Decision ID: 18fb7e07-11f5-59ba-89be-10414c3d1489
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer reichte am 6. Oktober 2011 ein erstes Asylgesuch
bei der Vorinstanz ein und gab sich dabei unter dem Namen B._,
geboren am (...), als (...) aus Syrien aus.
Zur Begründung brachte er damals im Wesentlichen vor, er habe im Sep-
tember 2011 seinem Bruder auf dessen Bitte einen hohen Geldbetrag zu-
kommen lassen. Drei Tage später habe er einen Anruf von einem Freund
seines Vaters, einem Geheimdienstangehörigen, erhalten, er solle sofort
das Land verlassen. Auf dem Weg von Damaskus nach C._ habe
dieser ihn wieder angerufen und mitgeteilt, sein Bruder (des Beschwerde-
führers) sei im Zusammenhang mit einem geplanten Attentat auf den Prä-
sidenten und dessen Bruder festgenommen worden. Man habe auch ihn
gesucht und sein Haus sowie zwei Autos beschlagnahmt. In der Schweiz
nehme er an regierungskritischen Veranstaltungen teil.
B.
Am 20. Juni 2014 lehnte das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers
ab und verneinte seine Flüchtlingseigenschaft mangels Glaubhaftma-
chung. Zugleich ordnete es seine Wegweisung aus der Schweiz an, wobei
es den Vollzug hinsichtlich Syrien zugunsten einer vorläufigen Aufnahme
wegen Unzumutbarkeit aufschob.
C.
Auf die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde vom 17. Juli 2014
trat das Bundesverwaltungsgericht wegen verspäteter Beschwerdeverbes-
serung mit Urteil D-4026/2014 vom 20. August 2014 nicht ein. Der ange-
fochtene Entscheid erwuchs gleichentags in Rechtskraft.
D.
Am 20. September 2016 wurde der Beschwerdeführer am Flughafen
D._ bei einer Ausreisekontrolle nach E._ angehalten. Dabei
kamen ein israelischer Reisepass, eine israelische Identitätskarte sowie
ein israelischer und ein (...) Führerausweis zum Vorschein, alle lautend auf
den israelischen Staatsangehörigen A._, geboren am (...). Die
Flughafen-Spezialabteilung der Kantonspolizei konnte keine Fälschungs-
merkmale am israelischen Pass feststellen.
E.
Am 6. Februar 2017 gewährte ihm das SEM im Hinblick auf eine Aufhebung
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der vorläufigen Aufnahme das rechtliche Gehör. Auf Gesuch des Be-
schwerdeführers wurde die Frist zur Stellungnahme auf den 31. März 2017
erstreckt.
F.
Am 3. April 2017 (Datum des Eingangs beim SEM) reichte der Beschwer-
deführer mit der Antwort auf das rechtliche Gehör ein zweites Asylgesuch
unter seiner neuen Identität ein. Am 26. Mai 2017 wurde er einlässlich zu
seinen Asylgründen angehört.
Zur Begründung seines Gesuchs machte er im Schreiben sowie bei der
Anhörung im Wesentlichen geltend, er sei in Israel zuletzt als Lehrer tätig
gewesen. Sein Direktor habe ihn im März 2010 für einen Kurs an der
F._ Universität empfohlen, nach dessen Abschluss er ebenfalls Di-
rektor hätte werden können. Trotz guter Resultate sei er nicht aufgenom-
men worden. Vielmehr sei er von Beamten angerufen und zu einem Ge-
spräch mit Mitarbeitenden des israelischen Inlandsgeheimdienstes Sha-
bak/Shin Bet eingeladen worden. Er sei informiert worden, er würde doch
in den Kurs aufgenommen, falls er für den Inlandsgeheimdienst arbeite.
Dies habe er aber abgelehnt. Er habe dann ein Sabbatical beantragt, sich
zum Schuljahresende von den anderen Mitarbeitenden verabschiedet und
sei im Oktober 2010 nach G._ gereist, um dort die Sprache zu ler-
nen. Nach zwei Monaten habe ihn die israelische Botschaft in G._
angerufen und informiert, dass er sich nach sechs Monaten Aufenthalt bei
der Botschaft melden müsse. Dies habe ihm das Gefühl vermittelt, weiter
unter Beobachtung des Geheimdienstes zu stehen. Im Sprachkurs seien
ihm eine israelische Teilnehmerin, welche sich mit anderen auf H._
unterhalten habe, und drei I._ aufgefallen, wovon einer ihm anver-
traut habe, der israelische Geheimdienst habe ihnen das Einreisevisum er-
möglicht und ob er sich nicht ihrer Gruppe anschliessen wolle. Er habe
daraufhin einen unseriösen Eindruck vermittelt, den Kurs nicht mehr und
stattdessen Nachtclubs besucht. Er habe sich weiter beobachtet gefühlt,
so etwa von einem Mann in einem Café, der nur dorthin gekommen sei,
wenn er sich auch dort aufgehalten habe. Er habe den Mann konfrontiert,
als Letzterer ihn verfolgt habe. Bei einem Gespräch habe dieser ihm ge-
sagt, «sie» wollten, dass er für «sie» arbeite, und ihm ein luxuriöses Leben
versprochen. Er habe wieder abgelehnt und in der Folge Sorgen um seine
Familie gehabt, weshalb er den Kontakt zu ihr reduziert habe. Im Septem-
ber 2011 sei er erneut von der israelischen Botschaft angerufen worden.
Er habe den Termin wahrgenommen und sei in einen Bunker gebracht, dort
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über mehrere Stunden befragt und auch geschlagen worden. Ihm sei mit-
geteilt worden, sein Leben sei nichts mehr wert, wenn er nicht kooperieren
würde. Er habe sich daraufhin versteckt und sei im Oktober 2011 in die
Schweiz gereist, wo er zu seinem Schutz ein Asylgesuch unter falschem
Namen eingereicht habe. Einer seiner Brüder habe von seinem Aufenthalt
in der Schweiz erfahren und sich an die israelische Botschaft in der
Schweiz gewandt, um ihn ausfindig zu machen. Er habe Ende 2013 davon
Kenntnis erhalten und Angst gehabt, die israelische Vertretung gebe dies
an den Geheimdienst weiter. Im Februar 2014 sei er nach J._ ge-
reist und habe auf dem israelischen Generalkonsulat in K._ einen
(...) Führerausweis beantragt und erhalten. Er habe damit den Eindruck
vermitteln wollen, in J._ zu heiraten und langfristig dort zu leben.
Nach einem Monat sei er zurück in die Schweiz gereist. Am 20. September
2016 habe er wegen eines Arbeitstermins nach E._ fliegen wollen
und sei bei der Ausreise am Flughafen D._ kontrolliert worden. Ein
Mann israelischer Herkunft habe ihn in Abwesenheit der Schweizer Poli-
zeibeamten befragt. Er würde weiter vom israelischen Geheimdienst über-
wacht und verfolgt. Die Polizei habe ihn später mit allen Dokumenten ge-
hen lassen. Am Abend bei der Heimkehr hätten ihn ein paar Leute bedroht
und den israelischen Pass entwendet. Er habe vermutet, dass es sich um
Personen vom Geheimdienst handle, und aus Angst keine Anzeige bei der
Polizei erstattet.
Als Beweismittel reichte er in Kopie mit deutscher Übersetzung eine
Lehrerlizenz für die Mittel- und Oberstufe, eine Bestätigung über den Er-
werb des Lehrerdiploms im Fach (...), einen Studienausdruck und eine Be-
stätigung einer Hochschule über den Erwerb eines (...) ein.
G.
Mit Schreiben vom 4. Oktober 2017 teilte der Beschwerdeführer dem SEM
mit, irgendwann nach der Anhörung sei er im Fitnessclub von einem Mann
angesprochen worden, welcher über Kontakte verfüge und ihn zur Beteili-
gung in Geldwäschereigeschäfte habe anhalten wollen. Dessen Kontakt-
person sei beim israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad beschäftigt.
Er habe ein Gespräch mit ihnen aufgezeichnet. Mit dem Schreiben reichte
er einen USB-Stick mit einer Audiodatei zu den Akten.
H.
Mit Verfügung vom 26. Juli 2018 – eröffnet am 27. Juli 2018 – verneinte
das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte sein
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Asylgesuch ab und ordnete seine Wegweisung aus der Schweiz an. Zu-
gleich stellte es das Fortbestehen der am 20. Juni 2014 angeordneten vor-
läufigen Aufnahme bis zu deren Erlöschen oder Aufhebung fest und erhob
eine Gebühr von Fr. 600.–.
I.
Mit Eingabe vom 23. August 2018 (Poststempel) erhob der Beschwerde-
führer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen diese Verfü-
gung und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, ihm sei
die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen und Asyl zu gewähren. Eventua-
liter sei ihm die vorläufige Aufnahme infolge Unzulässigkeit beziehungs-
weise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu gewähren. Sub-even-
tualiter sei die Sache zur vollständigen Sachverhaltsabklärung und Neube-
urteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht er-
suchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive
Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.
J.
Am 27. August 2018 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht dem Be-
schwerdeführer den Eingang seiner Beschwerde.
K.
Mit Zwischenverfügung vom 5. September 2018 stellte die Instruktionsrich-
terin fest, der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens in der
Schweiz abwarten, lehnte sein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege ab und forderte ihn zur Zahlung eines Kostenvorschusses bis
zum 20. September 2018 unter Androhung des Nichteintretens im Unter-
lassenfall auf.
