Decision ID: 6e93b018-a740-4ffe-af22-7915ba1de8a0
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1962 geborene
X._
ist gelernter Schlosser und war zuletzt bis Ende April 2005 bei der
Y._
, als
Hilfs
spengl
er
/Fahrer angestellt
. Ab anfangs März 2005 war er krank geschrieben (
Urk.
7/32/1-7). Am 2
9.
Mai 2006 (Eingangsdatum) meldete er sich unter Angabe von Diskushernien und Depression bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug
(Berufsberatung, Umschu
lung auf eine neue Tätigkeit, Rente)
an (
Urk.
7/15).
D
ie IV-Stelle
tätigte
be
ruf
lich-erwerbliche Abklärungen,
holte Berichte der behandelnden Ärzte
ein
(
Urk.
7/26,
Urk.
7/33, Urk. 7/35, Urk. 7/45 und Urk.
7/46
)
und
zog die Akten der Schweizerisc
hen Unfallversicherungsanstalt (
SUVA
[heute Suva]) im Zusam
menhang mit einer
vom Versicherten am 8.
Dezember 2005 erlittenen
Auffahr
kollision
bei
(
Urk. 7/29,
Urk.
7/34)
. In der Folge gab sie bei
Dr.
med.
Z._ und Dr. med. A._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag, welches am 1
8.
September 2009 erstattet
wurde
(
Urk.
7/50).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbe
scheide vom 1
9.
November 2009 [
Urk.
7/56-57], Einwand vom
4.
Januar 2008
[
Urk.
7/61
]
)
, in dessen Rahmen weitere Arztberichte zu den Akten genommen wurden (
Urk.
7/60,
Urk.
7/63,
Urk.
7/68 und
Urk.
7/80) und die IV-Stelle den Versicherten
im
B._
begutachten
liess
(Gu
tachten vom 2
5.
Juni 2008, Urk.
7/71)
, wies die IV-Stelle mit Verfügungen
vom 1
8.
Juni 2009 das
Rentengesuch sowie das Gesuch um Gewährung einer Umschulung ab (Urk.
7/83
-84
)
. Die vom Versi
cherten
am 2
0.
August 2009
gegen die Verfügu
ng betreffend Rente (
Urk.
7/83)
erhobene Beschwerde (Urk.
7/87/3-12) wurde mit Urteil des hiesigen Gerichts vom
7.
März 2011 (Prozes
snummer IV.2009.00761
) in dem Sinne
gutgeheissen
, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde, damit diese den psychischen Gesundheitszustand des Versicherten im Sinne der Erwägungen abklären lasse und
anschliessend
über den Rentenanspruch
des Versicherten
neu verfüge (Urk. 7/95
).
1.2
Noch vor Erlass dieses Urteils hatte der Beschwerdeführer am 3
0.
November 2010 eine Verschlechterung seines somatischen Gesundheitszustandes geltend gemacht („vorsorgliches Revisionsgesuch“,
Urk.
7/91; vgl. auch
Urk.
7/94). Die IV-Stelle holte in der Folge die ergänzende Stellungnahme des psychiatrischen Gutachters
Dr.
A._
vom 1
1.
Juli 2011 (
Urk.
7/100) und Berichte der behan
delnden Ärzte ein (
Urk.
7/101,
Urk.
7/102 und
Urk.
7/104). Zudem gab sie beim
C._
ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag, welches am 1
0.
November 2012 erstattet wurde (Urk. 7/115). Am 3
0.
April 2013 nahm der Versicherte zu
den von der IV-Stelle getätigten Abklärungen Stellung (
Urk.
7/118, unter Beilage diverser Arztberichte [
Urk.
7/119]; vgl. auch
Urk.
7/120-121). Mit Vorbescheid vom 7. November 2013 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung seines
Leistungsbe
gehrens
in Aussicht (
Urk.
7/126), wogegen dieser am 2
7.
Januar 2014 Einwand erhob (
Urk.
7/132, unter Beilage von weiteren Arztberichten [7/131 und Urk. 7/133]).
Daraufhin
liess ihn die IV-Stelle abermals
polydiszi
plinär
begut
achten (Gutachten der
MEDAS D._
vom 2
7.
April 2015, Urk. 7/157
). Nach erneut durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vor
bescheid vom
5.
August 2015 [Urk. 7/160], Einwand vom 1
1.
September 2015 [Urk. 7/163]) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
4.
Oktober 2015 einen Rentenanspruch des Versicherten (
Urk.
2
).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 2
7.
Oktober 2015 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer rückwirkend ab März 2006 eine angemessene Invalidenrente zuzusprechen und auszuzahlen (Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 19. November 2015 beantragte die IV-Stelle Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 6). Am 20. November 2015 wurde das Doppel der Beschwerdeantwort dem Beschwerdeführer zugestellt (Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am
1.
Januar 2008 und am
1.
Januar 2012 sind die im Zuge der Revisionen 5 und 6a geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenver
si
cherung (IVG), der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) und des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in Kraft getreten.
Der vorliegend zu beurteilende Sachverhalt hat sich
teilweise vor dem Inkrafttre
ten der
5.
IV-Revision am
1.
Januar 2008 verwirklicht, weshalb bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab
1.
Januar 2008 auf die neuen Normen der
5.
IV-Revision abzustellen ist (BGE 130 V 445).
Diese Revision hat allerdings keine substanziellen Änderungen bei der
Invalidi
tätsbemessung
gebracht (
Urteil 8C_106/2013 vom 3
1.
Mai 2013
E. 2 mit Hin
weis)
.
Die Gesetzesbestimmungen werden – soweit nichts anderes vermerkt ist – im Folgenden in der seit dem
1.
Januar 2008 geltenden und mit der Revision 6a am
1.
Januar 2012 unverändert gebliebenen Fassung zitiert.
1.2
1.2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von
Geburts
gebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
1.2.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit
Krank
heitswert
besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbsein
kommen
zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. De
zem
ber 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 2015 E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE
141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18. April 2016 E. 4.1).
1.2.3
Zur Annahme einer Invalidität braucht es in jedem Fall ein medizinisches Sub
strat, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesener
massen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Ein
zelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokultu
rellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im
fach
medizinischen
Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen
Leidenszu
stand
. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann (BGE 127 V 294 E. 5a; vgl. statt vieler Urteil des Bundesgerichts 8C_746/2015 vom
3.
Februar 2016 E. 5.3 mit weite
rem Hinweis).
1.2.4
Alkoholismus und Medikamentenmissbrauch (wie auch Drogensucht) begründen nach ständiger Rechtsprechung keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Viel
mehr wird eine solche Sucht invalidenversicherungsrechtlich erst bedeutsam, wenn sie ihrerseits eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender
Gesund
heitsschaden
eingetreten ist, oder aber wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist, welchem Krankheitswert zukommt (vgl.
BGE 124 V 265 E. 3c; AHI 2002 S. 30, I 454/99 E. 2a). Dabei ist das ganze für die Sucht
massgebende
Ursachen- und Folgespektrum in eine
Gesamt
würdigung
einzubeziehen, was impliziert, dass einer allfälligen Wechselwirkung zwischen Suchtmittelabhängigkeit und psychischer Begleiterkrankung Rechnung zu tra
gen ist. Was die krankheitsbedingten Ursachen der Alkohol
sucht betrifft, ist für die invalidenversicherungsrechtliche Relevanz der Abhängigkeit erforderlich, dass dem Alkoholismus eine ausreichend schwere und ihrer Natur nach für die Entwicklung einer Suchtkrankheit geeignete Gesundheitsstörung zugrunde liegt, welche zumindest eine erhebliche Teilursache der Alkoholsucht darstellt. Mit dem Erfordernis des Krankheitswerts einer allfälligen verursachenden psychi
schen Krankheit wird verlangt, dass diese die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit einschränkt. Wenn der erforderliche Kausal
zusammenhang zwischen Alkohol
sucht und krankheitswertigem
psychischem Gesundheitsschaden besteht, sind für die Frage der noch zumut
baren Erwerbstätigkeit die psychischen und die suchtbedingten Beein
trächtigungen gesamthaft zu berücksichtigen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_906/2013 vom 23. Mai 2014 E. 2.2 und 9C_701/2012 vom 10. April 2013 E. 2 mit Hinweisen sowie 9C_706/2012 vom 1. Juli 2013 E. 3.2 mit Hinweis auf I 169/06 vom 8. August 2006 E. 2.2).
1.3
Gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG in der vom
1.
Januar 2003 bis 3
1.
Dezember 2007
gültig gewesenen Fassung
entsteht der Rentenanspruch frühestens in dem Zeit
punkt, in dem der Versicherte
:
a.
mindestens zu 40
%
bleibend erwerbsunfähig (
Art.
7 ATSG) geworden ist oder
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen
war.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
1 IVG in der vom 1. Januar 2004 bis 3
1.
Dezember 2007 in Kraft gestandenen Fassung; entspricht
Art.
28
Abs.
2 IVG in der seit dem
1.
Januar 2008 in Kraft stehenden Fassung).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen
kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invaliden
rente hat.
2.2
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid, in seiner ange
stammten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer seit
1.
März 2005 zu 100
%
arbeits
unfähig. Gemäss Urteil des hiesigen Gerichts vom
7.
März 2011 bestehe aus somatischer Sicht in angepasster Tätigkeit unstrittig eine 100%ige Arbeits
fähigkeit. Eine seitherige Verschlechterung des somatischen Gesundheitszustan
des sei nicht ersichtlich. Die im Gutachten der
MEDAS D._
gestellten psychiatrischen Diagnosen seien nicht als rentenrelevant einzustufen. Beim
Ein
kommensvergleich
sei sowohl beim Validen- als auch beim
Invalidenein
kommen
auf die LSE-Tabellen und den Zentralwert für Hilfsarbeiten abzu
stellen. Die leichte Einschränkung der Belastbarkeit und Beweglichkeit des Beschwerdeführers seien als lohnmindernde Faktoren zu berücksichtigen, wes
halb sich das Invalideneinkommen um 10
%
verringere. Demnach resultiere ein Invaliditätsgrad von 10
%
(
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber wurde in der Beschwerde geltend gemacht, aufgrund der getätig
ten Abklärungen erweise sich, dass der Beschwerdeführer in psychischer Hinsicht seit März 2006 in jeder Art von Tätigkeit durchschnittlich zu 50
%
arbeitsunfähig gewesen sei (
Urk.
1 S. 7). Durch das Gutachten der
MEDAS D._
sei sodann eine Verschlechterung des somatischen Gesundheits
zu
standes belegt (
Urk.
1 S. 8). Das
Valideneinkommen
sei ausgehend vom Ein
kommen beim letzten Arbeitgeber zu berechnen. Beim Invalideneinkommen sei ein Abzug von 25
%
vom Tabellenlohn vorzunehmen, womit ein
Invaliditäts
grad
von 67
%
resp. - spätestens ab April 2014 (Ziffer 3.6 des Gutachtens der
MEDAS D._
) - von 70
%
resultiere (
Urk.
1 S. 9 f.).
3.
3.1
Die bis zur (aufgehobenen) Verfügung vom 1
8.
Juni 2009 (
Urk.
7/83) vorliegen
den Arztberichte resp. Gutachten wurden in Erwägung 3 des Urteils vom
7.
März 2011 (vgl. Sachverhalt Ziffer 1.1) zusammengefasst (
Urk.
7/95/4-10), weshalb sie vorliegend nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erfor
derlich, wird in den nachfolgenden Erwägungen jedoch darauf Bezug genommen.
3.2
3.2.1
Im Urteil vom
7.
März 2011 erwog das Gericht
im Wesentlichen
, dass aus somati
scher Sicht alle involvierten Ärzte hauptsächlich ein – durch ver
schiedene klinische und bildgebende Untersuchungen objektivierbares – chro
nisches
zervikospondylogenes
,
zervikobrachiales
und
lumbospondylogenes
Schmerz
syndrom
diagnostiziert hätten. Sowohl im Rahmen der testbasierten Abklärung der Leistungsfähigkeit in der
E._
als auch in der zuletzt durch die Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen
B._
-Begutachtung seien die beteiligten Fachärzte nach einer umfassenden Untersuchung des Beschwer
deführers zum Schluss gekommen, dass dieser – unter Berücksichtigung der Funktionsstörung der Wirbelsäule, der verminderten Belastbarkeit des linken Armes und der eingeschränkten Handkraft – in einer mindestens leichten, seiner Beeinträchtigung angepassten körperlichen Arbeit ganztags leistungsfähig sei. Das Gericht gelangte zum Schluss, dass aus somatischer Sicht für den gesamten Beurteilungszeitraum von einer vollen Leistungsfähigkeit in einer anpassten Tätigkeit auszugehen sei
(vgl. E. 4.1 des genannten Urteils)
.
3.2.2
Zum psychischen Gesundheitszustand wurde im Urteil vom
7.
März 2011 im Wesentlichen ausgeführt,
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
hätten im psychiatrischen Gutachten vom 18. September 2007 plausibel aufgezeigt, dass der Beschwerde
führer im Zeitpunkt der Begutachtung an keiner psychiatrischen Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gelitten habe. Das Gutachten sei inso
fern vollständig, nachvollziehbar und schlüssig (Erwägung 5.2 des genannten Urteils). Die Gutachter hätten sich jedoch nicht dazu geäussert, ob und bejahen
denfalls für welchen Zeitraum und in welchem Ausmass ihrer Ansicht nach
die
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in der Vergangenheit eingeschränkt gewesen sei. Zudem hätten ihnen bei der Begutachtung verschiedene – im Urteil näher bezeichnete - Berichte gefehlt (vgl. Erwägung 5.4.2 des genannten Urteils). Das Gericht gelangte zum Schluss, dass sich der medizinische Sachver
halt aus psychischer Sicht für den Beurteilungszeitraum als nicht hinreichend abgeklärt erweise. Dementsprechend wies es die Sache zur Vornahme von – im Urteil näher beschriebenen – ergänzenden Abklärungen zurück (vgl. Erwägung 6 des genannten Urteils).
3.3
In der - von der Beschwerdegegnerin in Umsetzung des besagten Urteils vom 7. März 2011 (
Urk.
7/95) eingeholten - ergänzenden Stellungnahme vom
11. September 2011 (
Urk.
7/100) hielt
Dr.
A._
zusammenfassend fest, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zwischen März 2005 und September 2007 eine depressive Störung des Beschwerdeführer in abnehmender Schwere angenommen werden könne. Diese Episode alleine habe ab März 2005 in über
wiegender Übereinstimmung aller Berichte zu einer maximal 50%igen Arbeits
unfähigkeit (ausserhalb stationärer Behandlungen) geführt. Ab April 2007 sei eine
leichtgradige
Schwere der Episode dokumentiert, weshalb rein medizinisch ab Mai 2007 noch von einer 30%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden könne, welche schliesslich ab September 2007 gar nicht mehr begründbar sei, weil nur noch geringe Restsymptome vorhanden seien (
Urk.
7/100/8).
3.4
3.4.1
Im Weiteren holte die Beschwerdegegnerin nach erfolgter Rückweisung unter anderem die polydisziplinären Gutachten des
C._
sowie der
MEDAS D._
vom 1
0.
November 2012 (
Urk.
7/115) resp. vom 2
7.
Ap
ril 2015 (
Urk.
7/157) ein (
zu de
n weiteren
seit der Verfügung vom 1
8.
Juni 2009 eingeholten resp.
eingereichten Berichte
vgl.
die Zusammenfassung der medizinischen Akten im Gutachten
der
MEDAS D._
vom 27. Januar 2015
,
Urk.
7/157/12-17
und
Urk.
7/157/26-28
, sowie die nachfolgenden Erwägungen).
3.4.2
Im polydisziplinären Gutachten des
C._
(allgemeininternistisch, psychiatrisch, rheumatologisch und
gastroenterologisch
) vom 1
0.
November 2012
(
Urk.
7/115)
nannten die Gutachter im Rahmen der Gesamtbeurteilung folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
7/115/22)
:
1.
Chronisches
zervikospondylogenes
Schmer
z
syndrom (ICD-10 M53.0)
-
klinisch keine Hinweise für
radikuläre
Symptomatik
-
radiologisch
Spondylosis
deformans
C5-C7
-
Diskushernie C5/6 und C6/7 ohne Neurokompression (MRI 3/10)
2.
Chronisches
thorakolumbospondyloge
nes
Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5
)
-
myostatische
Insuffizienz mit den entsprechenden
muskuloligamentä
ren
Überlastungsreaktionen
-
klinisch keine Hinweise für
radikuläre
Symptomatik
-
Diskushernie L2/3 und L5/S1 ohne Neurokompression (MRI 4/06)
-
radiologisch
Spondylosis
deformans
obere und mittlere
Brustwirbel
säule
(BWS),
Osteochondrose
L1/2 und
Chondrosen
L2-S1
3.
Chronische Diarrhoe
-
wohl multifaktorieller Natur
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter die folgenden an
(
Urk.
7/115/23)
:
1.
Leichte depressive Episode
(ICD-10 F32.0)
2.
Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F54)
3.
Status nach rezidivierender akuter Pankreatitis
-
Ätiologie unklar, Verdacht auf
aethyltoxische
Ursache
4.
Verdacht auf beginnendes metabolisches Syndrom
-
Übergewicht (BMI 28 kg/m
2
)
-
h
ypertone Blutdruckwerte (bisher keine entsprechende Behandlung)
-
anamnestisch Blutzuckererhöhung
5.
Fortgesetzter Nikotinkonsum, schädlicher Gebrauch (ca. 50py, ICD-10 F17.1)
Zur Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter im Rahmen der Gesamtbeurteilung aus, dass bei den Untersuchungen im
C._
die vom Beschwerdeführer angegebe
nen Rücken- und Nackenbeschwerden im Vordergrund gestanden hätten.
Die vom Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden liessen sich nur zum Teil mit den objektiven klinischen und radiologischen Befunden erklären. Es lägen auch Zeichen von nicht-organischer Beschwerdegenese mit positiven
Waddelzeichen
vor.
Aus rheumatologischer Sicht sei er für eine körperlich leichte, wechselbe
lastende Tätigkeit zu 100
%
arbeits- und leistungsfähig. Die früher ausgeübten körperlich schweren Tätigkeiten seien ihm nicht mehr zumutbar. Aus
gastro
enterologischer
Sicht sei die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers für eine körperlich leichte Tätigkeit nicht eingeschränkt. Der Zugang zu einer Toilette müsste gewährleistet sein. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit, ebenso wenig aus
allgemein
internistischer
Sicht (
Urk.
7/
115/
23-24). Aufgrund der anamnestischen Angaben, ihrer Untersuchungs
befunde, der vorliegenden Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsun
fähigkeiten gingen sie davon aus, dass die Arbeitsun
fähigkeit für körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten seit März 2005 bestehe. Kurzzeitige Arbeitsunfähigkeiten, auch für angepasste Tätigkeiten, hätten während der Phasen der akuten Pankreatitis bestanden. Eine länger dauernde höhere Arbeits
unfähigkeit für angepasste Tätigkeiten im bisherigen Verlauf könne nicht bestätigt werden (
Urk.
7/115/24).
3.4.3
Im
polydisziplinären
Gutachten der
MEDAS D._
vom 2
7.
April 2015
(rheu
ma
tologisch, neurologisch, psychiatrisch)
wurden im Rahmen des
polydis
ziplinären
Konsens folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit gestellt (Urk. 7/157/26):
-
Unvollständig remittierte depressive Störung (ICD-10 F33.8)
-
Polytoxikomanie
(Alkohol, Nikotin, Kokain, Cannabis, Benzodiazepine [ICD
10 F19.2])
-
Verhaltensauffälligkeit in Verbindung mit körperlichen Störungen und Fakto
ren (ICD-10 F54.4)
-
Chronisches
thorakovertebrales
Syndrom mit relevantem Risiko für
Osteope
nie
/Osteoporose (ICD-10 M54.5)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine Hyperto
nie ohne Zeichen einer Herzinsuffizienz (ICD-10 I10.00), ein Diabetes (wahr
scheinlich Typ 2, ICD-10 E11.90), eine Adipositas (BMI 28; ICD-10 E11.6) sowie eine
Varikosis
beiderseits mit chronisch venöser Insuffizienz (ICD-10 I83) genannt.
Die Gutachter führten aus, der Beschwerdeführer habe gegenüber allen Gutach
tern über seinen täglichen Alkoholkonsum und
Nikotinabusus
berichtet. Aus
serdem konsumiere er Kokain und Cannabis, er sei zurzeit in einem Loch. Bei der internistischen Begutachtung hätten sich bei Nikotin- und
Alkoholfoetor
eine Gynäkomastie, eine palpabel vergrösserte Leber sowie eine beiderseitige
Varikosis
gefunden. Die ermittelten Laborwerte würden zur angegebenen
Poly
toxikomanie
passen. Der Diabetes sei gut eingestellt. Von neurologischer Seite her seien keine
radikulären
Reizzeichen feststellbar, lediglich diskrete
radikuläre
Ausfallzeichen im Versorgungsgebiet der Wurzel C
7.
Die pathologische Rele
vanz der neurologischen Befunde sei gering. Bei der rheumatologischen Begut
achtung lasse sich ein chronisches
vertebrogenes
Thorakovertebralsyndrom
feststellen, dabei liege ein relevantes Risiko für eine
Osteopenie
/Osteoporose vor. Vor allem wegen der Situation des mittleren Achsenskeletts mit potenziell sinterungsaktiver
Osteopenie
liege eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor. Dabei sei für die bisherigen Tätigkeiten eine 50%ige Arbeitsfähigkeit anzu
setzen, für eine angepasste Verweistätigkeit könne eine 80%ige Arbeitsfähigkeit attestiert werden (
Urk.
7/157/28). Die psychiatrische Begutachtung bestätige eine multiple Substanzabhängigkeit, welche aber willentlich mit entsprechenden therapeutischen Massnahmen durchaus überwindbar sei. Auch unter Würdigung der Vorberichte sei vom Vorliegen einer depressiven Störung auszugehen, dies in wechselndem Ausmass. Daneben fänden sich auch Verhaltensauffälligkeiten wie Symptomausweitung, Selbstlimitierung, Verharren in der Krankenrolle oder subjektive Leistungsinsuffizienz. Teilweise fänden sich auffällige
Antwortten
denzen
und keine authentisch wirkenden Detailschilderungen, so dass eine Aggravation nicht auszuschliessen sei. Die Beschwerdeschilderungen seien diffus mit fehlenden Detailangaben, Widersprüche und Diskrepanzen seien vor
handen. Im Rahmen der rezidivierenden depressiven Störung mit psychiatri
scher Komorbidität bei
Polytoxikomanie
sei die Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Diese betrage aus psychiatrischer Sicht 50
%
an 2 x 2 Stunden am Tag, dies
unter der Voraussetzung, dass der Beschwerdeführer seiner Sucht nicht weiter nachgehe.
Dies sei mit Willensanstrengung und Inanspruchnahme von Therapie zu bewältigen. Interdisziplinär sähen sie Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer wie auch aus psychiatrischer Sicht. Für eine adaptierte rückenschonende Tätigkeit würde die Arbeitsfähigkeit bei 80
%
liegen, gesamt
haft seien aber nur 50
%
anzusetzen, dies im Rahmen der psychiatrischen Erkrankung (
Urk.
7/157/28-29). Es sollte sich bei der angepassten Tätigkeit um einfach strukturierte Tätigkeiten handeln, ohne Bedienung von gefährlichen Maschinen oder mit hoher Konzentrationsanforderung, keine Schichtarbeit und ohne Notwendigkeit zur Führung eines Fahrzeugs. Erforderlich seien Arbeiten in Wechselpositionen ohne häufige Überkopftätigkeiten. Das Heben und Tragen sei bis 30
kg möglich. Vibrations- oder Rüttelbewegungen seien zu vermeiden (Urk. 7/157/31).
Zur Frage, ob und gegebenenfalls mit welchen medizinisch zumutbaren Mass
nahmen die Arbeitsfähigkeit verbessert werden könnte, führten die Gutachter aus, medizinisch zumutbar seien Massnahmen zur Aufgabe des Suchtverhaltens wie Übertritt in ein Übergangswohnheim, Suchtgruppenbetreuung. Auch in Bezug auf die rheumatologischen Beschwerden sei die Reduktion des Alkohol- und Nikotinkonsums ratsam. Nach erfolgten Osteoporose-Abklärungen sollten entsprechende Therapiemassnahmen erfolgen. Zudem sollten Instruktionen für rückengerechtes Verhalten durchgeführt werden. Durch diese Massnahmen könne sich medizinisch-theoretisch und bei entsprechender Motivation des Beschwerdeführers, welche aber sehr fraglich erscheine, eine Besserung der Arbeitsfähigkeit ergeben. Vorrangige Voraussetzung wäre, dass der Beschwer
deführer seiner Sucht nicht weiter nachgehe. Die erforderliche Willensleistung sei weder durch Depression noch durch Abhängigkeit im vorliegenden Fall vollständig blockiert
(Urk. 7/157/31).
4
.
4
.1
In somatischer Hinsicht ist aufgrund des Urteils des hiesigen Gerichts vom 7. März 2011 - unstrittig - davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer im damals zu beurteilenden Zeitraum (März 2005 bis 1
8.
Juni 2009) die zuletzt ausgeübte Tätigkeit nicht mehr, eine angepasste, körperlich leichte Tätigkeit jedoch zu 100
%
zumutbar war.
4
.2
Im November 2010 machte der Beschwerdeführer unter Hinweis auf einen Bericht der
F._
vom
1.
November 2010 (
Urk.
7/90) zwar geltend, sein somatischer Gesundheitszustand habe sich seither verschlechtert; seit vier bis fünf Monaten leide er unter starken Schmerzen im gesamten linken Schul
tergelenk sowie in der
Trapeziusmuskulatur
(
Urk.
7/91). Ausserdem reichte er im Oktober 2011 einen Bericht des
G._
vom 1
3.
Oktober 2011 ein, aus welchem unter anderem hervor geht, dass er am
3.
Oktober 2011 die dritte Episode einer akuten Pankreatitis erlitt (
Urk.
7/105-106). Die Gutachter des
C._
gelangten jedoch im polydisziplinären Gutachten vom 1
0.
November 2012 (
Urk.
7/115) aufgrund der von ihnen durchgeführten umfassenden somatischen Abklärungen (allgemeininternistisch, rheumatologisch und
gastroenterologisch
) zum Schluss, dass im bisherigen Verlauf in einer angepassten körperlich leich
ten, wechselbelastenden Tätigkeit keine andauernde
höhergradige
Arbeitsunfä
higkeit bestätigt werden könne und der Beschwerdeführer in einer solchen Tätigkeit weiterhin zu 100
%
arbeits- und leistungsfähig sei
(
Urk.
7/115/24; vgl.
E. 3.4.2)
.
Diese – in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
vorgenom
mene und nachvollziehbar begründete – Einschätzung der
C._
-Gutachter erscheint überzeugend. Es ist daher davon auszugehen, dass aus rein somati
scher Sicht im Zeitpunkt der Begutachtung im
C._
(Juli 2012) in einer körper
lich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit weiterhin eine 100%ige Arbeitsfä
higkeit bestand.
4
.3
Die Gutachter der
MEDAS D._
attestierten dem Beschwerdeführer im
poly
disziplinären
Gutachten vom 2
7.
April 2015 (
Urk.
7/157) aus rein somati
scher Sicht (internistisch, rheumatologisch, neurologisch) für adaptierte rückenschonende Tätigkeiten zwar nur noch eine 80%ige Arbeitsfähigkeit
(
U
rk.
7/157/28-29)
. Im Gegensatz zu den
C._
-Gutachtern erachteten die Gut
achter der
MEDAS D._
aber in qualitativer Hinsicht das Heben und Tra
gen von maximal 30 Kilogramm und damit nicht nur körperlich leichte Tätig
keiten als zumutbar
(
Urk.
7/157/31)
. Hinzu kommt, dass der rheumatologische Gutachter der
MEDAS D._
zur Begründung seiner Einschätzung, wonach in einer (eben auch das Heben und Tragen von maximal 30 Kilogramm bein
haltenden) angepassten Tätigkeit eine um „maximal“ 20
%
verminderte
Leistungsfähigkeit bestehe
(
Urk.
7/157/51)
, nicht eine seit der Begutachtung im
C._
eingetretene Verschlechterung der klinischen Befunde, sondern einen
blossen - Verdacht auf eine potentiell chronisch sinterungsaktive Osteoporose resp. ein relevantes Risiko für
Osteopenie
/Osteoporose anführte. Da ferner im neurologischen Teilgutachten der
MEDAS D._
lediglich auf „mögliche“ qualitative Auswirkungen der darin genannten klinischen Auffälligkeiten und elektrophysiologischen Befunde bei Tätigkeiten, welche einen Krafteinsatz über dem Kopf oder ein Abstützen des Körpers mit dem linken Arm erfordern, hin
gewiesen wurde
(
Urk.
7/157/39-40)
, ist nicht ersichtlich, weshalb in einer kör
perlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit nunmehr eine somatisch bedingte 20%ige Verminderung der Leistungsfähigkeit bestehen soll.
4
.4
Es ist daher nicht zu beanstanden, dass
die Beschwerdegegnerin
in der ange
foch
tenen Verfügung
vom 1
4.
Oktober
2015
von einem seit de
m Urteil vom 7. März 2011 (
Urk.
7/95)
im Wesentlichen unveränderten somatischen Gesund
heits
zustand ausgegangen ist.
5
.
5
.1
Strittig und zu prüfen ist im Weiteren, ob im Beurteilungszeitraum (Mär
z 2005 bis Oktober 2015
) ein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden vorlag.
5
.2
5
.2.1
Der Beschwerdeführer wurde im genannten Zeitraum insgesamt viermal psych
ia
trisch begutachtet, nämlich - im Auftrag des Krankenversicherers – im Januar 2006 durch
Dr.
med.
H._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie (
Urk.
7/29/52-62) und - im Auftrag der Beschwerdegegnerin – im August 2007 durch
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
(Urk. 7/50), im Juli 2012 im
C._
(Urk. 7/115/11-15) und im März 2015 in der
MEDAS D._
(
Urk.
7/157/53
68).
Im Gutachten von
Dr.
H._
wurden die sich stellenden Fragen aus
den
in Erwä
gung 5.5.4 des Urteils des hiesigen Gerichts vom
7.
März 2011
(
Urk.
7/95)
genannten Gründen nicht schlüssig beantwortet. Das Gutachten von
Dr.
Z._
und Dr.
A._
wurde laut dem genannten Urteil ohne Kenntnis wichtiger
Vorakten
(Anamnese) erstattet. Im Verbund mit der von der
Beschwerdegegne
rin
eingeholten ergänzenden Stellungnahme von
Dr.
A._
vom 1
1.
Juli 2011 (Urk. 7/100
; vgl. E. 3.3
) erfüllt es nun aber sämtliche Anforderungen an beweis
kräftige ärztliche En
tscheidungsgrundlagen (vgl.
E. 1.4
).
Dem psychiatrischen G
utachter des
C._
lag der Bericht des behandelnden Psychiaters
Dr.
I._
vom 2
8.
Oktober 2011 (
Urk.
7/119/3) nicht vor.
Da
der psychiatrische Gutachter des
C._
einen vollständigen Psychostatus erhob, die geklagten Beschwerden
berücksichtigte und sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerdeführers auseinandersetzte
(
Urk.
7/115/12-14)
, besteht aber kein Grund, dessen Beurtei
lung des
psychischen Beschwerdebild
es
im
Begutachtungszeitpunkt
(Juli 2012)
in Zweifel zu ziehen.
Ebenso verhält es sich bei den – in Kenntnis sämtlicher
Vorakten
gemachten – Angaben des psychiatrischen Gutachters der
MEDAS D._
zum psychischen Beschwerdebild im Zeitpunkt der dortigen psychia
trischen Begutachtung (März 2015).
5
.2
.2
Im
-
nach dem Gesagten insoweit beweiskräftigen -
Gutachten von
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
vom 1
8.
September 2007
(
Urk.
7/50)
wurde keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt. Als psychiatrische Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F32.4), und ein Abhängigkeitssyndrom von Tabak, gegenwärtiger Substanzgebrauch (ICD-10 F17.24), genannt
(Urk.
7/50/23). In seiner ergänzenden Stellungnahme vom 11. März 2011 legte
Dr.
A._
- in einlässlicher Auseinandersetzung mit den ihm anlässlich der Begutachtung nicht zur Verfügung stehenden ärztlichen Berichten - dar, dass zwischen März 2005 und September 2007 mit überwiegender Wahrschein
lich
keit eine depressive Störung abnehmender Schwere bestanden habe, wobei ab April 2007 noch eine
leichtgradige
depressive Episode nachvollzogen werden könne. Er attestierte dem Beschwerdeführer bis März 2007
(ausserhalb statio
närer Behandlungen)
eine
maximal
50%ige,
danach eine 30%ige
und
ab Sep
tember 2007 keine
Arbeitsunfähigkeit (
mehr [Urk.
7/100/8-9
]
).
Zu präzisieren ist, dass der Beschwerdeführer gemäss Aktenlage
anfangs März 2005 wegen – erklärbaren – Nackenbeschwerden, mithin aus somatischen Gründen, krankgeschrieben worden
war
.
Von einem
depressiven
Leiden
(
mittel- bis
schwergradige
depressive Episode mit psychotischen Symptomen und so
ma
tischem Syndrom ([ICD-10 F32.3]) ist erstmals im Bericht von
Dr. med.
J._
, Oberärztin des psychosomatischen Dienstes
der
E._
, vom 2
2.
September 2005 (
Urk.
7/60/9-12)
die Rede.
Was den Verlauf
der depressiven Symptomatik seit der Begutachtung durch Dr.
Z._
und
Dr.
A._
(August 2007) betrifft, so teilte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers der Beschwerdegegnerin am
8.
Oktober 2008 mit, dieser stehe offenbar seit längerer Zeit in psychiatrischer Behandlung bei Dr.
K._
. Diese habe ihm berichtet, dass sich dessen Gesund
heitszu
stand wesentlich verschlechtert habe und derzeit ein schweres depressives Zustandsbild bestehe (
Urk.
7/75). Dr.
med.
I._
, FMH Psychiatrie und Psycho
therapie, welcher den
Beschwerdeführer seit Oktober 2005
ambulant psy
chiatrisch be
handelt hatte,
diagnostizierte in seinem Bericht an die
Beschwerde
gegnerin
vom 31. Oktober
2011 – nebst einer
Anpassungs
störung
mit multipler Symptomatik (ICD-10 F43.23, F43.24, F43.25) sowie einer Schmerzstörung (ICD-10 F45.41) – eine depressive Episode mittleren, intermittierend auch schweren Grades (ICD-10 F32.1, F32.2). Unter Hinweis auf eine in jüngster Zeit eindeutig eingetretene Verschlechterung sowohl des psychischen als auch des somatischen Zustandes attestierte er dem Beschwerdeführer e
ine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
7/119
).
Die Ärzte der
L._
, Klinik für Soziale Psychiatrie und Allgemeinpsychiatrie West,
M._
nannten in ihrem Bericht an die Beschwerdegegnerin vom
4.
August 2011 (Urk. 7/101) als Diagnosen mit Aus
wirku
ng auf die Arbeitsfähigkeit
eine Anpassungsstörung mit depressiver Reak
tion (F43.2), bestehend seit 2005, eine intermittierend eingeschränkte
Impuls
kontrolle
(F63.9) sowie eine
Zervikalneuralgie
. Sie hielten im Weiteren fest, dass durch die Überlagerung der Schmerzsymptomatik mit einer psychischen Stö
rung die konkrete Festlegung auf einen Schweregrad schwierig sei. Über den Zeitraum zwischen 2005 und 2010, in welchem sie den Beschwerdeführer mit Unterbrüchen behandelt hätten, gingen sie von einer Arbeitsunfähigkeit zwischen 30
%
und 70
%
aus (Urk. 7/101/1). Im
– insoweit als beweiskräftig zu erachtenden
(vgl. E. 5.2.1)
-
psychiatrischen Teilgutac
hten des
C._
(Untersu
chung vom
3.
Juli 2012
) wurden als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0) sowie eine Schmerzverarbeitungsstöru
ng (ICD-10 F54) angeführt (Urk.
7/115/13).
Dr.
I._
hielt in seiner Stellungnahme vom 24. Januar 2014 fest, aufgrund seiner Inter
pretation des klinischen Bildes liege eine mittelgradige depressive Episode mit gelegentli
chen Phasen schweren Grades vor.
Die psychiatrische Symptomatik habe sich
seit 2012 verschlechtert (Urk.
7/133).
Die Ärzte der
N._
, in welcher der Beschwerdeführer vom 1
0.
April bis 22.
Juli 2014 stationär behan
delt worden war, diagnostizierten
in ihrem Bericht vom
6.
August 2014
unter anderem
eine rezidivierende depressive Episode, mittelgra
dig (ICD-10 F33.1
[
Urk.
7/142/1
]
)
.
Der psychiatrische Gutachter der
MEDAS D._
bemerkte
zur depressiven Symptomatik
,
dass es angesichts der Aktenlage, der Anamnese und der Befunde sinnvoll sei, davon auszugehen, dass eine rezidivierende depressive Störung vorliege, immer wieder in verschiedenem Ausmass, selten wohl vollständig remittiert, aktuell als unvollständig remittiert zu bezeichnen
, zumal das Bild gegenwärtig
eindeutig
gekennzeichnet sei
durch die Dysregulation des Tages
ablaufes, den gestörten Tag-Nachtrhythmus, die Strukturlosigkeit und die
Polytoxikomanie
(Urk. 7/157/64
)
.
Gesamthaft lasse sich aus diesem Krankheits
bild eine
r
dauerhafte
n
Arbeitsfähigkeit von nicht mehr als 50
%
ableiten (
Urk.
7/157/67
, vgl. aber
Urk.
7/157/30 Ziffer 3.6
).
5.
2.3
Nebst der d
epressiven Symptomati
k erhob
bereits
Dr.
J._
(
im September 2005)
-
das somatische Leiden begleitende und verlaufsbestimmende –
psycho
logische Faktoren und Verhaltensfaktoren (ICD-10 F54 [ängstlich vermeidender Schmerzbewältigungsstil, Befürchtungen hinsichtlich Gefährlichkeit der Schmerzen, Verdacht auf eine gestörte emotionale Schmerzverarbeitung mit einer ärgerlich gereizten Stimmung, berufliche Perspektivlosigkeit, anhaltende Verpflichtu
ngen
bei Arbeitslosigkeit], Urk. 7/60/11
)
.
Auch der psychiatrische Gutachter
des
C._
stellte
aufgrund der von ihm im Juli 2012 vorgenommenen psychiatrischen Untersuchung
die Diagnose einer Schmerzverarbeitungsstörung gemäss
ICD-10 F54
(Urk.
7/115/13)
.
Der psychiatrische Gutachter der
MEDAS D._
stellte ebenfalls fest,
dass
zahlreiche Verhaltensauffälligkeiten gemäss ICD-10 F54.4 zu erkennen
seien
, nämlich Symptomausweitung, Selbstlimitierung, final ausgerichtete
Entschädi
gungshaltung
, Konditionierung,
Verharren in der Krankenrolle sowie
subjektive Leistungsinsuffizienz (
Urk.
7/157/66-67).
Das Vorliegen einer
somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10 F45.5) wurde
hinge
gen
sowohl im Gutachten von
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
(
Urk.
7/50/23
) als auch i
n den
psychiatrischen Teilgutachten des
C._
sowie der
MEDAS D._
(Urk.
7/115/13
und
Urk.
7/157/67
)
ausdrücklich ausgeschlossen
.
5
.2
.4
Im Bericht de
s
M._
der
L._
an die Beschwerdegegnerin vom 4. August 2011 wurde sodann erstmals ein Alkoholabusus (ICD-10 F10.1) erwähnt, wobei diesem kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen wurde (Urk. 7/101; vgl. auch Bericht von
Dr.
I._
an die Beschwerdegegn
erin vom 28. Oktober 2011, Urk.
7/119). Die Diagnose einer Alkoholabhängigkeit (ICD-10 F10.21) sowie eines
Cannabis- und Kokainmissbrauches
(ICD-10 F12.1 resp. ICD-10 F14.1) wurde erstmals im Bericht der
N._
vom
6.
August 2014 (Urk.
7/142) gestellt.
Der psychiatrische Gutachter der
MEDAS D._
gelangte
-
unter Hinweis auf die Beurteilung der Ärzte der
N._
- zum Schluss,
dass von einer multiplen Substanzabhängigkeit bzw. von psychischen und Verhaltens
störungen durch multiplen Substanzgebrauch, also einer
Polytoxiko
manie
mit Konsum von Alkohol, Cannabis, Benzodiazepinen und Kokain auszu
gehen sei (
Urk.
7/157/63).
5.2.5
Im Gesamtgutachten der
MEDAS D._
wurden – die besagte Beurteilung im psychiatrischen Teilgutachten präzisierend - die Diagnosen einer unvoll
stän
dig remittierten depressiven Störung (ICD-10 F33.8), einer
Polytoxi
ko
manie
(Alkohol, Nikotin, Kokain, Cannabis, Benzodiazepinen [ICD-10 F19.1]) sowie
einer Verhaltensauffälligkeit in Verbindung mit körperlichen Störungen und Faktoren (ICD-10 F54.4) gestellt
(
Urk.
7/157/26)
.
Diese
Diagnosen
wurden von den Parteien – zu Recht - nicht in Zweifel gezo
gen. Streitig und zu prüfen
sind jedoch deren Auswirkungen
auf die Arbeits
fä
higkeit des Beschwerdeführers
im Verlauf seit 2005 bis zur Begutachtung in der
MEDAS D._
im März 201
5.
5
.3
5
.3
.1
Die Arbeitsunfähigkeit ist ein unbestimmter Rechtsbegriff des formellen Ge
setzes (
Art.
6 ATSG). Daher kommt der Arztperson bei der Folgenabschätzung der von ihr erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigung keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu, sondern sie nimmt
hiezu
Stellung, das heisst, sie gibt eine Schätzung ab. Diese ist durch die rechtsanwendenden Behörden im Rahmen der rechtlichen Vorgaben zu würdigen (BGE 140 V 193 E. 3.1 und E.
3.2). Somit können sich Konstellationen ergeben, bei welchen von der im medizinischen Gutachten festgestellten Arbeitsfähigkeit abzuweichen ist, ohne dass die gesamte gutachterliche Beurteilung ihren Beweiswert verliert (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichtes 8C_92/2017 vom 2
0.
März 2017 E. 5.1 mit Hinweisen).
Der Nachweis einer Invalidität setzt nach der Rechtsprechung eine gesund
heit
lich bedingte, erhebliche und evidente, dauerhafte und objektivierbare Beein
trächtigung voraus. Dieser Massstab gilt für sämtliche Leiden gleicher
massen (BGE 139 V 547 E. 9.4).
5
.3.2
Ein Suchtleiden vermag nach der eingangs dargelegten Rechtsprechung für sich allein keine
Inv
alidität zu begründen (vgl. E. 1.2.4
).
Dass das
-
nach dem Gesagten erstmals im August 2014 diagnostizierte - Sucht
leiden
des Beschwerdeführers
einen invalidisierenden
somatischen
Gesundheits
schaden
mit andauernder Ausw
irkung auf die Arbeitsfähigkeit
bewirkt hat resp. Folge eines solchen ist, wurde beschwerdeweise nicht geltend gemacht und ist auch nicht ersichtlich. Aus rechtlicher Sicht wäre die diagnosti
zierte
Poly
toxiko
manie
daher nur dann beachtlich, wenn ein
damit in Zusam
menhang stehendes psychisches Leiden mit Auswirkung auf die Arbeits- und Erwerbs
fähigke
it des Beschwerdeführers bestehen würde
.
5
.3.3
Bei den Störungen gemäss ICD-10 F50-59 handelt es sich um
Verhaltens
auf
fällig
keiten
in Verbindung mit körperlichen Störungen und Faktoren. Die Kate
gorie 54 beinhaltet psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei ande
ren
orts klassifizierten Krankheiten; sie sollte verwendet werden, um psy
chi
sche Faktoren und Verhaltenseinflüsse zu erfassen, die eine wesentliche Rolle in der
Ätiologie körperlicher Krankheiten spielen, die in anderen Kapiteln der ICD-10 klassifiziert werden. Die sich hierbei ergebenden psychischen Störungen sind meist leicht, oft lang anhaltend (wie Sorgen, emotionale Konflikte, ängstli
che Erwartung) und rechtfertigen nicht die Zuordnung zu einer der anderen Kategorien des Kapitels V (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_567/2009 vom 17. September 2009 E. 5, mit Hinweis; Weltgesundheitsorganisation [WHO], Internationale Kodifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], 9. Auf
lage, Bern 2014, Seite 268).
Störungen gemäss ICD-10 F54 fallen
nicht unter die Schmerzrechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 130 V 352 [bisherige Rechtsprechung]; BGE 141 V 281 [am
3.
Juni 2015 geänderte Recht
sprechung]
;
vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_646/2015 vom 1
9.
Mai 2016 E.
4.6 unter Hin
weis auf BGE 140 V 8 E. 2.2.3.1)
.
Dr.
J._
und der psychiatrische Gutachter des
C._
massen der von ihnen gestellten Diagnose gemäss ICD-10 F54 keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
bei (
Urk.
7/
60/11 und
Urk.
7/115/13-14
). Im Gesamtgutachten der
MEDAS D._
wurde unter dem Titel „Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfä
higkeit“ zwar auch
die
Verhaltensauffälligkeit in Verbindung mit körperlichen Störungen und Faktoren (ICD-10 F54.4) aufgeführt
(Urk.
7/157/26)
. Dies erscheint jedoch nicht nachvollziehbar, hat doch der psychiatrische Gutachter der
MEDAS D._
die von ihm vorgenommene, im Rahmen der
Gesamtbe
urteilung
übernommene Einschätzung (50%ige Arbeitsunfähigkeit resp. Arbeits
fähigkeit von 2 x 2 Stunden pro Tag)
-
wie Dr.
J._
und der psychia
trische Gutachter des
C._
- nicht mit dieser Diagnose
, sondern ausdrücklich mit der
Polytoxikomanie
sowie der depressiven Störung
begründet
(
Urk.
7/157/65-67)
.
Mit Blick auf die genannten Diagnosekriterien
von ICD-10 F54
sowie auf
g
rund der Feststellungen von Dr.
J._
und der psychiatrischen Gutachter
des
C._
sowie der
MEDAS D._
kann ohne Weiteres davon ausgegangen wer
den
,
dass
es den von ihnen beschriebenen Verhaltensauffälligkeiten resp. der
Schmerz
verarbeitungs
störung
gemäss ICD-10 F54
bereits an der Schwere, wel
che auf eine invali
disierende Gesundheitsbeeinträchtigung schliessen liesse, fehlt (
vgl. E. 5.3.1;
vgl. Urteile des Bund
esgerichtes 8C_482/2016 vom 15.
Sep
tember 2016 E. 4.3 und 9C_64
6/20
15 vom 1
9.
Mai 2016 E. 4.6)
.
5
.3.4
Ausschlaggebend ist somit, ob der seit September 2005
aktenkundigen
depressi
ven Symptomatik eine invalidisierende Wirkung beizumessen ist.
5
.4
5
.4
.1
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes fallen leichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch, ein
zig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie
erwiesener
massen
therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E. 3.3 mit Hinweis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut
angehbar
sind - gesetzlich ver
langten Konstellation ist den normativen Anforderungen des Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht
auszuschliessen
sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konsequent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nachhaltig ausgeschöpft wurden (
BGE 140 V 193
E. 3.3; BGE
137 V 64
E. 5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E. 4.1).
5.4
.2
Von den i
nvolvierten Ärzten gingen
einzig
Dr.
J._
,
Dr.
K._
und
Dr.
I._
vom Vorliegen einer mittelschweren bis -
intermittierend
-
schweren depressiven Symptomatik aus
(vgl. E. 5.2
.2)
. Die von
Dr.
J._
in ihrem Bericht vom 22. September 2009 vorgenommene Einstufung der depressiven Symptomatik als mittelschwer bis „schwer“ kann dabei aufgrund der von ihr erhobenen Befunde
(
Urk.
7/60/10-11) sowie ihrer weiteren Fest
stellungen (
Urk.
7/60/11) nicht nachvollzogen werden
(vgl.
Urk.
7/100/4). Dr.
K._
reichte der Beschwerdegegnerin - trotz mehrfacher Aufford
erung - keinen Arztbericht ein (
Urk.
7/78
und
Urk.
7/82/3
]
. Dr.
I._
hat in den genannten Berichten vom 3
1.
Oktober 2011 und 2
4.
Januar 2014 zu den angeblich intermittierend auftretenden schweren depressiven Episoden keine nachv
ollziehbaren (konkreten) Feststellungen
gemacht. Zudem ist nicht akten
kundig,
dass seit 2011 je eine (teil-)stationäre Behandlung stattgefunden hat
, was bei Vorliegen einer schweren depressiven Symptomatik jedoch zu erwarten gewesen wäre. Schliesslich ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, nach welcher behandelnde Arztpersonen mitunter im Hinblick auf ihre
auftragsrecht
liche
Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussa
gen (BGE 135 V 456 E. 4.5).
Es ist daher überwiegend wahrscheinlich davon auszugehen, dass
die depressive Symptomatik anfänglich (
September 2005
) mittelgradiger Ausprägung
, ab
April 2007 leichter Ausprägung,
im August 2007 (Zeitpunkt der Begutachtung durch
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
) vollständig remittiert und im weiteren Verlauf unt
erschiedlicher, aber (ebenfalls) nicht schwerer Ausprägung war. Dabei ist in der Zeit seit August 2007 z
umindest zeitweise nur eine
maximal
leichtgradig
e
depressive Symptomatik
(vgl. Befunde und Diagnosen im Bericht des
M._
vom 4. August 2011 [Urk. 7/101/4; vgl. dazu
Urk.
7/115/14] sowie im
psychiatri
schen Teilgutachten des
C._
[Untersuchung vom
3.
Juli 2012, Urk. 7/115/12-
13]) und im Zeitpunkt der Begutachtung in der
MEDAS D._
(März 2015)
sogar
nur
mehr
eine unvollständig remittierte depr
essive Symptomatik
belegt
(Urk. 7/157/64).
5
.4.3
Wie erwähnt, kam es bis zur Begutachtung durch
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
im August 2007 unter der seit Oktober 2005 durchgeführten Behandlung zu einer vollständigen Remission der (sei
t September 2005 aktenkundigen)
depressiven Symptomatik. Bis August 2007 kann deshalb augenscheinlich nicht von einer Therapieresistenz ausgegangen werden
(vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_58/2016 vom 1
1.
Mai 2016 E. 4.2). Dies gilt umso mehr, als im Zwischen
bericht der Klinik für affektive Erkrankungen und All
g
emeinpsychiatrie der
L._
vom 15. Februar 2007
, in welcher der Beschwerdeführer vom
23. Januar bis 1
6.
März 2007
hospitalisiert war,
bemerkt worden war
, der Beschwerdeführer habe sich
Medikamenten wie auch allen Therapien gegenüber sehr entwertend gezeigt, so dass es schwierig sei, mit den neuen Medikamenten im gegenwärti
gen Zeitp
unkt auf Erfolg zu hoffen (Urk.
7/50/37). Daran änderte sich
laut dem Austrittsbericht der genannten Klinik vom 2
3.
März 2007 bis zum am 1
6.
März 2007
– auf eigenen Wunsch des Beschwerdeführers hin
- erfolgten
Austritt aus der genannten Klinik
nichts
. Erschwerend komme hinzu, dass der Beschwerde
führer sehr auf den IV-Bescheid hoffe
(
Urk.
7/50/31-33).
Es besteht deshalb Grund zur Annahme
, dass der Beschwerdeführer die ihm zumutbaren
Behand
lungsmöglichkeiten
in der Zeit vor der Begutachtung durch
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
nicht in kooperativer Weise optimal ausgeschöpft hat.
Im Zeitpunkt der Begutachtung durch
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
wurde der Beschwerdeführer
– wie bereits ab Januar 2006 bis zum Eintritt in die
O._
der
L._
am 23
. Januar 2007 (vgl.
Urk.
7/30,
Urk.
7/44 und
Urk.
7/50/36) – psychiatrisch
durch Dr.
me
d. P._
betreut, wobei er diesen offenbar ein- bis zweimal
pro Monat aufsuchte (
7/50/5). Nachdem er zwischenzeitlich (2008/2009) durch
Dr. K._
behandelt worden war (
Urk.
7/75
; ein Arztbericht war von dieser Ärztin, wie erwähnt, nicht erhältlich
), stand er offenbar ab 8.
Juni 2009 wieder im
M._
in Behandlung (
Urk.
7/79). Ende Oktober 2010 beendete er die dortige Behandlung auf eigenen Wunsch und wechselt
e – wie
der – zu
Dr.
I._
(Urk.
7/101/2).
Gemäss
dessen Angaben fanden die Sitzungen bei ihm monatlich (Oktober 2011) resp. zweiwöchentlich bis monatlich (Januar 2014) statt
(
Urk.
7/119/2 und
Urk.
7/133)
. Vom 1
0.
April bis 2
2.
Juli 2014 und von Oktober bis Dezember 2014 hielt sich der Beschwerdeführer stationär in der
N._
auf, wobei die dortige Behandlung auf den Entzug
resp. die Ent
wöhnung
a
usgerichtet war (
Urk.
7/142,
Urk.
7/157/20
und
Urk.
7/157/63
). Danach wurde er durch
Dr.
I._
weiterbetreut.
Gemäss
seinen
eigenen
Angaben anlässlich der
Begutachtung suchte der Beschwerdeführer Dr.
I._
damals min
des
tens einmal pro Woche auf (Urk.
7/157/20-21).
Dem Gutachten von
Dr.
Z._
und
A._
ist zu entnehmen, dass
im August 2007 das laut den Angaben des Beschwerdeführers damals eingenommene
Trimipramin
(Antidepressivum) zwar nachgewiesen werden konnte, jedoch nicht im therapeutischen Bereich lag (
Urk.
7/50/5 und
Urk.
7/50/19). Im Zeitpunkt der Begutachtung
im
C._
lag
offenbar
der Wirkstoff
Escitalopram
(Antidepressivum
Cipralex
) zwar im therapeutischen Bereich (
Urk.
7/115/10
).
Im Zeitpunkt der Begutachtung in der
MEDAS D._
war dies aber wiederum nicht der Fall (
Urk. 7/157/36).
Gegenüber dem psychiatrischen Gutachter der
MEDAS D._
erklärte der Beschwerdeführer denn auch, dass er
Medikamente ausserhalb der Klinikzeiten nur unregelmässig resp. (Psychopharmaka) gar nicht ein
nehme.
Der psychiatrische Gutachter der MEDAS hielt – dementsprechend – fest, dass die Compliance des Beschwerdeführers letztlich ger
ing sei
(Urk.
7/157/62
)
. Im Hinblick darauf sowie
angesichts der zumindest bis August 2014 bloss monatli
ch
en
resp. zweiwöchentlichen
bis monatlichen
Therapieintervalle kann auch seit der Begutachtung im August 2007 nicht vo
n einer konsequenten
Depressions
behandlung
gesprochen werden, welche wegen Resistenz der Depression als gescheitert betrachtet werden müsste (vgl. Urteil
e
des Bundesgerichtes 8
C_131/2016 vom 1
4.
Juli 2016 E.
5.3.2
und 8C_814/2016 vom
3.
April 2017 E.
5.3.2 mit Hinweisen
). Dies gilt umso mehr, als die Gutachter der
MEDAS D._
im Rahmen der Gesamtbeurteilu
ng feststellten
, dass die für die Inan
spruchnahme der zumutbaren therapeutischen Massnahmen erforderliche Willensleistung weder durch die Depression noch durch die Abhängigkeit voll
ständig blockiert sei und sich medizinisch-theoretisch, bei entsprechender Moti
vation
des Beschwerdeführers
, eine Besserung der Arbeitsfähigkeit ergeben könnte (
Urk.
7/157/31).
5
.4.4
Ins Gewicht fällt sodann, dass seitens der involvierten Arztpersonen von Anbe
ginn an auf das psychische Beschwerdebild erheblich mitbestimmende psycho
soziale Belastungsfaktoren
(vgl. E. 1.2.3)
hingewie
sen wurde (vgl. Bericht von Dr.
J._
vom 2
2.
September 2005,
Urk.
7/60/11 [Perspektivlosigkeit, anhal
tende Verpf
lichtungen bei Arbeitslosigkeit
]; Austrittsbericht der
Q._
vom
7.
Dezember 2005,
Urk.
7/60/17
[finanzielle
Unsicher
heit, Versicherungsprobleme, schwierige familiäre Situation]; Berichte der Klinik für affektive Erkrankungen und Allgemeinpsychiatrie der
L._
vom 1
5.
Februar 2007,
Urk.
7/50/37 [
prekäre finanzielle Situation, Trennung von der Familie], und vom 2
7.
März 2007, Urk.
7/50/31-33 [Schulden];
ergänzende Stell
ung
nahme von
Dr.
A._
vom 11.
Juli 2011,
Urk.
7/100/8;
Bericht des
M._
vom
4.
August 2011,
Urk.
7/101/1).
Die Ärzte des
M._
äusserten sich denn in
ihrem Bericht vom
4.
August 2011 auch dahingehen
d
, dass für eine erfolgreiche Behandlung - nebst einer effektiven Schmerzbehandlung und psychiatrisch sta
bi
lisierender Hilfsangebote
-
auch
sozialarbeiterische
Hilfsmassnahmen erfor
derlich seien (
Urk.
7/101/3).
L
aut dem psychiatrischen Gutachter der
MEDAS D._
war
das
psychische
Beschwerdebild im Zeitpunkt der Begutachtung eindeutig durch die Dysregula
tion des Tagesablaufes, den gestörten Tag-Nachtrhythmus, die Strukturlo
sigkeit und die
Polytoxikomanie
-
mithin nicht durch für eine Depression typische Symptome
-
gekennzeichnet (
Urk.
7/157/64). An anderer Stelle wies er
darauf hin, dass keine Hinweise auf eine Störung im Sinne eines sozialen Rückzuges vorlägen; stattdessen Herumziehen mit anderen, leichte Umtriebigkeit im Zusammenhang mit der Drogenbeschaffung
und des Drogenkonsums (
Urk.
7/157/61) resp. Verlust der bürgerlichen Existenz im Rahmen des Drogen
konsums (
Urk.
7/157/67). Vorherrschende Symptomatik im Zeitpunkt der Begutachtung in der
MEDAS D._
war demnach zumindest teilweise die durch den Drogenkonsum geprägte psychosoziale Problematik.
Die vom psy
chia
tri
schen Gutachter
der
MEDAS D._
abgegebenen
Therapie
empfehlungen
(st
at
ionärer Entzug, Entwöhnungsbehandlung, nachfolgende therapeutische Schritte, nämlich Übertritt in ein Übergangswohnheim,
Langzeit
behandlung
, am
bulante Suchtgruppen etc. [Urk.
7/157/66])
beziehen sich denn auch in erster Linie auf die Behandlung der Suchtproblematik.
Ausserdem wies er ausdrücklich darauf hin, dass sich durch ambulante Gespräche bei einem vertrauten Psychiater die schwierige psychosoziale Situation, die den
Krank
heitsverlauf
negativ aufrechterhalte, nicht auffangen lasse (
Urk.
7/157/67
; vgl.
auch
Bericht der
N._
vom 6.
August 2014, worin festgehalten wurde, dass die Standortbestimmung mit dem Sozialdienst einen breiten Raum einge
nommen habe [
Urk.
7/142/2]
).
5
.4.5
Schliesslich ist zu beachten, dass der psychiatrische Gutachter der
MEDAS D._
-
wie bereits die Ärzte der Klinik für affektive Erkrankungen und Sozialpsychiatrie d
er
L._
in ihren Berichten vom 1
5.
Februar und 2
7.
März 2007
(
Urk.
7/50/37 und
Urk.
7/50/32)
-
auf eine fehlende Bereitschaft des Beschwerdeführers zur Veränderung hinwies. Absichten bezüglich beruflicher Veränderungen seien überhaupt nicht zu diskutieren. Das subjektive
Leistungs
konzept
sei mit einer völligen Leistungsinsuffizienz verbunden. Eine Leistungs
motivation sei nicht erkennbar (Urk. 7/157/62). Sodann bemerkte er
wie die Ärzte des
B._
(Bericht vom 2
5.
Juni 2008,
Urk.
7/71/4) - Inkon
sistenzen im Ver
halten des Beschwerdeführers sowie eine Selbstlimitierung (Urk.
7/157/62 und
Urk.
7/157/65). Eine Simulation oder Dissimulation erachtete er als nicht vor
liegend, eine Aggravation schloss er jedoch nicht aus (
Urk.
7/157/62).
5
.4.6
Zusammenfassend resultiert aus der
seit September 2005 aktenkundigen
rezidi
vierenden depressiven Störung angesichts der nicht
besonder
s ausge
prägten Befunde (vgl. E.
5.2.2 und
5.4.2), der nicht
ausgewiese
nen Therapie
resistenz (vgl. E. 5.4.3
)
und der das Beschwerdebild von Anfang an erheblich beein
flus
senden invalidi
tätsfremden Faktoren (vgl. E. 5.4.4
; vgl. auch Urteile des Bun
desgerichts 9C_454/2013 vom 2
9.
Oktober 2013 E. 4.1 und 8C_746/2016 vom
3.
Februar 2016 E. 5.4) sowie ferner auch angesichts der dargelegten Hinweise auf Selbstlimitation, su
bjektive Invaliditätsüberzeugung
, fehlende Motivation und Aggravation
(vgl. E. 5.4.5)
für den gesamten Beurteilungszeitraum keine rechtlich relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
5.5
D
emnach ist
– mangels Vorliegens eines invalidisierenden psychischen Leidens (vgl. E. 5.3) - eine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit im
Beurteilungs
zeit
raum
gänzlich zu verneinen.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Beschwerde
führers in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
6.2
6.2.1
Das
Valideneinkommen
ist so konkret wie möglich zu bestimmen. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Ein
kommensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen). In diesem Sinn bedarf das Abgehen vom zuletzt erzielten Verdienst besonderer Begründung (Urteil des Bundesgerichtes 9C_846/2015 vom
2.
März 2016 E. 2.2
Abs.
3).
6.2.2
Gemäss Aktenlage war der Beschwerdeführer von August 1996 bis August 2003 als Betriebsmitarbeiter bei der
R._
tätig, wobei er dort ein schwankendes Einkommen (rund
Fr.
43‘000.-- im Jahr 2001, rund Fr. 49‘000.-- in den Jahren 1997 und 2000 und rund
Fr.
53‘000.-- in den Jahren 1998, 1999 und 2002) erzielte. Von September 2003 bis Mai 2004 bezog er Arb
eitslosenentschädigung (
Urk.
7/9
3). Ab dem 1
9.
Juli 200
4
war er bei der
Y._
angestellt. Diese
kündigte
das Arbeitsver
hält
nis am 24. Februar 2005
, wobei die Kündigungsfrist aufgrund der am 1.
März 2005 erfolgten Krankschreibung bis Ende April 2005 verlängert wurde (Urk. 7/32/1).
6.2.3
Gemäss den Lohnabrechnungen der
Y._
betrug der dortige monatliche Bruttolohn bis Ende 2004
Fr.
4‘200.-- und ab Januar 2005
Fr.
4‘500.-- (x 13).
Ausserdem wurden ihm unter dem Titel „Provision“ im Oktober 2004
Fr.
1‘012.--, im April 2005
Fr.
551.60 und im Oktober 2005 Fr. 850.50 („Nachzahlung“) ausbezahlt (
Urk.
7/32/8-17).
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 10) kann angesichts der Unregelmässigkeit der Provisionszahlungen während der nicht einmal ein Jahr
dauernden Anstellung nicht als
erstellt gelten, dass
er
auch künftig Provi
sionen in der Höhe der bisherigen erhalten hätte. Dies gilt umso mehr, als er nach dem Gesagten auch in den Vorjahren ein unregelmässiges Einkommen erzielt hatte. Hinzu kommt, dass die
Y._
die Kün
digung damit begründete, dass der Beschwerdeführer ihre Vorstellungen für die von ihm auszuführenden Tätigkeiten nicht habe e
rfüllen können (Urk. 7/32/1 und
Urk.
7/32/5). Er habe zu wenig produktiv gearbeitet und sich nicht richtig ins Team einfügen können (
Urk.
7/32/7).
Dies lässt aber darauf schliessen
, dass
die
Y._
das Arbeitsverhältnis
mit dem Beschwer
deführer
auch im Gesundheitsfa
ll nicht fortgesetzt hätte
.
6.2.4
Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das
Validen
einkommen
nicht aufgrund des zuletzt erzielten tatsächlichen Ein
kommens, sondern aufgrund des
Tabellenlohnes der LSE, Tabellengruppe TA1, Total, Männer, Anforderungsniveau 4,
berechnet hat. Da ein allfälliger Renten
an
spruch des Beschwerdeführers im Jahr 2006 entstanden sein könnte, ist jedoch nicht die LSE 2010, sondern die LSE 2006 heranzuziehen.
6.3
Da der Beschwerdeführer
seit März 2005 keine ihm an sich zumutbare
neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, ist auch das Invalideneinkommen aufgrund des genannten Tabellenlohnes der LSE 2006 zu bestimmen.
6.4
6.4.1
Sind – wie hier - Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabel
lenlohn
zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung: Der
Invali
ditätsgrad
entspricht dem Grad der Arbeitsunfähigkeit, dies unter Berücksichti
gung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts 8C_628/2015 vom
6.
April 2016 E. 5.3.5 mit Hinweisen).
6.4.2
Da ein allfälliger Abzug vom Tabellenlohn (zu den Abzugsgründen vgl. BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
) nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes 25
%
nicht übersteigen darf (BGE 135 V 279 E. 5.2 und BGE 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc; vgl.
Urteil des Bundesgerichts
9C_532/2016 vom 2
5.
November 2016 E. 4.1.2), kann sich bei 100%iger Arbeits- und Leistungsfähigkeit ein Invaliditätsgrad von maximal 25
%
ergeben und resultiert demnach jedenfalls kein
rentenbegrün
dender
Invaliditätsgrad.
6.4.3
Ein rentenbegründender Invaliditätsgrad würde sich im Übrigen auch dann nicht ergeben
, wenn aufgrund des Gutachtens der
MEDAS D._
vom 27.
April 2015
davon ausgegangen
würde
, dass
aus somatischen Gründen in einer angepas
sten Tätigkeit nunmehr eine um 20
%
verminderte Leistungsfä
higkeit besteht
(
Urk.
7/157/28-29 und
Urk.
7/157/51; vgl. E. 4.3)
.
In diesem Fall
wäre
zu beachten, dass trotz der vom
rheumatologischen und neurologischen Gutachter der
MEDAS D._
attestierten quantitativen und/oder qualitativ
en Beeinträchtigungen (vgl. E. 4.3
) ein
breites Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten besteht. Zu denken ist etwa an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten. Wenn überhaupt (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_658/2015 vom
9.
Mai 2016
E. 5.2.1 mit Hinweis
),
liesse
sich unter diesen Umständen ein leidensbedingter Abzug von höchstens 10
%
vom Tabellenlohn rechtfertigen.
Im Weiteren wäre
bei reduzierter Leistungs-, aber vollzeitlicher Arbeitsfähigkeit kein Teilzeitabzug vorzunehmen (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_710/2014 vom 1
2.
Mai 2015 E. 4.2 mit Hinweis). Auch das Alter des 1962 geborenen Beschwerdeführers
wäre nicht als
Abzugs
grund
zu betrachten,
zumal Hilfsarbeiten auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
16 ATSG) altersunabhängig nachgefragt werden (vgl. statt vieler Urteile 8C_672/2013 vom 2
0.
Februar 2014 E. 3.3 und 9C_380/2015 vom 1
7.
November 2015 E. 3.2.4). Weitere Abzugsgründe sind nicht ersichtlich und wurden vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht.
Es
würde
demnach ein –
rentenausschliessender
- Invaliditätsgrad von maximal 28
%
(
{
100 - [0,9 x 80]
}
:
100)
resultieren
.
7.
Im Ergebnis hat die Beschwerdegegnerin demnach einen Rentenanspruch zu Recht verneint, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
8.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der
Invalidenversiche-rung
vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt.
Die Gerichtskosten sind auf Fr.
600
.
--
festzulegen
und ausgangsgemäss dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen.