Decision ID: 5ab47c77-915b-4818-85a0-2cfc0e65c5c0
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren am 2
1.
Januar 1969, arbeitete
ab
1989 als Tramführerin bei den
Y._
. Am 1
9.
Juli 1992 verlor sie während der Arbeit bei stehendem Tram das Bewusstsein, fiel vom Sitz und erlitt einen Kopfanprall. Infolge multipler Beschwerden wurde sie in den Folgejahren in unterschiedlichem Ausmass arbeitsunfähig geschrieben. Am 2
2.
Januar 1996 meldete sie sich zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle), lehnte mit Verfügung vom 3
1.
Juli 1997 das Rentenbegehren der Versicherten ab. Nach Rückweisung der Sache zu ergänzenden Abklärungen mit Urteil vom 1
5.
September 1999 im Ver
fahren IV.1997.00575 verneinte die IV-Stelle mit in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 1
2.
April 2000 einen Rentenanspruch der Versicherten.
1.2
Nach zwei weiteren Unfällen vom 3
0.
Juni 1999 und vom
3.
Juli 2000 legte die Versicherte ihre Arbeit am 2
9.
August 2001 dauerhaft nieder und meldete sich am
7.
April 2002 neuerlich zum Rentenbezug bei der IV-Stelle an. Nach Einholen unter anderem eines Gutachtens der MEDAS
A._
vom 2
3.
Oktober 2003 sprach die IV-Stelle
X._
mit Verfügung vom 1
5.
Oktober 2004 rückwirkend ab
1.
April 2001
eine halbe Invalidenr
ente bei einem Invaliditätsgrad von 52
%
zu. Dagegen liess die Versicherte am 1
5.
November 2004 Einsprache erhe
ben und die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente beantragen. Den abweisenden
Einspracheentscheid
vom
3.
Mai 2005 hob die IV-Stelle am 1
3.
Mai 2005 wiedererwägungsweise auf.
Die Suva erbrachte für die Folgen des Unfalls vom
3.
Juli 2000 gestützt auf einen Vergleich vom 1
1.
Dezember 2009 Taggelder ausgehend von einer vollen Arbeitsunfähigkeit vom
1.
November 2003 bis 3
0.
April 2008 und von 50
%
bis 3
1.
Dezember 2009 (
Urk.
7/252/2-3).
1.3
Am
4.
August 2009
hatte
die Versicherte
bei der IV-Stelle ein Gesuch um Rentenerhöhung
einreichen
lassen
.
Nachdem die IV-Stelle mitgeteilt hatte, dass sie eine medizinische Begutachtung als notwendig erachte,
reichte die Versicherte am 1
9.
Januar 2011
eine Beschwerde
(Verfahren I
V.2011.00041
)
ein
, mit welcher sie eine Rechtsverzögerung durch die Anordnung der medi
zinischen
Abklärung geltend machen liess. Diese Beschwerde wurde, nach
dem die Versi
cherte ihre Einsprache vom 1
5.
November 2004 gegen die Verfügung vom 1
5.
Oktober 2004 am
8.
April
2011 hatte zurückziehen las
sen, mit
Urteil vom 3
0.
Juni 2011
mit der erwägungsweisen Feststellung,
dass eine polydisziplinäre Abklärung im Licht der komplexen gesundheit
lichen Probleme
der Versicherten keinesfalls eine sinn- und nutzlose Form der Begutachtung darstelle,
abgewiesen
.
1.4
Nach einem weiteren kantona
len gerichtlichen Verfahren (
IV.2012.00375) betreffend die mit Zwischenverfügung vom
1.
März 2012 angeordnete Begutachtung durch die Abklärungsstelle M
EDAS
,
A._,
und de
m
diesbezüglichen bun
desgerichtlichen
Nichteintretensentscheid
8C_555/2012 vom 1
8.
September 2012
(
vgl. zum Ganzen
den
Sachverhalt im Urteil IV.2012.00375 vom 2
2.
Juni 2012
;
Urk.
7/1-318
)
unter
zog sich die Versicherte
vom
8.
bis 1
0.
April 2013 einer polydisziplinären Abklärung im
A._
(vgl. Gutachten vom 1
9.
Juni 2013,
Urk.
7/362).
Gestützt auf
dessen Beurteilung
, wonach die Versicherte als Tramführerin zu 100
%
arbeitsfähig sei, teilte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 1
8.
Juli 2013 die voraussichtliche Renteneinstellung mit, da kein IV-relevanter Gesundheitsschaden mehr ausgewiesen sei (
Urk.
7/367)
. Hieran hielt sie mit Verfügung vom
1.
September 2014 fest (
Urk.
2).
2.
Gegen diesen Entscheid lies
s
X._
am 2
6.
September 2014 Beschwerde erheben
und beantragen
, es sei ihr unter Aufhebung des ange
fochtenen Entscheids eine ganze Invalidenrente, eventualiter
weiterhin
eine Rente im bisherigen Umfang auszurichten. Im formeller Hinsicht liess sie die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung beantragen (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Vernehmlassung vom 2
9.
Oktober 2014 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Anlässlich einer am 1
5.
April 2015 durchgeführten Instruktionsverhandlung liess die Beschwerdeführerin auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung verzichten und erklärte sich zu
Handen
des Protokolls mit der Einholung eines polydisziplinären Gutachtens im
B._
einverstanden (Protokoll S
. 2)
.
Mit Beschluss vom 2
7.
April 2015 wurde ein polydisziplinäres Gutachten angeordnet, das
B._
als Expertenstelle in Aussicht genommen und den Par
teien Gelegenheit gegeben, Änderungen und Ergänzungen zur Fragestellung einzureichen (
Urk.
12). Nach Eingang derselben (
Urk.
14, 15
, 17
) und einer
in
Nachachtung
zum
zwischenzeitlich ergangenen
bundesgerichtlichen
Urteil 9C_492/2014 vom
3.
Juni 2015 (BGE 141 V 281)
beschlossenen Änderung der Fragestellung 9
der Gutachtensanordnung (
Urk.
16)
wurde das
B._
am
4.
November 2015 mit der interdisziplinären Begutachtung (orthopädisch-chirurgisch, neurologisch, rheumatologisch, psychiatrisch) beauftragt (
Urk.
19). Am 2
1.
Januar 2016 teilte das
B._
mit, die Begutachtung nicht durchführen zu können (
Urk.
25). Nachdem sich die Beschwerdeführerin mit einer Begutachtung in der MEDAS
C._
einverstanden erklärt hatte (vgl.
Urk.
26),
wurde letztere am
2.
März 2016 mit derselben Fragestellung beauftragt (
Urk.
27). Mit Schreiben vom 1
0.
Juni 2016 unterbreitete der Chefarzt der MEDAS
C._
,
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Rheumatologie, EMBA, MAS für Versicherungsmedizin, einen Vorschlag betreffend die vorgesehenen Fachärzte (
Urk.
34). Die Parteien verzichteten auf Einwände gegen dies
en Vorschlag
(
Urk.
35, 27), worauf das Gutachten mit Beschluss vom 1
5.
August 2016 definitiv angeordnet und die vorge
schlagenen Gutachter ernannt wurden (
Urk.
39)
. Wie bereits mit Eingaben vom
1
9.
November 2015 (
Urk.
21) und
6.
Juni 2016 (
Urk.
31) liess die Beschwerdeführerin am 1
6.
September 2016 weiter
e Unterlagen einreichen (
Urk.
43-44). Nach Zugang des Gutachtens der MEDAS
C._
vom 3
0.
Januar 2017 (
Urk.
47) wurde den Parteien Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt (
Urk.
49), wovon die Beschwerdegegnerin am
7.
März 2017 (
Urk.
51) und die Beschwerdeführerin am 1
2.
April 2017
(
Urk.
52) unter Ein
reichung weiterer medizinischer Unterlagen (
Urk.
54/17-22)
Gebrauch machten
. Die Stellungnahmen sowie ihre Beilagen wurden den Parteien gegenseitig zur Kenntnis gebracht (
Urk.
55).
Die Zustellung der weiteren Ein
gabe der Beschwerdeführerin vom 2
9.
Mai 2017 (
Urk.
60) erfolgt mit diesem Urteil.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Entscheid die massgeblichen Bestimmungen zur Invaliditätsbemessung (
Art.
16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) und zum Renten
anspruch (
Art.
28 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG) sowie zum Zeitpunkt der Rentenherabsetzung oder –
aufhebung
im Falle einer anspruchserheblichen Verbesserung der Erwerbsfähigkeit (
Art.
88a
Abs.
