Decision ID: 3ea8fef3-3e3d-493e-9900-bf88bc167318
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 1. Oktober 2012 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (berufliche Integration/Rente) an (IV-act. 1). Sie gab an, seit
einem am 7. Mai 2010 erlittenen Unfall während der Arbeit an Rückenschmerzen vor
allem links mit Ausstrahlung ins linke Bein zu leiden. Sie sei dabei auf einer Treppe
ausgerutscht und habe einen Steissbeinbruch sowie einen leichten
Bandscheibenvorfall mit Beteiligung des Iliosakralgelenks erlitten (Schadenmeldung
UVG vom 10. Mai 2010, Fremdakten der Branchen Versicherung). Die Versicherte hatte
zuletzt bei der B._ AG, als Mitarbeiterin Spedition/Rüsterei gearbeitet (Arbeitsvertrag
vom 9. Oktober 2009, IV-act. 35; Kündigung per 30. November 2010, IV-act. 25, S. 20;
vgl. auch IV-act. 25, S. 1 ff. und IV-act. 32).
A.b Ein MRI der LWS hatte eine nicht kompressive kleinvolumige breitbasige
Diskushernie L4/5, ohne Nachweis einer Nervenwurzelkompression, mit minimer
Dehydratation und mit altersentsprechenden diskalen, ligamentären und ossären
Verhältnissen ergeben (MRI-Bericht vom 8. September 2010, IV-act. 16, S. 19). Dr.
med. C._, Facharzt für Innere Medizin FMH, hatte am 23. September 2010 ein
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom links bei anamnestischer Diskushernie (Niveau
offen gelassen) bei anamnestischem Status nach Sakrumfraktur 6/2010 diagnostiziert
und eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 23. bis 26. September 2010 und von 50 %
ab 27. September 2010 attestiert (IV-act. 16, S. 20).
A.c Am 5. November 2010 hatte Dr. med. D._, Facharzt für Chirurgie FMH, die
Versicherte im Auftrag der Branchen Versicherung einer Untersuchung unterzogen.
Dabei hatte er eine Iliosacralkontusion, eine Bandscheibenprotrusion L4/5 sowie ein
chronifiziertes Schmerzsyndrom diagnostiziert. Die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt
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ausgeübten Tätigkeit betrage 100 % (Bericht vom 17. November 2010, Fremdakten
Branchen Versicherung).
A.d Dr. med. E._, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie FMH, hatte am 28.
Dezember 2010 einen Zustand nach Beckentrauma nach Treppensturz und Verdacht
auf Becken- /Kreuzbeinprellung ohne Entzündungsaktivität diagnostiziert (Bericht vom
28. Dezember 2010, IV-act. 16, S. 14 f.). Eine gynäkologische Untersuchung im
Zusammenhang mit einer Schwangerschaft der Versicherten war betreffend
Schmerzen im Steissbein ohne erklärende Befunde geblieben (Bericht des Spitals F._
vom 24. Februar 2011, IV-act. 16, S. 12 f.).
A.e Am 11. Dezember 2012 diagnostizierte Dr. med. G._, Facharzt für Innere Medizin
FMH, ein pseudoradikuläres LWS-Syndrom bei Diskusdehydratation und Einriss des
Anulus fibrosus LWK bei Status nach Steissbeinfraktur im Mai 2010 und bezifferte die
Arbeitsunfähigkeit auf 100 % vom 7. Mai bis 28. Juni 2010 und vom 2. April bis 21. Mai
2012 (Bericht vom 11. Dezember 2012, IV-act. 16, S. 1 ff.; vgl. auch Bericht der
Abteilung Innere Medizin, Rheumatologie/Rehabilitation des Kantonsspitals St. Gallen
[KSSG] vom 4. April 2012, IV-act. 16, S. 8 f.: betreffend Spondyloarthritiden fanden sich
keine pathologischen Anzeichen).
A.f Die Branchen Versicherung hatte am 5. November 2012 die H._ GmbH, mit
einem bidisziplinären Gutachten (Orthopädie, Psychiatrie) mit Abklärung der
funktionellen arbeitsbezogenen Leistungsfähigkeit (EFL; das Gutachten wurde im
Einspracheverfahren veranlasst). In psychiatrischer Hinsicht konnte dabei Dr. med.
I._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und für Neurologie FMH, keine
Diagnosen und keine fassbare psychische Störung mit Krankheitswert und demnach
keine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit feststellen (psychiatrisches Gutachten
vom 11. Dezember 2012, bei den Fremdakten der Branchen Versicherung). Im
orthopädischen Gutachten diagnostizierte Dr. med. J._, Facharzt für orthopädische
Chirurgie und Traumatologie FMH, eine Steissbeinkontusion, eine posttraumatische
ISG-Instabilität links sowie eine posttraumatische Bandscheibenprotrusion L4/5 und
äusserte den Verdacht eines chronifizierten Schmerzsyndroms. In leidensangepasster
Tätigkeit sei die Versicherte "aktuell" zu 100 % arbeitsunfähig. Unter Berücksichtigung
der Ergebnisse der EFL sei sie für leichte Tätigkeiten in Wechselbelastung und ohne
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rasche Lagewechsel maximal zu 50 % erwerbsfähig. Wenn die Möglichkeit von Pausen
bestehe, betrage die Arbeitsfähigkeit 100 % bei einer qualitativen Arbeitsfähigkeit von
50 % (orthopädisches Gutachten vom 29. Januar 2013, bei den Fremdakten der
Branchen Versicherung).
A.g Daraufhin stellte die IV-Stelle mit zwei gesondert abgefassten Mitteilungen vom 6.
Februar 2013 fest, dass keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien
(IV-act. 22) und dass zur Bestimmung der Arbeits(un)fähigkeit eine medizinische
Abklärung (Rheumatologie und Psychiatrie) notwendig sei (IV-act. 19). Den
Begutachtungsauftrag (IV-act. 17 f. und 21) annullierte die IV-Stelle am 26. März 2013,
als sie erfuhr, dass im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren bereits ein Gutachten
eingeholt worden war (vgl. vorstehende Erwägung A.f und IV-act. 34). Gestützt auf
dieses Gutachten ging RAD-Arzt Dr. med. K._ davon aus, dass die Versicherte in
angestammter Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig sei; in leidensangepasster Tätigkeit
betrage die Arbeitsfähigkeit 50 % (ganztags mit reduzierter Leistung), steigerbar mit
konsequenter Physiotherapie (RAD-Stellungnahme vom 11. Juni 2013, IV-act. 39; vgl.
auch IV-act. 32, S. 3). Da sich die Versicherte nicht in der Lage fühlte, an
Eingliederungsbemühungen mitzuwirken, wurde der Anspruch auf berufliche
Massnahmen verneint (Mitteilung vom 12. Juni 2013, IV-act. 41; Assessmentprotokoll
vom 18. April 2013, IV-act. 37; RAD-Stellungnahme vom 11. Juni 2013, IV-act. 39). Es
wurde eine Haushaltsabklärung durchgeführt, die ergab, dass die Versicherte im
Gesundheitsfall zu 100 % arbeitstätig wäre (vgl. IV-act. 42 f.). Daraufhin führte die IV-
Stelle den Einkommensvergleich durch und ermittelte eine invaliditätsbedingte
Erwerbseinbusse von 0 % (IV-act. 45).
A.h In der Folge stellte die IV-Stelle der Versicherten die Ablehnung des
Rentenbegehrens in Aussicht (Vorbescheid vom 11. Juli 2013, IV-act. 48). Sie wendete
ein, die IV-Stelle habe den medizinischen Sachverhalt unzureichend abgeklärt, sofern
sie ohne Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge von der Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit in der angestammten und leidensadaptierten Tätigkeit gemäss dem
orthopädischen Gutachten von Dr. J._ vom 29. Januar 2013 abweiche. Für den Fall,
dass nicht auf dieses Gutachten abgestellt werde, beantragte die Versicherte eine neue
gutachterliche Abklärung des medizinischen Sachverhalts und gestützt darauf eine
erneute Bestimmung des Invaliditätsgrades (Einwand vom 10. September 2013, IV-act.
