Decision ID: 4d7d5611-31f0-46aa-957f-ddfe5203c22e
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Fiechter, Poststrasse 6, Postfach 239,
9443 Widnau,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Integritätsentschädigung
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1957 geborene M._ war als Monteur bei der A._ tätig und dadurch bei der
Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als ihm am 31. Januar
2005 bei der Arbeit ein schwerer Metallzylinder gegen das Schienbein prallte und er
sich eine Unterschenkelfraktur links zuzog (Suva-act. 1 und 2). Nach einem operativen
Eingriff im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) war der Versicherte bis Ende August 2005
arbeitsunfähig. Ein Arbeitsversuch im angestammten Betrieb am 1. September 2005
mit halbtägiger Präsenzzeit musste nach 2 1⁄2 Stunden abgebrochen werden (Suva-act.
34 und 37). Weitere Arbeitsversuche am 17. und 18. Oktober 2005 mussten ebenfalls
nach jeweils drei Stunden abgebrochen werden (Suva-act. 46 und 51). Ab 24. Oktober
2005 wurde die vorgesehene Arbeitsleistung durch die Suva auf zwei Stunden reduziert
(Suva-act. 54). Im Schreiben vom 7. November 2005 (Suva-act. 56) stellte Kreisarzt Dr.
B._, Facharzt FMH für Chirurgie, speziell Allgemein- und Unfallchirurgie, fest, dass
sich im Verlauf eine Algodystrophie mit aktuellen Residualbeschwerden gebildet habe.
Zusätzlich bestehe der Verdacht auf eine chronisch-venöse Insuffizienz und eine
Pseudarthrose der Fibula. Es bestehe das Ziel, bis Jahresende die Arbeitsfähigkeit bei
ganztägiger Anwesenheit auf 50% zu steigern. Bei einer Untersuchung in der
Gefässpraxis Silberturm, St. Gallen am 12. Dezember 2005 wurde u.a. eine primäre
Varikosis diagnostiziert. Mit Schreiben vom 10. Februar 2006 (Suva-act. 82) wurde dem
Versicherten das Arbeitsverhältnis per 10. April 2006 gekündigt. Am 21. April 2006
wurde im KSSG das Osteosynthesematerial entfernt und demzufolge bis 3. Mai 2006
eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert (Suva-act. 92 und 93). Nach einer weiteren
kreisärztlichen Untersuchung am 3. August 2006 attestierte Dr. B._ dem Versicherten
in einer adaptierten Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für ca. zwei Monate, mit
anschliessendem Übergang im Rahmen der Zumutbarkeitsbeurteilung auf
vollschichtige Präsenz (Suva-act. 107). Aufgrund dieser Beurteilung teilte die Suva dem
Versicherten mit Schreiben vom 8. August 2006 (Suva-act. 109) mit, dass in einer
angepassten Tätigkeit ab 21. August 2006 eine Arbeitsfähigkeit von 50% und ab 1.
November 2006 von mindestens 75% bestehe. Vom 2. November 2006 bis 31. März
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2007 arbeitete der Versicherte im Rahmen eines Einsatzprogramms als Recycling-
Mitarbeiter im Projekt Sohomet mit einem Beschäftigungsgrad von 50% (Suva-act.
121). Nach der zwischenzeitlich durchgeführten Abschlussuntersuchung vom 6. März
2007 bestätigte Dr. B._ implizit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten
Tätigkeit (Suva-act. 127 und 130).
A.b Mit Verfügung vom 29. Juni 2007 (Suva-act. 147) eröffnete die Suva dem
Versicherten, für die verbliebene Beeinträchtigung aus dem Unfall vom 31. Januar 2005
stehe ihm ab 1. November 2006 eine Invalidenrente aufgrund eines IV-Grads von 10%
und eine Integritätsentschädigung für eine Integritätseinbusse von 5% zu. Die gegen
diese Verfügung erhobene Einsprache wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 11.
Juli 2008 ab.
B.
B.a Dagegen richtet sich die von Rechtsanwalt Adrian Fiechter, Widnau, im Namen
des Versicherten eingereichte Beschwerde vom 15. September 2008. Er beantragt, der
Einspracheentscheid vom 11. Juli 2008 sei aufzuheben und die Verfügung vom 29. Juni
2007 sei derart abzuändern, dass der Erwerbsunfähigkeitsgrad ab 1. November 2006
bis 31. Dezember 2007 von 10% auf mindestens 55% und ab 1. Januar 2008 auf
mindestens 53% erhöht werde. Dem Beschwerdeführer sei bei einer
Integritätseinbusse von mindestens 10% eine Integritätsentschädigung von mindestens
Fr. 10'640.-- zuzusprechen, nebst 5% Zins ab 1. November 2006. Es sei ein neutrales
orthopädisches Gutachten, eventualiter zusammen mit einem rheumatologischen
einzuholen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Beschwerdegegnerin. Sowohl der OKP-Kurs als auch der Einsatz im Projekt Sohomet
seien lediglich im Rahmen eines 50%igen Arbeitseinsatzes erfolgt, da unfallbedingt ein
längerer Einsatz nicht möglich sei. Bei der Abklärung betreffend seiner beruflichen
Integration im Einsatzprogramm Sohomet sei ihm bei einer 50%igen Tätigkeit lediglich
eine durchschnittliche Leistungsfähigkeit von 80% attestiert worden. Die vom Kreisarzt
in der medizinischen Zumutbarkeitsbeurteilung genannte Tätigkeit sei vom
Beschwerdeführer offensichtlich aufgrund seiner unfallbedingten Verletzung nicht
durchführbar. Die aktuelle berufliche Tätigkeit sei die optimalste berufliche
Eingliederung. Der Beschwerdeführer könne sitzend Stanz-, stehend Fräs- sowie
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laufend als Handlanger Hilfsarbeiten durchführen. Ab dem Mittag seien die
unfallbedingten Beschwerden allerdings derart ausgeprägt, dass eine weitergehende
Tätigkeit nicht möglich sei. Das bei dieser Tätigkeit vom Beschwerdeführer
erwirtschaftete Einkommen von Fr. 25'350.-- bilde somit auch die Grundlage für das
Invalideneinkommen. Das Valideneinkommen von Fr. 55'329.-- setze sich aus dem
Jahressalär von Fr. 54'600.-- sowie aus der Überzeit und Zuschlägen von Fr. 728.80
zusammen. Somit ergäbe sich für die Zeit vom 1. November 2006 bis 31. Dezember
2007 ein Erwerbsunfähigkeitsgrad von aufgerundet 55%, respektive ab der
Lohnerhöhung ab 1. Januar 2008 von 53%. Sodann läge beim Beschwerdeführer kein
unfallfremdes Venenleiden als vorbestehende Krankheit vor, weshalb der Unfall die
einzige Ursache für das heutige Leiden sowie für die Arbeitsunfähigkeit darstelle. Der
Beschwerdeführer sei durch den Unfall im Gebrauch seines Beins erheblich
eingeschränkt, weshalb im Vergleich zu einer völligen Gebrauchsunfähigkeit eine
Reduktion von höchstens 30% gerechtfertigt sei, was somit einer
Integritätsentschädigung von mindestens 10% entspräche.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 16. Oktober 2008 beantragt die
Beschwerdegegnerin betreffend der Ausrichtung einer Rente Abweisung der
Beschwerde, der Einspracheentscheid vom 11. Juli 2008 sei aufzuheben und es sei
festzustellen, dass dem Beschwerdeführer kein Rentenanspruch zustehe. Eventualiter
sei die Beschwerde abzuweisen und der Einspracheentscheid zu bestätigen.
Betreffend der Integritätsentschädigung sei die Beschwerde abzuweisen und der
Einspracheentscheid zu bestätigen. Der kreisärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung
komme volle Beweiskraft zu. Es lägen keine Indizien oder anderslautende medizinische
Einschätzungen vor, welche gegen ihre Zuverlässigkeit sprächen. Der Invalidenlohn sei
aufgrund der DAP-Arbeitsplätze korrekt ermittelt worden. Beim Valideneinkommen
seien die Überstunden nicht hinzuzurechnen. Für Renten der Unfallversicherung gelte
der Grundsatz, dass "an einem einmal auf Grund von korrekt bestimmten Faktoren
mathematisch exakt berechneten Invaliditätsgrad nicht mehr gerundet werden darf". In
casu liege der Invaliditätsgrad mit 9.73% unter der 10% Grenze von Art. 18 Abs. 1
UVG, weshalb kein Anspruch auf eine UV-Rente bestehe. Der Kreisarzt habe den
Integritätsschaden korrekt mit 5% bemessen.
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B.c Mit Replik vom 28. November 2008 ändert der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers das Rechtsbegehren betreffend Ausrichtung einer Rente
dahingehend, dass dem Beschwerdeführer ab 1. November 2006 eine Invalidenrente
basierend auf einem Invaliditätsgrad von 55% zu gewähren sei. Im Übrigen wurde an
den in der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren festgehalten. Das massgebliche
Invalideneinkommen betrage Fr. 25'305.15. Es setze sich aus dem jährlichen
Grundlohn von Fr. 23'400.-- und einer aufs Jahr hochgerechneten Erfolgsbeteiligung
von Fr. 1'905.15 zusammen. Das Valideneinkommen für das massgebliche Jahr 2007
betrage Fr. 56'628.80. Die Gegenüberstellung der beiden möglichst zeitparallel
ermittelten Einkommen ergäbe einen Invaliditätsgrad von abgerundet 55%. Mit
Rücksicht auf das Prinzip von Treu und Glauben wäre eine von der
Beschwerdegegnerin verlangte reformatio in peius nicht vereinbar. Die Rechtsprechung
betreffend den mathematisch exakt berechneten Invaliditätsgrad sei dahingehend
präzisiert worden, dass auf ganze Prozentzahlen zu runden sei.
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet.

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist, welche Auswirkungen der Unfall vom 31. Januar 2005 auf die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hat und ob die Beschwerdegegnerin den
Invaliditätsgrad mit 10% und die Integritätseinbusse mit 5% richtig festgelegt hat.
2.
2.1 Die massgebenden gesetzlichen Grundlagen bei der Ausrichtung einer
Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG) sowie bei der Gewährung einer
Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG) hat die Beschwerdegegnerin im
angefochtenen Einspracheentscheid zutreffend dargelegt; darauf kann verwiesen
werden.
2.2 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
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die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a und 121 V 210 E. 6c, je mit
Hinweisen).
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin stützt sich bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit unter
Berücksichtigung der unfallbedingten Einschränkungen auf die Einschätzungen von
Dr. B._. Dieser hält im Schreiben vom 4. August 2006 aufgrund der kreisärztlichen
Untersuchung vom 3. August 2006 (Suva-act. 107) fest, dass für den
Beschwerdeführer aktuell Tätigkeiten mit Einnahme von Wechselpositionen stehend/
gehend bis Mittelstrecken und sitzend unter Berücksichtigung der Aktivierung der
Muskelpumpe medizinisch zumutbar seien. Einschränkungen beständen für repetitives
Treppengehen und Gehen in unebenem Gelände. Bis mittelschwere Tätigkeiten seien
unter Vermeiden von Vibrationen und hämmernden Einflüssen sowie Begehen von
ungesicherten Gerüsten, Geländen und Leitern vollschichtig zumutbar. Zum jetzigen
Zeitpunkt sei zur Angewöhnung ein Einsatz zu 50% zumutbar, mit anschliessendem
Übergang im Rahmen der Zumutbarkeitsbeurteilung auf vollschichtige Präsenz. Nach
einer Abschlussuntersuchung am 6. März 2007 bestätigte Dr. B._, dass die
Zumutbarkeitsformulierung vom 4. August 2006 nach wie vor Gültigkeit habe, da
objektiv betrachtet auch keine Verschlimmerung eingetreten sei (Suva-act. 127 und
130).
3.2 Somit geht die Beschwerdegegnerin davon aus, dass beim Beschwerdeführer
spätestens ab 1. November 2006 (Rentenbeginn) eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für
eine adaptierte Tätigkeit bestehe. Die Beurteilung von Dr. B._ bezüglich der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erfolgte unter Würdigung sämtlicher
medizinischer Vorakten und nach persönlicher Untersuchung. Die Einschätzung ist
hinreichend begründet und die Schlussfolgerung ist einleuchtend und nachvollziehbar.
Dieser Beurteilung entgegenstehende medizinische Berichte oder Gutachten sind den
vorliegenden Akten nicht zu entnehmen. Im Schreiben des KSSG vom 30. September
2005 (Suva-act. 45) war sogar bereits zu jenem Zeitpunkt die Rede von einer stetigen
Steigerung der Arbeitsfähigkeit bis auf 100%. Allerdings konnte die Erhöhung der
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Leistungsfähigkeit nicht realisiert werden, da der Beschwerdeführer nicht in einer
adaptierten, sondern in seiner angestammten Tätigkeit eingesetzt wurde. Entgegen der
Auffassung des Beschwerdeführers vermag an der Einschätzung von Dr. B._ auch
der Abklärungsbericht des Verzahnungsprogramms (Suva-act. 121.2) nichts zu ändern.
Gemäss diesem Bericht hat der Beschwerdeführer bei einem Arbeitspensum von 50%
eine durchschnittliche Leistungsfähigkeit von 80% erreicht (Suva-act. 121.4). Bei
sitzender, leichter Arbeit, in für ihn gut angepasster Sitzposition, mit der Möglichkeit
zwischendurch zu gehen, könne der Beschwerdeführer eine 100%ige
Leistungsfähigkeit erreichen (act. G 1.2 Beilage 2). Sodann ist den vorliegenden Akten
zu entnehmen, dass auf ausdrücklichen Wunsch des Beschwerdeführers lediglich ein
Beschäftigungsgrad von 50% für das Einsatzprogramm vereinbart wurde. Von Seiten
des RAV hätte eine höhere Anmeldung stattgefunden (Suva-act. 122). Auch bei der
Anmeldung zum OKP-Kurs erfolgte auf Wunsch des Beschwerdeführers lediglich ein
50% Pensum (act. G 1.2 Beilage 3). Allerdings kann aus der subjektiven Beurteilung
des Beschwerdeführers bezüglich seiner Arbeitsfähigkeit nicht geschlossen werden,
ihm sei lediglich eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte Tätigkeit zumutbar.
Dies umso weniger, als auch die IV-Mitarbeiterin die Auffassung vertrat, der
Beschwerdeführer müsste in adaptierten Tätigkeiten in grösserem Umfang einsatzfähig
sein, was dieser jedoch nicht habe probieren wollen (vgl. Telefonnotiz vom 28. Februar
2007; Suva-act. 125.1). Eine subjektive Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ist nicht
geeignet, eine schlüssige medizinische Beurteilung zu hinterfragen, zumal sie eindeutig
im Widerspruch mit der medizinischen Einschätzung steht. Die vom Beschwerdeführer
geltend gemachte verminderte Arbeitsfähigkeit ist somit medizinisch nicht erklärbar
und muss unfallfremden Faktoren zugeordnet werden. Die Argumentation des
Beschwerdeführers, wonach die chronisch-venöse Insuffizienz als unfallkausal zu
bezeichnen sei, vermag an der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nichts zu ändern.
Indem Dr. B._ das Venenleiden als teilkausal anerkannt hat, hat er es auch bei der
Festlegung der zumutbaren adaptierten Tätigkeit mitberücksichtigt (Suva-act. 127). Es
ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer unter Einhaltung der von Dr. B._ festgelegten Einschränkungen
eine angepasste Tätigkeit in einem vollen Arbeitspensum erbringen kann.
3.3 Dem Antrag des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers auf Einholung eines
orthopädischen Gutachtens ist nicht stattzugeben. Da nicht anzunehmen ist, dass
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weitere medizinische Abklärungen für die Beurteilung des vorliegend relevanten
Sachverhalts neue Erkenntnisse bringen, kann darauf verzichtet werden (antizipierte
Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 94 E. 4b; Pra 88 Nr. 117; SVR-UV 1996 Nr. 62.211).
4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin hat die Bestimmung des Invalideneinkommens anhand
der Dokumentation über Arbeitsplätze (DAP) vorgenommen, da der Beschwerdeführer
beim Erlass der Verfügung vom 29. Juni 2007 keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen
ist. Nachdem der Beschwerdeführer jedoch seit 15. August 2007 wieder einer Tätigkeit
nachgeht, ist der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers der Meinung, es sei auf den
bei dieser Arbeit erzielten Lohn abzustellen. Für die Bestimmung des trotz
Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens
(Invalideneinkommen) ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen,
in welcher der Versicherte konkret steht. Übt er nach Eintritt der Invalidität eine
Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse
gegeben sind und anzunehmen ist, dass er die ihm verbleibende Arbeitsfähigkeit in
zumutbarer Weise voll ausschöpft, sowie das Einkommen aus der Arbeitsleistung als
angemessen und nicht als Soziallohn erscheint, gilt grundsätzlich der von ihm
tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 126 V 75, E. 3a; mit Hinweisen).
Bei der vom Beschwerdeführer seit 15. August 2007 ausgeführten Arbeit handelt es
sich um eine Tätigkeit als Allrounder in einem 50% Pensum. Der monatliche Lohn
beträgt im Jahr 2007 Fr. 1'950.--, zuzüglich einer Erfolgsbeteiligung. Eine Aufrechnung
des Salärs auf ein 100% Pensum ergibt ohne Berücksichtigung einer allfälligen
Erfolgsbeteiligung ein Jahreseinkommen von Fr. 46'800.-- (2 x 1'950 x 12). Die pro rata
ausgerichtete Erfolgsbeteiligung ab Stellenantritt bis Ende 2007 betrug Fr. 735.--.
Hochgerechnet auf ein Jahr und ein 100% Pensum ergäbe sich somit eine
Erfolgsbeteiligung in der Höhe eines Monatslohns von Fr. 3'900.--. Für das Jahr 2007
würde somit das tatsächlich realisierbare Einkommen Fr. 50'700.-- betragen. Die
Tatsache, dass dieses Einkommen über dem gestützt auf die DAP-Löhne ermittelten
Invalideneinkommen liegt und der Umstand, dass der Beschwerdeführer seine
verbleibende Arbeitsfähigkeit nicht in zumutbarer Weise voll ausschöpft, sind Indizien
dafür, dass es sich bei der vom Beschwerdeführer ab 15. August 2007 ausgeführten
Arbeit nicht um eine adaptierte Tätigkeit handelt. Somit rechtfertigt es sich im
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vorliegend zu beurteilenden Fall, auf das gestützt auf die DAP-Löhne ermittelte
Invalideneinkommen abzustellen.
4.2 Im Hinblick auf die geforderte Repräsentativität der DAP-Profile und der daraus
abgeleiteten Lohnangaben hat die Beschwerdegegnerin nach der Rechtsprechung,
zusätzlich zur Auflage von mindestens fünf DAP-Blättern, Angaben zu machen über die
Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden
dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den Tiefstlohn sowie über den
Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden
Gruppe. Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des angerufenen Gerichts, die
Rechtskonformität der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die
Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs
einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE vorzunehmen (Urteil des EVG vom 28.
August 2003 i/S C. [U 35/00] Erw. 4.2.2). Konkret liegen die von der Rechtsprechung
geforderten Angaben vor, und die von der Beschwerdegegnerin ausgewählten DAP-
Arbeitsplätze (Nr. 4425, 6656, 6685, 7136 und 9864) sind den behinderungsbedingten
Einschränkungen des Beschwerdeführers eindeutig angepasst, was im Übrigen vom
Beschwerdeführer auch nicht bestritten wird.
4.3 Bemängelt wurde hingegen vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, dass
bei der Berechnung des Valideneinkommens die von Juni 2004 bis Ende Januar 2005
geleistete Sonntags-Überzeit im ausbezahlten Betrag von Fr. 728.80 nicht
berücksichtigt worden sei. Überstundenentschädigungen können bei der Bemessung
des Valideneinkommens berücksichtigt werden, wenn es sich um Entgelt mit
Lohncharakter und nicht um Spesenentschädigungen handelt. Da aber die
Invaliditätsbemessung der dauernd oder für längere Zeit bestehenden
Erwerbsunfähigkeit entsprechen muss, bildet Voraussetzung für die Berücksichtigung
eines derartigen Zusatzeinkommens, dass der Versicherte aller Voraussicht nach damit
hätte rechnen können. Massgebend ist, ob der Versicherte mit dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit,
aufgrund seiner konkreten erwerblichen Situation und seines tatsächlichen
Arbeitseinsatzes vor dem Unfall weiterhin ein Zusatzeinkommen zufolge
Überstundenarbeit hätte erzielen können; die blosse Möglichkeit dazu genügt nicht
(EVG Urteil vom 16. Oktober 2006 I 262/06 Erw. 4). Dem Lohnausweis für die Monate
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Juni 2004 bis Januar 2005 ist zu entnehmen, dass dem Beschwerdeführer lediglich im
September und November 2004 Sonntags-Überzeit ausbezahlt worden ist (Suva-
act. 135). Diesbezüglich teilte die ehemalige Arbeitgeberin des Beschwerdeführers mit,
dass er nur in Ausnahmefällen am Wochenende hätte Überstunden leisten können.
Aufgrund dieser Aktenlage ist rechtsgenüglich erstellt, dass der Beschwerdeführer
nicht regelmässig ein Zusatzeinkommen zufolge Überstundenarbeit hätte erzielen
können, weshalb die Beschwerdegegnerin den Lohnbestandteil zu Recht nicht zum
Valideneinkommen addiert hat.
4.4 Die Beschwerdegegnerin hat bei der Berechnung des Invaliditätsgrads das
durchschnittliche Einkommen der ausgewählten DAP-Arbeitsplätze (gemäss
Beschwerdegegnerin Fr. 49'288.--) dem Valideneinkommen aus dem Jahr 2006
gegenübergestellt und dabei einen Wert von Fr. 54'600.-- (13 x Fr. 4'200.--) ermittelt.
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des
Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf
zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der
Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass respektive bis zum
Einspracheentscheid zu berücksichtigen sind (BGE 128 V 174). Diesbezüglich hat der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers richtigerweise festgestellt, dass sich vier der
fünf DAP-Arbeitsplätze auf das Gehaltsjahr 2007 beziehen würden, wogegen beim
Valideneinkommen auf das Jahr 2006 abgestellt worden sei. Die zu ermittelnden
Einkommen sind dementsprechend auf zeitidentischer Basis für das Jahr 2007 zu
berechnen, zumal von 2006 auf 2007 eine Lohnerhöhung erfolgt ist.
Für die Ermittlung des Invalideneinkommens ist deshalb der durchschnittliche DAP-
Lohn Nr. 7136 (Fr. 45'500.--) an das Gehaltsjahr 2007 anzupassen. Gemäss
Bundesamt für Statistik erhöhten sich im Jahr 2007 die Löhne gegenüber dem Vorjahr
um nominal 1.6%. Somit ist beim DAP-Lohn Nr. 7136 für das Gehaltsjahr 2007 von
einem Durchschnittswert von Fr. 46'288.-- auszugehen. Zusammen mit den übrigen
DAP-Löhnen ergibt sich ein Durchschnittsgehalt und somit ein Invalideneinkommen
von Fr. 49'558.--.
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Gemäss Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers hätte sein
Lohn im Jahr 2007 Fr. 4'300.-- pro Monat betragen und es wäre ein 13. Monatslohn
ausgerichtet worden (Suva-act. 133). Das Valideneinkommen beläuft sich somit auf
Fr. 55'900.-- (13 x Fr. 4'300.--).
4.5 Aus der Gegenüberstellung des Invalideneinkommens von Fr. 49'558.-- und des
Valideneinkommens von Fr. 55'900.-- ergibt sich ein Mindereinkommen von Fr.
6'342.-- und daraus ein Invaliditätsgrad von 11.3%. Gemäss Rechtsprechung ist eine
Rundung nach den anerkannten Regeln der Mathematik auf die nächste ganze
Prozentzahl vorzunehmen (vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2), wodurch sich ein
Invaliditätsgrad von 11% ergibt.
5.
5.1 Zu prüfen bleibt die Höhe der geschuldeten Integritätsentschädigung, welche von
der Beschwerdegegnerin auf 5% festgesetzt wurde. Der Beschwerdeführer macht
hingegen eine Integritätseinbusse von mindestens 10% geltend.
5.2 Bei der Schätzung der Beeinträchtigung der Integrität hat der ärztliche Experte
auf den massgeblichen Zeitpunkt hin festzustellen, in welcher Hinsicht der Versicherte
durch den Unfall noch körperlich oder geistig/psychisch geschädigt ist. Er hat sich im
Weiteren dazu zu äussern, welche dieser Schäden als dauernd zu betrachten sind, d.h.
voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens im gleichen Umfang bestehen
bleiben. Bei geringfügigen Verletzungsfolgen hat sich der Arzt zur Frage zu äussern, ob
die Schädigung im Hinblick auf die im Anhang 3 zur UVV enthaltenen Listenpositionen
als erheblich, d.h. augenfällig oder stark zu gelten hat. Gegebenenfalls hat er zudem
auf voraussehbare Verschlimmerungen aufmerksam zu machen. Anschliessend ist es
Sache der Verwaltung bzw. des Sozialversicherungsgerichts, die ärztlichen
Schlussfolgerungen daraufhin zu prüfen, ob sie den gesetzlichen Anforderungen
gerecht werden. Dabei ist zu beachten, dass insbesondere die Einordnung von
Nichtlisten- und kombinierten Fällen dem Arzt einen grossen Ermessensspielraum
öffnet, in welchen die Verwaltung bzw. das Sozialversicherungsgericht nicht ohne Not
bzw. nur dann eingreifen soll, wenn die unfallmedizinische Beurteilung im Hinblick auf
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die Liste im Anhang 3 zur UVV sachlich nicht gerechtfertigt ist und zu stossenden
Ungleichheiten führen würde.
5.3 Dr. B._ legt in seiner Beurteilung vom 7. März 2007 (Suva-act. 126)
nachvollziehbar dar, dass für die unfallbedingten Befunde eine
Integritätsentschädigung von 5% gerechtfertigt sei. Beim Zustand des zu vermutenden
algodystrophen Verlaufs konkomittierend mit der chronisch-venösen Insuffizienz sei ein
Weichteilsyndrom verblieben. Gemäss Suva-Tabelle 16 (Integritätsentschädigung bei
postthrombotischem Syndrom) Stadium A (weiches Ödem, therapeutisch angehbar),
wäre keine Integritätsentschädigung geschuldet. Beim Beschwerdeführer sei das
chronisch-venöse Leiden unfallfremd, aber durch den vermuteten algodystrophen
Verlauf teilkausal zum Unfall, weshalb es in die Beurteilung einbezogen werde. Im
Vergleich würde eine OSG-Arthrose mässigen Ausmasses die Erheblichkeitsgrenze zur
Ausrichtung einer Integritätsentschädigung erreichen. Beim Beschwerdeführer sei dies
radiologisch nicht der Fall. Klinisch bestehe jedoch in Analogie eine beginnende
Arthrose. Unter Berücksichtigung der Gesamtsituation sei somit eine
Integritätsentschädigung von 5% geschuldet und gerechtfertigt. Die
rechtsprechungsgemässen Anforderungen an die Beurteilung einer
Integritätsentschädigung sind vorliegend erfüllt, weshalb sich ein Eingreifen in die
Beurteilung nicht rechtfertigt und nicht angezeigt ist. Die Ausführungen des
Beschwerdeführers vermögen an der schlüssigen Beurteilung von Dr. B._ nichts zu
ändern. Die im Einspracheentscheid zugesprochene Integritätsentschädigung von 5%
ist somit nicht zu beanstanden.
6.
6.1 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde in Aufhebung des
angefochtenen Einspracheentscheids - soweit die Invalidenrente betreffend - in dem
Sinn teilweise gutzuheissen, dass dem Beschwerdeführer ab 1. November 2006 eine
Invalidenrente aufgrund eines Invaliditätsgrads von 11% ausgerichtet wird. Im Übrigen
wird die Beschwerde abgewiesen.
6.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
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6.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Gemäss Praxis des Versicherungsgerichts
beträgt die mittlere Entschädigung in Unfallversicherungsverfahren Fr. 4'000.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer). Konkret rechtfertigt es sich, die
Entschädigung für das teilweise Obsiegen auf pauschal Fr. 2'000.-- (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG