Decision ID: 941aada4-e585-4f8e-89bb-f383811eb29a
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend qualifizierte Veruntreuung
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Berufung gegen ein Urteil und Verfügung des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 24. Juni 2016 (GB150034)
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Strafbefehl:
Der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat des Kantons Zürich vom
26. September 2014 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 20).
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte A._ ist schuldig der qualifizierten Veruntreuung im
Sinne von Art. 138 Ziff. 2 i.V.m. Ziff. 1 Abs. 2 StGB.
2. Der Beschuldigte A._ wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 12 Mo-
naten.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf
zwei Jahre festgesetzt.
4. Der Privatkläger B._ wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den
Weg des Zivilprozesses verwiesen.
5. Der Beschuldigte A._ wird verpflichtet, dem Geschädigten B._ für
seine Rechtsvertretung einen Pauschalbetrag von Fr. 7'500.– inkl. Mehr-
wertsteu-er zu bezahlen.
6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 3'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. Kosten Kantonspolizei
Fr. 900.00 Gebühr Anklagebehörde (gemäss Strafbefehl)
Fr. Auslagen Untersuchung
Fr. 5'516.65 amtliche Verteidigung
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
7. Die amtliche Verteidigung wird mit Fr. 5'516.65 (inkl. Mehrwertsteuer) aus
der Gerichtskasse entschädigt.
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8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, mit Aus-
nahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten
A._ auferlegt.
9. Mitteilungssatz.
10. Rechtsmittel.
Berufungsanträge:
a) Des Verteidigers des Beschuldigten
(schriftlich; Urk. 117 S. 1):
1. Das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung, GB150034, vom
24.06.2016, sei rücksichtlich Disp. Ziff. 1 und 2, 3 teilweise, 5 und 6
aufzuheben;
2. In Gutheissung der Berufung sei der Beschuldigte A._ vom Vor-
wurf der qualifizierten Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 2 i.V.m.
Ziff. 1 Abs. 2 StGB freizusprechen;
3. Die Anschlussberufung des Privatklägers, gemäss Eingabe vom
04.01.2017, sei abzuweisen;
4. Das Armenrechtsgesuch bzw. Gesuch um amtliche Verteidigung wird
auch für das Berufungsverfahren prosequiert;
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
b) Des Vertreters der Privatklägerschaft
(Urk. 90; Prot. II S. 35 und 39)
1. Ziff. 4 und 5 des Rechtsspruchs des Urteils und Verfügung des Be-
zirksgerichts Zürich vom 24. Juni 2016 seien aufzuheben.
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2. Der Beschuldigte habe dem Privatkläger Fr. 703'562.– nebst 5% Ver-
zugszins seit dem 5. Januar 2009 zu bezahlen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (sowohl in der Strafuntersu-
chung als auch im Verfahren vor dem Bezirksgericht und vor dem
Obergericht) zu Lasten des Beschuldigten.
c) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat des Kantons Zürich
(Urk. 87 sinngemäss)
Verzicht auf Anschlussberufung und Bestätigung des vorinstanzlichen Ur-
teils.
_

Erwägungen:
I. Prozessgeschichte und Umfang der Berufung
1. Vorinstanzliches Urteil
1.1. Mit Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung – Einzelgericht, vom
24. Juni 2016 wurde der Beschuldigte der qualifizierten Veruntreuung im Sinne
von Art. 138 Ziff. 2 i.V.m. Ziff. 1 Abs. 2 StGB für schuldig erklärt und mit einer
Freiheitsstrafe von 12 Monaten bestraft. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde
aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt. Der Privatkläger wur-
de mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwie-
sen. Ferner wurde der Beschuldigte verpflichtet, dem Privatkläger für seine
Rechtsvertretung einen Pauschalbetrag von Fr. 7'500.– inkl. Mehrwertsteuer zu
bezahlen. Die amtliche Verteidigung wurde mit Fr. 5'516.65 (inkl. Mehrwertsteuer)
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aus der Gerichtskasse entschädigt. Die Kosten der Untersuchung und des ge-
richtlichen Verfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung,
wurden dem Beschuldigten auferlegt (Urk. 79).
1.2. Gegen dieses Urteil wurde seitens des Beschuldigten mit Eingabe vom
1. Juli 2016 und seitens der Privatklägerschaft mit Eingabe vom 8. Juli 2016
rechtzeitig Berufung angemeldet (vgl. Urk. 70 u. 72). Die schriftliche Berufungser-
klärung des Beschuldigten, unter Einschluss von Beweisanträgen für das Beru-
fungsverfahren, erging am 17. November 2016 (Urk.80). Demgegenüber wurde
seitens der Privatklägerschaft keine schriftliche Berufungserklärung eingereicht.
1.3. In der Folge erging am 5. Dezember 2016 ein Nichteintretensbeschluss des
Gerichts hinsichtlich der Berufung des Privatklägers (Urk. 83).
1.4. Mit Präsidialverfügung gleichen Datums wurde dem Privatkläger sowie der
Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat des Kantons Zürich (hernach Anklagebehörde
oder Staatsanwaltschaft) eine Kopie der Berufungserklärung der Verteidigung zu-
gestellt und jeweils Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder
Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 85; Empfangsbestätigungen:
Urk. 86/1-3).
1.5. Seitens der Staatsanwaltschaft wurde daraufhin mit Eingabe vom 27. De-
zember 2016 innert Frist erklärt, dass sie auf Anschlussberufung verzichte und
die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils beantrage (Urk. 87).
1.6. Seitens der Privatklägerschaft wurde mit Eingabe vom 4. Januar 2017 An-
schlussberufung mit mehreren Anträgen erhoben (Urk. 90).
1.7. Mit Präsidialverfügung vom 2. Februar 2017 wurden die Beweisanträge des
Beschuldigten vom 17. November 2016 einstweilen abgewiesen (Urk. 95).
1.8. Mit Eingabe vom 17. Februar 2017 stellte der Beschuldigte erneut Beweis-
anträge (Urk. 97/1).
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1.9. Am 1. März 2017 ergingen die Vorladungen an die Staatsanwaltschaft, die
Privatklägerschaft und den Beschuldigten zur Berufungsverhandlung vom 5. Mai
2017 (vgl. Urk. 100).
1.10. Mit Präsidialverfügung vom 7. März 2017 wurde einem Beweisantrag des
Beschuldigten vom 17. Februar 2017 (Zeugeneinvernahme von C._) ent-
sprochen, demgegenüber seine weiteren Beweisanträge einstweilen abgewiesen
wurden (Urk. 102).
1.11. Nach durchgeführter Berufungsverhandlung am 5. Mai 2017 wurde dem
Verteidiger Frist zur Einreichung der Originale der von ihm eingereichten Bankbe-
lege (Urk. 107/7-9) angesetzt und bis zum 29. Mai 2017 verlängert (Prot. II S. 43
f.; Urk. 120). Mit Eingabe vom 29. Mai 2017 wurden seitens der Verteidigung Be-
lege eingereicht (Urk. 121 und 122/1-2). Die Staatsanwaltschaft verzichtete am
1. Juni 2017 darauf, zu diesen Urkunden Stellung zu nehmen (Urk. 125). Der Ver-
treter des Privatklägers nahm mit Eingabe vom 22. Juni 2017 innert erstreckter
Frist (Urk. 126 und Urk. 129) dazu Stellung. Die Verteidigung liess sich mit Einga-
be vom 27. Juni 2017 dahingehend vernehmen, dass es ihr nicht möglich gewe-
sen sei, das Original von Urk. 122/2 einzureichen (Urk. 131).
2. Umfang der Berufung
2.1. Die Verteidigung hat ihre Berufung auf die Dispositivziffern 1, 2, 3 (sinnge-
mäss), 5, 6 und 8 beschränkt.
2.2. Seitens der Privatklägerschaft wurde Anschlussberufung hinsichtlich Dispo-
sitiv-Ziffern 4 und 5 erhoben (Urk. 90; Prot. II S. 35 und 39). Die Anschlussberu-
fung kann unabhängig von den mit der Hauptberufung angefochtenen Punkten
ergriffen werden (BSK STPO-EUGSTER, Art. 401 N 3). Einzige Ausnahme bildet die
Beschränkung auf die Beurteilung des Zivilpunktes, wenn dieser allein den Ge-
genstand der Hauptberufung bildet (Art. 401 Abs. 2 StPO), was in casu nicht der
Fall ist.
2.3. Demnach ist das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzel-
gericht, vom 24. Juni 2016 (GB150034) bezüglich Dispositivziffer 7 (Entschädi-
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gung der amtlichen Verteidigung) in Rechtskraft erwachsen, was vorab mit Be-
schluss festzustellen ist.
II. Prozessuales
1. Der seitens des Beschuldigten gestellte Beweisantrag auf Zeugeneinver-
nahme von C._ wurde – wie bereits erwähnt (E. I.1.10) – zugelassen und der
Zeuge im Rahmen der Berufungsverhandlung befragt. Ferner reichte die Verteidi-
gung mehrere Urkunden ins Recht (Urk. 119/1-5; Prot. II S. 41) und verlangte
Einsicht in die Akten D._ - ND1 (Prot. II S. 43), welche ihr gewährt wurde.
Auf Antrag des Privatklägers wurde dem Verteidiger Frist zur Einreichung der Ori-
ginale von Urk. 107/7-9 angesetzt (Prot. II S. 43 f.; Urk. 120). Mit Eingabe vom 29.
Mai 2017 wurden Belege eingereicht (Urk. 121 und 122/1-2) respektive mit Ein-
gabe vom 27. Juni 2017 erläutert, weshalb dies für das Original der Urk. 122/2
nicht möglich gewesen sei (Urk. 131).
2.1. Der Strafbefehl gegen den Beschuldigten erging am 26. September 2014
und wurde seitens der Staatsanwaltschaft per 17. März 2015 (Eingang bei der
Vorinstanz am 20. März 2015: Urk. HD 39) an die Vorinstanz überwiesen, wes-
halb auf das vorliegende Verfahren grundsätzlich das am 1. Januar 2011 in Kraft
getretene neue Prozessrecht gemäss der eidgenössischen Strafprozessordnung
zur Anwendung gelangt (Art. 448 ff. StPO).
2.2. Die polizeilichen Einvernahmen des Privatklägers (Urk. HD 3) und von
E._ (Urk. HD 4) fanden allerdings noch unter der Geltung des kantonalen
Strafprozessrechts statt. Verfahrenshandlungen, die vor Inkrafttreten der Schwei-
zerischen StPO angeordnet oder durchgeführt wurden, behalten gemäss Art. 448
Abs. 2 StPO indes ihre Gültigkeit, auch wenn sie den Anforderungen der eidge-
nössischen Strafprozessordnung nicht genügen sollten. Dies gilt allerdings nur,
soweit sie im Einklang mit der BV und der EMRK stehen und gemäss dem im
Zeitpunkt ihrer Abnahme geltenden Recht gültig sind (BSK STPO-USTER, Art. 448
N 3; SCHMID, Praxiskommentar StPO, Art. 448 N 4 f.; Urteile des Bundesgerichts
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6B_1160/2014 vom 19. August 2015 E. 4.2–4.3 und 6B_436/2014 vom 2. März
2015 E. 2.2). Soweit sich das Gericht also auf solche Beweise abstützt, ist die
Frage der Verwertbarkeit derselben – was von der Vorinstanz offen gelassen
wurde (s. Urk. 79 E. I. u. II.5.2.) – nach den Vorgaben der Strafprozessordnung
des Kantons Zürich vom 4. Mai 1919 (LS 321; nachfolgend StPO/ZH) und der
damals geltenden Rechtsprechung, namentlich zu den Verfahrensgarantien der
BV und der EMRK, zu beantworten.
2.3. Gemäss § 149b Abs. 2 StPO/ZH war eine Auskunftsperson auf ihr Aussage-
verweigerungsrecht sowie die Bedeutung ihrer Aussage hinzuweisen und ohne
Hinweis auf die Straffolgen von Art. 307 StGB aufzufordern, die Wahrheit zu sa-
gen. Ausserdem war sie auf die Strafbarkeit von falscher Anschuldigung, Irrefüh-
rung der Rechtspflege und Begünstigung gemäss Art. 303-305 StGB aufmerksam
zu machen. Nach dem kantonalen Verfahrensrecht konnte die Polizei Personen,
welche durch sie nicht als Angeschuldigte behandelt wurden, protokollarisch be-
fragen und zwar als Auskunftsperson "sui generis", d.h. nicht in Form der Aus-
kunftsperson von § 149 a StPO/ZH. Eine Person, die später im Untersuchungs-
verfahren als Auskunftsperson in Frage kam, war von der Polizei aber nicht not-
wendigerweise auf ihr Aussageverweigerungsrecht im Sinne von § 149 b Abs. 2
StPO/ZH hinzuweisen. Infolgedessen waren die polizeilich protokollierten Aussa-
gen generell lediglich dann beweismässig verwertbar, wenn die betreffende Per-
son anschliessend noch ordnungsgemäss durch die Staatsanwaltschaft oder das
Gericht einvernommen wurde und dabei auf die Ausübung des Aussageverweige-
rungsrechts verzichtete (ZR 112/2013 Nr. 24, S. 90, E. 3.2.2. a) mit Hinweisen zu
Literatur und Judikatur).
2.4. Dem Beschuldigten war gemäss § 14 Abs. 1 StPO/ZH die Gelegenheit zu
geben, den Einvernahmen von Zeugen, Auskunftspersonen und Sachverständi-
gen beizuwohnen und Fragen an sie zu richten. Beweise, die in Verletzung dieser
Bestimmung erhoben worden sind, sind nach § 15 StPO/ZH nichtig, soweit sie
den Beschuldigten belasten. Der in Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK garantierte Anspruch
der beschuldigten Person, an sie belastende Auskunftspersonen und Zeugen
Fragen zu stellen, ist ein besonderer Aspekt des Rechts auf ein faires Verfahren.
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Dieser Anspruch wird als Konkretisierung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2
BV) auch durch Art. 32 Abs. 2 BV gewährleistet (BGE 131 I 476 E. 2.2; 129 I 151
E. 3.1 mit Hinweisen).
2.5. Mit den vor Polizei gemachten Aussagen der Auskunftsperson E._
(Urk. HD 4) wurde der Beschuldigte in casu nicht und mit denjenigen des Privat-
klägers (Urk. HD 3) allenfalls im Rahmen einer späteren Einvernahme vor Staats-
anwaltschaft erneut punktuell konfrontiert. Mangels der Einräumung der Möglich-
keit für den Beschuldigten, Ergänzungsfragen zu stellen, können diese vor Polizei
gemachten Aussagen allerdings nicht zu Lasten des Beschuldigten verwertet
werden.
