Decision ID: 925ab3d0-3abb-5025-b9b2-a5d0bed9d34d
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer verliess den Iran eigenen Angaben zufolge (...) und
gelangte am 31. Oktober 2015 in die Schweiz, wo er am 3. November 2015
um Asyl nachsuchte. Am 17. November 2015 wurde er zu seiner Person
befragt (BzP; Protokoll in den SEM-Akten A3/10), am 12. Juni 2017 fand
die ordentliche Anhörung zu seinen Asylgründen (Anhörung; Protokoll in
den SEM-Akten A17/16) und am 14. Februar 2020 eine ergänzende Anhö-
rung (ergänzende Anhörung; Protokoll in den SEM-Akten A25/15) statt.
Zur Begründung seines Asylgesuchs führte er aus, er sei iranischer Staats-
angehöriger kurdischer Ethnie aus B._. Dort habe er mit seinem
Pick-Up als (...) gearbeitet. Am (...) ([...]) sei er von einem ihm unbekann-
ten Geschäftsmann engagiert worden, um mehrere Kisten mit (...) von
B._ in eine andere Stadt zu transportieren. Unterwegs habe er nach
einer Panne sein Fahrzeug stehen lassen und für die Reparatur des kaput-
ten Reifens in die nahegelegene Ortschaft gehen müssen. Auf dem Rück-
weg habe er beobachtet, wie Polizisten sein Fahrzeug abgeschleppt und
seinen Beifahrer respektive Bekannten in Handschellen gelegt hätten. Aus
Furcht vor einer Festnahme sei er nach B._ zurückgekehrt und
habe sich bei einem Onkel versteckt. Dieser habe in Erfahrung bringen
können, dass die Behörden bei seinen Eltern nach ihm gesucht hätten, weil
sich angeblich Waffen in den Kisten befunden hätten. Da er seine Unschuld
nicht habe belegen können, sei er von B._ zu seiner Schwester ge-
flüchtet und danach illegal vom Iran in den Irak ausgereist. Auch nach sei-
ner Ausreise hätten die Behörden nach ihm gesucht. Im Falle einer Rück-
kehr befürchte er, wegen des Vorfalls zum Tode verurteilt zu werden.
Der Beschwerdeführer reichte seinen Führer- und Militärausweis sowie
den Scan seiner Geburtsurkunde (Shenasnameh) zu den Akten.
B.
Mit am 10. März 2020 eröffneter Verfügung vom 6. März 2020 stellte das
SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht,
lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz
sowie den Vollzug an.
C.
Mit Eingabe vom 8. April 2020 erhob der Beschwerdeführer durch seinen
Rechtsvertreter Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er bean-
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tragt unter Aufhebung dieser Verfügung die Feststellung seiner Flüchtlings-
eigenschaft und die Gewährung von Asyl. Eventualiter sei die Vorinstanz
anzuweisen, die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In verfahrensrechtli-
cher Hinsicht beantragt er unter Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-
vorschusses die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und die
amtliche Rechtsverbeiständung in der Person seines Rechtsvertreters. Als
Beilagen liess er eine Vollmacht, eine Kopie der angefochtenen Verfügung
und eine Fürsorgebestätigung einreichen.
D.
Am 14. April 2020 bestätigte die Instruktionsrichterin dem Rechtsvertreter
den Eingang der Beschwerde und verfügte, der Beschwerdeführer könne
den Ausgang des Verfahrens einstweilen in der Schweiz abwarten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-
ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-
son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht
vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.
1.2 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten
(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht
(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom
25. September 2015).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108
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Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Die Flüchtlingseigenschaft ist glaubhaft
gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit für gegeben hält (Art. 7 Abs. 1 und 2 AsylG). Glaubhaftma-
chung bedeutet im Gegensatz zum strikten Beweis ein reduziertes Beweis-
mass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den
Aussagen. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das
Gericht von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend
für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Demgegenüber reicht
es für die Glaubhaftmachung nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen
zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche
und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdar-
stellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob
die Gründe, die für eine Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen,
überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustel-
len (BVGE 2015/3 E. 6.5.1). Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen,
die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüch-
lich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf ge-
fälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 Abs. 3
AsylG).
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Die Glaubhaftigkeit von Aussagen asylsuchender Personen kann im Rah-
men eines inhaltsorientierten Ansatzes aufgrund sogenannter Realkenn-
zeichen beurteilt werden. Die Realkennzeichen ermöglichen eine Differen-
zierung zwischen erlebnisbasierten und erfundenen respektive verfälsch-
ten Aussagen. Je mehr Realkennzeichen eine Aussage enthält, desto grös-
ser ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Aussage auf eigenem Erleben be-
ruht. Dabei sind immer die Fähigkeiten der aussagenden Person und die
Komplexität des vorgebrachten Geschehens zu berücksichtigen. Zu den
Realkennzeichen gehören insbesondere die logische Konsistenz, die un-
geordnete, aber inhaltlich letztlich stimmige Darstellung, der quantitative
Detailreichtum, raum-zeitliche Verknüpfungen, die Wiedergabe von Ge-
sprächen, ausgefallene Einzelheiten, spontane Verbesserungen der eige-
nen Aussagen, das Eingeständnis von Erinnerungslücken sowie die Schil-
derung von Interaktionen, Komplikationen, Nebensächlichkeiten, unver-
standenen Handlungselementen und eigenen psychischen Vorgängen
(vgl. ANGELIKA BIRCK, Traumatisierte Flüchtlinge, Wie glaubhaft sind ihre
Aussagen?, Heidelberg 2002, S. 82 ff. und S. 139 ff.; REVITAL
LUDEWIG/DAPHNA TAVOR/SONJA BAUMER, Wie können aussagepsychologi-
sche Erkenntnisse Richtern, Staatsanwälten und Anwälten helfen?, in:
AJP 11/2011, S. 1423 ff.; vgl. auch BGE 129 I 49 E. 5 sowie BVGE 2015/3
E. 6.5.1; 2013/11 E. 5.1 und 2012/5 E. 2.2, jeweils m.w.H.).
4.
4.1 Das SEM führt zur Begründung seiner Verfügung aus, die gesuchsbe-
gründenden Vorbringen des Beschwerdeführers seien nicht glaubhaft.
Bei der BzP habe er angegeben, nach der Reparatur des Reifens mit dem
Taxi zu seinem Fahrzeug zurückgekehrt zu sein. Als er gesehen habe, dass
sein Begleiter in Handschellen gewesen sei, habe er das Taxi wenden las-
sen und sei davongefahren (A3/10 S. 7). Bei der ersten und zweiten Anhö-
rung habe er jedoch ausgeführt, am Ort des Geschehens vorbeigefahren
zu sein (A17/4 F23 und A25/5 F27). Auch zur beobachteten Situation vom
Taxi aus habe er abweichende Angaben gemacht. Bei der ersten Anhörung
habe er ausgesagt, zwei Polizeibeamte gesehen zu haben (A 17/4 F23).
Bei der zweiten Anhörung hingegen habe er sehr viele Polizisten bei sei-
nem Fahrzeug erwähnt (A25/5 F27) und im weiteren Verlauf der Anhörung
zu Protokoll gegeben, es seien nur ungefähr fünf oder weniger Polizisten
gewesen (A25/7 F35). Des Weiteren habe er widersprüchliche Angaben
zum Zielort seiner Fahrt gemacht. Bei der ersten Anhörung habe er als Zie-
lort für den Transport C._ angegeben, wobei sich die Panne bei
D._ ereignet habe (A17/4 F23). Bei der zweiten Anhörung habe er
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explizit D._ als Zielort seiner Fahrt genannt, weil sich das Geschäft
des Bruders seines Auftraggebers dort befunden habe (A25/5 F27). Auf-
grund dieser Widersprüche bestünden bereits Zweifel am Wahrheitsgehalt
seiner Aussagen.
Die Zweifel würden durch mehrere teils markante Ungereimtheiten in Be-
zug auf die behördliche Suche nach dem Beschwerdeführer und seine
Flucht bestätigt. So habe er unterschiedliche Angaben dazu gemacht,
wann und wie oft er von den Behörden gesucht worden sei. Bei der ersten
Anhörung habe er davon gesprochen, die Polizeibeamten hätten ihn noch
am selben Tag, als sein Fahrzeug abgeschleppt worden sei, und am frühen
Morgen des Folgetages gesucht respektive das Haus seiner Eltern durch-
sucht. Während diesen ersten beiden Hausdurchsuchungen habe er sich
noch im Iran aufgehalten. Nach seiner Ausreise respektive Ankunft in der
Schweiz hätten die Behörden noch ein weiteres Mal das Haus seiner Eltern
durchsucht. Zudem seien mutmasslich Beamte an der Abdankungsfeier
seines Vaters aufgetaucht (A17/4 F17 ff., A17/6 F33 ff., A17/11 F71). Ab-
weichend von diesen Angaben habe er bei der ergänzenden Anhörung
ausgesagt, es habe vor seiner Ausreise lediglich eine einzige Hausdurch-
suchung stattgefunden. Die Behörden hätten erst nach seiner Ankunft in
der Schweiz das Haus seiner Eltern frühmorgens nochmals durchsucht
(A25/3 F15, A25/9 F56 f.). Dies stehe wiederum seiner Aussage entgegen,
seine Cousine habe ihm von einer dritten Durchsuchung berichtet, die zehn
Minuten gedauert habe (A17/10 F66). Zudem habe er einerseits angege-
ben, die Behörden seien abgesehen von den Hausdurchsuchungen immer
wieder zur Kontrolle bei den Eltern vorbeigekommen (A17/4 F20). Ande-
rerseits habe er bei der ergänzenden Anhörung verneint, dass die Behör-
den ihn nebst den zwei oder drei Hausdurchsuchungen sonst noch gesucht
hätten. So habe er ausgesagt, sonst sei nichts passiert respektive er habe
nichts dergleichen mitbekommen (A25 S. 2). Ebenso habe er unterschied-
liche Angaben dazu gemacht, was ihm sein Onkel von der ersten Haus-
durchsuchung berichtet habe. Zuerst habe er angegeben, der Onkel sei in
das Haus seiner Eltern gegangen und habe sich als Bruder seiner Mutter
vorgestellt (A17/9 F55). Später habe er ausgesagt, man habe seinen Onkel
gar nicht ins Haus gelassen, er habe draussen warten müssen (A25/8
F45). Auch bei seinen Angaben zur Flucht bestünden teils krasse Wider-
sprüche. Bei der ersten Anhörung habe er ausgesagt, sich zwei Tage lang
bei seinem Onkel aufgehalten zu haben (A17/6 F34). Bei der ergänzenden
Anhörung hingegen habe er vorgebracht, er sei bereits am selben Abend
zu seiner Schwester und seinem Schwager geflüchtet (A25/8 F44). Des
Weiteren habe er einerseits ausgesagt, bis zur Ausreise keinerlei Kontakt
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zu seinen Familienangehörigen respektive Eltern gehabt zu haben (A25/9
F50), und andererseits zu Protokoll gegeben, seine Mutter und Schwester
hätten ihn am zweiten Tag bei seinem Onkel besucht und von der zweiten
Durchsuchung berichtet (A17/10 F61). Letztere Aussage stehe ihrerseits in
krassem Widerspruch zu anderen Aussagen wie jener, wo er ausgesagt
habe, die zweite Durchsuchung habe erst stattgefunden, als er sich in der
Schweiz befunden habe (A25/9 F56), und jener, er habe sich nur bis zum
Abend des ersten Tages beim Onkel aufgehalten (A25/8 F44). Auf entspre-
chende Vorhalte hin sei der Beschwerdeführer nicht in der Lage gewesen,
diese aufzulösen oder plausibel zu erklären. Stattdessen habe er lediglich
darauf beharrt, gewisse Aussagen nicht gemacht zu haben (A25/3 F15 und
A25/12 F69 ff.). Die Protokolle seien ihm jedoch rückübersetzt worden und
er habe ihre Richtigkeit mit seiner Unterschrift bestätigt.
