Decision ID: 74ccd471-8291-56a5-a047-da28bebbec43
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer Russland eigenen Angaben zufolge im September 2001 verliess und am 10. Mai 2002 in die Schweiz , wo er am 28. Juni 2002 zum ersten Mal um Asyl nachsuchte,
dass das Bundesamt mit Verfügung vom 11. Dezember 2002 auf  Asylgesuch gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. b des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht eintrat und die  des Beschwerdeführers aus der Schweiz sowie deren Vollzug verfügte,
dass diese Verfügung unangefochten in Rechtskraft erwuchs,
dass der Beschwerdeführer am 30. März 2007 in der Schweiz ein zweites Asylgesuch einreichte, welches vom BFM mit Verfügung vom 31. Mai 2007 als gegenstandslos abgeschrieben wurde, nachdem der Beschwerdeführer nach Frankreich zurückgeschafft worden war,
dass der sich in Haft befindende Beschwerdeführer beim BFM mit Schreiben vom 5. und 27. Mai 2008 sowie 17. Juni 2008 zum dritten Mal um Asyl nachsuchte,
dass er vom BFM am 30. Oktober 2008 im Empfangszentrum (...) zu seinen Asylgründen angehört wurde,
dass er im Wesentlichen geltend machte, die russische Polizei habe ihm seine Identitätspapiere abgenommen und er habe keine Lust , sich um den Erhalt neuer Papiere zu bemühen,
dass er in Russland von der Staatsmafia bedroht worden sei,
dass er auch in Europa von der Staatsmafia bedroht werde, da die  Länder mit der Staatsmafia von Russland ,
dass er von einigen Schweizerbürgern erpresst worden sei, die wohl auch mit dem KGB zusammenarbeiteten,
dass man gedroht habe, man werde seine Verwandten töten, falls er nicht mache, was man von ihm verlange,
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dass er dies in ganz Europa erlebt habe,
dass er sich seit dem Verlassen der Schweiz nach dem Abschluss  ersten Asylverfahrens die ganze Zeit in Gefängnissen im  aufgehalten habe,
dass er in den europäischen Ländern unter verschiedenen Identitäten aufgetreten sei,
dass er vor einer Woche aus dem schweizerischen Gefängnis entführt und nach Deutschland gefahren worden sei,
dass er seit eineinhalb Jahren in verschiedenen Ländern aus  entführt und an einen anderen Ort gebracht worden sei, wo man einen Film habe drehen wollen, in dem er als „Marionette“ habe mitspielen müssen,
dass man ihm Medikamente verabreicht und ihn hypnotisiert habe und er vermute, man habe ihm einen Chip implantiert, damit man immer wisse, wo er sei,
dass er in Russland und Europa aufgrund seiner ethnischen Herkunft unterdrückt worden sei,
dass er seit 2002 mehrere Leute getroffen habe, die ihm gesagt , er dürfe nicht nach Russland zurückkehren, da er dort verurteilt worden sei,
dass diese Leute ihn durch ganz Europa verfolgt hätten, wobei ihnen wahrscheinlich die Polizei der anderen europäischen Länder geholfen habe,
dass für den weiteren Inhalt der Aussagen auf die Akten zu verweisen ist,
dass das BFM mit Verfügung vom 6. November 2008 in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG auf das dritte Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,
dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, der  sei seit dem Erlass des ersten Asylentscheides nicht in sein Heimatland zurückgekehrt und es lägen keine glaubhaften Hin-
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weise vor, dass in der Zwischenzeit Ereignisse eingetreten seien, die geeignet seien, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder die für die Gewährung vorübergehenden Schutzes relevant seien,
dass der Beschwerdeführer mit fremdsprachiger Eingabe vom 10. November 2008 gegen diesen Entscheid beim  Beschwerde erhob,
dass die vorinstanzlichen Akten am 12. November 2008 beim  eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),
dass der Beschwerdeführer am 12. November 2008 (Poststempel) eine deutschsprachige Version seiner Beschwerde nachreichte, in der er sinngemäss beantragte, die Verfügung des BFM vom 6. November 2008 sei zu überprüfen,
dass für den Inhalt der Beschwerde auf die Akten zu verweisen ist,

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden  Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) des BFM  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des  vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde  ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
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dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der  grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,
dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den  als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen  Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl.  und Mitteilungen der Schweizerischen  [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),
dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs  prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt,
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen  verzichtet wurde,
dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende in der Schweiz bereits ein Asylverfahren erfolglos durchlaufen haben oder während des hängigen Asylverfahrens in den Heimat- oder  zurückgekehrt sind,
dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn es  auf zwischenzeitlich eingetretene Ereignisse gibt, die geeignet sind, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder die für die  vorübergehenden Schutzes relevant sind (Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG),
dass der Beschwerdeführer in der Schweiz unbestrittenermassen  ein Asylverfahren durchlaufen hat, zumal das BFM auf sein Asylgesuch vom 28. Juni 2002 mit Verfügung vom 11. Dezember 2002 nicht eintrat (vgl. EMARK 1998 Nr. 1 E. 5),
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dass der Beschwerdeführer aussagte, er sei seit seiner Ausreise aus Russland im September 2001 nicht mehr in sein Heimatland ,
dass die im Rahmen der Befragung vom 30. Oktober 2008 gemachten Aussagen des Beschwerdeführers, er werde in ganz Europa von der russischen Staatsmafia verfolgt, welche von den europäischen  unterstützt werde, er sei aus Gefängnissen entführt und zwecks Filmaufnahmen an einen anderen Ort gebracht worden und man habe ihm vermutlich einen Chip implantiert, um seinen jeweiligen Aufenthaltsort zu kennen, offensichtlich haltlos sind, wozu es keiner weiteren Erwägungen bedarf,
dass bis zum heutigen Tag die wahre Identität des Beschwerdeführers nicht feststeht, woran nichts ändert, dass er in der Schweiz immer  derselben Identität aufgetreten sei,
dass die Rüge des Beschwerdeführers, die vom BFM eingesetzte  habe seine Aussagen falsch übersetzt und arbeite bis  für den Geheimdienst, nicht zu überzeugen vermag,
dass das Bundesverwaltungsgericht den Schluss des BFM, es lägen keine Hinweise auf zwischenzeitlich eingetretene Ereignisse vor, die geeignet sind, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder die für die Gewährung vorübergehenden Schutzes relevant sind, teilt,
dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG im Ergebnis zu Recht auf das dritte Asylgesuch des  nicht eingetreten ist,
dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine  erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer  besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und  vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,
dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den  Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern , wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des
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Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]),
dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn  Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),
dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),
dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es dem Beschwerdeführer, dessen Identität nach wie vor nicht feststeht, nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet und keine  für eine menschenrechtswidrige Behandlung ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,
dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als  erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),
dass weder die allgemeine Lage in Russland noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen , weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,
dass eine weitergehende Zumutbarkeitsprüfung ohnehin zum  verurteilt ist, da die Identität des Beschwerdeführers nicht  und seine Aussagen nicht zu überzeugen vermögen, sich jedoch weitergehende Abklärungen durch die Asylbehörden nicht aufdrängen,
dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den  schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
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hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihm obliegt, bei der Beschaffung  Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),
dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist,
dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde  ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
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