Decision ID: 3f7f90bf-5888-4ab8-a79f-4e357ac52a6b
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch B._,
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diese vertreten durch Advokat lic. iur. Martin Boltshauser, c/o Procap Schweiz,
Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Hilfsmittel (Kommunikationsgerät)
Sachverhalt:
A.
A.a A._, Jahrgang 19_, leidet am 18q-Syndrom (De-Grouchy-Syndrom) und wurde
bereits ein Jahr nach der Geburt von ihren Eltern zum Bezug von IV-Leistungen
angemeldet (IV-act. 2). Als Folge der Behinderung anerkannte die IV-Stelle die
Geburtsgebrechen Anhang GgV 273, 280, 281, 390, 427, 441 und 444. Die Versicherte
besucht eine heilpädagogische Sonderschule und ist mit 16 Jahren in das zur Schule
gehörende Wohnheim eingetreten (IV-act. 432-6). Am 26. Juli 2010 beantragten die
Eltern der Versicherten die Kostengutsprache für das Hilfsmittel Dynavox, ein
symbolorientiertes, portables Kommunikationsgerät. Sie führten aus, ihre Tochter
könne aufgrund ihrer Behinderung nicht ausreichend kommunizieren. Zwar verfüge sie
über ein recht gutes Sprach- und Situationsverständnis, jedoch könne sie ihre
Bedürfnisse lautsprachlich gar nicht und mit Gebärden nur sehr unzureichend
ausdrücken. Der Dynavox erzeuge durch das Drücken von verschiedenen Symbolen
eine Sprachausgabe, wodurch die Benutzerin mit ihren Mitmenschen kommunizieren
könne (IV-act. 379).
A.b Mit einer Mitteilung vom 5. Oktober 2010 erstattete die IV-Stelle eine Kostengut
sprache für die Abgabepauschale eines Kommunikationsgeräts in Höhe von
Fr. 6'044.--. Es wurde festgehalten, dass die Kosten des Hilfsmittels nur übernommen
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würden, wenn nach Abschluss des Gebrauchstrainings erwiesen sei, dass das Gerät zu
einem grossen Teil für die Pflege der täglichen Kontakte mit der Umwelt effektiv
Verwendung finde, dass die Versicherte das Gerät mit sich herumtrage, um es spontan
und situationsbezogen selbständig als Kommunikationshilfe einzusetzen, sowie dass
für die Versicherte ein erheblicher Gewinn an Kontaktmöglichkeiten erreicht werden
könne (IV-act. 393).
A.c Gemäss einem Förderbericht der HPV Sonderschule C._ vom 10. März 2011
hielten der Schulleiter und die Klassenlehrerin fest, dass die Versicherte mit Ge
bärdensprache und Gestik kommuniziere. Neu habe sie das Kommunikationsgerät
Dynavox erhalten, womit sie Bilder der Familie, der Mitschüler und der
Bezugspersonen in der Schule erkenne. Ausserdem erkenne sie Piktogramme der
Schulfächer. Es werde versucht, ihre Kenntnisse betreffend die Anwendung des Geräts
zu erweitern, beispielsweise durch das Spielen auf dem Dynavox. Die Logopädin führte
im Bericht aus, das Ziel der seit dem vergangenen Schuljahr einmal wöchentlich
stattfindenden logopädischen Therapie sei der Ausbau der multimodalen
Kommunikationsmöglichkeiten der Versicherten anhand von Gebärden, Fotos,
Piktogrammen und der jeweiligen elektronischen Sprechhilfe. Im ersten Semester und
im Vorjahr sei das Gerät GoTalk 20+ eingesetzt worden. Damit habe sie mit der
Versicherten konkrete Alltagshandlungen anhand von Anleitungen mit Piktogrammen
durchgeführt und das Gerät zum Spielen benutzt. Die Versicherte sei in der Lage,
Piktogramme zu interpretieren. Auf dem neu erhaltenen Kommunikationsgerät Dynavox
habe sie in enger Zusammenarbeit mit den Eltern der Versicherten, der Klassenlehrerin,
dem Betreuungsteam des Wohnheims sowie der Physiotherapeutin Verknüpfungen zu
persönlichen Seiten für den Alltag erstellt. Wenn sie die Versicherte unterstützend zur
entsprechenden Seite führe, erkenne die Versicherte Fotos von Personen sowie
Piktogramme der Schulfächer und könne diese korrekt antippen. Da die Versicherte
das Kommunikationsgerät erst kürzlich erhalten habe, brauche sie noch viel
Unterstützung durch Fachpersonen, um das Gerät im Alltag benutzen zu können (IV-
act. 432-4).
A.d Am 1. Juli 2011 berichtete der zuständige Berater für elektronische Hilfsmittel der
Herstellerfirma, D._ GmbH, das Gebrauchstraining habe nach einer intensiven
Probephase erfolgreich abgeschlossen werden können. Es habe sich gezeigt, dass die
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Versicherte die für die Bedienung des Gerätes erforderlichen Fähigkeiten besitze. Der
Dynavox werde regelmässig und in allen Lebensbereichen der Versicherten eingesetzt.
Das Gerät biete ihr bessere Partizipations- und Selbstbestimmungsmöglichkeiten im
Alltag und habe ihre Kommunikationsmöglichkeiten stark erweitert (IV-act. 426).
A.e Der Regionale Ärztliche Dienst der IV-Stelle (RAD) nahm am 9. November 2011
eine Abklärung an Ort und Stelle in der HPV Sonderschule C._ vor. RAD-Ärztin Dr.
med. E._, Neurologie und Psychiatrie, Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH,
hielt in ihrem Bericht vom 10. November 2011 fest, es handle sich bei der Versicherten
um eine mehrfach behinderte junge Frau mit schwerer psychomentaler Retardierung,
die im direkten menschlichen Kontakt mit vertrauten Bezugspersonen, aber auch mit
unvertrauten Personen, auf ihre individuelle Art kommunizieren könne. Das Gerät
Dynavox benutze die Versicherte ohne erkennbare Kommunikationsabsicht oder
Zielgerichtetheit. Sie drücke wahllos auf alle Tasten. Zudem versuche sie das Gerät
auseinanderzuschrauben, so dass es ihr im Wohnbereich den grössten Teil des Tages
weggenommen werde. Die Versicherte profitiere nicht vom Einsatz einer elektronischen
Kommunikationshilfe – auch nicht von einem wesentlich einfacheren Gerät. Der direkte
zwischenmenschliche Kontakt, die persönliche Zuwendung unter Einbezug aller
Sinnesmodalitäten ohne zwischengeschaltete Elektronik sei für die Versicherte
notwendig und dürfte für sie sowie ihre Umgebung in kommunikativen Situationen
wesentlich hilfreicher sein. Eine seriöse Abklärung der Herstellerfirma hätte zu
demselben eindeutigen Ergebnis führen müssen. Die medizinischen
Zusprachekriterien, insbesondere eine schwere Sprech- oder Schreibbehinderung und
die notwendigen neurokognitiven Voraussetzungen für dieses Hilfsmittel, seien bei der
Versicherten aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht ausgewiesen (IV-act. 444).
A.f Der zuständige Facharbeiter der IV-Stelle hielt am 10. November 2011 fest, die
Versicherte weise einen deutlichen Entwicklungsrückstand auf. Aufgrund der
deutlichen Minderintelligenz (IQ unter 70) verstehe sie Sprach- und Wortinhalte nicht
wirklich. Sie könne höchstens situationsbedingte Hinweise, welche mehrmals
wiederholt und mit Gesten unterstützt würden, ausführen. Während der ganzen
Beobachtungszeit im Rahmen der Abklärung vor Ort (ca. 1 Stunde) habe die
Versicherte keiner verbalen Aufforderung nachkommen können. Nachdem die
zuständige Betreuerin im Wohnheim den Dynavox ausgepackt habe, habe die
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Versicherte wahllos auf den Tasten herumgedrückt. Das Gerät weise auf der ersten
Ebene an die 50 Rastertasten auf. Die Betreuerin habe mehrmals bestätigt, es könne
nicht davon ausgegangen werden, dass die Versicherte die Sprachausgabe der
einzelnen Tasten der ersten Ebene wirklich verstehe. Beim Gerät handle es sich um ein
äusserst komplexes Gerät mit unzähligen Wort- und Satzmöglichkeiten sowie diversen
Ebenen. Laut der Betreuerin werde das Gerät meist am Morgen vor dem Frühstück
eingesetzt und die entsprechende Ebene mit 6 grossen Symbolbildern (z.B. Jogurt,
Milch, Käse, etc.) eingestellt. Es sei jedoch unklar, ob die Versicherte den Inhalt der
Bilder wirklich verstehe. Der Fachmitarbeiter verneinte alle Kriterien eines erfolgreichen
Gebrauchstrainings und führte aus, dass die Versicherte mit der Bedienung des Geräts
überfordert sei und selbständig keine zielgerichtete Aussage vornehmen könne. Sie
könne nicht einmal 1% des Gerätepotenzials ausschöpfen. Da nur eine ungezielte
Bedienung möglich sei, könne das Gerät nicht wirklich zur Kommunikation eingesetzt
werden. Die Versicherte betrachte das Gerät laut der Betreuerin mehr als ein Spielzeug
(IV-act. 445).
A.g Mit einem Vorbescheid vom 30. November 2011 stellte die IV-Stelle die Abweisung
der Kostengutsprache für das Kommunikationsgerät Dynavox Maestro in Aussicht. Zur
Begründung führte sie an, dass die Voraussetzungen für den Anspruch auf ein
Kommunikationsgerät nicht erfüllt würden. Entgegen dem Abschlussbericht der D._
GmbH könne die Versicherte das Gerät weder bedienen noch die Tasten verstehen (IV-
act. 447).
A.h Gegen diesen Vorbescheid liess die Versicherte am 20. Januar 2012 Einwand er
heben. Der Rechtsvertreter führte aus, dass die Versicherte den Dynavox zu einem
grossen Teil selbst bedienen könne und sich damit mit der Aussenwelt in Kontakt be
gebe. Sie benutze das Gerät, um ihre Befindlichkeit, ihre Bedürfnisse und Erlebnisse zu
kommunizieren. Die Versicherte habe bereits gelernt, sich auf der Oberfläche des
Dynavox zu orientieren. Sie kenne und finde bereits viele für sie bedeutungsvolle
Piktogramme und benutze diese selbstständig. Es seien deutliche Verbesserungen in
den kommunikativen Fähigkeiten feststellbar. Dadurch habe sich ihre
Alltagskommunikation, ihre soziale Partizipation und vor allem ihre Selbstbestimmung
erweitert (IV-act. 455). Der Rechtsvertreter legte dem Einwand ein Schreiben der
Logopädin der Versicherten vom 10. Januar 2012 bei. Diese hielt fest, dass die
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Versicherte den Dynavox als Ersatz für die ihr nicht zur Verfügung stehende
Lautsprache benutze. Sie bringe das Gerät unaufgefordert in die verschiedenen
Lebensbereiche mit, packe es selbständig aus und starte das Programm. Die
Logopädin führte im Weiteren verschiedene Situationen an, in welchen die Versicherte
den Dynavox als Kommunikationshilfe eingesetzt haben soll: So öffne die Versicherte
selbständig die Erzählseite auf dem Dynavox und erzähle durch Antippen, was sie
erlebt habe. Dabei nicke und lächle sie beim Abspielen der Äusserungen. Weiter öffne
die Versicherte häufig eine ihrer Personenseiten. Sie führe eine Personengebärde aus,
drücke das entsprechende Foto und vergewissere sich mit einem Blick, ob der
Kommunikationspartner schaue. Beim Mittagessen mit der Schulklasse tippe die
Versicherte die Taste "noch mehr" und schöpfe sich nach. Sie äussere mit dem
Dynavox "genug", wenn sie nichts mehr essen wolle. Auf die Frage, was sie trinken
wolle, habe die Versicherte auf der Getränkeseite auf "Apfelsaft" gedrückt und
verschmitzt gelächelt, weil kein Apfelsaft vorhanden gewesen sei. Nach Wiederholung
der Frage habe sie mittels Dynavox zwischen den vorhandenen Getränken Tee und
Wasser gewählt. Die Versicherte trage orthopädische Einlagen in den Schuhen und
leide manchmal unter Druckstellenbildung an den Füssen. Auf entsprechende
Nachfrage habe sie auf der geöffneten Befindlichkeitsseite die Taste "Ich habe
Schmerzen" gedrückt, woraufhin eine Druckstelle am Fuss entdeckt worden sei. In
einer anderen Situation habe ihr die Versicherte in der Therapiesitzung selbständig und
unaufgefordert von einem realen Konflikt erzählt, indem sie sich an den Kopf gegriffen
und auf dem Dynavox die Tasten "Entschuldigung" – "Es tut mir leid" – "Name der
Person" gedrückt habe. Bei diesen Äusserungen habe sie sich auf mehreren Ebenen
des Dynavox bewegen müssen. Die Versicherte benutze den Dynavox, um ihre
Befindlichkeit, ihre Bedürfnisse und Erlebnisse in natürlichen, ihr vertrauten Situationen
zu kommunizieren. In künstlich provozierten, unnatürlichen Gesprächssituationen
(Frage-Antwort, Zeige mir...) erkenne sie aufgrund ihrer kognitiven Beeinträchtigung
keinen Sinn und zeige sich deshalb kaum kooperativ (IV-act. 455-3 f.).
A.i In einer internen Anfrage an den RAD betreffend den Bericht der Logopädin hielt
der zuständige Fachmitarbeiter am 1. Februar 2012 fest, es scheine, dass durch
das Gerät möglicherweise ein logopädischer Nutzen vorhanden sei. Jedoch sei ent
scheidend, wie die Versicherte mit dem Gerät ausserhalb der Schule umgehen könne.
Die diesbezügliche Abklärung vor Ort habe gezeigt, dass sie keine zielgerichtete Aus
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sage habe vornehmen können. Bei den von der Logopädin erwähnten 3 - 4
Erlebnissen, werde man kaum davon ausgehen können, dass diese zielgerichtet erfolgt
seien. Vielmehr liessen die Tastenbetätigungen allen Interpretationsspielraum offen.
Wenn die Logopädin schreibe, dass die Versicherte in künstlich provozierten,
unnatürlichen Gesprächssituationen keinen Sinn erkenne, bestätige dies indirekt die
kognitive Überforderung beim Bedienen des Geräts (IV-act. 456-1). RAD-Ärztin Dr.
E._ erklärte, dass sie im Rahmen ihrer persönlichen, über einstündigen Abklärung am
9. November 2011 habe feststellen können, dass die Versicherte in keiner Weise in der
Lage gewesen sei, den Dynavox für eine zielgerichtete Kommunikation – weder mit
ihnen (den unvertrauten Besuchern) noch mit der vertrauten Betreuungsperson –
einzusetzen. Obwohl im Wohnbereich seit fast einem Jahr täglich versucht werde, das
Gerät einzusetzen, sei die Alltagskommunikation und die soziale Partizipation in keiner
Weise verbessert worden. Die Mitbewohner/Innen fühlten sich gestört und reagierten
mit Ablehnung, weil die Versicherte die Sprechtasten anhaltend wiederholt und
ungezielt betätige. Zudem müsse das Betreuungspersonal aufpassen, dass die
Versicherte das Gerät nicht auseinander nehme. Aus ärztlicher Sicht müsse daher am
ablehnenden Bescheid festgehalten werden (IV-act. 456-2).
A.j Mit einer Verfügung vom 8. Februar 2012 lehnte die IV-Stelle eine Kostengut
sprache für das Kommunikationsgerät Dynavox Maestro ab. Zur Begründung hielt sie
fest, die Abklärungen hätten ergeben, dass die Voraussetzungen für den Anspruch auf
ein Kommunikationsgerät nicht erfüllt würden. Da im Aussendienst immer wieder
festgestellt worden sei, dass Geräte zu Hause nicht oder für einen anderen Zweck
eingesetzt würden, sei auch in diesem Fall eine Abklärung vor Ort durchgeführt
worden. Diese habe ergeben, dass das Gerät völlig überdimensioniert sei und nicht
einmal 1% des Gerätepotenzials ausgeschöpft würde sowie dass das Gerät im
Wohnalltag nachweislich nicht zur Verbesserung der Pflege gesellschaftlicher Kontakte
führe bzw. eingesetzt werden könne (IV-act. 457).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 15. März
2012. Die Versicherte, vertreten durch ihre Eltern, diese vertreten durch Advokat Martin
Boltshauser von Procap, beantragt die Aufhebung der Verfügung vom 8. Februar 2012
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und die Kostenzusprache für das Kommunikationsgerät Dynavox Maestro im Betrag
von Fr. 15'064.30 (act. G 1). In einer Beschwerdeergänzung vom 16. April 2012
verweist der Rechtsvertreter zur Begründung auf die Stellungname der HPV
Sonderschule C._ vom 5. April 2012. Darin hielten die Logopädin und der Schulleiter
der Versicherten fest, dass die Versicherte den Dynavox erst vor einem Jahr erhalten
habe. Bis dahin habe sie nur über sehr rudimentäre Kommunikationsmöglichkeiten mit
wenigen Gebärden, die nur ihr nahestehende Personen hätten interpretieren können,
verfügt. Durch das rudimentäre Sprachsystem habe sie ein äusserst eingeschränktes
Sprachwissen. Im vergangenen Jahr habe die Versicherte mit dem Dynavox ein für sie
komplett neues Sprachsystem erlernen müssen. In Anbetracht dieser Ausgangslage
habe sie beachtliche Fortschritte erzielt und werde zunehmend kommunikativer. Sie
bringe den Dynavox unaufgefordert in alle ihre Lebensbereiche (Zu Hause, Wohnheim,
Schule, Physiotherapie und Logopädie) mit, packe ihn aus und setze ihn ein, wenn sie
kommunizieren wolle. Diesen Aufwand würde sie nicht freiwillig über so einen langen
Zeitraum leisten, wenn sie dadurch nicht eine wesentliche Verbesserung in ihrer
täglichen Kommunikation erfahren würde. Die Versicherte könne das Gerät sehr wohl
bedienen und verstehe die Tasten. Der Dynavox besitze einen Zähler, der die
Verwendungshäufigkeit der einzelnen Tasten aufzeichne. Dieser Zähler zeige klare
Präferenzen der Versicherten für bestimmte Tasten auf den unterschiedlichsten
Ebenen. Es handle sich dabei um Objekte, die der Versicherten im Alltag wichtig seien.
Die Aussage, dass die Versicherte nicht einmal 1% des Gerätepotenzials nutzen könne,
sei schwierig nachzuvollziehen und auszurechnen. Da es sich um ein Windows-
basiertes Gerät handle, seien die Möglichkeiten entsprechend vielfältig. Obwohl
Windows mit seinen zugehörigen Microsoft Office-Programmen beinahe an jedem
Arbeitsplatz Standard sei, nutzten wohl sehr wenige Personen mehr als 1% der
angebotenen Funktionen. Die Versicherte benutze den Dynavox immer im Alltag zu
Hause. Sie nehme ihn auch an Verwandtschaftsbesuche und Familienfeste mit und
setze ihn zur Kommunikation ein. Zur Überprüfung, ob das Gerät zu Hause nicht oder
zu anderen Zwecken eingesetzt werde, hätte die Abklärung vor Ort auch zu Hause
stattfinden müssen. Die Abklärung im Wohnheim durch zwei ihr unbekannte Personen
stelle für die Versicherte eine realitätsfremde Situation dar, die nicht repräsentativ für
ihre kommunikativen Fähigkeiten sei. Ohne das Gerät habe sie keine Möglichkeit, ihre
Befindlichkeiten und Bedürfnisse auszudrücken, was zu Frustration und starkem
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Zwangsverhalten führe. Alle Bezugspersonen hätten im vergangenen Jahr einen
massiven Rückgang im Zwangsverhalten festgestellt. Es existiere kein
kostengünstigeres Kommunikationsmittel, das der Versicherten annähernd dieselbe
Flexibilität bezüglich Anwendungsmöglichkeiten und Wortschatzauswahl biete. Bei
Geräten mit statischer Oberfläche oder bei Piktogrammtafeln stehe jeweils ein sehr
begrenzter, von der Umgebung vorgegebener Wortschatz zur Verfügung. Da sich die
Versicherte innerhalb der Ebenen des Dynavox zurecht finde, würde ein einfacheres
Hilfsmittel ihren Fähigkeiten nicht gerecht (act. G 3.1). Am 23. Februar 2012 erstellten
die Logopädin und der Schulleiter eine Analyse der Tastenbetätigung durch die Ver
sicherte. Sie hielten fest, dass häufig gewählte Tasten nach Rücksprache mit den
Eltern der Versicherten und anderen Bezugspersonen auch als spezielle Interessen der
Versicherten bestätigt worden seien. Die Häufigkeit sei nicht gleichmässig verteilt und
zeige auf einer kleinen Fläche grosse Unterschiede auf. Dies zeige, dass die Tasten
nicht wahllos gedrückt, sondern gezielt angewählt worden seien. Die häufig gewählten
Tasten seien Wörter, mit denen die Versicherte ein differenziertes Bedürfnis oder einen
Wunsch äussere. Auch auf tiefer gelegenen, schwieriger zu findenden Ebenen seien
sehr häufige Aussagen zu finden, was darauf schliessen lasse, dass die Versicherte
sehr zielgerichtet vorgegangen sei (act. G 3.1.1).
B.b Am 18. Juni 2012 beantragt die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Be
schwerde. Zur Begründung verweist die Beschwerdegegnerin auf den Abklärungs
bericht von RAD-Ärztin Dr. E._ vom 10. November 2011, wonach die Beschwerde
führerin den Dynavox ohne erkennbare Kommunikationsabsicht oder Zielgerichtetheit
benutze. Weiter hält sie fest, dass die Abklärung im Beisein der Betreuungsperson
stattgefunden habe und diese bestätigt habe, dass das Gerät im Heim nicht wirklich
eingesetzt werden könne. Zusammengefasst erfülle die Beschwerdeführerin die
Voraussetzungen für eine Abgabe des Kommunikationsgeräts nicht. Bei ihr liege eine
Sprach- und nicht eine Sprechbehinderung vor. Zudem verfüge sie nicht über die
notwendigen intellektuellen und motorischen Fähigkeiten. Ein spontaner und
situationsbezogener Einsatz des Gerätes sei durch die Beschwerdeführerin nicht
möglich, womit sich das Gerät nicht als zweckmässig erweise (act. G 6).
B.c Mit einer Replik vom 28. August 2012 hält die Beschwerdeführerin an den Be
schwerdeanträgen fest. Der Rechtsvertreter macht geltend, die Beschwerdegegnerin
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habe sich nicht mit den in der Beschwerdeergänzung eingereichten neuen
Dokumenten auseinandergesetzt, obwohl die Logopädin und der Schulleiter mit ihrer
Stellungnahme vom 5. April 2012 ausführlich bestätigt hätten, dass die Versicherte das
Gerät bedienen könne und die Tasten sehr gut verstehe. Sollte aufgrund der mit der
Beschwerdeergänzung eingereichten Unterlagen keine genügende Grundlage für eine
direkte Kostenzusprache gegeben sein, werde eventualiter die Rückweisung der
Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zu ergänzenden Abklärungen beantragt
(act. G 8).
B.d Mit einer Eingabe vom 10. September 2012 hat die Beschwerdegegnerin auf die
Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 10).

Erwägungen:
1.
1.1 Streitgegenstand ist vorliegend der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
Kostengutsprache für das Kommunikationsgerät Dynavox Maestro. Nicht zu beurteilen
ist hingegen, ob die Beschwerdeführerin grundsätzlich einen Anspruch auf die
Kostenübernahme eines (beliebigen) Kommunikationsgeräts hat.
1.2 Nach Art. 21 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) haben Versicherte im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste
Anspruch auf jene Hilfsmittel, welche sie infolge ihrer Invalidität u.a. für die Herstellung
des Kontakts mit der Umwelt bedürfen. Der Bundesrat hat die Befugnisse, die ihm in
Art. 21 IVG eingeräumt wurden, mit Art. 14 der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) an das Eidgenössische Departement des
Innern übertragen, welches die Verordnung über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die
Invalidenversicherung (HVI; SR 831.232.51) erlassen hat. Laut Art. 2 HVI besteht im
Rahmen der im Anhang aufgeführten Liste Anspruch auf Hilfsmittel, soweit diese für die
Fortbewegung, die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbstsorge
notwendig sind (Abs. 1). Was für das Verwaltungsrecht gemäss Art. 5 Abs. 2 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) allgemein gilt
– dass nämlich staatliches Handeln im öffentlichen Interesse liegen und
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verhältnismässig sein muss –, hat das Departement in Art. 2 Abs. 4 HVI betreffend
Hilfsmittel spezifisch normiert, indem es festgehalten hat, dass nur Anspruch auf
Hilfsmittel in einfacher, zweckmässiger und wirtschaftlicher Ausführung besteht. Auf
elektronische Kommunikationsgeräte besteht gemäss Ziff. 15.02 des Anhangs zur HVI
für schwer sprech- und schreibbehinderte Versicherte Anspruch, sofern diese zur
Pflege des täglichen Kontakts mit der Umwelt auf ein solches Gerät angewiesen sind
und über die notwendigen intellektuellen und motorischen Fähigkeiten zur Bedienung
eines solchen Geräts verfügen (vgl. zum Ganzen auch BGE 139 V 115 E. 5.1).
1.3 Gemäss den Rz. 2170 f. des Kreisschreibens über die Abgabe von Hilfsmitteln
durch die Invalidenversicherung (KHMI) wird Schülern ein Kommunikationsgerät
abgegeben, wenn dieses zur Kontaktaufnahme mit der Umwelt, das heisst zur
Kommunikation mit der Familie, Freunden, Drittpersonen, Mitschülern und
Lehrpersonen, verwendet wird. Geräte, welche zur Therapie der Lautsprache
eingesetzt werden, können nicht von der Invalidenversicherung bezahlt werden.
Sonderschülern und Schülern in integrativer Schulung kann ein Kommunikationsgerät
abgegeben werden, wenn sie die folgenden Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen
während längerer Zeit erfolgreich in der Anwendung des Gerätes geschult worden sein;
es muss erwiesen sein, dass das Gerät für die Pflege des Kontaktes mit der Umwelt
auch ausserhalb der Schule Verwendung findet; von der Leitung der jeweiligen
Sonderschule müssen Angaben über die Intelligenz der Versicherten vorliegen, die
einen sinnvollen Einsatz des Gerätes in der Freizeit und einen erheblichen Gewinn an
Kontaktmöglichkeiten garantieren; es muss belegt sein, dass die Versicherten das
entsprechende Gerät nach der Schulentlassung weiterhin zur Pflege des Kontaktes mit
der Umwelt benutzen können. Diese Vorgaben betreffend die Abgabe von
Kommunikationsgeräten an Schüler bezwecken die Koordination der Leistungen der
Invalidenversicherung mit denen der die Sonderschulen und integrativen Schulen
finanzierenden Kantone. Kommunikationsgeräte sollen dann nicht von der
Invalidenversicherung finanziert werden, wenn sie gewissermassen zum Schulmaterial
gehören. Dies ist der Fall, wenn die Geräte primär für den Unterricht benutzt werden.
Ihr Zweck ist dann nämlich in erster Linie, den Unterricht zu ermöglichen. Demzufolge
sind sie vom Träger der Sonderschule bzw. der integrativen Schule zur Verfügung zu
stellen. Nur wenn die Geräte auch ausserhalb der Schule intensiv genutzt werden
können und genutzt werden, haben sie den Charakter eines (individuellen) Hilfsmittels
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der Invalidenversicherung. In diesem Fall hat die Invalidenversicherung für die Kosten
des Gerätes aufzukommen.
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin stützt sich beim ablehnenden Entscheid auf den Ab
klärungsbericht von Dr. E._ vom 10. November 2011 sowie die diesbezüglichen
Ausführungen des zuständigen Facharbeiters, welcher ebenfalls an der Abklärung vor
Ort teilgenommen hat (vgl. IV-act. 466). Laut Dr. E._ erfüllt die Beschwerdeführerin
die medizinischen Voraussetzungen für die Zusprache eines elektronischen
Kommunikationsgeräts nicht. Insbesondere seien weder eine schwere Sprech- oder
Schreibbehinderung noch die notwendigen neurokognitiven Voraussetzungen für
dieses Hilfsmittel ausgewiesen. Die Beschwerdeführerin benutze das Gerät Dynavox
ohne erkennbare Kommunikationsabsicht oder Zielgerichtetheit und drücke wahllos auf
alle Tasten (vgl. IV-act. 444). Der Facharbeiter hat ergänzend festgehalten, dass es sich
beim Dynavox um ein äusserst komplexes Gerät mit unzähligen Wort- und
Satzmöglichkeiten sowie diversen Ebenen handle. Die Beschwerdeführerin sei mit der
Bedienung des Geräts überfordert und könne selbständig keine zielgerichtete Aussage
vornehmen. Sie könne nicht einmal 1% des Gerätepotenzials ausschöpfen (vgl. IV-act.
445). Fraglich ist somit insbesondere, ob die Beschwerdeführerin über die notwendigen
intellektuellen Fähigkeiten zur Bedienung des Dynavox Maestro verfügt.
2.2 Die Möglichkeiten der Beschwerdeführerin, Kontakt mit der Umwelt herzustellen,
sind aufgrund ihrer Behinderung eingeschränkt. Anfang des Jahres 2011 hat die Be
schwerdeführerin das Gerät Dynavox Maestro erhalten (vgl. IV-act. 432-5). Gemäss
dem Förderbericht der HPV Sonderschule C._ vom 10. März 2011 hat die Be
schwerdeführerin bisher nur mit Gebärdensprache und Gestik kommuniziert. Die Ge
bärden seien vor allem alltagspraktisch (WC, nein, Wo ist?, Wohnheim, Mama, Physio,
etc.). Der Seh- und Hörsinn seien deutlich beeinträchtigt, jedoch könne die
Beschwerdeführerin Personen auf Fotos erkennen. Sie verstehe Anweisungen, die sie
erreichten, und reagiere auf Gebärdensprache. Mit dem Dynavox sei sie in der Lage,
Bilder der Familie, der Mitschülerinnen und der Bezugspersonen in der Schule zu
erkennen. Ausserdem erkenne sie die Piktogramme der Schulfächer. Das
Kommunikationsgerät solle ihr sprachliche Ausdrucksmöglichkeiten erschliessen,
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welche sie auf andere Weise nicht habe (vgl. IV-act. 432-2 f.). Die Logopädin hat
ausgeführt, das Ziel der Therapie sei der Ausbau der multimodalen
Kommunikationsmöglichkeiten der Beschwerdeführerin anhand von Gebärden, Fotos,
Piktogrammen und der jeweiligen elektronischen Sprechhilfe. Im ersten Semester
sowie im Vorjahr sei das Gerät Go Talk 20+ eingesetzt worden. Zur Vorbereitung auf
den Umgang mit dem dynamischen Kommunikationsgerät habe sie neben der
gebärdenunterstützten Kommunikation oft mit Piktogrammen gearbeitet. Die
Beschwerdeführerin sei in der Lage, Piktogramme zu interpretieren. Beim neu
erhaltenen Gerät Dynavox erkenne die Beschwerdeführerin Fotos von ihr vertrauten
Personen sowie die Piktogramme der Schulfächer, wenn sie mit Unterstützung auf
die entsprechende Seite geführt werde. Die Beschwerdeführerin befinde sich in der
Kennenlernphase und benötige noch viel Unterstützung, um das Gerät im Alltag nutzen
zu können (vgl. IV-act. 432-4). Aus dem Förderbericht geht somit hervor, dass ein
Einsatz des Dynavox als Kommunikationshilfe bis zu diesem Zeitpunkt nicht möglich
gewesen ist. Die Herstellerfirma hat am 1. Juli 2011 von einem erfolgreichen Abschluss
des Gebrauchstrainings berichtet und festgehalten, dass die Beschwerdeführerin die
für die Bedienung des Geräts erforderlichen Fähigkeiten besitze. Der Dynavox werde in
allen Lebensbereichen der Beschwerdeführerin eingesetzt und habe ihre
Kommunikationsmöglichkeiten stark erweitert (vgl. IV-act. 426). Aus einer Aktennotiz
betreffend ein Telefonat mit der Logopädin am 22. Dezember 2011 ist jedoch zu
entnehmen, dass die Herstellerfirma keine direkte Schulung mit der
Beschwerdeführerin durchgeführt hat. Diese ist durch die Logopädin erfolgt, während
dem die Herstellerfirma ihr lediglich beratend und unterstützend zur Seite gestanden
hat (vgl. IV-act. 451). Auf die Einschätzung des Beraters der Herstellerfirma vom 1. Juli
2011 kann daher nicht abgestellt werden.
2.3 Die Abklärung durch Dr. E._ ist rund vier Monate nach Abschluss des
Gebrauchstrainings am 9. November 2011 erfolgt. Sie ist im Wohnheim der
Sonderschule und in Anwesenheit der zuständigen Betreuerin durchgeführt worden.
Die Beschwerdeführerin wohnt während der Woche im Wohnheim (vgl. IV-act. 432-5)
und verbringt somit die meiste Zeit in dieser ihr vertrauten Umgebung. Laut dem
Bericht von Dr. E._ hat die Beschwerdeführerin den Dynavox während der rund
einstündigen Abklärung nicht ein Mal zielgerichtet zur Kommunikation einsetzen
können. Dr. E._ hat berichtet, dass die Beschwerdeführerin nach dem Anschalten
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des Dynavox offensichtlich wahllos auf alle sichtbaren Piktogramme gedrückt habe und
auf anderen Ebenen gelandet sei. Sie habe ohne erkennbare Zielsetzung
ununterbrochen die verschiedensten Inhalte abgerufen und habe sich dabei kaum
stoppen lassen. Die Betreuungsperson habe angegeben, dass sie mit der
Beschwerdeführerin in der Regel nur morgens vor dem Frühstück mit dem Dynavox
übe, wobei sie nur ein einziges einfaches Bedienungsfeld mit 6 grossen Bildsymbolen
von Nahrungsmitteln benutze. In der Testsituation habe die Beschwerdeführerin immer
wieder auf alle 6 Symbole gedrückt, teilweise mehrfach hintereinander auf dasselbe
Bild. Laut der Betreuerin funktioniere ein gezieltes Auswählen auch morgens in der
Regel nicht. Die Beschwerdeführerin betätige stets alle Tasten, so dass ihr das Gerät
weggenommen werden müsse. Einerseits, weil sich die anderen Mitbewohner durch
die dauernde Sprachausgabe des Geräts gestört fühlten und andererseits, weil die
Beschwerdeführerin immer wieder versuche, das Gerät auseinander zu schrauben. Im
Wohnbereich werde man versuchen, einfache Bildkärtchen als Kommunikationshilfe
einzusetzen. Zusammenfassend hat Dr. E._ festgestellt, dass die Beschwerdeführerin
im direkten zwischenmenschlichen Kontakt auf ihre individuelle einfachste Art
kommunizieren könne: Sie wende ihre Aufmerksamkeit auf den Gesprächspartner oder
von ihm ab, sie gehe auf ihn zu oder von ihm weg, sie produziere Töne in
verschiedenen Lautstärken und Frequenzen, sie nehme Gegenstände, die sie
interessierten, in die Hände und untersuche sie. Bei Aufregung werde sie motorisch
unruhig. Die Beschwerdeführerin benötige zum Verständnis in einer kommunikativen
Situation individuelle multimodale Unterstützung in Form von Gebärden und taktiler
Führung bzw. einen eindeutigen situativen Kontext, z.B. die vertraute Tischrunde beim
Morgenessen. Vom Einsatz einer elektronischen Kommunikationshilfe profitiere die
Beschwerdeführerin nicht. Der direkte zwischenmenschliche Kontakt und die
persönliche Zuwendung ohne zwischengeschaltete Elektronik dürften in
kommunikativen Situationen wesentlich hilfreicher sein (vgl. IV-act. 444). Der Bericht
von Dr. E._ erscheint nachvollziehbar und schlüssig. Die Angaben der Betreuerin
haben zudem bestätigt, dass das beobachtete Verhalten der Beschwerdeführerin im
Umgang mit dem Dynavox dem Alltagsverhalten entspricht. Der Dynavox wird
demnach nur kurzzeitig bei der Frühstückssituation verwendet. Dabei wird der
Beschwerdeführerin die entsprechende Ebene mit 6 Symbolbildern von verschiedenen
Frühstücksnahrungsmitteln zur Auswahl vorgelegt. Selbst in dieser der
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Beschwerdeführerin vertrauten Situation, welche sich täglich wiederholt, nimmt sie laut
der Betreuerin in der Regel keine gezielte Tastenbetätigung vor. Der Umstand, dass im
Wohnheim versucht wird, als Kommunikationshilfe einfache Bildkärtchen statt dem
elektronischen Kommunikationsgerät einzusetzen, zeigt, dass der Dynavox als
Kommunikationsmittel im Wohnalltag für die Beschwerdeführerin nicht zweckmässig
ist.
2.4 Demgegenüber ist die Logopädin der Überzeugung, dass die Beschwerdeführerin
in der Lage sei, den Dynavox zu bedienen und die Tasten verstehe. Mit ihrem
Schreiben vom 10. Januar 2012 hat sie von verschiedenen Situationen berichtet, in
denen die Beschwerdeführerin mit Hilfe des Dynavox kommuniziert hat. Dazu ist
festzuhalten, dass es sich dabei um lediglich drei bis vier Erlebnisse während eines
ganzen Jahres handelt. Zudem sind die geschilderten Situationen unterschiedlich
interpretierbar. Es lässt sich jedenfalls nicht überwiegend wahrscheinlich daraus
ableiten, dass die Beschwerdeführerin die Tasten gezielt und in der Absicht, zu
kommunizieren, gedrückt hat. Dass die Logopädin beispielsweise davon ausgeht, dass
die Beschwerdeführerin auf die Frage, was sie trinken wolle, gezielt "Apfelsaft"
gedrückt habe, obwohl ihr dabei bewusst gewesen ist, dass kein Apfelsaft vorhanden
war, erscheint unwahrscheinlich. Gemäss einer Aktennotiz hat die Logopädin in einem
Telefonat vom 22. Dezember 2011 gegenüber der Beschwerdegegnerin vorgebracht,
dass es für die Übernahme der Kosten eines Kommunikationsgeräts doch genügen
müsse, dass die Beschwerdeführerin mit dem Gerät eine "gewisse Partizipation" mit
der Umwelt erreichen könne (vgl. IV-act. 451). Nach dem Wortlaut von Ziffer 15.02
Anhang HVI ist vorausgesetzt, dass eine versicherte Person zur Pflege des täglichen
Kontakts mit der Umwelt auf ein Kommunikationsgerät angewiesen sein muss. Die
Verwaltungsweisungen enthalten keine Präzisierung des Begriffs "Kontakt mit der
Umwelt" (vgl. Rz. 15.02 KHMI). Sinn und Zweck eines Hilfsmittels zur Ermöglichung
des Kontakts mit der Umwelt muss sein, die behinderungsbedingt fehlende
Sprechfähigkeit zu ersetzen, d.h. der versicherten Person muss es möglich sein, mittels
Sprachausgabe des elektronischen Kommunikationsgeräts zu sprechen, z.B. dass sie
Durst habe, dass sie friere oder dass sie auf die Toilette müsse. Das Bundesgericht hat
dies als Möglichkeit, sich spontan und situationsbezogen auszudrücken,
zusammengefasst (BGE 131 V 9 ff. E. 3.6.2). Damit der gesetzgeberischen Zielsetzung,
auch Schwerstinvaliden den Kontakt mit der Umwelt zu ermöglichen, Rechnung
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getragen werden kann, geht die Rechtsprechung davon aus, dass an die
Kommunikationsfähigkeit dieser Versichertenkategorie keine zu hohen Anforderungen
gestellt werden dürfen (Urteil des Bundesgerichts vom 31. Juli 2008, 9C_214/2008, E.
2.3). Aufgrund des Sinn und Zwecks eines elektronischen Kommunikationsgeräts muss
auch eine schwerstinvalide versicherte Person jedoch immerhin in der Lage sein, mit
einer erkennbaren Kommunikationsabsicht selbständig eine bestimmte Sprachausgabe
auszulösen. Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin durch das
Betätigen der Tasten auf dem Dynavox die Aufmerksamkeit ihrer Mitmenschen und
damit eine gewisse Partizipation an der Umwelt erreicht. Jedoch erfolgt diese
Partizipation abstrakt und nicht dahingehend, dass die Beschwerdeführerin konkret
etwas mitteilt. Auch der Einsatz des Dynavox als Spielgerät führt zu einem Kontakt mit
der Umwelt. Jedoch entsprechen diese Verwendungsarten nicht dem Sinn und Zweck
des Dynavox als Kommunikationshilfe.
2.5 Die Auswertung der Tastenbetätigung vom 23. Februar 2012 lässt auch nicht
darauf schliessen, dass die Beschwerdeführerin zielgerichtet kommuniziert hat. Vorweg
ist festzustellen, dass dieser Auswertung – wenn überhaupt – nur ein eingeschränkter
Beweiswert zukommt. Es ist nämlich davon auszugehen, dass Tastenbetätigungen
nicht nur durch die Beschwerdeführerin selbst, sondern auch durch die vielen
Bezugspersonen in den unterschiedlichen Lebensbereichen der Beschwerdeführerin
erfolgt sind. Aus dem Umstand, dass gewisse Tasten auf nicht direkt erreichbaren
Ebenen gehäuft gedrückt worden sind, kann nicht abgeleitet werden, dass die
Beschwerdeführerin diese Ebenen gezielt aufgesucht hat, um die entsprechenden
Tasten zu betätigen. Einerseits hat sich in der Abklärung durch Dr. E._ gezeigt, dass
die Beschwerdeführerin auf sämtliche sichtbaren Piktogramme gedrückt und dabei
auch die Ebenen gewechselt hat. Andererseits geht aus den Akten hervor, dass der
Beschwerdeführerin grundsätzlich die der Situation angepasste Ebene mit den
entsprechenden Symbolen jeweils von einer Bezugsperson geöffnet wird. Die häufigen
Tastenbetätigungen auf gewissen Ebenen ergeben sich somit wohl insbesondere
dadurch, dass der Beschwerdeführerin diese Ebenen besonders oft zur Auswahl
vorgelegt worden sind. Der Auswertung ist zu entnehmen, dass am häufigsten Tasten
mit Bildern von vertrauten Personen gedrückt worden sind. Wie bereits im Bericht der
Sonderschule C._ vom 10. März 2011 festgehalten, ist die Beschwerdeführerin in der
Lage, Fotos von Personen auf dem Dynavox zu erkennen. Selbst wenn die
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Beschwerdeführerin die unterschiedlichen Personen zielgerichtet und in
Kommunikationsabsicht angewählt hätte, würde dies keine Kostengutsprache für den
Dynavox rechtfertigen. Versicherte Personen haben nur Anspruch auf Hilfsmittel in
einfacher, zweckmässiger und wirtschaftlicher Ausführung. Die Beschwerdeführerin
kann auch anhand von ausgedruckten Fotos auf Personen deuten. Zudem hat sie die
Möglichkeit, sich mit Gebärden, Lauten und Körpersprache auszudrücken.
2.6 Der Rechtsvertreter bringt schliesslich vor, die Abklärung an Ort und Stelle durch
Dr. E._ hätte sich auch auf das zu Hause der Beschwerdeführerin erstrecken
müssen, da ansonsten keine Aussagen betreffend den Umgang mit dem Dynavox in
diesem Lebensbereich möglich seien. Dem ist zu entgegnen, dass sich die
Beschwerdeführerin während der ganzen Woche und damit die meiste Zeit im
Wohnheim aufhält. Die Abklärung im Wohnheim sowie die Angaben der dortigen
Betreuerin bezüglich dem Alltagsverhalten können daher als repräsentativ angesehen
und auf andere Lebensbereiche der Beschwerdeführerin übertragen werden. Gemäss
der Stellungnahme der HPV Sonderschule C._ vom 5. April 2012 benutzt die
Beschwerdeführerin den Dynavox zu Hause im Alltag immer und setzt ihn auch bei
Verwandtschaftsbesuchen und Familienfesten zur Kommunikation ein (vgl. act. G 3.1).
Inwiefern sich der Umgang mit dem Dynavox vom beobachteten Verhalten im
Wohnheim unterscheiden soll, ist nicht ersichtlich und wird auch nicht ausgeführt. Dem
Abklärungsbericht von Dr. E._ ist die Angabe der Betreuungsperson zu entnehmen,
dass die Mutter zu Hause mit der Beschwerdeführerin auf dem Dynavox spiele ("z.B.
das Schnecklispiel", vgl. IV-act. 444-2). Wie bereits ausgeführt ist der Sinn und Zweck
des Geräts nicht eine Benutzung als Spielzeug, sondern als Kommunikationshilfe. Es
ist überwiegend wahrscheinlich davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin den
Dynavox auch zu Hause nicht zielgerichtet zur Kommunikation einsetzen kann. Eine
weitere Abklärung an Ort und Stelle erscheint angesichts des eindeutigen Ergebnisses
der Abklärung im Wohnheim als nicht angezeigt.
2.7 Zusammengefasst verfügt die Beschwerdeführerin mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nicht über die erforderlichen intellektuellen Fähigkeiten zur
Bedienung des Dynavox Maestro, womit es sich bei diesem Gerät nicht um ein
zweckmässiges Hilfsmittel zur Pflege des Kontakts mit der Umwelt handelt. Die
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Beschwerdegegnerin hat eine diesbezügliche Kostengutsprache folglich zu Recht
abgelehnt.
3.
3.1 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
3.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versiche
rungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Eine
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint vorliegend als angemessen. Dem Verfahrens
ausgang entsprechend ist sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Der von ihr geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist anzurechnen. Ein Anspruch
auf Parteientschädigung besteht nicht.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP