Decision ID: ae9c44b1-5de4-48fb-82c1-aa311f508f9f
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966, arbeitete zuletzt in einem vom 5. Juli bis 30. Novem
ber 2005 befristeten Arbeitsverhältnis als Maler/Hilfsarbeiter bei der
Y._
GmbH, Affoltern am Albis. Seit einem Sturz bei der Arbeit am 29. November 2005
hat
er seine Arbeit nicht mehr aufge
nommen. Die Schwei
zerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) stellte ihre Leistungen mit Verfü
gung vom 26. Juli 2006 ein.
Am 5. März 2007 meldete sich der Versicherte bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle (nachfolgend: IV-Stelle), wies das Rentenbegehren des Versicherten mit Verfügung vom 16. Mai 2008 ab und erklärte, ein An
spruch auf berufliche Massnahmen werde separat geprüft. Die dagegen gerichtete Beschwerde
vom 16. Juni 2008 wies das
Sozial
versi
cherungsgericht
des Kantons Zürich am 26. Juni 2009 ab (
IV.2008.00658
; bestätigt mit Urteil des
Bundesgericht
s
Ur
teil
8C_783/2009
vom 19. Oktober 2009).
Ebenfalls abgewiesen wurde die
Besch
-
werde des Versicherten gegen den von der Suva mit Einspracheentscheid vom
1.
Juni 2007 bestätigten Fallabschluss (Urteil UV
.2007.00314 vom 26. Juni 2009; ebenfalls bestätigt mit Urteil des
Bundesgericht
s 9C_782/2009
vo
m 19. Oktober 2009
).
1.2
Am 3. November 2009 meldete sich
X._
erneut zum Rentenbezug an. Mit Vorbescheid vom 3. März 2010 teilte ihm die IV-Stelle mit, dass von einer im Wesentlichen unveränderten Befundlage auszugehen sei und bei einem Invaliditätsgrad von weiterhin 18 % das Leistungsbegehren voraus
sichtlich erneut ab
gewiesen werde. Hieran hielt sie
mit Verfügung vom 23. Juli 2010 fest. Die Beschwerde gegen diesen Entscheid vom
2.
September 2010 wurde
mit
Urteil IV.2010.00986 vom 2
6.
Dezember 2011 abgewiesen. Nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids
überwies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
die Sache entsprechend Dispositiv Ziffer 2
des Urteils
an die
IV-Stelle zur Entgegennahme
der
neuen
ärztlichen Berichte
als weitere Neuan
meldung
(vgl. zum Ganzen Sachverhalt und Erwägungen im Urteil IV.2010.00986 vom 2
6.
Dezember 2011,
Urk.
9/172).
1.3
Die IV-Stelle nahm hierauf weitere ärztliche Berichte zu den Akten (
Urk.
9/176, 9/182, 9/185-186) und teilte mit Vorbescheid (
Urk.
9/189) wiederum die voraussichtliche Ablehnung des Rentenbegehrens bei unverändertem Zustand mit. Nachdem der Versicherte im
Einwandverfahren
hatte mitteilen lassen (
Urk.
7/196), dass er am
4.
Februar 2013
zum zweiten Mal nach 2011
ins
Sanatorium
Z._
eingetreten sei (vgl.
Urk.
9/199, 9/201), sprach sich
die IV-Stelle für die Notwendigkeit einer zun
ächst
bi
disziplinären
(vgl.
Urk.
9/207-210), letztlich jedoch polydisziplinären Begutachtung aus (
Urk.
9/212). Nach Eingang des
Gutachtens der
Medas
vom 2
0.
Juni 2014 (
Urk.
9/223) hielt die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
8.
September 2014 am vorgesehenen Entscheid fest (
Urk.
2).
2.
Mit der dagegen gerichteten Beschwerde vom 2
0.
Oktober 2014 liess
X._
die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente beantragen. In prozessualer Hinsicht liess er um unentgeltliche Prozessführung und Ernennung von Rechts
anwältin G.
Gwerder
zur unentgeltlichen Rechtsvertreterin ersuchen (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Vernehmlassung vom 2
4.
November 2014 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8). Mit Verfügung vom
1.
Dezember 2014 wurde
n
die prozessualen Gesuche des Beschwerdeführers bewilligt und Rechtsanwältin
Gwerder
zur unentgeltlichen Rechtsvertre
te
rin bestellt (
Urk.
10). Am 2
7.
November 2014 (
Urk.
11/1-2), 1
8.
Dezember 2014 (
Urk.
14, 15/103), 1
6.
Januar 2015 (
Urk.
18, 19) sowie 3
0.
Januar 2015 (
Urk.
21, 22) und
9.
März 2015 (
Urk.
23, 24) liess der Beschwerdeführer weitere ärztliche Berichte ein
reichen.
Auf die Vorbringen der Parteien wird, soweit für die Entscheidfindung erforder
lich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Im Urteil IV.2010.00986 vom 2
6.
Dezember 2011 wurden die massgeblichen rechtlichen Grundlagen zur Beurteilung eines Anspruchs auf eine I
nvalidenrente
ebenso dargelegt, wie
diejenigen zur Neuanmeldung und zur Rentenrevision (vgl. E. 1.1 bis 1.3 im zitierten Urteil). Darauf wird verwiesen.
2.
2.1
Die Verwaltung ist mit dem angefochtenen Entscheid in Nachachtung der Über
weisung gemäss Urteil
IV
.2010.000986 auf die Neuanmeldung eingetreten und hat einen Rentenanspruch im Wesentlichen gestützt auf das polydisziplinäre Gutachten der
Medas
vom 2
0.
Juni 2014 (
Urk.
9/223) mit der Begründung, der Beschwerdeführer sei in einer der Behinderung angepassten Tätigkeit weiterhin zu 100
%
arbeitsfähig
, verneint
(
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer lässt dagegen im Wesentlichen
ausführen, er habe nun
mehr bereits viermal in einer psychiatrischen Klinik stationär behandelt werden müssen. Die wiederkehrend auftretenden
schizoaffektiven
Störungen mit schweren depressiven Episoden hätten mittlerweile chronischen Charakter und verunmöglichten eine Arbeitstätigkeit. Im Zeitpunkt der Erstellung des
Medas
gutachtens
sei die psychische Situation stabilisiert gewesen, jedoch sei der Ge
sundheitszustand immer wieder Schwankungen unterworfen. Seine nur tem
porär vorhandene Resterwerbsfähigkeit könne auf dem
ausgeglichenen
Arbeitsmarkt nicht mehr verwertet werden (
Urk.
1).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand seit Erlass der mit Urteil
IV.
2010.00986 bestätigten Verfügung vom 2
3.
Juli 2010 (
Urk.
9/146) bis zum Erlass des hier angefochtenen Entscheids vom 1
8.
September 2014 (
Urk.
2) in einer für den Rentenanspruch relevanten Weise verschlechtert hat.
3.
3.1
Der Verneinung eines Rentenanspruchs im Rahmen des mit Verfügung vom 2
3.
Juli 2010 abgeschlossenen Neuanmeldeverfahrens
lagen die unter Erwägung 3.2 im Urteil IV.2010.00986 vom 2
6.
Dezember 2011 zitierten ärztlichen Berichte zugrunde. Die Würdigung der medizinischen Aktenlage führte unter den Erwägungen 4.1 und 4.2 zum Schluss, dass sich die somatischen gesund
heitlichen Einschränkungen weiterhin im Wesentlichen in den bereits bekann
ten degenerativen Zuständen im Bereich der Lendenwirbe
lsäule und des Beckens (
Osteoch
ondrose
und Spondylose der lumbalen Bandscheiben 4 und 5, Spondylose untere LWS) sowie des rechten Kniegelenks (
leichtgradig
medial betonte Gonarthrose) erschöpften. Einer im Jahr 2007 aufgetretenen
Nierenin
suffizienz
wurde ein massgeblicher Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit – wie bereits mit dem bundesgerichtlich bestätigten Urteil IV.2008.00658 vom 2
6.
Juni 2009
-
abgesprochen.
Auch stelle die arterielle Hypertonie mit rezidi
vierenden
hypertensiven
Entgleisungen keine neue oder essentiell verschlech
terte Gesundheitsstörung dar, sei sie doch einer Therapie gut zugänglich. Auch zeige sich der Beschwerdeführer aktuell kardiopulmonal kompensiert. Zusam
menfassend schloss das Gericht unter Erwägung 4.1 auf einen somatisch im Wesentlichen unveränderten Zustand seit der ursprünglichen Abweisung des Rentenbegehrens mit Verfügung vom 1
6.
Mai 2008 und damit auf eine volle Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit.
Auch in psychischer Hinsicht liess die medizinische Aktenlage auf einen im Wesentlichen unveränderten Zustand bei anhaltender
somatoformer
Schmerz
störung und leichter
depressiver Episode
und
keine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit schliessen (E. 4.2 im Urteil IV.2010.00986 vom 2
6.
Dezember 2011).
Aufgrund der im gerichtlichen V
erfahren eingereichten Berichte,
insbesondere
des
jenigen
des Sanatoriums
Z._
mit der Diagnose einer gegenwärtig schweren depressiven Episode mit psychotischen Symptomen
(
Urk.
9/167; zitiert in E. 3.2.3 im Urteil IV.2010.00986)
,
wurde die Sache nach Eintritt der Rechts
kraft des Entscheids an die Beschwerdegegnerin zu
Anhandnahme
der aktuellen ärztlichen Berichte
als Neuanmeldung überwiesen.
3.2
3.2.1
Im Rahmen des hier zu prüfenden Neuanmeldeverfahrens ist zunächst auf die im Verfahren IV.2010.00986 vom Beschwerdeführer eingereichten
,
in Erwägung 3.2.3 zitierten Berichte von
Dr.
med.
A._
vom 1
8.
Februar 2011 (
Urk.
9/159/4)
,
Dr.
med.
B._
vom 1
6.
März 2011 (
Urk.
9/159/5) und des Sanatoriums
Z._
vom 1
3.
Juli 2011 (
Urk.
9/167) zu verweisen.
3.2.2
Nach Eintritt der
Rechtskraft
des Entscheids IV.2010.00986 nahm die Beschwerde
gegnerin einen weitern Bericht von
Dr.
A._
vom
7.
März 2012 zu den Akten. Seine Diagnosen lauteten wie folgt (
Urk.
9/176):
Chronisch therapieresistentes generalisiertes Schmerzsyndrom
Chronisches
spondylogenes
Syndrom
Status nach Gerüst
sturz
am 2
9.
November 2005 mit Kontusion der rech
ten Flanke, BWS, LWS, Becken, Knie und OSG rechts
Posttraumatische Belastungsstörung
Adipositas
Dekonditionierung
Arterielle Hypertonie mit
hypertensiven
Krisen
Status nach Nierenversagen 2007
.
Trotz hochdosierter Analgesie hätten sich die Beschwerden in letzter Zeit zusätz
lich verschlechtert. Der Beschwerdeführer klage nach wie vor über diffuse Schmerzen am ganzen Bewegungsapparat und gehe an zwei Krücken. Aufgrund der heutigen Befunde könne er auch für angepasste Tätigkeiten keine vernünf
tige Leistung erbringen und sei zu mehr als 70
%
arbeitsunfähig (
Urk.
9/176).
Auch der Hausarzt
Dr.
B._
erklärte eine weitere berufliche Tätigkeit am 1
9.
März 2012 als wahrscheinlich ausgeschlossen (
Urk.
9/182).
Der seit September 2007 behandelnde Psychiater
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, stellte am
8.
September 2012 die Diag
nosen einer anhalten
den
somatoformen
Schmerzstörung und
einer
sonstigen
andauernden Persönlich
keitsveränderung
gemäss ICD-10 F62.8 mit chronischer depressiver Symptomatik. Als Fassadenmaler erachtete er den Beschwerdeführer seit dem Unfall im Jahr 200
5 als nicht mehr arbeitsfähig. I
n einer sitzenden Tätigkeit, welche mit den Händen ausgeführt werden könne, könne seines Erachtens aber keine Einschränkung postuliert werden. Die
Hospitalisation
im Sanatorium
Z._
vom
1.
bis 1
6.
Juni 2011 sei für eine Standortbestim
mung bei depressiver Symptomatik und zur Evaluation der
psychopharmakolo
gischen
Medikation erfolgt. Auffällig sei gewesen, dass der Beschwerdeführer dort beim Thematisieren der Familie ohne nähere Angaben zu weinen begonnen habe. Der Beschwerdeführer selber sei nicht in den Krieg involviert gewesen.
Gemäss
Dr.
C._
stand befundmässig die ausgeprägte passiv-regressive
Schon
haltung
des rechten Beins, der Körperbewegungen und der ganzen
Tages
aktivität
im Vordergrund. Daneben notierte er Schlafstörungen, Nervosität, Gereiztheit. Der Beschwerdeführer klage zudem über Spannungskopfschmerzen und Schmerzen vor allem im Bereich der rechten Körperhälfte. Trotz eingehen
der somatischer Abklärungen sei
er
nach wie vor überzeugt, das rechte Bein beim Gehen nicht abstellen zu können und auf Gehhilfen nicht verzichten zu können.
Dr.
C._
erwähnte ein theatralisches Vorzeigen eines Sturzes beim Wegnehmen der Krücken im Stehen (
Urk.
9/185/1-6).
Der Nachfolger von
Dr.
A._
,
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für
Physika
lische Medizin und Rehabilitation, Manuelle Medizin (SAMM) und
Interventionelle
Schmerztherapie (SSIPM), schloss sich am 2
8.
September 2012 der Diagnoseliste von
Dr.
A._
grundsätzlich an, erklärte aber die psychische Problematik als klar im Vordergrund stehend. Aus rein rheumatologischer Sicht spreche nichts gegen eine Arbeitsfähigkeit für ein sitzendes bis höchstens leichtes Arbeitsplatzbelastungsniveau. Zunehmend ungünstig wirke sich der Gebrauch zweier Unterarmgehstöcke aus, welcher aus rheumatologischer Sicht überhaupt nicht indiziert sei (
Urk.
9/186).
Am
4.
Februar 2013 trat der Beschwerdeführer wieder stationär ins Sanatorium
Z._
ein. Die Diagnose im Bericht vom 2
7.
Februar 2013 lautete nunmehr auf eine rezidivierende depressive Stör
ung gegenwärtig schwere Episode
mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F33.3) und eine somatoforme Schmerzstö
rung (ICD-10 F45.9). Der Beschwerdeführer sei adäquat orientiert, jedoch im Affekt abgeschwächt, wenig schwingungsfähig. Er zeige auffällige anamnes
tische Gedächtnisprobleme, eine verminderte Auffassung und Merkfähigkeit.
Das formale Denken sei gehemmt. Weiter lautete der Befund auf einen
Schuld
wahn
in Bezug auf das Versterben der Mutter und des Bruders sowie auf seinen Unfall. Fraglich sei ein
Protozoenwahn
. Notiert wurden weiter optische und akustische Halluzinationen
, der Beschwerdeführer spreche mit Personen, die nicht zu sehen seien sowie mit dem Fernseher und gebe an, der Mann im Fern
seher sei sein Freund. Er sei stark sozial zurückgezogen, distanziere sich aber klar von handlungsrelevanter Suizidalität. Er sei bis auf Weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
9/199).
Gemäss Bericht des Sanatoriums
Z._
vom
5.
März 2013 habe ein Schädel-MRI vom
1.
März 2013
multiple
Markläsionen ohne Kontrastmittelaufnahme gezeigt, am ehesten vas
k
uläre
Leukenzephalopathie
/
Mikroangiopathie
. Die Befunde wurden als nicht typisch für eine multiple Sklerose erachtete, jedoch könne eine solche nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden. Der Beschwerdeführer sei aus ärztlicher Sicht ein stark eingeschränkter, schwer kranker Mann. Aus medizinischer Sicht wurde eine Wegweisung aus der Schweiz gegenwärtig als sehr ungünstig für den weiteren Krankheitsverlauf und als ethisch kaum vertretbar erachtet (
Urk.
9/201/1-2).
Dr.
C._
wiederholte am 2
7.
Juli 2013 sowohl seine Einschätzung der Arbeitsfä
higkeit als auch seine Diagnosen. Auch die Einweisung zur stationären Behandlung vom 1
2.
Februar bis zirka 1
2.
März 2013 sei
zur Standortbe
stimmung und Evaluation der psychopharmakologischen Medikation erfolgt (
Urk.
9/205).
3.3
Im Rahmen der Abklärung in der
Medas
wurde der Beschwerdefüh
rer internistisch, neurologisch, psychiatrisch und orthopädisch abgeklärt.
Zusammenfassend ergaben sich folgende Diagnosen (
Urk.
9/223/61):
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
Gemäss den
am Gutachten beteiligten Fachgebiete
n
wurden keine Diagno
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt.
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung
ICD-10
F45.40
Chronisches panvertebrales Rückenschmerzsyndrom mit
My
ogelosen
,
Inse
rtionstendinosen
,
schmerzhafte Bewegungseinschränkung, ohne Nachweis vo
n vorangeschrittenen knöchernen
Veränderungen, Aus
schlus
s einer
radikulären
Symptomatik und
einer Instabilität
Chronischer Belastung
sschmerz des rechten Kniegelenk
s
mit
Bewegungs
einschränkung
nach
Kniegelenkskontusion, ohne Nachweis einer voran
geschrit
tenen Arthrose, einer Meniskusläsion,
einer
ligamentären
Insta
bilität
Metabolisches Syndrom: diätetisch geführter Diabetes mellitus (ED 2012)
Hyperlipidämie
Adipositas per magna
Arterielle Hypertonie
St. n. Gerüststurz von 1,
5 m Hö
he
am
29.11.2005 (Suva-Bericht
vom
23.01.2006)
St. n. Prellung linkes Handgelenk durch Sturz während der
Ho
spitali
sation
in der Rehaklinik
E._
am 31.05.2006, ohne
ossäre
Läsionen
St. n. akuter Niereninsuffizienz 10/2007 durch virale Infe
ktion:
gegen
-
wär
tig
unauffällige
Nierenfunktion
Verdacht auf
Sulcus
-
Ulnaris
-
Syndrom links nach Sturz vom 28.02.2014 (ICD10: G56.2)
.
A
us
internistischer Sicht
sei
kein Krankheitsbild mit Einfluss auf die Arbeitsf
ähig
keit festgestellt worden
. Ohne Einfluss auf die Leistungsfähigkeit könne ein metabolisches Syndrom festgehalten werden;
die Nierenfunktionen seien aktu
ell unauffällig
(
Urk.
9/223/61). Auch d
ie orthopädische Begutachtung
,
habe
zum Ausschluss relevanter Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit geführt.
Dr.
med.
F._
verneinte gestützt auf seine klinische Unter
suchung, die Akten und
aktuelle
MRI-Aufnahmen des rechten Knies sow
ie der LWS
das Vorliegen wesentlicher struktureller Veränderungen. Sowohl eine vorangeschrittene Gonarthrose, als auch ein Kniegelenkserguss oder eine
liga
mentäre
Instabilität beider Kniegelenke liege nicht vor. Auch bestehe kein Kapselmuster am rechten Hüftgelenk. Da für die
vom Beschwerdeführer
geklagten generalisierten Schmerzen mit Hauptschmerzpunkten im Bereich
des
rechte
n
Kniegelenk
s
,
der
LWS und
im Bereich
Schulter-Nacken keine wesentli
chen strukturellen Veränderungen nachgewiesen werden könnten, sei eine Limitierung der Arbeitsfähigkeit nicht begründbar (
Urk.
9/223/179 f.).
Aus neurologischer Sicht wurde ein mögliches
Sulcus
-
Ulnaris
-Syndrom links diskutiert. Anamnestisch
habe
der Beschwerdeführer gegenüber dem Neurolo
gen
Dr.
med.
G._
geschildert
, dass er seit einem am 2
8.
Februar 2014 erlitte
nen Sturz auf den linken Ellbogen die Finger IV und V der linken Hand gelähmt seien (
Urk.
9/223/209). Im Zusammenhang mit dem
Sturz vom November 2005 sei gemäss Darstellung des Beschwerdeführers zunächst nur das rechte Bein betroffen gewesen, im Verlauf hätten sich die Beschwerden ausgebreitet und seien über die Jahre immer intensiver geworden. Genauere Angaben zu Art, zeitlichem Auftreten des Schmerzes, zum Unfallereignis oder dem Verlauf in den neun Jahren habe der Beschwerdeführer nicht
machen
können.
Die neuro
logische Untersuchung habe einzig eine verminderte Berührungsempfindung an der
ulnaren
Handkante, an den Fingern IV und V links sowie eine
Kraftminde
rung
an diesen beiden Fingern erklärbar gemacht
.
Eine anhaltende Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit sei auch hieraus nicht begründbar
(
Urk.
9/223/211 f.)
.
Dr.
med.
H._
stellte im Rahmen der psychiatrischen Teilbegutachtung fest, dass aktuell keine Symptome einer depressiven Störung mit eigenständigem Krankheitswert feststellbar seien. Im Vordergrund stünden bewusstseinsnahe Verhal
tensweisen. De
r
Beschwerdeführer
zeige eine theatralische Darstellung gewisser Symptome; bei der genaueren Überprüfung dieser Beschwerden seien jedoch weder die geltend gemachten Halluzinationen noch die subjektiv beschriebene Vergesslichkeit oder das
Nichtorientiertsein
durch objektive Befunde zu belegen.
Trotz in der Vergangenheit wiederholt diagnostizierte
r
depressiver Störungen, zuletzt einer rezidivierenden depressiven Störung, sei kein
phasenhafter
Verlauf beschrieben. Aktuell könne keine depressive Symp
tomatologie festgestellt werden. Vielmehr sei der Beschwerdeführer, insbeson
dere, wenn seine Äusserungen kritisch hinterfragt würden, in der Lage, enga
giert zu diskutieren und seine Sichtweise, wie krank er sei, darzustellen.
Die bis anhin wiederholt gestellte Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung könne
ebenfalls
nur
mit
Vorbehalt bestätigt wer
den. Dieser Vorbehalt begründe sich darin, dass ein anhaltender gravierende
r emotionaler Konflikt nicht
eruierbar
sei und die sozialen Schwierigkeiten erst nach Schmerzbeginn aufgetreten seien.
Der Beschwerdeführer
habe zudem
nicht nur in der psychiatrischen, sondern auch in den somatischen Untersuchungen durch sein Verhalten mit defizitären Angaben eine Beurteilung
verunmöglicht
. J
edenfalls seien die Försterkrit
er
i
en nicht erfüllt. Zudem spreche die Art der demonstrativ vorgetragenen Beschwerdeschilderungen auch diesbezüglich für bewusstseinsnahe Verhaltensweisen, wofür unter anderem der flüssige Gang in unbeobachteten Momenten ohne richtigen Gebrauch der Krücken spreche.
Insgesamt könne keine psychische Störung mit
Krankheit
s
wert
festgestellt wer
den. Die anamnestisch beschriebene depressive Symptomatologie sei aktuell remittiert, wobei aufgrund des defizitorientierten Antwortverhaltens des Beschwerdeführers nicht feststellbar se
i
, wann es genau zur Remission gekom
men sei (
Urk.
9/223
/
138 ff.).
Aus interdisziplinärer Sicht wurde zusammenfassend festgehalten, dass
akten
anamnestisch
und in den Angaben des Beschwerdeführers anlässlich der Begut
achtung bezüglich Unfallhergang und Beschwerdeschilderungen zum Teil widersprüchliche Angaben festgestellt worden seien. Weder sei ein organisches Korrelat für die geklagten Beschwerden noch
seien
objektivierbare und einem Krankheitsbild zuzuordnende Befunde für die vom Beschwerdeführer vorgetra
genen psych
ischen
Beschwerden (Vergesslichkeit, Orientierungsschwierigkeiten,
Pse
udohalluzi
nationen) feststellbar gewesen. Insgesamt wurde keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt.
In den letzten Jahren, insbe
sondere seit 2007 sei es zu keiner relevanten Verschlechterung des Gesundheits
zustandes gekommen (
Urk.
9/223/62 ff.).
3.4
Gemäss Schreiben vom 2
3.
August 2014 überwies
Dr.
C._
den Beschwerde
-
füh
rer
wegen einer allgemeinen Zustandsverschlechterung bei akuten Schlaf
-
störungen und Nervosität infolge des negativen Bescheids der Beschwerde
-
gegnerin neuerlich zur stationären Behandlung ins Sanatorium
Z._
(
Urk.
9/225, vgl. auch Überweisungsschreiben vom
9.
September 2014,
Urk.
9/229).
3.5
Im Rahmen
des gerichtlichen Verfahrens liess der Beschwerdeführer
neuerlich
diverse weitere Berichte einreichen:
Das Sanatorium
Z._
sprach sich am
1
4.
Oktober 2014 zuhanden der Rechts
vertreterin des Beschwerdeführers für das Vorliegen einer
schizoaffek
tiven
Störung mit aktuell schwerer depressiver Episode aus. Der Beschwerde
führer präsentiere sich freundlich und kooperativ, im Denken jedoch inkohä
rent, zerfahren, mit groben Flashbacks nach erlebten
Traumatas
in der Vergan
genheit. Weiter fortbestehend
hätten
sich optische sowie akustische Halluzina
tionen
gezeigt
, welche ihn intermittierend zu Suizid drängen würden.
Seine Mitbewohnerin habe ihn mehrfach auf dem Balkon vorgefunden, wo er mit der Absicht, sich etwas anzutun
,
gestanden sei.
Des Weiteren bestehe eine starke Antriebs- und Energielosigkeit sowie eine starke Konzentrationsschwäche. Es sei mittlerweile von einer
Chronifizierung
auszugehen, welche es dem Patienten verunmögliche, eine Arbeit auszuführen. Die Prognose sei schlecht; hinzu komme eine starke körperliche Beeinträchtigung infolge eines Arbeitsunfalls im Jahre 2005 (
Urk.
3/1).
In einer Stellungnahme vom 1
8.
November 2014 sprachen sich die zuständigen Fachpersonen des Sanatoriums
Z._
aus medizinisch-psychiatrischer Sicht gegen eine Ausweisung des Beschwerdefüh
rers aus der Schweiz aus (
Urk.
11/2).
Nachdem der Beschwerdeführer am 2
9.
September 2010 aus dem Sanatorium
Z._
ausgetreten war, folgte
vom
6.
Oktober bis
4.
Dez
ember 2012 ein neuerlicher stationärer
A
ufenthalt in derselben Klinik
. Gemäss Austrittsbericht vom 1
4.
Januar 2015 sei er freiwillig, jedoch auf Initiative seiner Mitbewoh
nerin bei latenten Suizidgedanken eingetreten. Der Austritt vom 2
9.
September 2014 sei administrativ erfolgt, da der Beschwerdeführer nach einem IV-Gerichtstermin nicht mehr zurückgekommen sei und angeblich polizeilich nach Bosnien hätte zurückgebracht werden sollen
. Ana
m
n
estisch
habe er geschildert
, dass Stimmen im Kopf ihn zum Flughafen führen würden und dass er immer
wieder Bilder von blutigen Augen sehen würde
.
Aufgrund einer Amnesie von fünf Tagen zwischen den stationären
Aufenthalten sei am 1
0.
Oktober 2014 zum Ausschluss hirnorganischer Faktoren
ein MRI durchgeführt worden, das
unscheinbar ausgefallen sei. Medikamentös hätte während des Aufenthalts keine weitere Optimierung vorgenommen werden können. Die Stimmung habe si
ch zunehmend aufgehellt,
bei
aber
anhaltendem Stimmenhören, Halluzina
tionen und Albträumen. Zur weiteren Stabilisierung wurde eine tagesklinische Anbindung zur Rückfallprävention als wichtig erachtet (
Urk.
19).
Gemäss Bestätigung des Zentrums
I._
vom 2
6.
Januar 2015 trat der Beschwerdeführer am 1
2.
Dezember 2014 die tagesklinische Behandlung an (
Urk.
22). In der Einschätzung derselben Institution
zuhande
n der Anwältin des Beschwerdeführ
ers
vom
4.
März 2015 wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer leide unter anderem
infolge Kriegstraumata (7-monatige Kriegsgefangenschaft) an innerer Unruhe sowie akustischen, olfaktorischen und optischen Halluzinationen begleitet von somatischen Beschwerden in Form von Thermodysregulation, Schlafstörungen
und Albträumen. Eine Ausweisung würde mit hoher Wahrscheinlichkeit eine schwere Krise auslösen und hätte eine Selbstgefährdung und Suizidalität zufolge (
Urk.
24).
4.
4.1
Vorweg zum Vergleich der im hier zu beurteilenden Neuanmeldeverfahren einge
gangenen medizinischen Unterlagen mit dem unter Erwägung 3.1 darge
legten, der Rentenabweisung vom 2
3.
Juli 2010 zugrunde gelegten Gesund
heitszustand ist der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit den diversen in diesem Verfahren eingereichten ärztlichen Berichten neuerlich auf den
Beweis
grundsatz
, wonach für die richterliche Beurteilung eines Falles grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens massgebend sind,
hinzuweisen
. Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sind nur insoweit zu berück
sichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sach
zusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Entscheiderlasses zu beeinflussen (BGE 121 V 362 E. 1b; 99 V 98), hinzuweisen.
4
.2
Hinsichtlich der somatischen gesundheitlichen Einschränkungen führt die Würdi
gung der Aktenlage
mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3) sowohl in diagnostischer als auch
in
befundmässiger Hinsicht zur Verneinung einer wesentlichen
Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes bis zum Erlass des hier angefochtenen Entscheids vom 2
8.
September 201
4.
Insbesondere fehlen Hinweise auf eine
Verschlechterung in Bezug auf die bekannten degenerativen Zustände im Bereich der LWS, des Beckens und des rechten Kniegelenks.
Dr.
F._
der
Medas
schloss gestützt auf neue MRI-Aufnahmen und seine
klini
sche Untersuchung eine Verschlechterung nachvollziehbar aus (
Urk.
9/223/179 f.); auch
lassen
weder die Diagnoseliste von
Dr.
A._
vom
7.
März 2012 (
Urk.
9/176)
noch die Einschätzung von
Dr.
D._
vom 2
8.
September 2012, wonach aus rheumatologischer Sicht nichts gegen eine 100%ige ange
passte Tätigkeit spreche (
Urk.
9/186),
auf eine erhebliche Änderung schliessen. Des w
eitern lässt die Aktenlage
hinsichtlich der im Jahr 2007 aufgetretenen Niereninsuffizienz und in Bezug auf das metabolische Syndrom auf keine rele
vante Verschlechterung schliessen. Neu erweist sich einzig die Diagnose
eines Verdachts auf ein
Sulcus
-
Ulnaris
-
Syndrom links nach wahrscheinlichem Sturz vom 2
8.
Februar 20
14 (vgl.
Urk.
9/223/61), welcher jedoch ein anhaltender
Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit
ebenfalls
abgesprochen wurde (
Urk.
9/223/62).
Im
Spital J._
führte denn auch der Ausschluss elektrophysiologischer Befunde und eine
blande
Abheilung der Wunde zur Feststellung eines
bloss klinischen
Sulcus
-
Ulnaris
-
Syndroms (
Urk.
15/2).
Zusammenfassend führt die Würdigung der Aktenlage zum Au
s
schluss einer wesentlichen Verschlechterung in Bezug auf die somatischen gesundheitlichen Einschränkungen bis zum Erlass des hier angefochtenen Entscheids.
4.3
In psychischer Hinsicht ist angesichts der in den früheren Verfahren als relevant erachteten
somatoformen
Schmerzstörung vorweg auf die mit BGE 141 V 281 geänderte Rechtsprechung hinzuweisen
und auf den in diesem Zusammenhang erlassenen Entscheid BGE 141 V 585, wonach die neue Rechtsprechung zu den
somatoformen
Schmerzstörungen beziehungswiese äquivalenten
Beschwerde
bildern
für sich alleine keinen Neuanmeldungs- respektive Revisionsgrund dar
stellt. Grund für eine Neuanmeldung bleibt allemal eine Änderung der tatsäch
lichen Verhältnisse. Ob ein rechtskräftig beurteilter, unveränderter Sachverhalt nach einer neuen Rechtsprechung rechtlich anders eingeordnet würde, spielt demgegenüber keine Rolle (BGE 141 V 585 E. 5.3).
Eine wesentliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse im Sinne einer
erheb
lichen
Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes lässt sich jedoch nach abschliessender Würdigung der Akten
lage nicht bestätigen. Der Vergleich der
diversen
fachärztlichen psychiatrischen Berichte
lässt erhebliche Divergen
zen in der Einschätzung des psychischen Gesundheitszustandes des Beschwer
deführers erk
ennen. Die kritische Würdigung
derselben unter Einbezug der vollständigen Aktenlage führt letztlich zur Bestätigung der Beweiswürdigung der Beschwerdegegnerin, welche im Wesentlichen gestützt auf das Gutachten
der
Medas
vom 3
0.
Juni 2014 eine psychische Einschränkung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ausschloss (vgl. RAD-Stellungnahme vom
3.
Juli 2014,
Urk.
9/230/3).
Die Schlussfolgerungen des für das psychiatrische Teilgutachten der
Medas
zuständigen Chefarztes
Dr.
H._
beruhen auf einer eingehenden
Aktenkennt
nis
und
einer
allseitigen Untersuchung.
Sein
Schluss auf bewusstseinsnahe V
er
haltenswei
sen des Beschwerdeführer
s
, welcher letztlich die zurückhaltende Diagnosestellung nach sich zog,
findet
Bestätigung in verschiedenen
Aktenstel
len
:
S
o ist eine Dramatisierung/Übertreibung sowohl bei der Darstellung der Befunde als auch des Verlaufs und der anamnestischen
Angaben
zwischenzeitlich
unver
kennbar. Dabei sticht zunächst die ärztlicherseits durch körperliche Einschrän
kungen nicht begründbare Benutzung der Gehstöcke ins Auge und die damit verbunden
en
demonstrativen Darstellungen, welche – wie von
Dr.
C._
geschildert –
gar im
theatralischen Vorzeigen eines Sturzes bei We
gnahme der Stöcke gipfel
n können
(vgl. zum Beispiel:
Urk.
9/185/3). Unverkennbar sind auch zunehmende Dramatisierungen in den anamnestischen Angaben. So erklärte der Beschwerdeführer zum Beispiel anlässlich der psychiatrischen Abklärung von
Dr.
med.
K._
im Jahr 2007, seine drei Geschwister seien alle gesund und lebten in Bosnien (
Urk.
9/28/4). Anlässlich seines ersten Auf
enthaltes im Sanatorium
Z._
vom 1
3.
Juli 2011 machte
er sodann
die Angabe
, persönlich nicht in den Krieg involviert gewesen zu sein (
Urk.
9/167/2). In Abweichung dazu
erklärte er gem
äss Bericht des Sanatoriums
Z._
vom 1
4.
Januar 2015 im Rahmen des Aufenthaltes vom
6.
Oktober bis
4.
Dezember 2014
, nicht nur seine Mutter, sondern auch sein Bruder seien im Krieg gestor
ben, er habe im Krieg alles verloren und sei in einem Lager gewesen (
Urk.
19
S. 2). Der Schluss des Zentrums
I._
vom
4.
März 2015 sodann, wonach der Beschwerdeführer unter anderem infolge Kriegstraumata an Halluzinationen leide, basiert gar auf der Annahme einer 7-monatigen Kriegsgefangenschaft (vgl.
Urk.
24).
Diese
unverkennbaren Dramatisierungen
in den Darstellungen gehen einher mit den
zunehmend schwerwiegenderen Diagnosestellungen des Sanatoriums
Z._
und des Zentrums
I._
.
Dabei kommt man nicht umhin festzustellen, dass die jeweiligen stationären Aufenthalte im Sanatori
um
Z._
mit der angeblich
deutlichen
Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes bezeichnenderweise stets in Phasen fielen, während welcher die neuerliche Abweisung des Rentenbegehrens
-
sei es im
Verwal
tungs
- oder im Gerichtsverfahren
-
im Raum stand. Zwischen dem ersten Auf
enthalt vom
1.
bis
1
4.
Juni 2011
, welcher in das laufende Verfahren IV.2010.00986 fiel, und dem am
4.
Februar 2013 angetretenen Aufenthalt, wel
chen der Beschwerdeführer kurz nach Erlass des Vorbescheids vom
2.
November 2012 (
Urk.
9/189) antrat, was er im Einwand vom 1
0.
Januar 2013 bereits hatte mitteilen lassen (
Urk.
9/196), war offensichtlich trotz
einer
angeblich mittler
wei
le
chronifizierten
rezidivierenden schweren
Depression mit psychotischen Symptomen (vgl.
Urk.
9/199/3) kei
n weiterer Aufenthalt notwendig
gewesen
, was
zumindest Fragen aufwirft und vom Sanatorium
Z._
im Rahmen der Beurteilung des Verlaufs näher aufgegriffen hätte werden müssen
.
Die Einschätzungen des Sanatoriums
Z._
wie auch des Zentrums
I._
basieren denn auch offensichtlich
auf einer unkritischen Haltung gegenüber den Angaben des Beschwerdeführers. So legte das Sana
torium
Z._
–
augenscheinlich
ohne Aktenkenntnis - seinen Beurteilungen nicht nur eine starke körperliche Beeinträchtigung zugrunde (vgl.
Urk.
3/1, 9/199/3), sondern setzte sich auch nicht in nachvollziehbarer Weis
e mit den zunehmenden Dramatisierungen
in der biographischen Anamnese und den
vom Beschwerdeführer
geschilderten, sich in der Heftigkeit steigernden
Halluzina
tionen auseinander. Dass dem Beschwerdeführer offensichtlich eine Ausweisung in seine Heimat droht, gegen welche sich sowohl das Sanatorium
Z._
als auch das Zentrum
I._
aus medizinischer Sicht
ausspra
chen (
Urk.
11/2 S. 2, 24),
spricht
im Lichte der Rechtsprechung, wonach es einer Erfahrungstatsache entspricht, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351
E. 3b/cc)
,
zusätzlich gegen den Beweiswert der Einschätzungen dieser zwei Insti
tutionen
.
Dagegen erweist sich die Einschätzung der
Medas
als insgesamt überzeugend
. Sie
korrespondiert
denn
auch ganz wesentlich mit der Beurteilung des seit September 2007 behandelnden Psychiaters
Dr.
C._
, welcher bezeich
nenderweise weder in seinem Bericht vom
8.
September 2012 noch in demje
nigen vom 2
7.
Juli 2013 (
Urk.
9/185/2 9/205)
eine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätigkeit
aus psychiatrischer Sicht postulierte. Vielmehr sprach er sich
expliz
it dagegen aus und
erklärte
zudem
, die Überweisungen ins Sanatorium
Z._
seien jeweils (nur) im Dienste einer Standortbestimmung und der Evaluation der psychopharmakologischen Medikation erfolgt.
Eine Zustandsverschlechterung erwähnte
Dr.
C._
einzig im S
chreiben vom 2
3.
August 2014
, brachte aber
zugleich
deutlich den Zusammenhang mit dem negativen Leistungsbescheid der Beschwerdegegnerin zum Ausdruck
(
Urk.
9/225) und damit
implizit, dass nicht von einer dauernden Verschlechte
rung auszugehen sei
.
Zudem erwähnte er lediglich einen gestörten Schlaf und Nervosität.
Entsprechend hielt er auch
im Überweisungsschreiben vom
9.
September 2014 (
Urk.
9/229) an seinen bisherigen Diagnosen fest. Hinweise auf die vom Sanatorium
Z._
sodann im September
2014 notierte latente Suizidalität oder
die
Halluzinationen fehlen ebenso, wie
solche
auf eine schwere depressive Befundlage.
4.4
Damit aber ist zusammenfassend im Wesentlichen gestützt auf die Beurteilun
gen der
Medas
und von
Dr.
C._
mit überwiegender Wahrschein
lichkeit davon auszugehen, dass sich auch der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im
entscheidrelevanten
Zeitraum nicht
in einer für die Arbeitsfähigkeit wesentlichen
Weise verschlechtert hat
.
Ob sich der von
Dr.
H._
angebrachte Vorbehalt gegen die Diagnose einer
somatoformen
Schmerzstörung rechtfertigt, kann dabei offen bleiben.
Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
) und ermessensweise auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
m
Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung aber einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5.2
Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers weist in der einge
reich
ten
Kosten
note
vom
1
7.
März 2015 (
Urk.
26) für das vorliegende Verfah
ren einen Zeit
aufwand von
6 Stunden und 50 Minuten sowie Barauslagen von Fr.
59.-- aus. Diese Aufwendungen erscheinen als gerechtfertigt. Beim gerichtsüblichen
Stun
den
ansatz
von Fr. 200.
--
bis Ende 2014
und
Fr.
220.-- ab
1.
Januar 2015
resul
tiert daraus eine Entschädigung von Fr.
1‘512.70
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).