Decision ID: c3d050ed-b07c-4ce3-8fab-1ab798ef4c12
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1974 und
ohne
Berufsabschluss
,
reiste
im Jahr 1998
in die Schweiz ein
und
war zuletzt
bis
März 2013
als
Produktionsmit
arbeiter
angestellt (
Urk.
11/3,
Urk.
11/2
Ziff.
5.3,
Urk.
11/9
Ziff.
2.3
Ziff.
5
)
. U
nter Angabe von
seit dem Jahr 2008 bestehenden Schmerzen an der rechten Hand bis
hin
zur Schulter
sowie aufgrund
einer im Februar 2014
erfolgten
Schulteroperation meldete er sich am 1
0.
Juli 2014
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicheru
ng an (
Urk.
11/2
Ziff.
6.2 f.
). Die
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinischen und beruflichen Verhä
ltnisse
ab
und zog die Akten der Krank
entaggeldversicherung bei (
Urk.
11/14,
Urk.
11/24
). Mit Mitteilung vom 8.
Juli 2015
verneinte sie
einen Anspruch auf berufliche
Eingliederungsmassnahmen und wies in Bezug auf den Rentenanspruch auf eine
n
separate
n
Entscheid
hin (
Urk.
11/30).
Mit Vorbe
scheid vom 1
7.
August 2015 stellte
sie
die Abweisung
von IV-Rentenleistungen
in Aussicht
(
Urk.
11/34) und verfügte
am 1
0.
Dezember 2015
na
ch
erfolgten
Einwänden
des Versicherten
(
Urk.
11/38) i
m
angekündigte
n
Sinne (
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 1
0.
Dezember 2015
erhob
X._
am 27
.
Januar 2016 Beschwerde
und beant
ragte, es sei die Verfügung aufzuheben und
ihm
spätestens ab
1.
Januar 2015
eine angemessene IV-Rente aus einem korrekten Vergleich zwischen Validen- und Invalideneinkommen auszurichten. E
ventualiter
sei ein neutrales
polydiszip
linäres Gutachten zu erstellen und sub
eventualiter seien Eingliederungsmassnahmen,
insbesondere beru
fliche Mass
nahmen zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2).
Die IV
-
Stelle schloss i
n ihrer
Beschwerde
antwort
vom 2
6.
Februar 2016
(
Urk.
10) auf Abweisung der Beschwerde
, was dem Beschwerdeführer am
2.
März 2016
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit
Krank
heitswert
besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. De
zember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE
141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalidenein
kommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der
Ein
kommensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der
Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen
und insgesamt auf höchstens 25
% des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete die
angefochtene
Verfügung (
Urk.
2) damit, dass keine Gesundheitsschäden ausgewiesen seien, die die Arbeitsfähigkeit dau
erhaft einschränkten.
Zu den im Gutachten des
Y._
festgestellten Einschränkungen aus
neuro
psychiatrischer
Sicht (50
%
ige
Arbeitsunfähigkeit) sei festzuhalten, dass sich der Beschwerdeführer in keiner therapeutischen Massnahme befunden habe, und davon
auszugehen sei, dass kein entspreche
nder Schweregrad der Erkrankung
(fehlender Leidensdruck) und damit auch keine wesentliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit
vorliege
. Es sei auch auf die
anlässlich
der Begutachtung festgestellte
Symptomausweitung, Selbstlimitierung und die Inkonsistenzen bei den Belastbarkeitstests hinzuweisen.
2.2
Dagegen brachte der Beschwerdeführer vor
(
Urk.
1)
,
er leide seit Februar 2013 an invalidisierenden Schmerzen am rechten Arm, weshalb ihm die Tätigkeit als Produktionsmitarbeiter nicht mehr zumutbar sei (
Ziff.
5.2). Im Austrittsbericht
der
Z._
vom
3
0.
Juli 2013
habe die Ergotherapeutin
festgehalten
, dass der Arm kaum mehr in physiologische
Abläufe integriert
werde und
ein s
omatischer Ansatz
kaum mehr erreichbar
gewesen sei
(
Ziff.
5.3). Die im Auftrag de
s
Krankentaggeldversicher
ers
am 2
0.
und 2
1.
Januar 2014 im
Y._
durchgeführte Begutachtung zeige, dass im Rahmen der
neuropsychiatri
schen
Untersuchung bei guter Einsatzbereitschaft bei den Aufmerksamkeitstests keine Hinweise auf eine forcierte Aggravation, jedoch eine weitgehend verselb
s
tändigte Schmerzentwicklung mit
primärem, nicht sekundärem
Krankheitsge
winn
vorgelegen habe
. Bei praktisch vorhandenem
Funktionsverlust im Rahmen einer F4-Konversionsstörung sowie
einer
(
F45.4
)
Schmerzverarbeitungsstörung mit Bejahung der wesentlichen Förster-Kriterien
sei eine
(Teil-) Arbeitsunfähig
keit
ausgewiesen (
Ziff.
5.4). Aus interdisziplinärer Sicht sei eine angepasste Tätigkeit zu 50
%
zumutbar
,
und da seit der Begutachtung im
Y._
keine
gesundheitliche Verbesserung eingetreten sei, was durch den Hausarzt bestätigt werde
, sei
von einer langandauernden
beziehungsweise
dauerhaften Arbeits
unfähigkeit auszugehen
(
Ziff.
5.8 ff. und
Ziff.
6.5).
Bei einem
aufgerechnete
n
Valideneinkommen, welches bei
der Firma
A._
AG im Jahr 2013 erwirtschaftet worden
sei, resultiere
im Vergleich zum
Invalideneinkommen aufgrund von
statistischen
Tabellenwerten
(LSE 2012)
unter Berücksichtigung eines
le
idensbedingten Abzuges von 10
%
ein Invaliditätsgrad von 64
%
(
Ziff.
6.8 ff.).
Seit der
Be
gut
achtun
g im
Y._
,
spätestens ab Januar 2015
,
bestehe damit ein
Anspruch auf
mindestens eine
D
reiviertels
r
ente (
Ziff.
6.13).
Der medizinische Sachverhalt sei von der Beschwerdegegnerin nicht umfassend überprüft worden. Sollten die Hauptanträge 1 und 2 nicht gutgeheissen werden, so sei ein neutrales, polydisziplinäres Gutachten in Auftrag zu gegeben
(
Ziff.
7).
Vorliegend sei
auch
erstellt, dass der Beschwerdeführer seine angestammte Tätig
keit krankheitsbedingt nicht mehr verrichten könne. Nachdem der
Invali
ditätsgrad
über 20
%
liege und es ohne Massnahme unrealistisch erscheine, dass er seine Rest
arbeitsfähigkeit auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt ausschöpfen könne, habe er auch Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen (
Ziff.
8.3).
3.
3.1
Im Austrittsbericht de
s
B._
vom 2
5.
Juni 2011 über die Hospitalisation vom 1
7.
Mai bis 1
1.
Juni 2011 berichteten die Ärzte, der Beschwerdeführer sei aufgrund eines chronischen multifokalen
Schmerzsyn
droms
überwiesen
worden. Seit einem Sturz im Januar 2011 klage
er
über Schmerzen im lumb
osakralen Übergang, die sich im
Verlauf nach
cervi
c
o
cephal
a
usgedehnt hätten
. Die radiologischen Abklärungen vor Ort
hätten keine ossäre
Läsion
ergeben
und es
sei
eine vierwöchige Bettruhe verordnet
worden
. Des Weiteren
werde ein
Taubheitsgefühl verbunden mit Schmerzen im rechten Arm an
gegeben
,
wobei i
n der klinischen Untersuchung
Myogelosen
parascapulär
re
chts als
Druckdolenzen
über dem
Epicondylus
humeri
radialis
hätten
festge
stellt werden
können
. Sowohl die Sonographie des Schultergelenkes als auch ein konventionelles Röntgenbild der Halswirbelsäule und der Schulter vom Oktober 2010 seien regelrecht gewesen. Zusammenfassend interpretierten die Ärzte die Schulterbeschwerden im Rahmen eines
cervico
-brachialen Syndroms bei muskulärer
Dysbalance
und klinisch
myofascialen
Befunden. Erschwerend komme eine psychische Überlagerung dazu. Hinsichtlich der Hypästhesie habe sich kein somatisches Korrelat gefunden. Physiotherapeutische Massnahmen sowie eine bedarfsmässige Analgesie seien eingeleitet worden. Das Hauptziel sei eine Aktivitätssteigerung des gesamten Bewegungssystems, vor allem des rech
ten Armes gewesen
.
I
m Laufe des Aufenthaltes sei ein ökonomisches
Bewe
gungsverhalten
initi
i
ert worden und ein vermehrter Gebrauch des rechten Armes habe erreicht werden können. Die zu Beginn deutliche Selbstlimitierung habe verringert werden können und die Motivation des Patienten zur Bewegung sei gestiegen.
Bei Verdacht auf eine Angststörung mit Hyperventilationssyndrom
sei ein psychiatri
sches Konsil
veranlasst
und
eine Panikstörung
vermutet
worden
,
und
es sei
ein Behandlungsversuch mit
Remeron
eingeleitet worden (
Urk.
11/12/51).
3.2
Anlässlich eines
im
B._
durchgeführten
Arbeits
a
ssessment
s
vom
2.
Februar 2012 berichteten die Ärzte
,
der Beschwerdeführer sei
am
2
5.
Januar 2011 in
C._
von einer Treppe gefallen und auf den Rücken gestürzt. Die radiologi
schen Abklärungen vor Ort hätten keine ossäre Läsion ergeben
,
und es sei ihm eine vierwöchige Bettruhe verordnet worden. Seither bestünden persistierende Rückenschmerzen vorwiegend im Bereich des lumbosakralen Überganges.
Es wurde festgehalten
,
d
as arbeit
sbezogene relevante Problem könne
aufgrund der beobachteten Selbstlimitierungen nicht beurteilt werden.
Bei allen Tests
sei
eine starke Schonung des rechten Armes zu beobachten
gewesen
. D
ies
habe
bei einigen
Tests, zum Beispiel
bei
Hebetests
,
zu einer Ü
berbelastung der linken Seite
geführt
.
Der
Beschwerdeführer sei
zwar bereit
gewesen
,
alle Tests zu ver
suchen, j
edoch
hätten bei zehn von siebzehn
Tests die Tendenz,
sich den Schmerzen hinzugeben
,
bestanden
.
Die Leistungsbereitschaft sei deshalb als schlecht beurteilt worden und es hätte
n
insgesamt vier Inkonsistenzpunkte beo
bachtet werden können (
Urk.
11/12/47 f.).
3.3
I
m Bericht
des
B._
vom
7.
Mai 2013 über die Hospitalisation vom 1
6.
April bis
4.
Mai 2013
hielten die Ärzte
folgende Diagnosen fest
(
Urk.
11/12/33 f.)
:
-
Chronisches multifokales Schmerzsyndrom mit somatischen und psychischen Faktoren
-
Ga
stroösophagealer
Reflux, Erstdiagnose 2003
-
Verdacht auf
Anpassungs-/Angststörung
-
Vitamin D-Mangel
-
Pollaki
surie
unklarer
Aetiologie
Weiter führten sie aus
(
Urk.
11/12/36), der Beschwerdeführer werde
regelmässig in der ambulanten Rheumat
ologie betreut. Die
stationäre
Zuweisung
sei wegen
einer
Schmerzexa
zerbation und
eines
Taubheitsgefühl
s
im rechten Arm
erfolgt
. Die vorbestehenden
Beschwerden
seien
bisher im Rahmen eines zerviko
brachialen Syndroms bei muskulärer Dysbalance
und klinisch myofaszialen Befunden interpretiert
worden. Zudem komme eine psychische Üb
erlagerung
dazu.
Aktuell
sei er
schmerzbeding
t im Alltag stark eingeschränkt
,
und
alltägli
che Hausarbeiten könn
t
en
nicht mehr erledigt werden, weshalb er
zur
multimo
dalen
rheumatologischen Komplexbehandlung
eingetreten sei.
Die chronischen Beschwerden seien durch die Fehlhaltung und die monotone Tätigkeit am Arbeitsplatz begünstigt. Klinisch auffallend sei die leichte Atrophie des
Musculus
Infraspinatus
und
Musculu
s
Teres
minor
bei schmerzbedingter Schonhaltung. Im Bereich des Nackens zeigten sich
myofasziale
Druckpunkte, und die
Beweglichkeit der
Halswirbelsäule (HWS) sei rechtsseitig leicht einge
schränkt im Sinne einer segmentalen Dysfunktion der unteren HWS. Zusam
menfassend sei von einem chronischen
cerviko
-thorakalen Schmerzsyndrom auszugehen, begünstigt durch die Fehlhaltung, muskuläre Dysbalance und durch die beruflich bedingte einseitige Belastung in ungünstiger ergonomischer Position. Laborchemisch habe keine erhöhte humorale Aktivität nachgewiesen werden können. Es sei eine Substitution des Vitamin D3
-
Mangels begonnen worden und die Einbindung in eine multimodale rheumatologische
Komplex
therapie
mit physio- und ergotherapeutischen Massnahmen erfolgt.
Eine
wesentliche Besserung der
Beschwerden
sei nicht erzielt worden und ins
gesamt hätten
die physiotherapeutischen Übungen zunächst
nur mit
niedriger Intensität durchgeführt werden
können
,
wobei e
ine
sukzessiv
e
Steigerung
un
b
e
dingt wichtig
sei (
Urk.
11/12/34)
.
3.4
Im Austrittsbericht
der
D._
vom
4.
August
2013 über die
Hospitalisation
vom
8.
Juli bis
4.
August 2013
diagnostizierten die Ärzte
Folgendes
(
Urk.
11/12/
25 f.)
:
-
Chronisches multifokales Schmerzsyndrom mit somatischen und psychischen Faktoren. Aktuell Verdacht auf eine Konversionsstörung mit
Schmerz
fixierung
und Desintegration aus den physiologischen Bewegungsmustern
-
Leichte bis mittelgradige depr
essive Episode
-
Verdacht auf Anpassungs
-
/ Angststörung
-
Ga
stroösophagealer
Reflux, bei Erstdiagnose 2003
-
Vitamin D-Mangel
-
Unklare Blasenfunktionsstörung
Der Beschwerdeführer
habe
von jahrelangen Schmerzen des Nackens
, des
rech
ten Armes verbunden mit Schwäche
und Hypästhesien, gelegentlich
auch
von
Kopfschmerzen
berichtet
. Seit
drei
Jahren arbeite er
vorwiegend mit dem l
inken Arm
;
in letzter Zeit
sei
es auch an dieser Lokalisation zu nächtlichen
Hypästhe
sien
gekommen
.
Zum Psychostatus hielten die Ärzte fest,
der
38-jährige
wirke
im
Erscheinungs
bild gepflegt
und im Kontaktverhalten
höflich und zurückhaltend.
Er sei wach, bewusstseinsklar, in allen Qualitäten orientiert und die Konzentration und mnestischen Fähigkeiten unauffällig. Im formalen Denken sei er kohärent und eingeengt auf das Schmerzerleben. Im inhaltlichen Denken ergäben sich keine Hin
weise auf Denkstörungen, wahnhaftes Erleben oder Halluzinationen. Im Affekt wirke er deprimiert, niedergeschlagen, energielos und
klagsam
mit Insuffizienzgefühlen. Der Antrieb sei vermindert und
die
Psychomotorik unauffällig.
Eine somatische Ursache der chronifizierten Schmerzen sei anhand der Vorun
tersuchungen nicht dokumentiert
,
und der Beschwerdeführer zeige zwar eine gute Mitarbeit, habe aber kaum aus seiner Schmerzfixation herausgeholt wer
den können. Der Arm sei kaum mehr in physiologische Abläufe integriert
,
und ein somatischer Ansatz sei kaum mehr erreichbar gewesen. Der Beschwerde
führer wirke im aktuellen Umfeld etwas entwurzelt
,
und zu prüfen wäre, ob nicht ein längerer Heimataufenthalt hilfreich wäre. Der Beschwerdeführer habe mit dem behandelnden Therapeuten besprochen, dass er im Moment keine akti
ven Therapien weiterführen möchte, da diese seine Schmerzen verstärkten. Es wurde eine Arbei
tsunfähigkeit von 100
%
bis 11.
August 2013 attestiert.
3.5
3.5.1
Am
8.
Februar 2014 berichteten
Dr.
med.
E._
, FMH Psychiat
rie/Psycho
therapie und
Dr.
med.
F._
, FMH Neurolo
gie/Verhaltens
neurologie, über ihre psychiatrische Teilbegutachtung im Rahmen einer im Auftrag der Allianz Versicherungs-Gesellschaft AG veranlassten
Gesamtbe
gutachtung
im
Y._
(vgl.
nachstehend 3.5.2).
Sie wiesen darauf hin, dass im Speziellen geklärt werden solle, ob aus neuropsychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit bestehe und ob eine allfällige Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit auf ein psychisches oder ein somatisches Leiden mit Krankheitswert zurückzuführen sei (
Urk.
11/14/50).
Die Experten
stellten die folgenden Diagnosen (
Urk.
11/14/56)
:
-
F4 Konversionsstörung mit praktischem Fun
ktionsverlust des rechten Armes, welcher funktionell bezüglich Arbeitsunfähigkeitsdefizit seitens
Y._
beurteilt werden muss
-
Richtungsweisend psychogene Schmerzproblematik, operational im Sinne einer somatoformen F45.4-Schmerzfehlverarbeitungsstörung und eines sogenannten primären Krankheitsgewinns
-
Leichtgradige
dysthyme
Zeichnung, welche für sich alleine keine Arbeits
unfähigkeit begründen kann
-
Leistungspsychologisch gute Mitarbeit ohne Hinweise für
simulative
Ten
denzen als bewusstseinsnahe Antwortverfälschung
Es wurde festgehalten, im Rahmen der eigenen klinischen Exploration
habe
sich ein interaktionell sehr kooperativer, aber ernster und auf seine Schmerzen fixierter Beschwerdeführer
gezeigt
, der während der Untersuchung den rechten Arm nicht beweg
t
und funktionell nicht
eingesetzt habe
. Seine psychische und kognitive Belastbarkeit sei eingeschränkt
,
und er sei durch die Schmerzen zeit
weise abgelenkt. Über den Verlauf der Exploration
habe
er eine leichte Antriebs-, aber keine Initiations- oder Impulskontrollstörung und keine psychomotorische Hemmung
gezeigt
. Die berufsbezogene neuropsychologisch- leistungspsychologische Abklärung
habe
hinsichtlich kognitiver
Basisfunk
tionen
und unter Berücksichtigung eines prämorbid tiefen Leistungsprofils sowie
bei einem ordentlichen
Leistungswillen im Untersuchungsgang lediglich eine leichte Aufmerksamkeitsschwäche und ein vermindertes Arbeitstempo mit leicht verminderter kognitiver Verarbeitungsgeschwindigkeit
ergeben
. Das Arbeitsgedächtnis, die Fehlerkontrolle und die Handlungskontrolle seien unauf
fällig
gewesen
. Hinweise auf berufsrelevante Leistungsdefizite, die mit Aus
wirkungen einer allenfalls la
r
viert
en
(funktionellen) depressiven Sympto
matik vereinbar wären,
hätten
sich nicht
gefunden
(
Urk.
11/14/54).
In Bezug auf die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit hielten die Experten fest (
Urk.
11/14/55), die normativ-
kriterienorientierte
Beurteilung der medizi
nisch-psychiatrischen Arbeitsfähigkeit nach heute anerkannten Modellen (u.a. unter Berücksichtigung bzw. Ausschluss
medizinalfremder
Faktoren als exo
gene, sekundäre psychosoziale und normalpsychologische, reaktive
Belastungs
faktoren
,
Dekonditionierungsmechanismen
, sekundärer
Krankheits
gewinn
,
inner
familiär-systemische
Aspekte)
habe
zum Zeitpunkt der Untersu
chung medizinisch-theoretisch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
erge
ben
. Die demnach für die Bemessung von Arbeitsfähigkeitsprozenten nach
ver
siche
rungsmedizinischen
Kriterien geforderte klinisch-objektive
Schweregrad
beur
teilung
impliziere heute aus psychiatrisch-psychopathologischer und neu
ropsychologisch-leistungspsychologischer Sicht für die angestammte Tätigkeit als Produktions- und Lagermitarbeiter und für jede andere bildungsadäquate Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit.
Aufgrund einer richtungsweisenden Ich-Strukturvulnerabilität, welche bei diesem sehr einfach strukturierten, ungelernten Beschwerdeführer als relevante Ressourcen- und
Copinglimitierung
zur Überwindung des Leidens interpretiert werde, seien die Refere
nten im
Konsens zum Schluss gelangt, dass ausserhalb der „harten" medizinisch-theoretischen Zumutbarkeitsbemessung mit Fehlen erheblicher affektpathologischer Alterationen und/oder handlungsbegleitender
kognitiver Defizite, i
nsgesamt aber eine 50%ige Arbei
t
s
unfähigkeit aufgrund einer psychogenen Fehlverarbeitung im Sinne eines primären
Krankheitsge
winns
als verfestigte, innerpsychische Konfliktlösung zu attestieren sei (
Urk.
10/14/56).
3.5.2
Im
Gesamtg
utach
ten des
Y._
vom 1
1.
April 2014
(
Urk.
11/14/29 S. 1-19)
hiel
ten
die
zuständigen Experten, PD
Dr.
med.
G._
, FMH Physikali
sche Medi
zin und Rehabilitation/
Rheumatologie, und Physiotherapeut
H._
, gestützt
auf eine
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL)
vom 20.
und 2
1.
Januar 2014
und unter Beizug
d
es psychiatrischen Teilgutachtens (vgl.
vor
stehend E.
3.5.1
)
die folgenden Diagnosen
fest
(S. 1 f
.)
:
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Aktuell
Quadrantensymptomatik
im Bereich des rechten oberen Quadran
ten mit Schulter-/Armschmerzen rechts bei, anamnes
tisch mul
tilokulären chronischem
Schmerzsyndrom, anamnestisch myofaszialen Befunden und aktuell ohne organisch-strukturelles Korrelat
-
Somatoforme Schmerzverarbeitungsstörung (F45.4)
-
F4 Konversionsstörung mit praktischem Funktionsverlust des rechten Armes
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Leichtgradige
dysthyme
Zeichen
-
Leistungsphysiologisch gute Mitarbeit ohne Hinweise für
simulative
Ten
denzen als bewusstseinsnahe Antwortverfälschungen (neuro-psycholo
gische Tests)
-
Dysfunktionelle
s
Krankheitsverhalten (physische Tests)
Es wurde festgehalten
(S. 2),
der Beschwerdeführe
r leide anamnestisch seit rund sechs Jahren, aktenkundig seit drei
Jahren, an Schulter-/Armschmerzen rechts. Zwischenzeitlich auch in
exazerbiertem
Sinne eines
multilokulären
Schmerz
syndroms
, ohne dass trotz aufwendige
r
somatische
r
Abklärungen eine orga
nisch strukturelle Ursache
habe
gefunden werden
können
. Eine zusätzliche Schmerzexazerbation
habe
sich
interkurrent durch einen Sturz von der Treppe mit zusätzlichen Lendenwirbelsäulenbeschwerden
ergeben
, welche zwischen
zeitlich durch die Suva getragen worden seien
,
und
durch
eine definitive Dekompensation des Beschwerdebilds im März 2013
nach einem Arbeitsversuch
mit leichter Arbeit und nachfolgenden starken Schmerzen und „Lähmungser
scheinungen
“
im rechten Arm. Seither seien keine beruflichen Tätigkeiten mehr ausgeübt worden und eine stationäre Behandlung in der Rheumaklinik des
Uni
versitäts
spitals
wie auch eine Rehabilitation im Rahmen des interdisziplinären
Schmerzprogramms in
Z._
sei ohne namhaften und anhaltenden positiven Effekt geblieben.
In der aktuellen Untersuchung
habe
der Beschwerdeführer dauernde Schmerzen im oberen Drittel der
Schmerzskala mit relativ geringer Modulation
beschrieben
,
diffus im ganzen Arm sowie
in
der
rechten Hand und der Schulter, sowohl mit Verstärkung bei fehlender Aktivität wie auch stärkerer
Aktivität und
nachts, wobei die klassischen la
ge- und positionsabhängigen Trigger für eine
Schul
teraffektion
fehl
ten. Weitere Beschwerden seien aktuell nicht beklagt aber
fremdanamnestisch in den Akten beschrieben
worden
(abdominale Beschwer
den,
Pol
lakisurie
). Eine berufliche Eingliederung werde
explizit gewünscht, der
Beschwerdeführer könne sich aber den Weg dazu nicht vorstellen. I
n objektiver Hinsicht
bestünden
hinsichtlich Funktion und Einsatz
der rechten oberen Extremitäten
inkonsistente Resultate, ohne dass
der Beschwerdeführer
versucht habe
di
e aktiv möglichen Bewegungen zu verbergen. D
ie passiven Bewegungen
würden jedoch
kategorisch verhin
dert und ein Spontaneinsatz der rechten obe
ren Extremität finde
offensichtlich s
tatt, aber in geringem Mass, da
sich keine Atrophien aus
gebildet hätten
, aber auch keine stärkeren
Aktivitäten beidhändig ausgeübt
würden
, bei fehlenden
Beschwielungen
. Im Rahmen der Eva
l
uation der
arbeitsbezogenen funktionellen
Leistungsfähigkeit habe
sich ein vergleichbares Bild
gezeigt
,
wobei der
Beschwerdeführer bemüht gewesen sei
, die Tests durch
zuführen, aber sich auch hier in Bezug auf den rechten Arm Inkonsistenzen
ergeben hätten. Die vorhandenen Beschwerdemuster sowie Provokationstests hätten kein einheitliches Bild
gezeigt,
und entsprechend sei auch keine spezifi
sche strukturelle Diagnose zu stellen gewesen.
Im Rahmen der neuropsychiatrischen Untersuchung
hätten
sich bei guter Ein
satzbereitschaft bei den Aufmerksamkeitstests keine Hinweise auf eine forcierte Aggravation
ergeben,
jedoch
liege
eine weitgehend verselbständigte
Schmerz
entwicklung
mit letztlich primärem, nicht sekundärem Krankheitsgewinn und letztlich vorhanden
em
praktischem Funktionsverlust im Rahmen einer F4-Kon
versionsstörung sowie
einer
F54.4-Schmerzverarbeitungsstörung
vor.
Im Rahmen ihrer
Schlussfolgerungen
wiesen
die Ärzte
darauf hin
(S. 3)
, das arbeitsbezogene relevante Problem bestehe in einer verminderten
Belastungs
toleranz
der rechten Schulter und de
s
rechten Arm
s
. Der Beschwerdeführer ver
meide konsistent den Einsatz der rechten Hand. Er mache bei den Tests häufig Pausen und reibe sich dann die rechte Schulter oder den rechten Arm. Die Leistungsbereitschaft
sei
als nicht zuverlässig
zu beurteilen und d
ie Be
obach
tungen bei den Tests wiesen auf eine
deutliche Selbstlimitierung
hin. Die Konsistenz bei den Tests
sei
mässig
gewesen
und die Belastbarkeit liege allge
mein i
m Bereich einer leicht
en
bis
„
mittelschweren schweren
“
Arbeit,
voraus
gesetzt dass die zu hantierenden Lasten einhändig hantiert werden könn
t
en
.
Infolge erhebliche
r Symptomausweitung, Selbstlimi
tierung und Inkonsistenz
seien
die Resultate
der Belastbarkeitstests für die Beurteilung n
ur teilweise ver
wertbar und es sei
davon auszugeben,
dass der Klient bei gutem Effort mehr leisten könnte, als was er bei den Leistungstests
gezeigt habe
.
Die bei der EFL gezeigte Leistung liege
„
im Minimum im Bereich einer leichten bis mittel
schweren Arbeit, vorausgesetzt dass die zu hantierenden Lasten einhändig han
tiert werden
“
könn
t
en. Aufgrund der Selbstlimitierung bei vielen Tests könne die Zumutbarkeit nicht abschliessend gestützt auf die EFL beurteilt werden (
Urk.
11/14/31).
Zur Arbeitsfähigkeit
äusserten
sich
die Ärzte
dahingehend, dass es sich
bei der angestammten Tätigkeit um eine zum Teil monoton-repetitive Tätigkeit mit gemäss Arbeitsbeschreibung Hantieren auch von mittelschwer
en
bis knapp schweren Lasten im Bereich von ca. 25 kg
handle
. Rein medizinisch-theoretisch
wäre
„
eine mittelschwere Tätigkeit aufgrund des Fehlens strukturell-organischer Korrelate
,
aber
doch
zumindest in der Vergangenheit zum Teil
erhobenen
Weichteilbefunde
n
eine mittelschwere, wechselpositionierte Tätigkeit ganztags zumutbar
“
. Aus diesen Überlegungen sei bei der angestammten Tätigkeit von einer Leistungsminderung
(
rein rheumatologisch-orthopädisch
)
von 30% auszu
gehen (vermehrte Pausen von 1 1⁄2 Stunden und Leistungsminderung). Aus psychiatrischer Sicht sei eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit sowohl in der ange
stammten wie auch
in
einer ang
epassten Tätigkeit ausgewiesen.
Aus interdis
ziplinärer Sicht
sei
die angestammte Tätigkeit halbt
ags zumutbar
,
unter zusätz
licher
Entlastung von Gewichtsbelastungen über 15 kg
.
Vermehrte Pausen
seien
im Rahmen einer Halbtagestätigkeit dagege
n nicht notwendig. Entsprechend bestehe
aus
interdiszi
plinärer Sicht für die angestammte Tä
tigkeit eine Arbeits
unfähigkeit
von 60%
(
Urk.
11/14/32
Ziff.
6.1
)
.
In angepasster Tätigkeit sei aus rein rheumatologisch-orthopädischer Sicht
hin
gegen
eine Ganztagesarbeit zumutbar unter der Voraussetzung knapp mittel
schwerer Gewichtsbelastungen, das heisse maximal mit Hantieren von Gewich
ten bis 15 kg
, selten
10 kg
,
manchmal in Wechselpositionierung in Bezug auf die oberen Extremitäten, nicht in länger dauernden gleichen Haltungen und bei regelmässig auszuübenden Bewegungs- und Positionsänderungen. Aus
neu
ropsychiatrische
r
Sicht bestehe auch für eine angepasste Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Aus interdisziplinärer Sicht sei eine so beschriebene ange
passte Tätigkeit zu 50
%
zumutbar und es sei davon auszugehen, dass diese Teilarbeitsfähigkeit seit dem Rehabilitationsaufenthalt in
Z._
Gültigkeit habe (
Urk.
11/14/32
Ziff.
6.2).
4.
4.1
Aus den
medizinischen Berichte
n
ergibt sich
übereinstimmend
, dass der
Beschwer
deführer
seit Jahren unter Schmerzen am rechten Arm und der rechten Schulter leidet,
für
die trotz zahlreicher und
eingehender
Untersuchungen
kein
somatische
s
Korrelat gefunden werden konnte
.
Eine
psychische Überlagerung
der Schmerzsymptomatik wurde bereit
s
im Jahr 2011
beschrieben
(vgl.
E. 3.1)
,
und
es wurde
im späteren Verlauf
ein chronisches multifokales
Schmerzsyn
drom
mit somatischen und psychischen Faktoren
(E. 3.3, E. 3.4
)
diagnostiziert
,
bevor
die Symptomatik
dann
einer somatoformen Schmerzverarbeitungsstörung (F45.4) und einer F4 Konversionsstörung mit praktischem Funktionsverlust des rechten Armes
zugeordnet
wurde
(
E. 3.5.2).
4.2
Betreffend die Auswirkungen der
—
mit den obj
ektivierbaren Befunden i
m
Zusam
menhang stehenden
—
somatischen B
eschwerden auf das Leistungsver
mögen
ergibt sich
, dass
gemäss
rheumatologisch
-
orthopädische
r
Beurteilung
im Gutachten des
Y._
zwar
struk
turell-organische
Korrelate
fehlen
, nachdem
aber
zumindest
in der Vergangenheit
teilweise Weichteilbefunde erhoben werden konnten,
das
Belastungsprofil
in angepasster Tätigkeit
auf eine
mittelschwere,
in Wechselposition auszuübende
Tätigkeit
beschränkt
wurde
, die aber ganztägig zumutbar ist. Lediglich in der
an
gestammte
n
Tätigkeit
mit
zum Teil monoton-repetitive
n
Arbeiten
mit Hantieren
von mittelschw
er bis knapp schweren Lasten bis
25 kg
gingen
die Experten
nachvollziehbar von
einer
Leistungsminderung von 30
%
aus
(
Urk.
11/14/32
Ziff.
6.1).
4.3
Nach dem
fundierten psychiatrisch
-
neurologischen
Gutachten
der
Dres
. med.
E._
und
F._
(
Urk.
11/14/50 S. 1-8)
,
welche
s
namentlich
auf eigene
r
Untersuchung mit erhobener Anamnese beruht (S. 2 f.),
die geklagten Beschwerden
berücksichtigt
(
S. 3)
und in Kenntnis
der Vorakten ergangen
ist
- liegt eine anhaltende Schmerzstörung beziehungsweise eine psychogene
Fehl
verarbeitung
vor, wobei aus psychiatrisch-psychopathologischer und neuro
psychologisch-leistungspsychologischer Sicht für die angestammte Tätigkeit als Produktions-
und Lagermitarbeiter und für jede andere bildungsadäquate Tätig
keit eine volle Arbeitsfähigkeit (
Urk.
11/14/55) attestiert wurde.
5.
5.1
Angesichts
der Diagnose einer Schmerzstörung
- und in Anbetracht dessen, dass die juristische Anspruchsprüfung in jedem Fall Aufgabe des Rechtsanwenders ist (vgl. etwa Bundesgerichtsurteil 9C_154/2016 vom 1
9.
Oktober 2016 E. 4.1
zur
Indikatorenprüfung
bei einem Leiden, das nach ärztlicher Beurteilung
die Arbeitsfähigkeit nicht in relevanter Weise beeinträchtigt) -
ist die Beurteilung des tatsächlich
erreichbaren Leistungsvermögens
anhand des in BGE 141 V 281 aufgestellten Katal
ogs von Indikatoren vorzunehmen
, die das Bundesgericht wie folgt systematisiert hat
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex „Sozialer Kontext"
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivit
ätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanam
nestisch ausgewiesener
Leidens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung
leistungs
hin
dern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und
Kompensations
potenzialen
(Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungs
vermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4):
Der Indikator einer
gleichmässigen
Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen zielt auf die Frage ab, ob die diskutierte Einschränkung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Aufga
benbereich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Freizeitge
staltung) anderseits gleich ausgeprägt ist. Dabei ist das bisherige Kri
terium des sozialen Rückzugs (wiederum) so zu fassen, dass neben Hinweisen auf Einschränkungen auch Ressourcen erschlossen werden; umgekehrt kann ein krankheitsbedingter Rückzug aber auch Ressourcen zusätzlich vermindern. Soweit
erhebbar
, empfiehlt sich auch ein Vergleich mit dem Niveau sozialer Aktivität vor Eintritt der Gesundheitsschädigung. Das Aktivitätsniveau der ver
sicherten Person ist stets im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähig
keit zu sehen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1).
Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das
heisst
das
Ausmass
, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist
(ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz unter dem Komplex "Gesundheitsschädigung") auf den tatsächlichen Leidensdruck hin. Dies gilt allerdings nur, solange das betreffende Verhalten nicht durch das laufende Versicherungsverfahren beeinflusst ist. Nicht auf fehlenden Leidensdruck zu
schliessen
ist, wenn die Nichtinanspruchnahme einer empfohlenen und zugänglichen Therapie oder die schlechte Compliance
klarer
weise
auf eine (unabwendbare) Unfähigkeit zur Krankheitseinsicht zurückzu
führen ist. In ähnlicher Weise zu berücksichtigen ist das Verhalten der versi
cherten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-) Eingliederung. Inkonsistentes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend gemachte Einschränkung sei anders begründet als durch eine versicherte
Gesundheitsbe
einträchtigung
(BGE 141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.2).
5.2
5.2.1
H
insichtlich des Komplexes Gesundheitsschädigung
ergibt sich
,
dass
de
r Beschwerdeführer aktuell zwar
Antidepressiva einnimmt
,
jedoch nicht unter fachpsychiatrischer B
etreuung steht (
Urk.
11/14/54) und sich ausser einem
im Jahr 2011 durchgeführten
psychiatrischen
Konsil
(vgl. E. 3.1)
auch
keine
Hin
weise für eine
frühere
fachpsychiatrische Behandlung des Leidens
ergeben.
Da die
im psychiatrischen Teilgutachten
beschriebenen Befunde nic
ht besonders stark zu Tage treten
und zudem keine wesentlichen somatischen
Begleiter
krankungen
vorliegen, erscheint die Gesundheitsbeeinträchtigung insgesamt nicht als in besonderem Mass
e
ausgeprägt
;
e
ine psychiatrische Komorbidität liegt
nicht vor
.
Aus somatischer Sicht besteht
sodann
in der Ausübung einer
knapp mittelschweren
wechselbelastenden
Tätigkeit
(zum Belastungsprofil E.
3.5.2 hiervor)
keine zeitliche Einschränkung, weshalb
auch
die
somatische Komorbidität
nicht ausgeprägt erscheint
.
5.2
.2
Die
Ressourc
en
des
Beschwerdeführer
s
liegen
gemäss den arbeitsbezogenen
Test
befunden
weitgehend
im
Normbereich
,
wurde doch
durch
die Gutachter
ein
normales Verhalten, normale Kooperation,
normales
Altgedächtnis
, episodisches und prospektives Gedächtnis,
unauffälliges Sprachverständnis,
eine
flüssige Spontansprache
,
eine
strukturierte Vorgehensweise in allen Aufgaben- und Funktionsbereichen, durchwegs gegebene Fehlerkontrolle, bildungsadäquates Planungsverhalten
und
eine
n
ormale Abstraktionsfähigkeit
festgehalten
(vgl.
Urk.
11/14/53)
.
E
s ist somit anzunehmen, dass der Beschwerdeführer
weiterhin über persönli
che Ressourcen verfügt, die er
bei Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit aktivieren könnte.
5.2
.3
Bezüglich
der Kategorie
Konsistenz fällt auf, dass
trotzt des
subjektiv als stark
einschränkend empfunden Leiden
s
ein
relativ
strukturierte
r
und
geregelte
r
Tagesablauf
geschildert wurde
. So beschrieb
der Beschwerdeführer
gegenüber den
Gutachter
n
(vgl.
Urk.
11/14/41 und
Urk.
11/14/52 f.)
, er
stehe
zwischen 4
und
5
Uhr
auf,
schaue
a
nschliessend
fern
,
trinke Kaffee
,
erledige die
Morgen
toilett
e
und
schlafe
tagsüber
oftmals.
Zudem mache er immer wieder Übungen mit der rechten Hand. E
in- bis zweimal täglich gehe er
während einer halben bis einer Stunde, manchmal auch länger, spazieren. Im Haushalt
verrichte
er ei
nfache Arbeiten, die er mit der linken Hand ausführen könne, während d
ie meisten Haushaltsarbeiten
sein
Kollege
(
respektive
jüngerer Bruder, vgl.
Urk.
11/12/26
und
Urk.
11/14/78
)
erledige,
mit
dem er zusammen wohne
. Freunde
treffe er vorwiegend an den Wochenenden, da diese arbeiten
müss
t
en. Am Abend schaue er
erneut
fern
oder gehe nochmal
s
spazieren. Zudem versu
che er
,
sein Deutsch zu verbessern. Zu
B
ett
geh
e
er
zwischen 21 und 24
Uhr, wobei er nachts
oft auf
stehe
und
fern
seh
e
.
D
amit zeigen die
Angaben des Beschwerdeführers zu seinen Aktivitäten keine bes
onderen Auffälligkeiten
.
E
ine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen
kann
nicht als erstellt
angesehen werden
.
Namentlich ergeben sich
bei der Pflege von sozialen
Kontakten
keine Einschränkungen
,
und der Beschwerdeführer
ist
i
n der Verrichtung alltäglicher Dinge wie auch in der Führung des
Haushalts weitgehe
nd selbständig
,
auch wenn er dabei die
Mithilfe
eines Kollegen (Bruders)
in Anspruch nimmt
.
5.2
.4
Hinsichtlich des Aspekts des
behandlungsanamnestisch ausgewiesene
n
Leidens
druck
s
konnten die Gutachter festhalten, dass der Beschwerdeführer aktuell zwar mit Antidepressiva und Analgetika versorgt
wird
, jedoch nicht unter
fach
psychiatrischer
Betreuung
steht
(
Urk.
11/14/52 und
Urk.
11/14/54).
Ferner
lässt
das
fehlende Weiterführen
von aktiven therapeutischen Massnahmen im August 2013 (
Urk.
11/12/27 f.)
auf einen
nurmehr
ger
ingen Leidensdruck schliessen;
es i
st nicht einzusehen, weshalb
den Beschwerden
bei
anhalten
d
hohem
Leidens
druck
nicht mit anderen therape
utischen Ansätzen begegnet
worden
wäre
,
zumal
damals
auch ein Heimaufenthalt
sowie ein
psychosoma
tischer Ansatz diskutiert wurde
n
.
Ein eingliederungsanam
nes
tischer Leidensdruck ist
nicht auszumachen
,
nachdem
sich
der Beschwerdeführer durch seinen Hausarzt
Dr.
med.
I._
, Allgemeinmedizin, in sämtlichen Erwerbstätigkeiten zu 100
%
arbeitsunfähig schreiben
liess
(
Urk.
11/42 =
Urk.
7)
und
gegen die Abweisung von beruflichen Eingliederungsmassnahmen (vgl.
Urk.
11/30) nicht
opponiert
wurde
respektive
solche erst
im Zusammenhang mit der angekündigten
Renten
abweisung
im Rahmen
eines Subeventualantrags
geltend gemacht
wurden
(
Urk.
11/38/9)
.
5.2
.5
Zu berücksichtigen
ist
auch
die
Diskrepanz
zwischen den angegebenen Beschwer
den und den diagnoserelevanten objektiven Befunden.
So bestehen
Inkonsistenzen
hinsichtlich der
vom
Beschwerdeführer
dargestellten vollständi
ge
n
Gebrauchsunfähigkeit der rechten oberen Extremität
und fehlender Atro
phien
(
Urk.
11/14/30).
D
ie
Leistungsbereitschaft
bei den Belastungst
ests
im
Y._
wurde
als un
zuverlässig
beurteilt
und
aufgrund der
Beobachtungen
auf eine d
eutliche Selbstlimitierung und eine erhebliche Symptomausweitung hinge
wiesen (
Urk.
11/14/31). Diesbezüglich
sind auch anderweitige Hinweise a
kten
kundig (vgl.
Urk.
11/11,
Urk.
11/12/52,
Urk.
11/12/48).
5.3
Damit
ist
ein
erheblicher
funktioneller Schwe
regrad des Leidens zu verneinen
, was im Übrigen auch der Beurteilung im psychiatr
ischen Teilgutachten ent
spricht.
Die
Gutachter
hielten
fest
, dass
die
nach versicherungsmedizinischen
Kriterien geforderte klinisch-objektive Schweregradbeurteilung aus psychi
atrisch-psychopathologischer und neuropsychologisch-leistungspsychologischer Sicht
eine volle Arbeitsfähigkeit sowohl
für die angestammte Tätigkeit als
Pro
d
uktions
- und Lagermitarbeiter
als
auch
für jede andere bildungsadäquate Tätigkeit
ergebe
(
Urk.
11/14/
55
). Die durch die Gutachter im Folgenden atte
stierte 50%ige
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
, die Eingang
in das
Gesamtgutachten des
Y._
gefunden hat
(vgl.
Urk.
11/14/5
6
),
basiert
auf
zusätzlichen
Überlegungen
ausserhalb der
„harten“
medizinisch-theoretischen Zumutbarkei
ts
bemess
ung
,
worauf die Teilg
utachter
auch
explizit hingewiesen haben
(vgl.
Urk.
12/14/55 f.).
5.4
Zusammenfassend stellt die
Schmerzstörung
keinen invalidisierenden
Gesund
heitsschaden
dar
,
und es ist in einer angepassten Tätigkeit
(
gemäss dem soma
tische
n
Belastungsprofil
)
von einer vollzeitig zu verwertenden Arbeitsfähigkeit auszugehen.
Angesichts der klaren Aktenlage sind
in diesem Zusammenhang
von weiteren Beweismassnahmen (etwa der Einholung eines Gutachtens) keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung (BGE 124 V 90 E. 4b).
6.
6.1
Zu prüfen bleibt
wie sich das Leistungsvermögen in
erwerbliche
r
Hinsicht
aus
wirkt
. Dabei ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des hypothe
tischen Rentenbeginns, folglic
h auf das Jahr 2014
, abzustellen (BGE 129 V 222).
6.1.1
D
as Valideneinkommen
ist abgestützt auf die Angaben des Arbeitgebers (
Urk.
11/9/3)
,
wonach der Beschwerdeführer im Jah
r 2013
als Gesunder
ein Monatssalär
von Fr.
5‘500.--
respektive
ein Jahressalär von
Fr.
71‘500.--
(13 x
Fr.
5‘500)
erzielt hätte
, sowie
darauf
, dass auch im Jahr 2014 von einem
ent
sprechende
n Monatsgehalt auszugehen ist
(vgl.
Urk.
11/9/4)
,
auf diesen
Be
trag festzulegen. Anhaltspunkte
dafür
, dass der Beschwerdeführer
regelmässig
ein
höheres Einkommen
erzielt hätte
(vgl.
Beschwerdeschrift
Urk.
1 S. 9 f.)
,
ergeben sich
nicht
;
auch nicht im
Quervergleich mit den
Angaben in den Individuellen Konten
,
wonach
keine höheren Einkommen
erzie
lt wurde
n
(vgl.
Urk.
11/19)
.
6.1.2
Zur
Ermittlung des
hypothetischen
Invalideneinkommens
sind, nachdem der Beschwerdeführer keine Erwerbstätigkeit mehr ausübt, die
vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) 2012 her
an
zuziehen
(BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1). Das standardisierte monatliche Ein
kommen im Jahr 2012 im Zentralwert Tabelle TA1 für Männer mit einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art (Kompetenzniveau 1)
belief
sich auf
Fr.
5‘210.--. Aufgerechnet auf ein Jahreseinkommen und unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2014 von 41.7 Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabtei
lungen, herausgegeben vom Bundesamt für Statistik, T.03.02.03.01.04.01) r
esultiert ein Einkommen von Fr.
65‘177.10 respektive nominallohnbereinigt
für
das Jahr 2014 (2188 [2012], 2220 [2014]; Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nominallöhne 1976-2015, Tabelle T39) ein solches von
Fr.
66‘130.-- (
Fr.
5‘210.-- x
12 / 40 x 41.7 / 2188 x 2220).
Die
B
eschwerden an
der
rechten
Extremität
ermöglichen
noch eine vollzeitig
z
umutbare,
knapp mittelschwere
wechselbelastende Tätigkeit (zum
Belastungs
profil
vgl.
Urk.
11/14/32
Ziff.
6.2) und schränken damit das Spektrum möglicher Hilfsarbeitertätigkeiten nur unwesentlich ein.
Weitere Einschränkungen beste
hen nicht und aufgrund der Aktenlage ergeben sich hierfür auch keine Anhalts
punkte. In Anbetracht der ausgewiesenen Beschwerden kann jedenfalls von funktioneller
Einarmigkeit
nicht die Rede sein, so dass dem Beschwerdeführer
auf dem als ausgeglichen unterstellten allgemeinen Arbeitsmarkt
rechtspre
chungsgemäss
ein
genügend
breiter Sektor an Hilfsarbeitertätigkeiten offen steht — unter anderem auch Kontroll- und Überwachungstätigkeiten —, die
keinen besonderen Kraftaufwand
der Extremitäten
erfordern (
vgl. etwa
Urteil des Bundesgerichts 8C_100
/2012 vom 2
9.
März 2012 E. 3.4).
A
uch a
ndere Kri
terien, die einen leidensbedingten Abzug rechtfertige
n könnten
,
liegen nicht vor
.
6.2
Wird das Valideneinkommen von
71‘500.
--
dem Invalideneinkommen von Fr.
66‘130
.-- gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
5‘370
.--,
was einem Invaliditätsgrad von 9.2
%
entspricht. Damit ver
bleibt es im Ergebnis bei einem
rentenaus
schliessenden Invaliditätsgrad, wie auch bei einer unter der
Erheblichkeitsschwelle
liegenden Erwerbseinbusse
von mindestens 20
%
als Eingangskriterium
,
damit Umschulungsmassnahmen im Sinne von
Art.
17 IVG in Betracht
zu ziehen sind
(
vgl.
BGE 130 V 488 E. 4.2, 124 V 108 E. 2a und b mit Hinweisen auf u.a. AHI 1997 S. 80 E. 1b; ZAK 1984 S. 91 oben, 1966 S. 439 E. 3).
6.3
Damit erweist sich die angefochtene Verfügung vom 1
0.
Dezember
2015 (
Urk.
2)
im Ergebnis
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Die Gerichtskosten im Sinne von
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind auf
Fr.
8
00.-- fest
zu
setzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerde
führer aufzuerlegen.