Decision ID: 9446c8c0-200b-5ffe-82ac-14dd11438ad4
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass das BFM mit Verfügung vom 5. Mai 2009 in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. b des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch des Gesuchstellers nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,
dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, der  habe im Rahmen des Asylverfahrens die Behörden über seine Identität getäuscht, weshalb seinen Vorbringen, die sich explizit auf die angebliche eritreische Herkunft beziehen, jegliche Grundlage  werde,
dass die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde vom  mit Urteil vom 19. Mai 2009 unter anderem in  der Erwägungen des BFM abgewiesen wurde,
dass der Gesuchsteller unter Beilage eines eritreischen Rückkehrer- Passes im Original sowie einer Farbkopie der Identitätskarte seines Vaters mit Eingabe vom 17. Juli 2009 um Revision des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 19. Mai 2009 ersuchen liess,
dass er unter Kosten- und Entschädigungsfolge beantragen liess, es sei auf das vorliegende Gesuch einzutreten und die Vollzugsbehörden seien im Sinne einer vorsorglichen Massnahme anzuweisen, von  bis zu einem Entscheid über das vorliegende  abzusehen,
dass ferner das angefochtene Urteil aufzuheben, die  des Gesuchstellers festzustellen, ihm Asyl zu gewähren,  die vorläufige Aufnahme anzuordnen und die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu gewähren sei,
dass zur Begründung unter anderem ausgeführt wurde, aufgrund der eingereichten Beweismittel sei die Herkunft des Gesuchstellers  beziehungsweise dieser habe nie versucht, seine Identität und Herkunft zu verheimlichen,
Seite 2
D-4601/2009

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden  Verfügungen des BFM auf dem Gebiet des Asyls entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des  vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass es ausserdem zuständig für die Revision von Urteilen ist, die es in seiner Funktion als Beschwerdeinstanz gefällt hat (vgl. dazu BVGE 2007/21 E. 2.1 S. 244),
dass mit dem Entscheid in der Sache selbst das Begehren um  vorsorglicher Massnahmen (Vollzugstopp) gegenstandslos  ist,
dass das Bundesverwaltungsgericht über Revisionsgesuche in einer Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen entscheidet, sofern das Revisionsgesuch nicht in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 21 Abs. 1 VGG; Art. 23 VGG i.V.m. Art. 111 AsylG),
dass mit dem ausserordentlichen Rechtsmittel der Revision die  und Massgeblichkeit eines rechtskräftigen  angefochten wird, im Hinblick darauf, dass die Rechtskraft beseitigt wird und über die Sache neu entschieden werden kann (vgl. PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI, Allgemeines Verwaltungsrecht, 2. , Bern 2005, S. 269),
dass das Bundesverwaltungsgericht auf Gesuch hin seine Urteile aus den in Art. 121-123 BGG aufgeführten Gründen in Revision zieht (Art. 45 VGG), wobei Gründe, welche bereits im ordentlichen  hätten geltend gemacht werden können, nicht als Revisionsgründe gelten (Art. 46 VGG),
dass im Revisionsgesuch insbesondere der angerufene  anzugeben und die Rechtzeitigkeit des Revisionsbegehrens im Sinne von Art. 124 BGG darzutun ist,
dass die Eingaben vom 17. Juli 2009 innert der vorliegend zu  Frist von 90 Tagen erfolgte (Art. 124 Abs. 1 Bst. d BGG),  auf das Revisionsgesuch einzutreten ist,
Seite 3
D-4601/2009
dass vom Gesuchsteller der Revisionsgrund von Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG (nachträgliches Erfahren von erheblichen Tatsachen oder  entscheidender Beweismittel, die im früheren Verfahren vom  nicht beigebracht werden konnten) angerufen wird,
dass der Gesuchsteller anlässlich der Befragungen während des  Asylverfahrens (17. Oktober und 28. November 2007) den Besitz von rechtsgenüglichen Ausweispapieren jeweils  verneinte (Protokoll Empfangszentrum Ziff. 13 S. 4, Protokoll der Bundesanhörung S. 6),
dass in der Revisionseingabe mit keinem Wort dargetan wird, aufgrund welcher Umstände und Bemühungen der Gesuchsteller nunmehr in den Besitz seines Rückkehrer-Passes im Original vom 24. März 1999 gekommen sein will,
dass ausserdem ernsthafte Zweifel an der Echtheit dieses Dokuments anzubringen sind, da gemäss Kenntnissen des  keine Hinweise auf ein derartiges eritreisches , weder aktuell noch im Jahr 1999, existieren,
dass das Beweismittel ferner deutlich sichtbare Unregelmässigkeiten bei den Rändern und Ecken des sich in einer grünen Umfassungshülle befindlichen, eingerahmten und beschrifteten Blattes aufweist, was  die Vermutung eines nachträglichen Fabrikats zu nähren ,
dass der in Farbkopie eingereichten Identitätskarte des Vaters des  aufgrund der leichten Manipulationsanfälligkeit von Kopien überhaupt, beweisrechtlich keine Bedeutung beizumessen ist,
dass vor diesem Hintergrund die Erheblichkeit der eingereichten  in Abrede zu stellen ist, mithin der angerufene  nach Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG nicht gegeben ist,
dass demnach das Gesuch um Revision des Urteils des  vom 19. Mai 2009 abzuweisen ist,
dass aus den dargelegten Gründen dem Revisionsbegehren keine ernsthaften Erfolgsaussichten beschieden war, weshalb das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1
Seite 4
D-4601/2009
VwVG) unabhängig von der Frage der prozessualen Bedürftigkeit des Gesuchstellers abzuweisen ist,
dass die Kosten des Revisionsverfahrens von Fr. 1'200.– demnach dem Gesuchsteller aufzuerlegen sind (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie Art. 1 - 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem  [VGKE, SR 173.320.2]),
(Dispositiv nächste Seite)
Seite 5
D-4601/2009