Decision ID: 5c8960cc-48ed-5bbf-a7a8-a676b90f73f7
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1972 geborene
X._
arbeitete ab Juli 2007 als Maurer bei der
Y._
AG und war daher bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Mit Schadenmeldung vom 26. Oktober 2007 teilte die Arbeit
geberin der Suva mit, der Versicherte sei am 16. Oktober 2007 einem Zug nach
ge
rannt und habe sich dabei den linken Fuss verletzt (Urk. 12/1).
Ab dem 28. Janu
ar
2008 war der Versicherte wieder vollumfänglich arbeitsfähig (Urk.
12/17).
Die Suva
anerkannte ihre Leistungspflicht und
erbrachte die gesetzlichen
Versiche
rungsl
eistungen
sowohl für den Grundfall
(vgl. Urk. 12/5, 12/10)
als auch für die gemeldeten Rückfälle vom Oktober 2010 (Urk. 12/18, 12/20, 12/44-45) und Juli 2018 (Urk. 12/55
-56, 12/59, 12/68-69
)
.
1.2
Am 12. Mai 2010 meldete die Unia Arbeitslosenkasse
der Suva,
der Versicherte sei am 17. April 2
010 gestolpert und habe sich den
rechten Fuss frontal gegen einen Stuhlträger
(gemeint wohl: Stahlträger)
geschlagen (Urk. 13/2). Eine Erst
konsultation fand gleichentags statt (Urk. 13/4). Am 18. April 2011 meldete der Versicherte der Suva, er
habe
wieder
behandlungsbedürftige
Beschwerden (Urk. 13/6). Nach medizinischen Abklärungen (Urk. 13/15, 13/17-18) teilte die Suva dem Versicherten am
7.
Dezember 2011 mit, dass kein sicherer oder wahr
scheinlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom
1
7.
April 2010 und den gemeldeten Zehenbeschwerden bestehe, weshalb keine Versicherungs
leistungen erbracht würden (Urk. 13/19). Nachdem sich
dieser
mit der Ablehnung der Koste
nübernahme für eine Operation an der
rechten Grosszehe nicht ein
ver
standen erklärt
hatte
(Urk. 13/20), verfügte die Suva am 19. November 2012 im
angekündigten Sinne und verneinte einen Leistungsanspruch (Urk. 13/22). Der Ve
rsicherte erhob am 16. Dezember 2012 dagegen Einsprache (Urk. 13/23), wo
raufhin die Suva weitere medizinische Abklärungen (Urk. 13/30, 13/35-36) täti
gte
und am 15. Juli 2013 die Verfügung
vom 19. November 2012 zurückzog;
damit
anerkannte sie ihre Leistungspflicht im Zusammenhang
mit
dem Ereignis vom 17. April 2010 und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Urk. 13/37
; vgl. auch Urk. 13/53
).
1.3
Im Hinblick auf die Beurteilung ihrer weiteren Leistungspflicht
für die vom Ver
sicherten geklagten
beidseitigen Fussb
eschwerden
liess
d
ie Suva
diesen am 18. April
2019
in
der Klinik
Z._
(Deutschland),
Klinik für
Unfall- und Wiederherstellungschirurgie
,
untersuchen (Urk. 12/78 [= Urk.
13
/248]). Die Kreisärztin nahm am
28. Mai 2019 zum Integritätsschaden (Urk. 12/81) und am
29. Mai 2019
zur Arbeitsfähigkeit Stellung
(Urk. 12/80 [= Urk.
13/253
]
).
Mit
Schreiben vom 27. August 2019 teilte die Suva
dem Ver
si
cher
ten
mit,
sie werde den Fall abschliessen und
die Heilkostenleistungen per 1. Okto
ber 2019 einstellen. Die
Taggelder würden
für die Zeit vom 27. Mai bis 9. Juni 2019 noch übernommen (Urk. 12/82 [= Urk. 13/266]). Mit Verfügung vom
2
3.
Okto
ber 2019 verneinte die Suva
im Zusammenhang mit den Unfallereig
n
issen vom 16. Oktober 2007 und 17. April 2010
bei einer unfallbedingten Erwerbs
einbusse von 7 % einen Anspruch auf eine Invalidenrente.
Hingegen
sprach sie dem Versicherten bei einer Integritätseinbusse von insgesamt 10 % eine Inte
gri
tätsentschädigung zu (Urk. 12/86 [= Urk. 13/272]). Dagegen erhob der Versicherte am 6. November 2019 Einsprache (Urk. 12/87 [= Urk. 13/274
]), welche er am 12. November 2019
ergänzend begründet
e
(
Urk. 12/89
[= Urk. 13/277]). Mit E
nt
scheid vom 18. März 2020 wies die Suva die Einsprache ab (Urk. 2 [= Urk. 12/92 = Urk. 13/279]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 18. April 2020 Beschwerde (Urk. 1). Mit Ver
fügung vom 23. April 2020 wurde dem Beschwerdeführer eine 10-tägige Frist zur ergänzenden Begründung der Beschwerde eingeräumt (Urk. 4). Mit Beschwer
de
ergänzung vom 11. Mai 2020
(Urk. 6)
machte
er
sinngemäss geltend, die Arbeits
fähigkeit sei
nicht
zutreffend
festgestellt und das Valideneinkommen
sei
nicht korrekt ermittelt worden. Des Weiteren sei
en
ihm ein leidensbedingter Abzug von 10 %
sowie Verzugszinsen
zu gewähren (Urk. 7). Mit Beschwerdeantwort vom 24. August 2020 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 11), worüber der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 27. August 2020 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 14).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017
ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausge
bro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Die hier zu beurteilenden Unfälle haben sich am 1
6.
Oktober 2007 und 1
7.
April 2010 ereignet, weshalb die bis 3
1.
Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (
Art.
11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicher
weise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krank
heitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
1.3
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfall
ereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallver
siche
rung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E.
2c in
fine
).
1.4
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliede
rungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeit
punkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
1.5
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche
rungs
rechts,
ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Inva
liditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Ein
tritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeit
s
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
men
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte im angefochtenen Entscheid (Urk. 2
)
aus, es sei lediglich die Invalidenrente angefochten; bezüglich der Integritätsentschädigung sei die Verfügung
vom 23. Oktober 2019
in Rechtskraft erwachsen (S. 4). Gestützt auf den Untersuchungsbericht der Klinik für Unfall- und Wiederherstellungs
chirurgie
der
Klinik
Z._
habe sich die Kreisärztin
zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers geäussert. Demnach könne er die Tätig
keit als Maurer nur mit zeitlichen Einschränkungen ausführen. Die Tätigkeit sei ihm unter normalen Umständen nicht mehr zumutbar, er sei jedoch selbständig tätig und habe um die Weiterführung seiner Tätigkeit gebeten (S. 7). In einer
leidensangepassten Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sei der Be
schw
er
deführer 100 % arbeitsfähig (S. 8).
Allfällige psychische Leiden stünden nicht in einem adäquaten Kausalzusammenhang zu den Unfällen vom 16. Oktober 2007 und 17. April 2010 (S. 8 f.).
Der Beschwerdeführer habe zudem geltend gemacht, er sei als Vorarbeiter tätig gewesen, weshalb
bei der Bemessung des
Validen
einkommens
ein Mindestlohn von monatlich Fr. 6'160.--
gemäss Landesmantel
vertrag
(LMV)
für das schweizerische Bauhauptgewerbe (LMV
2019-2022
)
zu berücksichtigen sei. Aus den Akten gehe jedoch nicht hervor, dass der Beschwer
deführer tatsächlich zu einem Lohn in der Lohnklasse V («Vorarbeiter»)
angestellt gewesen
sei
. Das mutmassliche Valideneinkommen von Fr. 73'229.-- für das Jahr 2019 sei korrekt ermittelt worden (S.
10-12
). Ein Leidensabzug von 10 %
vom massgebenden
Tabellenlohn
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
könne
bei der Festsetzung des Invalideneinkommens
nicht
gewährt
werden
(S. 12
f.)
. Bei einem Invaliditätsgrad von lediglich 7.08 % habe der Beschwer
de
führer keinen Anspruch auf eine Invalidenrente (S. 13).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend, der Entscheid der Be
schwe
r
degegnerin sei genau zu prüfen (Urk. 6). Er sei wegen nachweisbare
r
Ein
schrän
kungen nicht
mehr
100 % arbeitsfähig. Des Weiteren habe er als Vorar
beiter gearbeitet,
weshalb
ein Bruttolohn von Fr. 6'160.-- zu berücksichtigen und ein Leidensabzug von 10 % zu gewähren
sei
en
(Urk. 7).
2.3
Die Beschwerdegegnerin
ergänzte
in ihrer Beschwerdeantwort vom 24. August 2020
(
Urk. 11), es sei auf den Unterschied zwischen der während ärztlichen Be
handlungen festzusetzenden Arbeitsunfähigkeit und der nach Behandlungsab
schluss voraussichtlich bleibenden Erwerbsunfähigkeit (Invalidität) hinzuweisen. Unter Berücksichtigung der im Zumutbarkeitsprofil definierten Einschränkungen sei dem Beschwerdeführer eine ganztägige Tätigkeit zumutbar. In den Akten seien keine medizinisch begründeten Stellungnahmen zu finden, die in einer behin
derungsangepassten Tätigkeit eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit postulieren würden. Bei der Berechnung des Invalideneinkommens sei
zu Recht
auf das Kom
pe
tenzniveau 2
abgestellt worden
, da der Beschwerdeführer seine Ausbildung
abgeschlossen
und über mehrere Jahre als Selbständiger gearbeitet habe
sowie
Erfahrung in der Baustellenleitung und Führungserfahrung vorweisen könne
.
E
r verfüge daher über besondere Fertigkeiten und Kenntnisse, die es ihm auch ausserhalb seines angestammten Tätigkeitsgebiet
es
ermöglichten
, einen höheren Lohn als derjenige in einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art (Kompetenzniveau 1) zu erzielen (S. 3 f.).
3.
3.1
Im
Bericht des Spital
s
A._
vom 1. November 2007
betreffend die Hospitalisation vom 17. bis 22. Oktober 2007 wurde festgehalten, eigenen Angaben zufolge habe
sich der Beschwerdeführer am 1
6.
Oktober 2007 ein
Supinationstrauma
des linken
oberen Sprunggelenks (
OSG
)
zu
gezogen
.
Die Ärzte diagnostizierten einen
ossären
Ausriss Fibula links, eine proximale, intraartikuläre
Avulsionsfraktur
Metatarsale
V
und
eine
undislozierte
Fr
aktur Os
cuboideum
links. Sie
berichteten, e
s sei eine konservative Therapie erfolgt. Unter konsequenter Ruhigstellung sei der linke Fuss rasch abgeschwollen, so dass am 20. Oktober 2007 ein
Vacoped
habe
angepasst werden
können
. Das Gehen an Stöcken
sei
gut
gelungen
, weshalb der Beschwerdeführer in gutem Allgemeinzustand habe entlassen werden können (Urk. 12/13).
Laut
Kurzbericht
des Spital
s
A._
vom 10. Mai 2010
schlug
sich der Be
schwerdeführer am 17. April 2010 die Grosszehe rechts an einer Eisenstange an. Seither habe er Schmerzen und sei belastungsunfähig. Die Ärzte diagnostizierten
eine Fraktur Phalanx
proximalis
Dig
. I Fuss rechts bei vorbestehendem
Hallux
valgus
und H.
valgus
interphalangeus
. Es
bestünden
eine Fehlstellung nach lateral sowie
eine
Schwellung,
ein
Hämatom und
eine
Druckdolenz über der proximalen Phalanx der
Grosszehe,
jedoch keine
Rotationsfehlstellung. Die periphere Durchblutung und Sensibilität sei
en
intakt, die Motorik
sei
schmerz
bedingt eingeschränkt. Die übrigen Zehen,
der
Metatarsus,
der
Tarsus und
das OSG seien indolent. Die Verletzung
sei konservativ mit Ruhigstellung im Schuh mit harter Sohle für insgesamt sechs Wochen
behandelt worden
(Urk. 13/4).
Am 6. Oktober 2010 wurde im Spital
A._
ein CT des linken Fusses angefertigt. Dieses zeigte eine
kleinvolumige
Compacta
-Insel im Talus. Bei spangenförmig übergreifender Konsolidierung einer vormaligen
extraartikulären
Metatarsale
V-Basisfraktur seien das OSG,
das
USG sowie das
Chopart
- und
Lisfranc
-Gelenk unauffällig gewesen. Es
bestünden
diskrete degenerative Veränderu
ngen im Grosszehengrundgelenk; d
ie Phalangen
und
Metatarsalia
seien unauffällig.
Ins
gesamt sei die Bildgebung
weitgehend unauffällig, insbesondere
bestünden
keine Anhaltspunkte für eine akute
ossäre
Läsion oder
höhergradige
degenerative Ver
änderungen. Die Knochendichte sei normal (Urk. 12/42).
