Decision ID: 650e6f35-f18e-400a-aeb7-12bc8469e3a0
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ war seit Oktober 2012 als Alterskrankenpflegerin beim Alters- und
Pflegeheim B._ angestellt und dadurch bei der SWICA Versicherungen AG
(nachfolgend: SWICA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie
laut Bagatellunfallmeldung vom 17. März 2015 am 12. März 2015 „beim Transfer einer
Bewohnerin“ einen akuten Schmerz im Schulterbereich verspürte (UV-act. 1). Die
Versicherte wurde gleichentags bei Dr. med. C._, Fachärztin für Allgemeine Innere
Medizin, vorstellig, welche eine Schmerzsynkope nach Verhebetrauma diagnostizierte
(UV-act. 7, 20).
A.b Am 20. März 2015 wurde eine Röntgenuntersuchung durchgeführt, welche eine
leichte Höhenminderung im Segment C5/6 links bei ansonsten harmonischer Entfaltung
der Halswirbelsäule (HWS) ergab. Eindeutige Defizite konnten nicht festgestellt werden
(UV-act. 8). Die MRT-Untersuchung der HWS vom 23. März 2015 zeigte eine
breitbasige mediolaterale rechtsakzentuierte Diskusprotrusion im Segment C4/5, eine
im Segment C5/6 mediolateral rechtsgelegene Diskushernie mit begleitender
Spondylosis sowie eine foraminale Irritation der Nervenwurzel C6 rechts. Dr. med.
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D._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, stellte gestützt auf diese bildgebenden Abklärungen die
Diagnose Cervicobrachialgie links bei foraminaler Irritation der Nervenwurzel C6 rechts
(UV-act. 9, 10). Die zur weiteren Abklärung veranlasste MRT Arthrographie des linken
Schultergelenkes vom 18. Mai 2015 ergab eine mässige aktivierte AC-Gelenksarthrose
mit leichter Bursitis subacromialis. Es fand sich kein Nachweis einer
Rotatorenmanschettenrissbildung (UV-act. 15). Im Bericht vom 12. Juni 2015 hielt
E._, dipl. Osteopath GDK, fest, die schmerzbedingte starke Schonhaltung der HWS
und Schulter habe weitgehend behoben werden können. Es fänden sich nach wie vor
Dysfunktionen in der Schulter, ein schmerzhaftes Ligamentum conoideum,
schmerzhafte Verspannungen der Musculi subclavius und pectoralis minor sowie
Dysfunktionen der HWS C4/5 und C5/6 (UV-act. 22).
A.c In der Folge veranlasste die SWICA eine Begutachtung der Versicherten durch ihre
Vertrauensärztin Dr. med. F._, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates. Diese hielt in der medizinischen Beurteilung
vom 23. Juni 2015 fest, unfallbedingt ergäben sich keine Einschränkungen der
Arbeitsfähigkeit für die Tätigkeit als Alterskrankenpflegerin im 70%-Pensum. Die
Versicherte sei jedoch aufgrund ihres Habitus sowie der degenerativen Veränderungen
auf Dauer nur für körperlich leichte Tätigkeiten geeignet (UV-act. 25).
A.d Am 3. Juli 2015 bestätigte die SWICA einen Leistungsanspruch der Versicherten
und teilte ihr gleichentags die Einstellung der Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen
per 30. April 2015 mit (UV-act. 26, 28). Nachdem sich die Versicherte damit nicht
einverstanden erklärt hatte (vgl. UV-act. 29), verfügte die SWICA am 16. Juli 2015 die
Einstellung der Versicherungsleistungen per 30. April 2015 (UV-act. 31).
B.
Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 20. Juli 2015 Einsprache und reichte
mit Einspracheergänzung vom 1. September 2015 die ärztliche Beurteilung von Dr.
med. G._, Facharzt für Chirurgie, vom 17. August 2015 ein (UV-act. 34). Die SWICA
holte daraufhin bei Dr. F._ eine ergänzende Stellungnahme ein, welche diese am 30.
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September 2015 erstattete (UV-act. 39). Mit Einspracheentscheid vom 15. Januar 2016
wies die SWICA die Einsprache der Versicherten ab (UV-act. 43).
C.