1 in Verbindung mit
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. a der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) richti
g dar. Darauf wird verwiesen.
1.2
Zu ergänzen ist, dass
Beeinträchtigun
gen der psychischen Gesundheit
in glei
cher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken
können
.
Recht
sprechungsgemäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person
auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenaus
schliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile
des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische K
rank
heit ist jedoch nicht ohne
W
eiteres
gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer
Restarbeits
fähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis
für die Beurteilung einer
anspruchser
heblichen
Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechtskon
former
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundes
gerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.4
Nach
lit
. a
Abs.
1 der am
1.
Januar 2012 in Kraft getretenen
Schlussbestim
mungen
der Änderung vom 1
8.
März 2011 des IVG (
6.
IV-Revision, erstes Massnahmenpaket; kurz:
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision
) werden Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwer
debildern
ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Artikel 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen von Artikel 17 Absatz 1 ATSG nicht erfüllt sind. Diese Bestimmung ist verfassungs- und EMRK-konform (BGE 139 V 547 E. 3).
Die in
lit
. a
Abs.
1
SchlB
6.
IV-Revision
vorgesehene Rentenherabsetzung beziehungsweise -aufhebung ist nicht auf vor dem
1.
Januar 2008 zuge
sprochene Renten beschränkt. Erging die fragliche
Rentenzusprache
aber bereits in Beachtung der jeweils relevanten Rechtsprechung zu
pathogene
tisch-ätiologisch
unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweis
bare organische Grundlage, bleibt kein Raum für ein Rückkommen unter dem Titel der Schlussbestimmung (BGE 140 V 8 E. 2).
Laufende Renten sind vom Anwendungsbereich von
lit
. a
Abs.
1
SchlB
zur
6.
IV-Revision nur ausgenommen, wenn und soweit sie auf erklärbaren Beschwerden, das heisst auf einer nachweisbaren objektivierbaren Grundlage beruhen. Lassen sich unklare von erklärbaren Beschwerden trennen, können die Schlussbestimmungen der
6.
IV-Revision auf erstere Anwendung finden (BGE 140 V 197 E. 6.2, in Präzisierung u.a. von
BGE 139 V 547
E. 10.1.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_738/2013 vom
8.
April 2014 E. 3.1.2.1 mit Hinweis).
Demnach ist die Schlussbestimmung bei kombinierten Beschwerden anwend
bar, wenn die unklaren und die „erklärbaren" Beschwerden – sowohl diag
nostisch als auch hinsichtlich der funktionellen Folgen – auseinanderge
hal
ten werden können. Ein organisch begründeter
Teil
der Arbeitsfähigkeit kann bei Anwendbarkeit der Schlussbestimmung nur neu beurteilt werden, sofern eine Veränderung im Sinne von
Art.
17 ATSG eingetreten ist. Insoweit wird im Anwendungsbereich der Schlussbestimmung vom Grundsatz abge
wichen, dass
die Verwaltung im Rahmen einer materiellen Revision – um eine solche handelt es sich auch hier – den Rentenanspruch in tatsächlicher und recht
licher Hinsicht umfassend prüft (Urteil des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 2.4.2 mit Hinweisen).
Ist ein „Mischsachverhalt" gegeben, bei dem es unmöglich ist festzustellen, wie gross der Anteil der organisch bedingten Beschwerden bei der
Renten
zusprechung
war, wäre ein Abstellen auf die aktuelle gutachtliche Einschät
zung nicht zu vereinbaren mit der Rechtsprechung, wonach der auf erklär
baren Beschwerden beruhende Teil der Invalidität unter dem Rechtstitel der Schlussbestimmung nicht überprüft werden kann. In einem solchen Fall bestimmt sich die (zu einer
integralen
Neuprüfung führende) Anwendbarkeit der Schlussbestimmung nach folgendem Grundsatz: Besteht (im Zeitpunkt der Rentenzusprechung und/oder -überprüfung) neben dem
syndromalen
Zustand eine davon unabhängige organische oder psychische
Gesundheits
schädigung
, so hängt die Anwendbarkeit der Schlussbestimmung davon ab, dass die weitere („
nichtsyndromale
") Gesundheitsschädigung die
anspruchs
erhebliche
Arbeitsunfähigkeit nicht mitverursacht, das heisst letztlich nicht selbständig zur Begründung des Rentenanspruchs beigetragen hat. Wenn sie die Auswirkungen des unklaren Beschwerdebildes bloss verstärkte, bleibt eine Rentenrevision unter diesem Rechtstitel möglich (Urteil des Bundes
ge
richts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 2.6 mit Hinweisen).
1.5
Fehlen die in Art. 17 ATSG
respektive
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-
Revision
genannten Voraussetzungen, so kann die Rentenverfügung lediglich nach den für die Wiedererwägung rechtskräftiger Verwaltungsverfügungen gelten
den Regeln abgeändert werden. Danach ist die Verwaltung befugt, auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller rich
terlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn sich diese als zweifellos unrichtig erweist und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (
Art.
53
Abs.
2 ATSG; BGE 110 V 176 E. 2a
mit Hinweisen).
Das Gericht kann eine zu Unrecht ergangene Revisionsverfügung gegebenen
falls mit der substituierten Begründung schützen, dass die ursprüngliche Rentenverfügung zweifellos unrichtig und die Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 125 V 368 E. 2 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 128 V 272 E. 5b/
bb
; Urteile des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 3.2.2, 9C_762/2013 vom 2
4.
Juni 2014 E. 4.2 und 9C_562/2008 vom 3. November 2008 E. 2.2 je mit Hinweisen).
1.6
Das Bundesgericht hat im Urteil 9C_654/2013 vom 2
1.
Januar 2014 (E. 4 am Ende) offengelassen, ob die Praxis zur substituierten Begründung nur für den Fall zum Tragen kommt, dass der Leistungsanspruch (entgegen der
Admi
nistrativverfügung
) nicht nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG aufgehoben oder herab
gesetzt werden kann, oder auch im Zusammenhang mit einer fehlgeschlage
nen Anwendung von
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision
Mit Urteil 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 (E. 3.2.2, in: SVR 2014 IV Nr. 39
S. 137) wurde in der Folge festgestellt, dass die Substitution der Begründung in diesem Kontext ebenfalls möglich ist.
Die Wiedererwägung, die Revision nach
Art.
17 ATSG und die Überprüfung
im Rahmen der
Schlussbestimung
stellen (bloss) verschiedene rechtliche Begründungen für den Streitgegenstand "Abänderung des Rentenanspruchs" dar. Hat der Versicherungsträger die Rente mit einer unzutreffenden Begrün
dung herabgesetzt oder aufgehoben, führt aber die richtige Begründung zum gleichen Ergebnis, so ist die Verfügung zu bestätigen (Urteil
des Bundesge
richts
9C_303/2010 vom
5.
Juli 2010 E. 4.3, in: SVR 2011 IV Nr. 20 S. 53).
Vorausgesetzt ist jedoch, dass das Gericht über die nötigen Beurteilungs
-
grund
lagen
verfügt
.
1.
7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt
nis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begrün
det sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist
zunächst
, ob die Beschwerdegegnerin die seit April 2001 aufgrund eines Invaliditätsgrades von 52
%
ausgerichtete halbe Invali
denrente gestützt auf das Gutachten des
A._
vom 1
9.
Juni 2013 zu Recht revisionsweise
auf Ende Oktober 2014 (vgl.
Urk.
2)
eingestellt hat.
2.2
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Ände
rung bildet die ursprüngliche Rentenverfügung vom 1
5.
Oktober 2004 (
Urk.
7/
156
), welche mit dem Rückzug der Einsprache am
8.
April 2011
(
Urk.
7/290)
rechtskräftig wurde.
2.3
Der Verfügung vom 1
5.
Oktober 2004 lag in medizinischer Hinsicht im Wesent
lichen das Gutachten der MEDAS
A._
vom 2
3.
Oktober 2003 (
Urk.
7/132) zugrunde (vgl.
Urk.
7/133, 7/148/3-5, 7/150), in welchem die Beschwerdeführerin bei der Hauptdiagnose einer
Somatisierungsstörung
bei einem Status nach Sturz mit Bewusstlosigkeit 1992 mit konsekutiv chroni
schem
Zervikalsyndrom
ohne sensomotorische Ausfälle, einem ch
ronisch rezidivierenden
zervikoz
ephalen
sowie intermittierend
zervikospondylogenen
rechtsseitigen Syndrom bei/mit diskreten segmentalen Dysfunktionen der Halswirbelsäule (HWS) bei einem Status nach Verkehrsunfall mit möglicher HWS-Distorsion,
migräniformem
Kopfschmerz und einem Verdacht auf ein sensibles
Sulcusulnaris
-Reizsyndrom links (vgl.
Urk.
7/132/24 f.) in der angestammten Tätigkeit als Tramführerin seit 1996 als noch zu 50
%
, in einer körperlich leichten Tätigkeit mit Wechselbelastung als zu 80
%
arbeitsfähig erachtet wurde, wobei die Einschränkung in der angepassten Tätigkeit rein psychiatrisch begründet wurde (vgl.
Urk.
7/132/29 f.).
2.4
2.4
.1
Im Rahmen des von der Beschwerdeführerin mit Gesuch vom
4.
August 2009 eingeleiteten Revisionsverfahrens (
Urk.
7/235
) stützte die
Beschwerdegegne
rin
ihren Entscheid auf das Gutachten des
A._
vom 1
9.
Juni 2013 (
Urk.
7/362, 7/
365/16). Gestützt auf die polydisziplinäre Begutachtung (all
gemein-internistisch, psychiatrisch, orthopädisch, neurologisch) vom
8.
bis 1
0.
April 2013 schloss das
A._
eine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit aus. Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beurteilt wurden das chronische, rechts betonte
zervikovertebrale
und –
zephale
Schmerzsyndrom bei einem Status nach Distorsionstrauma der HWS vom 1
9.
Juli 1992 und
3.
Juli 2000, ein Verdacht auf eine
somatoforme
Schmerz
störung
und ein Status nach
Melanomexzision
am Rücken im Januar 2013 (vgl.
Urk.
7/362 S. 28).
Die Gesamtbeurteilung lautete dahingehend, dass die von der Beschwer
defüh
rerin geklagten, dauernden,
starken
,
rechtsseitigen
Nacken
schmerzen
bei klinisch und radiologisch weitgehend unauffälligen Befunden aus organischer Sicht
nicht
erklärt werden könnten.
Die seit Jahren postu
lierte Instabilität der HWS im Segment HWK 2/3 sei wissenschaftlich nicht validiert.
Die Arbeitsfähigkeit sei aus orthopädischer Sicht für eine körperlich leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit nicht eingeschränkt. Darin eingeschlossen sei auch die Tätigkeit als Tramführerin. Weder aus neurologischer noch aus allgemeininternistischer oder psychiatrischer Sicht ergebe sich eine zusätzliche Einschränkung.
Rückblickend sei nach den Unfällen
in den Jahren
1992 und 2000 wohl für eine gewisse Zeit von einer eingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen; die aktuelle Einschätzung gelte ab dem Untersuchungsdatum im April 2013
(
Urk.
7/362/28 ff.)
.
2.4
.2
Das gerichtlich eingeholte polydisziplinäre Gutachten der MEDAS
C._
vom 3
0.
Januar 2017
basiert auf Teilbegutachtung
en aus den
Fach
disziplinen
der A
llgemeinen Inneren Medizin, der Rheumatologie, der
Wir
belsäulenchirurgie
, der Neurologie und der Psychiatrie. Gestützt darauf
und eine umfassende
Aktenkenntnis wurden folgende Diagnosen mit Auswirkun
gen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (
Urk.
47 S. 89 f.):
Chro
nisch-rezidivierendes
Zervikals
yndrom
mit
zervikogenem
Kopfschmerz
(
zerviko-z
ephales
Syndrom)
-
Leichte degenerative Veränderungen der
Fazettengelenke
C2/3
-
Rezidivierende segmentale Dysfunktionen der oberen HWS
-
Status bei regelmässigen (grosse Abstände)
Fazettengelenks
-
Infiltrationen C2/3 rechts seit 2005 bei
Schmerzexazerbationen
-
Status nach Kollaps unklarer Genese als Tramführerin in der
Führerkabine bei wartendem Tram mit anamnestisch
mutmasslichem Aufprall des Kopfes/der HWS am 1
9.
Juli 1992
-
Status nach Aufprall-Unfall auf ihr parkiertes Auto auf die
Seitentüre beim Fahrersitz
3.
Juli 2000 (verkehrs-
biomechanisc
h
irrelevanter Unfall).
Kein
wesentliche
r
Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit wurde
unter anderem den diagnostizierten psychologischen Faktoren oder Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Erkrankungen (ICD-10 F54), dem unspezifischen Schwindel und den episodischen Kopfschmerzen vom Spannungstyp beige
messen.
In der Gesamtzusammenfassung
(
Urk.
47 S. 89 ff.)
erläuterte der fallführende Gutachter
Dr.
E._
, dass die Krankengeschichte der Beschwerdeführerin
extrem komplex sei. Sie erstrecke sich nun über 24 Jahre, während welcher Zeit die Beschwerdeführerin von einer Vielzahl von Spezialisten untersucht worden sei mit zum Teil sehr widersprüchlichen Ergebnissen. Er versuche daher
,
eine Gesamtanalyse und –
synthese
mit nochmaliger Beleuchtung der Schwerpunkte darzulegen:
Beim unfallähnlichen Ereignis 1992 könne die Beschwerdeführerin keine nennenswerte HWS- oder Kopfverletzung erlitten haben, sei sie doch akten
kundig bereits acht Tage nach dem Ereignis wieder zu 100
%
als
Tramschaff
nerin
tätig gewesen und habe anschliessend während vier Monaten voll gearbeitet, bis im Spätherbst 1992 neue Beschwerden aufgetreten seien. Bei der 1994/1995 nacht
räglich gestellten Diagnose eine
r
Contusio
cerebri im Sinne einer massiven Hirnerschütterung handle es sich um eine
Falschdiag
nose
. Die Abklärungen im Sommer 1993 hätte keine Instabilität im Segment C2/3 gezeigt, was auch durch die Tatsache, dass der behandelnde Spezialist
Dr.
med.
F._
eine Manipulationstherapie – eine ausgesprochene Kontra
indikation
bei Instabilität der HWS
- eingeleitet habe
,
belegt werde.
Im Nachgang dazu habe die Beschwerdeführerin denn auch wieder, wenn auch mit Unterbrüchen, zu 50
%
in der angestammten Tätigkeit arbeiten können. Die Beschwerdeführerin sei ab 1993 von vielen Ärzten, welche als Spezialis
ten in der sogenannten „
Schleudertraumadiskussion
“ bekannt
ge
worden seien, untersucht und behandelt worden. Zudem sei
sie
geradezu abhängig von einer
Atlaslogietherapie
geworden,
einer paramedizinischen
Behand
lungsart
,
gemäss welcher
alle Krankheiten und Zustände auf eine Instabilität des Atlas zurückzuführen seien.
So deute
die Beschwerdeführerin ihre funktionellen und vegetativen Beschwer
den
auch aktuell
als Ausdruck einer Instabilität der HWS, welche bis heute nicht in klinisch bedeutsamem Umfang habe nachgewiesen werden können. Der Unfall vom
Jahr
2000 sei vom
Verkehrsbiomachaniker
Prof.
G._
als gewöhnliches Rüttelereignis bezeichnet worden und sei nicht geeig
net gewesen, schwere pathologische Veränderungen der HWS herbeizufüh
ren. Nach dem Unfall im Jahr 2000 sei nun erstmals die
von
Ärzte
n
geführte Instabilitätsdiskussion aufgekommen, wobei nach computertomographischer Untersuchung eine Instabilität diskutiert worden sei,
jedoch
zunächst im Segment C5/6, nicht im Segment C2/
3.
Die diversen radiologischen Befunde – mindestens neun CTs der HWS, dazu noch MRI
-
und Funktionsuntersuchungen – widersprächen sich teilweise
erheblich
. Di
e
nach
fachärztlichen Untersuchungen diskutierte Instabilität C2/3
sei 2005/2006
bei
Prof.
F._
und
Dr.
H._
aufgetaucht und Prof.
F._
habe ab 2005 mittlerweile 20 bis 25 Infiltrationen dieses
Fazetten
gelenks
vorgenommen. Aus heutiger Sicht wiesen die Besc
hwerden der Beschwerdeführerin zwar auf eine
zervikogene
Komponente eines Teils der Beschwerden hin; sie entsprächen aber nicht typischen Beschwerden einer Instabilität eines Segmentes C2/3, seien sie doch
atypischerweise
nur einsei
tig. Das instabile Segment müsste nach so vielen Jahren eindeutige degene
rative Zeichen aufweisen, welche in den aktuellsten Röntgenaufnahmen vor vier Jahren nicht erkennbar gewesen seien. Neue Aufnahmen habe die Beschwerdeführerin verweigert. Radiologisch lasse sich eine solche Instabili
tät nicht
beleg
en (
Urk.
47 S. 89).
Auch die
zusammengefasst wiedergegebene
neurochirurgische Beurteilung lautete dahingehend, dass die klinische Untersuchung den Schluss auf eine eigentliche Pathologie im HWS-Bereich ausser den subjektiven Beschwerden im Sinne des Schmerzpunktes über dem
Prozessus
transversus
von C2/3 nicht zulasse und dass nur leichte Veränderungen im Bereich des
Fazetten
gelenks
C2/3
verizifiziert
werden könnten (
Urk.
47
S
. 82 f.)
.
Neurologisch wurde das Vorliegen eines sicheren
radikulären
,
myelären
oder
vestibulären
Syndroms verneint. Eine uneingeschränkte Befunderhebung liess die Beschwerdeführerin im Rahmen der neurologischen
Untersuchung
aufgrund der sicheren Überzeugung, eine Verschiebung der HWS liege vor, nicht zu. Wie auch in früheren Untersuchungen hätten sich trotz vieler
Beschwerdean
gaben
die erhobenen Befunde klinisch-
neurologisch weitgehend normal gezeigt (
Urk.
47 S. 84).
Auch wenn eine pathologische Instabilität nicht bewiesen sei, so
erkannte der zuständige rheumatologische Teilgutachter und Chefarzt der
MEDAS
C._
,
Dr.
D._
,
dennoch
ein
en
s
omatische
n
Befund im Sinne einer
segmentalen Dysfunktion im Bereich der oberen HWS
, welcher einen Teil des Beschwerdebildes, den
zervikozephalen
Kopfschmerz erkläre
.
Das ganze Ausmass der geklagten Beschwerden lasse sich dadurch
aber nicht verifizie
ren
, doch seien chronische Schmerzkrankheiten ein komplexes bio-psycho-soziales Phänomen, bei welchem die einzelnen Komponenten nicht streng auseinandergehalten werden könnten, insbesondere nicht bei jahrelangen Verläufen
(Rheumatologisches Teilgutachten, Beilage zu
Urk.
47 S. 25 f.)
.
Der psychiatrische Teilgutachter
Dr.
med.
I._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, verneinte nicht nur das Vorliegen einer psy
chischen Erkrankung mit Auswirk
ungen auf die Arbeitsfähigkeit
, sondern
sprach sich auch gegen
das Vorliegen einer
anhaltende
n
somatoforme
n
Schmerzstörung
oder einer
Somatisierun
gsstörung
aus. Für erstere fehl
e es gemäss
seiner
Einschätzung
insbesondere in der Anfangsphase der
Chronifi
zierung
an den diagnostisch verlangten Faktoren „emotionale Konflikte oder psychosoziale Belastungen“ (Beilage zu
Urk.
47 S. 12). Eine
Somatisierungs
störung
(ICD-10 F45.0
)
verneinte er unter
Beizug
der diagnostischen Krite
rien für Forschung und Praxis der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen. Insgesamt schloss
Dr.
I._
auch angesichts des von ihm als eher gering eingestuften Einflusses der psychischen Überlagerung auf die Diagnose von psychologischen Faktoren oder
Verhaltensfaktoren bei andern
orts klassifi
zierten Erkrankungen (ICD 10 F54) und mass derselben keine einschränkende Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bei (Beilage zu
Urk.
47 S. 19).
Die zusammenfassende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit lautete dahingehend, dass der Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit als Tramfahrerin wegen der regelmässigen Erschütterungen aufgrund der Störung in der obe
ren HWS aus rheumatologischer Sicht nicht mehr zumutbar sei. Auch sei von einer Tramführerin zu erwarten, dass sie mitunter schnell mit Kopfbewegun
gen auf unvorhergesehene Situationen reagieren könne.
Im
Weitern sei eine Tramführerin, welche an unberechenbaren Schmerzanfällen mit Benommen
heit leide
, auch wenn organisch nicht abschliessend erklärbar
, der Öffentlich
keit aus Sicherheitsgründen nicht zumutbar.
Was die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit (ohne prolon
giert-inklinierte und
reklinierte
Kopfhaltung, mit der Möglichkeit des
Posi
tionswechsels
,
ohne anhaltende Überkopfarbeiten und ohne Forderung nach unvermittelt rasch ausführbaren Kopfbewegungen, ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 Kilogramm)
anbelangt,
wurde die Beschwerdeführerin als zu 100
%
arbeitsfähig beurteilt. Die gelernte Tätigkeit als
Confiserieverkäu
ferin
wurde dabei wie auch jede wechselbelastende, administrative Tätigkeit ohne stund
enlange Bildschirmarbeit,
als ideal bezeichnet.
Hinsichtlich des Verlaufs sprach sich der fallführende
Dr.
J._
dahinge
hend aus, dass sich das Beschwerdebild in somatischer Hinsicht seit der Begutachtung i
n der MEDAS
A._
(September 201
4) weiter
chronifiziert
und fixiert habe.
Befunde und Diagnosen seien jedoch über die Jahre weitgehend
unverändert. Sämtliche Gu
tachten seit 2003 bildeten
eigentlich immer Neu
beurteilungen eines im Wesentlichen gleichen Sachverhaltes. Dies gelte auch für die
psychiatrischen Beurteilungen
.
Der Zustand sei insgesamt sehr stabil, vielleicht etwas
chronifizierend
(
Urk.
47 S. 90 ff.).
2.4
.3
Die Beschwerdeführerin reichte zur
Untermauerung ihrer Position auch in diesem Ver
fahren aktuelle Berichte von Prof.
F._
(
Urk.
22/1-2) und von
Dr.
H._
(
Urk.
54/18) sowie ein
en
Befundbericht des
K._
AG,
vom
7.
April 2017 (
Urk.
54/19) ein.
Prof.
F._
nahm am 2
7.
Ok
tober 2015 eine weitere
Fazetten
gelenks
-
infiltra
tion
von
C2/3 sowie der Rami mediale
s C2 und C3 vor (
Urk.
22/1). Er
erklärte
am
9.
November 2015, dass der wiederholt festge
stellte Austritt von Kontrastmittel üblicherweise als Folge von degenerativen Veränderungen zu werten sei; er könne aber durchaus auch die Folge einer traumatischen Läsion der Gelenkkapsel sein. Ein Beweis fehle ihm. Da es sich jedoch um einen reproduzierbaren Befund handle, neige er dazu, diesen als
Traumafolge
zu interpretieren (
Urk.
22/2). Dem schloss sich
Dr.
med.
L._
des
K._
AG am
7.
April 2017 an (
Urk.
54/19).
Dr.
H._
nahm mit Bericht vom 1
8.
März 2017
Stellung zum
Gerichts
-
gutach
ten
und erörterte unter Hinweis darauf, dass seines Erachtens ein Grossteil der Kritiker der funktionellen Computertomographie inkorrekte Vorstellungen von deren Messmethodik und Bedeutung hätten, die Grund
lagen derselben. In Auseinandersetzung vor allem mit dem rheumatolo
gischen Teilgutachten von
Dr.
D._
legte
Dr.
H._
dar, dass eindeutige Segmentstörungen C2/3 vorlägen, welche konstant und reproduzierbar seien. Er brachte die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden wie Schwindel und In
stabilitätsgefühl,
rechtsseitge
Schmerzen im Nacken-Kopf-Schulterbereich und neurovegetative Störungen alles
amt mit der Instabilität und der
beim Unfall im Juli 2000 angeblich erlittene
n
Verletzung der HWS
in Zusammenhang
(
Urk.
54/18).
3.
3.1
Bei der
Würdigung der medizinischen Aktenlage gilt es zu beachten, dass das Gerichtb
ei Gerichtsgutachten
nach der Pra
xis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Fachleute ab
weicht
, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Abweichende Beurteilung kann ferner
gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen ande
rer Fachleute dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine weitere Fachperson im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne eine solche vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abwei
chende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/
aa
).
3.2
3.2.1
In ihrer Stellungnahme zum gerichtlich eingeholten MEDAS-Gutachten lässt die Beschwerdeführerin in formeller Hinsicht monieren, in der Begutachtung sei die Fachrichtung orthopädisch-chirurgisch nicht einbezogen worden, dies obwohl im ursprünglichen Beschluss vom 2
7.
April 2015 klar fe
stgehalten worden sei, dass
ein interdisziplinäres Guta
chten der Fachgebiete ortho
pä
dis
ch-chirurgisch
, neurologisch, rheumatologisch und psychiatrisch in Auf
trag zu geben sei. Das Gutachten und dabei gerade die Fachrichtung ortho
pädisch-chirurgisch hätten insbesondere der Klärung der strittigen Frage nach den Auswirkungen der mehrfach thematisierten Segmentstörung im
Bereich der
HWS gedient. Mit dem Wechsel der Gutachterstelle vom
B._
zur MEDAS
C._
sei die Notwendigkeit einer orthopädisch-chirur
gischen Begutachtung nicht entfallen und müsse nachgeholt werden (
Urk.
53 S. 3).
3.2.2
Der Beschwerdeführerin ist darin zuzustimmen, dass im Nachgang zur
Instruk
tionsverhandlung
vom 1
5.
April 2015 (Protokoll S. 2)
das
B._
mit Beschluss vom
4.
November 2015 mit der interdisziplinären Begutachtung
,
unter anderem
in
der Fachrichtung orthopädi
sch-chirurgisch
,
beauftragt worden war
(
Urk.
19)
,
und dass im Beschluss vom
2.
März 2016, mit welchem die MEDAS
C._
beauftragt wurde, hieran grundsätzlich nichts geändert wurde (
Urk.
27), wenn auch in letzterem die Disziplinen lediglich erwägungsweise erwähnt wurden, nicht im Rahmen des Dispositivs.
Die MEDAS
C._
unterbreitete dem Gericht nach Durchsicht der umfassenden Akten ihren Vorschlag betreffend vorgesehene
Gutachterperso
nen
und
teilte deren Fachdisziplinen mit
. Neben dem federführenden
Dr.
E._
und den Fachärzten aus den Bereichen Rheumatologie, Psychiatrie und Neurologie schlug sie dabei
Dr.
med.
M._
als
Wirbelsäulen
chirur
gen
vor, ei
nen Facharzt für Neurochirurgie
.
Eine
Abklärung durch eine
Fach
ärztin
/einen Facharzt aus der Disziplin Orthopädische Chirurgie wurde
dage
gen
nicht empfohlen
(
Urk.
34). Die Beschwerdeführerin verzichtete in der Folge auf Einwände gegen die vorgeschlagenen Gutachter, worauf diese mit Beschluss vom 1
5.
August 2016 definitiv eingesetzt wurden (
Urk.
39).
3.2.3
Wie in BGE 139 V 349 im Zusammenhang mit der Einholung mono- und
bi
disziplinärer
Gutachten durch die IV-Stelle ausgeführt
,
entscheidet
die
Gut
achterstelle
abschliessend
darüber
, welche Fachdisziplinen
im Einzelfall zu begutachten sind
, ist sie doch letztverantwortlich einerseits für die fachliche Güte und die Vollständigkeit der interdisziplinär erstellten
Entscheidungs
grundlage
, anderseits aber auch für eine wirtschaftliche Abklärung. Mit die
ser Gutachterpflicht nicht vereinbar wäre es, wenn den Sachverständigen eine
Disziplinenwahl
aufgezwungen würde, die sie - auch nach pflichtge
mässer Würdigung der für den Auftrag ausschlaggebenden Überlegungen - für (versicherungs-)medizinisch nicht vertretbar hielten. Den Gutachtern muss es also freistehen, die von der IV-Stelle bzw. dem RAD (oder im Beschwerdefall durch ein Gericht) bezeichneten Disziplinen gegenüber der Auftraggeberin zur Diskussion zu stellen, wenn ihnen die Vorgaben nicht einsichtig sind.
Die gerichtlich vorgeschlagene
Disziplinenwahl
beruhte auf einer bloss vorläu
figen telefonischen Abklärung beim
B._
; die entsprechende Auskunft des
B._
, wonach eine orthopädisch-chirurgische Abklärung wohl angezeig
ter sei, als die von der Beschwerdeführerin ursprünglich geforderte neuro
chirurgische Abklärung, erfolgte ohne
Aktenkenntnis
des
B._
(vgl. Protokoll S. 2).
Der Vorschlag der MEDAS
C._
dagegen erging nach Durchsicht des äusserst umfangreichen Dossiers und mündete unter anderem
i
m Vorschlag,
Dr.
med.
M._
,
einen Spezialarzt
der
Neurochirurgie aus dem Bereich Wirbelsäulenchirurgie
-
eine Überschneidung orthopädischen Chirur
gie und der Neurochirurgie
-
beizuziehen, anstelle eines orthopädisch-chirur
gisch Sachverständigen, woran sich sachlich keine Zweifel aufdrängen.
Abgesehen davon, dass
der nunmehrige Einwand der Beschwerdeführerin
verspätet
erscheint
, liess sie
doch
keine Einwände gegen den Vorschlag der MEDAS
C._
vorbringen und sich auch nach der definitiven Ernennung der
Sachverständigen
mit Beschluss vom
1
5.
August 2016 nicht vernehmen, erscheint er auch insofern als widersprüchlich, als sie
noch
im Verwaltungsverfahren explizit eine neurochirurgische Abklärung forderte (
Urk.
7/335
).
Soweit sich infolge der materiellen Beweiswürdigung keine ergänzende ortho
pädisch-chirurgische Abklärung aufdrängt, läuft der diesbezügliche Einwand der Beschwerdeführerin
daher
ins Leere.
3.3
3.3.1
In materieller Hinsicht erweist sich das Gerichtsgutachten vom 3
0.
Januar 2017 als umfassend und nachvollziehbar
begründet
. Insbesondere trägt es der Komplexität der Sache angemessen Rechnung und setzt sich in begrün
deter und
nachvollziehbarer Weise mit
den
überaus zahlreichen medizi
nischen Akten und den sich daraus ergebenden Divergenzen auseinander. So überzeugt
insbesondere
die Darlegung des Verlaufs in der zusammenfassen
den Beurteilung durch den fallführenden
Dr.
E._
mit der Rekonstruktion des Auftretens der jeweiligen Beschwerden unter Beleuchtung der jeweils festgestellten Befunde seit dem ersten Unfall i
m Juli 1992
(
Urk.
47 S. 69 ff.). Übereinstimmend mit den gerichtlichen
Erwägungen
in den Urteilen UV.1994.00151 vom 2
2.
November 1996
und UV.2004
.
00329 vom 2
9.
März 2006 schloss
Dr.
J._
zutreffend
aus, dass
der Unfall
vom 1
9.
Juli 1992
eine ernsthafte Kopfverletzung
bewirkt
und
derjenige
vom
3.
Juli 2000 zu einer schwerwiegenden Verletzung im Bereich
der
HWS
geführt hatte
.
Im Zusammenhang mit der Frage nach einer Instabilität der Wirbelsäule res
pektive des Segmentes C2/3
wird im Gerichtsgutachten der Beginn der „Instabilitätsdiskussion“ (vgl. dazu insbesondere auch
dem
Hinweis
in
Urk.
47 S. 73
auf die im Gutachten von
Dr.
med.
N._
, Arzt und diplomierter Gesprächspsychother
apeut SGGT, vom 3
0.
Januar 2000
geschilderte
Krank
heitsentwicklung
:
Urk.
7/71/5)
anschaulich dargelegt. Nicht nur
Dr.
D._
im Rahmen seiner rheumatologischen Abklärung, so
ndern auch
Dr.
M._
erachtete
eine Instabilität als eindeutig pathologischen Befund als nicht bewiesen (Beilagen zu
Urk.
47: Teilgutachten
Dr.
D._
, S. 25,
Teilgutachen
Dr.
M._
, S. 4). Insbesondere
Dr.
D._
legte in einlässlicher Auseinander
setzung mit den
Vorakten
sowie unter Darlegung einschlägiger wissenschaft
licher Literatur
und
unte
r Berücksichtigung der erhobenen
respektive
ange
sichts des Verhaltens der Beschwerdeführerin
erhebbaren
Befunde
nachvoll
ziehbar dar,
dass zwar Indizien vorlägen, welche für ein
e
funktionelle seg
mentale Störung in der oberen HWS auf Höhe C2/3 rechts sprächen. So sei das gewichtigste Argument hierfür das Ansprechen auf die Infiltrationen in diesem Segment.
Jedoch legte er auch anschaulich dar
, dass die Beschwer
deführerin bei der klinischen Untersuchung Schmerzverstärkungen angebe, welche durch die geschilderten Manöver somatisch-mechanisch nicht erklär
bar seien, respektive
, dass sie
insgesamt ein sehr buntes Beschwerdebild beklage, welche
s
in seiner Gesamtheit keiner Pathologie am Bewegungsap
parat zu
geordnet werden
könne (Beilage zu
Urk.
47: Teilgutachten
Dr.
D._
, S. 15 f.)
.
Entsprechend ordnete
die MEDAS
C._
in ihrer
Gesamtbeurteilung denn auch
nachvollziehbar
einen Teil der Beschwerden einem
zervikozepha
len
Syndrom zu, welches
insofern als somatisch zu gelten
hat
, als es zumin
dest teilweise
einen
leicht degenerativ veränderten
Segment
zuzuor
dnen ist
,
auch
wenn es
nicht
durch eine Instabilität C2/3
ausgelöst
wird
(
Urk.
47
S. 89
). Diese Schlussfolgerungen
erscheinen schlüssig und
werden
durch die Stellungnahme von
Dr.
H._
vom 1
8.
März 2017
nicht in Frage gestellt.
Auch wenn sich das Gericht nicht anmasst, medizinisch-wissenschaftliche Kontroversen zu klären (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.3), so müssen
Unter
su
chungsmethoden
jedenfalls wissenschaftlich anerkannt sein, damit der mit ihnen erhobene Befund eine zuverlässige Beurteilungsgrundlage zu bieten vermag. Als wissenschaftlich anerkannt gilt eine Untersuchungsart, wenn sie von Forschern und Praktikern der medizinischen Wissenschaft auf breiter Basis anerkannt ist (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweisen).
Wie
Dr.
D._
in seine
m
Teilgutachten begründet darlegte, drängen sich an letzterem bezüg
lich der Untersuchungsmethode
n
von
Dr.
H._
wie auch
von
Dr.
F._
doch gewisse Bedenken
auf (Teilgutachten
Dr.
D._
, in:
Urk.
47 S. 19 f.
; vgl. auch diesbezügliche Kritik im Gutachten des Inselspitals
O._
,
Urk.
58/1
). Insbesondere aber basiert die
Annahme von
Dr.
H._
, wonach
sämtliche geklagten Beschwerden der Beschw
e
rdeführerin
auf der von ihm postulier
ten eindeutigen Segmentstörung
im Bereich C2/3 beruhen, auf der unbewiesenen Annahme, die plötzliche Gewalteinwirkung beim Unfall vom
3.
Juli 2000 habe zu einer Überdehnung der Ligamente und der Gelenkkapsel der oberen HWS geführt (
Urk.
54/18 S. 2). Zudem erweist sich
seine
vollumfängliche Zuordnung der Beschwerden zu dem von ihm diag
nostizierten
Gesundheits
schaden
allzu eindimensional, trägt dies der Komplexität der Angelegenheit doch offensichtlich ungenügend Rechnung.
Inwiefern sich die klinische Pathologie letztlich mit seiner Diagnose erklären lässt, ist seinen Ausführun
gen
denn auch
nicht nachvollziehbar zu entnehmen.
Was den von Prof.
F._
und dem
K._
AG als Hin
weis auf eine traumatische Läsion der Gelenkkapsel gewerteten Austritt von
Konstrastmittel
bei mehreren Infiltrationen (
Urk.
22/2, 54/19) anbelangt,
wird
einem
diesbezüglichen
Defekt in der Gelenkkapsel
in keiner der ärztlichen Stellungnahmen eine
pathologische Folge im Sinne einer damit einhergehen
den
konkreten
gesundheitlichen Symptomatik zugeordnet, weshalb sich Weiterungen
, wie die Einholung einer Stellungnahme von
Dr.
F._
(
Urk.
60),
hierzu erübrigen.
3.3.2
Unbestritten
blieb
von Seiten der Beschwerdeführerin
die psychiatrische
Beur
teilung im
Gerichtsgutachten, welche gestützt auf die Exploration von
Dr.
I._
vom 2
1.
Oktober 2016 erging. In Abweichung zum
Gut
achten der MEDAS
A._
vom 2
3.
Oktober 2003 (
Urk.
7/132), welches der Verfügung vom 1
5.
Oktober 2004 zugrunde lag,
schloss
Dr.
I._
in be
g
ründeter Weise
nicht auf
das Vorliegen
eine
r
Somatisierungsstörung
, sondern
auf
die Diagnose
Psychologische Faktoren oder Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Erkrankungen gemäss ICD-10
:
F54.
Bei den Störungen gemäss ICD-10: F50-F59 handelt es sich um Verhaltens
-
auf
fälligkeiten
mit körperlichen Störungen und Faktoren. Die Kategorie F54 umfasst psychologische oder Verhaltensfaktoren bei andern
orts
klassifi
-
zierten Krankheiten; sie sollte verwendet werden, um psychische Faktoren und Verhaltenseinflüsse zu erfassen, die eine wesentliche Rolle in der Ätiologie körperlicher Krankheiten spielen, welche in anderen Kapiteln der ICD-10 klassifiziert werden. Die sich
hiebei
ergebenden psychischen Störungen sind meist leicht, oft lang anhaltend (wie Sorgen, emotionale Konflikte, ängstliche Erwartung) und rechtfertigen nicht die Zuordnung zu einer der anderen Kategorien des Kapitels V
.
In Bezug auf
die
mit F54 klassi
fizierte psychische Überlagerung der somatischen Beschwerden liegt kein psychisches Leiden mit Krankheitswert vor
(Urteile
des Bundesgerichts
8C_567/2009 vom 1
7.
September 2009 E. 5 und 8C_1033/20
09 vom 1
9.
März 2010 E. 2.3.2).
Dass bei
der
Beschwerdeführer
in
eher
eine Ver
haltensauffälligkeit
als
ein psychisches Leid
en mit Krankheitswert
vorliegt
,
korrespondiert im Wesent
lichen mit der Beurteilung von
Dr.
N._
aus dem Jahre 2000, welcher zwar auf eine
Somatisierungsstörung
gemäss ICD-1
0 F45.0 mit chronischem
zer
vikoz
ephalem
und
lumbospondylogenem
Syndrom schloss, dieser Störung aber bei einer Persönlichkeit mit
histrionischen
und paranoiden Zügen ebenfalls keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit beimass
(
Urk.
7/71/8
f
.).
Die im Gutachten der MEDAS
A._
vom 2
3.
Oktober 2003 (
Urk.
7/132) gestellte Diagnose einer
Somatisierungsstörung
wurde trotz gewisser Diskre
panzen in der Schilderung der Beeinträchtigung gestellt. Sie vermag keine Zweifel an der nunmehrigen Diagnosestellung im Gerichts
-
gutachten zu wecken, zumal die Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit im Gutachten der MEDAS
A._
vom 2
3.
Oktober 2003 lediglich aufgrund einer leicht vermin
derten Belastbarkeit und einer etwas erhöhten Erschöpfbarkeit
attestiert wurde
(
Urk.
7/132/60).
3.4
Zusammenfassend besteht
nach dem Gesagten
kein Anlass, von der überzeu
gend begründeten Diagnosestellung im Gerichtsgutachten abzuweichen.
Auch die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vermag zu überzeugen. Insbeson
dere rechtfertigen sich keine Zweifel daran, dass die Beschwerde
führerin in der angestam
mten Tätigkeit als Tramführerin
nicht mehr arbeits
fähig ist
. In klarer Abweichung zur
Beurteilung des
A._
vom 1
9.
Juni 2013 (vgl.
Urk.
7/362 S. 27) legte
Dr.
J._
überzeugend dar, dass die ange
stammte Tätigkeit unter anderem aufgrund der regelmässigen Erschütterun
gen und der Notwendigkeit
zu schnellen Kopfbewegungen selbst bei einer nur
leichten
Störung in der oberen HWS denkbar ungeeignet ist. Auch ist nachvollziehbar, dass eine Tätigkeit als Tramführerin bei unberec
henbaren Schmerzattacken, auch
wenn ursächlich nicht abschliessend zuordenbar, der öffentlichen Sicherheit nicht zuträglich ist.
Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
im
Begut
achtungszeitpunkt
als uneingeschränkt
korrespondiert mit der lediglich leichten Einschränkung in somatischer Hinsicht und der psychiatrischen Diagnose im Rahmen der
Kategorie F54
, welcher kein Krankheitswert zukommt.
Entsprechend ist gestützt auf das Gerichtsgutachten erstellt, dass die Beschwer
deführerin im Begutachtungszeitpunkt in der angestammten Tätig
keit arbeitsunfähig war, in einer leidensangepassten Tätigkeit entsprechend dem gutachterlich definierten Belastungsprofil jedoch zu 100
%
einsatzfähig.
3.5
Keine Zweifel drängen sich sodann an der Verlaufsbeurteilung im
Gerichtsgu
t
achten
auf. Wie
Dr.
J._
in Beantwortung der gerichtlichen Fragen 3 und 4 nachvollziehbar und begründet darlegte (
Urk.
47 S. 92), hat sich an den somatischen Diagnosen und Befunden zumindest seit der Begut
achtung im Jahr 2003 überwiegend wahrscheinlich nichts Wesentliches geändert, wobei die Befunde
gemäss
Dr.
J._
naturgemäss über lange Zeit
gewissen Schwankungen unterworf
en s
ind
. Bei den diversen Gutachten seit 2002 habe es sich immer wieder um Neubeurteilungen des im Wesentlichen gleichen Sachverhaltes gehandelt. Dies gelte auch für die psychiatrischen Einschätzungen.
Hiervon ist auszugehen.
4.
4.1
Eine
r
revisionsweise Rentenaufhebung respektive Renten
herabsetz
ung gestützt auf
Art.
17 ATSG gebricht
es
dementsprechend am Fehlen einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes. Eine erhebliche Änderung
in erwerblicher Hinsicht
steht zwischen den Parteien zu Recht nicht zur Dis
kussion.
Auch wenn die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid im Zusam
menhang
mit der Frage nach der Zumutbarkeit einer Selbsteingliederung eine wiedererwägungsweise Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente erwähnte (
Urk.
2 S. 3), stützte sie sich in der Folge richtigerweise nicht auf diesen
Rückkommenstitel
, lässt doch die Beurteilung des Gesundheitszustan
des
basierend auf dem nunmehrigen
Gerichtsgutachten
das
MEDAS-Gutach
ten
A._
vom 2
3.
Oktober 2003 (
Urk.
7/132)
und
die
ursprüngliche
Renten
zusprache
nicht als offensichtlich unrichtig erscheinen. Die leicht abwei
chende Einschätzung
hinsichtlich des psychischen Gesundheitszustandes
der Beschwerdeführerin respektive dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
lässt nicht den Schluss auf eine zweifellose Unrichtigkeit der
ursprüngliche
Rentenzusprache
zu
, zumal auch
Dr.
I._
sich dafür aussprach, dass es sich bei der psychiatrischen Diagnosestellung stets um ein Konstrukt handle und dass
die Diagnosestellung
gerade bei einer derart komplexen Situation wie der vorliegenden mit Unsicherheiten behaftet sei (vgl.
Teilgut
achten
Dr.
Q._
in: Beilage zu
Urk.
47
)
, mithin Ermessenszüge aufweise
.
Erfolgte die ursprüngliche
Rentenzusprache
aber in vertretbarer Weise, so scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus (vgl.
Urteil
des Bundes
gerichts 9C_427/2014 vom
1.
Dezember 2014 E. 2.2 mit Hinweisen
)
.
4.2
4.2.1
Zu prüfen bleibt indessen, ob die
unzutreffenderweise
mit einer Revision nach
Art.
17 ATSG begründete Rentenaufhebung
gestützt auf
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision
zu schützen ist
,
mithin in diesem Kontext auf die Substitution der Begründung zurückzugreifen ist (vgl. dazu obige E.
1.5).
Der Beschwerdeführerin wurde zu dieser Möglichkeit im Rahmen der
Instrukti
onsverhandlung
vom 1
5.
April 2015 das rechtliche Gehör gewährt (Protokoll S. 2).
4.2.2
Vorweg festzustellen ist, dass keiner
der Ausschlussgründe
nach
lit
. a
Abs.
4
SchlB
IVG
6.
IV-Revision
gegeben ist
. Die Beschwerdeführerin
, Jahrgang 1969,
ist
noch keine 55
Jahre
alt
und bezieht seit
1.
April 2001 eine halbe Invalidenrente, erfüllt mithin auch das Negativkriterium einer 15-jährigen
Bezugsdauer nicht (zum massgeblichen Anknüpfungspunkt für die 15-jährige Bezugsdauer: BGE 139 V 442 E. 3 und 4).
Wie unter E. 2.3 dargelegt,
lag der
Rentenzusprache
mit
Verfügung vom 1
5.
Oktober 2004
als Hauptdiagnose eine
Somatisierungsstörung
gemäss ICD-10 F
45.0 und damit ein
pathogenetisch
-ätiologisch unklares
syndroma
les
Beschwerdebild im Sinne der Schlussb
estimmung zugrunde. Schliesslich
liegt kein „Mischsachverhalt“ vor, bei dem es unmöglich wäre festzustellen, wie gross der Anteil der organisch bedingten Beschwerden bei der
Renten
zusprache
war (vgl. obige E. 1.3),
wurde der Beschwerdeführerin im Gutach
ten der MEDAS
A._
vom 2
3.
Oktober 2003 doch aus somatischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
in adaptierter Tätigkeit attestiert (
Urk.
7/132/30).
Der Überprüfung des Re
ntenanspruchs nach
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision steht damit nichts entgegen, zumal sie innerhalb der in dieser Bestimmung vorgesehenen dreijährigen Frist erfolgt ist.
4.2.3
Ausser Betracht steht eine Neubeurteilung des organisch begründeten Teils der Arbeitsfähigkeit, kann ein solcher bei Anwendbarkeit der
Schlussbestim
mung
doch nur neu beurteilt werden, sofern eine Veränderung im Sinne von
Art.
17 ATSG eingetreten is
t (vgl. obige E. 1.3)
, was hier
gerade
nicht der Fall ist
.
Psychiatrischerseits
mass
Dr.
I._
der
psychischen Störung in Form von
psychologischen und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifi
zierten Erkrankungen (ICD-10 F54)
keine Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit bei
, was mit der Rechtsprechung, wonach es sich bei einer Störung gemäss F54 um
eine Verhaltensauffälligkeit, nicht aber um ein psychisches Leiden mit Krankheitswert
handelt
(Urteile
des Bundesgerichts
9C_408/2010 vom 2
2.
November 2010 E. 4.2; 8C_567/2009 vom 1
7.
September 2009 E. 5)
, korrespondiert. Eine invalidisierende Wirkung der funktionellen Störung ist entsprechend zu verneinen; eine
Beurteilung im Lichte der Indikatoren gemäss BGE 141 V 281
kann unterbleiben
.
Zusammenfassend führt die Rentenüberprüfung im Lichte von
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision unter dem Titel der substituierten Begründung zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin
in einer angepassten Tätigkeit
seit län
gerem, sicherlich aber im hier interessierenden Zeitraum (
Art.
88a
Abs.
1 IVV
)
seit Juni 2014 zu 100
%
arbeitsfähig ist.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen
der festgestellten medizi
nisch-theoretischen Leistungsfähigkeit
.
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin bemass das hypothetische
Valideneinkommen
als Tramfü
hrerin
in der ursprünglichen Rentenverfügung
vom 1
5.
Oktober 2004 gestützt auf die Angab
en der ehemaligen Arbeitgeberin vom
8.
Mai 2002
für das J
ahr 2002 mit
Fr.
80‘395.90 für ein 100%-Pensum und
er
rechnete unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2003
ein Ein
kommen von
Fr.
81'521.--
(vgl.
Urk.
7/100, 7/134, 7/148). Angepasst an die Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2014 resultiert hieraus ein
Validenein
kommen
von
Fr.
93‘399.
--
(Nominallohnindex 1993, 1993-2016,
Tabellen
gruppe
T1.93, Total Frauen
, 2003: 115.3
%
, 2014: 132.1
%
).
Dieser Wert korrespondiert mit der Angabe der
Y._
vom
7.
August 2009, wonach die Beschwerdeführerin 2009 ein Jahressalär von
Fr.
90‘000.-- hätte erzielen können (
Urk.
3/12). Angepasst an die Nominallohnentwicklung führt diese Grösse zu einem hypothetischen
Valideneinkommen
von
Fr.
94‘282.
-- (Nominallohnindex 1993, a.a.O., 2009: 126,1
%
, 2014: 132.1
%
).
Da die Ermittlung des im Gesundheitsfall von der versicherten Person erzielba
ren Einkommens so konkret wie möglich zu geschehen hat (
BGE 139 V 28 E. 3.3.2
mit Hinweis; Urteil
des Bundesgerichts
9C_351/2013 vom 1
9.
September 2013 E. 4.3 und 4.4)
und sich keine Zweifel
an den für das Jahr 2009 aktualisierten Lohnangaben der ehemaligen Arbeitgeberin auf
drängen, bleibt für den von der Beschwerdegegnerin postulierten (
Urk.
2 S. 2)
Beizug
der standardisierten Löhne gemäss der
vom Bundesamt für Statistik
periodisch
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
kein Raum.
Ent
sprechend ist vom oben errechnete
n
Valideneinkommen
2014 v
on
Fr.
94‘282.
--
auszugehen.
5.2
5.2.1
Das hypothetische Invalideneinkommen ist dagegen gestützt auf
die
LSE
zu
ermitteln
, hat die Beschwer
deführerin doch seit der Aufgabe
ihrer Stelle bei den
Y._
im Jahr 2001 (vgl. Berufsanamnese in
Urk.
47 S. 61)
keine ihr an sich zumutbare neue Stelle angetreten
(BGE 142 V
178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3,
135 V 297 E. 5.2).
Da eine Rentenaufhebung/-
herabsetzug
per Ende Oktober 2014 zur Diskussion steht,
steht der Anwendung
der
LSE
2012
und dabei der nach Kompetenzniveau differenzierten Tabelle TA1 nichts entgegen
(
BGE 142
V 178 E. 2.5.7 und 2.5.8.1;
Urteil des Bundesgerichts 8C_277/2016 vom 20. Juli 2016
E. 4.2)
.
Entsprechend dem ärztlichen Zumutbarkeitsprofil ist der Beschwerdeführerin eine bezüglich Rücken- und Halswirbelsäule nicht belastende Tätigkeit mit der Möglichkeit zu Positionswechseln, ohne anhaltende Überkopfarbeiten und ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 Kilogramm zu 100
%
zumutbar
. Nicht
nur die gelernte Tätigkeit als
Confiserieverkäuferin
, sondern jede administrative Tätigkeit mit der Möglichkeit zur Wechselbelastung und nicht stundenlangem Arbeiten vor dem Computer wurde als ideal erachtet
(
Urk.
47 S. 91)
.
Es rechtfertigt sich deshalb
,
für die Bemessung des Invalideneinkommens auf den standardisierten Durchschnittslohn für
praktische Tätigkeiten im
Kom
petenznivea
u
2 (praktische Tätigkeiten unter anderem in
Ver
kauf/
Pflege/Datenverarbeitung/Administration/Bedienen von Maschinen und
eletronischen
Geräten
)
in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors gemäss LSE
2012 Tabelle TA1
,
abzustellen.
Dank der
Berufs- und Fachkennt
nisse der Beschwerdeführerin im
Bereich Verkauf und
in der Administration (
Fundbüro
)
der
Y._
und ihrer jahrelangen Erfahrung als Tramführerin
(vgl.
Urk.
7/7/1, 7/9/3,
7/85/1
)
kommt eine Tätigkeit in diesem Kompetenzniveau eher in Frage als eine Tätigkeit im Kompetenzniveau 1, welches sich auf einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art bezieht.
D
er durchschnittliche Monatslohn im
Total
für Frauen
betrug
im Jahr 2012
Fr.
4‘
646
.
--
im Monat
(LSE 2012
,
Tabellengruppe TA1, Total Frauen
,
Kompe
tenzniveau
2
, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbs
-
einkommen/
-
Arbeitskosten, Lohnniveau - Schweiz), mithin
Fr.
55‘
752
.-- pro Jahr. Unter Berücksichtigung der
Nominall
ohnentwicklung
für Frauen
bis 2014
(Bundesamt für Statistik,
Schweizerischer Lohnindex, T1.2.10, Nominallohnindex, Frauen
, 2011-2015
, 2012:
102
%
, 2014
:
103,6
%
)
und
der betriebsüblichen Arbeitszeit
im Jahr 2014
von
41,
7
Stun
den (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, herausgegeben vom Bundesamt für Statistik, T03.02) resultiert ein Jahreseinkommen für 201
4
von
Fr.
59‘033
.-- (
Fr.
55‘752
.
--
:
102
x
103.6
: 40 x 41.7).
5.2.2
Was den geltend gemachten Abzug vom Tabellenlohn anbelangt (vgl.
Urk.
1 S. 27), gilt, dass, sofern das trotz Gesundheitsschaden
zumutbarerweise
erzielbare Invalideneinkommen - wie hier - auf der Grundlage der LSE ermittelt wird, der entsprechende Ausgangswert gekürzt werden kann, soweit anzunehmen ist, dass die verbleibende Leistungsfähigkeit infolge eines oder mehrerer Merkmale (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) nur mit unter
durchschnittlichem Einkommen verwertet werden kann. Der Abzug darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_939/2011 vom 1
3.
Februar 2012 E. 5.2.1).
Die Beschwerdegegnerin verzichtete im Rahmen der ursprünglichen
Rentenzu
sprache
auf die Gewährung eines leide
nsbedingten Abzugs
(vgl.
Urk.
7/156
). Dies steht der nunmehrigen Prüfung eines solchen
grundsätzlich
nicht entgegen, gilt
doch
entsprechend der revisionsrechtlichen Regel, wonach bei Vorliegen eines Revisionsgrundes für ein Sachverhalts
-
element
auch die anderen Elemente der Anspruchsberechtigung ohne Bindung an die ursprüngliche Verfügung neu überprüft und festgesetzt werden können (Urtei
l des Bundesgerichts 8C_646/2011 und 8C_699/2011 vom 1
7.
November 2011
E. 4.3; AHI 2002 S. 164 E. 2a, I 652/00), dass die Ele
mente der Invaliditätsbemessung auch hier neu geprüft werden können.
Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführerin medizinisch-theoretisch in einer angepassten
Arbeit
eine vollschichtige Tätigkeit ohne zusätzlichen Pausenbedarf zumutbar ist, sowie unter Berücksichtigung der höchstrichter
lichen Rechtsprechung, dass
gewisse Einschränkungen wie die Notwendig
keit, wechselnde Positionen einzunehmen, Zwangshaltungen der Wirbelsäule zu vermeiden sowie Hebe- und
Traglimiten
zu beachten
,
keinen zusätzlichen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigen, wenn auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt auch unter Berücksichtigung des Anforderungs-
und
Belas
tungsprofils
ein genügend breites Spektrum an zumutbaren
Verweisungstä
tigkeiten
besteht (Urteil des Bundesgerichts 9C_454/2011 vom 3
0.
September 2011 E. 4.3)
,
ist von
einem
Abzug vom Tabellenlohn ab
zusehen
.
Der Beschwerdeführerin mit ihrer breiten Berufserfahrung (Lehre zur
Confiserie
verkäuferin
,
Verkaufstätigkeit,
Tramführerin, administrative Tätigkeit bei den
Y._
steht auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt eine genügend breite Palette an zumutbaren Tätigkeiten offen.
Wi
rd das
Valideneinkommen
von
Fr.
94‘282.00
dem Invalideneinkommen von
Fr.
59‘033
.--
gegenübergestellt, resultie
rt eine Erwerbseinbusse von Fr.
35‘
249
.--
und somit ein Invaliditätsgrad
von
37
%
, was
einem Anspruch auf eine Invalidenrente entgegensteht.
Die
angefochtene Verfügung erweist sich folglich im Ergebnis als zutreffend; die Beschwerde ist
abzuweisen
.
6
.
6
.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind nach dem
Verfahrens
aufwand
zu bemessen und ermessensweise
auf
Fr.
1‘000.
-- f
estzu
setzen und der Beschwerdeführerin aufzuerlegen
.
6
.2
Was die Frage der
Überbindung der Gutachtenskosten an die
Beschwerdegeg
nerin
anbelangt, legte das Gericht den Parteien im Rahmen der
Instruktions
verhandlung
vom 1
5.
April 2015 dar, das
s
es die Einholung eines
Gerichts
gutachtens
als notwendig erachte, weil insbesondere die Frage nach den Auswirkungen der Segmentstörung gestützt auf die Akte
nlage ungenügend abgeklärt sei
(Prot. S. 2). Wie unter obiger Erwägung 3.3.2
dargelegt
, über
zeugte das von der Beschwerdegegnerin eingeholte Gutachten des
A._
vom 1
9.
Juni 2013 (vgl.
Urk.
7/362 S. 27) insbesondere in seiner Beurteilung der
somatisch
bedingten Beeinträchtigungen
und der daraus sich ergebenen
Einsc
hränkungen
nicht.
Damit sind die vom Bundesgericht in BGE 137 V 210 E. 4.4.2 aufgestellten Kriterien, wie sie in
BGE
139 V 496 präzisiert wurden (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_301/2016
vom
7.
Juli 2016
E. 2.2), namhaft gemacht und die Voraussetzungen zur Überbindung der Gutachtenskosten an die Beschwerdegegnerin
sind
erfüllt. Diese hat demnach die Kosten für das Gerichtsgutachten
von
Fr.
22‘178.70
(vgl.
Urk.
48) zu tragen.