Decision ID: a9baeb4e-4ae5-5b90-86ce-d7dfbacaf855
Year: 2018
Language: de
Court: AR_OG
Chamber: AR_OG_003
Canton: AR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

Sachverhalt
A. A.1
A_, geboren am XX.XX.1966 und seit 19. Februar 1988 kinderlos verheiratet, besuchte
während neun Jahren die Primarschule und brach die danach angefangene Lehre zur
technischen Zeichnerin ab. Am 25. Juli 1994 (IV-act. 1.1, 112/122) meldete sie sich zum
ersten Mal bei der Invalidenversicherung an, wegen eines seit 1992 bestehenden Rücken-
/Nackenleidens mit Behandlung zunächst bei Dr. B_ in Bühler und seit Juli 1993 bei
Allgemeinmediziner Dr. C_ in St. Gallen.
Gemäss Bericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 16. September 1993 (IV-act. 1.1,
105/122) war die Versicherte wegen einer therapieresistenten Lumboischialgie
gleichentags an der Bandscheibe auf Höhe L5/S1 rechts operiert worden.
A.2
Mit Verfügung vom 12. Oktober 1995 (IV-act. 1.1, 64/122) sprach die IV-Stelle Appenzell
Ausserrhoden der Versicherten eine von Anfang November 1994 bis Ende Januar 1995
befristete halbe Invalidenrente zu.
B. Am 25. Januar 1996 (IV-act. 1.1, 56/122) meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-
Stelle wegen einer seit Geburt bestehenden Hörbehinderung, die bisher nicht mit einem
Hörgerät versorgt worden sei, an. Mit Bericht vom 2. Mai 1996 (IV-act. 1.1, 47/122) meinte
HNO-Arzt Dr. D_, die Patientin trage die inzwischen abgegebenen Hörgeräte
regelmässig und sei damit sehr zufrieden, da sich vor allem das Unterscheidungsvermögen
in lärmiger Umgebung deutlich verbessert habe (s. auch die weiteren Anmeldungen bei der
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Invalidenversicherung betreffend Ersatz der Hörgeräte vom 3. Februar 2003 [IV-act. 23]
und vom 10. März 2011 [IV-act. 40], welchen seitens der IV-Stelle am 5. Juli 2004 [IV-
act. 30] und am 16. August 2011 [IV-act. 47] jeweils entsprochen wurde).
C. C.1
Am 24. Januar 1998 (IV-act. 1.1, 39/122) meldete sich die Versicherte zum dritten Mal bei
der Invalidenversicherung an, diesmal für eine Berufsberatung und Umschulung wegen
Rückenbeschwerden.
C.2
Mit Verfügung vom 30. September 1998 (IV-act. 1.1, 2/122) sprach ihr die IV-Stelle ab
Anfang November 1997 wiederum eine halbe Invalidenrente zu, da zufolge
Tätigkeitswechsel eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit und damit eine halbe Rente
wiederauflebe.
C.3
Im Rahmen des ersten Revisionsverfahrens berichtete die Versicherte im Fragebogen am
5. Mai 2001 (IV-act. 2) über eine am 28. Februar 2000 erlittene Verletzung am rechten
Knie, trotz der sie aber weiterhin zu 50% im Verkauf tätig sei. Danach Angaben Dr. C_
vom 11. Mai 2001 (IV-act. 3) der Zustand ansonsten stationär sei, verneinte die IV-Stelle
mit Mitteilung vom 20. Juli 2001 (IV-act. 7) eine rentenbeeinflussende Änderung.
C.4
Im zweiten Revisionsverfahren orientierte die Versicherte am 22. Juli 2002 (IV-act. 10, 1/7)
zwar über verstärkte Kreuzschmerzen, doch sei der Zustand nach Angaben Dr. C_ vom
8. August 2002 (IV-act. 11) stationär. Die IV-Stelle teilte ihr deshalb mit Schreiben vom
30. Januar 2003 (IV-act. 21) mit, dass weiterhin Anspruch auf eine halbe Rente bestehe.
C.5
Sowohl im dritten als auch im vierten Revisionsverfahren vom 14. Januar 2008 (IV-act. 33)
und vom 16. Februar 2011 (IV-act. 37) wurde der Zustand mit Blick auf die Angaben
Dr. C_ vom 25. Januar 2008 (IV-act. 35) und vom 23. Februar 2011 (IV-act. 38) als
stationär bezeichnet. Dementsprechend teilte die IV-Stelle der Versicherten am
7. Februar 2008 (IV-act. 36) und am 27. April 2011 (IV-act. 44) mit, dass man ihren Zustand
als unverändert erachte.
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C.6
Im Rahmen des von der Versicherten angestrengten fünften Revisionsverfahrens
bezeichnete diese ihren Zustand seit ca. zwei Jahren wegen starken Schmerzen am 8. Juni
2013 (IV-act. 50) als verschlechtert. An beruflichen Massnahmen habe sie sich gemäss
Telefonnotiz der IV-Stelle vom 10. Juni 2013 (IV-act. 52) nicht interessiert gezeigt, da sie
von deren Verhalten beim ersten Eingliederungsversuch noch immer enttäuscht und dafür
jetzt ohnehin zu alt sei. Mit Verlaufsbericht vom 21. Juni 2013 (IV-act. 55) bezeichnete auch
Dr. C_ den Zustand seit seinem letztem Bericht vom 23. Februar 2011 (lit. C.5 hiervor)
wegen zunehmenden Beschwerden am Bewegungsapparat (Rücken, Schulter- und
Kniegelenke), Gehörsverschlechterung, Stress-Urininkontinenz, Parästhesien an der linken
Hand und wegen häufigen Beinkrämpfen als verschlechtert.
Nachdem Dr. E_ vom regionalärztlichen Dienst der Invalidenversicherung (RAD) mit
Aktennotiz vom 26. Juni 2013 (IV-act. 56) gemeint hatte, da gemäss Dr. C_
Schmerzmittel nur bei Bedarf genommen würden, liege keine erhebliche Verschlechterung
vor, beliess es die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 2. Juli 2013 (IV-act. 57) und Verfügung
vom 19. August 2013 (IV-act. 62) bei einer halben Rente.
D. Am 27. Juni 2014 (IV-act. 64) meldete sich die Versicherte erneut bei der
Invalidenversicherung wegen eines Hörschadens, diverser Schmerzen und einer
Harnblasenschwäche an. Nach einem Schreiben vom 1. Juli 2014 (IV-act. 65), wonach die
Verschlechterung mittels Belegen glaubhaft zu machen sei, meinte die IV-Stelle mit
Verfügung vom 2. Oktober 2014 (IV-act. 68), da dies nicht geschehen sei, könne auf das
Revisionsbegehren nicht eingetreten werden.
E. E.1
Nachdem die IV-Stelle mit Aktennotiz vom 2. Juni 2016 (IV-act. 71) festgehalten hatte,
aufgrund des Alters der Versicherten und der Dauer des bisherigen Rentenbezugs
erfolgten keine Rentenrevisionen von Amtes wegen mehr, stellte diese gemäss Aktennotiz
vom 25. Januar 2017 (IV-act. 72) am Schalter ein Rentenerhöhungsgesuch unter Verweis
auf einen Bericht ihres neuen Hausarztes Allgemeinmediziner E_ vom 20. Oktober 2016
(IV-act. 73). Demnach erlaube eine ganze Reihe von therapeutisch nicht
besserungsfähigen Beschwerden am Bewegungsapparat die bisherige Tätigkeit als
Verkäuferin nicht mehr.
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E.2
Mit Aktennotiz vom 16. Februar 2017 (IV-act. 74) verneinte Dr. E_ eine relevante
Verschlechterung, da die Versicherte letztmals im Oktober 2016 Hilfe vom Hausarzt
benötigt habe und dieser nur bereits bekannte Diagnosen nenne, ohne dass bisher
anscheinend eine spezialärztliche Behandlung erfolgt wäre.
E.3
Mit Schreiben vom 28. Februar 2017 (IV-act. 75) ersuchte die IV-Stelle die Versicherte
deshalb, die behauptete Verschlechterung glaubhaft zu machen. Mit Schreiben vom
15. Mai 2017 (IV-act. 83, 1/9) entgegnete der inzwischen mandatierte Anwalt, schon nach
Angaben Dr. C_ vom 21. Juni 2013 habe sich die frühere Arbeitsunfähigkeit von 50% auf
rund 70% erhöht, und seither sei eine weitere Verschlechterung eingetreten. Hausarzt
E_ gebe ihr vor allem Schmerzmittel und habe radiologische Abklärungen veranlasst (s.
die Berichte des Röntgeninstituts Rodiag vom 17. März 2016 [IV-act. 83, 8/9], vom
22. September 2016 [IV-act. 83, 7/9] und vom 23. September 2016 [IV-act. 83, 6/9])
Mangels Reaktion auf schriftliche und telefonische Anfragen möge die IV-Stelle bei ihm
direkt einen Verlaufsbericht einholen.
E.4
Mit Aktennotiz vom 18. Mai 2017 (IV-act. 84) bezeichnete Dr. E_ eine Besserung der
radiologischen Befunde als möglich. Eine Verschlechterung sei nicht nachgewiesen, zumal
die während den letzten mehr als zwanzig Jahren gewährte halbe Rente retrospektiv als
sehr entgegenkommend erscheine.
E.5
Auf das mittels Vorbescheid vom 24. Mai 2017 (IV-act. 85) mangels relevanter Änderungen
in Aussicht gestellte Nichteintreten auf das Revisionsbegehren hin erhob RA AA_ mit
Schreiben vom 19. Juni 2017 (IV-act. 86) einen Einwand. Gleichwohl verfügte die IV-Stelle
am 27. Juni 2017 (IV-act. 87) gemäss Vorbescheid.
F. F.1
Dagegen liess die Versicherte mit Schreiben vom 29. August 2017 (act. 1) Beschwerde mit
den eingangs wiedergegebenen Anträgen erheben. Auf die dortigen Vorbringen wird -
soweit relevant - wie auch bei den übrigen Rechtsschriften im Rahmen der Erwägungen
näher eingegangen.
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F.2
Mit Vernehmlassung vom 21. September 2017 (act. 6), Replik vom 9. April 2018 (act. 13)
und Duplik vom 23. April 2018 (act. 17) hielten beide Parteien an ihrem jeweiligen
Standpunkt fest. Mit der Replik reichte die Beschwerdeführerin überdies einen Bericht von
HNO-Ärztin Dr. F_ vom 13. November 2017 (act. 14.1) ein, wonach seit Geburt eine
ausgeprägte Hochtonschwerhörigkeit bestehe, weshalb Gespräche mit hohen
kommunikativen Anforderungen auch in ruhiger Umgebung nicht zumutbar und viel
telefonieren, Richtungshören oder auf Signale hören nicht geeignet seien.

Erwägungen
1. Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin erheblich, so wird die Rente von
Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder
aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 [ATSG; SR 830.1]). Wird ein Gesuch um
Rentenerhöhung eingereicht, ist darin glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der
Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die Höhe des invaliditätsbedingten
Betreuungsaufwandes der Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise
geändert hat (Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar
1961 [IVV; SR 831.201]). Tritt die Verwaltung darauf ein, hat sie die Sache materiell
abzuklären und sich zu vergewissern, ob die vom Versicherten glaubhaft gemachte
Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass
sich der Sachverhalt seit Erlass der letzten rechtskräftigen Verfügung, mit der eine
vollständige Überprüfung erfolgte - vorliegend also der Verfügung vom 19. August 2013 -
nicht wesentlich verändert hat, so weist sie das Gesuch ab (BGE 130 V 71). Andernfalls hat
sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um eine
rentenverändernde Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht dem Richter (BGE 109 V 108 E. 2b, 130 V 64
E. 2; Urteil des Bundesgerichts 8C_315/2016 vom 20. Juni 2016 E. 2.1). Die von Amtes
wegen vorzunehmende Prüfung der Prozessvoraussetzungen ergibt vorliegend im Übrigen,
dass diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung als auch hinsichtlich der Form-
und Fristerfordernisse erfüllt sind. Auf die Beschwerde ist deshalb einzutreten.
2. 2.1
Als Invalidität gilt gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom
19. Juni 1959 (IVG; SR 831.20) in Verbindung mit Art. 8 ATSG die durch einen körperlichen
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oder geistigen Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder
Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit andauernde Erwerbs-
unfähigkeit. Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente,
wenn sie mindestens zu siebzig Prozent, auf eine Dreiviertelrente, wenn sie mindestens zu
sechzig Prozent, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu fünfzig Prozent und auf
eine Viertelrente, wenn sie mindestens zu vierzig Prozent invalid sind.
