Decision ID: 148acd88-9117-5b33-a827-1e7b93d7a00e
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer suchte am (...) unter den Personalien
C._, geboren (...), Algerien, in der Schweiz um Asyl nach. Er wurde
dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region D._ zugewiesen.
A.b Ein Abgleich der Fingerabdrücke mit der Eurodac-Datenbank am (...)
ergab, dass der Beschwerdeführer am (Nennung Zeitpunkt) in E._
ein Asylgesuch eingereicht hatte. Das SEM ersuchte die Behörden von
E._ am (...) um Information im Sinne von Art. 34 der Verordnung
(EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom
26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung
des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehö-
rigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-
nationalen Schutz zuständig ist (Dublin-III-VO). Am (...) beantworteten die
Behörden von E._ das Informationsersuchen des SEM. Sie teilten
mit, der Beschwerdeführer habe in E._ im Rahmen seines dortigen
Asylverfahrens seine Geburtsurkunde eingereicht und sei mit den Perso-
nalien A._, geboren (...), Marokko, registriert.
A.c Der Beschwerdeführer wurde (Nennung Dauer und Ort der medizini-
schen Behandlung).
A.d Am 1. Februar 2021 wurde er vom SEM gemäss Art. 26 Abs. 2 und
Abs. 3 AsyIG (SR 142.31) auf den (...) zu einer Befragung im BAZ
D._ vorgeladen. Dieser Befragung blieb der Beschwerdeführer
ohne Angabe von Gründen fern.
A.e Am 5. Februar 2021 räumte des SEM dem Beschwerdeführer das
rechtliche Gehör im Sinne von Art. 36 Abs. 1 Bst. a AsyIG zu seinem Nicht-
erscheinen zur Befragung, zur vermuteten Identitätstäuschung, zur beab-
sichtigten Anpassung der Hauptidentität sowie zu allfälligen Asylgründen
und Wegweisungsvollzugshindernissen ein.
A.f Der Beschwerdeführer wurde (Nennung Dauer und Ort der medizini-
schen Behandlung).
A.g Am 16. Februar 2021 reichte der Beschwerdeführer durch seine
Rechtsvertretung innert erstreckter Frist eine Stellungnehme zum gewähr-
ten rechtlichen Gehör ein. Die Rechtsvertretung hielt fest, es bestünden
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ernsthafte Zweifel an der Urteilsfähigkeit des Beschwerdeführers. Sein Ge-
sundheitszustand sei von Amtes wegen vertieft abzuklären.
A.h Gestützt auf die Angaben des Beschwerdeführers bei den Behörden
von E._ (vgl. Bst. A.b. hievor) erfasste das SEM dessen Hauptiden-
tität im ZEMIS als A._, geboren (...), Marokko, und versah den Ein-
trag gestützt auf Art. 25 Abs. 2 des Datenschutzgesetzes (DSG, SR 235.1)
vorsorglich mit einem Bestreitungsvermerk.
A.i Zur weiteren Abklärung des medizinischen Sachverhalts gab das SEM
bei der (Nennung Institution) D._ einen ärztlichen Bericht in Auftrag,
welcher am (...) erstellt wurde.
A.j Am 26. Februar 2021 wurde der Beschwerdeführer zu seinen Asylgrün-
den angehört. Er führte an, er sei algerischer Staatsangehöriger arabischer
Ethnie. Seine leibliche Mutter, welche bei seiner Geburt gestorben sei,
stamme von der G._ und sein leiblicher Vater sei Algerier. Seine
leiblichen Eltern seien H._ gewesen. Sein Vater habe ihn von zu-
hause weggeschickt, weil er ihn für den Tod seiner Mutter verantwortlich
gemacht habe. Er (der Beschwerdeführer) sei in der Stadt I._ (Al-
gerien) geboren und habe dort bei seinen Adoptiveltern bis im Alter von (...)
Jahren gelebt. In der Folge habe er in verschiedenen Städten auf der
Strasse gelebt, bis er im Alter von (...) Jahren mit Hilfe seiner (Nennung
Verwandte) Algerien verlassen habe und nach E._ gelangt sei. Von
dort hätte ihn ein Schiff nach J._ bringen sollen, dieses habe ihn
jedoch zirka im (Nennung Zeitpunkt) nach Algerien zurückgebracht. Er
habe sich daraufhin während (Nennung Dauer) in Algerien aufgehalten,
bevor er erneut ausgereist sei. In dieser Zeit habe er für (Nennung Tätigkeit
und Auftraggeber) gearbeitet und sich dabei an verschiedenen Orten auf-
gehalten. Da er von (Nennung Auftraggeber) für seine Dienste sehr
schlecht bezahlt worden sei, habe er die Ware respektive das dafür erhal-
tene Geld an sich genommen. Er habe einen grossen Teil davon seinen
Adoptiveltern gegeben und (Nennung Betrag) für seine neuerliche Aus-
reise verwendet. Die Angehörigen der (Nennung Auftraggeber) hätten ihm
gedroht, dass er verfolgt und – sollte er erwischt werden – gefesselt und
mit geschmolzenem Plastik übergossen werde. Eine Schule habe er nicht
besucht, jedoch in E._ im (...) eine Berufsausbildung als (Nennung
Ausbildung und anschliessende Tätigkeit) gearbeitet. Aufgrund seiner Tä-
tigkeit für (Nennung Auftraggeber) drohe ihm das Gefängnis oder der Tod.
Er habe Algerien am (...) verlassen und sei als blinder Passagier mit dem
Schiff erneut nach E._ gelangt. Dort sei er aufgefordert worden, ein
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Asylgesuch einzureichen, ansonsten er (Nennung Dauer) inhaftiert werde.
Über (Nennung Städte) sei er schliesslich am (...) illegal in die Schweiz
gelangt. In Algerien herrsche Armut. Er habe wiederholt versucht, sich das
Leben zu nehmen. Er sei gesundheitlich angeschlagen, nehme Medika-
mente (...) zu sich, sei seelisch krank und benötige psychologische Hilfe.
In der Schweiz sei er in einen (...) Hungerstreik getreten und habe deswe-
gen viel Gewicht verloren.
A.k Der Beschwerdeführer wurde (Nennung Dauer und Ort der medizini-
schen Behandlung).
A.l Am 5. März 2021 unterbreitete das SEM dem Beschwerdeführer den
Entscheidentwurf zur Stellungnahme. Die Rechtsvertretung nahm am
8. März 2021 Stellung.
B.
Mit Verfügung vom 10. März 2021 – gleichentags eröffnet – stellte das SEM
fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte
das Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung sowie deren Vollzug an.
Ferner lehnte es eine Erfassung der Personendaten im ZEMIS im Sinne
des Beschwerdeführers als "C._, geboren (...), Algerien" ab und
stellte fest, die Personendaten des Beschwerdeführers lauteten im ZEMIS
fortan: "A._, ZEMIS-Nr._, geboren (...), Marokko, alias
B._, geboren (...), Marokko, alias C._, geboren (...), Alge-
rien".
Das SEM begründete seine Verfügung damit, der Beschwerdeführer habe
die angeblich algerische Identität – und dazugehörig auch seine Minder-
jährigkeit – weder beweisen noch glaubhaft machen können. Die gegen-
über den E._ Behörden dargelegte Identität eines marokkanischen
Staatsangehörigen sei (datenschutzrechtlich) als die wahrscheinlichste
Identität anzunehmen. Es sei davon auszugehen, dass er die schweizeri-
schen Behörden über seine wahre Identität zu täuschen versucht habe.
Nachdem er die Zweifel hinsichtlich der Gründe seines Fernbleibens an-
lässlich der Erstbefragung vom (...) nicht habe ausräumen können, lägen
konkrete Hinweise für eine Verletzung der Mitwirkungspflicht vor. Es sei
ihm insgesamt nicht gelungen, glaubhaft zu machen, dass er Schutz vor
einer Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 und 2 AsylG bedürfe. Im Übri-
gen seien die geltend gemachten Verfolgungsvorbringen (Verfolgungs-
massnahmen sowohl seitens der (Nennung Organisation) infolge Entwen-
dung der Ware beziehungsweise des Geldes der (Nennung Organisation)
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wie auch seitens der Behörden infolge seiner Zusammenarbeit mit der
(Nennung Organisation) nicht asylrelevant, da sowohl der marokkanische
als auch der algerische Staat schutzwillig und –fähig seien und eine allfäl-
lige strafrechtliche Verfolgung aufgrund seiner Zusammenarbeit mit der
(Nennung Organisation) rechtsstaatlich legitimen Zwecken dienen würde.
Die Zulässigkeit des Vollzugs sei grundsätzlich von Amtes wegen immer
zu prüfen. Indessen finde diese Untersuchungspflicht nach Treu und Glau-
ben ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht der asylsuchenden Person, die
im Übrigen auch die Substanziierungslast trage. Dennoch sei anzumerken,
dass der Beschwerdeführer jung sei und in verschiedenen Bereichen prak-
tische Erfahrung vorweisen könne. Er pflege einen guten Kontakt zu seinen
Adoptiveltern und sein Adoptivvater sei berufstätig. Ferner verfüge er über
weitere Verwandte, welche ihn bei seiner Rückkehr unterstützen könnten.
So habe ihm beispielsweise seine (Nennung Verwandte) bei der Ausreise
geholfen und es lägen keine Hinweise vor, wonach ihn diese nicht auch in
Zukunft unterstützen könnte. Sodann sei auf eine Unzumutbarkeit des
Wegweisungsvollzugs aus medizinischen Gründen nur dann zu schlies-
sen, wenn die notwendige medizinische Behandlung im Heimatland nicht
zur Verfügung stehe und eine Rückkehr zu einer raschen und lebensge-
fährdenden Beeinträchtigung des Gesundheitszustands der betroffenen
Person führe. Davon sei hier nicht auszugehen. Der Beschwerdeführer
leide an (Nennung Leiden und gesundheitlicher Vorfall in der Schweiz). So-
wohl in Marokko als auch in Algerien seien ambulante wie auch stationäre
psychiatrische Behandlungen möglich. Aus dem ärztlichen Bericht vom (...)
gehe hervor, dass in seinem Fall keine Notwendigkeit einer stationären Un-
terbringung in einer psychiatrischen Einrichtung bestehe. Eine Wegwei-
sung bei möglicherweise bestehender Suizidalität verstosse nicht gegen
Art. 3 EMRK, wenn der wegweisende Staat Massnahmen zur Verhinde-
rung der Umsetzung einer Suiziddrohung ergreife. Entsprechend sei nicht
auf das Vorliegen einer medizinischen Notlage zu schliessen. Zudem be-
stehe die Möglichkeit der Inanspruchnahme medizinischer Rückkehrhilfe.
Schliesslich stehe die blosse Möglichkeit einer Ansteckung mit SARS-CoV-
2 für sich alleine der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nicht entge-
gen. Der Vollzug der Wegweisung sei auch technisch möglich und prak-
tisch durchführbar.
C.
Der Beschwerdeführer focht diesen Entscheid mit Eingabe vom 9. April
2021 beim Bundesverwaltungsgericht an. Er beantragte, es sei die ange-
fochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur vollständigen Feststel-
lung des Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen, eventualiter sei
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die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die Vorin-
stanz anzuweisen, die vorläufige Aufnahme anzuordnen sowie die Perso-
nendaten im ZEMIS auf "C._, geboren (...), Algerien", zurückzuset-
zen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltli-
chen Prozessführung samt Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-
schusses.
Zur Begründung der Beschwerde werden vorab der Vorwurf einer mögli-
chen Verletzung der Mitwirkungspflicht und einer Identitätstäuschung zu-
rückgewiesen. Das Fernbleiben des Beschwerdeführers von der Erstbefra-
gung sei entschuldbar und auf seine krankheitsbedingte instabile Verfas-
sung zurückzuführen. Auch habe er in der Schweiz konstante Angaben zu
Name, Herkunft und Geburtsdatum gemacht. Aus seinen falschen Anga-
ben in E._ könne nicht per se auf die Unglaubhaftigkeit der hier
angegebenen Identität geschlossen werden, zumal es nicht unüblich sei,
dass Gesuchsteller in einem Dublin-Land, in welchem sie nicht bleiben
wollten, falsche Angaben zu ihrer Identität machen würden. Dass die Vor-
instanz Wegweisungshindernisse nicht nur in Bezug auf Marokko, sondern
auch auf Algerien geprüft habe, könne nur dadurch erklärt werden, dass er
mit seinen Aussagen zu seiner (algerischen) Herkunft durchgedrungen sei
und die Vorinstanz dieselben implizit als glaubhaft erachtet habe. Dement-
sprechend seien auch seine Personendaten im ZEMIS auf C._, ge-
boren (...), Algerien, zurückzusetzen. Ferner rügte der Beschwerdeführer,
die Vorinstanz habe den rechtserheblichen Sachverhalt in Bezug auf vor-
liegende Wegweisungshindernisse unzureichend erstellt und die Begrün-
dungspflicht verletzt. Aufgrund der unklaren Diagnose sei der Behand-
lungsbedarf hinsichtlich Dauer und Art nicht geklärt. Dabei sei gemäss aller
vorliegenden Arztberichte davon auszugehen, dass sich der Behandlungs-
bedarf nicht in der (selbständigen) Einnahme von Medikamenten er-
schöpfe, zumal den Arztberichten Hinweise darauf zu entnehmen seien,
dass der Beschwerdeführer keine oder zu wenig Krankheitseinsicht zeige,
die Medikamentenabgabe durch eine Fachperson erfolgen müsse, eine
ambulante Nachbehandlung und in therapeutischer Hinsicht die testpsy-
chologische Abklärung der Verdachtsdiagnose angeregt werde und der Be-
schwerdeführer gemäss Erfahrungen der Mitarbeitenden in der Unterkunft
des BAZ auf ein engmaschiges Betreuungs- und Behandlungssetting an-
gewiesen sei. Aufgrund des ungeklärten (zeitlichen) Behandlungsbedarfs
sei zudem unklar, ob medizinische Rückkehrhilfe eine genügende finanzi-
elle Unterstützung biete. Auch für eine zuverlässige Prognose bezüglich
der Arbeitsfähigkeit bei einer Wegweisung sei eine abschliessende Abklä-
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rung der psychischen Krankheit nötig. Die Vorinstanz habe sodann die Be-
gründungspflicht verletzt, indem sie wesentliche Sachumstände betreffend
den Wegweisungsvollzug nicht berücksichtigt habe, so namentlich das
Fehlen eines sozialen Beziehungsnetzes, eine mögliche Obdachlosigkeit
und einen Einfluss der Drogensucht und der vermuteten (Nennung Erkran-
kung) des Beschwerdeführers auf den Alltag. Im Falle einer materiellen Be-
urteilung sei die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs aus den ge-
nannten individuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer und gesundheitli-
cher Natur festzustellen und der Beschwerdeführer vorläufig aufzuneh-
men. Er sei in seiner Heimat Algerien wiederholt obdachlos, nie berufstätig
und seit dem Jahr (...) – abgesehen von einigen Monaten im Jahr (...) –
landesabwesend gewesen. Deshalb und weil er angesichts seiner (...) Er-
krankung im Alltag unterstützungsbedürftig sei, sei er weder in der Lage,
einer geregelten Arbeit nachzugehen noch für die Kosten einer medizini-
schen Behandlung aufzukommen.
Der Beschwerde lagen (Aufzählung Beweismittel) bei.
D.
Die vorinstanzlichen Akten in elektronischer Form lagen dem Bundesver-
waltungsgericht am 12. April 2021 vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG).
E.
Mit Schreiben vom 12. April 2021 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht
dem Beschwerdeführer den Eingang der Beschwerde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend
– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG).
1.2 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-
rung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-
reichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 10 Verordnung über
Massnahmen im Asylbereich im Zusammenhang mit dem Coronavirus
(Covid-19-Verordnung Asyl, SR 142.318) und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist ein-
zutreten.
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1.3 Die vorliegende Beschwerde richtet sich lediglich gegen die Ziffern 4
bis 8 des Dispositivs der Verfügung des SEM vom 10. März 2021. Die Zif-
fern 1 bis 3 (betreffend Flüchtlingseigenschaft, Asylgewährung und Weg-
weisung als solche) sind somit in Rechtskraft erwachsen. Im Folgenden ist
daher nur zu prüfen, ob die Vorinstanz den Vollzug der Wegweisung zu
Recht angeordnet hat.
1.4 Soweit mit der Beschwerde der vom SEM angeordnete Wegweisungs-
vollzug angefochten wird, entscheidet das Bundesverwaltungsgericht vor-
liegend endgültig (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d
Ziff. 1 BGG).
2.
Im Bereich des Ausländerrechts prüft das Gericht Beschwerden nach
Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5) mit voller Kognition. Ebenfalls mit
uneingeschränkter Kognition entscheidet das Bundesverwaltungsgericht
über den vom SEM abgewiesenen Antrag des Beschwerdeführers auf Er-
fassung der Personendaten als C._, geboren (...), Algerien (Art. 37
VGG i.V.m. Art. 49 VwVG).
3.
In Anwendung von Art. 37 VGG i.V.m. Art. 57 Abs. 1 VwVG sowie Art. 111a
AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet.
4.
4.1 Die Vorinstanz führt zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben das
ZEMIS, welches der Bearbeitung von Personendaten aus dem Ausländer-
und dem Asylbereich dient (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 des Bundesgesetzes
über das Informationssystem für den Ausländer- und den Asylbereich vom
20. Juni 2003 [BGIAA, SR 142.51]) und in der Verordnung über das Zent-
rale Migrationsinformationssystem (ZEMIS-Verordnung) vom 12. April
2006 (SR 142.513) näher geregelt ist. Nach Art. 19 Abs. 1 der ZEMIS-Ver-
ordnung richten sich die Rechte der Betroffenen, insbesondere deren Aus-
kunfts-, Berichtigungs- und Löschungsrecht sowie das Recht auf Informa-
tionen über die Beschaffung besonders schützenswerter Personendaten,
nach dem Datenschutzgesetz (DSG, SR 235.1) und dem VwVG.
4.2 Wer Personendaten bearbeitet, hat sich über deren Richtigkeit zu ver-
gewissern (Art. 5 Abs. 1 DSG). Werden Personendaten von Bundesorga-
nen bearbeitet, kann jede betroffene Person insbesondere verlangen, dass
unrichtige Personendaten berichtigt werden (Art. 5 Abs. 2 i.V.m. Art. 25
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Abs. 3 Bst. a DSG). Auf die Berichtigung besteht in einem solchen Fall ein
absoluter und uneingeschränkter Anspruch (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 3.2).
Die ZEMIS-Verordnung sieht im Übrigen in Art. 19 Abs. 3 ausdrücklich vor,
dass unrichtige Daten von Amtes wegen zu berichtigen sind.
4.3 Grundsätzlich hat die das Berichtigungsbegehren stellende Person die
Richtigkeit der von ihr verlangten Änderung, die Bundesbehörde im Be-
streitungsfall dagegen die Richtigkeit der von ihr bearbeiteten Personen-
daten zu beweisen (vgl. Urteil des BGer 1C_11/2013 vom 21. Oktober
2013 E. 4.2; BVGE 2018 VI/3 E. 3.3). Nach den massgeblichen Beweisre-
geln des VwVG gilt eine Tatsache als bewiesen, wenn sie in Würdigung
sämtlicher Erkenntnisse so wahrscheinlich ist, dass keine vernünftigen
Zweifel bleiben; unumstössliche Gewissheit ist dagegen nicht erforderlich.
Die mit dem Berichtigungsbegehren konfrontierte Behörde hat zwar nach
dem Untersuchungsgrundsatz den Sachverhalt grundsätzlich von Amtes
wegen abzuklären (Art. 12 VwVG); die gesuchstellende Person ist jedoch
gemäss Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG verpflichtet, an dessen Feststellung
mitzuwirken (vgl. zum Ganzen BVGE 2018 VI/3 E. 3.3).
4.4 Kann bei einer verlangten oder von Amtes wegen beabsichtigten Be-
richtigung weder die Richtigkeit der bisherigen noch diejenige der neuen
Personendaten bewiesen werden, dürfen grundsätzlich weder die einen
noch die anderen Daten bearbeitet werden (vgl. Art. 5 Abs. 1 DSG). Dies
ist jedoch nicht immer möglich, müssen doch bestimmte Personendaten
zur Erfüllung wichtiger öffentlicher Aufgaben notwendigerweise bearbeitet
werden. Dies gilt namentlich auch für im ZEMIS erfasste Namen und Ge-
burtsdaten. In solchen Fällen überwiegt das öffentliche Interesse an der
Bearbeitung möglicherweise unzutreffender Daten das Interesse an deren
Richtigkeit. Unter diesen Umständen sieht Art. 25 Abs. 2 DSG deshalb die
Anbringung eines Vermerks vor, in dem darauf hingewiesen wird, dass die
Richtigkeit der bearbeiteten Personendaten bestritten ist. Spricht dabei
mehr für die Richtigkeit der neuen Daten, sind die bisherigen Angaben zu-
nächst zu berichtigen und die neuen Daten anschliessend mit einem der-
artigen Vermerk zu versehen. Ob die vormals eingetragenen Angaben wei-
terhin abrufbar bleiben sollen oder ganz zu löschen sind, bleibt grundsätz-
lich der Vorinstanz überlassen. Verhält es sich umgekehrt, erscheint also
die Richtigkeit der bisher eingetragenen Daten als wahrscheinlicher oder
zumindest nicht als unwahrscheinlicher, sind diese zu belassen und mit
einem Bestreitungsvermerk zu versehen. Über dessen Anbringung ist je-
weils von Amtes wegen und unabhängig davon zu entscheiden, ob ein ent-
sprechender Antrag gestellt worden ist (vgl. zum Ganzen BVGE 2018 VI/3
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E. 3.4; vgl. ferner Urteil des BGer 1C_240/2012 vom 13. August 2012
E. 3.2).
5.
5.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG).
5.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-
mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard
wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-
weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens
glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
6.
6.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Berichtigung der im ZEMIS ge-
führten Personalien "A._, geboren am (...), Marokko, alias
B._, geboren (...), Marokko, alias C._, geboren (...), Alge-
rien", auf "C._, geboren (...), Algerien".
6.2 Es obliegt – wie unter E. 4 hievor ausgeführt – grundsätzlich dem SEM
zu beweisen, dass die aktuell im ZEMIS eingetragenen Personendaten
(A._, geboren (...), Marokko) korrekt sind. Der Beschwerdeführer
hat wiederum nachzuweisen, dass die von ihm geltend gemachten Perso-
nendaten (C._, geboren (...), Algerien) richtig beziehungsweise zu-
mindest wahrscheinlicher sind als die im ZEMIS erfassten. Gelingt keiner
Partei der sichere Nachweis, sind diejenigen Personendaten im ZEMIS zu
belassen oder einzutragen, deren Richtigkeit wahrscheinlicher ist.
Demnach wird im datenschutzrechtlichen Verfahren verlangt, dass die
wahrscheinlichsten – also überwiegend wahrscheinlichen – Personenda-
ten eingetragen werden. Dies im Unterschied zum Verfahren im Asyl- oder
Ausländerrecht, in welchem die geltend gemachte Identität glaubhaft zu
machen ist (vgl. dazu Urteil des BVGer D-4529 vom 9. April 2019 E. 3.2.5.;
E. 5.2 hievor).
6.3 Hinsichtlich der Frage der Staatsangehörigkeit ist festzuhalten, dass
das SEM im angefochtenen Entscheid nachvollziehbar dargelegt hat, wes-
halb es dem Beschwerdeführer nicht gelingt, die geltend gemachte algeri-
sche Staatsbürgerschaft nachzuweisen (im Zusammenhang mit dem da-
tenschutzrechtlichen Verfahren) oder auch nur glaubhaft zu machen (im
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Seite 11
Zusammenhang mit dem hier zu prüfenden Wegweisungsvollzug). Die ent-
sprechenden Ausführungen sind zu bestätigen. Zur Verwertbarkeit der
Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich der Anhörung ist auf die zu
bestätigenden Erörterungen des SEM im angefochtenen Entscheid, wel-
che auf Beschwerdeebene nicht bestritten werden, zu verweisen (vgl. act.
[...]). Der Beschwerdeführer hat keinerlei Identitätsdokumente, die eine al-
gerische Staatsangehörigkeit zu belegen vermöchten, eingereicht. Dies
obwohl er in der Anhörung die Einreichung eines amtlichen Identitätsdoku-
ments in Aussicht stellte und auch angab, mit seinen Adoptiveltern in Kon-
takt zu stehen (vgl. act. [...]). Diese bis zum Urteilszeitpunkt andauernde
und offensichtlich bewusste Untätigkeit des im Asylverfahren durch eine
qualifizierte Rechtsvertretung begleiteten Beschwerdeführers, das in Aus-
sicht gestellte amtliche Identitätsdokument beizubringen, obwohl ihm dies
eigenen Angaben zufolge möglich wäre, lassen in der Tat bereits erhebli-
che Zweifel an der behaupteten algerischen Staatsangehörigkeit aufkom-
men. Auch wenn sich der Beschwerdeführer bezüglich des aktuellen Auf-
enthaltsorts seiner Adoptiveltern im Verlauf der Anhörung widersprochen
hat, indem er zunächst anführte, diese hielten sich noch immer an der an-
gegebenen Adresse auf, um etwas später geltend zu machen, seine Adop-
tiveltern würden sich nicht mehr dort aufhalten und er wisse auch nicht, wo
sie aktuell seien (vgl. act. [...]), schliesst dies einen Kontakt zu den Adopti-
veltern nicht grundsätzlich aus. Zudem sind die Angaben des Beschwerde-
führers zu seinen leiblichen Eltern, so insbesondere seinem leiblichen Va-
ter ausweichend, vage und teilweise von Vermutungen geprägt, was die
Skepsis an der vorgebrachten algerischen Herkunft verstärkt. So antwortet
der Beschwerdeführer inhaltlich entweder gar nicht erst auf die gestellte
Frage, oder macht oberflächliche Ausführungen, um danach jeweils so-
gleich in ausweichender Weise auf seinen Aufenthalt in E._ zu spre-
chen zu kommen oder hinsichtlich des Namens seines leiblichen Vaters
anzugeben: "Ich habe gehört, er heisst K._" (vgl. act. [...]), was am
Wahrheitsgehalt dieser Aussagen erheblich zweifeln lässt. Auch der Auf-
enthaltsort seines leiblichen Vaters wird im Verlauf der Anhörung wieder-
holt unterschiedlich angegeben; an einer Stelle führt der Beschwerdeführer
sogar aus, sein leiblicher Vater sei in Marokko verheiratet, was ein konkre-
tes Indiz für einen dauerhaften Aufenthalt desselben in Marokko und mithin
auch als Anhaltspunkt für eine allfällige marokkanische Staatsangehörig-
keit seines Vaters gewertet werden kann (vgl. act. [...]). Zudem widerspricht
sich der Beschwerdeführer in der Anhörung, wenn er einerseits auf die
Frage nach dem Zeitpunkt des letzten Kontakts zu seinem leiblichen Vater
die Jahre (...) anführt, um kurz vorher anzugeben, dieser lebe momentan
in Algerien, was er aber unter diesen Umständen gar nicht wissen könnte
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(vgl. act. [...]). Dann wieder führt er in der Anhörung auf explizite Nachfrage
nach dem aktuellen Aufenthaltsort seines leiblichen Vaters an, er wisse es
nicht genau, aber er glaube, dieser lebe in Algerien oder in Marokko (vgl.
act. [...]). In diesem Zusammenhang ist denn auch – entgegen der in der
Beschwerde vertretenen Ansicht – anzumerken, dass dem Beschwerde-
führer im Rahmen der Anhörung wiederholt Gelegenheit eingeräumt
wurde, sich zu seiner Herkunft zu äussern (vgl. act. [...]), es jedoch nicht
der Vorinstanz anzulasten ist, wenn sich die Ausführungen des Beschwer-
deführers als substanzlos oder gar widersprüchlich erweisen und er zudem
eine Zusicherung macht (Einreichung eines amtlichen Identitätsdoku-
ments), die er offensichtlich nicht einzuhalten gedenkt.
Weiter sind die Angaben des Beschwerdeführers, warum er in E._
die Identität des Bruders eines Marokkaners angenommen haben will, wi-
dersprüchlich. Einerseits will er gegenüber den Behörden von E._
ein anderes Geburtsdatum angegeben haben, um wegen des gegenüber
von Minderjährigen bestehenden Rauchverbots nicht bei den minderjähri-
gen Gesuchstellern platziert zu werden (vgl. act. [...]). Angesichts der beim
Beschwerdeführer wiederholt ärztlich diagnostizierten (Nennung Leiden)
erscheint diese Aussage zwar grundsätzlich nachvollziehbar. Andererseits
will er aber dem Vorschlag eines marokkanischen Bekannten, die Identität
dessen Bruders anzunehmen, deshalb beigepflichtet haben, weil ihm sein
Bekannter geraten habe, sich in E._ als Minderjähriger auszugeben
(vgl. act. [...]), was sich mit seiner vorgenannten Begründung nicht verein-
baren lässt. Zudem liess sich der Beschwerdeführer den Akten zufolge im
Zeitpunkt der Einreichung seines Asylgesuchs bei den Behörden von
E._ (Nennung Zeitpunkt) als Minderjähriger registrieren. Auch wenn
er im Verlaufe des dortigen Asylverfahrens – gemäss den dort angegebe-
nen Personalien nach etwas über (Nennung Dauer) – volljährig geworden
ist, worauf er in seiner Rechtsmitteleingabe hinweist, bleiben die diesbe-
züglichen Ausführungen mit Widersprüchen behaftet. Zusätzliche Zweifel
ergeben sich aus der – seitens der Behörden von E._ übermittelten
– (Nennung Beweismittel), die ihm vom Vater seines marokkanischen Be-
kannten übermittelt worden sei und welche belege, dass er dessen Bruder
sei. Wie vom SEM im angefochtenen Entscheid dargelegt, lassen sich die
darin enthaltenen Personalien nicht gänzlich mit der vom Beschwerdefüh-
rer angeführten Identität des Bruders des marokkanischen Bekannten
(A._, geboren (...), Marokko) in Übereinstimmung bringen (vgl. act.
