Decision ID: 85f73c73-ae96-5289-a725-326e01383c53
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 21. Februar 2012 (Eingang Sozialversicherungsanstalt St.
Gallen) zum Bezug von Rentenleistungen der Invalidenversicherung an (act. G 7.1/11).
Mit Arztbericht vom 2. Mai 2012 teilte der Hausarzt, Dr. med. B._, Allgemeinmedizin
FMH, mit, es bestehe ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit
Spondylodiszitis BWK 9/10 mit mehrfach gekammertem Abszess des Musculus psoas
links und sensiblem Querschnittsyndrom Höhe BWK 10 und ein positiver Nachweis von
Mycobacterium tuberculosis, beide bestehend seit November 2011, sowie eine
Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion, bestehend seit 2007. In der bisher
ausgeübten Tätigkeit im Haushalt sei die Versicherte ab 9. Oktober 2011
(Erstvorstellung im Spital C._) bis auf Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig (act.
G 7.1/29.5 f.).
A.a.
Am 8. Oktober 2012 wurde eine Abklärung an Ort und Stelle durchgeführt. Dabei
gab die Versicherte an, sie würde heute im Gesundheitsfall weiterhin den Haushalt
führen. Nachträglich ergänzte sie, sie würde eine Teilzeiterwerbstätigkeit ausüben. Die
Versicherte machte geltend, in sämtlichen relevanten Tätigkeiten zu 100 %
eingeschränkt zu sein. Die Abklärungsperson wies auf diverse Widersprüche hin, legte
aber selber keine anerkannte Einschränkung im Haushalt fest (act. G 7.1/50).
A.b.
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Mit Verfügung vom 18. Februar 2013 wies die IV-Stelle St. Gallen das
Rentengesuch ab. Die Versicherte sei als 100 % Hausfrau einzustufen. Die
Abklärungen hätten ergeben, dass die Haushaltsarbeiten vorwiegend durch die
Schwiegertochter und mit Hilfe des Ehemannes erledigt würden. Diese Aufteilung
erfolge möglicherweise aus invaliditätsfremden Gründen. Die Versicherte sei in der
Haushaltsführung zu 20 % eingeschränkt, was dem Invaliditätsgrad entspreche (act.
G 7.1/56).
A.c.
Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde vom 21. März 2013 hiess das
hiesige Versicherungsgericht mit Entscheid vom 13. Mai 2015 teilweise gut und wies
die Angelegenheit zur ergänzenden Abklärung an die Verwaltung zurück. Insbesondere
bemängelte es, dass die Haushaltsabklärung sowie die zumutbare Mitwirkung des
Ehemannes nicht detailliert genug begründet waren und eine medizinische
Plausibilisierung durch den RAD fehlte (act. G 7.1/73 [vgl. zum vollständigen
Sachverhalt ebenda]).
A.d.
Nach Vorliegen des Urteils holte die IV-Stelle St. Gallen zunächst einen aktuellen
Bericht des Hausarztes Dr. B._ ein, welchen dieser am 2. November 2015 erstattete.
Die Diagnosen blieben sich im Wesentlichen gleich, indem er nun ein chronisches
lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit Status nach Spondylodiszitis BWK 9/10 mit
sensiblem Querschnittsyndrom Höhe BWK 10, einen endovaskulären Infekt mit
Staphylokokkus aureus, beide 2011, eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion
sowie einen vorderen Knieschmerz diagnostizierte. Seit der Rentenablehnung im
Februar 2013 hätten sich keine neuen klinischen Aspekte ergeben. Er habe die
Patientin in den letzten drei Jahren maximal einmal jährlich gesehen, sodass nicht von
einem grossen Leidensdruck auszugehen sei. Es werde lediglich eine analgetische
medikamentöse Behandlung durchgeführt. Die Prognose sei schlecht (act. G 7.1/83.2).
A.e.
Am 17. Dezember 2015 führte die Beschwerdegegnerin eine weitere
Haushaltsabklärung durch. Die Gewichtung der einzelnen Bereiche wurde aus der
ersten Abklärung übernommen. Die Beschwerdeführerin machte wiederum bei
sämtlichen Aufgaben ausser Haushaltsführung eine vollständige Einschränkung
geltend. Die Abklärungsperson notierte dazu, dass der Beschwerdeführerin die
Organisation und Kontrolle des Haushalts grundsätzlich möglich sei. Die
A.f.
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Schwiegertochter, welche in unmittelbarer Nähe wohne, komme jedoch 2 bis 3 Mal
täglich vorbei. Sie erledige alle anstehenden Hausarbeiten, während die
Beschwerdeführerin keine solchen ausführe (Punkt 7.1). Zu Punkt 7.2 (Ernährung)
führte sie aus, dass das Frühstück vom Ehemann zubereitet werde. Mindestens 2 bis 3
Mal pro Woche koche die Schwiegertochter. Am Samstag esse die Schwiegertochter
mit ihrer ganzen Familie immer bei der Beschwerdeführerin. An den übrigen Tagen
bereite der Ehemann ein kleines, einfaches Mittagessen zu. Am Abend werde kalt
gegessen, was ebenfalls vom Ehemann zubereitet werde. Zu Punkt 7.3
(Wohnungspflege) führte die Abklärungsperson aus, dass die Wohnungspflege immer
durch die Schwiegertochter erledigt werde, wobei der Ehemann lediglich die
oberflächliche Reinigung von Lavabo/WC übernehme. Den Einkauf (Punkt 7.4)
übernehme gemäss Angaben der Beschwerdeführerin der Sohn, der in der Regel vom
Ehemann begleitet werde. Die finanziellen Angelegenheiten regle der Ehemann. Auch
die Wäsche (Punkt 7.5) werde regelmässig von der Schwiegertochter gemacht. In ihrer
Würdigung der Verhältnisse gab die Abklärungsperson an, dass es ihrer Ansicht nach
dem Ehemann möglich wäre, die kleine, pflegeleichte Wohnung in Stand zu halten.
Auch die Beschwerdeführerin könnte ihrer Ansicht nach gewisse leichte Arbeiten wie
z.B. rüsten, waschen oder Kleider zusammenlegen selber erledigen. Wie bei der ersten
Abklärung fielen auch jetzt die widersprüchlichen Angaben des Ehepaars A._ auf. Die
Abklärungsperson sah sich ausser Stande, auf Grund der angetroffenen Situation eine
Einschätzung der Einschränkungen in den einzelnen Verrichtungen abzugeben,
weshalb sie eine medizinische Begutachtung vorschlug (act. G 7.1/86).
In seiner Stellungnahme vom 15. Juli 2016 befürwortete der RAD dieses Vorgehen
und hielt die Ergebnisse der Haushaltsabklärung für nicht verwertbar (act. G 7.1/90.2 f).
Am 7. September 2016 beauftragte die IV-Stelle St. Gallen die Medexperts AG,
St. Gallen, mit der Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens (Allgemeine Innere
Medizin, Orthopädie, Psychiatrie), unter besonderer Berücksichtigung der
Einschränkung in den Bereichen Ernährung, Wohnungspflege, Einkauf, Wäsche- und
Kleiderpflege (act. G 7.1/92). Die Expertinnen Dr. med. D._, Fachärztin Allgemeine
Innere Medizin, Dr. med. E._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr. med. F._, Fachärztin Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, diagnostizierten in ihrem Gutachten vom 8. Dezember 2016
A.g.
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(Konsens) chronische lumbo- und thorakospondylogene Schmerzen bei osteo-
discoligamentärer neuroforaminaler bis rezessaler Enge LWK 2/3 bis LWK 4/5,
Blockwirbelbildung BWK 9/10 bei Status nach Spondylodiszitis (10/2011) mit
konsekutiver leichtgradiger Hyperkyphose sowie linkskonvexer Thorakalskoliose und
Hyperlordose der LWS, einen Status nach Spondylodiszitis BWK 9/10 bei Nachweis
von Staphylokokkus aureus, Dekonditionierung mit im MRI thorakolumbal
nachgewiesener fettiger Atrophie der paraspinalen autochthonen Muskulatur sowie
eine Adipositas per magna, BMI 55,7 kg/m2 sekundär auf Grund der langen
Rekonvaleszenz mit Immobilität. Als Diagnosen ohne wesentlichen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit erwähnten die Gutachterinnen femoropatellare Schmerzen und
Dysfunktion bei muskulärer Dysbalance, eine diskrete medialbetonte Gonarthrose
beidseits, ein chronisches Lymph- und Lipödem der Beine beidseits,
oberschenkelbetont, einen Verdacht auf eine obstruktive Atemwegserkrankung,
Differentialdiagnose COPD, sowie ein Asthma bronchiale. Aus polydisziplinärer Sicht
bestehe eine 80 %-ige Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein 100 %-Pensum in der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit als Hausfrau. Für jedwelche körperlich mittelschwere bis schwere
Tätigkeit bestehe auf Grund der morbiden Adipositas, der massiven Dekondition, der
Gangunsicherheit, der verminderten Belastbarkeit des Achsenskeletts und des
chronischen lumbothorakalen Schmerzsyndroms eine Arbeitsfähigkeit von 0 %. Ab
Diagnosestellung der Spondylodiszitis bis zur vollendeten Rekonvaleszenz und
erfolgreicher Mobilisierung Anfang 2012 habe eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit
bestanden. Gemäss Aktenlage sei ab Juni 2012 von einem stabilen
Gesundheitszustand ausgegangen worden. Dieser Zeitpunkt gelte auch für die obige
Arbeitsfähigkeitsschätzung. Die Prognose sei auf Grund der Chronifizierung der
Erkrankung, der weiterhin fortgesetzten Gewichtszunahme, der mangelnden
Compliance und der Krankheitsüberzeugung der Versicherten als düster zu bezeichnen
(act. G 7.1/96.34 ff.). In seiner Stellungnahme vom 19. Dezember 2016 erachtete der
RAD die gutachterlich festgestellte Einschränkung von 20 % im Haushalt als
nachvollziehbar (act. G 7.1/98).
Nach durchgeführtem Vorbescheidsverfahren (act. G 7.1/100 f.) wies die IV-Stelle
St. Gallen das Rentenbegehren der Versicherten mit Verfügung vom 17. Februar 2017
ab. Gemäss Gutachten der Medexperts AG bestehe das Hauptproblem in der
A.h.
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B.
Dekonditionierung bei massiver Adipositas. Diese stelle keinen Gesundheitsschaden im
iv-rechtlichen Sinn dar. Die anlässlich der Haushaltsabklärung geltend gemachte hohe
Einschränkung entspreche nicht der Realität und sei aus medizinischer Sicht nicht
nachvollziehbar (act. G 7.1/104).
Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 22. März
2017 mit dem Antrag, die Verfügung sei aufzuheben und es sei der Beschwerdeführerin
spätestens mit Wirkung ab Juli 2012 mindestens eine halbe Rente zuzusprechen.
Zudem sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren.
Zur erneuten Haushaltsabklärung vom 17. Dezember 2015 sei bereits in der
Stellungnahme vom 26. Februar 2016 ausgeführt worden, dass sich der konkrete
Beitrag der Beschwerdeführerin auf Tätigkeiten beschränke, die im Sitzen ausgeübt
werden könnten. Kochen sei nicht möglich. Der zumutbare Beitrag des Ehemannes
werde sodann völlig überbewertet. Den Einkauf im eigentlichen Sinn könne auch er
nicht erledigen. Er könne nur kleinere leichte Sachen zu Fuss nach Hause tragen. Ohne
die Mithilfe von Sohn und Schwiegertochter sei ein eigenständiges Leben des
Ehepaars völlig undenkbar. Das Gutachten widerspreche sich selbst, wenn zwar eine
Arbeitsfähigkeit im Haushalt von 80 % angegeben, gleichzeitig aber eine volle
Arbeitsunfähigkeit für jedwelche körperlich mittelschwere bis schwere Tätigkeit
postuliert werde, gälten doch Haushaltsarbeiten in der Regel als (leichte bis)
mittelschwere Tätigkeiten. Weiters gehe das Gutachten davon aus, dass die
Beschwerdeführerin durch ihre Dekonditionierung erheblich eingeschränkt sei. Damit
sei aber sicher nicht nur eine Einschränkung von 20 % gemeint. Entscheidend seien
auch nicht die Dekonditionierung oder die "morbide Adipositas", sondern die
Unmöglichkeit, frei zu stehen, und die verminderte Belastbarkeit/Beweglichkeit des
Achsenskeletts sowie das chronische lumbothorakale Schmerzsyndrom. Das
Gutachten berücksichtige auch nicht die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin auf
zwei Gehstöcke angewiesen sei. Sie könne also selbst beim Stehen im besten Fall
einhändig arbeiten. Sie könne sich nicht selbstständig zur Bushaltestelle begeben,
geschweige denn mit den Unterarmgehstöcken den Bus betreten. Wäsche bügeln sei
nicht möglich, weil dazu ja gestanden werden müsse. Bezüglich Wohnungspflege
werde selbst im Gutachten zugestanden, dass die Beschwerdeführerin beim
B.a.
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Staubsaugen teilweise, beim Fenster putzen und Vorhänge aufhängen vollständig
eingeschränkt sei. Wie aber jemand mit Unterarmstützen oder einem Rollator
Staubsaugen solle, sei nicht ersichtlich. Schliesslich werde der Beschwerdeführerin
beim Einkauf zugestanden, dass das Heben und Tragen von schweren Lasten nicht
möglich sei. Dabei werde übersehen, dass Einkäufe auf Grund der Gangunsicherheit an
sich schon nicht möglich seien. Die Widersprüche im Gutachten seien zu gross, als
dass darauf abgestellt werden könne. Vielmehr sei im Bereich Ernährung von einer
Einschränkung von mindestens 70 % auszugehen. Bei einer Gewichtung von 52,26 %
führe dies zu einer Einschränkung von 36,6 %. Bei der Wohnungspflege könne
realistischerweise nur noch sitzend etwas abgestaubt werden, wobei sich die Frage
stelle, ob dies relevant sei. Bei einer Gewichtung von 19,6 % und einer vollständigen
Einschränkung in diesem Bereich führe dies allein schon zu einer Einschränkung von
20 %, was die vom Gutachten ermittelte Einschränkung in dieser Höhe bereits
konsumiere. Beim mit 12,81 % gewichteten Einkauf sei klar, dass es der
Beschwerdeführerin weder mit einem Rollator noch mit Unterarmstützen möglich sei,
diesen zu erledigen. Die Einschränkung betrage damit 12,81 %. Bei der mit 11,06 %
gewichteten Wäsche- und Kleiderpflege sei von einer Einschränkung von mindestens
80 % auszugehen, was zu einer gewichteten Einschränkung von 8,85 % führe.
Insgesamt ergebe sich damit eine realistische Einschränkung bei der Haushaltsführung
von 78 %, was gleichzeitig dem Invaliditätsgrad entspreche. Die
Schadenminderungspflicht des Ehemannes dürfe nicht überbewertet werden, weil
seine Mitwirkung nur hypothetisch sei. Er leide nach zwei massiven Autounfällen
insbesondere an Kopfschmerzen und psychischen Problemen. Selbst bei einer
Mitwirkung im Bereich eines Viertels verbleibe bei der Beschwerdeführerin immer noch
eine Einschränkung von über 50 %. Damit bestehe ein Anspruch auf mindestens eine
halbe Rente (act. G 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 22. Mai 2017 beantragt die Verwaltung Abweisung
der Beschwerde. Die Beschwerdegegnerin habe wie vom Gericht verlangt eine zweite
Abklärung an Ort und Stelle durchgeführt. Im Gesamten habe sich gezeigt, dass
sämtliche Haushaltstätigkeiten von der Schwiegertochter, vom Sohn oder wenig vom
Ehemann übernommen werden. Da die Beschwerdeführerin seit Jahren keine
Tätigkeiten im Haushalt mehr übernehme, habe auch nicht theoretisch ermittelt werden
B.b.
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können, welche Tätigkeiten ihr aus gesundheitlicher Sicht noch möglich und zumutbar
wären. Es habe einzig festgestellt werden können, dass die Beschwerdeführerin nicht
frei stehen könne und auf einen Rollator angewiesen sei. Sitzen sei ihr jedoch ohne
Weiteres möglich. Vorliegend handle es sich um einen Ausnahmefall, in welchem
mangels verlässlicher Angaben nicht auf die Haushaltsabklärung abgestellt werden
könne. Gemäss Medexperts-Gutachten könne die Beschwerdeführerin für die
Ernährung sorgen. Bei der Wohnungspflege sei sie bis auf das Staubsaugen teilweise
und das Fensterputzen eingeschränkt (gemeint wohl: nicht eingeschränkt). Beim
Badewanne- und WC-Putzen sei sie auf Hilfe angewiesen. Beim Einkauf seien das
Heben und Tragen von schweren Lasten nicht möglich. Beim Befüllen der
Waschmaschine und beim Aufhängen der Wäsche sei sie auf Dritthilfe angewiesen.
Zusammenlegen sowie kurzzeitig bügeln könne die Beschwerdeführerin sitzend.
Insgesamt sei der Beschwerdeführerin eine 80 %-ige Arbeitsfähigkeit im Haushalt
attestiert worden. Der RAD halte diese Einschätzung für nachvollziehbar. Er weise
ebenfalls auf die Selbstlimitierung der Beschwerdeführerin hin. Die Ausführungen der
Beschwerdeführerin erwiesen sich damit als nicht nachvollziehbar. Insbesondere in den
Bereichen Ernährung und Wäsche sei die Beschwerdeführerin nicht massgeblich
eingeschränkt. In diesen Bereichen sei auch darauf hinzuweisen, dass die
Beschwerdeführerin im Rahmen der Schadenminderungspflicht die Erledigung ihrer
Aufgaben zeitlich frei einteilen könne. Das Gutachten zeige nachvollziehbar auf, dass
die Beschwerdeführerin lediglich beim Heben und Tragen schwerer Lasten sowie bei
einseitigen Zwangshaltungen eingeschränkt sei (act. G 7).
Mit Replik vom 29. Juni 2017 macht die Beschwerdeführerin geltend, die
Beschwerdegegnerin habe die noch möglichen Tätigkeiten im Haushalt grosszügig
ausgedehnt, was nicht angehe. So werde etwa von der Fähigkeit, Kartoffeln schälen zu
können, auf die Fähigkeit kochen zu können geschlossen. Die Beschwerdeführerin
könne aber nicht mehr am Herd stehen. Es treffe deshalb nicht zu, dass sie für die
Ernährung sorgen könne. Zudem anerkenne die Beschwerdegegnerin, dass die
Beschwerdeführerin gewisse Haushaltsarbeiten nur noch mühsam und mit viel
höherem Zeitaufwand erledigen könne. Demnach resultiere nur schon im Bereich
Ernährung eine wesentlich höhere Einschränkung. Dasselbe gelte auch für den Bereich
der Wäsche/Kleiderpflege. Wenn ihr etwa zugestanden werde, beim Befüllen der
B.c.
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Erwägungen
1.
Waschmaschine auf Dritthilfe angewiesen zu sein, bedeute dies, dass sie mit der
Waschmaschine gar nicht arbeiten könne. Zusammenfassend könne keinesfalls von
einer Arbeitsfähigkeit von 80 % im Haushalt ausgegangen werden (act. G 10). Die
Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 12).
Mit verfahrensleitender Verfügung vom 2. Juni 2017 wird das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege für das Verfahren vor Versicherungsgericht bewilligt
(Befreiung von den Gerichtskosten sowie unentgeltliche Rechtsverbeiständung [act.
G 8]).
B.d.
Als Invalidität gilt gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende
oder länger dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Nach Abs. 3 derselben
Bestimmung gelten Volljährige, die vor der Beeinträchtigung ihrer körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit nicht erwerbstätig waren und denen eine
Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, als invalid, wenn eine Unmöglichkeit
vorliegt, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Als Aufgabenbereich der im
Haushalt tätigen Versicherten gilt die übliche Tätigkeit im Haushalt sowie die Pflege
und Betreuung von Angehörigen (Art. 27 Abs. 1 der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Bei diesen Personen wird die Invalidität
grundsätzlich danach bemessen, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]).
1.1.
Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
1.2.
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2.
Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b).
Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens
zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%, auf eine halbe Rente,
wenn sie mindestens zu 50% oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40%
invalid ist (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3.
Die Beschwerdegegnerin stellt bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Haushalt
auf das Medexperts-Gutachten vom 8. Dezember 2016 ab, das der
Beschwerdeführerin eine 80 %-ige Arbeitsfähigkeit sowohl in ihrer angestammten
Tätigkeit als Hausfrau als auch in einer adaptierten Tätigkeit in der freien Wirtschaft
oder im geschützten Rahmen attestiert. Dabei hielten die Gutachterinnen fest, dass
qualitative Einschränkungen beständen. So seien im Haushalt aus orthopädischer Sicht
- wohl sinngemäss - begründet durch die leichtgradige statische
Wirbelsäulenproblematik Tätigkeiten, die längeres Stehen, schweres Heben oder
Tragen, einseitige Zwangshaltungen der Wirbelsäule sowie regelhafte Rotationen,
Lateralflexionen erforderten, nur eingeschränkt oder nicht möglich. Zudem bestehe auf
Grund der chronifizierten lumbothorakalen Schmerzen bei degenerativen
Veränderungen ein vermehrter Pausenbedarf. Aus allgemein-internistischer Sicht seien
auf Grund der vermehrten Belastung des Achsenskeletts durch die sekundäre morbide
Adipositas körperlich mittelschwere bis schwere Tätigkeiten nicht möglich.
Demgegenüber bestehen aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkungen. Aus
polydisziplinärer Sicht bestehe auf Grund der morbiden Adipositas, der massiven
Dekondition, der Gangunsicherheit, der verminderten Belastbarkeit des Achsenskeletts
und des chronischen lumbothorakalen Schmerzsyndroms eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit für jedwelche körperlich mittelschwere bis schwere Tätigkeit.
(Leichtere) Tätigkeiten, welche diese Kriterien berücksichtigten bzw. ausschliessen
würden, seien auf Grund der leicht verminderten Statik des Achsenskeletts zu 80 %
möglich (act. G 7.1/96.38). Daraus zieht die Beschwerdegegnerin den Schluss, dass im
Haushalt von einer Arbeitsfähigkeit von 80 % bzw. von einer Einschränkung von 20 %
auszugehen sei, was gleichzeitig den Invaliditätsgrad darstelle (vgl. act. G 7.1/99).
2.1.
Dagegen macht die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, entscheidend
für die Arbeitsunfähigkeit seien nicht die Dekonditionierung oder die "morbide
Adipositas", sondern die Unmöglichkeit, frei zu stehen, die verminderte Belastbarkeit/
Beweglichkeit des Achsenskeletts sowie das chronische lumbothorakale
2.2.
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Schmerzsyndrom. Seit Oktober 2015 müsse sie wegen zunehmender
Rückenbeschwerden wieder zwei Unterarmgehstöcke verwenden. Auch wenn sie sich
nicht fortbewegen müsse, sei sie bei jeglichen Handgriffen im Haushalt auf eine
Abstütz- oder Haltemöglichkeit angewiesen. Im Prinzip seien damit praktisch sämtliche
Tätigkeiten im Haushalt verunmöglicht, da dazu in der Regel frei gestanden werden
müsse und die meisten Tätigkeiten auch nicht einhändig verrichtet werden könnten.
Aus diesem Grund sei etwa bei Ziff. 7.2 (Ernährung) weder das Waschen von Gemüse
und Salat noch das Einräumen von Geschirr möglich. Ebenso wenig könne sie grössere
Geschirrstücke, die nicht in der Maschine gereinigt werden könnten, abwaschen. Bei
der Wohnungspflege (Ziff. 7.3) werde der Beschwerdeführerin selbst im Gutachten
zugestanden, dass sie bezüglich Staubsaugen teilweise und betreffend Fenster putzen
und Vorhänge aufhängen vollständig eingeschränkt sei. Zugestanden werde ihr zudem
die Unmöglichkeit, Badewanne und WC zu putzen. Jedoch sei auch beim Staubsaugen
von einer vollständigen Einschränkung auszugehen, sei doch nicht ersichtlich, wie
jemand mit Unterarmstützen oder einem Rollator noch Staubsaugen solle. Der Einkauf
(Ziff. 7.4) sei ihr auf Grund der Gangunsicherheit überhaupt nicht möglich. Die
Beschwerdeführerin könne sich auch nicht selbstständig zur Bushaltestelle begeben,
geschweige denn mit den Unterarmgehstöcken oder dem Rollator den Bus betreten.
Sie sei diesbezüglich völlig hilflos. Schliesslich sei die Beschwerdeführerin auch im
Bereich Wäsche- und Kleiderpflege (Ziff. 7.5) auf Hilfe angewiesen. Dies sei gemäss
Gutachten beim Befüllen und Leeren der Waschmaschine, aber auch beim Aufhängen
der Wäsche der Fall. Entgegen der Ansicht im Gutachten könne die
Beschwerdeführerin jedoch auch nicht mehr "kurzzeitig" bügeln, da dazu ja gestanden
werden müsse. Dasselbe gelte für das Einräumen der Wäsche. Bei realistischer
Einschätzung ergebe sich eine Einschränkung von 78 %, was auch dem
Invaliditätsgrad entspreche.
Dem ist jedoch entgegen zu halten, dass bereits die beiden Abklärungspersonen
zum Schluss gekommen sind, dass die Beschwerdeführerin zumindest leichtere
Arbeiten wie Gemüse rüsten, waschen oder Kleider zusammenlegen verrichten könne.
Auf Grund der vorhandenen Widersprüche und der massiven Selbstlimitierung bzw. der
mangelhaften Compliance der Beschwerdeführerin wurde denn auch das vorliegende
medizinische Gutachten eingeholt, sodass die Beurteilung der Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit grundsätzlich gestützt darauf vorzunehmen ist. Das Gutachten
bestätigt in medizinischer Hinsicht grundsätzlich die Beobachtungen der
Abklärungspersonen und attestiert der Beschwerdeführerin eine 80 %-ige
Arbeitsfähigkeit im Haushalt. Demnach sind der Beschwerdeführerin im Wesentlichen
mittelschwere und schwere oder Tätigkeiten mit ungünstigen Zwangshaltungen,
2.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/15
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inklusive langem Stehen, nicht zumutbar. Erwähnt wird auch eine Gangunsicherheit.
Indessen ist aus dem Gutachten nicht ersichtlich und ist damit aus medizinischer Sicht
nicht erstellt, dass die Beschwerdeführerin völlig gehunfähig wäre oder sich selbst
innerhalb der Wohnung nur mit einer Gehhilfe fortbewegen oder auch nur stehen
könnte. Es wird auch festgehalten, dass die Angaben teils widersprüchlich seien. Die
Beschwerdeführerin gebe an, nur mit dem Rollator mobil zu sein, währenddem sie zur
Begutachtung mit den Gehstöcken erschienen sei (act. 7.1/96-25). In Bezug auf eine
adaptierte Tätigkeit in der freien Wirtschaft oder im geschützten Rahmen wird nur das
Treppen- und Leiternsteigen sowie das Gehen in unebenem Gelände als unmöglich
bzw. ungünstig bezeichnet. So oder anders werden keine Einschränkungen für leichtes
Gehen und Stehen in der Wohnung bzw. in geschlossenen Räumen oder in ebenem
Gelände gemacht (act. G 7.1/96.39). In der polydisziplinären Beantwortung der
Zusatzfragen geht das Gutachten davon aus, dass die Beschwerdeführerin für die
Ernährung sorgen kann, dass ihre körperlichen Fähigkeiten mithin ausreichen, um etwa
für die Dauer des Kochens am Herd stehen zu können. Bei der Wohnungspflege
werden der Beschwerdeführerin dagegen grössere Einschränkungen zugestanden,
indem beim Staubsaugen eine teilweise und beim Fensterputzen und Vorhänge
aufhängen eine vollständige Einschränkung festgestellt werden. Ebenso sei sie für die
Reinigung von Badewanne und Toilette auf Hilfe angewiesen. (Gegenüber der
internistischen Gutachterin hatte die Beschwerdeführerin ausgeführt, das tägliche
Putzen des Lavabos, des Spiegels und des WCs könne sie selbst machen, indem sie
sich mit einer Hand festhalte [act. G 7.1/96.15]). Beim Einkauf seien das schwere
Heben und Tragen von Lasten nicht möglich, wobei nicht ganz klar ist, ob sich die
postulierte Notwendigkeit, mit dem Auto gefahren zu werden, nur auf die ohnehin nicht
möglichen schweren Einkäufe bezieht, oder ob sie den Weg zum Einkaufszentrum/
Laden generell nicht ohne fremde Hilfe bewältigen kann. Bei der Wäsche/Kleiderpflege
seien gebückte und ständige Zwangshaltungen ungünstig. Die Beschwerdeführerin
könne das Befüllen der Maschine und das Aufhängen nicht selbstständig vornehmen.
Demgegenüber könne sie die Wäsche zusammenlegen sowie kurzzeitig bügeln (act. G
7.1/96.40).
Mithin werden durch das Gutachten zwar nicht ganz unerhebliche
Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit in wichtigen Bereichen der Haushaltsführung
(Wohnungspflege, Einkauf und Waschen/Kleiderpflege [Ziff. 7.3 - 7.5]) festgestellt.
Indessen sind diese Einschränkungen im Wesentlichen auf die morbide Adipositas, die
Dekonditionierung sowie die Selbstlimitierung zurückzuführen, während der
stattgehabte Lungenabszess und die Spondylodiszitis BWK 9/10 im Oktober 2011, in
deren Nachgang die vorliegend zu beurteilende IV-Anmeldung ursprünglich erfolgte
2.4.
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(vgl. act. G 7.1/11.5 und Entscheid des Versicherungsgerichts vom 13. Mai 2015 [IV
2013/135] E. 2.2 unten), längst folgenlos abgeheilt sind (stabiler Gesundheitszustand
ab Juni 2012 [act. G 7.1/96.35 f. und 96.37 unten]; so auch der RAD in seiner
Stellungnahme vom 19. Dezember 2016 [act. G 7.1/98.2]; ein weiterer paravertebraler
Abszess konnte durch die Diagnostik ausgeschlossen werden [act. G 7.1/96.32 oben]).
Die Expertinnen nennen denn bei den therapeutischen Vorschlägen in erster Linie eine
Gewichtsreduktion, zudem sei eine bariatrische Operation in Betracht zu ziehen. Im
Weiteren solle unter physiotherapeutischer Anleitung eine zunehmende Aktivierung mit
regelmässigem Gehtraining, zunehmend ohne Gehstöcke, erfolgen (act. G 7.1/96.39).
Es ist mithin davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin objektiv-medizinisch in
einer mit leichteren Tätigkeiten im Haushalt zu vereinbarenden Weise stehen und
kürzere Strecken gehen kann. So gab die Beschwerdeführerin etwa auch gegenüber
der internistischen Gutachterin an, gehen zu können ("laufen würde gehen"). 2 1⁄2
Wochen vor der gutachterlichen Untersuchung sei sie zudem alleine (wenn auch mit
Begleitservice der Fluggesellschaft) mit dem Flugzeug nach G._ gereist. Die Frage
der Gutachterin, warum genau die Beschwerdeführerin Gehhilfen benötige, impliziert
ebenfalls, dass die Notwendigkeit von deren Benützung medizinisch nicht ausgewiesen
ist (act. G 7.1/96.15 f.). Gegenüber der orthopädischen Gutachterin gab sie an,
gelegentlich mit dem Rollator zum Einkaufen zu gehen (act. G 7.1/96.30). Entgegen der
Ansicht der Beschwerdeführerin trifft nicht zu, dass die Gangunsicherheit auf
Kompressionen in der LWS beruht. Zwar wurde bei den L3 bis L5-Nervenwurzeln eine
leichtgradige Kompression nachgewiesen, welche die Beschwerdesymptomatik erklärt.
Die verminderte Mobilität mit der Angst vor Stürzen wird dagegen explizit auf die
Adipositas zurückgeführt (act. G 7.1/96.31 und 96.36). Im Übrigen ist festzustellen,
dass Tätigkeiten im Haushalt frei unterteilbar sind (vgl. BGE 133 V 504 E. 4.2) und
Tätigkeiten mit - der Beschwerdeführerin nicht möglichen - mittelschweren oder
schweren Anteilen höchstens gelegentlich vorkommen und jedenfalls nicht mehr als 20
% des gesamten Arbeitsaufwands ausmachen. Insgesamt erscheint damit die
gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung von 80 % mit den genannten qualitativen
Einschränkungen als nachvollziehbar. Davon geht auch der RAD in seiner
Stellungnahme vom 19. Dezember 2016 aus (act. G 7.1/98.2). Selbst wenn man der
Beschwerdeführerin in den Bereichen Wohnungspflege, Einkauf und Waschen/
Kleiderpflege je eine (grosszügige) Einschränkung von 80 % zubilligen wollte, ergäbe
sich lediglich ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 34,78 % (19,6 x 80 %
+ 12,81 x 80 % + 11,06 x 80 %). Bei diesem Ergebnis braucht schliesslich der
zumutbare Beitrag des Ehemannes nicht näher bestimmt zu werden, wobei nach der
letzten Haushaltsabklärung vom 17. Dezember 2015 wieder deutlicher zu Tage tritt (als
noch im Entscheid IV 2013/135 E. 3.2 angenommen), dass auch er durchaus gewisse
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
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St.Galler Gerichte
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