Decision ID: 94d19b21-9bbd-57d5-acf7-152c46f14f00
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1979 geborene
X._
war als Verkäuferin bei Beck
Y._
vollerwerbstä
tig, als sie
am 7. März 2010
bei einem
Auffahrunfall
(Unfallmeldung
vom 23. M
ärz 2010,
Urk.
8/11/12)
eine Distorsion
der Halswirbelsäule (HWS) erlitt
(
Arztzeugnis
vom 31. März 2010
,
Urk. 8/11/11)
. Die Mobiliar Versicherung
holte ein interdisziplinäres Gutachte
n der
Institution Z._
(
Dr.
phil.
A._
, Neuropsychologe FSP
)
vom 20. Juli 2011
(
Urk. 8/22
)
ein und
verneinte ihre
diesbezügliche Leistungspflicht
ab
1. Juli 2011
(Verfügung vom
22. März 2012, Urk. 8/32/2-5
).
1.2
X._
meldete sich
unter Hinweis auf Unfallfolgen
, namentlich Schleuder
trauma mit Dauerkopfschmerzen,
auch
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (
Antrag auf
Massnahmen für berufliche Eingliederung
(
im
Oktober 2010
,
Urk. 8/4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, traf erwerblic
he und medizinische Abklärungen
und verneinte g
estützt auf das interdisziplinär
e
Gutachten der I
nstitution Z._
(
vom 20. Juli 2011)
nach durchgeführ
tem
Vorbescheidverfahren
mit Verfü
gung vom 26. Juni 2012
den Anspruch von
X._
auf Leistungen der Invalidenversiche
rung
(Urk. 8/43 =
2)
.
2.
2.1
Gegen die Verfügung der IV-Stelle
(
vom
26. Juni 2012
,
Urk. 2) liess
X._
m
it Eingabe vom 28. August 2012 (Urk. 1)
Beschwerde er
heben und beantragen, es sei ihr
vom 1.
März 2011 bis 3
1.
Dezember 2011 eine
Viertelsrente
zuzusprechen, unter Kosten- und Entschädi
gungsfolgen
zu Lasten der Beschwerdegegner
in. Dabei
liess die Beschwerdeführerin
diverse medizinische Stellungnahmen
einreichen
(Urk. 3/5
).
Mit Beschwerdeantwort vom 24. September 2012
beantragte die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde (Urk. 7).
2.2
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfo
rderlich, in den Erwägungen ein
gegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fassung).
1.2
1.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2.2
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte
Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chronische körperli
che Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rück
bildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unter
schiedlichem therapeutischen Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicher
ten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die ent
sprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Vor
aussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352). Diese im Bereich der
somatoformen
Schmerzstörungen entwickelten Grundsätze werden rechtsprechungsgemäss bei der Würdigung des invalidisie
renden Charakters von
Fibromyalgien
(BGE 132 V 65 E. 4 S. 70), dissoziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen (SVR 2007 IV Nr. 45 S. 150, I 9/07 E.
4 am Ende),
Chronic
Fatigue
Syndrome (CFS; chronisches Müdigkeitssyndrom) und Neurasthenie (Urteile 9C_662/2009 vom 17. August 2010 E. 2.3; 9C_98/2010 vom 28. April 2010 E. 2.2.2 und I 70/07 vom 14. April 2008 E. 5), bei dissoziativen Bewegungsstörungen (Urteil 9C_903/2007 vom 30. April 2008 E. 3.4), bei einer HWS-Verletzung (Schleudertrauma) ohne organisch nachweis
bare Funktionsfälle (BGE 136 V 279) sowie bei nicht organischer
Hypersomnie
(BGE 137 V 64 E. 4.1 und 4.2 mit Hinweisen) analog angewendet.
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf
eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwal
tung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztli
che und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beur
teilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge
mutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
lie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Un
tersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung,
BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.; zum Beweiswert von Expertisen der MEDAS das in BGE 137 V 210 publizierte Grundsatzurteil 9C_243/2010 vom 28. Juni 2011).
2.
2.1
Streitig und zu beurteilen ist der Anspru
ch der Beschwerdeführerin
auf
Leistun
gen der Invalidenversicherung
, insbesondere
auf
eine Rente
.
2.2
Die Be
schwerdegegnerin erwog, dass
die am 7. März 2010 verunfallte
Beschwerdeführerin
gemäss
den medizinischen Abklärungen
von März bis Juni 2010
in der bisherigen Tätigkeit als Verkäufe
rin erheblich eingeschränkt gewe
sen sei.
A
b Juli 2010
habe dagegen
keine Einschränkung der Leistungsfähigkeit mehr bestanden.
Da d
ie Wartefrist von einem Jahr
nicht erfüllt
sei,
sei kein
Rentenanspruch
entstanden (Urk.
2).
In ihrer Vernehmlas
sung vom 24.
Sep
tember 2012
hielt
die Beschwerdegegnerin
zudem
fest
,
dass gemäss
dem inter
disziplinären Gutachten
de
r
I
nstitution
Z._
kein organisch nachweisbares Korrelat für die multiplen, organisch-strukturell nicht plausiblen Befunde
bestehe, wes
halb d
ie
vorliegenden Beschwerden
als überwindbar
zu betrachten seien
(
Urk.
7)
.
2.3
Demgegenüber macht die
Beschwerdeführer
in geltend,
die nach dem Unfall vom
7. März 2010
eingetretenen Kopf-, Nacken- und Schul
t
erschmerzen hätten sich
in der Folge akzentuiert. D
as Gutachten der Institution Z._
sei in entscheidenden Punkten wenig überzeugend.
Im Gutachten
würden
beispielsweise
Einschränkungen im Inklinations- und
Reklinationsbereich
fest
gehalten
,
jedoch
seien entsprechende
Auswirkung
en
auf
die
berufliche Tätigkeit d
er Beschwerdeführe
rin
nicht diskutiert
worden
.
Vom Unfalltag bis
30.
April 2010
habe die Arbeitsunfähigkeit 100
% betragen.
Ab
dem
1.
Mai 2010 habe d
ie
Beschwerdeführerin
im Umfang von 30
% und ab
14.
Juli 2010
zu 40
%
zu
arbeite
n begonnen
. Ab 19. August
2010
sei
eine
Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 50 % und ab
17. Nov
ember 2010 auf 60 %
erfolgt.
A
b
dem
3.
März 2011
habe die Arbeitsfähigkeit wiederum 50 % betragen. Seit dem 17.
Oktober 2011 betrag
e die Arbeitsunfähigkeit noch 30 % und seit August 2012 noch 20
%
.
Anders als der Unfallv
ersicherer, der infolge der spezifischen Adäquanzrechtsprechung seine Leistungen habe einstellen können
, habe die Beschwerdegegnerin
der Beschwerdeführerin
für
den
Zeitraum von April
(bzw. März)
bis Dezember 2011 eine
Invalidenrente
der Invalidenversicherung auszurichten (
Urk.
1).
3.
In dem auf medizinischen
Vorakten
sowie eigenen Untersuchungen beruhenden interdisziplinären Gutachten
vom 20.
Juli 2011
(
Urk.
8/22)
hielten
Dr.
A._
, Dr. med.
B._
,
Facharzt
für
Chirurgie und
Manualmedizin
, Dr. med.
C._
, Facharzt für Neurologie
, und Dr. med.
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
folgende Diagnosen fest
(S.
30
Ziff.
6
)
:
Status nach Autounfall
am
7.
März 2010 mit
initialer
Diagnose einer HW
S-Distorsion
QTF Grad I oder II
, entspre
chend einem leichten
Ze
rvikalsyndrom
, aktuell ohne
nachweisbare unfallbedingte or
ganisch-struk
turelle Läsionen an den Hals- und Kopforganen
und ohne zu postu
lierende anhaltende Arbeitsunfähigkeit
(ICD-10 S13.6)
u
nfallfremd
e akzentuierte Persö
nlichkeitszüge mit selbstunsicheren und ängstlichen Anteilen
(ICD-10 Z73.1)
mit/bei
rascher Entwicklung einer „
Beschwerdefehlverarbeitung“ des primär unfallbedingten leichten
Zervikalsyndroms
zu einem
somatoform
anmu
tenden, vielgestaltigen funktio
nellen Beschwerdebild mit kör
perlichen, vegetativen und kognitiven Anteilen
ängstlich-
katastrophisierender
Beschwerdeverarbeitung
dysfunktionalem subjektivem Krankheitsverständnis
dysfunktional
em Schon- und Vermeidungsverhalt
en
erheblichem sekundärem
K
rankhe
itsgewinn
a
namnestisch kongenitaler Herz
fehler mit operativer Korrektur im Alter
von neun
Monaten
(ICD-10 Q24.9
)
Die
Gutachter führten aus („versicherungsmedizinische
Schlussfolgerungen
“
S. 29
Ziff.
