Decision ID: 0b5d1bc0-6ae4-4b8e-a60d-fd549e328472
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1972, verfügt über eine kaufmännische Ausbildung mit
Berufsmatura
.
Im Januar 2012 meldete sich die Versicherte ein erstes Mal und im Juni 2016 ein weiteres Mal bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/4,
Urk.
6/103). Mit Verfügungen vom 2
5.
Juni 2014
und vom 1
8.
Oktober 2016 wies die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
, IV-Stelle, die Leistungsgesuche der Versicherten a
b (
Urk.
6/89, Urk.
6/120
). Die Verfügungen erwuchsen jeweils unangefochten in Rechtskraft.
1.2
Unter Hinweis auf ein Rückenleiden und damit verbundene Schmerzaus
strah
lungen in die Beine meldete sich
die Versicherte
im September 2018
wiederum
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
. In der Anmeldung gab sie an, seit Dezember 2016 sei sie bei der
Y._ in Z._
als Betreuer
in für kognitiv beeinträchtigte
Menschen tätig, jedoch leide sie seit Dezember 2017 unter starken Bein- und Beckenschmerzen, weswegen sie weder länger stehen noch länger sitzen könne (
Urk.
6/126). Daraufhin nahm die IV-Stelle
Unterlagen zur Person der Versicherten zu den Akten und
tätigte
erwerbliche sowie medi
zinische Abklärungen (Urk. 6/
127
ff.). Insbesondere holte sie das polydisziplinäre Gutachten der Ärzte der
A._
vom 15. Juni 2020 ein
. Das Gutach
ten deckt di
e Fachgebiete Allgemeine Innere Medizin (Dr.
med. B._
, Facharzt für Innere Medizin), Neurologie (
Dr.
med. univ. C._
), Orthopädie (
Dr.
med. D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates) sowie Psychiatrie (
Dr.
med. E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie) ab
(Urk.
6/208
).
Nachdem der Regionale Ärztliche Dienstes (RAD) zum Gutachten Stellung genommen hatte (
Urk.
6/213/8 f.)
,
erliess die IV-Stelle a
m 17. November 2020 den Vorbescheid, mit dem sie der Versicherten die Abweisung des Leistungsgesuchs in Auss
icht stellte (Urk. 6/217
).
1.3
Gegen
den Vorbescheid
erhob die Versicherte in
zahlreichen
Eingaben Einwände
und beantragte die Zusprechung einer ganzen Rente
.
In erster Linie
kritisierte
sie
das
A._
-Gutachten
inhaltl
ich,
bemängelte
aber
auch
verfahrensrechtliche Aspekte
(Urk. 6/220 ff.)
.
Namentlich
kritisierte
sie
,
das
A._
-G
utachten
sei
den
behandelnden Ärzten
nicht
zu
r
Stellungnahme
unterbreitet worden
(
Urk.
6/
226/1
f.
)
,
es fehle an der erforderlichen Konsensbeurteilung (
Urk.
6/
233/9), es seien bei der Begutachtung wesentliche Verletzungen respektive Gesundheits
beeinträchtigungen übersehen worden (
Urk.
6/258/1),
ein elektronischer Textver
gleich zeige, dass es sich um ein
nicht individuell
verfasstes
G
utachten handle (
Urk.
6/262)
.
Am
7.
Mai 2021 ersuchte die IV-Stelle die Experten und Expertinnen
von
A._
um die Beantwortun
g ergänzender Fragen (
Urk.
6/2
74
/1
). Am
5.
August 2021 wies die Gutachterstelle darauf hin, die Beantwortung der zusätzlichen Fragen sei angesichts der seit der Erstattung des Gutachten
s
verstrichenen Zeit mit einem erheblichen Aufwand verbunden, zumal eine der Exp
ertenpersonen zwischen
zeitlich nicht mehr für die Gutachterstelle tätig sei (
Urk.
6/287).
Am 24.
August 2021 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, Rückfragen an die Gutachterstelle
A._
seien nicht mehr möglich, insbesondere da eine der Gutachterinnen nicht mehr dort tätig sei, weswegen sie gedenke, ein weiteres polydisziplinäres Gut
achten
in den Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie, Neuro
lo
gie und Psychiatrie
einzuholen, wobei die Wahl der Begutachtungsstelle
entspre
chend den gesetzlichen Bestimmungen
zufallsbasiert,
erfolgen werde
(
Urk.
6/291
). Gegen dieses Vorgehen erhob die Versicherte in der Folge
wiederum
Einwände (
Urk.
6/292).
Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 2
4.
September 2021 mit, sie halte an der erneuten Einholung eines polydisziplinären Gutachtens fest
(
Urk.
6/307/4)
,
und sie äusserte sich zur
seitens der Versicherten aufgelegten
Stellungnahme von
PD
Dr.
med. F._
, Facharzt für
Psychiatrie
und Psychotherapie,
vom 2
3.
August 2021 (
Urk.
6/295)
dahingehend, dass damit keine neuen wesentlichen Aspekte dargetan worden seien
(
Urk.
6/307
/2
).
Ferner orientierte die IV-Stelle am
4.
Oktober 2021
die
G._
AG
(nachfolgend:
G._
)
über den Auftrag Nr. ... von H._
(vgl.
