Decision ID: 518968f5-9fb6-5eec-b95f-a60f38eb34ca
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Kehl, Poststrasse 22, Postfach 118,
9410 Heiden,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A._ meldete sich im April 2010 wegen eines unfallbedingten Leidens am linken Knie,
für welches ihm die Suva ab April 1997 eine Rente auf der Basis einer
Erwerbsunfähigkeit von 15% und eines versicherten Jahresverdienstes von Fr.
50'160.-- zugesprochen hatte (IV-act. 48-2/19), zum Leistungsbezug bei der
Invalidenversicherung an. Im Antragsformular bestätigte der Versicherte, dass er seit
2001 als selbständig erwerbender Plattenleger tätig sei (IV-act. 1). Am 25. August 2010
gab ihm die IV-Stelle des Kantons St. Gallen bekannt, gemäss den Abklärungen (IV-
act. 24, 25) arbeite er weiterhin in der selbständigen Tätigkeit und benötige keine
Eingliederungsmassnahmen. Das Leistungsbegehren betreffend berufliche
Massnahmen werde daher abgewiesen (IV-act. 27). Im Vorbescheid vom 2. August
2011 stellte die IV-Stelle die Ablehnung des Rentenanspruchs in Aussicht. Zur
Begründung legte sie unter anderem dar, dass die Operation am rechten Knie im
Februar 2011 überwiegend wahrscheinlich nur zu einer vorübergehenden
Verschlechterung des Gesundheitszustands geführt habe. Aktuell liege wieder ein
stabiler Gesundheitszustand vor und die im August 2010 bestehende 100%-
Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit wie auch als selbständig
erwerbender Plattenleger sei nun wieder erreicht. Bei einem Validen- und
Invalideneinkommen von Fr. 47'570.-- bestehe ein IV-Grad von 0% (IV-act. 38). Am 21.
September 2011 verfügte die IV-Stelle im Sinn des Vorbescheids (IV-act. 39).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte mit Eingabe vom 25. Oktober 2011
bei der IV-Stelle Einsprache (IV-act. 46). Diese Eingabe wurde dem
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen zuständigkeitshalber als Beschwerde
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überwiesen. Der Beschwerdeführer hielt darin unter anderem fest, sein Hausarzt Dr.
med. B._, Facharzt FMH für Innere Medizin, habe ihn wegen der beidseitigen
Knieprobleme bis auf weiteres zu 75% arbeitsunfähig geschrieben. Der
Einkommensvergleich sei aus diesem Grund nicht korrekt. In der
Beschwerdeergänzung vom 6. Dezember 2011 beantragte Rechtsanwalt lic. iur. S.
Kehl, Heiden, für den Beschwerdeführer, die Verfügung vom 21. September 2011 sei
aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, weitere Abklärungen in
medizinischer sowie in erwerblicher Hinsicht zum Validen- und Invalideneinkommen zu
treffen; eventualiter sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, dem Beschwerdeführer
mindestens eine Viertelsrente auszurichten. Zur Begründung legte der Rechtsvertreter
unter anderem dar, die Beschwerdegegnerin habe bei der Beurteilung des
Gesundheitszustands nur das rechte, minder verletzte Knie berücksichtigt. Sein linkes
Knie sei jedoch weitaus mehr beeinträchtigt. Es seien daher weitere medizinische
Abklärungen durchzuführen. Wie die Beschwerdegegnerin das Valideneinkommen
ermittelt habe, werde aus den Akten nicht klar. Indem sie das Betriebseinkommen nicht
berücksichtigt habe, sei sie methodisch unsorgfältig vorgegangen. Wie das
Valideneinkommen tatsächlich zu bestimmen sei, werde vorläufig offen gelassen. Die
Suva habe bereits per Ende 1992 ein Valideneinkommen von Fr. 50'100.-- ermittelt. Die
Beschwerdegegnerin sei auch bei der Festlegung des Invalideneinkommens
methodisch unrichtig und unsorgfältig vorgegangen. Wie sich der Gesundheitsschaden
auf das Erwerbseinkommen tatsächlich auswirke, könne derzeit noch nicht beziffert
werden. Der Unfall vom 24. August 2009 habe sich erheblich auf den Betrieb des
Beschwerdeführers ausgewirkt. Er könne Ausfuge-Arbeiten nicht mehr ausführen und
habe einen neuen Mitarbeiter einstellen müssen. Er könne die Überwachung der
Mitarbeiter auf den Baustellen nur noch ungenügend wahrnehmen. Bei der von der
Suva aktuell angenommenen Erwerbseinbusse von 70% sei dem Beschwerdeführer
eine ganze Rente zuzusprechen.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 17. Januar 2012 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie unter
anderem aus, im Austrittsbericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 14. Februar 2011
seien keine erheblichen Befunde am rechten Knie festgestellt worden. Der RAD habe in
der Stellungnahme vom 27. Juli 2011 die Leiden am linken und rechten Knie beurteilt
und gehe von einer vollen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer
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knieadaptierten Tätigkeit aus (IV-act. 34). Von Seiten des Kantonsspitals werde einzig
im Zeitraum vom 11. bis 21. Februar 2011 eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. Da
der Gesundheitszustand bereits ausführlich abgeklärt worden sei, seien keine weiteren
Untersuchungen mehr notwendig. Es sei davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer als Gesunder ungefähr das Einkommen eines Hilfsarbeiters erzielt
hätte. Er übe keine Erwerbstätigkeit im zumutbaren Ausmass im Sinn von Art. 16 ATSG
aus (vgl. IV-act. 60). Demnach sei (bei der Bemessung des Invalideneinkommens) nicht
auf dieses Einkommen, sondern auf Tabellenlöhne abzustellen. Nach Berücksichtigung
eines Leidensabzugs von 10% resultiere ein Invaliditätsgrad von 10%.
B.c Mit Replik vom 7. März 2012 bestätigte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers seine
Anträge und Ausführungen. Nicht nur die Beurteilung des RAD, wonach eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit bestehen solle, sei falsch, sondern auch die von der
Beschwerdegegnerin angewendete Methode des Einkommensvergleichs. Da der
Beschwerdeführer sein Geschäft nicht als Einmannbetrieb führe, sondern zahlreiche
Familienangehörige und Angestellte im Betrieb mitarbeiten würden, lasse sich das
Valideneinkommen nicht allein gestützt auf IK-Auszüge und Erfolgsrechnungen
ermitteln. Das Invalideneinkommen könne nicht auf Basis von Tabellenlöhnen bestimmt
werden. Eine Aufgabe des gut rentierenden Betriebs und eine berufliche
Neuorientierung seien dem Beschwerdeführer nicht zumutbar. Es seien erwerbliche
bzw. betriebswirtschaftliche Abklärungen angezeigt, welche im Rahmen eines
Betätigungsvergleichs die durch den Gesundheitsschaden bewirkte Invalidität
bestimmen würden.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik.
B.e Das Versicherungsgericht zog die Akten der Suva betreffend den
Beschwerdeführer zum Verfahren bei (act. G 15). Die Parteien verzichteten auf eine
Stellungnahme (act. G 17).

Erwägungen:
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1.
1.1 Zu prüfen ist vorliegend, ob die angefochtene Ablehnung des Rentenanspruchs zu
Recht erfolgte. Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körper
lichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Der
Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss
Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
1.2 Die Rentenabstufungen nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20, in der seit 1. Januar 2008 gültigen Fassung)
geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente,
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 60% auf eine Dreiviertelsrente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 70% Anspruch auf eine ganze Rente. - Um den
Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das
Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere
Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es,
den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem
Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist
(BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
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ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a). Der
Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach
haben Gericht und Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Wenn der entscheid-
relevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt wurde, kann das Gericht die
Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen (vgl. Ueli Kieser,
ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2009, N 62 zu Art. 61).
2.
2.1 Die Suva begründete den in der Verfügung vom 23. Januar 1998 bestätigten
Invaliditätsgrad von 15% dahingehend, dass der Beschwerdeführer trotz der
Unfallfolgen am linken Knie weiterhin als Plattenleger tätig sein könne. Bei seiner
Tätigkeit sei er vor allem bei Arbeiten in kauernder Stellung, beim Heben und Tragen
von Gewichten sowie bei häufigem Treppensteigen handicapiert. Auf das gesamte
Arbeitspensum bezogen würden die Verantwortlichen im Betrieb die unfallbedingte
Minderleistung auf 15-20% schätzen. Eine Leistungseinbusse im Ausmass von 15%
lasse sich vom unfallbedingten medizinischen Befund her begründen (IV-act. 48-3/19;
vgl. auch Bericht der ärztlichen Abschlussuntersuchung vom 8. Januar 1998, IV-act.
49-12/46ff). Im Nachgang zu einem stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers in
der Bäderklinik C._ wurde im Austrittsbericht vom 17. März 2000 als Diagnose eine
Überlastungssymptomatik des Ligamentum patellae und der Bursa infrapatellaris links
festgehalten. Die Steigerung der Arbeitsfähigkeit bis zu derjenigen im Rahmen der
15%-Rente sei gemäss Verlauf vorzusehen (IV-act. 49-17/46). Der Orthopäde Dr. med.
D._ hielt am 31. August 2009 als anamnestische Angabe des Beschwerdeführers
fest, nach dem Unfall von 1993 habe er nach Vornahme von Operationen als
(selbständiger) Plattenleger voll arbeiten können. Am 24. August 2009 habe sich jedoch
eine weitere Distorsion des linken Kniegelenkes ergeben. Es liege jetzt eine akute
Meniskussymptomatik links vor. Der Arzt empfahl unter anderem eine Arthroskopie (IV-
act. 49-24/46f). Eine kreisärztliche Untersuchung ergab gemäss Bericht vom 7. Januar
2010, dass aktuell eine medizinische Zumutbarkeitseinschränkung für kniebelastende
Arbeiten vorliege. Beim Selbständigerwerbenden sei dies schwierig in Prozenten
auszudrücken. Es werde eine 50%ige Leistung und eine anschliessende stufenweise
Steigerung geprüft (IV-act. 49-26/46ff).
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2.2 Im Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 28. September 2010 wurden
neben dauer- und belastungsabhängigen Schmerzen im Knie links auch
belastungsabhängige Schmerzen im rechten Knie (zunehmend in letzter Zeit) bestätigt.
Es liege keine psychische Störung vor, welche eine arbeitsrelevante
Leistungsminderung begründen könnte. In der selbständigen Tätigkeit als Plattenleger
(mit ganztägiger Arbeitszeit) werde aufgrund der durch das linke Knie bedingten
Einschränkungen ab 23. September 2010 eine Arbeitsunfähigkeit von 40% und ab 11.
Oktober 2010 eine Arbeitsunfähigkeit von 25% ärztlich attestiert. Es werde die
Beibehaltung des angestammten Arbeitsplatzes mit Reduzierung der bisherigen Arbeit
empfohlen. Das arbeitsrelevante Problem seien die belastungsabhängigen Schmerzen
im Bereich des linken Kniegelenks, vor allem beim Gehen auf unebenem Boden und
bei knieenden Tätigkeiten. Es dürfe erwartet werden, dass der Beschwerdeführer die
bisherige Tätigkeit (mehrheitlich Akquisition und Kundenbetreuung und nicht
Plattenleger im eigentlichen Sinn) wieder im Umfang wie vor dem Unfall werde ausüben
können. Eine deutliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als mehrheitlich
administrativ tätiger Chef einer Plattenlegerfirma werde nicht gesehen (IV-act.
49-30/46ff). Dr. B._ bestätigte im Bericht vom 1. September 2010 als Diagnose mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine ausgedehnte Kniebinnenläsion links bei Status
nach zweimaligem Trauma. Eine zervikale Diskushernie C5/C6 sei ohne Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit. Hinsichtlich der zumutbaren Arbeitsfähigkeit verwies er auf die
Akten der Suva (UV-act. 30). Im Austrittsbericht vom 14. Februar 2011 bestätigten die
Ärzte der Klinik für Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen - nach
Durchführung einer Arthroskopie und partiellen Meniskektomie medial rechts am 11.
Februar 2011 - den Befund am linken Knie und diagnostizierten zusätzlich eine
degenerative Innenmeniskus-Hinterhornläsion mit beginnender Gonarthrose rechts. Der
Patient klage über wechselnde Kniebeschwerden beidseits. Aktuell stehe das rechte
Kniegelenk im Vordergrund. Bis am 21. Februar 2011 bestehe eine volle
Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 49-45/46f). Der RAD-Arzt Dr. med. E._ hielt am
27. November 2011 unter anderem fest, die Knieoperation rechts im Februar 2011
dürfte mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einer nur vorübergehenden
Gesundheitszustand-Verschlechterung mit Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit
geführt haben. Fünf Monate nach der Operation liege überwiegend wahrscheinlich
wieder ein stabiler Gesundheitszustand vor, und die im August 2010 vorliegende
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100%-Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit als Selbständigerwerbender
sei wohl wieder erreicht (IV-act. 34).
3.
3.1 Zu klären ist vorab die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Als Folge des
Unfalls von 1993 mit Knieverletzung links war wie dargelegt (vorstehende E. 2.1) von
einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der Tätigkeit als Plattenleger von 15%
ausgegangen worden; die Suva sprach ihm eine entsprechende Rente zu. Der
Beschwerdeführer konnte in der Folge die von ihm im Jahr 2001 begonnene
selbständige Tätigkeit als Plattenleger ohne ersichtliche grössere Einschränkungen
ausüben, zumal er die Arbeit offenbar so einteilen konnte, dass für ihn nicht
schwergewichtig kniebelastende Arbeiten anfielen. Eine Verschlimmerung der Situation
am linken Kniegelenk ergab sich durch die Distorsions-Verletzung links vom 24. August
2009 (IV-act. 49-24/46ff). Der Suva-Kreisarzt ging im Januar 2010 von einer 50%-
Arbeitsfähigkeit in der selbständigen Tätigkeit mit Prüfung einer stufenweisen
Steigerung aus (IV-act. 49-26/46ff). Am 28. September 2010 berichtete hierauf die
Rehaklinik Bellikon - gestützt auf Feststellungen des Kantonsspitals Baden vom 8.
August 2010 (IV-act. 49-38/46) - zusätzlich über belastungsabhängige Schmerzen im
Knie rechts. Die Klinikärzte empfahlen (im Berichtszeitpunkt) eine reduzierte
Arbeitsfähigkeit, erwarteten jedoch, dass der Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit
(mit mehrheitlicher Akquisition und Kundenbetreuung) wieder in dem vor dem Unfall
ausgeübten Umfang werde ausüben können (IV-act. 49-30/46ff). Dr. B._ hatte
hinsichtlich der Frage der zumutbaren Arbeitsfähigkeit am 1. September 2010 auf die
Akten der Suva verwiesen (UV-act. 30). Die Ärzte der Klinik für Orthopädie gingen
unmittelbar nach Durchführung des operativen Eingriffs am rechten Kniegelenk im
Austrittsbericht vom 14. Februar 2011 prognostisch von einer vollen Arbeitsunfähigkeit
bis 21. Februar 2011 aus (IV-act. 49-45/46f). Für die Zeit danach nahmen die
Spitalärzte zur Arbeitsfähigkeit keine Stellung mehr. Die Suva richtete seit 1. April 2011
ein Taggeld auf der Basis einer 70%igen Arbeitsunfähigkeit aus (vgl. UV-act. 79, 91;
act. G 5.1.18). Der RAD-Arzt Dr. E._ ging am 27. November 2011 von der Annahme
aus, dass die Operation am rechten Kniegelenk vom Februar 2011 nur zu einer
vorübergehenden Arbeitsfähigkeitseinschränkung geführt habe. Er erachtete einen
stabilen Gesundheitszustand überwiegend wahrscheinlich wieder als gegeben und die
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frühere Arbeitsfähigkeit als Selbständigerwerbender "wohl" als wieder erreicht (IV-act.
34).
3.2 Suva-Kreisarzt Dr. med. F._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, hielt im Bericht der ärztlichen
Abschlussuntersuchung vom 14. Juni 2012 unter anderem fest, der Beschwerdeführer
klage subjektiv über ständig vorhandene Schmerzen im linken Kniegelenk, welche
unter Belastung zunehmen würden. Längeres Stehen sei nicht möglich. Er müsse dann
das Gewicht auf den rechten Fuss verlagern. Längeres Gehen auf ebenem Untergrund
sei gut möglich. Objektiv finde sich ein diskreter Reizzustand mit Kapselschwellung des
linken Kniegelenkes. Die Beweglichkeit sei endgradig minim eingeschränkt. Basierend
auf dem Untersuchungsbefund ergebe sich folgendes Zumutbarkeitsprofil: Leichte bis
mittelschwere Tätigkeiten in wechselnder (sitzend, stehend, gehend) Körperhaltung,
ohne Zurücklegen längerer Wegstrecken auf unebenem Boden, ohne Steigen auf
Leitern und Gerüste, ohne Zwangshaltungen (hockende und knieende Positionen) und
ohne Arbeiten in Schräglagen. Unter Beachtung dieses Zumutbarkeitsprofils sei dem
Beschwerdeführer eine vollschichtige Tätigkeit zuzumuten. Durch Kräftigungsübungen
lasse sich eine Verschlimmerung des derzeitigen Zustandes vermeiden bzw.
hinauszögern (UV-act. 93). Anlässlich dieser Abschlussuntersuchung und auch im
daran anschliessenden Gespräch (UV-act. 94) brachte der Beschwerdeführer das
rechte Kniegelenk nicht mehr zur Sprache. Seine Feststellung, wegen der Situation im
linken Knie das Gewicht auf das rechte Knie bzw. den rechten Fuss verlagern zu
müssen (UV-act. 93 S. 3), lässt jedoch darauf schliessen, dass dort keine
nennenswerten Beschwerden mehr bestanden. Dies bestätigt implizit auch die
Annahme von Dr. E._, wonach die Operation am rechten Kniegelenk vom Februar
2011 nur zu einer vorübergehenden Arbeitsfähigkeitseinschränkung geführt habe (IV-
act. 34).
3.3 Am 27. September 2012 erfolgte überdies eine Arthroskopie des linken
Kniegelenks. Der Orthopäde Dr. med. G._ diagnostizierte in der Folge am 10.
Oktober 2012 eine beginnende Gonarthrose links (UV-act. 97, 99, 100). Die Suva
erbrachte Taggeldleistungen auf der Basis einer vollen Arbeitsunfähigkeit (vgl. UV-act.
101, 102, 106, 107). Dr. G._ bescheinigte im Unfallschein ab 1. November 2012 eine
75%ige Arbeitsunfähigkeit; auf dieser Grundlage rechnete die Suva bis Ende 2012 das
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Taggeld ab (UV-act. 108, 118). Die der Taggeldausrichtung zugrunde liegende, durch
die erwähnte Operation bedingte Taxierung bezog sich soweit ersichtlich auf die
angestammte Tätigkeit des Beschwerdeführers in seiner GmbH. Diese kann entgegen
der Auffassung des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers (act. G 5 Ziff. IV/3b mit
Hinweis auf eine Suva-Taggeldabrechnung für November 2001 und G 5 Ziff. IV/4) nicht
einer Erwerbsunfähigkeit gleichgesetzt werden. Kreisarzt Dr. F._ verwies hierauf im
Aktenbericht vom 14. März 2013 bezüglich des Zumutbarkeitsprofils auf seine
Beurteilung vom 14. Juni 2012 (UV-act. 116). Anhaltspunkte dafür, dass diese -
insbesondere auch die Situation im linken Kniegelenk betreffende - Beurteilung nicht
zutreffen könnte, sind weder aus den Akten ersichtlich noch werden solche vom
Beschwerdeführer konkret geltend gemacht. Die uneingeschränkte Zumutbarkeit einer
- die Knie (links und rechts) nicht belastenden - Tätigkeit erscheint denn auch ohne
Weiteres nachvollziehbar. Insbesondere liegt auch keine ärztliche Stellungnahme mit
einer anderslautenden Einschätzung vor.
4.
4.1 Im Handelsregister ist der Beschwerdeführer als Gesellschafter und
Geschäftsführer der im Jahr 2006 gegründeten H._ GmbH Keramik- und
Natursteinbeläge eingetragen. Er war gemäss IK-Auszug von 2001 bis 2005 als
selbständig Erwerbender (Einzelfirma) tätig (IV-act. 6). Mit der Gründung der GmbH hat
sich an seiner faktischen Stellung in seiner Unternehmung jedenfalls bis zum Zeitpunkt
der hier streitigen Verfügung vom 21. September 2011 nach Lage der Akten nichts
geändert. Bei diesem Sachverhalt ist er für die Prüfung des IV-Rentenanspruchs als
selbständig Erwerbender zu qualifizieren (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts [bis 31.
Dezember 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] vom 14. Dezember
2006, I 534/06, E. 2, sowie Urteil des Bundesgerichts vom 19. Januar 2009,
9C_538/2008, welches den st. gallischen Entscheid vom 15. Mai 2008, IV 2007/4,
bestätigte).
4.2 Eine versicherte Person ist mit Blick auf die Schadenminderungspflicht unter
Umständen invalidenversicherungsrechtlich so zu behandeln, wie wenn sie ihre
Tätigkeit als selbstständig Erwerbende aufgibt, d.h. sie muss sich im Rahmen der
Invaliditätsbemessung jene Einkünfte anrechnen lassen, welche sie bei Aufnahme einer
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leidensangepassten unselbstständigen Erwerbstätigkeit zumutbarerweise verdienen
könnte. Für die Auslegung des unbestimmten Rechtsbegriffs der zumutbaren Tätigkeit
im Allgemeinen, wie bei der Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit im
Besonderen, sind die gesamten subjektiven und objektiven Gegebenheiten des
Einzelfalles zu berücksichtigen. Im Vordergrund stehen bei den subjektiven Umständen
die verbliebene Leistungsfähigkeit sowie die weiteren persönlichen Verhältnisse, wie
Alter, berufliche Stellung, Verwurzelung am Wohnort etc. Bei den objektiven
Umständen sind insbesondere der ausgeglichene Arbeitsmarkt und die noch zu
erwartende Aktivitätsdauer massgeblich (Urteil des Bundesgerichts vom 5. April 2006, I
750/04, E. 5.3 mit Hinweisen). Das Mass der zulässigen Schadenminderungslast
bestimmt sich nach Gesichtspunkten der Verhältnismässigkeit. Die Anforderungen an
die Schadenminderungspflicht sind dort strenger, wo eine erhöhte Inanspruchnahme
der Invalidenversicherung in Frage steht. Dies trifft insbesondere zu, wenn der Verzicht
auf schadenmindernde Vorkehren Rentenleistungen auslösen würde (Urteil des EVG
vom 1. Juni 2006, I 842/05, E. 5.3.1 mit Hinweisen).
4.3 Der im Verfügungszeitpunkt _-jährige Beschwerdeführer war wie dargelegt seit
2001 und damit während rund 10 Jahren in seiner Unternehmung tätig. Die IV-
Eingliederungsverantwortliche hielt im Bericht vom 13. August 2010 fest, aufgrund des
Knieleidens habe sich der Beschwerdeführer im Jahr 2001 als Plattenleger selbständig
gemacht in der Hoffnung, die Arbeitszeiten gezielter einteilen zu können (vermehrte
Pausen, längere Mittagszeit, Samstagsarbeit), was jedoch in Drucksituationen oft nicht
möglich gewesen sei. Dennoch habe er sukzessive einen Kundenstamm aufbauen und
sein Team vergrössern können. Heute habe er sieben Mitarbeiter (3 gelernte
Plattenleger, ein Vorarbeiter, ein Lehrling, zwei Hilfsarbeiter). Diesen Sommer habe sein
Sohn als Plattenleger in seinem Betrieb angefangen. Es sei geplant, das Geschäft in
einigen Jahren gemeinsam zu führen (IV-act. 24) Gegenüber dem Suva-Sachbearbeiter
erklärte der Beschwerdeführer am 21. Dezember 2010 unter anderem, dass es mit den
Leistungen der Angestellten "massiv bergab" gehe, seit er die Überwachung auf den
Baustellen wegen der Unfallfolgen (Ereignis von 2009) nicht mehr übernehmen könne
(IV-act. 48-15/19). Am 27. Januar 2011 berichtete er dann über eine Stabilisierung der
Situation. Dank zweier guter Mitarbeiter und einem grossen Kundenvertrauen könne er
mit der Auftragslage zufrieden sein. Sein Sohn beginne im Juli 2011 die Lehre (mit
BMS) in seinem Betrieb und er hoffe, dass er ihn danach nach und nach als
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Betriebsleiter einsetzen könne (UV-act. 58). Am 16. Juni 2011 führte der
Beschwerdeführer gegenüber dem Suva-Sachbearbeiter aus, dass die Arbeit
momentan etwas knapp sei. Im Februar 2011 habe er selbst wegen des Eingriffs (am
rechten Knie) nicht arbeiten können. Es sei ein Glück, dass eine Vereinbarung mit
einem Architekten über die Ausführung der Plattenarbeiten bestehe (Arbeitsausführung
ohne vorgängige Offertstellung zu einem festen m2-Preis). Momentan sei er vielleicht
wieder im Rahmen von 30% arbeitsfähig. Er denke, dass sich das nicht ändern werde.
Seine Frau habe schon vor dem neuen Unfall (2009) in der Unternehmung
mitgearbeitet. Sie erledige administrative Arbeiten und nehme die Masse bei den
Objekten auf. In diesem Bereich mache er lediglich die Rechnungsstellung und
Materialbestellung (UV-act. 71). Am 28. Juni 2011 hielt der Beschwerdeführer fest, er
habe immer noch die gleichen Mitarbeiter und dieselben Auftraggeber. Es laufe nicht
schlecht, die Arbeit sei da (UV-act. 79).
4.4 Die geschilderte Aktenlage zeigt, dass der Beschwerdeführer im
Verfügungszeitpunkt nach wie vor in seinem Betrieb tätig war und dies unbestritten
auch weiterhin der Fall ist. Abgesehen von der im Zusammenhang mit den Operationen
vom 14. Februar 2011 (rechtes Kniegelenk; IV-act. 49-45/46f) und vom 27. September
2012 (linkes Kniegelenk; UV-act. 97) vorübergehend erhöhten Arbeitsunfähigkeit blieb
er in seiner angestammten Tätigkeit gesundheitsbedingt dauerhaft eingeschränkt.
Hingegen ist er hinsichtlich einer leidensadaptierten Beschäftigung uneingeschränkt
leistungsfähig. Im Zeitpunkt des Feststehens der medizinischen Zumutbarkeit war er
zwar erst _ Jahre alt, so dass der Wechsel in eine unselbständige Tätigkeit
grundsätzlich in Betracht steht. Hingegen ist zu beachten, dass sich im eigenen Betrieb
am ehesten ein flexibler Einsatz in den für ihn zumutbaren (geschäftsführenden bzw.
administrativen) Funktionen realisieren lassen dürfte. Dies umso mehr, als wie
dargelegt mittelfristig die gemeinsame Betriebsführung mit dem Sohn vorgesehen ist
und überdies weitere Familienangehörige im Betrieb tätig sind. Der längerfristige
Fortbestand des Betriebs scheint gesichert. In dieser Situation kann nicht ohne
Weiteres von der Zumutbarkeit eines Berufswechsels ausgegangen werden. Vorab ist
daher die erwerbliche Einschränkung des Beschwerdeführers bei der Tätigkeit in seiner
GmbH zu klären.
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4.5 Was die Bemessung des Valideneinkommens betrifft, ist aus dem IK-Auszug
ersichtlich, dass die Einkommen als Selbständigerwerbender bzw. als Angestellter
seiner GmbH von 2001 bis 2008 starken Schwankungen mit einem
Jahreslohnspektrum von rund Fr. 25'000.-- bis Fr. 78'000.-- unterlagen (IV-act. 6). Der
Einkommens-Mittelwert aus diesen acht Jahren beträgt Fr. 46'382.--. Der IK-Auszug
stellt jedoch für sich allein keine verlässliche Grundlage zur Ermittlung des
Valideneinkommens dar. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die betriebliche
Entwicklung von verschiedenen, in ihrer Wirkung nicht im Einzelnen abschätzbaren
Faktoren - neben dem Gesundheitszustand des Beschwerdeführers insbesondere auch
die Konjunktur- und Konkurrenzsituation - beeinflusst waren. Insgesamt lässt sich
jedenfalls keine zuverlässige Korrelation zwischen den erwähnten Zahlen und der auf
dem eigenen Leistungsvermögen des Beschwerdeführers beruhenden Wertschöpfung
herstellen. Bei dieser Ausgangslage ist der Invaliditätsgrad anhand der so genannten
ausserordentlichen Methode des gewichteten Betätigungsvergleichs zu bemessen.
Dabei ist zunächst anhand des Betätigungsvergleichs die leidensbedingte Behinderung
festzustellen; sodann ist diese im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung zu
gewichten. Eine bestimmte Einschränkung im funktionellen Leistungsvermögen eines
Erwerbstätigen kann zwar, braucht aber nicht notwendigerweise eine Erwerbseinbusse
gleichen Umfanges zur Folge zu haben (vgl. Art. 4 Abs. 1 IVG; BGE 104 V 135; AHI
1998, 119; BGE 128 V 29).
4.6 Ein von der Suva vorgenommener Betätigungsvergleich vom 5. Dezember 2012
ergab eine erwerbliche "Minderleistung" des Beschwerdeführers in seinem Betrieb von
57.8% (UV-act. 107). Aufgrund der ärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilungen ist davon
auszugehen, dass leichte bis mittelschwere Tätigkeiten in wechselnder (sitzend,
stehend, gehend) Körperhaltung, ohne Zurücklegen längerer Wegstrecken auf
unebenem Boden, ohne Steigen auf Leitern und Gerüste, ohne Zwangshaltungen
(hockende und knieende Positionen) und ohne Arbeiten in Schräglagen vollschichtig
zumutbar sind (UV-act. 93, 116). Als unzumutbar ausser Betracht fallen dürften damit
bei der angestammten Tätigkeit des Beschwerdeführers eigentliche
Plattenlegerarbeiten, welche gemäss den Feststellungen der Suva vor dem Unfall (vom
24. August 2009) einen Anteil von 46.9% ausmachten (UV-act. 107). Dieser Anteil
erscheint jedoch insofern übersetzt, als der Beschwerdeführer der IV-
Eingliederungsverantwortlichen am 11. August 2010 erklärt hatte, er sei kaum mehr
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aktiv auf dem Bau, sondern zuständig für die Akquisition der Aufträge, Beratung der
Kundschaft, Organisation und Kontrolle der täglichen Arbeit sowie Anlieferung der
Ware auf dem Bau. Aufgrund dessen, dass er nicht mehr neun Stunden auf den Knien
arbeite, sei er zuversichtlich, das Geschäft weiterführen zu können. Unter anderem mit
dem Hinweis, dass die Funktion als Geschäftsführer einer leidensadaptierten Tätigkeit
entspreche und der Beschwerdeführer keine Unterstützung von der IV wünsche,
schloss die Eingliederungsverantwortliche den Fall ab (IV-act. 24). Teilweise
eingeschränkt ist der Beschwerdeführer gemäss Suva-Abklärung (UV-act. 107) bei den
Arbeiten auf Baustellen (Anteil vor dem Unfall von rund 30%). Dabei ist allerdings zu
beachten, dass das Ausmessen der Objekte offenbar von der Ehefrau übernommen
wurde und dies auch weiterhin der Fall ist (vgl. IV-act. 71), womit der Anteil der
Baustellenarbeiten vor dem Unfall tiefer als 30% gewesen sein dürfte. Für
Büroarbeiten/Administration (Anteil vor dem Unfall: 15.6%), Besprechungen mit der
Bauherrschaft (Anteil vor dem Unfall: 4.7%) und Materiallieferungen (Anteil vor dem
Unfall: 1.6%) besteht keine Behinderung (vgl. UV-act. 107). Anlässlich einer
Besprechung vom 3. Mai 2013 äusserte sich der Suva-Sachbearbeiter dahingehend,
dass auf den Betätigungsvergleich mit einer Einbusse von 57.8% nicht abgestellt
werden könne und maximal ein Invaliditätsgrad von 25% ausgewiesen sei (UV-act.
118). Angesichts der geschilderten Umstände kann bezogen auf die angestammte
selbständige Tätigkeit jedenfalls nicht von einer IV-rentenwirksamen (mindestens
40%igen) erwerblichen Einschränkung ausgegangen werden, zumal der
Wertschöpfungsanteil der Plattenleger- und Baustellenarbeiten tiefer als derjenige der
Geschäftsführungsfunktionen anzusetzen wäre. Dem Beschwerdeführer kann
angesichts der Betriebsgrösse mit mehreren Handwerkern zugemutet werden, seine
Tätigkeit ganz auf die betriebsleitenden, organisatorischen und administrativen
Aufgaben zu verlagern.
5.
5.1 Auch für den Fall, dass es unter Berücksichtigung von Alter, Art der Tätigkeit und
Ausbildung (vgl. dazu SVR 2010 IV Nr. 37, S. 115 [9C_578/2009], E. 4.3.2 mit
Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts vom 21. Februar 2013, 8C_654/2012, E. 5.3,
und vom 23. Dezember 2004, I 316/04, E. 2.2) als zumutbar erachtet würde, dass der
Beschwerdeführer seine angestammte Tätigkeit zugunsten einer anderen
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unselbständig erwerbenden Tätigkeit aufgibt, müsste - wie nachstehend zu zeigen sein
wird - der Rentenanspruch abgewiesen werden.
5.2 Die Beschwerdegegnerin nahm zur Invaliditätsbemessung einen
Einkommensvergleich (Art. 16 ATSG) vor, wobei sie für das Valideneinkommen von
dem vom Beschwerdeführer im Jahr 1992 (Jahr vor dem Unfall vom 20. Oktober 1993)
erzielten Erwerbseinkommen von Fr. 46'800.-- ausging (IV-act. 6) und es dem
durchschnittlichen Erwerbseinkommen eines Hilfsarbeiters gemäss
Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) 1994 von Fr. 51'876.-- (bei
41.9 Wochenstunden) gegenüberstellte. Sie ging davon aus, dass der
Beschwerdeführer als Gesunder ungefähr das durchschnittliche Einkommen eines
Hilfsarbeiters erzielt hätte und legte gestützt auf die LSE 2008 einen Jahreslohn von Fr.
59'979.-- zugrunde (act. G 7 III. Ziff. 2). Die Beschwerdegegnerin ging angesichts der
geschilderten Unwägbarkeiten (E. 4.5) bei der Bemessung des Valideneinkommens zu
Recht von Tabellenwerten aus. Hingegen sind beim Beschwerdeführer zweifellos
Berufs- und Fachkenntnisse in seiner Berufssparte im Baubereich anzunehmen, so
dass es angemessen erscheint, vom LSE-Lohnniveau 3 Baugewerbe von Fr. 5'602.--
(LSE 2008) pro Monat bzw. Fr. 67'224.-- auszugehen. Aus der Berücksichtigung der
betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit 2008 von 41.6 Stunden ergibt sich ein
Betrag von Fr. 69'913.--. Bei Zugrundelegung des Anforderungsniveaus 1+2
Baugewerbe (Verrichtung selbständiger und qualifizierter Arbeiten) mit einem
Monatslohn von Fr. 6'381.-- gemäss LSE 2008 würde ein jährliches Valideneinkommen
von Fr. 79'635.-- resultieren. Die Frage, von welchem Anforderungsniveau auszugehen
ist, braucht - wie sich nachstehend (E. 5.2) ergeben wird - nicht abschliessend geprüft
zu werden. Sodann kann eine Aufrechnung auf das Jahr des Erlasses der
angefochtenen Verfügung (2011) unterbleiben, wenn auch beim Invalideneinkommen
von derselben Basis (2008) ausgegangen wird.
5.3 Auch das Invalideneinkommen ist anhand statistischer Löhne zu bemessen. Aus
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) 2008
TA 1 Niveau 4 ist für Männer ein durchschnittliches Monatssalär von Fr. 4'806.--
ersichtlich. Das hieraus errechnete Jahressalär von Fr. 57'672.-- basiert auf 40
Wochenstunden und ist auf die betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit 2008, d.h.
auf 41.6 Stunden, aufzurechnen, woraus sich ein Betrag von Fr. 59'979.-- ergibt. Es ist
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angesichts des dargelegten Zumutbarkeitsprofils (vollzeitliche Zumutbarkeit von
Tätigkeiten mit Wechselpositionen, sitzend und bis Mittelstrecken gehend, ohne
Zwangshaltungen und ohne Arbeiten in Schräglagen sowie mit Einschränkungen beim
Treppengehen, beim Heben und Tragen von schweren Gewichten wie auch beim
Besteigen von Leitern) davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer seine
Erwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt wegen unfallbedingter
Einschränkungen lediglich mit unterdurchschnittlichem Erfolg verwerten kann. Ein
Abzug rechtfertigt sich, wenn der Versicherte auch im Rahmen einer von den Ärzten als
geeignet erachteten Tätigkeit in der Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist und deshalb
mit einem reduzierten Lohn zu rechnen hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22.
Oktober 2010, 8C_536/2010, Erw. 2.5 mit Hinweisen). Beim geschilderten Sachverhalt
erscheint ein Leidensabzug von 10% gerechtfertigt. Demgemäss ergeben sich aus der
Gegenüberstellung des Invalideneinkommens von Fr. 53'981.-- mit den erwähnten
Valideneinkommen von Fr. 69'913.-- bzw. Fr. 79'635.-- nicht rentenbegründende
Invaliditätsgrade von 23% bzw. 32%.
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Der von ihm geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist daran anzurechnen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP