Decision ID: 4b92558c-cb5e-4edc-bcb5-9839c8b89a0c
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
H._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Rosenbergstrasse 51, Postfach 1121,
9001 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a H._ war als Dachdecker bei der A._ tätig und dadurch bei der Suva gegen die
Folgen von Unfällen versichert. Am 4. Juni 2007 meldete die Arbeitgeberin der Suva
einen Unfall. Dem Versicherten sei am 25. Mai 2007 beim Bohren der Bohrer
abgebrochen, worauf er auf die linke Schulter gefallen sei (Suva-act. 1). Dr. med. B._,
Facharzt Allgemeine Medizin FMH, bestätigte im ärztlichen Zeugnis vom 13. November
2007 eine Erstbehandlung am 30. Mai 2007. Der Versicherte habe sich eine Kontusion
zugezogen (Suva-act. 5). Laut Unfallschein war der Versicherte ab 29. Mai 2007 zu
100% arbeitsunfähig (Suva-act. 5). Die Suva erbrachte für den Unfall vom 25. Mai 2007
die gesetzlichen Leistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen). Ab 2. Juni 2007 hatte
der Versicherte seine Arbeit wieder zu 100% aufgenommen (Suva-act. 5.1).
A.b Am 4. Oktober 2007 erfolgte durch die Arbeitgeberin eine als Rückfall zum Unfall
vom 25. Mai 2007 bezeichnete Schadenmeldung (Suva-act. 1.1). Laut ärztlichem
Zeugnis von Dr. B._ vom 13. November 2007 war der Versicherte am 17. September
2007 mit einem gefüllten Kessel in der rechten Hand auf eine Sprossenleiter gestiegen.
Er habe sich mit der linken Hand hinaufgezogen, worauf er plötzlich einen massiven
Schmerz verspürt habe (Suva-act. 5). Der untersuchende Arzt der Klinik für
Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) stellte nach
durchgeführter Magnetresonanz (MR)-Arthrographie des linken Schultergelenks vom
13. November 2007 die Verdachtsdiagnose einer traumatischen Supra- und
Infraspinatussehnenläsion bei vorbestehender AC-Gelenksarthrose (Suva-act. 9, 10).
Am 4. Dezember 2007 wurde im KSSG zunächst eine bilanzierende Arthroskopie der
linken Schulter, eine Bicepssehnentenotomie sowie eine subacromiale Dekompression
durchgeführt, wobei ein subacromiales Impingement bei Rotatorenmanschettenläsion -
Supraspinatus und craniale Anteile des Subscapularis -, eine Bicepssehnentenopathie
sowie eine SLAP-Läsion Typ II diagnostiziert wurden. Anschliessend folgte eine mini
open Rotatorenmanschettenrefixation. Der Versicherte wurde alsdann vom 3. bis 28.
Dezember 2007 zu 100% arbeitsunfähig geschrieben (Suva-act. 14, 15, 17).
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A.c Nach Einholung einer kreisärztlichen Beurteilung von Dr. med. C._, Facharzt
FMH für Chirurgie, speziell Allgemein- und Unfallchirurgie, vom 11. Januar 2008 (Suva-
act. 22) eröffnete die Suva dem Versicherten mit Verfügung vom 21. Januar 2008, dass
in Bezug auf das Ereignis vom 17. September 2007 weder ein Unfall noch ein
unfallähnliches Ereignis vorliege. Ebenfalls bestehe zwischen den ab 17. September
2007 gemeldeten Schulterbeschwerden und dem Unfall vom 25. Mai 2007 kein
mindestens wahrscheinlicher Kausalzusammenhang. Die Suva sei demzufolge nicht
leistungspflichtig (Suva-act. 23).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt lic. iur D. Küng, St. Gallen, für den
Versicherten mit Eingabe vom 6. Februar 2008 Einsprache mit dem Antrag, die
Verfügung vom 21. Januar 2008 sei vollumfänglich aufzuheben und gegenüber dem
Versicherten seien die gesetzlichen Leistungen zu erbringen; insbesondere seien ihm
bis auf weiteres die gesetzlichen Taggelder zu entrichten und es seien die Kosten des
notwendig gewordenen Spitalaufenthalts zu übernehmen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge (Suva-act. 27). Am 23. Juni 2008 reichte Rechtsanwalt Küng
unter Beilage von Berichten von Dr. B._ vom 12. Februar und 14. März 2008 sowie
eines Berichts des KSSG vom 13. Februar 2008 eine Einspracheergänzung ein (Suva-
act. 44).
B.b Mit Einspracheentscheid vom 8. August 2008 wies die Suva die Einsprache vom
6. Februar/23. Juni 2008 ab (Suva-act. 48).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte durch seinen
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 11. September 2008 Beschwerde erheben. Darin wird
beantragt, der Einspracheentscheid und die diesem zugrunde liegende Verfügung vom
21. Januar 2008 seien vollumfänglich aufzuheben. Es seien dem Beschwerdeführer aus
den Ereignissen vom 25. Mai und 17. September 2007 die gesetzlichen Leistungen zu
erbringen. Insbesondere seien ihm die gesetzlichen Taggelder zu entrichten und die
medizinischen Massnahmen zu übernehmen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur
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Durchführung einer verwaltungsexternen Untersuchung/Beurteilung und zur
anschliessenden Neuverfügung bezüglich sämtlicher möglicher Leistungsansprüche
des Beschwerdeführers an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, unter Kosten-
und Entschädigungsfolge.
C.b In der Beschwerdeantwort vom 16. Oktober 2008 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde.
C.c Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat auf die Einreichung einer Replik
verzichtet.
C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen
in den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden

Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
1.1 Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die
Bestimmungen über die Leistungspflicht des Unfallversicherers nach Art. 6 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und den Anspruch auf
Versicherungsleistungen bei Rückfällen und Spätfolgen (Art. 11 der Verordnung über
die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]) zutreffend dar. Gleiches gilt in Bezug auf die
Ausführungen über die gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG geltende Voraussetzung des
natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und dem
Gesundheitsschaden (BGE 129 V 181 f. E. 3 mit Hinweisen). Darauf ist zu verweisen.
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im weiteren voraus, dass zwischen
dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater
Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als
adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von
der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt des Erfolgs also durch das
Ereignis allgemein begünstigt erscheint (BGE 129 V 181, 119 V 337 f. E. 1). Die
Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs erfolgt aufgrund der Feststellungen
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bei den medizinischen Untersuchungen und ist Aufgabe des Arztes oder der Ärztin.
Demgegenüber obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem adäquaten
Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 110 und 112 V 30; PVG 1984 Nr.
82, 174). Bei physischen Unfallfolgen hat jedoch die Adäquanz gegenüber dem
natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V
291 f. E. 3a).
1.2 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert
eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels
noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als
Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen). Den Berichten
versicherungsinterner Ärzte kann rechtsprechungsgemäss gleichfalls Beweiswert
beigemessen werden, sofern sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311).
1.3 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a mit Hinweisen;
vgl. BGE 130 I 183 E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im
Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess
tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit
der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen
Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Bei der hinsichtlich Rückfällen und Spätfolgen zu
erfüllenden Anspruchsvoraussetzung eines erneuten natürlichen
Kausalzusammenhangs handelt es sich um eine anspruchsbegründende Tatsache. Die
diesbezügliche Beweislast liegt insofern bei der versicherten Person, als im Fall der
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Beweislosigkeit der Entscheid zu ihren Lasten ausfällt. Die obgenannte Beweisregel
greift jedoch erst dann Platz, wenn die Verwaltung und - im Beschwerdefall - das
Gericht dem Untersuchungsgrundsatz rechtsgenüglich nachgekommen sind bzw. es
sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer
Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit
für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen;
RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b).
2.
2.1 Es ist unbestritten, dass das Ereignis vom 17. September 2007 weder als Unfall
im Sinn von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) noch als unfallähnliche Körperschädigung
gemäss Art. 9 Abs. 2 UVV qualifiziert werden kann. Umstritten ist demgegenüber, ob
die nachfolgend notwendig gewordene Heilbehandlung sowie eingetretene
Arbeitsunfähigkeit zu Lasten der Unfallversicherung gehen bzw. ob zwischen dem
Unfall vom 25. Mai 2007 und den ab 17. September 2007 gemeldeten
Schulterbeschwerden ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht.
2.2 Die Beschwerdegegnerin hat im Rahmen des Grundfalls die Leistungspflicht für
das Unfallereignis vom 25. Mai 2007 anerkannt. Sie ist für die Kosten der dadurch
notwendig gewordenen ärztlichen Behandlung bei Dr. B._ aufgekommen und hat für
die mit dem Unfall verbundene Arbeitsunfähigkeit Taggeldleistungen erbracht. Eine
ärztliche Untersuchung durch Dr. B._ ist letztmals vom 28. August 2007 aktenkundig.
Laut Bericht vom 12. Februar 2008 ging dieser damals aber nicht von einem definitiven
Behandlungsabschluss aus (Suva-act. 44). Infolge Wiederaufnahme der Arbeit per 2.
Juni 2007 zu 100% waren zumindest wohl jedoch die Taggeldleistungen eingestellt
worden. Gemäss Verfügungswortlaut vom 21. Januar 2008 (Suva-act. 23) betrachtete
die Beschwerdegegnerin die Schadenmeldung vom 4. Oktober 2007 (Suva-act. 1.1)
sodann als Rückfall. Aus den Akten der Beschwerdegegnerin ist jedoch nicht
ersichtlich, dass zur Frage der Leistungseinstellung jemals eine schriftliche Mitteilung
im Sinn von Art. 51 Abs. 2 ATSG oder gar eine schriftliche Verfügung ergangen ist.
Grundsätzlich wurde damit kein rechtskonformer Abschluss des Grundfalls
vorgenommen (vgl. BGE 132 V 412 und 134 V 145). Letztlich liesse es auch der
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zeitliche Ablauf - bis zum Ereignis vom 17. September 2007 war seit der ärztlichen
Untersuchung durch Dr. D._ vom 28. August 2007 nur rund ein Monat vergangen -
als gerechtfertigt erscheinen, von einem fortdauernden Grundfall auszugehen (vgl. dazu
Franz Schlauri, Verfahrensfragen in der Sozialversicherung, in: René Schaffhauser/
Franz Schlauri [Hrsg.], Veröffentlichungen des Schweizerischen Instituts für
Verwaltungskurse, Band 40, S. 57). Wie es sich letztlich mit der Beweislastverteilung
bzw. der Frage, ob im vorliegenden Fall von einem Rückfall oder einem fortdauernden
Grundfall auszugehen ist, verhält, kann jedoch im Hinblick auf die nachfolgenden
Erwägungen offen bleiben (vgl. Erwägung Ziff. 1.3)
3.
3.1 Infolge des Ereignisses vom 17. September 2007, bei welchem der
Beschwerdeführer einen Zwick und einen sogleich auftretenden starken Schmerz in der
linken Schulter verspürte (Suva-act. 5, 44), wurde eine Rotatorenmanschettenläsion
bzw. eine Ruptur der Supra- und Subscapularissehne links festgestellt (Suva-act. 14).
Rund vier Monate zuvor, d.h. beim Unfall vom 25. Mai 2007, hatte der
Beschwerdeführer laut Bericht von Dr. D._ vom 13. November 2007 eine Kontusion
der linken Schulter erlitten (Suva-act. 5). Anlässlich der am 13. November 2007 im
KSSG durchgeführten MR-Arthrographie des linken Schultergelenks zeigte sich sodann
eine unbestrittenermassen degenerativ bedingte, fortgeschrittene AC-Gelenksarthrose
(Suva-act. 9, 10).
3.2 Die Beschwerdegegnerin geht im angefochtenen Einspracheentscheid vom 8.
August 2008 davon aus, dass zwischen der Rotatorenmanschettenläsion und dem
Unfall vom 25. Mai 2007 kein natürlicher Kausalzusammenhang mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden könne und der fragliche
Unfallmechanismus für die später erlittene Sehnenruptur mit höchster
Wahrscheinlichkeit nicht verantwortlich sei. Diese Schädigung habe sich erst im
September 2007 ergeben. Die Beschwerdegegnerin stützt sich dabei auf die ärztliche
Beurteilung von Dr. C._ vom 11. Januar 2008 (Suva-act. 22). Der Kreisarzt hält darin
fest, der Beschwerdeführer habe im Mai 2007 eine Kontusion erlitten, von der er laut
seinem Hausarzt beschwerdefrei geworden sei. Er habe wieder gearbeitet und es
bestünden aktenkundig keine Anhaltspunkte dafür, dass bis zum Besteigen der Leiter
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mit dem gefüllten Kessel in der rechten Hand und dem linksseitigen Hinaufziehen eine
Einschränkung der Armbeweglichkeit vorgelegen habe. Bei diesem Vorfall sei es zu
einem Zwick in der Schulter gekommen. Zudem habe die MR-Arthrographie für die
Sehnenpathologie eine leichte Atrophie gezeigt. Dies dürfte dem altersentsprechenden
Zustand entsprechen und sei kein indirekter Hinweis dafür, dass eine Läsion vom Mai
zu einer Sehnenretraktion geführt habe. Diese Beurteilung korreliere damit, dass der
Beschwerdeführer seinerzeit auch eine Beweglichkeitseinschränkung aufgewiesen
habe, dann aber beschwerdefrei geworden sei. Entsprechend sei medizinisch zu
folgern, dass die aktuelle Sehnenruptur nicht auf das Ereignis vom Mai 2007
zurückzuführen sei (Suva-act. 22).
3.3
3.3.1 Der Umstand, dass Dr. C._ seine Beurteilung ausschliesslich aufgrund
der Akten abgegeben und den Beschwerdeführer nicht selbst untersucht hat, steht
dem Beweiswert seiner Beurteilung nicht entgegen (vgl. dazu PVG 1996, 265 E. 3b;
RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371). Der Kreisarzt legt die Anamnese bzw. die Ergebnisse der
im konkreten Fall durchgeführten persönlichen ärztlichen Untersuchungen des
Beschwerdeführers lückenlos dar. In seiner Beurteilung stellt er insbesondere auf die
laut Bericht von Dr. B._ vom 13. November 2007 beim Unfall vom 25. Mai 2007
erlittene Schulterkontusion ohne zusätzliche Sehnenretraktion und deren
offensichtliche Heilung bis zum Ereignis vom 17. September 2007 ab.
3.3.2 Tatsächlich bildet die bei einem Unfall erlittene Verletzung im Rahmen der
Kausalitätsbeurteilung nachfolgend auftretender Gesundheitsschäden den
massgebenden Ausgangspunkt. Zudem ist es eine medizinische Erfahrungstatsache,
dass harmlose Traumen mit fehlenden strukturellen Schädigungen der Gelenke und
Knochen, wie beispielsweise Prellungen (Kontusionen), Verstauchungen oder
Zerrungen auch bei degenerativen Vorzuständen normalerweise innert kurzer Zeit
abheilen und sich die damit verbundenen Beschwerden gänzlich zurückbilden. Dass in
Bezug auf die beim Unfall vom 25. Mai 2007 erlittene Kontusion erwartungsgemäss ein
komplikationsloser Heilungsverlauf stattgefunden hat, wird von Seiten des
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers nicht in Frage gestellt. Von einem solchen
geht offensichtlich auch Dr. B._ aus, wenn er in seinem Bericht vom 10. Juni 2008
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von einer Ausheilung der Kontusion der linken Schulter spricht (Suva-act. 44).
Ausserdem liegt mit dem Bericht des KSSG vom 13. Februar 2008 (Suva-act. 44) eine
mit der kreisärztlichen Beurteilung übereinstimmende Einschätzung vor. Das KSSG hält
fest, der Beschwerdeführer habe anlässlich des Unfalls vom 25. Mai 2007 ein
Kontusionstrauma des linken Schultergelenks erlitten. Der Unfallmechanismus sei
höchstwahrscheinlich nicht verantwortlich für den infolge des Ereignisses vom 17.
September 2007 festgestellten Sehnenriss und es sei dadurch auch nicht zu einer
Verschlimmerung gekommen. Das Ereignis vom 17. September 2007 sei
wahrscheinlich die überwiegende Ursache der festgestellten Gesundheitsstörung bzw.
des Rissereignisses in der linken Schulter. Die massgebende Traumatisierung der
Schulter sei erst am 27. (recte: 17) September 2007 entstanden (Suva-act. 44). Der
Einwand des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers, das KSSG gehe nicht vom
engen Unfallbegriff des ATSG aus, vermag keinen Widerspruch zu begründen. Vom
KSSG wird eindeutig die fehlende Kausalität zwischen dem Sehnenriss und dem Unfall
vom 25. Mai 2007 vertreten. Weshalb es angesichts des vorgenannten Einwands
verständlich sein soll, dass das KSSG die massgebende Traumatisierung als am 17.
September 2007 eingetreten erachtet, ist nicht nachvollziehbar. Es steht
unbestrittenermassen fest, dass es sich beim Ereignis vom 17. September 2007 nicht
um einen Unfall im Sinne des ATSG, sondern um ein Trauma gehandelt hat, dem der
Charakter der Ungewöhnlichkeit und/oder der Plötzlichkeit abgeht (vgl. dazu Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 3. Januar 2000 [U 236/98] i/S S., E. 2d;
Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl., Bern 1989, S. 175
f.). Ein Unfall wird aber für eine Rotatorenmanschettenläsion auch nicht vorausgesetzt.
3.3.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die ab 17. September 2007
gemeldeten Schulterbeschwerden angesichts der einhelligen und schlüssigen
medizinischen Beurteilungen von Kreisarzt und KSSG nicht auf die am 25. Mai 2007
erlittene Kontusionsverletzung zurückgeführt werden können.
3.4
3.4.1 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers stellt sich auf den Standpunkt,
beim Unfall vom 25. Mai 2007 sei es zusätzlich zu einer Sehnendehnung gekommen.
Diese unfallbedingte Vorschädigung habe die Grundlage für die später erlittene
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Sehnenruptur gebildet. Die Beschwerdegegnerin gehe lediglich davon aus, dass der
Beschwerdeführer am 25. Mai 2007 auf die linke Schulter gestürzt sei. Dabei lasse sie
jedoch ausser Betracht, dass der Beschwerdeführer beim Bohren bzw. mit dem Bohrer
eingesunken sei.
3.4.2 Mit Schreiben vom 14. März 2008 konfrontierte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers Dr. B._ mit der Frage, ob entgegen den Ausführungen des KSSG
beim Unfall vom 25. Mai 2007 nicht "nur" eine Kontusion stattgefunden habe (Suva-
act. 44). Dr. B._ antwortete am 10. Juni 2008 (Suva-act. 44), dass durch das
Einsinken mit dem Bohrer eine Dehnung der Sehne im Bereich der linken Schulter
durchaus vorstellbar sei. Klinisch habe keine Sehnenverletzung nachgewiesen werden
können, was aber nicht heisse, dass die Sehne allenfalls durch diesen
Dehnungsmechanismus in Mitleidenschaft gezogen worden sei. Er könne dies weder
ausschliessen noch mit Sicherheit beweisen. - Diese Aussagen vermögen eine bereits
beim Unfall vom 25. Mai 2007 geschehene Sehnenverletzung nicht mit dem im
Sozialversicherungsrecht geforderten Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu beweisen (vgl. Th. Locher, Grundriss des
Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl., Bern 2003, S. 451f.).
3.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass ein natürlicher Kausalzusammenhang
zwischen den ab 17. September 2007 gemeldeten Schulterbeschwerden und dem
Unfallereignis vom 25. Mai 2007 nicht mindestens mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit dargetan ist.
4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 8. August 2008 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG