Decision ID: f49f4274-2f98-4a2b-8339-6226ce56cdb0
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die
1979
geborene
X._
meldete sich a
m
1
7.
Januar 2008
unter Hinweis auf
eine
Dysthymie
/
Depressionen
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
(
Urk.
6/1)
. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Ab
klärungen
und ver
anlasste eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt, über welche am
29. Juli 2008
berichtet wurde (Urk.
6/15)
.
Mit Verfü
gung vom
11. Dezember
2008 sprach die IV-Stelle der Versicherten schliesslic
h bei einem Invaliditätsgrad von 91 % eine ganze Rente ab Oktober 2007 und bei einem Invaliditätsgrad von 60
%
eine
Dreiv
iertelsrente
ab Mai 2008
zu (
Urk.
6/
27
).
Mit Mitteilung vom 2
5.
Januar 2011 (
Urk.
6/43)
wurde
der Anspruch auf die bis
herige
Dreiv
iertelsrente
bestätigt.
Im Rahmen eines
durch die Versicherte eingeleiteten
Revisionsverfahrens
(Urk. 6/45-46)
setzte
die
IV-Stelle mit Verfügung vom 17.
Juli 2012 (Urk. 6/58 ff.)
bei einem Invaliditätsgrad von 53 %
die
bisherige
Dreiviertelsr
ente
auf eine halbe Rente
herab
.
1.2
Nach Eingang des Revisionsfragebogens vom
4.
April
2013 (
Urk.
6/
66
)
veran
lasste die IV-Stelle
unter anderem
ein
bid
isziplinäre
s
Gutachten
durch
Dr.
med.
Y._
und Prof.
Dr.
med.
Z._
,
welches
am
7. November 2015 erstattet
wurde (
Urk.
6/
123
).
Zudem
klärte
die IV-Stelle
erneut
die
beein
trächtigte Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt
ab
,
wor
über am 3
1.
März 2016
berichtet wurde (
Urk.
6/
132
).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk.
6/136, Urk. 6/142, Urk. 6/147-148
)
hob die IV-Stelle mit Verfügung vom
2
6.
Mai
2016 (
Urk.
6/
150
=
Urk.
2) die Rente auf.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
2
0.
Juni 2016
Beschwerde (Urk. 1) und bean
tragte, die Verfügung vom
2
6.
Mai
2016
sei aufzuheben und es sei
ihr die bis
herige Rente mangels Revisionsgrund
es
weiterzugewähren
. Eventuell sei ihr eine angemessene Rente zu gewähren. Subeventuell sei die Sache an die IV
Stelle zur weiteren Abklärung des medizinischen (mit EFL-Gutachten),
„
haushalterischen
“
und beruflichen Sachverhalts zurückzuweisen. Subsubeven
tuell seien ihr weitere Eingliederungsmassnahmen
der IV (Berufsberatung, Umschulung, Arbeitsvermittlung für Teilzeitpensum) zu
gewähren
(S. 2)
. Am
1
6.
August 2016 (
Urk.
5)
beantragte die IV-Stelle
die
Abweisung der Beschwerde
. Dies wurde
der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
2
1.
De
zember 2016
(Urk.
7
)
zur Kenntnis gebracht
und gleichzeitig
das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wi
rkung der Beschwerde (vgl. Urk. 1 S. 2) abgewiesen
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revi
sionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hin
weisen).
1.4
Ein Revisionsgrund ist unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt, wobei allerdings nicht ohne zwingende Notwendigkeit von den der ursprünglichen Invaliditäts
schätzung zugrunde gelegten Bemessungskriterien abgewichen werden soll. So hat das Bundesgericht wiederholt entschieden, dass die in einem bestimmten Zeitpunkt massgebende Methode der Invaliditätsschätzung die künftige Rechts
stellung der versicherten Person nicht präjudiziert, sondern dass die alternativen Kriterien der Erwerbsunfähigkeit einerseits und der Unmöglichkeit der Betäti
gung im nicht erwerblichen Aufgabenbereich anderseits im Einzelfall einander ablösen können (BGE 113 V 273 E. 1a mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts I 850/05 vom 21. August 2006 E. 4.1).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu
nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene
Verfügung vom 2
6.
Mai 2016
(
Urk.
2) damit, dass
die Beschwerdeführerin neu zu 80 % als Teilerwerbs
tätige zu qualifizieren sei. Die restlichen 20 % entfielen in den Bereich „mehr Freizeit“.
Ohne gesundheitliche Einschränkung hätte die Beschwerdeführerin 2015 in der angestammten Tätigkeit als Kleinkinderzieherin – gestützt auf die
Schweizerische
Lohnstrukturerhebung (LSE)
- ein Jahreseinkommen von
rund
Fr.
53'315.
--
erzielen können.
Ihr sei die Ausübung einer angepassten Tätigkeit, zu der auch die aktuell ausgeübte Tätigkeit als Betreuungsperson am Mittags
tisch zähle, zu 50 % möglich und zumutbar. Im Bereich „mehr Freizeit“ bestehe gemäss den Abklärungen vor Ort keine Einschränkung.
Dabei hätte 2015 ein Jahreseinkommen von
Fr.
34'222.50 erzielt werden können. Insgesamt resultiere ein IV-Grad von 29
%
(
S. 2
).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
6.
August 2016 führte die Beschwerdegegnerin aus, die Beschwerdeführerin
habe eine neue Arbeitsstelle angenommen. Damit sei auch aus erwerblicher Sicht ein Revisionsgrund ausgewiesen (
Urk.
5).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
e
s sei nicht einzusehen, weshalb das bisherige Haushaltpensum von 15
%
plötz
lich in ein Freizeitpensum umgewandelt werden solle
(Ziff. 12)
. Zur Bestim
mung des aktuellen Valideneinkommens sei dasje
nige aus der Verfügung vom 1
7.
Juli 2012
hinaufzuindexieren
. Auf dem Invalideneinkommen sei ein lei
densbedingter Abzug von 15
%
zu gewähren
(Ziff. 13)
. Falls keine Rente zuge
sprochen werde, seien berufliche Massnahmen zuzusprechen
(Ziff. 14)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die bisher ausgerichtete halbe Rente de
r Beschwerdeführerin
mit Verfügung vom
2
6.
Mai 2016
(
Urk.
2) zu Recht aufgehoben hat.
3.
3.1
Der rentenzusprechenden Verfügung vom
1
1.
Dezember 2008
(
Urk.
6/27
) lagen im Wesentlichen die folgenden Berichte zugrunde:
3.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
, führte mit Bericht vom 1
5.
Februar 2008 (Urk. 6/12/7-8) aus, er betreue die Beschwerde
führerin als Hausarzt seit Dezember 1999 und habe sie zuletzt im März 2007 in seiner Sprechstunde gesehen. Er habe sie wegen einer Erschöpfungsdepression vom
1.
November bis Mitte Dezember 2006 zu 100 % arbeitsunfähig ge
schrieben, davor vom 1
9.
bis 2
3.
Januar 2004 (S. 1 Ziff. 1.2).
3.
3
Dr.
med.
B._
,
leitender Arzt und Facharzt für
Psychiatrie und Psycho
therapie
,
C._
,
nannte mit Bericht
zuhanden der Beschwerdegegnerin
vom
2
6.
März
2008 (
Urk.
6/13/8-12) die folgenden Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 2.1):
-
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome
(
ICD-10
F32.2)
-
Dysthymia
(ICD-10 F34.1)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er die folgen
den
(Ziff. 2.2)
:
-
akzentuierte Persönlichkeitszüge, kombiniert, vorwiegend
negativistisch
-
Cannabis
-A
busus
Von Oktober 2006 bis am 1
7.
Februar 2008 habe in der zuletzt ausgeübten Tätig
keit als Erzieherin eine vollständige Arbei
tsunfähigkeit bestanden. Ab 18.
Februar 2008
bis voraussichtlich 3
1.
März 2008
bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit.
Die Arbeitsfähigkeit ab dem 1.
April 2008
könne nicht beurteilt werden
, da die Beschwerdeführerin nicht mehr
in der
C._
in Behandlung sei. Grundsätzlich sei eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten (Ziff. 3).
Unter der psychotherapeutisch-psychopharmakologischen Behandlung sei es zu einer Teilremission der Depression gekommen. Auch die depressiv-
negativistischen
Persönlichkeitszüge hätten therapeutisch positiv beeinflusst w
erden können. Es seien erhebliche positive Ressourcen vorhanden, so dass unter Vorbehalt eines unterstützenden Umfeldes eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf mehr als 50 % möglich erscheine
(Ziff. 4.7).
3.4
Am
2
9.
Juli 2008
erfolgte eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsf
ähigkeit in Beruf und Haushalt
(vgl. Abklärungsbericht vom
2
9.
Juli 2008
,
Urk.
6
/
15
).
Die Beschwerdeführerin gab dabei an,
dass ihre Ausbildungszeit eine sehr schwere Zeit gewesen sei. Nach dem Abschluss habe sie es nicht mehr so streng haben wollen, weshalb sie ihr Pensum auf 85 % reduziert habe. B
ei guter Gesundheit
würde sie
aus finanziellen Gründen einer ausserhäuslichen Erwerbs
tätigkeit im Ra
hmen von 80
bis 100 % nachgehen
. Die Abklärungs
person legte dementsprechend die Qualifikation der Beschwerde
führerin als zu
85
% Erwerbstätige und zu
15
% im Haushalt Tätige fest
(Ziff. 2.5). Aufgrund des psychischen Gesundheitsschadens könne von einer durchschnittlichen Ein
schränkung von 40 % in allen Bereichen ausgegangen werden (Ziff. 6).
3.5
Gestützt darauf sprach die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 1
1.
Dezember 2008 bei einem Invaliditätsgrad von 91
%
eine ganze Rente ab Oktober 2007 und bei einem Invaliditätsgrad von 60
%
eine
Dreiviertelsrente
ab Mai 2008 zu (
Urk.
6/27).
4.
4.1
Im Rahmen der nachfolgenden Rentenrevisionen holte die Beschwerdegegnerin die folgenden medizinischen Berichte ein:
4.2
Dr.
med.
D._
,
Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, führte mit Bericht vom 20.
Oktober 2009 (Urk. 6/33) aus, er behandle die Beschwer
deführerin seit März 2008 (Ziff. 1.2) und nannte die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), zum Teil schwere Episoden (ICD-10 F33.2)
-
Dysthymia (ICD-10 F34.1)
Aufgrund der Art und Schwere der Erkrankung und der häufig auftretenden rezidivierenden depressiven Episoden sei eher von einer schlechten Prognose beziehungsweise einem langwierigen Therapieverlauf auszugehen (Ziff. 1.4).
E
ine Erhöhung des Arbeitspensums zum gegenwärtigen Zeitpunkt
sei
unrea
listisch. Die Fortführung der bestehenden
Dreiviertelsrente
sei zur weiteren Sta
bilisierung des psychischen Zustandes zu empfehlen (Ziff. 1.6).
4.3
Dr.
D._
verwies mit Bericht vom
4.
August 2010 (Urk. 6/37) auf den letzten Bericht vom 2
0.
Oktober 2009 (vorstehend E. 4.2) und führte aus, die Beschwer
deführerin habe den Cannabiskonsum im Verlauf deutlich reduzieren können. Eine totale Abstinenz habe nicht erreicht werden können.
D
er Cannabiskonsum
stelle
im vorliegenden Fall
keinen pathogenetischen Faktor
, der zur Entstehung beziehungsweise Aufrechterhaltung der bei der Patientin vorliegenden Erkran
kung führe, dar. Der Cannabiskonsum sei lediglich als Selbstmedikation bei starker innerer Unruhe/Spannungszuständen zu bewerten.
4.4
Mit Mitteilung vom 2
5.
Januar 2011 (
Urk.
6/43) wurde der Anspruch auf die bisherige
Dreiviertelsrente
bestätigt.
5.
Die
IV-Stelle
setzte
mit Verfügung vom 1
7.
Juli 2012 (
Urk.
6/58 ff.) bei einem Invaliditätsgrad von 53
%
die bisherige
Dreiviertelsrente
auf eine halbe Rente herab.
Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, die Beschwerdeführerin habe am 1
5.
Januar 2012 eine 80%ige Anstellung beim
E._
begon
nen, die bisher erfolgreich verlaufen sei.
Dabei
sei neu ein Inv
alideneinkommen von
rund
Fr.
21‘887.
--
zu berücksichtigen.
Insgesamt resultiere ein IV-Grad von
53
%
(Urk. 6/56 S. 1 f.).
6.
6.1
Beim Erlass
der vorliegend angefochtenen, rentenaufhebenden Verfügung vom
26.
Mai 2016
(
Urk.
2) stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die nachfolgen
den Berichte.
6.2
Die Ärzte der
F._
berichteten am
1
3.
Dezember 2013 (
Urk.
6/94/17-20)
über eine Hospitalisation
der Beschwerdeführerin vom 15. No
vember bis 12.
Dezember 2013
(vgl. S. 1)
und nannten die folgenden
,
hier
gekürzt
an
geführten
Diagnosen (S. 1):
-
i
nvalidisierendes Lumbovertebralsyndrom
-
myofasciale
Schulter- und Beckengürtelsyndrome
-
Depr
ession mit Selbstwertproblematik und latente Suizidalität
Die Beschwerdeführerin habe ein 60 % Arbeitspensum als Behindertenbetreue
rin, der aktuelle Arbeitsplatz sei gefährdet (S. 1). Bis 31. Dezember 2013 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Eine Neubeurteilung sei durch den Hausarzt vorzunehmen. Es werde eine
gestufte Wiedereingliederung im Anschluss
empfohlen (S. 3).
6.
3
Dr.
med.
G._
, praktische Ärztin,
berichtete
am
5.
Februar 2014
(Urk. 6/85)
zuhanden
der BVK
über eine vertrauensärztliche Abklärung
und nannte die folgende,
hier
gekürzt
an
geführte Diagnose (S. 6 f.):
-
Lumbovertebralsyndrom, rechtsbetont
Die Versicherte sei aktuell noch k
rankheitsbedingt als zu 100
% ar
beitsunfähig
einzustufen. In den nächsten zwei bis drei
Monaten dürfe, unter Fortführung der Therapiemassnahmen, mit einer schrittweisen beruflichen Reintegration in der angestammten Tätigkeit gerechnet werden (Voraussetzung hierfür sei jedoch eine neue Arbeitsstelle, da die alte seitens des Arbeitgebers auf Ende
April 2014 gekündigt worden sei; S. 9 lit. e)
.
Vor dem 1
5.
Januar
2012 hätten keine Ein
schränkungen bezügl
ich der Arbeitsfähigkeit bestan
den
(S. 9 lit. i)
.
6.4
Dr.
med.
H._
nannte mit
undatiertem
Bericht
(bei der Beschwerde
gegne
rin am 31.
März 2014 eingegangen; Urk. 6/94/1-6)
folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
invalidisierendes Lumbovertebralsyndrom
-
myofasziale
Schulter und Beckengürtelsyndrome
-
Depression mit Selbstwertproblematik und latenter Suizidalität
Vom 1. Oktober 2013 bis 31. Januar 2014 habe eine
100%ige Arbeitsunfähig
keit
bestanden. I
n einer angepassten Tätigkeit sollte es möglich sein, die Arbeitsbelastung zwischen 20 bis 30
%
su
kzessiv ab Mai 2014 aufzubauen. A
uf längere Sicht sollte das
Arbeitspensum auf 50 bis 60
%
in einer angepassten Tätigkeit
erhöht werden können
(S. 6).
6.5
Dr.
med.
I._
,
Fachärztin
für
Physikalische Medizin und Rehabi
litation,
attestierte mit ärztlichem Zeugnis vom 1
9.
Mai 2014 (Urk.
6/96
/1
) eine
40%ige Arbeit
sfähigkeit im
Kinderhort ab
1.
Mai
2014
.
6.
6
Dr.
med.
J._
, Fachärztin für
Allgemeine Innere Medizin
, nannte mit
Bericht vom 1
6.
Dezember 2014 (Urk. 6/106)
die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.2):
-
Depression
-
Lumbovertebralsyndrom
-
myofasziale
Schulter und Beckengürtelsyndrome
In der bisherigen Tätigkeit als Fachperson Betreuung bestehe eine 40%ige Arbeitsfähigkeit (Ziff. 2.1). Die Beschwerdeführerin sei alle zwei bis drei Wochen in psychiatrischer Behandlung (Ziff. 3.2). Eine Zustandsverbesserung sei eher unwahrscheinlich (Ziff. 3.3).
6
.
7
Dr.
med.
K._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
L._
,
nannte mit Bericht vom 1
7.
Februar
2015 (
Urk.
6/108)
die folgenden Diagnosen (Ziff. 1.2):
-
emotional instabile Persönlichkeitsstörung (
ICD-10
F60.31), seit dem frühen Jugendalter
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit Suizidalität (
ICD-10
F33.1), seit dem frühen Jugendalter
Im Bereich Kinderbetreuung bestehe eine
50%ige Arbeitsfähigkeit (a
ufgeteilt auf 5 Tage pro Woche). I
n anderen sozialen Berufsfeldern
bestehe ebenfalls eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (Ziff. 2.1). Aufgrund der Schwere und frühen Entste
hung der Erkrankung müsse von einem stationären Verlauf ausgegangen wer
den. M
it einer Erhöhung der Arbeitsfähigkeit könne in absehbarer Zeit nicht gerechnet werden
(Ziff. 3.3). Es fände eine 14-
tägliche ambulante psychiatrisch-psychologische Behandlung statt (Ziff. 3.1).
6
.8
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheuma
tologie,
und
Prof.
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für
Neurologie
und für
Psychiatrie und Psychotherapie,
erstatteten am
7.
November 2015 ein bidisziplinäres Gutachten
(
Urk.
6/123
/1-124
)
und nannten die folgenden, hier gekürzt angeführten
Diagnosen mit Auswirkung
en auf die Arbeitsfähigkeit (S.
59)
:
-
emotional-instabile Persönlichkeitsstörung
(ICD-10
F60.31
)
-
rezidivi
erende depressive Störung; im Lä
ngsschnittverlauf schwankend;
gegenwärtig leicht bis mittelgradig (ICD-10
F33.1
)
-
unspezifische Kreuzschmerzen
-
muskuläre Dysbalance
-
Bandlaxi
zi
tät
(
Beighton
-Index 5/9)
Zudem nannten sie folgende
,
hier gekürzt angeführten
Diagnosen ohne Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 59)
:
-
schädlicher Gebrauch von Cannabis
-
chronische Kopfschmerzen, teils
migräniform
-
Nikotinabusus
Zusammenfassend müsse aus psychiatrischer Sicht festgestellt werden, dass im Vergleich zur letzten Revision ein unveränderter psychischer Gesundheits
zu
stand vorliege. In der angestammten Tätigkeit als Kleinkinder
zieherin sei die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer
handicapierenden
Fähig
keits
störungen infolge der oben benannten psychiatrischen Erkrankungen nicht mehr einsetz
bar (100%ige Arbeitsunfähigkeit). In einer leidensadaptierten Tätig
keit - wie der aktuellen Tätigkeit in der Mittagstischbetreuung im Kinderhort - s
ei die Beschwerde
führerin zu 50
% (bezogen auf ein Vollpensum) einsatzfähig. E
s
ergebe sich damit eine unveränderte Arbeitsunfähigkeit im Vergleich zur letzten
Revision. Im Haushalt bestehe ebenso ein unverändertes Bild
(Urk. 6/123/60)
.
Aus rheumatologischer Sicht sei der Beschwerdeführerin eine körperlich schwere Tätigkeit in der Pflege definitiv nicht mehr möglich. In einer körperlich leichten Tätigkeit ohne repetitive Belastungen und ergonomisch ungünstige Arbeitspositionen sei sie aber voll arbeitsfähig
(Urk. 6/123/60)
.
Bisdisziplinär
sei von einer unveränderten Arbeitsfähigkeitsbeurteilung zur letzten Revision auszugehen. In der angestammten Tätigkeit sei die Versicherte sowohl aus psychiatrischer wie auch aus rheumatologischer Sicht nicht mehr einsetzbar (100 % Arbeitsunfähigkeit). In leidensadaptierter Tätigkeit sei sie unter oben genannter Spezifikation zu 50 % arbeitsfähig. Die Einschränkungen bestünden aus psychiatrischen Gründen (Urk. 6/123/60).
6
.9
Dr.
med.
M._
, Fachärztin für
Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates
, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte mit Stellungnahme vom 3
0.
Dezember 2015 (Urk. 6/134/7-8) aus, auf das Gutachten von Prof.
Z._
und
Dr.
Y._
könne abgestellt werden.
6.10
Am
2
0.
April 2015
erfolgte eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsf
ähigkeit in Beruf und Haushalt
(vgl. Abklärungsbericht vom
3
1.
März 2016
,
Urk.
6
/
132
).
Die Beschwerdeführerin gab dabei an, da
ss sie
mit grosser Wahrscheinlichkeit
bei guter Gesundheit
weiterhin im
E._
, als Fachfrau Betreuung, zu einem Pensum von 80 % tätig sein würde. Ein höheres Pensum hätte sie auch bei guter Gesundheit nicht angestrebt. Der Beruf als Fachfrau Betreuung sei sowohl körperlich als auch seelisch sehr anspruchsvoll
,
w
eshalb kaum jemand zu einem 100 % Pensum arbeite. Man benötige die vermehrte Freizeit im Rahmen der
W
ork-
L
ife-
B
alance (Ziff. 2.5).
Die Abklärungsperson legte dem
entsprechend
die Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu
8
0
%
Teile
r
werbstätige
ohne Aufgabenbereich
fest (
Ziff.
5
)
.
6.11
Die Fachpersonen der
L._
führten mit Schreiben vom 2
4.
Mai 2016 (Urk. 6/148) aus, die Beschwerdeführerin sei nach wie vor nur zu maximal 50 % arbeitsfähig (S. 1).
7
.
7.
1
D
as
bi
disziplinäre Gutachten
von Prof.
Z._
und
Dr.
Y._
von November 2015
(vorstehend E.
6.8
),
erfüllt
die praxisgemässen Kriterien an beweiskräftige Entscheidungsgrundlagen (vorstehend E. 1.
6
) vollumfänglich
. So erfolgte eine
rheumatologische und psychiatrische
Beurteilung, womit das Gutachten auf für die strittigen Belange umfassenden Untersuchungen beruht. Zudem berücksich
tigte es die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden (
vgl.
Urk. 6/123/40-41, Urk. 6/123/109-111)
in angemessener Weise, wurde in Kenntnis sowie in Auseinandersetzung der Vorakten
(vgl. Urk. 6/123/6-35, Urk. 6/123/71-103, 6/123/117-119)
erstellt und trägt der konkreten medizini
schen Situation Rechnung. In der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge leuchtet es ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesund
heitszustand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich begründet. Die Beurteilung ist nach dem Gesagten für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend. Für die Entscheidfindung kann daher darauf abgestellt werden.
Dies umso mehr als
auch RAD-
Ärztin
Dr.
M._
zur selben Einschätzung gelangte
(vgl.
vorstehend E. 6.9
)
und auch die behandelnden Fachpersonen der
L._
der Beschwerdeführerin eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestierten (vorstehend E. 6.7, E. 6.11).
Gestützt auf die medizinische Aktenlage - und insbesondere das Gutachten von Prof.
Z._
und
Dr.
Y._
vom November 2015 - steht somit fest, dass die Beschwerdeführerin i
n der angestammten Tätigkeit sowohl
aus psychiatrischer, wie auch aus rheumatologischer Sicht nicht mehr einsetzbar
, i
n
einer
leidens
adaptierte
n
Tätigkeit
jedoch
zu 50
%
arbeitsfähig
ist, wobei die
Einschränkun
gen psychiatrisch
beg
ründe
t sind
(
vgl. E. 6.8 hiervor
)
.
7.2
Unter diesen Umständen ist es - zumindest im Ergebnis - nicht von Bedeutung, dass der behandelnde
Dr.
H._
auch in somatischer Hinsicht lediglich eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestierte. Gleichzeitig ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen,
dass allgemeinpraktizierende Hausärzte,
wie auch
behan
delnde Spezialärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/cc mit Hinweisen).
Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 4 Ziff. 5) vermag diese
abweichende
Beurteilung den Beweiswert des bidisziplinären Gutachtens
somit
nicht zu schmälern.
Weitere Abklärungen zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin erübri
gen sich
im Sinne antizipierter Beweiswürdigung (BGE 122 V 157 E. 1d)
. Ein neurologisches Gutachten, wie es die Beschwerdeführerin fordert (Urk. 1 S.
3 Ziff. 3), ist nicht notwendig, da
Dr.
Y._
eine fachneurologische Beurteilung einzig zur Differenzierung der Kopfschmerzen
, nicht aber zur hier entscheiden
den Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
als notwendig
erachtete
(vgl. Urk. 6/123/53). Ebenso kann eine Evaluation der funktionellen Leistungs
fähigkeit (EFL) unterbleiben (vgl. Urk. 1 S. 3 f. Ziff. 4). Das Belastungsprofil einer angepassten Tätigkeit
wurde
für das vorliegende Verfahren genügend spezifisch
festgelegt
(vgl. Urk. 6/123/54).
7.3
Gestützt auf das Gutachten von Prof.
Z._
und
Dr.
Y._
(E. 6.8 hiervor) steht sodann fest, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der letzten Revisionsverfügung vom 1
7.
Juli 2012 (
Urk.
6/58 ff.), aber auch seit der rentenzusprechenden Verfügung
vom 1
1.
Dezember 2008 (
Urk.
6/1) und seit der rentenbestätigenden Mitteilung vom 2
5.
Januar 2011 (
Urk.
6/43) nicht wesentlich verändert hat (vgl. E. 3.3 ff. hiervor sowie Feststellungsblätter vom 2
4.
September 2008,
Urk.
6/16, vom 2
5.
Januar 2011,
Urk.
6/42, sowie vom 23. Mai 2012,
Urk.
6/50).
7
.4
Verändert hat sich jedoch
die erwerbliche Situation der Beschwerdef
ührerin
. Die Beschwerdeführerin arbeitet
neu seit dem
1.
Juli 2014
in einem 40%-Pensum als Mittagstisch
betreuerin für das
N._
(Urk. 6/98, Urk. 6/102/4-5)
. Damit liegt ein
Revisionsgrund
nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG
vor, weshalb der IV-Grad voraussetzungslos neu geprüft werden kann.
8.
8.1
Hinsichtlich der sozialversicherungsrechtlichen Qualifikation der Beschwerde
führerin stützte sich die Beschwerdegegnerin auf den Haushaltsabklärungsbe
richt vom 3
1.
März 2016
, worin die
Beschwerdeführerin als
zu
80
%
Teile
r
werbstätige
ohne Aufgabenbereich
qualifiziert wurde (
vorstehend E.
6
.10
).
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, dass sie weiterhin als zu 85 % Erwerbstätige und zu 15 % im Haushalt Tätige zu qualifi
zieren sei (vgl. Urk. 1 S. 5 Ziff. 12).
8.2
Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, es sei nicht einzusehen,
weshalb
nicht wie bisher ein Erwerbspensum von 85 % angenommen und
das
bisherige Haus
haltpensum von 15
% plötzlich in ein Freizeitpensu
m umgewandelt werden solle (Urk. 1 S. 5
Ziff. 12
),
ist darauf hinzuweisen, dass
die Beschwerdeführerin gegenüber der Abklärungsperson an
gegeben hat
,
mit grosser Wahrscheinlichkeit bei guter Gesundheit zwecks vermehrter Freizeit im Rahmen der
W
ork-
L
ife-
B
a
lance
zu eine
m Pensum von 80 % tätig zu sein
(vorstehend E. 6.10).
Zudem erscheint die Annahme einer hypothetischen Erwerbstätigkeit von 80
%
im
Gesundheitsfall mindestens so plausibel wie früher diejenige einer 85%igen Tätigkeit
(vgl. vorstehend E. 3.4)
.
Begnügt sich eine versicherte Person, welche im Gesundheitsfall ihr wirt
schaftli
ches Potential nicht voll ausnützt, indem sie zwar in der Lage wäre, voll erwerbstätig zu sein, sich aber für eine Teilzeitstelle entscheidet, um mehr Freizeit zu haben, mit einem Teilzeitlohn
,
verzichtet sie damit freiwillig auf einen Teil des Lohnes, den sie erzielen könnte, wenn sie vollerwerbstätig wäre. Dass ihr Erwerbseinkommen vermindert ist, stellt die Folge ihrer Wahl dar. Der nicht verwertete Teil ihrer Erwerbsfähigkeit ist damit nicht versichert (BGE 135 V 58 E. 3.4.1 S. 61; BGE 131 V 51 E. 5.1.2 S. 53; Urteil des Bundesgerichts 9C_112/2012 vom 1
9.
November 2012 E. 4.6) und ein Ausgleich durch die Invalidenversicherung demzufolge nicht statthaft (BGE 137 V 334 E. 5.5.3 S.
345 f.; BGE 131 V 51 E. 5.1.2 S. 53). In
einem solchen Fall bemisst sich die Invalidität respektive die Erwerbseinbusse in der Regel nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs nach
Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art.
28a
Abs.
1 IVG (
BGE 142 V 290 E. 5,
BGE 131 V 51 E. 5.1-5.2
).
8.3
Nach dem Gesagten ist die
Beschwerdeführerin als zu 80
%
Teile
rwerbstätige
ohne Aufgabenbereich
zu qualifizieren.
9.
9.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen vorzunehmen.
D
ie Beschwerdeführerin
gilt
– wie zuvor ausgeführt (vorstehend E.
8
) – als zu 80
%
Erwerbstätige
ohne Aufgabenbereich
.
9.2
Nach der präzisierten Rechtsprechung von BGE 142 V 290 ist bei teil
erwerbs
täti
gen Versicherten ohne Aufgabenbereich die anhand der Einkom
mens
ver
gleichs
methode (
Art.
16 ATSG) zu ermittelnde Einschränkung im allein ver
sicherten erwerblichen Bereich proportional -
im Umfang der hypothetischen Teilerwerbstätigkeit - zu berücksichtigen. Der Invaliditätsgrad entspricht der proportionalen Einschränkung im erwerblichen Bereich und kann damit den versicherten Bereich, welcher durch das hypothetische Teilzeitpensum definiert wird, nicht übersteigen.
9.
3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validenein
kommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkom
mensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versi
cherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstruk
turerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berück
sichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundes
gerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
Die Beschwerdeführerin macht geltend, es sei z
ur Bestimmung des aktuellen Valideneinkommens dasjenige aus der Verfügung vom 1
7.
Juli 2012
hinaufzu
indexieren
(vorstehend E. 2.2)
.
Unter Berücksichtigung der
Nominallohnerhö
hung (Schw
eizerischer Lohnindex insgesamt
, Frauen, Stand
2008: 2499
, Stand 2
016
:
2709
; www.bfs.admin.ch
, Arbeit und Erwerb, Löhne,
Erwerbseinkommen
und Arbeitskosten
,
Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne
)
ergäbe
dies für das Jahr 201
6
ein
V
alideneinkommen von rund Fr.
58‘958
.-- (
Fr. 54‘388.--
:
2499
x
2709
).
Doch selbst
wenn man so vorginge, resultierte kein Rentenanspruch, wie die folgenden Ausführungen zeigen (E. 9.4. f.).
Folglich kann die Frage, auf welches Valideneinkommen abzustellen ist, offen gelassen werden.
9.
4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Das Invalideneinkommen wurde gestützt auf das tatsächlich erzielte (beziehungsweise auf das in einem 50%-Pensum
zumutbarerweise
erz
ielbare) Einkommen festgesetzt. Bei der aktue
llen Tätigkeit als Kinderbetreu
erin in einem Hort handelt es sich um eine optimal angepasste Tätigkeit (vgl.
Urk. 6/123/56)
. Die Festsetzung des Invalideneinkommens auf
rund
Fr. 34‘22
3
.
unter Hochrechnung vom tatsächlich erzielten 40%igen Ein
kom
men auf ein zumutbares 50%-Pensum (
Urteil 9C_720/2012 vom 11.
Februar 2013
)
ist demnach nicht zu beanstanden.
9.
5
Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, es sei ein leidensbedingter Abzug zu berücksichtigen, kann ihr nicht gefolgt werden. Mit dem leidensbedingten Abzug trägt die Rechtsprechung den Besonderheiten der Tabellenwerte dadurch Rechnung, dass bei den statistisch ausgewiesenen Zentralwerten bestimmte Korrekturen vorgenommen werden (
Ueli Kieser,
ATSG-Kommentar
, 3.
Auflage,
Bern/St. Gallen/Zürich
2015, N 60 f. zu Art.
16). Da das Invalideneinkommen vorliegend gestützt auf das tatsächlich erzielte (beziehungsweise auf das in einem 50%-Pensum
zumutbarerweise
erzielbare) Einkommen und nicht gestützt auf Tabellenwerte festgesetzt wurde, kann kein leiden
sbedingter Abzug vorge
nommen werden.
Bei einem Invalideneinkommen von rund Fr. 34‘223.-- resultierte eine Erwerbs
ein
busse von Fr. 24‘735.-- und ein IV-Grad von 41.95 % (Fr. 24‘735.50 x 100 :
Fr. 58‘958.--), welcher bei einer Gewichtung von 80 % 33.6 % betrüge (Fr. 58‘958.-- x 0.8), weshalb kein Anspruch auf eine Rente resultiert.
9.6
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
10.
Die Beschwerdeführerin beantragte
eventuell
die
Zusprache
beruflicher Mass
nahmen
(Urk. 1 S. 2, Urk. 1 S. 6 Ziff. 14). Im verwaltungsgerichtlichen Beschwer
de
verfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung beziehungsweise eines Ein
spracheentscheids – Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der Einspracheentscheid den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfü
gung beziehungsweise kein Einspracheentscheid ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
Der Anspruch auf berufliche Massnahmen bildet vor
liegend nicht Anfechtungsgegenstand der Verfügung vom
2
6.
Mai 201
6.
Soweit die Beschwerdeführerin berufliche Massnahmen verlangt, ist somit auf die Beschwerde nicht einzutreten.
1
1
.
Da es
im vorliegenden Verfahren
um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.