Decision ID: a67ed32e-0516-4ecd-99ca-106c85d9745f
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Ehescheidung (vorsorgliche Massnahmen)
Berufungen gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 7. Abteilung, vom 18. September 2014 (FE140640-L)
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Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 7. Abteilung:
"1. Die mit Verfügung der KESB der Stadt Zürich vom 22. August 2014, Verfügungs-Nr. 5233, im Sinne einer superprovisorischen Massnahme angeordnete Unterbringung von D._ unter  des Aufenthaltsbestimmungsrechts der Eltern wird  und das Aufenthaltsbestimmungsrecht im Sinne einer  Massnahme betreffend D._ der KESB der Stadt Zürich zugewiesen.
2. Die mit Verfügung der KESB der Stadt Zürich vom 22. August 2014, Verfügungs-Nr. 5234, im Sinne einer superprovisorischen Massnahme angeordnete Unterbringung von C._ wird  der Obhut aufgehoben und C._ im Sinne einer  Massnahme unter die Obhut des Gesuchstellers . Die Aufhebung des Aufenthaltsbestimmungsrechts  den Sohn C._ im Rahmen des superprovisorischen Entscheides der KESB wird bestätigt und das  im Sinne einer vorsorglichen Massnahme der KESB der Stadt Zürich zugewiesen.
3. Der Gesuchsteller wird angewiesen, bis zum definitiven Bezug  Wohnung sich mit C._ in die Familienherberge zu .
4. Es wird zur Unterstützung des Gesuchstellers bei der (faktischen) Obhut/Betreuung von C._ eine sozialpädagogische  angeordnet.
5. Die Parteien werden im Sinne einer vorsorglichen Massnahme berechtigt und verpflichtet, mit der Tochter D._ einen , begleiteten Besuch zu verbringen. Weiter sind die Parteien berechtigt, je zwei telefonische Kontakte pro Woche mit D._ zu halten. Die genauen Modalitäten dieser Besuche und telefonischen Kontakte sind von der Beiständin im Sinne der  Regelung umzusetzen.
6. Die Beiständin wird beauftragt, auf den persönlichen Verkehr  der Gesuchstellerin und C._ mit den geeigneten  hinzuwirken.
7. C._ wird im Sinne einer vorsorglichen Massnahme für  erklärt, den Gesuchsteller im Rahmen dessen begleiteter Besuchstreffen mit D._ gemäss vorstehender Ziffer 5 zu  und an diesen begleiteten Besuchstreffen mit D._ teilzunehmen.
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8. Die Beiständin, Frau E._, wird ersucht, vorstehende Ziffer 2 zu vollziehen und im Übrigen für die Umsetzung vorstehender  1 bis 7 besorgt zu sein.
9.-12. ... (prozessleitende Anordnungen) 13. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen werden im Endentscheid
geregelt. 14. ... (Mitteilungssatz) 15. ... (Rechtsmittelbelehrung)"
Berufungsanträge:
des Gesuchstellers, Erstberufungsklägers und :
in der Erstberufung (Urk. 1 S. 2 ff.): "1. In Ersetzung von Dispositivziffer 1 der Verfügung FE140640-L/Z3
vom 18. September 2014 (Geschäfts-Nr. FE140640-L des  Zürich, 7. Abteilung – Einzelgericht) sei die mit  des KESB der Stadt Zürich vom 22. August 2014,  5233, im Sinne einer superprovisorischen Massnahme  Unterbringung von D._ bezüglich der Obhut  und D._ unter die Obhut des Gesuchstellers /  zu stellen; das Aufenthaltsbestimmungsrecht  D._ sei im Sinne einer vorsorglichen Massnahme der KESB der Stadt Zürich zuzuweisen; Die Gesuchstellerin / Berufungsbeklagte sei zudem berechtigt zu erklären, D._ für die Dauer von zwei Monaten an je einen Tag pro Woche in Begleitung einer von der Beiständin zu  Drittperson zu besuchen. Danach sei die Beiständin zu beauftragen, auf eine Ausdehnung des persönlichen Verkehrs der Gesuchstellerin / Berufungsbeklagten mit Tochter D._ im Sinne eines gerichtsüblichen Wochenend- (jedes zweite  mit einer Übernachtung) sowie Ferienbesuchsrechts (vier Wochen pro Jahr) ohne Begleitung hinzuwirken;
2. Eventualiter sei der Gesuchsteller / Berufungskläger in  von Dispositivziffer 5 der Verfügung FE140640-L/Z3 vom 18. September 2014 im Sinne einer vorsorglichen Massnahme zusätzlich zu den zweimal wöchentlich stattfindenden  Kontakten berechtigt zu erklären mit Tochter D._ zwei wöchentliche, begleitete Besuche zu verbringen; Entsprechend sei auch C._ in Abänderung von  7 der Verfügung FE140640-L/Z3 vom 18. September 2014  zu erklären, den Gesuchsteller / Berufungskläger im
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Rahmen dessen begleiteter Besuchstreffen mit D._ gemäss vorstehendem Abschnitt (zweimal wöchentlich) zu begleiten und an diesen Besuchstreffen mit D._ teilzunehmen;
3. Es sei die in Dispositivziffer 3 der Verfügung FE140640-L/Z3 vom 18. September 2014 verfügte Anweisung des Gesuchstellers /  sich zusammen mit C._ bis zum definitiven Bezug einer Wohnung in eine Familienherberge zu begeben  aufzuheben; Zudem sei in Ersetzung von Dispositivziffer 3 der Verfügung FE140640-L/Z3 vom 18. September 2014 die eheliche Wohnung an der F._-Strasse ..., ... Zürich im Sinne einer vorsorglichen Massnahme für die Dauer des Scheidungsverfahrens samt  und Mobiliar dem Gesuchsteller / Berufungskläger zusammen mit den beiden Kindern D._ und C._, eventualiter dem Gesuchsteller / Berufungskläger zusammen mit C._, zur  Nutzung zuzuweisen;
4. ... (Antrag auf aufschiebende Wirkung) 5. Eventualiter sei die Angelegenheit zur erneuten Beurteilung der
Anträge resp. des Eventualantrages gemäss den Ziffern 1 - 3  an die Vorinstanz zurückzuweisen;
6. ... (Antrag auf Leistung eines Prozesskostenvorschusses) 7. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. 8% MwSt. zu-
lasten der Gesuchstellerin / Berufungsbeklagten. ... (Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und )"
zur Zweitberufung (Urk. 15 S. 2): "1. Es sei die Berufung der Gesuchstellerin vom 29. September 2014
vollumfänglich abzuweisen; 2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulas-
ten der Gesuchstellerin."
der Gesuchstellerin, Erstberufungsbeklagten und :
in der Zweitberufung (Urk. 12/1 S. 2): "1. Ziff. 2 des Dispositivs der Verfügung vom 18. September 2014 sei
aufzuheben und der Sohn C._ sei bis zum definitiven  über die Kinderzuteilung in einer geeigneten Institution .
2. Ziff. 6 des Dispositivs der Verfügung vom 18. September 2014 sei aufzuheben und sei ein angemessenes und übliches  anzuordnen.
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3. ... (Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege) 4. ... (Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung)"
zur Erstberufung (Urk. 14 S. 2): "1. Die Berufung des Gesuchstellers sei abzuweisen. 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Gesuch-
stellers."

Erwägungen:
I.
1. a) Die Parteien führen eine äusserst turbulente Ehe. Sie lernten sich im
Jahre 1999 kennen. Am tt.mm.2000 kam ihr Sohn C._ (Verfahrensbeteiligter
1) zur Welt. Am tt. Februar 2003 heirateten sie. Am 1. Juni 2005 rief die Gesuch-
stellerin, Erstberufungsbeklagte und Zweitberufungsklägerin (nachfolgend: Ge-
suchstellerin) das erste Mal den Eheschutzrichter an. Es folgten über die Jahre
drei weitere Eheschutzverfahren. Am tt.mm.2009 kam D._ (Verfahrensbetei-
ligte 2), die Tochter der Parteien, zur Welt. Rund zwei Monate nach der Geburt ih-
rer Tochter reichten die Parteien ein erstes gemeinsames Scheidungsbegehren
ein. Es sollten vier weitere folgen. Bis auf das aktuelle wurden diese alle entweder
wegen Nichteinreichen des Bestätigungsschreibens abgewiesen, wegen Nicht-
leisten des Kostenvorschusses durch Nichteintreten erledigt oder aber als durch
Rückzug erledigt abgeschrieben. Seit dem 13. August 2014 stehen die Parteien
vor Vorinstanz in ihrem fünften Scheidungsverfahren.
b) Die Ehe der Parteien war immer wieder von häuslicher Gewalt geprägt.
Im entsprechenden polizeilichen Informationssystem sind die Parteien offenbar
seit 2004 registriert. Es wurden wiederholt Massnahmen nach dem Gewalt-
schutzgesetz angeordnet. Im Jahre 2011 wurde der Gesuchsteller, Erstberu-
fungskläger und Zweitberufungsbeklagte (nachfolgend: Gesuchsteller) u.a. wegen
häuslicher Gewalt gegenüber der Gesuchstellerin zu einer neunmonatigen Frei-
heitstrafe verurteilt. Allein im ersten Halbjahr 2014 musste die Polizei aufgrund
von Auseinandersetzungen in der Familie der Parteien achtmal ausrücken.
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c) Die umfangreichen Akten der Kindesschutzbehörde reichen bis ins Jahre
2001 zurück. Der Gesuchsteller wollte zunächst seine Vaterschaft bezüglich
C._ nicht anerkennen. Die Gesuchstellerin auf der anderen Seite wollte
D._ nach deren Geburt im Jahre 2009 zur Adoption freigeben. Es wurde in
der Folge für einige Monate ein Obhutsentzug angeordnet und den Kindern eine
Beiständin bestellt.
2. a) Im vorinstanzlichen Scheidungsverfahren wurde den Kindern (Verfah-
rensbeteiligten) eine Prozessbeiständin im Sinne von Art. 299 ZPO bestellt (VI
Urk. 17). Mit Verfügungen vom 22. August 2014 ordnete die KESB der Stadt Zü-
rich superprovisorisch die Unterbringung der Kinder in einer Pflegefamilie an (VI
Urk. 27 und 28). Im Übrigen kann für den erstinstanzlichen Prozessverlauf und die
weitere Ehegeschichte der Parteien auf die Ausführungen der Vorinstanz verwie-
sen werden. Mit Verfügung vom 18. September 2014 (VI Urk. 69 = Urk. 2) bestä-
tigte diese die von der KESB angeordnete Fremdplatzierung von D._, hob
jedoch die Fremdplatzierung von C._ auf und stellte diesen für die weitere
Dauer des Verfahrens unter die (faktische) Obhut des Gesuchstellers. Die Aufhe-
bung des Aufenthaltsbestimmungsrechts der Parteien bezüglich beider Kinder
wurde beibehalten.
b) Hiergegen erhoben beide Parteien je mit Eingaben vom 29. September
2014 Berufung (Urk. 1 und 12/1), wobei die Berufung der Gesuchstellerin unter der Geschäfts-Nr. LY140043 anhand genommen wurde. Mit Präsidialverfügung
vom 15. Oktober 2014 wurde der Antrag des Gesuchstellers auf aufschiebende
Wirkung abgewiesen (Urk. 7). Mit Beschluss vom 23. Oktober 2014 wurde das
Verfahren LY140043 mit dem vorliegenden vereinigt und als dadurch erledigt ab-
geschrieben. Sodann wurde der Antrag des Gesuchstellers auf Leistung eines
Prozesskostenvorschusses abgewiesen, beiden Parteien wurde die unentgeltliche
Rechtspflege gewährt und ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt. Ferner
wurde den Parteien und den Verfahrensbeteiligten Frist zur Beantwortung der Be-
rufungen angesetzt (Urk. 13). Die Erstberufungsantwort der Gesuchstellerin
(Urk. 14), die Zweitberufungsantwort des Gesuchstellers (Urk. 15) sowie die Erst-
und Zweitberufungsantwort der Verfahrensbeteiligten (Urk. 16) datieren allesamt
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vom 6. November 2014. Der Beschluss vom 23. Oktober 2014 wurde der Kindes-
vertreterin am 25. Oktober 2014 zugestellt (Urk. 13). Die 10-tägige Frist von
Art. 314 Abs. 1 ZPO lief bis am 4. November 2014. Damit erfolgte die Erst- und
Zweitberufungsantwort der Verfahrensbeteiligten am 6. November 2014 (Datum
Poststempel) verspätet. Androhungsgemäss ist das Verfahren ohne Erst- und
Zweitberufungsantwort der Verfahrensbeteiligten weiterzuführen (Art. 147 Abs. 2
ZPO). Mit Präsidialverfügung vom 7. November 2014 wurden die Doppel der Be-
rufungsantwortschriften der jeweiligen Gegenpartei bzw. den Verfahrensbeteilig-
ten zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 17). Es folgte am 11. November 2014 eine
unaufgeforderte Eingabe des Gesuchstellers (Urk. 18), welche der Gesuchstelle-
rin und den Verfahrensbeteiligten zur Kenntnisnahme zugestellt wurde (Prot.
S. 6).
3. Die Berufung hemmt die Rechtskraft des angefochtenen Entscheides im
Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Dispositivziffer 13 (Kosten- und Ent-
schädigungsreglung bleibt dem Endentscheid vorbehalten) der vorinstanzlichen
Verfügung blieb unangefochten. In diesem Umfang ist die vorinstanzliche Verfü-
gung am 7. Oktober 2014 in Rechtskraft erwachsen. Dies ist vorzumerken. Keine
selbständige Bedeutung kommt im vorliegenden Fall den Dispositivziffern 4 (An-
ordnung einer sozialpädagogischen Familienbegleitung) und 8 (Ersuchen an die
Beiständin, den Entscheid zu vollziehen und umzusetzen) zu, weshalb diese nicht
für sich alleine in Rechtskraft erwachsen, auch wenn sie nicht explizit angefochten
wurden.
II.
1. Der Gesuchsteller fordert, dass auch D._ für die Dauer des Verfah-
rens unter seine Obhut zu stellen sei. Die Gesuchstellerin ficht die Fremdplatzie-
rung von D._ nicht an, auch wenn sie den Entscheid der Vorinstanz für falsch
hält und D._ lieber unter ihren eigenen Obhut wüsste. Sie wehrt sich jedoch
gegen den Entscheid, C._ unter die Obhut des Gesuchstellers zu stellen.
C._ ist ihrer Ansicht nach in einer geeigneten Institution unterzubringen.
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2. a) Die Vorinstanz begründete die Aufhebung der Fremdplatzierung von
C._ im Wesentlichen damit, dass dieser im Rahmen der Kinderanhörung
mehrmals klar und deutlich den Wunsch geäussert habe, zum Gesuchsteller zu
wollen. Die Erziehungsfähigkeit des Gesuchstellers sei zwar nicht restlos geklärt
und bedürfe – genau wie diejenige der Gesuchstellerin – weiterer Abklärung. In-
dessen seien bei ihm bezüglich Verlässlichkeit – mit Abstrichen in Bezug auf die
Besuchszeiten/Telefonzeiten seit der Fremdplatzierung – keine derart gravieren-
den Vorbehalte anzubringen, dass die Zuweisung der Obhut für C._ an ihn
derzeit gänzlich ausgeschlossen wäre. Sein Verhältnis zu C._ sei offensicht-
lich gut, wenngleich unklar bleibe, inwiefern C._ nicht von ihm instrumentali-
siert worden sei. Angesichts des Alters von C._ sei indessen der gefestigte
Kinderwunsch vorrangig, ob beeinflusst oder nicht. Auch scheine der Gesuchstel-
ler C._ eine Tagesstruktur zu geben, was dieser bei der Kindsmutter ver-
misst habe. Komme dazu, dass ein längerer Verbleib von C._ in der Pflege-
familie aus verschiedenen Gründen, nicht zuletzt aber auch wegen des langen
Schulwegs nicht als adäquat erscheine. Gleichzeitig sei ein Schulwechsel jedoch
ebenfalls abzulehnen, sei dies doch seit längerem letztlich die einzige Konstante
in C._s Leben. Aufgrund der gesamten Vorgeschichte sowie der seit Jahren
im Raume stehenden Familienbegleitung, die ja ohnehin kurz vor der Fremdplat-
zierung beantragt worden sei, sei die Obhutszuweisung mit einer engmaschigen
sozialpädagogischen Familienbegleitung zu verknüpfen. Damit könne auch den
im Raume stehenden Vorbehalten betreffend die Erziehungsfähigkeit des Ge-
suchstellers begegnet werden (Urk. 2 E. II/4.3).
b) Die Gesuchstellerin wehrt sich gegen diese Einschätzung. Nach ihrer
Wahrnehmung demonstriert der Gesuchsteller das Musterbeispiel eines ignoran-
ten, demonstrativ gegen alle gesellschaftlichen Regeln verstossenden Individu-
ums, das nicht nur keinerlei Wert auf die Einhaltung von Regeln lege, sondern
vielmehr jede Gelegenheit nutze, um seinem Umfeld zu demonstrieren, dass er
es gerade eben nicht für notwendig erachte, sich an die Spielregeln der Gesell-
schaft zu halten. Dieses Verhalten ziehe sich quer durch alle Bereiche seines Le-
bens. Es beginne schon bei seiner Disziplin im Gerichtssaal. Der Gesuchsteller
pfeife auf allen Anstand, unterbreche jeden anderen – egal ob Richterin, Rechts-
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anwalt oder Gegenpartei, werde schnell laut, reagiere jähzornig, wenn er Gele-
genheit dazu finde, und lasse das vorinstanzliche Gericht mit Nachdruck wissen,
dass er allein wisse, wie der richtige Entscheid aussehen müsse, und dass er er-
warte, dass die Richterin so entscheide. Verschiedene Personen habe der Ge-
suchsteller denn auch wissen lassen, dass er das Heft in die eigene Hand nehme,
wenn die Gerichtsinstanzen nicht in seinem Sinn entscheiden sollten. Bezüglich
der im Rahmen der externen Unterbringung angeordneten bzw. vereinbarten Re-
geln sei festzuhalten, dass der Gesuchsteller sich an keinerlei Regeln gehalten
habe: Er habe sich nicht an die Telefonzeiten und auch nicht an die Besuchsre-
geln gehalten. Er habe sich sogar erfrecht, zusammen mit seinem Bruder bei der
Pflegefamilie aufzukreuzen, um gegenüber allen Beteiligten zu demonstrieren,
dass er derjenige sei, der die faktischen Spielregeln bestimme, und dass er es
nicht für angebracht halte, Regeln einzuhalten, die von Dritten aufgestellt worden
seien. Dass der Gesuchsteller dieses Verhalten demonstrativ vor seinem Sohn
und in Zusammenhang mit diesem an den Tag lege, sei sicher kein Zufall. Viel-
mehr sei offensichtlich, dass der Gesuchsteller auf diese Weise gegenüber sei-
nem Sohn eine Vorbildfunktion ausübe und dies Wirkung zeitigen werde. Dass
sich dies auf das Verhalten von C._ kaum positiv auswirken werde, scheine
klar. Die Nichteinhaltung aller von Dritten bestimmten Regeln sei für das Verhal-
ten des Gesuchstellers geradezu prägend: Er halte sich konsequent an keine Re-
geln. Die Eheschutzvereinbarung mit ihr sei für ihn keinesfalls von Bedeutung
gewesen. Die Bestimmungen des Strafrechts interessierten ihn wenig, auch nicht
die körperliche Integrität anderer Menschen, nicht einmal jene seiner Ehefrau
(Urk. 12/1 S. 4 f.).
c) Aus dem Verhandlungsprotokoll der Vorinstanz ergibt sich tatsächlich,
dass der Gesuchsteller das Plädoyer des Gegenanwalts sowie die Befragung der
Gesuchstellerin mehrmals unterbrach und Beleidigungen gegen diese aussprach.
Er verliess gar unter lautstarkem Protest den Gerichtssaal, konnte aber von der
vorinstanzlichen Richterin zur Rückkehr bewegt werden (VI Prot. S. 16 ff.). Nach-
dem diese ihn gefragt hätte, ob er sich an das halten werde, was in diesem Ver-
fahren angeordnet werde, antwortete er zunächst mit "Ja", schob dann aber nach,
dass er hoffe, dass das Richtige herauskomme, sonst werde er das Heft selbst in
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die Hand nehmen (VI Prot. S. 25). Der angefochtene Entscheid wurde dem da-
mals noch unvertretenen Gesuchsteller von der Vorinstanz persönlich übergeben.
Dieser verweigerte die Unterschrift auf dem Empfangsschein und liess stattdes-
sen einen Zettel anheften, auf dem er vermerkte, dass die vorinstanzliche Richte-
rin einen "Riesenfehler" gemacht habe (VI Urk. 70). Dass sich der Gesuchsteller
während der Fremdplatzierung von C._ nicht an die Besuchs- und Telefon-
zeiten hielt, hat bereits die Vorinstanz in ihrem Entscheid festgehalten. Das Ver-
halten des Gesuchstellers zeugt zweifelsohne von Respektlosigkeit gegenüber
Gerichten und Behörden. Die Befürchtung der Gesuchstellerin, dass diese Hal-
tung auf den 14-jährigen C._ abfärben könnte, lässt sich zumindest nicht von
der Hand weisen. Immerhin ist dem Gesuchsteller zugute zu halten, dass er nach
dem Ergehen des vorinstanzlichen Entscheids "das Heft nicht in die eigene Hand
nahm", sondern sich anwaltlichen Beistand suchte und den Entscheid auf dem
Rechtsmittelweg anfocht. Der Vorinstanz ist aber zuzustimmen, dass die Erzie-
hungsfähigkeit des Gesuchstellers weiterer Abklärung bedarf. Die Einholung ei-
nes entsprechenden Gutachtens hat die Vorinstanz bereits angeordnet. Bis dahin
entschied sie, C._ in die Obhut des Gesuchstellers zu geben. Dieser Ent-
scheid ist – entgegen der Ansicht der Gesuchstellerin – durchaus nachvollziehbar
und zwar aus folgenden Überlegungen:
− Wie aus dem Besuchsbericht der Familienplatzierungsorganisation G._
hervorgeht, war C._ in der SOS-Pflegefamilie aus verschiedenen Grün-
den nicht mehr tragbar (VI Urk. 38/1; vgl. auch VI Urk. 56). Es war daher un-
abdingbar, für ihn eine neue Lösung zu suchen.
− Eine vorläufige Trennung der beiden Kinder schien zudem angezeigt, nach-
dem von verschiedener Seite her der Verdacht auf sexuelle Übergriffe von
C._ auf D._ geäussert wurde (vgl. VI Urk. 36, 38/1, 38/4, 46, 62,
63 und 64). Die Vorinstanz kam zwar zum Schluss, dass sich hierfür wenig
Konkretes in den Akten finde, meinte aber auch, dass die dominierende Rol-
le, die C._ gegenüber D._ ausübe, dem Kindswohl von D._
offenkundig nicht zuträglich sei (Urk. 2 E. II/4.4.6).
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− Ferner entsprach es dem Wunsch von C._, unter die Obhut des Ge-
suchstellers gestellt zu werden (VI Urk. 54). Eine weitere Fremdplatzierung,
bspw. im H._, wäre durch die fehlende Kooperationsbereitschaft
C._s von vornherein erschwert gewesen. Die Kindesvertreterin sprach
vor Vorinstanz gar von einer drohenden "Kampfstimmung", falls C._ in
den H._ käme (VI Prot. S. 12).
Aus heutiger Sicht fällt sodann ins Gewicht, dass sich C._ nunmehr seit rund
zwei Monaten unter der (faktischen) Obhut des Gesuchstellers befindet und es
daher zumindest bis zum Vorliegen eines Erziehungsfähigkeitsgutachtens nicht
angebracht erscheint, die Lebensumstände C._s erneut und ohne Not zu
verändern.
d) Was die Gesuchstellerin schliesslich in Bezug auf die Geschäftspraktiken
des Gesuchstellers und dessen angeblich schlechte Zahlungsmoral vorbringt (vgl.
Urk. 12/1 S. 5 f.), ist neu und damit unzulässig im Sinne von Art. 317 Abs. 1 ZPO
(vgl. zur Anwendbarkeit der Bestimmung in Kinderbelangen statt vieler OGer ZH
LE130065 vom 3. Januar 2014 E. II/2 mit Hinweis). Im Übrigen scheinen diese
Vorbringen ohnehin nicht geeignet, die Erziehungsfähigkeit des Gesuchstellers
(weiter) in Zweifel zu ziehen. Der vorinstanzliche Entscheid ist daher in diesem
Punkt zu bestätigen.
3. a) Was D._ betrifft, hielt die Vorinstanz fest, dass bei einer Zuteilung
an den Gesuchsteller die ernsthafte Gefahr der (weiteren) Instrumentalisierung
von D._ gegen die Gesuchstellerin bestehe. In diesem Zusammenhang er-
weise sich auch die absolut ablehnende Haltung von C._ gegenüber der Ge-
suchstellerin als äusserst problematisch: Die Geschwister würden sich naheste-
hen und sich gegenseitig Halt geben. Inwiefern D._ – falls im gleichen Haus-
halt mit C._ und dem Gesuchsteller lebend – überhaupt noch in der Lage wä-
re, eine Beziehung zur Gesuchstellerin aufrechtzuerhalten, sei mehr als fraglich.
Vordringliches Ziel müsse es aber sein, dass D._ zu allen Familienmitglie-
dern eine Beziehung aufrechterhalten könne. Komme dazu, dass aufgrund der
Akten eine (vorsorgliche) Trennung der Geschwister indiziert sei (Urk. 2
E. II/4.4.6).
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b) Die Kritik des Gesuchstellers am vorinstanzlichen Entscheid, D._
weiterhin fremd zu platzieren, geht über weite Strecken an der Sache vorbei. Kei-
ne Relevanz kommt namentlich seinen Anschuldigungen gegenüber der Gesuch-
stellerin zu, nachdem eine Obhutszuteilung an diese – zumindest vorläufig – nicht
mehr zur Debatte steht. Es ist auch nicht so, dass die Vorinstanz dem Gesuch-
steller die Erziehungsfähigkeit abgesprochen hätte. Sie hielt lediglich – und dies
zu Recht – fest, dass gewisse Defizite bestünden und diese weiterer Abklärung
bedürften. Auf entsprechende Ausführungen des Gesuchstellers – bspw. zu sei-
ner angeblichen Zuverlässigkeit – ist daher nicht weiter einzugehen. Der Ent-
scheid der Vorinstanz war vielmehr von der Befürchtung getragen, dass D._
– im gleichen Haushalt mit C._ und dem Gesuchsteller lebend – weiter ge-
gen die Gesuchstellerin instrumentalisiert werden könnte. Hinzu kam, was bereits
thematisiert wurde (vgl. E. II/2.c), der Umstand, dass eine vorläufige Trennung der
Geschwister indiziert war.
c) Der Gesuchsteller legte dar, dass D._ bei der Pflegefamilie mehr-
mals ausgeführt habe, dass sie die Gesuchstellerin vermisse. Hätte er sie tat-
sächlich gegen die Gesuchstellerin aufgehetzt und instrumentalisiert, würde sie
dieses Gefühl sicherlich nicht mehr entsprechend äussern (Urk. 1 S. 8). Die Ar-
gumentation des Gesuchstellers verfängt nicht. D._ stand bis anhin auch un-
ter dem Einfluss der Gesuchstellerin. Die Gefahr einer eigentlichen Eltern-Kind-
Entfremdung (Parental Alienation Syndrome) bestünde wohl erst, wenn D._
mit C._ und dem Gesuchsteller zusammenwohnen würde. Die überaus star-
ke Ablehnung der Gesuchstellerin durch C._ lässt in dieser Hinsicht jeden-
falls nichts Gutes erwarten (vgl. in Bezug auf C._ auch VI Prot. S. 9).
d) Der Gesuchsteller ist weiter der Ansicht, dass eine Instrumentalisierung
durch C._ von Anfang an aussichtslos wäre, da D._ in der Beziehung
der Geschwister die Oberhand habe (Urk. 1 S. 11). Diese Darstellung widerspricht
fundamental der Einschätzung der Kindesvertreterin, welche vor Vorinstanz zu
Protokoll gab, dass C._ über D._ bestimme. D._ könne gar nicht
selber denken, sie werde beobachtet, sie werde kontrolliert, sie werde in einem
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gewissen Sinne beherrscht (VI Prot. S. 7; ähnlich auch der Besuchsbericht des
Vereins G._, VI Urk. 38/1 S. 2).
e) An anderer Stelle anerkennt dann auch der Gesuchsteller das Dominanz-
verhalten, welches C._ gegenüber D._ an den Tag lege. Er sieht den
Grund dafür jedoch einzig darin, dass C._ bei der Gesuchstellerin nicht habe
Kind sein können. Er habe sich nicht auf die Gesuchstellerin verlassen, ihr nicht
vertrauen können. Dies habe dazu geführt, dass er zunehmend die Verantwor-
tung für seine Schwester übernommen habe. Da C._ nun ihm zugeteilt wor-
den sei, könne er zur Ruhe kommen. Eine weitere Beeinflussung von D._ sei
nicht zu erwarten (Urk. 1 S. 10 f.). Dem ist entgegenzuhalten, dass diesbezüglich
auch während der Platzierung bei der Pflegefamilie keine Besserung eintrat. Zu-
mindest kurzfristig wäre daher auch beim Gesuchsteller keine Veränderung der
Situation zu erwarten. Die Unterbringung D._s an einem neutralen Ort und
getrennt von ihrem Bruder ist daher zu begrüssen, nicht zuletzt auch vor dem Hin-
tergrund der im Raum stehenden Übergriffsproblematik. Der vorinstanzliche Ent-
scheid ist auch in diesem Punkt zu bestätigen.
4. a) Beide Parteien verlangen sodann Anpassungen in Bezug auf den per-
sönlichen Verkehr. Was C._ anbelangt, hielt die Vorinstanz fest, dass dieser
den Kontakt zur Gesuchstellerin ablehne. Sie verzichtete daher auf die Anord-
nung eines konkret ausgestalteten Besuchsrechts der Gesuchstellerin zu
C._, beauftragte jedoch die Beiständin, auf den persönlichen Verkehr zwi-
schen den beiden mit den geeigneten Mitteln hinzuwirken (Urk. 2 E. II/5.4-5.5).
b) Die Gesuchstellerin beantragte mit der Zweitberufung die Aufhebung der
entsprechenden Dispositivziffer und die Anordnung eines angemessenen und üb-
lichen Besuchsrechts (Urk. 12/1 S. 2). Der Gesuchsteller hält diesen Antrag für zu
unbestimmt (Urk. 15 S. 7, unter Hinweis auf BGE 137 III 617). Es kann vorliegend
offen bleiben, ob dem so ist. Da der Antrag der Gesuchstellerin mit keinem Wort
begründet wurde, ist bereits aus diesem Grunde nicht darauf einzutreten (vgl.
BGer 4A_659/2011 vom 7. Dezember 2011 E. 3).
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c) In Bezug auf D._ hielt die Vorinstanz fest, dass mit Blick auf die
Problematik des Loyalitätskonflikts weiterhin für beide Parteien nur begleitete Be-
suche in Frage kämen und es insofern einen geschützten Rahmen brauche. Ein
regelmässiger Kontakt sei ebenfalls im Interesse des Kindes. Die Scheidungsfor-
schung gehe davon aus, dass weniger die Häufigkeit des Kontakts, sondern viel-
mehr die qualitative Gestaltung für das Kind letztendlich massgeblich sei, und
dass verminderte Kontakte nicht zwangsläufig negative Folgen hätten. Vor die-
sem Hintergrund erscheine es angemessen, den Parteien wie bisher je ein wö-
chentliches, begleitetes Besuchsrecht einzuräumen. Somit könne D._ jedes
Wochenende bzw. einmal pro Woche Kontakt zu einem Elternteil im Rahmen ei-
nes persönlichen Besuches halten (Urk. 2 E. II/5.3.2).
d) Der Gesuchsteller wünscht sich – für den nunmehr eintretenden Fall,
dass D._ fremdplatziert bleibt – eine Ausdehnung des Besuchsrechts auf
zwei begleitete Besuchstreffen pro Woche, damit die Zeiten bis zum nächsten
Besuch nicht so lange würden. D._ solle insbesondere nicht das Gefühl be-
kommen, dass er C._ zu sich nehmen wolle, sie jedoch mit Absicht bei der
Pflegefamilie belasse. Dies wäre nicht förderlich für die zukünftige Beziehung zu
seiner Tochter. Auch solle deren enge Beziehung zu ihrem Bruder C._ auf-
rechterhalten werden können (Urk. 1 S. 13).
e) D._ ist fünfeinhalb Jahre alt. Mehr als ein Besuchskontakt pro Woche
ist bei Kindern im Vorschulalter nicht üblich. Der wöchentliche Rhythmus er-
scheint vielmehr angemessen, gerade auch weil vorliegend nicht von unproble-
matischen Kontakten ausgegangen werden kann. Da die Besuche unbestritte-
nermassen begleitet erfolgen sollen, muss die vom Gesuchsteller vorgeschlagene
Regelung überdies als wenig praktikabel bezeichnet werden. Aufgrund der einge-
schränkten Öffnungszeiten der begleiteten Besuchstreffpunkte müssten regel-
mässig Einzelbegleitungen stattfinden. Der vorinstanzliche Entscheid ist daher
auch hinsichtlich des Besuchsrechts zu bestätigen.
5. a) Schliesslich beantragte der Gesuchsteller die Aufhebung der Weisung,
sich mit C._ bis zum definitiven Bezug einer Wohnung in die Familienherber-
ge zu begeben, und forderte die Zuweisung der ehelichen Wohnung samt Hausrat
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und Mobiliar. Im Entscheiddispositiv der Vorinstanz wurde die Wohnungszuteilung
nicht geregelt. Aus den Erwägungen ergibt sich jedoch, dass die Vorinstanz dem
Gesuchsteller die Wohnung deshalb nicht zuteilte, weil dieser von sich aus ausge-
führt habe, er wolle mit den Kindern sowieso nicht in diese Wohnung zurück, da
dort zu viel passiert sei. Ausserdem habe der Gesuchsteller dargelegt, der Plan
sei, dass er vorübergehend in einer Familienherberge unterkommen und an-
schliessend in eine eigene, grössere Wohnung wechseln würde, wobei er bereits
eine solche in Aussicht habe. Vor diesem Hintergrund sowie angesichts der Tat-
sache, dass der Gesuchsteller offensichtlich auch bis anhin jeweils im Stand ge-
wesen sei, für eine gesicherte Unterkunft zu sorgen, sei davon auszugehen, dass
er auf die Wohnung an der F._-Strasse ..., ... Zürich, nicht angewiesen sei
(Urk. 2 E. II/6.2).
b) Wenn sich der Gesuchsteller nun wieder umentscheidet und die Woh-
nung an der F._-Strasse doch für sich beanspruchen möchte, setzt er sich in
Widerspruch zu seinen eigenen Ausführungen vor Vorinstanz. Im Berufungsver-
fahren versuchte er zwar, diese etwas anders darzustellen (vgl. Urk. 1 S. 14).
Seine Antwort auf die abschliessende Frage der vorinstanzlichen Richterin, ob er
demnach sowieso nicht an die F._-Strasse zurück wolle, war allerdings ein
klares Nein gewesen (Vi Prot. S. 51). Damals hatte der Gesuchsteller angeblich
eine 4-Zimmerwohnung in Wallisellen in Aussicht gehabt. Im Berufungsverfahren
erklärte er, dass er das Wohnungsangebot habe ausschlagen müssen, da das
Aufenthaltsbestimmungsrecht für Sohn C._ nach wie vor der KESB der Stadt
Zürich zustehe und er deshalb nicht aus der Stadt herausziehen könne (Urk. 1 S.
14). Ob dem tatsächlich so ist, kann offen bleiben. Jedenfalls distanzierte sich der
Gesuchsteller auch im Berufungsverfahren nicht von seiner Aussage vor Vo-
rinstanz, dass die Kinder nicht in die Wohnung an der F._-Strasse zurück
wollten. Es besteht daher nach wie vor keine Veranlassung, die Wohnung dem
Gesuchsteller zur – lediglich vorübergehenden – Benützung zuzuweisen.
c) Die Weisung, sich in die Familienherberge zu begeben, hängt damit zu-
sammen, dass der Gesuchsteller zum Zeitpunkt der Verhandlung vor Vorinstanz
in einem Hotel in I._ logierte (VI Prot. S. 49). Bereits im Vorfeld jener Ver-
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handlung wurde er von der Vorinstanz telefonisch darauf hingewiesen, dass es
jedenfalls eine grundlegende Voraussetzung für eine allfällige Zuteilung der Obhut
sei, dass er eine Unterkunft bzw. zumindest einen diesbezüglichen Plan präsen-
tieren könne. Es wurde ihm das Angebot der von der Stadt Zürich betriebenen
Familienherbergen erklärt (VI Urk. 55). Es handelt sich dabei um betreute Kollek-
tivunterkünfte für obdachlose Familien. In ihrem Entscheid hielt die Vorinstanz
fest, dass der Gesuchsteller anlässlich der Verhandlung vom 16. September 2014
glaubhaft versichert habe, sich bei den städtischen Familienherbergen angemel-
det und noch am selben Nachmittag ein Gespräch zu haben. Ausserdem habe er
angegeben, eine 4-Zimmerwohnung in Aussicht zu haben. Unter diesen Umstän-
den sei betreffend die Wohnsituation des Gesuchstellers zumindest bis auf Weite-
res von einer realistischen Prognose bzw. einem realisierbaren Plan auszugehen.
Im Rahmen einer Weisung sei sicherzustellen, dass der Gesuchsteller auch tat-
sächlich mit C._ in die Familienherberge gehe, so dass von einer strukturier-
ten Wohnsituation ausgegangen werden könne (Urk. 2 E. II/4.3.4).
d) In der Berufung kritisierte der Gesuchsteller, dass die Familienherberge
zu teuer für ihn sei. Damit ihm bei der Suche nach einer Unterkunft keine unnöti-
gen Steine in den Weg gelegt würden, sei die Anweisung der Vorinstanz, dass er
sich bis zum definitiven Bezug einer Wohnung mit C._ in die Familienherber-
ge zu begeben habe, aufzuheben. Es müsse ihm möglich sein, zusammen mit der
Beiständin und/oder der KESB ein alternatives und kostengünstiges Wohnange-
bot anzunehmen, ohne dass dies gleich eine "Wohnung" sein müsse (Urk. 1
S. 14). Um was es sich dabei handeln soll, ist weder dargetan noch ersichtlich.
Die Weisung ist daher zum Schutz des Kindeswohls aufrechtzuerhalten.
6. Die Berufungen erweisen sich insgesamt als unbegründet, soweit darauf
einzutreten ist. Der erstinstanzliche Entscheid ist vollumfänglich zu bestätigen.
III.
1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von
§ 12 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit §§ 5 Abs. 1, 6 Abs. 1 und 8 Abs. 1 GebV OG
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auf Fr. 5'500.– festzulegen. Die Kosten der Kindesvertretung zählen zu den Ge-
richtskosten (Art. 95 Abs. 2 lit. e ZPO). Diese sind im Urteilsdispositiv festzuset-
zen (Kriech, DIKE-Komm., Art. 238 ZPO N 8). Vorliegend erfolgten die Berufungs-
antworten der Verfahrensbeteiligten verspätet (vgl. E. I/2.b). Der Kindesvertreterin
ist daher für das Berufungsverfahren keine Entschädigung auszurichten.
2. In familienrechtlichen Verfahren kann das Gericht die Prozesskosten nach
Ermessen verteilen (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO). Gemäss ständiger Praxis des
Obergerichts sind die Kosten des Verfahrens mit Bezug auf Kinderbelange – un-
abhängig vom Ausgang – den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen und die Partei-
entschädigungen wettzuschlagen, wenn die Parteien unter dem Gesichtspunkt
des Kindesinteresses gute Gründe zur Antragstellung hatten (OGer ZH LE110067
vom 13. April 2012 E. II/8; ZR 84 Nr. 41). Dies war vorliegend der Fall. Der Frage
der Wohnungszuteilung kam nur untergeordnete Bedeutung zu. Es rechtfertigt
sich daher eine hälftige Kostenaufteilung und ein Wettschlagen der Parteient-
schädigungen.