Decision ID: 23a1b278-e84b-5647-95db-c30a2f3f4c97
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ war bei der B._ AG tätig und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) gegen die Folgen von Unfällen
obligatorisch versichert, als er am 22. Mai 2016 an einer Autobahntankstelle in Serbien
überfallen und zusammengeschlagen wurde (Suva-act. 1). Anlässlich der
Notfallkonsultation vom 23. Mai 2016 diagnostizierten Dres. med. C._ und D._,
Leitender und Assistenzarzt der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates am Spital E._, bei einem Status nach tätlichem Übergriff
eine Wintersteinfraktur Hand rechts, eine intraartikuläre Metacarpale 5-Basisfraktur
rechts, eine Contusio capitis und ein periokuläres Hämatom links (Suva-act. 2). Die
Handverletzung wurde am 30. Mai 2016 durch Dr. med. F._, Oberassistenzarzt für
Plastische Chirurgie am Spital E._, mittels offenem (Daumen) und geschlossenem
(Kleinfinger) Osteosyntheseverfahren operativ versorgt (Suva-act. 5). Dr. F._
bescheinigte eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis 4. September 2016 (Suva-act. 7,
11, 15 f.). Zudem verordnete er Ergo- und Physiotherapie (Suva-act. 10, 17, 20). Die
Suva übernahm die Kosten der Heilbehandlung und richtete ein Taggeld aus (Suva-act.
14).
A.a.
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Am 8. August 2016 war die Entfernung der Kirschnerdrähte Metacarpale 3-5 Hand
rechts im Spital E._ erfolgt (Suva-act. 33). Dr. F._ hielt am 5. September 2016 fest,
der Versicherte habe gleichentags über einen sehr protrahierten Verlauf berichtet. Er
habe starke Schmerzen und könne die rechte Hand kaum bewegen. Zudem habe er
über neu hinzugekommene Ellbogen-, Schulter- und Nackenschmerzen auf der rechten
Seite berichtet. Dr. F._ attestierte dem Versicherten bis Mitte Oktober 2016 weiterhin
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Suva-act. 26, vgl. Suva-act. 32).
A.b.
Am 26. September 2016 befand Kreisarzt Dr. med. G._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, aufgrund der
beschriebenen Funktionseinschränkungen der rechten Hand sei die attestierte
Arbeitsunfähigkeit nachvollziehbar. Er hielt die Unfallkausalität für gegeben und riet
dazu, den weiteren Verlauf abzuwarten (Suva-act. 36). Dieser gestaltete sich in der
Folge nach einer anfänglichen Verbesserung (vgl. z.B. Berichte über die
handchirurgischen Sprechstunden vom 17. Oktober 2016 [Suva-act. 42] und 12.
Dezember 2016 [Suva-act. 57]; vgl. auch die verhalten positive Prognose von Kreisarzt
Dr. med. H._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, anlässlich des Kickoff-Gesprächs vom 26. Januar 2017 [Suva-
act. 78]) als schwierig und protrahiert (vgl. dazu den Bericht von Hausarzt Dr. med.
I._, Facharzt für Innere Medizin vom 12. Februar 2017 [Suva-act. 88]; vgl. zur sich
gleichzeitig entwickelnden psychischen Problematik den Bericht von Dipl. Psych. J._,
Psychologin, und Dr. med. K._, Klinik für Psychosomatik am Kantonsspital St. Gallen
[nachfolgend: KSSG], vom 9. Februar 2017 [Suva-act. 90]).
A.c.
Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 8. März 2017 erhob Dr. H._
folgende unfallabhängigen Diagnosen: Metacarpale 1-Basisfraktur Typ Winterstein
rechts und Metacarpale 5-Basisfraktur Typ Reversed Bennet rechts bei Zustand nach
Raubüberfall in Serbien am 22. Mai 2016 mit aktuell leicht regredienter klinischer
Symptomatik eines leichtgradigen komplexen regionalen Schmerzsyndroms (CRPS)
sowie eine Prellung der linken Gesichtshälfte mit Contusio bulbi und Monokelhämatom.
Derzeit bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit als Gartenbauer. Es sei aber davon auszugehen, dass nach vollständiger
Regredienz der CRPS-Symptomatik wieder eine volle Belastbarkeit der rechten Hand
für diese Tätigkeit erreicht werden könne (Suva-act. 113).
A.d.
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Am 22. Mai 2017 wurde das Osteosynthesematerial am Daumen entfernt (Suva-
act. 137). Die B._ AG kündigte dem Versicherten per 30. Juni 2017 (Suva-act. 127 f.).
Am 20. Juli 2017 hielt Kreisarzt Dr. H._ fest, dass er die Entscheidung zur
Metallentfernung ohne Berücksichtigung des von ihm diagnostizierten CRPS-
Syndroms als sehr gewagt einschätze. Die von Dr. I._ vorgeschlagene Therapie mit
Miacalcic wie auch die Fortführung der ergotherapeutischen Behandlungen halte er für
sehr gut (Suva-act. 157; vgl. auch Suva-act. 159). Dr. I._ berichtete am 28.
September 2017, die Behandlung mit Miacalcic sei ohne jeglichen Erfolg gewesen
(Suva-act. 175). Am 18. Oktober 2017 ging Dr. H._ davon aus, dass der protrahierte
Verlauf bis mindestens Ende des Jahres 2017 dauern werde (Suva-act. 180).
A.e.
Die Suva holte in der Folge eine Zweitmeinung bei Prof. Dr. med. L._, Chefarzt
Handchirurgie an der Universitätsklink M._ ein. Im Sprechstundenbericht vom 27.
Dezember 2017 führte dieser assistiert vom Orthopäden Dr. med. N._ aus, dass
seitens der Basisfraktur der Metacarpale 5 im Karbometakarpal-Gelenk 5 eine Arthrose
und eine Synostose 4/5 bestünden, welche die Bewegungseinschränkung vollauf
erklärten, nicht aber die geäusserten Schmerzen. Letztere liessen sich auch nicht durch
die leichtgradigen Veränderungen an der Metakarpale 1 erklären. Klinisch in der
Untersuchung liessen sich die Schmerzen nicht eindeutig nachvollziehen; insbesondere
sei keine chirurgische Option erkennbar, um die Situation zu verbessern. Anhaltspunkte
für ein CRPS bestünden nicht. In der Zusammenschau sähen sie die Situation im
Rahmen eines chronischen Schmerzsyndroms und hielten deswegen eine
Weiterbehandlung in einer Schmerzsprechstunde für indiziert (Suva-act. 197).
A.f.
Im Bericht über die kreisärztliche Untersuchung vom 30. Januar 2018 führte Dr.
H._ aus, dass sich das in der Voruntersuchung vom 8. März 2017 noch
nachweisbare CRPS der rechten Hand vollständig zurückgebildet habe. Weiterhin
bestehe eine schmerzhafte end- bis mittelgradig ausgeprägte
Funktionsbeeinträchtigung der rechten Hand. Eine namhafte Verbesserung der
unfallbedingten Gesundheitsschädigung sei nicht mehr zu erreichen. Für
leidensadaptierte Tätigkeiten sei der Versicherte vollschichtig einsetzbar (Suva-act.
208). Den Integritätsschaden schätzte Dr. H._ auf 10% (Suva-act. 209). Am 12.
Februar 2018 teilte die Suva dem Versicherten mit, sie stelle die Heilkostenleistungen
per 28. Februar 2018 ein. Während der nächsten drei Jahre übernehme sie jedoch die
A.g.
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Kosten der Handtherapie (in beschränktem Umfang), der unfallbedingt notwendigen
Schmerzmedikamente und der orthopädischen Hilfsmittel (Suva-act. 213). Am 18. April
2018 korrigierte Dr. H._ das Zumutbarkeitsprofil dahingehend, dass er die zumutbare
Hebe- und Tragbelastung von zehn auf fünf Kilo reduzierte und anstelle von leichten bis
gelegentlich mittelschweren nur noch sehr leichte leidensadaptierte körperliche
Arbeiten als zumutbar bezeichnete. Eine Nebenerwerbstätigkeit könne unter
Berücksichtigung der Leidensadaption bis zu fünf Stunden wöchentlich zugemutet
werden (Suva-act. 228).
Zur Prüfung der effektiven Belastbarkeit wurde ab September 2018 eine berufliche
Abklärung beim Heilpädagogischen Verein (HPV) in E._ durchgeführt, während deren
Dauer die Invalidenversicherung (IV) ein Taggeld ausrichtete (Suva-act. 246, 250). Am
26. September 2018 meldete sich der Versicherte notfallmässig bei Dr. I._ und
beklagte ausgeprägte Schulterschmerzen links. Dr. I._ hielt am 21. Dezember 2018
fest, es liege eine klassische Impingementsymptomatik links vor. Die Beschwerden
hätten sich dann ins rechte Schultergelenk verlagert, wo bereits am 7. November 2016
subacromial infiltriert worden sei. Der Versicherte habe schon seit dem Unfall immer
wieder Schulter- und Oberarmschmerzen rechtsbetont angegeben. Nun beklage er
wieder eindeutig mehr Schmerzen im Bereich der Synostose der Hand rechts. Zudem
bekomme er intermittierend Angst und somatisiere leicht (Suva-act. 270). Dr. H._
stufte die Schulterschmerzen beidseits als in keinem kausalen Zusammenhang mit
dem Unfallereignis stehend ein (Bericht vom 15. Januar 2019; Suva-act. 271).
A.h.
Die seitens der IV-Stelle vom 3. September bis 2. Dezember 2018 beim HPV
durchgeführte Ressourcen- und Eignungsabklärung hatte ergeben, dass
Eingliederungsmassnahmen weder zielführend noch erfolgsversprechend seien. Die
verantwortlichen Personen des HPV befanden, die Arbeitsfähigkeit liege bei ca. 10 %
(Suva-act. 277). Mit Schreiben vom 15. Februar 2019 teilte die IV-Stelle dem
Versicherten deshalb mit, dass kein Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe
(Suva-act. 280). Die Suva hatte dem Versicherten am 1. Februar 2019 mitgeteilt, sie
stelle die Taggeldleistungen per 28. Februar 2019 ein (Suva-act. 274).
A.i.
Mit Verfügung vom 20. Februar 2019 sprach die Suva dem Versicherten mit
Wirkung ab 1. März 2019 eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von
A.j.
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B.
C.
19 % und eine Integritätsentschädigung bei einem Integritätsschaden von 10 % zu
(Suva-act. 282).
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 20. März 2019 Einsprache
(Suva-act. 295, vgl. Einspracheergänzung vom 28. Mai 2019; Suva-act. 304). Er reichte
unter anderem Berichte von Dr. I._ vom 13. April 2018 und 10. Mai 2019 ein (Suva-
act. 299, 307).
B.a.
Mit Entscheid vom 4. September 2019 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-act.
309).
B.b.
Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) am 3. Oktober 2019 die vorliegende Beschwerde. Er beantragte
darin dessen Aufhebung und es seien ihm die gesetzlichen Versicherungsleistungen
aus dem Unfall vom 22. Mai 2016 zuzusprechen. Es sei ihm rückwirkend ab dem
1. März 2019 eine Invalidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 90 % (d.h.
Fr. 5'201.60 pro Monat) zuzusprechen. Weiter sei ihm eine Integritätsentschädigung
von mindestens Fr. 51'870.-- (Integritätseinbusse von mindestens 35 %) zuzusprechen.
Für die Dauer des vorliegenden Rechtsmittelverfahrens sei ihm ein Unfalltaggeld in
ursprünglicher Höhe auszurichten. Für das Beschwerdeverfahren sei ihm die
unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung durch den unterzeichnenden
Rechtsanwalt zu gewähren; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Er machte
geltend, bei der Rentenbemessung seien neben den Unfallfolgen an der rechten Hand
auch die Schulter- und Nackenbeschwerden sowie die psychische
Gesundheitsschädigung zu berücksichtigen. Die berufliche Abklärung im HPV habe
gezeigt, dass die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt noch 10 %
betrage und ein Nebenerwerb nicht mehr möglich sei. Die kreisärztliche Einschätzung
sei hingegen nicht nachvollziehbar. In Bezug auf die Integritätsentschädigung sei von
der überwiegenden Gebrauchsunfähigkeit der rechten Hand auszugehen. Insgesamt
rechtfertige sich ein Integritätsschaden von mindestens 35 % (act. G1).
C.a.
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Mit Schreiben vom 8. Oktober 2019 teilte die Verfahrensleitung dem
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit, dass die vor dem unbestrittenen
Rentenbeginn ausgerichteten Taggelder nicht zum Streitgegenstand gehörten und sein
diesbezüglicher Antrag nur als Gesuch um Erlass einer vorsorglichen Massnahme
interpretiert werden könne, für welche jedoch keine rechtliche Grundlage ersichtlich
sei. Da er ohnehin unbegründet sei, werde im anhängig gemachten Verfahren nicht
weiter darauf eingetreten (act. G3).
C.b.
Die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 24. Januar 2020 die
Abweisung der Beschwerde. Sie brachte vor, der kreisärztlichen
Zumutbarkeitsbeurteilung komme voller Beweiswert zu. Die psychischen
Beeinträchtigungen müssten mangels Adäquanz unberücksichtigt bleiben. In
Anbetracht der Unfallrestfolgen bestehe eine Arbeitsfähigkeit für eine vollschichtige
leidensadaptierte Tätigkeit und für eine Nebenerwerbstätigkeit im bisherigen zeitlichen
Umfang. Die zugesprochene Invalidenrente und die Integritätsentschädigung seien
nicht zu beanstanden (act, G12).
C.c.
Am 5. Februar 2020 entsprach die Verfahrensleitung dem Gesuch des
Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung (act.
G13).
C.d.
Mit Replik vom 6. März 2020 (act. G15) und Duplik vom 4. Mai 2020 (act. G17)
hielten die Parteien an ihren Anträgen und den jeweiligen Begründungen fest. Am 1.
Oktober 2020 teilte der Beschwerdeführer mit, er habe am 7. September 2020 einen
Arbeitsversuch als Allrounder für Hauswartung und Unterhalt mit einem Pensum von
30 % gestartet. Es handle sich um ein unbefristetes Arbeitsverhältnis mit einer
Probezeit von drei Monaten (act. G19).
C.e.
Mit Eingabe vom 27. Januar 2021 reichte der Beschwerdeführer seinen ab 1.
Dezember 2020 gültigen Arbeitsvertrag und ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis von Dr.
I._ ein (act. G21, G21.1 f.). Die Beschwerdegegnerin, der diese Unterlagen zur
Kenntnisnahme zugestellt wurden (act. G22), hielt mit Stellungnahme vom 1. Februar
2021 (act. G23) an ihrem Abweisungsantrag fest. Hierzu äusserte sich der
Beschwerdeführer mit Schreiben vom 17. Februar 2021 (act. G25) und bekräftigte noch
C.f.
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Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zu
dieser Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle,
die sich vor dem Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor
diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend
finden daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2016 zur Diskussion steht,
grundsätzlich die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
2.
Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine höhere Invalidenrente und eine höhere
Integritätsentschädigung, als die Beschwerdegegnerin ihm mit der Verfügung vom 20.
Februar 2019, bestätigt durch den Einspracheentscheid vom 4. September 2019,
bereits zugesprochen hat. Der Rentenbeginn per 1. März 2019 ist ausgewiesen (vgl.
Suva-act. 208). Nicht zum Streitgegenstand gehört demnach ein Anspruch auf Taggeld
(vgl. dazu das vorstehend im Sachverhalt unter C.b erwähnte Schreiben vom 8.
Oktober 2019 [act. G3]), weshalb sich vorliegend Weiterungen dazu erübrigen.
einmal seinen Standpunkt, wonach die effektive Leistungsfähigkeit nach wie vor unter
50 % liege.
Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 % invalid, so hat
sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Grad der für den
Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) durch
einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das die versicherte
Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Erleidet die versicherte Person durch
den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder
2.1.
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psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene
Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung bildet die
Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht besteht demnach nur für Gesundheitsschäden,
die natürlich und adäquat-kausal mit einem versicherten Unfallereignis
zusammenhängen (BGE 129 V 181 E. 3.1 f.; André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc
Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 2018,
[nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 66 zu Art. 6, in Ghislaine Frésard-
Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler
Kommentar, 2019, [nachfolgend zitiert: BSK UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André
Pierre Holzer, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich
Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.).
Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher
Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht regelmässig auf
Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (KOSS UVG-
Nabold, N 53 und 59 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer,
a.a.O., S. 55 und 58; BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2 sowie in BGE 135 V 465 nicht
publizierte E. 2 des Urteils 8C_216/2009 vom 28. Oktober 2009, je mit Hinweisen). Bei
physischen Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem
natürlichen Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers
praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen
Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2.1, BGE 127 V 103 E. 5b/bb; SVR 2000 UV Nr.
14 S. 45). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, bewirkt
die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht automatisch auch die Bejahung des
adäquaten Kausalzusammenhangs. In diesen Fällen ist eine eigenständige
Adäquanzbeurteilung nach der Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133, E. 6c/aa
vorzunehmen.
2.2.
Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
2.3.
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3.
gestatten. Um den Gesundheitszustand und insbesondere das Ausmass der
Arbeitsfähigkeit beurteilen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das
Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere
Fachleute zur Verfügung zu stellen haben (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des
Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a
mit Hinweisen). Den Berichten und Gutachten, welche die Versicherungen während des
Administrativverfahrens von ihren eigenen oder von beratenden Ärzten und Ärztinnen
einholen, kann rechtsprechungsgemäss ebenfalls Beweiswert beigemessen werden
(BGE 135 V 467 ff. E. 4 und BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). In solchen
Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen.
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (BGE 135 V 471 E. 4.7; RKUV 1997 Nr. U 281 E. 1a S. 281 f.).
Vorab ist festzuhalten, dass der mit Verfügung vom 20. Februar 2019 mit Wirkung auf
den 1. März 2019 bezüglich des Unfalls vom 22. Mai 2016 vorgenommene
Fallabschluss (vgl. Sachverhalt A.j und E. 2) ausgewiesen und unbestritten ist.
Entsprechend erfolgte in zeitlicher Hinsicht die Prüfung eines Rentenanspruchs auf den
1. März 2019 zu Recht (vgl. Art. 19 Abs. 2 UVG). Dasselbe gilt in Bezug auf den
Zeitpunkt der Festlegung der Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 2 UVG). Im
Zeitpunkt des Fallabschlusses per 28. Februar 2019 lagen beim Beschwerdeführer
unbestritten noch organisch objektivierbare Unfallfolgen vor. Kreisarzt Dr. H._ hatte
am 31. Januar 2018 festgehalten, es bestehe eine leicht- bis mittelgradig schmerzhafte
Funktionsbeeinträchtigung der rechten Hand mit Bewegungseinschränkung
insbesondere in der Greiffunktion und eine erhebliche Kraftminderung der rechten
Hand. Die CRPS-Symptomatik sei klinisch vollständig regredient. Die Prellung der
linken Gesichtshälfte mit Contusio bulbi und Monokelhämatom war unbestritten
komplikationslos ausgeheilt (Suva-act. 208, act. G1). Im Folgenden ist jedoch zu
3.1.
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prüfen, ob beim Fallabschluss noch weitere organisch objektivierbare Unfallfolgen
vorlagen.
Der Beschwerdeführer macht geltend, auch seine Schulter- und
Nackenbeschwerden seien kausal auf das Unfallereignis vom 22. Mai 2016
zurückzuführen (act. G1).
3.2.
Anlässlich der Notfallkonsultation vom 23. Mai 2016 im Spital E._ klagte der
Beschwerdeführer über starke Schmerzen in der rechten Hand sowie leichte
Kopfschmerzen. Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich wurden im Bericht über
die Notfallkonsultation von Dres. C._ und D._ nicht erwähnt. Ebenfalls wurden
keine diesbezüglichen Untersuchungen durchgeführt. Es erfolgte lediglich eine
Röntgenuntersuchung der Hand rechts (vgl. Suva-act. 2). Am 5. September 2016,
mithin gut drei Monate nach dem Unfall, hielt Dr. F._ fest, der Beschwerdeführer
habe über einen sehr protrahierten Verlauf berichtet. Er habe starke Schmerzen und
könne die Hand kaum bewegen. Zudem habe er über neu hinzugekommene Ellbogen-,
Schulter- und Nackenschmerzen auf der rechten Seite geklagt. Dr. F._ führte aus,
der Beschwerdeführer habe eine Schonhaltung der gesamten rechten oberen
Extremität. Er bewege weder das Handgelenk, den Ellbogen noch die Schulter und
mache einen sehr verkrampften Eindruck. Er verschrieb dem Beschwerdeführer unter
anderem Physiotherapie zur Mobilisation von Ellbogen, Schulter und Nacken (Suva-act.
26). Zur Unfallkausalität der gemäss Beschwerdeführer damals neu aufgetretenen
Beschwerden äusserte sich Dr. F._ nicht. Dr. med. O._, Leitender Arzt am
Schmerzzentrum des KSSG, berichtete am 7. Dezember 2016 über ein chronifiziertes,
gemischt nozizeptiv-neuropathisches Schmerzsyndrom im Bereich der rechten Hand
mit Symptomausweitung auf den rechten Arm bis in die Schulter. Bei der
grobneurologischen Untersuchung zeigten sich vor allem in der Innenseite des
Oberarms leichte Hypästhesien. Der Beschwerdeführer gebe im Bereich des Unterarms
diskrete Parästhesien an. Die Zuordnung zu einem Nerv sei nicht möglich und die
Symptomatik sei eher unspezifisch. Anzeichen für das Bestehen eines CRPS seien
nicht vorhanden. Es bestünden weiterhin Beschwerden in der rechten Hand. Im Laufe
der Zeit sei es zu einer Symptomausweitung auf den Unterarm, den Oberarm, in die
Schulter und bis in den Halsbereich gekommen (Suva-act. 61). Eine eindeutige
Erklärung für die Symptomausweitung lässt sich dem Bericht nicht entnehmen.
Anamnestisch ist lediglich festgehalten, dass die Beschwerden nach der
Kirschnerdrahtentfernung vom 8. August 2016 zugenommen hätten, im Zeitpunkt der
Konsultation bei Dr. O._ aber eher wieder etwas rückläufig gewesen seien (Suva-act.
61). Dr. I._ berichtete am 12. Februar 2017, der Beschwerdeführer beklage schon seit
3.2.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/27
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der postoperativen Kontrolle am 6. Juni 2016 und stärker am 22. Juni 2016 eine starke
Handschwellung rechts sowie starke Verspannungen der Hals- und Nackenmuskulatur
vorwiegend rechts. Es habe sich im Verlauf ein Impingement der Schulter rechts
gezeigt, dass erfolgreich mittels subacromialer Infiltration vom 7. November 2016
behandelt worden sei. Zudem hätten sich starke Unterarmschmerzen und eine
unmögliche Flexion der Finger rechts gefunden. Unter Behandlung mit Pregabalin und
Physiotherapie des Nackens und des Oberarms seien die Schmerzen regredient
gewesen und es habe eine gute Flexion der Gebrauchshand erreicht werden können.
Nach einer Untersuchung in der Schmerzklinik und starkem Händedruck am 1.
Dezember 2016 seien diese Fortschritte gemäss dem Beschwerdeführer jedoch wieder
zunichtegemacht worden. Aktuell mache er wieder kleine Fortschritte in der
Physiotherapie (Suva-act. 88). Am 21. Dezember 2018 führte Dr. I._ aus, der
Beschwerdeführer gebe seit dem Unfall immer wieder an, er habe Schulter- und
Oberarmschmerzen rechtsbetont. Er (Dr. I._) habe dies einerseits auf die
posttraumatische Einschränkung im Gebrauch des rechten Armes und andererseits auf
die Fehlhaltung (Hyperkyphose der oberen Brustwirbelsäule) des Beschwerdeführers
und die dadurch entstehenden Muskelverspannungen zurückgeführt. Er habe die
rechte Schulter bereits am 7. November 2016 subacromial infiltriert. Die Physiotherapie
habe sehr gut geholfen. Er habe eine MRI-Untersuchung der rechten Schulter
veranlasst und den Beschwerdeführer wegen einer kleinen Supraspinatussehnenläsion
zur Beurteilung an Dr. med. U._, Orthopädie R._, verwiesen (Suva-act. 270-2 f.).
Dr. U._ hatte am 25. Oktober 2018 als Diagnose eine subacromiale
Schmerzproblematik bei wahrscheinlich Bursitis subacromial rechts, welche auch im
Rahmen der CRPS-Reaktion zu sehen sei, festgehalten. Er denke nicht, dass die feinen
Veränderungen, welche im MRI der rechten Schulter ersichtlich seien, für die
Schulterproblematik verantwortlich seien. Diese sei eher die Folge der CRPS-
Entwicklung der rechten Hand bei Status nach Operation. Er habe eine subacromiale
Infiltration rechts durchgeführt (Suva-act. 270-8 f.). Kreisarzt Dr. H._ befand am 11.
Januar 2019, die Schulterbeschwerden (beidseits) stünden in keinem kausalen
Zusammenhang mit dem Unfallereignis (Suva-act. 271).
Dr. I._ führte am 21. Dezember 2018 ausserdem aus, der Beschwerdeführer
habe sich am 26. September 2018 wegen ausgeprägter Schulterschmerzen links
notfallmässig bei ihm gemeldet. Es habe eine klassische Impingementsymptomatik
links mit einer starken muskulären Verspannung des Trapezius, infraspinatus und
supraspinatus, vorgelegen, dies wahrscheinlich aufgrund einer Überlastung. Er habe
versucht, die Schmerzen mittels subacromialer Infiltration zu lindern. Links sei es dann
3.2.2.
