Decision ID: 8f078107-ddc5-44c9-a114-740978ba9683
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Die Beschwerdeführerin reiste den Akten zufolge im Jahr B._
in die Schweiz ein und lebte fortan ohne legalen Status im Land. Im Jahr
(...) wurde sie im Rahmen einer Personenkontrolle aus der Schweiz weg-
gewiesen und es wurde ihr ein Einreiseverbot auferlegt. Am (...) hielt die
(Nennung Behörde) die Beschwerdeführerin an und befragte sie. Mit Ent-
scheid vom (...) wiesen die zuständigen kantonalen Behörden die Be-
schwerdeführerin aus der Schweiz weg und nahmen sie gleichzeitig in Aus-
schaffungshaft. Am (...) ordnete das (Nennung Behörde) ihre Entlassung
aus der Ausschaffungshaft an, gleichentags wurde sie von der zuständigen
kantonalen Migrationsbehörde zur Ausreise auf dem Luftweg per (Nen-
nung Zeitpunkt) aufgefordert. Dieser Aufforderung leistete die Beschwer-
deführerin keine Folge. Mit Entscheid vom (...) wies die (Nennung Behörde)
die Beschwerde der Beschwerdeführerin gegen den Vollzug der Wegwei-
sung ab, wodurch der Wegweisungsentscheid vom (...) in Rechtskraft er-
wuchs. Am (Nennung Zeitpunkt) ordnete die kantonale Migrationsbehörde
den Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin an. Die Beschwer-
deführerin konnte in der Folge polizeilich nicht aufgefunden werden. Am
(...) wurde sie im Rahmen einer Strassenkontrolle im Kanton C._ in
Untersuchungshaft genommen. Dabei gab sie an, am (Nennung Zeitpunkt)
B._ in die Schweiz eingereist zu sein. Sie habe sich in den vergan-
genen Jahren an verschiedenen Orten in der Schweiz bei Bekannten und
ihrem Partner aufgehalten. Ausserdem habe sie gesundheitliche Probleme
und sich deswegen (Nennung Behandlung). Am (...) wurde sie wegen
(Nennung Grund) zu einer (Nennung Strafmass) verurteilt und gleichen-
tags in Ausschaffungshaft genommen.
A.b Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 19. Januar 2022 ersuchte die
Beschwerdeführerin das SEM um Asyl in der Schweiz.
A.c Am (...) führte die zuständige kantonale Migrationsbehörde mit der Be-
schwerdeführerin ein Ausreisegespräch. Dabei teilte die befragende Per-
son mit, sie habe wie von der Beschwerdeführerin gewünscht deren (Nen-
nung Verwandte) angerufen und die baldige Rückkehr der Beschwerdefüh-
rerin nach Kamerun mitgeteilt. Die (Nennung Verwandte) habe darum ge-
beten, ihr zu gegebener Zeit das Ankunftsdatum und die -zeit mitzuteilen.
Daraufhin antwortete die Beschwerdeführerin, sie werde ihre (Nennung
Verwandte) anrufen und informieren. Gleichzeitig gab die Beschwerdefüh-
rerin auf Anfrage an, sie habe nie ein Asylgesuch gestellt. Es sei im Übrigen
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schon alles organisiert mit der Ausreise, sie denke, es sei besser, wenn sie
jetzt nach Kamerun zurückkehre. In der Folge bestätigte sie gleichentags
schriftlich einen Rückzug ihres Asylgesuchs.
Mit Eingabe ebenfalls vom 21. Januar 2022 liess sie dem SEM indes durch
ihren Rechtsvertreter mitteilen, ihr geäusserter Rückkehrwunsch sei unter
Druck der kantonalen Migrationsbehörde zustande gekommen und ver-
möge keine Wirkung zu entfalten. Sie halte an ihrem Asylgesuch fest.
A.d Am 8. März 2022 sowie am 13. April 2022 wurde die Beschwerdefüh-
rerin vom SEM in der (Nennung Örtlichkeit) zu ihren AsyIgründen angehört.
Die Beschwerdeführerin brachte dabei vor, sie habe die letzten (Nennung
Dauer) vor ihrer Ausreise in D._ gelebt. Nach einem (...)jährigen
Schulbesuch habe sie als (Nennung Tätigkeit) gearbeitet. Sie habe (Nen-
nung Anzahl) Kinder von (Nennung Anzahl) Vätern, sei aber nie verheiratet
gewesen. Ihre Heimat habe sie aus wirtschaftlichen Gründen verlassen.
Die Kinder habe sie damals bei ihrer (Nennung Verwandte) in D._
zurückgelassen. (Nennung Verwandte) sei in der Zwischenzeit krankheits-
halber weggezogen, ihre Kinder hätten sich weiterhin mehrheitlich in
D._ aufgehalten.
Nach der Einreise in die Schweiz (B._) habe sie in der Illegalität
gelebt und sich bei ihrer (Nennung Verwandte) und (Nennung Personen)
in E._ aufgehalten. Im Jahr (...) habe sie dort F._ kennenge-
lernt, der seinen Angaben zufolge für den kamerunischen Geheimdienst
arbeite. F._ habe ihr angeboten, gegen Entgelt sowie Kost und Lo-
gis in seinem Haushalt in E._ zu arbeiten. In der Hoffnung, von den
Schweizer Behörden nicht entdeckt zu werden, habe sie dieses Angebot
angenommen. In der Wohnung von F._ hätten auch (Nennung Per-
sonen) gelebt. In Abwesenheit der (Nennung Person) sei es zu sexuellen
Übergriffen durch F._ gekommen, wobei er gedroht habe, sie bei
den Schweizer Behörden zu denunzieren, falls Sie sich nicht willig zeige.
Da sie in der Folge gesundheitliche Probleme bekommen habe und des-
wegen im (...) habe (Nennung Behandlung) werden müssen, habe sie die
Wohnung von F._ verlassen. Etwa (Nennung Zeitpunkt) habe sie
ihren heutigen Partner G._, ein (...), kennen gelernt. Ab diesem
Zeitpunkt habe sie zwischen seinem Wohnort und E._ gependelt,
habe bei ihm und bei Freunden gelebt, in Privathaushalten geputzt und
Kinder betreut. Etwa im Jahr (...) habe sie (Nennung Person) kennenge-
lernt, in deren (Nennung Örtlichkeit) sie gearbeitet habe, und welche ihr zu
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einer (Nennung Land) Aufenthaltsbewilligung habe verhelfen wollen. In die-
sem Zusammenhang sei sie betrogen worden, da sie zwar Geld dafür be-
zahlt, jedoch letztlich nur eine Kopie der Aufenthaltsbewilligung erhalten
habe.
Etwa im Jahr (...) sei sie an ihrer Arbeitsstelle, (Nennung Örtlichkeit),
F._ wiederbegegnet. Nach anfänglichem Zögern habe sie eingewil-
ligt, dass ihr F._ zu einem offiziellen, auf ihren Namen lautenden
Pass verhelfe. F._ habe sie unter Ausübung von Druck damit bewe-
gen wollen, wieder ihre früheren Tätigkeiten bei ihm im Haus aufzuneh-
men, was sie aber nicht getan habe.
Seit (...) engagiere sie sich politisch für die H._. (Nennung Zeit-
punkt) habe sie (Nennung Anzahl) an Demonstrationen teilgenommen. An-
lässlich einer Demonstration in E._ im (Nennung Zeitpunkt) habe
sie zufällig F._ angetroffen, der ihr gedroht habe, ihr Leben zu zer-
stören. Sie habe sich von ihm entfernt und sei zu anderen Demonstranten
gegangen. Sie habe ihren Kindern Fotos in die Heimat geschickt, auf de-
nen sie als Teilnehmerin der Demonstration zu erkennen gewesen sei.
Diese Bilder seien in Kamerun veröffentlicht worden. Zudem habe sie ihren
Kindern in Kamerun Geld für politische Aktivitäten überwiesen und diese
überzeugen können, ebenfalls politisch aktiv zu werden. Ihre (Nennung
Verwandte) seien deswegen (Nennung Dauer) inhaftiert gewesen. Auch
ihre (Nennung Verwandte) sei (Nennung Zeitpunkt) (Nennung Dauer) in
Haft gewesen, wobei deren Lebenspartner immer noch inhaftiert sei. (Nen-
nung Verwandte) habe Kamerun zwischenzeitlich verlassen und befinde
sich aktuell in I._. Über den Verbleib ihrer (Nennung Verwandte)
habe sie keine Kenntnis. Erst kürzlich habe sie vernommen, dass sich ihr
(Nennung Verwandter) wieder in Kamerun befinde.
Sie könne aus den angeführten Gründen nicht nach Kamerun zurück. Aus-
serdem habe sie dort niemanden mehr. Ferner könne sie auch wegen ihren
verschiedenen gesundheitlichen Beschwerden nicht zurückkehren.
A.e Am (...) wurde mit der Beschwerdeführerin eine Anhörung für Opfer
von Menschenhandel (OMH) durchgeführt und sie wurde über ihre Rechte
sowie auch die Inanspruchnahme von Schutzmassnahmen für OMH infor-
miert. Nach Einräumung einer Bedenkzeit erklärte sie sich mit Eingabe
vom 17. Mai 2022 zur Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden
einverstanden.
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A.f Mit Eingabe vom (...) erhob die Beschwerdeführerin gegen das Urteil
des (Nennung Gericht) vom (...) Beschwerde beim Bundesgericht. Darin
beantragte sie die sofortige Entlassung aus der Ausschaffungshaft. Mit Ur-
teil (...) hob das Bundesgericht das angefochtene Urteil auf, ordnete die
Freilassung der Beschwerdeführerin an und wies die Sache im Sinne der
Erwägungen an die Vorinstanz zurück. Am 15. April 2022 wurde die Be-
schwerdeführerin dem BAZ C._ zugewiesen und am 31. Mai 2022
wurde ihr Asylgesuch dem erweiterten Verfahren zugeteilt.
B.
Mit Verfügung vom 24. Juni 2022 – zugestellt am 27. Juni 2022 – stellte
das SEM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft
nicht und lehnte ihr Asylgesuch ab. Gleichzeitig ordnete es ihre Wegwei-
sung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. Weiter verfügte
das SEM die Aushändigung der editionspflichtigen Akten gemäss Akten-
verzeichnis.
C.
Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom
27. Juli 2022 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie bean-
tragte, es sei der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben und ihre Flücht-
lingseigenschaft festzustellen, eventualiter sei die Unzulässigkeit, allenfalls
die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vor-
läufige Aufnahme zu gewähren, subeventualiter sei die Sache zur Vor-
nahme weiterer Sachverhaltsabklärungen und zu neuem Entscheid an die
Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Ver-
zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, um Gewährung der un-
entgeltlichen Prozessführung sowie um Beigabe des rubrizierten Rechts-
vertreters als unentgeltlicher Rechtsvertreter.
Der Beschwerde lag (Nennung Beweismittel) bei.
D.
Mit Schreiben vom 28. Juli 2022 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht
der Beschwerdeführerin den Eingang ihrer Beschwerde.
E.
Mit Eingabe vom 6. September 2022 reichte die Beschwerdeführerin (un-
aufgefordert) eine ergänzende Beschwerdebegründung zu den Akten.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend
– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]).
1.2 Die Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerde-
führung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht
eingereichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG)
ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Das Bundesverwaltungsgericht hat die
Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in verschiedenen
Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier
verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, BVGE 2012/5 E. 2.2).
4.
4.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung des Asylentscheids im Wesent-
lichen an, die Vorbringen der Beschwerdeführerin würden nicht die Qualität
aufweisen, welche zu erwarten wäre, wenn sie die geltend gemachten Er-
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eignisse selbst erlebt hätte. Zudem hätten sich in ihren Aussagen Unver-
einbarkeiten und nicht plausible Elemente ergeben, welche insgesamt an
der Glaubhaftigkeit ihrer Darlegungen zweifeln liessen.
Vorweg seien die Ausführungen bezüglich des familiären Umfelds zu be-
zweifeln. So wolle die Beschwerdeführerin bis zu Ihrer Inhaftierung in der
Schweiz (Nennung Zeitpunkt) respektive bis zum (Nennung Behandlung
und deren Zeitpunkt) mit ihren Kindern sowie ihrem (Nennung Verwandter)
in Kontakt gestanden sein. Den nachfolgenden Kontaktabbruch zu den
Kindern sowie zu weiteren Verwandten führe sie auf die Verfolgung dersel-
ben durch die kamerunischen Behörden wegen angeblichen politischen
Aktivitäten beziehungsweise auf fehlende Telefone im Dorf zurück. Da aber
im (...), zum Zeitpunkt des Ausreisegesprächs der Beschwerdeführerin, die
(Nennung Verwandte) die Beschwerdeführerin in Kamerun habe abholen
wollen und die Beschwerdeführerin zudem damals rückkehrbereit gewe-
sen sei, sei dieser plötzliche Kontaktabbruch nicht nachvollziehbar. Weiter
sei auch zu bezweifeln, dass die (volljährigen) Kinder der Beschwerdefüh-
rerin wegen der angeblichen politischen Verfolgung in Kamerun unauffind-
bar seien, zumal die Beschwerdeführerin vor kurzem über (Nennung Per-
son) den Aufenthaltsort ihres (Nennung Verwandter) erfahren habe. Den
Akten sei auch zu entnehmen, dass ein in der Schweiz lebender (Nennung
Verwandter) mit ihrem (Nennung Verwandter) in D._ in Kontakt
stehe und offenbar stehe sie auch mit ihrem in J._ lebenden (Nen-
nung Verwandter) in Verbindung und habe Auskünfte über eine in der Hei-
mat verstorbene (Nennung Verwandte) geben können. Die Beschwerde-
führerin sei demnach offensichtlich in der Lage, mit ihrer in Kamerun an-
sässigen Familie zu kommunizieren. Es wäre ihr daher möglich gewesen,
Genaueres über die familiären Umstände in Kamerun zu erfahren und de-
tailliert darüber zu berichten, anstatt nur vage Aussagen zu machen. Zu-
dem habe die Beschwerdeführerin die Schweizer Behörden zum Umstand,
ob sie schon einmal in der Schweiz um Asyl ersucht habe, angelogen.
Sodann sei es der Beschwerdeführerin trotz vertiefter Befragung nicht ge-
lungen, plausibel zu begründen, inwiefern und warum sie die Hilfe von
F._ für die Ausstellung des Passes in Anspruch genommen habe.
Ihre Antworten würden den nötigen Gehalt und eine persönliche Betroffen-
heit vermissen lassen, obwohl es sich bei F._ angeblich um ihren
Peiniger gehandelt habe. Da sich der Pass offensichtlich in ihrem Besitz
befunden habe, sei davon auszugehen, dass F._ über kein Druck-
mittel gegen sie verfügt habe. Ausserdem erkläre sich dadurch nicht, aus
welchen Beweggründen F._ ihr mit dem Pass hätte helfen wollen.
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Das Vorbringen, F._ habe dadurch gehofft, dass sie die Arbeit in
seinem Haushalt wiederaufnehme, sei deshalb nicht plausibel. Den von
F._ angeblich ausgeübten Druck habe sie nicht zu konkretisieren
vermocht, sich dazu widersprüchlich und ohne Realkennzeichen geäus-
sert. Ungereimt seien die Aussagen sodann zum Umstand, seit wann und
wie F._ in den Besitz ihrer Telefonnummer gekommen sein solle.
Weiter fehlten ihren Ausführungen jegliche substanziierten Anhaltspunkte,
dass F._ tatsächlich beim Geheimdienst gewesen sei. Auch würden
keine entsprechenden Belege vorliegen. Zudem habe sie anlässlich der
(...) Einvernahme vom (...) die Probleme mit F._ respektive ein Auf-
einandertreffen mit ihm nicht erwähnt.
Auch am vermeintlichen politischen Engagement der Beschwerdeführerin
seien grundlegende Zweifel anzubringen. Trotz vertiefender Fragen sei es
ihr nicht gelungen, die Ziele der Partei H._ gehaltvoll zu konkreti-
sieren. Ungeachtet der zahlreichen unglaubhaften Elemente sei bei ihr oh-
nehin von einem bloss niederschwelligen politischen Profil auszugehen,
weshalb nicht anzunehmen sei, dass sie wegen ihrer Demonstrationsteil-
nahmen ins Visier der kamerunischen Behörden geraten sei. Weder habe
sie Konkretes zur behaupteten Veröffentlichung von Fotos, auf denen sie
als Demonstrantin abgebildet sei, zu nennen vermocht, noch habe sie
diese Behauptung bislang belegt. Ihr Einwand, sie habe das Telefon ge-
wechselt und könne deswegen die Fotos nicht einreichen, überzeuge nicht.
Auch die Ausführungen zur Entdeckung ihrer Geldtransfers an ihre Kinder
seien unsubstanziiert und unbelegt geblieben. Da sie zum Zeitraum dieser
Probleme mit ihren Kindern und ihrem (Nennung Verwandter) über ausrei-
chende Kommunikationskanäle verfügt habe, wäre diesbezüglich ein spon-
taner und ausführlicher Bericht zu erwarten gewesen. Sodann seien ihren
Äusserungen keine konkreten Anzeichen einer persönlichen Verfolgung zu
entnehmen. Auch das erneute Treffen mit F._ an der Demonstration
von (Nennung Zeitpunkt) sei angesichts oberflächlicher Schilderungen in
Frage zu stellen. Ihren Aussagen sei überdies nicht zu entnehmen, dass
sie im Nachgang zu dieser Begegnung irgendwelche Massnahmen zu ih-
rem Schutz getroffen hätte. Weiter habe sie sich widersprüchlich zum Zeit-
punkt der Verhaftung ihrer (Nennung Verwandte) geäussert, was sie auf
Vorhalt nicht plausibel habe erklären können. Die Beschwerdeführerin
habe auch den genauen Zeitpunkt der Verhaftung ihrer (Nennung Ver-
wandte) nicht zu substantiieren vermocht und lediglich angeführt, dies sei
in den Jahren (...) und (...) gewesen. Überdies habe sie alle diese politi-
schen Probleme im Ausreisegespräch nicht erwähnt. Im Weiteren sei es
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auch nicht plausibel, dass die (Nennung Verwandte) – obwohl sie den kan-
tonalen Akten zufolge mit der Beschwerdeführerin und dem Migrations-
dienst im Kontakt gewesen sei – ihre (Nennung Verwandte) zwar in Kame-
run habe empfangen wollen, aber deren Probleme mit den kamerunischen
Behörden nicht erwähnt habe. Der Einwand der Beschwerdeführerin, wo-
nach sie während des Ausreisegesprächs vom (...) unter Druck gewesen
sei und die Fakten rund um dieses Gespräch nicht mit den Asylgründen
vermischt werden dürften, könne nicht gehört werden. Einerseits sei aus
dem Protokoll des Ausreisegesprächs nicht ersichtlich, dass auf die Be-
schwerdeführerin Druck ausgeübt worden sei; andererseits sei sie anläss-
lich des Ausreisegesprächs explizit nach Problemen gefragt worden, wel-
che sie an der Rückreise hindern könnten. Dabei habe die Beschwerde-
führerin jedoch all diese Probleme rund um ihr politisches Engagement
nicht erwähnt. Demnach seien die vorgebrachten politischen Vorbringen
als Konstrukt einzustufen.
Weiter sei im Zusammenhang mit der Beschaffung einer (Nennung Land)
Aufenthaltsbewilligung nicht ersichtlich, dass die (Nennung Person) res-
pektive das (Nennung Personen) die Beschwerdeführerin aus einem der in
Art. 3 AsyIG genannten Motiven hätten treffen wollen. Vielmehr stehe dies-
bezüglich ein strafrechtlich relevantes Handeln im Raum. Dass sich die
Beschwerdeführerin sodann mit ihrer (Nennung Verwandte) nicht gut ver-
stehe, stelle ein familiäres, aber kein flüchtlingsrechtliches Problem dar.
Darüber hinaus habe sie in diesem Zusammenhang keine schwerwiegen-
den Nachteile in ihrem Heimatland geltend gemacht.
Soweit die Beschwerdeführerin geltend mache, Opfer von Menschenhan-
del geworden zu sein, sei dieses Vorbringen flüchtlingsrechtlich nicht rele-
vant. Trotz der bedauerlichen Umstände hinsichtlich der in den Jahren (...)
erlittenen sexuellen Übergriffe gewähre der kamerunische Staat den Op-
fern von sexueller Ausbeutung Schutz und es bestünden keine Hinweise,
dass der Beschwerdeführerin dieser Schutz nicht zugänglich wäre. Auch
seien den Akten keine Hinweise zu entnehmen, dass sie deswegen mit
grosser Wahrscheinlichkeit mit flüchtlingsrechtlich beachtlichen Nachteilen
zu rechnen hätte. Im geltend gemachten Hinweis, sie sei aus wirtschaftli-
chen Gründen ausgereist und könne deswegen nicht zurückkehren, sei
ebenso kein Hinweis auf eine gezielte Verfolgung ihrer Person im Sinne
von Art. 3 AsyIG ersichtlich.
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4.2 Die Beschwerdeführerin entgegnete in der Rechtsmitteleingabe, Trau-
mata könnten die Fähigkeit zur Wiedergabe der eigenen Geschichte be-
einträchtigen. Zudem könne die Interpretation der Aussagen durch Emp-
findlichkeiten, Kenntnisse und die Vorstellungen der Asylspezialisten des
SEM beeinflusst werden. In ihrem Fall lägen verschiedene traumatische
Situationen vor, so die ständige Angst vor einer Ausweisung aus der
Schweiz oder einer künftigen Verhaftung, die verschiedenen erlittenen Ver-
haftungen in der Schweiz, ohne dass sie über ihre Rechte Bescheid ge-
wusst habe, und der wiederholte sexuelle Missbrauch durch F._,
gegen den sie nichts habe unternehmen können. Dem Vorhalt unglaubhaf-
ter Aussagen zum Vorhandensein eines familiären Netzes sei zu entgeg-
nen, dass sie über alle ihre Familienmitglieder korrekt Auskunft gegeben
und auch Situationen zugegeben habe, die ihrer Glaubhaftigkeit im Asyl-
verfahren offensichtlich hätten schaden können, so insbesondere die ers-
ten Gründe für ihr Exil in der Schweiz. Der Umstand, dass sie nichts mehr
von ihren Kindern gehört habe, während sie mit ihren (Nennung Ver-
wandte) in Kontakt stehe, stelle keine Inkohärenz, sondern eine subjektive
Einschätzung des SEM dar. Dem Vorhalt widersprüchlicher Aussagen be-
züglich der Stellung eines Asylgesuchs in der Schweiz sei zu entgegnen,
dass das SEM bei der Beurteilung ihrer Vorbringen ihren damaligen
schwierigen Lebensbedingungen und ihrer rudimentären Schulbildung
nicht angemessen Rechnung getragen habe. So habe sie auch keine ge-
nügenden Kenntnisse des Systems in der Schweiz, was es F._ er-
möglicht habe, sie glauben zu lassen, es existierten nebst dem Weg der
Illegalität keine anderen Möglichkeiten in der Schweiz. Im Weiteren würden
ihre anlässlich der Anhörung vom 8. März 2022 gemachten Darlegungen
fundiert, in sich schlüssig und plausibel erscheinen. Ausserdem habe sie
sich in den wesentlichen Punkten ihres Gesuchs nicht widersprochen und
ihre Darlegungen korrespondierten mit den allgemein bekannten Begeben-
heiten in Kamerun. Ihre Ausführungen seien plausibel, so hinsichtlich der
in E._ durchgeführten Demonstrationen der kamerunischen Oppo-
sition. Sodann habe sie weder ihre Mitwirkungspflicht verletzt noch ge-
fälschte Dokumente ins Recht gelegt oder über ihre Identität getäuscht.
Ihre Ausführungen seien vor dem Hintergrund des im Asylverfahren herab-
gesetzten Beweismasses der Glaubhaftmachung und nach einer Abwä-
gung der für und gegen die Glaubhaftigkeit sprechenden Sachverhaltsele-
mente als glaubhaft zu qualifizieren.
Sie erfülle die Flüchtlingseigenschaft aufgrund ihrer politischen Aktivitäten
gegen das aktuelle Regime in ihrer Heimat und wegen ihrer persönlichen
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Probleme mit F._, der dem kamerunischen Nachrichtendienst an-
gehöre und sie anlässlich einer oppositionellen Kundgebung in der
Schweiz als Teilnehmerin identifiziert habe. Ihre Kinder hätten wegen ihrer
politischen Aktivitäten Repression seitens der kamerunischen Behörden
erlitten. Auch würden Opfer sexueller Gewalt – entgegen der vorinstanzli-
chen Ansicht – vom kamerunischen Staat trotz des scheinbaren politischen
Willens keinen Schutz erhalten. F._ sei in Kamerun ein einflussrei-
cher Mann, sie jedoch verfüge über kein entsprechendes Netzwerk, um
ihre Rechte geltend zu machen. Sie müsse daher bei einer Rückkehr mit
flüchtlingsrechtlich relevanten Nachteilen gestützt auf Art. 3 und 54 AsylG
rechnen.
4.3 In der am 6. September 2022 ins Recht gelegten ergänzenden Be-
schwerdebegründung hielt die Beschwerdeführerin fest, der Kontaktab-
bruch zu ihrer (Nennung Verwandte) sei auf ihre Haft vom (...) zurückzu-
führen; erst am (Nennung Zeitpunkt) habe sie wieder Zugang zu einem
Telefon gehabt. Weiter fehle das Gesprächsprotokoll vom (...), welches
vom SEM zitiert worden sei, in den Akten. Es sei erstaunlich, dass sich die
Vorinstanz auf ein inexistentes Protokoll abgestützt habe. Falls sie tatsäch-
lich an diesem Datum angehört worden sein sollte, sei daran zu erinnern,
dass es sich dabei nicht um eine Befragung zur Abklärung der Asylgründe
gehandelt habe und sich deshalb das SEM für die Beurteilung der Glaub-
haftigkeit ihrer Asylvorbringen nicht darauf stützen dürfe. Sodann sei auf-
grund des Umstands, dass sie von (Nennung Person) den Aufenthaltsort
eines ihrer Kinder erfahren habe, eine Verfolgung ihrer anderen Kinder
nicht ausgeschlossen. Weiter habe sie lediglich über Dritte Kenntnis vom
Verbleib ihrer Familienangehörigen erhalten, weshalb ihr nicht vorgehalten
werden könne, diese Informationen seien nur spärlich und widersprüchlich
ausgefallen. Insbesondere habe sie keinen Kontakt zu Angehörigen im Ka-
merun und könne diese dort auch nicht erreichen; ihre Informationsquellen
und mithin ihr Beziehungsnetz befänden sich in der Schweiz. Im Ausreise-
gespräch vom (...) habe sie nicht absichtlich falsche Angaben zur Einrei-
chung eines Asylgesuchs in der Schweiz gemacht, zumal sie aufgrund ih-
rer damaligen Haft traumatisiert gewesen und unter behördlichem Druck
gestanden sei. Ferner sei in diesem Zusammenhang auf die in Entschei-
dungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission
[EMARK] 1993 Nr. 3 enthaltene Rechtsprechung zu verweisen, welche vor-
liegend mit Bezug auf das Ausreisegespräch vom (...) analog anzuwenden
sei. Im erwähnten Gespräch seien denn auch keine wesentlichen Asylvor-
bringen enthalten, weshalb daraus mit Blick auf die weiteren Aussagen in
den Asylbefragungen nichts zu ihren Ungunsten abgeleitet werden könne.
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Dies gelte auch für den Vorhalt, sie habe anlässlich dieses Gesprächs die
in den späteren Anhörungen vorgebrachten Probleme nicht genannt. Fer-
ner habe sie in der ergänzenden Anhörung nachvollziehbar erklärt, wes-
halb sie die Hilfe von F._ bei der Ausstellung eines Reisepasses in
Anspruch genommen habe. Ausserdem sei es durchaus plausibel, dass ihr
F._ seine Hilfe angeboten habe. Zudem seien ihre diesbezüglichen
Ausführungen entgegen der vorinstanzlichen Argumentation substanziiert
ausgefallen. Der Vorhalt der mangelnden persönlichen Betroffenheit sei
nicht nachvollziehbar, zumal sie auch über intime Erlebnisse berichtet
habe. Weiter habe sie bezüglich der Zugehörigkeit von F._ zum ka-
merunischen Geheimdienst lediglich wiederholt, was ihr F._ gesagt
habe, zumal sie diese Angabe nicht habe überprüfen können. Zum Vorhalt,
sie habe den Druck, den F._ auf sie ausgeübt habe, nicht konkreti-
sieren können, sei anzuführen, dass sie diesen Druck anlässlich der Anhö-
rungen ausgeführt habe, soweit es ihr aufgrund der Natur dieses Drucks
(sexuelle Übergriffe) überhaupt möglich gewesen sei. Im Weiteren lege das
SEM nicht dar, wie es ihr hätte möglich sein sollen, ein Beweismittel zum
Beleg der Zugehörigkeit von F._ zum kamerunischen Geheimdienst
beizubringen. Sodann habe sie auf die Fragen zu ihrem politischen Enga-
gement einlässlich geantwortet; der Umstand, dass sich auch andere Par-
teien gegen die Armut und Korruption in ihrem Heimatland engagierten,
verstärke die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen. Die heimatlichen Behörden
hätten von ihren Demonstrationsteilnahmen erfahren und auch F._,
der sie anlässlich einer Demonstration angesprochen habe, könne im Falle
ihrer Rückkehr zu ihren Ungunsten aussagen. Auch hätten die Behörden
bei der Festnahme ihrer Kinder festgestellt, dass sie ihnen Geld in die Hei-
mat geschickt habe, um sie zu oppositionellen Tätigkeiten zu bewegen,
weshalb sie einem reellen Verfolgungsrisiko ausgesetzt sei. Weiter habe
sie die in ihrer Heimat veröffentlichten Fotos, auf welchen sie als Teilneh-
merin an der Demonstration in der Schweiz zu sehen sei, mit dem Wechsel
ihrer Telefonnummer verloren. Sodann habe sie in der Anhörung erklärt,
wie die kamerunischen Behörden ihren Geldtransfer in die Heimat entdeckt
hätten. Ferner habe sie allen Grund zu glauben, dass F._ Auslöser
ihrer Verfolgung sei, zumal er ihr gedroht habe, ihr Leben zerstören zu wol-
len. Auch habe sie zur Gefahr, in welcher ihre Kinder sich befinden würden
und zu ihrer eigenen Verfolgung – entgegen der vorinstanzlichen Ansicht –
detaillierte und konkrete Ausführungen gemacht. Im Weiteren habe sie
durchaus Massnahmen getroffen, um sich vor F._ zu schützen: so
habe sie sich anlässlich der Demonstration umgehend von ihm entfernt und
anschliessend ihre Telefonnummer gewechselt, um keine Drohungen mehr
zu erhalten. Zum Vorhalt widersprüchlicher Angaben zum Zeitpunkt der
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Verhaftung ihrer (Nennung Verwandte) sei zu entgegnen, dass es sich da-
bei lediglich um einen nebensächlichen Punkt in ihrer Begründung handle,
der für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit ihrer Asylvorbringen nicht be-
stimmend sei. Da sie die Verhaftungen ihrer (Nennung Verwandte) nicht
selber miterlebt habe, sei ihr nicht anzulasten, wenn sie die Zeitpunkte die-
ser Verhaftungen nicht genauer habe benennen können, zumal sie diese
Information über Dritte erhalten habe. Das SEM habe ihre Vorbringen ins-
gesamt zu schematisch geprüft und in Berücksichtigung des verminderten
Beweismasses der Glaubhaftigkeit seien ihre Fluchtgründe als glaubhaft
gemacht und demnach die Voraussetzungen zur Zuerkennung der Flücht-
lingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG als erfüllt zu erachten.
5.
5.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten zum
Schluss, dass die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerde-
führerin zu Recht verneint und deren Asylgesuch mit zutreffender Begrün-
dung abgelehnt hat.
5.2
5.2.1 Die Beschwerdeführerin bringt zunächst vor, betreffend die Glaub-
haftmachung sei zu berücksichtigen, dass sie mehrere schwere Traumata
erlitten habe (vgl. Beschwerde, S. 7, III. 2. 1.). Es ist zwar anerkannt, dass
sich gewisse psychische Beschwerden (wie bspw. eine Traumatisierung)
negativ auf das Aussageverhalten auswirken können (vgl. EMARK 2005
Nr. 21 E. 6.2.3. S. 191 f.; 2003 Nr. 17 E. 4b S. 105 ff. m.w.H.). In casu liegen
aber hinsichtlich der vorgebrachten psychischen Beeinträchtigungen kei-
nerlei Belege oder ärztliche Unterlagen in den Akten. Offenbar sah sich die
Beschwerdeführerin diesbezüglich selber nicht zu einer entsprechenden
Untersuchung oder weitergehenden Abklärung veranlasst, obwohl sie im
Rahmen der Behandlung ihrer körperlichen Beschwerden durchaus Gele-
genheit gehabt hätte, entsprechende psychische Beeinträchtigungen vor-
zubringen und auf die Einleitung entsprechender Schritte respektive die
allfällige Begutachtung durch eine Fachperson hinzuwirken. Es liegt dem-
nach keine gesicherte Diagnose bezüglich eines Traumas bei der Be-
schwerdeführerin vor. Zudem ist das Bestehen eines Traumas nicht per se
geeignet, die konkreten Umstände des Trauma begründenden Erlebnisses
zu belegen (vgl. hierzu BVGE 2015/11 E. 7.2.1 f.). Aus den Akten sind im
Übrigen keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche Zweifel an der Verwertbar-
keit der Anhörungsprotokolle aufkommen lassen würden. Solches wird von
der Beschwerdeführerin denn auch nicht geltend gemacht. Vor diesem Hin-
tergrund vermag auch der vorgebrachte Einfluss durch die ständige Angst
D-3255/2022
Seite 14
vor einer Ausweisung aus der Schweiz oder einer Festnahme, die verschie-
denen Verhaftungen in der Schweiz, ohne dass sie über ihre Rechte Be-
scheid gewusst habe, und den wiederholten sexuellen Missbrauch durch
F._, gegen den sie nichts habe unternehmen können, die Anwen-
dung eines herabgesetzten Massstabs bei der Beurteilung der Glaubhaf-
tigkeit nicht zu rechtfertigen. Hinzu kommt in diesem Zusammenhang, dass
ihr Einwand, sie sei bei ihren tatsächlichen Festnahmen nicht über ihre
Rechte orientiert worden, bloss eine unbelegte Parteibehauptung darstellt.
Auch der Einwand, sie habe nichts gegen den Missbrauch von F._
unternehmen können, ist angesichts ihrer Aussage, dass sie auf ihren
Wunsch die ihr von F._ verschaffte Stelle in dessen Wohnung habe
verlassen können – was die Beschwerdeführerin in der Folge bereits vor
der Behandlung ihres körperlichen Leidens denn auch getan haben will –
erheblich zu relativieren (vgl. act. 49, F94-96 und F99 ff.). Weiter bestehen
auch keine Hinweise, dass das SEM in seinem Asylentscheid die persönli-
chen Verhältnisse der Beschwerdeführerin (...) nicht in seine Würdigung
hätte einfliessen lassen, zumal es sowohl bei der Darstellung ihrer persön-
lichen Situation als auch der Beurteilung der Zumutbarkeit eines Wegwei-
sungsvollzugs explizit auf ihre damaligen persönlichen und familiären Ver-
hältnisse sowie die – immerhin – (Nennung Dauer) dauernde Schulbildung
der Beschwerdeführerin Bezug nahm (vgl. SEM act 1123106-69/18 [nach-
folgend act. 69], S. 4 und 14). Der Einwand der Beschwerdeführerin, sie
habe nichts über die Verhältnisse in der Schweiz gewusst, ist unbehelflich.
So verfügt sie in der Schweiz doch über Verwandte, so eine (Nennung Ver-
wandte) in E._ und einen (Nennung Verwandter) in K._, die
ihr hätten helfen können (vgl. SEM act. 1123106-17/10 [nachfolgend act.
17], Ziff. 3.01; act. 35, F150; act 1123106-62/2 [nachfolgend act. 62]). Ihre
Rechtfertigung taugt daher nicht.
5.2.2 Soweit die Beschwerdeführerin in der ergänzenden Beschwerdebe-
gründung rügt, das SEM habe sich auf ein in den Akten nicht vorhandenes
Protokoll (...) abgestützt, erweist sich dieser Einwand als aktenwidrig. Aus
dem vorinstanzlichen Aktenverzeichnis ergibt sich ohne Weiteres, dass
das vermeintlich fehlende Aktenstück als "SEM act. 1123106-31/2" aufge-
nommen und als der Beschwerdeführerin bekannte Akte klassifiziert wurde
(vgl. Aktenverzeichnis SEM, S. 2 und 5).
5.3
5.3.1 Bei der Beurteilung der Asylvorbringen ist zunächst hinsichtlich der
von der Beschwerdeführerin vorgebrachten sexuellen Übergriffe in den
Jahren (...) – welche von der Vorinstanz nicht in Frage gestellt wurden –
D-3255/2022
Seite 15
nicht gänzlich auszuschliessen, dass sie in diesem Zusammenhang Opfer
eines Menschenhandels geworden sein könnte. In Ermangelung eines
ausreiserelevanten Kausalzusammenhangs kann die Beschwerdeführerin
aus diesen Ereignissen jedoch keine asylrechtlich relevanten Nachteile ab-
leiten. Zudem ist aufgrund der Aktenlage nicht davon auszugehen, es droh-
ten ihr deswegen im Falle einer Rückkehr in ihren Heimatstaat mit beacht-
licher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft ernsthafte Nachteile im
Sinne von Art. 3 AsylG. Weder liegen glaubhafte Hinweise vor, dass es sich
bei F._ um einen Angehörigen des kamerunischen Geheimdienstes
handelt noch dass die Beschwerdeführerin diesen nach ihrem definitiven
Weggang aus dessen Wohnung im Jahr (...) jemals wieder angetroffen hat
(vgl. nachfolgende E. 5.3.2 ff.). Bezeichnenderweise äusserte sie denn
auch an der ergänzenden Anhörung betreffend Menschenhandel keine
dementsprechenden Befürchtungen respektive machte keine Furcht vor
Personen geltend, die sich in ihrem Heimatstaat befinden, sondern verwies
auf ihre Gesundheit und die Probleme, die auf ihre exilpolitische Tätigkeit
zurückzuführen seien (vgl. A49, F134). In Ermangelung entsprechender
Entgegnungen ist zu diesem Punkt im Weiteren auf die zu bestätigenden
vorinstanzlichen Erwägungen zu verweisen (vgl. act. A69, S. 11 f.).
5.3.2 Hingegen sind zentrale Teile der Asylvorbringen wie im Übrigen auch
die Ausführungen zur angeblichen Nichtexistenz eines intakten sozialen
Beziehungsnetzes in Kamerun als unglaubhaft zu qualifizieren. Darunter
fallen das zufällige Aufeinandertreffen mit F._ in den Jahren (...),
dessen angebliche Hilfe bei der Ausstellung eines Reisepasses, dessen
Zugehörigkeit zum kamerunischen Geheimdienst, die exilpolitische Tätig-
keit der Beschwerdeführerin für die H._ und die damit im Zusam-
menhang stehende Anstiftung ihrer Kinder zur oppositionellen Tätigkeit in
Kamerun, sowie die daraus resultierende Verfolgung ihrer Person und ihrer
Kinder. Da es sich bei den dargelegten Hergängen um einschneidende Er-
eignisse handelt, die erhebliche Auswirkungen auf das Leben der Be-
schwerdeführerin und dasjenige ihrer Kinder gehabt haben sollen, ist da-
von auszugehen, dass sie erfahrungsgemäss besonders gut im Gedächt-
nis haften bleiben und insbesondere auch eine persönliche Betroffenheit
auslösen würden. Die diesbezüglichen, vielfach ausweichenden und wider-
sprüchlichen Schilderungen der Beschwerdeführerin zu den jeweiligen
Vorkommnissen sind jedoch – entgegen der in der Beschwerde vertrete-
nen Ansicht – nicht substanziiert und die in Frage stehenden Erlebnisse
könnten über weite Teile auch von einer am Geschehen unbeteiligten Per-
son problemlos nacherzählt werden (vgl. SEM act 1123106-31/2 [nachfol-
gend act. 31]; act. 35, S. 11 ff.; SEM act. 1123106-49/19 [nachfolgend act.
D-3255/2022
Seite 16
49], S. 8 ff.). Dementsprechend lassen die Schilderungen denn auch einen
persönlichen Erlebnisbezug vermissen. Trotz wiederholter Nachfragen zu
den erwähnten Punkten des Handlungsablaufs, zu Beschreibungen und zu
ihren persönlichen Reaktionen entsteht aufgrund der Schilderungen der
Beschwerdeführerin nicht der Eindruck, dass sie über einen tatsächlich er-
lebten Sachverhalt berichtet (vgl. act. 35, S. 11 ff.). Wohl vermochte sie zu
verschiedenen Punkten einzelne Details und einige Sätze, welche zwi-
schen ihr und F._ gesprochen worden seien, anzuführen (vgl. act.
A35, S. 14 ff.; A/49, F112 ff.). Diese Ausführungen vermögen aber den über
weite Strecken spärlichen Gehalt ihrer Darlegungen und die praktisch
gänzlich fehlenden Ausführungen zu ihren Gefühlen und Empfindungen
hinsichtlich der fluchtauslösenden Sachverhaltselemente nicht aufzuwie-
gen. Ebenso wenig reichen sie aus, um glaubhaft darzulegen, dass ihren
diesbezüglichen Asylvorbringen eine genügende inhaltliche Dichte und Er-
lebnisrelevanz zukommt, die auf einen tatsächlich erlebten Sachverhalt
hindeuten würde. Auch mit Blick auf die vorgebrachten Umstände, wonach
sich die Beschwerdeführerin aufgrund ihres illegalen Aufenthalts in der
Schweiz während vielen Jahren in einer ausserordentlichen Situation be-
funden habe und überdies infolge der geltend gemachten oppositionellen
Tätigkeiten in der Schweiz in ihrer Heimat politische Verfolgung befürchten
müsse, wäre eine entsprechend gehaltvolle Schilderung ohne Weiteres zu
erwarten gewesen, wenn es sich wie dargelegt um selbst erlebte Ereig-
nisse mit einer derartigen Aussenwirkung gehandelt hätte. Die Beschwer-
deführerin vermag den vorinstanzlichen Schlussfolgerungen, welche voll-
umfänglich zu bestätigen sind, weder in der Beschwerdeschrift noch in der
ergänzenden Beschwerdebegründung stichhaltige Einwände entgegenzu-
setzen. So beschränkt sie sich in der Rechtsmitteleingabe – und in weiten
Teilen auch in der ergänzenden Beschwerdebegründung – im Wesentli-
chen darauf, am bisherigen Sachverhalt festzuhalten und in pauschaler
Weise anzuführen, dass ihre Asylvorbringen in sich schlüssig, wider-
spruchsfrei und mit den Begebenheiten in Kamerun in Übereinstimmung
gebracht werden könnten.
5.3.3 Der Einwand, es sei bezüglich des Ausreisegesprächs vom (...) die
in EMARK 1993 Nr. 3 enthaltene Rechtsprechung analog anzuwenden, zu-
mal im erwähnten Gespräch keine wesentlichen Asylvorbringen enthalten
seien, und es dürfe für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit derselben dar-
aus nichts zu ihren Ungunsten abgeleitet werden, vermag nicht zu über-
zeugen. Gemäss dem von der Beschwerdeführerin in diesem Zusammen-
hang zitierten Art. 2a Abs. 4 der Verordnung über den Vollzug der Weg-
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Seite 17
und Ausweisung sowie der Landesverweisung von ausländischen Perso-
nen (VVWAL; SR 142.281) dient das Ausreisegespräch unter anderem
dazu, die Ausreisewilligkeit der betroffenen Person abzuklären und zu do-
kumentieren. Die Beschwerdeführerin wurde dementsprechend anlässlich
des erwähnten Gesprächs gefragt, ob sie nach ihrer Ankunft in Kamerun
eine Gefahr zu befürchten habe, ohne dass sie diesbezüglich jedoch die
Probleme rund um die in den späteren Anhörungen angeführten politischen
Tätigkeiten erwähnte oder auch nur andeutete. Auch wurde ihr die Mög-
lichkeit eingeräumt, sich mit ihrem Rechtsvertreter über einen Rückzug ih-
res Asylgesuchs Gedanken zu machen (vgl. act. 31). Das Verhalten der
Beschwerdeführerin entspricht daher klarerweise nicht demjenigen einer
verfolgten Person. Der Umstand, dass sie ihren Willen zur Ausreise bekun-
dete und keine Bedenken einer Verfolgung durch die heimatlichen Behör-
den äusserte, lassen denn auch Zweifel am effektiven Bestand von Asyl-
gründen entstehen. Das SEM hat daher aus diesem Verhalten zu Recht
auf ungereimte, mithin unglaubhafte Angaben mit Blick auf die später er-
wähnten Asylgründe geschlossen (vgl. act. 69, S. 6, 7 und 9).
5.3.4 Weiter vermag die Beschwerdeführerin die von der Vorinstanz aufge-
führten Zweifel an den angeblich fehlenden Kontaktmöglichkeiten zu ihrem
familiären Beziehungsnetz in Kamerun nicht zu entkräften. Der lapidare
Einwand, wonach der Umstand, dass sie zwar nichts mehr von ihren Kin-
dern gehört habe, hingegen mit ihren (Nennung Verwandter) in Kontakt
stehe, keine Inkohärenz, sondern die subjektive Einschätzung des SEM
darstelle, vermag die vom SEM einlässlich aufgeführten Unstimmigkeiten
zu ihren familiären Beziehungen und den Möglichkeiten zur Kontaktauf-
nahme nicht zu entkräften. Das SEM hat in seiner Begründung auf mehrere
Aktenstellen Bezug genommen und diese im Entscheid jeweils aufgeführt,
weshalb der Hinweis auf eine "subjektive Einschätzung" der Vorinstanz
nicht stichhaltig ist (vgl. act. A69, Ziff. 1.1, S. 6 f.).
5.3.5 Sodann bleiben auch die Entgegnungen der Beschwerdeführerin be-
züglich des vorinstanzlichen Vorhalts, wonach sie den Zeitpunkt der Ver-
haftung ihrer (Nennung Verwandte) widersprüchlich geschildert habe, un-
behelflich. Soweit sie angibt, es handle sich dabei lediglich um einen ne-
bensächlichen Punkt in ihrer Begründung, der – mit Verweis auf EMARK
1993 Nr. 6 E. 3 – für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit ihrer Asylvorbrin-
gen nicht bestimmend sei, überzeugt diese Argumentation nicht. Den Aus-
führungen der Beschwerdeführerin ist nämlich zu entnehmen, dass ihr
Geldtransfer in unmittelbarem Zusammenhang mit der angeblichen Verhaf-
tung ihrer (Nennung Verwandte) steht, und daher in ihrer (exil)politischen
D-3255/2022
Seite 18
Tätigkeit, mithin einem zentralen Asylvorbringen, begründet liegt (vgl. act.
35, F127 ff.; act. 49, F117 ff.).
5.3.6 Auch ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin weder im vorin-
stanzlichen Verfahren noch auf Beschwerdeebene irgendwelche Beweis-
mittel eingereicht hat, die dem Nachweis ihrer Parteibehauptungen dienen
oder diese zumindest glaubhaft machen könnten, obwohl sie ihren Anga-
ben zufolge im Besitz von solchen gewesen sein will (Nennung Beispiele).
Zu Recht hat das SEM in diesem Zusammenhang festgehalten, dass die
Rechtfertigung der Beschwerdeführerin, sie habe ihr Telefon gewechselt
und könne deshalb die fraglichen Fotos nicht beibringen, nicht zu überzeu-
gen vermag (vgl. act. A69, Ziff. 1.3, S. 8 letzter Absatz) und als blosse
Schutzbehauptung zu werten ist.
5.3.7 Demnach gelangt das Gericht nach Abwägung der für und gegen die
Glaubhaftigkeit sprechenden Aspekte zum Schluss, dass die Wahrschein-
lichkeit, die zu beurteilende Verfolgungsgeschichte entspreche in den we-
sentlichen Punkten nicht den Tatsachen, als höher zu erachten ist. Aus die-
sem Grund war das SEM denn auch nicht gehalten, weitere Abklärungen
über den Stand des gegen F._ angehobenen Strafverfahrens
durchzuführen, da nicht glaubhaft gemacht wurde, dass F._ tat-
sächlich dem kamerunischen Geheimdienst angehört (vgl. Art. 12 VwVG),
zumal sich die verfügende Behörde nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständ-
lichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen
muss, sondern sich auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken darf
(BGE 126 I 97 E. 2b).
Nachdem die Beschwerdeführerin sodann die Schlussfolgerungen des
SEM zur Asylirrelevanz des betrügerischen Verhaltens ihrer (...) Arbeitge-
berin sowie des (Nennung Personen) bei der Beschaffung einer (Nennung
Land) Aufenthaltsbewilligung sowie der familiären Probleme mit ihrer (Nen-
nung Verwandte) und den schwierigen wirtschaftlichen Lebensbedingun-
gen in Kamerun auf Beschwerdeebene nicht in Frage stellt, kann zur Ver-
meidung von Wiederholungen auf die entsprechenden Erwägungen im
Asylentscheid verwiesen werden.
5.4 Asylsuchende sind auch dann als Flüchtlinge anzuerkennen, wenn sie
erst aufgrund von Ereignissen nach ihrer Ausreise im Falle einer Rückkehr
in ihren Heimat- oder Herkunftsstaat in flüchtlingsrechtlich relevanter
Weise verfolgt würden. Zu unterscheiden ist dabei zwischen objektiven und
subjektiven Nachfluchtgründen. Objektive Nachfluchtgründe liegen vor,
D-3255/2022
Seite 19
wenn äussere Umstände, auf welche die asylsuchende Person keinen Ein-
fluss nehmen konnte, zur drohenden Verfolgung führen; der von einer Ver-
folgung bedrohten Person ist in solchen Fällen die Flüchtlingseigenschaft
zuzuerkennen und Asyl zu gewähren. Subjektive Nachfluchtgründe liegen
vor, wenn eine asylsuchende Person erst durch die unerlaubte Ausreise
aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach
der Ausreise eine Verfolgung zu befürchten hat; in diesen Fällen wird kein
Asyl gewährt (Art. 54 AsylG; vgl. BVGE 2010/44 E. 3.5 m.w.H.).
5.4.1 Die dargelegten exilpolitischen Aktivitäten sind nicht geeignet, auf
eine aus flüchtlingsrechtlicher Sicht relevante Gefährdung der Beschwer-
deführerin bei einer Rückkehr nach Kamerun schliessen zu lassen. Die
Ausführungen zu der von ihr unterstützten Partei blieben wenig substanzi-
iert (vgl. act. A35, F113 ff.). Zudem ist die nicht weiter belegte Tätigkeit –
(...) – insgesamt als niederschwellig zu qualifizieren und nicht geeignet, ein
Risikoprofil zu begründen. Auch zur angeblichen Veröffentlichung von Fo-
tos ihrer Demonstrationsteilnahme im (Nennung Zeitpunkt) in den Medien
in Kamerun (vgl. act. A35, F106, F122 ff.) liegen keine Belege vor. Es ist
nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin – bei Wahrunter-
stellung ihres exilpolitischen Engagements – als oppositionelle Person ins
Visier der heimatlichen Behörden geraten sein könnte.
5.4.2 Die kamerunischen Behörden dürften daher die als niederschwellig
zu qualifizierende exilpolitische Tätigkeit der Beschwerdeführerin – sollten
sie davon überhaupt Kenntnis erlangen – kaum als ernsthafte Bedrohung
erachten.
5.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin
nichts vorgebracht hat, was geeignet wäre, ihre Flüchtlingseigenschaft
nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat ihr
Asylgesuch daher zu Recht abgelehnt.
6.
6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
6.2 Nachdem die Beschwerdeführerin vorbringt, seit dem Jahr (...) in einer
Beziehung mit einem Schweizer Bürger zu stehen, stellt sich die Frage, ob
der Grundsatz der Einheit der Familie tangiert ist. Gemäss Rechtsprechung
D-3255/2022
Seite 20
des Bundesverwaltungsgerichts wird der Begriff "Einheit der Familie" im
Asylgesetz (so neben Art. 27 Abs. 3 auch in Art. 44 AsylG oder etwa aArt.
51 Abs. 1 und 2 AsylG) einheitlich verwendet und entspricht jenem des
Schutzbereiches von Art. 8 EMRK. In diesen fallen insbesondere die Mit-
glieder der Kernfamilie, mithin die Ehegatten, Konkubinatspartner und de-
ren minderjährige Kinder. Bezüglich des Familienlebens gelten als wesent-
liche Faktoren das gemeinsame Wohnen respektive der gemeinsame
Haushalt, gemeinsame Kinder, die finanzielle Verflochtenheit, die Länge
und Stabilität der Beziehung sowie das Interesse und die Bindung der Part-
ner aneinander (vgl. BVGE 2012/4 E. 3.3.2 f.). Staatliche Massnahmen
sind ein Eingriff in Art. 8 EMRK, wenn Betroffene im Aufenthaltsstaat per-
sönliche oder Familienbindungen haben, die ausreichend stark sind und
durch den Vollzug der Wegweisung beeinträchtigt würden.
Diese Voraussetzungen sind jedoch vorliegend nicht erfüllt. Weder führt die
Beschwerdeführerin mit dem erwähnten Partner einen gemeinsamen
Haushalt noch bestehen offenbar gemeinsame Zukunftspläne (vgl. act.
A32, F56 ff.), weshalb der Grundsatz der Einheit der Familie respektive
Art. 8 EMRK nicht tangiert ist und die Beschwerdeführerin daraus nichts zu
ihren Gunsten ableiten kann.
6.3 Die Beschwerdeführerin verfügt somit weder über eine ausländerrecht-
liche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer
solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet
(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
7.
7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44; Art. 83
Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
7.2
7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
D-3255/2022
Seite 21
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft,
zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1
AsylG; Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-
stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV,
Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an-
dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder
Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der
Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung
unterworfen werden.
7.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-
rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur
Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der
Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-
fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5
AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Ver-
fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin in
ihren Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG recht-
mässig. Des Weiteren ergeben sich weder aus den Aussagen der Be-
schwerdeführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für
den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahr-
scheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe
oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen
Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Fol-
terausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real
risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschie-
bung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des
EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer
37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssitu-
ation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeit-
punkt nicht als unzulässig erscheinen.
7.2.3 Soweit sich die Beschwerdeführerin auf ihren beeinträchtigten physi-
schen und psychischen Gesundheitszustand beruft, ist mit Blick auf Art. 3
EMRK festzuhalten, dass eine zwangsweise Wegweisung von Personen
mit gesundheitlichen Problemen nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss
gegen Art. 3 EMRK darstellen kann. Dies ist insbesondere dann der Fall,
wenn die betroffene Person sich in einem fortgeschrittenen oder terminalen
D-3255/2022
Seite 22
Krankheitsstadium und bereits in Todesnähe befindet, nach einer Überstel-
lung mit dem sicheren Tod rechnen müsste und dabei keinerlei soziale Un-
terstützung erwarten könnte (vgl. BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die
damalige Praxis des EGMR). Eine weitere vom EGMR definierte Konstel-
lation betrifft Schwerkranke, die durch die Abschiebung – mangels ange-
messener medizinischer Behandlung im Zielstaat – mit einem realen Risiko
konfrontiert würden, einer ernsten, raschen und unwiederbringlichen Ver-
schlechterung ihres Gesundheitszustands ausgesetzt zu werden, die zu
intensivem Leiden oder einer erheblichen Verkürzung der Lebenserwar-
tung führen würde (vgl. Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien 13. De-
zember 2016, Grosse Kammer 41738/10, §§ 180-193 m.w.H., und zum
Ganzen auch BVGE 2017 VI/7 E. 6). Eine solche Situation ist hier nicht
gegeben.
Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der
asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.
7.3
7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
7.3.2 In Kamerun besteht keine Situation allgemeiner Gewalt, die sich über
das ganze Staatsgebiet oder weite Teile desselben erstrecken würde. Eine
gänzlich unsichere, von bewaffneten Konflikten oder permanent drohen-
den Unruhen dominierte Lage, aufgrund derer die Beschwerdeführerin bei
einer Rückkehr unvermeidlich einer konkreten Gefährdung ausgesetzt
wäre, besteht nicht (vgl. Urteil des BVGer D–5414/2019 vom 20. Septem-
ber 2021 E. 11.2 [zur Publikation vorgesehen]).
7.3.3 Gründe ausschliesslich medizinischer Natur lassen den Wegwei-
sungsvollzug im Allgemeinen nicht als unzumutbar erscheinen, es sei
denn, die erforderliche Behandlung sei wesentlich und im Heimatland nicht
erhältlich (vgl. BVGE 2011/50 E. 8.3). Entsprechen ferner die Behand-
lungsmöglichkeiten im Herkunftsland nicht dem medizinischen Standard in
der Schweiz, so bewirkt dies allein noch nicht die Unzumutbarkeit des Voll-
zugs. Von dieser ist erst dann auszugehen, wenn die ungenügende Mög-
D-3255/2022
Seite 23
lichkeit der Weiterbehandlung eine drastische und lebensbedrohende Ver-
schlechterung des Gesundheitszustandes nach sich zieht (vgl. BVGE
2011/50 E. 8.3, BVGE 2009/2 E. 9.3.2).
Gemäss dem Arztbericht vom (...) – die Beschwerdeführerin reichte weder
nach Aufforderung des SEM im vorinstanzlichen Verfahren noch auf Be-
schwerdeebene weitere medizinische Unterlagen zu den Akten – wurde
die Beschwerdeführerin (Nennung Behandlung und Therapie in der
Schweiz). Das SEM liess am 20. April 2022 ein internes medizinisches
Consulting durchführen, zu welchem sich die Beschwerdeführerin am 11.
Mai 2022 vernehmen liess. Darin – sowie in ihrer Beschwerdeschrift – weist
die Beschwerdeführerin auf ihre fehlende Ausbildung, eine in Kamerun
nicht existierende Krankenversicherung und ein fehlendes soziales Bezie-
hungsnetz hin, was ihr den Zugang zu den Behandlungsmöglichkeiten ver-
unmögliche. Diesbezüglich ist vorweg auf den Umstand hinzuweisen, dass
die Beschwerdeführerin mittlerweile in der Schweiz ihre Leiden (...) behan-
deln lassen konnte und sich die Weiterbehandlung in ihrer Heimat im We-
sentlichen auf finanziell weit weniger belastende Nachkontrollen und die
Einnahme von Medikamenten beschränken dürfte. Weiter ist festzuhalten,
dass es der aus D._ stammenden Beschwerdeführerin mit Hilfe ih-
res familiären Beziehungsnetzes möglich und zumutbar sein dürfte, die
Kosten für die benötigte medikamentöse Behandlung aufzubringen und ihr
das familiäre Umfeld sowie Freunde bei der Bewältigung und Finanzierung
ihrer gesundheitlichen Probleme unterstützend zur Seite stehen können,
zumal sie auch in (Nennung Länder) über Verwandte verfügt (vgl. act. A17,
Ziff. 3.01; act. A32, S. 4-7). Soziale, die Beschwerdeführerin unterstüt-
zende Anknüpfungspunkte sind somit erkennbar und die Wohnsituation vor
Ort sowie Erwerbsmöglichkeiten sind vor dem Hintergrund des Vorhan-
denseins mehrerer Verwandter an ihrem Herkunftsort, ihrer (...)jährigen
Schulbildung, ihrer Arbeit auf dem Markt sowie ihren jahrelangen Arbeits-
erfahrungen in der Schweiz gesichert respektive zu bejahen (vgl. act. A32,
F16, F23 f., F28 ff., F51 ff. und F160; act. A69, Ziff. 2.1, S. 14). Weiter er-
achtet das Bundesverwaltungsgericht die geltend gemachten, jedoch un-
belegt gebliebenen psychischen Probleme der Beschwerdeführerin nicht
als derart gravierend, dass sie der Zumutbarkeit eines Vollzugs der Weg-
weisung entgegenstehen, zumal offenbar weder eine weitergehende me-
dizinische Abklärung nötig war noch eine Überweisung an einen Facharzt
in dieser Hinsicht stattgefunden hat. Die vorgebrachten gesundheitlichen
Beschwerden vermögen demnach nicht gegen die Zumutbarkeit des Weg-
weisungsvollzugs zu sprechen, da die von der Rechtsprechung für die Un-
zumutbarkeit des Vollzugs geforderte hohe Schwelle der gesundheitlichen
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Seite 24
Beeinträchtigung aufgrund der Aktenlage nicht erfüllt ist (vgl. BVGE 2011/9
E. 7). Schliesslich steht es der Beschwerdeführerin offen, medizinische
Rückkehrhilfe in Anspruch zu nehmen (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG
i.V.m. Art. 75 der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 [AsylV 2,
SR 142.312]), die nebst der (zeitlich limitierten) Finanzierung einer medizi-
nischen Betreuung im Heimatland auch die Mitgabe eines Medikamenten-
stocks umfassen kann.
7.3.4 Der Vollzug der Wegweisung ist somit als zumutbar zu erachten.
7.4 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-
sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE
2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu
bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
9.
9.1 Mit dem Entscheid in der Hauptsache ist der Antrag, es sei auf die Er-
hebung eines Kostenvorschusses zu verzichten, gegenstandslos gewor-
den.
9.2 Eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, wird auf An-
trag hin von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit, sofern ihr Begeh-
ren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Dabei verfügt eine
Person dann nicht über die erforderlichen Mittel, wenn sie ohne Beeinträch-
tigung des notwendigen Lebensunterhaltes die Prozesskosten nicht zu be-
streiten vermag. Eine Beschwerde gilt ferner dann als aussichtslos, wenn
die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren
und deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können (vgl. BGE 125
II 265 E. 4b S. 275).
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Es ist gestützt auf die eingereichte (Nennung Beweismittel) nach wie vor
von der Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen. Nachdem
überdies die Rechtsbegehren im Rahmen einer summarischen Aktenprü-
fung nicht als aussichtslos zu beurteilen waren, ist das Gesuch um Gewäh-
rung der unentgeltlichen Prozessführung gutzuheissen. Demnach sind der
Beschwerdeführerin keine Verfahrenskosten aufzuerlegen.
9.3 Angesichts dieser Beurteilung ist auch das Gesuch um Beigabe eines
amtlichen Rechtsbeistands (Art. 102m Abs. 1 Bst. a AsylG) gutzuheissen
und der Beschwerdeführerin ist ihr Rechtsvertreter, MLaw Alfred Ngoyi Wa
Mwanza, als amtlicher Rechtsbeistand beizugeben. Die Beschwerdeführe-
rin hat demnach Anspruch auf Übernahme der ihr notwendigerweise er-
wachsenen Parteikosten durch das Bundesverwaltungsgericht (vgl. Art.
102m Abs. 1 Bst. a AsylG i.V.m. Art. 8–14 des Reglements vom 21. Februar
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-
gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der Rechtsvertreter reichte keine Kosten-
note ein, weshalb das Gericht die Entschädigung aufgrund der Akten fest-
setzt, zumal der diesbezügliche Aufwand auf Grund der Akten zuverlässig
abgeschätzt werden kann. Nach Praxis des Bundesverwaltungsgerichts
werden nicht-anwaltliche Vertreterinnen und Vertreter mit einem Stunden-
satz von Fr. 100.– bis 150.– entschädigt (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2
VGKE). Dem amtlichen Rechtsvertreter ist daher zu Lasten des Bundes-
verwaltungsgerichts eine Entschädigung von gesamthaft Fr. 1800.– zuzu-
sprechen.
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