Decision ID: e88351e5-2f32-4dc5-9a6e-f12745741250
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1966, hat keine berufliche Ausbildung abgeschlossen und ist Mutter dreier in den Jahren 1989, 1992 und 1998 geborener Kinder. Ab Januar 2010 respektive Juni 2011 war sie bei zwei verschiedenen Arbeitgebern als Rei
nigungskraft beziehungsweise Hausdienst- und Hauswartsmitarbeiterin ange
stellt. Das Arbeitspensum belief sich dabei auf insgesamt 59 % (Urk. 10/10, 10/18, 10/36 und 10/57/64). Unter Hinweis auf tägliche Schmerzen am Rücken und am rechten Arm meldete sie sich am 27. Januar 2015 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 10/10). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte nebst aktuellen Auszügen aus dem individuellen Konto (IK-Auszug, Urk. 10/1-8, 10/15) insbesondere Arbeitgeberberichte (Urk. 10/18, 10/36), die Akten des Krankentaggeldversicherers (Urk. 10/33, 10/41) sowie di
verse Arztberichte ein (Urk. 10/24, 10/35, 10/38 und 10/46). Ausserdem gab sie bei Dr. med. Y._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, und Dr. med. Z._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ein bidis
ziplinäres Gutachten in Auftrag (Urk. 10/57, 10/60). Mit Vorbescheid vom 17. Ok
tober 2016 (Urk. 10/62) stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, wogegen diese am 9. November sowie ergänzend am 24. Dezember 2016 Einwand erhob (Urk. 10/63, 10/67). Am 7. Februar 2017 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (Urk. 10/72 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob X._ am 10. März 2017 Beschwerde mit den Rechtsbegeh
ren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die IV-Stelle sei zu ver
pflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen - namentlich eine Invalidenrente - aus
zurichten. Eventualiter sei die Sache zwecks bidisziplinärer Oberbegutachtung in den Fachrichtungen Rheumatologie und Psychiatrie mit anschliessender Evalua
tion der beruflichen und haushaltsspezifischen funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) an die IV-Stelle zurückzuweisen. Im Weiteren ersuchte die Versicherte um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie Bestellung eines unent
geltlichen Rechtsvertreters in der Person von Rechtsanwalt Oskar Müller. Ferner beantragte sie die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung mit Parteibefra
gung (Urk. 1 S. 2 f.). Mit Schreiben vom 13. März 2017 (Urk. 7) reichte die Ver
sicherte Unterlagen zur Darlegung ihrer finanziellen Verhältnisse ein (Urk. 5 f.). Die IV-Stelle schloss mit Beschwerdeantwort vom 20. April 2017 (Urk. 9) auf Ab
weisung der Beschwerde. Rechtsanwalt Müller teilte am 3. Mai 2017 telefonisch mit, dass er auf die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung verzichte, nicht jedoch auf einen zweiten Schriftenwechsel (Urk. 11). Dieser wurde in der Folge mit Verfügung vom 8. Mai 2017 (Urk. 12) angeordnet. Gleichzeitig wurde das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung bewilligt und Rechtsanwalt Müller als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt. Mit Replik vom 14. September 2017
(Urk. 17) hielt die Versicherte an ihren Anträgen gemäss Beschwerdeschrift fest, worauf die IV-Stelle mit Schreiben vom 20. Oktober 2017 (Urk. 20) auf das Ein
reichen einer Duplik verzichtete. Hierüber wurde die Versicherte mit Verfügung vom 23. Oktober 2017 (Urk. 21) in Kenntnis gesetzt. Mit Schreiben vom 12. Juli 2018 reichte Rechtsanwalt Müller seine Honorarnote ein (Urk. 24).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In je
dem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit un
abhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.4
Sowohl
bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditätsbe
messung (
Art.
28a IVG) zu bestimmen (
BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b
).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine
versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hy
pothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonde
ren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist
(BGE
144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E.
3.1, 137 V
334
E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E.
3b
).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Be
urteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (
vgl. BGE 144 I 28 E.
2.4
).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung vom 7. Februar 2017 (Urk. 2) im Wesentlichen, dass die Versicherte ohne gesundheitliche Ein
schränkungen weiterhin ihrer Tätigkeit als Reinigerin in einem Pensum von 59 % nachgehen und dabei ein jährliches Einkommen von Fr. 32'480.20 erzielen würde. Die restlichen 41 % würden auf den Haushaltsbereich entfallen. Die me
dizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass die Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit zu 50 % eingeschränkt sei. Im Haushaltsbereich liege mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Einschränkung mit Auswirkung auf den Invaliditätsgrad vor. In Anwendung der gemischten Methode resultiere somit ein Invaliditätsgrad von 9 %, weshalb kein Rentenanspruch bestehe.
2.2
In ihrer Beschwerdeschrift vom 10. März 2017 machte die Versicherte einerseits eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes geltend, da die rheumatologi
schen Abklärungen unvollständig seien. Dr. Y._ habe ausserdem nicht sämtliche Vorakten beigezogen und sich mit gewissen von den behandelnden Ärzten gestellten Diagnosen nicht auseinandergesetzt. Gerichtsnotorisch sei fer
ner, dass eine Adipositas Grad II Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit habe, insbesondere bei einer Tätigkeit als Reinigerin (Urk. 1 S. 6 ff.). Nicht zu überzeu
gen vermöge im Weiteren das psychiatrische Gutachten von Dr. Z._, zumal dieses sowohl hinsichtlich der gestellten Diagnosen als auch der attestierten Ar
beitsunfähigkeit der Beurteilung des behandelnden Psychiaters widerspreche. Ab
zuklären sei im Rahmen einer Oberbegutachtung, wie sich die psychischen Be
schwerden auf den Haushaltsbereich auswirken (Urk. 1 S. 9 ff.). Überdies rügte die Beschwerdeführerin, die IV-Stelle habe in Verletzung des Untersuchungs
grundsatzes zu Unrecht keine Haushaltsabklärung vorgenommen. Als nicht kor
rekt erweise sich ebenso die Annahme, dass sie im Gesundheitsfall zu 60 % er
werbstätig wäre. Aufgrund der familiären und finanziellen Umstände hätte sie ihr Arbeitspensum vielmehr auf mindestens 80 % erhöht. Im Übrigen habe die Be
schwerdegegnerin die Grundlagen des von ihr vorgenommenen Einkommensver
gleichs nicht schlüssig dargelegt (Urk. 1 S. 12 ff.).
2.3
Dem hielt die IV-Stelle mit Beschwerdeantwort vom 20. April 2017 (Urk. 9) ent
gegen, dass von ihrer Seite sämtliche notwendigen Massnahmen eingeleitet wor
den seien, um der Untersuchungsmaxime nachzukommen. So trage die Versi
cherte die Folgen der Beweislosigkeit, wenn allfällige rheumatologische Befunde aufgrund der Adipositas nicht hätten erhoben werden können. Es sei ferner auch nicht notwendig gewesen, sämtliche medizinischen Akten aus der Zeit vor der geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit beizuziehen. Des Weiteren wies die IV-Stelle darauf hin, dass die vom behandelnden Arzt gestellte Diagnose einer schweren, therapieresistenten depressiven Episode nicht zu überzeugen vermöge. Dieser verfüge denn auch nicht über die erforderliche fachärztliche Ausbildung. Zum Einkommensvergleich hielt die Beschwerdegegnerin sodann fest, dass die
sem die Angaben in den Arbeitgeberberichten zu Grunde gelegt worden seien.
2.4
Mit Replik vom 14. September 2017 kritisierte die Beschwerdeführerin erneut den Verzicht der IV-Stelle auf eine Haushaltsabklärung und wies auf Mängel am rheu
matologisch-psychiatrischen Gutachten hin. Entgegen der Behauptung der Be
schwerdegegnerin verfüge der behandelnde Arzt ausserdem über das notwendige psychiatrische Fachwissen (Urk. 17 S. 3 ff.).
3.
3.1
Nachdem am 6. März 2014 ein Müllcontainer auf die Versicherte gestürzt war, klagte diese auch noch nach mehreren Monaten über persistierende, rechtsseitige Nacken- und Schulterschmerzen mit Ausstrahlung in den Arm bis zum Handge
lenk. Gemäss Bericht des A._ vom 25. Juni 2014 seien die Schul
ter- und Armschmerzen als cervicobrachiales Schmerzsyndrom bei muskulärer Dysbalance sowie aktiven Triggerpunkten im Bereich des rechten Trapezius zu beurteilen. Darüber hinaus stelle sich der Verdacht auf ein Facettensyndrom im Bereich der mittleren Halswirbelsäule rechts. Mittels Physiotherapie und ange
passter Analgesie habe bislang kein wesentlicher Behandlungserfolg erzielt wer
den können. Vom 27. Mai bis 8. Juni 2014 wurde eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Urk. 10/35/7 f.).
Ab dem 28. August 2014 befand sich die Beschwerdeführerin im A._ in stationärer Behandlung, wobei dem Austrittsbericht vom 2. September 2014 folgende Diagnosen zu entnehmen sind:
-
Cervicobrachiales Schmerzsyndrom
-
differentialdiagnostisch radikuläres Reizsyndrom C6/C7 rechts,
-
nach Sturz im März 2014 exazerbiert,
-
Chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom,
-
Depressive Episode, gegenwärtig leicht bis mittelgradig,
-
Claustrophobie (MRI),
-
Verdacht auf Entwicklung einer somatoformen Schmerzstörung,
-
Verdacht auf gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD).
Trotz intensiver Physiotherapie habe sich nur eine leichte Besserung der Be
schwerden gezeigt. Nur mehr eingeschränkt möglich seien Arbeiten über Schul
terhöhe und solche mit monotonen Halswirbelsäulenstellungen. Längerfristig er
scheine die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit leicht eingeschränkt (Urk. 10/24/3 f.).
3.2
Im Bericht des B._ vom 4. Februar 2015 sind folgende Diagnosen aufgeführt:
-
Lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei Skoliose der distalen Lenden
wirbelsäule,
-
Zervikobrachiales Schmerzsyndrom bei Hyperkyphose der oberen Brust
wirbelsäule,
-
Verdacht auf mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1),
-
Verdacht auf anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45),
-
Vitamin-D-Mangel.
Gesamthaft bestehe eine ausgeprägte muskulo-skelettale Problematik, die mit in
tensiven physiotherapeutischem Training angegangen werden sollte. Überlagernd dazu seien psychische Belastungsfaktoren zu finden, welche weitere Behand
lungsschritte vermutlich nur langsam zulassen werden. Angaben zur Arbeitsfä
higkeit lassen sich dem Bericht nicht entnehmen (Urk. 10/35/17 ff.; vgl. auch Urk. 10/35/14 f., 10/41/9 ff.).
Vom 30. März bis 14. April 2015 wurde die Versicherte im B._ stationär mittels multimodaler rheumatologischer Komplextherapie behan
delt. Die bereits im September 2014 durchgeführte MRI-Untersuchung der Hals- und Lendenwirbelsäule habe keine Hinweise für eine Neurokompression ergeben. Eine Röntgenuntersuchung habe diskrete Veränderungen an der Lendenwirbel
säule gezeigt. Laboranalytisch seien keine erhöhten Entzündungszeichen vorhan
den gewesen. Im Rahmen der Therapie habe die Versicherte eine geringe Belas
tungsschwelle gezeigt. Für einzelne probatorische therapeutische Massnahmen wie eine Facettengelenksinfiltration habe sie nicht motiviert werden können. Aus psychiatrischer Sicht liege eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2) vor, wobei eine somatoforme Schmerzstörung nicht ausgeschlossen werden könne. Eine Steigerung der Venlafaxin-Dosis sei von der Versicherten jedoch abgelehnt worden. Bis auf Weiteres bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 10/35/9-11).
3.3
Dr. med. C._ führte in seinem Bericht vom 6. Oktober 2015 aus, die schwergradige depressive Symptomatik habe sich im bisherigen Behandlungsver
lauf nur geringfügig gebessert. Die Konzentration und Aufmerksamkeit der Ver
sicherten seien im Gespräch ausgeprägt gestört. Im Affekt sei sie hochgradig de
primiert, ratlos, hoffnungslos und ängstlich. Es seien Existenz- und Zukunfts
ängste vorhanden. Bei starker Tagesmüdigkeit seien der Antrieb und die Psycho
motorik sehr stark reduziert. Eine akute Suizidalität bestehe trotz ab und zu auf
tretender Suizidgedanken nicht (Urk. 10/46/2). Infolge dieser Symptomatik be
stehe für die angestammte Tätigkeit aktuell eine 80%ige Verminderung der Leis
tungsfähigkeit. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei - aus rein psychiatri
scher Sicht - bei einer guten Prognose in drei bis sechs Monaten theoretisch bis zu vier Stunden täglich möglich (Urk. 10/46/3).
3.4
Im Bericht des B._ vom 13. Oktober 2015 wurde festgehal
ten, dass der Beschwerdeführerin aus rheumatologischer Sicht - rein theoretisch - eine schwere körperliche Arbeit nicht mehr zumutbar sei. Für eine rückenge
rechte mittelschwere Tätigkeit mit wechselseitiger Belastung, ohne monotone re
petitive Bewegungen und ohne das Heben von Lasten über 15 Kilogramm bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Eine leichte Tätigkeit sei zu 100 % möglich. Eine spezifische Analyse der Einschränkungen müsse allerdings mittels Begutachtung erfolgen (Urk. 10/57/73 f.).
3.5
Im bidisziplinären Gutachten der Dres. Y._ und Z._ vom 31. März res
pektive 29. April 2016 wird als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21) auf
geführt. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien demgegenüber im We
sentlichen (Urk. 10/60/14):
-
Schädlicher Nikotingebrauch (ICD-10 F17.1),
-
Ausgedehnte chronische Schmerzen,
-
Adipositas Grad II (Bodymassindex [BMI] 36.4 kg/m
2
),
-
Kongenitale sehr leichte thorakolumbale Skoliose mit Cobb-Winkel von 5° und Scheitel auf Höhe Brustwirbelkörper 10, mit Beckenschiefstand links von einem Zentimeter bei kongenitaler Beinlängenminderung links von einem Zentimeter.
Gegenüber Dr. Y._ habe die Versicherte über stets vorhandene Schmerzen im Nacken, lumbal sowie im rechten Arm geklagt. Oftmals würden auch beide Beine und Füsse schmerzen, aber nicht immer. Manchmal seien Magen- und Herzschmerzen vorhanden. Wenn es kalt sei, verspüre sie mehr Beschwerden (Urk. 10/57/30). In der klinischen Untersuchung seien Diskrepanzen aufgefallen. So habe die Explorandin oft wegen Schmerzen gestöhnt, wobei dieses Verhalten bei Ablenkung nicht mehr aufgetreten sei. Auch der intermittierend hinkende Gang und das Zusammenzucken bei leichter Berührung hätten sich bei Ablen
kung normalisiert. Die Untersuchung des Bewegungsapparates sei durch kraft
volle Gegenspannung erschwert worden. Die Beweglichkeit der Brust- und Len
denwirbelsäule habe daher nicht evaluiert werden können. Bei der direkten Prü
fung der Halswirbelsäule hätten sich deutliche Einschränkungen ergeben. Bei Ab
lenkung habe die Versicherte die Halswirbelsäule jedoch normal bewegt. Hin
sichtlich der Beweglichkeit der grossen peripheren Gelenke hätten sich keine Auf
fälligkeiten wie Ergüsse, Synovitiden oder Überwärmung gezeigt. In der Dolo
metrie seien alle 18 Tender Points sowie sieben der acht Kontrollpunkte patholo
gisch gewesen, was einer Schmerzausweitung entspreche. Erstaunlicherweise zeige die Bioimpedanz-Analyse trotz der Adipositas Grad II eine Muskelmasse von 43 %, welche sogar den Normwert von 40 % übertreffe. Eine lang andau
ernde körperliche Schonung könne daraus nicht abgeleitet werden. Die Röntgen- und MRI-Untersuchungen der Schultern, Knie, Sprunggelenke sowie der Hals- und Lendenwirbelsäule hätten grundsätzlich altersentsprechende Befunde erge
ben. Insbesondere würden der Spinalkanal und die Neuroforamina eine normale Weite aufweisen. Eine Diskushernie oder Kompressionen neuraler Strukturen seien nicht vorhanden. Sowohl der Beckenschiefstand als auch die sehr leichte Skoliose seien klinisch nicht von Relevanz. Gesamthaft bestünden keine struktu
rellen Befunde, welche die Leistungsfähigkeit der Versicherten einschränken wür
den. Die angestammten Tätigkeiten seien leidensangepasst und zu 100 % zumut
bar. Im Haushaltsbereich bestünden ebenfalls keine Einschränkungen (zum Gan
zen Urk. 10/57/41 ff.).
Abgesehen von den Schmerzen habe die Versicherte im Zuge der von Dr. Z._ durchgeführten psychiatrischen Abklärung über Schlafprobleme und rasche Er
müdbarkeit geklagt. Überdies grüble sie, verhalte sich sofort aggressiv und wolle mit niemandem Kontakt aufnehmen. Früher habe sie den Haushalt selbst erledigt, was ihr nun nicht mehr möglich sei. Wenn sie einen Gegenstand in der Hand halte, lasse sie ihn fallen, weil sie keine Kraft verspüre. Deswegen seien auch mit ihrem Ehemann etliche Probleme aufgetreten. Sie habe keine Lust mehr, zu Hause eine Arbeit zu verrichten. Früher sei sie sehr aktiv gewesen; jetzt ertrage sie nichts mehr und werde auch bei Lärm sofort nervös. Aktuell würden ihr nur noch ihre Kinder Freude bereiten. In eine psychiatrische Klinik wolle sie nicht eintreten, da sie sich während des Spitalaufenthalts schlechter gefühlt habe als zu Hause. Dort seien auch noch mehr Panik und Ängste aufgetreten (Urk. 10/60/8). Zum Psy
chostatus hielt Dr. Z._ fest, die Versicherte sei bewusstseinsklar und allseits orientiert gewesen. Im formalen Denken sei sie geordnet gewesen; inhaltlich hät
ten sich keine Anhaltspunkte für Wahnideen, Halluzinationen oder Ich-Störun
gen ergeben. Während der Anamneseerhebung habe sie ein inkonsistentes Ver
halten gezeigt. Insbesondere die unpräzise geschilderten Daten hätten nicht mit dem angegebenen Bildungsniveau übereingestimmt. Intermittierend habe die Ex
plorandin auch eine unauffällige Konzentrationsfähigkeit und ein unauffälliges Gedächtnis gezeigt. Stimmungsmässig sei sie initial vordergründig dysphorisch gereizt gewesen und habe sich trotzig sowie misstrauisch verhalten. Die Grund
stimmung sei bei reduzierter affektiver Schwingungsfähigkeit objektiv mittel
schwer deprimiert gewesen Ein affektiver Rapport habe nur knapp hergestellt werden können. Ferner seien sowohl Antrieb als auch Motorik vermindert gewe
sen (Urk. 10/60/9). Vor diesem Hintergrund könne bei der Versicherten objektiv von einer mittelschweren depressiven Symptomatik ausgegangen werden, welche die Arbeitsfähigkeit im angestammten und leidensadaptierten Bereich um höchs
tens 50 % einschränke. Haushaltstätigkeiten könne sie allerdings uneinge
schränkt ausüben. Die bisherigen therapeutischen Massnahmen im ambulanten Setting seien als ausgeschöpft zu erachten. Unter einer fachgerechten stationären psychiatrischen Behandlung sei eine Symptomrückbildung und eine vollständige Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Eine solche habe die Versi
cherte jedoch bis anhin verweigert (Urk. 10/60/11 ff.).
Im interdisziplinären Konsens hielten die Gutachter fest, aus rheumatologischer Sicht könne die Versicherte sämtliche Tätigkeiten uneingeschränkt ausüben, die Frauen ihres Alters üblicherweise bewältigen können. Aus psychiatrischer Sicht bestehe gegenwärtig sowohl für die angestammte als auch für leidensadaptierte Tätigkeiten eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Ungeeignet seien Tätigkeiten mit sehr hohen Anforderungen an die psychische Belastbarkeit, mit vielen äusseren Reizen und solche mit sehr hohen Anforderungen an die geistige Flexibilität und Um
stellungsfähigkeit (Urk. 10/60/14 f.).
4.
4.1
Zwischen den Parteien ist strittig, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat (vgl. E. 2.1 ff.). Da das bidisziplinäre Gut
achten der Dres. Y._ und Z._ vom 31. März respektive 29. April 2016 als medizinische Grundlage für die angefochtene Verfügung diente, ist vorab auf dessen Beweiswert einzugehen.
Die Expertise basiert auf umfassenden rheumatologischen und psychiatrischen Abklärungen und wurde in detaillierter Kenntnis der Vorakten erstellt (Urk. 10/57/6 ff., 10/57/54 ff. und 10/60/2 ff.). Die Versicherte konnte gegenüber den einzelnen Gutachtern ihre aktuellen Beschwerden schildern und wurde von diesen jeweils - soweit fachspezifisch erforderlich - eingehend befragt. Sie konnte sich insbesondere auch zu verschiedenen Themenbereichen wie dem beruflichen Werdegang und dem gewöhnlichen Tagesablauf äussern (Urk. 10/57/30, 10/60/7 f.). Die geklagten Leiden fanden sodann im Rahmen der Feststellung der Diagno
sen Berücksichtigung, wobei sowohl diese als auch die aus medizinischer resul
tierenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit dargelegt und erläutert wurden (Urk. 10/57/41 ff., 10/60/10 ff. und 10/60/14 ff.). Soweit möglich erfolgte ausser
dem eine Auseinandersetzung mit vorangegangenen ärztlichen Beurteilungen (Urk. 10/57/46, 10/60/14). Insgesamt erfüllt das bidisziplinäre Gutachten somit die praxisgemässen Kriterien für eine beweiswerte medizinische Expertise (vgl. E. 1.5).
4.2
4.2.1
Zu prüfen bleibt, ob die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Rügen die Beweiskraft der rheumatologisch-psychiatrischen Expertise zu schmälern vermö
gen. So wird geltend gemacht, Dr. Y._ habe sich zu einigen von den be
handelnden Ärzten gestellten Diagnosen nicht geäussert (Urk. 1 S. 8 f., Urk. 17 S. 3). In diesem Zusammenhang ist einerseits darauf hinzuweisen, dass nicht die diagnostische Einordnung eines Gesundheitsschadens entscheidend ist, sondern dessen konkrete Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit (Urteil des Bundesgerichts 9C_228/2013 vom 26. Juni 2013 E. 4.1.4). Andererseits hat Dr. Y._ gestützt auf die klinischen sowie die bildgebenden Befunde nach
vollziehbar dargelegt, weshalb namentlich im Bereich der grossen peripheren Ge
lenke als auch der Hals- und Lendenwirbelsäule keine Diagnose mit Auswirkun
gen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden könne (Urk. 10/57/41 f.). Nicht zu beanstanden ist ausserdem, dass Dr. Y._ keine medizinischen Unterlagen beigezogen hat, welche vor dem Unfallereignis vom März 2014 datieren (vgl. Urk. 1 S. 8). So führte die Versicherte selbst aus, dass sie - bis auf gelegentliche Nackenschmerzen - bis zu diesem Zeitpunkt gesund gewesen sei (Urk. 10/41/9, 10/60/7). Im Weiteren ist weder ersichtlich noch dargetan, inwiefern die älteren medizinischen Unterlagen geeignet sein sollen, die massgebende Beurteilung im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung (vgl. BGE 121 V 362 E. 1b, 99 V 98) zu beeinflussen. Soweit die Versicherte darüber hinaus rügt (Urk. 1 S. 7 f.), die klinischen Abklärungen seien unvollständig, da die Gutachterin bei be
stimmten Bereichen der Muskulatur aufgrund der Adipositas nur erschwert habe Befunde erheben können (Urk. 10/57/35), ist der IV-Stelle beizupflichten (vgl. Urk. 9 S. 2), dass grundsätzlich die versicherte Person die Beweislast für das Be
stehen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens trägt. Mit anderen Worten trägt sie die Folgen der Beweislosigkeit, wenn eine gesundheitliche Beeinträchti
gung trotz Ausschöpfung aller Möglichkeiten fachgerechter Exploration nicht ob
jektiviert werden kann (BGE 140 V 290 E. 4.1). Es ergibt sich im Übrigen denn auch weder aus den Eingaben der Versicherten, noch aus den Berichten der be
handelnden Ärzte, inwiefern muskelbezogene Probleme vorliegend Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben sollten. Selbiges gilt für die von der Versicherten eben
falls hervorgehobene Adipositas (vgl. Urk. 1 S. 9, Urk. 17 S. 4), welche gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung - unabhängig ihres Schweregrades - keine leistungsbegründende Invalidität zu begründen vermag, wenn sie
keine körperli
chen, geistigen oder psychischen Schäden bewirkt und nicht die Auswirkung von solchen Schäden ist.
Zudem finden sich vorliegend keine Hinweise darauf, dass die Adipositas
weder durch geeignete Behandlung noch durch zumutbare Ge
wichtsabnahme auf ein Mass reduziert werden k
ann
, bei welchem das Überge
wicht in Verbindung mit allfälligen Folgeschäden keine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit beziehungs
weise der Betätigung im bisherigen Aufgabenbereich zur Folge hat
(
vgl.
ZAK 1984 S. 345 f. E. 3; Urteile des Bundesgerichts I 839/06 vom 17. August 2007
E. 4.2.3 und I 745/06 vom 21. März 2007 E. 3).
4.2.2
Auch die Kritik der Versicherten am psychiatrischen Teilgutachten von Dr. Z._ erweist sich als nicht stichhaltig. So überzeugt die gestellte Diagnose einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10
F 43.21), welche entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 10) definitionsgemäss auch länger als sechs Monate dauern kann (vgl. Dil
ling/Mombour/Schmidt [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer Störun
gen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Auflage, 2015 S. 210). Soweit sich die Beschwerdeführerin auf den Bericht von Dr. C._ vom 20. Dezember 2016 stützt, wonach eine im bisherigen Verlauf therapieresistente schwere depressive Episode vorliege (Urk. 3/5), vermag dies nicht zu überzeugen. Zum einen verfügt Dr. C._ nicht über die notwendige fachärztliche Qualifika
tion im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie (vgl. www.medregom.admin.ch), was bei der Würdigung des Berichtes von erheblicher Bedeutung ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_547/2010 vom 26. Januar 2011 E. 2.2 mit Hinweisen). Zum anderen ist die Erfahrungstatsache zu berücksichtigen, dass behandelnde Arztpersonen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Hinzu kommt, dass dem Bericht von Dr. C._ keine objektive Befunderhebung zu entnehmen ist. Entgegen der Argu
mentation der Versicherten (Urk. 1 S. 10 f.) war Dr. Z._ im Übrigen nicht gehalten, mit Dr. C._ Rücksprache zu nehmen oder auf das im Beschwerdever
fahren eingereichte Beurteilungsschema der World Health Organization (Urk. 3/8) zurückzugreifen. Sowohl die Durchführung von Tests als auch das Einholen fremdanamnestischer Auskünfte unterliegt grundsätzlich der Fachkenntnis und dem Ermessensspielraum des Gutachters (Urteil des Bundesgerichts 9C_275/2016 vom 19. August 2016 E. 4.3.2).
4.2.3
Im Sinne eines Zwischenfazits ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das bidisziplinäre Gutachten abgestellt hat. Hinsichtlich der attestierten Arbeitsfähigkeit bleibt ergänzend anzufügen, dass Dr. Y._ in Anbetracht der klinischen und bildgebenden Befunde in nachvollziehbarer Weise darauf schloss, dass weder in Bezug auf die bisherigen Erwerbstätigkeiten, noch auf Haushaltsarbeiten eine Einschränkung bestehe (Urk. 10/57/43). Für leichte kör
perliche Tätigkeiten wurde auch von den Ärzten des B._ im Oktober 2015 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt (Urk. 10/57/73). Die von Dr. Z._ sowohl für die bisherige als auch für leidensadaptierte Tätigkeiten attestierte Arbeitsunfähigkeit von höchstens 50 % erweist sich demgegenüber mit Blick auf das vom Bundesgericht grundsätzlich für sämtliche psychischen Leiden für anwendbar erklärte strukturierte Beweisverfahren (BGE 143 V 418) als wohl
wollend. Eine gewisse Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit ist zwar in Anbe
tracht der Ausprägung einiger diagnoserelevanter Befunde (vgl. Urk. 10/60/9) prinzipiell nachvollziehbar. Allerdings hat die Versicherte zum einen insbeson
dere die zumutbaren Behandlungsmöglichkeiten nicht ausgeschöpft (Urk. 10/60/12 f.), weshalb ein erheblicher Leidensdruck nicht naheliegt. Zum an
deren bestehen weder Hinweise auf eine problematische Persönlichkeitsstruktur (vgl. Urk. 10/60/11), noch auf ressourcenmindernde Wechselwirkungen mit den körperlichen Begleiterkrankungen (Urk. 10/60/14). Trotz auf den ersten Blick nicht von der Hand zu weisender Zweifel kann angesichts der nachfolgenden Ausführungen im Ergebnis allerdings offen gelassen werden, ob die von Dr. Z._ festgelegte Arbeitsunfähigkeit auch einer näheren Überprüfung durch die Standardindikatoren standhält.
5.
5.1
Zu klären bleibt einerseits, ob die IV-Stelle berechtigterweise davon ausging, dass die Versicherte im Gesundheitsfall zu 59 % im Erwerbs- und zu 41 % im Aufga
benbereich (Haushalt) tätig wäre. Einzugehen ist andererseits auf die konkrete Bemessung des Invaliditätsgrades.
5.2
Zur sozialversicherungsrechtlichen Qualifikation erwog die IV-Stelle, dass die Versicherte im Gesundheitsfall weiterhin ihrer Tätigkeit als Reinigerin in einem 59%-Pensum nachgehen würde. Zum Einwand der Versicherten im Vorbescheid
verfahren, wonach sie im Gesundheitsfall zu 100 % erwerbstätig wäre (Urk. 10/67/2), führte die Beschwerdegegnerin zudem aus, dass die Versicherte bis 2014 nie ein 100%-Pensum ausgeübt habe, obwohl ihre Kinder zu diesem Zeitpunkt bereits 15, 21 und 24 Jahre alt gewesen seien. Es sei im Weiteren nicht belegt, dass sich die Versicherte jemals um eine 100%-Stelle bemüht habe
(Urk. 2 S. 1 f.). Dagegen wurde in der Beschwerdeschrift vorgebracht, dass sämt
liche Kinder im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung erwachsen gewesen seien, weshalb keine Betreuungsaufgaben mehr angefallen seien. Die Ausdeh
nung des Arbeitspensums auf mindestens 80 % im Gesundheitsfall wäre auch aus finanziellen Gründen notwendig gewesen. Diese Absicht sei denn auch im Ab
klärungsgespräch mit der IV-Stelle kundgetan worden (Urk. 1 S. 12 f.).
Den von der Beschwerdeführerin im Rahmen des Standortgesprächs vom
19. Februar 2015 gemachten Angaben zur Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall (circa 80 %; Urk. 10/14/2) kommt als
„
Aussagen der ersten Stunde
“
in beweis
mässiger Hinsicht nicht unerhebliches Gewicht zu (vgl. BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis). Im Sinne der Ausführungen der Beschwerdegegnerin ist allerdings festzuhalten, dass die Tätigkeit, welche bei Eintritt der invalidisie
renden Beeinträchtigung tatsächlich - und unter Umständen seit längerer Zeit - ausgeübt wurde, vor allem bei sonst im Wesentlichen unveränderten Verhältnissen bis zur Entstehung des Rentenan
spruches, ein starkes Indiz für das im Gesundheitsfall hypothetisch ausgeübte Er
werbspensum darstellt (Urteil des Bundesgerichts 9C_565/2015 vom 29. Januar 2016 E. 3.2 mit Hinweisen). Soweit ersichtlich hat die Versicherte zumindest vom Zeitpunkt der Einreise in die Schweiz im Jahr 1990 bis zum Eintritt der gesund
heitlichen Probleme im März 2014 nie ein Arbeitspensum von über 60 % ausge
übt (vgl. Urk. 10/1-8, 10/57/64). Ihr jüngster Sohn war im März 2014 zudem be
reits 16 Jahre alt (Urk. 10/10/2) und somit seit einiger Zeit nicht mehr in erheb
lichem Mass auf persönliche Unterstützung angewiesen. Die Beschwerdegegnerin hat daher zu Recht berücksichtigt, dass sich die Versicherte trotz der nur mehr sehr begrenzten Erziehungs- und Betreuungsaufgaben nicht um eine Erhöhung ihres Pensums bemüht hatte. Es erschliesst sich im Übrigen nicht, weshalb die Versicherte ihr Arbeitspensum im Gesundheitsfall aus finanziellen Gründen hätte aufstocken müssen. So ist dem Protokoll des Standortgesprächs vom 19. Februar 2015 zu entnehmen, dass zu jenem Zeitpunkt keine Schulden vorhanden waren (Urk. 10/14/3). Darüber hinaus ist weder ersichtlich noch dargetan, dass sich die finanziellen Verhältnisse der Familie - etwa aufgrund von Veränderungen der beruflichen Situation des Ehegatten, welcher ganztags in einer Druckerei erwerbs
tätig ist (vgl. Urk. 10/57/3, 10/60/7, Urk. 3/6 und Urk. 5 S. 5) - auch ohne Eintritt des Gesundheitsschadens und dem damit verbundenen Erwerbsausfall ver
schlechtert hätten.
Trotz entsprechender Aussage der Versicherten, wonach sie ihr Arbeitspensum im Gesundheitsfall auf circa 80 % erhöht hätte, ist in Anbetracht der soeben genann
ten persönlichen und familiären Umstände mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sie im Gesundheitsfall weiterhin im bisherigen Pensum erwerbstätig gewesen wäre. Die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene so
zialversicherungsrechtliche Qualifikation ist daher nicht zu beanstanden.
5.3
5.3.1
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgaben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgelt
lichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125
V 146; vgl.
Art.
27 und 27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung [
IVV
]
in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangs
-
bestimmung zur Änderung der IVV vom
1.
Dezember 2017, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wird zu
nächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgaben
bereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invalidität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamt
-
invalidität ergibt sich aus der Ad
dierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten Teilinvaliditäten (BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E
. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
Am 1. Januar 2018 sind die geänderten Bestimmungen der
IVV
vom 1. Dezember 2017 in Kraft getreten. Mit dieser Änderung wurde für die Festlegung des Invali
ditätsgrades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a
Abs.
3
IVG
) in
Art.
27
bis
Absatz 2–4 IVV ein neues Berechnungsmodell eingeführt.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE
130 V 445 E.
1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hin
weisen).
Die angefochtene Verfügung ist am
7. Februar 2017
und somit vor dem Inkraft
treten
der Verordnungsänderung am 1.
Januar 2018 ergangen, weshalb die revi
dierten Bestimmungen noch nicht zur Anwendung gelangen
(vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_462/2017 vom 30. Januar 2017 E. 5.3 mit Hinweisen)
. Nachfol
gend wird daher auf das bisherige Recht und die dazu ergangene Rechtsprechung Bezug genommen.
5.3.2
Die Beschwerdegegnerin hat in Anbetracht der sozialversicherungsrechtlichen Qualifikation (vgl. E. 5.2) zu Recht auf die gemischte Methode zurückgegriffen. Soweit die Versicherte geltend macht (vgl. Urk. 1 S. 13 f.), dieses Vorgehen stehe im Widerspruch zur Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für Men
schenrechte (EGMR), ist ergänzend darauf hinzuweisen, dass die gemischte Me
thode mit Urteil in Sachen Di Trizio gegen die Schweiz vom 2. Februar 2016 (Nr. 7186/09) nicht per se als diskriminierend erachtet wurde. Vielmehr hat das Bun
desgericht klargestellt, dass diese Methode der Invaliditätsbemessung in Fällen der erstmaligen Zusprechung einer Rente an eine während des massgebenden Zeitraums als teilerwerbstätig zu qualifizierende versicherte Person weiterhin an
wendbar ist (Urteil 8C_157/2017 vom 6. November 2017 E. 3.5 mit Hinweisen).
5.3.3
Die IV-Stelle hat sodann auch den Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich im Ergeb
nis korrekt bestimmt. So ist
für die Ermittlung des Valideneinkommens entschei
dend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbe
ginns
- konkret Juli 2015 (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) -
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte.
Dabei wird in
der Regel am zuletzt erzielten Verdienst angeknüpft,
da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Das von der Beschwerdegegnerin für das Jahr 2014 festgelegte Va
lideneinkommen von Fr. 32'480.20 (Fr. 21'464.-- + Fr. 11'016.20; vgl. Urk. 10/9/24 f., 10/61/2 und 10/61/9) ist indes noch der Entwicklung der Nominallöhne für weibliche Arbeits
kräfte von 2’673 Punkten im Jahr 2014 auf 2’686 Punkte im Jahr 2015 (vgl. www.bfs.admin.ch) anzupassen. Somit resultiert bei einem Erwerbspensum von 59 % ein Valideneinkommen von Fr. 32'638.17. Ausgehend von einer Arbeitsfä
higkeit von (mindestens) 50 % in der angestammten Tätigkeit beträgt das Invali
deneinkommen sodann Fr. 27'659.47. Demzufolge beläuft sich der Teilinvalidi
tätsgrad für den Erwerbsbereich auf 9 % ([Fr. 32'638.17 ./. Fr. 27'659.47] * 100 / Fr. 32'368.17 * 0.59).
Für den Haushaltsbereich ging die Beschwerdegegnerin von keiner gesundheits
bedingten Einschränkung aus, wobei sie auf eine Haushaltsabklärung
verzichtete. Dieses Vorgehen steht hier nicht im Widerspruch zum Untersuchungsgrundsatz gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG. Entgegen der Argumentation der Versicherten (Urk. 1 S. 12) ist der Sachverhalt nicht bis ins letzte Detail abzuklären, da die Entscheide im Sozialversicherungsrecht grundsätzlich nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen sind (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hin
weisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3). In der Tat müsste sich die Einschrän
kung im Haushaltsbereich auf rund 75 % belaufen, damit insgesamt ein renten
begründender Invaliditätsgrad von mindestens 40 % resultieren würde. Von einer derartig weitreichenden Einschränkung im Haushalt ist aufgrund der gutachter
lich festgestellten Beeinträchtigung der funktionellen Leistungsfähigkeit (vgl. Urk. 10/57/41 ff., 10/60/10 ff.) nicht auszugehen, zumal die Beschwerdeführerin auf keine Besonderheiten im Haushalt hingewiesen hat. Ebenso wenig ist mit Blick auf das psychische Leiden eine so weitreichende Einschränkung im Haushalt ausgewiesen. Auch beide Gutachter gingen von keiner krankheitsbedingten Ein
schränkung im Haushalt aus (Urk. 10/57/43, 10/60/13). Ausserdem ist darauf hin
zuweisen, dass die versicherte Person ihre Arbeit im Krankheitsfall in erster Linie einzuteilen und die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch zu nehmen hat. Letztere geht dabei weiter als der übliche Umfang, den man erwarten darf, wenn die versicherte Person nicht an einem Gesundheitsschaden leiden würde (BGE 133 V 504 E. 4.2).
Vor diesem Hintergrund hat die Beschwerdegegnerin in Anwendung der gemisch
ten Methode berechtigterweise darauf geschlossen, dass angesichts eines Invali
ditätsgrades von gesamthaft 9 % kein Anspruch auf eine Rente der Invalidenver
sicherung besteht (vgl. E. 1.2).
5.3.4
Die Beschwerdeführerin ist abschliessend darauf hinzuweisen, dass es ihr - wie allen anderen versicherten Personen mit derselben Ausgangslage - unbenommen bleibt, sich gestützt auf die neue Verordnungsbestimmung des
Art. 27
bis
Abs. 2-4 IVV bei der Invalidenversicherung neu anzumelden. Nach Ab
satz 2 der dazugehörenden Übergangsbestimmungen wird, wenn eine Rente vor dem Inkrafttreten der Änderung wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades einer teilerwerbstätigen versicherten Person, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich betätigte, verweigert wurde, eine neue Anmeldung geprüft, wenn die Berechnung des Invaliditätsgrades nach Art. 27
bis
Abs. 2-4 IVV voraussichtlich zu einem Ren
tenanspruch führt.
6.
Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung vom 7. Februar 2017 (Urk. 2) im Ergebnis nicht zu beanstanden. Die Beschwerdegegnerin hat den Rentenan
spruch der Versicherten zu Recht verneint. Angesichts der beweiskräftigen medi
zinischen Beurteilungsgrundlagen besteht im Übrigen - entgegen dem Eventualantrag der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 2) - kein An
lass für weitere Abklärungen (antizipierte Beweiswürdigung, vgl. BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d und 136 I 229 E. 5.3). Namentlich besteht aufgrund der zuverlässigen ärztlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit keine Notwendigkeit, eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) durchzuführen. Eine solche erweist sich nur ausnahmsweise als erforderlich, wenn mehrere involvierte Ärzte diese in Anbetracht eines multiplen und schwierig einzuschätzenden Krankheitsbildes ausdrücklich befürworten, was vorliegend nicht der Fall ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_711/2016 vom 15. Dezember 2016 E. 3.5).
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
7.
7.1
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- festzusetzen. Sie sind der unterliegenden Be
schwerdeführerin aufzuerlegen, infolge der ihr gewährten unentgeltlichen Pro
zessführung (vgl. Urk. 12) jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7.2
Mit Verfügung vom 8. Mai 2017 (Urk. 12) wurde der Beschwerdeführerin Rechts
anwalt Oskar Müller als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt. Dieser machte mit Honorarnote vom 12. Juli 2018 (Urk. 24) einen Gesamtaufwand von 14.34 Stunden à Fr. 220.-- und Barauslagen von insgesamt Fr. 158.40 geltend.
Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) be
misst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Be
deutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Ob
siegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Der von Rechtsanwalt Müller geltend gemachte Aufwand ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierig
keit des Prozesses nicht angemessen. Zunächst fällt auf, dass in der Honorarnote zahlreiche Positionen enthalten sind, welche grundsätzlich nicht entschädigt wer
den (vgl. den Leitfaden Amtliche Mandate der Oberstaatsanwaltschaft des Kan
tons Zürich vom 1. Oktober 2016, S. 57 ff.). Nicht vergütet werden unter anderem Arbeiten, die vom Sekretariat verrichtet werden können wie etwa das Verfassen administrativer Schreiben oder die Erstellung der Honorarrechnung. Ebenfalls keine Entschädigung ist geschuldet für soziale Betreuung sowie minimale Auf
wände wie beispielsweise Kurztelefonate oder Kenntnisnahme knapp gehaltener gerichtlicher Korrespondenz. In Anbetracht dieser Kriterien rechtfertigt es sich für die Festsetzung der Entschädigung von einem um einen Sechstel reduzierten Auf
wand auszugehen. Die entsprechend gekürzte, an Rechtsanwalt Müller zu Lasten der Gerichtskasse zuzusprechende Prozessentschädigung beläuft sich damit auf Fr. 3’000.-- (Mehrwertsteuer und Auslagenersatz inbegriffen).
Die Beschwerdeführerin ist auf § 16 Abs. 4 GSVGer hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Entschädigung an den unentgeltlichen Rechtsvertreter verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.