Decision ID: 42132cd1-c5f3-52a8-a66c-6d063afeb235
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Am 13. Dezember 2011 ersuchte Pro Natura St. Gallen-Appenzell (in der Folge: (Pro
Natura) das Landwirtschaftsamt darum, es sei zu prüfen, ob der Verein (vgl. dazu act.
2/11 der Vorinstanz) die Parzellen Nrn. 0000, 0001 und 0002 ("L.", Grundbuch G.)
zwecks Verwirklichung des "Aufwertungsprojekts L." und die Parzelle Nr. 0003 ("S.",
Grundbuch G.) zwecks langfristiger Sicherung des sich dort befindenden Flachmoors
erwerben könne. Die Grundstücke Nrn. 0000 und 0001 standen im Eigentum von A.B.
die Grundstücke Nrn. 0002 und 0003 in demjenigen von K.T.-B.
Am 1. Februar 2012 befürwortete die Abteilung Natur- und Landschaftsschutz des
Amtes für Natur, Jagd und Fischerei das Gesuch (act. 8/7/2), und am 10. Februar 2012
stellte das Landwirtschaftsamt fest, Pro Natura könne bezüglich des Geschäfts A
betreffend die Grundstücke Nrn. 0000 (5'696 m Wiese), 0001 (3'864 m Wiese, 2 2
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Scheune) und 0002 (12'132 m Wiese, 190 m unkultiviertes Gebiet, Scheune) keine
Erwerbsbewilligung nach Art. 61 ff. des Bundesgesetzes über das bäuerliche
Bodenrecht (SR 211.412.11, abgekürzt BGBB) in Aussicht gestellt werden, während
eine solche für das Grundstück Nr. 0003 bestehend aus 4'722 m Streue und 182 m
unproduktiver Fläche (Geschäft B) unter Vorbehalt der Überprüfung des Kaufpreises
auf seine Zulässigkeit erteilt werden könne (act. 8/7/1).
B./ Am 13. März 2012 erhob Pro Natura, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Hans
Maurer, Zürich, gegen die Verfügung des Landwirtschaftsamtes vom 10. Februar 2012
Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission. Er stellte die Rechtsbegehren, der
angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei die Erwerbsbewilligung für die
landwirtschaftlichen Grundstücke Nrn. 0000, 0001 und 0002 zu erteilen (Ziff. 1),
eventuell sei die Vorinstanz zu verpflichten, die Erwerbsbewilligungen für diese
Grundstücke zu erteilen (Ziff. 2), unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (Ziff. 3).
Nachdem die Verwaltungsrekurskommission, Abteilung II, 1. Kammer, am 24. Oktober
2012 einen Augenschein durchgeführt hatte, wies sie die Beschwerde gleichentags ab
(Ziff. 1) und auferlegte Pro Natura amtliche Kosten im Betrag von Fr. 2'000.-- (Ziff. 2).
C./ Am 27. November 2012 erhob Pro Natura durch seinen Rechtsvertreter gegen den
Entscheid der Verwaltungsrekurskommission vom 24. Oktober 2012 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht. Pro Natura stellte die Rechtsbegehren, der angefochtene
Entscheid sei aufzuheben und es sei die Erwerbsbewilligung für die Grundstücke Nrn.
0000, 0001 und 0002 (Gesamtfläche: 2.19 ha) zu erteilen (Ziff. 1), eventuell sei das
Landwirtschaftsamt zu verpflichten, die Erwerbsbewilligung für die besagten
Grundstücke zu erteilen (Ziff. 2), unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten
des Landwirtschaftsamtes (Ziff. 3). Am 12. Dezember 2012 liess sich die
Verwaltungsrekurskommission vernehmen und beantragte, die Beschwerde sei
abzuweisen. Die kantonale Aufsichtsbehörde BGBB (in der Folge: Aufsichtsbehörde),
vertreten durch Urs Kaufmann, Uetliburg, nahm am 10. Januar 2013 Stellung und
beantragte, auf die Beschwerde sei mangels Legitimation nicht einzutreten. Zur
Begründung wurde geltend gemacht, das "Aufwertungsprojekt L." könne nicht mehr
verwirklicht werden, weil das Landwirtschaftsamt am 12. November 2012 die
Bewilligung zum Erwerb des Grundstücks Nr. 0002, dem Schwerpunkt des Projekts,
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wie auch des Grundstücks Nr. 0003 durch den Landwirt F.R. erteilt habe. Das
Landwirtschaftsamt, A.B., K.T.-B. und die Pächter der Grundstücke verzichteten
darauf, sich vernehmen zu lassen. Pro Natura replizierte am 27. Februar 2013 durch
seinen Rechtsvertreter und hielt an den Anträgen fest.
Am 15. April 2013 nahm die Aufsichtsbehörde innert erstreckter Frist materiell Stellung
und beantragte, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden
könne bzw. die Angelegenheit sei eventuell an die Vorinstanz zurückzuweisen, wenn
die Beschwerde ganz oder teilweise gutgeheissen werde.
Am 30. Januar 2014 ersuchte das Verwaltungsgericht den Rechtsvertreter von Pro
Natura darum, den Nachweis zu erbringen, dass A.B. nach wie vor bereit sei, Pro
Natura die Grundstücke Nrn. 0000 und 0001 zu veräussern. Gemäss Mitteilung des
Rechtsvertreters vom 21. Februar 2014 ist dies nicht der Fall. Er beruft sich aber
darauf, weil eine Grundsatzfrage zur Diskussion stehe, sei ein aktuelles
Rechtsschutzinteresse nicht erforderlich. Die Vorinstanz und das Landwirtschaftsamt
verzichteten darauf, sich dazu zu äussern. Die Aufsichtsbehörde nahm am 19. März
2014 Stellung und beantragte, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die Sachurteilsvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen:
1.1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59bis Abs.
1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Sodann
erfüllt die Beschwerdeeingabe vom 27. November 2012 die gesetzlichen
Anforderungen zeitlich, formal und inhaltlich (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1
und Art. 48 Abs. 1 VRP).
1.2. Wer ein schutzwürdiges Interesse hat, kann nach Art. 84 lit. b BGBB von der
Bewilligungsbehörde insbesondere feststellen lassen, ob der Erwerb eines
landwirtschaftlichen Gewerbes oder Grundstücks bewilligt werden kann.
Am 10. Februar 2012 hat das Landwirtschaftsamt festgestellt, dass Pro Natura eine
Erwerbsbewilligung für das Grundstück Nr. 0003 in Aussicht gestellt werden könne,
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nicht aber eine solche für die Grundstücke Nrn. 0000, 0001 und 0002. Dabei handelt es
sich um Feststellungsverfügungen im Sinn von Art. 84 lit. b BGBB (vgl. dazu auch Ziff.
1.a. des angefochtenen Entscheids). Unbestritten ist, dass die drei strittigen
Grundstücke für einen Erwerb durch Pro Natura nicht mehr zur Verfügung stehen,
weshalb die Anträge betreffend Erteilung einer Erwerbsbewilligung dafür
gegenstandslos geworden sind und die Eigentümer und Pächter der Grundstücke am
Verfahren nicht mehr beteiligt sind. Hinzu kommt, dass im Rechtsmittelverfahren
ohnehin nur hätte geprüft werden können, ob die Feststellungen rechtmässig erfolgt
sind oder nicht.
1.3. Zu prüfen ist dennoch, ob Pro Natura ein Rechtsschutzinteresse an der
Überprüfung des angefochtenen Entscheids hat, obschon feststeht, dass das
"Aufwertungsprojekt L.", das ihm zugrunde liegt, nicht verwirklicht werden kann. Der
Beschwerdeführer macht geltend, nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
könne im vorliegenden Fall vom Erfordernis des aktuellen Rechtsschutzinteresses
abgesehen werden. Unter Berufung auf BGE 128 II 34 E. 1b und BGE 138 II 42 E. 1 hält
er dafür, vorliegend gehe es um die Grundsatzfrage, ob Naturschutzorganisationen
gestützt auf die Generalklausel von Art. 64 Abs. 1 Ingress BGBB berechtigt seien,
landwirtschaftliche Grundstücke zum Zweck der Renaturierung und Förderung der
Biodiversität zu erwerben bzw. ob ein ökologisches Aufwertungsprojekt als "wichtiger
Grund" für den Landerwerb gelten könne.
1.3.1. Die Legitimation für ein Feststellungsbegehren setzt ein persönliches
tatsächliches oder rechtliches und aktuelles Interesse, welches eine konkrete
Rechtsfrage betrifft, voraus (Herrenschwand/Stalder, in: Kommentar zum BGBB, 2.
Aufl., Brugg 2011, Rz. 6 zu Art. 84 BGBB mit Hinweisen). Das Landwirtschaftsamt
bejahte den Feststellungsanspruch von Pro Natura, weil im Gesuch vom 13. Dezember
2011 geltend gemacht worden war, A.B. und K.T.-B. würden Pro Natura die
Grundstücke zwecks ökologischer Aufwertung bzw. möglichst guter Pflege des
Schutzgebiets veräussern (act. 7/8 der Vorinstanz). Auch die Vorinstanz ging von einem
aktuellen Rechtsschutzinteresse von Pro Natura aus, in der Annahme, es bestehe die
Absicht, Kaufverträge betreffend die Grundstücke abzuschliessen.
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Unbestritten ist, dass die Befugnis zur Rechtsmittelerhebung grundsätzlich
voraussetzt, dass das Anfechtungsinteresse aktuell ist. Das bedeutet, dass die
rechtliche oder tatsächliche Situation für den Beschwerdeführer durch den Ausgang
des Verfahrens beeinflusst wird. Dies kann auch der Fall sein, wenn die Wirkungen erst
in Zukunft eintreten, sofern das Begehren nicht darauf abzielt, gleichsam auf "Vorrat"
eine Entscheidung herbeizuführen. Fällt das Interesse im Verlauf des Verfahrens dahin,
so wird die Streitsache grundsätzlich gegenstandslos (M. Bertschi, in: Kommentar
VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 21 N. 26; Kölz/Häner/Bertschi,
Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich/Basel/
Genf 2013, Rz. 946 mit Hinweisen; Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im
Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 400 mit Hinweisen). Ausnahmsweise kann auf
das aktuelle praktische Interesse verzichtet werden (BGE 138 II 45 E. 1.3 mit Hinweis
auf BGE 131 II 674 E. 1.2 und BGE 137 I 24 E. 1.3.1).Die Praxis sieht von diesem
Erfordernis ab, wenn sich die aufgeworfenen Fragen jederzeit unter gleichen oder
ähnlichen Umständen wieder stellen könnten, ohne dass im Einzelfall rechtzeitig eine
gerichtliche Prüfung stattfinden könnte. Weiter muss ein öffentliches Interesse an der
Beantwortung der Frage bestehen, was namentlich der Fall ist, wenn eine
Grundsatzfrage zu entscheiden ist (Bertschi, in: Kommentar VRG, a.a.O., § 21 N. 25 mit
Hinweisen; Kölz/Häner/Bertschi, a.a.O., Rz. 946 mit Hinweisen; Cavelti/Vögeli, a.a.O.,
Rz. 401). Das Rechtsschutzinteresse wird aber nicht bejaht, wenn nur ein Entscheid
über eine theoretische Rechtsfrage angestrebt wird (Bertschi, in: Kommentar VRG,
a.a.O., § 21 N. 25 mit Hinweisen).Mit dem Urteil BGE 128 II 34 ff. hat das
Bundesgericht die Gesetzmässigkeit einer Vorschrift der Schlachtviehverordnung
geprüft, obschon das aktuelle Interesse der Beschwerdeführer an einer höheren
Kontingentszuteilung zufolge Ablaufs der Kontingentsperiode fraglich war. Mit dem
Urteil BGE 138 II 42 ff. hat das Bundesgericht beurteilt, ob und wie die Eignung eines
"Postholders" gestützt auf die einschlägigen luftrechtlichen Bestimmungen überprüft
werden darf, obschon der betroffene Kandidat in der Zwischenzeit pensioniert worden
war.
1.3.2. Nach Art. 63 Abs. 1 lit. a BGBB wird die Bewilligung zum Erwerb eines
landwirtschaftlichen Grundstücks verweigert, wenn der Erwerber nicht
Selbstbewirtschafter ist. Art. 64 Abs. 1 BGBB legt fest, unter welchen Voraussetzungen
eine Ausnahme vom Prinzip der Selbstbewirtschaftung gemacht werden kann. Bei
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fehlender Selbstbewirtschaftung ist die Bewilligung zu erteilen, wenn der Bewerber
einen wichtigen Grund nachweist, namentlich wenn das landwirtschaftliche Gewerbe
oder Grundstück in einer Schutzzone liegt und der Erwerber den Boden zum Zwecke
dieses Schutzes erwirbt (lit. d) oder mit dem Erwerb die schutzwürdige Umgebung
einer historischen Stätte, Baute oder Anlage oder ein Objekt des Naturschutzes
erhalten werden soll (lit. e). Die Aufzählung der wichtigen Gründe in Art. 64 Abs. 1 lit. a-
g BGBB ist nicht abschliessend, sondern lässt einen weiteren Anwendungsbereich zu
(Stalder/Bandli, in: Kommentar zum BGBB, a.a.O., Rz. 3 zu Art. 64 BGBB). Wenn ein
Sachverhalt ausserhalb des Regelungsbereichs der aufgezählten Tatbestände liegt, ist
das Vorliegen eines wichtigen Grundes gestützt auf die Generalklausel zu prüfen,
wobei die in den Ausnahmetatbeständen zum Ausdruck gebrachten Wertungen
einzubeziehen sind (Stalder/Bandli, in: Kommentar zum BGBB, a.a.O., Rz. 8a zu Art. 64
BGBB mit Hinweis auf BGer 5A.22/2002 vom 7. Februar 2003 E. 3.1, in: ZBl 104/2003
S. 669).
1.3.3. Die Vorinstanz hat erwogen, es würden keine Anhaltspunkte bestehen, wonach
Art.64 Abs. 1 lit. d und e BGBB auch eine Ausnahme zum Erwerb landwirtschaftlicher
Grundstücke im Hinblick auf die Entwicklung künftiger Schutzzonen und Schutzobjekte
ermöglichen solle (E. 4 a) gg), S. 11 des angefochtenen Entscheids). Sodann ist sie
zum Ergebnis gelangt, zur Verwirklichung von Zielen des Naturschutzes bzw. der
ökologischen Aufwertung sei ein Erwerb von landwirtschaftlichen Grundstücken
abweichend vom Prinzip der Selbstbewirtschaftung nur möglich, wenn die
Voraussetzungen von Art. 64 Abs. 1 lit. d oder e BGBB erfüllt seien (E. 4 b) dd), S. 16
des angefochtenen Entscheids).
1.3.4. Der Beschwerdeführer anerkennt die Feststellung der Vorinstanz, wonach die
Ausnahmetatbestände von Art. 64 Abs. 1 lit. d oder e BGBB nicht erfüllt sind (Ziff. 3.11.
der Beschwerdeschrift vom 27. November 2012). Strittig ist einzig, ob Art. 64 Abs. 1 lit.
d und e BGBB Ausnahmen vom Prinzip der Selbstbewirtschaftung aus Gründen des
(Natur)Schutzes abschliessend regeln oder ob eine solche auch gestützt auf die
Generalklausel des "wichtigen Grundes" möglich ist.
1.3.5. Ob ein wichtiger Grund im Sinn von Art. 64 Abs. 1 BGBB vorliegt, ist eine
Rechtsfrage. Es handelt sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff (vgl. dazu Cavelti/
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Vögeli, a.a.O., Rz. 724 ff.), der unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls
und in Würdigung der in den ausdrücklich erwähnten Ausnahmetatbeständen von Art.
64 Abs. 1 lit. a-g zum Ausdruck gebrachten Wertungen konkretisiert werden muss.
Dabei ist auf die agrarpolitischen Zielsetzungen des BGBB zurückzugreifen, ist es doch
Ziel der Bewilligungspflicht, durch Überprüfung des Verpflichtungsgeschäfts
sicherzustellen, dass die von den Parteien beabsichtigte Eigentumsübertragung bzw.
ein ihr wirtschaftlich gleichkommendes Rechtsgeschäft mit den Zielsetzungen des
bäuerlichen Bodenrechts in Einklang steht (Stalder/Bandli, in: Kommentar zum BGBB,
a.a.O., Rz. 4 zu Art. 64 BGBB mit Hinweis u.a. auf BGE 122 III 287 E. 3a, BGer 5A.
22/2002 vom 7. Februar 2003 E. 3.1, in: ZBl 104/2003,S. 666).
Die Frage, ob ein wichtiger Grund im Sinn der Generalklausel von Art. 64 Abs. 1 BGBB
vorliegt, der eine Ausnahme vom Prinzip der Selbstbewirtschaftung zu begründen
vermag, kann deshalb nicht losgelöst von den konkreten Umständen des Einzelfalls
beantwortet werden. Voraussetzung ist eine fallbezogene Abwägung der Interessen,
die das BGBB verfolgt - Förderung des bäuerlichen Grundeigentums und Erhalt von
Familienbetrieben (vgl. Schmid-Tschirren/Hotz, in Kommentar zum BGBB, a.a.O., Rz. 7
zu Art. 1BGBB) - und denjenigen, denen ein konkretes dem Verfahren zugrunde
liegendes Vorhaben Rechnung tragen soll und die der Gesuchsteller unter
Berücksichtigung der rechtlichen und tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort
nachzuweisen hat. Weil das "Aufwertungsprojekt L.", welches dem Verfahren zugrunde
lag, nicht verwirklicht werden kann, ist eine derartige Beurteilung nicht mehr möglich
bzw. es kann nicht geprüft werden, ob die vormals geplante extensive Nutzung der zur
Diskussion stehenden Fläche entsprechend der Annahme von Pro Natura eine
Ausnahme vom Prinzip der Selbstbewirtschaftung zu begründen vermocht hätte. Die
Berufung darauf, die Frage könne sich bei künftigen Aufwertungsprojekten erneut
stellen, hilft deshalb nicht weiter, abgesehen davon, dass nicht anzunehmen ist, dass
vergleichbare Projekte in vergleichbarer Umgebung zur Diskussion stehen könnten.
2. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass auf die Beschwerde in Ermangelung eines
aktuellen Rechtsschutzinteresses nicht eingetreten werden kann. Bei dieser Sachlage
kann offen bleiben, welche Rechtsstellung der Aufsichtsbehörde in einem Verfahren
wie dem vorliegenden zukommt.
2.1. (...).
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2.2. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht