Decision ID: fbfa6ac6-9210-40ad-908a-8f4fde4bb539
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1965 geborene
X._
meldete
sich
im Februar 1997
erstmals bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leis
tungen der Invalidenversicherung an
. Die IV-Stelle wies in der Folge das Leis
tungsbegehren und das hiesige Gericht die dagegen erhobene Be
schwerde ab
(
Urteil des hiesigen Gerichts IV.97.00693 vom 1
2.
November 1999)
.
Am 7.
März 2006 meldete sie sich erneut zum Bezug von Leistungen der Invalidenversi
cherung an (
Urk.
8/1).
Mit Verfügung vom
17.
September 2009 (
Urk.
8/84) wurde der Versicherten
rückwirkend
eine
vo
m
1.
Januar 200
7
bis
31.
Juli 2007
befristete,
ganze Invalidenrente zugesprochen.
2.
Am 1
1.
Dezember 2012
(Eingangsdatum)
meldete sich die Versicherte unter Hin
weis auf
Rückenschmerzen erneut bei
der
IV-Stelle zum Bezug von Leistun
gen der Invalidenversicherung an (
Urk.
8/93).
I
m Rahmen der Abklä
rung
en
holte die IV-Stelle unter anderem
ein interdisziplinäres
MEDAS-
Gutachten
ein, welches am
1
5.
Mai
201
4
(
Urk.
8/126
)
erstattet wurde
.
Mit Vorbescheid vom 1
8.
August 2014 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres Gesuchs
um Ausrichtung
von Leistungen
in Aussicht (Urk.
8/129)
.
Am 10. September 2014 erklärte die Versicherte anläss
lich einer persönlichen Vorsprache, dass sie mit dem Vorbescheid nicht einver
standen sei und ersuchte um Verlängerung der Frist, um ihren Einwand mit einem neuen Bericht ihres behandelnden Arztes zu begründen (Urk. 8/132). Mit Schreiben vom 15. September
2014 wurde die Frist zur Begründung des Ein
wan
des um 30 Tage ab Erhalt des Schreibens erstreckt (Urk. 8/133). Mit Eingabe vom 17. September 2014 teilte die bisherige Rechtsvertreterin der Versicherten,
Y._
, Soziale Dienste der Stadt Zürich, mit, dass ihr Mandat beendet sei (Urk. 8/134). Am 18. September 2014 überbrachte die Versicherte der IV
Stelle den Bericht des Dr. med.
Z._
, Facharzt für Innere Medizin/Rheumatologie FMH vom 16. September 2014 (Urk. 8/135) zur Begründung ihres Einwandes (Urk. 8/136).
Mit
Verfügung vom 24.
Oktober 2014
verneinte die IV-Stelle
einen Rentenanspruch (
Urk.
2 [= 8/139]).
3.
Gegen die Verfügung vom 2
4.
Oktober 2014 liess die Versicherte mit Eingabe vom 2
4.
November 2014 Beschwerde (
Urk.
1) erheben und
folgende Anträge stellen:
„
1.
Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es seien der
Be
schwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen auszurichten, wobei
hierfür ein Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben ist,
eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die
Angelegenheit sei zur Sachverhaltsfeststellung an die Vorinstanz
zurückzuweisen;
2.
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuerzusatz
zu Lasten der Beschwerdegegnerin.“
In prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um Gewährung der
unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung von R
echtsanwalt
lic
.
iur
. Christos
Anto
niadis
als unentgeltlichen Rechtsvertreter
(
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
Januar 2015 beantragte die IV-Stelle Abwei
s
ung der Beschwerde (
Urk.
7).
Mit Verfügung vom 1
3.
Januar 2015 wurde der Beschwerdeführerin Frist angesetzt, um
das Gesuch um unentgeltliche
Rechts
pflege bezüglich ihrer Bedürftigkeit
zu substantiieren
(Urk.
9).
Da
sie
die an
ge
setzte Frist ungenutzt verstreichen liess, wurde das
Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung
mit Verfügung vom 1
2.
Februar 2015
abgewiesen
,
ihr
das Doppel der Beschwerdeantwort zugestellt
und
ein zweiter Schriftenwechsel an
geordnet (
Urk.
11).
Mit Eingabe vom 2
3.
Februar 2015
ersuchte
die Be
schwer
deführerin
um Wiederherstellung der Frist zur Sub
stantiierung
ihrer
Bedürf
tig
keit und stellte
erneut ein Gesuch um unentgeltliche Pr
ozessführung sowie
rückwirkende
Bestellung von R
echtsanwalt
Antoniadis
als unent
geltlichen Rechts
vertreter
(
Urk.
14).
Mit Verfü
gung vom
5.
März 2015
(
Urk.
17)
wurde
das
Gesuch
vom 23. Februar
2015
um Wiederherstellung der Frist zur
Substan
tiie
rung
der prozessualen Bedürftigkeit
(Urk.
14)
abgewiesen
,
der Beschwerde
füh
rerin
jedoch
mit Wirkung
ab
dem 23.
Februar 2015
die unentgeltliche
Prozess
führung
gewährt und
ab diesem Datum
R
echtsanwalt
Antoniadis
als unent
gelt
licher Rechtsvertreter für das
vorliegende Verfahren bestellt
(Urk.
17)
.
Mit Eingabe vom 2
3.
März 2015 verzichtete
die
Beschwer
defüh
rerin auf eine Replik (
Urk.
19),
was
der Beschwerdegegnerin am 2
5.
März
2015
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
20).
4.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Nach vorangegangener Verweigerung einer Rente der Invalidenversicherung wird
eine neue Anmeldung zum Leistungsbezug nur geprüft, wenn glaubhaft ge
macht worden ist, dass sich der Grad der Invalidität des Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 und 3 der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung
[
IVV
]
). Dies gilt auch für Neuan
mel
dungen nach einer rückwirkend befristet zugesprochenen Rente (BGE
133 V 263)
oder nach einer revisionsweisen Aufhebung einer zuvor ausgerichteten unbe
fristeten Rente (vgl. etwa Urteile des Sozialversicherungsgerichts des Kan
tons
Zürich IV.2004.00234 vom 21. Juni
2005 E. 2 und IV.2006.00491 vom 18. Dezem
ber 2007 E. 1.4). Damit soll verhindert werden, dass sich die Verwal
tung nach vorangegangener rechtskräftiger Leistungsverweigerung immer wie
der mit gleich lautenden und nicht näher begründeten, das heisst keine Verän
derung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE 109 V 114 E. 2a, 109 V 264 E. 3). Die Verwaltung entscheidet somit zunächst nur, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so kann sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten erledi
gen. Dabei wird sie unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen (ZAK 1966 S. 279, vgl. auch BGE 130 V 67 ff. E. 5.2, 130 V 72 E. 2.2 mit Hin
weisen). Da der Verwaltung insofern ein gewisser Beurteilungsspielraum zu
steh
t, der grundsätzlich zu respektieren ist, überprüft das Gericht die
Eintre
tensfrage
nur dann, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Ver
waltung ge
stützt auf Art. 87 Abs. 3 IVV Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine rich
terliche Beur
teilung der
Eintretensfrage
, wenn die Verwaltung auf die Neuan
meldung einge
treten ist (BGE 109 V 114 E. 2b).
1.
1.
2
Die versicherte Person muss die massgebliche Tatsachenänderung mit der Neu
anmeldung glaubhaft machen. Der Untersuchungsgrundsatz, wonach der Versi
cherungsträger von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung
des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen hat (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158
E. 1a, je mit Hinweisen), spielt insoweit nicht. Wird in der Neuanmeldung kein
Eintretenstatbestand
glaubhaft gemacht, sondern bloss auf ergänzende Be
weis
mittel, insbesondere Arztberichte, hingewiesen, die noch beigebracht wür
den oder
von der Verwaltung beizuziehen seien, ist der versicherten Person eine ange
messene Frist zur Einreichung der Beweismittel anzusetzen. Diese Mass
nahme setzt voraus, dass die ergänzenden Beweisvorkehren geeignet sind, den entspre
chenden Beweis zu erbringen. Sie ist mit der Androhung zu verbinden, dass ansonsten gegebenenfalls auf Nichteintreten zu erkennen sei (BGE 130 V 68 E. 5.2.5).
1.2
1.2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit ode
r Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sac
hte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder
teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den aus
geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zu
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.2
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerz
störung
oder eine vergleichbare Störung ohne erkennbare organische Ursache begründet als solche
noch keine Invalidität. Nach der bisherigen Recht
sprechung bestand eine Vermutung, dass die somatoforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind.
Danach konnten bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügte. Ob ein solcher Ausnahmefall vorlag, entschied sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien
(BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3).
1.2.3
Mit
BGE 141 V 281
hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ur
sache und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 u
nd an
schliessende Urteile) ange
passt und festgehalten, dass die Invaliditätsbemessung stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichti
gen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss.
An die Stelle des bishe
rigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender
somato
former
Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) treten im
Regelfall beachtliche Stan
dardindikatoren. Diese lassen sich in die Ka
tego
rien
Schweregrad und Konsistenz der funktionellen Auswirkungen einteilen. Der
Prü
fungsraster
ist rechtlich
er Natur.
Die
Anerkennung eines
rentenbegrün
den
den
Invaliditätsgrades ist nur zulässig, w
enn die funktionellen Auswirkun
gen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzel
fall an
hand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zu
mindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt e
s da
ran, hat die
Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versi
cher
te
Person zu tragen (E. 6).
Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert werden können, umschreibt das Bundesger
icht in BGE 141 V 281
wie folgt:
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Lei
densdruck
(E. 4.4.2).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.
5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutach
tens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersu
chun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gege
be
nenfalls in Auseinander
setzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklar
heiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM
1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994,
S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die IV-Stelle
zusammengefasst
,
aus dem interdisziplinären MEDAS-Gutachten vom 1
5.
Mai 2014 gehe hervor, dass sich seit der letzten gutachterlichen Beurteilung in Bezug auf den medizinischen Sachverhalt keine wesentlichen Veränderungen ergeben hätten. Gemäss dem früh
eren Gutachten habe kein invalidisierender Gesundheitsschaden bestanden, welcher die Arbeitsfähigkeit dauerhaft hätte einschränken können. Dem mit
dem Einwand aufgelegten Bericht von
Dr.
Z._
vom 1
6.
September 2014 seien keine Befunde zu entnehmen, die auf unberücksichtigte Tatsachen schliessen liessen (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber wird in der Beschwerde
geltend gemacht, die
Wirbelsäulenbe
schwerden
hätten sich nach der gutachterlichen Abklärung verschlimmert
.
D
ies gehe aus Berichten der behandelnden Ärzte hervor
.
So hätten die Ärzte der
Klinik B._
sowie der Rheumatologe Dr.
Z._
neu aufgetretene
radikuläre
Reizsymptomatiken
festgestellt (Urk. 1).
2.
3
Folglich
ist zu prüfen, ob
die IV-Stelle
eine anspruchsbegründende Verschlech
te
rung des Gesundheitszustandes im massgebenden Vergleichszeitraum (vgl. BGE 130 V 71) zwischen der letzten rechtskräftigen Überprüfung des Renten
an
spruches
(Verfügung vom
17. September 2009
[
Urk. 8/84
]
)
und der
Verfügung vom 28. November 2014
(Urk. 2) zu Recht verneint hat.
3.
3.1
3.1.1
Die Experten der Abklärungsstelle
A._
führten im Gutachten vom 14. November 2008 (Urk. 8/67)
aus, zusammenfassend hätten sich aus rheumatologischer Sicht folgende Prob
lem
kreise festhalten lassen: Einerseits leide die Explorandin an einem seit den
90er Jahren dokumentierten und therapieresistenten
zervikozephalen
und
lumbo
vertebralen
Schmerzsyndrom bei dokumentierter degenerativer
Halswirbelsäu
len
veränderung
(
Osteochondrose
C5/6), Wirbelsäulenfehlform (leichte Skoliose) und Haltungsinsuffizienz sowie muskulärer
Dysbalance
der Nacken- und
Schul
tergürtelmuskulatur
. Klinisch hätten sich keine Anhaltspunkte für eine
radiku
läre
Symptomatik ergeben und die klinische Untersuchung habe auch keine
wesentlichen segmentalen Funktionsstörungen der Wirbelsäule gezeigt. Die ob
jek
tiven Befunde könnten das angegebene Beschwerdeausmass und die
Funk
ti
ons
einschränkung
nur teilweise erklären. In der Gesamtschau würden sie davon ausgehen, dass peripher
nozizeptive
Faktoren nur eine untergeordnete Rolle spielten, wofür auch das Nichtansprechen auf sämtliche bisher durchgeführten therapeutischen Massnahmen spreche. Für eine Symptomausweitung sprächen
auch das während der Untersuchung gezeigte Schmerzverhalten sowie die
Selbst
limitierung
in der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL). Weiter
hin bestehe ein chronisches Schmerzsyndrom am linken Ellenbogen bei Status
nach Schnittverletzung mit partieller Durchtrennung der
Trizepssehne
im Januar
2007 (richtig: 2006), Status nach primärer operativer Versorgung und Status nach
Revision der
Trizepssehne
mit
Débridement
und
transossärer
Reinsation
sowie
Bursektomie
der Bursa
olecrani
am 29. Januar 2007. Auch diesbezüglich
dominierten heute die Zeichen der Symptomausweitung beziehungsweise
Schmer
z
chronifizierung
mit Entwicklung einer diffusen Schmerzhaftigkeit. Ob
jek
tiv zeigten sich eine gute Ellenbogenfunktion sowie eine leichte
Kraftvermin
derung
des
Musculus
trizeps
, die Ellenbogenbeweglichkeit sei leicht einge
schränkt. Von Seiten des Operateurs sei von weiteren Interventionen Abstand genommen und eine konservative Weiterbehandlung empfohlen worden. Aus psy
chiatrischer Sicht werde eine leichte Anpassungsstörung mit Ängstlichkeit,
Deprimiertheit
, Sorgen, Anspannungen und Ärger (ICD-10 F43.23) diagnos
ti
ziert. Es bestünden keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung nach ICD-10. An Komorbiditäten bestünden ein Status nach Radiofrequenzablation eines WPW Syndroms im Jahr 2006 sowie ein Status nach operativer Korrektur von Hammerzehen am rechten Fuss; dies
bezüglich seien keine Beschwerden angegeben worden (Urk. 8/67 S. 5 f.).
Weiter hielten die Gutachter fest, das arbeitsbezogen relevante Problem bestehe in einer schmerzhaft verminderten Belastungstoleranz der Halswirbelsäule und des Ellbogengelenks links. Dadurch habe die Explorandin bei den meisten Tests
im Rahmen der EFL nicht bis an ihre funktionellen
Limiten
herangeführt werden
können und habe sich unter Angabe von Schmerzen selbst limitiert. Sie habe in den Testsituationen ein allgemein langsames Bewegungs- und ein auffälliges
Schmerzverhalten mit häufigem Reiben, Seufzen und Schmerzäusserungen ge
zeigt.
Die Leistungsbereitschaft der Explorandin werde von ihnen als nicht zu
verlässig beurteilt. Die Beobachtungen bei den Tests wiesen auf eine deutliche
Selbstlimitierung hin; dabei sei die Konsistenz schlecht gewesen und die demon
strierte Belastbarkeit minimal. Infolge erheblicher Symptomausweitung,
Selbst
li
mitierung
und Inkonsistenzen seien die Resultate der Belastbarkeitstests für die Beurteilung nicht verwertbar. Es sei davon auszugehen, dass die Explorandin bei gutem
Effort
mehr hätte leisten können, als was sie bei den Leistungstests gezeigt habe. Die Zumutbarkeitsbeurteilung müsse deshalb medizinisch-theo
retisch festgelegt werden. Abgeleitet aus den Beobachtungen in der EFL könne man davon ausgehen, dass zumindest eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit möglich sein sollte (Urk. 8/67 S. 7). Die Gutachter fuhren im Zusammenhang mit der medizinischen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit fort, aus rheumato
lo
gisch-orthopädischer Sicht gingen sie aufgrund der objektiven Befunde von einer leichten Einschränkung der Wirbelsäulenbelastbarkeit sowie der Belastbar
keit des linken Ellenbogens aus. Körperlich schwere Arbeiten, Arbeiten mit häu
figen Überkopfanteilen sowie Arbeiten mit repetitivem Einsatz des linken Armes seien nicht mehr zumutbar. Zudem sollten Arbeiten mit Vibrationsbelastungen
des linken Armes vermieden werden. Aus rheumatologischer Sicht sähen sie je
doch keine Gründe, welche gegen eine mindestens körperlich leichte, wechsel
belastende Tätigkeit sprächen, weshalb sie eine solche für ganztags zumutbar erachteten. Bei der angestammten Tätigkeit als Buffetangestellte handle es sich um eine körperlich mittelschwere Arbeit, welche der Versicherten aus rheuma
to
logischer Sicht nicht mehr zumutbar sei. Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt. Gesamthaft hielten sie - so die Gutachter weiter - die angestammte Tätigkeit als Buffetangestellte für nicht mehr zumut
bar. Interdisziplinär hielten sie sodann eine optimal adaptierte Tätigkeit für vollumfänglich zumutbar. Diese Beurteilung gelte retrospektiv drei Monate nach der zuletzt durchgeführten Operation, das heisse seit Mai 2007. Bei der gemäss Beschrieb der Versicherten ausgeübten Haushaltstätigkeit handle es sich um kör
perlich leichte Arbeiten, welche der Explorandin sowohl aus rheumato
logi
scher als auch aus psychiatrischer Sicht vollumfänglich zumutbar seien (Urk. 8/67
S. 7 f.).
Zum zeitlichen Verlauf der Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter schliesslich am 30. Januar 2009 ergänzend aus, sie gingen vor dem Unfallereignis vom Januar 2006 von einer stabil-linearen Situation mit leichter Verminderung der Wirbelsäulenbelastbarkeit aus. Eine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Buffetangestellte lasse sich aus medizinischer Sicht in diesem Zeitraum nicht begründen. Bezüglich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei das Unfallereignis vom Januar 2006 relevant. Posttraumatisch gingen sie von einer drei bis sechs Monate dauernden vollen Arbeitsunfähigkeit aus, die ange
stammte Tätigkeit sei in der Folge aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar gewesen. Die Aufnahme einer adaptierten Tätigkeit wäre ab diesem Zeitpunkt möglich gewesen, wobei ein stabiler Zustand erst ungefähr drei Monate nach dem letzten operativen Eingriff, das heisse ab Mai 2007, erreicht gewesen sei (Urk. 8/72).
3.1.2
Gestützt auf die Beurteilung der
A._
-Gutachter wurde der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 17. September 2009 eine vom 1. Januar bis 31. Juli 2007 befristete ganze Invalidenrente zugesprochen; für die Zeit ab 1. August 2007 errechnete die IV
Stelle einen anspruchsausschliessenden Invaliditätsgrad von 25 % (Urk. 8/75 [Verfügungsteil 2], 8/84).
3.2
Im interdisziplinären MEDAS-Gutachten vom 15. Mai 2014 wurden folgende Diagnosen mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (Urk. 8/126 S. 22):
Zervikozephales
Schmerzsyndrom rechtsbetont mit/bei
Anterolisthesis
C4 und C5
Osteochondrose
C5/6
Status nach Facettengelenk
s
infiltration C5/6
,
04/2008, Status nach
Facettengelenk
s
infiltration C4/5 und C5/6, beide Infiltrationen 2008 und
2010 ohne Besserung
Status nach Kompressionsneuropathie
N
ervus
ulnaris
links mit Dekompres
sion im
Sulcus
ulnaris
, 11.06.2010
,
postoperativ keine Verbesserung der ausstrahlenden
Brachialgie
links
,
Status nach
Bursektomie
in
Höhe der Bursa
olecrani
links sowie Revi
sion der
Trizepssehne
links mit
Débridement
und
transossärer
Reinsertion
vom 2
9.
Januar 2
007 bei partieller Desinsertion der
Trizepssehne
links bei Status nach traumatischer
Bursaeröffnung
Olekranon
links nach
Stolper
sturz
und Wundversorgung so
wie postprimärer Naht vom 2
3.
Januar
2006
Dem Gutachten können
sodann
folgende Diagnosen ohne
Relevanz für
die Arbeits
fähigkeit entnommen werden (
Urk.
8/126 S. 22):
Lumbovertebrales
Syndrom
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychis
chen Faktoren (ICD-10 F. 45.41)
Presbyopie
,
ophthalmische
Migräne
Zur Arbeitsfähigkeit
hielten die Gutachter fest, a
ufgrund der reduzierten Rücken- und Armbe
lastbarkeit (links) sei
der Beschwerdeführerin
das Tragen und Heben von schweren Lasten von mehr als fünf Kilogramm links und von 15 Kilogramm rechts nicht
mehr
zumutbar. Rein gehende und rein stehende Arbeit
en
,
Über
kopfarbeiten
und Arbeiten in kauernder und gehockter Position sei
en
nicht zu
mutbar, ebenso
wenig Arbeiten mit monotoner Kopfhaltung
sowie mit vibrie
renden und
schlagenden Maschinen
.
Im Hinblick auf die psychischen Fähigkeiten ergäben sich gegenwärtig gemäss Mini-ICF keine Einschränkungen der Fähig
keiten zur Anpassung an Regeln und Routinen. Lediglich die Fähigkeit zur
Ta
gesstrukturierung
sei der Versicherten abhanden gekommen. Diese müsse neu eingeübt werden.
Auch die Selbstbehauptungsfähigkeit bedürfe einer Be
stär
kung, wozu eine geeignete berufliche Tätigkeit durchaus beitragen könne
.
Auch die Durchhaltefähigkeit
,
in der Untersuchungssituation ohne Auffällig
keiten
,
sollte weiter trainiert werden.
Relevante
Störungen der Mini-ICF-Fähigkeiten lägen keine vor
(
Urk.
8/126 S.
22
f.)
.
Ob die Beschwerdeführerin ihre ursprüng
liche Arbeit noch ausführen
könne
, sei davon abhängig, ob sie nur Getränke oder Essen am Buffet ric
hten
oder ob sie auch schwere Lasten oder Tablare selbst tragen müsse. Ihre
effektive
Arbeitsfähigkeit
in der angestammten
Tätig
keit
werde somit je nach Jobprofil bestimmt werden müssen. Es liege deshalb eine Arbeitsfähigkeit
in ihrer angestammten Tätigkeit im Umfang von 60
%
bis 100
% vor.
Aus psychiatrischer Sicht sei ihr
die
angestammte Tätigkeit voll
umfänglich möglich.
In einer angepassten Tätigkeit liege – bei Einhaltung des Zumutbarkeitsprofils – eine 100%ige
,
vollschichtige Arbeitsfähigkeit vor.
Es soll
e in einer angepassten Tätigkeit vermieden werden, dass die Beschwerde
führerin unter Zeitdruck arbeiten müsse oder dauerhaft Stress ausgesetzt werde, da ihr in einer solchen Tätigkeit noch die Routine fehle
(Urk.
8/126 S. 23)
.
Seit der letzten
gutachterlichen Beurteilung durch das
A._
habe sich die Situation in somatischer Sicht nicht gross verän
dert.
Am 11. Juni 2010 sei neu
noch
eine Verlagerung des
Nervus
ulnaris
links er
folgt. Es könne postuliert
werden, dass maximal bis Ende Juli 2010 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit post
operativ und eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bis Ende August 2010
vorgelegen habe
und dass ab September 2010 die aktuell
e
Arbeitsfähigkeit mit
Zumut
bar
keitsprofil
angewandt werden könne. Die neu aufgetretenen Lumbalgien würden dabei nicht ins Gewicht
fallen.
W
ie im Gutachten vom 1
4.
November 2008 sei aus psychiatrischer Sicht auch aktuell nicht von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen
.
Interdisziplinär sei
bei der letzten Beurteilung
eine opti
mal adap
tierte Tätigkeit
seit Mai 2007
für vollumfänglich zumutbar gehal
ten worden. Auch dies gelte für die aktuelle Beurteilung (Urk. 8/126 S. 23).
Aus neurochirurgischer Sicht
seien die geschilderten Ellbogenschmerzen mit Hyper
algesien mit der erlittenen Verletzung erklärbar, ein ins Gewicht fallender Funktionsausfall liege jedoch nicht vor, die Sensibilitätsstörung betreffe
die proximale Zone der
Olekranonregion
und die dorsale Ellbogenregion, nicht je
doch
das
Nervus
ulnaris
-Ausbreitungsgebiet
.
Ein motorisches Defizit des
Nervus
ul
naris
lasse sich nicht feststellen. D
ie Nacken- und
lumbalen
Rückenschmerzen
fänden
ihr Korrelat in einer Fehlhaltung und den degenerativen Verän
derungen. Eine Neurokompression, Spinalkanalstenose oder Instabilität liege nicht vor
. Schwere Arbeiten mit Heben und Tragen von schweren Lasten sei
en
aber nicht mehr zumutbar. Eine leidensangepasste Tätigkeit sollte jedoch zu
mutbar sein
(
Urk.
8/126 S. 21).
4.
4.1
Das interdisziplinäre Gutachten vom
1
5.
Mai 2014
(
Urk.
8/126)
vermag die an eine beweiskräftige ärzt
liche Expertise gestellten Anforderungen vollumfänglich zu erfüllen (E. 1.5). So tätigten die Gutachter sorgfältige, umfass
ende Abklärun
gen
(S.
10 – 14, S.
25 – 29, S.
32 – 34, S.
37 f., S.
42
- 45
,
S. 5
2
– 57;
MRI-Bericht vgl. S.
50 f.
)
, berücksichtig
te
n
die geklagten Beschwerden
(S. 11, S. 29)
und begründeten ihre
Einschätzung
en
in nachvollziehbarer Weise
(S.
14 – 25,
S.
29 – 31, S.
34 f., S. 45
–
49
, S.
53
)
sowie in Auseinandersetzung mit den Vorakten
(S. 5 – 10, S.
38 - 42)
. Sie legten die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend dar und begründeten ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar. Dem interdisziplinären Gutachten kommt somit volle Beweiskraft zu.
D
ie Beschwerdeführerin
stellt die Feststellungen der Gutachter
in ihrer Beschwerde
denn auch nicht in Frage
.
4.2
Die Gutachter diagnostizierten eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41). Die fehlende Relevanz für die Arbeitsfähigkeit begründeten sie im Wesentlichen damit, dass die Foerster-Kriterien, welche eine Überwindung der Folgen der Schmerzstörung ausnahms
weise unzumutbar machten, nicht erfüllt seien (Urk. 8/126 S. 20). An diesem Ergebnis ändert sich selbst dann nichts, wenn die jüngste bundesgerichtliche Rechtsprechung zu den psychosomatischen Leiden (vorne E. 1.2.3) berück
sich
tigt wird (zur Anwendung dieser Rechtsprechung auf laufende Verfahren vgl. BGE 141 V 281 E. 8). Unter dem Aspekt "funktioneller Schweregrad" ist fest
zuhalten, dass die diagnoserelevanten Befunde und Symptome nicht besonders ausgeprägt erscheinen. Eine fachärztliche Behandlung findet gegenwärtig nicht
statt; die entsprechenden Möglichkeiten sind daher nicht ausgeschöpft (Urk. 8/126
S. 27, 30). Was den Indikator "Komorbiditäten" betrifft, so besteht eine körperliche Komorbidität; diese Befunde vermögen indes die Arbeits
fähig
keit in einer adaptierten Tätigkeit nicht einzuschränken. Weder die behan
deln
den
Ärzte noch die Gutachter berichteten von einer auffälligen Persönlich
keits
struk
tur. Die grundlegenden psychischen Funktionen sind intakt, der begutach
tende Psychiater konnte gar feststellen, dass bei der Explorandin keine rele
van
ten Störungen der Mini-ICF-Fähigkeiten bestehen (Urk. 8/126 S. 19, vgl. auch die erhobenen Befunde, Urk. 8/126 S. 28 f.). Hinsichtlich des Komplexes "Sozialer Kontext" lässt die Lebensgestaltung der Beschwerdeführerin auf durchaus vor
han
dene Ressourcen (Kontakte zu Angehörigen und Kolleginnen,
Freizeit
aktivi
täten
[Urk. 8/126 S. 26 und 28]) schliessen. Zum Aspekt der Konsistenz ist zu erwähnen, dass die Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin durch die gut
ach
terlich erhobenen Befunde nicht hinreichend objektiviert werden konnte. Der begutachtende Psychiater konnte sodann feststellen, dass die Versicherte wegen psychischer Beschwerden im Zusammenhang mit ihrer Ehe mehrfach stationär psychiatrisch behandelt worden war und starke psychosoziale Probleme im Rahmen der Partnerkonfliktsituation
eruierbar
gewesen seien. Nach der räum
lichen Trennung von ihrem Ehemann im Jahre 2010 sei keine psychiatrische
Behandlung mehr erfolgt (Urk. 8/126 S. 19).
Unter Be
rücksichtigung dieser
Stand
ardindikatoren
sind erhebliche funktionelle Auswir
kungen der Schmerz
störung respektive der in diesem Zusammenhang geklagten Beschwerden nicht
nachweisbar. Die diagnostizierte chronische Schmerzstörung hat somit auch nac
h der neuen Rechtsprechung keine relevante Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit.
4.
3
Entgegen der von der Beschwerdeführerin vertretenen Auffassung sind die nach den gutachterlichen Untersuchungen entstandenen Berichte der behandelnden Ärzte nicht geeignet, eine anspruchsrelevante Verschlechterung ihres Gesund
heits
zustandes respektive eine zusätzliche Beeinträchtigung ihrer Arbeitsfähig
keit nachzuweisen.
Im Bericht der
Klinik B._
vom 7. Mai 2014 hielt Dr. med. C. Lanz, Lei
ten
der Oberarzt Neurologie, eine
radikuläre
Komponente für möglich und be
grün
dete dies mit der Bildgebung von Dezember 2012 (Urk. 3/3). Im Rahmen der MEDAS-Untersuchungen wurde im Dezember 2013 eine neue Bildgebung der gesamten Wirbelsäule veranlasst (Urk. 8/126 S. 50 f.), welche keine
Neuro
kompressionen
zeigte (Urk. 8/126 S. 44 f.). Da die von den Gutachtern veran
lasste Bildgebung später stattgefunden hat, kann mit dem Bericht der
Klinik B._
vom 7. Mai 2014 von vornherein keine Verschlechterung des Gesund
heits
zustandes nach der Begutachtung dargetan werden.
Dr. med.
Z._
, Facharzt FMH Innere Medizin und Rheumatologie, berichtete am 16. September 2014 von einer Exazerbation eines
lumbospondy
logenen
Schmerzsyndroms rechts. Er führte dazu aus, dass die Beschwerde
führerin seit mehr als 15 Jahren an lumbalen Beschwerden leide, welche bereits
epidurale
Infiltrationen erforderten. Im Juli 2014 sei es zu einer Zunahme der Schmerzen mit Ausstrahlung in das Gesäss rechts sowie in das Bein gekommen. Die Schmerzen seien dauernd vorhanden und verstärkten sich beim Sitzen, sich Vorüberneigen und Pressen. Die Bildgebung von September 2014 zeige keine
Anhaltspunkte für kompressionsbedingte spinale oder
foraminelle
Engpässe, eine
fragliche Wurzelirritation L5 beidseits
recessal
im Rahmen einer diskreten
zirkum
ferenten
Discusverbreiterung
sowie eine flache mediane Hernie L5/S1 ohne Beeinträchtigung neuraler Strukturen. Im Frühling 2014 sei die Be
schwer
deführerin wegen einer Exazerbation von
cervicobrachialen
Schmerzen links neurologisch abgeklärt und
infiltrativ
behandelt worden. Diesbezüglich sei eine Physiotherapie in die Wege geleitet worden. Aktuell stünden bei der Beschwer
deführerin wieder verstärkt lumbale Schmerzen mit Ausstrahlungen in die rechte Unterextremität im Vordergrund, welche klinisch einem
lumbospondy
logenen
Syndrom mit einer diskreten
lumboradikulären
Reizkomponente L5 rechts entspreche (Urk. 3/4 [= 8/135]). Die in der Bildgebung vom September 2014 beschriebene Diskusverbreiterung wurde bereits in der Bildgebung von Dezember 2013 gezeigt (
Foraminal
betontes zirkuläres
Discbulging
L4/5 ohne
Neurokompression, flaches zirkuläres
Discbulging
L5/S1 ohne
Neurokom
pressio
n
[Urk. 8/126 S. 50]). Die begutachtende Neurochirurgin hielt denn auch
lumbo
vertebrale
Schmerzen,
aussstrahlend
in die Brustwirbelsäule und das rechte Gesäss fest (Urk. /126 S.46). Vor dem Hintergrund, dass die Bildgebung vom September 2014 keine eindeutige Wurzelirritation zeigte und Dr.
Z._
in seinem Bericht auch keinen nachvollziehbaren klinischen Befund für ein
radi
kuläres
Syndrom beschrieb, hat der für den Regionalen Ärztlichen Dienst der Invalidenversicherung tätige Dr. med.
C._
, Facharzt für Ortho
pä
dische Traumatologie, zu Recht dafür gehalten, dass keine wesentliche Differenz zu den von den Gutachtern erhobenen Befunden erkennbar sei (Urk. 8/138 S. 2). Da die IV
Stelle in der angefochtenen Verfügung auf diesen Umstand hin
ge
wiesen hat, ist nicht ersichtlich, inwiefern sie ihre Begründungspflicht respek
tive den Anspruch der Versicherten auf rechtliches Gehör verletzt haben könnte (vgl. Urk. 1 S. 7). Die Beschwerdeführerin übersieht, dass Dr.
Z._
offenbar in Unkenntnis der Ergebnisse der Begutachtung berichtete und weder von einer Unwirksamkeit der von ihm eingeleiteten therapeutischen Massnahmen (Medi
kation, Infiltration, Physiotherapie) ausging noch eine Arbeitsunfähigkeit atte
stierte. In diesem Zusammenhang ist schliesslich daran zu erinnern, dass das Gericht der Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, Rechnung tragen soll und darf (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
4.4
Nach dem Gesagten steht mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass sich die tat
sächlichen Verhältnisse seit der
A._
-Begutachtung im Jahr 2008 nicht in
an
spruchserheblicher
Weise verändert haben. Der Beschwerdeführerin ist nach wie vor eine adaptierte Tätigkeit mit einem Pensum von 100 % zumutbar. Die ange
fochtene Verfügung, mit welcher ein Rentenanspruch wiederum verneint worden
war, ist daher nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.
5
.
5
.1
Die Gerichtskosten sind auf
Fr.
600.
--
festzulegen
. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen
,
zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5
.2
Rechtsanwalt Christos
Antoniadis
wurde per 2
3.
Februar 2015 als unentgeltli
cher Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin bestellt.
In Anbetra
c
ht dessen, das
s er im Anschluss
daran
lediglich noch
zur Beschwerdeantwort
Stellung
zu neh
men hatte -
wobei er auf die Erstattung einer Replik verzichtete
-
und er das Urteil noch mit der Beschwerdeführerin besprechen muss,
ist ihm bei gross
zügiger Betrachtung eine Entschädigung für einen Aufwand von
zwei Stunden
zuzu
sprechen.
E
r
ist deshalb unter Berücksichtigung des gerichtsüblichen Ansatzes von
Fr.
220.
--
(
ab
1.
Januar 2015
)
mit einem Betrag von
Fr.
475.20 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.