Decision ID: a9b9cfd1-6c1b-5e3a-8f1f-809a1e525b0f
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 9. März 2005 erstmals zum Bezug von Rentenleistungen
der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Nachdem sie am 7. und 8. April 2008 sowie
erneut am 4. November 2009 im Ärztlichen Begutachtungsinstitut GmbH (ABI) Basel
untersucht worden war (ABI-Gutachten vom 8. Mai 2008 sowie 24. November 2009, IV-
act. 60 und 90), lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom 22. März 2010 einen
Rentenanspruch gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 0% ab (IV-act. 105). Die
dagegen erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons St.
Gallens mit Entscheid vom 15. Mai 2012 ab (IV-act. 123). Diesbezüglich wird auf jenen
Entscheid und die Vorakten verwiesen.
A.b Am 20. Januar 2014 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an. Unter "Angaben zur gesundheitlichen
Beeinträchtigung" nannte sie "chronische Knieschmerzen" (IV-act. 126). Gleichzeitig
reichte sie Arztberichte insbesondere betreffend Leistenhernie, Knie-, Rücken- und
Kopfschmerzen, Schwindel, kognitive Einschränkungen, Bauchwandhernie,
Nephroureterolithiasis, Adipositas, chronische Obstipation mit Blähungen,
generalisierte Kolondivertikulose, nicht erosive Refluxkrankheit, chronisches
Panvertebralsyndrom, generalisierte Arthralgien, Colon irritablie und St.n.
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transobturatorischem Tape sowie betreffend Inkontinenz ein (IV-act. 127). In der Folge
traf die IV-Stelle verschiedene Abklärungen und holte weitere Arztberichte ein (IV-act.
128 bis 146).
A.c Am 22. Juli 2014 trat die IV-Stelle auf das Leistungsgesuch nicht ein, da die
Versicherte nicht glaubhaft gemacht habe, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit
der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten (IV-act. 152). Nachdem die
Versicherte, nun vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Zogg, Beschwerde erhoben
hatte (IV-act. 164), widerrief die IV-Stelle die Verfügung (IV-act. 182) und das
Beschwerdeverfahren wurde abgeschrieben (IV-act. 189).
A.d Nach weiteren Abklärungen stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 8. Juli 2016
die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 256). Dagegen erhob die
Versicherte am 12. September 2016 Einwand. Sie beantragte die Zusprache einer
ganzen Invalidenrente, andernfalls die Einholung eines polydisziplinären Gutachtens.
Viele Ärzte hätten ihre medizinische Situation gesondert beurteilt. Es sei dringend
angezeigt, eine umfassende polydisziplinäre Begutachtung durchzuführen, bei welcher
ihre multiplen Beschwerden ganzheitlich betrachtet würden (IV-act. 257). Daraufhin gab
die IV-Stelle am 6. Dezember 2016 eine polydisziplinäre Begutachtung in Auftrag (IV-
act. 264; RAD-Stellungnahme vom 28. Oktober 2016 [IV-act. 262]).
A.e Am 13. Januar und 23. Februar 2017 wurde die Versicherte im Swiss Medical
Assessment- and Business-Center (SMAB AG) untersucht. Mit Gutachten vom 22.
März 2017 (IV-act. 271) befanden die SMAB-Gutachter sie in der bisherigen Tätigkeit
sowie in einer leidensadaptierten Tätigkeit für zu 100% arbeitsfähig, dies bei einer
langen Liste von gestellten Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Aus
somatischer Sicht seien körperlich leichte Tätigkeiten mit Heben und Tragen von
Lasten bis zu maximal zehn Kilogramm, mit Tätigkeiten überwiegend im Sitzen, Stehen
und Gehen ohne wesentliche Einschränkungen durchführbar. Tätigkeiten, die ein festes
Zupacken der Hände erfordern, sollten vermieden werden. Bei der Versicherten würden
leichte Beeinträchtigungen der Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen, der
Kontaktfähigkeit zu Dritten, der Gruppenfähigkeit und der Fähigkeit zu Spontan-
Aktivitäten sowie mittelgradige Beeinträchtigungen der Fähigkeit zur Planung und
Strukturierung von Aufgaben, der Flexibilität und der Umstellungsfähigkeit, der
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Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, der Durchhaltefähigkeit und der
Selbstbehauptungsfähigkeit vorliegen. Aus orthopädischer Sicht seien einzelne kurze
Arbeitsunfähigkeitszeiten bei im Vordergrund stehenden Schäden an der Wirbelsäule
oder an den Extremitäten nachvollziehbar. Während der depressiven Phasen, deren
Beginn und Ende weder aus den Akten noch von der Versicherten selbst hätten
definiert werden können, könne von einer um 30% eingeschränkten Arbeitsfähigkeit
ausgegangen werden. Darüberhinausgehende Einschränkungen seien nicht erkennbar.
Zusammenfassend hätten sich seit dem Gutachten 2009 keine relevanten
Veränderungen des Gesundheitszustandes mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
ergeben. Die Wiederaufnahme einer vollzeitigen Berufstätigkeit würde das
Selbstwertgefühl der Versicherten stärken (IV-act. 271-43 f.).
A.f Gestützt auf das SMAB-Gutachten stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 10.
Mai 2017 erneut die Ablehnung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 274). Nach
Eingang des Einwands vom 29. September 2017 (IV-act. 281) wies sie das Gesuch mit
Verfügung vom 23. November 2017 ab (IV-act. 283).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 9. Januar 2018. Die
Beschwerdeführerin beantragt unter Kosten- und Entschädigungsfolgen die Aufhebung
der Verfügung vom 23. November 2017 und die Zusprache einer ganzen Invalidenrente
ab Januar 2014. Zudem ersucht sie um unentgeltliche Rechtspflege und unentgeltliche
Rechtsverbeiständung. Zur Begründung führt sie aus, das polydisziplinäre Gutachten
der SMAB AG vom 22. März 2017 sei mangelhaft. Die Gutachter hätten die 21
einzelnen Diagnosen und daraus folgenden Einschränkungen gesondert betrachtet und
bei der Beurteilung der Gesamtarbeitsfähigkeit eine Summierung vorgenommen, statt
eine ausführliche und begründete Diskussion von Wechselwirkungen zwischen den
verschiedenen erhobenen Diagnosen in Bezug auf die funktionellen Auswirkungen in
allen Lebensbereichen mit Würdigung dieser in der Konsensbeurteilung vorzunehmen.
