Decision ID: 279511ae-df50-4ade-b60e-e352c3c00a55
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1952 geborene
X._
war
seit
1997
bei der
Y._
AG
teilzeitlich
als Verkäuferin tätig (
Urk.
8/7, 8/8). Am 3
0.
Januar 2014
(Ein
gangsdatum) meld
ete sie sich unter Hinweis
auf seit Anfang September 2013
bestehende Wirbelsäulen
- und Schultergürtel
beschwerden bei der Sozialver
siche
rungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen
der
Invaliden
versicherung
an (
Urk.
8/
1
). Zur Abklärung der medizinischen und er
werb
lichen Verhältnisse zog die IV-Stelle die Akten des Krankentaggeld
ver
siche
rers (
Urk.
8/4) und einen Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
8/7)
bei
und holte einen Arbeitgeberbericht
(Urk.
8/8)
sowie
Bericht
e
de
r
behan
deln
den
Ä
rzte ein (
Urk.
8/13
, 8/14
).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Vor
bescheid vom
2.
Oktober 2014 [Urk. 8/16]
Einwand vom 23. Oktober 2014 [Urk. 8/17]
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
1.
Dezember 2014
einen Rentenanspruch
(Urk. 2 [= 8/2
0
])
.
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
8.
Januar 2015 Beschwerde
(von der IV-Stelle am 23. Januar
2015
an das hiesige Gericht überwiesen Urk. 3)
und
beantragte, die
angefochtene
Verfügung sei aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen auszurichten (
Urk.
1).
Mit Beschwerdeantwort vom
1
2.
Februar 2015 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Am 1
7.
Februar 2015 wurde das Doppel der Beschwerdeantwort der Beschwerdeführerin zugestell
t (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sacht
e
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den aus
geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
lie
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein
kommen),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Auf
ga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der An
teil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad
ent
sprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3
IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Er
werb
s
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter ande
rem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Per
son ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und ge
wichteten Teilinvaliditäten ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.
5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
ne
n (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Die
IV-Stelle
erwog im
angefochtenen Entscheid
,
d
ie Notwendigkeit der Durch
führung von Infiltrationen stelle keinen dauerhaften Gesundheitsschaden dar, gegenteils seien die
von der Beschwerdeführerin geklagten
Beschwerden behan
delbar.
Die Beschwerdeführerin sei in ihrer angestammten Tätigkeit als Ver
käuferin im 40
%
-Pensum voll arbeitsfähig.
Im Aufgabenbereich sei von einer
feh
lenden
beziehungsweise
geringen
Einschränkung auszugehen (
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte in ihrer Beschwerde dagegen vor,
sie sei auf
grund von Schmerzen nicht mehr fähig, ihre angestammte
Tätigkeit als Ver
käuferin
auszuüben, da dies
eine Beweglichkeit von Gelenken voraus
setze
n würde
, über
welche
sie nicht mehr verfüge.
Sie sei durch ihre Beschwerden auch
im Alltag beeinträchtigt. Durch die durchgeführten Infiltrationen würde ihr
zwa
r
eine entsprechende Lebensqualität im Alltag ermöglicht, nicht jedoch
eine
Tätig
keit
als Verkäuferin von Herrenmode
(
Urk.
1).
3.
3.1
Dem Bericht von Dr. med.
Z._
, Facharzt für Rh
eumatolo
gie, Innere Medizin sowie
Physikalische Medizin und Rehabilitation, Chefarzt der
Klinik B._
O._,
vom 21. Juli 2014 (Urk. 8/14), können folgende Di
ag
no
sen mit Relevanz für die
Arbeitsfähigkeit entnommen werden (
Urk.
8/14 S. 1):
anhaltendes zerviko-vertebrales, neu zerviko-cephales Schmerzsyndrom
Hypomobilität C0/1/2 rechts
begleitend Schwindelsymptomatik
Status nach zerviko-spondylogenem und radikulärem Reizsyndrom C5 rechts mit gutem Ansprechen auf Infiltration am 03.10.2013
b
ildgebend: multiple degenerative Veränderungen der mittleren HWS mit Osteochondrosen, Uncovertebral- und Spondylarthrosen sowie rechtsbetonten foraminalen Stenosen, insbesondere C4 bis C6 mit Kom
pression der Nervenwurzeln C5 und C6 rechts und ohne zervikale Mye
lopathie (MRI HWS 24.09.2013)
aktivierte ACG- und Sternoclavikulararthrose rechts
Infiltration mit Kenacort und Lidocain 1
%
am 07.11.2013, erneut am 06.03.2014
(Teil-)Ruptur der Supraspinatussehne rechts (Sonographie 29.10.2013)
Status nach Implantation
einer Knie-TEP links 2011
h
ypertensive Herzkrankheit
k
onzentrische LVH (Echo 2009)
a
rterielle Hypertonie
v
alvuläre Herzkrankheit
leichte bis mittelschwere Aortenklappeninsuffizienz
Aortenektasie maximal 4,
3 cm (2009)
Sinustachykardie, unregelmässig
unter Beta-Blocker Therapie
Als Diagnose ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
Z._
sodann
eine Hypercholesterinämie. Er führte weiter aus,
er habe die Be
schwerdeführerin
zwei Mal
gesehen,
der letzte Unter
such habe am
6.
März 2014 stattgefunden (
Urk.
8/14 S. 1).
Zur Anamnese hielt
Dr.
Z._
fest, gemäss Angaben der Beschwer
deführerin bestünden die Schmerzen seit Anfang September
(2013)
zervikal mit Aus
strahlung auf den rechten lateralen Oberarm sowie rechts clavikulär bis zum oberen Teil des Sternums
. D
ie Schmerzen hätten stechenden Charakter und
würden zur Ausbreitung bis zur rechten Scapula neigen und als Dauerschmer
ze
n
empfunden
. Sie
seien durch Physiotherapie (einschliesslich Traktionsbe
hand
lungen) gebessert
worden
, desgleichen durch Einnahme von Diclofenac 100 mg zur Nacht (seit zwei Tagen).
Die Beschwerdeführerin
leide unter zervi
kalen und rechts okzipitalen Kribbelgefühlen
. S
ensomotorische Defizite würden ansonsten nicht empfunden. Nach Infiltration der Wurzel C5 rechts am
3.
Oktober 2013 seien die Schmerzen am rechten Oberarm völlig verschwunden. Zervikale Schmerzen vor vier
Jahren seie
n unter Physiotherapie sistiert. D
erzeit habe sie sechs Sitzungen Physiotherapie gehabt und führe auch selbst stabili
sierende Übungen mit guter Schmerzlinderung durch. Weiterhin bestünden re
zidivierend
bewegungsabhängige Schmerzen in beiden Handwurzelgelenken
(
Urk.
8/14 S. 2)
.
Der behandelnde Rheumatologe berichtete hinsichtlich
de
r
erhobenen Befunde, die Wirbelsäule sei annähernd lotrecht. Es würden eine verstärkt ausgebildete
Kyphose zerviko-thorakal und ein deutlich erhöhter Tonus der Schulter-/Nacken
muskulatur (Trapezius), fortgesetzt in Scaleni und rechts parazervikaler Nacken
muskulatur (druckdolent), vorliegen.
Zudem bestünden
maximale Druck
schmer
zen über C2/3 rechts, weiterhin über den Dornfortsatz C2, eine schmerzhaft eingeschränkte HWS-Rotation und Lateralflexion nach links (Schmerzangabe rechts zervikal) bei Rotation rechts/links 70-0-50° und Late
ralflexion 30-0-30°, eine schmerzhafte R
otation nach links in Vorbeuge und
Druckschmerzen über ACG und Bizeps longus-Sehne rechts, weiterhin über Sternoclavikulargelenk rechts, dort mässige Schwellung und
eine
leichte Rö
tung
. Eine
Abduktion der rechten Schulter
erfolge
mit leichtem Impingement bei 100°
.
Die
Abduktion
sei
en
d
gradig schmerzhaft eingeschränkt
. Der
Jobe-Test
rechts
sei
positiv
verlaufen
,
der
Hawkins
-Test
negativ
. Es
liege
eine
leichte schmerzhafte Schulterabduktion und Aussenrotation gegen Widerstand vor.
Die Wirbelsäulenbeweglichkeiten seien schmerzfrei. Der Schober
-Test
habe sich auf 10/14 cm belaufen, der Fin
gerbodenabstand habe 12 cm betragen, weitere periphe
re Gelenke seien frei beweglich,
ohne Bewegungsschmerzen und es lägen keine arthritischen Schwel
lungen vor
(
Urk.
8/14 S. 2)
.
Hinsichtlich der gegenwärtigen Behandlung hielt
Dr.
Z._
fest, es erfolge eine manual-therapeutische Behandlung sowie physiotherapeutische und medikamentöse Behandlungen. Zu empfehlen sei künftig die Absolvierung von Physiotherapie, normaltherapeutischer Therapie sowie allenfalls die Durchfüh
rung von Infiltrationen
(
Urk.
8/14 S. 2 f.)
.
Zur medizinisch begründeten Arbeitsunfähigkeit „von mindestens 20% für zuletzt ausgeübte Tätigkeit“ befragt (Formular Frage 1.6) notierte Dr.
Z._
: „100% bei 40%-Anstellung von 4. Oktober 2013 bis dato“.
In ihrer bisherigen Berufstätigkeit in der Textilbranche und beim Verkauf von Herren
klei
dern sei
die Arbeit bei Überkopfarbeiten, beim Heben von schweren Lasten so
wie bei Tätigkeiten mit grosse
n
Hebelbewegungen im Bereich der Schultern er
schwert. Ihre bisherige Arbeit sei ihr aus medizinischer Sicht in einem zeit
lichen Rahmen von 40
%
bei nicht verminderter Leistungsfähigkeit zumutbar
(
Urk.
8/14 S. 3)
.
Zur Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätig
keit
befragt
gab der behandelnde Facharzt an, i
m Haushaltsbereich sei die Beschwerde
führ
erin vermutlich mehr behindert als am Arbeitsplatz
.
Tätigkeiten auf/über Schulterhöhe
seien deutlich eingeschränkt
. Die Arbeitsfähigkeit
in einer ange
passten Tätigkeit
betrage maximal 50
%
, dies auf längere Sicht.
Prog
nostisch bezeichnete er die Leistungsfähigkeit
als gleichbleibend bis verschlech
tern
d
(
Urk.
8/14 S.
3)
.
So
dann
hielt er fest,
die Beschwerdeführerin könne maximal zu 40-50
%
als Hausfrau arbeiten, was 2-3 Stunden täglich entspreche (
Urk.
8/14 S. 4
; vgl. zum Verlauf seit 1
9.
November 2013
Konsultationsb
erich
te
vom 1
9.
November 2013
[
Urk.
8/13 S. 7 ff.] und vom 1
0
.
März 2014
[
Urk.
8/13 S.
4 ff.]
von Dr.
Z._
und
Dr.
med.
A._
, Facharzt für R
heuma
tologie FMH sowie für Physikalische Medizin und Rehabilitation
, Oberarzt der
Klinik B._
).
3.2
Der Allgemeinmediziner Dr. med.
C._
berichtete am 27. Mai 2014 (Urk. 8/13) über seit September 2013 geklagte Schmerzen zervikal mit Ausstrah
lung in die rechte Schulter/den rechten Arm und Kopf. Die Beschwerdeführerin sei wegen der Schmerzen seit 4. Oktober 2013 zu 100 % arbeitsunfähig in ihrer angestammten Tätigkeit. Er könne das Ausmass der Arbeitsfähigkeit in einer zu umschreibenden angepassten Tätigkeit nicht beurteilen und rechne nicht mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit.
3.3
Med. pract.
D._
, Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Trau
matologie FMH, zertifizierte medizinische Gutachterin SIM, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin nahm am 1. September 2014 zu dieser medizinischen Aktenlage Stellung (Urk.
8/15 S.
3f.). Demgemäss be
stehe aus versicherungsmedizinischer Sicht bei Schädigung der Halswirbelsäule eine verminderte Belastbarkeit für: regelmässiges mittelschweres und schweres Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, für Arbeiten über Kopf- und Schulterhöhe, auf Leitern und Gerüsten, mit Schlag- und Vibrationsbelastungen des Schultergürtels, für häufiges Bücken sowie für Tätigkeiten in körperlichen Zwangshaltungen. Zusätzlich seien aufgrund des prothetischen Einsatzes die Kniegelenks-Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ausschliesslich stehende Tätig
keiten, Tätigkeiten in körperlichen Zwangshaltungen wie Knien, Kriechen, Hocken sowie Arbeiten mit erhöhten Anforderungen an die Stand- und Gang
sicherheit und für dauerhaftes Gehen und Stehen auf unebenem Grund nicht mehr zumutbar. Aus medizinisch-theoretischer Sicht seien leichte (angepasste) Tätigkeiten in Wechselbelastung ohne Heben, Tragen und Transportieren von
Lasten über 10 kg, ohne Verharren in Zwangshaltungen, ohne dauerhafte Arm
vorhaltebelastungen und Überkopfarbeiten, weiterhin zumutbar. Hinsichtlich der bisherigen Tätigkeit als Verkäuferin verwies Dr.
D._
auf die Angaben von Dr.
Z._
, wonach seit 4. Oktober 2013 und weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe, eine 40%ige Arbeitstätigkeit im ange
stammten Bereich aber
zumutbar sei. Dies gelte ab der Feststellung durch Dr.
Z._
, also ab Juli 2014 (Urk. 8/15/4).
4.
4.1
Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass im Verlauf der Behandlungen mehrere Infiltrationen vollzogen worden sind, auf welche die Beschwerdeführe
rin gut ansprach und welche zur Remission, Sistierung
respektive
Linderung der Beschwerden geführt hatten. Die Beschwerdeführerin sprach
namentlich
auf eine Infiltration vom
3.
Oktober 2013 zur Behandlung eines zerviko-spondylo
genen und radikulären Reinzsyndroms C5, rechts, gut an, die Schmerzen im
rechten Oberarm verschwanden dadurch gar vollständig, so dass die Wirkung der
Infiltration als aus
gesprochen gut bezeichnet wurde.
Unter Physiotherapie sis
tier
ten die zervikalen Schmerzen
der Beschwerdeführerin, gemäss deren
An
ga
ben
konnten auch die
zusätzlich zur Physiotherapie selbständig
durchgeführten
stabilisierende
n
Übungen
zur
Schmerzlinderung
führe
n
(Urk. 8/14 S.
2). Im Falle des Fortbestehens der hoch-zervikalen Beschwerden wurde durch die be
han
delnden Fach
personen
eine erneute Infiltration empfohlen
, namentlich mittel
s Facettengelenk
s
infiltra
tion C2/3, rechts, wobei vorgängig eine szintigraphische Untersuchung mit der Frage aktiver Facettengelenkarthrosen möglich sei (
Urk.
8/13 S.
9).
Diesbezüglich lässt sich den Akten keine weitere Behand
lungs
bedürftigkeit entnehmen.
Dr. med.
E._
, Facharzt für Neuro
logie FMH,
berichtete seinerseits am 2
5.
November 2013 von einer Loka
lin
fil
tration des Nervus occipitalis major rechts, welche durch die Beschwerde
füh
rerin problemlos vertragen wurde
(Urk.
8/13 S.
12)
. Zudem empfahl er eine konser
vative Therapie sowie bei Bedarf eine Wiederholung der Infiltration (Urk. 8/13 S.
12). Hinsichtlich einer zur Linderung der aktivierten ACG- und Stern
ocla
vi
kulararthrose rechts vollzogene
n
Infiltration am 7. November 2013 wurde be
rich
t
et, deren Wirkung habe etwa Mitte Februar 2014 – mehr als drei Monate später – nachgelassen, so dass am
6.
März 2014 eine er
neute Infil
tra
tion durch
geführt wurde
(Urk. 8/13 S.
5). Die Beschwerdeführerin gab in ihrer Beschwer
deschrift selber an,
s
ie könne
dank der durchgeführten Infiltrationen schmerz
frei schlafen und sich im täglichen Leben normal und menschenwürdig bewe
gen. Sie sei
nicht ständig auf Hilfe angewiesen
,
und es werde ihr eine ent
sprechende Lebensqualität ermöglicht (Urk. 1 S. 2).
4.
2
In Anbetracht dessen, dass die Wirbelsäulen- und Schultergürtelbeschwerden
offensichtlich behandelbar sind
und
die vollzogenen Infiltrationen
Schmerz
lindernde Wirkung zeigten
, ist
– w
ie
RAD-Ärztin
D._
zutreffend festhielt (
Urk.
8/15 S. 3) –
nicht von einer Dauerhaftigkeit
der Beschwerden, sondern von deren Behandelbarkeit mittels Medikation, Infiltration oder Physiotherapie aus
zu
gehen, weshalb
a priori nicht von einer
invalidenversicherungsrechtlich mass
g
ebenden
dauerhaften Arbeitsunfähigkeit
auszugehen ist
.
Dem widerspricht auch nicht der
Bericht
von Dr.
Z._
vom 2
1.
Juli 2014, bei wel
chem die Beschwerdeführe
rin seit dem 2
9.
Oktober 2013 in Behandlung steht und von diesem am 6. März 2014 letztmals persönl
ich untersucht worden war (vgl.
Urk. 8/14 S. 1)
. Der Be
richt
enthält eine ausführliche Auseinandersetzung mit der Anamnese und den erhobenen Befunden hinsichtlich der Wirbel
säu
lenleiden sowie der Beweglich
keit
und
Funktion des Schultergürtels der Be
schwerdeführerin (Urk. 8/14 S. 2).
Dr.
Z._
hielt fest
, die Arbeit als Verkäuferin von Herrenkleidern sei
der Beschwerdeführerin
zwar erschwert, vor allem, wenn sie Überkopfarbei
ten ausführen oder schwere Lasten heben müsse
,
und bei Tätigkeiten mit grossen Hebelwirkungen im Bereich der Schultern
. D
ie Ausübung ihrer bisherigen Tätig
keit im Umfang von 40
%
sei ihr jedoch zu
mutbar, eine verminderte Leistungs
fähigkeit liege nicht vor.
Diese Beurteilung
durch den behandelnden Rheuma
tologen hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in ihre
r angestammten Tätigkeit als Verkäuferin überzeugt, weshalb darauf abzustellen ist.
4.
3
Soweit der Hausarzt
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere
Medizin,
mit Hinweis auf die Schmerzen durchgehend
auf eine bis auf weiteres
anhaltende 100%ige Arbeitsunfähigkeit in
der
zuletzt ausgeüb
ten Tätigkeit schloss,
ist ihm entgegenzuhalten, dass
diese von ihm genannte Einschränkung offensichtlich nicht durchgehend besteht, weshalb seiner Einschätzung nicht gefolgt
werden kann.
Zu
dem unterliess er es
gänzlich
, seine
Einschätzung der Arbeits
un
fähigkeit
zu be
gründen
und eine
B
eurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit
vor
zunehmen
.
Entgegen der von der Beschwerde
führerin vertretenen Auf
fassung ist aus diesen Gründen der Bericht ihres Haus
arztes nicht geeignet, eine Beeinträchtigung ihrer Arbeitsfähig
keit
nach
zuweisen
(vgl.
Urk.
8/13 S. 1 ff.)
.
In
diesem Zusammenhang ist
da
ran zu erinnern, dass das Gericht der Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu
Gunsten ihrer Patienten aussagen, Rechnung tragen soll und darf (BGE 125 V 351
E. 3b/cc).
In Bezug auf die Rüge der Beschwerdeführerin, es seien Berichte
der Dres.
F._
und
G._
(Klinik
H._
) beizuziehen, ist darauf hin
zuweisen, dass nicht einsichtig ist, welche wesentlichen Befunde dadurch zu Tage träten und welchen Einfluss dies auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit hätte. Insbesondere unterliess es auch der Hausarzt Dr.
C._
, deren Konsi
liarberichte beizulegen (Urk. 8/13/3).
4.
4
Dr.
Z._
ging
bezüglich der Fähigkeit, sich
im Aufgabenbereich
zu betätigen,
von einer
im Vergleich zur Arbeits
fähigkeit
grösseren Einschränkung
aus
. Die Fähigkeit, sich im Haushalt zu betätigen
,
schätzte
er
auf
täglich
zwei bis drei Stunden
ein
, was
in Bezug auf die Leistungsfähigkeit im Aufgabenbe
reich
einem Umfang
von
40-50
%
entspreche
(
Urk.
8/14 S. 4)
.
Diese Einschät
zung vermag allerdings nicht zu überzeugen
.
Ein entsprechender Abklärungs
bericht fehlt jedoch. Selbst wenn indes auf die pauschale Einschätzung von Dr.
Z._
abgestellt wird, ist ohne weiteres davon auszugehen, dass bei einer Leistungsfähigkeit von zwei bis drei Stunden am Tag zur Verrichtung von Arbeiten im Aufgabenbereich, auch unter Berücksichtigung der anrechen
baren Mithilfe des Ehemannes und allenfalls ihrer Kinder, kein Invaliditätsgrad resultiert, der nebst der uneingeschränkt möglichen erwerblichen Tätigkeit zu einem rentenbegründenden Ausmass von 40 % führen könnte.
4.
5
Nach dem Gesagten ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nicht
erstellt, dass
die Beschwer
deführerin in ihrer
Erwerbsfähigkeit
dauerhaft eingeschränkt ist
,
und
es ist davon auszugehen,
dass
ihr
ihre angestammte Tätigkeit als Verkäuferin
in einem 40
%
-Pensum
sowie die Verrichtung der Tätigkeiten im Aufgabenbereich
in rentenausschliessendem Ausmass
zumutbar
sind
.
Damit ist die angefochtene Verfügung, mit welcher ein Rentenanspruch ver
neint wurde, nicht zu beanstan
den und die Beschwerde abzuweisen.
5.
Die Gerichtskosten sind auf Fr. 600.-- festzulegen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.