Decision ID: 15e981f3-d09b-5536-a08c-6d83799dfe65
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
H._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller, Engelgasse 214, 9053 Teufen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1960 geborene H._ meldete sich am 15./23. Mai 2006 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an und beantragte namentlich Berufsberatung,
Arbeitsvermittlung und eine Rente. Sie habe in K._ acht Jahre lang die Grundschule,
vier Jahre lang ein Gymnasium und vier Jahre lang eine pädagogische Fakultät
besucht. 1991 sei sie in die Schweiz gekommen und habe hier als Hilfsarbeiterin (in
einem Bürgerheim) und als Küchenhilfe (in einem Restaurant) gearbeitet. Am
22. Dezember 2004 habe sie ein Supinationstrauma am rechten OSG mit Schwellung
und Schmerzen erlitten. Am 19. Dezember 2004 war ihr das Arbeitsverhältnis als
Küchenhilfe gekündigt worden, das sie gemäss der Arbeitgeberbescheinigung vom
1. Juni 2006 seit dem 18. Oktober 2004 in Teilzeitbeschäftigung (während 25 bis
30 von 42 Stunden pro Woche) innegehabt hatte. Als Grund der Kündigung während
der Probezeit wurde in der Bescheinigung die Arbeitsleistung der Versicherten
angegeben.
A.b Dr. med. A._, Spezialarzt für Chirurgie FMH, gab im IV-Arztbericht vom 13. Juni
2006 (IV-act. 18-1 bis 4/53) an, als Diagnosen lägen ein chronifiziertes
Schmerzsyndrom OSG rechts (Dez. 04 Supinationstrauma) und ein St. n.
chronifiziertem Schmerzsyndrom OSG links (recte wohl: rechts) 1997 vor. Die
Versicherte sei vom 23. Dezember 2004 bis 11. Mai 2006 zu 100 % arbeitsunfähig
gewesen und sei seither zu 50 % arbeitsunfähig. Die bisherige Tätigkeit sei noch an
vier Stunden pro Tag zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit könne durch psychiatrische
Betreuung verbessert werden. Leichte bis mittelschwere Tätigkeiten seien an vier bis
fünf Stunden (Teilzeit mit voller Leistung) zumutbar. Die Versicherte habe schon 1997
ein Supinationstrauma erlitten. Weder im Röntgenbild noch im CT hätten grobe
Veränderungen gefunden werden können. Es habe unerklärlicherweise zwei Jahre
gedauert, bis die Beschwerden verschwunden gewesen seien. Auch bei dem neuen
Ereignis vom Dezember 2004 hätten die angegebenen Beschwerden (Schmerzen bei
Tag und bei Nacht) weder klinisch noch durch MRI-Bilder erklärt werden können. Es
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hätten schwierige und aufwendige Abklärungen bei verschiedenen Spezialisten und
Kliniken stattgefunden. Alle Berichte und Untersuchungen sprächen für
psychosomatische Beschwerden. Auf der Schmerzklinik sei ein stationärer Aufenthalt
in der Klinik Valens empfohlen worden. Den Beilagen war unter anderem zu
entnehmen, dass gemäss einem Bericht der Nuklearmedizin am Kantonsspital Chur
vom 3. März 2005 eine Szintigraphie durchgeführt worden war. Es sei eine fast
punktförmige Anreicherung aufgefallen. Als Differentialdiagnose sei ein Osteoidosteom
zu bezeichnen. Es sei eine Dünnschicht-CT-Untersuchung indiziert. Der entsprechende
Befund der Klinik für Chirurgie und Orthopädie am Spital Walenstadt vom 5. April 2005
und vom 29. April 2005 hatte (gemäss dem Bericht vom 27. Mai 2005) in der Folge
keinen Anhaltspunkt für ein Osteoidosteom ergeben. Im Bericht vom 29. April 2005 des
Röntgeninstituts (IV-act. 18-53/53) war angegeben worden, die gefundenen Läsionen
seien am ehesten mit Kompaktainseln vereinbar. Der Unfallversicherer hatte am
3. Januar 2006 Versicherungsleistungen ab März 2005 abgelehnt. Eine einfache
Distorsion sei üblicherweise spätestens nach etwa zwei Monaten abgeheilt und der
Status quo ante bzw. quo sine sei wieder erreicht. Dr. med. B._, Klinik Valens, hatte
am 26. Januar 2006 nach Kenntnisnahme von verschiedenen medizinischen Berichten
und eigener Untersuchung erklärt, es handle sich am ehesten um eine somatoforme
Schmerzstörung. Einem Bericht der Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gal
len vom 23. März 2006 (IV-act. 18-36/53) war unter anderem zu entnehmen, dass ein
neuropathisches Schmerzsyndrom rechtes OSG nach zweimaligem Supinationstrauma
(1997 und 2004) vorliege. Eine lokale Infiltration habe keinerlei Linderung gebracht. Es
zeige sich keine Schwellung. Es sei noch nie ein diagnostischer N. saphenus-Block
durchgeführt worden. Das Departement Innere Medizin, Onkologie/Hämatologie, am
Kantonsspital St. Gallen hatte am 24. April 2006 berichtet, es liege ein chronifiziertes
Schmerzsyndrom OSG rechts bei Supinationstrauma 12/04 und Hyperalgesie
Malleolus lateralis rechts vor. Es handle sich um ein Schmerzsyndrom mit deutlicher
neuropathischer Komponente und ausgeprägter Allodynie. Eine lokale Schädigung des
Nervensystems dürfte ausgeschlossen sein, da eine Infiltration des N. peronaeus
superficialis die Schmerzen nicht vollständig habe beheben können. Die
elektrisierenden Sensationen und die Allodynie dürften auf die Chronifizierung der
Schmerzen zurückzuführen sein. - Die UV-Einsprache war am 8. Februar 2007
abgewiesen worden.
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A.c Die Klinik für Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen bezeichnete in
ihrem Arztbericht vom 20. Juli 2006 (IV-act. 21) als Diagnose OSG- und
Rückfussbeschwerden rechts unklarer Genese mit/bei St. n. OSG-Distorsion vom
22.12.2004. Die Tätigkeit im Altersheim könne die Versicherte aufgrund der aktuellen
Schmerzangaben nicht mehr ausüben. Im Untersuchungszeitpunkt vom 12. Mai 2005
sei die Versicherte für Tätigkeiten im Stehen nicht mehr arbeitsfähig gewesen,
Tätigkeiten im Sitzen wären ihr damals zumutbar gewesen. Der gegenwärtige Zustand
sei nicht bekannt.
A.d In einem Verlaufsbericht vom 21. September 2006 (IV-act. 25) gab Dr. A._ an,
der Gesundheitszustand der Versicherten sei stationär geblieben. Es seien überall
Abklärungen durchgeführt worden und man sei zur endgültigen Diagnose eines
chronifizierten Schmerzsyndroms gelangt. Auszugehen sei weiterhin von einer
Arbeitsfähigkeit von 50 %. Beigelegt war ein Bericht des Departements Interdisziplinäre
medizinische Dienste am Kantonsspital St. Gallen (Dr. med. C._) vom 1. November
2006, wonach eine weitere physiotherapeutische oder rehabilitative Massnahme nur
sinnvoll sei, wenn die Versicherte aktiv mitarbeiten könne. Allenfalls könnten
schmerztherapeutisch weitere Massnahmen ausprobiert werden.
A.e Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung befürwortete am
11. Juni 2007 eine bidisziplinäre (orthopädische/psychiatrische) Begutachtung.
A.f Im Gutachten von Dr. med. D._, Spezialarzt Orthopädie FMH, vom 4. Dezember
2007 (IV-act. 36), das in Berücksichtigung der psychiatrischen Begutachtung durch
Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie, psychotherapeutische Medizin und
Neurologie, erstellt wurde, waren als Diagnosen benannt (erstens) eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung und (zweitens) ein Status nach Distorsion des rechten
oberen Sprunggelenks 12/04, daneben Spreizfüsse und Präadipositas. Spätestens ab
April 2005 bestehe aus orthopädischer Sicht wieder eine volle Arbeitsfähigkeit als
Küchenhilfe (oder Reinigungsangestellte). Seit Dezember 2004 bestehe aber aus
psychiatrischer Sicht als Küchenhilfe lediglich eine Arbeitsfähigkeit von 60 %, für
einfache, leichte Tätigkeiten ohne erhöhten Zeitdruck und ohne erhöhte psychische
Belastung, die überwiegend im Sitzen durchgeführt werden könnten, eine
Arbeitsfähigkeit von 70 % (bei voller Stundenpräsenz). Im psychiatrischen
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Teilgutachten vom 30. November 2007 (IV-act. 37) waren eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung und ein chronisches Schmerzsyndrom OSG rechts bei Zustand nach
Supinationstraumata 1997 und 12/2004 diagnostiziert worden. Es bestünden ferner
Hinweise auf eine histrionische Persönlichkeitsstörung mit auffallend
konversionsneurotischen und demonstrativen Verhaltensweisen und eine Diskrepanz
zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten ohne
wesentlichen Leidensdruck. Die Voraussetzungen für eine zumutbare
Willensanstrengung seien nur eingeschränkt vorhanden.
A.g Der RAD erachtete die gutachterlichen Schlussfolgerungen als nachvollziehbar.
A.h Der IV-Eingliederungsberater hielt am 7. Februar 2008 dafür, die
Arbeitsvermittlung könne abgeschlossen werden; die Versicherte teile mit, dass sie
krank und nicht bereit sei, nach Stellen zu suchen.
A.i In dem ihr im Hinblick auf eine Haushaltabklärung zugestellten Fragebogen (IV-
act. 45) gab die Versicherte am 9. April 2008 an, seit Eintritt der gesundheitlichen
Beeinträchtigung würden alle Haushalttätigkeiten durch Dritte erledigt. Bei der
Abklärung an Ort und Stelle am 8. Mai 2008 (IV-act. 47) wurde festgehalten, die
Versicherte habe von Juni 1993 bis Januar 1997 in einem Vollzeitpensum gearbeitet
und im Durchschnitt Fr. 37'640.-- verdient. Auch nach der Geburt der ersten beiden
Kinder habe sie zu 100 % weitergearbeitet. Und auch während der Anstellung im
Restaurant habe sie für die fehlenden 40 % eine Anstellung gesucht. Eine
Platzierungsmöglichkeit für die Kinder sei vorhanden. Die Versicherte sei daher als
vollzeitlich Erwerbstätige zu qualifizieren.
A.j Mit Vorbescheid vom 25. Juni 2008 (IV-act. 50 f.) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen der Versicherten eine
Ablehnung ihres Rentengesuchs in Aussicht. Das Valideneinkommen betrage
Fr. 43'377.--, das Invalideneinkommen Fr. 30'263.-- und der Invaliditätsgrad demnach
30 %. Am gleichen Tag (IV-act. 52) teilte sie der Versicherten mit, die
Arbeitsvermittlung werde abgeschlossen, da sie sich nicht arbeitsfähig fühle und auf
Eingliederungsmassnahmen verzichte.
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A.k Am 22. August 2008 (IV-act. 56) erhob die Versicherte Einwand und erklärte, sie
sei zu 100 % arbeitsunfähig. Das bestätigten Dr. A._ und auch ihre gegenwärtige
Hausärztin Dr. med. F._, FMH Innere Medizin. Es sei ein neues medizinisches
"Gegengutachten" - nötigenfalls auf ihre eigenen Kosten - zu veranlassen. In der
Beilage fanden sich ein Zeugnis von Dr. A._ vom 21. August 2008 über eine
Arbeitsunfähigkeit der Versicherten von 100 % vom 22. Dezember 2004 bis 31. Juli
2008 und ein solches von Dr. F._, bei welcher die erste Konsultation am 4. Juli 2008
stattgefunden habe, über eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % seit dem 22. Dezember
2004 bis auf weiteres.
A.l Mit Verfügung vom 10. September 2008 (IV-act. 57) wies die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle den Rentenanspruch der Versicherten ab. Sie
stelle auf das umfassende Gutachten und nicht auf die Bestätigungen der subjektiv
vollen Arbeitsunfähigkeit durch die Hausärzte ab. Das Gutachten müsse nicht durch ein
in Auftrag zu gebendes Gegengutachten in Zweifel gezogen werden. Ein solches hätte
die Versicherte vor Ablauf der Anhörungsfrist auf eigene Kosten verlangen (wohl:
vorlegen) können; dann wäre geprüft worden, ob neue Tatsachen enthalten gewesen
wären. - Am 9. September 2009 (recte: 2008) hatte die Sozialversicherungsanstalt/IV-
Stelle der Versicherten nochmals mitgeteilt, die Arbeitsvermittlung werde
abgeschlossen.
B.
Gegen die Verfügung vom 10. September 2008 richtet sich die von Rechtsanwalt lic.
iur. Daniel Ehrenzeller für die Betroffene am 29. September 2008 erhobene
Beschwerde. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene
Verfügung sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin sei ab Dezember 2005
mindestens eine halbe Invalidenrente zuzusprechen, eventualiter sei eine neue
polydisziplinäre Begutachtung durchzuführen; ausserdem sei der Beschwerdeführerin
die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. Der Fuss der Beschwerdeführerin
schwelle stets schmerzhaft an, insbesondere bei Beanspruchung. Dr. A._ und
Dr. F._ stuften die Beschwerdeführerin als voll arbeitsunfähig ein. Nach dem Unfall
sei das Arbeitsverhältnis in der Probezeit umgehend gekündigt worden. Die
Beschwerdeführerin habe dort nachfragebedingt weniger gearbeitet; das Engagement
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wäre möglicherweise nach der Probezeit ausgebaut worden. Sie habe seit 1991 in der
Schweiz gearbeitet, habe nach der Geburt des ersten Sohnes bis Sommer 1993 eine
Pause gemacht und sei danach im Wesentlichen fast durchgehend erwerbstätig
gewesen. Ein Gutachten der beauftragten Institution (Medizinisches Gutachtenzentrum
St. Gallen) liege nicht vor. Psychiater und Orthopäde verstünden unter einer
angepassten Tätigkeit eine vorwiegend im Sitzen auszuübende. Beim
Valideneinkommen sei fälschlicherweise von einem Betrag ausgegangen worden, der
mehr als 10 % unter dem Durchschnittseinkommen gemäss der Lohnstrukturerhebung
des Bundesamtes für Statistik liege. Es hätte eine Parallelisierung stattfinden müssen.
Ausserdem habe das Valideneinkommen nicht auf einem vollen Pensum beruht. Handle
es sich - was nicht ersichtlich, aber anzunehmen sei - bei dem LSE-Einkommen als
Ausgangspunkt für die Bestimmung des Invalideneinkommens um das Einkommen von
Küchenhilfen, müsse auch die Arbeitsfähigkeit als Küchenhilfe verwendet werden. Bei
einer Arbeitszeit von acht Stunden pro Tag (= 95.24 %), einer Arbeitsfähigkeit von 60 %
und einem Teilzeitabzug von 10 % ergebe sich ein verbleibendes Pensum von
51.43 %, womit Anspruch auf eine Viertelsrente gegeben sei. Bei einer analogen
Berechnung für die Verweisungstätigkeiten ergebe sich ein Erwerbsausfall von 39.99 %
und somit ebenfalls Anspruch auf eine Viertelsrente. Nun sei es aber nicht möglich,
dass der geschädigte rechte Fuss mit den neuropathischen Schmerzen keine
objektivierbare Beeinträchtigung aufweisen solle. Wenn der Orthopäde das so wenig
wie die Szintigraphie sichtbar machen könne, bedeute es nicht, dass keine
Beschwerden vorhanden seien, die Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten.
