Decision ID: 019b7ef3-bb06-5c2b-bd3d-0b7af4ee4313
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. Der nigerianische Staatsangehörige X.Y., Jg. 1976, reiste im Jahr 2003 in die
Schweiz ein und stellte unter dem Alias-Namen R.S. ein Asylgesuch. Mit Verfügung des
Bundesamtes für Flüchtlinge (heute: Bundesamt für Migration) vom 8. April 2003 wurde
auf das Gesuch nicht eingetreten und der Gesuchsteller mit sofortiger Wirkung aus der
Schweiz ausgewiesen. Eine hiergegen erhobene Beschwerde wies die Schweizerische
Asylrekurskommission (heute: Bundesverwaltungsgericht) mit Urteil vom 7. Mai 2003
ab, worauf sich X.Y. per 29. Dezember 2003 nach Unbekannt abmeldete (act. G 8/2 S.
188-203 und S. 139). Am 15. April 2004 kam in St. Gallen A., die Tochter von X.Y. und
der Schweizer Bürgerin N.Z., geb. 1985, zur Welt (act. G 8/2 S. 114). Nach der Heirat
am 29. Dezember 2004 (act. G 8/2 S. 130) reichte N.Z. für ihren Ehegatten ein
Familiennachzugsgesuch ein. Hierauf wurde X.Y. eine Aufenthaltsbewilligung zum
Verbleib bei seiner Ehegattin erteilt (act. G 8/2 S. 101). In der Folge reiste er für eine
Anstellung ohne die Ehegattin und das gemeinsame Kind nach Spanien aus. Im August
2009 reichte die Ehegattin wiederum ein Familiennachzugsgesuch für ihn ein. Am 18.
August 2009 wurde eine neue Aufenthaltsbewilligung erteilt (act. G 8/2 S. 86 und 88).
b. Am 8. Juli 2011 erhielt das Migrationsamt St. Gallen einen anonymen Hinweis,
wonach sich X.Y. in Spanien aufgehalten habe, um eine fünfjährige Gefängnisstrafe zu
verbüssen. Am 1. Februar 2012 liess er dem Migrationsamt eine von den spanischen
Behörden erlassene Verfügung vom 10. März 2011 mit deutscher Übersetzung
zukommen, gemäss welcher er mit Urteil vom 7. September 2006 wegen Vergehens
gegen die öffentliche Gesundheit zu fünf Jahren und einem Tag Gefängnis verurteilt
worden war und die Strafe vom 8. November 2005 bis 7. November 2010 in Málaga
verbüsst hatte (act. G 8/2 S. 65 f. und 80). Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs
(act. G 8/2 S. 55) verweigerte das Migrationsamt mit Verfügung vom 14. September
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2012 die Verlängerung der Niederlassungsbewilligung (richtig: Aufenthaltsbewilligung)
von X.Y. und wies ihn an, die Schweiz bis spätestens 23. November 2012 zu verlassen.
Zum einen sei er zu einer fünfjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Zum anderen
habe er diese Verurteilung als wesentliche Tatsache beim Einreisegesuch vom
10. August 2009 gegenüber dem Migrationsamt verschwiegen und damit letzteres bei
der Wiedererteilung der Aufenthaltsbewilligung getäuscht. Durch sein Verhalten habe er
die Widerrufsgründe nach Art. 62 lit. a und b des Bundesgesetzes über die
Ausländerinnen und Ausländer (SR 142.2; AuG) gesetzt. Das öffentliche Interesse an
seiner Fernhaltung überwiege sein privates Interesse, bei seiner Schweizer Ehegattin
und dem gemeinsamen Kind bleiben zu können (act. G 8/2 S. 45-51)
c. Auf den gegen diese Verfügung von Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh, St. Gallen,
für X.Y. erhobenen und nachträglich begründeten Rekurs (act. G 8/1/1 und 8/1/5) trat
das Sicherheits- und Justizdepartement (nachfolgend: Vorinstanz) mit Entscheid vom
16. November 2012 nicht ein mit der Begründung, die Rekursergänzung sei verspätet
eingereicht worden (act. G 8/1/6). Das Verwaltungsgericht hiess die hiergegen
erhobene Beschwerde mit Urteil vom 12. März 2013 gut und wies die Angelegenheit zu
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurück (act. G 8/1/11). Mit Entscheid vom 27.
September 2013 wies die Vorinstanz den Rekurs ab und lud das Migrationsamt ein,
X.Y. eine neue Frist zur Ausreise anzusetzen (act. G 2).
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Fäh für X.Y. mit Eingabe vom 14.
Oktober 2013 Beschwerde mit den Rechtsbegehren, der Entscheid sei aufzuheben und
die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers sei zu verlängern (act. G 1). Am 5.
November 2013 reichte der Rechtsvertreter die Beschwerdebegründung ein (act. G 5).
b. In der Vernehmlassung vom 15. November 2013 beantragte die Vorinstanz
Abweisung der Beschwerde und verwies zur Begründung auf die Darlegungen im
angefochtenen Entscheid (act. G 7).
c. Auf Aufforderung des Verwaltungsgerichts vom 8. September 2014 (act. G 10) nahm
der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 2. Oktober 2014 zu dessen familiärer
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und beruflicher Situation Stellung und reichte entsprechende Belege ein (act. G 11 und
12). Die Vorinstanz verzichtete auf eine Äusserung hierzu (act. G 13).
d. Auf die Darlegungen des Beschwerdeführers in der Beschwerdeergänzung und in
der Eingabe vom 2. Oktober 2014 wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis
Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Der
Rechtsstreit betrifft die Nichtverlängerung einer Aufenthaltsbewilligung (vgl. dazu BGer
2C_1020/2012 vom 15. Oktober 2012 E. 2.1; 2C_235/2012 vom 13. März 2013 E. 1.1).
