Decision ID: d08b912b-71f1-43b3-84b7-4a288788508d
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1978 geborene
X._
,
welcher in seinem Heimatland eine Ausbildung zum Elektrotechniker begonnen, aber nicht abgeschlossen hatte,
reiste im Jahr 2002 in die Schweiz ein und ging ab dem Jahr 2005 immer wieder für wenige Monate pro Jahr einer beruflichen Tätigkeit nach, in den Jahren 2007 und 2008 im Bereich Fassadenbau.
Unter Hinweis auf eine seit 2002 bestehende psychische Erkrankung meldete sich der Versicherte am
29. Januar
2010 bei der Sozial
ver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 7/2, 7/6, 7/9 S. 2 und 7/11). Am 1
3
. Februar 2013 wurde der IV-Stelle
vom behandelnden Arzt
gemeldet, dass der Versicherte zu
folge eines Unfalls mit Beteiligung der rechten Hand und des rechten Fusses seit November 2011 zu 100 % arbeitsunfähig sei (Urk. 7/26). Die IV-Stelle zog in der Folge die Akten der
Schweize
rischen Unfall
ver
siche
rungs
anstalt (
Suva
)
bei und tätigte
weitere
beruflich-er
werb
liche und medizinische Ab
klä
rungen. In deren Verlauf ver
an
lasste sie eine poly
disziplinäre Begutachtung des Ver
sicherten (Urk. 7/72
, 7/73
)
. Die
Y._
erstattete ihr Gutachten am 11. November 2016 (Urk. 7/83).
Gestützt
auf das Gutachten
stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 5. Januar
2017 eine befristete ganze Invalidenrente für die Zeit vom 1. November 2012 bis Ende Februar 2016 in Aussicht; für die Zeit danach ver
neinte sie einen Rentenanspruch (Urk. 7/93). Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 16. Januar 2017 Einwand (Urk. 7/95), welchen er mit Eingabe vom 23. Februar 2017 ergänzte (Urk. 7/98).
1.2
Am 29. September 2017 stellte die IV-Stelle eine
bidisziplinäre
medizinische Ver
laufs-Untersuchung (Psychiatrie, Orthopädie) des Versicherten bei der
Y._
in Aussicht (Urk. 7/133), wozu der Versicherte mit Eingabe vom 30. Oktober 2017 Stellung nahm (Urk. 7/139). In der Folge erweiterte die IV-Stelle den Gut
achtens
auf
trag um
die Fachdisziplin Neuropsychologie
(Urk. 7/141 und
7/
143). Die Ver
laufs
begutachtung verzögerte sich, da der Versicherte die Terminbestätigung und die Einverständniserklärung zunächst nicht zurücksandte (Urk.
7
/145 S. 3-5 und 7/146-150).
Die
Y._
erstattete das Verlaufsgutachten am 18. Juni 2018 (Urk. 7/168), wozu der Versicherte mit Eingaben vom 30. August 2018 (Urk. 7/172), 8. Oktober 2018 (Urk. 7/174) und 13. Dezember 2018 (Urk. 7/176) Stellung nahm.
Am
29
. Januar 201
9
liess der Versicherte der IV-Stelle den Beschluss Nr.
«...»
der Stadt Zürich,
Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB), Kammer III, vom 15. Januar
2019 zukommen, mit welchem eine Vertretungsbeistandschaft mit Ver
mögens
verwaltung nach Art. 394 in Verbindung mit Art. 395 des Schweize
rischen Zivilgesetzbuches (ZGB) angeordnet worden war (Urk. 7/181-183).
Mit Verfügung vom 1. Juli 2019 sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine be
fristete ganze Invalidenrente vom 1. November 2012 bis Ende Februar 2016 zu und verneinte einen Rentenanspruch ab dem 1. März 2016 (Urk. 2 [= Urk. 7/186, 7/187 und 7/199]).
1.3
Im Rahmen des Unfallversicherungsverfahrens erfolgte am 15. Februar 2016 eine kreis
ärztliche Untersuchung des Versicherten (Urk. 7/55 S. 11-19). Daraufhin stellte die Suva ihre bisherigen Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilungs
kos
ten) mit Schreiben vom 17. Februar 2016 per 31. Mai 2016 ein und kündigte an, per 1. Juni 2016 zu prüfen, ob der Versicherte Anspruch auf längerfristige
Ver
sicherungsleistungen habe (Urk. 7/55 S. 1). Mit Verfügung vom 31. März 2016
sprach sie dem Versicherten
bei einer Integritätseinbusse von 10 %
eine Inte
gritätsentschädigung von Fr. 12'600.--
zu
, verneinte bei einem Invaliditäts
grad von gerundet 8 % indes einen Rentenanspruch (Urk. 7/57).
Im Zusammenhang mit einem Rückfall übernahm die Suva erneut Versicherungs
leistungen (vgl. Schadenmeldung vom 27. Januar 2017 betreffend Kontusion des rechten Handgelenks am 19. Januar 2017 [Urk. 7/120 S. 3], die kreisärztliche Be
ur
teilung vom 15. August 2017 [Urk. 7/120 S. 111-116] sowie das Schreiben vom 31. Januar
2017
[Urk. 7/101]) und stellte diese mit Verfügung vom 20. Juli 2017 per 31. Juli 2017 wieder ein (Urk. 7/120 S. 92
f.
).
Sowohl gegen die Verfügung vom 31. März 2016 als auch vom 20. Juli 2017 erhob der Versicherte Einsprache. Die Suva wies diese Einsprache
n
mit Entscheid
vom 15. März 2018 ab (Urk. 7/156). Die dagegen erhobene Beschwerde wurde vom
hiesigen Gericht sodann mit Urteil vom 23. Mai 2019 abgewiesen (Ge
schäfts-Nr. UV.2018.00089).
2.
Gegen die
Verfügung der IV-Stelle vom 1. Juli 2019 (Urk. 2) erhob der Versicherte mit Eingabe vom 2. September 2019 Beschwerde und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und
die
Zusprechung
einer unbe
fristeten ganzen In
va
lidenrente ab dem 1. November 201
2.
In prozessualer Hinsicht beantragte er die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung sowie die Gewährung der un
ent
geltlichen Prozessführung und die Bestellung eines un
entgeltlichen Rechts
vertreters durch das Gericht (Urk. 1).
Mit Verfügung vom 9. September 2019 wurde dem Beschwerdeführer eine Frist zur Substantiierung seines Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege angesetzt (Urk. 4).
Mit Beschwerdeantwort vom 20. September 2019
schloss
die IV-Stelle
auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Am 14. November 2019 reichte der Be
schwerde
führer das Formular zur Abklärung der prozessualen Be
dürf
tigkeit samt Beilagen ein (Urk. 9 und 10/1-4).
Mit Verfügung vom 19. November 2019 wurde das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege
ab
gewiesen
und ihm d
ie Beschwerdeantwort zugestellt
(Urk. 11).
A
m 29. Januar 2021 wurde
die vom Beschwerdeführer beantragte öffentliche
Haupt
v
erhandlung
durchgeführt (vgl. Prot. S. 3 f.)
.
Der IV-Stelle war das Er
scheinen freigestellt worden (Urk.
13
), wovon sie Gebrauch machte
(Prot. S. 3)
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teil
weise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den
A
ll
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeits
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbs
unfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art.
28 Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art.
28 Abs.
2 IVG).
1.
3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren A
ufhebung oder Herabsetzung (BGE
125
V
413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflag
e 2014,
Rn
11 zu Art. 30–31
). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung ins
gesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der ge
richtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl.
BGE
131
V
164 E.
2.2
;
125
V
413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E.
5.1 [in BGE
144
V 1
53 nicht publiziert
e E.
] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prü
fung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise ge
re
gelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE
131
V
164 E. 2.2
;
125
V
413 E. 2d; Ur
teile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streit
ge
genständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer ab
gestuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Ver
fügungen gleichen Datums eröffnet wird (BGE
131
V
164 Regeste; Urteil des Bun
des
gerichts 8C_489/2009 vom 23. Okt
ober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen all
seitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vor
akten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusam
menhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Ex
perten in einer Weise begründet sind, dass die rechts
anwendende Person sie
prü
fend nach
vollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räu
mende Unsi
cherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen er
schweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die IV-Stelle stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt,
seit dem Unfallereignis im November 2011
sei
der Be
schwerde
führer in seiner bisherigen Tätigkeit als Gipser vollständig arbeitsunfähig.
In einer
leidens
an
gepassten
Tätigkeit liege ab dem 15. Februar 2016 jedoch eine 100%ige Arbeits
fähigkeit unter Berück
sichtigung des folgenden Belastungsprofils vor:
zumutbar seien
körperlich leichte Tätigkeiten bis 10 kg Gewichtsbelastung
,
nicht jedoch
Arbeiten
, die einwand
freies Sehen
oder
einen Kraft
schluss der Hand erforder
te
n, keine
dia
docho
kinetischen
Be
wegungs
muster, keine Tätigkeiten mit Rückstoss, auf Gerüsten und Leitern oder auf unebenem Boden und mit erforderlicher Stand
festigkeit, keine Tätigkeiten, die mit Eigen- oder Fremdgefährdung einherg
ingen
;
dies alles unter Berücksichtigung der Per
sön
lich
keitsstruktur mit verminderter Frus
trations
tole
ranz und sogenannten Affekt
stürmen mit Neigung zu Kon
flikt
situationen im Pu
bli
kumsverkehr.
Der
daraufhin
vorgenommene
Ein
kom
mens
vergleich
habe
ein
en
In
va
liditätsgrad von 3 %
ergeben
, weshalb der Be
schwerde
führer zwischen 1. November 2012
und
Ende Februar 2016 An
spruch auf eine ganze Inva
liden
rente habe, ab März 2016
mangels einer relevanten Erwerbs
ein
busse
hingegen
kein
ent
sprechender
An
spruch mehr bestehe (Urk. 2).
Aufgrund zusätzlicher psychischer Einschränkungen sei ein Verlaufsgutachten bei der
Y._
eingeholt worden
;
da die neuropsychologische Untersuchung jedoch habe abgebrochen werden müssen, sei eine diesbezüglich zuver
lässige Be
ur
teilung verhindert worden.
Weder das Verlaufsgutachten noch die im Rah
men des Einwandes vorgelegten neuen medizinischen Berichte hätten
indes
a
n der
Ein
schätzung
der Arbeitsfähigkeit
etwas
geändert
(Urk. 2)
.
Der im Januar 2017 erlittene Unfall sowie die im Februar 2018 erfolgte Operation hätten jeweils nur vorübergehende Arbeitsunfähigkeiten ausgelöst, weshalb für
diese Zeiträume
ebenso wenig
Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe.
Schliess
lich
habe der Beschwerdeführer auch
kein
en
Anspruch auf berufliche Mass
nahmen, da
er
vollständig arbeitsfähig sei
und folglich in die Zuständigkeit des
Regionale
n
Arbeits
ver
mittlungszentrum (RAV)
falle
(Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer argumentierte demgegenüber,
er sei in seiner bisherigen wie auch in einer angepassten Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig.
Wegen seiner Fussbeschwerden, die zu Hüftgelenks- und Rückenbeschwerden geführt hätten, stehe er in erneuter Behandlung und sei vollständig krankgeschrieben.
Er könne zudem das rechte Handgelenk kaum mehr belasten, weshalb er mit dieser Hand auch keine körperlich leichten Tätigkeiten mehr ausführen könne. Schliesslich stehe er seit vielen Jahren in psychiatrischer Behandlung; Untersuchungen hätten starke Einschränkungen in sämtlichen kognitiven Bereichen ergeben, welche sich im Alltag und auf die Erwerbstätigkeit auswirken würden, weshalb eine Beistand
schaft errichtet worden sei.
Er sei weder aus psychischer noch aus neurologischer Sicht in der Lage, einer vollen Erwerbsfähigkeit nachzugehen; diesbezüglich sei auf die Beurteilung durch die
Z._
ab
zu
stellen (Urk. 1).
Anlässlich der öffentlichen
Hauptverhandlung
am 29. Januar 2021 führte der Be
schwerde
führer im Rahmen der Replik
sodann
ergänzend aus,
die Situation sei für ihn sehr schwierig
. E
r habe versucht, in einer Pizzeria zu arbeiten, was wegen seiner Hand jedoch nicht funktioniert habe. S
eine Hand sei zu 75 % blockiert, auch schlafe sein Fuss immer wieder ein
, er habe Rücken- und Kopfschmerzen
. Wegen eines
Suizidversuch
e
s
aufgrund von Depressionen habe er während ins
gesamt fast 13 Mona
ten in psychiatrischer Behandlung gestanden
;
nun
gehe er bloss noch zum Haus
arzt, die von der Spitex
beorderte
Psychologin komme nicht mehr
vorbei
.
Seine ehemalige Frau lasse ihn die Tochter nicht mehr sehen, da er die Ali
mente nicht bezahlen könne, auch habe ihn die Sozialbehörde angewiesen, sich eine günstigere Wohnung zu suchen. Schliesslich habe ihm seine ehemalige
Bei
ständin
kein Geld gegeben, um einen Anwalt zu bezahlen; es habe nun
jedoch
einen Wechsel gegeben
und
mit der neuen
Beiständin
sei er zufrieden (Prot. S. 3 f.)
.
3.
3.1
Die IV-Stelle stützte sich
in der angefochtenen Verfügung zunächst auf das poly
disziplinäre Gutachten der
Y._
vom 11. November 2016
(Urk. 7/
83
).
Die Gutachter führten darin die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit auf (S. 22):
-
Belastungsminderung rechtes Handgelenk nach zweimaliger
Arthrodese
der Handwurzel und mittelgradiger Funktionseinschränkung des rechten Hand
gelenks
-
Beginnende Arthrose rechtes oberes
Sprunggelenk nach offener Band
plastik vom 17.05.2013 ohne eingeschränkte Funktion
-
Epilepsie
-
Trochlearisparese
links
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden die folgenden fest
gehalten (S. 22):
-
Akzentuierung der Persönlichkeit mit emotional instabilen, sowohl selbst
schädigenden wie auch fremdaggressiv impulsiven Anteilen (ICD-10: Z86.5)
-
Rezidivierende depressive Störung, am ehesten reaktiv (An
passungs
störungen), gegenwärtig unter leichter antidepressiver Medikation, leicht
gradig (ICD-10: F33.0; Differentialdiagnose F43.2)
-
Knick-Senk-Spreizfuss-Deformität rechts mit Einlage und ortho
pä
di
schem
Schuh, gut kompensiert
-
Peritrochant
ä
res
Schmerzsyndrom rechts
-
Rezidivierende Lumbalgien ohne Funktionseinschränkung
-
Unklare Magenbeschwerden, Verdacht auf Gastritis
-
Nikotinabusus
In der versicherungsmedizinischen Beurteilung wurde aus
orthopädisch-trauma
to
logischer
Sicht festgehalten, eine Belastungsminderung des rechten Hand
ge
lenks nach zweimaliger
Arthrodese
der Handwurzel und mittelgradiger Funk
tions
einschränkung des rechten Handgelenks schränke die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit ein. In der klinischen Untersuchung stelle sich eine mit
tel
gradige Funktionseinschränkung des Handgelenks dar, die Beweglichkeit sei gegenüber der kontralateralen Seite um 50 % eingeschränkt.
Die Funktionen der Finger-, Ell
bogen- und Schultergelenke seien nicht eingeschränkt. Die be
gin
nende Arthrose des rechten OSG nach Bandplastik sei für die Arbeits
fähigkeit eben
falls relevant; das Sprunggelenk stelle sich heute reizlos dar, die Funktionen seien nicht eingeschränkt. Die Fussdeformation sei mit einer orthopädischen Ein
lage und einem orthopädischen Schuh gut kompensiert. Über dem Trochanter
major
rechts lasse sich eine deutliche
Druckdolenz
feststellen, die durch physio
thera
peutische und physikalische Massnahmen gut zu therapieren sei. Aus ortho
pädisch-
traumatologischer
Sicht sei die bisherige Tätigkeit nicht mehr möglich, die Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierter Tätigkeit sei hingegen nicht einge
schränkt (S. 22 f.).
Im Rahmen der neurologischen Untersuchung seien Doppelbilder angegeben wor
den, ansonsten seien keine neurologischen Ausfälle objektivierbar gewesen. Die Dop
pelbilder seien bei Tätigkeiten, welche einwandfreies Sehen erforderten, rele
vant, was auch für die anamnestisch angegebene Epilepsie gelte. Da wie vom Be
schwerdeführer angegeben seit 2011 keine Anfälle mehr aufgetreten seien, ver
klei
nere sich der Umfang auszuschliessender Arbeiten vermutlich. Aus neuro
logischer Sicht könne der Beschwerdeführer alle Tätigkeiten ausüben, sofern sie nicht einwandfreies Sehen erforderten oder im Falle eines Grand Mal-Anfalls mit Eigen- oder Fremdgefährdung einhergingen (S. 23).
Aus psychiatrischer Sicht
seien ausschliesslich Diagnosen ohne Relevanz für die Ar
beitsfähig
keit
aufzuführen. Da sich eine Persönlichkeitsstörung in der Regel nach dem 20. Lebensjahr manifestiere und diesbezüglich keine Anhaltspunkte be
stün
den, sei davon auszugehen, dass es sich um eine Akzentuierung der Per
sön
lich
keit handle, welche sich im Rahmen der Flucht und des Asyls in der Schweiz bemerkbar gemacht habe. Die beschriebenen Impulsdurchbrüche seien in Situa
tio
nen mit erheblich erhöhter Belastung aufgetreten. Bei der depressiven Sym
pto
matik handle es sich um eine leichtgradig depressive Episode, welche recht
blande
verlaufe, zumal nur eine leichte antidepressive Therapie erfolge (S. 23 f.).
Aus internistischer Sicht bestünden keine wesentlichen Einschränkungen oder Er
krankungen, welche die Arbeitsfähigkeit signifikant beeinträchtigten (S. 24).
Zusammenfassend werde die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als auf
ge
hoben eingeschätzt, der Beschwerdeführer sei aber in der Lage, körperlich leichte Tätigkeiten mit dem Heben und Tragen von Lasten bis zu 10 kg durchzu
führen. Tätigkeiten, die einen Kraftschluss der Hand erforderten und Tätigkeiten mit
diadochokinetischen
Bewegungsmustern (Sch
raubendreher) sowie
mit Rück
stoss (Bohrer, Bohrhämmer) seien nicht möglich. Auch müssten Tätigkeiten auf un
ebenem Gelände sowie solche, die ein erhöhtes Mass an Standsicherheit erfor
derten, vermieden werden. Darüber hinaus seien bloss Tätigkeiten möglich, die kein einwandfreies Sehen erforderten oder im Falle eines Grand Mal-Anfalls
nicht
mit Eigen- oder Fremdgefährdung einhergingen. Zudem
sei zu berücksichtigen
, dass bei
der
zugrundeliegende
n
Persönlichkeitsstruktur mit verminderter Frustra
tions
toleranz und sogenannten Affektstürmen in Konfliktsituationen leicht vor
stellbar sei, dass der Beschwerdeführer im Umgang mit Arbeitskollegen oder mit Pub
li
kums
verkehr
i
n entsprechende Situationen geraten könne
. Die Arbeits
fähig
keit in leidensadaptierter Tätigkeit sei nicht eingeschränkt und betrage 100 %
(S. 24 f.).
3.2
Im Verlaufsgutachten
der
Y._
vom 18. Juni 2018 (Urk. 7/168)
wurden
die fol
gende
n
Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
aufgeführt
(S. 11):
-
Belastungsminderung rechtes Handgelenk nach zweimaliger
Arthrodese
der Handwurzel und Kontusion vom 19.01.2017 mit mittelgradiger Funk
tionseinschränkung des Handgelenks und beginnender Arthrose
-
Beginnende Arthrose rechtes OSG mit Status nach Resektion Os
trigonum
via
posteriore
Endoskopie nach van Dijk sowie modifizierte
Broström
-Kapselbandplastik rechts am 17.05.2013 und Status nach
anteriorer
OSG-Arthroskopie mit Narben-
Debridement
und Resektion
Bassett
-Ligament am 10.02.2014 sowie ventraler OSG-Arthroskopie mit intraartikulärem
Debridement
und
Arthrolyse
rechts vom 02.02.2018
Unter den Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden die fol
gen
den aufgeführt (S. 11):
-
Rezidivierende depressive Störung, leichte depressive Episode (ICD-10: F33.0)
-
Senk-Spreizfuss-Deformität, mit Einlage und orthopädischem Schuh gut kom
pensiert
-
Peritrochantäres
Schmerzsyndrom rechts
-
Rezidivierende Lumbalgien ohne Funktionseinschränkung, derzeit nahezu beschwerdefrei
In der versicherungsmedizinischen Beurteilung wurden aus orthopädischer Sicht die bekannte Belastungsminderung des rechten Handgelenks sowie die vor
ste
hend genannten Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (S. 12).
Aus psychiatrischer Sicht bleibe die rezidivierende depressive Störung ohne Rele
vanz für die Arbeitsfähigkeit. Der Beschwerdeführer wirke in der Primär
struktur impulsiv, emotional instabil mit reduzierter Frustrationstoleranz und er
höhter nar
zisstischer Kränkbarkeit.
Insgesamt könne er aber mit hinlänglicher Flexi
bilität auf das Gegenüber und die jeweilige Situation reagieren, weshalb eine Per
sön
lichkeitsstörung mit Krankheitswert oder eine anhaltende Persönlichkeits
änderung nicht diagnostiziert werden könne (S. 12).
Die neuropsychologische Diagnostik habe Auffälligkeiten gezeigt, wobei das erste Beschwerdevalidierungsverfahren deutliche Auffälligkeiten gezeigt habe. Auch sei eine rasche Ermüdung festgestellt worden. Nach einem zweiten Beschwerde
validierungsverfahren mit ebenfalls auffälligen Leistungen sei die Untersuchung jedoch abgebrochen worden, weshalb die Ergebnisse nicht valide seien. Die vom
Be
schwerdeführer subjektiv beschriebenen Gedächtnisstörungen seien nicht nach
vollziehbar
, weshalb eine Interpretation der neuropsychologischen Befunde bei
einem solchen Testverhalten nicht zulässig sei. Die Genese der vorgetragenen kog
nitiven Störungen und der postulierten visuell-räumlichen Störung bleibe ungeklärt (S. 12).
Zusammenfassend sei festzuhalten,
dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
füh
rers in der bisherigen Tätigkeit weiterhin aufgehoben sei. Die Arbeitsfähigkeit in einer leidens
adaptierten
Tätigkeit
werde nach Abschluss der Rekonvaleszenz nach der am 02.02.2018 durchgeführten Operation (spätestens ab Mai 2018) wieder 100 % betragen (S. 12).
Aus orthopädischer Sicht seien dem Be
schwerde
führer körperlich leichte Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten bis zu maxi
mal
10 kg zumutbar. Nicht zumutbar
seien Tätigkeiten, die einen Kraft
schluss der Hände erforderten, solche mit
diadochokinetischem
Bewegungsmuster oder mit Rückstoss. Zudem seien Tätigkeiten auf unebenem Gelände und solche, die ein erhöhtes Mass an Standsicherheit erforderten, zu vermeiden, was auch für Tätig
keiten unter dem Einfluss extremer Temperatur
schwankungen gelte. Aus psy
chiatrischer Sicht seien Tätigkeiten mit besonderen Anforderungen an die Team- und Konfliktfähigkeit zu vermeiden, ebenso Tätig
keiten unter besonderem Zeit
druck (S. 13).
3.3
Die behandelnde Psychologin des Beschwerdeführers,
Dr. phil.
A._
,
Z._
, hielt in der Gefährdungsmeldung vom 12. Oktober 2018 (Urk. 7/183)
schliess
lich
fest, beim Beschwerdeführer bestünden schwerwiegende neuro
psy
cho
logische Einschränkungen, insbesondere auch bei den Exekutiv
funk
tionen, welche einen Einfluss auf die administrativen Fähig
keiten und die Weit
sicht des
Beschwerdeführers
hätten.
4.
4.1
Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer
an einer schmerzhaften Funktions- und Belastungsminderung am rechten Handgelenk sowie am rechten Sprunggelenk leidet. Unbestritten ist ebenfalls, dass er
in seiner angestammten Tätigkeit infolge dieser Be
schwer
den vollständig arbeitsunfähig ist und dass
er
ab 1.
November 2012
aufgrund voll
ständiger Arbeitsunfähigkeit angestammt und angepasst
Anspruch auf
eine
befristete
ganze Invaliden
rente
hat
.
4.2
Strittig ist indes die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer Verweis
tätig
keit ab 16. Februar 201
6
sowie die damit begründete
Verneinung eines Renten
anspruchs
ab 1.
März
201
6.
Die IV-Stelle stützte sich bei ihrer diesbezüglichen Beurte
ilung auf das Gutachten der
Y._
vom November 2016 (Urk. 7/83)
sowie auf das Verlaufsgutachten der
Y._
vom Juni 2018 (Urk. 7/168)
.
Beide Gutachten
basieren auf den Unter
suchungen durch die Gutachter, berücksichtigen die geklagten Be
schwer
den, wurden in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben, legen die medizinischen Zu
stände und Zusammenhänge einleuchtend dar, beantworten die gestellten Fragen
und begründen die Schlussfolgerungen so, dass s
ie nachvollzogen werden kön
nen
.
Insbesondere
erfolgte die Erstattung des Verlaufsgutachtens in Kenntnis und in Aus
einandersetzung mit den beiden Berichten der
Z._
vom 13. Juni 2017 sowie vom 30. Juni 2017 (Urk. 7/168 S. 6
,
24
, 54 f.
), auf welche der Beschwerdeführer in seine
n
Schreiben vom 8. Oktober 2018 (Urk. 7/174)
und vom 13. Dezember 2018 (Urk. 7/176)
verwies
.
Die Gutachter
hielten fest, die in der Vergangenheit beschriebenen kognitiven Einbussen seien im Zusammenhang mit der leichten depressiven Episode bei rezidivierender depressiver Störung zu interpretieren, was im Einklang mit der Einschätzung der behandelnden Ärzte in der
Z._
stehe
(Urk. 7/168 S. 37)
.
Allerdings seien die Befunde der neuropsychologischen Vor
unter
suchungen aus den Jahren 2014 und 2017 an der
Z._
nicht genau ein
zu
ordnen, da vereinzelte
Leistungen
im Jahr 2014 als unauffällig, im Jahr 2017 hin
gegen als deutlich defizitär beschrieben worden seien. Aufgrund dieser Inkon
sis
tenzen sei beabsichtigt worden, die aktuellen Befunde mit den Original
be
funden zu vergleichen; die
Z._
sei jedoch nicht bereit gewesen, diese Infor
ma
tio
nen zur Verfügung zu stellen. Folglich sei unklar, ob im Jahr 2017 eine Be
schwerde
vali
dierung stattgefunden habe, weshalb auch auf eine Interpretation der aktuellen Befunde verzichtet werde (Urk. 7/168 S. 61).
Vor diesem Hintergrund
erfüllen sowohl das Gutachten aus dem Jahr 2016 als auch das Ver
laufsgutachten aus dem Jahr 2018 die Anforderungen an eine be
weis
kräftige medizinische Expertise (vgl. vorstehend E. 1.4), weshalb darauf ab
zu
stützen ist.
4.
3
Konkrete Indizien,
die
gegen die beiden Gutachten sprechen, sind mit Blick auf die Aktenlage nicht ersichtlich
. Weder
liegen aktuelle
, anderslautende
Arzt
be
richte vor,
noch vermag die Gefährdungsmeldung vom 12. Oktober 2018 (vgl. vor
stehend E. 3.3)
Zweifel an den Gutachten zu begründen
.
4.4
Nach dem Gesagten ist festzuhalten,
dass für die Beurteilung auf
die
beweis
kräftige
n
Gutachten abzustellen ist und
somit seit dem 16. Februar 201
6
von
einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit unter Berücksichtigung des umschriebenen Belastungsprofils
(vgl. vorstehend E.
2.1
)
auszugehen ist.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu be
stimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Ein
kommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er
werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
über
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Ein
kommens
ver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2; 128 V 29 E. 1).
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des früh
est
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt er
zielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Ein
kom
mens
entwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Er
fah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2
;
135 V 58 E. 3.1
;
134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen
sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2;
Meyer/
Reichmuth
,
a.a.O.
,
Rn
55
f. zu Art.
28a
).
Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3
).
Vorliegend stellte die IV-Stelle
,
angesichts der vielen Unterbrüche der Erwerbs
tätigkeit des Beschwerdeführers sowie der instabi
len Daten des Auszugs aus dem i
ndi
viduellen Konto (vgl. Urk.
7/6
) nicht auf den
vom Beschwerdeführer zuletzt
er
zielten effektiven Jahresverdienst ab,
sondern ermittelte das
Validenein
kommen
auf Grundlage der LSE-Tabellen
, was nicht zu beanstanden ist
.
M
it der IV-Stelle
ist
auf die LSE 2016, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Männer,
Bau
gewerbe
,
abzustellen. Der Lohn für Hilfsarbeiten betrug unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit im Jahr 201
6
für ein voll
schichtiges Pensum
Fr. 6
8
'
90
5
.
08
(Fr. 5'
508
.--: 40 x 41.7 x 12)
,
wodurch ein
Valideneinkommen
von Fr.
68'
905
.
10
resultiert.
5.
3
Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jeden
falls keine ihr zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen,
können
zur Er
mittlung des Invalideneinkommens
ebenfalls
die
Tabellenlöhne
der
LSE heran
gezogen werden
(
BGE 143 V 295 E. 2.2 f.).
Dementsprechend
ist auch zur Ermittlung des Invalideneinkommens auf
die LSE 2016
abzustellen,
nämlich
auf die
Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Männer, Total. Der Lohn für Hilfsarbeiten betrug unter Berücksichtigung der betriebs
üblichen Arbeitszeit im Jahr 201
6
für ein vollschichtiges Pensum
Fr. 66'803.40 (Fr. 5'340.--: 40 x 41.7 x 12). Davon brachte die IV-Stelle leidensbedingt weitere 10 % in Abzug (Fr.
66'803.40
x 90 %
), was
ein Invalideneinkommen von
Fr. 60’123.
05
ergibt
.
5.
4
Soweit der Beschwerdeführer
in diesem Zusammenhang
vorbringt
, die Situa
tion sei sehr schwierig, er habe in einer Pizzeria einen Arbeitsversuch ge
startet, diesen jedoch wieder abbrechen müssen
(vgl. vorstehend E. 2.2)
,
ist ihm
zwar
dahin
ge
hend zuzustimmen, dass seinem Belastungsprofil angepasste Arbeits
plätze in der Schweiz
nur in bescheidener Zahl
vorhanden
sein dürften,
allerdings
wird das invalidenversicherungsrechtlich festgelegte Invaliden
ein
kommen auf der Grund
lage eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes ermittelt (vgl. Art. 16 ATSG)
.
Die
ser
ausgeglichene Arbeitsmarkt ist dabei ein theoretischer und abstrakter Be
griff, welcher die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt, in wirt
schaft
lich schwierigen Zeiten auch tatsächlich nicht vorhandene Stellenange
bote um
fasst und
von den fehlenden oder verringerten Chancen Teilinvalider, eine zu
mut
bare und geeignete Arbeitsstelle zu finden, absieht (
vgl. BGE 134 V 64 E. 4.2.1
).
Die IV-Stelle
trug der Verwertbarkeit der ver
bleibenden Arbeits
fähigkeit
des Beschwerdeführers
dadurch Rechnung, dass sie b
ei der
Ermittlung
des Invaliden
ein
kommens einen leidensbedingten Abzug von 10 % vor
nahm
.
E
in höherer Lei
dens
abzug
ist
vorliegend
allerdings
, bei allem Verständnis für die Situation des Beschwerde
führers, nicht
angemessen
, zumal persönliche oder berufliche Merk
male wie Lebensalter, Nationalität
, Sprachkenntnisse
oder Be
schäf
ti
gungs
grad
be
reits bei der Wahl des Kompetenzniveaus zu berücksichtigen sind
(
vgl.
BGE
146 V 16 E. 4.1;
134 V 322 E. 4.1; ferner
Urteil des Bundes
gerichts 8C_549/2019 vom 26. November 2019 E. 7.7
).
5.
5
Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen (
Valideneinkommen
Fr.
68’905
.
1
0; Invalideneinkommen Fr.
60’123
.0
5
) resultiert
demzufolge
eine Erwerbs
ein
busse von Fr.
8
’
782
.
05
, was einem
rentenausschliessenden
Invalidi
täts
grad von gerundet
13
% ent
spricht (vgl. vorstehend E. 1.2).
6.
6.1
Der Rentenanspruch des Beschwerdeführers entstand gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungs
anspruchs (Anmeldung vom
29
.
Januar
201
0
; Urk.
7
/
2
) sowie nach Ablauf des sogenannten Wartejahrs (Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG; aktenkundige Arbeitsun
fähig
keit seit
21.
November 2011
, vgl. Urk.
7
/
32 S. 1
), mithin frühestens am
2
0
.
Novem
ber
201
2.
Angesichts des Umstandes, dass dem Beschwerdeführer bis
Februar 2016
auch keine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit attestiert wurde, hat er seit 1.
November
201
2
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente (vgl. vor
stehend E. 1
.1 und 1.2
des Sachverhalts).
6.2
Bei rückwirkender Zusprechung einer befristeten
Invaliden
rente sind die für die Renten
revision geltenden Art. 17 Abs. 1 ATSG und Art. 88a Abs. 1 der Ver
ord
nung über die Invalidenversicherung (IVV) über die Änderung des Leistungs
an
spruchs bei einer Verbesserung oder Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit ana
log anzuwenden, da noch vor Erlass der ersten Renten
verfügung eine an
spruchs
beeinflussende Änderung eingetreten ist (Urteile des Bundesgerichts 9C_687/2018
vom 16. Mai 2019 E. 2; 8C_94/2013 vom 8. Juli 2013 E. 4.1). Gemäss Art. 88a Abs. 1 Satz 1 IVV ist eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit für die Herab
setzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu be
rücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesent
liche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiter
hin andauern wird (Satz 2).
Das Bundesgericht wendet in der Regel den zweiten Satz von Art. 88a Abs. 1 IVV an und gewährt die bisherige Rente drei Monate über die Veränderung des Ge
sund
heitszustandes hinaus (Urteile des Bundesgerichts 9C_687/2018 vom 16. Mai 2019 E. 2; 8C_220/2018 vom 14. November 2018 E. 5.3; 9C_112/2018 vom 20. September 2018 E. 4.2; 8C_94/2013 vom 8. Juli 2013 E. 4.1 f.; 9C_491/2008 vom 21. April 2009 E. 2).
Ist aufgrund eines medizinischen Gutachtens über
wie
gend wahrscheinlich, dass sich der Gesundheitszustand ver
bessert hat, nicht aber
ersichtlich, wann diese Besserung eingetreten ist, kann es sich
indes
recht
fertigen, die Rente bereits auf den Zeitpunkt der Begutachtung hin herabzusetzen oder aufzuheben (
vgl.
Urteile
des Bundesgerichts 9C_687/2018 vom 16. Mai 2019 E. 2;
8C_36/2019 vom 3
0.
April 2019 E. 5, 8C_94/2013 vom
8.
Juli 2013 E. 4.1
mit Hinweisen).
6.3
In Anwendung
dieser Rechtsprechung stützte die IV-Stelle auf den Zeitpunkt der
kreisärztlichen
Untersuchung des Beschwerdeführers
vom
15. Februar
2016
(Urk. 7/
55 S. 11-19
) ab, aus welchem zwar der verbesserte Gesundheitszustand des Beschwerdeführers hervorgeht, aber nicht ersichtlich ist, wann diese Besse
rung eingetreten ist.
Unter diesen Umständen ist die Invalidenrente bereits auf
den Zeitpunkt dieser Untersuchung
hin aufzuheben
, weshalb a
b 1.
März
201
6
kein
Anspruch
mehr
auf eine Invalidenrente
besteht
.
7.
7.1
Der Beschwerdeführer
macht schliesslich geltend
,
er habe
von seiner
damaligen
Beiständin
kein Geld
erhalten, um sich
für das
vorliegende Beschwerdeverfahren
eine anwaltliche Vertretung nehmen zu können
(vgl. vorstehend E. 2.2
).
Wie aus den Akten ersichtlich ist, wurde für den Beschwerdeführer eine Ver
tre
tungs
beistandschaft mit Vermögensverwaltung
errichtet
(Urk. 7/181-183).
Die Auf
gaben der
Beiständin
umfassen gemäss Beschluss unter anderem die Ver
tre
tung des B
eschwerdeführers im Verkehr mit
Ämtern,
Be
hörden,
Sozial
ver
siche
rungen und anderen Institutionen sowie die Verwaltung seines Einkommens und
des
allfälligen Vermögens
(Urk. 7/181 S. 1)
.
Die damalige Rechts
ver
tre
terin des Beschwerdeführers setzte die IV-Stelle über d
ie
Errichtung
dieser Ver
tre
tungs
beistandschaft
in Kenntnis (vgl. Urk. 7/180)
.
V
or diesem Hintergrund ist
davon auszugehen
, dass die
Beiständin
im Hinblick auf die Ein
leitung eines
allfälligen
Be
schwer
de
verfahrens mit der Rechts
ver
treterin in Kon
takt stand
und
von dieser
insbesondere die Pro
zess
chance
n
einer Beschwerde
ab
schätzen liess.
Es ist weiter anzunehmen, dass die Rechtsvertreterin die vor
liegend als gering einzustufenden Prozesschancen adäquat einschätzte.
Dass die
Bei
ständin
infolgedessen
davon absah, dem Beschwerdeführer die zur Man
da
tie
rung eines Rechtsvertreters notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen, ist
dem
zu
folge
nicht zu beanstanden.
7.2
Aus diesem Grund – und in Anbetracht der Sachlage – erübrigt sich auch das Ein
holen
weiterer
Auskünfte
bei der
neu
eingesetzten
Beiständin
des Be
schwerde
führers.
8.
Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung vom
1. Juli
2019 als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
9
.
Die Verfahrenskosten sind auf Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
und a
us
gangs
gemäss dem Beschwerdeführer, dessen Gesuch um unentgeltliche Pro
zess
führung abgewiesen wurde (Urk. 11), aufzuerlegen
.