Decision ID: 01b951f2-4638-4cca-9524-6a73b9bc82ad
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1982 geborene
X._
war zuletzt seit November 2008 als Geschäfts
führer für die
Y._
AG tätig (vgl.
Urk.
6/14
Ziff.
2.1 und 2.7), als er sich am 13. Februar 2012 unter Hinweis auf eine depressive Störung
sowie
eine
stress
bedingte
Erschöpfung bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug a
nmeldete (
Urk.
6/5 Ziff. 6.2). Die IV-Stelle be
sprach daraufhin mit dem Versicherten seine berufliche Situation (
Urk.
6/11)
und
holte diverse Arztberichte (
Urk.
6/13,
Urk.
6/15-16) sowie einen
Arbeitge
berbericht
(
Urk.
6/14) ein
. Ebenso
zog
sie
einen Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
6/10) sowie die Akten des Krankentaggeldversicherers (Helsana Versicherungen AG,
Urk.
6/12) bei. Am 7. Juni 2012
liess der Krankentaggeld
versicherer
X._
durch
Dr.
med.
Z._
, FMH Psychiatrie und Psycho
therapie, psychiatrisch untersuchen
(psychiatrisches Gutachten vom 1
2.
Juni 2012 [
Urk.
6/65/2-12]).
Eine weitere psychiatrische Begutachtung im Auftrag des Krankentaggeldversicherers erfolgte
am
6. November 2012
durch
Dr.
med.
A._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie
, an welcher Expertise sich die IV-Stelle beteiligte
(
datiert
vom 16. November 2012 [
Urk.
6/27/5-31]). Gestützt
auf das Gutachten vom 16. November 2012
setzte die Helsana Versicherungen AG den Versicherten
am 29. November 2012
über die Einstellung der
Taggeldleis
tungen
per Ende September 2012
unter Verzicht auf Rückforderung
in Kenntnis
(
Urk.
6/36/7-8)
.
Mit Vorbescheid vom 7. Dezember 2012 stellte die IV-Stelle
dem Versicherten
die
Zusprache
einer halben Rente ab 1. August bis 30. November 2012 in Aus
sicht (
Urk.
6/31). Daraufhin erhob der Versicherte unter Beilage eines aktuellen Arztberichtes
vom 25. März 2013
Einwände (
Urk.
6/51-52). Nach Prüfung
dieser Vorbringen
, in deren Folge eine
Gutachtensergänzung
bei
Dr.
A._
(
Urk.
6/53) eingeholt wurde, stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 31. Oktober 2013 (
Urk.
6/57) nunmehr die
gänzliche
Abwe
isung des Leistungsbegehrens in
Aus
sicht. Nach Prüfung der durch den Versicherten
dagegen
erhobenen Einwände (
Urk.
6/63) verfügte die IV-Stelle am 26. Februar 2014 (
Urk.
2) im Sinne
ihres Vorbescheids vom 31. Oktober 2013
.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 31. März 2014 Beschwerde (
Urk.
1) und bean
tragte,
es sei die Verfügung vom
26. Februar 2014
aufzuheben und
ihm
ab 1. August 201
2
bis 31. März 2013
eine ganze
Invalidenrente
zuzusprechen (
Ziff.
1
und
Ziff.
2
).
Mit Beschwerdeantwort
vom
21. Mai 2014 (Urk. 5) stellte
die IV-Stelle Antrag auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 2
2.
Mai 2014 (Urk. 7) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in ihrer Verfügung vom 26. Februar 2014 auf den Standpunkt,
dass beim Beschwerdeführer
aus
psychiatrische
r Sicht keine
Einschränkung bestehe. Das Gutachten vom
16. November 2012
nenne
keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
. Es liege keine psychi
sche Komorbidität vor. Aus
rechtlicher Sicht
bestehe
kein IV-relevanter
Ge
sundheitsschaden
(
Urk.
2).
In der Vernehmlassung führte die Beschwerdegegnerin zudem aus,
das Gutach
ten
von
Dr.
Z._
vom 1
2.
Juni 2012 nenne keine Prognose zur Dauer der Ar
beits
un
fähigkeit,
womit
es eine für die strittigen Belange wesentliche Frage un
beantwortet lasse
und deshalb
darauf nicht abgestellt werden könne.
Weiter hielt sie fest, dass die
Berichte des
B._
die Expertise
vom 16. November
2012
nicht in
Zweifel
ziehen würden
(
Urk.
5)
.
2.2
Der Beschwerdeführer
brachte dagegen im Wesentlich
en
vor,
dass auf die Beurtei
lung
von
Dr.
A._
vom 16. November 2012 nicht abgestellt werden könne. Aufgrund
de
s
Bericht
s
des
B._
vom 25. März 2012
müsse
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
bis Dezember 2012
ausgegangen werden
, weshalb ihm eine Rente bis Ende März 2013 zustehe
. Er fügte an, dass selbst wenn auf die Beurteilung von
A._
abzustellen sei, dieser - entgegen der Ausführungen der Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 26. Februar 2014 - nicht davon ausgehe, dass keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden könne
(
Urk.
1)
.
3.
3.1
Mit Bericht vom 17. April 2012 (
Urk.
6/15/5-8) nannten
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Allgemeine Medizin FMH,
Dr.
phil.
klin
.
D._
, Klinischer Psychologe und Supervisor, sowie die Klinische- und Gesundheitspsychologin
E._
des
B._
als Diagnose
n
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (F33.1
), einen Motorradunfall mit Ellbogen-Fraktur links vom 11. Januar 2012 (Status nach Spickdraht- und Schraubenfixation vom 11. Januar 2012) sowie einen nutritiv bedingten Folsäure
-
, Vitamin B12
-
und D
-
Mangel
(
S. 1
).
Sie führten aus, der Beschwerdeführer beklage
,
seit 2009 zunehmend an starker Traurigkeit, Schlafstörungen, Antriebslosigkeit, Stimmungsschwankungen von euphorisch bis zur totalen Freudlosigkeit, gesteigertem Appetit mit Gewichtszu
nahme, Nackenverspannungen und Kopfschmerzen zu leiden. Der Job, welcher ihm Freude bereitet habe, habe dies kompensiert
. Im
Jahr
2011
sei es
zu negati
ven
Erfahrungen
im Job
gekommen
, zur Trennung in der Beziehung sowie der nichtdurchgeführten Diplomarbeit
.
In der Folge seien
plötzliche Suizidgedanken aufgekommen, die den Beschwerdeführer
sehr
beunruhigt hätten (S. 2). Sie at
testierten dem Beschwerdeführer eine seit dem 19. August 2011 bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit als Unternehmer und befanden
ihn
vorläufig auch für eine angepasste Tätigkeit
als
zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 3).
Mit Verlaufsbericht vom
2.
Oktober 2012
(
Urk.
6/16/3-5)
nannten
die
behan
-
deln
den
Medizinalpersonen
des
B._
ausserdem
(
zu den bereits von ihnen aufgeführten Diagnosen
)
einen
Verdacht auf eine
bipolarische
Störung (F31.8)
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
.
Sie bemerkten
leichte Verbesserung
en i
n
Bezug auf
die
Tagesstruktur und
die
Krankheitseinsicht
des Beschwerdefüh
rers
und befanden ihn
nach wie vor auch für eine angepasste Tätigkeit als zu 100
%
arbeitsunfähig
(S. 2 f.)
.
3.2
Dr.
Z._
hatte
i
m Gutachten vom 1
2.
Juni 2012
(
Urk.
6/65/2-12) eine bipolare affektive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (F31.4) mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
diagnostiziert
(S. 7).
Die Gutachterin führte aus, dass aufgrund der anamnestischen Angaben, der medizinischen Aktenlage und der von ihr erhobenen Befunde
die erforderlichen diagnostischen Kriterien nach ICD-10 für
eine bipolare affektive Störung ein
deutig nachweisbar sei
en.
Der
Beschwerdeführer
befinde sich
derzeit in einer schweren depressiven Episode
. Er habe von seit über Jahren vorkommenden Stimmungsschwankungen, die mit kurzen Phasen von Euphorie und unver
nünftigen sowie selbstschädigenden Handlungen einherg
ehen
würden
,
sowie
über kürzere wie längere depressive Episoden berichtet. Die aktuelle depressive Episode bestehe aufgrund der Angaben
seit mindestens Mai 2011
. Im Rahmen dieser Episode sei
es
zu einer psychiatrischen
Hospitalisation
, zu einem Aufent
halt in einem Rehabilitationsprogramm und zur Arbeitsunfähigkeit sei
t
dem
19. August 2011 gekommen
.
Objektiv seien aktuell
eine
t
iefe Verzweiflung mit
Sui
zidgedanken
,
eine
kognitive Beeinträchtigung,
eine
Antriebsstörung, Schlafstö
rungen sowie
ein
Interessensverlust und
ein
sozialer Rückzug feststellbar
, wel
che
das schwer depressive Zustandsbild belegen
würden
.
Der Beschwerdeführer sehe
die
vorgängig
e
berufliche Überbeanspruchung sowie die mit der Kündi
gung ausgelöste tiefe Enttäuschung über die beruflichen Beziehungen und d
ie
fehlende Anerkennung seine
s
grossen Einsatzes als Ursache für die aktuelle psychiatrische Erkrankung.
Objektiv sei es durchaus denkbar, dass diese Belastung im Sinne eines
depressi
onsfördernden
Faktors gewirkt habe. Allerding müsse seine hohe biologische
Vulnerabilität für übermässige affektive Auslenkungen, die von seiner
vorbeste
henden
bipolaren affektiven Störung ausgehe, ebenfalls in Betracht gezogen werden. Es handle sich hier nicht um ein rein reaktives psychisches Geschehen. Die Gutachterin hielt fest, dass das
anlässlich der Begutachtung festgestellte Ausmass der Depressivität klar schwer
sei
.
Die Anamnese spreche in höchstem Masse für eine affektive Störung mit nicht nur monopolaren Auslenkungen, sondern für eine bipolare affektive Störung mit wiederholten kurzen manischen Episoden
(S. 8)
.
Aus psychiatrischer Sicht sei für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit festzustellen. Die schwer depressive Stimmung schränke die motivationalen Fähigkeiten des Beschwerdeführers wesentlich ein. Seine
An
triebsminderung
setze seine Fähigkeit zur Umsetzung von Aufgaben massiv herab. Sein sozialer Rückzug verunmögliche
,
die Arbeit in einem Team sowohl als Mitglied als auch als Vorgesetzter und Untergebener adäquat auszuüben. Die Konzentrationseinschränkung verhindere eine selbstgesteuerte, fokussierte Lö
sung von Aufgaben in einem angemessenen Arbeitstempo. Die leicht beein
trächtigte Angststeuerung wirke sich auf die Arbeitsfähigkeit vor allem in der Gestaltung der Sozialkontakte und bei der
Entscheidfindung
zusätzlich negativ aus.
Aufgrund der schweren psychiatrischen Symptomatik
könne sie
zurzeit
nicht davon ausgehen, dass
der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit höherprozentig einsetzbar und leistungsfähig
wäre (S. 9)
.
3.
3
De
r
Expertise
von
Dr.
A._
vom 16. November 2012 (
Urk.
6/27/5-31)
sind keine Diagnosen mit Auswirkung auf
die
Arbeitsfähigkeit zu entnehmen. Der Gutachter befand, dass beim Beschwerdeführer zurzeit keine psychische Störung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliege. Den Diagnosen einer depres
siven Episode, gegenwärtig weitgehend remittiert mit geringer Restsymptomatik im Rahmen einer bipolaren affektiven Störung (F31.7) bei narzisstischen
Per
sönlichkeitszügen
und einem Tabakabhän
g
igkeitsgebrauch (F17.24) mass er keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu
(S. 18)
.
Dr.
A._
hielt fest, dass zwischen den vom Beschwerdeführer beschriebenen Beschwerden und den objektiv
en
psychopathologischen Befunden Diskrepanzen bestünden. So sei der Beschwerdeführer im Affekt mehrfach heiter und gut schwingungsfähig gewesen, wohingegen er eine Traurigkeit
ge
nannt
habe
. Diese sei in der Exploration jedoch kaum wahrnehmbar gewesen respektive habe im Zusammenhang mit belastenden Ereignissen
(wie etwa der unerwarte
ten Kündigung)
gestanden, was wiederum für eine intakte affektive
Schwin
gungsfähigkeit
spreche. Eine Antriebslosigkeit sei
von ihm
zwar genannt wor
den, doch stünden dieser die Ausführungen zum Tagesablauf entgegen. Eine
er
kennbare
Erschöpfung sei nicht wahrnehmbar gewesen.
Der Beschwerdeführer habe klar, flüssig und strukturiert kommuniziert und sei eloquent und differen
ziert gewesen.
Ebenso seien
weder
eine Verlangsamung
noch
eine erkennbare Störung in den Gedankengängen, der Auffassung, der Konzentration oder an
deren kognitiv-
mnestischen
Bereichen feststellbar gewesen.
Der Beschwerde
führer habe frisch, erholt und entspannt gewirkt.
Zusammenfassend könne so
mit im Vergleich
mit
de
n
psychopathologischen Befunde
n
Dr.
Z._
eine er
hebliche psychopathologische Verbesserung festgellt werden
(S. 21)
.
Weiter führte
Dr.
A._
aus, dass die Diagnose einer bipolaren affektiven Stö
rung, unter Berücksichtigung der Angaben im Gutachten
Dr.
Z._
vom 1
2.
Juni 2012,
nachvollziehbar sei
(S. 21 f.)
. Die Eingangskriterien für eine de
pressive Episode seien hingegen aktuell nicht mehr angemessen
erfüllt
, so dass
eine solche
Störung nicht mehr angenommen werden könne.
Darüber hinaus bestünden aktuell keine Hinweise auf zusätzlich vorhandene psychische Störun
gen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, wie etwa eine Störung aus dem schi
zophrenen Formenkreis oder eine Persönlichkeitsstörung
(S. 22)
. Im Hinblick
auf den Verlauf der Arbeitsfähigkeit
stellte
der Gutachter
fest
, dass der Be
schwerdeführer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit – unter Berücksichtigung der Angaben
Dr.
Z._
im Gutachten vom 1
2.
Juni 2012
– bis wahrscheinlich Ende Juli 2012 vollständig arbeitsunfähig gewesen sei. Ab August 2012 sei überwiegend wahrscheinlich gleichwohl eine deutliche psychopathologische Stabilisierung anzunehmen, so dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ab Mitte August 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
(von 100
%
), ab Ende Au
gust 2012 eine solche von 30
%
(von 100
%
) und ab September 2012 eine von 20
%
(von 100
%
) anzunehmen sei.
Angaben, wie
dass
der Beschwerdeführer normal
habe
aufstehen können, ans Meer gegangen sei, gebadet und Sport betrieben habe, würden auf eine
deutli
che
psychopathologische Stabilisierung hinweisen. Auch
hätten
Sozialkontakte
zu Freunden bestanden, die der Beschwerdeführer noch aus seiner Kindheit kenne
. Zudem
habe
er
Ausfahrten mit dem Motorrad unternommen und foto
grafiert.
Diese Beschäftigungen wären bei Vorliegen einer schweren depressiven Episode nicht
vorstellbar, hingegen bei Bestehen einer leichten bis maximal mittelschweren depressiven Episode (im Rahmen der bipolaren affektiven Stö
rung) denkbar
.
Zwar spreche der Beschwerdeführer von einem „Rückschlag“ infolge
der eingestellten
Taggelder, doch begründe dies keine erhebliche Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit
. Denkbar wäre eine reaktive depressive Reak
tion mit (Zukunfts-)Ängsten, doch
begründe
diese aus
versicherungspsychiatri
scher
Sicht keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(S. 23).
Somit
wäre mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits im
Oktober 2012 keine rele
vante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr anzunehmen
(S. 23 f.)
.
Die vom Beschwerdeführer beschriebenen dysfunktionalen Gedanken („Angst vor erneu
ter Zurückweisung“)
seien
angemessen psychotherapeutisch behandelbar und würden keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen
.
Dr.
A._
hielt weiter fest, dass es demnach offensichtlich durch die angemes
sene psychologisch-psychotherapeutische wie auch psychopharmakologische Behandlung zu einer nachhaltigen psychopathologischen Stabilisierung ge
kommen sei und somit aus versicherungspsychiatrischer Sicht mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit keine relevante Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit mehr angenommen werden könne
(S. 2
4
)
.
3.
4
Im Rahmen des
Einwandverfahrens
legte der Beschwerdeführer ein
en
Bericht des
B._
vom 25. März 2013 (
Urk.
6/51)
auf
.
Darin führten
Dr.
C._
und
Dr.
D._
aus, dass das psychiatrische Gutachten
von
Dr.
A._
vom 16. November 2012 keinen Beweiswert habe (S. 2).
Es fehle gerade bei der zur Dis
kussion stehenden bipolaren Störung jeglicher Versuch, einen Verlauf über die Zeit der Stimmungsschwankungen zu erfassen und die in den manischen Pha
sen getätigten geschäftlichen Aktivitäten im Rahmen der durch die bipolare Störung bedingten Kritiklosigkeit zu würdigen. Im Gutachtenszeitpunkt sei der Beschwerdeführer in einer relativ ausgeglichenen Phase gewesen, was den ge
ringen beobachteten Symptomen auch entspreche (S. 2).
Als psychiatrische Di
agnose nannten sie eine bipolare affektive Störung (gegenwärtig mittelgradige depressive Episode, F31.2) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und befan
den, dass der Beschwerdeführer vom 1. Oktober bis 1
2.
Dezember 2012 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen sei. Ab diesem Zeitpunkt seien Arbeitsversuche möglich (S. 3).
3.
5
Am 4. Juli 2013 nahm
Dr.
A._
Stellung zum Bericht des
B._
vom 25. März 2013
und hielt fest, dass die darin genannten Einwände aus ärztlicher Sicht nicht nachvollziehbar
und keine relevanten neuen Erkenntnisse genannt wor
den seien (
Urk.
6/53 S. 3).
4.
4.1
4.1.1
Vorwegzuschicken ist
, dass das Gutachten
von
Dr.
Z._
vom 1
2.
Juni 2012 (
Urk.
6/65/2-12) sowie das Gutachten
von
Dr.
A._
vom 16. November 2012 (
Urk.
6/27/5-31)
in sämtlichen Punkten den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise entsprechen. Die Gutachten beantworten die
gestellten
Fragen
umfassend,
sie
ergingen nach einlässlicher Abklärung der Vorgeschichte und Befunderhebung sowie in Kenntnis der
Vorakten
, sind sorg
fältig abgefasst, berücksichtigen die Beschwerden des Beschwerdeführers und setzen sich damit auseinander. Beide Gutachten leuchten in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein und die Schlussfolgerungen der Gutachter korrelieren mit den erhobenen Untersuchungsbefunden sowie Di
agnosen und sind nachvollziehbar. Zu divergierenden ärztlichen Einschätzun
gen wird Stellung genommen.
4.1.2
Dr.
Z._
schilderte
detailliert die anamnestischen Angaben des Beschwerdefüh
rers (
Urk.
6/65/2-12 S. 3 ff
.
) und
befand
, dass er sein Leben auf die Arbeit
ausgerichtet
habe. Daneben habe er wenig freie Valenzen gehabt
,
habe etwas Sport gemacht und eine Zeitlang eine feste Freundin gehabt, die ihn im Mai 2011 verlassen habe (S. 4).
In ihrer
ausführliche
n
psychopathologische
n
B
efunderhebung zeichnete sie vom Beschwerdeführer
das
Bild einer niederge
schlagenen, depressiv niedergestimmten und ratlosen Person, bei welcher sich anlässlich der Exploration eine tiefe Verzweiflung sowie Gefühle von Wert- und Sinnlosigkeit des eigenen Lebens breitgemacht hätten und Suizid ein möglicher Ausweg sei.
Sie befand die
affektive Schwingungsfähigkeit des Beschwerdefüh
rers
als
deutlich eingeschränkt.
Er
lebe nach einem ausschliesslich leistungs
orientierten Wertsystem, das durch seine Erkrankung und berufliche Situation in Frage gestellt worden sei.
Sein
Selbstwertgefühl sei schwer gestört
. Er
habe
Scham-, Schuld- und Insuffizienzgefühle bejaht (S. 7).
Die Gutachterin hielt es für denkbar, dass die berufliche Belastung des Beschwer
deführers als depressionsfördernder Faktor gewirkt habe. Doch zog sie ebenso
seine
hohe biologische Vulnerabilität für übermässige affektive
Auslen
kungen
(so habe
der Beschwerdeführer
während eines Hochs eine Viertelmillion an der Börse verspek
uliert, sei zu schnell gefahren,
habe ein Auto für Fr. 200‘000.
--
gekauft
,
ohne abzuwägen seine Wohnung gekündigt und in solchen Phasen noch mehr Sexualkontakte gehabt, vgl. S. 4),
die
von seiner
vorbeste
henden
bipolaren affektiven Störung
ausgehe
, in Betracht
und verneinte ein rein reaktives psychisches Geschehen (S. 8)
.
Dr.
Z._
diagnostizierte beim Beschwerdeführer eine bipolare affektive Störung, die sich durch eine schwere depressive Episode spezifizier
e
. Ihre medizinische
Beurteilung leuchtet ein.
Ebenso ist ihre Schlussfolgerung,
dass
der
Beschwerdeführer für die zuletzt aus
geübte Tätigkeit
zu 100
%
arbeitsunfähig
sei
,
nachvollziehbar. Sie befand, dass der Beschwerdeführer in seinen
motivationalen Fähigkeiten
wesentlich einge
schränkt sei und die
Antriebsminderung seine Fähigkeit zur Umsetzung von Aufgaben massiv herabsetze
. Zusätzlich sei
seine
Konzentration eingeschränkt,
was eine
selbstgesteuerte, fokussierte Lösung von Aufgaben in einem ange
messenen Arbeitstempo
verhindere
. Zudem
verunmögliche der
soziale Rückzug
,
die Arbeit in einem Team sowohl als Mitglied als auch als Vorgesetzter und
Untergebener adäquat auszuüben
.
Dr.
Z._
nahm Stellung zur medizinischen Aktenlage
. Gestützt auf ihre objektive Befunderhebung
konnte
sie die darin di
agnostizierte mittelschwere depressive Episode nicht bestätigte
n und betonte, dass das Ausmass der Depressivität klar schwer sei
(S. 8).
4.1.3
Dem Gutachten vom 16. November 2012 (
Urk.
6/27/5-31) sind die anamnesti
schen Angaben des Beschwerdeführers ab August 2012 (S. 6 f.) zu entnehmen. So hielt
Dr.
A._
fest, dass
der Beschwerdeführer im August 2012 für ca. vier Wochen im Urlaub gewesen
s
ei
und er
sich
dort habe
gut erholen können und vermehrt Sport betrieben
habe
. Auch habe er mit seiner Mutter verschiedene Aspekte aus seiner Kindheit d
iskutiert.
Der Gutachter hielt weiter fest, dass der Beschwerdeführer
wöchentlich
e Termine
bei seiner
Psychologin im
B._
wahr
nehme
und
ebenso
alle drei Wochen einen ambulanten Termin bei einem Psy
chiater
des
B._
habe
, um die Medikation zu besprechen.
Der Gutachter
A._
konnte
die
von
Dr.
Z._
gestellte
Diagnose einer bipola
ren affektiven Störung nachvollziehen
(
Urk.
6/27/5-31 S. 21).
E
r
bestätigte
, dass der Beschwerdeführer nach (beruflicher) Anerkennung strebe
. Dies
weise
auf narzisstische Persönlichkeitszüge hin, wobei beim Beschwerdeführer dysfunktio
nale Gedanken bestünden, sich beweisen zu müssen und in einem „Wettkampf“ zu stehen
, was
sich bei der Arbeit in einer überhöhten Anspruchshaltung, mit
(
akten-
)
anamnestisch daraus resultierender Entwicklung einer depressiven Epi
sode, aber auch im privaten Bereich
eher ungünstig
aus
wirke
(S. 19). Hinter dieser „Charakterausprägung“ stehe die beschriebene bipolare affektive Störung.
Einen
„depressiven Habitus“
konnte er gestützt auf seine objektiven Befunde
anlässlich der Begutachtung
im November 2012
indes keinen
erkennen
. Er be
schrieb den Beschwerdeführer als im Kontakt freundlich, offen und zugewandt (S. 20)
, befand ihn im Affekt mehrfach als heiter und hielt dessen affektive Schwingungsfähigkeit
für
intakt
. Eine erkennbare Erschöpfung konnte er nicht wahrnehmen und er
bemerkte, dass
der Beschwerdeführer klar, flüssig, struktu
riert und differenziert kommunizierte und eloquent gewesen sei
(S. 21)
.
Auch
stellte
er
fest
, dass
die
Freizeitaktivitäten
des Beschwerdeführers
(in den Urlaub fahren, Sport, Motorradausfahrten und Sozialkontakte zu Freunden)
bei einer schweren depressiven Episode nicht denkbar
wären
und diese auf eine deutliche psychopathologische Stabilisierung hinweisen würden
(vgl. S. 23).
Der Gutach
ter sah daher die Eingangskriterien für eine depressive Episode als aktuell nicht mehr angemessen erfüllt und
machte deutlich, dass es durch die angemessene
psychologisch-psychotherapeutische wie auch psychopharmakologische Be
handlung des Beschwerdeführers zu einer nachhaltigen psychopathologischen Stabilisierung gekommen sei (S. 24).
Die gutachterliche Beurteilung
von
Dr.
A._
leuchtet ein und ist nachvollzieh
bar.
Gestützt auf das Gutachten
Dr.
Z._
ging
er
von einer 100%igen Ar
beitsunfähigkeit bis Ende Juli 2012
aus
.
In nachvollziehbarer Weise befand er
wegen der nachhaltigen psychopathologischen Stabilisierung den Beschwerde
führer
ab
Mitte August 2012
als zu 50
%
arbeitsunfähig
, ab Ende August 2012 als
zu 30
%
,
ab September 2012
noch
als zu 20
%
und a
b Oktober 2012
als in der Arbeitsfähigkeit
nicht mehr eingeschränkt
.
4.
2
D
ie behandelnden Ärzte des
B._
gingen
beim Beschwerdeführer
eben
falls
von
eine
r
bipolare
n
affektive
n
Störung
aus
,
doch
ergänzten
sie diese in ihrer
Diag
nosestellung
am 25. März 2013
mit
eine
r
mittelgradige
n
depressive
n
Episode
und befanden den Beschwerdeführer in der Zeit vom 1. Oktober bis 1
2.
Dezember 2012 als zu 100
%
arbeitsunfähig
(vgl.
Urk.
6/51, E. 3.3
hievor
)
.
Weshalb
Dr.
C._
und
Dr.
D._
von einer mittelgradigen depressi
ven Episode
im Rahmen der bipolaren affektiven Störung aus
gingen
, kann
dem
Bericht
vom 25. März 2013
nicht entnommen werden.
So legten sie nicht
an
hand von objektivierbaren Gesichtspunkten
dar,
weshalb
beim Beschwerdefüh
rer
eine mittelgradige depressive Episode anzunehmen ist und
inwiefern die ab
weichend
e
gutachterliche
Einschätzung
Dr.
A._
nicht zutreffend sein sollte.
Ihre medizinische Einschätzung erfolgt
e
zudem
ohne
jeden
Einbezug der in ih
rem Zentrum abgehaltenen therapeutischen und psychopharmakologischen Be
handlung
en
des Beschwerdeführers.
Auch äusserten sie sich nicht darüber, wie sich die von ihnen im Oktober 2012 festgestellte
leichte Verbesserung in Bezug auf die Tagesstruktur und die Krankheitseinsicht des Beschwerdeführers
weiter entwickelte (vgl. E. 3.1
hievor
).
Mit
Dr.
A._
ist ausserdem festzustellen, dass ihr
Bericht keine neuen Erkenntnisse
nennt
. Ebenso ist darauf hinzuweisen, dass
Dr.
C._
Facharzt für Allgemeinmedizin
und
Dr.
D._
klinischer Psychologe ist
,
mithin nicht Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie,
was den Beweiswert ihre
Stellungnahme zum psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
entsprechend mindert
(vgl. Urteil des Bundesgericht 9C_736/2009 vom 26. Januar 2010 E. 2.1)
.
Schliesslich
ist
mit
Blick auf
von
die
ihnen
attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit
anzufügen
, dass bei Berichten von behandelnden Ärzten
der Erfahrungstatsache Rechnung
getragen werden darf und soll
, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrau
ensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3a/cc S. 353 mit weiteren Hinweisen
).
Die
abweichenden ärztlichen
Einschätzungen
Dr.
C._
und
Dr.
D._
vermögen
daher
die gut
achterliche Beurteilung
von
Dr.
A._
nicht in Zweifel ziehen.
4.
3
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf das Gutachten von
Dr.
Z._
vom 16. Juni 2012
sowie auf
das Gutachten
von
Dr.
A._
vom 16. November 2012 abzustellen ist.
Demnach ist erstellt, dass
der Beschwerdeführer
bis Mitte August 2012 wegen
einer
schweren depressiven Episode im Rahmen einer bipolaren affektiven Störung zu 100
%
arbeitsunfähig
gewesen
war. Infolge der eingetre
tenen psycho
pathologischen Stabilisierung
im August 2012
steigerte sich das Leistungsvermögen des Beschwerdeführers, weshalb er ab Mitte August zu 50
%
arbeitsfähig war.
Ab Ende August 2012 betrug die Arbeitsunfähigkeit 30
%
und ab September 2012 20
%
.
Ab
Oktober 2012 ist der Beschwerdeführer in seiner Arbeitsfähigkeit nicht mehr eingeschränkt.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen.
4.
4
Nicht gefolgt werden kann der Einschätzung der
Beschwerdegegnerin
, welche auf Stufe Kundenberatung entgegen den Ausführungen des RAD und ohne nochmalige Rücksprache mit diesem unter Verweis auf das Gutachten
Dr.
A._
vom Fehlen jeglicher Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführer
s nach Ablauf des Wartejahres ausging (
Urk.
6/56 S. 3 f. und
Urk.
2). Es ist durch die medizinischen Akten ausgewiesen, dass der
Beschwerdeführer
seit August 2011 vollumfänglich arbeitsunfähig war. So bestätigte der von Mai 2011 bis Januar 2012 behandelnde
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho
therapie, mit Bericht vom 2
2.
März 2012 eine vollumfängliche Arbeitsunfähig
keit ab August 2011 (
Urk.
6/13
Ziff.
1.6), was durch die weiteren medizinischen Akten bestätigt wird. Weiter verwies Gutachterin
Dr.
Z._
am 1
2.
Juni 2012 auf das Fortdauern der vollumfänglichen Arbei
tsunfähigkeit (E. 3.2). Dass der
Beschwerdeführer
das Datum der Gutachtenserstellung zum Anlass nimmt, dieses in Frage zu stellen, weil es sich nicht über die Arbeitsfähigkeit nach Ab
lauf des Wartejahres (August 2012) äussert, ist unhaltbar, konnte sich die Gut
achterin ja nicht über die künftige Entwicklung erklären.
Dass Gutachter
Dr.
A._
in der Folge am 16. November 2012 eine erhebliche Besserung der Situation schilderte und keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit mehr nannte (E. 3.3) bedeutet nicht, dass dies bereits im August 2012 der Fall war. Im Gegenteil legte
Dr.
A._
nachvollziehbar und begründet dar, in welchen Zeitpunkten eine Verbesserung anzunehmen ist.
Bei dieser Aktenlage besteht für die Annahme einer vollumfänglichen Arbeitsfä
higkeit bereits ab August 2012 kein Raum. Im Gegenteil geht auch die
Be
schwerdegegnerin
von der Schlüssigkeit des Gutachtens
Dr.
A._
aus (
Urk.
5 S.
2), womit keine Veranlassung für ein Abweichen von seiner Einschätzung besteht.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
5.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validenein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
5.2.2
Laut Arbeitgeberbericht der
Y._
AG vom 1
2.
April 2012 (
Urk.
6/14) war der Beschwerdeführer als Geschäftsführer tätig, als ihm wegen seiner andauernden Krankheit auf Ende März 2012 gekündigt wurde. Mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit ist vorliegend nicht anzunehmen, dass ihm auch ohne den einge
tretenen Gesundheitsschaden gekündigt worden wäre. Vielmehr wäre der Be
schwerdeführer auch im Gesundheitsfall weiterhin als Geschäftsführer für die
Y._
AG tätig. Ein Abstellen auf die im genannten Bericht deklarierten
Lohn
angaben
zur Bemessung des
Valideneinkommens
ist demnach sachgerecht.
D
er Beschwerdeführer
erzielte
im Jahr 2010 ein Jahreseinkommen in der Höhe von
Fr.
133'250.--, welcher Verdienst ebenso im
Auszug aus dem
individuellen
Konto des entsprechenden Jahres ausgewiesen ist (vgl.
Urk.
6/10). Unter Be
rücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2012 (potentieller Rentenbeginn) ist das
Valideneinkommen
auf
Fr.
135'605.10 zu veranschlagen (Index 201
0
: 21
50
, Index 2012: 2188;
Fr.
133'250 :
21
50
x 2188; vgl. Die Volkswirtschaft
3/
4-2015 S. 89 Tabelle B 10.3).
5.3
5.3.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472
E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf der Grundlage der
LSE
kann - ausnahmsweise - der
Lohn eines einzelnen Sektors („Produktion" oder „
Dienst
leistungen") oder gar einer bestimmten Branche her
an
gezogen werden, wenn es als sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Ver
wertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen, namentlich bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit im betreffenden Be
reich tätig gewesen waren und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt (SVR 2008 IV Nr. 20 S. 63, 9C_237/2007 E. 5.1; Urteil des Bundesgerichts
9C_667/2013 vom 29. April 2014 E. 5.3
).
Es besteht kein Grundsatz, wonach stets auf die Tabelle TA1 abzustellen ist. So kann es sich nach den konkreten Umständen des Einzelfalls rechtfertigen, an
statt auf die Tabelle TA1 auf die Tab
elle TA7 („
Monatlicher Bruttolohn [
Zentral
wert
] nach Tätigkeit, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht - Privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund] zusammen") abzustellen, wenn dies eine genauere Festsetzung des Invalideneinkommens erlaubt und dem Ver
sicherten der entsprechende Sektor offen steht und zumutbar ist (SVR 2008 IV Nr. 20 S. 63, 9C_237/2007 E. 5.1). Ferner kann bei qualifizierten Berufsleuten mit Fach- und Hochschulabschluss das
Heranziehen der Tabelle TA11 („
Monat
licher Bruttol
ohn [Zentralwert und
Quar
tilbereich
] nach Ausbildung, beruflicher Stellung und Geschlecht - Privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund] zu
sammen") an
gezeigt erscheinen (SVR 2011 IV Nr. 55 S.
163, 8C_6
71/2010 vom 25. Februar 2011 E.
6.4.2 mit Hinweisen;
Urteil des Bu
ndesgerichts 9C_841/2013 vom 7.
März 2014 E. 4.2
; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts
8C_660/2014 vom 5. November 2014 E. 4
).
5.3.2
Aufgrund der gutachterlichen Beurteilung ist bis Mitte August 2012 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers auszugehen und damit von einem
entsprechenden Invaliditätsgrad
.
5.3.3
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens ab Mitte August 2012 (50%ige Ar
beitsfähigkeit) beziehungsweise September 2012 (70%ige Arbeitsfähigkeit, vgl. E. 4.4
hievor
) ist vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer keiner er
werblichen Beschäftigung nachgeht, auf die LSE abzustellen.
In Anbetracht der
Umstände
, dass gemäss der medizinischen Aktenlage beim Beschwerdeführer kein eingeschränktes Leistungsprofil besteht und er vor Eintritt des
Gesund
heitsschadens
zuletzt mehrjährig im Telekommunikationsbereich tätig war
(vgl.
Urk.
6/14
Ziff.
2.1) e
rscheint es sachgerecht
,
von einem monatlichen Bruttolohn von männlichen Arbeitskräften, die über Berufs- und Fachkenntnisse im Bereich Telekommunikation im privaten Sektor verfügen (LSE 2010 TA1
Ziff.
61
Anfor
derungsniveau
3) von
Fr.
8'646.-- (100
%
Pensum) auszugehen. Angepasst an die Lohnentwicklung in diesem Bereich von 1.7
%
(2011) und 0.4
%
(2012; Die Volkswirtschaft
3/
4-2015 S. 89 Tabelle B 10.2
Ziff.
58-63 Information und Kommunikation) und aufgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche Ar
beitszeit von 41 Stunden pro Woche (Die Volkswirtschaft
3/
4-2015 S. 88 Ta
belle B 9.2 Spalte J Information und Kommunikation) ergibt dies ein Einkom
men von
Fr.
1
08
'
586
.
30
(
Fr.
8'646.-- : 40 x 41 x 12 x 1.
0
17 x 1.0
0
4) bezie
hungsweise bei der ab
1.
September
2012
gegebenen
Arbeitsfähigkeit von
7
0
%
ein solches von
Fr.
76
'
01
0.
4
0 (
Fr.
1
08
'
586
.
3
5 x 0.
7
).
5.
3
.
4
Während der Phase bloss teilzeitlicher Arbeitsfähigkeit (bei voller Leistung) recht
fertigt sich nach der Rechtsprechung ein Abzug vom Tabellenlohn, dies au
fgrund
der statistisch verminderten Einkommen teilzeiterwerbstätiger Männer (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E. 3.1.2 mit Hinweisen). Dieser ist auf 10
%
festzusetzen, weshalb sich das
Invalidenein
kommen
ab
1.
September 2012 bei einer Arbeitsfähigkeit von 70
%
auf
Fr.
68‘409.35
reduziert (
Fr.
76‘010.40
x 0.9).
5.4
5.4.1
Den medizinischen Akten zufolge
war der Beschwerdeführer vom 1
9.
August 2011 (vgl. E. 3.1
hievor
) bis Mitte August 2012 zu 100
%
arbeitsunfähig (vgl. 4.4
hievor
).
Am
1
3.
Februar 2012
meldete er sich
zum Leistungsbezug bei der Beschwerdegegnerin an (vgl.
Urk.
6/14).
Nach Art. 29
Abs.
1 IVG
entsteht ein Leistungsanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendma
chung des Anspruchs im Sinne von Art. 29
Abs.
1 ATSG (vgl. E. 1.2
hievor
). Der
Rentenbeginn
ist damit
auf den
1.
August 2012 festzusetzen.
Bei vollumfänglicher Arbeitsunfähigkeit beträgt d
er Invaliditätsgrad 100
%
. Ab
1.
August 2012 hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine ganze Rente.
5.4.2
Ab Mitte August 2012 steigerte sich das Leistungsvermögen des Beschwerde
-
füh
rers
auf 50
%
und ab
1.
September 2012 auf 70
%
.
Ab Oktober 2012 ist von der Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit auszugehen. Damit er
folgt
die erste
Anpassung
der Leistung
en
per
1.
Dezember 2012 (
Verbesserung
per
1.
September 2012
plus 3 Monate
;
vgl. Art. 88a
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV).
Einkommensvergleich
ab
1.
September 2012:
Valideneinkommen
Fr.
135'605.10
Invalideneinkommen
Fr.
68
'
409
.
35
Erwerbseinbusse
Fr.
67
‘
195
.
75
Der Invaliditätsgrad beträgt
49.55
%
oder gerundet 50
%
. Ab
1.
Dezember
2012
besteht
demgemäss
Anspruch auf eine
halbe
Rente.
Im Verlauf des Oktobers 2012 bestand
en
beim
Beschwerdeführer
keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit und damit keine Invalidität mehr, weshalb nach Ablauf von drei Monaten (
1.
Februar 2013) kein Anrecht auf eine Rente mehr besteht.
6.
Demgemäss
hat der Beschwerdeführer ab
1.
August
bis 3
0.
November 2012
An
spruch auf eine ganze
und ab
1.
Dezember 2012 bis 3
1.
Januar 2013 auf eine halbe Rente
. Ab
1.
Februar
201
3
besteht kein
Anspruch
mehr
auf eine Rente. In diesem Sinne ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen
.
7.
7.1
Die Gerichtskosten gemäss Art. 69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
1
'
000
.--
festzusetzen und ausgangsgemäss der
überwiegend unterliegenden
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Ausgangsgemäss hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine
Prozess
entschädigung
zu bezahlen, welche in Anwendung der massgebenden Kriterien (
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht) mit
Fr.
1
'
000
.-
-
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bemessen ist.