Decision ID: d6ba6fdb-cc20-5e00-bed3-2d6fd7ac3d47
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 2. Juli 2020 in der Schweiz um Asyl
nachsuchte,
dass in der Folge festgestellt wurde, dass er bereits am 23. Juli 2003 unter
der Identität B._, geb. (...), in der Schweiz um Asyl ersucht hatte,
wobei das Gesuch infolge seiner unkontrollierten Abreise am 8. Januar
2004 abgeschrieben worden war,
dass ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Euro-
dac) ergab, dass der Beschwerdeführer am 25. September 2010 in Spa-
nien ein Asylgesuch gestellt hatte,
dass das SEM dem Beschwerdeführer am 9. Juli 2020 im Rahmen eines
Dublin-Gesprächs das rechtliche Gehör gewährte zu einer möglichen Zu-
ständigkeit von Frankreich oder Spanien für die Behandlung seines Asyl-
gesuchs sowie zu seinem gesundheitlichen Zustand,
dass der Beschwerdeführer im Wesentlichen darlegte, er habe seinen Hei-
matstaat erstmals im Jahr 2001 verlassen und sei in die Schweiz gekom-
men,
dass er später nach Frankreich gegangen sei, wo er eine Frau geheiratet
und drei Kinder bekommen habe; er habe vorwiegend in C._ ge-
wohnt, stets gearbeitet und über einen bis 2014 gültigen Aufenthaltstitel
verfügt,
dass er im Jahr 2010 mit dem Flugzeug nach Spanien gereist sei, wo er
verhaftet und gezwungen worden sei, einen Asylantrag zu stellen,
dass er nach fünf Tagen wieder nach Frankreich zurückgekehrt sei,
dass er vor fünf bis sieben Monaten von Frankreich nach Algerien ausge-
schafft worden sei und vor etwa einem Monat per Boot wiederum nach
Spanien und von dort per Zug über Frankreich in die Schweiz gereist sei,
dass er weder nach Frankreich noch nach Spanien zurückkehren wolle, da
in Frankreich die Gesetze nur gegen ihn verwendet worden seien und er
sich in Spanien nicht lange aufgehalten habe,
D-3849/2020
Seite 3
dass es ihm gesundheitlich nicht gut gehe, er (...) sei und (...) habe, zurzeit
jedoch keine Medikamente einnehme,
dass das SEM die spanischen Behörden am 17. Juli 2020 um Übernahme
des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 18 Abs. 1 Bst. b der Verordnung
(EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom
26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung
des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehö-
rigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-
nationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) ersuchte und
die spanischen Behörden das Übernahmeersuchen am 21. Juli 2020 gut-
hiessen,
dass die französischen Behörden auf ein entsprechendes Informationser-
suchen vom 17. Juli 2020 hin die schweizerischen Behörden darüber in
Kenntnis setzten, dass der Beschwerdeführer erstmals im Jahr 2003 in
Frankreich eingereist sei, nie um Asyl nachgesucht habe und zurzeit nicht
im Besitz einer Aufenthaltsbewilligung sei,
dass das SEM mit Verfügung vom 28. Juli 2020 – eröffnet am 30. Juli 2020
– in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asyl-
gesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Spanien an-
ordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz spätestens
am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen,
dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-
scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung
der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwer-
deführer verfügte,
dass die zugewiesene Rechtsvertretung das SEM mit Schreiben vom
30. Juli 2020 darüber in Kenntnis setzte, dass das Mandat beendet sei,
dass der Beschwerdeführer mit undatierter Eingabe (Eingang beim Bun-
desverwaltungsgericht am 31. Juli 2020) gegen diesen Entscheid Be-
schwerde erhob und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuhe-
ben und sein Asylgesuch sei in der Schweiz zu prüfen,
dass er gleichzeitig um Erteilung der aufschiebenden Wirkung, unentgeltli-
che Rechtspflege und Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses
ersuchte,
D-3849/2020
Seite 4
dass das Bundesverwaltungsgericht den Vollzug der Wegweisung mit su-
perprovisorischer Massnahme vom 31. Juli 2020 per sofort einstweilen
aussetzte,
dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht gleichen-
tags in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG),
dass die Beschwerdeeingabe nicht unterzeichnet war, weshalb die Instruk-
tionsrichterin den Beschwerdeführer mit Zwischenverfügung vom 4. August
2020 aufforderte, innert drei Tagen ab Erhalt der Verfügung eine Beschwer-
deverbesserung (Anbringen einer Originalunterschrift auf der Rechtsmittel-
eingabe) einzureichen,
dass die Verfügung dem Beschwerdeführer am 12. August 2020 im Aus-
schaffungsgefängnis D._ ausgehändigt wurde,
dass der Beschwerdeführer dem Gericht eine undatierte Eingabe (Eingang
beim Bundesverwaltungsgericht am 14. August 2020) mit der Überschrift
"Demande de prolongation de la décision de renvoi" zukommen liess und
um mehr Zeit für die Einreichung von weiteren Dokumenten – namentlich
die Geburtsurkunden seiner Kinder – ersuchte,

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-
gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33
VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105
AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass die Beschwerde fristgerecht eingereicht wurde (Art. 108 Abs. 3
AsylG),
dass die Beschwerdeeingabe keine Originalunterschrift trägt und der Be-
schwerdeführer auf die Aufforderung zur Beschwerdeverbesserung hin le-
diglich ein eigenhändig unterzeichnetes Schreiben einreichte, in welchem
D-3849/2020
Seite 5
er um Fristverlängerung zur Beibringung von weiteren Beweismitteln er-
suchte,
dass somit zwar keine vom Beschwerdeführer unterzeichnete Rechtsmit-
teleingabe vorliegt, die Anforderungen an die Form der Beschwerde
(Art. 52 Abs. 1 VwVG) aber mit der Originalunterschrift auf dem am 14. Au-
gust 2020 beim Bundesverwaltungsgericht eingegangenen Schreiben als
erfüllt zu betrachten sind (vgl. dazu Entscheide und Mitteilungen der
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 16 E. 2b – e),
