Decision ID: e1ee0d40-2e28-4042-93c4-5557c53f42a5
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960,
war seit dem 1. Mai 2010 bei der
Stiftung
Y._
in einem 80 %-Pensum
als Sozialpädagogin an
gestellt
und über ihre Arbeitgeberin bei der
VAUDOISE ALLGEMEINE,
Ver
sicherungs
-Gesellschaft AG (nachfolgend:
Vaudoise
) im Rahmen einer kollektiven Krankentaggeldversicherung gemäss dem
Bundesgesetz über den Ver
sicherungsvertrag (
Versicherungsvertragsgesetz;
VVG)
taggeldversichert. Mit Krankmeldung vom 11. Juli 2018 meldete
die Arbeitgeberin der
Vaudoise
eine bei der
Versicherte
n
seit dem 24. Mai 2018
bestehende Arbeitsunfähigkeit
(Urk. 2/2).
A
b dem 7. September
2018
richtete die
Vaudoise
Taggelder
für eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
aus.
V
om 5. November bis am 21. Dezember 2018
absolvierte die Versicherte
eine stationär-psychiatrische Behandlung im Sanatorium
Z._
(Austrittsbericht vom 5. Februar 2019 [Urk. 2/4])
. Am 1. Januar 2019 trat die Versicherte eine Anstellung im 25 %-Pensum als päda
gogische Mitarbeiterin des
Spitals A._
an (Urk. 2/7 S. 9, Urk. 7/30).
A
b diesem Zeitpunkt
richtete die
Vaudoise
Taggelder
für eine 75%ige Arbeits
unfähigkeit aus (Urk. 6 S. 2
B.a
., vgl. Urk.
7/30
).
Nach Vorlage des
Dossier
s an ihre beratende
Ärztin, Dr. med.
B._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie (Psychiatrisches Gutachten vom 2. Mai 2019 [Urk. 2/7]),
teilte
die
Vaudoise
der Versicherten mit, dass sie ab dem 20. Mai 2019 von einer vollum
fänglichen Arbeitsfähigkeit ausgehe und
die Taggeldleistungen entsprechend per 19
. Mai 2019
einstellen werde
(Urk. 2/6).
D
ie Versicherte
opponierte
gegen die in Aussicht gestellte Leistungseinstellung
und reichte
einen weiteren Arztbericht
ein
(
Urk. 7/45
-47
)
.
In der Folge legte d
ie
Vaudoise
das Dossier
erneut Dr.
B._
vor (
Psychiatrische
Stellungnahme vom 13. Juni 2019 [Urk. 2/14]) und hielt
an der Leistungseinstellung
per 19. Mai 2
019 fest (
Urk. 7/52, Urk. 7/57,
Urk. 2/10)
.
2.
Mit Eingabe vom 15. Februar 2021 erhob
X._
beim hiesigen Gericht Klage gegen die
VAUDOISE ALLGEMEINE, Versicherungs-Gesellschaft AG
. Darin beantragte sie, die Beklagte sei zu verpflichten, ihr die vertraglichen Leistungen bei Krankheit im Umfang von Fr. 29'859.40 zuzüglich 5 % Zins seit dem 20. Mai 2019 auszurichten. Eventuell sei ein Gerichtsgutachten einzuholen (Urk. 1 S. 2). Mit Klageantwort vom 19. März 2021
schloss
die Beklagte
auf
Ab
weisung der Klage (Urk. 6
S. 4
).
Anlässlich
des
zweiten Schriftenwechsel
s
(Urk. 8) reduzierte die Klägerin
die
eingeklagte
Forderung
auf
einen Betrag von
Fr. 25'850.80
und hielt im Übrigen an ihren Anträgen fest (
Replik vom 26. Mai 2021 [
Urk. 14 S. 2
]
). Mit Eingabe vom 29. Juni 2021 hielt die Beklagte an ihrem Antrag auf Abweisung der Klage fest und verzichtete
–
unter Verweis auf ihre Klageantwort vom 19. März 2021
–
auf
die Erstattung einer Duplik
(Urk. 17). Mit Verfügung vom 5. Juli 2021 wurde die betreffende Eingabe der Klägerin zuge
stellt und den Parteien zur Kenntnis gebracht, dass das Gericht die Durchführung einer Gerichtsverhandlung nicht als notwendig erachte (Urk. 18).
Der Einzelrichter

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Kollektive Krankentaggeldversicherungen nach dem VVG werden vom Bundes
gericht in ständiger Praxis unter den Begriff der Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung subsumiert (BGE 142 V 448 E. 4.1
, Urteil des Bundes
gerichts
4A_148/2021 vom 27. Mai 2021 E. 1.1
). Die Kantone können ein Gericht bezeichnen, welches als einzige kantonale Instanz für solche Streitigkeiten zu
ständig ist (Art. 7 der Schweizerischen Zivilprozessordnung, ZPO). Im Kanton Zürich liegt die Zuständigkeit beim Sozialversicherungsgericht (§ 2 Abs. 2
lit
. b des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Das Verfahren richtet sich ohne Rücksicht auf den Streitwert nach Art. 244 bis 247 ZPO (vereinfachtes Verfahren; Art. 243 Abs. 2
lit
. f ZPO). Die Klage wird direkt beim Gericht an
hängig gemacht (BGE 138 III 558 E. 3.2 und 4.6).
Die Zuständigkeit des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich wurde von der Beklagten nicht bestritten. Nachdem der Streitwert unter Fr. 30'000.-- liegt, fällt die vorliegende Streitigkeit gemäss § 11 Abs. 1
GSVGer
in die einzel
richterliche Zuständigkeit.
1.2
Nach Art. 8 des Schweizerisches Zivilgesetzbuches (ZGB) hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Demnach hat die Partei, die einen An
spruch geltend macht, die rechtsbegründenden Tatsachen zu beweisen, während die Beweislast für die rechtsaufhebenden respektive rechtsvernichtenden oder rechtshindernden Tatsachen bei der Partei liegt, die den Untergang des Anspruchs behauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet.
1.3
Im Rahmen des Versicherungsvertrages hat der Anspruchsberechtigte die Tat
sachen zur Begründung des Versicherungsanspruchs (Art. 39 VVG) zu behaupten und zu beweisen. Da der Nachweis rechtsbegründender Tatsachen in diesem Be
reich indessen regelmässig mit Schwierigkeiten verbunden ist, geniesst der An
spruchsberechtigte insofern eine Beweiserleichterung, als er nur eine über
wiegende Wahrscheinlichkeit für das Bestehen des geltend gemachten Anspruchs darzutun hat (Urteil des Bundesgerichts 4A_85/2017 vom 4. September 2017 E. 2.3 mit Hinweis auf BGE 141 III 241 E. 3), wobei diese Beweiserleichterung gemäss der neuesten bundesgerichtlichen Rechtsprechung nur dann zur An
wendung gelangt, wenn eine Konstellation mit regelhafter Beweisnot vorliegt, namentlich beim Beweis des Eintritts des Versicherungsfalls bei der Diebstahl
versicherung (zur Publikation vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 4A_117/2021 vom 31. August 2021 E. 3.3.1), nicht aber in Bezug auf die behauptete Arbeitsunfähigkeit (Urteil des Bundesgerichts 4A_144/2021 vom 1
3.
September 2021 E. 5.2). Dem Versicherer steht sodann das Recht auf Gegen
beweis zu; für dessen Gelingen ist nur erforderlich, dass der Hauptbeweis erschüttert wird (Urteil des Bundesgerichts 4A_592/2015 vom 18. März 2016 mit Hinweisen).
1.4
Nach diesen Grundsätzen sind konkret der Eintritt des Versicherungsfalles wie auch der Umfang des Anspruchs vom Anspruchsberechtigten zu beweisen. Den Versicherer trifft demgegenüber die Beweislast für Tatsachen, die ihn zu einer Kürzung oder Verweigerung der vertraglich vorgesehenen Leistung berechtigen oder die den Versicherungsvertrag gegenüber dem Anspruchsberechtigten unver
bindlich machen (BGE 141 III 241 E. 3.1; 130 III 321 E. 3.1; Urteil des Bundes
gerichts 4A_432/2015 vom 8. Februar 2016 E. 2.1). Daran ändert nichts, dass der Versicherer zunächst Taggelder ausbezahlt hat. Macht dieser geltend, die Um
stände hätten sich geändert oder die Leistungen seien von vornherein zu Un
recht erbracht worden und die versicherte Person sei (wieder) arbeitsfähig, so hat die versicherte Person zu beweisen, dass sie (weiterhin) arbeitsunfähig ist und daher Anspruch auf Taggelder hat. Im Falle der Beweislosigkeit trägt mithin nicht der Versicherer, sondern die versicherte Person die Beweislast (Urteile des Bundes
gerichts 4A_246/2015 vom 17. August 2015 E. 2.2; 4A_243/2017 vom 30. Juni 2017 E. 3.2.2). Der Versicherer kann den Gegenbeweis antreten, etwa indem er die Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit nachweist; dabei handelt es sich jedoch nicht um einen von ihm zu erbringenden Hauptbeweis (Urteil des Bundesgerichts 4A_66/2017 vom 14. Juli 2017 E. 3.2).
1.5
Nach Art. 168 Abs. 1 ZPO sind als Beweismittel zulässig: Zeugnis (
lit
. a), Urkunde (
lit
. b), Augenschein (
lit
. c), Gutachten (
lit
. d), schriftliche Auskunft (
lit
. e) sowie Parteibefragung und Beweisaussage (
lit
. f). Diese Aufzählung ist abschliessend; im Zivilprozessrecht besteht insofern ein
numerus
clausus der Beweismittel, vor
behalten bleiben nach Art. 168 Abs. 2 ZPO lediglich die Bestimmungen über Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten (BGE 141 III 433 E. 2.5.1).
1.6
Das Arztzeugnis wird beweisrechtlich den Zeugnisurkunden, denen im Beweis
verfahren mit einer gewissen Zurückhaltung zu begegnen ist, zugeordnet und gilt im Bereich des Zivilprozessrechts gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts als Privatgutachten, welche als Bestandteil der Parteivorbringen und nicht als eigentliche Beweismittel gelten (BGE 141 III 433 E. 2.5.2; 140 III 24 E. 3.3.3; 140 III 16 E. 2.5).
Nach der Lehre beweisen Arztzeugnisse grundsätzlich nur, dass die Erklärung von der ausstellenden Person abgegeben wurde. Aufgrund des Fachwissens der aus
stellenden Person sowie der strafrechtlichen Sanktion (Art. 318 des Schweizerischen Strafgesetzbuches, StGB) kann zunächst von der Richtigkeit eines Arztzeugnisses ausgegangen werden. Der Beweiswert kann jedoch durch irgendwelche Beweismittel und Umstände erschüttert werden, wenn beispiels
weise der Arzt den Patienten nicht untersucht und ausschliesslich auf dessen Aussagen abgestellt hat ober bei widersprüchlichem Verhalten des Patienten während bescheinigter Arbeitsunfähigkeit.
Solchenfalls
hat der Beweisführer bei unveränderter Beweislast den vollen Beweis für die mit dem Arztzeugnis be
scheinigten Tatsachen zu erbringen (Heinrich Andreas Müller, in: Schweizeri
sche
Zivilprozessordnung, ZPO, Kommentar, Brunner/Gasser/Schwander, Hrsg., 2. Auflage, Zürich 2016, Art. 177
Rz
9; Annette
Dolge
in: Basler Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2017, Art. 177
Rz
13).
Parteibehauptungen, denen ein Privatgutachten zugrunde liegt, werden indes meist besonders substantiiert sein. Entsprechend genügt eine pauschale Bestreitung nicht; die Gegenpartei ist vielmehr gehalten zu substantiieren, welche einzelnen Tatsachen sie konkret bestreitet. Wird jedoch eine Tatsachen
behauptung von der Gegenpartei substantiiert bestritten, so vermögen Partei
gutachten als reine Parteibehauptungen diese allein nicht zu beweisen. Als Parteibehauptungen mögen sie allenfalls zusammen mit – durch Beweismittel nachgewiesenen – Indizien den Beweis zu erbringen. Werden sie aber nicht durch Indizien gestützt, so dürfen sie als bestrittene Behauptungen nicht als erwiesen erachtet werden (BGE 141 III 433 E. 2.6).
Auch Berichte von Fachärzten, welche die Taggeldversicherer beraten, sind als blosse Parteibehauptungen zu qualifizieren (Urteil des Bundesgerichts 4A_571/2016 vom 23. März 2017 E. 3.2 am Ende).
1.7
Nach Art. 247 Abs. 2
lit
. a in Verbindung mit Art. 243 Abs. 2
lit
. f ZPO untersteht die Streitigkeit der sogenannten sozialen Untersuchungsmaxime. Bei der sozial
politisch begründeten Untersuchungsmaxime geht es darum, die wirtschaftlich schwächere Partei zu schützen, die Gleichheit zwischen den Parteien herzustellen sowie das Verfahren zu beschleunigen. Die Parteien sind jedoch nicht davon be
freit, bei der Feststellung des
entscheidwesentlichen
Sachverhalts aktiv mitzu
wirken und die allenfalls zu erhebenden Beweise zu bezeichnen. Sie tragen auch im Bereich der sozialen Untersuchungsmaxime die Verantwortung für die Sach
verhaltsermittlung. Das Gericht hat lediglich seine Fragepflicht auszuüben, die Parteien auf ihre Mitwirkungspflicht sowie das Beibringen von Beweisen hinzu
weisen. Zudem hat es sich über die Vollständigkeit der Behauptungen und Beweise zu versichern, wenn diesbezüglich ernsthafte Zweifel bestehen. Aber es führt nicht von sich aus eigene Untersuchungen durch. Ist eine Partei durch einen Anwalt vertreten, kann und muss sich das Gericht ihr gegenüber wie bei Geltung der Verhandlungsmaxime zurückhalten (Urteile des Bundesgerichts 4A_702/2016 vom 23. März 2017 E. 3.1 und 4A_592/2015 vom 18. März 2016 E. 3 mit Hinweis auf BGE 141 III 569).
2.
2.1
Die Klägerin führte zur Begründung ihrer Klage im Wesentlichen aus, im mass
gebenden Zeitraum vom 20. Mai 2019 bis und mit dem 23. Mai 2020
sei sie
hauptsächlich aufgrund einer
somatoformen Schmerzstörung
in ihrer Arbeits
fähigkeit eingeschränkt gewesen. Zu Beginn der Arbeitsunfähigkeit seien zu dieser Diagnose eine mittelgradige depressive Störung sowie ein massiver Erschöpfungszustand hinzugetreten. Nach einer stationären Behandlung im Sanatorium
Z._
sei die depressive Störung im weiteren Verlauf remittiert.
Es
stehe fest, dass die Arbeits
un
fähigkeit auf einem psychischen Leiden basiere, das den Begriff der Krankheit gemäss AVB erfülle und
rechtsgenüglich
anhand der lückenlosen ärztlichen Atteste sowie der detaillierten Berichte der behandelnden Ärzte
ausgewiesen sei
(Urk. 1 S. 5
Rn
9). Das von der Beklagten eingeholte Gutachten von Dr.
B._
vermöge an dieser Feststellung nichts zu ändern und genüge – aus verschiedenen im Einzelnen dargelegten Gründen (Urk. 1 S. 6-10
Rn
10.1-10.2) – nicht als Beweisgrundlage (Urk. 1 S. 6
Rn
10).
Dr.
B._
sei es insbesondere
nicht
gelungen
, die von den behandelnden Ärzten gestellte und nachvollziehbar begründete Diagnose
in Frage zu stellen (Urk. 1 S. 10
Rn
10.3).
Zur Abmeldung bei der IV und der ALV
habe sich die Klägerin
deshalb
entschieden,
weil
die beiden Verfahren von ihr als weitere Stressfaktoren wahrgenommen worden seien und sie in ihrem Heilungsprozess
gehindert hätten
. Eine Leistungsverweigerung ab Mai 2019 sei
folglich auch
dadurch nicht zu rechtfertigen
(Urk. 1 S. 11
Rn
12). Schliesslich würden weder die Vorbereitung des Betrieb
e
s eines
B
ed
&
B
reakfast
im eigenen Haus noch die Tätigkeit im
Spital A._
zu 25 % der Leistungspflicht der Beklagten entge
genstehen (Urk. 1 S. 11
Rn
13).
2.2
In ihrer Klageantwort vom 19. März 2021
bestritt die Beklagte eine über den 19. Mai 2019
hinausreichende
Leistungspflicht
und stützte sich dabei ins
besondere
a
uf das psychiatrische Gutachten von Dr.
B._
. Die
ses
stimme mit den echtzeitlichen Akten
sowie den
Aussagen der Klägerin überein und werde dur
ch verschiedene Fakten gestützt
.
Dr.
B._
habe gestützt auf das ICD-10 er
klärt und begründet, weshalb zum Untersuchungszeitpunkt keine richtungs
weisenden Aspekte für eine somatoforme Schmerzstörung
hätten
gefunden wer
den
können
. Nach Kenntnisnahme der Einwände habe Dr.
B._
ihre Schluss
folgerungen nochmals bestätigt. Insbesondere
das vorhandene Leistungs- und Aktivitätsniveau
wären bei einer manifesten somatoformen Schmerzstörung nicht zu erwarten.
Dementsprechend müsse die Arbeitsunfähigkeit der Klägerin nach dem 20. Mai 2019 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bezweifelt wer
den.
Ferner sei darauf hinzuweisen, dass
Dr. med.
C._
, Fachärztin FMH für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie,
der Klägerin bereits für Oktober 2018 eine Arbeitsfähigkeit von 75 % in einer zumutbaren Arbeit attestiert habe.
D
ie von Dr.
med.
D._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Neurologie,
attestierten Arbeitsunfähigkeiten
wür
den sich auf das letzte Arbeitspensum und nicht auf ein Vollzeitpensum beziehen
(Urk. 6).
2.3
In ihrer Replik
führte die Klägerin aus, sie unternehme alles ihr zumutbare, um aus dieser Situation herauszukommen, dies auch mit Erfolg, wie der Verlauf der Arbeitsunfähigkeit zeige. Dabei befinde sie sich in engmaschiger Betreuung bei Dr.
D._
, bei der es sich um eine äusserst spezialisierte Ärztin handle.
Das
Gut
achten von Dr.
B._
widerspreche
der Aktenlage
, sei
in sich widersprüchlich und nicht nachvollziehbar.
Auf die Schmerzsymptomatik sei Dr.
B._
überhaupt nicht eingegangen und
sie
habe auch keine entsprechenden Abklärungen ge
troffen.
Die von der Beklagten
in ihrer Klageantwort
aufgeführte
Zusammen
stellung des Streitwertes erweise sich aufgrund der vorliegenden Akten und der anwendbaren AVB
als korrekt
. Entsprechend
werde beantragt, die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von Fr. 25'850.
80 auszurichten
(Urk. 14).
2.4
Umstritten und zu klären ist der Anspruch de
r Klägerin
auf Krankentaggelder vom
20. Mai 2019 bis am 23. Mai 2020
.
3.
3.1
Für die behauptete Arbeits
unfähigkeit stützte sich die
Klägerin
auf die folgenden Akten:
3.1.1
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
diagnostizierte i
n seinem Bericht
vom 23. Juli 2018
eine Erschöpfungsdepression mit multiplen psychosomatischen Beschwerden (ICD-10 F32.1) bei gleichzeitig beste
hender psychosozialer Belastung
auf dem Hintergrund akzentuierter vulnerabler
Persönlichkeitszüge.
Zum aktuellen psychiatrischen Status hielt Dr.
E._
fest,
die depressive Symptomatik sei u
nter Entlastung vom Arbeits
druck und
unter
antidepressiver Medikation teilweise remittiert.
Es
bestünden
weiterhin
eine ausgeprägte Erschöpfung und
fluktuierende
psy
chosomatische Beschwerden
. Bezogen auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit wegen Erschöpfung, Instabilität und verminderter Stress
toleranz mit multiplen fluktuierenden psychosomatischen Symptomen. Der Ver
such einer 50%igen Arbeitstätigkeit
sei wegen
Symptomexazerbation
gescheitert. In der Folge habe die Klägerin die Stelle gekündigt. Die Arbeitsunfähigkeit würde teilweise in einem beruflichen Kontext stehen, die Klägerin habe über
Konflikte am Arbeitsplatz und über eine «Eskalation» an einer Sitzung im Betrieb berichtet
(
Urk. 2/3 [
Fragen in Urk. 7/9
]
).
3.1.2
Vom 5. November bis am 21. Dezember 2018 absolvierte die Klägerin eine stationär-psychiatrische Behandlung im Sanatorium
Z._
.
Im
Austritts
bericht vom 5. Februar 2019
stellten die Ärzte
folgende H
auptdiagnose
(Urk. 2/4
S. 1
)
:
-
Anhalte
nde somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.40)
Ferner
stellten sie
folgende Nebendiagnosen (Urk. 2/4 S. 1):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
Kontaktanlässe mit Bezug auf Kindheitserlebnisse (ICD-10 Z61)
Aufgrund der diagnostischen Abklärung und Anamnese werde die
bei der Klägerin bestehende
Symptomatik als Ausdruck einer somatoformen Schmerz
störung im Sinne einer stressinduzierten Hyperalgesie gewertet. Vor dem Hinter
grund der biographischen Angaben und des klinischen Eindrucks würden sich zudem Hinweise auf einen unsicher-vermeidenden Bindungstypus ergeben, wel
cher für die Ausprägung einer stressinduzierten Hyperalgesie prädisponierend sei. Als weitere prädisponierende Faktoren
würden sich in der Kindheit der Klägerin erhebliche belastende Erfahrungen finden. Ko-morbid erfülle die Klägerin die Kriterien einer rezidivierenden depressiven Störung. Als mögliche Auslöser für die aktuelle Exazerbation der langjährig bekannten Schmerzen wür
den sich die beruflichen Belastungen, der Tod der Mutter sowie unverändert auch die un
gelösten Konflikte mit dem Ex-
Ehemann finden.
Die Klägerin habe es geschafft, sich affektiv zu stabilisieren und sie habe wieder
gut schlafen können. Die Spannungskopfschmerzen und Schmerzen in den B
einen hätten sich gut reduziert.
E
s hätten noch Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich bestanden.
Bei
Austritt seien als Restsymptome ebenfalls noch eine innere Unruhe und ein reduzierter Antrieb bei Erschöpfung übrig
gewesen. Während der stationären Behandlung habe eine gewisse Verbesserung der Schmerzen erreicht werden können. Für die weitere Stabilisierung und Konsolidierung der erreichten Ver
besserung sei eine tagesklinische Schmerztherapie-Behandlung in die Wege geleitet worden. Die ambulanten Psychotherapiegespräche würden
durch Dr.
D._
, Oberärztin im Hause, durchgeführt
(Urk. 2/4 S.
3 f.
)
.
3.1.3
In ihrem Zeugnis vom 21. Dezember 2018 attestierte
Dr.
D._
der Klägerin vom 1. Januar bis am 31. J
anuar 2019
eine Arbeitsunfähigkeit von 75 %
(Urk. 2/5).
3.1.4
In ihrem
Bericht
vom 22. Mai 2019
führte
Dr.
D._
aus,
Dr.
B._
habe in ihrem
psychiatrischen Gutachten
vom 2. Mai 2019
nicht schlüssig dargelegt, warum die Diagnose einer anhaltenden Schmerzstörung unzutreffend sei
. Die im Oktober
2018 gestellte Diagnose erfülle die nach ICD-10 geforderten Kriterien. Die Gut
achterin benenne nicht, welches organische respektive «klinische Korrelat» für die Schmerzsymptomatik vorhanden sein soll. Zudem würden bei der Klägerin klare emotionale Konflikte und psychosoziale Stressoren vorliegen, die als auslösend für die Schmerzsymptomatik anzusehen seien. Vor dem Hintergrund der biographischen Angaben würden sich zudem erheblich belastende Erfahrungen in der Kindheit der Klägerin finden. Die Auffassung der Gutachterin,
wonach
zum jetzigen Zeitpunkt keine die Arbeitsfähigkeit einschränkende depressive Sympto
matik mehr vorliege, werde geteilt. Bezüglich der somatoformen Schmerzstörung müsse entsprechend den WHO-Standards zur Beurteilung der Funktions
einschränkungen der ICF Core Set für chronische Schmerzen angewandt werden.
D
ie Gutachterin
sei
in diesem Punkt nicht sorgfältig in der Abklärung gewesen. Aktuell sei bei Teilremission unter fortgeführter Therapie die Erhöhung der Arbeitsfähigkeit
um 10 % ab Juni geplant
(Urk. 2/11)
.
3.1.5
In ihrem
Bericht vom 29. Oktober 2020
hielt
Dr.
D._
fest, nach stationärer Behandlung und unter andauernder ambulanter psychiatrisch-
psycho
therapeutischer Therapie habe bis zum Mai 2019 eine
Regredienz
der depressiven Symptomatik erreicht werden können. Im Weiteren hätten sich die Spannungs
kopfschmerzen und die Schmerzen in den Beinen reduziert. Allerdings hätten weiterhin noch einschränkende Schmerzen im Schulter-Nacken-Bereich, Kopf und Kiefer, eine innere Unruhe sowie eine
Fatigue
-Symptomatik mit reduziertem Antrieb und rascher Erschöpfbarkeit bestanden. Die Arbeitsfähigkeit sei mit 25 %
wieder gegeben
gewesen und es sei der Klägerin gelungen, die erreichte Teil
remission trotz weiterer Symptombelastung zu halten
.
Im psychopathologischen Befund nach AMDP hätten im Mai 2019 noch mittelgradige Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, eine formalgedankliche Einengung auf belastende Themen, affektiv eine leichte Niedergestimmtheit und leichte Ängstlichkeit sowie eine mittelgradige innere Unruhe bestanden. Psychomotorisch sei die Klägerin noch mittelgradig
angespannt
gewesen. D
er Antrieb sei mittelgradig reduziert
und
Durchschlafstörungen unter Medikation kompensiert gewesen. Es hätten mittel
gradige chronische Schmerzen im oberen Rückenbereich und ein leichtgradiger Spannungskopfschmerz bestanden.
Die Einschränkungen bei chronischen und generalisierten Schmerzen würden sich im
AMDP-Befund nicht ausreichend ab
bilden. Hierzu werde entsprechend den WHO-Standards der ICF Core Set ver
wendet. Hier hätten sich die Funktionseinschränkungen im Mai 2019 wie folgt abgebildet: Funktionen der psychischen Energie und des Antriebs seien mittel
gradig ein
ge
schränkt gewesen, ebenso psychomotorische Funktionen, emotionale Funktionen, Funktionen der kardiorespiratorischen Belastbarkeit, der Muskel
kraft, die Fähigkeit mit Stress und anderen psyc
hischen Anforderungen umzu
gehen und
die Fähigkeit einer bezahlten Tätigkeit nachzugehen. Die Schmerzen seien noch leicht vorhanden gewesen. Leichtgradig eingeschränkt
gewesen
seien die mentalen Funktionen, das inhaltliche Denken
, die Funktionen der Muskel
kraft, die Fähigkeit, Probleme zu lösen, tägliche Routinen durchzuführen und Hausarbeiten zu erledigen. An Umweltfaktoren hätten einerseits der engste Familienkreis und auch die individuellen Einstellungen der Mitglieder dieses Familienkreises den Funktionszustand der Klägerin beeinflusst. Das gesund
heitliche Zustandsbild habe dieses leicht bis mittelgradig beeinflusst.
Zusammen mit der Förderung ihrer Selbstfürsorge und der Verfolgung eigener Bedürfnisse habe dies zu einer stufenweisen Verbesserung der Arbeitsfähigkeit geführt.
Ab Juli 2019 habe bei Vollremission der depressiven Symptomatik eine Arbeits
fähigkeit von 35 % und ab August eine solche von 40 % bestanden. Im Oktober 2019 habe sich die Arbeitsfähigkeit auf 50 % erhöht, ab November auf 55 %
. Ab Januar 2020 habe sich unter Fortführung der Psychotherapie und Psycho
pharmakotherapie bei hoher Motivation der Klägerin eine weitere Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 60 % mit 10%iger Steigerung bis März 2020 ergebe
n
(Urk. 2/12)
.
3.2
Die Beklagte
bestritt eine
ab dem 20
. Mai 2019 bestehende Arbeitsunfähigkeit. Dabei stützte sie sich auf Arbeitsunfähigkeitszeugnis
se
von Dr.
C._
vom Oktober 2018 sowie
ein
– im Rahmen ihres Rechtes zur Vornahme eigener Ab
klärungen des medizinischen Sachverhaltes eingeholtes –
psychiatrisches Gut
achten
von
Dr.
B._
vom 2. Mai 2019
(Urk. 2/7)
sowie eine ergänzende Stellungnahme
derselben
vom
13. Juni 2019 (Urk. 2/14)
.
3.2.1
In ihrem Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 4. Oktober 2018 hielt Dr.
C._
vom
1.
bis am 8. Oktober 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit sowie eine Arbeitsfähigkeit von 25 % in einer in Aussicht stehenden, sehr geeigneten Stelle fest. Zusätzlich bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 25-75 % bezüglich einer zumutbaren Arbeit, welche der Klägerin, ihrer Ausbildung und ihren Fähigkeiten entspreche (etwa Aufbau einer selbständigen Tätigkeit / Event-Arbeit mit Kindern, etc.). Es bestehe eher die Gefahr, dass sich die Klägerin zu früh zu viel auflade. Aus ärztlicher Sicht müsste vielmehr jetzt baldmöglichst und während 4-8 Wochen die stationäre Behandlung eines Leidens in Angriff genommen werden, dass nicht in ihren Kompetenzbereich falle, das sich jedoch
stark
auf die Arbeitsfähigkeit auswirke (
Urk. 7/22 S. 5). In ihren
Zeugnissen vom 20. Oktober, 27. Oktober und 3. November 2018 passte Dr.
C._
ihre Ein
schätzung insofern an, als sie die Arbeitsfähigkeit bezüglich einer zumutbaren Arbeit, welche der Klägerin, ihrer Ausbildung und ihren Fähigkeiten entspreche (etwa Aufbau einer selbständigen Tätigkeit / Event-Arbeit mit Kindern, etc.) mit 0-75 % bemass und einen vorsichtigen, schrittweisen Aufbau empfahl.
Ferner wies sie daraufhin, dass die Klägerin im Sinne eines Arbeitsversuchs / Trainings einen Event mit Kindern
begleitet hä
tte (ehrenamtliche Tätigkeit).
Abgesehen davon
wiederholte Dr.
C._
ihre bereits im Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 4. Oktober 2018 festgehaltenen Ausführungen (Urk. 7/22 S. 2-4).
3.2.2
In
ihrem
Gutachten vom 2. Mai 2019
hielt Dr.
B._
fest, sie habe bei der Klägerin einen psychischen Normalbefund festgestellt. Auf Grundlage der aktuellen Begutachtung, der vorliegenden Aktenlage sowie den eigenen anamnestischen Aussagen werde keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit und die Leistungsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht gemäss ICD-10 (mehr) attestiert. In der Vergangenheit sei eine mittelschwer ausgeprägte Depression (ICD-10 F32.1) beschrieben worden. Diese depressive
n Symptome und Beschwerden
seien heute als nahezu vollständig remittiert zu bewerten. Befragt zu den aktuellen Beschwerden habe die Klägerin eine nachvollziehbare Betroffenheit, Enttäuschung und Ratlosigkeit, sowie Unzulänglichkeiten in Bezug auf ihre ehemalige Arbeitsplatzsituation beklagt. Sie habe auch verschiedene somatische Beschwerden und Befindlichkeitsstörungen erwähnt. Konkrete depressive Beschwerden habe sie nicht (mehr)
geäussert
(Urk. 2/7
S. 10
)
.
Das Aktivitätsprofil weise auf ausreichend vorhandene Ressourcen und Kapazitäten hin. Ein Interessenverlust habe nicht ausgemacht werden können (Urk. 2/7 S. 11). Bei dem angegebenen Tagesaktivitätsprofil habe mindestens ein durch
schnittliches Leistungsniveau vorgelegen. Mit einer schweren oder auch mittel
schweren,
behandlungsbedürftigen
, affektiven Störung wäre die Klägerin grund
sätzlich nicht in der Lage, den Anforderungen des Alltags nachzukommen. Eine Depression könne derzeit gesamthaft nicht attestiert werden (Urk. 2/7 S. 12).
Bei der Klägerin sei ein organisches respektive klinisches Korrelat für die Schmerzsymptomatik offensichtlich vorhanden, wobei die beklagte
Schmerzsymptomatologie affektiv im Rahmen des Gespräches vordergründig nicht zu spüren gewesen sei. Hierzu sei aber auf die spezialärztliche Abklärung, sofern erfolgt, verwiesen. Eine
Pain
prone
personality
liege nicht vor. Eine erhebliche kognitive Fixierung auf die Schmerzsymptomatik sei nicht aus
gemacht worden. Die Klägerin sei durchaus in der Lage gewesen, sich von der Schmerzsymptomatik zu distanzieren und
ihre berufliche Tätigkeit derzeit im
25 %-
Pensum und den gesamten Haushalt trotz beklagter Schmerzsymptomatik alleine zu bewältigen. In dem sozialen Leistungs- und Integrationsniveau habe sich keine erhebliche Beeinträchtigung gezeigt. Im Weiteren sei bei der ausführlichen Exploration kein erheblicher emotionaler Konflikt oder eine gravierende psychosoziale Belastungssituation, welche mit dem Schmerzbeginn in engem kausalem Zusammenhang zu sehen sei, ausgemacht
worden
. Die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung sei fachärztlich nicht eindeutig belegt worden. Auch heute hätten keine richtungsweisenden Aspekte für eine somatoforme Schmerzstörung gefunden werden können. Möglich und sehr wahr
scheinlich sei bei der Klägerin eine dazumal vorgelegene somatoforme Komponente begleitend zu der Depression, welche sich aber deutlich gebessert und ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gezeigt habe
.
Rein psychiatrische Gründe für eine grundsätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit würden nicht vorliegen, insbesondere nun für eine neue, andere Arbeitsstelle (Urk. 2/7 S. 13). Derzeit würden stützende psychotherapeutische Gespräche und eine anti
depressive Medikation durchgeführt, welche sicherlich als hilfreich anzusehen seien. Das Setting sollte vor allem zur Stütze weiterbehalten werden (Urk. 2/7 S. 14).
Gemäss Wunsch der Klägerin möchte sie keine Stelle im 100 %-Pensum
antreten
, sondern es bei 50 % belassen. Aus gutachterlicher Sicht seien diesen Überlegungen der Klägerin nichts entgegenzusetzen und es wäre für sie subjektiv sicherlich eine Erleichterung. Rein medizinisch-psychiatrische Gründe für eine sofortige 50%ige Anstellung oder auch das bisherige Pensum zu 80 % würden nicht bestehen. Besondere Anforderungen müsse eine Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht n
icht erfüllen (Urk. 2/7 S. 15).
3.2.3
In
ihrer
Stellungnahme vom 13. Juni 2019
führte Dr.
B._
aus,
bei der Klägerin
sei gemäss eigenen Angaben und gemäss vorgelegten Akten ein
Fibro
myalgiesyndrom
festgestellt worden.
Dabei handle es sich um eine Diagnose aus dem somatischen Fachgebiet. Diesbezüglich habe sie in ihrem Gutachten auf die Abklärungen der
Fachärzte verwiesen, welche die Beschwerden der Klägerin hin
reichend abgeklärt hätten und zu diesem Schluss gekommen seien. Die Diagnose Fibromyalgie könne keinesfalls mit der Diagnose somatoforme Schmerzstörung gleichgesetzt werden. Es handle sich hier um zwei strikt verschiedene Störungs
bilder, welche nicht miteinander verwechselt werden dürften. Die Schmerz
symptomatik einer Fibromyalgie habe dabei bereits vor dem Arbeitsplatzkonflikt bestanden, weshalb die emotionalen Konflikte und psychosozialen Stressoren nicht Auslöser für die Schmerzen im Rahmen der somatoformen Schmerzstörung bilden könnten. Kindheitserinnerungen seien nicht geeignet, jetzt eine soma
toforme Schmerzstörung zu begründen. Die Klägerin sei aufgrund der Erfahrungen in der Kindheit
nie arbeitsunfähig geworden.
Dr.
D._
habe
nicht dargelegt, weswegen diese schlechten Erfahrungen jetzt plötzlich zu tragen kommen und eine somatoforme Schmerzstörung ausgelöst haben sollten
. Die beklagten Schmerzen seien affektiv im Rahmen des Gutachtens vordergründig nicht zu spüren gewesen. Auch eine Vielzahl von Diagnosen in der Vergangenheit bestünden nicht. Auch eine kognitive Fixierung auf die Schmerzsymptomatik habe nicht bestanden. Es werde an den Ausführungen im Gutachten festgehalten
. ICF Core Set könne und dürfe aus klinischer Sicht Anwendung finden, sei aber bei einem Gutachten weder zwingend noch in diesem Fall hilfreich, sodass dieses Instrument entfalle, da die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung bereits im Vorfeld aufgrund mangelnder Kriterien ausgeschlossen worden sei
(Urk. 2/14)
.
4.
4.1
Zu prüfen ist
, ob die Klägerin den Beweis für die von ihr
behauptete Arbeits
unfähigkeit
ab dem 20. Mai 2019
e
rbringen kann
, oder ob der Beklagten der Gegenbeweis gelingt, mithin hinreichende Indizien den Hauptbeweis scheitern lassen (
E. 1.3-1.4
hievor
). Den ärztlichen Beurtei
lungen, auf die sich beide beruf
en
(E. 3
hievor
)
, kommt dabei der Stellenwert von Parteibehauptungen zu (E. 1.
6
).
4.2
Dr.
E._
diagnostizierte in seinem Bericht vom 23. Juli 2018 eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
,
hielt aber
bereits
eine teilweise Remission der depressiven Symptomatik unter Entlastung vom Arbeitsdruck und antidepressiver Medikation fest (E. 3.1.1). Im weiteren Verlauf – insbesondere nach der stationären Therapie
vom November/Dezember 2018
(E. 3.1.2)
–
remittierte die depressive Störung
unbestrittenermassen
(
Urk. 1 S. 5
Rn
9
), so dass gemäss übereinstimmender Beurteilung der involvierten Ärzte
zumindest
ab Mai 2019 keine depressive Störung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit mehr vorlag (E. 3.1.4-3.1.5, E. 3.2.2-3.2.3).
Dass sie in der
vorliegend
entscheidrelevanten
Zeitspanne aufgrund eines depressiven Geschehens massgeblich in ihrer Arbeits
fähigkeit eingeschränkt
gewesen
sein soll, wurde von der Klägerin denn auch nicht geltend gemacht (Urk. 1, Urk. 14). Dementsprechend kann gestützt auf den Bericht von Dr.
E._
vom 23. Juli 2018 nicht auf eine gut 10 Monate später andauernde Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden.
4.3
4.3.1
Dr.
D._
unterzeichnete bereits den Austrittsbericht des Sanatoriums
Z._
vom 5. Februar 2019
mit
und übernahm nach Beendigung
d
e
s
stationären Auf
enthaltes die ambulante psychotherapeutische Behandlung der Klägerin (Urk. 2/4 S. 4 f.
, Urk. 2/12
).
I
n der vorliegend relevanten Zeitspanne
attestierte sie der Klägerin
folgende Arbeitsunfähigkeiten: 75 %
vom 20. bis am 31. Mai 2019
(
Urk. 7/46
), 65 % ab Ju
ni
2019
(Urk. 7/50
,
7/54)
, 60 % ab August 2019
(Urk. 7/55)
, 50 % ab Oktober 2019
(Urk. 7/60
S. 2
), 45 % ab
November
2019 (Urk. 7/
60 S. 1, 7/
61),
40 % ab Januar 2020
(Urk. 7/68) sowie 30 % für den Monat Februar 2020 (Urk. 7/69, vgl.
E. 3.1.5
sowie auch die von der Kläg
erin in ihrer Replik anerkannte
[Urk. 14 S. 6
Rn
7] Aufstellung der Beklagten [Urk. 6 S. 3]
).
In den verschiedenen
Arztzeugnissen
(Urk. 7/46, 7/50, 7/54, 7/55, 7/60-61, 7/68-69)
hielt Dr.
D._
ohne Erklärung einzig fest, dass eine Arbeitsunfähigkeit bestehe, womit denselben
für sich alleine
rechtsprechungemäss kein hoher Beweiswert zukommen kann (
Urteil des Bundesgerichts 5A_239/2017 vom 14. September 2017 E. 2.4 mit weiteren Hinweisen
).
4.3.2
Wie sich aus den weiteren bei den Akten liegenden Berichten von Dr.
D._
ergibt, begründete
sie
die attestierten Einschränkungen hauptsächlich mit einer an
haltenden somatoformen Schmerzstörung (E. 3.1.2, 3.1.4-3.1.5).
D
ie Beklagte
machte vorliegend
von ihrem Recht Gebrauch, die
Klägerin durch eine Ärztin ihrer Wahl untersuchen zu lassen
(vgl. Art.
B5.7 Allgemeine Bedingungen Business
One
Kollektiv-Krankenversicherung Lohnausfall
,
Ausgabe 1. Juni 2015 [AB; Urk. 7/1]). Die von der Beklagten mit der Erstellung eines psychiatrischen Gutachtens beauftragte Dr.
B._
verneinte das Vorliegen einer somatoformen Schmerzstörung sowie
auch
einer anderen psychiatrischen Erkrankung mit Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (E.
3.2.2-3.2.3
).
4.3.3
Sowohl Dr.
D._
als auch Dr.
B._
verwendeten
im Rahmen ihrer
Diagnostik
die internationale statistische Klassifikation
der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme
(ICD-10
,
Dilling
/
Mombour
/Schmidt,
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien,
1
0.
Aufl., Bern
2015
).
Gestützt darauf ist
f
ür die Qualifikation als
anhaltende
somatoforme Schmerzstörung
als vorherrschende Beschwerde ein andauernder, schwerer und quälender Schmerz erforderlich, der durch einen physiologischen Prozess oder eine körperliche Störung nicht
voll
ständig
erklärt
werden kann.
Der Schmerz
tritt in Verbindung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen
Problemen auf. Diese sollten schwerwiegend genug sein, um als entscheidende ursächliche Einflüsse zu gelten. Die Folge ist gewöhnlich eine
beträchtlich
e
persönliche oder medizinische
Betreuung oder Zuwendung
(ICD-10,
a.a.O.,
S.
233 [F45.4 anhaltende
Schmerzstörung]
).
4.3.4
Hinsichtlich der
bei der Klägerin
vorherrschenden
Schmerzsymptomatik hielt Dr
.
D._
im Austrittsbericht vom 5. Februar 2019
fest, die
Spannungs
kopfschmerzen und Schmerzen in den Beinen
seien bei Austritt (21. Dezember 2018)
gut reduziert gewesen.
Ferner
hätten noch Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich bestanden
. Während der stationären Behandlung habe eine gewisse Verbesserung der Schmerzen erreicht werden können
(E. 3.1.2).
Die Klägerin hatte gegenüber Dr.
D._
angegeben, dass die Schmerzen aktuell eher im Hintergrund stünden (Urk. 2/4 S. 1).
In ihrem Bericht vom 22. Mai 2019 hielt Dr.
D._
zwar das Bestehen einer Schmerzsymptomatik fest,
führte
indessen nicht
aus
,
welche
Schmerzen bei der Klägerin
in welcher Intensität bestehen würden
(E. 3.1.4).
In ihrem Bericht vom 29. Oktober 2020
wies
Dr.
D._
daraufhin, dass bei der Klägerin
im Mai 2019 neben reduzierten Spannungskopfschmerzen und Schmerzen in den Beinen weiterhin noch einschränkende Schmerzen im Schulter-Nacken-Bereich sowie im Kopf und Kiefer bestanden
hätten
. Die chronischen Schmerzen im oberen Rückenbereich seien mittelgradig und der Spannungs
kopfschmerz leichtgradig ausgeprägt gewesen
. Im Rahmen der durch Dr.
D._
verwendeten Abbildung der Funktionseinschränkungen gemäss ICF Core Set führte sie aus, dass die Schmerzen noch leicht vorhanden gewesen seien
(E. 3.1.5).
Nach dem Gesagten lässt sich
a
us den
Unterlagen, welche von der
Klägerin zum Beweis
einer
über den 19. Mai 2019 andauernden Arbeitsunfähigkeit
aufgelegt wurden
(E. 3.1)
, nicht auf das Vorliegen eines andauernden, schweren und quälenden Schmerzes
in der
entscheidrelevanten
Zeitspanne
schliessen,
welcher
für die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung als vor
herrschende Beschwerde vorausgesetzt wird (
vgl.
E. 4.3.3
hievor
).
Dass keine im Sinne der ICD-10 Kriterien hinreichend schwere Schmerzausprägung vorlag,
bestätigt sich auch
mit Blick auf das Gutachten von Dr.
B._
vom 2. Mai 201
9.
So hielt Dr.
B._
fest
,
dass
die Schmerzsymptomatologie affektiv im Rahmen des Gesprächs vordergründig nicht zu spüren gewesen
sei
.
E
ine erheb
liche kognitive Fixierung auf die Schmerzsymptomatik
habe nicht vorgelegen
(E.
3.2.2
, vgl. auch E. 3.2.3
).
Gegenüber Dr.
B._
hatte
die
Klägerin
an
gegeben
, dass sie den Haushalt während der Abwesenheit ihres Ehemannes alleine erledigte und dieses so aufräumte und neu einrichtete, dass ab dem 1. Mai 2019 zwei Zimmer als
Bed
& Breakfast vermietet werden konnten. Ferner führte sie aus, dass sie zuhause sehr gern koche und backe und in sportlicher Hinsicht einmal pro Woche den Pilates-Kurs besuche, sowie zum Schwimmen und zum Volkstanz gehe. Fast täglich gehe sie laufen und Velo fahren und meist an den Wochen
enden wandern. Zwischenzeitlich besuche sie das Theater und mache einen Clown-Kurs. Zudem berichtete die Klägerin über zahlreiche regelmässige soziale Kontakte (Urk. 2/7 S. 3-4). Entsprechend verneinte Dr.
B._
eine erhebliche Beeinträchtigung im sozialen Leistungs- und Integrationsniveau und deutete dies – zusammen mit ihrer beruflichen Tätigkeit im 25 %-Pensum
(
wobei
die Klägerin
selber
ein 50 %-Pensum als ideal bezeichnete [Urk. 2/7 S. 7])
sowie der Tatsache, dass es ihr gelang, sich von der Schmerzsymptomatik zu distanzieren – in nach
vollziehbarer Weise als Argument gegen das Vorliegen einer ausgeprägten Schmerzsymptomatik (E. 3.2.2).
Nach dem Dargelegten ist nicht erstellt, dass die Klägerin im relevanten Zeitraum an einem
andauernden, schweren und quälenden Schmerz
als vorherrschende Beschwerde litt.
Das
von
der Klägerin
beschriebene
Leistungs- und Aktivitätsniveau
spricht sodann auch
gegen
eine infolge der Schmerzen notwendige
beträchtlich
e
persönliche
Betreuung oder Zuwendung
im Sinne der ICD-10 Kriterien (E. 4.3.3).
Vor diesem Hintergrund
kann angenommen werden, dass
bei der Klägerin zumindest ab Mai 20
19 keine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung mehr vorlag, (vgl. E. 4.3.3).
A
ufgrund der durch die Klägerin im Zusammenhang mit den körperlichen Beschwerden wiederholt gemachten Angabe, wonach bei ihr im Jahr 2017 ein
Fibromyalgie
syndrom
festgestellt worden sei (Urk. 2/4 S. 5 [2.3 Systemanamnese Allgemein, Befinden Gesundheit], Urk. 2/4 S. 6 [Aktuelle körperliche Beschwerden])
,
bejahte
Dr.
B._
das Vorliegen eines organischen Korrelats für die
Schmerzsympto
matik,
ohne die
betreffende Diagnose, welche ohnehin nicht ihrem Fachbereich zuzuordnen ist
(vgl. ICD-10 M79.7 [
Kapitel XIII
:
Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes
]),
zu hinterfragen.
Als
Fachärztin auf dem Gebiet der Psychiatrie
hatte
Dr.
B._
vorliegend zu prüfen, ob – wie von der behandelnden Ärztin vertreten – eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit besteht, was sie bereits infolge des Fehlens eines andauernden, schweren und quälenden Schmerzes
sowie des er
haltenen
Leistungs- und
Aktivitätsniveaus in nachvollziehbarer Weise
verneinen
konnte
.
Dass die Klägerin darüber hinaus angab, bei ihr sei im Jahr 2017 eine Fibromyalgie diagnostiziert worden, war für die Verneinung einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung entsprechend nicht entscheidend, vermochte Dr.
B._
in ihrer Einschätzung
aber
noch zusätzlich zu bestärken.
Zusammen
gefasst wies Dr.
B._
auf verschiedene fehlende Kriterien hin und legte begründet dar, weshalb eine somatoforme Schmerzstörung nicht
(mehr)
di
agnostiziert werden könne.
4.4
D
ie Klägerin
bringt
vor, da Leistungen aus der Krankentaggeldversicherung so
wohl bei psychischen wie auch somatischen Erkrankungen zu erbringen seien, wäre die Beklagte auch dann leistungspflichtig, wenn die Schmerzerkrankung als Fibromyalgie qualifiziert werden könnte
(Urk. 1 S. 10
Rn
10.2)
. Soweit
sie
damit das Vorliegen eines
sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden somatischen Leidens geltend macht
,
erweist sich ihre Behauptung als
unsubstantiiert
,
da
sie
nicht darlegt, inwiefern sie aus somatischen Gründen funktionell in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt
gewesen
sein soll
und sich
in diesem Zusammenhang
auch nicht
auf
eine ärztliche Einschätzung zu berufen vermag
.
Ebensowenig
substantiiert behauptet wurde das Vorliegen eines anderweitigen psychischen Leidens mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (zur unbestrittenen Remission der depressiven Störung vor Mai 2019 vgl. E. 4.2
hie
vor
).
4.5
Zusammenfassend ergibt sich, dass
die von
Dr.
D._
attes
tierte Arbeits
unfähigkeit nicht
hin
reichend
begründet
ist
.
Dass eine solche
ab dem 20. Mai 2019 bestand
und welches Leiden diese verursachte,
ist nicht mit dem erforderlichen Beweismass dargetan.
Es gilt hier
nicht allein
das Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, sondern dasjenige der vollen Überzeugung (
E. 1.3
hievor
).
Hinsichtlich der
von der
Kläger
in
geltend gemachten Arbeits
unfähigkeit, auf die sich
ihre
Taggeldforderung stützt, ist damit
von Beweis
losigkeit auszugehen.
Die Folgen der Beweislosigkeit der die Forderung begründenden Umstände hat
die
Kläger
in
zu tragen
(E. 1.4
hievor
)
.
4.6
Die
Kläger
in
beantragte
im Weiteren
die Einholung eines ärztlichen Gutachtens durch das Ger
icht (
Urk.
1 S.
2).
Ein zum jetzigen Zeitpunkt angeordnetes
Gut
achten vermöchte in erster Linie zum
aktuellen Gesundheitszustand
der
Kläger
in
Auskunft
zu
geben, der hier
indessen von untergeordneter Bedeutung
ist.
Für die Beurteilung der vorliegend massgebenden
Verhältnisse in der massgebenden Zeitspanne
ab dem
20. Mai
2019
könnte zwangsläufig nur auf die seinerzeitigen Berichte und allenfalls auf
Angaben von damals involvierten Personen abgestellt werden.
Angesichts der unterdessen verstrichenen Zeit könnte eine Begutachtung absehbar keine über die vorliegenden hinausg
ehenden Erkenntnisse vermitteln, womit
i
n antizipierter Beweiswürdigung davon abzusehen
ist
(BGE 141 I
60 E.
3.3, 140 I 285 E. 6.3.1;
Urteile des Bundesgerichts
4A_19/2021 vom 6. April 2021 E. 7.1,
4
A_571/2016 vom 23. März 2017 E. 4.1 f.
und 4A_445/2016 vom 16
. Februar 2017 E.
4.3).
4.7
Da eine Arbeitsunfähigkeit nach dem
19. Mai 2019 durch die
Kläger
in
– nach dem Gesagten – nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad belegt wurde, hat die Beklagte ab dem
20. Mai 2019
zu Recht keine weiteren Taggelder mehr aus
gerichtet. Dementsprechend ist die Klage abzuweisen.
5
.
5
.1
Gemäss Art. 114
lit
. e ZPO ist das Verfahren kostenlos. Zu den Prozesskosten gehören die Gerichtskosten und die Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1 ZPO). Aus der Formulierung von Art. 114 ZPO ergibt sich, dass dessen
lit
. e nur die Gerichtskosten betrifft, nicht aber die Prozessentschädigung an die Gegenpartei (Urteil des Bundesgerichtes 4A_194/2010 vom 17. November 2010, E. 2.1 nicht publiziert in: BGE 137 III 47).
5.2
Der nicht durch einen externen Rechtsanwalt vertretenen obsiegenden Beklagten steht praxisgemäss
keine Parteientsc
hädigung
zu (BGE 133 III 439 E.
4).
Sie hat denn auch keinen entsprechenden Antrag gestellt (Urk. 6 S. 4).