Decision ID: 3bffd058-5f2b-4319-8196-f7004d1fcb97
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1949, ist bei der SWICA Krankenversicherung AG (nachfolgend: SWICA) obligatorisch krankenpflegeversichert. Anfang/Mitte Oktober 2013 stürzte er und schlug mit dem Kinn auf einen Stein auf.
Einige
Zeit später bemerkte der Versicherte eine Lockerung eines unteren Schneide
zahns, welcher ihm im Februar
2014
beim Zähneputzen schliesslich ausfiel (vgl. Unfallmeldung vom 9. März 2014,
Urk.
7/4). Am 5. März 2014
reichte
med.
dent
.
Y._
,
eidg
.
dipl.
Zahnärztin, d
e
r
SWICA
ein
Zahnschadenfor
mular
mit Kosten
voranschlag f
ür eine unfallbedingte zahnmedizinische Be
handlung im Sinne einer
Verblockung der Zähne 41/4
2 und 32/33 zur Stabili
sierung und einer
Versorgung mittels Implantat an Stelle des Zahnes 31
,
samt dazugehörigem bildgebendem Material
(vgl.
Urk.
7/1-2 und
Urk.
7/4)
,
ein
. Die Kosten der
von ihr
am 21. Februar 2014
notfallmässig bereits durchgeführten
B
ehandlung bezifferte sie
dabei
auf
Fr.
523.90 (
Urk.
7/3).
Mit Schreiben vom 16. Juni 2014 (
Urk.
7/5) verneinte die SWICA ihre
Leistungs
pflicht
aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung und teilte mit, dass sie di
e Kosten der
erfolgten Sofortbehandlung in der Höhe von
Fr.
523.90 (abzüglich der gesetzlichen Kostenbeteiligung) aus Kulanz über
nehme. Daran hielt sie
- nach Konsultation ihres Vertrauenszahnarztes (
Urk.
7/7) -
mit Verfügung vom 4. Dezember 2014 (
Urk.
7/8) fest. Die vom Ver
sicherten dagegen am 6. Januar 2015 erhobene Einsprache (
Urk.
7/9) wies die SWICA mit
Einspracheentscheid
vom 2
2.
Januar 2015 (
Urk.
7/10 =
Urk.
2) ab.
2.
Der Versicherte erhob am 23. Februar 2015 Beschwerde gegen den
Ein
-
spracheent
scheid
vom 2
2.
Januar 2015 (
Urk.
2) und beantragte, dieser sowie die Verfügung vom 4. Dezember 2014 seien aufzuheben und es sei die SWICA zu verpflichten, die Leistungen gemäss dem Bundesgesetz über die Krankenver
sicherung (KVG) für seinen Zahnschaden aufgrund des Unfallereignisses im Oktober 2013 zu erbringen. Eventuell sei die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an die SWICA zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2 oben). Die SWICA beantragte mit Beschwerdeantwort vom 5. März 2015 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde. Mit Replik vom 1. Juli 2015 (
Urk.
12) und Duplik vom 9. Juli 2015
(
Urk.
16)
hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.
Mit Gerichtsverfügung vom 17. Juli 2015 (
Urk.
17) wurde dem Beschwerdefüh
rer Frist angesetzt, um die mit Replik eingereichte, indes teilweise geschwärzte zahnärztliche Stellungnahme vom 5. Januar 2015 (
Urk.
13/1) vollständig lesbar einzureichen, desgleichen die der Stellungnahme zugrunde liegende Anfrage seines vormaligen Rechtsvertreters. Dieser Aufforderung kam der Beschwerde
führer am 14. Oktober 2015 nach (
Urk.
20 und
Urk.
21/1-2). Die
Beschwerde
gegnerin
nahm am 26. Oktober 2015 Stellung zu den eingereichten Unterlagen (
Urk.
24). Die Stellungnahme wurde dem Beschwerdeführer am 27. Oktober 2015 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
25).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1
.1
Nach
Art.
31
Abs.
2 in Verbindung mit
Art.
1a
Abs.
2
lit
. b
KVG
übernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung die Kosten der Behandlung von Schäden des Kausystems, die durch einen Unfall verursacht worden sind, soweit dafür keine Unfallversicherung aufkommt.
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi
gende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesund
heit oder den Tod zur Folge hat.
1.2
Die Frage der Unfallkausalität beurteilt sich im Wesentlichen nach den gleichen Grundsätzen wie im Bereich der Unfallversicherung: Vorausgesetzt ist zunächst, dass zwischen dem schädigenden Ereignis und dem behandelten Zahnleiden nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht
(
Urteil des Bundesgerichts 9C_242/2010 vom 29. Nove
mber 2010, E. 3.2)
.
Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsan
spruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Für die Frage des natürlichen Kausalzusammenhangs
massgebend sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein die gesundheitliche Beeinträch
tigung nicht, nicht in gleicher Weise oder nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre (
conditio
sine qua non). Es ist somit nicht erforderlich, dass der Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache der gesundheitlichen Störung ist; bl
osse Teilursächlichkeit genügt.
Sodann kann die Haftung der Versicherung nicht mit der Begründung ausgeschlossen werden, eine (körperliche)
Gesundheitsschädi
gung
sei weitestgehend einem massiven Vorzustand zuzuschreiben, und dem Unfallereignis komme demgegenüber nur untergeordnete Bedeutung zu. Nur wenn aufgrund des Vorzustands ein alternativer, alltäglicher Belastungsfaktor zu annähernd gleicher Zeit dieselbe Gesundheitsschädigung hätte bewirken können, der Unfall mit andern Worten einen beliebigen und austauschbaren - im Ursache-Wirkungszusammenhang mithin bedeutungslosen - Anlass darstellt,
ist die natürliche Unfallkausalität zu verneinen (Gelegenheits- oder
Zufallsursa
che
; Urteil des Bundesgerichts 9C_242/2010 vom 2
9.
No
vember 2010, E. 3.2 mit
Hinweisen
).
1.3
Bei organisch objektiv ausgewiesenen Gesundheitsschäden, einschliesslich
Zahn
schäden
, deckt sich die natürliche weitgehend mit der - für die
Leistungs
pflicht
weiter vorausgesetzten - adäquaten Unfallkausalität. Hier spielt mithin die unter Adäquanzgesichtspunkten entscheidende Frage, ob das Unfallereignis nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint, für die Begründung der
Leis
tungspflicht
praktisch keine Rolle. Bei Zahnschäden mit im Unfallzeitpunkt krankhaftem Vorzustand könnte die adäquate Kausalität - analog zur natürli
chen (
vorstehend
E.
1
.2
) - nur dann verneint werden, wenn anzunehmen wäre, dass der durch einen krankhaften Vorzustand geschwächte Zahn zur annähernd gleichen Zeit selbst einer normalen Belastung nicht standgehalten hätte (Urteil des Bundesgerichts 9C_242/2010 vom 2
9.
No
vember 2010, E. 3.3 mit
Hinwei
sen).
1.4
Berichte und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte unterliegen wie andere Beweismittel der freien richterlichen Beweiswürdigung. Es kann ihnen Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indi
zien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen
(BGE 123 V 331 E. 1c mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte ihre Leistungspflicht gestützt auf die Beurtei
lung ihres Vertrauens
zahn
arztes mit der Begründung, dass ein natürlicher Kau
salzusammenhang zwischen dem Unfall vom Oktober 2013 und dem zu sanie
renden Zahnschaden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen sei. Ebenso wahrscheinlich sei, dass der Beschwerdeführer den Zahn aufgrund der bestehenden Parodont
itis
und damit aufgrund eines unfallfremden Gesche
hens verloren habe (
Urk.
2 S. 5
Ziff.
6,
Urk.
6 S. 4 f.
Ziff.
7). Hinsichtlich des
Sturzes sei von einem beliebigen
austauschbaren Anlass auszugehen, welcher aufgrund des vorhandenen Vorzustands nicht als Ursache für den Verlust des Zahnes 31 gewertet werden könne (
Urk.
2 S. 4 Mitte). Die vom Beschwerdefüh
rer im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichte zahnärztliche Stellung
nahme ändere - aus näher dargelegten Gründen - nichts
a
n
dieser Einschätzung
(
Urk.
24).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, der Beschwerdegegnerin sei es nicht gelungen, den ihr obliegenden Nachweis zu erbringen, dass der Zahn 31 auch einer normalen Belastung nicht standgehalten hätte (
Urk.
1 S. 5 oben). Aus der vom Vertrauens
zahn
arzt der Beschwerdegegnerin festgestellten (leichten bis mittelgradig) generalisierten Parodontitis mit lokal fortgeschritte
nen Knocheneinbrüchen bei den nicht interessierenden Zähnen 12 und 22 im Oberkiefer lasse sich nicht ableiten, dass er den Zahn 31 im Unterkiefer bei ei
nem beliebigen Anlass hätte verlieren müssen. Dafür spreche auch die Tatsache, dass er nachweislich ein altersgerechtes, bleibendes Gebiss und eine gute Mundhygiene aufweise. Es bestehe deshalb kein Grund daran zu zweifeln, dass sein Gebiss im Unfallzeitraum trotz - allfälliger - Vorschädigung alltäglichen Belastungen standgehalten hätte. Bis zum Unfallzeitpunkt (und auch bis zum Verlust des Zahnes) habe er keine Probleme beim normalen
Kauakt
gehabt
und die Nachbarzähne
seien
im
unteren Wurzeldrittel
von Knochen umgeben (
Urk.
1 S. 5
Ziff.
4,
Urk.
12
Ziff.
5). Der Beurteilung des Vertrauens
zahn
arztes könne gegenüber derjenigen der behandelnden Zahnärztin - aus näher dargelegten Gründen - kein Vorrang eingeräumt werden (
Urk.
15 S. 2 oben).
2.3
Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer bei der Beschwerdegegnerin für die obligatorische Krankenpflegeversicherung mit Einschluss des
Unfall
risikos ver
sichert ist, dass er im Oktober 2013 einen Unfall erlitten hat und dass keine Unfallversicherung
für die Behandlung des Schadens am Kausystem aufkommt
.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin für die zahnmedizinische Behandlung
im Bereich des Unterkiefers des Beschwerdeführers, insbesondere
für
die
Einsetzung eines Im
plantats anstelle des Zahnes 31,
aus der obligatori
schen Krankenpflegeversicherung
leistungspflichtig ist, was davon abhängt, ob zwischen dem Ereignis vom Oktober 2013 und dem Ausfall des Zahnes 31
ein kausaler Zusammenhang besteht.
3.
3.1
Gemäss
Zahnschadenformular vom
5. März 2014 (
Urk.
7/3)
behandelte med.
dent
.
Y._
den Beschwerdeführer am 21. Februar 2014
.
Die Zahnärztin
führte aus, der Beschwerdeführer habe angegeben, Anfang bis Mitte Oktober 2013 einen Unfall erlitten zu habe
n
. Er sei gestürzt und mit dem Kinn auf einen grossen Stein gefallen. Die aufgetretenen Schmerzen seien nach einigen Wo
chen wieder weggegangen. Er habe zuerst nicht realisiert, dass etwas mit den Zähnen nicht in Ordnung sei. Erst mit der Zeit habe er bemerkt, dass der Zahn 31 stark gelockert sei. Die Lockerung sei immer schlimmer geworden. Vor etwa zwei Wochen sei der Zahn beim Zähneputzen ausgefallen (
Ziff.
2). Als
unfallbe
dingte
Befunde nannte med.
dent
.
Y._
eine Subluxation (Lockerung) der Zähne 41 und 31 sowie eine Kronenfraktur ohne Pulpabeteiligung des Zahnes 32 (
Ziff.
3). Weiter vermerkte sie, dass die Zähne 16, 26, 27, 47, 46, 41, 32, 36 und 37
par
o
dontal
geschädigt seien (
Ziff.
4.4). Als Zwischenbehandlung schlage sie eine Verblockung der Zähne 41/42 und 32/33 zur Stabilisierung und als de
finitive Versorgung ein Implantat an Stelle des Zahnes 31 vor (
Ziff.
6-7).
3.2
Dr.
med. und
Dr.
med.
dent
.
Z._
, Facharzt für Mund-, Kiefer- und
Ge
sichtschirurgie
, Vertrauens
zahn
arzt der Beschwerdegegnerin, nahm am 26. No
vember 2014 Stellung zu den ihm unterbreiteten Akten (
Urk.
7/7). Er führte aus, das ihm vorliegende, nicht datierte
Orthopantomogramm
(OPT) mit noch voll
ständiger
Bezahnung
sei wegen schlechter Bildqualität nur beschränkt
beurteil
bar
. Es zeige eine leichte bis mittelgradige generalisierte Parodontitis mit
paro
dontalem
Knochenverlust. Derselbe Befund könne auch auf diversen, ebenfalls nicht datierten Zahnröntgenaufnahmen festgestellt werden. Die Röntgenauf
nahmen der Ober- und Unterkieferfront vom 21. Februar 2014 zeigten einen teilweise fortge
schrittenen (entzündlichen)
paro
dontalen
Knochenverlust, ins
besondere bei den Zähnen 12 und 22 im Oberkiefer. Im Unterkiefer zeige sich das typische Bild
eines schweren
paro
dontalen
Knocheneinbruchs im Bereich des verlorenen Zahns 31 und der benachbarten Zähne 3 (gemeint wohl: 32) und 41. Derselbe Befund werde auch durch die intraorale Fotoaufnahme bestätigt, wo an der freiliegenden Zahnwurzeloberfläche des Zahnes 41 noch Zahnstein sichtbar sei. Somit sei radiologisch erstellt, dass eine generalisierte Parodontitis mit lokal fortgeschrittenen Knocheneinbrüchen bestehe. Sollte der Zahn 31 beim Unfallereignis durch ein adäquates Trauma geschädigt worden s
e
in, sei davon auszugehen, dass durch den Schlag unmittelbar eine massive Lockerung des Zahnes 31 aufgetreten wäre, allenfalls begleitet von einer
Zahnfleischblu
tung
. Dies hätte vom Beschwerdeführer sofort bemerkt werden müssen. Bei traumatisch gelockerten Zähnen komme es in der Regel zu einer Stabilisierung dieser Zähne innert etwa vier Wochen durch den spontanen Heilungsverlauf. Im vorliegenden Fall habe der Beschwerdeführer eine traumatische Lockerung des Zahnes 31 offensichtlich nicht bemerkt (S. 1 f.
Ziff.
2).
Die sehr lange zeitliche Latenz von vier Monaten zwischen dem Unfallereignis und dem Verlust des Zahnes 31 zusammen mit dem Röntgenbefund eines schweren, entzündlich bedingten
parodontalen
Knochenverlustes spreche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dafür, dass zwischen dem Unfallereignis und dem Verlust des Zahnes 31 etwa vier Monate später kein kausaler Zusammen
hang bestehe. Der Verlust des Zahnes 31 dürfte mit überwiegender Wahrschein
lichkeit ausschliesslich auf die Parodontitis zurückzuführen sein. Ergänzend sei festzuhalten, dass unmittelbar nach dem Unfallereignis offensichtlich keine
Hinweise oder Symptome
vorgelegen
hätten
, welche auf eine unfallbedingte Traumatisierung des Zahnes schliessen liessen (S. 2).
3.3
Auf Anfrage des
da
maligen Rechtsvertreters des Beschwerdeführers vom 15. De
-
zember
2014 (
Urk.
21/1) nahm med.
dent
.
A._
am 5. Januar 2015 Stellung zu den ihm unterbreiteten Akten (
Urk.
21/2). Er führte aus, die Schlussfolgerung der Beschwerdegegnerin zum Kausalzusammenhang nicht eindeutig nachvollziehen zu können. Trotz der nicht vollständigen Dokumenta
tion vor dem Unfall liege es nahe, dass der Beschwerdeführer an einer mittel
gradigen Parodontitis
gelitten habe
und seine Zähne geschwächt
gewesen seien
. Wie stark, lasse sich aus den Unterlagen aber nicht eindeutig eruieren. Die Nachbarzähne 32, 41 und 42 seien auf der Röntgenaufnahme vom 21. Februar 2014 im apikalen (unteren) Wurzeldrittel noch von Knochen und
Parodont
(Zahnhalteapparat) umgeben. Sie seien geschwächt, schienen aber bis zur letz
ten Kontrolle den normalen äusseren Einwirkungen gut standgehalten zu haben. Daraus könnte man schlussfolgern, dass auch der Zahn 31 (wie seine vergleich
baren Nachbarzähne) einer normalen äusseren Einwirkung
(ohne Unfall)
standgehalten hätte und es müsse folglich nicht davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer den Zahn bei einem beliebigen Anlass hätte verlieren können. Hier könnte man anmerken, dass der Zahn 31 sogar noch vier Monate nach dem Unfallereignis den normalen äusseren Einwirkungen standgehalten habe (S. 1).
Unter Bezugnahme auf die Stellungnahme von
Dr.
Z._
führte med.
dent
.
A._
weiter
aus, bei Zahntraumata gebe es durchaus auch Fälle, bei denen die Zahnbeweglichkeit abnehmen könne. Dies sei beispielsweise bei einer Intru
sion der Fall, also wenn der Zahn durch eine Gewalteinwirkung oder einen Un
fall in die Alveole (Zahnfach) gedrückt werde. Das heisse für den vorliegenden Fall, dass es durch den Unfall nicht unbedingt zu einer für den Beschwerdefüh
rer feststellbaren Lockerung gekommen sein müsse. Die Wahrscheinlichkeit ei
ner Lockerung sei wohl höher, aber auch schwer beweisbar. Die Annahme des Vertrauens
zahn
arztes, wonach die sehr lange Latenz von vier Monaten zwi
schen dem Unfallereignis und dem Verlust des Zahnes 31 gegen einen Kausal
zusammenhang spreche, werde nicht begründet und scheine nicht ganz voll
ständig. Es gebe zahlreiche Fälle, bei denen erst Jahre später ein
Unfallfolge
schaden
auf
trete.
Als Beispiel zu erwähnen seien schmerzfreie, chronische Ent
zündungen an Zahnwurzeln nach Unfällen, welche für den Patienten unbemerkt über längere Zeit entstünden, bis sie unverhofft akut und schmerzhaft würden (
Devitalisation
des Zahnnervs, gefolgt von einer asymptomatischen Entzün
dung; S. 2 oben und Mitte).
Folglich liessen sich verschiedene Annahmen einander gegenüber stellen, aber aufgrund der knappen Dokumentation nur schwer beweisen. Dennoch gehe er davon aus, dass eine wahrscheinliche Kausalität zwischen dem Unfall und dem Zahnverlust bestehe (aufgrund des Vergleichs mit den Nachbarzähnen). Es sei zumindest davon auszugehen, dass der Unfall den geschwächten Zahn 31 zu
sätzlich geschädigt habe. Dies führe letztendlich zu einem beschleunigten
Zahn
verlust
und somit zu einer Gesundheitsschädigung (S. 2 unten).
3.4
Mit Email vom
2.
Juni 2015 bestätigte die Zahnarztpraxis
Dr.
B._
zu
Handen
des Beschwerdeführers die Durchführung einer Dentalhygienesitzung am
26. Mai 2015 und dass er ein altersgerechtes, bleibendes Gebiss (
2.
Dentition) sowie eine gute Mundhygiene aufweise (
Urk.
13/2).
4.
4.1
Gemäss
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.2)
ist
radiologisch erstellt, dass
der Beschwer
deführer
an
eine
r
(leichte
n
bis mittelgradige
n
) generalisierte
n
Parodontitis mit lokal fortgeschrittenen Knocheneinbrüchen
leidet
. Im Bereich des verlorenen Zahns
31
sowie der benachbarten Zähne 32 und 41 beschrieb
Dr.
Z._
einen schweren
parodontalen
Knocheneinbruch.
Auch med.
dent
.
A._
(vorstehend E. 3.3)
bezeichnete es
nach Sichtung des bildgebenden Materials
als naheli
e
gend, dass der Beschwerdeführer an einer mittelgradigen
Parodontitis litt bezie
hungsweise leidet und seine Zähne im Unfallzeitpunkt geschwächt waren
.
In
sofern hat es als erstellt zu gelten, dass beim Beschwerdeführer
im Zeitpunkt des Unfalls ein krankhafter Vorzustand
im Sinne einer Parodontitis
bestand
.
4.2
Angesichts de
s
bestehenden
Vorzustands insbesondere auch
im Bereich des aus
gefallenen Zahnes 31
erweisen sich die
Ausführungen von
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.2)
, wonach
es -
wäre
der Zahn 31 beim Unfallereignis durch ein adäquates Trauma geschädigt worden - beim Aufschlag mit dem Kinn unmittelbar zu einer massiven Lockerung
des Zahnes
, allenfalls begleitet von einer
Zahnfleischblu
tung
gekommen wäre, was vom Beschwerdeführer
hätte be
merkt werden
müs
sen, als nachvollzieh
bar. Zeitnah zum Unfallereignis hat der Beschwerdeführer aber
- worauf
Dr.
Z._
zutreffend hinwies -
keine Symptome bemerkt, welche eine unfallbedingte Trauma
tis
i
e
rung des
rund vier Monate
später ausgefallenen Zahnes 31 nahe legen würden. So litt er seinen Angaben zufolge (vgl.
Urk.
7/3
Ziff.
2 und
Urk.
7/4 S. 2
Ziff.
4) nach dem Sturz auf das Kinn unter Schmerzen, welche nach einigen Wochen wieder
weggingen und bemerkte erst später,
dass
der in Frage stehende
Schneidezahn stark gelockert
war.
Dem hielt
med.
dent
.
A._
(vorstehend E. 3.2)
entgegen, da
ss es bei
Zahntrau
mata
durchaus auch Fälle gebe, bei denen die Zahnbew
eglichkeit ab
nehmen könne, weshalb es im Falle des Beschwerdeführers nicht unbedingt zu einer feststellbaren Lockerung gekommen sein müsse. Als Beispiel nannte er den Fall einer Intrusion
. Allerdings legte er nicht dar,
ob es bei einer solchen auch
bei Vorliegen
eines vorgeschädigten Zahnes zu einer erst im Verlauf ab
nehmenden Zahnbeweglichkeit kommen kann. Abgesehen
davon relativierte med.
dent
.
A._
seine Aussage insofern, als er im Falle des Beschwerdefüh
rers
die Wahrscheinlichkeit einer Lockerung als „wohl höher“
bezeichnete
.
Vor dem Hintergrund dieser medizinischen Aktenlage
kann es nicht als mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt gelten, dass der Zahn 31 des Beschwerdeführers anlässlich des Sturzes im Oktober 2013 traumatisiert wurde.
4.3
Im Unterschied zu
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.2)
, welcher im Bereich der Zähne 3
1, 32 und 41 einen schweren
paro
dontalen
Knocheneinbruch beschrieb, hielt med.
dent
.
A._
(vorstehend E. 3.3)
fest, dass sich nicht eindeutig eruieren lasse, wie stark die Zähne des Beschwerdeführer
s
geschwächt gewesen seien. Aus dem Umstand, dass die Nachbarzähne 32, 41 und 42
gemäss den Röntgen
aufnahmen vom Februar 2014
im unteren Wurzeldrittel noch von Knochen und
Parodont
umgeben waren, schlussfolgerte er, dass auch der Zahn 31 einer nor
malen äusseren Einwirkung standgehalten hätte und daher nicht davon ausge
gangen werden müsse, dass der Beschwerdeführer den Zahn bei einem beliebi
gen Anlass hätte verlieren können.
Aufgrund des Vergleichs mit den
Nachbar
zähnen
erachtete er eine Kausalität zwischen dem Unfall und dem Verlust des Zahnes 31
daher
als wahrscheinlich beziehungsweise ging er davon aus, dass der Unfall den geschwächten Z
ahn 31 zusätzlich geschädigt hat
.
Dem ist entgegenzuhalten, dass es sich beim Unfallereignis vom
Oktober
2013, bei welchem der Beschwerdeführer mit dem Kinn auf einen Stein aufschlug,
gerade nicht um eine
normale äussere Einwirkung
gehandelt haben dürfte
, so
dass
hinsichtlich des
Zahn
es
31 - wäre er
beim Unfallereignis
tatsächlich trau
matisiert worden - angesichts der durch die Parodontitis versursachten
und auch von med.
dent
.
A._
unbestrittenen vorbestehenden
Schwächung
ge
mäss der überzeugenden Beurteilung durch
Dr.
Z._
zeitnah zum
Unfall
Trau
masymp
t
ome
überwiegend wahrscheinlich
zu erwarten gewesen wär
en.
Soweit med.
dent
.
A._
schliesslich
in allgemein gehaltener
Weise ausführte,
dass es auch zahlreiche Fälle gä
be, bei denen erst
Jahre später ein
Unfallfolge
scha
den
auftrete,
lässt sich daraus nichts zu Gunsten des Beschwerdeführers ableiten, zumal
sich
das von med.
dent
.
A._
angeführte Beispiel einer von
einer asymptomatischen Entzündung gefolgten
Devitalisation
des Zahnnervs nicht mit dem Fall des Beschwerdeführers vergleichen lässt.
4.4
Die in Kenntnis der Aktenlage abgegebene Beurteilung durch
Dr.
Z._
, wonach aufgrund der fehlenden
Traumasymptome
unmittelbar nach dem Unfall sowie
der
sehr langen zeitliche Latenz zwischen dem Unfallereignis und dem Verlust des Zahnes zusammen mit dem Röntgenbefund eines schweren, entzündlich be
dingten
parodontalen
Knochenverlusts ein Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und dem Verlust des Zahnes 31 etwa vier Monte später nicht überwiegend wahrscheinlich sei, erweist sich insgesamt als überzeugend und schlüssig.
Die Beurteilung durch med.
dent
.
A._
ist nach dem Gesagten (vorstehend
E. 4.2-3) nicht geeignet, Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der über
zeugenden Beurteilung durch
Dr.
Z._
hervorzurufen. Abgesehen davon räumte med.
dent
.
A._
abschliessend selber ein, dass seine Ausführungen auf ver
schiedenen Annahmen basierten, welche sich jedoch nur schwer beweisen lies
sen. Diese Beweislosigkeit wirkt sich - wie die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführte (
Urk.
24 S. 1 unten) - angesichts der überzeugenden Stellungnahme von
Dr.
Z._
zu Lasten des Ansprüche erhebenden Beschwer
-
deführers
aus.
4.5
Med.
pract
.
Y._
beschränkte sich i
m Zahnschadenformular vom März 2014 (vorstehend E. 3.1) darauf, unfallbedingte Befunde zu nennen, ohne die Unfallkausalität näher zu begründen. Damit ist
auch
ihre Beurteilung nicht ge
eignet, die Beurteilung durch
Dr.
Z._
in Frage zu stellen. Das Gleiche gilt für die Email von
Dr.
B._
vom Juni 2015 (vorstehend E. 3.4)
, welche keine Aus
sage zur vorliegend interessierenden Frage der Unfallkausalitä
t enthält.
4.6
Nach dem Gesagten ist g
estützt auf die nachvollziehbare Beurteilung du
rch
Dr.
Z._
vom November 2014 davon auszugehen
, dass ein ursäc
hlicher Zu
sammenhang zwischen dem Unfallereignis vom Oktober 2013
und
dem Verlust des Zahnes 31 des Beschwerdeführers
nicht überwiegend wahrscheinlich ist, weshalb die Beschwerdegegnerin ihr
e
Leistungspflicht für die infolge des Ver
lustes des Zahnes 31 notwendig geworden zahnmedizinische Behandlung zu Recht verneinte.
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 5
Ziff.
5)
war dem
Vertrauenszahnarzt
der Beschwerdegegnerin
das von med.
dent
.
Y._
ein
gereichte bildgebende Material (
Urk.
7/1-2)
bekannt
, nahm er in seiner Stel
lungnahme
vom November 2014
doch ausdrücklich Bezug darauf (vorstehend
E. 3.2). Nachdem mit der Stellungnahme
des Vertrauenszahnar
z
t
es eine über
-
zeu
gende
Entsch
eidgrundlage
vorliegt, an
welche
r die Stellungnahme des
vom
Be
schwerdeführer konsultierten Zahnarzt
es
keine Zweifel zu erwecken vermochte, kann auch von der vom Beschwerdeführer beantragen Einholung weiterer Be
richte bei
med.
pract
.
Y._
(
Urk.
1 S. 5
Ziff.
5) abgesehen werden, da davon
sowie auch von anderen Abklärungen
keine
massgebenden
neuen Erkenntnisse zu erwarten sind.
Der angefochtene Entscheid erweist sich damit als rechtens, weshalb die dage
gen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.