Decision ID: 55b4aeb0-0847-4f71-a21e-3fbd4b927547
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
Z._,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
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A.
Z._ meldete sich am 23. Juli 1991 erstmals zum Bezug von IV-Leistungen an.
Gemäss einem Bericht der Rehaklinik Bellikon litt er nach einer schweren
Sägeverletzung der linken Hand an einer regredienten sensomotorischen Parese des N.
medianus und des N. ulnaris, an neurogenen Handschmerzen links, an Hypotrophie
und Schwäche der linken Hand und an einer reaktiven depressiven Stimmung. Im
Frühjahr 1992 weilte der Versicherte nach drei Rehabilitationsaufenthalten in Bellikon in
der BEFAS Appisberg. Diese führte in ihrem Bericht vom 27. April 1992 aus, der
Versicherte habe am meisten bei einfachen Maschinenarbeiten leisten können. Hier
habe er seine verletzte Hand ungleich effizienter eingesetzt als bei Tätigkeiten, bei
denen er die einzelnen Finger habe bewegen müssen. Gleichzeitig habe er viel weniger
über Schmerzen und Kraftlosigkeit der Hand geklagt. Die theoretische Erwerbsfähigkeit
betrage 50% bei einem ganztägigen Einsatz, dürfte aber kaum zu realisieren sein.
Gemäss einer internen Notiz des IV-Sekretariates vom 29. November 1993 hatte die
SUVA dem Versicherten bis Ende November 1992 eine Rente bei einem
Invaliditätsgrad von 100% und für die Zeit danach eine Rente bei einem Invaliditätsgrad
von einem Drittel zugesprochen. Diese Invalidität wurde übernommen, so dass dem
Versicherten für die Zeit vom 1. Juli 1991 bis 28. Februar 1993 eine ganze Rente
zugesprochen werden konnte. Für die Zeit ab 1. März 1993 musste aber ein
Rentenanspruch verneint werden.
B.
Am 27. Februar 2004 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-
Leistungen an. Er gab an, er sei vom 26. September 1994 bis 30. April 2003 als
Staplerfahrer tätig gewesen. Die Arbeitgeberfirma bestätigte am 16. März 2004, dass
der Versicherte vollzeitlich gearbeitet habe. Der Monatslohn würde aktuell Fr. 3300.-
betragen. Dr. med. A._ berichtete am 19. August 2004, der Versicherte leide an
Adipositas permagna, Diabetes mellitus Typ II, arterieller Hypertonie (V.a. koronare
Herzkrankheit), reaktiver Depression und Tinnitus. Seit dem 31. Oktober 2002 bestehe
eine Arbeitsunfähigkeit von 100%. Er legte einen Bericht der Fachstelle für
Sozialpsychiatrie und Psychotherapie vom 19. Mai 2004 bei, laut dem eine
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom bestand. Die Fachstelle
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für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie bestätigte dies in einem an die IV-Stelle
gerichteten Bericht vom 7. Oktober 2004. Sie führte ergänzend aus, der Versicherte
präsentiere eine gedrückte Stimmungslage, die mit Freudlosigkeit, Schlaflosigkeit,
innerer Unruhe und verminderter Konzentration einhergehe. Gleichzeitig leide er an
allgemeinen Sorgen, erhöhter Reizbarkeit und ausgeprägten Schlafstörungen. Der
Versicherte werde sich vom 4. bis 23. Oktober 2004 in der Klinik Gais aufhalten. Es
bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Die Klinik Gais berichtete am 16. Februar
2005, beim Versicherten stehe aus psychiatrischer Sicht eine mittelgradige depressive
Episode mit somatischen Symptomen im Vordergrund. Diese sei im Rahmen des
stationären Aufenthalts durch das regelmässige Bewegungsprogramm und die
begleitenden Entspannungsmassnahmen, durch regelmässige therapeutische
Gespräche und durch eine Ergänzung der medikamentösen Therapie deutlich
gebessert worden. Das Hinterfragen und Bearbeiten der persönlichen Probleme habe
eine zunehmende Stimmungsaufhellung und Rückbildung der Schlafprobleme bewirkt.
Aus psychiatrischer Sicht sei der Versicherte ab Klinikaustritt zu 50% arbeitsfähig. Die
Arbeitsfähigkeit sei auch noch aus internistisch-rheumatologischer Sicht zu beurteilen.
Dr. med. B._ empfahl am 19. April 2005 eine polydisziplinäre MEDAS-Abklärung.
C.
C.a Die MEDAS Zentralschweiz führte in ihrem Gutachten vom 21. Dezember 2005 aus,
der Versicherte habe bei der internistischen Untersuchung in erster Linie über ein
Geräusch in Kopf und Ohren geklagt, das ihn rund um die Uhr, ohne jedes freie
Intervall störe und ihn jede Nacht zwei- bis dreimal wecke. Verschlimmert werde das
Rauschen durch schlechte Nachrichten, Stress, Widerwärtigkeiten, Aufregung und
Wut. Laute Musik und Menschenansammlungen seien unerträglich. Als
zweitwichtigstes Problem habe der Versicherte den Bluthochdruck angegeben, da er
grosse Angst vor einem Hirn- oder Herzschlag habe. Als dritt- und viertwichtigstes
Problem habe er sein Übergewicht und die in die Beine ausstrahlenden Lumbalgien
angegeben. Über den Diabetes mellitus habe der Versicherte nicht spontan geklagt.
