Decision ID: 064844ce-b3ed-4791-b2bc-a4d0e9457017
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend gewerbs- und bandenmässiger Diebstahl etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 3. Abteilung, vom 11. Dezember 2017 (DG170194)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich - Limmat vom 17. Juli 2017 ist
diesem Urteil beigeheftet (Urk. 23).
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 59 S. 50 ff.)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte A._ ist schuldig
− des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in
Verbindung mit Art. 139 Ziff. 2 StGB und Ziff. 3 Abs. 2 StGB,
− des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB,
− des versuchten Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22
Abs. 1 StGB,
− der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB,
− des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB,
− des Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne dessen Art. 33 Abs. 1 lit. a in Verbin-
dung mit dessen Art. 4 Abs. 1 lit. e und Art. 8 Abs. 1,
− des fahrlässigen Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 lit. b
SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 SVG, Art. 2 Abs. 1 VRV und Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1
SVG,
− des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG in
Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 SVG und im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. d SVG sowie
− der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne dessen Art. 19a
Abs. 1.
2. Der Beschuldigte A._ wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit
heute 278 Tage durch Haft erstanden sind, mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu
Fr. 10.–, teilweise als Zusatzstrafe zu der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-
Limmat vom 12. November 2015 ausgefällten Geldstrafe, sowie mit einer Busse von
Fr. 500.–.
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3. Die Freiheitsstrafe sowie die Geldstrafe sind zu vollziehen. Die Busse ist zu bezahlen.
4. Bezahlt der Beschuldigte A._ die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine
Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.
5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 3. Februar 2017 beschlag-
nahmten Gegenstände (Sach-Kaution Nr. 32503), namentlich:
− 1 Kopfmaske dunkelgrau (Ass.-Nr. A008'731'519, lagernd bei der Bezirksgerichts-
kasse Zürich),
− 2 Zigarettenpapiere (Ass.-Nr. A008'751'108, lagernd bei der Bezirksgerichtskasse
Zürich),
− 1 Dose mit leeren Minigrip (Ass.-Nr. A008'751'108, lagernd bei der Bezirksgerichts-
kasse Zürich),
− 1 Kräutermühle Ritsch Ratsch (Ass.-Nr. A008'751'108, lagernd bei der Bezirks-
gerichtskasse Zürich),
− 1 Paar Handschuhe (Ass.-Nr. A008'751'119, lagernd bei der Bezirksgerichtskasse
Zürich),
− 1 Taschenlampe/Elektroschocker POLICE/CREE Modell JSJ-1101
(Ass.-Nr. A008'731'122, lagernd bei der Bezirksgerichtskasse Zürich),
− 1 Taschenlampe/Elektroschocker POLICE 18000W Modell XQ1107
(Ass.-Nr. A008'731'100, lagernd bei der Bezirksgerichtskasse Zürich),
− 1 Waage (Ass.-Nr. A008'735'500, lagernd bei der Bezirksgerichtskasse Zürich),
werden eingezogen und der Lagerungsbehörde zur Vernichtung überlassen.
6. Der Beschuldigte A._ wird verpflichtet, der Privatklägerin B._ C._ unter soli-
darischer Haftbarkeit mit allfälligen Mittätern Schadenersatz von Fr. 500.– zu bezahlen.
7. Der Beschuldigte A._ wird verpflichtet, der Privatklägerin D._ AG für ihren Scha-
denfall mit Nr. ... (Dossier-Nr. A4) unter solidarischer Haftbarkeit mit allfälligen Mittätern
Schadenersatz von Fr. 5'845.30 zuzüglich 5 % Zins ab 3. März 2016 zu bezahlen.
8. Der Beschuldigte A._ wird verpflichtet, der Privatklägerin B._ E._ unter soli-
darischer Haftbarkeit mit allfälligen Mittätern Schadenersatz von Fr. 200.– zu bezahlen.
9. Der Beschuldigte A._ wird verpflichtet, der Privatklägerin F._ Versicherungen für
ihren Schadenfall mit Nr. ... (Dossier-Nr. A5) unter solidarischer Haftbarkeit mit allfälligen
Mittätern Schadenersatz von Fr. 1'198.60 zuzüglich 5 % Zins ab 5. September 2015 zu be-
zahlen.
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10. Der Beschuldigte A._ wird verpflichtet, der Privatklägerin G._ unter solidarischer
Haftbarkeit mit allfälligen Mittätern Schadenersatz von Fr. 1'795.45 zuzüglich 5 % Zins ab
5. September 2015 zu bezahlen.
11. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte A._ gegenüber der Privatklägerin H._
für den Schadenfall mit Nr. ... (Dossier-Nr. A8) dem Grundsatze nach schadenersatzpflich-
tig ist, unter solidarischer Haftbarkeit mit allfälligen Mittätern. Zur genauen Feststellung des
Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin H._ auf den Weg des
Zivilprozesses verwiesen.
12. Der Beschuldigte A._ wird verpflichtet, der Privatklägerin I._ AG unter solidari-
scher Haftbarkeit mit allfälligen Mittätern Schadenersatz von Fr. 574.50 zu bezahlen.
13. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte A._ gegenüber der Privatklägerin F._
Versicherungen für den Schadenfall mit Nr. ... (Dossier-Nr. A11) dem Grundsatze nach
schadenersatzpflichtig ist, unter solidarischer Haftbarkeit mit allfälligen Mittätern. Zur ge-
nauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin
F._ Versicherungen auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
14. Die Privatklägerin J._ wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivil-
prozesses verwiesen.
15. Der Beschuldigte A._ wird verpflichtet, der Privatklägerin Politische Gemeinde K._
unter solidarischer Haftbarkeit mit allfälligen Mittätern Schadenersatz von Fr. 200.–
zuzüglich 5 % Zins ab 18. September 2015 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird die Privat-
klägerin Politische Gemeinde K._ mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg des
Zivilprozesses verwiesen.
16. Der Beschuldigte A._ wird verpflichtet, der Privatklägerin H._ für ihren Schadenfall
mit Nr. ... (Dossier-Nr. A15) unter solidarischer Haftbarkeit mit allfälligen Mittätern Scha-
denersatz von Fr. 1'572.80 zu bezahlen.
17. Der Beschuldigte A._ wird verpflichtet, dem Privatkläger B._ Zweckverband ...-
K._ unter solidarischer Haftbarkeit mit allfälligen Mittätern Schadenersatz von
Fr. 1'000.– zu bezahlen.
18. Der Beschuldigte A._ wird verpflichtet, der Privatklägerin Gemeinde L._ unter soli-
darischer Haftbarkeit mit allfälligen Mittätern Schadenersatz von Fr. 500.– zu bezahlen.
19. Der Beschuldigte A._ wird verpflichtet, der Privatklägerin M._ für ihren Schadenfall
mit Nr. ... (Dossier-Nr. A20) unter solidarischer Haftbarkeit mit allfälligen Mittätern Scha-
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denersatz von Fr. 2'449.60 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird die Privatklägerin M._ mit
ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
20. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte A._ gegenüber der Privatklägerin B._
Zürich ... aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist,
unter solidarischer Haftbarkeit mit allfälligen Mittätern. Zur genauen Feststellung des Um-
fanges des Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin B._ Zürich ... auf den
Weg des Zivilprozesses verwiesen.
21. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte A._ gegenüber der Privatklägerin H._
für den Schadenfall mit Nr. ... (Dossier-Nr. A21) dem Grundsatze nach schadenersatzpflich-
tig ist, unter solidarischer Haftbarkeit mit allfälligen Mittätern. Zur genauen Feststellung des
Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin H._ auf den Weg des
Zivilprozesses verwiesen.
22. Die Privatklägerin N._ AG wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zi-
vilprozesses verwiesen
23. Der Beschuldigte A._ wird verpflichtet, der Privatklägerin N._ AG unter solidari-
scher Haftbarkeit mit allfälligen Mittätern Schadenersatz von Fr. 1'600.– zu bezahlen. Im
Mehrbetrag wird die Privatklägerin N._ AG auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
24. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte A._ gegenüber der Privatklägerin D._
AG für den Schadenfall mit Nr. ... (Dossier-Nr. A30) dem Grundsatze nach schadenersatz-
pflichtig ist, unter solidarischer Haftbarkeit mit allfälligen Mittätern. Zur genauen Feststellung
des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin D._ AG auf den
Weg des Zivilprozesses verwiesen.
25. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte A._ gegenüber der Privatklägerin O._
Tankstelle aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist,
unter solidarischer Haftbarkeit mit allfälligen Mittätern. Zur genauen Feststellung des Um-
fanges des Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin O._ Tankstelle auf den
Weg des Zivilprozesses verwiesen.
26. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin N._ AG wird abgewiesen.
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27. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 4'500.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 7'000.00 Gebühr Anklagebehörde
Fr. 1'300.00 Kosten Kantonspolizei Zürich
Fr. 2'670.75 Gutachten/Expertisen etc.
Fr. 1'400.00 Auslagen Untersuchung
Fr. 33'944.55 amtl. Verteidigung
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
28. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen
der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.
29. Die amtliche Verteidigung wird mit Fr. 33'944.55 (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse ent-
schädigt. Vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
30. (Mitteilung)
31. (Rechtsmittel)
32. (Rechtsmittel)"
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 79):
1. Der Berufungskläger sei mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe von höchs-
tens 30 Monaten sowie einer milden Geldstrafe und Busse zu bestrafen mit
Vollzug der Freiheitsstrafe im Umfang von 9 Monaten, wobei die zu vollzie-
hende Freiheitsstrafe durch die bereits erstandene Untersuchungshaft als
vollzogen gelten kann; unter Ansetzung einer Probezeit von 5 Jahren für die
bedingt auszusprechende Freiheitsstrafe.
2. Allenfalls sei zusätzlich eine ambulante Behandlung bei Dr. P._, ...
[Ort], anzuordnen und / oder dem Beschuldigten die Weisung zu erteilen,
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sich bei Dr. P._ in Therapie zu begeben, sowie eine Bewährungshilfe
anzuordnen.
3. Ausgangsgemässe Kostenfolge.
b) Der Staatsanwaltschaft (Urk. 66):
(schriftlich)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

Erwägungen:
I. Prozessuales
1. Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil der Vorinstanz vom
11. Dezember 2017 wurde der Beschuldigte A._ anklagegemäss des ge-
werbs- sowie bandenmässigen Diebstahls sowie zahlreicher weiterer Delikte
schuldig gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten, einer Geld-
strafe, diese teilweise als Zusatzstrafe zu einer Vorstrafe, sowie einer Busse be-
straft, wobei ihm für Freiheits- und Geldstrafe der bedingte Strafvollzug verweigert
wurde (Urk. 59 S. 50 f.). Gegen diesen Entscheid liess der Beschuldigte durch
seinen amtlichen Verteidiger mit Eingabe vom gleichen Tag – und somit innert
gesetzlicher Frist – Berufung anmelden (Art. 399 Abs. 1 StPO; Urk. 47). Die Beru-
fungserklärung der Verteidigung ging ebenfalls innert gesetzlicher Frist bei der
Berufungsinstanz ein (Art. 399 Abs. 3 StPO; Urk. 60). Die Anklagebehörde hat mit
Eingabe vom 4. Juni 2018 innert Frist mitgeteilt, dass auf Anschlussberufung ver-
zichtet werde (Urk. 66; Art. 400 Abs. 2 f. und Art. 401 StPO). Die Verteidigung hat
die Berufung in ihrer Berufungserklärung ausdrücklich auf den Sanktionspunkt
beschränkt (Urk. 60 S. 2; Art. 399 Abs. 4 StPO). Die Anklagebehörde beantragt
die Bestätigung des angefochtenen Entscheides (Urk. 66).
2. Demnach sind im Berufungsverfahren mit Ausnahme des Sanktionspunktes
(Dispositivziffern 2, 3 und 4) sämtliche Dispositivziffern des vorinstanzlichen Ur-
teils nicht angefochten.
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Vom Eintritt der Rechtskraft dieser Anordnungen ist vorab Vormerk zu nehmen
(Art. 404 StPO).
3. Anlässlich der Berufungsverhandlung, welche am 18. März 2019 in An-
wesenheit des Beschuldigten und dessen amtlichen Verteidigers stattfand
(vgl. Prot. II S. 4 ff.), brachte letzterer vor, dass dem Beschuldigten unter Bezug-
nahme auf die Gutachten von PD Dr. Q._ und Dr. R._ eine im Tatzeit-
punkt im leichten Masse verminderte Schuldfähigkeit zuzubilligen sei und für den
Fall, dass das Gericht diese verminderte Schuldfähigkeit wider Erwarten nicht an-
erkenne, zur Klärung zwingend ein erneutes Gutachten eingeholt werden müsse
(vgl. hierzu Ziffer II.1.5; Urk. 79 S. 8). Das vorliegende Urteil erging im Anschluss
an die Berufungsverhandlung (Prot. II S. 6 ff.).
II. Sanktion
1.1. Der Beschuldigte beging als Mittäter in wechselnden Täterzusammen-
setzungen zwischen Juli und Oktober 2015 22 gewerbs- und bandenmässige
Einbruchdiebstähle respektive Versuche hiezu. Einen weiteren Einbruchdiebstahl
sowie einen Versuch hiezu beging er – wiederum mit Mittätern – im September
2016 (Urk. 23 S. 4-10). Dafür bestrafte ihn die Vorinstanz mit 36 Monaten Frei-
heitsstrafe. Für weitere Delikte (mehrfaches Fahren ohne Berechtigung, Wider-
handlung gegen das Waffengesetz und fahrlässiges Fahren in fahrunfähigem Zu-
stand, Urk. 23 S. 10-12) fällte die Vorinstanz eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen
zu Fr. 10.–, teilweise als Zusatzstrafe zu einer Vorstrafe aus dem November
2015, aus. Für seine mehrfachen Übertretungen des Betäubungsmittelgesetzes
(Urk. 23 S. 12) wurde der Beschuldigte schliesslich mit einer Busse von Fr. 500.–
bestraft (Urk. 59 S. 50 f.). Die Vorinstanz blieb mit diesem Strafmass unwesentlich
unter den Anträgen der Anklagebehörde im Hauptverfahren (Urk. 59 S. 3; Urk. 41
S. 10; Urk. 23 S. 14).
Im Berufungsverfahren beantragte die appellierende Verteidigung wie schon im
Hauptverfahren eine Freiheitsstrafe von höchstens 30 Monaten und eine milde
Geldstrafe sowie Busse. Die von der Vorinstanz in Anschlag gebrachte Einsatz-
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strafe von 36 Monaten könne prima vista mehr oder weniger nachvollzogen wer-
den. Nicht hinreichend berücksichtig worden seien im Urteil der Vorinstanz jedoch
verschiedenste strafmildernde und strafmindernde Umstände sowie das äusserst
positiv zu wertende Nachtatverhalten und die neuen positiven Lebensperspek-
tiven bzw. Zukunftsaussichten des Beschuldigten (Urk. 60 S. 2; Urk. 42 S. 1;
Urk. 79 S. 2).
1.2. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid vorab theoretische Erwä-
gungen zu den für die jeweiligen Delikte zu verhängenden Strafarten, zur Bemes-
sung einer teilweisen Zusatzstrafe betreffend die mit Geldstrafe zu ahndenden
Delikte, zum anwendbaren Strafrahmen, zu den allgemeinen Strafzumessungs-
kriterien und zur vorliegend als Basis der Strafzumessung dienenden schwersten
Tat des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls angestellt (Urk. 59 S. 11-15).
Diese sind allesamt zutreffend und werden im Berufungsverfahren durch die ap-
pellierende Verteidigung zu Recht nicht kritisiert (Urk. 60; Urk. 79). Darauf wird
entsprechend verwiesen (Art. 82 Abs. 4 StPO).
1.3. Zur Tatkomponente der schwersten zu beurteilenden Tat und dort zur objek-
tiven Tatschwere hat die Vorinstanz erwogen, der Beschuldigte habe bei den ge-
werbs- und bandenmässigen Diebstählen eine nicht zu unterschätzende kriminel-
le Energie an den Tag gelegt und während einer relativ kurzen Zeitspanne häufig
delinquiert, da innerhalb von knapp drei Monaten 22 Einbruchsdiebstähle began-
gen wurden. Der Beschuldigte und seine Mittäter hätten zwar nicht stets die raffi-
niertesten Methoden angewendet, seien jedoch einigermassen professionell zu
Werk gegangen und hätten Geissfuss, Brecheisen oder ähnliches Flachwerkzeug
zum Aufbrechen von Eingangstüren und Fenstern verwendet. Der Beschuldigte
selbst habe wesentliche und im Vergleich zu den Mittätern grundsätzlich gleich-
wertige Beiträge zu den Einbruchsdiebstählen geliefert, wie "Schmiere-Stehen",
Aufwuchten von Türen zu Räumlichkeiten und Schränken, Öffnen von Fenstern
zum Einstieg der Mittäter oder Durchsuchen von Räumlichkeiten. Er sei daher
nicht bloss als Mitläufer zu bezeichnen. Die Bande habe in einem beachtlichen
Teil der Fälle Diebesgut von beträchtlichem Wert behändigt, es habe ein statt-
licher Deliktsbetrag von etwa Fr. 76'368.30 resultiert. Die Einnahmen aus den
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Diebstählen hätten für den Beschuldigten einen namhaften Beitrag an die Kosten
zur Finanzierung seines Lebensunterhaltes dargestellt. Als übrige Einnahmequel-
len habe aufgrund seiner Arbeitslosigkeit zu dieser Zeit höchstens die Sozialhilfe
bestanden. Die Einbruchsserie des Beschuldigten habe erst durch seine Ver-
haftung ihr Ende gefunden, da er nicht aus freien Stücken vor weiteren Tatbe-
gehungen zurückgeschreckt sei (Urk. 59 S. 16 f.). Sämtliches ist zutreffend und
ohne Weiteres zu übernehmen.
Die Verteidigung hat vor Vorinstanz zur objektiven Tatschwere namentlich argu-
mentiert, der Beschuldigte sei nicht die treibende Kraft der Bande und seine Tat-
beiträge seien eigentlich untergeordnet gewesen (Urk. 42 S. 4f.). Diesen Einwand
erneuerte sie anlässlich der Berufungsverhandlung (Urk. 79 S. 3 f.). Wie zitiert hat
die Vorinstanz dazu einlässlich und zutreffend erwogen, dass die Tatbeiträge des
Beschuldigten sehr wohl tatrelevant waren. Es liegt in der Natur des banden-
mässigen Vorgehens, dass die Tatausführung arbeitsteilig vorgenommen wird
(was auch die Effizienz und damit die kriminelle Energie der Bande ausmacht),
wobei nicht bestimmten Tatbeiträgen gegenüber anderen ein höheres Gewicht
beizumessen ist. Wenn die Verteidigung sodann Wert darauf legt, dass die Mittä-
ter des Beschuldigten einbruchserfahren gewesen seien, entlastet dies – obwohl
zutreffend – den Beschuldigten nicht: Auch dieser wies im Tatzeitraum eine ein-
schlägige kriminelle Vergangenheit auf (Urk. 63; Urk. 77/1-3, Urk. 79 S. 3). Eine
Relativierung des Qualifikationsmerkmals der Banden- und Gewerbsmässigkeit,
wie es die Verteidigung beantragt, ist nicht angezeigt (Urk. 79 S. 4).
Auch die weiteren Erwägungen der Vorinstanz sind inhaltlich zutreffend. Wenn sie
diese dann eigentlich erleichternd berücksichtigt hat, ist dies allerdings durchaus
wohlwollend:
Die Einbruchsdiebstähle des Beschuldigten hätten sich auf Industrie- und Gewer-
beliegenschaften konzentriert und nicht auf Privatwohnungen. Die Hemmschwel-
le, um in Privatgebäude einzubrechen, sei üblicherweise höher anzusetzen als bei
Geschäftshäusern, ebenso wie die Gefahr, dass man mit anderen Personen kon-
frontiert werde. Bei Einbrüchen in private Räumlichkeiten würden auch die Ge-
schädigten in ihrem Sicherheitsgefühl massiv beeinträchtigt (Urk. 59 S. 17). Der
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Gewahrsamsbruch fremden Eigentums zwecks Bereicherung und ohne weitere
Tangierung des Bestohlenen stellt wohl den Grundtatbestand dar. Führt die Art
und Weise des Einbruchdiebstahls, wie eben beim Einbrechen in Wohnräume, zu
einer zusätzlichen – hier: immateriellen – Schädigung des Bestohlenen, resultiert
daraus vielmehr eine merkliche Erhöhung der Tatschwere.
Weiter habe in Bezug auf das entsprechende Qualifikationsmerkmal die Ein-
brecherbande jeweils nur aus zwei- bis drei Personen und damit der kleinst-
möglichen Zusammensetzung bestanden (Urk. 59 S. 17). Auch dies trifft zu, ent-
lastet den Beschuldigten jedoch nicht wirklich: Beim Einbrechen in Räumlichkei-
ten der hier interessierenden Art wäre eine noch grössere Anzahl Tatbeteiligter
weder erforderlich noch effizienzsteigernd: Der Abtransport des Diebesgutes ver-
langte nicht nach noch mehr Helfern und eine grössere Anzahl Täter verkleinert
automatisch den Beuteanteil des Einzelnen.
Wenn den Diebstählen etwas Zufälliges angehaftet habe und diesen keine aus-
serordentlich lange Planungsphase oder akribische Vorbereitung vorausgegan-
gen sei (Urk. 59 S. 17 f.), erwägt die Vorinstanz dazu gleich selber relativierend,
da sich die unterschiedlichen Tatorte über ein weites Gebiet erstreckten, hätten
"entsprechende Organisationsmassnahmen" getroffen werden müssen.
Wenn die Vorinstanz die objektive Tatschwere innerhalb des qualifizierten Tatbe-
standes als keineswegs mehr leicht einstufte, ist dies insgesamt zutreffend und zu
übernehmen.
1.4. Zur subjektiven Tatschwere der schwersten Tat hat die Vorinstanz erwogen,
der Beschuldigte habe direktvorsätzlich gehandelt. Das Tatmotiv habe darin gele-
gen, durch die Deliktsbeute den eigenen Lebensunterhalt zu finanzieren. Auch
wenn die finanzielle Situation des Beschuldigten angespannt sei, könne nicht von
einer entschuldbaren Notsituation gesprochen werden. Dass er mit den Diebstäh-
len seine Familie habe unterstützen wollen, wirke sich – noch – nicht entlastend
aus (Urk. 59 S. 18).
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Die Verteidigung hat vor Vorinstanz zur subjektiven Tatschwere namentlich argu-
mentiert, das Tatmotiv des Beschuldigten seien Schulden und seine Arbeitslosig-
keit gewesen, er habe sich nicht "aus eigennützigen Motiven ohne arbeiten zu
müssen ein schöneres Leben leisten" wollen (Urk. 42 S. 5 f.). Das brachte sie
auch anlässlich der Berufungsverhandlung vor. Das zentrale Problem des Be-
schuldigten sei gewesen, dass er aufgrund seiner immer wieder auftretenden Ar-
beitslosigkeit, welche im Zusammenhang mit seinem anhaltenden Aufenthalts-
status F stehe, einfach immer wieder grosse Schwierigkeiten gehabt habe, für
sich und seine Familie finanziell aufzukommen (Urk. 79 S. 4 f.). Die Vorinstanz
hat dazu zutreffend erwogen, dass sich der Beschuldigte nicht in einer existentiel-
len finanziellen Notlage befunden habe. An der Hauptverhandlung sagte er aus,
nach der Entlassung aus dem letzten Massnahmevollzug habe er Bewerbungen
geschrieben, aber keinen Job bekommen; da sei er "der Dubbel" gewesen und
habe wieder "mit bestimmten Leuten diese Sachen gemacht" (Prot. I S. 20). Er
frage sich selber, weshalb er die Delikte begangen habe, es sei eine Dummheit
gewesen (Prot. I S. 22). Der Beschuldigte hätte offensichtlich die Unterstützung
der Sozialbehörden in Anspruch nehmen können und müssen, wie er dies in der
Vergangenheit getan hat (Urk. 43/5; Urk. 78 S. 4). Auch von Seiten des Beschul-
digten wird konzediert, dass dessen Reaktion, der Geldknappheit mit Einbrüchen
zu begegnen, "einfach nur saudumm" war (Urk. 42 S. 11). Wenn die Verteidigung
sodann beschreibt, der Beschuldigte sei durch die Familie der Mutter seines zwei-
ten Kindes dahingehend bedrängt worden, er sei kein richtiger Mann, da er seine
Familie nicht ernähren könne, war das Tatmotiv somit vielmehr eine persönliche
Kränkung als eine echte Notlage (Urk. 42 S. 6 und S. 9; Urk. 79 S. 5).
1.5. Gemäss dem in einem früheren Strafverfahren erstellten psychiatrischen
Gutachten vom 31. Oktober 2010 von Dr. med. R._ habe gemäss Vorinstanz
beim Beschuldigten für die ihm im damaligen Verfahren zur Last gelegten Tat-
handlungen keine Minderung der Erkenntnis- und Steuerungsfähigkeit vorgelegen
und sei folglich von einer gegebenen Schuldfähigkeit auszugehen. Daran habe
auch die beim Beschuldigten diagnostizierte Persönlichkeitsstörung mit Borderli-
ne-Merkmalen nichts geändert. Für das vorliegende Strafverfahren seien eben-
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falls keine Anhaltspunkte erkennbar, welche auf eine verminderte Schuldfähigkeit
schliessen liessen.
Demgegenüber machte die Verteidigung im Hauptverfahren geltend, "gemäss
Beurteilung von Dr. Q._ und Dr. R._" sei dem Beschuldigten eine Ver-
minderung der Schuldfähigkeit in leichtem Masse zuzubilligen (Urk. 42 S. 8). Da-
ran hielt sie auch anlässlich der Berufungsverhandlung fest (Urk. 79 S. 8). Betref-
fend das Gutachten von Dr. R._ vom 31. Oktober 2010 ist die zitierte Be-
hauptung nicht zutreffend: Dr. R._ erkennt – begründet – keinerlei Ein-
schränkung der Schuldfähigkeit (Urk. 31/9 S. 44 f. und S. 48). In der Tat attestier-
te wohl Dr. Q._ dem Beschuldigten im Jahr 2007 eine leichte Verminderung
seiner Schuldfähigkeit mit Verweis auf eine Störung des Sozialverhaltens des Be-
schuldigten bei fehlenden sozialen Bindungen (Urk. 31/10 S. 39). Erstens wurde
dies jedoch nicht nachvollziehbar begründet, respektive blieb komplett unbegrün-
det (Urk. 31/10 S. 37 f.). Zweitens handelt es sich dabei entgegen der Verteidi-
gung nicht um das letzte, sondern um das ältere der vorhandenen Gutachten
(Urk. 42 S. 7 unten). Zudem waren drittens die persönlichen Umstände des Be-
schuldigten im aktuellen Tatzeitraum nicht mehr dieselben wie diejenigen zum
Zeitpunkt der Begutachtung durch Dr. Q._ im Jahr 2007: Wenn der Beschul-
digte im Jahr 2015 bereits zum zweiten Mal eine Familie gegründet hatte, kann
wohl nur schwerlich von fehlenden sozialen Bindungen ausgegangen werden.
Schliesslich hatte der Beschuldigte nicht nur zwischen den – sich im massgebli-
chen Punkt widersprechenden – Beurteilungen durch die Dres. Q._ und
R._ eine stationäre psychiatrische Massnahme absolviert, sondern eine wei-
tere solche nach der Beurteilung durch Dr. R._ und den heute zu beurteilen-
den Taten (Urk. 63). Mit der Vorinstanz und entgegen der Verteidigung bestehen
somit klarerweise keine Anzeichen für eine tatzeitaktuelle Einschränkung der
Steuerungs- und damit eine Verminderung der Schuldfähigkeit des Beschuldigten,
weshalb sich auch keine erneute Begutachtung aufdrängt. Zum lediglich bedingt
gestellten Beweisantrag der Verteidigung ist sodann anzumerken, dass die Vo-
rinstanz die von Dr. med R._ festgestellte dissoziale Persönlichkeitsstörung
mit Borderline-Merkmalen unter anderem bei der im Rahmen der Würdigung der
Täterkomponente vorgenommenen erheblichen Strafminderung berücksichtigte,
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womit seinem eigentlichen Vorbringen grundsätzlich Rechnung getragen wurde
(vgl. Urk. 79 S. 8).
1.6. Insgesamt beeinflussen die subjektiven Elemente die objektive Tatschwere
kaum. Das Verschulden des Beschuldigten betreffend die Serie der 22 Einbruch-
diebstähle wiegt insgesamt keineswegs mehr leicht. Entgegen der Vorgehens-
weise der Vorinstanz ist die versuchte Tatbegehung als verschuldensunabhängi-
ge Tatkomponente nach Ausfällung der hypothetischen Einsatzstrafe straf-
mindernd zu berücksichtigen, wobei das Ausmass der Reduktion nach der Nähe
des Erfolges bzw. der tatsächlichen Folgen zu bemessen ist. Es rechtfertigt sich
somit, die hypothetische Einsatzstrafe noch ohne Berücksichtigung der versuch-
ten Tatbegehung auf 39 Monaten Freiheitsstrafe festzusetzen.
Zur versuchten Tatbegehung hat die Vorinstanz zutreffend festgehalten, dass die-
se lediglich im marginalen Umfang strafmindernd zu berücksichtigen sei, zumal
die Bande in einigen Fällen zwar nichts erbeutet, die fraglichen Räumlichkeiten
aber sehr wohl betreten habe, um danach zu suchen. Dem kann zugestimmt wer-
den.
Aufgrund der teilweise versuchten Tatbegehung rechtfertigt es sich somit, die
Einsatzstrafe lediglich im minimen Umfang von drei Monaten auf 36 Monate Frei-
heitsstrafe zu reduzieren.
1.7. Im Folgenden hat die Vorinstanz diese Einsatzstrafe in Abgeltung des voll-
endeten und eines weiteren versuchten Einbruchdiebstahls, beide begangen am
26. September 2016, sowie sämtlicher Hausfriedensbrüche und Sachbeschädi-
gungen um – lediglich – drei Monate erhöht (Urk. 59 S. 19-22). Dies ist äusserst
wohlwollend, um nicht zu sagen unangemessen milde: Beim vollendeten Ein-
bruchsdiebstahl wurden Zigaretten im Wert von über Fr. 2'500.– gestohlen (An-
klagepunkt C17; Urk. 23 S. 9); beim versuchten Einbruch in eine Tankstelle wurde
ein Sachschaden von Fr. 3'000.– angerichtet (Anklagepunkt C11; Urk. 23 S. 10).
Der bei sämtlichen Einbrüchen verursachte Sachschaden belief sich auf die ex-
orbitant hohe Summe von über Fr. 77'000.–, was mit der Vorinstanz von einer ho-
hen Rücksichtslosigkeit und Geringschätzung fremden Eigentums zeugt. Wenn
die Vorinstanz schliesslich zu den Hausfriedensbrüchen erwägt, diese hätten nur
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solange gedauert, wie für die Diebstähle nötig, und, da es sich um Geschäfts-
liegenschaften gehandelt habe, sei die Privatsphäre der Geschädigten nicht we-
sentlich tangiert worden, liegt dies an der Grenze zur Bagatellisierung: Ein Ein-
brecher nistet sich selbstredend nicht über die Dauer des Einbruchs hinaus im
Einbruchsobjekt ein! Dass nicht ein Einbruch in eine unbewohnte Liegenschaft die
Tatschwere erleichtert, sondern vielmehr ein Einbruch in eine bewohnte Liegen-
schaft diese erschwert, wurde bereits vorstehend erwogen.
Damit fällt die nach der Beurteilung der Tatkomponente sämtlicher mit Freiheits-
strafe zu ahndenden Delikte bemessene Einsatzstrafe von 39 Monaten keinesfalls
zu hoch aus.
2.1. Zur Täterkomponente hat die Vorinstanz den Werdegang und die persön-
lichen Verhältnisse des Beschuldigten angeführt. Hierauf kann verwiesen werden
(Urk. 59 S. 22-25). Anlässlich der Berufungsverhandlung wurde bekannt, dass der
Beschuldigte im November 2018 zu seiner Mutter zog und beim Schweizerischen
Roten Kreuz den Lehrgang Pflegehelfer/-in SRK abschloss (Urk. 80/1). Am
1. Februar 2019 trat der Beschuldigte sodann ein bis Ende Juli 2019 dauerndes
Praktikum im S._-Haus "T._" in U._ an. Im Anschluss besteht die
Möglichkeit, eine Lehre im Bereich Fachperson Gesundheit anzutreten. Der stell-
vertretende Geschäftsführer des S._s sei über die Vergangenheit des Be-
schuldigten informiert und bereit, dem Beschuldigten diese Möglichkeit zu geben
(Urk. 42 S. 13 ff.; Urk. 79 S. 12 f.; Urk. 80/7). Der Beschuldigte bestätigte dies an-
lässlich der persönlichen Befragung. Der Chef habe ihm die Ausbildung bereits
unter vier Augen in Aussicht gestellt (Urk. 78 S. 13).
Die Vorinstanz hat die "aussergewöhnlich prekären Verhältnisse, in denen der
Beschuldigte aufgewachsen ist", sowie der Umstand, dass der Beschuldigte in
seiner Entwicklung wesentlich (nämlich negativ) beeinflusst worden sei, was zur
Diagnose einer dissozialen Persönlichkeitsstörung mit Borderline-Merkmalen
durch den Gutachter Dr. R._ geführt habe, ausdrücklich (und wie von der
Verteidigung gefordert, Urk. 42 S. 7 f.) erheblich strafmindernd berücksichtigt
(Urk. 59 S. 25). Eine gesteigerte Strafempfindlichkeit wird – zu Recht – nicht gel-
tend gemacht: Allein die Tatsache, dass der Beschuldigte Vater zweier Kinder ist
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(die bei der jeweiligen Mutter leben) und er berufliche Weiterbildungswünsche
hegt, genügen dafür nicht: Die Kinder waren zum massgeblichen Tatzeitraum be-
reits geboren. Der Beschuldigte wusste tatzeitaktuell, dass er den Kontakt zu die-
sen durch seine Delinquenz respektive deren Folgen aufs Spiel setzt.
Ferner weist der Beschuldigte zwei schwere, einschlägige Vorstrafen aus den
Jahren 2008 und 2011 auf; weitere, betreffend die vorliegend zu beurteilende
Haupttat nicht einschlägige Vergehen, beging er während der laufenden Delikts-
serie (Urk. 63; Urk. 77/1-3). Dies wirkt sich mit der Vorinstanz stark straferhöhend
aus (Urk. 59 S. 25 f.).
Zum Nachtatverhalten hat die Vorinstanz erwogen, der Beschuldigte habe immer
noch in einem relativ frühen Stadium der Untersuchung gestanden und sich
durchaus kooperativ verhalten, was sie ausdrücklich stark strafmindernd berück-
sichtigte. Der Beschuldigte zeige – zwar – auch Einsicht, von einer Wiedergutma-
chung gegenüber den geschädigten Privatklägern könne jedoch nicht gesprochen
werden. Insgesamt würden die strafmindernden die straferhöhenden Faktoren
leicht überwiegen, weshalb die Einsatzstrafe in geringem Umfange zu mindern
sei, was zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten führe (Urk. 59 S. 27f.).
2.2. Die Verteidigung legte anlässlich der Berufungsverhandlung – wie bereits im
Hauptverfahren – das Hauptgewicht ihrer Argumentation auf die berufliche Ent-
wicklung des Beschuldigten. Es ist denn auch zu begrüssen, dass der Beschul-
digte gegenwärtig ein Praktikum mit Aussicht auf eine feste Lehrstelle absolviert.
Die Vorinstanz hat jedoch das Nachtatverhalten des Beschuldigten bereits "stark"
strafmindernd gewichtet. Eine weitere, darüber hinausgehende Berücksichtigung
seiner jetzigen beruflichen Tätigkeit bei der Strafzumessung ist nicht angezeigt,
was gleichermassen auf das Vorbringen zutrifft, die Vorinstanz habe dessen Ent-
schuldigungsschreiben an die Geschädigten nicht berücksichtigt (Urk. 79 S. 9).
Diesbezüglich ist der Vorinstanz allerdings auch Recht zu geben, wenn sie fest-
stellte, dass die Schreiben mehr als zwei Jahre nach der Tatbegehung versandt
worden seien und somit von einer eigentlichen Wiedergutmachung nicht gespro-
chen werden könne. Eine über die bereits von der Vorinstanz vorgenommene
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Reduktion unter dem Titel des Nachtatverhalten scheint jedenfalls auch in Be-
rücksichtigung dieses Umstandes nicht angemessen.
2.3. Davon ausgehend, dass die nach der Beurteilung der Tatkomponente sämt-
licher mit Freiheitsstrafe zu bestrafender Taten bemessene Einsatzstrafe von
39 Monaten noch eher tief ausgefallen ist, ist das final festgesetzte Strafmass von
36 Monaten durchaus angemessen, bedarf entgegen der Verteidigung keiner Kor-
rektur und ist mithin zu bestätigen.
3. Der Anrechnung der erstandenen 278 Tage Haft steht nichts entgegen
(Art. 51 StGB).
4.1. Die Vorinstanz hat im Weiteren in Abgeltung des mehrfachen Fahrens ohne
Berechtigung, der Widerhandlung gegen das Waffengesetz sowie des fahr-
lässigen Fahrens in fahrunfähigem Zustand eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen
zu Fr. 10.–, teilweise als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft
Zürich-Limmat vom 12. November 2015, ausgefällt (Urk. 59 S. 28-33).
Die Vorinstanz hat korrekterweise auch für das Fahren ohne Berechtigung ge-
mäss Anklagepunkt E)A2 lit. b eine Zusatzstrafe zur vorzitierten Vorstrafe vom
12. November 2015 bemessen, erfolgte dieses doch – entgegen der ursprüng-
lichen Anklageformulierung – nicht am 10. Dezember 2015, sondern in der Nacht
vom 9. auf den 10. September 2015 (Urk. 59 S. 29; Urk. 23 S. 11).
4.2. Die Verteidigung beantragt im Berufungsverfahren wie bereits im Hauptver-
fahren unbeziffert eine "milde" Geldstrafe (Urk. 60 S. 2; Urk. 42 S. 1; Urk. 79
S. 1). Im Hauptverfahren hat sich die Verteidigung zur Bemessung der Geldstrafe
nicht substantiiert ausgelassen und im Berufungsverfahren keine konkrete Kritik
an den diesbezüglichen vorinstanzlichen Erwägungen geäussert (Urk. 79 S. 1 ff.;
Urk. 60). Diese sind denn auch nicht zu beanstanden und der entsprechende Ent-
scheid ist ohne Weiteres zu bestätigen. Diskussionslos fiel die Geldstrafe wie sei-
tens der Verteidigung beantragt durchaus sehr milde aus.
5. Gleiches gilt für die wegen mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittel-
gesetzes ausgefällte Busse sowie die Ersatzfreiheitsstrafe (Urk. 59 S. 33f.;
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vgl. Urk. 60 S. 2; Urk. 42 S. 1; Urk. 79 S. 1 ff.). Auch dieser Entscheid ist ohne
Weiteres zu bestätigen.
6.1. Die Vorinstanz hat sowohl Freiheits- wie Geldstrafe für vollziehbar erklärt
(Urk. 59 S. 51). Die Verteidigung beantragt im Berufungs- wie bereits im Haupt-
verfahren, die Freiheitsstrafe sei lediglich im Umfang von 9 Monaten zu vollziehen
(welche Dauer der Beschuldigte bereits durch Haft erstanden hat) und im verblei-
benden Teil bedingt aufzuschieben. Betreffend die Geldstrafe wird auch seitens
des Beschuldigten der Vollzug beantragt (Urk. 60 S. 2; Urk. 42 S. 1; Urk. 79 S. 1).
6.2. Die Vorinstanz hat das theoretisch Notwendige zur Frage eines (teil-)beding-
ten Vollzugs der auszufällenden Freiheitsstrafe ausgeführt und angemerkt, dass
dafür im konkreten Fall besonders günstige Umstände vorliegen müssten (Urk. 59
S. 35f.; Art. 42 Abs. 2 StGB; BGE 134 IV 1 E 5.3.1). Ebenso hat sie indes zu-
treffend festgestellt, dass der Beschuldigte in seiner Entwicklung positive Ansätze
zeige (Urk. 59 S. 36). Anlässlich der Berufungsverhandlung ergab sich, dass sich
diese Ansätze in verschiedener Hinsicht weiter verdichtet haben (Urk. 78 S. 1 ff.).
So konnte der Beschuldigte – wie bereits dargestellt – die lang ersehnte beruf-
liche Stabilisierung einleiten (vgl. Urk. 80/1-8). Privat zog er sodann zwischenzeit-
lich zu seiner Mutter. Er habe gewusst, dass er etwas habe ändern müssen und
dort den Boden unter den Füssen wieder gefunden, Zeit für sich nehmen und Ab-
stand von Zürich gewinnen können. Seitdem gehe es ihm gut (Urk. 78 S. 4). Sei-
ne Bedürfnisse habe er zurückgestellt, er gehe nicht mehr in den Ausgang, kon-
sumiere keine Drogen mehr und lebe von seinem Praktikumslohn von monatlich
Fr. 1'000.–. Weiter erhellte aus seinen Ausführungen, dass er sich von seiner
ehemaligen Partnerin getrennt hat, allerdings nach wie vor sowohl Kontakt mit ihr
als auch engen Kontakt mit seinem Sohn V._ pflegt. Er erklärte, dass beide
Partner vorerst ein wenig Zeit für sich bräuchten und man allenfalls später wieder
zusammenkomme. Grossen Halt habe er sodann in der reformierten Kirche ge-
funden. Er besuche dreimal in der Woche den Gottesdienst bzw. den Bibelunter-
richt und das Gebet der reformierte Kirche, auch mit seinem Sohn V._
(Urk. 78 S. 6 f.). Die Kirche gebe ihm Kraft und sei wie eine Art Behandlung für
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ihn. Eine Betreuung wegen depressiven Episoden sei nicht mehr nötig, da er sich
gut fühle (Urk. 78 S. 11).
Es ist somit offensichtlich, dass im Leben des Beschuldigten eine Wende stattge-
funden hat und sich seine Verhältnisse sowohl privat als auch beruflich stabilisiert
haben. Der Beschuldigte scheint gereift zu sein und er hat die sich ihm dargebo-
tenen Chancen wahrgenommen und die Weichen richtig gestellt. So hat er sowohl
den Drogenkonsum als auch den Kontakt zu den Kollegen aufgegeben, welche
ihn immer wieder zum Konsum verleitet hätten (Urk. 78 S. 8). Der Kontakt zu
V._ und seiner Mutter besteht, trotz Trennung, nach wie vor und offensicht-
lich hegt er ein enges Verhältnis zu seiner eigenen Mutter. Eine vorübergehende
Distanz zu seiner ehemaligen Partnerin kann im Übrigen mit Blick auf die diesbe-
züglichen vorinstanzlichen Erwägungen sogar eher günstig ausgelegt werden
(Urk. 59 S. 36). Zu begrüssen ist weiter, dass der Beschuldigte zusätzlichen Halt
in der Kirche gefunden hat und er seinen Glauben aktiv praktiziert. Ihm ist zu
glauben, wenn er angibt, dass es ihm damit gut gehe und er keine depressiven
Episoden mehr habe. Eine Massnahmeindikation ist damit jedenfalls nicht mehr
gegeben. Zusammenfassend verfügt der Beschuldigte aktuell über beruflich gute
Aussichten sowie über ein zurückgezogeneres, aber stabileres privates Umfeld.
Der Beschuldigte hält denn auch selber fest, dass er – zum ersten Mal, seit er in
der Schweiz sei – einen Grundstein gelegt habe, auf dem er aufbauen könne.
Dem ist zuzustimmen. Mit einigem Wohlwollen kann damit festgehalten werden,
dass sich die Lebensumstände des Beschuldigten in derart positiver Weise ver-
ändert haben, dass trotz Vorstrafen von einer begründeten Aussicht auf Bewäh-
rung ausgegangen werden kann. Anders ausgedrückt wird die indizielle Befürch-
tung aus der noch nicht fünf Jahre zurückliegenden Vortat durch die
nun vorliegenden besonders günstigen Umstände kompensiert (vgl. OFK/StGB-
HEIMGARTNER, Art. 43 N 19). Da die auszusprechende Strafe noch im Bereich des
teilbedingten Vollzuges liegt, ist dieser somit teilweise aufzuschieben.
In Berücksichtigung der Legalprognose sowie des Verschuldens des Beschuldig-
ten ist die Freiheitsstrafe im Umfang von 14 Monaten zu vollziehen und im Um-
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fang von 22 Monaten aufzuschieben. Die Probezeit ist in Anbetracht der Umstän-
de auf 5 Jahre festzusetzen.
6.3. Die Gelstrafe, deren Vollzug der Beschuldigte – erneut –- gar nicht in Frage
stellt, ist zu vollziehen.
III. Kosten
1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 2'500.– festzu-
setzen.
2. Der Beschuldigte unterliegt mit seinen Anträgen im Berufungsverfahren mit
Ausnahme des teilbedingten Vollzuges vollumfänglich. Daher sind ihm die Kosten
dieses Verfahrens, exklusive die Kosten der amtlichen Verteidigung, vollumfäng-
lich aufzuerlegen (Art. 428 StPO). Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind un-
ter Vorbehalt einer Rückforderung nach Art. 135 Abs. 4 StPO einstweilen auf die
Gerichtskasse zu nehmen.
3. Die amtliche Verteidigung ist für ihre Bemühungen mit Fr. 4'800.– aus der
Gerichtskasse zu entschädigen.
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