit von
41.7 Stun
den
(Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Wo
che, Total; vgl. www. bfs.admin.ch, Statistiken, Arbeit und Er
werb)
resultiert ein Invalideneinkommen von rund Fr. 66'803.--
(
Fr.
64'080.-- : 40 x 41.7)
.
Ein Ab
zug vom Tabellenlohn ist hier nicht
gerechtfertigt
. Insbesondere gilt es mit Blick auf das Alter des Beschwerdeführers (im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung war er 60 Jahre alt
; vgl.
Urk. 2 S. 1, Urk. 6/11/1) zu be
rück
sichtigen, dass
Hilfs
arbeiten auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) al
tersunabhängig nachgefragt werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_403/2017 vom 25. August
2017 E. 4.4.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.3).
Vergleicht man das
Valideneinkommen
von
Fr. 81'148.-- mit dem Invalidenein
kommen von Fr. 66'803.--, resultiert eine
invaliditätsbedingte
Erwerbseinbusse von Fr. 14'345.--, was einem Invaliditätsgrad von 17.67 % respektive gerundet 18 % entspricht
(zu den Rundungsregeln vgl. BGE
130 V 121
)
.
7
.3
Zusammenfassend ergibt sich,
dass der Beschwerdeführer ab
1. Oktober 2016
infolge vollständiger Arbeitsunfähigkeit auch in angepassten Tätigkeiten
einen
An
spruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung erwarb. Ab dem
15. August
2017
war ihm eine angepasste Tätigkeit zu 100
%
z
umutbar
. Der ent
spre
chende Einkommensvergleich ergab einen Invaliditätsgrad von 1
8 %
, was kei
ne Rente mehr begründet.
Die per
15. August 2017
eingetretene Verbesserung des Gesundheitszustandes ist gestützt auf
Art.
88a
Abs.
1 IVV erst nach dem Ablauf von drei Monaten zu berücksichtigen, womit
der
Beschwerdeführer
bis
30.
No
vember
201
7
Anspruch auf eine ganze Rente hat
und am 1. Dezember 2017 kein Rentenanspruch mehr besteht
.
Per 1. Januar 2019 verschlechterte sich der Ge
sundheitszustand des Beschwerdeführers wieder und er war erneut
vollständig
arbeitsunfähig bis zum
8
. Juli 201
9.
Gestützt auf Art. 88a
Abs.
2 IVV hat der Be
schwerdeführer damit vom 1. April bis
31.
Oktober
2019 erneut Anspruch auf eine ganze Rente.
Per 1.
November 2019
besteht bei einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer angepassten Tätigkeit und einem
entsprechenden
Invaliditätsgrad von 18 % wiederum kein Rentenanspruch mehr.
8
.
8
.1
Bei Personen, deren Rente revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben werden soll, sind nach mindestens fünfzehn Jahren Bezugsdauer oder wenn sie das 55. Altersjahr zurückgelegt haben, praxisgemäss in der Regel vorgängig Einglie
derungsmassnahmen durchzuführen, bis sie in der Lage sind, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial mittels Eigenanstrengung auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten. Ausnahmen von der diesfalls grund
sätzlich («vermutungsweise») anzunehmenden Unzumutbarkeit einer Selbstein
gliederung liegen namentlich dann vor, wenn die langjährige Absenz vom Ar
beitsmarkt auf invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen ist, wenn die versi
cherte Person besonders agil, gewandt und im gesellschaftlichen Leben integriert ist oder wenn sie über besonders breite Ausbildungen und Berufserfahrungen verfügt. Verlangt sind immer konkrete Anhaltspunkte, die den Schluss zulassen, die versicherte Person könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen Rentenbezugsdauer mit entsprechender Absenz vom Arbeitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren. Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass entgegen der Regel die versicherte Person in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu verwerten (BGE 145 V 209 E. 5.1).
Die Rechtsprechung, wonach es bei der wiedererwägungs- oder re
visionsweisen Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente bei zurückgeleg
tem 55. Alters
jahr oder mehr als fünfzehn Jahre dauerndem Rentenbezug grund
sätzlich Ein
gliederungsmassnahmen durchzuführen gilt, findet auch dann An
wendung, wenn zeitgleich mit der
Rentenzusprache
über deren Befristung und/oder Abstufung befunden wird (BGE 145 V 209 E. 5.4). Denn die rückwir
kende Zusprache einer in der Höhe abgestuften und/oder zeitlich befristeten In
validenrente richtet sich grundsätzlich nach denselben Regeln wie die Revision eines bestehenden Ren
tenanspruchs nach Art. 17 Abs. 1 ATSG. Auch in dieser Konstellation sind Ver
sicherte betroffen, die zufolge invalidisierender Beeinträch
tigung ihrer Gesund
heit (d.h. invaliditätsbedingt) über einen mehr oder weniger langen Zeit
raum überhaupt nicht mehr oder nur noch beschränkt eingegliedert waren (E. 5.3).
8
.2
Der
am
12. Oktober 1959
geborene Beschwerdeführer
war im Zeitpunkt der
erst
maligen
Befristung
der Rente
per
30. November 2017
über 55 Jahre alt.
Daher
fällt er unter den vom Bundesgericht besonders geschützten Personenkreis
.
Hin
sichtlich der Eingliederungsfrage lässt sich den Akten entnehmen, dass die Be
schwerdegegnerin eine Potentialabklärung durchführte,
den Beschwerdeführer
hernach bei der Suche eines Trainingsplatzes unterstützte und dieser dann
im Rahmen der Arbeitsvermittlung
P
lus vom 5. Februar bis 9. Mai 2018
ein Arbeits
training absolvierte
(Urk.
6/35, Urk. 6/49, Urk. 6/55,
Urk.
