Decision ID: d5624d2e-762b-5e65-b41e-b39a37f00693
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KG
Chamber: SG_KG_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Januar 2016 zum Bezug von Ergänzungsleistungen zu einer
Entschädigung der Invalidenversicherung bei einer Hilflosigkeit leichten Grades an (act.
G 5.1.68). Bis zu ihrem Umzug vom Kanton Zürich in den Kanton St. Gallen im
Dezember 2015 hatte sie Zusatzleistungen im Betrag von 1’419 Franken bezogen (act.
G 5.1.75–1). Diese Leistungen waren per 1. Dezember 2015 aufgehoben worden (act. G
5.1.75–6). Der Ehemann der EL-Ansprecherin hatte im Juni 2015 4’235.80 Franken, im
Juli 2015 2’527 Franken, im August 2015 3’353.40 Franken, im September 2015 5’179
Franken, im Oktober 2015 4’151 Franken und im Dezember 2015 3’197.80 Franken
Lohn erhalten, der sich jeweils aus einem Fixum von 2’500 Franken (im Juni 2015:
4’000 Franken) und einer Kommission zusammengesetzt hatte (act. G 5.1.71). Der
Ehemann der EL-Ansprecherin machte in einem undatierten Schreiben geltend (act. G
5.1.63–19), seine Ehefrau sei behinderungsbedingt auf eine Betreuung der im März
2014 geborenen Tochter angewiesen. Sie erhalte zwar einen entsprechenden
Assistenzbeitrag, aber dieser reiche zur Finanzierung der Betreuung nicht aus. Monat
für Monat häuften sich deshalb entsprechende Schulden des Ehepaares an. Wegen der
„Verweigerung einer konstruktiven Zusammenarbeit seitens“ der EL-
Durchführungsstelle im Kanton Zürich habe der Ehemann seine Arbeitsstelle per Ende
Februar 2016 verloren. An einem neuen Arbeitsplatz könne er sich seine Arbeitszeit
sicherlich nicht mehr so flexibel einteilen, weshalb die Kosten für die Kinderbetreuung
in Zukunft noch höher ausfallen würden. Wenn sich auch im Kanton St. Gallen keine
konstruktive Lösung finden lasse, sei er gezwungen, sich selbst der Kinderbetreuung
zu widmen. Seine Ehefrau werde dann eine ihrem Behinderungsgrad angepasste
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Teilzeitstelle suchen müssen, was den EL-Anspruch in die Höhe treiben werde. Am 16.
Februar 2016 wies eine Sachbearbeiterin der EL-Durchführungsstelle den Ehemann der
EL-Ansprecherin darauf hin (act. G 5.1.62), dass angesichts der besonderen Umstände
bei der Anspruchsberechnung die Differenz zwischen den tatsächlichen
Kinderbetreuungskosten und der Summe des Assistenzbeitrages und der
Hilflosenentschädigung als Lohngewinnungskosten berücksichtigt werde. Das gelte
aber nur, wenn der Ehemann der EL-Ansprecherin eine Arbeitsstelle habe, an der er
einen guten Verdienst erziele. Mittelfristig müsse ein Einnahmenüberschuss angestrebt
werden. Die Berücksichtigung der Kinderbetreuungskosten werde jedenfalls neu
überprüft, sobald die Tochter etwas älter und damit auch selbständiger sei. Der
Ehemann der EL-Ansprecherin sei verpflichtet, sich ab März 2016 als 100 Prozent
vermittlungsfähig bei der Arbeitslosenkasse zu melden. Für die Dauer des Bezuges
einer Arbeitslosenentschädigung könnten die Kinderbetreuungskosten nicht als
Gewinnungskosten berücksichtigt werden. Mit einer Verfügung vom 20. Februar 2016
sprach die EL-Durchführungsstelle der EL-Ansprecherin für den Monat Dezember 2015
eine Ergänzungsleistung von 4’151 Franken und für die Zeit ab dem 1. Januar 2016
eine solche von 4’179 Franken pro Monat zu (act. G 5.1.60). Zur Begründung führte sie
unter anderem an, sie habe als provisorisches Erwerbseinkommen des Ehemannes den
auf ein Jahr hochgerechneten Betrag des bisherigen Erwerbseinkommens
angerechnet. Als Gewinnungskosten habe sie die Differenz zwischen den tatsächlichen
Kosten und der Summe des Assistenzbeitrages und der Hilflosenentschädigung
berücksichtigt. Mit einer Verfügung vom 21. Februar 2016 rechnete die EL-
Durchführungsstelle nun definitiv den auf ein Jahr hochgerechneten Betrag des
bisherigen Erwerbseinkommens an (act. G 5.1.61). Dieser Betrag belief sich auf 39’201
Franken. Davon zog die EL-Durchführungsstelle 3’540 Franken für
Sozialversicherungsabzüge und 9’660 Franken für Berufsauslagen ab. Unter
Berücksichtigung der sogenannten Privilegierung ergab sich ein anrechenbares
Erwerbseinkommen von 16’334 Franken (vgl. act. G 5.1.58 f.).
A.b Am 1. März 2016 teilte der Ehemann der EL-Bezügerin mit (vgl. act. G 5.1.48),
dass er seine Arbeitsstelle definitiv per Ende Februar 2016 verloren habe. Er plane nun,
sich selbständig zu machen und frage sich deshalb, ob die EL-Durchführungsstelle ihm
den Bezug seines Freizügigkeitskapitals der beruflichen Vorsorge „anlasten“ würde. Er
werde sich nun jedenfalls bei der Arbeitslosenversicherung anmelden. Am 29. März
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2016 teilte der Ehemann der EL-Bezügerin mit, dass er sich definitiv selbständig
machen werde. Die Arbeitslosenkasse werde ihn in der Anfangszeit mit Taggeldern
unterstützen. Die Sachbearbeiterin der EL-Durchführungsstelle wies ihn darauf hin,
dass die aktuell ausgerichtete Ergänzungsleistung wohl zu hoch sei und dass er
deshalb mit einer Rückforderung rechnen müsse. Der Ehemann der EL-Bezügerin gab
an, dass ihm dies bewusst sei. Er werde die Rückforderung mit seinem
Freizügigkeitskapital begleichen. Mit einer Verfügung vom 29. April 2016 hob die EL-
Durchführungsstelle die laufende Ergänzungsleistung rückwirkend per 1. März 2016
infolge eines Einnahmenüberschusses auf (Anrechnung der Arbeitslosenentschädigung
des Ehemannes; act. G 5.1.44). Sie forderte die bereits ausbezahlte
Ergänzungsleistung für die Monate März und April 2016 im Gesamtbetrag von 6’482
Franken zurück.
A.c Am 26. Mai 2016 ersuchte die EL-Ansprecherin um einen Erlass der am 29. April
2016 verfügten Rückforderung (act. G 5.1.39). Gleichentags erhob sie allerdings auch
einen „Widerspruch“ gegen die Verfügung vom 29. April 2016 (act. G 5.1.35). Sie
machte geltend, die EL-Durchführungsstelle habe gegen das Datenschutzgesetz
verstossen, indem sie Daten mit der Arbeitslosenkasse ausgetauscht habe. Die Kosten
für die Kinderbetreuung seien keine Lohngewinnungskosten, sondern
behinderungsbedingte Kosten. Sie müssten also auch während der Dauer des Bezuges
einer Arbeitslosenentschädigung bei der Anspruchsberechnung berücksichtigt werden.
Da das Geld für die Kinderbetreuung nur für eine Arbeitszeit von 40 Stunden ausreiche,
könne der Ehemann seine Arbeitskraft nur während einer sehr eingeschränkten Zeit zur
Verfügung stellen, zumal der Arbeitsweg ja bereits in diesen 40 Stunden enthalten sein
müsse. Das regionale Arbeitsvermittlungszentrum habe deshalb sogar die
Vermittelbarkeit in Frage gestellt. Solange die EL-Durchführungsstelle keine
Finanzierung der Kinderbetreuung sicherstelle, könne keine (von der EL-
Durchführungsstelle geforderte) stabile Lösung gefunden werden. Am 1. Juni 2016
wies die EL-Durchführungsstelle die EL-Ansprecherin darauf hin, dass die Bearbeitung
der Einsprache eine gewisse Zeit dauern werde; das Erlassgesuch sei an die
zuständige Fachabteilung weitergeleitet worden (act. G 5.1.34).
A.d Am 25. Mai 2016 hatte der Ehemann mitgeteilt, dass er seine selbständige
Erwerbstätigkeit aufgenommen hatte (act. G 5.1.41 ff.). Die zuständige
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Sachbearbeiterin der EL-Durchführungsstelle forderte ihn in der Folge auf, eine
Zusammenstellung der in den nächsten Monaten zu erwartenden Einnahmen und
Ausgaben einzureichen, damit die Ergänzungsleistung ab Juni 2016 neu berechnet
werden könne (act. G 5.1.33). Der Ehemann gab am 14. Juni 2016 an, während der
ersten Monate werde er wohl kein Einkommen erzielen, da er grössere Aufträge mit
einer entsprechend langen Laufzeit abwickeln werde. Bis Ende Jahr rechne er mit drei
bis sechs Aufträgen in einer Grössenordnung von 5’000–10’000 Franken. Das seien
aber nur Mutmassungen. Am 15. Juni 2016 wies die EL-Durchführungsstelle den
Ehemann der EL-Ansprecherin darauf hin (act. G 5.1.32), dass er gegenüber der
Beitragsabteilung der Ausgleichskasse ein reines Erwerbseinkommen von 36’000
Franken angegeben habe. Das stimme nicht mit den gegenüber der EL-
Durchführungsstelle am 14. Juni 2016 getätigten Angaben überein. Der Ehemann
antwortete am 22. Juni 2016 (act. G 5.1.31), seine Angaben gegenüber der
Beitragsabteilung hätten sich auf den Zeitraum vom 1. Juni 2016 bis zum 31. Mai 2017
bezogen. Er gehe nach wie vor davon aus, dass er in diesem Zeitraum ein Einkommen
von 36’000 Franken werde erzielen können. Im ersten Halbjahr werde sich das
Einkommen aber wahrscheinlich auf null Franken belaufen. Darin sei kein Widerspruch
zu erblicken. Die Ausgaben beliefen sich auf über 30’000 Franken. Am 23. Juni 2016
forderte die EL-Durchführungsstelle den Ehemann der EL-Ansprecherin auf (act. G
5.1.30), weitere Angaben zu seiner selbständigen Erwerbstätigkeit zu machen und
Belege einzureichen. Dabei führte sie unter anderem aus, sie habe von der
Arbeitslosenkasse erfahren, dass diese die selbständige Erwerbstätigkeit wegen
schlechten Erfolgsaussichten nicht unterstützt habe. Der Ehemann der EL-
Ansprecherin habe gegenüber der EL-Durchführungsstelle ebenfalls angegeben, dass
ihm Wirtschaftsspezialisten keine gute Prognose gestellt hätten. Unter diesen
Umständen werde die EL-Durchführungsstelle die Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens prüfen müssen. Nachdem der Ehemann der EL-Ansprecherin
diverse Unterlagen betreffend seine selbständige Erwerbstätigkeit eingereicht hatte,
notierte eine Sachbearbeiterin der EL-Durchführungsstelle am 27. Juli 2016 (act. G
5.1.13), man werde dem Ehemann die Chance geben zu beweisen, dass die negativen
Prognosen falsch gewesen seien. Dafür werde bei der Anspruchsberechnung das
bisherige Nettoerwerbseinkommen angerechnet, bis der tatsächlich erzielte Gewinn
höher ausfalle. Mit der Freizügigkeitsleistung der beruflichen Vorsorge werde sich die
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Familie gut eineinhalb Jahre über Wasser halten können. Mit einer Verfügung vom 2.
August 2016 sprach die EL-Durchführungsstelle der EL-Ansprecherin mit Wirkung ab
dem 1. Juni 2016 eine monatliche Ergänzungsleistung von 4’179 Franken zu (act. G
5.1.11). Bei der Anspruchsberechnung berücksichtigte sie (wie für die Zeit von
Dezember 2015 bis Februar 2016) ein Erwerbseinkommen von 39’021 Franken,
Sozialversicherungsbeiträge von 3’540 Franken und Gewinnungskosten von 9’660
Franken („2’160 Franken Verpflegung und 7’500 Franken Kinderbetreuung“).
A.e Am 23. August 2016 erhob die EL-Bezügerin eine Einsprache gegen die Verfügung
vom 2. August 2016 (act. G 5.1.8). Sie beantragte die Neuberechnung der
Ergänzungsleistung ohne die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens.
Zur Begründung führte sie an, die Ergänzungsleistung falle zu tief aus, was den Erfolg
der selbständigen Erwerbstätigkeit des Ehemannes gefährde. Ausserdem habe die EL-
Durchführungsstelle eine volle Unterstützung während der ersten zwölf Monate
zugesichert, was nur bedeuten könne, dass kein hypothetisches Erwerbseinkommen
angerechnet werde.
A.f Mit einer Verfügung vom 16. September 2016 wies die EL-Durchführungsstelle das
(im Rahmen der Einsprache vom 26. Mai 2016 gestellte) Begehren um die Vergütung
der Kinderbetreuungs- und Haushaltshilfekosten als Krankheits- und
Behinderungskosten ab (act. G 5.1.3). Zur Begründung führte sie aus, die St. Galler
Verordnung über die Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten (VKB) sehe
keine Vergütung von Kinderbetreuungskosten vor. Die Haushaltshilfe werde durch den
Assistenzbeitrag der EL-Bezügerin entschädigt. Am 17. Oktober 2016 liess die nun
anwaltlich vertretene EL-Bezügerin eine Einsprache gegen die Verfügung vom 16.
September 2016 erheben (act. G 5.2.27). Ihr Rechtsvertreter beantragte die Vergütung
der Kinderbetreuungskosten und der Kosten für die Haushaltshilfe. Zur Begründung
führte er an, es handle sich dabei um behinderungsbedingte Kosten und nicht um
Gewinnungskosten, weshalb die EL-Bezügerin über den 29. Februar 2016 hinaus einen
Anspruch auf deren Vergütung habe. Am 9. Dezember 2016 teilte die EL-
Durchführungsstelle der EL-Bezügerin mit, dass sie alle drei hängigen Einsprachen in
einem Entscheid vereinigen werde (act. G 5.2.22). Mit einer Verfügung vom 19.
Dezember 2016 erhöhte sie die laufende Ergänzungsleistung wegen einer Erhöhung
der kantonalen Durchschnittsprämie für die obligatorische Krankenpflegeversicherung
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per 1. Januar 2017 auf 4’218 Franken pro Monat (act. G 5.2.21). Am 28. Februar 2017
liess die EL-Bezügerin eine Konkursandrohung einreichen (act. G 5.2.10). Mit einem
Entscheid vom 2. März 2017 wies die EL-Durchführungsstelle die Einsprachen gegen
die Verfügungen vom 29. April 2016, vom 2. August 2016 und vom 16. September
2016 ab (act. G 5.2.9). Zur Begründung machte sie geltend, indem der Ehemann der
EL-Bezügerin trotz schlechten Erfolgsaussichten und ohne eine Unterstützung durch
die Arbeitslosenversicherung eine selbständige Erwerbstätigkeit aufgenommen habe,
habe er auf den Weiterbezug der Arbeitslosenentschädigung verzichtet. An sich hätte
ihm deshalb die Arbeitslosenentschädigung fiktiv weiter angerechnet werden müssen.
Die EL-Durchführungsstelle habe ihm jedoch „kulanterweise“ nur ein tieferes
hypothetisches Einkommen aus der selbständigen Erwerbstätigkeit angerechnet, um
ihm die Chance zu geben, seine Selbständigkeit zu verwirklichen. Obwohl eine
angefochtene Verfügung im Einspracheverfahren grundsätzlich auch zu Ungunsten der
versicherten Person korrigiert werden könne, werde vorliegend von einer solchen
Korrektur abgesehen. Die Kinderbetreuungskosten könnten nicht als
Gewinnungskosten berücksichtigt werden, da der Ehemann der EL-Bezügerin nun ja
selbständig erwerbstätig sei. Sie könnten auch nicht als Krankheits- und
Behinderungskosten qualifiziert werden, denn weder der abschliessende
bundesrechtliche Leistungskatalog noch die – ebenfalls abschliessende –
kantonalrechtliche Liste der Krankheits- und Behinderungskosten sähen eine
entsprechende Position vor. Im Ergebnis erwiesen sich die angefochtenen Verfügungen
deshalb als rechtmässig, weshalb die Einsprache abgewiesen werde.
B.
B.a Am 31. März 2017 liess die EL-Bezügerin (nachfolgend: die Beschwerdeführerin)
eine Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 2. März 2017 erheben (act. G
1). Ihr Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung des angefochtenen Entscheides
„soweit eine weitergehende Leistungspflicht [...] verneint wird“ und die Zusprache einer
monatlichen Ergänzungsleistung von 5’738.25 Franken für die Zeit ab Juni 2016. Zur
Begründung führte er an, die Erfolgsaussichten der selbständigen Erwerbstätigkeit des
Ehemannes seien gut; es zeigten sich bereits erste Erfolge. Natürlich könne aber erst
ein realer Ertrag erzielt werden, wenn die Anfangsinvestitionen durch erste Gewinne
gedeckt worden seien. Das Vorgehen der EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: die
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Beschwerdegegnerin) sei nicht nur gesetzwidrig, sondern auch kontraproduktiv, denn
einerseits fördere sie mit der Anrechnung eines reduzierten hypothetischen
Einkommens die selbständige Erwerbstätigkeit, andererseits mache sie den
entsprechenden Vorteil aber gleich wieder zunichte, indem sie eine insgesamt zu tiefe
Ergänzungsleistung ausrichte.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 17. Mai 2017 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie aus, das bei der
Anspruchsberechnung berücksichtigte Einkommen sei sogar noch tiefer als im
Einspracheentscheid angenommen.
B.c Am 31. Mai 2017 wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege
bewilligt (act. G 7).
B.d Am 8. September 2017 liess die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen festhalten
(act. G 13) und diverse Offerten ihres Ehemannes einreichen (act. G 13.1 bis act. G
13.6). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 15).
B.e Am 27. Februar 2018 wies das Versicherungsgericht die Beschwerdeführerin
darauf hin (act. G 21), dass möglicherweise anstelle eines hypothetischen
Erwerbseinkommens ein – nicht privilegiert anrechenbares und damit entsprechend
höheres – hypothetisches Taggeld der Arbeitslosenversicherung hätte angerechnet
werden müssen. Folglich drohe eine reformatio in peius, weshalb der
Beschwerdeführerin die Möglichkeit zur Stellungnahme oder zum Rückzug der
Beschwerde gegeben werde.
B.f Die Beschwerdeführerin liess am 27. April 2018 geltend machen (act. G 26), sie
könne die Auffassung des Versicherungsgerichtes grundsätzlich durchaus teilen. Im
vorliegenden Fall sei die Beschwerdegegnerin aber bezüglich sämtlicher relevanter
Umstände jeweils zeitnah informiert worden. Sie habe sich ausdrücklich mit den Plänen
des Ehemannes einverstanden erklärt, weshalb dieser dann entsprechend gehandelt
habe. Erst im angefochtenen Einspracheentscheid habe sie den Ehemann darauf
aufmerksam gemacht, dass er sich bei der Arbeitslosenversicherung melden müsse.
Vor diesem Hintergrund erscheine die angedrohte reformatio in peius als
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ausgeschlossen. Am 29. April 2018 liess die Beschwerdeführerin eine Stellungnahme
ihres Ehemannes nachreichen (act. G 27). Dieser hatte sich auf den Standpunkt
gestellt, seine Vermittlungsfähigkeit wäre fraglich gewesen, wenn er weiterhin eine
Arbeitslosenentschädigung hätte beziehen wollen, da er ja die Kinderbetreuung habe
übernehmen müssen. Die Beschwerdegegnerin habe ihm versichert, dass sie ihm gar
kein hypothetisches Erwerbseinkommen anrechnen werde. Eine Fremdbetreuung für
Kinder könne nicht von heute auf morgen organisiert werden. Im Jahr 2017 habe er drei
Aufträge mit einem Umsatzvolumen von total 46’480 Franken erhalten. Wenn er
weiterhin eine Anstellung gesucht hätte, wären seine Taggelder mittlerweile erschöpft
und er hätte kaum noch eine Aussicht auf eine Arbeitsstelle. Mittelfristig erweise sich
sein Entschluss zur Selbständigkeit folglich als richtig.
B.g Die Beschwerdegegnerin verwies am 22. Mai 2018 (act. G 29) auf eine
Stellungnahme eines Rechtsdienstmitarbeiters vom 31. Oktober 2016, in der geltend
gemacht worden war, dass man der Beschwerdeführerin eine Unterstützung beim
Aufbau der selbständigen Erwerbstätigkeit nur für den Fall zugesichert habe, dass die
Erfolgsaussichten gut seien. Nachdem man erfahren habe, dass die Aussichten
schlecht seien, habe man ein hypothetisches Einkommen anrechnen müssen.
B.h Die Beschwerdeführerin liess am 5. Juli 2018 eine weitere Stellungnahme ihres
Ehemannes einreichen, laut der dieser bereits erste Erfolge erzielt hatte (act. G 33).

Erwägungen
1.
1.1 Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin mit einer Verfügung vom 21.
Februar 2016 mit Wirkung ab dem 1. Dezember 2015 eine Ergänzungsleistung
zugesprochen. Diese Verfügung ist unangefochten formell rechtskräftig geworden. Mit
einer weiteren Verfügung vom 29. April 2016 hat sie die laufende Ergänzungsleistung
revisionsweise rückwirkend per 1. März 2016 wieder aufgehoben und sie hat
entsprechend die für die Monate März und April 2016 ausgerichteten
Ergänzungsleistungen zurückgefordert. Dagegen hat die Beschwerdeführerin am 26.
Mai 2016 eine Einsprache erhoben. Das entsprechende Einspracheverfahren hat
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folglich die (rückwirkende) revisionsweise Aufhebung der Ergänzungsleistung per Ende
Februar 2016 wegen einer Veränderung der Einnahmensituation zum Gegenstand
gehabt. Mit einer Verfügung vom 2. August 2016 hat die Beschwerdegegnerin der
Beschwerdeführerin rückwirkend ab dem 1. Juni 2016 wieder eine Ergänzungsleistung
zugesprochen, nachdem sich die Einnahmensituation erneut verändert hatte. Das nach
der Erhebung der Einsprache vom 23. August 2016 gegen diese Verfügung eröffnete
Einspracheverfahren hat also eine „erstmalige“ Zusprache einer Ergänzungsleistung ab
dem 1. Juni 2016 zum Gegenstand gehabt. Mit einer Verfügung vom 16. September
2016 hat die Beschwerdegegnerin ein Gesuch der Beschwerdeführerin um die
Vergütung von Kinderbetreuungskosten als Krankheits- und Behinderungskosten
abgewiesen. Dagegen hat die Beschwerdeführerin am 17. Oktober 2016 eine
Einsprache erhoben. Das entsprechende Einspracheverfahren hat folglich die Frage
zum Inhalt gehabt, ob die Kinderbetreuungskosten als Krankheits- und
Behinderungskosten zu vergüten seien. Vor diesem Hintergrund steht fest, dass die
drei Einspracheverfahren betreffend die Verfügungen vom 29. April 2016, vom 2.
August 2016 und vom 16. September 2016 drei verschiedene Gegenstände betroffen
haben, weshalb die Beschwerdegegnerin an sich drei Einspracheentscheide hätte
erlassen müssen. Sie hat die drei Einspracheverfahren aber vereinigt und nur einen
Einspracheentscheid erlassen, mit dem sie alle drei Einsprachen abgewiesen hat. Das
bedeutet aber nicht, dass die drei Verfahrensgegenstände (revisionsweise Aufhebung
der Ergänzungsleistung per 1. März 2016, Zusprache einer Ergänzungsleistung ab 1.
Juni 2016, Abweisung eines Begehrens um die Vergütung von Krankheits- und
Behinderungskosten) dadurch zu einem einzigen Gegenstand „verschmolzen“ wären,
denn für eine solche „Verschmelzung“ von verschiedenen Verfahrensgegenständen
fehlt eine gesetzliche Grundlage. Die drei Verfahrensgegenstände sind also
voneinander unabhängig geblieben, weshalb der angefochtene Einspracheentscheid
vom 2. März 2017 bei genauer Betrachtung drei Entscheide enthält. Daraus folgt, dass
jeder dieser drei Entscheide separat anfechtbar gewesen ist. Die Beschwerdeführerin
hat nicht nur entweder keinen oder aber alle drei Entscheide, sondern auch bloss einen
oder zwei der drei Entscheide anfechten können.
1.2 Für die Bestimmung des Gegenstandes des vorliegenden Beschwerdeverfahrens
muss folglich mittels einer Interpretation der Beschwerdeschrift vom 31. März 2017
geprüft werden, welche Entscheide im Einspracheentscheid vom 2. März 2017 die
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Beschwerdeführerin effektiv angefochten hat. Hauptsächlich richtet sich die
Beschwerde vom 31. März 2017 gegen die Höhe der mit der Verfügung vom 2. August
2016 rückwirkend ab dem 1. Juni 2016 zugesprochenen Ergänzungsleistung. Der
entsprechende Entscheid ist also offenkundig angefochten worden. Der
Beschwerdeschrift lässt sich zudem entnehmen, dass die Beschwerdeführerin die
Kosten der Kinderbetreuung vergütet haben will. Das kann auf zwei Arten interpretiert
werden: Entweder will die Beschwerdeführerin die Kinderbetreuungskosten bei der
Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistung berücksichtigt haben oder sie will
entsprechende Krankheits- und Behinderungskosten vergütet erhalten. Angesichts des
Umstandes, dass die Beschwerdegegnerin alle drei Entscheide in einen einzigen
Einspracheentscheid „verpackt“ und dadurch die separate Anfechtbarkeit dieser drei
Entscheide etwas „verschleiert“ hat, wäre es wohl überspitzt formalistisch, wenn nun
der Beschwerdeführerin vorgeworfen würde, sie habe sich nicht explizit genug gegen
die Abweisung ihres Begehrens um die Vergütung der Kinderbetreuungskosten als
Krankheits- und Behinderungskosten (Verfügung vom 16. September 2016) gewendet.
Deshalb ist die Beschwerde weit zu interpretieren, das heisst es ist davon auszugehen,
dass sich die Beschwerdeführerin auch gegen die Abweisung ihres Begehrens um die
Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten gewendet hat. Auch dieser
Entscheid ist folglich angefochten. Die Beschwerde enthält aber keine Ausführungen,
die als eine Nichteinverständniserklärung in Bezug auf die am 29. April 2016 verfügte
revisionsweise Aufhebung der Ergänzungsleistung per 1. März 2016 (samt
Rückforderung) interpretiert werden könnte. Der entsprechende Entscheid im
Einspracheentscheid vom 2. März 2017 gehört folglich nicht zum Gegenstand dieses
Beschwerdeverfahrens; er ist unangefochten formell rechtskräftig geworden (womit das
früher gestellte Erlassgesuch nun durch die Beschwerdegegnerin zu behandeln sein
dürfte). Das Beschwerdeverfahren beschränkt sich also auf die Prüfung der
Rechtmässigkeit der „erstmaligen“ Zusprache einer jährlichen Ergänzungsleistung mit
Wirkung ab dem 1. Juni 2016 und auf die Prüfung der Rechtmässigkeit der Abweisung
des Begehrens um die Vergütung von Kinderbetreuungskosten als Krankheits- und
Behinderungskosten. Obwohl diese beiden Entscheide wegen der bereits im
Einspracheverfahren erfolgten Vereinigung in einem einzigen Urteil zu eröffnen sein
werden, bewahren sie weiterhin ihre Unabhängigkeit. Der Beschwerdeführerin steht es
also frei, keinen, nur einen oder beide Entscheide beim Bundesgericht anzufechten.
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Vor diesem Hintergrund werden die beiden Gegenstände nachfolgend – in den
Erwägungen und im Dispositiv – soweit möglich getrennt behandelt.
2.
2.1 Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten
Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG). Der Zweck
der Ergänzungsleistung besteht also in der Deckung eines tatsächlichen finanziellen
Bedarfs. Dementsprechend gilt der Grundsatz, dass bei der Anspruchsberechnung die
tatsächlichen Ausgaben und Einnahmen zu berücksichtigen sind (Art. 10 f. ELG). Der
Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG sieht eine Ausnahme von diesem Grundsatz vor: Bei der
Anspruchsberechnung sind auch Einnahmen und Vermögenswerte anzurechnen, auf
die verzichtet worden ist. Das bedeutet, dass real nicht (mehr) vorhandene
Vermögenswerte oder real nicht (mehr) erzielte Einnahmen so angerechnet werden, als
wären sie (noch) vorhanden beziehungsweise als würden sie (noch) erzielt. Statt auf
den tatsächlichen Sachverhalt (nicht vorhandenes Vermögen oder nicht erzielte
Einnahme) wird also auf einen fiktiven Sachverhalt abgestellt, denn es wird fingiert, der
fragliche Vermögenswert sei (noch) vorhanden respektive die fragliche Einnahme werde
(noch) erzielt. In der Verwaltungspraxis wird eine entsprechende Fiktion als
hypothetisches Vermögen oder als hypothetisches Einkommen bezeichnet. Mit der
Anrechnung von hypothetischen Einnahmen kann verhindert werden, dass die
Allgemeinheit (die die Ergänzungsleistung über die Steuern finanziert) einen Bedarf
decken muss, der nur deshalb entstanden ist, weil der EL-Ansprecher oder der EL-
Bezüger auf einen Vermögenswert oder auf eine Einnahme verzichtet hat, mit dem
beziehungsweise mit der er diesen Bedarf aus eigenen Mitteln hätte decken können.
Der Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG will also einen EL-spezifisch betrachtet
rechtsmissbräuchlichen Bezug von Ergänzungsleistungen verhindern.
2.2 Der Ehemann der Beschwerdeführerin hat sich vor dem Ablauf der Rahmenfrist
zum Leistungsbezug und vor der Erschöpfung seines Taggeldanspruchs vom Bezug
einer Arbeitslosenentschädigung abgemeldet, um eine selbständige Erwerbstätigkeit
aufzunehmen. Für die Beantwortung der Frage, ob darin eine Verzichtshandlung im
Sinne des Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG zu erblicken ist, ist entscheidend, ob dieser Schritt
betriebswirtschaftlich-ökonomisch sinnvoll gewesen ist. Die Aussicht auf eine
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erfolgreiche selbständige Erwerbstätigkeit im Bereich des Qualitätsmanagements
könnte nämlich einen vorübergehenden Einnahmenausfall während der Aufbauphase
rechtfertigen. Dieser Aussicht sind die Chancen, als Angestellter ein existenzsicherndes
Einkommen erzielen zu können, gegenüberzustellen. Diese Chancen müssen als gut
bezeichnet werden, denn der Ehemann der Beschwerdeführerin hätte als erfahrener
Aussendienstmitarbeiter innert kurzer Zeit wieder eine Anstellung finden können. Als
selbständiger Berater im Bereich des Qualitätsmanagements hat er dagegen zuerst
einmal einen neuen Kundenkreis erschliessen und sich dabei in einem Markt
behaupten müssen, in dem bekanntlich diverse – teils grosse und finanzstarke –
Unternehmen um Aufträge kämpfen. Laut den Einschätzungen des „ESW Basis
Seminar“ und des „Jungunternehmenszentrum“ hat die Aussicht des Ehemannes der
Beschwerdeführerin, die wirtschaftliche Tragfähigkeit seines Projektes einer
selbständigen Erwerbstätigkeit in einem ökonomisch sinnvollen Zeitrahmen
sicherzustellen, schlecht gestanden, weshalb das regionale Arbeitsvermittlungszentrum
keine Arbeitslosenentschädigung während der Planungsphase ausgerichtet hat. Auf die
Frage der Beschwerdegegnerin, weshalb er dennoch vom Erfolg seines Projektes einer
selbständigen Erwerbstätigkeit überzeugt sei, hat der Ehemann der
Beschwerdeführerin nur unspezifische Angaben machen können: „Beziehungsnetz,
Erfahrungsnachweis, Geschäftsmodell, positive Einstellung“ (act. G 5.1.22–2). Schon
wenige Monate nach der Aufnahme der selbständigen Erwerbstätigkeit hat der
Ehemann der Beschwerdeführerin zwei Konkursandrohung wegen Schulden im Betrag
von insgesamt über 40’000 Franken erhalten (act. G 1.4 f.). Der Konkurs hat jedoch
offenbar abgewendet werden können und es ist dem Ehemann der Beschwerdeführerin
wohl auch gelungen, sich mehrere Aufträge zu sichern. Bis zum Abschluss des
Schriftenwechsels in diesem Beschwerdeverfahren, der rund zwei Jahre nach der
Aufnahme der selbständigen Erwerbstätigkeit erfolgt ist, hat der Ehemann der
Beschwerdeführerin allerdings nur diverse Offerten und
„Zusammenarbeitsvereinbarungen“ (grösstenteils nicht unterzeichnet), aber keinen
einzigen stichhaltigen Beleg dafür eingereicht, dass er mit seiner selbständigen
Erwerbstätigkeit nun doch noch – wider Erwarten – erste namhafte Erfolge erzielt hätte.
Die Angaben des Rechtsvertreters in der Beschwerdeschrift zur Zahl der Aufrufe der
Website des Ehemannes der Beschwerdeführerin deuten ebenfalls auf eine geringe
Nachfrage hin, denn 580 Aufrufe in neun Monaten sind durchschnittlich gerade einmal
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etwas mehr als 50 Aufrufe pro Monat; wenn man die Aufrufe durch Maschinen (sog.
„Bots“) abzieht, verbleiben lediglich 400 Aufrufe total respektive knapp 45 Aufrufe pro
Monat. Daraus hat sich gemäss den Angaben in der Beschwerdeschrift bloss eine
Offertanfrage ergeben. Die Website wird offenbar auch nicht gepflegt. Die Kategorie
„Newsblog“ enthält nur zwei Einträge, nämlich einen vom Oktober 2016 und einen vom
April 2017 (aufgerufen am 3. Juli 2018). Zusammenfassend besteht kein Grund zur
Annahme, die Einschätzungen der Wirtschaftsprüfer vom Frühjahr 2016, die die
Grundlage für den Entscheid des regionalen Arbeitsvermittlungszentrums gebildet
haben, keine Taggelder während der Planungsphase auszurichten, seien falsch
gewesen. Die Erfolgsaussichten der selbständigen Erwerbstätigkeit müssen unter
Berücksichtigung sämtlicher Umstände als schlecht bezeichnet werden. Die
Aussichten, mittels der selbständigen Erwerbstätigkeit ein existenzsicherndes
Einkommen erzielen zu können, haben folglich deutlich schlechter gestanden als die
Chancen, eine Anstellung als Arbeitnehmer zu finden. Der Entscheid des Ehemannes
der Beschwerdeführerin zu versuchen, eine selbständige Erwerbstätigkeit aufzubauen,
ist unter diesen Umständen betriebswirtschaftlich-ökonomisch nicht sinnvoll gewesen.
Ergänzungsleistungsrechtlich ist dieser Entscheid deshalb als ein Verzicht auf die
Arbeitslosenentschädigung im Sinne des Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG zu qualifizieren (vgl.
zum Ganzen auch den Entscheid EL 2017/28 des St. Galler Versicherungsgerichtes
vom 4. Juni 2018, E. 2.2).
2.3 Daran ändert der Umstand, dass die Betreuung der im März 2014 geborenen
Tochter die Ausübung einer Erwerbstätigkeit erschwert hat, nichts, denn diese
Erschwernis hat sich sowohl auf eine unselbständige als auch auf die selbständige
Erwerbstätigkeit ausgewirkt. Als unselbständig Erwerbstätiger wäre der Ehemann der
Beschwerdeführerin wohl am ehesten wieder im Aussendienst tätig gewesen, was
bedeutet, dass er sich seine Arbeitszeit ähnlich flexibel wie bei einer selbständigen
Erwerbstätigkeit hätte einteilen können. Das ist aber nicht entscheidend, denn die
Beschwerdeführerin bezieht einen Assistenzbeitrag, der auch die Kosten für eine
Kinderbetreuung abdeckt. Folglich hat sich der Ehemann der Beschwerdeführerin gar
nicht allein um die Kinderbetreuung kümmern müssen. Ob es zulässig gewesen ist, in
den Monaten Dezember 2015 bis und mit Februar 2016 zusätzlich
„Gewinnungskosten“ von 7’500 Franken für die Kinderbetreuung zu berücksichtigen,
ist in diesem Beschwerdeverfahren nicht zu prüfen, da die entsprechende
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leistungszusprechende Verfügung vom 21. Februar 2016 unangefochten formell
rechtskräftig und damit verbindlich geworden ist. Jedenfalls erweist sich die
Notwendigkeit einer funktionierenden Kinderbetreuungslösung als für die
Beantwortung der Frage irrelevant, ob der Entscheid, eine selbständige
Erwerbstätigkeit aufzunehmen, betriebswirtschaftlich-ökonomisch sinnvoll gewesen ist.
2.4 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin rechtfertigen auch
vertrauensschutzrechtliche Überlegungen keine Abweichung von der gesetzlichen
Regelung. Die Beschwerdegegnerin hat zwar verschiedentlich erklärt, den Ehemann
der Beschwerdeführerin mit einer „kulanten“ Anspruchsberechnung bei der Aufnahme
der selbständigen Erwerbstätigkeit zu unterstützen. Diese Zusicherungen sind
zunächst mit einem Vorbehalt versehen gewesen, denn die Beschwerdegegnerin hat
ihren Entscheid von den Ergebnissen der Abklärungen des regionalen
Arbeitsvermittlungszentrums betreffend die Erfolgsaussichten der selbständigen
Erwerbstätigkeit abhängig gemacht. Nachdem diese bekannt gewesen sind, hat sie ein
„teilweises“ Entgegenkommen zugesichert, nämlich die Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens anstelle einer weit höheren hypothetischen
Arbeitslosenentschädigung (was einen um etwa 55’000 Franken pro Jahr
beziehungsweise über 4’500 Franken pro Monat höheren Ausgabenüberschuss zur
Folge gehabt hat, denn die Beschwerdegegnerin hat anstelle einer hypothetischen
Arbeitslosenentschädigung von knapp 70’000 Franken nur ein hypothetisches
Erwerbseinkommen von gut 16’000 Franken angerechnet). Eine darüber
hinausgehende Zusicherung, die einen Vertrauensschutz auslösen könnte, ist in den
Akten nicht dokumentiert. Hinzu kommt, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin
sein Handeln gar nicht von einer Zusicherung der Beschwerdegegnerin abhängig
gemacht hat, denn er hatte seinen Entscheid, sich selbständig zu machen, längst
gefällt, bevor die Beschwerdegegnerin ihm eine Unterstützung mittels einer „kulanten“
Berechnung angekündigt hatte.
2.5 Die von der Beschwerdegegnerin gewährte „Kulanz“ muss als rechtswidrig
qualifiziert werden, denn dem Sozialversicherungsrecht ist jede Form von „Kulanz“
fremd, da eine solche sowohl gegen das Legalitätsprinzip als auch gegen das
Gleichbehandlungsgebot verstossen würde. Die Beschwerdegegnerin ist verpflichtet,
das materielle Recht im Einzelfall objektiv anzuwenden, was eine „Kulanz“ zum
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Vorneherein ausschliesst. Im Einspracheverfahren hat die Beschwerdegegnerin denn
auch selbst eingesehen, dass sie an sich verpflichtet gewesen wäre, anstelle eines
hypothetischen Erwerbseinkommens eine hypothetische Arbeitslosenentschädigung
anzurechnen, da der Ehemann der Beschwerdeführerin infolge der Aufnahme der
selbständigen Erwerbstätigkeit nicht auf einen Lohn, sondern auf den Weiterbezug der
Arbeitslosenentschädigung verzichtet hatte. Die Beschwerdegegnerin hat denn auch
im angefochtenen Einspracheentscheid explizit erwähnt, dass sie ihre insofern
rechtswidrige Verfügung vom 2. August 2016 im Sinne einer sogenannten reformatio in
peius hätte korrigieren müssen. Weshalb sie dann doch davon abgesehen hat, lässt
sich nicht nachvollziehen. Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich in
diesem Punkt jedenfalls als rechtswidrig, weshalb er aufzuheben ist. Die
Ergänzungsleistung für die Zeit ab dem 1. Juni 2016 muss unter Berücksichtigung einer
hypothetischen Arbeitslosenentschädigung anstelle eines hypothetischen
Erwerbseinkommens aus einer (hypothetischen) unselbständigen Erwerbstätigkeit neu
berechnet werden. Die Sache wird zur Neuberechnung an die Beschwerdegegnerin
zurückgewiesen. Diese wird vor dem Hintergrund der obigen Erwägungen zu einer
erheblichen Reduktion der Ergänzungsleistung und zu einer entsprechenden
Rückforderung führen, weshalb das Versicherungsgericht der Beschwerdeführerin am
27. Februar 2018 eine reformatio in peius angedroht und ihr die Gelegenheit zum
Beschwerderückzug gegeben hat. Von diesem Recht hat die Beschwerdeführerin
allerdings keinen Gebrauch gemacht. Der vom Rechtsvertreter in der Folge
gewünschte Austausch betreffend die massgebenden juristischen Überlegungen ist
nicht möglich gewesen, da das Versicherungsgericht damit seinen Entscheid
vorweggenommen und sich dadurch in die Lage versetzt hätte, gar nicht mehr über die
Beschwerde entscheiden zu dürfen. Das muss dem seit Jahren im
Sozialversicherungsrecht tätigen Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin bewusst
gewesen sein.
2.6 Die Frage, ob sich der Restanspruch auf weitere Taggeldleistungen des
Ehemannes der Beschwerdeführerin im Zuge der Fiktion des Weiterbezuges der
Arbeitslosenentschädigung fiktiv reduziert, gehört nicht zum Gegenstand dieses
Beschwerdeverfahrens. Im Sinne eines obiter dictum ist aber darauf hinzuweisen, dass
keine Gründe ersichtlich sind, die gegen eine entsprechend konsequente Anwendung
der Fiktion sprechen würden, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin seinen
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Restanspruch restlos verbrauche. Der fiktive Verbrauch des Restanspruchs könnte sich
allerdings nur auf den Anspruch in dieser Rahmenfrist beziehen.
3.
3.1 Laut dem Art. 14 Abs. 1 ELG vergüten die Kantone den Bezügern einer
Ergänzungsleistung im laufenden Jahr entstandene Kosten für eine zahnärztliche
Behandlung, die Hilfe, Pflege und Betreuung zuhause sowie in Tagesstrukturen, ärztlich
angeordnete Bade- und Erholungskuren, eine Diät, Transporte zur nächstgelegenen
Behandlungsstelle, Hilfsmittel und die Kostenbeteiligung gemäss dem Art. 64 KVG. In
Verbindung mit dem Art. 4bis des St. Galler ELG regelt die St. Galler Verordnung über
die Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten bei den Ergänzungsleistungen
(VKB) die Details für die entsprechenden Kostenbeteiligungen. Die Leistungen der
Invalidenversicherung – und damit auch der Assistenzbeitrag – gehen den
Ergänzungsleistungen vor. Soweit also der Assistenzbeitrag die Kosten der
Kinderbetreuung abdeckt, besteht kein Anspruch auf eine (nochmalige)
Berücksichtigung der Ausgaben bei den Ergänzungsleistungen. In Frage könnte also
zum Vorneherein nur eine Entschädigung jener Kinderbetreuungskosten durch die
Ergänzungsleistungen kommen, die nicht bereits durch den Assistenzbeitrag gedeckt
sind.
3.2 Der Leistungskatalog des Art. 14 Abs. 1 ELG wie auch der – allenfalls weitere
Kostenarten enthaltende – kantonale Leistungskatalog sind als abschliessende
Aufzählungen zu interpretieren, das heisst die Vergütung von weiteren Kostenarten
durch eine Ergänzungsleistung ist ausgeschlossen (vgl. mit einer eingehenden
Begründung RALPH JÖHL/ PATRICIA USINGER, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in:
Schweizerisches Bundessozialversicherungsrecht, Band XIV Soziale Sicherheit, Rz.
245). Weder das ELG noch die St. Galler VKB sehen die Vergütung der Kosten für eine
Kinderbetreuung als Krankheits- und Behinderungskosten vor. Zwar könnte
argumentiert werden, dass der Art. 9 VKB, der eine Vergütung der Kosten für eine
hauswirtschaftliche Hilfe und Begleitung zuhause vorsieht, die Vergütung von
Kinderbetreuungskosten erlauben könnte. Eine solche Interpretation schösse aber über
das vom Art. 9 VKB respektive vom diesem zugrunde liegenden Art. 14 Abs. 1 lit. b
ELG verfolgte Ziel hinaus, denn diese Bestimmungen wollen nur jene Kosten decken,
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die für eine Hilfe, Pflege oder Betreuung eines EL-Bezügers oder einer in die EL-
Anspruchsberechnung miteinbezogenen Person infolge Alter, Invalidität, Unfall oder
Krankheit notwendig sind, also eine durch eine Altersgebrechlichkeit oder eine
Gesundheitsbeeinträchtigung entstandene Unfähigkeit, „sich selbst zu helfen“ (vgl.
JÖHL/ USINGER, a.a.O., Rz. 249). Anders als der Assistenzbeitrag der
Invalidenversicherung deckt der Art. 14 Abs. 1 lit. b ELG beziehungsweise der Art. 9
VKB nur die existenziellen Bedürfnisse ab, weshalb sein Leistungskatalog enger als
jener des Assistenzbeitrages ist (JÖHL/USINGER, a.a.O., Rz. 253). Die Kosten für eine
Kinderbetreuung können folglich nicht als Krankheits- und Behinderungskosten im
Sinne des Art. 14 ELG oder der VKB qualifiziert werden. Die am 16. September 2016
verfügte Abweisung des entsprechenden Begehrens und damit auch die Abweisung
der dagegen erhobenen Einsprache im angefochtenen Einspracheentscheid vom 2.
März 2017 erweisen sich damit als rechtmässig. Diesbezüglich ist die Beschwerde
abzuweisen.
4.
Hinsichtlich der Kosten- und Entschädigungsfolgen gelten sowohl die reformatio in
peius betreffend die jährliche Ergänzungsleistung (E. 2) als auch die Abweisung der
Beschwerde betreffend die Krankheits- und Behinderungskosten (E. 3) als ein
Unterliegen der Beschwerdeführerin. Gerichtskosten sind allerdings keine zu erheben
(Art. 61 lit. a ATSG). Die unterliegende Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf
eine Parteientschädigung. Zufolge der Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung hat der Staat ihrem Rechtsvertreter aber eine Entschädigung
auszurichten, die 80 Prozent des erforderlichen Vertretungsaufwandes entspricht (Art.
31 Abs. 3 AnwG). Der erforderliche Vertretungsaufwand ist insgesamt als
durchschnittlich zu qualifizieren, weshalb praxisgemäss eine Parteientschädigung von
3’000 Franken auszurichten wäre. Im Rahmen der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung wird allerdings nur ein Anteil von 80 Prozent entschädigt, hier
also 2’400 Franken. Sollten es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse dereinst gestatten,
wird die Beschwerdeführerin zur Rückerstattung dieser Entschädigung verpflichtet
werden können (Art. 99 Abs. 2 VRP i.V.m. Art. 123 ZPO).