Decision ID: 588985f9-af20-4f58-b5ab-ca4e94ad7815
Year: 2010
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1. Am 12. März 2010 (Urk. 1) reichten die Hinterlassenen von A._ gegen die Sammelstiftung Vita und die Swisscanto Sammelstiftung der Kantonalbanken Klage ein mit folgendem Rechtsbegehren (Urk. 1 S. 3):
1. Die Beklagte 1 sei zu verpflichten, den Klägern die gesetzlichen und reglementarischen Hinterlassenenleitungen zu entrichten.
2. Eventualiter: für den Fall, das die Beklagte 1 nicht leistungspflichtig ist, sei die Beklagte 2 zu verpflichten, den Klägern die gesetzlichen und reglementarischen Hinterlassenenleistungen zu entrichten.
3. Zuzüglich 5 % Verzugszinsen auf allen bis zum Datum der Klageerhebung fällig gewordenen und laufend auf den danach fällig werdenden Leistungen.
4. Unter Entschädigungsfolge zu Lasten der leistungspflichtigen Beklagten.
In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde zudem der Antrag gestellt, die Beklagte 1 sei im Rahmen einer superprovisorischen Massnahme zu verpflichten, den Klägern mit sofortiger Wirkung die gesetzlichen reglementarischen Hinterlassenenleistungen zu entrichten.
Innert der ihr bis am 14. Mai 2010 erstreckten Frist zur Erstattung der Klageantwort (Verfügungen vom 16. März und 6. Mai 2010; Urk. 4, 9) erklärte sich die Beklagte 1 mit Eingabe vom 11. Mai 2010 (Urk. 11) in vollumfänglicher Anerkennung von Ziffer 1 des Rechtsbegehrens bereit, den Klägern die gesetzlichen und reglementarischen Hinterlassenenleistungen auszurichten. Betreffend Ziffern 2 (richtig: 3) und 4 des Rechtsbegehrens verlangte sie einen gerichtlichen Entscheid, wobei sie lediglich festhielt, dass Verzugszinsen auf Rentenzahlungen erst ab Datum der Klageerhebung gefordert werden könnten und deren Höhe sich gemäss Vorsorgereglement nach dem Freizügigkeitsgesetz (FZG) richte.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Bezüglich des von den Klägern gestellten Hauptbegehrens kann vorgemerkt werden, dass die Beklagte 1 dieses vollumfänglich anerkannt hat. Insofern ist das Verfahren als erledigt abzuschreiben.
Damit ist auch das Gesuch um eine superprovisorische Massnahme gegenstandlos geworden. Strittig und zu prüfen bleibt der Verzugszinsanspruch.
2.
2.1 Gemäss BGE 119 V 135 Erw. 4 haben die Vorsorgeeinrichtungen auf den Renten ab jenem Zeitpunkt Verzugszins zu bezahlen, da der Gläubiger die Betreibung angehoben oder gerichtliche Klage eingereicht hat (Art. 105 Obligationenrecht, OR). Der Verzugszins beträgt 5 %, insofern das Reglement der Vorsorgeeinrichtung keine andere Regelung kennt (Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 28. Juni 2002, B 60/01, E. 4, mit Hinweis auf BGE 119 V 135 E. 4c).
2.2 Die Beklagte 1 ist nicht betrieben worden. Demnach hat sie erst ab dem Datum der Klageerhebung, mithin ab dem 12. März 2010, auf den bis zu diesem Zeitpunkt fällig gewordenen Hinterlassenenleistungen Verzugszinsen zu bezahlen. Auf den zwischen der Klageeinreichung und dem Zeitpunkt der Eröffnung des vorliegenden Urteils fällig gewordenen Hinterlassenenleistungen ist sie ab dem jeweiligen Fälligkeitsdatum verzugszinspflichtig.
2.3 Laut Ziffer 4.25 Abs. 2 des Vorsorgereglements der Beklagten 1 (Urk. 2/8 S. 7) entspricht der Verzugszinssatz demjenigen gemäss FZG (Freizügigkeitsgesetz). Folglich kommt diesbezüglich nicht der in Art. 104 Abs. 1 OR vorgesehene Satz von 5 % zur Anwendung. Vielmehr richtet sich die Höhe des Verzugszinses nach Art. 7 der Freizügigkeitsverordnung (FZV). Die Beklagte 1 wird die Verzugszinsen zusätzlich zu den auszurichtenden und nachzuzahlenden Hinterlassenenleistungen noch zu berechnen haben.
3. Bei diesem Verfahrensausgang obsiegen die klagenden Parteien praktisch vollständig. Die Beklagte 1 ist daher gestützt auf § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) zu verpflichten, ihnen eine Prozessentschädigung von insgesamt Fr. 2'600.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Ansonsten ist das Verfahren gemäss Art. 73 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (BVG) kostenlos.