Decision ID: 87f736a1-c6e4-536a-ac5b-a9c5fc04a35b
Year: 2014
Language: de
Court: BE_VG
Chamber: BE_VG_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A._ (fortan: Versicherte bzw. Gesuchstellerin) erhob mit Eingabe vom 22. November 2013 Beschwerde gegen eine Verfügung der IV-Stelle Bern vom ... und stellte gleichzeitig ein Revisionsgesuch betreffend zwei Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom ..., IV/2011/..., sowie vom ..., IV/2012/...-... und IV/2012/....
Die Beschwerde und das Revisionsgesuch wurden im Geschäftsverzeichnis unter den Verfahrensnummern IV/2013/...-... registriert und Verwaltungsrichter C._ zur Verfahrensinstruktion zugewiesen, welcher am 27. November 2013 eine prozessleitende Verfügung erliess.
B.
Mit Zuschrift vom 5. Dezember 2013 stellte die Versicherte, vertreten durch B._, gegen Verwaltungsrichter C._ (fortan: Gesuchsgegner) ein Ablehnungsbegehren. In diesem im Geschäftsverzeichnis unter der Verfahrensnummer IV/2013/1088 registrierten Verfahren gelangte die Gesuchstellerin am 18. Dezember 2013 mit weiteren Ausführungen und Anträgen an das Verwaltungsgericht und erliess der zuständige Instruktionsrichter am 9. und 20. Dezember 2013 prozessleitende Verfügungen.
Am 6. Januar 2014 verzichtete der Gesuchsgegner auf eine ausführliche Stellungnahme und schloss sinngemäss auf Abweisung des Ablehnungsgesuchs.
Nachdem das Bundesgericht (BGer) mit Entscheid vom 15. April 2014, 8C_20/2014, auf eine gegen die prozessleitenden Verfügungen vom 27. November 2013 (in den Verfahren IV/2013/...-...) sowie vom 9. und 20. Dezember 2013 (im Verfahren IV/2013/1088) erhobene Beschwerde nicht eingetreten und die Gesuchstellerin ein Gesuch um Revision dieses
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2014, IV/13/1088, Seite 3
Entscheids wieder zurückgezogen hatte (vgl. Abschreibungsbeschluss des BGer vom 16. September 2014, 8F_4/2014), wurde das vorliegende Verfahren am 23. September 2014 wieder aufgenommen und der Schriftenwechsel sowie das Beweisverfahren geschlossen.
Am 29. September und 1. Oktober 2014 gelangten weitere Eingaben der Gesuchstellerin ein.

Erwägungen:
1.
1.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Ablehnungsbegehrens ist eine Kammer der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung des Verwaltungsgerichts, bestehend aus drei Richterinnen und Richtern, unter Ausschluss des Betroffenen (hier der Gesuchsgegner), zuständig (Art. 61 [Ingress] des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] i.V.m. Art. 9 Abs. 2 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die  [VRPG; BSG 155.21] i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a und Art. 56 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).
1.2 Gegenstand des Ablehnungsverfahrens und damit zu prüfen ist ausschliesslich das Vorliegen von Ausstandsgründen den Gesuchsgegner, Instruktionsrichter in den Verfahren IV/2013/...-... der Gesuchstellerin gegen die IV-Stelle Bern, betreffend. Soweit sich die Eingaben der Gesuchstellerin auf materielle Fragestellungen beziehen, wird es dem Instruktionsrichter und dem später zuständigen Spruchkörper im Verfahren IV/2013/...-... obliegen, über deren Behandlung in der Hauptsache zu befinden.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2014, IV/13/1088, Seite 4
2.
2.1 Nach Art. 61 (Ingress) ATSG i.V.m. Art. 9 Abs. 1 VRPG tritt eine Person, die eine Verfügung oder einen Entscheid zu treffen oder vorzubereiten oder als Mitglied einer Behörde zu amten hat, in den Ausstand, wenn sie in der Sache ein persönliches Interesse hat (lit. a), am Vorentscheid mitgewirkt hat (lit. b), mit einer Partei in gerader Linie oder in der Seitenlinie bis dem dritten Grade verwandt oder verschwägert oder durch Ehe, Kindesannahme, eingetragene Partnerschaft oder faktische Lebensgemeinschaft verbunden ist, wobei die Auflösung der Ehe oder der eingetragenen Partnerschaft den Ausstandsgrund nicht aufhebt (lit. c), eines gesetzlichen Erfordernisses für das Amt verlustig geht (lit. d), eine Partei vertritt oder für eine Partei in der gleichen Sache tätig war (lit. e) oder aus andern Gründen in der Sache befangen sein könnte (lit. f).
2.2 Voreingenommenheit und Befangenheit werden nach der Rechtsprechung angenommen, wenn Umstände vorliegen, die bei objektiver Betrachtung geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit des Richters zu erwecken. Solche Umstände können entweder in einem bestimmten Verhalten des betreffenden Richters oder in gewissen äusseren Gegebenheiten funktioneller und organisatorischer Natur begründet sein. Letzteres betrifft vor allem Konstellationen einer Vorbefassung des Richters. Bei der Beurteilung solcher Umstände ist nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abzustellen. Das Misstrauen in die Unvoreingenommenheit muss vielmehr in objektiver Weise begründet erscheinen. Es genügt, wenn Umstände vorliegen, die bei objektiver Betrachtung den Anschein der Befangenheit und Voreingenommenheit erwecken. Für die Ablehnung wird nicht verlangt, dass der Richter tatsächlich befangen ist (BGE 137 I 227 E. 2.1 S. 229).
Die Rechtsprechung hat wiederholt festgehalten, dass die Ablehnung eines Richters in einem gewissen Spannungsverhältnis zum Justizgewährleistungsanspruch stehe, weshalb der Ausstand die Ausnahme bleiben müsse (BGE 116 Ia 32 E. 3b bb S. 40; SVR 2001 UV Nr. 11 S. 41 E. 1a).
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2014, IV/13/1088, Seite 5
3.