Decision ID: a001cb1e-7d99-41ee-93e6-66b48cfaefd8
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1964, ist Mutter von zwei Söhnen, geboren 1982 und 198
7.
Sie
hat keine Berufsausbildung abgeschlossen
(Urk. 6/32/32)
und
war
zuletzt
bis am 3
0.
August 2010 als Unterhaltsreinigerin bei der
Y._
AG in einem 30
-
bis 50%-Pensum angestellt, bevor sie
ab
1
.
September
20
10
zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben wurde (Urk. 6/1). Unter Hinweis auf psychische
Erkrankungen wie Depressionen und Angs
t
zustände
meldete
sie
sich am
4. Februar
2016
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk. 6/1/6 und
Urk. 6/
4
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, traf daraufhin erwerbliche und medizinische Abklärungen
(
Urk.
6/5,
Urk. 6/
9
,
6/1
0
,
Urk. 6/1
3
,
Urk. 6/
34
) und liess
die Versicherte
polydisziplinär internistisch, psychiatrisch
und rheumatologisch
durch das
Z._
begutachten (Gutachten vom 2
7
.
Oktober
2016; Urk. 6/
32
).
Gestützt auf die Abklärungsergebnisse und eine Stellungnahme des
Regionalen Ärztlichen Dienst
es vom
3.
November 2016
(RAD;
Urk. 6/35/3-4
)
stellte
s
ie de
r
Versicherten mit Vorbescheid vom
12. Dezember
2016 (Urk. 6/
36
)
mangels eines rentenbegründenden
Invaliditätsgrades
die Verneinung des Anspruchs auf eine Invalidenrente
in Aussicht. Dagegen liess d
ie
Versicherte, vertreten durch
Dr.
iur
.
O._
, am
25. Januar 2017
Einwand erheben und eine ganze Rente beantragen (Urk. 6/
40
).
Die IV-Stelle holte eine Stellungnahme ihrer Fachexpertin vom 2
2.
Februar 2017 (
Urk.
6/41/2-3) ein und verneinte m
it Ver
fügung vom
2. März 2017
(Urk. 2)
wie angekündigt den Anspruch auf eine Invalidenrente
.
2.
Hiergegen liess
X._
am 15. März 2017
Beschwerde (Urk. 1) führen mit den Rechtsbegehren
,
die Verfügung der
IV-Stelle
vom
2. März 2017
sei auf
zuheben
und
es sei ihr
eine
ganze Invalidenrente
zuzusprechen. Mit Beschwer
deantwort vom
4. Mai
2017 (Urk. 5) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde
.
Am 15. Mai 2017 liess die Versicherte eine ergänzende Stellung
nahme (Urk. 8)
samt Beilage
einreichen (Urk. 9). Mit Eingabe vom 9. Juni 2017 (Urk. 11) verzichtete die IV-Stelle auf eine Duplik,
was de
r
Versicherten am
12. Juni 2017
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
12
).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit beziehungsweise - bei Versicherten, die vor der Beeinträchtigung ihrer Gesundheit nicht erwerbstätig waren - die Unmög
lichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig und daneben im Aufgabenbe
reich tätig sind, wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. Danach wird darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krank
heitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fach
ärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleich
bedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diag
nose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objekti
vierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl. BGE 127 V 294 E. 4c; 139 V 547 E. 5.2; zur Publikation in der amtlichen Sammlung vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 8C_841/2016 vom 30. November 2017 E. 4.2.1).
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankun
gen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressio
nen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisver
fahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheitsschädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichts
praxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensa
tionspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlauben, das tatsächlich erreichba
re Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allsei
tige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesund
heitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlich
keit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweis
belastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2
.
2
.1
Im Zeitpunkt des Erlasses der zu beurteilenden Verfügung vom 2. März 2017 präsentierte sich der medizinische Sachverhalt im Wesentlichen wie folgt:
2
.2
Vom 20. April bis am 17. Juni 2010 war
die Beschwerdeführerin in der
A._
hospitalisiert.
Im Austrittsbericht vom 1
0.
November 2010 (Urk. 6/19) stellten die Ärzte die Diagnosen einer schweren depressiven Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F32.2), ein
es
nicht primär insulin-abhängige
n
Diabetes mellitus (ICD-10 E11) und eine
r
nicht näher bezeichnete
n
essentielle
n
Hypertonie (ICD-10 I10.9).
Die Beschwerdeführerin sei in einem agitiert-depressiven Zustand mit fraglich psychotischem Erleben in die Klinik eingetreten. Zu Beginn des stationären Aufenthaltes habe
sie sich
mu
tistisch und stark verängstigt gezeigt.
In der Exploration habe sich herausge
stellt, dass
d
ie
Beschwerdeführerin
durch Konflikte innerhalb der Familie seit
etwa
einem Jahr zunehmende Ängste entwickelt, diese jedoch niemandem gegenüber geäussert habe.
Mit Hilfe der antipsychotischen Medikation habe sie deutlich stabilisiert werden können, und nach
Aufdosierung
von Duloxetin habe sich auch die depressive Symptomatik verbessert.
Letztlich habe sie in gebesser
tem Zustand in die alten Verhältnisse entlassen werden können.
Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wurde nicht attestiert
(Urk. 6/19/4)
.
2
.3
Im von der IV-Stelle eingeholten Bericht
vom 6. Mai 2016 (Urk. 6/10) nannte
Dr. med.
B._
, Fach
ärztin
für Psychiatrie und Psychotherapie
und behandelnde
Psychiater
in
,
nebst den Diagnosen
des
Diabetes
mellitus
und
der
Hypertonie als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivie
rende depressive Störung mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F33.3).
Seit 2011
sei die Beschwerdeführerin
bei ihr
in
ambulanter
Behandlung
mit Konsul
tationen alle 2 bis 3
Monate.
Der Zustand habe sich gebessert und es sei der Abschluss der Behandlung in Betracht gezogen worden.
Mitte Mai 2015
sei eine
Verschlechterung des Zustandes mit Stimmenhören (man werde sie umbringen), Ängsten und depressiver Stimmung
eingetreten.
Die Erhöhung der Medikation habe dann jedoch zum Abklingen der psychotischen Symptomatik geführt und die Stimmung habe sich allmählich gebessert.
Aktuell seien keine Zwänge und Phobien nachweisbar;
die Stimmung sei gedrückt, die Beschwerdeführerin präsentiere sich ratlos und ängstlich
(Urk. 6/10/2).
Ihre Anpassungsfähigkeit
sei stark eingeschränkt
. In neuen Situationen sei sie fast handlungsunfähig. Sie sei nicht belastbar. Im Haushalt funktioniere sie nur noch mit der Unterstützung ihres Ehemannes. Sehr wahrscheinlich
sei
sie nicht mehr in der Lage
,
alleine zu wohnen (Urk. 6/10/3).
Es
seien
ihr
lediglich noch sehr gut überschaubare, wiederholende und einfache Arbeiten für ein paar Stunden in der Woche mög
lich. Letztlich könne aber nicht mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit gerechnet werden (Urk. 6/10/3).
2
.4
Dr. med.
C._
, Praktischer Arzt
und Hausarzt der Beschwerdeführe
rin
,
stellte im Bericht
vom 1. Juni 2016 (Urk. 6/13)
nebst den bisherigen Diag
nosen neu jene
einer Polymyalgie und
eines Fibromyalgie-Syndroms. Die Beschwerdeführerin arbeite seit 5
bis
6 Jahren nicht mehr wegen der psychi
schen Erkrankung. Dazu
würden
körperliche Beschwerden wie die
Polymyalgie, die
Fibromyalgie, der Diabetes mellitus und die arterielle Hypertonie kommen (Urk. 6/13/2).
Die bisherige Tätigkeit als
Unterhaltsreinigerin
sei aus medizi
nischer Sicht nicht mehr zumutbar. Mit der Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit könne nicht gerechnet werden (Urk. 6/13/3).
2
.5
2
.5.1
Am 27. Oktober 2016 erstattete das
Z._
das polydisziplinäre Gutachten (Urk. 6/32) in den Bereichen Psychiatrie
,
Rheumatologie
und Allgemeine Innere Medizin.
2
.5.2
Im psychiatrischen Fachgutachten vom 28. September 2016 (Urk. 6/32/29-39) erhob Dr. med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie und für Neurologie, als Diagnose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende
(mittelgradige)
depressive Störung mit
synthymen
psycho
tischen Symptomen (ICD-10 F33.30
;
Urk.