3.2
Am 11. Dezember 2013 unterzog sich der Beschwerdeführer in der
Klinik
B._
(Deutschland)
, Zentrum für Gelenkchirurgie, einer Korrekturosteotomie im
Hallux
-Grundglied rechts (Urk. 13/64). Am 1
0.
September 2014 erfolgte die Metall
entfernung (Urk. 13/76).
Gemäss Bericht vom 23. Dezember
2014
wurde der Beschwerdeführer wegen zu
nehmende
r
belastungsabhängige
r
Beschwerden am Endgelenk der rechten Gross
zehe wieder in der
Klinik
B._
vorstellig. Bei der Untersuchung habe sich am distalen Grundglied eine
dorsomedial
gelegene
Exostose
mit Rötung und Schwellung der darüber liegenden Haut gezeigt. Die geäusserten Schmerzen seien nachvollziehbar und würden vor allem in den
im Beruf
zu tragenden Arbeits
schutzschuhen auftreten. Eine Beseitigung des Problems sei nur durch eine operative Abtragung der Exostose zu erreichen (Urk. 13/84)
.
Dieser Eingriff wurde
am 18. März 2015
durchgeführt
(Urk. 13/99).
3.3
Laut
Bericht vom
6.
August 2018 wurde am 30. Juli 2018 im
C._
ein MRT des oberen Sprunggelenks links unter Mitnahme der Fusswurzel angefertigt. Bei stattgehabter Fraktur mit Abriss der Basis des
Os
metatarsalia
5 sei das Frag
ment knöchern komplett in leichter Fehlstellung überbaut. Eine begleitende Rup
tur der
Peronealsehne
n
sei nicht nachzuweisen. Es bestehe eine
Ansatzsehn
entendinopathie
im distalen Insertionsbereich der
Peroneus
longus
-Sehne. Es sei eine alte Teilläsion der
L
igamenta
fibulotalare
anterius
und
fibulocalcaneare
feststellbar. In der Fusswurzel und im
Tarsometatarsalgelenk
4 und 5
bestünden
arthrotische
Veränderungen. Im dorsalen
Kalkaneus
unter dem Ansatz der Achil
lessehne bestehe am ehesten eine
intraossäre
Ganglionstruktur
. Darüber hinaus seien mediale und laterale Sehnen sowie
Extensorensehnen
,
Plantaraponeurose
und Achillessehne ohne nachweisbare Läsionen abgrenzbar (Urk. 12/56).
3.4
Im Auftrag der Beschwerdegegnerin
wurde der Beschwerdeführer am 18. April 2019 in der Klinik für Unfall- und Wieder
herstellungschirurgie der
Klinik
Z._
durch
Dr.
med.
D._
, Facharzt Unfallchirurgie und Orthopädie,
untersucht
. Als Diagnosen führte er einen Zustand nach Gross
zehenfraktur rechts 2010 bei vorbestehendem
Hallux
valgus
sowie
einen Zustand nach
Metatarsale
-V-Basisfraktur links 20
1
7 auf. Im Bereich der rechten Gross
zehe seien mehrfach operative Revisionen durchgeführt worden. Zuletzt seien eine
Exostosenabtragung
und Glättung sowie die vollständige
Implan
tatent
fer
nung
erfolgt. Der Beschwerdeführer sei bei raumgreifendem, flüssigem Gangbild unter Verwendung von Konfektionsschuhwerk erschienen. Das Arbeitsschutz
schuhwerk mit starrer Sohle habe er zur Ansicht mitgebracht. Der Beschwer
de
führer habe über anhaltende Beschwerden führend im Bereich der rechten Gross
zehe berichtet. Das kräftige Abstossen mit dem rechten Fuss sei schmerzbedingt eingeschränkt. Nach längerer Belastung würden die Schmerzen im Bereich des Grosszehen
end
gliedes
exazerbieren
. Schuhwerk könne er aufgrund der sehr emp
findlichen Weichteilregion fussrück
en
seitig im Bereich der Grosszehe nicht tragen. Dieselbe Problematik bestehe auch im Bereich der Aussenkante des linken Fusses in Höhe der fünften Mittelfussbasis. Die Beschwerden seien da aber in Intensität und Dauer deutlich weniger intensiv als im Bereich der rechten Gross
zehe. In der Untersuchung habe sich ein moderat ausgeprägter
Pes
p
l
anovalgus
beidseitig gezeigt. Das Fusslängs- und -
quergewölbe
sei seitengleich deutlich abgeflacht. Im Bereich der
Metatarsale
-V-Basis links sei
die
projektionsradio
graphisch
nachvollziehbare
Exostose
percutan
palpabel. Die Region sei mässig druckdolent. Eine
tarsometatarsale
Instabilität bestehe klinisch ni
cht. Die Narben
verhältnisse im B
ereich der rechten Grosszehe hätten sich reizlos gezeigt.
Es
bestehe eine lokale Druckdolenz dorsalseitig über dem Grosszehengrundgelenk. Das Gelenk sei funktionell wackelsteif. Forcierte Flexion und Extension seien als schmerzhaft empfunden worden. Das Grosszehengrundgelenk sei nur diskret be
we
gungseingeschränkt.
Dr.
D._
beurteilte, in
Zusammenschau der vorliegen
den klinischen und radiologischen Befunde sei gegenwärtig keine nochmalige operative Intervention angezeigt. Die nur diskret ausgeprägten Restbeschwerden im linken Fuss seien objektiv, insbesondere unter Würdigung des projektradio
graphischen Befundes
,
nachvollziehbar. Unter Verwendung geeigneten Schuh
werks sei die Beschwerdesymptomatik nur gering. Die Beweglichkeit des rechten Grosszehenendgliedes sei aufgrund der mehrmaligen operativen Revisionen funktionell nahezu komplett aufgehoben. Bei weiter progredienten Beschwerden beziehungsweise Ruheschmerzen sei als
ultima
ratio
eine
Arthrodese
des rechten Grosszehenendgelenkes zu diskutieren. Ein weiterer operativer Eingriff werde vom Beschwerdeführer gegenwärtig jedoch nicht gewünscht. Aus orthopädischer Sicht sei der Beschwerdeführer
hilfsmitteltechnisch
mit dem ordinierten ortho
pädischen Arbeitsschutzschuhwerk suffizient versorgt. Ein wesentlicher Ände
rungsbedarf bestehe nicht. Der Beschwerdeführer strebe eine Fortführung seiner beruflichen Tätigkeit als Bauarbeiter, gegebenenfalls auch in zeitlich reduzierter Form, an. Eine Umschulungsmassnahme werde seitens des Beschwerdeführers
eher nicht für zielführend ge
halten (Urk. 12/78 [= Urk. 13/248]).
3.5
Mit ärztlicher
Aktenb
eurteilung vom 29. Mai 2019 (Urk. 12/80 [= Urk. 13/253]) führte Kreisärztin med.
pract.
E._
, Fachärztin Anästhesiologie, als Diagnosen einen Status nach Grosszehenfraktur rechts vom 17. April 2010 sowie eine
n Status nach
Metatarsale
V-Basisfraktur links vom 16. Oktober 2007 auf. Die Tätigkeit als Maurer könne nur mit einer zeitlichen Einschränkung ausgeführt werden. Die Tätigkeit wäre unter normalen Umständen nicht mehr zumutbar, jedoch sei der Beschwerdeführer selbständig tätig und habe um die Weiterführung seiner Tätigkeit gebeten. Bei Status nach genannten Verletzungen und aufgrund des klinischen Befundes vom 18. April 2019 sei die Notwendigkeit von ver
mehrten Pausen während der Arbeitszeit nachvollziehbar. In Anbetracht dessen erscheine eine quantitative Einschränkung der Arbeitszeit auf 50-60 % als angemessen, um ausreichend Erholungsphasen zu gewährleisten. Zudem sei
en
die Nutzung von Hilfsmitteln (z.B. spezielles Arbeitsschuhwerk) sowie intermittierend sitzende Arbeit zu empfehlen. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt seien dem Beschwerdeführer leichte bis zeitweise mittelschwere Arbeiten ganztags zumut
bar. Überwiegend stehende
und
gehende Arbeiten seien ebenso wie Tätigkeiten, die in überwiegend unebenem Gelände erfolg
t
en, wie auch Arbeiten auf Leitern und Gerüsten
,
mit häufigem Knien und Hocken sowie Treppensteigen aus dem Tätigkeitsprofil auszuschliessen.
4.
4.1
Durch die medizinischen Akten ausgewiesen und unbestritten ist, dass sich der Beschwerdeführer anlässlich de
s
Ereignisse
s
vom 16. Oktober 2007
eine
Metatar
sale
V-Basisfraktur links
sowie
am
17. April 2010 eine Grosszehenfraktur rechts zuzog und sich in der Folge einer Korrekturosteotomie im
Hallux
Grundglie
d
rechts, einer Metallentfernung sowie einer
Exostosenabtragung
im Grundglied rechts unterziehen musste (vgl. E. 3.
1-3.2
).
Nach Lage der Akten war von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund
heitszustandes mehr zu erwarten (E. 3.4
). D
er Fallabschluss
(E. 1.4)
erfolgt
e
demnach
zu Recht
und wurde
denn auch nicht beanstandet.
Die von der Be
schwerdegegnerin durchgeführte Adäquanzprüfung (Urk. 2 S. 8 f.)
i
n Bezug auf die im Einspracheverfahren geltend gemachten psychischen Einschränkungen (vgl. Urk. 12/90) blieb vom Beschwerdeführer unbestritten
und gibt zu keinen Bemerkungen Anlass
.
Schliesslich wurde im angefochtenen Entscheid zutreffend festgehalten (Urk. 2 S. 4 Ziff. 1), dass die Verfügung vom 23. Oktober 2019 (Urk. 12/86) b
ezüglich der darin
auf der Basis eines Integritätsschadens von 10 %
festgesetzten
Integritätsentschädigung mangels Anfechtung in Teilrechtskraft erwachsen ist. Etwas
anderes
wurde vom Beschwerdeführer denn auch nicht gel
tend gemacht.
Strittig und zu prüfen ist hingegen, ob unfallbedingte
somatische
Beeinträch
tigungen bestehen, die einen Anspruch auf eine Rente begründen, und dabei ins
besondere, ob die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
in einer angepassten Tätigkeit rechtsgenüglich abgeklärt sowie das Validen
- und das Invaliden
ein
kommen zutreffend ermittelt wurde
n
(
Urk.
7).
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in ihrem Entscheid (Urk. 2 S. 7 f.) in medizinischer Hinsicht insbesondere auf die kreisärztliche Beurteilung von med. pract.
E._
vom 29. Mai 2019 (E. 3.5). Diese
erfüllt die
praxisgemässen An
forderungen an den Beweiswert einer medizinischen
Entscheidungsgrundlage (E. 1.6). So setzte sich die Kreisärztin mit den objektiven Befunden angemessen auseinander und begründete ihre Einschätzung, wonach der Beschwerdeführer die Tätigkeit als Maurer nurmehr mit einer zeitlichen Einschränkung ausführen könne, er jedoch in einer körperlich leichten bis zeitweise mittelschweren Tätig
keit ganztags arbeitsfähig sei, nachvollziehbar und schlüssig. Indem med. pract.
E._
überwiegend stehende bzw. gehende Arbeiten, Arbeiten auf Leitern und Gerüsten sowie solche, die in überwiegend unebenem Gelände erfolgen oder mit häufigem Knien, Hocken und Treppensteigen einhergehen, aus dem Tätig
keitsprofil ausschloss, trug sie den unfallbedingten Einschränkungen angemessen
Rechnung. Ärztliche Berichte, welche Zweifel an der Zuverlässigkeit der kreisärzt
lichen Beurteilung aufkommen liessen, sind in den Akten nicht auszumachen und wurden auch vom Beschwerdeführer nicht benannt. Namentlich vermag auch der
kurz gehaltene
Bericht des behand
elnden Dr. med.
F._
, Facharzt für Chirurgie, vom 21. Februar 2019 (Urk. 13/236) die Einschätzung der Kreisärztin nicht umzustossen, zumal darin lediglich eine Arbeitsunfähigkeit vom 4. bis 10. Februar 2019 attestiert wurde, wobei keine Differenzierung zwischen der angestammten und einer den Unfallfolgen angepassten Tätigkeit erfolgte. Mithin b
esteht kein Anlass, nicht auf die Einschätzung von med. pract.
E._
abzu
stellen. Namentlich spricht auch der Umstand
, dass es sich bei der Einschätzung
von med. pract.
E._
um eine reine Aktenbeurteilung handelt,
nicht gegen deren Beweiswert. Denn die Kreisärztin konnte sich gestützt auf die vorhandenen Unterlagen, insbesondere den auf persönlichen Untersuchungen des Beschwerde
führers und umfassender
Aktenkenntnis
(Urk. 13/237-238)
beruhenden fachärzt
lichen Bericht von Dr.
D._
vom 18. April 2019 (E. 3.4)
ein
zuverlässiges
B
ild vom Gesundheitszustand des Beschwerdeführers machen. P
raxisgemäss
kann
auf
Aktenbeurteilungen
abgestellt werden, wenn ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht
,
mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten
Person in den Hintergrund rückt (Urteile des Bundesgerichts 9C_335/2015 vom 1. September 2015 E. 3.1 und 8C_52/2010 vom 2. Juli 2010 E. 6.1.3). Dass
diese Voraussetzungen
bei der kreisärztlichen Beurteilung
von med. pract.
E._
nicht erfüllt sein sollen,
ist nicht ersichtlich und wurde vom Beschwerd
eführer auch nicht vorgebracht.
4.3
Nach dem Gesagten
ist
gestützt auf die beweiskräftige kreisärztliche Beurteilung
erstellt
, dass der Beschwerdeführer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfall
bedingt in der bisherigen Tätigkeit
eingeschränkt ist
,
er jedoch
in
einer ange
passten Tätigkeit
gemäss dem von med. pract.
E._
formulierten
Zumut
barkeitsprofil vollständig arbeitsfähig
ist
.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Beschwer
de
führers in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
5.2
5.2.1
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss
Art.
16 ATSG das Erwer
bs
einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits
markt
lage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Lohn anzuknüpfen, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre; Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein. Auf Erfahrungs- und Durch
schnittswerte darf nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Ein
zelfall relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 mit Hinweisen). Dabei ist mit Blick auf den Gesetzeswortlaut von Art. 16 ATSG zu präzisieren, dass als Valideneinkommen dasjenige Einkom
men gilt,
das
die versicherte Person überwiegend wahrscheinlich ohne Unfall tat
sächlich erzielen würde (vgl.
Rumo-Jungo
/
Holzer
, Rechtsprechung zum Bundes
gesetz über die Unfallversicherung (UVG), 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, S. 126
unten f. mit Hinweis auf BGE 134 V 322 E. 4.1).
5.2.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich
(Urk. 2 S. 10
f
f.)
für die Ermittlung des Valideneinkommens
auf
den ab dem 1. Januar 2019 gültigen Mindestlohn
für gelernte Baufacharbeiter (Lohnklasse Q, Zone «Blau»)
im Umfang von
monatlich
Fr.
5'633.-- bzw.
jährlich
Fr. 73'229.--
gemäss LMV 2019-2022 (vgl. auch Urk. 13/268-270)
. Der Beschwerdeführer machte
demgegenüber
geltend, dass er als Vorarbeiter tätig gewesen sei, weshalb von einem monatlichen Einkommen von Fr. 6'160.--
, mithin jährlich Fr. 80'080.--
(Lohnklasse V)
auszugehen sei.
Die Beschwerdegegnerin führte diesbezüglich zu Recht aus, dass
zwei
frühere Arbeit
geber zwar die Tätigkeit als Vorarbeiter bestätigt
hätt
en (Urk. 13/276
/1-2
)
;
im Zeitpunkt des Unfalls im Jahr 2010 war der Beschwerdeführer jedoch arbeitslos (vgl. Urk. 13/3) und im Jahr 2007
erzielte er bei der
Y._
AG – wo er
gemäss Schadenmeldung vom 26. Oktober 2010 (Urk. 12/1)
als Maurer tätig war – ein Einkommen von Fr. 29.60 (zzgl. 3.13 % Ferien-/Feiertagsentschädigung und 2.71 % 1
3.
Monatslohn) pro Stunde, mithin einen tieferen Lohn als
im LMV 2006-2008,
Lohnklasse V, Zone «Blau»
,
als Mindestlohn
für Vorarbeiter im Bau
hauptgewerbe
vorgegeben
. Hinweise
darauf
, dass der Beschwerdeführer
ohne Unfallfolgen
einen Lohn
in der Höhe eines
Vorarbeiter
s
erzielen würde
, sind nicht aktenkundig. In den Jahren 2008
bis 201
0
erwirtschaftete der Beschwerdeführer
gemäss Auszug aus dem individuellen Konto (IK) ein
Einkommen zwischen
Fr.
53'731.-- und Fr. 62'160.--
(Urk. 13/189)
.
Übereinstimmend mit der Be
schwer
degegnerin ist dem Einkommen
s
vergleich
ein Valideneinkommen von Fr. 73'229.-- zugrunde zu legen
, zumal der LSE-Tabellenlohn für im Baugewerbe tätige Männer auf Kompetenzniveau 2 ebenfalls in dieser Grössenordnung liegt (vgl. dazu Urk. 2 S. 11 unten)
.
5.3
5.3.1
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär
von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeits
leis
tung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbs
einkommen gegeben,
namentlich
weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung ent
weder Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die DAP-Zahlen herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 mit Hinweisen).
5.3.2
Bei der Bemessung des Invalideneinkommens zog die Beschwerdegegnerin die Tabelle TA1 der LSE 2016 heran und ermittelte ausgehend vom branchen
über
greifenden Zentralwert von Fr. 5'646.-- von im privaten Sektor auf Kompetenz
niveau 2 tätigen Männern ein Einkommen von Fr. 71'624.90 für das Jahr 201
9.
Hiervon gewährte sie einen Leidensabzug von 5 %, womit ein Invalidenein
kommen von Fr. 68'043.65 resultierte (Urk. 2 S. 12 f.).
Mit dieser Vorgehensweise wurde dem Umstand Rechnung getragen, dass der Beschwerdeführer in einer den verbliebenen Unfallfolgen angepassten Tätigkeit uneingeschränkt einsatzfähig ist und er dadurch seine Arbeitsfähigkeit besser verwerten kann als in Ausübung seiner selbständigen Erwerbstätigkeit, welche er im Juli 2011 in Deutschland (wieder) aufgenommen hat (vgl. dazu Urk. 13/170/5, 13/209, 13/265). Die Aufnahme einer unselbständigen Tätigkeit erscheint im Lichte der massgebenden Kriterien (Alter, Aktivitätsdauer, Ausbildung, Art der bisherigen Tätigkeit, persönliche Lebensumstände; vgl. dazu Urteil des Bun
des
gerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E.
3.1) denn auch als zumutbar.
Im Übrigen wies die Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung vom 23. Oktober
2019 zutreffend darauf hin, dass in der Schweiz und in Deutschland unter
schiedliche Lohnniveaus vorliegen (Urk. 13/272 S. 1 unten), weshalb auch aus
diesem Grund nicht auf das tatsächlich erzielte Einkommen abgestellt werden ka
nn.
5.3.3
Der Beschwerdeführer monierte in Bezug auf das Invalideneinkommen lediglich die Höhe des Leidensabzugs und machte geltend
,
es
sei
ein
solcher
von 10 % zu gewähren
(Urk. 1 und Urk. 7
)
.
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schni
tts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
schnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht auto
matisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflicht
gemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalidenein
kommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137
V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwer
deinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
Dem Beschwerdeführer ist eine körperlich leichte
bis
zeitweise
mittelschwere Tätigkeit ohne überwiegendes Stehen oder Gehen sowie ohne Tätigkeiten in un
ebenem Gelände, auf Leitern oder Gerüsten sowie
ohne häufiges
Knien oder
Hocken und ohne Treppensteigen ganztags
zumutbar
.
Med. pract.
E._
berücksichtigte bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bereits sämtliche
gesund
heitlichen
Einschränkungen. Entsprechend der bundesgerichtlichen Rechtspre
chung sind diese nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzuges einzubringen, da dies ansonsten zu einer doppelten Anrechnung der gleichen Gesichtspunkte führen würde (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Vorlie
gend sind keine triftigen Gründe ersichtlich,
um
vom gewährten leidensbedingten Abzug von 5 % abzuweichen.
Da auch die übrigen von der Beschwerdegegnerin herangezogenen Bemessungsfaktoren (Urk. 2 S. 12 f.) zu keiner Kritik Anlass geben, hat es bei dem von ihr für das Jahr 2019
ermittelten Invalideneinkommen von
Fr. 68'043.65 sein B
ewenden.
5.3.
4
Die aus dem E
i
nkommen
s
vergleich resultierende Erwerbseinbusse beträgt Fr.
5'185.35 (Valideneinkommen von Fr. 73'229.-- abzüglich Invalideneinkom
men von Fr. 68'043.65).
Dies entspricht
einem Invaliditätsgrad von
rund
7 %
.
F
olglich
verneinte die Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf eine Invaliden
rente zu Recht.
5.3.
5
Damit besteht von vornherein kein Raum für einen Ans
pruch auf Verzugszins nach Art. 26 Abs.
2 ATSG.
5.4
Demnach erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.