Decision ID: 5f5b16fd-05bd-5956-bf10-3530bad621b2
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rentenrevision
Sachverhalt:
A.
A.a A._ wurde im November 1963 erstmals zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung angemeldet. Mit Beschluss vom 9. November 1964 wurden ihm
medizinische Massnahmen zur Behandlung des Geburtsgebrechens Nr. 129b
(symptomatische Epilepsie) zugesprochen (IV-act. 18). Zwischen 1965 und 1968 wurde
ihm zudem Sonderschulung bewilligt (IV-act. 27, 31). Ab 1986 bezog der Versicherte
Leistungen der Invalidenversicherung in Form der Hörgeräteversorgung (IV-act. 39, 46,
71, 168). Ein Gesuch vom 20. Februar 1997 um berufliche Massnahmen und IV-Rente
lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom 15. Dezember 1998 ab (IV-act. 75).
A.b Der Versicherte meldete sich am 11. Dezember 2001 erneut zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 77). Dr.med. B._, Facharzt für
orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, berichtete
der IV-Stelle des Kantons St. Gallen am 31. Januar 2002, der Versicherte leide an einer
chronischen Lumboischialgie bei Osteochondrose L4/5 seit Ende 2000. Seit 30. August
2001 sei der Versicherte in seiner Tätigkeit als Hauswart 100% arbeitsunfähig. Es seien
eine peridurale Schmerztherapie sowie ein Kraftaufbau der Rumpfmuskeln angezeigt.
Eine Tätigkeit mit Wechselbelastung zwischen Sitzen, Stehen und Gehen sowie ohne
vorgeneigtes Arbeiten und ohne Gewichtsbelastungen über 10 kg sei nach
Durchführung der genannten medizinischen Massnahmen in vollem Umfang zumutbar
(IV-act. 82). Die Hausärztin des Versicherten, Dr. med. C._, Fachärztin für Allgemeine
Medizin FMH, attestierte im Bericht vom 27. März 2002 insgesamt eine 40%ige
Arbeitsfähigkeit (80% bei einer Halbtagstätigkeit, IV-act. 84 und 92). Am 2. Mai 2002
berichtete die ehemalige Arbeitgeberin des Versicherten, dieser habe vom 1. Januar
1999 bis 30. September 2001 bei ihr gearbeitet. Ohne Gesundheitsschaden würde der
Versicherte bei einem reduzierten Beschäftigungsgrad von 77.17% (wie gehabt)
Fr. 46'809.-- verdienen (IV-act. 85). Mit Attest vom 23. Dezember 2002 sowie vom
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10. Januar 2003 bestätigte Dr. B._ aktuell eine 50%ige Arbeitsfähigkeit halbtags bei
einer Gewichtslimite von 10 kg (IV-act. 103-2/3 und 104). Mit Verfügung vom 17. Juli
2003 sprach die IV-Stelle dem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 58% mit
Wirkung ab 1. August 2002 eine halbe Rente zu (IV-act. 124).
B.
B.a Im April 2004 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen ein Revisionsverfahren ein.
Der Versicherte gab im Fragebogen für Revision der Invalidenrente am 20. April 2004
an, sein Gesundheitszustand habe sich verschlimmert (IV-act. 128). Die Hausärztin des
Versicherten verneinte in ihrem Bericht vom 12. Mai 2004 eine Veränderung der
Rückenproblematik (IV-act. 129). Am 24. Mai 2004 teilte die IV-Stelle dem Versicherten
mit, seine Invalidenrente bleibe unverändert (IV-act. 130).
B.b Am 5. Januar 2005 stellte die IV-Stelle dem Versicherten ein neues
Revisionsformular zu. Dieser gab akute Rückenprobleme und Hüftprobleme ab 1.
Januar 2005 an (IV-act. 147). Mit Bericht vom 24. Januar 2005 bestätigte Dr. B._ eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Die Arbeitsfähigkeit betrage ab 1. Januar
2005 noch 35% (IV-act. 148 und 150). Der RAD erachtete in seiner Stellungnahme vom
10. Mai 2005 eine Begutachtung als angezeigt (IV-act. 158). Dr. med. D._, Facharzt
für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, teilte
der IV-Stelle am 5. August 2005 mit, der Versicherte leide neu an einer
Femurkopfnekrose links und sei seit 4. August 2005 100% arbeitsunfähig (IV-act. 170).
B.c Die MEDAS Ostschweiz erstattete am 8. Januar 2007 das polydisziplinäre
Gutachten. Die Gutachter gaben als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine beginnende Coxarthrose rechts mehr als links durch Femurkopfnekrose, ein
chronisches lumbospondylogenes Syndrom bei massiven degenerativen
Veränderungen L5/S1, belastungsabhängige Beschwerden an den Unterschenkeln
links bei St. n. Kettensägeverletzung 1996, rechts bei St. n. Operation einer spontanen
Achillessehnenruptur 2003 sowie eine Innenohrschwerhörigkeit beidseits mit
Hörgeräten versorgt, Tinnitus rechts an. Als Nebendiagnosen bestünden ein
chronischer Alkoholabusus, ein metabolisches Syndrom mit rezidivierender Gicht, eine
arterielle Hypertonie, ein Diabetes mellitus Typ 2, eine Adipositas sowie eine
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Polyneuropathie der unteren Extremitäten, wahrscheinlich vorwiegend alkoholisch
bedingt. Die von 1980 bis 1996 ausgeübte Tätigkeit als Lastwagenchauffeur sei nicht
mehr durchführbar. Für körperlich leichte bis vereinzelt mittelschwere rückenadaptierte
Tätigkeiten ohne regelmässiges Gehen auf Treppen oder Besteigen von Leitern werde
die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit unter Beachtung der verschiedenen
funktionellen Störungen auf 20% geschätzt (IV-act. 189).
B.d In den Akten befindet sich ein Arztzeugnis der Klinik für Orthopädische Chirurgie
des Kantonsspitals St. Gallen, vermutlich vom 8. Januar 2007, das eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit vom 2. Februar bis 2. Juli 2007 attestiert (IV-act. 193).
B.e Mit Bericht vom 17. Oktober 2007 gab der zuständige Arzt der Klinik für
Orthopädische Chirurgie des Kantonspitals St. Gallen an, dem Versicherten sei am
17. Juni 2007 eine Hüft-Totalprothese rechts implantiert worden. Von 7. Juni bis
6. September 2007 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 199).
B.f Der RAD gab in seiner Stellungnahme vom 22. November 2007 an, es sei von
einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Februar 2007 auszugehen. Diese
sei im Juni 2007 operativ angegangen worden. Im Rahmen der postoperativen
Rehabilitation sei es vertretbar, von einer vollen Arbeitsunfähigkeit bis Ende 2007
auszugehen. Eine orthopädische Verlaufsbegutachtung sei angezeigt (IV-act. 203).
B.g Dr.med. E._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates FMH, erstattete am 26. Mai 2008 ein Gutachten. Er nannte
folgende Diagnosen: Osteochondrose und Spondylose L5/S1, Hüfttotalprothese
rechts, Femurkopfnekrose links, Neurom Nervus suralis links, Innenohrschwerhörigkeit
beidseits, arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus, Strecksehnenabriss Dig II linke Hand
und Polyneuropathie. Seit der Begutachtung durch die MEDAS im November 2006 sei
rechts eine Hüfttotalprothese implantiert worden. Verschlechtert habe sich die Situation
am lumbosakralen Übergang, wo radiologisch eine weitere Höhenabnahme der
Bandscheibe registriert werden könne, die allerdings nicht von einer
Beschwerdezunahme begleitet werde. Die aus dem MEDAS-Gutachten resultierende,
relativ geringe Arbeitsunfähigkeit von 20% müsse trotz erfolgreicher Hüftoperation
beibehalten werden. Die ungünstige Situation an der LWS sowie am linken Hüftgelenk
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bestände nach wie vor und reduziere die Belastbarkeit bezüglich Stehen, Gehen und
Lasten Heben. Die Prothese habe hier lediglich eine Schmerzlinderung gebracht, aber
keine mögliche Belastungssteigerung. Die langjährige Beschäftigung als
Lastwagenchauffeur sei wegen Aberkennung des Ausweises nicht mehr möglich. Eine
adaptierte Tätigkeit in Wechselpositionen (Sitzen, Stehen und Gehen) ohne
wiederholtes Heben von Lasten über 20 kg und ohne Zwangshaltungen über eine halbe
Stunde wie vornübergeneigter Oberkörper oder starke Rückneigung seien bei einem
täglichen Einsatz von 2x2-3 Stunden zumutbar. Diese Einschätzung habe Gültigkeit ab
November 2007, nachdem aus den Akten ein sehr erfreulicher postoperativer Verlauf
an der rechten Hüfte ersichtlich sei und eine fünf monatige Rehabilitation angemessen
erscheine. Der Versicherte dürfte ab Februar 2006 bis zur Operation vollständig
arbeitsunfähig gewesen sein (IV-act. 210).
B.h In seiner Stellungnahme vom 12. Juni 2008 führte der RAD-Arzt Dr. F._ aus, seit
längerer Zeit sei der Versicherte in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Lastwagenchauffeur vollständig arbeitsunfähig. In einer leidensangepassten Tätigkeit
scheine ihm die Angabe von Dr. E._, nämlich etwa 2x3 Stunden pro Tag am
plausibelsten, wobei er sich bewusst sei, dass sich dies nicht vollständig mit der früher
mit 80% bemessenen Arbeitsfähigkeit decke. Hingegen sei eine Verschlechterung erst
ab Anfang 2007 statt ab Februar 2006 anzunehmen, da die echtzeitliche Beurteilung
der MEDAS im November 2006 mit einer Arbeitsfähigkeit von 80% als zutreffend
angesehen werden müsse (IV-act. 211). Die vorübergehende 100%ige
Arbeitsunfähigkeit habe gemäss Gutachten von Dr. E._ bis Ende Oktober 2007
vorgelegen.
B.i Mit Vorbescheid vom 6. Januar 2009 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, sie
beabsichtige, ab 1. April 2007 bis 31. Oktober 2007 die Rente wegen einer
vorübergehenden Verschlechterung auf 100% zu erhöhen. Ab 1. November 2007 sei
aus medizinischer Sicht zunächst der Vorzustand erreicht worden, weshalb ab diesem
Datum wieder Anspruch auf die bisherige halbe Rente bestehe. Aufgrund der
Verbesserung des Gesundheitszustandes werde die bisherige Rente auf eine
Viertelsrente 45% herabgesetzt. Die ergänzenden medizinischen Abklärungen hätten
ergeben, dass dem Versicherten seit Verbesserung des Gesundheitszustandes im Jahr
2008 wieder eine leidensadaptierte Tätigkeit zu 2 x 2.5 Stunden pro Tag zumutbar sei.
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Ausgehend von einem Vollpensum von 8.2 Stunden pro Tag resultiere eine zumutbare
Arbeitsfähigkeit von 60%. Gemäss der schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
2008 sei es dem Versicherten zumutbar, ein Jahreseinkommen von Fr. 36'158.-- zu
erzielen. Gegenüber dem Valideneinkommen von Fr. 65'542.-- resultiere eine
Erwerbseinbusse von Fr. 29'384.-- beziehungsweise ein Invaliditätsgrad von 45% (IV-
act. 220). Dagegen wendete der Versicherte am 22. Januar 2009 ein, eine
Verbesserung seines Gesundheitszustandes liege nicht vor. Sein Hausarzt habe ihn
wegen zunehmender Rückenbeschwerden beim Kantonsspital anmelden müssen. Er
könne sich kaum bücken oder hinknien, ohne sich irgendwo festzuhalten (IV-act. 223).
Am 3. April 2009 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid (IV-act. 226).
C.
C.a Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 27. April 2009 Beschwerde.
Sinngemäss beantragte er die Aufhebung der Verfügung vom 3. April 2009. Sein
Gesundheitszustand sei immer noch derselbe wie vor zwei Jahren, denn er sei immer
noch in ärztlicher Behandlung wegen seiner akuten Rückenschmerzen, weshalb keine
Besserung vorliege. Die Ärzte würden es nochmals mit Infiltration versuchen und wenn
das nichts nütze, müsse er wahrscheinlich operieren. Er warf die Frage auf, ob eine IV-
Rente laut Gesetz überhaupt gekürzt werden dürfe, wenn man immer noch in ärztlicher
Behandlung sei. Da er nur eine halbe Rente erhalte, sei dies überhaupt sehr wenig zum
Leben, auch wenn eine halbe IV-Pensionskassenrente und Ergänzungsleistungen
hinzukämen. Auch frage er sich, wie es aussehe mit einem hypothetischen Einkommen
als Teilinvalider, denn er sei 57 Jahre alt, ohne Beruf, und er habe schlechte schulische
Kenntnisse. Aktuell sei es schwierig, eine Arbeit zu finden (act. G 1). In der Beilage
reichte er ein Zeugnis seines Hausarztes Dr. med. G._, Facharzt für Allgemeine
Medizin FMH, vom 8. April 2009 ein, wonach er ab 6. April 2009 für drei Wochen 100%
arbeitsunfähig sei (act. G 1.2). Am 21. Mai 2009 ergänzte der Beschwerdeführer, die
vorgesehene Rückenoperation finde im August statt und er frage sich, ob eine
Rentenkürzung zum aktuellen Zeitpunkt zulässig sei (act. G 4).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 14. Juli 2009 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Aufgrund der vorliegenden medizinischen Unterlagen
stehe fest, dass eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes zwischen Januar
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2007 und Oktober 2007 eingetreten sei. Die Rentenerhöhung sei drei Monate nach
Verschlechterung und somit ab 1. April 2007 erfolgt. Aufgrund der Verbesserung ab
November 2007 sei die ganze Rente bis 31. Oktober 2007 zu befristen. Ab November
2007 sei eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 60% ausgewiesen, falls man die
Einschätzung von Dr. E._ und nicht die strengere Einschätzung der MEDAS
berücksichtige. Ausgehend von einer Arbeitsfähigkeit von 60% sei der
Einkommensvergleich der angefochtenen Verfügung mit einem IV-Grad von 45% nicht
zu beanstanden. Der Beschwerdeführer habe ab 1. Juli 2009 nur noch einen Anspruch
auf eine Viertelsrente (act. G 8).
C.c Am 23. Oktober 2009 wurde das am 21. Mai 2009 gestellte Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten) für das Verfahren vor
dem Versicherungsgericht bewilligt (act. G 14).

Erwägungen:
1.
Angefochten ist die Verfügung vom 3. April 2009, die das im Januar 2005 eingeleitete
Revisionsverfahren abgeschlossen hat. Ändert sich der Invaliditätsgrad einer
Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes
wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder
aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Anlass zur Rentenrevision gibt nach der
auch unter dem ATSG massgeblichen Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in
den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist nicht nur bei einer wesentlichen
Veränderung des Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die
erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustands
erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Eine bloss unterschiedliche
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts stellt dagegen
praxisgemäss keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2b). Ob
eine revisionsbegründende Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des
Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten (der versicherten Person eröffneten)
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rechtskräftigen Verfügung bestand, die auf einer umfassenden materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in
den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 114 E.
5.4), mit dem Sachverhalt zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 125 V 369
E. 2). Zwar hat seit der hier massgebenden ursprünglichen Rentenzusprache mit
Verfügung vom 17. Juli 2003 im November 2006 eine umfassende Prüfung
stattgefunden (MEDAS-Gutachten vom 8. Januar 2007). Diese Abklärung hat jedoch
noch nicht zu einem Abschluss des im Januar 2005 eingeleiteten Revisionsverfahrens
geführt, da sich der Gesundheitszustand weiter verschlechterte, sodass im Juni 2007
rechtsseitig eine Hüfttotalprothese eingesetzt werden musste. Im davor durchgeführten
Revisionsverfahren vom April 2004 war keine umfassende Abklärung vorgenommen
worden. Entsprechend der zitierten Bundesgerichtspraxis ist daher der Sachverhalt bei
Erlass der angefochtenen Verfügung vom 3. April 2009 zu vergleichen mit dem
Sachverhalt, wie er sich bis zur ursprünglichen Rentenzusprache 2003 verwirklicht
hatte.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch
auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% Anspruch auf
eine Viertelsrente. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten
ist gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG anwendbar. Danach wird für die
Bestimmung des Invaliditätsgrads das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person
nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
2.2 Unbestrittenermassen kann der Beschwerdeführer die langjährig ausgeübte
Tätigkeit als Chauffeur nicht mehr verrichten. Strittig ist die zumutbare Arbeitsfähigkeit
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in einer leidensangepassten Tätigkeit. Der Beschwerdeführer leidet seit Jahren an einer
chronischen Lumboischialgie bei Osteochondrose L4/5. Der behandelnde Orthopäde
Dr. B._ gab in seinem Bericht vom 1. Februar 2002 an, durch die Höhenminderung
des Bandscheibenraums L4/5 komme es zu einer Stabilitätsstörung und darauf
basierend zu einer muskulären Fehlbelastung lumbal. Eine wechselbelastende leichte
Tätigkeit hielt der Orthopäde in vollem Umfang für möglich, allerdings erst nach
Durchführung indizierter medizinischer Massnahmen in Form einer periduralen
Schmerztherapie sowie einer Kräftigung der Rumpfmuskulatur (IV-act. 82-7/7). Die
Hausärztin hat in ihrem Bericht vom 27. März 2002 eine 80%ige Arbeitsfähigkeit bei
einer Halbtagsbeschäftigung, am besten im Freien, als möglich bezeichnet (IV-act.
84-5/9 f.). Im Bericht vom 3. Juni 2002 hat Dr. B._ eine Verschlimmerung der
Schmerzen beschrieben (IV-act. 86). Der Erfolg der im März 2002 durchgeführten
periduralen Schmerztherapie hatte nicht lange angehalten. Ein Eingliederungsversuch
des Beschwerdeführers scheiterte (IV-act. 105). Im Schlussbericht des zuständigen
Eingliederungsberaters wurde am 7. Oktober 2002 festgehalten, die 100%ige
Arbeitsfähigkeit sei von Dr. B._ – im Hinblick auf die
Arbeitslosenversicherungsleistungen – in Absprache mit dem Beschwerdeführer
attestiert worden (IV-act. 95). Am 10. Januar 2003 hat Dr. B._ seine
Arbeitsfähigkeitsschätzung vom 1. Februar 2002 korrigiert und angegeben, die
zumutbare Arbeitsfähigkeit betrage 50%, vorzugsweise halbtags und in
Wechselbelastung. Vorgeneigte Tätigkeit müssten vermieden werden. Die
Gewichtsbelastung betrage maximal 10% (IV-act. 104). Gestützt auf diesen Bericht hat
die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. August 2002 eine
halbe Rente zugesprochen.
2.3 Mit Bericht vom 24. Januar 2005 hat Dr. B._ die Arbeitsfähigkeit auf 35%
geschätzt, weil neu aufgetretene Schmerzen im Hüftbereich den Beschwerdeführer im
Stehen und Gehen behinderten. Sitzende Tätigkeiten seien wegen der
Rückenbeschwerden nicht ausführbar (IV-act. 148). Aufgrund des knappen Berichts
wurde eine Begutachtung in Auftrag gegeben. Die MEDAS hat in ihrem Gutachten vom
8. Januar 2007 ausgeführt, seit der Berentung des Beschwerdeführers im April 2003 sei
es zu vermehrten Rückenbeschwerden im Kombination mit einer rechtsbetonten
mässiggradigen Femurkopfnekrose, die radiologisch eine beginnende Coxarthrose
zeige, sowie 2003 zu einer spontanen Achillessehnenruptur, die entsprechend
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orthopädisch operativ versorgt worden sei, gekommen. Bei der aktuellen Untersuchung
habe der Versicherte an erster Stelle über die weiter bestehenden Kreuzschmerzen
geklagt. Die Beschwerden am linken Unterschenkel sowie an der rechten Achillessehne
bestünden weiterhin, so dass er nicht den ganzen Tag stehen könne und sich auch
nicht mehr zutraue, auf eine Leiter zu steigen. Radiologisch hätten sich an der
Halswirbelsäule altersgemässe Abnützungsveränderungen, an der Lendenwirbelsäule
ausgeprägt auf der zweituntersten Bandscheibe, gezeigt. Die bekannte
Femurkopfnekrose rechtsbetont habe rechts zu einer beginnenden Hüftarthrose
geführt. Die psychiatrische Exploration betone das Alkoholabhängigkeitssyndrom. In
der bisherigen Tätigkeit im Reinigungsdienst sei offensichtlich ein häufiges Besteigen
von Leitern zur Reinigung der hohen Fensterpartien nötig gewesen, was aufgrund der
aufgeführten orthopädischen Diagnosen nicht mehr zumutbar sei. Die Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten werde unter Beachtung der
verschiedenen funktionellen Störungen insgesamt auf 20% geschätzt (IV-act.
189-10/20 ff.). Der RAD hat dazu in seiner Stellungnahme vom 5. März 2007
angegeben, wie im Gutachten dargelegt, habe sich der Gesundheitszustand im
Vergleich zum Jahr 2003 doch verschlechtert, vor allem was die Probleme seitens des
Bewegungsapparates anbelange. In einer gut angepassten Tätigkeit könne durchaus
noch eine Arbeitsfähigkeit von 80% erzielt werden (IV-act. 190).
2.4 Dr. E._ hat in seinem Gutachten vom 26. Mai 2008 angegeben, im
bildgebenden Verfahren vom 20. Mai 2008 habe sich die Bandscheibe L5/S1 weiter
verschmälert gezeigt, die Spondylophyten hätten sich vergrössert. Eine leichte
Höhenminderung bestehe auch bei L4/5. Damit liege eine Verschlechterung der
Situation am lumbosakralen Übergang vor, die jedoch nicht von einer
Beschwerdezunahme begleitet werde. Seit der MEDAS-Begutachtung im November
2006 sei in der Zwischenzeit die Implantation einer Hüfttotalprothese als
folgenreichstes Ereignis zu nennen. Obwohl nach wie vor etwas unspezifische
Beschwerden vom Becken abwärts angegeben würden, seien die invalidisierenden
Leistenschmerzen rechts durch die Operation doch behoben worden. Es liege ein sehr
gutes Resultat vor. An der linken Hüfte hätten weder die anamnestischen Angaben
noch die Befunde geändert, auch radiologisch sei die Situation gleich. Aktuell könnten
daher die gleichen Diagnosen genannt werden, wie sie anlässlich der MEDAS-
Begutachtung festgestellt worden seien. Es liege eine Osteochondrose und
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Spondylose L5/S1 vor, eine Hüfttotalprothese rechts, eine Femurkopfnekrose links, ein
Neurom des Nervus suralis links sowie eine Innenohrschwerhörigkeit beidseits. Die aus
dem MEDAS-Gutachten resultierende, relativ geringe Arbeitsunfähigkeit müsse aktuell
trotz der erfolgreichen Hüftoperation rechts beibehalten werden. Die ungünstige
Situation an der LWS sowie am linken Hüftgelenk bestehe nach wie vor und reduziere
die Belastbarkeit bezüglich Stehen, Gehen und Lasten Heben. Die Prothese habe hier
lediglich eine Schmerzlinderung gebracht. Die Beschwerden durch die vor 12 Jahren
erfolgte Verletzung des Hautastes am linken Unterschenkel seien unverändert.
Zunehmend dürften sich die Parästhesien an beiden Füssen bemerkbar machen, ohne
aber die Arbeitsunfähigkeit relevant zu beeinflussen. Therapeutisch werde die
Implantation einer Hüftprothese (links) aufgrund des Verlaufs erst mittelfristig nötig
werden. Die gegenüber dem Beschwerdeführer erwähnten operativen Massnahmen an
der Lendenwirbelsäule mit Versteifung des degenerativ betroffenen Segments werde
kaum eine markante Besserung des Gesundheitszustandes erzielen. Die weitere
Höhenabnahme der Bandscheibe könnte gar zu einer Schmerzlinderung führen. Eine
adaptierte Tätigkeit in Wechselpositionen (Sitzen, Stehen und Gehen) ohne
wiederholtes Heben von Lasten über 20 kg und ohne Zwangshaltungen über einer
halben Stunde wie vornübergeneigter Oberkörper oder starke Rückenneigung seien bei
einem täglichen Einsatz von 2x2-3 Stunden zumutbar. Diese Einschätzung habe
Gültigkeit ab November 2007, nachdem aus den Akten ein sehr erfreulicher
postoperativer Verlauf an der rechten Hüfte ersichtlich sei und eine fünfmonatige
Rehabilitation angemessen erscheine. Der Beschwerdeführer dürfte ab Februar 2006
bis zur Operation vollständig arbeitsunfähig gewesen sein (IV-act. 210-7/8 f.). Der RAD
hat dazu in nachvollziehbarer Weise dargelegt, dass eine (vorübergehende)
Verschlechterung erst ab Januar 2007 ausgewiesen sei (IV-act. 211).
2.5 Aus den beiden vorhandenen Gutachten vom 8. Januar 2007 (MEDAS) und vom
26. Mai 2008 (Dr. E._) ist aus somatischer Sicht eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes seit der ursprünglichen Rentenzusprache ausgewiesen. Die
degenerativen Befunde an der Lendenwirbelsäule haben sich verschlechtert. Eine
Operation ist daher vorgesehen. Zudem hatte sich die Situation im Hüftbereich
zumindest vorübergehend so sehr verschlechtert, dass das rechte Hüftgelenk ersetzt
werden musste. Dennoch haben die Gutachter die Arbeitsfähigkeit letztlich höher
eingeschätzt als damals der behandelnde Orthopäde Dr. B._. Diese höhere
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Arbeitsfähigkeitsschätzung ist jedoch nicht Folge eines verbesserten
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers, sondern resultiert aus der
unterschiedlichen Zumutbarkeitsbeurteilung der behandelnden und der
begutachtenden Ärzte. Der behandelnde Orthopäde hatte nämlich bei noch nicht so
weit fortgeschrittenen degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule und noch
ohne die Diagnose der Femurkopfnekrose eine Arbeitsfähigkeit in einer
leidensangepassten Tätigkeit von 50% attestiert. Zwar hatte er ursprünglich die
Arbeitsfähigkeit auf 100% geschätzt. Allerdings war diese Einschätzung an die
Bedingung erfolgreich durchgeführter medizinischer Massnahmen geknüpft, welche
sich in der Folge nicht erfüllt hatte. Demgegenüber haben die begutachtenden Ärzte
die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht lediglich mit 20%
(MEDAS) bzw. mit 2-4 Stunden pro Tag (Dr. E._) beziffert, dies obwohl es im
Zeitverlauf zu einer Zunahme der degenerativen Veränderungen an der
Lendenwirbelsäule und zu einer Femurkopfnekrose gekommen war. Die Hüftprobleme
hatten unstreitig zu einer vorübergehenden 100%igen Arbeitsunfähigkeit geführt. Diese
somatischen Beschwerden schränken den Beschwerdeführer ein, indem er seine
Resterwerbsfähigkeit nur noch in einer wechselbelastenden Tätigkeit ohne
wiederholtes Heben schwerer Gewichte und ohne Zwangshaltungen über eine halbe
Stunde mit vornübergebeugtem Oberkörper oder starker Rückneigung verwerten kann.
Diese qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist seit der Beurteilung von Dr.
B._ gleich geblieben. Die zumutbare quantitative Arbeitsfähigkeit ist nach den
gutachterlichen Einschätzungen also höher ausgefallen, ohne dass sich der
Gesundheitszustand verbessert hätte – im Gegenteil, obwohl sich der
Gesundheitszustand verschlechtert hat. Die unterschiedliche
Arbeitsfähigkeitsschätzung ist daher allein auf eine strengere Zumutbarkeitsbeurteilung
der Gutachter zurückzuführen.
2.6 Im vorliegenden Revisionsverfahren kann eine ausgewiesene Verschlechterung
des Gesundheitszustandes mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ausschliesslich zu
einem unveränderten oder höheren Invaliditätsgrad führen. Eine strengere
Zumutbarkeitsbeurteilung trotz gesundheitlicher Verschlechterung kann jedoch nicht im
Rahmen eines Revisionsverfahrens zu einer Herabsetzung der Rente führen. Es fehlt
daher an einem Revisionsgrund im Sinn einer Verbesserung des Gesundheitszustandes
und damit einer Korrektur der Rente nach unten. Ein Wiedererwägungsverfahren nach
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Art. 53 Abs. 2 ATSG zur Überprüfung der ursprünglichen Rentenzusprache auf ihre
zweifellose Unrichtigkeit ist bisher nicht erfolgt und kann vorliegend auch nicht
Gegenstand des Verfahrens sein. Eine Rentenherabsetzung ist daher im vorliegenden
Revisionsverfahren nur aufgrund einer anderen, strengeren Beurteilung des gleichen
beziehungsweisen insgesamt eher verschlechterten Gesundheitszustandes nicht
zulässig.
3.
Nach dem Gesagten ist erstellt, dass beim Beschwerdeführer ab Anfang 2007 auf
Grund der Femurkopfnekrose eine erhebliche gesundheitliche Verschlechterung
eingetreten ist, und die Implantation einer Hüft-Totalprothese rechts notwendig wurde.
Dies hat vorübergehend zu einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit geführt. Die
Beschwerdegegnerin hat daher dem Beschwerdeführer zu Recht in Anwendung von
Art. 88a Abs. 2 IVV ab 1. April 2007 eine ganze Rente zugesprochen. Insofern ist die
angefochtene Verfügung vom 3. April 2009 zu bestätigen. Aufgrund der im Juni 2007
durchgeführten Hüftoperation und des erfreulichen postoperativen Verlaufs ist im
Gutachten von Dr. E._ ab November 2007 wieder eine Zustandsverbesserung
angenommen worden. Diese Einschätzung ist nachvollziehbar. Entsprechend ist der
Anspruch auf eine ganze Rente zu befristen, und zwar gestützt auf Art. 88a Abs. 1 IVV
bis 31. Januar 2008. Danach hat der Beschwerdeführer – im Sinn der vorstehenden
Ausführungen (E. 2.5, 2.6) – wiederum Anspruch auf eine halbe Rente. Für die
Herabsetzung auf eine Viertelsrente besteht keine Grundlage. Die angefochtene
Verfügung vom 3. April 2009 ist insoweit aufzuheben.
4.
4.1 Zusammenfassend ist die Beschwerde gutzuheissen und die Verfügung vom 3.
April 2009 insoweit aufzuheben, als sie den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
ganze Rente bis 31. Oktober 2007 befristet und im Übrigen die bisherige halbe Rente
auf eine Viertelsrente herabsetzt. Stattdessen hat der Beschwerdeführer für den
Zeitraum vom 1. April 2007 bis 31. Januar 2008 Anspruch auf eine ganze IV-Rente. Ab
1. Februar 2008 hat er weiterhin Anspruch auf eine halbe Rente.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt. Da sie gemäss Art. 3
Abs. 1 lit. b des st. gallischen Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über die
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (sGS 350.1) Teil der
Sozialversicherungsanstalt und damit Teil einer selbständigen öffentlich-rechtlichen
Anstalt ist, kommt Art. 95 Abs. 3 VRP (Befreiung von der Pflicht zur Übernahme
amtlicher Kosten) nicht zur Anwendung (vgl. Urs Peter Cavelti/Thomas Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., 2003, Rz 792). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb
die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP