Decision ID: 7f8bdd96-e420-4aa6-9f34-072aad5a7a6e
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ war bei der B._ AG (nachfolgend: Arbeitgeberin) als Maschinenführerin
beschäftigt und dadurch bei der CSS Versicherung AG (nachfolgend: CSS)
krankentaggeldversichert. Am 2. April 2015 meldete die Arbeitgeberin der CSS, die
Versicherte sei wegen Krankheit seit 18. Februar 2015 arbeitsunfähig (act. G1.37, G5.1
f.). Nach Ablauf der vertraglichen Wartefrist von 60 Tagen richtete die CSS Taggelder
basierend auf einer Arbeitsunfähigkeit von 100% aus (act. G1.36, G5.4).
A.b Dr. med. C._, Facharzt FMH für Neurochirurgie, hatte mit Bericht vom 24. März
2015 als Diagnosen ein chronisches zervikobrachiales Schmerzsyndrom linksbetont bei
möglicher symptomatischer Diskushernie C5/C6, ein chronisches lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom, eine bekannte AV-Missbildung parietal rechts und einen Verdacht
auf Fibromyalgie aufgelistet (act. G1.4, vgl. bezüglich Diagnosen auch act. G5.8). Dr.
med. D._, Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, hatte der Versicherten vom 27. bis 31.
Oktober 2014, vom 19. bis 21. November 2014 sowie vom 18. Februar 2015 bis auf
weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 100% attestiert. Am 23. Mai 2015 hielt er fest, eine
angepasste Tätigkeit sei noch nicht zumutbar (Bericht vom 23. Mai 2015; act. G1.6).
A.c Aufgrund einer festgestellten Diskushernie biforaminal auf Höhe C5/C6 linksbetont
(vgl. act. G1.7) führte Dr. C._ am 3. Juli 2015 eine ventrale Mikrodiskektomie und
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Foraminotomie C5/C6 beidseits sowie eine Implantation einer M6-
Bandscheibenprothese C5/C6 durch (act. G1.9 f.). Am 13. August 2015 berichtete er,
von Seiten der Operation bestehe objektiv ein zufriedenstellender Verlauf. Subjektiv
klage die Versicherte nach wie vor über Schulterschmerzen links, aber auch
Brustschmerzen links entlang dem Rippenbogen. Am ehesten handle es sich dabei um
myotendinotische Beschwerden, allenfalls um neuropathische Schmerzen, vor allem
der ganzen linken Körperhälfte bei Status nach Angiom Operation rechts. Die
Versicherte sei bis Ende September arbeitsunfähig geschrieben. Danach sollte sie
wieder arbeitsfähig sein als Fabrikarbeiterin bei der Arbeitgeberin (act. G1.11). Am 16.
September 2015 hielt Dr. C._ fest, er habe keine klare Ursache für die chronischen
linksseitigen Brust- und Schulterschmerzen und auch für die Lumbalgien sowie die
intermittierenden Beinschmerzen gefunden. Ein Teil stamme sicher von der Operation
des Angioms auf der rechten Hirnhemisphäre vor gut 19 Jahren. Dazu bestehe auch
eine Fibromyalgiesymptomatik (act. G1.14). Am 2. November 2015 hielt er zusätzlich
eine somatoforme Schmerzkrankheit fest. Er erachte die Versicherte vom 18. Februar
bis 31. Dezember 2015 als zu 100%, danach als zu 50% arbeitsunfähig. Eine körperlich
leichte Tätigkeit mit wechselnder Arbeitsbelastung und Körperpositionen sollte ab 1.
Januar 2016 möglich sein (act. G1.16).
A.d Mit Schreiben vom 17. November 2015 teilte die CSS der Versicherten mit,
aufgrund der medizinischen Abklärungen sei sie zum Schluss gekommen, dass sie in
ihrer ausgeübten Tätigkeit als Maschinenführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
keine volle Arbeitsfähigkeit wiedererlangen könne. Zumutbar sei jedoch eine andere,
angepasste Tätigkeit. Sie sei verpflichtet, ihre Restarbeitsfähigkeit zu verwerten. Aus
diesem Grund richte die CSS das Taggeld nach Vorlage monatlicher Arztzeugnisse
noch bis maximal 31. März 2016 aus. Danach stelle sie die Taggelder ein (act. G1.17).
Nach Eingang des MRI-Berichts vom 7. Oktober 2015 (vgl. act. G1.15) hielt die CSS
am 22. Dezember 2015 an ihrem Entscheid vom 17. November 2015 fest (act. G1.21).
A.e Dr. med. E._, Facharzt FMH für Neurochirurgie sowie Psychiatrie und
Psychotherapie, beurteilte am 23. November 2015, die gegenwärtig diffuse
Schmerzsymptomatik und die belastungsabhängige Musculus Deltoideus-Parese ohne
elektromyelographisches Korrelat lasse sich am ehesten durch die Irritation der Nervi
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radialis, axillaris und cutaneus brachii lateralis im Spatium quadrangularis erklären (act.
G1.18).
A.f Die Arbeitgeberin löste das Arbeitsverhältnis per 30. November 2015 auf (act.
G1.12).
A.g Eine Sonographie der Schulter links am 1. Dezember 2015 brachte eine reguläre
Abbildung der Weichteile und der Muskulatur ohne Nachweis einer Raumforderung an
den Ansatzzonen des Musculus triceps bzw. infraspinatus zur Darstellung (act. G1.19).
Dr. C._ berichtete am 18. Januar 2016, es persistierten Cervicobrachialgie-
Beschwerden trotz der Voroperation an der Halswirbelsäule (HWS).
Kernspintomographisch sei im Bereich der linken Schulter eine leichte
Ansatztendinopathie diagnostiziert worden. Es liege eine diffuse
Bewegungseinschränkung der linken Schulter vor (act. G1.22). Die in der Folge von Dr.
med. F._, Orthopädie G._, durchgeführte Infiltration der linken Schulter (vgl. act.
G1.23) hatte keinerlei Einfluss auf die Problematik. Dr. F._ berichtete am 10. Mai
2016 über unverändert bestehende dorsal betonte Schmerzen mit Ausstrahlungen in
den linken Oberarm, den Vorderarm, in die linke Hand sowie auch in die Brustregion. Er
äusserte den Verdacht auf eine Schmerzverarbeitungsstörung bei chronischer
Zervikobrachialgie (act. G1.25).
A.h Dr. E._ diagnostizierte im April 2016 eine Zervikobrachialgie und eine
sensomotorische C6-Radikulopathie beidseits linksbetont, einen Zustand nach
Embolisation einer arteriovenösen Malformation rechts parietal im Hilus zentralis, eine
konstante, mässig ausgeprägte vaskuläre Leukenzephalopathie, eine Lumboischialgie
links betont und eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelschwere
depressive Episode teilremittiert (act. G1.24).
A.i Am 28. Juli 2016 teilte die CSS der Versicherten mit, eine Verschlimmerung des
Gesundheitszustandes oder eine neue Krankheit sei nicht belegt. Objektiv fänden die
geltend gemachten Schmerzen kein Korrelat. Eine Arbeitsfähigkeit sei aus rein
medizinischer und versicherungsrechtlicher Sicht in einer angepassten Tätigkeit
möglich und zumutbar. Sie halte demzufolge an ihrem Entscheid vom 17. November
2015 fest und erbringe ab 1. April 2016 keine weiteren Leistungen (act. G1.26).
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A.j Die behandelnden Ärzte des Schmerzzentrums des Kantonsspitals St. Gallen
(KSSG) listeten in ihrem Bericht vom 3. August 2016 als Diagnose ein chronifiziertes
Schmerzsyndrom der linken Axilla mit Ausstrahlung in die linke Brust, die linke
Schulter, den linksseitigen Nacken und ins linke Schulterblatt mit ausgeprägter
Lumboischialgie beidseits und Cephalgie auf, welches bis hin zur Schmerzausweitung
mit Ganzkörperschmerzen gehe (act. G1.27). Ein am 27. September 2016
durchgeführtes MRI der Schulter links zeigte eine bursaseitige Ruptur der
Supraspinatussehne sowie eine Labrumruptur am superioren anterioren Rand, wie eine
SLAP-Läsion Typ 2 und zudem eine Arthrose des AC-Gelenks (act. G1.28). Dr. C._
befand am 4. Oktober 2016 von Seiten der HWS-Prothese auf Höhe C5/C6 bestünden
absolut unauffällige postoperative Stellungsverhältnisse nach der Mikrodiskektomie
vom 3. Juli 2015. Der ursprüngliche Verdacht auf eine Raumforderung im Bereich des
linken Oberarms habe nicht erhärtet werden können (act. G1.29, vgl. auch act. G5.38).
Dr. F._ hielt am 31. Oktober 2016 eine unveränderte Schmerzproblematik im Bereich
des Schultergürtels links mit Ausstrahlung in den linken Arm sowie in die Nacken-/
Halsregion und den Kopf sowie eine Generalisierung zu einem Ganzkörperschmerz fest
(act. G1.32).
A.k Nach zweimaligem Begehren der Versicherten um Wiederaufnahme der
Taggeldzahlungen (vgl. G1.31, G1.33) führte die CSS mit Schreiben vom 7. Dezember
2016 aus, aufgrund ihrer Akten sei die Arbeitsunfähigkeit seit Beginn des Ereignisses
auf die HWS-Problematik zurückzuführen gewesen. Seitens der HWS-Beschwerden
bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit. Hingegen sei erstmals im Oktober 2016 ein
Schulterbefund erhoben worden. Schulterbeschwerden seien zwar bisher in der
Anamnese ersichtlich gewesen, hätten jedoch nie zu einer Arbeitsunfähigkeit geführt.
Die Versicherte sei am 30. November 2015 bei ihrem Versicherungsnehmer
ausgetreten, weshalb für neue Ereignisse ab 1. Dezember 2015 keine
Versicherungsdeckung bestehe. Für die Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit der
Schulterverletzung könne sie deshalb nicht aufkommen. Sie erbringe demzufolge ab
31. März 2016 keine weiteren Leistungen (act. G1.34).
A.l Prof. Dr. H._, Klinikleiter des Departements für Innere Medizin, KSSG, listete in
seinem Bericht vom 23. Februar 2017 ein sekundäres Fibromyalgie-Syndrom, ein
chronisches panvertebrales Syndrom und eine Depression auf (act. G1.39). Dr. D._
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befand am 24. Februar 2017, die 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe seit dem 18.
Februar 2015 bzw. dauernd seit dem 4. April 2015 (act. G1.40, vgl. auch
Arbeitsunfähigkeitsschein; act. G1.35).
B.
B.a Am 17. März 2017 erhob die Versicherte (nachfolgend: Klägerin) Klage und
beantragte, die CSS (nachfolgend: Beklagte) sei zu verpflichten, ihr Krankentaggelder
von Fr. 38‘402.24 zuzüglich 5% Zins ab 11. September 2016 zu bezahlen, dies unter
Vorbehalt der Nachklage. Weiter sei ein orthopädisch-rheumatologisches oder
schmerzmedizinisches Gerichtsgutachten zur Festlegung der Leistungsfähigkeit in
angepasster Tätigkeit einzuholen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Sie
begründete, sie sei vom 4. April 2015 bis 22. Februar 2017 zu 100% arbeitsunfähig
gewesen. Auch eine angepasste Tätigkeit sei ihr nicht zumutbar. Entgegen der
Auffassung der Beklagten sei der Grund für die Arbeitsunfähigkeit nicht die HWS-
Problematik, sondern die Probleme mit der linken Schulter gewesen. Bei der
Schulterverletzung handle es sich nicht um ein neues Ereignis, sondern um das gleiche
Problem, weshalb die Beklagte dafür aufzukommen habe. Sie habe ab 1. April 2016 bis
zum 22. Februar 2017 weiterhin einen Anspruch auf Krankentaggelder (act. G1).
B.b Mit Eingabe vom 30. Mai 2017 beantragte die Beklagte die Abweisung der Klage;
unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Sie brachte vor, vorliegend könne weder
davon ausgegangen werden, dass die Diagnose einer Labrumruptur im Zeitpunkt des
Bestehens des Arbeitsverhältnisses bereits ausgewiesen gewesen sei, noch sei erstellt,
dass sich eine mögliche Einschränkung zufolge geäusserter Schulterbeschwerden per
se auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt hätte. Es sei nicht erkennbar, inwiefern der
Klägerin ab dem 1. April 2016 eine adaptierte Tätigkeit nicht möglich und zumutbar
gewesen sein solle (act. G5).
B.c Auf Nachfrage der Verfahrensleitung (act. G6), verzichteten die Parteien auf die
Durchführung einer mündlichen Verhandlung (act. G7 ff.).
B.d In ihrer Replik vom 11. Juli 2017 hielt die Klägerin an ihren Anträgen fest. Sie führte
aus, die Schulterbeschwerden seien bereits vom Absenzenkoordinator der Beklagten
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am 21. April 2015 sowie in verschiedenen ärztlichen Berichten festgehalten worden.
Der Grund für die Arbeitsunfähigkeit vom 18. Februar 2015 bis 22. Februar 2017 seien
die Beschwerden der linken Schulter gewesen. Dr. D._ führe in seinen Berichten aus,
dass auch eine angepasste Tätigkeit nicht möglich sei. Mit den von der Schmerzklinik
des KSSG attestierten starken Schmerzen könne man nicht arbeiten (act. G10). Am 20.
Juli 2017 reichte die Klägerin einen Bericht von Dr. med. I._, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 2. Dezember 2016 ein. Diese hatte primär
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne
psychotische Symptome (ICD-10: F33.2), diagnostiziert und die Klägerin in der zuletzt
ausgeübten sowie jeglicher anderen Tätigkeit als zu 100% arbeitsunfähig erachtet (act.
G14.1). Die Klägerin machte geltend, die psychischen Beschwerden seien schon
während der Dauer des Arbeitsverhältnisses offensichtlich gewesen. Die psychische
Leistungseinschränkung begründe damit die Leistungspflicht der Beklagten (vgl. act.
G14). Am 4. September 2017 reichte sie zudem den Arbeitsunfähigkeitsschein von Dr.
I._ und Dr. D._ für den Zeitraum vom 4. April 2015 bis 31. August 2017 ein (act.
G16 f.).
B.e Die Beklagte verzichtete am 11. September 2017 auf die Einreichung einer Duplik
und hielt an ihren Anträgen fest (act. G18).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und zu prüfen ist der Anspruch der Klägerin auf
Taggeldleistungen der Beklagten für den Zeitraum vom 1. April 2016 bis 22. Februar
2017.
1.1 Das vorliegende Verfahren beschlägt Leistungen aus einer Zusatzversicherung zur
sozialen Krankenversicherung. Die Versicherungsbedingungen und -leistungen richten
sich insbesondere nach den allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB), Ausgabe
Januar 2008 (vgl. act. G1.2), und der Police vom 19. Februar 2014 (act. G5.1).
1.2 Gemäss Art. 24 AVB kann der Versicherungsnehmer oder die versicherte Person
gegen die Beklagte in Luzern, am schweizerischen Wohnort oder am schweizerischen
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Arbeitsort Klage erheben. Mit dem Wohnsitz der Klägerin im Kanton St. Gallen ist die
örtliche Zuständigkeit des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen gegeben.
1.3 Das Versicherungsgericht entscheidet gemäss Art. 9 des Einführungsgesetzes zur
Schweizerischen Zivilprozessordnung (EG-ZPO; sGS 961.2) in Verbindung mit Art. 7
der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) als einzige kantonale Instanz
über Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach
dem Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10). Darunter werden
praxisgemäss auch Zusatzversicherungen subsumiert, auf die das Bundesgesetz über
den Versicherungsvertrag (VVG; SR 221.229.1) zur Anwendung gelangt (vgl. etwa BGE
138 III 2 E. 1.1). Damit ist vorliegend auch die Voraussetzung der sachlichen
Zuständigkeit erfüllt.
1.4 Vor der Klageanhebung beim Versicherungsgericht muss kein
Schlichtungsverfahren gemäss Art. 197 ff. ZPO durchgeführt werden (vgl. BGE 138 III
558 E. 4.6).
1.5 Die Eintretensvoraussetzungen sind somit erfüllt und auf die Klage ist einzutreten.
2.
2.1 Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung unterstehen gemäss Art.
2 Abs. 2 des Bundesgesetzes betreffend die Aufsicht über die soziale
Krankenversicherung (KVAG; SR 832.12) dem VVG. Streitigkeiten aus solchen
Versicherungen sind privatrechtlicher Natur (BGE 133 III 439 E. 2.1). Nach Art. 243 Abs.
2 lit. f ZPO gilt für vermögensrechtliche Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur
sozialen Krankenversicherung nach KVG ohne Rücksicht auf den Streitwert das
vereinfachte Verfahren.
2.2 Art. 247 Abs. 2 ZPO sieht vor, dass das Gericht den Sachverhalt im vereinfachten
Verfahren von Amtes wegen feststellt. Im Anwendungsbereich dieses beschränkten
Untersuchungsgrundsatzes hat die Initiative für die Beweiserhebung primär von den
Parteien auszugehen, denen es obliegt, die abzunehmenden Beweise zu bezeichnen
und entsprechende Beweisanträge zu stellen. Die Mitwirkung des Gerichts besteht in
der Ausübung seiner Fragepflicht, indem es die Parteien dazu auffordert, (weitere)
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Beweismittel beizubringen oder zu bezeichnen. Von sich aus kann das Gericht Beweis
abnehmen, wenn sich aus den Sachvorbringen einer Partei ergibt, dass mit einem
Beweismittel eine entscheidrelevante Tatsache bewiesen werden könnte, aber kein
entsprechender Beweisantrag gestellt worden ist (FRANZ HASENBÖHLER in: Thomas
Sutter-Somm/Franz Hasenböhler/Christoph Leuenberger [Hrsg.], ZPO Kommentar, 3.
Aufl. Zürich/Basel/Genf 2016 [nachfolgend ZPO Kommentar], Art. 153 N 5 ff.; BERND
HAUCK IN: ZPO Kommentar, Art. 247 N 33). Im Zivilprozess gilt der Grundsatz der
freien Beweiswürdigung (Art. 157 ZPO). Das Gericht hat bei der Bewertung der
erhobenen Beweise unabhängig von abstrakten Regeln nach seiner eigenen
Überzeugung darüber zu befinden, ob es eine behauptete Tatsache als wahr oder
unwahr einstuft. Dabei bleibt es dem Gericht überlassen, die Kraft eines Beweismittels
nach seiner Überzeugung festzulegen (vgl. FRANZ HASENBÖHLER in: ZPO
Kommentar, Art. 157 N 14 ff.).
2.3 Nach Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB; SR 210) hat, wo es das
Gesetz nicht anders bestimmt, derjenige das Vorhandensein einer behaupteten
Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Demgemäss hat die Partei, die
einen Anspruch geltend macht, die rechtsbegründenden Tatsachen zu beweisen,
während die Beweislast für die rechtsaufhebenden bzw. rechtsvernichtenden oder
rechtshindernden Tatsachen bei der Partei liegt, die den Untergang des Anspruchs
behauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet (m.w.H. BGE 141
III 241 E. 3.1). Da der Nachweis rechtsbegründender Tatsachen im Bereich des
Versicherungsvertrags regelmässig mit Schwierigkeiten verbunden ist, geniesst die
anspruchsberechtigte Person insofern eine Beweiserleichterung, als sie nur eine
überwiegende Wahrscheinlichkeit für das Bestehen des geltend gemachten
Versicherungsanspruchs darzutun hat. Beim Beweismass der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit ist verlangt, dass die Möglichkeit, es könnte sich auch anders
verhalten, zwar nicht ausgeschlossen ist, sie aber für die betreffende Tatsache weder
eine massgebende Rolle spielen noch vernünftigerweise in Betracht fallen darf (Urteil
des Bundesgerichts vom 11. März 2015, 4A_516/2014, E. 4.1 mit Hinweis u.a. auf BGE
130 III 325 E. 3.3).
2.4 Das grundsätzlich anwendbare VVG enthält mit Ausnahme von Art. 87 VVG, der
das selbstständige Forderungsrecht des Begünstigten in der kollektiven Unfall- oder
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Krankenversicherung normiert, keine spezifischen Bestimmungen zum Krankentaggeld.
Deshalb sind vorab die vertraglichen Vereinbarungen der Parteien massgebend.
Gemäss Art. 15.1 AVB bezahlt die Beklagte den nachgewiesenen Erwerbsausfall, der
durch eine versicherte Arbeitsunfähigkeit entstanden ist. Arbeitsunfähigkeit ist die
durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, eine im bisherigen Beruf oder
Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die
zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art.
13.3 AVB). Laut Art. 13.1 AVB ist ein Leistungsfall jedes Ereignis, das zu einem
Anspruch auf Leistungen führt. Tritt vor Abschluss eines Falles eine neue Krankheit ein,
begründet dies einen neuen Fall, sofern er nicht mit dem ersten ursächlich
zusammenhängt (vgl. act. G1.2).
3.
Die Beklagte leistete nach Ablauf der Wartefrist von April 2015 bis 31. März 2016
Taggelder (vgl. G1.37). Sie stellt sich auf den Standpunkt, die Arbeitsunfähigkeit sei im
massgeblichen Zeitraum auf die HWS-Problematik zurückzuführen gewesen. Bezüglich
dieser bestehe seit 1. April 2016 wieder eine volle Arbeitsfähigkeit in adaptierten
Tätigkeiten (vgl. act. G1.34, G5). Die Klägerin ist hingegen der Ansicht, die
Arbeitsunfähigkeit sei schon von Anfang an massgeblich durch die Beschwerden an
der linken Schulter begründet gewesen und die Beklagte daher über den 1. April 2016
hinaus leistungspflichtig (act. G1).
3.1 Im Zeitraum der bereits geleisteten Taggelder war die medizinische Behandlung
unbestritten auf die Beschwerden der HWS fokussiert. So bestätigte ein am 11. Juni
2015 durchgeführtes MRI eine Diskushernie biforaminal auf Höhe C5/C6 linksbetont
(vgl. act. G1.7). Dr. C._ führte deshalb am 3. Juli 2015 eine ventrale Mikrodiskektomie
und Foraminotomie C5/C6 beidseits sowie eine Implantation einer M6-
Bandscheibenprothese C5/C6 durch (act. G1.9 f.). Am 13. August 2015 berichtete er
sodann von Seiten der HWS-Operation über einen objektiv zufriedenstellenden Verlauf
(act. G1.11). Dr. C._ hielt am 2. November 2015 fest, für die angestammte Tätigkeit
bestehe vom 18. Februar bis 31. Dezember 2015 eine Arbeitsunfähigkeit von 100%,
danach eine solche von 50%. Ab 1. Januar 2016 sollte eine körperlich leichte Tätigkeit
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mit wechselnder Arbeitsbelastung und Körperposition möglich sein (act. G1.16). Die am
7. September 2015 von Dr. D._ noch ohne Begründung geäusserte Einschätzung,
wonach auch eine angepasste Tätigkeit nicht zumutbar sei (act. G1.13), widerspricht
dem nicht. Gestützt auf die Beurteilung von Dr. C._ teilte die Beklagte der Klägerin
mit Schreiben vom 17. November 2015 mit, es sei ihr eine angepasste Tätigkeit
zumutbar. Sie sei verpflichtet, ihre Restarbeitsfähigkeit zu verwerten. Sie erklärte sich
bereit, der Klägerin nach Vorlage entsprechender Arbeitsunfähigkeitszeugnisse die
Taggelder noch bis maximal 31. März 2016 auszurichten. Danach werde sie die
Zahlungen einstellen (act. G1.17). Dieses Vorgehen ist bezüglich der HWS-
Beschwerden nicht zu beanstanden. Dies, zumal die Beklagte die Klägerin auf ihre
Schadenminderungspflicht aufmerksam machte und ihr eine Übergangsfrist von
mehreren Monaten gewährte, um eine adaptierte Arbeitsstelle zu finden. Zudem hatte
die Klägerin in diesem Zeitpunkt bereits die Kündigung erhalten (act. G1.12) und
musste sich ohnehin um eine neue Stelle bemühen. Wie nachfolgend ausgeführt wird,
ist die Einstellung der Taggeldzahlungen auf den 31. März 2016 auch bezüglich der
übrigen Beschwerden, insbesondere diejenigen der linken Schulter, nicht zu
beanstanden.
3.2 Probleme mit den Schultern bestehen aktenkundig bereits seit November 2002.
Damals stellte Dr. med. J._, Innere Medizin/Rheumatologie FMH, bei der Klägerin
unter anderem ein myofasciales Schmerzsyndrom im Schulter-Nackenbereich fest. Die
Klägerin habe über chronische Kopf-, Nacken- und Armschmerzen seit 2-3 Jahren
geklagt (act. G1.38). Auch den späteren Akten sind neben Beschwerden der HWS
Schmerzen an anderen Körperteilen, insbesondere der Schulter links, bzw. ein
Schmerzsyndrom sowie ein Verdacht auf eine Fibromyalgie zu entnehmen. So
berichtete Dr. med. K._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, am 19. Januar 2015
über ein chronifiziertes zervikovertebrales Syndrom mit permanenten Kopfschmerzen
und einem Verdacht auf ein Fibromyalgiesyndrom (act. G5.8). Gegenüber einem
Mitarbeiter der Beklagten machte die Klägerin am 21. April 2015 unter anderem
Schmerzen und Bewegungseinschränkungen der Halswirbelsäule, der linken Schulter
und des linken Arms bzw. der linken Hand geltend (act. G5.3). Dr. C._ diagnostizierte
ein chronisches zervikobrachiales Schmerzsyndrom linksbetont sowie ein
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom und einen Verdacht auf eine Fibromyalgie (act.
G1.4). Am 13. August 2015 berichtete er, die Klägerin habe weiterhin
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Schulterschmerzen links, aber auch Brustschmerzen links entlang dem Rippenbogen.
Dabei handle es sich am ehesten um myotendinotische Beschwerden, allenfalls um
neuropathische Schmerzen (act. G1.11). Auch am 16. September 2015 hielt er fest, er
habe keine klare Ursache für die chronischen linksseitigen Brust- und
Schulterschmerzen, die Lumbalgien und intermittierenden Beinschmerzen gefunden.
Es bestehe sicher eine Fibromyalgiesymptomatik (act. G1.14). Am 2. November 2015
listete er als Diagnosen unter anderem eine somatoforme Schmerzkrankheit, ein
chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom, eine Zervikobrachialgie und einen
Verdacht auf Fibromyalgie auf (act. G1.16). Als er gleichentags die Klägerin ab 1.
Januar 2016 überzeugend für adaptiert voll arbeitsfähig erachtete, waren ihm die
Beschwerden, insbesondere die Schulterschmerzen, damit bekannt. Es bestehen
entgegen dem Vorbringen der Klägerin (act. G1, S. 9) keine Hinweise darauf, dass sich
seine Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht auf sämtliche aufgelisteten Diagnosen bezogen
hätte.
3.3 Auch der bei der Beklagten erst später eingegangene MRI-Bericht vom 7. Oktober
2015 (vgl. act. G1.15) zieht diese Einschätzung nicht in Zweifel. Auf dem MRI war
lediglich eine hämangiomatose bzw. lymphangiomatöse Raumforderung angrenzend
an den Ursprungsbereich des Caput longum des Musculus triceps links mit enger
Lagebeziehung zum Nervus axillaris und zum Nervus cutaneus brachii lateralis superior
im Bereich des Spatiumquadrangularis sichtbar. Ansonsten war das MRI normal (vgl.
act. G1.15). Dr. E._ hielt am 23. November 2015 fest, nach initialer Linderung der
Nackenschmerzen nach der Bandscheibenoperation sei es zunehmend zu Schmerzen
im Schulterbereich links mit Ausstrahlung in das Schulterblattgebiet und in den
gesamten linken Arm gekommen. Es bestehe eine belastungsabhängige Schwäche
beim Armheben links. Die diffuse Schmerzsymptomatik und die belastungsabhängige
Musculus Deltoideus-Parese ohne elektromyelographisches Korrelat lasse sich am
ehesten durch die Irritation der Nervi radialis, axillaris und cutaneus brachii lateralis im
Spatiumquadrangularis erklären (act. G1.18). Demnach war spätestens in diesem
Zeitpunkt die mögliche Ursache der Schulterbeschwerden ärztlich beurteilt worden. Dr.
E._ äusserte sich jedoch nicht zu einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit der Klägerin. Es
ist dementsprechend nicht davon auszugehen, dass die damals bestehende
Nervenirritation in der Schulter links zu einer massgeblichen Arbeitsunfähigkeit,
insbesondere in einer adaptierten Tätigkeit, geführt hat. Dies bleibt jedenfalls
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beweislos. Zudem ist zu beachten, dass die am 1. Dezember 2015 durchgeführte
Sonographie der Schulter links eine reguläre Abbildung ergab. Die im MRI vom 7.
Oktober 2015 noch vermutete Raumforderung konnte nicht nachgewiesen werden (act.
G1.19). Dies stellt auch die von Dr. E._ geäusserte Erklärung für die
Schulterschmerzen links in Frage. Dr. C._ vermutete am 18. Januar 2016, die
Beschwerden dorsolateral im Bereich der Scapula dürften am ehesten muskulär
bedingt sein, evtl. auch im Sinne einer Intercostalneuralgie (act. G1.22). Die von Dr.
F._ durchgeführte Infiltration (act. G1.23) der Schulter links hatte keinen Einfluss auf
die Problematik. Er hielt in seinem Bericht vom 10. Mai 2016 einen Verdacht auf eine
Schmerzverarbeitungsstörung bei chronischer Zervikobrachialgie fest (act. G1.25). Wie
die Beklagte in ihrem Schreiben vom 28. Juli 2016 überzeugend ausführte, fand sich zu
jenem Zeitpunkt objektiv kein eindeutiges Korrelat für die geltend gemachten
Schulterschmerzen. Zudem sprach nichts gegen eine volle Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit (act. G1.26). Auch dem Bericht der behandelnden Ärzte des
Schmerzzentrums des KSSG vom 3. August 2016 ist ein chronifiziertes
Schmerzsyndrom im Sinne einer Ganzkörperschmerzsymptomatik, jedoch keine
Erklärung für dasselbe, zu entnehmen. Auch äusserten sie sich nicht zur
Arbeitsfähigkeit, insbesondere hielten sie keine Einschränkungen für eine adaptierte
Tätigkeit fest (act. G1.27). Erst am 27. September 2016, mithin rund zehn Monate nach
Ende des Arbeits- und Versicherungsverhältnisses (vgl. act. G1.2, G1.12), ergab ein
MRI der linken Schulter bei Acromion-Typ 2 eine intratendinöse bursaseitige Ruptur der
Supraspinatussehne partial, eine Labrumruptur am superior-anterioren Rand wie bei
einer SLAP-Läsion Typ 2 sowie eine deformierte Arthrose des AC-Gelenks (act. G1.28
f.). Den nachfolgenden Berichten von Dr. F._, Dr. C._ und Prof. H._, welcher am
23. Februar 2017 als Diagnose unter anderem ein sekundäres Fibromyalgiesyndrom
festhielt, sind keine Ausführungen zur Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (act. G1.29,
G1.32, G1.39, G5.38). Dr. D._ beurteilte am 24. Februar 2017 zwar, die Klägerin sei
seit dem 18. Februar 2015 bzw. dauernd seit dem 4. April 2015 zu 100%
arbeitsunfähig. Er begründete jedoch lediglich, sie sei aufgrund ihrer "komplexen" und
therapieresistenten Beschwerden nicht mehr arbeitsfähig (act. G1.40, vgl. auch act.
G1.35, G16.1). Ob und in welchem Rahmen eine adaptierte Tätigkeit zumutbar wäre,
beurteilte er nicht.
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3.4 Nach dem Gesagten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen,
dass im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 31. März 2016 die Klägerin aus
somatischer Sicht in einer adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig war. Dass die Rupturen
der linken Schulter im März 2016 bereits bestanden und überdies auch für
schulterentlastende Tätigkeiten eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründeten,
ist zwar nicht ausgeschlossen, aber nicht überwiegend wahrscheinlich bewiesen. Die
Beklagte trifft damit diesbezüglich keine Leistungspflicht. Das von der Klägerin
beantragte Gerichtsgutachten (act. G1) erübrigt sich. Ein solches hätte ohnehin nur
eine beschränkte Beweiskraft, zumal es sich nur retrospektiv zum Eintritt der
Schulterbeschwerden und einer allfälligen dadurch bedingten Arbeitsunfähigkeit
äussern könnte.
4.
Die Klägerin macht weiter geltend, sie sei bereits während der Dauer ihres
Arbeitsverhältnisses auch aus psychischen Gründen in ihrer Leistung eingeschränkt
gewesen (act. G14).
4.1 Dr. I._ listete ihn ihrem Arztbericht vom 2. Dezember 2016 als Diagnosen eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische
Symptome (ICD-10: F33.2), und Anpassungsprobleme an die Übergangsphasen im
Lebenszyklus (ICD-10: Z60) auf. Die Klägerin sei seit 18. Februar 2015 zu 100%
arbeitsunfähig in ihrer angestammten sowie jeglicher anderen Tätigkeit auf dem freien
Wirtschaftsmarkt. Sie sei sehr auf die regelmässige Einnahme von Psychopharmaka
angewiesen (act. G14.1). Die rückwirkende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch Dr.
I._ ist nicht nachvollziehbar, zumal sie die Klägerin erstmals am 13. Mai 2016, somit
nach Ende des Arbeits- und Versicherungsverhältnisses, behandelt hatte (act. G14.1).
Wie die Klägerin jedoch vorbringt (act. G14), lassen sich den vorherigen Akten bereits
Hinweise auf psychische Probleme entnehmen. So erwähnte Psychiater Dr. E._ am
23. November 2015, mithin kurz vor Ende des Arbeits- und Versicherungsverhältnisses,
eine rezidivierende Störung, gegenwärtig mittelschwere Episode teilremittiert. Er
äusserte sich jedoch nicht zu einer allfälligen dadurch bedingten Arbeitsunfähigkeit;
eine solche ist nicht nachgewiesen (act. G1.18). Am 25. April 2016 berichtete er dann
über eine zwischenzeitlich abgebrochene Behandlung mit Venlafaxin sowie die neu
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erfolgte Abgabe der Medikamente Lyrica und Stilnox und erachtete eine intensive
psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung zwecks Verarbeitung der
somatischen Einschränkungen als ratsam (act. G1.24). Die Arbeitsunfähigkeit aus
psychiatrischer Sicht beurteilte er jedoch erneut nicht.
4.2 Damit ist eine während des Versicherungsverhältnisses eingetretene psychisch
bedingte Arbeitsunfähigkeit nicht überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen, und die
Beklagte trifft diesbezüglich keine Leistungspflicht.
5.
5.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Klage abzuweisen.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 114 lit. e ZPO).
5.3 Ausgangsgemäss hat die Klägerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Die Beklagte hat die Zusprache einer Parteientschädigung beantragt (act. G5). Dieses
Verfahren wurde von Angestellten ihres Rechtsdienstes geführt, die nicht als
berufsmässige Vertreter i.S.v. Art. 95 Abs. 3 lit. b ZPO gelten (vgl. VIKTOR RÜEGG, in
Basler Kommentar zur ZPO, 2. Aufl. Basel 2013, Art. 95 N 18 und BENEDIKT A.
SUTER/CRISTINA VON HOLZEN, in: ZPO Kommentar, Art. 95 N 36 und N 43, je mit
Hinweisen). Daher besteht unter diesem Titel kein Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Ferner liegt auch kein begründeter Fall gemäss Art. 95 Abs. 3 lit.
c ZPO vor, wonach der Beklagten eine angemessene Umtriebsentschädigung
zuzusprechen wäre. Ersatz für notwendige Auslagen gemäss Art. 95 Abs. 3 lit. a ZPO
wird ebenfalls nicht geltend gemacht. Die Beklagte hat daher keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.