dass daher auf die Beschwerde einzutreten ist,
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich,
wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-
teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet wurde,
dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen
Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des
Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5),
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen,
die Beurteilungskompetenz des Gerichts grundsätzlich auf die Frage be-
schränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetre-
ten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 2012/4 E. 2.2, je m.w.H.),
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG),
dass das SEM zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen Staates
die Zuständigkeitskriterien gemäss der Dublin-III-VO prüft,
dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-
gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III
(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird,
D-3849/2020
Seite 6
dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge)
die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort
aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien;
vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden sind,
dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) – wie
vorliegend – demgegenüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeits-
prüfung nach Kapitel III stattfindet (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5
E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.),
dass ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der "Eu-
rodac"-Datenbank ergab, dass dieser am 25. September 2010 in Spanien
ein Asylgesuch eingereicht hatte,
dass das SEM die spanischen Behörden am 17. Juli 2020 gestützt auf die
Dublin-III-VO um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers ersuchte,
dass die spanischen Behörden dem Gesuch um Übernahme am 21. Juli
2020 zustimmten,
dass der Beschwerdeführer nicht bestreitet, in Spanien ein Asylgesuch ein-
gereicht zu haben,
dass die grundsätzliche Zuständigkeit Spaniens somit gegeben ist,
dass es keine Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Auf-
nahmebedingungen für Antragsteller in Spanien weise systemische
Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO auf,
dass der Beschwerdeführer in der Begründung der Rechtsmitteleingabe
lediglich vorbrachte, er habe Kinder in Frankreich und möchte noch Doku-
mente beibringen,
dass er in seiner am 14. August 2020 beim Bundesverwaltungsgericht ein-
gegangenen Eingabe bekräftigte, er möchte mehr Zeit, um die Geburtsur-
kunden seiner Kinder einzureichen – als Beweis dafür, dass diese die fran-
zösische Staatsbürgerschaft hätten, in Frankreich leben würden und dass
er deren Vater sei – sowie um weitere sehr wichtige Dokumente beizubrin-
gen,
dass nicht ersichtlich ist, inwiefern die vom Beschwerdeführer in Aussicht
gestellten Geburtsurkunden eine Zuständigkeit der Schweiz für die Prüfung
D-3849/2020
Seite 7
seines Asylgesuchs begründen oder einer Wegweisung nach Spanien ent-
gegenstehen könnten,
dass der Beschwerdeführer nicht darlegt, welche weiteren "sehr wichtigen"
Dokumente er noch einreichen möchte und weshalb diese für das vorlie-
gende Verfahren von Relevanz sein könnten,
dass sein Antrag auf Verlängerung respektive Ansetzung einer Frist zur
Einreichung von weiteren Beweismitteln daher abzuweisen ist,
dass sich den Eingaben auf Beschwerdeebene keine Argumente entneh-
men lassen, welche gegen die Zuständigkeit Spaniens für die Behandlung
des Asylgesuchs sprechen könnten,
dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-
schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder
Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch
wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die
Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO),
dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a
Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311)
konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-
mung aus humanitären Gründen auch dann behandeln kann, wenn dafür
gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre,
dass der Beschwerdeführer im erstinstanzlichen Verfahren vorbrachte, er
habe gesundheitliche Probleme,
dass Spanien Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. De-
zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-
niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens
vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR
0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR
0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtun-
gen nachkommt,
dass auch davon ausgegangen werden kann, Spanien anerkenne und
schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des
Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013
zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-
ternationalen Schutzes (Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom
D-3849/2020
Seite 8
26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen,
die internationalen Schutz beantragen (Aufnahmerichtlinie) ergeben,
dass der Beschwerdeführer kein konkretes und ernsthaftes Risiko darge-
tan hat, die spanischen Behörden würden sich weigern ihn wieder aufzu-
nehmen und seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der
Regeln der erwähnten Richtlinien zu prüfen,
dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind,
Spanien werde in seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement miss-
achten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein
Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG ge-
fährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches
Land gezwungen zu werden,
dass sich den Akten entnehmen lässt, dass der Beschwerdeführer eigenen
Angaben zufolge unter (...) leidet – welche in der Schweiz nicht ärztlich
bestätigt wurde – sowie über psychische Probleme (...) und einen (...)
verfügt (vgl. SEM-Akte [...]-30/2),
dass er am 22. Juli 2020 wegen des Verdachts auf einen (...) notfallmässig
ins (...) eingewiesen wurde, wobei – unteranderem aufgrund der mangel-
haften Kooperation des Beschwerdeführers – keine eingehende Anam-
nese erfolgen konnte und ein eindeutiger Befund nicht möglich war (vgl.
SEM-Akte [...]-36/3),
dass der Bericht des (...) vom 22. Juli 2020 weiter festhält, dass der Be-
schwerdeführer weitere Untersuchungen abgelehnt habe, zurück ins Asyl-
zentrum habe gehen wollen sowie angegeben habe, er fühle sich gut und
habe keine Beschwerden mehr (vgl. SEM-Akte [...]-36/3),
dass gemäss Rechtsprechung eine zwangsweise Rückweisung von Per-
sonen mit gesundheitlichen Problemen nur dann einen Verstoss gegen
Art. 3 EMRK darstellen kann, wenn gewichtige Gründe dafür sprechen,
dass eine tatsächliche Gefahr (real risk) einer solchen Verletzung besteht,
dass dies unter anderem der Fall ist, wenn die betroffene Person sich in
einem fortgeschrittenen oder terminalen Krankheitsstadium und bereits in
Todesnähe befindet (vgl. BVGE 2011/9 E. 7.1 mit Hinweisen auf die Praxis
des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR]),
D-3849/2020
Seite 9
dass der EGMR ausgehend von seiner bisherigen Rechtsprechung hin-
sichtlich der Anforderungen an die Abschiebung schwerkranker Personen
im Urteil P. gegen Belgien vom 13. Dezember 2016, 41738/10, präzisierend
festgehalten hat, dass eine Abschiebung nicht nur unzulässig sei, wenn der
Tod der abzuschiebenden ausländischen Person unmittelbar bevorstehe;
besondere Ausnahmefälle, die einer Abschiebung entgegenstehen könn-
ten, seien auch dann anzunehmen, wenn schwerkranken Personen im
Falle einer Abschiebung eine baldige und wesentliche Verschlechterung
ihres Gesundheitszustandes drohe,
dass angesichts der vom Beschwerdeführer geltend gemachten gesund-
heitlichen Beeinträchtigungen kein Grund zur Annahme besteht, ihm drohe
bei einer Überstellung nach Spanien ein Verstoss gegen Art. 3 EMRK,
dass im Übrigen allgemein bekannt ist, dass Spanien über eine ausrei-
chende medizinische Infrastruktur verfügt,
dass kein Anlass zur Annahme besteht, Spanien komme seinen Verpflich-
tungen in Bezug auf die medizinische Versorgung und Unterstützung ge-
mäss Art. 19 Aufnahmerichtlinie nicht ausreichend nach,
dass das SEM zu Recht darauf hingewiesen hat, dass die aktuelle Lage in
Spanien im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie einer Überstel-
lung nach Spanien nicht entgegensteht, da es sich dabei nach der Praxis
des Bundesverwaltungsgerichts um ein bloss temporäres Vollzugshinder-
nis handelt, welchem im Rahmen der Vollzugsmodalitäten Rechnung zu
tragen ist (vgl. etwa Urteil des BVGer E-1725/2020 vom 28. April 2020
S. 12 m.H.),
dass weder den Angaben des Beschwerdeführers im vorinstanzlichen Ver-
fahren noch in der Beschwerdeschrift sonstige konkrete Gründe zu entneh-
men sind, die gegen den Vollzug der Wegweisung nach Spanien sprechen
könnten,
dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen
zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine
gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG)
durch die Vorinstanz zu entnehmen sind,
dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer
Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält,
D-3849/2020
Seite 10
dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und
– weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- o-
der Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die
Überstellung nach Spanien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),
dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen und die Verfügung
des SEM zu bestätigen ist,
dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist,
weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung als
gegenstandslos erweist und der mit superprovisorischer Massnahme vom
31. Juli 2020 angeordnete Vollzugstopp dahinfällt,
dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Verzicht auf Erhebung
eines Kostenvorschusses mit dem vorliegenden Entscheid gegenstandslos
wird,
dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ab-
zuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägun-
gen ergibt – als von vorneherein aussichtlos zu bezeichnen waren, wes-
halb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt sind,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒
3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
D-3849/2020
Seite 11