Decision ID: 6af7dc0e-b9db-56ff-b72f-110bea827cbe
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer, sri-lankischer Staatsangehöriger, ersuchte am
28. Januar 2015 in der Schweiz um Asyl. Anlässlich der Befragung vom
11. Februar 2015 und der Anhörung vom 22. Juli 2015 führte er im Wesent-
lichen aus, sein Vater sei ungefähr (...) von der sri-lankischen oder der in-
dischen Armee getötet worden. Sein Bruder, der einmal Plakate der regie-
rungsnahen Eelam People's Democratic Party (EPDP) zerrissen habe, sei
mit dem Tod bedroht worden und deshalb (...) ausgereist. Niemand seiner
Familienmitglieder habe die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) unter-
stützt. Indessen sei einer seiner Freunde Kämpfer der Bewegung gewesen
und habe zwischen (...) 2006 und (...) 2007 andere Mitglieder der LTTE
zur Familie des Beschwerdeführers zwecks Beherbergung geschickt.
Diese hätten dann einige Male bei ihnen übernachtet und gegessen. We-
gen Bedrohungen durch die sri-lankische Armee habe der Beschwerdefüh-
rer Jaffna verlassen und sei im (...) 2007 mit seinem eigenen Pass nach
(...) ausgereist. Er sei von den sri-lankischen Behörden letztmals 2011 ge-
sucht worden. Nach seiner legalen Rückkehr am (...) 2014 sei er am Flug-
hafen in Colombo zu den Gründen seiner Ausreise und seiner Rückkehr
befragt worden. Auf dem Weg nach Jaffna sei ihm an einem Kontrollposten
die Identitätskarte abgenommen worden, welche er am Nachmittag hätte
im Camp im selben Ort abholen können. Aus Angst habe er sich jedoch
nicht gemeldet und sei stattdessen nach Colombo gereist, wo er mittels
eines Schleppers am (...) 2014 mit seinem eigenen Reisepass ausgereist
sei.
Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer eine beglaubigte Kopie sei-
nes Geburtsscheins, eine Kopie der Todesurkunde seines Vaters inklusive
englischer Übersetzung, seinen sri-lankischen Führerausweis (im Original)
sowie eine Kopie seines sri-lankischen Reisepasses zu den Akten.
B.
Mit Verfügung vom 4. Januar 2017 stellte das SEM fest, der Beschwerde-
führer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab,
verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an.
Zur Begründung führte das SEM im Wesentlichen aus, die Zugehörigkeit
zur tamilischen Ethnie und die mehrjährige Landesabwesenheit würden
gemäss herrschender Praxis nicht ausreichen, um von Verfolgungsmass-
nahmen bei einer Rückkehr nach Sri Lanka auszugehen. Aufgrund der
mehrmaligen Beherbergung von Mitgliedern der LTTE 2007 sei nicht davon
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auszugehen, dass er in den Augen der sri-lankischen Sicherheitsbehörden
als Person gelte, die eine besonders enge Beziehung zu den LTTE gepflegt
habe respektive die bestrebt sei, den tamilischen Separatismus wiederauf-
leben zu lassen. Zudem habe er 2014 legal ausreisen können, was eben-
falls gegen ein Verfolgungsinteresse der sri-lankischen Behörden an seiner
Person spreche. Es bestehe kein begründeter Anlass zur Annahme, dass
er zum heutigen Zeitpunkt bei einer Rückkehr nach Sri-Lanka mit beachtli-
cher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft asylrelevanten Verfol-
gungsmassnahmen ausgesetzt wäre.
C.
Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde wies das Bundesver-
waltungsgericht mit Urteil E-770/2017 vom 29. Mai 2019 ab. Es begründete
den ablehnenden Entscheid im Wesentlichen damit, die Vorbringen würden
den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht standhalten. Das
auf Beschwerdeebene viel umfangreicher dargestellte Engagement für die
LTTE lasse sich zudem nicht mit seinen bisherigen Aussagen in Einklang
bringen. Aus seinen pauschalen Vorbringen ergebe sich keine begründete
Furcht vor Verfolgung. Das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe auf-
grund der auf Beschwerdeebene geltend gemachten exilpolitischen Tätig-
keiten wurde verneint. Ferner ergebe sich alleine aus der tamilischen Eth-
nie und der gut vierjährigen Landesabwesenheit keine flüchtlingsrechtlich
erhebliche Gefährdung im Falle einer Rückkehr.
