Decision ID: 79956601-7567-4df2-940a-b1a1c0b45ae5
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1957 geborene
X._
hatte
sich am 2
2.
April 2002 bei der
Sozi
al
versicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistun
gen
der Invalidenversicherung angemeldet (
Urk.
11/3). Die IV-Stelle traf da
raufhin er
werbliche und medizinische Abklärungen und sprach ihr mit
durch
Einsprache
ent
scheid
vom 26. Januar 2005 (
Urk.
11/67) bestätigter Verfügung vom 11. Au
gust 2004 eine halbe Rente der Invalidenversicherung mit Wirkung ab 1. Januar 2002
zu (
Urk.
11/52
-54).
Diese bestätigte sie in der Folge anläss
lich des im Jahr 2007 von Amtes wegen durchgeführten Revisionsverfahrens mit Mitteilung vom 15. August 2007 (
Urk.
11/77).
Im Rahmen eines weiteren, im August 2009 eingeleiteten ordentlichen
Re
vi
sions
verfahrens
holte die IV-Stelle Berichte der behandelnden Ärzte ein (
Urk.
11/84-85
und
Urk.
11/90) und liess die Versicherte im Oktober 2010 von den Ärzten des
Y._
polydisziplinär
be
gutachten
(
Ex
per
tise vom 18. November 2010
[
Urk.
11/97/2-36
]
). Am 13.
Januar 2011 führte sie
zu
dem
eine Abklärung an Ort und Stelle durch (Haushaltabklärungsbe
richt vom 17. Februar 2011
[
Urk.
11/104
]
). Nach durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
11/111) verfügte die IV-Stelle am 7. No
vember 2011 die Einstellung der Inva
lidenrente per 31. Dezember 2011 (
Urk.
11/137 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 7. Dezember 2011 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr wei
terhin eine halbe Rente zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 25. Januar 2012 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10).
Am
2.
Februar 2012 wurde der Beschwerdeführerin das Doppel der
Be
schwerdeantwort
zugestellt (
Urk.
12).
Mit undatiertem Schreiben (beim hie
si
gen
Gericht eingegangen am 31. Juli 2013) erkundigte sich die Beschwerdeführerin
nach dem Verfahrensstand und teilte mit, dass sie öffentliche Sozialhilfe be
ziehe
(Urk. 13).
Das Gericht traf daraufhin entsprechende Abklärungen (Urk. 14).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetz
es über die In
va
li
denversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6
des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
) gewesen sind;
und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG)
sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent An
spruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2
IVG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art.
17
Abs.
1 ATSG)
. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349 mit Hinweisen). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im
Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung
einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte
rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheent
scheid
, wel
che
oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechts
konformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
bemessung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3 S. 75 ff; Urteil des Bun
desgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie
stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des
strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen ei
n
ander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellt (ZAK 1986
S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen
beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem
Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psy
chi
schen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in
Aus
einander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schluss
folgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Ex
perte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten,
welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c;
U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.;
derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.; zum
Beweiswert von Expertisen der MEDAS das in BGE 137 V 210 publizierte Grund
satzurteil 9C_243/2010 vom 28. Juni 2011).
D
ie Anwendbarkeit der von der Rechtsprechung erarbeiteten Grundsätze auf lau
fende Verfahren bedeute
t
nicht, dass nach altem Verfahrensstandard einge
holte Gutachten ihren Beweiswert
mit Rücksicht auf die in BGE 137 V 210 er
läuterten Korrektive
per se verlören. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaf
ten Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den er
hobenen Rügen entscheidend, ob das abschliessende Abstellen auf die vorhan
de
nen Beweisgrundlagen im angefochtenen
Entscheid vor Bundesrecht stand
hält
(vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_15/2012 vom 11. Juni 2012 E. 5 mit Hin
w
eisen)
.
Allerdings ist dem Umstand, dass ein nach altem Standard in Auftrag
ge
gebenes Gutachten eine
massgebende
Entscheidungsgrundlage bildet, unter Um
ständen bei der Beweiswürdigung Rechnung zu tragen (Urteile des Bundes
ge
richts 9C_942/2011 vom 6. Juli 2012 E. 5.2 und 9C_776/2010 vom 20. Dezem
ber
2011 E.
3.3). In dieser speziellen Übergangssituation lässt sich die
beweisrecht
liche
Situation der versicherten Person mit derjenigen bei
versiche
rungsinternen
medizinischen Entscheidu
ngsgrundlagen vergleichen
. In solchen Fällen genügen schon relativ geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärzt
lichen Feststellungen, um eine (neue) Begutachtung anzu
ordnen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_148/2012 vom 17. September 2012 E. 1.4)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die
angefochtene
Rentenaufhebung
mit Ver
fügung vom 7. November 2011
im Wesentlichen – unter Hinweis auf das Gut
ach
ten
des
Y._
vom 18. November 2010 (Urk.
11/97/2-36) – damit, dass sich der
Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin seit der ursprünglichen
Rentenzu
sprache
mit
Einspracheentscheid
vom 26. Januar 2005
erheblich verbessert habe.
Sie sei daher spätestens seit Oktober 2010 in einer behinderungsangepassten Tä
tig
keit zu 75 % arbeitsfähig. Zudem hätten sich die persönlichen Verhältnisse
der Beschwerdeführerin
zwischenzeitlich
verändert, sodass sie im
Gesund
heits
fal
l
zu 80
%
im Erwerbsbereich und zu 20
%
im Haushalt tä
tig wäre (
Urk.
2 S. 2).
Mit einer adaptierten Tätigkeit könnte sie unter Berücksichtigung eines
lei
dens
bedingten
Abzugs von 10
%
ein Invalideneinkommen von Fr. 49‘520.65 er
zielen.
Bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 62‘667.40 ergebe sich im
Erwerbs
bereich
ein Teilinvaliditätsgrad von 16.80
%
. Die Einschränkung im
Haushalts
bereich
be
trage 5.2
%
, was einem Teilinvaliditätsgrad von 1.04
%
entspreche. Daher resul
tiere ein Gesamtinvaliditätsgrad von 17.84
%
, weshalb kein An
spruch auf eine Rente mehr bestehe (
Urk.
2
S. 2
).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber hauptsächlich auf den Stand
punkt, dass sich ihr Gesundheitszustand zwischenzeitlich nicht verbessert habe.
Eine Verbesserung werde weder von ihrer behandelnden Psychiaterin bestätigt noch
sei eine solche in somatischer Hinsicht ersichtlich. Sie leide aktuell viel
mehr unter einer Hörverschlechterung und Schmerzen im
Lendenwirbelsäulen
bereich
(
Urk.
1).
3.
3.1
3.1.1
Die mit
Einspracheentscheid
vom 26. Januar 2005 (
Urk.
11/67) bestätigte
Ren
ten
verfügung
vom 11. August 2004 (
Urk.
11/52-54) basierte im Wesentlichen auf
den folgenden medizinischen Akten:
Dr.
med.
Z._
, Facharzt
FMH für Allgemeine Innere Medizin, stellte am 15. Juli 2002 (
Urk.
11/9/5-6) folgende Diagnosen
(S. 1)
:
1.
Panvertebralsyndrom
, vor allem
lumbospondylogenes
und
cervico
-
spondylogenes
Syndrom mit
cervicocephaler
Komponente mit/bei
Spondylolisthesis
L5/S1 bei
Spondylolyse
Haltungsinsuffizienz
ausgeprägtem Trainingsmangel
Beckenhochstand links
Fehlform
und -haltung der Wirbelsäule
altersentsprechend diskreten degenerativen Veränderungen
positiver Familienanamnese bezüglich Weichteilrheumatismus bei der Mutter
2.
Fibromyalgiesyndrom
l
angjährige Schlafstörungen
3.
Komplexe psychosoziale Überlastungssituation
Beziehungsprobleme
k
omplex belastete Jugend der beiden Söhne
d
epressive Züge
4.
Status nach unspezifischer
Colitis
1996, bei der Kontroll-Endoskopie
im Februar 1998 nur noch mikroskopisch nachweisbar
5.
Asthma bronchiale
6.
Ekzem am Rücken
In einer behinderungsangepassten Tätigkeit bestehe
– so der betreffende Arzt – eine
50%ige Arbeitsfähigkeit
(S. 2)
.
3.1.2
Dr.
med.
A._
, Fachärztin
FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, di
agnos
tizierte am
2.
September 2002 eine
Somatisierungsstörung
mit körperli
chen und depressiven Störungen (ICD-10 F45.0) und eine emotional instabile
Persönlich
keitsstörung
(ICD-10 F60.31). Sie attestierte eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
(
Urk.
11/10).
3.1.3
Der Bericht der Ärzte der
B._
vom 26. Januar 2003 über
den stationären Aufenthalt der Beschwerdeführerin vom 6. bis am 26. Januar 2003
(
Urk.
11/22/5-6) enthielt folgende Diagnosen (S. 1):
1.
Spondylolyse
L5 (ICD-10 M43.06) mit/bei
Spondylodese
L5/S1 am 19. Dezember 2002 in der
Schulthess
-Klinik,
fecit
Dr.
Egloff
2.
Asthma bronchiale (ICD-10 J45.9)
3.
Status nach unspezifischer
Colitis
1996 (ICD-10 K52.9) mit/bei:
Kontrollendoskopie 1998 nur noch mikroskopisch nachweisbar
4.
Instabile Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.9)
5.
Vegetative Dystonie (ICD-10 F45.9) mit/bei:
Tendenz zu Hypotonie und
Orthostasebeschwerden
6.
Neurodermitis (L20.8)
7.
Fibromyalgiesyndrom
(ICD-10 M79.09) mit/bei:
14/18 Tenderpoints positiv
Sie empfahlen
die Durchführung von
physiotherapeutische
n
Massnahmen zum
Auf
bau der Rückenmuskulatur und zur Verbesserung der Beweglichkeit (S. 2) und
hielten eine halbtags ausgeübte Tätigkeit für zumutbar (
Urk.
11/22/1-4 S.
4).
3.1.4
Die Ärzte der
C._
, berichteten am 7. März 2003 von einem Status nach einer
transpedikulären
dorsolateralen
Spondylodese
L5/S1 am 19. De
zember 2002 und einer postoperativen linksseitigen Fussheber- und
Fuss
senkerschwäche
. Angesichts der noch laufenden physiotherapeutischen Be
hand
lung und der noch nicht abgeschlossenen postoperativen Diagnostik bei einer Schwäche des linken Fusses könne noch keine abschliessende Aussage zur Ar
beits
fähigkeit gemacht werden (
Urk.
11/19/5-6).
3.1.5
Gestützt auf ihre Gutachten vom 30. Mai
20
0
1
und
vom
24. Oktober 20
0
1 sowie
die am 7. Juli 2003 durchgeführte Untersuchung stellte die Vertrauensärztin der
D._
Dr
.
med
.
E._
,
Fach
ärztin
FMH für Allgemeine Innere Medizin
, in ihrem Gutachten vom 14.
Juli
2003 (
Urk.
11/24) folgende Diagnosen (S. 6):
Lumbovertebrales
Schmerzsyndrom bei Haltungsinsuffizienz der Wirbel
säule,
Spondylolyse
(angeborene Spaltbildung) und Status nach diskreter
Spondylolisthesis
L5/S1 (Wirbelgleiten)
Status nach stabilisierender Rückenoperation am 19. Dezember 2002 (
transpedikuläre
dorsolaterale
Spondylodese
L5/S1)
Verzögerter Heilungsverlauf mit medizinisch unklaren Lähmungser
scheinungen im Bereiche des linken Beines und des linken Fusses, zur Zeit in Rückbildung begriffen
Somatisierungsstörung
(ICD-10
F45.0
)
mit körperlicher und depressiver Störung
Emotional instabile Persönlichkeitsstörung
(ICD-10
F60.31
)
Fibromyalgiesyndrom
Allergische Veranlagung mit zeitweiligem Asthma bronchiale (laut Be
richt der
Schu
lthess
Klinik vom 13. Januar 200
3)
Die Beschwerden der Beschwerdeführerin – so die Gutachterin – seien durch an
geborene Fehlformen der Wirbelsäule mit einer Haltungsinsuffizien
z bedingt. Zu
sätzlich leide sie
an psychischen Symptomen, insbesondere an einer depressi
ven Störung, die den Heilungs
prozess
ungünstig beeinfluss
t
e
n
.
Auch nach
der im
De
zember 2002 durchgeführten Rückenoperation sei es zu einem verzögerten
Hei
lungsverlauf
gekommen. Die Beschwerdeführerin klage insbesondere über eine
leichte postoperative Lähmung im linken Fuss, welche sich zwar unter physio
therapeutischen Massnahmen weitgehend zurückgebildet habe,
die
sie aber beim längeren Gehen und Treppensteigen immer noch deutlich einschränke (S. 5).
In ihrer bisherigen Tätigkeit als Floristin sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsunfähig. Die Ausübung einer körperlich leichten Arbeit mit
Wechselbe
lastung
sei ihr längerfristig zu 30 – 50
%
zumutbar (S. 5).
Dr
.
E._
empfahl, in etwa drei Monaten einen Arbeitsversuch in einer
wechselbelasten
den
Tätigkeit mit einem Pensum von 20 – 30
%
zu unternehmen (S. 6).
3.1.6
In diversen von den Ärzten der
C._
ausgestellten Arztzeugnissen – zu
letzt am 10. Mai 2004 – wurde der Beschwerdeführerin
eine seit dem 20.
Oktober 2003 andauernde 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis auf Weiteres at
te
stiert (
Urk.
11/37, 11/41, 11/43, 11/48 und 11/55).
3.2
Im Haushaltabklärungsbericht vom 28. Oktober 2003 wurde in Übereinstim
mung mit den Aussagen der Beschwerdeführerin ein Erwerbs- und ein
Haus
haltspensum
von je 50
%
angenommen (
Urk.
11/36).
3.3
Die Mitteilung vom 15. August 2007, wonach ein unveränderter Rentenan
spruch
bestehe (
Urk.
11/77), basierte
lediglich
auf dem Bericht
von
Dr.
Z._
vom 19.
Juli
2007 (
Urk.
11/74)
. Er beurteilte den Verlauf als stationär mit einer Ten
denz
zur gesundheitlichen Verschlechterung.
Diese Mitteilung bildet
rechtsprech
ungs
gemäss
keine revisionsrechtlich relevante
zeitliche Vergleichsbasis (vorne E. 1.2 und E. 2.1)
.
3.4
3.4.1
Der am 7. November 2011 verfügten Rentenaufhebung (
Urk.
2) lag hauptsäch
lich
das Gutachten
des
Y._
vom 18. November 2010
zugrunde (Urk.
11/97
/2-36
). Gestützt auf die Ergebnisse der internistischen, rheumatologischen und psychi
a
tri
schen Untersuchung stellten die Gutachter folgende sich auf die Ar
beitsfähig
keit auswirkende Diagnosen
(S. 24 f.)
:
1.
Psychoneurotische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8)
2.
Anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
3.
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom linksbetont (ICD-
10 M54.5)
Status nach
transpedikulärer
dorsolateraler
Spondylodese
Segment L5/S1
im
Dezember 2002 bei
Spondylolisthesis
L5/S1 bei degene
rativer
Spondylolose
k
onventionell radiologisch guter Sitz der Implantate
d
eutlich ausgeprägte Wirbelsäulenfehlform und
-
fehlhaltung
mit grobbogig
thorakolumbal
er
Skoliose
links sowie lumbal
rechtskon
vexer
Skoliose
r
eaktiver
Myogelose
lumbal paravertebral sowie
gluteal
beidseits mit multiplen
Triggerpoints
p
seudoradikuläre
Ausstrahlung in die linke untere Extremität
a
ktuell keine eindeutigen Hinweise für sensible oder motorische
lum
boradikuläre
Ausfälle
m
uskuläre
Dysbalance
mit Abschwächung der abdominellen und
rü
ckenstabilisierenden
Muskelgruppen
a
namnestisch rezidivierende SIG-Blockaden beidseits
a
namnestisch frühere allgemeine Hypermobilität
4.
Chronisches
zervikoskapuläres
Schmerzsyndrom rechts betont (ICD-
10 M53.0)
r
adiomorphologisch
Osteochondrose
in den Segmenten C4/5 sowie C6/7,
Unkarthrose
C4/5 und C6/7
Wirbelsäulenfehlform mit Streckhaltung der HWS mit leichter
Ky
phosierung
zwischen C4-C7, rechtskonvexer Skoliose im
zervi
kothorakale
n
Übergang
mit hochzervikalem linkskonvexem
Ge
genschwung
a
usgeprägte bilateral identisch ausgeprägte
Myogelose
der gesam
ten Nackenschultermuskulatur
b
etonte thorakale Hyperkyphose mit leichter bis mässig ausgepräg
ter Schulter- und Halswirbelsäulen-Protraktionsfehlstellung
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit führten sie auf
(S. 25)
:
1.
Probleme bei sexuellem Missbrauch in der Kindheit durch eine Person
innerhalb der engeren Familie (ICD-10 Z61.4)
2.
Intermittierende Polyarthralgien (ICD-10 M25.5)
rechter Ellbogen sowie
periphere Finger- und Fussgelenke beidseits unklarer Ätiologie
3.
Vegetative Dystonie mit rezidivierender Hypotonie (ICD-10 F45.9)
4.
Anamnestisch Asthma bronchiale (ICD-10 J45.9)
a
ktuell ohne Medikation asymptomatisch
a
namnestisch rezidivierende
Infektanfälligkeit
5.
Anamnestisch
Colon
irritabile
(ICD-10 K58.0)
6.
Anamnestisch
Laktoseintoleranz
(ICD-10 E73)
7.
Status nach Vitamin B12-Mangel (ICD-10 E53.8)
8.
Anamne
s
tisch Vitamin D-Mangel (ICD-10 E55.9)
Der begutachtende Internist
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Allgemeine In
nere Medizin und Rheumatologie, berichtete von einem
seit der Kindheit beste
hen
den
,
aktuell asymptomatischen Asthma bronchiale und einer ausgeprägten
Infektanfälligkeit
der Beschwerdeführerin. Die seit Jahren bekannte
Laktosein
to
le
ranz
könne durch eine optimale Nahrungsmittelkontrolle gut beeinfluss
t
wer
den. Gemäss Aktenlage bestehe ein Vitamin D-Mangel seit Februar dieses Jahres,
welcher jedoch nicht behandelt werde. Die kardiopulmonale Anamnese zeige eine
tendenzielle Hypotonie. Eine medikamentöse Behandlung sei jedoc
h nie durch
geführt worden (S. 10
).
Dem psychiatrischen Teilgutachten
von
Dr
.
med.
G._
,
Facharzt FMH für Psy
chiatrie und Psychotherapie, kann entnommen werden, dass die Beschwerde
füh
rerin bei klarem Bewusstsein ist und sich ihr Gedankengang formal geordnet entfaltet. Die kognitiven Funktionen würden grobklinisch nicht beeinträchtigt er
scheinen.
Sie
sei in der Lage, ihre Konzentration und
ihre Aufmerksamkeit
während der gesamten Untersuchungsdauer ohne Ermüdungszeichen aufrecht zu halten. Eine Antriebsstörung sei nicht vorhanden und affektiv zeige sie sich weitgehe
nd ausgeglichen und gefasst (S.
14).
Dr.
G._
berichtete
weiter, die Beschwerdeführerin stehe mit Unterbrüchen seit
20 Jahren in ambulant-psychiatrischer Behandlung. In der aktuellen Untersu
chung
stünden einerseits die Rückenschmerzen im Vordergrund, andererseits die langjährigen Beziehungsschwierigkeiten. Es könnten diesbezüglich neurotische Wiederholungsmuster in der Partnerschaft mit einer ungünstigen Partnerwahl nachgewiesen werden, welche auf eine emotionale Entwicklungsstörung in der Kindheit und Jugend zurückzuführen seien. Vor dem Hintergrund der psychisch belastenden Kindheit und der Belastung als alleinerziehende Mutter sei eine psy
chosoziale Konflikt- und Belastungssituation ersichtlich. Somit könne den
Rückenschmerzen die Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstö
rung
im Sinne einer Überlagerung der organischen Komponente zugeordnet werden (S. 15).
Dr
.
F._
führte
in seinem rheumatologischen Fachgutachten aus, es bestünde
eine deutlich ausgeprägte Wirbelsäulenfehlform und
-
f
ehlhaltung
sowie eine mässig
ausgeprägte muskuläre
Dysbalance
mit multiplen schmerzhaften
Myo
gelosen
. Die segmentale Untersuchung der lumbalen Wirbelsäule habe eine massiv eingeschränkte Fähigkeit zur Lateralflexion beidseits und zur
Reklina
tion
ergeben. Auch die Brustwirbelsäule sei in Bezug auf die
Reklination
und
die
Rotation eingeschränkt. Eine diesbezüglich massive Einschränkung – ins
beson
dere der maximal möglichen Rotation nach rechts – finde sich bei der
Hals
wir
bel
säule
. Der gesamt
e
periphere Gelenkstatus an den oberen Extremitä
ten – so Dr.
F._
weiter
– sei klinisch unauffällig. Anhaltspunkte für
Synovi
tiden
oder
Tenosynovitiden
würden keine bestehen. Der gesamte neurologische Status habe keine Hinweise
auf
eine aktuelle oder eine
residuelle
sensible oder motorische
zerviko
- oder
lumboradikuläre
Ausfallsymptomatik ergeben. Zu
sammenfassend
seien
die von der Beschwerdeführerin beklagten Beschwerden am Bewegungs
appa
rat mehrheitlich aufgrund der pathologischen Befunde nachvoll
ziehbar
, wenn
auch von einer zusätzlichen Selbstlimitierung und
Schmerzgenera
lisie
rungstendenz
auszugehen sei (S. 21 f.).
In ihrer gemeinsam
erarbeiteten Beurteilung führten die beteiligten Spezialärzte
aus, aus somatischer Sicht sei die Beschwerdeführerin bei der ursprünglichen Be
rentung in einer postoperativen Phase nach der Rückenoperation im Dezem
ber
2002 gestanden. Aus diesem Grund sei es möglich, dass eine über Monate res
pek
tive wenige Jahre bestehende konsekutive, protrahierte Arbeitsunfähigkeit be
stan
den habe. Aufgrund der momentanen Befunde sei jedoch aus
physischer
Sicht von einer seit längerem bestehenden Remission auszugehen, was sich auch
positiv auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt habe.
Aus psychiatrischer Sicht be
stehe aufgrund der mit einer
Komorbidität
einhergehenden
somatoformen
Schmerz
störung
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 25
%
für alle Tä
tig
keiten (S. 27).
Zusammenfassend sei der Beschwerdeführerin aktuell
sowohl die Ausübung ihrer
angestammten Arbeit als Floristin als auch jegliche körperlich leichte,
wech
sel
belastende
Tätigkeit zu 75
%
zumutbar
, wobei
jeweils
gewährleistet sein müss
e,
dass sie ihre Arbeitsposition regelmässig nach
eigenem Gutdünken wechseln könn
e und dass das fixierte Stehen oder Sitzen an Ort auf maximal eine halbe Stunde
limi
tiert sei
. Eine Arbeit in anhaltender
Oberkörpervorneige
position
wie auch eine Tätigkeit mit stereotypen Rotationsbewegungen der Hals- und der
Len
denwirbelsäule
sei ihr nicht mög
lich (S. 22 und S. 2
7
).
3.4.2
Dr.
Z._
berichtete
am 30. April 2011 von einem Zufallsbefund eines
Schwan
n
oms
im rechtsseitigen Kleinhirnbrückenwinkels. Der weitere Verlauf werde zeigen, ob deswegen mit der Zeit eine arbeitswirksame Einschränkung auf
treten werde (
Urk.
11/106/5-7).
3.5
Angesichts der von der Beschwerdeführerin anlässlich der Abklärung an Ort und
Stelle vom 13. Januar 2011 (Haushaltabklärungsbericht vom 17. Februar 2011
[
Urk.
11/104]
) gemachten Aussage ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass die
Versicherte
im Gesundheitsfall zu 80
%
im Erwerbsbereich und zu 20
%
im Haushalt tätig wäre
(S. 2 f.)
.
4.
Soweit sich die Beschwerdeführerin auf die wirtschaftliche Abhängigkeit des
Y._
von der
Verwaltung beruft und gestützt darauf die Unabhängigkeit der Gut
achter in Frage stellt
(vgl.
Urk.
1 S. 5)
, ist auf das Urteil des Bundesgerichts
9C_243/2010 vom 28. Juni 2011 (BGE 137 V 210) E. 1.3 zu verweisen. Darin wird
festgehalten, dass unter den Aspekten von Unabhängigkeit und
Verfah
rens
fairness
aus dem Umstand, dass die IV-Stelle im gerichtlichen Verfahren formell als Partei auftritt, und aus ihrer Legitimation zur Erhebung von Be
schwerden in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht gefolgert werden darf,
die Beweiserhebungen der Verwaltung im vorausgehenden nichtstreitigen Ver
fah
ren seien Parteihandlungen (E. 1.3.2 mit Hinweis). Weiter führen unter dem Gesichtspunkt der wirtschaftlichen Ab
hängigkeit der regelmässige
Beizug
eines Gutachters oder einer Begutachtungsinstitution durch den Versicherungs
träger, die Anzahl der beim selben Arzt in Auftrag gegebenen Gutachten und Berichte so
wie das daraus resultierende Honorarvolumen für sich allein ge
nommen nicht zum Ausstand. Hinsichtlich
der MEDAS als
Institution gilt sinn
gemäss ohnehin, dass sich ein
Ausstandsbegehren
stets nur gegen Personen und nicht gegen Be
hörden richten kann; nur die für eine Behörde tätigen Personen, nicht die Be
hör
de als solche, können befangen sein. Im Rahmen einer admi
nistrativen
Sach
verhaltsabklärung
liegt selbst dann kein formeller
Ausstands
grund
vor, wenn von einer wirtschaftlichen Abhängigkeit der
MEDAS von
der Invaliden
ver
siche
rung auszugehen wäre, denn ein
Ausstandsgrund
ist nicht schon deswegen ge
geben, weil jemand Aufgaben für die Verwaltung erfüllt, sondern erst bei per
sön
licher Befangenheit (E. 1.3.3 mit Hinweisen).
Allein aufgrund des Umstandes,
dass das
Y._
häufig
Gutachten zuhanden der Invalidenversicherung erstellt, kann damit nicht die Unabhängigkeit der Gut
ach
ter angezweifelt werden. Persönliche Befangenheitsgründe gegen die einzel
nen
Gutachter wurden von der
Beschwerdeführer
in
jedoch
nicht vorgebracht
und auch die vorliegenden Akten enthalten diesbezüglich keine Hinweise. Das
Y._
-Gut
achten
vom 18. November 2010
(Urk. 11/97
/2-36
), auf welchem die am 7.
November
2011 verfügte Rentenaufhebung in medizinischer Hinsicht basiert,
stellt demnach kein Parteigutachten dar und ist
im üblichen Rahmen auf seine Beweiseignung hin zu überprüfen.
5
.
5.1
Zu prüfen ist zunächst, ob
das
Y._
-Gutachten die medizinischen
Vorakten
– ins
besondere die Begutachtungen durch
Dr.
E._
vom 30. Mai 2001, 24. Oktober 2001 und 14. Juli 2003 (
Urk.
11/21 und
Urk.
11/24) – in ge
nügen
der Weise berücksichtigt
(vgl.
Urk.
1 S. 8)
. Vor dem Hintergrund, dass
von den
Gutachtern selbst hauptsächlich ein Schmerzsyndrom, eine
Persönlich
keits
stö
run
g
und eine
somatoforme
Schmerzstörung diagnostiziert wurden und damit keine massgeblichen Abweichungen
von den durch Dr.
E._
er
hob
enen Befun
den bestehen
,
ist das
Y._
-Gutachten in dieser Hinsicht nicht zu beanstanden,
zumal auch die von
Dr.
E._
dazumals
attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit
als Floristin
von den Gutachtern
nicht in Frage ge
stellt
wird (vgl.
Urk.
11/97/2-36
S. 27).
5.2
Das
Y._
-Gutachten
beruht auf einlässlichen internistischen (
Urk.
11/97/2-36
S.
10 ff.),
psychiatrischen (
Urk.
11/97/2-36 S.
12 ff.) und rheumatologischen (
Urk.
11/97/2-36 S.
16 ff.) Untersuchungen und berücksichtigt die geklagten Beschwerden (
Urk.
11/97/2-36 S. 10 f.,
Urk.
11/97/2-36 S.
13 f. und Urk.
11/97/2-36 S. 16 f.). Nach einleuchtender Darlegung der medizinischen Zu
sam
men
hänge (
Urk.
11/97/2-36 S. 25 ff.) gelangten die Gutachter zur be
grün
de
ten Schlussfolgerung, dass
aus internistischer Sicht eine volle Arbeitsfä
higkeit
in der bisherigen Tätigkeit bestehe und der Beschwerdeführerin sowohl aus
rheu
matologischer wie auch aus psychiatrischer Sicht die bisherige
Arbeit – unter Beachtung gewisser Arbeitsplatzeinschränkungen
– wie auch eine adap
tiere Tä
tigkeit
zu 75
%
zuzumuten
seien
beziehungsweise seit spätestens Okto
ber 2010 insgesamt von einer Arbeitsfähigkeit in der angestammten als auch in einer
lei
densangepassten
Tätigkeit von 75
%
auszugehen sei (
Urk.
11/97/2-36 S. 26 f
f
.).
Das
Y._
-Gutachten
entspricht damit den rechtsprechungsgemässen An
for
de
rungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage (vgl. E.
1.
5).
5.3
Bezüglich der
entscheidwesentlichen
Frage, ob sich der Gesundheitszustand seit der
mit
Einspracheentscheid
vom 26. Januar 2005 (
Urk.
11/67)
bestätigten ur
sprünglichen
Rentenzusprache
(Verfügung vom 11. August 2004 [
Urk.
11/52-54])
verbessert hat oder nicht, geht aus den zitierten medizinischen Akten her
vor, dass die untersuchenden Fachärzte sowohl aus physischer wie auch aus psychi
scher Sicht aktuell keine massgeblich von den bisher gestellten Diagno
sen ab
weichende
n
objektive
n
Befunde mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit er
ho
ben. Zu beachten ist jedoch, dass sich die Beschwerdeführerin im Zeit
punkt de
r
Rentenzusprache
in einer postoperativen Phase nach ihrer
Rücken
operation
im
Dezember 2002 (
Urk.
11/19) befunden hatte und entsprechende
Rehabilitations
mass
nahmen
dazumal
weiterhin andauerten
(vgl.
Urk.
11/22/5-6 S. 2,
11/24 S.
4
ff.
, 11/32 S.
3 und 11/34-35). Hinsichtlich der
Rückenbe
schwerden
war da
mit der
medizinische Endzustand (noch) nicht erreicht. Ent
sprechend ging schon Dr.
E._
in ihrem Gutachten vom 14. Juli 2003 (
Urk.
11/24) davon
aus, dass der Beschwerdeführerin
die Wiederaufnahme einer beruflichen Tätig
keit
dank der
Weiterführung der medizinischen
Trai
ningstherapie
zukünftig möglich sein sollte (S. 5 f.).
Mit Blick darauf, dass keine Anhaltspunkte bestehen, dass die Beschwerdeführe
rin die physiotherapeutische Behandlung anschliessend nicht mehr weiterge
führ
t hätte, dass keine weiteren Konsultationen in
der C._
respek
tive bei
anderen rheumatologischen Fachärzten aktenkundig sind und dass die behan
deln
den Ärzte der
H._
nach der Untersuchung der Be
schwerde
füh
rerin im Dezember 2008 weder die Durchführung von physiothera
peutischen
Massnahmen empfahlen noch ein morphologisches Korrelat für die von der Ver
sicherten geäusserten Beschwerden feststellen konnten (
Urk.
11/97/35-36 S. 2), ist in Übereinstimmung mit der Beurteilung durch
die
Y._
-Gutachter – wie von
Dr.
E._
prognostiziert – von einer Re
mission und einer Wiederer
langung
der
(
Teil
)
-
Arbeitsfähigkeit auszugehen.
5.4
Die Beschwerdeführerin brachte vor, die
von
Dr.
G._
attestierte 25%ige Ar
beits
unfähigkeit (
Urk.
11/97/2-36 S. 15) aus psychiatrischer Sicht stehe in Wi
der
spruch zu der von Dr.
A._
am
2.
September 2002 festgehaltenen Ar
beits
fähig
keit von 50
%
(
Urk.
11/10), zumal beide Fachärzte eine
Persönlich
keits
stö
rung
–
Dr.
A._
zudem noch eine somatische Störung
(mit körperli
chen und de
pressiven Störungen [vgl.
Urk.
11/10 S. 1])
–
diagnostiziert hätten (
Urk.
1
S. 6).
Diesbezüglich ist anzumerken, dass der ursprünglichen
Rentenzu
sprache
haupt
säch
lich die somatischen Beschwerden zugrunde lagen und allein schon deshalb von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen wurde (
Urk.
11/24 S. 2 und
S.
5, 11/37, 11/41-43, 11/48, 11/55). Eine prozentuale Aufteilung der auf die
psychischen Beschwerden entfallenden Arbeitsfähigkeit erübrigte sich daher und
wurde auch im Gutachten
von
Dr.
E._
vom 14. Juli 2003 – wo
rau
f
die erstmalige Rentenzusprechung im Wesentlichen basierte – nicht vorge
nom
men.
Schon dazuma
l
konnte
jedoch davon ausge
gangen werden, dass die von der
behandelnden Psychiaterin im September 2002 attestierte 50%ige Arbeits
fähig
keit nicht mehr mit dem
aktuellen
psychi
schen Gesundheitszustand korrelierte.
So
hatte die betreffende Ärztin
zwischen
zeitlich
eine medikamentöse
antide
pressi
ve
Therapie eingeleitet und
Dr.
E._
konnte als Ergebnis da
von eine Verbesserung der depressiven Symptomatik feststellen. Auch die Be
schwerdeführerin berichtete, dass es ihr psychisch besser gehe (Urk.
11/24 S. 5), so
dass unter diesen Umständen schon im Zeitpunkt der ursprünglichen
Renten
zusprache
nicht mehr
von
einer Arbeits
unfähigkeit von 50
% aus psychia
tri
scher Sicht
ausgegangen
werden konnte. Die durchgeführte
Antidepressiva
the
rapie
dürfte auch Grund dafür sein, dass der
Y._
-Psychiater anlässlich seiner Untersuchung im Herbst 2010 keine depressive
Störung
mehr
diagnostizier
en konnte (
Urk.
11/97/2-36 S. 14 f.
).
5.5
Nach dem Gesagten liegt der Einschätzung
der
Y._
-Gutachter
, wonach nun eine 75%ige Arbeitsfähigkeit bestehe, keine bloss unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts zugrunde. Vielmehr
liegt hier
die für die Wiederaufnahme
der
Erwerbstätigkeit vorausgesetzte Remission
der
Be
schwerden
vor
,
welche
eine Veränderung in den tatsächlichen (medizi
nischen)
Verhältnissen im Sinne einer Verbesserung dar
stellt
.
5.6
Das zufällig entdeckte
Schwannom
im rechtsseitigen Kleinhirnbrückenwinkel
(
Urk.
11/106/5-7 S.
2
) gibt zu keiner anderen Beurteilung Anlass. So ging Dr.
Z._
diesbezüglich von keiner arbeitswi
rksamen Einschränkung aus (
„Der weitere Verlauf
wird zeigen, ob mit der Zeit eine arbeitswirksame Ein
schrän
kung
auftreten wird“ [
Urk. 11/106/5-7 S.
3
]
) und die Zunahme der Schwer
hörig
keit kann durch die Versorgung mit Hörgeräten (
Urk.
9/15
, 11/106/5-7 S. 3
und 11/118) ausgeglichen werden.
D
ie anlässlich der MRI-Un
tersuchung des linken
Knies vom 18. August 2011 festgestellten Befunde (
Urk.
3/5 und
Urk.
11/133/1-2)
lassen ebenfalls
den Schluss auf eine relevante Auswirkung
auf
die Leistungs
fähig
keit
nicht zu
und auch
die aktuelle Beurtei
lung
von
Dr.
A._
vom 19.
No
vem
ber 2011 (
Urk.
3/3) vermag keine Zweifel an der Einschätzung der
Y._
-Gutachter zu begründen. Ihre Diagnosestellung beruhte im Wesentlichen
nicht
auf objektiven Befunden, sondern wurde mit den subjektiven Angaben der Be
schwerdeführerin begründet. Überdies fehlen kon
krete Angaben zur Arbeits
fäh
ig
keit
der Versicherten
. Ergänzend ist zudem an
zumerken, dass die psychi
a
tri
s
che Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann.
Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen ge
wis
s
en
Spielraum, innerhalb dessen verschie
dene medizinisch-psy
chiatrische In
ter
pre
tationen möglich, zulässig und zu res
pektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist (Urteil des Bundes
gerichts 8C_694/2008 vom 5. März 200
9 E. 5.1 mit Hinweis). Die
unterschiedli
che Natur von Behandlungsauftrag des
therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes ei
nerseits und Begutachtungsauftrag des amt
lich bestellten fachmedizinischen Experten andererseits lässt es nicht zu, ein Ad
min
istrativ- oder
Gerichtsgutach
ten
stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anders
lau
ten
den Einschätzungen gelangen.
Anders verhält es sich nur, wenn die be
han
deln
den Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, welche im Rah
men der (psychiatrischen) Begutach
tung unerkannt geblieben und die geeignet sind, zu einer abweichenden Beur
teilung zu führen (Urteile des Bundesgerichts 8C_79/2008 vom 19. August 2008 E. 4.1 mit Hinweis und 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2 mit weiteren Hinweisen)
. Solche Gesichtspunkte bringt die behandelnde Psychi
aterin jedoch
nicht vor.
Was den von der Beschwerdeführerin mit undati
ertem Schreiben (beim hiesigen
Gericht eingegangen am 31. Juli 2013) geltend
gemachten Gehirntumor betrifft
(Urk. 13), ist anzumerken, dass der Erlas
s des angefochtenen Entscheids
recht
sprech
ungsgemäss
die Grenze der rich
terlichen Überprüfungsbefugnis
bildet (vgl. etwa BGE 131 V 407 E. 2.1.2.1
und BGE 129 V 354 E. 1). Eine
allfällige seit
her eingetretene gesundheitliche
Verschlechterung bildet daher
nicht Gegen
stand dieses V
erfahren
(siehe auch E. 3.4.2).
5.
7
Zusammenfassend kann damit von
einer Verbesserung des Gesundheitszustands
– sicher seit der Begutachtung durch die
Y._
-Ärzte im Oktober 2010 – und ei
ner
75%igen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen
wie auch
in
einer leichten,
wechsel
be
lastenden
Tätigkeit ausgegangen werden.
6
.
6
.1
Von der Beschwerdeführerin wird
die Einstufung
von
neu
im Gesundheitsfall zu 80
%
im Erwerbsbereich und zu 20
%
im Haushalt tätig (vgl. auch
Urk.
11/104 S.
2)
nicht in Frage gestellt
. An
gesichts des Alters ihrer Kinder und der finanzi
ellen Situation ist die vorge
nommene
(
neue
)
Qualifikation nicht zu beanstan
den
.
Sie
allein
bildet
im Übrigen
bereits
ein
en
Revisionsgrund im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG.
6
.2
Vorlie
gend besteht kein Grund, von den
im Haushaltabklärungsbericht vom 17. Februar 2011 (
Urk.
11/104) angenommenen Beeinträchtigung
en
in den ein
zelnen Aufgabenbereichen abzuweichen.
Die von der Beschwerdegegnerin er
mittelte Einschränkung von 5.2
%
ist damit nicht zu beanstanden. Gegenteiliges wird von der Beschwerdeführerin denn auch nicht geltend gemacht.
6.3
Da der Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit als Floristin nur unter Be
achtung gewisser Arbeitsplatzbedingungen (vgl. E. 3.4.1) zumutbar ist, ist nicht zu bemängeln, dass die Beschwerdegegnerin bei der Berechnung des
Invali
den
einkommens
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen hat.
Angesichts der Erwerbsbiographie der Beschwerdeführerin (Urk. 11/27) ist aber frag
lich, ob für die Ermittlung des Invalideneinkommens überhaupt auf die Ta
belle TA7 respektive
(
seit 2008
)
T7S, wie es die Beschwerdegegnerin tut, abge
stellt werden kann. Dies kann vorliegend jedoch offen bleiben. Denn selbst wenn
zu
Gun
sten der Beschwerdeführerin bei einem nicht strittigen
Valideneinkommen
von
Fr. 62‘667.40 für das Invalideneinkommen – unter Berücksichtigung eines
leidensbedingten Abzugs von 10 % - von einem nicht nach Branchen diffe
ren
zier
ten, standardisierten Lohn für einfache und repetitive Tätigkeiten (vgl. Kate
go
rie 4 der LSE 2010, TA1, S. 26) von lediglich Fr. 36‘022.80 (Fr. 4‘225.-- x 41.7
/
40 x 2‘604 / 2579 x 12 x 0.75 x 0.9) für ein Pensum von 75 % ausge
gang
en würde, läge der Invaliditätsgrad immer noch unter den
rentenbe
grün
den
den
40 % (0.8 x 42.5 % + 1.04 % = 35 %).
6.4
Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die angefochtene Verfügung im Ergebnis nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
7.
7.1
Da vorliegend die Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen Rechts
pflege gemäss § 16 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) er
füllt sind (Urk. 13-14), ist der Beschwerdeführerin in Gutheissung des Gesuchs vom 7. Dezember 2011 (Urk. 1 S. 2) die unentgeltliche Prozessführung zu be
wil
li
gen sowie Rechtsanwalt Ervin
Deplazes
, Stäfa, als unentgeltlicher Rechts
bei
stand für das vorliegende Verfahren zu bestellen.
7.2
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Verfahren für die unterliegende Be
s
chwerdeführerin kostenpflichtig. Die Kosten sind unabhängig vom Streitwert nach
dem Verfahrensaufwand festzulegen und vorliegend auf Fr. 600.-- anzu
set
zen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einst
wei
len auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7.3
Der mit heutigem Beschluss bestellte unentgeltliche Rechtsbeistand der Beschwer
deführerin, Rechtsanwalt Ervin
Deplazes
, macht mit seiner Honorarnote vom 5.
August 2013 (Urk. 15) einen Aufwand von 10 Stunden und 24 Minuten sowie Auslagen in der Höhe von Fr. 217.-- geltend. Darin enthalten sind jedoch offen
sichtlich auch Bemühungen, die nicht im Zusammenhang mit dem vorliegenden Prozessverfahren stehen (so die beiden letzten Positionen der Honorarnote; vgl. Urk.
11/118) respektive im Verwaltungsverfahren angefallen sind. Der für das
Be
schwerdeverfahren
notwendige Aufwand ist daher auf 6 Stunden und 12 Mi
nu
ten zu kürzen, wofür Rechtsanwalt Ervin
Deplazes
eine Entschädigung in der Höhe von Fr. 1‘573.60 (inklusive Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse zu
zusprechen ist.