C.a Dagegen liess die Versicherte am 16. Februar 2016 Beschwerde erheben und
beantragen, der Einspracheentscheid vom 15. Januar 2016 sei aufzuheben und die
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, auch über den 30. April 2015 hinaus die
gesetzlichen Leistungen für die Folgen des Unfalls vom 12. März 2015 zu erbringen.
Eventualiter sei die Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen an die
Vorinstanz zurückzuweisen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Beschwerdegegnerin (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 24. März 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
C.c Mit Replik vom 2. Mai 2016 und Duplik vom 26. Mai 2016 hielten die Parteien an
ihren jeweiligen Anträgen fest (act. G 5, G 7).
C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der

übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen
1.
1.1 Zwischen den Parteien ist streitig, ob die Beschwerdegegnerin die
Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen (vgl. UV-act. 26) zu Recht per 30. April 2015
einstellte.
1.2 Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über
die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Die Übergangsbestimmungen
zur Änderung vom 25. September 2015 sehen vor, dass Versicherungsleistungen für
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Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 25. September 2015, d.h. vor
dem 1. Januar 2017, ereignet haben, nach bisherigem Recht gewährt werden. Das
vorliegend relevante Ereignis hat sich am 12. März 2015 ereignet, weshalb auf die bis
31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen abzustellen ist.
1.3 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz
nichts anderes bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der
Unfallversicherung bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des
Unfallversicherers besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und
adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (ALEXANDRA
RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen
natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht regelmässig
auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181
E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen spielt
indessen die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle (BGE 117 V 365 mit Hinweisen; SVR 2000 Nr. 14 S. 45). Das Vorliegen eines
natürlichen Kausalzusammenhangs muss mit dem im Sozialversicherungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein bzw.
verneint werden können. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender Auswirkungen des
Unfalls genügt nicht (THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des
Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58 f.).
1.4 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall
nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache der fortdauernd geklagten
Beschwerden darstellt, d.h., wenn die Beschwerden nur noch und ausschliesslich auf
unfallfremden Ursachen beruhen. Im Rahmen der Prüfung des Dahinfallens der
Leistungspflicht des Unfallversicherers genügt es mithin für die Bejahung des
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fortbestehenden natürlichen Kausalzusammenhangs, wenn der Unfall für die fragliche
gesundheitliche Störung immer noch eine Teilursache darstellt. Ebenso wie der
leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit
dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 4;
LOCHER/GÄCHTER, a.a.O., § 70 N. 58). Da es sich um eine anspruchsaufhebende
Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein
leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der
versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2
mit Hinweisen, 1994 Nr. U 206 S. 328; siehe ebenso BGE 117 V 261 E. 3b). Dieser
muss jedoch nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen erbringen. Ebenso wenig
geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein
Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei voller
Gesundheit sei (Urteil des Bundesgerichts vom 29. April 2008, 8C_465/2007, E. 3.1 mit
Hinweisen). Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist unerheblich.
Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens
ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind. Die Leistungspflicht
des Unfallversicherers bei einem durch den Unfall verschlimmerten oder überhaupt erst
manifest gewordenen krankhaften Vorzustand entfällt erst, wenn entweder der
(krankhafte) Gesundheitszustand erreicht ist, wie er unmittelbar vor dem Unfall
bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem
schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher
oder später eingestellt hätte (Status quo sine; vgl. zum Ganzen RKUV 1994 Nr. U 206
S. 328 f. E. 3b mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juni 2007, U 290/06,
E. 3.3).
1.5 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
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gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351, E. 3a mit
Hinweis). Den Berichten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kann
rechtsprechungsgemäss gleichfalls Beweiswert beigemessen werden, sofern sie
schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind
und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 465 E. 4 und BGE
125 V 351 E. 3b/ee, je mit Hinweisen).
2.
2.1 Vorab ist festzuhalten, dass es mit Blick auf die vorliegende Aktenlage und
insbesondere die Vorfallsschilderung der Beschwerdeführerin vom 18. Mai 2015 (UV-
act. 14) zumindest fraglich erscheint, ob das für die erlittene Gesundheitsschädigung
verantwortlich gemachte Ereignis vom 12. März 2015 die Kriterien des Unfallbegriffs
nach Art. 4 ATSG erfüllt, mithin vorliegend überhaupt von einem Unfall im Sinne des
Gesetzes auszugehen wäre. Dabei ist insbesondere auf die bundesgerichtliche
Rechtsprechung hinzuweisen, gemäss welcher das Auffangen eines Patienten bei
einem drohenden Sturz selbst dann nicht als ungewöhnlich gilt, wenn die Bewegung
reflexartig ausgeführt wurde (vgl. das Urteil des Bundesgerichts vom 11. Januar 2010,
8C_444/2009, E. 4.3, mit einer Zusammenfassung der Kasuistik). Auch mit Blick auf die
berufliche Gewöhnung sowie die Konstitution der Beschwerdeführerin (163 cm, 56 kg)
im Vergleich zur Bewohnerin, welche nach Angaben der Beschwerdeführerin ca. 83-84
kg wog (vgl. UV-act. 14), erscheint das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren
Faktors – sei es in Form einer unkoordinierten Bewegung oder aber einer
Überanstrengung – nicht zweifelsfrei erstellt. Wie es sich damit genau verhält, kann
indessen offen bleiben, denn ein (weiterer) Leistungsanspruch ist, wie sich zeigen wird,
auch aus anderen Gründen zu verneinen. Die Beschwerdegegnerin anerkannte
jedenfalls ihre Leistungspflicht am 3. Juli 2015 formlos und bejahte entsprechend die
Unfallkausalität der geltend gemachten Beschwerden (vgl. E. 1.2). Entsprechend ist
vorliegend von einer rechtskräftigen Anerkennung auszugehen. Diese ist jedenfalls
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nicht zweifellos unrichtig. Damit bleibt zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin auch über
den 30. April 2015 hinaus Anspruch auf Leistungen der Beschwerdegegnerin hat,
mithin, ob die nach diesem Zeitpunkt geklagten Beschwerden (noch) in einem
natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Ereignis vom 12. März 2015
stehen.
3.
3.1 Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen werden grundsätzlich eine
strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares
Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar und von der
Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten bzw. der Patientin
unabhängig sind. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen organisch-strukturellen
Unfallfolgen dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit –
wissenschaftlich anerkannten – apparativen respektive bildgebenden Abklärungen
bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 121 E. 9, 134 V 232 E. 5.1 mit Hinweisen; Urteil des
Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 2; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81
E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]). Nach der Rechtsprechung können Schmerzangaben
der versicherten Person für die Annahme struktureller Unfallrestfolgen für sich alleine
nicht genügen; entsprechend ist bei einem Fortbestehen von Schmerzen nicht ohne
Weiteres von anhaltenden Unfallrestfolgen auszugehen. Vielmehr muss im Rahmen der
sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung verlangt werden, dass
Schmerzangaben durch damit korrelierende, schlüssig feststellbare Befunde
hinreichend erklärbar sind, andernfalls sich eine rechtsgleiche Beurteilung der
Leistungsansprüche nicht gewährleisten liesse (Urteil des EVG vom 9. Oktober 2001, I
382/2000, E. 2b, vgl. auch Urteil des EVG vom 12. März 2004, I 683/2003, E. 2.2.2).
3.2 Vorliegend bestehen bei der Beschwerdeführerin seit dem Ereignis vom März 2015
anhaltende, zu Beginn als unfallkausal taxierte Schmerzen, die nach eigenen Angaben
erst im Verlauf des Sommers 2016 unter Anwendung von Akupunktur, Osteopathie und
Physiotherapie zurückgingen (vgl. act. G 1 S. 6). Die Beschwerdeführerin gab zum
Beschwerdeverlauf im Wesentlichen an, beim Transfer eine Bewohnerin am 12. März
2015 einen akuten Schmerz im linken Schulterbereich verspürt zu haben (vgl. UV-act.
1, 7, vgl. auch UV-act. 25 S. 5). Sie habe danach etwa zwei Wochen mit
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Schmerzmitteln weitergearbeitet, wobei die Beschwerden nicht abgenommen hätten.
Eine klare Diagnose sei nicht gestellt worden. Die Ärzte gingen davon aus, dass die
Beschwerden „vom Rücken her“ kämen. Sie habe jedoch auf der rechten Seite des
Rückens Probleme. Vorher habe sie nie Probleme mit der linken Schulter gehabt (vgl.
den Bericht Kundenberater vom 18. Mai 2015, UV-act. 14).
3.3 Dr. C._ diagnostizierte am 12. März 2015 eine Schmerzsynkope nach
Verhebetrauma sowie einen Verdacht auf Nervenkompression bei HWS-Reklination. Es
bestand abgesehen von den der Beschwerdeführerin bekannten Myogelosen keine
Druckdolenz im Jugulum bzw. der Schulterpartie. Bei Kopfreklination und Rotation
nach links war ein Schmerz auslösbar (UV-act. 7, 20). Auch Dr. D._ konnte anlässlich
der Untersuchung vom 20. März 2015 klinisch keinen Druck- oder Bewegungsschmerz
im Bereich der Clavicula feststellen. Das Schultergelenk war frei beweglich und
radiologisch zeigte sich ein unauffälliger Befund. Im Bereich der HWS zeigten sich eine
deutliche Einschränkung der Links-Seitneigung, Linksrotation und Reklination sowie
paravertebrale Myalgien im Bereich der oberen und mittleren HWS (UV-act. 8). Die zur
weiteren Abklärung durchgeführte MRT-Untersuchung der HWS vom 23. März 2015
ergab neben einer rechtsakzentuierten Diskusprotrusion im Segment C4/5 sowie einer
rechtsgelegenen Diskushernie im Segment C5/6 mit begleitender Spondylosis eine
foraminale Irritation der Nervenwurzel C6 rechts. Dr. D._ hielt hinsichtlich der
Untersuchungsbefunde fest, dass, weil sich die Cervicobrachialgie auf der linken Seite
befinde, nicht sicher sei, ob ein Zusammenhang bestehe. Neurologische Defizite oder
eindeutige Foraminalstenosen konnten keine festgestellt werden (UV-act. 9, 10). Der
Hausarzt der Versicherten, Dr. med. G._, Facharzt für Allgemeinmedizin, erachtete im
Bericht vom 27. April 2015 die Beschwerden betreffend Diskushernie als im
Vordergrund stehend (UV-act. 11). Die am 18. Mai 2015 zur weiteren Abklärung der
persistierenden Beschwerden (vgl. E. 3.2) durchgeführte MRT Arthrographie des linken
Schultergelenkes ergab schliesslich eine mässige aktivierte AC-Gelenksarthrose mit
leichter Bursitis subacromialis. Eine Rotatorenmanschettenrissbildung bzw. SLAP-
Läsion konnte nicht festgestellt werden (UV-act. 15).
3.4 Dr. F._ stellte in ihrer medizinischen Beurteilung vom 23. Juni 2015 zuhanden der
Beschwerdegegnerin die Diagnose Verhebetrauma am 12. März 2015 mit
vernommenem Knackgeräusch im Bereich HWS bzw. BWS (Brustwirbelsäule) und
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Schmerzen im Verlauf des Musculus supraspinatus bei radiologischem Ausschluss
struktureller Verletzungen. Dr. F._ führte aus, die aktuelle Untersuchung habe freie
Funktionen der linken Schulter und der HWS ergeben. Es bestehe eine Fehlstatik der
Wirbelsäule, eine Haltungsinsuffizienz sowie eine völlig verschmächtigte
Rumpfmuskulatur, vornehmlich thorakal. Ein nervenwurzelbezogenes neurologisches
Defizit bestehe nicht. Es bestünden altersentsprechende Normalbefunde im Bereich
der HWS und LWS (Lendenwirbelsäule) sowie der grossen und kleinen Gelenke der
oberen und unteren Extremitäten. Bei völlig verschmächtigter Rumpfmuskulatur seien
rezidivierende Beschwerden nuchal und lumbal möglich. Anamnestisch und
radiologisch sei davon auszugehen, dass sich die Beschwerdeführerin am 12. März
2015 eine schmerzhafte Gelenkblockade im Übergang HWS/BWS zugezogen habe.
Dabei handle es sich um eine funktionelle Störung. Das Ereignis vom März 2015 sei
bloss mögliche Mitursache der Gesundheitsstörung. Bei den vorliegenden muskulären
Dysbalancen sei davon auszugehen, dass die zeitweise im Jahr 2015 bestehenden
Beschwerden auch ohne das Ereignis vom März 2015 aufgetreten wären. Der Status
quo sine sei nach vier bis sechs Wochen nach dem Ereignis erreicht gewesen. Dr.
F._ hielt zusammenfassend fest, unfallbedingt ergäben sich keine Einschränkungen
der Arbeitsfähigkeit für die Tätigkeit als Alterskrankenpflegerin. Jedoch sei die
Beschwerdeführerin aufgrund ihres Habitus sowie der altersbedingten degenerativen
Veränderungen auf Dauer nur für körperlich leichte Tätigkeiten geeignet (UV-act. 25).
4.
4.1 Die medizinische Beurteilung von Dr. F._ erfüllt die rechtsprechungsgemäss
erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. E.
1.4). Sie beruht auf einer fachärztlichen orthopädischen Untersuchung, wurde in
Kenntnis der Vorakten abgegeben und ist für die vorliegend zu beantwortende Frage
der Unfallkausalität der Schulterbeschwerden umfassend. Die medizinischen
Zusammenhänge wurden einleuchtend dargelegt und die Schlussfolgerungen
nachvollziehbar begründet. Dr. F._ legte überzeugend und – entgegen dem Einwand
der Beschwerdeführerin (act. G 1 S. 8, act. G 3 S. 3) – im Einklang mit den
bildgebenden und klinischen Befunden (vgl. E. 3.3) dar, dass bei dieser 19_
geborenen Frau bei fehlenden strukturellen Verletzungen altersbedingt degenerative
Veränderungen im HWS-Bereich sowie muskuläre Dysbalancen im Vordergrund stehen
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und zwischen den Beschwerden und dem Ereignis vom 12. März 2015 kein
ursächlicher Kausalzusammenhang (mehr) besteht.
4.2 Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin (act. G 1 S. 8, act. G 5 S. 2 f.)
sind die nachvollziehbaren Ausführungen von Dr. F._ wegen der ärztlichen
Beurteilung von Dr. G._ nicht in Zweifel zu ziehen. Dessen Aussage, eine segmentale
Dysfunktion im zerviko-thorakalen Übergang sei nicht echtzeitlich dokumentiert (act. G
5 S. 3; UV-act. 34 S. 5 f. der Beurteilung), widerspricht, wie Dr. F._ in ihrer
Stellungnahme vom 30. September 2015 überzeugend darlegte, der vorliegenden
Aktenlage, wonach sich bereits anlässlich der zeitnah zum Ereignis vom 12. März 2015
durchgeführten Abklärungen Funktionseinschränkungen der HWS zeigten (vgl. UV-act.
39 S. 2 f. der Stellungnahme; vgl. auch E. 3.3 sowie UV-act. 22). Insofern Dr. G._ im
Weiteren festhielt, es sei beim Ereignis vom 12. März 2015 aufgrund eines
unkontrollierten Halteherganges zu einer Zerrung des linken AC-Gelenks gekommen,
was im Analogieschluss schon in der Unfallmeldung dokumentiert worden sei (UV-act.
34 S. 6 der Beurteilung), kann ihm nicht gefolgt werden. So konnte weder die
erstbehandelnde Ärztin Dr. C._ noch der nachbehandelnde Orthopäde Dr. D._
Druck- oder Bewegungsschmerzen im Bereich des Schultergelenkes feststellen (vgl. E.
3.3). Vielmehr ergab die klinische Untersuchung ein frei bewegliches Schultergelenk,
und im Bereich der Clavicula zeigte sich - wie Dr. D._ ausdrücklich festhielt - ein
unauffälliger radiologischer Befund. Damit erscheint ein Zusammenhang zwischen dem
Ereignis und der zwei Monate später festgestellten AC-Gelenksarthrose mit leichter
Bursitis subacromialis nicht überwiegend wahrscheinlich. Dass diese Diagnose die
Beschwerden der Beschwerdeführerin erklären könnte, wird vorliegend denn auch
nicht in Abrede gestellt. Eine Kausalität zum Ereignis vom 12. März 2015 ist damit
jedoch nicht überwiegend wahrscheinlich dargetan, zumal es sich bei einer solchen
AC-Gelenksarthrose um eine häufig im Alter und nach Überbeanspruchung auftretende
degenerative Veränderung handelt (vgl. auch PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch,
266. Aufl. Berlin 2014, S. 175; ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie, Orthopädische
Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 579 ff.). Dass die Arthrose bis zum Ereignis vom 12.
März 2015 asymptomatisch geblieben und durch das Ereignis aktiviert worden wäre,
mag – wie Dr. F._ in ihrer ergänzenden Stellungnahme vom 30. September 2015
einzuräumen scheint (vgl. UV-act. 39 S. 4) – medizinisch zwar möglich sein, lässt sich
aber auch mit der in diese Richtung zielenden ärztlichen Beurteilung von Dr. G._ vom
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17. August 2015 (UV-act. 34) nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit beweisen.
Dasselbe hat für die Schleimbeutelentzündung zu gelten.
4.3 Es ist im Weiteren darauf hinzuweisen, dass medizinische Erfahrungstatsachen im
Rahmen des im Sozialversicherungsrecht zur Anwendung gelangenden
Wahrscheinlichkeitsbeweises (LOCHER/GÄCHTER, a.a.O., § 70 N. 58) durchaus
berücksichtigt werden dürfen. Dies hat insbesondere für den Nachweis des Status quo
sine zu gelten, bei dem es sich um einen hypothetischen Zustand handelt, welcher sich
häufig nur mit Erfahrungswerten bestimmen lässt (Urteil des EVG vom 18. September
2002, U 60/02, E. 2.2). Medizinische Erfahrungssätze beziehen sich auf den Regelfall,
d.h. auf medizinische Sachverhalte, die sich in konkreten Fällen gleich dargestellt
haben. Eine Ausnahme von der Regel ist grundsätzlich nicht ausgeschlossen, doch
muss sie sich als solche präsentieren. Eine solche Ausnahme ist mit Blick auf die
vorliegenden Akten und die insgesamt nicht eindeutig objektivierbare Schmerzsituation
der Beschwerdeführerin nicht gegeben.
4.4 Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich geltend machte, dass vor dem Ereignis
vom 12. März 2015 keine Schulterbeschwerden bestanden hätten (act. G 1 S. 8; act. G
5 S. 1 f.), ist mit der Beschwerdegegnerin (vgl. act. G 7) darauf hinzuweisen, dass eine
gesundheitliche Schädigung nicht schon deshalb als durch einen Unfall verursacht
gelten kann, weil sie nach diesem aufgetreten ist (post hoc ergo propter hoc; BGE 119
V 335 E. 2b/bb mit Hinweis, Urteil des Bundesgerichts 8C_636/2016 vom 16.
November 2016 E. 5.2 mit weiteren Hinweisen).
4.5 Dass Dr. F._ im Ereignis vom 12. März 2015 nur, aber immerhin eine mögliche
Mitursache des Beschwerdebildes sah, stand einer späteren Leistungseinstellung der
Beschwerdegegnerin entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin (act. G 1 S. 7)
grundsätzlich nicht entgegen. Denn selbst wenn in Bezug auf die geklagten
Beschwerden – wie von der Beschwerdegegnerin rechtskräftig bestätigt (vgl.
vorstehend E. 2.2) – für die Zeit direkt nach dem Ereignis vom 12. März 2015 von einer
natürlichen Kausalität ausgegangen wurde, muss in Würdigung der vorliegenden Akten
geschlossen werden, dass ein solcher Kausalzusammenhang im Sinne des Vorliegens
von organischen Unfallrestfolgen über das Datum der Leistungseinstellung hinaus mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr bestand.
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5.
Zusammenfassend ist gestützt auf die vorliegende Aktenlage überwiegend
wahrscheinlich erstellt, dass die geltend gemachten Beschwerden – spätestens – im
Zeitpunkt der Leistungseinstellung am 30. April 2015 keine natürlich kausale
Unfallfolgen mehr darstellten. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die fortdauernden
Schulterbeschwerden auf unfallfremde, insbesondere degenerative Veränderungen
zurückzuführen sind. Die Einstellung der Leistungen erweist sich damit als
gerechtfertigt. Da von weiteren medizinischen Abklärungen keine neuen Erkenntnisse
zu erwarten sind, ist entgegen dem Eventualantrag der Beschwerdeführerin (act. G. 1
S. 2) darauf zu verzichten (antizipierte Beweiswürdigung, vgl. BGE 122 V 162 E. 1d).
6.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 15. Januar 2016 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).