Decision ID: ed22db21-708a-458d-ab3e-b7f9e15cac2b
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X und Y (geb. 1949 bzw. 1952) sind verheiratet und wohnen in A. In der
Steuererklärung 2004 gaben sie an, der Ehemann sei nicht erwerbstätig und die
Ehefrau sei bei einem Spital angestellt. Die Steuerpflichtigen erhoben gegen die
Veranlagungen für die Steuerperiode 2004 Einsprache, welche gutgeheissen wurde.
Für die Kantons- und Gemeindesteuer 2004 wurden sie mit einem steuerbaren
Einkommen von Fr. 70'800.–, ohne steuerbares Vermögen, und für die direkte
Bundessteuer 2004 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 74'600.– veranlagt.
B.- Mit Urteil des Kreisgerichts B vom 8. Dezember 2010 wurde X des Betrugs für
schuldig erklärt, weil er einem Ehepaar vorgegaukelt hatte, Rechtsanwalt zu sein, einen
in Tat und Wahrheit nicht existierenden Prozess angeblich bis vor Bundesgericht führte
und dafür, ohne jegliche Gegenleistung, Honorare und Einschreibegebühren von
insgesamt gut Fr. 180'000.– zu seinen Gunsten einstrich. Anlässlich der
Hauptverhandlung anerkannte X die Zivilforderung des geschädigten Ehepaares im
Betrag von Fr. 180'000.– nebst Zins.
Mit Nachsteuerverfügungen vom 15. März 2013 wurden X und Y für die Kantons- und
Gemeindesteuern 2004 mit einer Nachsteuer samt Zins von Fr. 58'477.65 und für die
direkte Bundessteuer 2004 mit einer Nachsteuer samt Zins von Fr. 24'182.– veranlagt.
Die gegen diese Nachsteuerverfügungen am 16. April 2013 erhobene Einsprache,
welche am 31. Juli 2013 ergänzt wurde, wies das kantonale Steueramt mit Entscheid
vom 20. August 2013 ab.
C.- Mit Eingabe vom 18. September 2013 erhob X Rekurs und Beschwerde bei der
Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, der Einspracheentscheid des
kantonalen Steueramtes, Abteilung Nachsteuer, sei aufzuheben, und es sei auf die
Besteuerung des Betrages von Fr. 180'000.– als Einkunft aus selbständiger Tätigkeit zu
verzichten. Gleichzeitig beantragte er eine Fristerstreckung für die Einreichung der
Sachverhaltsdarstellung und Begründung bis 7. Oktober 2013.
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Mit Schreiben des Abteilungspräsidenten der Verwaltungsrekurskommission vom
20. September 2013 wurde X aufgefordert, einerseits den Rekurs hinsichtlich der
Darstellung des Sachverhalts und der Begründung zu ergänzen sowie das
Einverständnis der Ehefrau nachzureichen oder mittels Vollmacht nachzuweisen.
Gleichzeitig wurde er darauf hingewiesen, dass bei der direkten Bundessteuer die
Einreichung einer unbegründeten Beschwerdeerklärung mit dem Begehren um
Ansetzung einer Frist für die Einreichung der Begründung nicht vorgesehen sei. Mit
Eingabe vom 7. Oktober 2013 ergänzten X und Y den Rekurs bzw. die Beschwerde
und beantragten ausserdem, dass die Ehefrau aus der Haftung der gemeinsamen
Steuerpflicht bzw. aus der Solidarhaftung betreffend Nachsteuer zu entlassen sei.
Mit Vernehmlassung vom 25. Oktober 2013 beantragte die Vorinstanz, der Rekurs und
die Beschwerde seien abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Die Eidgenössische
Steuerverwaltung liess sich zur Beschwerde nicht vernehmen. Die Rekurrenten und
Beschwerdeführer erhielten Gelegenheit, sich zur vorinstanzlichen Vernehmlassung zu
äussern. Sie verzichteten auf eine Stellungnahme.

Auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids sowie die Ausführungen der
Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird, soweit notwendig, in den
Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Angefochten sind die Einspracheentscheide hinsichtlich der Nachsteuer für die
Kantons- und Gemeindesteuern 2004 sowie für die Direkte Bundessteuer 2004. Zwar
müssen für Rekurs und Beschwerde verschiedene Entscheide ergehen; sie können
indessen in einem einzigen Dokument mit Verweisungen und einem gemeinsamen
Dispositiv, das die beiden Steuern allerdings ausdrücklich auseinanderhält, enthalten
sein (vgl. BGE 130 II 509 = Pra 2005 Nr. 114 E. 8.3, BGE 135 II 260 = Pra 2010 Nr. 37
E. 1.3.1).
2.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen.
a) Die Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis
zur Rekurserhebung ist gegeben. Neue Begehren sind zulässig (vgl. Art. 46 Abs. 3 des
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Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Der Rekurs
hat einen Antrag zu enthalten (vgl. Art. 48 Abs. 1 VRP). Der Antrag ist ein formelles
Gültigkeitserfordernis. Fehlt er oder wird er nicht innert der angesetzten Frist
nachgereicht, kann auf das Rechtsmittel nicht eingetreten werden (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen - dargestellt an den Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl. 2003, N 920; GVP 1985 Nr. 50). Zwar können die
Parteien gemäss Art. 19 Abs. 1 VRP bis zum Abschluss des Verfahrens neue Begehren
stellen und sich auf neue Tatsachen, Beweismittel und Vorschriften berufen, aber im
Rekursverfahren sind die Besonderheiten des Rechtsmittelverfahrens zu beachten.
Nach Ablauf der Rechtsmittelfrist kann das Rechtsbegehren nicht unbesehen erweitert
werden. Nur wenn die Rechtsmittelinstanz Frist für eine Ergänzung des
Rechtsbegehrens ansetzt, ist eine solche möglich.
Die Rekurseingabe vom 18. September 2013 ist rechtzeitig eingereicht worden. Die
Eingabe erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 7. Oktober 2013 in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 StG; Art. 48 VRP),
weshalb darauf einzutreten ist.
Soweit die Rekurrenten und Beschwerdeführer mit der Eingabe vom 7. Oktober 2013
beantragen, die Ehefrau sei betreffend Nachsteuer für die Kantons- und
Gemeindesteuer 2004 nach Art. 25 Abs. 1 StG aus der Haftung der gemeinsamen
Steuerpflicht zu entlassen, ist darauf nicht einzutreten. Mit Schreiben vom
20. September 2013 wurden die Rekurrenten und Beschwerdeführer lediglich
aufgefordert, den Rekurs hinsichtlich der Darstellung des Sachverhalts und der
Begründung zu ergänzen (act. 3). Eine Frist zur Ergänzung des Rechtsbegehrens wurde
nicht beantragt und entsprechend auch nicht gewährt. Der Antrag erfolgte demnach
nach Ablauf der Rekursfrist. Hinzu kommt, dass sich die Frage der Haftung im Rahmen
des Bezugs stellt und damit eine rechtskräftige Veranlagung voraussetzt (SGE 2000
Nr. 16 E. 3a; vgl. auch P. Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, Therwil/Basel 2001,
N 16 f. zu Art. 13 DBG).
b) Die Beschwerde ist innert der dreissigtägigen Rechtsmittelfrist schriftlich mit einem
Antrag und einer Begründung einzureichen (vgl. Art. 140 Abs. 1 und 2 des
Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG). Diese
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Erfordernisse bilden, jedes für sich, Gültigkeitsvoraussetzungen des Rechtsmittels,
auch wenn an die Qualität und Ausgestaltung der Begründung keine grossen
Anforderungen gestellt werden (Richner/Frei/
Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, N 21 zu Art. 140 DBG;
U. Cavelti, in: Zweifel/Athanas, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/
2b, 2. Aufl. 2008, N 11a zu Art. 140 DBG). Genügt die Beschwerdeschrift diesen
Anforderungen (Antrag, Begründung, Unterschrift etc.) nicht, so wird dem
Beschwerdeführer eine angemessene Nachfrist zur Behebung des Mangels unter der
Androhung angesetzt, dass im Säumnisfall nicht auf die Beschwerde eingetreten werde
(Art. 140 Abs. 2 Satz 2 DBG). Der Anspruch auf Nachfristansetzung besteht aber nur
bei unfreiwilligen, nicht bei freiwilligen Unterlassungen (Pra 95 [2006] Nr. 51 E. 2.5). Es
ist nicht Aufgabe der Rechtsmittelinstanz, in vorinstanzlichen Eingaben der Beteiligten
nach Gründen zu suchen, weshalb der angefochtene Entscheid unrichtig sein könnte.
Den Steuerpflichtigen trifft mit anderen Worten eine Substantiierungspflicht, indem er
sich mit dem angefochtenen Entscheid auseinanderzusetzen hat (Cavelti, in; Zweifel/
Athanas, a.a.O., N 11a zu Art. 140 DBG). Eine blosse Anmeldung der Beschwerde
innerhalb der gesetzlichen Frist, verbunden mit dem Begehren um eine Nachfrist zur
Einreichung von Antrag und Begründung, ist deshalb ausgeschlossen (Richner/Frei/
Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 31 zu Art. 140 DBG).
Mit Entscheid vom 20. August 2013 wies die Vorinstanz die gegen die
Nachsteuerverfügungen erhobene Einsprache ab. Mit Eingabe vom 18. September
2013, mithin noch knapp während der dreissigtägigen Rechtsmittelfrist, beantragte der
Rekurrent und Beschwerdeführer, der Einspracheentscheid des kantonalen
Steueramts, Abt. Nachsteuern, sei aufzuheben und auf die Besteuerung des Betrages
von Fr. 180'000.– als Einkunft aus selbständiger Tätigkeit sei zu verzichten. Gleichzeitig
ersuchte er, aus gesundheitlichen Gründen die Frist für die Einreichung der
Sachverhaltsdarstellung und Begründung bis zum 7. Oktober 2013 zu erstrecken
(act. 1). Eine Begründung, weshalb die Rekurrenten und Beschwerdeführer mit dem
Einspracheentscheid nicht einverstanden sind, ist der Eingabe nicht zu entnehmen.
Auch fehlte ein Beleg für die behauptete Abwesenheit aus gesundheitlichen Gründen,
was immer damit geltend gemacht werden sollte. Sie begnügten sich vielmehr, die
Beschwerde lediglich anzumelden, verbunden mit dem Begehren um
Nachfristansetzung. Von einer unfreiwilligen Unterlassung kann daher nicht gesprochen
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werden, weshalb den Rekurrenten und Beschwerdeführern – anders als nach
kantonalem Recht – keine Nachfrist zur Verbesserung anzusetzen war.
Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde aufgrund fehlender Begründung als
mangelhaft, weshalb darauf nicht einzutreten ist.
3.- Zu prüfen ist im Rekursverfahren vorab, ob die Voraussetzungen für die Erhebung
einer Nachsteuer für das Jahr 2004 erfüllt sind.
a) Ergibt sich aufgrund von Tatsachen oder Beweismitteln, die der Steuerbehörde nicht
bekannt waren, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterblieben oder eine
rechtskräftige Veranlagung unvollständig ist, so wird gemäss Art. 199 Abs. 1 StG die
nicht erhobene Steuer samt Zins als Nachsteuer eingefordert. Hat der Steuerpflichtige
Einkommen und Vermögen in seiner Steuererklärung vollständig und genau
angegeben, kann keine Nachsteuer erhoben werden (vgl. Art. 199 Abs. 2 StG). Nicht
bekannt sind Tatsachen und Beweismittel, wenn sie der Steuerbehörde im Zeitpunkt
der Veranlagung bei Anwendung von gehöriger Sorgfalt nicht bekannt sein konnten.
Die Veranlagungsbehörde darf grundsätzlich von der Richtigkeit und Vollständigkeit der
vom Steuerpflichtigen gemachten Angaben ausgehen und ist zu weitergehenden
Untersuchungen nur verpflichtet, wenn konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass
die Angaben unvollständig sein könnten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.108/2004
vom 31. August 2004 E. 4.1). Eine aus Art. 176 Abs. 1 StG abzuleitende Pflicht der
Steuerbehörden zur ergänzenden Untersuchung besteht dann, wenn die
Steuererklärung Fehler enthält, die offensichtlich sind. Bei bloss erkennbaren Mängeln
muss nicht davon ausgegangen werden, bestimmte Tatsachen oder Beweismittel seien
den Behörden schon zur Zeit der Veranlagung bekannt gewesen bzw. es müsse diesen
ein entsprechendes Wissen angerechnet werden (vgl. Vallender/Looser, in: Zweifel/
Athanas, a.a.O., N 8a zu Art. 151 DBG mit Hinweisen auf die Rechtsprechung).
b) In der Steuererklärung 2004 gaben die Rekurrenten lediglich ein Einkommen aus
unselbständiger Erwerbstätigkeit der Ehefrau von Fr. 83'993.– an; der Ehemann sei
dagegen nicht erwerbstätig (act. 8/II/4 S. 2). Am 27. Dezember 2005 nahm die
Vorinstanz unter Aufrechnung eines Einkommens aus den Vorjahren beim Ehemann die
Veranlagung für das Jahr 2004 vor (act. 8/I/3). Eine entsprechende Einsprache wurde
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mit Entscheid vom 9. Februar 2006 gutgeheissen (act. 8/I/2). Das durch den
Rekurrenten geschädigte Ehepaar bzw. dessen Rechtsvertreter erstattete mit
Schreiben vom 2. September 2011 bei der Vorinstanz Anzeige wegen Verdachts auf
Steuerdelikte. Er gab dabei an, seine Mandanten hätten anfangs und Ende 2004 auf ein
Konto der Rekurrentin bei der M-Bank Fr. 180'000.– überwiesen (act. 8/I/12). Erst mit
diesem Schreiben erlangte die Vorinstanz Kenntnis eines allfällig unversteuerten
Einkommens seitens der Rekurrenten. Mit dem Bekanntwerden eines den
Steuerbehörden nicht deklarierten Kontos lagen für die Einleitung eines
Nachsteuerverfahrens ausreichende neue Hinweise vor, dass die Steuerpflichtigen in
der Steuerperiode 2004 ungenügend besteuert worden waren. Dementsprechend sind
die Voraussetzungen gemäss Art. 199 Abs. 1 StG für die Durchführung eines
Nachsteuerverfahrens für das Jahr 2004 erfüllt und es kann eine Nachsteuer
eingefordert werden, soweit es sich bei den Fr. 180'000.– um steuerbares Einkommen
handelt.
4.- Im Rekursverfahren sind sich die Verfahrensbeteiligten hinsichtlich der Frage
uneinig, ob es sich bei der zugeflossenen Summe von Fr. 180'000.– um steuerbares
Einkommen handelt oder nicht.
a) Nach dem Prinzip der Gesamteinkommenssteuer werden grundsätzlich alle
Vermögenswerte, die dem Steuerpflichtigen während eines bestimmten Zeitabschnittes
zufliessen, gesamthaft als Einkommen besteuert. So unterliegen neben regelmässig
wiederkehrenden Einkünften auch einmalige Zugänge, neben reinen Wertzuflüssen
auch Veräusserungsgewinne, neben Bareinkünften auch Naturaleinkünfte der
Einkommensbesteuerung (vgl. Art. 29 Abs. 1 und 2 StG). Nach der gesetzlichen
Umschreibung gilt grundsätzlich jeder Wertzufluss als steuerbares Einkommen, sofern
das Steuergesetz nicht selber eine Ausnahme von der Steuerpflicht vorsieht. Von der
Einkommensgeneralklausel ausgenommen sind die Kapitalgewinne aus der
Veräusserung von Privatvermögen (Art. 29 Abs. 2 StG) und die in Art. 37 StG
abschliessend genannten Fälle. Unberücksichtigt bleibt die Art der
Einkommensverwendung. Ob und wie weit jemand mit den zugeflossenen Mitteln den
notwendigen Lebensunterhalt bestreitet, Luxusbedürfnisse befriedigt, Spargelder auf
die Seite legt oder Schulden abzahlt, ist für die Einkommensbestimmung ohne
Bedeutung (vgl. Art. 47 StG). Als zugeflossen und damit als realisiert gelten die
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Einkünfte zu dem Zeitpunkt, in welchem der Steuerpflichtige über den entsprechenden
Vermögenswert tatsächlich und wirtschaftlich verfügen kann (Weidmann/Grossmann/
Zigerlig, Wegweiser durch das st. gallische Steuerrecht, 6. Aufl. 1999, S. 29 ff.; vgl.
auch Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 1 zu Art. 24 DBG).
Für das Steuerrecht gilt der gefestigte Grundsatz, dass die Steuerbehörde die
Beweislast für die steuerbegründenden Tatsachen trägt, während den Steuerpflichtigen
die Beweislast für Tatsachen trifft, welche die Steuerschuld aufheben oder mindern
(Weidmann/Grossmann/Zigerlig, a.a.O., S. 379 f.).
b) Aus den Bankauszügen geht hervor, dass das durch den Rekurrenten geschädigte
Ehepaar mit Valuta 13. Januar 2004 Fr. 54'987.– und mit Valuta 16. November 2004
Fr. 119'987.–, mithin insgesamt Fr. 174'974.–, auf das Sparkonto Nr. 000.000-00,
lautend auf die Rekurrentin, überwiesen hat (act. 8/I/12). Zwar lassen sich aus den
Bankauszügen lediglich knapp Fr. 175'000.– nachweisen, der Rekurrent anerkennt aber
selbst, Fr. 180'000.– erhalten zu haben. Schliesslich wurde im Urteil des Kreisgerichts
B vom 8. Dezember 2010 festgehalten, dass insgesamt gut Fr. 180'000.– dem
Rekurrenten zugeflossen sind (act. 8/I/12). Die Rekurrenten legten weder im
Einsprache- noch im Rekursverfahren dar, wofür der Betrag von Fr. 180'000.– geleistet
worden sein soll. Sie gaben lediglich an, Fr. 5'000.– als Honorar erhalten zu haben. Es
wäre aber an ihnen gelegen, konkrete Details zu liefern oder zumindest darzulegen,
inwiefern es sich beim Restbetrag von Fr. 175'000.– nicht um Einkommen handeln soll.
Es ist unbestritten, dass ihnen Fr. 180'000.– zugeflossen sind. Nicht nachgewiesen
wurden dagegen solche Tatsachen, die auf einen steuerfreien Zufluss schliessen lassen
würden.
c) Die Einkommensbildung ist ein tatsächlicher Vorgang, weshalb auch aus
ungerechtfertigten Einkünften ein Vermögenszuwachs resultieren kann, wenn die
wirtschaftliche Leistungsfähigkeit dadurch gesteigert wird. Aus dem Blickwinkel des
Leistungsfähigkeitsprinzips führen ungerechtfertigte Einkünfte aber nur dann zu
steuerbarem Einkommen, wenn der Rückerstattungs- bzw. Herausgabeanspruch nicht
erfolgreich geltend gemacht wird. Der Zufluss wird in diesen Fällen durch den
Rückerstattungsanspruch neutralisiert; dies allerdings nur, wenn mit der Erfüllung der
Rückerstattung ernstlich gerechnet werden muss. Wenn im konkreten Fall keine
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Rückerstattung erfolgt, entstehen somit steuerbare Einkünfte (vgl. Richner/Frei/
Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 39 ff. zu Art. 16 DBG; Reich, in: Zweifel/Athanas, a.a.O., N
25 zu Art. 16 DBG; SGE 2006 Nr. 12 mit weiteren Hinweisen).
Der Rekurrent verwendete die ihm zugeflossenen Mittel für den privaten Konsum. Zwar
anerkannte er eine Schuld gegenüber dem betrogenen Ehepaar von Fr. 180'000.–, eine
Rückerstattung ist bislang aber noch nicht erfolgt. Da diverse Verlustscheine
gegenüber dem Rekurrenten existieren (vgl. act. 5) und er zurzeit kein Einkommen
erzielt, kann im jetzigen Zeitpunkt zudem nicht ernstlich mit der Rückzahlung der
unrechtmässig bezogenen Leistung gerechnet werden. Es ist auch nicht
auszuschliessen, dass das um Fr. 180'000.– betrogene Ehepaar, welches in Kanada
wohnt, die Rückforderung als uneinbringlich abschreibt. Somit hat noch keine
Neutralisierung des Geldzuflusses stattgefunden. Die blosse Möglichkeit einer späteren
Rückzahlung genügt nicht. Die Rekurrenten können sich somit nicht auf die
Rückerstattungspflicht berufen, womit der im Jahr 2004 erhaltene Betrag von
insgesamt Fr. 180'000.– steuerbar ist.
d) Der Rekurrent macht geltend, schon seit geraumer Zeit ohne Arbeit und Einkommen
leben zu müssen, weshalb die geschädigte Familie ihr Guthaben dank der zusätzlichen
Steuerbelastung endgültig verlieren würde (act. 4 S. 3). Sollte es sich dabei um ein
Gesuch um Steuererlass handeln, sind die Rekurrenten in das entsprechende
Verfahren zu verweisen, welches erst nach Rechtskraft der Veranlagung eingeleitet
werden kann.
e) Zusammenfassend ist der Rekurs abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
5.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Kosten des Verfahrens den
Rekurrenten und Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP und Art. 144
Abs. 1 DBG). Für das Rekursverfahren ist eine Entscheidgebühr von Fr. 800.–, für das
Beschwerdeverfahren aufgrund des Nichteintretensentscheids eine solche von
Fr. 500.– angemessen (vgl. Art. 144 Abs. 5 DBG i.V.m. Art. 7 Ziff. 122 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Die Kostenvorschüsse von je Fr. 800.– sind
zu verrechnen. Im Beschwerdeverfahren ist den Beschwerdeführern der Restbetrag
von Fr. 300.– zurückzuerstatten.
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