Decision ID: dbb51084-4ba3-5fcb-921c-b81e5016a67d
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Ueli Kieser, Ulrichstrasse 14, 8032 Zürich,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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IV-Leistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 17. Oktober 2006 wegen seit zehn Jahren bestehender
wiederkehrender Rückenschmerzen und psychischen Problemen infolge Kündigung
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St.
Gallen an (IV-act. 2).
A.b In der Folge nahm die IV-Stelle einen Auszug aus dem Individuellen Konto vom
6. November 2006 zu den Akten, aus welchem unter anderem hervorgeht, dass der
Versicherte in den Jahren 1997–2004 in seiner Haupterwerbstätigkeit ein
durchschnittliches Einkommen von Fr. 63’289.-- und in seiner Nebenerwerbstätigkeit
ein solches von Fr. 5’042.-- erzielt hatte (IV-act. 8). Ebenfalls am 6. November 2006
ging der IV-Stelle eine Auskunft des Steueramtes X._ zu, wonach in den Jahren
2002–2004 ein durchschnittliches Gesamteinkommen von Fr. 61’805.-- veranlagt
worden sei (IV-act. 7). Am 10. November 2006 erstattete sodann die ehemalige
Arbeitgeberin – bei welcher der Versicherte seiner Haupterwerbstätigkeit
nachgegangen war – einen Arbeitgeberbericht, gemäss welchem der Versicherte ab
1. Januar 2006 einen Jahreslohn von Fr. 60’320.-- erhalten habe (IV-act. 9). Am
20. November 2006 erstattete schliesslich die Arbeitgeberin, bei welcher der
Versicherte seiner Nebenerwerbstätigkeit nachging, einen Arbeitgeberbericht, gemäss
welchem der Versicherte ab 1. Januar 2005 ein durchschnittliches Einkommen von
Fr. 613.35 pro Monat, entsprechend einem Jahreslohn von Fr. 7’360.--, erzielt habe (IV-
act. 12).
A.c Am 6. November 2006 erstattete der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. B._,
Facharzt FMH für Innere Medizin, einen Arztbericht, in welchem er ein chronisches
Lumbovertebralsyndrom mit rezidivierenden Exacerbationen bei degenerativen
Veränderungen auf Höhe L4/5 und L5/S1 diagnostizierte und nebst kurzzeitigen
Arbeitsunfähigkeiten in den Jahren 1991–2006 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für den
Zeitraum vom 18. April 2005 bis 22. Mai 2005 und ab 28. Juli 2006 attestierte; für die
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bisherige Tätigkeit mit schweren Hebearbeiten sei von einer voraussichtlich dauernden
Arbeitsunfähigkeit auszugehen, eine wechselbelastende Tätigkeit sei hingegen gemäss
fachärztlicher Einschätzung ohne zeitliche Einschränkungen zumutbar (IV-act. 10–1 ff.).
Dem Bericht lagen diverse fachärztliche Berichte bei: Dr. med. D._, Facharzt FMH für
Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, hatte am 20. Februar 1997 ein
chronisch rezidivierendes Lumbovertebralsyndrom diagnostiziert und empfohlen, für
die Arbeit, die nach Angaben des Versicherten mit Hebearbeiten von bis zu 40
Kilogramm verbunden sei, eine Dale-Bandage abzugeben (IV-act. 10–18 ff.);
Dr. med. C._, Fachärztin FMH für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin,
hatte am 4. Mai 2005 ein massives akutes lumbospondylogenes Syndrom rechts
diagnostiziert und dem Versicherten, der seine Arbeit am 19. April 2004 (gemeint wohl:
2005) niedergelegt habe, empfohlen, die Arbeit ab 29. April 2005 zu 50 % und ab
21. Mai 2005 zu 100 % wieder aufzunehmen (IV-act. 10–14 f.); Dr. D._ hatte sodann
in einem weiteren Bericht vom 21. August 2006 ein chronisches
Lumbovertebralsyndrom mit rezidivierenden Exacerbationen diagnostiziert und
festgehalten, der Versicherte sei für die bisherige schwere Arbeit nicht mehr
arbeitsfähig, für eine leichtere Arbeit dürfte aber längerfristig medizinisch-theoretisch
eine volle Arbeitsfähigkeit möglich sein (IV-act. 10–9 ff.).
A.d Am 13. November 2006 erstattete Dr. D._ einen Arztbericht zuhanden der IV-
Stelle, in welchem er ein chronisches Lumbovertebralsyndrom mit rezidivierenden
Exacerbationen diagnostizierte und festhielt, die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr
zumutbar, wohingegen eine leichte Arbeit vollumfänglich zumutbar sei (IV-act. 11–1 ff.).
A.e Mit Schreiben vom 15. Januar 2007 forderte die IV-Stelle den Versicherten auf, die
am 31. Oktober 2006 angeforderten Buchhaltungsabschlüsse betreffend die in der
Anmeldung vermerkte selbständige Nebenerwerbstätigkeit (vgl. IV-act. 2–5, 29 und 30)
einzureichen, andernfalls aufgrund der vorhandenen Akten entschieden werde (IV-
act. 26).
A.f Am 12. Februar 2007 ersuchte Dr. B._ die IV-Stelle, zwecks Förderung der
beruflichen Reintegration möglichst bald eine Begutachtung durch den IV-internen
regionalen ärztlichen Dienst (RAD) zu veranlassen, nachdem die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit seitens der Fachärzte nicht in Übereinstimmung mit dem subjektiven
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Empfinden des Versicherten stehe (IV-act. 32–1). Seinem Schreiben legte er unter
anderem einen Bericht der Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation des
Kantonsspitals St. Gallen vom 9. Januar 2007 bei, in welchem ein chronisches
rezidivierendes lumbovertebrales Schmerzsyndrom diagnostiziert und unter anderem
ausgeführt worden war, für geeignete Tätigkeiten bestehe keine Arbeitsunfähigkeit (IV-
act. 32–2 f.).
A.g Mit Verfügung vom 27. Februar 2007 wies die IV-Stelle gestützt auf die
vorhandenen Akten das Rentengesuch ab (IV-act. 34).
B.
B.a Am 12. Oktober 2007 teilte der Versicherte der IV-Stelle mit, dass es bezüglich
der Buchhaltungsunterlagen offensichtlich zu einem Missverständnis gekommen sei; er
habe gedacht, die Angelegenheit sei nach einem mit der IV-Stelle geführten Telefonat
erledigt. Er habe erst über die Regionale Arbeitsvermittlung (RAV) erfahren, dass sein
Rentengesuch mit Verfügung abgewiesen worden sei (IV-act. 36).
B.b Mit Schreiben vom 22. Oktober 2007 forderte die IV-Stelle den Versicherten auf,
glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch
erheblichen Weise geändert habe (IV-act. 37).
B.c Am 19. November 2007 teilte Dr. B._ sinngemäss mit, der Gesundheitszustand
des Versicherten habe sich nicht wesentlich verändert, es seien aber weitere
medizinische Abklärungen pendent (IV-act. 38).
B.d Am 7. Dezember 2007 erstattete Dr. med. E._, Facharzt FMH für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, einen Arztbericht, in welchem
er unter Verweis auf seinen Bericht vom 10. September 2007 einen Verdacht auf
somatisierte Depression bei chronischem Schmerzsyndrom unklarer Genese und
diffuser Ausstrahlung diagnostizierte und eine mindestens 50%ige Arbeitsfähigkeit in
der zuvor ausgeübten Tätigkeit und eine volle Arbeitsfähigkeit in Tätigkeiten ohne
schweres Heben und Tragen und in wechselnden Körperpositionen attestierte (IV-
act. 44).
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B.e Am 21. Dezember 2007 erstattete Dr. B._ einen weiteren Arztbericht, in
welchem er ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei Verdacht auf
somatoforme Schmerzstörung mit reaktiver depressiver Entwicklung diagnostizierte
und weiterhin eine volle Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit attestierte;
bezüglich Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sei ein polydisziplinäres
Gutachten einzuholen (IV-act. 48–1 ff.). Dem Bericht lag unter anderem ein Bericht der
Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation des Bewegungsapparates Valens vom
3. Dezember 2007 bei, in welchem im Wesentlichen ein chronisches
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei Verdacht auf somatoforme
Schmerzstörung mit reaktiver depressiver Entwicklung sowie eine arterielle Hypertonie
diagnostiziert worden waren (IV-act. 48–11 ff.).
B.f Am 3. März 2008 reichte der Versicherte ein weiteres ausgefülltes Formular zum
Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung ein, das als Wiederanmeldung
qualifiziert wurde (IV-act. 50).
B.g Mit Vorbescheid vom 25. März 2008 teilte die IV-Stelle mit, dass die Abweisung
des Gesuchs um berufliche Massnahmen vorgesehen sei, da jegliche leichte
Tätigkeiten zu 100 % zumutbar seien (IV-act. 61).
B.h Mit Vorbescheid vom 26. März 2008 teilte die IV-Stelle mit, dass die Abweisung
des Rentengesuchs vorgesehen sei, da der Invaliditätsgrad angesichts des ermittelten
Valideneinkommens von Fr. 69’267.-- und des zumutbaren Invalideneinkommens von
Fr. 59’904.-- lediglich 14 % betrage (IV-act. 63).
B.i Am 15. April 2008 ersuchte der Versicherte unter Hinweis auf ein ärztliches
Zeugnis der Psychiatrischen Klinik Z._ vom 8. April 2008 (IV-act. 65) um nochmalige
Überprüfung des Leistungsanspruchs (IV-act. 64).
B.j Am 14. August 2008 und am 24. Oktober 2008 erstatteten die behandelnden
Fachärzte der Psychiatrischen Klinik Z._ je einen Arztbericht, in welchem sie eine
rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig mittelgradiger Episode, eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung sowie ein chronisches lumbovertebrales,
teils spondylogenes Syndrom diagnostizierten und ausführten, der Versicherte sei
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gerade knapp in der Lage, den Verpflichtungen im klinikinternen Atelier einigermassen
nachzukommen, wobei er regelmässige und genügend lange Pausen benötige und
lediglich drei bis vier Stunden pro Tag anwesend sei (IV-act. 72 und 76).
B.k Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Ärztliches Begutachtungsinstitut (ABI)
GmbH am 10. Juni 2009 ein polydisziplinäres Gutachten. Die Gutachter
diagnostizierten im Wesentlichen eine leichte bis mittelgradige depressive Episode,
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung sowie ein chronisches
lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Ausfälle und attestierten eine
70%ige Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte bis mittelschwere, wechselbelastende
Tätigkeiten (IV-act. 81–1 ff.). Dem Gutachten lagen ein Bericht der Klinik Schulthess
vom 7. Januar 2008, in welchem im Wesentlichen ein chronisches lumbovertebrales,
teils spondylogenes Syndrom und eine depressive Episode diagnostiziert und für
angepasste Tätigkeiten volle Arbeitsfähigkeit attestiert worden waren (IV-act. 81–26 ff.),
sowie ein Bericht des Spitals Y._ vom 6. Februar 2009 betreffend eine Behandlung
im Zusammenhang mit einem grippalen Infekt (IV-act. 81–30 ff.) bei.
B.l In einer internen Stellungnahme vom 10. August 2009 führte die RAD-Ärztin
Dr. med. F._, Fachärztin FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, aus, die
zuvor ausgeübte unselbständige Nebenerwerbstätigkeit sei ebenfalls nicht mehr
zumutbar (IV-act. 87).
B.m Mit Vorbescheid vom 17. August 2009 teilte die IV-Stelle mit, dass die Abweisung
des Rentengesuchs vorgesehen sei, da der Invaliditätsgrad angesichts des ermittelten
Valideneinkommens von Fr. 68’572.-- und des zumutbaren Invalideneinkommens von
Fr. 47’141.-- lediglich 31 % betrage (IV-act. 92).
B.n Dagegen liess der Versicherte am 9. Oktober 2009 Einwand erheben und
insbesondere das Gutachten der ABI GmbH, die Vergleichseinkommen und die
Beurteilung betreffend Eingliederungsfähigkeit beanstanden (IV-act. 104).
B.o Nachdem die RAD-Ärztin Dr. F._ in einer weiteren Stellungnahme vom
21. Oktober 2009 ausgeführt hatte, das Gutachten der ABI GmbH sei ungeachtet der
Vorbringen im Einwand als Grundlage für die Invaliditätsbemessung geeignet (IV-
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act. 106), und die ehemalige Arbeitgeberin des Versicherten auf entsprechende Anfrage
hin telefonisch mitgeteilt hatte, aufgrund firmeninterner Umstrukturierungen und
entsprechender Lohnkürzungen hätte der Versicherte im Jahr 2009 lediglich noch
Fr. 4’000.-- bis Fr. 4’200.-- pro Monat (× 13) verdient (IV-act. 110), verfügte die IV-Stelle
am 27. Oktober 2009 die Abweisung des Rentengesuchs bei einem Invaliditätsgrad
von 29 % (Valideneinkommen: Fr. 60’972.--; Invalideneinkommen Fr. 43’028.--; IV-
act. 111).
C.
C.a Dagegen richtet sich die am 30. November 2009 erhobene Beschwerde, mit der
die Ausrichtung einer Invalidenrente und die Prüfung der beruflichen
Wiedereingliederung beantragt werden und zur Begründung im Wesentlichen
ausgeführt wird, das Gutachten der ABI GmbH bilde aufgrund diverser Mängel keine
geeignete Grundlage für die Invaliditätsbemessung, das Valideneinkommen sei falsch
ermittelt worden – der Beschwerdeführer hätte als Gesunder im Jahr 2009 einen Lohn
von Fr. 76’000.-- erzielt –, es sei zu Unrecht kein Abzug vom Tabellenlohn
vorgenommen worden und berufliche Eingliederungsmassnahmen seien rechtswidrig
nicht geprüft worden (act. G 1).
C.b Am 17. Dezember 2009 liess der Beschwerdeführer einen Bericht der
Psychiatrischen Klinik Z._ vom 11. Dezember 2009 nachreichen, in welchem eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, sowie eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert und eine Arbeitsfähigkeit von
30 % in leidensangepassten Tätigkeiten attestiert und gleichzeitig Stellung zum
Gutachten der ABI GmbH genommen worden war (act. G 5 und G 5.1).
C.c Die Beschwerdegegnerin schliesst auf Abweisung der Beschwerde. In ihrer
Beschwerdeantwort vom 11. März 2010 führte sie zur Begründung aus, das Gutachten
der ABI GmbH überzeuge vollumfänglich und bilde daher geeignete Grundlage für die
Invaliditätsbemessung, woran gemäss interner Stellungnahmen der RAD-Ärztin
Dr. med. G._, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 20. Februar
2010 und vom 6. März 2010 (IV-act. 128 f.) der Bericht der Psychiatrischen Klinik Z._
vom 11. Dezember 2009 nichts ändere, dass das ermittelte Valideneinkommen
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angemessen erscheine, dass das Invalideneinkommen korrekt ermittelt worden sei,
dass auch bei Vornahme eines Abzugs vom Tabellenlohn kein rentenbegründender
Invaliditätsgrad resultiere und dass deshalb auch berufliche
Eingliederungsmassnahmen nicht vertieft zu prüfen seien (act. G 9).
C.d Mit Replik vom 14. April 2010 (act. G 12) und Duplik vom 28. April 2010
(act. G 14) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.

Erwägungen:
1.
Wie beide Parteien zu Recht ausgeführt haben, handelt es sich vorliegend um ein
Verfahren betreffend Wiederanmeldung zum Leistungsbezug, nachdem das erste
Gesuch des Beschwerdeführers vom 17. Oktober 2006 mit Verfügung vom 27. Februar
2007 abgewiesen worden ist. Da in den Akten ausgewiesen ist, dass sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nach dem 27. Februar 2007, namentlich
in psychischer Hinsicht, verschlechtert hat (vgl. insb. IV-act. 44) und da die
Beschwerdegegnerin auf das Gesuch eingetreten ist, kann offen bleiben, ob die
Glaubhaftmachung einer wesentlichen Veränderung überhaupt zur Voraussetzung für
eine erneute Aufnahme des Verwaltungsverfahrens hätte gemacht werden dürfen.
Denn die erste leistungsverweigernde Verfügung erging als Sanktion nach Art. 43
Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG; SR 830.1) wegen mangelnder Mitwirkung des Beschwerdeführers. Eine
materielle Prüfung des Leistungsanspruchs hat damals nicht stattgefunden.
2.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, sind Verwaltung und Gericht in aller
Regel auf eine fachärztliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person
angewiesen, die sich insbesondere zu allfälligen qualitativen und quantitativen
Einschränkungen oder – positiv formuliert – dazu zu äussern hat, welches
Tätigkeitsprofil der versicherten Person in welchem Umfang trotz
Gesundheitsbeeinträchtigungen zugemutet werden kann. Was qualitative
Einschränkungen betrifft, so ist vorliegend den medizinischen Berichten einhellig zu
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entnehmen, dass dem Beschwerdeführer die angestammten, als körperlich schwer zu
qualifizierenden Tätigkeiten (Haupt- und Nebenerwerb) nicht mehr zumutbar sind,
ebenso wie alle anderen schwereren Tätigkeiten, die insbesondere Heben und Tragen
schwerer Lasten bedingen (vgl. IV-act. 10–1 ff., 10–9 ff., 11–1 ff., 32–2 f., 44, 48–1 ff.,
81–1 ff., 81–26 ff. und 87). In quantitativer Hinsicht – diesbezüglich wirken sich die
einhellig anerkannten psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen auf die
Arbeitsfähigkeit aus – liegen hingegen unterschiedliche Beurteilungen im Recht: Die
behandelnden Ärzte der Psychiatrischen Klinik Z._ attestierten in ihren Berichten vom
14. August 2008 und vom 24. Oktober 2008 zunächst eine praktisch vollständig
aufgehobene Arbeitsfähigkeit und in ihrem Bericht vom 11. Dezember 2009 schliesslich
eine solche von 30 % (IV-act. 72 und 76 sowie act. G 5.1), während der psychiatrische
Consiliargutachter der ABI GmbH eine solche von 70 % attestierte (IV-act. 81–1 ff.).
Hinsichtlich der erhobenen Befunde und der gestellten Diagnosen sind zwischen den
beiden Einschätzungen keine erheblichen Diskrepanzen ersichtlich; es handelt sich
vielmehr um divergierende Einschätzungen hinsichtlich des Schweregrades der
Ausprägung der depressiven Störung sowie entsprechend der Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit bei ansonsten weitgehend übereinstimmenden Feststellungen.
Während sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt stellt, es sei eher auf die
Einschätzung der behandelnden Fachärzte abzustellen, weil diese ihn und den
Krankheitsverlauf zufolge langdauernder Behandlung besser kennen würden und
demzufolge eine zuverlässigere Einschätzung abgeben könnten, stellt sich die
Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt, es sei eher auf das Gutachten der ABI
GmbH abzustellen, da behandelnde Ärzte in der Regel bei der Beurteilung eigener
Patienten befangen seien. Tatsächlich ist offensichtlich unter Medizinern anerkannt,
dass behandelnde Ärzte in der Regel aufgrund von Befangenheit gegenüber den
eigenen Patienten keine gutachterlichen Einschätzungen über dieselben abgeben
sollten (vgl. etwa Hermann Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 3. Aufl., Bern 1994,
S. 18, und Larry H. Strasburger et al., On Wearing Two Hats: Role Conflict in Serving
as Both Psychotherapist and Expert Witness, in: Am J Psychiatry 4/1997, S. 448 ff.).
Die Argumente sind durchaus nachvollziehbar, besteht doch regelmässig eine
Interessenkollision zwischen Behandlungs- und Begutachtungsauftrag. Tendenziell ist
daher eher auf die Einschätzungen begutachtender (nicht behandelnder) Fachärzte
abzustellen, vorliegend also auf das Gutachten der ABI GmbH und nicht auf die
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Berichte der Psychiatrischen Klinik Z._. Wesentlicher als diese Vorbehalte gegenüber
den Einschätzungen der behandelnden Ärzte ist indessen, dass zu Recht Zweifel an
der Zuverlässigkeit dieser Berichte geäussert wurden: Einerseits diagnostizierten die
Ärzte eine mittelgradige depressive Störung, die keiner medikamentösen Behandlung
bedürfe, andererseits erachteten sie die Arbeitsfähigkeit als nahezu vollständig
aufgehoben, was sich mit der Diagnose einer nicht schweren und nicht medikamentös
behandelten (depressiven) Störung kaum in Einklang bringen lässt. Aus diesen
Gründen ist hinsichtlich der quantitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit aus
psychischen Gründen auf das Gutachten der ABI GmbH abzustellen, das im Übrigen
vollständig und nachvollziehbar begründet ist (vgl. auch IV-act. 129). Aus medizinischer
Sicht ist daher davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in einer körperlich
leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig ist.
3.
Der Beschwerdeführer, der kaum Schulbildung genossen und keinen Beruf erlernt hatte
(vgl. IV-act. 81–8), trat im August 1981 eine Tätigkeit als Hilfsarbeiter an, die er bis
Ende Juli 2006 (effektiver letzter Arbeitstag) innehatte (vgl. IV-act. 9). Als geschätzter
und zunehmend erfahrenerer Mitarbeiter (vgl. IV-act. 51) erhielt er regelmässig
Lohnerhöhungen bzw. Lohnanpassungen, wie aus dem Auszug aus dem Individuellen
Konto ersichtlich ist (vgl. IV-act. 8). Gestützt auf diese Aktenlage ist davon auszugehen,
dass der Beschwerdeführer, hätte er seine Arbeit nicht krankheitsbedingt niederlegen
müssen, weiterhin diese Tätigkeit ausgeübt hätte. Die ehemalige Arbeitgeberin hat
zwar auf entsprechende Anfrage der Beschwerdegegnerin hin im Oktober 2009
mitgeteilt, die Stelle, die der Beschwerdeführer innegehabt habe, existiere nicht mehr,
weshalb der Beschwerdeführer wohl betriebsintern versetzt worden wäre und eine
entsprechende Lohneinbusse von rund Fr. 500.-- pro Monat hätte hinnehmen müssen
(vgl. IV-act. 109 f.). Indessen lässt sich daraus nichts für die Hypothese bezüglich
Validenkarriere ableiten. Zum einen ist damit nicht erwiesen, dass die Stelle, die der
Beschwerdeführer während immerhin 25 Jahren innehatte, auch dann abgeschafft
worden wäre, wenn der Beschwerdeführer weiterhin voll leistungsfähig geblieben wäre,
ebenso wenig wie die Annahme, der Beschwerdeführer hätte bei allfälliger Versetzung
eine entsprechende, erhebliche Lohneinbusse hinnehmen müssen. Zum andern
erscheint wenig wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer diese erhebliche
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Lohneinbusse tatsächlich hingenommen und sich – auf dem zu unterstellenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt – nicht nach einer anderen Stelle umgesehen hätte, bei
der er dank seiner Erfahrung und seines Einsatzwillens das bisherige Lohnniveau hätte
halten können. Zudem ist zu berücksichtigen, dass bei der Ermittlung des
Valideneinkommens primär danach zu fragen ist, was der Beschwerdeführer als
Gesunder hätte verdienen können. Da er vor Eintritt des Gesundheitsschadens in der
Lage war, im Haupterwerb ein Erwerbseinkommen von Fr. 63’289.-- (Durchschnitt der
Jahre 1997–2004, gemäss IK-Auszug; vgl. IV-act. 8) zu erzielen, ist davon auszugehen,
dass er ohne Eintritt des Gesundheitsschadens die vorherige Karriere fortgesetzt und
deshalb am ehesten ein Einkommen in dieser Höhe erzielt hätte. Diesbezüglich ist
darauf hinzuweisen, dass kein Grund besteht, aufgrund der Auskunft des Steueramtes
(IV-act. 7) oder aufgrund des Arbeitgeberberichts (IV-act. 9) von den Werten
abzuweichen, die gemäss Auszug aus dem Individuellen Konto tatsächlich gemeldet
und auf denen entsprechende Beiträge entrichtet wurden. Was schliesslich die ab Mai
1997 ausgeübte Nebenerwerbstätigkeit (vgl. IV-act. 12) betrifft, so besteht kein Grund
zur Annahme, der offensichtlich körperlich überdurchschnittlich leistungsfähige
Beschwerdeführer (vgl. IV-act. 2–7) hätte diese ohne Eintritt des Gesundheitsschadens
in absehbarer Zukunft niedergelegt. Es ist deshalb davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer diese ebenfalls langjährig ausgeübte Tätigkeit weitergeführt hätte
(vgl. dazu das Urteil des Bundesgerichts 8C_491/2011 vom 7. Oktober 2011 E. 4.1
sowie das Urteil 8C_671/2010 vom 25. Februar 2011 E. 4.5.2, je mit weiteren
Hinweisen). Bezüglich des Einkommens aus dieser Tätigkeit ist zu differenzieren:
Während für die Jahre 1997–2001 Beiträge auf einem durchschnittlichen Einkommen
von Fr. 3’957.-- entrichtet wurden (bei Umrechnung des für das zweite Halbjahr 1997
gemeldeten Lohns auf ein ganzes Jahr mittels Verdoppelung), wurden für die Jahre
2002–2004 Beiträge auf einem deutlich höheren durchschnittlichen Einkommen von
Fr. 6’851.-- entrichtet; offensichtlich hatte der Beschwerdeführer ab dem Jahr 2002
eine deutliche Lohnerhöhung erhalten oder – was wahrscheinlicher ist – sein Pensum
ausgedehnt. Im Gegensatz zum in den Jahren 1997–2004 in weitgehend konstanter
Höhe ausgerichteten Einkommen aus Haupterwerbstätigkeit ist deshalb bezüglich des
Einkommens aus Nebenerwerbstätigkeit auf den Durchschnitt der Jahre 2002–2004
abzustellen. Der Beschwerdeführer hätte mithin als Gesunder gesamthaft ein
Einkommen von Fr. 70’140.-- (= Fr. 63’289.-- + Fr. 6’851.--) erzielt.
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4.
Da der Beschwerdeführer seine zuvor ausgeübten Erwerbstätigkeiten nicht mehr
ausüben kann und nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine andere
Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, ist für die Ermittlung des Invalideneinkommens auf
statistische Werte abzustellen, namentlich auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für
Statistik (BFS) regelmässig durchgeführten Lohnstrukturerhebungen (LSE). Gemäss
LSE 2004 erzielten männliche Hilfsarbeiter im Jahr 2004 einen standardisierten
Monatslohn von Fr. 4’588.--, wobei „standardisiert“ bedeutet, dass die erhobenen
Löhne auf ein Arbeitspensum von 40 Stunden pro Woche umgerechnet wurden (BFS,
LSE 2004, TA1). Unter Berücksichtigung einer statistischen Arbeitszeit von 41,7
Stunden pro Woche im Jahr 2004 (BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach
Wirtschaftsabteilungen) entspricht dies einem Jahreslohn von Fr. 57’396.--. Da der
Beschwerdeführer sich beruflich völlig neu orientieren müsste und dabei seine
langjährige Berufserfahrung in der zuvor ausgeübten körperlich schweren Tätigkeit
nicht einbringen könnte, er zudem kaum über Schulbildung und über keinerlei
Berufsausbildung verfügt, ein potentieller Arbeitgeber ihm aufgrund seines
fortgeschrittenen Alters und damit verbundener relativ kurzer Einsatzdauer und hoher
Sozialversicherungsbeiträge einen jüngeren Arbeitnehmer wohl vorziehen würde, ist
davon auszugehen, dass er seine verbliebene Resterwerbsfähigkeit nur mit
unterdurchschnittlichem Erfolg verwerten könnte. Hinzu kommt, dass er als
Teilzeitangestellter eine Lohneinbusse von gut 10 % hinnehmen müsste, wie sich BFS,
LSE 2004, T6*, entnehmen lässt. Gesamthaft rechtfertigt es sich daher, vom oben
ermittelten statistischen Jahreslohn einen Abzug von 15 % vorzunehmen, womit unter
Berücksichtigung des Arbeitsfähigkeitsgrades von 70 % ein Invalideneinkommen von
Fr. 34’151.-- (= Fr. 57’396.-- × 85 % × 70 %) resultiert. Im Vergleich zum
hypothetischen Valideneinkommen von Fr. 70’140.-- resultiert eine Erwerbseinbusse
von Fr. 35’989.-- bzw. ein Invaliditätsgrad von 51,3 %.
5.
Für die Ermittlung der Vergleichseinkommen ist auf die für das Jahr 2004
massgebenden Werte abzustellen, weil der Beschwerdeführer im Jahr 2005 erstmals
krankheitsbedingt der Arbeit längere Zeit fernbleiben musste, nämlich vom 18. April
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2005 bis 22. Mai 2005 (vgl. IV-act. 10–1 ff.), was sich mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf die Lohnhöhe ausgewirkt hat (vgl. IV-act. 8). Bezüglich des
Zeitpunkts des Rentenbeginns ist hingegen nicht auf diesen erstmaligen
längerdauernden Arbeitsunterbruch abzustellen, denn der Rentenanspruch entstand
gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) in dem Zeitpunkt, in dem der Beschwerdeführer während eines Jahres
ohne wesentlichen Unterbruch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen und – ab
dann – mindestens 40 % invalid war. Gemäss nachvollziehbarer Darstellung im
Gutachten der ABI GmbH ist aufgrund der echtzeitlichen medizinischen Berichte davon
auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ab Dezember 2007 aus
psychiatrischen Gründen massgeblich beeinträchtigt war. Weshalb die Gutachter
davon ausgingen, die Arbeitsfähigkeit sei zunächst nur um 20 % beeinträchtigt
gewesen und erst ab März 2008 um 30 %, kann indessen nicht nachvollzogen werden,
da diese Annahme nicht begründet wird und auch keine Stütze in den Akten findet (vgl.
IV-act. 81–21). Es ist deshalb von einer seit Dezember 2007 bestehenden 30%igen
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischen Gründen auszugehen, womit
der Rentenbeginn auf den 1. Dezember 2007 festzulegen ist, da der Beschwerdeführer
von Ende Juli 2006 bis dahin zu 100 % arbeitsunfähig und ab diesem Zeitpunkt
erstmals zu mehr als 40 % invalid war. Daran ändert die Tatsache nichts, dass ein
erstes Rentengesuch mit Verfügung vom 27. Februar 2007 abgewiesen worden war,
erfolgte die Leistungsverweigerung doch damals wegen mangelnder Mitwirkung des
Beschwerdeführers. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin gelangt
schliesslich die per 1. Januar 2008 in Kraft getretene Einschränkung von Art. 29 Abs. 1
IVG vorliegend nicht zur Anwendung (vgl. etwa den Entscheid 8C_312/2009 des
Bundesgerichts vom 1. Dezember 2009, E. 5.1, mit zahlreichen Hinweisen). Gemäss
Art. 29 Abs. 3 IVG ist dem Beschwerdeführer nach dem Ausgeführten ab 1. Dezember
2007 eine halbe Rente auszurichten.
6.
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers hat die Beschwerdegegnerin ihre
Pflicht zur Prüfung und allfälligen Vornahme von Eingliederungsmassnahmen nicht
verletzt. Ihm sind gemäss oben dargestellter Aktenlage sämtliche körperlich leichten
bis mittelschweren Tätigkeiten im Umfang von 70 % zumutbar. Auf dem
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
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ausgeglichenen Arbeitsmarkt für Hilfsarbeiter sind verschiedenste Tätigkeiten, die
diesen Anforderungen genügen, und die der Beschwerdeführer ohne vorgängige
berufliche Massnahmen ausüben könnte, vorhanden. Durch berufliche Massnahmen
kann die Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers mit anderen Worten nicht verbessert
werden, zumal auch aus den Akten ersichtlich ist, dass solche Massnahmen zufolge
der ausgeprägten subjektiven Überzeugung, keinerlei Arbeit mehr verrichten zu
können, in antizipierender Beweiswürdigung als erfolglos zu qualifizieren sind.
7.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom
27. Oktober 2009 aufzuheben und dem Beschwerdeführer eine halbe Rente ab 1.
Dezember 2007 zuzusprechen. Die Sache wird an die Beschwerdegegnerin zur
Festsetzung des Rentenbetrags zurückgewiesen. Da das vorliegende Verfahren
gemäss Art. 69 Abs. 1 IVG kostenpflichtig ist, die Gerichtskosten angesichts des
durchschnittlichen Aufwands praxisgemäss auf Fr. 600.-- festzulegen sind und dem
Umstand, dass der Beschwerdeführer mit seinen Anträgen nicht vollständig
durchgedrungen ist, bei der Verlegung der Kosten nicht Rechnung zu tragen ist (vgl.
etwa den Entscheid IV 2009/268 des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 29. Juni
2011, E. 4.2 und 4.3, mit Hinweisen), hat die unterliegende Beschwerdegegnerin die
Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen. Dem Beschwerdeführer wird der von ihm in
gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss zurückerstattet. Sodann hat die
Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer gemäss Art. 61 lit. g ATSG mit einer
praxisgemässen Pauschale von Fr. 3’500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
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