3. Der ferner im Rahmen seiner Berufungserklärung und auch anlässlich der
Berufungsverhandlung (vgl. Urk. 117) gestellte Antrag des amtlichen Verteidigers
um seine (Weiter-)Bestellung für das Berufungsverfahren erübrigt sich, zumal ei-
ne einmal angeordnete amtliche Verteidigung (auch) für das Berufungsverfahren
bestehen bleibt, was sich auch e contrario aus Art. 134 Abs. 1 StPO ergibt.
4. Der Antrag respektive die Beweisofferte der Verteidigung auf Einvernahme
des Zeugen D._ zur Darlehensvereinbarung (Urk. 117 S. 6) ist angesichts
des Beweisergebnisses (s. nachstehend unter E. III.) mangels Relevanz abzuwei-
sen.
III. Sachverhalt
A. Vorwurf der Anklagebehörde
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten qualifizierte Veruntreuung vor, in-
dem er als verantwortliche Person (Geschäftsführer) der F._ Holding AG
(nachfolgend F._) und als solcher als berufsmässiger Vermögensverwalter
die ihm seitens des Privatklägers zum Zwecke der Investition in G._-Anlagen
anvertraute Summe von EUR 500'000.– entgegen dem ihm bekannten Auftrag
des Privatklägers zweckentfremdet, teilweise für eigene Bedürfnisse (Spesen, pri-
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vate Auslagen und Investitionen) und teilweise für die Rückzahlung von Schulden
eingesetzt habe, ohne dabei ersatzfähig gewesen zu sein.
B. Unbestrittener Sachverhalt
1. Unbestritten ist – wie die Vorinstanz zutreffend erwog (Urk. 79 E. II.3.1.-3.3.)
– dass der Privatkläger nach Gesprächen mit dem Beschuldigten am
12. September 2008 EUR 500'000.– an die F._ überwies (Urk. HD 5 Beila-
gen 1-2; Prot. I S. 13).
2. Ebenso ist erstellt, dass eine später angefertigte schriftliche Vereinbarung
vom 29. September 2008 (Urk. 8/2A) über diese Transaktion besteht.
3. Weiter ist erstellt, dass eine mündliche Vereinbarung betreffend Gewinnver-
teilung zustande kam (Urk. HD 5 S. 5, 7 u. 13; Urk. HD 7 S. 9).
4. Anerkannt ist auch, dass am 22. September 2008 rund EUR 340'000.– des
vom Privatkläger stammenden Geldes zu Gunsten der "G._ inc London"
überwiesen wurden (Urk. HD 8/1 S. 12; Urk. HD 8/2K S. 21).
5. Sodann ist unstrittig, dass am 17. Oktober 2008 seitens der G._ Inc.
"Client Funds" im Betrag von EUR 240'000.– der F._ zurücküberwiesen wur-
den (Urk. 8/1 HD S. 16; Urk. HD 8/2K S. 33).
6. Ferner ist unbestritten, dass der Privatkläger die Investition im Einverständ-
nis mit der F._ bzw. dem Beschuldigten über das in der schriftlichen Verein-
barung vom 29. September 2008 vorgesehene Datum, dem 31. Dezember 2008,
bis zu welchem die EUR 500'000.– der F._ zur Verfügung stehen sollten,
stillschweigend bis auf Weiteres verlängerte (Urk. HD 5 S. 4 f.; Urk. HD 7 S. 7).
7. Schliesslich ist unbestritten, dass die F._ am 17. Dezember 2009 Kon-
kurs ging (Urk. HD 5 S. 8; Urk. HD 64 S. 2; SHAB ... / 2009 vom tt.mm.2009,
S. 32) und der Privatkläger seine Investition – abzüglich einer Zahlung von
Fr. 11'000.– vom Konkursamt (Urk. HD 7 S. 10) und von EUR 50'000.– seitens
des Beschuldigten (s. Urk. 61; Prot. I S. 26) – nicht zurückerhielt.
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C. Bestrittener Sachverhalt
Strittig ist demgegenüber, dass der Beschuldigte die vom Privatkläger der
F._ überwiesenen EUR 500'000.– zweckentfremdet, teilweise für eigene Be-
dürfnisse (Spesen, private Auslagen und Investitionen), teilweise für die Rückzah-
lung von Drittschulden verwendet hat (Urk. HD 5 S. 1 ff.; Urk. HD 8/1 S. 2 ff.; Urk.
64; Prot. I S. 10 ff.; Prot. II S. 29).
D. Würdigung
1. Beweisgrundsätze
1.1. Bestreitet ein Beschuldigter die ihm vorgeworfenen Taten, ist der Sachver-
halt aufgrund der Untersuchungsakten und der vor Gericht vorgebrachten Argu-
mente nach den allgemein gültigen Beweisregeln zu erstellen. Gemäss der aus
Art. 32 Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 10 Abs. 3 StPO sowie Art. 6 Ziff. 2
EMRK verankerten Maxime "in dubio pro reo" ist bis zum gesetzlichen Nachweis
seiner Schuld zu vermuten, dass die einer strafbaren Handlung beschuldigte Per-
son unschuldig ist (BGE 137 IV 219, E. 7.3. mit Hinweisen; BGE 127 I 38, E. 2a;
Urteil des Bundesgerichts 6B_617/ 2013 vom 4. April 2014, E. 1.2.). Angesichts
der Unschuldsvermutung besteht Beweisbedürftigkeit, d.h. der verfolgende Staat
hat dem Beschuldigten alle objektiven und subjektiven Tatbestandselemente
nachzuweisen (NIKLAUS SCHMID, Handbuch des schweizerischen Strafprozess-
rechts, 2. A., Zürich/St. Gallen 2013 [Schmid, Handbuch], N 216) und nicht der
Beschuldigte seine Unschuld (BGE 127 I 38, E. 2a). Als Beweiswürdigungsregel
besagt die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den
Beschuldigten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt erklären darf, wenn bei ob-
jektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob
sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (BGE 138 V 74, E. 7; BGE 128 I 81, E. 2
mit Hinweisen; DONATSCH/SCHWARZENEGGER/WOHLERS, Strafprozessrecht, Zür-
cher Grundrisse des Strafrechts, 2. A., Zürich-Basel-Genf 2014, § 2 11.2, S. 60
f.). Die Überzeugung des Richters muss auf einem verstandesmässig einleuch-
tenden Schluss beruhen und für den unbefangenen Beobachter nachvollziehbar
sein (Urteil des Bundesgerichts 1P.474/2004 E. 2.2; HAUSER/SCHWERI/HARTMANN,
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Schweizerisches Strafprozessrecht, 6.A. Basel 2006, § 54 Rz 11 ff.). Es liegt in
der Natur der Sache, dass mit menschlichen Erkenntnismitteln keine absolute Si-
cherheit in der Beweisführung erreicht werden kann. Daher muss es genügen,
dass das Beweisergebnis über jeden vernünftigen Zweifel erhaben ist. Bloss abs-
trakte oder theoretische Zweifel dürfen dabei nicht massgebend sein, weil solche
immer möglich sind (BGE 138 V 74, E. 7 mit Hinweisen). Es genügt also, wenn
vernünftige Zweifel an der Schuld ausgeschlossen werden können. Hingegen darf
ein Schuldspruch nie auf blosser Wahrscheinlichkeit beruhen (SCHMID, Handbuch,
a.a.O., N 227-228; Urteil des Bundesgerichts 1P.474/2004 E. 2.2).
1.2. Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Beteiligten, so sind die-
se frei zu würdigen (Art. 10 Abs. 2 StPO). Es ist anhand sämtlicher Umstände, die
sich aus den Akten und den Verhandlungen ergeben, zu untersuchen, welche
Sachdarstellung überzeugend ist, wobei es vorwiegend auf den inneren Gehalt
der Aussagen ankommt, verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben er-
folgten. Nach neueren Erkenntnissen kommt der allgemeinen Glaubwürdigkeit der
befragten Person im Sinne einer dauerhaften personalen Eigenschaft kaum mehr
Bedeutung zu. Weitaus bedeutender für die Wahrheitsfindung als die allgemeine
Glaubwürdigkeit ist die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussagen, welche durch ei-
ne methodische Analyse ihres Inhaltes darauf zu überprüfen sind, ob die auf ein
bestimmtes Geschehen bezogenen Angaben einem tatsächlichen Erleben des
Befragten entspringen. Damit eine Aussage als zuverlässig gewürdigt werden
kann, ist sie insbesondere auf das Vorhandensein von Realitätskriterien und um-
gekehrt auf das Fehlen von Phantasiesignalen zu überprüfen. Dabei wird zu-
nächst davon ausgegangen, dass die Aussage gerade nicht realitätsbegründet ist,
und erst wenn sich diese Annahme aufgrund der festgestellten Realitätskriterien
nicht mehr halten lässt, wird geschlossen, dass die Aussage einem wirklich Erleb-
ten entspricht und wahr ist (BGE 133 I 33, E. 4.3. mit Hinweisen und Urteil des
Bundesgerichts 6B_95/2015, 6B_112/2015, 6B_113/2015 vom 25. Januar 2016
E. 6.-3 mit Hinweisen; RUCKSTUHL/DITTMANN/ARNOLD, Strafprozessrecht, Zürich -
Basel - Genf 2011, § 9 N 505).
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1.3. Liegen keine direkten Beweise vor, ist nach der Rechtsprechung auch ein
indirekter Beweis zulässig. Beim Indizienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen,
die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu
beweisende, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache geschlossen. Eine Mehrzahl
von Indizien, welche für sich alleine nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf
die Täterschaft oder die Tat hinweisen und einzeln betrachtet die Möglichkeit des
Andersseins offen lassen, können einen Anfangsverdacht verstärken und in ihrer
Gesamtheit ein Bild erzeugen, das bei objektiver Betrachtung keine Zweifel be-
stehen lässt, dass sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Das ist mithin auch der
Fall, wenn sich die als belastend gewerteten Indizien zu einer Gewissheit verdich-
ten, welche die ausser Acht gelassenen entlastenden Umstände als unerheblich
erscheinen lassen (Urteil des Bundesgerichts 6B_678/2013 vom 3. Februar 2014,
E. 3.3. mit Hinweisen).
1.4. Der Grundsatz "in dubio pro reo" findet als Beweislastregel keine Anwen-
dung, wenn der Beschuldigte eine ihn entlastende Behauptung aufstellt, ohne
dass er diese in einem Mindestmass glaubhaft machen kann. Es tritt nämlich in-
soweit eine Beweislastumkehr ein, als nicht jede aus der Luft gegriffene Schutz-
behauptung von der Anklagebehörde durch hieb- und stichfesten Beweis wider-
legt werden muss (BSK STPO-TOPHINKE, Art. 10 N 21).
1.5. Auf die Argumente des Beschuldigten oder seiner Verteidigung ist im Rah-
men der nachstehenden Erwägungen einzugehen. Dabei muss sich das Gericht
nicht ausdrücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Ein-
wand auseinandersetzen; vielmehr kann es sich auf die für die Entscheidfindung
wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 138 I 232, E. 5.1. mit Hinweisen;
Urteil des Bundesgerichts 6B_484/2013, E. 3.2. vom 3. März 2014).
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2. Beweismittel
2.1. Im Allgemeinen
Zur Erstellung des Anklagesachverhalts dienen im Wesentlichen die Aussagen
des Beschuldigten (Urk. HD 5, 6, 8, 9 und 33; Prot. I S. 10 ff.; Prot. II S. 19-32),
des (in einem separaten Verfahren beschuldigten) D._ (Urk. ND1 4 und 5/1;
Prot. I S. 18 ff.), des Privatklägers vor Staatsanwaltschaft (Urk. HD 7) sowie –
ausschliesslich zu Gunsten des Beschuldigten verwertbar (s. vorstehend unter
E.II.2.5.) – diejenigen der Auskunftsperson E._ (Urk. HD 4) und diejenigen
des Privatklägers vor Polizei (Urk. HD 3). Ferner liegen diverse Urkunden bei den
Akten, wobei in casu insbesondere die Vereinbarung zwischen dem Privatkläger
und der F._ vom 29. September 2008 (Urk. HD 8/2A), die "G._ - Month-
ly H'._ Statement"-Auszüge (=G._-Auszüge, Urk. HD 3, Beilage 2, so-
wie Urk. HD 5, Beilage 4) sowie eine Kartonschachtel nicht akturierter Unterlagen
der F._ von Interesse sind. Anlässlich der Berufungsverhandlung wurde so-
dann C._ als Zeuge einvernommen (Urk. 116; Prot. II S. 10). Zudem reichte
der Verteidiger weitere Urkunden in Kopie und teilweise im Original ein (Urk.
119/1-5, 122/1-2 und 132).
2.2. Glaubwürdigkeit der Beteiligten
Die Glaubwürdigkeit einer Person ergibt sich aus deren prozessualen Stellung, ih-
ren wirtschaftlichen Interessen am Ausgang des Verfahrens sowie vor allem an-
hand ihrer persönlichen Beziehungen und Bindungen zu den übrigen Prozessbe-
teiligten.
Der Beschuldigte ist als vom Strafverfahren Betroffener offensichtlich daran inte-
ressiert, sein Verhalten in einem möglichst positiven Licht darzustellen. Die dar-
aus gezogene Folgerung der Vorinstanz, dass seine Aussagen demnach mit einer
gewissen Vorsicht zu würdigen seien (Urk. 79 E. II.5.3.), ist deshalb nicht zu be-
anstanden und zu teilen. Allerdings ist hervorzuheben, dass für den Beweiswert
sämtlicher Aussagen des Beschuldigten deren Glaubhaftigkeit das massgebende
Kriterium bleibt.
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Der Privatkläger wurde im Sinne von Art. 178 lit. a StPO als Auskunftsperson ein-
vernommen, weshalb er ebenfalls nicht unter der Strafandrohung von Art. 307
StGB zur wahrheitsgemässen Aussage verpflichtet wurde. Allerdings wurde er
gemäss Art. 181 Abs. 2 StPO auf die Folgen einer falschen Anschuldigung, einer
Irreführung der Rechtspflege und einer Begünstigung hingewiesen (Urk. HD 7
S. 1 f.), was seine Glaubwürdigkeit tendenziell stärkt. Andererseits fällt sein nicht
unerhebliches finanzielles Interesse am Ausgang des Verfahrens ins Gewicht, hat
der Privatkläger doch eine Zivilklage in Höhe von Fr. 703'562.– zzgl. Zins erhoben
bzw. ficht das vorinstanzliche Urteil u.a. im Zivilpunkt an (Urk. 90; Prot. II S. 35
und 39). Mit der Vorinstanz (Urk. 79 E. II.5.3.) sind deshalb auch seine Aussagen
grundsätzlich eher zurückhaltend zu würdigen, wobei auch hier deren Glaubhaf-
tigkeit im Vordergrund steht.
Bezüglich der Glaubwürdigkeit von D._, dem Geschäftspartner des Beschul-
digten bei der F._, gilt Ähnliches wie für den Beschuldigten, wurde doch ge-
gen diesen in derselben Angelegenheit ebenfalls ein Strafverfahren wegen Verun-
treuung (Prozess GB150035 am Einzelgericht des Bezirksgerichts Zürich) durch-
geführt. Seine Aussagen gilt es deswegen ebenfalls mit einer gewissen Vorsicht
zu würdigen, wobei wiederum die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen im Zentrum
steht.
E._ wurde lediglich einmal als Auskunftsperson befragt. Er gab an, den Be-
schuldigte seit Januar 2008 gekannt zu haben, wobei ihm jener über mehrere
Ecken von einem Bekannten vorgestellt worden sei (Urk. HD 4 S. 3). Obschon er
selbst keine Geschäfte mit dem Beschuldigten getätigt habe, taten dies seine El-
tern, wobei sie viel Geld verloren hätten (Urk. HD 4 S. 4). Gestützt auf diese Aus-
gangslage sind gewisse Animositäten gegenüber dem Beschuldigten nicht auszu-
schliessen, weshalb auch seine Aussagen mit einer gewissen Zurückhaltung zu
würdigen sind, wenn auch hier in erster Linie die Glaubhaftigkeit der Aussagen
massgebend ist. So oder anders können seine – ausschliesslich vor Polizei ge-
machten – Aussagen nicht zu Lasten des Beschuldigten verwendet werden (s.
vorstehend unter E. II.2.5. u. III.2.1.).
- 17 -
C._ wurde vom Beschuldigten angefragt, als Zeuge auszusagen, und war mit
diesem geschäftlich verbunden (Urk. 116 S. 1 ff.). Seine Aussagen sind daher mit
einer gewissen Zurückhaltung zu würdigen. Allerdings ist die Glaubhaftigkeit sei-
ner Aussagen massgebend.
2.3. Glaubhaftigkeit der Aussagen
Hinsichtlich der Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beteiligten - mit
Ausnahme derjenigen von C._ - kann vollumfänglich auf die entsprechenden
Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 79 E. II.5.4.) verwiesen werden, welche sich
als zutreffend erweisen und deshalb zu teilen sind. So ist richtig, dass die Aussa-
gen des Privatklägers für das eigentliche Kerngeschehen (Zweckbestimmung und
Verwendung der investierten Vermögenswerte) kaum von Relevanz sind, da der
Privatkläger dazu keine Aussagen machen und letztlich nur vermuten konnte,
dass seine Investition nicht abmachungsgemäss verwendet wurde. Auch ist zu-
treffend, dass sich in den Aussagen des Privatklägers keine Anzeichen, welche
deren Glaubhaftigkeit in Frage stellen, finden lassen, weil sie lebensnah, nach-
vollziehbar sowie kohärent erscheinen und sich im Wesentlichen mit dem übrigen
Beweisergebnis decken.
Auch die Aussagen von D._ erweisen sich – mit der Vorinstanz (Urk. 79 E.
II.5.4.) – grösstenteils als widerspruchsfrei sowie kohärent und fügen sich prob-
lemlos in das übrige Beweisergebnis ein. Auf die von D._ getroffenen we-
sentlichen Aussagen wird im Nachfolgenden noch näher einzugehen sein.
Das Aussageverhalten des Beschuldigten muss demgegenüber als teilweise we-
nig kohärent und ausweichend bezeichnet werden. Mehrfach gab er zu Protokoll,
sich nicht mehr an Einzelheiten erinnern zu können. Exemplarisch für sein aus-
weichendes Aussageverhalten sind seine unterschiedlichen Angaben zur für die
F._ unter die Vereinbarung vom 29. September 2008 (Urk. 8/2K) geleisteten
Unterschrift: So stellte es der Beschuldigte anfänglich vor Staatsanwaltschaft
noch vehement in Abrede, dass er diese Vereinbarung namens der F._ un-
terzeichnet habe (Urk. HD 5 S. 3). Anlässlich einer weiteren staatsanwaltlichen
Einvernahme gab er ferner zu Protokoll, er könne es auch heute nicht sagen, wer
- 18 -
zuhanden der F._ unterschrieben habe. Er unterschreibe nicht so (Urk. HD
8/1 S. 3). Demgegenüber schloss es der Beschuldigte letztlich lediglich nicht aus,
dass er diese Vereinbarung seitens der F._ unterschrieben habe (Prot. I
S. 13 f.; entsprechend auch die Argumentation der Verteidigung: Urk. 64 S. 5),
was doch einer erheblichen Relativierung seiner früheren Aussagen entspricht.
Der Erklärungsnotstand des Beschuldigten, in welchem er sich vor dem Hinter-
grund des übrigen Beweisergebnisses mehrfach befand, erscheint in diesen wie
auch weiteren Aussagen, auf welche hernach noch einzugehen sein wird, deutlich
erkennbar. Auch seine anlässlich der Berufungsverhandlung gemachten Aussa-
gen erweisen sich als vielfach ausweichend. Eine Antwort auf die gestellte Frage
seitens des Gerichts wurde mehrfach erst auf wiederholtes Nachfragen gegeben
(Prot. II S. 26 und 28 ff.). Seine Aussagen wirken deshalb gesamthaft betrachtet
nicht besonders überzeugend.
Die Aussagen von E._ wirken demgegenüber in der Regel glaubhaft, auch
wenn er sich nicht mehr an viele Details zu erinnern vermochte. So oder anders
wirken sich seine Aussagen nicht zu Lasten des Beschuldigten aus (s. vorstehend
unter E. II.2.5. u. III.2.1. u. 2.2.).
Die Aussagen von C._ wirken grundsätzlich glaubhaft, auch wenn er sich
mehrfach nicht mehr an Details erinnern konnte (was angesichts des Zeitablaufs
seit den relevanten Vorgängen auch nachvollziehbar ist). Er stellte trotzdem Mut-
massungen an, welche vor diesem Hintergrund erstaunen: z.B. glaubte er zu wis-
sen, dass es sich bei der Rückzahlung von EUR 240'000.– durch die G._ um
die Rendite (und nicht etwa um zurückbezahltes Kapital) handelte (Urk. 116 S. 6
und 8), was die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen etwas einschränkt.
Auf die jeweils relevanten Beweismittel wird nachfolgend näher eingegangen.
- 19 -
3. Konkrete Würdigung
3.1. Zweckbestimmung der Investition von EUR 500'000.–
3.1.1. Der Privatkläger sagte bereits vor Polizei aus, EUR 500'000.– ausschliess-
lich für die Investition in G._-Anlagen bezahlt zu haben (Urk. HD 3 S. 2), was
er hernach vor Staatsanwaltschaft bestätigte (Urk. HD 7 S. 3). In nachvollziehba-
rer Weise führte er überdies aus, dass er etwas Schriftliches wollen habe, wes-
halb in der Folge am 29. September 2008 anlässlich eines Treffens mit dem Be-
schuldigten in den Räumlichkeiten der F._ an der ...strasse ... in Zürich die
schriftliche Vereinbarung unterschrieben worden sei (Urk. HD 3 S. 2) bzw. sei die
Vereinbarung seitens der F._ bereits unterschrieben gewesen (Urk. HD 3,
Beilage Ergänzung zur Befragung; Urk. HD 7 S. 8).
3.1.2. Wie bereits ausgeführt (s. vorstehend unter E. 2.3.), bestätigte der Be-
schuldigte nicht, dass er die Vereinbarung vom 29. September 2008 seitens der
F._ unterzeichnet habe, sondern vermochte es letztlich lediglich nicht auszu-
schliessen (Prot. I S. 13 f.; entsprechend die Verteidigung: Urk. 64 S. 5). Mit der
Vorinstanz (Urk. 79 E. II.3.1.) ist jedenfalls davon auszugehen, dass es der Be-
schuldigte war, welcher dem Privatkläger die Vereinbarung vorgelegt hatte, zumal
auch der Beschuldigte nichts anderes geltend macht.
3.1.3. Die Auslegung des Inhalts der erwähnten Vereinbarung vom
29. September 2008 (Urk. HD 8/2A) erscheint hinsichtlich des Verwendungs-
zwecks der vom Privatkläger investierten EUR 500'000.– klar formuliert zu sein:
"Die Partei B [der Privatkläger] stellt der Partei A [F._]  Betrag von EUR 500'000.– (fünfhunderttausend) zur Verfü-
gung. Beabsichtigt ist, als Aktionär der F._ Holding AG
dieses Geld für ein H._ Investment über G._ Ltd.
London anzulegen."
Weiter geht aus der Vereinbarung hinsichtlich der Verwendung der Investition
unmissverständlich Folgendes hervor:
- 20 -
"Der von Partei B [Privatkläger] zur Verfügung gestellte Betrag ist zu keinem Zeitpunkt dem Firmenkapital der Partei A
[F._] anzurechnen, sondern verbleibt bei der Partei B als
wirtschaftlich berechtigter Eigentümer erhalten, lediglich die er-
wirtschafteten Beträge werden im vereinbarten Ausmass zwi-
schen den Parteien A und B aufgeteilt."
3.1.4. Die Aufteilung der erwirtschafteten Beträge hätte laut dem Beschuldigten
im Verhältnis von 70% (Privatkläger) zu 30% (F._) erfolgen sollen (Urk. 5
S. 5), was der Privatkläger bestätigte (Urk. HD 7 S. 9). Der Gewinn hätte laut dem
Beschuldigten aber erst ab einem Betrag von etwa [EUR] 500'000.– aufgeteilt
werden sollen, das habe man so vereinbart (Urk. HD 5 S. 7 u. 13). Anlässlich der
Berufungsverhandlung erklärte der Beschuldigte sodann, es sei eine Gewinnver-
teilung von 50% zu 50% vereinbart worden (Prot. II S. 28), was jedoch keine Stüt-
ze in den übrigen Akten findet und nachgeschoben erscheint.
3.1.5. Das dahingehende Vorbringen seitens der Verteidigung, dass der Privat-
kläger jedenfalls wissentlich und willentlich in einen Hochrisikobereich investieren
wollen habe und über die damit verbundenen hohen Risiken u.a. mittels eines
Dokuments der I._ S.A. (Urk. 65) aufgeklärt worden sei, weshalb die Verluste
von ihm und nicht vom Beschuldigten bzw. der F._ zu verantworten seien
(Urk. 64 S. 5), geht indes fehl. In casu geht es vielmehr darum, dass der Beschul-
digte das investierte Geld – zumindest zum Teil – nicht dem vereinbarten Zweck
entsprechend investiert haben soll. Vor diesem Hintergrund ist die Aufklärung
über die mit G._-Anlagen verbundenen Risiken, deren Durchführung nicht
nur vom Beschuldigten (Urk. HD 5 S. 5 f. u. 11) sondern auch vom Privatkläger
(Urk. HD 7 S. 9 f.) und E._ (Urk. HD 4 S. 3 ff.) bestätigt wurde, unerheblich.
Zudem geht die Argumentation der Verteidigung an der Sache vorbei, wenn sie
gleichzeitig geltend macht, dass keineswegs gesagt sei, dass das – zweckent-
sprechende – G._-Engagement nicht zu einem Gewinn geführt hätte (Urk. 64
S. 4).
3.1.6. Mit der Vorinstanz (Urk. 79 E. II.3.1.) ist es jedenfalls als erstellt anzuse-
hen, dass die Überweisung durch den Privatkläger einzig zum Zwecke der Investi-
- 21 -
tion in die G._, mithin nicht zur freien Verfügung der F._, erfolgte. Ins-
besondere die Auslegung der Vereinbarung vom 29. September 2008 (vgl. Urk.
HD 8/2A) lässt diesbezüglich keinen anderen Schluss zu. Auch wenn die Vertei-
digung darauf hinweist, dass in der schriftlichen Vereinbarung lediglich von einer
Absicht einer entsprechenden Anlage die Rede sei (Urk. 64 S. 5), vermag sie in
keiner Weise darzutun, inwiefern diese Absicht nicht in Realität umgesetzt werden
sollte und nicht dem Willen der Vertragsparteien entsprach, weshalb ihr Einwand
nicht überzeugt. Auch wurde offensichtlich auch nie etwas anderes mit dem Pri-
vatkläger besprochen als ein Investment in G._-Anlagen (so auch D._:
ND1 Urk. 4 S. 4 f. und Prot. I S. 19) bzw. brachte auch der Beschuldigte nichts
Entsprechendes vor. Erst an der Berufungsverhandlung wurde vom Beschuldig-
ten vorgebracht, der Privatkläger habe "hauptsächlich" und "nicht ausschliesslich"
in die G._ investieren wollen (Prot. II S. 29 f.), was aber in den übrigen Akten
keinen Niederschlag findet. Auch wirkt das entsprechende Aussageverhalten des
Beschuldigten in diesem Zusammenhang (wie aber auch im Übrigen) stark relati-
vierend und die eigene Position begünstigend, weshalb nicht darauf abgestellt
werden kann. Abgesehen davon wird der Verwendungszweck der überwiesenen
EUR 500'000.– überdies durch den vermerkten Zahlungsgrund der Überweisung
durch den Privatkläger – "F._ Holding AG/G._ London" – belegt
(Urk. HD 5, Beilagen 1+2 bzw. Urk. 8/2K S. 21).
3.1.7. Des Weiteren belegt die Vereinbarung unmissverständlich, dass der inves-
tierte Betrag von EUR 500'000.– dem Privatkläger als wirtschaftlich Berechtigtem
verbleiben soll und lediglich erwirtschaftete Beträge zwischen den Vertragspartei-
en aufzuteilen seien (Urk. HD 8/2A). Auch dadurch wird – einhergehend mit der
Vorinstanz (Urk. 79 E. II.3.1.) – klar gestellt, dass die F._ gerade nicht frei
über den investierten Betrag verfügen durfte, sondern zur Anlage in die G._
verpflichtet war. An dieser Beweislage vermag auch ein Entwurf für eine Verein-
barung zwischen der F._ Holding AG (vertreten durch D._) und dem
Privatkläger, welche der Beschuldigte im Berufungsverfahren einreichen liess
(Urk. 107/3), nichts zu ändern. Dieser wurde weder datiert noch unterschrieben.
Dieses Papier vermag deshalb keinen massgeblichen Beweiswert zu begründen.
- 22 -
3.1.8. Bei diesem Beweisergebnis ist die Schlussfolgerung der Vorinstanz
(Urk. 79 E. II.3.1.) zu teilen, dass der Beschuldigte – entgegen seiner geltend ge-
machten Auffassung (vgl. Urk. HD 8/1 S. 22) – ohne anderweitige Instruktion
durch den Privatkläger nicht davon ausgehen durfte, dass es dem Privatkläger
egal war, wie seine Investition verwendet wurde und er einfach habe Profit ma-
chen wollen. Vielmehr sollten die investierten EUR 500'000.– vereinbarungsge-
mäss in G._-Anlagen investiert werden.
3.2. Effektive Verwendung der EUR 500'000.–
3.2.1. Seitens des Beschuldigten wurde eingestanden, dass vorerst lediglich ein
Teil der vom Privatkläger investierten EUR 500'000.– in die G._ investiert
worden sei: So sei ein Teil als Finanzreserve zurückgehalten worden (Urk. HD 5
S. 2 f.). Die F._ habe zunächst eine Überweisung über EUR 340'000.– getä-
tigt. Der Restbetrag (EUR 160'000.–) sei dann zuerst in eine Festanlage, wohl in
das Firmenkonto, wobei er dies im konkreten Fall nicht mit Sicherheit sagen kön-
ne, investiert und später – nachdem Verluste eingetreten seien – im Umfang von
EUR 150'000.– ebenfalls an die G._ überwiesen worden (Prot. II S. 22 ff.).
Bei grossen Gewinnen wäre die zweite Tranche hingegen nicht investiert worden.
Die Teilinvestition sei nicht mit dem Privatkläger abgesprochen gewesen, eine
solche etappenweise bzw. duale Investition sei bei Hochrisikogeschäften jedoch
üblich und diene der Sicherheit des Investors. Hierin liege keine zweckfremde
Verwendung der Investition (Prot. I S. 14 ff.).
3.2.2. Seitens der Verteidigung wird präzisiert, dass ein Betrag von
EUR 340'000.– für Investitionen bei G._ Limited London disponiert worden
sei und später (relativ kurz vor dem Konkurs) ein Betrag von EUR 240'000.– bei
F._ eingegangen sei. Ob aus dem Verhältnis zu G._ nicht noch weitere
Beträge herausgekommen wären, lasse sich nicht sagen (Urk. 64 S. 4). Aus den
bei den Akten befindlichen Bankbelegen geht jedenfalls hervor, dass die besagten
EUR 240'000.– dem F._-Konto am 17. Oktober 2008 – und demnach, entge-
gen der Verteidigung, keineswegs relativ kurz vor dem Konkurs der F._ am
17. Dezember 2009 – gutgeschrieben worden sind (Urk. HD 8/2K S. 33).
- 23 -
3.2.3. Die seitens des Beschuldigten bzw. seiner Verteidigung vorgebrachte dua-
le Strategie findet in den Akten allerdings keinen Niederschlag: Vielmehr ist ge-
stützt darauf davon auszugehen, dass nicht unerhebliche Beträge aus dem in
Frage stehenden Konto der F._ Konto bei der Bank J._ Zürich (Konto-
Nr. ...) für firmeneigene Aufwendungen bzw. Beteiligungen, Vorschüsse und Ent-
schädigungen oder ähnliches u.a. an Drittpersonen überwiesen wurden. Dem Be-
schuldigten wurden anlässlich der staatsanwaltlichen Einvernahme vom 31. Ok-
tober 2012 die im Anschluss an die am 12. September 2008 erfolgte Überweisung
der EUR 500'000.– zu beobachtenden Kontobewegungen auf dem betreffenden
Konto vorgehalten (s. Urk. HD 8/2K), an welche sich der Beschuldigte überwie-
gend nicht im Detail zu erinnern vermochte bzw. mehrfach angab, davon auszu-
gehen, dass mit den erwähnten Beträgen Rechnungen bezahlt worden seien
(Urk. HD 8/1 S. 9 ff.). Der Beschuldigte anerkannte denn auch, dass vom Konto
der F._ bei der Bank J._ Zürich nach dem 12. September 2008 unter
anderem folgende Zahlungen ausgeführt wurden:
- EUR 6'045.– am 26. September 2008 zu Gunsten des Beschuldig-
ten, wobei der Beschuldigte sich nicht zu erinnern vermochte, wofür
diese Auszahlung war (Urk. HD 8/1 S. 14);
- EUR 25'187.50 am 29. September 2008 zu Gunsten des Beschuldig-
ten, wobei der Beschuldigte auch diesbezüglich keinen Verwen-
dungszweck des Geldes nannte (Urk. HD 8/1 S. 14);
- EUR 64'362.48 am 3. Oktober 2008 zu Gunsten von E._, ge-
mäss dem Beschuldigten als Entschädigung für dessen Arbeit (Urk.
HD 8/1 S. 15);
- EUR 10'075.- am 8. Oktober 2008 zu Gunsten des Beschuldigten,
wobei der Beschuldigte sich nicht an den Verwendungszweck des
Geldes zu erinnern vermochte (Urk. HD 8/1 S. 15);
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- EUR 6'045.– am 17. Oktober 2008 zu Gunsten des Beschuldigten,
wobei der Beschuldigte sich nicht daran erinnern konnte, wofür diese
Auszahlung bestimmt war (Urk. HD 8/1 S. 16);
- EUR 166'285.60 am 28. Oktober 2008 als "Übertrag" zu Gunsten der
F._, wobei der genaue Zweck auch nach Befragung des Be-
schuldigten unklar blieb (Urk. HD 8/1 S. 17);
- EUR 50'000.– am 4. November 2008 an "K._, Genf", laut dem
Beschuldigten "als Vorschuss für Vermittlung in Energiesachen"
(Urk. HD 8/1 S. 18);
- EUR 12'013.32 am 6. November 2008 als Beteiligung bei der
"L._ GmbH, Wien" (Urk. HD 8/1 S. 18);
- EUR 80'667.34 am 24. September 2009 mit dem Titel "Börse", wobei
der Beschuldigte nicht genau wusste, wie dieses Geld genau inves-
tiert wurde (Urk. HD 8/1 S. 21);
-- EUR 13'377.93 am 25. September 2009 zu Gunsten der F._ mit
dem Vermerk "Uebertragung wegen AHV-Konto, Zahlung Januar bis
August 2009", wobei der Beschuldigte anmerkte, dass es wahr-
scheinlich seine AHV-Beträge betroffen habe (Urk. HD 8/1 S. 20).
3.2.4. Auf die Frage des Staatsanwalts, weshalb man aus den Kontobewegungen
nicht ersehe, was mit den übrigen EUR 160'000.– des Privatklägers geschehen
sei, antwortete der Beschuldigte ausweichend, dass vermutlich Investitionen in
Energiesachen erfolgt seien, wobei man gewisse Investitionen aus den Kontobe-
wegungen ersehe (Urk. HD 81/1 S. 22). Im Rahmen der vorinstanzlichen Haupt-
verhandlung machte der Beschuldigte – wie bereits erwähnt (vorstehend unter
E. 3.2.1.) – demgegenüber geltend, dass das vorerst auf dem Firmenkonto der
F._ belassene Geld später auch in G._-Anlagen investiert wurde. Kurz
vor der Berufungsverhandlung wurden Belege eingereicht, welche eine weitere
Überweisung von der F._ Holding AG an die G._ im Betrag von
EUR 150'000.– beweisen sollen (Ausführungsdatum: 11. November 2008)
- 25 -
(Urk. 107/7-8). Auch innert erstreckter First konnte der Verteidiger jedoch die Ori-
ginale dieser teilweise abgedeckten Belege nicht erhältlich machen. Ebenso we-
nig konnten Hinweise auf die von der Verteidigung geltend gemachten "Spesen",
welche einen Abzug von EUR 10'000.– erklären sollen (Urk. 117 S. 4), gefunden
werden. Nachdem Verluste eingetreten seien habe man diese mit dem Ersatz
aufgestockt und die Manager geändert. Das habe nicht er gemacht, sondern hier-
für wurde eine Firma beauftragt, welche mit der G._ Ltd. zusammenarbeite
(Prot. I S. 15). Auch im Rahmen seines Schlussworts vor Vorinstanz betonte der
Beschuldigte, die Gelder des Privatklägers seien ausschliesslich für vereinbarte
Zwecke verwendet worden (Prot. I S. 30). Die Aussagen des Beschuldigten er-
weisen sich folglich als widersprüchlich. Gestützt auf die dargelegten Kontobewe-
gungen ist überdies keineswegs belegt, dass die fraglichen EUR 160'000.– – wie
vom Beschuldigten teilweise behauptet – in Energiebeteiligungen flossen. Viel-
mehr wird durch diese nahegelegt, dass die entsprechenden Überweisungen in
erster Linie den Interessen der F._ oder des Beschuldigten entsprachen, gibt
es doch nirgends einen Vermerk, dass es sich dabei um das Geld des Privatklä-
gers handelte, welches gemäss der Vereinbarung vom 29. September 2008 (Urk.
HD 8/2A) gerade nicht dem Firmenkapital der F._ angerechnet werden sollte,
was aber diese Kontobewegungen zu belegen erscheinen. Auch für eine – sehr
vage und unsubstantiiert gebliebene – spätere erneute Investition der Gelder des
Privatklägers in G._-Anlagen findet sich in den Akten – wie aufgezeigt – kein
Niederschlag. Vielmehr stehen dem nebst den erwähnten Kontobewegungen des
Firmenkontos der F._ auch die Aussagen von D._ entgegen, welcher
angab, dass sie mit dem Rest der EUR 500'000.– und weiteren Geldern eine
Kassenobligation bei der Bank J._ gekauft bzw. Löhne und sonstige Kosten
der Firma bezahlt hätten (Prot. I S. 20 ff.).
3.2.5. Auch die weitere seitens der Verteidigung vorgebrachte Variante einer dua-
len Strategie, wonach ein Teil der Investitionen des Privatklägers nach üblichen
kaufmännischen Überlegungen in den Kauf von Liegenschaften in ... [Ortschaft] –
worin der Beschuldigte zeitweise wohnte (s. Urk. HD 5 S. 12) – bzw. in ... [Ort-
schaft]/I erfolgt sei und deren unangemessene Verwertung nicht dem Beschuldig-
ten angelastet werden könne (Urk. 64 S. 4 f.), überzeugt nicht. Diese Behauptung
- 26 -
findet weder in den bei den Akten liegenden Belegen noch in den Aussagen des
Beschuldigten (auch nicht in denjenigen anlässlich der Berufungsverhandlung
vom 5. Mai 2017; vgl. Prot. II S. 27) selbst eine Stütze.
3.2.6. Trotz der fehlenden Originalbelege und der teilweise widersprüchlichen
Aussagen des Beschuldigten kann jedoch, auch vor dem Hintergrund der darge-
legten Kontobewegungen auf dem Firmenkonto der F._ Holding AG, die Be-
hauptung des Beschuldigten, ein Restbetrag von EUR 150'000.– sei nachträglich
ebenfalls in G._-Anlagen investiert worden, nicht rechtsgenügend widerlegt
werden.
3.2.7. Das Vorbringen der Verteidigung, die seitens der G._ Ltd. zurücker-
statteten EUR 240'000.– seien wieder (im gleichen Sinn) angelegt worden durch
die Zwischenschaltung einer spezialisierten Firma (H._), was aber letztlich
wegen des Konkurses der H._ zu einem Totalverlust geführt habe (Urk. 64 S.
4; Prot. I S. 26), wird weder durch eine entsprechende Kontobewegung auf dem
Firmenkonto der F._ noch durch genügend detaillierte entsprechende Aus-
führungen des Beschuldigten bestätigt, welcher vielmehr ausführte, die zurück-
überwiesenen EUR 240'000.– seien daraufhin "in andere Sachen" investiert wor-
den (Urk. HD 8/1 S. 23). Auch die Zeugenaussage von C._ anlässlich der
Berufungsverhandlung (Urk. 116) konnte dies nicht rechtsgenügend bestätigen,
waren seine entsprechenden Aussagen doch zu unbestimmt.
3.2.8. Es ist deshalb festzuhalten, dass – auch wenn zugunsten des Beschuldig-
ten anzunehmen ist, dass EUR 150'000.– nachträglich an die G._ überwie-
sen wurden – nicht abschliessend geklärt werden kann, wie genau die auf dem
Firmenkonto der F._ liegenden Beträge des Privatklägers – von
EUR 10'000.– und der von der G._ Ltd. überwiesenen EUR 240'000.– – in
der Folge verwendet wurden, auch wenn gestützt auf die dargelegten Kontobe-
wegungen nahe liegt, dass die Gelder vornehmlich für laufende Kosten und Betei-
ligungen der F._ sowie auch durch den Beschuldigten selbst bezogen wur-
den. Jedenfalls ist hinreichend erstellt, dass diese Beträge – im Gegensatz zu den
restlichen, bei welchen zu Gunsten des Beschuldigten davon auszugehen ist,
- 27 -
dass diese im Rahmen der G._-Anlage verlustig gingen – zweckentfremdet
eingesetzt wurden.
3.2.9. Zu diesem Geschäftsgebaren passt zudem der Umstand, dass der Privat-
kläger vom Beschuldigten nur unzulänglich über die Entwicklung seiner Investition
informiert worden zu sein scheint.