6/32/32
und Urk. 6/32/35
).
Unter dem Titel „psychiatrischer Befund“ erwähnt
e
er, dass das Kontaktverhalten unauf
fällig sei
und
keine Hinweise auf Aggravation oder Simulation
b
estünden
. Im Verlauf der rund 45 Minuten dauernden Exploration
hätten
die Aufmerksam
keit, die Ausdauer und das Konzentrationsvermögen nicht nach
gelassen
. Formalgedanklich sei die Beschwerdeführerin rege, keineswegs depressiv gehemmt oder gesperrt. Im inhaltlichen Denken zeige sich eine vermehrte Beschäftigung mit negativen Kognitionen, Ängsten, Unsicherheiten und Insuffi
zienzgefühl
en
. Psychotische Denkinhalte würden sich im psychopathologischen Befund nicht zeigen. Die Beschwerdeführerin berichte aber von intermittierend auftretenden akustischen Halluzinationen i
n Form von menschlichen Stimmen
.
Gestik, Mimik und Spontanmotorik seien vermindert und würden Stimmung und Affekt stets
synthym
unterstreichen. Die Affektlage sei eher zum depressi
ven Pol verschoben. Eine Depressivität im engeren Sinn liege jedoch nicht vor. So sei sie i
n der Lage, Freude zu empfinden;
j
edenfalls sei diese Fähigkeit nicht vollständig aufgehoben. Bemerkenswert sei allerdings, dass die Beschwerdefüh
rerin nur ein
einziges Mal
gelächelt habe
.
Ein vollständiger Interessenverlust liege ebenso wenig vor wie ein ausgewiesener sozialer Rückzug aus allen Lebensbereichen. Sie habe durchaus Interesse am Alltagsgeschehen und an Kon
takten zu Familienangehörigen und Freunden
. Letztlich zeige sie keine Verän
derungsmotivation, was sie mit fehlender Hoffnung auf
B
esserung begründe. Sie erlebe sich als vollständig invalidisiert. Zur Rückkehr auf den allgemeinen Arbeitsmarkt sei sie nicht motiviert (ausgeprägtes Insuffizienzgefühl;
Urk.
6/32/32-34).
Die depressive Symptomatik sei mittelgradig ausgeprägt, da es auch tageweise (auc
h über mehrere Tage) Zustände ge
be, in denen es der Beschwerdeführerin gut gehe
(vgl. Urk.
6/32/6
und Urk. 6/32/35
)
. Ausserdem
würden
ihre Angaben prinzipiell die Kriterien einer chronischen Depression
erfüllen
, da es im Jahre 2010 erstmal
s
zu einer schweren depressiven Episode gekommen
sei
, sie sich seither in ambulanter psychiatrischer Behandlung befinde und trotz einer
zwei
zügeligen
Psychopharmakotherapie mit einem potenten Neuroleptikum und einem modernen Antidepressivum
immer wieder auftretende depressive und psychotische Symptome beschrieben habe, die Schwankungen unterworfen seien.
Begünstigende Faktoren für die Chronifizierung würden wohl in der Primärpersönlichkeit der Beschwerdeführerin
liegen
. Der auslösende Faktor der Erkrankung könne nicht mehr eruiert werden, weshalb von einer endogenen Depression auszugehen sei. Die von der Beschwerdeführerin beschriebene Prob
lematik der Vergesslichkeit könne eine so genannte „depressive Pseudodemenz“ darstellen, bei der es durch das subjektive Insuffizienzgefühl zu Einschränkun
gen in den kognitiven Funktionen komme.
In der Summe seien die psychomentale Ausdauer und Belastbarkeit als vermindert einzuschätzen
(
vgl. Urk. 6/32/35)
.
Die Einschränkung der Belastbarkeit für eine regelmässige Arbeit sei auf 30 % Restleistungsvermögen einzuschätzen, wobei eine zeitliche Einschränkung ebenfalls in Höhe von 30 % des Arbeitstages zu beachten sei.
Diese Schlussfol
gerung (von einer Restarbeitsfähigkeit von 9 % [vgl. Urk. 6/32/8-9])
gelte trotz der Einschätzung der Schwere der Depress
ion als nur „mittelschwer“. Die
scheinbare Diskrepanz erkläre sich durch die Chronifizierung der Depression über mehrere Jahre, was zu einer Abnahme der psychischen Ressourcen und somit zu einer Einschränkung
der
Coping-Strategien (individuelle Möglichkeiten zum Umgang mit Stress, Belastungen und Krisen) geführt habe. Die Wahrneh
mungsschwelle für Stress sei krankheitsbedingt herabgesetzt und Insuffizienzge
fühl
sowie Unsicherheit
hätten sich über die Jahre verfestigt. Rein deskriptiv liege somit zwar „nur“ ei
ne mittelschwere Depression vor;
deren Folgen für die Funktionsfähigkeit und Kompetenzen der Beschwerdeführerin für eine regelhaf
te Tätigkeit seien dennoch schwerwiegend
(Urk. 6/32/35)
.
Diese Einschätzung gelte sowohl für
die
bisherige Tätigkeit als auch für eine Verweisungstätigkeit. Dabei seien aber besondere Ansprüche an die
Konzentra
tions
- und Aufmerksamkeitsleistung und an die Merkfähigkeit zu vermeiden.
Im Wesentlichen decke sich die hiesige gutachterliche Einschätzung mit jener der ambulanten Psychiaterin vor wenigen Monaten
(vgl. Urk. 6/10/3)
, welche sehr gut überschaubare, sich wiederholende und einfache Arbeiten für ein paar Stunden pro Woche für zumutbar gehalten habe (Urk. 6/32/37).
Vom Belastungsprofil her bestünden
in Anlehnung an das Mini-ICF
Beeinträch
tigungen in den Bereichen Anpassung an Regeln und Routinen (leicht), Planung und Strukturierung von Aufgaben (leicht), Flexibilität und Umstellungsfähigkeit (schwer), Durchhaltefähigkeit (mittelgradig), Spontanaktivitäten (mittelgradig) und Selbstpflege (mittelgradig). In den Bereichen Anwendung fachlicher Kom
petenzen, Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, Selbstb
ehaupt
ungsfähigkeit, Kontaktfähigkeit zu Dritten, Gruppenfähigkeit und familiäre beziehungsweise intime Beziehungen sowie Verkehrsfähigkeit bestünden keine wesentlichen Beeinträchtigungen (Urk. 6/32/37).
Unter dem Titel „Behandlungserfolg oder –
resistenz
“ führte der Psychiater a
us
, trotz kontinuierlicher psychiatrischer Behandlung
sei
bisher nur eine
Teilremis
sion erreicht wo
rden
.
Es stelle sich allerdings die Frage, ob der medikamentöse Therapieansatz gewechse
lt oder modifiziert werden sollt
e, um eine weitere Symptomsuppression und psychische Stabilisierung zu erreichen (Urk. 6/32/36).
Was
die
persönliche
n
Ressourcen anbelange, verfüge die Beschwerdeführerin über ausreichende Ressour
c
en in den Komplexen Realitätsprüfung, Urteilsbil
dung, Beziehungsfähigkeit, Kontaktgestaltung und Interaktionskompetenz.
Es bestehe keine Beeinträchtigung der Affektsteuerung. Selbstwertregulation, Intentionalität, Antrieb und Regressionsfähigkeit seien erhalten. Sie sei jedoch kaum in der Lage, Willenskräfte zu mobilisieren (Urk. 6/32/36).
Des Weiteren nehme die Beschwerdeführerin ihre ambulante Behandlung
auf psychiatrisch-psychotherapeutischem Fachgebiet regelmässig wahr. Ein Leidens
druck sei insofern spürbar (Urk. 6/32/37).
Prognostisch sei die Invalidi
täts
überzeugung der Beschwerdeführerin als ungünstig einzustufen. Auch die eingetretene Chronifizierung der depressiven Erkrankung stelle einen ungünstigen prognostischen Faktor dar.
Gesamthaft betrachtet
sei die Prognose als zurückhaltend zu werten. Mit einer wesentlichen Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei wohl nicht zu rechnen (Urk. 6/32/37-38).
2
.5.3
Im rheumatologischen Fachgutachten vom 19. September 2016 (Urk. 6/32/23-28)
wurden aus
somatischer
Sicht keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhoben (Urk. 6/32/26).
Es bestünden keine Hinweise auf ein
e inflamma
torische Grunderkrankung des Bewegungsapparates.
Ein Fibromyal
giesyndrom könne nicht diagnostiziert werden. Die Klassifikationskriterien hier
für seien nicht erfüllt. Basierend auf den durch die Beschwerdeführerin mitge
brachten Computertomographieaufnahmen der Halswirbelsäule vom 25. Januar 2006
sei
davon aus
zugehen
, dass auf der Grundlage einer damals nachweisbar
gewesen
en beginnenden degenerativen Diskopathie, insbesond
ere des Bewe
gungssegmentes C5/6,
ein leichtgradiges
zervi
kospondylogenes
Syndrom bestehe.
Das
Zervikalsyndrom
sei im Moment nicht klinisch aktiv und führe auch nicht zu einer Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit.
Daher könne aus rheumatologischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit bestätigt werden. Es bestünden auch keine rheumatologisch begründbaren Einschränkungen der Leistungsfähigkeit. Dies gelte seit jeher (Urk. 6/32/26-27).
2
.5.4
Im internistischen Fachgutachten vom 6. Oktober 2016 (Urk. 6/32/17-22)
wur
den ebenfalls keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt. Der Gutachter der
Z._
erklärte
, es bestünden keine internistischen Einschrän
kungen, welche die Arbeitsfähigkeit signifikant beeinträchtigen würden (Urk. 6/32/21).
2
.5.5
Zusammenfassend hie
lten die Gutachter fest, aus internistischer und rheumato
logischer Sicht bestünden keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht errechne sich bei einem Restleistungsvermögen in Bezug auf die Belastbarkeit für eine regelmässige Arbeit von 30 % und einer zeitlichen Einschränkung ebenfalls in Höhe von 30 % des Arbeitstages eine Restarbeits
fähigkeit von circa 9 %. Die Arbeitsfähigkeit sei in jeglicher Tätigkeit deutlich eingeschränkt
.
Zumutbar sei lediglich eine Tätigkeit von wenigen Stunden pro Woche (Urk. 6/32/8-9).
2
.6
In de
r
Stellungnahme vom 3. November 2016 (Urk. 6/35
/4) hielt der RAD-Arzt Dr. med.
E._
, Facharzt für Anästhesiologie und zertifizierter Gutachter SIM, fest,
die Beurteilung einer 90%igen Arbeitsunfähigkeit im Rahmen einer mittelschweren Depression sei aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht ohne Weiteres plausibel. Der psychiatrische Gutachter der
Z._
begründe seine Beurteilung mit der Chronifizierung der Depression über mehrere Jahre, was zu einer Abnahme der psychischen Ressourcen und zu einer Einschränkung der Coping-Strategien geführt habe. Der begutachtende Psychiater meine, die Fol
gen für die Funktionsfähigkeit und Kompetenzen der Beschwerdeführerin für eine regelhafte Tätigkeit seien schwerwiegend.
Eine eigene Beurteilung gab er nicht ab.
In der Folge kam die IV-Stelle zum Schluss, die im Gutachten erhobene Diagno
se könne nicht vollständig nachvollzogen werden. Die Beschwerdeführerin ver
füge über ausreichende Ressourcen, könne diese jedoch aufgrund der fehlenden Willenskraft nicht umsetzen. Da sie nur einmal im Monat zur psychiatrischen Behandlung gehe, liege nur ein verminderter Leidensdruck vor, und die Aus
sage, dass die Ressourcen nicht verwertet werden könnten, sei nicht nachvoll
ziehbar. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit könne die Beschwerdeführerin ihre bisherige Tätigkeit vollumfänglich ausüben und auch in Haushaltsbereich, den sie auf 74
%
veranschlagte (
Urk.
6/35/2), seien keine grösseren Einschrän
kungen ausgewiesen (
Urk.
6/35/4-5).
2
.
7
Im Arztbericht vom 18. November 2016 (Urk. 6/34)
nannte der Hausarzt
Dr.
C._
nebst den bisherigen Diagnosen die Diagnosen eines allgemeinen Erschöpfungssyndroms (ICD-10 T73.3), eine
r Schlafstörung (ICD-10 G47.0) und
eines
Zervikalsyndroms
mit
multipen
Muskelschmerzen (ICD-10 F45.41). Zudem bekräftige er
im Gegensatz zum Gutachten des
Z._
die Diagnose eine
r
Fib
romyalgie (ICD-10 M79.7; Urk. 6/34/1).
Er
bestätigte erneut
, dass er eine beruf
liche Tätigkeit nicht mehr für zumutbar halte und keine Chance auf Besserung sehe (Urk. 6/34/3).
2
.8
Nachdem die Beschwerdeführerin gegen den Vorbescheid vom
12. Dezember 2016
(
Urk.
6/36)
Einwand erhoben hatte (Urk. 6/40), führte eine Fachexpertin der Beschwerdegegnerin am 22. Februar 2017 eine
Indikatorenprüfung
durch
.
Dabei gelangte sie zum
Ergebnis
, d
ass die Befunde im Gutachten des
Z._
nicht für eine schwere, chronifizierte Erkrankung spr
ä
chen. Eine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus sei nicht ausgewiesen. Die Mini-ICF im psychiatrischen Gutachten sei nicht erklärt worden und nicht ganz nachvoll
ziehbar. Behandlungsoptionen seien noch vorhanden (Urk. 6/41/3). In einer gemeinsamen Besprechung mit
dem
Jurist
en
F._
führte die Fachexpertin an
, dass im Gutachten nicht begründet worden sei, warum Therapieoptionen nichts in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit bringen würden. Die letzte stationäre Behand
lung habe die gesundheitliche Situation ja auch verbessert (Urk. 6/41/4).
Gleichzeitig wurde die Beschwerdeführerin neu als Vollerwerbstätige qualifiziert (
Urk.
6/41/1).
3.
3
.1
Das Gutachten des
Z._
erfüllt sämtliche von der Rechtsprechung gestellten Anforderungen an ein medizinisches Gutachten. Es wird von der Beschwerde
führerin denn auch zu Recht nicht in Frage gestellt
,
und es gibt keinen Grund, weshalb nicht darauf abzustellen wäre, soweit es die Feststellung des medizi
nischen Sachverhalts betrifft.
Damit steht unbestrittenermassen fest, dass die Beschwerdeführerin keine soma
tischen Beeinträchtigungen aufweist, die sie in der Arbeitsfähigkeit einschrän
ken. Mit überzeugende
r
Begründung wurde auch das Vorliegen eine
r
Fibromy
algie verneint
(
Urk.
6/32/26); das Festhalten an dieser Diagnose durch den Hausarzt
Dr.
G._
im Bericht vom 1
8.
November 2016 (
Urk.
6/34/1) ohne jede Begründung vermag die gutachterliche Beurteilung nicht zu entkräften.
3
.2
Streitig und zu prüfen ist die psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit. Dabei ist d
er IV
-Stelle
beizupflichten, dass die Schlussfolgerung im Gutachten, die
Beschwerdeführerin sei zu
gut
90
%
arbeitsunfähig, weder mit der erhobenen Diagnose
einer mittelschweren Depression
noch mit den dargestellten Befun
d
en übereinstimmt. Begründet wurde diese Arbeitsunfähigkeit denn auch nur mit der Chronifizierung des
L
eidens und der dadurch herabgesetzten Ressourcen.
Die
Indikatorenprüfung
, wie sie bereits die Fachexpertin der IV-Stelle vorge
nommen hat, ergibt ein anderes Bild.
Zur
Kategorie
«
funktioneller Schweregrad
» ist zum Komplex «Gesundheitsschä
digung» festzuhalten, dass eine mittelgradig ausgeprägte Depression vorliegt, die seit Jahren besteht und sich chronifiziert hat. Sie entstand ohne auslösenden Faktor, ist also endogen. Sie b
ewirkt
möglicherweise eine so genannte depres
sive Pseudodemenz
, bei der subjektive
Insuffizienzgefühle zu Einschränkungen in den kognitiven Funktionen führen
(
Urk.
6/32/10)
.
Ansonsten ist die Beschwerdeführerin im Alltag
nicht massgeblich eingeschränkt.
Sie ist für ihre Körperpflege besorgt, erledigt die körperlich nicht belastenden Haushaltsarbei
ten selbständig, tätigt Einkäufe, bereitet sich selbständig ein – kaltes – Mittag
essen zu, geht spazieren, trifft sich mit Freundinnen oder telefoniert mit ihnen
. Ausserdem fährt sie mit der Familie in die frühere Heimat in die Ferien (
Urk.
6/32/18, 6/32/24, 6/32/30, 6/32/33 und 6/33/2)
. Die einzige Einschrän
kung,
die möglichweise auf die depressionsbedingte Vergesslichkeit zurückzu
führen ist, ist der Umstand, dass sie dem W
unsch ihres Mannes entsprechend
den Herd nicht betätigt, wenn sie allein ist (
Urk.
6/32/18).
Psychosoziale Faktoren liegen nicht vor, ebenso wenig Aggravation oder Simu
lation. I
n der psychiatrischen Exploration zeigte sich
die Beschwerdeführerin
freundlich, der Kontakt konnte aufrechterhalten bleiben, die Fragen beantworte sie offen und ohne Vorbehalte, Aufmerksamkeit und Konzentration liessen nicht nach
und weder in der Merkfähigkeit noch im Kurz- und Langzeitgedächtnis waren Einschränkungen feststellbar (
Urk. 6
/32/33).
Die
psychotherapeutische Behandlung, die die Beschwerdeführerin sei Jahren etwa einmal monatlich in Anspruch nimmt,
hatte
eine gewisse Stabilisierung und eine Teilremission
bewirkt
, ein
e
vollständige Remission konnte auch in fünfjähriger Behandlung nicht erreicht werden
(
Urk.
6/32/36)
, wobei der Gutachter einen Medikamen
tenwechsel
durchaus
erwägen würde.
Komorbiditäten liegen
keine vor.
Persönliche Ressourcen s
ind gemäss Gutach
ten
ausreichend vorhanden, können mangels Willenskraft
aber
nicht mob
i
lisiert werden
(
Urk.
6/32/36)
. Die Beschwerdeführerin lebt in einer intakten Famil
i
e,
der
Ehemann, die Söhne und die Sch
w
iegertochter unterstützen sie. Zudem hat sie einen zwar kleinen, aber engen Freund
e
skreis
mit regelmässigen telefo
nischen und persönlichen Kontakten.
Was unter der
K
ategorie
«Konsistenz»
die gleichmässige Einschränkung
des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen betrifft,
ist insbeson
dere auf die Schilderung der Beschwerdeführerin zu ihrem Alltag
, wie sie oben dargestellt wurde,
zu verweisen. Sie ist in der Lage, körperlich nicht anstren
gende
Haushaltsa
rbeiten zu erledigen, geht spazieren, trifft sich mit ihren Freundinnen und
besorgt
Einkäufe. Ein ausgeprägter Leidensdruck ist aufgrund der niedr
i
gen Therapiefrequenz und des Umstandes, dass sie manchmal vergisst, die Medikamente zu nehmen, nicht ausgewiesen.
Zusammenfassend ist daher mit der IV-Stelle im Rahmen der
Indikatoren
prüfung
festzuhalten, dass keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die Beschwer
deführerin nicht über ausreichend Ressourcen verfügt, um einer Erwerbstätig
keit
mindestens im bisherigen Umfang
nachzugehen.
3
.3
Aus internistischer (
Urk.
6/32/21) und rheumatologischer (
Urk.
6/32/26-27) Sicht wurde der Beschwerdeführerin für die Tätigkeit als Unterhaltsreinigerin keine Arbeitsunfähigkeit attestiert. Damit besteht auch für die Tätigkeit im Haushalt keine somatisch bedingte Einschränkung,
die eine Mithilfe der Ange
hörigen bewirken würde, die über die normale Mithilfe im Rahmen der Schadenminderungspflicht hinausgehen würde. Eine Einschränkung der Haus
haltstätigkeit aus psychischen Gründen ist aufgrund der Schilderungen der Beschwerdeführerin höchstens im Bereich der Essenszubereitung anzunehmen, da sie aus Angst, den Herd nicht abzustellen, nicht kocht, wenn sie alleine ist. Daraus resultiert im Haushaltsbereich auf jeden Fall keine rentenbegründende Invalidität. Es kann daher offenbleiben, in welchem Umfang die Beschwerde
führerin einer aus
serhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgehen würde, da weder im Tätigkeitsbereich als Raumpflegerin noch in der Haushaltstätigkeit eine massge
bliche Beeinträchtigung besteht, die Anspruch auf eine Invalidenrente geben würde.
Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als recht
ens
und die Beschwerde ist abzuweisen.
4
.
D
a es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerde
führerin
aufzuerlegen.