Die Beschwerdeführerin habe eine sehr komplexe Krankengeschichte und leide an
multiplen Beschwerden. Bei einer gesamtheitlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
gelange man zum Schluss, dass bei ihr eine (nahezu) volle Arbeitsunfähigkeit vorliege.
Das polydisziplinäre Gutachten der SMAB AG weise weiter eine mangelhafte
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Auseinandersetzung mit den vorliegenden Arztberichten auf und enthalte zahlreiche
Widersprüche. Es sei der Beschwerdeführerin erst am 10. Mai 2017 im Rahmen einer
zweiten Anhörung zum Vorbescheid vom 8. Juli 2016 zugestellt worden. Sie habe
folglich keine Möglichkeit gehabt, Gutachtensergänzungen zu verlangen oder sich
vorgängig zum Gutachtensergebnis zu äussern. Im Einwand vom 29. September 2017
habe sie auf Mängel im Gutachten hingewiesen. In Verletzung des rechtlichen Gehörs
sei darauf in der angefochtenen Verfügung nicht eingegangen und auch keine
entsprechende Ergänzung des Gutachtens eingeholt worden. Die medizinische
Situation habe sich seit Erlass der ablehnenden Verfügung vom 22. März 2010 deutlich
verschlechtert. Zahlreiche Diagnosen seien neu hinzugekommen. Dr. med. B._,
Allgemeine Medizin FMH, der langjährige Hausarzt, halte mit Bericht vom 3. Juni 2015
fest, die Beschwerdeführerin leide an multiplen Beschwerden. Aus dem Bericht des
Spitals C._ vom 6. Februar 2017 gehe hervor, dass bei ihr im Bereich des
Abdomens/Beckens ein "funktions- und schmerzbedingt erheblicher Leidensdruck
bestehe, welcher die Fähigkeit, körperliche Arbeit zu verrichten, massiv
beeinträchtige". Da das Gutachten mangelhaft sei und insbesondere die
Wechselwirkungen nicht berücksichtige, sei auf die Einschätzung der behandelnden
Ärzte abzustellen. Diversen Arztzeugnissen lasse sich entnehmen, dass die
Beschwerdeführerin seit Ende 2012 nahezu immer zu 100% krankgeschrieben
gewesen sei. Im aktuellsten Bericht vom 8. Januar 2018 habe Dr. B._ geschrieben,
dass die multiplen Beschwerden die Beschwerdeführerin auch psychosozial zermürben
würden und zu einer chronischen Depression geführt hätten. Aktuell schätze er die
Arbeitsunfähigkeit auf 80% ein. Bei der Beschwerdeführerin sei auf ein deutlich tieferes
Invalideneinkommen abzustellen, da der Verwertbarkeit der verbleibenden
Arbeitsfähigkeit enge Grenzen gesetzt seien. Da sie derzeit keiner Erwerbstätigkeit
nachgehe, sei auf die Tabellenlöhne abzustellen und der Ausgangswert um 20% zu
kürzen (act. G1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 1. März 2018 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung bringt sie im Wesentlichen vor, nach
Vorliegen des SMAB-Gutachtens sei ein weiteres Vorbescheidverfahren durchgeführt
worden, in dessen Rahmen sich die Beschwerdeführerin uneingeschränkt habe
äussern können. Die Begründungspflicht als Teilgehalt des Gehörsanspruchs sei zwar
verletzt worden, diese Verletzung wiege aber nicht derart schwer, dass eine Heilung im
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Beschwerdeverfahren nicht angenommen werden könnte. Eine Rückweisung der
Sache würde zu einem formalistischen Leerlauf führen und wäre mit den Interessen der
Beschwerdeführerin an einer beförderlichen Beurteilung nicht vereinbar. In materieller
Hinsicht führt die Beschwerdegegnerin aus, abweichende Auffassungen behandelnder
Ärzte würden im Hinblick auf deren auftragsrechtliche Vertrauensstellung regelmässig
keinen Grund für eine Abweichung von den Ergebnissen der
Administrativbegutachtung bilden. Vorbehalten blieben Fälle, in denen diese wichtige
Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben
seien. Derartige Aspekte seien hinsichtlich der in der Beschwerde erwähnten Berichte
des Hausarztes, von deren Inhalt die SMAB-Gutachter Kenntnis gehabt hätten, nicht
ersichtlich. Nicht die Anzahl Diagnosen sei für die Arbeitsfähigkeitsschätzung
massgebend, sondern welche Tätigkeiten der versicherten Person trotz ihrer
gesundheitlichen Einschränkungen noch zumutbar seien. Bezüglich Wechselwirkungen
gehe aus dem SMAB-Gutachten mit aller Deutlichkeit hervor, dass in keinem der
involvierten medizinischen Fachgebiete gesundheitliche Beeinträchtigungen mit
relevanten Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hätten festgestellt werden können.
Deshalb leuchte es ein, dass in der interdisziplinären Beurteilung des SMAB-
Gutachtens eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit resultiere. Die
SMAB-Gutachter würden die jeweils dienstagsnachmittags ausgeübte ehrenamtliche
Tätigkeit als Mittagstischbetreuerin als angestammte Tätigkeit betrachten. Da die
Beschwerdeführerin hinsichtlich dieser Tätigkeit ausgeführt habe, sie nehme
vorwiegend organisatorische und überwachende Aufgaben wahr, sei nachvollziehbar,
dass die SMAB-Gutachter diesbezüglich von einer leichten angepassten Tätigkeit
ausgingen und ihr eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestierten (act. G3).
B.c Am 6. März 2018 bewilligte die verfahrensleitende Versicherungsrichterin das
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung; act. G4).
B.d Mit Replik vom 13. Juli 2018 betont die Beschwerdeführerin eine Verschlechterung
ihres Gesundheitszustandes gegenüber dem 22. März 2010. Es seien verschiedene
neue Diagnosen hinzugekommen, welche insbesondere in ihrer Gesamtheit und mit
den sich ergebenden Wechselwirkungen einen erheblichen Einfluss auf ihre
Arbeitsfähigkeit hätten. Im Administrativgutachten werde der zentrale Punkt der
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Wechselwirkung nicht berücksichtigt. Es rechtfertige sich, auf die speziellen, dank
langjähriger medizinischer Betreuung nur dem Hausarzt zugänglichen Kenntnisse
abzustellen, zumal dessen ganzheitliche Betrachtungsweise das mangelhafte
Administrativgutachten zu erschüttern vermöge. Im Bericht vom 8. Mai 2018 weise der
Hausarzt auf verschiedene vorbestehende, zu berücksichtigende Beschwerden hin. So
zeige beispielsweise das Röntgenbild bzw. das MRI der HWS eine
Bandscheibenhernierung C5/C6 mit Spinalkanalstenose sowie degenerative
Veränderungen, vor allem Arthrose der gesamten HWS (act. G12).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G14).

Erwägungen
1.
1.1 Die Beschwerdeführerin rügt, sie habe keine Möglichkeit gehabt,
Gutachtensergänzungen zu verlangen oder sich vorgängig zum Vorbescheid zum
Gutachtensergebnis zu äussern. Ausserdem sei die Beschwerdegegnerin in der
Verfügung vom 23. November 2017 auf ihren Einwand vom 29. September 2017 nicht
eingegangen (act. G1 Rz 27). Damit macht sie eine Verletzung des Anspruchs auf
rechtliches Gehör geltend. Dieses formellrechtliche Vorbringen ist vorweg zu prüfen.
1.2 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (BV; SR 101) haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör.
Das rechtliche Gehör gebietet, die versicherte Person von einem eingeholten
Gutachten Kenntnis nehmen zu lassen und ihr Gelegenheit für Ergänzungsfragen
einzuräumen, bevor die Verfügung erlassen wird (Meyer/Reichmuth, Rechtsprechung
des Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 57a N 6). Die IV-
Stelle hat der versicherten Person den vorgesehenen Endentscheid über ein
Leistungsbegehren mittels Vorbescheid mitzuteilen und ihr Gelegenheit zur
Stellungnahme durch ein Einwandverfahren zu gewähren (vgl. Art. 57a des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]; Urteil des
Bundesgerichts vom 4. Mai 2010, 9C_176/2010 E. 1). Ein weiterer wesentlicher
Bestandteil des Gehörsanspruchs ist die Begründungspflicht. Die Pflicht der
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Verwaltung, Verfügungen zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll
entsprechen, ist für das Sozialversicherungsrecht in Art. 42 und Art. 49 Abs. 3 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) normiert. Die Verwaltung hat sich ausdrücklich mit den konkreten Einwendungen
auseinander zu setzen oder zumindest die Gründe anzugeben, weshalb sie gewisse
Gesichtspunkte nicht berücksichtigen kann (BGE 124 V 183 E. 2b). Dabei ist jedoch
nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich
auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann
sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken (Urteil des
Bundesgerichts vom 22. Dezember 2014, 8C_586/2014, E. 2.2.1). Die Begründung
muss wenigstens kurz die Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde leiten
liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Der Zweck der Begründungspflicht liegt
darin, dass die betroffene Person die Verfügung sachgerecht anfechten kann (U.
KIESER, Kommentar ATSG, 3. Aufl., Zürich 2015, Art. 49 Rz 56 mit Hinweisen auf die
Rechtsprechung).
1.3 Die Verletzung des rechtlichen Gehörs führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der
Beschwerde in der Sache selbst grundsätzlich zur Aufhebung der angefochtenen
Verfügung. Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwiegende
Verletzung des rechtlichen Gehörs aber ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die
betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern,
die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann. Die Heilung eines
Mangels soll die Ausnahme bleiben (Urteil des Bundesgerichts vom 8. März 2010,
8C_1082/2009, E. 2.1 mit Hinweisen).
1.4 Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin nach Erhalt des SMAB-
Gutachtens erneut einen Vorbescheid zugestellt. Sie hat sich damit an das gesetzlich
vorgesehene Verfahren gemäss Art. 57a IVG gehalten. Somit bringt die
Beschwerdegegnerin zu Recht vor, dass die Beschwerdeführerin sich noch einmal
uneingeschränkt hat äussern und insbesondere auch weitere Beweisanträge wie
Ergänzungsfragen an die Gutachter hätte stellen können (act. G3 Ziff. III.A.1), bevor die
Verfügung erlassen wurde. Eine vorgängige Unterbreitung des Gutachtens hätte nur
dann erfolgen müssen, wenn die Beschwerdegegnerin Erläuterungs- oder
Ergänzungsfragen an die Gutachter hätte stellen wollen, was vorliegend nicht der Fall
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war (vgl. BGE 136 V 116, E. 5.4; Urteil des Bundesgerichts vom 15. September 2010,
8C_254/2010, E. 4.1.1). Insofern hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin
das rechtliche Gehör gewährt.
