Decision ID: af75cf94-ea0d-44a5-9f6f-c8de4d652aad
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1981,
hat ein Studium der Wirtschaftsinformatik
mit dem Master abgeschlossen und war von Juni 2011 bis Dezember 2017 bei der
Z._
AG,
in A._
, als Berater angestellt (
Urk.
8/2, 8/9).
Aufgrund eines langjährig bestehenden Rückenleidens (vgl.
Urk.
8/10/4, 8/56/26) unterzog er sich am 4. Januar 2018 einer Wirbelsäulenoperation (
Urk.
8/24/1 f.).
Unter Hinweis auf ein Wirbelgleiten und eine fehlgeschlagene Wirbelversteifung L4-S1 meldete er sich am 2
9.
Juni 2018 bei der Invalidenversicher
ung zum Leistungsbezug an (Urk.
8/2)
. Ab August 2018 nahm der Versicherte bei der
B._
AG,
in C._
, eine Tätigkeit als Bank
en
berater
in einem Teilzeitpensum auf (
Urk.
8/10 f.
, 8/25)
.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte
nebst den Akten des Krankentaggeldversicherers (
Urk.
8/3, 8/26) insbesondere einen Aus
zug aus dem individuellen Konto (
Urk.
8/9), einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
8/25) sowie diverse Arztberichte ein (
Urk.
8/
24). Nach Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; Stellungnahme vom 1
2.
Februar 2019,
Urk.
8/37/3-5) stellte sie mit Vorbescheid vom
3.
Mai 2019 die Abweisung des Leistungs
be
geh
rens in Aussicht (
Urk.
8/38). Dagegen erhob der Versicherte unter Beilage von Arztberichten Einwand (
Urk.
8/39, 8/42 f. und 8/44 f.), worauf die IV-Stelle bei der
D._
AG ein polydiszi
plinäres Gutachten in Auftrag gab (
D._
-Gutachten vom 1
7.
März 2020,
Urk.
8/56). Nachdem der Versicherte am 1
1.
Mai 2020 zum Gutachten Stellung bezogen und zumindest um Zusprechung einer befristeten Invalidenrente ersucht hatte (
Urk.
8/60), verfügte die IV-Stelle am
3.
August 2020
nach Eingang einer abschliessenden Stellungnahme des RAD (
Urk.
8/61/4-6)
im angekündigten Sinne (
Urk.
2 =
Urk.
8/62).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
8.
September 2020 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihm seien ab dem
1.
Januar 2019 die ihm zustehenden gesetzlichen Leistungen zuzu
spre
chen (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
2.
November 2020 schloss die
Be
schwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), worüber der Be
schwe
r
deführer mit Verfügung vom
5.
November 2020 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
9).
Mit Verfügung vom 1
4.
Juni 2021 (
Urk.
10) wurde die
Asga
Pensions
kasse Genossenschaft zum Prozess beigeladen, liess sich in der Folge jedoch nicht vernehmen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
A
TSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestim
mun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der Verordnung über
die Inva
li
den
versicherung, IVV
)
analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinwei
sen; Urteil des Bundesgerichts 9C_122/2020 vom 26. Februar 2021 E. 2). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse einge
treten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revi
sions
grund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu
prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtene
n Verfügung vom
3.
August 2020
zusammengefasst fest, der Beschwerdeführer sei gemäss den medizinischen Abklärungen vor Ablauf der Wartezeit im Januar 2019 sowohl in der ange
stammten als auch in einer angepassten Tätigkeit zu 60
%
arbeitsfähig gewesen.
Diese Arbeitsfähigkeit
habe
in den nächsten Monaten weiter gesteigert werden
können
. Es werde erwartet, dass er
in der Lage sei,
seine volle Arbeitsfähigkeit wieder
zu erreichen
, weshalb keine gesundheitliche Einschränkung vorliege, die zu einer län
geren Erwerbsunfähigkeit führe
(
Urk.
2 S. 1)
.
Bezugnehmend auf den Einwand des Beschwerdeführers stellte sich die Be
schwerdegegnerin
ergänzend
auf den Standpunkt,
dieser sei
aufgrund der Opera
tion ab Januar 2018 in seiner Tät
igkeit eingeschränkt gewesen
. Nach Ablauf der Wartezeit im Januar 2019 habe wieder eine volle Arbeitsfähigkeit
in der ange
stammten Tätigkeit bestanden.
Die festgestellte leichte Leistungsminderung von 10-20
%
aufgrund der Schlafstörung begründe keine Invalidität. Das Leistungs
gesuch sei daher abzuweisen
(
Urk.
2 S. 2)
.
2.2
In seiner Beschwerdeschrift vom 2
8.
September 2020 machte der Beschwerde
führer im Wesentlichen geltend, gestützt auf das
D._
-Gutachten aus ortho
pä
discher Sicht in seiner angestammten Tätigkeit bis Ende Mai 2019 zu mindestens 40
%
arbeitsunfähig gewesen zu sein.
Gemäss dem
orthopädisch-traumatolo
gi
schen
Teilgutachten von
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, gelte der entsprechende Verlauf auch für eine dem Leiden optimal angepasste Tätigkeit, wobei
die bis
herige Tätigkeit
aus dessen Sicht
optimal leidensadaptiert sei
.
Damit sei ausge
wiesen, dass aus orthopädischer Sicht von Januar 2018 bis Ende Mai 2019 durchgehend eine mindestens 40%ige Erwerbsunfähigkeit bestanden habe. Das Gesamtgutachten sei insofern nicht schlüssig, als
er [der Beschwerdeführer] in einer angepassten Tätigkeit bereits ab August 2018 wieder voll arbeitsfähig ge
wesen sein soll, zumal sich
Dr.
E._
in dieser Hinsicht klar gegenteilig ge
äussert habe. Die Ausführungen im Gesamtgutachten seien zweifelhaft, da das
festgelegte
Belastungsprofil exakt der ursprünglichen Tätigkeit entspreche. Insge
samt bestehe auf der Grundlage des Teilgutachtens von
Dr.
E._
zumindest Anspruch auf eine befristete Rente
(
Urk.
1 S. 8 f.).
3.
3.1
Prof.
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, nahm beim Beschwerdeführer am
4.
Januar 2018 einen operativen Eingriff an der Wirbelsäule vor,
welchen er aufgrund folgender Dia
gnosen für indiziert erachtete
(
Urk.
8/24/1):
-
Lumboischialgie
rechts im
Dermatom
L5
-
isthmische
Spondylolisthesis
L5 von 35
%
, instabil, mit
Foramenstenose
L5/S1 links
-
Diskushernie L4/5 paramedian rechts mit Verlagerung der Wurzel L5 rechts.
Gemäss Austrittsbericht vom 1
0.
Januar 2018 sei der Beschwerdeführer bis zu diesem Datum hospitalisiert gewesen. Die postoperative Röntgenkontrolle habe eine regelrechte Lage des
Spondylodesematerials
gezeigt. Der Beschwerdeführer habe in gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen werden können (
Urk.
8/24/4).
3.2
Im Rahmen mehrerer
K
ontrollen in den Folgemonaten
habe
der Beschwerdeführer
laut den Verlaufsberichten von Prof.
Dr.
F._
über anhaltende lumbale Schmerzen
geklagt
. Eine akut aufgetretene
abakterielle
Urethritis/
Prostatitis
sei
mittels Anti
biotika behandelt
worden
(vgl. Urk. 8/3/5-9).
Im Rahmen
einer nach sechs Mona
ten durchgeführten Verlaufskontrolle habe der Beschwerdeführer gemäss Bericht von Prof.
Dr.
F._
vom 1
4.
Juni 2018 von einer unveränderten Situation berichtet. Sitzen könne er problemlos mehrere Stunden; Schmerzen habe er dagegen beim Stehen und Liegen. Wie vor der Operation bestehe eine Schmerzausstrahlung ins rechte Bein. In letzter Zeit seien links paravertebral Schmerzen mit Ausstrahlung zum Leistenbereich bei gewissen Bewegungen hinzugekommen (
Urk.
8/3/3). Aus ärztlicher Sicht habe in der aktuellen Computertomographie der Lendenwirbel
säule keine Schraubenlockerung festgestellt werden können. Der gesamte Verlauf sei als zeitgerecht einzustufen. Falls die chronischen Schmerzen nach einem Jahr unverändert bestehen sollten, könnte die Durchführung einer Revision diskutiert werden
. Für Juli bis September [2018] werde eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Bisher sei dem Beschwerdeführer von der Universitätsklinik
G._
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt worden (
Urk.
8/3/4).
3.3
Im weiteren Verlauf konsultierte der Beschwerdeführer
aufgrund persistierender Beschwerden
wiederholt
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Neurochirurgie, in der Klinik
I._
(vgl. Urk. 8/24/10 ff.).
Dieser hielt in seinem letzt
en
aktenkundigen Bericht vom 2
2.
Oktober 2018 fest, dass der Beschwerdeführer weiterhin vor allem unter Belastung im Stehen stark eingeschränkt sei. Im Sitzen seien die Schmerzen nicht relevant. Entzündungsherde hätten mit dem SPECT-CT nicht eruiert werden können. Therapeutisch werde angesichts der Gesamt
situation eine Intervention empfohlen, bei der insbesondere eine Korrektur der
Schraubenfehllage L4 links mit medialer Positionierung erfolgen sollte (Urk. 8/24
/17).
3.4
In ihrem zuhanden der Krankentaggeldversicherung erstellten Gutachten vom 22. Januar 2019 stellte
Dr.
med.
J._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, folgende Diagnosen:
-
Schmerzen und Hyposensibilität entsprechend dem
Dermatom
L5 bei Status nach
Spondylodese
L4 auf S1 im Januar 2018
-
Fehlstatik der Wirbelsäule, Haltungsinsuffizienz, mässig gut trainierte Rumpfmuskulatur, erheblich verkürzte
Ischiokruralmuskulatur
-
Selbstlimitierung.
Dr.
J._
gelangte zum Schluss, dass für die vorgetragenen Beschwerden nur bedingt ein klinisches Korrelat zu finden sei.
Sämtliche indirekten Untersuchun
gen der Wirbelsäule seien im Hinblick auf Schmerzangaben negativ ausgefallen. Die Haltung des Beschwerdeführers sei äusserst schlecht. Diesbezüglich und hinsichtlich Dehnungsübungen sei
er
bestens informiert; es
mangle
jedoch an der Umsetzung.
Für eine Bürotätigkeit als Wirtschaftsinformatiker liege ab sofort ein Arbeitsvermögen von 4 x 6 Stunden pro Woche mit Übergang auf 5 x 8.5 Stunden in sechs Wochen vor. Der Beschwerdeführer gehe bereits einer angepassten Tätig
keit an einem ergonomischen Arbeitsplatz nach (
Urk.
8/26/9 f.).
3.5
In seiner Stellungnahme vom 1
2.
Februar 2019
äusserte sich RAD-Arzt
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
dahingehend, dass der Gesundheitszustand des Beschwer
de
führers inzwischen stabil sei. Die aktenkundigen Angaben in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit seien aus versicherungsmedizinisch-orthopädischer Sicht nach
voll
ziehbar, wobei allerdings medizinisch-theoretisch überwiegend wahrschein
lich in den ersten drei postoperativen Monaten eine vollständige Arbeitsunfähig
keit vorgelegen habe. Danach habe vom
1.
April bis 3
0.
Juni 2018 eine 50%ige und in der Folge bis zum Tag vor der vertrauensärztlichen Untersuchung (2
0.
Janu
ar 2019) eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Hinsichtlich des weiteren Verlaufs seien die Angaben im
Gutachten von Dr.
J._
aus versiche
rungsmedizinischer Sicht plausibel (
Urk.
8/37/4 f.).
3.6
Mit Bericht vom 1
4.
Februar 2019
kritisierte
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Anäs
thesiologie,
die
Beurteilung von
Dr.
J._
.
Namentlich wies er darauf hin, dass die Schmerzsituation des Beschwerdeführers nicht adäquat gewürdigt worden sei. Die Meinung eines Orthopäden genüge alleine nicht, da die Art der Schmerzen nahelege, dass unter anderem eine neuropathische Komponente vorliege, weshalb eine schmerztherapeutische Meinung notwendig sei.
Aufgrund der chronischen, belastungsabhängig im Verlaufe des Tages wachsenden und stark werdenden Schmerzen sowie des seit Jahren therapieresistenten Trainings gebe es keinen Grund zur Annahme, dass der Beschwerdeführer aktuell mehr als 40
%
arbeits
fähig sei (
Urk.
8/42/2 f.).
3.7
Dem polydisziplinären
D._
-Gutachten vom 1
7.
März 2020 sind folgende Diagnosen mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (
Urk.
8/56/6):
-
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom nach
Spondylodese
L4-S1 im Januar 2018 mit mittelgradiger Funktionseinschränkung
-
nichtorganische Insomnie (ICD-10 F51.0).
Demgegenüber wurde in Bezug auf folgende Diagnosen ein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verneint (
Urk.
8/56/7):
-
chronisches Beckenschmerzsyndrom («
chronic
pelvic
pain
syndrome
», CPPS), aktuell weitgehend beschwerdefrei
-
Residuum einer stattgehabten Wurzelkompression L5 rechts mit isolierter Taubheit am Fussrücken rechts
-
Liquorunterdruck
-Syndrom
postpunktionell
nach
Myelo
-CT der Lenden
wirbelsäule am 3
1.
Mai 2019 (abgeklungen).
Aus orthopädischer Sicht wurde
im Rahmen der interdisziplinären Konsens
be
urteilung
festgehalten
, dass sich die Bewegungen der Brust- und insbesondere der Lendenwirbelsäule bei nahezu lotgerechtem Aufbau erwartungsgemäss einge
schränkt dargestellt hätten (
Spondylodese
L4-S1). Die paravertebrale lumbale Muskulatur habe einen regelrechten Tonus aufgewiesen; im unteren Lenden
wir
belsäulenbereich habe sich eine
Druckdolenz
provozieren lassen. Die wirbelsäu
len
stabilisierende Muskulatur sei deutlich
dysbalanciert
erschienen; beim Auf
richten aus der Rückenlage in den
Langsitz
als auch aus der Inklination sei eine deutliche Abstützung mit den Händen erfolgt. Ferner habe eine deutlich man
gelnde Dehnungsfähigkeit der
Ischiokruralmuskulatur
vorgelegen (
Urk.
8/56/5).
Von neurologischer Seite habe bis auf die Hypästhesie am rechten Fussrücken ein regelrechter Neurostatus ohne Reflexdifferenzen oder Paresen bestanden. Eine
Radikulopathie
habe postoperativ auch nicht mehr vorgelegen. Das in den Akten beschriebene
Liquorunterdrucksyndrom
nach Myelographie sei bei der aktuellen Begutachtung ebenfalls abgeklungen gewesen. Im Bereich der Halswirbelsäule habe sich klinisch-neurologisch und morphologisch keine Neurokompression nachweisen lassen (
Urk.
8/56/6).
Anlässlich der psychiatrischen Untersuchung seien die Kriterien gemäss ICD-10 für eine depressive Episode nicht in einem ausreichenden Schweregrad erfüllt gewesen. Die diagnostische Einschätzung werde auch durch die aktuell fehlende regelmässige ambulante psychiatrische Behandlung und die fehlende adäquat dosierte antidepressive Medikation gestützt. Ferner sei in den Akten bisher keine depressive Episode festgehalten worden.
Die vom Beschwerdeführer geschilderten chronischen Schlafstörungen mit entsprechendem Leidensdruck seien als eigen
ständiges Krankheitsbild im Rahmen einer nichtorganischen Insomnie (ICD-10 F51.0) zu diagnostizieren. Hinsicht
lich
der angegebenen Schmerzen ergebe sich unter Einbezug der somatischen Fachgutachten, dass diese organmedizinisch erklärbar seien (
Urk.
8/56/6).
In internistischer Hinsicht lägen keine funktionellen Einschränkungen vor. Bezüg
lich des chronischen Beckenschmerzsyndroms habe der Beschwerdeführer gegen
wärtig nur minimale Beschwerden geäussert, weshalb eine weiterführende Dia
gnostik im Rahmen der internistischen Untersuchung nicht erforderlich gewesen sei (
Urk.
8/56/6).
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit gelangten die Gutachter zum Schluss, dass diese in der angestammten Tätigkeit
seit Juni 2019
aufgrund einer psychiatrisch be
gründeten leichten Einschränkung der Durchhaltefähigkeit 80-90
%
betrage.
Zu
vor sei die Arbeitsfähigkeit nach dem operativen Eingriff ab Januar 2018 für drei bis vier Monate aufgehoben gewesen. Ab Mitte April 2018 habe sie auf 50 % und danach ab Juli 2018 auf 60
%
gesteigert werden können.
Angepasste Tätigkeiten seien
etwa
seit
August 2018
wieder
zu 100
%
zumutbar
, wobei der Beschwer
deführer in der Lage
sei, körperlich leichte Tätigkeiten überwiegend im Sitzen und zeitweilig im Stehen und Gehen durchzuführen. Tätigkeiten in Vorneige oder Zwangshaltungen seien zu vermeiden. Selbiges gelte für Tätigkeiten mit extremen Temperaturschwankungen sowie Hitze, Kälte und Nässe. Von Januar bis Mai 2018 sei die Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eingeschränkt gewesen, wobei dies nicht dokumentiert sei und retrospektiv nicht mehr genau quantifiziert werden könne. Ab Juni 2018 sei es dem Beschwerd
eführer psychisch wieder besser
ge
gan
gen, sodass ab diesem Zeitpunkt aus psychiatrischer Sicht von einer schritt
weisen Erhöhung ausgegangen werden könne
(
Urk.
8/56/7
-9
).
3.8
In seiner abschliessenden RAD-Stellungnahme vom 2
5.
März 2020 gelangte Dr.
K._
zum Schluss, dass auf das
D._
-Gutachten abgestellt werden könne.
Gestützt darauf habe von Januar bis April/Mai 2018 für jegliche Erwerbstätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden.
Ab Mitte April 2018 habe diese für die bisherige Tätigkeit 50
%
betragen, ab Juli 2018 noch 40
%
. Seit Juni 2019 belaufe sie sich bis auf Weiteres auf 10-20
%
. Eine angepasste Tätigkeit sei ab Mitte April 2018 zu 50
%
zumutbar gewesen.
Seit
August 2018 bestehe
diesbezüglich
keine Arbeitsunfähigkeit mehr (
Urk.
8/61/5).
Auf entsprechende Rückfrage hielt
Dr.
K._
am
9.
Juni 2020 ergänzend fest, dass die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Bankenberater aus versicherungsmedizinisch-orthopädischer Sicht als optimal angepasst einzustufen sei. Aus somatischer Sicht bestehe
mit Blick auf das Gutachten
ab Juni 2019
in Bezug auf die bisherige Tätigkeit
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr (Urk. 8/61/6).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung.
Die Beschwerdegegnerin
verneint diesen mit der Begründung
, der Beschwerde
führer sei nach Ablauf der Wartezeit im Januar 2019 in seiner angestammten Tätigkeit wieder
zu
mehr als 60
%
beziehungsweise uneingeschränkt arbeitsfähig
gewesen
(
Urk.
2
,
Urk.
8
/61/6
)
.
Dem widerspricht der Beschwerdeführer gestützt auf das orthopädische Teilgutachten
von
Dr.
E._
, aus welchem hervorgehe, dass von Januar 2018 bis Ende Mai 2019 durchgehend mindestens eine 40%ige Erwerbsunfähigkeit bestanden habe (
Urk.
1 S. 8).
4.2
Im interdisziplinären Konsens
gelangten die
D._
-Gutachter zur Auffassung,
dass für die bisherige Tätigkeit aus somatischer Sicht ab Juni 2019 keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit mehr bestanden habe. Aus psychiatrischen Grün
den liege jedoch weiterhin eine 10-20%ige Einschränkung vor.
In Bezug auf lei
densadaptierte Tätigkeiten gingen die Gutachter aus somatischer Sicht davon aus, dass seit Mitte Mai 2018 (drei bis vier Monate postoperativ) wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit vorgelegen habe. Spätestens ab August 2018 sei dies auch in psychiatrischer Hinsicht der Fall gewesen (
Urk.
8/56/9).
Dem Beschwerdeführer ist beizupflichten, d
ass diese
konsensuale
Gesamtbe
urtei
lung mit Blick auf das federführende orthopädisch-
traumatologische
Teilgutach
ten von
Dr.
E._
(
Urk.
8/56/24 ff.)
nicht nachvollzogen werden kann.
So leuchtet die aus somatischen Gründen vorgenommene unterschiedliche Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit in Bezug auf die angestammte Tätigkeit als Banken
berater einerseits und
auf
leidensangepasste Tätigkeiten
andererseits
nicht ein, da Erstere sowohl
seitens
Dr.
E._
als auch
des
RAD-Arzt
es
Dr.
K._
als optimal angepasst qualifiziert wurde (
Urk.
8/56/36, 8/61/6). D
ies überzeugt
wiederum
namentlich
mit Blick auf die von der Arbeitgeberin des Beschwerdeführers mit Bericht vom 2
7.
Januar 2019 vorgelegte Beschreibung der individuellen Tätigkeit
, welche überwiegend im Sitzen ausgeübt werden kann und
weder mit
körperlich schweren
Belastungen
n
och
mit Zwangshaltungen
einhergeht
(
Urk.
8/25/3 f.). Das
von
Dr.
E._
formulierte Belastungsprofil wurde
im Übrigen
wortgetreu
in die
interdisziplinäre B
eurteilung übernommen (vgl. U
rk.
8/56/10, 8/56/36)
.
Auf die in somatischer Hinsicht
konsensual
festgelegte Arbeitsfähigkeit
für leidens
adaptierte Tätigkeiten
mit Bescheinigung einer vollen Arbeitsfähigkeit ab Mitte
Mai 2018
(
Urk.
8/56/9) kann folglich nicht abgestellt werden.
Massgebend ist viel
mehr die überzeugende retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
in der ortho
pädisch-
traumatologischen
Teilexpertise
, welche
auf einer differenzierten Aus
einandersetzung mit der medizinischen Aktenlage basiert
(vgl.
Urk.
8/56/32-34)
und
gleichermassen für die angestammte Tätigkeit als auch für angepasste Tätig
keiten
Geltung
beansprucht
(U
rk.
8/56/35 f.
, vgl. auch
Urk.
8/56/8
).
Recht
spre
chungsgemäss ist es zulässig, schlüssigen Teilgutachten vollen Beweiswert zuzu
er
kennen, auch wenn keine abschliessende Konsensdiskussion stattgefunden hat (BGE 143 V 124 E. 2.2.4, Urteil des Bundesgerichts 8C_54/2021 vom 1
0.
Juni 2021 E. 2.2, je mit Hinweisen).
G
leiches muss gelten, wenn
wie im vorliegenden Fall
zwar eine Konsensdiskussion
erfolgte
,
die
jedoch im Ergebnis nicht über
zeugt.
4.3
Dr.
E._
hielt fest, dass
die Arbeitsfähigkeit
nach der Wirbelsäulenoperation
mit Dekompression und
Spondylodese
L4-S1
im Januar 2018 für drei bis vier Monate aufgehoben gewesen sei. Danach habe sich die Arbeitsfähigkeit ab Mitte April 2018 auf 50
%
und anschliessend ab Juli 2018 auf 60
%
gesteigert.
In der Folge seien bis zum 3
1.
Mai 2019 keine Veränderungen eingetreten. An diesem Datum hätten bildgebende Untersuchungen auf Höhe L4/5
posterolateral
einen
ossären
Durchbau
gezeigt. Auf Höhe L5/S1 sei
interkorporell
ein beginnender
Durchbau
nachgewiesen worden. Anhaltspunkte für eine Neurokompression hätten nicht bestanden. Mit Kenntnis dieses Befundes werde die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ab Juni 2019 somatisch für nicht mehr eingeschränkt erachtet (
Urk.
8/56/35
).
Dr.
K._
vom RAD schloss sich dieser Beurteilung an (Urk. 8/61/5 f.).
Ergänzend bleibt festzuhalten, dass im Rahmen der Begutachtung weder
von
internistischer noch
von
neurologischer S
eite
eine
(
weitergehende
)
Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde (vgl.
Urk.
8/56/65 f., 8/56/79 f.).
In rein somatischer Hinsicht bestand somit für die angestammte Tätigkeit als Bankenberater, welche dem medizinischen Belastungsprofil ideal entspricht, von Januar bis Mitte April 2018 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Danach ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
bis und mit Juni 2018 von einer 50%igen und in der Folge bis und
mit Mai 2019 von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit auszu
gehen. Anschliessend
lag
ab Juni 2019 keine Einschränkung mehr
vor
.
4.4
4.4.1
Der Vollständigkeit halber bleibt auf die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer
Sicht einzugehen, welche seitens der Parteien im Beschwerdeverfahren nicht mehr
thematisiert wurde.
Der Teilexpertise von
Dr.
med.
M._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, ist in diesem Zusammenhang zu entnehmen, dass eine abschliessende retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit schwierig sei, da keine psychiatrischen Vorberichte vorlägen. Aufgrund der anamnestischen Angaben des Beschwerdeführers sei es ihm nach der Rückenoperation im Januar 2018 bis Mai 2018 psychisch nicht gut gegangen, sodass
die Arbeitsfähigkeit
während dieser Zeit aus psychiatrischer Sicht mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit eingeschränkt gewesen sei. Da dies nicht dokumentiert sei, könne die Arbeitsfähigkeit retrospektiv nicht mehr genau quantifiziert werden. Ab Juni
2018 sei es ihm psychisch wieder
besser gegangen
, sodass ab diesem Zeitpunkt aus
psychiatrischer Sicht von einer schrittweisen Erhöhung der Arbeitsfähigkeit aus
gegangen werden könne, wobei spätestens ab August 2018 die aktuelle Einschät
zung der Arbeitsfähigkeit gelte. Demgemäss liege seither für die bisherige Tätig
keit aufgrund der leicht eingeschränkten Durchhaltefähigkeit mit leicht erhöhtem Pausen- und Erholungsbedarf e
ine 10-20%ige Leistungseinschränkung bezie
hungs
weise eine Arbeitsfähigkeit von 80 bis 90
%
vor. Für Tätigkeiten ohne durchgehend hohe Anforderungen an die Konzentrations- und Durchhalte
fähig
keit sowie ohne Schicht- und Nachtdienst und ohne Gefährdungspotential bestehe
seit August 2018 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/56/53
f., vgl. auch
Urk.
8/56/9).
4.4.2
Der Beschwerdeführer meldete sich am 2
9.
Juni 2018 zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/2). Demnach kann ein Rentenanspruch in Anwendung von
Art.
29
Abs.
1 IVG frühestens ab Januar 2019
nach Ablauf von sechs Monaten seit Geltend
machung
entstanden sein.
In diesem Zeitpunkt erfüllte der Beschwerdeführer auch das Wartejahr mit einer
durchschnittlich mindestens 40%ige Arbeits
un
fähigkeit
(
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG;
vorstehende E. 4.3)
. Fraglich ist sodann
,
wie es sich mit der
ab August 2018 bescheinigte
n
10-20%ige
n
Arbeitsunfähigkeit
verhält
.
In diesem Kontext ist zunächst festzuhalten, dass
dem
D._
-Gutachten keine Hinweise zu entnehmen sind, wonach die von somatischer und psychiatrischer Seite attestierten Arbeitsunfähigkeit
en
zu kumulieren wären
.
Dies erscheint auch nicht gerechtfertigt
, da die aus psychiatrischer Sicht bescheinigte Einschränkung auf chronische Schlafstörungen und die damit verbundene leichte beeinträchtigte Durchhaltefähigkeit mit leicht erhöhtem Pausen- und Erholungsbedarf zurückzu
führen ist (
Urk.
8/56/53).
Weshalb
der Beschwerdeführer
nicht in der Lage ge
wesen
sein sollte
, den erhöhten
Regeneration
sbedarf
im Rahmen der bereits aus somatischer Sicht
attestierten
Arbeitsunfähigkeit von 40
%
respektive
der sich daraus ergebenden
arbeit
sfreien Zeit
zu kompensieren, ist nicht ersichtlich. Es verhält sich
ferner
so, dass der Beschwerdeführer
sein Arbeitspensum
ab Mai 2019 wieder auf 60
%
steigern konnte (
Urk.
8/56/47)
. Auch dies spricht gegen eine Kumulation der einzelnen Arbeitsunfähigkeiten, da d
as geleistete Pensum mit der von orthopädischer Seite bescheinigten
Einschränkung
vereinbar ist
.
Mit anderen Wort
en
ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die von psychiatrischer Seite attestierte Arbeitsunfähigkeit im Zeitraum von Januar bis und mit Mai 2019 in der aus orthopädischen Gründen
statuierten
Arbeits
unfähigkeit von 40
%
aufging.
Ab Juni 2019 besteht laut den
D._
-Gutachtern
in Bezug auf die angestammte Tätigkeit
nur noch aus psychiatrischer Sicht eine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit in der Höhe von 10 bis 20
%
.
Diese medizinische Einschätzung ist für den Rechtsanwender nicht ohne Weiteres verbindlich. Grundsätzlich soll für sämtliche psychischen Leiden ein
indikatorengeleitetes
Beweisverfahren gemäss BGE 141 V 281 Anwendung finden (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.3 und 143 V 418 E. 7.1).
Mit der
Indikatorenprüfung
wird eine im Rahmen einer psychiatrischen Diagnose
bescheinigte
Arbeitsunfähigkeit validiert.
Eine grössere Arbeitsunfähig
keit als die gutachterlich attestierte kann aus einer solchen Prüfung nicht resul
tieren (Urteil des Bundesgerichts 8C_629/2019 vom 8. November 2019 E. 4.2.4 mit Hinweis).
Bei einer maximal 20%igen Arbeitsunfähigkeit
in der angestam
m
ten Tätigkeit
resultiert
ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad in gleicher Höhe
. A
uf eine
Indikatorenprüfung
kann daher aus Verhältnismässigkeits
grün
den verzichtet werden
, zumal auch keine medizinischen Unterlagen
etwa von behandelnden Psychiatern
vorliegen, die eine höhere Arbeitsunfähigkeit
postu
lieren
würden.
Im Übrigen stützt sich der Beschwerdeführer selbst
ebenfalls
aus
schliesslich
auf die aus somatische
n Gründen
attestierte Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
1
S. 8 f.).
5.
Auf der Grundlage der obigen Ausführungen kann somit festgehalten werden, dass der Beschwerdeführer ab dem Zeitpunkt des frühestmöglichen Renten
be
ginns im Januar 2019
bis und mit Mai 2019
in seiner angestammten Tätigkeit als Bankenberater
zu 40
%
arbeitsunfähig war.
Für diesen Zeitraum resultiert somit ein Invaliditätsgrad von ebenfalls 40
%
, da die
bisher ausgeübte
Tätigkeit optimal
leidensadaptiert ist (Prozentvergleich; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_852
/2016 vom 1
2.
September 2017 E. 4.4.3).
Dementsprechend
besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung
(vgl. vorstehende E. 1.2)
.
Ab Juni 2019 kam es zu einer Besserung des Gesundheitszustandes
, weshalb höchstens noch eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit vorlag. Bei einem ebensolchen Invaliditätsgrad besteht
somit unter Berücksichtigung
von Art. 88a
Abs.
1 IVV
, wonach eine Ver
besserung der Erwerbsfähigkeit in jedem Fall zu berücksichtigen ist, sobald sie drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird, ab September 2019 kein Anspruch mehr auf eine Invalidenrente.
6
.
Zusammenfassend
hat die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch des Beschw
er
deführers zu Unrecht gänzlich verneint. Dieser hat von
Januar
bis
und mit
August 2019
Anspruch auf eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung.
Dies führt zur
teilweisen
Gutheissung der Beschwerde.
7
.
7
.1
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG das Beschwerdeverfahren vor dem kanto
nalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG in der hier anwendbaren, bis am 31. Dezember 2020 in Kraft gewesenen Fassung (Art. 83 ATSG) kostenpflichtig, wobei die Gerichtskosten nach dem Verfahrensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen und ermessensweise auf Fr. 700.-- anzusetzen sind. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
de
n Parteien je zur Hälfte
aufzuerlegen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_568/2010 vom
3.
Dezember 2010 E. 4.2)
.
7
.2
Nach Art. 61
lit
. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache
und
der Schwierigkeit des Prozesses bemessen.
Mangels Vorliegens einer Honorarnote ist die Prozessentschädigung ermessens
weise festzusetzen.
Unter Berücksich
tigung der massgebenden Kriterien hat die
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in der Hö
he von Fr. 1’500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
Obwohl dem Begehren des Beschwerdeführers nur teilweise entsprochen wurde, hat sein «Überklagen» den Prozessaufwand nicht wesentlich beeinflusst. Von einer Kür
zung der Prozessentschädigung ist daher abzusehen (vgl. Urteil des Bundesge
richts 8C_568/2010 vom
3.
Dezember 2010 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen).