Decision ID: dc03ce44-a7b8-5f43-9680-eef045b559d1
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Eugen Koller, LL.M., Anwaltskanzlei St. Jakob,
St. Jakob Strasse 37, 9000 St. Gallen
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich im November 2007 unter Hinweis auf starke Schmerzen im
linken Handgelenk zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-
Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1). Der Versicherte musste sich in den Jahren
2007 bis 2012 am linken Handgelenk verschiedenen operativen Eingriffen in der Klinik
für Handchirurgie am Kantonsspital St. Gallen (KSSG) unterziehen (vgl. IV-act. 122, S.
28). Gemäss Fragebogen für Arbeitgebende vom 8. Januar 2008 hatte er zuletzt von
Mai 2002 bis März 2007 als Hilfsmetzger in der Herstellung von Convenience-Artikeln
bei der B._ AG gearbeitet (IV-act. 12).
A.b Im Gutachten vom 10. Juni 2008 zuhanden der Krankenversicherung hielt Dr. med.
C._, Handchirurgie, Orthopädie D._, fest, die massiven bewegungs- bzw.
belastungsabhängigen Schmerzen des Versicherten würden sich durch die Befunde im
Röntgenbild erklären lassen. Alle handwerklichen Tätigkeiten in jeder Position seien
erschwert und würden praktisch einhändig durchgeführt. Die linke Hand diene lediglich
noch als Hilfshand. Der Versicherte funktioniere als Handarbeiter für mittelschwere und
schwere Arbeiten nur als Einhänder. Er sei demzufolge für seine bisherige Tätigkeit in
der Metzgerei 100% arbeitsunfähig. Leichtere Arbeiten könnten rechts durchgeführt
werden, wobei anzumerken sei, dass das rechte Handgelenk auch vorgeschädigt sei.
Zurzeit würde eine Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit zur Schädigung der
Gesundheit des Versicherten führen. Dieser würde nämlich vermehrt die rechte, bereits
vorgeschädigte Hand mehr belasten, was dort wieder zur Beschleunigung der
pathologischen Veränderungen führen würde. In einer angepassten Tätigkeit bestehe
eine Arbeitsfähigkeit von 30%. Eine erneute Beurteilung sei sinnvoll, wenn das linke
Handgelenk erneut operiert worden sei (IV-act. 67-3 ff.).
A.c Die seit 6. Mai 2010 behandelnde Psychiaterin, Dr. med. E._, Fachärztin
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, diagnostizierte in ihrem Bericht vom 7.
September 2010 eine Anpassungsstörung, eine längere depressive Reaktion (ICD-10:
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F 43.21), eine Kahnbein-Pseudoarthrose beidseitig und eine Handgelenksarthrose
links. Durch die Arbeitsunfähigkeit nach den neun Operationen an seinem linken
Handgelenk und der unbefriedigenden Behandlung sowie wegen massiver
psychosozialer Belastung habe der Versicherte eine Anpassungsstörung mit längerer
depressiver Reaktion entwickelt. Er sei zunehmend nervös geworden, leide unter einer
umfassend depressiven Stimmung, Angst, Besorgnis und einem Gefühl, unmöglich mit
dem Alltag zu Recht zu kommen. Weiter habe er auch Ein- und Durchschlafstörungen.
Aus psychiatrischer Sicht sei er aktuell 50% arbeitsunfähig (IV-act. 139-11 f.).
A.d Mit Verfügung vom 10. Januar 2011 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des
Versicherten ab (IV-act. 73). Die dagegen erhobene Beschwerde vom 10. Februar 2011
(IV-act. 82) wurde mit Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
11. Mai 2012 teilweise gutgeheissen, die Verfügung vom 10. Januar 2011 aufgehoben
und die Sache zur weiteren Abklärung und zur neuen Verfügung im Sinn der
Erwägungen an die IV-Stelle zurückgewiesen (IV-act. 100).
A.e Gestützt auf das Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen erteilte
die IV-Stelle dem ABI Ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH, Basel (ABI), am 18. Juli
2012 den Auftrag für eine interdisziplinäre Abklärung (IV-act. 110). Im ABI-Gutachten
vom 14. Mai 2013 wurde dem Versicherten in der angestammten Tätigkeit eine
bleibende, volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. Für körperlich nur leichte und gut
adaptierte Tätigkeiten bestehe noch eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 60% (IV-
act. 122).
A.f Mit Vorbescheid vom 4. Juli 2013 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. In einer optimal leidensadaptierten
Tätigkeit bestehe eine Leistungsfähigkeit von 60%. Dies führe zu einem Invaliditätsgrad
von 32%, womit kein Rentenanspruch bestehe (IV-act. 127).
A.g Mit Einwand vom 9. September 2013 machte der Versicherte geltend, dass nicht
nachvollziehbar sei, wie die IV-Stelle die Arbeitsunfähigkeit auf 32% reduzieren könne,
nachdem gemäss ABI-Gutachten eine äusserst positiv beurteilte Arbeitsunfähigkeit von
mindestens 40% vorliege. Zudem sei auch die gutachterliche Abweichung von der
Einschätzung von Dr. C._, wonach eine Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
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von 30% bestehe, nicht nachvollziehbar. Des Weiteren sei der Invaliditätsgrad falsch
berechnet worden (IV-act. 129).
A.h Gestützt auf die Stellungnahmen des RAD vom 20. September 2013 (IV-act. 130)
und vom 10. Oktober 2013 (IV-act. 132) wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des
Versicherten mit Verfügung vom 13. November 2013 ab (IV-act. 135). Aufgrund des
Einwandes wurde im Einkommensvergleich beim Invalideneinkommen ein
Minderverdienst von 20.48% berücksichtigt, was neu zu einem Invaliditätsgrad von
37% führte.
B.
B.a Gegen diese Verfügung vom 13. November 2013 richtet sich die vorliegend zu
beurteilende Beschwerde vom 16. Dezember 2013. Der Beschwerdeführer beantragt
unter Kosten- und Entschädigungsfolge die Aufhebung der Verfügung vom 13.
November 2013 und die Ausrichtung einer ganzen Rente spätestens ab 1. März 2008,
eventualiter die Rückweisung der Streitsache zur erneuten Beurteilung an die
Beschwerdegegnerin. Er begründet dies damit, dass nicht auf das ABI-Gutachten
abgestellt werden könne. Zudem lasse sich aufgrund der bestehenden
Beeinträchtigungen und des Alters des Beschwerdeführers eine allfällig bestehende
Resterwerbsfähigkeit nicht mehr verwerten. Bei der Berechnung des Invaliditätsgrades
sei zudem von einem zu hohen erzielbaren Einkommen ausgegangen worden und es
sei ein Leidensabzug von 25% festzusetzen (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 14. Februar 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass auf das ABI-
Gutachten und die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit abgestellt werden könne.
Weiter sei der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Verfügung 49-jährig gewesen, womit
davon auszugehen sei, dass er auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt seine
Restarbeitsfähigkeit noch verwerten könne. Ein Leidensabzug sei nicht vorzunehmen,
da die Beschwerdegegnerin das Einkommen bereits um 20,48% parallelisiert und
somit den Höchstwert bereits ausgereizt habe (act. G 6).
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B.c Am 19. Februar 2014 wurde dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtspflege (Befreiung von Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) entsprochen (act. G 7).
B.d Mit Replik vom 21. März 2014 hält der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am
Rechtsbegehren gemäss Beschwerdeschrift vollumfänglich fest (act. G 9). Die
Beschwerdegegnerin verzichtete am 25. April 2014 auf die Einreichung einer Duplik
(act. G 11).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
des Beschwerdeführers.
1.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) bzw. am 1. Januar
2012 die gemäss der IV-Revision 6a revidierten Bestimmungen in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt der übergangsrechtliche Grundsatz, dass der
Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids bzw. im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklichte (vgl. BGE 127 V 467 E. 1,
126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging am 13.
November 2013, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der
revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat (Eintritt
Arbeitsunfähigkeit am 20. März 2007; IV-act. 17-2). Daher und aufgrund dessen, dass
der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, ist für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf
die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen
der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1) bzw. ab 1. Januar 2012 auf die
Normen der 6a-Revision. Diese übergangsrechtliche Lage zeitigt insoweit keine
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materiellrechtlichen Folgen, als die 5. und 6a IV-Revisionen hinsichtlich des Begriffs
und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber der bis
Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage brachten. Nachfolgend werden die seit 1.
Januar 2012 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben, soweit nicht
ausdrücklich auf die altrechtlichen Bestimmungen verwiesen wird.
1.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.4 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch
zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte
Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der
freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
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Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
1.5 Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und
Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen
Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie
nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu
schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft,
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
125 V 351 E. 3b/bb).
2.
Vorab ist die Frage zu beantworten, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenüg
liche Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt.
2.1 In medizinischer Sicht stützt sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen
Verfügung vom 13. November 2013 auf das ABI-Gutachten vom 14. Mai 2013 (IV-act.
122). Der Beschwerdeführer erachtet dieses aus verschiedenen Gründen für nicht
beweistauglich. So bringt er vor, dass die darin attestierte Arbeitsfähigkeit von 60%
dem Gutachten von Dr. C._ vom 10. Juni 2008 widerspreche, in welchem dieser zum
Schluss gekommen sei, dass in einer adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von
nicht mehr als 30% bestehe. Der Gutachter, Dr. F._, habe im ABI-Gutachten
ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Lagebeurteilung des gutachterlich tätigen
Dr. C._ vom 10. Juni 2008 fachtechnisch korrekt und schlüssig formuliert sei. Es sei
somit nicht ersichtlich, weshalb nicht auf dessen Beurteilung abgestellt werde und aus
welchen Gründen die Arbeitsfähigkeit plötzlich 60% betragen solle. Es fehle eine
Begründung für diese Abweichung (act. G 1, S. 4 ff.).
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2.1.1 Bezüglich der Arbeitsfähigkeit aus handchirurgischer Sicht wird im ABI-
Gutachten festgehalten, dass Dr. C._ dazu bereits Stellung bezogen habe. Eine
höhergradige eingeschränkte Arbeitsfähigkeit sei grundsätzlich nachvollziehbar, da der
Beschwerdeführer funktionell als Einhänder anzusehen sei und auch sein dominantes
rechtes Handgelenk eine posttraumatische Handgelenksarthrose mittelschweren
Stadiums aufweise. Aus medizinisch-theoretischer Sicht komme einzig eine leichte
manuelle Tätigkeit unter "wechselhaften" Arbeitsbedingungen mit überwiegend
administrativer Natur in Betracht, die einhändig durchgeführt werden könne (IV-act.
122, S. 29). Insoweit stimmt das ABI-Gutachten mit der Beurteilung von Dr. C._ (vgl.
IV-act. 67-5) überein. Beschwerdeführer und Beschwerdegegnerin sowie auch das
ABI-Gutachten stimmen weiter überein, dass die Evaluation der arbeitsbezogenen
funktionellen Leistungsfähigkeit EFL nicht verwertbar sei (vgl. act. G 6, Ziff. 2, act. G 1,
Ziff. 3 lit. e sowie IV-act. 122, S. 32). In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung
kommen die ABI-Gutachter zum Schluss, dass für körperlich leichte Tätigkeiten, bei
denen die linke Hand lediglich als Zudienhand einzusetzen sei, bei denen auch
bezüglich der rechten Hand deutlich Limitierungen bestehen würden, indem keine
Lasten generell über 10 kg und wiederholt über 5 kg bewegt werden sollten, ohne
repetitives Bewegungsmuster oder Zwangshaltung, eine zumutbare Präsenz von
maximal 6 Stunden pro Tag mit einer pausenbedingten Leistungseinbusse von 20%
bestehe. Dadurch ergebe sich eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit für diese gut
adaptierten Tätigkeiten von 60% (IV-act. 122, S. 33).
2.1.2 Es trifft zwar zu, dass sich der Handchirurg im ABI-Gutachten nicht konkret
mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung durch Dr. C._ auseinander setzte. Hingegen hielt
Dr. F._ explizit einen höhergradigen Arbeitseinsatz (als 30%) für "denkbar", weil das
rechte Handgelenk aktuell beschwerdearm sei und eine gute Funktion und Kraft
aufweise. In der Gesamtbeurteilung wird zudem erwähnt, dass mit den verschiedenen
Wiederholungsoperationen bis am 30. Mai 2012 im linken Handgelenk eine leichte
Ruheschmerzbesserung habe erreicht werden können. Bei der orthopädischen
Untersuchung bestätigte der Beschwerdeführer denn auch ausdrücklich, dass die
aktuellen Schmerzen beim linken Handgelenk geringer seien als vor der ersten
Operation (IV-act. 122, S. 18). Gesamthaft erscheint die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
plausibel und nachvollziehbar begründet. Dies gilt umso mehr als Dr. C._ explizit eine
vorläufige Einschätzung abgab, die sinnvollerweise nach weiteren Operationen neu
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vorzunehmen sei (IV-act. 67-10). Zugunsten der Beurteilung durch das ABI-Gutachten
spricht weiter, dass sie auf umfassenden Untersuchungen beruht, und in Kenntnis und
Würdigung der gesamten Aktenlage sowie der Beschwerdeschilderung erfolgte.
2.2 Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, dass sich das ABI-Gutachten mit der
Belastung des rechten Handgelenks und der damit verbundenen Beschleunigung der
pathologischen Veränderung der rechten Hand, sollte der Beschwerdeführer einer
Tätigkeit nachgehen, in keiner Weise auseinandersetze. Es könne dem
Beschwerdeführer nicht zugemutet werden, eine Tätigkeit aufzunehmen, die zu einer
Beschleunigung des pathologischen Zustands der rechten Hand führen werde, bis er
auch diese nicht mehr gebrauchen könne. Da sich das Gutachten bezüglich dieser
Zumutbarkeit nicht geäussert habe, sei es diesbezüglich unvollständig (act. G 1, S. 7).
2.2.1 Das ABI-Gutachten geht mehrfach auf die Probleme beim rechten
Handgelenk ein;
es wird eine posttraumatische Handgelenksarthrose rechts Stadium III (SLAC-wrist,
Scaphoid Nonunion Advanced Collapse, ICD-10: M 19.9), eine Rhizarthrose beidseits
links > rechts (ICD-10: M 18.9) und eine leichtgradige STT-Gelenksarthrose rechts
diagnostiziert (IV-act. 122, S. 28). Auch bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus
handchirurgischer Sicht werden die Einschränkungen am rechten Handgelenk
berücksichtigt. So wird explizit als erschwerend angeführt, dass auch das rechte
Handgelenk eine posttraumatische Handgelenksarthrose mittelschweren Stadiums
aufweise, was sich auf die Einsatz- und Leistungsfähigkeit beider Hände in Beruf und
Haushalt auswirke (IV-act. 122, S. 28). Es komme einzig eine leichte manuelle Tätigkeit
unter "wechselhaften" (wohl: wechselbelastenden) Arbeitsbedingungen mit
überwiegend administrativer Natur in Betracht, die einhändig durchgeführt werden
könne. Aus handchirurgischer Sicht sei ein Teilzeitpensum denkbar, indem die rechte
Hand nur gering belastet werden solle, ohne repetitive Bewegungen, mit einer
Gewichtslimite von vereinzelt unter 10 kg und repetitiv unter 5 kg (IV-act. 122, S. 32).
Zudem wird aufgrund der unklaren Prognose bezüglich des Fortschreitens der Arthrose
am rechten Handgelenk eine gutachterliche Reevaluation in 2-jährigen Abständen
empfohlen (IV-act. 122, S. 29).
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2.2.2 Wie dargelegt, trägt das ABI-Gutachten dem geschädigten rechten
Handgelenk durchaus Rechnung, indem nur eine umschriebene leichte manuelle
Tätigkeit in Teilzeit mit Ruhepausen als zumutbar erachtet wird. Das Fortschreiten der
posttraumatischen Handgelenksarthrose rechts sei nur bei höherer Belastung zu
befürchten. Zudem wird mit der empfohlenen in 2-jährigen Abständen stattfindenden
Reevaluation einem möglichen Fortschreiten der Arthrose Rechnung getragen. Der
Einwand des Beschwerdeführers, dass das ABI-Gutachten diesbezüglich unvollständig
sei, ist somit unbegründet.
2.3 Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, dass er gemäss "Gutachten" von
Dr. E._ vom 7. September 2010 (IV-act. 139-11 f.) allein aus psychiatrischer Sicht zu
mindestens 50% arbeitsunfähig sei. Aufgrund der 10 Operationen, die der
Beschwerdeführer über sich habe ergehen lassen müssen, erstaune es nicht, dass
auch in psychischer Hinsicht eine Beeinträchtigung gegeben sei. Zudem habe der
Beschwerdeführer extreme Angst davor, dass die Schmerzen an der rechten Hand
noch mehr zunehmen würden und er auch diese bald nicht mehr benützen könne.
Diesbezüglich sei das ABI-Gutachten schlichtweg falsch. Hinsichtlich der Beurteilung
der psychischen Beeinträchtigung scheine die Behauptung, der Beschwerdeführer sei
selbst mit dem Auto nach G._ gefahren, eine erhebliche Bedeutung zu haben. Es
werde geltend gemacht, dass der Beschwerdeführer keine Konzentrationsstörungen
habe, und dies sei auch nicht weiter abgeklärt worden. Der Beschwerdeführer sei
jedoch zu jedem Termin in G._ und auch in H._ chauffiert worden. Er traue sich
aufgrund von Ermüdungserscheinungen und Konzentrationsstörungen nicht mehr,
längere Strecken zu fahren. Auch die Behauptung, dass der Beschwerdeführer nicht
zurückgezogen lebe, werde bestritten. Mit Ausnahme zur Familie pflege er keine
sozialen Kontakte (act. G 1, S. 8 ff.).
2.3.1 Diesbezüglich gilt es zu berücksichtigen, dass rechtsprechungsgemäss
unter Beachtung der Divergenz von medizinischem Behandlungs- und
Abklärungsauftrag es nicht angehen kann, eine medizinische Administrativ- oder
Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen
zu nehmen, wenn die behandelnden medizinischen Fachpersonen nachher zu
unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an solchen vorgängig geäusserten
abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich hingegen, wenn die
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behandelnden medizinischen Fachpersonen objektiv festellbare Gesichtspunkte
vorbringen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben und die geeignet
sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 13. März 2006, I 676/05, E. 2.4 mit Hinweisen). Weiter ist zu
beachten, dass – behandelnde und begutachtende – Psychiater, mit der gleichen
Person als Patientin oder Explorandin in verschiedenen Zeitpunkten und Situationen
konfrontiert, zu unterschiedlichen Beurteilungen der psychischen Beeinträchtigungen
und – invalidenversicherungsrechtlich entscheidend – deren Schweregrades mitsamt
den sich daraus ergebenden Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit gelangen können.
Diese in der Natur der Sache begründete, weitgehend fehlende Validierbarkeit
("Reliabilität") psychiatrischer Diagnosen kann nicht automatisch zu
Beweisweiterungen bei sich widersprechenden psychiatrischen Berichten und
Expertisen führen, wenn die gutachterliche Einschätzung die Anforderungen an
beweiskräftige Gutachten erfüllt (Urteil des Bundesgerichts vom 29. September 2009,
9C_661/09, E. 3.2).
2.3.2 Die behandelnde Psychiaterin diagnostizierte eine Anpassungsstörung mit
einer längeren depressiven Reaktion (ICD-10: F 43.21) und attestierte dem
Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit von 50% (IV-act. 139-11 f.). Im ABI-
Gutachten wurde demgegenüber eine leichte depressive Episode (ICD-10: F 32.0) ohne
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert. Zudem setzte sich der Gutachter explizit
und nachvollziehbar mit dem Bericht der behandelnden Psychiaterin auseinander (IV-
act. 122, S. 13 ff.). Die von der behandelnden Psychiaterin gestellte Diagnose vermag
daher keinen wesentlichen Mangel am Gutachten zu begründen. Es ergeben sich auch
aus dem Bericht der behandelnden Psychiaterin keine objektiven Gesichtspunkte, die
im Gutachten ausser Acht gelassen worden wären.
2.3.3 Aufgrund der vom Beschwerdeführer eingereichten Bestätigungen (act. G
1.6 ff.) kann als erwiesen angenommen werden, dass der Beschwerdeführer mit
seinem Privatauto von einer Drittperson nach G._ gefahren wurde. Somit erscheint
die Beurteilung im ABI-Gutachten, dass die Autofahrt des Beschwerdeführers nach
G._ gegen eine deutliche Konzentrationsstörung spreche, nicht schlüssig. Gegen
eine Konzentrationsstörung spricht aber weiterhin der psychiatrische Befund, wonach
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die Vigilanz ungestört war, die Aufmerksamkeit, die Auffassung und das Gedächtnis
nicht beeinträchtigt waren (IV-act. 122, S. 13). Zudem habe sich der Beschwerdeführer
im Untersuchungsgespräch gut konzentrieren können, die Anamneseerhebung sei gut
möglich gewesen und er habe auch Lebensdaten gut angeben können (IV-act. 122, S.
14). Auch aus dem Bericht der behandelnden Psychiaterin geht keine
Konzentrationsstörung hervor, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würde; es
wird lediglich festgestellt, dass die Aufmerksamkeit und Konzentration leicht
herabgesetzt seien (IV-act. 139-11).
2.4 Zusammenfassend bestehen keine Zweifel an dem auf umfassenden
Untersuchungen beruhenden, in Kenntnis der vollständigen Aktenlage und in
Berücksichtigung des gesamten Leidensbilds ergangenen, nachvollziehbaren ABI-
Gutachten vom 14. Mai 2013. Gestützt darauf ist davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer für gut adaptierte Tätigkeiten aus medizinischer Sicht über eine
Arbeitsfähigkeit von 60% verfügt (IV-act. 122, S. 33). Es besteht kein Bedarf für die
Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen.
3.
3.1 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht weiter geltend, dass sich eine
allfällig bestehende Resterwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers aufgrund der
bestehenden Beeinträchtigungen und aufgrund des Alters (er sei bereits 57 Jahre alt)
ohnehin nicht mehr verwerten lasse. Dr. C._ halte lediglich eine leichte Tätigkeit eher
intellektueller Art für möglich. Aufgrund der Bildung und der Sprachkenntnisse des
Beschwerdeführers sei aber eine solche Tätigkeit ohnehin ausgeschlossen. Fehle es an
der Möglichkeit überhaupt eine allfällige Resterwerbsfähigkeit wirtschaftlich verwerten
zu können, bestehe ebenfalls Anspruch auf eine ganze Rente (act. G. 1, S. 10).
3.2 Entgegen der Behauptung des Rechtsvertreters war der Beschwerdeführer
(geboren am 27. Juli 1964; vgl. IV-act. 3) bei der Beschwerdeerhebung im Dezember
2013 erst 49 1⁄2 Jahre alt und nicht bereits 57-jährig. Der Einwand, eine allfällige
Resterwerbsfähigkeit könne aufgrund des Alters wirtschaftlich nicht verwertet werden,
ist demzufolge unbegründet (zum massgeblichen Zeitpunkt vgl. im Übrigen BGE 138 V
457). Wie die Beschwerdegegnerin geltend macht, geht die Gerichtspraxis davon aus,
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dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt für Personen, welche funktionell als Einarmige zu
betrachten sind und überdies nur noch leichte Arbeiten verrichten können, genügend
realistische Betätigungsmöglichkeiten bietet. Zu denken sei etwa an einfache
Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie an die Bedienung und
Überwachung von (halb-)auto-matischen Maschinen oder Produktionseinheiten (Urteil
des Bundesgerichts vom 8. September 2009, 9C_207/2009, E. 3.2 mit Hinweisen). Der
Einwand, die Resterwerbsfähigkeit könne wirtschaftlich nicht verwertet werden, ist
somit unbegründet.
4.
Ausgehend von einer 60%igen Restarbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
verbleibt die Prüfung des Invaliditätsgrads. Dabei kann offen bleiben, ob die von der
Beschwerdegegnerin vorgenommene Parallelisierung mit einem 5%igen Selbstbehalt
zulasten des Beschwerdeführers wegen Minderverdienst vorliegend zutreffend ist.
Denn selbst wenn auf die von der Beschwerdegegnerin ermittelten
Vergleichseinkommen (Valideneinkommen: Fr. 49'231.--; Invalideneinkommen ohne
Tabellenlohnabzug Fr. 31'015.--, IV-act. 136) abgestellt und kein Prozentvergleich
vorgenommen würde, resultierte ein rentenbegründender Invaliditätsgrad, da die
Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung zu Unrecht die Gewährung eines
Tabellenlohnabzugs unterlassen hat.
4.1 Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt
werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu
verwerten in der Lage sind. Nach der Rechtsprechung hängt die Frage, ob und in
welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen
und beruflichen Umständen – auch von invaliditätsfremden Faktoren – des konkreten
Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre,
Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem
Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25%
festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des Tabellenlohnabzugs ist unzulässig
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(BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI 2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit
Hinweisen).
4.2 Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführt (act. G 6, Rz 6), gilt es zu
beachten, dass bestimmte einkommensbeeinflussende Merkmale nicht mehr als
ursächliche Faktoren für einen Tabellenlohnabzug berücksichtigt werden dürfen, wenn
denselben IV-fremden Aspekten bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichseinkommen Rechnung getragen wurde (Urteil des Bundesgerichts vom 5.
September 2011, 8C_273/2011, E. 5). Entgegen den Ausführungen der
Beschwerdegegnerin steht die Parallelisierung indessen der Gewährung des
höchstzulässigen Abzugs von 25% nicht entgegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
30. September 2008, 9C_677/2008), zumal bereits aufgrund leidensbedingter
Einschränkungen ein Abzug von 25% gewährt werden kann (vgl. etwa Urteil des
Bundesgerichts vom 17. September 2008, 9C_418/2008, E. 3.3.2 mit Hinweisen
betreffend "Einhändigkeit"). Die Parallelisierung der Vergleichseinkommen einerseits
und der Abzug vom statistisch ermittelten Invalideneinkommen andererseits verfolgen
unterschiedliche Ziele. Die Korrektur bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen
dient dem Grundsatz, dass die Invalidenversicherung für invaliditätsbedingte
Erwerbsunfähigkeit einzustehen hat. Würde diese Korrektur nicht vorgenommen, wäre
der Invaliditätsgrad bei Versicherten mit unterdurchschnittlichem Valideneinkommen
stets kleiner als bei Versicherten mit dem gleichen Gesundheitsschaden jedoch
durchschnittlichem Valideneinkommen. Dies würde gegen das Gebot der
Rechtsgleichheit verstossen. Der Abzug vom Invalideneinkommen hingegen bezweckt,
ausgehend von statistischen Werten ein Invalideneinkommen zu ermitteln, welches der
im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Verwertung der noch möglichen Verrichtungen
im Rahmen der (Rest-)Arbeitsfähigkeit am besten entspricht (vgl. BGE 134 V 329, E. 6.2
mit Hinweisen).
4.3 Ein Tabellenlohnabzug von 20% erscheint mit Blick auf die Rechtsprechung des
Bundesgerichts bei "Einhändigkeit" als angemessen (vgl. Urteile des Bundesgerichts
vom 17. September 2008, 9C_418/2008, E. 3.3.2 mit Hinweisen, sowie vom 10. August
2011, 8C_390/2011, E. 6, wo gar ein 25%iger Abzug gewährt wurde). Dieser Abzug
erscheint auch dann als gerechtfertigt, wenn nicht die dominante rechte Hand von der
Gesundheitsschädigung betroffen ist (vgl. Urteil des Versicherungsgerichts des
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Kantons St. Gallen vom 29. Januar 2014, IV 2012/309, E. 4.3). Hinzu kommt, dass der
Beschwerdeführer auch bei der Belastung der dominanten rechten Hand eingeschränkt
ist. Da der Beschwerdeführer aufgrund seiner Einschränkungen zudem nur noch einer
teilzeitlichen Tätigkeit nachgehen kann, rechtfertigt sich eine Erhöhung des
leidensbedingten Tabellenlohnabzugs auf insgesamt 25% (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 10. Februar 2011, 9C_617/2010, E. 4.3).
4.4 Bei einem Tabellenlohnabzug von 25% resultieren beim Abstellen auf das von der
Beschwerdegegnerin ermittelte Einkommen von Fr. 31'015.-- (60% des um einen
Minderverdienst von 20.48% gekürzten Tabellenlohne von Fr. 61'776.-- im Jahr 2011,
IV-act. 136) ein Invalideneinkommen von Fr. 23'261.25 (Fr. 31'015.-- x 0.75), eine
Erwerbseinbusse von Fr. 25'969.75 (Fr. 49'231.-- – Fr. 23'261.25) und ein
rentenbegründender Invaliditätsgrad von gerundet (zur Rundung vgl. BGE 130 V 121 E.
3.2) 53% ([Fr. 25'969.75 / Fr. 49'231.--] x 100). Würde zugunsten des
Beschwerdeführers ein Prozentvergleich vorgenommen, resultierte ein Invaliditätsgrad
von gerundet 55% (40% + [60% x 0.25]). Würde zulasten des Beschwerdeführers
lediglich mit einem Leidensabzug von 20%, bzw. einem Invalideneinkommen von Fr.
24'812.-- (Fr. 31'015.-- x 0.80) gerechnet, ergäbe sich ein Invaliditätsgrad von gerundet
50% ([Fr. 24'419.-- / Fr. 49'231.--] x 100).
4.5 Das ABI-Gutachten bescheinigt dem Beschwerdeführer seit März 2007 für die
angestammte Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit und für eine gut adaptierte, leichte
Tätigkeit eine 60%ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 122, S. 33). Die Arbeitsunfähigkeit ist
somit vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision
eingetreten. In der Fassung der bis 31. Dezember 2007 noch gültigen Bestimmungen
des IVG (vgl. Erwägung 1.1) entsteht der Rentenanspruch für die versicherte Person,
die zumindest zu 40% invalid ist (aArt. 29 Abs. 1 lit b i.V.m. aArt. 28 Abs. 1, Erster Satz
IVG), frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres
ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40% arbeitsunfähig
gewesen war. Im vorliegenden Fall lief das Wartejahr im März 2008 ab. Somit entsteht
der Rentenanspruch am 1. März 2008, zumal sich der Beschwerdeführer auch vor
Inkrafttreten der 5. IV-Revision im November 2007 bei der Beschwerdegegnerin
angemeldet hat (vgl. BGE 138 V 475).
5.
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5.1 Nach dem Gesagten ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die Verfügung
vom 13. November 2013 aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab
1. März 2008 eine halbe Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe ist die
Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen (vgl. betreffend Überklagung Urteil des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 19. Dezember 2011, IV 2009/459, E. 5.2 f.).
5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier zu
beurteilenden Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Die Festlegung einer
Entschädigung aus unentgeltlicher Rechtsverbeiständung erübrigt sich bei diesem
Prozessausgang.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP