Decision ID: e717ca39-8190-44ac-8aac-61d479d410e3
Year: 2020
Language: de
Court: BS_APG
Chamber: BS_APG_001
Canton: BS
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
Mit Entscheid vom 24. Februar 2020 wies das Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt (WSU) einen Rekurs von A_ (Rekurrent) gegen Verfügungen der Sozialhilfe Basel-Stadt ab. Gegen diesen Entscheid meldete der Rekurrent mit Schreiben vom 4. März 2020 beim WSU Rekurs an. Dieses leitete den Rekurs zuständigkeitshalber an den Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt weiter. Da der Rekurrent innert Frist keine Rekursbegründung einreichte, trat der Regierungsrat mit Präsidialbeschluss vom 27. Mai 2020 auf den Rekurs nicht ein.
Gegen diesen Beschluss meldete der Rekurrent mit Schreiben vom 4. Juni 2020 Rekurs beim Regierungsrat an. Darin kündigt er an: «Sie erhalten innert angegebener Frist die dazugehörende Begründung.» Der Regierungsrat leitete den Rekurs zuständigkeitshalber an das Verwaltungsgericht weiter. Der Verfahrensleiter des Verwaltungsgerichts teilte dem Rekurrenten die Eröffnung des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht mit (Verfügung vom 24. Juni 2020). In der Folge reichte der Rekurrent weder an den Regierungsrat noch an das Verwaltungsgericht eine Rekursbegründung ein.

Erwägungen
1.
1.1
Das Verwaltungsgericht ist für die Beurteilung des vorliegenden Rekurses zuständig (§ 12 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRPG, SG 270.100]). Grundsätzlich ist das Dreiergericht zum Entscheid berufen (§ 92 Abs. 1 Ziff. 11 des Gerichtsorganisationsgesetzes [GOG, SG 154.100]). Hat wegen Säumnis ein Nichteintretensentscheid zu ergehen oder fällt das Rechtsmittel wegen Säumnis von Gesetzes wegen dahin, so ist jedoch der Einzelrichter bzw. der Verfahrensleiter zuständig (§ 44 Abs. 1 GOG).
1.2
Der Rekurs ist binnen zehn Tagen nach der Zustellung der Verfügung schriftlich beim Verwaltungsgericht anzumelden (§ 16 Abs. 1 VRPG). Spätestens binnen 30 Tagen, vom gleichen Zeitpunkt an gerechnet, ist eine schriftliche Rekursbegründung einzureichen (§ 16 Abs. 2 VRPG). Wird die Rekursbegründung nicht oder nicht rechtzeitig eingereicht, so erklärt das Gericht den Rekurs als dahingefallen (§ 16 Abs. 3 VRPG).
Der vorliegend angefochtene Präsidialbeschluss datiert vom 27. Mai 2020. Aus den Akten ergibt sich nicht, wann er dem Rekurrenten eröffnet worden ist. Aus dem Umstand, dass der Rekurrent am 4. Juni 2020 Rekurs angemeldet hat, folgt jedoch, dass der angefochtene Beschluss ihm spätestens am 4. Juni 2020 eröffnet worden ist. Die 30-tägige Frist für die Einreichung der Rekursbegründung lief demzufolge spätestens am 6. Juli 2020 ab (vgl. Art. 20 Abs. 1 und 3 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021] in Verbindung mit § 21 Abs. 1 VRPG). Der Rekurrent hat bis zum 6. Juli 2020 keine Rekursbegründung eingereicht, so dass der Rekurs als dahingefallen zu erklären ist (§ 16 Abs. 3 VRPG).
2.
Dem Rekurrenten wurde die Eröffnung des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens aufgrund der Überweisung des an den Regierungsrat gerichteten Rekurses mit Verfügung vom 24. Juni 2020 mitgeteilt. Gleichwohl reichte der Rekurrent entgegen der eigenen Ankündigung weder beim Regierungsrat noch beim Verwaltungsgericht eine Rekursbegründung ein. Er erklärte auch nicht, kein Interesse mehr an der Sache zu haben und sein Rechtsmittel zurückzuziehen. Dies muss als trölerisches Verhalten bezeichnet werden. Deshalb sind dem Rekurrenten die Gerichtskosten des verwaltungsgerichtlichen Rekursverfahrens mit einer Abschreibungsgebühr von CHF 100.– aufzuerlegen (§ 30 Abs. 1 VRPG).