Decision ID: 4edda21d-c36c-5f05-b235-b4ba8e69db34
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Robert Baumann, Waisenhausstrasse 17,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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St.Galler Gerichte
Rente
Sachverhalt:
A.
S._ meldete sich am 17. Mai 2002 zum Bezug von IV-Leistungen an. Dr. med. A._
berichtete der IV-Stelle am 7. Juni 2002, der Versicherte leide an einer Ruptur der
Supraspinatussehne der rechten Schulter, an einer Arthrose des AC-Gelenks der
rechten Schulter (St. n. Acromioplastik und transossärer Refixation der
Supraspinatussehne am 31. August 2001 und St. n. Spornabtragung am Acromion am
8. März 2002) sowie an einer reaktiven depressiven Verstimmung. In der bisherigen
Tätigkeit sei der Versicherte seit dem 27. Mai 2002 bleibend zu 100% arbeitsunfähig.
Eine körperlich leichte Tätigkeit ohne grosse Gewichte (über 10 kg) und ohne
Überkopfarbeit sei jedoch möglich. Der rechte Arm könne nicht mehr über die
Horizontale gehoben werden. Die E._ teilte der IV-Stelle am 12. Juni 2002 mit, sie
habe den Versicherten bis 5. August 2002 als Hilfsschlosser beschäftigt. Ohne den
Gesundheitsschaden würde der Versicherte mit dieser Tätigkeit Fr. 58'500.- verdienen.
Am 3. Juli 2002 wies Dr. med. A._ darauf hin, dass sich das Leiden so verschlechtert
habe, dass eine berufliche Wiedereingliederung in den nächsten Monaten nicht möglich
sein werde und der Antrag auf Rente erweitert werden müsse. Er gab nicht an, worin
die Verschlechterung bestand. Mit einer Verfügung vom 3. August 2002 verneinte die
IV-Stelle einen Anspruch des Versicherten auf berufliche Eingliederungsmassnahmen,
da eine leidensangepasste Erwerbstätigkeit zu 100% zumutbar sei. Am 30. September
2002 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an. Dr. med. A._
berichtete der IV-Stelle am 11. Februar 2003, der Gesundheitszustand des Versicherten
sei stationär. Er nannte dieselben Diagnosen wie in seinem ersten Bericht vom 7. Juni
2002. Seiner Meinung nach war es dem Versicherten möglich, einer sehr leichten Arbeit
ohne Heben von Lasten über 5 kg und ohne Überkopfarbeiten nachzugehen. Er legte
einen Bericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 20. Januar 2003 bei, laut dem der
Versicherte an persistierenden Omalgien rechts und neu aufgetretenen Omalgien links
litt, wobei ein Missverhältnis zwischen der aktiven und der passiven Beweglichkeit der
rechten Schulter auffiel. Dieses Missverhältnis war auf eine Schonhaltung
zurückzuführen. Es war damit zu rechnen, dass diese Schonhaltung zu einer
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Schrumpfung der Gelenkskapsel und damit zu einer weiteren
Funktionsverschlechterung führen würde. Die IV-Stelle ging von einer
uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit des Versicherten in einer der Behinderung
angepassten Erwerbstätigkeit aus. Deshalb wies sie das Rentenbegehren mit einer
Verfügung vom 9. Juli 2003 ab.
B.
Der Versicherte erhob am 5./20. August 2003 Einsprache gegen diese Verfügung. Er
machte geltend, er sei nach der Abweisung seines Begehrens um berufliche
Eingliederungsmassnahmen davon ausgegangen, dass nun seine Rentenberechtigung
geprüft werde. In bezug auf die Rentenfrage sei also ebenfalls die Anmeldung vom 17.
Mai 2002 massgebend. Er bestreite, in einer seinem körperlichen Leiden angepassten
Erwerbstätigkeit voll arbeitsfähig zu sein. Seine psychischen Probleme hätten bei der
Arbeitsfähigkeitsschätzung nämlich keine Berücksichtigung gefunden. In der zweiten
Anmeldung habe er angegeben, dass er sich in psychiatrischer Behandlung befinde.
Am 26. November 2003 reichte der Versicherte einen Bericht seines behandelnden
Psychiaters Dr. med. B._ vom 13. November 2003 ein. Dr. med. B._ hatte
ausgeführt, der Versicherte klage über depressive Verstimmung, innere Unruhe,
Angstgefühle, Schlaflosigkeit, starke Konzentrationsschwierigkeiten und Müdigkeit.
Diese Beschwerden seien entstanden, weil nach den beiden Operationen keine
Besserung eingetreten sei. Dr. med. B._ hatte in seinem Bericht folgende Diagnosen
angegeben: depressive Störung auf dem Boden einer selbstunsicheren Persönlichkeit
und chronifiziertes Schmerzsyndrom nach wiederholter Schulteroperation. Nach der
Auffassung von Dr. med. B._ war der Versicherte nur noch in einer geschützten
Umgebung, in der er nicht unter Zeit- und Leistungsdruck stehe, zu 50% arbeitsfähig.
In einer solchen Umgebung könnte später voraussichtlich eine Arbeitsfähigkeit von
100% erreicht werden. Der zuständige Arzt des RAD Ostschweiz empfahl am 5.
Dezember 2003 eine multidisziplinäre Abklärung inklusive Psychiatrie, da weder die von
Dr. med. B._ gestellte Diagnose noch dessen Arbeitsfähigkeitsschätzung
nachvollzogen werden könnten. Der Bericht enthalte nur subjektive Angaben des
Versicherten, aber keine objektivierbaren medizinischen Befunde. Unklar sei auch,
worin die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einem geschützten Rahmen wirklich
bestehe. Am 5. Dezember 2003 widerrief die IV-Stelle ihre Abweisungsverfügung und
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am 12. Dezember 2003 schrieb sie das Einspracheverfahren ab. Am 3. Februar 2004
beauftragte sie das ABI Ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH in Basel mit einer
interdisziplinären Begutachtung.
C.
C.a In ihrem Gutachten vom 5. November 2004 führten die Sachverständigen des ABI
aus, bei der orthopädischen Untersuchung sei festgestellt worden, dass an der linken
oberen Extremität keine Einschränkung von Kraft oder Beweglichkeit bestehe. Die
anamnestisch angegebenen Schulterschmerzen links bei Verdacht auf subakromiales
Impingement hätten durch die klinischen Tests anlässlich der Untersuchung nicht
objektiviert werden können. An der rechten Schulter bestünden reizlose
Narbenverhältnisse bei St. n. zweimaliger offener Operation, wobei eine Druckdolenz
mit Punctum maximum über dem Akromioklavikulärgelenk bestanden habe. Die
Untersuchung der Beweglichkeit sei äusserst schwierig gewesen, da der Versicherte
seinen Arm mit Kraft gegen den Körper gepresst habe und erst nach längerem Zureden
zumindest teilweise habe entspannen können. Dabei sei nach einer passiven
Vordehnung durch den Untersucher zuletzt ein aktives Anheben des Arms bis 90°
Abduktion möglich gewesen. Passiv habe der Arm bis 110° geführt werden können,
allerdings mit anschliessendem Auftreten eines heftigen muskulären Widerstands.
Sichere Zeichen eines subakromialen Impingements hätten nicht bestanden, denn die
Tests nach Hawkins-Kennedy und modifiziert nach Gerber hätten keine typischen
Beschwerden provoziert. Auch die Cross-body-action habe keine typischen
Schmerzangaben im AC-Gelenk provoziert. Die Lag-Zeichen seien bei fehlender
muskulärer Entspannung nicht sicher verwertbar gewesen. Eine relevante Läsion der
Rotatorenmanschette sei eher unwahrscheinlich. Im Bereich von Ellbogen und Hand
rechts bestehe keine Einschränkung von Kraft und Beweglichkeit. Die vom
Versicherten angegebenen Beschwerden hätten sich aufgrund der Befunde nur sehr
spärlich objektivieren lassen. Insbesondere sei nicht klar ersichtlich, weshalb bereits
bei hängendem Arm erhebliche Schmerzen auftreten sollten. Die vermeintliche
Schonhaltung mit regelrechtem Anpressen des rechten Arms gegen den Körper
provoziere eher Schmerzen, als sie zu verhindern. Für körperlich leichte bis
mittelschwere Tätigkeiten ohne Arbeiten über Kopf bestehe zeitlich und
leistungsmässig eine volle Arbeitsfähigkeit. Der Versicherte setze den rechten Arm im
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Alltagsleben durchaus ein, wie die deutliche Beschwielung auch der rechten Hand im
Anschluss an die Gartenarbeit dokumentiere.
C.b Gestützt auf die psychiatrische Untersuchung wurde ausgeführt, nach den
Schulteroperationen sei es nicht zu einer Wiederaufnahme der Arbeit gekommen. Der
Versicherte habe mehr und mehr depressiv kompensiert. Der Versicherte leide an einer
Alexithymie und er habe kaum Zugang zu seinen Gefühlen und Phantasien. Er habe ein
operationales Denken und eine starke Abwehr psychischer Konflikte ins Somatische. Er
sei auf seine Schulterbeschwerden fixiert und könne sie nicht verarbeiten. Der
Versicherte habe ein einfaches Weltbild, er sehe seinen Wert hauptsächlich in seiner
Arbeitsfähigkeit begründet und ziehe daraus einen narzisstischen Gewinn. Nach den
Schulteroperationen sei es zu einer Regression gekommen. Der Versicherte zeige sich
nach wie vor wenig differenziert bezüglich der Krankheitsbewältigung. Er wünsche, von
der Versicherung gesund gemacht zu werden. Zwischen der Schmerzproblematik und
der depressiven Symptomatik bestehe ein Circulus vitiosus. Beide Krankheiten
beeinflussten den Coping-Mechanismus negativ. Die Depressivität sei als leicht zu
beurteilen. Die Leistungsfähigkeit sei um ca. 10% beeinträchtigt. Der Grund dafür seien
die Schmerzen und die leichte Depressivität mit den daraus resultierenden
Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen. Zudem bestehe eine
psychophysische Anstrengung, die Schmerzen dauernd auszuhalten.
C.c Die Gesamtdiagnose lautete: persistierende Schulterschmerzen rechts (V. a.
persistierendes subakromiales Impingement, beginnende AC-Gelenksarthrose, St. n.
offener Akromioplastik und Supraspinatussehnen-Refixation am 31.8. 2001, St. n.
Spornabtragung Akromion rechts am 8.3.2002), anhaltende somatoforme
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, leichte depressive
Verstimmung im Rahmen einer Schmerzerkrankung und beginnendes subakromiales
Impingement Schulter links (MR-tomographisch Partialruptur der Supraspinatussehne).
Zur Arbeitsfähigkeit des Versicherten führten die Sachverständigen des ABI aus, der
Versicherte sei nach wie vor in der Lage, einer körperlich leichten Erwerbstätigkeit
nachzugehen, bei welcher er mit der rechten Hand keine Gewichte über 5 kg tragen
und keine Überkopfarbeiten ausführen müsse. Konkrete Vorstellungen diesbezüglich
habe der Versicherte allerdings nicht. Aus orthopädischer Sicht bestehe für eine
körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit unter Ausschluss von Überkopfarbeiten
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eine zeitlich und leistungsmässig volle Arbeitsfähigkeit. Die vom Versicherten
angegebenen Beschwerden kämen weitestgehend beim Tragen von grösseren Lasten
sowie im Überkopfbereich vor, so dass adaptierte Arbeiten mit hängenden Armen
durchaus zumutbar seien. Aus psychiatrischer Sicht bestehe aufgrund der
somatoformen Schmerzstörung und der leichten depressiven Verstimmung eine
vollzeitliche Arbeitsfähigkeit mit Reduktion der Leistung um maximal 10%. Begründet
sei diese Einschränkung in den durch die Schmerzen und durch die leichte
Depressivität verursachten Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen. Die
effektive Arbeitsfähigkeit betrage also 90%. Dr. med. B._ habe am 13. November
2003 angegeben, der Versicherte sei im geschützten Rahmen zu 50% arbeitsfähig. Er
sei noch von einer stark ausgeprägten depressiven Störung ausgegangen. Die von ihm
eingeleitete medikamentöse und Gesprächstherapie müsse demnach das psychische
Krankheitsbild nachhaltig verbessert haben. Dies erkläre die Diskrepanz zwischen den
beiden Arbeitsfähigkeitsschätzungen.
D.
Der Versicherte liess einen Bericht der Klinik für orthopädische Chirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen vom 26. Oktober 2004 einreichen. Es waren folgende
Befunde erhoben worden: rechtes Schultergelenk aktives Bewegungsausmass
Abduktion bis 40°, Anteversion bis 50°, deutliche Kraftminderung in allen
Bewegungsrichtungen, Lift-off, Lag sign, positiver Start-Test, negativer Yergason-Test,
Druckdolenz über dem AC-Gelenk, positiver Cross body-Test, Impingement-Test nach
Neer und Hawkins positiv. Linkes Schultergelenk Abduktion und Flexion bis 170°
möglich, Lift-off, Lag sign durchführbar, Aussenrotationstest unauffällig, Impingement-
Test nach Neer und Hawkins negativ, minime Druckschmerzhaftigkeit über dem AC-
Gelenk. Von einem operativen Vorgehen in bezug auf das linke Schultergelenk war
abgeraten worden. Trotz der in Bezug auf die rechte Schulter von denjenigen der ABI-
Begutachtung abweichenden Ergebnissen dieser Untersuchung betrachtete Dr. med.
C._ vom RAD Ostschweiz am 7. Januar 2005 die Arbeitsfähigkeitsschätzung der ABI-
Sachverständigen als überzeugend. Mit einer Verfügung vom 11. Januar 2005
verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch des Versicherten.
E.
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Der Versicherte erhob am 3. Februar 2005 Einsprache gegen diese
Abweisungsverfügung. Am 3. Februar 2005 reichte er ein von ihm selbst in Auftrag
gegebenes medizinisch-orthopädisches Gutachten von Dr. med. D._ ein. Dieser
hatte am 21. Februar 2005 ausgeführt, er habe bei der Untersuchung eine Asymmetrie
des Schultergürtels festgestellt. Es habe eine Hypotrophie der Muskulatur der rechten
Schulter bestanden. Die Abduktion sei rechts aktiv bis 40°, passiv bis maximal 50° (mit
Schmerzen) möglich gewesen. Ab 40° habe sich das Schulterblatt mitbewegt. Auf der
linken Seite sei die Abduktion bis 110° (mit Schmerzen) möglich gewesen. Die
Elevation sei rechts bis 50°, links bis 110° möglich gewesen. Eine Abduktion gegen
Widerstand sei rechts nicht möglich gewesen. Auch der Nackengriff und der Wurftest
seien rechts nicht durchführbar gewesen. Das gelte auch für den Schürzengriff rechts.
Links habe der Versicherte dabei die Höhe Th 12 erreicht. Der Finger-Boden-Abstand
habe 10 cm betragen. Dr. med. D._ ging für die früheren Tätigkeiten (Hilfsschlosser
und Spritzlackierer) von einer Arbeitsunfähigkeit von 100% aus. Er begründete das mit
der Unmöglichkeit, Überkopfarbeiten und Arbeiten mit grösseren
Bewegungsextensionen auszuführen. Diese vollständige Arbeitsunfähigkeit bestand
seines Erachtens seit Mai 2002. Deshalb sei es verwunderlich, dass damals keine
Umschulung erfolgt sei. Im Begutachtungszeitpunkt sei auch eine adaptierte Arbeit
praktisch nicht mehr denkbar, weil die Beschwerden seit der letzten Operation am 8.
März 2002 persistiert und in der Intensität zugenommen hätten, was auch für die
Kraftminderung am rechten Arm gelte. Es scheine, dass der Zeitpunkt für eine
Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess verpasst sei. Dem Versicherten könne jetzt
keine Wiedereingliederung mehr zugemutet werden. Für Arbeiten mit hängenden
Armen (?) bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 80-85%. Für administrative Arbeiten sei
der Versicherte aufgrund seiner Bildung ungeeignet. Dr. med. C._ vom RAD
Ostschweiz ging am 4. Mai 2005 davon aus, dass Dr. med. D._ eine diametral andere
Beurteilung als die ABI-Sachverständigen abgegeben habe. Deshalb sollte sein
Gutachten den Sachverständigen des ABI zur Beurteilung vorgelegt werden. Die
Sachverständigen des ABI führten am 20. Juni 2005 aus, sie hielten an ihrer
Einschätzung fest. Allerdings beziehe sich Dr. med. D._ auf den Zustand im
September 2004. Er habe klinisch offenbar eine massiv verschlechterte Funktion beider
Schultern festgestellt. Das lasse sich nicht ganz einfach erklären. Ohne exakte Kenntnis
des Status quo könne dazu nicht Stellung genommen werden. Allerdings sei die
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Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. D._ anhand der von ihm erhobenen
Befunde nicht klar verständlich. Er habe die Arbeitsunfähigkeit des Versicherten in einer
körperlich leichten Tätigkeit aus IV-fremden Gründen angenommen. Als Reaktion auf
diese Stellungnahme der Sachverständigen des ABI empfahl Dr. med. C._ vom RAD
Ostschweiz am 4. Juli 2005, den Versicherten nochmals orthopädisch abklären zu
lassen. Daraufhin widerrief die IV-Stelle am gleichen Tag die einspracheweise
angefochtene Verfügung vom 11. Februar 2005. Am 5. Juli 2005 schrieb sie das
Einspracheverfahren ab.
F.
Am 8. Juli 2005 erteilte die IV-Stelle dem ABI den entsprechenden
Begutachtungsauftrag. Sie fragte nach dem Verlauf seit der letzten Abklärung, nach
einer allfälligen orthopädischen Befundänderung und nach der Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Erwerbstätigkeit unter Berücksichtigung des Verlaufs seit November 2004.
Nachträglich wurde das ABI auch noch ersucht, den Versicherten psychiatrisch zu
untersuchen. Der Versicherte wandte am 15. Juli 2005 ein, es dürfe nicht nochmals das
ABI mit einer Begutachtung beauftragt werden, denn es bestünde die Gefahr, dass die
Sachverständigen voreingenommen wären. Mit einer Verfügung vom 12. August 2005
hielt die IV-Stelle an der Abklärung durch das ABI fest. Diese Verfügung erwuchs
unangefochten in Rechtskraft. Am 23. November 2005 berichtete die Klinik F._ dem
behandelnden Psychiater Dr. med. B._, der Versicherte habe sich vom 22.
September bis 12. Oktober 2005 einer stationären Rehabilitation unterzogen. Er leide
an einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischen Symptomen. Aus
psychiatrischer Sicht sei der Versicherte ab 13. Oktober 2005 zu 100% arbeitsfähig.
G.
G.a Die Sachverständigen des ABI führten im Gutachten vom 8. Juni 2006 aus, der
Versicherte habe angegeben, im Anschluss an die letzte Untersuchung sei es zu einer
deutlichen Schmerzausweitung gekommen. Die Beschwerden in der rechten Schulter
hätten zugenommen. Hinzugekommen seien fast identische Beschwerden in der linken
Schulter und beidseitige Kniebeschwerden beim Treppensteigen. Sämtliche
therapeutischen Massnahmen inklusive die Rehabilitation in F._ seien wirkungslos
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geblieben. Weiter gaben die Sachverständigen des ABI an, der Versicherte habe sich
mehrfach und lautstark über die fehlende Bereitschaft der IV-Stelle, ihm eine geeignete
Stelle zu besorgen, beklagt. Er sehe sich nämlich nach wie vor in der Lage, einer
körperlich leichten Erwerbstätigkeit nachzugehen, bei der er mit der rechten Hand
keine Gewichte über 5 kg heben oder tragen müsse und bei der keine
Überkopfarbeiten erforderlich seien. Trotz mehrfacher Nachfrage habe der Versicherte
aber seine Arbeitsfähigkeit nicht quantifizieren können. Der internistische
Sachverständige führte aus, aufgrund des gemessenen Serumspiegels müsse davon
ausgegangen werden, dass der Versicherte entgegen seinen Angaben das verordnete
Antidepressivum Sinquan nicht ordnungsgemäss einnehme. Eine
allgemeinmedizinische klinische Untersuchung sei nicht möglich gewesen, weil der
Versicherte vorzeitig das Untersuchungszimmer verlassen habe.
G.b Der orthopädische Sachverständige berichtete, auch ihm gegenüber habe der
Versicherte zum Ausdruck gebracht, dass er eine Rückkehr in den Arbeitsprozess nicht
ausschliesse. Der Finger-Boden-Abstand sei im Vergleich zur letzten Abklärung um
26 cm auf 31 cm angewachsen. Es sei aber deutlich gewesen, dass der Versicherte
beide Arme habe hängen lassen können, wobei eine Flexion im Schultergelenk von
etwa 80° entstanden sei. Die Untersuchung in der Bauchlage habe abgebrochen
werden müssen. Der Versicherte sei nämlich nicht bereit gewesen, die Arme liegen zu
lassen, um die Rücken- und die Nackenmuskulatur zu entspannen. Nach dem Hinweis
darauf, dass dieselbe Bewegung vorher bei der Messung des Finger-Boden-Abstandes
möglich gewesen sei, habe der Versicherte angegeben, er habe grosse Schmerzen und
wolle deshalb nicht weiter an der körperlichen Untersuchung teilnehmen. Der
orthopädische Sachverständige wies darauf hin, dass kein klares Bild bezüglich der
Situation an den Schultern bestehe. Mit Sicherheit könne aber festgehalten werden,
dass die linke Schulter in ihrer Beweglichkeit nicht namhaft eingeschränkt sei. Am
rechten Arm habe sich eine ausgeprägte Selbstlimitierung gezeigt, die eine korrekte
Messung des noch möglichen Bewegungsumfangs verhindert habe. Für eine körperlich
leichte bis höchstens mittelschwere Tätigkeit ohne Bewegungen der Arme oberhalb
von ca. 60° bestehe eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit. Der Versicherte berichte zwar über beidseitige Schmerzen auch bei
hängenden Armen. Das könne aber durch die sicher objektivierbaren Befunde nicht
erklärt werden. Bei der Untersuchung hätten sich deutliche Hinweise für eine
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Selbstlimitierung gezeigt. Mit Sicherheit bestehe eine nicht unerhebliche
Restbeweglichkeit am hängenden Arm. Dies habe sich in unbeobachtet scheinenden
Momenten klar feststellen lassen. Im übrigen betrachte sich der Versicherte selbst als
arbeitsfähig in einer adaptierten Tätigkeit.
G.c Der psychiatrische Sachverständige hielt fest, in anamnestischer Hinsicht hätten
sich folgende Symptome eruieren lassen: häufig gereizt aggressive Stimmung,
allgemeine Kraft- und Energielosigkeit, Müdigkeit, Freud- und Lustlosigkeit,
Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit und gehäuft auftretende Gefühle allgemeiner
Sinnlosigkeit. Damit seien die notwendigen Kriterien der Diagnose einer depressiven
Episode erfüllt. Die Ursache der Depression bestehe in den andauernden Schmerzen
und in dem sich zuspitzenden Ehekonflikt. Es scheine sich um ein labiles
pathologisches Geschehen zu handeln, das sich vor etwa einem Jahr intensiviert habe.
In den Angaben des Versicherten sei eine Inkonsistenz festzustellen gewesen.
Bezüglich der Psychopharmaka habe der Versicherte eine Falschaussage gemacht.
Entgegen seinen Aussagen nehme der Versicherte überhaupt keine antidepressiven
Medikamente ein. Er scheine aus seinem Leiden einen sekundären Krankheitsgewinn
zu ziehen. Auf die Frage, ob er einer körperlich leichten Erwerbstätigkeit nachgehen
könne, habe der Versicherte gereizt und schliesslich aggressiv reagiert.
G.d Die Gesamtdiagnose lautete: chronische Schulterschmerzen rechts (V. a. ein
persistierendes subakromiales Impingement, beginnende AC-Gelenksarthrose, St. n.
Spornabtragung Akromion rechts und St. n. offener Akromioplastik und
Supraspinatussehnen-Refixation), beginnendes subakromiales Impingement Schulter
links, anhaltende somatoforme Schmerzstörung und leichte bis mittelgradige
Verstimmung. Auf die Frage nach der Arbeitsfähigkeit des Versicherten antworteten die
Sachverständigen des ABI, aus orthopädischer Sicht bestehe für eine körperlich leichte
bis mittelschwere Tätigkeit ohne Bewegung der Arme oberhalb von 60° eine zeitlich
und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Die trotz der deutlichen
Selbstlimitierung, der sehr schlechten Kooperation und des dadurch stark verkürzten
Untersuchungsgangs objektivierbaren Befunde vermöchten keine wesentliche
Schmerzprovokation bei angepassten Tätigkeiten zu begründen. Aus psychiatrischer
Sicht bestehe eine ganztägig zumutbare Arbeitsfähigkeit mit einer um 30% reduzierten
Leistung als Folge eines erhöhten Pausenbedarfs. Gemessen an den Äusserungen des
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Versicherten stimme dessen Selbsteinschätzung weitgehend mit der Einschätzung der
Sachverständigen überein. Allerdings müsse daran gezweifelt werden, dass der
Versicherte wirklich von einer Rückkehr in den Arbeitsprozess überzeugt sei. Dr. med.
D._ sei am 21. Februar 2005 offenbar davon ausgegangen, dass dem Versicherten
reine Administrativtätigkeiten zumutbar und nur aufgrund des Bildungsgrades nicht
möglich seien. Auch unter ausschliesslicher Berücksichtigung des von Dr. med. D._
gemessenen Bewegungsumfangs wäre eine körperlich leichte Tätigkeit mit
eingeschränkter Bewegungsextension des rechten Arms möglich und aufgrund der
objektivierbaren Befunde lasse sich nicht plausibel erklären, weshalb dabei eine
wesentliche Schmerzprovokation entstehen sollte. Abschliessend hielten die
Sachverständigen des ABI fest, Reintegrationsmassnahmen wären grundsätzlich
sinnvoll und aus medizinischer Sicht auch zumutbar. Im Vergleich zur Voruntersuchung
vom 5. November 2004 zeige sich jetzt eine deutlich verstärkte Selbstlimitation.
Aufgrund der Bewegungen in Momenten, in denen sich der Versicherte unbeobachtet
gewähnt habe, müsse davon ausgegangen werden, dass die Einschränkungen nur
geringgradig zugenommen hätten. Es wäre auch ungewöhnlich, wenn es noch zu einer
wesentlichen Progredienz der Bewegungseinschränkung oder gar zu einer Zunahme
der Beschwerden gekommen wäre. Der Heilungsprozess sei nämlich schon bei der
Erstuntersuchung weitgehend abgeschlossen gewesen.
H.
Der Versicherte liess am 7. September 2006 mitteilen, dass er sich seit längerer Zeit in
der psychiatrischen Klinik G._ aufhalte. Am 21. September 2006 liess er einen
Kurzaustrittsbericht der Klinik vom 15. September 2006 einreichen, laut dem er an einer
mittelgradigen depressiven Episode und an einer somatoformen Schmerzstörung litt
und sich deshalb nur zu 20% arbeitsfähig fühlte. Der Versicherte ersuchte die IV-Stelle,
die psychiatrische Klinik G._ zu einer Stellungnahme zum zweiten Gutachten des ABI
aufzufordern. Am 9. November 2006 liess der Versicherte den definitiven
Austrittsbericht der psychiatrischen Klinik G._ vom 4. Oktober 2006 einreichen. Auch
hier war wieder nur die Selbsteinschätzung des Versicherten (Arbeitsfähigkeit 20%)
angegeben worden. Die Tagesklinik des psychiatrischen Zentrums H._ berichtete
dem behandelnden Psychiater am 8. November 2006, der Versicherte leide an einer
rezidivierenden depressiven Störung und an einer anhaltenden somatoformen
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Schmerzstörung. Während der vom 20. September bis 8. November 2006 dauernden
Behandlung habe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Die psychiatrische
Klinik G._ berichtete der IV-Stelle am 21. November 2006, die depressive
Symptomatik umfasse eine mittelgradig gedrückte Stimmung, eine erhöhte Reizbarkeit
mit verbaler Aggressivität und sozialer Rückzugstendenz, eine leichte Antriebslosigkeit,
eine stark verminderte Selbstwirksamkeit und eine mittelgradige
Konzentrationsstörung, was Arbeitsabläufe einschränke und den Kontakt zu
Arbeitskollegen oder Kunden erschwere. Erhöhe sich der äussere Druck, gerate der
Versicherte massiv unter Stress, was die Konzentrationsstörung erheblich verstärke.
Der Versicherte könne halbtags arbeiten, wenn es ihm möglich wäre, kurze Pausen zu
machen, um den Schultergürtel zu entspannen. Es sollte mit zwei Stunden täglich
begonnen und dann gesteigert werden. Die Tagesklinik des psychiatrischen Zentrums
H._ berichtete der IV-Stelle am 8. Dezember 2006, der Versicherte sei zwei Wochen
nach der Entlassung wieder eingetreten. Die kognitiven Störungen, die
schmerzbedingten Einschränkungen und die rasche Ermüdbarkeit seien die
deutlichsten Befunde. Sie schränkten den Versicherten so stark ein, dass keine
Erwerbstätigkeit möglich sei. Der Schweregrad der Depression habe zugenommen.
Neu sei zusätzlich die Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsänderung bei
chronischem Schmerzsyndrom zu stellen. Der Versicherte sei vollständig
arbeitsunfähig. Dr. med. C._ vom RAD Ostschweiz hielt dazu am 25. Januar 2007
fest, die Berichte der psychiatrischen Klinik G._ dokumentierten eine relevante
Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes seit der Begutachtung
durch das ABI. Der Beginn der Verschlechterung sei auf April 2006 anzusetzen. Ab
diesem Zeitpunkt sei von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Die
Tagesklinik des psychiatrischen Zentrums H._ hielt in einem an den behandelnden
Psychiater Dr. med. B._ gerichteten Bericht vom 2. April 2007 fest, der Versicherte
sei während der gesamten Behandlungszeit (Austritt 30. März 2007) zu 100%
arbeitsunfähig gewesen.
I.
Mit einem Vorbescheid vom 18. Mai 2007 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
dass sie ihm ab Juni 2006 eine Viertelsrente und ab Juli 2006 eine ganze Rente
zusprechen werde. Bis zur Verschlechterung des Gesundheitszustandes im April 2006
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betrage der Invaliditätsgrad 30%. Per 1. Juni 2006 habe die durchschnittliche
Arbeitsunfähigkeit während eines Jahres 41% betragen, so dass ein Anspruch auf eine
Viertelsrente entstanden sei. Ab Juli 2006 bestehe nach einer dreimonatigen
Verschlechterung ein Anspruch auf eine ganze Rente. Der Versicherte liess am 18. Juni
2007 einwenden, die Entstehung des Anspruchs auf eine ganze Rente sei zeitlich weit
zurückzuverlegen. Er befinde sich nämlich seit Juni 2002 in psychotherapeutischer
Behandlung. Dr. med. B._ habe bereits am 13. November 2003 eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit angegeben. Dr. med. D._ sei am 21. Februar 2005 von einer
Arbeitsunfähigkeit von 100% ab Mai 2002 ausgegangen. Die Angaben in den ABI-
Gutachten vom 5. November 2004 und vom 8. Juni 2006 vermöchten nicht zu
überzeugen. Eventualiter seien Berichte der psychiatrischen Klinik G._ und der
Tagesklinik des psychiatrischen Zentrums H._ zur Arbeitsfähigkeit ab 2002
einzuholen. Das Valideneinkommen betrage Fr. 58'500.- und nicht wie von der IV-Stelle
angenommen Fr. 55'528.-. Bei der Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens
anhand statistischer Durchschnittszahlen sei ein zusätzlicher Abzug von 25%
vorzunehmen. Dr. med. B._ bestätigte am 6. Juli 2007 eine Arbeitsunfähigkeit des
Versicherten von 100% ab 3. Oktober 2002. Mit einer Verfügung vom 10. Juli 2007
sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Wirkung ab 1. August 2007 eine ganze
Invalidenrente zu. Sie kündigte den Erlass einer Verfügung für die Zeit bis 31. Juli 2007
an. Zur Begründung führte sie aus, das Valideneinkommen sei tatsächlich auf Fr.
58'500.- festzusetzen. Bei der Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens könne
kein Teilzeitnachteil berücksichtigt werden, da der Versicherte ganztags mit reduzierter
Leistung arbeiten könnte. Mit einer Arbeitsunfähigkeit von 30% seien alle
Leistungseinschränkungen berücksichtigt, so dass kein zusätzlicher Abzug zulässig sei.
Es sei auf die beiden Gutachten des ABI abzustellen. Der RAD Ostschweiz habe diese
Gutachten als sorgfältig und nachvollziehbar qualifiziert. Ausserdem müsse der
Erfahrungstatsache Rechnung getragen werden, dass behandelnde Ärzte aufgrund
ihrer auftragsrechtlichen Stellung eher zugunsten ihrer Patienten aussagten. Am
14. August 2007 sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Wirkung ab Juni 2006 eine
Viertels- und ab Juli 2006 eine ganze Rente zu.
J.
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Der Versicherte liess am 16. August 2007 Beschwerde gegen die Verfügung vom
10. Juli 2007 erheben. Er beantragte deren Aufhebung, soweit weitergehende
Leistungen verneint würden, und die Zusprache einer ganzen Rente ab wann rechtens,
spätestens ab Mai 2003. Eventualiter beantragte er die Rückweisung der Sache an die
IV-Stelle zur weiteren medizinischen Abklärung. Ausserdem ersuchte er um die
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung. Die
Gerichtsleitung machte den Versicherten darauf aufmerksam, dass auch die noch zu
erlassenden Verfügungen als mitangefochten gälten. Am 14. September 2007 liess der
Versicherte die drei Verfügungen vom 14. August 2007 einreichen. Er ging davon aus,
dass diese Verfügungen ebenfalls angefochten seien. In seiner
Beschwerdebegründung vom 21. September 2007 liess er ausführen, psychische
Beschwerden starken Ausmasses träten nicht von heute auf morgen auf. Da Dr. med.
B._ bereits ab September 2002 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit aus psychischen
Gründen angegeben habe, sei nicht einzusehen, weshalb die vollständige
Arbeitsunfähigkeit erst im April 2006 eingetreten sein solle. Auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzungen des ABI dürfe nicht abgestellt werden, da diese nicht nur
nicht nachvollziehbar und schlüssig, sondern auch klar und eindeutig widerlegt seien.
Auch das organische Leiden habe schon viel früher eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
bewirkt, wie die Einschätzungen von Dr. med. D._ und der Klinik für orthopädische
Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen zeigten. Der Beginn der vollständigen
Arbeitsunfähigkeit sei auf Mai 2002 vorzuverlegen. Allenfalls sei abzuklären, ob die für
einen früheren Eintritt der vollständigen Arbeitsunfähigkeit sprechenden
Einschätzungen zutreffend seien. Die Arbeitsfähigkeitsschätzungen des
psychiatrischen Zentrums H._ und der psychiatrischen Klinik G._ überzeugten. Die
psychiatrische Klinik G._ habe Ende April 2006 ernsthafte psychische Leiden
festgestellt, die gemäss den Angaben im zweiten ABI-Gutachten am 27./28. März 2006
noch nicht vorhanden gewesen seien. Das sei nicht nachvollziehbar und beruhe auf
einer ungenügenden Untersuchung durch den psychiatrischen Sachverständigen des
ABI. Abzustellen sei auf die erste Anmeldung vom 17. Mai 2002, denn mit der
Verfügung vom 13. August 2002 sei nur ein Anspruch auf eine berufliche Eingliederung
verneint worden. Die ebenfalls geltend gemachte Rente sei erst mit der - später
widerrufenen - Verfügung vom 9. Juli 2003 behandelt worden. Das Valideneinkommen
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müsse auf Fr. 60'023.- erhöht werden. Bei der Ermittlung des zumutbaren
Invalideneinkommens sei ein zusätzlicher Abzug von 25% zu berücksichtigen.
K.
Die IV-Stelle beantragte am 30. Oktober 2007 die Abweisung der Beschwerde und die
Feststellung, dass der Versicherte ab Januar 2007 einen Anspruch auf eine Dreiviertels-
und ab Februar 2007 einen Anspruch auf eine ganze Rente habe. Zur Begründung
führte sie aus, der Einschätzung durch die Sachverständigen des ABI komme ein
grosses Gewicht zu. Beide ABI-Gutachten seien ausführlich abgefasst und die
Schlussfolgerungen mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung erschienen als begründet. Den
Sachverständigen hätten die medizinischen Vorakten zur Verfügung gestanden. Das
Gutachten von Dr. D._ sei mangelhaft, da es nicht auf das erste ABI-Gutachten
eingehe und da es die Abweichung in der Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht begründe.
Zudem sei der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte eher
zugunsten ihrer Patienten aussagten. Praxisgemäss könne ein medizinisches
Administrativgutachten nicht durch die Ansicht eines behandelnden Facharztes in
Frage gestellt werden, es sei denn, es werde auf relevante Umstände hingewiesen, die
im Rahmen der Begutachtung übersehen worden seien. Weder der Bericht von Dr.
med. D._ noch derjenige von Dr. med. B._ enthielten solche Umstände. Zu
beachten sei auch, dass die Klinik F._ am 23. November 2005 sogar eine volle
Arbeitsfähigkeit des Versicherten angegeben habe. Erst ab Juni 2006 sei eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit des Versicherten ausgewiesen. Am 13. Oktober 2005
habe noch eine volle Arbeitsfähigkeit bestanden. Am 27./28. März 2006 sei eine
Arbeitsunfähigkeit von 30% ermittelt worden. Der psychische Gesundheitszustand des
Versicherten müsse sich also allmählich verschlechtert haben. Ermessensweise könne
ab Januar 2006 von einer Arbeitsunfähigkeit von 20% ausgegangen werden. Damit sei
das Wartejahr eröffnet worden. Es könne also frühestens im Januar 2007 erfüllt
gewesen sei. Ab diesem Zeitpunkt habe die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit
während eines Jahres 69% betragen, was einen Anspruch auf eine Dreiviertelsrente
habe entstehen lassen. Nach Art. 88a Abs. 2 IVV könne eine Verschlechterung erst
berücksichtigt werden, wenn sie drei Monate angedauert habe. Deshalb bestehe ab
Februar 2007 ein Anspruch auf eine ganze Rente.
L.
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Der Versicherte liess am 14. Januar 2008 einwenden, im provisorischen Austrittsbericht
der Klinik F._ sei eine Arbeitsunfähigkeit von 50% angegeben worden. Im zweiten
ABI-Gutachten sei eine Arbeitsunfähigkeit von 30% beginnend ab Mai 2002 festgestellt
worden. Bereits während des ersten Aufenthalts in der psychiatrischen Klinik G._
vom 24. April bis 13. Mai 2006 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bestanden. Da
die psychiatrische Klinik G._ und das psychiatrische Zentrum H._ die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. B._ ab 2002 bestätigt hätten, könne die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des ABI nicht zutreffen. Alle Berichte enthielten
Gesichtspunkte, die vom ABI nicht berücksichtigt worden seien. Da das ABI unzählige
Gutachten von der Invalidenversicherung erhalte, könne nicht davon gesprochen
werden, dass es unabhängiger und objektiver sei als das Privatgutachten D._. Die
Invalidenversicherung habe einen Kostensenkungsauftrag und deshalb ein Interesse
daran, Gutachter zu beauftragen, die tiefere Arbeitsunfähigkeitsschätzungen abgäben.
Es sei mit grosser Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass Dr. med. D._
Kenntnis vom ersten ABI-Gutachten gehabt habe. Er habe sich nämlich zu den
Überkopfarbeiten und zu den Arbeiten mit herunterhängenden Armen geäussert, weil
sich das ABI damit befasst habe. Das Gutachten D._ erfülle die an ein Gutachten zu
stellenden Anforderungen. Es habe deshalb keinen geringeren Beweiswert als das ABI-
Gutachten. Zumindest sei es geeignet, erhebliche Zweifel an der Richtigkeit des ABI-
Gutachtens zu wecken. In seinem zweiten Gutachten habe das ABI nicht nur eine
höhere Arbeitsunfähigkeit angegeben, sondern auch noch den Beginn auf Mai 2002
zurückversetzt. Damit sei das Wartejahr im Mai 2002 eröffnet worden. Wenn ab März/
April 2006 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit angenommen werde, sei am 1. Juni
2006 eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von 41% erreicht gewesen.
M.
Die IV-Stelle verzichtete am 18. Januar 2008 auf eine Duplik.
N.
Die Gerichtsleitung wies den Versicherten am 25. November 2008 darauf hin, dass es
zu einer Rückweisung der Streitsache an die IV-Stelle und damit möglicherweise für ihn
zu einer Verschlechterung kommen könnte. Sie machte den Versicherten auf die
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 17/28
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Rückzugsmöglichkeit aufmerksam. Der Versicherte erklärte am 8. Januar 2009, er halte
an der Beschwerde fest.

Erwägungen:
1.
Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch (Art. 28 Abs. 1 IVG in der hier
anwendbaren, bis 31. Dezember 2007 geltenden Fassung) massgebenden Invalidität ist
gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das
Einkommen, das eine versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der
Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Grundlage der Bemessung des
zumutbaren Invalideneinkommens - und damit in der Regel ausschlaggebendes
Element der Invaliditätsbemessung - ist die ärztliche Arbeitsfähigkeitsschätzung, bei
Hilfsarbeitern zusätzlich zusammen mit der ärztlichen Umschreibung einer der
Gesundheitsbeeinträchtigung bestmöglich Rechnung tragenden Tätigkeit. Der
Beschwerdeführer hat sich im Jahr 2002 zum Bezug einer Invalidenrente angemeldet.
Gemäss den Berichten seines damaligen behandelnden Arztes Dr. med. A._ besteht
die Arbeitsunfähigkeit in der bis dahin ausgeübten Erwerbstätigkeit seit Mai 2002. Das
bedeutet, dass die Entwicklung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ab Mai
2002 bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung den Gegenstand der
Sachverhaltsabklärung bilden muss. Bereits in den Berichten von Dr. med. A._ aus
den Jahren 2002 und 2003 ist neben der Beeinträchtigung im Bereich der rechten
Schulter auch von psychischen Problemen des Beschwerdeführers die Rede. Sowohl
die Schulterbeschwerden als auch die psychischen Probleme sind grundsätzlich
geeignet, eine rentenrelevante Arbeitsunfähigkeit zu bewirken.
2.
Zunächst ist die Aktenlage in bezug auf die Schulterbeschwerden und deren
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu würdigen.
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2.1 Dr. med. A._ hat am 7. Juni 2002 und am 11. Februar 2003 eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers in den bisherigen, nicht
behinderungsangepassten Erwerbstätigkeiten (Hilfsschlosser, Spritzlackierer) und eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Erwerbstätigkeit angegeben.
Das Kantonsspital St. Gallen hat am 20. Januar 2003 keine Arbeitsfähigkeitsschätzung
abgegeben. Es hat aber auf eine Verschlechterungstendenz als Folge der - unnötigen -
Schonhaltung hingewiesen. Im ersten ABI-Gutachten vom 5. November 2004 ist eine
grosse Abweichung zwischen den geklagten Schulterbeschwerden und den objektiven
Befunden festgestellt worden. Die angegebenen Schmerzen konnten nicht objektiviert
werden. Die Austestung hat trotz der betonten Schonhaltung so weit erfolgen können,
dass dem orthopädischen Sachverständige eine fundierte Beurteilung des Ausmasses
der Beeinträchtigung der rechten Schulter möglich gewesen ist. Die Behauptung des
Beschwerdeführers, er habe auch bei hängendem Arm Schmerzen, hat nur in der
kontraproduktiven Schonhaltung (Anpressen des rechten Arms an den Körper) eine
Erklärung gefunden. Der orthopädische Sachverständige ist aufgrund des Ergebnisses
der klinischen und der bildgebenden Untersuchungen zum überzeugenden Schluss
gelangt, dass der rechte Arm unterhalb der Horizontalen uneingeschränkt eingesetzt
werden könne, wenn damit keine Lasten über 5 kg gehoben oder getragen werden
müssten. Die deutliche Beschwielung der rechten Hand hat dem orthopädischen
Sachverständigen des ABI gezeigt, dass der Beschwerdeführer die rechte Hand im
Alltag vollwertig einsetzte.
2.2 Die Klinik für orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen hat am 26.
Oktober 2004 abweichende Befunde erhoben. Einige jener Tests, die bei der klinischen
Untersuchung durch den orthopädischen Sachverständigen des ABI negativ gewesen
waren, sind bei der klinischen Untersuchung durch die Ärzte des Kantonsspitals positiv
ausgefallen. Eine Auseinandersetzung mit den abweichenden Ergebnissen der
klinischen Untersuchung durch das ABI ist naturgemäss nicht erfolgt, weil die
Untersuchung durch das Kantonsspital nicht der Abklärung der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers im Hinblick auf eine allfällige Rentenberechtigung, sondern
ausschliesslich der Therapie gedient hat. Der orthopädische Sachverständige des ABI
hat als Arbeitsmediziner die Abweichung zwischen der subjektiven
Krankheitsüberzeugung (mit den entsprechenden Beschwerdeschilderungen und
Schmerzäusserungen) und dem objektiv bestehenden Krankheitszustand durchschaut.
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Dementsprechend hat er seine Untersuchung darauf ausgerichtet, "hinter die Fassade
zu blicken", d.h. nicht die demonstrierte subjektive Krankheitsüberzeugung als objektiv
bestehenden Krankheitszustand zu qualifizieren. Die nicht arbeitsmedizinisch, sondern
therapeutisch ausgerichtete orthopädische Untersuchung durch das Kantonsspital St.
Gallen, deren Resultat im Bericht vom 26. Oktober 2004 wiedergegeben worden ist,
erweist sich somit als deutlich weniger überzeugend als die im ersten ABI-Gutachten
dargestellten orthopädischen Befunde, denn das Kantonsspital St. Gallen hat u. a.
zwar um die Begutachtung gewusst, aber das Gutachten nicht beigezogen, und es hat
sich auch nicht mit den deutlichen Indizien einer medizinisch nicht nachvollziehbaren
Schonhaltung und einer den subjektiven Beschwerdeschilderung diametral
widersprechenden Beschwielung der rechten Hand auseinandergesetzt.
2.3 Dr. med. D._ hat sich in seinem vom Beschwerdeführer in Auftrag gegebenen
Gutachten vom 21. Februar 2005 nicht mit den Ergebnissen früherer medizinischer
Beurteilungen auseinandergesetzt. Da er als Sachverständiger und als zu
therapeutischen Zwecken beigezogener Facharzt tätig war, hätte er dies nicht
unterlassen dürfen. Die fehlende Auseinandersetzung insbesondere mit der im
Ergebnis abweichenden orthopädischen Beurteilung durch das ABI setzte nämlich die
Überzeugungskraft seiner Beurteilung zum vornherein erheblich herab. Auffallend ist,
dass Dr. med. D._ sein Gutachten mit einer äusserst detaillierten Wiedergabe des
Berichts des Beschwerdeführers über die krankheitsbedingten Einschränkungen im
Alltag eingeleitet hat, ohne diese Selbstangaben des Beschwerdeführers einer
objektiven Kritik anhand der erhobenen Befunde zu unterziehen. Im Gegenteil deutet
alles darauf hin, dass Dr. med. D._ sein ganzes Gutachten auf die Selbstangaben
aufgebaut hat, dass er diese also ohne weiteres als objektiv erstellte
Beeinträchtigungen akzeptiert hat. Damit hat sich Dr. med. D._ die Ermittlung von
Abweichungen zwischen der subjektiven Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers
und der objektiv bestehenden Beeinträchtigung praktisch selbst verunmöglicht. Weder
hat er Tests vorgenommen, die geeignet gewesen wären, Differenzen zwischen der
subjektiven Selbsteinschätzung und dem objektiven Zustand aufzuzeigen, noch hat Dr.
med. D._ sich mit der medizinisch auf keinen Fall zu rechtfertigenden eigenartigen
Schonhaltung des rechten Arms oder mit der mit den Schilderungen der
Beeinträchtigungen im Alltag nicht in Übereinstimmung zu bringenden Beschwielung
der rechten Hand auseinandergesetzt. Dr. med. D._ hat den Beschwerdeführer
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offenbar auch nicht beim Auskleiden oder bei anderen Bewegungen des rechten Arms
beobachtet. Unter diesen Umständen kann dem Ergebnis des von ihm erstellten
Gutachten nur eine erheblich geringere Überzeugungskraft als dem ersten ABI-
Gutachten beigemessen werden. Hinzu kommt, dass Dr. med. D._ nicht-
medizinische, soziale Umstände in seine Arbeitsfähigkeitsschätzung hat einfliessen
lassen. Ob die Aufnahme einer adaptierten Tätigkeit im Begutachtungszeitpunkt noch
zumutbar war oder nicht, hatte nämlich nichts mit der durch die Schultern bewirkten
Arbeitsunfähigkeit zu tun. Trotzdem scheint diese Unzumutbarkeit einer
Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess für Dr. med. D._ ein wesentlicher Grund
gewesen zu sein, um eine Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers von 80-85% für
sämtliche Arten von Erwerbstätigkeiten zu attestieren. Die Differenz zwischen der
Arbeitsfähigkeitsschätzung im ersten ABI-Gutachten und derjenigen von Dr. med.
D._ ist also entgegen der von den Sachverständigen des ABI später geäusserten
Vermutung nicht auf eine nachträgliche massive Verschlechterung der Funktion beider
Schultern, sondern auf eine abweichende Beurteilung eines weitgehend unveränderten
Gesundheitszustandes zurückzuführen. Diese abweichende Beurteilung vermag nicht
zu überzeugen. Sie vermag auch die Überzeugungskraft des ersten ABI-Gutachtens
nicht zu erschüttern.
2.4 Die als Reaktion auf das Gutachten von Dr. med. D._ durchgeführte zweite
Begutachtung ist zwar in bezug auf die orthopädische Untersuchung durch den
Beschwerdeführer vorzeitig abgebrochen worden. Damit hat keine erneute umfassende
Abklärung erfolgen können. Trotzdem ist davon auszugehen, dass das Abklärungsziel
weitgehend erreicht worden ist. Es ist nämlich zur Hauptsache darum gegangen zu
prüfen, ob Dr. med. D._ eine erheblich verschlechterte gesundheitliche Situation
angetroffen hatte. Der orthopädische Sachverständige des ABI hat aufgrund seiner
arbeitsmedizinischen Erfahrung bereits aus der Beobachtung des Verhaltens des
Beschwerdeführers in Situationen, in sich dieser unbeobachtet wähnte, den Schluss
ziehen können, dass sich nur die subjektiv dargestellte Beeinträchtigung im Bereich
beider Schultern, nicht aber die objektiv bestehende Situation verändert hatte. So hat
er beispielsweise bei der Prüfung des Finger-Boden-Abstandes festgestellt, dass der
Beschwerdeführer nach wie vor in der Lage war, die Arme so hängen zu lassen, dass
eine Flexion in den Schultergelenken von 80° erfolgt ist. Auch die Bewegungen beim
Ausziehen der Kleider haben eine freie Beweglichkeit der Arme gezeigt. Der
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Beschwerdeführer hat sogar ohne zwingenden Grund Bewegungen ausgeführt, die
aufgrund der Beschwerdeschilderungen nur mit erheblichen Schmerzen oder
überhaupt nicht mehr hätten möglich sein dürfen. Der orthopädische Sachverständige
des ABI hat deshalb mit einer überzeugenden Begründung festgestellt, dass keine
relevante Verschlechterung eingetreten war und dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung im
ersten ABI-Gutachten immer noch zutraf.
2.5 Der Vorwurf des Beschwerdeführers, das ABI gebe regelmässig zu tiefe
Arbeitsunfähigkeitsschätzungen ab, um die Beschwerdegegnerin bei ihrem
Kostensenkungsauftrag zu unterstützen und damit möglichst viele
Begutachtungsaufträge zu generieren, ist unhaltbar. Die IV-Stellen haben zwar den
Auftrag, das Ausmass der neu zuzusprechenden IV-Leistungen zu senken. Aber dieser
Auftrag beinhaltet natürlich nicht die Pflicht, durch bewusst fehlerhafte
Sachverhaltsabklärungen auch dort zu sparen, wo an sich ein Leistungsanspruch
bestünde. Die Sachverständigen des ABI haben also nicht den Auftrag, die
Arbeitsunfähigkeit tiefer einzuschätzen, als sie tatsächlich ist. Da die Zahl der dem ABI
von den IV-Stellen erteilten Begutachtungsaufträge nicht von den Resultaten, sondern
ausschliesslich von der Zahl der abzuklärenden Versicherten abhängt, haben die
Sachverständigen des ABI keine Veranlassung, aus geschäftlichen Überlegungen
heraus ihre Arbeitsunfähigkeitsschätzungen zu verfälschen. Der vom Beschwerdeführer
gegen das ABI erhobene Vorwurf der Befangenheit aus Gründen der
Gewinnoptimierung - oder auch nur die Behauptung des Anscheins einer solcherart
begründeten Befangenheit - ist haltlos. Da es sich beim zweiten Begutachtungsauftrag
an das ABI in erster Linie um eine Verlaufsabklärung und nur in zweiter Linie um eine
Auseinandersetzung mit dem Gutachten von Dr. med. D._ gehandelt hat, kann aus
der erneuten Wahl des ABI als Begutachtungsstelle keine Befangenheit und auch kein
objektiver Anschein einer Befangenheit abgeleitet werden. Dass der Beschwerdeführer
anlässlich der ersten Begutachtung nicht die erwartete Bestätigung seiner subjektiven
Krankheits- und Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung erhalten hatte und dass er erwarten
musste, diese Bestätigung vom ABI auch im "zweiten Anlauf" nicht zu erhalten, hat
zwar in seinen Augen, aber nicht in den Augen eines objektiven Beobachters eine
Befangenheit der Sachverständigen des ABI begründen können. Zusammenfassend ist
aufgrund der vorliegenden Akten mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer bis zum Erlass
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der angefochtenen Verfügung in einer seiner körperlichen Beeinträchtigung
angepassten Erwerbstätigkeit aus rein somatischer Sicht zu 100% arbeitsfähig war.
3.
Zu würdigen bleibt die Aktenlage in bezug auf die durch eine Beeinträchtigung der
psychischen Gesundheit bewirkte Arbeitsunfähigkeit.
3.1 Der damalige Hausarzt Dr. med. A._ hat in den Jahren 2002 und 2003 eine
depressive Verstimmung des Beschwerdeführers festgestellt, aber trotzdem eine
Arbeitsfähigkeit von 100% in einer der Beeinträchtigung der körperlichen Gesundheit
angepassten Erwerbstätigkeit angegeben. Seiner Auffassung nach hatte die depressive
Verstimmung also keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers.
Dr. med. A._ ist zwar nicht Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, aber
aufgrund seiner Erfahrung ist er doch in der Lage gewesen abzuschätzen, ob die
depressive Verstimmung des Beschwerdeführers so stark war, dass sie dessen
Arbeitsfähigkeit beeinträchtigte. Der behandelnde Psychiater Dr. med. B._ hat am 13.
November 2003 eine ganz andere Auffassung vertreten. Er hat die depressive Störung
als so erheblich betrachtet, dass der Beschwerdeführer nur noch in einer geschützten
Umgebung und auch dort nur noch halbtags arbeitsfähig gewesen sei. Der zuständige
Arzt des RAD Ostschweiz hat am 5. November 2003 darauf hingewiesen, dass der
Bericht von Dr. med. B._ nur die subjektiven Selbstangaben des Beschwerdeführers,
aber keine objektivierbaren medizinischen Befunde enthalte, so dass weder die
Diagnose noch die Arbeitsfähigkeitsschätzung nachvollzogen werden könnten. Schon
aus diesem Grund vermag die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. B._ nicht zu
überzeugen. Dafür spricht auch, dass Dr. med. B._ die Arbeitsfähigkeit seiner
Patienten - gerichtsnotorisch - aus der Sicht des Therapeuten einzuschätzen pflegt.
Zudem ist in späteren psychiatrischen Berichten von einer Zunahme der Beschwerden
erst ab dem Jahr 2006 die Rede. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist
also mit dem Bericht von Dr. med. B._ nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt, dass bereits ab Mai 2002 eine psychisch bedingte vollständige
Arbeitsunfähigkeit bestanden hätte. Im Gegenteil ist mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, dass der Beschwerdeführer vor 2006 nicht aus
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psychischen Gründen in einem rentenbegründenden Ausmass arbeitsunfähig gewesen
ist.
3.2 Der psychiatrische Sachverständige des ABI hat im ersten Gutachten vom 5.
November 2004 ausgeführt, der Beschwerdeführer erwarte, dass er gesund gemacht
werde, bevor er wieder eine Erwerbstätigkeit aufnehmen könne. Die Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit (90%) stützt sich auf eine Qualifikation der Depression als leichtgradig.
Diese Qualifikation wiederum stützt sich darauf, dass der psychiatrische
Sachverständige als Symptome einer Depression nur Konzentrations- und
Aufmerksamkeitsstörungen festgestellt hat, wobei diese Störungen vom
Beschwerdeführer subjektiv als weit stärker empfunden wurden, als sie bei objektiver
Betrachtung effektiv waren. Die Arbeitsunfähigkeit von 10% hat aus diesen Störungen
resultiert. Der psychiatrische Sachverständige hat bei der Untersuchung weder
Niedergeschlagenheit noch Traurigkeit, Verzweiflung oder andere depressive Gefühle
festgestellt. Er hat vermutet, dass die Abweichung zwischen dem Ergebnis seiner
Untersuchung und der Einschätzung von Dr. med. B._ auf einen nachhaltigen Erfolg
der Behandlung durch Dr. med. B._ zurückzuführen sei. Dafür besteht allerdings
nicht der geringste Hinweis. Dr. med. B._ hat nie von einer Phase der Besserung
gesprochen und auch in späteren psychiatrischen Berichten ist nie von einer -
vorübergehenden - Besserung die Rede gewesen. Effektiv hat die Differenz in der
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit darauf beruht, dass Dr. med. B._ und der
psychiatrische Sachverständige des ABI die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
von zwei ganz verschiedenen Warten aus bemessen haben. Dr. med. B._ hat aus der
Sicht des Therapeuten, der ideale Rahmenbedingungen für die Behandlung schaffen
will, eine Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben, während der psychiatrische
Sachverständige des ABI ausschliesslich nach dem Kriterium der objektiv definierten
Zumutbarkeit einer Willensanstrengung zur Überwindung der
Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung geurteilt hat. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung im ABI-
Gutachten vom 5. November 2004 erweist sich deshalb als überzeugend. Die
abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. B._ vermag daran nichts zu
ändern. Es ist demnach davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer mindestens
bis September 2004 in einer adaptierten Erwerbstätigkeit zu 90% arbeitsfähig gewesen
ist.
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3.3 Die Arbeitsfähigkeitsschätzung des ABI ist am 23. November 2005 von der Klinik
F._ im wesentlichen bestätigt worden. Der Psychiater der Klinik F._ hat zwar die
Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode angegeben, aber er hat den
Beschwerdeführer trotzdem ab dem Klinikaustritt für eine adaptierte Erwerbstätigkeit
zu 100% arbeitsfähig geschrieben. Daraus folgt, dass der Beschwerdeführer auch
gegen Ende 2005 nach wie vor in der Lage gewesen ist, in einem
rentenausschliessenden Ausmass einer adaptierten Erwerbstätigkeit nachzugehen.
Auch dies spricht gegen die vom Beschwerdeführer behauptete, angeblich bereits ab
2002 bestehende hohe Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen. Im Gegenteil ist
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, dass der
Beschwerdeführer zwischen 2002 und 2005 auch aus psychiatrischer Sicht nicht in
einem relevanten Ausmass arbeitsunfähig gewesen ist. Erst bei der zweiten Abklärung
durch das ABI am 27./28. März 2006 hat der psychiatrische Sachverständige eine
Verschlechterung des psychischen Zustandes festgestellt. Er hat die Arbeitsfähigkeit
neu auf 70% geschätzt. Begründet hat er diese Einschränkung mit dem
krankheitsbedingt grossen Pausenbedarf, den der Beschwerdeführer bei einer
Erwerbstätigkeit hätte. Der psychiatrische Sachverständige hat das psychische
Krankheitsgeschehen als labil eingeschätzt und angenommen, es habe sich etwa ein
Jahr vor dieser zweiten Begutachtung intensiviert. Dies lässt sich mit dem Bericht der
Klinik F._ vom 23. November 2005 nicht in Übereinstimmung bringen, auch wenn
dort eine mittelgradige depressive Episode angegeben worden ist. Die Klinik F._ ist
nämlich von einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 100% ausgegangen. Die vom
psychiatrischen Sachverständigen des ABI geäusserte Vermutung, dass die
psychische Situation des Beschwerdeführers schon ein Jahr vor der Abklärung
begonnen habe, sich zu verschlechtern, mag zwar richtig sein, aber die Reduktion der
Arbeitsfähigkeit kann erst nach dem Austritt aus der Klinik F._, also frühestens im
Dezember 2005 begonnen haben.
3.4 Knapp zwei Monate nach der zweiten Begutachtung durch das ABI ist der
Beschwerdeführer in die psychiatrische Klinik G._ eingetreten. Einweisender Arzt war
der behandelnde Psychiater Dr. med. B._. Im Bericht vom 21. November 2006 hat
die psychiatrische Klinik G._ die Diagnose der Klinik F._ bestätigt. Die
angegebenen Behandlungsziele deuten darauf hin, dass es sich nicht um einen
notfallmässigen Klinikeintritt aufgrund einer drastischen Verschlechterung des
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psychischen Gesundheitszustandes gehandelt hat. Es dürfte sich vielmehr um einen
Versuch gehandelt haben, den stockenden Heilungsprozess voranzutreiben. Das
bedeutet, dass für die Zeit nach dem Aufenthalt in der Klinik F._ bis zur zweiten ABI-
Begutachtung keine massive Verschlechterung der psychischen Gesundheit und damit
auch keine Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit auf 100% eingetreten ist. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung der psychiatrischen Klinik G._ (halbtags) beruht wohl auf
einer rein therapeutischen Sichtweise. Die Ärzte der psychiatrischen Klinik G._ hatten
einen Arbeitsplatz vor Augen, an dem der Beschwerdeführer seine Funktionsfähigkeit
ohne jeden Druck neu überprüfen und dabei Selbstvertrauen sollte entwickeln können.
Es hätte sich also um eine weitestgehend Therapiezwecken dienende Arbeit gehandelt,
wozu auch gehört hätte, dass der Beschwerdeführer nur halbtags hätte tätig sein
müssen. Da demnach das objektive Zumutbarkeitskriterium als Teil der IV-rechtlich
relevanten Arbeitsfähigkeit nicht zur Anwendung gelangt ist, vermag die
Arbeitsfähigkeitsschätzung der psychiatrischen Klinik G._ im Hinblick auf die
Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens nicht zu überzeugen. Immerhin
zeigt diese Schätzung, dass der psychische Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers während des stationären Aufenthalts in der psychiatrischen Klinik
G._ vom 6. Juni bis 15. September 2006 noch nicht so schlecht gewesen ist, dass
eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden hätte. Im Gegenteil bestätigt die
Arbeitsfähigkeitsschätzung der Ärzte der psychiatrischen Klinik G._ im Ergebnis die
Schätzung des psychiatrischen Sachverständigen des ABI, denn zwischen einer zu
Therapiezwecken auf 50% reduzierten Arbeit und einer objektiv zumutbaren Arbeit von
70% besteht kein erheblicher Unterschied.
3.5 Die Tagesklinik des psychiatrischen Zentrums H._ hat demgegenüber am
8. Dezember 2006 eine Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers von 100%
angegeben. Sie hat eine mittelgradige bis schwere Depression angenommen und sie
hat eine neue Diagnose gestellt, nämlich diejenige einer andauernden
Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom. Sowohl diese neue
Diagnose als auch die Arbeitsfähigkeitsschätzung beruhen nur auf den Selbstangaben
des Beschwerdeführers. Der Bericht der Tagesklinik vom 8. Dezember 2006 enthält
zudem keinen Hinweis darauf, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht
ausschliesslich aus therapeutischer Sicht abgegeben worden wäre. Die Diagnose der
andauernden Persönlichkeitsänderung setzt gemäss ICD-10 F 62.0 eine eindeutige und
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andauernde Veränderung in der Wahrnehmung sowie im Verhalten und Denken
bezüglich der Umwelt und der eigenen Person voraus. Diese Veränderung muss
deutlich ausgeprägt und mit einem unflexiblen und fehlangepassten Verhalten
verbunden sein, das vor der pathogenen Erfahrung nicht bestanden hat. Wenn der
Beschwerdeführer im November 2006 tatsächlich an einer andauernden
Persönlichkeitsänderung gelitten hätte, dann hätten bereits der psychiatrische
Sachverständige des ABI und vor allem die Ärzte der psychiatrischen Klinik G._
entweder diese Diagnose stellen oder zumindest deutliche Anzeichen für eine im
Entstehen begriffene Persönlichkeitsänderung erkennen müssen. Das war nicht der
Fall. Einzig in bezug auf die Schwere der Depression hätte in dieser kurzen Zeit eine
Veränderung eintreten können. Auffällig ist in diesem Zusammenhang, dass im Bericht
der Tagesklinik des psychiatrischen Zentrums H._ auf die Angaben des
Beschwerdeführers abgestellt wird, ohne diese kritisch auf ihre Objektivität zu prüfen.
Es ist deshalb möglich, dass der Beschwerdeführer im Lauf seiner langen
Behandlungs- und Begutachtungskarriere - bewusst oder unbewusst - zur Erkenntnis
gelangt ist, dass er nur mittels einer zu den Schulterbeschwerden hinzutretenden
schweren psychischen Erkrankung einen Anspruch auf eine Invalidenrente begründen
könne. Nichts deutet darauf hin, dass die Tagesklinik des psychiatrischen Zentrums
H._ ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung anhand des Kriteriums der objektiven
Zumutbarkeit einer Überwindung der Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung vorgenommen
hätte. Deshalb kann die im Bericht vom 8. Dezember 2006 angegebene vollständige
Arbeitsunfähigkeit nicht als überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen qualifiziert
werden. Hinzu kommen die zeitliche Nähe zu den deutlich abweichenden
Arbeitsfähigkeitsschätzungen des ABI und der psychiatrischen Klinik G._, die einer
angeblichen Arbeitsunfähigkeit zugrunde liegende neue Diagnose der andauernden
Persönlichkeitsveränderung, die in den vorangegangenen medizinischen Berichten nie
festgestellt oder erwartet worden ist, und die Tatsache, dass die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von der Tagesklinik des psychiatrischen Zentrums H._
auf einem rein therapeutischen Hintergrund abgegeben worden ist. Der
Arbeitsfähigkeitsschätzung der Tagesklinik des psychiatrischen Zentrums kann auch
nicht dadurch die notwendige Überzeugungskraft zukommen, dass der zuständige Arzt
des RAD Ostschweiz die Richtigkeit dieser Schätzung akzeptiert und zur Begründung
seiner Auffassung die Vermutung aufgestellt hat, dass sich wenige Tage nach der ABI-
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Begutachtung eine neue Krankheit (andauernde Persönlichkeitsstörung) eingestellt
habe, womit die Arbeitsunfähigkeit auf 100% angestiegen sei. Diese Meinung beruht
nämlich auf einer nicht durch eine unabhängige - eigene oder fremde - Untersuchung
gestützten Übernahme der Einschätzung der Tagesklinik des psychiatrischen Zentrums
H._. Die nach der Auffassung des RAD-Arztes ab April 2006 bestehende vollständige
Arbeitsunfähigkeit steht also nicht mit dem notwendigen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest. Die angefochtene Verfügung beruht für die Zeit
ab April 2006 auf einem in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes unzureichend
abgeklärten Sachverhalt und ist deshalb als rechtswidrig aufzuheben.
4.
4.1 Bis zur zweiten ABI-Begutachtung vom 27./28. März 2006 steht der massgebende
Arbeitsunfähigkeitsgrad fest. Er beträgt in einer der Behinderung gerecht werdenden,
adaptierten Erwerbstätigkeit ab Mai 2002 10%. Wann der Anstieg auf 30% erfolgt ist,
lässt sich dem zweiten ABI-Gutachten vom 8. Juni 2006 nicht mit der erforderlichen
Genauigkeit entnehmen. Diesbezüglich sind weitere Abklärungen notwendig. Dies
schliesst es aus, vorliegend für einen Teil der zur Diskussion stehenden Zeit über das
Begehren um eine Invalidenrente zu urteilen. Die Beschwerdegegnerin wird nach der
Vornahme der notwendigen zusätzlichen Sachverhaltsabklärungen über das Begehren
um die Zusprache einer Invalidenrente spätestens ab Mai 2003 neu verfügen, denn
massgebend ist entsprechend der vom Beschwerdeführer geäusserten Auffassung die
erste Anmeldung vom 17. Mai 2002, weil sie auch ein Rentengesuch beinhaltet hat. Die
Verfügung vom 13. August 2008 hat nur über das Gesuch um berufliche
Eingliederungsmassnahmen entschieden, das Rentengesuch also noch offen gelassen
hat.
4.2 Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung ist bei einer Rückweisung der
Streitsache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung des Sachverhalts und zur
anschliessenden neuen Verfügung in bezug auf die Parteientschädigung von einem
vollumfänglichen Obsiegen der beschwerdeführenden Person auszugehen (vgl. etwa
ZAK 1987 S. 266 Erw. 5a). Dasselbe gilt nach der Praxis des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen (in Analogie zur Rechtsprechung betreffend die
Parteientschädigung) für die Verlegung der Gerichtskosten (vgl. etwa das Urteil des
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Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. November 2008, IV 2007/302).
Das bedeutet, dass die Beschwerdegegnerin nicht nur dem Beschwerdeführer eine
ungekürzte Parteientschädigung auszurichten, sondern auch die vollen Gerichtskosten
zu tragen hat. Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand entsprechend (Art. 69
lit. g ATSG) erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Die Gerichtsgebühr wird nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis
1000 Franken festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gebühr von Fr. 600.- erscheint als
angemessen. Das am 6. November 2007 bewilligte Gesuch um die Gewährung der
unentgeltlichen Prozessführung ist als Eventualbegehren für den Fall des teilweisen
oder vollständigen Unterliegens zu interpretieren. Da der Beschwerdeführerin einen
Anspruch auf eine ungekürzte Parteientschädigung hat und da er keine Gerichtskosten
zu übernehmen hat, kommt dieses - bereits bewilligte - Eventualbegehren also nicht
zum Zug.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG