Decision ID: ffeca75f-b4fb-4eb6-8c75-e38b4612f789
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Namensänderung
Berufung gegen eine Verfügung der Direktion der Justiz und des Innern des Kan-
tons Zürich vom 17. August 2020 (2020-2110)
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Rechtsbegehren: (act. 4/7/1.1 und act. 4/7/7 sinngemäss)
Es sei das Gesuch der Gesuchstellerin gutzuheissen und ihr Vorname von "A1._" in "A2._" und ihr Familienname von "A3._" in "B._" (eventualiter: "B1._") abzuändern.
Verfügung des Gemeindeamtes des Kantons Zürich: (act. 4/7/17.1)
I. Das Gesuch von A._, geboren am tt. Januar 1997, von C._ [] und D._ [Ortschaft], wohnhaft in ... [Adresse] um Änderung des  wird abgewiesen.
II. Der Vorname lautet neu A2._.
III. Der Namenswechsel hat keine bürgerrechtlichen Wirkungen.
IV. Die Kosten des Verfahrens betragen 600.00 Franken und werden der Ge-
suchstellerin auferlegt.
V. Rechtsmittel.
VI. Mitteilung.
Verfügung der Direktion der Justiz und des Innern des Kantons Zürich: (act. 2)
I. Der Rekurs von A._ gegen die Verfügung des Gemeindeamtes vom 10. Juni 2020 betreffend Namensänderung wird abgewiesen.
II. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus
a) einer Staatsgebühr von Fr. 400.00
b) den Schreibgebühren von Fr. 95.00 c) den Kanzleiauslagen von Fr. 10.00 Total Fr. 505.00
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werden der Rekurrentin auferlegt. Über die auferlegten Kosten stellt die  Inkassostelle am Obergericht des Kantons Zürich nach Eintritt der Rechtskraft separat Rechnung.
III. Rechtsmittel.
IV. Mitteilung.
Berufungsanträge:
der Rekurrentin und Berufungsklägerin (act. 5 sinngemäss):
Die Verfügung der Direktion der Justiz und des Innern des Kantons Zürich sei aufzuheben und der Berufungsklägerin die Änderung ihres Familiennamens zu bewilligen.

Erwägungen:
1. Am 17. Dezember 2019 ging beim Gemeindeamt des Kantons Zürich, Abtei-
lung Zivilstandswesen (nachfolgend Gemeindeamt) das Gesuch der Beru-
fungsklägerin um Vor- und Familiennamensänderung von "A1._" in
"A2._" und von "A3._" in "B._" ein (act. 4/7/1.1). Im Laufe des
Verfahrens verlangte sie eventualiter die Familiennamensänderung in
"B1._" (act. 4/7/7). Mit Verfügung vom 10. Juni 2020 bewilligte das Ge-
meindeamt die Abänderung des Vornamens auf "A2._", wies jedoch
das Gesuch um Abänderung des Familiennamens ab (act. 4/7/17.1). Diesen
Entscheid focht die Berufungsklägerin mit Rekurs bei der Direktion der Justiz
und des Innern des Kantons Zürich (nachfolgend Vorinstanz) an (act.
4/7/19.2.1). Mit Verfügung vom 17. August 2020 wies die Direktion der Justiz
und des Innern den Rekurs ab (act. 2). Gestützt auf die Rechtsmittelbeleh-
rung (act. 2 Dispositiv Ziff. III) erhob A._ mit Eingabe vom 15. Septem-
ber 2020 innert der 30tägigen Frist Beschwerde beim Verwaltungsgericht
des Kantons Zürich und stellte das vorerwähnte Begehren (act. 5 und act.
4/5 S. 1). Mit Verfügung vom 5. November 2020 trat die Einzelrichterin der 4.
