Decision ID: dea94834-968a-5e5f-9ae7-b69781d0b471
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass das SEM mit Verfügung vom 20. Oktober 2020 das Asylgesuch des
Beschwerdeführers vom 2. Juli 2018 ablehnte, seine Wegweisung aus der
Schweiz verfügte und den Wegweisungsvollzug anordnete,
dass das Bundesverwaltungsgericht die dagegen erhobene Beschwerde
mit Urteil D-5414/2020 vom 17. Mai 2021 abwies,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom
13. Juli 2021 beim SEM ein Wiedererwägungsgesuch einreichen liess,
dass diesem Gesuch – neben einer Vollmacht – ein Schreiben des Schwa-
gers des Beschwerdeführers (inkl. englische Übersetzung), medizinische
Unterlagen den Schwager betreffend, sieben Fotos von Verletzungen des
Schwagers, zwei Auszüge aus dem Information Book der Polizei vom (...)
2018 respektive vom (...) 2020 sowie eine DHL-Sendebestätigung beila-
gen,
dass das SEM mit Zwischenverfügung vom 9. August 2021 feststellte, das
Wiedererwägungsgesuch sei als aussichtslos zu beurteilen, und deshalb
den Beschwerdeführer im Sinne von Art. 111d Abs. 3 AsylG aufforderte, bis
zum 23. August 2021 einen Gebührenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.–
zu bezahlen, ansonsten auf das Wiedererwägungsgesuch nicht eingetre-
ten werde,
dass die Zwischenverfügung den Hinweis enthielt, dass es sich um eine
Zwischenverfügung handle, die gemäss Art. 107 AsylG nur mit dem En-
dentscheid anfechtbar sei,
dass das SEM mit Verfügung vom 26. August 2021 – eröffnet am 3. Sep-
tember 2021 – auf das Wiedererwägungsgesuch nicht eintrat, die Rechts-
kraft und Vollstreckbarkeit der Verfügung vom 20. Oktober 2020 feststellte
und festhielt, einer allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende
Wirkung zu,
dass es seinen Nichteintretensentscheid mit der Nichtbezahlung des Ge-
bührenvorschusses begründete,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom
10. September 2021 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen
diesen Entscheid erheben und beantragen liess, die Verfügung des SEM
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sei aufzuheben und die Sache zwecks Eintretens an die Vorinstanz zurück-
zuweisen,
dass er in prozessualer Hinsicht um Gewährung der aufschiebenden Wir-
kung der Beschwerde und unentgeltlichen Prozessführung sowie um Ver-
zicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchte,
dass der Beschwerde eine Vorladung der sri-lankischen Polizei vom (...)
2021 beilag,
dass der Instruktionsrichter mit superprovisorischer Massnahme vom
13. September 2021 den Vollzug der Wegweisung per sofort einstweilen
aussetzte,

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel
– so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen
(Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m.
Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),
dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen
Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des
Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5),
dass das Verfahren gestützt auf Art. 33a Abs. 2 VwVG auf Deutsch geführt
wird,
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen,
die Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die
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Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht
eingetreten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5),
dass sich demnach das Gericht – sollte es den Nichteintretensentscheid
als unrechtmässig erachten – einer selbständigen materiellen Prüfung ent-
hält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer Ent-
scheidung ans SEM zurückweist (vgl. BVGE 2014/39 E. 3 m.w.H.),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich,
wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Be-
schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2
AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet wurde,
dass das SEM nach Art. 111d Abs. 3 AsylG von der Person, die ein Wie-
dererwägungs- oder Mehrfachgesuch gestellt hat, einen Gebührenvor-
schuss in der Höhe der mutmasslichen Verfahrenskosten verlangen kann
und zu dessen Leistung unter Androhung des Nichteintretens eine ange-
messene Frist ansetzt,
dass das SEM nach Art. 111d Abs. 3 Bst. a AsylG i.V.m. Art. 111d Abs. 2
AsylG auf die Erhebung eines Gebührenvorschusses verzichtet, wenn die
gesuchstellende Person bedürftig ist und ihre Begehren nicht von vornhe-
rein aussichtslos erscheinen,
dass das SEM mit Zwischenverfügung vom 9. August 2021 die Aussichts-
losigkeit des Wiedererwägungsgesuchs feststellte und einen Gebühren-
vorschuss in der Höhe von Fr. 600.– verlangte,
dass der Beschwerdeführer diesen Gebührenvorschuss unbestrittener-
massen nicht innert Frist einzahlte,
dass das SEM einzig wegen des Nichtbezahlens des Gebührenvorschus-
ses – und nicht etwa wegen der mit Zwischenverfügung vom 9. August
2021 festgestellten Aussichtslosigkeit – mit Verfügung vom 26. August
2021 nicht auf das Wiedererwägungsgesuch eintrat,
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dass der durch eine rechtskundige Person vertretene Beschwerdeführer
mit seiner Beschwerde die Zwischenverfügung des SEM vom 9. August
2021 nicht anfocht, da er in dieser Hinsicht keine Anträge stellte,
dass damit die Zwischenverfügung des SEM vom 9. August 2021 im vor-
liegenden Beschwerdeverfahren mangels Anfechtung nicht Prozessthema
ist,
dass vielmehr die angefochtene Verfügung vom 26. August 2021 allein auf
der unbestrittenen Nichtbezahlung des Gebührenvorschusses beruht und
demnach rechtmässig ist,
dass dennoch in Bezug auf die Zwischenverfügung des SEM der Klarheit
halber festzuhalten ist, dass der Beschwerdeführer verkennt, dass für die
Beurteilung der Prozesschancen lediglich eine summarische Prüfung vor-
zunehmen ist,
dass das SEM in der Zwischenverfügung vom 9. August 2021 zudem im
Einzelnen und unter Berücksichtigung der neu eingereichten Beweismittel
begründete, weshalb es das Wiedererwägungsgesuch als aussichtslos
qualifizierte,
dass zudem – übereinstimmend mit der Vorinstanz – festzuhalten ist, dass
das SEM für die Beurteilung von Vorbringen, welche sich auf Beweismittel
und Sachverhalte stützen, welche vor dem Urteil des Bundesverwaltungs-
gerichts D-5414/2020 vom 17. Mai 2021 entstanden sind respektive sich
verwirklicht haben und vorbestandene Tatsachen betreffen, funktional nicht
zuständig ist, da diese im Rahmen einer Revision beim Bundesverwal-
tungsgericht geltend gemacht werden müssten (vgl. Art. 45 VVG
[SR 173.32] i.V.m. Art. 121 ff. BGG [SR 173.110]),
dass sich mithin die vom Beschwerdeführer erhobenen Rügen als unbe-
hilflich erweisen würden, hätte er damit auch die Zwischenverfügung des
SEM vom 9. August 2021 angefochten,
dass das SEM nach dem Gesagten zu Recht auf das Wiedererwägungs-
gesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,
dass die auf Beschwerdeebene eingereichte Vorladung nichts daran zu än-
dern vermag, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist,
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dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechts-
erheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1
AsylG) und – soweit überprüfbar – angemessen ist, weshalb die Be-
schwerde abzuweisen ist,
dass der am 13. September 2021 verfügte Vollzugsstopp mit dem vorlie-
genden Urteil dahinfällt,
dass die Gesuche um Erteilung der aufschiebenden Wirkung und um Ver-
zicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses im Beschwerdeverfahren ge-
genstandslos geworden sind, da das Beschwerdeverfahren mit vorliegen-
dem Urteil abgeschlossen ist,
dass die Beschwerdebegehren aufgrund vorstehender Erwägungen als
aussichtslos zu bezeichnen sind (vgl. Art. 65 Abs. 1 VwVG), weshalb das
Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung abzuweisen
ist,
dass die Verfahrenskosten somit gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen
sind (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]).
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