Decision ID: 6aeaa78e-1407-42d9-8ca0-f55072a95f46
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1963, meldete sich am
3.
Juli 2011
unter Hinweis auf
Schulter
beschwerden
links bei der Invalidenversicherung zum
Leistungsbe
zug
an (Urk. 8/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr
darauf
mit Verfügung vom 1
7.
Juli 2012 bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
eine ganze Rente ab
1.
Januar 2012 und
bei einem
Invaliditätsgrad von 51
%
ab
1.
Februar
2012
eine halbe Rente zu (
Urk.
8/32-
39;
Urk.
8/29
).
1.2
Die Versicherte meldete sich am 1
8.
Februar 2013 erneut bei der Invalidenversi
cherung und machte eine Verschlechterung des Gesundheitszustands geltend (
Urk.
8/52
; vgl. auch
Urk.
8/58
). D
ie IV-Stelle
veranlasste in der Folge unter anderem eine orthopädische Untersuchung beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
,
dessen Bericht am
3.
Oktober 2013
erstattet wurde (Urk.
8/70
). Nach
er
gangenem Vorbescheid (Urk.
8/80
)
verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom
8.
April 2014
die Erhöhung der bisherigen halben Rente
(Urk.
8/97
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
2
6.
Mai 2014
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
8.
April 2014
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihr
eine ganz
e
Rente auszurichten
(
Urk.
1 S. 2).
Eventuell sei die Sache zur vertieften Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Subeventuell sei ihr eine
Dreiviertelsrente
auszurichten (S. 2 Mitte).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1.
Juli 2014
(
Urk.
7
) die Abweisung der Beschwerde. Mit Gerichtsverfügung vom
2
2.
August 2014
wur
den antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S. 2
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt und der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
11
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revi
sionsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche oder welcher auf einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen, insbesondere
den orthopädischen Untersu
chungsbericht des RAD vom
3.
Oktober 2013 (
Urk.
8/70)
,
davon aus, dass
sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nicht wesentlich verändert ha
be
und in einer leidensangepassten Tätigkeit von einer Restarbeitsfähigkeit von 50
%
auszugehen sei.
2.2
Die Beschwerdeführerin bestritt beschwerdeweise (
Urk.
1) die von der
Beschwer
de
gegnerin
angenommene
Restarbeitsfähigkeit und machte geltend,
auf die Einschätzung des RAD könne nicht abgestellt werde
n
. E
ine Verschlech
terung des Gesundheitszustandes sei
aufgrund der nachvollziehbaren Aus
führungen der behandelnden Ärzte
erstellt
(S. 9 f.)
.
Andernfalls sei eine
versi
cherungs
externe
Begutachtung anzuordnen, da erhebliche Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest
stellungen bestehen würden (S. 10 unten).
Im Übrigen sei zu bemängeln, dass bei der Berechnung des Invaliditätsgrades beziehungsweise für die Bemessung des
Validenein
kommens
auf die Tabellenlöhne abgestellt
worden sei
(S. 11). Zudem sei
lediglich ein invaliditätsbedingter Abzug von 10
%
gewährt worden. Aufgrund des Belastungsprofils rechtfertige sich ein leidensbedingter Abzug von 25
%
, woraus sich ein Invaliditätsgrad von 67
%
ergebe (S. 12).
2.3
Strittig und zu prüfen is
t somit, ob und allenfalls in welchem Ausmass sich der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin seit der Verfügung
vom
1
7.
Juli 2012
verändert hat und ob zur Beantwortung dieser Frage auf den Untersuchungsbericht des RAD (
Urk.
8/70) abgestellt werden kann.
3.
3.1
Die am
1
7.
Juli 2012
mit Wirkung ab
1.
Januar 2012
verfügte
Zusprache
einer Invalidenrente (
8/32-39;
Urk.
8/29
)
basierte im Wesentlichen auf
den
folgenden Berichten:
3.2
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Klinik
Z._
,
nannte in seinem Bericht vom 2
8.
Juli 2011 (Urk.
8/3/6-7
) als Diagnose einen
Status nach
arthroskopi
scher
Rotatorenmansche
tten
-Rekonstruktion (
Supraspinatus
,
kranialseitige
Sub
scapularisehnenläsion
), langer
Bi
z
epssehnen
-Tenotomie mit Weichteil-
Tenodese
und AC
-
Gelenksresektion Schulter links
am
4.
April
2010 (
Klinik A._
Dr.
B._
)
. Dazu führte er aus, die von der Beschwerdeführerin geäusserten Beschwerden seien nach wie vor unklar. Bei ausgeschöpften konservativen Massnahmen und relativ gutem Ansprechen auf die Infiltration würde als letzte Option die Durchführung einer diagnostischen Arthroskopie mit
Re-Acromio
plastik
und erneuter Beurteilung der
Rotatorenmanschette
in Frage kommen (S.
2
).
3.3
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates,
führte mit
am 1
0.
August 2011
bei der Beschwerdegegnerin eingegangenem Bericht
(
Urk.
8/9/1-4) unter Beilage von weiteren Berichten (
Urk.
8/9/5-14)
aus
, die von der Beschwerdeführerin angege
bene Beschwerdeproblematik sei nicht weiter verifizierbar
, so dass weitere the
rapeutische Optionen nicht angeboten werden könn
t
en
(
Ziff.
1.9)
. Es bestehe noch die Möglichkeit der Optimierung der Schmerztherapie in einem
Schmerz
zentrum
.
3.4
Die Ärzte des Schmerz-/Gutachtenzentrums der
Klinik D._
berichteten am 1
8.
Oktober 2011 (
Urk.
8/19/1-2) über eine konsiliarische Untersuchung in der Schmerzsprechstunde. Anlässlich der heutigen Untersuchung sei die Patien
tin de facto nicht untersuchbar gewesen. Sämtliche (aktive und passive) Bewe
gungen
hätten
über der Horizontalen nicht durchgeführt werden
können
mit einer massiven Schmerzüberlagerung. Die Ärzte führten abschliessend aus, auf
grund der heutigen Untersuchung und des zur Verfügung stehenden
bildgeben
den
Materials sei keine eindeutige strukturelle Grundlage der von der Patientin angegebenen Schmerzen und Funktionseinschränkungen zu finden.
3.5
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheu
matologie, berichtete am
1.
November 2011 (
Urk.
8/19/3-7) von
einer konsilia
rischen Untersuchung
vom 3
1.
Oktober 2011
und nannte als Diagnose
chronifi
zierte
postoperative nicht näher spezifizierbare, zum Teil ausgeprägte Schulterschmerzen in Ruhe aber auch bei Bewegungen, vor allem Innenrotation und Abduktion ohne
Periarthropathie
bei im MRI fehlenden korrelierenden struk
turellen Veränderungen (S.
3
). Dazu führte er aus, die Beschwerdeführerin leide an einer postoperativ
chronifizierten
Schulterschmerzsymptomatik links, ohne Korrelat im MRI, mit einer sehr schmerzhaften Beweglichkeit in allen Richtungen, jedoch ohne dystrophe oder
atrophe
Veränderungen (S.
3
unten). Es gebe keine Erklärung für diese ausgeprägte Schmerzproblematik
, wobei man allenfalls eine
Somatisierungsstörung
oder Schmerzausweitung in Betracht ziehen könnte
(S.
4
).
Psychisch mache die Beschwerdeführerin hingegen einen stabilen und unauffälligen Eindruck ohne zumindest nicht offensichtliche Schmerzverdeutlichung.
In einer leichten, feinmanuellen Arbeit, die ohne Rotation und Abduktion im Schultergelenk möglich
sei
(im Stehen mit einer höhenverstellbaren Unterlage ohne Überkopfarbeiten), sei theoretisch eine Arbeitsfähigkeit zu mindestens 50
% ausgewiesen (S.
4
).
4.
4.1
Nach der Neuanmeldung vom 1
8.
Februar 2013 (
Urk.
8/52) gingen unter ande
rem die folgenden medizinischen Berichte ein:
4.2
Dr.
F._
,
Fachchiropraktor
,
nannte in seinem Bericht vom 1
8.
April 2013 (
Urk.
8/60/1-2)
-
unter Beilage von Berichten über bildgebende Abklärun
gen (
Urk.
8/61/2-4) -
als Diagnose einen Status nach Schulterarthroskopie links im April 2010, einen Status nach Distorsion
der Lendenwirbelsäule (LWS)
im Mai 2010, eine chronische
Impingement
-Symptomatik bei
Supraspinatus
sehnenruptur
(MRI März 2012) sowie ein
ch
r
onisches
lumbospondylogenes
Syndrom bei
caudaler
Übergangsanomalie mit
Lumbalisation
von S1 und grossem
Neoarthros
lumbosacral
links (MRI
LWS
März 2011). Dazu führte er aus, seit einem Sturz nach Synkope (Kreislaufkollaps) im Badezimmer am
1
4.
Mai 2010
bestünden
immer wieder akut
exa
zerbierende
lumbale Beschwer
den
.
Die Schulter- und die Wirbelsäulenproblematik sei mittlerweile
chronifi
ziert
. Die Beschwerdeführerin
sei
körperlich kaum belastbar, immer wieder wür
den entweder die lumbalen Beschwerden oder die Schulterschmerzen
exazer
bieren
(S. 2).
Dr.
F._
erachtete eine Überprüfung der permanenten Arbeitsfähigkeit beziehungsweise des Invaliditätsgrades als absolut indiziert und angebracht (S. 2 Mitte).
4.3
Anlässlich einer MRT-Untersuchung der Halswirbelsäule vom 2
3.
Mai 2013 berichtete
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Radiologie, von nur
leichtgradi
gen
multisegmentalen degenerativen Veränderungen mit vor allem
linksbeton
ten
Spondylarthrosen
bei
leichtgradiger
linkskonvexer Fehlhaltung. Dadurch
seien
die
Neuroforamina
links vor allem der Wurzel C4 bis 7
leichtgradig
, jedoch nicht signifikant eingeengt
(
Urk.
8/63/1)
.
4.4
Med.
pract
.
H._
, Facharzt für Neurochirurgie,
Spital
I._
, Schmerzklinik,
nannte in seinem Bericht vom 2
4.
Juli 2013 (
Urk.
8/68) als Diagnose ein CRPS der linken Schulter bei Status nach Schulterarthroskopie im April 2010, ein
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit
pseudoradikulärer
Schmerzausstrahlung bei
Bul
gi
ng
Disc Phänomen LWK5/SWK1 mit
lumbo
sakraler
Übergangsanomalie (vorletzte Etage) sowie ein chronisches
Impinge
ment-Syndrom
bei
Supraspinatussehnenruptur
(MRI März 2012).
Dazu führte er aus, bei der neurologischen Untersuchung habe sich eine deutliche
Bewegungs
einschränkung
der linken Schulter gezeigt. Eine Elevation über 90
Grad
sei
nicht möglich
gewesen
. Bei der Abduktion zeige sich ein starker
Schulter
schmerz
,
f
erner auch eine Schulter-Nackenproblematik links (S. 1). Die
Kopf
beweglichkeit
sei sowohl bei Re- und Inklination als auch bei Rotation nach beidseits unauffällig gewesen.
Radikuläre
Defizite liessen sich nicht objek
tivieren. Im Bereich der
LWS
habe sich ein Finger-Boden-Abstand von mehr als 1 Meter gezeigt. Das Zeichen nach
Lasègue
sei
beidseits negativ
gewesen
. Auch hier sei kein motorisches oder sensibles Defizit objektivierbar (S.
2).
Betreffend Fragen zur bisherigen Tätigkeit hielt med.
pract
.
H._
fest, dass die
Beschwerdeführerin aufgrund der starken Beschwerden im Bereich der linken Schulter als auch der
LWS
in ihrer Bewegung eingeschränkt und
somit gegen
wärtig
nicht arbeitsfähig
sei
(
vgl.
S. 2 Mitte).
Eine arbeitsmedizinische Abklä
rung werde empfohlen. Das Beschwerdebild lasse sich durch
interventionelle
schmerztherapeutische Massnahmen nicht verbessern. Aufgrund der fehlenden Diskushernie mit Nervenwurzelkompression im Bereich der
LWS
sei von einer operativen Intervention in diesem Bereich abzuraten (S. 2 unten).
4.5
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tolo
gie des Bewegungsapparates, RAD,
nannte in seinem orthopädischen Unter
suchungs
bericht vom
3.
Oktober 2013 (
Urk.
8/70) als Diagnose
n mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit
c
hronifizierte
Schulterschmerzen links und massive muskuläre Verspannung im Schultergürtelbereich links bei
Zustand nach
arthroskopischer
Schulteroperation
April
2010 mit ACG-Resektion,
Bizeps
sehnentenodese
und
Reinsertion
der
Subskapularis
- und
Supraspinatus
-Sehne
sowie eine
c
hronische Lumbalgie mit
pseudoradikulärer
Ausstrahlung bis zum
Glutealbereich
beidseits
bei MRI-gesicherter Facettengelenks-Arthrose L3-S1,
lumbosacraler
Ü
bergangsanomalie mit
Lumbalisation
von
S
1 und kleinem Einriss des
Anulus
fibrosus
L5/S1 bei Bandscheiben-
Bulging
(S. 8 unten).
Dazu hielt er fest, in kritischer Würdigung der Aktenlage sei bei Vergleich der beschriebenen klinischen Befunde und der
geschlilderten
Beschwerden mit den entsprechenden Angaben im vertrauensärztlichen Gutachten von
Dr.
E._
vom Oktober
[richtig: November]
2011 (vorstehend E. 3.5) unschwer erkennbar, dass die gesamten lumbalen Beschwerden und Befunde damals nicht beschrie
ben
worden seien
, was nach Aussage der Beschwerdeführerin darauf zurückzu
führen sei, dass sie diese Beschwerden
Dr.
E._
gegenüber nicht angegeben habe, obwohl sie schon vorhanden
gewesen seien
. Demgegenüber führte
Dr.
J._
weiter aus, dass die angegebenen Schulterschmerzen sowie der klini
sche Schulterbefund unverändert seien. Weiter sei auch unter Berücksichtigung der zusätzlich zur Schulterproblematik bestehenden lumbalen
Schmerzsympto
matik
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
für jegliche Tätigkeit, wie sie von
med.
pract
.
H._
(vorstehend E. 4.4) postuliert w
o
rde
n sei
, nicht plausi
bel, da bei Berücksichtigung eines entsprechenden Belastungsprofils zweifellos auch weiterhin eine Restarbeitsfähigkeit von 50
%
bestehe (S. 9 oben).
Die Beschwerdeführerin sei in ihrer angestammten Tätigkeit als
Fabrik
mitarbeite
rin
seit April 2010 nicht mehr arbeitsfähig. In angepasster Tätigkeit sei jedoch weiterhin von einer Restarbeitsfähigkeit von 50
%
auszuge
hen,
welche hingegen auf 2 mal 2 Stunden mit einer dazwischen liegenden Pause von 1 Stunde aufzuteilen sei. Zudem sei
das nachfolgende
Belastungs
profil
zu berücksichtigen: körperlich leichte, wechselbelastende Arbeit über
wiegend stehend mit der Möglichkeit, das Standbein zu wechseln beziehungs
weise einige Schritte zu gehen/sich zu bewegen, nicht längere Zeit sitzend, ohne häufiges Arbeiten über Taillenhöhe, ohne häufiges Bücken oder Verharren in gebückter/verdrehter Zwangshaltung des Rumpfes und ohne Treppensteigen (S.
9 Mitte).
Abschliessend hielt er fest, dass sich der Gesundheitszustand seit der ver
trauens
ärztlichen Untersuchung durch
Dr.
E._
(vorstehend E. 3.5) nicht wesentlich geändert habe, obwohl damals die
LWS-P
roblematik nicht beschrieben
worden sei
(S. 9 unten)
.
4.6
Dr.
J._
(vorstehend E. 4.5) führte im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
in einer ergänzenden Stellungnahme vom
5.
April 2014 (
Urk.
8/96/2-3) aus, dass es sich bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit um eine Beurteilung der funkti
onellen Arbeitsfähigkeit
respektive deren Einschränkung
handle, wobei die Formulierung
der
einer solchen Einschränkung zu Grunde liegenden medizini
schen Diagnosen keine Rolle spiele.
Die linksseitige Schulterproblematik
sei
klinisch eingehend untersucht
worden
,
mit dem Ergebnis einer ausgeprägt schmerzhaften Bewegungs- (
Funktions
)Einschränkung, welche im Untersu
chungsbericht detailliert dokumentiert
worden sei
. Für die Bewertung hinsicht
lich der daraus resultierenden funktionellen Leistungseinschränkung sei dabei die Ätiologie ohne Bedeutung.
Schliesslich hielt er bezüglich der Bewertung des Gesundheitszustandes in Bezug auf die daraus abzuleitende Einschränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit fest, dass diese gesamthaft beurteilt werde un
d
sich nicht nach der Anzahl der bestehenden Diagnosen richte. Aus der Tatsache, dass eine weitere Diagnose hinzugekommen sei, ergebe sich nicht zwangsläufig eine noch weitere Redu
zierung der Leistungsfähigkeit
.
5.
5.1
Die Frage, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in einer für den Anspruch erheblichen Weise verschlechtert hat, beurteilt sich durch einen Vergleich des Gesundheitszustandes im Zeitpunkt der rentenzusprechenden Verfügung vom 1
7.
Juli 2012 mit dem Gesundheitszustand im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2).
Die Beschwerdegegnerin stütze die Annahme eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Gesundheitszustandes der Beschwer
deführerin auf die Einschätzung
durch den
RAD-Arzt
Dr.
J._
, welcher von einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung eines entsprechen
den Belastungsprofils ausging (vorstehend E. 4.5).
Gegenteilige Beurteilungen
der
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit finden sich keine in den Akten
, bezog sich doch auch med.
pract
.
H._
bei seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit offenbar auf die bisherige Tätigkeit (vgl. Urk. 8/68
Ziff.
1.7 und nachfolgende E. 5.7)
. Neben dem RAD-Arzt äusserten sich die übrigen Ärzte lediglich dahingehend zur Arbeitsfähigkeit,
dass diese
abgeklärt werden müsse.
5.2
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich
widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
S. 353 f.). Bestehen auch nur geringe Zweifel in Hin
blick auf die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit einer versicherungsinternen ärztlichen Feststellung, so sind ergänzende Abklärungen mittels unabhängiger Begutachtung vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470 mit Hinweis).
5.3
Für die Beantwortung der Frage, ob eine Verschlechterung eingetreten ist, kann
vorliegend
auf den Untersuchungsbericht des RAD (vorstehend E. 4.5) abgestellt werden.
So ergibt d
ie
Würdigung der medizinischen Akten, das
s die ärztliche Beurteilung durch Dr.
J._
auf fü
r d
ie strittigen Belange umfassenden
orthopä
dischen
Untersuchungen der Beschwerdeführerin sowie auf einer ausführlichen Anamnese beruhen und die von ihr geklagten Beschwerden sowie sämtliche Befunde in angemessener Weise berücksichtigen. Sodann wurde sie in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstellt und
trägt
der konkre
ten medizinischen Situation Rechnung. Die Darlegung der medizinischen Befunde sowie deren Beurteilung leuchten ein
,
und die Schlussfolgerungen
sind nachvollziehbar begründet.
Die Ausführungen in de
r
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden nachvollziehbar begründet. So
zeigte
Dr.
J._
in nachvollziehbarer Weise auf
, dass
bei der Beschwerdeführerin ein somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen
ist
, de
r d
ie Arbeitsfähigkeit beeinträchtig
t
.
Er legte
ausserdem
plausibel dar,
dass
aufgrund der somatischen Beschwerden in einer angepassten
körperlich leichten, wechselbelastenden
Tätigkeit,
über
wiegend stehend mit der Möglichkeit, das Standbein zu wechseln beziehungs
weise einige Schritte zu gehen/sich zu bewegen, nicht längere Zeit sitzend, ohne häufiges Arbeiten über Taillenhöhe, ohne häufiges Bücken oder Verharren in gebückter/verdrehter Zwangshaltung des Rumpfes und ohne Treppensteigen eine Restarbeitsfähigkeit von 50
%
besteh
t
, welche auf 2 mal 2 Stunden mit einer dazwischen liegenden Pause von 1 Stunde aufzuteilen
ist
.
5.
4
Der Bericht
von
Dr.
J._
ist
in sich widerspruchsfrei
,
und es bestehen
entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin
keine Indizien
, die
gegen seine Zuverlässigkeit
sprechen
. Er ist
für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend
, beruht auf einer eingehenden klinischen Untersuchung
und erfüllt damit die praxisgemässen Kriterien (vgl. vorstehend E. 1.
4
) vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
und insbesondere die Einschätzung der Arbeitsfä
higkeit darauf abgestellt werden kann.
Nach dem Gesagten ist gestützt auf den Untersuchungsbericht des RAD von keiner revisionsrelevanten Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit auszugehen.
5.
5
Die Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach auf den Untersuchungsbericht des RAD nicht abgestellt werden könne, vermögen nicht zu überzeugen.
Die von ihr zitierten Berichte und ärztlichen Beurteilungen lagen dem RAD bei sei
ner Beurteilung allesamt vor und vermögen
dessen
Schlussfolgerungen nicht in Frage zu stellen.
Soweit die Beschwerdeführerin dabei einwendet, dass sich bereits aufgrund der
von med.
pract
.
H._
erwähnten CRPS-Problematik (vgl. vorstehend E.
4.4) eine Verschlechterung des Gesundheitszustands zeige, ist ihr entgegen zu halten, dass
eine Anspruchsberechtigung stets eine nachvollziehbare ärztliche Beurteilung der Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit voraussetzt, wobei für die Eignung eines Gesundheitsschadens, die Leistungsfähigkeit rechtserheblich einzuschränken, nicht bereits die Befunde und Diagnosen, sondern erst deren Folgeabschätzung entscheidend ist.
Dr.
J._
führte zu den
bereits anlässlich des
Vorbescheidverfahren
s
vorgebrachten Ein
wendungen
in seiner ergänzenden Stellungnahme vom
5.
April 2014
zudem
zutreffend aus
(vgl. vorstehend E. 4.6)
,
dass die linksseitige Schulterproblematik klinisch eingehend untersucht
worden sei
und die Ätiologie sowie die zu Grunde liegende Diagnose für die Bewertung hinsichtlich der daraus resul
tierenden funktionellen Leistungseinschränkung letztlich ohne Bedeutung sei.
5.6
Im Zusammenhang mit den lumbalen Beschwerden ist sodann
festzuhalten
, dass diese ausweislich der medizinischen Akten bereits im Zeitpunkt der dama
ligen
Rentenzusprache
bestanden haben
und somit entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht erst danach Gegenstand medizinischer Abklärungen
geworden sind
.
Aus der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin im Zusammen
hang mit den Abklärungen
der
Schulter
beschwerden
nie
lumbale Beschwerde
n
erwähnte, obschon
sich der Sturz - welcher gemäss eigenen Aussagen der Beschwerdeführerin
zu den Beschwerden geführt haben soll -
bereits
im Mai 2010 ereignete und diesbezügliche bildgebende Untersuchungen der
LWS
schliesslich
im März 2011
stattfanden (vgl.
Urk.
8/61/2),
lässt auf einen
diesbe
züglich
fehlenden erheblichen Leidensdruck schliessen. Es muss zumindest davon ausgegangen werden, dass dieser neben den Schulterbeschwerden nicht derart ausgeprägt war, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin davon erheblich und dauerhaft eingeschränkt war.
5.
7
Schliesslich vermögen auch
die
w
eiteren
Vorbringen der Beschwerdeführerin
nichts an der Zuverlässigkeit des Untersuchungsberichts zu ändern
.
Ins Leere stösst diesbezüglich insbesondere die Kritik, dass
Dr.
J._
sich nicht differen
ziert mit den
gestellten
Diagnosen und Beurteilungen
durch
Dr.
