Decision ID: b1d57359-4632-542b-9d1c-ef42dfdc342d
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer suchte am 9. Februar 2018 in der Schweiz um Asyl
nach. Anlässlich der Befragung zur Person (BzP) vom 5. März 2018 und
der Anhörung vom 28. März 2018 machte er im Wesentlichen Folgendes
geltend:
Er sei in Tegucigalpa geboren und aufgewachsen. Er habe die Sekundar-
schule abgeschlossen und im Jahr (...) sein Journalismus-Studium auf-
grund seiner Heirat und der Geburt seiner ersten Tochter nach neun Mo-
naten abgebrochen. Seit dem Jahr (...) bis wenige Tage vor seiner Aus-
reise (...) 2017 sei er als Journalist und Korrespondent für B._ und
andere Medien tätig gewesen. Im Jahr 2002 sei er aus beruflichen Gründen
nach C._ umgezogen. Im Jahr (...) sei seine zweite Tochter auf die
Welt gekommen. In der zweiten Hälfte des Jahres 2017 sei er wieder nach
Tegucigalpa gezogen.
Als Journalist habe er über den Drogenhandel und die Zusammenarbeit
der Polizei und hochrangiger Politiker mit den Drogenkartellen berichtet. Er
habe unter anderem Interviews mit hochrangigen, korrupten Polizeibeam-
ten geführt. Aufgrund dieser Tätigkeit sei er bedroht worden. Im (...) 2013
sei er von unbekannten Männern gezwungen worden, in ein Auto einzu-
steigen. Diese hätten ihn mit Waffen bedroht und ihm gesagt, er solle nicht
mehr über die Drogengeschäfte berichten, andernfalls man ihn töten
würde. Er sei mit dem Griff der Pistole auf den Kopf geschlagen und aus
dem fahrenden Auto geworfen worden. Dabei habe er sich am Arm verletzt.
Zudem sei er von Männern auf Motorrädern beschattet worden. Im (...)
2017 habe er über die Veruntreuung von Geldern der Sozialversicherun-
gen berichtet, woraufhin er telefonisch mit dem Tod bedroht worden sei. Im
(...) 2017 habe er seine Mutter im Quartier «D._» in Tegucigalpa
besuchen wollen. Am Quartierseingang sei er von Gangmitgliedern der
Mara 13, die das Quartier kontrolliert hätten, durchsucht worden. Dabei
hätten sie seinen Ausweis sowie sein Tonbandgerät entdeckt. Er sei von
zwei Gangmitgliedern in ein Haus gebracht worden und habe sich auszie-
hen müssen. Wegen seiner Tätigkeit als Journalist sei er beschimpft und
geschlagen worden. Man habe ihn danach gehen lassen und gesagt, er
solle nicht mehr zurückkommen. Im Weiteren habe er als Journalist und
Sympathisant während des Wahlkampfs im Jahr 2017 über die Partei
«Libre» berichtet. Aus diesem Grund sei er im (...) und (...) 2017 von der
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Polizei belästigt und mit anderen Personen mehrmals für kurze Zeit fest-
gehalten worden. Dies habe der Einschüchterung gedient. Im (...) 2017
habe ihm ein Freund, welcher beim Militärgeheimdienst arbeite, empfohlen
das Land zu verlassen, da sich sein Name auf einer Todesliste befinde. Am
(...) 2017 sei er legal mit dem Flugzeug von Tegucigalpa nach Spanien
gereist. Dort sei es jedoch gefährlich für ihn gewesen, da seine Verfolger
auch in Spanien ihre Leute hätten. Am (...) Januar 2018 sei er per Bus in
die Schweiz gereist.
Der Beschwerdeführer reichte folgende Dokumente und Beweismittel zu
den Akten (im Original, sofern nicht anders spezifiziert):
– seine Identitätskarte sowie seinen Reisepass,
– seinen Führerausweis,
– eine Klage bei der Nationalen Kommission für Menschenrechte CONA-
DEH,
– einen honduranischen Arztbericht vom (...) 2017,
– einen spanischen Arztbericht vom (...) 2017 mit CD-ROM,
– einen schweizerischen Arztbericht vom (...) Juli 2019,
– fünf Presseausweise,
– seinen Strafregisterauszug,
– eine Kopie seines abgelaufenen Reisepasses,
– eine Kopie seines Geburtsscheins,
– zwei Online-Berichte über die Gewalt an Journalisten in Honduras,
– eine Liste aus Wikipedia mit getöteten honduranischen Journalisten,
– einen Bericht der Organization of American States (OAS) aus dem Jahr
2010,
– diverse nicht näher benannte Audio-Dateien von honduranischen Ra-
diobeiträgen,
– diverse Fotos und Dokumente betreffend den Drogenhandel in Hondu-
ras und die darin verwickelten Personen,
– Fotos der Geburtsurkunden seiner beiden Töchter,
– ein Foto von angeblichen Mitgliedern der Mara 13,
– eine Liste von Todesopfern der kriminellen Organisation «Los Cachi-
ros».
B.
Mit Verfügung vom 6. September 2019 – eröffnet am 11. September 2019
– verneinte das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers
und lehnte sein Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es seine Wegweisung
aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an.
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C.
Mit Beschwerde vom 9. Oktober 2019 an das Bundesverwaltungsgericht
beantragte der Beschwerdeführer die vollumfängliche Aufhebung der an-
gefochtenen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und
die Gewährung von Asyl. Eventualiter sei die Sache zwecks vollständiger
Erhebung und Würdigung des rechtserheblichen Sachverhalts und Fällen
eines neuen Entscheids an das SEM zurückzuweisen, subeventualiter sei
die Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzu-
stellen, unter Gewährung der vorläufigen Aufnahme. In prozessualer Hin-
sicht beantragte er die Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Be-
schwerde und die Sistierung des Wegweisungsvollzugs mittels vorsorgli-
cher Massnahmen, die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
sowie die amtliche Beiordnung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung. Im
Weiteren beantragte er, sich gegenüber allfälligen Stellungnahmen des
SEM gehörig äussern respektive sein Replikrecht wahrnehmen zu können.
Auf die Begründung wird – soweit wesentlich – in den nachfolgenden Er-
wägungen eingegangen.
Der Beschwerdeführer reichte acht Arztberichte sowie einen Bericht über
die Situation honduranischer JournalistInnen zu den Akten.
D.
Mit Zwischenverfügung vom 25. Oktober 2019 stellte der Instruktionsrichter
den legalen Aufenthalt des Beschwerdeführers in der Schweiz für die
Dauer des Verfahrens fest, hiess das Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Prozessführung gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kos-
tenvorschusses. Weiter forderte er den damaligen Rechtsvertreter des Be-
schwerdeführers auf, darzulegen, dass er die Voraussetzungen zur Ernen-
nung zum amtlichen Rechtsbeistand erfülle, andernfalls der Beschwerde-
führer eine andere geeignete Person zu bezeichnen und zu bevollmächti-
gen habe, wobei bei ungenutzter Frist das Gesuch um amtliche Rechtsver-
beiständung als zurückgezogen betrachtet werde.
E.
Mit Eingabe vom 11. November 2019 erklärte der ursprüngliche Rechtsver-
treter des Beschwerdeführers, die Voraussetzungen zur Ernennung zum
amtlichen Rechtsbeistand nicht zu erfüllen. Stattdessen habe der Be-
schwerdeführer die rubrizierte Rechtsanwältin bevollmächtigt. Er bean-
tragte, die rubrizierte Rechtsanwältin als seine amtliche Rechtsbeiständin
für das laufende Verfahren einzusetzen.
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F.
Mit Zwischenverfügung vom 15. November 2019 hiess der Instruktionsrich-
ter das Gesuch des Beschwerdeführers um amtliche Rechtsverbeistän-
dung gut und setzte die rubrizierte Rechtsanwältin als seine amtliche
Rechtsbeiständin ein.
G.
Mit Eingabe vom 30. April 2020 informierte der Beschwerdeführer über
seine psychiatrische Behandlung und reichte hierzu zwei Arztberichte (vom
(...) Dezember 2019 und (...) Februar 2020) ins Recht.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG (SR 142.31) in Kraft
getreten (AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige
Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG
vom 25. September 2015).
1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgül-
tig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108
Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.
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2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
5.
5.1 Nach Ansicht der Vorinstanz hielten die Vorbringen des Beschwerde-
führers den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG
nicht stand, weshalb auf eine Prüfung deren Asylrelevanz verzichtet wer-
den könne. Es sei einerseits zu widersprüchlichen Aussagen gekommen.
In der BzP habe er angegeben, im (...) 2013 vier Stunden in den Händen
der Entführer gewesen zu sein. An der kurz darauf erfolgten Anhörung
habe er angegeben, lediglich zehn bis fünfzehn Minuten im Fahrzeug der
Entführer gewesen zu sein. Darauf angesprochen habe er gesagt, nicht
genau sagen zu können, wie lange die Entführung gedauert habe, da er
keine Uhr gehabt habe, um nachzuschauen. Es könne durchaus von ihm
verlangt werden, den Unterschied von zehn bis fünfzehn Minuten und vier
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Stunden auch ohne Hilfsmittel wahrzunehmen. Er habe diesen Wider-
spruch deshalb nicht auflösen können. Ferner sei es zu widersprüchlichen
Angaben zu weiteren Vorfällen und polizeilichen Problemen ab dem Jahr
2013 gekommen, weshalb schwerwiegende Zweifel an seinen Vorbringen
bestünden. Weiter erstaune, dass er aufgrund widersprüchlicher Angaben
nicht genauer habe schildern können, mit was für einem Gegenstand er
von den Gangmitgliedern der Mara 13 geschlagen worden sei (BzP: Base-
ballschläger; Anhörung: Stock). Des Weiteren habe er an der BzP ausge-
sagt, nach diesem Ereignis eine Anzeige erstattet zu haben. Nachdem die
Polizei seine Anzeige nicht habe entgegen nehmen wollen, sei er mit seiner
Anzeige zur NGO C-Libre gegangen. An der Anhörung habe er demgegen-
über gesagt, dass er zwar zunächst eine Anzeige bei der Polizei habe er-
statten wollen, dies dann aber nicht gemacht habe. Er habe wiederholt da-
rauf hingewiesen, dass er bei C-Libre und der Menschenrechtsorganisa-
tion CONADEH um Hilfe ersucht habe, weil er vom Staat keine Hilfe erhal-
ten würde. In der von ihm eingereichten Klage bei CONADEH stehe, dass
er gegen die NGO C-Libre Klage wegen Verletzung des Rechts auf Zugang
zur Justiz erhoben habe. Dies entbehre jeglicher Logik, wäre es doch der
Staat, den er anzuklagen gehabt hätte. Dies widerspreche auch seinen Er-
zählungen. Dies nähre die Vermutung, dass es sich beim besagten Doku-
ment um eine Fälschung handle. Im Übrigen sei es zu unterschiedlichen
Angaben zu seinem sowie den Aufenthalts- und Wohnorten seiner Ehefrau
und Tochter gekommen. Seine Erklärung, dies in der BzP aus Sicherheits-
überlegungen für seine Frau und Tochter nicht gesagt zu haben, sei nicht
überzeugend. Er habe in der Schweiz um Schutz ersucht und sei bereits
zu Beginn der BzP auf seine Mitwirkungs- und Wahrheitspflicht sowie auf
die Verschwiegenheitspflicht der anwesenden Personen aufmerksam ge-
macht worden. Seinen Aussagen zufolge sei der angebliche Vorfall im (...)
2017 mit den Gangmitgliedern der Mara 13, welche das Quartier in Tegu-
cigalpa kontrolliert hätten, der ausschlaggebende Grund für seine Ausreise
gewesen. Dabei handle es sich jedoch um ein lokal begrenztes Problem,
welchem innerstaatlich ausgewichen werden könne. Weshalb er stattdes-
sen eine interkontinentale Reise vorgenommen habe, sei nicht nachvoll-
ziehbar. Gleiches gelte für seinen Verzicht, sich um den Schutz der hondu-
ranischen Behörden zu bemühen. Den honduranischen Bürgern stehe
grundsätzlich eine funktionierende und effiziente Schutzinfrastruktur zur
Verfügung. Zudem fehle es seiner angeblichen Entführung im (...) 2013 am
sachlichen und zeitlichen Kausalzusammenhang mit seiner Ausreise im
(...) 2017.
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Seite 8
Auch die zahlreichen Beweismittel änderten nichts an dieser Einschätzung.
Dabei handle es sich grösstenteils um Identitäts-Dokumente und Doku-
mentationen der allgemeinen Lage in Honduras, welche nicht geeignet
seien, seine persönliche Verfolgung zu belegen. Die Entstehung seiner
medizinischen Probleme könne nicht zweifelsfrei festgestellt werden und
sei in den Arztberichten gemäss seinen Angaben wiedergegeben worden.
Generell sei der Beweiswert des eingereichten Arztberichtes aus Honduras
gering, da es sich auch um ein Gefälligkeitsschreiben handeln könne; dafür
spreche, dass der Bericht erst nach seiner Ausreise aus Honduras verfasst
worden sei.
5.2
5.2.1 In seiner Beschwerdeeingabe äusserte sich der Beschwerdeführer
zunächst zu den Entwicklungen in Honduras und seiner persönlichen Situ-
ation. Die honduranischen Behörden seien weiterhin unfähig, Journalisten
ausreichenden Schutz zu gewähren; stattdessen würden diese vermehrt
strafrechtlich verfolgt. So sei beispielsweise auch sein ehemaliger Arbeits-
kollege, der Direktor von B._ und E._, verhaftet worden und
habe aufgrund des Vorwurfs der Diffamierung eine (...) Haftstrafe antreten
müssen. Sowohl das Komitee zum Schutz von Journalisten (Committee to
Protect Journalists, CPJ) als auch die interamerikanische Kommission für
Menschenrechte forderten dessen sofortige Freilassung. In den Vereinig-
ten Staaten sei der Prozess um den Bruder des amtierenden Präsidenten
inzwischen angelaufen und die Anzeichen verdichteten sich, dass auch der
amtierende Präsident tief in Drogengeschäfte involviert gewesen sei, wie
unter anderem E._ im Juni 2019 berichtet habe. Zwischenzeitlich
seien auch die Mutter und die Schwester des Beschwerdeführers aufgrund
der zunehmenden Bedrohungssituation aus Honduras ausgereist und be-
fänden sich nun in Spanien; seine Nichte habe 2018 in Spanien Asyl erhal-
ten. Seine zwei Kinder lebten in Tegucigalpa und C._ bei ihren je-
weiligen Müttern und würden aus Sicherheitsgründen deren Nachnamen
benutzen. Sodann äusserte er sich zu seiner gesundheitlichen Situation.
5.2.2 Bezugnehmend auf die von der Vorinstanz festgestellten Widersprü-
che und Unstimmigkeiten führte der Beschwerdeführer Folgendes aus:
Er könne sich bis heute nicht an die genaue Dauer der Entführung erinnern.
An der BzP habe er mit der Zeitangabe von vier Stunden die Dauer des
gesamten Vorfalls gemeint; in den Händen der Entführer sei er wesentlich
kürzer gewesen. Zudem leide er aufgrund der Erlebnisse unter einer post-
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traumatischen Belastungsstörung (PTBS) und unter physischen Verletzun-
gen. Es sei deshalb nicht angebracht, ihn auf eine Teilaussage an der BzP
zu behaften, zumal unklar sei, worauf sich seine Aussage «vier Stunden»
genau bezogen habe. Er bestreite, dass ihm diese Frage auf Spanisch ge-
nau so wie protokolliert gestellt worden sei. Er habe jedenfalls bei der Be-
antwortung der Frage nicht versucht zu sagen, wie lange er im Auto seiner
Entführer festgehalten worden sei. Dieser vermeintliche Widerspruch hätte
sich bei genauerem Nachfragen auflösen lassen. Der unwesentliche Wi-
derspruch betreffend den Gegenstand, mit welchem ihn die Mara 13 ge-
schlagen habe, sei auf eine ungenaue Übersetzung zurückzuführen, zumal
die entsprechenden spanischen Begriffe oft synonym verwendet würden.
Im Weiteren habe die Vorinstanz den Sachverhalt betreffend den staatli-
chen Schutz in Honduras nicht abgeklärt und nicht verstanden, was die
Funktion von C-Libre und CONADEH sei. Bei C-Libre handle es sich um
die in Honduras für den Schutz von Journalisten zuständige Institution, wel-
che Schutzbegehren prüfe und an die Behörden weiterleite. CONADEH sei
die staatliche Menschenrechtsombudsstelle und das zuständige Organ,
welches bezüglich Verweigerung des Zugangs zur Justiz angerufen wer-
den könne. Das SEM habe ohne konkrete Hinweise ausgeführt, dass es
sich bei dem Dokument von CONADEH um eine Fälschung handeln
könnte. Die Bestätigung von CONADEH habe jedoch Urkundencharakter
und betreffe offenbar einen realen Sachverhalt. Sodann habe er an der BzP
nicht gesagt, sich tatsächlich an die Polizei gewandt zu haben. Vielmehr
zeigten seine Aussagen, dass er zwar an eine Anzeige bei der Polizei ge-
dacht habe, dies aber aufgrund des Selbstgefährdungsrisikos unterlassen
habe. In solchen Fällen sei jedoch die beschriebene Organisation C-Libre
zuständig, welche sicherstelle, dass die Klagen an spezialisierte Beamte
und nicht an potenziell korrupte Lokalpolizisten gelangen würden. Weshalb
er unterschiedliche Angaben zum Aufenthaltsort seiner Ehefrau und der
Tochter gemacht habe, habe er an der Anhörung nachvollziehbar erklärt.
Für seine Glaubhaftigkeit sprächen sein politisches Profil, seine Biogra-
phie, seine berufliche Tätigkeit als Journalist sowie sein grosses Wissen
über die beschriebenen Sachverhalte. Seine Schilderungen entsprächen
der aktuellen politischen Lage in Honduras. Schliesslich seien seine mas-
siven gesundheitlichen Probleme, insbesondere die erlebte Traumatisie-
rung, bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen zu berück-
sichtigen. Diesem Umstand habe das SEM mit keinem Wort Rechnung ge-
tragen.
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5.2.3 Bezogen auf die Asylrelevanz der Vorbringen des Beschwerdefüh-
rers habe es das SEM unterlassen, diese im Lichte des länderspezifischen
Kontextes und hinsichtlich seines spezifischen Profils zu prüfen. Es habe
sich in der Begründung der angefochtenen Verfügung nur ungenügend mit
den asylrechtlich relevanten Sachverhaltselementen und kaum mit den
eingereichten Beweismitteln auseinandergesetzt. Mit der Frage seiner Ge-
fährdung aufgrund seines Profils als kritischer Journalist habe sich die Vo-
rinstanz gar nicht befasst. Honduras sei gemäss Reporter ohne Grenzen
eines der gefährlichsten Länder für Journalisten. Als langjähriger Radio-
Journalist, welcher über Drogengeschäfte berichtet habe, sei er besonders
gefährdet, von staatlichen und nicht-staatlichen Gruppierungen verfolgt zu
werden. Aufgrund seiner Unterstützung der Oppositionspartei Libre und
den polizeilichen Festhaltungen sei er nicht nur als kritische, sondern auch
als oppositionelle Person bekannt. Da er über Verstrickungen der staatli-
chen Behörden mit dem organisierten Verbrechen berichtet habe, habe er
sich mit zwei Kartellen sowie hochrangigen Angehörigen der politischen
Klasse angelegt. Gemäss Reporter ohne Grenzen seien dabei Journalisten
der Radio- und Fernsehstation E._ besonders gefährdet, da diese
bekannt dafür sei, die Korruption öffentlich zu denunzieren. Aktuell seien
die Journalisten von B._ sowie weitere seiner ehemaligen Berufs-
kollegen Bedrohungen ausgesetzt. Viele ehemalige Arbeitskollegen hätten
aufgrund ihrer Berichterstattung den Tod gefunden.
5.2.4 Der Beschwerdeführer rügte in formeller Hinsicht zudem eine Verlet-
zung der Untersuchungs- und Begründungspflicht seitens der Vorinstanz.
Da das SEM auf eine Prüfung der Asylrelevanz seiner Vorbringen vollstän-
dig verzichtet habe, müsse die Sache zwingend zurückgewiesen werden.
Er habe entgegen der Ansicht des SEM nicht nur Probleme mit der Mara
13 geltend gemacht, sondern vielmehr Probleme mit verschiedenen Per-
sonen und Gruppierungen, bei welchen er durch seine Teilnahme an Ent-
hüllungen und Berichterstattungen in Missgunst geraten sei. Das SEM
habe einen sachlichen und zeitlichen Kausalzusammenhang seiner Ent-
führung im (...) 2013 mit seiner Ausreise verneint, ohne die vorgebrachten
Probleme bis kurz vor der Ausreise und den unerträglichen psychischen
Druck zu berücksichtigen. Überdies habe das SEM es unterlassen, den
medizinischen Sachverhalt rechtsgenüglich zu erstellen und sich differen-
ziert mit seiner individuellen Lage im Falle einer Rückkehr auseinanderzu-
setzen. Der Verfügung liessen sich weder Erwägungen zu seiner persönli-
chen Situation noch zur aktuellen Lage in Honduras entnehmen. Insbeson-
dere habe das SEM die Arztberichte vom (...) 2017 und (...) 2019 nicht
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Seite 11
berücksichtigt, obwohl diese verschiedene gesundheitliche Probleme auf-
führten.
6.
6.1 Vorab ist auf die vom Beschwerdeführer gerügte Verletzung der Unter-
suchungs- und Begründungspflicht und den diesbezüglichen Eventualan-
trag um Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Rückweisung an die
Vorinstanz zwecks Neubeurteilung einzugehen. Diese formellen Rügen
sind vorab zu prüfen, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassation der
vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken.
6.2 Vorliegend ist weder eine Verletzung der Begründungspflicht (vgl.
BVGE 2016/9 E. 5.1) noch eine unrichtige oder unvollständige Sachver-
haltsfeststellung (vgl. BVGE 2016/2 E. 4.3) zu bejahen. Entgegen der irri-
gen Auffassung des Beschwerdeführers hat die Vorinstanz bei der vorgän-
gig festgestellten Unglaubhaftigkeit der Asylvorbringen nach Art. 7 AsylG
konsequenterweise nicht noch zu prüfen, ob diese die Voraussetzungen
von Art. 3 AsylG an die Asylrelevanz erfüllen – das Gericht folgt im vorlie-
genden Fall denn auch der selben Prüfweise. Sodann hat sich die Vor-
instanz nicht mit allen Parteistandpunkten und jedem einzelnen Vorbringen
einlässlich auseinanderzusetzen. Vielmehr kann sie sich auf die für den
Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Insgesamt hat die Vo-
rinstanz ihren Entscheid so begründet, dass der Beschwerdeführer sich
über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen und diesen entspre-
chend sachgerecht anfechten konnte, wie dies mit der vorliegend ausführ-
lichen Beschwerde manifestiert wird.
6.3 Im Weiteren sind die Ausführungen des SEM im Prüfungspunkt des
Wegweisungsvollzugs zwar als knapp, aber rechtsgenüglich zu bezeich-
nen. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers hat das SEM Aspekte
seiner individuellen Situation in seinem Entscheid berücksichtigt sowie
auch die sich in den vorinstanzlichen Akten befindlichen Arztberichte in sei-
nem Entscheid aufgeführt (vgl. a.a.O. E. I, Ziff. 3) und an verschiedenen
Stellen – insbesondere bei der Beurteilung des Wegweisungsvollzugs –
zumindest kursorisch berücksichtigt (vgl. a.a.O. E. II, S. 5; E. III, Ziff. 2).
Der medizinische Sachverhalt konnte vom SEM mit dem Arztbericht vom
(...) 2019 (vgl. A6, BM 17) als rechtsgenüglich erstellt betrachtet werden.
Dies, zumal sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seither
im Wesentlichen nicht veränderte.
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6.4 Nach dem Gesagten liegt weder eine Verletzung der Untersuchungs-
noch der Begründungspflicht vor. Eine Aufhebung der angefochtenen Ver-
fügung aus formellen Gründen ist daher nicht angezeigt.
7.
7.1 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft gemacht, wenn sie ge-
nügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind. Sie dürfen sich
nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht
widersprüchlich sein, nicht der inneren Logik entbehren oder den Tatsa-
chen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Vorbringen sind sub-
stantiiert, wenn sie sich auf detaillierte, präzise und konkrete Schilderun-
gen stützen. Als schlüssig gelten Vorbringen, wenn sie innerhalb einer An-
hörung, zwischen Anhörungen oder im Vergleich zu Aussagen Dritter keine
Widersprüche aufweisen. Allerdings sollten kleine, marginale Widersprü-
che sowie solche, die nicht die zentralen Asylvorbringen betreffen, zwar in
die Gesamtbetrachtung einfliessen, jedoch nicht die alleinige Begründung
für die Verneinung der Glaubhaftigkeit darstellen. Darüber hinaus muss die
gesuchstellende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbe-
sondere dann nicht der Fall ist, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt
oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen aus-
wechselt, steigert oder unbegründet nachschiebt, gefälschte Beweismittel
einreicht oder die nötige Mitwirkung am Verfahren verweigert. Glaubhaft-
machen bedeutet ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein redu-
ziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und
Zweifel an den Vorbringen der gesuchstellenden Person. Entscheidend ist,
ob die Gründe, welche für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung spre-
chen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise
abzustellen (vgl. BVGE 2012/5 E. 2.2, BVGE 2010/57 E. 2.2 und 2.3; ANNE
KNEER und LINUS SONDEREGGER, Glaubhaftigkeitsprüfung im Asylverfah-
ren – Ein Überblick über die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsge-
richts, Asyl 2/2015 S. 5).
7.2 Im Nachfolgenden gilt es zu prüfen, ob der Beschwerdeführer seine
Tätigkeit als investigativer Journalist und eine darauf beruhende asylrele-
vante Verfolgung hat glaubhaft machen können.
7.3 Festzustellen ist zunächst, dass die Schilderungen des Beschwerde-
führers zu seiner Tätigkeit in zentralen Punkten – insbesondere im Ver-
gleich mit anderen Protokollstellen – augenscheinlich substanzarm ausfie-
len.
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Seite 13
7.3.1 Konkrete Fragen zu seiner Tätigkeit als Journalist – wie zu seiner
Arbeits- oder Vorgehensweise bei der angeblichen Aufdeckung gewisser
Skandale und Korruptionsgeschichten, bei welchen er sich eine gewichtige
Rolle zumass, oder seinen Recherchen – beantwortete er mehrfach aus-
weichend, vage, mit kurzen Sätzen und insgesamt ohne Substanz. Auf die
Bitte der befragenden Person, seine Untersuchungen im Zusammenhang
mit Favio Lobo (Sohn des einstigen Präsidenten Honduras) so detailliert
wie möglich zu beschreiben, machte er lediglich allgemeine Angaben und
erwähnte stattdessen die Namen von anderen Personen, welche angeblich
Mitglieder des Drogenkartells gewesen seien und Geld gewaschen hätten
(vgl. vorinstanzliche Akten A9, F68). Nach den persönlichen Konsequen-
zen dieser Untersuchungen gefragt, verwies er pauschal auf den Überfall
im Jahr 2013 (vgl. A9, F69). Weiter machte er geltend, zum Tod des Soh-
nes einer Universitätsrektorin berichtet und dabei vier in den Fall verwi-
ckelte Polizisten denunziert zu haben (vgl. A9, F20-25). Danach gefragt,
was er persönlich ganz konkret im Zusammenhang mit diesem Fall ge-
macht habe, antwortete er in allgemeiner Weise, im Radio den Mord und
die Korruption in der Polizei und deren Verbindungen mit dem organisierten
Verbrechen kommentiert zu haben (vgl. A9, F23 f.). Ferner erwähnte er erst
am Ende der Anhörung, nach weiteren Gründen für sein Asylgesuch ge-
fragt, seine angeblichen Recherchen im Falle einer Veruntreuung von So-
zialversicherungsgeldern durch die Vorsteherin des Sozialdienstes, Lena
Gutierrez (vgl. A9, F159 ff.). Nach den persönlich erlittenen Nachteilen auf-
grund dieses Falles gefragt, antwortete er in pauschaler Weise «Ja, das
Normale – die Drohungen» (vgl. A9, F161). Den darauffolgenden An-
schlussfragen wich er zunächst aus (vgl. A9, F165) und führte, nach seiner
persönlichen Vorgehensweise im Rahmen dieser Recherche gefragt, in all-
gemeiner Weise an, einfach zur Sozialversicherung gegangen zu sein und
dort Dokumente über den Kauf von Medikamenten gesucht zu haben (vgl.
A9, F168 f.). Diesbezüglich ist auch nicht nachvollziehbar, weshalb sich
dieser erhebliche Skandal – vom Beschwerdeführer selbst als «internatio-
nal bekannter Skandal» bezeichnet, welcher zum Tod von 3'000 Men-
schen, zur Entlassung von Lena Gutierrez sowie zum Verlust ihres Abge-
ordnetensitzes geführt habe und an dessen Aufdeckung «fast alle Journa-
listen» beteiligt gewesen seien (vgl. A9, F162 und F168) – scheinbar ganz
einfach durch offenbar öffentlich zugängliche Dokumente habe aufklären
lassen. Seine Äusserungen waren bar jeglicher Realkennzeichen und –
angesichts der Bedeutung und Gefährlichkeit der beschriebenen Recher-
chen – weder in quantitativer (Detaillierungsgrad) noch in qualitativer Hin-
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sicht (inhaltliche Besonderheiten und Nebensächlichkeiten, Komplikations-
schilderungen, Schilderungen innerer Gedankengänge) von der zu erwar-
tenden Qualität.
7.3.2 Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Beschwerdeführer über
gute Kenntnisse betreffend die Korruption und die Verstrickung der Sicher-
heitskräfte und hochrangiger Politiker in den Drogenhandel in Honduras
verfügt; diese Probleme sind gut dokumentiert (vgl. hierzu bspw.: Auskunft
der SFH [Schweizerische Flüchtlingshilfe]-Länderanalyse, Honduras: Si-
cherheitslage, Justizsystem, Korruption [nachfolgend: SFH, Korruption];
sowie Honduras: Situation von Journalist_innen [nachfolgend: SFH, Jour-
nalist_innen], beide vom 20. März 2020; HRW [Human Rights Watch], Hon-
duras, Events of 2019, < https://www.hrw.org/world-report/2020/country-
chapters/Honduras >, abgerufen am 19.11.2020). Die Aussagen des Be-
schwerdeführers zur Situation in Honduras stimmen – soweit überprüfbar
– mit den öffentlich zugänglichen Informationen überein (vgl. bspw. zum
Verfahren gegen den Sohn des früheren Präsidenten: SFH, Korruption,
S. 12 sowie Justizdepartement der Vereinigten Staaten, < https://www.jus-
tice.gov/usao-sdny/pr/manhattan-us-attorney-announces-arrest-son-for
mer-president-honduras-conspiring-import >; zum Skandal um Lena Gu-
tierrez < https://www.reuters.com/article/honduras-corruption-idUSKCN0P
B35I20150701 >, beide abgerufen am 19.11.2020; zur Korruption und der
Involvierung hochrangiger Behördenmitglieder in den Drogenhandel im All-
gemeinen: SFH, Korruption, S. 10 ff.). Er war anlässlich der Anhörung in
der Lage, die diesbezügliche Situation in Honduras inklusive der in öffent-
liche Skandale involvierten Personen, die Hintergründe dieser Skandale
und deren Folgen zu schildern und reichte diesbezüglich auch zahlreiche
(im Internet auffindbare) Beweismittel ein (vgl. A9, F4 ff., F39 ff., F68, F106
ff., F159 ff.; A6, BM 7, 11, 16, 18, 19). Er benennt überdies seine ehemali-
gen Arbeitgeber (B._ und F._, vgl. A7, S. 8) sowie Arbeits-
kollegen, welche getötet worden seien (vgl. A9, F26 ff.; A7, S. 3; teilweise
dokumentiert durch verschiedene Nichtregierungsorganisationen, vgl. UN-
ESCO < https://en.unesco.org/themes/safety-journalists/observatory/coun
try/223721 >; Committee to Protect Journalists [CPJ], < https://cpj.org/data
/killed/ >, beide abgerufen am 19.11.2020). Als Beleg für seine journalisti-
sche Tätigkeit reichte er alte Presseausweise ins Recht (die Berichterstat-
tung der im Jahr 2017 stattgefundenen Wahlen sowie ein Sportereignis in
Panama im Jahr 2011 betreffend, vgl. A6, BM 6).
Aufgrund dessen kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Beschwer-
deführer in Honduras zumindest zeitweise als Journalist tätig war. Dennoch
E-5292/2019
Seite 15
hätte wohl jede am honduranischen Tagesgeschehen und entsprechend
thematisch interessierte Person – insbesondere ein Journalist – in ähnli-
cher Weise wie der Beschwerdeführer zutreffende Auskünfte über die all-
gemeinbekannte Korruption und Situation in Honduras geben können.
7.3.3 Es ist mit Blick auf die behauptete gewichtige journalistische Tätigkeit
des Beschwerdeführers sodann nicht einsichtig, weshalb es ihm nicht mög-
lich war, Beweismittel mit konkretem Bezug zu den genannten Recherche-
tätigkeiten einzureichen. Er konnte weder schriftliche Berichte, Gesprächs-
notizen oder Interviewprotokolle noch Arbeitsbestätigungen seiner ehema-
ligen Arbeitgeber beibringen. Anlässlich der Anhörung machte er geltend,
er verfüge über Tonbandaufnahmen von seinen Interviews mit Polizisten
und es sei kein Problem, diese nachzureichen (vgl. A9, F149 f.). Einerseits
ist schwer nachvollziehbar, dass er sich scheinbar bis zur Anhörung nicht
bemüht hat, diese doch zentralen Beweismittel zu beschaffen. Anderer-
seits sind die nachträglich zu den Akten gereichten Audioaufnahmen (neun
an der Zahl) nicht geeignet, den fraglichen Sachverhalt zu untermauern.
Bei den kommentarlos eingereichten und unbezeichneten Aufnahmen ist
unklar, wann, in welchem Kontext und unter welchen Umständen diese
Aufnahmen entstanden sind. Es ist zudem weder ersichtlich, dass es sich
bei einem der Sprecher um den Beschwerdeführer handelt, noch dass er
an den Aufnahmen in irgendeiner Weise beteiligt gewesen wäre (vgl. A6,
BM 10).
7.4 Nach dem bisher Ausgeführten bestehen bereits gewichtige Zweifel an
der Glaubhaftigkeit der vom Beschwerdeführer geltend gemachten journa-
listischen Tätigkeit im Umfeld des Drogenhandels und der Korruption. Die
hierzu eingereichten Beweismittel sind entweder im Internet frei zugänglich
und / oder – wie von der Vorinstanz zu Recht angemerkt – weisen keinen
konkreten Bezug zum Beschwerdeführer auf. Sie sind daher nicht geeig-
net, seine diesbezüglichen Vorbringen zu belegen.
7.5 Die erwähnten Zweifel werden weiter verstärkt durch die nachfolgend
festzustellenden Widersprüche, Unstimmigkeiten und substanzarmen
Schilderungen bezüglich der angeblichen Verfolgung, derer er sich auf-
grund dieser Tätigkeit ausgesetzt gesehen habe.
7.5.1 Es ist dem Beschwerdeführer auch auf Beschwerdeebene nicht ge-
lungen, die vom SEM festgestellten Widersprüche bezüglich der Dauer der
angeblich im Jahr 2013 stattgefundenen Entführung (BzP: vier Stunden,
E-5292/2019
Seite 16
vgl. vorinstanzliche Akten A7, Ziff. 7.01; Anhörung: zehn bis fünfzehn Mi-
nuten, vgl. A9, F74 und F79) nachvollziehbar zu erklären. Hiermit an der
Anhörung konfrontiert führte er aus, keine Uhr gehabt zu haben, um genau
nachzuschauen, wie lange «das Ganze» gedauert habe (vgl. A9, F81). In
der Beschwerde machte er diesbezüglich im Wesentlichen geltend, mit der
Angabe von vier Stunden die Dauer des gesamten Vorfalles gemeint zu
haben. Damit bleibt jedoch weiterhin unklar, welche Ereignisse er denn alle
genau darunter subsumiert. Seine anlässlich der Anhörung getätigte Erklä-
rung weist entgegen der Andeutung in der Beschwerde auch nicht auf ei-
nen breiteren Handlungsrahmen hin. Auch der Hinweis auf seine PTBS
vermag angesichts dieser erheblich abweichenden Zeitspanne nicht als Er-
klärung zu dienen (vgl. nachfolgend E. 7.7). Sodann greift auch sein Ein-
wand nicht, die Frage sei ihm nicht genau so wie protokolliert gestellt wor-
den. Dies, zumal er die Korrektheit des Protokolls unterschriftlich bestätigte
(vgl. A7, S. 10). Diese Entgegnung vermag demzufolge nicht zu überzeu-
gen und ist als Schutzbehauptung zu werten.
Den Vorfall vom Jahr 2013 vermochte der Beschwerdeführer im Weiteren
auch nicht zu substanziieren. Er nannte zwar einzelne Details (einer der
bewaffneten Männer habe ihm seine Waffe an den Kopf gehalten, der an-
dere an die Seite, vgl. A9, F73; das Auto habe ein guatemaltekisches Num-
mernschild gehabt, vgl. A9, F35 und F80), beschränkte sich im Übrigen
aber auf die (kurze) Wiedergabe von Handlungssträngen ohne persönliche
Note oder sonstige Realkennzeichen (vgl. A9, F73, F125-128). Vor diesem
Hintergrund vermögen auch die eingereichten Arztberichte betreffend die
Verletzung seiner Hand / seines Arms seine Vorbringen nicht zu stützen.
Diese Verletzungen können ohne Weiteres auf völlig andere Ereignisse zu-
rückzuführen sein.
7.5.2 Weiter äusserte sich der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde
zum vom SEM festgestellten Widerspruch betreffend allfällige fluchtrele-
vante Ereignisse nach dem Jahr 2013 nicht. Entgegen der Vorinstanz sieht
das Gericht hierin jedoch keinen Widerspruch – vielmehr sind seinen Aus-
sagen gar keine konkreten Hinweise auf allfällige weitere asylrelevante
Nachteile zu entnehmen. Dem Beschwerdeführer scheint an der Anhörung
der Bezug der entsprechenden Frage zum Jahr 2013 nicht klar gewesen
zu sein, zumal er die angeblichen Belästigungen und Beschattungen res-
pektive die Festnahme durch die Polizei explizit auf seine Berichterstattung
über die Partei «Libre» zurückführte (vgl. A9, F75-78), welche er später
zeitlich klar auf den Wahlkampf im (...) 2017 verortete (vgl. A9, F142, F145
f.). Auf die ihm an der Anhörung mehrmals gestellte Frage, ob er jemals mit
E-5292/2019
Seite 17
den ihm bekannten korrupten Polizisten respektive den Behörden persön-
lich konkrete Probleme gehabt habe, antwortete er zunächst auffallend
ausweichend, nur um dann wiederum auf die angebliche Festnahme im
Rahmen der Wahlen im (...) 2017 hinzuweisen (vgl. A9, F103-111; F129
f.). Seinem allgemeinen Hinweis auf den flüchtigen Polizisten G._,
welcher ihn angeblich während eines Interviews bedroht habe, lassen sich
ebenfalls keine asylrelevanten Probleme entnehmen. Bei seiner diesbe-
züglichen Äusserung, wegen ihm Angst um sein Leben zu haben, handelt
es sich um eine vage und rein hypothetische Befürchtung (vgl. A9, F108
f.). Damit ist nicht davon auszugehen, dass er zwischen der vorgebrachten
Entführung im Jahr 2013, der angeblichen Festhaltung durch die Mara 13
im (...) 2017 sowie der behaupteten Festnahme im (...) 2017 effektiv je
konkrete Nachteile erlitten hat (vgl. A9, F114). Darüber hinaus ist es ihm
auch nicht gelungen, die angeblich illegalen Festnahmen im (...) 2017 zu
substanziieren (vgl. A9, F155). Selbst wenn man zugunsten des Beschwer-
deführers von der Glaubhaftigkeit dieser Festnahmen ausgehen würde,
wäre dieses Vorbringen mangels Gezieltheit (aus seinen Schilderungen
geht hervor, dass es sich dabei um Massenverhaftungen gehandelt habe)
und der Intensität der erlittenen Nachteile (Freilassung nach ein paar Stun-
den) sowie fehlendem Kausalzusammenhang mit den vorgebrachten Er-
eignissen im Jahr 2013 als nicht asylrelevant zu betrachten.
Im Übrigen wäre selbst bei Wahrunterstellung der angeblichen Entführung
im Jahr 2013 mit der Vorinstanz ein Kausalzusammenhang mit der erst vier
Jahre später erfolgten Flucht auszuschliessen. Dies, zumal in dem angeb-
lichen Überfall der Gangmitglieder im Jahr 2017 – welche der Beschwer-
deführer als fluchtauslösendes Ereignis bezeichnete – keinerlei Bezug zur
geltend gemachten Verfolgung aufgrund seiner journalistischen Arbeit er-
kannt werden kann und er einen solchen auch nicht geltend machte (vgl.
A9, F45-47). Ohnehin wäre auch eine Behelligung durch die Mara 13 im
vorliegenden Fall nicht asylrelevant. Diesbezüglich kann auf die zutreffen-
den Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden (dort
S. 4, m.w.H. auf die Rechtsprechung des BVGer). Sodann handelt es sich
bei seiner Aussage, gemäss seinem Freund beim Militärgeheimdienst be-
finde sich sein Name auf einer Todesliste (vgl. A7, S. 8), um eine einfache
Behauptung, welche er im Übrigen an der Anhörung nicht wiederholte und
auch nicht weiter substanziierte. Mithin steht diese Aussage auch im Wi-
derspruch zu seinem Vorbringen, bei seinen Recherchen teilweise mit dem
Militärgeheimdienst zusammengearbeitet zu haben respektive sich zeit-
gleich wie der Geheimdienst an Absturzstellen der Kleinflugzeuge begeben
zu haben (vgl. A9, F12 f., F62 f. und F133 f.).
E-5292/2019
Seite 18
Ferner handelt es sich bei dem von ihm eingereichten Beweismittel betref-
fend seine Klageeinreichung bei CONADEH lediglich um eine Empfangs-
respektive Übermittlungsbestätigung (vgl. A6, BM 4). Darin wird bestätigt,
dass er bei CONADEH am (...) 2017 eine Klage gegen C-Libre eingereicht
habe wegen angeblicher Verletzung des Rechts auf Zugang zur Justiz und
einem ordnungsgemässen Gerichtsverfahren und dass diese am (...) ver-
längert worden sei. Ungeachtet der Frage nach der Authentizität dieses
Dokuments und der beklagten Partei ergibt sich daraus kein Zusammen-
hang mit seinen Vorbringen, aufgrund seiner investigativen journalistischen
Tätigkeit verfolgt zu werden. Dies, zumal er als Grund für die Klageeinrei-
chung einzig den Überfall der Mara 13 im (...) angab (vgl. A7, S. 8 f.; A9,
F39f. und F52). Sodann erschliesst sich dem Gericht nicht, weshalb er
nach Einreichung dieser Klage (welche im Übrigen auch einfach online er-
folgen kann, vgl. < https://www.cona
deh.hn/?page_id=3706 >, abgerufen am 19.11.2020) am (...) 2017 nur drei
Tage später ausgereist ist. Dieses Beweismittel ist daher nicht geeignet,
seine Kernvorbringen glaubhaft zu machen.
7.5.3 Nach dem Ausgeführten konnte der Beschwerdeführer nicht glaub-
haft machen, er habe aufgrund seiner – ohnehin anzuzweifelnden – jour-
nalistischen Recherchen zu Korruption und dem Drogenhandel asylrele-
vante Nachteile seitens staatlicher oder nichtstaatlicher Gruppierungen er-
litten oder zu befürchten gehabt.
7.6 Der Vollständigkeit halber sind betreffend die Authentizität der vom Be-
schwerdeführer zur Untermauerung seiner Vorbringen eingereichten Foto-
grafien (vgl. A6, BM 13 und 15) – und der Glaubhaftigkeit seiner Angaben
zur Entstehung und zum Erhalt derselben – signifikante Zweifel zu äussern.
Zunächst ist auf das vom Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren
eingereichte Foto der angeblichen Gangmitglieder der Mara 13 einzuge-
hen. In seiner Eingabe an das SEM vom 14. August 2018 (vgl. A6, BM 15)
führte er diesbezüglich aus, das Foto – welches im Quartier «D._»
aufgenommen worden sei – zeige genau diejenigen Gangmitglieder, wel-
che ihn 2017 festgehalten und geschlagen hätten. Ungeachtet der fragwür-
digen Umstände der Entstehung dieses Fotos fördert eine Internetrecher-
che zutage, dass es sich bei diesem angeblichen Foto um ein Standbild
aus dem im Jahr 2009 erschienenen Film «Sin Nombre» und bei den da-
rauf abgebildeten angeblichen Gangmitgliedern um Schauspieler handelt
(vgl. < https://www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer-streaming/sin-nombre >,
E-5292/2019
Seite 19
unter anderem genau die vom Beschwerdeführer eingereichte Fotografie
zeigend, abgerufen am 19.11.2020).
Ferner führte er an der Anhörung aus, die eingereichten Fotos der abge-
stürzten Kleinflugzeuge zwischen 2014 und 2015 selber gemacht zu haben
(vgl. A9, F5 ff.). Das Foto der Statistiken über solche Drogentransporte mit-
tels Kleinflugzeugen will er von einem Kollegen beim Militär erhalten haben
(vgl. A9, F14-16). Sowohl die Fotos der abgestürzten Flugzeuge als auch
die angeblich vom Militär stammende Statistik sind indes im Internet auf-
findbar (vgl. < http://www.nelsonhortareporta.com/denuncian-trafico-de-
drogas-muy-activo-en-honduras/ >; < https://www.laprensa.hn/sucesos/po
liciales/394351-98/queman-narcoavioneta-tras-descargar-droga-en-co
lon >; < https://www.elheraldo.hn/inicio/1048101-466/honduras-encuen
tran-supuesta-narcoavioneta-incinerada-en-choloma >; < https://www.lap
rensa.hn/sucesos/970589-410/encuentran-narcoavioneta-incinerada-en-
la-mosquitia >; < https://www.elnuevodiario.com.ni/sucesos/416356-avio
neta-cae-malacatoya-granada/ >; alle abgerufen am 19.11.2020), wobei
letzterer Artikel einen Flugzeugabsturz in Nicaragua – und nicht in Hondu-
ras – betrifft.
Diese Fotografien sind mithin nicht geeignet, seine Vorbringen zu unter-
mauern. Vielmehr legen diese den Schluss nahe, der Beschwerdeführer
beabsichtigte die Asylbehörden mit den eingereichten Fotos und seinen
Ausführungen zum Erhalt und zur Entstehung derselben wissentlich und
willentlich zu täuschen. Eine abschliessende Würdigung dieser Beweismit-
tel ist nach der ohnehin bereits festgestellten Unglaubhaftigkeit seiner Vor-
bringen nicht vorzunehmen. Seine persönliche Glaubwürdigkeit erscheint
dadurch aber zusätzlich massiv erschüttert.
7.7 Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerdeeingabe geltend,
dass seine gesundheitlichen Probleme bei der Beurteilung zu berücksich-
tigen und gewisse Unstimmigkeiten oder Mängel im Aussageverhalten auf
die erlebte Traumatisierung zurückzuführen seien.
Es ist anerkannt, dass sich eine Traumatisierung negativ auf das Aussage-
verhalten auswirken kann (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 21 E. 6.2.3.
S. 191 f.; 2003 Nr. 17 E. 4b S. 105 ff. m.w.H.). In casu wurden beim Be-
schwerdeführer eine PTBS (ICD-10 F43.1) und eine mittelgradig depressi-
ven Episode (ICD-10 F32.1) diagnostiziert. Im am 30. April 2020 einge-
reichten Arztbericht vom (...) Februar 2020 hielten die behandelnden Ärzte
E-5292/2019
Seite 20
fest, dass in Drucksituationen Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstö-
rungen auftreten, wobei es formalgedanklich zu Perseverationen, inhaltli-
chen Widersprüchen oder an Kohärenz mangelnden Aussagen komme
(vgl. a.a.O. S. 2). Es ist, wie oben ausgeführt, festzustellen, dass der Be-
schwerdeführer an der Anhörung in der Lage war, ausführlich über die all-
gemeinen Umstände in Honduras zu berichten, hingegen seine Antworten
auf spezifische Fragen in weiten Teilen unsubstanziiert und teilweise auch
widersprüchlich ausgefallen sind. Es bestehen vorliegend keine Hinweise,
wonach die diagnostizierte PTBS – aufgrund derer er sich gemäss Arztbe-
richten und soweit aus den Akten ersichtlich erst im (...) 2018 in Behand-
lung begeben habe (vgl. A6, BM 17 sowie der mit der Beschwerdeeingabe
eingereichte Arztbericht vom (...) April 2019) – bereits im Zeitpunkt der BzP
respektive der Anhörung im März 2018 akut ausgeprägt gewesen wäre und
sein Aussageverhalten insofern beeinflusst hätte. Der Beschwerdeführer
hat sich im Verlauf der beiden Befragungen denn auch nicht über Gedächt-
nis- oder Konzentrationsstörungen beklagt. Nach seiner Gesundheit ge-
fragt antwortete er «nicht sehr gut» und bezog sich dabei lediglich auf die
bereits an der BzP erwähnten (...) (vgl. A9, F120; A7, Ziff. 8.02). Seine
Schilderungen erwecken vielmehr den Eindruck, dass er sich frei und un-
gestört hat äussern können. Etwas Anderes machte auch die der Befra-
gung beiwohnende Hilfswerksvertretung nicht geltend. Die erwähnten Wi-
dersprüche und die mangelnde Substanz seiner Vorbringen lassen sich
unter Würdigung der gesamten Aktenlage nicht alleine durch eine PTBS
erklären. Es kann angesichts der bestehenden Diagnose zwar davon aus-
gegangen werden, dass er in der Vergangenheit eine traumatische Erfah-
rung gemacht hat. Diese Diagnose ist jedoch per se nicht geeignet, die
konkreten Umstände des traumabegründenden Erlebnisses zu belegen
(vgl. hierzu BVGE 2015/11 E. 7.2.1 f.).
7.8 Gesamthaft betrachtet ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen,
seine journalistische Tätigkeit im genannten Umfeld und eine darauf grün-
dende Verfolgung durch staatliche respektive nichtstaatliche Akteure
glaubhaft zu machen. Das SEM hat seine Flüchtlingseigenschaft demnach
zu Recht verneint und sein Asylgesuch folgerichtig abgelehnt.
E-5292/2019
Seite 21
8.
Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt
es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug
an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44
AsylG).
Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine ausländer-
rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht ange-
ordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
9.
9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungs-
vollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts
der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigen-
schaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich
ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24
E. 10.2 m.w.H.).
9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft,
zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1
AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über
die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25
Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen
Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-
lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-
mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-
handlung unterworfen werden.
9.3 Das SEM befand den Vollzug der Wegweisung für zulässig, zumutbar
und möglich. Weder die in Honduras herrschende politische Situation noch
andere Gründe sprächen gegen die Zumutbarkeit der Rückführung. Er ver-
füge über eine gute Ausbildung und viele Jahre Arbeitserfahrung. Trotz den
E-5292/2019
Seite 22
Spätfolgen seiner Verletzungen sei es ihm jederzeit möglich gewesen, sei-
nen Lebensunterhalt selber zu finanzieren. Seine Ehefrau lebe gemeinsam
mit seiner Tochter in Honduras und arbeite als (...). Es sei nicht davon aus-
zugehen, dass er bei einer Rückkehr nach Honduras in eine existenzielle
Notlage geraten würde.
9.4 Der Beschwerdeführer rügte, die implizite Feststellung des SEM, es
handle sich bei ihm um eine relativ gesunde Person, sei unrichtig. Er leide
an einer (...), (...) und sei zudem am (...) September 2019 mit Verdacht
auf (...) notfallmässig ins Spital eingeliefert worden. Er befinde sich des
Weiteren in psychiatrischer Behandlung aufgrund seiner PTBS und mittel-
gradigen depressiven Episode sowie starken Angstzuständen. Als Folter-
opfer sei er auf Behandlung angewiesen. Es handle sich bei ihm als Fol-
teropfer um eine besonders verletzliche Person. Es könne ihm kaum zuge-
mutet werden, in Honduras weiterhin als Journalist zu arbeiten. Sodann
verfüge er in Honduras über kein tragfähiges und funktionierendes ver-
wandtschaftliches Beziehungsnetz. Seine Familie (Mutter, Schwestern,
Nichte) habe das Land verlassen und befinde sich in Spanien, teilweise in
Asylverfahren. Damit lägen keine begünstigenden Faktoren vor.
9.5 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf
hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-
sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem
Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-
dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG
verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren
keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den
Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers
noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-
schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-
ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung
ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für
Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses
müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-
sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter
oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR
Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–
127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat
lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig
E-5292/2019
Seite 23
erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl
im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.
9.6 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
Betreffend die medizinische Notlage kann nur dann auf Unzumutbarkeit
des Wegweisungsvollzugs geschlossen werden, wenn eine notwendige
medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die
Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des
Gesundheitszustands der betroffenen Person führt. Dabei wird als wesent-
lich die allgemeine und dringende medizinische Behandlung erachtet, wel-
che zur Gewährleistung einer menschenwürdigen Existenz absolut not-
wendig ist. Unzumutbarkeit liegt jedenfalls dann noch nicht vor, wenn im
Heimat- oder Herkunftsstaat eine nicht dem schweizerischen Standard ent-
sprechende medizinische Behandlung möglich ist (vgl. BVGE 2009/2
E. 9.3.2 m.w.H.).
9.7 Trotz der hohen Kriminalitätsrate und der angespannten politischen so-
wie sozialen Lage in Honduras herrscht dort kein Krieg, Bürgerkrieg oder
eine Situation allgemeiner Gewalt im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG. Der
Wegweisungsvollzug dorthin erweist sich deshalb nicht als generell unzu-
mutbar.
Auch in individueller Hinsicht sind keine Vollzugshindernisse erkennbar:
9.7.1 In gesundheitlicher Hinsicht ist den mit der Beschwerde zu den Akten
gereichten Arztberichten zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer so-
matische Beschwerden aufweist (für die ausführliche Diagnose ist auf die
Arztberichte der H._ vom (...) August 2019 und des Spitals
I._ vom (...). November 2018 zu verweisen). Zwischenzeitlich
konnte er sich aber einer Operation zur Behandlung der (...) unterziehen,
welche erfolgreich verlief (vgl. Arztbericht des Spitals I._ vom (...)
August 2019). Aus den Akten ergibt sich überdies, dass auch ein operativer
Eingriff zur Behandlung seiner (...) erfolgte (vgl. A6, BM 17 sowie Arztbe-
richt der H._ vom (...) August 2019). Die angegebene notfallmäs-
sige Einlieferung aufgrund eines Verdachts auf (...) im (...) 2019 ist sodann
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Seite 24
nicht aktenkundig und es wurden hierzu im vorliegenden Beschwerdever-
fahren auch keine Akten eingereicht. Der entsprechende Verdacht hat sich
anscheinend nicht erhärtet. Die weiteren physischen gesundheitlichen
Probleme sind nicht von vollzugshindernder Schwere.
9.7.2 In psychischer Hinsicht lässt sich dem eingereichten Arztbericht vom
(...) April 2019 entnehmen, dass der Beschwerdeführer vom (...) Novem-
ber 2018 bis (...) März 2019 aufgrund einer PTBS und mittelgradigen de-
pressiven Episode in Behandlung war. Bei deutlicher Zustandsverbesse-
rung und fehlender Selbst- oder Fremdgefährdung konnte die Therapie da-
mals unter selbstständiger Fortführung der Medikation abgeschlossen wer-
den. Mit Eingabe vom 30. April 2020 reichte der Beschwerdeführer diesbe-
züglich zwei weitere Arztberichte des Spitals J._ vom (...) Dezem-
ber 2019 und vom (...) Februar 2020 zu den Akten, wonach er sich erneut
in psychiatrische Behandlung begeben habe. Vor dem Hintergrund des
kürzlich erhaltenen negativen Asylentscheides sowie der belastenden
Wohnsituation im Asylzentrum sei es zu einer Exazerbation der vorbeste-
henden Symptomatik gekommen. Eine weiterführende Behandlung der
multimorbiden Problematik sei indiziert und zur nachhaltigen Zustandssta-
bilisierung werde eine aktive Einbindung in die sozialen und beruflichen
Strukturen empfohlen. Ohne weiterführende Behandlung sei mit einer
Chronifizierung der genannten Problematik zu rechnen. Bei einer Rückfüh-
rung nach Honduras müsse im Hinblick auf die von ihm gefürchtete Bedro-
hung mit einer Verschlimmerung der Traumatisierung sowie mit einer
schweren depressiven Dekompensation gerechnet werden. Unter diesen
Umständen wäre die Wiederaufnahme seiner angestammten Tätigkeit als
Journalist nicht zumutbar.
Hierzu ist festzuhalten, dass den am 30. April 2020 eingereichten Arztbe-
richten entnommen werden kann, dass die kürzliche Verschlechterung der
Symptomatik hauptsächlich auf die mit dem negativen Asylentscheid ein-
hergehende Unsicherheit und seine Zukunftsängste sowie die schwierige
Wohnsituation (Zusammenleben mit ebenfalls traumatisierten Personen)
zurückzuführen ist. Dass der Erhalt eines negativen Asylentscheids in einer
ohnehin durch Unsicherheit und fehlenden Struktur geprägten Lebenssitu-
ation die beschriebene Symptomatik hervorrufen oder verschlimmern
kann, ist nachvollziehbar und bekannt, vermag jedoch nicht per se zur Un-
zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu führen. Sodann ist anzuneh-
men, dass bei einer Stabilisierung der Lebenssituation die Behandlung der
psychischen Beschwerden wie bis anhin medikamentös weitergeführt wer-
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den kann. Bei Bedarf besteht insbesondere in Tegucigalpa – der Heimat-
stadt des Beschwerdeführers – die Möglichkeit einer ärztlich begleiteten
psychiatrischen Behandlung (vgl. WHO [World Health Organization]-Aims
Report on Mental Health System in Honduras, 2008, < https://www.who.int/
mental_health/honduras_who_aims_english.pdf?ua=1 >; WHO, Mental
Health Atlas 2017, Honduras, < https://www.who.int/mental_health/evi
dence/atlas/profiles-2017/HND.pdf?ua=1 >, beide abgerufen am
19.11.2020). Der Zugang zu einer allenfalls kostenpflichtigen und notwen-
digen Behandlung kann durch eine vom Beschwerdeführer zu beantra-
gende (finanzielle resp. medizinische) Rückkehrhilfe erleichtert werden.
Gegebenenfalls wird ihn auch seine Ehefrau unterstützen können, welche
in Honduras als (...) tätig ist (vgl. A9, F136).
9.7.3 Nach dem Gesagten führen die gesundheitlichen Probleme physi-
scher und psychischer Natur des Beschwerdeführers nicht zur Annahme
der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs.
9.7.4 Im honduranischen Kontext ist die Existenz eines Beziehungsnetzes
respektive von begünstigenden Faktoren entgegen den Beschwerdeaus-
führungen keine unabdingbare Voraussetzung für die Bejahung der Zumut-
barkeit des Wegweisungsvollzugs (vgl. Urteil des BVGer D-4242/2018 vom
15. April 2020). Wie die Vorinstanz korrekterweise ausführte, verfügt der
Beschwerdeführer über ein hohes Bildungsniveau und über viele Jahre Ar-
beitserfahrung als Journalist. Angesichts der für unglaubhaft befundenen
Vorfluchtgründe verfängt auch sein Einwand nicht, es sei ihm nicht zuzu-
muten, in Honduras wieder als Journalist zu arbeiten. Im Weiteren befinden
sich seine Ehefrau und die gemeinsame Tochter – sowie seine Partnerin
und sein Kind aus einer früheren Beziehung – in Honduras. Die Ehefrau
arbeite als (...) (vgl. A9, F136). Damit verfügt sie über eine gute Arbeits-
stelle und wird ohne Weiteres in der Lage sein, den Beschwerdeführer
(wieder) bei sich aufzunehmen und ihn bei der Reintegration zu unterstüt-
zen. Sodann ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in Hondu-
ras über ein Beziehungsnetz aus Freunden, Bekannten und (ehemaligen)
Arbeitskollegen verfügt, welches er wieder reaktivieren können wird.
Unter Berücksichtigung sämtlicher aktenkundiger Umstände ist im Hinblick
auf die soziale und wirtschaftliche Reintegration in Honduras mit keinen für
den Beschwerdeführer unüberwindbaren Schwierigkeiten zu rechnen.
9.8 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als
zumutbar.
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9.9 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-
sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE
2008/34 E. 12). Der Beschwerdeführer verfügt über einen nach wie vor
gültigen Reisepass (Gültigkeitsdatum: [...]). Vor diesem Hintergrund ist der
Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen (Art. 83 Abs. 2
AIG).
9.10 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
11.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Reg-
lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Nachdem mit Zwi-
schenverfügung vom 25. Oktober 2019 jedoch das Gesuch um unentgelt-
liche Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen wurde
und seither keine Verbesserung seiner finanziellen Verhältnisse eingetre-
ten ist, sind keine Kosten zu erheben.
12.
Mit Zwischenverfügung vom 15. November 2019 wurde dem Beschwerde-
führer Rechtsanwältin Melanie Aebli als amtliche Rechtsbeiständin beige-
ordnet. Ihr ist deshalb ein amtliches Honorar zu entrichten, wobei zu be-
rücksichtigen ist, dass sie erst nach erfolgter Beschwerdeeingabe manda-
tiert und vom Gericht beigeordnet wurde. Bis zum heutigen Zeitpunkt er-
folgte einzig die (einseitige) Eingabe vom 30. April 2020 durch die manda-
tierte Rechtsbeiständin.
Es wurde keine Kostennote eingereicht, weshalb die notwendigen Partei-
kosten aufgrund der Akten zu bestimmen sind (Art. 14 Abs. 2 in fine
VGKE). Unter Berücksichtigung des massgebenden Stundenansatzes von
Fr. 220.– für anwaltliche Rechtsvertretungen ist der Rechtsbeiständin vom
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Bundesverwaltungsgericht ein Honorar in der Höhe von insgesamt
Fr. 118.50 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) auszurichten.
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