Decision ID: 91d9d69a-fef5-4457-906b-c42bf14d52c2
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_VG
Chamber: ZH_VG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
I.
A wurden von der Gemeinde B gestützt auf deren Nachtparkverordnung vom 21. August 2008 mit Rechnungen vom 12. Juli 2016, 26. September 2016, 9. Januar 2017 und 7. Juli 2017 jeweils Gebühren von Fr. 120.- für die regelmässige Beanspruchung des öffentlichen Grundes der Gemeinde B zum Zweck des nächtlichen Dauerparkierens auferlegt. Gegen diese Rechnungen konnte innert 30 Tagen von der Mitteilung an beim Gemeinderat schriftlich Einsprache erhoben werden.
Mit Beschluss vom 26. Oktober 2017 erklärte der Gemeinderat B die genannten Rechnungen für das Nachtparkieren von A in der Zeit vom 1. Juli 2016 bis zum 30. September 2017 als rechtskräftig. A wurde aufgefordert, den ausstehenden Betrag (inklusive Zinsen, Betreibungskosten, Spruch- und Schreibgebühren) von total Fr. 1'018.45 innert 30 Tagen an die Gemeindekasse zu überweisen. Im Weitern hob der Gemeinderat die Rechtsvorschläge gegen die Zahlungsbefehle des Betreibungsamts B im Umfang der Verfügung auf.
II.
A, anwaltlich vertreten, rekurrierte dagegen am 27. November 2017 beim Bezirksrat C mit dem Antrag, der angefochtene Beschluss des Gemeinderats B vom 26. Oktober 2017 sei ersatzlos aufzuheben, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Gemeinde B.
Am 30. November 2017 überwies der Bezirksrat C den Rekurs zuständigkeitshalber an das Statthalteramt des Bezirks C.
Mit Verfügung vom 21. Juni 2018 hiess die Statthalterin des Bezirks C den Rekurs teilweise gut. In Abänderung von Dispositivziffer 1 des Beschlusses des Gemeinderats B vom 26. Oktober 2017 verpflichtete sie A, der Gemeinde B für das Nachtparkieren in der Zeit vom 1. Juli 2016 bis 30. September 2017 Gebühren in der Höhe von total Fr. 1'018.45 zu bezahlen. Im Übrigen wurde der Rekurs abgewiesen. Die Verfahrenskosten wurden A und der Gemeinde B je zur Hälfte auferlegt.
III.
Dagegen erhob A, weiterhin anwaltlich vertreten, am 30. Juli 2018 Beschwerde an das Verwaltungsgericht mit den folgenden Anträgen: Ziffer 1 2. und 3. Satz des vorinstanzlichen Entscheiddispositivs (Verpflichtung zur Gebührenzahlung) sowie Ziffer 4 des Beschlusses der Gemeinde B vom 26. Oktober 2017 (Aufhebung Rechtsvorschläge) seien ersatzlos aufzuheben. Es seien ihm die Verfahrenskosten gemäss Beschluss der Gemeinde B vom 26. Oktober 2017 und die hälftigen Rekurskosten gemäss Ziffer 2 des vorinstanzlichen Entscheiddispositivs aufzuerlegen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Gemeinde B.
Das Statthalteramt Bezirk C verzichtete am 7. August 2018 auf eine Stellungnahme zur Beschwerde. Die Gemeinde B beantragte am 12. September 2018 die Abweisung der Beschwerde sowie die Gebühren- und Kostenauflage zulasten von A und verzichtete im Übrigen auf eine Beschwerdeantwort.
Die Einzelrichterin

erwägt:
1.
Das Verwaltungsgericht ist gemäss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) für die Beurteilung der Beschwerde zuständig. Da der Streitwert Fr. 1'018.45 beträgt und kein Fall von grundsätzlicher Bedeutung gegeben ist, fällt die Entscheidung in die einzelrichterliche Kompetenz (§ 38b Abs. 1 lit. c und Abs. 2 VRG).
2.
2.1
Das längerfristige Parkieren auf öffentlichem Grund stellt gesteigerten Gemeingebrauch dar, wofür im Kanton Zürich Gemeinden Benutzungsgebühren erheben dürfen (BGE 108 Ia 111 E. 2a und BGE 122 I 279 E. 2b, BGr, 12. Oktober 2018, 2C_699/2017, E. 8.4; VGr, 14. September 2006, VB.2006.00123, E. 3.1; Tobias Jaag/Markus Rüssli, Staats- und Verwaltungsrecht des Kantons Zürich, 4. A., Zürich 2012, Rz. 3447; vgl. auch Ziff. 3 des Anhangs zur Sondergebrauchsverordnung vom 24. Mai 1978 [LS 700.3]).
2.2
Staat und Gemeinden stellen, soweit ein Bedürfnis besteht und das Planungs- und Baugesetz keine abschliessende Ordnung trifft, Polizeivorschriften über das Strassengebiet selbst, seine Benützung sowie über das an die öffentlichen und privaten Strassen im Gemeingebrauch grenzende Gebiet auf (§ 39 des Strassengesetzes vom 27. September 1981 [StrG]).
2.3
Die Nachtparkverordnung der Beschwerdegegnerin vom 21. August 2008 wurde von der Gemeindeversammlung am 24. November 2008 genehmigt und mit Wirkung ab 1. Januar 2009 in Kraft gesetzt. Danach ist es nur mit behördlicher Bewilligung gestattet, Motorfahrzeuge nachts von 22.00 bis 6.00 Uhr regelmässig auf öffentlichem Grund abzustellen (gesteigerter Gemeingebrauch; Art. 2). Wird ein Fahrzeug anlässlich von Kontrollen innert 30 Tagen dreimal oder häufiger in der Nacht auf öffentlichem Grund festgestellt, wird gesteigerter Gemeingebrauch angenommen (Art. 2). Gebührenpflichtig sind alle Fahrzeugbesitzer, die eine Bewilligung im Sinn der Verordnung benötigen. Wer neu gebührenpflichtig ist, hat dies der Gemeindeverwaltung innert 30 Tagen unaufgefordert zu melden (Art. 10). Gestützt auf die Delegationsbestimmung nach Art. 9 der Nachtparkverordnung werden die Gebühren für das Nachtparkieren durch den Gemeinderat in einem separaten Gebührenreglement festgesetzt. Der Kreis der Bewilligungs- bzw. Abgabepflichtigen sowie die Gebührenhöhe sind somit grundsätzlich klar definiert, womit diesbezüglich den gesetzlichen Anforderungen Genüge getan ist (BGE 126 I 180 E. 2a/aa–bb; vgl. VGr, 14. September 2006, VB.2006.00291, E. 3.3).
2.4
Im Gebührenreglement zur Verordnung über das Nachtparkieren der Beschwerdegegnerin (Nachtparkverordnung) legt der Gemeinderat der Beschwerdegegnerin die Höhe der Gebühren (Art. 1) fest. Bezüglich der Dauer der Gebührenpflicht bestimmt Art. 2, dass ein gebührenpflichtiger Besitzer die Gebühr so lange zu entrichten hat, bis er nachweist, dass er keine Bewilligung mehr benötigt. Gemäss Art. 3 sind nicht bezahlte Gebühren für den ganzen Zeitraum nachzuzahlen, während welchem der Gebührenpflichtige keine privaten Abstellmöglichkeiten besass.
3.
3.1