Decision ID: cd6d54e3-dc22-430f-aabd-c9474d6cd4d9
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) ist seit dem 1. April 2000 bei der Generalagentur
B._ der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend:
Mobiliar) als Versicherungsberater angestellt und dadurch gegen die Folgen von
Unfällen versichert (act. G 7.1/UM).
A.a.
Am 9. Oktober 2016 stürzte der Versicherte in C._ mit einem Trottibike (act.
G 7.1/UM) und begab sich umgehend ins Regionalspital D._. Laut
Untersuchungsbericht des behandelnden Arztes, Dipl. med. E._, Assistenzarzt, vom
9. Oktober 2016 war der Versicherte vorne über das Trottibike gestürzt und dabei mit
dem Thorax auf dem Lenker und mit dem Gesicht auf dem Boden gelandet. Eine
Bewusstlosigkeit oder ein Erbrechen hatten nicht stattgefunden (act. G 7.1/M1). Dipl.
med. E._ diagnostizierte nach durchgeführter Röntgenuntersuchung des Thorax und
der linken Hand eine Basisfraktur proximaler Phalanx Dig V links ohne
Gelenkbeteiligung, eine Nasenkontusion, eine Thoraxkontusion und eine
Rissquetschwunde am Kinn, verordnete dem Versicherten zur Behandlung der
Fingerfraktur eine Gipsschiene, schrieb ihn für zwei Wochen zu 100% arbeitsunfähig
und überwies ihn zur Verlaufskontrolle an den nachbehandelnden Arzt (act. G 7.1/M1
und M2). Am 14. Oktober 2016 konsultierte der Versicherte seinen Hausarzt Dr. med.
F._, FMH Allgemeine Innere Medizin, der laut Arztzeugnis UVG vom
A.b.
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2. Dezember 2016 bezüglich der linken Hand die konservative Therapie weiterführte
und keine weitere Arbeitsunfähigkeit mehr bescheinigte (act. G 7.1/M3).
Am 7. November 2016 reichte die Arbeitgeberin für den Versicherten die
Unfallmeldung für den Unfall vom 9. Oktober 2016 ein, worin sie als betroffene
Körperteile Arm, Hand, Rippen, Nase, Kinn, Kopf und Hirn angab (act. G 7.1/UM, act.
G 7.1/A2).
A.c.
Am 19. April 2017 ersuchte die Mobiliar Dr. F._ um Einreichung eines
Verlaufsberichts betreffend eine HWS-Behandlung im Februar 2017 (act. G 7.1/M5),
welchen dieser am 22. Mai 2017 einreichte (act. G 7.1/M5). Laut Verlaufsbericht hatte
der Versicherte am 17. Februar 2017 bei persistierenden zervikalen Beschwerden ohne
Besserung bei regelmässiger Massage Dr. F._ aufgesucht, der eine
Röntgenuntersuchung durchführt und eine Physiotherapie veranlasst hatte. Diese hatte
indessen nur unwesentlich Linderung gebracht. Anlässlich einer Folgekonsultation vom
25. April 2017 hatte Dr. F._ eine vorwiegend occipitale Druckdolenz sowie eine
diffuse Schmerzsymptomatik im Bereich der HWS erhoben und eine MRT-Abklärung
der HWS in die Wege geleitet. Im Übrigen hatte er dem Versicherten die Fortführung
der Physiotherapie mit manuellen Techniken empfohlen (act. G 7.1/M5).
A.d.
Die MRT-Untersuchung der HWS vom 3. Mai 2017 im Röntgeninstitut G._ hatte
deutliche multisegmentale degenerative Veränderungen - eine geringe degenerative
Veränderung der Kopfgelenke ohne Aktivierung und Reizung, eine aktive
Osteochondrose, Uncovertebralarthrose und Facettengelenksarthrose rechts auf Höhe
C3/C4, eine deutliche Osteochondrose, Uncovertebralarthrose und dorsale Spondylose
recessal rechts ohne Aktivierung auf C5/C6 und eine dorsale Diskushernie mediolateral
links mit Foraminalstenose links auf der Etage C6/C7 - gezeigt (act. G 7.1/M4).
A.e.
Mit Schreiben vom 30. Mai 2017 bat die Mobiliar die Z._, anhand der Akten eine
Beurteilung der Frage vorzunehmen, ob die gesundheitlichen Störungen (insbesondere
die HWS-Beschwerden) überwiegend wahrscheinlich oder möglicherweise auf das
Unfallereignis, im Sinne einer Allein- oder Teilursache, zurückzuführen seien (act. G 7.1/
M6). Im neurologischen Gutachten vom 19. Juni 2017 bezeichnete der begutachtende
Neurologe, Prof. Dr. med. H._, Neurologie FMH eine jemals stattgehabte Distorsion
A.f.
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oder Verletzung der HWS als nicht wahrscheinlich. Die erfolgte zervikale Bildgebung
zeige auch keine traumatypischen Läsionen. Über andere, dauerhafte Unfallfolgen
werde sodann in den Akten nicht berichtet (act. G 7.1/M6).
Mit Schreiben 27. Juni 2017 verneinte die Mobiliar mit Hinweis auf das
neurologische Aktengutachten von Prof. H._ das Vorliegen eines natürlichen
Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfallereignis vom 9. Oktober 2016 und den
HWS-Beschwerden und lehnte diesbezügliche Versicherungsleistungen ab (act.
G 7.1/5). In einer E-Mail vom selben Tag nahm der Versicherte zur Leistungsablehnung
der Mobiliar Stellung. Es habe nach der Fraktur der linken Hand 40 Tage gedauert, bis
die Finger wieder einigermassen funktioniert hätten. Erst durch das Absetzen der
Schmerzmedikamente und durch die normale Arbeits- und Wochenbelastung habe er
die Schmerzen in der HWS-Gegend bemerkt, eher rechtsseitig verbunden mit
Kopfschmerzen und Schwindelgefühl bei Heben des Kopfes. Da er seit über 20 Jahren
regelmässig einmal pro Woche in die Massage gehe, habe er gedacht, dass die
Schmerzen mit der Behandlung wieder weggehen würden. Leider hätten sich die
Schmerzen aber eher noch verstärkt, weswegen er seinen Hausarzt aufgesucht habe.
Darüber hinaus habe sich der Sturz bei einer Geschwindigkeit von ca. 50 km/h auf der
steilsten Strecke ereignet (act. G 7.1/6).
A.g.
In einer gutachterlichen Stellungnahme vom 3. Juli 2017 hielt Prof. H._ fest, dass
die nachträglichen anamnestischen Angaben des Versicherten seine gutachterliche
Bewertung vom 19. Juni 2017 nicht zu ändern vermöchten, da diese den im Rahmen
der Begutachtung erhobenen objektiven Befund nicht überschreiben könnten und sich
auch aus den nachträglichen Angaben keine namhafte zusätzliche objektive strukturelle
Läsion ergebe (act. G 7.1/M8).
A.h.
Nachdem der Rechtsvertreter des Versicherten, Rechtsanwalt lic. iur. Josef Flury,
Luzern, mit Schreiben vom 27. Juli 2017 vorgebracht hatte, dass der Nachweis des
Nichtvorliegens einer unfallkausalen Verletzung im HWS-Bereich mit dem Gutachten
der Z._ insofern nicht rechtsgenüglich erbracht sei, als deren Stellungnahme weder
nachvollziehbar noch schlüssig sei, auftragsgemäss im Sinne der Mobiliar erfolgt sei
und schweizweit bekannt sei, dass die Z._ im Auftrag von Versicherern zu deren
A.i.
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B.
Die gegen diese Verfügung von Rechtsanwalt Flury für den Versicherten am
8. September 2017 erhobene Einsprache (act. G 7.1/23) wies die Mobiliar mit
Einspracheentscheid vom 26. Januar 2018 ab.
C.

Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.20) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
Gunsten Gutachten erstelle (act. G 7.1/13), erliess die Mobiliar eine anfechtbare
Verfügung (act. G 7.1/18).
Gegen diesen Einspracheentscheid erhebt Rechtanwalt Flury für den Versicherten
(nachfolgend: Beschwerdeführer) am 26. Februar 2018 Beschwerde (act. G 1). Er
beantragt, dass der Einspracheentscheid vom 26. Januar 2018 aufzuheben und die
Sache an die Mobiliar (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen sei. Die
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, den Sachverhalt rechtskonform und die Frage
der natürlichen Kausalität mittels eines neutralen externen Gutachtens abzuklären.
Eventualiter sei eine Gerichtsexpertise durchzuführen. Subeventualiter sei die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die Kosten der HWS-Behandlung zu
übernehmen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der
Beschwerdegegnerin.
C.a.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 14. Juni 2018 beantragt die
Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Marianne I. Sieger,
Zürich, die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des
Einspracheentscheides vom 26. Januar 2018 (act. G 7).
C.b.
In der Replik vom 29. August 2018 (act. G 11) und Duplik vom 23. Oktober 2018
(act. G 15) halten die Parteien an ihren Anträgen fest.
C.c.
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sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend stehen
Folgen eines Unfalls vom 9. Oktober 2016 zur Diskussion. Es finden daher die bis 31.
Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
2.
Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz
nichts anderes bestimmt. Als weitere Voraussetzung der Leistungspflicht des
Unfallversicherers ist sodann die natürliche und adäquate Kausalität zwischen dem
Unfall und der festgestellten Gesundheitsschädigung verlangt (Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE
129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53ff.). Für die
Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im
Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und
Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist
demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis
entwickelten Regeln zu beurteilen ist (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O, S. 55, 58). Im Bereich
klar ausgewiesener somatischer Unfallfolgen spielt jedoch die Adäquanz als rechtliche
Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung
des Unfallversicherers praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher
Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V
291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb mit Hinweisen). Die Frage, ob zwischen dem
Unfallereignis und einem Gesundheitsschaden ein natürlicher Kausalzusammenhang
gegeben ist, beurteilt sich nach dem im Sozialversicherungsrechts üblichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit einer
Unfallkausalität genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129
V 177 E. 3.1 mit Hinweisen; Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des
Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58 f.).
2.1.
Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang, muss das
Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen sein. Da es sich bei der Einstellung von Versicherungsleistungen um
eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast für den Wegfall der
vom Unfallversicherer zunächst anerkannten natürlichen Kausalität – anders als bei der
Frage, ob ein leistungsbegründender Kausalzusammenhang überhaupt je gegeben war
2.2.
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3.
– nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U
363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen; BGE 117 V 263 f. E. 3b; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S.
54 f.). Dieser Grundsatz gilt aber nur für Verletzungen, welche damals thematisiert
worden waren und somit Gegenstand der Anerkennung bildeten (Urteil des
Bundesgerichts vom 20. August 2009, 8C_363/2009, E. 1; Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG] vom 27. April 2005, U 6/05, auszugsweise publiziert in:
AJP 2006 S. 1290 ff.). Allerdings tragen die Parteien im Sozialversicherungsrecht in der
Regel die Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu
Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt
Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift indessen erst Platz, wenn es sich als
unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer
Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit
für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 222, E. 6 mit Hinweisen;
Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4,55.).
Der Beschwerdeführer hat sich beim Unfall vom 9. Oktober 2016
unbestrittenermassen eine Basisfraktur proximaler Phalanx Dig V links ohne
Gelenkbeteiligung, eine Nasenkontusion, eine Thoraxkontusion und eine
Rissquetschwunde am Kinn zugezogen, wofür die Beschwerdegegnerin die
gesetzlichen Versicherungsleistungen (Kostenvergütung der Heilbehandlung und
Taggeldleistungen) erbracht hat (vgl. act. G 7.1/A26 I. 1). Die vorgenannten
Verletzungen sind offensichtlich verheilt und es wurden im Einsprache- und
Beschwerdeverfahren gegenüber der Beschwerdegegnerin diesbezüglich keine
Leistungsansprüche mehr gestellt.
3.1.
Der Beschwerdeführer macht indes geltend, nach dem Unfall hätten sich im
weiteren Verlauf HWS-Beschwerden bemerkbar gemacht, und betrachtet diese
ebenfalls als Folge des Unfalls vom 9. Oktober 2016. Nachfolgend ist streitig und zu
prüfen, ob zwischen dem Unfallereignis vom 9. Oktober 2016 und den HWS-
Beschwerden des Beschwerdeführers ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht.
3.2.
Weder in der Schadensmeldung UVG der Arbeitgeberin vom 7. November 2016
(act. G 7.1/M1) noch im Arztzeugnis UVG von Dr. F._ vom 2. Dezember 2016 (act.
G 7.1/M3), welches eine Erstbehandlung bei ihm am 14. Oktober 2016 ausweist, waren
die HWS-Beschwerden des Beschwerdeführers ausgewiesen. Mit Schreiben vom
19. April 2017 forderte die Beschwerdegegnerin bei Dr. F._ einen ausführlichen
Verlaufsbericht bezüglich der HWS-Behandlung im Februar 2017 ein (act. G 7.1/M5 S.
3.3.
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4.
2). Es ist daher davon auszugehen, dass sie von den HWS-Beschwerden erst nach der
Erstkonsultation des Beschwerdeführers bei Dr. F._ vom 14. Oktober 2016 und der
Einreichung des Arztzeugnisses UVG erfahren hat und diese mithin nicht Gegenstand
der anfänglichen Anerkennung der Leistungspflicht für die Unfallfolgen gebildet haben.
Die Beweislast für einen leistungsbegründenden Kausalzusammenhang in Bezug auf
die HWS-Beschwerden liegt damit beim Beschwerdeführer (vgl. E. 2.2).
Die Rechtsvertreterin der Beschwerdegegnerin verneint gestützt auf das
neurologische Aktengutachten von Prof. H._ vom 19. Juni 2017 (act. G 7.1/M6) bzw.
dessen Stellungnahme vom 3. Juli 2017 (act. G 7.1/M8) zu den nachträglichen
Angaben des Beschwerdeführers vom 27. Juni 2017 (act. G 7.1/M7) eine Kausalität
zwischen dem Unfall und den HWS-Beschwerden. Grundsätzlich ist ein
Unfallversicherer frei in der Auswahl der medizinischen Fachperson. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers wendet indessen ein, dass die medizinische
Fachrichtung von Prof. H._ für die Beurteilung des vorliegenden Falles ungeeignet
sei. Beim vorliegenden Verletzungsbild wäre eher ein Orthopäde oder ein
Rheumatologe befähigt gewesen. Weiter betrachtet er Prof. H._ als befangen. Das
Gutachten sei im Auftrag der Beschwerdegegnerin erstellt worden, als Privatgutachten
zu qualifizieren und folglich ohne Beweiswert (act. G 1). Die Voreingenommenheit von
Prof. H._ ergebe sich ausserdem daraus, dass die Gutachterstelle Z._ zu 100%
von den Honoraren der Versicherungsgesellschaften abhängig sei (act. G 7.1/A13). Als
Beweis für die Voreingenommenheit wird insbesondere auf eine Einladung zu einer
Veranstaltung zum Thema verwiesen, welche Prof. H._ im Juni 2014 abgehalten hat
und die dessen Versicherungsnähe belegen soll (act. G 1 mit Hinweis auf den
Entscheid des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 8. Februar 2016, IV 2014/447).
4.1.
Die fachliche Qualifikation eines Arztes spielt für die Würdigung medizinischer
Berichte eine erhebliche Rolle (SVR 2009 IV Nr. 56, 9C_323/2009 E. 4.3.1; Urteile des
Bundesgerichts vom 1. Mai 2007, I 536/06, E. 6.3, vom 10. April 2007, I 362/06, E.
3.2.1 und vom 22. Februar 2007, I 211/06, E. 5.4.1). Verwaltung und
Versicherungsgericht müssen sich auf die Fachkenntnisse des Verfassers eines
medizinischen Berichts, auf welchen sie abstellen wollen, verlassen können. Der
berichtende oder zumindest der den Bericht visierende Arzt muss sich über eine
allgemein anerkannte Facharztausbildung in der gefragten medizinischen Disziplin
ausweisen können (Urteil des Bundesgerichts vom 20. November 2007, I 142/07, E.
3.2.3 mit Hinweis; vgl. zum Nachweis der fachlichen Qualifikation medizinischer
Sachverständiger nach Art. 44 ATSG Urteil des EVG vom 7. September 2006, I 193/05,
4.2.
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E. 5.4). Prof. H._ ist als Facharzt der Neurologie, entgegen der Meinung des
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers, für die Abklärung von HWS-Beschwerden
nicht grundsätzlich ungeeignet. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdegegnerin gibt die
diesbezügliche Rechtslage in der Beschwerdeantwort vom 14. Juni 2018 zutreffend
wieder (act. G 7/ Ziff. II. 35).
4.3.
Personen, die Entscheidungen über Rechte und Pflichten zu treffen oder
vorzubereiten haben, treten in den Ausstand, wenn sie in der Sache ein persönliches
Interesse haben oder aus anderen Gründen in der Sache befangen sein könnten
(Art. 36 Abs. 1 ATSG). Befangenheit ist anzunehmen, wenn Umstände vorliegen, die
geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit zu erwecken. Bei der Befangenheit
handelt es sich um einen inneren Zustand, der nur schwer bewiesen werden kann. Es
braucht daher für die Ablehnung nicht nachgewiesen zu werden, dass die
sachverständige Person tatsächlich befangen ist. Es genügt vielmehr, wenn Umstände
vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit
zu begründen vermögen. Bei der Beurteilung des Anscheins der Befangenheit und der
Gewichtung solcher Umstände kann jedoch nicht auf das subjektive Empfinden einer
Partei abgestellt werden. Das Misstrauen muss vielmehr in objektiver Weise als
begründet erscheinen. Insofern ist massgebend für die Annahme eines
Ausstandsgrundes, ob unter Würdigung der objektiven Umstände das Verfahren noch
als "offen" erscheint. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den
Arztgutachten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des
Gutachters aber ein strenger Massstab anzusetzen (BGE 132 V 109 f. E. 7.1 mit
Hinweis; vgl. ferner Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich 2015, Art. 36 N 17).
4.3.1.
Soweit der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers das bundesgerichtliche Urteil
8C_548/2016 vom 4. Januar 2017 dahingehend interpretiert, dass darin die
Voreingenommenheit und Befangenheit von Prof. H._ nur deshalb verneint worden
sei, weil dieser das dort betroffene polydisziplinäre Gutachten lediglich
mitunterzeichnet habe und deshalb nicht als eigentlicher Gutachter tätig gewesen sei
(act. G 11, Ziff. 14), kann festgehalten werden, dass das Bundesgericht nicht von einer
grundsätzlichen Befangenheit von Prof. H._ ausgeht. Allein der Umstand, dass ein
Gutachter seine persönliche Meinung zur Vermeidbarkeit von ungerechtfertigten
Versicherungsleistungen öffentlich bekannt macht oder im Rahmen einer Publikation
eine von der Rechtsprechung abweichende Meinung vertritt, lässt laut erwähntem
Bundesgerichtsurteil für sich allein noch nicht auf Voreingenommenheit in einem
4.3.2.
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5.
konkret zu beurteilenden Fall schliessen (Urteil des Bundesgerichts vom
4. Januar 2017, 8C_548/2016, E. 4.2). Im Übrigen lässt auch der vom Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers zitierte Entscheid des Versicherungsgerichts St. Gallen die
Frage der Objektivität von Prof. H._ letztlich offen, da im konkreten Fall der
rechtserheblich medizinische Sachverhalt nur unzureichend abgeklärt worden war. Dies
gilt auch für andere vom Versicherungsgericht St. Gallen gefällte Urteile. Schliesslich
bestehen im konkreten Fall keine Anhaltspunkte für eine Befangenheit von Prof. H._.
Wie bereits erwähnt, wird der Beweis des natürlichen Kausalzusammenhanges in
erster Linie mittels Angaben von medizinischen Fachpersonen geführt (Rumo-Jungo/
Holzer, a.a.O., S. 55). Es versteht sich von selbst, dass die medizinischen
Begutachtungen nicht kostenlos erfolgen. Auch wenn die Einnahmen einer
Gutachterstelle demnach zu einem grossen Teil oder vollständig von Honoraren von
Versicherungsgesellschaften stammen, ist darin nach der Praxis des Bundesgerichts
noch keine Voreingenommenheit zur erblicken. Im Übrigen hat eine Beurteilung von
Prof. H._ im Rahmen der Beweiswürdigung einen Stellenwert vergleichbar mit
demjenigen von Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 25. Oktober 2016, 8C_354/2016, E. 5.3). Damit würden
bereits geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit seiner Expertise genügen, um die
Beweiskraft zu erschüttern. Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen (vgl. Erwägung
6) sind solche Zweifel jedoch nicht ersichtlich.
4.3.3.
Angesichts des Gesagten liegen damit keine Umstände vor, die geeignet sind,
Misstrauen in die Unparteilichkeit von Prof. H._ zu erwecken, und dessen Gutachten
vom 19. Juni 2017 (act. G 7.1/M6) kann in die Beweiswürdigung miteinbezogen
werden. Ob letztlich auf dessen Aktenbeurteilungen abgestellt werden kann, ist im
Rahmen der nachfolgenden materiell-rechtlichen Beurteilung bzw. Beweiswürdigung zu
prüfen.
4.3.4.
Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten.
5.1.
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6.
Bezüglich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
der medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352
E. 3a mit Hinweisen). Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche
Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die
direkte Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteile des
Bundesgerichts vom 18. Juni 2014, 9C_196/2014 E. 5.1.1, 30. März 2012,
8C_119/2012, E. 4, und 22. Januar 2010, 9C_1063/2009, E. 4.2.1). Der Umstand, dass
Prof. H._ seine Beurteilung vom 19. Juni 2017 (act. G 7.1/M6) aufgrund der Akten
abgegeben und den Beschwerdeführer nicht selbst untersucht hat, steht ihrem
Beweiswert somit nicht entgegen. Für die Beweistauglichkeit entscheidend ist, dass
genügend Unterlagen von persönlichen Untersuchungen vorliegen (RKUV 1988 Nr. U
56 S. 370 E. 5b). Dies ist vorliegend der Fall. Prof. H._ legt sodann die Anamnese
("Aktendokumente"), insbesondere die Ergebnisse der im konkreten Fall
durchgeführten persönlichen Untersuchungen, lückenlos dar. Im Weiteren beziehen
sich seine Ausführungen auf die im Rahmen der Beurteilung einer Unfallkausalität
massgebenden Beurteilungskriterien (vgl. nachfolgende Erwägungen 6.3 f.).
5.2.
Ein massgebendes Beurteilungskriterium für die Ursächlichkeit einer
Gesundheitsschädigung, auf welches Prof. H._ Bezug nimmt, bildet der
Unfallhergang. Prof. H._ bezeichnet in seinem neurologischen Gutachten vom
20. Juni 2017 (act. G 7.1/M6) den Unfallhergang mit einer Verletzung der HWS als nicht
wahrscheinlich. Dr. F._ diagnostizierte demgegenüber in seinem Arztbericht vom
22. Mai 2017 eine HWS-Distorsion bei Sturz mit Trottinett (act. G 7.1/M5).
6.1.
Beim Unfall vom 9. Oktober 2016, bei dem der Beschwerdeführer mit einem
Trottibike gestürzt ist, wäre es grundsätzlich denkbar, dass sich der Beschwerdeführer
neben anderen Verletzungen auch eine HWS-Distorsion hätte zuziehen können. Der
Umstand allein, dass ein Ereignis wie ein Sturz potenziell geeignet ist, verschiedene
körperliche Verletzungen herbeizuführen, bedeutet indes nicht, dass beim Sturz
konkret auch eine schädigende Einwirkung auf die HWS stattgefunden hat bzw. der
Unfall für beklagte HWS-Beschwerden verantwortlich ist und damit eine natürlich
kausale Unfallfolge vorliegt (Art. 6 UVG). So erscheint es offensichtlich, dass in der
6.2.
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Regel nur ein vom Unfall betroffener Körperteil eine unfallbedingte Verletzung mit
nachfolgenden Beschwerden zeitigen kann. An dieser Stelle ist jedoch bereits
vorwegzunehmen, dass die Beschwerdegegnerin keinen Anlass zu einer tieferen
Abklärung des Unfallhergangs hatte, denn es ist einerseits erstellt, dass sich ein Sturz
ereignete und andererseits, dass der Beschwerdeführer vorne über den Lenker fiel.
Ausgangspunkt für die Beurteilung einer HWS-Beteiligung beim Unfall vom 9.
Oktober 2016 bildet die Latenzzeit bis zu deren Auftreten und somit die unmittelbar
nach dem Unfall gestellten Unfalldiagnosen und erhobenen Befunde. Dies in dem
Sinne, dass in der Regel nur ein beim Unfall verletzter Körperteil nachfolgende
Beschwerden zeitigen kann, massgebende Verletzungen im Regelfall zu Schmerzen
führen und unmittelbar im Anschluss an den Unfall oder zumindest in zeitlicher Hinsicht
dazu auch im entsprechenden Umfang wahrgenommen und im Rahmen einer
ärztlichen Untersuchung diagnostiziert werden. Ganz allgemein gilt, je grösser der
zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen
Beschwerden ist, desto strengere Anforderungen sind an den
Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen (RKUV
1997 Nr. 275 S. 191 E. 1c).
6.3.
Dipl. Rak Nagel vom Regionalspital D._ erhob am Unfalltag die Befunde
Rissquetschwunde am Kinn, geschwollene Nase mit trockenem Blut im Vestibulum
nasi, lokaler Thoraxkompressionsschmerz links ventral und an der linken Hand eine
Schwellung mit Druckdolenz über Basis Dig V links und diagnostizierte eine
Basisfraktur proximaler Phalanx Dig V ohne Gelenkbeteiligung, Nasenkontusion,
Thoraxkontusion, Rissquetschwunde Kinn (act. G 7.1/M1). Befunde und Diagnosen im
HWS-Bereich fehlen demgegenüber. Gleiches gilt für die vom Beschwerdeführer selbst
ausgefüllte "Schadensmeldung UVG" vom 8. November 2016 (act. G 7.1/M1).
6.4.
Selbst in der Beschwerde vom 26. Februar 2018 wird beschrieben, dass sich "im
weiteren Verlauf" [wohl des Genesungsprozesses] HWS-Beschwerden bemerkbar
gemacht hätten (act. G 1). Entsprechend sind HWS-Beschwerden erstmals im
Arztbericht UVG von Dr. F._ vom 22. Mai 2017 aktenkundig (act. G 7.1/M5), wonach
am 17. Februar 2017 eine Konsultation mit Röntgenbild bei persistierend zervikalen
Beschwerden ohne Besserung auf regelmässige Massage erfolgt ist. Eine ärztliche
Untersuchung bereits am 2. Dezember 2016 - wie sie der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers in der Replik vom 29. August 2018 geltend macht (act. G 11) – ist
in den Akten jedoch nicht hinreichend belegt. Am 2. Dezember 2016 hatte Dr. F._
lediglich das Arztzeugnis UVG erstellt (act. G 7.1/M6), in welchem er indes keine HWS-
Beschwerden vermerkt hat. Die Aussage des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers
6.5.
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wird somit von der Beschwerdegegnerin in der Duplik vom 23. Oktober 2018 zurecht
als aktenwidrig bestritten (act. G 15). Es ist nicht einmal bewiesen, dass der
Beschwerdeführer anfangs Dezember 2016, also rund zwei Monate nach dem Unfall,
an HWS-Beschwerden gelitten hat. Die Ausführungen des Beschwerdeführers in der
Replik vom 29. August 2018 (act. G 11) - er sei nach dem Unfall "schmerz- und
bewegungstechnisch" limitiert gewesen, weshalb sich die HWS-Beschwerden erst
bemerkbar gemacht hätten, als er nach Absetzen der Schmerzmedikamente und
Wiederaufnahme seiner Arbeitstätigkeit versucht habe, seine frühere
Bewegungsfähigkeit wiederzuerlangen (act. G 11) - vermögen den obgenannten
zeitlichen Ablauf nicht überzeugend zu erklären. So ist aus den Akten nicht ersichtlich,
wie lange der Beschwerdeführer arbeitsunfähig war und wie lange er Schmerzmittel
einnehmen musste. Dipl. Rak Nagel hatte dem Beschwerdeführer am Unfalltag eine
zweiwöchige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (act. G 7.1/M2). Spätestens nach dem 2.
Dezember 2016 ist hingegen beim Beschwerdeführer wieder von einer vollen
Arbeitsfähigkeit auszugehen, nachdem Dr. F._ im Arztzeugnis UVG von diesem
Datum keine Arbeitsunfähigkeit mehr vermerkt worden ist (act. G 7.1/M3). Bis zur
Konsultation vom 17. Februar 2017 bei Dr. F._ wegen zervikaler Beschwerden
vergingen jedoch nochmals rund zweieinhalb Monate. Es liegen also einzig die
subjektiven Angaben des Beschwerdeführers vor, welche dem
Wahrscheinlichkeitsbeweis nicht zu genügen vermögen, zumal erfahrungsgemäss die
Einnahme von Schmerzmitteln nicht über Wochen und Monate lückenlos Beschwerden
zu unterdrücken vermag. Auch Prof. H._ hält in seiner gutachterlichen Stellungnahme
vom 5. Juli 2017 fest, dass sich eine wesentliche zervikale Verletzung sofort nach dem
Unfall und trotz der angegebenen Medikation hätte manifestieren müssen (act. G 7.1/
M8). Wahrscheinlicher ist somit, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des
Auftretens von HWS-Beschwerden beschloss, diese abklären zu lassen und aus
diesem Grund einen Termin beim Hausarzt mit Februar 2017 vereinbart hat. Geht man
davon aus, dass er damit nicht lange zugewartet hat, ergibt sich nach dem Unfall vom
9. Oktober 2016 eine rund viermonatige Latenzzeit bis zur erstmaligen ärztlichen
Dokumentation von HWS-Beschwerden, welche lediglich die Möglichkeit, nicht aber
überwiegende Wahrscheinlichkeit einer Unfallkausalität der HWS-Beschwerden
darzutun vermag.
Zu ergänzen ist, dass eine längere Latenzzeit zwischen einem Unfall und dem
Auftreten von gesundheitlichen Beeinträchtigungen insbesondere in denjenigen Fällen
gegen eine Unfallkausalität spricht, in welchen - wie bei HWS-Beschwerden - das
Ursachenspektrum vielfältig ist und die Ursache nicht in einem Unfall liegen muss. Laut
medizinischer Literatur sind HWS-Beschwerden häufig degenerativ bedingt (vgl. vgl.
6.6.
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7.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 26.
Februar 2018 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde
abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Der
dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Berlin 2002.,
S. 848 ff.) und so zeigte der Bericht des Röntgeninstituts G._ vom 3. Mai 2018 in der
Beurteilung auch beim Beschwerdeführer deutliche multisegmentale degenerative
Veränderungen (act. G 7.1/M4) ohne Nachweis einer traumatischen strukturellen
Verletzung.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass Prof. H._ in seinem Gutachten vom
19. Juni 2017 (act. G 7.1/M6) und in seiner Stellungnahme vom 3. Juli 2017 (act. G 7.1/
M8) aufgrund der obigen Sachlage - einer rund viermonatigen Latenzzeit bis zur
erstmaligen Erwähnung von HWS-Beschwerden in den Akten sowie dem
radiologischen Nachweis degenerativer Veränderungen ohne Objektivierung einer
traumatischen strukturellen Verletzung - zum überzeugenden Schluss gelangte, es sei
nicht wahrscheinlich, dass die HWS-Beschwerden des Beschwerdeführers auf das
Unfallereignis vom 9. Oktober 2016 zurückgingen.
6.7.
An dieser Beurteilung vermag auch die von Dr. F._ im Arztbericht UVG vom
22. Mai 2017 gestellte Diagnose einer HWS-Distorsion bei Sturz mit Trottinett am
9. Oktober 2016 (act. G 7.1/M5) nichts zu ändern. Die Diagnose impliziert zwar eine
traumatische HWS-Verletzung, basiert aber letztlich nur auf den Unfallschilderungen
des Beschwerdeführers und der Geltendmachung von HWS-Beschwerden. Die
Beschwerden sind grundsätzlich nicht in Zweifel zu ziehen, doch müssen sie für das
Bestehen einer Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin unfallkausal sein, was nicht
rechtsgenüglich erstellt ist. Letztlich ist die Diagnose von Dr. F._ damit unbegründet.
6.8.
Auch die Argumentation des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers - Letzterer
wolle keine Renten- oder Integritätsleistungen beanspruchen, sondern es gehe ihm
ausschliesslich um die Übernahme der Behandlungskosten betreffend seine HWS-
Beschwerden, bis der Vorzustand wieder erreicht sei - vermag keine Leistungspflicht
der Beschwerdegegnerin zu begründen. Es würde in jedem Fall, d.h. in Bezug auf jede
Leistungsart, an einem natürlichen Kausalzusammenhang mangeln. Ein solcher wäre
jedoch erforderlich, um eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin zu begründen.
Die Beschwerdegegnerin wäre also nur für eine unfallkausale Verschlimmerung eines
Vorzustandes leistungspflichtig.
6.9.
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Beschwerdeführer hat bei diesem Verfahrensausgang keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.