So sagte der Privatkläger vor Staatsanwaltschaft aus, dass ihm nicht gesagt wor-
den sei, wohin sein Geld schliesslich fliessen würde. Man habe ihm gesagt, es
werde in ein H._-Investment investiert. Er habe seine Investition belassen,
weil die Rendite gestützt auf die G._-Auszüge, welche ihm der Beschuldigte
übergeben und zugeschickt habe, dermassen gut gewesen sei. Er habe monatlich
ein Schreiben bekommen, welches jeweils bestätigte, wieviel Rendite seine Inves-
tition abgeworfen habe. Bei seinem letzten entsprechenden Schreiben, welches
er im Oktober 2009 erhalten habe, sei ersichtlich, dass seine Investition auf
EUR 708'363.64 angestiegen sei, weshalb er keinen Anlass gehabt habe, das
Geld zurückzuziehen. Die Vereinbarung vom 29. August 2008 sei vor dem Hinter-
grund dieser guten Ergebnisse stillschweigend verlängert worden (Urk. HD 3 S. 3;
Urk. HD 7 S. 6 ff.).
Gemäss dem Beschuldigten würden die Urkunden "G._ – Daily (bzw. Month-
ly) H'._ Statement" nichts über den erwirtschafteten Gewinn aussagen; viel-
mehr würden diese lediglich das Einsatz- sowie das Handelsvolumen aufzeigen.
Die Blätter seien für die F._ gedacht gewesen, der Privatkläger könne da
nicht viel herauslesen. Man sehe einfach den Einsatz des Geldes und das Um-
satzvolumen (Urk. HD 5 S. 6). Bei dem aus dem "Daily H'._ Statement" her-
vorgehenden Betrag handle es sich um eine Gesamtsumme, die auch das Portfo-
lio des Privatklägers beinhalte. Das bedeute aber nicht, dass das Geld in diesem
Moment da sei. Er könne sich noch daran erinnern, dass der Privatkläger von Zeit
zu Zeit solche Dokumente verlangt habe, welche er dann bestimmt auch erhalten
habe. Auf die Frage, ob der Privatkläger über allfällige Verluste informiert worden
sei, erwiderte der Beschuldigte, dass man ihm mitgeteilt habe, dass das Eine gut
und das Andere schlecht laufe, bzw. dass jener nicht über die Verluste aus der
G._-Anlage informiert worden sei. Der Privatkläger habe aber auch nicht all-
- 28 -
zu oft nachgefragt bzw. sich nicht gross interessiert. Er habe die Informationen
nicht unbedingt bei sich haben wollen, habe aber von Zeit zu Zeit angerufen und
verlangt, dass sie ihn informieren würden, was sie auch getan hätten. D._ sei
auch ein oder zwei Mal im Tessin gewesen (Urk. HD 8/1 S. 26; Prot. I S. 16 f.).
Anlässlich der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte zu Protokoll, nicht ge-
nau gewusst zu haben, was diese Auszüge gewesen seien, und schob die Ver-
antwortung für den Versand der Belege an den Privatkläger D._ zu (Prot. II s.
27).
Die Auslegung der bei den Akten liegenden "G._ – Daily H'._ State-
ment" bzw. "G._ – Monthly H'._ Statement" vom Januar und Oktober
2009 (Urk. HD 5 Beilage 4 u. Urk. HD 3 Beilage 2, letztere dem Beschuldigten an-
lässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vorgelegt: Prot. I S. 16) ergibt ein
irreführendes Bild: Aus dem "Statement" vom Juli 2009 geht eine "Closing Balan-
ce" von EUR 684'728.22 und aus demjenigen vom Oktober 2009 eine solche von
EUR 708'363.64 hervor. Da aus den besagten Dokumenten ausserdem hervor-
geht, dass der Auszug das Konto "... F._ Holding AG" betrifft, durfte der Pri-
vatkläger vor dem Hintergrund, dass er EUR 500'000.– in G._-Anlagen in-
vestiert haben wollte, ohne Weiteres davon ausgehen, dass es sich bei den ge-
nannten Beträgen der "Closing Balance" um seine zwischenzeitlich im Wert ge-
stiegene Investition handelte. Dass der Privatkläger von dieser Lesart der "State-
ments" ausging, ist ihm gestützt auf seine kohärenten Aussagen und die objektive
Auslegung dieser Dokumente ohne Weiteres zu glauben. Demgegenüber er-
scheinen die Aussagen des Beschuldigten zu einer weitergehenden Information
des Beschuldigten äusserst vage. Ferner ist auffällig, dass er die Verantwortung
für die mangelnde bzw. unterbliebene Information des Privatklägers auf jenen ab-
zuschieben versucht, obschon die "Statements" erklärungsbedürftig sind.
Durch den Umstand, dass diese Urkunden regelmässig dem Privatkläger zuka-
men, ohne dass gleichzeitig eine Aufklärung über die Aussagekraft der Dokumen-
te erfolgte, wird sogar nahe gelegt, dass der Privatkläger aktiv in die Irre geführt
werden sollte. Die von der Vorinstanz getroffene Annahme, wonach es fast so
scheine, dass der Beschuldigte dem Privatkläger einen Gewinn habe vorspielen
- 29 -
wollen, um dessen Kapital länger anderweitig nutzen zu können (Urk. 79
E. II.5.6.), ist bei dieser Sachlage zutreffend und ist zu teilen.
3.2.10. Zusammenfassend ist folglich zu Gunsten des Beschuldigten davon aus-
zugehen, dass vom Geld des Privatklägers insgesamt EUR 490'000.– an die
G._ Ltd. überwiesen wurden und EUR 240'000.– als anfänglicher Gewinn
aus den Investitionen in die G._ zurücküberwiesen wurden, die übrigen Gel-
der des Privatklägers aber im Rahmen der bestimmungsgemässen Investition in
die G._-Anlagen verlustig gingen. Auch wenn aber nicht abschliessend ge-
klärt werden kann, wie genau die schlussendlich auf dem Firmenkonto der
F._ liegenden Beträge des Privatklägers – EUR 10'000.– und die von der
G._ Ltd. überwiesenen EUR 240'000.– – in der Folge verwendet wurden, ist
hinlänglich erstellt, dass diese Beträge zweckentfremdet eingesetzt wurden, wofür
nicht nur die belegten Kontobewegungen auf dem Firmenkonto der F._ spre-
chen, sondern auch das gesamte Geschäftsgebaren des Beschuldigten, welches
sich insbesondere darin manifestiert, dass er gegenüber dem Privatkläger sugge-
rierte, dass nicht nur der gesamte Betrag von EUR 500'000.– in G._-Anlagen
investiert war, sondern dieser zusätzlich einen Gewinn abwarf. So hätten die
EUR 240'000.–, welche wie erwähnt zu Gunsten des Beschuldigten als anfängli-
cher Gewinn aus den Investitionen in die G._ anzusehen sind, vereinba-
rungsgemäss verteilt und nicht reinvestiert werden sollen, wobei gemäss erstellter
Gewinnbeteiligung 70% respektive EUR 168'000.– dem Privatkläger zugestanden
hätten. Dies wurde aber unterlassen und ergibt – zuzüglich der nicht in die
G._-Anlagen investierte EUR 10'000.– einen Deliktsbetrag von insgesamt
EUR 178'000.–.
3.3. Verantwortlichkeit des Beschuldigten
3.3.1. Um die Verantwortlichkeit des Beschuldigten im Zusammenhang mit der
Vereinbarung mit dem Privatkläger sowie der Verwendung des der F._ über-
lassenen Geldes zu klären, muss näher auf seine Rolle wie auch diejenige seines
Geschäftspartners D._ eingegangen werden: Der Beschuldigte selbst gab im
Rahmen der vorinstanzlichen Hauptverhandlung an, Vollzeit für die F._ ge-
arbeitet zu haben. Er sei – evtl. bis auf ein paar Prozent – Alleinaktionär der
- 30 -
F._ gewesen. Seine Aufgabe sei es gewesen, die Koordination betreffend
die Investments und eigenen Engagements der F._ durchzuführen, wobei er
versucht habe, namentlich für erneuerbare Energien Mittel zu bringen und selbst
zu bedienen, damit das Ganze vorwärts gehe. Es sei alles in seiner Hand gewe-
sen. Ihn als Geschäftsführer zu bezeichnen, wäre übertrieben, denn hierfür benö-
tige es mehr Mitarbeiter. D._ habe die Buchhaltung der F._ gemacht
und alle Geschäfte, die den Verwaltungsrat betrafen (Prot. I S. 11 f.).
3.3.2. Diese Aussagen des Beschuldigten decken sich im Wesentlichen auch mit
den vor Vorinstanz gemachten Angaben von D._, welcher ergänzte, für seine
Buchhaltungstätigkeit eine Jahresrechnung auf Stundenbasis gestellt zu haben,
aber nicht Angestellter der F._ gewesen zu sein und auch keinen Lohn be-
zogen zu haben. Der Beschuldigte sei Aktionär und für ihn Geschäftsführer der
F._ gewesen. Dieser sei laut D._ der einzige gewesen, der Entschei-
dungen getroffen habe (Prot. I S. 20 ff.). Beim Privatkläger habe es sich gemäss
D._ um einen Kontakt des Beschuldigten gehandelt. Die EUR 500'000.– vom
Privatkläger habe er anfangs für ein Darlehen gehalten. Er habe das Geld verbu-
chen wollen, aber keinen Beleg gehabt. Der Privatkläger habe ihm dann gesagt,
dass er bereits eine Vereinbarung mit dem Beschuldigten getroffen habe, weshalb
es keine zusätzlichen Dokumente brauche. Die Überweisung der EUR 340'000.–
an die G._ Ltd. habe er auf Anweisung des Beschuldigten vorgenommen. Er
habe die Zahlung als Verwaltungsrat ausführen müssen, aber es sei nie seine
Entscheidung gewesen. Als er das Geld überwiesen habe, habe er keine Kennt-
nis der Vereinbarung zwischen der F._ und dem Privatkläger gehabt. Mit
dem Rest der EUR 500'000.– und weiteren Geldern hätten sie eine Kassenobliga-
tion bei der Bank J._ gekauft bzw. Löhne und sonstige Kosten der Firma be-
zahlt (Prot. I S. 20 ff.).
3.3.3. Gestützt auf diese Aussagen des Beschuldigten und D._ erscheint –
mit der Vorinstanz (Urk. 79 E. II.5.5.) – klar zu sein, dass der Beschuldigte gene-
rell und auch hinsichtlich der Investition des Privatklägers alleiniger Entschei-
dungsträger bei der F._ war. Dieses Beweisergebnis deckt sich auch mit
dem seitens des Privatklägers wiedergegebenen Bild des Beschuldigten, welcher
- 31 -
das Geschäft nach Aussen hin aufgegleist, sich mit ihm getroffen, seine Überwei-
sung an die F._ veranlasst, ihm die unterzeichnete schriftliche Vereinbarung
vorgelegt sowie darüber hinaus eine mündliche Vereinbarung betreffend die Ge-
winnverteilung getroffen habe. Auch wird – wie die Vorinstanz zutreffend erwog
(Urk. 79 E. II.5.5.) – seitens des Beschuldigten nie geltend gemacht, dass
D._ ihn mit diesem Vorgehen beauftragt oder das Geschäft mit dem Privat-
kläger vor dessen Abschluss abgesegnet habe. Gestützt auf diese Sachlage ist
erwiesen, dass der Beschuldigte auch firmenintern für das Geschäft mit dem Pri-
vatkläger verantwortlich zeichnete. Daran vermag auch der Umstand, dass es
D._ war, welcher den Privatkläger im Tessin traf und mit jenem auch über
das G._-Investment sprach, nichts zu ändern, weil es bei diesem Treffen –
gestützt auf die glaubhaften Ausführungen des Privatklägers und D._ (s. Urk.
HD 7 S. 11 u. Prot. I S. 21) – in erster Linie um ein Bauprojekt in ... [Ortschaft]
ging und der Privatkläger abgesehen davon Auskünfte über den Beschuldigten
und dessen Geschäftserfahrung einholen wollte.
3.3.4. Ergänzend ist festzuhalten, dass gestützt auf diese rechtsgenügend bewie-
sene Rollenverteilung letztlich offen bleiben kann, ob der Beschuldigte über eine
Generalvollmacht betreffend das Konto der F._ bei der Bank J._ in Zü-
rich verfügte, was er vehement bestritt. Seine entsprechenden Aussagen sind in-
des als unglaubhaft zu taxieren. So gab der Beschuldigte zu Protokoll, nicht zu
wissen, wer für ihn auf dem Vollmachtformular neben seinem Namen unterschrie-
ben habe. Gleichzeitig gestand er aber zu, dass er sehe, dass es die gleiche Un-
terschrift sei wie auf der Vereinbarung mit dem Privatkläger vom 29. August 2008
(Urk. HD 8/1 S. 3 f.) und anerkannte auch, "Wirtschaftlich Berechtigter" am betref-
fenden Konto gewesen zu sein (Urk. HD 8/1 S. 4). Gestützt auf diese Aussagen
erscheint offensichtlich, dass der Beschuldigte Zweifel hinsichtlich seiner Beteili-
gung am Investment des Privatklägers säen wollte, womit er aber bei diesem Be-
weisergebnis nicht durchdringt. Im Übrigen erweisen sich die sehr ausführlichen
vorinstanzlichen Erwägungen zur Rollenverteilung des Beschuldigten und
D._ innerhalb der F._ (ebenfalls) als zutreffend, weshalb vollumfänglich
darauf (Urk. 79 E. II.5.5.) verwiesen werden kann.
- 32 -
3.3.5. Letztlich wäre auch – mit der Vorinstanz (Urk. 79 E. II.5.5.) – nicht nach-
vollziehbar, weshalb der Beschuldigte dem Privatkläger Fr. 50'000.– aus der ei-
genen Tasche bezahlt haben sollte (s. Urk. 61; Prot. I S. 26), sollte er sich beim
Geschäft mit dem Privatkläger nicht als federführend erachtet haben. Auch dies
spricht für seine entsprechende firmeninterne Verantwortung.
3.3.6. Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass keine Zweifel bestehen,
dass der Beschuldigte (auch) firmenintern bei der F._ hinsichtlich des Ge-
schäfts mit dem Privatkläger die alleinige Verantwortung trug und D._ – aus-
ser auf Anweisung des Beschuldigten – keine Handlungen im Zusammenhang mit
der Investition des Privatklägers vornahm.
IV. Rechtliche Würdigung
1. Tatbestand der Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB
Der Veruntreuung nach Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB macht sich in objektiver Hin-
sicht schuldig, wer ihm anvertraute Vermögenswerte unrechtmässig in seinem
oder eines anderen Nutzen verwendet, wobei den qualifizierten Tatbestand im
Sinne von Ziff. 2 erfüllt, wer dabei als Mitglied einer Behörde, als Beamter, Vor-
mund, Beistand, berufsmässiger Vermögensverwalter oder bei Ausübung eines
Berufes, Gewerbes oder Handelsgeschäftes, zu der er durch eine Behörde er-
mächtigt ist, handelt. In subjektiver Hinsicht wird Vorsatz vorausgesetzt. Nur wer
in Bezug auf sämtliche objektiven Tatbestandselemente mit Wissen und Willen
handelt, macht sich der Veruntreuung strafbar, wobei Eventualvorsatz genügt
(Art. 12 Abs. 2 StGB).
2. Tatobjekt – Anvertraute Vermögenswerte
2.1. Als Vermögenswert im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB gelten vertret-
bare und unvertretbare Sachen, welche für den Täter nicht fremd (im Sinne von
Abs. 1) sind, sowie Forderungen oder Buchgeld (BSK STGB–NIGGLI/RIEDO,
- 33 -
Art. 138 N 26 ff. m.w.H.; DONATSCH, Strafrecht III, 10. Aufl., Zürich 2013, S. 136 f.
m.w.H.; BGE 120 IV 117 E. 2e).
Beim vom Privatkläger auf das Konto der F._ bei der Bank J._ überwie-
senen Betrag von EUR 500'000.– handelt es sich – mit der Vorinstanz (Urk. 79 E.
III.3.1.) – um Buchgeld und damit um einen Vermögenswert im Sinne von Art. 138
Ziff. 1 Abs. 2 StGB.
2.2. Gemäss langjähriger bundesgerichtlicher Rechtsprechung gilt als anvertraut,
was jemand mit der Verpflichtung empfangen hat, es in einer bestimmten Weise
im Interesse eines anderen zu verwenden, insbesondere es zu verwahren, zu
verwalten oder abzuliefern (BGE 120 IV 117 E. 2b; BGE 118 IV 32 E. 2b; BGE
118 IV 239). Der Treunehmer erlangt nicht nur eine tatsächliche, sondern auch
eine rechtliche Verfügungsmacht an den ihm anvertrauten Vermögenswerten.
Wirtschaftlich fremd sind Vermögenswerte dann, wenn der Täter verpflichtet ist,
sie ständig zur Verfügung des Treugebers zu halten (BSK STGB-NIGGLI/RIEDO,
Art. 138 N 34 m.w.H). Die in sein Eigentum übergegangenen Werte sind be-
stimmt, wieder an den Berechtigten (den Treugeber) zurückzufliessen (BGE 120
IV 17 E. 2e; BGE 133 IV 21 E. 6.2). Bei Buchgeld, welches dem Treugeber zu-
steht und dem Täter übertragen wird, muss Letzteren eine vertraglich oder ge-
setzlich begründete Pflicht zur ständigen Werterhaltung des Guthabens treffen
(DONATSCH, a.a.O., S. 147; vgl. auch BGE 120 IV 117 E. 2e).
In casu ist erstellt, dass die Investition der vom Privatkläger der F._ überwie-
senen EUR 500'000.– ausschliesslich in Anlagen der G._ Ldt. London erfol-
gen sollte. Wie seitens der Vorinstanz zutreffend erwogen wurde (Urk. 79
E. III.3.2.), hatte gemäss der schriftlichen Vereinbarung vom 29. September 2008
der vom Privatkläger zur Verfügung gestellte Betrag diesem jederzeit als wirt-
schaftlich berechtigtem Eigentümer zu verbleiben und es wurde ferner festgelegt,
dass der Betrag plus angefallene Erträge nach Beendigung der Investition dem
Privatkläger ohne weitere Aufforderung auf dessen Konto zu überweisen sei
(Urk. HD 8/2A). Damit wurde – ausserhalb der zweckgebundenen Investition in
die G._-Anlagen – klarerweise eine Pflicht des Beschuldigten bzw. der
F._ zur ständigen Werterhaltung vereinbart, zumal das vertragliche Verhält-
- 34 -
nis gestützt auf die Vereinbarung vom 29. September 2008 und die Aktenlage
nach dem 31. Dezember 2008 jederzeit durch den Privatkläger hätte widerrufen
werden können (s. Urk. HD 8/2A).
2.3. Wer als Angestellter eines Unternehmens oder als Organ einer juristischen
Person oder Fiduziar als direkter oder indirekter Stellvertreter handelt, empfängt
Vermögenswerte nicht für sich, sondern für den Vertretenen; mithin können ihm
Vermögenswerte anvertraut werden (Urteil des Bundesgerichts 6B_17/2009 vom
16. März 2009 E. 2.1.1).
In casu ist – mit der Vorinstanz (Urk. 79 E. III.3.2.) – massgebend, dass die
F._ durch den Beschuldigten als deren Vertreter und Alleinaktionär (vgl.
Urk. HD 12/2 S. 4) personifiziert wurde. Auch wenn die Vereinbarung hinsichtlich
des Verwendungszwecks des überwiesenen Betrages mit der F._ und nicht
dem Beschuldigten persönlich zustande kam, zeigte sich der Beschuldigte nach
aussen als anfänglicher und grundsätzlich einziger Ansprechpartner für den Pri-
vatkläger hinsichtlich seiner Investition und auch nach innen hin (s. vorstehend
unter E. III.3.3.6.) für die Abwicklung des Geschäfts alleine zuständig. Wie die Vo-
rinstanz zutreffend festhielt (Urk. 79 E. III.3.2.), vermag die durch den Beschuldig-
ten selbst gewählte Rechtsform für seine Geschäftstätigkeit seine persönliche
Verantwortlichkeit nicht auszuschliessen.
3. Tathandlung – Unrechtmässige Verwendung in eigenem oder fremden Nut-
zen
Die Tathandlung der Veruntreuung besteht in einem Verhalten des Täters, durch
welches er eindeutig seinen Willen kundtut, den obligatorischen Anspruch des
Treugebers zu vereiteln (BGE 121 IV 25; BGE 133 IV 27). Wurde dem Täter Geld
übergeben und mit ihm die Vereinbarung getroffen, es für einen bestimmten
Zweck und nichts anderes zu verwenden, so trifft ihn bis zur bestimmungsgemäs-
sen Verwendung die ständige Werterhaltungspflicht darüber; er hat es bis dahin in
dem Sinne treuhänderisch zu verwalten, als dass er in der Höhe der übergebenen
Summe jederzeit liquid sein muss (vgl. zum Ganzen: BSK STGB-NIGGLI/RIEDO,
Art. 138 StGB N 107 f.; DONATSCH, a.a.O., S. 145). Der Vermögensschaden bildet
- 35 -
ein ungeschriebenes Tatbestandsmerkmal, das freilich im Tatbestandselement
der unrechtmässigen Verwendung bereits definitorisch erfasst ist. Denn bei Ge-
fährdung des obligatorischen Anspruchs entsteht eine Wertminderung (BSK
STPO–NIGGLI/RIEDO, Art. 138 N 110).
Der Beschuldigte hat vorliegend EUR 490'000.– von den vom Privatkläger inves-
tierten EUR 500'000.– an die G._ überwiesen. Von der G._ flossen
EUR 240'000.– nur kurze Zeit nach der Überweisung zurück an die F._ und
auf deren Firmenkonto. Von diesen wurden jedoch nicht, wie vereinbart,
EUR 168'000.– an den Privatkläger ausbezahlt. Stattdessen wurde der gesamte
Betrag anderweitig verwendet und damit unrechtmässig eingesetzt. Der Restbe-
trag des vom Privatkläger investierten Geldes von EUR 10'000.– wurde von Be-
ginn an auf dem Firmenkonto der F._ belassen, wo sich die dem Privatkläger
zustehenden Beträge mit dem Firmenkapital der F._ vermischten. Indem
diese Summe nicht für die G._-Anlage, sondern zweckentfremdet, vornehm-
lich für laufende Kosten und Beteiligungen der F._ sowie auch durch den
Beschuldigten selbst, verwendet wurde, wurde sie unrechtmässig eingesetzt. Da-
zu kommt, dass der Beschuldigte mittels Zustellung erklärungsbedürftiger Auszü-
ge über die G._-Anlage dem Privatkläger gegenüber suggerierte, dass nicht
nur der gesamte Betrag von EUR 500'000.- (weiterhin) in G._-Anlagen inves-
tiert war, sondern dass dieser zusätzlich einen Gewinn abwarf (s. vorstehend un-
ter E. III.3.2.9.-3.2.10.). Damit hat der Beschuldigte eine – der Sachlage nicht ent-
sprechende – pflichtgemässe Verwendung der Investition des Privatklägers vor-
gegeben. Demzufolge hat der Beschuldigte durch sein aufgezeigtes Verhalten
seinen Willen bekundet, den obligatorischen Anspruch des Privatklägers zu verei-
teln oder diesen zumindest zu gefährden, d.h. die bestehende Verpflichtung zur
vereinbarungsgemässen Investition sowie zur Rückgabe der Gelder nicht zu erfül-
len.
4. Vorsatz und Bereicherungsabsicht
4.1. In subjektiver Hinsicht muss der Täter vorsätzlich handeln. Der Vorsatz
muss sich auf die wirtschaftliche Fremdheit der Vermögenswerte sowie auf die
Unrechtmässigkeit der Verwendung des Empfangenen beziehen. Verlangt wird
- 36 -
weiter – obwohl dies in Abs. 2 nicht ausdrücklich wiederholt wird – gleich wie in
Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, die Absicht des Täters, sich oder einen Dritten unge-
rechtfertigt zu bereichern (BSK STGB-NIGGLI/RIEDO, Art. 138 N 112 f. m.w.H.). Er-
satzbereitschaft schliesst nach der Rechtsprechung Veruntreuung aus. Der Täter
muss mithin zum Zeitpunkt der Tat den Willen haben, fristgerecht Ersatz zu leis-
ten, und darüber hinaus auch fähig sein, dies zu tun (BGE 119 IV 127). Ob dieser
Wille vorlag oder nicht, ist nicht immer leicht zu klären. Ersatzwillen verneint das
Bundesgericht grundsätzlich dann, "wenn der Täter trotz Ersatzwillens aufgrund
seiner wirtschaftlichen Lage nicht überzeugt sein kann, rechtzeitig Ersatz leisten
zu können" (BGer, KassH, 5. April 2000, 6S.835/1999), was so zu verstehen sei,
dass das Bestehen des Ersatzwillens – trotz gegenteiliger Behauptung des Täters
– nicht angenommen werden könne, wenn objektiv betrachtet dieser Wille ange-
sichts der Finanzlage des Täters nicht habe bestehen können (BSK STGB-
NIGGLI/RIEDO, Art. 138 N 120). Die objektive Ersatzfähigkeit ist somit ein wesentli-
cher Umstand für die Beurteilung der Behauptung, den ernsthaften und festen
Willen zur Ersatzleistung gehabt zu haben; denn wer nicht über die notwendigen
Mittel verfügt bzw. keine begründete Aussicht auf deren Zufluss hat, kann norma-
lerweise nicht davon überzeugt sein, rechtzeitig Ersatz leisten zu können. Wer
aber nicht überzeugt ist, fristgerecht Ersatz leisten zu können, der weiss und
rechnet damit, dass eine unrechtmässige Bereicherung eintreten könnte. Wenn er
trotzdem über das anvertraute Gut verfügt, nimmt er den möglichen Bereiche-
rungserfolg in Kauf und handelt somit in eventueller Bereicherungsabsicht, was
gemäss allgemeiner Regel für die subjektive Tatbestandsmässigkeit genügt (vgl.
BGE 118 IV 29 f.; BGE 124 IV 9 ff.).
4.2. Der Vorsatz des Beschuldigten ist in casu – mit der Vorinstanz (Urk. 79
E. III.3.4.) – als gegeben zu erachten. So wusste und wollte der Beschuldigte,
dass ihm das Geld des Privatklägers zweckgebunden zur Investition in die
G._-Anlage anvertraut wurde, nur schon weil er dem Privatkläger die
G._-Anlage angepriesen sowie seitens der F._ die Vereinbarung vom
29. September 2008 unterzeichnet bzw. dem Privatkläger vorgelegt hat. Entspre-
chend musste er wissen, dass er vertragswidrig und damit unrechtmässig handel-
te, indem er die investierten Beträge des Privatklägers nicht (gänzlich) zweckge-
- 37 -
bunden investierte und dem Privatkläger nach Beendigung der Verträge nicht
wieder zur Verfügung stellte. Durch die unrechtmässige Verwendung der Gelder
nahm der Beschuldigte in Kauf, dass diese dem Privatkläger im Falle einer Rück-
forderung zumindest nicht vollumfänglich zur Verfügung stehen würden. Die vo-
rinstanzliche Auffassung, dass der Beschuldigte wusste, dass eine (allenfalls zwi-
schenzeitliche) Investition in firmeninterne Angelegenheiten vom Privatkläger je-
denfalls nicht beabsichtigt war, und dies selbst wenn der Beschuldigte tatsächlich
von einer der Sicherheit des Privatklägers dienenden dualen Investition ausging
(Urk. 79 E. III.3.4.), ist zu teilen. Indem der Beschuldigte trotzdem diese anderwei-
tigen Überweisungen veranlasste, brachte er auch seinen Willen, entsprechend
zu handeln, zum Ausdruck.
4.3. Fakt ist des Weiteren, dass der Privatkläger gestützt auf den Konkurs der
F._ lediglich eine Konkursdividende im Betrag von Fr. 11'000.– und vom Be-
schuldigten selbst lediglich eine Zahlung von EUR 50'000.– erhielt. Das Fehlen
von objektiver und subjektiver Ersatzfähigkeit ist vorliegend offensichtlich: So war
der Beschuldige denn auch bis anhin weder willig noch fähig, den dem Privatklä-
ger zustehenden Wert zu ersetzen. Seitens der Verteidigung wird eingewandt,
dass nicht erwiesen sei, dass das Investment des Privatklägers zu einem Verlust
geführt habe (Urk. 64 S. 4). Der Beschuldigte brachte diesbezüglich vor, dass ein
Teil der Investition des Privatklägers, ca. EUR 200'000.–, bei Konkurseröffnung
auch noch vorhanden gewesen und in die Konkursmasse gefallen sei (Urk. HD 5
S. 9), weshalb die vorgeworfene fehlende Ersatzfähigkeit erst durch die Kon-
kurseröffnung eingetreten sei, welche nicht durch ihn, sondern durch den Revisor,
welcher die Konkursanmeldung verlangt habe, zu verantworten sei (Urk. HD 8/1
S. 2 u. Urk. 64 S. 2). Mit der Vorinstanz (Urk. 79 E. III.3.3.) ist dem entgegenzu-
halten, dass diese Argumentation rein spekulativ ist, insbesondere bei Betrach-
tung der Aufstellung der Aktiven (Fr. 0.– bzw. pro Memoria) und Passiven (Fr. 3.8
Mio) der F._ im Konkurs (vgl. Anhang Urk. HD 12/2), welche eine völlig an-
dere wirtschaftliche Realität wiedergibt. Ebenso führte die Vorinstanz (Urk. 79
E. III.3.4.) zutreffend aus, dass sowohl der F._ als auch dem Beschuldigten
bereits vor der Konkurseröffnung ausreichend Gelegenheit gegeben wurde, ent-
sprechende Mittel erhältlich zu machen (scheinbar hat es mehrere Konkursauf-
- 38 -
schübe gegeben), was offenbar nicht gelang oder gar nicht erst versucht wurde,
bzw. hat D._ dem Beschuldigten bereits mit Schreiben vom 6. Februar 2009
angedroht, die Bilanz der F._ zu deponieren, sollte der Beschuldigte seinen
Forderungen – insbesondere nach Nachschuss von Eigenkapital und Lieferung
von schriftlichen Verträgen – nicht nachkommen (vgl. GB150035-Urk. 59/2). Da
der Beschuldigte – abgesehen von seiner Verantwortung als einziger Aktionär
und Geschäftsführer der F._ – spätestens ab diesem Zeitpunkt um die deso-
late Lage der F._ wusste, hätte er sich spätestens dann um einen gewinn-
bringenden Verkauf der Liegenschaften der F._ bemühen können, was er in-
des unterliess.
4.4. Da der Beschuldigte sich die vom Privatkläger überwiesenen Anlagegelder
zum grössten Teil nicht zweckentsprechend und im Wissen um die Unmöglichkeit
einer rechtzeitigen Rückzahlung im eigenen oder im Interesse der F._ ver-
wendete, handelte er in der Absicht sich bzw. die F._ unrechtmässig zu be-
reichern, zumal auf die entsprechenden Geldbeträge kein Rechtsanspruch be-
stand. Durch sein Handeln im Umfang des objektiven Tatbestandes hat der Be-
schuldigte den möglichen Bereicherungserfolg zumindest in Kauf genommen und
handelte deshalb im Wissen um alle objektiven Tatbestandsmerkmale willentlich
mit zumindest eventueller Bereicherungsabsicht.
5. Berufsmässiger Vermögensverwalter
Da der Beschuldigte als berufsmässiger Vermögensverwalter handelte, erfüllt er
überdies die Voraussetzungen der Qualifizierung von Art. 138 Ziff. 2 StGB (s.
BGE 97 IV 202). Die entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 79
E. III.3.5.) erweisen sich überdies als zutreffend, weshalb vollumfänglich darauf
verwiesen werden kann.
6. Ergebnis
Mangels Vorliegens von Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründen macht
sich der Beschuldigte vorliegend der qualifizierten Veruntreuung gemäss Art. 138
Ziff. 1 Abs. 2 StGB i.V.m. Ziff. 2 StGB schuldig.
- 39 -
V. Sanktion
1. Strafrahmen
1.1. Die tat- und täterangemessene Strafe ist grundsätzlich innerhalb des or-
dentlichen Strafrahmens der anzuwendenden Strafbestimmung festzusetzen.
Dieser Rahmen ist vom Gesetzgeber in aller Regel sehr weit gefasst worden, um
sämtlichen konkreten Umständen Rechnung zu tragen. Vorliegend drängt sich –
mit der Vorinstanz (Urk. 79 IV.1.) – keine Erweiterung des ordentlichen Strafrah-
mens auf.
1.2. Der massgebende ordentliche Strafrahmen für eine qualifizierte Veruntreu-
ung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. Ziff. 2 StGB reicht von einem Tagessatz
Geldstrafe bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe.
2. Strafzumessungsfaktoren
Seitens der Vorinstanz wurden die zu den Kriterien der Strafzumessung nötigen
theoretischen Ausführungen gemacht. Darauf und auf die aktuelle Rechtspre-
chung des Bundesgerichts zum Thema (BGE 136 IV 55 E. 5.4. ff.; 135 IV 130 E.
5.3.1; 132 IV 102 E. 8.1; je mit Hinweisen) kann vorab verwiesen werden. Zutref-
fend wurde auch festgehalten, dass zwischen der Tat- und Täterkomponente so-
wie der objektiven und subjektiven Tatschwere zu unterscheiden ist (s. Urk. 79
E. IV.2.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
3. Konkrete Strafzumessung
3.1. Objektive Tatschwere
Bezüglich der Tatschwere ist festzuhalten, dass die vorliegend veruntreute De-
liktssumme im Betrag von EUR 178'000.–, welche allein im Interesse des Be-
schuldigten bzw. der F._ verwendet wurde, aber auch der letztlich beim Pri-
vatkläger ausstehende Betrag von EUR 117'000.– jeweils beträchtlich ist. Ferner
wirkt sich verschuldenserschwerend aus, dass der Beschuldigte auch Drittperso-
nen in seine Machenschaften einbezog, indem er seine Beziehungen zu E._,
damals Arbeitnehmer der M._, nutzte, um seinem Geschäftsgebaren gegen-
- 40 -
über dem Privatkläger einen seriösen Anstrich zu geben. Weiter ist zu Ungunsten
des Beschuldigten zu berücksichtigen, dass es der Beschuldigte nicht bloss bei
einer unzulänglichen Information des Privatklägers über den jeweils aktuellen
Stand von dessen Investition beliess, sondern sich darüber hinaus irreführender
Urkunden bediente, um den Privatkläger letztlich von einem allfälligen Abzug sei-
ner Investition abzuhalten, was von einer nicht unbeträchtlichen kriminellen Ener-
gie zeugt.
Andererseits ist verschuldensmindernd zu veranschlagen, dass es der Privatklä-
ger unterliess, sich hinsichtlich seiner hochspekulativen Investition abzusichern
bzw. hinreichende Informationen hierzu einzuholen und sich auf eine rudimentär
formulierte Vereinbarung mit einer ihm nur wenig bekannten Gegenpartei einliess.
Mit der Vorinstanz (Urk. 79 E. IV.2.1.) vermag sich diese eher schwer nachvoll-
ziehbare Unbekümmertheit bzw. "Nonchalance" des Privatklägers leicht zu Guns-
ten des Beschuldigten auszuwirken.
Das Verschulden des Beschuldigten ist vor dem Hintergrund des weiten Straf-
rahmens als noch leicht zu bezeichnen. Eine hypothetische Einsatzstrafe von 16
Monaten Freiheitsstrafe erweist sich als angemessen.
3.2. Subjektive Tatschwere
Bei der Beurteilung der subjektiven Tatschwere fällt zu Gunsten des Beschuldig-
ten merklich ins Gewicht, dass der ihm persönlich zukommende finanzielle Vorteil
gestützt auf die Aktenlage als eher geringfügig einzustufen ist. Als Motive stehen
vielmehr die finanziellen Interessen der F._ oder auch seine Berufsehre im
Vordergrund, indem der Beschuldigte durch seine Handlungen bezweckte, einen
Konkurs der F._ abzuwenden, was ihm aber letztlich nicht gelang.
Bei dieser Sachlage vermag die subjektive Tatschwere die objektive deshalb et-
was zu relativieren, weshalb sich die hypothetische Einsatzstrafe auf 14 Monate
Freiheitsstrafe reduziert.
- 41 -
3.3. Täterkomponente
3.1. Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten kann
zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen vollumfänglich auf die entsprechen-
den und zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 79 E. IV.2.2.) verwiesen
werden. Anlässlich der Berufungsverhandlung ergänzte der Beschuldigte, dass er
zu 50% bei der N._ AG tätig sei und monatlich zwischen Fr. 3'000.– und Fr.
4'000.– als "Spesen" beziehe. Für seine Wohnung zahle er Fr. 900.– im Monat,
für die Krankenkasse Fr. 434.–. Er habe noch keine AHV beantragt und auch sei-
ne Pensionskasse aufgeschoben und weise über Fr. 900'000.– Schulden auf, hof-
fe aber, diese durch den Gewinn aus seiner neuen AG bald abzahlen zu können.
Er schätze, er könne seine Firma für 5 bis 6 Millionen Franken verkaufen, konnte
aber nicht erklären, warum er dies bis anhin noch nicht getan hat (Prot. II S. 13-
17).
Das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten erweisen sich
– mit der Vorinstanz (Urk. 79 E. IV.2.2.) – als strafzumessungsneutral.
3.2. Der Beschuldigte verfügt über keine Vorstrafen (Urk. 108), was ebenfalls
strafzumessungsneutral zu werten ist. Dass zurzeit gemäss seiner eigenen Aus-
sage eine weitere Strafuntersuchung gegen ihn hängig ist, darf angesichts der
Unschuldsvermutung nicht gegen ihn verwendet werden.
3.3. Beim Nachtatverhalten ist dem Verhalten des Täters nach der Tat und im
Strafverfahren Rechnung zu tragen. Ein Geständnis, das kooperative Verhalten
eines Täters bei der Aufklärung von Straftaten sowie die Einsicht und Reue wir-
ken strafmindernd. Dabei können umfangreiche und prozessentscheidende Ge-
ständnisse eine Strafreduktion von bis zu einem Drittel bewirken (BGE 121 IV 202
E. 2d/cc). Hinsichtlich der Beurteilung des Nachtatverhaltens des Beschuldigten
fällt zu seinen Gunsten ins Gewicht, dass er den beim Privatkläger entstandenen
Schaden immerhin mittels einer Zahlung von EUR 50'000.– etwas zu minimieren
versuchte, was leicht strafmindernd zu berücksichtigen ist. Ein Geständnis liegt
demgegenüber nicht vor und auch eine bei der Strafzumessung weiter zu berück-
sichtigende Einsicht und Reue ist beim Beschuldigten nicht erkennbar. Mit der Vo-
- 42 -
rinstanz (Urk. 79 E. IV.2.2.) wirkt sich die Täterkomponente strafmindernd aus. Al-
lerdings ist anzumerken, dass die Strafzumessung der Vorinstanz für den von ihr
angenommenen Sachverhalt respektive Deliktsbetrag unangemessen tief war.
Insgesamt erweist sich eine Geldstrafe von 360 Tagessätzen bzw. eine Freiheits-
strafe in der Höhe von 12 Monaten als angemessen.
4. Strafart
4.1. Als Strafart für den Bereich der mittleren Kriminalität sieht das Gesetz die
Geld- und die Freiheitsstrafe vor. Nach der Konzeption des Allgemeinen Teils des
Strafgesetzbuches stellt die Geldstrafe die Hauptsanktion dar. Freiheitsstrafen
sollen nur verhängt werden, wenn der Staat keine anderen Mittel hat, die öffentli-
che Sicherheit zu gewährleisten. Nach dem Verhältnismässigkeitsprinzip soll bei
alternativ zur Verfügung stehenden und hinsichtlich des Schuldausgleichs äquiva-
lenten Sanktionen im Regelfall diejenige gewählt werden, die weniger stark in die
persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift bzw. die ihn am wenigsten hart trifft
(BGE 134 IV 82 E. 4.1.; Botschaft vom 21. September 1998 zur Änderung des
Schweizerischen Strafgesetzbuches BBl 1999 S. 2043 f.). Die Geldstrafe ist ge-
genüber der Freiheitsstrafe die weniger eingriffsintensive Sanktion und gilt somit
als mildere Strafe (BGE 134 IV 97 E. 4.1.1.-2.). Mit Blick auf die bundesgerichtli-
che Rechtsprechung hat das Gericht konkret zu prüfen und auch zu begründen,
weshalb im Einzelfall eine Geldstrafe unzweckmässig und stattdessen eine Frei-
heitsstrafe auszusprechen ist, was seitens der Vorinstanz unterblieb. Die Begrün-
dungspflicht reicht nicht soweit, wie dies Art. 41 Abs. 2 StGB hinsichtlich der Aus-
fällung kurzer Freiheitsstrafen unter sechs Monaten verlangt. Allerdings sollten die
Beweggründe des Gerichts für die eine oder andere Sanktionsform aus dem Urteil
ersichtlich sein (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Februar 2010 6B_839/2009
E. 3.4.).
4.2. In casu ist beim Beschuldigten, welcher als Österreichischer Bürger mit ei-
ner Jahresaufenthaltsbewilligung in der Schweiz wohnhaft ist, kein Grund ersicht-
lich, eine Freiheitsstrafe vorzusehen. Deshalb ist vorliegend auf die mildere Sank-
tionsart zu erkennen und eine Geldstrafe auszusprechen.
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4.3. Die Höhe des Tagessatzes bemisst sich nach den persönlichen und wirt-
schaftlichen Verhältnissen des Beschuldigten, wobei auf den Zeitpunkt der Ur-
teilsfällung abzustellen ist. In die Bemessung einzubeziehen sind insbesondere
seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie sein Lebensaufwand, all-
fällige Familien- und Unterstützungspflichten und das Existenzminimum (Art. 34
Abs. 2 StGB). Der Tagessatz soll dem Teil des täglichen wirtschaftlichen Ein-
kommens des Beschuldigten entsprechen, auf den er nicht zwingend angewiesen
ist. Als Tagessatzhöhe erweist sich angesichts der aktuellen finanziellen Verhält-
nisse des Beschuldigten eine solche von Fr. 50.- als angemessen, erwartet er ja
eigenen Angaben zufolge auch, seine neue Firma bald mit grossem Gewinn ver-
kaufen zu können (Prot. II S. 17).
5. Absehen von einer Busse
Eine bedingte Strafe kann stets mit einer zu bezahlenden Busse bis zu
Fr. 10'000.– verbunden werden (Art. 42 Abs. 4 StGB in Verbindung mit Art. 106
StGB). In casu wird seitens der Privatklägerschaft u.a. die Bestrafung mit einer
Busse von mindestens Fr. 10'000.– beantragt (Urk. 90). Eine Busse ist auszu-
sprechen, sofern der zu einer bedingten Strafe verurteilte Täter doch noch eine
unmittelbare Sanktion spüren soll und so quasi ein "Denkzettel" an die Adresse
des Täters sich als angebracht erweist. Es ist hingegen nicht zulässig, über die
nach dem Tatschuldprinzip bemessene Strafe aus Gründen der Generalpräventi-
on hinauszugehen (BGE 118 IV 342 E. 2.g) mit Hinweisen). Auch soll die Strafen-
kombination nicht etwa zu einer Straferhöhung führen oder eine zusätzliche Strafe
ermöglichen. Sie erlaubt lediglich innerhalb der schuldangemessenen Strafe eine
täter- und tatangemessene Sanktion, wobei die kombinierten Strafen in ihrer
Summe schuldangemessen sein müssen (BGE 134 IV 1 E. 4.5.2). Vorliegend
würde aufgrund der bereits festgesetzten täter- und tatangemessene Strafe eine
Verbindungsbusse zu einer Straferhöhung führen, weshalb von der Ausfällung ei-
ner Busse abzusehen ist.
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6. Ergebnis
Nach Würdigung der Tat- und der Täterkomponente erweist sich eine Geldstrafe
von 360 Tagessätzen à Fr. 50.– (insgesamt Fr. 18'000.–) als angemessen.
VI. Vollzug
1. Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe, von gemeinnütziger Arbeit
oder einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten und höchstens zwei
Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint,
um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten
(Art. 42 Abs. 1 StGB). Materiell ist demnach das Fehlen einer ungünstigen Prog-
nose vorausgesetzt. Das heisst in Anlehnung an die herrschende Praxis, dass auf
das Fehlen von Anhaltspunkten für eine Wiederholungsgefahr abgestellt wird. Die
günstige Prognose wird also vermutet.
2. Da vorliegend – mit der Vorinstanz (Urk. 79 E. IV.4.) – von einer günstigen
Prognose auszugehen ist, ist dem Beschuldigten vorliegend der bedingte Straf-
vollzug zu gewähren. Die Probezeit ist bei einem Ersttäter wie dem Beschuldigten
auf zwei Jahre anzusetzen.
VII. Zivilansprüche
1. Die Voraussetzungen der Gutheissung eines Schadenersatzanspruches be-
stimmen sich nach Art. 41 OR. Voraussetzung für die Zusprechung von Schaden-
ersatz ist demnach, dass ein Schaden vorliegt, welcher durch ein widerrechtliches
und schuldhaftes Verhalten adäquat kausal verursacht wurde. Die Rechtsmitte-
linstanz darf der Privatklägerschaft im Rahmen der Zivilklage nicht mehr und
nichts anderes zusprechen, als diese verlangt, was zudem in Art. 391 Abs. 1 lit. b
StPO ausdrücklich festgehalten wurde (BSK STPO-DOLGE, Art. 122 N 5 ff. und
N 24 f.; SCHMID, PRAXISKOMMENTAR STPO, Art. 391 N 2). Grundsätzlich hat das
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Gericht gemäss Art. 126 Abs. 1 lit. a StPO über die anhängig gemachte Zivilklage
zu entscheiden, wenn es die beschuldigte Person schuldig spricht. Davon darf
das Gericht nur dann abweichen, wenn die Privatklägerschaft die Zivilklage nicht
hinreichend begründet oder beziffert hat (Art. 126 Abs. 2 lit. c StPO) oder die voll-
ständige Beurteilung des Zivilanspruchs unverhältnismässig aufwendig wäre
(Art. 126 Abs. 3 StPO). In diesen Fällen ist die Zivilklage auf den Zivilweg zu ver-
weisen. Inhaltlich kann das Adhäsionsurteil auf Gutheissung, teilweise Gutheis-
sung oder Abweisung der Zivilklage lauten. Bei teilweiser Gutheissung muss über
den nicht gutgeheissenen Teil ebenfalls eine Entscheidung gefällt werden: Ist die-
ser Teil spruchreif, aber nicht begründet, wird er abgewiesen. Ist dieser Teil da-
gegen nicht genügend substanziert, wird er auf den Zivilweg gewiesen. Abzuwei-
sen ist die Zivilklage hingegen dann, wenn sie spruchreif, aber unbegründet ist
oder die Aktiv- oder die Passivlegitimation nicht gegeben ist, schliesslich auch
dann, wenn aufgrund der Beweislosigkeit zu Lasten der Zivilklägerschaft zu ent-
scheiden ist (BSK StPO-Dolge, Art. 126 N 23 ff.).
2. Der Privatkläger verlangt in casu Schadenersatz in der Höhe von
Fr. 703'562.– nebst 5 % Verzugszins seit 5. Januar 2009 (Urk. 90; Prot. II S. 35
und 39), demgegenüber der Beschuldigte infolge des beantragten Freispruchs
(sinngemäss) die Abweisung der Zivilklage beantragt (Urk. 80; Urk. 117 S. 1).
Trotz der zwischenzeitlich erfolgten Zahlung von EUR 50'000.– sei keine Zah-
lungspflicht anerkannt worden (Prot. I S. 24 f.). Seitens der Privatklägerschaft wird
die Höhe des verlangten Betrages wie folgt begründet: Da EUR 50'000.–vom Be-
schuldigten an den Privatkläger zurückbezahlt worden seien, resultiere ein Fehl-
betrag von EUR 450'000.–, welcher gemäss Wechselkurs vom 12. September
2008 (Datum der Überweisung) Fr. 714'569.– entspreche. Der Betrag sei per
5. Januar 2009 zur Rückzahlung fällig gewesen, weshalb ab diesem Zeitpunkt
5 % Verzugszinsen zu bezahlen seien (Urk. 61 u. 62; Prot. II S. 35). Er habe sich
zwar Forderungen abtreten lassen, sehe aber keinen Sinn darin, diese einzukla-
gen, was er auch nicht müsse, respektive seien entsprechende Verfahren sistiert
bis zum Abschluss des vorliegenden Strafverfahrens (Prot. II S. 37).
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3. Vorliegend ist hinsichtlich der geltend gemachten Zivilansprüche vorab
massgebend, dass der Privatkläger zu Protokoll gab, dass er vom Konkursamt
Zug eine Konkursdividende Fr. 11'000.– erhalten hat (Urk. HD 7 S. 10; Prot. II
S. 35).
Abgesehen davon ist – mit der Vorinstanz (Urk. 79 E. V.) – festzustellen, dass
sich der Privatkläger im Konkursverfahren verschiedene Ansprüche gegenüber
dem Beschuldigten und gegenüber Dritten abtreten lassen hat (Abtretungsschrei-
ben des Konkursamts Zug von 13. November 2011; F._-Akten, Ordner Kon-
kursverfahren 2009/459, Beilage 207). Da weiterhin unklar ist, ob sich der Privat-
kläger aus diesen Forderungen (teilweise) schadlos halten konnte, ist der gefor-
derte Betrag bereits deshalb nicht rechtsgenügend ausgewiesen.
Hinsichtlich des beantragten Zinses ist zudem zu beachten, dass in casu unbe-
stritten ist, dass der Privatkläger die Investition im Einverständnis mit der F._
bzw. dem Beschuldigten über das in der schriftlichen Vereinbarung vom 29. Sep-
tember 2008 vorgesehene Datum, dem 31. Dezember 2008, stillschweigend ver-
längert hat (Urk. HD 5 S. 4 f.; Urk. HD 7 S. 7; Urk. HD 8/2A). Es rechtfertigt sich
deshalb bereits gestützt auf diese Erwägungen, den Privatkläger mit seinem
Schadenersatzbegehren – einhergehend mit der Vorinstanz (Urk. 79 E. V.) – auf
den Zivilweg zu verweisen.
VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Ausgangsgemäss sind die vorinstanzliche Kostenaufstellung und die Kos-
tenauflage (Dispositiv-Ziffern 6 und 8) zu bestätigen. Ferner sind dem Beschuldig-
ten die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen
Verteidigung im Berufungsverfahren, vollumfänglich aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1
StPO). Die Kosten der amtlichen Verteidigung im Berufungsverfahren sind auf die
Gerichtskasse zu nehmen, unter Vorbehalt der Rückzahlungspflicht des Beschul-
digten.
2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 4'500.– festzuset-
zen.
- 47 -
3.1. Seitens der Rechtsvertretung der Privatklägerschaft wird im Berufungsver-
fahren gerügt, dass der ihr von der Vorinstanz als Entschädigung der durch das
erstinstanzliche Verfahren und der zur Geltendmachung der Zivilansprüche ent-
standenen Anwaltskosten in Dispositivziffer 5 zugesprochene Betrag von
Fr. 7'500.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu tief sei (Urk. 90). Im Einzelnen bringt sie vor,
sie habe den entstandenen Aufwand ungefähr dargelegt, wobei auch die An-
waltskosten in den vorherigen Verfahren berücksichtigt werden müssten. Der
Aufwand der Verteidigung sei nicht vergleichbar, da es dort nur um die amtliche
Verteidigung gehe, welche erst anlässlich der erstinstanzlichen Verhandlung ge-
stellt worden sei und sich nicht auf das Untersuchungsverfahren beziehe (Prot. II
S. 38 f.).
3.2. Wie seitens der Vorinstanz zutreffend erwogen wurde (Urk. 79 E. VI.1.), hat
die Privatklägerschaft gegenüber der beschuldigten Person bei Obsiegen An-
spruch auf angemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Ver-
fahren (Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO), wobei Obsiegen die Verurteilung der beschul-
digten Person und/oder das Obsiegen der Privatklägerschaft im Zivilpunkt bedeu-
te (BSK STPO-WEHRENBERG/FRANK, Art. 433 N 10). Gemäss der neuesten, im Zu-
sammenhang mit dem Erlass eines Strafbefehls ergangenen, bundesgerichtlichen
Rechtsprechung (BGE 139 IV 102) sind ausschliesslich mit der Zivilklage zusam-
menhängende Anwaltskosten oder anderweitige Auslagen der Privatklägerschaft,
die einzig den Zivilpunkt betreffen, im Falle der Verweisung der Zivilklage auf den
Zivilweg nicht im Strafverfahren zu entschädigen. Die Privatklägerschaft muss ih-
re diesbezüglichen Aufwendungen vielmehr mit der Zivilforderung geltend ma-
chen. Anders zu entscheiden würde laut dem Bundesgericht bedeuten, dass sich
die Staatsanwaltschaft vorfrageweise auch zum Bestand der Zivilforderung äus-
sern müsste, ansonsten eine Verurteilung des Beschuldigten zu den anwaltlichen
Aufwendungen der Privatklägerschaft im Zivilpunkt nicht denkbar erscheine. Dies
wäre mit Blick auf die noch bevorstehende zivilrechtliche Auseinandersetzung
nicht sachgerecht und sei auch nicht Aufgabe der Staatsanwaltschaft. Aus dem
folgt, dass die Privatklägerschaft in casu lediglich im Strafpunkt, nicht aber im Zi-
vilpunkt, obsiegt und entsprechend für ihre Aufwendungen zu entschädigen ist.
- 48 -
3.3. Nach Art. 433 Abs. 1 StPO hat die beschuldigte Person bei einer Verurtei-
lung die Privatklägerschaft für die ihr im Verfahren erwachsenen, notwendigen
Kosten und Umtriebe inklusive eines allenfalls nötigen Rechtsbeistandes zu ent-
schädigen. Die Privatklägerschaft hat ihre Entschädigungsforderung zu beantra-
gen, zu beziffern und zu belegen (Art. 433 Abs. 2 StPO). Seitens der Vorinstanz
wurde in Erwägung gezogen (s. Urk. 79 E. VI.1.), dass der Anwaltsaufwand ent-
schädigt werde, der für die korrekte Mandatsführung notwendig ist, wobei die
Schwierigkeit des Falles zu berücksichtigen sei. Der Rechtsanwalt habe die
Rechnungspositionen einzeln zu spezifizieren, damit der Aufwand überprüft wer-
den könne. Jede Tätigkeit sei nach Datum, Art (Aktenstudium, Brief, Telefon, Be-
such, Zeugeneinvernahme etc.), Bezugsperson und Zeitaufwand aufzuführen
(§ 23 Abs. 2 AnwGebV). Sodann sei für alle Aktivitäten der effektive Zeitaufwand
in Minuten in Rechnung zu stellen (keine Standardisierungen, keine pauschalen
Stundenbruchteile). Die seitens der Rechtsvertretung des Privatklägers beantrag-
ten Fr. 21'192.-, welche in solidarischer Haftbarkeit durch den Beschuldigten so-
wie D._ zu bezahlen seien, wurden von der Vorinstanz als nicht detailliert
eingestuft und angesichts des tatsächlichen Aufwands als zu hoch erachtet. Ins-
besondere sei der Aufwand für die einzelnen Tätigkeiten anhand der eingereich-
ten Honorarnote nicht überprüfbar. Die dem Privatkläger zugesprochenen
Fr. 7'500.– (inkl. Mehrwertsteuer) würden sich auch im Quervergleich der für die
amtliche Verteidigung beantragten Fr. 5'500.– als angemessen erweisen.
3.4. Vorliegend vermag die seitens des Rechtsvertreters des Privatklägers einge-
reichte Honorarnote die Anforderungen der AnwGebV hinsichtlich Detaillierungs-
grad der einzelnen Aufwände nicht zu erfüllen. So unterliess es der Rechtsvertre-
ter des Privatklägers insbesondere, seine Tätigkeiten rechtsgenügend nach Da-
tum, Art und Zeitaufwand zu spezifizieren. Dies wäre aber nötig gewesen, damit
die Vorinstanz abschätzen hätte können, welcher Aufwand für das erstinstanzli-
che Strafverfahren geleistet worden war. Die Vorgehensweise der Vorinstanz, für
die Beurteilung des tatsächlichen Aufwands u.a. die Rechnungsstellung des Ver-
teidigers als Quervergleich heranzuziehen, ist bei dieser Ausgangslage nicht zu
beanstanden. Der Entscheid der Vorinstanz, der Rechtsvertretung der Privatklä-
gerschaft hinsichtlich des Strafpunkts für die im Rahmen des vorinstanzlichen
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Verfahrens entstandenen Aufwendungen eine Prozessentschädigung von
Fr. 7'500.- (inkl. Mehrwertsteuer) zuzusprechen, ist dementsprechend zu bestäti-
gen.
4. Der amtliche Verteidiger ist für seine Bemühungen im Berufungsverfahren
mit Fr. 11'000.– zu entschädigen.
5. Ausgangsgemäss ist dem Privatkläger keine Prozessentschädigung für das
Berufungsverfahren zuzusprechen.