Decision ID: de12c9ee-e1bf-40a3-acc5-499158618d1b
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1973, arbeitete seit September 2015 als Sachbearbeiterin für die
Y._
, Zürich, und war dadurch bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend: AXA) gemäss
dem
Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) obligatorisch gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle versichert (vgl.
Urk.
16/A1).
Am
1
7.
Juni 2016
rutschte
sie
während des Laufens auf einer kleinen feuchten Wiesenfläche aus
und
stürzte
auf das Gesäss
(
Urk.
16/A1),
wobei sie sich das Knie und den Knöchel links verdreht
e
(
Urk.
16/A
1 f.,
Urk.
16/M2 und
Urk.
16/M10 f.
).
Im Rahmen der ärztlichen Erst
versorgung
wurde ein
Supina
tionstrauma
am oberen Sprunggelenk diagnostiziert
, welches konservativ thera
piert wurde
(
Urk.
16/M10).
In Bezug auf das linke Knie wurde nebst vorbestehen
den Knorpelschädigungen ein leichter
synovialer
Reizzustand
bei Rotations
trauma
festgestellt (
Urk.
16/M3
,
Urk.
16/M11
).
Die AXA er
brachte
die gesetz
lichen Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld).
Am 2
0.
September 2016 nahm
der beratende Arzt der AXA,
Dr.
med. Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappara
tes, zur Aktenlage Stellung (
Urk.
16/M 4). Gestützt auf diese Beurteilung stellte die AXA ihre Leistungen mit Verfügung vom 2
7.
September 2016 per 2
9.
Juli 2016 ein (
Urk.
16/A4)
, wogegen die Versicherte am 3
1.
Oktober 2016 Einsprache erhob (
Urk.
16/A9).
Diese hiess die AXA mit
Einspracheentscheid
vom 1
7.
März 2017
in dem Sinne
teilweise gut,
als sie für die Kniebeschwerden links bis zum 2
1.
November 2016 und für das linke Sprunggelenk bis zum
7.
Februar 2017 einen Leistungsanspruch bejahte.
Zudem entschied die AXA, d
ie
Taggeldleistun
gen
seien
ausgehend von
einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bis
1.
August 2016 und bei einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
vom
2.
bis 3
1.
August 2016 aus
zurichten
und per
1.
September 2016 ein
zustellen
(
Urk.
16/A14 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
2.
Mai 2017 Beschwerde
(
Urk.
1) mit dem Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und ihr seien bis zum Abschluss der unfallbedingten Behandlung auch über den 2
1.
November 2016 respektive
7.
Februar 2017 hinaus die gesetzlichen Leistungen gemäss
dem
UVG betreffend das Unfallereignis vom 1
7.
Juni 2016 auszurichten. Zudem sei festzu
stellen, dass ihre Beschwerden, die nach dem 2
1.
November 2016 respektive dem
7.
Februar 2017 bestanden hätten und nach wie vor best
ünden
,
im kausalen Zusammenhang zum Unfall vom 1
7.
Juni 2016 stehen. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur
erneuten Überprüfung unter Einholung eines umfassenden ärztlichen Gutachtens zurückzuweisen. Mit Eingabe vom 1
9.
Mai 2017 (
Urk.
7) reichte die Versicherte einen weiteren Arztbericht (
Urk.
8) ein. Mit Beschwerde
antwort vom
6.
September 2017 (
Urk.
15) stellte die AXA den Antrag, die Beschwerde vom
2.
Mai 2017 sei in dem Sinne teilweise gutzuheissen,
als
sie für die Beschwerden der Versicherten im Zusammenhang mit der
Meralgia
paraest
hetica
(Beschwerden im Bereich des Oberschenkels) bis zum 1
6.
Juni 2017 die gesetzlichen Leistungen in Form von Heilbehandlung zu erbringen habe. Im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen. Mit Replik vom 1
4.
November 2017 (
Urk.
22) hielt die Versicherte an ihren Rechtsbegehren fest
, worauf die AXA mit Schreiben vom
3.
Januar 2017 (
Urk.
26) auf die Einreichung einer Duplik ver
zichtete.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des UVG und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende
Sachverhalt
hat sich am
1
7.
Juni 2016
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in
dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör
per, die
eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
li
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsauf
hebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.5
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpartei
lichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin aller
dings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 1
7.
März 2017 (
Urk.
2) stellte sich die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen auf den Standpunkt, die Versicherte habe am 1
7.
Juni 2016 unbestrittenermassen einen Unfall im Rechtssinne erlitten (S. 4). Im Rahmen des
Einspracheverfahrens
sei die Angelegenheit ergänzend
vom
beratenden Arzt
Dr.
med
.
A._
, Facharzt für Chirurgie,
beurteilt worden. Gestützt darauf könne
die natürliche Kausalität der Symptomatik am linken Knie über den 2
9.
Juli 2016
hinaus
als gegeben erachtet und der Eintritt des Status quo sine auf den 2
1.
November 2016 festgelegt werden. Die Leistungs
pflicht für Behandlungen des linken Knies werde per dieses Datum eingestellt. Ausgehend von den Angaben der Hausärztin werde die Leistungsp
flicht für das linke Sprunggelenk per
8.
Februar 2017 eingestellt, da die Behandlung tags zuvor abgeschlossen worden sei. Die Taggeldleistungen seien gestützt auf die Stellung
nahme von
Dr.
A._
bei einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bis
1.
August 2016 sowie bei einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit vom
2.
bis 3
1.
August 2016 auszurichten und per
1.
September 2016 einzustellen (S. 5 f.).
2.2
Die Versicherte
hielt
dem in ihrer Beschwerdeschrift vom
2.
Mai 2017 (
Urk.
1) zusammengefasst entgegen, die
einzelnen
Berichte der behandelnden Ärzte seien geeignet, Zweifel an der Schlüssigkeit der Beurteilung des versicherungsinternen Facharztes zu
wecken und gar die nach wie vor bestehende Unfallkausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu belegen
. Der AXA sei der Nachweis des Wegfalls des ursächlichen Zusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und den bestehenden unfallbedingten Sprunggelenks-, Oberschenkel- und Kniebeschwer
den nicht gelungen, weshalb die Zulässigkeit der rückwirkenden Leistungsein
stellung bestritten werde
.
Eventualiter
müss
e
angesichts der ernsthaften Zweifel an der versicherungsinternen ärztlichen Beurteilung
und
der
geltenden
Unter
suchungsmaxime eine medizinische Begutachtung veranlasst werden
(S. 4).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort vom
6.
September 2017 (
Urk.
15) äusserte sich die AXA dahingehend, der behandelnde Neurologe
Dr.
med.
B._
habe im Bereich des Oberschenkels eine Schädigung des
Nervus
cutaneus
femoris
lateralis
festgestellt. Diese Verletzung habe zu einer
Meralgia
paraesthetica
geführt, wobei
diese bis zum 1
6.
Juni 2017 als unfallbedingt und danach als unfallfremd einzu
stufen sei (S. 4). Da der beratende Arzt diese Einschätzung für schlüssig befunden habe, sei davon auszugehen, dass die Oberschenkelbeschwerden in einem natür
lichen Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom 1
7.
Juni 2016 stünden. Bis zum 1
6.
Juni 2017 bestehe daher eine Leistungspflicht für die damit verbun
denen Heilbehandlungen (S. 5).
Hinsichtlich der
Restbeschwerden am Knie un
d oberen Sprunggelenk links seien die Leistungen
mit Blick auf den erreichten medizinischen Endzustand
indes zu Recht
eingestellt worden (S. 8).
2.4
Die Beschwerdeführerin
vertrat
in ihrer Replik vom 1
4.
November 2017 (
Urk.
22)
weiterhin die Auffassung
,
die AXA habe auch über den 2
1.
November 2016 res
pektive
7.
Februar 2017 hinaus die gesetzlichen Leistungen gemäss UVG zu erbringen.
Entgegen der Argumentation der Beschwerdegegnerin sei der Endzu
stand ausgehend von den Berichten der behandelnden Ärztin
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, zu den genannten Zeitpunkten noch nicht eingetreten.
3.
3.1
Strittig ist
zunächst
, ob die Beschwerdegegnerin
ihre
Leistung
en
für die Beschwerden am Knie und
am
oberen Sprunggelenk links zu Recht
nach dem
2
1.
November 2016 beziehungsweise
7.
Februar 2017
eingestellt
hat.
3.2
Die Beschwerdegegnerin
holte
einerseits
eine
versicherungsinterne ärztliche
Stel
lungnahme
ihres beratenden Arztes
Dr.
Z._
vom
2
0.
September 2016
ein
.
Dieser ist zu entnehmen, dass die Versicherte bereits vor dem 1
7.
Juni 2016 wegen Knie
beschwerden in Behandlung gewesen
ist
, wobei eine frühere MRI-Untersuchung Knorpelschädigungen gezeigt ha
t
.
Durch den Unfall
beziehungs
weise das Knietrauma
sei es mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einer
vorübergehen
den Verschlimmerung ohne zusätzliche strukturelle Veränderungen gekommen. In der Regel sei
aber
eine Kniedistorsion nach vier bis sechs Woc
hen als abgeheilt zu betrachten (
Urk.
16/M4).
Andererseits
legte die Beschwerdegegnerin die medizinischen Akten
einem weiteren beratenden Arzt,
Dr.
A._
,
zur Beurteilung vor. Dieser hielt
am 1
7.
Januar 2017 fest, dass eine einfache Kniedistorsion erfahrungsgemäss inner
halb von drei Monaten ausheile. Aufgrund des Vorzustandes sei es jedoch zu einer sich gegenseitig negativ beeinflussenden Situation zwischen den reinen Distorsionsfolgen und dem Vorzustand gekommen, was eine verzögerte Abhei
lung der Distorsion zur Folge gehabt habe. E
r
könne daher der Einschätzung des behandelnden Arztes
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
zustimmen,
wonach der Status quo sine bezüglich des linken Kniegelenks per 2
1.
November 2016 eingetreten sei. Hinsichtlich des linken Sprunggelenks seien keine Vorzustände nachweisbar
. Zwecks Beurteilung des Zeitpunktes des Eintritts des Status quo ante seien weitere Verlaufsberichte
einzuholen
(
Urk.
16/M18).
Dem kam die Beschwerdegegnerin in der Folge nach, wobei
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Allge
meine Innere Medizin,
am 2
3.
Febru
ar 2017 mitteilte, dass
die Behandlung per
7.
Februar 2017 abgeschlossen
worden sei
. Im Langzeitverlauf
sei es zu
eine
r
deutliche
n
Regredienz
der
von der Versicherten
geschilderten Beschwerden
im linken Knie und Fuss
gekommen
. Objektiv h
ätten
anlässlich der letzten Unter
suchung
weder eine Schwellung, noch eine Rötung oder
Druckdolenz
festgestellt werden können
(
Urk.
16/M17).
3.3
Entgegen der Argumentation der Beschwerdeführerin ist nicht ersichtlich, inwie
fern die Beurteilung der AXA in Anbetracht
dieser medizinischen Grundlagen
unzutreffend sein sollte.
Die von
ihr
angeführten Berichte der behandelnden Ärzte
(vgl.
Urk.
1 S. 3 f.
,
Urk.
3/3 f.,
Urk.
12 und
Urk.
23
)
sind nicht geeignet, Zweifel an der Schlüssigkeit der Stellungnahmen der versicherungsinternen Fachärzte zu
wecken, da sie sich - wenn überhaupt - nur in pauschaler Weise
und ohne nähere Begründung
zur Frage der Kausalität äus
sern.
Sie lassen denn auch weitgehend ausser Acht, dass die
stark übergewichtige
Versicherte bereits vor dem Unfallereignis über starke Schmerzen im linken Knie
gelenk geklagt hatte. In diesem Zusammenhang konnte im Rahmen radiolo
gischer Untersuchungen im Mai 2016 eine
Chondropathie
der medialen
Patell
af
acette
mit einer Knorpelläsion Grad
II-III
festgestellt werden
(
Urk.
16/M12/1, vgl. zudem
Urk.
16/M1)
.
Dr.
D._
ging daher von einer unfallbedingten Aktivie
rung der vorbestehenden Arthrose aus (
Urk.
16/M3).
Unter Hinweis auf eine gute Geh
fähigkeit, beidseits frei bewegliche Hüftgelenke, eine Beruhigung des
syno
vialen
Reizzustandes sowie die zuverlässig kontrollierende Muskulatur schloss er seine Behandlung am 2
1.
November 2016 ab (
Urk.
16/M6 f.).
Daraus
folgerte
Dr.
A._
, dass der Status quo sine
per
dieses Datum erreicht
worden
war
, wobei
er eine
verzögerte Abheilung der Distorsion
infolge von Wechselwirkungen zwischen den vorbestehenden und den unfallbedingten Beschwerden
berücksich
tigt
e
(
Urk.
16/M18).
In Bezug auf die Schmerzen am linken Sprunggelenk ist
fer
ner
anzumerken, dass
die Beschwerdegegnerin
ihre Leistungspflicht
in Anbe
tracht der A
usführungen
von
Dr.
E._
(
Urk.
16/M17)
berechtigterweise bis zum
7.
Februar 2017
befristete
. Diese Beurteilung erweist sich angesichts
der allgemeinen medizinischen Erfahrungen hinsichtlich der Heilungsdauer von Kon
tusionen (vgl.
Urk.
16/M21) sowie der
vorliegenden,
nicht auf den Unfall zurück
zuführenden Belastungsfaktoren - massives Übergewicht und Fussfehlstellung
(vgl.
Urk.
3/4 und
Urk.
16/M8 f.
)
–
zumindest als angemessen
(vgl.
Urk.
16/M20).
Gesamt
haft
ist folglich
nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin
den Leistungsanspruch für die Beschwerden am Knie und
am
oberen Sprunggelenk links bis zum 2
1.
November 2016 beziehungsweise
7.
Februar 2017 befristet hat. Ab diesen Zeitpunkten stand der Eintritt des Status quo sine
vel
ante
mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit
fest, weshalb der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem
Unfallereignis und den bestehenden Beschwerden
entfiel.
Dem steht
angesichts des degenerativen Vorzustandes
im Kniegelenk
sowie der
nicht auf das Ereignis vom 1
7.
Juni 2016 zurückzuführenden
körperlichen Belastungs
faktoren
insbesondere
auch
nicht entgegen, dass die Versicherte nach der Leis
tungseinstellung weiterhin
über Restbeschwerden klagte und
Heilbehandlung
in Form von
Physiotherapien in Anspruch nahm (vgl.
Urk.
3/4
,
Urk.
12
und
Urk.
23)
.
4.
4.1
Hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin
überdies
geklagten Beschwerden am linken Oberschenkel
legte
Dr.
B._
in seinem Bericht vom
5.
Mai 2017 dar, dass das Ausrutschen mit dem rechten Fuss am 1
7.
Juni 2016 wahrscheinlich zu einer Überstreckung des linken Hüftgelenks geführt habe. Hierdurch sei der
Nervus
cutaneus
femoris
lateralis
am Leistenband links an seiner Durchtrittsstelle durch die
Abdominalmuskulatur
wohl gezerrt worden, weshalb wahrscheinlich eine posttraumatische
Meralgia
paraesthetica
links vorliege. Bei einer ausschliesslich traumatischen Genese dieser
Meralg
ia
sei mit einer kontinu
ierlichen Rückbildung der Nervenreizsymptomatik innert zwölf Monaten ab Unfalldatum zu rechnen.
W
ürden
die Symptome
über
ein Jahr an
dauern
, so sei von einem unfallfremden Faktor auszugehen, da eine abdominale Adipositas die Entstehung einer
Meralgi
a
begünstigen könne (
Urk.
8 S. 2).
Dr.
med. F._
, Facharzt für Chirurgie, schloss sich diesen Ausführungen
mit
Stellungnahme vom 1
7.
Juli 2017 an. Die Schädigung am linken Oberschenkel sei
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 1
7.
Juni 2016 zurückzuführen. Der Status quo sine sei ein Jahr nach dem Ereignis erreicht worden (
Urk.
16/M
20 S. 2 f.).
Vor diesem Hintergrund
, das heisst den Äusserungen von
Dr.
B._
und
Dr.
F._
,
ist den übereinstimmenden Parteianträgen zu entsprechen
und
der angefochtene
Einspracheentscheid
dahingehend zu korrigieren, dass die Beschwerdegegnerin für die Beschwerden im Zusammenhang mit der
Meralgia
paraesthetica
jedenfalls
bis zum 1
6.
Juni 2017 die gesetzlichen Leistu
ngen in Form von Heilbehandlung noch
zu erbringen ha
t
(vgl.
Urk.
15 S. 2 und
Urk.
22 S. 2).
4.2
Im Verlauf des Beschwerdeverfahrens reichte die
Beschwerdegegnerin
zusammen mit der Beschwerdeantwort vom
6.
September 2017 (
Urk.
15) unter anderem eine abschliessende Beurteilung ihres beratenden Arztes
Dr.
F._
vom 1
7.
Juli 2017 ein (
Urk.
16/M20). Darin hob
Dr.
F._
betreffend die geklagten Beschwerden am rechten
Oberschenkel den Bericht des Neurologen
Dr.
B._
vom
5.
Mai 2017 hervor und schloss sich in seiner Beurteilung den Ausführungen von
Dr.
B._
an (
Urk.
16/M20 S. 2). Er zitierte diesen, dass es bei der Beschwerdeführerin beim Ausrutschen mit dem rechten Fuss auf nassem Gras wahrscheinlich zu einer Über
streckung des linken Hüftgelenks gekommen sei. Hierdurch sei wohl der
Nervus
Cutaneus
femoris
lateralis
am Leistenband an seiner Durchtrittsstelle durch die abdominale Muskulatur gezerrt worden. Es liege also eine wahrscheinlich post
traumatische
Meralgia
parästhetica
links vor. Es fänden sich keine Hinweise auf eine Schädigung der Nervenwurzel L3 oder L4 oder auf eine Läsion des Plexus
lumbalis
links. An der unfallbedingten Ursache dieser Neuropathie
bestehe
kein Zweifel. Allerdings sei bei einer ausschliesslich traumatischen Genese der
Meral
gi
a
mit einer kontinuierlichen Rückbildung der Nervenreizsymptomatik innert 12 Monaten ab Unfalldatum zu rechnen. Da bekanntlich eine abdominale Adipositas die Entstehung einer
Meralgia
begünstigen könne, wäre bei mehr als 1 Jahr dau
ernden Krankheitssymptomen ein unfallfremder Faktor (abdominale Adipositas) anzunehmen. Die Behandlung dieser postdramatischen (gemeint wohl: posttrau
matischen)
Meralgia
links bestehe in einer kontinuierlichen Gewichtsabnahme.
4.3
Gemäss dem in
Art.
64
Abs.
1 ATSG verankerten Grundsatz der absoluten Prio
rität hat ausschliesslich eine einzige Sozialversicherung die Heilbehandlung (soweit diese Leistung gesetzlich vorgeschrieben ist) zu übernehmen. Der in der Prioritätenordnung von
Art.
64
Abs.
2 ATSG subsidiäre Sozialversicherungsträ
ger wird nicht leistungspflichtig (BGE 134 V 1 E. 6.1 mit Hinweisen). Bei der Koordination von Heilbehandlungen gilt nach
Art.
64
Abs.
1 und
Abs.
2 ATSG das Prioritätsprinzip. Im ambulanten Bereich tritt
Art.
36
Abs.
1 UVG neben die Regelung von
Art.
64
ATSG
(
Kieser
,
Kommentar zum
ATSG
,
3.
Aufl., Zürich 2015,
N.
24
zu
Art.
64
;
BBl
1999 4631). Danach werden die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die Taggelder und
Hilflosenentschädigungen
nicht gekürzt, wenn die Gesundheitsschädigung nur teilweise Folge eines Unfalles ist.
Somit bestand anfänglich eine ausschliessliche Leistungspflicht der Beschwerde
gegnerin bezüglich der Heilbehandlung. Dies ist
in Bezug auf die
Meralgia
umso mehr zu bejahen, als
für diese
ausdrücklich
nur
eine traumatische Genese attes
tiert worden ist. Davon ist auch die Beschwerdegegnerin ausgegangen. Sie hielt jedoch die Einstellung der Leistungen für angebracht, da bekanntlich eine abdo
minale Adipositas die Entstehung einer
Meralgia
begünstigen
könne
und daher bei einer mehr als
ein
Jahr dauernden Krankheitssymptomatik ein unfallfremder Faktor in Form der
abdominalen Adipositas anzunehmen sei. Zudem bestehe die Behandlung der posttraumatischen
Meralgia
links ja gerade in einer kontinuier
lichen Gewichtsabnahme.
4.4
Aus
Art.
19
Abs.
1 UVG ergibt sich, dass die Heilbehandlung und die Taggeld
leistungen erst dahinfallen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Inva
lidenversicherung abgeschlossen sind. Ist dieser Zeitpunkt gekommen, wird der Anspruch auf eine Rente geprüft. Ist einerseits der Abschluss der vorübergehen
den Leistungen erfolgt, weil von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung im Sinne von
Art.
19
Abs.
1 UVG mehr erwartet werden konnte, und sind andererseits die Voraussetzungen von
Art.
21
Abs.
1 UVG nicht erfüllt, hat die obligatorische Krankenpflegeversicherung für die (weiterhin) not
wendige Heilbehandlung aufzukommen (BGE 134 V 109 E. 4.2 S. 115).
Die Begründung für die Einstellung
der
Leistungen im
Einspracheentscheid
, dass bekanntlich eine abdominale Adipositas die Entstehung einer
Meralgia
begünsti
gen könne und daher bei einer mehr als
ein
Jahr dauernden Krankheitssympto
matik ein unfallfremder Faktor in Form der abdominalen Adipositas anzunehmen sei, genügt den gesetzlichen Anforderungen nicht. Denn wenn die abdominale Adipositas die Entstehung einer
Meralgia
begünstigen konnte, so ist es anhand der medizinischen Unterlagen, auf welche die Beschwerdegegnerin abgestellt hat, allenfalls möglich, aber nicht überwiegend wahrscheinlich, dass sie es auch getan hat. Und kann dieser Beweis nicht als erbracht gelten, so wirkt sich die Beweis
losigkeit zu Ungunsten der Beschwerdegegnerin aus. Auch das von der Beschwer
degegnerin vorgebrachte Argument, dass die Behandlung der posttraumatischen
Meralgia
links gerade in einer kontinuierlichen Gewichtsabnahme bestehe, kann nicht zu einer Einstellung der Leistungen führen. Denn diese kontinuierliche Gewichtsabnahme und deren Zumutbarkeit sind bis jetzt noch nicht eingehend diskutiert worden, geschweige denn erfolgten der Beschwerdeführerin gegenüber diesbezüglich formelle Auflagen
im Rahmen und
unter dem Titel
der Schaden
minderungspflicht (
Art.
21
Abs.
4 Satz 1
ATSG; Urteil des Bundesgerichts 8C_311/2010 vom 1
1.
August 2010)
. Die von der Beschwerdegegnerin vorge
brachten Argument
e
genügen somit für den Fallabschluss
betreffend die
post
traumatische
Meralgia
parästhetica
links
nicht
,
weshalb die
AXA
verpflichtet ist, die gesetzlichen Leistungen
auch
nach dem
1
6.
Juni
201
7
weiterhin zu erbringen, bis im Sinn von
Art.
19
Abs.
1 UVG von der Fortsetzung der ärztlichen
Behand
lung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann.
5.
Die Beschwerdegegnerin
sprach der
Versicherten
im Weiteren bis
1.
August 2016 ausgehend von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit und danach bis 3
1.
August 2016 bei einer Arbeits
un
fähigkeit von 50
%
Taggeldleistungen zu (
Urk.
2 S. 6).
Dabei stützte sie sich auf die Stellungnahme von
Dr.
A._
vom 1
7.
Januar 2017 (
Urk.
16/M18 S.
2).
Die Beschwerdeführerin erhob hiergegen - soweit ersichtlich
- weder in der Beschwerdeschrift vom
2.
Mai 2017 (
Urk.
1) noch in der Replik vom 1
4.
Novem
ber 2017 (
Urk.
22)
substantiierte Einwände, weshalb sich Weiterungen erübrigen.
Die Beurteilung von
Dr.
A._
leuchtet
jedenfalls
sowohl mit Blick auf die kör
perlichen Einschränkungen der Versicherten als auch ihre berufliche Tätigkeit als Sachbearbeiterin (vgl.
Urk.
16/A1) ein.
Sie weicht ausserdem nicht wesentlich von den Einschätzungen der behandelnden Ärzte ab (vgl.
Urk.
16/M8
S. 2,
Urk.
16/M11 S. 2
und
Urk.
16/M12/2 f.
).
6.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen in Bezug auf die von der Versicherten geklagten Beschwerden am Knie und obe
ren Sprunggelenk links zu Recht per 2
1.
November 2016 beziehungsweise
7.
Februar 2017 eingestellt hat, da der Status quo sine
vel
ante
spätestens zu diesen Zeitpunkten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erreicht war.
Hinsicht
lich der Beschwerden am linken Oberschenkel ist
die AXA verpflichtet, die gesetzlichen Leistungen
in Form von Heilbehandlung
nach dem
1
6.
Juni 2017
weiterhin zu erbringen, bis im Sinn von
Art.
19
Abs.
1 UVG von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann
.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 1
7.
März 2017 (
Urk.
2) ist dem
zufolge
in dieser Hinsicht abzuändern.
7
.
7
.1
Das Beschwerdeverfahren ist kostenlos (
Art.
1
Abs.
1 UVG in Verbindung mit
Art.
61
lit
. a ATSG).
7
.2
Ausgangsgemäss steht der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung zu, die gemäss
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen ist.
Unter Berücksichtigung des bloss teilweisen Obsiegens wird die Beschwerde
gegnerin
verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine reduziert
e Prozessentschädi
gung von
Fr.
8
00.-- (inkl. Barauslagen und 8
%
Mehrwertsteuer) zu bezahlen.