2.2
Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stützt sich die Verwaltung (und im Beschwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen, welche von ärztlichen und gegebenenfalls auch anderen
medizinischen Fachleuten zur Verfügung zu stellen sind (Urteile des Bundesgerichts
9C_636/2013 vom 25. Februar 2014 E. 4.2.1 und 4.2.2, 9C_922/2013 vom 19. Mai 2014
E. 3.2.1, 9C_644/2015 vom 3. Mai 2016 E. 3.2). Nach der Rechtsprechung ist es zulässig,
im Wesentlichen oder einzig auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen abzustellen.
In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen in dem
Sinne zu stellen, als bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und
Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind
(BGE 139 V 225 E. 5.2). Selbst nicht auf eigenen Untersuchungen beruhende Berichte und
Stellungnahmen regionaler ärztlicher Dienste können beweiskräftig sein, sofern ein
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die Beurteilung eines an sich
feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte fachärztliche Befassung
mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteile des Bundesgerichtes
9C_309/2015 vom 27. Oktober 2015 E. 1, 9C_558/2016 vom 4. November 2016 E.6.1). In
Bezug auf Berichte von Hausärzten bzw. behandelnden Ärzten darf und soll der Richter der
Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass deren Angaben mitunter im Hinblick auf ihre
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten
ausfallen (BGE 125 V 351 E. 3, 135 V 465 E. 4.5; Urteile des Bundesgerichts 8C_641/2013
vom 23. Dezem-ber 2013 E. 5.4, 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.2.2, 9C_203/2015
vom 14. April 2015 E. 3.2, 9C_395/2016 vom 25. August 2016 E. 4.1, 9C_646/2016 vom
16. März 2017 E. 4.2.1), was auch mit der unterschiedlichen Natur von Behandlungs- und
Begutachtungsauftrag zusammenhängen mag (Urteile des Bundesgerichts 8C_768/2012
vom 24. Januar 2013 E. 3, 8C_107/2013 vom 23. April 2013 E. 3, 8C_454/2016 vom
19. Dezember 2016 E. 4.2).
3. 3.1
Vorliegend stellt sich die Frage, ob die IV-Stelle auf das bei ihr am Schalter gestellte
Rentenerhöhungsgesuch zufolge glaubhaft gemachter relevanter Änderung des
Sachverhalts hätte eintreten müssen. Die Beschwerdeführerin macht in diesem
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Zusammenhang geltend, dass bereits gemäss Bericht Dr. C_ vom 21. Juni 2013 die
frühere Arbeitsunfähigkeit von 50%, weshalb ihr eine zunächst von Anfang November 1994
bis Ende Januar 1995 befristete und danach ab Anfang November 1997 eine unbefristete
halbe Invalidenrente zugesprochen worden war, auf rund 70% gestiegen sei und sich
danach mit stärkeren Schmerzen im Rücken und im ganzen Körper, Knieproblemen,
Schlaflosigkeit, zusätzlich eingeschränkter Beweglichkeit sowie psychischer Belastung
weiter verschlechtert habe, sodass am 25. Januar 2017 das vorliegend umstrittene
Rentenerhöhungsgesuch gestellt worden sei. Hausarzt E_ habe über seinen von der IV-
Stelle als diesbezüglich ungenügend eingestuften Bericht vom 20. Oktober 2016 hinaus
trotz wiederholter schriftlicher und mündlicher An- bzw. Nachfragen keine (weitere)
Stellungnahme zu der von der Versicherten behaupteten Verschlechterung ihres Zustands
abgegeben. Sie habe deshalb zu Dr. H_ gewechselt, dessen Abklärungsergebnisse
abzuwarten seien. Eine Verschlechterung gehe im Übrigen aber bereits aus den
radiologischen Berichten der Rodiag vom 17. März und vom 22./23. September 2016 sowie
aus dem Bericht von Dr. F_ vom 13. November 2017 hervor. Mit Blick auf die
Glaubhaftmachung einer relevanten Veränderung genügten gewisse Anhaltspunkte für das
Zutreffen einer Behauptung.
3.2
Dem hielt die Vorinstanz entgegen, im erwähnten Bericht liste der (frühere) Hausarzt E_
lediglich bereits bekannte Diagnosen auf, wodurch eine relevante andauernde
Verschlechterung nicht belegt werde, ebensowenig durch den erst mit der Replik
eingereichten Bericht Dr. F_s, da die dort erwähnten Beschwerden seit Geburt
bestünden und mit der bisherigen Rente berücksichtigt seien. Auch der Hinweis auf den
Bericht Dr. C_ vom Juni 2013 sei unbehelflich, da es im damaligen Revisionsverfahren
bei der bisherigen halben Rente geblieben sei. Nicht nur bei einer Neuanmeldung, sondern
auch bei einem Rentenerhöhungsgesuch müsse eine relevante Änderung glaubhaft
gemacht werden; erst danach greife die Untersuchungspflicht der IV-Stelle. Die von der
Beschwerdeführerin vorgeschlagene Sistierung des Verfahrens sei nicht sinnvoll, da schon
bis dato keine Verschlechterung glaubhaft gemacht worden sei und jederzeit wieder ein
Rentenerhöhungsgesuch gestellt werden könne bzw. eine Neuanmeldung möglich sei.
3.3
Mit dem von der Beschwerdeführerin mit dem Rentenerhöhungsgesuch eingereichten
Bericht von Hausarzt E_ mit den hauptsächlichen Diagnosen an der Wirbelsäule und an
den Kniegelenken wurden über die bereits bekannten hinaus keine weiteren relevanten
Beschwerden glaubhaft gemacht, zumal der erwähnte Arzt nicht bereit war, gegenüber der
Versicherten bzw. ihrem Anwalt und in der Folge auch nicht gegenüber der IV-Stelle dar-
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zulegen, inwiefern bzw. worin die behauptete relevante Verschlechterung bestehen solle. In
diesem Zusammenhang ist überdies bemerkenswert, dass er im Bericht pauschal meinte,
die aufgelisteten Diagnosen bzw. Beschwerden liessen sich therapeutisch nicht bessern,
weshalb die von ihm attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit Bestand haben werde.
Der von der Beschwerdeführerin angerufene Bericht Dr. C_ vom Juni 2013 wurde im
Rahmen des mit der Verfügung vom 19. August 2013 abgeschlossenen fünften
Revisionsverfahrens berücksichtigt und führte zu keiner Änderung der bisherigen halben
Invalidenrente. Auch die radiologischen Berichte des Röntgeninstituts Rodiag thematisieren
lediglich die bereits seit langem bekannte Rücken- und Knieproblematik sowie einen
radiologisch praktisch nicht relevanten Befund am linken und rechten OSG nach Klagen der
Versicherten über dortige Schmerzen.
Was schliesslich die im Rahmen der Replik - für die richterliche Überprüfungsbefugnis ist
grundsätzlich der Zeitpunkt des Verfügungserlasses massgeblich (BGE 129 V 167 E. 1),
doch können aus prozessökonomischen Gründen ausnahmsweise auch die Verhältnisse
nach Erlass der Verfügung einbezogen werden, sofern diese hinreichend genau abgeklärt
sind und die Verfahrensrechte der Parteien, insbesondere deren Anspruch auf rechtliches
Gehör, wie vorliegend respektiert worden sind (BGE 130 V 138 E. 2.1; Urteil des
Bundesgerichts 8C_306/2016 vom 22. September 2016 E. 5.4) - von Dr. F_ berichteten
Hörprobleme anbelangt, so sind diese seit Geburt bekannt und mittels von der IV-Stelle
wiederholt bezahlten Hörgeräten behandelt sowie bei der Berentung berücksichtigt worden.
In Anbetracht des Dargelegten ist die IV-Stelle mangels Glaubhaftmachung einer
rentenrelevanten Änderung des Sachverhalts zu Recht nicht auf das
Rentenerhöhungsgesuch der Versicherten eingetreten, weshalb die vorliegende
Beschwerde als unbegründet abzuweisen ist.
4. 4.1
Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung
oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung kostenpflichtig; Die Kosten
werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert in einem zwischen
Fr. 200.-- und Fr. 1'000.-- liegenden Rahmen festgesetzt. Vorliegend erscheint eine Gebühr
von Fr. 800.-- als angemessen, die mit dem von der Beschwerdeführerin in gleicher Höhe
einbezahlten Kostenvorschuss zu verrechnen ist.
4.2
Seite 10
Es ist keine Parteientschädigung auszurichten, da die Beschwerdeführerin unterliegt
(Art. 61 lit. g ATSG e contrario) und da die obsiegende IV-Stelle eine staatliche Einrichtung
ist (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., 2015, Art. 61 N 200).
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