Decision ID: 36cced01-fc9f-4875-91ed-a9b3b00ed994
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1962 geborene
X._
, welche bis am 3
0.
November 2015
als Montagemitarbeiterin bei der
Y._
AG
gearbeitet hatte, stürzte am 2
7.
Dezember 2015
bei einem Spaziergang
und brach sich den
rechten
Dau
men
(
Urk.
9/6/5,
Urk.
9/7/6).
Am 1
9.
Dezember 2016 meldete
sie sich
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistun
g
sbezug an (
Urk.
9/7).
Die IV-Stelle
liess
daraufhin
einen Auszug aus dem individuellen Konto erstellen
(
Urk.
9/12),
zog die Akten der Suva bei (
Urk.
9/14
) und
holte einen Arbeitgeberbericht der
Y._
AG (
Urk.
9/13)
sowie einen
Bericht von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates und für Handchirurg
i
e,
(
Urk.
9/15) ein. Mit Mitteilung vom 2
0.
Juni 2017
(
Urk.
9/16)
setzte die IV-Stelle
X._
darüber in Kenntnis, dass zurzeit keine beruflichen Eingliederungs
mass
nahmen möglich seien. Über ihren Rentenanspruch erhalte sie später eine sepa
rate Verfügung. In der Folge zog die IV-Stelle weitere Akten der Suva
bei (
Urk.
9/18-19,
Urk.
9/30) und holte einen weiteren Bericht von
Dr.
Z._
(Urk.
9/20)
sowie Berichte von
med.
pract
.
A._
(
Urk.
9/23
, vgl. auch
Urk.
9/55/5
) und von
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Neurologie, (
Urk.
9/25) ein.
Nachdem
X._
am 20.
September 2017 von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Chirurgie,
und Dr.
me
d
.
D._
, Fach
arzt
für Chirurgie und
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Be
we
gungsapparates
,
vom Regionalen Ärztlichen Dienst der IV-Stelle (RAD) unter
such
t
worden war (
Urk.
9/34), gab die
IV-Stelle bei der
E._
ein poly
diszi
plinäres Gutachten in Auftrag (
Urk.
9/
43
). Dieses wurde
am
6.
Februar 2018 erstattet (
Urk.
9/54). Mit Vorbescheid vom 2
7.
März 2018 stellte die IV-Stelle in Aussicht, einen Rentenanspruch
zu verneinen (Urk.
9/56). Dagegen liess
X._
am
7.
Mai
2018 Einwand erheben (Urk.
9/64), worauf die IV-Stelle
zunächst
am
6.
August
2018
(
Urk.
9/78)
und hernach am
1
0.
August
2018
(
Urk.
9/85)
einen neuen Vorbescheid erliess. Mit letzterem stellte sie
die Zusprache
einer
Viertelsrente
mit Wirkung ab
1.
Juni 201
7
in Aussicht. Dagegen liess
X._
am 1
4.
September 2018 Einwand erheben (
Urk.
9/94
). Mit
Ver
fügung vom 2
6.
November 2018
sprach die IV-Stelle
X._
wie vor
beschieden mit Wirkung ab
1.
Juni 2017 eine
Viertelsrente
zu
(
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X._
mit Eingabe vom
1
4.
Januar 2019
(
Urk.
1)
Be
schwerde erheben und beantragen:
1.
Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2
6.
November 2018 sei inso
weit aufzuheben, als sie den Anspruch auf eine die
Viertelsrente
über
steigende Invalidenrente verneint
.
2.
Der
Beschwerdeführerin
sei eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen.
3.
Eventualiter sei
die
Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die Be
schwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu
Lasten der Beschwerde
geg
nerin.
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
4.
März 2019
(
Urk.
8)
, es sei der Beschwerdeführerin
im Sinne einer
reformatio
in peius
anzu
drohen, einen Rentenanspruch zu verneinen
.
Die Beschwerdegegnerin hielt in der Folge mit
Stellungnahme
vom 2
3.
August 2019 an der Beschwerde fest (
Urk.
13), was der Beschwerdegegnerin
mit Verfügung vom 27.
August 2019 angezeigt wurde (
Urk.
14).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der
nachfolgenden Erwägungen eingeg
angen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Tei
l des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dü
rfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft
eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stützte sich
in der
angefochtenen Verfügung vom 26.
November
2018 (
Urk.
2)
aus medizinischer Sicht im Wesentlichen auf das Gutachten der
E._
und ging davon aus
, dass die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit als Montagemitarb
eiterin seit dem Unfall vom 27.
Dezember 2015 nicht mehr arbeitsfähig sei, ihr eine behinderungsangepasste Tätigkeit jedoch noch zu 70
%
zumutbar sei.
Das
Valideneinkommen
setzte
die Beschwerdegegnerin
anhand des von
der Beschwerdeführerin bei der
Y._
AG erzielt
e
n
Einkommen
s fest
. Das Inv
alideneinkommen berechnete
sie gestützt
auf die Tabellenlöhne des Bundesamtes für Statistik, wobei
sie vom Tabellenlohn
einen behinderungsbedingten Abzug von 25
%
vornahm.
Mit Beschwerdeantwort vom 1
4.
März 2019 (
Urk.
8) hielt die Beschwerdegegnerin an ihrer Beurteilung
der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin
fest. B
ezüg
lich
Valideneinkommen
erklärte sie
jedoch
,
dass dieses
gestützt auf die statis
ti
schen Werte zu berechnen sei, wobei das Einkommen für die Tätigkeit als Hilfs
arbeiterin massgebend sei. Betreffend Invalideneinkommen
machte
die Beschwer
de
gegner
in
geltend
, dass kein Anlass für einen behinderungsbedingten Abzug vom
Tabellenlohn bestehe, da die funktionelle Einschränkung in der vermin
der
ten Leistungsfähigkeit von 30
%
bereits berücksichtigt sei.
Aus der Gegenüber
stel
lung der so berechneten Einkommen ergebe sich ein rentenau
sschliessender Inva
liditätsgrad, weshalb der Beschwerdeführerin eine
reformatio
in peius in Aussicht zu stellen sei.
2.2
Die Beschwerdeführerin liess dagegen im Wesentlichen einwenden (
Urk.
1
und
Urk.
13
),
die Gutachter hätten in ihrer Gesamtbeurteilung au
sgeführt, dass sich ihrer Meinu
ng nach aufgrund der reduzierten Einsetzbarkeit der rechten Hand und der damit verbundenen verminderten Produktivität eine medizinisch-theo
retische Arbeitsfähigkeit von 70
%
ergebe. Die Gutachter hätten
sich dabei
einzig auf die objektivierbaren, funktionellen Einschränkungen bezogen und gestützt auf diese objektivierbaren Befunde sie als funktionell einarmig qualifiziert. Eine weitere Reduktion einer theoretisch noch möglich
en
Leistungsfähigkeit
infolge Schmerzen
sei hingegen nicht vorgenommen worden. Da jedoch die von den Gutachtern empfohlenen therapeutischen Massnahmen, die während Monaten am
A
mbulatorium
F._
durchgeführt worden seien, keine Verbesserung der Situation gebracht hätten, seien
die schmerzbedingten
Einschränkungen in der Beurteilung der Leistungsfähigkeit
zusätzlich zu berücksichtigen.
Das
Valideneinkommen
sei nicht - wie von der Beschwerdegegnerin geltend ge
macht - aufgrund der statistischen Werte festzulegen. Sie verfüge über eine lang
jährige Erfahrung als Produktionsmitarbeiterin und habe in ihrer ganzen Er
werbsbiografie meistens sogar mehrere Arbeitsstellen innegehabt. Im Gesund
heitsfall wäre bei einer weiteren Anstellung nicht zu erwarten gewesen, dass sie mit einem Hilfsarbeiterlohn für Ungelernte entlöhnt worden wäre, auch wenn ihr letztes Einkommen nur wenig über dem Durchschnitt der Tabellenlöhne gelegen habe
. Hinsichtlich Invalideneinkommen habe die Beschwerdegegnerin
in der Beschwerdeantwort
zu Unrecht
ausgeführt, dass die quantitative Einschränkung mit einem leidensbedingten Abzug doppelt berücksichtigt würde
.
S
ie
, die ihr Leben lang manuell t
ätig gewesen sei, müsste
,
selbst
wenn sie in einer wie auch immer gearteten Verweistätigkeit noch zu arbeiten vermöchte, zusätzlich mit einer erheblichen Lohneinbusse rechnen, da kein Arbeitgeber be
reit sein werde, ihr den gleichen
Lohn wie
einer
im entsprechenden Pensum uneingeschrän
kt leistungs- und einsatzfähigen
Arbeitnehmerin zu bezahlen.
3.
3.1
Im Gutachten der
E._
vom
6.
Februar 2018
(
Urk.
9/54
) werden die bis zur Begutachtung
der Beschwerdeführerin
aktenkundigen medizinischen Berichte zusammengefasst (
Urk.
9/54/6
ff.), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden.
3.2
Die Gutachter der
E._
hielten in ihrem Gutachten vom
6.
Februar 2018 (
Urk.
9/54) als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
fest
(
Urk.
9/54/34):
-
CRPS Typ
I, partiell remittiert (Erstdiagnose März 2016)
-
Revision der Beugesehne Daumen rechts 2
2.
Juli 2016 bei ossärem Ausriss
Lig
.
k
ollateral ulnare MCP I rechts 2
7.
Dezember 2015
-
Budapest-Kriterien formal erfüllt
-
s
ymmetrisch normale Mineralisati
on (Röntgen Hände beidseits 18.
Dezember 2017)
-
z
ystische Veränderungen O
s
lunatum
im Rahmen eines ulnaren
Impak
tionssyndroms
, aktuell annähernd reizlos, im Übrigen normales MRI der Hand, kein Knochenmark
ö
dem, kein Weichteilödem, keine
Syno
vitits
, keine
Tenosynovitis
. Am MCP-1-Gelenk zwei kantenabgerundete
Ossikel
palmar medial und lateral, welche wah
rsch
einlich Sesambeinen entsprechen
, beide reizlos (MRI Hand 5.
Oktober 2015)
-
keine Anhaltspunkte für eine periphere Nervenläsion
-
Schmerzausweitungstendenz im Sinne eines diffusen
Hemischmerz
syndroms
rechts
Als Nebendiagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nannten
die Gutachter (
Urk.
9/54/35):
-
a
nam
nestisch Allergien auf verschiedene organische Stoffe ohne
nennenswerte subjektive Beeinträchtigung (Birken, Hausstaubmilben, Me
hl,
verschiedene Pollen)
Aus polydisziplinärer Sicht sei die Beschwerdeführerin als funktionelle
Einhän
derin
einzustufen. Jegliche körperlich schweren und überwiegend
mittelschweren
beruflichen Tätigkeiten seien zu vermeiden. In körperlich leichten, wechselbe
lastenden beruflichen Tätigkeiten ohne bimanuelle Arbeiten, ohne feinmotorische oder kraftanfordernde manuelle Arbeiten mit der rechten Hand, ohne Arbeiten mit der rechten
oberen Extremität über Kopfhöhe, ohne
schwere rückenbelastende Arbeiten
und
ohne Kälte-/Nässeexpos
i
tion sei aus polydisziplinärer Sicht von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30
%
auszugehen (spätestens ab Oktober 2016, Abschluss der Behandlung nach operativer Revision der Beuge
sehne
Dig
I rechts am 2
2.
Juli 2016;
Urk.
9/54/40).
Die
zuletzt ausgeübte Tätigkeit
als Montagemitarbeiterin in einer Elektronikfirma
beinhalte b
imanuelle Arbeiten sowie Arbeiten mit Anforderungen an die Feinmotorik der rechten Hand, welche von der Beschwerdeführerin seit dem Unfallereignis vom 2
7.
Dezember 2015 nachvollziehbar nicht mehr ausgeübt werden könn
t
en (
Urk.
9/54/39)
.
3.3
Mit Bericht
an die Suva
vom 3
1.
Oktober 2017
(
Urk.
9/9
3
/1
-3
)
, welcher den Gut
achter
n
der
E._
nicht vorlag,
nannte
Dr.
med.
G._
, Oberarzt des Instituts für Anästhesiologie des Universitätsspitals
H._
, als Diagnose:
-
Verdacht auf CRPS I, Differentialdiagnose in Remission, Differen
tial
diag
nose neuropathisch, Differentialdiagnose posttraumatisch degenerative Veränderungen
-
Status nach Sturzereignis am 2
7.
Dezember 2015 mit ossärem Ausriss des Ligamentum
collaterale
ulnare MCP I
Ein CRPS sei nicht auszuschliessen, dennoch seien neuropathische oder posttrau
matische Veränderungen als Schmerzursachen möglich. Gemäss Budapester-Kri
terien liege zurzeit kein CRPS vor. Ein CRPS in Remission wäre aber möglich. Inwiefern nervale Strukturen doch beteiligt sein könnten, sei unklar. Zur Eingren
zung der Verdachtsdiagnosen würden diagnostische Nervenblockaden terminiert. Des Weiteren seien zur Untersuchung der pharmakologischen Modulation der Schmerzen Medikamentenaustestungen geplant. Hierbei werde generell das An
sprechen auf verschiedene Stoffklassen geprüft. Getestet würden hierbei
Remifen
tanil
, um das Ansp
rechen auf Opioide, Lid
ocain, um das Ansprechen auf Natrium
kanalblocker sowie Ketamin, um das Ansprechen auf NMDA Rezeptor Antago
nisten zu evaluieren. Bei positivem Ansprechen könnte eine Serie Ketamin
-
oder
Lidocaininfusionsbehandlung
folgen
,
mit dem Ziel einer längerfristigen positiven
Schmerzmodulierung
beziehungsweise Beschwerdesenkung
.
Am 1
3.
November 2017 wurde im Institut für Anästhesiologie des
H._
eine
Keta
minaustestung
vorgenommen. Die Beschwerdeführerin zeigte unmittelbar nach Vornahme der Diagnostik keine Veränderung der Schmerzen (
Urk.
9/93/4-5
;
Urk.
9/93/6
). Am 2
2.
November
2017 wurde
gleichenorts
eine diagnostische Blocka
de des
Nervus
r
adial
is
durchgeführt (
Urk.
9/93/6-8). Dieses
bewirkte
eine 30
-
bis 50%ige Schmerzreduktion für etwa 6 Stunden (
Urk.
9/93/9). Am 2
5.
Ju
ni 2018 wurde die diagnostische
Blockade des
Nervus
r
adialis
rechts wiederholt (
Urk.
9/93/13).
Die Beschwerdeführerin sprach darauf nicht an (
Urk.
9/93/17).
4.
Den von Versicherung
strägern im Verfahren nach Art.
44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper
tise sprechen (BGE 135 V 465 E.
4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom
11. Juni 2019 E.
2 mit Hinweisen).
Es liegen keine Indizien vor, welche gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens
des
E._
vom
6.
Februar 2018
(
Urk.