Neuropathische Schmerzen seien schwierig zu behandeln. Hauptursachen davon seien
die Zuckerkrankheit, aber auch MS und das Karpaltunnelsyndrom. Der Psychiater habe
festgehalten, es handle sich vorliegend um ein chronifiziertes Schmerzsyndrom mit
deutlicher neuropathischer Komponente in ausgeprägter Allodynie. Durch die
Schmerzen sei es zu einer massiven Immobilität des Fusses und der gesamten Person
gekommen. Ob ein Diabetes vorliege, sei bis anhin nicht abgeklärt worden. Da der
Fuss aufgeschwollen sei und sich die körperliche Komponente ohne weiteres
objektivieren lasse, könne unmöglich von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einem
überwiegend im Stehen auszuübenden Beruf ausgegangen werden. Die Umschreibung
einer Verweisungstätigkeit sei unrealistisch. Sie komme der Beschreibung eines
Arbeitsplatzes in einer geschützten Werkstätte gleich. In der freien Wirtschaft gebe es
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keine solchen Stellen. Mit einer unrealistischen Annahme könnte aber jedem noch so
stark Behinderten eine volle Arbeitsfähigkeit unterstellt werden. Zu beanstanden sei
ferner die Oberflächlichkeit der Begutachtung. Beim Orthopäden habe lediglich eine
normale Kontrolle von etwa einer halben Stunde stattgefunden. Das Gespräch mit dem
Psychiater habe ebenfalls nur etwa eine halbe Stunde gedauert und es sei in einer
normalen Wohnung geführt worden, was sicherlich die Öffnung gegenüber einem
fremden Mann zusätzlich erschwert habe. Wo sich das Gutachtenzentrum St. Gallen
befinde, sei nicht erfindlich. Unter den konkreten Umständen mit den notwendigen
Erholungsintervallen (das Hochhalten des Beines genüge nicht) könne wie erwähnt
unmöglich von einem vollen Arbeitspensum mit einfach verringerter Leistung
ausgegangen werden. Auszugehen sei vielmehr maximal von einem Pensum von
47.6 % mit je zwei Stunden vormittags und nachmittags. Es helfe nichts, eine
verringerte Leistungsfähigkeit zuzubilligen, wenn volle Stundenpräsenz verlangt werde
und sich die versicherte Person nicht zwischendurch genügend erholen könne. Von
vermehrten Pausen oder einer Beschränkung auf konkrete Zeitabschnitte sei im
Gutachten nichts nachzulesen. Die Untersuchung sei ungenügend, weil weder die
Frage der Zuckerkrankheit abgeklärt worden sei noch die objektivierbaren
Einschränkungen (wie schmerzhaftes Anschwellen usw.) über einen längeren Zeitraum
vom Gutachter beobachtet worden seien. Ausserdem werde auch beanstandet, dass
ein Orthopäde beauftragt worden sei, da doch seit vier Jahren bekannt sei, dass keine
Schäden an den Knochen objektivierbar seien. Es handle sich höchstwahrscheinlich
um ein neurologisches/rheumatologisches Problem. Die Abklärung sei zu wiederholen
mit einem erweiterten fachärztlichen Spektrum.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 29. Oktober 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Ob die Beschwerdeführerin beim Medizinischen Gut
achtenzentrum untersucht worden sei oder nicht, sei nicht relevant. Wichtig sei allein,
dass die Beschwerden medizinisch umfassend abgeklärt seien. Das sei vorliegend der
Fall. Wie der RAD darlege, werde bei jedem Spitaleintritt eine Zuckerbestimmung
durchgeführt. Bei der Beschwerdeführerin sei der Zuckergehalt mehrfach kontrolliert
worden. Es hätten keine Fachärzte der Neurologie oder Rheumatologie beigezogen
werden müssen, denn die Ursache der Beschwerden liege in einem Distorsionstrauma.
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Es ergäben sich keine Hinweise darauf, dass die klinische Untersuchung zu kurz und
unsorgfältig gewesen sei. Dr. D._ habe sich auch auf die umfassend erhobene
Anamnese abstützen können. Es sei auch nicht ersichtlich, inwiefern die psychiatrische
Untersuchung durch den Umstand beeinträchtigt worden wäre, dass diese offenbar in
der Privatwohnung des Psychiaters durchgeführt worden sei. Weitere Abklärungen
seien nicht notwendig. Eine psychiatrische Diagnose begründe als solche noch keine
Arbeitsunfähigkeit. Vielmehr bestehe die Vermutung, dass die Auswirkungen der
psychischen Krankheit mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar seien.
Die Diagnosen müssten durch entsprechende psychopathologische Befunde
untermauert sein. Eine somatoforme Schmerzstörung oder ein sonstiger vergleichbarer
pathogenetisch bzw. ätiologisch unklarer syndromaler Zustand schränke die
Arbeitsfähigkeit nur ein, wenn eine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere,
Ausprägung und Dauer vorliege. Weitere Faktoren könnten die ansonsten zumutbare
Willensanstrengung behindern. Der invalidisierende Charakter der erwähnten
Diagnosen sei von vornherein ausgeschlossen, wenn die präsentierte Symptomatik auf
einer Aggravation oder einer ähnlichen Konstellation beruhe. Es sei nicht ersichtlich,
inwiefern das psychiatrische Gutachten rechtsfehlerhaft sein sollte. Dem Gutachten
komme daher volle Beweiskraft zu. Demgegenüber stehe die festgesetzte
Arbeitsfähigkeit von lediglich 70 % nicht im Einklang mit der Rechtsprechung des
Bundesgerichts. Die von Dr. E._ diagnostizierte somatoforme Schmerzstörung sei
nicht invalidisierend, weil keine psychische Komorbidität vorliege. Entgegen den
Ausführungen im Gutachten liege kein primärer Krankheitsgewinn vor, weil bis anhin
noch keine psychiatrische Therapie durchgeführt worden sei. Die Beschwerdeführerin
nehme zudem auch keine Psychopharmaka ein. Von einem therapeutisch nicht mehr
beeinflussbaren innerseelischen Verlauf einer missglückten, psychiatrisch aber
entlastenden Konfliktbewältigung könne entgegen dem Gutachten keine Rede sein. Bei
der Unterstützung und Aufmerksamkeit durch die Familienmitglieder handle es sich um
einen sekundären Krankheitsgewinn, der nicht invalidisierend sei. Es sei daher gemäss
der Praxis des Bundesgerichts von einer vollen Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin aus psychischen Gründen auszugehen. Insofern könne vom
Gutachten abgewichen werden, ohne dass diesem deshalb im restlichen Teil der
Beweiswert abgesprochen werden müsse. Weil die Beschwerden aus somatischer
Sicht nicht plausibilisiert werden könnten, sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit in allen
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Tätigkeiten auszugehen. Die Beschwerdeführerin habe keinen Anspruch auf eine
Rente.
D.
Am 14. November 2008 hat die Gerichtsleitung das Gesuch um unentgeltliche
Prozessführung bewilligt.
E.
Mit Replik vom 19. Februar 2009 legt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin dar,
zwischenzeitlich sei eine - bis anhin fehlende - neurologische Untersuchung in Auftrag
gegeben worden, deren Ergebnis noch nicht vorliege. Ende 2008 habe die
Beschwerdeführerin ausserdem während zweier Monate offenbar fast alle zwei Tage
die Schmerzsprechstunde besucht. Die entsprechenden Berichte seien angefordert
worden. Die Beschwerdeführerin erinnere sich, dass ihr gesagt worden sei, die
Schmerzen seien auf "kaputte Nerven" im Fuss zurückzuführen. Dr. D._ habe
ausserdem zugestanden, dass auch aus orthopädischer Sicht eine Einschränkung
vorliege. Er habe diese Einschränkung aber nicht quantifiziert und ebenso wenig Bezug
genommen auf den Umstand, dass die Beschwerdeführerin über regelmässiges
schmerzhaftes Anschwellen des Fusses klage. Es sei festgehalten worden, dass aus
psychiatrischer Sicht die ständigen Schmerzen im Sprunggelenksbereich rechts mit
dem klinischen Bild nicht vereinbar seien und damit mit einer körperlichen Störung
nicht vollständig erklärt werden könnten. Bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung von 30 %
handle es sich um eine gesamtheitliche Beurteilung und nicht allein eine solche aus
psychiatrischen Gründen. Die Frage nach einer Begleiterkrankung oder der
Überwindbarkeit der Schmerzen stelle sich nicht. Wenn angeführt worden sei, dass der
Medikamentenspiegel nicht auf eine psychische Erkrankung hinweise, so werde die
aktuelle Medikationskarte eingereicht. In früherer Zeit seien auch andere Medikamente
(auch Antidepressiva) verordnet worden.
F.
Die Beschwerdegegnerin hat am 2. März 2009 auf die Erstattung einer Duplik
verzichtet.
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G.
Mit Eingabe vom 18. Mai 2009 reicht der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin einen
neurologischen Bericht von Dr. med. G._, Spezialarzt für Neurologie FMH, vom
15. Mai 2009 ein. Danach spreche der Befund für eine Schädigung der feinen
Hautnerven durch die Fussverdrehung. Einige Nerven würden deutlich verlangsamt
ableiten. Es liege daher keine Schmerzverarbeitungsstörung vor, sondern es bestünden
reale Schmerzen, welche die Beschwerdeführerin daran hinderten, den Fuss richtig zu
gebrauchen, was sich auf Dauer nachteilig auf das Gelenk auswirken werde. Sollte an
dem Ergebnis gezweifelt werden, müsste eine weitere neurologische Begutachtung
angeordnet werden. - Dr. G._ hatte unter anderem erklärt, er habe die Kraftentfaltung
der Muskulatur am Fuss untersuchen können und habe keine auffälligen
Abschwächungen gefunden. Deshalb habe er auf eine Abklärung der motorischen
Leitgeschwindigkeiten verzichtet. Bei der Abklärung der sensiblen
Nervenleitgeschwindigkeiten sei der stark brennende Berührungsschmerz in
eingekreisten Gebieten auffällig gewesen, was für eine Schädigung der feinen
Hautnerven durch die Fussverdrehung beim Unfall spreche, die bisher weder auf
Schmerzpflaster noch auf Medikamente angesprochen habe. Er halte eine
Integritätsentschädigung von 30 % für am Platz. Von einer psychoanalgetischen
Behandlung verspreche er sich gar nichts. Pathologische Werte waren in der
beigelegten Tabelle unter anderem für den N. saphenus und den N. peronaeus
profundus angegeben worden.
H.
Die Beschwerdegegnerin hat von der Möglichkeit zur Stellungnahme keinen Gebrauch
gemacht.
I.
I.a Die Gerichtsleitung legte den neurologischen Bericht von Dr. G._ vom 15. Mai
2009 am 13. April 2010 dem RAD vor und ersuchte diesen um eine Stellungnahme zu
den Angaben, dass der auffällige, stark brennende Berührungsschmerz für eine
Schädigung der feinen Hautnerven durch die Fussverdrehung spreche, dass einige der
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getesteten Nerven deutlich verlangsamt ableiten würden und dass es sich um reale
Schmerzen handle, welche die Beschwerdeführerin daran hinderten, den Fuss richtig
zu gebrauchen. Insbesondere interessiere die Frage, wie die Ergebnisse der
neurologischen Tests in Bezug auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin in der massgeblichen Zeit zu würdigen seien.
I.b Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat am 19. April 2010 auf Ersuchen
Berichte der Klinik Balgrist vom 20. März 2009 und vom 27. April 2009 eingereicht. Im
ersten Bericht war ein chronisches Schmerzsyndrom Rückfuss rechts bei St. n.
Sprunggelenks-Distorsion 6.10.1997 und 22.12.2004 diagnostiziert worden. Gemäss
dem zweiten Bericht hatten sich MR-tomographisch ein normaler Bandapparat des
rechten Rückfusses, normale Fusssehnen und keine Hinweise auf ein
Knochenmarksödem gezeigt.
I.c Die Beschwerdegegnerin hat am 30. April 2010 die RAD-Stellungnahme vom
29. April 2010 eingereicht und weiterhin Abweisung der Beschwerde beantragt. Der
RAD (ein Facharzt für Chirurgie) hatte dargelegt, die Resultate der
neurophysiologischen Untersuchung der sensiblen Nervenleitungsgeschwindigkeit
(teils pathologisch) seien nicht detailliert kommentiert und nicht explizit mit den
klinischen Befunden in Beziehung gesetzt worden. Der Bericht beschreibe einen
brennenden Berührungsschmerz in Arealen, die bei der neurophysiologischen Prüfung
angeblich zwei sensiblen Nervenästen mit verzögerter Leitungsgeschwindigkeit zur
Kleinzehe und zum proximalen Fussrücken zugeordnet werden könnten. Die Annahme
des Untersuchers, "reale" Schmerzen würden daran hindern, den Fuss richtig zu
gebrauchen, werde nicht mit entsprechenden Ausfällen bei Funktionsprüfungen belegt.
I.d Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin bringt mit Stellungnahme vom
27. Mai 2010 vor, entgegen der Schilderung des RAD sei der Berührungsschmerz im
Gutachten nicht sorgfältig analysiert und in seiner Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gewertet worden. Die Begutachtung sei durch einen Orthopäden und einen Psychiater
erfolgt, obwohl von Beginn weg klar gewesen sei, dass kaum ein orthopädisches
Problem im Vordergrund stehe. Ziehe die Beschwerdegegnerin den neurologischen
Bericht wegen ungenügender Begründung in Zweifel, so zeige sich wiederum das
Fehlen einer gutachterlichen neurologischen Abklärung. Bei der Beschwerdeführerin
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liege ausserdem eine perimalleoläre Schwellung vor, die zweifellos objektiviert sei. Die
realen Schmerzen beeinträchtigten die Arbeitsfähigkeit. Die Einschätzung, ob die (von
zehn gemessenen) sechs pathologischen Nervenleitungsgeschwindigkeiten auch
Schmerzen bedeuteten, könne allein durch einen Spezialisten vorgenommen werden.
Dass keine auffälligen Abschwächungen der Kraftentfaltung gefunden worden seien,
sei eine neurologische Aussage und bedeute nicht, dass die Muskulatur nicht
eingeschränkt sei. Die neurologische Komponente des Leidens der
Beschwerdeführerin sei objektivierbar. Das Ergebnis des Gutachtens stelle, da es ohne
neurologische Betrachtung ergangen sei, bezüglich der Arbeitsfähigkeit eine reine
Mutmassung dar. Dass Dr. G._ von einer Integritätsentschädigung von 30 %
ausgehe, zeige, dass er den Fuss für erheblich und dauerhaft geschädigt betrachte.
Nach fünfeinhalb Jahren Leiden unter solchen Schmerzen könne tatsächlich ein
psychischer Einfluss mitspielen.
I.e Am 20. August 2010 reicht der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin einen
Fragebogen ein, den diese vom Spital Grabs hatte ausfüllen lassen. Dr. med. I._
hatte darin am 17. August 2010 angegeben, der Umfang des Fussgelenks im Bereich
des OSG bzw. der Fesseln betrage links 23 cm und rechts 21.5 cm, derjenige der
Wadenmuskeln links 40 cm und rechts 38 cm. Der allgemeine Eindruck über die
Stärke/Schwäche der beiden Füsse im Vergleich zueinander sei aufgrund der
subjektiven Schmerzangabe nicht beurteilbar. Die Beschwielung der Füsse sei links
regelrecht, rechts etwas vermindert.

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die
Beschwerdegegnerin hat die angefochtene Verfügung am 10. September 2008, also
unter der Geltung des Rechts dieser Revision, erlassen. Zu beurteilen ist der
Sachverhalt, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses dieser Verfügung entwickelt
hat. Dieser Sachverhalt reicht in eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision zurück.
Soll auf bestimmte Sachverhalte nicht neues Recht Anwendung finden, sondern das
aufgehobene Recht massgebend bleiben, muss eine geltende Norm die
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Weiteranwendbarkeit aufgehobenen Rechts für bestimmte Sachverhalte anordnen. Die
5. IV-Revision enthält keine die Rente betreffende übergangsrechtliche Bestimmung.
Das Bundesamt für Sozialversicherungen unterstellt aber zu Recht eine
ausfüllungsbedürftige Lücke (vgl. das Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007).
Die Definition der Sachverhalte, auf die noch altes Recht anwendbar sein soll, sollte
durch ein materiell-rechtliches, unbeeinflussbares Merkmal erfolgen. In Frage kommen
der Zeitpunkt der Entstehung des Auszahlungsanspruchs oder der Eintritt des
Versicherungsfalls, beide definiert nach dem alten, ausser Kraft getretenen Recht (zum
Ganzen im Detail der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S
M. vom 28. Oktober 2009, IV 2009/5). Bezüglich des Rentenbeginns sind deshalb
vorliegend angesichts der IV-Anmeldung von 2006 und des Eintritts der
Arbeitsunfähigkeit im Dezember 2004 die bis zum 31. Dezember 2007 gültig
gewesenen Bestimmungen (im Folgenden angeführt) anzuwenden. Für die
Invaliditätsbemessung hat sich indessen materiell keine Änderung der Rechtslage
ergeben
1.2 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin den
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin abgelehnt. Die Beschwerdeführerin lässt in
diesem Verfahren einzig Rentenleistungen beantragen. Streitgegenstand bildet daher
zunächst der allfällige Rentenanspruch. Ergäbe sich allerdings, dass ohne
Eingliederungsmassnahmen ein solcher in Frage stünde, so gehörte zum Streitgegen
stand notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz
"Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht der Beschwerdeführerin
zu Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.
2.
Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
3.
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3.1 Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen
von Bedeutung. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu
beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind im
Weiteren eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V
99 f. E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit
auch tatsächlich ausübt, ist für die Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich
(Rz 3046 des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens
über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH).
3.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Verfügung bezüglich der
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf das Ergebnis des in Auftrag gegebenen
bidisziplinären Gutachtens ab. Bei den Diagnosen einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung und eines Status nach Distorsion des rechten oberen Sprunggelenks
12/04 (bzw. eines chronischen Schmerzsyndroms OSG rechts bei Zustand nach
Supinationstraumata 1997 und 12/2004) wurde darin ab spätestens April 2005 aus
orthopädischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als Küchenhilfe
(oder Reinigungsangestellte) postuliert. Seit Dezember 2004 bestehe aber aus
psychiatrischer Sicht für einfache, leichte Tätigkeiten ohne erhöhten Zeitdruck und
ohne erhöhte psychische Belastung, die überwiegend im Sitzen durchgeführt werden
könnten, eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 70 % (bei voller Stundenpräsenz). In der
Beschwerdeantwort hält die Beschwerdegegnerin nun dafür, richtigerweise sei von
einer Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von 100 % auszugehen, da die
Beschwerden aus somatischer Sicht nicht hätten plausibilisiert werden können und die
somatoforme Schmerzstörung nicht invalidisierend sei.
3.3 Zum Gesundheitszustand und der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin
liegen diverse Berichte vor. Ihr Schmerzsyndrom wurde nach der Aktenlage zahlreichen
Abklärungen unterzogen. Das Gutachten wurde bei einem Spezialarzt für Orthopädie in
Auftrag gegeben, der über die verschiedenen Vorakten verfügte, und es umfasste auch
ein psychiatrisches Teilgutachten. Nun hat die Beschwerdeführerin, welche
beanstandet hatte, dass keine neurologische Begutachtung erfolgt sei, rund acht
Monate nach Erlass der angefochtenen Verfügung einen neurologischen Bericht
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eingereicht. Dr. G._ hatte darin angegeben, bei der Abklärung der sensiblen
Nervenleitgeschwindigkeiten sei der stark brennende Berührungsschmerz in
eingekreisten Gebieten auffällig gewesen, was für eine Schädigung der feinen
Hautnerven durch die Fussverdrehung beim Unfall spreche. Einige Nerven würden
deutlich verlangsamt leiten. Der Bericht ist unbestrittenermassen auch für den hier zu
beurteilenden zeitlichen Sachverhaltsabschnitt (bis zum Erlass der Verfügung) von
Bedeutung, da er keine erst später eingetretene Veränderung beschreibt. Im Vergleich
zum Gutachten erscheinen die Ergebnisse des Neurologen neu. Der mit der
Beschwerdeführerin befasste psychiatrische Gutachter ist zwar gleichzeitig Neurologe
und hat einen neurologischen Status aufgenommen, er hat aber, da er nicht mit einer
neurologischen Abklärung beauftragt war, keine detaillierteren Tests gemacht. Zu dem
nachträglichen Bericht von Dr. G._ ist er nicht befragt worden. Der Bericht von
Dr. G._ beschränkt sich auf die Wiedergabe der neurophysiologisch erhobenen
Befunde und die Feststellung, dass reale Schmerzen (und nicht eine
Schmerzverarbeitungsstörung) vorlägen und der Gebrauch des Fusses eingeschränkt
sei. Eine Einschätzung der allfälligen Auswirkungen der festgestellten
Leitungsverzögerungen der Nerven (bzw. der daraus sich ergebenden
Beschwerdesituation) auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin fehlt. Die
entsprechende, an den RAD gerichtete ergänzende Anfrage zur Erwirkung einer
fachärztlichen Würdigung dieser neuen neurologischen Befunde in Bezug auf die
Arbeitsfähigkeit hat nicht die erforderliche Klarheit gebracht. Die Zuordnung der
Schmerzen zu den Arealen durch Dr. G._ wird vom RAD offenbar in Zweifel gezogen
("angeblich"), allerdings ohne Begründung. Der RAD beanstandet auch, dass die
Annahme, die Schmerzen würden den richtigen Gebrauch des Fusses verhindern, nicht
mit Ausfällen bei Funktionsprüfungen belegt worden sei. Es erscheint jedoch durchaus
denkbar, dass die Arbeitsfähigkeit durch (nicht behandelbare) Schmerzen infolge einer
Nervenschädigung beeinträchtigt sein kann, selbst wenn die Kraftentfaltung im Fuss
und seine motorische Funktion erhalten geblieben sind. Wie dem Bericht von Dr. I._
vom 17. August 2010 zu entnehmen ist, war die Beurteilung der Kraftentfaltung an den
Beinen zwar nicht möglich, doch stellte der Arzt rechts im Vergleich zu links reduzierte
Umfänge der Fussgelenke und Waden und eine etwas verminderte Beschwielung des
Fusses fest, was zu würdigen ist. Wenn der RAD weiter dafürhält, Dr. G._ habe die
Resultate nicht verbal zusammengefasst und sie nicht in Beziehung gesetzt zum
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klinischen Befund, so ist ihm entgegenzuhalten, dass der Bericht zumindest gewisse
Zweifel am Ergebnis der Begutachtung begründet. Eine überzeugende Kommentierung
der Resultate und Beurteilung, welche Auswirkungen sie haben können und welche sie
nicht haben können, steht weiterhin aus. Ohne eine ergänzende fachärztliche
neurologische Beurteilung lässt sich die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin unter
diesen Umständen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststellen.
3.4 Im Übrigen fällt auf, dass die Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen
in ihrem Bericht vom 23. März 2006 (IV-act. 18-36/53) im Zusammenhang mit dem
diagnostizierten neuropathischen Schmerzsyndrom des rechten OSG darauf
hingewiesen hatte, dass noch nie ein diagnostischer N. saphenus-Block durchgeführt
worden sei. Gerade bei diesem Nerv fand sich nun nach der Erhebung von Dr. G._
eine Verzögerung der sensiblen Leitung. Unter radiologischem Aspekt kann ferner auf
den Bericht vom 29. April 2005 (IV-act. 18-53/53) hingewiesen werden, gemäss
welchem Läsionen gefunden worden waren, die am ehesten mit Kompaktainseln
vereinbar seien.
3.5 Insgesamt rechtfertigt es sich, weitere medizinische Abklärungen im Hinblick auf
die Feststellung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu veranlassen.
4.
4.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 10. September 2008 teilweise gutzuheissen und die
Sache ist zu ergänzenden medizinischen Abklärungen im Sinne der Erwägungen und
zu entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Eine Rückweisung zur weiteren Abklärung der Streitsache und anschliessender
neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin stellt praxisgemäss aus prozessualer
Sicht in Bezug auf die Kosten ein vollständiges Obsiegen dar (vgl. SVR 1995 IV Nr. 51
S. 143; ZAK 1987 S. 266 E. 5a). Angesichts des Unterliegens der Beschwerdegegnerin
rechtfertigt es sich, ihr die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und
unabhängig vom Streitwert festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1 IVG), gesamthaft
aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.--
bis
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erscheint angemessen. Die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung (Befreiung
von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung)
vom 14. November 2008 ist damit obsolet geworden.
4.3 Die Beschwerdeführerin hat bei vollem Obsiegen Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61
lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Der Bedeutung der Streitsache und dem
Aufwand angemessen erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG