Decision ID: b08ba903-4a8f-405d-b9a8-9db7077df9fa
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1956, ist angelernter Maler und arbeitete seit August 1984 bei Malermeister
Y._
(
Urk.
8/10). Am 2
6.
April 1996 meldete er sich wegen seit fünf Jahren bestehender Rückenbeschwerden bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, für Berufsberatung und Umschulung auf eine neue Tätigkeit an (
Urk.
8/7). Nach beruflichen un
d medizinischen Abklärungen, in deren Rahmen unter anderem das
Gutachten
der Rheumaklinik des
Spitals Z._
vom 4.
April 19
97
(
Urk.
8/26)
beigezogen wurde,
verneinte die IV-Stelle
mit Verfügungen vom 3.
November 1997 (
betreff
end berufliche Massnahmen, Urk.
8/44) und vom 4. Dezember 1997 (betreffend Invalidenrente,
Urk.
8/50
)
einen Leistungsanspruch des Versicherten. Die von ihm am
16.
Januar 1998 (
8/53
)
gegen die Verfügung vom
4.
Dezember 1997 (
betreffend Invalidenrente
) erhobene Beschwerde wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 1
4.
Januar 2000 (
Urk.
8/62) abgewiesen.
1.2
Am 2
9.
März 2000
ersuchte
der Versicherte die IV-Stelle um Abgabe eines Hörge
rätes (
Urk.
8/65), welc
hem
Gesuch
diese mit Verfügung vom 26.
September 20
00 (
Urk.
8
/82) entsprach (vgl.
auch
Verfügung
en vom
30.
August 2001 [
Urk.
8/95
] und
6.
Juni 2011 [
Urk.
8/178]
).
1.
3
Zuvor
hatte der Versicherte am
5.
April 2000 unter Hinweis auf Rückenschmer
zen, Ausstrahlung in die Beine, Abschwächung des linken Armes sowie tägliche Kopfschmerzen
ein neuerliches Gesuch um Gewährung von
Berufsberatung und Umschulung auf eine neue Tätigkeiten
eingereicht (Urk.
8/66). Die IV-Stelle holte die Berichte von
Dr.
med. A._
, FMH Rheumatologie, vom
7.
Juni 2000 (
Urk.
8/72)
sowie der Abteilung für Pneumologie des
Spitals Z._
vom
4.
September 2000 (
Urk.
8/78)
ein
,
nahm Abklärungen zur beruflichen Situation
des Versicherten vor (
Urk.
8/7
6 und Urk.
8/77)
und
gab
bei der medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS) ein polydisziplinäres Gutachten in Auf
trag, w
elches am 2
2.
August 2001 (Urk.
8/94) erstattet wurde.
Mit Verf
ügungen vom 2
2.
Oktober und 19.
November 2001 sprach die IV-Stelle, ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 68
%
, mit Wirkung ab
1.
April 1999 eine ganze Invalidenrente samt Zusatzrente für die Ehefrau und Kinderrenten zu (
Urk.
8/103-104).
1.4
Im Rahmen des von ihr
im
Februar 2004 von A
mtes wegen eingeleiteten
R
evisi
on
sverfahrens
ho
lte die IV-Stelle die Berichte des behandelnden Psychiaters,
Dr.
med.
C._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
2.
März 2004 (
Urk.
8/118) und von
Dr.
A._
vom 2
4.
März 2004 (
Urk.
8/119) ein
und
ersuchte ihre Berufsberatung um Durchführung eines Einkommensvergleiches (
Urk.
8/122). Anschliessend teilte sie dem
Versicherten am 2
2.
April 2004 mit, dass
– bei einem Invaliditätsgrad von nunmehr 84 % -
weiterhin Anspruch auf die bisherige Invaliden
rente
bestehe (
Urk.
6/123).
1.5
Im Zuge des im Jahr 2007 von Amtes wegen durchge
führten Revisions
-
verfah
rens
teilte
die IV-Stelle
dem Versicherten nach
Beizug
der
Verlaufs
-
berichte von
Dr.
C._
und
Dr.
A._
vom
1
4.
Juli resp. 1
1.
September 2007 (
Urk.
8/145-14
6) am
2.
Oktober 2007 wiederum
mit, dass er weiterhin Anspruch auf die bis
herige Invalidenrente (IV-Grad 84
%
) habe (
Urk.
8/149).
1.6
Am
2
9.
April 2010 ging bei der IV-Stelle eine anonyme Meldung ein, gem
äss welcher der Versicherte
trotz
100%iger Invalidenrente als Hauswart arbeite (
Urk.
8/154/2). Die IV-Stelle verlangte daraufhin vom Versicherten den Frage
bogen für Rentenrevision ein (
Urk.
8/155)
,
zog die Verlauf
sberichte von
Dr.
A._
und
Dr.
C._
vom
3.
August
resp.
2
0.
Juli/1
9.
August 2010
(Urk.
8/158-159)
sowie eine Stellungnahme des
Regionalen Ärztlichen Dienst
es
(RAD
,
Urk.
8/197/3
)
bei und gab im September 2010
bei
der MEDAS
ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag
(
Urk.
8/
160-161; interdiszipli
näres versicherungsmedizinisches Gutachten vom
6.
Dezember 2011, einge
reicht
am 1
6.
Dezember 2011 [
Urk.
8/183
]; versicherungspsychiatrisches Gut
achten vom 2
5.
Oktober 2011, eingereicht am 1
9.
Dezember 2011 [
Urk.
6/18
2
]
).
Nac
h Rücksprache mit dem RAD (Urk.
8/197/5) holte die IV-Stelle die ergän
zende Ste
llungnahme der MEDAS
vom 1
1.
Mai 2012 (
Urk.
8/195) ein und legte diese ebenfalls dem RAD vor (
Urk.
8/197/5-7).
Nach durchgeführ
tem
Vorbescheidverfahren
(Vorb
escheid vom 1
6.
Juli 2012 [Urk.
8/199], Ein
wand vom 1
4.
September 2012 [
Urk.
8/204]
)
, in dessen Rahmen der Versicherte
am 1
2.
April 2013
durch Rechtsanwalt
Dr.
Brender die Bericht
e
des
Röntgenin
stitutes
G._
vom 6.
März 2013 sowie
von
Dr.
med.
F._
, FMH Innere Medizin, Schmerztherapie SSIPM, vom
2
6.
Juli 2012 und 2
2.
März 2013
ein
reichte
(Urk.
8/
206-
207)
, hob die IV-Stelle, ausgehend von einem
Invaliditäts
grad
von 36
%
, mit Verfügung vom
5.
Juli 2013 die Rente
auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats
, mithin per Ende August 2013,
auf
(
Urk.
8/212
=
Urk.
2
)
.
2.
Am 2
1.
Juli 2013 teilte
Dr.
C._
der IV-Stelle mit,
dass der Versicherte versu
chen wolle, eine Wiedereingliederung ins Erwerbsleben zu erreichen (Urk. 8/216). Am 1
0.
August 2013 reichte der Versicherte einen entsprechenden Antrag ein (
Urk.
8/218). Die IV-Stelle lud ihn daraufhin auf den
3.
Oktober
2013 zum Zwecke der Abklärung der beruflichen Situation zu einem persönli
chen Gespräch ein (
Urk.
8/224).
3.
Gegen die
Verfügung
vom
5.
Juli 2013
erhob der Versicherte am
9.
September 2
013 durch Rechtsanwalt
Dr.
Brender Beschwerde und beantragte, es sei die Verfügung vom
5.
Juli 2013 aufz
uheben und
ihm
eine unveränderte Invaliden
rente auszurichten, eventualiter sei unter Gutheissung der Beschwerde die Sache an die Verwaltung zur Erhebung des aktualisierten Zustandes mit Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er darum, über die Frage, ob die Resultate der Eingliederung abzuwarten seien, von Amtes wegen zu entscheiden (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Beschwerdeantwort vom 1
7.