Urk.
6/312),
setzte sie
über den Kontext des Auftrages
in Kenntnis und unterbreitete
ihr
die zu beant
wor
tenden
Fragestellung
en
(
Urk.
6/311). Am
2
5.
Oktober 2021
setzte die IV-Stelle die Versicherte über die Auftragsvergabe an
die
G._
in Kenntnis
(
Urk.
6/323). Bereits zuvo
r hatte
die
Versicherte mit Eingabe
vom 1
9.
Oktober 2021 weitere Einwände gegen die in Aussicht genommene
erneute Begutachtung erhoben
(Urk.
6/321). Zusätzliche Einwände erhob sie auch mit ihren Stellungnahmen v
om 2
9.
Oktober und
2.
November 2021 zur M
itteilung der IV-Stelle vom 25.
Oktober 2021 (
Urk.
6/324,
Urk.
6/329).
1.4
Am 1
0.
Dezember 2021 erliess die IV-Stelle
die
als Zwischenverfügung bezeich
nete
formelle Verfügung, mit der sie feststellte, die Einholung eines weiteren poly
dis
ziplinären Gutachtens sei notwendig, die Begutachtung erfolge durch die Exper
tinnen und Experten der
G._
und die Begutachtung umfasse die Fach
diszi
plinen der Allgemeinen Inneren Medizin, der Neurologie, der
Orthopädie und der Psychiatrie. Ferner führte die IV-Stelle in der Verfügung die Namen der Experten und Expertinnen auf und erklärte, sie halte an den Gutachterfragen fest
(
Urk.
2 =
Urk.
6/339).
2.
Gegen die Verfügung vom 1
0.
Dezember 2021
erhob die Versicherte mit Eingabe vom 2
3.
Dezember 2021 Beschwerde und stellte die folgenden Rechtsbegehren
(
Urk.
1 S. 2)
:
1.
Es sei Rechtsverweigerung/Rechtsverzögerung festzustellen.
2.
Es sei die angefochtene Verfügung vom 1
0.
Dezember 2021 wegen Nichtig
keit, allenfalls wegen rechtlicher
/
tatsächlicher Mangelhaftigkeit aufzuheben.
3.
Es sei eine ga
nze Invalidenrente zuzusprechen
.
4.
Es sei festzustellen, dass die mit der angefochtenen Verfügung
angeordnete Oberbegutachtung rechtswidrig sei
beziehungsweise die Anordnung einer weiteren polydisziplinären Begutachtung medizinisch und verfahrensmässig kontraindiziert sei und einen unverhältnismässigen Eingriff in die Persönlich
keit darstelle.
5.
Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die vorliegenden medizinischen Akten inhaltlich zu prüfen und zu beurteilen und über das Resultat einen nachvollziehbar begründeten Bericht vorzulegen und zur Stel
lungnahme zu unterbreiten.
6.
Subeventualiter
sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten respektive es sei ihr Frist anzusetzen zur verfassungs- und gesetzmässigen Führung des Ver
waltungsverfahrens respektive Fällung des Sachentscheides.
Die IV-Stelle beantragte in der Beschwerdeantwort vom
2.
Februar 2022 die Ab
weisung der Beschwerde (
Urk.
5). In der Eingabe vom
7.
Februar 2022 äusserte sich die Versicherte erneut zur Sache (
Urk.
7).
Davon wurde der IV-Stelle am 8.
März 2022 Kenntnis gegeben
(
Urk.
10)
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf
den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheides
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis
31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
fol
gend
- soweit sie zur Anwendung gelangen -
auch in dieser Fassung zitiert werden.
2.
2.1
Geltend gemacht wird eine Rechtsverweigerung insbesondere im Sinne einer ungenügenden Verfügungsbegründung (
Urk.
1 S. 7). Die unzureichende Begrün
dung eines Entscheides betrifft in erster Linie den Anspruch auf rechtliches Gehör.
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Par
teien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten (Art. 49 Abs. 3 Satz 2 ATSG), das heisst eine Darstellung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der rechtlichen Erwägungen. Gemäss Art. 52 Abs. 2 Satz 2 ATSG werden
Einspracheentscheide
begründet. Die aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (BV) fliessende Begründungspflicht gebietet nicht, dass sich der
Versicherungsträger mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinander
setzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sich die Behörde auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Begrün
dung muss so abgefasst sein, dass sich die betroffene Person über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich das Gericht respektive der Versi
cherungsträger hat leiten lassen und auf die sich sein Entscheid stützt (BGE 142 II 49 E. 9.2, 136 I 229 E. 5.2, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung hält fest, welche Begutachtungsstelle das Gutachten zu erstellen hat und sie nennt die Fachgebiete und die Namen der Gutachter. Ferner wird in der Verfügungsbegründung ausführlich zu
den massgeblichen
Einwänden der Beschwerdeführerin Stellung genommen, namentlich zum zufalls
basierten Verfahren bei der Wahl der Gutachterstelle und zur fachlichen Eignung der Expertinnen und Experten (
Urk.
2
S. 2
ff.). Die Verfügungsbegründung vermittelt hinreichend die Überlegungen, von denen sich die Beschwerdegegnerin bei Erlass des Entscheides hat leiten lassen. Daran ändert die ausführliche per
sönliche Begründungsanalyse der Beschwerdeführerin (Urk. 3/4) nichts, die sich an ihren subjektiven Bedürfnissen orientiert, jedoch über die verfahrensrechtliche
Garantie des rechtlichen Gehörs hinausgeht.
Die
Verfügungsbe
gründung
war zu
dem
so abgefasst, dass sich die
Beschwerdeführerin
über die Tragweite des Ent
scheids Rechenschaft geben und
sie
ihn
offensichtlich
in voller Kenntnis der Sache an
s Sozialversicherungsgericht weiterzuziehen konnte
.
Festzuhalten bleibt, dass sich die Beschwerde i
n diesem Punkt
als unbegründet erweist.
2.2
2.2.1
Als Minimalanforderung an ein rechtsstaatliches Verfahren gewährleistet Art. 29 Abs. 1 BV den Erlass eines Entscheides innerhalb einer angemessenen Frist (BGE 144 II 486 E. 3.2). Eine Verletzung von Art. 29 Abs. 1 BV – sowie gegebenenfalls von Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschen
rechte und Grundfreiheiten (EMRK; BGE 130 I 174 mit Hinweisen) – liegt nach der Rechtsprechung unter anderem dann vor, wenn eine Gerichts- oder Ver
waltungsbehörde ein Gesuch, dessen Erledigung in ihre Kompetenz fällt, nicht an die Hand nimmt und behandelt. Ein solches Verhalten einer Behörde, welche pflichtwidrig völlig untätig bleibt oder auf eine ihr frist- und formgerecht unter
breitete Sache nicht eintritt, obschon sie darüber befinden müsste, wird in der Rechtsprechung als formelle Rechtsverweigerung bezeichnet (vgl. BGE 135 I 6 E. 2.1, 134 I 229 E. 2.3, 133 V 188 E. 3.2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 2C_526/2020 vom 20. Oktober 2020 E. 3.6.2). Art. 29 Abs. 1 BV ist aber auch verletzt, wenn die zuständige Behörde sich zwar bereit zeigt, einen Entscheid zu treffen, diesen aber nicht binnen der Frist fasst, welche nach der Natur der Sache
und nach der Gesamtheit der übrigen Umstände als angemessen erscheint (Rechts
verzögerung); die Angemessenheit der Dauer bestimmt sich nicht absolut.
Sie ist im Einzelfall unter Berücksichtigung der gesamten Umstände einer Angelegenheit wie der Art, Bedeutung und des Umfangs des Verfahrens, der Schwierigkeit der Materie, des Verhaltens der Beteiligten, der Bedeutung für die Betroffenen sowie der für die Sache spezifischen Entscheidungsabläufe zu prüfen
(vgl. BGE 144 II 486 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_315/2018 vom 5. März 2019 E. 3.2.1).
Im Falle einer Rechtsverweigerung oder Rechtsverzögerung
durch den Versiche
rungsträger
(vgl. Rechtsbegehren
der Beschwerdeführerin
Ziff.
1;
Urk.
1
S. 2) steht
der betroffenen Person ein unmittelbares Beschwerderecht zu (
Art.
56
Abs.
2 ATSG).
2.2.2
Betreffend den hier strittigen Verfahrensschritt, das heisst
die Einholung eines zusätzlichen Gutachtens
,
hat die Beschwerdegegnerin am 1
0.
Dezember 2021 for
mell verfügt. Von einer Rechtsverweigerung kann in diesem Zusammenhang
so
mit
nicht gesprochen werden.
Bei der
Verfügung
vom 1
0.
Dezember 2021
han
delt
es sich
um einen verfahrensleitenden Entscheid. Die Frage, ob die Beschwerde
führerin Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung hat, ist mithin noch offen
und nicht Gegenstand des angefochtenen Entscheids
. Mit dem Erlass der
verfahrensleitenden Verfügung dokumentiert
e
die Beschwerdegegnerin ihr Bemü
hen
,
den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin
zu klären
,
um hernach einen das Verfahren abschliessenden Sachentscheid treffen zu können. Auch unter diesem Gesichtspunkt kann von einer Rechtsverweigerung
im Sinne der Nicht-
Anhandnahme
der
Streit
sache
nicht gesprochen werden
.
2.
2.3
Von einer Rechtsverzögerung liesse sich im vorliegenden Kontext ausgehen
, falls die Beschwerdegegnerin
der aus
Art.
43
Abs.
1 ATSG fliessenden Verpflichtung zur Abklärung des für den Leistungsanspruch massgeblichen Sachverhaltes
unzu
reichend Beachtung schenkt, indem sie
mit der
Vor
nahme
gewisser
Abklärungs
schritte zuwarte
t
, ohne dass
konkrete
Sachumstände dies
rechtfertigen
. Nach
dem das
A._
-Gutachten vom
1
5.
Juni 2020
Ende des genannten Monats bei der
Beschwerdegegnerin
eingegangen
war (vgl.
Eingangsvermerk im Aktenverzeich
nis
zu
Urk.
6/1-342)
,
prüfte die Beschwerdegegnerin dieses, legte es insbesondere
dem
RAD
vor (
Urk.
6/213/8 ff.), nahm eine Ressourcenprüfung vor (
Urk.
6/216) und evaluierte die für die Invaliditätsbemessung erforderlichen Vergleichsein
kommen (Validen- und Invalideneinkommen;
Urk.
6/212)
. Hernach erliess sie am 1
7.
November 2020 den Vorbescheid, mit dem sie die Abweisung des Leistungs
begehrens in Aussicht stellte (
Urk.
6/217). Im weiteren Verlauf des
Vorbe
scheid
verfahrens
erhob die Beschwerdeführerin über einen mehrm
onatigen Zeitraum in zahlreichen
Eingaben
zahlreiche
Einwände gegen den vorgesehenen Entscheid (
Urk.
6/220 ff.).
Am
7.
Mai 2021 ersuchte die IV-Stelle die Experten der
A._
um die Beantwortun
g ergänzender Fragen, namentlich im Zusammenhang mit zwischenzeitlich eingereichten Berichte
n behandelnder Ärzte (
Urk.
6/279/17
).
Nach mehrmalige
r Erinnerung an das Ersuchen
(
Urk.
6/285 f.) teilte die Gutach
terstelle am
5.
August 2021 mit, die Beantwortung der ergänzenden Fragen sei
angesichts
der seit der Erstattung des Gutachtens verstrichenen Zeit mit eine
m erheblichen Aufwand verbunden, zumal
eine der Expertenpersonen
zwischen
zeitlich für einen anderen Arbeitgeber tätig sei
und daher separat kontaktiert werden müsse
. Es sei
mit zusätzlichen Kosten in der Grössenordnung von
Fr.
7'500.-- zu rechnen
(Urk.
6/287).
Im August 2021
entschloss sich
die Be
schwerdegegnerin
zur Einh
olung ein
e
s weiteren Gutachtens, wobei die Beschwer
deführerin
auch dagegen
Einwände
erhob (
Urk.
6/291 ff.). Am 10.
Dezember 2021 erliess die Beschwerdegegnerin schliesslich den hier angefochtenen Zwischenent
scheid betreffend Einholung eines polydisziplinären Gutachtens
von
der
G._
(
Urk.
2).
Zwischen der Erstattung des Gutachtens
von
A._
am 1
5.
Juni
2020 (
Urk.
6/208), dem Erlass des Vorbescheids v
om 17.
November 2020 (
Urk.
6/217
), den von der Beschwerdeführerin hernach in zahlreichen Eingaben über einen längeren Zeitraum vorgebrachten Einwände
n
(
Urk.
6/220 ff.), der Mitteilung vom 24.
August 2021, mit der die Beschwerdeführerin über die Einholung eines weite
ren Gutachtens informiert wurde
(
Urk.
6/291), und dem Erlass
der hier a
ngefoch
tenen Verfügung am 10.
Dezember 2021 (
Urk.
2),
verging
jeweils keine längere Zeit, wäh
rend der die Beschwerde
gegn
erin
untätig geblieben wäre
,
was es nicht rechtfertigt, eine ins Gewicht fallende Rechtsverzögerung zu bejahen
.
Daran ändert nichts, sollten die
Bestrebungen der Beschwerdegegnerin im Zusammen
hang mit der Einh
olung eines weiteren Gutachtens
sachlich nicht geboten
ge
wesen sei
n
, welcher Frage in nachfolgender E.
4
nachzugehen ist.
Im Vordergrund bei der Beurteilung einer Rechtsverzögerung steht das tatsächliche Handeln.
Weitere
Erörterungen
erübrigen
sich
,
denn
die Beschwerde
führ
erin
hat
den Vor
wurf der Rechtsverweigerung u
nd Rechtsverzögerung
nicht näher substantiiert
, weder in der Beschwerdeschrift
(vgl.
Urk.
1 S.
4, S.
6, S.
7)
noch in der als Bestandteil derselben
bezeichneten Beschwerdebeilage
Urk.
3/
BO3 (
Urk.
1 S.
10 u.
Urk.
3/4).
3.
3
.1
Nichtigen Verfügungen geht jede Verbindlichkeit und Rechtswirksamkeit ab. Nach der Rechtsprechung ist eine Verfügung nichtig, wenn der ihr anhaftende Mangel besonders schwer und offensichtlich oder zumindest leicht erkennbar ist und die Rechtssicherheit durch die Annahme der Nichtigkeit nicht ernsthaft gefährdet wird. Als Nichtigkeitsgrund kommt namentlich die Unzuständigkeit der verfügenden Behörde in Betracht. Die Nichtigkeit ist jederzeit und von sämtlichen staatlichen Instanzen von Amtes wegen zu beachten; sie kann auch im Rechts
mittelweg festgestellt werden (BGE 139 II 243 E. 11.2, 132 II 342 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2017 vom 23. Februar 2018 E. 5.2).
3
.2
Da die Nichtigkeit einer Anordnung jederzeit und von allen staatlichen Behörden von Amtes wegen zu beachten ist, kann sie in jedem Verfahrensstadium geltend gemacht werden. Ein qualifiziertes Interesse, insbesondere ein drohender, nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil, muss nicht nachgewiesen werden. Aus welchen Gründen hier bezüglich der Verfügung vom 1
0.
Dezember 2021 von einer Nichtigkeit, das heisst einer besonders qualifizierten Mangelhaftigkeit, aus
zu
gehen
wäre
(vgl. Rechtsbegehren
Ziff.
2;
Urk.
1
S. 2)
, führt
e
die Beschwer
de
führerin
nicht
weiter
aus
und es si
nd
auch
keine schweren oder leicht
erkennbaren Mängel
ersichtlich
. Insbesondere macht die Beschwerdeführerin nicht geltend, die Beschwerdegegnerin sei zum Erlass der angefochtenen Verfügung nicht befugt gewesen.
Von einer Nichtigkeit der Verfügung ist
demnach
nicht auszugehen.
In diesem Punkt
erweist sich
die Beschwerde
als unbegründet. Auf die
Rügen der Beschwerdeführerin
betreffend
Mangelhaftigkeit
der Anordnung der Begutach
tung
durch die Ärzte
der
G._
ist in
nachstehende
r
E. 4
einzugehen
.
4.
4.1
Zentraler Inhalt der
Verfügu
ng vom 10.
Dezember 2021
ist die
Einholung eines zusätzlich
en polydisziplinären Gutachtens (
Urk.
2). Die Rechtmässigkeit dieser Anordnung stellt die Beschwerdeführerin in Frage (Rechtsbegehren
Ziff.
4; Urk.
1
S. 2)
.
Beim
Entscheid
vom 1
0.
Dezember 2021
handelt es sich um eine Zwi
schen
verfügung
im Sinne von
Art.
55
Abs.
1
ATSG in
V
erbindung mit
Art.
5
Abs.
2 und
Art.
46 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (
VwVG
), welche bei Bejahung
eines
nicht
wieder gutzuma
chenden
Nachteils (
Art.
46 Abs.
1 lit. a
VwVG
; BGE 132 V 93 E. 6.1) grundsätzlich selbständig mit Beschwerde an
gefochten werden kann.
Im Zusammenhang mit Entscheiden über die Einholung von Gutachten hat das Bundesgericht die Anfechtbarkeitsvoraussetzungen des nicht
wieder gutzumachenden
Nachteils für das erstinstanzliche Beschwerde
ver
fahren in IV-Angelegenheiten bejaht (BGE 141 V 330 E. 5.1 und 5.2; BGE 139 V 339 E. 4.4).
Wird eine Begutachtung verfügungsweise angeordnet, so kann die versicherte Person materielle Einwendungen gegen
die
Be
gutachtung an sich (etwa mit dem
Einwand,
es handle sich um eine nicht zulässige
«
second
opinion
»), gegen Art oder Umfang der Begutachtung (beispielsweise betreffend die Auswahl der medizinischen Disziplinen) oder gegen bezeichnete Sachverständige (etwa betreffend deren Fachkompetenz) erheben (BGE 138 V 271 E. 1.1 mit Hinweis).
4.2
Die Beschwerdeführerin rügt zur Hauptsache,
mit der
in Aussicht genommen Ei
n
holung des
G._
-Gutachtens beabsichtige
die
Beschwerdegegnerin
die Durch
führung einer Oberbegutachtung. Für ein solches Vorgehen fehle es an der rechtlichen Grundlage.
Ein neues Gutachten könne erst wieder im Rahmen eines allenfalls von Amtes wegen aufzunehmenden Revisionsverfahrens ange
ordnet werden. Im Übrigen werde
aus den Darlegungen der Beschwerdegegnerin nicht klar, weswegen sie
das
vorliegende polydisziplinäre Gutachten
nicht für ausrei
chend erachte
(
Urk.
1 S. 11).
4.3
Zunächst war nach Einschätzung des
RAD
der gesundheitliche Zustand der Be
schwerdeführerin
mit der
Erstattung des
A._
-Gutachtens vom 1
5.
Juni 2020
hinreichend geklärt (
Urk.
6/213/8 f.). Die
aus Sicht der
Beschwerdegegnerin im weiteren Verlauf
gleichwohl
aufgetretenen
Fragen an die Experten von
A._
hat sie im Schreiben vom
7.
Mai 2021 form
uliert (
Urk.
6/279/17
).
Als nötig erach
tete
sie
eine
Stellungnahme zur Kritik
am Gutachten
, die behandelnde Ärzte
erhoben hatten (Fragen 1-2)
,
eine
Einschätzung
von
R
eha
-Möglichkeiten im Zusammenhang mit einem Bericht der
Y._
vom März 2021
(Frage
3) und
schliesslich eine Würdigung
fremdanamnestischer Angaben des Ehemannes
der Beschwerdeführerin (Frage 4)
. Nachdem
A._
über den Kosten
rahmen für die
Beantwortung der zusätzlichen Fragen
orientiert
und
insbesondere
darauf hingewiesen hatte
, eine Expertenperson
sei
nicht
mehr
fü
r die Begut
achtungsstelle, sondern nunmehr für die Invalidenversicherung
tätig, weswegen
deren Miteinbezug
eigens organisiert werden müsse
(
Urk.
6/287), entschloss sich die Beschwerdegegnerin
,
anstelle der Ergänzung des
A._
-Gutachtens
ein
e weitere polydisziplinäre Begutachtung
in Auftrag zu geben. Am 2
4.
August 2021
hielt sie fest, das
neue
Gutachten habe
namentlich
über
die
Beeinträchtigung im Haushalt
und in der Erwerbstätigkeit
Auskunft zu geben und es sei
darin
insbe
sondere
ausführlich zum
A._
-Gutachten Stellung zu nehmen, unter Berück
sichtigung der neu eingegangenen
Arztberichte
, der seitens der Beschwerde
füh
rerin erhobenen Rügen sowie der psychosozialen Faktoren
(Urk.
6/289
/3
,
Urk.
6/311/3
-4
).
Ein eigentlicher
Fragenkatalog
, wie er bei der Einholung eines polydisziplinären Gutachtens in der Regel Verwendung findet,
ist nicht akten
kundig, was die Beschwerdeführerin
auch
bemängelt
, ohne indes eigene Fragen zu formulieren
(
Urk.
1 S
.
12
).
Die Aufforderung an die neuen Gutachter zur ausführlichen Würdigung des
A._
-Gutachtens zielt
im Wesentlichen
auf die Einholung einer sogenannten
«
second
opinion
»
ab.
Die für die Beurteilung des Leistungsanspruchs von Amtes wegen durchzuführenden Abklärungen nach
Art.
43 ATSG beinhalten
jedoch
nicht das Recht des Versicherungsträgers, eine
«
second
opinion
»
zu dem bereits in einem Gutachten festgestellten Sachverhalt einzuholen, wenn dieser nicht seinen Vorstellungen entspricht (BGE 141 V 330 E. 5.2, Urteil des Bundesgerichts 8C_133/2021 vom 2
5.
August 2021 E. 4.2).
Festzuhalten ist in diesem Zusammenhang, dass der Versicherungsträger
laut dem in
Art.
43
Abs.
1 ATSG statuierten Untersuchungsgrundsatz verpflichtet
ist
, die
notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen und die erforderli
chen
Auskünfte einzuholen. Die Verfahrensleitung liegt dabei beim Versiche
rungs
träger, dessen Ermessensspielraum in Bezug auf Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen gross ist
. G
estützt auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den
Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit entschieden werden kann
(
Urteil des Bundesgericht 9C_57/2019 vom
7.
März 2019 E. 3.2
)
.
4.4
O
b
sich
weitere Abklärungen
in der Form einer erneuten Begutachtung recht
fertigen
,
hängt
aber auch
davon ab
, inwieweit
ein bereits vorliegendes
Gutachten
die praxisgemässen inhaltlichen und bewei
smässigen Anforderungen erfüllt
(Urteil
des Bundesgericht 9C_57/2019 vom
7.
März 2019 E. 3.2).
Im Gutachtensauftrag an die Begutachtungsstelle
G._
äusserte sich die Beschwerdegegnerin zu
den
Motiven
für die wei
tere Begutachtung (Urk. 6/311/2
f.). Sie verwies zunächst auf
eine
Stellungnahm
e des RAD vom 6.
Mai 2021, welche indessen nicht akten
kundig ist
.
Aktenkundig ist
hingegen
das Schreiben der Beschwerdegegnerin an
A._
vom
7.
Mai 2021
(Urk.
6
/279
/17
) mit Ergänzungsfragen namentlich
auf
grund von
seitens der Beschwerdeführerin aufgelegten Berichten
behandeln
der Ärzte
zum
A._
-Gutachten (vgl. vorstehende E. 4.3).
Unter Berücksichti
gung des Umstandes, dass die Beschwerdegegnerin respektive
der RAD
nach Erstattung des
A._
-Gutachtens
grundsätzlich
zum Schluss gelangt waren, dieses genüg
e den Beweisanforderungen (Urk.
6/213/8 f.
)
, rechtfertigt sich zur Klärung einiger
Ergänzungsfragen (Urk.
6/
279
/17
)
noch
keine vollständige Neubegutachtung
, wie von der Beschwerdegegnerin in Aussicht genommen
.
Auch
die in der Folge
von der Beschwerd
egegnerin zusätzlich gewünschte ärztliche
Bewertung der Beein
trächtigung im Haushalt (
Urk.
6/311/3)
setzt
bei objektiver Betrachtung
k
eine vollständige neue Begutachtung
voraus
.
Eine
besondere
Bedeutung
misst
die Be
schwerdegegnerin
ferner
dem Hinweis von
A._
bei,
eine der Expertinnen
sei
zwischenzeitlich für die I
nvalidenversicherung tätig
(
vgl. Urk.
6/287/
2
).
Gemeint ist
damit wohl
die Neurologin
Dr.
C._
als
einzige
an der B
egutachtung beteiligt
e
Ärztin (
Urk.
6/208/2)
.
Hier
ist zu bedenken, dass
die Tätigkeit einer Ärztin oder eines Arztes für die Invalidenversicherung sie
respektive ihn
als Expertin
oder Experten nicht ausschliess
t.
Sogar
Beurteilungen versicherungs
in
terner Ärzte und Ärztinnen
sind
ein zulässiges Beweismittel
, dess
en Verwert
bar
keit
allerdings
insofern eingeschränkt ist, als
bereits beim Vorliegen von
geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und der Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen
angezeigt
sind (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1 mit Hinweisen).
Inwiefern eine spätere Tätigkeit für einen Versicherungsträger die Unvoreingenommenheit der Expertin im
massgebenden
Untersuchungszeitpunkt beeinträchtigten sollte, ist weder ersichtlich noch dargetan.
4.5
Ein
summarischer
Blick in das
A._
-Gutachten zeigt
jedoch
, dass dem dia
gnos
tizierten psychischen Leiden in Form einer
chronifizierten
Traumafolgestö
rung
gemäss ICD-10 F43.1 (
Urk.
6/208/
7
,
Urk.
6/208/260) entscheidend
e
Bedeu
tung
zugemessen
wurde
, indem die Experten
deswegen
von einer Beeinträchti
gung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
auch in angepassten Tätigkeiten ausgingen (
Urk.
6/208/7 f.,
Urk.
6/208/262).
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesge
richt, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281
zu unterziehen sind (E. 6 und 7
).
Da eine Symptomverstärkung und damit ein möglicher Ausschlussgrund (
BGE 141 V 281 E. 2.2.1, 1
31 V 49 E. 1.2
)
nicht im Vordergrund steht (Urk.
6/208/265), kann auf das struktur
ierte Beweisverfahren nicht
verzichtet werden. Inwiefern
dieser Thematik
bei der Einholung des Gutach
tens von
A._
Rechnung getragen
und den Experten eine e
ntsprechend for
mulierte Fragestellung
unterbreitet
wurde, lässt sich dem seinerzeitigen Gutach
tensau
f
trag nicht entnehmen (vgl.
Urk.
6/166). Aus den Darlegungen der Gut
achter von
A._
jedenfalls ist nicht ersichtlich, dass sie die
im Rahmen des
strukturierte
n
Beweisverfahren
s
massgeblichen Indikatoren geprüft hätten. Ange
sichts der Leitlinien der Rechtsprechung vermag die nachträgliche Ressourcen
prüfung durch die Beschwerdegegnerin (
Urk.
6
/216
) diesen Mangel nicht zu be
heben
, zumal der Gutachtensauftrag zu einer Zeit erfolgte, als die Standards des strukturierten Beweisverfah
r
ens
Geltung hatten
.
Im Weiteren hängt d
er Beweiswert eines zwecks Rentenrevision
oder wie hier im
Neuanmeldeverfahren erstellten Gutachtens wesentlich davon ab, ob es sich
ausreichend auf das Beweisthema - erhebliche Änderung(en) des Sach
ver
halts - bezieht
(Urteil des Bundesgerichts
8C_121/2021 vom 2
7.
Mai 2021
E. 4.2.1). Dies
bezügliche medizinische Darlegungen
sind der interdisziplinären Gesamtbeurtei
lung nicht zu entnehmen (
Urk.
6/208/1-9).
Somit lässt sich nicht davon ausgehen, d
ass das Gutachten von
A._
die inhaltlichen und beweismässigen Anforderungen
an ein medizinisches Gutachten zur Beurteilung
eines Revisionsgrundes sowie
der Restarbeitsfähigkeit erfüllt
. Da
mit
lag
die Anordnung
einer neuerlichen Begutachtung im zu schützenden
weit
gehenden
Ermessen der Beschwerdegegnerin
.
4.6
Obschon der Entscheid, ein neues Gutachten einzuholen
,
grundsätzlich
nicht zu beanstanden ist, kann die angefochtene Verfügung nicht ohne Weiteres bestätigt werden.
Im
Begutachtungsauftrag vom
4.
Oktober 2021 (
Urk.
6/311) fehlt der un
missverständliche Auftrag, dass die Begutachtung leitliniengerecht unter Berück
sichtigung der für das strukturierte Beweisverfahren beachtlichen Indikatoren zu erfolgen hat, was es erlaubt
,
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentiale
n (Ressourcen) andererseits
, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE
141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl.
auch
Urteil des Bundesgerichts
9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1).
Das strukturierte Beweisverfahren
hat
sich bereits im Gutachtensauftrag respektive der Formulierung der Gutachterfra
gen niederzuschlagen. In den Fragekatalog sind sodann auch Fragen an die Ärzte zu allfälligen Beeinträchtigungen im Haushalt aufzunehmen, soweit eine solche Beurteilung aufgrund der Umstände als
angezeigt
erscheint (Urteil des Bundes
gerichts 8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1).
Sodann sind Fragen zu erheb
lichen Änderungen des Sachverhaltes zu formulieren.
Der Katalog mit den von den Gutachtern zu beantwortenden Fragen ist
sodann
vor der Anordnung des Gutachtens integral aktenkundig zu machen und der
Gegenpartei
bekannt zu geben, was vorliegend bisher unterblieben ist (vgl.
Urk.
6/323). Die Beschwerde
führerin rügt dies zu Recht.
4.7
Zusammenfassen
d
ist zum einen festzuhalten
, dass
die
Formulierung des Auftra
ges an
die Ärzte von
G._
, im neu einzuholenden Gutachten sei ausführlich zum
A._
-Gutachten Stellung zu n
ehmen
(
Urk.
6/311/3),
auf die Einholung einer Zweitmeinung hinausläuft
, was
im Verwaltungsverfahren
kein statthaftes Vorgehen
ist
.
Zum anderen
aber
erweist sich
das Gutachten von
A._
insofern als mangelhaft, als trotz massgeblicher Bedeutung des psychischen Leidens keine den Leitlinien des strukturierten Beweisverfahrens entsprechende Abklärung stattgefunden
hat und eine Bezugnahme auf das Beweisthema der erheblichen Änderung des Sachverhalts fehlt
. Dies
lässt
nebst einer allfälligen Gutachtens
er
gänzung
auch
die Einholung eines weiteren Gutachtens
als gerechtfertigt erschei
nen
, doch sind hierbei
die
sich
aus
Art.
44 ATSG ergebenden
und von der
R
echt
sprechung entwickelten Standards zu beachten
(vgl. dazu ausführlich
Kieser
, ATSG-Kommentar,
4.
Aufl., Zürich 2020,
Art.
44 Rz 39 ff.). Diesen genügt das Vorgehen der Beschwerdegegnerin nicht, weswegen die angefochtene Verfügung aufzuheben ist.
Die Beschwerdegegnerin wird über die noch nötigen zusätzlichen Abklärungsschritte erneut zu befinden haben.
In diesem Sinne ist die Beschwerde begründet.
Soweit die Beschwerdeführerin
darüber hinaus
das Verfahren
in Bezug auf
den
seinerzeitigen Gutachtensauftrag an
A._
oder
den Inhalt des
A._
-
Gut
achtens
rügt (vgl. insb.
Urk.
1 S.
9 f.)
,
ist auf die Beschwerde nicht einzutreten
.
Hier
zu prüfen ist
ausschliesslich die
Rechtsmässigkeit der Anordnung
der neuer
lichen
Begutachtung durch die Experten und Expertinnen von
G._
mittels der
Zwischenverfügung vom 10.
Dezember 202
0.
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin verlangt zusätzlich, ihr sei eine ganze Rente zuzu
spre
chen (
Rechtsbegehren
Ziff.
3;
Urk.
1 S. 2, S. 4 u. S. 13). Da die Beschwerde
geg
nerin noch keine Verfügung in der Sache selber, das heisst über den Leistungs
an
spruch der Beschwerdeführerin im Sinne von
Art.
49
Abs.
1 ATSG erlassen hat
und
damit
das Vorbescheidverfahren
abgeschlossen ist
, ist
es
dem Gericht ver
wehrt
,
hierüber zu befinden und der Beschwerdeführerin eine Leistung zuzu
sprechen.
In diesem Punkt ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.
5.2
Schliesslich beantragte die Beschwerdeführerin auch, es sei durch das Gericht auf den Gang des Abklärungsverfahrens Einfluss zu nehmen
(
Rechtsbegehren
Ziff.
5 u. 6;
Urk.
1 S
. 2). D
em Sozialversicherungsgericht als Justizinstanz
kommt
gegen
über der Beschwerde
gegn
erin als
Verwaltungs
träger keine
Weisungsbefugnis zu. Es verbietet sich vor diesem Hintergrund
,
auf das
Verwaltungs- respektive Abklä
rungsverfahrens
durch
konkrete
A
nordnungen
Einfluss zu nehmen.
Auf welche andere Weise als durch Einholung eines weiteren polydisziplinären Gutachtens die
Beschwerdegegnerin
die für sie noch offenen Fragen klärt oder
je nach den Umständen
ohne weitere Abklärungen über den Leistungsanspruch der Beschwer
deführerin entscheidet, liegt in
ihrer
Kompetenz
. A
uf die Beschwerde
ist auch in diesem Punkt
nicht einzutreten.
6.
6.1
Da es vorliegend nicht um die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung geht, ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung von
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG – gemäss
Art.
61 lit. a ATSG kostenlos.
6.2
Aufgrund des teilweisen Obsiegens hat die anwaltlich vertretene Beschwerde
füh
rerin gestützt auf
Art.
61 lit. g ATSG Anspruch auf eine reduzierte Prozessent
schädigung. Diese ist gemäss
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozial
ver
sicherungsgericht (GSVGer) unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache
und der Schwierigkeit des Prozesses festzusetzen. Unter Berücksichtigung der genannten Aspekte
, mit der Bemerkung, dass die Beschwerdeführerin im wesent
lichen Punkt betreffend Rechtmässigkeit der Anordnung einer erneuten Begut
achtung obsiegt,
und
in Anwendung
des praxisgemässen Stundenansatzes von
Fr.
220.--
erweist sich
unter Kürzung
um
eine
n
Viertel
eine Entschädigung von
Fr.
2’2
00.-- als angemessen (inkl.
Mehrwertsteuer und Barauslagen).
Eine Entschädigung für das Abklärungsverfahren (vgl.
Urk.
1 S. 8) fällt ausser Betracht. Den Anspruch auf eine Entschädigung für den Aufwand im Vorbe
scheidverfahren hat die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 3. Februar 2021
verneint
. Auf die dagegen erhobene Beschwerde trat das
Sozialversicherungs
gericht des Kantons Zürich
mit Urteil
IV.2021.00160 vom
5.
August 2021
nicht ein, wobei dieser Entscheid in der Folge unangefochten in Rechtskraft erwuchs.
Damit hat es mit dem vorinstanzlichen Entscheid sein Bewenden.