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4.
Weiter ist die Adäquanz der psychischen Beschwerden zu prüfen. Der
Beschwerdeführer befand sich mindestens vorübergehend in psychologischer bzw.
psychotherapeutischer Behandlung. Dipl. Psych. J._ und Dr. K._ äusserten am 9.
Februar 2017 den Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10:
F43.1), auf eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10: F43.2)
und auf eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(ICD-10: F45.41) (Suva-act. 90). Dr. P._ hielt in seinem Schreiben vom 31. Mai 2017
sodann eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt
(ICD-10: F43.22) fest (Suva-act. 139). Auch aus den weiteren medizinischen Akten
bessergegangen, aber in der rechten Schulter sei es zu vermehrten Schmerzen
gekommen (Suva-act. 270-2 f.). Dr. U._ hatte am 25. Oktober 2018 festgehalten, die
subacromiale Infiltration links im September 2018 sei erfolgreich gewesen, so dass der
Beschwerdeführer links nun praktisch keine Beschwerden mehr habe, die
Beweglichkeit sei praktisch frei (Suva-act. 270-8 f.). Am 10. Mai 2019 hielt Dr. I._ fest,
der Beschwerdeführer habe im HPV alle Arbeiten mit der linken Hand gemacht und in
der Folge die linke Schulter überlastet. Es habe sich ein subacromiales Impingement
und eine starke muskuläre Verspannung links gezeigt, was sicherlich durch die
Überlastung bei der Arbeit hervorgerufen worden sei (Suva-act. 307). Dr. H._
verneinte eine Unfallkausalität der Schulterbeschwerden wie erwähnt am 11. Januar
2019 (Suva-act. 271).
Insgesamt ist davon auszugehen, dass es bezüglich der Schulter links nur
vorübergehend zu Beschwerden kam. Diese waren allenfalls auf eine Über- bzw.
Fehlbelastung zurückzuführen, da der Beschwerdeführer die rechte obere Extremität
schonte. Dies ist medizinisch aber nicht hinreichend belegt. Wie sich aus den Akten
ergibt, gingen die Beschwerden im Arm links jedoch wieder zurück. Bereits am 25.
Oktober 2018 berichtete Dr. U._ diesbezüglich über eine praktische
Beschwerdefreiheit (vgl. Suva-act. 270-8 f.). Auch die für die Eingliederung
verantwortliche Person der IV-Stelle hielt am 8. November 2018 fest, die linke Schulter
sei vorwiegend schmerzfrei (Suva-act. 277-5). Bezüglich der Beschwerden des rechten
Armes bzw. der rechten Schulter und des Nackens ist die Unfallkausalität nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Selbst wenn zugunsten des
Beschwerdeführers jedoch von einer Unfallkausalität derselben ausgegangen würde,
ergäbe sich - wie nachfolgend ausgeführt wird - keine weitergehende Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit, als sie aufgrund der Beschwerden an der rechten Hand ohnehin
bereits vorliegt.
3.2.3.
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ergeben sich Hinweise auf eine psychiatrische Problematik (vgl. z.B. Suva-act. 140,
197, 307).
Bei der Beurteilung des Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer
anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwicklung mit Einschränkung der
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ist nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 133) vom
Unfallereignis auszugehen. Bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs
ist im Hinblick auf die Gebote der Rechtssicherheit und der rechtsgleichen Behandlung
der Versicherten eine objektivierte Betrachtungsweise angezeigt (BGE 115 V 139 E. 6
mit Hinweisen). Ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den Beschwerden und
dem Unfall besteht, wenn dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung
der Beschwerden zukommt. In objektivierter Betrachtungsweise werden die Unfälle
nach ihrer erfahrungsgemässen Eignung, psychische Beschwerden zu bewirken,
eingeteilt in banale und leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle andererseits und in
einen dazwischenliegenden Bereich der mittelschweren Unfälle. Bei banalen Unfällen
kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und psychischen
Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden, weil auf Grund der
allgemeinen Lebenserfahrung davon ausgegangen werden kann, dass ein solcher
Unfall nicht geeignet ist, einen invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden zu
verursachen. Bei schweren Unfällen dagegen ist der adäquate Kausalzusammenhang
in der Regel zu bejahen, denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der
allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische
Gesundheitsschäden zu bewirken. Dabei gelten als schwer nur solche Unfälle, bei
denen sämtliche Umstände, insbesondere die Dramatik des Unfallereignisses und die
Dauer desselben wie auch die somatischen Unfallfolgen eine für die versicherte Person
aussergewöhnliche Eindrücklichkeit aufweisen.
4.1.
Bei Unfällen im mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen dem Unfall und
der psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausalzusammenhang
besteht, nicht aufgrund des Unfalls allein schlüssig beantworten. Vielmehr sind weitere,
objektiv fassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang
stehen oder als direkte bzw. indirekte Folge davon erscheinen, in eine
Gesamtwürdigung einzubeziehen. Die wichtigsten Kriterien sind dabei besonders
dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die
Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung, insbesondere ihre
erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; eine
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen;
eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; ein
4.2.
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schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sowie der Grad und die
Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 115 V 139 ff. E. 6a-c). Um die
adäquate Kausalität bejahen zu können, müssen nicht alle Umstände gegeben sein.
Vielmehr genügt ein Kriterium, wenn es sich um einen schweren Unfall im mittleren
Bereich handelt. Kommt keinem Einzelkriterium ein besonders bzw.
ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien heran
gezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Diese Würdigung führt
zur Bejahung oder Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs, ohne dass nach
weiteren Ursachen geforscht werden muss, die eine psychisch bedingte
Erwerbsunfähigkeit begünstigt haben könnten (SVR 1999 UV Nr. 10 S. 32). Mit Urteil
vom 29. Januar 2010 (8C_897/2009, E. 4.5) hat das Bundesgericht die Rechtsprechung
zur Anzahl der zu erfüllenden Adäquanzkriterien bei mittelschweren Unfällen insofern
präzisiert, als bei mittelschweren Unfällen im engeren Sinn drei Adäquanzkriterien
genügen, auch wenn sie nicht in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise
vorliegen. Bei Unfällen im mittleren Bereich an der Grenze zu den leichten Unfällen sind
hingegen vier Adäquanzkriterien zu erfüllen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 7.
Dezember 2009, 8C_487/2009 E. 5 mit Hinweis).
Vorliegend schilderte der Beschwerdeführer den Vorfall vom 22. Mai 2016
anlässlich eines Gesprächs mit der Beschwerdegegnerin am 15. Juli 2016 ausführlich.
Er berichtete, er sei mit seiner Familie (Ehefrau, Bruder, zwei erwachsene Söhne) auf
dem Rückweg von Mazedonien gewesen. Nachts zwischen ca. zwei und drei Uhr
hätten sie an einer Tankstelle in Serbien angehalten, um zu tanken und in einem Kiosk
Verpflegung zu kaufen. Nach dem Tanken sei er mit seinem Bruder und seinem älteren
Sohn in den Kiosk gegangen. Da sein Sohn das Portemonnaie im Auto vergessen
gehabt habe, sei dieser wieder nach draussen gegangen. Dabei sei er direkt hinter der
Tür von vier unbekannten Personen überwältigt und zu Boden geschlagen worden.
Seine Ehefrau und sein zweiter Sohn seien von draussen zu Hilfe geeilt, jedoch auch
von den unbekannten Personen geschlagen worden. Er und sein Bruder seien noch im
Kiosk am "Stöbern" gewesen, als er plötzlich durch die Scheibe gesehen habe, dass
seine Ehefrau draussen mit den Armen gefuchtelt habe. Er sei dann sogleich mit
seinem Bruder nach draussen geeilt. Dort angekommen, seien auch sie sofort und
unvermittelt mit Schlägen und Tritten eingedeckt worden. Sie hätten sich nach Kräften
gewehrt, um sich zu verteidigen. Letztlich hätten drei der Unbekannten die Flucht
ergriffen; in einem Auto habe ein weiterer Typ gewartet. Einen der Angreifer habe er
zusammen mit seinem Bruder am Boden festhalten und so lange fixieren können, bis
die Polizei erschienen sei. Alle fünf Familienmitglieder seien beim Angriff verletzt
worden (Suva-act. 12, vgl. Suva-act. 1, 9). Den Akten ist auch die Angabe zu
4.3.
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entnehmen, dass dem Beschwerdeführer beim Angriff mit einer Eisenstange gegen die
rechte Hand geschlagen worden sei (Suva-act. 88). Aufgrund des augenfälligen
Geschehensablaufs ist mit dem Beschwerdeführer (vgl. act. G1, G15) von einem
mittelschweren Ereignis im engeren Sinn auszugehen.
Bei mittelschweren Ereignissen im engeren Sinn müssen für die Bejahung des
adäquaten Kausalzusammenhangs mindestens drei der relevanten Kriterien oder ein
einzelnes Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein. Bei der Prüfung
dieser Kriterien sind psychische Aspekte ausser Acht zu lassen (BGE 115 V 140 E. 6c/
aa).
4.4.
Bei der Beurteilung des Kriteriums der dramatischen Begleitumstände oder der
besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls sind objektive Massstäbe anzuwenden. Nicht
was in der einzelnen betroffenen Person beim Unfall psychisch vorgeht, soll
entscheidend sein, sondern die objektive Eignung solcher Begleitumstände, bei ihr
psychische Vorgänge auszulösen (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 E. 3b/cc). Zu beachten
ist auch, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit
eigen ist, die noch nicht für die Bejahung dieses Adäquanzkriteriums ausreichen kann
(vgl. SVR 2009 UV Nr. 41 S. 142). Wie der Beschwerdeführer geltend macht, hat er
beim Vorfall in den frühen Morgenstunden des 22. Mai 2016 selbst Gewalt erlebt und
mitansehen müssen, wie seine Familienmitglieder Gewalt ausgesetzt gewesen waren.
Dies ist jedoch nicht vergleichbar mit den eher seltenen Fällen, in denen das
Bundesgericht das Kriterium bejaht hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 19.
Dezember 2011, 8C_488/2011, E. 5.1.1). Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht
ausführt, hat der Beschwerdeführer den ersten Teil des Angriffs gegenüber seinem
älteren Sohn gar nicht direkt mitbekommen, da er sich selbst noch im Kiosk befunden
hatte. Zudem gelang es dem Beschwerdeführer, nachdem er zusammen mit seinem
Bruder in das Geschehen eingegriffen hatte, einen der Angreifer festzuhalten, während
die anderen unbekannten Personen die Flucht ergriffen (vgl. act. G12), weshalb die
Auseinandersetzung jedenfalls einen nicht übermässig dramatischen Verlauf nahm.
4.4.1.
Der Beschwerdeführer erlitt eine Wintersteinfraktur der Hand rechts, eine
intraartikuläre Metacarpale 5-Basisfraktur rechts, eine Contusio capitis und ein
periokuläres Hämatom links (Suva-act. 2). Im weiteren Verlauf traten Beschwerden am
Arm und der Schulter rechts auf, deren Unfallkausalität jedoch fraglich ist (vgl. E. 3.1.3).
Diese Verletzungen können jedenfalls weder als besonders schwer, noch als
Verletzungen besonderer Art eingestuft werden. Auch sind derartige Verletzungen in
der Regel nicht geeignet, psychische Fehlentwicklungen auszulösen.
4.4.2.
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Zur Beantwortung der Frage der Dauer der ärztlichen Behandlung ist nicht allein
der zeitliche Massstab entscheidend. Ebenfalls in die Prüfung einzubeziehen sind die
Art und Intensität der Behandlung sowie die Frage, inwieweit davon noch eine
Besserung des Gesundheitszustands zu erwarten war (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG] vom 20. Oktober 2006, U 488/05, E. 3.2.3; BGE 134 V
128, E. 10.2.3). Eine Behandlung, die lediglich noch der Erhaltung des
Gesundheitszustands und nicht der Heilung dient, ist im Rahmen der Adäquanzprüfung
grundsätzlich nicht relevant. Abklärungsmassnahmen und blossen ärztlichen Kontrollen
kommt nicht die Qualität einer regelmässigen, zielgerichteten Behandlung zu (Urteil des
Bundesgerichts vom 27. Februar 2008, U 11/07, E. 5.3.1 mit Hinweisen). Die
Handverletzung des Beschwerdeführers wurde am 30. Mai 2016 operativ versorgt
(Suva-act. 5). Dr. F._ verordnete ihm Ergo- und Physiotherapie (Suva-act. 10, 17, 20).
Am 8. August 2016 wurden die Kirschnerdrähte, am 22. Mai 2017 sodann das
Osteosynthesematerial am Daumen entfernt (Suva-act. 33, 137). Die Behandlung in der
handchirurgischen Sprechstunde des KSSG wurde am 15. August 2017 abgeschlossen
(Suva-act. 183). Im Sommer 2017 erfolgte ein Behandlungsversuch mit Miacalcic
(Suva-act. 157, 175). Daneben fanden noch Kontrolluntersuchungen statt und der
Beschwerdeführer wurde weiter ergo- und physiotherapeutisch behandelt (vgl. Suva-
act. 157, 164 f., 179, 211, 213). Aufgrund der möglicherweise unfallkausalen
Schulterbeschwerden rechts erfolgte am 25. Oktober 2018 eine Abklärung und
Infiltration bei Dr. U._ (vgl. Suva-act. 270-8). Ab Sommer 2017, mithin ein gutes Jahr
nach dem Ereignis vom 22. Mai 2016 hatten sich die medizinischen Massnahmen
damit im Wesentlichen auf Kontrolluntersuchungen und die Erhaltung des somatischen
Gesundheitszustandes sowie Abklärungsmassnahmen beschränkt. Das Kriterium der
langen Dauer der ärztlichen Behandlung ist damit nicht als erfüllt zu erachten.
4.4.3.
Der Beschwerdeführer äusserte in nahezu sämtlichen aktenkundigen
Arztberichten Schmerzen und wurde unter anderem kurzzeitig im Schmerzzentrum des
KSSG behandelt (vgl. Suva-act. 61). Das Kriterium der Dauerschmerzen ist zwar als
erfüllt zu erachten, wegen der psychosomatischen Komponente (die geäusserten
Schmerzen waren für die Ärzte nur teilweise somatisch nachvollziehbar; Suva-act. 61,
183, 197) jedoch nicht in besonders ausgeprägter Weise.
4.4.4.
Der Beschwerdeführer bringt vor, es gebe Hinweise auf eine ärztliche
Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert habe. Nach einer
Untersuchung im Schmerzzentrum des KSSG und einem starken Händedruck des dort
behandelnden Arztes am 1. Dezember 2016 sei es zu einer Verstärkung der
Beschwerden gekommen (act. G1). Dies berichtete der Beschwerdeführer auch Dr.
4.4.5.
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I._ und der IV-Stelle (vgl. Suva-act. 88, 277-2). Prof. Dr. med. Q._, Klinik für Hand-,
Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des KSSG hielt am 18. August 2017 fest,
der Beschwerdeführer erzähle immer wieder vom Ereignis im Schmerzzentrum vor ca.
neun Monaten, wo ihm die Hand zu fest gedrückt worden sei. Er, der
Beschwerdeführer, sehe dies weiterhin als Hauptgrund für die noch bestehenden
Beschwerden an. Prof. Q._ äusserte sich jedoch nicht zur Plausibilität dieser
Vermutung (Suva-act. 183). Auch aus den weiteren Akten ergeben sich keine Hinweise
auf einen medizinisch begründeten Zusammenhang zwischen dem offenbar als stark
empfundenen Händedruck und den geklagten Beschwerden. Der Beschwerdeführer
erwähnte anlässlich eines Gesprächs mit der Beschwerdegegnerin vom 6. Februar
2017 zudem, im Anschluss an die Operation vom August 2016 habe er
Schulterschmerzen rechts verspürt. Dr. I._ habe Röntgenbilder angefertigt und ihn
anschliessend dahingehend informiert, dass der Raum zwischen dem Oberarmknochen
und dem Schulterdach verengt sei. Bei der Metallentfernung sei der Arm anscheinend
nach oben gedrückt worden, wodurch ein Nerv gequetscht worden sei. Aus diesem
Grund habe er dann Physiotherapie für die Schulter erhalten (Suva-act. 84). Die
Vermutung, wonach bei der Operation vom 8. Februar 2016 ein Fehler passiert wäre,
wird jedoch durch keine ärztliche Einschätzung gestützt. Auch von Dr. I._ ist keine
diesbezügliche Beurteilung aktenkundig. Dr. H._ hielt am 8. November 2016 gar fest,
ein Behandlungsfehler sei nicht erkennbar. Die Bildgebung und der Verlauf liessen eher
auf ein posttraumatisches CRPS schliessen (Suva-act. 45). Insgesamt ist nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, dass es zu einer ärztlichen
Fehlbehandlung gekommen ist, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte.
Die Dauer der ärztlichen Behandlung und die geklagten Beschwerden deuten
alleine nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf hin. Das entsprechende
Kriterium erfordert besondere Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt und verzögert
haben (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 7. Februar 2008, U 590/06, E. 4.3.2, und
vom 10. Juli 2008, 8C_61/2008, E. 7.6). Rechtsprechungsgemäss liegt die Entwicklung
eines CRPS - wie sie vorliegend angenommen werden muss (vgl. Suva-act. 208) -
deutlich ausserhalb des normalen Heilungsverlaufs (vgl. Urteil des EVG vom 23. Juni
2006, U 304/05, E. 3.4). Der Heilungsverlauf des Beschwerdeführers war zwar
protrahiert (vgl. Suva-act. 26, 88, 180), neben dem CRPS traten jedoch keine weiteren
Komplikationen auf. Von einer besonders ausgeprägten Erfüllung des Kriteriums kann
nicht gesprochen werden.
4.4.6.
Der Beschwerdeführer war ab 22. Mai 2016 durch seine behandelnden Ärzte zu
100 % arbeitsunfähig geschrieben (vgl. Suva-act. 7, 11, 15 f. 26). Für die angestammte
4.4.7.
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5.
Unter Berücksichtigung der unfallkausalen Beschwerden an der Hand rechts sowie der
allenfalls unfallkausalen Beschwerden am Arm, der Schulter und des Nackens rechts
(vgl. E. 3.1.3) ist nachfolgend die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer
adaptierten Tätigkeit zu prüfen.
Tätigkeit als Gartenbauer gilt dies unbestritten weiterhin (vgl. Suva-act. 208). Kreisarzt
Dr. H._ ging jedoch in seinem Bericht vom 30. Januar 2018 davon aus, dass der
Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei (Suva-act. 208, vgl.
auch Suva-act. 228). Wie nachfolgend ausgeführt, kann entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführers (vgl. act. G1, G15) auf diese Einschätzung abgestellt werden.
Demnach war der Beschwerdeführer spätestens im Januar 2018, mithin weniger als
zwei Jahre nach dem Unfall, mindestens in einer adaptierten Tätigkeit wieder voll
arbeitsfähig. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass die Arbeitsfähigkeit bereits in einem
früheren Zeitpunkt auch durch die psychischen Beschwerden beeinträchtigt war. Das
Kriterium ist damit als nicht erfüllt zu erachten.
Da somit höchstens zwei der zu berücksichtigenden Kriterien erfüllt sind, keines
jedoch in besonders ausgeprägter Weise, ist der adäquate Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfall vom 22. Mai 2016 und den geklagten psychischen Beschwerden
zu verneinen.
4.5.
Dr. H._ beurteilte nach der kreisärztlichen Untersuchung vom 30. Januar 2018,
dem Beschwerdeführer sei eine leichte bis gelegentlich mittelschwere, adaptierte
Tätigkeit vollschichtig zumutbar. Nicht zumutbar seien Arbeiten mit wiederholtem
Krafteinsatz der rechten Hand, wiederholte Bewegungen des Handgelenks, des
Daumens und des Kleinfingers sowie Arbeiten mit feinmotorischen Anforderungen. Der
Beschwerdeführer könne Werkzeuge mit einem Gewicht über 3 kg und Werkzeuge, bei
denen Vibrationen oder Schläge in Bezug auf die rechte Hand entstünden, nicht mehr
benutzen. Ebenfalls seien keine Hitze- oder Kälteexpositionen der Hand, keine
Tätigkeiten an Maschinen mit Gefahrenpotential und keine Tätigkeiten auf Leitern,
Gerüsten oder sonstigen absturzgefährdeten Stellen mehr zumutbar. Der
Beschwerdeführer könne für Tätigkeiten mit Heben von Gegenständen oder Lasten
über 10 kg nicht mehr eingesetzt werden (Suva-act. 208). Nachdem die
Beschwerdegegnerin erfahren hatte, dass der Beschwerdeführer nebenbei als
Hauswart tätig war bzw. gewesen war (vgl. Suva-act. 221), ersuchte sie Dr. H._ um
eine Präzisierung der Zumutbarkeit (vgl. Suva-act. 228). Dieser korrigierte das
Zumutbarkeitsprofil am 18. April 2018 dahingehend, dass dem Beschwerdeführer nur
5.1.
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noch sehr leichte körperlich adaptierte Arbeiten und Heben von Gegenständen bis zu 5
kg zumutbar seien. Solche Tätigkeiten könnten vollschichtig mit den betriebsüblichen
Pausen durchgeführt werden. Auch eine Nebenerwerbstätigkeit könne unter
Berücksichtigung der Adaptionskriterien bis zu fünf Stunden wöchentlich zugemutet
werden (Suva-act. 228). Nach Eingang des Befunds einer unauffälligen neurologischen
Untersuchung (vgl. Suva-act. 238) erachtete Dr. H._ am 20. Juni 2018 eine Änderung
seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung für nicht notwendig (Suva-act. 239). Am
11. Januar 2019 hielt er fest, die zwischenzeitlich gemeldeten Schulterbeschwerden
stünden in keinem kausalen Zusammenhang mit dem Unfallereignis. Es ergebe sich
keine Änderung der letzten Zumutbarkeitsbeurteilung (Suva-act. 271).
Dr. I._ beurteilte am 13. April 2018, auch eine andere Tätigkeit als diejenige im
Gartenbau sei dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar. Dieser brauche überall die
rechte Hand, welche keine Kraft habe und stark schmerze, sobald sie beansprucht
werde. Die rechte Hand sei funktionsunfähig. Er teile die Ansicht des Kreisarztes nicht
(Suva-act. 299). Dr. I._ setzte sich jedoch nicht mit der Einschätzung von Dr. H._
auseinander. Er äusserte sich auch nicht zu Adaptionskriterien. So wäre - selbst wenn
die rechte Hand des Beschwerdeführers völlig funktionsunfähig wäre - nicht einsichtig,
weshalb ihm nicht ideal adaptierte Tätigkeiten möglich sein sollten. Am 10. Mai 2019
beurteilte Dr. I._, der Beschwerdeführer sei im ersten Arbeitsmarkt sicherlich zu 80 -
90 % arbeitsunfähig. Er verwies dabei auf die Beurteilung der HPV (zur Beweiskraft
derselben vgl. nachfolgende Erwägung 5.4). Weiter hielt Dr. I._ fest, auch in einer
leidensadaptierten Tätigkeit werde der Beschwerdeführer seine rechte Hand nicht
einsetzen können. Nebst unfallkausalen Beschwerden berücksichtigte er auch die
unfallfremden psychischen Beschwerden und die muskuläre Überlastungsreaktion der
linken Schulter (Suva-act. 307). Die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
schätzte er nicht konkret. Auch äusserte er sich wie bereits am 13. April 2018 nicht zu
allfälligen Adaptionskriterien. Die Einschätzung einer Arbeitsunfähigkeit von 80 - 90 %
in sämtlichen Tätigkeiten überzeugt damit nicht. Vom 7. September bis 30. November
2020 attestierte Dr. I._ dem Beschwerdeführer eine Arbeitsfähigkeit von 30 % und
vom 1. Dezember 2020 bis 31. März 2021 eine solche von 50 % (act. G21.2). Es ist
davon auszugehen, dass Dr. I._ sich dabei am jeweils tatsächlich vom
Beschwerdeführer ausgeübten Pensum als Allrounder für Hauswartung und Unterhalt
orientierte (vgl. act. G19.1, G21.1, nachfolgende Erwägung 5.3). Dr. I._ begründete
weder, weshalb es im Vergleich zu seinen früheren Einschätzungen zu einer Steigerung
der Arbeitsfähigkeit gekommen war, noch weshalb weiterhin eine teilweise
Arbeitsunfähigkeit bestehen sollte. Dies insbesondere nicht in Bezug auf eine ideal
adaptierte Tätigkeit.
5.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 21/27
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Soweit Dr. I._ und der Beschwerdeführer der Ansicht sind, letzterer könne seine
rechte Hand bzw. den rechten Arm gar nicht einsetzen, ist dies nicht nachvollziehbar.