Oktober 2013 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7),
was dem Beschwerdeführer am 21.
Oktober 2013 mitgeteilt wurde (Urk. 9).
Mit Eingabe vom
7.
Oktober 2014 berichtete Rechtsanwalt
Dr.
Brender über die inzwischen vorgenommenen Eingliederungsbemühungen des Beschwerdeführers und reichte diverse aktuelle Arztberichte ein (
Urk.
10 und
Urk.
11).
4.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Fettleibigkeit begründet grundsätzlich keine leistungsbegründende Invalidität, wenn sie keine körperlichen, geistigen oder psychischen Schäden bewirkt und nicht die Auswirkung von solchen Schäden ist. Hingegen muss sie unter Berücksichtigung der besonderen Gegebenheiten des Einzelfalles als invalidi
sierend betrachtet werden, wenn sie weder durch geeignete Behandlung noch durch zumutbare Gewichtsabnahme auf ein Mass reduziert werden kann, bei welchem das Übergewicht in Verbindung mit allfälligen Folgeschäden keine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit zur Folge hat (ZAK 1984 S. 345 f. E. 3; Urteile des Bundesge
richts I 839/06 vom 17. August 2007 E. 4.2.3 und I 745/06 vom 21. März 2007 E. 3).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim
Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Strittig ist, ob der Beschwerdeführer über August 2013 hinaus eine
(ganze)
Invali
denrente beanspruchen kann.
2.2
Die Beschwerdegegnerin machte geltend, gemäss dem schlüssigen und nachvoll
ziehbaren Gutachten der MEDAS habe sich der Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers
spätestens
ab März 2011 (Zeitpunkt der psychiatrischen Befunderhebung in der MEDAS
) wesentlich verbessert
. Die dau
erhaft relevante Gesundheitsschädigung sei orthopädischer Natur, die frühere depressive Symptomatologie sie nicht mehr nachweisbar.
Ausgehend von einem
Valideneinkommen
2012 von
Fr.
86‘285.-- und einem Invalideneinkommen von
Fr.
55‘598.-- ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 36 %, womit kein Rentenan
spruch mehr bestehe (
Urk.
2).
2.3
Der Beschwerdeführer brachte dagegen vor, das Gutachten der MEDAS sei als nicht unabhängig zu bezeichnen, da die Gutachterstelle nicht auf
grund des bundesgerichtlich vorgeschriebenen Zufallsverfahrens bestimmt wor
den sei. Ausserdem sei es veraltet, überholt, unvollstä
ndig und nicht nachvoll
ziehbar, weshalb nicht darauf abgestellt werden könne. Im Weiteren habe die Beschwerdegegnerin aufgrund seines Einwandes im
Vorbescheidverfahren
zwar
antragsgemäss den
Validenlohn
den realen Verhältnissen angepasst, den
Invali
denlohn
jedoch nur noch um 10
%
- statt wie im Vorbescheid um 20
%
- gekürzt. Dafür gebe es keinerlei Anlass (
Urk.
1).
3
.
3
.1
Die ursprüngliche
Rentenzusprache
im Jahr 2001 gründet
e
in medizinischer Hinsicht auf dem
Gutachten der MEDAS
vom 2
2.
August 2001
(Urk. 8/94). Darin
waren als Hauptdiagnosen (mit Einschränkung der zumutba
ren Arbeitsfähigkeit) (1) ein ausgedehntes
chronisches
Schmerzsyndrom
lumbo
ischialgieform
beidseits sowie
cervicobrachi
al
links und
cervicocephal
, (2)
eine Diskushernie L4/5
mediolateral
rechts mit Luxation nach kaudal und Beein
t
rächtigung der Nervenwurzel S1 und eine
kleine
mediolaterale
Diskushernie links L5/S1, (3) eine Anpassungsstörung mit Angst u
nd depressiver Reaktion in einer schwierigen Lebenssituation, (4) eine massive Adipositas, (5) ein Schlaf-Apnoe-Syndrom sowie (6) eine Schwerhörigkeit
,
beidseits
mit Hörgerät versorgt,
erhoben worden
(S. 8).
Im Weiteren war angeführt worden, dass der Beschwerdeführer b
ei der aktuellen Untersuchung über anhaltende und ausgedehnte Schmerzen lumbal mit Aus
strahlung in beide Beine, links mehr als rechts, sowie im Nacken mit Ausstrah
lungen in den linke
n Arm und zum Hinterkopf geklagt habe
. An
radikulären
Zeichen finde sich wie bei der Untersuchung in der Rheuma
klinik
des
Spitals Z._
im April 1997 ein abgeschwächter Achillessehnenreflex links. Die Sensibilität werde im gesamten linken Bein als vermindert angegeben. Die Resultate der Kraftprüfungen seien
in
konstant, ähnlich wie im Bericht der Klinik für Rheu
matolo
gie des
Spitals B._
vom
Januar 1998 beschrieben. Gemäss
MRI-Befund von Februar 2001 bestehe im Vergleich zu Februar 2000 neu eine
medi
olaterale
Diskushernie L5/S1 rechts mit Tangierung der Nervenwurzel S
1.
Nebst den objektivierbaren Befunden seien auch viele Zeichen für
nichtor
ganisches
Krankheitsverhalten festzustellen. Zu nennen seien nebst der diffusen Schmerzausbreitung die hohe Schmerzbewertung auf der Schmerzskala, die weitgehende Erfolglosigkeit bisheriger Behandlungen, das nicht plausible Aus
mass der demonstrierten Behinderung im Vergleich zur
klinischen Beurteilung
, die extrem tiefe Bewertung der eigenen Leistungsfähigkeit im PACT-Test sowie die im Status aufgeführten Inkonsistenzen.
Die psychiatrische Exploration habe weitgehend die Beurteilung des behandelnden Psychiaters übernommen. Die Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt führe aus psychischen Gründen zu einer Arbeitsunfähigkeit, welche auf 30
%
geschätzt werde (S. 9).
Übereinstimmend mit den früheren Beurteilungen könne gesagt werden, dass für körperlich schwerere Tätigkeiten keine Arbeitsfähigkeit mehr bestehe. Die Arbeitsfähigkeit für körperlich leichtere, rückenadaptierte Tätigkeiten ohne aus
gesprochene Zwangshaltung oder Gewichtheben über ca. 10 Kilogramm werde eingeschränkt durch das chronische Schmerzsyndrom bei überdurchschnittli
chen, vorwiegend lumbalen degenerativen Veränderungen, dies kompliziert durch die massive Adipositas. Von wesentlicher Bedeutung seien auch die psy
chischen Faktoren. Es bestünden zudem Einschränkungen durch die beidseitige, mit Hörgeräten versorgte Schwerhörigkeit sowie die durch das Schlaf-Apnoe-Syndrom beeinträchtigte Vigilanz. Dadurch entfielen Arbeit
s
plätze, welche auf besonderes Wortverständnis angewiesen seien oder eine speziell hohe Auf
merksamkeit erforderten. Unter Beachtung aller Aspekte und der
invalidenversi
cherungsrechtlich
relevanten Faktoren werde die Einschränkung für solche adaptierten Tätigkeiten auf 50
%
geschätzt (S. 10).
3
.2
Anlässlich des im Jahre 2004 durchgeführten Revisionsverfahrens zog die Beschwerdegegnerin die Verlaufsberichte von
Dr.
C._
und
Dr.
A._
vom 12. resp. 24. März 2004 bei.
Dr.
C._
berichtete
im
genannten Bericht
vom 1
2.
März 2004,
der Gesundheits
zusta
nd
des Beschwerdeführers sei
stationär. Zusätzlich zu den bis
herige
n Diagnosen bestehe eine Schlaf-A
pnoe. Der bisherige Invaliditätsgrad sei seines Erachtens angemessen. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit wäre ini
tial zu 30
%
zumutbar, bei günstigem Verlau
f mit rascher Steigerung auf 50
%
(Urk.
8/118).
Dr.
A._
bezeichnete den Gesundheitszustand in seinem Verlaufsbericht vom 2
4.
März 2004 – ebenfalls – als stationär.
Di
e Röntgenuntersuchungen vom 23.
März
2004 hätten bezüglich der Brustwirbelsäule
(BWS)
mässige degenera
tive Veränderungen mit Spondylose
vor allem
lateral im Bereich der mittle
ren und unter BWS
, bezüglich der
Halswirbelsäule (
HWS
)
eine
Osteochondrose
und Spondylose
C6/7
und bezüglich der
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
eine
Chondrose
L4/5 und L5
/S1 mit
Intervertebralraumverschmälerungen
, vor allem L5/S1, ergeben.
Aus rheumatologischer Sicht bestehe weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
für leichte Tätigkeiten (Urk.
8/119).
3
.3
Im
Rahmen des im Jahre 2007 durchgeführten Revisionsverfahrens holte die Beschwerdegegnerin die
Verlaufsbericht
e
von
Dr.
C._
und
Dr.
A._
vom
14.
Juli resp. 1
1.
September 2007 ein.
Dr.
C._
führte im genannten Bericht
unter dem Titel „Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit“ eine Anpassungsstörung mit Angst und depressi
ver Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22), die der Beschwerdegegnerin bekannten
rheumatologischen Diagnosen, eine Schlaf
-A
pnoe sowie Schwerhörigkeit beid
seits an. Am Gesundheitszustand habe sich seit der letzten Revision aus psychi
atrischer Sicht nichts Wesentliches verändert. Die Arbeitsfähigkeit betrage sei
nes Erachtens im Moment 50 % (
Urk.
8/145).
Dr.
A._
verneinte in seinem Verlaufsbericht vom 1
1.
September 2007 eine Änderung der Diagnose. Statusmässig seien gegenüber 2004 keine wesentlichen Änderungen eingetreten. Zusätzlich klage der Beschwerdeführer noch über Schulterschmerzen im Sinne e
iner
Per
i
arthro
pathia
humeroscapularis
tendopa
thica
links mit gleichzeitiger Irritation des AC-Gelenkes und zudem über eine
Periarthropathia
coxae
links, wobei radiologisch lediglich eine vermehrte
Skle
rosierung
des Pfannendaches und kleine
Randosteophyten
vorlägen. Aus rheu
matologischer Sicht habe sich an der Arbeitsunfähigkeit nichts verändert (
Urk.
8/146).
3
.4
3
.4.1
I
m Rahmen des im Juli
2010 eingeleiteten Revisionsverfahrens holte die Beschwerdegegnerin insbesondere die Verlaufsberichte von
Dr.
C._
und von
Dr.
A._
vom
2
0.
Juli/
1
9.
August 2010
(
Urk.
8/159)
resp.
3.
August 2010 (Urk.
8/158
)
sowie das interdiszipli
näre versicherungsmedizinische
Gutachten der MEDAS
vom 6. Dezember 2011 (
Urk.
8/182-183)
ein.
3
.4.2
Dr.
C._
führte im Verlaufsbericht vom 2
0.
Juli 2010 aus, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit, also einer Tätigkeit mit weniger Stress, Zeitdruck und Hektik als in der angestammten Tätigkei
t
als Maler, betrage seines Erachtens aus rein psychiatrischer Sicht 50
%
. Die psy
chische Beeinträchtigung sei nicht derart, dass dem Beschwerdeführer rein gar nichts zumutbar wäre (
Urk.
8/159/7).
Im
Verlaufsbericht vom 1
9.
August 2010
nannte
Dr.
C._
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(1)
eine leichte bis mittlere depressive Episode (ICD-10 F32.0 / F32.1; Differentialdiagnose
Dysthymie
, ICD-10 F34.1), bestehend seit ca. 1985,
(2)
eine Schlaf
-A
pnoe,
(3)
eine Schwerhörigkeit beid
seits sowie
(4)
diverse rheumatologische Di
agnosen, bestehend seit Jahre
n (Urk.
8/159/1). Gegenüber seinem Bericht von 2007 sei keine we
sentliche Änderung eingetreten.
In einer behinderungsangepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer zu 50
%
arbeitsfähig (
Urk.
8/159
/1-6
).
3
.4.3
Dr.
A._
führte in seinem Verlaufsbericht vom
3.
August 2010 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (1) ein
Lumbovertebralsyndrom
bei degenerativen Veränderungen L4-S1 (
Chondrose
,
Osteochondrose
,
Spondylar
throse
), (2) eine
Periarthropathia
coxae
links bei beginnender
Coxarthrose
, (3)
ein
zervikovertebrales
Syndrom bei degenerativen Veränderungen (
Chondrose
, Spondylose C6/C7) sowie (4) eine
Periarthropathia
humeroscapularis
links mit
S
upraspinatus
-Syndrom an.
Es lägen keine Befundänderung und unveränderte Beschwerden gegenüber der
letzten Revision 2007 vor
(
Urk.
8/158
)
.
3.4.4
Im
interdisziplinären versicherung
smedizinischen
(Gesamt-)
Gutachten
der MEDAS
vom 6.
Dezember 2011 wurden als Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (1) ein chronisches lumbales
Rückenschmerzsyn
drom
mit/bei Segmentdegeneration L4/5, L5/S1,
Insertionstendinosen
und
Myo
gelosen
der paravertebralen Muskulatur (ICD-10 M51.3), (2) ein chronisches zervikales Rückenschmerzsyndrom mit/bei Segmentdegeneration der unteren HWS, Halswirbelkörper (HWK) 5/6, 6/7, begleitenden
Insertionstendinosen
,
Myogelosen
der paravertebralen Muskulatur sowie Haltungsstörung (ICD-10 M53.1), (3) eine beginnende Gonarthrose links (ICD-10 M17.1), (4) eine begin
nende
Coxarthrose
links (ICD-10 M16.1) sowie (5) ein
Impingementsyndrom
der linken Schulter mit/bei
Tendinopathie
der
Supraspinatussehne
,
Bizepssehne
(ICD-10 M75.4) erhoben. Seitens des Fachgebietes Neurologie und Psychiatrie seien keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vergeben wor
den. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden (1) ein Status nach Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22), (2) ein Handgelenksganglion links, (3) eine
Presbyakusis
beid
seits (4), eine Adipositas sowie (5) anamnestisch e
in schweres obstruktives Schlaf-A
pnoe
-S
yndrom, eine
Thalassämia
minor
, eine Hypertonie, ein Diabetes mellitus, ein Ulcus
ventriculi
und eine
Cholezysto
lithiasis
genannt (
Urk.
8/183/26
und
Urk.
8/183/36-37
).
Aus interdisziplinärer Sicht wurde angeführt, dass in den klinischen Unter
-
suchun
gen
eine schmerzhafte LWS- und HWS-Beweglichkeit, Druck
schmerz
-
haftigkeit über den Wirbelgelenken der unteren LWS/HWS, hingegen keine klare
radikuläre
Symptomatik, keine manifesten Paresen und keine einem
Dermatom
oder Versorgungsgebiet eines peripheren
Nerves
sicher zuordenbare
Sensibiliätsstörungen
, keine wesentliche Bewegungseinschränkung des linken Hüftgelenkes sowie des linken Kniegelenkes und keine wesentliche Einschrän
kung der Bewegungsfähigkeit des linken Armes im funktionellen Bereich hätten festgestellt werden können. Die vorliegende Bildgebung habe dazu eine
Seg
mentdegeneration
der unteren LWS/HWS mit
erosiver
Osteochondrose
, Ver
schmälerung der Band
scheiben
zwischenräume,
Spondylarthrose
,
keinen
Band
scheibenprolaps
, keine
Neuroforamenstenose
, eine Verschmälerung des Hüftge
lenkspaltes linksseitig im Erkerbereich mit drei Millimeter
n
unterhalb der Normgrenze von vier bis fünf Millimeter
n
, eine
zwei
t
gradige
Gonarthrose g
emäss Klassifikation nach Jäger/
Wirth mit Ausziehung an der
T
ibiakonsole
,
mässiger Verschmäl
erung des Gelenkspaltes und beginnender Abflachung der
Femurkondylen
, mässiger
su
b
chondraler
Sklerosierung
und keine
Omarthrose
gezeigt (
Urk.
8/183/35). Sodann habe im Rahmen der gutach
t
erlichen Explora
tion aktuell ein unauffälliger psychischer Befundstatus festgestellt werden kön
nen. Insbesondere hätten sich keine Hinweise für das Vorliegen einer depressi
ven Störung mit eigenständigem Krankheitswert oder einer anhaltenden
soma
toformen
Schmerzst
örung ergeben
. Aus interdisziplinärer Sicht sei die bisherige Tätigkeit, gemäss Einschätzung des Fachgebietes Orthopädie, bleibend nicht mehr zumutbar. Zumutbar seien, den Empfehlungen des Fachgebietes Orthopä
die folgend, körperlich leichte Arbeiten in Wechselposition in einem zeitlichen Rahmen von 8,5 Stunden pro Tag an 5 Tagen der Woche ohne dabei bestehende verminderte Leistungsfähigkeit. Dabei ergebe sich aus
versicherungspsychiatri
scher
und neurologischer Sicht kein zu begründendes besonderes
Tätigkeitspro
fil
. Ausgeschlossen seien Tätigkeiten mit
Positionsmonotonien
,
Zwangshaltun
gen
, Arbeiten in nach vorne gebeugter
und kniender Arbeitshaltung und
Über
kopfarbeiten
. Bezüglich der axialen Gewichtsbelastung erscheine ein
e
Gewichtslimitierung beim Heben und Tragen von Gewichten auf 10 Kilogramm, bezüglich der
Myogelosen
,
Insertionstendinosen
das Vermeiden einer Gefähr
dung durch Nässe, Zugluft sowie extrem schwankende Temperaturen empfeh
lenswert. Für die Durchführung von Rehabilitationsmassnahmen bestehe keine Indikation. Aus interdisziplinärer Sicht verbleibe die Empfehlung einer inter
mittierenden physiotherapeutischen Behandlung sowie einer bedarfsweisen
medikamentösen Schmerztherapie
(Urk. 8/183/
3
6).
Zur
Frage
, seit wann
eine medizinisch begründete Arbeitsunfähi
gkeit von 20
%
oder mehr bestehe
,
wurde bemerkt, dass aus psychiatrischer Sicht
eine solche nicht (mehr) vorliege
. Ein exakter Remissionszeitpunkt könne nicht bestimmt werden. Aus orthopädischer Sicht könne eine anhaltende medizinisch begrün
dete Arbeitsunfähigkeit von 20
%
oder mehr angenommen werden seit Oktober 200
0.
Aus neurologischer Sicht entfalle die Beantwortung der Frage. Somit sei aus interdisziplinärer Sicht festzuhalten, dass eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit von 20
%
oder mehr für Tätigkeiten gemäss dem negativen Leistungsbild retrospektiv angenommen werden könne seit Oktober 200
0.
Aus interdisziplinärer Sicht sei der Grad der Arbeitsfähigkeit seither im Wesentlichen unverändert (
Urk.
8/1
83
/38).
3.4.5
RAD-Arzt
Dr.
med. D._
, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, hielt dazu in seiner Stellungnahme vom 1
3.
Januar 2012 fest,
b
is zuvor sei man rheumatologisch aufgrund der Berichte von
Dr.
A._
vom März 2004 von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausge
gangen
. Auch psychiatrisch habe zuvor die Annahme einer 50%igen Arbeits
unfähigkeit
bestanden. Die Gutachter seien deshalb um Plausibilisierung zu ersuchen. Insbesondere frage sich, ob es sich orthopädisch und psychiatrisch um einen veränderten oder jetzt nur anders eingeschätzten medizinisch unverän
derten Sachverhalt handle resp. ob die Gutachter den ursprünglichen
Renten
entscheid
als korrekt medizinisch begründet nachvollziehen können oder allen
falls eine medizinisch unrichtig erlassene Verfügung den jetzigen Gegebenhei
t
en angepasst werden solle (Urk.
8/197/4-5).
3.4.6
Am 1
1.
Mai 2012 äusserte sich
der Institutsleiter der MEDAS,
Dr.
med.
E._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Forensische Psychi
atrie SGFP,
zu den entsprechenden Ergänzungsfragen der Beschwerdegegnerin
vom 1
3.
Januar 2012
(
Urk.
8/184) dahingehend
, dass aus psychiatrischer Sicht von einer Verbesserung des Zustandsbildes ausgegangen und eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert worden sei, wobei ein genauer Remissionszeitpunkt nicht habe festgelegt werden können. Aus orthopädischer Sicht seien grund
sätzlich die früheren Beurteilungen bezüglich der Arbeitsfähig
keit/Arbeitsunfähigkeit in Bezug auf die bisherige Tätigkeit bestätigt worden.
Hingegen könne die in der Vergangenheit beschriebene deutliche Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten
aus gutachterlicher Sicht nicht bestätigt werden.
G
emäss den
vorliege
nden medizinischen Daten und den
gutachterlichen Untersuchungsbefund
e
n
bestehe in einer angepassten Tätigkeit aktuell wie auch retrospektiv keine erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähig
keit. Demnach habe sich der Gesundheitszustand aus psychiatrischer Sicht durchaus gebessert. Aus orthopädischer Sicht liege ein vergleichbarer Gesund
heitszustand vor, jedoch könne die damalige Einschränkung der Arbeitsfähig
keit in der damals angegebenen Ausprägung aktuell nicht nachvollzogen wer
de
n
(
Urk.
8/195).
3.4.7
In den Akten liegen im Weiteren die seitens des Beschwerdeführers im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
eing
ereichten Berichte von
Dr.
F._
an Rechtsan
walt
Dr.
Brender vom 2
6.
Juli 2012 und 2
2.
März 2013
(samt Bericht des
Röntgeninstitutes
G._
an
Dr.
A._
vom
6.
März 2013
,
Urk.
8/206)
.
Im B
ericht vom 2
6.
Juli 2012 nahm
Dr.
F._
zum Gutachten der MEDAS
Stellung.
Er wies insbesondere darauf hin, dass
darin
die LWS-Proble
matik nicht zur Genüge beurteilt werde
.
Es bestehe eine deutliche
erosive
Ostechondrose
auf dem Segment L4/L5 und L5/S1 mit zusätzlich nachgewiese
ner
rezessaler
Kompromittierung
der Nervenwurzel (MRI vom 26. November 2010).
Das
Verlaufs-MRI zeige die gleichen Befunde. In der Zwischenzeit habe der Beschwerdeführer an Gewicht zugelegt, es bestehe ein
Bodymassindex (
BMI
)
laut Gutachten von 55, was bereits einer massiven Behinderung entspreche.
Die
klare
Periarthropathia
coxae
linksseitig
mit beginnender
Coxarthrose
links
werde in der Untersuchung und im Gutachten nicht erwähnt, die
Schulterprob
lematik
bei
Per
i
arth
ro
p
a
thia
humeroscapularis
werde bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt, ebenso wenig die symptomatische Gon
arthrose links. Die gesamte Situation habe sich (da es sich um rein degenerative Erscheinungen handle) sicherlich nicht seit der letzten Begutachtung verbessern können. Zusätzlich hätten sich seit der ersten Begutachtung weitere Risikofak
toren ergeben, einerseits das Gewicht, anderseits der Diabetes mellitus, welcher ganz klar die degenerativen Veränderungen der Gelenke begünstige, sowie auch das Sc
hlaf-Apnoe-Syndrom (
Urk.
8/206/4
).
Im genannten Bericht vom 2
2.
März
2013 gab
Dr.
F._
an
,
der Beschwerdefüh
rer sei vor allem im Bereich der HWS noch einmal ausgedehnt untersucht wor
den
, wobei festgestellt wor
den sei, dass klar auch
radikuläre
Ausstrahlungen vorhanden seien. Insbesondere bestehe ein klar auslösbarer Schmerz im
Dermatom
C8 rechts, was einer klaren
radikulären
Provokations
problematik
entspreche. Zusätzlich beschreibe der Beschwerdeführer auch
radi
kuläre
Ausstrahlung
en in
Dig
. II bis IV. Das am 6.
März 2013 durchgeführte MRI zeige nun klar strukturelle Korrelate. Diese neuen Erkenntnisse führten dazu, dass die Arbeitsfähigkeit klar neu eingeschätzt werden müsse, und zwar wie folgt: Arbeitsunfähigkeit in angestammter Tätigkeit als Maler sei wie bisher klar zu 100
%
gegeben bis auf weiteres und nicht weiter zu steigern. In einer angepassten sitzenden leichten Tätigkeit bestehe nun klar ebenfalls eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bei klar n
achgewiesener
radikulärer
Kompression der Wu
rzeln C7 beidseits
und auch durch Arthrose bedingt bei klarer
foramina
ler
Stenose und Irritation der
Wurzel C8
rechts
(
Urk.
8/206/1).
3.4.8
RAD-Arzt
Dr.
D._
hielt dazu in seiner Stellungnahme vom
2
9.
Mai 2013
fest, bei den
ausgewiesenen Befunde
handle es sich
im eigentlichen Sinne
nicht um objektive neue
für die Arbeitsfähigkeit relevante Gesundheitsschäden. Die angeblich neue
radikuläre
Schmerzausstrahlung werde alleinig mit subjektiven Angaben des Beschwerdeführers begründet. Eindeutige typische objektivierte klinische
pathoneurologische
Befund
e
der Motorik, Sensibilität, Reflexverhalten
würden
zum obligatorischen Nachweis einer re
levanten HWS-Symptomatik
nir
gends erwähnt. Die nun als neu aufgeführten Befunde seien scheinbar bereits seit 1997 aktenkundig bekannt. Gesamthaft könne der neuen Aktenlage somit weder klinisch funktionell noch radiologisch in der Ansicht des Vorliegens einer HWS-Verschlechterung durch ein
Radikulärgeschehen
gefolgt werden (Urk. 8/211/4-5).
4.
4
.1
Streitig und zu prüfen ist vorliegend
, ob eine Änderung
im
anspruchserhebli
chen
tatsächlichen Sachverhalt eingetreten ist. In diesem Zusammenhang stellt sich zunächst die Frage nach der massgebenden
zeitliche
n
Vergleichsbasis
(
Sachverhalt im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung
en
vom 22. Oktober resp. 1
9.
November 2001 [
Urk.
8/103-104] oder
zur Zeit der
Revisi
ons
verfahren
2004 bzw.
2007 [vgl. Sachverhalt Ziffer 1.4 und 1.5
; vgl. E. 1.2
). Während die ursprünglichen Rentenverfügungen, mit welchen dem Beschwer
deführer, ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 68
%
, eine ganze Rente zugesprochen worden war, auf den Ergebnissen einer externen medizinischen Beg
utachtung beruh
t
en (interdisziplinäres
Gutachten der MEDAS
vom 22. August 2001,
Urk.
8/94), g
ründe
te
n die Mitteilungen vom 22.
April 2004 (Urk. 8/123) resp.
2.
Oktober 2007 (
Urk.
8/149), mit welchen, ausgehend von einem Invaliditätsgrad von nunmehr 84
%
, der Anspruch des Beschwerde
führers auf eine ganze Invalidenrente bestätigt wurde, ausschliesslich auf den Einschätzung
en der behan
delnden Ärzte (
Urk.
8/121; und
Urk.
8/148/2
; vgl.
E.
3.2 und E. 3.3
)
.
Laut dem Gutachten der MEDAS
vom
2
2.
August 2001
war der Beschwerdeführer damals in einer behinderungsangepassten Tätigke
it zu 50
%
arbeitsfähig (
Urk.
8/94/10)
. Während Dr.
A._
dem Beschwerdeführer in
seinem Verlaufsbericht vom 24.
März 2004 weiterhin eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in behinderungsangepasster Tätigkeit bescheinigte
(Urk. 8/119)
, attestierte ihm
Dr.
C._
in seinem Bericht vom 1
2.
März 2004 bei ausdrücklich als stationär bezeichnetem Gesundheitszustand ohne jegliche Begründung nur noch eine 30%ige Arbeitsfähigkeit in behinderungsangepasster Tätigkeit
(
Urk.
8/118)
, was in sich widersprüchlich ist und in keiner Weise nachvollzogen werden kann. Da dieser Bericht demnach die
rechtsprechungs
gemässen
Anforderungen an beweiskräftige medizinische
Entscheidungsgrund
lagen
fraglos nicht erfüllt (vgl. E. 1.3
) und die Beschwerdegegnerin gleichwohl ohne weitere Prüfung darauf abgestellt hat, kann von einer rechtskonformen Sachverhaltspr
üfung nicht die Rede sein (vgl.
Urteil des Bundesgerichtes 8C_441/2012 vom 2
5.
Juli 2013 E. 5 und
E.
6.6.1). Eine solch
e fand auch anlässlich des im Jahr
2007 eingeleiteten Revisionsverfahrens nicht statt. Unter diesen Umständen
ist als Vergleichszeitpunkt der Sachverhalt, wie er sich zur Zeit der ursprüngli
chen Rentenverf
ügungen vom 2
2.
Oktober und 19.
November 2001 (
Urk.
8/103-104) präsentierte, massge
bend und ist dieser Sachverhalt mit demjenigen im Zeitpunkt der angefochtenen Revisionsverfügung vom
5.
Juli 2013 (Urk. 2) zu vergleichen.
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützt ihre Auffassung, wonach sich der Gesundheitszu
stand des Beschwerdeführers spätestens ab März 2011 verbessert
hat, auf das Gutachten der MEDAS
vom
6.
Dezember 2011
(Urk. 8/182 und
Urk.
8/183)
samt Ergänzung vom 1
1.
Mai 2012 (
Urk.
8/195)
sowie die Stellungnahme
n
vo
n RAD-Arzt
Dr.
D._
vom 3
1.
Mai 2012 (
Urk.
8/197/5-6
)
und
2
9.
Mai 2012 (richtig: 2013,
Urk.
8/211/3-4).
4.3
Der Beschwerdeführer brachte dagegen zunächst vor, dass die Gutachterstelle nicht aufgrund des bundesgerichtlich vorgeschriebenen Zufallsverfahrens bestimmt worden sei. Da er zum damaligen Zeitpunkt nicht anwaltlich vertreten gewesen sei, habe er sich faktisch gegen die Bestimmung der Gutachterstelle
in nicht zugelassener Weise gar
nicht wehren können
(
Urk.
1 S. 8 und 9).
Gerügt wird damit
eine Verletzung der mit
BGE 137 V 210
konkretisierten rechts
staatlichen Anforderungen an die Einholung von Gutachten der Medizi
nischen Abklärungsstellen (MEDAS) durch die Invali
denversicherung. Dazu ist zu bemerken, dass dieses (Grundsatz-)
Urteil am 28. Juni 2011 und damit erst nach der
Mitteilung der Beschwerdegegnerin betreffend Anor
dnung der Begut
achtung bei
der MEDAS vom 2
4.
September 2010 (Urk. 8/161
)
ergangen ist
.
Die im besagten Urteil definierten Leitlinien für die Einholung von Administrativ- und
Gerichtsgut
achten
gelten zwar auch in laufenden Verfahren. Es wäre jedoch nicht verhält
nismässig, wenn nach den alten Regeln eingeholte Expertisen ungeachtet ihrer Überzeugungskraft den Beweiswert einbüssten. Bil
det ein nach altem Standard in Auftrag gegebenes Gutachten die massgebende Beweisgrundlage, so ist die
sem Umstand allenfalls bei der Beweiswürdigung Rechnung zu tragen (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_646/2012 vom 14. März 2013 E. 3.2.1 mit Hin
weisen).
I
m Anschluss an die Anordnung der Begutachtung durch d
ie MEDAS
vom 2
4.
September 2010
wu
rden dem Beschwerdeführer – wie von der Beschwerdegegnerin angekündigt - am 7.
Januar und 1
0.
Februar 2011 die Namen der an der Begutachtung beteiligten Fachärzte
bekannt gegeben
(Urk.
8/163 und
Urk.
8/169).
Der Beschwerdeführer hat in der Folge während des ganzen Verfahrens – insbesondere auch nach
Beizug
seines Rechtsvertreters – keine
konkreten
Ausstandsgründe
gegen die bete
iligten Personen geltend gemacht, namentlich auch nicht in seinem
Einwand
vom
14.
September 2012
(Urk.
8/204/1-4)
.
Es ist deshalb nicht ersichtlich, weshalb dem nach altem
Ver
fahrensstand
eingeholten
Gutachten der MEDAS
aus for
mellen Gründen der Beweiswert abzusprechen sein sollte (vgl. Urteil des Bun
desgerich
tes 8C_646/2012 vom 14. März 2013 E. 3.2.1 mit Hinweisen).
4.4
4.4.1
Das
(Gesamt-)
Gutachten der MEDAS vom
6.
Dezember 2011
(Urk. 8/183/1-41)
basiert in somatischer Hinsicht auf den Erhebungen im ortho
pädischen (Teil-
)Gutachten von
Dr.
med. H._
vom 2
9.
April 2011 (Urk. 8/183/59-80) sowie im neurologischen
(
Teil
-)
Gutachten von
Dr. med.
I._
vom 2
4.
Mai 2011 (Urk. 8/183/42-58) und in psychischer Hinsicht auf den Feststellungen von
Dr.
m
ed. J._
, FMH Allgemeinmedizin, Psychiatrie und Psychotherapie
, im psychiatr
ischen (Teil-)Gutachten vom 25.
Oktober 2011
(
Urk.
8/182)
.
4.4.2
Vorwegzu
nehmen ist, dass das psychiatrische (Teil
-)Gutachten vom 25.
Oktober 2011 die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an beweistaugliche ärztliche Entscheidungsgrundla
gen (vgl. E. 1.3
) vollumfänglich erfüllt. So beruht es auf einer fachärztlichen Untersuchung und wurde in Kenntnis der und einlässlicher Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) verfasst. Die psychiatrische Gutachterin hat detaillierte Befunde erhoben, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Zudem hat sie die medizinischen Zustände und Zusammen
hänge einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet.
Während im Gutachten der MEDAS
vom 2
2.
August 2001
(Urk. 8/94
)
- gestützt auf die betreffenden Feststellungen von
Dr.
med.
K._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, im psychiatrischen Konsilium vom gleichen Tag
(
Urk.
8/22
) –
festgestellt worden war
, dass der Beschwerde
führer unter einer Anpassungsstörung mit
Angst und depressiver Reaktion
in einer schwierigen Leben
ssituation (ICD-10 F43.2) leide
und eine Arbeitsunfä
higkeit aus psychischen Gründen von etwa 30
%
bestehe
(Urk. 8/22/4-5)
, kam
Dr.
J._
zum
Schluss, dass keine psychiatrische Diagnose mit eigenständigem Krankheitswert mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(mehr)
gestellt und
– dementsprechend - eine Leistungsminderung psychiatrisch nic
ht
(mehr)
begrün
det werden könne (Urk.
8/182/24-25).
Tatsächlich erscheint der von
Dr.
J._
erhobene psychopathologische Befund gänzlich unauffällig
(
Urk.
8/182/17-18)
. In Übereinstimmung damit hatte bereits
Dr.
K._
bemerkt, dass der Beschwerdeführer einen ruhigen, freundli
chen und kooperativen Eindruck gemacht habe, allseits orientiert und geordnet gewesen sei.
Er habe sachlich über seine Beschwerden berichtet und sein Ver
halten sei während der psychiatrischen Exploration wenig auffällig gewesen. Laut
Dr.
K._
hatte der Beschwerdeführer jedoch einen leicht depressiven, besorgten und bedrückten Eindruck gemacht
(
Urk.
8/22/4)
, wohingegen sich
gemäss
Dr.
J._
die Affektivität anlässlich d
er von ihr durchgeführten Unter
suchung
ausgeglichen und unbeeinträchtigt zeigte, die Modulationsfähigkeit im normalen Bereich lag und der psychomotorische Antrieb bzw. der Antrieb all
gemein unauffällig war (
Urk.
8/182/18).
Gestützt auf die überzeugenden Feststellungen von
Dr.
J._
kann ohne Weite
res davon ausgegangen werden, dass sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers gebessert hat und
jedenfalls im Zeitpunkt der Begut
achtung
(2
1.
März 2011)
k
eine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit mehr bestand.
Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer – auch – ihr
gegenüber berichtet hatte, aufgrund der gesamten Lebenssituation gedrückt zu sein
(Urk.
8/182/19)
. Es ist nämlich nicht so, dass bei identischer
Beschwerdeschil
derung
seinerseits auch zwingend dieselben Diagnosen und Arbeitsunfähigkei
ten resultieren müssen. Aufgabe eines ärztlichen Gutachters ist es gerade, die geschilderten Beschwerden medizinisch einzuordnen. So kann ein subjektiv gleich empfundenes Leiden im Laufe der Jahre einen anderen medizinischen Hintergrund haben und dementsprechend medizinisch anders beurteilt werden
(Urteil des Bundesgerichtes 8
C_602/2013 vom
9.
April 2014 E.
3.2)
.
Dr.
J._
hat denn auch begründet
dargelegt, dass
mangels Erfüllung der
Diagnosekrite
rien
insbesondere auch eine Anpas
sungsstörung nicht mehr vorliege
und
eine sol
che im Übrigen auch
rein
aus
formalistischen Gründen
maximal drei (richtig: zwei) Jahre nach Symptombeginn attestiert werden dürfe
(
Urk.
8/182/21
; vgl. Urk.
8/182/27
).
4.4.3
Die Berichte von
Dr.
C._
sind nic
ht geeignet, die psychiatrische
Beurteilung von
Dr.
J._
in Frage zu stellen, zumal er als langjähriger behandelnder Psy
chiater infolge des besonderen Vertrauensverhältnisses geneigt sein dürfte, im Zweifelsfall eher zu Gunsten des Beschwerdeführers auszusagen (statt vieler: Urteil des Bundesgerichtes 8C_648/2011 vom 19. Dezember 2011 E. 3 mit Hin
weisen). Es entsteht denn auch der Eindruck, dass er bei seinen Beurteilungen massgeblich auf die Angaben des Beschwerdeführers ab
ge
stellt
hat
, ohne diese kritisch zu hinterfragen. Dies ergibt sich nicht zuletzt auch aus dem Umstand, dass
er ihm in seinem Bericht vom 1
2.
März 2004 (
Urk.
8/118)
bei gemäss sei
nen Angaben unverändertem Gesundheitszustand ohne jegliche Begründung eine nur noch 30%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt hatte
(vgl.
E. 4.1)
.
4.4.4
Objektive Anhaltspunkte dafür, dass sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der
psychiatrischen Begutachtung in der MEDAS (2
1.
März 2011
) massgeblich verschlechtert haben könnte, liegen nicht vor und ergeben sich insbesondere auch nicht aus dem Schreiben von Dr.
C._
an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vo
m 3
1.
August 2013 (
Urk.
3/4
).
4.4.5
Es ergibt sich somit, dass zumindest in psychischer Hinsicht eine
revisionsrecht
lich
erhebliche Verbesserung im zu beachtenden Vergleichszeitraum eingetreten ist.
