Decision ID: dd89e9b4-2888-461c-b3d6-cee286565e0f
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X ist Eigentümer der Grundstücke Nrn. 0000, 0000 und 0000 in B. Y erliess am 9.
Dezember 2008 für den als Gemeindestrasse dritter Klasse eingeteilten Abschnitt der
A-strasse einen neuen Beitragsplan, welcher unangefochten in Rechtskraft erwuchs.
Darin wurde der Beitrag von B auf 20 % festgesetzt. Zur Sicherstellung des
Strassenunterhalts wurde am 31. August 2015 das Perimeterunternehmen
"Strassenunternehmen A-strasse" gegründet. Dieses stellte am 8. März 2016 bei B ein
Gesuch um Anpassung des Beitragsplans A-strasse aufgrund der inzwischen
bewohnten Liegenschaft 0000 und der neu erstellten Zufahrtsstrasse zu dieser
Liegenschaft. Mit Beschluss vom 7. März 2017 hiess Y das Gesuch gut und passte den
Beitragsplan an, indem der Unterhaltsanteil des Grundstücks Nr. 0000 erhöht und das
Grundstück in den Winterdienstverteiler aufgenommen wurde. Entsprechend
reduzierten sich die Anteile der übrigen beitragspflichtigen Grundstücke anteilsmässig.
Der Beitrag von B blieb unverändert bei 20 %. Mit Schreiben vom 15. März 2017
wurden die Beitragspflichtigen mit persönlicher Anzeige vom angepassten Beitragsplan
in Kenntnis gesetzt.
Am 20. April 2017 erhob X mit Eingabe seines Rechtsvertreters Einsprache gegen den
Beitragsplan A-strasse und beantragte, der Beitragsplan A-strasse sei aufzuheben und
der Beitrag von B an Unterhalt und Winterdienst sei auf 50 % festzulegen unter
entsprechender Reduktion der Beiträge der privaten Grundeigentümer. Mit Entscheid
vom 5. Dezember 2017 wies Y die Einsprache ab.
B.- Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 20. Dezember 2017 erhob X gegen den
ablehnenden Einspracheentscheid Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit
den Anträgen, der Entscheid von Y vom 5. Dezember 2017 sei aufzuheben, der
Beitragsplan (Unterhaltsverteiler) A-strasse gemäss Beschluss von Y vom 7. März 2017
(öffentlich-rechtlicher Unterhaltsverteiler betreffend A-strasse) sei aufzuheben und der
Beitrag von B an Unterhalt und Winterdienst im Beitragsplan (Unterhaltsverteiler) A-
strasse sei auf 50 % festzulegen (statt 20 %) und die Beiträge der privaten
Grundeigentümer an Unterhalt und Winterdienst seien im entsprechenden Mass zu
reduzieren, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Die Vorinstanz beantragte in ihrer
Vernehmlassung vom 25. Januar 2018 die Abweisung des Rekurses. Der Rekurrent
replizierte mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 12. Februar 2018. Die Duplik der
Vorinstanz datiert vom 26. Februar 2018.
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C.- Am 8. Oktober 2018 führte die Verwaltungsrekurskommission im Perimetergebiet
einen Augenschein durch (vgl. Augenscheinprotokoll). Auf die von den Beteiligten zur
Begründung ihrer Anträge gemachten Ausführungen sowie auf die Ergebnisse des

Augenscheins wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 20. Dezember 2017 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Er erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 8. Januar 2018 in
formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 81 Abs. 3 des
Strassengesetzes, sGS 732.1, abgekürzt: StrG; Art. 41 lit. e Ziff. 1 sowie 45, 47 und 48
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den
Rekurs ist einzutreten.
2.- Der Beitragsplan und das vorinstanzliche Verfahren sind auf ihre formelle
Rechtmässigkeit hin zu überprüfen.
a) Der Beitragsplan A-strasse wurde vom dafür zuständigen Y mit Beschluss vom
9. Dezember 2008 erlassen und mit Beschluss vom 7. März 2017 angepasst (Art. 79
Abs. 1 StrG). Er enthält die beitragspflichtigen Grundstücke sowie die Anteile der
Grundeigentümer. Aus dem Beitragsplan geht zudem hervor, dass B an den Unterhalt
und Winterdienst der A-strasse 20 % leistet (Art. 79 Abs. 2 lit. b-d StrG). Dass der
Beitragsplan keinen Kostenvoranschlag (Art. 79 Abs. 2 lit. a StrG) enthält, schadet
nicht, da es sich um einen Unterhaltsperimeter handelt. Gemäss Art. 77 Abs. 2 lit. a
StrG wird das Kostenverlegungsverfahren für Unterhaltsperimeter an
Gemeindestrassen dritter Klasse sachgemäss durchgeführt. Da der laufende Unterhalt
nicht vorausgesagt werden kann, enthalten Unterhaltsperimeter regelmässig keinen
Kostenvoranschlag. Die Beitragspflichtigen wurden ordnungsgemäss persönlich vom
angepassten Beitragsplan in Kenntnis gesetzt (Art. 80 StrG). Die vom Rekurrenten
dagegen mit Eingabe vom 20. April 2017 erhobene Einsprache wurde vom zuständigen
Y mit Entscheid vom 5. Dezember 2017 abgewiesen (Art. 81 Abs. 2 StrG).
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Die Vorinstanz trat auf die Einsprache vom 20. April 2017 ein, obwohl sich die
Einsprache nicht gegen die Anpassung des Beitragsplans A-strasse aufgrund der
inzwischen bewohnten Liegenschaft 0000 und der neu erstellten Zufahrtsstrasse zu
dieser Liegenschaft richtete. Der Rekurrent zielte mit der Einsprache auf eine Erhöhung
des Beitrags der B von 20 % auf 50 %. Die Höhe des städtischen Beitrags war jedoch
nicht Gegenstand der Anpassung des Beitragsplans. Wird bei der Änderung eines
Perimeters nur der Interessenfaktor eines Grundstücks erhöht, so beschränkt sich die
Überprüfung im Rechtsmittelverfahren auf die entsprechende Änderung (GVP 1999 Nr.
23). Es ist somit fraglich, ob die Vorinstanz zu Recht auf die Einsprache eintrat. Die
Frage kann indes offengelassen werden, nachdem unter den Voraussetzungen von Art.
56 Abs. 1 StrG ein Rechtsanspruch auf Änderung eines Perimeters besteht.
Die Abänderung und Eröffnung des Beitragsplans sowie das Einspracheverfahren
entsprechen damit den formellgesetzlichen Vorschriften.
b) Der Rekurrent macht eine Verletzung des rechtlichen Gehörs im Einspracheverfahren
geltend, indem die Vorinstanz auf einen Augenschein und vorab auf die Einholung
eines Gutachtens zu den Fahrzeugbewegungen auf der A-strasse und zur
Nutzungsfrequenz durch Wanderer, Mountainbiker, Reiter etc. in Relation zur Nutzung
durch die privaten Anstösser sowie zum Zustand der Strasse und zu den mittel- und
langfristig zu erwartenden Unterhalts- und Erneuerungskosten zu Unrecht verzichtet
und die entscheidrelevanten Umstände auch anderweitig nicht hinreichend abgeklärt
habe.
Die Vorinstanz verzichtete auf die Durchführung eines Augenscheins mit der
Begründung, dass die massgeblichen tatsächlichen Erschliessungs-, Nutzungs- und
Beanspruchungsverhältnisse, wie sie auch dem bestehenden und kürzlich angepassten
Beitragsplan für die A-strasse, Abschnitt Gemeindestrasse dritter Klasse, zugrunde
lägen, den Behörden bereits bekannt seien. Zudem sei nicht ersichtlich, inwieweit ein
Augenschein bezüglich der in der Einsprache angeführten Tatsachen zusätzliche
relevante Erkenntnisse bringen würde. Den Antrag auf Einholung eines Gutachtens
lehnte sie ebenfalls ab. Die Anzahl Fahrbewegungen, Nutzungsfrequenzen und
Nutzungsrelationen, der Zustand der Strasse sowie die Höhe der Unterhalts- und
Erneuerungskosten würden keine tauglichen Kriterien zur Bestimmung der
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Unterhaltsanteile darstellen, weshalb sich ein diesbezügliches Gutachten von
vornherein als ungeeignet erwiese.
Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV wird abgeleitet,
dass rechtzeitig und formgerecht angebotene Beweismittel grundsätzlich abgenommen
werden müssen, sofern sie eine erhebliche Tatsache betreffen und tauglich sind, um
über die Tatsache Beweis zu erbringen (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 2016, Rz. 1016). Das Merkmal der Tauglichkeit steht im
Kontext der sogenannten antizipierten Beweiswürdigung, wonach ein
Beweismittelantrag abgelehnt werden kann, wenn der Antrag im Lichte vorliegender
Beweise als ungeeignet erachtet wird, an dem bereits feststehenden Beweisergebnis
noch etwas zu ändern, oder weil der beantragte Beweis von vorneherein für ungeeignet
gehalten wird, die relevante Tatsache zu beweisen. Das Bundesgericht erachtet eine
solche antizipierte Beweiswürdigung als zulässig. Nach der Rechtsprechung liegt keine
Verletzung des rechtlichen Gehörs vor, wenn auf die Abnahme beantragter
Beweismittel verzichtet wird, weil bereits eine Überzeugung gebildet wurde und ohne
Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung angenommen werden kann, dass die
Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (BGE 136 I 229
E. 5.3, Urteile des Bundesgerichts [BGer] 4A_216/2008 vom 20. August 2008 E. 4.2
und 1B_176/2016 vom 11. April 2017 E. 3.2; Haberbeck, Abgrenzung der zulässigen
antizipierten Beweiswürdigung von der Verletzung des Rechts auf Beweis im
Zivilprozess, in: Jusletter 3. Februar 2014, S. 2, mit weiteren Hinweisen).
Im Vorgehen der Vorinstanz, in antizipierter Beweiswürdigung auf die Durchführung
eines Augenscheins und das Einholen eines Gutachtens zu verzichten, indem sie davon
ausging, dass ein Augenschein keine zusätzlichen relevanten Erkenntnisse bringen
würde und sie ein Gutachten von vornherein für ungeeignet hielt, die relevante
Tatsache zu beweisen, ist somit keine Verletzung des rechtlichen Gehörs zu erblicken.
Der angefochtene Einspracheentscheid ist damit in formeller Hinsicht nicht zu
beanstanden. Ob die Beweiswürdigung der Vorinstanz zutreffend ist, ist im Folgenden
zu prüfen.
3.- Materiell ist die Höhe des Beitrags der B an den Unterhalt des als Gemeindestrasse
dritter Klasse eingeteilten Abschnitts der A-strasse umstritten.
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a) Im Strassengesetz wird der Strassenunterhalt geregelt. Der betroffene Abschnitt der
A-strasse (nachfolgend: A-strasse) ist als Gemeindestrasse dritter Klasse eingeteilt.
Gemäss Art. 55 Abs. 1 StrG unterhalten die anstossenden Grundeigentümer die
Gemeindestrassen dritter Klasse, wenn diese nicht von der politischen Gemeinde, einer
anderen öffentlich-rechtlichen Körperschaft oder Dritten unterhalten werden. Die
Kosten für Bau und Unterhalt der Gemeindestrassen dritter Klasse tragen die
Grundeigentümer, soweit keine Beiträge zur Verfügung stehen (Art. 73 Abs. 1 StrG). Die
politische Gemeinde leistet Beiträge an die Unterhaltskosten, welche nach der
Bedeutung der Strasse, der Belastung der Unterhaltspflichtigen und dem öffentlichen
Interesse bemessen werden (Art. 73 Abs. 2 lit. a-c StrG). Sie leistet Beiträge an Bau
und Unterhalt der Gemeindestrassen, soweit den Grundeigentümern durch den
Gemeingebrauch verursachte Kosten entstehen (Art. 74 StrG). Für den Unterhalt von
Gemeindestrassen dritter Klasse wird ein Perimeter errichtet oder geändert, wenn der
zweckmässige Unterhalt es erfordert oder wenn die Belastung einzelner
Grundeigentümer in einem Missverhältnis zu ihren Sondervorteilen steht (Art. 56 Abs. 1
und 2 lit. a und b StrG).
b) Für den Unterhalt des Abschnitts der A-strasse wurde am 9. Dezember 2008 von der
Vorinstanz ein Beitragsplan erlassen. Dieser erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
Der Beitrag der Vorinstanz wurde auf 20 % festgesetzt. Zu prüfen ist, ob aufgrund der
Vorbringen des Rekurrenten, mit denen er sinngemäss ein Missverhältnis zwischen
Belastung und Sondervorteil geltend macht (vgl. Art. 56 Abs. 2 lit. b StrG), der
Beitragsplan abzuändern und der Beitrag der Vorinstanz von 20 % auf 50 % zu
erhöhen ist.
aa) Der Rekurrent macht zunächst geltend, die A-strasse sei ein zentraler Teil des
Wandergebietes. Sie werde von Wanderern und Familienausflüglern intensiv genutzt
und sei Teil der als "C-strasse" bezeichneten Route. Vor fünf Jahren sei sie in den
Fuss-, Wander- und Radwegplan aufgenommen worden. Im Frühjahr 2017 seien
zudem im ganzen Gebiet zusätzliche Wanderwegsignalisationen in grosser Zahl
angebracht worden. Das öffentliche Interesse am Bestand der A-strasse sei damit
angestiegen. Nebst der Bedeutung der A-strasse als Fuss- und Wanderwegverbindung
werde diese auch von Mountainbikern und Reitern sehr hochfrequent beansprucht.
Auch aus diesem Grund rechtfertige sich ein höherer Anteil der B am Unterhalt und
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Winterdienst der A-strasse. Die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, dass der
Bestand der A-strasse in erster Linie im privaten Interesse der Anstösser liege und
deren Bedürfnissen diene. Die Bedeutung der A-strasse als Wander-, Bike- und
Reitweg übersteige deren Bedeutung für den privaten Verkehr der Anstösser um ein
Vielfaches. Dass die A-strasse in erster Linie öffentlichen Interessen diene, gehe
insbesondere aus der Zusammenfassung der stadtinternen Vernehmlassung vom
16. November 2015 hervor, worin festgehalten werde, dass der einfache Charakter der
A-strasse am Siedlungsrand und als Zugang zum Naherholungsgebiet für den
Langsamverkehr erhalten bleiben und nicht ausgebaut werden soll.
Die Vorinstanz hält fest, dass die A-strasse im fraglichen Abschnitt schon seit jeher als
Zugang zum Naherholungsgebiet diene. Sie sei bereits 1990 in das Fusswegnetz
aufgenommen. Im Jahre 2013 sei eine Umteilung als Wanderweg erfolgt. Weder früher
noch heute sei sie Bestandteil des Radwegnetzes. Ein höheres öffentliches Interesse
sei daher nicht ersichtlich und könne auch nicht aufgrund der zusätzlich angebrachten
Wanderwegsignalisationen angenommen werden. Die Beanspruchung der A-strasse
durch Reiterinnen und Reiter sowie durch Mountainbikerinnen und -biker sei weder neu
noch besonders aktuell. Der öffentliche Fusswegverkehr und eine allfällige Benutzung
der A-strasse durch Reiter und Mountainbiker verursache im Vergleich zum
motorisierten Zufahrtsverkehr eine wesentlich geringere Beanspruchung und Belastung
der Strasse.
Art. 74 StrG besagt, dass Grundeigentümer nicht mit Kosten belastet werden dürfen,
die durch den Gemeingebrauch verursacht werden. Solche Kosten sind von der
politischen Gemeinde abzugelten. Die pflichtigen Grundeigentümer haben lediglich
diejenigen Kosten zu tragen, die sie selbst oder der Zubringerverkehr verursacht
haben. Als Beispiel gilt das Reiten, welches in der Regel zum Gemeingebrauch gehört.
Die durch das Reiten verursachten Kosten sind dem Grundeigentümer zu entschädigen
(Weder, in: Germann [Hrsg.], Kurzkommentar zum st. gallischen Strassengesetz vom
12. Juni 1988, St. Gallen 1989, Art. 73 N 1 ff. und Art. 74 N 2 f.).
Die Autonomie der Vorinstanz bei der Festlegung ihres Anteils am Unterhalt einer
Gemeindestrasse dritter Klasse ist gross. Es müssen jedoch auf dem ganzen
Stadtgebiet die gleichen Grundsätze gelten. Die A-strasse ist im fraglichen Abschnitt
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etwa zur Hälfte mit einem Belag versehen und zur Hälfte Naturstrasse. Wo sie mit
einem Belag versehen ist, haben weder Fussgänger, Wanderer, Reiter, noch
Mountainbiker einen Einfluss auf den Verschleiss der Strasse. Auf Naturstrassen
verursachen Reiter und Mountainbiker Huf- bzw. Bremsschäden. Wanderer und
Fussgänger verursachen auch auf Naturstrassen keinen Verschleiss. Es kommt somit
lediglich auf etwa der Hälfte der A-strasse zu einem Verschleiss der Strasse durch
Reiter oder Mountainbiker. Diese, durch den Gemeingebrauch verursachten Kosten,
werden mit dem Anteil der Stadt von 20 % am Unterhalt genügend abgedeckt. Von
einem erhöhten Aufkommen von Reitern und Mountainbikern auf der A-strasse im
Vergleich zu andern in der Stadt liegenden Gemeindestrassen dritter Klasse ist nicht
auszugehen. Eine Ungleichbehandlung der A-strasse im Vergleich zu andern
Gemeindestrassen dritter Klasse im Stadtgebiet macht der Rekurrent zudem nicht
geltend. Insgesamt rechtfertigt sich damit eine Erhöhung des Anteils der Vorinstanz am
Unterhalt der A-strasse aufgrund des Gemeingebrauchs nicht.
bb) Der Rekurrent bringt weiter vor, dass substantielle Beiträge der politischen
Gemeinde an den Unterhalt einer Gemeindestrasse dritter Klasse auch in Frage
kommen würden, wenn durch die Strasse abgelegene landwirtschaftliche Gehöfte
erschlossen würden, was auch öffentlichen Interessen diene. Der landwirtschaftliche
Betrieb von Z sei abgelegen, zumal die strassenmässige Erschliessung einzig über die
A-strasse erfolge. Seit der Übernahme des Hofs durch Z habe sich der
landwirtschaftliche Verkehr zwischen den beiden Höfen intensiviert und die A-strasse
noch mehr an Bedeutung als landwirtschaftliche Erschliessungsstrasse gewonnen.
Die Vorinstanz hält dem entgegen, dass die Erschliessung eines einzelnen
Landwirtschaftsbetriebes kein öffentliches Interesse darstelle. Von einem öffentlichen
Interesse sei höchstens dann auszugehen, wenn es um die Erschliessung abgelegener
Gehöfte gehe. Vorliegend handle es sich klarerweise nicht um einen abgelegenen
landwirtschaftlichen Betrieb, denn dieser grenze unmittelbar ans Siedlungsgebiet. Bei
der Festsetzung der Unterhaltsanteile seien bei landwirtschaftlichen und
nichtlandwirtschaftlichen Grundstücken die gleichen Kriterien anzuwenden. Das
Vorliegen einer Landwirtschaftsparzelle habe auf die Frage des öffentlichen Interesses
keinen Einfluss.
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In der Literatur wird als Beispiel für einen Grund von Beiträgen der politischen
Gemeinde an den Unterhalt Strassen zu abgelegenen landwirtschaftlichen Gehöften
genannt (Weder, a.a.O., Art. 73 N 3). Dabei geht es jedoch nicht um das öffentliche
Interesse (Art. 73 Abs. 2 lit. c StrG), sondern um die Belastung der Unterhaltspflichtigen
(lit. b). Der Eigentümer eines abgelegenen Landwirtschaftsbetriebs ist unter Umständen
unzumutbar belastet, wenn er alleine für einen grossen Teil der Strasse
unterhaltspflichtig ist, weshalb die Gemeinde Beiträge leistet. Dies ist vorliegend jedoch
nicht der Fall. Die beiden landwirtschaftlichen Betriebe sind weder abgelegen noch ist
Z aufgrund seiner Unterhaltspflicht gemäss dem Perimeter unzumutbar belastet. Eine
Erhöhung des Anteils der Vorinstanz am Unterhalt der A-strasse ergibt sich somit aus
diesem Grund nicht.
cc) Weiter macht der Rekurrent geltend, dass einige private Anstösser die A-strasse
nur als Notzufahrt nutzen dürften, weshalb diese nur einen äusserst geringen
Sondervorteil hätten. Zudem müssten sie neben den Unterhaltsbeiträgen an die A-
strasse auch Perimeterbeiträge an die D-strasse bezahlen, womit sie ohne Gewährung
entsprechender Sondervorteile doppelt belastet seien.
Die Vorinstanz hält fest, der Umstand, dass gewisse private Anstösser die A-strasse
nur als Not- oder Zweitzufahrt benützen könnten und daher einen geringeren
Sondervorteil hätten als andere Betroffene, sei im Rahmen des Beitragsplans von 2008
berücksichtigt worden. Dieser Aspekt habe keinen Zusammenhang mit der Frage des
öffentlichen Interesses oder der Höhe des städtischen Anteils.
Anlässlich des Augenscheins vom 8. Oktober 2018 wurde festgestellt, dass das
Grundstück Nr. 0000 des Rekurrenten über die D-strasse erschlossen ist. Die A-strasse
dient für dieses Grundstück lediglich als Notzufahrt, beispielsweise für die Feuerwehr.
Diese Tatsache hat allerdings keinen Einfluss auf die Höhe des Anteils der Vorinstanz
am Unterhalt der A-strasse. Die Grundstücke, die über eine andere Erschliessung als
die A-strasse verfügen, wurden im Perimeter entsprechend mit einem niedrigeren
Interessenfaktor berücksichtigt.
dd) Der Rekurrent führt sodann an, dass gemäss Art. 73 Abs. 2 lit. b StrG bei der
Festlegung der Unterhaltsbeiträge der politischen Gemeinde auch die Belastung der
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Unterhaltspflichtigen zu berücksichtigen sei. In den vergangenen Jahren hätten die
durchschnittlichen Kosten für den Unterhalt der A-strasse rund Fr. 4'000.– pro Jahr
betragen. Im Jahr 2016 seien im Zusammenhang mit der Sanierung des östlichen Teils
der A-strasse Kosten in der Höhe von Fr. 146'000.– entstanden, wovon die
Unterhaltspflichtigen 80 % und B 20 % getragen hätten. Im westlichen Teil der A-
strasse sei in Zukunft mit erheblichen Sanierungs- und Unterhaltskosten zu rechnen,
welche sich gemäss Schätzung der B auf rund Fr. 600'000.– belaufen würden. Vor
diesem Hintergrund sei der Beitrag der B von nur 20 % nicht angemessen.
Die Vorinstanz führt aus, dass aufgrund zukünftiger hoher Sanierungs- und
Unterhaltskosten keine Erhöhung des städtischen Anteils abgeleitet werden könne.
Ansonsten sei es für die unterhaltspflichtigen Grundeigentümer möglich, den Unterhalt
zu vernachlässigen und anschliessend mit dem Hinweis auf dadurch bedingte hohe
Instandstellungs- und Sanierungskosten einen höheren städtischen Anteil zu erwirken.
Abgesehen davon stehe es dem Strassenunternehmen A-strasse frei, beim Y ein
Gesuch um eine Kostenbeteiligung zu stellen.
Bei einer Sanierung der A-strasse im Umfang von Fr. 600'000.– müsste vorab die Frage
geklärt werden, ob es sich um Bau- oder Unterhaltskosten handelt. Die Kostentragung
zwischen Gemeinde und Grundeigentümer ist im Strassengesetz unterschiedlich
geregelt, je nachdem, ob es sich um Bau- oder Unterhaltsarbeiten handelt (vgl. Art. 73
StrG). Wären es Baukosten, müsste ein neuer Baukostenperimeter erlassen werden,
der dann wiederum angefochten werden könnte. Ansonsten rechtfertigen einmalige
hohe Unterhaltskosten eine Anpassung des Beitrags der Vorinstanz nicht. Das
öffentliche Interesse an der A-strasse wird deswegen nicht grösser. In diesem Fall
könnten die von der Vorinstanz verfügten Beiträge noch im Kostenverlegungsverfahren
gemäss Art. 82 Abs. 3 StrG angefochten werden.
ee) Schliesslich macht der Rekurrent geltend, obschon die Frage der
strassenrechtlichen Einteilung der A-strasse nicht Gegenstand dieses Verfahrens sei,
spiele sie bei der Bemessung des Beitrags der politischen Gemeinde dennoch eine
Rolle. Gemäss Art. 72 Abs. 1 StrG trage die politische Gemeinde die Kosten für den
Unterhalt einer Gemeindestrasse zweiter Klasse zu 100 %. Nach herrschender
Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts sei eine Strasse im Regelfall als
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Gemeindestrasse zweiter Klasse einzuteilen, sofern sie mehr als zehn Wohneinheiten
erschliesse. Konsequent umgesetzt wäre auch die A-strasse als Gemeindestrasse
zweiter Klasse einzuteilen und B hätte einen Beitrag von 100 % zu leisten, wie dies in
unmittelbarer Nähe zur A-strasse bei vergleichbaren Verhältnissen (zum Beispiel bei
der Spiltrücklistrasse und der Rütistrasse) der Fall sei. Das Verwaltungsgericht
begründe diese Rechtsprechung im Wesentlichen mit dem öffentlichen Interesse,
weshalb es auch für die A-strasse logisch erscheine, von einem erheblichen
öffentlichen Interesse auszugehen. Das öffentliche Interesse würde eine Umklassierung
der A-strasse in eine Gemeindestrasse zweiter Klasse rechtfertigen. Damit verbunden
wäre ein massiver Ausbau der Strasse. Soll ein solcher Ausbau unterbleiben, so sei
dem erheblichen öffentlichen Interesse an der A-strasse, wenn nicht durch eine
Neuklassierung, dann aber immerhin durch eine wesentliche Erhöhung des Beitrags
der B an den Unterhalt Rechnung zu tragen.
Ob eine Strasse als Gemeindestrasse zweiter oder dritter Klasse einzuteilen ist,
beurteilt sich nach Art. 8 Abs. 2 und 3 StrG. Danach dienen Gemeindestrassen zweiter
Klasse der Groberschliessung des Baugebiets und der Erschliessung grösserer
Siedlungsgebiete ausserhalb des Baugebiets. Sie stehen in der Regel dem allgemeinen
Motorfahrzeugverkehr offen (Abs. 2). Gemeindestrassen dritter Klasse dienen der
übrigen Erschliessung sowie der Land- und der Forstwirtschaft. Sie stehen dem
allgemeinen Motorfahrzeugverkehr nicht offen (Abs. 3). Ein Kriterium für die
Unterscheidung der Einteilung als Gemeindestrasse zweiter oder dritter Klasse
innerhalb und ausserhalb des Baugebietes bildet die Zahl der erschlossenen ständig
bewohnten Wohneinheiten. Innerhalb des Baugebietes sind mehr als zehn ständig
bewohnte Wohneinheiten, ausserhalb des Baugebietes mehr als fünf ständig bewohnte
Wohneinheiten erforderlich, um von übergeordneter Erschliessungsfunktion sprechen
zu können, die eine Einteilung als Gemeindestrasse zweiter Klasse rechtfertigt (GVP
2001 Nr. 98). Das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen hielt fest, dass es auch
noch andere Kriterien für die Einordnung einer Gemeindestrasse gebe, diese allerdings
hauptsächlich dann zur Anwendung gelangen würden, wenn eine Strasse mit weniger
als zehn erschlossenen Wohneinheiten einer Gemeindestrasse zweiter Klasse zugeteilt
werden soll. Im Regelfall seien Strassen innerhalb der Bauzone, die zehn oder mehr
ständig bewohnte Wohneinheiten erschliessen, als Gemeindestrasse zweiter Klasse
gemäss Art. 8 Abs. 2 StrG zu betrachten (VerwGer B 2011/9 vom 7. Dezember 2011
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E. 4.3.2 f.). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung liegt ein öffentliches Interesse an
einer Strasse vor, wenn mit dieser mehrere Grundstücke erschlossen werden (BGE 98
Ia 43 E. 3, 114 Ia 341 E. 3b).
Anlässlich des Augenscheins vom 8. Oktober 2018 wurde festgestellt, dass dreizehn
Wohneinheiten ausschliesslich über die A-strasse erschlossen werden. Gemäss den
voranstehenden Ausführungen könnte die A-strasse somit als Gemeindestrasse zweiter
Klasse eingestuft werden. Im vorliegenden Fall haben jedoch beide Parteien ein
Interesse, die A-strasse als Gemeindestrasse dritter Klasse zu belassen. Bei einer
Gemeindestrasse zweiter Klasse würden die Kosten für den Unterhalt einerseits
vollumfänglich zu Lasten der Vorinstanz gehen, soweit keine Beiträge zur Verfügung
stehen (vgl. Art. 72 Abs. 1 StrG). Andererseits befürchtet der Rekurrent bei einer
Umteilung in eine Gemeindestrasse zweiter Klasse einen Ausbau der A-strasse und
mehr Durchgangsverkehr, da sie dem allgemeinen Verkehr offenstehen würde (Art. 8
Abs. 2 Satz 2 StrG). Der Rekurrent hielt anlässlich des Augenscheins fest, dass die
Anwohner bereit seien, sich weiterhin am Unterhalt der A-strasse zu beteiligen, obwohl
sie unter den Voraussetzungen von Art. 14 Abs. 2 StrG eine Änderung der Einteilung
der A-strasse verlangen könnten und bei einer Umteilung in eine Gemeindestrasse
zweiter Klasse nicht mehr unterhaltspflichtig wären. Die Belastung der Anwohner
aufgrund ihrer derzeitigen Unterhaltspflicht ist gross, da die A-strasse im Verhältnis zu
den erschlossenen Wohneinheiten eher lang ist. Gleichzeitig ist das öffentliche
Interesse an der A-strasse als hoch zu gewichten, zumal dreizehn Wohneinheiten
erschlossen werden. Das öffentliche Interesse ist damit ähnlich hoch wie bei einer
Gemeindestrasse zweiter Klasse. Insgesamt kommt das Gericht deshalb zum Schluss,
dass der Beitrag der Vorinstanz an den Unterhalt und Winterdienst der A-strasse auf
40 % zu erhöhen ist.
4.- Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurs teilweise gutzuheissen und der
angefochtene Entscheid der Vorinstanz vom 5. Dezember 2017 aufzuheben ist. Der
Beitrag der Vorinstanz an den Unterhalt und Winterdienst der A-strasse wird auf 40 %
festgelegt. Die Angelegenheit ist zur Anpassung des bestehenden Unterhaltsperimeters
an die Vorinstanz zurückzuweisen. An diesem Entschluss des Gerichts würde das
Einholen eines Gutachtens nichts ändern, weshalb darauf zu verzichten ist.
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5.- a) Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu
tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen wird. Es gilt der Grundsatz
der Kostentragung nach Massgabe des Obsiegens und Unterliegens. Dem
Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten zu einem Drittel dem
Rekurrenten und zu zwei Dritteln der Vorinstanz aufzuerlegen. Eine Entscheidgebühr
von Fr. 2'400.– ist angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12). Auf die Erhebung der Kosten vom Gemeinwesen wird nicht verzichtet, da mit
der angefochtenen Verfügung finanzielle Interessen verfolgt wurden (Art. 95 Abs. 3
VRP). Der Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist mit dem Kostenanteil des Rekurrenten
von Fr. 800.– zu verrechnen und im Restbetrag von Fr. 400.– zurückzuerstatten.
b) Bei diesem Verfahrensausgang hat der Rekurrent grundsätzlich Anspruch auf
Entschädigung der ausseramtlichen Kosten (Art. 98 VRP). Gemäss Art. 98 Abs. 2
VRP werden im Rekursverfahren ausseramtliche Kosten entschädigt, soweit sie
aufgrund der Rechts- und Sachlage als notwendig und angemessen erscheinen. Im
Rekursverfahren war der Beizug eines Rechtsbeistandes geboten. Der Rechtsvertreter
reichte keine Kostennote ein, weshalb die Entschädigung für die Anwaltskosten
ermessensweise festzulegen ist. Im Verfahren vor der Verwaltungsrekurskommission
wird das Honorar als Pauschale ausgerichtet; der Rahmen liegt zwischen Fr. 1'000.–
und Fr. 12'000.– (Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und
Rechtsagenten, sGS 963.75; abgekürzt: HonO). Innerhalb dieses Rahmens wird das
Grundhonorar nach den besonderen Umständen, namentlich nach Art und Umfang der
Bemühungen, der Schwierigkeit des Falles und den wirtschaftlichen Verhältnissen der
Beteiligten, bemessen (Art. 19 HonO). Umstritten war die Frage, wie hoch das
öffentliche Interesse an der A-strasse zu gewichten ist. Angesichts des
durchschnittlichen Aktenumfangs und des durchschnittlichen Schwierigkeitsgrads des
Falles in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht erscheint ein Honorar von Fr. 3'000.– als
angemessen. Entsprechend dem Verfahrensausgang sind dem Rekurrenten die
ausseramtlichen Kosten zu einem Drittel zu entschädigen, das heisst im Betrag von
Fr. 1'000.– (Art. 98 VRP; R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, Lachen/St. Gallen 2004, S. 183). Hinzuzuzählen sind
die Barauslagen von Fr. 40.– und die Mehrwertsteuer von Fr. 83.20 (Art. 28 Abs. 1
und Art. 29 HonO), sodass die ausseramtliche Entschädigung insgesamt Fr. 1'123.20
beträgt; entschädigungspflichtig ist die Vorinstanz.
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© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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