Decision ID: 7da3aefa-58a5-4dfc-a6ef-b818667423d4
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Testamentseröffnung
im Nachlass von C._, geboren am tt. Juni 1951, Staatsangehöriger von Grossbritannien, gestorben am tt.mm.2017, wohnhaft gewesen in D._,
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes im summarischen Verfahren des Bezirksgerichtes Bülach vom 21. Dezember 2017 (EL170296)
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Urteil des Einzelgerichtes in Erbschaftssachen des Bezirksgerichtes Bülach vom 21. Dezember 2017:
(act. 8 = act. 13 = act. 15)
1. Den Beteiligten wird je eine Fotokopie der letztwilligen Verfügung mit der
Übersetzung zugestellt Das Original der letztwilligen Verfügung wird im Ge-
richtsarchiv aufbewahrt.
2. Der gesetzlichen und zugleich eingesetzten Erbin 2 wird auf schriftliches
Verlangen ein Erbschein ausgestellt, sofern ihre Berechtigung nicht innert
eines Monats ab Zustellung dieses Urteils von einem gesetzlichen Erben
oder einem aus einer früheren Verfügung Bedachten durch schriftliche Ein-
gabe an das Einzelgericht ausdrücklich bestritten wird.
3. Die Durchführung des Erbganges ist Sache der Erbin 2.
4. Der von der Erbin 1 am 18. Oktober 2017 beantragte Erbeschein wird ihr
nicht ausgestellt (EM170599-C)
5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 1'100.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 150.– Dolm. Kosten
Fr. 1'250.–
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
6. Die Kosten werden auf Rechnung des Nachlasses von der Erbin 2 bezogen.
7. Schriftliche Mitteilung an
− die gesetzlichen Erbinnen 1 und 2 − das Steueramt D._ − das kantonale Steueramt, Inventarkontrolle
8. Eine Berufung gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Zustel-
lung an schriftlich, im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim
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Obergericht des Kantons Zürich, Zivilkammer, Postfach, 8021 Zürich, erklärt
werden. In der Berufungsschrift sind die Anträge zu stellen und zu begrün-
den. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen.
Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 ZPO).
9. Eine Anfechtung der letztwilligen Verfügung hat nicht durch Berufung gegen
diesen Entscheid, sondern innert gesetzlicher Frist durch Einleitung einer
Klage beim Friedensrichteramt am letzten Wohnsitz des Erblassers zu ge-
schehen.
Berufungsanträge der Berufungsklägerin: (act. 14 S. 2)
" Materieller Antrag 1. Es sei Dispositiv Ziffer 4 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach
vom 21. Dezember 2017 aufzuheben, und es sei der  als Nutzniesserin ein Erbschein auszustellen.
Prozessualer Antrag 2. Die Verfahrenskosten seien auf die Staatskasse zu nehmen, und
es sei der Berufungsklägerin eine angemessene Entschädigung zuzusprechen."

Erwägungen:
1. Am tt.mm.2017 verstarb C._. Die Vorinstanz ermittelte aufgrund ur-
kundlicher Feststellung und eidesstattlicher Erklärung die Ehefrau des Verstorbe-
nen, A._, und die Tochter, B._, als gesetzliche Erbinnen. Am
18. Oktober 2017 reichte A._ eine eigenhändige letztwillige Verfügung des
Erblassers vom 17. Februar 2016 zur amtlichen Eröffnung ein mit der Bitte um Er-
teilung eines Erbscheins (act. 1/2; act. 1/4; act. 13 S. 2). Die vorläufige Auslegung
der letztwilligen Verfügung durch die Vorinstanz ergab die Einsetzung der Tochter
des Erblassers als alleinige Erbin aller seiner Güter und Besitztümer. Den Nach-
lass werde die Tochter aber erst nach dem Tod der Ehefrau des Erblassers erhal-
ten, welche als Nutzniesserin seines gesamten Nachlasses eingesetzt sei (act. 13
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S. 2 f.). Mit Urteil vom 21. Dezember 2017 traf die Vorinstanz ihre eingangs er-
wähnten Anordnungen (act. 13 S. 3 f.). Diesen Entscheid focht die Ehefrau des
Erblassers (Erbin 1, nachfolgend: Berufungsklägerin) innert Frist mit Berufung an
(act. 14 i.V.m. act. 13 u. 10). Mit Verfügung vom 12. Januar 2018 wurde der Beru-
fungsklägerin Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses angesetzt. Sodann
wurde der Tochter B._ (Erbin 2, nachfolgend: Berufungsbeklagte) Frist zur
Bezeichnung eines Zustellungsdomizils in der Schweiz und zur Stellungnahme
angesetzt (act. 17). Der Kostenvorschuss wurde von der Berufungsklägerin ge-
leistet (act. 21). Die Berufungsbeklagte reichte ihre Stellungnahme ein, in welcher
sie unter anderem erklärte, ihre Mutter, die Berufungsklägerin, als Zustelladresse
zu bezeichnen (act. 22).
2.1. In ihrer Rechtsschrift führte die Berufungsklägerin aus, mit der vorläufigen
Auslegung der letztwilligen Verfügung durch die Vorinstanz, namentlich vom Erb-
lasser als Nutzniesserin eingesetzt worden zu sein, einverstanden zu sein. In der
Folge habe die Vorinstanz aber festgehalten, der Berufungsklägerin werde kein
Erbschein ausgestellt, ohne dies weiter zu begründen. Indessen habe aber neben
den gesetzlichen und eingesetzten Erben auch der nutzniessungsberechtigte
Ehegatte Anspruch auf die Ausstellung eines Erbscheins, da dieser sich als Nutz-
niesser gegenüber Dritten legitimieren können müsse. Da keine entgegenstehen-
den Umstände, beispielsweise ein Erbverzicht, eine Enterbung oder eine Aus-
schlagung, ersichtlich seien, sei der Berufungsklägerin ein Erbschein auszustellen
(act. 14 S. 4 f.).
2.2. Die Tochter der Berufungsklägerin teilte dem Gericht mit, ebenfalls mit der
Auslegung der letztwilligen Verfügung durch die Vorinstanz einverstanden zu
sein. Dass sich ihre Mutter als Nutzniesserin mit dem Erbschein legitimieren kön-
nen müsse, sei für sie nicht nachvollziehbar, weshalb dieser kein Erbschein aus-
gestellt werde. Sie vertrete daher vollumfänglich denselben Standpunkt wie die
Berufungsklägerin (act. 22).
3.1. Beim Verstorbenen C._ handelte es sich um einen Britischen Staats-
bürger, weshalb ein Auslandbezug gegeben ist. Gestützt auf Art. 86 Abs. 1 IPRG
ist für das Nachlassverfahren und erbrechtliche Streitigkeiten das Gericht oder die
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Behörde am letzten Wohnsitz des Erblassers zuständig. Bei der Eröffnung des
Testaments handelt es sich um einen Akt der freiwilligen resp. der nichtstreitigen
Gerichtsbarkeit, welche im Kanton Zürich durch das Einzelgericht im summari-
schen Verfahren behandelt wird (vgl. Art. 248 lit. e ZPO i.V.m. § 24 lit. c u. § 137
lit. c GOG). Der Verstorbene hatte seinen letzten Wohnsitz in D._ (act. 1/1;
4/3), weshalb das Bezirksgericht Bülach örtlich zuständig ist. Sodann ist das Ein-
zelgericht in Erbschaftssachen des Bezirksgerichtes Bülach sachlich zuständig.
3.2. Gemäss Art. 90 IPRG untersteht der Nachlass einer Person mit letztem
Wohnsitz in der Schweiz dem Schweizerischen Recht; die Durchführung der ein-
zelnen Massnahmen richtet sich nach dem Recht am Ort der zuständigen Behör-
de (Art. 90 u. 92 Abs. 2 IPRG). Der Erblasser hatte wie gezeigt seinen letzten
Wohnsitz in der Schweiz, entsprechend ist Schweizerisches Recht anwendbar.
Die für den Erbgang erforderlichen Massnahmen, namentlich die Testamentser-
öffnung und die Ausstellung der Erbscheine, haben nach Schweizerischem Recht
zu erfolgen, da das Bezirksgericht Bülach die dafür zuständige Behörde ist.
3.3. Gegen Erledigungsentscheide im summarischen Verfahren ist die Berufung
nach Art. 308 ff. ZPO zulässig (Art. 308 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 314 ZPO). Voraus-
gesetzt ist in vermögensrechtlichen Angelegenheiten ein Streitwert von
Fr. 10'000.– (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Dieser ist bei einem Verfahrensstreitwert von
Fr. 813'000.– (vgl. auch Verfügung vom 21. Januar 2018, act. 17 E. 3) ohne wei-
teres gegeben.
4.1.1. Aus Art. 29 Abs. 2 BV resp. Art. 53 ZPO ergibt sich der Anspruch der Par-
teien auf rechtliches Gehör. Daraus ergibt sich u.a. auch der Anspruch darauf,
dass das Gericht seine Entscheide, namentlich den wesentlichen Inhalt der Über-
legungen, welche zum Urteil geführt haben, begründet (sog. "Begründungs-
pflicht"; GEHRI, in: BSK ZPO, 3. Aufl., Basel 2017, N15 u. N25 zu Art. 53; BGE
117 Ia 1 E. 3a).
4.1.2. Die Vorinstanz hat es unterlassen, die Parteien vorzuladen und ihnen so
Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Auch schriftlich war es den Parteien
nie möglich, sich zur Frage der Legitimation zum Erhalt eines Erbscheins zu äus-
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sern. Das im vorinstanzlichen Verfahren ergangene Urteil äussert sich zur Frage
der Ausstellung eines Erbscheins an die Berufungsklägerin sodann nur dahinge-
hend, es handle sich bei ihr sinngemäss um eine Nutzniesserin und ihr werde un-
ter diesen Umständen der verlangte Erbschein nicht ausgestellt (act. 8 S. 3). Die
Vorinstanz lässt offen, aufgrund welcher Überlegungen ihrer Meinung nach die
Berufungsklägerin als Nutzniesserin der Erbschaft keinen Erbschein erhalten sol-
le. Damit hat sie ihre Begründungspflicht verletzt, was eine Aufhebung des Ent-
scheids und eine Rückweisung an die Vorinstanz rechtfertigen würde.
4.1.3. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs kann ausnahmeweise im Rechts-
mittelverfahren geheilt werden, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält,
sich vor einer Rechtmittelinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie
auch die Rechtsfrage frei – und damit mit derselben Kognition wie die Vor-
instanz – prüfen kann (vgl. BGE 137 I E. 2.6; BGer Urteil 1C_730/2013 vom
4. Juni 2014, E. 6.1.). In diesem Berufungsverfahren hatten beide Parteien Gele-
genheit, sich zur Frage der Ausstellung eines Erbscheins an die Berufungskläge-
rin zu äussern und wurden damit umfassend gehört. Sodann verfügt die Kammer
über umfassende Kognition für unrichtige Rechtsanwendung und Feststellung des
Sachverhalts (Art. 310 ZPO), und damit über dieselbe Kognition wie die Vor-
instanz. Des Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass eine Rückweisung an die Vor-
instanz ein formalistischer Leerlauf und damit eine unnötige Verzögerung darstel-
len würde und nicht im Interesse der Parteien liegt (vgl. BGE 137 I E. 2.6). Aus
prozessökonomischen Gründen ist es deshalb angebracht, den Anspruch der Be-
rufungsklägerin auf Ausstellung eines Erbscheins an dieser Stelle zu prüfen.
4.2.1. Im Rahmen der Testamentseröffnung hat das Einzelgericht eine vorläufige
Auslegung des Testaments bzw. des Erbvertrages vorzunehmen. Dies insbeson-
dere auch im Hinblick auf die Ausstellung eines Erbscheins, welcher als Bestäti-
gung ausgestellt wird, der alleinige Erbe oder die alleinigen Erben eines bestimm-
ten Erblassers zu sein und somit das Recht zu haben, den Nachlass in Besitz zu
nehmen und darüber zu verfügen. Die Bescheinigung steht unter dem Vorbehalt
der Ungültigkeits- und Erbschaftsklage (Art. 559 Abs. 1 ZGB).
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4.2.2. Die letztwillige Verfügung des Erblassers enthält folgenden Passus (vgl.
act. 3/3 = act. 16):
" (...)
Ich überlasse alle meine weltlichen Güter und Besitztümer meiner Tochter, B._ (ge-
boren am tt.07.1981 in CH-...) – sie wird jedoch meinen Nachlass erst nach dem Tod
meiner Frau, A._ (geborene ..., tt.09.1952 in D-...) erhalten.
Bis zu diesem Zeitpunkt wird meine Frau das Recht haben, meinen Nachlass zu verwen-
den, wie sie es für angemessen hält, und jedweden Ertrag, der daraus erwachsen sollte,
zu erhalten. Des Weiteren darf sie über Vermögen verfügen oder dieses verändern so wie
sie (A._) es für angemessen hält.
(...)"
Die Vorinstanz legte diesen Passus dahingehend aus, dass die Berufungsklägerin
sinngemäss als Nutzniesserin über das ganze Vermögen des Erblassers einge-
setzt werde (act. 13 S. 3). Dies wird von den Parteien nicht beanstandet und er-
scheint ohne weiteres zutreffend.
4.3. Wie oben erwähnt ist Zweck des Erbscheins, den als berechtigt erscheinen-
den Erben einen provisorischen Ausweis über ihre Stellung zu geben und ihnen
die Inbesitznahme der Erbschaftsgegenstände und Verfügungsmöglichkeit dar-
über zu ermöglichen (vgl. Ziff. 4.2.1.). In der Literatur umstritten ist, ob der Nutz-
niesser gemäss Art. 473 ZGB ein rechtlich geschütztes Interesse und damit einen
Anspruch an der Ausstellung eines Erbscheines hat. Der überwiegende Teil der
Autoren spricht dem nutzniessungsberechtigen Ehegatten nach Art. 473 ZGB An-
spruch auf die Erbbescheinigung zu, da es diesem möglich sein muss, sich ge-
genüber Dritten zur Inbesitznahme der fraglichen Erbschaft zu legitimieren (KAR-
RER/VOGT/LEU, a.a.O., N3 u. N8; EMMEL, in: ABT/WEIBEL, in: Praxiskommentar
Erbrecht, Basel 2015, N6 zu Art. 559; VÖLK, in: Handkommentar zum Schweizer
Privatrecht, Erbrecht, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2016, N3 zu Art. 559). Eine Min-
derheit vertritt die Ansicht, dem nutzniessungsberechtigten Ehegatten stehe kein
Anspruch auf einen Erbschein zu, da dieser – letztlich als Vermächtnisnehmer
(vgl. NERTZ, in: Praxiskommentar Erbrecht, a.a.O., N4 zu Art. 473) – nicht der Er-
bengemeinschaft angehöre (so insbesondere ORTENBURGER, Die Erbbescheini-
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gung nach Art. 559 ZGB in der kantonalen Praxis, Zürich 1972, S. 68 f., m.w.H.
auf die damalige Lehre und Praxis). Dieser Meinung der Minderheit ist nicht zu
folgen. So erscheint es nicht angemessen, den nach Art. 473 ZGB nutznies-
sungsberechtigten Ehegatten einem "gewöhnlichen" Vermächtnisnehmer nach
Art. 484 ff. ZGB gleichzustellen. Ziel der Bestimmung nach Art. 473 ZGB ist, das
eheliche Vermögen der Ehepartner zu bewahren und dem überlebenden Ehegat-
ten den angemessenen Lebensstandard im Alter zu sichern (BBl 2001 1123).
Schon dieser Normzweck zeigt, dass es dem Gesetzgeber letztlich darum ging,
es dem überlebende Ehegatte wie zu Lebzeiten des Verstorbenen zu ermögli-
chen, weiterhin das gesamte gemeinsame eheliche Vermögen zu nutzen.
Dadurch verliert der grundsätzlich pflichtteilsgeschützte Ehegatte zwar seine Er-
benstellung (vgl. Art. 473 Abs. 2 ZGB) und ist dadurch nicht mehr Teil der Erben-
gemeinschaft; indessen ist er aber als alleine über das gesamte Nachlassvermö-
gen Verfügender noch viel stärker als die gesetzlichen Erben darauf angewiesen,
sich im Alltag mittels Erbschein über seine Berechtigung am Nachlassvermögen
ausweisen zu können. Entsprechend ist der Anspruch der Berufungsklägerin auf
Ausstellung eines Erbscheins zu bejahen. Allfällige gegen die Ausstellung eines
Erbscheins sprechende Umstände wie beispielsweise ein Erbverzicht, eine Enter-
bung oder eine Ausschlagung (KARRER/VOGT/LEU, a.a.O., N9 zu Art. 559) sind
keine ersichtlich.
4.4. Demnach ist die Berufung gutzuheissen und Dispositiv Ziffer 4 des Urteils
des Einzelgerichts in Erbschaftssachen des Bezirksgerichtes Bülach vom
21. Dezember 2017 aufzuheben und dahingehend neu zu formulieren, das der
Berufungsklägerin (im Vorverfahren: Erbin 1) ein Erbschein in Aussicht gestellt
wird.
5.1. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden den Parteien ausgangsgemäss
auferlegt (Art. 106 ZPO). Obsiegt die Berufungsklägerin, wären die Kosten der
Berufungsbeklagten aufzuerlegen. Die Berufungsbeklagte erklärte, es handle sich
ihrer Ansicht nach nicht um ein strittiges Verfahren, da sie vollumfänglich densel-
ben Standpunkt vertrete wie die Berufungsklägerin (act. 22 S. 2). Dieser Stand-
punkt ist nachvollziehbar, blieb den Parteien doch zur Anfechtung des vorinstanz-
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lichen Entscheids keine andere Möglichkeit, als ein Rechtsmittelverfahren anzu-
streben, wodurch sich die nichtstreitige Erbschaftsangelegenheit formell in eine
strittige vermögensrechtliche Angelegenheit wandelt (vgl. etwa OGer ZH
LF170002 vom 13. Januar 2017, E. 6). Weil sich aber die Berufungsbeklagte mit
dem angefochtenen Entscheid nicht identifizierte, wird auf die Erhebung von Kos-
ten für dieses Verfahren verzichtet.
5.2. Die Berufungsklägerin macht eine angemessene Entschädigung für ihre
Umtriebe geltend. Mangels gesetzlicher Grundlage besteht indes keine Entschä-
digungspflicht des Staates (vgl. z.B. OGer ZH PC130059, E. 6; MOHS, in:
GEHRI/JENT-SØRENSEN/SARBACH, OFK-ZPO, 2. Aufl., Zürich 2015, N8 zu Art. 107;
RÜEGG/RÜEGG, in: BSK ZPO, 3. Aufl., Basel 2017, N11 zu Art. 107).