Abteilung des Verwaltungsgerichtes auf die Beschwerde nicht ein und über-
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wies die Beschwerde zuständigkeitshalber an das Obergericht zur weiteren
Behandlung (act. 3). Die Kammer legte in der Folge ein Berufungsverfahren
an und auferlegte der Berufungsklägerin mit Verfügung vom 17. November
2020 einen Kostenvorschuss (act. 6). Dieser wurde innert Frist geleistet (act.
8). Am 11. Januar 2021 teilte die Berufungsklägerin in einer E-Mail dem Ge-
richt mit, sie sei im Zusammenhang mit dem Gesuch um Namensänderung
in psychologischer Behandlung, die Einreichung des ärztlichen Attestes
könne jedoch noch einige Zeit in Anspruch nehmen (act. 9). Mit Schreiben
vom 22. Januar 2021 reichte die Berufungsklägerin eine von lic. phil.
E._, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, verfasste "Stellungnah-
me Namensänderung" vom 18. Januar 2021 ins Recht (act. 10 und 11).
2. a) Namensänderungen erfolgen nicht von Amtes wegen, sondern nur auf ein
Gesuch hin. Für die Bewilligung solcher Gesuche ist im Kanton Zürich der
Regierungsrat zuständig (vgl. Art. 30 Abs. 1 ZGB, § 44 Ziff. 15 EG ZGB/ZH).
Genauer gesagt besteht ein zweistufiger verwaltungsinterner Instanzenzug:
Zunächst entscheidet das Gemeindeamt des Kantons Zürich über die Na-
mensänderung (§ 66 und Anhang 3 Ziff. 1.1 lit. c der Verordnung über die
Organisation des Regierungsrates und der kantonalen Verwaltung [VOG
RR], LS 172.11). Gegen dessen Entscheid steht der Rekurs an die Direktion
der Justiz und des Innern des Kantons Zürich, Generalsekretariat, zur Ver-
fügung (§ 19b Abs. 2 lit. b Ziff. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes
[VRG], LS 175.2). Der Entscheid der Direktion betreffend Namensänderung
kann mit Berufung beim Obergericht des Kantons Zürich angefochten wer-
den (vgl. § 45 EG ZGB/ZH i.V.m. § 50 lit. c GOG/ZH und § 176 Abs. 1
GOG/ZH, Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO), wobei sich dieses Verfahren nach den
Bestimmungen der ZPO und den für den Zivilprozess geltenden Verfahrens-
bestimmungen des GOG richtet (§ 176 Abs. 2 GOG/ZH).
b) Namensänderungen stellen Sachen der freiwilligen Gerichtsbarkeit dar;
die Verfahren sind summarischer Natur (vgl. Art. 248 lit. e ZPO; vgl. BSK
ZGB I-BÜHLER, 6. Auflage, Art. 30 N 13; OFK ZGB-BÜCHLER/FREI, 3. Auflage,
Art. 30 N 8). Es stellt sich daher die Frage, ob gestützt auf Art. 248 lit. e ZPO
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in Verbindung mit Art. 314 Abs. 1 ZPO die verkürzte 10-tägige Berufungsfrist
zur Anwendung kommt. Dem steht entgegen, dass Art. 314 Abs. 1 ZPO die
Anwendbarkeit der verkürzten Berufungsfrist nur für im summarischen Ver-
fahren ergangene Entscheide statuiert, was beim vorinstanzlichen Entscheid
vom 17. August 2020, welcher in einem verwaltungsrechtlichen Verfahren
ergangen ist, nicht der Fall ist. Die Kammer hat mithin keine gerichtliche An-
ordnung der freiwilligen Gerichtsbarkeit zu beurteilen, die im summarischen
Verfahren erging (vgl. § 176 GOG/ZH i.V.m. Art. 1 lit. b i.V.m. Art. 248 lit. e
ZPO; NT180001 Erw. II.2.1). Insoweit steht dem Eintreten auf die Berufung
nichts entgegen.
3. a) Die Berufung ist innert Frist schriftlich, mit Anträgen versehen und be-
gründet einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO).
Die Berufungsbegründung hat sich sachbezogen mit der Begründung des
angefochtenen Entscheides auseinanderzusetzen, es ist konkret zu rügen
und aufzuzeigen, weshalb und in welchen Belangen der angefochtene Ent-
scheid falsch sein soll und welche Dokumente diese Argumentation stützen
(vgl. ZK ZPO-REETZ/THEILER, 3. Auflage, Art. 311 N 34 ff.). Bei Laien werden
an die Begründung des Rechtsmittels zwar minimale Anforderungen gestellt.
Es muss jedoch wenigstens rudimentär dargelegt werden, an welchen Män-
geln der angefochtene Entscheid nach Auffassung der Partei leidet. Sind
diese Voraussetzungen nicht erfüllt, wird auf das Rechtsmittel nicht eingetre-
ten (vgl. Ivo W. Hungerbühler/Manuel Bucher, DIKE-Komm-ZPO, 2. Auflage,
Art. 311 N 30 ff., OGer ZH NQ110031 vom 9. August 2011, OGer ZH
PF110034 vom 22. August 2011). Neue Tatsachen und Beweismittel werden
im Berufungsverfahren nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vor-
gebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor Vorinstanz
vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 ZPO).
b) Mit der Berufung kann die unrichtige Rechtsanwendung und die unrichtige
Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Ge-
rügt werden kann jede Rechtsverletzung und insbesondere auch die Unan-
gemessenheit. Bei der Rüge der Unangemessenheit ist zwischen Tatbe-
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stands- und Rechtsfolgeermessen zu unterscheiden. Die Rechtsmittel-
instanz ist jedoch nicht befugt, eigenes Rechtsfolgeermessen ohne weiteres
an die Stelle desjenigen der Vorinstanz zu setzen (vgl. Kurt Blickensdorfer,
DIKE-Komm ZPO, 2. Auflage, Art. 310 N 8 ff.).
4. Die Vorinstanz verneinte achtenswerte Gründe für eine Nachnamensände-
rung. Sie erwog dazu u.a, die Rekurrentin berufe sich darauf, sie sei in der
Finanzbranche tätig und könne es sich deshalb nicht erlauben, mit Terroris-
mus in Verbindung gebracht zu werden. Diese Gefahr bestehe, da der Na-
me "A3._" arabischen Ursprungs sei (act. 11/1.1 S. 2). Zudem sei sie
aufgrund ihres Namens, der als ausländisch erkennbar sei, häufig respektlos
behandelt worden. Der Name sei auch falsch ausgesprochen worden
(act. 11/3.1 S. 1). Im Rekursverfahren habe sie Schreiben von vier Privat-
personen eingereicht, welche dies bestätigen sollten. In den Schreiben wer-
de ausgeführt, im Arbeitsumfeld seien "rassistische Bemerkungen" gemacht
worden (act. 2/1), die Rekurrentin habe "mit rassistischen Bemerkungen zu
kämpfen " gehabt, welche sie bis heute sehr belasteten (act. 2/2), niemand
habe ihren Namen richtig aussprechen können und sie sei deshalb diskrimi-
niert worden (act. 2/3) und schon in der Schulzeit habe sie wegen des "aus-
ländischen Nachnamens Schwierigkeiten gehabt angenommen zu werden"
(act. 2/4). Die Begründung, ein arabisch klingender Name stelle sie in Zu-
sammenhang mit dem internationalen Terrorismus, könne für sich allein für
eine Namensänderung nicht genügen. Die Rekurrentin habe es denn auch
bei allgemeinen Hinweisen bewenden lassen und nicht auf eine bestehende,
konkrete Verwechslungsgefahr mit Terroristen hingewiesen. Konkrete Nach-
teile aus dem geltend gemachtem Umstand habe sie ebenfalls nicht geltend
gemacht. Allein die diffuse Befürchtung ein Zusammenhang mit dem interna-
tionalen Terrorismus aufgrund eines arabisch klingenden Namens könne für
eine Namensänderung nicht genügen, fehle es doch an der geforderten In-
tensität des geltend (gemachten) subjektiven Nachteils. Auch mit Bezug auf
die Nachteile, welche sie in der Schule und im Geschäftsumfeld geltend ma-
che, bleibe die Rekurrentin ausserordentlich unbestimmt. Offenbar beziehe
sie sich vorab auf Vorfälle in ihrer Schulzeit und den Jahren 2013-2014, in
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denen sie bei ihrer Arbeit bei der Post ein Namensschild habe tragen müs-
sen und wegen ihres ausländischen Namens rassistische Bemerkungen ha-
be erdulden müssen (act. 2/1 und 2/2). All dies gehe jedoch nicht direkt aus
ihren Vorbringen, sondern lediglich aus den von ihr im Rekursverfahren ein-
gereichten Unterlagen hervor. Den geltend gemachten Nachteilen fehle da-
bei ein aktueller Bezug und sie erschienen nicht als geeignet, im konkreten
Fall der Rekurrentin eine Beeinträchtigung von einer derartigen Intensität zu
belegen, dass sie nur durch eine Namensänderung zu beheben wären.
Würde man der Argumentation der Rekurrentin folgen, müsste sämtlichen
Trägerinnen und Trägern fremdsprachiger Namen ein Namenswechsel be-
willigt werden und der Grundsatz der Unabänderbarkeit des Familienna-
mens würde zur Makulatur. Zu ergänzen bleibe, dass die Rekurrentin vorerst
eine Änderung ihres Familiennamens von "A3._" in "B._" verlangt
habe, obwohl dies - gemäss ihrer Aussage - ebenfalls ein ausländischer
Name sei. Mit der ursprünglich gewollten Namenswahl hätte sie den be-
haupteten Nachteil also gar nicht beheben können. Auch dieser Umstand
lasse an der geforderten Intensität des Leidensdrucks unter ihrem ange-
stammten Familiennamen zweifeln. Ferner berufe sich die Rekurrentin auf
persönliche Gründe bzw. "frühere Kindheitsereignisse" für den Namens-
wechsel, wobei sie summarisch auf das Verfahren ihres Bruders verweise
(act. 11/1). Auch auf diesen Umstand nähmen zwei von ihr eingereichte
Schreiben Bezug, in denen "viele Streitereien" erwähnt würden (act. 2/3)
bzw. ausgeführt werde "das Verhältnis zu ihrer Familie (sei) schon seit Jah-
ren belastend für sie" (act. 2/4). Familiäre Streitigkeiten könnten durchaus
eine Qualität annehmen, welche das psychische Wohlergehen beeinträchtig-
ten und dies könne Grund für einen Namenswechsel sein. Blosse Streitigkei-
ten und Unannehmlichkeiten kämen allerdings in jeder Familie vor und ge-
nügten als solche noch nicht für einen Namenswechsel. Vielmehr müssten
diese eine gewisse Qualität aufweisen und einen erheblichen Leidensdruck
bewirken, um einen Namenswechsel zu rechtfertigen. Zwar sei dem Bruder
der Rekurrentin der Namenswechsel gestützt auf einen ärztlichen Bericht,
der ihm ein erhebliches Leiden attestierte, bewilligt worden. Die Rekurrentin
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könne sich jedoch nicht auf diesen Bericht beziehen: das von einem Kind er-
lebte sei nicht ohne weiteres auf dessen Geschwister übertragbar. Die von
der Rekurrentin geltend gemachten Schwierigkeiten genügten deshalb nicht
zum Nachweis eines erheblichen Leidens unter der Kindheit, welches ihr
das Tragen des elterlichen Namens unzumutbar machen würde. Zudem sei-
en die von ihr eingereichten Schreiben von Bekannten (der genaue Bezug
zwischen der Rekurrentin und den Schreibenden bleibe offen), die äusserst
summarisch und kurz seien, auch nicht geeignet, ein derartiges Leiden zu
beweisen (act. 2 Ziff. 3.2).
5. a) Diesen Ausführungen hielt die Berufungsklägerin in ihrer Rechtsmittelein-
gabe entgegen, als Gründe für eine Namensänderung seien etwa solche
moralischer, geistiger, seelischer, wirtschaftlicher oder administrativer Natur
denkbar. Sie habe all diese Gründe belegt, allerdings habe sie diese nicht
ärztlich bestätigen lassen. Sie könne dies gerne nachreichen, falls dies das
eigentliche Problem sein sollte. Ihre vier angegebenen Personen könne das
Gericht gerne telefonisch kontaktieren, falls dies helfen sollte. Da sie im
Moment den Namen "B._" verwende, lägen viele Probleme in der Ver-
gangenheit. Gemeinsam mit ihrem Bruder sei sie selbständig und deshalb
könne sie mit dem Namen "A3._" gegen aussen nicht auftreten. Sie ha-
be es anfangs versucht, da sie aber High-End-Produkte anböten, kämen
diese unter dem Namen "A3._" bei vielen gar nicht gut an. Deshalb ha-
be sie unter dem Namen "B._" weiter gemacht. Momentan sei dies
noch möglich, weil Herr F._ (ihr Bruder) die Verträge unterschreibe, je-
doch könne dies für die Zukunft sehr kritisch werden. Sie möchte auch ge-
genüber ihren Kunden transparent sein, was jedoch so nicht möglich sei.
Daher bestehe ihr Leiden heute noch, sei jedoch etwas weniger erkennbar.
Zuletzt sei es nicht nur eine Befürchtung mit Terrorismus in Verbindung ge-
bracht zu werden, sondern dies sei auch schon einige Male vorgekommen,
als sie mit Kunden gearbeitet habe und diese sie des Öfteren auf den Terro-
rismus aufmerksam gemacht und sie durch die Blume gefragt hätten, ob sie
auch schon etwas mit Terrorismus zu tun gehabt habe. Dies sei für sie sehr
ehrverletzend gewesen, auch wenn einige sie anscheinend nur scherzhaft
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darauf angesprochen hätten. Ihre Familienverhältnisse seien sehr ange-
spannt. Sie habe praktisch keinen Kontakt mehr zu ihren Eltern, nur noch,
wenn es einen nötigen Anlass dazu gebe (act. 5).
b) Ein konkretes Rechtsbegehren stellte die Berufungsklägerin nicht. Aus ih-
rer Rechtsmitteleingabe ergibt sich jedoch, dass sie die Abänderung ihres
Nachnamens anstrebt. Unklar ist, ob sie wieder auf ihr ursprüngliches
Rechtsbegehren vor dem Gemeindeamt Bezug nimmt und eine Abänderung
von "A3._" in "B._" verlangt, was aufgrund der Angaben im Titel ih-
rer Eingabe angenommen werden könnte. Diese Frage kann aber – wie sich
aus den nachfolgenden Erwägungen ergibt – offen gelassen werden. Die
Berufungsklägerin gibt in ihrer Berufungsschrift weitgehend ihre bisherigen
Ausführungen wieder und stellt nochmals ihre Rechtsauffassung dar, ohne
sich mit dem vorinstanzlichen Entscheid konkret auseinander zu setzen.
Damit kommt sie ihrer Begründungspflicht nicht nach (vgl. vorstehend Ziff. 3
a)).
Mit der am 22. Januar 2021 eingereichten Bestätigung von lic. phil. E._,
Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, vom 18. Januar 2021 (act. 10
und11) bezweckt die Berufungsklägerin eine Vervollständigung des Pro-
zessstoffes, was im Berufungsverfahren nicht mehr möglich ist. Das Beru-
fungsverfahren ist keine Fortsetzung des vorinstanzlichen Verfahrens. Neue
Beweismittel, bspw. ein Arztzeugnis, unterliegen den unter Ziff. 3 a) erwähn-
ten Noveneinschränkungen. Die Berufungsklägerin wurde vom Gemeinde-
amt mit Schreiben vom 3. März 2020 aufgefordert, eine aktuelle ärztliche
Bescheinigung betreffend ihrem Leidensdruck im Zusammenhang mit ihrem
Namen nachzureichen (act. 4/7/15.1). Dies hielt die Berufungsklägerin nicht
für nötig, sondern sie vertrat die Auffassung, mehr als genügend Belege
eingereicht zu haben (act. 4/7/16). Auch mit ihrer Rekursschrift reichte sie
aufgrund des zeitlichen und finanziellen Aufwandes kein ärztliches Zeugnis
ein, sondern legte für den Nachweis ihres Leidensdruckes Schreiben von
vier Privatpersonen bei (act. 4/9/1).
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Auch bei ihrer Behauptung, sie sei des Öfteren von Kunden gefragt worden,
ob sie etwas mit Terrorismus zu tun habe, handelt es sich um ein Novum,
das heute nicht mehr vorgebracht werden.
Aufgrund des Gesagten genügt die Rechtsschrift den Anforderungen an die
Begründungspflicht nicht und darüber hinaus werden unzulässige Noven
vorgebracht. Es ist deshalb auf die Berufung nicht einzutreten.
6. Im Übrigen hat die Vorinstanz zu Recht keine Änderung des Familienna-
mens bewilligt. Ein arabisch klingender Name ist kein Grund für eine Na-
mensänderung, auch wenn befürchtet wird, Dritte, insbesondere Geschäfts-
kunden, könnten einen Bezug zum internationalen Terrorismus vermuten.
Ferner fehlt bezüglich der während der Schulzeit und der Anstellung bei der
Post geltend gemachten Nachteile ein aktueller Bezug. Familiäre Streitigkei-
ten müssen einen erheblichen Leidensdruck bewirken, um einen Namens-
wechsel zu rechtfertigen. Ein erhebliches Leiden unter der Kindheit, welches
ihr das Tragen des elterlichen Namens unzumutbar machen würde, konnte
die Berufungsklägerin vor Vorinstanz nicht nachweisen. Das Arztzeugnis ih-
res Bruders war dafür kein taugliches Beweismittel. Auf ihren erheblichen
Leidensdruck in der Kindheit lässt sich daraus nicht schliessen. Der erforder-
liche Nachweis lässt sich auch nicht mit den Schreiben der Privatpersonen
erbringen. So wurde lediglich in zwei Schreiben etwas zur Kindheit ausge-
führt, nämlich, das Verhältnis zu ihrer Familie sei schon seit Jahren belas-
tend für sie und nicht mehr gesund (act. 4/7/18.2.2) bzw. sie habe von ihrer
Jugend, ihrer Familie und den vielen Streitereien, die sie schon früh miterle-
ben musste, erzählt (act. 4/7/18.2.3). Diese Schreiben sind zudem sehr ru-
dimentär verfasst und sagen nichts Konkretes aus. Zu Recht verneinte die
Vorinstanz den Nachweis achtenswerter Gründe, die eine Änderung des
Nachnamens in "B1._" erlauben würden.
7. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungsverfahrens der Berufungs-
klägerin aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Kosten des Berufungsver-
fahrens bestimmen sich nach § 12 Abs. 1 i.V.m. § 2 lit. a, c und d sowie § 8
Abs. 4 der Gebührenverordnung des Obergerichts vom 8. September 2010
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(GebV OG). Sie sind auf Fr. 600.– festzusetzen. Der Berufungsklägerin ist
keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 106 Abs. 1 ZPO).