Decision ID: 6bea98ef-02ae-5621-896e-094856974e2c
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) wurde erstmals im Jahr 19_ bei der IV-Stelle
des Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) aufgrund eines
Entwicklungsrückstandes für Leistungen angemeldet (vgl. IV-act. 2). Die IV-Stelle
anerkannte in der Folge das Geburtsgebrechen Ziff. 404 und kam für die Kosten von
Sonderschulmassnahmen (vgl. IV-act. 5, 9, 13, 35, 39 und 45) sowie medizinischen
Massnahmen (vgl. IV-act. 9, 21 und 31) auf. Gestützt auf eine neue IV-Anmeldung im
April 2009 (vgl. IV-act. 49) erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für eine
Psychotherapie (vgl. IV-act. 61 und 91) sowie eine vom 12. April bis _ 2010 dauernde
berufliche Abklärung in der Unternehmung (vgl. IV-act. 65 ff.). Im gleichen Betrieb
absolvierte der Versicherte ab dem _ 2010 eine Ausbildung zum Z._ (vgl. IV-act. 66
und 98), wobei die IV-Stelle dem Unternehmen den für den Versicherten erforderlichen
Betreuungsmehraufwand vergütete (vgl. IV-act. 71, 79 und 83) und der Versicherte
einen Stützunterricht in Anspruch nahm (vgl. IV-act. 93). In einem Bericht vom 27. April
2012 hielt Dr. med. B._, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und
Jugendpsychotherapie FMH, fest, dass die Erstkonsultation gemeinsam mit dem Vater
des Versicherten am 2. Februar 2012 stattgefunden habe. Unter der begonnenen
medikamentösen Therapie sei es – nachdem zuvor schwere Impulskontrollstörungen
aufgetreten seien – zu einem deutlich besseren und konzentrierteren Arbeitsverhalten
mit Reduktion der impulsiven Durchbrüche gekommen. Die letzten zwei Jahre der
Ausbildung seien aber nur mit Hilfe der engmaschigen Betreuung durch den gut
A.a.
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strukturierten Y._ möglich gewesen (IV-act. 90). Im Schlussbericht zur beruflichen
Eingliederung vom 27. November 2012 hielt der Eingliederungsverantwortliche der IV-
Stelle fest, der Verlauf der Ausbildung habe gezeigt, dass der Versicherte im ersten
Arbeitsmarkt nicht einsetzbar sei. Der Betreuungsaufwand sowie das Verhalten des
Versicherten seien einem Arbeitgeber der freien Wirtschaft nicht zuzumuten. Der
Versicherte könne kein rentenausschliessendes Einkommen erzielen (IV-act. 96).
Aufgrund der in der Zwischenzeit erlangten Volljährigkeit reichte der Versicherte am _
2013 eine neue Anmeldung für berufliche Massnahmen und Rentenleistungen bei der
IV-Stelle ein (vgl. IV-act. 99 f.). Nach Erlass eines entsprechenden Vorbescheids
(vgl. IV-act. 107 f.) sprach die IV-Stelle dem Versicherten am 19. Juli 2013 in der
Annahme, er könne ein Invalideneinkommen von monatlich Fr. 1'000.-- erzielen, und
gestützt auf einen errechneten Invaliditätsgrad von 79 % rückwirkend ab dem 1.
August 2012 eine ganze Invalidenrente zu (IV-act. 113 f.). Die
Sozialversicherungsanstalt (SVA) eröffnete dem Versicherten die entsprechende
Verfügung mit den berechneten Geldleistungen am 22. August 2013 (IV-act. 117).
Im _ 2015 ging bei der IV-Stelle ein Hinweis ein, wonach der Versicherte
zusammen mit einem Kollegen einen garagenähnlichen Betrieb führen würde (vgl. IV-
act. 136; vgl. ferner IV-act. 135). Im Oktober 2015 eröffnete die IV-Stelle ein
Rentenrevisionsverfahren (vgl. IV-act. 126), in dessen Rahmen der Versicherte in einem
Fragebogen am 23. Oktober 2015 angab, dass sein Gesundheitszustand gleich
geblieben sei (vgl. IV-act. 128; vgl. ferner IV-act. 129 und 132). Am 30. November 2015
berichtete der Hausarzt Dr. med. C._, Allgemeinmedizin FMH, dass der Versicherte
seit dem 23. Januar 2015 bei ihm in Behandlung sei. Der Versicherte leide gemäss
seinen eigenen Angaben an einem ADHS. Unterlagen vom Versicherten lägen ihm nicht
vor. Die Arbeitsfähigkeit könne er nicht beurteilen, da er den Versicherten erst seit
Kurzem kenne und keine Unterlagen habe. Ein Spezialist müsste dies beurteilen
(vgl. IV-act. 134 S. 1 ff.; vgl. ferner IV-act. 133). Im Januar 2016 beauftragte die IV-
Stelle eine Überwachungsfirma damit, einen (gemeint wohl: verdeckten) Augenschein
vor Ort durchzuführen, um zu eruieren, ob sich an der besagten Örtlichkeit ein
garageähnlicher Betrieb befindet (vgl. IV-act. 138 ff.). Das Überwachungsunternehmen
reichte Bilder vom 25. Januar 2016 ein, auf welchen mehrere Autos abgebildet waren
A.b.
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(vgl. IV-act. 139). Am 1. März 2016 führte ein Mitarbeiter der IV-Stelle ein Gespräch mit
dem Versicherten durch (vgl. IV-act. 144).
Am 7. Juni 2016 wurde der Versicherte im Auftrag der IV-Stelle von Dr. med.
D._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, psychiatrisch untersucht
(vgl. IV-act. 154 S. 1). Im Rahmen der Begutachtung führte zudem Dr. phil. E._,
Fachpsychologe FSP, am 1. und 8. Juli 2016 eine neuropsychologische Beurteilung
durch (IV-act. 155). In seinem psychiatrischen Gutachten vom 22. August 2016 (vgl.
bzgl. Datum IV-act. 156) nannte Dr. D._ als Diagnose mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (IV-act. 154
S. 32). Weiter hielt Dr. D._ fest, dass beim Versicherten neuropsychologische Defizite
bestünden, die in der neuropsychologischen Abklärung ausführlich beschrieben
worden seien. Dem Versicherten sei die Ausübung leidensangepasster Tätigkeiten
(gemeint seien damit überschaubare und klar geregelte, repetitiv gestaltete Tätigkeiten
mit vermindertem Produktionsdruck) ganztags zumutbar, jedoch sei seine
Leistungsfähigkeit dabei um 40 % vermindert. Insbesondere sei die
Arbeitsgeschwindigkeit vermindert sowie die Fähigkeit, sich dauerhaft zu
konzentrieren. Dadurch sei die Produktivität vermindert. Die Gesamtarbeitsfähigkeit in
einer adaptierten Tätigkeit betrage 60 % (IV-act. 154 S. 36 f.). Der Gesundheitszustand
habe sich seit dem 19. Juli 2013 in Bezug auf die Befunde, die Diagnosen sowie die
Arbeitsfähigkeit nicht wesentlich verändert. Es sei davon auszugehen, dass die aktuell
beschriebene Leistungsfähigkeit unter adäquater Medikation bereits seit dem
Abschluss der Ausbildung bestanden habe (vgl. IV-act. 154 S. 38 i.V.m. 41). Da in der
letzten Zeit keine psychiatrische Behandlung stattgefunden habe, fänden sich keine
psychiatrischen Berichte in den Akten und somit auch keine Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht. Die Einschätzung von Dr. B._ im
Verlaufsbericht vom 27. April 2012 sei nicht grundsätzlich falsch. Er habe darin
Schwierigkeiten beschrieben und eine Medikation empfohlen, um die Chance der
erfolgreichen Beschäftigung, respektive des erfolgreichen Abschlusses zu erhöhen.
Sodann habe Dr. B._ erwähnt, dass es unter der begonnenen medikamentösen
Therapie zu einem deutlich besseren und konzentrierteren Arbeitsverhalten mit
Reduktion der impulsiven Durchbrüche gekommen sei. Trotzdem sei Dr. B._ davon
ausgegangen, dass keine Arbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt bestehe. Er
A.c.
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habe erwähnt, dass die Ausbildung nur mit Hilfe der engmaschigen Betreuung durch
Y._ möglich gewesen sei. Dr. D._ merkte dazu an, dass dies so gewesen sein
könne, dies jedoch nichts über die Leistungsfähigkeit des Versicherten aussagen
würde, wenn die einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung therapiert sei. Es
dürfe davon ausgegangen werden, dass die Leistungsfähigkeit nun deutlich höher sei.
Dr. B._ habe in seinem Verlaufsbericht ja auch auf die Wichtigkeit der Behandlung
hingewiesen (IV-act. 154 S. 35 f.). Anlässlich eines Gesprächs vom 16. November 2016
mit einer Mitarbeiterin der IV-Stelle berichtete der Versicherte auf entsprechende
Fragen über seine auf dem vermeintlichen Garagenbetrieb ausgeführten Arbeiten
(vgl. IV-act. 159). Weiter gab der Versicherte unter anderem an, dass er zunächst selber
nach einer Stelle suchen möchte. Er hätte viele Ideen, z.B. könnte er sich eine Arbeit
bei einem Kollegen, der Metzger sei, vorstellen (vgl. IV-act. 159 S. 8 f.).
Mit einem Vorbescheid vom 23. Februar 2017 stellte die IV-Stelle dem
Versicherten in Aussicht, dass seine Rente bei einem Invaliditätsgrad von 32 %
aufgehoben werde. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass sich der
Versicherte nach Abschluss der Ausbildung selbst eingegliedert habe. Er habe
zusammen mit einem Kollegen eine Garage betrieben und eigene wie auch fremde
Fahrzeuge repariert und vorgeführt. Die Aussage des Versicherten, dass er für diese
Arbeiten keine Bezahlung verlangt habe, sei wenig glaubhaft. Die Selbsteingliederung
verlange nach einer neuen Festsetzung des Rentenanspruchs. Zudem habe sich der
erstmalige Rentenbescheid nicht auf eine fachärztliche Beurteilung gestützt. Eine
Invaliditätsbemessung ohne ärztliche Arbeitsfähigkeitsbescheinigung sei nicht zulässig
und verletze die Abklärungspflicht. Diese Rechtsverletzung rechtfertige eine
wiedererwägungsweise Korrektur der Rentenverfügung. Das eingeholte Gutachten
habe überzeugend dargelegt, dass dem Versicherten seit dem Abschluss der
Ausbildung eine 60%ige Arbeitsfähigkeit bei einer Präsenzzeit von 100 % zumutbar sei.
Der Versicherte verwerte seine Arbeitsfähigkeit nicht optimal, weshalb das
Invalideneinkommen gestützt auf statistische Durchschnittslöhne festzulegen sei. Für
das Valideneinkommen sei auf den Lohn abzustellen, welchen der Versicherte mit
seiner Attestausbildung als Z._ verdienen könnte, wobei dieser entsprechend der
60%igen Arbeitsfähigkeit zu reduzieren sei (IV-act. 160).
A.d.
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B.
Gegen diesen Vorbescheid wandte der Versicherte, vertreten durch
Rechtsanwältin lic. iur. L. Keller, St. Gallen, am 19. April 2017 ein, dass es nicht den
Tatsachen entspreche, wenn die IV-Stelle behaupte, er habe in einem Garagenbetrieb
mitgearbeitet. Er habe sich zwar häufig in den besagten Räumlichkeiten aufgehalten,
da er nämlich selber einen Raum gemietet habe, in welchem er einen Fitnessraum
betrieben habe. Zudem habe er sich oft mit seinem Kollegen, welchem die Garage
gehört habe, getroffen. Es sei eine professionell eingerichtete Hobbywerkstatt
gewesen. An fremden Fahrzeugen habe er lediglich unentgeltliche kleine Hilfsarbeiten
ausgeführt. Ein wirtschaftlicher Zweck sei damit nicht verfolgt worden, sodass er sich
viel Zeit für die Arbeiten habe lassen können. Auf keinem der sich in den Akten
befindenden Bilder sei erkennbar, dass er mit der Reparatur eines Fahrzeuges
beschäftigt sei. Weiter machte der Versicherte geltend, der frühere Rentenbescheid
habe sehr wohl auch auf ärztlichen Einschätzungen gefusst. Er bemängelt die ihm
attestierte 60%ige Arbeitsfähigkeit. Die unzähligen Versuche, eine Arbeitsstelle zu
finden, sowie die Berichte der bisherigen Arbeitsstellen zeigten, dass die attestierte
Arbeitsfähigkeit falsch sei bzw. dass es ihm nicht möglich sei, einer normalen
Arbeitstätigkeit nachzugehen. Schliesslich sei eine fehlerhafte Berechnung des
Invaliditätsgrades vorgenommen worden. Ihm sei ein höheres Validen- wie
Invalideneinkommen angerechnet worden. Ausserdem müsse die Vornahme eines
Tabellenlohnabzuges geprüft werden (IV-act. 165 S. 1 ff.).
A.e.
Mit Verfügung vom 7. bzw. 9. Juni 2017 setzte die IV-Stelle gestützt auf einen
ermittelten Invaliditätsgrad von 46 % die bisher ausgerichtete ganze Rente per August
2017 auf eine Viertelsrente herab. Sie entsprach dem Einwand des Versicherten dabei
insofern, als dass sie für die Berechnung des Validenlohns neu ebenfalls auf die
statistischen Durchschnittswerte abstellte und einen Tabellenlohnabzug von 10 %
gewährte (IV-act. 166 ff.).
A.f.
Gegen diese Verfügung erhob der durch die gleiche Rechtsanwältin vertretene
Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 16. August 2017 Beschwerde. Darin
beantragte er, die Verfügung der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 9.
Juni 2016 (gemeint wohl: 9. Juni 2017) sei aufzuheben und ihm sei weiterhin eine ganze
B.a.
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Erwägungen
1.
Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei ihm eine halbe Invalidenrente
auszurichten; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (act. G 1). Weiter
beantragte der Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung für das Verfahren vor Versicherungsgericht (act. G 1 i.V.m. 4).
In ihrer Beschwerdeantwort vom 30. Oktober 2017 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 7).
B.b.
Am 15. November 2017 entsprach das Versicherungsgericht dem Gesuch um
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwältin Keller) für
das Verfahren vor Versicherungsgericht (act. G 9).
B.c.
In seiner Replik vom 31. Januar 2018 hielt der Beschwerdeführer an den in der
Beschwerde gestellten Anträgen unverändert fest (act. G 14).
B.d.
In ihrer Duplik vom 27. Februar 2018 hielt die Beschwerdegegnerin an dem in der
Beschwerdeantwort gestellten Rechtsbegehren unverändert fest (act. G 16).
B.e.
Vorliegend strittig und zu prüfen ist die Rechtmässigkeit der revisionsweisen
Rentenherabsetzung per 1. August 2017.
1.1.
Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid
ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht ein Anspruch auf eine
halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein Anspruch auf eine
Viertelsrente. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann
Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
1.2.
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dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird grundsätzlich das Erwerbseinkommen, das
die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
Um den Invaliditätsgrad messen zu können, ist die Verwaltung - und im
Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Für das gesamte Verwaltungs-
und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art.
61 lit. c ATSG). Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen
und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen
und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts
eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).
1.3.
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist
somit nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustands erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. E. 3.5
mit Hinweisen). Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen
Änderung bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung
des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung
1.4.
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2.
und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht; vorbehalten bleibt die
Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 114 E.
5.4 mit Hinweisen). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der
Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustands
auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinn von
Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2008,
9C_562/2008, E. 2.1 mit Hinweis). Die Herabsetzung oder Aufhebung der Renten, der
Hilflosenentschädigungen und der Assistenzbeiträge erfolgt grundsätzlich frühestens
vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an (Art.
88 Abs. 2 lit. a der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).bis
Zunächst ist zu prüfen, ob seit der ursprünglichen Rentenzusprache (Verfügungen
vom 19. Juli und 22. August 2013; vgl. IV-act. 113 f. und 117) eine anspruchsrelevante
Veränderung des Gesundheitszustands oder anderer tatsächlicher Verhältnisse
eingetreten ist.
2.1.
Hinsichtlich der zu berücksichtigenden Akten ist anzumerken, dass die Frage der
Zulässigkeit der Verwertbarkeit des bei der Beschwerdegegnerin eingegangenen
Bildmaterials sowie der von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen
Fotodokumentation offenbleiben kann. Denn es ist anzunehmen, dass das vorliegende
Revisionsverfahren unabhängig vom Bildmaterial bereits durch den Hinweis, wonach
der Beschwerdeführer in einem garageähnlichen Betrieb arbeiten würde, in Gang
gesetzt worden ist (vgl. IV-act. 138 ff.). Ob ein Revisionsgrund vorliegt, lässt sich dem
Bildmaterial nicht entnehmen (vgl. IV-act. 135 und 139). Folglich ist ohnehin
unabhängig von den sich in den Akten befindenden Fotodokumentationen über das
Vorliegen eines Revisionsgrundes zu befinden.
2.2.
Dr. D._ hat in seinem psychiatrischen Gutachten festgehalten, dass in Bezug auf
die Befunde, die Diagnosen und die Arbeitsfähigkeit seit dem Referenzzeitpunkt vom
19. Juli 2013 keine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustands nachgewiesen
sei (IV-act. 154 S. 41). Er ist davon ausgegangen, dass die im Rahmen der
gutachterlichen Untersuchung festgestellte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit beim
Beschwerdeführer bereits seit Abschluss der Ausbildung bestanden habe, jedoch nur
unter der Voraussetzung einer adäquaten Medikation (vgl. IV-act. 154 S. 37 f. i.V.m.
41). Mit anderen Worten hat Dr. D._ zum Ausdruck gebracht, dass der
Beschwerdeführer seit dem Abschluss der Ausbildung im Grundsatz über dieselbe
Leistungsfähigkeit wie im Begutachtungszeitpunkt verfügt hätte, wenn bereits damals
2.3.
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dieselbe Medikation erfolgt wäre. Der Beschwerdeführer hat aber das Medikament
Concerta in der Vergangenheit gerade nicht stets in der gleichen Dosis wie im
Begutachtungszeitpunkt eingenommen. Vielmehr hat er im Rahmen der Begutachtung
angegeben, dass er das Medikament während der Lehre in einer viel geringeren Dosis
eingenommen habe, sodass er gar nichts davon gemerkt habe. Auch hat der
Beschwerdeführer das Medikament nach eigener Aussage später sogar wieder
gänzlich abgesetzt. Er nehme das Medikament erst wieder ein seit er Auto fahre, was
er jetzt dann schon fast drei Jahre tue. Die Medikamenteneinnahme sei ihm vom
Strassenverkehrsamt vorgeschrieben worden. Kontrolliert werde sie mit Blutabnahme
beim Hausarzt alle zwei Monate. Weiter hat der Beschwerdeführer angegeben, dass er
nicht wisse, wie sich eine Arbeit unter der neuen Medikation gestalten würde (vgl. IV-
act. 154 S. 24). Aus den Angaben des Beschwerdeführers ist zu schliessen, dass er mit
der Medikation erst wieder irgendwann im Jahr 2013 begonnen hat, sodass sich deren
Wirksamkeit im Zeitpunkt des Erlasses der Revisionsverfügung vermutlich noch gar
nicht oder zumindest nicht voll entfaltet hatte. Dies wird durch die anlässlich eines
Gesprächs mit einem Mitarbeiter der IV-Stelle vom 1. März 2016 gemachte Aussage
des Beschwerdeführers unterstrichen, wonach er erst seit ca. zwei Monaten mehr
Concerta einnehme und es ihm besser gehe, seit die Medikation richtig eingestellt sei
(IV-act. 144 S. 6, oben). Dr. B._ hatte bereits in seinem Bericht vom 27. April 2012
beschrieben, dass es unter der frühestens nach Behandlungsbeginn im Februar 2012
mit einer Dosis von 27 mg Concerta begonnenen medikamentösen Therapie zu einem
deutlich konzentrierteren Arbeitsverhalten mit Reduktion der impulsiven Durchbrüche
gekommen sei. Trotz der guten Wirksamkeit der Medikation war Dr. B._ damals
davon ausgegangen, dass keine Arbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt gegeben
sei, da die letzten zwei Jahre der Ausbildung des Beschwerdeführers nur mit Hilfe der
engmaschigen Betreuung durch dessen Y._ möglich gewesen seien (vgl. IV-act. 90).
Dr. D._ hat in seinem Gutachten zu Recht darauf hingewiesen, dass die Einschätzung
von Dr. B._ allerdings nichts darüber ausgesagt habe, wie die Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführers aussehen würde, wenn die einfache Aktivitäts- und
Aufmerksamkeitsstörung optimal therapiert gewesen wäre. Dr. D._ ist in seinem
Gutachten in nachvollziehbarer Weise zum Schluss gelangt, dass die
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers nun deutlich höher sei, zumal ja bereits Dr.
B._ auf die Wichtigkeit der Behandlung hingewiesen habe (IV-act. 154 S. 35 f.). Dazu
passt auch die vom Beschwerdeführer unter der Medikation von unterdessen der
dreifachen Dosis Concerta verglichen mit dem medikamentösen Behandlungsbeginn
2012 subjektiv empfundene Verbesserung seines Gesundheitszustands (vgl. IV-
act. 144 S. 6 und 154 S. 24). Zusammenfassend ist mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die gesundheitlichen Einschränkungen
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3.
des Beschwerdeführers seit der ersten Rentenzusprache zwar im Grundsatz die
gleichen geblieben sind, sich jedoch das Ausmass der Einschränkungen aufgrund der
inzwischen etablierten Therapie sowie allenfalls auch aufgrund eines seitens des
Beschwerdeführers durchlaufenen Reifungsprozesses verringert hat, weshalb
gleichwohl von einer Verbesserung der gesundheitlichen Situation auszugehen ist.
Damit ist ein Revisionsgrund gegeben, sodass die Beschwerdegegnerin den
Rentenanspruch zu Recht einer Überprüfung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG
unterzogen hat, auch wenn entgegen ihrer Ansicht von keiner Selbsteingliederung
seitens des Beschwerdeführers ausgegangen werden kann (vgl. IV-act. 166 S. 3 f.).
Aufgrund des gegebenen Revisionsgrundes kann sodann offenbleiben, ob auch die
Voraussetzungen einer Wiedererwägung gegeben wären, zumal die
Beschwerdegegnerin eine Rentenanpassung lediglich für die Zukunft verfügt hat und
keine Rückforderung von Leistungen geltend macht (vgl. IV-act. 166 ff.).
Weiter ist zu prüfen, ob die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers unter
Berücksichtigung der gesundheitlichen Verbesserung durch Dr. D._ überzeugend
eingeschätzt worden ist.
3.1.
Das Gutachten von Dr. D._ beruht auf eigenständigen Abklärungen und ist für
die streitigen Belange umfassend. Die medizinischen Vorakten und die vom
Beschwerdeführer geklagten Beschwerden sind berücksichtigt worden. Die
bescheinigte Arbeitsfähigkeit leuchtet in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Das
Gutachten von Dr. D._ erscheint in seiner Gesamtheit nachvollziehbar und schlüssig.
Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen im
Gutachten nicht berücksichtigt worden wären. Namentlich hat sich Dr. D._ auch mit
den von der Rechtsprechung definierten Standardindikatoren auseinandergesetzt,
sodass die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im Rahmen des strukturierten
Beweisverfahrens nachvollziehbar ist (vgl. IV-act. 154 S. 30 ff.). Soweit der
Beschwerdeführer in seinem Einwand geltend gemacht hatte, die gescheiterte
Stellensuche würde aufzeigen, dass es ihm nicht möglich sei, einer normalen Arbeit
nachzugehen (vgl. IV-act. 165 S. 4 f.), kann ihm nicht gefolgt werden. Denn zum
Zeitpunkt der in den Akten dokumentierten Ausbildung und der Suche nach einem
Ausbildungsplatz ist der Beschwerdeführer medikamentös noch nicht richtig eingestellt
gewesen (vgl. E. 2.3). Ein Nachweis gescheiterter Arbeitsversuche unter adäquater
Medikation kann den Akten nicht entnommen werden. Überdies ist die Arbeitsfähigkeit
in erster Linie medizinisch-theoretisch zu bestimmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
3.2.
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4.
vom 28. Mai 2009, 9C_332/2009, E. 3.4 mit Hinweis). In seiner Beschwerde und Replik
hat der Beschwerdeführer keine konkreten Einwände mehr gegen das Gutachten
vorgebracht (vgl. act. G 1 und 14). Die Beschwerdegegnerin erachtet das Gutachten
ebenfalls als beweiskräftig (vgl. act. G 7; IV-act. 160 und 166 ff.). Nach dem Gesagten
ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer spätestens ab dem Zeitpunkt der Begutachtung unter adäquater
Medikation in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 60 % arbeitsfähig ist (Pensum von
100 % mit 40%iger Leistungsreduktion; vgl. IV-act. 154).
Ausgehend von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten
bleiben die erwerblichen Auswirkungen der Leistungsbeeinträchtigung zu prüfen. Dabei
ist der Invaliditätsgrad anhand eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. E. 1.2).
4.1.
Der Beschwerdeführer hat zwar eine Ausbildung zum Z._ auf dem ersten
Arbeitsmarkt absolviert (vgl. IV-act. 98 S. 1), jedoch ist dies nur dank Stützunterricht
(vgl. IV-act. 93 S. 1), einer engen Begleitung durch dessen Y._, einem
therapeutischen Setting (vgl. IV-act. 90) und einer durch die Beschwerdegegnerin
ausgerichteten Entschädigung des erhöhten Betreuungsaufwandes an den Lehrbetrieb
(vgl. IV-act. 83 S. 1) möglich gewesen (vgl. IV-act. 96 S. 1). Der Beschwerdeführer hat
schon während dieser Ausbildung mit gesundheitlichen Einschränkungen zu kämpfen
gehabt, da er an einem Geburtsgebrechen leidet (vgl. IV-act. 79 ff.). Auch hat er nach
dem Lehrabschluss mit Ausnahme von allfälligen Schnupperkursen oder Praktika nicht
mehr auf dem gelernten Beruf gearbeitet (vgl. IV-act. 98 ff.). Aus allen diesen Gründen
fehlt eine repräsentative Grundlage für die Festlegung des Valideneinkommens,
weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die statistischen Durchschnittswerte
der schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik
abgestellt hat. Angesichts des Ausbildungsstandes des Beschwerdeführers ist es
sodann nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin auf die Gehaltsstufe des
Kompetenzniveaus 1 abgestellt hat. Für das Invalideneinkommen können ebenfalls die
Tabellenlöhne der LSE herangezogen werden. Zwar ist der Berufsberater der
Beschwerdegegnerin in einer Stellungnahme vom 28. Juni 2012 davon ausgegangen,
der Beschwerdeführer sei in der freien Wirtschaft nicht tragbar und könne keinen
marktüblichen Lohn, sondern im Maximum ein Monatsgehalt von Fr. 1'500.-- erzielen
(vgl. IV-act. 95 S. 3). Diese Einschätzung ist allerdings noch vor der Einleitung der
adäquaten Therapie abgegeben worden. Dr. D._ ist davon ausgegangen, dass der
Beschwerdeführer unter der aktuell durchgeführten Therapie in einer überschaubaren,
klar geregelten, repetitiv gestalteten Erwerbstätigkeit mit vermindertem
4.2.
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Produktionsdruck mit einer um 40 % verminderten Leistungsfähigkeit arbeitsfähig sei
(vgl. IV-act. 154 S. 37). Er hat bei seiner Schätzung der Arbeitsfähigkeit nicht auf einen
geschützten Arbeitsplatz verwiesen. Es ist davon auszugehen, dass der ausgeglichene
erste Arbeitsmarkt Tätigkeiten beinhaltet, die dem von Dr. D._ definierten
Adaptionsprofil entsprechen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 28. November
2014, 9C_485/2014, E. 2.2), wobei jedoch eine um 40 % verminderte
Leistungsfähigkeit besteht. Dadurch wird berücksichtigt, dass der Beschwerdeführer
wegen verminderter Arbeitsgeschwindigkeit und reduzierter Konzentration weniger
produktiv wie andere Arbeitnehmende ist (vgl. IV-act. 154 S. 36). Da im vorliegenden
Fall somit sowohl hinsichtlich des hypothetischen Valideneinkommens als auch
bezüglich des Invalideneinkommens für ein Pensum von 100 % derselbe Lohn
zugrunde zu legen ist, kann der Einkommensvergleich anhand eines sogenannten
Prozentvergleichs vorgenommen werden. Dabei entspricht der Invaliditätsgrad dem
Grad der Arbeitsunfähigkeit, allenfalls unter Berücksichtigung eines Abzuges vom
Tabellenlohn (vgl. BGE 126 V 75). Ein solcher ist vorliegend, wie der Beschwerdeführer
zu Recht geltend macht (vgl. act. G 1 S. 12 und 14 S. 10 f.), angezeigt. Denn trotz
adäquater Medikation ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im
Arbeitsalltag besonderer Rücksichtnahme, Anleitung und Betreuung bedarf. In der
medizinisch attestierten verminderten Leistungsfähigkeit ist zwar die Reduktion in der
Produktivität bereits abgegolten (vgl. IV-act. 154 S. 36), nicht jedoch der erhöhte
Betreuungsaufwand seitens eines potentiellen Arbeitgebers. Ein höherer Bedarf an
Betreuung und Anleitung mindert auch die Produktivität der übrigen Arbeitnehmenden,
was ein Arbeitgeber lohnwirksam berücksichtigen wird. Der Beschwerdeführer wird
auch nicht gleich flexibel einsetzbar sein wie andere Arbeitnehmende, wenn
beispielsweise Überstunden zu leisten sind oder er vorübergehend an einem anderen
Arbeitsplatz eingesetzt werden sollte. Dies bedeutet für den Beschwerdeführer
gegenüber den anderen Arbeitnehmenden einen Konkurrenznachteil. Schliesslich hat
der Beschwerdeführer zu Recht auf seine mangelnde Berufserfahrung und die lange
Abwesenheit vom Berufsalltag hingewiesen (vgl. act. G 14 S. 10 f.). Diese Umstände
erschweren die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit zusätzlich. Auch wenn der eher
tiefe IQ alleine grundsätzlich keinen Tabellenlohnabzug erfordert, so bewirkt das tiefere
Bildungsniveau gepaart mit den anderen Verhaltensauffälligkeiten gleichwohl eine
zusätzliche Erschwerung der Verwertung der Restarbeitsfähigkeit (vgl. act. G 14 S. 10
f.). Unter Berücksichtigung aller genannter Komponenten sowie der Praxis hinsichtlich
der Tabellenlohnabzüge in anderen Fällen, rechtfertigt sich vorliegend ein
Tabellenlohnabzug von maximal 15 %. Gründe, die entsprechend dem Antrag des
Beschwerdeführers einen 25%igen Tabellenlohnabzug erforderlich machen würden
(vgl. act. G 14 S. 11), sind nicht ersichtlich.
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5.
Anzumerken bleibt, dass sich beim Beschwerdeführer aufgrund der
Rentenherabsetzung die Durchführung beruflicher Massnahmen geradezu aufdrängt.
Auch wenn der Beschwerdeführer anlässlich des Gesprächs vom 16. November 2016
angegeben hat, dass er zunächst selber nach einer Stelle Ausschau halten möchte
(vgl. IV-act. 159 S. 8 f.), sollte er, soweit möglich, engmaschig begleitet und unterstützt
werden. Es reicht aufgrund des gegebenen Krankheitsbildes wohl kaum aus, ihn an die
Arbeitsvermittlung zu verweisen. Vielmehr sollten die Eingliederungsverantwortlichen
der Beschwerdegegnerin proaktiv auf den Beschwerdeführer zugehen und gemeinsam
mit ihm evaluieren, wie eine bestmögliche Unterstützung für den Einstieg in den
Arbeitsprozess geleistet werden kann.
6.
Unter Berücksichtigung des Arbeitsunfähigkeitsgrades von 40 % und eines
Tabellenlohnabzugs von maximal 15 % ergibt sich ein Invaliditätsgrad von höchstens
49 % (= 100 % - 85 % x 60 %). Folglich hat die Beschwerdegegnerin die ganze Rente
zu Recht per August 2017 auf eine Viertelsrente herabgesetzt.
4.3.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen die
angefochtene Verfügung abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die
Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im
Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit als angemessen. Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind die
Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher
Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu befreien.
6.1.
bis
Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (vgl.
Art. 61 lit. g ATSG). In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit
Blick auf vergleichbare Fälle eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3‘500.-- als
angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes
[AnwG; sGS 963.70]). Somit hat der Staat die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers
pauschal mit Fr. 2‘800.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
6.2.
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