Decision ID: 099a2773-cec8-4f3b-ae55-ac61d1f604f0
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1956, war seit Oktober 2000
i
m Pflegeheim
Y._
als
Pflegehelferin
tätig
(
Urk.
8/23
)
.
Unter Hinweis auf
Rücken
beschwerden
(Fraktur von LWK 1 und LWK 2)
meldete
sich
die Versicherte
am
1
9.
Januar 2011
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/5
). Die
Sozialversi
cherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisc
he und erwerbliche Situation ab und
zog Akten der
Unfallversicherung
bei (
Urk.
8/14,
Urk.
8/41,
Urk.
8/43
,
Urk.
8/48,
Urk.
8/73-74,
Urk.
8/84,
Urk.
8/91,
Urk.
8/93).
Nach
durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
8/107-
120)
sprach die IV-Stelle
der Versicherten mit Verfügung vom 1
7.
Juli 2015
bei einem Invaliditätsgrad von
71
%
eine
befristete ganze
R
ente für die Zeit von
1.
Juli 2011 bis 3
1.
Mai 2012 zu (
Urk.
8/120,
Urk.
8/139
=
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am
2
7.
August 2015
Beschwerde (
Urk.
1)
g
egen die Verfü
gung vom 1
7.
Juli 2015
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben
und die Beschwerdegegnerin
sei
zu verpflichten, ihr die gesetzlich geschuldeten Leistun
gen auszurichten, insbesondere eine Invalidenrente (S. 2).
Die IV-Stelle beant
ragte mit Beschwerdeantwort vom 2
7.
November
2015
(
Urk.
7
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
1
5.
Dezember 2015
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
9
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung (IVG)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie
derungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener
Ar
beitsmarktlage
erzielen könnte (sog
. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnt
e, wenn sie nicht in
valid gewor
den wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des ana
log anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Ver
ord
nung über die Invalidenversicherung (IVV)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstuf
ung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit dem
jenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente
(BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E.
3.5). Spricht die Verwaltung der ver
sicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat
vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin seit dem 2
9.
Juli 2010 in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt sei (Verfügungsteil 2; S.
1).
Die Abklärungen hätten ergeben, dass der Beschwerdeführerin bis zum
9.
Januar 2011 keine Tätigkeit zumutbar gewesen sei. Ab dem 1
0.
Januar 2011 sei es ihr möglich gewesen, die bisherige sowie eine angepasste Tätigkeit in einem 30%igen Pensum auszuüben. Da die Beschwerdeführerin bei Ablauf der Wartezeit sowohl für die ange
stammte wie auch für eine angepasste Tätigkeit 70
%
arbeitsunfähig gewesen sei, betrage der Invaliditätsgrad 70
%
. Seit dem 1
8.
Mai 2012 sei der Beschwer
deführerin eine körperlich leichte Tätigkeit ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, ohne häufiges Bücken oder Arbeiten über dem Kopf und ohne längeres Verharren in Zwangshaltungen zu 80
%
zumutbar. Der
Einkommens
vergleich
ergebe sodann einen Invaliditätsgrad von 39
%
, weshalb seither kein Rentenanspruch mehr bestehe (Verfügungsteil 2; S. 2).
2.2
Demgegenüber stellte sich die
Beschwerdeführer
in
auf den Standpunkt (
Urk.
1),
dass die Beschwerdegegnerin
in der angefochtenen Verfügung vom Ergebnis der Unfallversicherung abweiche
, indem sie entgegen der Einschätzung der Unfall
versicherung davon ausgehe, ab dem 1
8.
Mai 2012 sei rückwirkend von einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 80
%
auszugehen und zudem nicht einen Invaliditätsgrad von 41
%
, sondern von 39
%
ermittle
(S. 4 f.)
.
Die
Beschwerde
gegnerin
gehe davon aus, ab dem 1
7.
Mai 2012 sei die angestammte Tätigkeit zu 60
%
und eine angepasste Tätigkeit sogar zu 80
%
zumutbar gewesen, wes
halb die drei Monate nach
Art.
88a
Abs.
1 IVV nicht berücksichtigt würden. Dies sei unhaltbar. Die Unfallversicherung sei gestützt auf die Akten von einer Arbeitsunfähigkeit von 60
%
ausgegangen und der Gutachter habe sich
seriö
serweise
nicht retrospektiv geäussert, sondern sich dem Verlauf der Arbeitsun
fähigkeit der Akten angeschlossen.
Es gebe keinen Grund, weshalb ein RAD-Arzt aufgrund der Akten zu einem ser
i
öseren Ergebnis gelangen könnte als der Gutachter. Die Änderungskündigung per 3
1.
Oktober 2012 datiere von Ende Juli 201
2.
Mitten in diesen Eingliederungsfragen sei weder eine Arbeitsfähigkeit an
gestammt zu 60
%
noch eine Arbeitsfähigkeit angepasst zu 80
%
möglich und zumutbar gewesen
. Eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit gemäss
Art.
88a IVV könne frühestens ab dem Zeitpunkt angenommen werden, ab welchem der Gut
achter zum Schluss gekommen sei, unter gewissen Bedingungen könne in der angestammten Tätigkeit die zeitliche Belastung allenfalls auf 50
%
gesteigert werden, respektive
angepasst wäre eine theoretische Arbeitsfähigkeit unter opti
malen Bedingungen von maximal 80
%
zu erreichen. Das Gutachten datiere abe
r vom 1
3.
Dezember 201
3.
Rückwirkend auf Mai 2012 ergebe sich keine medizi
nisch seriöse Grundlage für die Annahme einer Verbesserung
(S.
6).
Bei der Frage
des Tabellenlohnabzuges sei
ohnehin
auch ohne Bindungswirkung den Über
legungen der Unfallversicherung zu folgen, welche einen Abzug von 10
%
vor
ge
nommen habe (S. 7).
2.3
Strittig
und zu prüfen ist, ob die
Beschwerdeführer
in
über den 3
1.
Mai 2012
hinaus Anspru
ch auf eine Invalidenrente hat.
3.
3.1
In medizinischer Hinsicht gehen die Parteien gestützt auf das Gutachten von Prof.
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates, vom 1
3.
Dezember
2013 (
Urk.
8/84/5-42) davon
aus, dass
der Beschwerdeführerin aufgrund der gestellten Diagnosen (vgl. S.
24
Ziff.
5) ihre angestammte Tätigkeit als Pflegehelferin
aktuell
lediglich noch zu 40
%
zumutbar sei, wobei eine Steigerung auf 50
%
möglich wäre (S.
33
Ziff.
7.2). In einer angepassten Tätigkeit bestehe
aktuell
sodann eine theoreti
sche Arbeitsfähigkeit unter optimalen Bedingungen von maximal 80
%
(S. 34
Ziff.
7.3).
Der Gutachter äusserte sich zur Arbeitsfähigkeit
nicht retrospektiv.
Da sowohl die Diagnosen, die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit als auch
die
attestierten Arbeitsunfähigkeit
en
unbestritten blieben, und sich diese Anga
ben eindeutig aus den medizinischen Unt
erlagen ergeben, ist für den aktuellen Zeitpunkt darauf
abzustellen.
3.2
Bestritten
und zu prüfen ist jedoch,
seit wann die vom Gutachter attestierten Arbeitsunfähigkeiten Geltung
h
aben
.
Aus den Akten ergibt sich
folgende
r
V
er
lauf
der attestierten Arbeitsunfähigkeit
:
3.3
Dr.
med.
A._
, beratender Arzt der AXA Winterthur nahm am
7.
Februar 2012 Stellung (
Urk.
8/48/
10-11) und führte aus, dass die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit als Hilfspflegerin im jetzigen Zustand offenbar überfordert und nicht arbeitsfähig sei. In einer angepassten Tätigkeit müsste eine Steigerung auf 50
%
möglich sein.
3.
4
Dr.
med.
B._
, Chefarzt Wirbelsäulenchirurgie, K
linik
C._
, beri
chtete a
m 1
0.
Februar 2012 (
Urk.
8/48/7-8) und führte aus,
dass die Beschwerdeführerin ohne Arbeiten eine gute Lebensqualität habe, weshalb von einer Operation abgeraten werde. Die Beschwerdeführerin soll weiterhin 70
%
arbeitsunfähig bleiben. Das Heben von schweren Lasten sei weiterhin nicht zu empfehlen.
Am 2
0.
Juni 2012 nahm
Dr.
B._
Stellung (
Urk.
8/68/236-237) und führte aus, es sei davon auszugehen, dass die Leistungsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit in zeitlicher Hinsicht auf 50
%
gesunken sei. Leichte Tätigkeiten im Haushalt könnten von der Beschwerdeführerin erledigt werden. Die Indikation zu einer Operation sei in keiner Weise zwingend. Da die Beschwerdeführerin in Ruhe relativ beschwerdefrei sei, sei
nicht
zu einem operativen Eingriff zu
raten.
3.
5
Am
3.
Dezember 2012 attestierte
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf, obwohl die Beschwerdeführerin eine 40%ige Arbeitsfähigkeit durchstiere. Eine schwere rückenbelastende Tätigkeit, wie dies ein Pflegeberuf darstelle, sei lebenslang nicht mehr durchführbar. In einer der Behinderung optimal angepassten Tätigkeit gemäss beschriebenem Belastungsprofil sei die Beschwerdeführerin knapp 50
%
arbeits
fähig (
Urk.
8/73/37-61 S. 23 f.).
Dr.
D._
führte sodann aus, dass d
ie Beschwerdeführer
in
A
nfang Januar 2011 mit 30
%
zu arbeiten begonnen
und i
m April 2012 die Arbeit auf 40
%
gesteigert
habe
(S. 13).
3.6
Gemäss Angaben der Unfallversicherung hätten folgende Arbeitsunfähigkeiten bestanden (
Urk.
8/93/79):
100
%
ab 2
9.
Juli 2010
70
%
ab 1
0.
Januar 2011
100
%
ab 1
6.
September 2011
70
%
ab 2
0.
September 2011
60
%
ab 1
8.
Mai 2012
, wobei
per
1.
November 2012
eine vertragliche
Redukt
ion des Arbeitspensums auf 40
%
vereinbart worden sei.
3.7
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am 3
1.
Oktober 2014 Stellung (
Urk.
8/104 S.
9 f.) und führte aus, hinsichtlich der Bewertung der Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit seien zunächst die aktenkundigen Angaben, entnommen den Taggeld-Auflistungen der Unfall
versicherung, als durchaus plausibel zu bewerten (vgl. vorstehend E. 3.6). Unter Abstützung auf das Gutachten von
Prof
.
Z._
sei eine Reduktion der Arbeitsunfähigkeit auf 50
%
möglich.
Für eine angepasste Tätigkeit sei gemäss
dem
Gutachten von
Prof
.
Z._
eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit bis maximal 80
%
möglich. Nachdem sich der Gutachter explizit nicht retrospektiv zum Verlauf der Arbeitsunfähigkeit und somit auch nicht zum Beginn der 80%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit geäussert habe, sei diesbezüglich nur eine medizinisch-theoretische Beurteilung anhand der Akten möglich. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bestehe diese 80%ige Arbeitsfähigkeit spätestens ab Mai 2012, das heisse seit dem Beginn der aktenkundigen Arbeitsunfähigkeit von 60
%
in der ange
stammten Tätigkeit, da ab diesem
Zeitpunkt medizinisch-theoretisch aus ver
sicherungsmedizinischer Sicht von g
egenüber dem
Zeitpunkt der Begutachtung im Wesentlichen unver
änderten Befunden auszugehen sei.
3.8
Dem Verlaufsprotokoll der Eingliederungsberatung vom
9.
Februar 2015 (
Urk.
8/108) ist
bezüglich der Arbeitstätigkeit der Beschwerdeführerin f
olgendes z
u
entnehmen:
Am Erstgespräch vom
4.
April
2011 w
ur
d
e
festgehalten, dass
das Pflegeheim
Y._
die Arbeitgeberin sei
. Der Arbeitsversuch habe im Januar 2011 mit einem Pensum von 30
%
gestartet. Die Beschwerdeführerin arbeite jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag einen halben Tag, damit sie genug Pausen zur Regenera
tion habe. Nun
s
telle sich die Frage der Steigerung.
Die Leitung des Pflegeheims habe am Gespräch klar orientiert, dass sie keine Rücksicht auf die Beschwerde
führerin nehmen könnten aufgrund des Personalmangels. Die Beschwerdefüh
rerin müsse in den Stunden,
an welchen
sie anwesend sei, mit 100%iger Leistung arbeiten (S. 2).
Dem Eintrag
vom 1
0.
Oktober 2011 ist zu entnehmen, dass die Beschwerde
führerin weiterhin zu 30
%
arbeite. Es sei ihr
seitens des Case Managers der Unfallversicherung
empfohlen worden, tageweise, wenn es ihr besser gehe, zu versuchen ein paar Stunden mehr zu arbeiten. Leider habe die Beschwerde
führerin dies nicht umsetzen können. An eine
Pensumssteigerung
sei
zurzeit
nicht zu denken
(S. 7)
.
Dem Eintrag vom 2
1.
März
2012 ist zu entnehmen, dass keine Operation durchgeführt werde. Die Beschwerdeführerin könne sich vorstellen, die Präsenz zu erhöhen. Das Arbeitsverhältnis werde versuchsweise fortgeführt, wenn die Beschwerdeführerin an mindestens 2 vollen Tagen pro Woche zu arbeiten probiere. Die Beschwerdeführerin arbeite ab
Anfang
April 2012 während drei Monaten an 2 vollen Tagen pro Woche (S. 11 oben).
Am Gespräch vom 1
7.
April 2012 wurde festgehalten, dass die Beschwerde
führerin nun 40
%
arbeite (S. 11 unten).
Am Gespräch vom 2
9.
Mai
2012 wurde wiederum festgehalten, dass die Be
schwerdeführerin weiterhin 2 ganze Tage pro Woche, also 40
%
arbeite. Wenn möglich
habe sie immer einen Tag Pause zwischendurch.
Die Beschwerde
führerin könne sich vorstellen, künftig halbtags zu arbeiten, im Rahmen von 40
%
oder wenn gesundheitsbedingt möglich maximal 50
%
(S. 15).
Dem Eintrag vom 1
9.
Juni 2012 ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin nun drei Monate zu 40
%
gearbeitet habe.
Die Ganztagesarbeit sei körperlich belastend, sie habe dann jeweils mehr Schmerzen. Insbesondere wenn sie zwei ganze Tage nacheinander arbeiten müsse.
Seitens der Arbeitgeberin werde der Beschwerdeführerin ein Arbeitsvertrag mit einem Pensum von 40
%
angeboten. Die Beschwerdeführerin habe bis Ende Juni 2012 Zeit, um sich zu überlegen, ob sie zu 40
%
angestellt bleiben möchte im Pflegeheim
Y._
(S. 18).
Mit Telefon vom
5.
Juli 2012 teilte die Beschwerdeführerin mit, dass sie weiter zu 40
%
im Pflegeheim
Y._
arbeiten werde
. Dies wurde am
3.
August 2012 mit einer E-Mail bestätigt
(S. 19).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stellte zur Beantwortung der strittigen Frage auf die Stellungnahme ihres RAD-Arztes
Dr.
E._
(vgl. vorstehend E. 3.7)
ab
und
führte aus,
damit,
dass
die Beschwerdeführerin weiterhin in ihrer angestammten Tätigkeit arbeite, sei
bestätigt
, dass ab diesem Zeitpunkt
die Verbesserung längerdauernd sei (
Urk.
2 Verfügungsteil 2 S. 3).
4.2
Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht
dürfen
eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem
Beste
hen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Ent
scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Mög
lichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen mög
lichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E.
5b S.
360 mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3 S. 324 f.).
4.3
Die Einschätzung
der Beschwerdegegnerin kann gestützt auf die vorliegenden Akten, insbesondere da eine eingehende Begründung fehlt, nicht
ohne weiteres
nachvollzogen werden.
Es ist ihr jedoch insofern beizupflichten, dass sich
auf
grund der Akten, der konkreten Umstände und d
es Verhaltens der Beschwerde
führerin
Hinweise darauf
ergeben
,
wonach
die Be
schwerdeführerin tatsächlich früher als mit dem
G
utachten attestiert
hätte angepasst zu 80
%
arbeiten
können.
So ist insbesondere zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin
ohne
Unterbruch
bereits
seit Januar 2011 zu 30
%
und ab April 2012 zu 40
%
in ihrer angestammten Tätigkeit als Pflegehelferin
(vgl. vorstehend E.
3.8
;
Urk.
12
)
gearbeitet hat, obwohl ihr von den behandelnden Ärzten diesbezüglich eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden war
(vgl. vorstehend E.
3.3 bis E.
3.5)
.
Der Umstand
, dass die Beschwerdeführerin das 40%ige Pensum in ihrer angestammten Tätigkeit seither unverändert hat beibehalten
beziehungs
weise gar hat ausbauen können (vgl. diesbezüglich IK-Auszug
Urk.
12)
und offensichtlich nicht
dekompensiert
ist, lässt darauf schliessen, dass sich
ihr
Gesundheitszustand in tatsächlicher H
insicht seither nicht mehr wesentlich
ver
ändert hat.
Vor diesem Hintergrund rechtfertigt sich denn auch die Frage, ob die von den behandelnden Ärzten
echtzeitlich
attestierte Arbeitsfähigkeit für
optimal ange
passte Tätigkeiten
in tatsächlicher Hinsicht
nicht auch schon früher als im
Gut
achtenszeitpunk
t
höher
als 50
%
aus
g
ef
allen wäre
.
Jedenfalls
erscheint es vor
liegend nicht abwegig, eine
n Zusammenhang
zwischen
der
40%igen Arbeits
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit und einer 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer optimal angepassten Tätigkeit
herzustellen
, wie sie denn schliesslich auc
h
vom Gutachter bestätigt wurde
.
So ist es keineswegs nachvollziehbar,
aus welchen
Gründen der
Beschwerdeführerin
eine
optimal angepasste
Tätigkeit nicht
zu
mehr als 50
%
zumutbar sein soll,
wenn sie in ihrer angestammten Tätigkeit
seit April 2012
ein 40%-Pensum zu
absolvieren imstande ist, obwohl ihr diese Tätigkeit laut Arztberichten eigentlich nicht zumutbar ist. Dies hat umso mehr zu gelten,
als
die Beschwerdeführerin
gemäss Aussagen der Leiterin
des Pflegeheims
in den Stunden, in welchen sie anwesend sei,
mit 100%iger Leistung arbeiten
müsse
(vgl. vorstehend E. 3.8).
Die Bes
chwerdeführerin leistet demnach seit April 2012 un
unterbrochen ein 40%iges Pensum bei uneinge
schränkter Leistungsfähigkeit
,
was zeigt, dass ihr tatsächliches Leistungsver
mögen entgegen den Arztberichten als höher einzustufen
war
. Diesem Umstand ist
insofern
Re
chnung zu tragen, als
d
er Beschwerdeführerin
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch bereits ab diesem Zeitpunkt ein 80%iges Pensum in
einer optimal angepassten Tätigkeit
als
zumutbar
anzurechnen ist.
Unter Berück
sichtigung des Umstandes, dass es sich bei den ersten drei Monaten (April bis
Juni 2012) um einen Arbeitsversuch gehandelt hat (vgl. vorstehend E. 3.8), ist von
einer ab Juli 2012
ausgewiesenen Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
auszugehen
, welche zu einer Befris
tung der
Rente führt
. I
m Hin
blick auf Art. 88a Abs. 1 IVV (vgl. vorstehend E. 1.
4
)
ist diese jedoch
erst nach
Ablauf von drei
weiteren
Monaten zu berücksichtigen.
Damit hat die
Beschwerdeführer
in
mit Wirkung ab 1. Juli 201
1
bis
3
0.
Septem
ber
2012
Anspruch auf eine
ganze
Invalidenrente.
Im Jahr 2012 war die Beschwerdeführerin sodann 56 Jahre alt. Es wäre ihr daher im Hinblick auf die bis zur Pensionierung verbleibende Arbeitszeit zu
mutbar gewesen, eine optimal angepasste Tätigkeit in einem 80%-Pensum aus
zuüben (Schadenminderungspflicht, Urteil des Bundesgerichts 9C_832/2007 vom
8.
September
2008 E.
4.3.2), insbesondere da die angestammte Tätigkeit aus medizinischer Sicht ungeeignet ist (vgl. zudem E. 5.7 hinten).
5.
5.1
Es bleibt die Prüfung der erwerblichen Au
swirkungen der angenommenen Ein
sch
ränkungen vorzunehmen, wobei die
Beschwerdeführer
in
unbestrittener
ma
ssen als zu 100 % Erwerbstätige
zu qualifizieren ist. Somit ist ein
Ein
kommens
ver
gleich
nach Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG vorzunehmen.
5
.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
s
chein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls de
r Teuerung und der realen
Einkom
mensent
wicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit
ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden
wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigenden ausge
glichenen Arbeitsmarktlage (Art. 16 ATSG) ist grundsätzlich auch bei der Fest
setzung des
Validenlohnes
Rechnung zu tragen, wobei auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstrukturer
hebung
(LSE) abgestellt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 23. Septem
ber 2014 E. 3.2 mit Hinweisen).
5
.3
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Ermittlung des hypothetischen
Vali
d
eneinkommens
auf die Angaben des Pflegeheims
Y._
(
Urk.
8/23), wonach die Beschwerdeführerin
im Jahr 201
0
Fr.
6
6
‘512.80
(
Fr.
4‘885.60 x 13;
Fr.
250.-- Schichtzulage x 12)
verdien
t
e
und errechnete für das Jahr 2014
unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
einen Betrag von rund Fr.
68‘803.-- (vgl.
Urk.
8/
103).
Das
Vorgehen der Beschwerdegegnerin zur Ermittlung des
Valideneinkommens
wurde vo
n der
Beschwerdeführer
in
nicht gerügt und gibt aufgrund der Akten
grundsätzlich
zu kei
nen
wesentlichen Beanstandungen Anlass
. Es bleibt einzig zu bemerken, dass von einer Verbesserung per April
beziehungsweise Juli
2012 ausgegangen wird
(vgl. vorstehend E. 4.3)
,
dass
nicht nachvollziehbar erscheint,
dass
die Beschwerdegegnerin einen Einkommensvergleich per 2014 durch
ge
führt hat.
Vielmehr ist das von der Beschwerdeführerin im Jahre 2010 verdiente Einkom
men von
Fr.
66‘512.80 led
iglich auf das Jahr 2012 aufzur
echnen, was einen Betrag von rund
Fr.
67‘850.-- ergibt (vgl. auch
Urk.
8/103 S. 2 unten).
5.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) heran
gezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E.
4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardi
sierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, wes
halb der massgebliche Tabell
enlohn auf die entsprechende be
triebsübliche Wochen
arbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
5
.5
Zwar erzielt
die Beschwerdeführerin mit ihrem
40%-
Pensum in der angestamm
ten Tätigkeit ein Invalideneinkommen. Darauf ist aber – wie bereits erwähnt aufgrund der Schadenminderungspflicht und der
v
erbleibenden Arbeitszeit bis zur Pensionierung – nicht abzustellen. Vielmehr sind die Tabellenlöhne anzu
wenden.
Bei einer verbleibenden Restarbeitsfähigkeit von 80
%
steht
der Be
schwerdeführerin
eine breite Palette von
Tätigkeiten offen. Es ist deshalb für die Bemessung des
Invalidenein
kommens
auf den standardisierten
Durchschnitts
lohn
für einfache und repetitive Tätigkei
ten in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors abzustellen
(LSE 2012, Tabell
e TA1_tirage_skill_level, Kompe
tenzniveau 1, Rubrik „Frauen“
S. 35
).
Das im Jahr 2012 von Frauen im Durchschnitt aller einfachen Tätigkeiten körperli
cher oder handwerklicher Art erzielte Einkommen betrug pro Monat
Fr. 4‘112.-- (LSE 2012, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Kompetenzniveau 1, Rubrik
„Frauen“), mithin Fr. 49‘344.-- im Jahr (Fr. 4‘112.-- x 12). Der durch
schnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2012
(
BFS - Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit (BUA)
, Total) angepasst, ergibt dies den Betrag von Fr. 51‘441.-- (Fr. 49‘344.
-- :
40 x 41.7).
Auf das der Beschwerde
führerin angenommene zumutbare Pensum von 80 % umgerechn
et, resultiert ein hypo
thetisches Invalideneinkommen von Fr. 41‘153.--.
5.6
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage vo
n statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen
.
Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass ver
sicherte Personen, welche in ihrer letzt
en Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheit
sschadens auch für leichtere Ar
beiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende
durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsa
rbeiter nicht erreichen. Der ur
sprüng
lich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingt
en Abzug, wobei die Recht
spre
chung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Aus
wir
kungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht
automatisch, sondern nur dann erfol
gen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafü
r
bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale
ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeit
s
markt nur mit unterd
urchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall gesamthaft zu schätzen und insgesam
t auf höchstens 25 % des
Tabel
len
lohnes
zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE
126 V 75). Dabei ist zu beach
ten, dass allfällige bereits bei der Par
allelisierung der Vergleichsein
kommen mitver
antwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten
Leidens
abzuges
nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, ha
t die Beschwerdeinstanz
den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014
E
.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
5.7
Die Beschwerdegegnerin gewährte de
r
Beschwerdeführer
in
keinen
be
hinderung
s
bedingten
Abzug (
vgl.
Urk.
8
/
103
S.
2;
Urk.
2
). D
ies vermag nicht zu überzeugen
.
D
ie
Beschwerdeführer
in
ist aufgrund
ihrer
gesundheitlichen Einschränkungen lediglich noch in adäquaten, leichteren Tätigkeiten mit Schonung
des Rückens
einsatzfähig.
Des Weiteren ist die Beschwerdeführerin bereits 60 Jahre alt
und hat mit Ausnahme des Grundpflegekurses des
F._
(Dauer: 1
4.
September bis
8.
Oktober 1999)
keine Ausbildung absolviert
(vgl.
Urk.
8/5;
Urk.
8/108 S. 3 oben)
. Wenn auch dieser Umstand nach der Rechtsprechung nicht automatisch zu einem Abzug führt (vgl. die Übersicht in P
hilipp
Geersten
, Der Tabellenlohnabzug, in:
Kieser
/
Lendfers
,
Hrsg., Jahrbuch zum
Sozial
versicherungsrecht
2012, S.
139 ff., S.
143 f.) und der Einwand der Beschwerdegegnerin, wonach der Beschwerdeführerin die Möglichkeit eines Arbeitsversuchs aufgezeigt worden sei, sie diese aber zugunsten der 40
%
Stelle nicht wahrgenommen habe, nicht ohne Weiteres von der Hand zu weisen ist, muss das - bezogen auf die durchschnittliche Lebensarbeitszeit - fortgeschrit
tene Alter als ein abzugsrelevanter Aspekt doch immer unter Berücksichtigung aller konkreten Umstände des Einzelfalles geprüft werden. Diese zeichnen sich hier unter anderem wesentlich dadurch aus, dass die Beschwerdeführerin, wäh
rend mehr als 15 Jahren Pflegehelferin im Pflegeheim
Y._
, sich nur über ein sehr schmales berufliches Rüstzeug auszuweisen vermag, was ihr als im
Verfü
gungszeitpunkt
59-Jährige die Integration in den Arbeitsmarkt doch erheblich erschwert.
Die
Gewährung eines Abzuges von 10
%
erscheint
somit aufgrund
der gesundheitsbedingten Einschränkungen, des fortgeschrittenen Alters und der
langjährigen Ausübung einer nunmehr nicht mehr zumutbaren Tätigkeit und
in Würdigung sämtlicher Umstände geboten und im Lichte der Recht
sprechung als angemessen
.
Es ist demnach von einem Invalideneinkommen per 2012 in der Höhe von rund Fr. 37‘038.-- (
Fr. 41‘153.--
x 0.9) auszugehen. Bei der Gegenüberstellung mit
dem
Valideneinkommen
in der Höh
e von rund Fr. 67‘850.-- resul
tiert ein
Inva
liditätsgrad
von rund 45 %.
Bei diesem Ergebnis steht de
r
Beschwerdeführer
in
somit
eine
V
iertelsr
ente
der Invalidenversiche
rung ab
1.
Oktober 2012 zu, weshalb die Beschwerde
gutzu
heissen ist.
6
.
6
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen.
6
.2
Nach § 34 Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Vorliegend ist die Prozessentschädigung
beim mass
geblichen Stundena
nsatz von Fr. 220.-- auf Fr.
2
‘
6
00.-- (inkl. Barauslagen
und Mehrwertsteuer) fes
tzulegen und von der Beschwerde
gegnerin zu bezahlen.