6/66,
Urk.
6/68)
.
Dem Beschwerdeführer ist dahingehend zuzustimmen
(Urk. 1 S. 6 f.)
, dass
der gewählte Einsatzort in der Industrieküche bei der
Z._
AG aufgrund der ge
sundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers nicht optimal war
. So
sass/stand er dort zum Teil an einem geschlossenen Stehtisch und
musste
sich für die zu verrichtenden Arbeiten (
u.a.
Rüsten von Gemüse
oder
Etikettieren von Gläs
chen) nach vorne bücken
und
strecken
, mithin in Zwangshaltung
en
arbeiten
(Urk. 6/68/3)
.
Mit Bezug auf die Gesamtumstände ist jedoch festzustellen, dass
der Beschwer
deführer bis zu seinem Unfall im Juni 2015 voll erwerbstätig
war
. Er
schloss
im Jahr 1979
eine Lehre zum Maler
ab
und war
seither bei verschiedenen Arbeitge
bern tätig (Urk. 6/30, Urk. 6/21).
Zum Zeitpunkt der (erstmaligen
)
Aufhebung der Rente (30. November 2017) bestand somit erst eine knapp zweieinhalbjährige Ab
senz vom Arbeitsmarkt
. Damit kann nicht von einem langen Zeitraum, indem der Beschwerdeführer überhaupt nicht mehr oder nur noch beschränkt
beruflich
ein
gegliedert war
, ausgegangen werden
.
Ferner bestehen Hinweise
darauf
, dass der Beschwerdeführer gewandt und im gesellschaftlichen Leben gut integriert ist. So ist dem Bericht über die Potentialabklärung zu entnehmen, dass er bei neuen Aufgaben zwar oft nachfragen musste, ihm danach aber eine korrekte und spe
ditive Ausführung gelang
, sofern der Auftrag nicht zu komplex war
(Urk. 6/51/3
und 5
). Zudem zeichnete er sich durch Pünktlichkeit und ein hohes Pflichtbe
wusstsein aus und konnte mit Hilfe seines Sohnes seinen Lebenslauf erstellen (Urk. 6/51/4).
I
m Rahmen des Arbeitstrainings wurde die Qualität der Arbeit
so
dann
als vollwertig eingestuft, wenn auch quantitativ noch keine 100%ige Ar
beitsleistung bestand (Urk. 6/68/3).
Der Abbruch der beruflichen Massnahmen war auf die
schmerzbedingte
Einschränkung
der Bewegungsfähigkeit
als Folge
der nicht optimalen Ausgestaltung des Arbeitsplatzes
und
somit
nicht auf eine generelle Eingliederungsunfähigkeit des Beschwerdeführers
zurückzuführen (Urk. 6/68/4).
8
.3
Insgesamt
ergibt sich
, dass die durchgeführten Eingliederungsmassnahmen zwar nicht optimal auf die gesundheitlichen Bedürfnisse des Beschwerdeführers
zuge
schnitten
waren.
A
us den gesamten Umständen
kann jedoch geschlossen werden
, dass es dem Beschwerdeführer zumutbar ist, die ihm verbleibende
uneinge
schränkte
Restarbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit im Rahmen der Selbsteingliederung zu verwerten.
Zu denken ist
dabei
insbesondere an eine Tä
tigkeit in einer de
m
Maler
beruf
artverwandten Produktionstätigkeit (beispiels
weise gröbere Bemalung in der handgefertigten Manufaktur),
welche auch
die Fachpersonen anlässlich der
Potentialabklärung
als
möglich erachtet hatten
(Urk. 6/51/5).
Vor diesem Hintergrund
ist die Beschwerdegegnerin dem ihr ob
liegenden Eingliederungsauftrag nachgekommen.
Dies führt zur teilweisen Gut
heissung der Beschwerde mit der Feststellung, dass der Beschwerdeführer vom
1. Oktober 2016 bis 30. November 2017 und vom 1. April bis 31. Oktober 2019
An
spruch auf eine
ganze
Rente
der Invalidenversicherung hat
. Im Übrigen
ist
die
Beschwerde
abzuweisen.
9
.
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG in der hier anwendbaren, bis am 3
1.
Dezember 2020 in Kraft gewesenen Fassung (
Art.
83 ATSG) kostenpflichtig.
Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensauf
wand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf
Fr.
700
.-- anzusetzen.
Die Kosten sind entsprechend dem
teilweis
en Obsiegen
je zur Hälfte
(Fr.
350.--) dem Beschwerdeführer
und der
Beschwerdegegnerin auf
zuerlegen.
Bei diesem Verfahrensausgang steht dem
Beschwerde
führer gegenüber
der
Beschwerdegegnerin eine
Prozessentschädigung
zu
. Rechtsanwältin Stephanie Schwarz machte mit Honorarnote vom 8. Oktober
2020 für die Zeit vom 24. Oktober 2019 bis 8. Oktober 2020 einen Aufwand von 12.1 Stunden sowie Baraus
lagen von
Fr. 80.30
, entsprechend Fr.
2'969.15
(inklusive Mehrwertsteuer), gel
tend (Urk.
8
).
D
ies
er Aufwand
bewegt sich zwar am oberen Rand, ist jedoch
der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
noch
ange
messen (
§
34
Abs. 3
des Gesetzes über
das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
)
. Obwohl dem Begehren
de
s
Beschwerdeführer
s
nur teilweise entsprochen wurde, hat
sein
«Überklagen» den Prozessaufwand nicht wesentlich beeinflusst. Von einer Kür
zung der Prozessentschädigung ist daher
abzusehen (vgl. Urteil des Bundesge
richts 8C_568/2010 vom 3. Dezember 2010 E. 4.1 mit weiteren Hin
wei
sen).