Decision ID: 5c247b11-bb1c-462a-bf44-c64ec2e2094b
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
K._,
Kläger,
vertreten durch Rechtsanwalt Antonius Falkner, c/o Advokaturbüro
Jelenik & Partner AG, Landstrasse 60, FL-9490 Vaduz,
gegen
Personalvorsorgestiftung der O._,
Beklagte,
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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Peter Rösler, Aeplistrasse 7, Postfach, 9008 St.
Gallen,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a K._ (nachfolgend: Versicherter) stellte am 10. Mai 1999 bei der
liechtensteinischen Invalidenversicherung (IV) ein Gesuch um Ausrichtung einer
Invalidenrente. Er gab an, er sei wegen seiner "Bandscheiben und Nerven" seit 1997
nicht mehr arbeitsfähig (act. G 14.1). Mit Verfügung vom 28. August 2001 lehnte die
liechtensteinische IV den Leistungsantrag ab mit der Begründung, es liege eine
invaliditätsbedingte Einbusse von 17% vor. Dem Versicherten seien leichte bis
mittelschwere Tätigkeiten mit Gewichtsbelastungen nicht über 25kg zu 100%
zumutbar. Zwangshaltungen und Arbeiten mit Lösungsmitteln seien zu vermeiden (act.
G 14.1). Von September 2000 bis September 2001 war der Versicherte vollzeitlich als
Materialbereitsteller bei der A._ Aktiengesellschaft angestellt und dadurch bei der
Personalvorsorgestiftung der O._ (nachfolgend: Personalvorsorgestiftung),
berufsvorsorgeversichert. Am 10. September 2002 stellte der Versicherte bei der
liechtensteinischen IV erneut ein Leistungsgesuch. Mit Verfügung vom 23. Juni 2003
sprach ihm diese mit Wirkung ab Oktober 2002 eine ganze Invalidenrente zu (act.
G 14.1; act. G 9.20). Im Nachgang zu einer Überprüfung des Leistungsanspruchs
bestätigte die liechtensteinische IV am 1. Dezember 2006 unter Aufhebung der vorerst
ergangenen Herabsetzungsverfügung vom 20. September 2004 den Anspruch auf eine
ganze Rente (act. G 14.1; act. G 1.9).
A.b Das Gesuch des Versicherten um Ausrichtung von Leistungen aus beruflicher
Vorsorge hatte die Personalvorsorgestiftung mit Schreiben vom 19. Dezember 2003
und 27. Januar 2004 abschlägig beantwortet mit dem Hinweis, der Versicherte sei
bereits beim Eintritt bei ihr vollständig arbeitsunfähig gewesen. Zudem habe er über
seinen Gesundheitszustand nicht die Wahrheit gesagt (act. G 9.21). Mit Klage vom
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22. Juni 2006 beantragte der Versicherte beim Fürstlichen Landgericht in Vaduz, die
Personalvorsorgestiftung sei zu verpflichten, ihm Invalidenleistungen aus betrieblicher
Personalvorsorge zu erbringen. Mit Beschluss vom 20. September 2006 wies das
angerufene Gericht die Klage wegen örtlicher Unzuständigkeit zurück (act. G 1.4). Das
Fürstliche Obergericht hob diese Beurteilung mit Beschluss vom 8. November 2006 auf
(act. G 9.22). Der Oberste Fürstliche Gerichtshof bestätigte demgegenüber die örtliche
Unzuständigkeit der Liechtensteiner Gerichte mit Beschluss vom 14. Juni 2007 (act. G
1.5).
B.
B.a Mit Eingabe vom 22. April 2008 liess der Versicherte durch Rechtsanwalt mag. iur.
Antonius Falkner, Vaduz, beim Versicherungsgericht Klage gegen die
Personalvorsorgestiftung erheben mit dem Begehren, die Beklagte sei zu verpflichten,
ihm beginnend ab 1. Oktober 2002 eine überobligatorische Invalidenrente bei einem IV-
Grad von 100% gemäss Versicherungsausweis und Reglement der Beklagten
auszurichten und die reglementarische Sparbeitragsbefreiung zu gewähren. Zur
Begründung liess er unter anderem darlegen, seine Invalidität beruhe ausschliesslich
auf seiner psychischen Erkrankung, welche noch während des Arbeitsverhältnisses bei
der A._ eingetreten und ärztlicherseits diagnostiziert worden sei. Gemäss Reglement
der Beklagten sei für die Anerkennung der Erwerbsunfähigkeit und die Festlegung des
Invaliditätsgrads der Entscheid der Invalidenversicherung massgebend. Zum Zeitpunkt
des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit sei er bei der Beklagten versichert gewesen.
B.b In der Klageantwort vom 1. September 2008 beantragte Rechtsanwalt lic. iur.
Peter Rösler, St. Gallen, für die Beklagte Abweisung der Klage. Zur Begründung führte
er unter anderem aus, das Arbeitsverhältnis des Klägers bei der A._ sei als blosser
Arbeitsversuch zu qualifizieren. Der Kläger habe zum vornherein nicht die
gesundheitlichen Ressourcen gehabt, um die geforderte Leistung zu erbringen. Zudem
seien die somatischen und psychischen Beschwerden des Klägers untrennbar
miteinander verbunden. Die Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt
habe, sei schon deutlich vor dem Beginn des Vorsorgeverhältnisses bei der Beklagten
eingetreten. Dies schliesse die Leistungspflicht der Beklagten aus. Daher sei jene
Vorsorgeeinrichtung für die finanziellen Folgen der Invalidität leistungspflichtig, bei der
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der Kläger bei Eintritt seiner Arbeitsunfähigkeit versichert gewesen sei. Sodann dürfe
nicht auf den Entscheid der liechtensteinischen IV abgestellt werden. Die
liechtensteinische IV habe der Beklagten keine Gelegenheit eingeräumt, sich am
erstinstanzlichen Verfahren zu beteiligen. Wenn von einer Leistungspflicht der
Beklagten auszugehen wäre, müsste jede Zahlung wegen Überentschädigung
abgelehnt werden. Der Kläger habe am 8. März 2008 erklärt, er verrechne die
Forderung der Beklagten gegen ihn auf Ausrichtung einer Parteientschädigung von Fr.
14'134.60 mit der ihm zustehenden Rente. Damit könne er diesen Betrag kein zweites
Mal mehr fordern.
B.c Mit Replik vom 22. April 2008 (richtig: 1. Oktober 2008) bestätigte der
Rechtsvertreter des Klägers seinen Standpunkt und legte unter anderem dar, das
liechtensteinische Arbeitsrecht kenne den Begriff eines "Arbeitsversuches" nicht. Es
stehe deshalb ausser Zweifel, dass der Kläger bei der A._ vom 1. September 2000
bis 1. September 2001 in einem aufrechten und ordentlichen Arbeitsverhältnis
gestanden habe. Daran ändere nichts, dass der Kläger oft aus krankheitsbedingten
Umständen seine Arbeit nicht habe verrichten können. Die psychische Erkrankung
habe sich während dem Arbeitsverhältnis dergestalt eingestellt, dass eine dauerhafte
Einschränkung von zumindest 20% anzunehmen sei. Die psychischen Beschwerden,
soweit für den vorliegenden Fall relevant, würden sich sehr gut von den übrigen
Krankheitsbildern des Klägers trennen lassen. Insbesondere sei erstellt, dass er vor
seiner Anstellung bei der A._ nicht in einem solchen Ausmass an psychischen
Beschwerden gelitten habe, dass damit der Eintritt des versicherten Ereignisses vor
Begründung des Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten angenommen werden
könnte. Soweit die Beklagte auf verschiedenste körperliche Beschwerden verweise,
übersehe sie, dass diese für die Invalidität des Klägers keine Auswirkungen hätten. Der
Kläger sei einzig aufgrund der während des Vorsorgeverhältnisses bei der Beklagten
eingetretenen psychischen Beschwerden zu 100% arbeitsunfähig und invalid.
B.d Mit Eingabe vom 24. Oktober 2008 reichte der Rechtsvertreter des Klägers die
Akten der Invalidenversicherung betreffend den Kläger ein.
B.e In der Duplik vom 9. Januar 2009 hielt der Rechtsvertreter der Beklagten an
seinem Antrag und seinen Ausführungen fest.
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Erwägungen:
1.
1.1 Bei der Beklagten handelt es sich um eine Stiftung, und sie ist als solche im
Handelsregister des Kantons St. Gallen eingetragen. Als Einrichtung der beruflichen
Vorsorge wird sie im Register für berufliche Vorsorge des Kantons St. Gallen geführt.
Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts (Art. 73 Abs. 1 und
3 BVG) ist damit ohne weiteres gegeben.
1.2 Am 1. Januar 2005 trat die 1. BVG-Revision, welche auch eine Änderung der
Leistungsvoraussetzungen bei Invalidität (Art. 23 BVG) und der Leistungshöhe (Art. 24
BVG) mit sich brachte, in Kraft. Nach Art. 23 lit. a BVG haben - im
Obligatoriumsbereich - Personen, die im Sinn der IV zu mindestens 40 Prozent invalid
sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat,
versichert waren, Anspruch auf Invalidenleistungen. Anspruch auf eine volle
Invalidenrente besteht, wenn die versicherte Person im Sinn der IV zu mindestens 70
Prozent invalid ist (Art. 24 Abs. 1 lit. a BVG). - In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich
diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen
führenden Tatbestands Geltung haben bzw. hatten (BGE 127 V 467). Vorliegend stehen
Invaliditätsleistungen ab 1. Oktober 2002 in Frage, weshalb das bis 31. Dezember 2004
gültig gewesene Recht der obligatorischen beruflichen Vorsorge anzuwenden ist,
soweit ihm neben den reglementarischen Regelungen der Beklagten eine
eigenständige Bedeutung zukommt. Ferner stellt das Versicherungsgericht bei der
Fallbeurteilung grundsätzlich auf den Sachverhalt ab, wie er bis zum Zeitpunkt des
Erlasses des angefochtenen Entscheids eingetretenen ist (BGE 121 V 366; RKUV 2001
S. 101), bzw. wenn wie vorliegend kein solcher formeller Entscheid vorliegt, auf jenen
Sachverhalt, wie er bis zur leistungsablehnenden Mitteilung (act. G 9.21) eingetreten
ist.
2.
2.1 Nach der bis 31. Dezember 2004 gültigen Fassung von Art. 23 BVG haben
Anspruch auf Invalidenleistungen Personen, die im Sinn der Invalidenversicherung zu
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mindestens 50% invalid sind und die bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache
zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Aus der engen Verbindung zwischen dem
Recht auf eine Rente der Invalidenversicherung und demjenigen auf eine
Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen
Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der
gleiche ist. Aufgrund von Art. 6 BVG steht es den Vorsorgeeinrichtungen frei, den
Invaliditätsbegriff auch in der obligatorischen Versicherung zugunsten des Versicherten
zu erweitern oder Invalidenrenten schon bei einem Invaliditätsgrad von weniger als
50% auszurichten. Die Vorsorgeeinrichtungen sind frei in der Wahl des
Invaliditätsbegriffs; sie haben sich aber an eine einheitliche Begriffsanwendung zu
halten. Gehen sie ausdrücklich oder unter Hinweis auf das Gesetz vom gleichen
Invaliditätsbegriff aus wie die Invalidenversicherung, sind sie hinsichtlich des
versicherten Ereignisses an die Invaliditätsbemessung der IV-Stellen gebunden, es sei
denn, dass diese sich als offensichtlich unhaltbar erweist (vgl. BGE 126 V 308, 120 V
106 Erw. 3c, 118 V 35 Erw. 2b/aa und BGE 115 V 208). In BGE 129 V 73 wurde eine
Bindungswirkung der invalidenversicherungsrechtlichen Feststellungen für die
Vorsorgeeinrichtung verneint, wenn diese nicht spätestens im Vorbescheidsverfahren
(Art. 73 IVV) bzw. nach dessen vorübergehender Ersetzung durch das
Einspracheverfahren vom 1. Januar 2003 bis 31. Dezember 2006 angelegentlich der
Verfügungseröffnung in das invalidenversicherungsrechtliche Verfahren einbezogen
wird. Hält sich die Vorsorgeeinrichtung demgegenüber im Rahmen des
invalidenversicherungsrechtlich Verfügten, ja stützt sie sich darauf, ist das Problem des
Nichteinbezugs des Vorsorgeversicherers ins IV-Verfahren gegenstandslos. In diesem
Fall kommt ohne Weiterungen die vom Gesetzgeber gewollte, in den Art. 23ff BVG zum
Ausdruck gebrachte Verbindlichkeitswirkung unter Vorbehalt offensichtlicher
Unrichtigkeit des IV-Entscheids zum Zug. Stellt somit die Vorsorgeeinrichtung auf die
invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise ab, muss sich die versicherte
Person diese grundsätzlich entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des
Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend war (vgl. Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] i/S T. vom 14. August 2000 [B 50/99], E. 2b), und zwar ungeachtet
dessen, ob der Vorsorgeversicherer im IV-Verfahren beteiligt war oder nicht (vgl. dazu
Urteil des EVG i/S F. vom 9. Februar 2004 [B 39/03], E. 3.1).
bis
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2.2 Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung
geschuldet, welcher der Ansprecher bei Eintritt des versicherten Ereignisses
angeschlossen war. Dieser Zeitpunkt fällt mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit
zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat. Die Versicherteneigenschaft muss
nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise
auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der Invalidität. Für eine
einmal aus - während der Versicherungsdauer aufgetretenen - Arbeitsunfähigkeit
geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrichtung leistungspflichtig, selbst
wenn sich nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert.
Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft keinen
Erlöschungsgrund (Art. 26 Abs. 3 BVG e contrario; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E.
5). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte
Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfähigkeit invalid wird. Damit
kommt der Schutz der zweiten Säule zum Tragen, wonach das Invaliditätsrisiko auch
dann gedeckt sein muss, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit
eintritt, während welcher die leistungsanbegehrende Person unter Umständen dem
Obligatorium nicht mehr unterstanden hat (BGE 120 V 112 Erw. 2b, 118 V 35 Erw. 2b/
aa). Damit die frühere Vorsorgeeinrichtung leistungspflichtig bleibt, ist allerdings nicht
nur erforderlich, dass die Arbeitsunfähigkeit zu einer Zeit einsetzte, als die versicherte
Person ihr angeschlossen war, sondern auch, dass zwischen dieser Arbeitsunfähigkeit
und der Invalidität ein direkter und enger Zusammenhang besteht. Zwischen der
Arbeitsunfähigkeit und der Invalidität muss sowohl ein sachlicher als auch ein zeitlicher
Zusammenhang bestehen. Der sachliche Zusammenhang ist gegeben, wenn der
invalidisierende Gesundheitsschaden der gleiche ist, wie er sich bereits während der
Zugehörigkeit zur Vorsorgeeinrichtung manifestierte. Die zeitliche Konnexität setzt
voraus, dass zwischen der früheren Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität bzw.
deren Verschlimmerung keine längere Periode der Arbeitsfähigkeit liegt. Dabei sind die
gesamten Umstände des konkreten Einzelfalls zu würdigen, namentlich die Art des
Gesundheitsschadens, dessen prognostische ärztliche Beurteilung und die
Beweggründe, welche die versicherte Person zur Wiederaufnahme der Arbeit
veranlasst haben (BGE 123 V 262 E. 1c S. 264, 120 V 112 E. 2c/aa-bb S. 117 f., mit
Hinweisen).
3.
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3.1 Gemäss Art. 12 des Reglements der Beklagten, gültig ab April 2003 (act. G 1.2),
gilt die versicherte Person als invalid, wenn sie aus gesundheitlichen Gründen ihre
bisherige oder eine andere ihr zumutbare Tätigkeit nicht mehr ausüben kann, ihre
Invalidität von der IV anerkannt wird und deshalb vor Erreichen des Rücktrittsalters ihr
Arbeitsverhältnis aufgelöst oder ihr Lohn herabgesetzt wird. Es liegt solange keine
Invalidität im Sinn des Reglements vor, als die versicherte Person noch mindestens
80% ihres anrechenbaren Lohnes oder ein entsprechendes Ersatzeinkommen bezieht
(Ziffer 1). Für die Anerkennung der Erwerbsunfähigkeit und die Festlegung des
Invaliditätsgrads ist der Entscheid der IV massgebend (Ziffer 2). Die Vollinvalidenrente
entspricht der bei Eintritt der Invalidität versicherten Altersrente. Bei Teilinvalidität wird
eine dem Invaliditätsgrad entsprechende Teilinvalidenrente erbracht (Ziffer 4). Es
bestehen insbesondere in den Übergangsbestimmungen dieses Reglements (Art. 32)
keine Anhaltspunkte dafür, dass das bei Leistungsbeginn massgebliche
Vorgängerreglement vom 31. März 2000 hinsichtlich Invaliditätskonzeption eine andere
Regelung enthielt.
3.2 Das Reglement subsumiert unter die Bezeichnung "AHV/IV" sowohl die
eidgenössische als auch die liechtensteinische Alters- und Invalidenversicherung (vgl.
Rubrik "Bezeichnungen" des Reglements). Für die Beklagte als schweizerische
Vorsorgeeinrichtung (vgl. vorstehend Erw. 1.1) kommt - neben den reglementarischen
Bestimmungen - schweizerisches Berufsvorsorgerecht zur Anwendung (vgl. Art. 5 Abs.
2 BVG). Entgegen der Auffassung des Rechtsvertreters des Klägers (act. G 11 S. 4) ist
das liechtensteinische Gesetz über die betriebliche Personalvorsorge (BPVG) weder für
den - während des streitigen Vorsorgeverhältnisses nicht der liechtensteinischen AHV
unterstellten - Kläger (vgl. Art. 2 Abs. 1 lit. a BPVG) noch für die Beklagte (Art. 2 Abs. 1
lit. b BPVG) anwendbar. Unter diesen Voraussetzungen ist der Entscheid der
liechtensteinischen IV zwar inhaltlich auch für die Beklagte als schweizerische
Vorsorgeeinrichtung grundsätzlich massgebend. Eine formelle Bindungswirkung der
liechtensteinischen IV-Verfügung kann allerdings für die Beklagte als schweizerische
Vorsorgeeinrichtung nicht angenommen werden, zumal die liechtensteinische IV ihren
Entscheid nicht gestützt auf schweizerische Rechtsnormen fällte. Im Übrigen wurden
der Beklagten soweit ersichtlich weder der Vorbescheid vom 28. April 2003 (ganze
Rente ab 1. Oktober 2002) und die IV-Verfügungen vom 28. August 2001 und
20. September 2004 (Rentenherabsetzung), noch die Widerrufsverfügung vom 1.
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Dezember 2006 (erneute Bestätigung der ganzen Rente) zugestellt. Auch beruft sich
diese nicht auf das von der IV Verfügte. Bei dieser Sachlage ist die Verbindlichkeit des
durch die IV-Stelle festgesetzten Invaliditätsgrads (grundsätzlich, masslich und zeitlich)
für die Beklagte zu verneinen. Das Ausmass und der Eintritt der massgeblichen
Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit und der gegenüber der Beklagten allenfalls
bestehende Anspruch auf Invalidenleistungen sind daher von der Beklagten bzw. vom
angerufenen Versicherungsgericht selbständig abzuklären und festzulegen. Dabei kann
durchaus auch auf die im IV-Verfahren produzierten Akten abgestellt werden, führt
doch die fehlende Bindung an die IV-Verfügung nicht dazu, dass auch die dafür
verwendeten Akten ohne Bedeutung für den Entscheid der Vorsorgeeinrichtung wären.
Unter Arbeitsunfähigkeit ist die gesundheitlich bedingte Einbusse an funktionellem
Leistungsvermögen im bisherigen Beruf zu verstehen. Die Arbeitsunfähigkeit muss
erheblich, offensichtlich und dauerhaft sein. Die Erheblichkeit wird in der Regel dann
bejaht, wenn die Einschränkung mindestens 20% beträgt (vgl. Bundesamt für
Sozialversicherung, Mitteilungen über die berufliche Vorsorge, Nr. 44 Rz 258 mit
Hinweis auf Urteil des EVG vom 7. Oktober 1998 i/S M.B. [B 48/07]). Die Ermittlung der
Arbeitsunfähigkeit geht von ärztlichen Bewertungen aus. Auch wenn diese für das
Gericht nicht verbindlich sind, so sollen sie dennoch nicht ohne hinreichenden Grund
umgestossen oder abgeändert werden. Der Beurteilungsspielraum, der dem Arzt oder
der Ärztin zukommt, ist auch vom Gericht zu respektieren (RSKV 1983, S. 266). Für die
Festlegung des Beginns und des Grads der Arbeitsunfähigkeit ist grundsätzlich die
nach ärztlicher Beurteilung medizinisch zumutbare Arbeitsfähigkeit massgebend. Der
von einer versicherten Person effektiv erbrachten Arbeitsleistung kann jedoch soweit
Bedeutung zukommen, als durch sie eine widersprechende ärztliche Beurteilung der
zumutbaren Arbeitsfähigkeit an Beweiskraft verlieren kann (Entscheid des st. gallischen
Versicherungsgerichts vom 25. Februar 2003 i/S G.D. [BV 2002/2] E. 3b).
3.3 Der Kläger war nach achtjährigem Schulbesuch in der Türkei tätig. Einen
Berufsabschluss erwarb er nicht. Im Alter von 15 Jahren heiratete er und zog 1987 mit
seiner Familie ins Fürstentum Liechtenstein. Dort nahm er bei verschiedenen
Unternehmungen mehrheitlich körperlich schwere Arbeiten an. Das Familienleben
wurde in der Folge zunehmend durch psychische Beschwerden der Ehefrau belastet.
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Seit September 1998 führten beim Kläger Rückenschmerzen zu Arbeitsausfällen und
ab 4. Mai 1999 zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit für schwere Arbeiten. Das
Arbeitsverhältnis bei der B._, wo der Kläger als Plattenleger tätig war, wurde daher
auf September 1999 aufgelöst (act. G 9.4 S. 4f; IV-Anmeldung S. 1 sowie Fragebogen
für den Arbeitgeber vom 17. Juni 1999 mit Liste der krankheitsbedingten Absenzen
[act. G 14.1]). Dr. med. C._, Arzt für Allgemeine Medizin, bei welchem der Kläger seit
1987 in Behandlung stand, diagnostizierte am 21. Juni 1999 eine rezidivierende
Lumbalgie, eine rezidivierende Omalgie an der linken Schulter und einen Status nach
Chondromalazie des linken Knies. Seit 4. Mai 1999 bestehe im angestammten Beruf
eine volle Arbeitsunfähigkeit bis auf weiteres (act. G 14.1). Die Chiropraktorin Dr. med.
D._ bestätigte am 17. August 1999 die Diagnose einer ISG-Blockade mit psychischer
Überlagerung. Zur Frage der Arbeitsfähigkeit verwies sie auf die Beurteilung des
Hausarztes (act. G 14.1). Dr. med. E._, Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital
St. Gallen, vermerkte im Bericht vom 4. Februar 2000, dass der Kläger unter
rezidivierenden Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in das linke Bein sowie unter
chronischen Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in den linken Arm leide. Weiter sei
eine chronische Depression festzustellen. Es dränge sich eine psychiatrische
Abklärung und Behandlung auf (act. G 9.6). Eine multidisziplinäre (rheumatologische
und psychiatrische) Begutachtung in der Klinik Valens ergab gemäss Bericht von Dr.
med. F._, FMH für Innere Medizin und Rheumatologie, vom 26. Februar 2001, die
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eines chronischen
Panvertebralsyndroms seit September 1998 (seit September 1991 rezidivierende
Lumbalgien), einer Perarthropathia genu links seit ca. 1992 sowie eine Kontakt-
Dermatitis interdigital an beiden Händen seit Antritt der Arbeitsstelle (bei der A._) im
September 2000. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden neben
weiteren Diagnosen eine Depression als Anpassungsstörung mit längerer depressiver
Reaktion leichten bis mittleren Grads und eine Zwangsstörung mit überwiegenden
Zwangshandlungen vermerkt. Seit 4. Mai 1999 sei der Kläger für schwere Arbeiten
nicht mehr arbeitsfähig. Eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit mit
Gewichtsbelastungen nicht über 25kg sei zu 100% zumutbar, wenn keine
Zwangshaltungen eingenommen werden müssten (keine repetitiven
Rotationsbewegungen in der Wirbelsäule, kein nach vorne geneigtes gehäuftes Stehen
oder Sitzen, keine Überkopfarbeiten, keine Arbeiten in knienden Positionen, möglichst
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keine Arbeiten mit Lösungsmitteln oder in feuchtem Milieu, da eine Kontaktdermatitis
an den Händen bestehe und dann Schutzhandschuhe getragen werden müssten; act.
G 9.4 S. 19-29). Dr. med. G._, FMH für Allgemeine Medizin, bestätigte im Bericht
vom 20. März 2001 - mit Hinweis auf das Gutachten Valens - eine volle
Arbeitsunfähigkeit vom 1. März bis 30. Mai 2001 (act. G 14.1). Dr. med. H._,
Allgemeine Medizin, berichtete der liechtensteinischen IV am 26. September 2002, der
Kläger leide seit April 2000 an einer chronischen Lumbalgie und einer chronischen
Depression. Er sei vom 12. April 2000 bis 30. September 2002 als Hilfsarbeiter in der
Produktion zu 100% arbeitsunfähig. Es sei kaum eine Besserung der Erkrankung zu
erwarten (act. G 9.5, G 14.1). Dr. med. I._, Facharzt für Psychiatrie, legte im Bericht
vom 14. März 2003 unter anderem dar, dass der Kläger wegen einer seit ca. 2000
bestehenden rezidivierenden depressiven Störung mit gegenwärtig einer mittelgradigen
Episode, mit somatischen Symptomen und einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Seit 1. Januar 2001 bestehe
eine volle Arbeitsunfähigkeit. Bereits seit 1997 hätten längere wiederholte
Arbeitsunterbrüche bestanden, welche krankheitsbedingt gewesen seien (der Arzt
verwies diesbezüglich auf die Darlegungen im Gutachten Valens; act. G 9.7). Vom 12.
bis 19. Januar 2002 hielt sich der Kläger im Nachgang zu einem Suizidversuch im
liechtensteinischen Landesspital auf, wo als Entlassungsdiagnosen eine
Lumboischialgie und eine depressive Episode festgehalten wurden (act. G 14.1). Die
Ärzte der Klinik für Neurochirurgie bescheinigten am 17. Dezember 2001 aus
somatischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit für eine körperlich angepasste Tätigkeit.
Sehr wahrscheinlich liege hier eine depressive Entwicklung vor. Der Patient benötige
dringend eine psychiatrische Betreuung (act. G 14.1). Vom 21. Februar bis 17. März
2002 war der Kläger im Kantonalen Spital Grabs und in der Folge bis 22. März 2003 in
der Klinik Gais sowie vom 11. bis 17. September 2003 und vom 18. bis 20. Januar
2006 erneut im Kantonalen Spital Grabs hospitalisiert (Berichte vom 10. März, 14. April,
20. Mai und 18. September 2003 sowie vom 24. Januar 2006 in act. G 14.1).
Dr. I._ berichtete am 16. Juni 2004 im Rahmen des IV-Revisionsverfahrens, aus rein
psychiatrischer Sicht wären dem Kläger ab 1. Juni 2004 einfache manuelle Tätigkeiten
zu 50% zumutbar. Die Besserung der depressiven Störung führe zu einer Besserung
der rein psychiatrisch begründeten Arbeitsunfähigkeit. Dr. med. J._, FMH für Innere
Medizin, bescheinigte demgegenüber am 13. September 2004 unveränderte Diagnosen
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und Befunde (chronische Rückenschmerzen seit März 2002) (act. G 14.1). Eine
Begutachtung im Servizio Accertamento Medico dell'Assicurazione Invalidità Bellinzona
ergab gemäss Bericht vom 14. November 2006 mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit die
Diagnose einer schweren depressiven Episode mit psychotischen Symptomen sowie
ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit unter anderen die Diagnose einer chronischen
Lumbago mit pseudoradikulärer Ausstrahlung in das linke Bein. In der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit als Lagerarbeiter bestehe keine Arbeitsfähigkeit. Seit der von Dr.
I._ angestellten Bewertung habe sich eine deutliche Verschlechterung des
psychischen Zustands mit Verschärfung der depressiven Stimmungslage,
selbstzerstörerischen Denkinhalten und Tendenz zu Isolation ergeben. Aufgrund seiner
psychischen Erkrankung sei der Kläger unfähig, eine beliebige Tätigkeit auszuüben.
Eine spätere Besserung des Gesundheitszustands sei nicht auszuschliessen (act. G
14.1). Zu diesem Gutachten nahm Dr. I._ am 28. Februar 2007 Stellung (act. G 14.1).
Gemäss Gutachten des Asim, Basel, vom 28. August 2008 ist dem Kläger (ab dem
Zeitpunkt der Begutachtung) aus isoliert muskuloskelettärer Sicht für eine körperlich
adaptierte Verweistätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 70% zumutbar. Aus
psychiatrischer Sicht bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Die Gutachter bestätigten
insgesamt eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten, die rheumatologischen
Einschränkungen berücksichtigenden Tätigkeit (act. G 14.1).
4.
4.1 Der Krankentaggeldbezug des Klägers hatte im Nachgang zu der auf Ende
September 1999 beendeten Tätigkeit als Plattenleger bei der B._ bis Ende August
2000 gedauert (act. G 9.4 S. 4 unten). Auf dieses Datum fand der Kläger die
Arbeitsstelle bei der A._ und war dadurch bei der Beklagten versichert. Zu prüfen ist
konkret die Frage, ob beim Kläger während des vom September 2000 bis September
2001 dauernden Vorsorgeverhältnisses bei der Beklagten bzw. der bis Ende Oktober
2001 laufenden Nachdeckungsfrist (Art. 331a Abs. 2 OR) eine Arbeitsunfähigkeit
aufgetreten war, zu der die von der IV ab 1. Oktober 2002 anerkannte Invalidität in
sachlichem und zeitlichem Zusammenhang steht. Der Kläger hatte der Beklagten bei
Antritt des erwähnten Arbeitsverhältnisses seine gesundheitlichen Probleme und die
entsprechende Behandlungsbedürftigkeit verschwiegen (act. G 9.8). Wie dargelegt war
er gemäss Gutachten der Klinik Valens für schwere Arbeiten seit 4. Mai 1999
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vollumfänglich arbeitsunfähig. Dr. F._ führte dazu aus, die Arbeit in der A._
entspreche einer schweren Arbeit mit Heben von Lasten zwischen 20 und 40kg. Sie sei
für den Kläger ungeeignet und es seien rezidivierende Arbeitsausfälle wegen
vermehrten Rückenschmerzen aufgetreten. Für eine solche Arbeit bestehe eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit. Seit September 1998 sei der Kläger für schwere Arbeit
(wie diejenige in der A._ und die vorangehende Tätigkeit als Plattenleger) zu
mindestens 20% arbeitsunfähig (act. G 9.4 S. 21, 25f). Der Kläger selber hatte der
Gutachterin mitgeteilt, er berichte der Arbeitgeberin aus Angst vor einer erneuten
Kündigung nicht, dass Arbeitsausfälle wegen den Rückenschmerzen auftreten würden.
Er nehme die Arbeitsausfälle als Ferientage (act. G 9.4 S. 5). Der Absenzenliste der
Arbeitgeberin sind für die Dauer des Arbeitsverhältnisses neben dem Ferienbezug auch
eine grosse Anzahl von Krankheitstagen bzw. von Tagen mit Taggeldbezug und (nicht
näher definierten) "bezahlten Absenzen" zu entnehmen (act. G 9.12). Die Arbeitgeberin
löste, nachdem ihr die tatsächlichen gesundheitlichen Verhältnisse des Klägers
bekannt geworden waren, das Arbeitsverhältnis auf Ende September 2001 auf (act. G
9.9).
4.2 In psychiatrischer Hinsicht wurde im Gutachten der Klinik Valens eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit verneint (UV-act. 9.4 S. 18; UV-act. 9.15 S. 8).
Wenn aus der Bestätigung des Allgemeinmediziners Dr. H._, wonach seit April 2000
eine chronische Lumbalgie und eine chronische Depression mit voller
Arbeitsunfähigkeit vom 12. April 2000 bis 30. September 2002 als Hilfsarbeiter in der
Produktion bestanden habe (act. G 9.5, G 14.1), abzuleiten wäre, dass der Kläger
neben der somatischen Einschränkung auch aus psychischen Gründen arbeitsunfähig
gewesen war, so wäre die rentenbegründende Arbeitsunfähigkeit bereits vor Beginn
des streitigen Vorsorgeverhältnisses eingetreten. Dabei ist jedoch zu beachten, dass
Dr. H._ den Kläger erst seit 27. September 2001 behandelt hatte (act. G 14.1). Eine
rückwirkende Bestätigung der Arbeitsunfähigkeit hätte damit - soweit auch eine
psychische Einschränkung darin eingeschlossen war - jedenfalls keinen
eigenständigen, d.h. von weiteren Arztberichten unabhängigen Beweiswert. Sodann
bestätigte der Psychiater Dr. I._ im Bericht vom 14. März 2003 zwar eine seit
1. Januar 2001 bestehende volle Arbeitsunfähigkeit (act. G 9.7). Auf Anfrage der
liechtensteinischen IV (act. G 9.17, 9.18) teilte der Arzt jedoch telefonisch mit, die von
ihm attestierte Arbeitsunfähigkeit bestehe seit 1. Oktober 2001. Bei seiner früheren
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Angabe handle es sich um einen "Verschreiber" (act. G 9.18). Die Feststellung der
liechtensteinischen IV in der Anfrage an Dr. I._, wonach "erst ab 01.10.2001
(Auflösung des Arbeitsverhältnisses)" wieder eine Arbeitsunfähigkeit bestanden habe
(act. G 9.17), findet sich in den Akten nun allerdings nirgends bestätigt. Dr. I._
bescheinigte somit - ohne nähere Begründung - ein durch die Anfrage der IV
vorgegebenes Datum, welches seinerseits einer Grundlage entbehrt. Einzig die
Tatsache der Beendigung des Arbeitsverhältnisses kann selbstredend nicht als Basis
für den Beginn der Arbeitsunfähigkeit gelten. Dennoch stützte sich die
liechtensteinische IV für den Beginn der einjährigen Wartefrist ohne weitere
Abklärungen auf das von ihr angenommene Datum und setzte den Beginn des
Rentenanspruchs entsprechend auf Oktober 2002 fest. Wenn dem IV-Entscheid nicht
schon aus formellen Gründen keine Bindungswirkung für die Beklagte zukäme (vgl.
Erw. 3.2), so würde dies die offensichtliche materielle Unrichtigkeit des dort
angenommenen Arbeitsunfähigkeits-Beginns bewirken.
Sodann ist von Bedeutung, dass Dr. I._ im Bericht vom 14. März 2003 hinsichtlich
der Frage der medizinisch begründeten Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
ausdrücklich auf das multidisziplinäre Gutachten der Klinik Valens verwiesen hatte.
Dort war wie dargelegt eine Arbeitsfähigkeit für die angestammte (schwere) Tätigkeit
ebenfalls verneint worden, nur eben nicht aus psychischen Gründen und auch nicht ab
1. Januar 2001, sondern rein rückenbedingt und bereits ab 4. Mai 1999. Eine
eigenständige Bedeutung mit vollem Beweiswert kann den Feststellungen von Dr. I._
hinsichtlich des Eintritts der (psychisch bedingten) Arbeitsunfähigkeit bei diesem
Sachverhalt nicht zugemessen werden. Dies umso weniger, als dieser Arzt den Kläger
erst seit dem 13. Februar 2003 behandelt hatte (act. G 1.8 bzw. G 9.7a S. 2) und er
somit nicht mit zureichenden Gründen eine Arbeitsunfähigkeit ab Januar oder Oktober
2001 bestätigen konnte. Die begründungsmässigen Ausführungen von Dr. I._
bezogen sich zudem ausschliesslich auf die Zeit ab Januar bzw. von März bis Juli 2002
mit stationärer Behandlung des Klägers im Landesspital Vaduz unter der Leitung des
Psychiaters Dr. med. A. Nägele (act. G 1.8 und G 9.7a S. 2). Wenn Dr. I._ - aus
welchen Gründen auch immer - dennoch eine Arbeitsunfähigkeit ab 1. Oktober 2001
bescheinigte, so kann diese nicht als belegt gelten. Abzustellen ist vielmehr auf die
nachvollziehbar und umfassend begründete Beurteilung im Gutachten der Klinik Valens
vom Februar 2001, wonach damals keine psychiatrisch begründete Einschränkung der
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Arbeitsfähigkeit bestanden hatte. In der Folge ergab sich nach Lage der geschilderten
Akten (vorstehende Erw. 3.3) jedenfalls bis Ende 2001 keine veränderte Situation
hinsichtlich des psychischen Gesundheitszustands des Klägers. Erst mit dem
Suizidversuch Anfang 2002 und anschliessender Behandlung im liechtensteinischen
Landesspital (vgl. act. G 1.8 S. 2) erscheint eine dauerhafte psychisch bedingte
Arbeitsunfähigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen. Zu diesem
Schluss kamen im Übrigen auch die Gutachter des asim im Jahr 2008, indem sie
festhielten, aufgrund der Akten, der Anamnese und der durchgeführten
Untersuchungen werde davon ausgegangen, dass die Arbeitsfähigkeit seit dem Jahr
2002 eingeschränkt sei. Es müsse davon ausgegangen werden, dass sich das
psychische Befinden in den folgenden Jahren verschlechtert habe. Offenbar sei es nun
aber zu einer Stabilisierung gekommen. Internistisch und rheumatologisch habe seit
2001 und 2006 eine Verschlechterung stattgefunden (act. G 14.1).
4.3 Mit Blick auf diese Sachlage ist überwiegend wahrscheinlich davon auszugehen,
dass beim Kläger - bezogen auf die angestammte schwere Tätigkeit - schon relativ
lange vor Eintritt bei der Beklagten eine relevante dauernde Arbeitsunfähigkeit aufgrund
des bei ihm diagnostizierten Rückenleidens bestanden hatte. Ein Eintritt einer
dauerhaften psychisch begründeten Arbeitsunfähigkeit während der Dauer des
streitigen Vorsorgeverhältnisses kann ebenfalls nicht als überwiegend wahrscheinlich
belegt gelten. Demgemäss kann ein Eintritt der (somatisch und/oder psychisch
begründeten) Arbeitsunfähigkeit, welche später auch zur Rentenzusprechung durch die
IV führte, während des streitigen Vorsorgeverhältnisses nicht angenommen werden.
Entsprechend bleibt abzuklären, ob der zeitliche Zusammenhang zwischen der im Mai
1999 eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der per 1. Oktober 2002 anerkannten
Invalidität durch die zeitlich unmittelbar vorangehende Tätigkeit bei der A._ AG als
unterbrochen zu betrachten ist. Zu berücksichtigen sind in diesem Zusammenhang die
in der Arbeitswelt nach aussen in Erscheinung tretenden Verhältnisse (SZS 2003 S. 509
[B 23/01]; Urteil des EVG i/S I. vom 28. Mai 2002 [B 73/00], E. 3a/bb). Einen Unterbruch
des zeitlichen Zusammenhangs hat die Rechtsprechung etwa bei einer über 17 Monate
(SZS 2003 S. 510 [B 4/02]) oder mehr als zwei Jahre (Urteil des EVG i/S A. vom 7.
September 2006 [B 51/05], E. 4.1 und 5.3) hinweg bestehenden Erwerbstätigkeit ohne
nennenswerte Arbeitsunterbrüche und ohne reduzierte Arbeitsleistung angenommen; in
einem Fall erachtete das EVG den zeitlichen Zusammenhang - unter Berücksichtigung
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der Umstände des Einzelfalls - bereits durch eine sechsmonatige Zeitspanne mit voller
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit als unterbrochen (SZS 2002 S. 153 [B 19/98]; ähnlich
Urteil des EVG i/S Pensionskasse D. vom 8. Februar 2006 [B 100/05], E. 3.2
[Unterbruch durch über viermonatige volle Erwerbstätigkeit]). Die vertraglich
festgesetzte Pflicht zur Erbringung von Arbeit und die dafür vorgesehene Entlöhnung
sowie weitere im Rahmen des Arbeitsverhältnisses getroffene Vereinbarungen sind in
der Regel als den realen Gegebenheiten entsprechend zu werten. Nur bei Vorliegen
besonderer Umstände darf die Möglichkeit einer von der arbeitsrechtlich zu Tage
tretenden Situation in Wirklichkeit abweichenden Lage - etwa in dem Sinn, dass ein
Arbeitnehmer zwar zur Erbringung einer vollen Arbeitsleistung verpflichtet war und
auch entsprechend entlöhnt wurde, tatsächlich aber eben doch keine volle
Arbeitsleistung erbringen konnte - in Betracht gezogen werden, wobei gegebenenfalls
aber äusserste Zurückhaltung geboten ist. Andernfalls bestünde die Gefahr, in
Spekulationen zu verfallen, mit der Folge, dass sich der Versicherungsschutz des
Arbeitnehmers verflüchtigen würde, indem dieser jeweils an die Vorsorgeeinrichtung
des früheren Arbeitgebers verwiesen werden könnte (Urteil des EVG i/S I. vom 28. Mai
2002 [B 73/00], Erw. 3a bb).
4.4 Der zeitliche Zusammenhang zwischen der Arbeitsunfähigkeit im Sinn von Art. 23
BVG und der später eingetretenen Invalidität beurteilt sich - im Gegensatz zur Frage
des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit im Sinn von Art. 23 BVG - nach der Arbeitsfähigkeit
in einer der gesundheitlichen Beeinträchtigung angepassten zumutbaren Tätigkeit.
Darunter fallen auch leistungsmässig und vom Anforderungsprofil her mit der früheren
Arbeit vergleichbare Tätigkeiten. Diese Tätigkeit muss jedoch bezogen auf die
angestammte Tätigkeit die Erzielung eines rentenausschliessenden Einkommens
erlauben (BGE 134 V 20 Erw. 5.3). Diese Voraussetzung war im Fall des Klägers
hinsichtlich der Tätigkeit in der A._ AG erfüllt. Hingegen war er für eine (mehrheitlich
schwere) Tätigkeit, wie sie dort in Frage stand, schon seit Mai 1999 und damit lange
vor Antritt des Arbeitsverhältnis vollumfänglich arbeitsunfähig (vgl. Berichte von Dr.
C._ vom 21. Juni 1999 und von Dr. H._ vom 26. September 2002, act. G 14.1;
Gutachten Klinik Valens, act. G 9.4). Dr. F._ bestätigte für schwere Arbeit, wie sie der
Kläger in der A._ leisten müsse, bereits seit September 1998 eine mindestens
20%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 9.4 S. 26). Der Kläger hatte bereits im Mai 1999
einen IV-Antrag gestellt (act. G 14.1) und bis unmittelbar vor Beginn des erwähnten
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Arbeitsverhältnisses Krankentaggelder bezogen (act. G 9.4 S. 4 unten). Seine
gesundheitlichen Probleme hatte er bei Antritt der Tätigkeit im Rahmen einer
formularmässigen Anfrage allerdings nicht offengelegt (vgl. act. G 9.8 und act. G 9.4 S.
5 und S. 21f). Im Fragebogen für den Arbeitgeber vom 2. Oktober 2002 bestätigte die
Arbeitgeberin krankheitsbedingte Abwesenheiten vom 19. bis 26. Oktober 2000 und
vom 1. März bis 29. Juni 2001 (act. G 14.1). Darüberhinaus ergaben sich während des
einjährigen Arbeitsverhältnisses eine grosse Zahl anderweitig begründeter Absenzen
(vgl. act. G 9.12 sowie zum Ferienbezug act. G 9.4 S. 5 oben). Die dargelegten
Gegebenheiten führten schliesslich zur Kündigung von Seiten der Arbeitgeberin (act. G
9.9). Damit ist hinsichtlich der Tätigkeit bei der A._ von einem den zeitlichen
Zusammenhang zwischen der vorbestehenden Arbeitsunfähigkeit und der späteren
Invalidität nicht unterbrechenden blossen Arbeits- bzw. Eingliederungsversuch
auszugehen. Zum Einwand des klägerischen Rechtsvertreters, das liechtensteinische
Arbeitsrecht kenne den Begriff des Arbeitsversuchs nicht (act. G 11 S. 2), ist
festzuhalten, dass es sich dabei um einen rein vorsorgerechtlichen Begriff handelt,
dessen Anwendung den formellen Bestand des Arbeitsverhältnisses nicht in Frage
stellt.
4.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Arbeitsunfähigkeit, welche ab 1.
Oktober 2002 zur Anerkennung der Invalidität des Klägers durch die liechtensteinische
IV führte, nicht während des Vorsorgeverhältnisses des Klägers bei der Beklagten
eintrat und der zeitliche Zusammenhang dieser Arbeitsunfähigkeit zur späteren
Invalidität durch die Tätigkeit bei der A._ nicht unterbrochen wurde. Damit ist auch
ein Anspruch des Klägers auf Leistungen der Beklagten zu verneinen.
4.6 Bei diesem Ergebnis stellt sich grundsätzlich die Frage der Beiladung der
Vorsorgeeinrichtung der in der Entscheidbegründung erwähnten B._. Dort war der
Kläger bis September 1999 tätig (Fragebogen für den Arbeitgeber vom 17. Juni 1999;
act. G 14.1). Um welche Einrichtung es sich dabei handelt, ergibt sich nicht aus den
Akten. Letzteres braucht jedoch nicht geklärt zu werden, nachdem in Anwendung des
Territorialitätsprinzips ein schweizerisches Urteil betreffend berufliche Vorsorge für eine
liechtensteinische Vorsorgeeinrichtung, welche ihrerseits dem liechtensteinischen
Recht (Gesetz über die betriebliche Personalvorsorge) untersteht (vgl. dazu Art. 2 Abs.
1 lit. a und b in Verbindung mit Art. 3 und 4 BPVG), keine unmittelbaren
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Rechtswirkungen zu entfalten vermöchte. Damit entfällt auch eine Beiladung. Es liegt
am Kläger selbst, eine allfällige Versicherungsdeckung bei der Vorsorgeeinrichtung der
B._ zu klären.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Klage abzuweisen. Gerichtskosten sind
keine zu erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG