Decision ID: ef6040f3-60a8-491b-b81f-017a2a13ca95
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1950, bezog seit
1.
August 2012 eine ordentliche
Alters
rente der Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHV; Urk. 7/5), als sie sich
am
8.
Januar 2013 an ihrem Wohnort zum Bezug von
Ergän
zungs
- und Zusatz
leistungen anmeldete (Urk. 7/1). Mit Verfügung vom
1
4.
Juni 2013 (Urk. 7/23)
verneinte die Stadt
Dietikon
,
Durchführungsstelle für Zusatzleistun
gen zur AHV/IV
, einen Anspruch
der
Versicherten auf Ergänzungs- und Zu
satz
leistun
gen ab
1.
Januar
2013
.
Mit Verfügung vom 1
6.
Juli 2013 (
Urk.
7/26) hob die Stadt Dietikon die Verfügung vom 1
4.
Juni 2013 wiedererwägungsweise auf,
bemass den Leistungsanspruch der Versicherten neu und verneinte einen An
spruch der Versicherten auf Ergänzungs- und Zusatzleistun
gen ab
1.
Januar 2013
erneut.
Die
von der
Versicherten am
1
2.
September
2013
gegen die Verfü
gung vom 1
6.
Juli 2013
erho
bene Einsprache (Urk.
7/24
) wies die Stadt
Dietikon
mit Ent
scheid vom
1
4.
November
2013 (Urk. 2) ab.
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom
1
4.
November
2013
(
Urk.
2) erhob
die
Ver
si
cherte am
1
9.
Dezember
2013
(Poststempel;
Urk.
1)
Beschwerde und bean
trag
te,
dieser
sei
aufzuheben und es seien ihre Ansprüche auf
Ergänzungsleis
tungen
, Beihilfe und Gemeindezuschüsse ab
1.
Januar 2013 neu zu prüfen. Da
bei seien die von ihr bezahlten Steuerschulden im Betrag von
Fr.
1‘898.80, der tatsäch
li
che Kontostand ihres Bankkontos sowie der tatsächliche Wert ihres Motor
fahr
zeuges von
Fr.
4‘823.-- gemäss der Bewertung durch die Sportgarage
Y._
AG
mi
t zu berücksichtigen.
Mit Beschwerdeantwort vom
3
0.
Januar 2014
(Urk.
6
) beantragte die Stadt
Dietikon
die Abwei
sung der Beschwerde. Eine Kopie dieser Eingabe wurde
der
Be
schwerde
führ
erin
am
1
0.
Februar 2014
zugestellt (Urk.
8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Al
ters
,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) haben Personen An
spruch auf Ergänzungsleistungen, wenn sie die Voraussetzungen nach den Art. 4-6 ELG er
füllen. Dabei entspricht die jährliche Ergänzungsleistung dem Betrag, um den die
anerkannten Ausga
ben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG). Die anre
chenbaren Einnahmen werden nach Art. 11 ELG berech
net.
1.2
Zu den anrechenbaren Einnahmen gehören nach Art. 11 Abs. 1 ELG
, in der ab
1.
Januar 2011 geltenden Fassung:
Z
wei Drittel der Erwerbseinkünfte in Geld oder Naturalien, soweit sie bei alleinstehenden Personen jährlich Fr. 1'000.-- und bei Ehepaaren und Personen mit rentenberechtigten Waisen oder mit Kindern, die einen Anspruch auf eine Kinderrente der AHV oder IV begründen,
Fr.
1'500.-- übersteigen (lit. a.);
Einkünfte aus beweglichem und unbeweglichem Vermögen (lit. b); ein Fünfzehntel (bei Altersrentnern ein Zehntel) des Reinvermögens, soweit es bei Alleinstehenden
Fr.
37'500.--, bei Ehepaaren
Fr. 60'000.--
u
nd bei rentenberechtigten Wai
sen sowie bei Kindern, die einen Anspruch auf eine Kinderrente der AHV oder IV begründen,
Fr.
15'000.-- übersteigt
; gehört der Bezügerin oder dem Bezüger oder einer Person, die in die Be
rechnung der Ergänzungsleistung eingeschlossen ist, eine Liegen
schaft, die mindestens von einer dieser Personen bewohnt wird, so ist nur der
Fr. 112‘
500
.--
übersteigende Wert der Liegenschaft b
eim Vermö
gen zu berücksichtigen
(lit. c);
Renten, Pensionen und andere wiederkehrende Leistungen, einschliess
lich der Renten der AHV und der IV (lit. d);
Leistungen aus Verpfründungsvertrag und ähnlichen Vereinbarungen
(lit. e)
;
Familienzulagen (lit. f);
Einkünfte und Vermögenswerte, auf die ver
zichtet worden ist (lit. g)
;
familienrechtliche Unterhaltsbeiträge (lit. h).
1.3
Gemäss §§ 15 und 19a Abs. 3
des Gesetzes über die Zusatzleistungen zur eid
ge
nössischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung
ZLG finden die
Vorschriften, die für die jährliche Ergänzungsleistung nach
Art.
9 ff. ELG gelten
,
entsprechende Anwendung auf die Beihilfen und Zuschüsse, soweit im ZLG nichts
Abweichendes bestimmt ist.
Gemäss § 20 Abs. 1
(ZLG)
können die Gemeinden Gemeindezuschüsse zu den Beihilfen gewähren, die nicht als Einkommen anzurechnen sind. Soweit für die
Gemeindezuschüsse nichts Abweichendes bestimmt ist, gelten für diese laut § 20a
ZLG die allgemeinen Verfahrensbestimmungen des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; Art. 27-61).
1
.4
Gemäss Art.
4
der Verordnung der Stadt
Dietikon
über die zusätzliche Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenbeihilfe (
Zusatzleistungs
ver
ord
nung
;
www.dietikon.ch)
besteht ein Anspruch auf Gemeindezuschüsse, wenn
d
ie Vo
raussetzungen zum Bezug der Ergänzungsleistungen sowie der Alter-, Hinter
lassenen- und In
validenbeihilfe erfüllt sind
(lit.
a)
,
und wenn die
gesuchstel
lende
Person seit
mindestens 10 Jahren
ihren
zivilrechtlichen Wohn-sitz in der Stadt Dietikon hat (lit. b).
Gemäss
Art.
7
Abs.
1 der Zusatzleistungsverordnung finden, s
oweit durch diese
Ver
ordnung nichts anderes bestimmt ist, die Bestimmungen des
ZLG
sinnge
mäss
auch auf die Gemeindezuschüsse Anwendung
.
1.5
Art.
17
Abs.
1 ELV bestimmt, dass das anrechenbare Vermögen nach den Grund
sätzen der Gesetzgebung über die direkte kantonale Steuer für die Be
wertung
des Vermögens im Wohnsitzkanton zu bewerten ist. Gemäss
§
39
Abs.
1 des Steuer
gesetz
es
des Kantons Zürich wird das Vermögen zum Verkehrs
wert be
wertet
.
1.
6
Z
eitlich massgebend für die Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistung sind ge
mäss Art. 23 Abs. 1 der Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Al
ters,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV) in der Regel die wäh
rend des
vorausgegangenen Kalenderjahres erzielten anrechenbaren Einnahmen so
wie das
am 1. Januar des Bezugsjahres vorhandene Vermögen.
Gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung sind die kantonalen Durchführungsstellen bei
Versicherten, deren anrechenbare Einnahmen und deren Vermögen im Sinne des
ELG aufgrund einer Steuerveranlagung ermittelt werden kann, befugt, als
Be
rech
nungsperiode
die der letzten Steuerveranlagung zugrunde liegende
Be
rech
nungs
periode
zu wählen, falls inzwischen keine Änderung der wirtschaft
li
chen Verhält
nisse der versicherten Person eingetreten ist.
1.
7
Nach der Rechtsprechung (BGE 128 V 39) kann eine Verfügung über
Ergän
zungs
leistungen
in zeitlicher Hinsicht Rechtsbeständigkeit nur für das Kalen
der
jahr entfalten; im Rahmen der jährlichen Überprüfung können deshalb die Grund
l
agen zur Berechnung der Ergänzungsleistungen ohne Bindung an früher
berücksichtigte Berechnungsfaktoren und unabhängig allfälliger während der Bemessungsdauer möglicher Revisionsgründe von Jahr zu Jahr neu festgelegt werden
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Einspracheentscheid vom 1
4.
November 2013 (
Urk.
2) davon aus,
dass der Beschwerdeführerin bei der Be
messung des Leistungsanspruchs ab
1.
Januar 2013 der Stand ihres Vermö
gens per 3
1.
Dezember 2012 anzurechnen sei. Dabei seien die von der Be
schwerde
führerin im Jahre 2012 bezahlten Steuerschulden mitberücksichtigt.
Das
Motor
fahrzeug sei der Beschwerdeführerin sodann nicht zum Eintauschwert sondern zum Verkehrswert als Vermögen anzurechnen (S.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin bringt
hiegegen
vor, dass die Beschwerdegegnerin im an
gefochtenen Einspracheentscheid die von ihr bezahlten Steuerschulden und den tatsächlichen Stand ihres Bankkontos zu Unrecht nicht mitberücksichtigt habe. Sodann habe die Beschwerdegegnerin bei der Bewertung ihres Motorfahr
zeuges zu Unrecht nicht auf
die von ihr veranlasste
Bewertung
des Fahrzeuges
durch die Sport
G
arage
Y._
AG abgestell
t, welche
einen Wert des Fahrzeuges von Fr. 4‘823.--
ergeben
habe
(
Urk.
1)
.
3.
3.1
Bei den Akten befindet sich ein Auszug aus dem Bankkonto der Beschwerde
füh
rerin bei der
Z._
AG für die Zeit vom
1.
Juli bis 3
1.
Dezember 2012 (
Urk.
7/6). Mit der Beschwerde reichte die Beschwerdeführerin sodann einen Auszug aus ihrem Bankkonto bei der
Z._
AG für die Zeit vom
1.
Januar bis 3
0.
November 2013 (
Urk.
3/4) ein.
Aus
b
e
iden Kontoauszügen
lässt sich ein Kontostand von
Fr.
32‘623.90
per 3
1.
Dezember 2012 beziehungsweise per
1.
Januar 2013
ent
nehmen
.
3.2
Sodann befindet sich ein
e
Abschlussrechnung
per 3
1.
Dezember 2011
betreffend das Sparkonto für Mietkaution der Beschwerdeführerin bei der
A._
AG bei den Akten (
Urk.
7/7). Danach ha
t
das Konto
der Beschwerdeführerin
am 3
1.
Dezember 2011 einen Buchsaldo von
Fr.
1‘250.06 auf
ge
wies
en
.
3.3
Es ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin bei der Bemessung des
Leistungsanspruchs der Beschwerdeführerin
für die Zeit
ab
1.
Januar 2013
ein
Gut
haben bei der
Z._
AG im Betrag von Fr. 32‘623.-- und
ein solches
bei der
A._
im Betrag von
Fr.
1‘250.-- als Vermögen berücksichtigte (vgl.
Urk.
7/29
S. 2). Daran ändert die von der Beschwerdeführerin
eingereichte
Steu
errechnung
der Finanzverwaltung der Stadt Dietikon betreffend Staats- und Gemeindesteuern für das Jahr 2012 im Betrag von
Fr.
1‘898.80, welche sie am
6.
November 2012 beglich
en hatte
(
Urk.
3/2)
,
nichts. Denn
der per Ende 2012 /
Anfang 2013 berücksichtigte Vermögensstand ergab sich – unter anderem – auch
aus der Vermögensabnahme durch das Bezahlen dieser Rechnung;
die
Bezah
lung
der Steuerrechnung am
6.
November 2012
,
mithin zu einem Zeitpunkt vor dem
1.
Januar 2013
,
ändert
also
am
Vermögens
stand
zum massgeblichen
Stichtag des
1.
Januar 2013
nichts
.
4.
4.1
Bei der Bewertung des Motorfahrzeuges der Beschwerdeführerin (Audi A3, erste
Inverkehrsetzung
am 2
4.
Februar 2004) berücksichtigte die Beschwerdegegnerin
die Daten des Fahrzeugausweises dieses Fahrzeuges (
Urk.
7/9/1) sowie die
Kilo
meterangaben
gemäss der von der Beschwerdeführerin eingereichten Bewertung des Fahrzeuges durch die Sport Garage
Y._
AG vom 2
8.
Dezember 2012 (
Urk.
7/9/4 =
Urk.
3/3)
. Danach habe
das Fahrzeug zu diesem Zeitpunkt einen Kilometerstand von 80‘000 aufgewiesen. Mit diesen Angaben nahm die
Be
schwer
degegnerin
am
9.
Januar 2013 eine EUROTAX-Bewertung des Fahrzeu
ges vor, woraus ein Verkehrswert des Fahrzeugens von
Fr.
8‘316.-- resultierte (
Urk.
7/9/3).
4.2
Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden.
Denn
bei der Bemessung
des
An
spruchs auf Ergänzungs- und Zu
satzleistungen
ist
das
am
1.
Januar des
Bezugs
jahres
vorhandene
, zum Verkehrs
wert bemessene
Vermögen
massgebend
(vor
ste
h
ende E.
1.6)
.
Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin selbst eine EUROTAX-Bewertung des Fahrzeuges vornahm und dabei
auf
die Angaben des Fahrz
eugausweises
sowie
auf
die
Kilometer
an
gaben
der von der Beschwerdeführerin eingereichten
Fahrzeugbewertung
durch die Sport Garage
Y._
AG abstellte.
4.3
Auf die Bewertung des Fahrzeuges durch die Sport Garage
Y._
AG vom 2
8.
Dezember 2012 kann vorliegend nicht abgestellt werden, weil es sich hierbei nicht um eine Bewertung zum Verkehrswert, sondern um eine solche zum
Ein
tauschwert
handelte (vgl.
Urk.
7/9/4).
Im Übrigen wird von der Beschwerdefüh
rerin nicht geltend gemacht, dass auf
die EUROTAX-Bewertung
wegen erhebli
cher Mängel des Fahrzeuges oder aus anderen Gründen
nicht abgestellt werden könne (
Urk.
1). Demnach
ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin den Wert des Fahrzeuges der Beschwerdeführerin mit
Fr.
8‘316.-- bemass und
diesen Betrag bei der Bemessung des Leistungsanspruchs der Beschwerdeführe
rin
als Vermögen anrechnete (vgl. Urk.
7/29 S. 2).
4.4
Die gegen den angefochtenen Entscheid erhobenen Einwände erweisen sich als nicht
stichhaltig und dieser erweist sich als rechtens.
Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen.