Decision ID: 4c2cab3d-1df3-4109-b944-e6d31c5772d5
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_VG
Chamber: ZH_VG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
hat sich ergeben:
I. Die Careum AG Bildungszentrum für Gesundheitsberufe (Careum AG) schrieb A am 22. Juli 2013, diese habe das Eignungsverfahren für die "Höhere Fachschule [...]" erfolgreich bestanden. Weil der im Herbst 2013 beginnende Kurs bereits ausgebucht sei, werde sie dafür auf eine Warteliste gesetzt und provisorisch für den im Jahr 2014 beginnenden Kurs aufgenommen. Am 15. September 2013 beantragte A einen zusätzlichen Studienplatz, da sie nicht nur das Eignungsverfahren bestanden habe, sondern auch einen Praktikumsplatz ab September 2013 vorweisen könne. Die Careum AG teilte ihr mit Schreiben vom 23. September 2013 mit, dass sie nicht in den im Herbst 2013 beginnenden Kurs aufgenommen werden könne. Am 27. September 2013 ersuchte A die Careum AG um Stellungnahme, weshalb gewisse Kandidierende bevorzugt worden seien. Die Careum AG antwortete darauf am 15. Oktober 2013.
II.
Mit Rekurs vom 4./7. November 2013 beantragte A, sie sei nachträglich zum Lehrgang 2013 zuzulassen. Die Bildungsdirektion trat auf den Rekurs mit Verfügung vom 3. Dezember 2013 nicht ein und auferlegte A die Verfahrenskosten von Fr. 156.-.
III.
A führte am 3./4. Januar 2014 Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte, auf den Rekurs vom 4. November 2013 sei einzutreten und sie sei nachträglich zum Lehrgang [...] 2013 zuzulassen. Die Bildungsdirektion schloss mit Vernehmlassung vom 20. Januar 2014 auf Abweisung der Beschwerde. Die Careum AG beantragte mit Beschwerdeantwort vom 31. Januar 2014, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, eventualiter sei sie abzuweisen.

Die Kammer erwägt:
1. Das Verwaltungsgericht ist für Beschwerden gegen erstinstanzliche Rekursentscheide einer Direktion über Anordnungen einer nichtkantonalen höheren Fachschule, die in Anwendung von öffentlichem Recht ergehen, nach § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a und Abs. 3 Satz 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) und § 47 Abs. 1 lit. c des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über die Berufsbildung vom 14. Januar 2008 (EG BBG, LS 413.31) sowie §§ 42–44 e contrario VRG zuständig.
Weil auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.
Weil auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.
2. 2.1 Die Vorinstanz ist auf den Rekurs nicht eingetreten, weil dieser verspätet erhoben worden sei.
Gemäss § 47 Abs. 1 lit. c EG BBG unterliegen Entscheide nichtkantonaler Schulen der Berufsbildung dem Rekurs an die Bildungsdirektion, soweit es um die Anwendung öffentlichen Rechts geht. Die Aufnahme in den Bildungsgang "[...]" an einer höheren Fachschule setzt nach Art. 13 Abs. 1 lit. b in Verbindung mit Anhang 5 der Verordnung des WBF [Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung] vom 11. März 2005 über Mindestvorschriften für die Anerkennung von Bildungsgängen und Nachdiplomstudien der höheren Fachschulen (SR 412.101.61) eine Eignungsabklärung voraus, deren Umfang und Inhalt vom Bildungsanbieter geregelt wird. Im Kanton Zürich richtet sich die Zulassung zu den höheren Fachschulen für Gesundheit nach dem Reglement über die Eignungsabklärung für die Zulassung zu den höheren Fachschulen für Gesundheit vom 30. Juni 2010 (SR 413.521). Entscheide, die in Anwendung dieser Bestimmungen ergehen, können – soweit die weiteren Voraussetzungen erfüllt sind – nach § 47 Abs. 1 lit. c EG BBG mit Rekurs angefochten werden.
2.2 Mit Rekurs angefochten werden können unter anderem Anordnungen (§ 19 Abs. 1 lit. a VRG). Der Begriff "Anordnung" umfasst als Oberbegriff sämtliche Entscheidungen, Verfügungen und Massnahmen einer Verwaltungsbehörde. Entscheidend für die Eröffnung des Rechtsmittelwegs ist, ob der in Frage stehende Verwaltungsakt eine Verfügung im materiellen Sinn darstellt (Alfred Kölz/Jürg Bosshart/Martin Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. A., Zürich 1999, Vorbem. zu §§ 4–31 N. 9 mit Hinweisen). Eine Verfügung ist ein individueller, an den Einzelnen gerichteter Hoheitsakt, durch den eine konkrete verwaltungsrechtliche Rechtsbeziehung rechtsgestaltend oder feststellend in verbindlicher und erzwingbarer Weise geregelt wird (BGE 135 II 38 E. 4.3, 121 II 473 E. 2a; René Wiederkehr/Paul Richli, Praxis des allgemeinen Verwaltungsrechts, Bd. I, Bern 2012, Rz. 2142 ff. mit zahlreichen Hinweisen; Kölz/Bosshart/Röhl, Vorbem. zu §§ 4–31 N. 12). Mit dem Schreiben vom 22. Juli 2013 wurde der Beschwerdeführerin einzig mitgeteilt, dass sie das Eignungsverfahren bestanden habe und für den im Herbst 2013 beginnenden Kurs auf einer Warteliste sei; es sei möglich, dass noch ein Ausbildungsplatz frei werde, und sie die Ausbildung schon im Herbst 2013 beginnen könne. Damit stand noch nicht in verbindlicher Weise fest, dass die Beschwerdeführerin ihre Ausbildung nicht wie geplant im Herbst 2013 werde beginnen können. Erst mit Schreiben vom 23. September 2013 wurde der Beschwerdeführerin mitgeteilt, sie könne für den im Herbst 2013 beginnenden Studiengang definitiv nicht berücksichtigt werden. Damit entschied die Beschwerdegegnerin verbindlich über die Zulassung der Beschwerdeführerin zu einem bestimmten Kurs. Dabei handelt es sich um eine Anordnung im Sinn von § 19 Abs. 1 lit. a VRG, die mit Rekurs angefochten werden kann.
2.3 Der Rekurs ist innert 30 Tagen bei der Rekursinstanz schriftlich einzureichen (§ 22 Abs. 1 Satz 1 VRG). Der Fristenlauf beginnt am Tag nach der Mitteilung des angefochtenen Aktes, ohne solche am Tag nach seiner amtlichen Veröffentlichung und ohne solche am Tag nach seiner Kenntnisnahme (§ 22 Abs. 2 VRG). Die Frist ist gewahrt, wenn der Rekurs spätestens am letzten Tag der Frist bei der Behörde eintrifft oder zu deren Handen der schweizerischen Post übergeben wurde (§ 11 Abs. 2 Satz 1 VRG).