Unter diesen Umstände
n
sind
die Arbeits
- und Erwerbsunfähigkeit voraus
setzungslos,
das heisst unabhängig davon, ob
sich
in somatischer Hinsicht
der
medizinische Sachverhalt verändert hat oder
insoweit
ärztlicherseits eine bloss abweichende Beurteilung
vorgenommen wurde
, neu zu prüfen
(vgl. Urteile
des Bundesgerichtes 9C_700/2013 vom 2
6.
Dezember 2013 E. 3.3.2 und 8C_351/2014 vom 1
4.
August 2014
E.
2.1).
4.5
4.5.1
Wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen, können
jedoch
der somatische Gesundheitszustand sowie dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
im massgeblichen Verfügungszeitpunkt (
5.
Juli 2013)
aufgrund der vorlieg
enden Akten nicht
abschliessend
beurteilt werden.
4.5.2
Das orthopädische sowie das n
eurologisch
e
Teil-Gutachten
der MEDAS
vom 2
9.
April resp. 2
4.
Mai 2011
, auf welchen die im Rahmen des (Gesamt-)Gutachtens
vom
6.
Dezember 2011
vorgenommene Beurteilung der Arbeitsfä
higkeit des Beschwerdeführers
aus somatischer Sicht
gründet, basieren zwar auf fachärztlichen Untersuchungen und wurden in Kenntnis der
Vorakten
verfasst.
Auch haben der
orthopädische und der neurologische Gutachter
detaillierte Befunde und Diagnosen erhoben und
sich mit den vom Beschwerdeführer geklagten Schmerzen
und Beschwerden
im Bereich der Lendenwirbelsäule
und des
Nacken
s sowie
den belastungsabhängigen Schmerzen in der linken Schulter, in der linken Hüfte sowie im linken Kniegelenk auseinandergesetzt
(
Urk.
8/183/50f. und
Urk.
8/183/67f.)
. Schliesslich haben sie
grundsätzlich nachvollziehbar d
argelegt, dass und weshalb die orthopädischen und neurolo
gischen Befunde und Diagnosen der vollzeitlichen Ausübung einer
behinde
rungsangep
assten
Tätigkeit nicht entgegen
stehen
.
Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass die radiologischen Untersuchungsbefunde, welche der orthopädischen und der neurologischen Begutachtung zugrunde lie
gen, grossmehrheitlich aus dem Jahre 2010 (MRI der LWS, Röntgenuntersu
chungen der HWS, des Beckens, der BWS sowie der LWS; Röntgenuntersuchung der Schulter: 2
1.
März 2011) stammen (
Urk.
8/182/72,
Urk.
8/183/53). Die Röntgenuntersuchung der HWS vom 3. August 2010 hatte dabei eine harmon
i
sche HWS-Lordose, ein erhalten
es dorsales Alignement, keine wesentliche Ver
schmälerung der Bandscheibenzwischenräume, einen weichteilüberstrahlten Bandscheibenzwischenraum C6/7 sowie eine beginnende
Spondylchondrose
mit angedeuteten
osteophytären
Ausziehungen an der Grund- und Deckplatte im Bereich HWK 4/5 ergeben. Anlässlich der klinischen Untersuchung
in der MEDAS vom 2
7.
Januar 2011
gab der Beschwerdeführer laut ortho
pädischem Gutachter bei Bewegungen in allen Ebenen Schmerzen im Bereich Schulter/Nacken/
Trapeziusrand
, links stärker als rechts, an. Es habe ein Klopf-/Druckschmerz über den Dornfortsätzen der unteren HWS, HWK 4 bis 7,
bestanden. Die Druckschmerzhaftigkeit sei über den Wirbelgelenken in diesem Bereich ebenfalls palpabel, links stärker als rechts. Die Schulter-,
Nackenmus
kulatur
mit Ansatz am Hinterhaupt sei deutlich druckschmerzhaft mit
Aus
strahlungstendenz
in den
Trapeziusrand
im Sinne einer
Insertionstendinose
(
Urk.
8/183/69). Der orthopädische Gutachter erhob dementsprechend bezüglich der HWS – lediglich - ein chronisches zervikales Rückenschmerzsyndrom bei Haltungsstörung bei Segmentdegen
e
ration der unteren HWS, HWK 5/6 und 6/7, beg
leitenden
Insertionstendinosen
und
Myogelosen
der paravert
ebralen Mus
kulatur (
Urk.
8/183/
73). Laut den Angaben im neurologischen
(Teil-)
Gutachten
vom 2
4.
Mai 2011
waren anlässlich de
r klinischen Untersuchung vom 1
0.
Februar 2011
BSR, TSR und RPR sowie
Trömner
symmetrisch schwach bis mittellebhaft auslösbar
und d
ie Berührungssensibilität und Schme
rzempfindung am rechten Arm
unauffällig. Bezüglich der HWS schloss der neurologische Gut
achter dementsprechend ebenfalls auf ein – blosses –
zervikobrachiales
Schmerzsyndrom ohne einem organischen Korrelat zuzuordnende sensomoto
rische Ausfälle (
Urk.
8/183/53).
Dem vom Beschwerdeführer im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
eingereich
ten Bericht des Röntgeninstitutes
G._
vom
6.
März
2013
ist indessen zu ent
nehmen, dass dort am gleichen Tag wegen seit einigen Monaten bestehender Schmerzen im Un
terarm beidseits
Dig
IV und V, eventuell
Dermatom
C8 rechts
,
ein MRT der HWS
durchgeführt worden war. Dieses er
gab eine mehrsegmentale
osteodisk
al
bedingte
neuroforaminale
Einengung betont auf Höhe HWK 7/BWK 1 rechts mit Nervenwurzelaffektion C8, keine
höhergradige
Spinalkanalstenose oder Myelopathie (
Urk.
8/206/3). Gemäss den Angaben von
Dr.
F._
im Bericht an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vom 22. März 2013 gibt es auch klinisch Hinweise auf eine
radikuläre
Problematik
(
Urk.
8/206/1)
, was
– entgegen der Auffassung von RAD-Arzt
Dr.
D._
(
Urk.
8/211/4
) – nicht
ohne
Weiteres
widerlegt werden kann
. Im Übrigen
trifft auch nicht zu, dass die neu aufgeführten MRI-Befunde schon seit 1997 aktenkundig bekannt sind, hatte die MRT-Untersuchung vom
9.
Dezember 1997 doch lediglich eine diskrete mediane
Protrusion
der Bandscheibe C5/6 sowie
eine
linksseitige
osteophytär-diskale
Protrusion
im Segment C6/C7 mit Einengung des linksseitigen
Foramens
intervertebrale,
nicht jedoch eine Nervenwurzelaffektion C8 rechts gezeigt.
Aufgrund des – ebenfalls im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
eingereich
-
ten
– Schreibens von
Dr.
F._
vom 2
6.
Juli 2012 (
Urk.
8/206/4-5
), zu welchem sich RAD-Arzt
Dr.
D._
in seiner Stellungnahme vom
2
9.
Mai 2013 (Urk.
8/211/3-4) übrigens
nicht geäussert hat, kann sodann nicht ausgeschlos
sen werden, dass nunmehr auch im Bereich der LWS eine
(nachgewiesene)
Kompromittierung
der Nervenwurzel
(L5 links)
besteht.
Dies gilt umso mehr, als
bereits
vom neurologischen Gutachter der
MEDAS mögliche (aber nicht sichere)
klinische
Zeichen für eine
radikuläre
Ausfallsymptomatik der
Wurzel L5
(verminderte Sensibilität im Bereich der Ferse, ausgeprägtes
Giving
-
away
-Phänomen im linken Bein) ge
funden worden waren (
Urk.
8/183/54; vgl.
auch
Urk.
8/183/71 [nur schwach auslösbarer ASR
links
anlässlich der ori
entierenden neurologischen Untersuchung durch den orthopädischen Gutach
ter]
)
.
4.5.3
Demnach besteht Grund zur Annahme, dass
seit der
orthopädischen und neurolo
gischen
Begutac
htung in der MEDAS (2
7.
Januar und 10. Februar 2011
) bis zum massgeblichen Zeitpunkt der Verfügung vom 5. Juli 2013 (
Urk.
2; vgl. BGE 130 V 446
E. 1.2 mit Hinweisen)
im Bereich der HWS
und der LWS
eine massgebliche Verschlecht
erung eingetreten ist. Insoweit
kann deshalb auf das Gutachten der MEDAS
vom
6.
Dezember 2011
nicht abgestellt werden und erscheint eine Ergänzung des medizinischen Sachverhal
tes erforderlich.
4.5.4
Hinsichtlich des
im Jahr 2000
von der Abteilung für Pneumologie des
Spitals Z._
(Urk.
8/78)
diagnostizierten
Schlaf
-A
pnoe-Syndroms
ist de
n
Gutachten der MEDAS zu entnehmen, dass
im Dezember 2010
wegen einer Zunahme der
daraus resultierenden Beschwerden (Urk.
8/183/14) e
ine neuerli
che
Abklärung
im
Spital Z._
durchgeführt
wurde
. Im betreffenden
–
von den MEDAS-Gutachtern
zitierten
, ansonsten nicht aktenkundigen
-
Bericht
vom 30.
Dezember 2010
(
Urk.
8/183/10; vgl.
Urk. 8/183/50 und Urk.
8/183/54)
wurde
ein schweres obstru
ktives Schlaf-Apnoe-Syndrom
aktuell
mit erneuter
schwere
r
Tagessymptomatik mit Tagesmüdigkeit, Schläfrigkeit,
Choking
und nicht erholsamem Schlaf
erhoben
. Im Weiteren wurde in diesem Bericht ledig
lich ausgeführt, dass a
ktuell ein erneuter CPAP-
Therapieversuch
durchgeführt
werde
, nachdem ein solcher vor über zehn Jahren wegen Maskenintoleranz bei Panikattacken vom Beschwerdeführer abgebrochen worden sei
.
Zu dessen
Arbeitsfähigkeit
scheinen sich die Ärzte des
Spitals Z._
nicht geäussert zu haben
.
Die Gutachter
der MEDAS haben sich
im Weiteren
auf die
– von der
jenigen
im Gutachten der MEDAS
vom 2
2.
August 2001 abwei
chende (
Urk.
8/94/8) –
Feststellung beschränkt, dass sich das Schlaf-Apnoe-Syndrom
nicht auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers a
uswirke, was angesichts der
seitens der Abteilung für Pneumologie des
Spitals Z._
erhobenen
Symptomatik
nicht ohne Weiteres nachvollziehbar erscheint.
Der medizinische Sachverhalt erscheint deshalb auch insoweit als ergänzungs
-
be
dürftig. Insbesondere wird
von der Beschwerdegegnerin
auch abzuklären sein, ob die CPAP-Behandlung vom Beschwerdeführer nunmehr konsequent
durchge
-
führt worden ist und gegebenenfalls
ob sie
die gewünschte Wirkung gezeitigt
hat. Je nach dem wird die Beschwerdegegnerin die Auferle
gung einer Schaden
-
minderungs
pflicht
zu prüfen haben, zumal die CPAP-Behandlung grundsätzlich als zumutbare Behandlung gilt (vgl. Urteil des Bun
desgerichtes I 563/05 vom 10 April 2006 E. 3.2).
4.5.5
Zu de
n
seitens des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 20)
geltend gemachten Auswir
kungen der
bei ihm bestehenden
Adipositas auf
die Arbeitsfähigkeit ist vorab
zu bemerken, dass
im (Gesamt-)Gutachten der MEDAS vom
6.
Dezember 2011 zwar von einem BMI von 55,5 (176 Kilogramm bei
einer Grösse von 178 Zentimetern,
Urk.
8/183/17
; vgl. auch Bericht von Dr.
F._
vom 2
6.
Juli 2012 [Urk. 8/206/4]
) die Rede ist.
Laut
orth
opädischem
(Teil-)Gutachten vom 29. April 2011
beträgt der
BMI
des Beschwerdeführers
jedoch
40.8 (125 Kilogramm bei einer Grösse von 175 Zentimetern, Urk. 8/183/68),
was
mit der vom Beschwerdeführer anlässlich der neurologi
schen Begutachtung vom 1
0.
Februar 2011
gemachten Aussage
, wonach e
r in den letzten Jahren 25
b
is 30 Kilogramm zugenommen hat
(
Urk.
8/183/50
; laut Gutachten der MEDAS
vom 2
2.
Januar 2001
wog der Beschwerde
führer
damals
109 Kilogramm bei einer Grösse von 174,5 Zentimetern [Urk. 8/94/6]
),
sowie mit den
die Adipositas betreffenden
Angaben im
Bericht der Abteilung für Pneumologie des
Spitals Z._
vom 30.
Dezember 2010 (
Urk.
8/183/10
) übereinstimmt.
Da die Gutachter der MEDAS von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit ausgegangen sind, ist grundsätzlich nicht zu beanstanden, dass sie
(
im Gegensatz zu den Gutachtern der MEDAS
[
Urk.
8/94/8
]
) die Adipositas - ohne jegliche Begründung -
als Diag
nose ohne Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit erfasst haben (vgl. E. 1.1 und Urteil des Bund
esgerichtes 8C_496/2012 vom 19.
September 2012 E. 3.2).
Sollte sich aufgrund der vorzunehmenden Ergänzung des medizinischen Sachver
haltes
jedoch
ergeben, das
s wegen
zwischenzeitlichen Fortschreitens der degenerativen Veränderungen des Stütz- und Bewegungsapparates
auch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit eine verminderte
Arbeitsfähigkeit besteht, wäre seitens der Beschwerdegegnerin
jedoch
zu klären, ob die Adiposi
tas
durch eine geeignete Behandlung oder zumutbare Anstrengung auf ein Mass reduziert werden könnte
, das die Erwerbsfähigkeit nicht wese
nt
lich beeinträch
tigt (vgl.
E. 1.1
und Urteil des Bund
esgerichtes 8C_372/2012 vom 13.
Juni 2013 E. 3.4 e.c.).
4.6
Es ergibt sich somit, dass
der somatische Gesundheitszustand des Beschwerdefüh
rers sowie dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auf
grund der vorliegenden Akten nicht zuverlässig beurteilt werden können.
Die
Sache ist
daher
zur Ergänzung des medizinischen Sachverhaltes
im Sinne der vorstehenden Erwägungen (Ziffern 4.5.3, 4.5.4 und 4.5.5)
an die
Beschwe
rde
gegnerin
zurückzuweisen. Die Beschwerdegegnerin wird
insbesondere von
Dr.
F._
sowie
von
der Ab
teilung für Pneumologie des
Spitals Z._
Verlaufsberichte
einzuholen haben und, soweit erforderlich,
anschlies
send weitergehende medizinische Abklärun
gen (persönliche Untersuchung durch den RAD,
Beizug
eines externen Gutach
ters) zu tätigen haben.
Sollten sich
dabei
Anhaltspunkte für eine
seit der Verfügung vom 5. Juli 2013 einge
tretene
Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes ergeben, wird die Beschwerdegegnerin auch insoweit weitere Abklärungen vorzunehmen haben. Danach hat
sie
über den Rentenanspruch des Beschwer
deführers
neu zu verfügen.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen.
6.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2)
,
weshalb die Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin auf
zuerlegen sind.
6
.3
Der vertretene Beschwerdeführer hat überdies Anspruch auf eine
Prozessentschä
digung
, welche nach pflichtgemässem Ermessen auf
Fr. 1’6
00.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen)
festzusetzen ist
(§ 34 Abs.
3 des Geset
zes über das Sozialversicherungsgericht).