C.b Der Rheumatologe führte in seinem Konsilium vom 15. September 2005 aus, im
Vordergrund stünden für den Versicherten nicht die neurogenen Schmerzen, die
Kraftminderung und die Sensibilitätsstörung in der linken Hand, sondern die lumbalen
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rechtsbetonten Rückenschmerzen und ein intermittierend auftretendes Elektrisiergefühl
in beiden Beinen mit unwillkürlichen Bewegungen und einer Sensibilitätsstörung im
linken Bein. Die eingehende rheumatologische Untersuchung habe keine Hinweise auf
eine lumboradikuläre Reiz- oder Ausfallsymptomatik oder auf eine Segmentinstabilität
ergeben. Sowohl radiologisch als auch in den aktuellen CT L2 bis S1 seien nur diskrete
degenerative Veränderungen, aber keine pathologischen Befunde, die eine
Neurokompression erklären würden, erkennbar. Es bestehe eine durch die Adipositas
bewirkte Überlastung insbesondere des hinteren Lendenwirbelsäulenpfeilers mit
konsekutiven schmerzhaften Weichteilreaktionen. Als Staplerfahrer (rein sitzend mit
Vibrationen) sei der Versicherte zu 50% arbeitsfähig. Für jede andere körperlich leichte,
vorzugsweise wechselbelastende Tätigkeit ohne länger dauerndes Arbeiten in
vorgeneigter oder abgedrehter Haltung bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit. Vordringlich
sei eine drastische Gewichtsreduktion.
C.c Der psychiatrische Sachverständige berichtete in seinem Konsilium vom 16.
September 2005, der Versicherte fühle sich wegen "Blutdruckproblemen" (Rauschen
im Kopf) und körperlicher Kraftlosigkeit in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Aktiv
exploriert worden seien: Abnahme von Freude, Interesse und Lust, vermindertes
Selbstwertgefühl, verminderte psychische Belastbarkeit, sozialer Rückzug, Nervosität
und Morgentief. Im psychopathologischen Untersuch habe der Versicherte einen leicht
depressiven Eindruck gemacht. Eine leichte Merkfähigkeitsstörung bei erhaltener
Konzentrationsfähigkeit sei explorierbar gewesen. Psychomotorisch sei der Versicherte
leicht gehemmt gewesen. Bei den vorgetragenen Klagen sei der Versicherte vor allem
auf die somatischen Symptome fixiert gewesen. Die psychischen Symptome hätten
aktiv exploriert werden müssen. Nach dem Unfall habe der Versicherte etwa ein Jahr
lang an einer depressiven Angststörung gelitten. Es sei ihm aber gelungen, sich in das
Erwerbsleben zu integrieren. Von September 1994 bis Oktober 2002 habe der
Versicherte als Staplerfahrer gearbeitet. In dieser Zeit fänden sich keine Anzeichen für
ein psychisches Leiden. Seit dem Verlust des Arbeitsplatzes stehe der Versicherte
unter einem erhöhten psychosozialen Disstress. Es liege eine ängstlich depressive
Angststörung (ICD-10 F 43.22) im Rahmen einer biopsychosozialen Belastungssituation
bei Arbeitsplatzverlust und bekanntem metabolischem Syndrom vor. Der Versicherte
nehme diesen Disstress vor allem auf der somatischen Ebene war. Auf der psychischen
Achse seien wenige Symptome beobachtbar, die eine schwere Einschränkung der
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Arbeitsfähigkeit im Sinne einer bleibenden 50%igen Arbeitsunfähigkeit rechtfertigen
würden. Die Restarbeitsfähigkeit betrage in einer der körperlichen Belastbarkeit
angepassten Tätigkeit 80%. Aufgrund seiner Persönlichkeitsstruktur sei der Versicherte
einer psychotherapeutischen Behandlung im ambulanten Setting nicht zugänglich. Im
Vordergrund müssten agogische Massnahmen im Sinne einer raschen
Wiederaufnahme einer Beschäftigung stehen. Dies habe auch der Aufenthalt in der
Klinik Gais gezeigt. Das Beschäftigungsprogramm, der strukturierte Tagesablauf, die
begleitenden Entspannungsmassnahmen und die regelmässigen therapeutischen
Gespräche hätten nämlich zu einer deutlichen Aufhellung der Depression geführt.
C.d Das Gesamtgutachten kam in bezug auf die Diagnose zu folgendem Ergebnis:
chronisches lumbales Schmerzsyndrom bei lumbaler Hyperlordose bei morbider
Adipositas, Residualzustand mit Hypotrophie und Schwäche der linken Hand bei St. n.
Sägeverletzung am linken Handgelenk, ängstlich depressive Anpassungsstörung bei
biopsychosozialer Belastungssituation und verlängerter Trauerreaktion sowie (ohne
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) metabolisches Syndrom bei morbider Adipositas,
Diabetes mellitus Typ II, arterieller Hypertonie und marginaler Dyslipidämie. Für die
bisherige Arbeit als Staplerfahrer wurde die Arbeitsfähigkeit in einer Gesamtschau auf
50% geschätzt, für eine adaptierte Tätigkeit auf 80%. Die Gutachter schlugen eine
möglichst rasche berufliche Wiedereingliederung vor. Sie gaben an, die Prognose sei
günstig, wenn die Wiedereingliederung rasch erfolge. Bei weiterer Untätigkeit hingegen
sei die Prognose ungünstig.
D.
D.a Der Eingliederungsberater der IV-Stelle hielt am 24. Februar 2006 fest, der
Versicherte habe u.a. angegeben, seine Therapeutin habe einen stationären
Klinikaufenthalt vorgeschlagen. Der Eingliederungsberater betrachtete die
gesundheitliche Stabilität des Versicherten als nicht ausreichend für eine
Eingliederungsmassnahme. Eine berufsagogische Massnahme könne aktuell ebenfalls
nicht durchgeführt werden, weil sich der Versicherte eine solche Massnahme nicht
zutraue, weil er nicht die nötige Motivation mitbringe und weil er darin auch keinen Sinn
erkenne. Aus diesem Grund werde die Abklärung der beruflichen
Eingliederungsmöglichkeiten abgeschlossen. Dr. med. C._ von der psychiatrischen
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Klinik St. Pirminsberg berichtete der IV-Stelle am 25. April 2006, der Versicherte sei seit
dem 8. März 2006 zu 100% arbeitsunfähig. Er leide an einer schweren depressiven
Episode, an einem metabolischen Syndrom mit Adipositas permagna, an einer
Somatisierungsstörung, an einer arteriellen Hypertonie und an Diabetes mellitus Typ II.
Aufgrund der guten Motivation und der Differenziertheit im Denken erscheine die
vorliegende schwere depressive Episode als grundsätzlich therapeutisch gut
beeinflussbar. Eindrücklich sei, wie es dem Versicherten trotz schwerer Depression
unter stationären Bedingungen gelungen sei, sein Gewicht deutlich zu reduzieren. Der
Versicherte sei sehr motiviert, eine Teilarbeitsfähigkeit zu erlangen. Vier Stunden täglich
wären ihm zumutbar. Nach der Besserung des Zustandes ab etwa Juni 2006 sollte eine
berufliche Abklärung erfolgen.
D.b Am 22. Juni 2006 berichtete Dr. med. C._, der Versicherte sei zwar zugänglicher
und etwas ruhiger geworden, zeige aber bei Belastung aufgrund der inneren
Verfassung, der Beeinträchtigung durch Schmerzen und den Tinnitus rasch ein sehr
ungeduldiges, aggressives und unkontrolliertes Verhalten, weshalb gegenwärtig keine
zumutbare Arbeitsfähigkeit bestehe. In ihrem Austrittsbericht vom 22. Juni 2006 an die
behandelnde Psychiaterin führte Dr. med. C._ aus, die Hauptdiagnose laute: schwere
depressive Episode und Somatisierungsstörung bei anhaltender psychosozialer
Belastungssituation mit wiederkehrenden Verlusterlebnissen. Es sei gelungen, einen
Zugang zum Versicherten zu finden, worauf er gut angesprochen habe. Es sei eine
anhaltende Geschichte von wiederkehrenden Verlusten deutlich geworden, die der
Versicherte als Kette von personifizierten Kränkungen wahrgenommen habe. Das habe
zu unausgelebten aggressiven Gefühlen mit Externalisierung und dem Gefühl des
Ausgeliefertseins geführt. Es sei nach Wegen gesucht worden, wie der Versicherte sein
Leben wenigstens in einzelnen Bereichen wieder aktiver gestalten könnte. Beim Austritt
aus der Klinik sei der Versicherte mittelgradig depressiver Grundstimmung gewesen,
affektiv deutlich schwingungsfähiger, im Antrieb eingeschränkt mit wiederkehrenden
aggressiven Impulsen und Nervosität. Mittelfristig sei eine Reintegration in den
Arbeitsprozess wichtig. Zuerst müsse aber noch eine weitere psychische Verbesserung
und Stabilisierung erreicht werden. Eine finanzielle Entlastung durch eine
vorübergehende Berentung dürfte diesen Prozess unterstützen.
E.
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Die zuständigen Ärzte des RAD Ostschweiz qualifizierten die geschilderten
Beschwerden am 25. Juli 2006 als akute Krise und nicht als schweres depressives
Zustandsbild. Sie betrachteten die Angaben von Dr. med. C._ zur Arbeitsfähigkeit
des Versicherten als widersprüchlich. Deshalb empfahlen sie eine RAD-Untersuchung
zur Erhebung des aktuellen psychopathologischen Zustandes und zur Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit. Dr. med. D._ vom RAD Ostschweiz hielt in ihrem
Untersuchungsbericht vom 29. November 2006 fest, der Versicherte sei vor drei
Wochen wieder in die Klinik St. Pirminsberg eingetreten. Es sei noch zu keiner
nennenswerten Verbesserung gekommen. Gemäss einer telephonischen Auskunft der
Klinik St. Pirminsberg sei es in der Familie zu Spannungen, zu Aggressionsausbrüchen
und vor allem zu einer grossen Angst vor Kontrollverlust gekommen. Der Aufenthalt
diene der Krisenintervention zur Entlastung der Familie. Der Versicherte sei selbständig
zur Untersuchung angereist. Er habe praktisch wortgleich dieselben Probleme
geschildert wie anlässlich der MEDAS-Abklärung. Beeinträchtigt fühle er sich durch
den Tinnitus in beiden Ohren, dann durch das Engegefühl und den Druck in der
Herzgegend schon bei geringer Belastung oder Aufregung, was massive Angst vor
einem Herzinfarkt auslöse, und schliesslich durch das massive Übergewicht. Dr. med.
D._ sah einen deutlichen zeitlichen und inhaltlichen Zusammenhang zwischen der
Auslösesituation (Kränkung durch Verlust des Arbeitsplatzes, zeitgleicher Verlust der
Eltern) und dem Beginn der Depression. Angst als zentrales Thema sei in der Form der
Angst vor körperlichen Krankheiten (Herzinfarkt) und Angst vor Verlust der Liebe
(Partnerkonflikt) vorhanden. Der Verlauf sei langzeitig schwankend und tendiere zu
Chronifizierung. Es lägen depressive und selbstunsicher-ängstliche
Persönlichkeitszüge vor. Diesem Symptomenkomplex werde am ehesten die Diagnose
der Angst und Depression gemischt (ICD-10 F 41.2) gerecht. Differentialdiagnostisch
beschreibe die im Vorgutachten erhobene ängstlich depressive Anpassungsstörung
denselben medizinischen Sachverhalt. Möglich sei auch eine rezidivierende depressive
Störung (gegenwärtig leichte depressive Episode mit somatischem Syndrom). Es liege
ein psychiatrisch-psychotherapeutisch schwer behandelbares Zustandsbild vor. In der
aktuellen Untersuchung seien die gezeigten Symptome sowohl von Seiten der
Depression als auch von Seiten der Angst leichten Grades gewesen. Die aktuelle
Krisensituation scheine vor allem durch psychosoziale Belastungsfaktoren ausgelöst
worden zu sein. Der medizinische Sachverhalt habe sich seit der Abklärung durch die
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MEDAS nicht wesentlich verändert. Aus rein psychiatrischer Sicht bestehe weiterhin
eine Arbeitsfähigkeit von 80%. Bei der Entlassung aus der Klinik St. Pirminsberg werde
die Eingliederungsfähigkeit gegeben sein. Eine rasche Wiedereingliederung zur
Stabilisierung des psychischen Zustandes stehe im Vordergrund.
F.
Mit einem Vorbescheid vom 30. Januar 2007 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
dass sie sein Leistungsbegehen abweisen werde, weil der Invaliditätsgrad nur 28%
betrage. Der Versicherte war damit nicht einverstanden. Er reichte ein Attest von Dr.
med. E._ vom 8. Februar 2007 ein, laut dem er insbesondere an einer schweren
depressiven Verstimmung litt. Dr. med. E._ betrachtete die psychiatrische Situation
als so stark behindernd, dass der Versicherte nicht mehr in den normalen
Arbeitsprozess integriert werden könne und lebenslänglich ärztlich behandelt werden
müsse. Die depressive Verstimmung sei einerseits genetisch und andererseits exogen
anamnestisch begründet. Diese Kombination sei therapeutisch schwer zugänglich. Das
kompensatorisch pathologische Essverhalten mit Adipositas, metabolischem Syndrom
und Diabetes mellitus sei ein unentrinnbarer Circulus vitiosus. Mit einer Verfügung vom
20. Februar 2007 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab.
G.
Der Versicherte erhob am 21. März 2007 Beschwerde gegen diese Verfügung. Er
beantragte am 26. April 2007 die Zusprache von Rentenleistungen. Zur Begründung
machte er geltend, seit dem Unfall im Jahr 1990 leide er an psychischen Problemen.
Diese hätten sich verschlimmert. Er habe immer wieder für längere Zeit stationär
behandelt werden müssen. Momentan besuche er dreimal wöchentlich eine Therapie
im psychiatrischen Zentrum in Heerbrugg. Dabei würden verschiedene Möglichkeiten
geprüft, um eine Integration in den Arbeitsprozess zu erreichen. Seine Beschwerden
seien aber so gravierend, dass er nicht über längere Zeit eine konstante Leistung
erbringen könne. Seine gesundheitliche Situation sei durch die MEDAS nicht richtig
gewürdigt worden. Er werde ein zweites Gutachten anstreben und es dem Gericht
einreichen. Da er von der Unterstützung durch das Sozialamt lebe, ersuche er um die
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Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung. Letzteres wurde ihm am 5. Juni 2007
bewilligt.
H.
Die IV-Stelle beantragte am 4. Juni 2007 die Abweisung der Beschwerde. Sie
betrachtete das Ergebnis der Abklärung durch die MEDAS als überzeugend, einerseits
weil die Untersuchung polydisziplinär erfolgt sei, andererseits weil die Gutachter die
geklagten Beschwerden jeweils kritisch prüften, während behandelnde Ärzte
verpflichtet seien, die geschilderten Beschwerden zunächst bedingungslos ernst zu
nehmen. Da der Sachverhalt genügend abgeklärt sei, müsse das vom Versicherten
angekündigte Gutachten nicht abgewartet werden.
I.
Der Versicherte wandte am 12. Juni 2007 ein, der Einschätzung durch Dr. med. C._
sei zuwenig Gewicht beigemessen worden. Dr. med. C._ habe von einer schweren
depressiven Episode und von einer Arbeitsunfähigkeit von 100% gesprochen. Dies sei
durch den RAD Ostschweiz zuwenig gewürdigt worden. In den nächsten Wochen
werde eine Begutachtung durch Dr. med. F._ von der Klinik Teufen erfolgen.
J.
Die IV-Stelle verzichtete am 25. Juni 2007 auf eine Stellungnahme.
K.
Der Versicherte teilte am 15. August 2007 mit, Dr. med. F._ habe befunden, dass es
momentan nicht sinnvoll sei, ein privates Gutachten zu erstellen. Dr. med. G._ von
der Klinik Teufen hatte Dr. med. E._ am 29. Juni 2007 mitgeteilt, er habe dem
Versicherten empfohlen, von der behandelnden Stelle ein ärztliches Zeugnis
anzufordern und dem Gericht vorzulegen, worauf sich eine erneute Begutachtung
begründen würde. Die psychiatrischen Dienste Süd hatten am 17. August 2007
ausgeführt, es liege nach wie vor eine schwere depressive Episode (F 32.2) vor. Dazu
kämen ein metabolisches Syndrom mit Adipositas permagna, eine
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Somatisierungsstörung, eine arterielle Hypertonie, ein Diabetes mellitus Typ II und eine
Dyslipidämie. All diese Diagnosen wirkten sich einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit
aus. Im Rahmen der Ergotherapie falle eine sehr geringe Belastbarkeit auf. Es sei schon
als Erfolg zu werten, dass der Versicherte zur Therapie komme. Die einzelnen
Therapien gehörten zu den wenigen Dingen, zu denen der Versicherte die Wohnung
verlasse. Zum jetzigen Zeitpunkt sei keine Arbeitsfähigkeit gegeben. Inwieweit eine
Teilarbeitsfähigkeit wiedererlangt werden könne, sei nicht absehbar. Eine erneute
Überprüfung der Situation sei nicht vor Ablauf von sechs Monaten sinnvoll.

Erwägungen:
1.
1.1 Der Grad der für den Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 16
ATSG durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das
die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden
wäre (Valideneinkommen). Ausschlaggebendes Element des Einkommensvergleiches
ist in aller Regel der Grad der verbliebenen Arbeitsfähigkeit. Die vorliegenden ärztlichen
Arbeitsfähigkeitsschätzungen weichen stark voneinander ab. Nach der
höchstrichterlichen Rechtsprechung "kann es nicht angehen, eine medizinische
Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass
weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte nachher zu
unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an solchen vorgängig geäusserten
abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich hingegen, wenn die
behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, welche im
Rahmen der psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben sind und die geeignet
sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen" (Bundesgerichtsurteil vom 13. März
2006, Erw. 2.4, I 676/05).
1.2 So absolut formuliert würde diese Rechtsprechung auf eine starre Beweisregel
hinauslaufen, welche die freie Beweiswürdigung durch das Gericht in unzulässiger
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Weise einschränken würde. Die Arbeitsfähigkeitsschätzungen behandelnder Ärzte
können durchaus auch dann berechtigte Zweifel an der Richtigkeit einer
gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung wecken, wenn sie sich auf Gesichtspunkte
stützen, die auch vom Gutachter gewürdigt worden sind. Auf eine Abwägung der
Überzeugungskraft divergierender Arbeitsfähigkeitsschätzungen kann also nicht mit
dem Argument verzichtet werden, nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung sei der
Arbeitsfähigkeitsschätzung eines Gutachters zum vornherein immer eine überragende
Überzeugungskraft beizumessen, so dass die abweichenden
Arbeitsfähigkeitsschätzungen behandelnder Ärzte gar nicht gewürdigt werden müssten.
Auch wenn ein Gutachten alle von der Rechtsprechung vorgegebenen Anforderungen
erfüllt (vgl. etwa BGE 122 V 160), reicht dies nicht aus, um die gutachterliche
Arbeitsfähigkeitsschätzung ohne weiteres als überwiegend wahrscheinlich zu
betrachten. Das Gutachten muss es vielmehr erlauben, die Fehlerhaftigkeit der
abweichenden Arbeitsfähigkeitsschätzungen behandelnder Ärzte (oder allenfalls eines
Privatgutachters) mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachzuweisen. Nur wenn dies gelingt, kann die gutachterliche
Arbeitsfähigkeitsschätzung mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als richtig qualifiziert werden (vgl. das Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Juni 2008 i.S. C., IV 2007/89).
Vermag ein Gutachten dies nicht zu leisten und gelingt dies auch keiner der
abweichenden Arbeitsfähigkeitsschätzungen, so ist der Sachverhalt nicht ausreichend
erstellt. Es müssen weitere Abklärungen vorgenommen werden.
2.
2.1 Anlass für die Auseinandersetzung über den korrekten Arbeitsfähigkeitsgrad bietet
nur die Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit des Beschwerdeführers. In
somatischer Hinsicht stimmen nicht nur die gestellten Diagnosen, sondern auch die
daraus resultierende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit überein. Unter
Berücksichtigung nur der somatischen Gesundheitsbeeinträchtigung sind alle Ärzte
von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten, d.h. der
Beeinträchtigung bestmöglich Rechnung tragenden Art von Erwerbstätigkeit
ausgegangen. Demgegenüber ist die Beeinträchtigung des Beschwerdeführers in
seiner psychischen Gesundheit nicht nur in bezug auf die Art und die Schwere der
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Diagnose, sondern auch in bezug auf die Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sehr
verschieden eingeschätzt worden. Dr. med. A._ hat am 19. August 2004 eine reaktive
Depression und eine Arbeitsunfähigkeit von 100% angegeben. Die Fachstelle für
Sozialpsychiatrie und Psychotherapie hat diese Arbeitsfähigkeitsschätzung am 7.
Oktober 2004 bestätigt. Sie ist von einer mittelgradigen depressiven Episode mit
somatischem Syndrom ausgegangen. Auch Dr. med. E._ hat am 8. Februar 2007
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit angegeben und zudem die Auffassung vertreten,
es bestehe keine Aussicht darauf, dass der Beschwerdeführer je wieder arbeitsfähig
sein werde. Er hat eine schwere depressive Verstimmung mit einer schwergradigen
Somatisierungsstörung diagnostiziert. Die psychiatrischen Dienste Süd haben 17.
August 2007 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% angegeben. Sie haben eine schwere
depressive Episode mit Somatisierungsstörung festgestellt.
2.2 Die den Beschwerdeführer ambulant behandelnden Ärzte sind also in ihrer
Diagnosestellung und in ihren Arbeitsfähigkeitsschätzung alle sehr pessimistisch
gewesen. Sie haben sich dabei immer auf eine schwerwiegende psychische
Erkrankung des Beschwerdeführers berufen. Die Ärzte, die den Beschwerdeführer
während seiner stationären Klinikaufenthalte psychiatrisch behandelt haben, sind
deutlich weniger pessimistisch gewesen. Die Klinik Gais hat am 16. Februar 2005 eine
mittelschwere depressive Episode mit somatischem Syndrom diagnostiziert und sie hat
die Arbeitsunfähigkeit mit 50% beziffert. Die Ärzte der psychiatrischen Klinik St.
Pirminsberg haben zwar am 25. April 2006 eine schwere depressive Episode mit
Somatisierungsstörung und eine Arbeitsunfähigkeit von 100% angenommen. Sie haben
aber angenommen, dass dem Beschwerdeführer eigentlich eine Erwerbstätigkeit von
vier Stunden täglich zumutbar sei, dass er dazu allerdings die schwere depressive
Episode überwinden müsse, was ihm - nach dem Eindruck während des stationären
Aufenthalts zu urteilen - innerhalb weniger Monate gelingen werde. Im Austrittsbericht
vom 22. Juni 2006 ist dann allerdings in bezug auf die zur Wiedererlangung der
Arbeitsfähigkeit erforderliche Zeit eine etwas weniger optimistische Prognose gestellt
worden. Die Ärzte sind aber nach wie vor davon ausgegangen, dass der
Beschwerdeführer eine Arbeitsfähigkeit von 50% erreichen könne, zumal dies
therapeutisch sogar wichtig wäre. Deshalb haben sie eine vorübergehende Berentung
auf der Grundlage einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit postuliert. Diese Differenz
zwischen den ambulant und den stationär behandelnden Ärzten in bezug auf die
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Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit und auch in bezug auf die Schwere bzw. der
Therapierbarkeit der Erkrankung dürfte darauf zurückzuführen sein, dass während der
stationären Aufenthalte jeweils ein deutlicher Therapieerfolg erzielt worden ist, was
Anlass zu Optimismus geboten hat, während die ambulant behandelnden Ärzte wohl
nur den völligen Misserfolg ihrer Therapiebemühungen und die Enttäuschung der
während der stationären Aufenthalte geweckten Hoffnungen haben konstatieren
müssen.
2.3 Es ist nachvollziehbar, dass die ambulant behandelnden Ärzte unter diesen
Umständen sowohl bei der Diagnose als auch bei der Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit äusserst pessimistisch gewesen sind. Das deckt sich auch mit dem
Hinweis des psychiatrischen Gutachters der MEDAS, die Persönlichkeitsstruktur
bewirke, dass der Beschwerdeführer eine psychotherapeutischen Behandlung in einem
ambulanten Setting nicht zugänglich sei und dass eine solche Behandlung sogar das
Risiko in sich trage, das Krankheitsgefühl des Beschwerdeführers noch zu verstärken.
Der psychiatrische Gutachter der MEDAS hat auch darauf hingewiesen, dass zur
Stabilisierung des psychischen Zustandes agogische Massnahmen im Sinn einer
Beschäftigung des Beschwerdeführers im Vordergrund stünden. Während der
stationären Aufenthalte ist der Beschwerdeführer beschäftigt worden, was jeweils zu
einer subjektiven, vom Beschwerdeführer empfundenen und auch eingestandenen
Verminderung des Krankheitsgefühls geführt hat. Im Rahmen der ambulanten
Behandlung hingegen ist der Beschwerdeführer nicht dazu gebracht worden, sich aktiv
zu beschäftigen. Es ist bereits als Erfolg gewertet worden, dass er wenigstens für die
einzelnen Therapien die Wohnung verlassen hat. Unter diesen Umständen ist den
Einschätzungen der Ärzte, die den Beschwerdeführer während seiner Klinikaufenthalte
behandelt haben, eine deutlich höhere Überzeugungskraft beizumessen als den
Einschätzungen der den Beschwerdeführer ambulant betreuenden Ärzte.
2.4 Das bedeutet nicht, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzungen derjenigen Ärzte, die
den Beschwerdeführer in einem stationären Setting behandelt haben, als überwiegend
wahrscheinlich qualifiziert werden könnten. Alle behandelnden Ärzte sind bei ihrer
Diagnosestellung und damit auch bei ihrer Arbeitsfähigkeitsschätzung der grossen
Gefahr ausgesetzt, von der subjektiven Krankheitsüberzeugung, d.h. der besonders
pessimistischen Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers beeinflusst zu werden.
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Dies gilt auch für die Klinikärzte, selbst wenn diese grundsätzlich eher in der Lage sind,
hinter die im Verlauf der stationären Behandlungen immer weniger konsequent
demonstrierte völlige Krankheits- und Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung zu sehen. Zu
dieser Beeinflussung durch das Verhalten des Beschwerdeführers kommt, dass alle
behandelnden Ärzte zum Beschwerdeführer in einem Behandlungsverhältnis gestanden
haben oder immer noch stehen. Sie waren oder sind deshalb nicht unabhängig in ihrer
Beurteilung, denn ihr Auftrag hat darin bestanden, den Beschwerdeführer erfolgreich zu
behandeln. Dies kann sich so ausgewirkt haben, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzungen
aus dem Blickwinkel der Schaffung guter Heilungsvoraussetzungen (Beseitigung der
finanziellen Notlage bzw. der Sozialhilfebedürftigkeit) abgegeben worden sind und dass
zudem - sicherlich unbewusst - versucht worden ist, dem Beschwerdeführer
wenigstens dadurch zu helfen, dass ihm die ihm "zustehende" Invalidenrente
ausgerichtet werde. Dies alles hat zur Folge, dass den Arbeitsfähigkeitsschätzungen
behandelnder Ärzte generell eine geringere Überzeugungskraft beizumessen ist als
derjenigen eines unabhängigen Gutachters, welcher der versicherten Person völlig
unbefangen gegenübertritt. Erfüllt eine unabhängige, von der Verwaltung in Auftrag
gegebene Expertise die einschlägigen Voraussetzungen, so kommt ihr
vermutungsweise eine so hohe Überzeugungskraft zu, dass sie trotz einer
abweichenden Arbeitsfähigkeitsschätzung eines behandelnden Arztes die
Arbeitsfähigkeit der versicherten Person mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachweist. Eine Ausnahme besteht nur für jene -
seltenen - Fälle, in denen die abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzung so objektiv und
überzeugend ist, dass sie den Verdacht weckt, das Gutachten sei fehlerhaft oder
unvollständig. Dies trifft auf den vorliegenden Fall nicht zu. Das Gutachten der MEDAS
vom 21. Dezember 2005, das durch den RAD Ostschweiz am 29. November 2006
bestätigt worden ist, belegt deshalb einen Arbeitsfähigkeitsgrad des
Beschwerdeführers in einer adaptierten Erwerbstätigkeit von 80%. Davon ist bei der
Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens auszugehen.
3.
Der Beschwerdeführer ist letztmals im Jahr 2002 einer Erwerbstätigkeit nachgegangen.
Er hat dabei ein unterdurchschnittliches Einkommen erzielt. Die Beschwerdegegnerin
hat deshalb in ihrer Beschwerdeantwort zu Recht postuliert, die (fiktive) erwerbliche
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Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers ohne den Gesundheitsschaden gestützt auf
einen Durchschnittslohn zu bestimmen. Da der Beschwerdeführer ohne den
Gesundheitsschaden in allen Branchen und in der ganzen Schweiz als Hilfsarbeiter
tätig sein könnte, ist auf den Durchschnitt gemäss der Lohnstrukturerhebung 2004 des
Bundesamtes für Statistik, Resultate auf nationaler Ebene, Anhang Tabelle TA1, von Fr.
4588.- abzustellen. Allerdings beruht dieser Betrag auf einer Wochenarbeitszeit von 40
Std., obwohl der schweizerische Durchschnitt im Jahr 2004 41,6 Std. betragen hat.
Praxisgemäss ist deshalb von einem entsprechend höheren Durchschnittseinkommen
von Fr. 4771.50 bzw. Fr. 57'258.- auszugehen. Dieser Betrag entspricht nicht nur dem
Valideneinkommen, sondern er bildet auch den Ausgangspunkt zur Ermittlung des
zumutbaren Invalideneinkommens. Der Beschwerdeführer könnte nämlich seine
verbliebene Arbeitsfähigkeit trotz der Beschränkung auf adaptierte Tätigkeiten in
praktisch allen Branchen und in der ganzen Schweiz verwerten. Bei einem der
Restarbeitsfähigkeit entsprechenden Beschäftigungsgrad von 80% ergibt dies ein
Jahreseinkommen von Fr. 45'806.-. Nun hätte der Beschwerdeführer aber gegenüber
einem gesunden Konkurrenten für einen geeigneten Teilzeitarbeitsplatz einen
beträchtlichen Wettbewerbsnachteil in Kauf zu nehmen, da er sowohl in seiner
physischen als auch in seiner psychischen Gesundheit beeinträchtigt ist. Ein
potentieller Arbeitgeber würde den gesunden Bewerber anstellen, denn dieser würde
weniger Anforderungen an die Arbeitsplatzgestaltung stellen, er wäre flexibler, d.h. bei
Bedarf vorübergehend auch an einem anderen, nicht adaptierten Arbeitsplatz
einsetzbar, er würde keine besondere Rücksichtnahme seitens der Vorgesetzten und
der Arbeitskollegen stellen, er könnte bei Bedarf seinen Beschäftigungsgrad
vorübergehend erhöhen oder sogar Überstunden leisten und vor allem böte er ein
deutlich geringeres Risiko von Krankheitsabsenzen als der Beschwerdeführer. Diesen
Wettbewerbsnachteil könnte der Beschwerdeführer nur dadurch kompensieren, dass
er seine Arbeitsleistung zu einem deutlich tieferen Lohn als sein gesunder Konkurrent
anbieten würde, d.h. er wäre genötigt, seine Arbeitskraft auch auf dem allgemeinen und
ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu einem unterdurchschnittlichen "Preis" zu "verkaufen".
Die Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für Statistik bietet keine Möglichkeit,
das Ausmass der im Einzelfall notwendigen Reduktion des statistischen
Durchschnittslohnes objektiv zu bemessen. Der in der Verwaltungspraxis
fälschlicherweise so genannte "Leidensabzug" ist deshalb ermessensweise zu
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bestimmen. Dem Gleichbehandlungsbedarf ist dadurch Rechnung zu tragen, dass eine
Kategorienbildung (im Sinne etwa der Aufteilung in sehr leichte, leichte, mittelgradige,
schwere und sehr schwere Nachteile) erfolgt. Die Obergrenze bildet gemäss der
höchstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. BGE 126 V 75 ff.) ein Abzug von 25%. Der
Beschwerdeführer ist als Folge der Kumulation von somatischen und psychischen
Gesundheitsbeeinträchtigungen erheblich benachteiligt. Dies rechtfertigt es, einen
Abzug vorzunehmen, der einiges mehr als mittelgradig ist. Das Jahreseinkommen von
45'806.- ist deshalb um 20% zu reduzieren. Es resultiert ein zumutbares
Invalideneinkommen von Fr. 36'645.-. Die behinderungsbedingte Erwerbseinbusse
beträgt somit Fr. 20'613.-, was einem Invaliditätsgrad von 36% entspricht. Da damit
die Untergrenze von 40% gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG nicht erreicht ist, hat die
Beschwerdegegnerin zu Recht einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers verneint.
4.
Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand im Rahmen von Fr. 200.- bis Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
IVG). Der Aufwand im vorliegenden Verfahren rechtfertigt eine Gerichtsgebühr von Fr.
600.-. Diese Gerichtsgebühr ist dem vollumfänglich unterliegenden Beschwerdeführer
aufzuerlegen. Da ihm aber die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt worden ist, wird er
von der Bezahlung der Gerichtsgebühr befreit. Sollten es seine wirtschaftlichen
Verhältnisse später gestatten, wird er allerdings verpflichtet sein, die Gerichtsgebühr
nachzuzahlen (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG