Decision ID: 453eaa7f-1802-4e6f-864d-1c233fcf05ba
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 15. Dezember 2011 bei der Invalidenversicherung (IV) zum
Leistungsbezug an. Er verwies dabei auf einen Morbus Menière mit starkem
Schwindel / Dauerschwindel bis zur körperlichen Erschöpfung und Erbrechen (IV-act.
1). Der Versicherte arbeitete seit 1. Januar 1997 als Fachassistent in einem Schlachthof
(IV-act. 10-1 ff.).
A.b Die konsultierten Ärzte der Hals-Nasen-Ohrenklinik des Kantonsspitals St. Gallen
(KSSG) berichteten am 18. bzw. 19. Januar 2012, es bestehe ein (Verdacht auf) Morbus
Menière rechts. Der Verlauf sei kompliziert, die Diagnostik und gegebenenfalls eine
invasive Behandlung seien noch nicht abgeschlossen. Bis auf weiteres sei der
Versicherte zu 100 % arbeitsunfähig (IV-act. 16-1 und 16-4 f.).
A.c Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 26. Januar 2012 mit, berufliche
Massnahmen seien aufgrund des Gesundheitszustandes zurzeit nicht möglich (IV-act.
15).
A.d Der Vertrauensarzt der Vorsorgeeinrichtung des Arbeitgebers attestierte dem
Versicherten am 4. Juni 2012 eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit ab 7. Oktober 2011 bis
weiterhin. Nach einem gescheiterten Arbeitsversuch war der Versicherte ab 9. Juli 2012
erneut voll arbeitsunfähig (IV-act. 29) und wurde auf Vorschlag des Vertrauensarztes ab
16. September 2012 pensioniert (IV-act. 41).
A.e Die Eingliederungsverantwortliche schloss am 10. Januar 2013 den Fall ab. Der
Versicherte habe stark einschränkende Symptome wie Müdigkeit, Erschöpftheit,
Reizüberflutung, Migräneanfälle, Probleme mit dem Gleichgewicht, Schwindel etc.
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angegeben. Er könne praktisch nicht mehr fern schauen, keine PC-Arbeiten mehr
ausführen, keine Tageszeitung mehr am Stück lesen und ermüde bei körperlichen
Arbeiten sehr schnell. Er fühle sich subjektiv nicht arbeitsfähig (IV-act. 55-7). Am 15.
Januar 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, es bestehe kein Anspruch auf
berufliche Massnahmen, da er sich nicht arbeitsfähig fühle (IV-act. 57).
A.f Der Versicherte wurde im Auftrag des IV-Stelle durch die Begutachtungsstelle der
Academy of Swiss Insurance Medicine (asim), Universitätsspital Basel, polydisziplinär
(Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, Ophthalmologie, Psychosomatik,
Neurootologie) begutachtet (Untersuchungen vom 29. und 30. Juli sowie 2. August
2013; Gutachten vom 4. Dezember 2013, IV-act. 76-1 ff.). Die Gutachter
diagnostizierten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit einen Morbus Menière (ICD-10:
H81.0) rechts mit kalorischer Unterfunktion und Status nach weitgehender
Ausschaltung des Gleichgewichtsorgans durch fünfmalige Gentamycin-Installation mit
tiefbetonter, leichtgradiger sensorineuraler Schwerhörigkeit rechts und schwerem,
dekompensiertem Tinnitus rechts, ein intermittierendes zervikozephales Syndrom bei
HWS-Degeneration ohne radikuläre Symptomatik (ICD-10: M53.0), ein
Lumbovertebralsyndrom ohne radikuläre Symptomatik (ICD-10: M54.5), eine Migräne
mit Aura (ICD-10: G43.1), einen Status nach Karpaltunneloperation beidseits mit
persistierend positivem Hoffmann Tinel-Zeichen (ICD-10: G56.0) sowie einen Hinweis
auf mögliches leichtes neurokognitives Defizit (ICD-10: F07.2; Zustand nach
Schädelhirntrauma vor 28 Jahren). In seiner bisherigen Arbeit sei der Versicherte kaum
mehr arbeitsfähig, da rasche Kopfbewegungen immer wieder Schwindelbeschwerden
auslösten. In einer adaptierten Tätigkeit ohne Sturzgefahr und ohne abrupte
Kopfbewegungen, an einem akustisch nicht anspruchsvollen, ruhigen Arbeitsplatz (z.B.
