Decision ID: a03a589a-4662-4527-9561-dd3f0158f7c2
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
40
,
bezieht von
der Stadt Winterthur, Zusatz
leis
tungen zur AHV/IV (nachfolgend:
Durch
führungs
stelle
), Zusatzleistungen
(
Urk.
10/18-40)
zu ihrer Altersrente (Urk. 1
0
/
41/11).
Nachdem die
Durch
füh
rungsstelle
im Rahmen der periodischen Überprüfung 2015 erfahren hatte, dass die Versicherte seit Juli 2012 zwei minderjährige Enkel
kinder bei sich
zur Pflege aufgenommen hat
, deren Eltern in Nigeria leben (
Urk. 10/9, Urk. 10/13/3,
Urk.
10/13/5,
Urk.
10/14, Urk. 10/17), berechnete sie den An
spruch auf Zusatzleistungen unter Berücksichtigung
eines auf einen Drittel reduzierten
Miet
zinses
rückwirkend ab Juli 2012 neu und ermittelte für die Zeit von Juli 2012 bis Mai 2015 einen Rückerstattungsanspruch von Fr. 25‘280.--
(Urk.
10/12).
Mit Verfügung
21. Mai 2015
verpflichtete sie die Versicherte zur Rück
er
stattung von zu Unrecht geleisteten
Zusatzleistungen
vom 1. Juli 2012 bis 31. Mai 2015
im Betrag von
Fr. 25‘280.--
(
Fr. 9‘878.-- Ergänzungsleistungen, Fr.
6‘868.--
Beihilfen
, Fr. 8‘534.--
Gemeindezu
schüsse
;
Urk.
1
0/11
). Dagegen erhob
die Versicherte
mit Schreiben vom
5. Juni 2015
Einsprache (
Urk.
10/6
), welche die Durchführungsstelle mit
Einspracheentscheid
vom
10. August 2015
abwies (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
die Versicherte
mit Eingabe vom
4. September
2015 Be
schwerde und beantragte
sinngemäss
, der
Einspracheentscheid
vom
10. August 2015
sei aufzuheben und es sei
auf eine
Rückforderung
zu ver
zichten
(Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in der
Beschwerde
ant
wort
vom
1.
Februar 2016
auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
9 S. 2).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Der Bund und die Kantone gewähren Personen, welche die gesetzlichen Vor
aussetzungen nach Art. 4-6 des Bundes
ge
set
zes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Inva
liden
versi
cherung (ELG) erfüllen, Zusatzleis
tungen beste
hend aus Ergänzungsleistungen, Beihilfen und Zuschüssen zur Deckung ihres Existenzbedarfs (Art. 2 Abs. 1 ELG; §§ 1, 13,
15 und 20 Abs. 1 des kantona
len Gesetzes über die Zusatz
leistungen zur eid
genös
sischen Alters-, Hinter
lassenen- und Invaliden
versicherung, ZLG).
1.2
Die Ergänzungsleistungen bestehen aus der jährlichen Ergänzungsleistung, wel
che monatlich ausbezahlt wird (Art. 3 Abs. 1
lit
. a ELG), sowie aus der Vergü
tung von Krankheits- und Behinderungskosten (Art. 3 Abs. 1
lit
. b ELG). Die jährliche Ergänzungsleistung hat dem Betrag zu entsprechen, um den die aner
kannten
Ausgaben
die
anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG).
Ergänzungsleistungen werden ausgerichtet, um Bezügerinnen und Bezü
gern von Renten der Alters- und Hinterlassenen- oder der Invaliden
ver
siche
rung das Existenzminimum zu gewährleisten, ohne dass die Ver
sicherten Sozial
hilfe beziehen müssen; mit ihnen soll der Grundbedarf gedeckt werden. Dabei besteht kein Anspruch auf volle Vergütung aller effektiv anfallenden Ausla
gen (
Urteil
des Bundesgerichts
9C_787/2011
vom 2
0.
April 2012
E. 4.2)
.
1.3
1.3.1
Die anrechenbaren Ausgaben werden nach Art. 10 ELG ermittelt.