5
), es
sei
kein organisch-strukture
ller Hintergrund auszumachen
,
wel
cher das
von der Beschwerdeführerin
geltend gemachte, vielgestaltige, im wei
te
sten Sinne „
somatoform
“ anmuten
de funktionelle Beschwerdebild sowie die s
ubjektiven Einschränkungen inklusive einer anhaltenden Arbeitsunfähigkeit von aktuell 50 %
begründen liesse. Im Rahmen
der aktuellen orthopädisch-
trauma
tologischen
, neurolo
gischen und neuropsychologischen Untersuchung sowie der reze
nten MR-Tomographie der HWS
würden sich
heute mit über
wiegender Wahrscheinlich
keit
keine Befunde od
er gesundheitliche Beeinträchti
gungen mehr festste
llen
lassen
, die auf den Unfall vom 7
.
März
2010 mit
initialer
Diagnose ei
ner isolierten HWS-
Distor
sion Grad I (Spital
E._
am 8. März
2010) od
er II (Dr. med.
F._
, Fachä
rzt
in
für Innere Medizin
und Rheumatologie
,
am 9. März
2010), entsprechend einem leichten
Zervikalsynd
rom
, zurück
geführt werden könn
t
e
n
. Eine Mitbeteiligung der Kopforgane im Sinne einer Schädelhirn-Traumatisierung durc
h den besagten Heckauffahrunfall kö
nn
e
aus
geschlossen werden.
Gehe
man davon aus, d
ass sich die
Beschwerdeführerin
beim Unfall vom 7. März 2010 mit
initialer
Diagnose ei
ner HWS-Distorsion des
Schweregrades QTF Grad I oder II
hypothetisch zu postulierende Zerrungen im Bereich der W
eichteile der HWS zugezogen habe, so kö
nn
e
aufgru
nd der natür
lichen Reparaturvor
gänge eine Heilung ad
integrum
innerhalb von wenigen
Wochen, spätestens jedoch nach drei
Monaten erwartet werden (ver
letzungskonformer Heilverlauf).
Dagegen
habe
sich bei der Beschwerdeführerin
schon früh ein
somatoform
anmutendes, vielgestaltiges Be
schwerdebild funktioneller Natur mit einer Vielzahl körperlicher, vegetativer und kog
nitiver Be
schwerden und Einschränkungen
ausgebildet, die
sich als subjektive Befindlic
hkeits
st
örungen subsumieren l
ie
sse
n
. Diese
sei
das Ergebnis einer psychischen „Fehlverarbeitung“ des
primär unfallbedingten
Zervikal
syndroms
, ohne dass die „Beschwerdefehlverarbeitung“ aber das Ausmass einer eigenständigen, krankheitswertigen psychischen Störung im
Sinne der ICD-10 erreiche
. Somit
könn
ten
auch aus psychiatrischer Sicht keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen
mit anhaltender Arbeitsunfähigkeit
postulier
t werden
.
Im Zentrum
für den
vor
liegend
nicht verletzu
ngskonformen Heilverlauf stünde
n
eine P
ersönlichke
itsakzentuierung mit selbstunsi
cheren und ängstlichen Zügen, ein ebenfalls intrin
sisch verankertes dysfun
ktionales Krankheitsver
ständnis sowie ein erheblicher sekundärer Krankheitsgewinn vor d
em Hintergrund spezifischer
„äusserer“ Rahmenbedingungen, welche die „Beschwerdefehlv
erarbeitung“ mitbegünstigt hätten
.
Die Gutachter
der Institution Z._
führten
sodann
aus (
S. 33
Ziff.
1)
,
die
festgestellten
akzentuier
ten Persönlichkeitszüge mit ängstlich-unsicheren Anteilen (ICD-10 Z73.1) und das
somatoform
anmutende, vielgestaltige funktionelle Beschwerdebild sei
en
für sich genommen keine gesundheitliche Störung
en mit Krankheitswert und würden
keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit
begründen
.
D
ie
Gutachter
hielten
auch
fest
(S. 22 Ziff.
2a), b
ei einem Fall ohne nachweis
bares geschädigtes Substrat
sei ein
Status quo ante beziehungsweise
sine nach einigen
Wochen, spätestens jedoch nach drei
Monaten
zu
postulieren.
Da
ent
sprechende
retro
spektive
Beurteilungen
aber problematisch seien, sei
vorliegend
davon aus
zu
g
ehen, dass der Status quo sine beziehungsweise
ante mit über
wiegender Wahr
scheinlichkeit mit Datum der gutachterlichen Untersuchungen erreicht worden sei
. Was
die
weitere
Diagnose
„Beschwerdef
ehlverarbeitung“
anbelang
e
, komme dem entsprechenden
funktionel
len
Be
schwerdebild kein Krankheits
wert im Si
nne der ICD-10 zu;
eine
entsprechende
anhaltende Ar
beits
unfähigkeit
lasse sich
(auch retrospektiv) nicht
begründen
(S. 33 Ziff. 2b)
.
4.
4.1
Das
interdisziplinäre
Gutachten
der Institution Z._
ist nachvollziehbar, berücksichtigt die geklag
ten Beschwer
den
,
beruht auf eigenen
spezialärztlichen
Untersuchungen und wurde in Kenntnis
der
Vorakten
erstattet.
Die
im neurologischen Befund
angegebenen
,
von der Beschwerdeführerin
geklagte
n
schmerzbedingte
n
Ein
schränkungen im Bereich
der
HWS
bei Inklination
und
Re
klination
(bei freier Rotation,
vgl.
„Schmerzangaben bei klini
scher Prüfung und Beobachtung“ [
Gutachten S. 18
])
erschienen den Gutachtern teilweise
„erheblic
h inkon
sistent“ sowie
„nicht ansatzweise objektivierbar“ und wurden
insbesondere
auf
Selbstlimitierung und
erhebliche Sympt
omausweitung
zurückgeführt
(vgl.
Gutach
ten S. 31 Ziff. 5.3), weshalb
das
Gutachten
-
entgegen dem Vor
bringen der Beschwerdeführerin
-
auch
diesbezüglich
widerspruchsfrei begrün
det
ist
.
Damit erfüllt das Gutachten
die von der Rechtsprechung an medizinische Berichte gestellten Anforderungen
, weshalb
auf weitere Abklärungen, insbe
sondere
a
uf
den
von der Beschwerdeführerin beantragten Augenschein an ihrem
Arbe
its
platz
in der Bäckerei
Y._
zu verzichten
ist
(vgl. Urk. 1 S. 3 Ziff. 4.2)
.
4.2
Während die Gutachter
der Institution Z._
vom
Fehlen
von
nachweisbaren organischen Grund
lage
n
für die geklagten Beschwerden ausgingen
(vgl.
etwa
auch Ber
ichte des Spitals
E._
vom 11. März 2010 [in Urk.
3
/5] und vom 27. Juni 2011 [Urk.
3/3]
,
in
welche
n
fehlende Hinw
eise auf
ossäre
Läsionen angegeben wurden
)
,
hielt der behandelnde
Chiropraktor
Dr.
G._
in seinem Bericht
vom 1
0.
bzw.
1
8.
Oktober 2011
fest,
die von der Beschwerdeführerin
mitgebrachte
n
Röntgenbilder vom Unfalltag würden
eine „
Alordose
“
sowie
eine
Rotation des Atlas auf Axis mit massiver Abweichung des Dornfortsatzes des Axis nach rechts
zeigen;
diagnostisch
liege ein
posttraumatisches oberes
Zervikalsyndrom
und
eine
posttraumatische BWS-Distorsion
vor
(
in
Urk. 3/5)
. Vorliegend
sind
allerdings
die Befunde und Diagnosen von
Chiropraktor
Dr.
G._
nicht genü
gend
begründet
, weshalb sie das
-
auf radiologischer Zusatzabklärung
beru
hende
(vgl. S. 4 Ziff. 1.3)
–
Gutachten
der Institution Z._
,
nicht in Fra
ge zu stellen
vermögen
.
4.3
Sowe
it
im Weiteren
der behandelnde Hausarzt Dr. med.
H._
, F
acharzt für Allge
meine Medizin,
unter Hinweis auf eine mögliche
somatoforme
Überlage
rung
des
k
raniozervikalen
Beschleunigungstraumas
(Bericht vom 30. März 2011 [Urk. M9 in 3/5])
,
eine
bei Ablauf des Wartejahres im März 2011 andauernde
Arbeitsunfähigkeit
attestierte
(
von 50 %, vgl.
Urk.
8/39/1-2
und
Vorbringen der Beschwerdeführerin in
E. 2
.3
hievor
)
, ist
darauf hinzuweisen, dass vorliegend keine Anhaltspunkte für eine ausnah
msweise Unüberwindbarkeit
des
k
raniozervikalen
Beschleunigungstraumas
(
ohne nachweisbare organ
ische Grund
lage
)
vorliegen, i
nsbesondere
da
bei der Beschwerdeführerin
keine rele
vante psy
chi
sche
Komorbidität
besteht
.
D
ie Gutachter
der Institution Z._
erklärten
nachvoll
ziehbar
, dass d
er
„Beschwerdefehlverarbeitung“ der
initial
zervikalen Beschwer
den
kein Krankheit
swert zukommt
, und dass diese
Diagnose
keine anhaltende Arbeits
unfähigkeit begründ
e
t
(
Gutachten S. 33 Ziff. 2a). Zu verneinen ist
dies
bezüglich
auch die ausnahmsweise Unüberwindbarkeit
(
der Beschwerden aufgrund des
erlittenen
Schleudertraumas der HWS
)
gemäss den von der Praxis aufgestellten Alternativ
kriterien:
Körperliche
Begleiterkr
ankungen liegen nicht vor und
ein sozialer
Rückzug in allen Belangen des Lebens
ist
bei der Beschwerdeführerin, welche mit ihrem Ehemann zusammenlebt und gute soziale Kontakte pflegt (vgl. Gutachten
S. 10 Ziff.
2.7,
S. 12 Ziff.
2.9), nicht ausge
wiesen
.
Nicht ersichtlich ist sodann ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit") sowie das Scheitern
einer konsequent durchgeführten ambulan
ten oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem thera
peutischen Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person.
Die somatisch ori
entierten therapeutischen Bemühungen beschränkten sich
vorliegend - nach abgebrochener
anfänglicher
Physiotherapi
e
- im Wesentlichen auf Akupunkturmassage, Behandlung
en
beim
Chiropraktiker,
Kraniosakraltherapie
, Fussreflexzonenmassage und regelmässige Neuraltherapie beim Hausarzt. Eine psychi
atrische oder psychotherapeutische Behandlung fand
sodann
nicht statt (Gutachten S. 9
Ziff.
2.4).
Damit
ist
-
entgegen de
r
in Bezug auf die zumutbare Arbeitsfähigkeit abweichenden
Einschätzung von Hausarzt Dr.
H._
nicht auf eine ausnahmsweise Unüberwindbarkeit der Beschwerden auf
grund des
Schleudertraumas der HWS
zu schliessen.
4.4
In zeitlicher Hinsicht ist
schliesslich
zu bemerken
, dass die
Gutachter
der Institution Z._
zwar
angaben,
die gutachterliche
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
gelte teilweise erst ab Begut
achtung vom
Juni 2011
(
„
problematische
retrospektive Beurteilung
“
, Gutachten S.
33
Ziff.
2a
)
, dass
sie
hingegen gleichzeitig auch ausführten, der von ihnen
postu
lierten „Beschwerdefehlverarbeitung“ komme kein Krankheitswert im Sinne der ICD-10 zu, sodass sich damit auch retrospektiv keine anhaltende Arbeitsunfähi
gkeit begründen las
se (a.a.O.)
.
Weiter
ergeben
sich
auch
aus dem eingereichten Bericht
von Dr.
H._
vom
30. März 2011 (Urk. M9 in 3/5
) bei Ablauf des Wartejahres (
März 2011
)
keine Hinweise auf
(
unfallbedingte
)
Läsio
nen
,
dagegen Hinweise auf eine nunmehr im Vordergrund stehende psychische
Problematik
, welche
indes dergestalt
ist
, dass sie in sozialversicherungsrechtlicher Hinsicht – aufgrund der Überwindbarkeit – nicht von Relevanz ist.
4.5
Demzufolge ist
(spätestens)
bei Ablauf des Wartejahres von einer vollen Arbeits
fä
higkeit in
der bisherigen
Tätigkeit auszugehen, weshalb - mangels gesundheitlich bedingter Einkommenseinbusse
–
kein Re
ntenanspruch besteht.
Die angefochtene Verfügung erweist sich
damit
als rechtens, was zur Abw
eisung der gegen diese erhobene
Beschwerde führt.
5
.
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind auf Fr. 700.-- festzu
setzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.