Decision ID: 3d3b2c37-1ef1-4c7d-b1c4-2561739e3599
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1997, wurde am 5. Mai 1997 durch ihre Eltern
un
ter Hinweis auf
ein Atemnotsyndrom
bei der Invalidenversicherung zum Leis
tungsbezug angemeldet (Urk. 7/1
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons
Zürich, IV-Stelle, sprach der Versicherten mit Verfügung
en
vom 8. Juli 1997 (Urk. 7/4
/1-2
)
und
11. August
1997 (Urk. 7/6)
medizinische Massnahmen
vom 17. April 1997 bis zum Abschluss der Intensivbehandlung, längstens bis zum 17. Mai 1997
,
zur Behandlung der
Geburtsgebrechen
Ziff. 497 (schwere respira
torische Adaptionsstörungen
)
und Ziff. 498 (schwere
neonatale
metabolische Störungen)
gemäss dem Anhang zur Verordnung über Geburtsgebrechen (
GgV
-Anhang) zu.
Mit Verfügung vom 27. Oktober 2003 (Urk. 7/13) übernahm die IV-Stelle die Kosten für
eine Sprachheilbehandlung vom 1. August 2003 bis zum 31. Juli 200
4.
1.2
Die IV-Stelle
sprach der Versicherten mit Verfügung vom 20. März 2006 (Urk. 7/20) medizinische Massnahmen zur Behandlung des Geburtsgebrechens Ziff. 208 (
Micrognathia
inferior
congenita
)
sowie die ärztlich verordneten Be
handlungsgeräte vom 5. Januar 2006 bis zum 30. April 2017, mithin bis zur Vollendung des 20. Altersjahres, zu
1.3
Die
Y._
AG ersuchte am 31. Oktober 2016 um
Übernahme der Kosten in der Höhe von Fr. 7'991.--
gemäss Kostenvoranschlag vom 30. September 2016 (Urk. 7/26
= Urk. 7/34 = Urk. 7/44
).
Nach durchgeführtem Vorbe
scheidverfahren (Urk. 7/35; Urk. 7/37/1-2 = Urk. 7/43/2-3) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 19. Januar 2017 (Urk. 7/47
= Urk. 2) die Kostenüber
nahme für die Zahnbehandlung
.
2.
Die Versicherte erhob am
17. Februar 2017
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 19. Januar 2017 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr die Kostengutsprache für die Zahnbehandlung zu erteilen, eventuell sei ein neutrales Gutachten bei einem ausgewiesenen Facharzt für Mund- und Kiefer
chirurgie zu erstellen (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1-3). Die IV-Stelle beantragte mit Be
schwerdeantwort vom 27. März 2017 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 11. Mai 2017 zur Kenntnis gebracht (Urk. 8).
Der Einzelrichter

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beur
teilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
1.2
Versicherte haben bis zum vollendeten 20. Altersjahr Anspruch auf die zur Behandlung von Geburts
gebrechen (
Art.
3
Abs.
2
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
) notwendigen medizinischen Massnahmen (
Art.
13
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
). Der Bundesrat bezeichnet die Gebrechen, für welche diese Massnahmen gewährt werden. Er kann die Leistung ausschliessen, wenn das Gebrechen von gering
fügiger Bedeutung ist (
Art.
13 Abs. 2 IVG).
Als Geburtsgebrechen gelten diejenigen Krankheiten, die bei vollendeter Geburt bestehen (
Art.
3
Abs.
2 ATSG in Verbindung mit
Art.
1
Abs.
1 Satz 1
GgV
). Die blosse Veranlagung zu einem Leiden gilt nicht als Geburtsgebrechen. Der Zeit
punkt, in dem ein Geburtsgebrechen als solches erkannt wird, ist unerheblich (
Art.
1
Abs.
1
GgV
). Die Geburtsgebrechen sind in der Liste im Anhang aufge
führt. Das Eidgenössische Departement des Innern kann die Liste jährlich
anpas
sen, sofern die Mehrausgaben einer solchen Anpassung für die Versicherung insgesamt drei Millionen Franken pro Jahr nicht übersteigen (
Art.
1
Abs.
2
GgV
).
Als medizinische Massnahmen, die für die Behandlung eines Geburts
gebrechens notwendig sind, gelten sämtliche Vorkehren, die nach bewährter Er
kenntnis der medizinischen Wissenschaft angezeigt sind und den therapeuti
schen Erfolg in einfacher und zweckmässiger Weise anstreben (
Art.
2
Abs.
3
GgV
).
1.3
Zur Behandlung des Geburtsgebrechens zählen ohne Weiteres alle Begleit
erscheinungen, die medizinisch gesehen zum Symptomenkreis des in Frage ste
henden Geburtsgebrechens gehören (
Meyer
/
Reichmuth
,
Rechtsprechung
des
Bundesgerichts
zum IVG, 3. Auflage, Zürich/Basel/ Genf 2014, N 20 zu Art. 13).
1.4
Nach der Rechtsprechung erstreckt sich der Anspruch auf medizinische Massnahmen nach
Art.
13 IVG in Verbin
dung mit
Art.
3
Abs.
2 ATSG ausnahmsweise auch auf die Behandlung sekun
därer Gesundheitsschäden, die zwar nicht mehr zum Symptomenkreis des Ge
burtsgebrechens gehören, aber nach medizinischer Erfahrung häufig die Folge dieses Gebrechens sind. Zwischen dem Geburtsgebrechen und dem sekundären Leiden muss demnach ein qualifizierter adäquater Kausalzusammenhang beste
hen. Nur wenn im Einzelfall dieser qualifizierte ursächliche Zusammenhang zwischen sekundärem Gesundheitsschaden und Geburtsgebrechen gegeben ist und sich die
Behandlung überdies als notwendig erweist, hat die Invaliden
versicherung im Rahmen des
Art.
13 IVG in Verbindung mit
Art.
3
Abs.
2 ATSG für die medizinischen Massnahmen aufzukommen. An die Erfüllung der Voraussetzungen des rechtserheblichen Kausalzusammenhangs sind strenge An
forderungen zu stellen, zumal der Wortlaut des
Art.
13 IVG in Verbindung mit
Art.
3
Abs.
2 ATSG den Anspruch der versicherten Minderjährigen auf die Be
handlung des Geburtsgebrechens an sich beschränkt (BGE 100 V 41 mit Hinweisen; AHI 2001 S. 79 E. 3a und 1998 S. 249 E. 2a; Urteil des Bundesgerichts I 220/05 vom 2. August 2005; vgl. auch BGE 129 V 207 E. 3.3 mit Hinweis). Da
bei ist für die Bejahung eines solch qualifizierten adäquaten Kausalzusammen
hangs nicht ausschlaggebend, ob das sekundäre Leiden unmittelbare Folge des Geburtsgebrechens ist; auch mittelbare Folgen des angeborenen Grundleidens können zu diesem in einem qualifiziert adäquaten Kausalzusammenhang stehen (
Pra
1991 Nr. 214 S. 906 E. 3b; Urteile des Bundesgerichts I 220/05 vom 2. August 2005 und I 108/02 vom 9. Dezember 2002).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) aus, dass sie mit Verfügung vom 20. März 2006 (vgl. Urk. 7/20)
die Kostengut
sprache für das Geburtsgebrechen Ziff. 208
erteilt habe
. Dadurch seien die Kos
ten für medizinische Massnahmen abgedeckt, die im ursächlichen Zusammen
hang mit den Geburtsgebrechen Ziff. 208 stünden.
Im Rahmen des Antrags für das Geburtsgebrechen Ziff. 208 sei die Kostenübernahme der Implantate damals nicht explizit beantragt worden. Auch liege kein Schreiben seitens der Invali
denversicherung vor, welches die Kostenübernahme der Implantate bestätigte.
Da kein ursächlicher Zusammenhang zwischen dem Geburtsgebrechen Zi
ff. 208 und dem Fehlen
der Anlage von zwei Zähnen bestehe,
könnten die Kosten von Fr. 7'991.-- gemäss Kostenvoranschlag der
Y._
AG vom 30. September 2016 nicht durch die Invalidenversicherung übernommen werden
(S. 2
).
Daran hielt die Beschwerdegegnerin in ihre
r
Beschwerdeantwort (Urk. 6) grund
sätzlich fest.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), dass die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 20. März 2006 (vgl. Urk. 7/20) uneingeschränkte Kostengutsprache erteilt habe, weshalb sie in gutem Glauben
habe
darauf vertrauen
dürfen
, dass auch die in einem späteren Zeitpunkt anfal
lenden Kosten für die Implantate von der Beschwerdegegnerin übernommen würden. Der ganze Therapieplan habe darauf basiert, dass am Ende zwei Im
plantate gesetzt würden, damit die
Occlusion
vollständig gewährleistet sei.
Die geplanten zwei Implantate stünden ursächlich im Zusammenhang mit der Be
handlung des Geburtsgebrechens Ziff. 208, sei doch während Jahren mittels
Zahnspangen de
r
dafür notwendige Platz geschaffen worden
. Sodann müsse be
rücksichtigt werden, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung auch sekundäre Gesundheitsschäden eines Geburtsgebrechens übernommen werden müssten
(S. 9
f.
Rz
. 6.5 ff.).
2.3
Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin an einem Geburtsgebrechen Ziff. 208 leidet. Strittig und zu prüfen ist jedoch, ob die Beschwerdegegnerin für die Kosten
der beiden
Zahni
mplantate aufkommen muss.
3.
3.1
Der Verfügung vom 20. März 2006 (Urk. 7/20), mit welcher die Beschwerde
gegnerin der Beschwerdeführer
in
medizinische Massnahmen zur Behandlung des Geburtsgebrechens Ziff. 208 (
Micrognathia
inferior
congenita
) zusprach, la
gen
die nach
folgende
n
Berichte zugrunde.
3.2
Dr. med.
dent
.
Z._
nannte in seinem Kostenvoranschlag vom 30. Januar 2006 (Urk. 7/14) folgende Diagnosen:
-
Angle Klasse II links/rechts
Overjet
: 3mm (ANB 9)
-
Overbite
: 2mm (KBW 29)
-
Transversal Normal
-
Nichtanlage Zähne 15+45, Spätanlage Zahn 25
Zudem nannte er folgende Therapie:
1.
Platte und
Headgear
,
2.
Entwicklung abwarten
3.
festsitzende Oberkiefer und Unterkiefer
4.
Retention
5.
Implantate Zähne 15+45,
evt
. Zahn 25?
Die Behandlung beginne im Februar/März 2006 und werde bis zum 20. Lebensjahr dauern. Ferner legte Dr.
Z._
dar, dass der Kostenvoran
schlag die Therapie bis Punkt 4 beinhalte sowie die Erstellung von Planungs
unterlagen und zahnärztlichen Arbeiten.
3.
3
Dr.
Z._
nannte in seinem Bericht vom 8. Februar
2006 (Urk. 7/17)
eine
Micrognathia
inferior
congenita
(Geburtsgebrechen Ziff.
208)
als Diagnose (Ziff. B
, Ziff. C.1
).
3.4
Auch in seinem Bericht vom 14. Februar
2006 (Urk. 7/19)
nannte Dr.
Z._
eine
Micrognathia
inferior
congenita
(Geburtsgebrechen Ziff. 208) als Diagnose (Ziff. 4, Ziff. 5.1).
4.
4.1
Nachdem die
Y._
AG am 31. Oktober 2016 um
Übernahme der Kosten in der Höhe von Fr. 7'991.--
gemäss Kostenvoranschlag vom 30. September 2016 (Urk. 7/26 = Urk. 7/34 = Urk. 7/44) ersucht hatte, nahm
Dr. med.
dent
.
A._
der
Y._
AG
auf entsprechende Nachfrage der Beschwerdegegnerin hin (vgl. Urk. 7/27/1) in
seinem am 14. November
2016 bei
der Beschwerdegegnerin
eingegangen
Schreiben
(Urk. 7/29 = Urk. 7/33)
zur Notwendigkeit der Behandlung sowie zum Zusam
menhang mit dem Geburtsgebrechen Stellung. Er legte dar, dass
d
ie
Beschwer
deführerin
durch Dr.
Z._
für die Entfernung aller Weisheitszähne und die Abklärung, wie man die Lücken (Nichtanlagen)
Re
gio
5- und 5+ am besten versorge
, überwiesen worden
sei
. Nach der Entfernung der 8er
hätten sie
zusammen mit dem Labor ein
Waxup
hergestellt
und
seien zum Schluss gekom
men, dass sowohl aus ästhetischen als auch funktionellen Gründen eine Versor
gung der Lücken mit Kr
onen-
Br
ücken
-Arbeiten sinnvoll
wären. Das Geburts
gebrechen Ziff. 208 sei bereits durch
Dr.
Z._
angemeldet worden.
4.2
Dr.
med.
dent
.
B._
, Fachzahnärztin für Kieferorthopädie,
nahm am 17. November
2016
auf entsprechende Nachfrage der Beschwerdegegnerin hin (vgl. Urk. 7/30/1) Stellung zum Kostenvoranschlag der
Y._
AG
(Urk. 7/32 = Urk. 7/43/4)
und führte diesbezüglich aus, d
er Antrag auf Kosten
übernahme
müsse
abgelehnt werde
n. Zwischen dem Geburtsgebrechen Ziff.
208
und dem Fehlen der Anlage von zwei
Zähnen (5- und 5+) bestehe kein ursäch
licher Zusammenhang. Es seien auch die Bedingungen für
das Geburtsge
brechen Ziff.
206
(
Anodontia
totalis
congenita
oder
Anodontia
partialis
congenita
)
nicht erfüllt.
4.3
D
r
.
Z._
führte in seinem Schreiben vom 13. Dezember
2016 (Urk. 7/36 = Urk. 7/42 = Urk. 7/43/1)
aus,
dass die
Behandlung
aufgrund der zwei Nichtan
lagen
so geplant
worden sei
, damit die
Occlusion
mit zwei Implantaten voll
ständig gegeben sei. Das Behandlungsergebnis sei heute
occlusal
einwandfrei, jedoch erst
mit den
zwei Implantate
n
, welche
kieferorthopädisch geöffnet bezie
hungsweise
vorbereitet
worden seien
, damit eine optimale Eckzahnführung ge
macht werden k
önne. Die Implantate seien ein Muss, damit die Behandlung des Geburtsgebrechens Ziff.
208 erfolgreich durchgeführt werden könne. Ohne die Implantate sei ein optimales, stabiles und funktionstüchtiges Gebiss nicht ge
währleistet.
4.4
In ihrem Schreiben vom 20. Dezember 2016 (Urk. 7/43/5-6) hielt
Dr.
B._
g
rundsätzlich an ihrer Aussage fest, es fehle der ursächliche Zusammenhan
g zwischen dem ausgewiesenen Geburtsgebrechen Ziff.
208
und dem Fehlen der Anlage von zwei
Zähnen (5- und 5+).
Zudem wies sie darauf hin,
dass in Informationen und Diskussionen zu
m Thema Invalidenversicherung unter ande
rem
im Rahmen der Generalversammlung
der Schweizerischen
Gesellschaft für Kieferorthopädie immer wieder betont werde, dass das (in der Gesamtbe
völkerung relativ häuf
ige) Fehlen einzelner Zähne beziehungsweise
dessen Kompensation mittels Rekonstruktion nicht u
nter die Leistungspflicht der Inva
lidenversicherung
im Rahmen der Behandlung vo
n
kephalometrisch
begründe
ten Geburtsgebrechen (Ziff.
208,
Ziff.
209,
Ziff.
210) falle.
Diese Information scheine bei Dr.
Z._
l
eider nicht angekommen zu sein.
4.5
Der internen Telefonnotiz der Beschwerdegegnerin mit Dr.
Z._
vom 11. Januar
2017 (Urk. 7/46)
ist zu entnehmen,
dass bei
Dr.
Z._
nachge
fragt
worden sei
, ob eine Bestätigung ihrerseits vorliege, dass
die Invaliden
versicherung
die Kosten für die Implantate im Ra
hmen des Geburtsgebrechens Ziff.
208 übernehme. Gemäss Dr.
Z._
sei dies nicht der Fall. Das Schrei
ben von Dr
.
Z._
vom
30. Januar
2006
(vgl. vorstehend
E. 3.2
)
würde
so interpretiert
, dass
Punkt 5
(Implantate) nicht durch die Invalidenversicherung
übernommen werde.
Auf entsprechende Nachfrage hin,
wie dies i
m Schreiben gemeint gewesen sei, habe
Dr.
Z._
mitgeteilt, dass er
dies wahrschein
lich so geschrieben
habe, da er sich nicht sicher gewesen sei
, ob die Kosten für die Implantate durch
die Beschwerdegegnerin
übernommen würden.
Dr.
Z._
habe aber nochmals betont, dass er der Meinung sei, dass die Implantate unbedingt nötig seien und im Zusammenhang mit dem Geburts
gebrechen Ziff. 208 übernommen werden müssten.
4.6
Dr.
Z._
führte
in seiner
E-Mail an den Rechtsvertreter der Beschwerde
führerin vom 31. Januar 2017 (Urk. 3/3) aus, dass die Behandlung der Beschwerdeführerin aufgrund der zwei Nichtanlagen so geplant worden sei, damit die
Occlusion
mit zwei Implantaten vollständig gegeben sei. Das Behandlungs
ergebnis sei heute
occlusal
einwandfrei, jedoch erst
mit den
zwei Implantate
n
, welche kieferorthopädisch geöffnet beziehungsweise vorbereitet
worden seien
, damit eine optimale Eckzahnführung gemacht werden könne. Wenn die Implan
tate
nicht gemacht würden, sei das Endresultat der Behandlung des Geburts
gebrechens Ziff. 208 nicht vollständig und es könnten später pathologische Probleme auftreten. Die Implantate seien ein Muss, damit die Behandlung des Geburtsgebrechens Ziff. 208 erfolgreich durchgeführt werden könne. Ohne die Implantate sei ein optimales, stabiles und funktionstüchtiges Gebiss nicht ge
währleistet.
5.
5.1
D
em Kostenvoranschlag von Dr.
Z._
vom 30. Januar 2006 (vorstehend E. 3.2)
ist
klar
zu entnehmen, dass der Kostenvoranschlag nur für die Therapie bis Punkt 4 galt, weshalb der Therapiepunkt 5
„Implantate Zähne 15+45,
evt
. Zahn 25?“ nicht davon erfasst war. Die mit
Verfügung vom 20. März 2006 (Urk. 7/20)
erteilte
Kostengutsprache für medizinische Massnahmen zur Be
handlung des Geburtsgebrechens Ziff. 208 erfolgte somit nur
für die Therapie
punkte 1 bis
4.
Ausserdem war auch Dr.
Z._
im Nachhinein
der Ansicht, dass
sein Kos
tenvoranschlag vom 30. Januar 2006 nur die Therapiepunkte 1 bis 4 umfass
t hab
e. Er habe dies damals so formuliert, da er sich nicht sicher gewesen sei, ob die Kosten für die Implantate durch die Beschwerdegegnerin übernommen wür
den (vorstehend E. 4.5).
Somit
hat die Beschwerdegegnerin keine uneingeschränkte Kostenübernahme verfügt, da die Kostenübernahme der Implantate damals nicht explizit beantragt wurde.
5.2
Dr.
B._
legte im November 2016 dar, dass zwischen dem Geburtsgebre
chen Ziff. 208 und dem Fehlen der Anlage von zwei Zähnen kein ursächlicher Zusammenhang bestehe (vorstehend E. 4.2). Daran hielt sie im Dezember 2016 grundsätzlich fest und legte zudem in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise dar, dass in Informationen und Diskussionen zum Thema Invalidenversicherung unter anderem im Rahmen der Generalversammlung der Schweizerischen Ge
sellschaft für Kieferorthopädie immer wieder betont werde, dass das (in der Gesamtbevölkerung relativ häufige) Fehlen einzelner Zähne beziehungsweise des
sen Kompensation mittels Rekonstruktion nicht unter die Leistungspflicht der Invalidenversicherung im Rahmen der Behandlung von
kephalometrisch
be
gründeten Geburtsgebrechen (Ziff. 208,
Ziff.
209,
Ziff.
210) falle (vorstehend E. 4.4).
Ausserdem war auch Dr.
Z._
der Ansicht, dass er beim Kostenvoran
schlag vom 30. Januar 2006 (
vgl.
vorstehend E. 3.2) nur die Therapiepunkte 1 bis 4 beim Kostenvoranschlag ausgeführt habe, da er sich unsicher war, ob die
Beschwerdegegnerin die Kosten für die Implantate übernehme (vorstehend E. 5.1; vgl. vorstehend E. 4.5). Dies deutet darauf hin, dass auch Dr.
Z._
davon ausging, dass zwischen dem Geburtsgebrechen Ziff. 208 und dem Fehlen der Anlage von zwei Zähnen kein ursächlicher Zusammenhang bestehe.
Dr.
B._
folgend besteht somit zwischen dem Geburtsgebrechen Ziff. 208 und dem Fehlen der Anlage von zwei Zähnen kein ursächlicher Zusammen
hang.
5.3
Dass die Behandlung
der Beschwerdeführerin
aufgrund der Nichtanlage von zwei Zähnen so geplant wur
de, dass mittels Zahnspangen der
für die Implantate notwendige Platz geschaffen wurde (
vgl.
vorstehend
E. 4.1, E. 4.3, E. 4.5, E. 4.6
), vermag daran nichts zu ändern. Der diesbezügliche Einwand der Beschwerde
führerin (vgl. vorstehend E. 2.2) erweist sich als unbegründet.
5.4
Da zwischen dem Geburtsgebrechen Ziff. 208 und dem Fehlen der Anlage von zwei Zähnen kein ursächlicher Zusammenhang besteht
(vorstehend E. 5.2)
, fällt die Übernahme der Kosten für das Implantat im Rahmen eines
allfälligen
sekundären Gesundheitsschadens von vornherein ausser Betracht, wäre doch da
für ein adäquater Kausalzusammenhang notwendig (vgl. vorstehend E. 1.4). Der diesbezügliche Einwand der Beschwerdeführerin (vgl. vorstehend E. 2.2) erweist sich ebenfalls als unbegründet.
5.5
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin die Übernahme der Kosten für die beiden Implantate im Umfang von Fr. 7'991.-- zu Recht
abgelehnt
.
Dementsprechend ist die angefochtene Verfügung zu bestätigen und die dage
gen erhobene Beschwerde abzuweisen.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
k
osten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zu
legen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) u
nd auf Fr.
5
00.-- an
zu
setzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
auf
zu
erlegen.