Decision ID: e9d185e5-2dce-41a9-9d4e-aa1ecd0de0da
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 22. März 2012 aufgrund einer Berufskrankheit mit Ekzemen
an den Händen beim Arbeiten mit gewissen Stoffen bei der IV-Stelle des Kantons St.
Gallen zur Früherfassung an (IV-act. 1 ff.). Anlässlich des in diesem Zusammenhang am
13. April 2012 geführten Gesprächs (IV-act. 4) reichte der Versicherte die Anmeldung
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung ein (IV-act. 7).
A.b Der Versicherte hatte in der Vergangenheit zunächst vom 2. Juni 2008 bis 30. Juni
2011 bei der B._ AG als Produktionsmitarbeiter gearbeitet. Aufgrund bestehender
Allergien konnte der Versicherte von der Arbeitgeberin jedoch nicht mehr weiter
beschäftigt werden (vgl. IV-act. 24-3 und Fremdakten Suva, act. 1-1 f.). Ab 1. Januar
2012 hatte er bei der C._ AG als Produktionsmitarbeiter gearbeitet (Fremdakten
Suva, act. 3-13 ff.). Im Arztbericht vom 7. Februar 2012 hielt Dr. med. D._, Facharzt
für Dermatologie und Venerologie FMH, fest, dass der Versicherte, entgegen angeblich
anderslautenden Zusagen vor Stellenbeginn, ausschliesslich putzende Tätigkeiten und
Maschinenbedienungen habe durchführen müssen, weshalb das Handekzem während
der Arbeitszeit wieder massiv aufgeflammt sei (IV-act. 3-35 f.). Aufgrund der
allergischen Erkrankung wurde das Arbeitsverhältnis per 31. März 2012 von der
Arbeitgeberin aufgelöst (IV-act. 8-2).
A.c Am 4. April 2012 erliess die Suva eine Nichteignungsverfügung für den
Versicherten. Er wurde ab sofort als nicht geeignet für Arbeiten mit Exposition zu
Glasfasern und für wiederkehrende Feucht- und Nassarbeiten erklärt (Fremdakten
Suva, act. 3-24 f.).
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A.d Anlässlich des Frühinterventionsgesprächs vom 28. August 2012 gab Dr. D._
gegenüber dem RAD als Diagnose ein Handekzem auf dyshydrotischer und
hyperkeratotischer (atopischer) Basis, Nickel und Kobalt als Triggersubstanzen,
Nichteignung für Arbeiten mit Exposition zu Glasfasern und wiederkehrende Feucht-
und Nassarbeiten an. Er bezeichnete die Compliance des Versicherten als völlig
ungenügend, was eine nachhaltige Therapie praktisch unmöglich mache. Eine gute
Compliance vorausgesetzt sei eine adaptierte Tätigkeit vollschichtig möglich (IV-act.
28).
A.e In der ärztlichen Beurteilung vom 17. Dezember 2012 kam der Suva-Arzt Dr. med.
E._, Facharzt für Arbeitsmedizin und Dermatologie FMH, zum Schluss, dass dem
Versicherten in einem höheren oder vollen zeitlichen Pensum generell Tätigkeiten, die
trocken und sauber seien, die Hände nur wenig mechanisch belasten und die Vorgaben
der Nichteignungsverfügung berücksichtigen würden, zumutbar seien. Empfehlenswert
seien somit Tätigkeiten mit einem hohen Anteil von Kontrolltätigkeiten oder eine mehr
administrative Tätigkeit (Fremdakten Suva, act. 7-3 f.).
A.f Vom 2. April bis 28. Juni 2013 wurde eine berufliche Abklärung zur Eignungs- und
Leistungsfähigkeit bei der F._ durchgeführt, wobei der Versicherte zunächst in der
F._ Werkstätte G._ tätig war, wo sich keine negativen Auswirkungen auf seine
Hände zeigten. Ab dem 3. Juni 2013 führte er einen Praxiseinsatz bei der H._ AG
durch, wobei die erste Woche problemlos verlief, sich ab der zweiten Woche aber
erneut Ausschläge an den Händen zeigten (IV-act. 78). Dr. I._ attestierte dem
Versicherten im Arztbericht vom 4. Juli 2013 entsprechend eine volle Arbeitsunfähigkeit
ab 10. Juni 2013 (IV-act. 76; vgl. auch IV-act. 74).
