Decision ID: 9c8e3598-4a89-4f2a-8313-f35c261d77eb
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SRK
Chamber: ZH_SRK_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
A. A (nachfolgend der Pflichtige) ist von Beruf Architekt und als solcher selbst-
ständig erwerbstätig. Daneben ist er alleiniger Inhaber der 200 Stammanteile der C
GmbH in der Gemeinde D mit einem Nennwert von insgesamt Fr. 20'000.-. In der
Steuererklärung 2012 gab er den Wert dieser Anteile mit Fr. 2'279'000.- und eine von
der Gesellschaft ausgeschüttete Dividende von Fr. 550'000.- an. Das deklarierte steu-
erbare Einkommen lautete auf Fr. 700'600.- (satzbestimmend Fr. 705'400.-) und das
steuerbare Vermögen auf Fr. 2'654'000.- (satzbestimmend Fr. 2'777'000.-).
Der Steuerkommissär schätzte den Pflichtigen und seine Ehefrau B (nachfol-
gend die Pflichtigen) demgegenüber für die Steuerperiode 2012 am 27. Mai 2014 mit
einem steuerbaren Einkommen von Fr. 700'200.- (satzbestimmend Fr. 705'400.-), da-
von Fr. 550'000.- aus qualifizierter Beteiligung, sowie einem steuerbaren Vermögen
von Fr. 7'312'000.- (satzbestimmend Fr. 7'476'000.-) ein. Dabei setzte er den Wert der
C GMBH-Stammanteile auf Fr. 34'890.- pro Stück, entsprechend Fr. 6'978'000.- insge-
samt fest.
B. Mit Einsprache vom 30. Juni 2014 liessen die Pflichtigen beantragen, den
Wert der C GMBH-Stammanteile dem Substanzwert entsprechend gemäss Steuerer-
klärung auf Fr. 2'279'000.- festzusetzen. Das steuerbare Einkommen blieb unbestritten.
Das kantonale Steueramt wies die Einsprache am 12. November 2014 bezüglich der
Bewertungsfrage ab, unterliess dabei jedoch gleichzeitig die Besteuerung der ausge-
schütteten Dividende als Ertrag aus qualifizierter Beteiligung.
C. Mit Rekurs vom 13. Februar 2015 verfochten die Pflichtigen den Wert der C
GMBH-Stammanteile mit Fr. 4'854'000.-, entsprechend dem Mittel aus der einfachen
Gewichtung des Substanzwerts und der 0,7-fachen Gewichtung des Ertragswerts der
C GMBH. Zudem beantragten sie die privilegierte Besteuerung der ausgeschütteten
Dividende.
Das kantonale Steueramt schloss am 12. März 2015 auf teilweise Gutheis-
sung des Rekurses, indem es die privilegierte Besteuerung der Dividende anerkannte,
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jedoch an der Bewertung der C GMBH-Stammanteile festhielt.
In Replik und Duplik kam es hinsichtlich der einzig noch streitigen Bewer-
tungsfrage zu keiner Annäherung der Parteien.

Die Kammer zieht in Erwägung:
1. a) Das steuerbare Vermögen bemisst sich nach dem Stand am Ende der
Steuerperiode (§ 51 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997, StG). Das Vermö-
gen – und damit insbesondere auch das Wertschriftenvermögen – wird zum Verkehrs-
wert bewertet (§ 39 Abs. 1 StG sowie § 39 Abs. 2 StG e contrario). Massgeblich für die
Bestimmung des Verkehrswerts ist dabei eine "technisch-" bzw. "rechtlich-objektive"
und nicht eine "subjektiv-wirtschaftliche" Betrachtungsweise (RB 1998 Nr. 140, 1989
Nr. 26).
b) Der Verkehrswert nichtkotierter Wertpapiere – um solche handelt es sich
bei den Stammanteilen der C GMBH – ist gemäss Ziff. B.I.2. der Weisung der Finanz-
direktion 12. November 2010 (ZStB I Nr. 22/201) nach der Wegleitung der Schweizeri-
schen Steuerkonferenz (SSK) zur Bewertung von Wertpapieren ohne Kurswert für die
Vermögenssteuer (Kreisschreiben Nr. 28 vom 28. August 2008; www.steuer-
konferenz.ch, nachfolgend Wegleitung) zu ermitteln. Davon ist nach der Rechtspre-
chung nur dann abzuweichen, wenn eine bessere Erkenntnis des Verkehrswerts dies
gebietet (StE 1999 B 52.41 Nr. 2; im Ergebnis ebenso das Bundesgericht in StE 1997
B 22.2 Nr. 13).
Gemäss Randziffer (Rz) 2 Abs. 4 Wegleitung entspricht der Verkehrswert von
nichtkotierten Wertpapieren, für die keine Kursnotierungen bekannt sind, dem inneren
Wert. Er wird nach den Bewertungsregeln der Wegleitung in der Regel als Fortfüh-
rungswert berechnet. Privatrechtliche Verträge wie beispielsweise Aktionärbindungs-
verträge, welche die Übertragbarkeit der Wertpapiere beeinträchtigen, sind für die Be-
wertung unbeachtlich. Bei der Bewertung stehen Ertrags- und Substanzwert des
Unternehmens im Vordergrund:
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c) Der Unternehmenswert von Handels-, Industrie- und Dienstleistungsunter-
nehmen ergibt sich gemäss Rz 34 Wegleitung aus der zweimaligen Gewichtung des
Ertragswerts und der einmaligen Gewichtung des Substanzwerts zu Fortführungswer-
ten. Zwar bezieht sich diese Art der Bewertung, welche auch "Praktikermethode" ge-
nannt wird, auf Aktiengesellschaften, jedoch werden Gesellschaften mit beschränkter
Haftung (GmbH) nach den gleichen Grundsätzen bewertet (Rz 49 Wegleitung). Die
Bewertung ist tendenziell auf kleinere Unternehmen zugeschnitten (BGr, 18. Septem-
ber 2013, 2C_309/2013 und 2C_310/2013, www.bger.ch). In Ergänzung hierzu nimmt
die SSK in Ziff. 5 des Kommentars zur Wegleitung Stellung zur Bewertung einer Ge-
sellschaft mit nicht bzw. nur schwer veräusserbarem, von der Leistung einer Einzelper-
son abhängigem Ertragswert: Wird die Wertschöpfung allein vom Mehrheitsbeteiligten
erzielt und wird mit Ausnahme von wenigen Hilfskräften für die Administration und Lo-
gistik kein weiteres Personal beschäftigt, kann die Bewertungsstelle dies auf Antrag
der Unternehmung berücksichtigen, indem der Ertragswert und der Substanzwert je
einfach gewichtet werden.
Im Gründungsjahr und in der Zeit der Aufbauphase sind Handels-, Industrie-
und Dienstleistungsunternehmen dagegen nach dem Substanzwert zu bewerten
(Rz 32 Wegleitung). Für reine Holding-, Vermögensverwaltungs- und Finanzierungsge-
sellschaften sowie Immobiliengesellschaften richtet sich der Unternehmenswert eben-
falls nach dem Substanzwert (Rz 38 bzw. 42 Wegleitung). Massgebend für die Bewer-
tungsmethodik ist dabei nicht so sehr der statutarische Zweck, sondern die tatsächlich
ausgeübte Tätigkeit der Gesellschaft (Rz 6 Wegleitung).
Die Berücksichtigung des Ertragswerts ist immer dann angezeigt, wenn nicht
primär das aktuelle Vermögen eines Unternehmens, sondern die Wahrscheinlichkeit
künftiger Gewinne bzw. Verluste, d.h. die Ertragskraft, für den Wert einer Gesellschaft
entscheidend ist. Auf operativ tätige Unternehmen trifft dies regelmässig zu, nicht aber
auf Gesellschaften, die sich in erster Linie auf das Halten und Verwalten von Vermö-
gen beschränken, für die daher die Substanzwertmethode Anwendung findet (BGr,
12. Juni 2009, 2C_800/2008, www.bger.ch).
Diese Methoden gelten nach ständiger Praxis des Bundesgerichts als zuver-
lässig zur Bestimmung des Verkehrswerts, da in ihr die Überlegungen, die für die
Preisbildung bei den nicht an der Börse kotierten Aktien im Allgemeinen massgebend
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sind, zum Ausdruck kommen (BGr, 18. September 2013, 2C_309/2013 und
2C_310/2013, www.bger.ch).
Die Wegleitung beruht auf der Überlegung, dass der Verkehrswert der nicht
regelmässig gehandelten Aktien – gleich wie der in den offiziellen Börsennotierungen
zum Ausdruck kommende Verkehrswert kotierter Aktien – erfahrungsgemäss vom bis-
herigen und zu erwartenden Ertrag in Form von Dividenden und anderen Gewinnantei-
len sowie von der Ertragsintensität der Gesellschaft abhängt und durch weitere Fakto-
ren der Gesellschaft (Vermögen, Liquidität, Stabilität etc.) beeinflusst wird (BGr,
4. November 1987 = StE 1988 B 72.13.22 Nr. 10). Die Wegleitung beschränkt sich
beim Ertrag auf die Berücksichtigung der bisher erzielten Gewinne und lässt zukünftige
Ertragsaussichten ausser Acht, was zulässig ist (StRK I, 25. Januar 2007,
1 ST.2006.296 sowie Irene Blumenstein, in: ASA 44, 346 ff., insb. 348). Immerhin ist –
wie in den vorgängigen Wegleitungen – gleichwohl vorgesehen, dass ausserordentli-
che, am Stichtag bereits ersichtliche zukünftige Verhältnisse angemessen berücksich-
tigt werden können (Rz 8 Abs. 3 Wegleitung). Die Beurteilung dieser künftigen Verhält-
nisse hat dabei immer aus Sicht des Bewertungsstichtags zu erfolgen und nicht aus
einer späteren Sicht, z.B. der zeitlich verzögerten Einschätzung. Substanziierung und
Nachweis dieser Verhältnisse ist dabei Sache der Steuerpflichtigen, da die Bewertung
aufgrund der Wegleitung (= Mittel aus dem gewichteten Ertrags- und Substanzwert des
Unternehmens) für die zutreffende Vermutung streitet, sie gebe den Verkehrswert rich-
tig wieder, sodass der vom Fiskus für diesen Wert zu leistende Nachweis als erbracht
gilt und es am Steuerpflichtigen liegt, den Gegenbeweis anzutreten.
2. a) Bei der C GMBH handelt es sich um eine bereits am 27. November 1995
gegründete Gesellschaft, die ein Architekturbüro betreibt (aktueller Handelsregister-
auszug). Die Pflichtigen machen nicht geltend, diese Zweckumschreibung gemäss
Handelsregistereintrag entspreche nicht der effektiv ausgeübten Tätigkeit oder die Ge-
sellschaft stehe noch in der Aufbauphase. Demnach fällt die Bewertung zum Sub-
stanzwert ausser Betracht, wie sie die Pflichtigen noch in der Einsprache verfochten
haben. Denn die C GMBH gilt als operativ tätige Gesellschaft, bei der es für die An-
teilsinhaber – wie bei solchen Gesellschaften üblich – primär auf die Ertragskraft, d.h.
auf die künftigen Gewinn- und Verlustmöglichkeiten ankommt.
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Nicht anders verhalten kann es sich daher auch bei einem Erwerber von An-
teilen solcher Gesellschaften, d.h. ist auch bei diesem für die Bewertung der Anteile in
erster Linie massgebend, ob und inwiefern die zu erwerbenden Titel eine Rendite ab-
werfen.
Anzuwenden ist daher nach dem Gesagten die erwähnte "Praktikermethode",
d.h. die Ermittlung des Verkehrswerts aufgrund des gewichteten Mittels aus Ertrags-
und Substanzwert des Unternehmens. Gemäss Wegleitung ist dabei der Ertragswert
zweimal und der Substanzwert einmal zu gewichten. Grundlage für die Bestimmung
des Ertragswerts bilden dabei in der Regel die zwei letzten vor dem bzw. am massge-
benden Bewertungsstichtag abgeschlossenen Jahresrechnungen (Rz 7 Wegleitung).