1.5 Auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin im Einwand ist die
Beschwerdegegnerin hingegen in der Verfügung vom 23. November 2017 in der Tat
inhaltlich nicht eingegangen. Sie verwarf den Einwand gestützt auf eine der
Beschwerdeführerin nicht offengelegte RAD-Stellungnahme vom 21. November 2017
mit dem knappen Satz, die nochmaligen Einwände der Beschwerdeführerin würden
nichts ändern, da keine neuen Fakten geltend gemacht würden (IV-act. 283-2). Dies,
obschon die Beschwerdeführerin in ihrem Einwand das SMAB-Gutachten in
verschiedenen Punkten kritisiert hatte (IV-act. 281), worauf die Beschwerdegegnerin
wenigsten kurz inhaltlich hätte eingehen müssen. Damit hat die Beschwerdegegnerin,
wie sie selbst in der Beschwerdeantwort einräumt, ihre Begründungspflicht als
Teilaspekt des rechtlichen Gehörs verletzt. Zudem hat die Beschwerdegegnerin
offenbar die Stellungnahme des RAD vom 21. November 2017 der Beschwerdeführerin
auch nicht mit der Verfügung zugestellt, worin ebenfalls eine Verletzung des rechtlichen
Gehörs zu erblicken ist.
1.6 Es kann nicht der Sinn des durch die Rechtsprechung geschaffenen Instituts der
Heilung des rechtlichen Gehörs sein, dass Verwaltungsbehörden sich über den
elementaren Grundsatz des rechtlichen Gehörs hinwegsetzen und darauf vertrauen,
dass solche Verfahrensmängel in einem allfälligen Gerichtsverfahren behoben würden.
Denn die nachträgliche Gewährung des rechtlichen Gehörs bildet häufig nur einen
unvollkommenen Ersatz für eine unterlassene vorgängige Anhörung. Von einer
Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs kann aber dann
abgewichen werden, wenn dieses Vorgehen zu einem formalistischen Leerlauf und
damit zu unnötigen Verzögerungen im Verfahren führen würde, die mit den
(gleichlaufenden und der Anhörung gleichgestellten) Interessen der versicherten Person
an einer möglichst beförderlichen Beurteilung ihres Anspruchs nicht vereinbar sind
(BGE 116 V 182 E. 3d mit Hinweisen; BGE 127 V 431 E. 3d/aa). Vorliegend ist davon
auszugehen, dass eine Rückweisung einen formalistischen Leerlauf bewirken würde,
weil die Beschwerdegegnerin mit grösster Wahrscheinlichkeit erneut eine
vollumfängliche Abweisung verfügen würde. An einem solchen Vorgehen besteht kein
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schutzwürdiges Interesse. Aus verfahrensökonomischen Gründen rechtfertigt es sich
deshalb, den an sich nicht gering zu schätzenden Verfahrensmangel mit dem
vorliegenden Verfahren, in welchem das Gericht mit voller Kognition ausgestattet ist, zu
heilen. Der Verfahrensmangel kann bei der Kostenverlegung (vgl. E. 9 nachfolgend)
berücksichtigt werden (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 7.
September 2009, IV 2008/114, E. 2.2).
2.
2.1 Materiell streitig ist vorliegend, ob bei der Beschwerdeführerin seit der
Neuanmeldung am 20. Januar 2014 eine rentenbegründende Invalidität vorliegt.
2.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG versicherte Personen,
die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40% invalid sind. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit.
2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG).
2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
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2.5 Ob einer versicherungsmedizinischen Expertise oder einem ärztlichen Bericht
Beweiswert zukommt, stellt eine frei überprüfbare Rechtsfrage dar (Urteil des
Bundesgerichts vom 31. Oktober 2017, 9C_650/2017, E. 1.2 mit Hinweis). Diese ist zu
bejahen, wenn der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und die
Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; BGE
141 V 14 E. 6.3.1). Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG
eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten
externer Spezialärzte (sogenannte Administrativgutachten) darf voller Beweiswert
zuerkannt werden, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der
Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470; Urteil 8C_362/2017 vom 30. Oktober
2017 E. 4).
2.6 Bei der Frage, ob eine wesentliche Änderung des Gesundheitszustandes vorliegt,
ist nicht die Diagnose, sondern die Auswirkung einer Erkrankung auf die
Arbeitsfähigkeit, mithin die Schwere der Symptomatik massgebend. Massgebend ist in
erster Linie der lege artis erhobene Befund und der Schweregrad der Symptomatik
sowie die damit verbundenen Funktionseinschränkungen (Urteil des Bundesgerichts
vom 28. Juni 2018, 9C_273/2018, E. 4.2 mit Hinweisen).
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, das SMAB-Gutachten vom 22. März 2017 sei
mangelhaft. Es habe keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
festgehalten, sondern lediglich eine Vielzahl von Diagnosen ohne Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit aufgelistet. Dabei seien die Diagnosen gesondert betrachtet und bei
der Beurteilung der Gesamtarbeitsfähigkeit eine Summierung der Einschränkungen
vorgenommen worden. Eine ausführliche und begründete Diskussion von
Wechselwirkungen in Bezug auf die funktionellen Auswirkungen in allen
Lebensbereichen mit Würdigung dieser in der Konsensbeurteilung habe nicht
stattgefunden. Die Beschwerdeführerin verweist diesbezüglich auf die Urteile des
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Bundesgerichts vom 3. Juni 2015, 9C_492/2014 (publiziert als BGE 141 V 281), und
vom 4. September 2001, I 338/01 (act. G1).
3.2 Im für die Beurteilung von psychosomatischen Leiden richtungsweisenden BGE
141 V 281 statuiert das Bundesgericht, dass die Invaliditätsbemessung bei
psychosomatischen Störungen stärker als bisher den Aspekt der funktionellen
Auswirkungen zu berücksichtigen hat. An die Stelle des bisherigen Kriterienkatalogs
treten im Regelfall beachtliche Standardindikatoren. Die Anerkennung eines
rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen
Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im
Einzelfall anhand der Standardindikatioren schlüssig und widerspruchsfrei mit
(zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (BGE 141 V 281 E.
6). Die bisherigen Kriterien "psychiatrische Komorbidität" und "körperliche
Begleiterkrankungen" sind zu einem einheitlichen Indikator zusammenzufassen.
