Decision ID: 1498c23e-806a-4979-b74e-d67a986973c6
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1968 geborene
X._
war zuletzt vom
1
2.
Juni 2012 bis 1
7.
August 2012
bei der
Y._
AG
angestellt
, für diese als Lüftungsmonteur
im Einsatz
und im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses bei der
Suva
gegen die Folgen von Unfällen versichert. Mit Schadenmeldung UVG vom
5.
Juli 2012
liess er der
Suva
mitteilen, dass er am
28. Juni 2012 mit einer Leiter gestürzt sei und sich dabei die linke Schulter ausgekugelt
habe (Urk.
7/2 und
Urk.
7/20
). D
i
e am
Unfalltag
konsultierte erstbehandelnde Dr.
Z._
, Fachärztin FMH für Allge
meinmedizin
, stellte
die
vorläufige Diagnose
einer Schulterluxation links mit Ver
dacht auf
ossäre
Läsion oder
Rotatorenmanschettenläsion
links bei Status nach
Spontanreposition
und zweimaliger Luxation nach Unfall sowie diverse Kontu
sionen
(Bericht vom
20. August 2012
; Urk.
7/19
). Die
Suva
erbrachte die gesetz
lichen Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld; Urk.
7/25
).
Mit Verfügung vom 1
8.
Januar 2016 schloss die Suva den Fall per 3
1.
Dezember 2015 ab und sprach dem Versicherten ab
1.
Januar 2016 eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 10
%
und eines versicherten Jahresver
dienstes von
Fr.
71'107.-- sowie eine Integritätsentschädigung bei einer Integri
tätseinbusse von 25
%
zu (
Urk.
7/232).
Die vom Versicherten gegen diesen Entsc
heid erhobene Einsprache vom 1.
Feb
ruar 2016 (Urk. 7/242) wies die Suva am 1
9.
Juni 2017 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
2
7.
Juli 2017
Beschwerde (
Urk.
1) und bean
tragte,
der
Einspracheentscheid
vom
1
9.
Juni 2017
sei aufzuheben und es sei
ihm eine höhere Rente zuzusprechen. Zudem sei ihm bis im April 2017 im Sinne
einer Anpassungsfrist weiterhin das UV-Taggeld auszurichten. Die Rente sei anschlies
send ab Mai 2017 auszurichten. Eventualiter seien weitere Abklärungen insbe
sondere eine Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) durchzuführen. Am 1
3.
September 2017 beantragte die Suva, die Be
schwerde sei abzuweisen (Urk. 6). Mit Replik vom 2
2.
Dezember 2017 (
Urk.
11) hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest. Mit Eingabe vom
2.
Februar 2018 teilte die Beschwerdegegnerin mit, dass sie auf das Einreichen einer umfas
senden Duplik verzichte (
Urk.
14), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
5.
Februar 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 15).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. No
vember 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 28. Juni 2012 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine In
tegritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicher
ten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeitpunkt ist der Un
fallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesge
richts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begrif
fes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Bes
serung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines po
sitiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von wei
teren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger the
rapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognos
tisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
1.3
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
bb
/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab
klärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_348/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 2.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) damit, dass der Beschwerdeführer auch durch unfallfremde Beschwerden (ausgeprägte Adipositas, Carpaltunnelsyndrom [CTS]-Operation beidseits ungefähr 2007, aktu
ell Verdacht auf CTS-Rezidiv links) beeinträchtigt sei, welche im unfallversiche
rungsrechtlichen Verfahren nicht berücksichtigt werden könnten. Es sei auf die Beurteilung des Kreisarztes abzustellen, wonach er Hand und Arm dominant-rechts ohne Einschränkungen einsetzen könne. Mit dem
adominanten
linken Arm seien hingegen nur leichte körpernahe Tätigkeiten mit der Hand körpernah und vor dem Körper bis gut Brusthöhe und zudem keine repetierten Armbewegungen, keine repetierten Kraftbelastungen der linken Hand und keine Tätigkeiten mit starken Schlägen oder Erschütterungen auf die linke obere Extremität und damit die linke Schulter möglich (S. 4 und S. 7-9). Die Heilbehandlungskosten und Tag
geldleistungen seien per 3
1.
Dezember 2015 einzustellen, ab dem
1.
Januar 2016
habe er Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem IV-Grad von 10
%
. Bei der IV-Grad-Berechnung sei für das
Valideneinkommen
auf TA1 der vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) 2014,
Kompetenzniveau 1, Sektor 2 (Produktion), abzustellen, für das Invalideneinkom
men auf die Lohnangaben aus der Dokumentation von Arbeitsplätzen (
DAP;
S. 9-13).
In ihrer
Beschwerdeantwort (
Urk.
6
)
wies sie ergänzend darauf hin, dass das Job-Coaching in der Rehaklinik
A._
vor den Operationen an der linken Schulter durchgeführt worden sei. Durch diese sei der Beschwerdeführer nach eigenen An
gaben deutlich beschwerdeärmer geworden. Der kreisärztlichen Beurteilung mit Zumutbarkeitsprofil komme voller Beweiswert zu. Von einer funktionellen
Ein
armigkeit
könne zudem keine Rede sein (S. 6-8). Eine Anpassungsfrist sei ledig
lich zu gewähren, wenn Taggelder gestützt auf
Art.
6 Satz 2 ATSG gekürzt wür
den, nicht aber, wenn wie vorliegend im Sinne von
Art.
19
Abs.
1 UVG der End
zustand erreicht sei und das Recht auf eine Invalidenrente geprüft werde (S. 8-9).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
an
lässlich des Jobcoachings in der Rehaklinik
A._
sei festgestellt worden, dass aufgrund der durch den Unfall erlittenen Einschränkungen keine verwertbare be
rufliche Eingliederung im ersten Arbeitsmarkt mehr denkbar sei. Kreisarzt
Dr.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH, habe dies in seiner Einschätzung nicht berücksichtigt. Die Beschwerdegegnerin habe nicht begründet, weshalb sie auf den Kreisarztbericht statt auf die Resultate des Job-Coachings
abgestellt habe, womit sie sein rechtliches Gehör verletzt habe (S. 5). Bei der Invaliditätsberechnung sei es nicht sachgerecht, einerseits für das
Valideneinkommen
die LSE und andererseits für das Invalideneinkommen die DAP-Statistik hinzuzuziehen. Vielmehr sei für beide Werte die gleiche Statistik anzuwenden. Die ausgewählten DAP-Profile seien für ihn ohnehin nicht geeignet, weshalb auch für das Invalideneinkommen auf die LSE abzustellen und ihm dabei aufgrund seiner gravierenden Einschränkungen als funktionell Einhändiger ein behinderungsbedingter Abzug von 25
%
zu gewähren sei (S. 6). Ihm sei zudem eine Anpassungsfrist bis Ende April 2017 einzuräumen, da ihm bis zu jenem Zeit
punkt von seinem operierenden Arzt eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der an
gestammten Tätigkeit attestiert worden sei und ihm nach dem Kreisarztuntersuch nicht mitgeteilt worden sei, dass er eine leidensangepasste Stelle suchen müsse (S. 7).
3.
3.1
Der Beschwerdeführer zog sich am 2
8.
Juni 2012 beim Sturz mit einer Leiter eine Luxation der
adominanten
linken Schulter zu (vgl.
Urk.
7/19).
Dr.
C._
, Chefarzt an der Klinik für orthopädische Chirurgie am Kantonsspital
D._
, stellte die Diagnose einer beginnenden
Omarthrose
links bei
Bankart
Läsion nach Schulterluxation vom 2
8.
Juni 2012 und nahm am
2.
April 2013 eine
arthrosko
pische
Schulterstabilisation (
Bankart
repair
) mit 2 TAG-Ankern vor (Operations
bericht vom
3.
April 2013,
Urk.
7/70
,
und Austrittsbericht vom
4.
April 2013,
Urk.
7/69).
3.2
Nach einer beruflichen Standortbestimmung (Bericht vom 2
1.
Mai 2013; Urk. 7/85/1-4) erfolgte in der Rehaklinik
A._
vom 1
9.
August bis 13. Sep
tember 2013 eine berufliche Grundabklärung (Bericht vom
8.
Oktober 2013
,
Urk.
7/116/1-8
) und anschliessend vom 1
6.
September bis 1
5.
November 2013 eine vertiefte berufliche Abklärung (Bericht vom 25.
November 2013, Urk.
7/131)
. In der Schlussfolgerung wurde festgehalten, die behinderungsbedingten Ein
schränkungen hätten das Arbeitstempo und den Umfang des Wirkungskreises wesentlich beeinflusst. Diese gesundheitliche Problematik lasse zurzeit keine ver
wertbare berufliche Eingliederung im ersten Arbeitsmarkt zu. Dies würden auch die Feedbacks der Arbeitgeber in den absolvierten Praktika im ersten Arbeits
markt bestätigen. In den nächsten Wochen stehe die Klärung der medizinischen Situation im Vordergrund (S. 1).
3.3
Nach der Diagnose einer
Omarthrose
links bei Status nach Schulterarthroskopie,
Bizepstenotomie
, Bankart-
Repair
und
Gelenksdébridement
vom
2.
April 2013 bei Status nach erstmaliger traumatischer Schulterluxation vom 2
8.
Juni 2012 wurde der Beschwerdeführer am 2
2.
Mai 2014 erneut von
Dr.
C._
operiert (Schulter-Totalprothese [TP] links; Operationsbericht vom 2
3.
Mai 2014,
Urk.
7/159 und Austrittsbericht vom 2
4.
Mai 2014,
Urk.
7/158).
3.4
Bei der Verdachtsdiagnose einer
Pseudarthrose
Tuberculum
minus links bei Status nach Schulter-TP links vom 2
2.
Mai 2014 bei posttraumatischer
Omarthrose
er
achtete
Dr.
C._
eine weitere Operation als indiziert. Am 1
2.
März 2015 erfolgte eine
Arthrotomie
der Schulter links mit Revision
Subskapularis
,
Kopfkalotten
wechsel
Zimmer
Anatomical
48/20 mm links (Operationsbericht vom 1
6.
März 2015,
Urk.
7/191 und Austrittsbericht vom 1
3.
März 2015, Urk. 7/192).
3.5
Im Bericht vom
3.
September 2015 stellte
Dr.
C._
folgende Diagnose (Urk. 7/209/2-3):
-
Residuelle
, funktionelle Einschränkung Schulter links bei
-
Status nach Revision Schulter links mit Revision
Subkapsularis
,
Kopfkalot
tenwechsel
links vom 1
2.
März 2015
-
Status nach Schulterprothese links bei posttraumatischer
Omarthrose
vom 2
2.
Mai 2014
-
Status nach Schulterarthroskopie,
Bizepsanatomie
, Bankart-
Repair
links vom
2.
April 2013
-
Status nach traumatischer Schulterluxation vom 2
8.
Juni 2014 (richtig: 2012)
Dazu führte er aus, der Beschwerdeführer sei mit dem Verlauf mässig zufrieden. Er berichte, dass er gegenüber der letzten Revision zwar deutlich beschwerdeär
mer sei, die Belastbarkeit der Schulter bleibe jedoch klar limitiert. So seien belas
tende Überkopfbewegungen praktisch unmöglich, auch bei Arbeit mit isometri
schem Anspann der Schultermuskulatur träten Schmerzen auf. In Ruhe sei er schmerzfrei. Bewegungen mit kurzem Hebelarm seien praktisch uneingeschränkt möglich. Zur linken Schulter hielt er folgende Befunde fest: «Stark hypertrophe
Keloidnarbe
. Ansonsten unauffälliges Integument. Kräftiger
Deltoideus
. Beweg
lichkeit global Aktivelevation 100° mit gut möglichem Hand/Scheitelgriff Schür
zengriff bis L
5.
Glenohumerale
Beweglichkeit Aussen-/Innenrotation 20/0/90°, Abduktion 80°, Elevation 100°. Harmonisches Gelenkspiel ohne Subluxation. All
seits kräftige
Rotatorenmanschette
ohne Insuffizienzzeichen. Keine Instabilität
objektivierbar.»
Das Röntgen der linken Schulter
ap
/axial/Neer habe eine unver
änderte Prothesenlage, keine Saubildung weder
glenoidal
noch
humeral
und kei
nen
Infektverdacht
gezeigt. Der Beschwerdeführer zeige weiterhin eine deutliche funktionelle Einschränkung nach oben genannten Schulteroperationen. Im Mo
ment könne ihm wenig geboten werden. Es sei ihm auch geraten worden, im Moment die Physiotherapie zu sistieren. Nach wie vor im Raum stehe die
Propri
oni-Infektion
. Klinisch beständen im Moment keine Hinweise auf
florides
Infekt
geschehen
. Er werde in 6 Monaten erneut klinisch und radiologisch nachkontrol
liert. Ein Problem sei die Arbeitsfähigkeit. Für sämtliche manuelle Tätigkeiten bleibe er permanent arbeitsunfähig. Für eine Bürotätigkeit bestehe sicherlich eine teilweise Arbeitsfähigkeit (S. 1).
3.6
Kreisarzt
Dr.
B._
hielt nach seiner Untersuchung vom
6.
Oktober 2015 (Urk. 7/216) folgende Diagnosen fest (S. 5):
-
residuelle
, funktionelle Einschränkung Schulter links bei
-
Status nach Revision Schulter links mit Revision
Subkapsularis
,
Kopfkalot
tenwechsel
links vom 1
2.
März 2015
-
Status nach Schulterprothese links bei posttraumatischer
Omarthrose
vom 2
2.
Mai 2014
-
Status nach Schulterarthroskopie,
Bizepstenotomie
, Bankart-
Repair
links vom
2.
April 2013
-
Status nach traumatischer Schulterluxation vom 2
8.
