Decision ID: ce9cc276-6bba-511e-9a9d-344987c8ecee
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer, ein afghanischer Staatsangehöriger aus der
Provinz B._, Afghanistan eigenen Angaben gemäss im Jahr 2013
verlassen habe und C._ gereist sei, wo er die Schule besucht und
anschliessend studiert habe,
dass er am 11. August 2021 nach Italien gereist und am 8. Oktober 2021
in die Schweiz gelangt sei, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte,
dass der Beschwerdeführer seinen gültigen afghanischen Reisepass, sei-
nen abgelaufenen Reisepass, seine (...) Aufenthaltsbewilligung und seine
Taskara abgab,
dass das SEM am 13. Oktober 2021 die Personalien des Beschwerdefüh-
rers aufnahm und ihn summarisch zum Reiseweg befragte,
dass das SEM mit dem Beschwerdeführer in Anwesenheit der ihm zuge-
wiesenen und von ihm bevollmächtigten Rechtsvertretung das persönliche
Gespräch gemäss Art. 5 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäi-
schen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prü-
fung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem
Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist
(Neufassung) (ABl. L 180/31 vom 29.6.2013; nachfolgend: Dublin-III-VO)
führte,
dass er im Rahmen des rechtlichen Gehörs zu einer allfälligen Zuständig-
keit Italiens für die Prüfung seines Asylgesuchs erklärte, er habe in Italien
nicht ruhig leben können, es gebe dort Diebe und die Polizei unternehme
nichts dagegen,
dass er weiter ausführte, seine Freundin sei in D._ auf der Strasse
sexuell bedrängt worden, worauf sie zur Polizei gegangen seien, die ge-
sagt habe, in Italien gebe es keine Gesetze,
dass es in Italien wie in Afghanistan sei, weshalb er in der Schweiz ein
Asylgesuch gestellt habe und nicht nach Italien zurückgehen wolle,
dass in Italien die Mafia tätig sei und ihm gesagt worden sei, er könne
nachts nicht rausgehen, da es zu gefährlich sei und Lebensgefahr drohe,
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dass man ihn besser nach Afghanistan als nach Italien zurückschicken
solle, da er auf keinen Fall nach Italien zurückkehren wolle,
dass er die Frage nach gesundheitlichen Problemen dahingehend beant-
wortete, er sei gestresst und leide an Haarausfall,
dass er im Bundesasylzentrum (BAZ) beim Arzt gewesen sei, der ihm Blut
abgenommen und gesagt habe, er habe etwas an der Schilddrüse, was
aber normal sei,
dass die Rechtsvertretung dem SEM am 2. Dezember 2021 einen medizi-
nischen Notfallbericht vom 16. November 2021 (...) übermittelte,
dass eine beim Beschwerdeführer vorliegende beidseitige schwere Hüft-
dysplasie mit deutlicher Bewegungseinschränkung diagnostiziert wurde,
dass das SEM mit Verfügung vom 14. Dezember 2021 – eröffnet am
16. Dezember 2021 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG
(SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der
Schweiz nach Italien verfügte und den Beschwerdeführer aufforderte, die
Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen,
dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-
scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung
der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwer-
deführer verfügte,
dass die zugewiesene Rechtsvertretung am 17. Dezember 2021 mitteilte,
das Mandatsverhältnis mit dem Beschwerdeführer sei beendet,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 20. Dezember 2021 (Post-
stempel) gegen die Verfügung vom 14. Dezember 2021 beim Bundesver-
waltungsgericht Beschwerde erhob und beantragte, die angefochtene Ver-
fügung sei aufzuheben, sein Asylgesuch sei von der Schweiz zu prüfen,
der Beschwerde sei aufschiebende Wirkung zu erteilen, ihm sei die unent-
geltliche Rechtspflege zu gewähren und auf die Erhebung eines Kosten-
vorschusses sei zu verzichten,
dass der Instruktionsrichter den Vollzug der Wegweisung mit Zwischenver-
fügung vom 21. Dezember 2021 gestützt auf Art. 56 VwVG per sofort einst-
weilen aussetzte,
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dass der Beschwerdeführer eine vom 21. Dezember 2021 datierende Be-
schwerdeergänzung einreichte (Eingang: 22. Dezember 2021),

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-
gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33
VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105
AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass die in englischer Sprache abgefasste Begründung der Beschwerde
vom 20. Dezember 2021 zwar nicht den Amtssprachen des Bundes ent-
spricht (vgl. Art. 70 Abs. 1 BV), aufgrund ihrer Verständlichkeit und aus pro-
zessökonomischen Gründen aber auf die Einholung einer Übersetzung zu
verzichten ist, zumal die Beschwerdeergänzung vom 21. Dezember 2021
eine in Deutsch verfasste Begründung enthält,
dass somit auf die frist- und – abgesehen vom sprachlichen Mangel – form-
gerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG;
Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich,
wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-
teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet wurde,
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
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dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG),
dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt,
dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-
gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III
(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch
Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit dem
zentralen Visa-Informationssystem (CS-VIS) ergab, dass ihm von Italien
ein vom 10. August 2021 bis zum 11. November 2021 gültiges Visum aus-
gestellt wurde,
dass das SEM die italienischen Behörden am 12. Oktober 2021 gestützt
auf Art. 12 Abs. 2 Dublin-III-VO um Übernahme des Beschwerdeführers er-
suchte,
dass die italienischen Behörden das Übernahmeersuchen innert der in
Art. 25 Abs. 1 Dublin-III-VO vorgesehenen Frist unbeantwortet liessen, wo-
mit sie die Zuständigkeit Italiens implizit anerkannten (Art. 25 Abs. 2 Dub-
lin-III-VO),
dass der Beschwerdeführer nicht bestreitet, von Italien ein Visum erhalten
zu haben – dies geht denn auch aus dem im Original vorliegenden afgha-
nischen Reisepass hervor – und den vorliegenden Akten zu entnehmen ist,
dass er sich vor seiner Einreise in die Schweiz in Italien aufgehalten hatte,
dass die grundsätzliche Zuständigkeit Italiens somit gegeben und als sol-
che auch nicht bestritten ist,
dass es entgegen der in der Beschwerdeergänzung vertretenen Auffas-
sung keine Gründe für die Annahme gibt, das italienische Asylverfahren
und die Aufnahmebedingungen für Asylsuchende weise systemische Män-
gel im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO auf, die die Ge-
fahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne des
Artikels 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (2012/C
http://links.weblaw.ch/
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326/02, EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen würden (vgl. die Refe-
renzurteile des BVGer F-6330/2020 vom 18. Oktober 2021 E. 9.1 und
E-962/2019 vom 17. Dezember 2019 E. 6.3),
dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dub-
lin-III-VO nicht gerechtfertigt ist,
dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-
schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder
Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch
wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die
Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO),
dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a
Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311)
konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-
mung «aus humanitären Gründen» auch dann behandeln kann, wenn da-
für gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre,
dass der Beschwerdeführer mit seinen Vorbringen, er wolle angesichts der
derzeitigen Situation in Afghanistan ein friedliches Leben führen, was ein
Menschenrecht sei, er in Italien nicht in Sicherheit gewesen sei, da Räuber
mehrfach versucht hätten, sein Portemonnaie zu stehlen, eine Gruppe
schlechter Männer versucht habe, seine Freundin zu vergewaltigen, und
die italienische Polizei ihnen nicht geholfen habe, seine Familie in einer
entfernten Provinz Afghanistans lebe und täglich Probleme habe, er sich in
Italien nicht sicher fühle und die italienischen Behörden nicht zugesagt hät-
ten, ihn zurücknehmen zu wollen, implizit die Anwendung von Art. 17
Abs. 1 Dublin-III-VO respektive Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 fordert,
dass Italien Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. De-
zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-
niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens
vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK,
SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967
(SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-
tungen nachkommt,
dass auch davon ausgegangen werden darf, Italien anerkenne und
schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des
Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013
http://links.weblaw.ch/
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zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-
ternationalen Schutzes (Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom
26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen,
die internationalen Schutz beantragen (Aufnahmerichtlinie) ergeben,
dass die Vermutung, wonach Italien seinen völkerrechtlichen Verpflichtun-
gen nachkomme, durch konkrete und erhebliche Vorbringen im Einzelfall
erschüttert werden kann (vgl. Referenzurteil E-962/2019 vom 17. Dezem-
ber 2019 E. 5; BVGE 2011/9 E. 6, 2010/45 E. 7.5 m.w.H.).
dass der Beschwerdeführer, sollte er sich von Drittpersonen bedroht füh-
len, sich an die zuständigen italienischen Behörden wenden kann, die ihm
im Rahmen ihrer Möglichkeiten Schutz vor Nachstellungen gewähren wer-
den,
dass das SEM in der angefochtenen Verfügung zu Recht festhält, eine
zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Problemen
könne nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK dar-
stellen, wenn die betroffene Person sich in einem fortgeschrittenen oder
terminalen Krankheitsstadium und bereits in Todesnähe befindet, nach ei-
ner Überstellung mit dem sicheren Tod rechnen müsste und keinerlei sozi-
ale Unterstützung erwarten könnte (vgl. BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen
auf die damalige Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschen-
rechte [EGMR]),
dass eine weitere vom EGMR definierte Konstellation Schwerkranke be-
trifft, die durch die Abschiebung – mangels angemessener medizinischer
Behandlung im Zielstaat – mit einem realen Risiko konfrontiert würden, ei-
ner ernsten, raschen und unwiederbringlichen Verschlechterung ihres Ge-
sundheitszustands ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Leiden oder
einer erheblichen Verkürzung der Lebenserwartung führen würde (vgl. Ur-
teil des EGMR Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016, Grosse
Kammer 41738/10, §§ 180–193 m.w.H.),
dass die gesundheitlichen Probleme des Beschwerdeführers – diagnosti-
zierte schwergradige Hüftdysplasie (vgl. SEM-act. 17/1 und 18/1) –nicht
von einer derartigen Schwere sind, dass aus humanitären Gründen von
einer Überstellung nach Italien abgesehen werden müsste, zumal Italien
über eine für die Behandlung der gesundheitlichen Probleme des Be-
schwerdeführers ausreichende medizinische Infrastruktur verfügt (vgl. Re-
ferenzurteil D-2846/2020 vom 16. Juli 2020 E. 6.2.1 m.w.H.), und keine
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Hinweise vorliegen, Italien würde ihm eine adäquate medizinische Behand-
lung verweigern,
dass der Zugang für asylsuchende Personen zum italienischen Gesund-
heitssystem über die Notversorgung hinaus grundsätzlich gewährleistet ist
(vgl. Urteil des BVGer F-3493/2021 vom 8. Dezember 2021 E. 8.5; Refe-
renzurteil des BVGer E-962/2019 vom 17. Dezember 2019 E. 6.2.7),
dass sich der Beschwerdeführer nötigenfalls an die italienischen Behörden
wenden und die ihm zustehenden Aufnahmebedingungen auf dem Rechts-
weg einfordern kann (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie),
dass der rechtserhebliche Sachverhalt hinsichtlich der gesundheitlichen
Probleme des Beschwerdeführers hinreichend erstellt ist und sich diesbe-
züglich – entgegen der in der Beschwerdeergänzung vertretenen Auffas-
sung – weder weitere Abklärungen aufdrängen, noch eine Zusicherung von
den italienischen Behörden eingeholt zu werden braucht, aus der hervor-
geht, dass in Italien weitere medizinische Abklärungen vorgenommen wer-
den und die notwenige Behandlung sichergestellt wird,
dass im Übrigen die mit der Überstellung nach Italien beauftragte Behörde
gehalten ist, den medizinischen Umständen bei der Bestimmung der kon-
kreten Modalitäten der Überstellung des Beschwerdeführers Rechnung
tragen und die italienischen Behörden vorgängig in geeigneter Weise über
die spezifischen medizinischen Umstände informieren (Art. 31 und 32 Dub-
lin-III-VO),
dass der Beschwerdeführer auch kein konkretes und ernsthaftes Risiko
dargetan hat, die italienischen Behörden würden sich weigern, ihn aufzu-
nehmen und seinen Antrag auf internationalen Schutz nicht unter Einhal-
tung der Regeln der erwähnten Richtlinien prüfen,
dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind,
Italien werde in seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement missach-
ten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein Leben
oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist
oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land ge-
zwungen zu werden,
dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen
zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine
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gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG)
durch die Vorinstanz zu entnehmen sind,
dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer
Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält,
dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und
– weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts-
oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die
Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),
dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist,
dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist,
weshalb sich die Anträge auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung und
Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses als gegenstandslos
erweisen,
dass der am 21. Dezember 2021 verfügte Vollzugsstopp mit dem vorlie-
genden Urteil hinfällig wird,
dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus
den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen wa-
ren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG unbesehen
der Frage der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers nicht erfüllt sind,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒
3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
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