L.
Am 19. September 2018 zahlte der Beschwerdeführer den einverlangten
Kostenvorschuss.
M.
Mit Zwischenverfügung vom 25. September 2018 lud die Instruktionsrich-
terin die Vorinstanz zur Vernehmlassung, einschliesslich Stellungnahme
über allfällige Wegweisungsvollzugshindernisse betreffend Israel, ein.
N.
Mit Vernehmlassung vom 4. Oktober 2018 nahm das SEM zur Beschwerde
sowie zu allfälligen Wegweisungsvollzugshindernissen in Bezug auf Israel
Stellung.
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O.
Mit Verfügung vom 8. Oktober 2018 gewährte die Instruktionsrichterin dem
Beschwerdeführer Gelegenheit zur Replik. Mangels Abholung wurde die
die Verfügung am 30. Oktober 2018 an das Gericht retourniert.
P.
Mit Schreiben vom 15. November 2018 gelangte der Beschwerdeführer an
das Gericht mit der Bitte um erneute Zusendung der Verfügung vom 8. Ok-
tober 2018, da er die Abholungseinladung nicht erhalten habe.
Q.
Mit Verfügung vom 20. November 2018 lud die Instruktionsrichterin den
Beschwerdeführer ein zweites Mal zur Replik ein.
R.
Am 5. Dezember 2018 replizierte der Beschwerdeführer und reichte das
Schreiben vom 4. Oktober 2017 an das SEM sowie ein weiteres undatier-
tes Schreiben von sich zu den Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für Beschwerden gegen
Verfügungen auf dem Gebiet des Asyls und entscheidet regelmässig – so
auch hier – endgültig (Art. 5 VwVG, Art. 31 ff. VGG, Art. 105 AsylG [SR
142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten
(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht
(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom
25. September 2015).
1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden und der
Beschwerdeführer ist beschwerdelegitimiert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1
AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
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2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Im Sinne eines Eventualantrags begehrt der Beschwerdeführer die Rück-
weisung der Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz wegen Verlet-
zung des Untersuchungsgrundsatzes und des rechtlichen Gehörs. Diese
Rügen sind vorab zu prüfen, da sie allenfalls zur Kassation des angefoch-
tenen Entscheids führen können (vgl. BVGE 2013/34 E. 4.2).
3.1 Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet ei-
nen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die
Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidri-
ger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt wor-
den sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswe-
sentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERT-
SCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes,
3. Aufl. 2013, Rz. 1043).
Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör,
welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer Partei ein-
zuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur
Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; BVGE 2009/35 E. 6.4.1
m.H.). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vor-
bringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfin-
dung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich ist, dass sich die
Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und
jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184
E. 2.2.1).
3.2 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe ihn nicht zu seinem
Kontakt mit dem israelischen Inlandsgeheimdienst befragt. Sodann habe
sie im Rahmen einer Gesamtwürdigung nicht die für die Glaubhaftigkeit
seiner Vorbringen sprechenden Elemente berücksichtigt und seine Vorbrin-
gen damit insgesamt nicht ausgewogen gewürdigt. So sei sie auch nicht
auf die Aufzeichnung des Gesprächs zwischen ihm und einem Geheim-
dienstmitarbeitenden eingegangen und habe den USB-Stick zurückge-
schickt, wobei der Inhalt gelöscht worden sei. Weiter sei die dargelegte
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/35
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Furcht vor dem Geheimdienst aufgrund der Falschaussagen im ersten
Asylverfahren als unglaubwürdig (recte: unglaubhaft) eingestuft worden,
weshalb davon ausgegangen werden müsse, dass seine berechtigte Angst
nicht berücksichtigt worden sei.
3.3 Vorliegend hat das SEM die wesentlichen Vorbringen des Beschwer-
deführers festgestellt – namentlich hat sie ihn, soweit dies angesichts sei-
ner eigenen Ausführungen nötig war, auch zu seinem Kontakt mit dem In-
landsgeheimdienst befragt (vgl. etwa SEM-act. C8 F47, F58 ff.) – und ent-
sprechend gewürdigt. Es hat nachvollziehbar und hinreichend differenziert
aufgezeigt, von welchen Überlegungen es sich in seinem Entscheid leiten
liess, und dabei namentlich die für die Glaubhaftigkeit sprechenden Vor-
bringen, den USB-Stick und die Angaben zum aufgezeichneten Gespräch
ebenso wie den Umstand berücksichtigt, dass die Falschaussagen im ers-
ten Verfahren auf seiner Furcht vor den Geheimdiensten beruht haben sol-
len (vgl. Asylentscheid S. 5-6). Betreffend den USB-Stick ist zudem festzu-
halten, dass sich das Mediengerät – entgegen der Behauptung in der Rep-
lik – weiter bei den vorinstanzlichen Akten befindet und sein Inhalt auch
nicht gelöscht wurde. Dass das SEM zu einer anderen rechtlichen Ein-
schätzung gelangte als der Beschwerdeführer, beschlägt im Weiteren nicht
die Frage der Sachverhaltsfeststellung oder den Anspruch auf rechtliches
Gehör, sondern die materiell-rechtliche Würdigung der Sache. Dies gilt
gleichermassen für die vorinstanzliche Einschätzung betreffend dessen
Glaubwürdigkeit aufgrund seiner Falschaussagen im ersten Verfahren und
insbesondere die zentrale Frage der Furcht vor einer Verfolgung durch die
Geheimdienste. Nicht zuletzt versetzte die Begründung des SEM den Be-
schwerdeführer in die Lage, diese in seiner Beschwerde sachgerecht an-
zufechten.
3.4 Nach dem Gesagten erweisen sich die Rügen als unbegründet. Mithin
fällt die beantragte Rückweisung der Sache an das SEM ausser Betracht.
Das Gericht hat in der Sache zu entscheiden (Art. 61 Abs. 1 VwVG).
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
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des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
4.3 Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet ‒ im Ge-
gensatz zum strikten Beweis ‒ ein reduziertes Beweismass und lässt
durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des
Beschwerdeführers. Für die Glaubhaftmachung reicht es nicht aus, wenn
der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesam-
ten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorge-
brachte Sachverhaltsdarstellung sprechen (vgl. dazu ausführlich BVGE
2015/3 E. 6.5.1; 2013/11 E. 5.1; 2012/5 E. 2.2; 2010/57 E. 2.3).
5.
5.1 Das SEM führte zur Begründung seines ablehnenden Asylentscheids
aus, die persönliche Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers sei bereits
aufgrund seiner im ersten Asylverfahren gemachten falschen Angaben er-
heblich in Zweifel zu ziehen. Darüber hinaus gelinge es ihm auch im zwei-
ten Asylverfahren nicht, eine asylrelevante Furcht glaubhaft zu machen,
weshalb auf eine Prüfung der Asylrelevanz verzichtet werden könne. So
seien seine Schilderungen über das angebliche Interesse des israelischen
Nachrichtendienstes sehr allgemein ausgefallen und erschöpften sich in
repetitiven Sätzen (trotz seiner mehrmaligen Ablehnung fortgesetztes Inte-
resse an ihm wegen seiner Arabischkenntnisse und seiner Treue zum
Staat sowie mangels Problemen mit Behörden). Seine diesbezüglichen
Vorbringen seien als realitätsfern einzustufen, zumal die Beweggründe für
die geltend gemachten Verfolgungsmassnahmen nicht nachvollziehbar
seien. Er verfüge jedenfalls nicht über ein derart ausgestaltetes Profil, dass
er für den In- oder den Auslandsgeheimdienst von Interesse sein könnte.
Weiter sei er seit seinem Aufenthalt in der Schweiz mindestens zwei Mal
mit seinem israelischen Reisepass vom Flughafen D._ ausgereist,
obwohl er im ersten Verfahren falsche Angaben zu seiner Staatsangehö-
rigkeit und seinen Asylvorbringen gemacht haben will, um seine eigene
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Person verschwinden zu lassen und nicht mehr vom Geheimdienst gefun-
den zu werden. Seine Verhaltensweise entbehre jeglicher Logik, wenn er
sich tatsächlich vor dem Geheimdienst wie behauptet gefürchtet hätte.
Auch seine Erklärungen, warum er sich mit seiner israelischen Identität an
eine israelische Vertretung in J._ gewandt habe (falsche Fährte le-
gen, nur Konsulat, weniger Angestellte, noch andere Büros im selben Ge-
bäude), vermöchten vor diesem Hintergrund nicht zu überzeugen. Sodann
handle es sich bei der Kontaktaufnahme der israelischen Vertretung in
G._ um eine unbewiesen gebliebene Behauptung. Es überzeuge
auch nicht, dass er dort geschlagen und bedroht worden sein, zumal unlo-
gisch sei, dass der Geheimdienst ein langanhaltendes Interesse an einer
unkooperativen Person haben sollte. In diesem Fall wäre er kaum nach
kurzer Zeit mit der Aufforderung entlassen worden, zukünftig mit dem Ge-
heimdienst zusammenzuarbeiten, nicht zuletzt, da er den Aufforderungen
der israelischen Behörden wiederholt nicht Folge geleistet haben will und
eine erneute Nichtbefolgung zu erwarten gewesen wäre. Weiter habe er in
einem Schreiben vom 4. Oktober 2017 an das zuständige Migrationsamt
um Bewilligung einer Reiseerlaubnis in seine «Heimat Israel» gebeten, um
sich von seiner kranken Mutter verabschieden zu können. Auf die Auffor-
derung des SEM zur Stellungnahme zum Reiseziel, habe er in seiner Ant-
wort eine entsprechende Aussage verneint; es handle sich um ein Missver-
ständnis und eine Rückkehr nach Israel sei undenkbar. Seine Angaben
seien jedoch aktenwidrig. Der Reisewunsch in sein «Heimatland» Israel
deute – entgegen seiner Behauptung im Antwortschreiben – darauf hin,
dass er keine Furcht vor einer Rückkehr habe. Seine Ausführungen seien
zwar teilweise detailreich ausgefallen. Bereits im ersten Asylverfahren
habe er jedoch dasselbe Aussageverhalten aufgezeigt. Wie sich heraus-
gestellt habe, seien seine damaligen Angaben gänzlich unwahr, womit
auch dieser Umstand nicht zu seinen Gunsten spreche. Schliesslich lasse
die Audioaufnahme zum heimlich aufgezeichneten Gespräch keine schlüs-
sige Überprüfung zu, die an dem Gespräch beteiligten Personen seien
nicht identifizierbar und es sei nicht auszuschliessen, dass es sich um ei-
nen Gefälligkeitsdienst von Bekannten handle. Die Aufnahme sei damit
nicht geeignet, eine allfällige Bedrohungslage zu belegen.
5.2 Dem hielt der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde entgegen, seine
Angaben in der Anhörung vom 26. Mai 2017 seien in den wesentlichen
Punkten ausführlich, stringent, in sich stimmig und den wahren Tatsachen
entsprechend ausgefallen. Er habe zwar im Lauf der Abklärungen betref-
fend sein Asylgesuch in vielen Belangen Anlass zur Unglaubwürdigkeit ge-
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geben. Sein Verhalten sei aber durch die empfundene Angst vor den isra-
elischen Behörden beeinflusst gewesen, was auch die Widersprüche er-
kläre. Entsprechend müssten seine Falschaussagen im ersten Asylverfah-
ren unter dem Aspekt der begründeten Furcht gewertet werden. Bei der
Beurteilung seines zweiten Asylgesuchs sei weiter auf eine objektive Sicht-
weise abzustellen. Hinsichtlich der Zweifel am Interesse der israelischen
Behörden wiederholte er seine Asylvorbringen zu den Umständen der Kon-
taktaufnahme des Geheimdienstes und dessen Versuchen, ihn zur Zusam-
menarbeit zu bewegen. Angesichts seiner strikten Verweigerungshaltung
sei ihm selbst das Interesse an seiner Person nicht bekannt, abgesehen
von der Angst der Behörden, dass ihre Methoden und Bedrohungen publik
würden. Auf die Einwände des SEM hinsichtlich seiner Reise nach
J._ wiederholte er im Wesentlichen seine Vorbringen zur Reduzie-
rung seines Kontakts mit der Familie, der Suche seines Bruders nach ihm,
dessen Schreiben an die israelische Botschaft in der Schweiz und zu sei-
nen eigenen Versuchen, die israelischen Behörden über seinen wahren
Aufenthaltsort zu täuschen. Gleichwohl für Aussenstehende schwer nach-
vollziehbar, habe er im Legen einer falschen Fährte den einzigen Ausweg
für sich gesehen.
5.3 In ihrer Vernehmlassung verwies das SEM im Asylpunkt auf seine Er-
wägungen im ablehnenden Entscheid und äusserte sich im Weiteren nur
zum Wegweisungsvollzug betreffend Israel.
5.4 In seiner Replik wiederholte der Beschwerdeführer im Wesentlichen
seine Angaben zu seiner Kontrolle und Befragung am Flughafen sowie zur
Entwendung seines Reisepasses. Weiter rügte er, dass das SEM nicht auf
den USB-Stick mit der heimlichen Audioaufnahme eingegangen sei und
Ersteren an ihn zurückgeschickt habe, wobei das aufgezeichnete Ge-
spräch gelöscht worden sei (vgl. bereits E. 3.2). Er könne keine weiteren
Beweise beibringen, da es in der Natur des Mossad liege, keine Nachweise
beziehungsweise Beweismittel zu hinterlassen. 2013 sei sein Neffe «dort»
mehr als einen Monat inhaftiert worden und habe ihm erzählt, dass «sie»
viele Fragen zu ihm (den Beschwerdeführer) gestellt hätten. Er habe ein
gutes Leben in Israel gehabt und sei aus Angst vor Verfolgung, nicht aus
wirtschaftlichen Gründen ausgereist. Seine drohende Verhaftung bei einer
Rückkehr würde keiner rechtsstaatlichen Kontrolle unterstehen. Im Weite-
ren äusserte er sich zum Wegweisungsvollzug betreffend Israel.
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Seite 12
6.
6.1 Eine einlässliche Prüfung der Akten ergibt, dass die Vorbringen des
Beschwerdeführers nicht geeignet sind, eine asylrelevante Verfolgung
nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen.
6.2 Vorab ist mit der Vorinstanz einig zu gehen, dass die nach eigenem
Bekunden des Beschwerdeführers falschen Angaben zu seiner Staatsan-
gehörigkeit wie auch seinen Asylvorbringen im ersten Asylverfahren erheb-
liche Zweifel an seiner persönlichen Glaubwürdigkeit begründen. Dass die-
ses Verhalten gerade auf seiner Furcht vor asylrelevanter Verfolgung durch
den israelischen Geheimdienst gründen soll, hat die Vorinstanz mit über-
zeugender Begründung, auf die hier verwiesen werden kann, als nicht
nachvollziehbar zurückgewiesen. Auch das Gericht vermag sich nicht der
Auffassung anzuschliessen, dass der Beschwerdeführer mit seinen
Falschaussagen seine wahre Identität habe verschwinden lassen wollen,
zumal namentlich sein Reiseverhalten nicht nur nach J._ gerade
nicht den Eindruck vermittelt, dass er unentdeckt bleiben wollte. Dies gilt
erst recht, nachdem sein Bruder ihn 2013 in der Schweiz ausfindig ge-
macht haben will und der Beschwerdeführer daher in der Logik seiner Vor-
bringen damit rechnen musste, von den israelischen Behörden gesucht zu
werden. Ungeachtet dessen reiste er nach diesem Zeitpunkt, nämlich 2014
respektive 2016, jeweils unter Verwendung seiner offiziellen israelischen
Identitätsdokumente über den Flughafen D._ aus und wieder ein.
6.3 Sodann sind die zentralen Asylvorbringen betreffend die Anwerbungs-
versuche durch den israelischen In- und Auslandsgeheimdienst in Israel,
G._ und der Schweiz – wie vom SEM zutreffend und in objektiver
Sichtweise unter Beachtung der praxisgemässen Vorgaben zur Glaubhaft-
machung von Asylvorbringen (vgl. E. 4.3) festgehalten – als unglaubhaft zu
erachten. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann hier ebenfalls auf die
vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden, einschliesslich jenen, die
für die Glaubhaftigkeit angeführt werden (namentlich teilweise detailreiche
Ausführungen). Dem Beschwerdeführer gelingt es in seiner Beschwerde-
schrift nicht, den Erwägungen zur fehlenden Glaubhaftigkeit stichhaltige
Argumente entgegenzusetzen. Aus den wiederholt vorgetragenen Anga-
ben zu den Umständen der Kontaktaufnahme des Geheimdienstes und
dessen Versuchen, ihn zur Zusammenarbeit zu bewegen, kann gerade
nicht geschlossen werden, warum der Geheimdienst ein Interesse am Be-
schwerdeführer gehabt, sondern lediglich, dass er dieses geäussert haben
soll. Den Akten sind auch keine Hinweise für ein besonderes Profil des Be-
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schwerdeführers zu entnehmen, welche das Interesse anderweitig erklä-
ren könnten. Die Aussage in der Beschwerde, angesichts seiner Weige-
rungshaltung könne er sich das fortgesetzte Interesse auch nicht erklären
und allenfalls würden die Geheimdienste Angst vor dem Publikwerden ihrer
Methoden und Bedrohungen haben, ist als reine Schutzbehauptung zu
werten. Weiter kann dem Einwand, seine Vorbringen seien in den wesent-
lichen Punkten ausführlich, stringent, in sich stimmig und den wahren Tat-
sachen entsprechend ausgefallen, nichts entnommen werden, was seine
Vorbringen weiter substantiieren oder die Einschätzung des SEM nament-
lich zur fehlenden Logik und Nachvollziehbarkeit seiner Angaben entkräf-
ten könnte. Nach allem erscheint es für das Gericht überdies nicht nach-
vollziehbar, dass nach dem israelischen Inlandsgeheimdienst später auch
der Auslandsgeheimdienst Interesse am Beschwerdeführer bekundet ha-
ben soll, zumal seine diesbezüglichen Angaben in der Anhörung und im
Schreiben vom 4. Oktober 2017 ebenso vage, ohne erkennbare Realkenn-
zeichen und wenig plausibel blieben. Schliesslich dringt der Beschwerde-
führer nicht mit seinem Einwand durch, er habe ein gutes Leben in Israel
gehabt und sei nicht aus wirtschaftlichen Gründen ausgereist. Sein gesam-
tes Aussageverhalten legt jedenfalls nahe, dass er aus anderen als den
geltend gemachten Asylgründen sein Heimatland verlassen hat, wobei un-
erheblich ist, ob diese wirtschaftlicher oder sonstiger Natur waren.
6.4 Im Übrigen sind die auf vorinstanzlicher sowie Beschwerdeebene ein-
gereichten Beweismittel nicht geeignet, zu einer anderen Beurteilung zu
führen. Die Vorinstanz hat entgegen der Behauptung des Beschwerdefüh-
rers das bereits erwähnte Schreiben vom 4. Oktober 2017 ebenso wie das
auf dem USB-Stick aufgezeichnete Gespräch gewürdigt und mit überzeu-
gender Argumentation als nicht hinreichend glaubhaft erachtet. Auf die vor-
instanzlichen Erwägungen sei wiederum verwiesen. Vor diesem Hinter-
grund erübrigt es sich, auf das bei Gericht nochmals eingereichte identi-
sche Schreiben vom 4. Oktober 2017 an das SEM sowie das weitere un-
datierte Schreiben einzugehen, zumal Letzteres im Wesentlichen die An-
gaben in der Replik wiederholt. Soweit dort zusätzlich geltend gemacht
wird, der Neffe des Beschwerdeführers sei 2013 verhaftet und dabei auch
zu Letzterem befragt worden, handelt es sich nicht nur um eine nachge-
schobene Parteibehauptung. Die Angaben werden auch in keiner Weise
näher substantiiert, weshalb sie die Vorbringen des Beschwerdeführers
ebenfalls nicht zu stützen vermögen. Schliesslich ist im Lichte der vorste-
henden Erwägungen zur mangelnden Glaubhaftmachung der Einwand,
der Mossad hinterlasse keine Beweise, weshalb der Beschwerdeführer
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keine weiteren Nachweise vorlegen könne, seinerseits als vorgeschobene
Schutzbehauptung zurückzuweisen.
6.5 Gesamthaft konnte der Beschwerdeführer keine Furcht vor asylrele-
vanter Verfolgung durch den israelischen In- oder Auslandsgeheimdienst
glaubhaft machen. Es erübrigt sich insoweit, auf weitere Unglaubhaftigkeit-
selemente näher einzugehen, etwa betreffend die Teilnehmenden im
Sprachkurs mit Kontakt zum Geheimdienst, die ihn im Café beobachtende
Person, die Reaktion der (...) Beamten beim Verlassen der israelischen
Botschaft oder den Verlust seines Passes. Ebenso wenig besteht Anlass
für eine entsprechende Furcht bei Rückkehr. Insbesondere ist nicht davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr mit einer Ver-
haftung rechnen muss. Folglich bedarf es keiner weiteren Würdigung des
Einwands in der Replik, wonach eine allfällige Verhaftung keiner rechts-
staatlichen Kontrolle unterstehen würde.
7.
7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-
derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-
lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht
angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
8.
8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
8.2 Bei der Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt
gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstan-
dard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu
beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens
glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
8.3
8.3.1 In seiner Verfügung vom 26. Juli 2018 hat das SEM das Fortbestehen
der am 20. Juni 2014 angeordneten vorläufigen Aufnahme bis zu deren
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Erlöschen oder Aufhebung festgestellt. Dieser lagen jedoch allein Feststel-
lungen über Wegweisungsvollzugshindernisse betreffend Syrien zu-
grunde, nicht hingegen betreffend Israel. Im Rahmen des hängigen vor-
instanzlichen Verfahrens zur allfälligen Aufhebung der vorläufigen Auf-
nahme bezüglich Syrien – und noch unter der falschen Identität – wird sich
der Beschwerdeführer angesichts des dortigen Verfahrensgegenstands le-
diglich zum Fortbestehen von Wegweisungsvollzugshindernissen im Hin-
blick auf jenen Staat äussern können, während sich die Frage des Weg-
weisungsvollzugs nach Israel im vorliegenden Verfahren stellt. Vor diesem
Hintergrund hat das Gericht im Rahmen eines Schriftenwechsels das SEM
und in der Folge den Beschwerdeführer eingeladen, sich zu allfälligen
Wegweisungsvollzugshindernissen in Bezug auf Israel zu äussern.
8.3.2 Das SEM führte dazu in der Vernehmlassung aus, da der Beschwer-
deführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, könne der Grundsatz der
Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG nicht zur Anwendung kom-
men. Ferner ergäben sich aus den Akten keine Anhaltspunkte dafür, dass
der Beschwerdeführer im Falle seiner Rückkehr nach Israel mit beachtli-
cher Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe oder Be-
handlung drohe. Weder die herrschende politische Situation in Israel noch
andere Gründe sprächen überdies gegen die Zumutbarkeit der Rückfüh-
rung in den Heimatstaat. Gemäss den Angaben des Beschwerdeführers
hielten sich sämtliche Familienmitglieder (Mutter, (...) Geschwister sowie
einige Onkel und Tanten) im Distrikt L._ beziehungsweise in
M._ auf. Er könne sich demnach auf ein tragfähiges Beziehungs-
netz bei der Reintegration stützen. Zudem verfüge er über einen Universi-
tätsabschluss sowie ein Lehrerdiplom und mehrjährige diverse Berufser-
fahrung. Es sei daher anzunehmen, dass er eine bezahlte Anstellung fin-
den und seinen Lebensunterhalt selbständig finanzieren könne. Überdies
seien den Akten keine Hinweise auf einen schlechten Gesundheitszustand
oder gesundheitliche Probleme zu entnehmen. Ausserdem sei der Weg-
weisungsvollzug technisch möglich und praktisch durchführbar.
8.3.3 In seiner Replik erwiderte der Beschwerdeführer, das SEM verkenne
die Tatsache, dass er unter begründeter Furcht vor «der israelischen Be-
hörde» leide und eine Wegweisung (recte: der Vollzug derselben) deswe-
gen nicht zulässig und auch nicht zumutbar sei. Des Weiteren lebe er seit
acht Jahren in der Schweiz. Auch habe er in Israel – wie von der Vorinstanz
zutreffend anerkannt – ein gutes Leben mit einem tragfähigen Netz sowie
ausreichend finanziellen Mitteln geführt. Daraus ergebe sich gerade, dass
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er nicht aus wirtschaftlichen Gründen, sondern aus Furcht um sein Leben
ausgereist sei.
8.4
8.4.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft,
zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1
AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über
die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25
Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen
Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-
lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-
mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-
handlung unterworfen werden.
8.4.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-
rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur
Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Sodann ergeben
sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten
Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den Hei-
matstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK
oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Auch
die allgemeine Menschenrechtssituation in Israel lässt den Wegweisungs-
vollzug nicht als unzulässig erscheinen. Entsprechend ist der Vollzug der
Wegweisung sowohl im Sinne der flüchtlingsrechtlichen als auch der men-
schenrechtlichen Bestimmungen zulässig.
8.5
8.5.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
8.5.2 Die Vorinstanz hat diesbezüglich berechtigterweise festgehalten,
dass weder die aktuelle politische Situation in Israel noch andere Gründe
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den Wegweisungsvollzug dorthin als unzumutbar erscheinen lassen wür-
den. In individueller Hinsicht kann der Beschwerdeführer auf ein tragfähi-
ges Netzwerk bei seiner Reintegration zurückgreifen und dürfte aufgrund
seiner universitären Bildung sowie seiner mehrjährigen Berufserfahrung in
verschiedenen Bereichen auch in der Lage sein, bei einer Rückkehr zeit-
nah für seinen Lebensunterhalt aufzukommen. Dies hat er in der Replik
selbst bestätigt. Überdies bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass der
Wegweisungsvollzug aus gesundheitlichen Gründen unzumutbar wäre.
Dass der Beschwerdeführer mittlerweile mehr als acht Jahre in der
Schweiz lebt, ist unbehelflich, zumal er den langen Aufenthalt durch Täu-
schung über seine wahre Identität und seine Asylgründe massgeblich
selbst bewirkt hat. Zudem wurde er in Israel sozialisiert und hat den gröss-
ten Teil seines Lebens dort zugebracht, weshalb ihm trotz allfälliger Integra-
tion in der Schweiz eine Reintegration in seinem Heimatstaat zuzumuten
ist. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als
zumutbar.
8.6 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-
sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE
2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu
bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
8.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug nach
Israel zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine An-
ordnung der vorläufigen Aufnahme in Bezug auf den Heimatstaat des Be-
schwerdeführers fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). Davon
unberührt – da vorliegend nicht Prüfungsgegenstand – bleibt die noch be-
stehende vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers unter seiner ge-
fälschten Identität in Bezug auf Syrien. Es ist der Vorinstanz jedoch unbe-
nommen, nach Massgabe der einschlägigen Gesetzesvorgaben die vor-
läufige Aufnahme betreffend Syrien aufzuheben.
9.
Soweit das SEM schliesslich einen Gebührenvorschuss erhob, ist festzu-
halten, dass dieser in Anwendung von Art. 111d Abs. 1 AsylG, wonach die
Vorinstanz bei Ablehnung oder Nichteintreten auf ein Wiedererwägungs-
oder Mehrfachgesuch eine Gebühr erheben kann, zu Recht erfolgte. Vor-
liegend wurde ein zweites Asylgesuch eingereicht, welches das SEM, wie
vorstehend dargelegt, auch zu Recht ablehnte. Zudem entspricht die Ge-
bühr der in Art. 7c Abs. 1 AsylV 1 (Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen
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vom 11. August 1999 [SR 142.311]) festgelegten Höhe für vorinstanzliche
Verfahren über Mehrfachgesuche.
10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
11.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-
rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– fest-
zusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR
173.320.2]). Der am 19. September 2018 in gleicher Höhe geleistete Kos-
tenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden.
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