D.
Mit als «Qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch, eventualiter Mehrfachge-
such, sub-eventualiter Revisionsgesuch» bezeichneter Eingabe ans SEM
vom 8. August 2019 machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen gel-
tend, umfangreiche Abklärungen hätten ergeben, dass er nach wie vor auf-
grund der Verbindung zur LTTE und seines Auslandaufenthaltes asylrele-
vant verfolgt werde. Im eingereichten Schreiben der (...) werde seine Ver-
folgung durch das Criminal Investigation Department (CID) bestätigt. Auf-
grund der verschiedenen und kumulierten Risikofaktoren sei von seiner
Flüchtlingseigenschaft auszugehen. Ferner sei der ursprüngliche Ent-
scheid auch aufgrund der veränderten Sicherheitslage in Sri Lanka seit
dem 21. April 2019 in Revision zu ziehen. Die Gefährdungslage habe sich
in letzter Zeit drastisch verschlechtert und Repressalien gegen Tamilen mit
seinem Profil hätten wieder zugenommen. Seine ursprünglichen Vorbrin-
gen seien glaubhaft und asylrechtlich relevant.
Dem Gesuch legte er ein Bestätigungsschreiben der (...) bei.
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E.
Mit Verfügung vom 23. August 2019 wies das SEM den Antrag des Be-
schwerdeführers um Aussetzung des Vollzugs ab. Weiter nahm es das Ge-
such vom 8. August 2019 als Wiederwägungsgesuch entgegen, wies es ab
und stellte die Vollstreckbarkeit des negativen Entscheids vom 4. Januar
2019 (recte: 2017) fest. Gleichzeitig erhob es eine Gebühr und hielt fest,
dass einer allfälligen Beschwerde keine aufschiebende Wirkung zukomme.
Zur Begründung führte das SEM im Wesentlichen aus, es lägen keine
Gründe vor, welche die Rechtskraft der Verfügung vom 4. Januar 2017 be-
seitigen könnten. Das Schreiben der (...) weise einen Gefälligkeitscharak-
ter auf, dem kein Beweiswert zukomme. So beschränke es sich auf eine
gegenteilige Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft, ohne dies ausführlich
zu begründen oder neue tatbeständliche Gesichtspunkte aufzuführen. Die
Erheblichkeit des Beweismittels sei zu verneinen. Es sei nicht erkennbar,
inwiefern er nunmehr einer gefährdeten Personengruppe angehören solle.
Die aktuelle Lage in Sri Lanka sei zwar volatil, jedoch sei nicht auf eine
generell erhöhte Gefährdung von zurückkehrenden sri-lankischen Staats-
angehörigen tamilischer Ethnie zu schliessen. Auch seien keine Hinweise
vorhanden, wonach er speziell einer erhöhten Gefahr ausgesetzt wäre. Die
von ihm zitierten Berichte, aus welchen überdies kein persönlicher Bezug
zu ihm ersichtlich sei, würden nichts daran ändern.
F.
Die gegen die vorinstanzliche Verfügung erhobene Beschwerde wies das
Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E-4945/2019 vom 9. November 2020
ab. Es begründete seinen Entscheid im Wesentlichen damit, es liege keine
Verletzung zur Pflicht der richtigen und vollständigen Sachverhaltsabklä-
rung vor und bestätigte im Übrigen die Erwägungen der Vorinstanz. Bezüg-
lich der Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit des Vollzugs der Weg-
weisung könne vollumfänglich auf die Ausführungen im Urteil E-770/2017
vom 29. Mai 2019 verwiesen werden. An diesen Einschätzungen würden
der Regierungswechsel im November 2019 sowie die seither veränderte
Lage in Sri Lanka nichts zu ändern vermögen.
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Seite 5
G.
Am 8. Juni 2021 reichte der Beschwerdeführer beim SEM eine als «Asyl-
gesuch respektive Mehrfachgesuch, eventualiter Wiedererwägungsge-
such, sub-eventualiter qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch und Gesuch
um Vollzugsstopp der Wegweisung» bezeichnete Eingabe ein. Zur Begrün-
dung brachte er im Wesentlichen vor, die Sicherheits- und Menschen-
rechtslage in Sri Lanka für Personen mit dem Profil des Beschwerdeführers
habe sich in den letzten Monaten erneut und signifikant verschlechtert. Das
SEM müsse die Gefährdungslage in Sri Lanka neu beurteilen und dem Be-
schwerdeführer aufgrund von objektiven Nachfluchtgründen Asyl gewäh-
ren. Eventualiter sei der Beschwerdeführer aufgrund subjektiver Nach-
fluchtgründe als Flüchtling anzuerkennen und vorläufig aufzunehmen. Auf-
grund der Hilfeleistungen seiner Familie an die LTTE und die von den Be-
hörden vermuteten Verbindungen zu denselben sei er bereits seit langem
im Fokus der Sicherheitskräfte. Nach der Flucht in die Schweiz habe er
sich exilpolitisch betätigt. So habe er beispielsweise am (...) 2021 an einer
Gedenkveranstaltung auf dem (...)platz in C._ teilgenommen und
Veranstaltungen teilweise mitorganisiert. Den eingereichten Fotos könne
entnommen werden, dass er sich aktiv an vorderster Front beteiligt habe.
Es könne davon ausgegangen werden, dass seine Teilnahme und sein En-
gagement den sri-lankischen Sicherheitsbehörden bekannt seien. Die Ge-
fährdungslage habe sich insbesondere seit dem Machtwechsel intensiviert
und die Repressionen hätten sich in letzter Zeit drastisch verstärkt. Es sei
festzustellen, dass er als Angehöriger der tamilischen Minderheit, welcher
politisch tätig sei und vermeintlich Verbindungen zur LTTE vorweise zu ei-
ner bestimmten sozialen Gruppe von Personen gehöre, welche flüchtlings-
relevant verfolgt würden. Sollte er nicht als Flüchtling aufgenommen wer-
den, sei der Wegweisungsvollzug insbesondere aufgrund der veränderten
Lage unzulässig beziehungsweise unzumutbar.
Als Beweismittel reichte er diverse Zeitungsartikel, einen Bericht der UN-
Hochkommissarin für Menschenrechte vom 27. Januar 2021, eine Medien-
mitteilung vom 18. Februar 2021 betreffend einen Bericht von «Amnesty
International» und mehrere Berichte von «Human Rights Watch», einen
«joint open letter» von 22 Organisationen vom 22. Februar 2021 sowie Fo-
tos seiner Teilnahme an der Gedenkveranstaltung vom (...) 2021 ein.
H.
Am 14. Juni 2021 setzte das SEM den Vollzug der Wegweisung einstweilen
aus.
E-3551/2021
Seite 6
I.
Mit Verfügung vom 2. Juli 2021 nahm das SEM die Eingabe vom 8. Juni
2021 als Mehrfachgesuch entgegen, stellte fest, der Beschwerdeführer er-
fülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab, verfügte
die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an. Schliess-
lich erhob es eine Gebühr von Fr. 600.–.
J.
Mit Eingabe vom 6. August 2021 erhob der Beschwerdeführer beim Bun-
desverwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragt, die Verfügung des SEM
vom 2. Juli 2021 sei aufzuheben, es sei die Flüchtlingseigenschaft festzu-
stellen und ihm sei in der Schweiz Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die
Unzulässigkeit und/oder die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs
festzustellen und die vorläufige Aufnahme zu verfügen. Sub-eventualiter
sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In
prozessualer Hinsicht beantragt er, ihm sei die unentgeltliche Prozessfüh-
rung zu gewähren.
Der Beschwerde lag eine Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung bei.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend
– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwerde-
führer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert
(Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde
(Art. 108 Abs. 6 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten.
2.
2.1 Mit Beschwerde in Asylsachen kann die Verletzung von Bundesrecht
(einschliesslich Missbrauch und Überschreitung des Ermessens) sowie die
unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Im Ausländerrecht richtet
sich die Kognition nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
2.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im
Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten
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Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG)
ohne Weiterungen und mit summarischer Begründung zu behandeln
(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).
2.3 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
3.
3.1 In der Beschwerde wird eine Verletzung der Pflicht zur richtigen und
vollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie eine
Verletzung des rechtlichen Gehörs gerügt. Diese formellen Rügen sind
vorab zu prüfen, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassation der vor-
instanzlichen Verfügung zu bewirken.
3.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches
Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer
Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt
wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE
2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be-
hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer
Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich ist,
dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich ausei-
nandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl.
BGE 143 III 65 E. 5.2).
Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes we-
gen fest und bedient sich nötigenfalls der unter Buchstaben a–e aufgelis-
teten Beweismittel. Der Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze an
der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG).
Dazu gehört unter anderem an der Feststellung des Sachverhaltes mitzu-
wirken und in der Anhörung die Asylgründe darzulegen (vgl. BVGE 2011/28
E. 3.4).
Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher
und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch
gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Ent-
scheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl.
KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts-
pflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043).
3.3 Der Beschwerdeführer moniert, die Vorinstanz verweise im Zusam-
menhang mit seiner exilpolitischen Tätigkeit auf das Urteil E-770/2017 vom
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29. Mai 2019, welches im erstinstanzlichen Asylverfahren ergangen sei.
Sie halte fest, es müsse nur eruiert werden, ob seine Eingabe vom 8. Juni
2021 und die damit eingereichten Fotografien etwas an der damaligen Ein-
schätzung zu ändern vermögen. Sie komme zum Schluss, dass er lediglich
als Mitläufer erscheine. Dieser Ansicht sei entschieden zu widersprechen.
Im Übrigen sei nicht nachvollziehbar, inwiefern die Vorinstanz «grosse
Zweifel» an seinen Ausführungen habe und seine organisatorische und
führende Mitwirkung an den Veranstaltungen abstreite. Sie verkenne da-
bei, dass von den Asylsuchenden kein strikter Beweis verlangt werde, son-
dern vielmehr das Glaubhaftmachen der relevanten Sachverhaltsele-
mente. Seit dem erwähnten Urteil seien über zwei Jahre vergangen. Die
Vorinstanz verkenne diese veränderte Situation, wenn sie von einer glei-
chen Ausgangslage und Voraussetzungen, wie zum Zeitpunkt des Urteils,
ausgehe. Sie habe den rechtserheblichen Sachverhalt sowohl unrichtig als
auch unvollständig abgeklärt.
Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung zunächst auf die Erwä-
gungen im Urteil E-770/2017 vom 29. Mai 2019 verwiesen, in welchem
rechtskräftig festgestellt wurde, dass der Beschwerdeführer sich in der
Schweiz nicht in derart exponierter Weise für die LTTE betätige, dass ihm
ein überzeugter Aktivismus mit dem Ziel der Wiederbelebung des tamili-
schen Separatismus zugeschrieben werden könne und er somit in den Fo-
kus der sri-lankischen Behörden geraten würde. Ferner stellte sie fest,
auch die neu geltend gemachten politischen Tätigkeiten und die einge-
reichten Fotos würden an der damaligen Einschätzung nichts zu ändern
vermögen und würden ihn als blossen Mitläufer erscheinen lassen. Es be-
ständen grosse Zweifel, dass er regimekritische Veranstaltungen mitorga-
nisiert oder eine führende Rolle an solchen gehabt habe, zumal er in seiner
Eingabe keinerlei konkrete Ausführungen dazu gemacht habe. Er würde
nicht in den Fokus der sri-lankischen Behörden geraten. Sie würdigte damit
implizit die veränderte Lage in Sri Lanka. Ob die Vorinstanz indes zu Recht
davon ausging, dass er blosser Mitläufer ist, ist keine Frage der Sachver-
haltsfeststellung, sondern der materiellen Würdigung. Allein der Umstand,
dass sie in ihrer Beurteilung der im Mehrfachgesuch geltend gemachten
Vorbringen und dem eingereichten Beweismittel einer anderen Linie folgt,
als vom Beschwerdeführer vertreten, und sie aus sachlichen Gründen zu
einer anderen Würdigung der Vorbringen gelangt, spricht nicht für eine
mangelhafte Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts.
3.4 Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, die Vorinstanz habe keine kon-
krete Beurteilung seines Risikoprofils vorgenommen, sondern verweise auf
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die Erwägungen in den Urteilen E-770/2017 vom 29. Mai 2019 und E-
4945/2019 vom 9. November 2020. Seither habe sich die Lage in Sri Lanka
aber massiv verändert, was durch die eingereichten Berichte belegt sei.
Sie führe jedoch nur pauschal aus, dass diese nichts an der Einschätzung
der Vorinstanz zu ändern vermögen und überdies kein persönlicher Bezug
zu den zitierten Berichten ersichtlich sei. Es fehle an einer Einschätzung
der aktuellen Lage. Sie habe damit sein rechtliches Gehör verletzt und die
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts unvollständig beziehungs-
weise nicht vorgenommen.
Die Vorinstanz weist richtigerweise darauf hin, dass das Gericht sich aus-
führlich mit dem Risikoprofil des Beschwerdeführers in seinen früheren Ur-
teilen befasst hat. Die aktuelle Lage liess sie zudem in ihrer Beurteilung
einfliessen. Inwiefern das rechtliche Gehör oder die Pflicht zur richtigen und
vollständigen Sachverhaltsabklärung verletzt sein soll, ist nicht ersichtlich.
Ob die Vorinstanz das Vorliegen eines Risikoprofils zu Recht verneint hat,
ist wiederum nicht eine Frage der Sachverhaltsfeststellung, sondern der
materiellen Würdigung.
3.5 Der Beschwerdeführer moniert zudem, sie habe auch die Prüfung der
Zulässigkeit nicht korrekt und vollständig vorgenommen. So habe sie pau-
schal auf vergangene Urteile verwiesen, ohne die derzeitige Lage einzu-
beziehen, womit sie das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt
habe.
Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunk-
ten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrück-
lich widerlegt. Indem die Vorinstanz bei der Prüfung des Risikoprofils des
Beschwerdeführers festhielt, dass er aus den eingereichten Berichten zur
aktuellen Lage in Sri Lanka mangels persönlichen Bezugs zu diesen nichts
zu seinen Gunsten ableiten könne und bei der Prüfung der Wegweisungs-
vollzugshindernisse auf die früher in seinem Asylverfahren ergangenen Ur-
teile verwies, liess sie die veränderte Lage in Sri Lanka implizit in ihre Ein-
schätzung der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs einfliessen. Eine
Verletzung des rechtlichen Gehörs ist nicht ersichtlich. So war es dem Be-
schwerdeführer denn auch möglich, den Entscheid sachgerecht anzufech-
ten.
3.6 Die formellen Rügen erweisen sich angesichts dieser Sachlage als un-
begründet, weshalb keine Veranlassung besteht, die Sache aus formellen
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Gründen aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die diesbe-
züglichen Rechtsbegehren sind somit abzuweisen.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
5.
5.1 Die Vorinstanz begründet ihren Entscheid im Wesentlichen damit, be-
reits im ersten Asylverfahren habe das Bundesverwaltungsgericht erwo-
gen, dass sich der Beschwerdeführer in der Schweiz nicht in derart expo-
nierter Weise für die LTTE betätige, dass er in den Fokus der sri-lankischen
Behörden geraten würde. Auch die neu geltend gemachten politischen Tä-
tigkeiten und die eingereichten Fotos würden an der damaligen Einschät-
zung nichts zu ändern vermögen und würden ihn als blossen Mitläufer er-
scheinen lassen. Es beständen grosse Zweifel an seiner Mitorganisation
regimekritischer Veranstaltungen und seiner führenden Rolle, zumal er in
seiner Eingabe keinerlei konkrete Ausführungen dazu gemacht habe. Die
sich verschlechternde Lage in Sri Lanka seit den Wahlen vom 16. Novem-
ber 2019 sei schon anlässlich der Urteile E-770/2017 vom 29. Mai 2019
und E-4945/2019 vom 9. November 2020 berücksichtigt worden. Darin
habe das Gericht bestätigt, dass er keiner gefährdenden Personengruppe
angehöre. Er habe zwar weitere Berichte eingereicht, die nach dem Urteil
vom 9. November 2020 ergangen seien. Daraus sei jedoch kein persönli-
cher Bezug zu ihm ersichtlich, weshalb diese nichts an der Einschätzung
der Vorinstanz zu ändern vermögen. Er erfülle die Flüchtlingseigenschaft
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Seite 11
nicht und das Mehrfachgesuch sei abzulehnen. Eine Anhörung zu den
Asylgründen sei im Übrigen weder erforderlich noch vorliegend angezeigt.
5.2 Der Beschwerdeführer führte zur Begründung seiner Beschwerde aus,
er habe seine individuelle Gefährdung im Rahmen des Mehrfachgesuchs
ausführlich dargelegt und anhand von Berichten diverser Organisationen
belegt. Diese würden aufzeigen, dass Personen mit seinem Risikoprofil
aufgrund von tatsächlichen oder vermeintlichen Verbindungen zur LTTE
eine Verfolgung in einem asylrelevanten Ausmass drohe. Die Gefähr-
dungslage habe sich insbesondere seit dem Machtwechsel intensiviert. Er
gehöre als Angehöriger der tamilischen Minderheit, welcher politisch tätig
sei und vermeintlich Verbindungen zur LTTE aufweise einer bestimmten
sozialen Gruppe von Personen im Sinne von Art. 3 AsylG an. Er sei nicht
blosser Mitläufer, sondern betätige sich seit nunmehr sechs Jahren exilpo-
litisch in der Schweiz. Er nehme regelmässig an Veranstaltungen teil und
organisiere diese mit. Den eingereichten Beweismitteln sei zu entnehmen,
dass er sich zentral zu erkennen gebe und an vorderster Front für die Inte-
ressen der LTTE einstehe. Es sei nicht nachvollziehbar, inwiefern die Vor-
instanz grosse Zweifel an seiner organisatorischen oder führenden Mitwir-
kung an den Veranstaltungen habe. Schliesslich seien seit dem Urteil E-
770/2017 vom 29. Mai 2019, auf welches sich die Vorinstanz beziehe, mehr
als zwei Jahre vergangen. Es habe sich nicht nur die politische Landschaft
erheblich verändert, sondern auch die dahinterliegenden Behörden. Die
Beobachtung solcher Veranstaltungen sei stark intensiviert worden.
5.3
5.3.1 Vorab ist festzustellen, dass die politischen Entwicklungen in Sri
Lanka nicht zu einer Situation geführt haben, die zu einer Änderung der im
Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 (E. 8) entwickelten Rechts-
praxis Anlass geben könnte (vgl. statt vieler Urteil des BVGer D-3364/2021
vom 18. August 2021 E. 7.3). Die im Rahmen des hier zu beurteilenden
Gesuchs dokumentierte Entwicklung verdeutlicht lediglich, dass die im Re-
ferenzurteil erwähnten Risikofaktoren, die zu einer asylrechtlich relevanten
Gefährdung von nach Sri Lanka zurückkehrenden tamilischen Personen
führen können, nach wie vor aktuell und dementsprechend weiterhin zu
prüfen sind. Das Gericht kommt deshalb in Übereinstimmung mit der Vor-
instanz zum Schluss, dass der Beschwerdeführer keine in entscheidender
Hinsicht veränderte Sachlage in Bezug auf die Flüchtlingseigenschaft dar-
zutun vermag. Die Ausführungen in der Beschwerde sind nicht geeignet,
zu einer anderen Beurteilung zu führen. Vorfluchtgründe sind vorliegend
durch das Gericht nicht zu prüfen. Schon im Urteil E-770/2017 vom 29. Mai
http://links.weblaw.ch/BVGer-E-1866/2015
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Seite 12
2019 hielt es fest, dass die geltend gemachten Vorbringen vor seiner Aus-
reise aus Sri Lanka keine Asylrelevanz zu begründen vermögen. In der Be-
schwerde wird sodann auch nicht darauf Bezug genommen. Es bleibt da-
mit lediglich zu prüfen, ob der Beschwerdeführer allenfalls objektive oder
subjektive Nachfluchtgründe aufgrund seiner exilpolitischen Tätigkeiten o-
der der sich veränderten Sicherheitslage in Sri Lanka geltend machen
kann.
5.3.2 Mit seinen allgemeinen Ausführungen und den eingereichten Berich-
ten zur veränderten Situation in Sri Lanka zeigt er nicht auf, inwiefern diese
zu einer konkreten Gefährdung seiner Person führen könnte. Die einge-
reichten Unterlagen beziehen sich sodann auch nicht auf Personen mit sei-
nem spezifischen Profil. Das Gericht stellte schon in seinem ersten Asyl-
verfahren rechtskräftig fest, er erfülle die im Referenzurteil beurteilten Risi-
kofaktoren nicht (siehe Urteil E-770/2017 vom 29. Mai 2019 E. 5.2, Refe-
renzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 8). Die sri-lankischen Behör-
den würden ihm keine vermeintliche Verbindung zur LTTE unterstellen.
Diese Einschätzung ist weiterhin gültig. So war es ihm doch problemlos
möglich mit seinem eigenen Reisepass mehrmals über den Flughafen Co-
lombo nach Sri Lanka ein- und auszureisen, was bereits ein wesentliches
Indiz dafür darstellt, dass er den sri-lankischen Behörden nicht aufgrund
seiner Vergangenheit als Person mit Verbindung zu den LTTE bekannt war
(Urteil E-770/2017 vom 29. Mai 2019 E. 5.1). Im Übrigen bleibt festzustel-
len, dass er weder in seinem Mehrfachgesuch noch in der Beschwerde-
schrift geltend macht, dass seit dem erwähnten Urteil am 29. Mai 2019 die
sri-lankischen Behörden konkret Interesse an seiner Person bekundet hät-
ten, beispielsweise durch eine Suche nach ihm. Er konnte damit die frühere
Einschätzung, wonach davon auszugehen ist, die sri-lankischen Behörden
sähen in ihm keinen Verbündeten der LTTE, nicht widerlegen. Auch unter
der Berücksichtigung der veränderten Lage in Sri Lanka seit dem letzten
Urteil am 9. November 2020 (Urteil E-4945/2019) ist nicht erkennbar, wie
sich diese zum heutigen Zeitpunkt auf den Beschwerdeführer auswirken
könnte und vermag deshalb zu keiner neuen Einschätzung zu gelangen.
Es ist damit nicht davon auszugehen, dass ihm aus Sicht der sri-lankischen
Behörden ein Interesse am Wiederaufflammen des tamilischen Separatis-
mus in Sri Lanka zugeschrieben und er mithin als Gefahr für die nach dem
Krieg wiedergewonnene Einheit des Landes wahrgenommen wird (vgl. Re-
ferenzurteil E-1866/2015 E. 8.5.3).
5.3.3 Die Vorinstanz ist dahingehend zu stützen, wonach aus den einge-
reichten Beweismitteln nicht hervorgeht, dass der Beschwerdeführer als
E-3551/2021
Seite 13
Mitorganisator oder sonst als führende Person bei den politischen Veran-
staltungen tätig gewesen ist. Auch machte er hierzu weder in seinem Ge-
such noch in der Beschwerdeschrift konkrete Angaben. Es würde jedoch
an ihm liegen, mit Beweismitteln und Ausführungen die geltend gemachten
führenden Tätigkeiten zu untermauern. Eine pauschale Nennung, als Or-
ganisator tätig gewesen zu sein, reicht jedenfalls nicht aus. Beweismittel
hierfür sollten doch einfach zu erhalten sein, will er doch gerade aus der
Identifizierbarkeit seiner Person durch die sri-lankischen Behörden eine
Gefährdung ableiten. Es ist deshalb nicht davon auszugehen, dass er eine
solche Rolle innerhalb der Diaspora einnahm. Das Gericht hat sich im erst-
instanzlichen Verfahren ausführlich mit der exilpolitischen Tätigkeit des Be-
schwerdeführers auseinandergesetzt und festgestellt, dass er sich nicht in
exponierter Weise betätigt habe (Urteil E-770/2017 vom 29. Mai 2019
E. 5.3). Auch aufgrund der neu eingereichten Beweismittel ist lediglich von
Mitläufertätigkeiten von untergeordneter Bedeutung wie etwa das Tragen
von Flaggen auszugehen. Solche Tätigkeiten reichen indes für die Zuer-
kennung der Flüchtlingseigenschaft nicht aus, da diese das Verfolgungsin-
teresse des sri-lankischen Staats nicht auslösen. Das Gericht vertritt die
Auffassung, dass angesichts des gut aufgestellten und technisch hoch ent-
wickelten Nachrichtendienstes Sri Lankas davon auszugehen ist, dass die
sri-lankischen Behörden blosse Mitläufer von Massenveranstaltungen als
solche identifizieren können und diese in Sri Lanka mithin nicht als Gefahr
wahrgenommen werden (Referenzurteil E-1866/2015 E. 8.5.4). Es ist auch
heute unter der verschlechterten Sicherheitslage in Sri Lanka nicht davon
auszugehen, dass ihm seitens der sri-lankischen Behörden ein überzeug-
ter Aktivismus mit dem Ziel der Wiederbelebung des tamilischen Separa-
tismus zugeschrieben wird, weshalb er mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit nicht in den Fokus der sri-lankischen Behörden geraten ist.
5.4 Die Risikofaktoren «Verbindung zu den LTTE» sowie «exilpolitische Ak-
tivitäten» sind zwar als stark risikobegründend zu qualifizieren. Aufgrund
der voranstehenden Erwägungen ist das Gericht jedoch in einer Gesamt-
betrachtung des Einzelfalles der Ansicht, dass keine begründete Furcht vor
einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung bei einer Rückkehr nach Sri
Lanka vorliegt (Referenzurteil E-1866/2015 E. 8.5.5). So ist einerseits kein
Verfolgungsinteresse der sri-lankischen Behörden aufgrund der geltend
gemachten vermeintlichen Hilfeleistungen für die LTTE ersichtlich und an-
dererseits betätigte er sich lediglich marginal exilpolitisch. Es ist deshalb
nicht davon auszugehen, dass ihm seitens der sri-lankischen Behörden ein
überzeugter Aktivismus mit dem Ziel der Wiederbelebung des tamilischen
Separatismus zugeschrieben wird. Er konnte damit weder subjektive noch
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objektive Nachfluchtgründe geltend machen, weshalb die Vorinstanz die
Flüchtlingseigenschaft zu Recht verneint und das Mehrfachgesuch abge-
lehnt hat.
6.
6.1 Lehnt die Vorinstanz das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein,
so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet
den Vollzug an (Art. 44 AsylG).
6.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-
derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-
lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht
angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.)
7.
Zur Prüfung allfälliger Wegweisungsvollzugshindernisse bezüglich der Zu-
lässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit des Vollzugs der Wegweisung
kann auf die Erwägungen im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-
770/2017 vom 29. Mai 2019 verwiesen werden. Darin wurde einlässlich
dargelegt, weshalb der Vollzug der Wegweisung in Bezug auf den Be-
schwerdeführer nach Sri Lanka zulässig, zumutbar und möglich ist (vgl.
E. 9). Nachdem der Beschwerdeführer auch mit seinem Mehrfachgesuch
nicht darlegen konnte, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka befürch-
ten müsste, die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden in einem
flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmass auf sich zu ziehen, bestehen auch
keine Anhaltspunkte dafür, ihm würde aus demselben Grund eine men-
schenrechtswidrige Behandlung in seinem Heimatstaat drohen. Alleine aus
seiner tamilischen Ethnie und dem Umstand, dass er nach mehrjähriger
Landesabwesenheit aus der Schweiz nach Sri Lanka zurückkehrt, ergibt
sich auch bei einer heutigen Rückkehr keine ernsthafte Gefahr von Folter
oder unmenschlicher Behandlung. An dieser Einschätzung vermögen auch
die politischen Entwicklungen in Sri Lanka seit den Urteilen E-770/2017
und E-4945/2019 respektive die diesbezüglichen Ausführungen im Mehr-
fachgesuch vom 8. Juni 2021 und auf Beschwerdeebene sowie die einge-
reichten Berichte nichts zu ändern. Das Gericht gelangt zur Einschätzung,
dass sich die jüngsten politischen Entwicklungen in Sri Lanka nicht in rele-
vanter Weise auf den Beschwerdeführer auswirken dürften. Auch die all-
gemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungs-
vollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen (vgl. Urteil
des BVGer E-3518/2021 vom 20. August 2021). Ferner hat er in der Be-
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schwerde weder substantiiert dargelegt noch mit Beweismitteln untermau-
ert, dass er keine engen Familienmitglieder mehr in Sri Lanka habe, die ihn
noch unterstützen könnten, weshalb erhebliche Zweifel an diesem Vorbrin-
gen bestehen. Die Vorinstanz hat damit den Wegweisungsvollzug zu Recht
als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vor-
läufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AIG).
8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
9.
9.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass
seine Begehren als aussichtlos zu bezeichnen sind, womit eine der kumu-
lativ zu erfüllenden Voraussetzungen gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht
gegeben ist, weshalb das Gesuch abzuweisen ist.
9.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und praxisgemäss auf insge-
samt Fr. 1’500.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-
gericht [VGKE, SR 173.320.2]).
9.3 Mit dem vorliegenden Urteil wird der Antrag auf Verzicht auf die Erhe-
bung eines Kostenvorschusses gegenstandslos.
(Dispositiv nächste Seite)
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