Decision ID: fdd51050-bb6f-48c5-b9fc-8a7d31cccde4
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich erstmals im Jahr 2007 wegen Nacken-, Schulter- und
Armschmerzen und einer Depression zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Sie
gab an, die Primar- und Sekundarschule besucht zu haben; einen Beruf habe sie nicht
erlernt. Seit Juli 1999 sei sie als Mitarbeiterin Verkauf für die B._ tätig.
A.b Die B._ berichtete der IV-Stelle am 15. August 2007 (IV-act. 18), dass sie die
Versicherte vom 1. November 1995 bis 31. Juli 2007 in einem Pensum von 80 % als
Mitarbeiterin Verkauf Blumen beschäftigt habe. Seit dem Eintritt des
Gesundheitsschadens, d.h. seit dem 1. August 2007, betrage das Pensum 50 %. Die
Arbeitgeberin bestätigte am 10. Januar 2008, dass die Versicherte früher den Wunsch
nach einer Vollzeitanstellung geäussert habe, dies aber aus strukturellen und
betrieblichen Gründen nicht möglich gewesen sei (IV-act. 36).
A.c Im Januar 2008 wurde die Versicherte im Auftrag der IV-Stelle durch das Zentrum
für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG (AEH) interdisziplinär (rheumatologisch-
orthopädisch, psychiatrisch) begutachtet (Gutachten vom 3. Juli 2008, IV-act. 41). Die
Diagnosen lauteten:
• Fibromyalgiesyndrom mit/bei
o zervikothorakalbetontem Panvertebralsyndrom
- degenerativen Wirbelsäulenveränderungen
- leichter muskulärer Dysbalance
o Polyarthralgien/Myalgien
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- DD medikamentöse Nebenwirkung (Arimidex)
• invasiv-duktales Mamma-Ca links, ED 2005
• Status nach mittelgradiger depressiver Episode mit somatischen Symptomen.
Die Gutachterin med. pract. C._, Physikalische Medizin und Rehabilitation, kam zum
Schluss, dass die funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten im Bereich einer
leichten bis knapp mittelschweren Tätigkeit liege. Die Leistungsfähigkeit liege also
teilweise unter den Anforderungen der angestammten, mittelschweren Tätigkeit als
Verkäuferin (Abteilung Blumen). Dr. med. D._, Psychiatrie/Psychotherapie, erklärte,
dass die Arbeitsfähigkeit der Versicherten seit Januar 2008 nicht mehr eingeschränkt
sei. Aus interdisziplinärer Sicht schätzten die Gutachter die Arbeitsfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit, bezogen auf ein Vollpensum, auf 65 % (Leistungseinbusse
von 10 %, erhöhter Pausenbedarf von 2 Stunden pro Tag [25 %]). Eine optimal
adaptierte Tätigkeit sei der Versicherten zu 75 % zumutbar (erhöhter Pausenbedarf von
2 Stunden pro Tag).
A.d Mit Verfügung vom 13. Mai 2009 wies die IV-Stelle das Rentengesuch der
Versicherten bei einem IV-Grad von 35 % ab (IV-act. 56). Diese Verfügung erwuchs
unangefochten in Rechtskraft.
B.
B.a Im Juni 2013 meldete sich die Versicherte mit Verweis auf Nacken-, Rücken-,
Schulter- und Armschmerzen erneut zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 69). Am
15. Juli 2013 reichte sie diverse medizinische Berichte ein (IV-act. 82). Unter anderem
hatte Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, am 29. Januar 2013
berichtet (IV-act. 82-3 f.), dass er die Versicherte für ein psychiatrisches Erstgespräch
gesehen habe. Als vorläufige Diagnose hatte er eine Anpassungsstörung mit längerer
depressiver Reaktion (ICD-10: 43.21) bei anhaltender Belastung durch chronischen
Schmerz und unsichere berufliche Zukunftsperspektive bei akzentuierter Persönlichkeit
mit perfektionistisch-altruistischen Zügen angegeben. Er hatte erklärt, dass er die
Behandlung nach dem Erstgespräch vorerst einmal abgeschlossen habe, da die
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Versicherte derzeit keinen Bedarf für eine psychotherapeutische Behandlung gesehen
habe.
B.b Dr. med. F._, Rheumatologie, Innere Medizin, berichtete der IV-Stelle am 13.
Au¬gust 2013 (IV-act. 89), dass die Versicherte an einer Osteoporose der Wirbelsäule
und an einer Osteopenie der Hüfte leide. Die Schmerzsituation sei multifaktoriell
bedingt; die Osteoporose sei ein Faktor. Zusätzlich bestünden ausgeprägte muskuläre
Dysbalancen im Bereich der gesamten Wirbelsäule, insbesondere nacken- und
schultergürtelbetont. In der angestammten Tätigkeit sei eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit gegeben. Med. pract. G._, Facharzt Allgemeine Innere Medizin,
berichtete der IV-Stelle am 1. Oktober 2013 (IV-act. 101), dass eine am 25. Februar
2013 durchgeführte MRT der Schulter rechts Tendinosen der Supra- und
Infraspinatussehnen am Ansatzbereich ohne Rissnachweis, ein subtotal obliterierter
unterer Gelenksrezessus mit verdickten Ligamenta typisch für frozen shoulder und eine
hochgradige Knorpelreduktion glenohumeral mit subchrondraler Ödematisierung im
Glenoid gezeigt habe. Eine erste subacromiale Infiltration habe initial zu einem
deutlichen Rückgang der Beschwerden geführt. Leider habe dieser nur kurze Zeit
angehalten. Im Verlauf sei es wieder zur Zunahme der Nacken- und Schulterschmerzen
rechts gekommen. Bei konventionell radiologisch vorhandener Osteochondrose C6/7
sei daraufhin am 8. April 2013 ein MRI der HWS durchgeführt worden. Dort sei die
Diagnose einer Zervikalgie rechtsbetont mit Osteochondrose und Spondylarthrose
HWK 6/7 gestellt sowie eine neuroforaminale Kompression HWK 5 und 6 festgestellt
worden. Eine Facettengelenksinfiltration C6/7 habe keinen durchschlagenden Erfolg
gebracht, weshalb auf eine Fusionsoperation verzichtet und weiterhin eine konservative
Therapie mittels Physiotherapie vorgeschlagen worden sei. Die Versicherte habe
wegen der neuen Diagnosen sowie der vorbekannten Leiden vom 8. Februar bis 15.
Mai 2013, vom 1. bis 11. Juni 2013 und seit dem 17. Juli 2013 zu 100 % arbeitsunfähig
geschrieben werden müssen. Am 28. August 2013 habe sie dann ihre langjährige
Arbeitsstelle verloren, was die Beschwerden weiter verschlechtert haben dürfte.
Insbesondere habe seither auch die chronische rezidivierende Depression wieder
deutlich zugenommen. Insgesamt handle es sich um eine komplexe langjährige
Leidensgeschichte mit in den letzten drei Jahren neu aufgetretenen Diagnosen des
muskuloskelettalen Systems, verbunden mit einer vorbekannten chronischen
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rezidivierenden Depression und einem Verdacht auf eine somatoforme
Schmerzstörung/Fibromyalgie.
B.c Mit Verfügung vom 13. Januar 2014 trat die IV-Stelle auf die Neuanmeldung nicht
ein (IV-act. 105). Zur Begründung hielt sie fest, dass die Versicherte nicht glaubhaft
dargelegt habe, dass sich die Verhältnisse seit der letzten Verfügung vom 13. Mai 2009
wesentlich verändert hätten. Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 23. September 2014
(IV 2014/98) gut. Es hob die angefochtene Verfügung auf, ersetzte sie durch den
Entscheid, auf die Neuanmeldung einzutreten, und wies die Sache zur materiellen
Prüfung der Neuanmeldung an die IV-Stelle zurück. Das Gericht begründete seinen
Entscheid insbesondere damit, dass die im Rahmen der Neuanmeldung eingereichten
Arztzeugnisse der Versicherten für den Zeitraum vom 13. Februar 2013 bis 4. Juli 2013
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bescheinigten und dass neue strukturelle und
degenerative Veränderungen im Bereich der HWS, neue Diagnosen in der rechten
Schulter, eine neu festgestellte Osteoporose und eine Verschlechterung des
psychischen Gesundheitszustandes in Form einer Anpassungsstörung mit längerer
depressiver Reaktion nicht Teil der Beurteilung durch den RAD im Rahmen der
erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches gewesen seien. Dieser Entscheid erwuchs
unangefochten in Rechtskraft.
B.d In der Folge nahm die IV-Stelle die Abklärungen wieder auf (IV-act. 124). Med.
pract. G._ berichtete ihr am 30. Dezember 2014 (IV-act. 127), dass es sich um einen
langjährigen Verlauf einer chronischen Schmerzerkrankung auf dem Boden zahlreicher
degenerativer Leiden handle. Die letzte Hoffnung sei ein stationärer Aufenthalt in der
Rehabilitationsklinik Valens. Eine psychotherapeutische Begleitung wäre
wünschenswert; der Versicherten falle es jedoch schwer, diese Hilfe in Anspruch zu
nehmen. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei ihr seit dem 8. Februar 2013 anhaltend
nicht mehr zumutbar. In einer adaptierten Tätigkeit sei die Leistungsfähigkeit durch die
chronische Müdigkeit, aber auch durch die Schmerzen am Bewegungsapparat primär
der oberen Extremitäten und des Rückens eingeschränkt. Bestenfalls bestehe eine
Arbeitsfähigkeit von 25-50 %.
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B.e Die Ärzte der Klinik Valens gaben im Austrittsbericht vom 27. Januar 2015 über
den stationären Aufenthalt vom 9. Dezember 2014 bis 10. Januar 2015 die folgenden
Diagnosen an (IV-act. 130-4 ff.):
• Chronische Tendinopathie der Supraspinatussehne rechts
• zervikovertebrales Syndrom
- Fehlhaltung der HWS
- muskuläre Dysbalance/Insuffizienz
- degenerative Diskopathie mit neuroforaminaler Einengung C5/6 und C6/7, links mehr
als rechts
• Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion
• Osteoporose
• Status nach invasiv duktalem Mammakarzinom links 2005 mit Radio- und
Chemotherapie.
Die Ärzte erklärten, dass die Versicherte sehr motiviert am multimodalen
Therapieprogramm teilgenommen habe. Die statische Haltefähigkeit der grossen
Muskelgruppen habe deutlich verbessert werden können. Der Tonus der Schulter- und
Nackenmuskulatur sei regredient gewesen. Eine subacromiale Infiltration der Schulter
rechts habe zu keiner Beschwerderegredienz geführt. Generell habe im Rahmen des
Rehabilitationsaufenthalts beobachtet werden können, dass die Versicherte ihre
körperlichen Grenzen nur sehr schwer habe akzeptieren können. Wegen inadäquater
Belastungen im Rahmen des Eigentrainings seien immer wieder
Schmerzexazerbationen aufgetreten. Während der Dauer des
Rehabilitationsaufenthaltes habe eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seit
dem 12. Januar bestehe eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit für eine leichte bis
mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit mit Hantieren von Gewichten bis maximal
12.5 kg. Arbeiten über Schulterhöhe sollten nur selten durchgeführt werden. Nach 2-4
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Wochen sollte medizinisch-theoretisch eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 75 %,
nach weiteren 2-4 Wochen auf 100 % möglich sein.
B.f Dr. F._ berichtete der IV-Stelle am 6. Februar 2015 (IV-act. 130), dass die
Versicherte in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Verkäuferin/Serviceangestellte von
Februar 2013 bis Februar 2015 zu 100 % und seit 1. März 2015 zu 50 % arbeitsunfähig
sei. Die Arbeitsfähigkeit könne durch medizinische Massnahmen verbessert werden. Im
Übrigen verwies sie auf den Austrittsbericht der Klinik Valens vom 27. Januar 2015.
RAD-Arzt Dr. med. H._ empfahl am 16. Februar 2015, auf den Bericht der Klinik
Valens abzustellen (IV-act. 134).
B.g Die Eingliederungsverantwortliche der IV notierte am 20. Februar 2015, dass die
Versicherte sich wieder arbeitsfähig fühle und zu 50 % wiedereinsteigen würde. Sie
würde einen Arbeitsversuch begrüssen (IV-act. 141). Am 29. April 2015 teilte die
Versicherte der Eingliederungsverantwortlichen telefonisch mit, dass sie seit drei
Wochen wieder starke Schmerzen habe; die durchgeführten Infiltrationen hätten keine
Linderung gebracht. An Arbeit sei nicht zu denken und sie habe auch keine gesucht.
Hierauf beschloss die Eingliederungsverantwortliche, die Eingliederung abzuschliessen
(IV-act. 144-2). Am 7. Mai 2015 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit (IV-act. 146),
dass die beruflichen Massnahmen abgeschlossen würden, weil die Versicherte sich
nicht in der Lage fühle, an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen.
B.h Med. pract. G._ berichtete der IV-Stelle am 11. Juni 2015 (IV-act. 148), dass die
Versicherte vom Aufenthalt in Valens nur vorübergehend profitiert habe. Sie besuche
weiterhin regelmässig die Physiotherapie. Die Therapeutin habe einen stark
fluktuierenden Verlauf mit einem Wechsel von schlechten und guten Phasen
geschildert; die psychische Verfassung der Versicherten habe einen riesigen Einfluss
auf den Therapieerfolg. Es bestehe der Verdacht auf eine deutliche psychische
Überlagerung der angegebenen somatischen Beschwerden.
B.i Im Fragebogen zur Rentenabklärung vom 22. Juli 2015 gab die Versicherte unter
anderem an, dass sie heute ohne Behinderung zu 100 % erwerbstätig wäre (Verkauf
Blumen/Lebensmittel).
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B.j Angesichts der weit auseinanderklaffenden Einschätzungen der behandelnden Ärzte
empfahl RAD-Arzt Dr. H._ am 19. August 2015 eine rheumatologisch-psychiatrische
Begutachtung (IV-act. 160).
B.k Die angefragte Gutachterstelle SMAB AG teilte der IV-Stelle am 26. August 2015
mit (IV-act. 158), dass aus ihrer Sicht eher eine orthopädisch-psychiatrische statt eine
rheumatologisch-psychiatrische Abklärung durchgeführt werden müsste. Sie würden
diese Abklärung durch ihre Orthopädin, die in Deutschland auch über die Anerkennung
der Weiterbildung "Orthopädische Rheumatologie" verfüge, durchführen lassen. Nach
Rücksprache mit dem RAD erklärte sich die zuständige IV-Sachbearbeiterin mit diesem
Vorgehen einverstanden.
B.l Die bidisziplinäre Begutachtung (Orthopädie/Traumatologie und Psychiatrie) durch
die SMAB AG fand im September/Oktober 2015 statt (Gutachten vom 4. Dezember
2015, IV-act. 166). Die Gutachter gaben keine Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit an. Die Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit lauteten:
• Rezidivierendes vertebragenes Schmerzsyndrom ohne radikuläre Reizung
• Osteoporose
• Metatarsalgie beidseits
• psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten
Erkrankungen (F54).
Dr. med. I._, Fachärztin für Orthopädie und Traumatologie, Orthopädische
Rheumatologie (D), hielt fest, dass ein Teil der Schmerzen in sämtlichen Gelenken und
Muskeln mit der Osteoporose erklärbar sei. Die klinischen und radiologischen Befunde
der HWS erklärten die rezidivierenden Beschwerden im Bereich des Nackens mit
gelegentlicher Ausstrahlung in den Schulterbereich beidseits, bedingten jedoch keine
generelle Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die klinischen und radiologischen
Befunde der Brust- und der Lendenwirbelsäule erklärten gelegentliche
belastungsabhängige Schmerzen in diesem Bereich, nicht jedoch in dem von der
Versicherten geschilderten Ausmass. Ausserdem bedingten sie keine Einschränkung
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der Arbeitsfähigkeit. Die beschriebene Unfähigkeit, Lasten über Kopfhöhe zu heben,
habe im Rahmen der gutachterlichen Untersuchung nicht nachvollzogen werden
können. Aufgrund der klinischen und radiologischen Befunde der Schultern ergebe sich
ebenfalls keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die diagnostischen
Fibromyalgiekriterien seien nur teilweise erfüllt, sodass aktuell kein
Fibromyalgiesyndrom vorliege. Zusammenfassend ergebe sich aus den angegebenen
Beschwerden und Befunden aus orthopädisch-rheumatologischer Sicht für die
Tätigkeit als Verkäuferin von Blumen keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Auch
für entsprechende leichte bis gelegentlich mittelschwere Verweistätigkeiten bestehe
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Ebenso könne retrospektiv (seit der
Verfügung vom 13. Mai 2009) aus orthopädisch-rheumatologischer Sicht keine
längerfristige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgemacht werden. Dr. med. J._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte aus, dass keine emotionalen
Konflikte oder psychosozialen Belastungen erkennbar seien, die einen entscheidenden
Einfluss auf die Entstehung und Aufrechterhaltung der Schmerzsymptomatik (gehabt)
hätten. Eine gewisse psychogene Überlagerung sei aber anzunehmen. Hinsichtlich
psychosozialer Belastungen habe die Versicherte über finanzielle Sorgen berichtet. Sie
sehe sich zu keiner beruflichen Tätigkeit mehr in der Lage. Dies sei deutlich diskrepant
zum Aktivitätsniveau im Bereich Haushalt, insbesondere aber im Bereich Freizeit. Nicht
geeignet seien Tätigkeiten, die eine erhöhte emotionale Belastbarkeit voraussetzten
(wie bestimmte soziale und therapeutische Tätigkeiten). Da in der Vergangenheit
Depressionen aufgetreten seien, sollten sehr unregelmässige Arbeitszeiten und
Nachtschichten vermieden werden. Eine quantitative Verminderung der Arbeitsfähigkeit
liege in psychiatrischer Hinsicht nicht vor. Gemäss der Ver¬sicherten hätten von 2009
bis 2012 depressive Verstimmungen bestanden; diese hätten aber mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit (unter Berücksichtigung der Unterlagen und der Anamnese) in
einem geringen, nicht arbeitsfähigkeitsrelevanten Schweregrad vorgelegen. Seit ca.
2012 bestünden keine Depressionen mehr. In interdisziplinärer Hinsicht schätzten die
Gutachter die Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit als Verkäuferin wie auch
für andere adaptierte Tätigkeiten seit Mai 2009 auf 100 %. RAD-Arzt Dr. H._ notierte
am 4. Januar 2015 (IV-act. 167), dass das Gutachten der SMAB AG fachlich
einwandfrei und in sich stimmig sei.
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B.m Mit Vorbescheid vom 12. Januar 2016 kündigte die IV-Stelle der Versicherten bei
einem IV-Grad von 0 % die Abweisung des Rentengesuchs an (IV-act. 170). Zur
Begründung hielt sie fest, dass die Versicherte aufgrund der medizinischen Beurteilung
in ihrer bisherigen Tätigkeit sowie in leidensangepassten Tätigkeiten zu 100 %
arbeitsfähig sei. Dagegen liess die Versicherte am 17. Februar 2016 durch ihren
Rechtsvertreter einwenden (IV-act. 176), dass das Gutachten der SMAB AG nicht
beweistauglich sei. Sie hätte durch einen rheumatologischen Facharzt untersucht
werden müssen. Zudem handle es sich bei den Gutachtern um in Deutschland
wohnhafte Ärzte, die für lukrative Gutachtensaufträge in die Schweiz kämen. Diese
Gutachter seien wirtschaftlich von der IV abhängig. Die Abhängigkeit zeige sich auch in
der inhaltlichen Analyse: Die Ursache der Schmerzen sei nicht geklärt worden. Es sei
keine vertiefte Abklärung, ob und inwiefern sich die Osteoporose aktuell auswirke,
erfolgt. Die Diagnose einer Fibromyalgie sei weder schlüssig noch ausreichend verneint
worden.
B.n RAD-Arzt Dr. H._ notierte am 10. März 2016 (IV-act. 179), dass er die Einwände
des Rechtsvertreters nicht nachvollziehen könne. Der RAD sei im Rahmen seiner
medizinischen Fachkompetenz berechtigt gewesen, der Anfrage der SMAB AG
stattzugeben und zuzulassen, dass die Versicherte bezüglich ihrer Probleme im Bereich
des Bewegungsapparates von einem orthopädischen statt von einem
rheumatologischen Facharzt untersucht und beurteilt wurde. Mit den Diagnosen, die im
Vorfeld des Gutachtens bekannt gewesen seien, sei auch ein in Deutschland
ausgebildeter Orthopäde täglich konfrontiert, sodass es keinen Grund gegeben habe,
Dr. I._ als Gutachterin abzulehnen. Auf das Gutachten der SMAB AG könne also trotz
des Einwandes abgestellt werden.
B.o Mit Verfügung vom 21. März 2016 wies die IV-Stelle das Rentengesuch wie
angekündigt bei einem IV-Grad von 0 % ab (IV-act. 180). Bezüglich der Einwände
verwies sie auf die RAD-Stellungnahme vom 10. März 2016.
C.
C.a Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am
3. Mai 2016 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter beantragte die
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Aufhebung der Verfügung und die Anweisung an die IV-Stelle (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin), ein neues bidisziplinäres Gutachten zu veranlassen. Zur
Begründung machte er geltend, dass die physischen Gesundheitsprobleme durch eine
Fachärztin, die sowohl die orthopädische als auch die rheumatologische Seite
einschätzen könne, hätten abgeklärt werden müssen. Dr. I._ habe ausschliesslich
das Funktionieren des Bewegungsapparates untersucht, ohne sich um die Ursachen
der Schmerzen am Bewegungsapparat zu kümmern. Insbesondere seien die Blutwerte
nicht kommentiert und keine Anknüpfung an Entzündungen des Knorpelgewebes oder
deren Entwicklung vorgenommen worden. Dass die Gutachterin keinen Grund für das
Ausmass der geschilderten Schmerzen gefunden habe, liege nicht am Fehlen von
Gründen, sondern an ihrer nicht problembezogenen, verfehlten Betrachtungsweise.
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 23. Juni 2016 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Sie wies darauf hin, dass der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin im Vorfeld keine Einwände gegen die Begutachtung erhoben
habe. Umso mehr erstaune es, dass er nun mit der Disziplin Orthopädie nicht
einverstanden sei. Das SMAB-Gutachten entspreche den Anforderungen der
Rechtsprechung, weshalb auf es abgestellt werden könne. Hinzu komme, dass die
Einschätzung von Dr. I._ weitgehend mit jener der Klinik Valens übereinstimme. Des
Weiteren sei der Gesundheitsschaden eher dem orthopädischen Fachbereich
zuzuordnen. Die Orthopädin Dr. I._ sei aufgrund ihrer rheumatologischen
Zusatzausbildung ausserdem berechtigt, sowohl zu orthopädischen als auch zu
rheumatologischen Problemfällen Stellung zu nehmen. Von einer weiteren
Begutachtung sei bei den vorliegenden Diagnosen (Rücken- und Schulterschmerzen)
keine andere Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten.
C.c Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hielt in seiner Replik vom 29. August
2016 ergänzend fest (act. G 6), dass er keine Einwände gegen die Begutachtung
erhoben habe, weil Dr. I._ aufgrund ihres Titels für diese Aufgabe als geeignet
erschienen sei.
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 8).

Erwägungen
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1.
Vorab ist zu prüfen, ob die Beschwerde rechtzeitig erhoben worden ist. Gemäss Art. 60
Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG, SR 830.1) ist die Beschwerde innerhalb von 30 Tagen nach der Eröffnung der
Verfügung einzureichen. Die angefochtene Verfügung datiert vom 21. März 2016. Die
Ver¬fügung ist am 23. März 2016 beim Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
eingegangen. Gesetzliche oder behördliche Fristen, die nach Tagen oder Monaten
bestimmt sind, stehen vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach
Ostern still (Art. 38 Abs. 4 lit. a ATSG). Der Ostersonntag ist im Jahr 2016 auf den 27.
März gefallen, d.h. die Frist hat vom Sonntag, 20. März bis Sonntag, 3. April 2016
stillgestanden. Die Frist hat also erst am 4. April 2016 zu laufen begonnen. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat am 3. Mai 2016 und somit am 30. Tag der
Frist Beschwerde erhoben. Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
2.
Die Beschwerdeführerin hat sich bereits im Jahr 2007 zum Bezug von IV-Leistungen
angemeldet. Dieses Leistungsbegehren war am 13. Mai 2009 rechtskräftig abgewiesen
worden. Bei der Anmeldung vom Juni 2013 handelt es sich somit um eine sogenannte
Neuanmeldung. Mit Verfügung vom 13. Januar 2014 war die IV-Stelle auf diese
Neuanmeldung nicht eingetreten. Eine dagegen erhobene Beschwerde hiess das
Versicherungsgericht mit Entscheid vom 23. September 2014 gut und ersetzte die
Verfügung durch den Entscheid, auf die Neuanmeldung einzutreten. Mit der
angefochtenen Verfügung vom 21. März 2016 hat die Beschwerdegegnerin dann
allerdings einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bei einem IV-Grad von 0 %
verneint.
3.
3.1 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
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durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG).
3.2 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad
grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
4.
4.1 Um das Invalideneinkommen ermitteln zu können, muss die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
feststehen. Die Beschwerdeführerin hat sich im Juni 2013 zum Bezug von IV-
Leistungen angemeldet. Unter Berücksichtigung des Wartejahres ist somit ihre
Arbeitsfähigkeit im Zeitraum Juni 2012 bis März 2016 (Erlass der angefochtenen
Verfügung) relevant.
4.2 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat dem SMAB-Gutachten bereits aus
formellen Gründen jeglichen Beweiswert abgesprochen. Er hat geltend gemacht, dass
die Gutachter befangen gewesen seien. Begründet hat er dies damit, dass es sich bei
den Gutachtern um in Deutschland wohnhafte Ärzte handle, die für lukrative
Gutachtensaufträge in die Schweiz kämen. Die Gutachter seien wirtschaftlich von der
IV abhängig. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist die Unabhängigkeit
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und Unparteilichkeit der Gutachter durch ihre fachlich-inhaltliche
Weisungsunabhängigkeit gewährleistet (BGE 137 V 210 E. 1.3.1 mit Hinweisen). Selbst
wenn ein Gutachter oder eine Begutachtungsinstitution von einem Versicherungsträger
wirtschaftlich abhängig sei, könne daraus für sich allein nicht auf eine Befangenheit
geschlossen werden (vgl. BGE 137 V 210 E. 1.3.3 mit Hinweisen). Es gibt keine
Gründe, weshalb für sogenannte "fliegende" Gutachter, d.h. im Ausland lebende Ärzte,
die jeweils für einen Gutachtensauftrag in die Schweiz kommen, etwas anderes gelten
sollte. Im vorliegenden Fall bestehen zudem keine konkreten Anhaltspunkte, die den
Anschein einer Befangenheit der Gutachter zu wecken vermöchten. Die Argumentation
des Rechtsvertreters ist somit nicht stichhaltig. Die Gutachter der SMAB haben sich
unabhängig geäussert.
4.3 In somatischer Hinsicht liegen insbesondere die Berichte der behandelnden
Rheumatologin Dr. F._ vom 13. August 2013 und 6. Februar 2015, die Berichte des
Hausarztes med. pract. G._ vom 1. Oktober 2013, 30. Dezember 2014 und 11. Juni
2015, der Austrittsbericht der Klinik Valens vom 27. Januar 2015 und das Gutachten
der SMAB vom 4. Dezember 2015 im Recht.
4.4 Der Rechtsvertreter hat vorab geltend gemacht, das somatische Teilgutachten sei
nicht beweistauglich, da eine Untersuchung durch einen rheumatologischen Facharzt
hätte erfolgen müssen. Der RAD-Arzt hatte zunächst eine rheumatologische
Begutachtung empfohlen. Die Gutachterstelle hatte eine orthopädische Begutachtung
jedoch als passender erachtet und deshalb darum gebeten, eine Begutachtung durch
eine Orthopädin, die in Deutschland über die Anerkennung der Weiterbildung
"Orthopädische Rheumatologie" verfüge, durchführen zu können. Der mit dem Fall
befasste RAD-Arzt Dr. H._ hatte gegen den Austausch der somatischen
Gutachtensdisziplinen nichts einzuwenden. Auf den Vorwurf des Rechtsvertreters
erwiderte er, er sei im Rahmen seiner medizinischen Fachkompetenz berechtigt
gewesen, der Anfrage für den Austausch der Gutachtensdisziplinen stattzugeben. Mit
den Diagnosen, die im Vorfeld des Gutachtens bekannt gewesen seien, sei auch ein in
Deutschland ausgebildeter Orthopäde täglich konfrontiert, sodass es keinen Grund
gegeben habe, die von der Gutachterstelle vorgeschlagene Gutachterin Dr. I._
abzulehnen. Die Beschwerdegegnerin hat in ihrer Beschwerdeantwort ergänzend
festgehalten, dass es zwischen den medizinischen Fachrichtungen Orthopädie und
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Rheumatologie zu Überschneidungen komme. Dr. I._ verfüge über eine
rheumatologische Zusatzausbildung, die sie berechtige, sowohl zu orthopädischen als
auch zu rheumatologischen Problemfällen Stellung zu nehmen. Die Ausführungen des
RAD und der Beschwerdegegnerin überzeugen. Ergänzend ist anzumerken, dass Dr.
I._, hätte sie Hinweise für das Vorliegen einer noch nicht bekannten
rheumatologischen Erkrankung entdeckt, entweder selber die notwendigen
Untersuchungen eingeleitet oder aber ergänzend ein Teilgutachten durch einen
rheumatologischen Facharzt empfohlen hätte. Auch dieser Einwand des
Rechtsvertreters geht somit fehl.
4.5 Somit bleibt zu prüfen, ob das orthopädische Teilgutachten inhaltlich überzeugt.
Dr. I._ hat in ihrem Teilgutachten festgehalten, dass ein Teil der Schmerzen in
sämtlichen Gelenken und Muskeln mit der Osteoporose erklärbar sei. Zudem könnten
die klinischen und radiologischen Befunde der HWS die rezidivierenden Beschwerden
im Bereich des Nackens mit gelegentlicher Ausstrahlung in den Schulterbereich
beidseits begründen. Die klinischen und radiologischen Befunde der Brust- und der
Lendenwirbelsäule erklärten gelegentliche belastungsabhängige Schmerzen in diesen
Bereichen, nicht jedoch in dem von der Beschwerdeführerin geschilderten Ausmass.
Dr. I._ hat aufgrund der objektiven Befunde insofern eine qualitative Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit anerkannt, als sie lediglich noch leichte bis gelegentlich
mittelschwere Tätigkeiten als zumutbar erachtet hat, wobei sie die angestammte
Tätigkeit in der Blumenabteilung als adaptiert eingeschätzt hat. Die Beurteilung von Dr.
I._ stimmt im Wesentlichen mit der Beurteilung der Ärzte der Klinik Valens vom 27.
Januar 2015 überein; diese sind zum Schluss gekommen, dass die Beschwerdeführerin
ihre Arbeitsfähigkeit in einer leicht bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit
innert vier bis acht Wochen auf 100 % steigern könnte. Diese "Eingewöhnungsphase"
ist invalidenversicherungsrechtlich unbeachtlich, da es sich um nur sehr kurz
notwendige Eingliederungsmassnahmen handelt (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG, Art. 16
ATSG, Art. 7 Abs. 1 ATSG). Die behandelnde Rheumatologin Dr. F._ hat in ihrem
Bericht vom 6. Februar 2015 auf die Einschätzung der Klinik Valens verwiesen. Eine
Arbeitsfähigkeitsschätzung hat sie lediglich bezüglich der angestammten Tätigkeit als
Verkäuferin/Serviceangestellte abgegeben. Für diese Tätigkeit hat sie die
Arbeitsunfähigkeit im Zeitraum von Februar 2013 bis Februar 2015 auf 100 %
geschätzt. Ab 1. März 2015 hat sie die Arbeitsfähigkeit − möglicherweise in Anlehnung
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an die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Klinik Valens − auf 50 % festgelegt. Sie ist
zudem davon ausgegangen, dass sich die Arbeitsfähigkeit durch medizinische
Massnahmen verbessern lasse. Weshalb die Beschwerdeführerin vorübergehend
während zweier Jahre in ihrer angestammten Tätigkeit voll arbeitsunfähig gewesen sein
sollte, ist nicht nachvollziehbar, zumal sich aus den Akten für den entscheidrelevanten
Zeitraum keine wesentliche Veränderung des physischen Gesundheitszustandes ergibt.
Zudem ist unklar geblieben, ob Dr. F._ davon ausgegangen ist, dass es sich bei der
angestammten Tätigkeit um eine adaptierte Tätigkeit handelt oder nicht. Gemäss dem
von der Arbeitgeberin umschriebenen Profil hat es sich bei der Tätigkeit als Verkäuferin
in der Blumenabteilung um eine wechselbelastende Tätigkeit gehandelt, die manchmal
das Heben und Tragen von mittelschweren Lasten beinhaltet hat (IV-act. 18-6). Diese
Umschreibung entspricht den von Dr. I._ angegebenen Adaptionskriterien. Die etwas
unklare Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. F._ vermag daher keine Zweifel an der
Beurteilung der Gutachterin Dr. I._ zu wecken. Der Hausarzt med. pract. G._ hat
die Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten wegen der chronischen Müdigkeit und
der Schmerzen am Bewegungsapparat primär der oberen Extremitäten und des
Rückens lediglich noch auf 25-50 % geschätzt (Bericht vom 30. Dezember 2014). In
seinem Bericht vom 11. Juni 2015 hat er zudem einen Verdacht auf eine deutliche
psychische Überlagerung der angegebenen somatischen Beschwerden geäussert.
Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist der Erfahrungstatsache
Rechnung zu tragen, dass Hausärzte mitunter wegen ihrer auftragsrechtlichen
Vertrauensstellung im Zweifel eher zugunsten ihrer Patienten auszusagen pflegen (vgl.
Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 5. April 2004, I 814/03 E. 2.4.2).
Gerade in komplexen Fällen wie dem vorliegenden, in denen Hinweise für eine
psychogene Überlagerung der Schmerzen bestehen, fehlt einem Hausarzt in der Regel
das Fachwissen und die Erfahrung, um die versicherungsmedizinisch relevante
Arbeitsfähigkeit beurteilen zu können; in solchen Fällen ist regelmässig eine
interdisziplinäre Beurteilung durch verschiedene Fachärzte notwendig. Der Hausarzt
hat die chronische Müdigkeit, für die bisher keine medizinische Erklärung hat gefunden
werden können, in seine Arbeitsfähigkeitsschätzung einbezogen; zudem ist unklar
geblieben, wie stark die Müdigkeit die Beschwerdeführerin tatsächlich beeinträchtigt,
zumal sie bei der Begutachtung offenbar kein (Haupt-)Thema gewesen und deshalb
von den Gutachtern gar nicht diskutiert worden ist. Auch die
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Arbeitsfähigkeitsschätzung des Hausarztes vermag daher keine Zweifel an derjenigen
der Gutachterin Dr. I._ zu wecken.
4.6 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat vorgebracht, dass die Verneinung
einer Fibromyalgie weder schlüssig noch ausreichend gewesen sei. Dr. I._ hat − im
Gegensatz zur Vorgutachterin des AEH (Gutachten vom 3. Juli 2008) − das Vorliegen
eines Fibromyalgiesyndroms verneint. Sie hat dies damit begründet, dass das dritte
Diagnosekriterium, nämlich dass die Beschwerdeführerin an keiner anderen Krankheit
oder Störung leide, die die Beschwerden oder Schmerzen erkläre, nicht erfüllt sei, da
die rezidivierenden Beschwerden im Bereich des Nackens mit gelegentlicher
Ausstrahlung in den Schulterbereich beidseits durch die klinischen und radiologischen
Befunde erklärt werden könnten (IV-act. 166-30). Sie hat zudem kritisiert, dass im
Gutachten des AEH keine Diskussion der aktuellen diagnostischen
Fibromyalgiekriterien erfolgt sei. Dr. I._ hat ihre diagnostische Einschätzung
überzeugend begründet und sich mit der divergierenden Einschätzung der
Vorgutachterin auseinandergesetzt; ihre Einschätzung wird zudem dadurch gestützt,
dass weder die behandelnde Rheumatologin Dr. F._ noch die Ärzte der Klinik Valens
bei der Beschwerdeführerin eine Fibromyalgie diagnostiziert haben. Daher ist mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
nicht an einem Fibromyalgiesyndrom leidet.
4.7 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat weiter kritisiert, dass Dr. I._ die
Ursache der Schmerzen nicht näher abgeklärt habe. Insbesondere sei keine vertiefte
Abklärung erfolgt, ob und inwiefern sich die Osteoporose aktuell (auf die
Arbeitsfähigkeit) auswirke. Dr. I._ hat erklärt, dass ein Teil der Schmerzen in
sämtlichen Gelenken und Muskeln durch die Osteoporose erklärbar sei. Sie hat diesen
Schmerzen jedoch keinen quantitativen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen,
d.h. sie ist davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin trotz der empfundenen
Schmerzen in zeitlicher Hinsicht uneingeschränkt arbeitsfähig sei. Die Ärzte der Klinik
Valens sind − abgesehen davon, dass sie eine 4-8-wöchige Eingewöhnungszeit für
notwendig erachtet haben − zu keinem anderen Ergebnis gekommen. Auch sonst
bestehen keine Hinweise dafür, dass die ortho¬pädische Untersuchung von Dr. I._
nicht lege artis erfolgt bzw. dass ihr Teilgutachten unvollständig wäre. Im Übrigen
handelt es sich bei Schmerzen um eine emotionale Erfahrung, die auch losgelöst von
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einer aktuellen Schädigung auftreten kann (vgl. R. MARELLI, Schmerz und
Arbeitsunfähigkeit, in: Schweizer Zeitschrift für Psychiatrie und Neurologie, 2/2004, S.
26). Die Tatsache, dass ein Gutachter kein organisches Korrelat für die geltend
gemachten Schmerzen ausfindig machen kann, kann daher nicht als Hinweis dafür,
dass der Gutachter unsorgfältig gearbeitet hätte, gewertet werden. Dr. I._ hat denn ja
auch auf eine gewisse psychogene Überlagerung hingewiesen. Gesamthaft ist daher
der Einschätzung des RAD zu folgen und auf das orthopädische Teilgutachten von Dr.
I._ abzustellen. Demnach steht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht in der
angestammten Tätigkeit als Verkäuferin in der Blumenabteilung sowie in leichten bis
gelegentlich mittelschweren Verweistätigkeiten aus somatischer Sicht nie längerfristig
in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen ist.
4.8 In psychiatrischer Hinsicht liegen für den relevanten Zeitraum lediglich ein Bericht
des Psychiaters Dr. E._ vom 29. Januar 2013 (IV-act. 82-3) sowie das psychiatrische
Teilgutachten von Dr. J._ vom 22. Oktober 2015 (IV-act. 166-33 ff.) im Recht. Dr.
E._ hat die Beschwerdeführerin lediglich einmal gesehen. Er hat daher nur eine
vorläufige diagnostische Beurteilung (Anpassungsstörung mit längerer depressiver
Reaktion) und keine Arbeitsfähigkeitsschätzung abgeben können. Dr. J._ hat den
Schweregrad der in der Vergangenheit vorliegenden Depressionen als gering
eingeschätzt, sodass er ihnen keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen hat.
Gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin leidet die Beschwerdeführerin aber
ohnehin seit ca. dem Jahr 2012 nicht mehr an Depressionen; die Zeit davor ist für das
vorliegende Verfahren nicht von Relevanz. Dr. J._ hat eine gewisse psychogene
Überlagerung der Schmerzsymptomatik angenommen. Emotionale Konflikte oder
psychosoziale Belastungen in einem Ausmass, dass diesen Faktoren ein
entscheidender Einfluss hinsichtlich der Entstehung und Aufrechterhaltung der
Schmerzsymptomatik zuzurechnen wäre, hat er jedoch nicht erkannt. Seine
Beurteilung stimmt mit jener des psychiatrischen Gutachters Dr. D._ (Gutachten vom
3. Juli 2008) überein. Dr. J._ hat die Arbeitsfähigkeit lediglich insoweit als
eingeschränkt beurteilt, als Tätigkeiten, die eine erhöhte emotionale Belastbarkeit
voraussetzten und Tätigkeiten mit sehr unregelmässigen Arbeitszeiten und mit
Nachtschichten vermieden werden sollten. Die Beschwerdeführerin hat sich letztmals
in den Jahren 2006/2007 in psychotherapeutischer Behandlung befunden. Anlässlich
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der Begutachtung hat sie angegeben, dass es ihr bezüglich der psychischen
Beschwerden eigentlich recht gut gehe (IV-act. 166-34). Vor diesem Hintergrund
überzeugt die Einschätzung von Dr. J._, dass die Beschwerdeführerin im
entscheidrelevanten Zeitraum bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung am 21.
März 2016 aus psychiatrischer Sicht in ihrer angestammten Tätigkeit als Verkäuferin
wie auch in anderen adaptierten Tätigkeiten nie längerdauernd in ihrer Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt gewesen ist.
4.9 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit im entscheidrelevanten Zeitraum in ihrer
angestammten Tätigkeit als Verkäuferin in der Blumenabteilung sowie in
entsprechenden Verweistätigkeiten nie während längerer Zeit arbeitsunfähig gewesen
ist.
5.
5.1 Schliesslich ist noch der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Einkommensvergleich zu überprüfen. Die Beschwerdeführerin verfügt über keine
Berufsausbildung. Zuletzt hat sie als Verkäuferin in der Blumenabteilung gearbeitet.
Diese Tätigkeit ist ihr aus medizinischer Sicht weiterhin uneingeschränkt zumutbar. Die
Invalidenkarriere entspricht somit der Validenkarriere und das Invalideneinkommen
dem Valideneinkommen. Der IV-Grad beträgt folglich 0 %. Die Beschwerdeführerin hat
somit keinen Anspruch auf eine IV-Rente.
5.2 Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.
6.
6.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Die Gerichtsgebühr ist durch den von der Beschwerdeführerin geleisteten
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- gedeckt.
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6.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf
eine Parteientschädigung.