Decision ID: 1fe0de2e-87e6-4bfc-bf72-352f4cbebd2f
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1965
, war seit
September 1998
bei
der
Z._
AG
als
Spindelmonteur
angestellt und damit bei der Suva versichert, als er
sich am 17. April 2005
bei
einem Autounfall ein Schädelhirntrauma mit einer nicht dis
loziert
en Felsenbein-Längsfraktur,
einer
Kalottenfraktur
und einem
Epidural
hä
matom
zuzog
(Urk.
8/3;
vgl. Urk. 8/4/31
).
Mit Verfügun
g vom 18. November 2010 (Urk. 8/83)
sprach die Suva
dem
Ver
si
cherten nach Abschluss eines Vergleichs vom 29. Oktober 2010 (vgl. Urk. 8/
72
) ab
dem
1.
November 2010 eine Invalidenrente entsprechend einem Invaliditäts
grad von 50 % zu.
1.2
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
sprach dem Versi
cherten mit Verfügungen vom 28. November 2011 (Urk. 8/100) rückwirkend ab dem 1. Juli 2006 eine halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad von 50 % zu.
Im Rahmen eines im Sommer 2013 eingeleiteten R
evisionsverfahrens (vgl. Urk. 2 S. 2 Ziff. C
) holte die IV-Stelle unter anderem
bei der
M
edas
A._
ein poly
disziplinäres Gutachten ein, dass am 10. September 2014 erstattet wurde (Urk. 8/125/1-23 = Urk.
8/126/2
-24).
Am 17. August 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, der Rentenanspruch sei unverändert (Urk. 8/136
= Urk. 3/4
).
1.3
Im Rahmen eines im Dezember 2013 eingeleiteten Revisionsverfahrens (vgl. Urk. 8/109) setzte die Suva m
it Verfügung vom 24. August 2
016 (Urk. 8/150)
die bisher ausgerichtete Invalidenrente per 1. September 2016 entsprechend einem Invaliditätsgrad von 28 % herab.
Die vom Versicherten am 1. September 2016 erhobene und am 11. Oktober 2016 ergänzte Einsprache (Urk. 8/155; Urk. 8/160) wies die Suva mit Entscheid vom 30. November 2017 (Urk. 8/163 = Urk. 2) ab.
2.
Der Versicherte erhob am
9. Januar 2018
Beschwerde gege
n den
Einspra
che
ent
scheid
vom 30. November 2017
(Urk. 2) und beantragte,
dieser sei aufzuheben und es sei ihm ab September 2016 weiterhin eine Invalidenrente nach dem Bun
desgesetz
über die Unfallversicherung (UVG)
von 50 % auszurichten (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1-2
). Mit Beschwerdeantwort vom
5. Februar 2018
(Urk.
7
) beantragte die Suva die Abweisung der Beschwerde.
Mit Replik vom 4. Mai 2018 (Urk. 10) hielt der
Beschwerdeführer
an seinen Anträgen fest und reichte die
fehlende Stel
lungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der IV-Stelle ein (Urk. 11). Mit Duplik vom 6. Juni 2018 (Urk. 14) hielt auch die
Beschwerdegegnerin
an ihren Anträgen fest. Dies wurde dem
Beschwerdeführer
am 11. Juni 2018 zur Kenntnis gebracht (Urk. 15).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
be
zügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts
;
ATSG
)
.
1.2
Anlass zur Revision einer Invalidenrente im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente (zum massgeblichen Vergleichszeitpunkt vgl. BGE 133 V 108 E. 5.4), die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beein
flussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesund
heitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Ge
sundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgaben
be
reich von Bedeutung; dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Hingegen ist die ledig
lich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sach
verhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen und E. 6.1). Entsprechend ist gegebenenfalls nicht nur der natürliche Kausalzu
sammenhang, sondern auch dessen Adäquanz für die Zukunft neu zu prüfen, wobei die im Zeitpunkt der erwogenen revisionsweisen Leistungsanpassung gege
benen tatsächlichen Verhältnisse massgebend sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_248/2017 vom 24. Mai 2018 E. 3.3 mit Hinweisen).
Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades ist die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und – sofern Anhaltspunkte für eine Verände
rung der erwerblichen Auswirkungen einer Gesundheitsschädigung bestehen – Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 134 V 131 E. 3, 133 V 108 E. 5.3.1 und E. 5.4).
1.3
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss
Art.
16 ATSG das Erwerb
s
einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungs
mass
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits
markt
lage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Einspracheentscheid (Urk. 2) da
von aus,
dass sich der Beschwerdeführer beim Autounfall vom 17. April 2005 ein Schädelhirntrauma zugezogen habe, das in nachvollziehbarer Weise organisch bedingte neuropsychologische Defizite bewirken könne. Für diese Beeinträch
ti
gungen sei ihm denn auch die ursprüngliche Rente von 50 % zugesprochen worden, weshalb vorliegend einzig auf das neuropsychologische Teilgutachten abzu
stellen sei. Die neuropsychologische Gutachterin habe festgestellt, dass der Beschwerdeführer unter Beobachtung einer stabilisierten beziehungsweise ver
bes
serten Situation sowohl in seiner heute von ihm ausgeführten als auch in einer adaptierten beruflichen Tätigkeit mit einem Pensum von 90 % arbeitsfähig sei. Ärztliche Berichte, die dieser neuropsychologischen Teilexpertise widersprächen, lägen keine bei den Akten. Auch der RAD der IV-Stelle sei zum Schluss ge
kommen, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich klar ver
bessert und der Zeitpunkt der Verbesserung sei spätestens auf das Begutach
tungsdatum zu legen, wobei dem Beschwerdeführer sämtliche körperlich leichten Hilfstätigkeiten zu 90 % zumutbar seien
. Die vom RAD kritisierten Punkte des
Medas
-Gutachten
s
beträfen lediglich das orthopädische und das psychiatrische Teilgutachten, welche jedoch vorliegend ohne Bedeutung seien
(S. 5 Ziff.
2c-d). Demnach habe sich der gesundheitliche Zustand des Beschwerdeführers im Vergleich zum Zeitpunkt der
Rentenzusprache
mittlerweile aus versicherungs
medizinischer Sicht verbessert (S. 7 Ziff. 2g). Nach Durchführung eines Ein
kommens
vergleiches resultiere ein Invaliditätsgrad von 28 % (S. 7 f. Ziff. 3a-e).
Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich gestützt auf die RAD-Beurteilung spätestens seit der Begutachtung am 10. September 2014 verbessert, weshalb
sich
die verfügte Rentenreduzierung erst per September 2016 als zu grosszügig
erweis
e (S. 9 Ziff. 3f).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber beschwerdeweise (Urk. 1) geltend,
die Beschwerdegegnerin habe das ATSG und das UVG verletzt, habe sie doch den Untersuchungsgrundsatz und den Grundsatz der freien Beweiswürdigung verletzt (S. 3 f.
Rz
8). Das neuropsychologische Teilgutachten sei entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin nicht schlüssig. So sei zum einen nicht klar, auf welche Tätigkeit und ab wann sich die Arbeitsunfähigkeit beziehe. Sodann widerspreche die Schlussfolgerung der Stabilisierung und Verbesserung den Voruntersu
chung
en. Wie auch der RAD festhalte, sei eine Verbesserung des im Unfallver
siche
rungsrecht
s
massgebenden Gesundheitszustandes nicht erstellt, es liege nur eine unterschiedliche Beurteilung des unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes vor. Somit sei ihm weiterhin eine Invalid
enrente von 50 % auszurichten (S
. 5
Rz
16).
Dies gelte umso eher, wenn die Beschwerdegegnerin die Invalidenrente von 50 % einzig aufgrund des Bandscheibenvorfalles ausgerichtet habe. Ob sich diesbezüglich der Gesundheitszustand geändert habe, sei nicht überprüft worden. Folglich habe die Beschwerdegegnerin nicht belegen können, dass sich sein ge
sundheitlicher Zustand verbessert habe, weshalb eine Rentenrevision, die eine erhebliche Veränderung des Sachverhaltes bedinge, nicht zulässig sei (S. 5 f.
Rz
17 f.).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort (Urk. 7) beantragte die Beschwerdegegnerin die Ab
weisung der Beschwerde und führte ergänzend aus, dass die Invalidenrente nicht aufgrund des in der Beschwerde vorgebrachten Bandscheibenvorfalls zugespro
chen worden sei. Die Rente sei wegen Beeinträchtigung der Konzentrations-, Gedächtnisstörungen und Müdigkeit bzw. den psychiatrischen Diagnosen zuge
sprochen worden. Die hirnorganisch strukturellen Verletzungsfolgen seien zum Zeitpunkt der Zusprache der Rente bereits ausgeheilt gewesen (S. 3
Rz
4.6, S. 5
Rz
4.13).
Im polydisziplinären Gutachten sei festgehalten worden, von psychia
trischer Seite her hätten keine depressiven Symptome mehr festgestellt werden können und auch die RAD-Ärztin der IV-Stelle habe bestätigt, der Gesundheits
zustand habe sich
psychiatrischerseits
verbessert. Aufgrund der Verbesserung des unfallbedingten psychischen Gesundheitszustands sei ein Revisionsgrund gege
ben.
Die RAD-Ärztin der IV-Stelle habe zwar festgehalten, das Gutachten sei in seinen Schlussfolgerungen nicht nachvollziehbar und plausibel, dies betreffe aber nur das orthopädische Teilgutachten. Im Fazit habe sie jedoch festgehalten, der Gesundheitszustand habe sich klar verbessert und sämtliche körperlich leichten Hilfstätigkeiten seien dem Beschwerdeführer zu 90 % zumutbar. Damit habe sie
auch die entsprechenden Erkenntnisse im
Medas
-Gutachten
bestätigt. Somit könne
auf das
Medas
-Gutachten hinsichtlich der Verbesserung des psychischen Gesund
heitszustandes wie auch der Beurteilung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit abge
stellt werden (S. 5
Rz
4.14).
2.4
Der Beschwerdeführer hielt in seiner Replik (Urk. 10) an seinen Anträgen fest und führte ergänzend aus,
dass vorliegend zu prüfen sei, ob sich sein Gesundheits
zustand seit 2010 verändert habe. Die Beschwerdegegnerin behaupte eine Verbesserung, obwohl ihr aber nicht klar zu sein scheine, welche Beschwerden schlussendlich die Erwerbsunfähigkeit bzw. die Rentenzusprache bewirkt hätten. Wären es die somatischen Beschwerden, sei bis heute nicht rechtsgenüglich abgeklärt worden, ob eine Verbesserung eingetreten sei. Wären es psychogene Ursachen - trotz Ablehnung in der Zusammenfassung der
Entscheidgrundlagen
- sei nicht klar, ob diese eine psychiatrische oder eine neuropsychologische Ursache hätten. Ob erstere unfallbedingt sei, sei bis heute medizinisch nie geklärt worden, dass sich letztere nicht verbessert hätten, sei aktenkundig. Es werde also bestritten, dass eine Verbesserung der somatischen und neuropsychologischen Gesund
heitsbeschwerden eingetreten sei, einzig die psychiatrischen Beschwerden hätten sich verbessert, wobei diese nicht Grundlage der Rentenzusprache gewesen seien (S. 2 f.
Rz
6).
2.5
In ihrer Duplik (Urk. 14) hielt die Beschwerdegegnerin grundsätzlich an ihrem Einspracheentscheid und ihrer Beschwerdeantwort fest
und führte ergänzend aus, dass unbestritten feststehe, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerde
führers
psychiatrischerseits
klar verbessert habe. Somit liege ein Revisionsgrund vor, weshalb entsprechend der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine umfas
sende Prüfung des Rentenanspruchs ohne Bindung an frühere Beurteilungen zulässig gewesen sei (S. 2
Rz
5).
2.6
Strittig und zu prüfen sind
, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerde
führers seit der Rentenzusprache
verbessert hat und die Reduktion der Invaliden
rente rechtens ist.
3.
3.1
Der rentenzusprechenden Verfügung vom 18. November 2010 (Urk. 8/83) lagen im Wesentlichen die nachfolgenden Berichte zugrunde.
3.2
Der Schadenmeldung vom 19. April 20
05
(Urk. 8/3) ist zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer
am 17.
April 2005 einen
Autounfall
erlitt. Dabei zog er sich
ein Schädelhirntrauma mit einer nicht dislozierten Felsenbein-Längsfraktur, einer
Kalottenfraktur
und
einem
Epiduralhämatom
zu (vgl.
Urk.
8/4/31
)
.
3.3
Dr.
phil.
B._
, Fachpsychologe für Neuropsycholog
ie, berichtete am 13. Januar 200
6 (Urk. 8/4/2-5)
in
der Anamnese
über einen unauffälligen
Befund im Ve
rlaufs-CT des Schädels vom 13. September 20
05 und nach anfänglich konti
nuierlicher Verbesserung von Stagnation und Andauern eines ständigen
Druckes im Kopf,
von
einer schnellen Ermüdbarkeit, von Konzentrations
stö
rungen
sowie von einer gewissen
reaktiv-depressiven Entwicklung (S. 1 Mitte). Als Diag
nose nannte er eine
B
elastbarkeitsminderung bei Status nach
Schädel
hirntrauma
am 17. April 2005 (S. 3 unten).
In Anbetracht des erlittenen Schä
delhirntraumas habe sich der
Beschwerdeführer
auf ein erfreulich gutes kogni
tives Gesamtniveau erholen können, es falle noch eine leichte Belastbarkeits
minderung auf.
Eine neuropsychologische Therapie sei nicht indiziert.
Die Ein
schätzung der Arbeits
fähigkeit
erfolge nach Massgabe des behandelnden Arztes. Eine Steigerung sollte nur schrittweise geschehen, wenn
die
weitere berufliche Reintegration infolge neuropsychologisch relevanter Schwierigkeiten nicht gelinge, dann wäre eine neuropsycholog
ische
Kontrolluntersuchung sinnvoll (S. 4).
3.4
Dr.
B._
berichtete am 22. Februar 2007 (Urk. 8/20
= Urk. 8/62/153-157
) über eine
Verschlechterung der Situation im Sommer 200
6.
Der Beschwerdeführer klage weiterhin über
Druckgefühl
e
im Kopf, Sausen im Kopf, vermehrt
en
Kopf
schmerzen
, Konzentrationsschwierigkeiten und
vermehrte
r Ermüdung. Die Arbeits
leistung betrage durchschnittlich 50 % (S. 1 unten f.). Es liege wiederum ein durchschnittliches, in Relation zum Schul- und Ausbildungsniveau recht gutes kognitives Gesamtleistungsniveau vor. Im Vergleich zum Vorbefund ergäben sich heute etwas bessere Resultate in den Lern- und Gedächtnisfunktionen sowie eine etwas geringere verbale Fluenz bei etwas besserer figuraler Fluenz, ansonsten lägen unveränderte Befunde vor. Das
Gesamtniveau sei infolge der guten Ge
dächtnisleistungen tendenzmässig eher leicht besser,
jedoch bei gleichem Schwe
r
punkt mit partieller Auffälligkeit in einer monotonen Konzentrationsaufgabe. Eine
Verschlechterung der kognitiven Leistungsfähigkeit
liege nicht vor. In allen Bereichen zeigten sich i
ntakte Leistungsressourcen.
Die vereinzelten
Auffällig
keiten seien wahrscheinlich einer noch bestehenden Belastbarkeitsminderung (oder leichten Stressintoleranz) zuzuordnen. In Anbetracht des guten kognitiven Gesam
tniveaus sei das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit
(50
%) bzw. das Scheitern einer Steigerung d
er Arbeitsfähigkeit
nicht zu erklären. Rein
neuropsycho
lo
gi
scherseits
sei eine schr
ittweise Steigerung zu erwarten (S. 4 unten f.).
3.5
Kreisarzt
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Chirurgie und für Arbeits
medizin, führte in seiner ärztlichen Beurteilung vom 12. Februar 2008 (Urk.
8/31
) aus, dass der
Beschwerdeführer
ein Schädelhirntrauma erlitten habe, Verlet
zung
en an Rumpf und Extremitäten hätten nicht stattgefunden. Hier habe der
Be
schwerdeführer
heute auch keinerlei unfallbedingte Beschwerden angegeben. Zum weiteren Vorgehen, auch zur Frage des Fallabschlusses,
schlage er
eine fach
neurologische Untersuchung
vor
(S. 2 Ziff. 5).
3.6
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie, nannte in seinem Bericht vom 25. April 2008 (Urk. 8/38) kognitive Symptome nach Schädelhirntrauma mit Commotio cerebri, Felsenbeinlängsfraktur und
Kalottenfraktur
links am 17. April 2005 als Diagnose
(S. 1 Mitte).
Die eingehende Befragung, die klinisch-neuro
lo
gische Untersuchung und das Schädel-MRI (vgl. Urk. 8/37) lieferten keine Hin
weise darauf, dass beim Unfall vom 17. April 2007
(richtig: 2005)
das Gehirn blei
benden Schaden genommen hätte. Insbesondere könnten die
geklagten Symp
tome wie Gedächtnis-, Konzentrationsstörungen, Adynamie und Müdigkeit hirnorganisch nicht erklärt werden. Im Widerspruch zu den subjektiv intensiv erlebten Symptomen habe die zweimalige neurologische Untersuchung lediglich eine leich
te Belastbarkeitsminderung respektive
leichte Stressintoleranz ergeben.
Aufgrund des normalen MRI-Befundes sei eine p
ersistierende traumati
sche Schädigung des Gehirns
mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausge
schlossen. Die persistierenden kognitiven Symptom
e liessen sich am ehesten psy
chiatrisch
mit einer somatoformen Schmerzstörung erklären. Allenfalls könnte dem
Beschwerdeführer mit einer psychiatrischen
Exploration und Behandlung geholfen werden
(S. 2 Mitte)
.
3.7
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
Suva Versicherungspsychiatrischer Dienst,
berichtete am 21. Dezember 2009 über die am 15. September 2008 erfolgte
psychiatrische Untersuchung (
Urk.
8/52
) und nannte folgende Diagnosen (S. 11 unten f.):
-
chronifizierte mittelgradi
ge depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.1) bei Status nach Schädelhirntrauma mit Commotio cerebri, Felsenbeinlängsfraktur und
Kalottenfraktur
temporal links ohne Hinweise auf persistierende hirnorganische Schädigung
-
generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1)
-
anhalte
nde somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
Aus psychiatrischer Sicht sei davon auszugehen, dass gemäss Untersuchung des Neurologen
Dr.
D._
(vgl. vorstehend
E. 3.6
) das Schädelhirntrauma, das der Be
schwerdeführer beim Unfall erlitten habe, abgeheilt sei (S. 12 oben). Trotz gut
er Betreuung durch den Hausarzt
empfehle sie
eine psychiatrische und psycho
the
ra
peutische Therapie bei einem Facharzt. Der Beschwerdeführer habe den Ver
kehrs
u
nfall noch nicht verarbeitet
, eine geeignete Psychotherapie helfe diesbe
züglich weiter (S. 13 unten f.).
3.8
Dem am 29. Oktober 2010 zwischen den Parteien geschlossenen Vergleich (Urk. 8/72) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdegegnerin in
Anbetracht der wirt
schaftlichen Auswirkungen des Unfalles
vom 17. April 200
5 dem Beschwer
de
führer ab dem 1
. November 2010 eine Invalidenrente ausrichtet, wobei der Rentensatz für die Invalidenrente auf 50 %
und
der versicherte Jahresver
dienst auf Fr. 98'935.-- festgelegt wurde
n
.
Es wurde ausdrücklich vorbehalten, zu
künf
tig eine Revisionsverfügung gemäss Art. 17 ATSG zu erlassen.
In der Folge sprach die
Beschwerdegegnerin
dem
Beschwerdeführer
m
it Ver
fü
gung vom 18.
November 2010 (Urk.
8/83)
ab dem 1.
November 2010 eine Invali
den
rente entsprechend ein
em Invaliditätsgrad von 50 % bei einem
versicherten Jahresverdienst von Fr.
98'935.-- zu.
Dabei führte die
Beschwerdegegnerin
aus, dass die psychogenen Störungen aufgrund der vorhandenen Unterlagen
nicht in einem ad
äquaten Kausalz
usammenhang mit dem
erlittenen Ereignis stünden, weshalb diesbezügliche Leistungen entfielen
(S
.
2)
4.
4.1
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
erstattete das von der IV-Stelle
- im Rahmen der
erstmaligen
Rentenanspruchsprüfung -
in Auftrag gegebene psychiatrische Gutachten am 7. Juli 2011
(Urk.
8/90)
und nannte eine
chronifizierte depressive Episode, derzeit noch leicht- bis mittel
gradig
ausgeprägt
(
ICD-10 F32.0), bei Status nach
Schädel
h
irn
trauma mit C
ommotio cerebri, Felsenbeinlängsfraktur und
Kalotte
nfraktur
temporal links am 17. April 20
05
als Diagnose (S. 9 unten).
Die durch
Dr.
E._
diagnostizierte generalisierte Angststörung
und somato
forme Schmerzstörung
(vgl. vorstehend E. 3.
7
)
läge
n
heute nicht mehr vor.
Au
ch die Depression stelle sich gebessert dar, aktuelle leide der Beschwerdeführer noch
unter Stimmungsschwankungen
. Die Konzentrationsstörungen seien gemäss zwei
maliger neuropsychologischer Abklärung nicht konstant vorhanden und nicht
durch das Schädelhirntrauma erklärbar, sondern am ehesten durch die Stimmung
s
schwankungen ausgelöst.
Psychiatrisch seien die kognitiven
Störungen
etwas breiter zu interpretieren, überwiegend wahrscheinlich sei die Konzentration durch depressionsassoziierte affektive und kognitive Inhalte beeinträchtigt.
Es handle sich um ein a
typisches Bild einer Depression,
da die
psychische
n Symptome teil
weise
nur sehr leicht vorhanden
seien
und nur tageweise
auftreten würden. Wür
den die somatischen Symptome mitgewichtet, ergebe sich klinisch der Schwe
regrad einer leichten bis mittelgradigen Depression. Die Tendenz gehe
eher zu
r
leichtgradiger Depression,
die medizinisch-theoretisch
bei
einer geeigneten
Psycho- und Pharmakotherapie
als
überwindbar
zu betrachten sei (S. 10 f.).
Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sei durch die
intermittierende Ein
schränkung der Konzentration
, das verlangsamte Arbeitstempo, die Fehlerhäufig
keit und
die mangelnde
Zuverlässigkeit und Planbarkeit
vermindert
.
Mehrfach seien Versuche zur Erhöhung der Arbeitsfähigkeit gescheitert. Das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit sei nicht durch medizinische
Diagnosen begründbar.
Die leichte bis mittelschwere und sich etwas atypisch präsentierende Depression sollte medizinisch-theoretisch mit einer erhöhten Arbeitsleistung vereinbar sein.
Hierbei sei zu berücksichtigen, dass beim Beschwerdeführer noch eine
Krank
heitsfehlverarbeitung in nicht gravierendem Ausmass
hinzukomme
.
Für die Zukunft
sei im Rahmen der Schadenminderungspflicht eine psychiatrisch-psy
chotherapeutische Behandlung zweckmässig, sinnvoll und zumutbar (S. 11 f.).
Eine Besserung der Arbeitsunfähigkeit
, momentan betrage diese 50 %,
erscheine medizinisch-theoretisch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als möglich, jedoch sollte aus psychiatrischer Sicht dem Beschwerdeführer eine Brücke gebaut werden, damit er seine Arbeitsfähigkeit steigern könne. In ein bis zwei Jahren sollte eine Arbeitsfähigkeit von 75 % oder mehr erreichbar sein, eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
erscheine nicht ausgeschlossen. Die bisherige Arbeit könne als angepasste Tätigkeit gelten. Eine andersgeartete Tätigkeit erbringe aufgrund der
generellen Natur der Beeinträchtigung keine gesteigerte Arbeitsfähigkeit (S. 12 f.).
Auf eine erneute neuropsychologische Untersuchung sei verzichtet worden. Es lägen bereits zwei neuropsychologische Untersuchungen vor, die überein
stim
mend ein weitgehend unauffälliges neuropsychologisches Profil ergeben hätten. Die Arbeitsunfähigkeit sei schon damals aus rein neuropsychologischer Sicht nicht nachvollziehbar gewesen. Wenn eine Veränderung zwischenzeitlich einge
treten sei, dann im Sinne einer Verbesserung der neuropsychologischen Fähig
keiten, da sich der psychische Befund etwas gebessert habe und/oder allenfalls früher zu schwer eingestuft worden sei (S. 14
unten
).
Die
Arbeitsfähigkeit werde bzw. sei längerfristig durch das Zusammenspielen einer Krankheitsfehlverarbeitung und der Depression eingeschränkt gewesen. Die Depression ihrerseits sei auf dem Boden
des Erlebens einer blossen Teilremission der Unfallfolgen
mit unvollständiger Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit entstanden.
Die Depression
wäre überwiegend wahrscheinlich nicht eingetreten, wenn kein Unfall vorausgegangen wäre.
Allerdings sei es aus psychiatrischer Sicht nicht so, dass die Depression und die Krankheitsfehlverarbeitung die Arbeitsfähigkeit auch weiterhin dauerhaft einschränken müssten. Im Gegenteil seien sie medizinisch-theoretisch als überwindbar zu betrachten (S. 15 Mitte).
4.2
Dr.
med.
O._
, Facharzt für Neurologie, und
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Suva Versicherungs
me
dizin Kompetenzzentrum und Versicherungspsychiatrischer Dienst, erstatteten am 18. September 2013 eine neurologische-psychiatrische Beurteilung (Urk. 8/106
).
Sie hielten fest, dass es aus neurologischer Sicht keine Hinweise dafür gebe, dass der Beschwerdeführer durch den Unfall vom 17. April 2005 eine dauerhaft strukturelle Hirnverletzungsfolge davongetragen habe
. In psychiatrischer Hin
sicht stimmten die Beurteilungen von Dr.
E._
(vgl. vorstehend E. 3.
7
) und Dr.
F._
(vgl. vorstehend E. 4.1) darin überein, dass eine natürliche Teilkausa
lität der psychischen Symptomatik zum Unfallereignis bestehe, dass sich der Beschwerdeführer sehr schwer tue, psychiatrisch-psychotherapeutische
Unter
stüt
zung in Anspruch zu nehmen,
und
dass
es bei der begrenzten Leistungs
fähigkeit des Beschwerdeführers nicht um mangelnde Motivation gehe, sondern andere Hemmnisse vorlägen (S. 3 unten f.).
Der von Dr.
F._
gestellten Diag
nose und seinen Schlussfolgerungen könne weitgehend zugestimmt werden. Ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der letzten Untersuchung bei Dr.
F._
gebessert habe, könne aufgrund der vorliegenden Dokumentation nicht beurteilt werden. Hierfür sollte neuerlich eine Begutachtung veranlasst werden (S. 5 unten f.).
4.3
Ein Arzt des Universitätsspitals
H._
, Kl
inik für Neurochirurgie, nannte
in seinem Bericht vom 10. Juni 2014 (Urk. 8/122/3-4)
folgende Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
unklare belastungsabhängige Schmerzen am ehesten vom Ellenbogen rechts ausgehend
-
leichte degenerative Veränderungen der mittleren und unteren Hals
wirbelsäule (HWS)
-
Status nach Schädelhirntrauma am 17. April 2005
Die Schmerzbeschwerden, welche im rechten Arm angegeben würden, h
ätten keinen radikulären Bezug. Keine der Befunde im MRI der HWS (vgl. Urk. 8/127)
würde eine Radikulopath
ie ausreichend erklären, so dass
die Ursache der Schmerz
beschwerden
mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht von der HWS ausgehen wür
den. Der Untersuchungsbefund
am Ellbogen lasse vielmehr ein lokales Problem im Bereich des Ellenbogens bzw. der Sehnenansätze vermuten (S. 2 Mitte).
4.4
Die Ärzte des
Medas
A._
erstatteten das von der IV-Stelle - im Rahmen des Revisionsverfahrens - in Au
ftrag gegebene polydisziplinäre
Gutachten am 10. September 2014
(Urk. 8/125/1-23 = Urk. 8/126/2
-24)
und nannten folgende Diagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit (S. 37 Ziff. 7.1.1):
-
chronische
Ep
i
kondylopathia
radial Ellbogen rechts
-
nicht näher bezeichnete organisch oder symptomatische psychische Störung, minimale neuropsychologische Defizite (ICD-10 F09)
bei
-
Status nach Schädelhirntrauma mit Commotio cerebri, Felsen
bein
längs
fraktur
und
Kalottenfraktur
links am 17. April 2005 (ICD-10 F33.1)
Zudem nannten sie folgende Nebendiagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S
. 38 Ziff. 7.1.2):
-
mögliche Meniskusläsion medial rechts
-
ausge
p
rägte
Hypertriglyzer
idämie
-
r
egred
iente
mi
n
ime
Lumboischi
alg
ie
rechts S1, einem leichten Wurzel
reizsyndrom S1
entsprechend,
bei im CT nachgewi
esene
r
Diskusprotrusion
L4/5 und
lumbo
sa
cral
,
Zustand
nach Laserdiscektomie am 15. April 1994
-
Status nach Thyreoi
d
ektomie bei Struma
nodosa, aktuell euthyr
e
ot
Die Gutachter legten dar
, dass sich a
us allgemein-internistischer Sicht keine Erkrankungen von Relevanz und mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
fänden
(S. 39 Ziff. 7.2.3, vgl. S. 21 ff. Ziff. 4).
In psychiatrischer Hinsicht hätten keine depressiven Symptome festgestellt werden können und der psychopathologische Befund sei unauffällig gewesen. Auch die Konzentration und die Aufmerksamkeit seien normal gewesen und hätten im Laufe des Gespräches nicht abgenommen. Im Rahmen dieses Gutachtens sei am 5. August 2016 durch
Dr.
phil.
I._
des Kantonsspitals
J._
auch noch eine neuropsychologische Untersuchung durchgeführt worden, wobei die Symptomvalidierung unauffällig
gewesen sei, jedoch habe eine minime kognitive F
unktions
störung festgestellt werden können. Zudem sei es
zu leichten und unspezifischen
Auffälligkeiten
im Antrieb mit
mehrhe
it
lich
gehemmt-bedächtig bis zwanghaften-überkontroll
iert anmutendem Vorgehen mit
ständi
g
e
m
sich versichern und einer leichten Störung der Grund
aktivität gekommen. Bei ä
usserst seltenen
Fehlern
hätten auch emotionale Überreaktionen bestanden.
Im Vergleich zu den neuropsychologischen
Vorunter
su
chung
en
sei
von einer Stabil
isi
erung und
Verb
e
sserung der
Aufmerksam
keits
l
eistungen auszugehen, was aber auf der Fä
h
i
gkeitsebe
ne nicht die zu erwar
ten
den Verbesserungen mit
sich
gebracht habe wie eine
Steigerung des Arbeits
pen
sums
(S. 39 Ziff. 7.2.3; vgl. S. 23 ff. Ziff. 5).
Der psychiatrische Gutachter führte in seinem Teilgutachten aus, dass die Arbeitsfähigkeit als Monteur gemäss Dr.
I._
aus neuropsychologischer Sicht zu 10 % eingeschränkt sei.
Auch in der aktuellen Tätigkeit beim Aushelfen in der Elektroabteilung wie auch als Spin
delmonte
ur sei die Arbeitsfähigkeit zu 1
0 % eingeschränkt (S. 29 Ziff. 5.6.1). Diese Beurteilung der Arbeitsfähigkeit gelte seit der psychiatrischen Untersu
chung am 6. August 2014 (S. 29 Ziff. 5.6.2). Die Arbeitsfähigkeit sei auch für alle anderen Tätigkeiten im ersten Arbeitsmarkt zu zirka 10 % eingeschränkt. Bei der aktuellen Tätigkeit handle es sich um eine angepasste Tätigkeit. Auch diese Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit gelte seit der psychiatrischen Untersuchung (S. 30 Ziff. 5.6.3).
Schliesslich führten die Gutachter aus, in orthopädischer Hinsicht sei eine chro
nische
Epikondylopathia
radial am Ellbogen rechts diagnostiziert worden. Die Kraft für
den Faustschluss auf der rechten dominanten Seite sei schmerzhaft behindert, ebenso die Hand- und Fingerextension gegen Widerstand
(S. 39 Ziff. 7.2.3).
Der orthopädische Gutachter hielt in seinem Teilgutachten fest, die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Monteur von Motorspindeln erfordere beim Han
tieren mit Werkzeugen einen kräftigen Faustschluss, wofür aktuell keine Arbeits
fähigkeit bestehe (S. 38 Ziff. 6.6.1). Die angestammte Tätigkeit könne seit April 2014 nicht mehr ausgeübt werden (S. 38 Ziff. 6.6.2). Vom Arbeitgeber habe eine angepasste Tätigkeit angeboten werden können, welche seit Juni 2014 ausgeübt werde (S. 38 Ziff. 6.6.3).
Die Gutachte
r
kamen zum Schluss, dass polydisziplinär von qualitativen Ein
schränkungen auszugehen sei, da die Tätigkeit als Monteur aus orthopädischer Sicht nicht mehr ausführbar sei. Die Arbeitsfähigkeit betrage seit April 2014 0 % bezogen auf ein 100%-Pensum. Die vorübergehend angebotene Tätigkeit wäre mit einer Einschränkung von 10 % bezogen auf ein 100%-Pensum ausübbar, da diese weitgehend adaptiert sei (S. 40 f. Ziff. 8.1.1-8.1.2).
Die Arbeitsfähigkeit sei aus psychiatrischer Sicht auch für alle anderen Tätigkeiten im ersten Arbeitsmarkt seit dem 6. August 2014 zu zirka 10 % eingeschränkt. Auch aus orthopädischer Sicht habe vom Arbeitgeber eine angepasste Tätigkeit angeboten werden können, die seit zirka Juni 2014 ausgeübt werde (S. 41 Ziff. 8.2.1).
In Bezug auf eine Ver
änderung des Gesundheitszustands seit der
Rentenzusprache
führten die Gut
achter aus, dass es in der orthopädischen Untersuchung nicht um den allgemeinen Gesundheitszustand gehe, sondern um eine kürzlich eingetretene Pathologie. Der Gesundheitszustand habe sich psychiatrischerseits seit 2006 verbessert, bestehe doch die noch früher bestehende mittelgradige depressive Episode nicht mehr. Der Gesundheitszustand sei aber aus neuropsychologischer Sicht weitgehend unverändert (S. 42 Ziff. 9).
4.5
Kreisarzt
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Chirurgie, führte in seiner Stellungnahme vom 14. April 2015 (Urk. 8/128) aus, dass die Beschwerden im rechten Arm bzw. am Ellbogen möglicherweise im Zusammenhang mit dem Ereig
nis vom 17. April 2005 stünden und verwies dabei auf die Stellungnahme von Kreisarzt
Dr.
C._
vom Februar 2008, der klar vermerkt habe, dass keine
Extremitätenverletzung
stattgefunden habe (vgl. vorstehend
E. 3.5
).
4.6
Dr.
med.
L._
, Fachärztin für Arbeitsmedizin und für Allgemeine Innere Medizin, RAD der IV-Stelle, führte in ihrer Stellungnahme vom 24. September 2014 (Urk. 11) aus, das polydisziplinäre
Medas
-Gutachten (vgl. vorstehend E. 4.4) sei in seinen Schlussfolgerungen nicht nachvollziehbar und unplausibel, denn eine
Epikondylopathie
entspreche keinem invalidisierenden Leiden. Die attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit als Monteur bzw. Teamleiter Spindelmontage sei
deshalb
nicht nachvollziehbar. In einer angepassten Tätigkeit als Aushilfe in der Elektro-Abteilung liege dem Gutachte
n folgend eine 1
0%ige Arbeitsunfähigkeit vor. Dem Beschwerdeführer seien sämtliche körperlich leich
te
n
, wechselbelastende
n
Tätigkeiten zumutbar.
Dem Gutachten sei zu entnehmen, dass sich der
Gesundheitszustand
des
Beschwerdeführers
psychiatrischerseits seit 2006 verbessert
habe, bestehe
doch die
früher noch besteh
ende depressive Episode
nicht mehr. Die neuropsychologischen Defizite seien seit diesem Zeit
punkt aber weitgehend unverändert. Bezeichnenderweise sei der Beschwerde
führer allerdings in der Lage gewesen, eine Teamleiterfunktion zu übernehmen. Dies wäre bei schweren kognitiven Defiziten nicht möglich. Somit habe sich der Gesundheitszustand klar verbessert. Der Zeitpunkt der Verbesserung sei spätes
tens auf das Begutachtungsdatum zu legen. Sämtliche körperlich leichten Hilfs
tätigkeiten seien dem Beschwerdeführer zu 90 % zumutbar (S. 1 f.).
5.
5.1
Die Rentenzusprache
ab dem 1. November 2010 erfolgte gestützt auf den am 29. Oktober 2010 zwischen den Parteien geschlossenen Vergleich, wonach der Rentensatz für die Invalidenrente 50 %
und
der versicherte Jahresverdienst
Fr. 98'935.-- betrage
(vorstehend E. 3.8).
Zwischen den Parteie
n ist streitig, auf
grund welcher
Beeinträchtigungen dem Beschwerdeführer die Invalidenrente von 50 % ausgerichtet wurde (vgl. vorstehend E. 2.1-2.4).
Dem Vergleich vom 29. Oktober 2010 (Urk. 8/72) sind diesbezüglich keine Anga
ben zu entnehmen. In der Verfügung vom 18. November 2010 (Urk. 8/83), mit welcher dem Beschwerdeführer eine Invalidenrente entsprechend einem Invali
ditätsgra
d von 50 % zugesprochen wurde
, führte die Beschwerdegegnerin aus, dass die psychogenen Störungen aufgrund der vorhandenen Unterlagen nicht in einem adäquaten Kausalzusammenhang mit dem erlittenen Ereignis stünden, wes
halb diesbezügliche Leistungen entfielen (vorstehend E. 3.8).
Demnach wurde die Adäquanz von psychischen Leiden ausgeschlossen.
Der Zusammenfassung der
Entscheidgrundlagen
für die Rentenfestsetzung vom 10. Juni 2010 (Urk. 8/57) bzw. vom 18. November 2010 (Urk. 8/82) ist
sodann
zu entnehmen, dass unter «relevante Unfallfolgen (unfallfremde Faktoren, etc.)»
neben der Ablehnung der psychischen Adäquanz
ein Bandscheibenvorfall aufgeführt wurde.
Es ist - entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 1 S. 5
Rz
14 und 17; Urk. 10 S. 2
Rz
4; vgl. auch vorstehend E. 2.2) - lediglich gestützt auf die Zusammenfassung der
Entscheidgrundlagen
für
die
Rentenfestsetzung nicht klar, ob der Bandscheibenvorfall nun eine relevante Unfallfolge oder ein unfallfremder Faktor darstellen soll.
Gestützt auf die Akten
- und insbesondere auf die
Ver
fügung 18. November 2010 -
, die der Rentenzusprache zugrunde lagen,
erfolgte
die Rentenzusprache weder
gestützt auf den Bandscheibenvorfall
noch auf psy
chische Einschränkungen
, sondern wegen Beeinträchtigung der
Konzentra
tions
- und Gedächtnisstörungen sowie Müdigkeit (vgl. vorstehend E. 3.2-
3.8
).
An dieser Stelle sei vermerkt, dass die
Beschwerdegegnerin
in der Beschwerde
antwort als auch in der Duplik
nun
der Ansicht war, die Rente sei ursprünglich neben der
Beeinträchtigung der Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sowie Müdigkeit
auch aufgrund
einer
psychiatrischen Diagnose zugesprochen worden (
Urk. 7 S. 3 f.
Rz
4.7-4.13; Urk. 14 S. 1 f.
Rz
2 und
Rz
5).
Zudem
ist
darauf hinzuweisen, dass sich der
Beschwerdeführer
im Juli 1994 erstmals unter Hinweis auf eine Diskushernie, Schmerzen im Rücken und im rechten
Bein bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldete (Urk. 8/62/2-7
). In der Folge bildete sich der
Beschwerdeführer
mit Hilfe der Invalidenversicherung
erfolgreich zum Kleingerätewart um
(vgl. Urk. 8/62/85-86; Urk. 8/106-114).
5.2
Nachfolgend ist zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführer
s seit der Rentenzusprache wesentlich verändert hat
.
Zur Beantwortung dieser Frage stützte sich die Beschwerdegegnerin auf das von der IV-Stelle im Rahmen eines eingeleiteten Revisionsverfahrens eingeholte p
olydisziplinäre
Medas
-Gut
achten (vorstehend E. 4.4).
5.3
Dem
Medas
-Gutachten fo
lgend
hat sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der
Rentenzusprache
verbessert, besteht doch
keine
mittel
gradige depressive Episode
mehr
(vorstehend E. 4.4).
Auch die RAD-Ärztin
Dr.
L._
war der Ansicht, dass sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verbessert habe (vorstehend E. 4.6).
Dies ist
denn auch
unbe
stritten (vgl. vorstehend E. 2.3-2.4).
Zudem wurde im
Medas
-Gutachten festgehalten, dass in neuropsychologischer Hin
sicht im Vergleich zu den neuropsychologischen Voruntersuchungen von einer Stabilisierung und Verbesserung der Aufmerksamkeitsleistungen auszu
gehen sei (vorstehend E. 4.4). Demnach ist auch in neuropsychologischer Hinsicht von einer Verbesserung des Gesundheitszustands auszugehen
, auch wenn die
Medas
-Gutachter festhielten, der neuropsychologische Gesundheitszustand sei weitgehend unverändert (vorstehend E. 4.4).
Die von den
Medas
-Gutachtern in orthopädischer Hinsicht diagnostizierte chro
nische
Epikondylopathia
radial am Ellbogen rechts (vorstehend E. 4.4) ist eine seit der Rentenzusprache neu hinzugekommene Diagnose, berichtete doch der Be
schwerdeführer anlässlich der orthopädischen Untersuchung, er habe vor eineinhalb Jahren erstmals Schmerzen auf der Aussenseite des rechten Ellbogens verspürt
(Urk. 8/125/1-23 = Urk. 8/126/2
-24 S. 34 Ziff. 6.4.1). Auch Kreisarzt Dr.
K._
war in seiner Stellungnahme vom April 2015 der Ansicht, die Beschwerden im rechten Arm bzw. am Ellbogen stünden nur möglicherweise im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 1
7.
April 2005 und verwies dabei auf die Stellungnahme von Kreisarzt
Dr.
C._
vom Februar 2008, der klar vermerkt habe, dass keine
Extremitätenverletzung
stattgefunden habe (vorstehend E. 4.5; vgl. vorstehend E. 3.
5
). Die chronische
Epikondylopathia
radial am Ellbogen rechts ist demnach nicht überwiegend wahrscheinlich unfallkausal. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die Kritik der RAD-Ärztin Dr.
L._
nur das orthopädische Teilgutachten betrifft, war sie doch der Ansicht, die
Epikondylopathie
entspreche keinem invalidisierenden Leiden (vorstehend E. 4.6).
Nach dem Gesagten liegt
dem psychiatrischen Teilgutachten folgend, das im Übrigen den praxisgemässen Kriterien an ein beweiskräftiges Gutachten genügt (vgl. vorstehend E.
1.4
),
in psychiatrischer als auch in neuropsychologischer Hin
sicht eine Verbesserung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers vor und damit ein Revisionsgrund, weshalb entsprechend der bundesgerichtlichen Recht
sprechung eine umfassende Prüfung des Rentenanspruchs ohne Bindung an früh
ere Beurteilungen zulässig ist (vgl. vorstehend E. 1.
2
).
Der Einwand des Beschwer
deführers, das neuro
psycho
logische Teilgutachten sei nicht schlüssig (vgl. vor
stehend E. 2.2), erweist sich demnach als unbegründet. Demnach ist gestützt auf das psychiatrische Teilgutachten davon auszugehen, dass in der vom Beschwer
deführer aktuell ausgeübten Tätigkeit als auch in einer angepassten Tätigkeit eine 90%ige Arbeitsfähigkeit besteht (vorstehend
E. 4.4
).
6.
6.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen dieser Ein
schrän
kungen aufgrund eines Einkommensvergleiches vorzunehmen.
6.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rech
net werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
6.3
Die Beschwerdegegnerin zog zur Ermittlung des Valideneinkommens fü
r das Jahr 2016 die Angaben
der Arbeitgeberin des Beschwerdeführers, der
Z._
AG
, vom 17. August 2016 (Urk. 8/148; vgl. Urk. 8/149)
heran, wonach der Beschwerdeführer ohne Unfall im Jahr 2016
hypothetisch
ein Einkommen von Fr. 102'050.-- (Fr. 7'
850
.-
- x 13) erzielt hätte
. Dies ist nicht zu bean
standen und wurde
vom Beschwerdeführer auch nicht
substantiiert
bestritten
(vgl. Urk. 1; Urk. 10)
, weshalb darauf abgestellt werden kann.
6.4
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich
erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach
Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumut
bare
neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtspre
chung entweder Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik perio
disch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die DAP-Zahlen heran
ge
zogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 mit Hinweisen).
6.5
Der Beschwerdeführer arbeitet nach wie vor bei der
Z._
AG
, aktuell in einem Pensum von 50 % (Urk. 8/146/1)
,
und erzielte gemäss Lohnab
rech
nung
en im Januar und Februar 2016 ein monatliches Einkommen von Fr. 3'160.-- (Urk. 8/146/6-7), mithin ein jährliches Einkommen von Fr. 41'080.-- (Fr. 3'160.-- x 13). Die tatsächlich ausgeübte Tätigkeit entspricht einer angepassten Tätigkeit, jedoch wäre ihm diese zu 90 % zumutbar (vgl. vorstehend
E. 4.4
). Die Be
schwerdegegnerin zog deshalb zur Ermittlung des Invalideneinkommens für das Jahr 2016 das tatsächlich ermittelte
Einkommen im 50%-Pensum heran und
rechnete dieses auf ein 90%-Pensum um
, was
ein Einkommen von Fr. 73'944.-- (Fr. 41'080.-- : 50 x 90)
ergab
(Urk. 2 S. 8 Ziff. 3c)
. Dies ist nicht zu bean
standen und wurde
vom Beschwerdeführer ebenfalls nicht substantiiert bestritten (vgl. Urk. 1; Urk. 10), weshalb darauf abgestellt werden kann.
6.6
Der Vergleich des Valideneinkommens von Fr. 102'050.-- mit dem Invaliden
einkommen von Fr. 73'944.-- ergibt eine Einkommenseinbusse
von Fr. 28'106.-- und damit einen Invaliditätsgrad von rund 28 %.
Dementsprechend erweist sich der angefochtene
Einspracheentscheid
als rech
tens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.