Decision ID: 272d6f3b-7b58-4c30-9cfe-20068edb7128
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend Veröffentlichung amtlicher geheimer Verhandlungen (Rückwei-
sung des Schweizerischen Bundesgerichtes)
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Ein-
zelgericht, vom 13. November 2014 (GC140228); Urteil des Obergerichtes des Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom 27. Oktober 2015 (SU150016); Ur-
teil des Schweizerischen Bundesgerichtes vom 25. Mai 2016 (6B_1267/2015)
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Anklage:
Der Strafbefehl des Statthalteramt Bezirk Zürich vom 11. März 2013 ist diesem
Urteil beigeheftet (Urk. 5).
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 52 S. 10)
1. Der Einsprecher ist der Veröffentlichung amtlicher geheimer Verhandlungen
im Sinne von Art. 293 Abs. 1 StGB nicht schuldig und wird freigesprochen.
2. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz.
3. Die Kosten gemäss vorstehender Ziffer werden auf die Gerichtskasse ge-
nommen.
Die Kosten des Strafbefehls Nr. ST.2013.1773 vom 11. März 2013 und die
nachträglichen Gebühren werden dem Statthalteramt des Bezirkes Zürich
zur Abschreibung überlassen.
4. Dem Einsprecher wird eine Entschädigung von Fr. 3'000.– zulasten der Ge-
richtskasse zugesprochen.
Berufungsanträge des 1. Berufungsverfahren vom 27. Oktober 2015:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten: (Urk. 65 S. 2)
"Der Beschuldigte sei der Veröffentlichung amtlicher geheimer Verhandlun-
gen im Sinne von Art. 293 Abs. 1 StGB nicht schuldig und sei freizuspre-
chen,
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich MWSt., zulasten der
Staatskasse."
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b) Des Statthalteramts Bezirk Zürich: (Urk. 59, schriftlich)
"Es sei das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 13. November 2014
(GC140228-L / U, 10. Abteilung, Einzelgericht) aufzuheben und der Beru-
fungsbeklagte der Übertretung von Art. 293 StGB in Bestätigung des Straf-
befehls des Statthalteramtes des Bezirkes Zürich ST.2013.1773 vom
11. März 2013 schuldig zu sprechen und ihn mit einer Busse von mindes-
tens Fr. 800.00 unter Auferlegung der Verfahrenskosten zu bestrafen (ein-
schliesslich der Gebühr von Fr. 550.00 und der nachträglichen Gebühren
von Fr. 180.00)".
Erstes Berufungsurteil vom 27. Oktober 2015: (Urk. 70 S. 33)
1. Der Beschuldigte A._ ist der Veröffentlichung amtlicher geheimer Ver-
handlungen im Sinne von Art. 293 StGB nicht schuldig und wird freigespro-
chen.
2. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 2 bis 4) wird bestätigt.
3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz.
4. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden auf die Gerichtskasse genom-
men.
5. Dem Beschuldigten wird eine Prozessentschädigung von Fr. 3'032.20 für
anwaltliche Verteidigung aus der Gerichtskasse zugesprochen.
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Bundesgerichtsurteil vom 25. Mai 2016: (Urk. 80 S. 11)
1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, das Urteil des Obergerichts des Kan-
tons Zürich, II. Strafkammer, vom 27. Oktober 2015 aufgehoben und die Sa-
che zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen.
2. Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdegegner aufer-
legt.
Berufungsanträge des vorliegenden 2. Berufungsverfahrens:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten: (Urk. 87 S. 2)
"Der Beschuldigte sei der Veröffentlichung amtlicher geheimer Verhandlun-
gen im Sinne von Art. 293 Abs. 1 StGB nicht schuldig und sei freizuspre-
chen,
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich MWSt., zulasten der
Staatskasse."
b) Des Statthalteramts Bezirk Zürich:
Keine Anträge.
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Erwägungen:
I. Verfahrensgang
1. Am 11. März 2013 wurde der Beschuldigte mittels Strafbefehls des Statt-
halteramtes des Bezirks Zürich wegen Veröffentlichung amtlicher geheimer Ver-
handlungen im Sinne von Art. 293 StGB mit einer Busse von Fr. 800.– bestraft.
Gleichzeitig wurden ihm Kosten und Gebühren von Fr. 550.– auferlegt (Urk. 5).
2. Auf Einsprache des Beschuldigten hin sprach ihn das Bezirksgericht Zü-
rich, 10. Abteilung - Einzelgericht, mit dem vorstehend im Dispositiv wiedergege-
benen Urteil vom 13. November 2014 vom eingeklagten Vorwurf frei (Urk. 52).
3. Auf Berufung des Statthalteramtes hin bestätigte die II. Strafkammer des
Obergerichts des Kantons Zürich mit dem vorstehend im Dispositiv wiedergege-
benen Urteil vom 27. Oktober 2015 den vorinstanzlichen Freispruch (Urk. 70).
4. In Gutheissung der dagegen erhobene Beschwerde der Oberstaatsan-
waltschaft des Kantons Zürich hob das Bundesgericht mit dem vorstehend im
Dispositiv wiedergegebenen Urteil vom 25. Mai 2016 das Urteil des Obergerichts
vom 27. Oktober 2015 auf und wies die Sache zur neuen Entscheidung zurück.
5. Mit Präsidialverfügung vom 17. Juni 2016 wurde die schriftliche Fortset-
zung des Berufungsverfahrens angeordnet und dem Statthalteramt Frist zum Stel-
len und Begründen der Berufungsanträge gesetzt (Urk. 81).
6. Das Statthalteramt verzichtete auf die Einreichung einer neuen Beru-
fungsschrift.
7. Mit Präsidialverfügung vom 7. Dezember 2016 wurde dem Beschuldigten
Gelegenheit zur freigestellten Stellungnahme eingeräumt (Urk. 83). Mit Eingabe
vom 8. Februar 2017 reichte der Beschuldigte innert mehrfach erstreckter Frist
eine solche ein, mit welcher er einen Freispruch fordert (Urk. 87).
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8. Das Statthalteramt des Bezirks Zürich verlangte vor Berufungsgericht wie
vor Bundesgericht die Verurteilung und Bestrafung des Beschuldigten, womit das
erstinstanzliche Urteil vom 13. November 2014 sowie der erste Berufungsent-
scheid vom 27. Oktober 2015 vollumfänglich angefochten wurden.
II. Schuldpunkt
1. Einleitung
Hinsichtlich der Kognition des Berufungsgerichts, des Anklagevorwurfs so-
wie des relevanten Ausgangssachverhaltes ist auf die ausführlichen Erwägungen
der erkennenden Kammer in ihrem ersten Berufungsentscheid vom 27. Oktober
2015 zu verweisen (Urk. 70 S. 4-12; Art. 82 Abs. 4 StPO analog), nachdem diese
Punkte nicht Gegenstand des Verfahrens vor Bundesgericht waren und die ent-
sprechenden Erwägungen unverändert gültig sind.
2. Bindungswirkung des Bundesgerichtsurteils vom 25. Mai 2016
2.1. Allgemeiner Grundsatz
2.1.1. Zur Bindungswirkung eines Rückweisungsentscheides hat sich
das Bundesgericht in allgemeiner Form wie folgt geäussert (vgl. z.B. Urteil
6B_372/2011 vom 12. Juli 2011, E. 1): .
. "1.1.2 Im Falle eines bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheids hat die mit der  befasste kantonale Instanz die rechtliche Beurteilung, mit der die Zurückweisung begründet wird, ihrer Entscheidung zugrunde zu legen. Diese Beurteilung bindet auch das Bundesgericht, falls ihm die Sache erneut unterbreitet wird. Aufgrund dieser  ist es den nochmals mit der Sache befassten Gerichten wie den Parteien verwehrt, der Überprüfung einen anderen als den bisherigen Sachverhalt zu unterstellen oder die Sache unter rechtlichen Gesichtspunkten zu prüfen, die im Rückweisungsentscheid ausdrücklich abgelehnt oder überhaupt nicht in Erwägung gezogen worden sind (BGE 135 III 334 E. 2 und E. 2.1 S. 335 f. mit Hinweisen; vgl. hierzu auch Urteile 6B_1013/2010 vom 17. Mai 2011 E. 2.1; und 6B_754/2010 vom 4. April 2011 E. 2.2.1).
. Die kantonale Instanz hat sich bei der neuen Entscheidung mit andern Worten auf das zu beschränken, was sich aus den Erwägungen des Bundesgerichts als Gegenstand der  Beurteilung ergibt. Im Falle einer Kassation des Urteils infolge Gutheissung einer  in Strafsachen soll folglich nicht das ganze Verfahren neu in Gang gesetzt , sondern nur insoweit, als dies notwendig ist, um den verbindlichen Erwägungen des Bundesgerichts Rechnung zu tragen. In den Grenzen des Verbots der reformatio in peius kann sich dabei die neue Entscheidung auch auf Punkte beziehen, die vor Bundesgericht nicht angefochten waren, sofern dies der Sachzusammenhang erfordert (BGE 123 IV 1 E. 1; 117 IV 97 E. 4; Urteil 6S.270/2003 vom 28. November 2003 E. 3.2.1 und 3.3.1)."
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2.1.2. Diesen Ausführungen zur Bindungswirkung folgend ist hernach darzule-
gen, auf welchen Erwägungen des Bundesgerichts der Rückweisungsentscheid ba-
siert.
2.2. Urteil des Bundesgerichtes vom 25. Mai 2016
In seinem Rückweisungsentscheid vom 25. Mai 2016 führt das Bundesge-
richt im Wesentlichen das Folgende aus: . . "2.3. Die Arbeit einer Parlamentarischen Untersuchungskommission muss vertraulich sein.
Nur unter dieser Voraussetzung ist es den Beteiligten möglich, frei und ohne Einflüsse von aussen eine konstruktive Arbeit zu leisten und auch Kompromisse einzugehen (siehe auch  6B_186/2012 vom 11. Januar 2013 E. 3.1). Es besteht daher nach der zutreffenden  der Vorinstanz ein grosses allgemeines staatliches Interesse an der  der Arbeit einer PUK wie der PUK-B._.
.
. 2.4. Der Prozess der Meinungsbildung und Entscheidfindung war im Zeitpunkt des  des zweiten Zeitungsartikels vom tt.mm.2012 nach den insoweit zutreffenden  der Vorinstanz praktisch abgeschlossen und konnte nicht mehr durch äussere Einflüsse wie etwa eine Medienberichterstattung gestört werden. Hingegen war im Zeitpunkt des  des ersten Zeitungsartikels vom tt.mm.2012 eine Störung dieses Prozesses nach den insoweit zutreffenden Vorbringen der Beschwerdeführerin grundsätzlich noch möglich,  dieser Zeitungsartikel doch just an dem Tag, an dem die PUK die Sitzung abhielt, an welcher sie die eingegangenen Stellungnahmen von Betroffenen zur Kenntnis nahm,  und über deren Berücksichtigung im Schlussbericht entschied.
.
. 2.5. Seitens der PUK war vorgesehen, den definitiven Schlussbericht Anfang mm.2012 zu veröffentlichen. Damit stellt sich die Frage, ob ein berechtigtes Interesse der Öffentlichkeit , bereits am tt.mm. und am tt.mm.2012 über Auszüge aus dem Entwurf des  informiert zu werden. Die Vorinstanz bejaht dies. Zur Begründung führt sie aus, es sei nachvollziehbar beziehungsweise könne dem Beschwerdegegner nicht widerlegt werden, dass er befürchtet habe, dass einzelne Geschehnisse im definitiven Schlussbericht nicht mehr aufgeführt werden könnten und/oder dass die Veröffentlichung desselben entgegen einer  der PUK nicht Anfang mm.2012 erfolgen, sondern sich aus irgendwelchen Gründen auf unbestimmte Zeit verzögern würde.
.
. 2.6. Dies ist indessen nach den zutreffenden Einwänden der Beschwerdeführerin eine blosse Spekulation. Für die Gewichtung des konkreten Informationsinteresses der Öffentlichkeit ist nach der Rechtsprechung des EGMR von Bedeutung, ob die inkriminierten Informationen  waren, einen Beitrag zur öffentlichen Debatte über das Thema zu leisten (Entscheid des EGMR Nr. 69698-01 vom 10. Dezember 2007 in Sachen Stoll c. Schweiz, §§ 121, 124; Entscheid des EGMR Nr. 56925/08 vom 29. März 2016 in Sachen Bédat c. Schweiz, § 64). Es ist nicht ersichtlich, inwiefern eine Vorabveröffentlichung von Auszügen aus dem Entwurf des Schlussberichts insoweit sachdienlich sein konnte. Die öffentliche Debatte hätte wenige  später im Anschluss an die offizielle Veröffentlichung des Schlussberichts stattfinden können. Der von der Behörde verkündete Termin der Veröffentlichung Anfang mm.2012 war zeitnah. Es ist nicht erkennbar, inwiefern gute Gründe bestanden haben könnten, schon einige Wochen vor der geplanten offiziellen Veröffentlichung des Schlussberichts Auszüge aus dem Entwurf zu publizieren. Das Interesse des Beschwerdegegners, einen Primeur zu platzieren, d.h. der Vorteil im publizistischen Wettbewerb, ist bei der Interessenabwägung nicht relevant. Jedenfalls bei Erscheinen des ersten Zeitungsartikels vom tt.mm.2012 war der  innerhalb der PUK noch nicht abgeschlossen. Ob der Zeitungsartikel die  tatsächlich beeinflusste, ist unerheblich; ein diesbezügliches Risiko genügt (sie-
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he auch Entscheid EGMR Nr. 56925/08 vom 29. März 2016 in Sachen Bédat c. Schweiz, §§ 68-71).
.
. 2.7. Das Interesse der Öffentlichkeit, einige Wochen vor der geplanten offiziellen Publikation des Schlussberichts über Auszüge aus dem Entwurf des Berichts informiert zu werden, war geringer als das staatliche Interesse an der Geheimhaltung des Schlussberichts bis zur  offiziellen Veröffentlichung Anfang mm.2012. Der Staat hatte daher im Zeitpunkt der  Tat ein berechtigtes Geheimhaltungsinteresse. Erst recht kann nicht gesagt werden, dass die Tat offenkundig weniger schwer wiegt als die Interessen, die der Täter zu wahren suchte. Schon aus diesem Grund ist der  Rechtfertigungsgrund der Wahrung berechtigter Interessen nicht gegeben. Die Tat war überdies weder notwendig noch der einzig mögliche Weg zur Information der Bevölkerung, da der Schlussbericht ohnehin, wie der Beschwerdegegner wusste, wenige Wochen später  werden sollte."
.
3. Sachverhalt
3.1. Diesen Erwägungen ist zu entnehmen, dass das Bundesgericht in tat-
sächlicher Hinsicht in zwei Punkten zu einer anderen Auffassung gelangt als die
erkennende Kammer des Obergerichts in ihrem ersten Entscheid vom
27. Oktober 2015. So geht das Bundesgericht davon aus,
• dass erstens der Meinungsbildungsprozess innerhalb der PUK-
B._ jedenfalls bei Erscheinen des ersten Zeitungsartikels vom
tt.mm.2012 noch nicht abgeschlossen gewesen sei, da die PUK-
B._ gleichentags die eingegangenen Stellungnahmen von Be-
troffenen zur Kenntnis genommen, ausgewertet und über deren Be-
rücksichtigung im Schlussbericht entschieden habe,
• dass zweitens die geltend gemachte Befürchtung des Beschuldigten
vor Publikation seiner Artikel – dass einzelne Geschehnisse im definiti-
ven Schlussbericht möglicherweise nicht mehr aufgeführt werden könn-
ten und/oder dass die Veröffentlichung desselben entgegen einer Ab-
sichtserklärung der PUK nicht Anfang mm.2012 erfolgen, sondern sich
aus irgendwelchen Gründen auf unbestimmte Zeit verzögern könnte –
als eine blosse Spekulation zu taxieren sei (womit, so das Bundesge-
richt jedenfalls implizit, das entsprechende Vorbringen des Beschuldig-
ten als nicht nachvollziehbar bzw. widerlegt zu erachten sei).
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3.2. Demgegenüber vertrat die erkennende Kammer in ihrem ersten Ent-
scheid vom 27. Oktober 2015 hinsichtlich der betreffenden zwei Punkte die Auf-
fassung,
• dass eine ins Gewicht fallende mediale Einflussnahme der inkriminier-
ten Publikationen (also auch schon der ersten vom tt.mm.2012) auf
den Meinungsbildungsprozess der PUK-B._ ausgeschlossen wer-
den könne, da nicht nur die entscheidenden Sachverhaltsermittlungs-
/Beweiserhebungsphase und Auswertungsphase längstens abge-
schlossen, sondern auch die Frist für Stellungnahmen der Betroffenen
zum Bericht bereits abgelaufen sei, und es in den letzten zwei Sitzun-
gen der PUK (auf welche einzig die Publikationen des Beschuldigten
noch hätten Einfluss nehmen können) nebst der Verabschiedung des
Schlussberichts lediglich noch um die Berücksichtigung bereits vorlie-
gender Stellungnahmen der Betroffenen gegangen sei (vgl. Urk. 70
S. 23) – zu deren (zumindest sinngemässen) Aufnahme in den
Schlussbericht die PUK-B._ ohnehin verpflichtet gewesen sei (vgl.
a.a.O. S. 19); dass demnach im Fazit die Artikel des Beschuldigten
nichts mehr veröffentlicht hätten, als was die PUK-Mitglieder bereits
gewusst bzw. worüber sie sich bereits abschliessend ihre Meinung ge-
bildet hätten (a.a.O. S. 25),
• dass die Notwendigkeit bzw. Dringlichkeit der Publikation der Artikel
durch den Beschuldigten vor Veröffentlichung des Schlussberichts der
PUK-B._ deshalb zu bejahen sei, da zu diesem Zeitpunkt ein kon-
kretes Veröffentlichungsdatum des Schlussberichts noch nicht vorgele-
gen habe, ein Zuwarten mit den im öffentlichen Interesse liegenden Ar-
tikel um einen Monat oder länger dem Beschuldigten nicht zuzumuten
gewesen sei (und gemäss Stellungnahme des Presserats vom
tt.mm.2013 auch aus presseethischen Überlegungen nicht geboten
gewesen sei), die Argumentation des Beschuldigten, dass er befürchtet
habe, die Publikation des PUK-Berichts könnte sich trotz der angekün-
digten Absichtserklärung auf unbestimmte Zeit verzögern, ihm zumin-
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dest subjektiv nicht zu widerlegen sei, dessen Argumentation aber
auch unter objektiven Gesichtspunkten nicht abwegig erscheine, da es
aufgrund der Vielzahl der vom PUK-Bericht tangierten Personen zumal
für aussenstehende Beobachter durchaus denkbar gewesen sei, dass
die bei einer PUK obligat einzuholenden und zu berücksichtigenden
Stellungnahmen der Betroffenen in Einzelfällen zu zeitverzögernden in-
ternen Auseinandersetzungen hätten führen können.
3.3. Die abweichende Beweiswürdigung dieser Sachverhaltselemente durch
das Bundesgericht ist für den heute zu fällenden Entscheid verbindlich (vgl. vor-
stehende Ziff. 2.1.).
4. Rechtliche Würdigung
4.1. Ausgehend von dem von ihm erstellten Sachverhalt kam das Bundesge-
richt – nach Vornahme einer Interessensabwägung (Erwägungen 2.3. ff.), bei
welcher es auch auf die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für
Menschenrechte einging (Erw. 2.6.) – in Erwägung 2.7. seines Rückweisungsent-
scheids vom 25. Mai 2016 zur Rechtsauffassung, dass das Interesse der Öffent-
lichkeit, einige Wochen vor der geplanten offiziellen Publikation des Schlussbe-
richts über Auszüge aus dem Entwurf des Berichts informiert zu werden, geringer
gewesen sei als das staatliche Interesse an der Geheimhaltung des Schlussbe-
richts bis zur offiziellen Veröffentlichung, und dass erst recht nicht gesagt werden
könne, dass die Tat offenkundig weniger schwer wiege als die Interessen, die der
Täter zu wahren gesucht habe, der aussergesetzliche Rechtfertigungsgrund der
Wahrung berechtigter Interessen mithin schon aus diesem Grund nicht gegeben
sei (Urk. 79 S. 9).
4.2. Auch diese rechtliche Würdigung des Bundesgerichts ist verbindlich.
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5. Fazit
5.1. Unter dieser verbindlichen tatsächlichen wie rechtlichen Ausgangslage
ist ohne Weiteres festzustellen, dass der Beschuldigte mit der Publikation seiner
zwei inkriminierten Artikel den objektiven sowie subjektiven Tatbestand von
Art. 293 Abs. 1 StGB erfüllt, und der aussergesetzliche Rechtfertigungsgrund der
Wahrung berechtigter Interessen nicht greift.
5.2. Anzumerken bleibt, dass der Beschuldigte im vorliegenden Fall auch
nach den (im ersten Berufungsentscheid [Urk. 70 S. 16-18] dargelegten) Kriterien
der einschlägigen Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschen-
rechte (EGMR) einem Schuldspruch zuzuführen ist, nachdem das Bundesgericht
mit seinem Rückweisungsentscheid verbindlich festgestellt hat, dass das staatli-
che Geheimhaltungsinteresse bis zur offiziellen Veröffentlichung des Schlussbe-
richts das Informationsinteresse der Öffentlichkeit im Zeitpunkt der Publikation der
Artikel überwiegt. Ein solches Resultat führt sowohl nach der Konzeption des
Bundesgerichts als auch nach der Auffassung des EGMR zu einem Schuld-
spruch, und somit unabhängig davon, ob die nach Art. 10 EMRK erforderliche In-
teressenabwägung im Rahmen des Tatbestandes von Art. 293 StGB oder unter
den strengeren Voraussetzungen des aussergesetzlichen Rechtfertigungsgrun-
des der Wahrung berechtigter Interessen vorzunehmen ist. Aus diesem Grund
besteht heute kein Anlass, von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bzw.
Konzeption des formellen Geheimnisbegriffs abzuweichen. Auf die bereits im ers-
ten Entscheid der erkennenden Kammer vom 27. Oktober 2015 erörterte (vgl.
Urk. 70 S. 12-16) und auch im Rückweisungsentscheid des Bundesgerichts an-
gesprochene (Erw. 1 [Urk. 79 S. 3-6]) Streitfrage, ob Art. 293 StGB unter der
Prämisse eines formellen oder materiellen Geheimnisbegriffs auszulegen ist,
muss deshalb nicht weiter eingegangen werden.
5.3. Aus diesem Grund zielen auch die Ausführungen der Verteidigung in
der Stellungnahme vom 8. Februar 2017 (Urk. 87 S. 3-8) an der Sache vorbei, mit
denen sie ausgehend vom materiellen Geheimnisbegriff eine eigene Interessens-
abwägung vornimmt – welche der Interessensabwägung entspricht, wie sie im
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erstinstanzlichen Urteil vom 13. November 2014 sowie im ersten Berufungsent-
scheid vom 27. Oktober 2015 vorgenommen worden war – und diese neben die
vom Bundesgericht vorgenommene Interessensabwägung zu stellen versucht.
Wie gesagt ist das Ergebnis der vom Bundesgericht vorgenommenen Interes-
sensabwägung – wonach das Interesse der Öffentlichkeit, einige Wochen vor der
geplanten offiziellen Publikation des Schlussberichts über Auszüge aus dem Ent-
wurf des Berichts informiert zu werden, geringer war, als das staatliche Interesse
an der Geheimhaltung des Schlussberichts bis zur zeitnahen offiziellen Veröffent-
lichung Anfang mm. 2012 (Erw. 2.7. des Rückweisungsentscheids, Urk. 79 S. 10)
– für den heutigen Entscheid verbindlich. Dieses Resultat eines geringeren Veröf-
fentlichungsinteresses (bzw. entsprechend eines überwiegenden staatlichen Ge-
heimhaltungsinteresses) führt sowohl nach dem Konzept des formellen Geheim-
nisbegriffs bzw. der Praxis des Bundesgerichts als auch nach der Idee des mate-
riellen Geheimnisbegriffs bzw. der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtsho-
fes für Menschenrechte zu einem Schuldspruch im Sinne von Art. 293 Abs. 1
StGB.
5.4. Unbehelflich ist auch das weitere Vorbringen der Verteidigung, wonach
die laufende Revision hinsichtlich Art. 293 StGB zu berücksichtigen sei (Urk. 87
S. 8 f.). Wie der Verteidiger selber schreibt, hat sich lediglich eine Minderheit der
nationalrätlichen Kommission für Rechtsfragen für eine ersatzlose Streichung von
Art. 293 StGB ausgesprochen. Die Kommissionsmehrheit schlägt eine Änderung
des Wortlauts von Art. 293 StGB vor, die es im Einklang mit der entsprechenden
Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte den Gerich-
ten ermöglichen soll, das Geheimhaltungsinteresse und die Interessen, welche
eine Information der Öffentlichkeit gebieten, gegeneinander abzuwägen, und
Straflosigkeit vorsieht, wenn das Veröffentlichungsinteresse stärker wiegt als das
Geheimhaltungsinteresse (vgl. die Stellungnahme des Bundesrates vom 23. Sep-
tember 2016 zum Bericht der Kommission für Rechtsfragen des Nationalrates
vom 23. Juni 2016 in BBl 2016, 7575).
Zum heutigen Zeitpunkt ist somit nicht eine Aufhebung der Strafnorm, son-
dern lediglich eine Änderung von Art. 293 StGB zu erwarten, welche im Sinne des
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materiellen Geheimnisbegriffs die Abwägung der entgegenstehenden Interessen
von Staat und Öffentlichkeit bereits innerhalb des Tatbestands der Strafbestim-
mung und nicht erst unter den strengeren Voraussetzungen des aussergesetzli-
chen Rechtfertigungsgrundes der Wahrung berechtigter Interessen vornehmen
lässt. Die heute verbindliche Auffassung des Bundesgerichts, dass im vorliegen-
den Fall das staatliche Geheimhaltungsinteresse bis zur offiziellen Veröffentli-
chung des Schlussberichts das Informationsinteresse der Öffentlichkeit im Zeit-
punkt der Publikation der Artikel des Beschuldigten überwiegt, würde auch unter
der veränderten Strafnorm im Sinne der laufenden Revision zu einem Schuld-
spruch führen.
5.5. Entgegen einem letzten Einwand des Verteidigers (Urk. 87 S. 9, mit
Verweis auf seine früheren Plädoyers, Urk. 65 S. 8 und Urk. 45 S. 12 [und Prot. I
S. 21]) vermag sich der Beschuldigte auch nicht auf einen Rechtsirrtum zu beru-
fen.
Dass nach der Darstellung des Beschuldigten der hausinterne Jurist der
C._ AG (Rechtsanwalt D._) die Zeitungsartikel für unbedenklich erachte-
te, ist unerheblich (vgl. den analogen, ebenfalls die C._ AG betreffenden Fall
in Bundesgerichtsurteil 6B_8/2014 vom 22. April 2014, E. 2.4.1.). Auch dass ge-
mäss der Darstellung des Beschuldigten bereits die E._ [Tageszeitung] im
mm.2012 Inhalte aus dem PUK-Bericht in einem Artikel publik gemacht hat, dies
aber nicht zu rechtlichen Komplikationen bzw. einer Strafanzeige seitens der PUK
bzw. des Kantonsrats geführt haben soll, stellt noch keinen zureichenden Grund
dar zur Annahme, dass er mit seinen Zeitungsartikeln nichts Unrechtes tue. Blos-
ses Nichteinschreiten der Behörden, selbst in Kenntnis des Sachverhalts, reicht
zur Annahme eines Rechtsirrtums nicht aus (vgl. Trechsel/Jean-Richard, StGB
PK, 2. Aufl., Art. 21 N 9).
Ein Rechtsirrtum wäre (u.a.) allenfalls dann zu prüfen, wenn der Beschuldig-
te in der Vergangenheit wegen eines gleichen oder ähnlichen Sachverhalts frei-
gesprochen wurde (BSK StGB I - Niggli/Maeder, Art. 21 N 23). Der Beschuldigte
bringt in diesem Zusammenhang vor, das Stadtrichteramt Zürich habe mit Verfü-
gung vom 30. Mai 2012, und damit kurze Zeit vor den inkriminierten Zeitungsarti-
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keln, in einem in jeder Hinsicht vergleichbaren Fall – der Beschuldigte habe am
tt.mm.2011 Informationen aus einem von der PUK ... in Auftrag gegebenen und
als vertraulich erklärten Gutachten veröffentlicht – entschieden, dass der Tatbe-
stand der Veröffentlichung geheimer Unterlagen nicht erfüllt sei, und habe das
Verfahren deshalb eingestellt (Urk. 87 S. 9; Urk. 45 S. 12). Der vom Beschuldig-
ten angerufene, in den Akten liegende Entscheid des Stadtrichteramtes Zürich
begründet die Verfahrenseinstellung im Wesentlichen damit, dass die vom Be-
schuldigten veröffentlichten Informationen der Öffentlichkeit bereits bekannt ge-
wesen seien und deshalb kein überwiegendes staatliches Geheimhaltungsinte-
resse bejaht werden könne (Urk. 20 S. 2). Ob ein Einstellungsbeschluss einem
Freispruch gleichzustellen ist, kann vorliegend offenbleiben, da sich jedenfalls die
Sachverhalte der beiden Verfahren entgegen den pauschalen Ausführungen der
Verteidigung grundlegend unterscheiden. Im früheren Verfahren zitierte der Be-
schuldigte nicht aus dem PUK-Bericht, sondern aus einem externen Gutachten
zuhanden der PUK. Sodann veröffentlichte der Beschuldigte im damaligen Fall In-
formationen, die als bereits bekannt einzustufen waren, was im vorliegenden Fall
nicht gesagt werden kann und selbst vom Beschuldigten nicht vorgebracht wurde,
macht er doch geltend, dass die von ihm publizierten Informationen "wesentliche,
teilweise schier unglaubliche Vorkommnisse von beträchtlicher Relevanz und poli-
tischer Brisanz" beträfen (Urk. 87 S. 7). Der Beschuldigte hatte deshalb nach der
Verfahrenseinstellung vom 30. Mai 2012 in keinerlei Hinsicht ausreichenden An-
lass zur Annahme, dass er fortan ohne Weiteres straffrei brisante Informationen
aus den geheimen Unterlagen wie dem PUK-Berichtsentwurf veröffentlichen
könnte. Vielmehr musste er als erfahrener Journalist wissen, dass jeder Fall hin-
sichtlich der jeweiligen Ausgangslage und der auf dem Spiel stehenden Interes-
sen neu geprüft und beurteilt werden muss. Ein Rechtsirrtum im Sinne von Art. 21
StGB liegt deshalb nicht vor.
5.5. Der Beschuldigte ist somit der Veröffentlichung amtlicher geheimer
Verhandlungen im Sinne von Art. 293 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.
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III. Sanktion
1. Einer Sanktionierung des Beschuldigten steht Art. 293 Abs. 3 StGB –
wonach das Gericht von jeglicher Strafe absehen kann, wenn das an die Öffent-
lichkeit gebrachte Geheimnis von geringer Bedeutung ist – nicht entgegen. Auch
diese Bestimmung betrifft nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht
Geheimnisse im materiellen Sinn, sondern unnötige Geheimniserklärungen (vgl.
den Rückweisungsentscheid vom 25. Mai 2016, E. 1.5 in fine, m.V.a. BGE 126 IV
236 E. 2c/bb). Das Gericht hat – im Hinblick auf eine Strafbefreiung im Sinne von
Art. 293 Abs. 3 StGB – einzig vorfrageweise zu prüfen, ob die Geheimhaltungser-
klärung in Anbetracht von Gegenstand und Inhalt der Akten, Verhandlungen und
Untersuchungen als vertretbar erscheint (BGE 126 IV 236 E. 2d). Wie bereits im
ersten Berufungsentscheid der erkennenden Kammer vom 27. Oktober 2015
ausgeführt wurde (Urk. 70 S. 30 und S. 20), erscheint die von den PUK-Behörden
mit Präsidialverfügung vom tt.mm.2012 ausgesprochene (vgl. Urk. 4/3 [Beilage 4
zum Entwurf des Schlussberichts]) und vom Gesetz gedeckte (§ 53 KRG) Ge-
heimhaltungserklärung in Anbetracht von Gegenstand und Inhalt des Entwurfs
des Schlussberichts der PUK-B._ ohne Vorbehalte vertretbar.
2. Der Strafrahmen der Veröffentlichung amtlicher geheimer Verhandlungen
beträgt Busse bis Fr. 10'000.– (vgl. Art. 293 Abs. 1 StGB in Verbindung mit
Art. 106 Abs. 1 StGB). Das Gericht bemisst die Busse je nach den Verhältnissen
des Täters so, dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemes-
sen ist (Art. 106 Abs. 3 StGB).
Das Tatverschulden des Beschuldigten wiegt innerhalb des Tatbestandes
der konkreten Übertretung noch leicht. Der Beschuldigte zitierte in zwei Artikeln
des E._ vom tt.mm.2012 bzw. vom tt.mm.2012 wissentlich und willentlich In-
formationen aus dem geheimen Entwurf des Schlussberichts der PUK-B._,
rund einen Monat vor dessen Publikation durch die PUK-B._. Der Prozess
der Meinungsbildung und Entscheidfindung der PUK-B._ war im Zeitpunkt
der Publikation des zweiten Zeitungsartikels vom tt.mm.2012 – welcher einen Tag
vor der Verabschiedung des (letztmals) überarbeiteten Schlussberichts erschien
(vgl. Urk. 70 S. 22) – allerdings praktisch abgeschlossen und konnte durch die
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Medienberichterstattung kaum mehr gestört werden. Lediglich im Zeitpunkt des
Erscheinens des ersten Zeitungsartikels vom tt.mm.2012 war eine gewisse Stö-
rung dieses Prozesses grundsätzlich noch möglich, nachdem dieser Zeitungsarti-
kel an dem Tag erschien, an dem die PUK die Sitzung abhielt, an welcher sie die
eingegangenen Stellungnahmen von Betroffenen zur Kenntnis nahm, auswertete
und über deren Berücksichtigung im Schlussbericht entschied. Strafminderungs-
oder erhöhungsgründe sind nicht ersichtlich.
Angesichts der gesamten Umstände, (zu den finanziellen Verhältnissen lie-
gen keine Angaben vor, der Beschuldigte verweigerte hiezu vor Vorinstanz die
Aussage, (Prot. I S. 8), und hat in den Berufungsverfahren kein Datenerfassungs-
blatt eingereicht), erweist sich die vom Statthalteramt des Bezirks Zürich mit
Strafbefehl vom 11. März 2013 (Urk. 5) ausgesprochene Busse in der Höhe von
Fr. 800.– als angemessen. Die Beweishöhe wird denn auch seitens des Beschul-
digten nicht beanstandet. Die Busse erweist sich im Übrigen auch EMRK-konform
(vgl. hiezu den Entscheid "Stoll versus Switzerland" des EGMR, §§ 153-159:
"Whether the penalty imposed was proportionate").
Gemäss Art. 106 Abs. 2 StGB spricht das Gericht im Urteil für den Fall, dass
die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, eine Ersatzfreiheitsstrafe von mindestens
einem Tag und höchstens drei Monaten aus. In ständiger Praxis erscheint ein
Umwandlungssatz von einem Tag Ersatzfreiheitsstrafe pro Fr. 100.– Busse als
angemessen. Im vorliegenden Fall ist die Ersatzfreiheitsstrafe folglich auf acht
Tage festzusetzen.
Die Sanktion des Statthalteramtes des Bezirks Zürich ist somit zu bestäti-
gen.
IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Bei diesem Verfahrensausgang sind dem mit seiner Berufung unterlie-
genden Beschuldigten die Kosten des Verfahrens vor dem Statthalteramt des Be-
zirks Zürich (d.h. die Kosten des Strafbefehls Nr. ST.2013.1773 vom 11. März
2013 in der Höhe von Fr. 550.– und die nachträglichen Gebühren von Fr. 180.–
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[Urk. 5 und 38]), die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens (wobei die erstin-
stanzliche Gerichtsgebühr in Anwendung von Art. 428 Abs. 3 StPO auf Fr. 1'000.–
festzusetzen ist) sowie die Kosten des ersten Berufungsverfahrens (dessen Ge-
richtsgebühr auf Fr. 3'000.– festzusetzen ist) aufzuerlegen.
Aufgrund des Unterliegens des Beschuldigten ist dieser weder für das Ver-
fahren vor dem Statthalteramt, noch für das vorinstanzliche Verfahren, noch für
das erste Berufungsverfahren zu entschädigen.
2. Die Kosten des zweiten Berufungsverfahrens demgegenüber sind auf die
Gerichtskasse zu nehmen, womit die Gerichtsgebühr betreffend diesen Verfah-
rensschritt ausser Ansatz fällt. Entsprechend ist der Beschuldigte für das zweite
Berufungsverfahren zu entschädigen. Es rechtfertigt sich vorliegend, ihm eine
Entschädigung für anwaltliche Bemühungen im Betrag von Fr. 2'700.-- (inkl.
MWSt.) zuzusprechen.