Decision ID: 248ef639-7105-4b99-8e86-8ba8979e7df2
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1957 geborene
X._
, Mutter von vier Kindern (geboren 1980, 1985, 1986
, 1987), welche über keine abgeschlossene Berufsausbildung verfügt, reiste im Jahr 1987 in die Schweiz ein und war zuletzt
als Küchengehilfin
sowie in der Gebäudereinigung
angestellt (Urk.
7
/1, Urk.
7
/3, Urk.
7
/4, Urk.
7
/12/4). Im Febru
ar 2004 meldete sie sich unter Hinweis auf seit Februar 2003 bestehende Gelenk
schmer
zen/Arthrose erstmals bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk.
7
/1). Im Rahmen der Abklärung der erwerblichen und medizinischen Ver
hältnisse zog die IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto (Urk.
7
/4) bei, holte einen Arbeitgeberbericht (Urk.
7
/10) sowie Berichte der
behandelnden Ärzte (Urk. 7/7 und Urk. 7/9) ein und liess die Versicherte beim
Y._
psychiatrisch begutachten (Gutach
ten
vom 22. April 2005; Urk. 7/12). Mit der Begründung, eine anhaltende somato
fo
rme Schmerzstörung vermöge aus rechtlichen Gründen in der Regel keine lang
dau
ernde und zu Invalidität führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewir
ken, verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 20
. Mai 2005 (Urk. 7/14) einen
Rentenan
spruch, woran sie mit
Einspracheentscheid
vom 30. August
2005 (Urk. 7/
20
)
festhielt
.
1.2
Am 15. November 2013 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte unter Hin
weis auf Schmerzen im ganzen Körper sowie weitere Beschwerden erneut bei der IV-Stelle zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 7/21) und liess zur Glaubhaftmachung einer wesentlichen Veränderung der Verhält
nisse den Bericht
von
Dr. med.
Z._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin
,
vom 20. Dezember 2013 (Urk.
7
/29) auflegen. Im Rahmen der weiteren Abklärungen holte die IV-Stelle einen Bericht beim
A._
vom 10. März 2014
(Urk. 7
/31) ein. Gestützt auf die Stellungnahmen
des Regionalen Ärztlichen Dienstes der Invalidenversi
cherung (RAD) vom 17.
und 21. März 2014 (Urk.
7
/34/3) verneinte die IV-Stelle – nach durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(Vorbescheid vom 16. April 2014 [Urk.
7
/36], Einwände vom 14. Mai 2014 [Urk.
7
/41] und 25. Juni 2014 [Urk.
7
/46]) – mit Verfügung vom 2. Februar 2015 (Urk.
7
/53
) einen Ren
ten
anspruch.
Die dagegen erhobene Be
schwerde (Urk. 7/59/3-10) wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil vom
15. Juli 2016 in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 2. Febru
ar 2015 aufgehoben und die Sache zu ergänzenden Abklärungen an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde (Urk. 7/65).
1.3
In Umsetzung des Urteils nahm die IV-Stelle ergänzende medizinische Abklä
rung
en vor und zog
Berichte
der behandelnden Ärzte bei (
Urk.
7/73, Urk. 7/84-86,
Urk. 7/96
).
Hernach beauftragte s
ie das
B._
mit der polydisziplinären Begutachtung (Allgemeine Innere Medizin, Rheuma
to
logie, Neurologie, Psychiatrie) der
Versicherten
. Das betreffende Gutachten wurde am 17. Juli 2018 erstattet (Urk. 7/111).
M
it Vorbescheid vom 30. Juli 2018
wurde der
Versicherten
die Abweisung ihres Leistungsbegehren
s
in Aussicht gestellt (Urk. 7/115).
Dagegen erhob
sie
am 14. September 2018 Einwand und legte ihrer Eingabe ein
en
Verlaufsbericht des
C._
vom 24. August 2018 bei (Urk. 7/120-121).
Hierzu liess d
ie IV-Stelle d
i
e
Gutach
ter
des
B._
Stellung nehmen
(Urk. 7/123;
Schreiben vom
23. Dezember 2018 Urk. 7/127).
Nachdem die
Versicherte
im Rahmen der rechtlichen Gehörs
gewäh
rung
(vgl. Urk. 7/128) eine Stellungnahme des
A._
vom 19. Februar 2019 ein
ge
reicht
hatte
(Urk. 7/133-134), wies
die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 9. Mai 2019 ab (Urk. 2 = Urk. 7/136).
2.
Dageg
en erhob die
Versicherte am 11. Juni 2019 Beschwerde und beantragte
, es sei die Verfügung vom 9. Mai 2019 vollumfänglich aufzuheben und es sei ihr min
destens eine
Viertelsrente
zuzusprechen oder es seien ihr allenfalls Eingliede
rungsmassnahmen zu bewilligen. Eventualiter
beantragte die Versich
erte das Ver
fahren zu sistieren
und sie unabhän
g
ig fachärztlich (insbesondere psychiatrisch und neurologisch, allenfalls orthopädisch
traumatologisch
, rheumatologisch und inner-medizinisch
) hinsichtlich ihrer
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
zu begutachten. In pro
zessualer Hinsicht beantragte die Versicherte die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 24. Juli 2019 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6 unter Beilage ihrer Akten Urk. 7/1-137)
,
wovon die Beschwerdeführerin m
it Verfügung vom 22. Oktober 2019
in Kenntnis gesetzt
wurde
(Urk. 16).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art.
87 Abs.
3
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn
die Voraussetzungen gemäss Abs.
2 dieser Be
stimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblich
en Weise geändert hat.
Tritt die Verwaltung auf die Neuan
mel
dung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invalidi
täts
grades
auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie be
i einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
vorzugehen (BGE
117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchs
begrün
dende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auc
h dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E.
2b
).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
3
1.3
.1
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
tu
rierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bun
desgerichts 9C_580/2017 vom 16.
Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.3
.2
Rechtsprechungsgemäss liegt regelmässig kein versicherter Gesundheitsschaden vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Kon
stellation beruht. Dies trifft namentlich zu, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen oder Einschränkungen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische Behandlung und
Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene Klagen auf den
Sachverständigen unglaubwürdig wirken oder wenn schwere Einschrän
kung
en im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Verhalten hin (BGE 141
V 281 E. 2.2.1, BGE 131 V 49 E.
1.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9
C_899/2014 vom 29. Juni 2015 E.
4.1).
Eine auf Aggravation oder vergleichbaren Konstellationen beruhende Leistungs
einschränkung vermag einen versicherten Gesundheitsschaden nicht leichthin aus
zuschliessen, sondern nur, wenn im Einzelfall Klarheit darüber besteht, dass nach plausibler ärztlicher Beurteilung die Anhaltspunkte für eine klar als solche
ausgewiesene Aggravation eindeutig überwiegen und die Grenzen eines bloss ver
deutlichenden Verhaltens zweifellos überschritten sind, ohne dass das
aggrava
torische
Verhalten auf eine verselbständigte, krankheitswertige psychische Stö
rung zurückzufüh
ren wäre (vgl. BGE 143 V 418 E. 8.2
; vgl. Urteile des Bundes
gerichts 8
C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 6.1 und 9C_899/2014 vom 29.
Juni 2015 E. 4.2).
Steht fest, dass eine anspruchsausschliessende Aggravation oder ähnliche Kon
stel
lation im Sinne der Rechtsprechung gegeben ist, erübrigt sich die Durch
füh
rung eines strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 (vgl. BGE 141 V 281 E.
2.2.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_899/
2014 vom 29.
Juni 2015 E. 4.4).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
5
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässi
ge Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dür
fen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische Th
ese ab
stellen (BGE 125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
führt in
ihrem abweisenden Entscheid
insbesondere
aus
,
es stelle sich grundsätzlich
die Frage, ob aus somatischer Sicht eine anspruchs
erheblich veränderte Situation im Vergleich zum
Einspracheentscheid
vom 30. Augus
t 2005 vorliege, respektive ob ein Revisionsgrund ausgewiesen sei
, hätten für die geklagten Beschwerden doch keine objektiven Befunde erhoben werden können
.
In der bisherigen Tätigkeit als Küchenhilfe sei die
Beschwerde
führerin
seit Juli 2003 zu 50 % eingeschränkt.
Die Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit habe im Gutachten aufgrund des Aggravationsverhaltens nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
beurteilt werden können. Es liege somit ein Ausschlussgrund vor, welcher die Annahme einer rentenauslösenden Gesund
heitsbeeinträchtigung verbiete. Somit sei von einer uneingeschränkten Arbeits
fähig
keit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen, womit sich
keine Erwerbs
ein
busse und damit keine Invalidität
ergebe. Da sich die
Beschwerdeführerin
subjektiv nicht arbeitsfähig fühl
e
und sich dements
prechend präsentier
e, seien beruf
liche
Massnahmen
nicht zielführend
(Urk. 2).
2.2
Dagegen stellt sich die
Beschwerdeführerin
unter anderem gegen das im Gut
achten festgehaltene Aggravationsverhalten.
Es sei von einer anhaltenden psy
chi
schen Komorbidität von erheblicher Schwere auszugehen, mit erheblicher Ausprägung und jahrelanger Dauer, gepaart mit wohl chronischen körperlichen Begleiterkrankungen. Beunruhigend komme ein wiederholt ärztlich festgestellter sozialer Rückzug dazu. Es sei nicht davon auszugehen, dass sie eine angepasste Tätigkeit ausüben könne.
So sei ihr aus WS-chirurgischer Sicht aufgrund der vor allem belastungsabhängigen Beschwerden bei komplexer Problematik mit ausge
dehnten Problemen am Bewegungsapparat sowie ausgedehnten internistischen Problemen zurzeit und bis auf Weiteres keine Tätigkeit
zuzumuten
. Dasselbe gelte aus schmerztherapeutischer Sicht sowie unter Berücksichtigung der Persön
lich
keit der
Beschwerdeführerin
. Es würden keine Hinweise für Aggravation oder Simu
lation bestehen. Dies werde auch mit dem neuesten Schreiben des
A._
vom 19. Februar 2019 bestätigt. Insbesondere auf
grund der doch erheblich, wenn nicht gar diametral sich gegenüberstehenden, aktuellen, polydisziplinären, ärztlichen Befunde und mangels Ausschlussgrund
es
werde man im weiteren Verfahren nicht um die Einholung einer Drittmeinung eine
s fachärztlichen Instituts
kommen,
da
die
Beurteilung
des
B._
falsch und
tendenziös
sei
(Urk.
1 S. 3-
9).
3.
3.1
In Frage steht, ob sich der massgebliche Sachverhalt, welcher dem
Einsprache
entscheid
vom 30. August 2005 (Urk. 7/20) zugrunde lag, bis zur nun ange
fochtenen Verfügung vom 9. Mai 2019 (Urk. 2) in einer für den Leistungsanspruch erheblichen Weise verändert hat.
Im Zeitpunkt des
Einspracheentscheides
vom 30. August 2005 präsentierte sich die medizinische Aktenlage im Wesentlichen wie folgt:
3.1.1
Dr. med.
D._
,
Facharzt
FMH
für
Allgemein
e Innere M
edizin, führte in seinem Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 2. April 2004 als Diagnosen mit
Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit ein unklares generalisiertes Schmerzsyn
drom,
eine Gon
arthrose links sowie ein
lumbospondylogenes
Syndrom an. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine
pyelourethrale
Ab
gangs
ste
nose rechts. In der angestammten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin seit dem 31. März 2003 bis auf weiteres zu 100 % arbeitsunfähig. Nach Rück
sprache
mit dem behandelnden Psychiater bestünden keine typische Schmerzper
sönlich
keit und kein psychisches Korrelat. Die Psychotherapie sei deshalb nicht fort
geführt worden. Da die Ursache der invalidisierenden Schmerzen ungeklärt sei, habe er
eine Zweitmeinung bei Dr. med. E._
,
Facharzt für
Rheu
ma
tologie und Physikalische Rehabilitation, veranlasst, welche keine neuen Ge
sichts
punkte ergeben habe (Urk.
7
/9
/1-2
).
3.1.2
Dr.
E._
hatte am 19. Januar 2004 (Urk. 7/9/10-12) berichtet, die Beschwerde
führerin leide unter Schmerzen im ganzen Körper, wobei die Beschwerden belas
tungskorreliert verstärkt vorhanden seien. Im klinischen Untersuch sei eine grosse Diskrepanz zwischen dem ausgeprägten subjektiven Leidensdruck und den eher diskret fassbaren Befunden aufgefallen. Hinweise auf eine entzündlich rheuma
tische Genese oder auf ein neoplastisches Geschehen hätten sich in den konven
tionellen Röntgenbildern nicht finden lassen. Ergänzend wäre eine nochmalige Laboruntersuchung durchzuführen, wobei mit hoher Wahrscheinlichkeit auch da
mit keine die Beschwerden der Patientin erklärenden pathologischen Werte zu finden sein würden.
Diesfalls
wäre wirklich von einem unklaren generalisierten Schmerzsyndrom auszugehen, welches sich mit rheumatologischen Mitteln ver
mutlich kaum beeinflussen lasse.
3.1.3
Im psychiatris
chen Gutachten des Y._
vom 22.
April 2005 (Urk. 7
/12) wurde die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung gestellt.
Im Zeitraum der Abklä
rungskonsultationen habe die Beschwerdeführerin keine Symptomatik präsen
tiert, welche die Diagnose einer depressiven Störung erfüllen würde, wobei zu berücksichtigen sei, dass sie medikamentös antidepressiv behan
delt werde (Urk.
7
/12/6
).
Hinsichtlich der erhobenen Befunde wurde ausgeführt, insgesamt habe sie sich in einem reduzierten Allgemein- und einem guten Ernährungszustand präsen
tiert. Die Beschwerdeführerin sei bei ihren Besuchen im
Y._
jeweils sauber und ge
pflegt gekleidet gewesen. Sie habe sich der deutschen Sprache nur bedingt mächtig präsentiert. Im Kontaktverhalten habe sie sich leicht misstrauisch und generell zurückhaltend gegeben. Sie sei freundlich und insgesamt kooperativ gewesen. Ihre Aussagen würden sich mit denen decken, die in den Unterlagen vorhanden seien. Die
Beschwerdeführerin habe sich in allen Qualitäten orien
tiert präsentiert, sowohl zeitlich, örtlich, situativ wie auch zur eigenen Person. Es hätten sich keine Hinweise für Beeinträchtigungen im mnestischen Bereich ge
zeigt. Die Auffassung sei uneingeschränkt und die Konzentrationsfähigkeit leicht eingeschränkt. Soweit beurteilbar liege ein unauffälliger formaler Gedan
kengang
vor, welcher inhaltlich auf die Schmerzsymptomatik fokussiert sei. Sie weise keine
Phobien oder Zwangsgedanken auf. Es hätten keine Anhaltspunkte für
wahn
haftes Erleben, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen eruiert werden können
. Ein affektiver Rapport sei herstellbar gewesen. Affektiv habe die Beschwerdeführerin bezüglich einer Genesung ihrer Schmerzen deutlich pessi
mistisch gewirkt. Ihre Schmerzen seien in Mimik und Gestik deutlich vorgetra
gen worden. Der Antrieb sei unauffällig, und psychomotorisch sei sie ruhig. Suizidalität werde glaubhaft verneint. Zirkadiane Besonderheiten lägen keine vor, jedoch leichte Einschlaf
störungen und deutliche Durchschlafstörungen (Urk.
7
/12/5).
Die Experten des
Y._
kamen zum Schluss, vermutlich sei die präsentierte Symp
tomatik aufgrund eines multifaktoriellen Geschehens zu verstehen. Einer
seits sei das niedrige Bildungsniveau der Beschwerdeführerin festzuhalten, was ihr gerin
g
ere Möglichkeiten für Coping-Strategien ermögliche. Die berichtete Schulver
weigerung – auch trotz einer behördlich erfolgten Intervention – spre
che für ein eindrückliches Durchsetzungsvermögen. Die
Chronifizierung
der Schmerzsymp
to
matik sei bereits sehr weit fortgeschritten und werde durch die mitagierende Umgebung der Beschwerdeführerin begünstigt. Sie habe eine regressive Haltung gezeigt und die psychosozialen Umstände hätten sich anam
nestisch und aktuell als sehr ungünstig gestaltet, um ein angemessenes Bewälti
gungspotenzial zu ent
wickeln. Differenzialdiagnostisch sei allenfalls eine Kon
versionsstörung in Erwä
gung zu ziehen. Sodann sei zu vermuten, dass die aktu
elle Polypharmazie sich negativ auf das Beschwerdebild auswirke. Obwohl die Prognose als ungünstig zu werten sei, vor allem aufgrund der bisher fehlge
schlagenen therapeutischen Ver
suche und der eher ablehnenden und passiven Haltung seitens der Beschwerdeführerin, sollten therapeutische Versuche nicht unterlassen werden. Aus psychiatrischer Sicht sei zu empfehlen, die aktuelle Medikation zu reduzieren, mit dem Ziel, ein geeignetes Antidepressivum zur Nacht und/oder eventuell am Morgen einzusetzen. Die Arbeitsfähigkeit sei bei diesem Ausprägungsgrad der
Schmerz
störung aus psychiatrischer Sicht demzu
folge eingeschränkt. Die Exper
te
n erachteten die Bewältigung einer dem Beschwerdebild angepassten Tätigkeit mo
men
tan als unwahrscheinlich. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt werde eine psy
cho
reaktive
Komponente als weit im Vordergrund stehend erachtet, da die Schmerz
verarbeitung der Beschwerdefüh
rerin stark gestört zu sein scheine und eine inva
lidisierende Wirkung zeitige. Die Schmerzen, die von der Beschwerde
führerin angegeben würden, bewirkten eine gänzliche Einschränkung der Arbeits
fähigkeit
in der angestammten sowie in einer angepassten Tätigkeit seit mindestens 21.
März 200
3.
In ihrer gegen
wärtigen Verfassung sei kein Belastungsprofil beschreibbar, da sie sich schmerzbedingt eine gänzliche Schonung auferlegt habe und die Schonung durch ihr Umfeld gewährleistet werde (Urk.
7
/12/6 f.).
3.2
Im Rahmen der im Frühjahr 2018 am
B._
durchgeführten polydisziplinären Be
gut
achtung (Allgemein
e Innere Medizin, Rheumatologie, Neurologie, Psychia
trie
, Urk. 7/110) der Beschwerdeführerin stellten die Gutachter
folgende Diagno
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/111/5):
-
Belastbarkeitsverminderung bei lumbaler
Fehlform
mit
Doppel-S-Skolio
se
bildung
und mehrsegmentalen mässig ausgeprägten degenerativen Ver
än
derungen im mittleren und unteren LWS-Abschnitt
-
Keine Hinweise für eine Facettengelenks- oder
radikuläre
Symptomatik
-
Retropatellärer
Knorpelschaden
beidseits
-
Zum Zeitpunkt der Untersuchung gute Kompensation im Bereich des
thorakolumbalen
Achsenskelettes und der Kniegelenke
Daneben stellten die Gutachter folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/111/5-6):
-
Ausgeprägte muskuläre Insuffizienz mit muskulärer
Dekonditionierung
und Fehlhaltung
-
Ausgeprägte Selbstlimitierung mit Inkonsistenzen und Diskrepanzen im Ausmass eines
d
ysfunktionalen Krankheitsverhaltens
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren (ICD-10 F
45.41)
-
Dysthymia
(ICD-10 F
43.1)
-
Chronisches Schmerzsyndrom
-
Diabetes mellitus, aktuell unter medikamentöser Therapie gut eingestellt
-
Diabetische Nephropathie mit Albuminurie
-
Adipositas Grad I mit/bei BMI 33 kg/m2
-
Arterielle Hypertonie aktuell unter
antihypertensiver
Therapie
-
Rezidivierende
Palpi
t
at
ionen
-
Sarkoidose
, pulmonales Stadium II mit aktuell Residualzustand, in Remis
sion
In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung hielten die Gutachter fest,
die Be
schwerdeführerin leide seit Jahren an einer panvertebralen Beschwerdesymp
to
matik mit Generalisierungstendenz und Entwickeln eines Ganzkörper-Schmerz
syndroms unklarer Zuordnung, ohne Hinweise für eine entzündlich-rheumatische Erkrankung. Aus somatisch-rheumatologischer Sicht könnten das Ausmass der subjektiv vorgeführten und beschriebenen Limitierungen weder erklärt, noch soma
tische Befunde erhoben werden. Die reproduzierbaren klinischen Befunde würden einer mässigen Irritation im Bereich der mittleren und unteren LWS als Ausdruck der dort lokalisierten, radiologisch dokumentierten, degenerativen Ver
änderungen, verbunden mit einer Doppel-S-Skoliose-
Fehlform
thorakolumbal
ent
sprechen. Es bestehe offensichtlich ein erheblicher sekundärer Krankheitsgewinn mit demonstrativem Charakter. Bei der ausgeprägten Beschwerdebetonung mit Selbstlimitierung und Diskrepanzen bestehe ein schlechtes Mitwirken, weshalb die vorhandenen physischen Ressourcen kaum umgesetzt würden. Es handle sich um eine über Jahre
chronifizierte
nicht näher spezifizierbare Schmerzent
wick
lung. Aus psychiatrischer Sicht seien die Kriterien für eine
Dysthymia
erfüllt, während die depressive Symptomatik sowie allfällige Einschränkungen in der Akti
vität und Partizipation gemäss Mini-ICF-APP aufgrund des Aggrava
tions
verhaltens nicht abschliessend beurteilt werden könnten. Die allgemein-internis
tische Untersuchung habe das Bild einer 60-jährigen
normosomen
, kardiopul
monal kompensierten Versicherten in unauffälligem Allgemeinzustand ergeben (Urk. 7/111/4). Bei fehlender Klinik und nicht verwertbarer Spirometrie gelte die seit 2014 bekannte
Sarkoidose
aktuell als in Remission. Der Lupus
pernio
der Stirne sei vollständig abgeheilt und das seit April 2016
euthyreote
, linksbetonte Struma
multinodosa
beidseits
grössenregredient
. Aus allgemein-internistischer Sicht lasse sich eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht begründen (Urk.
7/111/5).
Hinsichtlich funktioneller Auswirkungen der Befunde sei festzuhalten,
dass einzig die Wirb
elsäulenfehlform und beginnende degenerative
Veränderungen der Wir
bel
säule und der Knie objektiv zu einer verminderten Belastbarkeit der
Beschwer
deführerin
führen würden. Der
retropatelläre
Knorpelschaden beidseits könne zumindest langfristig zu einer verminderten Belastbarkeit der Knie führen. Die Auswirkungen der psychiatrischen Diagnosen könnten aufgrund des Aggrava
tions
verhaltens nicht abschliessend beurteilt werden.
Was die Konsistenz betreffe, so
seien bei allen Gutachtern deutliche Inkonsistenzen zwischen den Aussagen der
Beschwerdeführerin
und den objektiven Befunden auszumachen gewesen. Dabei sei bereits eine gezielte
Schmerzanamnese kaum möglich gewesen, da die
Beschwerdeführerin
äusserst diffuse, ungenaue Angaben gemacht habe. Selbst auf
geschlosse
ne Fragen habe sie diffus ausweichend geantwortet. Es scheine so, dass von der
Beschwerdeführerin
trotz ihrer massiven Schmerzen kaum entspre
chende T
herapien in Anspruch genommen wü
rden. Die Schilderung des Tages
ab
laufs sei plakativ gewesen, sie würde «gar nichts tun»
,
was
über Jahre kaum vor
stellbar
sei
. Laut Aktenlage und ihrer Aussage scheine sie trotz der Beschwerden in den Kosovo in die Ferien
verreisen
zu können. In der körperlichen Unter
su
chung hätten sich deutliche Inkonsistenzen ergeben. Insgesamt seien die ge
klag
ten Symptome und Funktionseinbussen nicht valide und nachvollziehbar gewe
sen
. Es bestünden Inkonsistenzen aufgrund der Verdeutlichungstendenz und des Aggra
vationsverhaltens seitens der
Beschwerdeführerin
.
Zur Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, i
n ihrer angestammten Tätigkeit als Küchenhilfe sei die
Beschwerdeführerin
aus rheumatologischer Sicht maximal 50 % arbeitsfähig. Diese Tätigkeit sei als rückenbelastend zu beurteilen, was zur deutlichen Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit führe. Aus neurologischer und allgemein-internistischer Sicht bestehe keine Einschränkung in der ange
stam
mten Tätigkeit. Aus psychiatrischer Sicht könne die Arbeitsfähigkeit aufgrund des Aggravationsverhaltens nicht mit der notwendigen Objektivität beurteilt werden.
Polydisziplinär könne die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin damit eben
falls
nicht abschliessend festgelegt werden
. In einer adaptierten rückenschonenden Tätigkeit sei die
Beschwerdeführerin
zu 100 % arbeitsfähig bezogen auf ein 100 %-Pensum. In einer wirbelsäulen- und kniegelenksschonenden leichten bis höchstens zeitweise wechselnden Belastung mit Wechsel zwischen sitzenden und stehenden Arbeitsabläufen ohne repetitiv gebückte Positionen werde bezogen auf ein volles Pensum eine 100%ige Arbeitsfähigkeit aus rheumatologisch-soma
ti
scher Sicht als zumutbar und ausgewiesen beurteilt
. Aus psychiatrischer Sicht könne die Arbeitsfähigkeit aufgrund des Aggravationsverhaltens nicht mit der not
wendigen Objektivität beurteilt werden. Polydisziplinär könne damit die Arbeits
fähigkeit in einer angepassten, wirbelsäulen- und kniegelenkschonenden, leichten Tätigkeit ebenfalls nicht abschliessend beurteilt werden
(Urk. 7/111/6-8
).
4.
4.1
4.1
.1
Das
polydisziplinäre
Gutachten
des
B._
vom
17
. Juli 2018
wurde in Kenntnis der
Vorakten
erstattet (Anamnese;
Urk.
7/111/11-20
), ist für die streitigen Be
lange umfassend, beruht auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen (Urk.
7/111/28-32, Urk. 7/111/42-46, Urk. 7/111/54-57,
Urk.
7/111/69-75
), setzt sich mit den geklagten Beschwerden sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander (Urk.
7/111/
26-28, Urk. 7/111/41-42, Urk. 7/111/53-54,
Urk.
7/111/64-66
) und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein (
Urk. 7/111/6-8,
Urk.
7/111/33-37,
Urk.
7/111/47-50, Urk. 7/111/58-60, Urk. 7/111/
76-80
). Damit erfüllt das
polydisziplinäre
Gutach
ten die
rechtsprechungsgemässen
Anforderungen an eine beweiskräftige medizi
nische Ent
scheidungsgrundlage (vgl. E. 1.5
).
4.1
.2
Die
Beschwerdeführerin
erachtet das
polydisziplinäre
Gutachten des
B._
vom 17
. Juli 2018 als nicht beweiskräftig. In
somatischer
Hinsicht stellt sie sich
– unter Verweis auf den Bericht des
C._
vom 24. August 2018 –
insbesondere gegen die in
einer angepassten Tätigkeit attestierte Arbeitsfähigkeit von 100 % (Urk. 1 S. 7
Rn
20). Ferner
bestreitet
die
Beschwerdeführerin
die im
polydisziplinären
Gutach
ten festgehaltene Aggravation und erachtet es als nicht nachvollziehbar, weshalb die Arbeitsfähigkeit – psychiatrisch wie auch im polydisziplinären Kontext – nich
t beurteilt worden sei
(Urk. 1 S. 8
).
Mit
ihren Vorbringen
vermag die Beschwerdeführerin indes nicht durchzu
dringen.
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therap
euten
ist auf die Erfah
rungs
tatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
recht
liche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patien
tinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Be
gut
achtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die
behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapeuten zu anderslautenden Ein
schätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine ab
wei
chende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der
Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 29. Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
Solche Aspekte sind vorliegend nicht zu erkennen (vgl. auch Stellungnahme der Gutachter vom 23. Dezember 2018, Urk. 7/127). Vielmehr haben die behandelnden Ärzte ihre von den Gut
ach
tern abweichende Einschätzung dargelegt, ohne sich substantiiert mit der Akten
lage - und hierbei insbesondere mit dem Gutachten - auseinander zu setzen.
Die
im Bericht des
C._
vorgenommene
Einschätzung der funktionalen Leistungs
fähig
keit
lässt
vielmehr
den
Eindruck
erwecken
, dass sich die Ärzte des
C._
massgeblich von den Schilderungen der
Beschwerdeführerin
und nicht von objek
tiven Befunden leiten liessen. Daran vermag
auch di
e beim
Sohn der
Be
schwerdeführerin
eingeholte
Fremdanamnese
(vgl. Urk. 7/120/3) nichts zu änder
n
, zumal
diesen Angaben
angesichts der engen familiären Verhältnisse kein Beweis
wert
zukommen kann
(
Urteil des Bundesgerichts U 227/05 vom 16. Januar 2006 E. 4.2; vgl. auch
Urteil
9C_659/2017 vom 20. September 2018 E. 5.3
).
Ferner ist darauf hinzuweisen, dass
während
der dem
B
ericht des
C._
vom 24. August 2018 zugrundeliegenden Untersuchung – im Gegensatz zur Begutachtung
durch das
B._
– kein
unabhängiger
Dolmetscher zugegen
war. D
er Sohn der
Beschwerde
führerin
übersetzte
für
sie
(vgl. Urk. 7/120/8-9)
.
Dieses Vorgehen widerspricht dem
Grundsatz, wonach
sich Angehörige nicht als Dolmetscher eignen, weil sie infolge mangelnder Distanz zum Exploranden und (beiderseitigem) Zwang zu «familienkonformem» Verhalten befange
n sind (BGE 140 V 260 E. 3.2.4)
.
Entg
e
gen
den Ausführungen
des
A._
in der Stellung
nahme vom 19. Februar 2019 (Urk. 7/133) lässt der
B
ericht vom 24. August 2018
denn auch
eine
ernsthafte
Überprüfung der von der
Beschwerdeführerin
ange
gebenen Beschwerden und Funktionseinschränkungen mit objektiven Befunden
vermissen
(vgl. Urk. 7/120/8-9)
.
Eine
ernsthafte
Konsistenzprüfung hätte sich vor
liegend insbesondere aufgrund
der
von sämtlichen
Gutachtern
des
B._
festge
haltenen Aggravation
und auch aufgrund der teilweise starken schmerzbedingten Einschränkungen in der Beweglichkeitsprüfung (vgl. Urk. 7/120/4)
aufgedrängt.
Schliesslich haben die Gutachter nachvollziehbar dargelegt, dass sich die
Sarkoidose
in Remission befindet, der Lupus an der Stirn abgeheilt ist und sich das Struma
nodosa
grössenregredient
zeigt, womit aus allgemein-internistischer Sicht eine Leistungseinschränkung nicht zu begründen ist (E. 3.2).
In Anbetracht dieser
Gegebenheiten vermag der
Bericht des
A._
vom 24. August 2018
das Gutachten nicht in Frage zu stellen
.
4.2
Wie eingangs dargelegt
,
liegt keine versicherte Gesundheitsschädigung vor, wenn die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder ähnlichen Konstellationen beruht. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung trifft dies namentlich bei einer erheblichen Diskrepanz zwischen den geschilderten Beschwerden und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese zu (vgl. E. 1.3.2)
.
Die
Beschwerdeführerin
präsentierte
sich
in den Untersuchungen
als in grossem Masse hilflos
. Besonders augenscheinlich trat die
s
in der
rheumatologischen
Unter
suchung von
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin,
in Erscheinung, wo die
Beschwerdeführerin
angab, sich nicht entkleiden und
auch eine
feingestrickte Wolljacke
nicht
aus
ziehen zu können
. G
egenüber der zu Hilfe gerufenen medizinischen Praxis
assi
stentin
verweigerte die
Beschwerdeführerin
jegliche
Unterstützung,
so hob sie
weder
die Beine
noch die Arme
an
, um die Hose beziehungsweise die Manschetten an den Ellbogenge
lenken auszuziehen. Dieses Verhalten steht in
klarem
Wider
spruch dazu, dass die Beschwerdeführerin ihren Neffen – welcher ihr
nach der Untersuchung
beim Ankleiden half –
dabei
unterstützte, indem sie abwechselnd die Beine und die Arme anh
ob
, um die Manschetten anzuziehen, das T-Shirt und die Jacke überzuziehen, mit einer freien Beweglichkeit in den Schulter- und Bein
gelenken (Urk. 7/111/42-43).
Zudem ist in diesem Zusammenhang darauf hinzu
weisen, dass die
Beschwerdeführerin
sowohl
in der internistischen
als auch in der neurologischen
Untersuchung durchaus in der Lage war, ihre Hose und ihre Socken
ohne Hilfe
auszuziehen (Urk. 7/111/30
, Urk. 7/111/55
).
Der internistische
G
utachter wies ebenfalls auf ein
e
von Seiten der
Beschwerdeführerin
demon
strierte Hilflosigkeit hin
(
vgl. aber
Urk. 7/111/28).
Sowohl der rheumatologische als auch der neurologische Gutachter stellten bei der
Beschwerdeführerin
eine deutliche Selbstlimitierung
durch Gegen-
Innervationen
im Rahmen der Beweg
lich
keitsprüfung
fest.
Bei der rheumatologischen Untersuchung konnte der Finger
-Boden-Abstand vorne aufgrund des Gegen-Innervierens durch die
Beschwerde
füh
rerin kaum geprüft werden, wobei diese Bewegung aus anderen Haltungen mit
ähnlicher Belastung des Achsenskeletts (
Langsitz
Zehen
-Finger-Abstand 8 cm,
Anheben Beine
beim Anziehen)
ohne Schmerzangabe durchgeführt werden konnte
(Urk. 7/111/43-44)
.
Unbeobachtet war auch in der internistischen Unter
suchung ein Bücken möglich (Urk. 7/111/31).
Darüber hinaus gegen
innervierte die
Beschwerdeführerin
in der rheumatologischen Untersuchung
auch bei der Prü
fung des Gelenkstatuts in Rücken- und Bauchlage sowie im Sitzen
. B
ei ablenkendem Gespräch bestand hingegen eine freie Beweglichkeit ohne Funk
tions
einschränkungen
,
ohne Schwellungen,
Synovitiden
oder Ergussbildung
.
Eine
aktive
Abduktion der Arme
um
über 30° bezeichnete die
Beschwerdeführerin
als unmöglich,
abduzierte ihre Arme
beim
Überziehen des T-Shirts aber mindestens über 120°
(Urk. 7/111/43-44).
Die
von der
Beschwerdeführerin
als möglich prä
sen
tierte
Kopfbewegung
erschöpfte sich
in einer angedeuteten Nickbewe
gung
in
sämtliche Bewegungsri
c
h
tungen, wohingegen sie im Liegen
die Halswirbelsäule aber ohne erkennbare Schmerzäusserung um 45° zur Seite
rotieren
konnte
(Urk. 7/111/59-60
).
Die
Beschwerdeführerin
legte
zudem
ein unpräzises und unklares Antwortverhalten an den Tag (Urk. 7/111/42,
Urk. 7/111/55,
Urk. 7/111/57-59, Urk. 7/111/70).
I
n Bezug auf ihren Tagesablauf
äusserte sie sich
nur plakativ, im Sinne von «sie würde gar nichts tun», was über viele Jahre hinweg nur schwer vorstellbar ist und insbesondere auch damit in Widerspruch steht, dass sie regemässig in den Kosovo in die Ferien ver
r
eist (Urk. 7/111/36-37, Urk. 7/111/42, Urk. 7/111/54, Urk. 7/111/59, Urk. 7/111/65).
Auch anlässlich der psychiatrischen Untersuchung durch Dr.
m
ed.
G._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
gab
die
Beschwerdeführerin
teils unpräzise und unklare Antw
orten auf die gestellten Fragen
(
«ich weiss es nicht» oder
«ich kann mich nicht erinnern»
,
Urk. 7/111/70).
Die
Parameter der funktionellen Leistungs
fähigkeit in Anlehnung an
den Mini-ICF-A
PP
erachtete Dr.
G._
–
bis auf
den Parameter
«Kontaktfähigkeit zu Dritten»
– durchgehend als gar nicht oder als nicht genau
beurteilbar
. Auch die depressive Symptomatik konnte aufgrund des Aggravationsverhaltens nicht abschliessend beurteilt werden
(Urk. 7/111/72-75).
Vor diesem Hintergrund
sah sich der psychiatrische Gutachter
ausser Stande, die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit mit der notwendigen Objektivität z
u beurteilen (Urk. 7/111/79-80), womit
a
uch im
polydisziplinären Kontext
die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
nicht abschliessend beurteilt werden
konnte
(Urk. 7/111/8).
Dass der psychiatrische Gutachter aufgrund der erheblichen Diskrepanzen
sowie dem
unpräzisen und unklaren Antwortverhalten auf eine ausgeprägte Aggra
va
tion der in der Untersuchungssituation gezeigten Einschränkungen
des
Leistungs
vermöge
ns schloss und dementsprechend
eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer psychiatrischen Störung mit Krankheitswert
nicht
objektiv
i
eren konnte, erscheint schlüssig und vermag zu überzeugen.
Gestützt hierauf hat die Beschwerde
geg
nerin mithin zu Recht einen versicherten Gesundheitsschaden verneint. Es kommt hinzu, dass sich anlässlich der psychiatrischen Begutachtung der psychiatrische
Befund weitgehend unauffällig präsentierte (Urk. 7/111/70-72).
Gegen das Vor
lie
gen einer
die Arbeitsfähigkeit
beeinträchtigenden
psychiatrischen Störung spricht sodann auch die Tatsache, dass die
Beschwerdeführerin
keine lege
artis
durch
geführte psychiatrische Therapie besucht (Urk. 7/111/66-67, Urk. 7/111/69-70, Urk. 7/111/79-80).
Da aus psychiatrischer Sicht ein Ausschlussgrund vorliegt, erübrigt sich die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens im Sinne von BGE 141 V 281 (E. 1.3.2).
Folgerichtig erscheint ferner, dass
die Arbeits
fähig
keit auch polydisziplinär nicht abschliessend festgelegt werden kon
nte, zumal sämtliche Gutachter ein erhebliches Aggravationsverhalten ausmachten.
4.3
Nach dem Gesagten sind keine Gründe
ersichtlich
, welche an der Beweiskraft des
polydisziplinären
Gutachtens des
B._
vom 17
. Juli 2018 zweifeln liessen. Auf das betreffende Gutachten kann somit vollumfänglich abgestellt werden.
4.4
D
er medizinische Sachverhalt
ist damit
insoweit erstellt, als polydisziplinär bis auf die reproduzierbaren klinischen Befunde, welche einer mässigen Irritation im Bereich der mittleren und unteren LWS als Ausdruck der dort lokalisierten, degenerativen Veränderungen, verbunden mit einer Doppel-S-Skoliose
Feh
lform
thorakolumbal
entsprechen
, keine weitere Erkrankung
ausgewiesen ist
, welche die Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
ein
zuschränken vermö
chte
(Urk. 7/111/5).
Diese rheumatologische Einschränkung
führt
dazu, dass die
Be
schwerdeführerin
in ihrer angestammten Tätigkeit als Küchenhilfe lediglich zu
50 %
arbeitsfähig ist
. In einer wirbelsäulen- und kniegelenkschonenden leichten bis höchstens zeitweise wechselnden Belastung mit Wechsel zwischen sitzenden und stehenden Arbeitsabläufen ohne repetitiv gebückte Positionen
ist die
Be
schwerdeführerin
demgegenüber als
uneingeschränkt
arbeitsfähig
zu betrachten
(
E. 4.2
).
Ob angesichts dieser Aktenlage eine relevante Veränderung im Sinn von Art. 17 ATSG zu bejahen wäre, kann dahingestellt bleiben, lässt sich ohnehin ein renten
begründender Invaliditätsgrad nicht belegen (vgl. nachfolgend). Immerhin ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die von der Beschwerdeführerin ge
klagten körperlichen Beschwerden - unverändert (vgl. E. 3.1.2) - einem soma
tischen Korrelat nicht zuordnen liessen und wie auch schon im Jahr 2004 akten
kundig gemacht (E. 3.1.2), deutliche Inkonsistenzen zwischen den Aussagen der Beschwerdeführerin und den objektiven Befunden bestanden (E. 3.2). Sodann liess sich auch aus allgemein-internistischer Sicht eine Leistungseinschränkung nicht begründen (E. 3.2). Nachdem der rheumatologische Gutachter hinsichtlich seiner Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit in bisheriger und angepasster Tätigkeit explizit Bezug auf Juli 2003 nahm (Urk. 7/111/50) und aus interdisziplinärer Sicht
die geklagte
Beschwerdesymptomatik seit Jahren unverändert fortbesteht (Urk. 7/
111/4), wäre die Einschätzung der Gutachter, wonach in bisheriger Tätig
keit bloss eine Arbeitsfähigkeit von 50 % besteht, als im Rahmen der hier vor
liegenden Neuanmeldung unbeachtliche andere Beurteilung eines im Wesent
li
chen gleich gebliebenen Sachverhalts zu qualifizieren (BGE 141 V 9 E. 2.3). Da auch die behandelnden Ärzte des
A._
von einem über Jahre unveränderten Zustand auszugehen scheinen (vgl. Urk. 7/120/3, wo
nach seit 2005 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestehe) und sich der psy
chia
trische Befund anlässlich der gutachterlichen Exploration weitgehend unauffällig präsentierte (Urk. 7/111/70-72), wäre mangels erheblicher Veränderung des Ge
sundheitszustandes ein Rentenanspruch ohne Weiteres zu verneinen (E. 1.1).
Weiterungen hierzu können indes unterbleiben, führt auch der Einkommens
ver
gleich unter Zugrundelegung der gemäss Gutachten festgestellten Restarbeits
fähig
keit nicht zu einem Rentenanspruch.
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin als im Gesundheitsfall zu 100 % erwerbsfähig qualifiziert (Urk. 7/113/1), was nicht zu beanstanden ist.
5.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er
werbs
einkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
über
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
5.3
5.3.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1;
134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rech
net werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen
sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2;
128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
5.3.2
Da die
Beschwerdeführerin
im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns (Mai 2014 [Anmeldung vom 15. November 2013, Urk. 7/21], Art. 29 Abs. 1 IVG)
bereits seit über 10 Jahren keiner Erwerbstätigkeit mehr nachging
und im IK-Aus
zug unregelmässige
Einkommen
verzeichnet sind
(Urk. 7/4/2)
, ist das
Validenein
kommen
gestützt auf die
Tabellenwerte der LSE zu ermitteln. Anwendbar ist
die Tabelle
TA1_tira
ge_
sk
ill_
level
(Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor,
Ausgabe
2016
zitiert aus LSE 2014
, Kompetenz
niveau 1,
Frauen
)
.
Da die
Beschwerdeführerin
zuletzt
als Küchen
hilfe
und in der Reinigung
tätig war
(vgl. Urk. 7/4
)
,
erweisen sich
die
Ziffer
n
45-96
«
Sektor 3 Dienstleistungen
» der betreffenden Tabelle als ein
schlägig
. Dementsprechend ist
– unter Berücksichtigung der durchschnittlichen wöchent
lichen Arbeit
szeit in dieser Branche von 41
.
7
Stunden
(
Bundesamt für Statistik, betriebsübliche Arbeits
zeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Ziffern
45-96
)
–
im Jahr 2014
von einem
massgeblichen
Valideneinkommen
von Fr.
5
2
'
5
8
0
.
--
(Fr. 4
'
203.-- / 40 x 4
1
.
7
x 12) auszugehen.
5.4
5.4.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3
).
Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invali
den
einkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz
über die Invaliden
ver
sicherung
,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.4.2
Die
Beschwerdeführerin
geht aktuell keiner Erwerbstätigkeit nach. Ein Abstellen auf die konkreten
erwerblichen
Gegebenheiten fällt daher ausser Betracht, womit auch das Invalideneinkommen gestützt auf die Tabellenwerte der LSE zu ermitteln ist. Anwendbar ist wiederum
die Tabelle
TA1_tirage_skill_level (Monatlicher Brutto
lohn nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor,
Ausgabe
2016
zitiert aus LSE 2014
, Kompetenzniveau 1,
Frauen
)
.
Gemäss
definiertem Zumutbarkeitsprofil
sind
d
er
Beschwerdeführerin
zwar nur noch
überwiegend
leichte
Tätigkeiten möglich (vgl. E. 4.4
). Da
darüber hinaus jedoch keine enge Grenze hinsichtlich der Verwertbarkeit der verbliebenen Arbeitsfähig
keit auszumachen ist
, ist
auf
den LSE-Totalwert
abzustellen
(
vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_187/2015
vom
20.
Mai
2015 E. 3.2.3.1).
Unter Berücksich
tigung der durchschnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit
von 41.7 Stunden pro Woche
ergibt sich
für das
Jahr 2014
somit
ein
massgebendes
Invalidenein
kommen von Fr.
53‘793.--
(Fr. 4‘300 / 40 x 41.7 x 12).
5.5
Bei e
inem
Valideneinkommen
von Fr. 52'580
.
--
und einem Invalideneinkommen von Fr. 53'793.--
resultiert
keine Erwerbseinbusse und damit kein Invaliditäts
grad. Anzufügen bleibt, dass selbst bei einem – nicht gerechtfertigten – maxi
malen leidensbedingten Abzug in der Höhe von 25 %
(
BGE 126 V 75 E. 5
cc
)
kein anspruchsrelevanter Invaliditätsgrad resultieren würde
(vgl. E. 1.4)
.
Damit hat die
Beschwerdegegnerin
einen Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin
zu
R
echt verneint.
6.
Die
Beschwerdeführerin
ist davon überzeugt, dass sie keine Erwerbstätigkeit mehr ausüben kann (Urk. 7/111/
23,
Urk. 7/111/79-80).
Bei fehlendem Einglie
derungs
willen
sind
Eingliederungsmassnahmen
nicht erfolg
versprechend,
weshalb
auch diesbezüglich kein Leistungsanspruch besteht.
7.
Zusammengefasst
ergibt sich, dass die
Beschwerdegegnerin
einen
Leistungs
an
spruch der
Beschwerdeführerin
zu
R
echt verneint hat. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
8.
8
.1
Die unentgeltliche Rechtspflege kann nur gewährt werden, wenn die Rechts
vorkehr nicht aussichtslos ist. Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten (ex ante betrachtet) beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht
als aussichtslos, wenn sich Ge
winnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb an
strengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 133 III 614 E. 5 mit Hinweisen).
Mit Blick auf das von den Gutachtern
beschriebene Aggravationsverhalten der Beschwerdeführerin waren ihre Gewinnaussichten beträchtlich geringer als die Verlustgefahren, weshalb ihr Begehren als aussichtlos zu betrachten ist.
Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Prozess
führung (Urk. 1
S. 2
) ist deshalb abzuweisen (vgl.
auch
Urteil des Bundesgerichts 9C_483/2018 vom 21. November 2018 E. 7.2 mit Hinweis).
8.2
Das V
erfahren ist kostenpflichtig.
In Anwendung von
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind
die Gerichtskosten
auf Fr. 800.-- festzusetzen und
ausgangsgemäss
der
Beschwer
de
führer
in
aufzuerlegen
.