Der Beschwerdeführer hat selbst bewiesen, dass er seine rechte Hand mindestens
teilweise einsetzen kann, indem er seit 7. September 2020 in einem Pensum von 30 %
und seit 1. Dezember 2020 in einem Pensum von 50 % als Allrounder für Hauswartung
und Unterhalt tätig ist. Die diesbezüglichen Arbeitsverträge wurden unbefristet, mit
einer Probezeit von drei Monaten, abgeschlossen (vgl. act. G19.1, G21.1). Es ist nicht
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer und dessen neuer Arbeitgeber ein
solches Arbeitsverhältnis eingegangen wären, wenn der Beschwerdeführer nicht in der
Lage wäre, die ihm übertragenen Arbeiten auszuführen. Für die Tätigkeit als Allrounder
und Hauswart ist typischerweise mindestens in einem gewissen Ausmass der Einsatz
beider Hände und Arme notwendig. Dies auch wenn - wie vorliegend im Arbeitsvertrag
vom 2. November 2020 festgehalten (vgl. act. G21.1) - nur leichte körperliche Arbeiten
vorgesehen sind. Die weiteren Akten legen ebenfalls nahe, dass der Beschwerdeführer
nicht als funktioneller Einhänder zu betrachten ist. Die Ergotherapeutin S._, KSSG,
führte bereits am 4. Oktober 2017 aus, der Beschwerdeführer setze seine rechte Hand
bei Aktivitäten ohne oder mit minimaler Belastung sehr gut ein. Im Alltag bestehe noch
eine wesentliche Schonhaltung. Der Beschwerdeführer sei motiviert und versuche trotz
Schmerzen seine Hand im Alltag immer wieder einzusetzen (Suva-act. 179). Auch
Kreisarzt Dr. H._ stellte - wie bereits erwähnt - keine komplette Funktionsunfähigkeit
der rechten Hand fest. Er führte am 31. Januar 2018 lediglich aus, es bestehe noch
eine schmerzhafte end- bis mittelgradig ausgeprägte Funktionsbeeinträchtigung der
rechten Hand, die sich in einer deutlichen Kraftminderung und Beeinträchtigung der
Oppositions- und Greifbewegung äussere. Der Haken- und Pinzettengriff seien nur
noch inkomplett durchführbar (Suva-act. 208).
5.3.
Vom 3. September bis 2. Dezember 2018 befand sich der Beschwerdeführer in
einer beruflichen Abklärung beim HPV. Die dort verantwortlichen Personen hielten in
ihrem Schlussbericht fest, die Quantität und Qualität der Arbeiten seien auf dem ersten
Arbeitsmarkt nicht verwertbar. Die Leistungsfähigkeit schätzten sie auf ca. 10 %. Der
Beschwerdeführer habe sein Pensum von 100 % durchhalten können, habe jedoch
viele Pausen gebraucht. Sie würden die Rentenprüfung und allenfalls die Mitarbeit in
einem geschützten Rahmen empfehlen (Suva-act. 277). Abklärungen, wie sie im HPV
vorgenommen wurden, sind in erster Linie dazu bestimmt, im Rahmen der
Berufsberatung eine geeignete Umschulungsmöglichkeit oder die den persönlichen
Fähigkeiten und Beschränkungen der versicherten Person entsprechende Arbeit zu
definieren. Sie erweisen sich aber in der Regel als ungeeignet, den
Arbeitsfähigkeitsgrad objektiv zu bestimmen (vgl. Entscheide des
5.4.
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Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. August 2010, IV 2008/508, E. 2.3,
und vom 25. November 2016, IV 2014/355, E. 3.2.5). Der Bericht des HPV wurde nicht
von einer medizinischen Fachperson erstellt und ist damit bezüglich der
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auf dem allgemeinen ausgeglichenen
Arbeitsmarkt nicht aussagekräftig. Zudem bezog sich diese Einschätzung auf
sämtliche, auch unfallfremde, Beschwerden. Insbesondere wurden auch die damaligen
Einschränkungen am linken Arm berücksichtigt. Im Zeitpunkt der Beurteilungen durch
Dr. H._ am 31. Januar und 18. April 2018 (Suva-act. 208, 228) bzw. der
Stellungnahme vom 11. Januar 2019 (Suva-act. 271) lag der Schlussbericht des HPV
noch nicht vor. Dementsprechend konnte sich Dr. H._ nicht dazu äussern. Dies ist
jedoch insofern nicht von Belang, als - wie erwähnt - der Schlussbericht bezüglich der
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ohnehin nicht aussagekräftig ist.
Schliesslich hat sich die Beurteilung der verantwortlichen Personen des HPV insofern
als nicht korrekt erwiesen, als der Beschwerdeführer wie erwähnt seit September 2020
in einem Pensum von 30 % und seit Dezember 2020 von 50 % in einer adaptierten
Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt tätig ist (act. G19.1, G21.1). Aus den Akten ergibt sich
keine seit Ende der beruflichen Abklärung eingetretene massgebliche gesundheitliche
Verbesserung, welche diese Diskrepanz erklären könnte.
Insgesamt vermögen die Einschätzungen von Dr. I._ und der verantwortlichen
Personen des HPV die überzeugende Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. H._ nicht in
Frage zu stellen. Es ist damit von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer adaptierten
Tätigkeit auszugehen (Suva-act. 208). Dies selbst wenn die Beschwerden am Arm bzw.
im Bereich der Schulter und des Nackens rechts auch als unfallkausal angesehen
würden (vgl. E. 3.1.3). Die von Dr. H._ festgelegten Adaptionskriterien decken - mit
Ausnahme allfälliger Einschränkungen in Bezug auf Überkopfarbeiten - auch damit
verbundene Beeinträchtigungen ab. Zusätzliche Pausen sind gemäss Einschätzung von
Dr. H._ nicht notwendig (vgl. Suva-act. 208). Er beurteilte am 18. April 2018
ausserdem überzeugend, eine den Adaptionskriterien entsprechende
Nebenerwerbstätigkeit könne dem Beschwerdeführer in einem Umfang von bis zu fünf
Stunden wöchentlich zugemutet werden (Suva-act. 228). Weitere medizinische
Abklärungen erübrigen sich.
5.5.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 23/27
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6.
Basierend auf einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer adaptierten Tätigkeit ist im
Rahmen eines Einkommensvergleichs der Invaliditätsgrad zu ermitteln.
Für das Valideneinkommen ist massgebend, was die versicherte Person aufgrund
ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen
Rentenbeginns verdient hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Dabei ist in der
Regel vom zuletzt – d.h. grundsätzlich vor dem Beginn der unfallbedingten ganzen oder
teilweisen Arbeitsunfähigkeit – erzielten Verdienst auszugehen (BGE 139 V 30 E. 3.3.2,
je mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 18. März 2015, 8C_590/2014, E. 5.1).
Bei der Bestimmung des zuletzt erzielten Einkommens sind sämtliche
Erwerbseinkommen, auch etwa Nebeneinkünfte und regelmässig geleistete
Überstunden, zu berücksichtigen. Dies mag einschliessen, dass gegebenenfalls von
einer Arbeitszeit ausgegangen wird, welche weit über der üblichen liegt (Ueli Kieser,
ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 51 zu Art. 16). Rechtsprechungsgemäss ist ein
Nebenverdienst beim Valideneinkommen zu berücksichtigen, sofern er mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit weiterhin erzielt worden wäre, wenn die versicherte
Person gesund geblieben wäre. Dies gilt ohne Rücksicht auf den hierfür erforderlichen
zeitlichen oder leistungsmässigen Aufwand (Entscheide des EVG vom 29. November
2002, U 130/02, E. 3.2.1 [= RKUV 2003 Nr. U 476]; vom 2. November 2004, U 66/02 [=
RKUV 2005 Nr. U 538]; vom 3. Februar 2006, I 181/05, E. 2 und vom 9. Mai 2007, I
130/06, E. 6). Gemäss Angaben der B._ AG hätte der Beschwerdeführer im Jahr
2019 (Rentenbeginn) ein Einkommen von Fr. 5'613.-- pro Monat bzw. Fr. 72'969.-- (Fr.
5'613.-- x 13) pro Jahr erzielt (vgl. Suva-act. 279). Neben seiner Tätigkeit als
Gartenbauer war der Beschwerdeführer rund vier Stunden pro Woche in verschiedenen
Liegenschaften als Hauswart tätig. In der Liegenschaft in T._, wo der
Beschwerdeführer mit seiner Familie wohnt, übernahm seine Ehefrau einen Viertel der
Arbeiten (vgl. Suva-act. 220 f., 234). Es ist unbestritten davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer im Validenfall weiterhin nebenbei als Hauswart tätig gewesen wäre.
Folglich ist der dort erzielte Lohn beim Valideneinkommen zu berücksichtigen. Gemäss
IK-Auszug (vgl. Suva-act. 153) erhielt der Beschwerdeführer für seine Tätigkeit als
Hauswart (Anteil der Ehefrau ausgeschlossen) im Jahr 2016 insgesamt Fr. 9'331.-- (Fr.
4'785.-- + 3⁄4 x Fr. 4'800.-- + Fr. 946.--). Angepasst an die Nominallohnentwicklung bis
2019 (Index 2016: 2'239, 2019: 2'279) ergibt sich ein Einkommen von Fr. 9'498.--. Die
Beschwerdegegnerin rundete diesen Betrag zu Gunsten des Beschwerdeführers auf Fr.
10'000.-- auf, was aufgrund der schwankenden Einkommen als Hauswart nicht zu
6.1.
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beanstanden ist (vgl. Suva-act. 153, 282). Insgesamt resultiert damit ein
Valideneinkommen von Fr. 82'969.-- (Fr. 72'969.-- + Fr. 10'000.--).
Art. 16 ATSG umschreibt das Invalideneinkommen als hypothetisches Einkommen.
Nach der ständigen Verwaltungspraxis und Rechtsprechung steht für dessen
Ermittlung der Beizug von Tabellen und vergleichbaren Übersichten im Vordergrund
(Kieser, a.a.O., N 67 zu Art. 16). Der Beschwerdeführer ist zwar seit September 2020
wieder erwerbstätig (vgl. act. G19.1, G21.1). Er übt dabei jedoch nur ein Teilpensum
aus und schöpft seine verbleibende Arbeitsfähigkeit von 100 % damit nicht aus.
Zudem kann das erst wenige Monate bestehende Arbeitsverhältnis noch nicht als
besonders stabil angesehen werden. Folglich ist das Invalideneinkommen nicht
ausnahmsweise basierend auf seinem tatsächlich erzielten Einkommen festzulegen
(vgl. Kieser, a.a.O., N 70 zu Art. 16). Da dem Beschwerdeführer Hilfsarbeitertätigkeiten
zumutbar sind, rechtfertigt es sich, das Invalideneinkommen gestützt auf die LSE 2016,
Total sämtlicher Wirtschaftszweige, Kompetenzniveau 1, Männer, zu bestimmen (die
LSE 2018 war zum Zeitpunkt des Einspracheentscheids noch nicht publiziert und daher
nicht anwendbar; vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. November 2019, 8C_64/2019,
E. 6.2.1). Der entsprechende Lohn belief sich im Jahr 2016 auf Fr. 5'340.-- pro Monat
bzw. Fr. 64'080.-- jährlich. Aufgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche
Arbeitszeit von 41.7 Stunden und angepasst an die Nominallohnentwicklung bis 2019
(Index 2016: 2'239, 2019: 2'279) ergibt sich ein massgebliches Jahreseinkommen von
Fr. 67'997.--. Bezüglich des Nebenverdienstes ist festzuhalten, dass gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung beim Invalideneinkommen ein Zusatzeinkommen
aus Nebenerwerb nur insoweit zu berücksichtigen ist, als der Versicherte ein solches
trotz seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise weiterhin erzielen
kann. Hierfür ist gleich wie bei der Haupterwerbstätigkeit massgebend, welche
Arbeitstätigkeiten und -leistungen dem Versicherten aufgrund seines
Gesundheitszustandes nach ärztlicher Beurteilung noch zugemutet werden können
(Entscheid des EVG vom 28. August 2003, I 109/02, E. 3.3.2; vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. März 2009, IV 2007/189, E. 4.3,
mit weiteren Hinweisen). Dr. H._ hielt einen Nebenerwerb in einer adaptierten
Tätigkeit bis zu einem Umfang von fünf Stunden pro Woche für zumutbar (vgl. Suva-
act. 208). Mit der Beschwerdegegnerin (vgl. Suva-act. 282) ist dem Beschwerdeführer
wie im Validenfall ein Nebenerwerb von vier Stunden pro Woche anzurechnen. Die
Aussage des Beschwerdeführers, wonach eine adaptierte Nebenerwerbstätigkeit auf
dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht vorhanden sei (act. G1, G15), ist nicht einsichtig.
Dies zumal der Beschwerdeführer seit September 2020 wieder zu 30 % als Allrounder
für Hauswartung und Unterhalt tätig war bzw. zumindest einen Arbeitsversuch
6.2.
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7.
Schliesslich ist die Höhe des Anspruchs des Beschwerdeführers auf eine
Integritätsentschädigung zu beurteilen. Die Beschwerdegegnerin sprach ihm eine
solche basierend auf einem Integritätsschaden von 10 % zu (Suva-act. 282, 309).
unternommen hat (act. G19). Das hypothetische Einkommen im Nebenerwerb ist auf
der gleichen Grundlage zu berechnen wie der Haupterwerb. Dementsprechend
resultiert ein Verdienst von Fr. 6'522.-- (Fr. 67'997.-- x 4h / 41.7 h). Insgesamt ist damit
von einem Invalideneinkommen von Fr. 74'519.-- (Fr. 67'997.-- + Fr. 6'522.--)
auszugehen.
Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich
beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten (Hilfsarbeiter-)Tätigkeiten behindert
sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren
arbeitnehmenden Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand
Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer
versicherten Person, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe
haben können (BGE 129 V 481 E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2). Der
Beschwerdeführer hat gewisse qualitative Einschränkungen (vgl. Suva-act. 208, 228).
Er ist im Vergleich zu voll leistungsfähigen Arbeitnehmern damit lohnmässig
benachteiligt und muss mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen (vgl. zum
Ganzen Philipp Geertsen, Der Tabellenlohnabzug, in Ueli Kieser/Miriam Lendfers
[Hrsg.]: Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht 2012, S. 139 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 28. Januar 2014, 9C_796/2013, E. 3.1.2). Vorliegend rechtfertigt
es sich, den Tabellenlohnabzug auf 10 % festzusetzen, womit ein Invalideneinkommen
von Fr. 67'067.-- (0.9 x Fr. 74'519.--) resultiert. Ein höherer Abzug rechtfertigt sich
entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht (act. G1). Insbesondere ist weder
eine faktische Einhändigkeit noch ein vermehrter Pausenbedarf zu berücksichtigen.
6.2.1.
Ausgehend von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer adaptierten Tätigkeit bei
einem Valideneinkommen von Fr. 82'969.-- und einem Invalideneinkommen von Fr.
67'067.-- resultiert - wie von der Beschwerdegegnerin berechnet - ein
rentenbegründender Invaliditätsgrad von rund 19 %.
6.3.
Die Integritätsentschädigung wird gemäss Art. 25 Abs. 1 UVG entsprechend der
Schwere des Integritätsschadens abgestuft. Bei einem gleichen medizinischen Befund
7.1.
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8.
ist der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär
bemessen. Spezielle Behinderungen der betroffenen Person bleiben dabei
unberücksichtigt (BGE 124 V 35 E. 3c, 113 V 221 E: 4b). Die Bemessung des
Integritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalls
ab; es geht vielmehr um die medizinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung
der körperlichen und/oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht
zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1). Nach Art. 36 Abs. 2 UVV wird die
Integritätsentschädigung gemäss den Richtlinien des Anhangs 3 zur UVV bemessen.
Dieser Anhang enthält eine als gesetzmässig und nicht abschliessend anerkannte
Skala. Die medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrätlichen Skala zusätzliche Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form
(sogenannte Feinraster) erarbeitet. Diese Tabellen enthalten Richtwerte, mit denen die
Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll; sie sind mit dem
Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 E. 1c mit Hinweis).
Dr. H._ schätzte den Integritätsschaden am 31. Januar 2018 auf 10 %. Er führte
aus, unter Berücksichtigung der Tabellen 1 "Integritätsschaden bei Funktionsstörungen
an den oberen Extremitäten" und 5 "Integritätsschaden bei Arthrosen" werde eine
mässige Handwurzelarthrose bei schmerzhafter Funktionsbeeinträchtigung mit 5 - 10
% bewertet. Unter Berücksichtigung des chronischen Schmerzsyndroms und der
persistierenden Funktionsbeeinträchtigung der rechten Hand wähle er den oberen Wert
von 10 % (Suva-act. 209). Diese Beurteilung ist nachvollziehbar. Mit der Wahl des
oberen Grenzwertes von 10 % ist auch eine gewisse voraussehbare Verschlimmerung
der Arthrose, wie sie vom Beschwerdeführer geltend gemacht wird (vgl. act. G1),
bereits berücksichtigt. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (act. G1) ist nicht
von einer Funktionsunfähigkeit der rechten Hand auszugehen (vgl. E. 5.2).
Dementsprechend ist der in Anhang 3 der UVV erwähnte Wert für den Verlust einer
Hand nicht massgebend.
7.2.
Mangels Unfallkausalität rechtfertigen die psychischen Beschwerden keine
zusätzliche Integritätsentschädigung. Die allenfalls unfallkausalen Verspannungen des
Armes, der Schulter und des Nackens rechts bzw. das Impingement rechts sind nicht
geeignet, einen Integritätsschaden zu begründen (vgl. Suva-Tabelle 1, Anhang 3 zur
UVV).
7.3.
Nach dem Gesagten ist der angefochtene Einspracheentscheid nicht zu
beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.
8.1.
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