Decision ID: cd9c792c-ef97-4eb9-a335-e247b720880a
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 9. Dezember 2014 beim Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung an und stellte ab 9. Dezember
2014 bei der Kantonalen Arbeitslosenkasse St. Gallen einen Antrag auf
Arbeitslosenentschädigung (act. G3.3/90, 93). Gemäss Arbeitgeberbescheinigung vom
30. April 2015 war der Versicherte ab 1. Oktober 2013 als Imbissbetreiber bei B._
(nachfolgend Arbeitgeber) tätig. Dieses Arbeitsverhältnis kündigte er mit Schreiben vom
10. Dezember 2014 per 9. Januar 2015 (act. G3.3/24, 59). Ausserdem arbeitete er ab
15. September 2014 als Inserateverkäufer für die C._ AG, die ihm jedoch per 19.
November 2014 kündigte (act. G3.3/66, 76 f.).
A.b Mit Verfügung vom 11. Mai 2015 setzte die Arbeitslosenkasse den versicherten
Verdienst des Versicherten auf Fr. 1‘491.-- fest. Der ehemalige Arbeitgeber des
Versicherten habe mitgeteilt, er habe nie Lohnzahlungen an den Versicherten getätigt.
Der Versicherte mache für den Zeitraum vom 1. Oktober 2013 bis 9. Januar 2015 einen
Betrag von Fr. 34‘242.-- geltend. Dafür müsse er den Lohnfluss nachweisen können. Er
habe den Lohnausweis 2014 sowie den individuellen Kontoauszug (IK-Auszug)
eingereicht. In seiner Mail vom 1. Mai 2015 habe er mitgeteilt, dass er keine
Bankauszüge vorweisen könne, da der Lohn teilweise bar ausbezahlt worden sei.
Barquittungen über allfällige Lohnzahlungen habe er nicht eingereicht. Der
Lohnausweis 2014 und der Auszug aus dem individuellen Konto alleine stellten keine
genügenden Beweismittel für den Lohnbezug dar. Daher werde die im Rahmen der
Schlichtungsverhandlung vom 26. Februar 2015 zwischen dem Versicherten und
seinem ehemaligen Arbeitgeber vereinbarte Vergleichszahlung von Fr. 21‘000.--
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(zuzüglich der gesetzlichen und vertraglichen Sozialabgaben) als Lohnzahlung
berücksichtigt (act G3.3/30).
B.
B.a Am 28. Mai 2015 erhob der Versicherte gegen die Verfügung der
Arbeitslosenkasse vom 11. Mai 2015 sowie die bisherigen Taggeldabrechnungen
Einsprache. Er wünsche die sofortige Neuberechnung des versicherten Verdienstes
und die Nachzahlung der sich ergebenden Differenzsumme zwischen dem neuen
versicherten Verdienst und den bereits erhaltenen Taggeldern. Der Lohnfluss sei
eindeutig durch die Arbeitgeberbescheinigung vom 20. April 2015 sowie durch die
amtlichen Lohnausweise für die Jahre 2013 und 2014 erwiesen. Zudem lägen eine
Kopie der bereits eingereichten Steuererklärung für das Jahr 2014 sowie ein IK-Auszug
vor (act. G3.3/18).
B.b Mit Entscheid vom 10. Juni 2015 wies die Arbeitslosenkasse die Einsprache vom
28. Mai 2015 ab. Es könne nur der effektiv bezogene Lohn angerechnet werden. An der
Schlichtungsverhandlung vom 26. Februar 2015 habe sich der Versicherte mit seinem
ehemaligen Arbeitgeber auf den Betrag von Fr. 21‘000.-- netto für den Zeitraum vom 1.
Oktober 2013 bis 9. Januar 2015 geeinigt. Ausserdem habe er vereinbart, durch die
Bezahlung dieses Betrages per Saldo aller Ansprüche auseinandergesetzt zu sein.
Somit habe er keine weiteren Ansprüche mehr bei seinem ehemaligen Arbeitgeber.
Aufgrund der eingereichten Unterlagen seien keine weiteren Lohnzahlungen belegt (act.
G3.3/16)
C.
C.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 9. Juli
2015 (Datum Postaufgabe), in der der Beschwerdeführer an seinen Anträgen festhält.
Er habe alle sich in seinem Besitz befindlichen Lohnabrechnungen sowie Bankauszüge
eingereicht. Der Lohnfluss sei durch die eingereichten Dokumente bewiesen. Die
Einigung mit dem ehemaligen Arbeitgeber vor dem Friedensrichter beziehe sich auf
noch offene Forderungen und nicht auf bereits erhaltene Beträge. Die ursprüngliche
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Forderung habe sich abzüglich des für den Zeitraum von Oktober 2013 bis Dezember
2014 gezahlten Lohns von Fr. 10‘271.-- auf Fr. 28‘943.-- belaufen (act. G1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 11. August 2015 beantragt die
Beschwerdegegnerin, der versicherte Verdienst sei auf Fr. 1'657.-- festzulegen. Die
durch den Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren eingereichten Unterlagen seien
ihr bislang unbekannt gewesen. Es sei jedoch allein die Beschwerdebeilage 1.7 (6a)
anzuerkennen. Die daraus hervorgehende Zahlung stamme nachweislich vom
ehemaligen Arbeitgeber des Beschwerdeführers, weswegen sie bei der Berechnung
des versicherten Verdienstes berücksichtigt werden könne. Sämtliche anderen
Unterlagen hätten bezüglich Lohnfluss keinen genügenden Beweiswert. Ausserdem sei
in Anbetracht der verspäteten Zustellung der Lohnabrechnungen und der
Ungenauigkeiten bezüglich der Sozialabzüge mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen, dass die Lohnabrechnungen nachträglich vom Beschwerdeführer
erstellt worden seien. Es bestehe denn auch keine wirkliche Übereinstimmung der
Lohnabrechnungen mit den Lohnausweisen und IK-Auszügen (act. G3).
C.c Mit seiner Replik vom 14. September 2015 erklärt der Beschwerdeführer, er
habe die letzten Monate sehr viel zu tun gehabt und habe unter Stress gestanden,
weswegen ihm erst nach Durchsicht der Bankakten wieder eingefallen sei, dass er,
sobald er den Lohn vom Arbeitgeber in bar bekommen habe, direkt zur Bank gegangen
sei und das Geld eingezahlt habe. Die Lohnabrechnungen habe er nicht nachträglich
erstellt, sondern sie der Arbeitslosenkasse bereits bei seiner Anmeldung am 9.
Dezember 2014 per Post zugestellt und auch dem Sozialamt vorlegen müssen. Eine
Mitarbeiterin der Arbeitslosenkasse habe ihm jedoch mitgeteilt, dass man diese nicht
berücksichtigen könne, bevor das laufende Verfahren des Friedensrichteramtes
abgeschlossen sei. Wie die Beschwerdegegnerin korrekt festgestellt habe, seien die
Sozialleistungen falsch abgerechnet worden, weswegen er diese im Verfahren vor dem
Friedensrichter neben dem ihm noch zustehenden Lohn geltend gemacht habe. Das
Urteil des Friedensrichters halte denn auch fest, dass die Sozialabzüge nachträglich
vom Arbeitgeber zu leisten seien. Zudem seien die dem Urteil des Friedensrichters
vorausgehenden Aussagen und eingesandten Mails seines ehemaligen Arbeitgebers
als nichtig zu betrachten, da dieser zu diesem Zeitpunkt noch versucht habe zu
leugnen, dass der Beschwerdeführer bei ihm angestellt gewesen sei. Die Behauptung,
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dass die Lohnausweise und IK-Auszüge nicht übereinstimmen würden, werde
bestritten (act. G5).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 18. September 2015
auf die Einreichung einer Duplik (act. G7).

Erwägungen
1.
1.1 Als versicherter Verdienst nach Art. 23 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR
837.0) gilt der im Sinn der AHV-Gesetzgebung massgebende Lohn, der während eines
Bemessungszeitraums aus einem oder mehreren Arbeitsverhältnissen normalerweise
erzielt wurde; eingeschlossen sind die vertraglich vereinbarten regelmässigen Zulagen,
soweit sie nicht Entschädigung für arbeitsbedingte Inkonvenienzen darstellen. Aus
dieser gesetzlichen Umschreibung ergibt sich, dass der versicherte Verdienst an den
massgebenden Lohn im Sinn von Art. 5 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Alters-
und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) anknüpft. Der versicherte
Verdienst nach Art. 23 AVIG bildet ein Korrektiv bei allfälligen missbräuchlichen
Lohnvereinbarungen zwischen Arbeitnehmenden und Arbeitgeber, indem grundsätzlich
die tatsächlichen Lohnbezüge im Bemessungszeitraum massgebend sind. Von dieser
Regelung im Einzelfall abzuweichen, rechtfertigt sich nur dort, wo ein Missbrauch im
Sinne der Vereinbarung fiktiver Löhne, die in Wirklichkeit nicht zur Auszahlung gelangt
sind, praktisch ausgeschlossen werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 10. April
2012, 8C_913/2011, E. 3.1 mit Hinweis u.a. auf BGE 128 V 190 E. 3/aa).
1.2 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, BGE 122 V 158 E. 1a, je mit
Hinweisen; vgl. auch BGE 130 I 183 f. E. 3.2). Die Untersuchungen sind einzustellen,
wenn die Akten vollständig sind, d.h. wenn die inhaltlichen und beweismässigen
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Anforderungen, welche an die einzelnen Beweismittel gestellt werden, erfüllt sind und
eine Würdigung dieser Beweismittel mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit einen bestimmten Sachverhalt ergibt. Ausgeschlossen ist die
Annahme einer Beweisführungslast der versicherten Person. Allerdings kann sich eine
Beweislosigkeit ergeben, wenn ein behaupteter Sachverhalt nicht bewiesen werden
kann. Hier gilt der Grundsatz, dass der Entscheid über diesen Sachverhalt zuungunsten
derjenigen Partei ausfällt, die daraus Rechte ableiten will (vgl. Ueli Kieser, ATSG-
Kommentar, 3. Auflage, 2015, Art. 43 Rz 27, 59 mit Hinweisen und Art. 61 Rz 117 f.;
BGE 119 V 9 E. 3c/aa).
2.
2.1 Der Beschwerdeführer verlangt gestützt auf die durch ihn eingereichten
Unterlagen die Neuberechnung seines versicherten Verdienstes sowie die Nachzahlung
der sich ergebenden Differenz zu den bisher erhaltenen Taggeldern (act. G1). Aus
seinen Lohnausweisen für die Jahre 2013 und 2014 sowie seiner für das Jahr 2014
ausgefüllten Steuererklärung ergebe sich, dass er im Jahr 2013 von seinem ehemaligen
Arbeitgeber Fr. 5‘373.-- und im Jahr 2014 Fr. 28‘869.-- erhalten habe (act. G3.3/25,
41). Dies bestätigten auch der IK-Auszug vom 28. April 2015, die durch ihn ausgefüllte
Steuererklärung für das Jahr 2014 sowie die eingereichten Lohnabrechnungen und
Bankauszüge (act. G1.6, 1.7, G3.3/20, 32). Er habe seinen Lohn teilweise in bar von
seinem Arbeitgeber erhalten und direkt bei der Bank eingezahlt (act. G5). Die
Beschwerdegegnerin hingegen stützt sich bei der Berechnung des versicherten
Verdienstes auf die zwischen dem Beschwerdeführer und seinem ehemaligen
Arbeitgeber vereinbarte Summe von Fr. 21‘000.-- bzw. unter Berücksichtigung der
zusätzlich zu leistenden Sozialabzüge von total 8.054% von Fr. 22‘839.50 (act.
G3.3/30, 49, 68). Nach Erhalt der Beschwerdeakten beantragt sie, den versicherten
Verdienst aufgrund des eingereichten Kontoauszuges nunmehr auf Fr. 1‘657.-- zu
erhöhen (act. G1.7). Die weiteren Unterlagen seien jedoch nicht geeignet, den
Lohnfluss und somit den tatsächlichen Lohnbezug des geltend gemachten Betrages
von Fr. 28‘869.-- im Jahr 2014 genügend zu belegen (act. G3).
2.1.1 Nach Art. 37 Abs. 1 der Verordnung über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV; SR. 837.02) bemisst
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sich der versicherte Verdienst in der Regel nach dem Durchschnittslohn der letzten
sechs Beitragsmonate vor Beginn der Rahmenfrist für den Leistungsbezug. Auf die
letzten zwölf Beitragsmonate wird abgestellt, wenn dieser Durchschnittslohn höher ist
als der mit sechs Monaten berechnete (Art. 37 Abs. 2 AVIV; Thomas Nussbaumer, Die
Bemessung der Arbeitslosenentschädigung, in: Ulrich Meyer [Hrsg.], Schweizerisches
Bundesverwaltungsrecht, Band XIV Soziale Sicherheit, 3. Auflage, Rz 380 f.). Die
Rahmenfrist für den Leistungsbezug wurde beim Beschwerdeführer am 10. Januar
2015 eröffnet (vgl. act. G3.3/47, 52). Dies nachdem eine Vereinbarung des
Beschwerdeführers und dessen ehemaligen Arbeitgeber betreffend Lohnzahlungen
vom 1. Oktober 2013 bis 9. Januar 2015 vorlag (act. G3.3/68). Für die Berechnung des
versicherten Verdienstes ist somit der in der Zeit vom 10. Juli 2014 bis 9. Januar 2015
bzw. 10. Januar 2014 bis 9. Januar 2015 erzielte Lohn massgebend.
2.1.2 Gemäss den vorliegenden Akten ist davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer weder Gesellschafter, Mitglied eines obersten betrieblichen
Entscheidungsgremiums noch finanziell am Betrieb des ehemaligen Arbeitgebers
beteiligt war (vgl. Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG; vgl. act. G3.3/68, 94).
2.2 Im vorliegenden Arbeitsvertrag hatten der Beschwerdeführer und sein
ehemaliger Arbeitgeber einen Monatslohn von Fr. 2‘640.-- brutto vereinbart (act.
G3.3/94). Es liegen jedoch keine Indizien vor, die darauf schliessen liessen, dass der
Beschwerdeführer diesen Lohn tatsächlich jemals bezogen hätte, weswegen auf diesen
ursprünglich vereinbarten Betrag nicht abgestellt werden kann.
2.2.1 Der Beschwerdeführer möchte mit den neu eingereichten Akten für das Jahr
2014 den Bezug von Fr. 5‘670.-- brutto nachweisen (vgl. act. G1.6). Dabei ist einem der
Bankauszüge zu entnehmen, dass der ehemalige Arbeitgeber des Beschwerdeführers
diesem am 18. Februar 2014 den Betrag von Fr. 2000.-- mit dem Vermerk
„Vorauszahlung Lohn“ überwiesen hat. Gemäss handschriftlicher Notiz des
Beschwerdeführers handle es sich dabei um den Lohn für die Monate Februar, März
und April 2014 (act. G1.7). Die Beschwerdegegnerin erachtet in ihrer
Beschwerdeantwort den Lohnfluss betreffend den überwiesenen Betrag von Fr.
2‘000.-- gestützt auf diesen Bankauszug als erwiesen, da diese Zahlung nachweislich
vom ehemaligen Arbeitgeber stamme. Der Bezug zu den Lohnabrechnungen von
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Februar bis April 2014 sei jedoch lediglich zufällig, da der überwiesene Betrag mit dem
Bruttolohn übereinstimme und nicht, wie es eigentlich der Fall sein müsste, mit dem
Nettolohn von Fr. 1‘857.--. Sie bezweifle die Echtheit der Lohnabrechnungen sowie die
Richtigkeit der darin gemachten Angaben. Die Rechnungen von Juni und August 2014
seien am selben Datum erstellt worden, was eher unwahrscheinlich sei. Zudem werde
in den Lohnabrechnungen jeweils der FAK-Beitrag abgezogen, der eigentlich
vollumfänglich vom Arbeitgeber übernommen werde, andererseits würden die Abzüge
für die Krankentaggeldversicherung sowie die BVG-Prämie nicht aufgeführt. Letztlich
würden die sich aus den Lohnabrechnungen ergebenden Beträge nicht mit denen auf
dem Lohnausweis oder IK-Auszug aufgeführten übereinstimmen (act. G3). Der
Beschwerdeführer bestreitet diese Vorwürfe (act. G5). Unabhängig von der
Glaubwürdigkeit der eingereichten Lohnabrechnungen ist festzuhalten, dass
Lohnabrechnungen alleine nicht dazu geeignet sind, eine Lohnzahlung mit dem
Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu beweisen. Dies betrifft zunächst
die Monate Januar und Mai 2014, in denen der Lohn gemäss Lohnabrechnung auf das
Konto des Beschwerdeführers hätte überwiesen werden sollen, was offensichtlich nicht
der Fall war, sodass der Beschwerdegegnerin, die den Nachweis des Lohnflusses hier
verneint, zu folgen ist. Den Lohnabrechnungen von Juni, August und September 2014
ist zu entnehmen, dass die Löhne jeweils bar ausbezahlt worden sein sollen. Da keine
entsprechenden Lohnquittungen vorliegen, kann der Lohnfluss auch hier nicht
genügend verifiziert werden. Somit vermögen die eingereichten Lohnabrechnungen, zu
deren Grundlagen sich der Beschwerdeführer ohnehin ausschweigt, effektive
Lohnzahlungen nicht genügend nachzuweisen und es liegen denn – abgesehen von
den eingereichten Bankauszügen – auch keine anderen Unterlagen vor, die deren
Angaben bekräftigen würden (act. G1, 1.6, 1.7).
2.2.2 Der Beschwerdeführer stützt sich ebenfalls auf die durch seinen ehemaligen
Arbeitgeber ausgefüllte Arbeitgeberbescheinigung vom 20. April 2015. Die darin
gemachten Angaben sind jedoch widersprüchlich. Während für die gesamte
Zeitspanne von Oktober 2013 bis Januar 2015 ein Betrag von Fr. 28‘465.-- angegeben
wurde, wurde handschriftlich ein Betrag von Fr. 5‘373.-- für Oktober bis Dezember
2013 hinzugefügt (act. G1.3). Es stellt sich die Frage, ob die im Formular angegebenen
Fr. 28‘465.-- den Betrag von Fr. 5‘373.-- einschliessen oder ob er hinzugerechnet
werden muss. Die Arbeitgeberbescheinigung vermag aufgrund dessen und da nicht
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davon ausgegangen werden kann, dass der Arbeitgeber wusste, welchen Bruttolohn
der Beschwerdeführer für die fragliche Zeitspanne tatsächlich bezogen hat (angeblich
soll ein Teil des Lohnes bar bezogen worden sein), für sich allein kein ausreichendes
Beweismittel darzustellen. Hinzu kommt, dass der im IK-Auszug 2014, in der
Steuererklärung 2014 sowie im Lohnausweis 2014 festgehaltene Bruttolohn (Fr.
28‘869.--) jenem in der Arbeitgeberbescheinigung für die gesamte Zeitspanne von
Oktober 2013 bis Januar 2015 angegebenen Bruttolohn von Fr. 28‘465.-- ähnelt, nicht
aber entspricht (act. G3.3/20, 32, 41). Da im Jahr 2014 mit Ausnahme der Überweisung
vom 18. Februar 2014 in Höhe von Fr. 2‘000.-- kein effektiver Lohnfluss nachgewiesen
ist, sondern dieser sich aus einer Vergleichszahlung zwischen dem Beschwerdeführer
und seinem ehemaligen Arbeitgeber sowie angeblich bar bezogenen Beträgen
zusammensetzt, ist zwar möglich, aber nicht überwiegend wahrscheinlich, dass der im
IK-Auszug und somit auch in der Steuererklärung und im Lohnausweis angegebene
Betrag den echten, effektiv ausbezahlten Lohn widerspiegelt. Somit vermag keines der
genannten Aktenstücke den tatsächlich ausbezahlten Lohnbetrag zu beweisen.
2.2.3 Berechtigte Zweifel, dass der Arbeitgeber den im Lohnausweis 2014
angegebenen Lohn auch tatsächlich in diesem Umfang bezahlt hat, ergeben sich
zudem daraus, dass der vom Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift geltend
gemachte und sich aus den IK-Auszügen und der Steuererklärung des Jahres 2014
ergebende Betrag von Fr. 34‘242.-- brutto für den Zeitraum vom 1. Oktober 2013 bis
31. Dezember 2014 um Fr. 360.-- von jenem, der sich aus dem Lohnausweis 2013, den
Lohnabrechnungen sowie dem Vergleich zusammensetzt (Fr. 5‘373.-- + Fr. 2‘000 + Fr.
800.-- + Fr. 400.-- + Fr. 800.-+ Fr. 900.-- + Fr. 290.-- + Fr. 300.-- + Fr. 180.-- + Fr.
22‘839 = Fr. 33‘882.-- brutto) abweicht. Auch der auf der Arbeitgeberbescheinigung
angegebene Bruttobetrag von Fr. 28‘465.-- stimmt damit nicht überein; selbst dann
nicht, wenn man die handschriftlich vermerkten Fr. 5‘373.-- dazu addiert (Fr. 33‘838.--).
2.2.4 Für die Tätigkeit des Beschwerdeführers als Imbissbetreiber kann demnach zum
einen die Vergleichszahlung in Höhe von Fr. 22‘839.50 brutto und zum anderen die
mittels eines Kontoauszuges ausgewiesene Lohnvorauszahlung vom 18. Februar 2014
in Höhe von Fr. 2000.-- netto für die Berechnung des versicherten Verdienstes
berücksichtigt werden. Bei der vereinbarten Vergleichszahlung handelt es sich um
einen Pauschalbetrag für die Zeit vom 1. Oktober 2013 bis 9. Januar 2015. Da eine
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mögliche monatliche Aufteilung weder aus den Akten hervorgeht, noch anderweitig
festgestellt werden kann, ist der Gesamtbetrag im Hinblick auf die Berechnung des
versicherten Verdienstes durch die Anzahl Monate, für welche er ausbezahlt wurde, zu
dividieren (Fr. 22‘839.50 / 15,318 Monate = Fr. 1‘491.02 pro Monat). Ausserdem ist es
notwendig, bei dem am 18. Februar 2014 ausbezahlten Nettobetrag von Fr. 2‘000.--
die entsprechenden Sozialversicherungsbeiträge hinzuzurechnen, sodass sich ein
Bruttobetrag von Fr. 2‘175.-- ergibt. Es ist zwar durchaus möglich, dass der
Beschwerdeführer mehr Lohn erhalten hat, doch birgt das vom Beschwerdeführer und
seinem ehemaligen Arbeitgeber gewählte System der Lohnzahlung gewisse
Beweisschwierigkeiten. Es liegen kaum Bankauszüge vor, die einen Geldfluss vom
Arbeitgeber zum Beschwerdeführer nachweisen, weswegen mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann, dass der Beschwerdeführer sich, wie
sein ehemaliger Arbeitgeber es der Beschwerdegegnerin mitgeteilt hatte, seinen Lohn
teilweise selber ausbezahlt hat. Somit erscheint es nicht zielführend, den Arbeitgeber
erneut zu befragen, um die Unstimmigkeiten in der Arbeitgeberbescheinigung zu
bereinigen.
2.3 Für die Monate September 2014, Oktober 2014 und November 2014 liegen
Lohnabrechnungen der C._ AG über einen Gesamtverdienst von Fr. 5‘301.15 brutto
im Rahmen eines 60%-Pensums vor (act. G3.3/74f., 77, 79). Der Beschwerdeführer
weist diesen Lohn in der durch ihn ausgefüllten Steuerklärung für das Jahr 2014 mit Fr.
4‘869.-- netto aus (act. G3.3/20). Gemäss IK-Auszug handelt es sich um Fr. 5‘300.--
brutto (act. G3.3/32). Auf Anfrage der Beschwerdegegnerin gab der Beschwerdeführer
an, zu 100% bei seinem ehemaligen Arbeitgeber, B._, angestellt gewesen zu sein
(act. G3.3/53, 60). Ein Verdienst, den ein Versicherter ausserhalb seiner normalen
Arbeitszeiten als Arbeitnehmer oder ausserhalb des ordentlichen Rahmens einer
selbstständigen Erwerbstätigkeit erzielt, gilt als Nebenverdienst. Laut Art. 23 Abs. 3
AVIG ist ein Nebenverdienst nicht versichert (Thomas Nussbaumer, a.a.O. Rz 368).
Dementsprechend betrachtete die Beschwerdegegnerin den Verdienst bei der C._
AG lediglich als Nebenverdienst und damit als nicht relevant für die Berechnung des
versicherten Verdienstes (act. G3). Laut Arbeitsvertrag wurde der Beschwerdeführer als
selbstständiger Imbissbetreiber und ohne Angaben zur Arbeitszeit oder zum Pensum
angestellt (act. G3.3/94). Er konnte der Beschwerdegegnerin denn auch keine festen
Öffnungszeiten angeben, da er diesbezüglich keine Vorschriften gehabt habe (act.
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G3.3/60). Der Arbeitgeber unterliess es, in der Arbeitgeberbescheinigung Angaben zum
Pensum oder der Normalarbeitszeit des Beschwerdeführers zu machen (act. G3.3/24).
Zudem gab der Beschwerdeführer gegenüber dem RAV an, er habe die Stelle bei der
C._ AG angenommen, da sein ehemaliger Arbeitgeber den Lohn nicht gezahlt habe
(act. G3.3/91). All dies weist darauf hin, dass der Beschwerdeführer seine Arbeitszeit
frei wählen konnte, weswegen es als überwiegend wahrscheinlich erscheint, dass der
Beschwerdeführer die Tätigkeit bei der C._ AG während der normalen Arbeitszeiten
ausgeübt hat und selbst in Verbindung mit seiner Tätigkeit bei seinem ehemaligen
Arbeitgeber B._, ein Pensum von insgesamt 100% nicht überschritten hat. Damit ist
das Einkommen aus der Tätigkeit bei der C._ AG entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin nicht als Nebenverdienst zu qualifizieren und somit bei der
Berechnung des versicherten Verdienstes zu berücksichtigen.
2.4 Aufgrund des Gesagten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer vom 10. Januar 2014 bis 9. Januar 2015
insgesamt Fr. 25‘368.43 brutto verdient hat (die Lohnvorauszahlung vom Februar 2014
in Höhe von Fr. 2‘175.20 brutto + Fr. 17‘829.28 der vereinbarten Fr. 22‘839.-- brutto
(12 x Fr. 1491.02)) + das Einkommen bei der C._ AG von Fr. 5‘301.15 brutto), was
einem durchschnittlichen Verdienst von Fr. 2‘114.-- entspricht (Fr. 25‘368.43 / 12
Monate). Verglichen damit ist bei der Berücksichtigung der letzten sechs Monate vor
Eröffnung der Rahmenfrist von einem versicherten Verdienst in Höhe von Fr. 2‘374.55
auszugehen (Fr. 8‘946.14 der vereinbarten Fr. 22‘839.-- brutto (6 x Fr. 1‘491.02) + das
Einkommen bei der C._ AG von Fr. 5‘301.15 brutto = Fr. 14‘247.29 / 6 Monate),
weswegen diese für den Beschwerdeführer günstigere Berechnungsmethode gilt.
3.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen, der
Einspracheentscheid vom 10. Juni 2015 aufzuheben und der versicherte Verdienst auf
Fr. 2‘375.-- festzulegen. Gerichtskosten sind keine zu erheben.