Decision ID: a09dffa2-c644-44ae-b542-3cc440a0de19
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1961
,
absolvierte keine Berufsausbildung
,
war zu
letzt von Mai bis August 2010 selbständig erwerbstätig und betrieb einen Catering-Service
(Urk.
7/20/2 Ziff. 4 f.
)
.
Unter Hinweis auf
B
eschwerden
im Zu
sam
menhang mit Schilddrüsenkrebs und Depressionen
meldete sich
die Ver
sicherte
- nachdem sie vom Sozialzentrum
B._
zur Früherfassung angemel
det w
o
r
de
n
war
(vgl. Urk. 7/14) -
am
13. Januar 2011
bei der Invalidenversicherung zum
Leistungsbezug an (Urk.
7/23
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, klärte die medizinisch
e und erwerbliche Situation ab und holte beim
C._
ein polydisziplinäres Gut
achten ein, das am
12. Januar 2012
erstattet wurde (Urk.
7/39
).
Mit Vorbescheid vom 6. Juli 2012
stellte
die IV-Stelle
die Abweisung des
Leistungsbegehren
s in Aussicht
(Urk. 7/47). Aufgrund des dagegen erhobenen Ein
wandes (Urk. 7/49, Urk. 7/57) holte die IV-Stelle bei den Gutachtern des
C._
eine ergänzende Stellungnahme ein (vgl. Urk. 7/58), welche am 1. Februar 2013 erstattet wurde (Urk. 7/59) und die wiederum zur Stellungnahme der Versicher
ten unterbreitet wurde (vgl. Urk.
7/60-62). Mit Verfügung vom 14. März 2013 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch und entschied im Sinne ihres Vor
bescheides (Urk. 7/64 =
Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
16. April 2013
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
14. März 2013
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr
ab September 2011 eine halbe Rente
zuzusprechen (Urk.
1 S.
2
)
.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
21. Mai 2013
(Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
7. Juni 2013
wurden antragsgemäss (vgl. Urk.
1
S. 2
) die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt (Urk.
8)
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Der Rentenanspruch entsteht gemäss
Art.
29
des Bundesgesetzes über die In
validenversicherung (IVG)
frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29
Abs.
1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (
Abs.
1).
Der Anspruch entsteht nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Abs. 2).
Die Rente wird vom Beginn des Mo
nats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (
Abs.
3).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E.
1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in ihrer Verfügung (Urk. 2) davon aus,
seit 1. Februar 2011 sei die Beschwerdeführerin gestützt auf das
C._
-Gutachten vom 12. Januar 2012 in jeglichen Tätigkeiten zu 20 % eingeschränkt. Zumutbar seien ih
r alle Tätigkeiten
ausser körperlich schwer belastende, insbesondere
rückenbelastende Tätigkeiten (S. 1).
Sowohl beim Validen- als auch beim
Invali
deneinkommen
seien die Tabellenlöhne für Hilfsarbeiten beizuziehen. Dabei resultiere ein Invaliditätsgrad von 20 % (S. 2 oben).
Die Beurteilungen der be
handelnden Ärzte könnten das
C._
-Gutachten nicht in Frage
stellen, zumal dieses nachvollziehbar, begründet und schlüssig sei (S. 3)
.
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt (Urk. 1)
,
auf das
C._
-Gutachten könne nicht abgestellt werden, da
insbesondere
weder
eine
Rücksprache mit den Fachpersonen, bei welchen sie in psychotherapeuti
scher Behandlung sei,
erfolgt sei (S. 4 f. Ziff. 6)
, noch eine Auseinandersetzung mit den anderslautenden Diagnosen und Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit
stattgefunden habe
(S.
7 Ziff. 4)
. Gestützt auf
die
Berichte
der behandelnden
Fachpersonen
sei denn auch ausgewiesen, dass sie in der angestammten oder einer
angepassten Tätigkeit
nur zu 50 % arbeitsfähig sei
. Die
Beschwerde
geg
nerin
hätte weitere Abklärungen betreffend die beruflichen Massnahmen und die
In
tegrationsmassnahmen
vornehmen müssen (S.
6 Ziff. 3).
Weiter kritisierte
die Beschwerdeführerin, dass sich weder die Beschwerdegegnerin noch die
C._
-
Gutachter mit den gescheiterten Arbeitsv
ersuchen auseinandergesetzt hätten
(S. 7 f. Ziff. 4).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch zu Recht verneinte.
3.
3.1
Bis Dezember 2010 war die Beschwerdeführerin bei
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Psychotherapie und Psychiatrie, in Behandlung (Bericht vom 8. Februar 2011, Urk. 7/29). Er diagnostizierte eine depressive
Persönlichkeits
störung
(ICD-10 F34.1), welc
he seit dem Jugendalter bestehe
(Ziff. 1.1), und at
te
stierte ihr eine 100
%ige Arbeitsunfähigkeit in ihren
bisherigen Tätigkeiten (Köchin, Büroarbeiten, Fotografin) seit 1. September 2010 bis auf weiteres (Ziff. 1.6). Nach weiterer psychischer Stabilisierung könne die Beschwerdefüh
rerin auf längere Sicht 50 % in der bisherigen Tätigkeit arbeiten, sinnvoll sei ein gradueller Anstieg (Ziff. 1.8).
3.2
Mit Bericht vom 9. März 2011 (Urk. 7/30) hielt
Dr.
med.
E._
, Allge
meine Medizin FMH, als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Depression, ein chronisches
Lumbovertebralsyndrom
und ein Hashimoto Thy
reoiditis fest (
S. 2
Ziff. 1.1).
Sie attestierte
der Beschwerdeführerin
in der bis
herigen Tätigkeit als Kö
chin und im Büro eine 60%ige beziehungsweise eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit ab 1. Januar 2010 und
eine solche
von 100
% seit
1. Januar (richtig: Oktober) 2010 (S. 2 Ziff. 1.5; vgl. auch S. 3 Ziff. 1.6).
Im Mo
ment
sei die kombinierte Tätigkeit aus Kochen für das Catering und Büroar
beiten für die Grafik und Werbung nicht zumutbar, weil sich die Depression stark
verschlimmert habe (S.
3 Ziff.
1.7).
3.3
Vom
5.
bis
9.
Dezember 2011 wurde die Beschwerdeführerin stationär in den Dis
ziplinen Allgemeinmedizin,
I
nnere Medizin, Rheumatologie und Psychiatrie im
C._
untersucht und das gestützt darauf erfolgte Gutachten wurde am 12. Januar 2012 erstattet (Urk. 7/39). Die Gutachter stellten folgende Diagnosen
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 21
Ziff. 8
; vgl.
auch S.
18 Ziff. 4.3.4
):
chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode
(ICD-10 F33.0)
Probleme durch negative Kindheitserlebnisse
(ICD-10 Z61.3)
Probleme in Verbindung mit Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit
(ICD-10 Z56)
Status nach Operation eines Schilddrüsentumorknotens 2002
Status nach anamnestisch Thyreoiditis Hashimoto 2008
euthyreote
Stoffwechsellage unter
Eltroxin
Status nach Appendektomie
Status nach Tonsillektomie
Status nach
Konisation
Gebärmutterhals 2002
Im internistischen Bereich sei im Jahr 2002 ein Tumor der Schilddrüse entfernt worden, wobei die Histologie dieses Tumors nicht bekannt sei. Sicher könne heute ausgesagt werden, dass von Seiten dieses Tumors keinerlei Hinweise auf ein Rezidiv oder anderweitige Probleme bestünden, was auch eine Nachkon
trolle im
F._
ergeben habe. Bezüglich der
T
hyreoiditis Hashimoto werde die Beschwerdeführerin zurzeit mit
Eltroxin
substituiert und zeige eine
euthyreote
Stoffwechsellage, sodass dies keinerlei Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit habe.
Im rheumatologischen Bereich bestehe ein panvertebrales Schmerzsyndrom bei bescheidenen degenerativen, altersentsprechenden Veränderungen. Auch hier bestehe aufgrund der rheumatologischen Befunde keine Einschränkung der Ar
beitsfähigkeit.
Die Beschwerdeführerin habe auf psychiatrischem Gebiet eine schwierige und belastende Kindheit und Jugend hinter sich. Trotz dieser Schwierigkeiten habe sie sich ein Leben lang durchgebissen, allerdings mit Schwierigkeiten in den Be
ziehungen zu ihren Lebenspartnern. Sie stehe vor der Situation, dass zwei Ehen gescheitert seien, dass sie alleine mit ihrer Tochter dastehe und gleichzeitig ein Emanzipationsversuch auf beruflicher Ebene mit der Gründung eines eigenen Catering-Unternehmens gescheitert sei. Es sei nachvollziehbar und
normalpsy
chologisch
zu verstehen, dass die Beschwerdeführerin auf diese belastende sozi
ale Situation depressiv reagiert habe. Zurzeit sei die depressive Symptomatik aber als leicht einzustufen, es bestehe eine gewisse agitierte und ängstliche De
pressivität, der ein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zuzumessen sei, die mit ei
ner Minderung derselben von 20 % zu taxieren sei (S. 21 f. Ziff. 9).
In dieser Beurteilung seien die sozialen Faktoren nicht mitberücksichtigt worden (S. 22 f. Ziff. 12).
Die zuletzt ausgeübten Tätigkeiten (Catering-Unternehmen sowie professionelles Fotografieren bei Anlässen) seien der Beschwerdeführerin
aus somatischer Sicht vollschichtig zumutbar. Eine Einschränkung von 20 % bestehe jedoch aufgrund der depressiven Symptomatik (S. 22 Ziff. 10). In Verweistätigkeiten interferiere ebenfalls die psychiatrische Symptomatik unverändert mit dem gleichen Wert (20 %). Aus somatischer Sicht seien körperlich schwer belastende, insbesondere rückenbelastende Tätigkeiten
,
nicht zumutbar (S. 2
2
Ziff. 11).
3.4
Seit dem 13. Juli 2011 ist die Beschwerdeführerin bei
Dr.
med.
G._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und
lic
. phil.
H._
, Psychothe
rapeutin ASP, zweimal wöchentlich in Behandlung (Urk. 7/56/2-3, undatierter Bericht, Eingangsstempel der Beschwerdegegnerin vom 2. November 2012).
Sie führten aus, die Beschwerdeführerin leide unter einer depressiven
Persönlich
keitsstörung
(nach Traumata in Kindheit/Jugend und nach Karzinomoperation 2002). Unter hohem Zeitdruck kombiniert mit Erwartungsdruck gerate sie in Panikzustände
(zittern, „weiche Knie“, Herzrasen, Schwindelgefühl)
, was sich auch bei einem Arbeitsversuch vom 9. April bis zum 24. Mai 2012 gezeigt habe (Ziff. 2). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit (Catering und Fotografie im eigenen Betrieb) sei sie momentan zu 50 % arbeitsfähig (Ziff. 4). Dies gelte auch für eine ihren psychischen Leiden angepasste Tätigkeit, wobei die Arbeitsfähigkeit in ei
nem unterstützenden Arbeitsumfeld eventuell
steigerbar
sei (Ziff. 5). Mehrere Arbeitsversuche (Horchzentrum, eigene Catering-Firma) hätten bestätigt, dass die im
C._
-Gutachten festgehaltene Arbeitsfähigkeit von 80 % nicht realisier
bar sei, im Moment betrage die Arbeitsfähigkeit 50 % (Ziff. 7). Die Arbeitsfähig
keit habe sich aus psychiatrischer Sicht seit dem Dezember 2011 nicht verändert (Ziff. 8).
3.5
Am 1. Februar 2013 nahm der psychiatrische
C._
-Gutachter,
Dr.
med.
I._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Stellung zur Be
urteilung von
Dr.
G._
und
lic
. phil.
H._
(
7/59
). Er führte aus, dass die von letzteren gestellte Diagnose einer depressiven Persönlichkeitsstörung nach ICD nicht existiere. Er habe aber ebenfalls eine depressive Symptomatik festgestellt und diese mit der ICD-
10-
Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung mit aktuell leichter Episode festgehalten. Die erwähnten Panikzustände wie Zit
tern, „weiche Knie“ bekommen, Herzrasen und Schwindelgefühle
seien diag
nostisch nicht unter den Begriff Panikzustände zu subsumieren. Dieser stelle im Übrigen ebenfalls keine ICD-10-Diagnose dar. Vielmehr seien dies typische psychovegetative Begleitsymptome bei Stress. Sie würden aber nicht die Krite
rien einer eigentlichen Panikstörung erfüllen, sondern seien als normal-psy
chologische und vegetative Reaktionen auf entsprechenden Druck zu verstehen.
Nach nochmaliger Durchsicht des Gutachtens würden sie
(die Gutachter)
auch heute zum Schluss kommen, dass die Beschwerdeführerin nur i
n
leichte
m
Masse depressiv sei und keinerlei gesundheitliche Probleme bestünden, die eine Ar
beitsunfähigkeit von 50 % rechtfertigen würden. Damit ändere der Bericht von
Dr.
G._
und
lic
. phil.
H._
nichts an der
C._
-Beurteilung und es werde weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 80 % attestiert.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin hat zu Recht auf das den praxisgemässen Anforderun
gen (vgl. E. 1.4) entsprechende
C._
-Gutachten
(Urk. 7/39)
abgestellt: Es ist für die streiti
gen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen
(S.
9
ff.
Ziff. 4.1 ff.
), berücksichtigt die geklagten Beschwerden (S.
7
f
f.
Ziff.
3.3
ff., S.
1
0
f.
Ziff. 4.2.2, S. 16 Ziff. 4.3.2
) und wurde in Kenntnis der
Vorakten
(vgl. S.
3
ff.) abgegeben. Sodann leuchtet es in der Darlegung der medizinischen Zu
sammen
hänge und in der Beurteilung
der medizinischen Situation (S.
20
ff.) ein und die Schlussfolgerungen in der Expertise sind begründet. Des Weiteren setz
ten sich die Gu
tachter sowohl im Gutachten (S.
23
f. Ziff. 14
) als auch in de
r
nachfolgen
den Stellungnahme (Urk.
7/
59
) mit den übrigen Arztberichten ausei
n
ander und führten in nachvollziehbarer und begründeter Weise aus, weshalb die übrigen ärztlichen Berichte nichts an den Ausführungen im Gutachten und der Ein
schätzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit ändern.
Insbesondere ist auf
grund
der Angaben der Beschwerdeführerin, es gehe ihr psychisch wieder besser (vgl. S. 8 f. Ziff. 3.6 sowie S. 16 Ziff. 4.3.2), aufgrund
des erhobenen psychia
trischen Befundes sowie den Ausführungen in der psychiatrischen Beurteilung
nachvoll
ziehbar dargelegt, dass
bei der Beschwerdeführerin lediglich eine leichte
de
pressive Symptomatik vorliegt.
4.2
4.2.1
Die somatische Beurteilung der
C._
-Gutachter beanstandete die Beschwerde
führerin nicht. Soweit sie gestützt auf die Berichte der behandelnden Ärzte und
Fachpersonen, allen voran jenem von
Dr.
G._
und
lic
. phil.
H._
, vor al
lem
aus psychiatrischer Sicht eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit als erwiesen er
achtet (Urk.
1 S. 7 f. Ziff. 4), ist ihr nicht zu folgen.
4.2.2
Die Leitlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Versicherungspsychiatrie für die Begutachtung psychischer Störungen können bezüglich
A
nforderungsprofil
für die Fachdisziplin Psychiatrie als Standard herangezogen werden. Sie haben
zwar nicht verbindlich-behördlichen Charakter, formulieren aber doch den fach
lich anerkannten Standard für eine sachgerechte, rechtsgleiche psychiatri
sche Begutachtungspraxis in der Schweiz. Die psychiatrische Exploration kann von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen und eröffnet dem be
gut
achtenden Psychiater deshalb praktisch immer einen gewissen Spielraum, inner
halb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen mög
lich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorge
gangen ist. Daher und unter Beachtung der Divergenz von medizinischem
Be
handlungs
-
und Abklärungsauftrag kann es nicht angehen, eine medizinische Admini
strativ-
oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer
Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte nachher zu unter
schied
lichen Einschätzungen gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich hingegen, wenn die behan
delnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, wel
che im Rah
men
der psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben und ge
eignet sind, zu einer
abweichenden Beurteilung zu führen (Urteil des Bundesge
richts 8C_945/2009 vom 2
3.
September 2010 E. 5 mit weiteren Hinweisen).
Dies ist vorliegend nicht der Fall.
Dr.
I._
führte in begründeter Weise aus, weshalb der Einschätzung der be
han
delnden Fachleute
Dr.
G._
und
lic
. phil.
H._
nicht gefolgt werden könne: Die von ihnen - sowie bereits durch den die Beschwerdeführerin zuvor behandelnden
Dr.
D._
(vgl. E.
3.1) - gestellte Diagnose einer depressiven Persönlichkeitsstörung existiert gar nicht als ICD-10-Diagnose.
Die von
Dr.
D._
angegebene Kodierung ICD-10 F34.1 gehört zur Diagnose der
Dysthymie
, welche in der Rechtsprechung regelmässig als nicht invalidisierend eingestuft wird (
Meyer, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG),
2.
Auf
lage 2010, S.
32
; vgl. auch
Urteil des Bundesgerichts vom 1
3.
März 2007 I 649/06 E. 3.3.1 mit weiteren Hinweisen)
.
Ebenfalls legte
Dr.
I._
nachvollzieh
bar dar, dass die als „Panikzustände“ beschriebenen Symptome die Kriterien ei
ner eigentlichen Panikstörung nicht zu erfüllen vermögen, sondern diese als
normal-psychologische und vegetative Reaktionen auf Druck zu verstehen sind, diesen mithin kein Krankheitswert zukommt (vgl. E. 3.5).
Auch ändert der Umstand, dass die
C._
-Gutachter auf das Einholen von Aus
künften bei
Dr.
G._
und
lic
. phil.
H._
verzichteten
und
mit diesen nicht direkt Rücksprache hielten (vgl. Urk. 1 S. 7 Ziff. 4)
, nichts an der Verwertbarkeit ihrer Expertise. Zum einen sind bei psychischen Störungen eine
Fremdanam
nese
ebenso wie (schriftliche oder mündliche) Auskünfte der behandelnden Ärzte
zwar häufig wünschenswert, jedoch nicht zwingend erforderlich (Urteil des Bundes
gerichts 9C_482/2010 vom 2
1.
September 2010, E. 4.1, mit Hinwei
sen).
Zum anderen befand
sich in den
Vorakten
bereits ein psychiatrischer Be
richt von
Dr.
D._
, in welchem dieselbe Diagnose (depressive
Persönlich
keitsstö
rung
)
, wie sie auch von
Dr.
G._
und
lic
. phil.
H._
festgehalten wurde,
gestellt wurde und
fand
damit bereits
Eingang
in da
s Gutachten vom 12. Januar 2012
(vgl. Urk. 7/39
S.
3 f.
Ziff. 2.1). Überdies nahm
Dr.
I._
- wie oben dargelegt -
im Nachgang
zum
e
rstattete
n
Gutachten mit Schreiben
vom 1. Februar 2013 noch explizit
zur Beurteilung von
Dr.
G._
und
lic
. phi
l.
H._
Stellung und
begründete
die abweichende
Diagnosestellung nachvoll
ziehbar
.
4.2.3
Die Beschwerdeführerin monierte, die
C._
-Gutachter hätten
sich mit den
ge
scheiterten Arbeitsversuche
n
nicht auseinandergesetzt, welche gezeigt hätten, dass ihr aufgrund ihrer massiven psychischen Einschränkungen lediglich eine
Restarbeitsfähigkeit von höchstens 50 % zugestanden werden könne (
Urk. 1
S. 7
f.
Ziff. 4 unten).
Es wurde bereits dargelegt, dass bei der Beschwerde
füh
rerin
aus psychiatrischer Sicht keine „massive Einschränkung“ vorlieg
t
(vgl.
E. 4.2.2
).
Zu
dem ist für die Begutachtung psychischer Störungen die (hier ausreichend durc
h
geführte) klinische Untersuchung in Kenntnis der Anamnese, welche zu
sammen mit der Symptomerfassung und der Verhaltensbeobachtung das Kern
stück der
Begutachtung darstellt, entscheidend (Leitlinien der Schweizerischen Gesell
schaf
t für Versicherungspsychiatrie, Schweizerische Ärztezeitung 2004 S.
1050 f.).
4.2.4
Soweit im Übrigen
Dr.
E._
(vgl. E. 3.2) als Fachärztin für Allgemeine Medizin eine psychiatrische Diagnose stellte und in ihrer Arbeitsfähigkeitsbeurteilung einbezog, vermag ihre Beurteilung jene des psychiatrischen Gutachters mangels fachlicher Qualifizierung ohnehin nicht in Frage zu stellen.
4.3
Nach dem Gesagten ist der medizinische Sachverhalt dahingehend erstellt, dass
die
Beschwerdeführerin
in
ihre
n
bisherigen
Tätigkeiten
, welche zugleich auch angepasste Tätigkeiten darstellen, aufgrund ihrer rezidivierenden depressiven Störung mit gegenwärtig leichter depressiver Episode
höchstens
zu
2
0 %
in ih
rer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist
.
5.
Der von der Beschwerdegegnerin durchgeführte Einkommensvergleich (Urk. 2 S. 2) blieb beschwerdeweise unbestritten und ist nach Lage der Akten nicht zu beanstanden. Entsprechend dem errechneten Invaliditätsgrad von 20
%
hat die Beschwerdeführerin keinen Rentenanspruch, weshalb die Beschwerde abzuwei
sen ist.
6.
Im verwaltungsgerichtlichen
Beschwerdeverfah
ren
sind grund
sätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beur
teilen, zu denen die zustän
dige Verwaltungs
behörde vorgän
gig verbindlich
in Form einer Verfü
gung be
ziehungsweise eines
Einspracheentscheids
Stellung genom
men hat. Insoweit
bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den beschwer
de
wei
se weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer
Sach
urteilsvoraussetzung
, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
er
gangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
Der Anspruch auf berufliche Massnahmen bildet vorliegend nicht
Anfech
tungsgegenstand
der Verfügung vom 14. März 201
3.
Soweit die Beschwerde
führerin daher geltend macht, die Beschwerdegegnerin hätte weitere Abklärun
gen betreffend berufliche Massnahmen und Integrationsmassnahmen vorneh
men müssen (vgl. E. 2.2), ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.
7
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
der Beschwerdeführerin aufzuerlegen
, infolge
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen, unter Hin
weis
auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgerichts (
GSVGer
)
, auf die Gerichtskasse zu nehmen.