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51). RAD-Arzt Dr. med. L._, Facharzt für Innere Medizin, Rheumatologie,
Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, nahm am 27. November 2013 zu den
Einwänden dahingehend Stellung, dass auf das Gutachten der H._ GmbH nicht
abgestellt werden könne. Er stellte einen instabilen Gesundheitszustand fest und
empfahl weitere medizinische Abklärungen beim behandelnden Arzt Dr. G._ sowie
die Durchführung einer CT des linken ISG zur Feststellung einer durchgemachten
Fraktur oder Instabilität (IV-act. 53). Die daraufhin vorgenommene CT-Untersuchung
ergab eine geringe Mehrsklerosierung des Iliosakralgelenks rechtsseitig, vereinbar mit
postentzündlichen Veränderungen, punktförmige, dichte Läsionen am Zökalpol ohne
Anhaltspunkt für eine stattgehabte Fraktur des Beckenskeletts, und im Übrigen
normale Verhältnisse (CT-Bericht vom 13. Januar 2014, IV-act. 56, S. 3, und Bericht
von Dr. G._ vom 10. Februar 2014, IV-act. 56, S. 1 f.). Am 21. Februar 2014 nahm
RAD-Arzt Dr. L._ erneut Stellung, verneinte das Vorhandensein eines organischen
Korrelats für die persistierenden lumbosakralen Beschwerden der Versicherten und
hielt weitere medizinische Abklärungen nicht für angezeigt. Es bestehe eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 % für die angestammte Tätigkeit und eine Arbeitsfähigkeit
von 100 % in einer leidensadaptierten Tätigkeit in leichter Wechselbelastung (IV-act.
57). Daraufhin verneinte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid einen Anspruch auf eine
Invalidenrente (Verfügung vom 24. März 2014, act. G 1.1).
B.
B.a Die vorliegende Beschwerde vom 11. April 2014 (act. G 1) richtet sich gegen die
Verfügung vom 24. März 2014. Die Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt
lic. iur. J. Grämiger, Wil, beantragt darin die Aufhebung der angefochtenen Verfügung
und die Zusprache mindestens einer halben Rente der Invalidenversicherung,
eventualiter die erneute Überprüfung des Vorliegens einer rentenbegründenden
Invalidität bzw. die Erstellung eines Gerichtsgutachtens (vgl. act. G 1, S.6) unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Im Weiteren
beantragt sie die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung. Sie beanstandet im Wesentlichen die vom Gutachten der H._
GmbH abweichende Beurteilung durch den RAD bzw. das Abstellen auf dessen
Beurteilungen.
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B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort die Abweisung der
Beschwerde und begründet dies damit, die medizinische Beurteilung der Frage, ob ein
invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege, obliege dem RAD, der zuhanden der
IV-Stelle die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs prüfe. Bei der
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit seien ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen, nicht aber
invaliditätsfremde Gründe (wie Alter, mangelnde Schulbildung, sprachliche Probleme,
soziokulturelle Faktoren, ein Suchtgeschehen sowie Aggravation) oder das subjektive
Empfinden der versicherten Person. Die Erwerbsunfähigkeit sei ausserdem nur zu
berücksichtigen, wenn sie längerdauernd und aus objektiver Sicht nicht überwindbar
sei. Diese Beurteilung obliege - basierend auf der medizinischen Stellungnahme des
RAD - den IV-Stellen. Schliesslich stünden der Beschwerdeführerin diverse
Behandlungsoptionen offen, die im Rahmen der Schadenminderungs- bzw.
Selbsteingliederungspflicht von ihr aktiv auszuschöpfen seien (Beschwerdeantwort
vom 3. Juni 2014, act. G 8).
B.c Dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den
Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) wurde am
10. Juni 2014 entsprochen (G 9).
B.d Mit Replik vom 8. Juli 2014 hielt die Beschwerdeführerin an ihren in der
Beschwerde vom 11. April 2014 gestellten Anträgen fest (act. G 11 samt Beilagen).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete in der Folge auf die Einreichung einer Duplik
(Schreiben vom 28. Juli 2014, act. G 13).

Erwägungen
1.
Gegenstand der angefochtenen Verfügung vom 24. März 2014 bildet der Anspruch der
Beschwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenversicherung, der zwischen den
Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist.
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1.1 Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) versicherte
Personen, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu
betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen,
erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Unter Invalidität wird
die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor,
wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 % und auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.4 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
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Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
256 E. 4 mit Hinweisen). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen
festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine
zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die
Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar
erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten
Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Hinsichtlich
des Beweiswertes eines ärztlichen Berichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a). Das im Rahmen des
Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, die auf Grund
eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten
Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Das Gleiche gilt für Berichte
und Gutachten versicherungsinterner Ärzte (BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Den Berichten
des RAD, welche den erwähnten Anforderungen genügen, kommt ebenfalls
Beweiswert zu (Urteil der Bundesgerichts 9C_8/2011 vom 21. Februar 2011 E. 4.1.2 mit
Hinweisen; 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2). Nach der Rechtsprechung ist es
dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt
auf die (versicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu entscheiden. Es besteht kein
förmlicher Anspruch auf versicherungsexterne Begutachtung. In solchen Fällen sind an
die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur
geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen,
ist eine (neue) Begutachtung anzuordnen (BGE 135 V 465 E. 4, Urteil des
Bundesgerichts 9C_148/2012 vom 17. September 2012 E. 1.3 f. mit Hinweisen).
2.
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Vorab ist die Frage zu beantworten, ob die medizinische Aktenlage eine
rechtsgenügliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin und damit
schliesslich auch des geltend gemachten Rentenanspruchs ermöglicht. Eine
Einschränkung der Leistungsfähigkeit ist nur dann anspruchserheblich, wenn sie Folge
einer Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert
worden ist (BGE 141 V 281 E. 2.1).
2.1 Es ist zunächst festzustellen, dass keine psychiatrische Diagnose gestellt wurde,
insbesondere keine solche mit Blick auf ein Schmerzgeschehen. Eine psychiatrisch
bedingte Arbeitsunfähigkeit wird nach Lage der Akten zu Recht nicht geltend gemacht
(vgl. das bei den Fremdakten der Branchen Versicherung liegende psychiatrische
Gutachten vom 11. Dezember 2012, S. 8 f., in welchem Dr. I._ das Vorliegen einer
psychischen Störung verneint und eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit für alle Tätigkeiten
und Verrichtungen ohne Einschränkungen attestiert hatte).
2.2 In somatischer Hinsicht ist im Weiteren darauf hinzuweisen, dass sich das
Versicherungsgericht bereits im Entscheid UV 2013/57 vom 2. September 2014 mit
dem von Dr. J._ erstellten orthopädischen Gutachten vom 29. Januar 2013 befasst
hatte. Das Gericht begründete darin einlässlich, warum das Gutachten von Dr. J._ als
nicht schlüssig und nachvollziehbar zu betrachten und damit beweisrechtlich
unbeachtlich sei (vgl. E. 3.5, einsehbar unter http://www.gerichte.sg.ch/home/
dienstleistungen/rechtsprechung/aktuelle_entscheide1/
Entscheide_201211/uv_-_unfallversicherung/uv-2013-57.html). Darauf wird verwiesen.
Weiterungen hierzu erübrigen sich.
2.3 Zu prüfen bleibt somit die Frage, ob die Beschwerdegegnerin befugt war, dem
Entscheid über das Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin einzig die
Stellungnahmen ihres RAD vom 27. November 2013 (IV-act. 53) und 21. Februar 2014
(IV-act. 57) zugrunde zu legen. Die Beschwerdeführerin bestreitet dies und macht
geltend, eine neue Begutachtung sei erforderlich, wenn auf ein Gutachten nicht
abgestellt werden könne (act. G 1, Rz. 8).
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2.3.1 Gemäss Art. 59 Abs. 2bis IVG stehen die Regionalen Ärztlichen Dienste (RAD)
den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des
Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach
Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine
zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Damit soll
eine konsequente Trennung der Zuständigkeiten zwischen behandelnden Ärzten
(Heilbehandlung) und Sozialversicherung (Bestimmung der Auswirkungen des
Gesundheitsschadens) geschaffen werden. Es soll im Hinblick auf eine erfolgreiche
Eingliederung eine objektivere Festlegung der massgebenden funktionellen
Leistungsfähigkeit der versicherten Person ermöglicht werden. Die RAD sind in ihrem
medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig. Nach Art. 49 der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) beurteilen die RAD die medizinischen
Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie
im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen
Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Sie können bei Bedarf selbst
ärztliche Untersuchungen von versicherten Personen durchführen und sie halten die
Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2). Geht es im Wesentlichen um die
Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachverhalts und rückt die direkte
ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund, können sie von
einer ärztlichen Untersuchung der versicherten Person absehen (Urteil des
Bundesgerichts 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4.3.1 mit weiteren Hinweisen).
2.3.2 In den Akten liegen diverse fachärztliche und bildgebende Berichte, die dem
RAD für seine Beurteilung vorlagen und die eine zuverlässige Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit erlauben. Zunächst diagnostizierte der behandelnde Dr. G._ am 26.
August 2010 (bei den Fremdakten der Branchen Versicherung; vgl. auch seinen Bericht
vom 6. Oktober 2010, ebenfalls bei den Fremdakten der Branchen Versicherung) eine
massive Steissbeinkontusion nach Treppensturz, klinisch ohne Verdacht auf
Steissbeinfraktur. Ein MRI der LWS vier Monate nach dem Treppensturz ergab eine
nicht kompressive kleinvolumige Diskushernie L4/L5 und im Übrigen
altersentsprechende Verhältnisse (Bericht vom 8. September 2010, bei den
Fremdakten der Branchen Versicherung). Dr. D._ konnte auf Grund einer am 5.
November 2010 durchgeführten Untersuchung der Beschwerdeführerin sowie des
bildgebenden Materials eine Steissbeinkontusion, eine nicht kompressive Diskushernie
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L4/L5 und ein chronifiziertes Schmerzsyndrom bei sonst unauffälligen ossären
Verhältnissen und normalen Weichteilbefunden, insbesondere ohne Fraktur im
Steissbeinbereich, feststellen. Die klinischen Untersuchungsbefunde könnten das
subjektiv geklagte Beschwerdebild nicht erklären, zumal keine
Kompressionserscheinungen im Wurzelbereich und eine uneingeschränkte
Rückenmobilität vorhanden seien, und sprächen gegen eine gröbere Affektion im
unteren LWS-Bereich sowie im Iliosakralgelenk. Es bestünden vorwiegend
psychosoziale Probleme. Der Status quo sine sei drei Monate nach dem Unfall erreicht
worden. Es bestehe eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (Bericht vom 17. November
2010 und MRI-Bericht vom 8. September 2010, beide bei den Fremdakten der
Branchen Versicherung). Die Ärzte der Neurochirurgie des KSSG schätzten die
Arbeitsfähigkeit (zumindest für leichte Tätigkeiten) ebenfalls auf 100 % und fanden kein
anatomisches Korrelat für die geklagten Beschwerden (Bericht vom 16. Dezember
2010, bei den Fremdakten der Branchen Versicherung). Somit kann auf Grund der
bestehenden Aktenlage davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin
Ende 2010 uneingeschränkt arbeitsfähig war.
2.3.3 Eine Zunahme der Beschwerden macht die Beschwerdeführerin nicht geltend.
Sie führt einzig aus, "weiterhin" an erheblichen Schmerzen im Bereich der
Lendenwirbelsäule und der Iliosakralgelenke zu leiden, weshalb sie Physiotherapie in
Anspruch nehme und sogar eine Operation des Iliosakralgelenks indiziert sei;
ausserdem sei sie erneut in Behandlung bei Dr. G._ (act. G 1, S. 4). Dazu ist zu
bemerken, dass sich in den Akten bis auf eine Infiltration ins Iliosakralgelenk (vgl.
Bericht des KSSG über eine am 23. Januar 2012 vorgenommene Infiltration ins
Iliosakralgelenk links, bei den Fremdakten der Branchen Versicherung) keine Hinweise
auf eine durchgeführte physiotherapeutische oder sonstige Behandlung (insbesondere
Physiotherapie-Verordnungen) ergeben. Eine vom behandelnden Arzt Dr. G._
verordnete chiropraktische Behandlung nahm die Beschwerdeführerin nicht wahr (vgl.
