Decision ID: ee17879c-c5fc-5922-ba5f-16011129f103
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1973,
war s
eit dem 2
2.
Juli 2013
über die
Y._ AG
als Elektromonteur im Stundenlohn
angestellt. Er war über
diese bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 3
1.
Juli 2013 verunfallte (
Urk.
6/1/7,
Urk.
6/10/79
Ziff.
1-6).
Der Versicherte meldete sich am 1
3.
März 2014 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte erwerbliche (
Urk.
6/12) und medizi
nische (
Urk.
6/11
/5-7
,
Urk.
6/13
/5-10
,
Urk.
6/21) Abklärungen und zog Akten der Suva (
Urk.
6/10
,
Urk.
6/24
,
Urk.
6/29
) bei.
Die Suva stellte die
infolge des Unfalles
erbrachten
Ver
sicherungsleistungen per 3
0.
Juni 2015 ein (
Urk.
6/29/2-3) und verneinte m
it Verfügung vom
4.
September 2015 (
Urk.
6/38) einen Rentenanspruch.
Die IV-Stelle erteilte am 2
4.
September 2015 (
Urk.
6/43)
für die Zeit vom 2
1.
Sep
tember 2015 bis 2
0.
März 2016
Kostengutsprache für berufliche Massnahmen
. Die Massnahme
n
wurde
n
bis zum 3
0.
April 2016 verlängert (
Urk.
6/63).
Am
3.
Mai 2016 erklärte d
ie IV-Stelle
diese
für beendet (
Urk.
6/75). In der Folge tä
tigte sie
weitere medizinische Abklärungen (
Urk.
6/77-79). Am 2
5.
November 2016 erliess
sie
den Vorbescheid (
Urk.
6/86). Der Versicherte brachte dagegen Einwände
(
Urk.
6/94,
Urk.
6/112)
vor.
Am 1
0.
Januar 2017 erlitt der Versicherte einen Verkehrsunfall (vgl.
Urk.
6/100/1).
1.2
Mit Verfügung vom 2
8.
März 2018 (
Urk.
6/148,
Urk.
6/142 =
Urk.
2) sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab dem
1.
September 2014 eine ganze und ab dem
1.
Februar 2015
befristet bis zum 3
1.
Juli 2015
eine
Dreiviertel
srente
zu. Ab dem
1.
August 2015 verneinte sie einen Rentenanspruch.
2.
Der Versicherte erhob am
3.
Mai 2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
8.
März 2018 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen auszurichten.
Eventuell
sei die Sache für weitere Abklä
rungen an die IV-Stelle zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-3).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
7.
Juni 2018 (
Urk.
5) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 1
8.
Juni 2018 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vo
raus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der Verordnung über die Invali
denversicherung,
IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinwei
sen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revi
sionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeit
punkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog an
wendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsände
rung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bun
desgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte im angefochtenen Entscheid
(
Urk.
2)
fest, der Be
schwerdeführer sei im Jahr 2007 in die Schweiz eingereist.
Zuletzt habe er
als Hilfselektriker gearbeitet
.
In dieser Zeit habe er
das von ihm gegründete Reini
gungsunternehmen mit
Personal
weitergeführt (S. 3 Mitte). Nach dem Unfall vom 3
1.
Juli 2013 habe er
der angestammten Tätigkeit
nicht
mehr
nachgehen könne
n
. Ab dem 2
9.
Oktober 2014
sei es zu einer Verbesserung seiner gesundheitlichen Situation gekommen
(S. 3 unten).
Es werde davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätig
keit zu 100
%
arbeitsfähig sei
(S. 4 Mitte). Der Beschwerdeführer habe
schliesslich
eine Tätigkeit aufgenommen, die ihm aus wirtschaftlichen Gründen
wieder gekündigt worden sei
. Dabei habe es sich nicht um eine optimal ange
passte Tätigkeit gehandelt. Die psychiatrischen Einschränkungen seien aufgrund der finanziell schwierigen Situation entstanden. Die Kündigung der Arbeitsstelle habe sich ebenfalls negativ auf die psychische Situation ausgewirkt. Die psychi
atri
schen Einschränkungen bestünden aufgrund von schwierigen sozialen Belas
tungsfaktoren.
Diesbezüglich sei
nicht von einer
längerdauernden gesundheitli
chen Einschränkung auszugehen (S. 4 unten).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte vor,
er sei
bislang
nicht begutachtet worden. Der Regionalärztliche Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin habe am 1
4.
Juli 2016 und am
1.
Januar 2017 festgestellt, dass einzig Unfallfolgen vorlägen und keine unfallfremde
n
Erkrankungen bestünden (
Urk.
1 S. 3
Ziff.
2 oben). Medizinisch stehe
aber
nicht fest,
ob
es sich um reine Unfallfolgen handle, da keine umfas
sende medizinische Abklärung stattgefunden habe (S. 3
Ziff.
2 unten). Es benötige weitere medizinische Abklärungen, damit ein Einkommensvergleich erfolgen könne
(S. 5
Ziff.
9).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine unbefris
tete
und
auf
eine höhere als
die
ihm
ab dem
1.
Februar 2015
befristet
zugespro
chene
Dreiviertelsrente
hat.
Zunächst ist zu prüfen, ob auf die vorliegenden me
dizinischen Akten abgestellt werden kann.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer
stürzte
am 3
1.
Juli 2013
von einer Leiter und fiel
auf das rechte Handgelenk (
Urk.
6/10/79
Ziff.
4 und 6,
Urk.
6/10/4).
Die Ärzte der Uni
versitätsklinik
Z._
stellte
n
im Bericht vom 1
0.
April 2014 (
Urk.
6/11/5-7) die Diagnosen (
Ziff.
1) Verdacht auf nicht kommunizierende Unterflächenläsion TFCC bei Status nach Sturz auf dorsal extendiertes Handgelenk rechts, Juli 2013
,
und Verdacht auf DRUG-Arthrose rechts
.
Sie
führten zur Anamnese aus, der Patient habe sich am 1
8.
September 2013 in der Universitätsklinik
Z._
vorgestellt. Er habe berichtet, dass er im Juli 2013 auf das rechte, dorsal ext
endierte Handgelenk gestürzt sei. Bei persistierenden Schmerzen und dem Abbruch eines Arbeitsversuches sei am 2
8.
Oktober 2013 eine Infiltration in das rechte Handgelenk erfolgt, worauf es initial zu einer Bes
serung
gekommen sei
.
Zwei Wochen danach
seien bei Belastung
jedoch wieder Schmerzen aufgetreten
(S. 1
Ziff.
4). Ab dem 1
8.
September 2013 sei für zwei Wochen eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
und danach von 50
%
attestiert wor
den. Nach einem erfolglosen Arbeitsversuch habe seither bis am
5.
März 2014
wieder ei
ne Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vorgelegen
.
Aus ärztlicher Sicht be
stehe für die Tätigkeit als Elektromonteur eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Der Patient könne das Handgelenk nicht ohne relevante Schmerzen belasten. In einem körperlich fordernden Beruf sei eine Tätigkeit
aktuell
nicht zumutbar (S. 2
Ziff.
1.6 und 1.7).
3.2
Am
2
2.
April 2014
wurde der Beschwerdeführer
in der Universitätsklinik
Z._
am rechten Handgelenk operiert (vgl.
den Operationsbericht vom 2
2.
April 2014,
Urk.
6/22/1-2).
3.3
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, nannte im Be
richt vom 2
7.
April 2014 (
Urk.
6/13/5-8) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine TFCC-Läsion und eine DRUG-Arthrose des rechten Handge
lenkes (
S. 1
Ziff.
1.1).
Der Hausarzt
attestierte für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als angelernter Elekt
riker seit dem
1.
August 2013 bis auf Weiteres eine Arbeitsunfähigkeit
von 100
%
.
Zudem gab er an
, bei repetitiven und vor allem rotierenden Arbeiten mit der rechten Hand, vor allem gegen einen Widerstand,
würden Schmerzen auftre
ten
.
Der
Beschwerdeführer
könne
gegenwärtig unmöglich
als Elektriker
arbeiten. Ob nach einer allfälligen Operation eine Arbeitsfähigkeit bestehe
, lasse sich nicht sicher sagen. Ohne Belastung des rechten Handgelenkes bestehe theoretisch eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
(S. 2 f.
Ziff.
1.6 und 1.7).
3.4
Dr.
med.
B._
, Assistenzarzt Orthopädie, und PD
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungsapparates und für Handchirurgie, Universitätsklinik
Z._
, gaben im Be
richt vom
5.
November 2014 (
Urk.
6/27/1-2) an, nach der Operation vom 2
2.
Ap
ril 2014 bestehe ein regelrechter Verlauf.
Es sei die Wiederaufnahme einer Arbeit in einer angepassten Tätigkeit geplant.
Ein halbes Jahr nach der Operation solle versuchsweise
eine
Arbeitsaufnahme mit einem Pensum von 40-50
%
erfolgen. Auf das Tragen schwerer Gegenstände von mehr als 15 kg solle weiterhin ver
zichtet werden. Vom 2
9.
Oktober bis 3
0.
November 2014 habe eine Arbeitsunfä
higkeit von 60
%
bestanden. Die Arbeitsfähigkeit von 40
%
beziehe sich auf leichte bis mittelschwere körperliche Arbeiten. Für die Tätigkeit als Elektromon
teur bestehe weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(S. 1 f.).
3.5
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie des Bewegungsapparates, RAD,
nannte in einer
Stellungnahme vom 2
7.
Ja
nuar 2015 (
Urk.
6/84 S. 3 f.)
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit eine Partialruptur
des
TFC
-
und
LT-Band
es
des rechten Handgelenkes und einen Status nach
Débridement
SL
+
LT
,
Reinsertion
TFC
, Verkürzungsosteotomie rechts vom
2
2.
April 2014 bei einem Status nach Sturz auf das dorsal extendierte rechte Handgelenk vom 3
1.
Juli 201
3.
Der RAD-Arzt führte weiter aus, f
ür die bisherige Tätigkeit als Elektromonteur sei die Belastung
für das rechte Handgelenk
zu stark
.
Als Belastungsprofil
komme eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit
in Frage
(Heben und Tragen von Gewich
ten bis 15 kg), ohne Schläge und Stösse auf das rechte Handgelenk und ohne andauernde
,
repetitive Belastung
des rechten Handgelenks (S. 3 unten).
Für die bisherige Tätigkeit als Elektromonteur bestehe seit dem 3
1.
Juli 2017 dauerhaft eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. In einer angepassten Tätigkeit gemäss Belas
tungsprofil habe vom 3
1.
Juli 2013 bis 2
8.
Oktober 2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden. Seit dem 2
9.
Oktober 2014 bestehe gemäss der Einschät
zung durch die
behandelnden
Ärzte der Universitätsklinik
Z._
eine Arbeits
unfähigkeit von 60
%
. Eine Verbesserung des Gesundheitszustandes sei zu erwar
ten. In einem Jahr sollte für eine angepasste Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
resultieren. Sollte die Arbeitsfähigkeit
dann
weniger als 80-100
%
betra
gen, sei eine medizinische Überprüfung sinnvoll (S. 4 oben). Unfallunabhängige die Arbeitsfähigkeit einschränkende Faktoren lägen nicht vor (S. 4 Mitte).
3.6
Dr.
A._
führte im Bericht vom 3
1.
Dezember 2015 (
Urk.
6/56) aus
, der Be
schwerdeführer sei am 2
2.
April 2014 in der Universitätsklinik
Z._
am rech
ten Handgelenk operiert worden.
Trotz
der Operation
seien die Beschwerden
aber
nicht abgeklungen. Trotz intensiv
er nicht operativer therapeutischer
Bemühun
gen sei ein Restschaden zurückgeblieben,
der die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers massgeblich einschränke. Die Suva habe dies nur unge
nügend
berücksichtigt, als sie den Fall Mitte 2015 abgeschlossen habe (
S. 1
Mitte).
Im distalen
Radioulnargelenk
bestehe eine
erheblichere
Arthrose als im eigentli
chen rechten Handgelenk. Der Beschwerdeführer sei Rechtshänder.
Das weniger betroffene Handgelenk lasse sich mit einer Handgelenksschiene schonen, aber nicht das
Radioulnargelenk
. Dieses lasse sich
nur fixieren, wenn der ganze Ellen
bogen in die Schiene
mit
einbezogen werde.
Daraus folge, dass der Beschwerde
führer nicht nur als Elektriker, sondern
für praktisch alle anderen handwerklichen Berufe
arbeitsunfähig sei (S. 1 unten).
3.7
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
nannte
im am
2.
Juni 2016 (
Urk.
6/77/4-6) eingegangen Verlaufsbericht als Diagnose
n
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.2):
Partia
l
ruptur des TFC
-
und LT-Band
s
Handgelenk rechts nach Sturz
im
Juli 2013
•
Dé
bridement
SL
und
LT
,
Reinsertion
TFC
,
U
lna
r
Verkürzungsosteoto
mie, April 2014
•
persistierende Beschwerden mit Arbeitsplatzverlust, IV-Reintegrationsprogramm
•
reaktive Depression seit dem Unfall
Dr.
E._
führte weiter aus, infolge des Scheiterns der Arbeitsintegration sei es zu einer psychischen Dekompensation mit
einer schweren reaktiven Depression
gekommen, die vor allem mit einer ausgeprägten Antriebslosigkeit und Schlaf
störungen verbunden sei.
An der rec
hten Hand bestünden unverändert
Schmer
zen, im Ruhezustand
pulsierend
,
im Ausmass von
zirka 2 von 10 auf d
er
VAS-Schmerzskala. Bei Bewegung betrage der Schmerz bis zu 10 auf der Skala
.
Der Beschwerdeführer
trage immer eine Schiene.
Im Bereich der Basis
U
lnar
palmar
seits
bestehe eine
Druckdolenz
.
Die Hand sei geschwollen. Im Februar sei der Eindruck eines Morbus
Sudeck
entstanden. Die Kollegen der
Klinik F._
hätten
ebenfalls
einen Morbus
Sudeck
als Differentialdiagnose erwogen.
Trotz intensiver Physiotherapie respektive ergotherapeutischer Behandlung
sei die parallel
laufende Arbeitsintegration nicht
erfolgreich verlaufen
.
Im Rahmen der Arbeitsintegration
sei bei einer Arbeitsfähigkeit von maximal 50
%
kurzfristig
eine Leistungsfähigkeit von 80 % erreicht worden, welche jedoch
längerfristig
nicht habe gehalten werden können (S. 1
Ziff.
1.3).
Der Patient sei bis zum 3
1.
Mai 2016 aufgrund der ausgeprägten reaktiven De
pression zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Mit Hilfe
von
Psychotherapie und Antidepressiva sei
eine
baldige Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit aber durch
aus realistisch. Eine vertrauensärztliche Beurteilung durch die IV sei sinnvoll (S.
2 f.
Ziff.
4.2).
3.8
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Chirurgie und für Handchirurgie, Ober
ärztin,
Klinik F._
, stellte im Bericht vom
8.
Juni 2016 (
Urk.
6/78) folgende handchirurgische Diagnosen (S. 1):
-
persistierende
ulnocarpale
Handgelenksschmerzen rechts mit/bei
-
Status nach
Débridement
SL
- und
LT
-Band sowie
Reinsertion
TFCC
und
Ulna-Verkürzungsosteotomie
, April 2014
,
wegen traumatischer Parti
alruptur des TFCC
-
und LT-Bandes Handgelenks rechts
-
anamnestisch rezidivierende Handgelenksschwellungen rechts unter Belastung
-
Status nach a
namnestisch sechsmaliger Cortison-Infiltration ins Hand
gelenk mit kurzzeitiger Beschwerdelinderung
-
intaktes SL- und LT-Band sowie intakte
TFCC
-Rekonstruktion mit re
gelrechter
fovealer
Insertion (
Arthro-MRI
, März 2015)
-
anamnestisch Status nach Reizzustand Schulter rechts, April 2016 mit/bei
-
Differentialdiagnose:
Kettentendinose
-
Status nach erfolgreicher Steroidinfiltration, April 2016 mit sehr gutem Ansprechen
Dr.
G._
führte
zur Anamnese
aus, der Beschwerdeführer habe im Beisein sei
ner Schwester über rezidivierende Handgelenksschmerzen insbesondere bei Be
lastung berichtet. Unter Belastung komme es
in diesem Bereich
auch zu Schwel
lungszuständen (S. 1 unten). Die radiologische Untersuchung vom
6.
Juni 2016 habe ergeben, dass die
Ulna
im Vergleich zur Gegenseite um zirka 2 mm kürzer sei bei persistierender leichter
Ulna
-Plus-Variante
. Im Röntgenbild zeigten sich am Os
lunatum
vermutlich zystische Veränderungen im Rahmen des
Ulna-Im
paktationssyndroms
.
Die angegebenen Schmerzen könnten am ehesten dem LT-Band zugeordnet wer
den, wobei das gesamte Operationsgebiet stark
druckdolent
sei. Konventionell radiologisch sowie klinisch zeigten sich jedoch stabile Verhältnisse ohne Hin
weise auf eine Insuffizienz eines Kapselbandes. Bei positiv angesprochener Cor
tison-Infiltration müsse ebenfalls von einer Reizsituation unter Belastung ausge
gangen werden, welche dem Patienten Schmerzen bereite. Es sei jedoch nicht möglich, dies chirurgisch anzugehen. In welchem Ausmass eine Arbeit mit weni
ger Belastung sinnvoll sei, sei im Rahmen eines Gutachtens zu klären (S. 2).
3.9
Der Beschwerdeführer ist seit dem 1
7.
März 2016
in der Praxis von
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, in delegierter psycho
therapeutischer Behandlung (
Urk.
6/79 S. 1
Ziff.
1.2).
Dr.
H._
nannte im am
2
1.
Juni 2016 (
Urk.
6/79) eingegangenen Bericht als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode (S. 1
Ziff.
1.1).
Weiter gab er an
,
nach der durch den Unfall
erfolgten Arbeitsunfähigkeit
sei eine Depression resultiert. Es
bestünden eine gedrückte Stimmung, ein verminderter Antrieb, Schlafstörungen und eine
verminderte Kon
zentration etc. Die Prognose sei abhängig vom Zustand und einer
allfälligen
Bes
serung des Handgelenkes und der Arbeitsfähigkeit (
S. 2
Ziff.
1.4).
3.10
Dr.
D._
gab in einer Stellungnahme vom 1
4.
Juli 2016 (
Urk.
6/84 S. 6 f.) an, es handle sich um
Folgen des Unfalles vom Juli 201
3.
Unfallfremde Erkrankun
gen lägen nicht vor. Nach den Angaben des Kreisarztes vom 2
1.
April 2015 be
stehe in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
. Für eine angepasste Tätigkeit habe vom 3
1.
Juli 2013 bis zum 2
8.
Oktober 2014 eine Ar
beitsunfähigkeit von 100
%
und vom 2
9.
Oktober 2014 bis 2
1.
April 2015 eine solche von 60
%
bestanden. Seit dem 2
2.
April 2015 bestehe eine Arbeitsunfä
higkeit von 0
%
. Die Stellungnahme vom 2
7.
Januar 2015 habe weiterhin Be
stand.
3.11
Der Beschwerdeführer erlitt am 1
0.
Ja
nuar 2017 einen Verkehrsunfall (
Urk.
6/100/1). Die Ärzte
des
Stadtspital
s
I._
nannte
n
im Kurzbericht vom
1
1.
Januar 2017 (
Urk.
6/100/1-2) als Diagnosen Schulterkontusion links, HWS-Distorsion links und Thorax-Kontusion links (S. 1).
3.12
Dr.
E._
stellte im Bericht vom 2
3.
Mai 2017 (
Urk.
6/120/1-4) folgende Di
agnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
persistierende
ulnocarpale
Handgelenksschmerzen rechts
-
wahrscheinlich chronische Irritation/Reizung des LT-Bandes
-
Status nach Partialruptur des TFC- und LT-Bandes rechts nach Sturz, Juli 2013
-
reaktive depressive Verstimmung/Schlafstörungen
-
aktuell Tendinitis der Strecksehnen der rechten Hand, infolge Überlastung, Mai 2017
-
Impingementsyndrom
der rechten Schulter, April 2016, rezidivierende Be
schwerden seit April 2016
-
Verdacht auf Schmerzverarbeitungsstörung/posttraumatische Belastungs
reaktion nach Autounfall, Januar 2017
Dr.
E._
gab zur Arbeitsfähigkeit an, es
bestünden Hand- und Schulter
probleme rechts. Infolge Überlastung durch repetitive Drehbewegungen oder
grossen
Kraftaufwand bestehe eine rezidivierende Tendinitis des rechten Bizeps und eine AC-Gelenksreizung rechts. Weiter bestehe aktuell eine Strecksehnen-Tendinitis der rechten Hand (S. 2
Ziff.
1.7). Der Beschwerdeführer sei bereits beim aktuellen Pensum von 60
%
an drei Tagen à acht Stunden deutlich
handicapiert
und es bestünden anhaltende Schmerzen (S. 3
Ziff.
1.7).
Es werde
um eine ver
trauensärztliche Abklärung durch die Invalidenversicherung
ersucht
(S. 3
Ziff.
1.11).
3.13
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, bestätigte im am 1
9.
Juli 2017 (
Urk.
6/123) eingegangen Bericht eine depressive Störung bei mittelgradiger Episode (ICD-10 F32.1, S. 1
Ziff.
1.1).
Er gab an, es bestehe die Aussicht auf eine Besserung der Depression, wenn dem Beschwerdeführer eine
an seine
Behinderung angepasste Arbeit möglich sei. Er identifiziere sich stark über die Arbeit.
Die psychotherapeutische Behandlung finde alle vierzehn Tage statt
(S. 2
Ziff.
1.4
und 1.5
).
3.14
Dr.
D._
führte in einer
weiteren
Stellungnahme vom
1.
November 2017 (
Urk.
6/1
40
S. 3 f.) aus, nach dem Bericht von
Dr.
J._
liege eine mittelgra
dige Episode einer depressiven Störung vor, als Reaktion auf die somatischen Beschwerden. Beim Verkehrsunfall vom 1
0.
Januar 2017 sei es gemäss dem Po
lizeirapport zu einer leichten Hand- und Schulterprellung gekommen
. Die feh
lende Schwere der Unfallfolgen habe zur Entlassung
aus dem Spital
am Folgetag geführt (S. 3 unten).
Der Bericht von
Dr.
E._
vom 2
3.
Mai 2017 lasse vermuten, dass der Be
schwerdeführer derzeit eine Tätigkeit ausübe, die nicht auf seine Behinderungen ausgerichtet sei. Das Belastungsprofil sei bereits am 2
7.
Januar 2015
durch den RAD-Arzt
formuliert worden. Änderungen des Belastungsprofils seien nicht not
wendig. Gemäss dem Psychiater werde sich die reaktive Depression bei der Auf
nahme einer geeigneten Tätigkeit bessern. Durch die reaktive Depression sei daher keine längerfristige Einschränkung des Gesundheitszustandes zu
erwarten
. Die neuen Arztberichte liessen keine längerdauernde namhafte Veränderung des Ge
sundheitszustandes erkennen (S. 4).
3.15
Vom 1
1.
bis 1
2.
Dezember 2017 erfolgte ein stationärer Aufenthalt in der Klinik
K._
,
I
ntegrierte Psychiatrie
L._
(
Urk.
6/137
/ 1
Mitte).
Die Ärzte der
L._
stellten im Kurzaustrittsbericht vom 1
9.
Dezember 2017 (
Urk.
6/137/1-2) die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgra
dige Episode (ICD-10 F33.1)
,
und einer Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2). Über die Zuweisung wurde angegeben,
der Eintritt in die Klinik sei, durch das Spital
M._
notfallmässig per Fürsorgerische Unterbringung
wegen akuter Selbstgefähr
dung
erfolgt
.
Laut den Angaben seiner Mutter habe der Patient eine Packung
Trittico
in suizidaler Absicht einnehmen wollen, er sei aber von ihr und der Schwester daran gehindert worden. Der Patient leide seit Längerem an einer De
pression. Beim Eintritt habe er Suizidabsichten verneint, habe aber eine schwie
rige Situation bestätigt, da ihm vor zirka einer Woche
seine Arbeitsstelle
gekün
digt worden sei (S. 1 unten).
4.
Die Verantwortlichen der
N._
Arbeitsintegration, berichteten am 2
0.
April 2016
(
Urk.
6/72)
über den Verlauf der beruflichen Massnahmen
des Be
schwerdeführers
,
die
vom 2
1.
September 2
015 bis 3
0.
April 2016 dauerte (S. 1).
Sie führten aus, der Beschwerdeführer habe seit Mitte Februar 2016 ein Arbeits
training absolviert. Ein Pensum von 50
%
habe er einige Wochen stabil halten können. Während
seiner
Anwesenheit habe er jeweils eine Leistungsfähigkeit von 80
%
erbringen können. Danach sei es zu Arbeitsausfällen gekommen, weil die Schmerzen im rechten Handgelenk, im rechten Arm und der rechten Schulter verstärkt aufgetreten seien. Zudem sei es vermehrt zu Schwellungen und zu
Arth
roseschmerzen
gekommen (S. 4 unten).
Nach zirka zwei Monaten knapp durch
schnittlicher Arbeitsleistung habe sich eine massive Verschlechterung des physi
schen Gesundheitszustandes bis zur Arbeitsunfähigkeit gezeigt. Eine Steigerung des Arbeitspensums im handwerklichen Bereich sei nicht möglich
. Erschwerend kämen die sprachlichen Schwierigkeiten hinzu
(S. 6
Ziff.
6).
5.
5.1
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines ren
tenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Ja
nuar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
5.2
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
6.
6.1
Der Beschwerdeführer
war
zuletzt
bis zum Unfall vom 3
1.
Juli 2013 als
angelern
ter Elektriker tätigt.
In dem von ihm gegründeten Reinigungsunternehmen hat er aus gesundheitlichen Gründen schon vor de
m Unfall nicht mehr gearbeitet (
Urk.
6/82 S. 3 oben).
Die Hausärztin
Dr.
E._
nannte im Bericht vom 2
3.
Mai 2017 als Diagnosen persistierende
ulnocarpale
Handgelenksschmerzen rechts,
eine
Tendinitis der Strecksehnen der rechten Hand, infolge Überlastung,
ein
Impingementsyndrom
der rechten Schulter und einen Verdacht auf eine Schmerzverarbeitungsstörung beziehungsweise eine posttraumatische Belastungsreaktion nach dem Unfall vom Januar 2017 (vorstehend E. 3.12).
Dr.
H._
und
Dr.
J._
nannten in den Berichten vom 2
1.
Juni 2016 und vom 1
9.
Juli 2017 als Diagnose mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode (E.
3.
9 und 3.13).
Gemäss der Einschätzung durch RAD-Arzt
Dr.
D._
liegen einzig
Unfallfolgen
vor.
I
n der angestammten Tätigk
eit als angelernter Elektriker besteht s
eit dem Unfall vom 3
1.
Juli 2013 keine
Arbeitsfähigkeit mehr.
Dr.
D._
attestierte f
ür eine behinderungsangepasste Tätigkeit vom 3
1.
Juli 2013 bis 2
8.
Oktober 2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
und vom 2
9.
Oktober 2014 bis 2
1.
April 2015 eine solche von 60
%
. Ab dem 2
2.
April 2015 attestierte er für eine solche Tätig
keit eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
(E. 3.10).
Die
Zusprache
einer
abgestuften und befristeten Invalidenrente
in
der angefochtenen Verfügung beruht auf der Einschätzung durch
Dr.
D._
.
Der zweite Unfall vom 1
0.
Januar 2017
wirkte sich
mutmasslich
nicht
massge
blich
auf den Gesundheit
szustand des Beschwerdeführers aus.
6.2
Nach dem Scheitern einer
beruflichen Wiedereingliederung
sind beim Beschwer
deführer
neben
den
körperlichen Beschwerden am
rechten Handgelenk
und
an
der rechten Schulter
psychische Beschwerden
hinzugekommen
. Bei diesen han
delt es sich
entgegen
d
en Ausführungen der Beschwerdegegnerin
in der ange
fochtenen Verfügung
(
Urk.
2 S. 4 Mitte)
nicht um Folgen des Unfalles vom Juli 201
3. Dr.
D._
bewertete die
diagnostizierte depressive Episode
als vorüberge
hender Natur
, welche keine Invalidität begründe
(vorstehend E. 3.14)
.
Mit
Verweis auf die geänderte Rechtsprechung des Bundesgerichts bei depressiven Störungen
(E. 5.1 hiervor)
vermag
die Einschätzung des RAD-Arztes
jedoch
nicht zu über
zeugen
.
Während
Dr.
H._
(E. 3.9) noch von einer mittelgradigen depressiven Episode ausging, stellten
Dr.
J._
(E. 3.13)
sowie die Ärzte der
L._
(E. 3.15)
die Diagnose
eine
r
rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig
mittelgra
dige depressive
Episode
. Bei dieser Sachlage
wäre die Beschwerdegegnerin gehal
ten gewesen,
weiter abzuklären, ob und inwiefern der Beschwerdeführer
durch die
psychischen Beschwerden
in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist
.
Insbeson
dere sei darauf hingewiesen, dass im Rahmen der vom Beschwerdeführer durch
laufenen Arbeitsintegrationsmassnahmen nach knapp zwei Monaten eine mas
sive Verschlechterung des psychisc
h
en Gesundheitszustands bis
hin zur
Arbeits
unfähigkeit beobachtet wurde, dies bei intakter allgemeiner Motivationslage (E.
4).
Der B
eschwerdeführer hat in der Beschwerde in diesem Zusammenhang zu Recht darauf hingewiesen
,
dass bislang keine Begutachtung erfolgt ist
(
Urk.
1 S.
2
Ziff.
2 oben).
Mit den
eher knappen Berichte
n
von
Dr.
H._
und
Dr.
J._
vom 2
1.
Juni 2016 und vom 1
9.
Juli 2017
ist
auch
die Durchführung eines strukturierten Be
weisverfahrens
, wie von der Rechtsprechung gefordert,
nicht möglich
. Auch aus diesem Grund
erweist sich eine psychiatrische Begutachtung als erforderlich
. Auch die Hausärztin des Besc
hwerdeführers sowie
Dr.
G._
haben sich für eine Begutachtung des Beschwerdeführers ausgesprochen
(E. 3.8 und 3.10)
. Um die Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer behinderungsan
gepassten Tätigkeit aus orthopädischer und psychiatrischer Sicht abschliessend beurteilen zu können, hat die Beschwerdegegnerin daher ein
bidisziplinäres
(or
thopädisches und psychiatrisches)
Gutachten einzuholen.
Da der Beschwerdeführer im Eventualantrag eine Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin beantragt hat
(
Urk.
1 S. 2
Ziff.
3 oben)
, muss ihm nicht vor
gängig Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt werden.
Nach den
erfolgten
Abklärungen hat die Beschwerdegegnerin über einen Renten
anspruch des Beschwerdeführers erneut zu verfügen. In diesem Sinne ist die Be
schwerde gutzuheissen.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vor
liegend sind die Kosten auf
Fr.
600.-- festzusetzen und der unterliegenden Be
schwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer ist vorliegend mit
Fr.
2'050.--
(in
klusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.