Dem Beschwerdeführer sei es somit in keiner Weise gelungen, einen kon-
sistenten und widerspruchsfreien Ablauf der Geschehnisse zu schildern,
die zu seiner Flucht aus dem Iran geführt haben sollten, was in Anbetracht
der Bedeutung derselben für ihn doch sehr erstaune. So könne davon aus-
gegangen werden, dass ihm bekannt sei, wo er sich vor seiner Ausreise
aufgehalten habe und mit wem er damals in Kontakt gestanden sei respek-
tive mit wem er persönlich gesprochen habe. Zudem beträfen sämtliche
Widersprüche in besonderer Weise das Kerngeschehen seiner Aussagen
respektive den eigentlichen Ausreisegrund. Auch seien zum Zeitpunkt der
Anhörungen erst rund eineinhalb respektive vier Jahre seit dem Ereignis
vergangen, weshalb es ihm angesichts der für sein Leben einschneiden-
den Erlebnisse durchaus hätte möglich sein sollen, widerspruchsfrei über
die Geschehnisse berichten. Die Aussagen seien augenscheinlich konstru-
iert und als nicht glaubhaft zu qualifizieren.
4.2 In der Beschwerde wird entgegnet, der Beschwerdeführer habe einen
grossmehrheitlich konsistenten und widerspruchsfreien Ablauf der Ge-
schehnisse wiedergegeben. Die aufgetretenen Unstimmigkeiten würden
der Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschwerdeführers keinen Abbruch
tun. Wenn die ansonsten detailliert und mit zahlreichen Realitätskennzei-
chen versehenen Aussagen in die Würdigung mit einbezogen würden,
werde klar, dass sich die Ereignisse so zugetragen hätten. Die gesuchsbe-
gründenden Aussagen seien bei einer Gesamtwürdigung äusserst plausi-
bel, detailreich, kongruent und gespickt mit Realkennzeichen. Sie seien
insgesamt glaubhaft. Auf die Entgegnungen zur Argumentation der Vo-
rinstanz im Einzelnen, wird nachfolgend eingegangen.
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5.
5.1 Hinsichtlich der Beurteilung der Glaubhaftigkeit der gesuchsbegrün-
denden Vorbringen ist festzustellen, dass nicht alle vom SEM dargelegten
Argumente zu überzeugen vermögen. So ist zu berücksichtigen, dass die
Befragung (im Gegensatz zur Anhörung) lediglich einen summarischen
Charakter aufweist und zudem meist nur inhaltsgemäss und nicht wortwört-
lich protokolliert und übersetzt wird, weshalb gemäss ständiger Rechtspre-
chung Aussagen in einer Befragung grundsätzlich nur ein beschränkter Be-
weiswert zukommen. Widersprüche dürfen daher für die Beurteilung der
Glaubhaftigkeit nur dann herangezogen werden, wenn klare Aussagen bei
der Befragung diametral von späteren Aussagen in der Anhörung abwei-
chen, oder wenn bestimmte Ereignisse oder Befürchtungen, die später als
zentrale Asylgründe genannt werden, nicht bereits in der Befragung zumin-
dest ansatzweise erwähnt wurden (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen
der [vormaligen] Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1993
Nr. 3). Bei der vom SEM herangezogenen Unstimmigkeit in den Aussagen
des Beschwerdeführers dazu, ob er das Taxi habe wenden lassen oder am
Ort des Geschehens vorbeigefahren sei, handelt es sich offensichtlich nicht
um einen diametralen Widerspruch, der für die Beurteilung der Glaubhaf-
tigkeit der Aussagen herangezogen werden kann.
5.2 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt indessen in Übereinstimmung
mit der Vorinstanz zum Schluss, dass die gesuchsbegründenen Aussagen
des Beschwerdeführers in einer Gesamtbetrachtung den Anforderungen
an die Glaubhaftigkeit nicht zu genügen vermögen.
Zur Vermeidung von Wiederholungen kann vorab – mit Ausnahme des dem
Beschwerdeführer zu Unrecht angelasteten Widerspruchs – auf die zutref-
fenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden.
Die Entgegnungen in der Beschwerde sind nicht geeignet, die Aussagen
des Beschwerdeführers glaubhafter erscheinen zu lassen. Insbesondere
erweist sich das Vorbringen, mit den zwei Polizeibeamten bei der ersten
Anhörung seien nur diejenigen anwesenden Beamten gemeint, die daran
gewesen seien, seinen Kollegen zu verhaften, als wenig stichhaltig. Der
Beschwerdeführer führte nämlich bei der freien Schilderung seiner Asyl-
gründe ausdrücklich aus, er habe bei seiner Rückkehr mit dem Taxi beo-
bachtet, dass sein Wagen abgeschleppt worden sei und zwei Beamte dort
gestanden seien; die Hände seines Kollegen seien gefesselt gewesen
(A17/4 F23). Diese Aussage lässt sich nicht in Einklang bringen mit seinen
Aussagen bei der ergänzenden Anhörung, es seien sehr viele Polizisten
bei seinem Fahrzeug respektive nur ungefähr fünf oder weniger Polizisten
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gewesen (A25/5 F27 und A25/7 F35). Ein Realkennzeichen ergibt sich aus
diesen divergierenden Aussagen nicht. Auch die Erklärung zu den unstim-
migen Aussagen in Bezug auf den Zielort, dies sei vermutlich auf einen
Konzentrationsmangel zurückzuführen, überzeugt angesichts des für den
Beschwerdeführer sehr einschneidenden Ereignisses auch in Berücksich-
tigung der seither vergangenen Zeit nicht.
Gegen die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen spricht auch die Tatsache,
dass sich der Beschwerdeführer in Bezug auf die behördliche Suche nach
ihm, die Anzahl Hausdurchsuchungen und seine Flucht widersprochen hat.
Wenig stichhaltig sind die Erklärungen in der Beschwerde, der Beschwer-
deführer habe seine frühere Aussage bei der ergänzenden Anhörung kor-
rigiert und sich deshalb ohne Not in einen Widerspruch verwickelt, weil er
seinen Erinnerungen – gemäss seinen Erinnerungen hätten lediglich zwei
Hausdurchsuchungen stattgefunden – traue und sein Aussageverhalten
nicht den Fragen anpasse. Damit gibt der Beschwerdeführer selber zu er-
kennen, dass sein Erinnerungsvermögen offenbar auch rund zweieinhalb
Jahre nach der Erstanhörung noch intakt gewesen ist, obwohl er anschlies-
send ausführen lässt, Erinnerungen würden im Laufe der Zeit verblassen.
Aufgrund seines weiteren Vorbringens, dies treffe umso stärker auf Ereig-
nisse zu, die man nur vom Hörensagen kenne, müsste eher von der Wahr-
haftigkeit seiner Aussagen bei der Erstanhörung ausgegangen werden.
Als wenig hilfreich erweisen sich auch die Erklärungen in Bezug auf die
unstimmigen Aussagen des Beschwerdeführers zu den Schilderungen des
Onkels. Das Vorbringen, aus der Aussage bei der Erstanhörung, der Onkel
sei ins Haus der Eltern gegangen und habe sich vorgestellt, lasse sich nicht
ableiten, er habe sich im Haus frei und ungehindert bewegen können, trägt
wenig zur Klärung bei. Der Beschwerdeführer erklärte bei der ergänzenden
Anhörung im Unterschied zur Erstanhörung nämlich ausdrücklich, der On-
kel habe ihm gesagt, er sei gar nicht ins Haus gelassen worden, er habe
draussen warten müssen (A25/8 F45). Dabei handelt es sich nicht nur um
einen vermeintlichen, sondern um einen tatsächlichen Wiederspruch. Er
lässt sich auch nicht damit erklären, dass der Beschwerdeführer die Erzäh-
lung des Onkels bei der Zweitanhörung in anderen Worten und mit einer
anderen Chronologie zu Protokoll gibt oder mit der Zeitspanne von zwei-
einhalb Jahren zwischen den Anhörungen.
Der Einwand, aus der Angabe «sonst sei nichts passiert», die sich im Üb-
rigen nicht an der von der Vorinstanz angegebenen Stelle (A25 S. 2) finden
lasse, könne nicht ohne konkrete Nachfrage der Schluss gezogen werden,
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es hätten auch keine Kontrollen mehr bei den Eltern stattgefunden, ist zwar
berechtigt. Er ist indessen bei einer Gesamtwürdigung nicht geeignet, die
gesuchsbegründenden Aussagen insgesamt glaubhafter erscheinen zu
lassen. Die von der Vorinstanz zitierten Protokollstellen zu den Schilderun-
gen des Onkels (A17 F55 und A25 F45) stimmen lediglich in Bezug auf die
Aussage des Beschwerdeführers überein, der Onkel habe mit dem Fahrer
draussen vor dem Haus gesprochen. Der Widerspruch zum Punkt, ob der
Onkel ins Haus gegangen sei oder gar nicht erst ins Haus habe gehen
dürfen, bleibt jedoch. Er lässt sich auch nicht mit der Erklärung auflösen,
aus der gesamten Aussage in A17 F55 ergebe sich, dass mit «ins Haus
hereingehen» auch lediglich «zum Haus gehen» gemeint sein könne, zu-
mal der Beschwerdeführer bei A25 F45 nicht mehr erwähnte, er habe sich
als Bruder seiner Mutter vorgestellt.
Die Unstimmigkeiten in den Aussagen des Beschwerdeführers zu seinem
Verbleib im Iran nach dem Ereignis bis zur Ausreise lassen sich auch bei
einer näheren Durchsicht nicht auflösen. Aus seiner Antwort auf die Frage,
wie lange er sich nach dem Ereignis mit der Beschlagnahmung des Wa-
gens bis zur Ausreise noch im Iran aufgehalten habe, ergibt sich unmiss-
verständlich, dass er insgesamt zwei Nächte bei seinem Onkel gewesen
sei, dann habe er sich auf den Weg in den Irak gemacht (A17/6 F34). Im
Unterschied dazu führte er auf die Frage bei der ergänzenden Anhörung,
wie lange er sich bei seinem Onkel aufgehalten habe, aus, er sei noch bis
zum Sonnenuntergang bei ihm geblieben, dann habe sein Schwager ihn
abgeholt (A25/8 F44). Seine auf Vorhalt hin gemachte Aussage, er habe
nicht gesagt, sich zwei Tage bei seinem Onkel aufgehalten zu haben
(A25/12 F69), ist nicht zu vereinbaren mit der Tatsache, dass der Be-
schwerdeführer die Richtigkeit seiner Aussagen bei der BzP und ersten
Anhörung unterschriftlich bestätigt hat. Die Erklärung in der Beschwerde,
der Beschwerdeführer habe sich bei der ergänzenden Anhörung nicht
mehr daran erinnert, die erste Nacht beim Onkel verbracht zu haben, er
korrigiere diesen Fehler hiermit, nachdem ihm dies bei der Auseinander-
setzung mit seinen protokollierten Aussagen bewusst geworden sei, ver-
mag nicht zu überzeugen.
Eine Durchsicht der Protokolle der BzP und ersten Anhörung ergibt keine
Hinweise darauf, dass es zu Verständigungsproblemen auf Farsi gekom-
men ist. Der Beschwerdeführer hat bei der ergänzenden Anhörung auf ent-
sprechende Frage ausgeführt, keine sprachlichen Probleme mit dem Dol-
metscher gehabt zu haben (A25/8 F42). Das Missverständnis beim Wort
«Garage» wurde vom Dolmetscher geklärt. Des Weiteren lassen sich die
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Unstimmigkeiten in den Aussagen des Beschwerdeführers auch nicht mit
der Zeitdauer zwischen dem angeblich fluchtauslösenden Ereignis und den
Anhörungen erklären, zumal sie zentrale Punkte der Asylvorbringen betref-
fen. Vor diesem Hintergrund können die aufgezeigten Widersprüche und
Ungereimtheiten nicht als Realkennzeichen des natürlichen Prozesses des
Vergessens gewertet werden.
5.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer
nicht gelungen ist, eine im Sinne von Art. 3 AsylG relevante Verfolgungsge-
fahr nachzuweisen oder glaubhaft darzutun. Die Vorinstanz hat sein Asyl-
gesuch demzufolge zu Recht abgelehnt.
6.
6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
6.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-
derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-
lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht
angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
7.
7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
7.2
7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG).
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Seite 12
So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-
gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund
nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-
reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl.
ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-
stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember
1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-
gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3
EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender
Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
7.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-
rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur
Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem
Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-
dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG
verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren
keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den
Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers
noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-
schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-
ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung
ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für
Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses
müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-
sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter
oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR
Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–
127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat
lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig
erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl
im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.
7.3
7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
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grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
7.3.2 Im Iran herrscht auch im heutigen Zeitpunkt weder Krieg, Bürgerkrieg
noch eine Situation allgemeiner Gewalt, aufgrund derer eine Rückkehr ge-
nerell unzumutbar wäre (vgl. dazu etwa Urteile des BVGer D-2601/2018
vom 26. Mai 2020 E. 10.3.2 und D-5353/2017 vom 10. Januar 2019
E. 9.2.1).
7.3.3 Darüber hinaus sind auch keine individuellen Gründe ersichtlich, die
gegen einen Wegweisungsvollzug sprechen. Der Beschwerdeführer ist
zwar in seinem Heimatstaat bereits seit mehreren Jahren landesabwe-
send, verfügt aber über (...) und langjährige Arbeitserfahrung in verschie-
denen Bereichen. Zudem befinden sich seine Familienangehörigen ([...])
und weitere Verwandte, mit denen er regelmässig in Kontakt stehe, nach
wie vor im Iran (A3/3 f.). Vor diesem Hintergrund ist nicht davon auszuge-
hen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in eine existenzielle
Notlage geraten wird.
7.3.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch
als zumutbar.
7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-
sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE
2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu
bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und auch sonst nicht zu
beanstanden ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
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9.
9.1 Der Antrag auf Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung im
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist gutzuheissen, zumal sich die gestellten
Rechtsbegehren nicht als aussichtslos erwiesen haben und die prozessu-
ale Bedürftigkeit des Beschwerdeführers mit der eingereichten Fürsorge-
bestätigung belegt ist. Es sind folglich keine Verfahrenskosten zu erheben.
9.2 Der Antrag auf amtliche Rechtsverbeiständung gemäss aArt. 110a
Abs. 1 AsylG ist ebenfalls gutzuheissen und der mandatierte Rechtsvertre-
ter als amtlicher Rechtsbeistand für das vorliegende Verfahren zu bestel-
len, zumal keine Ausnahme im Sinne von aArt. 110a Abs. 2 AsylG vorliegt.
Das Bundesverwaltungsgericht hat dem Rechtsbeistand ein amtliches Ho-
norar auszurichten (vgl. Art. 110a Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 9–14 des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Vom Rechtsbei-
stand wurde keine Kostennote eingereicht. Auf das Nachfordern einer sol-
chen kann indes verzichtet werden, weil sich der notwendige Vertretungs-
aufwand aufgrund der Akten hinreichend zuverlässig abschätzen lässt
(vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE). Dem amtlich bestellten Rechtsbeistand ist zu
Lasten des Bundesverwaltungsgerichts ein amtliches Honorar von pau-
schal Fr. 1’200.– (inkl. Auslagen) auszurichten. Der amtliche Rechtsbei-
stand ist aufzufordern, dem Gericht seine Zahladresse mitzuteilen.
(Dispositiv nächste Seite)
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