Der Beschwerdeführer, der während der Dauer des Verfahrens in der Schweiz
anwesenheitsberechtigt bleibt (vgl. Art. 59 Abs. 2 der Verordnung über Zulassung,
Aufenthalt und Erwerbstätigkeit; SR 142.201, VZAE), ist zur Ergreifung des
Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die
Beschwerdeeingabe vom 14. Oktober 2013 erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom
5. November 2013 die gesetzlichen Anforderungen in zeitlicher, formaler und
inhaltlicher Hinsicht (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2
VRP). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2.
2.1. Nach Art. 42 Abs. 1 AuG haben ausländische Ehegatten von Schweizerinnen
und Schweizern Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung,
wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Nach einem ordnungsgemässen und
ununterbrochenen Aufenthalt von fünf Jahren haben die Ehegatten Anspruch auf
Erteilung der Niederlassungsbewilligung (Art. 42 Abs. 3 AuG). Das Erfordernis des
Zusammenwohnens nach Art. 42 AuG besteht nicht, wenn für getrennte Wohnorte
wichtige Gründe geltend gemacht werden und die Familiengemeinschaft weiter besteht
(Art. 49 AuG). Wichtige Gründe für eine Ausnahme vom Erfordernis des
Zusammenwohnens können nach Art. 76 VZAE insbesondere durch berufliche
Veränderungen oder durch eine vorübergehende Trennung wegen erheblicher
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familiärer Probleme entstehen. Für einen getrennten Wohnsitz wären auch weitere
Gründe denkbar, solange der Ehewille trotzdem vorhanden ist (Spescha in: Spescha/
Thür/Zünd/Bolzli, Migrationsrecht, 2. Aufl., Zürich 2009, Rz. 2 zu Art. 49 AuG).
2.2. Der Beschwerdeführer wohnt mit seiner Ehefrau und den zwei gemeinsamen
Töchtern A. (geb. 2004) und B. (geb. 2013), alle Schweizer Bürgerinnen, zusammen,
weshalb gemäss Art. 42 Abs. 1 AuG grundsätzlich Anspruch auf Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung besteht. Gestützt auf Art. 51 in Verbindung mit Art. 63 Abs. 1
lit. a und b AuG kann jedoch die Aufenthaltsbewilligung unter anderem dann nicht
verlängert werden, wenn der Gesuchsteller oder sein Vertreter im
Bewilligungsverfahren falsche Angaben gemacht oder wesentliche Tatsachen
verschwiegen hat (Art. 62 lit. a AuG). Gemäss Art. 62 Ingress und lit. b AuG kann die
zuständige Behörde sodann Bewilligungen widerrufen bzw. nicht verlängern, wenn der
Ausländer zu einer längerfristigen Freiheitstrafe verurteilt wurde. Nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist diese Voraussetzung bei einer Freiheitsstrafe
von mehr als einem Jahr erfüllt (BGE 135 II 377 E. 4.1, BGE 137 II 297 E. 2). Ob die
Strafe bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde, spielt keine Rolle
(vgl. BGer 2C_453/2011 vom 28. November 2011, E. 2.2.1 mit Hinweis).
3.
3.1. Ein Untersuchungsgericht in Málaga/Spanien verurteilte den
Beschwerdeführer am 7. September 2006 wegen unbefugten Herstellens oder
Handelns mit gesundheitsschädigenden Substanzen nach Art. 359 des spanischen
Strafgesetzbuches zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren und einem Tag (act. G 8/2
S. 66 und 78 f.). Im Fall einer Verurteilung, welche im Ausland ausgesprochen wurde,
ist nach der Rechtsprechung für eine Berücksichtigung bei der Prüfung einer
Bewilligungsverlängerung verlangt, dass es sich bei den ausländischen Delikten um
Verbrechen oder Vergehen im Sinne des schweizerischen Strafrechts handelt und der
Schuldspruch in einem Staat erging, in welchem die Einhaltung der rechtsstaatlichen
Verfahrensgrundsätze und Verteidigungsrechte als gewährleistet erscheint (BGer
2C_264/2011 vom 15. November 2011, E. 3.3; BGer 2C_427/2008 vom 23. Januar
2009, E. 3.1; BGE 134 II 25, E. 4.3.1). Diese Voraussetzungen sind vorliegend
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unbestritten erfüllt, weshalb vom Vorliegen eines Grundes im Sinn von Art. 63 Abs. 1 lit.
a in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG auszugehen ist.
3.2. Die Praxis anerkennt ein gewichtiges Interesse der Migrationsbehörden und
der Öffentlichkeit an vollständiger Kenntnis der Sachlage, ehe es zur Erteilung eines
Anwesenheitsrechts kommt. Nach Treu und Glauben ist zu verlangen, dass die
Gesuchstellenden alle Tatsachen bekannt geben, die für den Entscheid von Bedeutung
sein können. Für strafrechtlich relevantes Verhalten gilt dies in besonderem Masse (vgl.
BGer 2C_1116/2012 vom 20. Juni 2013, E. 3.3 mit Hinweis auf BGer 2C_136/2012 vom
17. April 2012, E. 3.3, und BGer 2C_651/2009 vom 1. März 2010, E. 4.1.1 mit weiteren
Hinweisen). Der Beschwerdeführer und seine Ehefrau legten die strafrechtliche
Verurteilung im Rahmen des Familiennachzugsgesuchs vom 10. August 2009
gegenüber dem Migrationsamt nicht offen; vielmehr erklärte die Ehefrau explizit, dass
keine Vorstrafen des Beschwerdeführers vorliegen würden (act. G 8/2 S. 88 und S. 90).
Der Umstand, dass die Strafe nicht durch ein schweizerisches Gericht ausgesprochen
worden war, vermag die Verletzung der Offenlegungspflicht nicht zu entschuldigen.
Wäre die über den Beschwerdeführer verhängte Freiheitsstrafe im damaligen Verfahren
bekannt gewesen, wäre die Bewilligungserteilung erheblich in Frage gestellt gewesen.
Ein Widerrufsgrund im Sinn Art. 63 Abs. 1 lit. a und Art. 62 lit. a AuG in Verbindung Art.
51 AuG lässt sich damit ebenfalls nicht in Abrede stellen.
4.
4.1. Wird eine Aufenthaltsbewilligung nicht verlängert, wird der Ausländer aus der
Schweiz weggewiesen (Art. 64 Abs. 1 lit. a AuG). Dabei ist zu prüfen, ob diese
Massnahme verhältnismässig ist (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung; BV; SR 101).
Nach Art. 96 Abs. 1 AuG berücksichtigen die zuständigen Behörden bei der
Ermessensausübung die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse
sowie den Grad der Integration des Ausländers. Der Widerruf bzw. die
Nichtverlängerung einer Bewilligung rechtfertigen sich nur, wenn die jeweils im
Einzelfall vorzunehmende Interessenabwägung die Massnahme als verhältnismässig
erscheinen lässt bzw. wenn das öffentliche Interesse an der Wegweisung die privaten
Interessen des betroffenen Ausländers am Verbleib in der Schweiz überwiegt. Ins
Gewicht fallen insbesondere die Schwere des Verschuldens, die Dauer der
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Anwesenheit und Integration in der Schweiz sowie die dem Ausländer und seiner
Familie drohenden Nachteile (BGer 2C_954/2011 vom 11. Juni 2012 E. 2. mit
Hinweisen). Ausgangspunkt und Massstab für die Interessenabwägung ist das
Verschulden des Ausländers. Dieses findet vorab im vom Strafrichter verhängten
Strafmass seinen Ausdruck. Die Behörde hat sich dabei mit den Erwägungen des
Strafrichters auseinanderzusetzen, um zu einer eigenen Gefahrenprognose zu kommen
(Nägeli/Schoch, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, Ausländerrecht, 2. Aufl. 2009,
Rz. 22.188). Dabei sind umso strengere Anforderungen zu stellen, je länger der
Ausländer in der Schweiz gelebt hat. Wird das Strafurteil nicht angefochten, bleibt aber
regelmässig kein Raum, im ausländerrechtlichen Verfahren die Beurteilung des
Strafrichters in Bezug auf das Verschulden zu relativieren (BGer 2C_488/2007 vom
6. Februar 2008, E. 3.1. mit Hinweisen). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
ist einem mit einer Schweizer Bürgerin verheirateten Ausländer, der nach kurzer
Aufenthaltsdauer um die Erneuerung der Bewilligung nachsucht, im Fall einer
Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren in der Regel selbst dann kein
Aufenthaltstitel zu erteilen, wenn die Ausreise der schweizerischen Ehepartnerin nicht
oder nur schwer zuzumuten ist. In einer solchen Konstellation sind ausserordentliche
Umstände vonnöten, um die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung dennoch zu
rechtfertigen (BGE 135 II 382 E. 4.4 mit Hinweisen). Ausschlaggebend ist die
Verhältnismässigkeit der Massnahme im Einzelfall, die praxisgemäss gestützt auf die
gesamten wesentlichen Umstände geprüft werden muss (BGer 2C_160/2009 vom 1.
Juli 2009 E. 3.1, BGer 2A.71/2007 vom 7. Mai 2007 E. 3.2). Als öffentliches Interesse an
der Wegweisung eines Ausländers aus der Schweiz gilt nebst der Verfolgung einer
restriktiven Einwanderungspolitik unter anderem die Gefährdung der öffentlichen
Sicherheit und Ordnung (B. Schindler, in: Caroni/Gächter/Thurnherr, Handkommentar
zum AuG, Bern 2010, N 12 zu Art. 96 AuG). Sodann darf bei ausländischen Personen,
die sich - wie der Beschwerdeführer - nicht auf das FZA berufen können, im Rahmen
der Interessenabwägung neben einer aktuellen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit
und Ordnung auch generalpräventiven Gesichtspunkten Rechnung getragen werden.
Somit kommt es ausserhalb des Anwendungsbereichs dieses Abkommens nicht in
entscheidender Weise darauf an, dass vermutungsweise keine Rückfallgefahr besteht
bzw. ob sich der Ausländer in Zukunft wohlverhalten werde (VerwGE B 2012/75 vom
15. Oktober 2012, E. 3.1, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch, mit Hinweis auf BGer
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2C_954/2011 vom 11. Juni 2012, E. 3.3.1, und BGer 2C_282/2012 vom 31. Juli 2012,
E. 2.5).
4.2. Die Notwendigkeit einer Verhältnismässigkeitsprüfung ergibt sich auch aus
Art. 8 EMRK und Art. 13 BV, auf die sich der Beschwerdeführer beruft. Art. 8 EMRK
gewährleistet den Schutz des Familienlebens, verschafft aber keinen Anspruch auf
Aufenthalt in einem bestimmten Konventionsstaat. Hat ein Ausländer nahe Verwandte
mit einem gefestigten Aufenthaltsrecht in der Schweiz, so auch mit Schweizer
Bürgerrecht, und ist diese familiäre Beziehung intakt und wird sie tatsächlich gelebt,
kann es das in Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV garantierte Recht auf Achtung
des Familienlebens verletzen, wenn ihm die Anwesenheit in der Schweiz untersagt wird
(BGE 131 II 350 E. 5, 130 II 285 E. 3.1; vgl. auch M. Spescha, in: Spescha/Thür/Zünd/
Bolzli, Kommentar zum Migrationsrecht, 3. Aufl. 2012, N 12 in Nr.18). Der Anspruch auf
Achtung des Familienlebens gilt nicht absolut. Er verpflichtet die Behörden nicht in
jedem Fall, eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen bzw. zu verlängern (BGE 135 I 147 E.
2.1, 126 II 342 E. 3a). Vielmehr ist nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ein Eingriff in das nach Ziff.
1 geschützte Rechtsgut statthaft, soweit er eine Massnahme darstellt, die in einer
demokratischen Gesellschaft für die nationale Sicherheit, die öffentliche Ruhe und
Ordnung und zur Verhinderung von strafbaren Handlungen, zum Schutz der
Gesellschaft und Moral sowie der Rechte und Pflichten anderer notwendig ist. Die
EMRK verlangt somit ein Abwägen der sich gegenüberstehenden privaten Interessen
an der Erteilung der Bewilligung und der öffentlichen Interessen an deren
Verweigerung, wobei die öffentlichen Interessen in dem Sinn überwiegen müssen, dass
sich der Eingriff als notwendig erweist (BGE 122 II 6 E. 2). Bei der Interessenabwägung
im Rahmen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK sind ebenfalls die gesamten persönlichen
Verhältnisse des Ausländers zu würdigen, namentlich die Dauer des Aufenthalts, die
Integration in der Schweiz, die verbleibende Beziehung zum Heimatstaat und straf- und
ausländerrechtlich verpöntes Verhalten. Aus den Bestimmungen der
Kinderrechtskonvention (KRK), die zum Teil eher programmatischer Natur sind, ergibt
sich regelmässig kein unmittelbarer Anspruch auf Erteilung einer ausländerrechtlichen
Bewilligung, doch sind die entsprechenden Vorgaben bei der Interessenabwägung
nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK bzw. Art. 13 BV zu berücksichtigen (BGE 135 I 157 E. 2.2.2 mit
Hinweisen). Dazu gehören Art. 3 Abs. 1 KRK, wonach bei allen Massnahmen, die
Kinder betreffen, das Wohl des Kindes "vorrangig" zu berücksichtigen ist, und Art. 10
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Abs. 1 KRK, wonach die zwecks Familienzusammenführung gestellten Anträge auf
Einreise in einen Vertragsstaat "wohlwollend, human und beschleunigt" zu bearbeiten
sind. Nach Art. 18 Abs. 1 KRK bemühen sich die Vertragsstaaten zudem nach Kräften,
die Anerkennung des Grundsatzes sicherzustellen, dass beide Elternteile gemeinsam
für die Erziehung und Entwicklung des Kindes verantwortlich sind.
Mit Art. 11 Abs. 1 BV, wonach Kinder und Jugendliche Anspruch auf besonderen
Schutz ihrer Unversehrtheit und auf Förderung ihrer Entwicklung haben, verfolgte der
Verfassungsgeber unter anderem den Zweck, die in der KRK verbrieften Rechte in
allgemeiner Form durch die BV zu garantieren. Das Bundesgericht erachtet die Norm
als zu unbestimmt, um daraus in Bezug auf ausländerrechtliche Bewilligungen
durchsetzbare Ansprüche ableiten zu können (BGE 126 II 392 E. 5d).
4.3. Das Migrationsamt forderte den Beschwerdeführer am 27. Juli 2011 auf, das
Urteil des spanischen Gerichtes in deutscher Sprache einzureichen (act. G 8/2 S. 75).
Dieses Schreiben sowie ein weiteres, an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
gerichtetes Schreiben vom 9. August 2013 (act. G 8/1/18) zeitigte keine Wirkung. Auch
innert der mit Schreiben vom 3. September 2013 (act. G 8/1/19) angesetzten Frist mit
gleichzeitiger Androhung der Säumnisfolgen (Entscheid aufgrund der Akten; act. G
8/1/19) kam der Rechtsvertreter der Aufforderung nicht nach. Angesichts dieser
Gegebenheiten kam die Vorinstanz hinsichtlich der Würdigung des strafrechtlichen
Verhaltens zu Recht zum Schluss, dass androhungsgemäss aufgrund der Akten zu
entscheiden sei. Sie hielt im angefochtenen Entscheid fest, der Beschwerdeführer habe
sich in Spanien des Vergehens gegen die öffentliche Gesundheit (unbefugtes
Herstellen von oder Handeln mit gesundheitsschädlichen Substanzen) schuldig
gemacht. Angesichts der am 7. September 2006 verhängten hohen Gefängnisstrafe
von fünf Jahren und einem Tag liege ein erhebliches ausländerrechtliches Verschulden
vor. Allfällige entlastende Gesichtspunkte seien weder dargetan noch aus den Akten
ersichtlich. Sodann hätten er und seine Ehegattin das Migrationsamt getäuscht, indem
sie die Vorstrafe verschwiegen hätten, um in der Schweiz wieder eine
Aufenthaltsbewilligung zu erhalten. Nach dem Gesagten könne beim Beschwerdeführer
sodann nicht von einer positiven Zukunftsprognose ausgegangen werden (act. G 2 S.
8).
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4.4. Der Beschwerdeführer liess auch in diesem Verfahren das begründete
spanische Strafurteil nicht einreichen. Sein Rechtsvertreter machte sodann keinerlei
Ausführungen zum strafrechtlichen Sachverhalt, der dem spanischen Strafurteil
zugrunde liegt. Die bereits im vorinstanzlichen Verfahren erfolgte Abmahnung im Sinn
von Art. 17 VRP mit dem Hinweis, dass im Fall der Nichteinreichung aufgrund der
Akten entschieden werde, kommt somit bei unverändertem Sachverhalt auch im
vorliegenden Beschwerdeverfahren zum Tragen. Das strafrechtlich relevante Verhalten
des Beschwerdeführers im Bereich des Drogenhandels - soweit es aus den Akten
ersichtlich ist - belastet ihn auch in ausländerrechtlicher Hinsicht in erheblichem
Ausmass. Angesichts des Strafmasses dürfte von einem schweren Verschulden
auszugehen sein. Dies blieb denn auch vom Grundsatz her unbestritten. Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung muss insbesondere bei schweren Straftaten
ausländerrechtlich selbst ein geringes Restrisiko weiterer Beeinträchtigungen der
Rechtsgüter (Gesundheit, Leib, Leben) nicht in Kauf genommen werden (BGE 139 I 31
E. 2.3.1). Von daher besteht ein erhebliches öffentliches Interesse daran, die
Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers nicht zu verlängern.
5.
5.1. Zu würdigen sind nachstehend die privaten Interessen des Beschwerdeführers
am Verbleib in der Schweiz. Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid zum
Schluss, der Beschwerdeführer habe den grössten Teil seines Lebens im Herkunftsland
verbracht, insbesondere die Kinder- und Jugendjahre, und sei mit der Sprache sowie
den dortigen Verhältnissen vertraut. Die berufliche und soziale Wiedereingliederung sei
ihm möglich und zumutbar. Der Ehegattin des Beschwerdeführers sei eine
Übersiedlung nach Nigeria kaum zumutbar. Die gegen ihn verhängte Strafe übersteige
indessen deutlich den vom Bundesgericht als Richtwert definierten Rahmen von zwei
Jahren, ab dem keine Bewilligung mehr erteilt werde, selbst wenn dem Ehepartner die
Ausreise unzumutbar erscheine ("Reneja"-Praxis; BGer 2C_756/2011 vom 23.
September 2011, E. 2.2.3). Auch den beiden Kindern sei die Ausreise nicht zuzumuten.
Aufgrund der schwerwiegenden Verurteilung und dem täuschenden Verhalten des
Beschwerdeführers bestehe jedoch ein erhebliches Interesse, welches seine
Wegweisung rechtfertige. Den Kontakt zur Ehegattin und den beiden Kindern in der
Schweiz könne er brieflich, mit Internet und Telefon und im Rahmen von
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Besuchsaufenthalten von Nigeria aus pflegen. Die Folgen dieses Entscheids würden
auch dadurch relativiert, dass er schon während seines über 5jährigen Aufenthalts in
Spanien von der Familie getrennt gelebt habe. Das öffentliche Interesse an der
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung überwiege das private
Interesse des Beschwerdeführers, in der Schweiz bleiben zu dürfen (act. G 2 S. 9-11).
Der Beschwerdeführer macht unter Hinweis auf das Urteil N. 12020/09 des
Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 16. April 2013 (EGMR) geltend, es
bestünden grosse Parallelen zwischen dem Sachverhalt, wie er dem Strassburger
Entscheid zugrunde liege und demjenigen, über den vorliegend zu entscheiden sei.
Beide Ausländer hätten ein einziges schwerwiegendes Delikt verübt, würden
tatsächliche familiäre Beziehungen in der Schweiz unterhalten, den schweizerischen
Familienangehörigen sei ein Folgen in das Ursprungsland nicht zumutbar und sie
hielten sich bereits seit vielen Jahren in der Schweiz auf. Der Entzug der
Aufenthaltsbewilligung sei weder durch ein überwiegendes öffentliches Interesse
gerechtfertigt noch verhältnismässig, was einen Verstoss gegen Art. 8 EMRK bedeute.
Entsprechend sei die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers zu verlängern
(act. G 1).
5.2.
5.2.1. Nach der Rechtsprechung genügen allein die Zumutbarkeit der Ausreise und
das öffentliche Interesse, eine restriktive Einwanderungspolitik betreiben zu können,
nicht dafür, dem sorgeberechtigten ausländischen Elternteil eines Schweizer Kindes
die Anwesenheit mit diesem zu verweigern; es bedarf hierfür besonderer - namentlich
ordnungs- und sicherheitspolizeilicher - Gründe, welche die mit der Ausreise für das
Schweizer Kind verbundenen weitreichenden Folgen zusätzlich rechtfertigen (vgl. BGE
137 I 247 E. 4.2.1 mit Hinweisen). Das Bundesverwaltungsgericht erachtete etwa die
Wegweisung eines Ausländers, der wegen sexueller Vergehen an seiner Tochter zu vier
Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, als unverhältnismässig, da die zweite Gattin
des Mannes und ihr gemeinsames Kind eingebürgert wurden und er selber sich
beruflich-sozial genügend integrierte. Es sei daher lediglich eine Verwarnung
auszusprechen (BVerGE C-2493/2012 vom 7. Oktober 2013). In BGE 139 I 145
erkannte das Bundesgericht dem Beschwerdeführer das Recht zu, trotz dessen
Verurteilung zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe wegen Kokain- und Heroinverkaufs in
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der Schweiz zu bleiben. Der zwölfjährige Aufenthalt in der Schweiz sowie die Tatsache,
dass seiner Frau und seinem Kind, beides Schweizer Staatsangehörige, ein Umzug
nach Afghanistan nicht zuzumuten ist, überwogen das öffentliche Interesse an einer
Wegweisung.
5.2.2. Im erwähnten Urteil des EGMR vom 16. April 2013 ging es um einen
nigerianischen Staatsangehörigen, der vom Jugendgerichtshof in Wien wegen Besitzes
von Kokain zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 4 Monaten verurteilt worden war und
2003 unter falscher Identität und Angabe eines falschen Alters in der Schweiz Asyl
beantragte. Das Gesuch wurde abgewiesen, worauf er die Schweiz verliess, jedoch im
September 2003 zurückkehrte und zwei Monate später eine Schweizerin heiratete,
welche kurz zuvor die beiden gemeinsamen Zwillingsmädchen auf die Welt gebracht
hatte. Die Schweizer Behörden erteilten ihm hierauf eine Aufenthaltsbewilligung. Mit
Urteil vom 24. November 2006 wurde er von einem deutschen Gericht wegen
versuchter Einfuhr von reinem Kokain zu einer Freiheitsstrafe von 42 Monaten verurteilt.
Am 5. Mai 2008 erfolgte die bedingte (vorzeitige) Entlassung des nigerianischen
Staatsangehörigen aus dem Gefängnis. Am 23. August 2007 verfügte das zuständige
Migrationsamt, dass sein Aufenthaltsrecht wegen der strafrechtlichen Verurteilung und
der Sozialhilfeabhängigkeit seiner Familie erloschen sei. Die kantonalen
Rechtsmittelinstanzen bestätigten diese Verfügung. Im Urteil vom 9. Januar 2009 wies
das Bundesgericht die gegen das kantonale Urteil erhobene Beschwerde ab mit
Hinweis auf die beiden Verurteilungen wegen Verstosses gegen die
Betäubungsmittelgesetzgebung, den Sozialhilfeleistungsbezug in Höhe von Fr.
165'000.-- und die schlechte Integration. Im Scheidungsurteil vom 27. September 2012
wurde dem Betroffenen ein zweiwöchentliches Besuchsrecht von einem Nachmittag
zugesprochen (vgl. Urteil EGMR a.a.O., E. I/6-18 [en fait]). Der EGMR kam unter
anderem zum Schluss, die Kriminalität des nigerianischen Staatsangehörigen habe sich
auf zwei Delinquenz-Fälle beschränkt, weshalb nicht von einer wirklichen kriminellen
Energie gesprochen werden könne. Er habe sich bereits mehr als siebeneinhalb Jahre
in der Schweiz aufgehalten. Es bestehe kein Zweifel daran, dass die Schweiz seit
genügend langer Zeit das Zentrum seines Privat- und Familienlebens darstelle. Es sei
unstrittig, dass sein Verhalten im Gefängnis und nach seiner Freilassung tadellos
gewesen sei. Diese positive Entwicklung, namentlich die Tatsache, dass er nach
Verbüssung eines Teils der Strafe bedingt entlassen worden sei, sei im Rahmen der
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Interessenabwägung zu berücksichtigen. Die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von
42 Monaten lasse (für sich allein) nicht vermuten, dass er in Zukunft eine Gefahr für die
öffentliche Sicherheit und Ordnung darstellen werde. Die relevante Straftat sei nach der
Geburt der Zwillinge verübt worden, weshalb die Ehefrau im Moment der Zeugung
noch nichts von der Straftat habe wissen können, was in der Beurteilung des Falles
eine beträchtliche Rolle spiele (Urteil EGMR a.a.O., E. I/47-50 [en droit]). Für die
schweizerischen Zwillingsmädchen mit Jahrgang 2003 bestünde im Fall der
Ausweisung die Gefahr, dass sie getrennt von ihrem Vater aufwachsen würden. Es
entspreche dem übergeordneten Interesse der Mädchen, mit beiden Eltern
aufzuwachsen. Auch mit Blick auf die erfolgte Scheidung sei die Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung die einzige Möglichkeit, regelmässigen Kontakt zwischen Vater
und Kindern sicherzustellen, weil es der Mutter nicht zumutbar sei, dem Vater der
Mädchen nach Nigeria zu folgen. Eine Aufhebung der Einreisesperre reiche nicht aus,
um das durch Art. 8 EMRK gesicherte Recht auf Familie zu sichern. Insbesondere im
Hinblick auf die gemeinsamen Kinder, die Tatsache, dass die familiäre Beziehung
zwischen dem nigerianischen Staatsangehörigen und den Kindern tatsächlich existiere,
und den Umstand, dass er nur eine schwere Straftat begangen habe und sein späteres
Verhalten tadellos gewesen sei, was eine positive Entwicklung für die Zukunft
verspreche, habe die Schweiz mit der Ausweisung ihren Ermessensspielraum
überschritten. Die Ausweisung stelle eine Verletzung von Art. 8 EMRK dar (Urteil EGMR
a.a.O., E. I/52-55 [en droit]).
5.3. Der Beschwerdeführer reiste im Jahr 2003 mit 27 Jahren erstmals in die
Schweiz ein und stellte unter einem Alias-Namen ein Asylgesuch. Nach rechtskräftiger
Abweisung dieses Gesuchs meldete er sich Ende 2003 nach Unbekannt ab (act. G 8/2
S. 188-203 und S. 139). Nach der Geburt der gemeinsamen Tochter A. am 15. April
2004 in St. Gallen (act. G 8/2 S. 114) und der Heirat am 29. Dezember 2004 (act. G 8/2
S. 130) reichte N.Z. für ihren Ehegatten ein Familiennachzugsgesuch ein, worauf dem
Beschwerdeführer am 3. Juli 2005 erstmals eine Aufenthaltsbewilligung erteilt wurde
(act. G 8/2 S. 101). In der Folge reiste er ohne die Ehegattin und das gemeinsame Kind
zur Stellensuche nach Spanien aus und verbüsste dort ab 8. November 2005 (act. G
8/2 S. 65 f.) die Freiheitsstrafe. Nach Lage der Akten und seinen Angaben wurde er im
August 2009 vorzeitig (d.h. vor dem 7. November 2010; vgl. act. G 8/2 S. 65 f. und G 5
S. 3) aus dem Strafvollzug entlassen und erhielt gestützt auf ein im August 2009 von
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der Ehegattin eingereichtes Familiennachzugsgesuch am 18. August 2009 eine neue
Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz (act. G 8/2 S. 86 und 88). Seither hält sich der
Beschwerdeführer hier auf. Am 15. Januar 2013 kam die zweite Tochter, B., zur Welt.
Die Dauer des Aufenthalts in der Schweiz mit Bewilligung beträgt somit - seit Juli 2005
abzüglich des soweit ersichtlich knapp vierjährigen Strafvollzugs in Spanien - aktuell
rund fünf Jahre.
5.4.
5.4.1. Vorab ist festzuhalten, dass die Rechtsprechung gemäss EGMR-Urteil vom 16.
April 2013, a.a.O., keine neuen Prinzipien formuliert und - als Einzelfallbeurteilung -
auch keine generelle Regel zu statuieren vermag. Vielmehr dürfte sie sich im
Wesentlichen auf Situationen beziehen, in denen sich die betroffenen Personen - nach
Verübung einer einzigen schweren Straftat - mehrere Jahre, ohne strafrückfällig zu
werden, in der Schweiz aufhalten, hier beruflich einigermassen integriert sind und mit
einer schweizerischen Partnerin und Kindern in einer intakten Beziehung
zusammenleben. Diese Auffassung vertritt im Ergebnis auch das Bundesgericht. Es
kritisiert den EGMR jedoch dafür, dass es im Urteil vom 16. April 2013 nachträglich
eingetretene Fakten (d.h. insbesondere die Aufenthaltsdauer über das
bundesgerichtliche Verfahren hinaus) berücksichtigte (BGE 139 I 325 E. 2.4 = BGer
2C_365/2013).
5.4.2. Im erwähnten Urteil zählte der EGMR die Kriterien, anhand derer bestimmt
werden kann, ob eine Nichtverlängerung einer Aufenthaltsbewilligung gegen Art. 8 Abs.
1 EMRK verstösst, zusammengefasst wie folgt auf: - Natur und Schwere der
begangenen Tat, - Dauer des Aufenthaltes im Gastland, - Zeitspanne seit Begehung
der Straftat und Verhalten während dieser Zeit, - familiäre Situation/gemeinsame Kinder
und deren Alter, - Kenntnis des Ehegatten von der Straftat im Zeitpunkt der Eingehung
der Beziehung, - Ausmass der Schwierigkeiten des Ehegatten und der Kinder im
Zielland, - Solidität der sozialen, kulturellen und familiären Beziehungen im Gastland
und im Zielland (Urteil, a.a.O., E. I/45 [en droit]). Bei der Anwendung dieser Kriterien auf
den vorliegend zu beurteilenden Sachverhalt zeigen sich weitgehende
Übereinstimmungen mit den im erwähnten EGMR-Urteil beurteilten Umständen (vgl.
vorstehende E. 5.2). Der Beschwerdeführer beging die schwere Straftat im Jahr 2005
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(vgl. act. G 1 S. 7 unten) und damit in einem Zeitpunkt, in welchem die familiäre
Bindung schon bestand und die ältere Tochter schon auf der Welt war. Im Zeitpunkt
der Heirat und der Geburt des ersten Kindes konnte die Ehefrau somit keine Kenntnis
von der Straffälligkeit haben. Das Vorbringen, wonach die Ehefrau beim
Familiennachzugs-Gesuch vom 10. August 2009 davon ausgegangen sei, dass sich die
Vorstrafen nur auf schweizerische Verurteilungen beziehen würden, vermag die
Verletzung der Offenlegungspflicht zwar nicht zu rechtfertigen; letzteres hat jedoch
durch die zwischenzeitliche Entwicklung des Sachverhalts an Gewicht verloren. Seit
der Straftat im Jahr 2005 und der vorzeitigen Entlassung aus dem Strafvollzug im
August 2009 liess sich der Beschwerdeführer nach Lage der Akten nichts mehr
zuschulden kommen. Allein aufgrund der Strafdauer darf nicht der Schluss gezogen
werden, dass vom Beschwerdeführer weiterhin eine Gefahr für die öffentliche
Sicherheit und Ordnung ausgeht (vgl. Urteil des EGMR, a.a.O., E. I/49 [en droit]).
Unbestritten blieb, dass er sich mit schweizerischen Familienangehörigen und
Kenntnissen der deutschen Sprache hier gut integrierte und mit den schweizerischen
Gepflogenheiten vertraut ist (vgl. act. G 8/1/8 Beilage 4 [Schreiben vom 1. Oktober
2012] sowie act. G 11 und 12 [Eingabe vom 2. Oktober 2014 mit Beilagen]). Wenn die
Vorinstanz ausführt, dass das (durch die Arbeitssuche in Spanien und den Strafvollzug
bedingte) Getrenntleben bereits bei seinem mehrjährigen Aufenthalt in Spanien möglich
gewesen sei, ist mit dem Beschwerdeführer (act. G 1 S. 8) festzuhalten, dass für seine
Frau und das Kleinkind ein Besuch in Spanien mit weit geringerem Aufwand verbunden
war als dies in Nigeria der Fall gewesen wäre; die beiden Sachverhalte lassen sich
somit nicht vergleichen. In beruflicher Hinsicht ist von einer gelungenen Eingliederung
des Beschwerdeführers in den Arbeitsmarkt auszugehen (vgl. act. G 11 S. 4 und 5 mit
entsprechenden Belegen [act. G 12]). Eine vom Beschwerdeführer ausgehende Gefahr
für die öffentliche Ordnung und Sicherheit erscheint unter den geschilderten
Umständen nicht dargetan. Insbesondere überwiegt das Wohl der beiden Töchter das
öffentliche Interesse an einer Wegweisung, indem diese unter den geschilderten
konkreten Gegebenheiten die Möglichkeit haben müssen, mit beiden Elternteilen
aufzuwachsen. In diesem Sinn ist dem Kindeswohl bei der Interessenabwägung ein
ganz erhebliches Gewicht beizumessen. Der Mittelpunkt des Privat- und
Familienlebens des Beschwerdeführers befindet sich in der Schweiz, wo er sich im
Nachgang zur Strafverbüssung nun seit über 5 Jahren aufhält. Hinzu kommt, dass der
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Beschwerdeführer im Gegensatz zu Sachverhalt, wie er dem erwähnten EGMR-Urteil
zugrunde lag, in einer intakten Ehe lebt (act. G 8/1/8 Beilage 4).
5.4.3. Angesichts der familiären Beziehung des Beschwerdeführers zu seiner Frau
und seinen Töchtern und aufgrund der Tatsache, dass er eine einzige Straftat
begangen hat sowie der seither positiven Entwicklung seines Verhaltens würde eine
Wegweisung gegen Art. 8 Abs. 1 EMRK verstossen. Die (einmalige) Verurteilung des
Beschwerdeführers in Spanien genügt in der geschilderten Situation nicht, um die
Missachtung des Rechts auf Familienleben zu rechtfertigen. Das Interesse der Kinder,
bei beiden Elternteilen aufwachsen zu dürfen, sowie die bereits vor dem Zeitpunkt der
Straftat vorhandene familiäre Bindung sind schwerer zu gewichten als das öffentliche
Interesse an einer Wegweisung. Der angefochtene Entscheid lässt sich unter diesen
Umständen nicht aufrecht erhalten. Diese Beurteilung bezieht sich selbstredend auf die
aktuell dokumentierte Situation. Sollte sich zu einem späteren Zeitpunkt eine erneute
Straffälligkeit ergeben, wäre der Aufenthaltsstatus des Beschwerdeführers erneut zu
prüfen. In diesem Sinn steht die Weiterdauer der Aufenthaltserlaubnis unter dem
Vorbehalt des Nichtbestehens einer erneuten strafrechtlichen Verurteilung.
6.
6.1. (...).
6.2. (...).
6.3. (...).