Decision ID: 70708801-7797-4e0b-b719-0d4cd53da113
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Sachverhalt:
A. Mit Entscheid vom 17. März 2005 (Verfahrensnummer BG.2005.7) trat die Beschwerdekammer auf eine Beschwerde von A., der B. AG und der C. AG, beide in Liquidation, um Bestimmung des Gerichtsstandes in Sachen D. et al. nicht ein, wies das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ab und auferlegte den Beschwerdeführern die Gerichtsgebühr von Fr. 200.-- unter solidarischer Haftbarkeit.
B. A. und die B. AG in Liquidation wenden sich mit vom 22. April 2005 datie-
render und als „Revisionsklage“ bezeichneten Eingabe (Eingang 27. April 2005) an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts und beantragen unter anderem, „es sei der Entscheid vom 17.3.2005 der  des Bundesstrafgerichts Prozess-Nr. BG.2005.7 betreffend  1 – auf die Beschwerde wird nicht eingetreten – innert 10 Tagen von Amtes wegen vollumfänglich aufzuheben und die Sache an die  des Kantons St. Gallen (...) zu überweisen“ (act. 1, S. 3).
Mit Schreiben vom 27. April 2005 forderte die Beschwerdekammer die B. AG in Liquidation auf, bis 9. Mai 2005 einen Kostenvorschuss von Fr. 500.-- zu leisten (act. 3).
Mit Eingabe vom 7. Mai 2005 (Eingang 10. Mai 2005) stellte die B. AG in Liquidation ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (act. 4), weshalb ihr die Beschwerdekammer mit Schreiben vom 12. Mai 2005 das entsprechende Formular zukommen liess. Dabei hielt die  unter Hinweis auf die bundesgerichtliche Praxis fest, dass für juristische Personen ein Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege nur ausnahmsweise bestehe und bei summarischer Prüfung keine  im Sinne der Rechtsprechung gegeben zu sein scheine. Sie  die B. AG in Liquidation deshalb um Mitteilung, ob sie das Begehren  oder daran festhalten möchte. Für den letztgenannten Fall  sie die B. AG in Liquidation auf, durch sämtliche, an der B. AG in  wirtschaftlich Beteiligte das Formular betreffend unentgeltliche Rechtspflege vollständig und wahrheitsgetreu ausfüllen zu lassen und samt den im Formular genannten Unterlagen zu retournieren (act. 6). Mit  vom 21. Mai 2005 reichte die B. AG in Liquidation ein Formular, in  sie als einzigen wirtschaftlichen Beteiligten E. nannte, sowie diverse Akten ein (act. 8).
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Auf die Ausführungen der Partei sowie die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen eingegangen.

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. 1.1 Für Kosten und Entschädigung im Verfahren vor Bundesstrafgericht gelten
die Art. 146-161 OG, soweit das Bundesstrafrechtspflegegesetz keine  Bestimmungen enthält (Art. 30 SGG i.V.m. Art. 245 BStP; vgl. auch Art. 149 OG). Gemäss Art. 150 Abs. 1 OG hat, wer das  anruft, nach Anordnung des Präsidenten die mutmasslichen  (Art. 153 und Art. 153a OG) sicherzustellen. Das  gewährt einer bedürftigen Partei, deren Rechtsbegehren nicht  erscheint, hingegen auf Antrag Befreiung von der Bezahlung der Gerichtskosten (Art. 152 Abs. 1 OG) und kann ihr nötigenfalls einen Rechtsanwalt beigeben (Art. 152 Abs. 2 OG).
Der Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege nach Art. 152 OG ist auf  Personen zugeschnitten, die bedürftig sind und deren  nicht als aussichtslos erscheinen, während für juristische Personen ein solcher Anspruch grundsätzlich nicht besteht (BGE 119 Ia 337, 339 E. 4b mit Hinweisen; vgl. auch den Beschluss des Bundesgerichts 5C.1/2002 vom 20. Februar 2002 m.w.H.). Immerhin hat das Bundesgericht erwogen, eine Ausnahme könnte sich allenfalls dann rechtfertigen, wenn das einzige Aktivum der juristischen Person im Streit liege und neben der juristischen Person auch die wirtschaftlich Beteiligten mittellos seien (vgl. den vorerwähnten Beschluss sowie BGE 119 Ia 337, 339 ff. E. 4c, 4e und 126 V 42, 47 E. 4). Bedürftig ist eine Partei, welche die Leistung der  Prozess- und Parteikosten nur erbringen kann, wenn sie die  angreift, die sie zur Deckung des Grundbedarfs für sich und ihre Familie benötigt (BGE 125 IV 161, 164 E. 4a; 124 I 1, 2 f. E. 2a; vgl. auch BGE 128 I 225, 232 E. 2.5.1; 127 I 202, 205 E. 3b). Die prozessuale Bedürftigkeit beurteilt sich nach der gesamten wirtschaftlichen Situation des  im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs. Dazu gehören  sämtliche finanziellen Verpflichtungen, andererseits die Einkommens- und Vermögensverhältnisse (BGE 124 I 1, 2 E. 2a; 120 Ia 179, 181 E. 3a, je mit Hinweisen). Bei der Ermittlung des notwendigen Lebensunterhaltes soll nicht schematisch auf das betreibungsrechtliche Existenzminimum , sondern den individuellen Umständen Rechnung getragen werden. Ein allfälliger Überschuss zwischen dem zur Verfügung stehenden Ein-
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kommen und dem Zwangsbedarf der Gesuch stellenden Partei ist mit den für den konkreten Fall zu erwartenden Gerichts- und Anwaltskosten in  zu setzen (BGE 118 Ia 369, 370 f. E. 4a); dabei sollte es ihr der monatliche Überschuss ermöglichen, die Prozesskosten bei weniger  Prozessen innert eines Jahres, bei anderen innert zweier Jahre zu tilgen (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 5P.457/2003 vom 19. Januar 2004 E. 1.2).
Grundsätzlich obliegt es dem Gesuchsteller, seine Einkommens- und  umfassend darzulegen und soweit wie möglich zu . Dabei dürfen umso höhere Anforderungen an eine umfassende und klare Darstellung der finanziellen Situation gestellt werden, je komplexer die finanziellen Verhältnisse sind. Aus den eingereichten Belegen muss auf jeden Fall der aktuelle Grundbedarf des Gesuchstellers hervorgehen. Die Belege haben zudem über sämtliche finanziellen Verpflichtungen des  sowie über seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse Aufschluss zu geben (BGE 125 IV 161, 164 f. E. 4a). Kommt der  dieser umfassenden Pflicht zur Offenlegung seiner finanziellen Situation nicht nach bzw. ergeben die vorgelegten Urkunden und die  Angaben kein kohärentes und widerspruchsfreies Bild seiner  Verhältnisse, so kann sein Gesuch mangels ausreichender  oder mangels Bedürftigkeitsnachweises abgewiesen werden (vgl. BÜHLER, Die Prozessarmut, in: Schöbi [Hrsg.], Gerichtskosten, , Prozesskaution, unentgeltliche Prozessführung, Bern 2001, S. 189 f.; BGE 125 IV 161, 165 E. 4a).
1.2 Im vorliegenden Fall ist bereits zweifelhaft, ob tatsächlich das einzige Akti-
vum der Gesuchstellerin im Streit liegt. Die Frage braucht indessen nicht entschieden zu werden, da dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege selbst bei Vorliegen dieser Voraussetzung nicht entsprochen werden . Hierfür bedürfte es vielmehr auch des Nachweises der Bedürftigkeit des angeblich einzigen wirtschaftlich Beteiligten E. Trotz dem Hinweis im , dass unvollständig ausgefüllte oder nicht mit den erforderlichen  versehene Gesuche ohne weiteres abgewiesen werden können (act. 8, S. 2), und der ausdrücklichen Aufforderung im Schreiben der  vom 12. Mai 2005 (act. 6), das Formular durch sämtliche wirtschaftlich Beteiligten vollständig ausfüllen zu lassen und samt den darin genannten Unterlagen zu retournieren, wurde für E. kein ausgefülltes  eingereicht. Vielmehr bemerkte die Gesuchstellerin lediglich, E. sei „selbst mittellos gestützt auf einen Ergänzungsleistungsprozess ca. Stadt Z., hängig beim Eidg. Versicherungsgericht Luzern“ und stellte den Antrag, „die Beweise und Akten (...) von Amtes wegen beizuziehen“ (act. 8, S. 1).
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Das vermag der umfassenden Pflicht zur Offenlegung der finanziellen  offensichtlich nicht zu genügen. Das Gesuch ist damit wie  abzuweisen.
1.3 Dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege könnte im Übrigen auch  der Aussichtslosigkeit der Begehren in der Hauptsache nicht  werden. Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Prozessbegehren anzusehen, bei denen die  beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können (vgl. hierzu sowie den  Erwägungen BGE 129 I 129, 135 f. E. 2.3.1; 128 I 225, 236 E. 2.5.3; 124 I 304, 306 f. E. 2c). Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb  können, weil er sie nichts kostet. Ob im Einzelfall genügende  bestehen, beurteilt sich nach den Verhältnissen zur Zeit, zu der das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gestellt wird.
Vorliegend verlangt die Gesuchstellerin mit ihrem Begehren in der  die Revision des eingangs erwähnten Entscheides. Die Revision  Entscheides der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts (Art. 31 Abs. 1 SGG i.V.m. Art. 136 ff. OG) ist nur aus den im Gesetz genannten Gründen zulässig. Die Gesuchstellerin äussert sich hierzu in ihrer Eingabe in keiner Weise. Es ist denn auch nicht ersichtlich, worin allenfalls ein  zu sehen wäre. Das Vorliegen eines solchen erscheint vielmehr als äusserst zweifelhaft. Eine über die nötigen finanziellen Mittel  Partei würde sich bei dieser Sachlage und vernünftiger Überlegung nicht zu einem Revisionsgesuch entschliessen. Das Begehren der  muss damit im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung als  beurteilt werden.
1.4 Zusammenfassend ist damit das Gesuch um Gewährung der  Rechtspflege in Bezug auf die Gerichtskosten für das Verfahren BG.2005.10 abzuweisen. Der Gesuchstellerin wird mit vorliegendem  Frist bis 5. August 2005 zur Leistung des Kostenvorschusses von Fr. 500.-- angesetzt. Bei Säumnis wird auf das Gesuch nicht eingetreten.
2. Die Kosten des vorliegenden Entscheids bleiben bei der Hauptsache.
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