Decision ID: 26b41069-a261-5999-a822-da3960a7dc64
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1983 geborene
X._
war seit dem
2.
August 2016 als Supervisor
Ramp
Services ML bei der
Y._ AG
angestellt und dadurch bei der Suva obligatorisch
gegen die
Folgen von Berufs- und Nichtbe
rufsunfällen versichert,
als er am 3
1.
März 2018 auf dem Gepäck
förderband ausrutschte und dadurch
rechtsseitig
mit dem
Oberkörper
gegen das Geländer
pra
llte (vgl. Schadenmeldung vom
4.
April 2018,
Urk.
9/1
;
vgl. auch
Urk.
9/10
). Der selben Tags erstbehandelnde Arzt
des
Zentrums
Z._
diagnostizierte eine Thorax- und Schulterkontusion rechts, verschrieb eine Anal
gesie und attestierte dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
vom
3
1.
März
bis
3
0.
April
2018 (
Urk.
9/
10,
Urk.
9/4 f.,
Urk.
9/8 f.
; vgl.
Urk.
9/22, wonach der Versicherte bis am 1
4.
Mai 2018 krankgeschrieben war)
. Anfangs Mai 2018
zeigten
sich
im Bereich der rechten Schulter
bildgebend
eine aktivierte AC-Gelenksarthrose und leichte Bursitis
subacromialis
/
subdeltoidea
, ohne Hin
weise für einen Sehnenriss
(
vgl. MRI-Befund vom
2.
Ma
i 2018,
Urk.
9/20).
Die Suva anerkannte den Schadenfall und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (
Urk.
9/2).
Mit Schadenmeldung vom 2
1.
Dezember 2018
meldete die Arbeitge
berin
ein
en
«
Rückfall
»
datierend vom 5.
Dezember
2018 an
(
Urk.
9/14).
Dem Arztbericht vom 1
1.
Januar 2019
zufolge
wurde der Versicherte
aufgrund starker Schulterschmerzen
am 5.
Dezember 2018
erneut
im
Z._
vor
stellig.
Es
wurde
eine
Thoraxkontusion
,
aktivierte AC-Gelenkarthrose sowie
Bur
sitis
subacromiali
s
nach Schulterkontusion am 31.
März
2
018
diagnostiziert
und
dem
Versicherte
n
vom
5.
bis
18.
Dezember 2018
erneut eine 100
%
ige Arbeitsun
fähigkeit
attestiert
.
Bei deutlicher Besserung aufgrund der
am 6. Dezember 2018
durchgeführte
n
Infilt
ration
wurde
die Behandl
ung vorerst abgeschlossen
(
Urk.
9/12,
Urk.
9/19
).
Am 2
5.
Januar 2019 nahm Kreisarzt
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Orthopä
dische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungs
apparates
,
zur Sache Stellung (
Urk.
9/22). Gestützt darauf lehnte die Suva eine Leistungspflicht im Zusammenhang mit den
im Dezember 2018 geltend ge
machten
Schulterbeschwerden
zufolge fehlender Unfallk
ausali
tät ab
(
Verfügung
vom 12. Februar 2019,
Urk.
9/27;
vgl. auch
Urk.
9/23). Die am 1
5.
März 2019 (Ei
n
gangsdatum) dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
9/32) wies die Suva
nach
Be
i
zug
der kreisärztlichen Beurteilung vom 1
0.
Mai 2019
(
Urk.
9/43)
mit
Einspra
che
entscheid
vom 21. August
2019 ab (
Urk.
2
).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
0.
September 2019 Beschwerde und beantragte, es seien in Aufhebung des angefochtenen Entscheids vom 21. August 2019 die gesetzlichen Leistungen nach UVG zu erbringen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Durchführung weiterer Abklärungen an die Suva zurück
zu
weisen (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 1
5.
Oktober 2019
und unter
Beilage der
kreisärztliche
n
Beurteilung vom 1
0.
Oktober 2019
schloss die Be
schwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7,
Urk.
8
), was dem Be
schwerdeführer am 1
7.
Oktober 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10).
Mit Stellungnahme vom 1
8.
November 2019 hielt der Beschwerdeführer an seinen beschwerdeweise Anträgen fest (
Urk.
11) und gab
das Schreiben von
Dr.
med. B._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Universitätsspital
C._
,
vom 3
0.
Oktober 2019
zu den Akten (
Urk.
12). Das Doppel resp. eine Kopie dieser Eingaben wurden der Be
schwerdegegnerin zur Kenntnisn
ahme zugestellt (
Urk.
13). Diese
hielt am 1
8.
Dezem
ber 2019 an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest
(
Urk.
14).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar
2017 sind die am 25. Septembe
r 2015 beziehungsweise am 9. No
vem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversi
che
rung (UVV) in Kraft getreten.
Der hier zu beurteilende Sachverhalt hat sich am
3
1.
März
2018 ereignet, weshalb die ab dem 1. Januar 2017 gültigen Normen auf den vorliegenden Fall Anwen
dung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6
des
UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1).
1.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG).
1.4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht. Ursachen im Sinne des na
tür
lichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist
eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozia
lversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.5
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 26. April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich
hiebei
um eine anspruchsauf
hebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer
(RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.6
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers set
zt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
sal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Er
folg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gut
achten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
gestützt auf die Be
urteilung von
Dr.
A._
sei der
Status qu
o sine
vier bis sechs Wochen nach dem
Unfall
vom 31. März 2018
eingetreten. Es
liege keine traumatische Aktivie
run
g der AC-Gelenksarthrose vor. Insbesondere
fehlten bildgebende Hinweise für ein Trauma und entsprechende Begleitschäden. Im Gegenteil
bestünden
nur dege
nerative Veränderungen
und seien die Beschwerden auf die AC-Gelenksarthrose zurückzuführen
(
Urk.
2).
2.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer ein,
es stehe zunächst fest, dass er bis zum
Ereignis vom 3
1.
März 2018 im Bereich der rechten Schulter vollständig beschwe
r
defrei gewesen sei. Damit
habe
eine
allenfalls bereits vor dem Unfall dagewesene degenerative Veränderung lediglich
in Form
eine
r
Prädisposition
bestanden
und es sei nicht davon auszugehen, dass es ohne den Unfall ebenfalls zu deren Akti
vierung gekommen wäre. Seit dem Trauma seien die Schulterschmerzen nie richtig ausgeheilt. Entsprechend liege die Beweislast für das Dahinfallen der Kau
salität bei der Beschwerdegegnerin. Eine Leistungspflicht ergebe sich bereits auf
grund einer Teilursächlichkeit.
Dr.
B._
gehe
bei
der vorliegend massiven richtungsweisenden
Verschlechterung von einer überwiegend wahrschei
nlichen
Traumagenese
aus
. Diese Einschätzung sei zu würdigen. Davon habe die Be
schwerdegegnerin zu Unrecht in antizipierter Beweiswürdigung abgesehen.
Zu
dem habe
Dr.
D._
festgehalten
, dass der bildgebende Befund vom Mai 2018 nicht im Widerspruch zu einer traumatischen Aktivierung der AC-Gelenks
ar
throse stehe; auch wenn eine prätraumatische Degeneration anzunehmen sei, müsse bei der vorgängig völlig asymptomatischen Schulter von einer wegwei
senden Änderung durch das Trauma ausgegangen werden. Mithin bestünden mehr als
nur geringe Zweifel an der kre
i
s
ärztlichen Beurteilung und sei gestützt auf die Beurteilungen der behandelnden Ärzteschaft von einer Unfallkausalität auszugehen. Gegeben
enfalls sei die Sache zur weiteren Abklärung an die Suva
zurückzuweisen (
Urk.
1).
In der
Stellungnahme vom 1
8.
November 2019 stellte der Beschwerdeführer
zu
dem
die Fachkompetenz von Kreisarzt
Dr.
A._
in Frage (
Urk.
11).
3.
Strittig und zu prüfen ist die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit den
im
Dezember 2018
gemeldeten
Schulterbeschwerden rechts. Ob es sich dabei um einen
Rückfall im Rechtssinne handelt,
kann mangels Relevanz für das Beurteilungsergebnis offen
gelassen w
erden,
wie nachfolgend zu zeigen sein wird (vgl.
hienach
E. 5).
4
.
4
.1
Anlässlich der Erstkonsultation vom 3
1.
März 2018 habe der Beschwerdeführer angegeben, er sei über das Gepäckförderband gestolpert
und auf
die rechte
Tho
raxhälfte
gefallen.
Klinisch zeigten sich
Druckdolenzen
über den rechten, ven
tralen Rippen sowie über dem AC-Gelenk rechts
.
Dr.
med.
E._
, Fach
arzt FMH für Allgemeine Innere Medizin,
Zentrum
Z._
,
diagnostizierte
eine Thorax- und Schulterkontusion rechts, verordnete eine Analgesie und at
te
stierte dem Beschwerdeführer
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 3
1.
März bis 1
3.
Mai 2018 (
Urk.
9/4 f.,
Urk.
9/8
, Urk. 9/12
; Arztbericht vom
3.
Mai 2018,
Urk.
9/10).
4
.2
Das Schulter MRI
rechts
vom
2.
Mai 2018
brachte
eine aktivierte AC-Gelenks
arthrose und leichte Bursitis
subacromialis
/
subdeltoidea
, ohne Hinweise
für einen Sehnenriss im Bereich der rechten Schulter, zur Darstellung
(
Urk.
9/20
).
4
.3
Dem Verlaufsbericht
von
Dr.
E._
vom 1
1.
Januar 2019 zufolge,
besserten
sich die
Thoraxschmerzen
im Rahmen der symptomatischen Therapie mittels Analgesie und R
uhigstellung deutlich
; die rechtsseitigen Schulterschmerzen
hielten
intermittierend
an
.
Am
5.
Dezember 2018 sei der
Beschwerdeführer
wegen starker
Schulterschmerzen erneut vorstellig geworden. Die tags darauf durch
ge
führte Infiltration habe deutlich geholfen, weshalb die Behandlung vorerst abge
schlossen
worden sei
(
Urk.
9/19).
4
.4
Kreisarzt
Dr.
A._
hielt am 2
5.
Januar 2019 fest, gemäss Schadenmeldung sei der Beschwerdeführer am 3
1.
März 2018 mit dem Oberkörper auf das Geländer des Förderbandes FB121 geprallt und habe sich da
bei
den Bereich zwischen Achsel und Rumpf, mithin die sogenannte Achselhöhle, geprellt. Ab 1
5.
Mai 2018 sei er wieder zu 100
%
arbeitsfähig gewesen.
Dies entspreche der üblichen Rekon
valeszenz
von vier bis sechs Wochen
nach einer Prellung. Die mit Rückfalldatum im
Dezember 2018 gemeldeten Schmerzen seien nicht auf den Unfall vom
3
1.
März 2018 zurückzuführen. Das Ereignis sei biomechanisch nicht geeignet gewesen, die im Mai 2018 bildgebend festgestellten Pathologien zu verursachen.
Gleichzeitig seien bildgebend keine unfallkausalen Verletzungen dargestellt wor
den
.
Vielmehr seien d
ie als Rückfall gemeldeten Schulterschmerzen ü
berwiegend wahrscheinlich auf ein degeneratives Verschleissleiden des
Akromioklavikular
gelenks
rechts sowie eine Bursitis zurückzuführen (
Urk.
9/22).
4
.5
In der
einspracheweise
eingereichten Stellungnahme vom
1.
April 2019 hielt
Dr.
E._
fest, im Rahmen der Erstkonsultation habe der Beschwerdeführer Schmerzen über dem rechten Brustbereich sowie über der rechten Schulter
be
richtet
.
Dies sei
mit dem MRI-Befund vereinbar. Zwar habe er
(
Dr.
E._
) den Beschwerdeführer am
3
1.
März 2018
erstmalig
behandelt, mithin sei ihm die Funktionalität der rechten Schulter vor dem Unfall unbekannt. Der Beschwer
deführer habe allerdings glaubhaft berichtet, vor dem Unfall habe er im rechten Schultergelenk bzw. beim Arbeiten weder im rechten Arm noch in der rechten Schulter Beschwerden verspürt. Somit seien die aktuell geltend gemachten Be
schwerden für ihn (
Dr.
E._
) durchaus auf den Unfall vom 3
1.
März
2018 zurückzuführen. Zwar treffe
es zu, dass die AC-Gelenksarthrose nicht unfallkau
sal sei.
Allerdings könne eine Arthrose traumatisch aktiviert und eine Bursitis traumatisch hervorgerufen werden. Seit dem Unfall vom 3
1.
März 2018 seien die Schulterschmerzen rechts nie vollständig
regredient
gewesen. Die Infiltration an
fangs Dezember 2018 habe zwar eine deutliche Besserung erbracht.
Die
Beschwer
d
en
seien indes
im Februar 2019 wieder vermehrt aufgetreten. Mit
hin
sei zwar nicht die AC-Gelenksarthrose, wohl aber deren Aktivierung unfallkausal (
Urk.
9/34/5 f.).
4
.6
Auf Vorhalt der vorgenannten Stellungnahme (E.
4.5) gab
Dr.
A._
am 10.
Mai 2019 eine medizinische Beurteilung ab. Dabei
hielt er erneut fest
, im Mai 2018 hätten sich bildgeben
d
keine unfallkausalen Prellungen oder Zerrungen einer Struktur im Schultergelenk, keine
Traumafolgen
an der Muskulatur, den Sehnen,
des Unterhautbindegewebes oder der Knochen ergeben. Das dargestellte Knoch
en
marksödem, die Gelenksspaltverkleinerung,
Osteophyten
an den Gelenkspartnern und das Gelenkskapselödem entsprächen
der typischen Bildgebung einer fortge
schrittenen Arthrose. Die im Zuge des Unfalls erlittene Prellung sei nicht in der Lage gewesen
,
die genannten Befunde innert
einem Monat
herbeizuführen. Die gemäss
Dr.
E._
glaubhaft gemachte Beschwerdelosigkeit im Bereich der
rechten Schulter vor dem gegenständlichen Unfall sei unerheblich. Alsdann k
önne ein akutes Trauma eine vorbestehende Arthrose zwar aktivieren. Vorliegend sei dieser
Pathomechanismus
indes nicht überwiegend wahrscheinlich, zumal bild
gebend jegliche Hinweise auf ein stattgehabtes Trauma fehlten. Vielmehr seien bildgebend ausschliesslich degenerative Veränderungen ausgewiesen. Um eine trau
matische Aktivierung einer vorbestehenden Arthrose hervorzurufen
,
bedürfe es eines direkten Kontu
sionstraumas des
Akromions
, wod
u
r
ch die Bursa ge
schädigt werde. Letzteres sei bildgebend nicht dargestellt worden
. Die Bursitis sei
pathognomisch
für die fortgeschrittene AC-Gelenksarthrose, welche zu einer Ver
schmälerung des
subakromialen
Raums führe und die Bursa komprimiere und
dadurch entzünde. Zudem klinge eine aktivierte Arthrose im Rahmen des natür
lichen Reparaturmechanismus regelhaft innert dreier Monate ab. Die Beschwer
depersistenz und kurzzeitige Besserung infolge der Gelenksinfiltration seien Hinweise für eine progrediente AC-Gelenksarthrose; eine häufige Folge schwerer repe
titiver Hebe- und Trageleistung
en
(
Urk.
9/43).
4
.7
Im Sinne einer Zweitmeinung diagnostizierte
Dr.
B._
im Sprechstunden
be
richt vom
4.
Juni 2019 eine posttraumatische, persistierende
AC-Gelenksar
thro
pathie
recht
s
mit sekundärem
subacromialem
Impi
n
gement
bei
Scapuladyskinesie
sowie Status nach Schulterkontusion rechts am 3
1.
März 2018 (
Urk.
9/44/2). Der Beschwerdeführer habe vor mehr als einem Jahr ein heftiges Anpralltrauma, anlässlich welchem er gegen
ein Metallgitter geschleudert wo
rde
n sei
, erlitten. In der Folge seien direkt akute Schmerzen im Bereich
des rechten AC-Gelenks auf
getre
ten
; zwischenzeitlich hätten sich hartnäckige bewegungs- und belastungs
abhängige Schmerzen eingestellt, welche das Heben und Tragen über der Hori
zontalen bzw. Tätigkeiten über Kopf deutlich einschränkten. Eine zweimalige Infiltration im Bereich des rechten AC-Gel
enks habe nur für wenige Wochen
je
doch eine deutliche Beschwerdelinderung herbeigeführt. Aufgrund des jungen Alters des Beschwerdeführers sei überwiegend wahrscheinlich von einer
Trauma
genese
bei massiver richtungsweisender Verschlechterung des Vorzustandes und vorgängig völlig asymptomatischer Schulter au
s
zugehen. Dass sich nach
einem adäquaten Trauma – wie vorliegend – eine chronische Entzündung im Bereich des AC-Gelenkes mit daraus folgenden sekundären Pathologien ergeben könne
,
sei
nicht selten und spreche
nicht
gegen eine Unfallfolge (
Urk.
9/44/2 f.). Das am 2
5.
Juni 2019 im
C._
durchgeführte
Arthro
-MRI brachte ein ausgep
r
ägtes Ödem im Bereich des AC-Gelenkes sowohl am
Acrom
ion
als auch
claviculaseitig
im Sinne
eine
r
weiterhin deutliche
n
AC-Gelenksa
ktivität sowohl
acromial
als auch
clavicularseitig
zur Darstellung
.
Beim subjektiven Leidensdruck
sowie bei ausgeschöpften konservativen Therapiemassnahmen ergebe sich
daraus
die Indi
kation für eine
arthroskopische
AC-Resektion (
Urk.
9/51
, vgl. auch
Urk.
9/56
).
4
.8
In der
beschwerdeweise eingereich
ten
Stellungnahme vom 1
7.
September 2019
(Urk. 3/5)
wiederholte Assistenzarzt
Dr.
med. D._
,
Universitätsspital
C._
, die
vorgenannten
Ausführungen von
Dr.
B._
im Sprechstundenbericht vom
4.
Juni 2019
(vgl. E.
4
.7).
4
.9
Kreisarzt
Dr.
A._
nahm
im bereits anhängig gemachten Beschwerde
ver
fah
ren
am 1
0.
Oktober 2019 abermals
eine ärztliche Beurteilung vor. Dabei
hielt
er
an s
einen
bisherigen S
chlussfolgerungen
fest und
betonte erneut
, eine richtungs
gebende Verschlimmerung sei bildgebend nicht ausgewiesen. Ohne unfallbe
dingte Begleitverletzungen
resp. beim vollständigen Ausbleiben objektivierbarer
Befunde im Bereich des Gelenks sei die postulierte Aktivierung höchstens e
ine mögliche Folge der Prellung. D
ie gegenständliche Prellung resp. geringe Zerrung vom 3
1.
März 2019 habe
lediglich
minime, bildgebend nicht dargestellte Unfall
folgen gezeitigt.
Bereits fünf Wochen nach dem Ereignis hätten
osteolytische
Ver
änderungen am lateralen Ende der Clav
icula, eine B
u
r
sitis und
Osteophyten
/
Knochenanlagerungen
vorgelegen
.
All dies
deute auf eine länger als fünf Wochen vorbestehende Pathologie
hin
(
Urk.
8).
4
.10
Dazu
(
vgl.
E.
4
.9) hielt
Dr.
B._
in der beschwerdeweise eingereichten Stel
lungnahme vom 3
0.
Oktober 2019 fest,
Dr.
A._
habe seine Einschätzung allein gestützt auf die Aktenlage abgegeben. Dessen Einschätzung, wonach die Signalveränderungen im MRI des AC-Gelenks pathognomonisch einer beginnen
den AC-
Gelenksarthrose zuzuordnen sei
en
, sei – so denke er (
Dr.
B._
) – nicht zulässig. Es sei daher eine Begutachtung durch einen Schulterspezialisten zu empfehlen (
Urk.
12).
5
.
5
.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
21
.
August
2019 (Urk. 2) in medizinischer Hinsicht auf die fachärztlich-
ortho
pädisch/
chirurgische
Stellungnahme
von Dr.
A._
vom 2
5.
Januar 2019 resp. Beurteilungen
vom
1
0.
Mai und 1
0.
Oktober 2019 (E. 4.4, E. 4.6, E. 4.9)
, welcher dieser in Kenntnis und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgab.
5.
2
Konkrete Indizien, welche gegen die Zuverlässigkeit der Beurteilung
en
von Dr.
A._
sprechen, sind nicht ersichtlich.
Insbesondere ergeben sich aufgrund der vorliegenden Aktenlage keinerlei ärztliche Differenzen
im Zusammenhang mit den klinischen und bildgebenden
Befunde
n. Es ist
mithin
erstellt und
unbe
stritten, dass der Beschwerdeführer anlässlich des Unfalls vom 3
1.
März 2018 keine irgendwie gearteten strukturellen Verletzungen erlitten hat; bildgebend zeigte
n
sich eine AC-Gelenksarthrose sowie Bursitis
.
Soweit
Dr
es
.
E._
und
B._
eine
traumabedingte
Aktivierung der AC-Gelenkarthrose postu
lierte
n resp. in vager Formulierung für «durchaus» «denkbar» hielten (vgl.
Urk.
9/34/5
, E. 4.5
),
begründete
n sie
dies
einerseits mit der geltend gemachten
Beschwerdefreiheit vor dem Unfall vom 3
1.
März 2018 und andererseits mit dem Alter des Beschwerdeführers. Wie
bereits von der Beschwerdegegnerin
zu Recht festgehalten (vgl.
Urk.
2)
, lässt sich allein aus dem Umstand, dass der Beschwer
deführer nach eigenen Angaben vor dem Unfall beschwerdefrei gewesen sei, noch keine Unfallkausalität herleiten.
Die Argumentation nach der Formel „
post
hoc ergo
propter
hoc", nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist,
ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Beweis natürlicher Kausal
zusammenhänge nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
., Urteil des Bundes
gerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Dass das Alter
eines Versicherten
für sich allein un
tauglich
ist, eine Unfallkausalität
nach Massgabe des im Sozial
v
ersicherungsrecht geltenden Beweisgrades der überwiegenden Wahrscheinlich
ke
it
zu begründen
,
versteht sich von selbst. Letzteres gilt umso mehr mit Blick auf die körperlich schwere Tätigkeit des Beschwerdeführers
, den bereits im Mai 2018
in progredienter Form vorhandenen
degenerativen Veränderungen
sowie
auf den
Hinweis von
Dr.
A._
, wonach eine progrediente AC-Gelenksarthrose eine häufige Folge schwerer repetitiver Hebe- und Trageleistung darstelle (
Urk.
9/43
, E.
4.6
). Es fällt zudem auf, dass der Unfallhergang in den
einspracheweise
ein
gereichten Arztberichten deutlich schwerwiegender geschildert wird als in
den
zeitlich vorangehenden
Berichtersta
ttungen des erstbehandelnden
Dr.
E._
(vgl.
etwa
E. 4.1 und
E.
4.7
).
Festzuhalten ist auch, dass sich in der
Ver
laufs
bildgebung
vom 2
5.
Juni 2019 weiterhin
eine deutliche Aktivität des AC-Gelenks darstellen liess (vgl.
Urk.
9/51/2
, E. 4.7
). Demgegenüber
entspricht
es
einer medi
zinischen Erfahrungstatsache, dass selbst im Fall vorbestehender, degenerativer, das heisst abnutzungsbedingter Erkrankungen eine traumatische Verschlimme
rung in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr
abgeschlossen ist (Urteil des Bundesgerichtes 8C_677/2010 vom 16. Dezember
2010 E. 4.6 mit Hinweisen).
Im Übrigen
müsste
eine
allfällige un
fallbedingte, richtungs
gebende Verschlimmerung bildgebend ausgewiesen sein (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_174/2008 vom 8. August 2008 E. 4.2 mit Hinweisen), wa
s vorliegend nicht der Fall ist;
d
ie blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für
die Begründung eines Leistungs
anspruches ni
cht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119
V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Indem
vorliegend allein die Kausalitätsfrage
zu beantworten war
, ist
schliesslich
nicht zu beanstanden, wenn
Dr.
A._
keine eigene Untersuchung durchführte. Die
mit Stellungnahme vom 1
8.
November 2019
nachträglich erhobenen Zweifel
an
seiner
Fa
chkompetenz erweisen sich als
unbehelf
li
ch
; inwiefern
diese
auf
grund der aufgeworfenen Frage nach einer Tätigkeit als behandelnder Arzt vor oder neben seiner versicherungsinternen Tätigkeit in Zweifel zu ziehen wäre, ist nicht einzusehen
(
Urk.
11)
. Als Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates
war
Dr.
A._
zur Beantwortung der vorliegend strittigen Fragen fachlich hinreichend speziali
siert
.
5
.
3
Zusammenfassend ist die Beschwerdegegnerin nach zutreffender Würdigung der medizinischen Aktenlage zum überzeugenden Schluss gelangt, dass
der Status quo sine
vier bis sechs Wochen nach dem Unfall vom 3
1.
März 2018 eingetreten ist und
ein
e Unfallk
ausal
ität
der
im
Dezember 2018
geltend gemachten
Schulter
beschwerden jedenfalls nicht überwiegend wahrscheinlich ist
. Folgerichtig hat
sie
in diesem Zusammenhang eine Leistungspflicht
verneint
.
Bei diesem Beweis
ergebnis besteht
schliesslich
kein weiterer Abklärungsbedarf (antizipierte Beweis
würdigung; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_468/2007 vom 6. Dezember 2006 E. 2.2 mit Hinweisen).
6.
Der angefochtene Entscheid erweist sich als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.