Decision ID: 4c8b68cd-a319-5a88-8700-8ef09c9bb358
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer suchte am 15. Oktober 2012 in der Schweiz um
Asyl nach. Zur Begründung gab er dabei im Wesentlichen an, aufgrund der
Kontakte eines Onkels zu den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) sei
er ins Visier der Eelam People's Democratic Party (EPDP) gelangt und ins-
gesamt drei Mal verhaftet worden.
B.
Mit Verfügung vom 20. November 2014 wies die Vorinstanz das Asylge-
such des Beschwerdeführers zufolge fehlender Glaubhaftigkeit ab und ord-
nete die Wegweisung sowie den Vollzug an. Eine dagegen am 22. Dezem-
ber 2014 erhobene Beschwerde wurde mit Urteil des Bundesverwaltungs-
gerichts D-7482/2014 vom 6. Mai 2016 abgewiesen.
C.
Mit Eingabe vom 16. August 2016 reichte der Beschwerdeführer beim Bun-
desverwaltungsgericht ein Revisionsgesuch ein, auf welches das Gericht
mit Urteil D-4960/2016 vom 31. August 2016 nicht eintrat.
D.
Am 6. September 2016 reichte er ein Mehrfachgesuch ein. Dabei machte
er im Wesentlichen geltend, er könne neue Beweismittel zum Nachweis
der als unglaubhaft erachteten Vorbringen beibringen.
E.
Mit Verfügung vom 22. November 2016 lehnte das SEM das Mehrfachge-
such ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug
an. Eine dagegen erhobene Beschwerde wurde mit Urteil des Bundesver-
waltungsgerichts D-11/2017 vom 25. März 2019 abgewiesen.
F.
Am 26. August 2019 reichte er eine als «Neues Asylgesuch» bezeichnete
Eingabe beim SEM ein. Dabei machte er im Wesentlichen geltend, die
Menschenrechts- und Sicherheitslage habe sich seit den Terroranschlägen
vom 21. April 2019, mit der offiziellen Nominierung von Gotabaya Rajapa-
ksa als offizieller Präsidentschaftskandidat und der Ernennung Shavendra
Silvas zum neuen Armeechef drastisch verschlechtert, was eine Neubeur-
teilung des gesamten Sachverhalts erforderlich mache. Die einzelnen im
BVGer-Referenzurteil vom 15. Juli 2016 definierten Risikofaktoren hätten
im Kontext der aktuellen Lage in Sri Lanka verstärkt Geltung. Zudem habe
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er anfangs 2019 ein Ehevorbereitungsverfahren auf dem Zivilstandsamt
eingeleitet. Sein Vater sei ihm dabei behilflich gewesen, die im Rahmen
dieses Ehevorbereitungsverfahrens benötigten Unterlagen im (...) 2019 in
Sri Lanka zu organisieren. Dabei sei sein Vater daktyloskopiert und foto-
grafiert worden. Das Zivilstandsamt habe die sri-lankischen Dokumente
von der Schweizer Vertretung in Colombo überprüfen lassen, wobei unter
anderem das sri-lankische Aussenministerium involviert gewesen sei. Im
(...) und am (...) 2019 sei es nun zu behördlichen Vorsprachen bei seinem
Vater gekommen. Dabei sei herausgekommen, dass sein Vater, welcher
zuvor einen Kontakt zu ihm verneint habe, gelogen habe. Es sei davon
auszugehen, dass das sri-lankische Aussendepartement oder das Zivil-
standesamt in Sri Lanka das Criminal Investigation Department (CID) in-
formiert habe.
G.
Mit Verfügung vom 5. September 2019 – eröffnet am 13. September 2019
– lehnte das SEM das Mehrfachgesuch ab und ordnete die Wegweisung
aus der Schweiz sowie den Vollzug an.
H.
Mit Eingabe vom 14. Oktober 2019 erhob der Beschwerdeführer gegen
diese Verfügung Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht. Darin be-
antragte er, es sei das Spruchgremium und dessen zufällige Auswahl so-
wie andernfalls die konkreten objektiven Auswahlkriterien bekannt zu ge-
ben. Ferner sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an
die Vorinstanz zurückzuweisen. Als Eventualbegehren beantragte er die
Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Gewährung von Asyl un-
ter Feststellung der Flüchtlingseigenschaft sowie die Feststellung der Un-
zulässigkeit oder zumindest der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzu-
ges.
Zur Stützung seiner Beschwerde reichte der Beschwerdeführer zahlreiche
Beweismittel zur Lage in Sri Lanka zu den Akten.
I.
Mit Zwischenverfügung vom 18. Oktober 2019 wurde dem Beschwerdefüh-
rer der Name des Instruktionsrichters und der Gerichtsschreiberin bekannt
gegeben und er wurde aufgefordert, bis zum 4. November 2019 einen Kos-
tenvorschuss einzuzahlen.
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Seite 4
J.
Der eingeforderte Kostenvorschuss wurde am 4. November 2019 fristge-
recht bezahlt.
K.
Mit Eingabe vom 3. März 2020 reichte der Beschwerdeführer eine Be-
schwerdeergänzung sowie weitere Beweismittel zu den Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-
lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig
und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-
gend – endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG
[SR 142.31]). Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Be-
schwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht
eingereichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 6 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG)
ist, vorbehältlich nachfolgender Einschränkung, einzutreten.
1.2 Auf den Antrag auf Mitteilung betreffend die Bildung des Spruchkörpers
ist nicht einzutreten (vgl. Teilurteil des BVGer D-1549/2017 vom 2. Mai
2018 E. 4).
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
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Seite 5
4.
In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rügen erhoben. Diese
sind vorab zu beurteilen, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassation
der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken.
4.1 Der Beschwerdeführer rügt, das SEM habe seinen Anspruch auf Ak-
teneinsicht verletzt, weil es weder Einsicht in die Akten der Schweizeri-
schen Botschaft in Bezug auf die Beglaubigung seiner Zivilstandsdoku-
mente genommen noch ihm diese offengelegt habe. Es beziehe sich in der
angefochtenen Verfügung auf diese Akten und führe dazu aus, es würden
sich keine Hinweise ergeben, die Botschaft wäre vorliegend vom Standard-
prozedere (Verifizierung mittels geschützter Onlineplattform) abgewichen.
Dennoch halte es anschliessend widersprüchlich fest, es sehe keinen An-
lass, in diese Akten Einsicht zu nehmen. Zudem habe das SEM dieses
Standardprozedere zu dokumentieren und offen zu legen.
Der Anspruch auf Akteneinsicht (vgl. BVGE 2015/10 E. 3.3) wurde vorlie-
gend nicht verletzt. Das SEM stellte in seiner Verfügung richtig, dass die
Schweizerische Botschaft lediglich eine Verifizierung (mittels Online-Platt-
form) von Beglaubigungen des sri-lankischen Aussenministeriums vor-
nehme, wobei dem Aussenministerium nicht erkennbar werde, wessen Do-
kumente verifiziert würden. Die Beglaubigung selber würde wie vorliegend
durch die Eheleute oder deren Familienangehörige erfolgen. Vor diesem
Hintergrund sah das SEM richtigerweise keinen Anlass, in die fallbezoge-
nen Abklärungen der Botschaft Einsicht zu nehmen. Die Erwägung, wo-
nach sich keine Hinweise ergäben, dass die Botschaft vom Standardpro-
zedere abgewichen sei, macht eine solche Einsicht nicht erforderlich, wes-
halb die Argumentation des SEM auch nicht als widersprüchlich zu erken-
nen ist. Das SEM hat dem Beschwerdeführer auch nicht, wie in der Be-
schwerde beantragt, dieses Standardprozedere offen zu legen. In der Ver-
fügung wird richtig darauf hingewiesen, dass ein Akteneinsichtsgesuch an
die für das Ehevorbereitungsverfahren zuständigen Behörden zu richten
wäre.