9/54
)
sprechen würden. Vielmehr
be
ruht
das Gutachten
auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen, wurde in Kenntnis der und Ausei
nandersetzung mit den
Vorakten
erstattet, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander. Die Gutachter haben die medizinischen Zustän
de und Zusammenhänge
zudem
einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolge
r
ungen nachvollziehbar begründet (
vgl. E
. 1.4).
Soweit die Beschwerdeführerin geltend
macht,
die Gutachter hätten bei der Atte
stierung einer 30%igen Arbeitsfähigkeit lediglich die funktionell bedingten Ein
schränkungen berücksichtigt, es jedoch unterlassen, aufgrund der Schmerzen, welche die ganze rechte Körperseite betreffen, eine weitere Reduktion vorzu
nehmen,
kann ihr nicht gefolgt werden. Die rein funktionell bedingten Ein
schrän
kungen sind ursächlich für die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
. Hinsichtlich e
iner angepassten Tätigkeit sind sie
ursächlich für die Art d
er noch zumutbaren Tätigkeit.
Darüber hinaus vermögen sie gemäss Gutachter aufgrund der reduzierten Produktivität wegen der funktionellen
Einhändigkeit
eine 20%ige Leistungsminderung
zu begründen
(Urk.
9/54/33).
Eine
weitergehende
quantita
tive Einschränkung in einer
angepassten Tätigkeit
aufgrund der funktionell be
dingten Einschränkungen
ergibt sich aus dem Gutachte
n
jedoch
nicht.
Indem die Gutachter
der
E._
der Beschwerdeführerin auch in einer optimal angepassten Tätigkeit
über die 20%ige Leistungsminderung hinaus ei
ne 30%ige Einschränkung attestierten, trugen sie insbesondere auch
ihren
dauerhaften Schmerzen Rechnung
(
Urk.
9/5
4
/38
)
.
Hinsichtlich des Einwande
s
der Beschwerdeführerin, der
behandelnde Arzt Dr.
B._
h
a
be festgehalten, es sei angesichts des beruflichen Bild
u
n
g
sstands der Beschwerdeführerin nicht vorstellbar, eine Arbeit zu verrichten, in welcher lediglich die linke Hand eingesetzt werde (
Urk.
1 S. 5), ist festzuhalten, dass die Würdigung der Verwertbarkeit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit auf dem ausge
glichenen Arbeitsmarkt nicht Sache der Mediziner ist
(Urteil des Bundesgerichts 8C_545/2012 vom 25. Januar 2013 E. 3.2.1, nicht publiziert in BGE 139 V
28; vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2)
. Entsprechend ist es
für die Beweiskraft des Gutachtens
auch unerheblich, ob
sich
die Gutachter eine Verwertbarkeit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt vorstellen können (vgl.
Urk.
1 S. 5).
Aus der im Nachgang der Begutachtung schmerztherapeutischen Behandlung im
H._
(vgl. E. 3.3)
kann die Beschwerdeführerin ebenfalls nichts zu ihren Gunsten ableiten. Die Gutachter empfahlen zwar die Anbindung an ein spezialisiertes interdisziplinäres Schmerzzentrum (
Urk.
9/54/40), sie berücksichtigen
jedoch
im Rahmen der attestieren Arbeitsfähigkeit keine durch die Behandlung mögliche Verbesserung der Leistungsfähigkeit. Vielmehr empfahlen si
e
eine Verlaufsbegut
achtung in einem bis spätestens zwei Jahren (
Urk.
9/54/40)
.
Nach dem Gesagten
ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin auf das Gutachten der
E._
abgestellt hat und von einer 100%igen Arbeits
unfähigkeit in der angestammten und einer 30%igen A
r
beitsu
n
fähigkeit in einer optimal angepassten Tätigkeit ausgegangen ist.
5
.
5.1
Zur Ermittlung der erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlich bedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist ein Einkommensvergleich vorzunehmen.
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174).
Nachdem die Beschwerdeführerin seit
dem 27.
Dezember 2015
ihre ange
stammte Tät
igkeit nicht mehr ausüben kann
und sie sich am
1
9.
Dezember 2016
zum Leistungsbezug
angemeldet hat
(vgl.
Urk.
9/
7
), ist der hypothetische Renten
beginn im
Juni 2017
(vgl.
Art.
29
Abs.
1 IVG)
.
5.2
5.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
5.2.2
Die Beschwerdeführerin ging im Zeitpunkt des Eintrittes der Arbeitsunfähigkeit am 2
7.
Dezember 2015 (
Urk.
9/6/5) keiner Erwerbstätigkeit nach.
Da
sie
ihre letzte Arbeitsstelle bei der
Y._
AG zudem nicht aus gesundheitlichen, sondern aus wirtschaftlichen Gründen verlor
(
Urk.
9/13/
1,
Urk.
9/13/6
), ist das
Valideneinkommen
nicht gestützt auf das Einkommen der Beschwerdeführerin bei der
Y._
AG, sondern gestützt auf die Löhne der LSE zu berechnen.
Gemäss der Tabelle TA1_tirage_skill_level erzielten Frauen, welche im Jahr 2016 einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art ausübten
,
im Median
ein Einkommen von
Fr. 4'
363
.--.
Unter Berücksichtigung der
betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2017 von
41,7 Stunden (
vgl. Bundesamt für Statistik, betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche,
Total) und in Anpassung an die Nominallohnentwicklung ergibt sich für das Jahr 2017
bei einem 100%-Pensum
ein
Valideneinkommen
von
Fr. 54'789.05
(Fr. 4'363.-- x 12 : 40 x 41,7 : 105 x 105,4 [vgl. Nominallohnindex
,
Frauen, Tabelle, T1.2.10]).
5.3
5.3.1
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln (Art. 16 ATSG; BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis).
Dabei ist nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtsprechungsgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_910/2011 vom 30. März 2012 E. 3.1 mit Hinweis; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.1). Der ausgeglichene Arbeits
markt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeits
angebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Von einer Arbeitsgelegenheit kann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur noch in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. statt vieler: Urteile des Bundes
ge
richtes 8C_434/2017 vom 3. Januar 2018 E. 7.2.1 und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1, je mit weiteren Hinweisen).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zu
mut
bar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leis
tungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalles ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesund
heitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbei
tungs
aufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhan
dene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder An
wend
barkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE
138 V 457 E. 3.1 mit Hinweisen). Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht (BGE 138 V 457 E. 3.2
mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Gemäss BGE 138 V 457 richtet sich der Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird,
nach dem Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbs
tätig
keit
(E. 3.3). Als ausgewiesen gilt die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbs
tätigkeit, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 143 V 431 E. 4.5.1; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.4).
5.3.2
Wie dargelegt
(E.
3.2 und E.
4)
sind der Beschwerdeführerin
körperlich leichte
, wechselbelastende berufliche Tätigkeiten ohne bimanuelle Arbeiten, ohne fein
motorische oder kraftanfordernde manuelle Arbeiten mit der rechten Hand, ohne Arbeiten mit der rechten oberen Extremität über Kopfhöhe sowie ohne sch
were rückenbelastende Arbeiten und
ohne Kälte-/Nässeexposition
weiterhin zu 70
%
zumutbar
. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin darf vorliegend ange
nommen werden, dass auf dem hypothetischen Arbeitsmarkt genügend Tätigkei
ten existieren, welche dem gutachterlich festgestellten Anforderungsprofil ent
sprechen. Insbesondere sind der Beschwerdeführerin
Überwachungsarbeiten und
auch
– wie von der Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort vom 1
4.
März
2019 (
Urk.
8) zutreffend dargelegt –
die Bedienung gewisser halbautomatischer Maschinen oder Produktionseinheiten weiterhin möglich (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_1050/2009 vom 2
8.
April 2010 E. 3.4).
Es kann nicht gesagt werden, dass eine zumutbare Tätigkeit nur noch in so eingeschränkter Form möglich wäre, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_82/2009 vom
9.
Oktober 2009 E. 5.5 mit Hinweisen). Unter Berücksichtigung, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt
der Begutachtung in der
E._
55
Jahre alt war und ihr somit noch
mehr als
acht Jahre bis zur
ordentlichen
Pensionierung blieben
(vgl.
Art.
21
des Bundesgesetzes über die Alters-
und Hinterlassenenversicherung, A
HVG)
und dass das Bundesgericht für die Unver
wertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen relativ hohe Hürden entwickelt hat (vgl. Urteil 8C_345/2013 vom 10.
September 2013 E. 4.3.3), ist die
Verwertbarkeit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch als möglich und zumutbar zu erachten (vgl. den Einwand der Beschwerdeführerin,
Urk.
1 S.
5-6
).
5.3.3
Die Beschwerdeführerin ging
im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns keiner Erwerbstätigkeit nach. Das Invalideneinkommen ist daher gestützt auf die Tab
ellenlöhne der LSE zu berechnen, wobei ebenfalls der Lohn von Frauen, welche einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art verrichteten,
heranzuziehen ist.
Bei einer 70%igen Arbeitsfähigkeit resultiert so
für das
Jahr 2017 ein Einkommen von
Fr.
38'352.35
(
Fr.
4'363.-- x 12 : 40 x 41,7 : 105 x 105,4
[vgl. E. 5.2.2]
x
0,
7
).
5.3.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allen
falls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per
sönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebens
alter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Auf
grund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähig
keit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unter
durchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht über
steigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invaliden
einkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht
zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
Die Beschwerdeführerin war im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns
55 Jahre alt. Sie
kann – wie dargelegt
(E. 4)
- nur noch
körperlich leichte
, wechsel
belastende berufliche Tätigkeiten ohne bimanuelle Arbeiten, ohne feinmotorische oder kraftanfordernde manuelle Arbeiten mit der rechten Hand, ohne Arbeiten mit der rechten oberen Extremität über Kopfhöhe sowie ohne sch
were rücken
belastende Arbeiten und
ohne Kälte-/Nässeexposition
ausüben.
Es ist daher davon auszugehen, dass
sie
ihre verbliebene Leistungsfähigkeit auf dem ausge
glichenen Arbeitsmarkt nur mit klar unterdurchschnit
tlichem Erfolg verwerten kann.
Der von der Beschwerdegegn
erin in der angefochtenen Verfügung vom 2
6.
November 2018 (
Urk.
2) gewährte Abzug vom Tabellenlohn in Höhe vo
n 25
%
ist daher nicht zu beanstanden
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_58/2018 vom
7.
August 2018 E. 5.3 mit Hinweisen).
5.3.5
Bei einem Abzug vom Tabellenlohn von 25
%
resultiert
für das Jahr 2017
ein Invalideneinkommen von Fr.
28'764.25 (
Fr.
38'352.35 x 0,75)
.
5.4
B
ei einem
Valideneinkommen
von
Fr. 54'789.05
und einem Invalideneinkommen von
Fr. 28'764.25
ergibt sich eine Einkommenseinbusse von
Fr.
26'024.80
(
Fr. 54'789.05
-
Fr. 28'764.25
) und ein Invaliditätsgrad von 4
7
,5
%
(
Fr.
26'024.80
:
Fr. 54'789.05
). Bei einem Invaliditätsgrad von 4
7
,5
%
besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
.
Dies
gilt
mit Wirkung ab
1.
Juni 2017.
6.
Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung vom 2
6.
November 2018
(
Urk.
2)
als rechtens. Es besteht daher kein Anlass für
die Andro
hung einer
reformatio
in peius. Die Beschwerde ist
ohne Weiterungen abzuweisen.
7.
D
a die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.