D
er Mietzins einer Wohnung und die damit zusammenhängenden Neben
kosten werden bei alleinstehend
en Personen gemäss Art. 10 Abs. 1
lit
.
b ELG bis zu einem jährliche
n Höchstbetrag von Fr.
1
3'200.-- (Ziff. 1) als Ausgaben aner
kannt.
1.3.2
Werden Wohnungen oder Einfamilienhäuser auch von Personen bewohnt, wel
che
nicht in die EL-Berechnung eingeschlossen sind, dann ist der Miet
zins auf die einzelnen
Personen aufzuteilen. Die Mietzinsanteile der Per
so
nen, welche nicht in die
EL-Berechnung eingeschlossen sind, werden bei der Berech
nung der jährlichen
Ergänzungsleistung ausser Betracht gelassen.
Die Auf
teilung hat grundsätzlich zu gleichen Teilen zu erfolgen
(Art. 16c der
Verordnung über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Inva
liden
versicherung,
ELV
; vgl. BGE 142 V 299 E. 3.2, 127 V 10 E. 5.d
)
.
Unter diese Rege
lung fallen auch die mit dem Mietzins der Wohnung oder des Ein
familienhauses zusammenhängenden Nebenkosten nach
Art. 10 Abs. 1
lit
. b erster Satz ELG (vgl. BGE 127 V 10 E. 6b zum gleich
lautenden Art. 3b Abs. 1
lit
.
b erster Satz
des bis Ende 2007 gültig gewesenen
ELG
vom 19. März 1965). Die Mietzinsaufteilung ist auch dann vorzunehmen, wenn ein Teil der Wohnung oder des Einfamilien
hauses untervermietet ist (Weg
leitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV (WEL), gültig ab
1.
April 2011, Stand 1. Januar 2016,
Rz
3231.03).
1.3.3
D
ie Aufteilung des Mietzinses
setzt
nicht voraus, dass die Wohnung oder das Einfamilienhaus gemeinsam gemietet sind; es genügt das gemeinsame Woh
nen.
Die Regelung in Art. 16c ELV dient dazu, die indirekte Finan
zierung von Perso
nen, die nicht in die EL-Berechnung eingeschlossen sind, zu ver
hindern (BGE
142 V 299 E. 3.2,
127 V 10 E. 5d). Ein Abweichen von dieser Grundregel ist nur in engen Grenzen zugelassen, so vor allem wenn die Auf
teilung des Gesamtmietzinses nach Köpfen im Einzelfall zu einem stossenden Ergebnis führen würde (BGE
142 V 299 E. 3.2
und E. 5.2
,
127 V 10 E. 5d; AHI 1998 S. 34; vgl. auch
Carigiet
/Koch, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, 2. Auflage, Zürich Basel Genf 2009, S. 139).
Gemäss
Rz
3231.04 WEL kann in Sonderfällen, z.B. wenn eine Person den gröss
ten Teil der Wohnung für sich in Anspruch nimmt, je nach den Ver
hält
nissen eine andere Aufteilung vor
genommen werden. Bei EL-beziehenden Per
sonen, die mit unterhaltspflichtigen Kindern zusammenleben, welche kei
nen Anspruch auf eine Kinde
rrente be
gründen, ist grundsätzlich keine Miet
zinsaufteilung vorzu
nehmen
(vgl. auch BGE 142 V 299 E. 3.2.2
und E. 5.2.2; Urteil des Bundesgerichts P 56/00 vom
5.
Juli 2001 E. 2b
)
.
1
.4
1.
4
.1
Gemäss Art. 25 Abs. 1
Satz 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) sind unrechtmässig bezogene Leistun
gen zu
rückzuerstatten.
Wer Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nicht zurück
erstatten, wenn eine grosse Härte vorliegt (Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG; soge
nannter Erlass).
Über den Umfang der Rückforderung wird eine Verfügung erlassen
(Art. 3 Abs. 1 der
Verordnung über den Allgemeinen Teil de
s
Sozialversicherungs
rechts
,
ATSV).
Rückerstattungspflichtig sind der Bezüger oder die Bezügerin der
unrecht
mässig
gewährten Leistungen und seine oder ihre E
rben (
Art.
2 Abs. 1
lit
. a
ATSV)
.
1
.4
.2
Die Unrechtmässigkeit des Bezugs von Ergänzungsleistungen ergibt sich dadurch, dass die Berechnungsgrundlagen rückwirkend angepasst werden und aus der Neuberechnung ein tieferer Anspruch resultiert als ur
sprünglich ausgerichtet (
Carigiet
/Koch, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, 2. Auflage 2009, S. 98). Die Pflicht zur Rückerstattung unrechtmässig bezogener Leis
tungen besteht unabhängig von einem allfälligen Verschulden. Selbst ein der Verwaltung zuzurechnender Fehler ändert nichts an der
Rückerstattungs
pflicht
(Müller, Rechtspre
chung des Bundesgerichts zum ELG, 3. Auflage 2015, S. 354,
Art.
25 ATSG
Rz
8; Urteil des Bundesgerichts P 63/2004 vom 2. Februar 2006 E. 2.2.3).
1
.5
1
.5
.1
Die Rückforderung rechtskräftig verfügter Leistungen durch die Verwaltung ist nur unter den für die Wiedererwägung oder die prozessuale Revision mass
ge
benden Voraussetzungen zulässig (BGE 126 V 23 E.
4b, 42 E.
2b, je mit Hin
weisen).
D
er Versiche
rungs
träger
kann
nach
Art.
53
Abs.
2 ATSG
wiedererwägungs
weise
auf formell rechts
kräf
tige Verfügungen oder
Einspracheentscheide
zurückkommen, wenn diese zwei
fel
los unrichtig sind und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist.
Zwei
fellos un
richtig
ist eine Verfügung, wenn kein vernünftiger Zweifel an der Unrichtig
keit der Ver
fügung möglich, also nur dieser einzige Schluss denkbar ist (SVR 2010 IV Nr. 5
S. 10; Urteil des Bundesgerichts vom 19. Sep
tember 2013 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
1
.5
.2
Mittels pro
zes
su
aler Revision, welche von der Wiedererwägung unterschieden werden muss, wird
auf rechtskräftige Verfügungen zurückgekommen, wenn diese auf
grund neu ent
deckter, seinerzeit ohne Versch
ulden unbekannt
geblie
bener vorbe
standener Tat
sachen oder Beweis
mittel unrichtig sind (BGE 127 V 469 E. 2c, 119 V 184 E. 3a, 477 E. 1a
, Urteil des Bundes
ge
richts P
63/02 vom 8. Mai 2003 E. 5, je mit Hinweisen).
1.6
1.6.1
Nach
§
19 ZLG sind
rechtmässig
bezogene Beihilfen in der Regel zurück
zu
erstatten, u.a. wenn bisherige oder frühere Bezügerinnen und Bezüger in günstige Verhältn
isse gekommen sind (Abs. 1
lit
.
a).
Ü
ber die Rückerstattung zu Unrecht bezo
gener kantonaler Leistungen
enthält das ZLG keine Be
stimmung, was indessen nicht etwa
den Weg frei
macht
für die (
sinngemässe
) An
wen
dung von
Art.
25 Abs. 1 ATSG.
Gemäss
bundes
ge
r
ichtlicher
Rechtsprechung ist §
19 ZLG
sinngemäss
vielmehr
auch auf zu Unrecht bezogene Leistungen anwendbar (Urteil des Bundesgerichts
9C_305/2012 vom
6.
August 2012
E. 3.2).
1.6.2
Art.
19 ZLG enthält keine näheren Angaben dazu, worin die „günstigen Ver
hältnisse“ bestehen. 1994 hat die damalige Direktion der Fürsorge des
Kan
tons Zürich einen Entwurf von Richtlinien zur Handhabung der günstigen Verhältnisse im Sinne des ZLG in Vernehmlassung gegeben; zwar wurde auf den Erlass von Richtlinien verzichtet, der Entwurf aber dennoch als Richt
schnur publiziert, und zwar in der Zeitschrift des Fachverban
des für Zusatz
leistungen (ZL-Ak
tuell, Ausgabe 2/95, S.
21
f.; www.zl-fachverband.ch/
downloads
/199502.pdf).
Gemäss
Richtlinienentwurf handelt es sich um günstige Verhältnisse, wenn das Vermögen (bis zum AHV-Alter den fünf
fachen und) ab dem AHV-Alter den dreifachen Vermögensfreibetrag über
steigt.
Mit der Formulierung „in der Regel" hat der Gesetzgeber zum Ausdruck gebracht, dass die bezogenen Leistungen grundsätzlich zurückzuerstatten sind, in Ausnahmesituationen aber auf eine Rückerstattung verzichtet wer
den kann. Im eben genannten Richtlinienentwurf wird dem dahingehend Rechnung getragen, als bei der Beurteilung, ob günstige Verhältnisse vor
lie
gen, verschiedene weitere Faktoren berücksichtigt werden sollen, so nament
lich das Alter, die gesamte finanzielle Situation (Vermögen und Ein
kommen), Familienlasten, Heim-, Pflege- oder Krankheitskosten, allfäl
liger
Liegen
schaftsunterhalt
, die Weiterführung der gewohnten Lebens
haltung und das Verhältnis des Rückerstattungsbetrags zum verbleibenden R
estvermögen über der Freigrenze (vgl. Urteil des
Sozialversicherungsgericht
s des Kantons Zürich ZL.2012.00092 E. 1).
1.
7
Nach
Art. 13 der Verordnung der Stadt Winterthur über den Vollzug der Zusatzleistungen zur AHV/IV und die Gewährung von Gemeindezuschüssen vom 2
1.
Juni 2004 (nachfolgend: GZV)
findet das ZLG sowie die dazu ge
hö
renden Ausführungsbestimmungen sinngemäss auch auf die
Gemeinde
zu
schüsse
Anwendung, soweit diese Verordnung nicht abweichende Bestim
mungen enthält. Die GZV enthält keine Regelung zur
Rückerstattung
von
zu Unrecht bezo
gener
Gemeindezuschüsse, weshalb § 19 ZLG
auch auf die
Ge
meindezuschüsse
sinngemäss
anwendbar ist.
2
.
2
.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
auf den Standpunkt,
in den Pflegeverträgen
, welche im September 2012 zwischen der Tochter der Beschwerde
führerin und dieser mit Wirkung ab Oktober 2012 bezüglich der beiden Enkel
kinder abgeschlossenen worden seien,
sei in Zusammenarbeit mit dem Amt für Jugend und Berufsberatung als Aufsichtsbehörde ein Betrag von Fr. 400.-- pro Kind für die Ernährung,
jedoch weder
ein Beitrag an den Mietzins noch an die Haushaltsführung ver
einbart worden. Die Eltern der beiden Enkelkinder seien geschieden und würden beide in Nigeria leben. Die Mutter der Kinder sei Schweizerin und
erwerbstätig. Sie verdiene
jedoch
zu wenig, um ihre Kinder mehr unter
stüt
zen zu können. Der Vater sei zwar wohlhabend, bezahle aber bereits das Schulgeld für die beiden Kinder (Privat
schulen) und weigere sich, mehr an die Erziehung seiner Kinder bei
zusteuern.
A
uf die Anrechnung eines Beitra
ges
für die Haushaltsführung könne verzichtet werden, der Mietzins sei aber zwingend durch drei zu teilen. D
a die beiden Enkelkinder der Be
schwerde
führerin nicht in der
EL-Berechnung
der Beschwerdeführerin ein
geschlossen seien, könne der Mietzinsanteil dieser beiden Personen nicht durch die Zusa
tzleistungen finanziert werden, weshalb die Rückforderung von Fr. 25‘280.-- für den Zeitraum von Juli 2012 bis Mai 2015 rechtens sei (
Urk.
2 S. 2 f.
).
2
.2
D
ie
Beschwerde
führerin
bringt dagegen vor,
es sei ihr
nicht bewusst gewe
sen, dass sie die Kinder ihrer Tochter als Mitbewohner ihrer Wohnung hätt
e
melden
sollen, als sie und ihre Tochter im Sommer 2012 entschieden hätten, dass ihre Tochter allein nach Nigeria zurückkehre und sie die Kinder zur Pflege aufnehme. Es sei ihr bewusst, dass ihre Unkenntnis bezüglich der Mel
depflicht nichts daran ändere, dass
die Ergänzungsleistungen nicht für die Mietanteile der Kinder als Mitbewohner aufzukommen
hätten
. Sie sei jedoch finanziell nicht in der Lage, diesen Betrag zurückzuzahlen. Sie könne weder auf ihre Tochter noch auf den Vater der Kinder Rückgriff nehmen. Das Ein
kommen ihrer Toch
ter in Nigeria sei relativ tief.
Deren
Ex-Mann sei zwar wohlhabend, jedoch sei dem Scheidungsurteil zu entnehmen, zu welchen Unterhaltsbeiträgen er verpflichtet worden sei.
Er bezahle ihr Fr. 800.-- und komme für die Versicherungs- und Schulkosten seiner Kinder auf. Er sei nicht bereit, mehr an den Unterhalt der Kinder beizusteuern.
Im September 2012
hätten
sie und ihre Tochter in Zusammenarbeit mit dem Amt für Jugend- und Berufsberatung Pflegeverträge mit Wirkung ab Anfang des darauffol
genden Monats abgeschlossen. Darin sei als Pflegegeld einzig der Betrag von Fr. 400.-- pro Kind vereinbart
worden
. Es seien ihr weder
ein
Betrag für die Haus
haltsführung noch ein Anteil an den Mietzins zuge
sprochen worden. Wäre es ihr bewusst gewesen, dass sich die Kinder als Mit
bewohner am Mietzins hätten beteiligen müssen, hätte sie gefordert, dies in den Pflegeverträgen zu berücksichtigen
(Urk. 1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin
mit Verfügung vom 21. Mai 2015
zu Recht den Betrag von Fr. 25‘280.--
für
die
von Juli 2012 bis Mai 2015
zu viel geleisteten
Zusatzleistungen, und zwar
Fr.
9‘878.--
Ergän
zungsl
eistungen
, Fr.
6‘868.-- Beihilfen,
Fr.
8‘534.-- Gemeindezu
schüsse (
Urk.
10/11)
, von der Beschwerde
führerin zurück
gefordert hat.
3.
3.1
Es ist unstrittig, dass die Beschwerdeführerin ab
Juli 2012
zu
sammen mit
zwei Enkelkindern
(geboren 199
6
und
2001
,
Urk.
3/2 S. 1
) in der
von
ihr
gemie
teten
3
1⁄2
-Zimmer
wohnung (
Urk.
10/
27/9, Urk. 10/22/12
)
wohnt
e
. Zu Recht
anerkannt wurde auch, dass
die
Beschwerdegegnerin
in Anwen
dung von
Art. 16c ELV
rückwirkend
eine
Neuberechnung mit
Aufteilung des Miet
zinses
auf drei Personen
vorgenommen
hat
, da allein die Beschwerde
führerin in die EL-Berechnung eingeschlossen ist
und die Ergänzungsleistungen nicht auch für Mietanteile von Per
sonen aufkommen soll
en
, welche nicht in die EL-Berechnung eingeschlossen sind.
Insbesondere liegt kein
Ausnahmefall in Sinne von
Rz
3231.04 WEL vor. Gemäss dem
Urteil
des Bundesgerichts
P 56/00 vom
5.
Juli 2001
, auf welches die WEL in der
Fussnote
69 zu
Rz
3231.04 WEL verweist, sind Aus
nahmen zulässig, wenn das (unentgeltliche) Wohnen im gemeinsamen Haushalt auf einer zivilrechtlichen Unterhaltspflicht beruht
(E. 2b)
. Dies ist hier indes
nicht der Fall. Denn die Beschwerdeführerin hat
in Bezug auf ihre Enkelkinder
k
eine
rechtliche
Unterhaltspflicht.
N
icht entscheidend
ist dabei
, ob und wie viel Einkom
men die unterhaltspflichtigen Eltern
erzielen
und welche
Schei
dungs
vereinbarung
diese getroffen haben
.
Auch die Vereinbarung der
Pfle
geleistungen
hat darauf keinen Einfluss.
Im Übrigen sprechen auch keine anderen Umstände für das Abweichen vom Grundsatz der Mietzinsaufteilung an sich und der Aufteilung nach Köpfen.
Wie die Beschwerde
führerin selbst ausführte, ändert auch ihr fehlendes Bewusstsein zur Melde
pflicht nichts daran, dass der unrechtmässige Zustand nachträglich zu korrigieren ist.
Ein
Rückkommenstitel
(Art. 53 ATSG) ist damit zu bejahen.
3.2
3.2.1
Was die Beschwerde
führerin
des Weiteren vorbringt, bezieht sich auf ihre finanzielle Situation
, welche in Bezug auf die
zurückgeforderten
bundes
rechtlichen
Ergänzungsleistungen
in der Höhe von
Fr.
9‘878.--
gegebenen
falls erst
bei der Prüfung eines Erlassgesuches nach Massgabe von Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG eine Rolle spielen
kann
.
Die Prüfung eines
Erlassge
suches
hat in der Regel
jedoch
erst nach Rechtskraft des Entscheides
über die
Rückforderung zu erfolgen.
Soweit die Beschwerde
führerin mit ihrem Antrag, es sei von einer Rück
forde
rung bei ihr abzusehen (
Urk.
1),
somit
ein Erlassgesuch bezüglich der
Rück
erstattungsforderung
stellt, ist darauf hinzuweisen, dass spätestens innert 30
Tagen nach Eintritt der Rechtskraft der Rückforderungsverfügung
(res
pektive dieses Entscheides)
ein schriftliches und begrün
detes Gesuch um Erlass der Rückerstattung bei der Beschwerdegegnerin ge
stellt werden kann (
Art.
4 Abs.
4 ATSV), über welches in der Folge von der Beschwerdegegnerin mittels Verfügung zu befinden ist (
Art.
4 Abs. 5 ATSV).
3.2.2
In Bezug auf die
zurückgeforderte
Beihilfe
im Betrag von Fr.
6‘868.--
und
die
Gemeindezuschüsse in der Höhe von
Fr.
8‘534.--
ist betreffend
den
Rück
er
stattungsanspruch
der Beschwerdegegnerin
zu prüfen, ob
diese
r
de
r
Anfor
derung
von
§
19 Abs. 1
lit
. a ZLG standhält
, wonach eine Rück
forderung günstige Verhältnisse bedingt
(
vgl. E. 1.6-1.7 hiervor;
Urteil des Bundesge
richts
9C_305/2012 vom
6.
August 2012
E. 3.2)
.
Eine solche Prüfung hat die Beschwerdegegnerin
jedoch bisher
nicht vorge
nommen
, was sie unter Berücksichtigung der Erwägungen 1.6-1.7 hiervor nachzuholen hat.
4.
Nach dem Gesagten ist
festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin
mit Verfü
gung vom 21. Mai 2015 (
Urk.
10/11) zu Recht die in der Zeit von Juli 2012 bis Mai 2015 zu Unrecht geleisteten
Ergänzungsleistungen im Betrag von
Fr.
9‘878.--
zurück
ge
fordert
hat
.
In Bezug auf die Rückforderung der Beihilfe von
Fr.
6‘868.--
und der
Gemein
dezuschüsse
von
Fr.
8‘534.--
ist die Sache an die
Beschwerdegegnerin
zur Prüfung der Voraussetzung nach
§
19
Abs.
1
lit
. a ZLG zurückzuweisen.
In diesem Sinne
und Umfang
ist die Beschwerde teilweise
gutzuheissen
und der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
10. August 2015 (
Urk.
2) aufzu
heben.