Decision ID: bf7aa166-289b-4ba3-8cbc-cd790fd03f4e
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ bezog ab dem 1. Mai 2015 Ergänzungsleistungen zu ihrer
ausserordentlichen ganzen IV-Rente (EL-act. 179-1 f.). Am 21. Oktober 2016 heiratete
die Versicherte einen 19_ geborenen B._, welcher am 15. September 2016 in die
Schweiz eingereist war (EL-act. 148).
A.a.
Am 15. November 2016 teilte die EL-Durchführungsstelle der Versicherten mit,
dass ihr grundsätzlich ein hypothetisches Erwerbseinkommen des Ehemannes
gerechnet werden müsse, da dieser aktuell keinen oder zu wenig Lohn erhalte (EL-act.
143). Ein hypothetisches Erwerbseinkommen werde nicht angerechnet, wenn der
Arbeitsmarkt keine geeigneten Stellen biete und ihr Ehemann sich genügend um eine
Stelle bemühe. Die Arbeitsbemühungen gälten als genügend, wenn monatlich
mindestens fünf ordentliche Bewerbungen auf freie Stellen oder acht
Blindbewerbungen erfolgten. Auch eine Kombination von ordentlichen Bewerbungen
A.b.
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und Blindbewerbungen sei möglich; eine ordentliche Bewerbung entspreche zwei
Blindbewerbungen. Die Nachweise der Arbeitsbemühungen seien bis spätestens
30. April 2017 an die EL-Durchführungsstelle zu senden.
Mit Verfügung vom 24. November 2016 setzte die EL-Durchführungsstelle die EL
rückwirkend per 1. Oktober 2016 auf monatlich Fr. 2'755.-- fest (inkl.
Prämienpauschale Krankenversicherung, EL-act. 140). Neu wurde der Ehemann der
Versicherten in die Berechnung eingeschlossen. Die EL-Durchführungsstelle rechnete
kein hypothetisches Erwerbseinkommen an. Per 1. Januar 2017 erhöhte die EL-
Durchführungsstelle die monatliche EL auf Fr. 2'787.-- (inkl. Prämienpauschale
Krankenversicherung, EL-act. 138). Sie berücksichtigte nach wie vor kein
hypothetisches Erwerbseinkommen.
A.c.
Am 7. April 2017 forderte die EL-Durchführungsstelle die Versicherte auf, die
Arbeitsbemühungen ihres Ehemannes bis 30. April 2017 einzureichen (EL-act. 134). Die
Versicherte antwortete am 25. April 2017 (EL-act. 130), dass ihr Ehemann ab Ende
September 2016 einen obligatorischen Deutschkurs besucht habe. Ab Oktober 2016
habe er sich wegen einer Arbeitsstelle erkundigt. Die Berufs-, Studien- und
Laufbahnberatung C._ habe sie darüber informiert, dass der Ehemann mindestens
das Niveau B1 bis B2 benötige, um eine EFZ-Ausbildung in der Schweiz zu machen
oder auch um hier zu arbeiten. Ihr Ehemann habe sich erfolglos an Temporärbüros
gewendet. Vom 17. bis 19. März 2017 habe ihr Ehemann als Kurier und im Service des
Restaurants D._ zur Probe arbeiten dürfen. Ein Stellenangebot habe er aber wegen
seiner noch nicht genügenden Deutschkenntnisse nicht erhalten. Auch beim RAV sei er
gewesen. Des Weiteren habe er die Anerkennung des B._-Ausbildungsdiploms in die
Wege geleitet. Die Versicherte bat die EL-Durchführungsstelle darum, bis höchstens
September 2017 von der Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens
abzusehen, bis ihr Ehemann den Deutschkurs Niveau B2 absolviert habe.
A.d.
Am 4. Mai 2017 gingen Nachweise über die Bewerbungsbemühungen für den
Zeitraum Februar bis April 2017 sowie Belege für die absolvierten Deutschkurse
(Dezember bis März 2017) ein (EL-act. 131 ff.). Der Deutschkurs hatte bereits am 21.
Oktober 2016 begonnen (EL-act. 122).
A.e.
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Am 15. Mai 2017 machte die EL-Durchführungsstelle die Versicherte erneut über
die Möglichkeit der zukünftigen Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens für ihren Ehemann aufmerksam (EL-act. 120). Sie bat die
Versicherte, das Formular "Ergänzungsleistungen − hypothetisches
Erwerbseinkommen" ausgefüllt zurückzuschicken.
A.f.
Am 27. Mai 2017 gingen bei der EL-Durchführungsstelle Nachweise für die
Bewerbungsbemühungen des Ehemannes vom Mai 2017 ein (EL-act. 115 ff.).
A.g.
Die Versicherte gab im Formular "Ergänzungsleistungen − hypothetisches
Erwerbseinkommen" (Datum unleserlich, wohl vom 24. Mai 2017) an, dass ihr Ehemann
in B._ eine Ausbildung zum pharmazeutisch-technischen Assistenten absolviert habe
(EL-act. 106). Er habe sich in den letzten 12 Monaten um eine Arbeitsstelle bemüht,
obwohl seine Deutschkenntnisse noch nicht genügten. Am 1. Juni 2017 reichte die
Versicherte weitere Bewerbungsunterlagen vom Mai 2017 ein (EL-act. 102 ff.).
A.h.
Am 7. Juli 2017 informierte die EL-Durchführungsstelle die Versicherte darüber (EL-
act. 95), dass der Antritt einer Vollzeitausbildung durch ihren Ehemann einen Verzicht
darstellen würde. Allfällige Einsätze zum Probearbeiten seien umgehend mitzuteilen
und die Lohnabrechnungen seien einzureichen. Vorerst werde kein hypothetisches
Einkommen angerechnet. Ihr Ehemann habe sich aber weiterhin aktiv und gezielt um
eine Arbeitsstelle zu bemühen. Ab sofort müsse er monatlich fünf schriftliche
Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen oder zwei schriftliche Bewerbungen und
sechs Blindbewerbungen tätigen. Die Übersichtsblätter seien auszufüllen, Inserate
müssten zwingend aufbewahrt und mit den Bewerbungsnachweisen eingereicht
werden. Aufgrund der noch ungenügenden Deutschkenntnisse müsse sich der
Ehemann vermehrt auf Hilfsarbeiterstellen bewerben; maximal die Hälfte der
Bewerbungen dürften auf Stellen im Pharmabereich erfolgen. Wenn die obigen
Anforderungen nicht erfüllt würden, werde die EL-Durchführungsstelle zukünftig ein
hypothetisches Erwerbseinkommen in der Höhe von Fr. 49'869.-- pro Jahr anrechnen.
A.i.
Am 29. August 2017 forderte die EL-Durchführungsstelle die Versicherte auf, die
Lohnabrechnungen von März 2017 bis Juli 2017 und die Arbeitsbemühungen der
Monate Juli und August 2017 einzureichen (EL-act. 94). Die einverlangten Unterlagen
A.j.
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gingen am 23. September 2017 bei der EL-Durchführungsstelle ein (EL-act. 77 ff.). Der
Ehemann der Versicherten hatte vom 24. Juli bis 20. August 2017 temporär über die
Firma E._ gearbeitet und dabei einen Lohn von brutto Fr. 2'197.40 (netto
Fr. 1'938.85) erzielt (EL-act. 93).
Mit Verfügung vom 6. Oktober 2017 setzte die EL-Durchführungsstelle die
monatliche EL rückwirkend vom 1. bis 31. August 2017 auf Fr. 1'577.-- und ab 1.
November 2017 auf Fr. 800.-- fest (EL-act. 74). Hieraus resultierte eine Rückforderung
von Fr. 1'210.--. Zur Begründung hielt die EL-Durchführungsstelle fest, dass infolge der
Berücksichtigung des Erwerbseinkommens für August 2017 eine Neuberechnung
erfolgt sei. Ausserdem seien die Anforderungen bezüglich genügender
Arbeitsbemühungen nicht erfüllt worden. Aus diesem Grund werde gemäss dem
Schreiben vom 7. Juli 2017 ab dem 1. November 2017 ein hypothetisches
Erwerbseinkommen für den Ehemann angerechnet. Da die hypothetischen
Sozialversicherungsbeiträge vom Einkommen in Abzug gebracht würden, könnten
keine Nichterwerbstätigenbeiträge in der Berechnung berücksichtigt werden.
A.k.
Gegen die Verfügung vom 6. Oktober 2017 erhob die Versicherte am 11. Oktober
2017 Einsprache (EL-act. 44). Sie erklärte, ihr Ehemann habe im Juni und August 2017
mindestens fünf Bewerbungen geschrieben. Einzig im Juli 2017, als er zu 100 %
temporär gearbeitet habe, habe er versehentlich nur vier Bewerbungen geschrieben.
Ausserdem sei von ihrem Ehemann verlangt worden, dass er sich nur auf
pharmazeutische Stellen bewerbe. Da seine Deutschkenntnisse für eine Ausbildung
noch nicht genügend seien und seine Ausbildung hier nicht anerkannt werde, sei es
schwierig, sich auf solche Stellen zu bewerben. Ihr Ehemann besuche aktuell den
Deutschkurs Niveau B2. Er habe grosse Fortschritte gemacht, sei kommunikativ sehr
gut geworden. Die Deutschkurse seien jedoch teuer und sie hätten deswegen Geld
ausleihen müssen. Ihr Ehemann benötige mindestens den Niveau B2-Abschluss, um in
der Schweiz ein Praktikum oder den Lehrgang als Pflegehelfer SRK zu absolvieren,
welchen er am 12. Januar 2018 beginnen möchte.
A.l.
Die Versicherte teilte der zuständigen EL-Sachbearbeiterin am 17. Oktober 2017
per E-Mail mit (EL-act. 71), dass die zwei bis drei Tage Probearbeit unentgeltliche
Schnuppertage gewesen seien. Am selben Tag reichte die Versicherte die Nachweise
A.m.
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B.
für die Bewerbungsbemühungen ihres Ehemannes für die Monate September und
Oktober 2017 ein (EL-act. 55 ff.).
Mit Entscheid vom 27. Februar 2018 wies die EL-Durchführungsstelle die
Einsprache ab (EL-act. 4). Einer allfälligen Beschwerde bezüglich des EL-Anspruchs ab
November 2017 entzog sie die aufschiebende Wirkung. Zur Begründung hielt sie fest,
es sei unbestritten, dass der Ehemann der Versicherten im August 2017 ein
Nettoeinkommen von Fr. 1'938.85 erzielt habe. Dieses Einkommen sei daher zu Recht
nachträglich als Einnahme angerechnet und die zu viel ausgerichtete EL von Fr.
1'210.-- von der Versicherten zurückgefordert worden. Bezüglich des hypothetischen
Erwerbseinkommens führte die EL-Durchführungsstelle unter anderem aus, dass die
vom Ehemann vorgenommenen Bewerbungen im Bereich Pflege und Pharmazie von
vornherein zum Scheitern verurteilt gewesen seien, weil der Ehemann nicht über die
erforderlichen, in der Schweiz anerkannten Ausbildungen verfügt habe und zudem
seine Deutschkenntnisse hierfür ungenügend gewesen seien. Entgegen der
Behauptung der Versicherten sei deren Ehemann nicht durch die EL-
Durchführungsstelle beauftragt worden, sich für pharmazeutische Arbeitsstellen zu
bewerben. Zudem sei der Ehemann gestützt auf seine Selbsteingliederungs- und
Schadenminderungspflicht verpflichtet, sich nicht auf Praktikumsstellen zu bewerben,
weil solche Ausbildungsarbeitsplätze entsprechend tief entlöhnt würden. Der Ehemann
habe seine Arbeitsfähigkeit optimal zu verwerten und sich dementsprechend aufgrund
seiner nicht gegebenen beruflichen Qualifikation ausschliesslich auf Hilfsarbeiterstellen
zu bewerben. Im Jahr 2016 hätten Hilfsarbeiter ein durchschnittliches
Jahreseinkommen von Fr. 67'022.-- erzielt. Aufgrund des Umstandes, dass der
Ehemann beruflich schlecht qualifiziert sei und über keine guten Deutschkenntnisse
verfüge, sei das hypothetische Erwerbseinkommen ermessensweise auf Fr. 49'869.--
reduziert worden. Die bisherigen Arbeitsbemühungen des Ehemannes seien qualitativ
ungenügend, weil er sich ausschliesslich auf Arbeitsstellen beworben habe, für die er
die Voraussetzungen nicht erfülle. Die angefochtene Verfügung sei rechtmässig.
A.n.
Gegen diesen Entscheid liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin)
am 16. April 2018 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihre Rechtsvertreterin beantragte die
B.a.
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Aufhebung des Einspracheentscheides; der Beschwerdeführerin seien weiterhin über
die Prämienpauschale für die Krankenversicherung hinausgehende Leistungen zu
gewähren. Auf eine Rückforderung von Leistungen sei zu verzichten. Die
Rechtsvertreterin beantragte ausserdem die Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege und Rechtsverbeiständung. Zur Begründung der Beschwerde machte sie
geltend, der Ehemann der Beschwerdeführerin habe sich nach der Aufforderung durch
die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) um Arbeitsstellen
bemüht. Gleichzeitig habe er intensiv seine Deutschkenntnisse verbessert, einerseits
aufgrund der ihm aus einer mit dem Migrationsamt geschlossenen
Integrationsvereinbarung zukommenden Verpflichtung, andererseits aus eigenem
Antrieb, da es ihm ein Anliegen sei, sich rasch zu integrieren und seine Chancen auf
dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Mit dem zweiten Schreiben vom 7. Juli 2017 habe die
Beschwerdegegnerin vermehrt Bewerbungen auf Hilfsarbeiterstellen verlangt. Diese
Formulierung sei von der Beschwerdeführerin und ihrem Ehemann missverstanden
worden. Sie hätten verstanden, er müsse sich vermehrt auf Stellen im Pharmabereich
bewerben. Dies lasse sich den Bewerbungen des Ehemannes entnehmen: Während er
sich in den Monaten Mai und Juni noch auf Stellen als Produktionsmitarbeiter
beworben habe, seien nach dem Schreiben vom 7. Juli 2017 praktisch ausschliesslich
Bewerbungen auf Stellen im Pharmabereich erfolgt. Darüber hinaus sei zu
berücksichtigen, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin in seiner Heimat einen
Abschluss als pharmazeutisch-technischer Assistent absolviert habe. Auch wenn diese
Ausbildung in der Schweiz nicht anerkannt werde, so sei nicht auszuschliessen, dass
er im Umfeld seiner Ausbildung durchaus Chancen auf eine Anstellung habe. Die
Bewerbungen auf Stellen in Apotheken seien daher nicht weniger aussichtsreich
gewesen als die Bewerbungen auf Hilfsarbeitertätigkeiten. Der Ehemann der
Beschwerdegegnerin habe den ernsthaften Willen zur Teilhabe am Wirtschaftsleben
gezeigt, weshalb nicht davon auszugehen sei, dass er und die Beschwerdeführerin
freiwillig auf Einkünfte verzichtet hätten. Weiter sei fraglich, ob das von der
Beschwerdegegnerin berücksichtigte Einkommen ein Einkommen darstelle, welches
der Ehemann der Beschwerdeführerin realistischerweise erzielen könnte. Ein
Einkommen in der Höhe von Fr. 67'022.-- pro Jahr für eine Hilfsarbeitertätigkeit in der
Region St. Gallen erscheine hoch angesetzt. Es stelle sich die Frage, ob die Löhne
gemäss der Tabelle im Anhang zum IVG wirklich realistischerweise erzielt werden
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Erwägungen
1.
Zunächst ist zu prüfen, ob die Beschwerde rechtzeitig erhoben worden ist. Gemäss
Art. 60 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
könnten. Erfahrungsgemäss lägen die Löhne im Bereich der Hilfstätigkeiten deutlich
unter monatlich Fr. 5'585.--. Für den Ehemann käme eine Tätigkeit in der Produktion,
allenfalls in der Gastronomie, in Frage. Ermittle man in diesen Bereichen das
Einkommen mittels Lohnrechnern, so resultierten Löhne von deutlich unter Fr. 5'000.--.
Die Beschwerdegegnerin habe die berücksichtigten Faktoren im Einspracheentscheid
nur ungenügend wiedergegeben, weshalb der Entscheid auch hinsichtlich der
Begründungspflicht zu beanstanden sei. Sollte das Versicherungsgericht nicht
grundsätzlich die Zulässigkeit der Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens im Zeitpunkt der Verfügung für unzulässig erklären, so werde
beantragt, dass die Beschwerdegegnerin angewiesen werde, den Lohn auf einer
realistischen Basis zu berechnen. Würde davon ausgegangen, dass die Einstellung zu
Recht erfolgt sei, wäre der Beschwerdeführerin eine angemessene Anpassungsfrist
einzuräumen gewesen. Dabei sei auch zu berücksichtigen, dass die EL-Einstellung für
die Beschwerdeführerin völlig überraschend gekommen sei. Hinsichtlich der
Rückforderung habe die Beschwerdegegnerin das effektive Einkommen, welches
während eines Monats erzielt worden sei, auf ein Jahreseinkommen hochgerechnet.
Der erzielte Verdienst könne jedoch nur so eingerechnet werden, wie er effektiv erfolgt
sei, d.h. es dürften Fr. 2'177.-- gemäss Lohnausweis angerechnet werden. Davon sei
der Freibetrag von Fr. 1'500.-- in Abzug zu bringen. Somit verblieben Fr. 677.--. Davon
seien dann 2/3 als Einkommen anzurechnen. Es sei also von einem effektiven Verdienst
von Fr. 451.33 auszugehen. Die Rückforderung sei daher zu Unrecht erfolgt.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 27. April 2018 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen im
Einspracheentscheid.
B.b.
Das Gericht bewilligte am 31. Mai 2018 das Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege und Rechtsverbeiständung für das Beschwerdeverfahren (act. G 8).
B.c.
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Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) ist die Beschwerde innerhalb von 30
Tagen nach der Eröffnung der Verfügung einzureichen. In Übereinstimmung mit der
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ist davon auszugehen, dass der
angefochtene Einspracheentscheid vom 27. Februar 2018 der Beschwerdeführerin
frühestens am 28. Februar 2018 zugestellt worden ist. Die Beschwerdefrist hat somit
frühestens am 1. März 2018 zu laufen begonnen. Gesetzliche oder behördliche Fristen,
die nach Tagen oder Monaten bestimmt sind, stehen vom siebten Tag vor Ostern bis
und mit dem siebten Tag nach Ostern still (Art. 38 Abs. 4 lit. a ATSG). Der Ostersonntag
ist im Jahr 2018 auf den 1. April gefallen, d.h. die Frist hat von Sonntag, 25. März bis
Sonntag, 8. April 2016 stillgestanden. Der 30. Tag der Frist wäre somit auf den
Samstag, 14. April 2018 gefallen. Ist der letzte Tag der Frist ein Samstag, so endet sie
am nächstfolgenden Werktag (Art. 38 Abs. 3 Satz 1 ATSG). Die Frist hat also am
Montag, 16. April 2018 geendet. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat an
diesem Tag und somit rechtzeitig Beschwerde erhoben. Auf die Beschwerde ist
deshalb einzutreten.
2.
Die Beschwerdegegnerin hat mit der dem Einspracheentscheid zugrundeliegenden
Revisionsverfügung vom 6. Oktober 2017 die Ergänzungsleistungen rückwirkend per 1.
August 2017 auf Fr. 1'577.--- herabgesetzt, per 1. September 2017 wieder auf den
ursprünglich verfügten Betrag von Fr. 2'787.-- erhöht und dann ab 1. November 2017
schliesslich auf Fr. 800.-- herabgesetzt. Streitgegenstand bildet somit der EL-Anspruch
ab 1. August 2017.
3.
Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wird bei der Erhebung einer
Einsprache das Verwaltungsverfahren erst durch den Einspracheentscheid
abgeschlossen, welcher die angefochtene Verfügung ersetzt. Für eine spätere
richterliche Beurteilung sollen deshalb nach der Auffassung des Bundesgerichts die
tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Erlasses des strittigen Einspracheentscheides
massgebend sein (BGE 131 V 407 E. 2.1.2.1 mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin
hat sich im angefochtenen Einspracheentscheid allerdings nur mit dem Entscheidinhalt
der Verfügung vom 6. Oktober 2017 auseinandergesetzt. Sie hat also nicht geprüft, ob
auch in der Zeit nach dem 1. November 2017, d.h. im Zeitraum Dezember 2017 bis
Februar 2018, ein hypothetisches Erwerbseinkommen des Ehemannes anzurechnen
sei. Dies ist korrekt gewesen, denn der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann
nicht gefolgt werden. Der Streitgegenstand wird nämlich durch den Inhalt des
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angefochtenen Entscheides definiert. Mit der Einsprache kann folglich nur angefochten
werden, was Gegenstand der angefochtenen Verfügung gewesen ist (H. SEILER,
Rechtsfragen des Einspracheverfahrens in der Sozialversicherung [Art. 52 ATSG], in:
Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2007, S. 76).
Ausserdem würde durch die Ausdehnung des Streitgegenstandes der Einsprache
erhebenden Person die Möglichkeit genommen, gegen die Würdigung des
Sachverhalts im Zeitraum zwischen dem Verfügungserlass und dem Erlass des
Einspracheentscheides eine Einsprache zu erheben (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts St. Gallen vom 2. März 2015, EL 2012/37 E. 2; ausführlicher:
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. Februar 2018, EL
2016/55 E. 1.2). Demnach ist nachfolgend anhand der Sachverhaltsentwicklung bis
zum 6. Oktober 2017 zu prüfen, ob die Berücksichtigung des vom Ehemann der
Beschwerdeführerin im Juli und August 2017 erzielten Erwerbseinkommens korrekt
gewesen ist und ob dem Ehemann der Beschwerdeführerin ab 1. November 2017 zu
Recht ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet worden ist. Dies gilt im
vorliegenden Fall erst recht, weil die Beschwerdegegnerin − in bewusster
Nichtanwendung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung − nur über den Sachverhalt
bis zum Verfügungserlass entschieden hat. Die vom Ehemann der Beschwerdeführerin
später getätigten Arbeitsbemühungen sind demnach im vorliegenden Verfahren nicht
relevant.
4.
Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten
Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung, ELG, SR 831.30). Die anerkannten Ausgaben und die
anrechenbaren Einnahmen, worin in bestimmtem Umfang auch das Vermögen
einbezogen ist, werden nach den in Art. 10 und 11 ELG sowie den in Art. 11 bis 18 ELV
festgelegten Bestimmungen ermittelt.
4.1.
Gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. a ELG werden als Einnahmen zwei Drittel der
Erwerbseinkünfte, soweit sie bei Ehepaaren 1500 Franken übersteigen, angerechnet.
Der Ehemann der Beschwerdeführerin hat im Juli/August 2017 drei Wochen temporär
gearbeitet und dabei ein Netto-Einkommen von Fr. 1'938.85 erzielt. Die jährliche
Ergänzungsleistung bezweckt naturgemäss die Deckung des jeweils aktuellen
tatsächlichen Bedarfs, der nicht durch andere Mittel gedeckt werden kann. Diesem
Sinn und Zweck entsprechend muss die Ergänzungsleistung notwendigerweise
4.1.1.
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ausgehend von den jeweils aktuellen Ausgaben und Einnahmen berechnet werden.
Unterliegt das Einkommen starken Schwankungen, muss die Ergänzungsleistung
nötigenfalls Monat für Monat neu berechnet werden, denn nur so kann gewährleistet
werden, dass sie dem jeweils aktuellen Bedarf des EL-Bezügers entspricht.
Wirtschaftlich betrachtet kann der Lohn erst zur Deckung des Bedarfs verwendet
werden, wenn er ausbezahlt worden ist. Beispielsweise wird der am 25. April
ausgerichtete Lohn für den April nicht zur Deckung des Bedarfs im April, sondern zur
Deckung des Bedarfs im Mai verwendet. Wenn die EL-Durchführungsstelle die
Lohnabrechnung vom 25. April umgehend erhält, hat sie (knapp) genügend Zeit, um die
Anspruchsberechnung für den – massgebenden – Monat Mai durchzuführen, die für
den Monat Mai effektiv benötigte Ergänzungsleistung korrekt festzusetzen und diese in
den ersten Tagen des Monats Mai auszurichten. Selbstverständlich kann die
Ergänzungsleistung (im Rahmen eines Korrekturverfahrens) rückwirkend nicht anders
als für die Zukunft festgesetzt werden. Folglich muss auch bei einer rückwirkenden
Berechnung der im Vormonat ausgerichtete Lohn massgebend sein (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. Mai 2016, EL 2014/51 E. 3.4
und Entscheid vom 26. Juni 2017, EL 2016/8 E. 3.2). Im vorliegenden Fall ist der Lohn
des Ehemannes der Beschwerdeführerin für seinen dreiwöchigen Temporäreinsatz im
Juli und August 2017 frühestens am 6. September 2017, dem Datum der
Lohnabrechnung, ausbezahlt worden. Die Beschwerdegegnerin hätte den Lohn also
nicht in der Anspruchsberechnung für den Monat August 2017, sondern erst in
derjenigen für den Monat Oktober 2017 berücksichtigen dürfen.
Als Nächstes ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin den im Juli/August 2017
erzielten Lohn korrekt angerechnet hat. Die Beschwerdegegnerin hat den Nettolohn in
der EL-Berechnung vom August 2017 auf ein Jahr hochgerechnet (12 x Fr. 1'938.85).
Davon hat sie den Freibetrag von Fr. 1'500.-- in Abzug gebracht (Fr. 23'266.-- - Fr.
1'500.--). Hiervon hat sie wiederum 2/3, d.h. Fr. 14'510.--, als Einnahme angerechnet.
Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat argumentiert, dass gemäss dem
Lohnausweis lediglich Fr. 2'177.-- (gemeint wohl: Fr. 2'197.--), d.h. das
Bruttoeinkommen, angerechnet werden dürften. Davon sei der Freibetrag von
Fr. 1'500.-- in Abzug zu bringen. Von den verbliebenen Fr. 677.-- seien 2/3
anzurechnen. Der effektive Verdienst betrage folglich Fr. 451.33. Die Rechtsvertreterin
der Beschwerdeführerin hat übersehen, dass es sich bei den in den monatlichen EL-
Berechnungen eingesetzten Einnahmen und Ausgaben um die jeweils auf ein Jahr
hochgerechneten Beträge handelt. Die Beschwerdegegnerin hat daher den vom
Ehemann im Juli/August 2017 erzielten Lohn auf ein Jahr hochrechnen müssen. Beim
4.1.2.
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Freibetrag von Fr. 1'500.-- handelt es sich ebenfalls um einen auf ein Jahr
hochgerechneten Betrag. Das System der jährlichen Ergänzungsleistung verbietet es,
den gesamten jährlichen Freibetrag von Fr. 1'500.-- lediglich in einem Monat
anzurechnen. Die Beschwerdegegnerin hat das vom Ehemann im Juli/August 2017
erzielte Erwerbseinkommen also korrekt in der EL-Anspruchsberechnung
berücksichtigt. Fälschlicherweise hat sie das Erwerbseinkommen von Fr. 14'510.--
(Totalbetrag nach allen Abzügen) jedoch bereits in der Anspruchsberechnung vom
August 2017 statt in jener vom Oktober 2017 berücksichtigt. Zusammenfassend ist
festzuhalten, dass das Einnahmentotal per 1. August 2017 unverändert Fr. 18'804.--
beträgt. Im Monat Oktober 2017 erhöhen sich die Einnahmen wegen des im Juli/
August 2017 erzielten Erwerbseinkommens auf Fr. 33'314.-- (Fr. 14'510.-- +
Fr. 18'804.--).
Die Beschwerdegegnerin hat in der EL-Anspruchsberechnung vom August 2017
neben dem im Juli/August 2017 erzielten Erwerbseinkommen weiterhin
Nichterwerbstätigenbeiträge für den Ehemann von Fr. 502.-- berücksichtigt. Sie hat
dabei übersehen, dass der Ehemann mit seinem Lohn AHV-Beiträge in der Höhe von
Fr. 112.60 bezahlt hat. Diese kann er sich an den Beitrag für Nichterwerbstätige
anrechnen lassen (Art. 30 AHVV). Die Beschwerdegegnerin wird bei der zuständigen
Ausgleichskasse noch abklären müssen, wie hoch der durch den Ehemann der
Beschwerdeführerin für das Jahr 2017 zu zahlende Nichterwerbstätigenbeitrag
tatsächlich gewesen ist, um so den für den Oktober 2017 anzurechnenden
Nichterwerbstätigenbeitrag ermitteln zu können. Es ist der Beschwerdegegnerin
überlassen, die Höhe der Nichterwerbstätigenbeiträge allenfalls rückwirkend per 1.
Januar 2017 zu korrigeren. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob bei den Ausgaben
nicht auch die Nichterwerbstätigenbeiträge für die IV-berentete Beschwerdeführerin
angerechnet werden müssten. Demzufolge ist die Sache zur weiteren Abklärung
bezüglich der für den Monat Oktober 2017 anzurechnenden
Nichterwerbstätigenbeiträge an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.1.3.
4.2.
Als Einnahmen anzurechnen sind gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG auch
Einkünfte, auf die verzichtet worden ist. Unter dem Titel des Verzichtseinkommens ist
auch ein hypothetisches Erwerbseinkommen des Ehepartners eines
Leistungsansprechers anzurechnen (vgl. Art. 9 Abs. 2 ELG), sofern er auf eine
zumutbare Erwerbstätigkeit oder deren zumutbare Ausdehnung verzichtet. Bei der
Ermittlung der zumutbaren Erwerbstätigkeit des Ehepartners ist praxisgemäss auf das
4.2.1.
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Alter, den Gesundheitszustand, die Sprachkenntnisse, die Ausbildung, die bisherige
Tätigkeit, die konkrete Arbeitsmarktlage sowie gegebenenfalls auf die Dauer der
Abwesenheit vom Berufsleben abzustellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 8. April
2015, 9C_103/2015 mit Hinweisen). Auf die Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens ist zu verzichten, wenn der Ehepartner trotz ausreichender
Arbeitsbemühungen keine Stelle findet. Diese Voraussetzung gilt unter anderem als
erfüllt, wenn er beim RAV zur Arbeitsvermittlung angemeldet ist sowie qualitativ und
quantitativ ausreichende (aber erfolglose) Stellenbemühungen nachweist (vgl.
Rz. 3482.03 der Wegleitung des Bundesamtes für Sozialversicherungen über die
Ergänzungsleistungen zur AHV und IV, WEL, gültig ab 1. April 2011, Stand 1. Januar
2016).
Die Beschwerdegegnerin hat die Bewerbungsbemühungen des Ehemannes der
Beschwerdeführerin ab Juli 2017 in quantitativer wie auch qualitativer Hinsicht als
ungenügend beurteilt. Deshalb hat sie ab dem 1. November 2017 ein hypothetisches
Erwerbseinkommen in der Höhe von brutto Fr. 49'869.-- als Einnahme angerechnet
(Totalbetrag nach Abzügen: Fr. 32'246.--). Die Beschwerdegegnerin hatte der
Beschwerdeführerin mit dem Schreiben vom 7. Juli 2017 noch einmal ihre
Anforderungen an die Bewerbungsbemühungen des Ehemannes aufgezeigt. In
quantitativer Hinsicht hatte sie fünf schriftliche Bewerbungen auf ausgeschriebene
Stellen oder zwei schriftliche Bewerbungen und sechs Blindbewerbungen gefordert.
Sie hatte zudem festgehalten, dass höchstens die Hälfte der Bewerbungen auf Stellen
im Pharmabereich erfolgen dürften. Wie die Bewerbungen von Februar bis Mai 2017
sind auch die ab Juli 2017 getätigten Bewerbungen gut und individuell formuliert
gewesen (vgl. EL-act. 76-3). Bezüglich der Auswahl der Stellen, auf die sich der
Ehemann der Beschwerdeführerin bewerben sollte, hat jedoch offenbar ein
Missverständnis vorgelegen. Der Ehemann hat sich nämlich erst ab September 2017
praktisch ausschliesslich auf Stellen als Pharmaassistent beworben. Dieses Verhalten
belegt mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, dass die
Beschwerdeführerin und ihr Ehemann das Schreiben vom 7. Juli 2017 falsch
verstanden haben. Aus den Ausführungen in der Einsprache vom 11. Oktober 2017
und der E-Mail vom 17. Oktober 2017 muss zudem geschlossen werden, dass sich die
Beschwerdeführerin und ihr Ehemann auch in einem Irrtum darüber befunden haben,
dass Bewerbungen auf Praktikumsstellen von der Beschwerdegegnerin nicht als
Arbeitsbemühungen anerkannt würden. Die Bewerbungsbemühungen des Ehemannes
sind objektiv betrachtet also zwar mangelhaft gewesen. Dies kann der
Beschwerdeführerin aufgrund des Irrtums, dem sie und ihr Ehemann erlegen sind,
4.2.2.
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jedoch nicht vorgeworfen werden. Während der Ehemann die quantitativen
Anforderungen an seine Bewerbungsbemühungen im September 2017 mit zehn
Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen ohne weiteres erfüllt hat, haben die
Bewerbungsbemühungen im Juli 2017 und August 2017 zahlenmässig nicht den von
der Beschwerdegegnerin aufgestellten Kriterien entsprochen. Im Juli 2017 hat sich der
Ehemann viermal (davon mindestens einmal blind) und im August 2017 fünfmal (davon
mindestens einmal blind) beworben. Die Beschwerdegegnerin hat allerdings ausser
Acht gelassen, dass der Ehemann vom 24. Juli 2017 bis Mitte August 2017 während
drei Wochen gearbeitet hat. Das Arbeitspensum hat, soweit ersichtlich, über 90 %
betragen (siehe Lohnabrechnung, EL-act. 46-1). Aufgrund des temporären
Arbeitseinsatzes ist es dem Ehemann nicht zumutbar gewesen, sich in diesen beiden
Monaten gleich intensiv um eine Arbeitsstelle zu bemühen wie in jenen Monaten, in
denen er keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen ist. Auch wenn also die von Juli bis
September 2017 getätigten Bewerbungsbemühungen objektiv betrachtet in qualitativer
Hinsicht und − mit Ausnahme des Septembers − auch in quantitativer Hinsicht nicht
den von der Beschwerdegegnerin aufgestellten Anforderungen entsprochen haben, so
kann aufgrund der erwähnten Umstände ab 1. November 2017 trotzdem kein
hypothetisches Erwerbseinkommen des Ehemannes angerechnet werden.
Auch wenn in der Anspruchsberechnung ab 1. November 2017 kein
hypothetisches Erwerbseinkommen zu berücksichtigen ist, ist im Sinne eines obiter
dictum im Hinblick auf eine allfällige zukünftige Anrechnung eines solchen auf
folgendes hinzuweisen: Die Beschwerdegegnerin hat für die Berechnung des
hypothetischen Erwerbseinkommens auf den durchschnittlichen Lohn eines
Hilfsarbeiters im Jahr 2013 abgestellt (Fr. 65'654.--, siehe Anhang 2 der IVG-Ausgabe
der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2019). Weshalb sie auf den statistischen Lohn
für das Jahr 2013 und nicht auf die neuesten Zahlen (2016 oder zumindest 2015)
abgestellt hat, ist nicht nachvollziehbar. Vom Durchschnittslohn 2013 hat sie
korrekterweise einen Abzug von 10 % vorgenommen, da die Löhne in der Ostschweiz
tiefer sind als der schweizerische Durchschnittslohn (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. Oktober 2018, EL 2017/47 E.
3.3). Hingegen ist der 10 %ige Abzug wegen "Einreise aus Drittstaat vor 1-3
Jahren" (EL-act. 76-3) nicht nachvollziehbar. Bei der Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens wird fingiert, dass ein Arbeitsverhältnis besteht. Folglich macht es
keinen Sinn, für Schwierigkeiten bei der Stellensuche einen Abzug zu gewähren.
Schliesslich hat es die Beschwerdegegnerin versäumt, die Abzüge für die berufliche
Vorsorge und für die obligatorische Nichtberufsunfallversicherung zu berücksichtigen.
4.2.3.
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5.
Mangels aussagekräftigerer Zahlen berücksichtigt das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen in vergleichbaren Fällen jeweils einen Abzug von neun Prozent für
sämtliche Sozialversicherungsbeiträge (vgl. EL 2017/47 E. 3.3). Die gegenteilige Praxis
des Bundesgerichts, wonach keine Beiträge an die berufliche Vorsorge abzuziehen
seien, weil die zu entrichtenden Beiträge je nach konkreter Arbeitsstelle unterschiedlich
hoch seien, überzeugt nicht, weshalb ihr nicht gefolgt werden kann (vgl. Urteil P 35/06
vom 9. Oktober 2007 E. 5.2.3; siehe auch Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 2. September 2019, EL 2018/11 E. 2.7.2). Demnach könnte ein
allenfalls zukünftig angerechnetes hypothetisches Erwerbseinkommen höher ausfallen,
als es die Beschwerdegegnerin fälschlicherweise bereits für die Zeit ab 1. November
2017 angerechnet hat.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin das im Juli/
August 2017 erzielte Erwerbseinkommen zwar in seiner Höhe korrekt, jedoch im
falschen Monat, nämlich im August 2017 statt im Oktober 2017, als Einnahmenposition
berücksichtigt hat. Zudem ist die Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens ab 1. November 2017 rechtswidrig gewesen, weil die
Bewerbungsbemühungen des Ehemannes der Beschwerdeführerin in der Zeit von Juli
bis September 2017 als ausreichend betrachtet werden müssen. Die Einnahmen
betragen ab 1. August 2017 somit weiterhin Fr. 18'804.--, ab 1. Oktober 2017 Fr.
33'314.-- und ab 1. November 2017 wieder Fr. 18'804.--. Die Sache ist an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, um die Höhe der anzurechnenden
Nichterwerbstätigenbeiträge und somit das Ausgabentotal ab 1. Oktober 2017 sowie
die (damit wieder offene) Höhe der Rückforderung zu ermitteln.
4.3.
Demnach ist der angefochtene Einspracheentscheid wegen der Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes nach Art. 43 Abs. 1 ATSG in teilweiser Gutheissung der
Beschwerde aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung bezüglich der
anrechenbaren Nichterwerbstätigenbeiträge ab 1. Oktober 2017 sowie zur Ermittlung
der Höhe der Rückforderung und zur anschliessenden Neuverfügung im Sinne der
obigen Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.4.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).5.1.
Wird die angefochtene Verfügung bzw. der angefochtene Einspracheentscheid
aufgehoben, so liegt in Bezug auf die Verfahrenskosten immer ein vollumfängliches
Obsiegen vor, d.h. die Verwaltung bezahlt eine volle Parteientschädigung sowie die
gesamten Gerichtskosten (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
5.2.
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