Decision ID: e36bef7e-6be2-5a84-9cb6-824adbfdd7ce
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach
4358, 6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision und Rückforderung von Versicherungsleistungen
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 2/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A.a A._ war als Lagermitarbeiter bei der Firma B._ tätig und dadurch obligatorisch
bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend Suva oder
Unfallversicherung) gegen Unfälle und Berufskrankheiten versichert. Aufgrund des
Berufsunfalls am 9. November 1994, bei dem ihm eine Palette auf den Nacken gefallen
war, blieben ein cervicothoracales Schmerzsyndrom bei vorbestehender Fehlform der
Wirbelsäule mit Beckentiefstand und Flachrücken, eine ausgeprägte muskuläre
Dysbalance sowie eine Schmerzverarbeitungsstörung mit konversionsneurotischer
Entwicklung zurück (UV-act. 1, 55, 66). Aufgrund des cervicothoracalen
Schmerzsyndroms wurde ihm mit Verfügung vom 6. April 2000 eine Integritäts
entschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von 5% sowie ab 1. April 2000
wegen der unfallbedingten Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit eine Invalidenrente
zugesprochen, basierend auf einem Invaliditätsgrad von 25% (UV-act. 54, 78). Diese
Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
A.b Anlässlich der Rentenrevision zwei Jahre nach Rentenbeginn wurde dem Versi
cherten am 6. Mai 2002 mitgeteilt, die Rente werde nicht geändert (UV-act. 97).
A.c Aufgrund eines Rückfalls, der ab August 2002 in der damaligen Anstellung als
Monteur bzw. Allrounder bei der C._ zu Arbeitsunfähigkeiten und per 30. September
2003 zum Stellenverlust führte, erbrachte die Suva wiederum Heilungskosten und
zusätzlich zur Rente Taggelder (UV-act. 98 ff., 121, 131, 137). Ab 1. September 2004
wurde dem Versicherten eine Arbeitsfähigkeit von 50% attestiert und er wurde in
Einsatzprogramme des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) aufgenommen
(UV-act. 146 ff., 157, 164, 168 f.). Wegen eines weiteren Unfalls am 2. März 2005
(seitliche Kollision zweier Personenwagen) war er vom 4. März bis 5. April 2005 100%
arbeitsunfähig (UV-act. 181 ff.). An der rechten Schulter des Versicherten wurde wegen
einer SLAP I Läsion, einer Bursitis subacromialis sowie einer AC-Gelenksarthrose am
19. April 2005 eine Arthroskopie durchgeführt (UV-act. 172 ff., 186 f.). Diese
Gesundheitsbeeinträchtigungen und der Eingriff wurden als unfallfremd beurteilt (vgl.
Stellungnahmen von Kreisarzt Dr. med. D._, Facharzt FMH für Chirurgie, speziell
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Allgemein- und Unfallchirurgie, vom 10. Februar 2005 und 10. Mai 2005, UV-act. 175,
188; Bericht Dr. med. E._, Orthopädie, vom 27. Juni 2005, UV-act. 199;
Stellungnahme Dr. med. F._, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, vom 6. Juli 2005,
UV-act. 201, und Einverständnis seiner Krankenversicherung mit der
Leistungserbringung, UV-act. 213). Am 31. August 2005 stürzte der Versicherte wegen
Schwindels in einem Treppenhaus und zog sich eine Rissquetschwunde an der Stirn zu
(UV-act. 219, 228, 295). Seine Arbeitsfähigkeit wurde durch diesen weiteren Unfall
jedoch offenbar nicht zusätzlich beeinträchtigt. Nach zwei Schnupperwochen wurde
bei der Firma G._ ab 1. Oktober 2005 durch das RAV eine monatige
Eignungsabklärung des Versicherten durchgeführt. Ab 1. November 2005 wurde er mit
einem 50%-Pensum fest angestellt, wobei anfänglich durch die
Arbeitslosenversicherung noch Einarbeitungszuschüsse ausgerichtet wurden (UV-act.
222 ff., Arbeitsvertrag vom 14. Oktober 2005 UV-act. 227). Aufgrund der kreisärztlichen
Untersuchung am 20. April 2006 durch Dr. D._, einer vertebrospinalen
Kernspintomographie C0-Th6 am 9. Mai 2006 und einer neurologischen
Kontrolluntersuchung durch med. pract. H._, Arzt für Neurologie, am 22. Mai 2006
sowie einer abschliessenden Stellungnahme durch den Kreisarzt am 24. August 2006
(UV-act. 241, 244 ff.) wurde festgehalten, dass der Gesundheitszustand des
Versicherten unfallbedingt wieder im gleichen Rahmen eingeschränkt sei, wie bei der
kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 28. Juli 1999 bzw. nach Beendigung des
stationären Aufenthalts vom 17. November bis 22. Dezember 1999 in der Rehaklinik
Bellikon (UV-act. 55, 66). Die Suva schloss per Ende November 2006 den Rückfall ab,
stellte die Heilungskosten-Vergütungen und Taggelder ein und beschränkte sich ab
1. Dezember 2006 wiederum auf die Ausrichtung der Invalidenrente gemäss Verfügung
vom 6. April 2000 (UV-act. 252).
A.d Mit Unterstützung durch das RAV fand der Versicherte ab März 2008 eine
Vollzeitstelle bei der I._ (UV-act. 273 f.). Bei verschiedenen Kontakten mit der Suva
klagte er weiterhin über Schmerzen und erhebliche Gesundheitsbeeinträchtigungen
(UV-act. 269, 274) und meldete der Unfallversicherung am 28. Oktober 2008, dass er
seit zweieinhalb Monaten bei Dr. F._ wieder ärztlich behandelt werde, weil die
Schmerzen in Rücken und Nacken wieder zugenommen hätten (UV-act. 277). Die I._
meldete ihn am 19. Januar 2009 der Invalidenversicherung (IV) betreffend
Früherfassung (UV-act. 282, act. G 3.2: IV-Akten). Kurz darauf wurde die Kündigung
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
des Arbeitsverhältnisses ausgesprochen. Die Sozialversicherungsanstalt (SVA), IV-
Stelle, des Kantons St. Gallen verlangte eine IV-Anmeldung, die am 11. Februar 2009
vorgenommen wurde (vgl. act. G 3.2: IV-Akten). Da sich der Versicherte aufgrund der
gesundheitlichen Situation nicht arbeitsfähig und nicht in den Arbeitsmarkt integrierbar
fühlte, wurde mit Verfügung vom 30. Juli 2009 die Arbeitsvermittlung durch die IV
abgeschlossen (UV-act. 283). Ein Anspruch auf eine Invalidenrente der IV wurde mit
Verfügung vom 29. September 2009 verneint, da der Invaliditätsgrad mit 15% unter der
Anspruchsgrenze von 40% ermittelt wurde (UV-act. 285). Vom 15. Februar bis 9. April
2010 absolvierte der Versicherte ein vom RAV organisiertes Praktikum bei der J._. Er
konnte dort nicht die geforderten acht Stunden pro Tag eingesetzt werden (UV-act.
291). Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 30. August 2010 durch Prof.
Dr. med. K._, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie, die zur medizinischen
Bilanzierung erfolgte, wurde festgehalten, dass gegenüber den früheren
Untersuchungsergebnissen keine Veränderung der unfallbedingten Befunde
eingetreten sei (UV-act. 295). In der anschliessenden Besprechung mit dem Case
Manager der Suva gab der Versicherte an, er sei zur Zeit beim RAV gemeldet und
erziele seit Juni 2010 bei der Firma L._ einen Zwischenverdienst in einem 40%-
Pensum. Er wurde darauf hingewiesen, dass gestützt auf die ärztlichen Unter
suchungsergebnisse keine Erhöhung der Rente möglich sei und keine zusätzlichen
Behandlungsmassnahmen finanziert werden könnten, auch wenn er sich zur Zeit
schmerzbedingt nicht in der Lage fühle, sein Arbeitspensum zu erhöhen (UV-act. 296).
B.
B.a Am 4. November 2011 initiierte die Suva ein Rentenrevisionsverfahren und
befragte den Versicherten zu den aktuellen Arbeits- und Verdienstverhältnissen (UV-
act. 300 ff.). Sie holte bei verschiedenen Arbeitgebern Auskünfte über den mutmass
lichen Lohn des Versicherten ohne Behinderung ein (UV-act. 298 f., 303 ff.). Anlässlich
des Gesprächs des Suva-Aussendienstmitarbeiters mit dem Versicherten und der
Betriebsinhaberin N._ der aktuellen Arbeitgeber-Firma M._ am 26. März 2012
wurde festgestellt, dass er mit einem Leistungslohn von Fr. 4'650.-- x 13 optimal
eingegliedert sei und gegenüber dem mutmasslichen Verdienst ohne Unfall keine
Erwerbseinbusse mehr zurückbleibe (UV-act. 318). Im Begleitschreiben vom 12. April
2012, mit dem der Suva der gegenwärtige Arbeitsvertrag sowie die Lohnabrechnung
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
für Februar 2012 zugestellt wurde, hielt Frau N._ fest, die Entlöhnung orientiere sich
an der Leistungsfähigkeit im Umfang von 75% (UV-act. 324). Auf Rückfrage der Suva
bestätigte sie, bei voller Leistung würde der Lohn des Versicherten ca. Fr. 6'000.--
betragen (UV-act. 327 f.).
B.b Mit Verfügung vom 18. Juni 2012 hob die Suva die Rente des Versicherten
rückwirkend ab 1. Juli 2011 mangels erheblicher Erwerbseinbusse auf und forderte die
noch bis 30. Juni (richtig: 31. März) 2012 ausgezahlten Beträge von total Fr. 9'470.25
zurück (UV-act. 331 f.).
C.
Gegen die Verfügung vom 18. Juni 2012 erhob der Versicherte am 26. Juni 2012
Einsprache (UV-act. 333). Nach Einsicht in die Akten reichte er am 15. August 2012
eine detaillierte Einsprachebegründung nach (UV-act. 338). Mit Entscheid vom
21. Januar 2013 wies die Suva die Einsprache ab.
D.
D.a Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 15. Februar 2013 mit den Anträgen, die
Suva sei zu verpflichten, die Invalidenrenten-Leistungen weiterhin auf Basis eines
Invaliditätsgrads von 25% zu entrichten; auf eine Rückforderung der bestrittenen, zu
Unrecht angewiesenen Leistungen für die Zeit vom 1. Juli 2011 bis 30. Juni 2012 über
Fr. 9'470.20 sei zu verzichten und die Suva sei zu verpflichten, die ausstehenden
Rentenleistungen ab 1. Juli 2012 nachzuzahlen. Zur Begründung führt der Beschwer
deführer an, die Suva verkenne, dass die Rentenrevision nicht rückwirkend, sondern für
die Zukunft zu erfolgen habe. Da sie seit 21. November 2011 Kenntnis von seinem
neuen Gehalt gehabt habe und er die Rentenleistungen stets gutgläubig entgegen
genommen habe, könnten die bis 30. Juni 2012 erfolgten Zahlungen nicht zurück
gefordert werden. Bei der Bemessung seines Valideneinkommens sei auf die LSE
Tabelle A1 abzustellen und von einem höheren Anforderungsniveau als 4 auszugehen.
Letzteres sei aufgrund seiner Fremdsprachenkenntnisse, die für die Betreuung der
internationalen Kundschaft am aktuellen Arbeitsplatz unverzichtbar seien, nicht
gerechtfertigt.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
D.b Mit Beschwerdeantwort vom 20. März 2013 beantragt die Suva die Abweisung der
Beschwerde vom 15. Februar 2013. Zur Begründung führt sie an, es sei richtig, das
Valideneinkommen des Beschwerdeführers von 2000 aufgrund der seitherigen
Nominallohnentwicklung hochzurechnen und mit dem aktuellen Verdienst zu verglei
chen. Bemesse man das Valideneinkommen nach der LSE, ergebe sich im Anforde
rungsniveau 4 ein noch tieferer Wert. Sein beruflicher Werdegang nach Abbruch der
Maurerlehre und Ausübung verschiedener Hilfstätigkeiten rechtfertige es nicht, ein
anderes Anforderungsniveau zu berücksichtigen. Der Einkommensvergleich mit dem
unbestrittenen Invalidenlohn von Fr. 60'450.-- führe zu einem Invaliditätsgrad von 6,2%
bzw. 3,6% und vermöge keinen Rentenanspruch zu begründen. Der Beschwerdeführer
habe es - in Verletzung von Art. 31 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) - unterlassen, ihr die Erhöhung
seines Invalidenlohns zu melden. Die von der Suva zu Unrecht erbrachten
Rentenleistungen müssten daher zurückbezahlt werden. Die Frage, ob die
Rückerstattung ganz oder teilweise erlassen werden könne, sei nicht Gegenstand des
vorliegenden Verfahrens.
D.c Der Beschwerdeführer liess die Frist bis 7. Mai 2013 für die Einreichung einer all
fälligen Replik unbenutzt verstreichen. Der Schriftenwechsel wurde darauf am 29. Mai
2013 abgeschlossen (act. G 4 f.).
D.d Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt
der übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig und zu prüfen ist zunächst, ob die Beschwerdegegnerin bei der Renten
revision vom zutreffenden Valideneinkommen des Beschwerdeführers ausgegangen ist
und gestützt darauf einen Invaliditätsgrad von unter 10% ermittelt sowie die
Invalidenrente eingestellt hat.
1.2
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
1.2.1 Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid die
rechtlichen Grundlagen des Anspruchs auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung,
der Rentenberechnung und der Rentenrevision gemäss Art. 7 f. und Art 16 f. ATSG
sowie Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) zutreffend dargelegt (Erwägung 1). Darauf kann verwiesen werden.
1.2.2 Im Rentenrevisionsverfahren können bei der Prüfung der mutmasslichen
beruflichen Entwicklung ohne Unfallfolgen unter Umständen aus einer besonderen
beruflichen Qualifizierung im Invaliditätsfall Rückschlüsse auf die hypothetische
Entwicklung gezogen werden, zu der es ohne Eintritt des unfallbedingten Gesund
heitsschadens gekommen wäre. Nach der Rechtsprechung ist eine solche Annahme
unter anderem dann zulässig, wenn die angestammte Tätigkeit auch nach dem Unfall
weitergeführt werden kann. Indessen darf aus einer erfolgreichen Invalidenkarriere in
einem neuen Tätigkeitsbereich nicht ohne Weiteres abgeleitet werden, die versicherte
Person hätte ohne Invalidität eine vergleichbare Position auch im angestammten
Tätigkeitsgebiet erreicht (vgl. RKUV 2005 Nr. U 533 S. 40, U 339/03, E. 3.3, und
Nr. U 554 S. 315, U 340/04, E. 2.2; Urteile des Bundesgerichts vom 1. Februar 2012,
8C_864/2011, E. 5.2.1, und vom 15. Dezember 2010, 8C_667/2010, E. 3.3 und E. 4.2).
So gesehen sind die Hürden für die Neufestlegung des Valideneinkommens hoch, so
dass grundsätzlich von seiner Unveränderlichkeit auszugehen ist (vgl. Ueli Kieser,
ATSG-Kommentar, 2. Aufl. Zürich 2009, N 19 zu Art. 17).
1.3
1.3.1 Das Valideneinkommen des Beschwerdeführers war in der Rentenverfügung vom
6. April 2000 auf Fr. 57'200.-- (Fr. 4'400.-- x 13) festgelegt worden. Es war bei der
Firma B._, der Arbeitgeberin im Zeitpunkt des Unfalls, ermittelt worden (vgl. UV-act.
30, 49a, 57, 73). Dieses Arbeitsverhältnis war aber bereits per 31. Mai 1998 aufgelöst
worden (UV-act. 43). Auch die nachfolgende Anstellung bei der Firma O._ mit
Umschulung zum Lageristen, war per Ende Juli 1999 wieder gekündigt worden (UV-
act. 41 f., 44a ff., 49a f., 56, 58). Danach und über das Datum der Zusprache der
Invalidenrente durch die Unfallversicherung hinaus war der Beschwerdeführer
arbeitslos (UV-act. 59 ff., 63, 70 ff., 78 ff.). Während der Arbeitslosigkeit war er in
verschiedenen Zwischenverdiensten tätig (vgl. UV-act. 61, 91) und fand ab Februar
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
2002 als Allrounder bei der C._ eine Festanstellung (Einsatz nach Bedarf der Firma
als Hilfsmonteur, beim Zusammenbauen von Aluminiumrohren, in der Lagerbewirt
schaftung und als Chauffeur, UV-act. 100 ff.; Kündigung per 30. September 2003, UV-
act. 111, 114 f., 119, 121). Ab Oktober 2005 war der Beschwerdeführer zu 50% in der
Gebäudereinigung tätig (UV-act. 222 ff.). Per März 2008 fand er eine Vollzeitstelle bei
der I._, wo er bis Ende Februar 2009 als Autokosmetiker tätig war bzw. Fahrzeuge
aufbereitete (UV-act. 273 f.; act. G 3.2: Akten- bzw. ELAR-Notiz der IV vom 5. Februar
2009, IV-Anmeldung vom 11. Februar 2009, Kündigung Arbeitsverhältnis vom 30. Ja
nuar 2009). Im Zwischenverdienst bei der Firma L._ lieferte er ab Juni 2010
Drucksachen aus (UV-act. 296) und konnte die Tätigkeit als Hauswart und Chauffeur
bei der Firma M._ per 1. April 2011 aufnehmen (UV-act. 301 f., 318, 324). Seine
Tätigkeit im Zeitpunkt des Unfalls als Lagermitarbeiter bei der Firma B._ hatte der
Beschwerdeführer seit Mai 1991 ausgeübt (UV-act. 1). Laut Einträgen im individuellen
Konto war er nach der abgebrochenen Maurerlehre (1981 bis 1983) noch bis Ende
1984 in P._ tätig gewesen, zuletzt in einer Schreinerei/Zimmerei. Ab August 1985 bis
Oktober 1987 hatte er bei einem Hersteller von Büroeinrichtungen gearbeitet, von
November 1987 bis August 1990 bei einer Lacke- und Farben-Fabrik und von
September 1990 bis April 1991 bei der Q._. Diese Einträge decken sich nur teilweise
mit seinen Angaben gegenüber der IV am 12. Mai 1998, wo auch Tätigkeiten als
Maurer B, als Metzgergehilfe und als Dachdeckergehilfe genannt wurden (act. G 3.2 IV-
Akten).
1.3.2 Der Beschwerdeführer war jedenfalls bei der Festlegung der Invalidenrente per
1. April 2000 nicht mehr im angestammten Arbeitsumfeld tätig. Auch danach übte er
verschiedene Tätigkeiten als Hilfsarbeiter aus. Es liegt auch keine berufliche
Qualifizierung nach Eintritt der Invalidität vor, von der auf die mutmassliche Entwick
lung ohne Unfall geschlossen werden könnte. Aus seinem ganzen beruflichen Werde
gang ergibt sich kein Anhaltspunkt, wonach er nach Abbruch der Maurerlehre eine
weitere Berufsausbildung in Angriff genommen hätte (ausgenommen die IV-
Umschulung zum Lageristen bei der Firma O._, die er jedoch nicht umsetzen konnte;
UV-act. 44a ff., 49a f., 56, 58). Eine Steigerung seines Lohnniveaus über dasjenige
eines Hilfsarbeiters hinaus ist angesichts dieser Tatsachen zu keiner Zeit überwiegend
wahrscheinlich.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
1.3.3 Wie aus dem Schreiben von Frau N._ vom 12. April 2012 hervorgeht, gehörten
zu den Aufgaben des Beschwerdeführers bei der M._ auch Fahrten mit Kundschaft
von und zu den Flughäfen Zürich-Kloten und Friedrichshafen und betreute er diese
dabei in fliessendem Englisch, Französisch und natürlich Deutsch (UV-act. 324). An
dieser Arbeitsstelle konnte er zwar seine Fremdsprachenkenntnisse erstmals
lohnrelevant einsetzen (vgl. UV-act. 324, 328). Diese hatte er aber bereits in seiner
Kindheit und als Jugendlicher während der Realschulzeit und der anschliessenden
beruflichen Tätigkeit in P._ erworben (vgl. act. G 3.2, IV-Anmeldungen vom 27. Ja
nuar 1998 und vom 11. Februar 2009). Es ist zwar möglich, aber nicht überwiegend
wahrscheinlich, dass er ohne Unfall eine Arbeitstätigkeit als Hilfsarbeiter gesucht und
gefunden hätte, bei der er seine Fremdsprachenkenntnisse hätte einsetzen können und
sich dies in einem überdurchschnittlichen Lohn niedergeschlagen hätte.
1.3.4 Frau N._ bestätigte in ihrem Schreiben vom 12. April 2012 weiter, das
Einsatzgebiet des Beschwerdeführers sei seinem Beschwerdebild soweit möglich
angepasst. Er werde nur mit leichteren Arbeiten betraut und sei von körperlich
anstrengenden Arbeiten weitgehend entbunden. Die Präsenzzeit betrage die betriebs
üblichen 8.2 Stunden, allerdings erbringe der Versicherte aufgrund der bestehenden
gesundheitlichen Beschwerden nicht die volle Leistung und benötige vermehrt Pausen
oder arbeite verlangsamt. Die Entlöhnung orientiere sich an der Leistungsfähigkeit im
Umfang von 75% (UV-act. 324). Auf Nachfrage der Suva bestätigte sie, dass der
Beschwerdeführer bei voller Leistung etwa Fr. 6'000.-- (statt der ausbezahlten
Fr. 4'650.--) verdienen könnte (UV-act. 328). Der Beschwerdeführer schliesst daraus
sinngemäss, dass von der Firma M._ ein Valideneinkommen von ca. Fr. 78'000.--
(13 x Fr. 6'000.--) bestätigt werde, das dem dort erzielten Invalideneinkommen von
Fr. 60'450.-- (13 x Fr. 4'650.--) gegenüberzustellen sei (vgl. auch
Einsprachebegründung vom 15. August 2012, UV-act. 338). Diesen Schlussfolge
rungen ist die vorstehende Erwägung 1.3.3 entgegenzuhalten, wonach es nicht
überwiegend wahrscheinlich ist, dass der Beschwerdeführer ohne Unfall eine Arbeits
tätigkeit als Hilfsarbeiter gesucht und gefunden hätte, bei der er seine Fremd
sprachenkenntnisse hätte einsetzen können und dies mit überdurchschnittlichem
Einkommen entlöhnt worden wäre. Weiter kann aus den Umständen geschlossen
werden, dass Frau N._ dem Beschwerdeführer aus Gefälligkeit eine
Leistungsfähigkeit von 75% attestierte. Sie war bei der Besprechung vom 26. März
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
2012 dabei (UV-act. 318). Als ausgeführt wurde, der Beschwerdeführer könne seine
Arbeit trotz seiner gesundheitlichen Einschränkungen vollumfänglich ausüben und
Einschränkungen in der ausgeübten Tätigkeit bestünden nicht, hätte sie überwiegend
wahrscheinlich interveniert, wenn seine Leistungsfähigkeit nur 75% betragen hätte. Das
tat sie mit dem Schreiben vom 12. April 2012 aber erst, als die Konsequenz des
höheren Invalideneinkommens, die Einstellung der Invalidenrente, klar geworden war.
1.3.5 Zusammenfassend liegt somit kein Tatbestand vor, der eine Neufestsetzung des
Valideneinkommens rechtfertigen würde. Es ist daher vom ursprünglich ermittelten
Betrag auszugehen. Da die Firma B._ 2001 liquidiert worden war, konnte das
Valideneinkommen 2011 nicht mehr konkret erfragt werden (vgl. UV-act. 303 ff.). Der
für das Jahr 2000 ermittelte Betrag von Fr. 57'200.-- ist daher der
Nominallohnentwicklung von 2000 bis 2011 in der Transportbranche anzupassen. Die
Beschwerdegegnerin geht dazu von einer Steigerung von 12,2% bis 2010 (Punktwert
von 101,6 für 2000, gesteigert auf 114,0 für 2010) und zusätzlichen 0,4% bis 2011 aus
und hat ein Valideneinkommen 2011 von Fr. 64'435.-- ermittelt (Erwägung 3.c des
angefochtenen Einspracheentscheids). Die Kontrollrechnung des Gerichts ergibt einen
leicht höheren Betrag von Fr. 64'438.-- (Fr. 57'200.-- : 101,6 x 114,0 x 1,004).
1.4 Der Beschwerdeführer erzielte nach Ablauf der Probezeit ab 1. Juli 2011 bei der
M._
ein Einkommen von Fr. 60'450.-- (13 x Fr. 4'650.--; während der Probezeit waren es
noch Fr. 100.-- pro Monat weniger). Sind kumulativ besonders stabile
Arbeitsverhältnisse gegeben und ist anzunehmen, dass der Beschwerdeführer die ihm
verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint das
Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt
grundsätzlich der von der versicherten Person tatsächlich erzielte Verdienst als
Invalidenlohn (BGE 126 V 76 E. 3b/aa, BGE 117 V 18 E. 2c/aa, RKUV 1991 Nr. U 130
S. 272 E. 4a, je mit Hinweisen). Diese Voraussetzungen sind vorliegend gegeben, so
dass Fr. 60'450.-- das Invalideneinkommen des Beschwerdeführers darstellen.
1.5 Beim Vergleich des Valideneinkommens von Fr. 64'438.-- mit dem Invaliden
einkommen von Fr. 60'450.-- resultiert ein Invaliditätsgrad von 6.19%. Dieser liegt unter
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
10% und berechtigt in der obligatorischen Unfallversicherung gemäss Art. 18 Abs. 1
UVG nicht zu einer Rente. Der Anspruch des Beschwerdeführers auf die Invalidenrente
der Unfallversicherung fällt daher dahin. Die Beschwerdegegnerin hat die Aufhebung
der Invalidenrente damit zu Recht verfügt und die dagegen erhobene Beschwerde ist in
diesem Streitpunkt abzuweisen.
2.
2.1 Streitig und zu prüfen ist weiter, ob die Rentenrevision richtigerweise rückwirkend
per 1. Juli 2011 vorgenommen, die Invalidenrente korrekt per Ende Juni 2011 einge
stellt worden und die Rückforderung der bis 31. März 2012 weiterhin ausbezahlten
Rente zu Recht erfolgt ist.
2.2 Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid auch die
rechtlichen Grundlagen des Zeitpunkts der Rentenrevision und ihrer Wirkung, der
Meldepflicht des Rentenbezügers sowie der Rückerstattung zu Unrecht bezogener
Leistungen gemäss Art. 17 Abs. 1, Art. 31 Abs. 1 und Art. 25 Abs. 1 ATSG zutreffend
dargestellt (Erwägungen 1 und 6). Auch darauf kann verwiesen werden.
2.3 Der Beschwerdeführer war bei der M._ seit 1. April 2011 angestellt. Sein
Einkommen betrug während der Probezeit Fr. 4'550.--. Nach deren Ablauf Ende Juni
2011 wurde es per 1. Juli 2011 auf Fr. 4'650.-- (mit Anspruch auf einen 13. Monatslohn)
erhöht (UV-act. 301 f., 318, 324). Seit 1. Juli 2011 bezog er somit das höhere
Einkommen, das sein Invalideneinkommen darstellt (vgl. vorstehende Erwägung 1.4).
Art. 17 Abs. 1 ATSG sieht die Anpassung (Erhöhung, Herabsetzung oder Aufhebung)
der Invalidenrente ab Vorliegen der Änderung in die Zukunft vor (vgl. zur Auslegung von
Art. 17 ATSG Miriam Lendfers, Die IVV-Revisionsnormen [Art. 86 - 88 ] und die
anderen Sozialversicherungen, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.]
Sozialversicherungsrechtstagung 2009, S. 41 ff., und Kieser, a.a.O., N 32 zu Art. 17).
Die vorliegend relevante Sachverhaltsveränderung (Festanstellung mit höherem Lohn
und damit Veränderung des Bedarfs nach UV-Leistungen mit Erwerbsersatzcharakter)
ist spätestens mit Ablauf der Probezeit Ende Juni 2011 eingetreten. Die Rentenrevision
per 1. Juli 2011 war damit gesetzeskonform (vgl. auch nachstehende Erwägung 2.5).
2.4
ter bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Die Aufhebung der Invalidenrente per 1. Juli 2011 ist auch unter dem Aspekt der
Meldepflichtverletzung durch den Beschwerdeführer nicht zu beanstanden:
2.4.1 Mit der Rentenverfügung vom 6. April 2000 (UV-act. 78) und der Mitteilung vom
6. Mai 2002 über den Weiterbestand der Invalidenrente nach Abschluss des
Revisionsverfahrens (UV-act. 97) wurde der Beschwerdeführer jeweils darauf hinge
wiesen, dass der Unfallversicherung unter anderem die Änderung der erwerblichen
Verhältnisse sogleich zu melden sei. Diese Meldepflicht, über die der Beschwerde
führer somit orientiert war, wurde mit dem Inkrafttreten des ATSG am 1. Januar 2003
(Bundesrats-Beschluss vom 11. September 2002 [AS 2002 3393]) in dessen Art. 31 für
alle Sozialversicherungszweige gesetzlich geregelt.
2.4.2 Der Beschwerdeführer macht nicht geltend, dass er der Unfallversicherung sein
Einkommen bei der M._ vor deren Nachfrage am 4. November 2011 (UV-act. 300)
gemeldet habe. Dieses führte gegenüber dem Zwischenverdienst im 40%-Pensum bei
der Firma L._, den er neben Taggeldern der Arbeitslosenversicherung erlangt hatte
(vgl. UV-act. 296), aber auch gegenüber seinem zuletzt im Vollzeitpensum bei der I._
erzielten Lohn von Fr. 52'000.-- (13 x Fr. 4'000.-- gemäss IV-Anmeldung vom
11. Februar 2009, act. G 3.2) unbestritten zu einer erheblichen Einkommenssteigerung.
Der Beschwerdeführer führt ausdrücklich aus, spätestens am 21. November 2011 seien
der Beschwerdegegnerin seine neue Tätigkeit und sein Gehalt bekannt gewesen. Die
vom 10. November 2011 datierten Antworten des Beschwerdeführers auf dem
Fragenkatalog der Suva und die Lohnabrechnungen tragen denn auch das (schlecht
leserliche) Eingangsdatum 21. November 2011 (UV-act. 301 f.). Die Meldepflicht, die
spätestens mit erfolgreichem Bestehen der Probezeit bei der neuen Arbeitgeberin,
mithin per 1. Juli 2011 gegeben war (vgl. Kieser, a.a.O., N 14 zu Art. 31), hat der
Beschwerdeführer somit verletzt.
2.4.3 Die verspätete Erfüllung der Meldepflicht durch den Beschwerdeführer - erst auf
die Rückfrage der Beschwerdegegnerin im November 2011 statt bereits per 1. Juli
2011 - hat zur Folge, dass die Invalidenrente in jedem Fall rückwirkend aufzuheben ist.
2.5
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
2.5.1 Die Suva hat dem Beschwerdeführer zusammen mit der Verfügung vom 18. Juni
2012 eine Aufstellung zugestellt, aus der hervorgeht, dass sie ihm vom 1. Juli 2011 bis
31. März 2012 Rentenzahlungen von Fr. 8'586.-- (9 x Fr. 954.--) sowie Teue
rungszulagen von Fr. 884.25.-- (9 x Fr. 98.25), total Fr. 9'470.25, ausgerichtet hatte,
und diesen Betrag zurückfordert (UV-act. 301). Am 18. Juni 2012 wurde die Rück
forderung von Fr. 9'470.25, wie die Rentenrevision per 1. Juli 2011, formell verfügt. Der
Beschwerdeführer opponiert dieser Rückforderung und macht geltend, der Zeitpunkt
der revisionsweisen Herabsetzung der Rente sei in der Unfallversicherung nicht
gesetzlich geregelt. Er führt aus, die revisionsweise Herabsetzung der Rente habe
grundsätzlich nicht rückwirkend, sondern für die Zukunft zu erfolgen, und beruft sich
auf das Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2011, 8C_573/2011.
2.5.2 Das genannte Urteil hält jedoch gerade fest, dass bei einer Verletzung der
Meldepflicht (vgl. vorstehende Erwägung 2.4) in der Unfallversicherung eine - vom
Zeitpunkt der Revisionsverfügung aus gesehen - rückwirkende Herabsetzung der
Invalidenrente zulässig ist (vgl. entsprechenden Hinweis auch im Urteil des
Bundesgerichts vom 5. Juli 2012, 8C_580/2012, E. 7.3, zu 8C_573/2011, E. 5.1 f.).
2.5.3 Wie vorne in Erwägung 2.3 erwähnt, kann der Zeitpunkt der Renteneinstellung
gestützt auf Art. 17 Abs. 1 ATSG ohne weiteres festgelegt werden. Die analoge
Anwendung von Art. 88 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR
831.201), also einer (fraglich gesetzeskonformen [dazu Lendfers, a.a.O., S. 73 ff.])
Regelung auf Verordnungsstufe und zudem aus einem anderen
Sozialversicherungszweig, ist nicht angezeigt. Doch selbst wenn Art. 88 IVV in
Verbindung mit Art. 77 IVV im vorliegenden Unfallversicherungsverfahren analog
angewendet würde, was das Bundesgericht im erwähnten Urteil vom 3. November
2011, 8C_573/2011, E. 5.2, tatsächlich getan hat, obwohl es die Frage nach dem
Wortlaut des Entscheides weiterhin offen lassen wollte, würde das Ergebnis nicht
anders lauten und wäre die Rentenrevision - vom Datum der Aufhebungsverfügung
(18. Juni 2012) aus gesehen rückwirkend - per 1. Juli 2011 vorzunehmen.
2.6 In der Beschwerde vom 15. Februar 2013 beantragt der Beschwerdeführer auch,
auf die Rückforderung der Rentenleistungen von Fr. 9'470.25 (inklusiv Teuerungszu
lagen) sei zu verzichten. Er macht geltend, er habe die Rentenleistungen der Suva stets
bis
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
in Treu und Glauben dankbar entgegengenommen. Eine Rückerstattung wäre ihm
aufgrund der jahrelangen angespannten finanziellen Situation und der Familien-
Unterhaltszahlungen nicht möglich. Damit stellt er sinngemäss ein Erlassgesuch. Da die
Beschwerdegegnerin über den Erlass der Rückforderung im angefochtenen
Einspracheentscheid nicht entschieden hat, fehlt es diesbezüglich am Anfechtungs
gegenstand (vgl. BGE 131 V 164 f. E. 2.1, BGE 125 V 414 E. 1a mit weiteren
Hinweisen). Auf das Erlassgesuch kann daher nicht eingetreten werden. Diesbezüglich
wird die Streitsache an die Beschwerdegegnerin überwiesen, damit sie über den Erlass
der Rückforderung entscheide.
3.
3.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen die rückwirkende
Aufhebung des Anspruchs auf eine Invalidenrente der Beschwerdegegnerin und gegen
ihre Rückforderung zu viel bezahlter Renten abzuweisen. Auf das Erlassgesuch für den
Rückforderungsbetrag von Fr. 9'470.25 kann nicht eingetreten werden und die
Streitsache ist diesbezüglich an die Beschwerdegegnerin zu überweisen.
3.2 Gerichtskosten sind gemäss Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP entschieden:
1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
2. Auf das Erlassgesuch für den Rückforderungsbetrag von Fr. 9'470.25 wird nicht
eingetreten und die Streitsache diesbezüglich an die Beschwerdegegnerin überwiesen.
3. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
Publikationsplattform St.Galler Gerichte Entscheid Versicherungsgericht, 27.09.2013 Art. 7 f. und Art. 16 f. ATSG, Art. 18 Abs. 1 UVG: Aufhebung des Rentenanspruchs aufgrund eines höheren Invalideneinkommens. Art. 25 Abs. 1 und Art. 31 Abs. 1 ATSG: Verletzung der Meldepflicht und Rückzahlungspflicht für Renten, die irrtümlich ausgerichtet wurden (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. September 2013, UV 2013/14).
Publikationsplattform St.Galler Gerichte
Publikationsplattform St.Galler Gerichte
Publikationsplattform St.Galler Gerichte
Publikationsplattform St.Galler Gerichte
Publikationsplattform St.Galler Gerichte
Publikationsplattform St.Galler Gerichte
Publikationsplattform St.Galler Gerichte
Publikationsplattform St.Galler Gerichte
Publikationsplattform St.Galler Gerichte
Publikationsplattform St.Galler Gerichte
Publikationsplattform St.Galler Gerichte
Publikationsplattform St.Galler Gerichte
Publikationsplattform St.Galler Gerichte
2021-09-19T12:12:43+0200 "9001 St.Gallen" Publikationsplattform Kanton St.Gallen