Decision ID: ff58c336-d53e-43a7-bf72-419940a77035
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1957, meldete sich am
2.
Juli 2013 (Ein
gangs
datum) unter Hinweis auf einen Erschöpfungszustand und eine Depression bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
Leis
tungsbezug
an
(
Urk.
7/13)
.
Die IV-Stelle tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen und holte insbesondere das psychiatri
sche Gutachten von
lic
. phil. Y._
, Fachpsychologe für Psychotherapie FSP, und
Dr.
med. Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
FMH
, vom 1
1.
September 2014 ein (
Urk.
7/55). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 2
7.
Okto
ber 2014,
Urk.
7/59; Einwand vom 2
5.
November 2014,
Urk.
7/60; er
gänzende
Einwandbegründung
vom
6.
Januar 2015,
Urk.
7/63) wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
2.
Januar 2015 das Leistungsbegehren ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 1
2.
Februar 2015 Beschwerde
(
Urk.
1)
und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die
”
Angelegenheit sei zur erneuten Rentenberechnung an die
Beschwerdegegnerin
zurückzu
wei
sen
”
. Eventualiter sei die Angelegenheit an die
Beschwerdegegnerin
zurückzu
weisen, damit diese weitergehende medizinische Abklärungen in Auftrag gebe. Mit
Be
schwerdeantwort
vom 2
0.
März 2015 schloss die Beschwerdegegnerin auf Ab
weisung der Beschwerde (
Urk.
6 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
7/1-67), was
der Beschwerdeführerin am 2
5.
März
2015 zu
r Kenntnis gebracht wurde (Urk.
8)
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt dafür (
Urk.
2 und
Urk.
6), dass auf das psychiatri
sche Gutachten abgestellt werden könne. Die Beschwerdeführerin leide demnach
unter einer leichten depressiven Episode, welche die Arbeitsfähigkeit ein
schränke
.
Gemäs
s Rechtsprechung fehle es dieser
allerdings an der erforderli
chen Schwere,
Intensität, Ausprägung und Dauer
,
um als invalidisierend zu gel
ten.
Somit bestehe kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter
Gesund
heitsschaden
.
Die Beschwerdeführerin brachte demgegenüber
in der Beschwerde (
Urk.
1)
im Wesentlichen vor, dass gestützt auf das Gutachten und den Bericht von
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
von einem dauerhaften Leiden auszugehen sei. Die im Gutachten attestierte leichte depressive Episode lasse sich sodann auch nicht mi
t
der attestierten Arbeitsun
fähigkeit vereinbaren. Es sei von den von
Dr.
A._
attestierten Arbeitsunfä
hig
keiten auszugehen
,
da selbst der Regionale Ärztliche Dienst bestätige, dass die bisherigen Arbeitsunfähigkeits-Zeiten als plausibel anzunehmen seien.
2.
2.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6
des Bundesgesetzes über den Allge
mei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbsunfähig
keit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E.
1.2 mit Hinweisen).
2.4
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unab
dingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiese
nermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stär
ker psycho
soziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Ein
zelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausge
prägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von
Krankheits
wert
vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturel
len Fak
to
ren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unter
scheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Ver
stimmungs
zuständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im
fachmedi
zinischen
Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von
der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne
verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invali
dität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im We
sentlichen nur Be
funde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokultu
rellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen auf
gehen, ist kein inva
lidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E.
5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner
– unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E.
3.2 mit Hin
weisen).
2.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S.
188 E.
2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Un
tersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stellte in de
r angefochtenen Verfügung vom 12. Janu
ar 2015
(Urk. 2) im Wesentlichen auf das
psychiatris
che Gutachten von
lic
. phil. Y._
und Dr.
Z._
vom 11. September 2014 ab. Darin werden die
bis zur
Begutachtung der Beschwerdeführerin relevanten psychiatrischen Berichte zu
sam
mengefasst (Urk. 7/55 S. 3f.), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal
wiedergegeben werden.
Soweit erforderlich wird in den nachfolgenden Erwä
gungen aber darauf Bezug genommen
.
3.2
Die Beschwerdeführerin wurde
von den Gutachtern
am 2
5.
Juli
(
lic
. phil.
Y._
)
und am 1
1.
September 2014
(
Dr.
Z._
)
untersucht. Diese hielten eine leichte de
pressive Episode (ICD-10 F32.0) und Störungen durch Alkohol,
Abhängig
keits
syndrom
, gegenwärtig abstinent (ICD-10 F10.20) mit Auswirkungen auf die Ar
beitsfähigkeit fest (
Urk.
7/55 S. 9).
Bei der Beschwerdeführerin handle es sich um eine 57-jährige Frau, die über sehr lange Jahre hinweg alkoholabhängig gewesen sei. Vor über zehn Jahren habe sie einen Entzug
durchgeführt
und sei dann bis im August 2012 trocken ge
wesen. Sie sei
dekompensiert
und habe eine mittelschwere depressive Episode entwickelt. Gegenwärtig trinke sie keinen Alkohol mehr. Auch die depressive Störung habe sich verbessert, es seien heute nur noch Anzeichen für eine leicht
e depressive Episode erkennbar
(
Urk.
7/55 S. 10 f.).
In der angestammten Tätigkeit als Betreuerin von behinderten Menschen sei die Beschwerdeführerin zu 70
%
arbeitsunfähig. Sie sei den Belastungen in der Arbeit mit behinderten Menschen aktuell nicht gewachsen (
Urk.
7/55 S. 9).
In einer angepassten Tätigkeit, wie beispielsweise der Arbeit mit kleinen Kin
dern im Hort, sei sie aus psychiatrischer Sicht zu etwa 50
%
arbeitsfähig. Sie habe am
1.
August 2014 eine solche Anstellung angetreten. Sie hätten ihr ab
geraten, sofort ihr Pensum zu erhöhen. Es müsse sich zeigen, ob sie an der angetreten Arbeitsstelle ihre Arbeitsleistung erbringen könne. Im Gespräch vom 1
1.
September 2014
, drei Wochen nach Arbeitsbeginn, beschreibe sie erneut Zeichen einer Überforderung. Ob sie die Stelle als Hortleiterin weiterführen könne, wolle sie Anfang Oktober (Herbstferien) entscheiden. Eine Stelle zu 50
%
als Hortmitarbeiterin (ohne Leitungsfunktion) scheine realistischer (
Urk.
7/55 S
.
10).
4.
4.1
Das
psychiatrische
Gutachten vom
1
1.
September 2014
erfüllt sämtliche recht
sprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche
Ent
s
chei
dungsgrundlagen
(vgl. E.
2.5
). Es beruht auf fachärztlichen Untersuchun
gen durch die Gutachte
r
und wurde in Kenntnis der relevanten
Vorakten
(
Urk.
7/55 S.
3 f.) abgegeben und
würdigt die vorhan
denen Arztberichte sorg
fältig.
Es be
rücksic
htigt die von der
Beschwerdeführer
in
geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen hinreichend auseinander. Die Darlegung der medizi
nischen Zu
sammenhänge ist einleuchtend und das Gutachten ist schlüssig.
Bei der Würdigung eines Gutachtens gilt es jedoch zu beachten, dass ein Gut
achten zwar zur Arbeitsfähigkeit Stellung zu nehmen hat und diese Ausführun
gen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit von Arbeits
leistungen bilden, es jedoch letztlich der rechtsanwendenden Behörde - der Verwaltung oder, im Streitfall, dem Gericht - obliegt, zu beurteilen, ob eine Invalidität im Rechtssinne, bejahendenfalls eine solche rentenbegründender Art eingetreten ist. Es ist folglich mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ver
einbar, einem Gutachten vollen Beweiswert zuzuerkennen, jedoch von der medizinischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abzuweichen (vgl. BGE 140 V 193 E.
3.1 f. mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_3/2015 vom 2
0.
Mai 2015 und 9C_651/2014 vom 2
3.
Dezember 2014 E. 5.1 mit Hinweisen).
4.2
4.2.1
Depressive „Episoden“ sind definitionsgemäss vorübergehender Natur und ha
ben deshalb, zumindest wenn sie leicht bis mittelschwer sind, gemäss der bun
desgerichtlichen Rechtsprechung in der Regel keine invalidisierende Wirkung.
Die invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven „Störung“ ist nach
der Rechtsprechung nicht schlechthin auszuschliessen. Deren Annahme bedingt indessen jedenfalls, dass es sich dabei um ein selbständiges, von einem allfälli
gen psychogenen Schmerzsyndrom und/oder allfälligen psychosozialen
Belas
tungs
fak
toren
losgelöstes depressives Leiden handelt (vgl. Urteile des
Bundes
gerichts
8C_654/2014 vom
6.
März 2015 E. 4.4.1, 9C_689/2014 vom 1
9.
Januar 2015 E.
2.3 und 9C_651/2014 vom 2
3.
Dezember 2014 E.
5.2 mit Hinweisen; vgl. E.
4.2.1). Überdies ist erforderlich, dass eine konsequente
Depressions
the
rapie
be
folgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom
3.
April
2014 E.
4.2 und 9C_454/201
3 vom 2
9.
Oktober 2013 E. 4.1).
4.2.2
Im Gutachten wurde eine leichte depressive Episode diagnostiziert (E.
3.2).
I
m Austrittsbericht der
B._
vom
5.
Oktober 2012
hielten
die behandelnden Ärzte eine leichte depressive Episode ohne
somatisches Syndrom fest (Urk. 7/19 S.
7 ff.)
.
Dr.
med. A._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, notierte in ihrem von der
Be
schwerdegegnerin
eingeholten Arztbericht vom 2
5.
Februar 2014, dass die Be
schwerdeführerin in psychiatrischer Hinsicht
unter einem Status nach schwerer depressiver Episode, gegenwärtig mittel
schwe
r (ICD-10 F32.1) leide, welche Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hätte (
Urk.
7/36 S. 1).
Es
bestehen erhebliche An
haltspunkte dafür, dass das
aktuelle Leiden der Be
schwerdeführerin
zu einem
wesentlichen
Teil durch äussere Umstände
bedingt und zu einem grossen Teil
auch dadurch erklärbar ist.
Der von den Gutachtern erhobenen Suchtanamnese ist zu entnehmen, dass sich die Beschwerdeführerin
im Jahre 2003 entschlossen habe, mit dem Alkoholtrinken aufzuhören. Im Jahre 2012 sei ein Rückfall erfolgt. Sie habe am
Arbeitsplatz unter sehr grossem
Stress gelitten, der Tod ihres Ex-Partners habe sie sehr mitgenommen und ihre erste Tochter habe unerwartet ein Kind bekommen. Nach der Eröffnung des Testaments ihres Ex-Partners sei sie am 8. August 2012
dekompensiert
. Vom 30.
August bis 21. September 2012 sei die Beschwerdeführerin in der
B._
hospitalisiert gewesen. Seither konsumiere sie keinen Alkohol mehr, befinde sich aber immer noch bei Dr.
A._
in
psychiatrischer Behandlung.
Die Beschwerdeführerin habe berichtet, dass es ihr
gegenwärtig psychisch nicht so schlecht gehe, sie je
doch wisse, dass sie unter Belastungen am Arbeitsplatz oder im Privatleben schnell verunsichert werde und die Gefahr bestehe, dass sie wieder vermehrt de
pressiv sei (
Urk.
7/55 S.
8).
Damit ist mit
überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt, dass die psychoso
zialen Faktoren das
Beschwerde
bild
, wenn nicht alleine
bedingen
, so zumindest
erheblich mitbe
stimmen (E. 2.4)
.
4.2.3
Die Beschwerdeführerin wurde in der
B._
vom 3
0.
August
bis zum 2
1.
September 2012 stationär
behandelt.
Ein weiterer stati
onärer Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik erfolgte - soweit aus den Ak
ten er
sichtlich - nicht.
Ab dem 2
4.
Juni 2013, so
mit erst rund neun Monate nach Austritt aus der
B._
,
nahm die Beschwerdeführerin die psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung bei
Dr.
A._
auf
, zuvor
wurde
sie von ihrer Hausärzti
n betreut
(
Urk.
7/36). Die Behandlung
bei
Dr.
A._
er
folg
t
durch regelmässige
psychiatrisch-
psychotherapeutischen Gespräche
und au
f ausdrücklichen Wunsch der Beschwerdeführerin mit
Cipralex
(10 mg, 0.5tbl/d).
Dr.
A._
empfahl eine Optimierung der
psychopharmakolo
gischen
Therapie und die Erhöhung der Frequenz der psychotherapeutischen Sitzungen (
Urk.
7/36 S. 2).
Damit
ist
keine genügend konsequente Therapie
erfolgt,
die
die depressive Epi
sode als resistent ausweisen würde.
4.2.4
Hinzu kommt, dass die im psychiatrischen Gutachten erhobenen Befunde alle
samt unauffällig waren
:
Die
Gutachter berichteten, die
Beschwerdeführerin sei wach, allseits orientier
t
und psychomotorisch ruhig. Sie wirk
t
e affektiv unauf
fällig, sei gut spürbar und es bestehe ein sehr guter Rapport zu den Unter
suchern. Sichtbare Zeichen für eine schwerere Depression könnten jedoch nicht festgestellt w
erden. Die Aufmerk
sam
keit, die Konzentration und das Gedächtnis seien klinisch nicht beeinträch
tigt. Die Beschwerdeführerin verfüge über ein sehr gutes Gedächtnis (vor allem auch für Daten), speziell auch für Begeben
heiten, die schon sehr lange zurück
lägen. Eine schwere Psychopathologie wie
formale Denkstörungen, Sinnestäu
schungen, eine Ich-Störung, Ängste oder Zwänge könnten gegenwärtig nicht festgestellt werden (
Urk.
7/55 S. 9).
4.2.5
Die
Angaben der
Beschwerdeführerin
gegenüber den Gutachtern weisen
darüber hinaus
auf
Ressourcen
hin
, welche es ihr ermöglichen sollten, die psychischen Einschränkungen zu überwinden:
Den Gutachter
n
gegenüber führte sie aus, sie
führe
eine langjährige Beziehung, welche sehr gut sei und in welcher sie wäh
rend der Krankheit gute Unterstützung erfahre (
Urk.
7/55 S. 7).
Sie arbeite
in einem
50%-Pensum im Hort und sei daneben noch im Haushalt tätig (
Urk.
7/55 S.
9). Sie selbst berichtete entsprechend auch, dass es ihr psychisch nicht so schlecht gehe. Sie schaue gegenwärtig recht optimistisch in die Zukunft und hoffe, dass ihr die neue Stelle gefalle und sie den Belastungen gewachsen sei (
Urk.
7/55 S. 8).
4
.3
Zusammenfassend ist unter Berücksichtigung, dass eine depressive Episode ge
mäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung in der Regel nicht invalidisierend ist,
psychosoziale Faktoren das Beschwerdebild
zumindest in sehr hohem Masse
mit
bestimmen, die psychiatrische Behandlung
nicht ausreichend konsequent
ist,
die
Befunde
unauffällig sind
und
d
i
e Beschwerdeführerin
auch über gute Ressour
cen verfügt,
davon auszugehen, dass
kein invalidisierender psychischer
Gesund
heitsschaden
vorliegt und
ihr die
Verwertung der Arbeitsfähigkeit sozial-prak
tisch
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
zu
mutbar
ist
(vgl. E. 2.3)
.
Aus somatischen Gründen wurde ausweislich der Akten nie eine
langdauernde Arbeitsunfähigkeit attestiert
.
Entsprechendes wurde von der
Beschwerdeführerin auch nicht vorgebracht.
Damit
liegt kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden vor,
weshalb sich
die angefochtene Verfügung als rechtens
erweist
und die Beschwerde abzuweisen
ist
.
5.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Besc
hwerdeverfahren vor dem kanto
na
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
600.-- festzusetzen und der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.