Büroarbeit) sei der Versicherte grundsätzlich arbeitsfähig. Die Leistungsfähigkeit sei
eingeschränkt, da aufgrund der belastungs- und bewegungsabhängigen
Schwindelbeschwerden schon der Alltag (Arbeitsweg) erschwert sei. Im
Zusammenhang mit den neurologischen Beschwerden bestehe bei einer optimal
angepassten Tätigkeit eine Leistungsfähigkeit von maximal 70 % bei vollem zeitlichem
Pensum (IV 76-15 f., 24 f.).
A.g RAD-Arzt Dr.med. C._, Facharzt für Neurologie sowie Psychiatrie und
Psychotherapie, nahm am 7. Januar 2014 Stellung, die Arbeitsfähigkeit sei
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vordergründig durch die Hör- und Gleichgewichtsstörung (Morbus Menière)
beeinträchtigt. Aus RAD-Sicht erscheine das mögliche Pensum in einer adaptierten
Tätigkeit von 100 % zwar noch vertretbar, aber doch eher streng. Das beschriebene
Adaptationsprofil sei medizinisch gesehen im Belastbarkeitsniveau im Vergleich zur
angestammten Tätigkeit nicht nur qualitativ verschoben, sondern auch hinsichtlich der
Belastbarkeitsanforderungen insgesamt weniger anspruchsvoll (IV-act. 77).
A.h Die IV-Stelle stellte dem Versicherten mit Vorbescheid vom 29. Januar 2014 die
Zusprache einer Dreiviertelsrente ab 1. November 2012 in Aussicht (IV-act. 81).
Hiergegen liess der Versicherte am 5. März 2014 Einwand erheben und eine ganze
Rente beantragen. Bis zum Zeitpunkt des Gutachtens sei von einer Arbeitsunfähigkeit
von 100 % auszugehen, weshalb er jedenfalls bis März 2014 Anspruch auf eine ganze
Rente habe. Hinzu komme, dass die im Gutachten umschriebene adaptierte Tätigkeit in
der freien Wirtschaft nicht umsetzbar sei, weshalb kein Invalideneinkommen
angerechnet werden könne (IV-act. 83 und 87).
A.i Am 15. April 2014 verfügte die IV-Stelle, der Versicherte habe ab 1. November
2012 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Bezüglich des Anforderungsprofils für
leidensangepasste Tätigkeiten sei der Höchstabzug von 25 % gewährt worden. Somit
seien sämtliche Einschränkungen bereits berücksichtigt worden. Gemäss Gutachten
fühle sich der Versicherte nicht arbeitsfähig. Berufliche Massnahmen seien bei
fehlender Motivation nicht durchführbar (IV-act. 88).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 15. April 2014 lässt A._, vertreten durch Rechtsanwalt
lic.iur. B. Lindegger, am 10. Juni 2014 Beschwerde erheben. Die angefochtene
Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben und es sei ihm eine
ganze IV-Rente zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die IV-
Stelle zurückzuweisen. Das Gutachten weise in seinen tatsächlichen Ausführungen
zahlreiche Ungenauigkeiten auf. In formeller Hinsicht sei das rechtliche Gehör
(Begründungspflicht) verletzt. Er habe in seinem Einwand einerseits vorgebracht, dass
eine befristete ganze Rente geschuldet sei und andererseits, dass er seine
Restarbeitsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt aufgrund der Vielzahl von Einschränkungen
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und seines fortgeschrittenen Alters nicht mehr verwerten könne. In der Verfügung sei
die Beschwerdegegnerin auf keinen der Einwände eingegangen. Es fehle am der
Beschwerdegegnerin obliegenden Nachweis geeigneter Arbeitsplätze auf dem freien
Arbeitsmarkt bzw. an einer Stellungnahme der Berufsberatung. In materieller Hinsicht
sei seit dem 15. November 2011 eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit nachgewiesen. Erst
seit dem Gutachten vom 4. Dezember 2013 werde eine 70 %ige Arbeitsfähigkeit in
einer adaptierten Tätigkeit attestiert. Vom 1. November 2012 bis März 2014 sei dem
Beschwerdeführer eine ganze Rente zu gewähren. Sodann sei die von den Gutachtern
umschriebene adaptierte Tätigkeit in der freien Wirtschaft nicht umsetzbar. Diese
Beurteilung sei durch den Berufsberater vorzunehmen. Das Verfahren betreffend
berufliche Massnahmen sei eingestellt worden, als der Beschwerdeführer bei seinem
bisherigen Arbeitgeber nicht habe weiterbeschäftigt werden können. Der Anspruch auf
weitere berufliche Massnahmen sei nicht geprüft worden. Ein Wechsel in eine andere
Tätigkeit, z.B. Büro, könne nicht ohne weitere Massnahmen erfolgen. Da das Alter, die
Vielzahl der Einschränkungen sowie eine fehlende Ausbildung und Berufserfahrung (in
einer adaptierten Tätigkeit) gegen eine Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit sprächen, sei
von der Anrechnung eines Invalideneinkommens abzusehen (act. G 1).
B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 26. August 2014 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Die angefochtene Verfügung
nenne wenigstens kurz die Überlegungen, von der sich die Beschwerdegegnerin habe
leiten lassen. Dadurch sei die Begründungspflicht nicht verletzt. Das Gutachten vom 4.
Dezember 2013 erfülle unstreitig die Anforderungen an eine beweiskräftige
medizinische Entscheidgrundlage. Nach Lage der Akten deute nichts darauf hin, dass
sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der IV-Anmeldung
wesentlich verändert habe. Unter diesen Umständen könne angenommen werden,
dass die im Gutachten bescheinigte Restarbeitsfähigkeit von 70 % bereits im Zeitpunkt
des Ablaufs des Wartejahres per Anfang November 2012 bestanden habe. Unter dem
Aspekt der Schadenminderungspflicht müsse dem Beschwerdeführer zugemutet
werden, dass er während den letzten Jahren seiner erwerblichen Laufbahn in einer
seiner Behinderung optimal angepassten Stelle als Hilfsarbeiter arbeite, wofür er keine
zusätzliche Ausbildung/Qualifikation benötige. Für die Prüfung der Rentenberechtigung
sei die Verwertbarkeit am 4. Dezember 2013 (Erstattung des Gutachtens)
entscheidend. Zu diesem Zeitpunkt sei der Beschwerdeführer 58 1⁄2 Jahre alt gewesen.
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Trotz des fortgeschrittenen Alters seien die Chancen auf dem als ausgeglichen
unterstellten Arbeitsmarkt immer noch als intakt zu betrachten. Der in der
angefochtenen Verfügung unbegründet vorgenommene Tabellenlohnabzug von 25 %
sei nicht nachvollziehbar. Die Beeinträchtigung des Beschwerdeführers rechtfertige
höchstens einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug von 10 %. Andere
abzugsbegründende Umstände seien nicht ersichtlich. Es resultierten ein
Invaliditätsgrad von 60 % und ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente (act. G 4).
B.c Der Beschwerdeführer macht mit Replik vom 2. November 2014 geltend, die
Annahme der Beschwerdegegnerin, die 70 %ige Arbeitsfähigkeit habe bereits bei
Ablauf des Wartejahres bestanden, entbehre einer Grundlage. Die namhaften und
massiven medizinischen Einschränkungen würden Arbeitsstellen selbst auf einem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt ausschliessen. Eine nachvollziehbare Begründung zur
Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit fehle nach wie vor. Der in der angefochtenen
Verfügung vorgenommene Tabellenlohnabzug von 25 % sei angemessen (act. G 10).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 12).

Erwägungen
1.
1.1 Der für das Sozialversicherungsrecht in Art. 42 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) normierte Anspruch
auf Wahrung des rechtlichen Gehörs beinhaltet unter anderem das Recht auf Prüfung
aller rechtserheblichen Anträge sowie auf Begründung des Entscheids (U. KIESER,
Kommentar ATSG, 3. Aufl., Zürich 2015, Art. 42 Rz 30 f.). Die Begründung muss
wenigstens kurz die Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde leiten liess und
auf welche sich ihr Entscheid stützt. Der Zweck der Begründungspflicht liegt darin,
dass der Betroffene die Verfügung sachgerecht anfechten kann (KIESER, a.a.O., Art. 49
Rz 56 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). Der Gehörsanspruch ist formeller Natur;
indes lässt die sozialversicherungsrechtliche Rechtsprechung eine Heilung einer nicht
besonders schwerwiegenden Gehörsverletzung zu, wenn die betroffene Person die
Möglichkeit hat, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den
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Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann (KIESER, a.a.O., Art. 42 Rz
13, 15, mit Hinweisen auf die Rechtsprechung).
1.2 Die angefochtene Verfügung hält zum Vorbringen im Einwand im Wesentlichen
fest, die vorhandenen Einschränkungen seien durch Gewährung eines
Tabellenlohnabzuges von 25 % berücksichtigt und berufliche Massnahmen seien nicht
durchführbar, da sich der Beschwerdeführer subjektiv nicht arbeitsfähig fühle (IV-act.
88-2). Daraus ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin der Ansicht ist, die
Voraussetzungen für die Annahme einer Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
seien nicht gegeben, und dies ermöglichte dem Beschwerdeführer eine sachgerechte
Anfechtung. Keine nähere Begründung enthält die angefochtene Verfügung bezüglich
des Zeitpunkts, ab welchem eine 70 %ige Arbeitsfähigkeit anzunehmen ist. Dieser
Mangel wiegt jedoch nicht so schwer, dass sich eine Rückweisung bzw. Aufhebung
der angefochtenen Verfügung rechtfertigen würde, zumal aus der verfügten Zusprache
einer Dreiviertelsrente die Annahme einer teilweisen Arbeitsfähigkeit bei Rentenbeginn
am 1. November 2012 geschlossen werden kann und der anwaltlich vertretene
Beschwerdeführer die medizinischen Grundlagen für die geltend gemachte vollständige
Arbeitsunfähigkeit bis zum Zeitpunkt des Gutachtens im Einwand auch nicht näher
darlegt. Hinzu kommt, dass das Versicherungsgericht im Beschwerdeverfahren die
Einwendungen des Beschwerdeführers mit voller Kognition überprüfen kann.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG, SR
831.20) haben Versicherte Anspruch auf Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% besteht Anspruch
auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% auf eine halbe
Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60% auf eine Dreiviertelsrente und
ab einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% auf eine ganze Invalidenrente (Art. 28
Abs. 2 IVG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen,
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das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
2.2 Art. 8 Abs. 1 ATSG umschreibt Invalidität als voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist
der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem
in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; Urteil des
Bundesgerichts vom 1. Dezember 2015, 8C_586/2015, E. 2). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie
ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde
zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht
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konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E.
1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
2.4 Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz
nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts
genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener
Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als
die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
3.
3.1 Medizinische Grundlage der angefochtenen Verfügung bildet das asim-Gutachten
vom 4. Dezember 2013 (IV-act. 76). Die Gutachter führten nachvollziehbar aus, die
fünfmalige Gentamycin-Installation habe zwar zu einem Sistieren der Anfälle geführt,
jedoch zu einer diffusen Unsicherheit. Dieses Phänomen sei bekannt und werde häufig
von betroffenen Personen beschrieben. Weiterhin bestehe beim Beschwerdeführer
anamnestisch der Verdacht auf das zusätzliche Vorliegen eines benignen
paroxysmalen Lagerungsschwindels (BPLS). Auch bei der raschen Kopftieflage hätten
sich in der Untersuchung ein subjektives Schwindelgefühl und kurzzeitig Nystagmen
gefunden, die jedoch nach dem Aufsitzen nicht mehr nachweisbar gewesen seien.
Aufgrund dieser Befunde sei der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit aus
HNO-ärztlicher Sicht nicht mehr arbeitsfähig. Der Beschwerdeführer müsse häufig nach
oben blicken. Diese Bewegung könne aufgrund des Ausfalls des Gleichgewichtsorgans
durchaus immer wieder mit Schwindelbeschwerden einhergehen. Grundsätzlich wäre
der Beschwerdeführer aus somatischer Sicht in Arbeiten, in denen er nicht
sturzgefährdet ist und keine abrupten Kopfbewegungen durchführen müsse, z.B. in
Bürotätigkeiten, arbeitsfähig. Es kämen jedoch nur leichte körperliche Tätigkeiten in
Frage. Wegen der Schwerhörigkeit auf der rechten Seite sowie dem schwer
dekompensierten Tinnitus müsse es sich um eine Arbeit an einem akustisch nicht
anspruchsvollen, ruhigen Arbeitsplatz, in der der Beschwerdeführer nicht auf
eindeutiges Richtungshören angewiesen sei, handeln. Aufgrund der belastungs- und
bewegungsabhängigen Schwindelbeschwerden sei die Leistungsfähigkeit
eingeschränkt, da schon der Alltag und z.B. der Weg zur Arbeit erschwert sei. Diese
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Erschwernisse seien in Kombination mit den im neurologischen Gutachten diskutierten
Beeinträchtigungen zu werten (IV-act. 76-15 f.). Dieses beschrieb eine Migräne mit
Aura, etwa einmal pro zwei Wochen auftretend, diskrete neurokognitive Beschwerden
(Vergesslichkeit, milde Wortfindungsstörung, Verlangsamung), möglicherweise
posttraumatisch nach einem Schädel-Hirntrauma vor 28 Jahren, sowie ein
intermittierendes zervikozephales Schmerzsyndrom (IV-act. 76-23 f.). Diese
Beeinträchtigungen seien für sich alleine nicht so gravierend, könnten aber in der
Summe und unter der zusätzlichen Dauerbelastung durch Schwindel und Tinnitus
durchaus eine Leistungsminderung infolge vermehrter Ermüdbarkeit und
eingeschränkter Konzentration begründen. Insgesamt schätzten die Gutachter deshalb
die Leistungsfähigkeit in einer optimal angepassten Tätigkeit auf maximal 70 % bei
zeitlich vollem Pensum (IV-act. 76-16). Das Gutachten berücksichtigt die Angaben des
Beschwerdeführers, die medizinischen Vorakten und ist nachvollziehbar und schlüssig.
In Übereinstimmung mit dem RAD (Stellungnahme vom 7. Januar 2014) ist das
Gutachten, gegen welches auch die Parteien keine Einwendungen vorbringen, als
beweistauglich zu erachten. Mithin kann darauf abgestellt werden.
4.
4.1 Die Gutachter führten zum Beginn der Arbeitsunfähigkeit aus, zunächst bestehe
eine volle Arbeitsunfähigkeit seit der Arbeitsaufgabe per 15. November 2011 (IV-act.
76-16). Nach der Systematik des Gutachtens bezieht sich diese in Ziff. 7.4 enthaltene
Aussage sowohl auf die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf (Ziff. 7.2) als auch auf
jene in Verweistätigkeiten (Ziff. 7.3). Weitere Ausführungen zum Verlauf der
Arbeitsfähigkeit können dem Gutachten nicht entnommen werden, so dass die 70 %ige
Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten mindestens ab dem Zeitpunkt der
Begutachtung ausgewiesen ist. Dies ist vereinbar mit weiteren medizinischen Akten:
Der Vertrauensarzt berichtete noch am 24. September 2012, nach Sistieren des
Schwindels infolge der Gentamycinbehandlung sei erneut ein Rückfall eingetreten mit
massivem Schwindel (IV-act. 43-2). Weiter ist dem Neurootologiebericht des
interdisziplinären Zentrums für Schwindel und Gleichgewichtsstörungen des
Universitätsspitals Zürich vom 17. Dezember 2012 zu entnehmen, dass seit den ab 19.
April 2012 verabreichten Gentamycininjektionen keine Drehschwindelattacken mehr
aufgetreten seien, der Beschwerdeführer indes seither an einer Gangunsicherheit im
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Sinne eines deutlichen Belastungsschwindels und verstärkter Müdigkeit leide (IV-act.
50). Diese Berichte bestätigen, dass im Zuge der medizinischen Behandlung ab dem
Jahr 2012 eine Stabilisierung des Gesundheitszustandes eingetreten ist und eine
Arbeitsfähigkeit von 70 % (in adaptierten Tätigkeiten) sich nach und nach entwickelt
hat und jedenfalls ab Zeitpunkt der Erstattung des Gutachtens vom 4. Dezember 2013
angenommen werden kann.
4.2 Gemäss dem bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten
Invalidenrente nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung analog anzuwendenden Art.
88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) ist eine
Verbesserung der Erwerbsfähigkeit von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem
angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich länger dauern wird. Sie ist in
jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei
Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Das Bundesgericht
wendet in solchen Fällen in der Regel den zweiten Satz dieser Vorschrift an und
gewährt oder bestätigt eine höhere Rente drei Monate über die Veränderung des
Gesundheitszustandes hinaus. Ist aufgrund eines Gutachtens überwiegend
wahrscheinlich, dass sich der Gesundheitszustand verbessert hat, nicht aber
ersichtlich, in welchem Zeitpunkt diese Besserung stattgefunden hat, so kann es sich
jedoch rechtfertigen, die Rente bereits auf den Zeitpunkt des Gutachtens hin
herabzusetzen oder aufzuheben (Urteil des Bundesgerichts vom 10. Februar 2012,
8C_670/2011, E. 5.1, mit Verweisen auf Urteile vom 16. September 2011,
9C_810/2010, E. 4.2 und vom 6. Oktober 2010, 9C_603/2010, E. 4.2). Vorliegend
äussert sich das Gutachten nicht zum Zeitpunkt des Beginns der 70 %igen
Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten, und es ist davon auszugehen, dass eine
entsprechende Stabilisierung des Gesundheitszustands bereits vor der Begutachtung
vom 4. Dezember 2013 eingetreten war (E. 4.1). Dies rechtfertigt, die höhere
Arbeitsfähigkeit bereits ab diesem Datum als rentenwirksam zu betrachten. Der
Beschwerdeführer hat daher bis Ende Dezember 2013 Anspruch auf eine ganze Rente.
5.
Ab Januar 2014 besteht medizintheoretisch ein Anspruch auf eine Rente entsprechend
einer 70 %igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit. Massgebend für den
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Einkommensvergleich ist das Jahr 2012 (Ablauf des Wartejahrs gemäss Art. 28 Abs. 1
lit. b IVG am 14. November 2012; BGE 129 V 222). Gemäss Auszug aus dem
individuellen Konto (IK) erzielte der Beschwerdeführer im Jahr 2010 (vor Eintritt des
Gesundheitsschadens) ein Einkommen von Fr. 97'178.-- (IV-act. 61-1), welches unter
Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung im Jahr 2012 Fr. 98'850.-- beträgt
(Bundesamt für Statistik [BSF], Lohnentwicklung 2014, T 39; Index Männer 2010: 2151,
2012: 2188). Es ist ohne weiteres anzunehmen, dass er ohne Eintritt des
Gesundheitsschadens nach wie vor an diesem Arbeitsplatz tätig wäre, weshalb das
Jahreseinkommen von Fr. 98'850.-- dem Valideneinkommen entspricht.
6.
6.1 Das Zumutbarkeitsprofil des Beschwerdeführers umfasst gemäss Einschätzung
der Gutachter körperlich leichte Arbeiten ohne Sturzgefährdung, ohne abrupte
Kopfbewegungen, in akustisch nicht anspruchsvoller, ruhiger Umgebung und ohne
Angewiesensein auf Richtungshören. Das Gutachten nennt insbesondere
Bürotätigkeiten als adaptiert (IV-act. 76-15). Der Beschwerdeführer macht geltend, die
Beschwerdegegnerin habe zumutbare Verweistätigkeiten nicht umschrieben und ein
Wechsel in eine andere Tätigkeit könne ohne weitere Massnahmen nicht erfolgen. Die
verbleibende Restarbeitsfähigkeit sei nicht realisierbar. Es sei ihm deshalb kein
Invalideneinkommen anzurechnen (act. G 1 Ziff. 5 f.).
6.2 Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare
Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an
die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine
übermässigen Anforderungen zu stellen sind. Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich
an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt,
welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu
führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und
dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungslast nicht mehr
zumutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt
eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente begründet. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das
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verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten,
lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den
Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des
Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und
Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur,
vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder
Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V
460 E. 3.1; Urteile des Bundesgerichts vom 22. März 2012, 9C_153/2011, E. 3.1 und
vom 28. Mai 2009, 9C_918/2008, E. 4.2.2 mit Hinweisen).
6.3 Massgebend für die Beurteilung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist der
Zeitpunkt des Feststehens der medizinischen Zumutbarkeit einer
(Teil-)erwerbstätigkeit. Dies ist gegeben, sobald die medizinischen Unterlagen eine
zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 138 V 461 f. E. 3.3 f.). Der
Beschwerdeführer wusste ab Erstattung des Gutachtens am 4. Dezember 2013 über
die Einschätzung seiner Arbeitsfähigkeit. Er war damals rund _ Jahre alt. Eine
Umschulung erscheint in Anbetracht der verbleibenden Zeit bis zum ordentlichen
Pensionsalter unverhältnismässig (Urteile des Bundesgerichts vom 5. August 2010,
9C_244/2010, E. 3.2, und des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, seit 1.
Januar 2007: sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 15. Februar 2006, I
761/05, E. 3.4). Die Anforderungen der Rechtsprechung für die Annahme einer
Unverwertbarkeit der verbleibenden Restarbeitsfähigkeit sind streng (Urteil des
Bundesgerichts vom 21. März 2016, 9C_536/2015, E. 4.2); das Bundesgericht verneint
in der Regel die Verwertbarkeit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit nur bei über 60-
jährigen versicherten Personen, welchen im massgeblichen Zeitpunkt lediglich noch
eine Aktivitätsdauer von weniger als fünf Jahren verbleibt (Urteil vom 6. Juli 2016,
8C_113/2016, E. 4.3). Die Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers ist zwar in
verschiedener Hinsicht eingeschränkt (keine raschen Kopfbewegungen, was wohl die
Arbeit an einem Fliessband ausschliessen dürfte, keine hohe Lärmbelastung, keine
körperlich schweren Arbeiten). Indes sind die Beeinträchtigungen des
Beschwerdeführers nicht derart ausgeprägt, dass sie eine Tätigkeit auf dem als
ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt als völlig unrealistisch erscheinen lassen. Dem
Beschwerdeführer sind leichte Tätigkeiten in Kontrolle, Überwachung, Fertigung oder
Verpackung, wie sie im erwähnten Normarbeitsmarkt vorhanden sind, zuzumuten; die
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Verwertung der Restarbeitsfähigkeit kann demnach nicht als ausgeschlossen
bezeichnet werden.
6.4
6.4.1 Das Invalideneinkommen bemisst sich nach dem Tabellenlohn gemäss
Lohnstrukturerhebung (LSE) des BFS 2012, Durchschnittswert Kompetenzniveau 1,
Männer. Dieses beträgt Fr. 65'177.-- (Informationsstelle AHV/IV, IV, Ausgabe 2015,
Anhang 2).
6.4.2 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen
Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn)
allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass
persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung,
Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E.
3b/aa S. 323). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene
Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit
unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 80 E. 5b/aa in fine).
Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände
im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 %
nicht übersteigen (BGE 126 V 80 E. 5b/bb-cc; BGE 134 V 327 f. E. 5.2; Urteil
9C_368/2009 vom 17. Juli 2009 E. 2.1; zum Ganzen auch Urteil des Bundesgerichts
vom 23. Dezember 2014, 9C_630/2014, E. 2.1 mit weiteren Verweisen).
6.4.3 Dem Beschwerdeführer sind lediglich Tätigkeiten zumutbar, deren Art sich
stark vom erlernten und über Jahrzehnte ausgeübten Beruf unterscheidet. Auch
aufgrund des fortgeschrittenen Alters ist für die Aufnahme einer adaptierten Tätigkeit
mit einem sehr hohen Anpassungsaufwand zu rechnen. Sodann erfolgte im Jahr 2012
eine strukturelle Anpassung der Tabellenlöhne, indem neu statt wie bis anhin
Anforderungsniveau 1-4 Kompetenzniveaus von 4-1 eingeführt wurden, angepasst an
die internationale Berufsnomenklatur ISCO (vgl. Bundesamt für Sozialversicherungen
[BSV], IV-Rundschreiben Nr. 328 vom 22. Oktober 2014). Diese strukturelle Anpassung
führte u.a. dazu, dass die Löhne für männliche Hilfsarbeiter gemäss bisherigem
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Anforderungsniveau 4 eine den Nominallohnindex überragende, sprunghafte Erhöhung
erfahren haben. Ein Grund liegt offenbar darin, dass die Hilfskräfte im Bergbau, Bau,
bei der Herstellung von Waren und im Transportwesen mit einem klar
überdurchschnittlichen Einkommen neu bei den Hilfskräften angesiedelt sind. Diese
neue Gewichtung körperlich schwerer Arbeiten ist dadurch zu kompensieren, dass ein
höherer Tabellenlohnabzug gewährt wird, wenn aufgrund der gesundheitlichen
Beeinträchtigung nur noch leichtere körperliche Arbeiten verrichtet werden können (vgl.
J. KALTSUNIS-APELTSOTOU, Invaliditätsgrad - Parallelität der Vergleichseinkommen,
in: U. KIESER [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2015, Zürich/St. Gallen 2016,
S. 155 ff. und 164 ff.). Schliesslich beurteilte der RAD die gutachterlich attestierte
Arbeitsfähigkeit als zwar noch vertretbar, aber streng (Stellungnahme vom 7. Januar
2014, IV-act. 77). Aus diesen Gründen rechtfertigt sich der maximale
Tabellenlohnabzug von 25 %, wie er auch in dem der angefochtenen Verfügung
zugrunde liegenden Einkommensvergleich berücksichtigt wurde. Das
Invalideneinkommen beträgt somit bei einer Arbeitsfähigkeit von 70 % Fr. 34'218.-- (Fr.
65'177.-- x 0,7 x 0,75).
6.5 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 98'850.-- (E. 5) resultiert ein Invaliditätsgrad
von 65 %. Der Beschwerdeführer hat somit ab Januar 2014 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente.
7.
7.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 15.
April 2014 aufzuheben und dem Beschwerdeführer ab 1. November 2012 eine ganze
Rente und ab 1. Januar 2014 eine Dreiviertelsrente zuzusprechen.
7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Der Beschwerdeführer beantragt eine unbefristete ganze Rente ab 1.
November 2012. Zugesprochen wird ihm diese für 14 Monate. Angesichts des
Obsiegens in deutlich untergeordnetem Ausmass ist es gerechtfertigt, dem
Beschwerdeführer zwei Drittel der Gerichtskosten, d.h. Fr. 400.--, aufzuerlegen; der
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geleistete Kostenvorschuss ist hieran anzurechnen. Den Restbetrag von Fr. 200.-- hat
die Beschwerdegegnerin zu bezahlen, und dem Beschwerdeführer ist in diesem
Umfang der geleistete Kostenvorschuss zurückzuerstatten.
7.3 Da der Beschwerdeführer teilweise obsiegt, hat er einen reduzierten Anspruch auf
eine Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist. Bei vollständigem Obsiegen wäre eine Parteientschädigung von Fr. 3'600.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen. Wegen des nur teilweisen
Obsiegens erscheint eine Parteientschädigung von einem Drittel als gerechtfertigt. Die
Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer somit eine Parteientschädigung von
Fr. 1'200.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.