A.g Im Auftrag der Suva nahm der Versicherte ab dem 28. Februar 2014 an einem
Arbeitstraining in einem Pensum von 50% bei der J._ in K._ teil, wobei es nach
wenigen Tagen wieder zu einem Rezidiv des Ekzems kam, weshalb von Dr. I._ im
Bericht vom 5. April 2014 erneut eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde
(Fremdakten Suva, act. 24-17, 24-48 f. und 25-27).
A.h Im Arztbericht vom 10. Januar 2015 hielt Dr. I._ fest, dass gemäss der
Nichteignungsverfügung Arbeiten mit Glasfasern und im feuchten Milieu nicht möglich
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seien. Auch Tätigkeiten, bei welchen Gummihandschuhe über längere Zeit getragen
werden müssten, seien nicht geeignet. Die Prognose für Arbeiten ohne Risiko für
kumulativ-toxische und mechanisch-toxische Kontaktekzeme, das heisse eine
trockene Arbeit ohne Gummihandschuhe und mit geringer oder fehlender
mechanischer Belastung, sei günstig (IV-act. 96).
A.i In der Stellungnahme vom 29. Januar 2015 gab RAD-Arzt Dr. med. L._, Facharzt
für Innere Medizin FMH, an, dass in einer adaptierten Tätigkeit eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit bestehe. Er hielt sinngemäss fest, dass hautbelastende Tätigkeiten zu
vermeiden und ekzemverhindernde Arbeitskonditionen strikte zu beachten seien. Dabei
müsse aber daran erinnert werden, dass der Versicherte im Rahmen einer bei der F._
durchgeführten Arbeitserprobung in diversen getesteten Tätigkeiten während ca. 8
Wochen keine ekzematischen Veränderungen an den Händen habe erkennen lassen
(IV-act. 98).
A.j Mit Vorbescheid vom 2. Februar 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Trotz der vorhandenen
Nichteignungsverfügung für Tätigkeiten mit Glasfasern und wiederkehrenden Feucht-
und Nassarbeiten bestehe in leidensangepassten Tätigkeiten nach wie vor eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Dabei könne er in einer geeigneten
Erwerbsmöglichkeit auf dem ihm offenstehenden, ausgeglichenen Arbeitsmarkt
mindestens ein gleich hohes Einkommen wie bisher erzielen, weshalb keine Invalidität
vorliege (IV-act. 101).
A.k Mit Schreiben vom 10. März 2015 erhob der Versicherte Einwand gegen diesen
Vorbescheid (IV-act. 105). In der Einwandbegründung vom 10. April 2015 beantragte er
die Aufhebung des Vorbescheids und die Vornahme weiterer Abklärungen. Die
bisherigen Anstellungen sowie die berufliche Abklärung hätten gezeigt, dass auch in
adaptierten Tätigkeiten keine Eingliederungsfähigkeit bestehe, da sich immer wieder
Hautveränderungen gezeigt hätten. Eine anderweitige leidensangepasste Tätigkeit (z.B.
Arbeit in einem Büro) gebe es für ihn nicht, da es ihm für nicht handwerkliche Arbeiten
an der notwendigen Ausbildung fehle. Weiter sei es bei ihm in der Zwischenzeit zu
einer reaktiven Depression gekommen. Als Beilage wurde ein Schreiben vom Dr. I._
vom 13. Februar 2015 eingereicht (IV-act. 106).
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A.l Im Arztbericht der Psychiatrie M._ vom 30. April 2015 führten die Ärzte als
Diagnose eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt auf.
Die körperlichen Einschränkungen würden den Versicherten zusehends belasten.
Insofern wirke sich vordergründig seine Arbeitsunfähigkeit eher negativ als positiv auf
seine Gesundheit aus (IV-act. 107). RAD-Arzt Dr. L._ hielt in der Stellungnahme vom
23. Juni 2015 fest, dass aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit bestehe und sich somit keine Modifikation der bisherigen Einschätzung
aufdränge (IV-act. 109).
A.m Mit Schreiben vom 26. Juni 2015 hielt die IV-Stelle fest, dass der Versicherte trotz
der zusätzlich getätigten Abklärungen keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe,
und gewährte ihm im Rahmen einer zweiten Anhörung erneut das rechtliche Gehör (IV-
act. 110), welches der Versicherte mit Schreiben vom 29. Juli 2015 wahrnahm (IV-act.
111).
A.n Im Arztbericht vom 22. August 2015 zuhanden der Suva führte Dr. I._ aus, dass
es bei einem erneuten Arbeitsversuch zu 50% als Lagerist im März 2015 wiederum zu
einem Rezidiv des Ekzems mit recht intensiven, subakuten Ekzemveränderungen
gekommen sei. Er bestätigte jedoch, dass der Versicherte in adaptierter Tätigkeit
arbeitsfähig sei, für handwerkliche Tätigkeiten – anscheinend auch mit minimaler
Belastung der Haut an den Händen – aber keine Arbeitsfähigkeit vorliege (IV-act. 112).
A.o Der Eingliederungsverantwortliche hielt im Verlaufsprotokoll vom 2. September
2016 fest, dass aufgrund der sehr langen Absenz von der Arbeitswelt und der
Adaptionskriterienhürde die Stellensuche enorm schwierig sei. Die durchgeführten
Arbeitsbemühungen seien durchwegs nicht erfolgreich gewesen. Er betrachte daher
den Versicherten zum jetzigen Zeitpunkt als nicht vermittlungsfähig und schliesse den
Fall ab. An den wenigen Treffen, welche in dieser Zeit stattgefundenen hätten, habe er
keinen beeinträchtigenden Ausschlag an den Händen feststellen können (IV-act. 177).
A.p Mit Schreiben vom 5. September 2016 teilte die IV-Stelle mit, dass das
Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen abgewiesen werde. Trotz der
Bemühungen des Eingliederungsberaters sei es nicht gelungen, den Versicherten im
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Arbeitsmarkt zu integrieren. Der Versicherte könne eine Verfügung verlangen (IV-act.
179), was dieser nicht tat.
A.q Mit Verfügung vom 6. September 2016 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des
Versicherten ab (IV-act. 181).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegend zu beurteilende Beschwerde
vom 7. Oktober 2016. Der Beschwerdeführer beantragt unter Kosten- und
Entschädigungsfolge, die Aufhebung dieser Verfügung und die Zusprache einer ganzen
IV-Rente. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen. Weiter beantragt er unentgeltliche Rechtspflege. Sämtliche bisherigen
Anstellungen und Arbeitsversuche hätten gezeigt, dass es bei ihm immer wieder zu
Hautekzemen gekommen sei und er die entsprechenden Arbeiten nicht habe ausführen
können. Es sei deshalb unzutreffend, wenn von einer uneingeschränkten
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ausgegangen werde. Dies gehe
auch aus dem Verlaufsprotokoll der Invalidenversicherung vom 3. Juli 2013 hervor.
Arbeiten im Büro seien ihm nicht möglich, da er lediglich handwerkliche Arbeiten
ausführen könne. Weiter sei es mittlerweile zu einer reaktiven Depression gekommen.
Die diesbezüglichen Abklärungen der Beschwerdegegnerin würden sich als
ungenügend erweisen (act. G 1).
B.b Am 14. Oktober 2016 wurde dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtspflege (Befreiung von Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) entsprochen (act. G 2).
B.c Mit Beschwerdeantwort vom 10. November 2016 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Wenn die Compliance beim
Beschwerdeführer gegeben sei, könne er die von den behandelnden Dermatologen
und dem RAD attestierte volle Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit umsetzen.
Weiter sei die Eingliederungsfähigkeit nicht mit Arbeitsfähigkeit gleichzusetzen und
beim Beschwerdeführer liege eine subjektive Eingliederungsunfähigkeit vor, welche
invalidenversicherungsrechtlich unbeachtlich sei. Bei der diagnostizierten
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Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt handle es sich um
ein reaktives psychisches Leiden, welches wieder abklinge und gemäss der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht invalidisierend sei (act. G 4).
B.d Mit Replik vom 31. Januar 2017 hält der Beschwerdeführer vollumfänglich an den
Rechtsbegehren gemäss Beschwerdeschrift fest (act. G 8). Zusammen mit der Replik
reichte er ein Schreiben von Dr. I._ vom 19. November 2016 ein (IV-act. 8.2). Zudem
legte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine Kostennote über Fr. 1'880.-- (9.4
Stunden à Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 77.70, 8% Mehrwertsteuer und Fr.
65.35 für den Arztbericht von Dr. I._, total Fr. 2'179.65, vor (act. G 8.1).
B.e Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (vgl. act. G 10).
B.f Mit Schreiben vom 17. Januar 2018 reichte der Beschwerdeführer einen weiteren
Arztbericht von Dr. I._ vom 13. Januar 2018 ein (act. G 11).

Erwägungen
1.
1.1 Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der
Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
1.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die: a. ihre Erwerbsfähigkeit
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können; b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
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dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens
zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf
eine Viertelsrente.
1.4 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im
Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der
Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden
können (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit
Hinweisen).
2.
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2.1 Die Beschwerdegegnerin geht beim Beschwerdeführer von einer
uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit aus (IV-act.
181) und stützt sich dabei unter anderem auf die Stellungnahmen des RAD vom 29.
Januar 2015 (IV-act. 98) und 23. Juni 2015 (IV-act. 109).
2.2 Der Beschwerdeführer macht demgegenüber eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
auch in einer adaptierten Tätigkeit geltend. Sämtliche bisherigen Anstellungen seit
2009 sowie die Arbeitsversuche hätten gezeigt, dass es bei ihm zu Hautekzemen
komme und er die entsprechenden Arbeiten nicht ausführen könne. Es sei
unzutreffend, wenn die Beschwerdegegnerin von einer uneingeschränkten
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ausgehe. Im Verlaufsprotokoll der
Beschwerdegegnerin vom 3. Juli 2013 sei auf jeden Fall festgehalten, dass sich
während der beruflichen Abklärungen in einer ärztlich adaptierten Tätigkeit wiederum
Hautveränderungen gezeigt hätten, die zu einer vollen Arbeitsunfähigkeit geführt
hätten. Die Massnahme sei daher abgebrochen worden und es bestehe auch in einer
adaptierten Tätigkeit keine Eingliederungsfähigkeit. Es sei nicht davon auszugehen,
dass die Beschwerdegegnerin mit dem Beschwerdeführer Arbeiten getestet habe,
welche nicht im Einklang mit der Nichteignungsverfügung gestanden hätten. Selbst
wenn der behandelnde Dermatologe Dr. I._ sowie andere Ärzte dem
Beschwerdeführer eine volle Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
attestiert haben, so würden Theorie und Praxis ganz offensichtlich auseinanderklaffen.
Eine anderweitige leidensangepasste Tätigkeit, wie Arbeit in einem Büro, gebe es für
den Beschwerdeführer nicht, da er lediglich handwerkliche Arbeiten ausführen könne
(act. G 1, S. 5 ff.).
2.3 Gemäss der Nichteignungsverfügung vom 4. April 2012 sind dem
Beschwerdeführer Arbeiten mit Exposition zu Glasfasern und wiederkehrende Feucht-
und Nassarbeiten nicht zumutbar (Fremdakten Suva, act. 3-24 f.). Weiter bringt der
Suva-Arzt Dr. E._ im Bericht vom 17. Dezember 2012 vor, es beständen auch
Einschränkungen bei vermehrter mechanischer Belastung. Beispielsweise sei eine
Maschinenbedienung mit intensivem Gerätekontakt der Hände oder eine
handwerkliche Tätigkeit mit Handinstrumenten, die mit grosser Kraftanstrengung zu
bedienen seien, nicht mehr zumutbar. Auch das mehrstündige Tragen von luftdichten
Schutzhandschuhen sei dem Beschwerdeführer nicht möglich. Weiter müssten ebenso
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eine Exposition gegenüber Stoffen, die als hautreizend eingestuft seien, oder
Tätigkeiten, die mit regelmässiger Hautverschmutzung verbunden seien und somit eine
überdurchschnittlich häufige und intensive Handreinigung erfordern würden, vermieden
werden. Zumutbar seien Tätigkeiten, die trocken und sauber seien, die Hände nur
wenig mechanisch belasten und die Vorgaben der Nichteignungsverfügung
berücksichtigen würden. Empfehlenswert sei somit eine Tätigkeit mit einem hohen
Anteil von Kontrolltätigkeit oder eine mehr administrative Tätigkeit (Fremdakten Suva,
act. 7-3 f.). Im Arztbericht vom 5. April 2014 führte Dr. I._ aus, dass der
Beschwerdeführer auch für minimal mechanisch oder physikalisch belastende Arbeit
als nicht arbeitsfähig zu betrachten sei. Es kämen lediglich überhaupt nicht belastende
Arbeiten in Frage, wie zum Beispiel Büroarbeiten, Bewachungsaufgaben und ähnliches.
Bekanntlich seien solche Stellen für Ungelernte extrem selten zu finden, weshalb der
Beschwerdeführer faktisch als vollständig arbeitsunfähig zu betrachten sei (Fremdakten
Suva, act. 24-17 f.). Im Bericht vom 22. November 2014 gab Dr. I._ an, dass der
Beschwerdeführer nur für nicht oder wenig hautbelastende Arbeiten als vermittelbar
gelten könne (IV-act. 96-20).
2.4 Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer bei seiner ursprünglichen
Arbeitgeberin, der B._ AG, aufgrund seines Handekzems nicht mehr eingesetzt
werden konnte (Fremdakten Suva, act. 3-63 f. und 7-3 f.). Deshalb kam es schliesslich
zur Kündigung der Anstellung per 30. Juni 2011 (vgl. IV-act. 24-3). Per 1. Januar 2012
trat der Beschwerdeführer eine neue Stelle bei der C._ AG an (vgl. Fremdakten Suva,
act. 3-42). Aus dem Bericht vom 7. Februar 2012 von Dr. D._ geht hervor, dass der
Beschwerdeführer ausschliesslich putzende Tätigkeiten und die Maschinenbedienung
habe ausführen müssen, obwohl ihm zugesagt worden sei, dass er keine
mechanischen und Feuchtarbeiten erledigen müsse. Das Handekzem sei während
dieses Einsatzes massiv aufgeflammt. In der Folge wurde das Arbeitsverhältnis von der
Arbeitgeberin per 31. März 2012 gekündigt (Fremdakten Suva, act. 3-35 f., IV-act. 8-2;
vgl. IV-act. 13 und IV-act. 24-2). Im Rahmen einer beruflichen Abklärung durch die
Beschwerdegegnerin wurde am 2. April 2013 ein Arbeitsversuch bei der F._ in Chur
gestartet. Nach Angaben des Beschwerdeführers sei sein Haupteinsatzgebiet innerhalb
der Logistik gewesen, teilweise auch in der Umgebungsarbeit. Er habe mit dem
Palettenrolli und der Elektroameise gearbeitet und das Be- und Entladen der
Lastwagen sei für ihn kein Problem gewesen. Dazwischen habe er allgemeine
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Aufräumarbeiten und Kontrollaufgaben durchgeführt. Dort konnten im ersten Monat
keine Hautreaktionen beobachtet werden, bei offenbar geringer Auslastung (vgl. IV-act.
74-3 f.). In der Folge wurde ab 27. Mai 2013 ein Praxiseinsatz bei der H._ AG
durchgeführt. Dort berichtete der Beschwerdeführer über einen erneuten Allergieschub,
weshalb ihm ab 10. Juni 2013 von Dr. I._ auch wieder eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde. Der Beschwerdeführer gab gegenüber Dr. I._ an,
dass er bei der H._ AG Züge habe ausladen, sowie Palette und Boxen sortieren
müssen, wobei es sich um eine trockene Arbeit gehandelt habe. Bereits zwei bis drei
Tage nach Arbeitsbeginn sei es zu einem Rezidiv des Ekzems mit Juckreiz gekommen.
Die berufliche Abklärung lief schliesslich am 28. Juni 2013 aus (IV-act. 74 und 76,
Fremdakten Suva, act. 20-124 ff.). Der Eingliederungsverantwortliche hält im Bericht
vom 3. Juli 2013 fest, dass sich während der beruflichen Abklärung in einer ärztlich
adaptierten Tätigkeit wiederum Hautveränderungen gezeigt hätten, was zu einer
erneuten vollen Arbeitsunfähigkeit geführt habe. Die Massnahme sei daher
abgebrochen worden und es bestehe aus seiner Sicht auch in einer adaptierten
Tätigkeit keine Eingliederungsfähigkeit (IV-act. 74-6). Der Suva-Arzt Dr. E._ hielt
diesbezüglich fest, dass er anhand der Angaben nicht definitiv beurteilen könne,
inwiefern es sich bei der durchgeführten Arbeit um eine manuell beanspruchende
Tätigkeit gehandelt habe. Dass eine stärker manuell beanspruchende Tätigkeit für den
Versicherten grundsätzlich nicht zumutbar sei, sei schon früher dargelegt worden.
Somit wäre ein Eingliederungsversuch mit einer Tätigkeit mit hohem Anteil von
Kontrolltätigkeit oder eine mehr administrative Tätigkeit prinzipiell besser gewesen
(Fremdakten Suva, act. 20-119). Am 28. Februar 2014 startete der Beschwerdeführer
mit einem Arbeitstraining zu 50% bei der J._ in K._. Die Arbeit bestand aus ca.
10% Reinigung von gepolsterten Stühlen, ca. 40% Waren mit Schrumpffolie versehen
und zum Versand vorbereiten und ca. 50% allgemeine Reinigung und Verpacken von
Büromöbeln (Fremdakten Suva, act. 24-48 f. und act. 25-27). Da es nach wenigen
Tagen wieder zu einem Rezidiv des Ekzems gekommen war, bescheinigte Dr. I._
dem Beschwerdeführer mit Bericht vom 5. April 2014 wieder eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit ab dem 24. März 2014. Weiter hielt er fest, dass lediglich überhaupt
nicht belastende Arbeiten in Frage kommen würden, nachdem auch dieser
Arbeitsversuch mit Arbeiten im Lager ohne feuchtes Milieu zu einem Rezidiv des
Ekzems geführt habe (Fremdakten Suva, act. 24-17). Suva-Arzt Dr. N._ führte in der
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Stellungnahme vom 3. Oktober 2014 aus, dass bei den bisher angetretenen
Arbeitsstellen die bestehende Zumutbarkeitsbeurteilung nicht vollständig
berücksichtigt worden sei (Fremdakten Suva, act. 29-55 f.). Im Bericht vom 22. August
2015 bestätigte Dr. I._, dass der Beschwerdeführer in adaptierter Tätigkeit
arbeitsfähig sei. Für handwerkliche Tätigkeiten anscheinend auch mit minimaler
Belastung der Haut an den Händen sei er jedoch nicht arbeitsfähig (IV-act. 112).
2.5 Bei der Tätigkeit bei der C._ AG musste der Beschwerdeführer vor allem
putzende Tätigkeiten ausführen und auch die Bedienung von Maschinen übernehmen.
Somit entsprach die Tätigkeit gerade nicht den Anforderungen an eine angepasste
Tätigkeit ohne mechanische Belastung und Feuchtarbeiten. Von daher lässt sich auch
das Wiederaufflammen des Handekzems erklären. Bei der Arbeit bei der H._ AG,
welche das Entladen von Zügen und das Sortieren von Paletten und Boxen umfasste,
handelte es sich zwar um eine trockene Arbeit, jedoch um eine manuell stärker
beanspruchende Tätigkeit. Auch die Tätigkeiten bei der J._, wo der
Beschwerdeführer Reinigungsarbeiten von gepolsterten Stühlen, allgemeine
Reinigungsarbeiten sowie Verpackungs- und Vorbereitungsarbeiten für den Versand
von Büromöbeln ausüben musste, wurden dem Zumutbarkeitsprofil nicht (vollständig)
gerecht. Diese Erfahrungen hatten zur Folge, dass Dr. I._ präzisierte, zukünftig
kämen überhaupt nur noch nicht hautbelastende Arbeiten in Frage (vgl. IV-act. 112). Im
Bericht vom 19. November 2016 beschrieb Dr. I._ eine leidensangepasste Tätigkeit
als eine solche, bei welcher überhaupt keine chemischen, physikalischen und
mechanischen Einwirkungen auf die Haut bestehen würden. Dies sei zum Beispiel eine
administrative Tätigkeit oder die Tätigkeit als Dozent, welcher Vorlesungen halte und
wissenschaftliche Arbeiten schreibe. Für ungelernte Arbeiter gebe es praktisch keine
solchen Tätigkeiten, da diese Stellen extrem dünn gesät seien. Es kämen zum Beispiel
Tätigkeiten als Wachmann oder vielleicht noch an der Kasse in einem Geschäft in
Frage. Für eine solche wirklich leidensadaptierte Tätigkeit wäre der Beschwerdeführer
auf Grund der Hautbefunde voraussichtlich voll arbeitsfähig, wobei zuerst ein Versuch
gemacht werden müsste, bevor diese Frage abschliessend beantwortet werden könnte
(act. G 8.2)
2.6 Insgesamt geht aus den vorstehenden Erwägungen hervor, dass das Festhalten an
einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit nicht zu beanstanden ist. Die
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Ärzte verwiesen immer wieder darauf, dass insbesondere Kontroll- und administrative
Tätigkeiten für den Beschwerdeführer geeignet wären. Die Argumentation des
Beschwerdeführers, dass aufgrund der negativen Ergebnisse der Arbeitsversuche von
einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei, überzeugt deswegen nicht, da es sich
stets um Tätigkeiten gehandelt hatte, welche gerade nicht optimal adaptiert waren. Die
im Bericht von Dr. I._ vom 17. Januar 2018 attestierte Arbeitsunfähigkeit von 40% ist
nicht hinreichend nachvollziehbar, da die Angaben in diesem Bericht nicht auf eine
dauerhafte Verschlechterung schliessen lassen (act. G 11.1). Zudem würde eine mit
diesem Bericht geltende gemachte Verschlechterung ohnehin einen Zeitpunkt nach
dem Erlass der angefochtenen Verfügung betreffen, womit diese im vorliegenden
Verfahren nicht zu berücksichtigen wäre (act. G 11.1). Bei einer optimal adaptierten
Tätigkeit ist somit weiterhin von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Ob die
so bestehende Arbeitsfähigkeit überhaupt noch verwertbar ist, bleibt indessen zu
prüfen.
3.
3.1 Der Beschwerdeführer bringt allerdings auch noch vor, dass es bei ihm mittlerweile
zu einer reaktiven Depression gekommen sei. Er befände sich immer noch beim
Psychiatrie-Zentrum M._ in psychiatrischer Behandlung. Im Bericht vom 30. April
2015 hätten die dortigen Ärzte festgehalten, dass die bisherige Tätigkeit aus
medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar sei. Unter diesen Umständen hätten weitere
Abklärungen getroffen werden müssen, womit sich die ärztlichen Abklärungen der
Beschwerdegegnerin als ungenügend erweisen würden (act. G 1, S. 7 f.).
3.2 Im obgenannten Bericht des Psychiatrie-Zentrums M._ vom 30. April 2015
führten die Ärzte jedoch auch aus, dass die psychischen Einschränkungen nicht
aufgrund der Tätigkeit des Beschwerdeführers, sondern aufgrund der fehlenden
Arbeitsmöglichkeiten durch seine somatischen Beschwerden entstanden seien.
Dementsprechend hielten die Ärzte auch fest, dass eine Umschulung, Weiterbildung
bzw. Reintegration in den Arbeitsmarkt äusserst indiziert sei und bei Wiedererlangung
einer Arbeitsfähigkeit vermutlich auf weiterführende Behandlungen verzichtet werden
könnte (act. G 1.9). Die festgehaltene Arbeitsunfähigkeit bezieht sich somit lediglich auf
die somatischen Einschränkungen und nicht auf die psychischen Beschwerden. Aus
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psychiatrischer Sicht besteht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Aufgrund
dieser Ausführungen erübrigte sich das Einholen weiterer psychiatrischer Arztberichte.
4.
4.1 Bezüglich der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit führt der Beschwerdeführer
aus, dass die Praxis gezeigt habe, dass auch in einer adaptierten Tätigkeit keine
Eingliederungsfähigkeit bestehe. Eine anderweitige leidensangepasste Tätigkeit, wie
Arbeit in einem Büro, gebe es für ihn nicht, da er lediglich handwerkliche Arbeiten
ausführen könne (act. G 1, S. 7).
4.2 Die Zumutbarkeit der Ausschöpfung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit ist unter
Annahme eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes zu bestimmen. Der Begriff des
ausgeglichenen Arbeitsmarktes gemäss Art. 16 ATSG ist ein theoretischer und
abstrakter Begriff, welcher die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt (BGE 134
V 64 E. 4.2.1). Er umschliesst einerseits ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem
Angebot von Stellen und der Nachfrage nach solchen. Andererseits bezeichnet er einen
Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen
offenhält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und
intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE
110 V 273 E. 4b; Urteil des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E.
2.2). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze,
also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen
Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteil des
Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 2.2 mit Hinweis auf Urteil
vom 29. August 2007, 9C_95/2007, E. 4.3). Von einer Arbeitsgelegenheit kann nicht
mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nurmehr in so eingeschränkter
Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder
sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen
Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von
vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil des Bundesgerichts vom 28. April
2010, 8C_1050/2009, E. 3.3 mit weiteren Hinweisen). Daraus folgt, dass für die
Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine beeinträchtigte Person unter
den konkreten Arbeitsverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob
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sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die
verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI
1998 S. 291). Die wirtschaftliche Verwertbarkeit der noch zumutbaren
Restarbeitsfähigkeit auf dem als ausgeglichen gedachten Arbeitsmarkt bedeutet eine
Einschätzung der Chancen der versicherten Person, trotz der im Einzelfall
einzuhaltenden Restriktionen bezüglich Arbeitsplatz, Arbeitshaltung, Arbeitszeit und Art
der Tätigkeit von einem durchschnittlichen Arbeitgeber noch angestellt zu werden. Es
geht dabei um die konkrete Beurteilung der für die versicherte Person
realistischerweise noch vorhandenen oder nicht mehr vorhandenen
Arbeitsmarktchancen (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Dezember 2008,
9C_854/2008, E. 3.2; vgl. auch Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
[EVG] vom 10. März 2003, I 617/02, E. 3.1 mit Hinweisen).
4.3 Dem Beschwerdeführer stehen noch trockene und saubere Tätigkeiten offen, ohne
auch nur minimale Belastung der Hände. Weiter muss eine Exposition gegenüber
Glasfasern und anderen Stoffen, die als hautreizend eingestuft sind, vermieden werden
(vgl. E. 2.3 und 2.4). Als mögliche Tätigkeiten wurden von den Ärzten wiederholt
Kontrolltätigkeiten oder Be- und Überwachungsaufgaben aufgeführt. So wurde
beispielsweise von Dr. I._ explizit eine Stelle beim Sicherheitsdienst der SBB erwähnt
(vgl. IV-act. 112). Auch wenn im Rahmen der Eingliederungsbemühungen offensichtlich
keine passende Stelle gefunden werden konnte, zeigt dies doch, dass zumindest auf
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus Stellen vorhanden wären, welche dem
Beschwerdeführer unter Berücksichtigung der Adaptationskriterien zumutbar wären.
Somit ist von einer Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
auszugehen.
5.
5.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
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5.2 Für das Valideneinkommen ist massgebend, was die versicherte Person aufgrund
ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen
Rentenbeginns verdient hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Dabei ist in der
Regel vom zuletzt – d.h. grundsätzlich vor dem Beginn der unfallbedingten ganzen oder
teilweisen Arbeitsunfähigkeit – erzielten Verdienst auszugehen (BGE 130 V 349 E. 3.4.2
mit Hinweisen).
5.3 Die Festlegung des Valideneinkommens durch die Beschwerdegegnerin auf Fr.
58'500.-- (vgl. IV-act. 99 und 181-2) gestützt auf die Angaben der früheren
Arbeitgeberin, der C._ AG, für das Jahr 2012 (vgl. IV-act. 13-3) ist nicht zu
beanstanden und es kann darauf abgestellt werden.
5.4 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht, sofern
kumulativ besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist,
dass die versicherte Person die ihr verbleibende Leistungsfähigkeit in zumutbarer
Weise voll ausschöpft und das Einkommen aus der Arbeitsleistung angemessen und
nicht als Soziallohn erscheint. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen
gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des
Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine an sich zumutbare neue
Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so ist auf Erwerbstätigkeiten abzustellen, die der
versicherten Person (nach zumutbarer Behandlung und allfälliger Eingliederung)
angesichts ihrer Ausbildung und ihrer physischen sowie intellektuellen Eignung
zugänglich wären. Rechtsprechungsgemäss werden hierzu die Tabellenlöhne gemäss
den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen (BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
5.5 Der Tabellenlohn für Hilfsarbeiter für das Jahr 2012 lag mit Fr. 65'177.-- (vgl.
Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV,
Ausgabe 2018) über dem Valideneinkommen des Beschwerdeführers. Selbst unter
Vornahme einer allfälligen Parallelisierung (vgl. BGE 135 V 58 E. 3.4.3) und selbst mit
Berücksichtigung eines maximalen Tabellenlohnabzuges (vgl. BGE 126 V 79 E. 5b und
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129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen) ergibt sich kein rentenbegründender Invaliditätsgrad.
Damit ist die Abweisung des Rentenanspruchs nicht zu beanstanden.
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu befreien.
6.3 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b Honorarordnung (HonO; sGS 963.75)
pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat
eine Kostennote über Fr. 2'179.65 eingereicht. Mit der Verrechnung eines
Stundensatzes von Fr. 200.-- ist die Kürzung des Honorars um einen Fünftel gemäss
Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes (sGS 963.70) bereits berücksichtigt. In der
vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint dieser Betrag angemessen. Somit
hat der Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Fr. 2'179.65
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
6.4 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).