Juni 2012
-
2 von 4 Proben mit Wachstum von
Propionibakterium
acnes
nach Opera
tion 1
2.
März 2015, keine Hinweise auf persistierenden Infekt
-
ausgeprägte Adipositas
-
Status nach CTS-Operation beidseits ungefähr 2007 (Krankenkasse), aktuell Verdacht auf CTS-Rezidiv links rein anamnestisch
Dazu führte er aus,
der Beschwerdeführer sei n
ach beidseitiger Schulterluxation bei einem Leitersturz am 2
8.
Juni
2012 bezüglich Schulter rechts und den übrigen
bagatellären
Verletzungen beschwerdefrei, der Verlauf bezüglich Schulter links
sei
aber denkbar ungünstig. Nach initialer
Einsteifung
bei
Kapsulitis
habe
im April 2013 die Stabilisierungsoperation durchgeführt werden
können
. In der Folge
sei es zur posttraumatisc
hen Arthrose in der linken Schulter
gekommen
, welche
am 2
2.
Mai
2014 mit einer Schulter-TP links versorgt
worden sei
. Erneut
sei es zu einem
ungünstige
n
Verlauf
gekommen
mit schliesslich Revisionsopera
tion der linken Schulter am 1
2.
März
201
5.
Hier habe
die vermutete
Implantatlo
ckerung
nicht nachgewiesen werden
können
, es
sei
einzig der
Kopfkalottenwech
sel
durchgeführt
worden
. 2 von 4 intraoperativ entnommenen Bakteriologien
hät
ten
ein Wachstum von
Propionibakterium
acnes
nach mikrobio
l
ogischer Aufar
beitung
gezeigt. B
ei klinisch fehlenden Hinweisen auf einen Low-grade-Infekt
sei
auf eine antibiotische Behandlung verzichtet
worden
und bis heute ha
be
man keine Hinweise auf eine relevante Infektion.
D
ies
müsse
im Auge behalten wer
den, trotzdem
sei
der Zustand 6 Monate nach dem letzten Eingriff stabil, so
dass der versicherungstechnische Abschluss angestrebt werden
könne
.
D
er
Beschwer
deführer habe
bezüglich der linken Schulter lebenslänglich das
Rückfallrecht,
bei Nachweis eines relevanten Infektes müsste dies
als Rückfall gewertet werden (S. 5 f.).
Der
Beschwerdeführer
klag
e
heute über eine Schmerzhaftigkeit und eine Bewe
gungseinschränkung in der linken Schulter. Ein Grossteil der Klagen
sei
medizi
nisch gut erklärbar, allerdings
sei
medizinisch nicht verständlich, dass das Hobby Fischen nicht möglich sein soll, der Einsatz der Hand an der Kurbel erschein
e
ohne Einschränkung möglich. Klinisch besteh
e
eine deutliche Einschränkung der aktiven Schulterbeweglichkeit, wobei aber die Abnahme der aktiven Beweglich
keit gegenüber der Kontrolle bei
Dr.
C._
vom 2
8.
August
2015 doch auffällig
sei
und für ein gewisses Demonstrationsverhalten
spreche
. Etwas auffällig
sei
auch, dass der
Beschwerdeführer
bezüglich Verweistätigkeit an Arbeiten denk
e
, die ohne Zweifel nicht möglich
seien
(Schreiner, Möbelrestaurierung, Roll
stuhlservice), andererseits aber eine mögliche Tätigkeit im Büro
ausschliesse
(
S. 6).
Unfallkausal
ergebe
sich folgendes Zumutbarkeitsprofil: Der
adominante
linke Arm
könne
vollzeitig nur für leichte Tätigkeiten eingesetzt werden mit der Hand körpernah (Auslenkung nach vorn um gut Unterarmlänge, nur ganz wenig nach lateral) und vor dem Körper bis gut Brusthöhe.
Es seien ke
ine repetierten Armbe
wegungen, keine repetierten K
raftbelastungen der linken Hand sowie
keine Tä
tigkeiten mit starken Schlägen oder Erschütterungen auf die linke obere Extre
mität und damit die linke Schulter
zumutbar
. Hand und Arm dominant-rechts könn
t
en ohne Einschränkungen eingesetzt werden.
B
ei Adipositas und Trainings
mangel resultier
e
eine Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit, insbe
sondere längeres Gehen und Treppensteigen
seien
stark erschwert, dies aber nicht aus unfallkausalen Gründen
(S. 6).
Nach Fallabschluss sei e
ine antibiotische Abschirmung im Zusammenhang mit
geplanten
Zahnbehandlungen
als
unfallkausal
e
Heilkosten
zu übernehmen
. An
dere Heilkos
t
en nach Abschluss
seien
nicht zu erkennen, der
Beschwerdeführer
brauch
e
keine Medikamente und die Physiotherapie
sei
sistiert
worden.
Kontrol
len bei
Dr.
C._
seien
aber im Abstand von einem halben und später einem Jahr zu übernehmen
(S. 6).
4.
Die Beschwerdegegnerin schloss den Fall zu Recht per
3
1.
Dezember
2015 ab, nach
dem bereits im Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung vom
6.
Oktober 2015
ein Endzustand vorgelegen hat
te
(vgl.
E.
3.
6
hievor
) und auch vom behan
delnden
Dr.
C._
keine Verbesserungsmöglichkeit
en aufgezeigt
wurde
n (vgl. E. 3.5
hievor
)
. Dies wird vom Beschwerdeführer denn auch nicht bestritten. Eben
falls unbestritten und ausgewiesen ist die
unfallbedingte
100%ige Arbeitsunfä
higkeit in der angestammten Tätigkeit
als Lüftungsmonteur
. Umstritten ist hin
gegen unter anderem die Arbeitsfähigkeit in einer den Beschwerden angepassten Tätigkeit.
5.
5.1
Kreisarzt Dr.
B._
führte diesbezüglich aus, der Beschwerdeführer könne Hand und Arm dominant-rechts ohne Einschränkungen einsetzen. Die
adominante
linke Hand
sei nur für leichte, körpernahe Tätigkeiten
ohne
repetierte Armbewe
gungen, ohne repetierte Kraftbelastungen der linken Hand und ohne Tätigkeiten mit starken Schlägen oder Erschütterungen auf die linke obere Extremität
ein
setzbar. In einer solch angepassten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
(E. 3.6
hievor
). Sein Bericht erscheint als schlüssig, wurde nachvollziehbar begründet und ist in sich widerspruchsfrei.
5.2
Der Beschwerdeführer monierte,
Dr.
B._
habe bei der Einschätzung der Ar
beitsfähigkeit die Berichte über die berufliche Abklärung der Rehaklinik
A._
(E. 3.2
hievor
) nicht berücksichtigt (
Urk.
1 S. 5).
Hiezu
ist festzuhalten, dass diese im Mai
und
November 2013 erstellt wurden, also zwei Jahre vor der kreisärztli
chen Untersuchung. Der Beschwerdeführer wurde in der Zwischenzeit zweimal an der Schulter operiert, nach der letzten Operation berichtete er, dass er gegen
über der letzten Revision deutlich beschwerdeärmer sei und Bewegungen mit kur
zem Hebelarm praktisch uneingeschränkt möglich seien (E. 3.5
hievor
). Dies war anlässlich der beruflichen Abklärung noch nicht der Fall. Nachdem sich seine Beschwerden also seither verringert haben, ist nicht zu beanstanden, dass Dr.
B._
für die Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes auf die ent
sprechenden Berichte nicht eingegangen ist. Entgegen den Ausführungen des Be
schwerdeführers (
Urk.
1 S. 5) unterstellte Kreisarzt
Dr.
B._
ihm auch keines
wegs, er
aggraviere
oder simuliere. Vielmehr wies
er
auf ein gewisses Demon
strationsverhalten hin, hielt aber gleichzeitig fest, dass ein Grossteil der Klagen
medizinisch gut erklärbar sei.
5.
3
Die Einwendungen des Beschwerdeführers vermögen
damit
keine Zweifel an der Zuverlässigkeit des kreisärztlichen Untersuchungsberichts
aufkommen zu lassen
und es kommt diesem voller Beweiswert zu.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich demnach zu Recht auf den beweiskräftigen Kreisarztbericht. Dass sie nicht weiter begründete, weshalb sie an dessen Schlussfolgerungen festhält, verletzte das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers entgegen dessen Ansicht (
Urk.
1 S. 5) nicht.
Von weiteren Abklärungen - wie vom Beschwerdeführer beantragt - sind keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter Be
weiswürdigung (
vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen)
verzichtet wird.
Es ist somit von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer den Beschwerden angepass
ten Tätigkeit auszugehen.
6.
Der Beschwerdeführer bezweifelte, dass seine Arbeitsfähigkeit auf dem ausgegli
chenen Arbeitsmarkt verwertbar sei (
Urk.
1 S. 5). Weshalb dem nicht so sein sollte, ist nicht ersichtlich. Wie bereits dargelegt, sind die anlässlich der berufli
chen Abklärung gemachten Feststellungen nicht mehr aktuell und hat sich sein Zustand nach zwei weiteren Operationen seither verbessert. Trotz seiner Schul
terbeschwerden ist er in einer angepassten leichten Tätigkeit voll arbeitsfähig.
Gemäss b
undesgerichtlicher
Rechtsprechung
stellen
zwar die faktische
Einhän
digkeit
oder die Beschränkung der dominanten Hand als
Zudienhand
Tatbestände einer erheblich erschwerten Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit auch in Bezug
auf den zu unterstellenden, ausgeglichenen Arbeitsmarkt dar. Dennoch bestätigte das Bundesgericht wiederholt, dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt genü
gend realistische Betätigungsmöglichkeiten für Personen, die funktionell als Ein
armige zu betrachten sind und überdies nur noch leichte Arbeiten verrichten kön
nen, zu finden sind. Längst nicht alle im Arbeitsprozess im weitesten Sinne not
wendigen Aufgaben und Funktionen im Rahmen der Überwachung und Prüfung werden durch Computer und automatisierte Maschinen ausgeführt. Abgesehen davon müssen solche Geräte auch bedient und ihr Einsatz ebenfalls überwacht und kontrolliert werden. Zu denken ist an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie an die Bedienung von (halb-) automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten, die keinen Einsatz des nicht mehr funktionstüchtigen Armes oder der nicht mehr einsetzbaren Hand voraussetzen (Urteil des Bundes
gerichts 8C_217/2015 vom
28. August 2015 E. 2.2.1).
Der Beschwerdeführer kann seine
adominante
linke Hand als Hilfshand einsetzen (
vgl.
E. 3.6
hievor
). Nach
dem selbst funktionell Einarmige ihre Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwerten können, hat dies für den Beschwerdeführer umso mehr zu gelten.
7.
Zu prüfen bleibt, wie sich
die verbleibende
100%ige Arbeitsfähigkeit in einer den Beschwerden angepassten Tätigkeit
in wirtschaftlicher Hinsicht auswirk
t
.
7.1
Der für die Invaliditätsbemessung und damit den Rentenanspruch massge
bende Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt
werden, worauf sich aus der Ein
kommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 130 V 34
3
E. 3.4.2). Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
, also des Einkommens, welches die versicherte Person nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte, wird in der Regel am zuletzt erzielten Verdienst angeknüpft.
7.2
Der Beschwerdeführer war im Zeitpunkt seines Unfalls bei der
Y._
AG
ange
stellt
und hätte bei Weiterführung dieses Arbeitsverhältnisses 2015 ein Einkom
men von
Fr.
54'893.50 erzielt (2088 x [24.01 + 2.28],
Urk.
7/220/2). In den Jahren zuvor war er für verschiedene Arbeitgeber tätig und wiederholt arbeitslos (vgl.
Urk.
7/225). Zu seinen Gunsten berechnete die Beschwerdegegnerin deshalb das
Valideneinkommen
gestützt auf die LSE 2014 und berücksichtigte per 2015 ein solches von Fr. 68'515.-- (vgl.
Urk.
2 S. 10 f.), was vom Beschwerdeführer nicht beanstandet wird.
7.3
Die Beschwerdegegnerin hat zur Berechnung des Invalideneinkommens per 201
5
auf die DAP abgestellt. Der Beschwerdeführer ist hingegen der Ansicht, dass das Invalideneinkommen anhand der LSE festzusetzen sei.
7.3.1
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versi
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstä
tigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zu
mutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich er
zieltes Erwerbseinkommen gegeben,
namentlich
weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumut
bare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtspre
chung entweder Tabellenlöhne gemäss den LSE oder die DAP-Zahlen herangezo
gen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 mit Hinweisen).
Die DAP ist eine Sammlung von Beschreibungen in der Schweiz tatsächlich exis
tierender Arbeitsplätze. Damit unterscheidet sie sich von der tabellarischen Dar
stellung von Durchschnittslöhnen, die im Rahmen der
LSE
vom Bundesamt für Statistik regelmässig erhoben werden. Neben allgemeinen Angaben und Ver
dienstmöglichkeiten werden in der DAP die physischen Anforderungen an die Stelleninhaber oder Stelleninhaberinnen festgehalten. Der Raster der körperlichen Anforderungskriterien basiert auf dem internationalen medizinischen Standard EFL nach Isernhagen (ergonomische Funktions- und Leistungsprüfung). Die Suva entschloss sich 1995 zum Aufbau der DAP mit dem Zweck, das Invalideneinkom
men entsprechend den gerichtlichen Anforderungen so konkret wie möglich er
mitteln zu können (BGE 139 V 592 E. 6.1 mit Hinweisen).
Bei Heranziehen der DAP hat sich die Ermittlung des Invalideneinkommens auf mindestens fünf zumutbare Arbeitsplätze zu stützen. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungs
profil entsprechenden Gruppe. Damit soll die Überprüfung des Auswahlermessens ermöglicht werden, und zwar in dem Sinne, dass die Kenntnis der Gesamtzahl der dem verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Arbeitsplätze sowie des Höchst-, Tiefst- und Durchschnittslohnes im Bereich des Suchergebnisses eine zuverlässige Beurteilung der von der Suva verwendeten DAP-Löhne hinsichtlich ihrer Repräsentativität erlaubt. Das rechtliche Gehör ist dadurch zu wahren, dass
die Suva die für die Invaliditätsbemessung im konkreten Fall herangezogenen DAP-Profile mit den erwähnten zusätzlichen Angaben auflegt und die versicherte Person Gelegenheit hat, sich dazu zu äussern. Allfällige Einwendungen der ver
sicherten Person bezüglich des Auswahlermessens und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall sind grundsätzlich im
Einspracheverfahren
zu erheben, damit sich die Suva im
Einspracheentscheid
damit auseinandersetzen kann. Ist die Suva nicht in der Lage, im Einzelfall den erwähnten Anforderungen zu genü
gen, kann im Bestreitungsfall nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt wer
den; die Suva hat
diesfalls
im
Einspracheentscheid
die Invalidität aufgrund der LSE-Löhne zu ermitteln. Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des angerufenen Gerichts, die Rechtskonformität der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, gege
benenfalls die Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE vorzunehmen (BGE 139 V 592 E. 6.3, 129 V 472 E. 4.7.2).
Rechtsprechungsgemäss sind im Rahmen des DAP-Systems, bei dem aufgrund der ärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung anhand von Arbeitsplatzbeschreibungen konkrete Verweisungstätigkeiten ermittelt werden, Abzüge grundsätzlich nicht sachgerecht. Abzüge sind nur vorzunehmen, wenn zeitliche oder leistungsmäs
sige Reduktionen medizinisch begründet sind. Im Übrigen wird spezifischen Be
einträchtigungen in der Leistungsfähigkeit bei der Auswahl der zumutbaren DAP-Profile Rechnung getragen. Bezüglich der weiteren persönlichen und beruflichen Merkmale (Teilzeitarbeit, Alter, Anzahl Dienstjahre, Aufenthaltsstatus), die bei der Anwendung der LSE zu einem Abzug führen können, ist darauf hinzuweisen, dass auf den DAP-Blättern in der Regel nicht nur ein Durchschnittslohn, sondern ein Minimum und ein Maximum angegeben sind, innerhalb deren Spannbreite auf die konkreten Umstände Rücksicht genommen werden kann (BGE 139 V 592 E. 7.3, 129 V 472 E. 4.2.3).
7
.3.2
Auf der zusammenfassenden Darstellung (Urk. 7/227/1) werden die Minimal-, Maximal- sowie Durchschnittslöhne der fünf ausgewählten DAP-Stellen einzeln und im Total aller dem Profil entsprechenden fünf Suchresultate gegenüberge
stellt. Auf derselben Zusammenfassung finden sich Angaben über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze (452), über den Minimal- und den Maximallohn sowie über den Durchschnittslohn der dem Behinderungsprofil entsprechenden verwendeten Gruppe. Mit diesen Angaben wurden die höchstrichterlichen Anforderungen an auf die DAP gestützte Einkommensvergleiche erfüllt.
Der Durchschnitt der Durch
schnittslöhne liegt zudem nahe beim Durchschnittslohn der fünf aufgelegten
DAPs. Es sind damit keine Anhaltspunkte ersichtlich, dass die Beschwerdegegne
rin ihr Auswahlermessen
unsachgemäss
ausgeübt hätte.
Der Beschwerdeführer machte jedoch geltend, die fünf konkret ausgewählten DAP
s
(
Maschinenführer, Produktionsmitarbeiter
[o
ptische Kontrolle
]
, Montagear
beiter
[
Vormontage
]
, Montagearbeiter
[
Beschriften
]
und Produktionsmitarbeiter
[
Schaumstoffpresser
]
,
Urk.
7/227/17-36)
seien
für ihn als funktionell Einarmigen nicht geeignet, da dabei feinmotorische Fähigkeiten gefragt seien und Beidhän
digkeit vorausgesetzt werde. Zudem sei anzunehmen, dass es bei den ausgewähl
ten Tätigkeiten zu Erschütterungen komme, was
unzumutbar sei (Urk.
1 S. 6).
Wie bereits dargelegt, kann der
Beschwerdeführer seine
adominante
linke Hand
vollzeitig
als Hilfshand
für leichte, körpernahe Tätigkeiten
einsetzen (E. 3.6
hie
vor
)
, für eine funktionelle
Einarmigkeit
sind den Akten keinerlei Anhaltspunkte zu entnehmen
.
Bei der
dominante
n
rechte
n
Hand
liegen keine
Einschränkungen
vor.
Es bestehen keine Hinweise darauf, dass
die ausgewählten, Beidhändigkeit voraussetzenden
Tätigkeiten
mit diesen Einschränkungen
nicht ausgeübt werden könnten. Bereits anlässlich der beruflichen Abklärung in der Rehaklinik
A._
war es ihm möglich, unter Zuhilfenahme seiner linken Hand auch feinmotorische Tätigkeiten auszuüben. Dabei reduzierte sich das Arbeitstempo dann besonders, wenn er die linke Hand intensiver gebraucht hätte, was bei den vorliegenden DAP-Profilen nicht erforderlich ist (vgl.
Urk.
7/116 und
Urk.
7/131).
Seither
wurde der Beschwerdeführer
wie oben ausgeführt
zweimal an der Schulter ope
riert und er berichtete seinem behandelnden Arzt, dass er dank der letzten Ope
ration deutlich beschwerdeärmer sei und ihm Bewegungen mit kurzem Hebelarm praktisch uneingeschränkt möglich seien (E. 3.5
hievor
).
Es ist nicht ersichtlich, weshalb er trotz Verbesserung des Zustandes über keine feinmotorischen Fähig
keiten mehr verfügen sollte.
Dass es bei den au
sgewählten Tätigkeiten
zu starken Erschütterungen der linken oberen Extremität kommen könnte, ist
zudem
nicht
erstellt
.
Dies gilt insbesondere auch für die Tätigkeit als Maschinenführer (DAP-Nr. 8069), welche aus der Überwachung und Kontrolle der Herstellungsmaschine sowie aus der Materialzuführung und Entnahme der vollen maximal 5 kg schwe
ren Behälter nach der Produktion besteht (
Urk.
7/227/20).
Die fünf konkret aus
gewählten
Tätigkeiten
sind dem Beschwerdeführer damit allesamt zumutbar.
7
.3.3
Zum Vorbringen des Beschwerdeführers, es sei nicht sachgerecht, einerseits für das
Valideneinkommen
die LSE und andererseits für das Invalideneinkommen die DAP-Statistik heranzuziehen, ist festzuhalten, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
die Vergleichseinkommen so konkret wie möglich zu ermitteln sind
.
Im Urteil 8C_378/2017 vom 2
9.
November 2017 erachtete es das Vorgehen
der Vorinstanz, welche das
Valideneinkommen
(teilweise) anhand der LSE be
rechnete und sich
«
aus Gründen der Vergleichbarkeit
»
auch für das Invalidenein
kommen auf die LSE - statt auf den korrekten DAP-Lohnvergleich des Versiche
rungsträgers - abstützte, als nicht zulässig (vgl. E. 5.3). Das Bundesgericht stützte sich demnach für die beiden Werte auf unterschiedliche Statistiken und es besteht kein Anlass, vorliegend anders vorzugehen.
Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin zur Er
mittlung des hypothetischen Invalideneinkommens auf DAP-Zahlen abstellte. Diesen ist ein Invalideneinkommen von
Fr.
61‘889.40 per 2015
(Durchschnitt der Löhne der fünf DAP-Unterlagen;
Urk.
7/227/1
) zu entnehmen, was bei einem
Va
lideneinkommen
von
Fr. 68‘515.--
einen Invaliditätsgrad von gerundet
10
%
ergibt.
Die Beschwerdegegnerin
sprach dem Beschwerdeführer damit zu Recht eine entsprechende
Rente der Unfallversicherung zu
.
8.
Der Beschwerdeführer ist
wie bereits dargelegt
in seiner angestammten Tätigkeit nicht mehr, in einer den Beschwerden angepassten Tätigkeit hingegen zu 100
%
arbeitsfähig. Er machte geltend, ihm sei deshalb eine
16
monatige Übergangsfrist
(Januar 2016 bis April 2017)
für den Berufswechsel unter weiterhin voller Tag
geldleistung zu gewähren.
Mit dieser Argumentation übersieht er jedoch, dass ihm nicht etwa die Taggelder gestützt auf
Art.
6 Satz 2 ATSG
gekürzt wurden, sondern dass der Anspruch auf ein Taggeld gestützt auf
Art.
19
Abs.
1 UVG
(Fall
abschluss, vgl. dazu E. 1.2
hievor
) untergegangen ist. Da
unbestritten
von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung über den
3
1.
Dezember
2015 hinaus keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten war, durfte die Beschwerdegegnerin die Taggeldleistungen einstellen, ohne ihn zunächst zu ei
nem Berufswechsel aufzufordern und eine Übergangsfrist zu gewähren (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 8C_83/2017 vom 1
1.
Dezember 2017 E. 5.2 f.)
. Die Be
schwerde ist damit abzuweisen.