Erforderlich ist eine Gesamtbetrachtung der Wechselwirkungen und sonstigen Bezüge
der Schmerzstörung zu sämtlichen begleitenden krankheitswertigen Störungen. Eine
Störung, welche nach der Rechtsprechung als solche nicht invalidisierend sein kann,
ist nicht Komorbidität. Das Erfordernis der Gesamtbetrachtung gilt grundsätzlich
unabhängig davon, wie es um den Zusammenhang zwischen dem Schmerzsyndrom
und der Komorbidität bestellt ist. Ein allfälliger Zusammenhang zwischen der Anzahl
der nicht ausreichend organisch erklärten Körperbeschwerden und dem Schweregrad
der funktionellen Beeinträchtigung wäre nicht in eine starre Vorgabe umzusetzen, denn
eine Handhabung in diesem Sinne ist gemäss dem erwähnten Entscheid gerade zu
vermeiden. Es bestünde die Gefahr, dass einzelne Symptome und Befunde bloss
aneinandergereiht und rein quantitativ-mechanisch bewertet würden, was den Blick auf
die Gesamtwirkung des Beschwerdebildes für den Funktionsstatus verstellte (BGE 141
V 281 E. 4.3.1.3).
3.3 Leidet eine Person an verschiedenen Gesundheitsbeeinträchtigungen, kann nicht
einfach eine Summierung der Einschränkungen erfolgen. Vielmehr hat eine
gesamtheitliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit Platz zu greifen. Beim
Zusammentreffen verschiedener Gesundheitsbeeinträchtigungen, deren erwerbliche
Auswirkungen sich in der Regel überschneiden, ist mit anderen Worten der Grad der
Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer sämtliche Behinderungen umfassenden ärztlichen
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Gesamtbeurteilung zu bestimmen. Eine blosse Addition der mit Bezug auf einzelne
Funktionsstörungen und Beschwerdebilder geschätzten Arbeitsunfähigkeitsgrade ist
unzulässig (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 4. September 2001, I338/01, E. 2b,
und vom 20.06.2013, 9C_295/2013, E. 4.4).
3.4 Diese von der Beschwerdeführerin angerufenen Entscheide besagen somit, dass
die Arbeitsunfähigkeitsgrade aus verschiedenen medizinischen Fachgebieten,
namentlich aus dem somatischen und dem psychischen Bereich, nicht einfach
zusammengezählt werden dürfen. Vorliegend wurde aber in keinem Bereich, weder in
somatischer noch in psychischer Hinsicht, eine Arbeitsunfähigkeit diagnostiziert, ja
nicht einmal eine Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit erhoben, sodass
die Gutachter gar keine Arbeitsunfähigkeitsgrade zusammenzählen konnten. Die
Anzahl der Diagnosen an sich lässt sodann keinen direkten Rückschluss auf die
Arbeitsfähigkeit zu; relevant ist vielmehr, wie sich die Beschwerden konkret auf die
Arbeitsfähigkeit auswirken. Mehr Diagnosen führen nicht zwangsläufig zu einer höheren
Arbeitsunfähigkeit (vgl. E. 2.6).
3.5 Im SMAB-Gutachten finden sich keine Hinweise darauf, dass die Gutachter die
Berichte aus den jeweils anderen Fachgebieten in der Konsensbeurteilung nicht
berücksichtigt hätten. Vielmehr wurden die Berichte offenbar verglichen und im Zuge
davon auch festgestellt, dass Differenzen bei den anamnestischen Angaben vorlagen
(welche aber keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben; IV-act. 271-50). In der
Konsensbeurteilung wurde festgehalten, dass insgesamt von leichten Befunden
auszugehen sei und Wechselwirkungen nicht erkennbar seien (IV-act. 271-45 und IV-
act. 271-47). In das Belastungs-/Ressourcenprofil sind sowohl die somatischen als
auch die psychischen Beeinträchtigungen eingeflossen (IV-act. 271-43). Zudem wird im
Gutachten zwischen leichten und mittleren oder schweren Arbeiten differenziert.
Beispielsweise wird bemerkt, die Beschwerdeführerin beschreibe sich als zeitweise
erschöpft, mache allerdings einen eher vitalen Eindruck, wobei ihr nicht abgesprochen
werde, dass sie gerade bei mittleren oder schweren Arbeiten an ihre Grenzen stosse
(IV-act. 271-49). Es kann daher nicht davon ausgegangen werden, die Gutachter hätten
die Wechselwirkungen der einzelnen Befunde nicht berücksichtigt. Vielmehr sind sie
offenbar zum Schluss gelangt, dass die Gesundheitsbeeinträchtigungen in ihrer
Gesamtheit nicht zu einer (auch nur teilweisen) Arbeitsunfähigkeit führen.
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3.6 Im Übrigen sei angemerkt, dass im Gutachten die vom Bundesgericht erwähnten
Standardindikatoren (Gesundheitsschädigung [Ausprägung der diagnoserelevanten
Befunde, Behandlungserfolg oder -restistenz, Eingliederungserfolg oder -resistenz,
Komorbiditäten], Persönlichkeit, sozialer Kontext und Konsistenz) angewandt wurden
(vgl. IV-act. 271, insbesondere IV-act. 271-59 f.).
4.
4.1 Die Beschwerdeführerin bemängelt sodann die fehlende Auseinandersetzung mit
den in den Akten liegenden Arztberichten im SMAB-Gutachten. Die Berichte würden
zwar eingangs summarisch aufgeführt, eine eigentliche Berücksichtigung fehle
hingegen gänzlich (act. G1 Rz 19).
4.2 Angesichts des hohen Stellenwerts, der medizinischen Gutachten im
Sozialversicherungsprozess zukommt, sind an deren Qualität entsprechend hohe
Anforderungen zu stellen. Unter dem Aspekt der Vollständigkeit ist deshalb zu
verlangen, dass der Gutachter die Anknüpfungstatsachen, d. h. die tatsächlichen
Grundlagen des Gutachtens, die er nicht selber beschafft hat, einzeln und mit ihrem
wesentlichen Inhalt rekapituliert. Gleichermassen erforderlich ist, dass das Gutachten
in Kenntnis der Vorakten erstellt wird. Dies bedingt die Kenntnis und Beachtung wenn
auch nicht sämtlicher so doch der wesentlichen Vorakten. Eine Stellungnahme und
gegebenenfalls Auseinandersetzung mit ärztlichen (Vor)Berichten, welche vom
Gutachten abweichen, ist auch deshalb notwendig, weil das Gericht ansonsten bei
divergierenden Arztberichten häufig nicht in der Lage ist, das gesamte Beweismaterial
zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht die andere
medizinische These abstellt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 11. November 2010,
9C_986/2009, E. 4.5).
4.3 Die Beschwerdeführerin legt nicht dar, welche Berichte aus den Vorakten von den
Gutachtern nicht berücksichtigt worden sein sollen. Wie sie selbst richtig feststellt,
wurden die Arztberichte (insbesondere auch jene, die sie in ihrer Beschwerde explizit
erwähnt) im Gutachten aufgeführt, und zwar übersichtlich, chronologisch geordnet und
unter Angaben des wesentlichen Inhalts. Es ist nicht erforderlich, dass im Gutachten
jeder einzelne der über 230 Vorberichte ausdrücklich diskutiert wird. Zahlreiche
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Arztberichte aus den Akten werden im Gutachten aufgegriffen, wobei die einzelnen
Berichte nicht immer genau bezeichnet werden, sondern teilweise einfach Befunde
oder Diagnosen wiedergegeben werden (vgl. etwa IV-act. 271-39, Einleitung –
Zusammenfassung medizinische Vorgeschichte). Zudem wird in den Teilgutachten
jeweils eine Würdigung der Vorakten vorgenommen (IV-act. 271-60, 69, 80 f. und 94).
Dass wesentliche Befunde oder Diagnosen nicht bei der Erstellung des Gutachtens
einbezogen worden wären, ist nicht ersichtlich.
4.4 Richtig ist, dass die Gutachter nicht immer den Einschätzungen der behandelnden
Ärzte folgen. Ihre Begründungen erscheinen jedoch in sich schlüssig. So ist
beispielsweise nachvollziehbar, weshalb keine depressive Episode diagnostiziert
wurde, obschon der Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr. B._, in seinem Bericht
vom 8. Januar 2018 eine chronische Depression erwähnt (nachdem er am 15. März
2016 das Vorliegen einer psychischen Beeinträchtigung, insbesondere einer
depressiven Episode noch verneint hatte; act. G1.12 und IV-act. 219).
5.
5.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, aus dem Gutachten würden sich
zahlreiche Widersprüche ergeben. So sei sie gemäss Gutachten in der bisherigen
Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig. Sie sei zuletzt als Reinigungskraft und
Mittagstischbetreuerin tätig gewesen. Diese Tätigkeiten seien nicht leicht im von den
Gutachtern beschriebenen Sinne.
5.2 Tatsächlich wird auch im SMAB-Gutachten einleitend als letzte Tätigkeit
Haushaltshilfe und Reinigungskraft angegeben. Als gelernter Beruf wird hingegen X._
und Y._ aufgeführt (IV-act. 271-3). In den Teilgutachten wird als letzte Tätigkeit
mehrfach die Mittagstischbetreuung genannt (IV-act. 271-55 und 65), teilweise
erwähnt, dass die Beschwerdeführerin einer freiwilligen Tätigkeit nachging (IV-act.
271-77), teilweise auch aufgeführt, die Beschwerdeführerin habe über viele Jahre in
Teilzeit in der Reinigung gearbeitet (IV-act. 271-77 und 88). Im August 2016 habe sie
einen Arbeitsversuch als Reinigungskraft gemacht, der allerdings nach kurzer Zeit
misslungen sei, weil die Schmerzen zu stark gewesen seien (vgl. IV-act. 271-55). Mit
Schreiben vom 2. Juni 2016 hatte die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin
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mitteilen lassen, sie gehe derzeit keiner Erwerbstätigkeit im eigentlichen Sinne nach.
Sie leiste jedoch Freiwilligenarbeit. Sie helfe durchschnittlich einmal pro Monat bei der
Organisation und Durchführung eines offenen Mittagstisches. Dabei nehme sie
vorwiegend organisatorische (z.B. Planung des Mittagessens) und überwachende (z.B.
dass nichts anbrenne) Aufgaben wahr (IV-act. 249). Ob an diese Freiwilligenarbeit als
bisherige Tätigkeit angeknüpft wird, geht aus dem Gutachten nicht klar hervor.
5.3 Der Beschwerdeführerin ist deshalb insofern zuzustimmen, als nicht klar ist, ob
jeder Gutachter bei seiner Beurteilung von derselben bisherigen Tätigkeit ausging. Am
Ergebnis und an der Beweiskraft des Gutachtens vermag dies indes nichts zu ändern.
Einerseits wird aus der polydisziplinären Beantwortung der Fragen klar, dass der letzte
Arbeitsversuch als Reinigungskraft das Belastungsprofil der Beschwerdeführerin nicht
erfüllte und sie in einer angepassten Tätigkeit arbeitsfähig ist (IV-act. 271-47).
Andererseits ist weder dargetan noch erkennbar, dass sich die Einschätzung
betreffend die bisherige Tätigkeit auf die im Gutachten enthaltene Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auswirken würde. Für die Bestimmung
des Invaliditätsgrades ist auf die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
abzustellen. Diese wurde unmissverständlich auf 100% festgelegt.
5.4 Die Beschwerdeführerin moniert, da aus orthopädischer Sicht einzelne
Arbeitsunfähigkeitszeiten bei im Vordergrund stehenden Schäden an der Wirbelsäule
oder an den Extremitäten kurzzeitig nachvollziehbar seien, sei nicht nachvollziehbar,
weshalb die chronifizierten Beschwerden keine fortlaufende Arbeitsunfähigkeit
begründen würden (act. G1 Rz 22). Nach der Begutachtung aus dem Jahr 2009 sind
orthopädisch eine beginnende Polyarthrose der Fingergelenke und eine beginnende
retropatellare Chondromalazie Grad II hinzugetreten. Im Gutachten wird festgehalten,
dass die Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten entsprechend dem Belastungsprofil
dadurch nicht eingeschränkt wird (vgl. IV-act. 271-69), was nicht bestritten wird und im
Gesamtkontext schlüssig erscheint. Nachdem eine Arbeitsunfähigkeit gestützt auf die
bereits damals vorliegenden orthopädischen Diagnosen 2009 durch die ABI-Gutachten
(IV-act. 60 und 90) verneint wurde und die neu hinzugetretenen Befunde ebenfalls nicht
invalidisierend wirken, ist die Aussage des orthopädischen Gutachters, es würde keine
fortlaufende Arbeitsunfähigkeit begründet, nicht zu beanstanden. Inwiefern die
Ausführungen in der Replik, das Röntgenbild bzw. MRI der HWS zeige eine
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Bandscheibenhernierung C5/C6 mit Spinalkanalstenose sowie degenerative
Veränderungen der gesamten HWS, mit dem SMAB-Gutachten in Widerspruch stehen
sollen, ist nicht ersichtlich.
5.5 Dass die Gutachter der Beschwerdeführerin aufgrund der langen Abwesenheit vom
Arbeitsprozess eine stufenweise Wiedereingliederung empfehlen, sie aber dennoch ab
sofort als zu 100% arbeitsfähig einstuften, erachtet die Beschwerdeführerin als
widersprüchlich. Hierzu ist zu sagen, dass die lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt
und eine damit einhergehende berufliche Dekonditionierung keinen
Gesundheitsschaden darstellt. Eine stufenweise Wiedereingliederung empfiehlt sich
aus invaliditätsfremden Gründen. Das SMAB-Gutachten ist insofern nicht
widersprüchlich.
5.6 Die Beschwerdeführerin weist darauf hin, dass die Gutachter keinerlei Anzeichen
von Aggravation oder Simulation wahrgenommen, sondern ihre Schilderungen als
konsistent empfunden hätten. Umso widersprüchlicher sei es, dass ihre Angaben bei
der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit keinerlei Berücksichtigung gefunden hätten (act.
G1 RZ 24). Die Äusserungen der Beschwerdeführerin sind indes in das Gutachten
eingeflossen. Dabei fand sich für die subjektiv beklagten Schmerzen kein somatisches
Korrelat (vgl. IV-act. 271-58 und 90), weshalb die schon früher erhobene Diagnose der
somatoformen Schmerzstörung bestätigt wurde. Bereits im ABI-Gutachten wurde eine
fixierte Krankheits- und Invaliditätsüberzeugung der Beschwerdeführerin erwähnt (IV-
act. 90-26). Die Invaliditätsüberzeugung zeigt sich auch nach 2012. So benutzte die
Beschwerdeführerin beispielsweise einen Stock und Kniegelenksbandagen, von deren
Benutzung ihr die behandelnden Ärzte abrieten (vgl. IV-act. 146-9 f.).
6.
Die Beschwerdeführerin führt sodann an, ihr Beschwerdebild sei sehr komplex. Seit
2010 habe sich ihre medizinische Situation deutlich verschlechtert. Sie listet
diesbezüglich diverse Arztberichte auf (act. G1 Rz 28), die indes im Wesentlichen bei
der Erstellung des SMAB-Gutachtens berücksichtigt wurden. Zudem listet sie die
Diagnosen ihres Hausarztes vom 3. Juni 2015 auf (act. G1 Rz 29). Diese Diagnosen
wurden teilweise auch von den SMAB-Gutachtern gestellt, teilweise finden sich
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abweichende Terminologien (z.B. "Migräne mit/ohne Aura / vasomotorische
Kopfschmerzen" bzw. "chronische Kopfschmerzen bei Migräne und
Spannungskopfweh"), teilweise kommen die Gutachter zum Schluss, dass eine
Diagnose nicht (mehr) gestellt werden kann (z.B. V.a. Laktoseintoleranz). Insgesamt ist
nicht ersichtlich und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht dargetan, dass im
SMAB-Gutachten relevante Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
unbeachtet geblieben wären. Wie bereits ausgeführt, ist nicht die blosse Anzahl
Diagnosen, sondern die Schwere der Symptomatik massgeblich für die Einschränkung
der funktionellen Leistungs- und damit auch der Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 2.6). Soweit die
Beschwerdeführerin den Bericht des Spitals C._ vom 6. Februar 2017 zitiert, kann sie
nichts zu ihren Gunsten daraus ableiten. In jenem Bericht wird die Fähigkeit,
körperliche Arbeit zu verrichten, als durch den Leidensdruck erheblich eingeschränkt
erachtet. Einerseits sind mit körperlichen Arbeiten in der Regel nicht leichte, adaptierte
Tätigkeiten gemeint, andererseits ist der Leidensdruck für die Festsetzung der
Arbeitsfähigkeit nicht ausschlaggebend.
7.
7.1 Die Beschwerdeführerin erachtet die Einschätzung ihrer behandelnden Ärzte,
insbesondere ihres Hausarztes, als massgebend. Ein den Beweisanforderungen
genügendes Gutachten, das im Verwaltungsverfahren eingeholt wurde, wird wegen
einer unterschiedlichen Beurteilung der behandelnden Ärzte indes nicht in Frage
gestellt, es sei denn, es würden objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht, die
im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben waren und die geeignet sind, zu
einer anderen Beurteilung zu führen (Urteile des Bundesgerichts vom 17. Februar 2016,
9C_668/2015, E. 3 mit Hinweisen, vom 29. Juli 2008, 9C_830/2007, E. 4.3 mit
Hinweisen; vom 29. August 2008, 9C_585/2008, E. 3). Das ist vorliegend nicht der Fall.
Vielmehr ist davon auszugehen, dass die behandelnden Ärzte lediglich eine andere
Beurteilung über den im Wesentlichen gleichen medizinischen Sachverhalt darlegen.
Jedenfalls vermögen die im Recht liegenden Berichte der behandelnden Ärzte das
SMAB-Gutachten nicht zu erschüttern.
7.2 Nach dem Gesagten sprechen keine konkreten Anhaltspunkte gegen die
Zuverlässigkeit des SMAB-Gutachtens. Somit darf diesem voller Beweiswert zuerkannt
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werden. Es ist mithin davon auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführer seit 2009 nicht wesentlich verschlechtert hat und nach wie vor keine
massgebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliegt.
8.
8.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie gesund geblieben wäre (Valideneinkommen; Art. 28a Abs. 1 IVG
i.V.m. Art. 16 ATSG). Vorliegend stellen die Parteien zu Recht sowohl für das Validen-
als auch für das Invalideneinkommen auf die Tabellenlöhne ab. Da die beiden
Vergleichseinkommen auf derselben Grundlage zu berechnen sind, kann ein
Prozentvergleich erfolgen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Januar 2011,
9C_882/2010, E. 7.1).
8.2 Die Beschwerdeführerin rügt, die Beschwerdegegnerin habe keinen Abzug vom
Tabellenlohn vorgenommen. Der Verwertbarkeit ihrer verbliebenen Arbeitsfähigkeit
seien aber enge Grenzen gesetzt, sodass ein Abzug von mindestens 20% zu erfolgen
habe.
8.3 Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich
beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind,
im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden
Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen
Lohnansätzen rechnen müssen. Es hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen
Umständen des konkreten Einzelfalls (leidensbedingte Einschränkung, Alter,
Dienstjahre, Nationalität, Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) ab, ob und in
welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind (BGE 126 V 75). Bereits in der
Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche
Einschränkungen dürfen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten
Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts
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führen. Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Der Abzug ist auf höchstens 25%
begrenzt (Urteil des Bundesgerichts vom 20. April 2018, 9C_833/2017, E. 2.2; BGE 134
V 327 E. 5.2).
8.4 In quantitativer Hinsicht ist die Beschwerdeführerin gemäss SMAB-Gutachten
nicht beeinträchtigt. Nachdem ihre Arbeitsfähigkeit 100% beträgt, würde auch ein
maximaler Tabellenlohnabzug nicht zu einem rentenbegründenden Invaliditätsgrad
führen. In qualitativer Hinsicht wurden die Beschwerden der Beschwerdeführerin im
SMAB-Gutachten bereits berücksichtigt und können daher nicht durch einen
Tabellenlohnabzug (erneut) in Abzug gebracht werden. Ihr Alter begründet ebenfalls
keinen Abzug vom Tabellenlohn. Dienstjahre und Nationalität sind für die ihr
offenstehenden leichten Tätigkeiten nicht in einem Masse lohnwirksam, dass sich ein
Abzug rechtfertigen würde. Insgesamt erscheint ein Tabellenlohnabzug von maximal
10% als vertretbar (vgl. hierzu auch Urteil des Bundesgerichts vom 12. Mai 2016,
9C_777/2015, E. 5). Bei einem Prozentvergleich ergibt sich daraus ein nicht
rentenbegründender Invaliditätsgrad von 10%. Selbst für die im SMAB-Gutachten nicht
näher bezeichnete Zeit, während der die Beschwerdeführerin allenfalls 30%
arbeitsunfähig war, würde sich also kein rentenbegründender Invaliditätsgrad ergeben.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen.
9.
9.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegenden Angelegenheit angemessen. Da die Beschwerdeführerin
vollumfänglich unterliegt, ist die Gerichtsgebühr grundsätzlich ihr aufzuerlegen (Art. 95
Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]). Zufolge
unentgeltlicher Rechtspflege ist die Beschwerdeführerin von der Bezahlung zu befreien.
Die Gehörsverletzung und deren Heilung können jedoch nicht ohne Folgen für die
Verfahrenskostenauferlegung bleiben, zumal eine solche bei ausreichender Schwere
auch eine Rückweisung an die Beschwerdegegnerin hätte zur Folge haben können. Es
rechtfertigt sich somit, der Beschwerdegegnerin die Hälfte der Gerichtsgebühr, mithin
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Fr. 300.-- aufzuerlegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. August 2008,
9C_234/2008, E. 2.2 und 5.1 mit Hinweisen; ebenso WALDMANN/BICKEL, in:
Waldmann/Weissenberger, Praxiskommentar VwVG, Art. 29 N 124).
9.2 Die Beschwerdeführerin hat aufgrund der Gehörsverletzung trotz der Abweisung
der Beschwerde Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 4. August 2008, 9C_234/2008, E. 2.2 und 5.1; SCHINDLER, die
"formelle Natur" von Verfahrensgrundrechten, ZBl 2005, 169 ff., 193). Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75; in der vorliegend
anwendbaren, seit 1. Januar 2019 gültigen Fassung, siehe Art. 30bis HonO) pauschal
Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. In durchschnittlichen IV-Rentenfällen spricht das
Versicherungsgericht in Verfahren mit doppeltem Schriftenwechsel bei Obsiegen
praxisgemäss eine Partei¬entschädigung von Fr. 3‘500.-- (einschliesslich Barauslagen
und Mehrwertsteuer) zu. Bei Entschädigung für eine unentgeltliche
Rechtsverbeiständung ist das Honorar um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des
Anwaltsgesetzes [AnwG; sGS 963.70]).
9.3 Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin wegen der Gehörsverletzung
die Hälfte der Parteientschädigung, mithin Fr. 1'750.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Zudem bezahlt der Staat zufolge unentgeltliche
Rechtsverbeiständung die restlichen, um einen Fünftel gekürzten Kosten von Fr.
1'400.-- (Fr. 1'750.-- x 80%).
9.4 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).