Decision ID: 76c10c2c-5d87-5de0-9504-5141fc18a714
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1961
,
arbeitete als Küchen
angestellte im Restaurant
Y._
, als sie sich
am 22.
März 1994
beim Entleeren einer Pfanne mit kochendem Wasser
Verbrennungen an der rechten Gesichtshälfte, am rechten Arm und an der rechten Brust zuzog (
Urk.
9/1)
. Die
SWICA Versicherungen AG
(im Folgenden: SWICA)
als zuständiger Unfall
versicherer
richtete darauf Taggelder aus und übernahm die Heilbehand
lungs
kosten (Urk.
9/
13-15
).
Nach einer mehrmonatigen Rekonvales
zenz
nahm die Ver
sicherte ihre Arbeit wieder auf
(
Urk.
9/25 S. 4
ff.
)
.
1.2
Am 2
5.
Juli 2001 liess die Versicherte der SWICA mitteile
n
, ihr unfallbedingter Gesundheitszustand habe sich in letzter Zeit stark verschlechtert (
Urk.
9/19). Die SWICA tätigte
medizinische
Abklärungen (
vgl.
Urk.
9/23 ff.
) und
erteilte Kosten
gutsprache für
den
operativen Verschluss der Narbenkontrakturen am rechten Ober
a
rm mit Z-Plastik (
Urk.
9/42-43), worauf die
Versicherte
erklären liess
,
sie
sei durch die Bewegungseinschränkung nicht derart gestört, dass sie einen operativen Eingriff wünsche; ein solcher würde ihr auch nichts bringen, da sie
zu
r
Keloid
bildung
neige
(
Urk.
9/44 S. 2, 5 f. und 7)
.
Mit Verfügung vom 28.
August 2002 sprach die SWICA der Versicherten für die Narben nach der Ver
brennung eine Integritätsentschädigung von 20
%
im Betrag von
Fr.
19'440.--
zu und verneinte ab dem
1.
Juli 2002 einen Anspruch auf Heilbehandlungs
k
osten, Kostenver
gü
tungen und Taggelder (
Urk.
9/53).
Gegen Letzteres liess die Versicherte
Einsprache
erheben und
weitere Abklärungen
beantragen
(
Urk.
9/56).
Die SWICA nahm das von der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
im Rahmen des invalidenversicherungsrechtlichen Verfahrens
in Auftrag
gegebene
polydisziplinäre Gutachten
der MEDAS
Z._
vom
25.
Novem
ber 2004
zu den Akten (
Urk.
9/65 S. 3 ff.).
Sie
stellte
den Gutachtern
Ergän
zungsfragen zur unfallbedingten Arbeitsfähigkeit (
Urk.
9
/6
5 S. 1 f.), welche am
1
8.
Mai 2005
beantwortet wurden (
Urk.
9
/66).
Überdies verlangte
die SWICA
am
9.
November 2005 ergänzende
Ausführungen zur Arbeitsfähigkeit nur
unter Be
rücksichtigung
des Oberarml
eidens
, welche am 19. Januar 2006
gemacht wurden
(
Urk.
9/77).
Mit Verfügung vom
6.
Juni 2006 sprach die SWICA der Versicherten ab
dem
1.
Juli 2002, ausgehend von
einer Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von 70
%
und
einem Invaliditätsgrad von 35
%
, eine Invalidenrente der Unfall
versicherung zu
(
Urk.
9/82)
.
Die Versicherte kehrte im April 2007 nach Portugal zurück (
Urk.
9/85).
1.3
Im
Februar 2015
leitete die
SWICA
eine Rentenüberprüfung ein
(
Urk.
9/97) und gab bei
Dr.
med.
A._
,
Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie,
ein Gutachten
in Auftra
g
(
Urk.
9/98 f.), welches er am
9.
März 2016
erstattete
(Urk.
9/121)
.
Die Ergänzungsfragen der SWICA vom 1
2.
April 2016 (
Urk.
9/122)
beantwortete
Dr.
A._
am 1
3.
Juli 2016 (
Urk.
9/124).
Seine Ausführungen
wurde
n
der Versicherten
zur Wahrung des
rechtliche
n
Gehör
s
zugestellt (Urk.
9/123
).
Mit Verfügung vom 22. September 2016 hob die SWICA die Rente per
Ende
Dezember 2016
auf
(
Urk.
9/128)
.
Dagegen
liess die
Ver
sicherte Ein
spra
che
erheben
(Urk. 9
/
134
).
Diese wurde dem
Gutachter
Dr.
A._
zur Stellung
nahme unterbreitet (
Urk.
9/136), worauf
er sich
mit Eingabe vom 13. Dezember 2016 vernehmen liess (
Urk.
9/138).
Den in seinem Gutachten
vom
9.
März 2016
erwähnten Bericht von
Dr.
med.
B._
, Chefarzt für Hand- und Plastische Chirurgie, vom 3
0.
November 2015
,
gemäss welchem die Narben für sich alleine mit Sicherheit nicht Ursache der gezeigten ganz erheblichen Funktionsein
schrän
kung der rechten Schulter seien,
gab
Dr.
A._
im Januar 2017 zu den Akten (Urk.
9/143)
.
Mit Entscheid vom
10
.
November
201
7
wies die
SWICA
die Ein
sprache ab (Urk. 2 =
9
/
144
).
2.
Dagegen erhob
die
Versicherte
, vertreten durch Rechtsanwalt Markus
Loher
, mit Eingabe vom 13
.
Dezember 2017
(
Urk.
1)
Beschwerde und beantragte
,
der ange
fochtene
Einspracheentscheid
und die Verfügung vom 2
2.
September 2016 seien ersatzlos aufzuheben, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Be
schwerdegegnerin
(Urk. 1
S. 2
). Die
SWICA schloss am 23. Februar
2018 auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 8
). Davon wurde der
Beschwerdeführer
in
mit Ver
fügung vom 2
6
.
Februar
2018 Kenntnis gegeben (
Urk.
10
).
Auf die Ausführungen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid,
so hat sie A
nspruch auf eine Invalidenrente
(Art. 18 Abs. 1
des Bundesgesetzes über
die Unfallversicherung;
UVG
in der hier anwendbaren, bis Ende 2016 in
Kraft gewesenen Fassung; Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vo
m 25. September 2015
). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder länge
re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Zur
Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbsein
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeit
s
marktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.
2
Anlass zur Revision einer Invalidenrente im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente
,
die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich geblie
benem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung; dazu gehört die Verbesserung der Arbeits
fähig
keit aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Hinge
gen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen und E. 6.1). Entsprechend ist gegebenenfalls nicht nur der natürliche Kausalzu
sammenhang, sondern auch dessen Adäquanz für die Zukunft neu zu prüfen, wobei die im Zeitpunkt der erwogenen revisionsweisen Leistungsanpassung gege
benen tatsächlichen Verhältnisse massgebend sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_248/2017 vom 24. Mai 2018 E. 3.3 mit Hinweisen).
Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades ist die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und – sofern Anhaltspunkte für eine Verän
derung der erwerblichen Auswirkungen einer Gesundheitsschädigung bestehen – Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 134 V 131 E. 3, 133 V 108 E. 5.3.1 und E. 5.4).
1.3
Unabhängig von einem materiellen Revisionsgrund kann die
Verwaltung
auf formell rechtskräftige Verfügungen, welche nicht Gegenstand materieller richter
licher Überprüfung gebildet haben, zurückkommen, wenn diese zweifellos un
rich
tig sind und wenn – was auf periodische Dauerleistungen regelmässig zutrifft
(BGE 119 V 475 E. 1c mit Hinweisen) – ihre Berichtigung von erheblicher Bedeu
tung ist (Art. 53 Abs. 2 und 3 ATSG; BGE 141 V 405 E. 5.2, 138 V 147 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_819/2017 vom 13. Februar 2017 E. 2.2). Die Wie
der
erwägung im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG dient der Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechtsanwendung einschliesslich unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhaltes (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_121/2017 vom 5. Juli 2018 E. 8.2).
Die Wiedererwägung nach
Art.
53
Abs.
2 ATSG setzt voraus, dass kein vernünf
tiger Zweifel an der Unrichtigkeit der Verfügung möglich, folglich nur dieser einzige Schluss denkbar ist. In diesem Sinne qualifiziert unrichtig ist eine Verfü
gung, wenn eine Leistung aufgrund falscher Rechtsregeln beziehungsweise ohne oder in unrichtiger Anwendung der massgeblichen Bestimmungen zugesprochen wurde (BGE 141 V 405 E. 5.2, 140 V 77 E. 3.1 mit Hinweis). Gleiches gilt bei einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes, insbesondere wenn die notwendigen fachärztlichen Abklärungen überhaupt nicht oder nicht mit der erfor
derlichen Sorgfalt durchgeführt wurden (vgl. Art. 43 ATSG; BGE 141 V 405 E. 5.2; Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_717/2017 vom 2.
August 2018 E. 3.2 mit Hinweisen). Soweit ermessensgeprägte Teile der Anspruchsprüfung vor dem Hin
ter
grund der Sach- und Rechtslage einschliesslich der Rechtspraxis im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung in vertretbarer Weise beurteilt worden sind, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus (BGE 141 V 405 E. 5.2 mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_766/2016 vom 3. April 2017 E. 1.1.2 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung kann das Gericht eine zunächst auf
Art.
17 ATSG gestützte Rentenaufhebung oder -herabsetzung gegebenenfalls mit der (substi
tuierten) Begründung schützen, dass die ursprüngliche (bzw. die letzte auf einer umfassenden materiellen Prüfung beruhende, vgl. BGE 140 V 514, 133 V 108) Rentenverfügung zweifellos unrichtig und die Berichtigung von erheblicher Bedeutung sei (BGE 144 I 103 E. 2.2, 140 V 85 E. 4.2, 125 V 368 E. 2, je mit Hinweisen; vgl. Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auf
lage 2014,
Rz
77 zu Art. 30–31 IVG).
1.
4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen,
objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbe
sondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entschei
dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt
nis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
Die Beschwerdegegnerin vertrat den Standpunkt, es sei auf das Gutachten
Dr.
A._
s abzustellen.
Die
Voraussetzungen sowohl für eine Revision im Sinne von
Art.
17 ATSG als auch für eine Wieder
er
wägung im Sinne von
Art.
53
Abs.
2 ATSG
seien
erfüllt. Da es an objektivierbaren Beschwerden mangle, welche einen Kausalzus
ammenhang zum Unfallereignis vom 2
2.
März
1994 auswiesen, sei die Rente aufzuheben (
Urk.
2
und 8
).
Demgegenüber liess die Beschwerdeführerin
im Wesentlichen
geltend machen, das Gutachten
Dr.
A._
s sei mangelhaft.
Es berücksichtige nicht die Berichte der aktuellen Behandler, da die Beschwerdegegnerin keine solchen beigezogen habe. Überdies sei
Dr.
A._
von falschen Annahmen
ausgegangen
. Insbeson
dere werde mit dem Gutachten
Dr.
A._
s l
ediglich eine andere Beurteilung eines gleich gebliebenen Sachverhalts vorgenommen.
Ein Revisionsgrund sei da
mit nicht belegt. Ebenso wenig sei eine wiedererwägungsweise Rentenaufhebung gerechtfertigt.
Die
Rentenzusprache
sei gestützt auf das
Gutachten der MEDAS
Z._
samt Ergänzungen erfolgt und es zeigten sich keine
Hinweise formeller oder
materieller Natur, welche an den
damaligen
gutachterlichen
Schluss
folgerungen
Zweifel
aufkommen liessen
(
Urk.
1).
3.
3.1
Die rentenzusprechende Verfügung vom
6.
Juni 2006 beruhte in medizinischer Hinsicht auf dem
polydisziplinären
Gutachten der MEDAS
Z._
vom
2
5.
November 2004 und
den
Ergänzungen vom
1
8.
Mai 2005
und
vo
m 1
9.
Januar 2006 (
Urk.
9/82 S.
1
; vgl.
Urk.
9/65,
9/66 und 9/77
).
3.2
Im
polydisziplinären
Gutachten vom 2
5.
November 2004
wurden
die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgefüh
rt (vgl. Urk. 9/65,
S.
12
des Gutachtens
):
Hochgradige
sensorineurale
Schwerhörigkeit beidseits bei
-
Status nach traumatischer Trommelfellperforation rechts bei Verbrühung 1994 (geheilt)
Chronischer Schulterschmerz rechts mit Bewegungseinschränkung bei
retraktiver
Kapsulitis
bei
-
Status nach Verbrühung des rechten Oberarms mit
Thierschung
und Entwicklung eines Narbenkeloids
Mediale und laterale
Gonalgie
beidseits linksbetont bei
-
kernspintomographischer Läsion des medialen Meniskus links sowie Verdacht auf Partialruptur des vorderen Kreuzbandes links
Chronisc
hes lumbales Schmerzsyndrom bei
-
Haltungsinsuffizienz und muskulärer
Dekonditionierung
-
Status nach Morbus Scheuermann
Leichte bis mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom und teilweise remittierte posttraumatische Belastungsstörung.
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Küchenhilfe und Köchin sei die Versicherte nicht mehr arbeitsfähig, wobei vor allem die
otologischen
und etwas weniger auch die rheumatologischen Befunde limitierend seien (
vgl.
Urk.
9/65,
S. 13
des Gutachtens
).
Eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit, einerseits ohne Lärmeinfluss und ohne die Notwendigkeit einer regelmässigen Kommunikation und ander
er
seits ohne Überkopfarbeiten oder kraftaufw
ä
ndige Tätigkeiten mit dem rechten Arm
,
seien der Versicherten zu maximal 40-50
%
zumutbar, limitierend seien die
otologischen
und die rheu
matologischen Befunde (vgl.
Urk.
9/65,
S. 13
des Gutachtens
).
3.3
Auf entsprechende Nachfragen des Unfallversicherers
wurde am 1
8.
Mai 2005 vermerkt, die rein unfallbedingte Arbeitsfähigkeit als Küchenangestellte betrage 30
%
. Die Versicherte sei zeitlich und leistungsmässig eingeschränkt für mittel
schwere und schwere körperliche Arbeiten mit repetitivem Heben von Lasten über 10 kg und stereotypen-repetitiven Bewegungsabläufen. Eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit einerseits ohne Lärmeinfluss und andererseits ohne Überkopfarbeiten sei der Versicherten zu maximal 40-50
%
zumutbar (
Urk.
9/66).
3.4
Am 1
9.
Januar 2006 führten die Gutachter
in Beantwortung der Fragen zur Arbeits
fähigkeit nur aufgrund des Oberarmleidens
aus, aus rheumatologischer
Sicht
habe
vom 2
2.
März bis zum 3
0.
September
1994 eine
100%ige
Arbeits
unfähigkeit bestanden.
Nachfolgend sei
von einer 30%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Es sei nicht zu erwarten, dass die Arbeitsfähigkeit mit konservativen therapeutischen Massnahmen gesteigert werden könne. Allenfalls könnten ein operativer Eingriff
betreffend die Narbenkontraktur sowie eine
Nar
kose
mobili
sation der rechten Schulter mit nachfolgender intensiver Physiotherapie medizi
nisch-theoretisch zu einer Verbesserung der Beweglichkeit und der Belastbarkeit führen. Die Versicherte wolle sich indessen nicht operieren lassen (
Urk.
9/77 S.
1).
Das häufige Heben von Gewichten über 15 kg mit dem rechten Arm sei nicht mehr möglich. Das gelegentliche Heben von Gewichten bis zu 15 kg unter Ein
bezug des linken Armes sei jedoch zumutbar. Tät
igkeiten mit dem rechten Arm an
bzw. über der Schulterhorizontalen seien nicht möglich und ständig repetitiv-
manuell kraftaufwändige Arbeiten ebenfalls nicht. Medizinisch-theoretisch könne
die Versicherte aus rheumatologischer Sicht eine leichte wechselbelastende Arbeit mit der erwähnten Einschränkung von sogenannten Überkopfarbeiten und für manuell kraftaufwändige bzw. ständig repetitive Tätigkeiten ohne Leistungs
ein
schränkung zu 70
%
erfüllen (
Urk.
9/77 S. 2).
4.
4
.
1
Dr.
A._
führte in seinem Gutachten vom
9.
März 2016 die folgenden Diag
nosen auf (
Urk.
9/121 S. 13):
Verdacht auf
Frozen
shoulder
rechts
aktenkundig/derzeit nicht geklagt:
-
rezidivierende
Cervikalgie
-
rezidivierende Lumbalgie
-
repetitive
Gonalgie
beidseits links betont
Flächenhafte, vollständig
verheilte Narbenareale zu 3⁄4 zirkulär am rechten Ober
arm mit einer dermalen Strangbildung zur
Axilla
und weiter reizlose Narben
areale am Thorax lateral der Brust
nach Verbrühung am 22.03.1994
Senosoneurale
Schwerhörigkeit beidseits
Psychiatrische Pathologie
Verdacht auf Aggravation
-
Selbstlimitation.
Dr.
A._
erachtete es als nachvollziehbar, dass Narben
,
wie
sie die Be
schwerdeführerin aufweist
,
den Bewegungsablauf an der betreffenden Schulter während einer bestimmten Zeit (nämlich bis zur Ausheilung der Narben,
also
während zirka einem Jahr nach dem letzten Eingriff) funktionell einschränken
und darüber hinaus subjektiv noch eine Beeinträchtigung sein könnten. Dies be
gründe aus orthopädisch-
traumatologischer
Sicht retrospektiv jedoch keine neue Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit der rechten Schulter,
nachdem
nach 1994 während rund sieben Jahren weder anamnestisch noch aktenkundig eine Arbeitsunfähigkeit in diesem Zusammenhang bestanden habe
(
Urk.
9/121 S. 14)
.
Bei den
Untersuchungen, welche dem Gutachten
vom
2
5.
November 2004
zu Grunde gelegen hätten,
sei
bezüglich
der rechten Schulter eine fast freie
,
aber «etwas
schmerzhafte
» Beweglichkeit
festgestellt
worden. Auf dieser medizinischen Basis sei es orthopädisch-
traumatologisch
nicht nachvollziehbar, weshalb damals die Tätigkeit als Küchenmitarbeiterin als «nicht mehr zumutbar» beurteilt und letztlich sogar eine Gewichts-/
Belastungslimite
geschätzt worden sei
en
; es habe damals am Bewegungsapparat keine somatisch belegte, sondern nur eine sub
jektiv kommunizierte Einschränkung bestanden (
Urk.
9/121 S. 14)
.
Die Aktualisierung der klinischen Befunde ergebe, dass möglicherweise – deshalb
sei
bei der Diagnose auch nur «Verdacht auf»
aufgeführt worden
– eine selbst
induzierte «
frouzen
shoulder
» (mit/bei negiertem rechtem Arm) vorliegen könnte.
Die empirisch
– aufgrund der radiologischen Aktualisierung bestätigten – z
u erwar
tenden
Bewegungslimiten
[ROM]
hätten wegen der vorgebrachten Schmerz
äusserungen bei den aktiv selbständigen und vor allem bei den vom Gutachter versuchten passiven Untersuchungsgänge
n nicht erreicht werden können.
Ob es sich ge
gebenenfalls um eine psychisch
induzierte Einschränkung
(aufgrund der multiplen Psychopharmaka sei eine entsprechende Erkrankung anzunehmen)
oder um eine
Aggravierung
handle, könne hier nicht abschliessend respektive nicht fachkompetent beantwortet werden (
Urk.
9/121 S. 15).
Die subjektiv geklagten Beschwerden könnten wahrscheinlich nicht objektiviert werden, zumindest nicht im geklagten Ausmass (betreffend ROM) respektive
in
der angegebenen Intensität (betreffend Schmerzen). Es bestehe zwar der Verd
a
cht, dass
,
zumindest soweit die
s der Untersuchung wegen der
zu vorzeitig geäusserten Schmerzen – nämlich deutlich vor dem Erreichen der zu erwartenden ROM respek
tive bei passiven Untersuchungsgängen sogar vor dem Erreichen der ROM
,
wie sie zuvor aktiv vorgezeigt worden seien – zugänglich sei, eine «
frozen
shoulder
» rechts
vorliegen könnte, was medizinisch theoretisch nach einer langen willentlichen Ruhigstellung auch nachvollziehbar wäre. Dass beim Versuch, eine Bewegung in einer derart «veränderten Schulter» auszulösen, Schmerzen emp
funden würden, sei bekannt. Die Intensität der empfundenen Schmerzen sei bekannt
lich individuell und m
ul
t
ifaktoriell (Urk.
9/121 S. 15 f.).
Der Unfall vom 2
2.
März 1994 sei nicht die einzige Ursache der festgestellten gesundheitlichen Störung. Er sei wahrscheinlich auch nicht eine Mitursache
. Dass
in den ersten Jahren – bis 2001 – keine «
frozen
schoulder
» entstanden sei, werde durch die Fotodokumentation der Narbensituation eindrücklich belegt. Zum gleichen Ergebnis komme der klinische Befund im Gutachten vom 2
5.
November 2004, wo «nur» eine schmerzhafte Endstellung bei ansonsten praktisch freier/sei
tengleicher Beweglichkeit festgehalten werde. Wenn heute nun effektiv eine «
frozen
shoulder
» bestehen würde, was klinisch wegen de
r
angegebenen Schmer
zen nicht zu belegen sei, radiologisch nicht erwartet werden müsse und aufgrund der Klinik auch eher unwahrscheinlich sei (keine rechtsseitige Muskelatrophie, seitengleiche
Handbeschwielung
als Ausdruck einer symmetrischen Belastung, aktive Gegenspannung bei den passiven Untersuchungsgängen), dann wäre diese Situation nachträglich und damit unfallfremd entstanden
(Urk. 9/121 S. 16
f.
).
Am Bewegungsapparat sei durch die Verbrühung kein Schaden entstanden. Es sei auch aktenkundig und werde von der Versicherten anamnestisch bestätigt, dass sie nach dem Abheilen der Hauptverletzungen über Jahre (bis 2001) im ver
ein
barten Pensum an ihrem angestammten Arbeitsplatz eine volle Leistung erbracht habe, bis sie wegen Ohrenproblemen die Arbeit nicht mehr habe ausüben können (
Urk.
9/121 S. 19).
Die aktuell erkannten degenerativen Veränderungen an der
Rotatorenmanschette
rechts vermöchten keine Arbeitsunfähigkeit zu begründen. Wenn effektiv eine
«
frozen
shoulder
» vorläge, wäre eine Arbeit mit beidhändiger Überkopfarbeit nicht
möglich
(
Urk.
9/121 S. 19).
Da die Beurteilbarkeit der klinischen Befunde deutlich eingeschränkt sei, weil die empirisch zu erwartenden ROM bei
W
eitem nicht erreicht würden und bei repetitiven Messungen im Rahmen der Selbstlimitierung, anamnestisch wegen Schmer
zen, wahrscheinlich aber auch im Rahmen einer Aggravation (DD
Chroni
fizie
rung
), sehr unterschiedliche Resultate festgestellt worden seien, müsse medi
zinisch-theoretisch eine nicht eingeschränkte Arbeitsfähigkeit angenommen werden
(
Urk.
9/121 S. 19 f.).
Aus aktueller orthopädisch-
traumatologischer
Sicht (unter Berücksichtigung der aktuellen Beurteilungskriterien), mit Darlegung der massgeblichen Kriterien, nach der eingehenden und akribisch-kritischen Würdigung der Akten und der Bildge
bung und unter spezifischer Berücksichtigung der pe
rsönlich erhobenen Anam
nese, der klinischen Befunde
sowie der Auseinandersetzung mit den konkreten Gegebenheiten im Sinne einer vertieften Analyse ergebe sich unzweideutig, dass
eine Rente wegen unfallkausaler
Veränderungen am Bewegungsapparat (speziell der rechten Schulter) weder damals noch aktuell ausgewiesen sein könne. Die damalige offensichtliche Überbewertung der subjektiv geklagten, aber somatisch
nicht erklärbaren «Behinderungen und Funktionseinschränkungen der rechten Schulter» sei evident (
Urk.
9/121 S. 20 f.).
Weder aus Sicht des beigezogenen plastischen Chirurgen noch aus orthopädisch-
traumatologischer
Sicht könne eine unfallkausal reduzierte Arbeitsfähigkeit erklärt werden (
Urk.
9/121 S. 21).
Aus den aktuellen Bildaufnahmen gehe hervor, dass die Abduktion besser sei als
zuvor.
Die Verbrühungsnarben zeigten keine wesentlichen Narbenstränge, die vom
Oberarm über die
Axilla
bis an den Thorax verliefen.
Ergo s
ei durch die Narben
situation der Verbrühung eine Bewegungseinschränkung nicht nachvollziehbar. Dies sei auch durch die Untersuchung/Beurteilung
des plastischen Chirurgen
Dr.
B._
am 3
0.
November 2015 bestätigt worden. Die Fotodokumentation vom 3
1.
Januar 2001 mit/bei uneingeschränkter Abduktion ergebe ebenfalls keinen Hinweis auf eine eingeschränkte Schulterbeweglichkeit rechts (
Urk.
9/121 S. 23).
4.2
Am 1
3.
Juli 2016 erklärte
Dr.
A._
, bei einer
frozen
shoulder
und einer
Kapsulitis
handle es sich um das gleiche Krankheitsbild. Während der englische Ausdruck die Auswirkung (eingeschränkte Funktion) beschreibe, werde beim medi
zinischen Ausdruck die Ursache (entzündliche Veränderung) hervorgehoben (
Urk.
9/124 S. 1).
Dass sich der Gesundheitszustand mit Sicherheit verbessert habe, Gegenteiliges lasse sich medizinisch mit somatisch objektivierbaren Patho
logien am Bewegungsappar
a
t nicht belegen, liege in der Natur der Sache, zumal an der Schultermuskulatur zu keinem Zeitpunkt (
nota
bene
nicht einmal direkt beim Verbrühen) eine Verletzung stattgefunden habe und eine andauernde Funk
tionsstörung daher nicht nachvollziehbar sei. Dass klinisch immer noch eine seitendifferente ROM bestehe
,
liege mit überwiegender Wahrscheinlichkeit daran, dass die Versicherte die entsprechenden Untersuchungsgänge unter Bekundung von Schmerzen entweder nicht zulasse oder aber im Sinne einer Aggravation vorzeitig selbstlimitierend abbreche. Ethisch könne und dürfe die Untersuchung nicht erzwungen werden. Bei der im Gutachten beschriebenen seitendifferenten ROM könne das aber in der Diagnoseliste nicht unbeachtet bleiben, weshalb nur die Verdachtsdiagnose angeführt werden könne (
Urk.
9/124 S. 2).
Das vordemonstrierte Beschwerdebild, für
welches
es klinisch-radiologisch keine hinreichende Erklärung gebe, sei in etwa identisch
mit jenem
bei der Leistungs
zusprechung. Die subjektiv geklagte Problematik sei ebenfalls praktisch gleich, was nicht nur für die
Chronifizierung
, sondern auch für die ausgesprochene Aggravation spreche.
S
owohl
die Entstehung
als auch
das Fortbestehen des ge
klagten Gesundheitsschaden
s
sei
en
orthopädisch-
traumatologisch
unklar
,
w
e
s
hal
b die immer noch geltend gemachte respektive vorgegebene Problematik
im Sinne einer Aggravation bis hin zu einer
Simulation zu sehen
sei
(
Urk.
9/124 S. 2).
4.3
In seiner Stellungnahme vom
1
3.
Dezember 2016 erklärte
Dr.
A._
unter anderem, der rheumatologische Gutachter der MEDAS
Z._
habe eine für ihn fachfremde medizinische Diagnose (Narbenkeloid) als hypothetischen Grund dafür genannt, dass die Versicherte «gezwungen» worden sei, eine Schon
haltung der rechten Schulter einzunehmen. Dies erscheine im Licht der Befunde unwahrscheinlich (
Urk.
9/138 S. 1).
Die reduzierte Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit habe er unzweifelhaft auf ein Problem zurückgeführt, welches nicht den Bewegungsapparat betroffen habe, für ihn
also
fachfremd gewesen sei, weshalb retrospektiv auf diese Beurteilung nicht (mehr) abgestellt werden dürfe (
Urk.
9/138 S. 2).
Dr.
A._
habe in seinem Gutachten dargelegt, welche drei
Wadellzeichen
er
füllt seien. Da die Versicherte die Beurteilung durch das «Nichtzulassen der Unter
suc
h
ung» verhindert habe, sei die Aggravation auch belegt (
Urk.
9/138 S. 4 f.).
Mit der Äusserung, ob eine Rente zu sprechen oder abzulehnen
sei
,
habe er nur konsequent darauf hinweisen wollen, dass die medizinischen Daten für die hinreichende Begründung einer Leistungseinschränkung oder (Teil-)Arbeitsun
fähig
keit gemäss der vorgelegten Aktenlage damals gefehlt hätten und auch aktuell fehlten. Damit habe er lediglich eine medizinische und mit sachbezogenen Daten belegte Tatsache in andere Worte gefasst (derselbe Sachverhalt, andere Ausdrucksart). Eine Befangenheit oder Voreingenommenheit bestreite er vehe
ment (
Urk.
9/138 S. 5).
5
.
Den Ausführungen
Dr.
A._
s lässt sich nicht entnehmen, dass sich der Ge
sund
heitszustand
und
die
Arbeitsfähigkeit
der Versicherten
in angestammter oder angepasster Tätigkeit
seit der
Rentenzusprache
verbesserten
. Vielmehr hielt
Dr.
A._
ausdrücklich fest,
das aktuell vordemonstrierte Beschwerdebild und die
ihm gegenüber
geklagte Problematik seien in etwa identisch mit denjenigen bei der Leistungszusprechung (
Urk.
9/124 S. 2).
Es habe bereits damals keine somatisch belegte, sondern nur eine subjektiv kommunizierte Einschränkung be
standen (
Urk.
9/121 S. 14), und es sei auch aktuell von einer solchen auszugehen (
Urk.
9/121 S. 15
).
Der von
Dr.
A._
erhobene Sachverhalt unterscheidet sich somit
nicht wes
entlich von demjenigen,
welcher
im Gutachte
n
der MEDAS
Z._
vom 25. November 2004
festge
halten
wurde
(
Urk.
1 S.
9).
Ein Revisionsgrund ist mit den Darlegungen
Dr.
A._
s
folglich nicht belegt, unabhängig davon, ob diese
verwertbar sind
oder nicht
.
Sie sind lediglich als andere Würdigung desselben Sachverhalts zu qualifizieren.
6.
Die
Rentenzusprache
erfolgte nach
Abklärung der erwerblichen und medizi
ni
schen Verhältnisse gestützt auf die Ausfü
hrungen der Gutachter der MEDAS
Z._
(vgl.
Urk.
9/82
)
.
Letztere
wurden in Kenntnis der
Vorakten
und
der von der Versicherten geklagten Beschwerden
sowie nach
fachärztlichen
inter
nis
tischen, rheumatologischen,
otologischen
und psychia
trisch-psychothera
peu
ti
schen
Untersuchungen
erstattet
(vgl.
Urk.
9/65, S.
1 ff. des Gutachtens)
.
Dass die Versicherte bis zum letzten Arbeitstag Anfang 2001 mit einem Pensum zu 100
%
im selben Restaurant gearbeitet hatte, war den Gut
ach
tern bekannt (
Urk.
9/65, S. 6 des Gutachtens; vgl.
Urk.
1 S. 5).
Dennoch gelangten sie zur
Beurteilung, der Versicherten sei
en
infolge des
Unfallereignisses
behinde
rungsan
gepasste Tätigkeit
en
mit einem Pensum von
bloss 70
%
zumutbar. Diese Ein
schätzung
wurde nachvollziehbar begründet und erschien damals vertretbar.
Dasselbe gilt insbesondere auch bezüglich der Beurteilung des internistisch-rheu
matologischen Teilgutachters, welcher deutliche Zeichen für ei
ne Kapsel
schrump
fung erhoben hatt
e und die Auffassung vertrat, die geklagten Schulterbe
schwer
de
n entsprächen einer sekundär aufgetretenen
retraktilen
Kapsulitis
,
hervorgeru
fen durch die schmerzbedingte Schonung des rechten Armes wegen des schmerz
haften Narbenkeloids (vgl.
Urk.
9/65, S. 6 des internistisch-rheumatologischen Teilgutachtens vom 1
6.
Juli 200
4).
Der Umstand, dass
Dr.
A._
zu einer ande
ren Beurteilung gelangte
,
lässt
weder die Darlegungen der Gutachter der MEDAS
Z._
noch
die damalige
Rentenzusprache
als zweifellos unrichtig
erscheinen
.
7.
Aus dem Gesagten folgt, d
ass
weder
ein
Revisionsgrund
aus dem Gutachten
Dr.
A._
s hervorgeht
noch die
Rentenzusprache
– gestützt auf
die Beurteilung der Gutachter
der MEDAS
Z._
– als zweifellos unrichtig erscheint
. Eine Revision im Sinne von
Art.
17 ATSG und eine Wiedererwägung im Sinne von
Art.
53
Abs.
2 ATSG fallen damit ausser Betracht.
Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde. Unter diesen Umständen kann hier
offenbleiben, ob d
as Gut
achten
Dr.
A._
s
–
wie von Seiten der Beschwerdeführerin
behauptet –
aus formellen und materiellen Gründen
mangelhaft
ist
, so dass es nicht
als Beweis
mittel verwertet werden kann
.
Ebenso wenig braucht geprüft zu werden, ob das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin verletzt wurde, weil sie
die Stellung
nahme
Dr.
A._
s vom 1
3.
Dezember 2016 und
den Bericht
Dr.
B._
s vom 3
0.
November 2015 erst
während
der Beschwerdefrist
zugestellt erhielt
(
Urk.
1 S.
10
und 12
),
ferner ob
allfällige Gehörsverletzung
en
geheilt werden k
önn
ten
.
8.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenlos (
Art.
1
Abs.
1
UVG
i.V.m
.
Art.
61
lit
. a ATSG). Die
obsiegende Beschwerdeführer
in
hat Anspruch auf den Ersatz der
Partei
kosten (
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVG
er
). Die Höhe der gericht
lich festzusetzenden Ent
schädigung wird ohne Rücksicht auf den Streitwer
t nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierig
keit des Prozesses und dem Mass de
s Obsiegens bemessen (
§
34 Abs.
3
GSVGer
). Vorli
egend erscheint eine Prozessentschädi
gung von
Fr.
2’500
.-- (inklusive Bar
aus
lagen und Mehrwertsteuer) als angemes
sen.