4.2 Weiter moniert der Beschwerdeführer, das SEM habe den Anspruch
auf rechtliches Gehör verletzt, indem es die von ihm eingereichten Beweis-
mittel (betreffend Beschaffung von Zivilstandsdokumenten) nicht gewürdigt
habe. Auch habe es ihn trotz entsprechendem Antrag nicht erneut ange-
hört. Zudem habe das SEM die Begründungspflicht verletzt, indem es auf
die behördliche Suche nach ihm bei seinem Vater nicht eingegangen sei.
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Neben den individuellen Asylgründen (Gefährdung aufgrund des Ehevor-
bereitungsverfahrens) habe die Vorinstanz sodann die länderspezifische
Lage in Sri Lanka (Papierbeschaffung und Background-Check; aktuelle
Lage) nicht berücksichtigt. Damit habe sie auch den Sachverhalt unvoll-
ständig und unrichtig festgestellt. Hierzu gab der Rechtsvertreter des Be-
schwerdeführers einen eigenen Länderbericht vom 22. Oktober 2018 zu
den Akten.
4.2.1 Vorliegend ist weder auf eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (vgl.
BVGE 2015/10 E. 3.3, BVGE 2016/9 E. 5.1) noch auf eine unrichtige oder
unvollständige Sachverhaltsfeststellung (vgl. BVGE 2016/2 E. 4.3) zu
schliessen.
4.2.2 Durch die mit dem Mehrfachgesuch eingereichten Beweismittel be-
treffend die Beschaffung von Zivilstandsdokumenten vermag der Be-
schwerdeführer lediglich deren Beantragung und Überprüfung in Sri Lanka
zu belegen. In Bezug auf die daraus angeblich folgenden Behelligungen
seines Vaters lässt sich daraus jedoch nichts ableiten. Das SEM argumen-
tierte deshalb in seiner Verfügung richtig, wenn es diese Behelligungen als
unbewiesene Parteibehauptungen bezeichnete. Das Recht auf Beweisab-
nahme wurde nicht verletzt. Weiter war die Vorinstanz nicht verpflichtet,
den Beschwerdeführer erneut anzuhören (vgl. Art. 111c AsylG). Mit der Ein-
reichung eines schriftlichen Asylgesuchs wird das rechtliche Gehör in der
Regel wahrgenommen (vgl. BVGE 2009/53 E. 5). Der anwaltlich vertretene
Beschwerdeführer konnte seine neuen Vorbringen im Gesuch und in der
Beschwerdeschrift ausführlich darlegen. Zudem ist auf seine Mitwirkungs-
pflicht gemäss Art. 8 AsylG zu verweisen.
4.2.3 In Bezug auf die Begründungspflicht gilt es anzumerken, dass das
SEM in seiner Verfügung, wenn auch in einer kurzen Erwägung, auf das
Vorbringen, wonach der Vater behelligt worden sei, eingegangen ist und
dieses als reine Parteibehauptung gewertet hat. Die Vorinstanz hat genü-
gend begründet, weshalb sie die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerde-
führers bei der aktuellen Lage verneint und eine Rückkehr des Beschwer-
deführers für zumutbar erachtet. Allein der Umstand, dass die Vorinstanz
in ihrer Länderpraxis zu Sri Lanka einer anderen Linie folgt als vom Be-
schwerdeführer vertreten, und sie aus sachlichen Gründen zu einer ande-
ren Würdigung der Vorbringen (inklusive Risikoanalyse) gelangt als vom
Beschwerdeführer verlangt, spricht weder für eine Verletzung der Begrün-
dungspflicht noch für eine ungenügende Sachverhaltsfeststellung. Viel-
mehr handelt es sich dabei um eine Frage der materiellen Beurteilung.
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4.2.4 Vor diesem Hintergrund hat das Gericht auch nicht die Fehlerhaf-
tigkeit des Lagebildes vom 16. August 2016 festzustellen (vgl. dazu etwa
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-6503/2018 vom 29. Januar 2019
E. 5.1).
4.3 Die formellen Rügen erweisen sich insgesamt als offensichtlich unbe-
gründet, weshalb keine Veranlassung besteht, die Verfügung aus formellen
Gründen aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen.
Das entsprechende Rechtsbegehren ist abzuweisen.
4.4 Der Beweisantrag auf erneute Anhörung ist nach dem Gesagten eben-
falls abzuweisen.
4.5 In der Beschwerdeergänzung vom 3. März 2020 wird schliesslich der
Antrag gestellt, es sei abzuklären, ob der Name des Beschwerdeführers
auf dem Mobiltelefon der entführten Schweizerischen Botschaftsangestell-
ten zu finden sei. Diesbezüglich kann dem Beschwerdeführer mitgeteilt
werden, dass sich gemäss Auskunft der Botschaft keine Daten über sich in
der Schweiz aufhaltende, asylsuchende Personen aus Sri Lanka auf dem
beschlagnahmten Mobiltelefon der vom Sicherheitsvorfall betroffenen lo-
kalen Angestellten der Schweizer Botschaft befanden und auch anderwei-
tig keine Informationen in Bezug auf die erwähnten Personen an Dritte ge-
langten.
5.
5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
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Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
6.
6.1 Zur Begründung seiner Verfügung hielt das SEM im Wesentlichen fest,
gemäss rechtskräftiger Feststellung im Asylentscheid vom 22. November
2016 sowie im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-11/2017 vom
25. März 2019 würden die früheren Asylvorbringen des Beschwerdeführers
nicht zur Annahme der Flüchtlingseigenschaft genügen. Entsprechend
weise er keine stark risikobegründenden Faktoren im Sinne des Referenz-
urteils E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 auf. Damit sei auch unter Berück-
sichtigung der neusten Lageentwicklung in Sri Lanka nicht davon auszu-
gehen, dass ihm bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahr-
scheinlichkeit eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG drohe. An dieser
Einschätzung vermöchten die verheerenden Anschläge in Sri Lanka auf
Kirchen und Hotels nichts zu ändern. Aus den Akten gehe nicht hervor,
dass er einen Bezug zu den Anschlägen aufweise oder dessen verdächtigt
würde. Hinsichtlich des erneut erwähnten exilpolitischen Engagements
würden sich seine Ausführungen auf die blosse Erwähnung, respektive
Wiederholung beschränken, dass er in der Schweiz exilpolitisch tätig sei.
Mit diesem Vorbringen habe sich indessen das Bundesverwaltungsgericht
bereits im Urteil vom 25. März 2019 auseinandergesetzt. Belege für eine
Fortsetzung seiner Aktivitäten nach Erlass dieses Urteils bliebe er schuldig.
Es seien auch keine Hinweise auf eine asylrelevante Gefährdung als Folge
des Ehevorbereitungsverfahrens erkennbar. Bei seinem Vorbringen, wo-
nach sein Vater im Zuge der Behördengänge ins Visier der sri-lankischen
Behörden geraten und auch das behördliche Interesse an ihm neu erwacht
sei, handle es sich um eine unbewiesene Parteibehauptung. Weiter nehme
die Schweizerische Botschaft lediglich eine Verifizierung (mittels Online-
Plattform) von Beglaubigungen des sri-lankischen Aussenministeriums vor,
wobei dem Aussenministerium nicht erkennbar werde, wessen Dokumente
verifiziert würden. Die Beglaubigung selber würde durch die Eheleute oder
deren Familienangehörige erfolgen. Davon sei auch im vorliegenden Fall
auszugehen. Aufgrund der Aktenlage ergäben sich keine Hinweise darauf,
dass die Schweizer Botschaft im vorliegenden Einzelfall vom Standardpro-
zedere abgewichen wäre und die Beglaubigung eigenständig beim Aus-
senministerium veranlasst hätte. Aufgrund der Aktenlage bestünden zu-
dem keine Hinweise auf eine Weitergabe von sensiblen Daten an die sri-
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lankischen Behörden durch die Schweizer Vertretung in Colombo, das Zi-
vilstandsamt oder durch andere, in das Ehevorbereitungsverfahren invol-
vierten nationalen Stellen. Gemäss seiner Eingabe handle es sich bei den
beglaubigten Dokumenten um reine Zivilstandsdokumente wie Geburtsur-
kunde und Ledigkeitsbescheinigung. Dieselben Dokumente würden auch
beim sri-lankischen Konsulat im Rahmen der Papierbeschaffung einge-
reicht. Bezüglich einer asylrelevanten Gefährdung aufgrund der Datenwei-
tergabe im Zusammenhang mit der Papierbeschaffung werde vollumfäng-
lich auf die entsprechenden Ausführungen im Urteil des Bundesverwal-
tungsgerichts D-11/2017vom 25. März 2019 E. 7.4.5 verwiesen. In Analo-
gie hierzu sei nicht damit zu rechnen, dass er bei einer Rückkehr eine asyl-
relevante Verfolgung aufgrund der Beglaubigung seiner Zivilstandsdoku-
mente durch das Aussenministerium beziehungsweise aufgrund des Ehe-
vorbereitungsverfahrens zu befürchten habe.
6.2 In der Beschwerde wird ausgeführt, der Beschwerdeführer erfülle zahl-
reiche der in der bundesverwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung defi-
nierten Risikofaktoren. So verfüge er aufgrund seiner Arbeit im Telefonshop
des Onkels, welcher die LTTE unterstützt habe, über Verbindungen zu den
LTTE und sei deshalb in der Vergangenheit behelligt worden. Aufgrund
dessen befinde er sich auf einer Stop-/Watch-List. Dies zeige auch das
anhaltende Verfolgungsinteresse an ihm. Mit seiner Flucht ins Ausland und
seinem langjährigen Aufenthalt in einem tamilischen Diasporazentrum ma-
che er sich weiter verdächtig, Wiederaufbaubestrebungen der LTTE getä-
tigt zu haben. Dieser Verdacht würde sich auch aufgrund seiner exilpoliti-
schen Aktivitäten bestätigen. Zudem würde er ohne gültige Ausweispapiere
zwangsweise zurückgeschafft. Angesichts der aktuellen Lage in Sri Lanka
hätten die einzelnen Risikofaktoren überdies verstärkt Geltung. Weiter er-
fülle er die Flüchtlingseigenschaft bereits zufolge seiner Zugehörigkeit zur
bestimmten sozialen Gruppe der abgewiesenen tamilischen Asylsuchen-
den sowie zur Gruppe der vermeintlichen oder tatsächlichen LTTE-Unter-
stützer.
7.
7.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1866/2015
vom 15. Juli 2016 festgestellt, dass Angehörige der tamilischen Ethnie bei
einer Rückkehr nach Sri Lanka nicht generell einer ernstzunehmenden Ge-
fahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt sind. Ob eine flüchtlingsrechtli-
che Gefährdung besteht, ist vielmehr anhand der im Urteil dargestellten
Risikofaktoren im Einzelfall zu würdigen (vgl. a.a.O. E. 8). Ausführungen,
dass alle abgewiesenen tamilischen Asylsuchenden als Mitglieder einer
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bestimmten sozialen Gruppe verfolgt würden, gehen daher fehl. Der Aus-
gang der Kommunalwahlen vom 10. Februar 2018 und der am 26. Oktober
2018 begonnene Machtkampf zwischen Sirisena, Rajapaksa und Wickre-
mesinghe sowie die Präsidentschaftswahlen von November 2019 vermö-
gen an dieser Lageeinschätzung nichts zu ändern. Die aktuelle Lage in Sri
Lanka war nach den Terroranschlägen im April 2019 zwar als volatil zu be-
urteilen, jedoch ist aufgrund dessen nicht auf eine generell erhöhte Gefähr-
dung von zurückkehrenden tamilischen Staatsangehörigen zu schliessen.
Insofern ist an der Lageeinschätzung des Referenzurteils
E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 weiterhin festzuhalten.
Am 16. November 2019 wurde Gotabaya Rajapaksa zum neuen Präsiden-
ten Sri Lankas gewählt (vgl. Neue Zürcher Zeitung [NZZ], In Sri Lanka kehrt
der Rajapaksa-Clan an die Macht zurück, 17.11.2019; https://www.the-
guardian.com/world/2019/nov/17/sri-lanka-presidential-candidate-rajapa-
ksa-premadas-count-continues, abgerufen am 5. März 2020). Gotabaya
Rajapaksa war unter seinem älteren Bruder, dem ehemaligen Präsidenten
Mahinda Rajapaksa, der von 2005 bis 2015 an der Macht war, Verteidi-
gungssekretär. Er wurde angeklagt, zahlreiche Verbrechen gegen Journa-
listinnen und Journalisten sowie Aktivisten begangen zu haben. Zudem
wird er von Beobachtern für Menschenrechtsverletzungen und Kriegsver-
brechen verantwortlich gemacht; er bestreitet die Anschuldigungen (vgl.
Human Rights Watch: World Report 2020 – Sri Lanka, 14.1.2020). Kurz
nach der Wahl ernannte der neue Präsident seinen Bruder Mahinda zum
Premierminister und band einen weiteren Bruder, Chamal Rajapaksa, in
die Regierung ein; die drei Brüder Gotabaya, Mahinda und Chamal Raja-
paksa kontrollieren im neuen Regierungskabinett zusammen zahlreiche
Regierungsabteilungen oder -institutionen (vgl. vgl. https://www.ani-
news.in/news/world/asia/sri-lanka-35-including-presidents-brother-cha-
mal-rajapksa-sworn-in-as-ministers-of-state20191127174753/, abgerufen
am 4. März 2020). Beobachter und ethnische / religiöse Minderheiten be-
fürchten insbesondere mehr Repression und die vermehrte Überwachung
von Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten, Journalistinnen und
Journalisten, Oppositionellen und regierungskritischen Personen (vgl.
Schweizerische Flüchtlingshilfe [SFH]: Regierungswechsel weckt Ängste
bei Minderheiten, 21.11.2019). Anfang März 2020 löste Gotabaya Rajapa-
ksa das Parlament vorzeitig auf und kündigte Neuwahlen an (vgl. NZZ, Sri
Lankas Präsident löst das Parlament auf, 3.3.2020).
Das Bundesverwaltungsgericht ist sich dieser Veränderungen in Sri Lanka
bewusst. Es beobachtet die Entwicklungen aufmerksam und berücksichtigt
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Seite 11
diese bei seiner Entscheidfindung. Zwar ist beim derzeitigen Kenntnisstand
durchaus von einer möglichen Akzentuierung der Gefährdungslage auszu-
gehen, der Personen mit einem bestimmten Risikoprofil ausgesetzt sind
beziehungsweise bereits vorher ausgesetzt waren (vgl. Referenzurteil des
Bundesverwaltungsgerichts E 1866/2015 vom 15. Juli 2016, HRW, Sri
Lanka: Families of "Disappeared" Threatened, 16.02.2020). Dennoch gibt
es zum heutigen Zeitpunkt keinen Grund zur Annahme, dass seit dem
Machtwechsel in Sri Lanka ganze Bevölkerungsgruppen kollektiv einer
Verfolgungsgefahr ausgesetzt wären. Unter diesen Umständen ist im Ein-
zelfall zu prüfen, ob ein persönlicher Bezug der asylsuchenden Personen
zur Präsidentschaftswahl vom 16. November 2019 respektive deren Fol-
gen besteht.
7.2 Mit den Vorbringen der LTTE-Verbindungen des Beschwerdeführers
und seines exilpolitischen Engagements hat sich das Bundesverwaltungs-
gericht bereits in den Urteilen D-7482/2014 vom 6. Mai 2016 und
D-11/2017 vom 25. März 2019 auseinandergesetzt und diese für unglaub-
haft beziehungsweise nicht risikobegründend befunden. Diese Einschät-
zung ist auch unter Berücksichtigung der neusten Lageentwicklung in Sri
Lanka seit November 2019 zu bestätigen. Weitere seit dieser Beurteilung
erfolgte exilpolitische Tätigkeiten werden in der vorliegenden Beschwerde
nicht geltend gemacht. Es besteht auch kein persönlicher Bezug des Be-
schwerdeführers zur Präsidentschaftswahl vom 16. November 2019 res-
pektive deren Folgen. Aus den auf Beschwerdeebene eingereichten zahl-
reichen Dokumenten zur allgemeinen Lage und politischen Situation in Sri
Lanka kann der Beschwerdeführer keine individuelle Gefährdung ableiten.
7.3 Die Erwägungen des SEM in Bezug auf eine Gefährdung durch die
Beschaffung von Zivilstandsdokumenten sind vollumfänglich zu bestäti-
gen. Dass der Vater deshalb in Sri Lanka behelligt wurde, scheint dem Ge-
richt nicht glaubhaft, zumal solche Dokumente zahlreich von Tamilen im
Exil problemlos beantragt worden sein dürften. Mit den diesbezüglich ein-
gereichten Beweismitteln vermag der Beschwerdeführer – wie erwähnt –
lediglich die Beantragung und Überprüfung der Dokumente in Sri Lanka zu
belegen. In Bezug auf die daraus angeblich folgenden Behelligungen sei-
nes Vaters lässt sich daraus jedoch nichts ableiten. Im Gesuch oder der
Beschwerde werden denn zu diesen Ereignissen auch keine substanziier-
ten Angaben gemacht. Weiter vermag auch die ausführliche Argumentation
des SEM zu überzeugen, wonach nicht damit zu rechnen sei, dass er bei
einer Rückkehr eine asylrelevante Verfolgung aufgrund der Beglaubigung
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Seite 12
seiner Zivilstandsdokumente durch das Aussenministerium beziehungs-
weise aufgrund des Ehevorbereitungsverfahrens zu befürchten habe. Auf
die überzeugenden Erwägungen des SEM kann zur Vermeidung von Wie-
derholungen verwiesen werden. Wenn in der Beschwerde nun ausgeführt
wird, die Argumentation des SEM zur Lauterkeit des Verfahren der Bot-
schaft sei zweitrangig, da es irrelevant sei, weshalb die Behörden auf ihn
aufmerksam geworden seien, ist dies nicht nachvollziehbar. Das neuerli-
che Asylgesuch des Beschwerdeführers baut doch unter anderem gerade
auf der angeblichen Suche nach ihm aufgrund des Ehevorbereitungsver-
fahrens auf.
7.4 Schliesslich ergibt sich auch aus einer etwaigen Vorsprache auf dem
sri-lankischen Generalkonsulat oder den im Zusammenhang mit der Er-
satzreisepapierbeschaffung an die heimatlichen Behörden übermittelten
Daten keine Gefährdung (vgl. BVGE 2017 VI/6 E. 4.3.3).
7.5 Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer nichts vorgebracht, was
geeignet wäre, seine Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest
glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat sein Asylgesuch zu Recht abge-
lehnt.
8.
8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
8.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche
Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. BVGE
2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
9.
9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der
Schweiz (insbesondere Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkommens
über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30], Art. 25 Abs. 3
BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und
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andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder
Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der Ausländerin
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-
gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AlG). Gemäss Art. 83 Abs. 4 AlG kann der
Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im
Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürger-
krieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet
sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von
Art. 83 Abs. 7 AlG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Der Vollzug ist
schliesslich nicht möglich, wenn die Ausländerin oder der Ausländer weder
in den Heimat- oder in den Herkunftsstaat noch in einen Drittstaat ausrei-
sen oder dorthin gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 AlG).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
9.2 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung mit zutreffender
Begründung erkannt, dass der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der
Nichtrückschiebung mangels Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft keine
Anwendung findet und keine anderweitigen völkerrechtlichen Vollzugshin-
dernisse erkennbar sind. Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwal-
tungsgerichts lassen weder die Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie noch
die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka den Wegweisungs-
vollzug als unzulässig erscheinen (vgl. Referenzurteil E-1866/2015 E. 12).
An dieser Einschätzung ist auch unter Berücksichtigung der aktuellen Ent-
wicklungen in Sri Lanka festzuhalten. Der Europäische Gerichtshof für
Menschenrechte (EGMR) hat zudem wiederholt festgestellt, dass nicht ge-
nerell davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe in Sri Lanka
eine unmenschliche Behandlung. Eine Risikoeinschätzung müsse im Ein-
zelfall vorgenommen werden (vgl. Urteil des EGMR R.J. gegen Frankreich
vom 19. September 2013, Nr. 10466/11; Rechtsprechung zuletzt bestätigt
in J.G. gegen Polen vom 11. Juli 2017, Nr. 44114/14). Aus den Akten erge-
ben sich keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer
bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit per-
sönlich gefährdet wäre. Der Vollzug der Wegweisung ist zulässig.
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9.3 Aktuell herrscht in Sri Lanka weder Krieg noch eine Situation allgemei-
ner Gewalt. Der Wegweisungsvollzug in die Nordprovinz Sri Lankas ist zu-
mutbar, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskriterien (ins-
besondere Existenz eines tragfähigen familiären oder sozialen Bezie-
hungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und
Wohnsituation) bejaht werden kann (vgl. Urteil E-1866/2015 E. 13.2). An
dieser Einschätzung ist auch unter Berücksichtigung der aktuellen Entwick-
lungen in Sri Lanka festzuhalten.
Das SEM hat vorliegend richtig festgestellt, auf individueller Ebene seien
keine neuen Tatsachen erkennbar, die gegen den Vollzug der Wegweisung
sprechen würden. Es kann vollumfänglich auf die entsprechenden Erwä-
gungen im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-7482/2014 vom 6. Mai
2016 E. 7.3.2 verwiesen werden. Aufgrund der Trennung von seiner Ver-
lobten kann auch aus dem Ehevorbereitungsverfahren nichts zu seinen
Gunsten abgeleitet werden. Dass die Familie den Kontakt zu ihm aus Wut
abgebrochen habe, weil sie durch Beantragung der Zivilstandsdokumente
unnötig in den Fokus der Behörden geraten sei, ist als Schutzbehauptung
zu werten. Die erst in der Beschwerdeergänzung geltend gemachten psy-
chischen Probleme des Beschwerdeführers sprechen ebenfalls nicht ge-
gen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Im eingereichten Arztbe-
richt vom 27. Februar 2020 wird dem Beschwerdeführer nach lediglich zwei
Sitzungen eine posttraumatische Belastungsstörung attestiert. Auffallend
ist, dass die Konsultationen kurz nach dem negativen Entscheid des SEM
erfolgten. Das Krankheitsbild des Beschwerdeführers wäre aber in Sri
Lanka ohnehin behandelbar (vgl. Urteile des BVGer D-7355/2016 vom
11. Februar 2019 E. 11.5.2 m.w.H. und D-5221/2018 vom 24. Juni 2019
E. 9.7). Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung
auch als zumutbar.
9.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-
sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE
2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu
bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
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10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit da-
rauf einzutreten ist.
11.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aufgrund der sehr
umfangreichen Beschwerde mit zahlreichen Beilagen ohne individuellen
Bezug zum Beschwerdeführer sind die Kosten praxisgemäss auf insge-
samt Fr. 1‘500.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-
gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der Rechtsvertreter des Beschwerdefüh-
rers stellte im vorliegenden Fall zum wiederholten Mal ein Rechtsbegeh-
ren, über das bereits in anderen Verfahren mehrfach befunden wurde (Be-
stätigung der Zufälligkeit beziehungsweise Offenlegung der objektiven Kri-
terien der Zusammensetzung des Spruchkörpers). Somit sind ihm in die-
sem Zusammenhang unnötig verursachte Kosten persönlich aufzuerlegen
und auf Fr. 100.– festzusetzen (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 66 Abs. 3 BGG; vgl.
auch Urteil des Bundesgerichts 5D_56/2018 vom 18. Juli 2018 E. 6; Urteil
des BVGer E-5142/2018 vom 13. November 2018 E. 6.1). Im restlichen
Umfang sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.– dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen. Der einbezahlte Kostenvorschuss von
Fr. 1‘500.– ist zur Begleichung der Verfahrenskosten zu verwenden. Der
Restbetrag von Fr. 100.– ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
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