Decision ID: a693841a-9b24-51c2-9eb6-26e6a951b68b
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958, war in den Jahren 2009 bis 2011 als selb
stän
dige Werbeartikelverkäuferin im Aussendienst tätig (
Urk.
8/4
Ziff.
6.3). Unter Hinweis auf eine Diskushernie, eine Spinalkanalverengung sowie eine künstliche Bandscheibe meldete sich die Versicherte am
2.
April 2013 bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab, zog Akten des Krankentaggeldversicherers bei (
Urk.
8/11) und holte ein inter
nistisch-rheumatologische
s
Gutachten ein, das am 2
8.
August 2014 erstattet wurde
(
Urk.
8/38).
Nach ergangenem Vorbescheid (
Urk.
8/45) sprach die IV-Stelle mit Verfügung vom
7.
Juli 2015 der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 70
%
eine ganze Rente ab
1.
Oktober 2013 bis 3
0.
April 2014 zu (
Urk.
8/81-85).
Die von der Versicherten am 1
4.
August 2015 dagegen erhobene Beschwerde (
Urk.
8/
3-18)
hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom
2
1.
Dezember 2015
in dem Sinne gut, dass
es
die Sache an die IV-Stelle zurückwies, damit diese hinsichtlich der seit April 2015 dokumentierten neuen medizinischen Tatsachen die erfor
derlichen Abklärungen treffe und über den Anspruch einer Rente ab April 2015 neu verfüge. Im Übrigen wies das Gericht die Beschwerde ab (
Urk.
8/105; Prozess Nr. IV.2015.00799).
Die dagegen von der Versicherten am
2.
Februar 2016 erho
bene Beschwerde wies das Bundesgericht mit Urteil vom 1
6.
Juni 2016 ab (Urteil 8C_102/2016).
1.2
In Nachachtung
des
Bundesgerichtsurteils
gab die IV-Stelle unter anderem beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) eine psychiatrische und orthopädische Unter
suchung in Auftrag (Untersuchungsberichte vom 1
3.
April 2017;
Urk.
8/142,
Urk.
8/143). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/156
;
Urk.
8/
168
)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
8.
Dezember 2017 einen
über die be
fristet
bis 30. April 2014 gesprochene
Rente hinausgehender
Rentenanspruch (
Urk.
8/173 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am 1
1.
Januar 2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom
8.
Dezember 2017 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr
rückwirkend ab
1.
April 2015 bis auf weiteres eine ganze Invalidenrente zuzu
sprechen, eventuell sei durch die Beschwerdegegnerin eine externe und neutrale, sich an die einschlägigen Vorschriften zur MEDAS-Begutachtung haltende poly
disziplinäre Begutachtung durchzuführen. Weiter seien der orthopädische und psychiatrische RAD-Untersuchungsbericht je vom
1
3.
April 2017 aus den Akten zu entfernen (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
4.
März 2018 (
Urk.
7) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
2
9.
März 2018
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
9
).
Am 2
4.
April 2018 reichte die Beschwer
de
gegnerin ein
en weiteren
bei ihr eingegangenen Arztbericht ein (
Urk.
10,
Urk.
11).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungs
rechts,
ATSG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vo
r
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
ge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
ver
sicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen
, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbe
sondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründ
e anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also ent
schei
dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt
nis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizini
schen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist
grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.5
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt
nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nach
vollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
bb
/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
stän
diger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab
klä
rungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_348/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 2.4).
1.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen, insbesondere den psychiatrischen und ortho
pädischen Untersuchungsbericht des RAD
,
beide vom 1
3.
April 2017 (
Urk.
8/142,
Urk.
8/143), davon aus, dass die erneute Bewegungs- und Belastungsein
schrän
kung
der Wirbelsäule ab 2
9.
April 2015, welche die Arbeitsfähigkeit der Be
schwer
deführerin wieder zu 100
%
eingeschränkt habe
, in der Untersuchung bestätigt worden sei. Ab diesem Tag habe das gesetzlich vorgegeben Wartejahr begonnen (S. 1 unten). Die Arbeitsfähigkeit habe sich während dem Wartejahr stufenweise gesteigert, sodass die Beschwerdeführerin ab dem 1
0.
Januar 2016 aus körperlicher Sicht bis auf weiteres zu 85
%
arbeitsfähig
geworden sei
(S. 2
oben). Die Untersuchung habe zudem ergeben, dass aus psychiatrischer Sicht keine
langfristige Arbeitsunfähigkeit mehr bestehe. Die depressive Symptomatik habe sich, trotz keiner oder unzureichender antidepressiver Medikation, gebessert. Es könnten nur jene psychisch bedingten Einschränkungen beachtet werde
n
, welche die Arbeitsfähigkeit langandauernd einschränken würden,
solche Einschrän
kung
en bestünden
bei der Beschwerdeführerin nicht (S. 2 oben). Das gesetzliche Warte
jahr sei am 2
8.
April 2016 erfüllt worden. Ab
1.
April 2016 sei daher eine mögliche Erwerbseinbusse in der angepassten Tätigkeit im 85
%
- Pensum geprüft worden. Das gesetzliche Minimum des Invaliditätsgrades von 40
%
sei nicht erreicht worden, weshalb kein Anspruch auf eine Invalidenrente ab
1.
April 2016 bestehe (S. 2 Mitte).
In der Beschwerdeantwort vom 1
4.
März 2018 (
Urk.
7) führte die Beschwerde
geg
nerin weiter aus, aus den medizinischen Akten werde deutlich, dass die erstmalige befristete
Rentenzusprache
aufgrund des Gesundheitszustandes der Lendenwir
bel
säule (LWS) erfolgt sei. Die Verschlechterung des Gesundheitszustandes im April 2015 sei aufgrund
von
Schmerzen in der Halswirbelsäule (HWS) erfolgt. Insbesondere der behandelnde Orthopäde berichte am
1.
April 2015 erstmals von neu aufgetretenen zervikalen Schmerzen mit Ausstrahlung in beide Schultern. Am 2
9.
Juni 2015 sei die Beschwerdeführer
in
das erste Mal an der HWS operiert worden. Aus der orthopädischen Untersuchung durch den RAD werde nicht ersicht
lich, dass diese beiden Leiden zusammenhängen würden. Es werde von keinerlei gegenseitiger Beeinflussung berichtet. Deshalb sei nach eingehender
Sach
verhaltsabklärung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen
, dass es sich um zwei unterschiedliche Leiden handle. Somit handle es sich nicht um ein Wiederaufleben der Invalidität im Sinne von
Art.
29
bis
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
und die Beschwerdeführer
in
müsse das Wartejahr erneut erfüllen. Nach dessen Ablauf bestehe ein rentenausschliessender IV-Grad von 34
%
(S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), dass sich die Beschwerdegegnerin bei der abschliessenden, invaliditätsrelevanten Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit sowohl in formeller als auch materieller Hinsicht
nicht auf die internen RAD-Untersuchungsberichte stützen dürfe. Viel
mehr habe sie eine neutrale externe
bidisziplinäre
Begutachtung, gegebenenfalls in Ergänzung mit einer arbeitsmedizinischen (EFL) Abklärung zu veranlassen. Unabhängig von den nicht verwertbaren, da im unbeantworteten Widerspruch zu den Berichten des behandelnden Chirurgen sowie des behandelnden Psychiaters stehende
n
und daher nicht beweistauglichen RAD-Untersuchungsberichte sei sie gesamthaft, aus orthopädischen und psychiatrischen Gründ
en, seit April 2015 vollständig
arbeitsunfähig, weshalb ihr
eine
Invalidenrente zuzusprechen sei (S.
11
Ziff.
7).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit
der Beschwerde
führerin
ab April 2015 verhält und ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Rentenanspruch verneint hat.
3.
3.1
Dr. med.
Y._
, Fachärztin für Rheumatologie und für Allge
meine Innere Medizin, nannte im internistisch-rheumatologischen Gutachten vom 2
8.
August 2014 (Urk.
8
/38) als rheumatologische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine verminderte Belastbarkeit und Beschwerden der LWS bei Status nach vier lumbalen Operationen (S. 38):
-
2
5.
April 2012: mikrochirurgische Dekompression L5/S1 links wegen
lumboradikulärem
Syndrom S1 links bei medio-lateraler Diskushernie L5/S1 links und
-
1
1.
Oktober 2012: Diskektomie L5/S1 mit ventraler
Spondylodese
L5/S1 und
-
1
3.
Juni 2013: dorsale
Spondylodese
L4 bis S1 mit Schraubenfehllage L4 rechts mit
Fussheberparese
M4-5 rechts mit
Replazierung
der Schraube L4 rechts am 1
8.
Juli 2013 und deutlichen Verbesserung der Fusskraft rechts und
-
bildgebend guten postoperativen Verhältnissen bei diskreter
epifusio
neller
Stenose L3/4, leichter Verengung der
Recessi
laterale L4 beid
seits sowie kleine Diskushernien L3/4 links und L4/5 rechts mit leichter Einengung der
Neuroforamen
L3/4
linkgs
und L4/5 rechts ohne Kom
pres
sion neuraler Strukturen (MRI Juni 2014 und Röntgen Februar 2014)
Zusammenfassend kam sie zum Schluss, dass bei der Beschwerdeführerin struk
turelle Veränderungen im Bereich der LWS bestehen würden, die ihre Leistungs
fähigkeit einschränken würden. Eine angepasste Tätigkeit könne sie jedoch zu 100 % ausüben (S. 39 unten). Die Beschwerdeführerin könne Lasten bis 10 kg heben oder tragen, was einem leichten Belastungsprofil entspreche (S. 41 oben). Im Medikamentenspiegel
habe trotz gegenteiliger Angaben keine Schmerzmittel
einnahme nachgewiesen werden können (S. 39).
Zum Verlauf der Arbeitsunfähigkeiten führte sie aus, dass die Beschwerdeführerin vom 2. April 2012 bis 3
1.
Oktober 2013 in jeglicher Tätigkeit zu 100 % arbeits
unfähig gewesen
sei. Ab
1.
November 2013 habe sie eine angepasste Tätigkeit zu 30 % ausüben können, mit rascher Steigerungsmöglichkeit. Ab dem 1
9.
Januar 2014, somit spätestens sechs Monate nach der letzten lumbalen Operation am 1
8.
Juli 2013, sei sie in einer angepassten Tätigkeit wieder zu 100 % arbeitsfähig gewesen (S. 42 oben, S. 43 unten). Vom
8.
Juli bis 12. August 2014 war sie auf
grund einer Perikarditis wiederum in jeglicher Tätigkeit arbeitsunfä
hig (S.
42 oben, S. 44 oben).
Schliesslich hielt die Gutachterin fest, dass sie aufgrund des aktuellen absoluten Sportverbots auf die Durchführung der am 1
5.
September 2014 geplanten Eva
luation der funktionellen Leistungsfähigkeit verzichtet habe. Aufgrund der ein
deutigen Befunde und Unterlagen habe sie die Leistungsfähigkeit dennoch be
ur
teilen können (S. 44 unten).
3.2
Dr. med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, nannte in seiner orthopädischen Beurteilung vom 2
3.
Dezember 2014 (Urk. 10/59 = Urk. 3/5) die folgenden Diagnosen (S. 5 Ziff. 9):
-
g
lobale Insuffizienz der Wirbelsäulenmuskulatur und chronisches Schmerzsyndrom lumbal nach vier Eingriffen L4-S1
-
d
egen
e
rative LWS-Veränderungen mit grenzwert
i
gem Spinalkanal
durch
messer L3/4 u
nd
Spondylarthrose
L2/3
und
L3/4 (sogenannt kleine Insta
bilitätsze
i
chen)
-
l
eichte globale Parese rechtes Bein für Hüftflexion, Extens
i
on, Abdukt
i
on und Dorsalextension F
uss
rechts (PD
Dr.
A._
, FMH Neurologie)
-
Hypästhesie, Dysästhesie links im S1 Gebiet
-
Status nach
Repla
t
zierung
Schraube L4 rechts 1
8. Juli
2013
-
Status nach
dorsaler
Spondylodese
L4-S1 mit
transped
i
kulärer
Fixat
i
on L4, L5 und S1 sowie
interkorporeller
Abstützung
transforaminal
links mit
Trabecular
metal
C
age 1
3. Juni
2013
-
Status nach
ventraler Diskektomie u
nd
Spondylodese
L5/S1 mit
Synfix
mit
ChronOs
und
Putty
1
2. Oktober
2012
-
Status nach Mikrodiskektomie L5/
S1 links 2
5. April
2012
-
l
eichte
Epikondylitis
humeri
radialis
rechts
-
Status nach
Excision
eines
Mammatumors
1985
Bei dem von der Beschwerdeführerin angeregten Gutachten gehe es um die noch
malige Evaluation der Arbeitsunfähigkeit. Die von der Beschwerdeführerin ge
mach
ten Angaben, dass sie etwa eine halbe Stunde aktiv sein könne und dann wieder Positionswechsel, Ruhe oder Übungen durchführen müsse, seien plausibel und erachte er als korrekt (S. 5 unten). Seiner Einschätzung nach sei die von Dr.
B._
attestierte Arbeitsfähigkeit von 40 % realistisch, korrekt und wahr
scheinlich auf die nächsten Monate nicht veränderbar (S. 6 oben). Eine selb
stän
dige Tätigkeit mit individuellem Gestalten des Tagesablaufes sei bereits der ideal angepasste Zustand und etwas noch
Angepassteres
sei nicht vorstellbar. Man könne lediglich noch die Koffer oder die Auswahlsendungen, die die Beschwerde
führerin bei ihrer Arbeit mitnehme, im Gewicht reduzieren, dann hätte sie aber wieder nicht mehr die gleiche Qualität in ihrer Kollektion und dies wäre beruflich keine Verbesserung (S. 6 Mitte). Die Begründungen im rheumatologischen Gut
ach
ten würden nicht dem klinischen Alltag entsprechen, weshalb er sich der Meinung von Dr.
B._
anschliesse, dass die Beschwerdeführerin im Moment mindestens 50 bis 60 % arbeitsunfähig sei (S. 7 unten).
3.3
Dr. med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, berichtete am 1. April 2015 (Urk.
8
/66) neu von zervi
kalen Schmerzen und beidseitigen Rotationseinschränkungen und attestierte der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
3.4
Die Ärzte des
Reha
zent
r
um
s
C._
berichteten nach radiologischer Untersu
chung und MRI der HWS (HWS) am 29. April 2015 (Urk.
8
/67
) von zervikalen Rückenschmerzen mit vermehrten muskulären
Triggerpunkten
sowie muskulären
Verspannungen und
Myogelosen
. Die Einschränkung der Beweglichkeit im Bereich
der HWS sei im Rahmen der muskulären
Dysbalance
sowie der Haltungsin
suffizienz zu bewerten. Zudem seien in den konventionell-radiologischen Bildern der HWS eine Verschmälerung des
Intervertebralraumes
auf mehreren Etagen, vor allem C4/5 und C5/6, sowie
spondylophytäre
Anbaute
ventralseitig
und gene
ralisierte
Unkarthrosen
festgestellt worden. Im MRI der HWS habe sich eine dorsalseitige Diskushernie auf mehreren Höhen mit
foraminaler
Einengung vor allem rechts sowie auch links gezeigt. Die radiologischen und klinischen Befunde würden eine degenerative sowie
foraminale
Einengung und Affektions-Kompres
sion der Nervenwurzel, vor allem C5 und 6 rechts, aber auch C7 links zeigen (S.
3 Mitte f.). Anhand der Anamnese und der körperlichen Untersuchung würden keine Hinweise für eine entzündlich rheumatische Erkrankung aus dem Formen
kreis einer Kollagenose, einer Spondylarthritis oder einer Arthritis/Polyarthritis bestehen (S. 3 unten).
3.5
Dr.
B._
berichtete am 29. Juni 2015 (Urk.
8
/76) von einer weiteren Operation und legte den entsprechenden Bericht bei (Urk.
8
/77). In einem weiteren Bericht vom 11. August 2015 (Urk.
8
/90) nannte er als Diagnose einen Status nach
Spon
dy
lodese
C4/5 und C5/6 am 29. Juni 2015 und berichtete von einem ordent
lichen Verlauf.
Mit einem weiteren Bericht gleichen Datums (Urk.
8
/15
) führte er alle von ihm seit Beginn der Behandlung attestierten Arbeitsunfähigkeiten auf:
100
%
vom
1
0. Oktober
2012 bis
2. Januar
2013, 60
%
am 3. Januar
2013, 100
% vom 4. Januar
bis 3
0. Oktober
2013, 70
% vom 1. November
bis 1
0. Dezember
2013, 50
%
vom
1
0. Februar
bis 2
8. März
2014, 60
% vom
2
9. März
2014 bis 3
1. März
2015
sowie
100
%
vom 1. April
bis 2
9. September
2015
.
Im Bericht vom 1
1.
August 2015 (
Urk.
8/93/60) führte
Dr.
B._
aus, vonseiten der rechtsseitigen
Brachialgie
gehe es der Beschwerdeführer
in
deutlich besser, sie sei hier praktisch beschwerdefrei. Links habe sie noch etwas ausstrahlende
Schmerzen im Schulterbereich, gebessert hätten sich die
neuralgieformen
Schmerzen
im vorderen Halsdreieck und in der linken Gesichtshälfte. Sporadisch würden Kribbelparästhesien im Daumen links auftreten. Es bestehe ein orden
tli
cher Verlauf nach dem Eingriff. Bis zur Verlaufskontrolle in sechs bis acht Wochen bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Am 3
0.
September 2015 berichtete
Dr.
B._
(
Urk.
8/99) von einem stabilen Verlauf mit Tendenz zur Besserung. Die Beschwerdeführer
in
berichte, dass die neur
ogenen Schmerzen im linken Halsd
reieck sowie die abstrahlenden Schmer
zen in den linken Arm deutlich gebessert hätten. Rechts habe sie bei gewissen Bewegungen in der Schulter noch Schmerzen. Insgesamt berichte sie eher über etwas weniger Schmerzen, obwohl bei stereotypen Haltepositionen die Schmerzen im Schultergürtel sofort wieder auftreten würden. Die Beschwerdeführer
in
solle jetzt stundenweise mit der Arbeit beginnen (20 – 30
%
).
Am
8.
Januar 2016 berichtete
Dr.
B._
(
Urk.
8/106) von einem im Vergleich zur letzten Kontrolle praktisch stabilen Verlaufs, ohne wesentliche Verbesserung der Gesamtsituation. Die Beschwerdeführerin berichte, dass sie nach wie vor, hauptsächlich im Bereich des linken
Oberarms
sowie am Übergang zur linken Schulter
,
Schmerzen habe. Gelegentlich habe sie auch Kribbelparästhesien im Bereich des Handrückens links. Rechts seien die Schmerzen nicht so stark. Der Verlauf sei sehr wechselnd. Körperliche Anstrengungen, wie längeres Zug- oder Autofahren
,
sei nicht gut, die Schmerzen würden dabei verstärkt und sie müsse sich dann zur Erholung
hinlegen. Eine Verlaufskontrolle sei in drei Monaten geplant. Bei zunehmenden oder gleichbleibenden Beschwerden würde er eine neue Bildgebung mittels CT und Magnetresonanz empfehlen. Die Arbeitsfähigkeit müsse er bei 20
-
30
%
belassen.
Im Bericht vom
8.
April 2016 führte
Dr.
B._
(
Urk.
8/114) aus, aufgrund der persistierenden Beschwerden müsse eine Magnetresonanz- und CT-Abklärung der HWS zum Ausschluss einer Auslockerung sowie zum Ausschluss einer progre
dienten Einengung des Spinalkanals oberhalb der
Spondylodese
veranlasst werden.
Die Beschwerdeführerin berichte, dass sie seit sie keine physiotherapeutischen Massnahmen mehr habe, wiederum vermehrte Spannungsschmerzen am
zerviko
thorakalen
Übergang habe. Sie habe auch immer wieder Kopfschmerzen. Sie könne nur wenig arbeiten und besuche ein bis zwei Kunden pro Woche.
Nach durchgeführten Magnetresonanz- und CT-Abklärung führte
Dr.
B._
im Bericht vom 2
8.
April 2016 (
Urk.
8/115) aus, klinisch habe die Beschwerde
füh
rerin
chronifizierte
Nacken-/Schulterschmerzen beidseits. Morphologisch sei die
Spondylodese
C4/5 und C5/6 durchgebaut und es würden keine Hinweise für eine persistierende Neurokompression vorliegen, ausser der grenzwertigen Einengung des
Neuroforamens
C6/7 links. Aus chirurgischer Sicht könne die Situation für die Beschwerdeführerin nicht verbessert werden, sie müsse weiterhin konservativ mit Akupunktur und allenfalls physiotherapeutischen Massnahmen zur Locke
rung der Muskulatur therapiert werden. Es bestehe eine 25%ige Arbeitsfähigkeit bis zur nächsten klinischen Kontrolle im Oktober.
Dr.
B._
führte im Bericht vom
6.
Juli 2016 (
Urk.
8/125/8) aus, seit der letzten Untersuchung vom 2
2.
April 2016 seien neu vor allem nachts auftretende, quä
lende Schmerzen in Seitenlage im oberen L3-Dermatombereich beidseits aufge
treten. Im MRI der LWS vom 2
7.
Juni 2016 des Spitals
D
._
habe sich eine stationäre relative Spinalkanalstenose L4/5 sowie unverändert eine kleine, links
foraminale
Diskushernie mit Affektion der Nervenwurzel L3 gezeigt. Neu sei eine
relative Spinalkanalstenose L2/3 mit Nervenwurzelaffektionen L3 beidseits
rezessal
und gering progrediente
Pseudoretrolisthesis
L2/3 festgestellt worden.
3.6
PD
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Neurologie, führte im Bericht vom
7.
Oktober 2016 (
Urk.
8/127) aus, bei der Beschwerdeführerin liege ein komplexes
zervikobrachiales
sowie linksbetontes
lumbovertebrales
und -
spondylogenes
Schmerz
syndrom nach mehreren wirbelsäulenchirurgischen Eingriffen vor. Gegen
wärtig bestünden anamnestisch und klinisch keine Hinweise auf eine relevante
radikuläre
Problematik
oder ein
myeläres
Syndrom. Im Vordergrund stünden
muskuloskelettale
Mechanismen (S. 1). Entsprechend sei die physiotherapeutische Übungsbehandlung intensiv weiterzuführen. Wünschenswert wäre auch eine sta
tio
näre
muskuloskelettale
Rehabilitation, um einen möglichst anhaltenden Effekt zu erzielen. Die Arbeitsfähigkeit sei auf 25
%
zu schätzen. Hauptsächlich ein
schränkend würden sich derzeit die
nuchalen
und lumbal linksbetonten Schmerze
n auswirken, die nach spätestens dreiss
ig
Minuten Sitzen in unveränderter Stellung manifest werden würden. Die 25
%
seien realistisch, sofern sich die Beschwerde
führerin selber einteilen könne, was glücklicherweise aufgrund ihrer selbstän
digen Tätigkeit möglich sei (S. 2).
3.7
Dr.
B._
führte im Bericht vom 2
5.
Oktober (
Urk.
8/128) aus, die Beschwer
deführerin habe berichtet, dass sie im Frühsommer wiederum verstärkte, immobi
lisierende lumbale Schmerzen gehabt habe und sich kaum mehr habe bewegen können. Die Schmerzen seien linksseitig, ausstrahlend in die Flanke und den linken Oberschenkel gewesen. Daraufhin sei eine Magnetresonanz-Abklärung erfolgt, welche ein Status nach
Spondylodese
L4 bis S1 sowie neu eine deutliche Bandscheibendegeneration mit
Modic
-Veränderungen Typ I auf Höhe L2/3 gezeigt habe. Im Verlauf hätten sich die Rückenschmerzen etwas gebessert, beschwerdefrei sei die Beschwerdeführerin jedoch bei weitem nicht. Sie müsse immer wieder Positionswechsel durchführen und länger als eine Stunde Sitzen sei kaum möglich. Von Seiten der HWS hätten sich die Beschwerden nicht gross verändert. Es bestehe weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 25
%
.
3.8
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Anästhesiologie und für Intensivmedizin, führte
im Bericht vom 3
0.
September 2016 (
Urk.
8/129) aus, er behandle die Beschwer
deführerin seit de
m
2.
August 2016 (
Ziff.
1.2) und nannte als Diagnosen eine
chronische
Lumboischialgie
linksseitig sowie ein chronisches Nacken-/Schulter-/
Armsyndrom linksseitig (
Ziff.
1.1). Eine Prognose könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht abgegeben werden (
Ziff.
1.4). Die körperliche Belastbarkeit sei durch oben angegebenes Schmerzsyndrom deutlich eingeschränkt. Die bisherige Tätigkeit sei in einem Teilpensum von 40
%
zumutbar. Es bestehe eine deutlich verminderte Leistungsfähigkeit aufgrund des chronischen Schmerzsyndroms (
Ziff.
1.7).
3.9
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte im Bericht vom 1
3.
Januar 2017 (
Urk.
8/134) aus, er behandle die Beschwerde
füh
rerin seit dem
6.
September 2016 (
Ziff.
1.2) und führte dazu aus, diagnostisch bestehe eine langjährige chronische Depression schweren Grades mit ausge
prägter Panikstörung, präpsychotischer Desorientierung, Rückzugsverhalten
und
Sinn
losigkeitsattacken. Der
hohe Schweregrad der Depression
ergebe
sich einer
seits reaktiv aufgrund
d
er tiefgreifenden, für die
Beschwerdeführerin
in diesem Ausmass nicht fassbaren psychischen
Erschütterung
und totaler Verwirrung (Deso
ri
entierung) durch die somatischen
Erkrankungen
‚ andererseits
durch
Per
sön
lichkeitsanteile
tiefster psychischer Entleerung und
Sinnlosigkeit
mit impera
tivem Abwehrverhalten zwanghaften hyperaktiven Verhaltens und über
h
öhten Ansprüchen an die eigene Autonomie. In solch pathologischer und überhöhter
An
s
prüchlichkeit
sei
die Patientin Opfer ihrer eigenen Zwänge.
Im jetzigen Zeitpunkt und auf weiterhin sei die Beschwerdeführerin vom psychiatrischen Gesichtspunkt aus zu 100
%
arbeitsunfähig. Wegen der hohen Bedeutung auto
nomer Aktivität könne die Beschwerdeführerin, falls es das Krankheits
geschehen
zulasse, probatorisch
zu 25
%
Arbeitsversuche unternehmen. Falls von der Sozi
al
versicherung weitere Abklärungen gefordert seien, empfehle sich eine polydis
zi
plinäre Abklärung (
Ziff.
1.11).
3.10
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, RAD, nannte im psychiatrischen Untersuchungsbericht vom 1
7.
April 2017 (
Urk.
8/142) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0) sowie eine Panikstörung (ICD-10 F41.0). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie akzentuierte Persönlich
keitszüge mit
histrionischen
Anteilen (ICD
-
10 Z73.1). In Bezug auf die bisherige
Tätigkeit bestünden aufgrund des Krankheitsempfindens/Schmerzen leichtgra
di
ge Einschränkungen der Anpassung an Regeln und Routinen, mittelgradige Ein
schränkung der Flexibilität, mittelgradige Einschränkungen der Durchhalte
fähig
keit bei
Dekonditionierung
, mittelgradige Einschränkung der Fähigkeit zu ausser
beruflichen Aktivitäten und leichtgradige Einschränkungen der Wegefähigkeit (S.
8 unten f.). Aus psychiatrischer Sicht entspreche das Belastungsprofil demje
nigen der bisherigen Tätigkeit. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Arbeitsun
fähigkeit. Ob zu Beginn der psychiatrischen Behandlung im September 2016 eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer möglicherweise schweren depressiven Episode bestanden habe, könne aktuell nicht beurteilt werden. Die depressive Sympto
matik habe sich offenbar gebessert, trotz keiner oder unzureichender antide
pressive Medikation. Bei adäquater verhaltenstherapeutischer Behandlung seien Panikstörungen gut behandelbar. Zusammenfassend kam
Dr.
G._
zum Schluss, dass kein langanhaltender Gesundheitsschaden ausgewiesen sei (S. 9).
3.11
Med.
pract
.
H._
, Fachärztin für
Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates
, nannte im orthopädischen Untersuchungs
bericht vom 1
3.
April
2017 (
Urk.
8/143) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Bewegungs- und Belastungseinschränkung der LWS bei Status nach
Spondylodese
L4/S1 (im MRI
epifusionale
Degenerationen) sowie eine Bewegungs- und Belastungseinschränkung der HWS bei Status nach
Spon
dylodese
C4/5 und C5/6 am 2
9.
Juni 2015.
In Zusammenschau aller vorliegenden Befund
e
sei festzustellen, dass zirka im April 2015 neu ein Schmerzsyndrom des rechten Armes aufgetreten sein.
Dr.
B._
habe daraufhin die Indikation zur Operat
ion gestellt
und habe am 1
1.
August 2015 feststellen können, dass die rechtsseitigen Armschmerzen abge
klungen seien. Dies sei auch weiterhin der Fall. Es bestünden keine Schmerzen in den Armen und keine wesentlichen Schmerzen der HWS bei der Bewegungs
prüfung. Die HWS sei in ihrer Beweglichkeit insbesondere für die Seitneigung eingeschränkt, die
Reklination
sei frei, es bestehe eine mässige Inklinations
einschränkung (S. 9 unten). Hinweise auf
radikuläre
Symptome der HWS würden sich aktenkundig mindestens seit August 2015 und auch bei der heutigen Untersuchung nicht finden. Im Bereich der LWS finden sich ebenfalls keine
radi
kulären
Symptome. Die Zeichen nach
Lasègue
und
Bragard
seien negativ, moto
rische Ausfälle würden nicht bestehen. Einzig im
Einbeinstand
links finde sich eine leichte Unsicherheit. Die bei der Untersuchung demonstrierten Kraftverluste im linken Arm und linken Bein seien nicht objektivierbar. Es fänden sich keine wesentlichen Umfangsdifferenzen an Armen und Beinen. Es würden Inkonsi
stenzen bestehen. Während im Liegen bei der Kraftprüfung eine fast vollständige Parese der Fussheber und -senker links bestehe, sei der Zehen und Fersenstand mit Last des Körpergewichts möglich. Ebenso sei die Funktion der linken Hand im spontanen Verhalten ungestört.
Es sei insbesondere darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin angegeben habe, ihre Schmerzmedikation am Tag der Untersuchung vergessen zu haben. Die Untersuchungsbefunde hätten also ohne Einfluss von Schmerzmitteln erhoben werden können. Gegenüber dem von
Dr.
Y._
im Gutachten vom 2
8.
August 2014 erhobenen Befund sei eine deutliche Besserung der LWS-Beweglichkeit eingetreten. Während
Dr.
Y._
eine Bewegungseinschränkung von 2/3 in allen Ebenen festgestellt habe, f
än
de
n
sich heute nur noch mässige Ein
schrän
kungen. Im Bereich der HWS bestünden Einschränkungen der Beweglichkeit, die zum Zeitpunkt des Gutachtens nicht vorgelegen h
ätt
en, die jedoch keine schwer
wiegende Funktionsminderung nach sich ziehen würden. Hinweise auf neurolo
gische Ausfälle fänden sich weder an den oberen noch an den unteren Extremi
täten. Aus medizinischer Sicht könne angenommen
werden, dass mit Beginn der HWS-Beschwerden im April 2015 bis zur Nachbehandlung der Operation eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit vorgelegen habe. Am 3
0.
September bestehe aktenkundig im Wesentlichen bereits der heutige Befund, die Röntgenkontrolle des Operationsergebnisses sei regelrecht gewesen.
Aus versicherungsmedizinischer Sicht wäre anhand der heutigen Untersuchung und anhand der Aktenlage eine stufenweise Steigerung der Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten ab dem
1.
Oktober 2015 bis sechs Monate postoperativ möglich gewesen. Aufgrund der weiterhin bestehenden Degenerationen der HWS und LWS und aufgrund der
Spondylodese
in mehreren Abschnitten der Wirbel
säule könne von einem erhöhten Pausen- und Erholungsbedarf auch bei ange
passter Tätigkeit von einer halben Stunde pro
Halbtag
ausgegangen werden. Damit ergebe sich aus versicherungsmedizinischer Sicht: Beginn der stufenweisen
Steigerung der Arbeitsfähigkeit am
1.
Oktober 2015 mit 30
%
bis zu einer Arb
eits
fähigkeit von 85
%
angepasst ab dem
1.
Januar 201
6.
Zur Prognose sei festzu
stellen, dass die derzeit geklagten nächtlichen Beschwerden aus medizinischer Sicht unspezifisch seien. Hinweise auf eine klinische Relevanz der im MRI beschriebenen Spinalstenose L2/3 würden sich nicht finden. Daher sei nicht zu erwarten, dass eine operative Verlängerung der lumbalen
Spondylodese
bis L2 oder eine zweite
Spondylodese
L2/3 zu einer Besserung des Beschwerdebildes oder der Funktion der LWS führen werde (S. 10). Anhand der vorliegenden medi
zinischen Berichterstattung und der körperlichen Untersuchung sei ein soma
tischer Gesundheitsschaden ausgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige (S. 10 unten). In angepasster Tätigkeit mit körperlich leichter wechselbelastender Tätigkeit, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige
wirbelsäulenbelastende schultergürtelbelastende Arbeiten sei eine 85%ige Arbeits
fähigkeit seit
1.
Januar 2016 gegeben (S. 11 oben).
3.12
Dr.
F._
(vorstehend E. 3.9) nahm mit Schreiben vom
9.
Juni 2017 (
Urk.
8/150) zum psychiatrischen RAD-Untersuchungsbericht Stellung und erachtete die RAD-Beurteilung aus näher dargelegten Gründen (vgl. S. 2-5) als nicht nachvollziehbar und nicht vertretbar. Er stelle fest, dass die Berichte beider Untersucherinnen wenig auf die regelmässig und in hoher Frequenz sich kumulierenden und
exa
zerbierenden
Schmerzzustände
eingehen würden. Diese würden einem
circulus
vitio
sus
mit gegenseitigen Verstärkereffekten von somatischen Beschwerden, körper
li
chen und psychischen Spannungszuständen und äusseren und inneren Zusammen
brüchen entsprechen, die derart prekär seien und die das somatische
und psychische
Gleichgewicht in existenzieller Gefährdung unterminieren wür
den. Es sei für ihn als behandelnder Arzt auch nicht nachvollziehbar, weshalb die IV die Beschwerdeführerin mit ihren multiplen Beschwe
rden noch nicht polydiszi
plinär
begutachtet habe. Ein solche Begutachtung sei aus ärztlicher Sicht drin
gen
d
geboten (S. 6).
3.13
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.3) nahm mit Schreiben vom 1
2.
Juli 2017 (
Urk.
8/153) Stellung zum orthopädischen RAD-Untersuchungsbericht und führte aus, er könne die Beurteilung der Versicherungsärztin in keiner Art und Weise nachvoll
ziehen. Die Beurteilung stelle sich auf Anamnese, Aktenlage und klinische Be
funderhebung. Dabei werde ohne Argumentation und ohne eigentliche Begrün
dung eine stufenweise Steigerung der Arbeitsfähigkeit definiert. Es werden von einem erhöhten Pausen- und Erholungsbedarf in angepasster Tätigkeit sowie von einer halbe Stunde Ruhe pro
Halbtag
ausgegangen. Die angepasste Tätigkeit werde weder umschrieben, noch werde sie anhand von anerkannten Assessments (z.B. EFL nach Isernhagen) beurteilt. Es gelte heute als versicherungs
medizi
ni
scher Standard in komplexen Fällen
,
die Arbeitsfähigkeit nicht nur auf anam
nestische, klinische und bildgebende Daten zu stützen. Aus seiner Sicht sei eine Beurteilung der Ressourcen der Beschwerdeführerin ohne strukturierte Assess
ment-Abklärung nicht möglich und werde der Beschwerdeführerin nicht gerecht. Dies
e
Abklärungen seien daher zwingen
d
zu fordern.
Dr.
B._
berichtete am 1
8.
Oktober 2017 (
Urk.
8/161) von einer
massive
n
Lumboischialgie
links
.
Im Bericht vom
1.
November 2017 (
Urk.
8/164) berichtete
Dr.
B._
von einem MRI vom 2
0.
Oktober 2017, welches
im Vergleich zu den Vorbildern identische Verhältnisse
zeige.
Im Bericht vom
2
3.
November 2017 (
Urk.
8/
171) führte
Dr.
B._
schliesslich aus, dass sich die
Beschwerden etwas beruhigt
hätten
,
die
Wirbelsäule
sei
in Inklination eingeschränkt,
der Finger-Boden-Abstand betrage 20 cm und beim
Aufrichten
führe die Beschwerdeführerin wegen der Schmerzprovokation eine
Ausweichbewegung
aus
.
Die
Seitneigung
sei
beschwerdefrei
.
4.
4.1
Mit Urteil vom 2
1.
Dezember 2015 (
Urk.
8/105; Prozess Nr. IV.2015.00799) erachtete das hiesige Gericht die Rentenbefristung per April 2014 (vgl. Verfügung vom
7.
Juli
2015;
Urk.
8/81-85) als korrekt und stellte fest, dass ab Mai 2014 von einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in dem Sinne auszugehen sei, dass ihr eine angepasste Tätigkeit zu 100
%
zumutbar
sei
.
Bezüglich der seit April 2015 und damit vor Erlass der ursprünglichen Verfügung vom
7.
Juli 2015 dokumentierten neuen medizinischen Tatsachen wurde die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit diese die erforderlichen Abklärungen treffe und im Sinne von
Art.
29
bis
IVV über den Anspruch der Be
schwerdeführerin auf ein
e
Rente der Invalidenversicherung ab April 2015 neu verfüge.
4.2
Soweit sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt stellt, dass das hiesige Gericht mit Urt
eil vom 2
1.
Dezember 2015 eine externe
Begutachtung an
geordnet habe
(vgl.
Urk.
1 S. 9 oben), kann ihr nicht gefolgt werden. Das von der Beschwer
degegnerin
im August 2014
eingeholte internistisch-rheumatologische Gutachten erwies sich als schlüssig und nachvollziehbar, so dass darauf abgestellt werden konnte und sich die Rentenbefristung per April 2014 als korrekt erwies. Die Beschwerdegegnerin musste einzig hinsichtlich der kurz vor Erlass der Verfügung vom
7.
Juli 2015 (
Urk.
8/81-85) eingetretenen Verschlechterung des Gesundheits
zustandes, welche einen weiteren operativen Eingriff notwendig machte (vgl.
Urk.
8/76-77), die notwendigen Abklärungen treffen.
Im Urteil vom 2
1.
Dezember 2015 wurde entgegen der Ansicht der Beschwer
deführerin nicht festgelegt, dass eine externe Begutachtung zu erfolgen habe. Damit liess es das Gericht der Beschwerdegegnerin frei, in welcher Form diese Abklärungen durchzuführen seien. Dass die Beschwerdegegnerin in der Folge die neuen medizinischen Tatsachen durch den RAD abklären liess, ist im Grundsatz nicht zu beanstanden.
Im Verfahren um Zusprechung oder Verweigerung von Sozialversicherungsleistungen besteht kein förmlicher Anspruch auf versiche
rungs
externe Begutachtung. Eine solche ist indessen anzuordnen, wenn auch nur
geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
in
ternen ärztlichen Feststellungen be
stehen
(so BGE 135 V 471).
4.3
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach
Art.
49
Abs.
2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) ist mit jenem externer medizinischer Sachverstän
digen
gutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232) genügen und die Arzt
person über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1 S. 219).
Allerdings ist hinsichtlich des Beweiswerts wie folgt zu differenzieren: Bezüglich Gerichtsgutachten hat die Rechtsprechung ausgeführt, das Gericht weiche „nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschätzungen des medizinischen Experten ab. Hinsichtlich von Versicherungsträgern im Verfahren nach
Art.
44 ATSG ein
ge
holter, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechender Gutachten exter
ner Spezialärzte wurde festgehalten, das Gericht dürfe diesen Gutachten vollen Beweiswert zuerkennen, solange "nicht konkrete Indizien gegen die Zuver
lässigkeit" der Expertise sprechen. Auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztli
cher Abklärungen - zu denen die RAD-Berichte gehören - kann nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit bestehen (BGE 139 V 225 E. 5.2 S. 229; 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f. und E. 4.7 S. 471; Urteil des Bundesgerichts 8C_839/2016 vom 1
2.
April 2017 E. 3.2).
4.4
Unbestritten ist, dass der psychiatrische Untersuchungsbericht des RAD unter formellen Mängeln zustande kam. Die Beschwerdeführerin wurde zunächst für
eine orthopädische Untersuchung beim RAD aufgeboten (vgl. Schreiben vom
6.
März 2017,
Urk.
8/137). Obwohl sich ein entsprechender Bericht des behan
del
n
den Psychiaters
Dr.
F._
vom 1
3.
Januar 2017 (vgl.
Urk.
8/134) in den Akten befand, wurde erst als die Beschwerdeführerin im Rahmen der orthopä
dischen Untersuchung angab, regelmässig in psychiatrischer Behandlung zu sein, kurz
fristig eine Psychiaterin des RAD aufgeboten, um gleich im Anschluss an die orthopädische noch eine psychiatrische Untersuchung durchzuführen. Dies wirft bezüglich seriöser Vorbereitung Fragen auf. Auch wenn die RAD-Psychiaterin
Dr.
G._
im Untersuchungsbericht (vgl. vorstehend E. 3.10)
verschiedentlich den Bericht von
Dr.
F._
vom 1
3.
Januar 2017 erwähnt und ihr dieser wohl
spätes
tens
bei der Erstellung des
Berichts
vorlag, bestehen grosse Diskrepanzen zwischen den Schilderungen des behandelnden Psychiaters und
d
er Beurteilung
durch die RAD-Ärztin
, auf welche
letztere
im Untersuchungsbericht nur ober
flächlich einging und als «gewisse Inkonsistenzen»
umschrieb
.
Zum RAD-Untersuchungsbericht reichte die Beschwerdeführerin in der Folge eine umfassende Stellungnahme von
Dr.
F._
ein (vgl. vorstehend E. 3.12). Darin führte
Dr.
F._
aus näher dargelegten Gründen und in Auseinandersetzung mit dem RAD-Untersuchungsbericht (allgemeine Bemerkungen, diverse Richtig
stel
lungen, Ausführungen zur Anamnese, Befunderhebung und Diagnose) aus, wes
halb die Beurteilung des RAD aus seiner Sicht nicht nachvollziehbar und nicht vertretbar sei. Er wies dabei insbesondere darauf hin, dass der RAD-Psychiaterin aufgrund der
kurzfristigen Aufbietung offensichtlich die notwendige Zeit fehlte, sich ausreichend auf die psychiatrische Exploration vorzubereiten. So würden mehrere Stellen im Untersuchungsbericht aufzeigen, dass die Exploration ohne Kenntnis seines Berichts erfolgt sei und dass die RAD-Psychiaterin verschiedene Aussagen der Beschwerdeführerin, die angeblich im Widerspruch zu seinem Be
richt stehen sollen, nicht im Gespräch mit der Beschwerdeführerin geklärt habe, sondern deren angebliche Widersprüchlichkeit erst nachträglich im Vergleich mit seinem Bericht konstruiert habe (vgl.
Urk.
8/150 S. 2 oben). Trotz dieser ausführ
lichen (und abweichenden) medizinischen Stellungnahme von
Dr.
F._
erachtete es die Beschwerdegegnerin als nicht nötig, diese nochmals der entsprechenden RAD-Ärztin vorzulegen (vgl.
Urk.
8/172/3).
Nach dem Gesagten bestehen Zweifel an der Qualität sowie der Aussagekraft des psychiatrischen Untersuchungsberichts von
Dr.
G._
vom 1
3.
April 201
7.
Damit steht fest
, dass der Beweiswert de
s psychiatrischen
Untersuchungsberichtes entscheidend herabgesetzt ist,
so
dass
die Beschwerdegegnerin ihre
Beurteilung nicht darauf stützen durfte. Da sich in den Akten ansonsten keine unabhängige fachärztliche Beurteilung findet, lässt sich über die Arbeitsfähigkeit aus psychia
trischer Sicht kein schlüssiges Bild machen.
4.5
Dagegen erweist sich die von der Beschwerdegegnerin veranlasste orthopädische RAD-Untersuchung als umfassend. Med.
pract
.
H._
erstellte den
Unter
su
chungsbericht vom 1
3.
April 2017 (vgl. vorstehend E. 3.11)
in Kenntnis der Vor
akten, hat die Beschwerdeführerin orthopädisch eingehend untersucht und bei ihrer Beurteilung die geklagten Beschwerden berücksichtigt. Der RAD-Untersu
chungs
bericht ist schlüssig und überzeugend begründet, so dass ihm voller Be
weiswert zukommt.
So stellte med.
pract
.
H._
in Zusammenschau aller Befunde fest, dass zirka im April 2015 neu ein Schmerzsyndrom des rechten Arms aufgetreten sei, woraufhin
Dr.
B._
die Indikation zur Operation gestellt und am 1
1.
August 2015 festgestellt habe, dass die rechtsseitigen Armschmerzen abgeklungen seien. Dies sei auch weiterhin der Fall. Es bestünden keine Schmerzen in den Armen und keine wesentlichen Schmerzen der HWS bei der Bewegungsprüfung. Die HWS sei in ihrer Beweglichkeit insbesondere bei Seitneigung eingeschränkt, die
Reklination
sei frei und es bestehe eine mässige Inklinationseinschränkung. Hin
weise auf
radikuläre
Symptome der HWS fänden sich aktenkundig mindestens seit August 2015 auch bei der heutigen Untersuchung nicht. Auch im Bereich der LWS fänden sich keine
radikulären
Symptome. Die Zeichen nach
Lasègue
und
Bragard
seien negativ, motorische Ausfälle würden keine bestehen. Einzig im
Einbeinstand
lin
ks finde sich eine leichte Un
sicherheit. Med.
pract
.
H._
machte weiter darauf aufmerksam, dass die bei der Untersuchung demonstrierten Kraftverluste im linken Arm und linken Bein nicht objektivierbar seien. Es fänden
sich keine wesentlichen Umfangsdifferenzen an Armen und Beinen. Weiter würden
Inkonsistenzen bestehen. Während im Liegen bei der Kraftprüfung eine fast voll
ständige Parese der Fussheber und -senker links bestehe, sei der Zehen
-
und Fersenstand mit Last des Körpergewichts möglich. Ebenso sei die Funktion der linken Hand im spontanen Verhalten ungestört. Med.
pract
.
H._
wies weiter darauf hin, dass die Untersuchungsbefunde ohne Einfluss von Schmerzmitteln
erhoben werden konnten, da die Beschwerdeführerin angegeben habe, ihre Schmer
z
medikation am Tag der Untersuchung vergessen zu haben.
Weiter führte
med.
pract
.
H._
in nachvollziehbarer Weise aus
, dass gegenüber dem von
Dr.
Y._
im Gutachten vom 2
8.
August 2014 erhobenen Befund eine deut
liche Besserung der Beweglichkeit der LWS eingetreten sei. Im Bereich der HWS bestünden Einschränkungen der Beweglichkeit, die zum Zeitpunkt des Gutachtens nicht vorgelegen hätten, die jedoch keine schwerwiegende Funktionsminderung nach sich ziehe. Hinweise auf neurologische Ausfälle fänden sich weder an den oberen noch an den unteren Extremitäten.
Med.
pract
.
H._
kam in nachvollziehbarer Weise zum Schluss, dass mit Beginn der HWS-Problematik im April 2015 bis zur Nachbehandlung der Opera
tion eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit vorgelegen habe. Am 3
0.
September 2015 bestehe aktenkundig im Wesentlichen bereits der heutige Befund, die Rönt
genkontrolle des Operationsergebnisses sei regelrecht. Aus versicherungsmedi
zini
scher Sicht wäre anhand der Untersuchung und der Aktenlage eine stufen
weise Steigerung der Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten ab dem
1.
Okto
be
r 2015 bis sechs Monate postoperativ möglich gewesen. Aufgrund der weiterhin bestehenden Degenerationen der Halswirbel- und der
L
endenwirbensäule
und auf
grund der
Spondylodese
in mehreren Abschnitten der Wirbelsäule könne von einem erhöhten Pausen- und Erholungsbedarf auch bei angepasster Tätigkeit von einer halben Stunde pro
Halbtag
ausgegangen werden. In angepasster Tätigkeit mit körperlich leichter wechselbelastender Tätigkeit, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäulenbelastende schultergürtelbe
lastende Arbeiten sei seit dem
1.
Januar 2016 eine 85%ige Arbeitsfähigkeit ge
geben.
4.6
Soweit die Beschwerdeführerin mit Verweis auf die Stellungnahme von
Dr.
B._
vom 1
2.
Juli 2017 (vgl.
Urk.
8/153) vorbringt, dass auch auf den orthopädischen Untersuchungsbericht nicht abgestellt werden könne (vgl.
Urk.
1 S. 10 f.), so kann ihr nicht gefolgt werden.
Dr.
B._
nannte in seiner Stellungnahme keine objektiv feststellbaren Gesichtspunkte, welche Zweifel am RAD-Untersuchungs
bericht begründen würden. Er führte unter anderem mit Verweis auf einen Vor
trag von
Dr.
med.
I._
aus dem Jahre 2006 aus, dass es heute als versiche
rungsmedizinischer Standard gelte, in komplexen Fällen die Arbeitsfähigkeit nicht nur auf anamnestische, klinische und bildgebende Daten zu stützen. Aus seiner Sicht sei eine Beurteilung der Ressourcen der Beschwerdeführerin ohne strukturierte Assessment-Abklärungen nicht möglich.
Weshalb vorliegend von einem komplexen Fall auszugehen sei, führte
Dr.
B._
hingegen nicht aus. Hinsichtlich der Durchführung einer
arbeitsorientierte
n
Eva
luation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL)
ist festzuhalten, dass die Not
wendigkeit
einer solchen Evaluation
bereits im Urteil vom 2
1.
Dezember 2015 thematisiert und schliesslich abgelehnt wurde. So ist ein
EFL-Testverfahren nicht in jedem Fall durchzuführen, sondern allenfalls in Betracht zu ziehen, wenn sich die beteiligten Fachärzte ausser Stande sehen, eine zuverlässige Einschätzung des leistungsmässig Machbaren vorzunehmen, und deshalb eine konkrete leistungs
orientierte berufliche Abklärung als zweckmässigste Massnahme ausdrücklich empfehlen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_976/2010 vom 2
3.
Februar 2011 E. 5.5)
.
Dass med.
pract
.
H._
ausser Stande war
,
eine zuverlässige Einschätzung des leistungsmässig Machbaren vorzunehmen, ist vorliegend nicht ersichtlich. So führte med.
pract
.
H._
unter anderem aus, dass gegenüber dem im Gut
achten vom 2
8.
August 2014 erhobenen Befund, in welchem
Dr.
Y._
auf
grund der eindeutigen Befunde und Unterlagen die Leistungsfähigkeit auch ohne EFL beurteilen konnte (vgl. vorstehend E. 3.1), eine deutliche Besserung der LWS-Beweglichkeit eingetreten sei. Weiter erachtete med.
pract
.
H._
die im Be
reich der HWS bestehenden Einschränkungen der Beweglichkeit als nicht schwer
wiegende Funktionsminderung (vgl. vorstehend E. 3.11). Vorliegend erscheint es ohnehin fraglich, ob die Durchführung einer EFL angesichts der von med.
pract
.
H._
in ihrer Untersuchung festgestellten Inkonsistenzen (vgl. vorliegend E.
3.11) überhaupt sinnvoll wäre. So ist eine EFL-Abklärung nicht geeignet, Inkohärenzen und Gründe für die Selbstlimitierung zu erforschen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_976/2010 vom 2
3.
Februar 2011 E. 5.5 mit Hinweisen).
Schliesslich erklärt sich der abweichende Standpunkt von
Dr.
B._
wohl auch mit dem Unterschied zwischen medizinischem Behandlungs- und Abklärungs
auftrag. So ergibt sich
d
ie unterschiedliche Schwerebeurteilung einer Sympto
matik durch Gutachter und behandelnde Ärzte aus deren unterschiedlicher auf
tragsrechtlicher Situation. Denn bei behandelnden Ärzten gehört die Beurteilung der Auswirkungen von Krankheitssymptomen auf die Arbeitsfähigkeit zum thera
peutischen Auftrag. Sie müssen daher ihre Beurteilung - soweit medizinisch nur vertretbar - mit der Selbsteinschätzung des Patienten in Einklang bringen (ihn überzeugen) können und gegebenenfalls - aus Rücksicht auf das für den Thera
pieerfolg wichtige Vertrauensverhältnis - bei der Bewertung der krankheitsbe
dingten Funktionseinschränkungen dessen Einschätzung folgen. Demgegenüber hat der von einem Sozialversicherungsträger oder von einem Gericht beauftragte Gutachter die Krankheits- bzw. Behinderungsüberzeugung des Exploranden zwar auch in seine Beurteilung einzubeziehen, ist aber verpflichtet, die Schwere der (von ihm selbst klinisch festgestellten oder von anderen - insbesondere behan
deln
den - Ärzten berichteten) Symptomatik aufgrund aller aktenkundigen Infor
mationen über Defizite und Ressourcen des Exploranden zu validieren
. Dies
bezüglich ist festzuhalten, dass die Einschätzung von
Dr.
B._
(vgl. vorstehend E. 3.3) bereits gegenüber der Beurteilung
durch
Dr.
Y._
im Gutachten
vom August 2014
(vgl. vorstehend E. 3.1) stark abwich.
Soweit sich
Dr.
B._
schliesslich
auf den Standpunkt stellt, dass eine ange
passte Tätigkeit nicht umschrieben werde (vgl.
Urk.
8/153/1), so kann ihm mit Blick auf den Untersuchungsbericht nicht gefolgt werden. So wird im Unter
suchungsbericht ein entsprechendes Belastungsprofil genannt, wie es ärztlicher
seits in vielen Berichten und Gutachten genannt wird. Demgegenüber weisen vielmehr die Berichte von
Dr.
B._
einen entscheidenden Mangel auf, so finden sich darin überhaupt keinerlei Angaben respektive eine medizinisch-theo
retische Einschätzung zu adaptierten Tätigkeiten, wie dies auch bereits im Urteil vom 2
1.
Dezember 2015 in Erwägung 4.3
(vgl.
Urk.
8/105/10)
ausgeführt wurde. Es ist Aufgabe des Arztes, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stel
lung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Da
Dr.
B._
wie auch die übrigen behandelnden Ärzte zur Arbeitsfähigkeit in einer dem Leiden angepassten Tätigkeit keine Angaben machten,
lagen – entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin (vgl. Urk.
1 S.
10 unten) –
keine divergierenden Ein
schätzungen hierzu vor, mit denen sich med.
pract
.
H._
in ihrem Unter
suchungsbericht hätte auseinandersetzen müssen
.
Schliesslich
ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführerin
im Gutachten von
Dr.
Y._
vom 2
8.
August 2014 (vgl. vorstehend E. 3.1) in einer angepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert wurde. Die Beschwerdeführerin arbeitet hingegen nach wie vor in ihrer angestammten
Tätigkeit als selbständige Werbemittelverkäuferin im Rahmen welcher
Lasten über 10 kg gehoben werden müssen
, einer
ihren Leiden
somit
gerade nicht angepassten Tätigkeit
.
I
n einer ange
passten Tätigkeit
könnte sie
das ihr attestierte Arbeitsp
otential besser ver
werten
. In der Stellungnahme des Abklärungsdienstes vom 1
3.
Juni 2017 (vgl.
Urk.
8/151) wurde sodann festgehalten, dass bereits in der
Aussendienstab
klä
run
g
vor Ort im Oktober 2014 festgestellt worden sei, dass es der Beschwerdeführerin zumutbar sei, die selbständige Erwerbstätigkeit ganz aufzugeben. Die Beschwer
de
führerin erzielte bereits vor Eintritt des Gesundheitsschaden
s
ein kaum exi
stenzsicherndes Einkommen und die Wirtschaftlichkeit wurde seit 2011 in Frage gestellt. Anscheinend führe die Beschwerdeführerin ihre selbständige Tätigkeit in bescheidenem
Ausmass
weiter. Beurteile man aufgrund der eingereichten Erfolgs
rechnung die Wirtschaftlichkeit, so sei diese weiterhin nicht gegeben.
4.7
Nach dem Gesagten bestehen keine Anhaltspunkte,
die auch nur geringe Zweifel
an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit des orthopädischen Untersuchungs
be
richts der RAD-Ärztin med.
pract
.
H._
vom 1
3.
April 2017 wecken. Es ist daher mit ihr davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in somatischer Hinsicht in einer angepassten leichten Tätigkeit seit dem
1.
Januar 2016 zu 85
%
arbeitsfähig ist. Da in psychiatrischer Hinsicht Zweifel am RAD-Untersu
chungs
bericht bestehen (vgl. vorstehend E. 4.4)
,
lässt sich über die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht kein schlüssiges Bild machen. Es kann daher insbesondere über den Rentenanspruch - entgegen dem Antrag
der
Beschwerdeführerin
- nicht materiell entschieden werden. Die Sache ist an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie eine den Anforderungen genügende
externe
psychiatrische Abklärung
unter Einbezug der zwischenzeitlich bei sämtlichen psychischen Leiden zu be
rücksichtigenden Standardindikatoren
vornehmen lasse und anschliessend über den Rentenanspruch neu verfüge.
4.8
Wurde die Rente nach Verminderung des Invaliditätsgrades aufgehoben, erreicht dieser jedoch in den folgenden drei Jahren wegen einer auf dasselbe Leiden zurückzuführenden Arbeitsunfähigkeit erneut ein rentenbegründendes Ausmass, so werden gemäss
Art.
29
bis
IVV bei der Berechnung der Wartezeit nach
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG früher zurückgelegte Zeiten angerechnet.
Art.
29
bis
IVV regelt den Sachverhalt, dass eine Invalidenrente revisionsweise (
Art.
17 ATSG) rechts
kräftig aufgehoben worden ist und dass in der Folge der Invaliditätsgrad wieder ein rentenbegründendes Ausmass (
Art.
28
Abs.
2 IVG) erreicht. In einem solchen Fall werden nach
Art.
28
Abs.
l
lit
. b IVG früher zurückgelegte Zeiten von Arbeitsunfähigkeit angerechnet, dies unter der zweifachen Voraussetzung, dass der Invaliditätsgrad innerhalb von drei Jahren seit der rechtskräftigen Rentenauf
hebung wieder ein rentenbegründendes Ausmass erreicht, und zwar wegen einer Arbeitsunfähigkeit, welche auf dasselbe Leiden zurückzuführen ist.
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der Beschwerdeantwort vom 1
4.
März 2018
(vgl.
Urk.
7) auf den Standpunkt, dass vorliegend aufgrund zweier unterschied
licher Leiden nicht von einem Wiederaufleben der Invalidität im Sinne von
Art.
29
bis
IVV ausgegangen werden könne und die Beschwerdeführerin das Wart
e
jahr erneut erfüllen müsse (vgl. vorstehend E. 2.2). Dass zwischen den beiden orthopädischen Leiden der Beschwerdeführer
in
kein sachlicher Zusammenhang bestehen würde, lässt sich entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin weder aus dem orthopädischen Untersuchungsbericht noch aus der Telefonnotiz vom
9.
März 2018 (vgl.
Urk.
8/178) entnehmen. Die Ausführungen in der Telefonnotiz sind allgemeiner medizinischer Natur und wurden nicht in Auseinandersetzung mit den vorliegenden medizinischen Begebenheiten gemacht. Die RAD-Ärztin führte insbesondere aus, dass ein entsprechender Zusammenhang schwierig fest
zu
stellen sei.
Die Beurteilung der Frage, ob die
gemäss
Art.
29
bis
IVV bei der Berechnung der Wartezeit nach
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG früher zurückgelegte Zeiten vorliegend angerechnet werden können, lässt sich anhand der vorliegenden Unterlagen nicht zweifelsfrei beantworten. Zur schlüssigen Klärung des sachlichen Zusammen
hangs zwischen den orthopädischen Leiden hat die Beschwerdegegnerin in diese
m Zusammenhang auch in orthopädischer Hinsicht weitere Abklärungen zu treffen.
4.9
Sodann ist
festzuhalten, dass
–
entgegen
dem
Antrag
der
Beschwerdeführer
in
- kein Grund ersichtlich ist, die
RAD-Untersuchungsb
erichte
vom 1
3.
April 2017
aus den Akten zu entfernen.
Die Beurteilung des medizinischen Sachverhalts bedingt eine Auseinandersetzung mit den Inhalten der Untersuchungsberichte. Es
war der Beschwerdegegnerin
im Rahmen ihrer Abklärungspflicht nach
Art.
43
Abs.
1 ATSG
unbenommen,
eine interne (durch den RAD) oder eine externe Be
gut
achtung vornehmen zu lassen, um die neuen medizinischen Tatsachen
abklä
ren zu lassen
(vgl. vorstehend E. 4.2)
. Zum Beweiswert der
RAD-Untersu
chungs
b
erichte kann in
grundsätzlicher Hinsicht auf das in E.
1.5
Ausgeführte und im Einzelnen auf das in E. 4.4 und
4.5-7
Folgende verwiesen werden.
5.
Insgesamt fehlt es vorliegend in psychiatrischer Hinsicht an verlässlichen medi
zinischen Grundlagen zur Beurteilung der gesundheitlichen Situation und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin und damit an der Grundlage für einen Entscheid. Zur Beurteilung der invalidenversicherungsrechtlichen Ansprüche be
darf es daher zusätzli
cher psychiatrischer Abklärungen
in Form eines externen Gutachtens. Angesichts des Verzichts der Beschwerdegegnerin auf weitere Abklä
rungen (vgl. vorstehend E. 4.4) rechtfertigt sich eine gerichtliche Begutachtung
nicht (vgl. vorstehend E. 1.6). Die angefochtene Verfügung vom
8.
Dezember 2017
(Urk. 2) ist folglich aufzuheben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklä
rungen im Sinne der Erwägungen und zu erneutem Entscheid über den Leistungs
anspruch der Beschwerdeführerin an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
9
00.-- anzusetzen und, da die Rückweisung an die Verwaltung nach ständiger Rechtsprechung als vollständiges Obsiegen gilt (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts U 199/02 vom 1
0.
Februar 2004 E. 6, mit Hinweis auf BGE 110 V 57 E. 3a; SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 E. 3), ausgangsgemäss von der Beschwerde
gegnerin zu tragen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).
6.2
Ausgangsgemäss steht
der
obsiegenden Beschwerdeführer
in
eine Prozessentschä
digung zu, die gemäss
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) – ohne Rücksicht auf den Streit
wert – nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen ist. In Anwendung dieser Kriterien ist die Parteientschädigung vorliegend auf
Fr.
2’000
.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.