Brief von Dr. M._, Chiropraktor, vom 12. Juni 2012, IV-act. 16, S. 7). Im Weiteren
wurde keine Probe-Arthrodese des linken Iliosakralgelenks gemäss Stellungnahme von
Dr. G._ vom 10. Februar 2014 erwogen (IV-act. 56, S. 1 f.). Dr. G._ hielt darin fest,
dass er die Beschwerdeführerin im Jahr zuvor nur sporadisch gesehen habe; dabei
habe sie im Prinzip immer wieder über die genau gleichen Beschwerden an der LWS
und den Iliosacralgelenken geklagt. Ein eigentlicher Handlungsbedarf habe von Seiten
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der Patientin bis auf wenige Physiotherapien nicht bestanden (in den Akten befinden
sich ansonsten keine Hinweise auf durchgeführte Physiotherapie-Behandlungen).
2.3.4 Dr. G._ fand weitere radiologische Kontrollen für nicht notwendig (Bericht vom
23. April 2012, das Datum handschriftlich korrigiert auf 19. Dezember 2011, bei den
Fremdakten der Branchen Versicherung). Ein MRI von Wirbelsäule und
Iliosakralgelenken vom 23. März 2012 hatte eine Diskusdehydratation L4/L5 mit Anulus
fibrosus Einriss ohne Nervenwurzelkompression, eine bilaterale Sakroiliitis und einen
interspinosalen Entzündungsprozess zwischen L3 und S1 ergeben (MRI-Bericht, bei
den Fremdakten der Branchen Versicherung; vgl. auch Bericht von Dr. G._ vom 11.
Dezember 2011, IV-act. 16, S. 1 ff.). Eine Untersuchung im Departement Innere
Medizin, Rheumato¬logie/Rehabilitation des KSSG vom 4. April 2012 schloss das
Vorliegen einer Spondyloarthritis bzw. eines entzündlich-rheumatischen Geschehens
aus (Bericht bei den Fremdakten der Branchen Versicherung).
2.3.5 RAD-Arzt Dr. L._ ging am 27. November 2013 in Würdigung der vorstehend
erwähnten Aktenlage zunächst von einem instabilen Gesundheitszustand aus und hielt
das Einholen weiterer Berichte sowie die Durchführung einer Computertomographie
(CT) für notwendig (IV-act. 53). Die in der Folge durchgeführte CT von Becken und
Iliosakralgelenken ergab eine geringe Mehrsklerosierung des Iliossakralgelenks
rechtsseitig, in Zusammenschau mit der Kernspintomographie vom 23. März 2012
vereinbar mit postentzündlichen Veränderungen. Das linke Iliosakralgelenk zeigte keine
Läsionen, insbesondere keine Hinweise auf eine durchgemachte Fraktur (CT-Bericht
vom 13. Januar 2014, IV-act. 56, S. 3, und Bericht von Dr. G._ vom 10. Februar 2014,
IV-act. 56, S. 1 f.). Den CT-Bericht besprach RAD-Arzt Dr. L._ mit RAD-Ärztin Dr.
med. N._, Fachärztin für Radiologie FMH; danach hätten die Radiologen des KSSG
bei der CT vom 13. Januar 2014 eine alte Fraktur am Übergang Sacrum-Os coccygis
nicht beschrieben; die Iliosakralgelenke beidseits seien völlig unauffällig ohne
Erosionen oder Sklerosierungen; eine Sacroiliitis könne ausgeschlossen werden; die
Intervertebralgelenke L4/L5 und L5/S1 seien beidseits ohne Befund).
2.3.6 RAD-Arzt Dr. L._ hatte bereits die MRI-Ergebnisse vom 23. März 2012 mit
RAD-Ärztin Dr. N._ durchgesehen und besprochen, wie er in einer erneuten
Stellungnahme vom 21. Februar 2014 festhielt. Dabei habe kein wesentlicher
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pathologischer Befund erhoben werden können. Die von den Radiologen des KSSG
beschriebene bilaterale Sakroiliitis mit interspinalem Entzündungsprozess der LWS sei
nicht nachvollziehbar. Es bestehe lediglich ein geringes Knochenmarksödem in der
massa lateralis des Sacrums beidseits, das ohne klinische Bedeutung sei. Für die
persistierenden lumbosakralen Beschwerden der Beschwerdeführerin bestehe bis
heute kein organisch-strukturelles Korrelat. So seien bereits vier Monate nach dem
Treppensturz im ersten MRI der LWS vom 8. September 2010 (ohne Untersuchung des
Os sacrum) keine Hinweise für posttraumatische Veränderungen der LWS sichtbar
gewesen. Die geringen Signalstörungen in der massa lateralis sacri im MRI vom März
2012 seien klinisch bedeutungslos. Die CT vom Januar 2014 zeige eine alte, distale,
abgeheilte Sacrumfraktur, ansonsten unauffällige Intervertebralsegmente; eine
Sacroiliitis bzw. eine posttraumatische Instabilität des linken Iliosacralgelenks bestehe
nicht. Weitere medizinische Abklärungen seien nicht angezeigt. Der behandelnde Arzt
schreibe selbst, dass kein eigentlicher Handlungsbedarf bestanden habe. In
leidensadaptierter Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100 % (IV-act. 57).
Schliesslich wies RAD-Arzt Dr. L._ auf die gemäss EFL-Protokoll vom 16. November
2012 (bei den Fremdakten der Branchen Versicherung) festgestellten diversen Zeichen
von Symptomausweitung, Inkonsistenzen und Selbstlimitierung hin (Stellungnahme
vom 21. Februar 2014, IV-act. 57).
2.3.7 In Würdigung der gesamten Aktenlage erscheint zusammenfassend die
Beurteilung durch RAD-Arzt Dr. L._, wonach die Beschwerdeführerin in einer dem
Leiden angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist, als schlüssig und
nachvollziehbar. Er berücksichtigt die gesamte medizinische Aktenlage und hat für die
Würdigung des bildgebenden Materials seine Kollegin, RAD-Ärztin Dr. N._, die
Radiologin ist, beigezogen. Seine Stellungnahmen erfüllen die eingangs (Erwägung 1.4)
erwähnten bundesgerichtlichen Anforderungen an den Beweiswert von ärztlichen
Stellungnahmen, insbesondere von RAD-Berichten. Darauf ist abzustellen. Der
medizinische Sachverhalt erscheint demnach als erstellt. Von weiteren medizinischen
Abklärungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter
Beweiswürdigung zu verzichten ist (BGE 137 V 64 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts
8C_838/2011 vom 20. März 2012 E. 4.2).
3.
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Die betraglichen Grundlagen zur Bestimmung der Vergleichseinkommen sind von der
Beschwerdeführerin zu Recht nicht bestritten worden. Im Vergleich zu den statistischen
Hilfsarbeiterlöhnen (vgl. hierzu Anhang 2: Lohnentwicklung, IV-Gesetzesausgabe der
Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2015) hat die Beschwerdeführerin in der
Vergangenheit keine überdurchschnittlichen Jahresverdienste erzielt (vgl. IV-act. 5 und
25, S. 8 ff.). Ausgehend von einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten erübrigen sich daher die Vornahme eines konkreten Einkommensvergleichs
und insbesondere die Festsetzung eines Tabellenlohnabzugs. Denn selbst wenn bei
der Bestimmung des Invalideneinkommens gestützt auf den durchschnittlichen
Hilfsarbeiterlohn der höchstzulässige 25 %ige Tabellenlohnabzug berücksichtigt
würde, resultierte offensichtlich kein rentenbegründender Invaliditätsgrad von
mindestens 40 %.
4.
4.1 Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist
abzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis Fr.
1'000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint in
der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der unterliegenden
Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.- aufzuerlegen.
Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu befreien.
4.3 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.- bis Fr.
12'000.-. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint wie in
vergleichbaren Fällen üblich eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.- angemessen.
Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70).
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Somit hat der Staat den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin pauschal mit Fr.
2'800.- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
4.4 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).