Als Ertragswert ist der kapitalisierte ausgewiesene Reingewinn dieser zwei Geschäfts-
jahre heranzuziehen, wobei der Reingewinn des letzten Geschäftsjahres doppelt ge-
wichtet wird (Modell 1). Alternativ können die letzten drei Geschäftsjahre herangezo-
gen werden (Modell 2).
Da zum Zeitpunkt der Einschätzung der Titelinhaber die aktuelle Jahresrech-
nung der zu bewertenden Gesellschaft meistens noch ausstehend ist, können auch die
Vorjahres-Steuerwerte zur Anwendung gelangen, sofern die Gesellschaft im aktuellen
Geschäftsjahr keine wesentlichen Veränderungen erfahren hat (Rz 4 Wegleitung).
b) Diesem Vorgehen widersetzten sich die Pflichtigen noch in der Einsprache,
indem sie die Bewertung zum Substanzwert bzw. nach einer andern Methode, etwa
der so genannten DFC-Methode (= Discounted Cashflow-Methode) verfochten und die
"Praktikermethode" in verschiedener Hinsicht als veraltet, d.h. nicht dem aktuellen
Stand der Wissenschaft entsprechend, ablehnten. Zur Begründung brachten sie vor,
auch das Bundesgericht argumentiere in diese Richtung, indem es in einem neueren
Urteil festgehalten habe, dass sich die "Praktikermethode" für steuerliche Zwecke nicht
werde halten lassen, sobald ein Unternehmen spezifischere Methoden anwende. Das
oberste Gericht gehe davon aus, dass der Einsatz neuerer Methoden, z.B. der DFC-
Methode, zu einer treffenderen Bestimmung des Unternehmenswerts führe.
Die Pflichtigen übersehen, dass es im angesprochenen Bundesgerichtsurteil
vom 18. September 2013 (2C_309/2013 und 2C_310/2013, www.bger.ch) nicht – wie
hier – um die Beteiligungsbewertung einer natürlichen Person für die Vermögenssteu-
er, sondern um diejenige einer juristischen Person für die Gewinn- und Kapitalsteuer
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gegangen ist. Das Bundesgericht hielt für die vorliegend allein interessierende erstere
Kategorie von Steuerpflichtigen unter Verweis auf seine Rechtsprechung zudem aus-
drücklich fest, dass es sich für diese Bewertung stets an der streitigen Wegleitung ori-
entiere. Mithin besteht auch für das Steuerrekursgericht vorliegend kein Anlass, von
der Bewertungsmethodik gemäss Wegleitung abzuweichen. Dies insbesondere auch
deshalb, weil eine Methode, die – wie die DFC-Methode – von den Zukunftserwartun-
gen der zu bewertenden Unternehmung ausgeht, weitgehend auf subjektiven und des-
halb nur schwer überprüfbaren Einschätzungen basiert und daher für das Massenver-
anlagungsgeschäft mit den in jeder Steuerperiode zu treffenden unzähligen
Bewertungen der deklarierten Wertpapiere geradezu als untauglich erscheint. Die
Weglassung der zukünftigen Ertragsaussichten und die Berücksichtigung nur der er-
zielten Gewinne gemäss Wegleitung beruht zudem auf einem Gutachten, das eine von
der Schutzorganisation der privaten Aktiengesellschaften beauftragte Expertenkom-
mission erarbeitet hatte und in Lehre sowie Steuerpraxis zustimmend aufgenommen
wurde (Irene Blumenstein, Besprechung des Gutachtens in ASA 44, 346 ff., insb. 348;
Erhard Jost, Die Bewertung von Wertpapieren ohne Kurswert für die Vermögenssteuer,
ASA 44, 353 ff.; vgl. auch Der Schweizer Treuhänder, 9/2009, S. 605 und Carl Helb-
ling, Unternehmensbewertung und Steuern, 9. A., 1998, S. 132 und 167). Da die Pflich-
tigen sodann auch keine ausserordentlichen, am Stichtag bereits ersichtlichen zukünf-
tigen Verhältnisse, die nach Rz 8 Abs. 3 Wegleitung angemessen berücksichtigt
werden könnten, geltend machen, ist auch im vorliegenden Verfahren für die Ertrags-
wertberechnung auf die bisher erzielten Gewinne der C GMBH und nicht die zukünfti-
gen Gewinnaussichten abzustellen.
Dem stimmen denn auch die Pflichtigen im Rekurs dem Grundsatz nach nun-
mehr zu, plädieren sie doch nun selber für einen Einbezug des auf den Vorjahresab-
schlüssen basierenden Ertragswerts der C GMBH, wenn auch nur mit dem Faktor 0,7.
c) Das kantonale Steueramt ermittelte den Ertragswert auf Basis der Ergeb-
nisse der Geschäftsjahre 2009/10 und 2010/11 von Fr. 801'240.- bzw. Fr. 843'289.-.
Dies entspricht den gemäss RZ 7 Wegleitung für die Bewertung per Ende 2011 mass-
gebenden Zahlen und ergäbe somit den für die vorliegend nicht streitbetroffene Steu-
erperiode 2011 massgebenden Wert pro Stammanteil von Fr. 34'890.-. Für die hier
interessierende Steuerperiode 2012 an sich korrekt wäre das Abstellen auf die Ab-
schlüsse 2010/11 und 2011/12, was zu einem höheren Wert von Fr. 40'630.- pro
Stammanteil führte. Von einer entsprechenden Anhebung der Bewertung ist indessen
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abzusehen, da das kantonale Steueramt bei den Pflichtigen schon in den Vorperioden
stets die Vorjahressteuerwerte verwendete, letztere ebenfalls mit den entsprechenden
Abschlusszahlen operieren und auch die Wegleitung in Rz 4 ausnahmsweise ein Ab-
stellen auf die Vorjahreswerte zulässt. Damit ist der getroffenen Bewertung aus Grün-
den der Kontinuität zu folgen.
d) aa) Die Pflichtigen beantragen sodann, den Ertragswert nicht zweimal,
sondern nur 0,7 Mal zu gewichten. Dies widerspricht der Wegleitung insofern, als sie
die doppelte Gewichtung dieses Werts vorsieht und gemäss Praxis bzw. Kommentar
zur Wegleitung ausnahmsweise die einfache Gewichtung nur zulässig ist, wenn der
Ertragswert nicht bzw. nur schwer veräusserbar ist, weil er von der Leistung einer Ein-
zelperson abhängig ist. Voraussetzung für die bloss einfache Gewichtung des Ertrags-
werts bildet nach dem Gesagten, dass die Wertschöpfung allein vom Allein-/Mehrheits-
beteiligten erzielt und mit Ausnahme von wenigen Hilfskräften für die Administration
und Logistik kein weiteres Personal beschäftigt wird.
Allgemein betrachtet, stellt die starke Personenbezogenheit gerade bei KMU-
Unternehmen, auf welche Gesellschaftskategorie die Wegleitung ausgerichtet ist,
nichts Aussergewöhnliches, sondern die Regel dar und wird daher auch nicht mittels
eines Einschlags berücksichtigt (StGer BL, 10. August 2012 = BStPra 5/2013, auch
zum Folgenden). In der Schweiz sind vor allem nicht börsennotierte KMU-
Unternehmen zu bewerten. Schon aufgrund dieser strukturellen Situation ist eine ein-
heitliche Bewertungspraxis, die eine gewisse Schematisierung nötig macht, unerläss-
lich. Die Wegleitung wird in allen Kantonen angewendet.
Beweispflichtig dafür, dass die Voraussetzungen für die bloss einmalige Ge-
wichtung des Ertragswerts in seinem Fall gegeben sind, ist aber jedenfalls der Steuer-
pflichtige. Denn es handelt sich um eine in der Wegleitung an sich nicht vorgesehene
Ausnahme und gilt der von der Steuerbehörde zu erbringende Nachweis für die Rich-
tigkeit der von ihr getroffenen Bewertung mit Anwendung der Wegleitung als erbracht.
bb) Den Pflichtigen ist die praktizierte Ausnahme der bloss einmaligen Ge-
wichtung des Ertragswerts gemäss Kommentar zur Wegleitung ganz offenkundig be-
kannt, berufen sie sich doch im Rekurs ausdrücklich darauf. Mithin hätten sie aber von
sich aus, d.h. ohne spezielle Aufforderung durch das Steuerrekursgericht, die diesbe-
züglichen Voraussetzungen darlegen und nachweisen müssen. Indessen bringen sie
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nur vor, die Akquisition bei der C GMBH erfolge ausschliesslich durch den Pflichtigen
selber, da er aufgrund seiner Publikationstätigkeit, Erfahrungen im städtebaulichen
Kommissionen, verschiedenen Vorstandstätigkeiten, Lehrtätigkeit, zahlreichen Aus-
zeichnungen und Jurytätigkeit über einen hohen Bekanntheitsgrad verfüge sowie zahl-
reiche Grossaufträge ausschliesslich dank seiner Kreativität, Bekanntheit für hochste-
hende Architektur bei guter Rentabilität und Erfahrung mit Grossprojekten persönlich
gewonnen habe.
cc) Vorab ist den Pflichtigen entgegen zu halten, dass sie die den Bekannt-
heitsgrad des Pflichtigen angeblich begründenden Umstände nicht hinreichend nach-
gewiesen haben. Insbesondere legen sie zwar eine 17 Seiten umfassende Publikati-
onsliste mit über 150 angeblichen Veröffentlichungen vor, jedoch wird der Name des
Pflichtigen darin nur gerade bei zehn Positionen erwähnt. Die Publikationen selber
reichten sie zudem nicht – auch nicht auszugsweise – ein. Überhaupt nicht belegt sind
sodann die behaupteten Tätigkeiten in städtebaulichen Kommissionen, verschiedenen
Vorständen, Jurys sowie die zahlreichen Auszeichnungen.
Weiter ist zu berücksichtigen, dass der Pflichtige seine Architekturtätigkeit
sowohl als Einzelunternehmer als auch über die C GMBH betreibt. Mit dem Einzelun-
ternehmen weist er dabei einen Dienstleistungsertrag überwiegend aus Arbeiten von
rund Fr. 365'000.- (2010) bzw. Fr. 370'000.- (2011) ohne jeden Lohnaufwand aus, so-
dass er diesen Umsatz vollumfänglich selber, d.h. ohne Angestellte erwirtschaftet hat.
Wenn er nun zahlreiche Grossaufträge nach eigenem Bekunden persönlich gewonnen
haben will, muss er diese Aufträge naheliegenderweise auch über die Einzelunterneh-
mung abgewickelt haben, sodass seine diesbezügliche Akquisitionsbemühungen und
die dabei erzielten Umsätze nicht der C GMBH zu Gute gekommen sind.
Schliesslich handelt es sich bei der C GMBH nicht um ein Unternehmen, dass
neben wenigen Hilfskräften für die Administration und Logistik kein weiteres Personal
beschäftigt. So weist die C GMBH gemäss Sachdarstellung der Pflichtigen im Rekurs
durchschnittlich 15 beschäftigte Personen auf, ohne dass Letzterer geltend macht oder
gar nachweist, diese verrichteten nur die erwähnten Hilfstätigkeiten.
dd) Damit ist es den Pflichtigen nicht gelungen, die Voraussetzungen für die
bloss einmalige Gewichtung des Ertragswerts nachzuweisen. Für die verfochtene Ge-
wichtung mit dem Faktor 0,7 fehlte es zudem ohnehin an einer Grundlage.
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e) Die übrigen Elemente der Bewertung – Kapitalisierungsfaktor von 8,5%
beim Ertragswert sowie der Substanzwert von Fr. 1'426'853.- – sind nicht streitig.
Damit erweist sich die vom kantonalen Steueramt getroffene Bewertung in
allen Belangen als rechtsbeständig.
3. Die privilegierte Besteuerung der von der C GMBH ausgeschütteten Divi-
dende im Umfang von Fr. 550'000.- gemäss § 34 Abs. 4 StG (in der ab Steuerperiode
2008 gültigen Fassung vom 9. Juli 2007) ist nicht streitig und daher entsprechend zu
gewähren.
4. Diese Erwägungen führen zur teilweisen Gutheissung des Rekurses. Aus-
gangsgemäss sind die Kosten des Verfahrens den Parteien anteilsmässig aufzuerle-
gen (§ 151 Abs. 1 StG). Eine Parteientschädigung wurde nicht verlangt.