Decision ID: 073528db-5be8-4ad3-a24e-1a9ce9a6dafc
Year: 2007
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Sachverhalt:
A. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart führt gegen B. und weitere Tatverdächtige ein Strafverfahren wegen Betrugs. B. war Verwaltungsrat der  aufgelösten und im Handelsregister seit dem 4. Mai 2006 gelöschten A. mit Sitz in Z./SZ. Ab September 2004 soll über die A. durch diverse  in betrügerischer Weise ein Kapitalanlageprogramm an verschiedene Anleger vermittelt worden sein. In diesem Zusammenhang beantragten die deutschen Behörden mit Rechtshilfeersuchen vom 26. Juni 2006 beim Bundesamt für Justiz (nachfolgend "BJ") die Durchsuchung von Wohn- und Geschäftsräumlichkeiten sowie Motorfahrzeugen der im deutschen  involvierten, in der Schweiz ansässigen Angeschuldigten und  sowie die Sicherstellung diverser deliktsrelevanter . Mit dem Vollzug der rechtshilfeweise beantragten  bestimmte das BJ nach summarischer Prüfung der Zulässigkeit des Rechtshilfeersuchens am 6. Juli 2006 den Kanton Schwyz als  für die in den Kantonen Schwyz und Zürich erforderlichen Erhebungen (vgl. act. 5.1).
Nach Durchführung der Hausdurchsuchungen und Sichtung sämtlicher  Unterlagen ordnete die Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz mit Schlussverfügung vom 5. April 2007 u.a. die Herausgabe der am damaligen Wohnsitz von B. in Y. sichergestellten Dokumente der A. an die ersuchende Behörde an (act. 5.1).
B. Gegen diese Verfügung reicht B. als ehemaliger Verwaltungsrat der A. in deren Namen bei der II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts mit Eingabe vom 18. April 2007 Beschwerde ein mit dem sinngemässen , die Rechtshilfe an die ersuchende Behörde sei zu verweigern (act. 1, S. 2).
Mit Verfügung vom 19. April 2007 wurde dem Vertreter der  mit eingeschriebener Post gestützt auf Art. 52 Abs. 2 VwVG eine  Nachfrist zwecks Verbesserung der Beschwerdeschrift und  der erforderlichen Unterlagen angesetzt (act. 2). Nachdem die  durch die Post mit dem Vermerk "nicht abgeholt" retourniert worden war (act. 3), erfolgte mit Verfügung vom 8. Mai 2007 per A-Post die  einer letztmaligen Nachfrist (act. 4). Mit Eingabe vom 14. und 21. Mai 2007 wurde die Beschwerdeschrift sodann ergänzt (act. 5, 9).
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Auf die Durchführung eines Schriftenwechsels wurde im Hinblick auf den Ausgang des Verfahrens verzichtet (Art. 57 Abs. 1 VwVG e contrario).

Die II. Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. Für die Rechtshilfe zwischen Deutschland und der Schweiz sind in erster Linie das Europäische Übereinkommen über die Rechtshilfe in Strafsachen vom 20. April 1959 (EUeR, SR 0.351.1), dem beide Staaten beigetreten sind, und der zwischen ihnen abgeschlossene Zusatzvertrag vom 13.  1969 (SR 0.351.913.61) massgebend. Soweit das  bestimmte Fragen nicht abschliessend regelt, gelangen das  über internationale Rechtshilfe in Strafsachen vom 20. März 1981 (IRSG, SR 351.1) und die Verordnung über internationale Rechtshilfe in Strafsachen vom 24. Februar 1982 (IRSV, SR 351.11) zur Anwendung (Art. 1 Abs. 1 IRSG; BGE 130 II 337 E. 1; 128 II 355 E. 1; 124 II 180 E. 1a).
2. 2.1 Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Schlussverfügung
der ausführenden kantonalen Behörde in internationalen , gegen die gestützt auf Art. 28 Abs. 1 lit. e des  über das Bundesstrafgericht vom 4. Oktober 2002 (SGG, SR 173.71; Fassung gemäss Anhang Ziff. 14 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005, in Kraft seit 1. Januar 2007) in Verbindung mit Art. 9 Abs. 3 des Reglements für das Bundesstrafgericht vom 20. Juni 2006 (SR 173.710) und Art. 80e Abs. 1 IRSG die Beschwerde an die II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gegeben ist. Die  wurde innert der Frist von Art. 80k IRSG eingereicht.
2.2 Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer persönlich und direkt von einer
Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b IRSG). Personen,  die sich das ausländische Strafverfahren richtet, sind unter denselben Bedingungen beschwerdelegitimiert (Art. 21 Abs. 3 IRSG; BGE 130 II 162 E. 1.1). Ein schutzwürdiges Interesse liegt nicht schon dann vor, wenn  irgendeine Beziehung zum Streitobjekt zu haben behauptet.  ist zur Bejahung der Legitimation erforderlich, dass der angefochtene Entscheid den Beschwerdeführer in stärkerem Masse berührt als die  der Bürger, bzw. es ist eine vom einschlägigen Bundesrecht  spezifische Beziehungsnähe vorausgesetzt (vgl. BGE 130 II 162 E. 1.1; 128 II 211 E. 2.3; 123 II 153 E. 2b). Art. 9a IRSV präzisiert, wer per-
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sönlich und direkt im Sinne der vorgenannten Gesetzesbestimmungen  ist: Bei der Erhebung von Kontoinformationen der Kontoinhaber (lit. a), bei Hausdurchsuchungen der Eigentümer oder der Mieter (lit. b) und bei Massnahmen betreffend Motorfahrzeuge der Halter (lit. c). Dasselbe gilt gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung auch für natürliche und  Personen, gegen die unmittelbar eine Zwangsmassnahme  wurde (BGE 123 II 153 E. 2b).
Die A. wäre von der Sicherstellung und Herausgabe ihrer  an die ersuchenden deutschen Behörden zweifellos persönlich und direkt im Sinne der vorgenannten Rechtsprechung betroffen (vgl. auch TPF RR.2007.32 vom 24. April 2007, E. 2.2). Da die A. jedoch zwischenzeitlich aufgelöst, das Konkursverfahren mangels Aktiven eingestellt und die  deshalb von Amtes wegen per 4. Mai 2006 im Handelsregister gelöscht wurde, kann sie - bzw. ihr ehemaliger Verwaltungsrat in ihrem Namen - nicht mehr nach aussen auftreten und auch keine Rechtsmittel mehr ergreifen (vgl. TPF RR.2007.52 vom 13. Juni 2007, E. 3.2; Urteile des Bundesgerichts 1A.10/2000 vom 18. Mai 2000, E. 1e; 1A.212/2001 vom 21. März 2002, E. 1.3.2 m.w.H.; FORSTMOSER/MEIER-HAYOZ/NOBEL,  Aktienrecht, Bern 1996, § 56 N. 153). Mangels Legitimation der  ist deshalb auf die Beschwerde nicht einzutreten.
2.3 Bei der Erhebung von Kontoinformationen betrachtet die Rechtsprechung
lediglich den Kontoinhaber nicht jedoch den am Konto wirtschaftlich  zur Beschwerde legitimiert. Für den Fall, in welchem die  Person, welche als Kontoinhaberin geführt wird, nicht mehr besteht und deshalb keine Rechtsmittel mehr ergreifen kann, wurde die  in BGE 123 II 153 dahingehend präzisiert, dass ausnahmsweise dem am Konto oder an einer direkt betroffenen Gesellschaft wirtschaftlich Berechtigten dann ein genügender rechtlicher Schutz gegenüber  gewährt wird, wenn er selbst zur Beschwerde zugelassen wird und die in den Kontounterlagen seit der Eröffnung des Kontos  und deshalb nicht mehr handlungsfähige juristische Person als  Inhaberin des Kontos erscheint (vgl. BGE 123 II 153 E. 2c; Urteil des Bundesgerichts 1A.10/2000 vom 18. Mai 2000, E. 1e, m.w.H.).
Vorliegend stünde B. einerseits gemäss Art. 9a lit. b IRSV als Mieter oder Eigentümer der Liegenschaft in Y., wo die Hausdurchsuchung durchgeführt und die Unterlagen der aufgelösten A. sichergestellt wurden, die  zur Beschwerde in eigenem Namen zu. Andererseits war er als  Verwaltungsrat der A. auch wirtschaftlich an dieser berechtigt. In  Anwendung der vorgenannten Rechtsprechung wäre er somit zur Be-
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schwerde zuzulassen. Auf Nachfrage der II. Beschwerdekammer (act. 6) erklärte B. jedoch explizit, die Beschwerde in seiner Funktion als  Verwaltungsrat der A. erhoben zu haben (act. 9), so dass diese nicht als in seinem eigenen Namen erhoben entgegengenommen werden .
3. Letztlich bleibt festzuhalten, dass die Beschwerde selbst bei Vorliegen aller Eintretensvoraussetzungen auch materiell abzuweisen gewesen wäre. Aus der Beschwerdeschrift ist nicht ersichtlich, welche materiellen Gründe  die Gewährung der Rechtshilfe an Deutschland sprechen würden. Die angefochtene Verfügung stützt sich auf die hievor unter Ziff. 1 erwähnten internationalen Gesetzesnormen sowie auf die von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätze.
4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin kosten-
pflichtig (Art. 30 lit. b SGG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Zuständigkeit des Bundesstrafgerichts zur Regelung der Gerichtsgebühren, welche in Art. 63 Abs. 5 VwVG nicht ausdrücklich vorbehalten wurde, ergibt sich aus Art. 15 Abs. 1 lit. a SGG (vgl. TPF RR.2007.6 vom 22. Februar 2007, E. 5). Die Gerichtsgebühr berechnet sich in Anwendung von Art. 3 des  vom 11. Februar 2004 über die Gerichtsgebühren vor dem  (SR 173.711.32) und ist vorliegend auf Fr. 1'500.-- . Sie wird mit dem von der Beschwerdeführerin geleisteten  von Fr. 3'000.-- verrechnet, wobei die Bundesstrafgerichtskasse anzuweisen ist, der Beschwerdeführerin den Restbetrag von Fr. 1'500.-- zurückzuerstatten.
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