F._
(vor
stehend E.
4.2) und
med.
pract
.
H._
(vorstehend E.
4.4) auseinander gesetzt
habe.
So lassen sich aus
den jeweiligen Berichten
ausser Diagnosen und Befunde keine
Ausführungen,
insbesondere zur Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit
,
entnehmen, zu welchen er sich hätte äussern können.
So ist
wie bereits erwähnt -
auch aus dem
Bericht von
med.
pract
.
H._
(vor
stehend E. 4.4)
nicht eindeutig eine Angabe zur
Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit
zu
entnehmen. Zwar hielt er fest, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Bewegung eingeschränkt und somit gegenwärtig nicht arbeitsfähig sei, führte dies jedoch unter
dem Titel
„Fragen zur bisherigen Tätigkeit“
aus und hielt darauf folgend sogleich fest, dass eine arbeitsmedizinische Abklärung empfohlen werde. Offenbar
konnte er zur Arbeitsfähigkeit
in angepasster Tätig
keit
nicht abschliessend
Stellung nehmen.
Die Beschwerdeführerin verkennt zudem, dass
Dr.
J._
(vorstehend E. 4.5) seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit schliesslich mit der eigenen orthopädischen Untersuchung und
in Kenntnis der
Akten
begründet
e
. Im Übrigen hielt er bezüglich der Bewertung des Gesundheitszustandes in Bezug auf die daraus abzuleitende Einschränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit nachvoll
ziehbar fest (vorstehend E. 4.6), dass diese gesamthaft beurteilt werde un
d
sich nicht nach der Anzahl der bestehenden Diagnosen richte. Aus der Tatsache, dass eine weitere Diagnose hinzugekommen sei, ergebe sich nicht zwangsläufig eine noch weitere Reduzierung der Leistungsfähigkeit.
In diesem Zusammenhang hielt das Bundesgericht
zudem
fest, dass sich beim Zusammentreffen ver
schiedener Gesundheitsbeeinträchtigungen deren erwerbliche Auswirkungen in der Regel
überschneiden, weshalb der Grad der Arbeitsunfähigkeit
diesfalls
auf
grund einer sämtliche Behinderungen umfassenden ärztlichen
Gesamtbeurtei
lung
zu bestimmen ist. Eine
blosse
Addition der mit Bezug auf einzelne Funk
tionsstörungen und Beschwerdebilder geschätzten Arbeitsunfähigkeitsgrade ist
rechtsprechungsgemäss
ohnehin
nicht zulässig (Urteil des Bundesgerichts 8C_518/2007 vom 7. Dezember 2007 E. 3.2, mit Hinweisen).
5.
8
Zusammenfassend ist festzuhalten,
dass keine anderslautenden somatischen Befunde und somit keine objektiv feststellbaren Gesichtspunkte vorliegen, wel
che Zweifel am Untersuchungsbericht des RAD begründen würden.
Damit ist der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu betrachten, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nicht in einer für den Anspruch erheblichen Weise verschlechtert hat.
6.
6.1
Der durch die Beschwerdegegnerin zur Ermittlung der erwerblichen Aus
wirkungen vorgenommene Einkommensvergleich
wird durch die Beschwerde
führerin hinsichtlich
der Bemessung des
Valideneinkommens
sowie der Höhe des gewährten leidensbedingten Abzuges vom Tabellenlohn gerügt
(
Urk.
1 S. 11 f.)
.
6.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mens
entwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BGE 1
34 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
6.3
Aufgrund der Angaben eines ehemaligen Mitarbeiters des Personaldienstes der
ehemaligen Arbeitgeberin
(
Urk.
8/11, 8/17) steht fest, dass es die
K._ AG
aufgrund einer
Betriebsschliessung
nicht mehr
gibt
und das Arbeitsverhältnis
mit der Beschwerdeführerin
aufgrund
dessen
per 3
1.
Oktober 2010 gekündigt wurde.
Dieser fügte zudem an, dass er keine
Lohnangaben machen
könne
, da er aktuell keinen Zugang zu den Unterlagen habe.
Damit hätte
die
Beschwerdeführer
in
auch ohne Gesundheitsschädigung nicht mehr in der gleichen Firma arbeiten können.
Bei der Bestimmung des
Validen
einkommens
kann demnach nicht vom erzielten Lohn bei dieser Firma, worüber zudem keine weiterführenden Informationen vorliegen, ausgegangen werden.
Die Beschwerdegegnerin stellte
bei der Bestimmung des
Valideneinkommens
folglich zu Recht
auf die Tabellenlöhne
gemäss
den vom Bundesamt für Statis
tik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) ab.
6.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, dass das Belastungsprofil sowie der Bedarf an vermehrten Pausen einen leidensbedingten Abzug von 25
%
rechtfertige
(
Urk.
1 S. 12)
, verkennt sie, dass
die i
n der Beurteilung des medizi
nischen Zumutbarkeitsprofils enthaltene
n
gesundheitliche
n
Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzuges
einfliessen
können
, da dies zu
einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunktes führen
würde
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_75/2008 vom 14. November 2008 E. 4.3).
Der von der Beschwerdeführerin
aufgrund des vermehrten Pausenbedarfs
gefor
derte leidensbedingte Abzug wurde durch die Beschwerdegegnerin als
lohnmin
dernde
r
Faktor im Umfang von 10
%
berücksichtigt.
Das kantonale Gericht hat nicht ohne triftigen Grund sein Ermessen an die Stelle desjenigen der Verwal
tung zu setzen (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 337/2006 vom 14.
Juli 2006, E.
3.2). Der von der Beschwerdegegnerin unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände vorgenommene leidensbedingte Abzug erweist sich als angemessen
,
und es sind insbesondere keine triftigen Gründe ersichtlich, aufgrund welcher das Gericht vom Ermessen der Verwaltung abweichen sollt
e.
Gestützt auf den von der Beschwerdeführerin zitierten Entscheid des Bundesgerichts 9C_422/2011 vom 1
9.
September 2011 würde selbst bei der Gewährung eines
bei
langsamere
m
Arbeitstempo und
vermehrtem Pausenbedarf -
maximal gerechtfertigten Abzugs von 15
%
kein
die
Erheblichkeitsschwelle
von
60
%
übersteigender Invaliditätsgrad
resultieren.
Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
7.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzu
erlegen.
Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung werden diese jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse genommen, dies mit Hinweis auf §16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
).
7.2
Nach § 34 Abs. 3
GSVGer
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem
Mass
des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Gemäss
§ 8 in Verbindung mit § 7 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird - auch im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung - namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
7.3
Mit Honorarnote vom
2
7.
August 2015
(Urk.
13
-14
) machte
der
unentgeltliche Rechtsvertreter einen Aufwand von
16.2
Stunden und Barauslagen von Fr.
145.80
geltend.
De
m
Rechtsvertreter waren die Akten aus dem Verwaltungsverfahren
bereits
bekannt
(vgl.
Urk.
8/89
-90
)
.
Dem Feststellungsblatt vom
8.
April 2014 (
Urk.
8/96/1) lässt sich t
rotz des Fehlens des schriftlichen Einwands im
Vorbe
scheidverfahren
entnehmen, dass die
von ih
m
eingereichte Beschwerde
inhalt
lich
mit den gegen den Vorbescheid erhobenen Einwänden
übereinstimmt.
Vor diesem Hintergrund kann der fakturierte Aufwand von
16.2
Stunden nicht als angemessen bezeichnet werden.
Weiter ist der geltend gemachte Aufwand von
in
sgesamt
mehr als
4
Stunden für telefonische, mündliche und schriftliche Kontakte mit dem Beschwerdeführer
sowie dem hiesigen Gericht
ausgesprochen hoch
.
Angesichts der dargelegten Umstände und im Vergleich mit in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträgen ist - nebst den Barauslagen - ein Aufwand von
10.8
Stunden zu entschädigen. Beim
praxisgemässen
Stundenansatz von Fr. 200.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ist
der
unentgeltliche Rechtsvertreter somit mit Fr.
2
‘
500
.
--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichts
kasse zu entschädigen.