Decision ID: d617b7ec-2bd4-58e7-93e6-f74005f2de0f
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1959
geborene
X._
arbeitete
von 1986 bis zum 30. Juni 2010, als das Arbeitsverhältnis wegen Geschäftsaufgabe gekündigt wurde, bei der
Y._
(Baugeschäft
und Elementbau
) als
Schalungsfabrikant
bei einem 100%-
Pensum (Urk. 8/11 = Urk. 8/16 und Urk. 8/21). Am 14. Juni 2010 wurde der Versicherte von der Krankentaggeldversicherung Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, zur Früherfassung gemeldet (Urk. 8/4). Am 3. August 2010 meldete sich
X._
auf entsprechende Aufforderung hin (Urk. 8/9) wegen Knie
- und Schulterb
eschwerden bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 8/11 = Urk. 8/16).
In der Folge traf die IV-Stelle medizinisc
he und erwerbliche Abklä
rungen (
Urk. 8/19-23). Mit Vor
bescheid vom 28. Dezember 2010 (
Urk. 8/31) stellte die
IV-Stelle dem Versicherten die A
bweisung seines Rentenbegehrens in Aussicht. Dagegen erhob
X._
am
30. Dezember 2010
bezie
hungswei
se am 2
1.
Februar 2011 Einwand (
Urk. 8/32 und Urk. 8/38). Daraufhin liess die IV-Stelle den
Versicherten durch das
Z._
orthopädisch
-neurologisch begutachten (Gutachten vom 15. Juni 2011, Urk. 8/41). Mit Schreiben vom 2. September 2011 nahm der Vers
icherte Stellung zum Gutachten (
Urk. 8/44).
Mit Schreiben vom 1
9.
Januar 2012 beantwortete
Dr.
med
.
A._
, Spezialarzt
Orthopädie FMH, zertifizi
e
rter medizinischer Gutachter SIM, Sportmedizin (SGSM), welcher den Versicherten orthopädisch begutachtet
hatt
e, Ergänzungsfragen
der IV-Stelle
(
Urk.
8/51). Am 25. Oktober 2012 teilte die IV-
Stelle
X._
den Abschluss der Unterstützung bei der beruflichen Eingliederung
per 24. Oktober 2012
mit
,
weil
dieser
sich trotz angemahnter Mitwirkungspflicht weiterhin sub
jektiv arbeitsunfähig gefühlt habe (
Urk. 8/62). Mit Verfügung vom 8. November 2012 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch von
X._
(Urk. 2).
2.
Hiergegen
erhob
X._
am 7. Dezember
2012 Beschwerde und bean
tragte, die Sache sei unter Aufhebung der Verfügung vom 8. November 2012 zu ergänzenden Abklärungen und zum Neuentscheid zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1).
Gleichentags ersuchte
der Beschwerdeführer bei der
Beschwerdegegne
rin
um die
Wiederaufnahme
von beruflichen Massnahmen (Urk. 3).
Die Beschwerdegegnerin
schloss
mit Beschwerdeantwort vom 24. Januar 2013
auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 7, unter Beilage ihrer A
kt
en, Urk. 8/1-71)
, was dem Beschwerdeführer am
4.
Februar 2013 mitgeteilt wurde (Urk. 9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird – soweit erfor
derlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründet die Verneinung des Rentenanspruchs
gestützt auf das
bidisziplinäre
Z._
-
Gutachten vom 15. Juni 2011 (
Urk. 8/41) im Wesentlichen da
mit, dass dem Beschwerdeführer
die an
gestammte Tätigkeit als Schalungsfabrikant
zwar nicht mehr möglich sei, ihm hingegen eine körper
lich leichte Tätigkeit in temperierten Räumen, die vorwiegend im Sitzen ausge
übt werden kann und die nicht mit häufigen knienden Po
sitionen und Arbeiten über der Horizontalen sowie Heben und Tr
agen von Lasten über 5
Kilogramm verbunden sind und bei der mit dem rechten Fuss kein Pedal betätigt werden muss, zu 100 %
zumutbar sei. Der Einkommensvergleich ergebe –
nach durch
geführter Parallelisierung und
unter Berücksichtigung
eines leidensbedingten Abzuges von 20 % – einen Invaliditätsgrad von 22 % (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer ist demgegenüber der Ansicht, auf das
bidisziplinäre
Z._
-
Gutachten
könne nicht abgestellt werden, da es sich mit der konkreten zeitlichen Umsetzung der maximalen körperlichen Belastungsdauer beim Sitzen, Gehen und Stehen im Rahmen einer behinderungsangepassten Tätigkeit und unter Einbezug des Arbeitsweges und der Mittagspause nicht oder nur ungenü
gend auseinandersetze. Deshalb drängten sich weitere medizinische Abklärun
gen auf. Die gegenüber der Beschwerdegegnerin beantragten beruflichen Mass
nahmen – zusammen mit einer Abklärung des konkreten zumutbaren
Belas
tungsprofils
auch in zeitlicher Hinsicht (beispielsweise bei
der
B._
) –
könnten dafür eine Grundlage b
ilden
(Urk. 1).
3.
3.1
Dr
.
med.
C._
, Facharzt
FMH für Orthopädische Chirurgie, diagnosti
zierte in seinem Bericht vom 10. August 2010 (Urk. 8/20/1-2)
zuhanden der Beschwerdegegnerin
Gonarthrosen
beidseitig linksbetont
, einen Status nach
Valgisations
-O
steotomie rechts wegen medialer
Gonarthrose
(Juli 2004),
ein
Nervus
tibialis-Entrapment
rechts, ein
interossäres
Ganglion des
Tibiakopfes
rechts sowie eine operative
Poplitearevision
rechts (20. Juli 2010). Der Verlauf
sei gekennzeichnet durch zunehmende Kniegelenksbeschwerden links, weshalb eine Kniegelenks-Transplantations-Operation auf den 2. Juli 2010 festgelegt worden sei. Da jedoch wenige Wochen davor unklare
Dysästhesien
im Bereich des rechten Unterschenkels und der Fusssohle
aufgetreten seien, die
bei der
spe
zialärztlich-neurologischen
Abklärung
eine Kompression des
Nervus
tibialis
ergeben hätten, welche zur operativen
Poplitearevision
am 2. Juli 2010 geführt habe,
sei
die Transplantation trotz unverändert bestehender invalidisierender Schmerzen bis zur Klärung der Situation des rechten Kniegelenks
verschoben worden.
Der Beschwerdeführer sei sowohl durch Belastungs-
als auch Ruheschmerzen beider K
niegelenke stark gestört. Seit dem 5.
Mai 2010 bestehe eine 100%ige A
rbeitsunfähigkeit
. Gemäss aktueller Situation sei die erneute Arbeitsaufnahme in der bisherigen Tätigkeit vollkommen offen und unsicher, wobei bis zum
Erreichen einer allfälligen Arbeitstätigkeit jedenfalls mit Monaten zu rechnen sei.
3.2
Pr
of.
Dr.
med
.
D._
,
Spez
ialarzt FMH für Neurologie, stellte in seinem Bericht vom 1. Septembe
r 2010 (Urk. 8/22)
zuhanden der Beschwerdegegnerin
als Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Schädigung
des
Ner
vus
tibialis
in der
Poplitea
mit Status nach o
perativer Chirurgie und bei Stat
us nach Knieoperation (2004) und
Val
gisation
-Ost
eotomie
(2006) mit Beginn der neuropath
ischen Schmerzen im Mai 201
0.
Al
s Nebendiagnosen nannte er schwere
Gonarthrosen
beidseitig, O-Beine sowie
Hallux
. Aufgrund der Schwä
che des rechten Fusses (Brennen der Fusssohle nach einer halben Stunde Gehen) habe der Beschwerdeführer Schwierigkeiten beim (arbeitsbedingten) Stehen und Gehen, weshalb ihm die bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei. Im Moment sei offen, ob sich diese Einschränkungen durch medizinische Mass
nahmen vermindern liessen. Seit Mai 2010 sei dem Beschwerdeführer eine rein sitzende Tätigkeit
ganztags
möglich.
3.3
Im Schreiben vom 14. Februar 2011 richtete sich
Dr
.
C._
an den Rechtsvertre
ter des Beschwerdeführers (Urk. 8/37) und stellte fest, dass dem Beschwerdeführer aufgrund seiner beidseitigen Kniegelenksleiden und den neurologischen Störungen seines rechten Unterschenkels eine rein sitzende Tätigkeit ganztags nicht möglich sei. Für die verschiedenen Leiden – Arthrosen der Kniegelenke und neurologische Störungen des rechten Unterschenkels – seien gegensätzliche Massnahmen beziehungsweise Verhaltensnormen einzu
halten.
Die vom Beschwerdeführer überdies geklagten Schulterbeschwerden (beidseitig) stünden in zweiter Linie an und würden erst nach einer einigermas
sen gelungenen Sanierung der Kniegelenke behandelt.
3.4
3.4
.1
Das
Z._
-Gutachten
vom 15. Juni 2011 (Urk. 8/41) nennt folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Ruptur der
Supraspinatus
- und
Subscapularissehne
mit Partialruptur der
Infraspinatussehne
sowie beginnende
Omarthrose
bei Status nach
Acromioplastik
,
Acromioclavicula
rgelenksresektion
,
Bicepstenodes
e
und
Rotatorenmanschettennaht
rechts (April 2007)
-
Leichte
Omarthrose
und
Acromioclaviculargelenksarthrose
links
-
Pangonarthrose
bei reduziertem
femorotibialem
Alignement und Status
nach dreifacher Voroperation rechts und Insuffizienz des vorderen
Kreuzbands
-
Läsion des
Nervus
tibialis
rechts bei bisher nicht genau bekannter
Ursache mit dazu passender sensomotorischer Symptomatik (bestehend
anhaltend seit 5. Mai 2010, ICD-10: G57.5)
Als Nebendiagnosen wurde ein Status nach Implantation einer zementierten Knietotalprothese ohne
Patellarückflächenersatz
links (
November 2010), eine vermehrte Kyphose der Brustwirbelsäule, Senk-/Spreizfüsse und ein
Niko
tinabusus
genannt.
Die Schmerzen in der rechten S
chulter bestünden seit 5
Jahren u
nd hätten trotz zahlreicher O
perationen zugenommen und schränkten die körperliche Leistungsfähigkeit beim Rechtshänder subjektiv ein. Schmerz
mittel würden regelmässig eingenommen. Die Schulterschmerzen rechts könn
ten auf die
im MRI nachgewiesene komplette Ruptur der
Supraspinatus
- und
Subscapula
rissehne
mit Partialruptur der
Infraspinatussehne
sowie
die
begin
nende
Omarthrose
zurückgeführt werden. Seit einem Jahr manifestierten sich Schmerzen in der linken Schulter, die bisher nicht behandelt worden seien und die körperliche Leistungsfähigkeit subjektiv limitierten. Die
Schulterbeschwer
den
links seien bei geringen abnormen Untersuchungsbefunden mit der radiolo
gisch
nachgewiesenen leichten
Omarthro
se
und
Acromioclaviculargelenksarth
rose
vereinbar.
Der Beschwerdeführer leide seit 8 Jahren an Schmerzen im rechten Kniegelenk, die trotz diversen operativen Eingriffen sogar noch zuge
nommen hätten und therapieresistent seien. Die körperliche Leistungsfähigkeit sei dadurch subjektiv vermindert. Schmerzmittel würden täglich gebraucht.
Die Kniegelenkssch
m
erzen rechts und die pathologischen Befunde des rechten Knie
gelenks seien durch die radiologisch dokumentierte
Pangonarthrose
bei redu
ziertem
femorotibialem
Alignement erklärt. Die gleichzeitige vordere
Kreuz
bandinsuffizienz
sei klinisch stumm.
Seit 5 Jahren bestünden nun auch Schmer
zen im linken Kniegelenk
, weshalb eine zementierte Knie
totalprothese ohne
Patellarückflächen
ersatz
links implantiert worden sei. Es bestünden weiterhin Schmerzen im linken Kniegelenk, die nicht objektiviert werden könnten. Radi
ologisch gebe es keine Hinweise für eine Lockerung des Implantats. Ein
low
grade-Infekt sei natürlich nicht ausgeschlossen und der Nachweis eines solchen bedürfe einer aufwendigen Diagnostik.
Beim Beschwerdeführer bestehe klinisch und apparativ (elektrophysiologisch) nachgewiesen eine typische
Nervus
tibialis
-Läsion rechts. Dazu passend finde sich bezüglich Motorik eine hochgradige Schwäche aller Zehenbeuger rechts und etwas geringer ausgeprägt auch eine Schwäche der Fussbeugung rechts. Daraus resultiere bei grundsätzlich freier Fortbewegung auch eine Störung des Gangbilds im S
i
nne eines „Bügeleisengangs“. Bezüglich Sensibilität bestehe ebenfalls passend dazu bei seit Mai 2010 grundsätzlich anhaltenden brennen
den Schmerzen im Bereich der gesamtem rechten Fusssohle auch eine vermin
derte Gefühlsempfindung der rechten Fusssohle mit Einschluss der rechten Ferse und des rechten Aussenrists. Diese brennenden Fusssohlenschmerzen träten vor allem
im
Gehen auf. Zusätzlich sei der Achillessehnenreflex rechts ausgefallen und es zeige sich eine
Muskelverschmächtigung
der Wadenmuskulatur rechts.
Die Ursache dieser
Nervus
tibialis
-Läsion sei auch unter Berücksichtigung der spezifischen Vorbefunde bisher unklar
. Aus differentialdiagnostischer Überle
gung fänden sich keine Hinweise für ein vorliegendes S1-Wurzelsyndrom rechts. Weiter zeigten sich bei verneintem Alkoholkonsum und nicht bestehen
dem Diabetes mellitus auch keine Anzeichen für einen eventuellen Schwerpunkt Polyneuropathie.
Gemäss der
bidisziplinäre
n
(orthopädisch-neurologischen) Beurteilung am 6. Juni 2011 sei der Beschwerdeführer für die bisherige Tätigkeit als
Scha
lungsfabrikant
zu 100 % arbeitsunfähig, da bei Läsion des
Nervus
tibialis
rechts mit Schmerzen, herabgesetzter Gefühlsempfindung
und Kraftabschwächung mit Gangstörung die vorwiegend gehende und stehende Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei. Für körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, die vorwiegend sitzend ausgeübt werden kann und die nicht mit häufigen knienden Positionen und Arbeiten über der Horizontalen sowie Heben und Tragen von Lasten über 5 Kilogramm verbunden sind und bei der mit dem rechten Fuss kein Pedal betätigt werden muss, bestehe dagegen seit jeher eine 100%ige Arbeitsfä
higkeit (mit Ausnahme der postoperativen Rehabilitationen).
Die m
edizinische
n
Massnahmen seien noch nicht ausgeschöpft und berufliche Massnahmen seien aussichtsreich.
3.4.2
Auf entsprechende Nachfrage
der Beschwerdegegnerin vom 4. Januar 2012 (Urk. 8/50) hin
, verdeutlichte
Dr.
A._
(Schreiben vom 19. Januar 2012, Urk. 8/51), dass der Beschwerdeführer seit Mai 2010 in seiner angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter bei voller Stundenpräsenz zu 100 % arbeitsunfähig sei. Ausserdem stellte er klar, dass der Beschwerdeführer in der neurologischen Untersuchung zwar angegeben habe, nach 3 bis 4 Stunden ein Brennen in der rechten Fusssohle zu verspüren, dass jedoch bei einer vollen Arbeitsfähigkeit in
primär sitzender Tätigkeit davon auszugehen sei, dass der Beschwerdeführer vormittags und nachmittags je 4 Stunden arbeite und über Mittag eine Pause von 1 bis 1.5 Stunden mache. Im Übrigen habe der neurologische Gutachter festgehalten, dass die Einschränkung auf Grund der brennenden
Fusssohlen
schmerzen
primär beim Gehen aufträten und nicht beim Sitzen. Die
Fuss
schmerzen
seien jedenfalls explizit neurologisch abgeklärt worden.
3.5
Die
E._
, reichte am 27. April 2012 unter Hinweis darauf, dass
lediglich
eine Konsultation am 12. Dezember 2011 stattgefunden habe, den Bericht vom 19. Dezember 2011
dem
behandeln
den Hausarzt
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin,
ein
(Urk. 8/52-53).
Gemäss der „Beurteilung deskriptiv (ICD-10) bzw. DD“
habe der Beschwerdeführer nach einer Kniegelenksoperation wahrscheinlich eine
Soma
tisierungsstörung
mit Angst und sozialer Phobie entwickelt (ICD-10: F.41.0), wobei ein sekundärer Krankheitsgewinn nicht ausgeschlossen werden könne.
3.6
In seiner Stellungnahme vom 25. Juni 2012
(
Urk.
8/65/5-6)
hielt der
Dr.
med
G._
, Facharzt Orthopädie und Traumatologie, vom Regionalen Ärztli
chen Dienst (RAD) fest,
dass in der bisherigen Tätigkeit als
Schalungsfabrikant seit M
ai 2010 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Für eine
behinderungs
angepasste
Tätigkeit (wie im Gutachten dargelegt, vgl.
E.
3.4.1) sei dagegen durchgehend – mit Ausnahme der jeweiligen postoperativen Rehabilitationen – von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % auszugehe
n
.
Weder der im Einwand des Beschwerdeführers vom 2. September 2011 vorgetragene medizinische Sachver
halt noch
die
im Bericht
der
E._
vom 19. Dezembe
r 2011 genannte wahrscheinliche psychiatrische
Diagnose vermö
cht
e
n
die gutachterli
che Einschätzung zu widerlegen beziehungsweise ergäbe
n
eine weitere Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit.
4.
4.1
Die Parteien sind sich darin einig, dass der Beschwerdeführer seit Mai 2010 in seiner bisherigen Tätigkeit als
Schalungsfabrikant
zu 100
%
arbeitsunfähig ist. Str
ei
tig und zu prüfen
bleibt der Grad der Arbeitsfähigkeit in einer
behinde
rungsangepassten
Tätigkeit. Die Beschwerdegegnerin stützt ihr
e
Auffassung, wonach in einer
körperlich leichte
n Tätigkeit
in temperierten Räumen, die vor
wiegend sitzend ausgeübt werden kann und die nicht mit häufigen knienden Positionen und Arbeiten über der Horizontalen sowie Heb
en und Tragen von Lasten über 5
Kilogramm verbunden sind und bei der mit dem rechten Fuss kein Pedal betätigt werden muss
, eine 100%ige Arbeitsfähigkeit besteht (Urk. 2)
,
auf das
bidisziplinäre
Z._
-
Gutachten vom 15. Juni 2011 (Urk. 8/41).
4.2
Das orthopädisch-neurologische Gutachten
des
Z._
vom 15. Juni 2011 (Urk. 8/41) basiert auf einer umfassenden orthopädischen und neurologischen Untersuchung und wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung
mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben. Die Gutachter haben detaillierte und nach
vollziehbare Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit den vom Beschwer
deführer geklagten Beschwerden auseinandergesetzt
. Zudem wurden die medi
zinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend darge
legt und die Schlussfolgerung nachvollziehbar begründet. Dem
bidisziplinären
Gutachten kommt demnach grundsätzlich volle Beweiskraft zu (vgl. Erwägung 1.5).
Die
Z._
-Gutachter stellten fest, dass der Gesundheitsschaden, welcher sich auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirkt, mit den dargelegten Diagnosen ausgewiesen ist. Sie führten jedoch schlüssig
aus
, dass diese Diag
nosen einer behinderungsangepassten Tätigkeit mit einem besonderen
Anfor
derungsprofil
, welches auf die geklagten Beschwerden abgestimmt ist, nicht entgegenstehen. Prof.
D._
attestierte dem Beschwerdeführer bereits im Sep
tember 2010 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für rein sitzende Tätigkeiten
(vgl. Erwägung 3.2)
. Diese Beurteilung der Arbeitsfähigkeit deckt sich weitgehend mit den gutachterlichen Einschätzungen, wobei anzumerken ist, dass sich Prof.
D._
nur auf die
Kniebeschwerden beschränkte. Wenn das orthopädisch-neurologische Gutachten nun weitere einschränkende Vorgaben für eine
behin
derungsangepasste
Tätigkeit aufstellte, dann erfolgte dies unter Berücksichti
gung der weiteren festgestellten Leiden, insbesondere der Schulterbeschwerden.
Der
Einwand von
Dr.
C._
, dass eine
rein sitzende Tätigkeit aufgrund der unter
schiedlichen Leiden (Arthrosen der Kniegelenke und neurologische Störun
gen des rechten Unterschenkels) gar nicht möglich sei, lässt sich mit dem Hin
weis darauf entkräften, dass das Anforderungsprofil eine „vorwiegend sitzende“ Tätigkeit vorschreibt, was Positionswechsel
(mit Gehen und Stehen)
ermöglicht und sogar bedingt, womit den
von ihm
geforderten gegensätzlichen Massnah
men genügend nachgekommen wird.
4.3
Auch der Einwand des Beschwerdeführers, dass sich das Gutachten nicht oder nur ungenügend mit der konkreten zeitlichen Umsetzung der maximalen kör
perlichen Belastungsdauer
i
m Rahmen einer behinderungsangepassten Tätigkeit auseinandergesetzt habe, vermag daran nichts zu ändern.
Es ist
zwar
korrekt, dass der Beschwerdeführer bei der Anamnese
gegenüber dem orthopädischen Gutachter angab, dass das Sitzen während 5 Stunden mög
lich und das Gehen auf 30 Minuten limitiert sei, und gegenüber dem neurolo
gischen Gutachter erklärte, beim Gehen verspüre er nach 30 Minuten ein Bren
nen im Bereich der rechten Fusssohle, wobei dieses Brennen auch beim Sitzen nach 3 bis 4 Stunden auftrete.
Wenn die Gutachter diese subjektiven Schilde
rungen als grundsätzlich nachvollziehbar und glaubhaft bezeichnen, bedeutet dies
aber
noch nicht, dass die geklagten Schmerzen auch
medizinisch
festge
stellt werden konnten und somit objektivierbar sind.
Wenn nun die beiden Gut
achter festhalten, dass der Beschwerdeführer eine behinderungsangepasste Tätigkeit mit dem spezifischen A
nforderungsprofil
mit einem 100%-
Pensum verrichten kann,
ist ohne weiteres darauf abzustellen. Wie
Dr.
A._
bereits ausführte (vgl.
Erwägung 3.4.2)
,
werden
vormittags und nachmittags je
4 Stun
den Arbeit von 1 bis
1.5 Stunden Pause unterbrochen und
treten
die
Fusssoh
lenschmerzen
primär beim Gehen und nicht
beim Sitzen auf
.
Ausserdem ver
langt das Anforderungsprofil eine Tätigkeit, welche nur „vorwiegend sitzend“ zu sein hat, sodass bereits während der eigentlichen Arbeitszeit entlastende Positionswechsel mit Stehen und Gehen
erfolgen. Eine leidensangepasste
voll
schichtige
Tätigkeit erschiene daher dem Beschwerdeführer selbst dann als zumutbar, wenn auf seine subjektiven Beschwerdeschilderungen abgestellt würde.
4.4
Soweit d
er
Beschwerdeführer verlangt, es seien weitere Abklärungen durchzufüh
ren (
Urk.
1 S. 5 f.
), kann darauf in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden (BGE 127 V 491 E. 1b mit Hinweisen). Der Gesundheitszu
stand und die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit sind aufgrund der medizinischen Akten hinreichend abgeklärt. Von weiteren Untersuchungen wären keine neuen Erkenntnisse zu erwarten.
4.5
Zusammenfassend
kann aufgrund der überzeugenden Feststellungen im
bidiszipli
nären
Gutachten des
Z._
vom 15. Juni 2011 (Urk. 8/41) ohne Wei
teres da
von ausgegangen werden, dass dem
Beschwerdeführer eine
behinde
rungsangepasste
Tätigkeit (körperlich leichte
Tätigkeit in temperierten Räumen, die vorwiegend sitzend ausgeübt werden kann und die nicht mit häufigen knienden Positionen und Arbeiten über der Horizontalen sowie Heben und Tra
gen von Lasten über 5
Kilogramm verbunden sind und bei der mit dem rechten Fuss kein Pedal betätigt werden muss
) zu 100 % zumutbar ist – mit Ausnahme der jeweiligen postoperativen Rehabilitationen.
5.
5.1
Die von der Beschwerdegegnerin b
ei der Invaliditätsbemessung
verwendeten Bemessungsfaktoren werden weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht beanstandet und es besteht angesichts des klar rentenausschliessenden
Invali
ditätsgrades
auch kein Anlass für eine nähere Prüfung von Amtes wegen. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.2
Anzumerken
bleibt
, dass dem erneuten Gesuch des Beschwerdeführers vom 7. Dezember 2012 (Urk. 3) um Wiederaufnahme von beruflichen Massnahmen der formelle
Abschluss der Unterstützung bei der beruflichen Eingliederung mit Mitteilung vom 25. Oktober 2012 (Urk. 8/63)
nicht entgegensteht.
6.
Gemäss
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festge
legt. Vorliegend sind die Kosten auf Fr.
6
00.-- anzusetzen und dem Beschwer
deführer aufzuerlegen.