[...]). Fakt bleibt jedoch, dass sich der Beschwerdeführer mit dieser marok-
kanischen Identität bei den Behörden von E._ registrieren liess,
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dort im Rahmen des Asylverfahrens ein Interview durchlief und einen ne-
gativen Asylentscheid erhielt, auf dessen Anfechtung er verzichtete (vgl.
act. [...]). Daraus ist zu schliessen, dass der Beschwerdeführer die Regist-
rierung jener marokkanischen Staatsangehörigkeit anerkannte, woran we-
der die von ihm angeführten Gründe, warum er E._ habe verlassen
wollen (Nennung Grund; vgl. act. [...]) noch sein pauschaler Hinweis, es sei
nicht unüblich, dass Gesuchsteller in einem Dublin-Land, in welchem sie
nicht bleiben wollten, falsche Angaben zu ihrer Identität machten, etwas zu
ändern vermögen. Dies gilt umso mehr, als er sich nach der Ablehnung
seines Asylgesuchs noch mehrere Jahre in E._ aufhielt. Zudem sah
er sich offenbar in dieser Zeit auch nicht veranlasst, diese angeblich fal-
sche Identität abzulegen beziehungsweise allfällige Schritte zur Klärung
seiner tatsächlichen Staatsangehörigkeit einzuleiten, zumal dies nach Ab-
schluss des Asylverfahrens in E._ für ihn keinen Nachteil zur Folge
gehabt hätte. Ebenso vermag der Einwand, dass er in der Schweiz kon-
stante Angaben zu seiner (algerischen) Herkunft gemacht habe, die oben
aufgezeigten Zweifel an seiner wirklichen Staatsangehörigkeit nicht zu be-
seitigen. So genügt es nicht, eine Staatsangehörigkeit – wenn auch wie-
derholt – lediglich zu behaupten, ohne dieses Vorbringen auch nur ansatz-
weise zu substanziieren oder durch geeignete Dokumente zu untermau-
ern.
6.4 Aufgrund des Gesagten ist davon auszugehen, dass der Beschwerde-
führer seine tatsächliche Identität gegenüber den schweizerischen Asylbe-
hörden zu verschleiern, mithin die Behörden darüber zu täuschen versucht.
Infolge seiner substanzlosen und widersprüchlichen Aussagen zur angeb-
lichen algerischen Herkunft und des Umstands, dass er – trotz seiner Zu-
sicherung, solche im Verfahren beizubringen – keine Dokumente zu den
von ihm in diesem Zusammenhang angeführten Personalien (C._,
geboren (...), Algerien) eingereicht hat und gleichzeitig weder diese unstim-
migen Angaben noch das Fehlen von Identitätsdokumenten plausibel und
nachvollziehbar zu erklären vermag, bestand denn auch keine Veranlas-
sung für das SEM, ein Altersgutachten zu erstellen sowie eine vertiefte Be-
fragung zur Herkunft durchzuführen. Die in diesem Zusammenhang erho-
benen Rügen der Verletzung der Untersuchungs- und Begründungspflicht
erweisen sich als unbegründet.
6.5 Insgesamt ist somit weder die Richtigkeit der vom SEM im ZEMIS ein-
getragenen Personalien (A._, geboren (...), Marokko) noch diejeni-
gen vom Beschwerdeführer behaupteten Personalien (C._, gebo-
ren (...), Algerien) bewiesen. Aufgrund aller Beweismittel und Indizien ist
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jedoch davon auszugehen, dass die vom SEM angenommenen Persona-
lien "A._, geboren (...), Marokko" wahrscheinlicher sind, als die vom
Beschwerdeführer behaupteten. Der bestehende ZEMIS-Eintrag ist daher
unverändert zu belassen. Einen Bestreitungsvermerk hat das SEM bereits
angebracht.
6.6 Dem Gesagten zufolge ist die Beschwerde hinsichtlich des Antrags auf
Rücksetzung der Personendaten im ZEMIS auf C._, geboren (...),
Algerien, und Aufhebung der Ziffern 7 und 8 des Dispositivs der angefoch-
tenen Verfügung abzuweisen.
7.
Im Weiteren kommt das Gericht zum Schluss, dass der Beschwerdeführer
vorliegend seine Mitwirkungspflicht verletzt hat.
7.1 Zunächst ist angesichts der in E. 6.3 enthaltenen Ausführungen, wo-
nach der Beschwerdeführer mit Blick auf seine vorgebrachte Identität un-
substanziierte, unstimmige und widersprüchliche Aussagen gemacht und
überdies entgegen seiner Zusicherung keine Identitätsdokumente vorge-
legt hat, in diesem Verhalten des Beschwerdeführers eine Verletzung der
Mitwirkungspflicht zu erkennen.
7.2 Sodann ist eine Mitwirkungspflichtverletzung auch mit Blick auf die
Erstbefragung zu bejahen. Trotz gehöriger Vorladung und entsprechenden
Hinweisen des Betreuungspersonals des BAZ am (...) blieb er der am glei-
chen Tag angesetzten Erstbefragung offensichtlich mit Absicht fern. So
meldete er sich am besagten Tag an der Loge des BAZ und verliess das
BAZ um (...) Uhr mit der Angabe, den Befragungstermin wahrnehmen zu
wollen. Um (Nennung Zeitpunkt) kehrte er zurück, allerdings ohne beim
geplanten Befragungstermin erschienen zu sein (vgl. act. [...]). Seine Be-
gründung, dies sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf seine krank-
heitsbedingte instabile Verfassung zurückzuführen und damit entschuld-
bar, überzeugt nicht. Der Beschwerdeführer wurde erst am späten Abend
des gleichen Tages – (Nennung Grund) – polizeilich abgeführt (vgl. act. [...)
und am nächsten Tag, weil er (Nennung Grund), in die (Nennung Institu-
tion) D._ eingewiesen (vgl. act. [...]). Daher liegen auch in Berück-
sichtigung des gesundheitlichen Zustands des Beschwerdeführers für den
hier interessierenden Zeitraum der Befragung (...) keine konkreten Anhalts-
punkte vor, welche sein Fernbleiben von der genannten Erstbefragung ent-
schuldigen könnten. Bezeichnenderweise wich er denn auch im Rahmen
der Anhörung – auf diesen Sachverhalt angesprochen – jeglichen Fragen
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nach den Gründen seines Verhaltens konsequent aus und wechselte stän-
dig das Thema, bis die Befragerin nicht weiter nachhakte (vgl. act. [...]).
8.
8.1 Aufgrund des oben unter E. 6.3 Ausgeführten ist ausserdem festzustel-
len, dass es dem Beschwerdeführer hinsichtlich der Prüfung der Vollzugs-
voraussetzungen weder gelungen ist, eine algerische Staatsangehörigkeit
und Minderjährigkeit (C._, geboren (...), Algerien) noch eine marok-
kanische Staatsangehörigkeit entsprechend seiner in E._ darge-
legte Identität (A._, geboren (...), Marokko) glaubhaft zu machen.
Das SEM hat dementsprechend in seiner Verfügung die Unglaubhaftigkeit
der algerischen Staatsangehörigkeit nicht nur damit begründet, dass über-
wiegende Gründe gegen diese sprechen, sondern auch damit, dass meh-
rere Indizien auf eine marokkanische Staatsangehörigkeit hindeuten. Die-
sen Erwägungen schliesst sich das Bundesverwaltungsgericht an.
8.2 Das SEM hat folgerichtig bei der Prüfung des Wegweisungsvollzugs
als Alternative zur behaupteten, aber unglaubhaft erkannten algerischen
Staatsangehörigkeit die marokkanische Staatsangehörigkeit in Betracht
gezogen, womit zwei hypothetisch mögliche Heimatstaaten, nämlich Ma-
rokko und Algerien, zur Verfügung stehen. Damit aber besteht für die Vor-
instanz die aus dem Untersuchungsgrundsatz hervorgehende Pflicht zur
grundsätzlichen Prüfung der Voraussetzungen des Wegweisungsvollzuges
in diese beiden sich aufdrängenden Heimatstaaten, wobei sie sich hinsicht-
lich allfälliger individueller Vollzugshindernisse einer solchen Prüfung in-
folge der Verletzung der Mitwirkungspflicht des Beschwerdeführers entle-
digen konnte (vgl. dazu Urteil des BVGer E-7212/2013 vom 16. Juli 2014
E. 7.3). So findet die Untersuchungspflicht ihre Grenze an der Mitwirkungs-
pflicht der asylsuchenden Person (Art. 8 AsylG), welche auch die Substan-
ziierungslast trägt (Art. 7 AsylG). Es ist nicht Sache der Behörden, bei feh-
lenden, womöglich gezielt vorenthaltenen Hinweisen nach allfälligen Weg-
weisungsvollzugshindernissen zu forschen (vgl. statt vieler: Urteil des
BVGer E-2450/2014 vom 22. Mai 2014). Vor diesem Hintergrund war das
SEM – entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht – nicht gehal-
ten, weitere Abklärungen zu einem sozialen Beziehungsnetz des Be-
schwerdeführers beziehungsweise zu einer finanziellen, sozialen und be-
treuungsmässigen Unterstützung zu machen. Dass das SEM in seinem
Entscheid – mit einem Verweis auf die Rechtsprechung des Bundesver-
waltungsgerichts (vgl. act. [...]) – dennoch ergänzende Bemerkungen zu
möglichen individuellen Wegweisungsvollzugshindernissen mit Blick auf
ein mögliches soziales Beziehungsnetz, praktische Erfahrungen sowie die
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gesundheitliche Situation und medizinische Behandlungsmöglichkeiten so-
wohl in Marokko als auch in Algerien machte, ist nicht zu beanstanden,
zumal dem Beschwerdeführer daraus kein Rechtsnachteil erwuchs. Alleine
der Umstand, dass es nach einer gesamtheitlichen Würdigung der Partei-
vorbringen zu einem anderen Schluss als der Beschwerdeführer gelangte,
stellt schliesslich noch keine unrichtige oder unvollständige Feststellung
des Sachverhalts oder eine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar.
9.
9.1 Die Vorinstanz erachtete den Vollzug der Wegweisung als zulässig, zu-
mutbar und möglich (vgl. im Einzelnen Bst. B. vorstehend).
9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft,
zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1
AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des
Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK,
SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder
unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen
werden.
Vorliegend ist es den Asylbehörden nicht möglich, sich in voller Kenntnis
der tatsächlichen Herkunft sowie der persönlichen und familiären Verhält-
nisse des Beschwerdeführers zur Zulässigkeit des Vollzugs der Wegwei-
sung zu äussern, da er diesbezüglich – wie vorstehend unter E. 6.3. f. aus-
geführt – gegenüber den Asylbehörden unglaubhafte Angaben gemacht
hat. Der Beschwerdeführer hat den Behörden zudem keine rechtsgenü-
genden Identitätspapiere abgegeben, weshalb seine Identität und seine
genaue Herkunft auch nicht ermittelt werden können, was für die Überprü-
fung von Vollzugshindernissen aber grundsätzlich Voraussetzung ist. Aus
diesen Gründen hat der Beschwerdeführer die Folgen der Verheimlichung
seiner wahren persönlichen Verhältnisse und Herkunft sowie seiner man-
gelhaften Mitwirkung zu tragen. Infolge der auf den Vollzugspunkt be-
schränkten Anfechtung ist die Feststellung, dass der Beschwerdeführer die
Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, in Rechtskraft erwachsen, weshalb das
Non-Refoulement-Prinzip im Sinne der vorgenannten flüchtlingsrechtlichen
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Bestimmungen nicht tangiert ist. Ferner sind keine Anhaltspunkte für eine
menschenrechtswidrige Behandlung im Heimatstaat des Beschwerdefüh-
rers ersichtlich. Solches wird auf Beschwerdeebene auch nicht geltend ge-
macht.
9.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Aus-
länderinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).
Soweit sich das SEM bei der grundsätzlichen Prüfung der Voraussetzun-
gen des Wegweisungsvollzuges in die beiden sich aufdrängenden Heimat-
staaten äusserte, hält das Gericht fest, dass sich die Vorinstanz hinrei-
chend mit den geltend gemachten gesundheitlichen Beeinträchtigungen,
insbesondere mit den in den verschiedenen Arztberichten Diagnosen und
Therapien sowie den Behandlungsmöglichkeiten sowohl in Marokko als
auch in Algerien und dem in der Stellungnahme vom 6. Januar 2020 ge-
äusserten Ersuchen um weitere Abklärungen auseinandergesetzt hat (vgl.
act. [...]). Die von der Vorinstanz dabei getroffene Beurteilung ist nicht zu
beanstanden, zumal sie sich bei ihrer Würdigung auf die Abklärungsergeb-
nisse der vorliegenden Arztberichte stützte und die beim Beschwerdeführer
gestellten Diagnosen in der Folge wiederholt bestätigt wurden. Die gesund-
heitliche Situation des Beschwerdeführers wurde insgesamt hinreichend
erstellt. Der aktuelle Behandlungsbedarf des Beschwerdeführers ergibt
sich aus dem (Nennung Beweismittel) (vgl. act. [...] und [...]), die im We-
sentlichen in (Nennung Details zum Behandlungsbedarf) besteht. Die im
erwähnten (Nennung Beweismittel) empfohlene (Nennung empfohlene Ab-
klärung) wäre dem Bericht zufolge mit Blick auf die Schaffung eines Prob-
lembewusstseins beim Beschwerdeführer hinsichtlich seiner unzureichen-
den Bewältigungsstrategien und seines (...) Verhaltens dienlich. Im vorlie-
genden Kontext stellt es angesichts dieser Ausführungen sowie des akten-
kundigen und wiederholt gleichartigen Verhaltens des Beschwerdeführers
(Nennung Verhalten) keine unvollständige Sachverhaltsfeststellung dar,
wenn sich das SEM nicht veranlasst sah, dieser (Nennung Empfehlung)
nachzukommen. Eine Verletzung der Untersuchungspflicht ist demnach
nicht zu erkennen. Es ist auch nicht ersichtlich, inwiefern in diesem Zusam-
menhang eine Verletzung der Begründungspflicht vorliegen könnte, zumal
es dem Beschwerdeführer offensichtlich möglich war, den Entscheid des
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Seite 18
SEM sachgerecht anzufechten – was den Schluss zulässt, dass er sich
über die Tragweite der Verfügung ein Bild machen konnte (vgl. BGE 129 I
232 E. 3.2).
Insgesamt erweist sich der Vollzug der Wegweisung demnach mangels
überzeugender gegenteiliger Anhaltspunkte – und unter Hinweis auf E. 9.2
vorstehend – als zumutbar, nachdem das SEM zutreffend ausgeführt hat
und vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten wird, dass es sowohl in
Algerien als auch in Marokko Einrichtungen zur Behandlungen von psychi-
schen Beschwerden gibt. Aus seinem Verweis auf das Urteil des BVGer
D-3969/2018 vom 26. August 2019 und dort auf die E. 7.5.1 betreffend die
staatliche Unterstützung von Obdachlosen in Marokko vermag der Be-
schwerdeführer nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, da darin die Beurtei-
lung von – hier eben nicht zu prüfenden – individuellen Wegweisungsvoll-
zugshindernisse in Frage stand.
9.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-
sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch
BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-
lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
9.5 Zusammenfassend hat das SEM den Wegweisungsvollzug zu Recht
als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vor-
läufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und auch sonst nicht zu
beanstanden ist (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist vollumfänglich abzu-
weisen.
11.
11.1 Mit dem Entscheid in der Hauptsache ist das Gesuch um Erlass des
Kostenvorschusses gegenstandslos geworden.
11.2 Eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, wird auf
Antrag hin von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit, sofern ihr Be-
gehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Dabei verfügt
eine Person dann nicht über die erforderlichen Mittel, wenn sie ohne Be-
einträchtigung des notwendigen Lebensunterhaltes die Prozesskosten
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nicht zu bestreiten vermag. Eine Beschwerde gilt ferner dann als aussichts-
los, wenn die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlust-
gefahren und deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können (vgl.
BGE 125 II 265 E. 4b S. 275).
Es ist von der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers auszugehen. Nachdem
überdies die Rechtsbegehren bezüglich Wegweisungsvollzug im Rahmen
einer summarischen Aktenprüfung nicht als aussichtslos zu beurteilen wa-
ren, ist das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
gutzuheissen. Demnach sind dem Beschwerdeführer keine Verfahrenskos-
ten aufzuerlegen.
12.
Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebiet des Daten-
schutzes sind gemäss Art. 35 Abs. 2 der Verordnung vom 14. Juni 1993
zum Bundesgesetz über den Datenschutz (VDSG, SR 235.11) dem Eidge-
nössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) bekannt
zu geben.
(Dispositiv nächste Seite)
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