Decision ID: 899167e7-4b15-4978-9306-8305892142a6
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. Das im Eigentum von P._ stehende Grundstück Nr. 00_, Grundbuch X._, liegt
gemäss Zonenplan der Gemeinde X._ vom 25. Januar 1995 in der Kernzone K2 und
ist mit einem Wohnhaus überbaut. Gemäss Schutzverordnung der Gemeinde X._ vom
10. Dezember 2012 (SchV) befindet sich das Grundstück im Ortsbildschutzgebiet,
wobei das Wohnhaus darüber hinaus als geschütztes Einzelobjekt aufgenommen ist.
Am 1. Dezember 2016 reichte P._ bei der Gemeinde X._ ein Baugesuch für den
Neubau eines Einfamilienhauses (EFH) mit einem Grundriss von 8 x 6.75 m und zwei
Geschossen im südlichen, noch unüberbauten Teil des Grundstücks Nr. 00_ ein.
Während der Auflagefrist erhoben A._ und B._, C._ und D._ sowie E._ und F._,
alle vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Alex Keller, St. Gallen, Einsprache gegen das
Bauprojekt.
b. Mit Beschluss vom 26. Juni 2017 wies der Gemeinderat X._ die Einsprache im Sinn

der Erwägungen ab (Ziff. 2) und erteilte die Baubewilligung für den Neubau des EFH
(Verfügung vom 7. Juli 2017; act. G 8/6/26), wobei er festhielt, dass mit den
Bauarbeiten erst begonnen werden dürfe, wenn die Baubewilligung in Rechtskraft
erwachsen sei (Ziff. 3). Zur Begründung hielt er unter anderem fest, aufgrund der
konkreten Umstände und der Situation im Dorfkern mit sehr geringem täglichem
Verkehrsaufkommen sei die K._-strasse als hinreichende strassenmässige
Erschliessung zu betrachten (act. G 8/6/27). Den gegen diesen Beschluss erhobenen
Rekurs vom 24. Juli 2017 (act. G 8/1, 8/3) wies das Baudepartement des Kantons St.
Gallen, nachdem es am 14. November 2017 einen Augenschein an Ort durchgeführt
hatte (act. G 8/13 f.), mit Entscheid vom 19. Februar 2018 ab (act. G 2).
B.
a. Gegen diesen Rekursentscheid erhob Rechtsanwalt Keller für A._ und B._, C._
und D._ und E._ und F._ mit Eingabe vom 7. März 2018 Beschwerde mit den
Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben (Ziff. 1), der Einsprache-Entscheid vom
26. Juni 2017 sei aufzuheben (Ziff. 2), die Baubewilligung vom 7. Juli 2017 sei
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aufzuheben (Ziff. 3) und das Baugesuch der Beschwerdegegnerin sei unter
Gutheissung der Einsprache der Rekurrenten abzuweisen (Ziff. 4), unter Kostenfolge
(Ziff. 5; act. G 1). In der Beschwerdeergänzung vom 16. April 2018 stellte er den Antrag,
der Entscheid vom 19. Februar 2018 sei aufzuheben, unter Kostenfolge (act. G 5).
b. In der Vernehmlassung vom 26. April 2018 beantragte die Vorinstanz Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf den angefochtenen Entscheid und
äusserte sich ergänzend zu den Vorbringen in der Beschwerde (act. G 7). Die
Beschwerdebeteiligte beantragte Abweisung der Beschwerde und verwies zur
Begründung auf den Baubewilligungs- und Einspracheentscheid (act. G 10). Die
Beschwerdegegnerin stellte ebenfalls Antrag auf Abweisung der Beschwerde (act. G
11).
c. In der Stellungnahme vom 22. Mai 2018 bestätigten die Beschwerdeführer ihren
Standpunkt (act. G 13).
d. Auf die Vorbringen in den Eingaben des vorliegenden Verfahrens wird, soweit für den
Entscheid wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die
Beschwerdeführer sind zur Beschwerde legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45
Abs. 1 VRP): Sie sind Adressaten des Rekursentscheids, mit welchen der von ihnen
erhobene Rekurs gegen den von der Beschwerdebeteiligten erlassenen
Einspracheentscheid und die Baubewilligung abgewiesen wurde. Im Weiteren wurden
sowohl die Beschwerdeeingabe als auch die Beschwerdeergänzung innert Frist
eingereicht. Sie entsprechen in sachlicher und inhaltlicher Hinsicht den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP).
Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. Da mit der Beschwerde (act. G 1) gegen den
Rekursentscheid die Abweisung der Einsprache und die Erteilung der Baubewilligung
notwendigerweise inhaltlich mit angefochten sind, wäre auf die Beschwerde insoweit
nicht einzutreten, als damit die Aufhebung des Einspracheentscheids und der
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Baubewilligung der Beschwerdebeteiligten (act. G 1 I./2f.) beantragt wird
(Devolutiveffekt; vgl. BGer 1C_150/2012 vom 6. März 2013 E. 1; BGE 134 II 142 E. 1.4).
In der Beschwerdeergänzung (act. G 5) wurden diese Anträge jedoch nicht mehr
bestätigt.
2.
2.1. Nach Art. 173 des Planungs- und Baugesetzes (sGS 731.1; PBG), in Kraft seit
1. Oktober 2017, werden bei Vollzugsbeginn des PBG hängige
Baubewilligungsverfahren grundsätzlich nach jenem Recht beurteilt, das im Zeitpunkt
des erstinstanzlichen Entscheids der Baubewilligungsbehörde Gültigkeit hatte. Der
ablehnende Entscheid der Baubehörde datiert vom 26. Juni 2017, weshalb vorliegend
das Baugesetz (BauG, sGS 731.1) in der bis 30. September 2017 gültig gewesenen
Fassung zur Anwendung kommt. Streitig ist, ob das Bauprojekt der
Beschwerdegegnerin über eine zureichende strassenmässige Erschliessung verfügt.
Das geplante EFH auf Grundstück Nr. 00_ soll über die K._-strasse erschlossen
werden. Gemäss den Gesuchsunterlagen sind im Südwesten des Grundstücks zwei
PW-Abstellplätze vorgesehen.
2.2. Nach Art. 22 Abs. 2 lit. b des Raumplanungsgesetzes (SR 700, RPG) dürfen
Baubewilligungen nur erteilt werden, wenn das Land im Sinn von Art. 19 Abs. 1 RPG
erschlossen ist. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn es über eine hinreichende
Zu- und Wegfahrt verfügt und wenn die ausreichende Versorgung mit Trinkwasser und
Energie sowie die Abwasser- und die Abfallbeseitigung nach der Gesetzgebung über
den Gewässer- und den Umweltschutz gewährleistet sind (Art. 49 Abs. 2 lit. a und b
BauG). Nach Art. 63 Abs. 2 des Strassengesetzes (StrG, sGS 732.1) werden Zufahrten
bewilligt, wenn weder die Strasse beeinträchtigt noch der Verkehr gefährdet wird. Eine
Zufahrt ist als hinreichend zu betrachten, wenn sie tatsächlich so beschaffen ist, dass
sie bau- und verkehrstechnisch der bestehenden und geplanten Überbauung und
Nutzung genügt, den zu erwartenden Fahrzeugen und Fussgängern sicheren Weg
bietet und von den öffentlichen Diensten wie Feuerwehr, Sanität, Kehrichtabfuhr und
Schneeräumung ungehindert benützt werden kann und - wenn sie über fremdes
Grundeigentum führt - rechtlich gesichert ist. Nicht unbedingt erforderlich ist, dass
Kreuzungsmanöver zwischen Motorfahrzeugen auf der ganzen Strecke möglich sind.
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Unter Umständen genügen zweckmässig angeordnete Kreuzungsstellen. Zur
hinreichenden Zufahrt gehört auch das Verbindungsstück von der öffentlich
zugänglichen Strasse zum Baugrundstück (VerwGE B 2013/70 vom 8. Juli 2014, E. 2,
mit Hinweis auf B. Heer, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 508ff.
und Rz. 513f.; GVP 1988 Nr. 97 E. 2a mit Hinweisen). Stets ist das gesamte Gebiet,
welches von einer Strasse erschlossen wird, zu berücksichtigen. Im Hinblick auf den
planerischen Zweck ist eine Zufahrt nur dann als genügend zu betrachten, wenn sie auf
die Baumöglichkeiten der geltenden Zonenordnung abgestimmt ist. Es wäre nicht
zulässig, diejenigen Bauherren, welche in einem grösseren Baugebiet zuerst bauen und
für ihre Vorhaben eine genügende Zufahrt haben, zum Bau zuzulassen, während von
einem gewissen Verkehrsaufkommen an die Zufahrt als ungenügend qualifiziert wird
(VerwGE B 2014/18 vom 24. März 2015, E. 3.1 m.H.).
2.3. Für die Beurteilung der technischen Anforderungen an eine hinreichende Zufahrt
sind grundsätzlich die Normen der Vereinigung Schweizerischer Strassenfachleute
(VSS) massgebend, wobei ihre Anwendung im Einzelfall dem Grundsatz der
Verhältnismässigkeit entsprechen muss und sie nicht ungeachtet der konkreten
Verhältnisse zugrunde gelegt werden dürfen (VerwGE B 2015/14 vom 20. Januar 2017,
E. 11.1; VerwGE B 2011/110 vom 20. März 2012, E. 4; GVP 1990 Nr. 99). Nach der
VSS-Norm SN 640 045 "Projektierung, Grundlagen; Strassentyp
Erschliessungsstrassen" vom April 1992, Ziff. 5 Abs. 1, werden die
Sicherheitsanforderungen an Erschliessungsstrassen allgemein durch geringe
Verkehrsmengen und niedrige Geschwindigkeiten angestrebt, weshalb der
Ausbaustandard generell niedrig anzusetzen ist. Der Erschliessungsstrassentyp
"Zufahrtsstrasse" ist zur Erschliessung von Siedlungsgebieten bis 150 Wohneinheiten
anzuwenden. Sie ist auf den Grundbegegnungsfall "PW-PW bei reduzierter
Geschwindigkeit" und auf eine Belastbarkeit von 100 Fahrzeugen pro Stunde
auszulegen (VSS Norm a.a.O., Ziff. 8 Abs. 2 Tabelle 1). Der Erschliessungsstrassentyp
"Zufahrtsweg" dient der Erschliessung von bis zu 30 Wohneinheiten. Er ist auf den
Grundbegegnungsfall "PW/Fahrrad bei stark reduzierter Geschwindigkeit" und eine
durchschnittliche stündliche Verkehrsbelastung von maximal 50 Fahrzeugen
ausgerichtet. Für Zufahrtswege genügt ein Fahrstreifen; sie müssen in der Regel keinen
Wendeplatz aufweisen und nicht durchgehend befahrbar sein. Es handelt sich um
Fusswege, die zum gelegentlichen Befahren mit Motorfahrzeugen vorgesehen und
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entsprechend befestigt sind. Für die seltenen Begegnungsfälle zwischen
Motorfahrzeugen können angrenzende Bankettflächen und Vorplätze einbezogen
werden (VSS Norm a.a.O., Ziff. 8 Abs. 6).
Gemäss VSS Norm SN 640 201 "Geometrisches Normalprofil" vom Oktober 1992
beträgt das für einen Personenwagen erforderliche horizontale Lichtraumprofil 2 bis 2.1
m bei Geschwindigkeiten von 0 bis 40 km/h, für einen Lastwagen bzw. ein
landwirtschaftliches Fahrzeug beträgt das horizontale Lichtraumprofil bei den
erwähnten Geschwindigkeiten 2.7 bis 2.8 m und dasjenige eines Fahrradlenkers 0.9 bis
1.1 m. Bei stark reduzierter Geschwindigkeit (bis 30 km/h) ist beim
Grundbegegnungsfall PW/Fahrrad eine Strassenbreite von mindestens 3.4 m (keine
Steigungen) und beim Begegnungsfall PW/PW eine Breite von mindestens 4.4 m
erforderlich (vgl. VerwGE B 2015/14 vom 20. Januar 2017, E. 11.1).
2.4. Im Amtsbericht vom 6. November 2017 legte das Tiefbauamt unter anderem dar,
bei der K._-strasse, welche als Gemeindestrasse 2. Klasse ein Quartier mit insgesamt
10 Wohneinheiten erschliesse, handle es sich insbesondere aufgrund ihrer Bedeutung
und den geringen Verkehrsmengen um einen Zufahrtsweg gemäss VSS Norm SN 640
045. Die gesamte minimale Fahrbahnbreite betrage bei der Annahme eines
Kreuzungsfalles PW/Fahrrad bei reduzierter Geschwindigkeit (Grundbegegnungsfall)
3.4 bis 4.2 m. Mit einer Breite der L._-strasse von 4 m auf der ganzen Strassenlänge
würden die in der Regel für einen Zufahrtsweg geforderten 3.5 m überschritten,
weshalb auch das Kreuzen im Grundbegegnungsfall PW/Fahrrad bei stark reduzierter
Geschwindigkeit (30 km/h) problemlos möglich sei. Durch die neue Wohneinheit werde
die bestehende Situation zudem nicht verändert (act. G 8/10).
2.5. Im angefochtenen Entscheid kam die Vorinstanz unter anderem zum Schluss, für
die Klassierung als "Zufahrtsweg" sei das die 10 Wohneinheiten erschliessende und als
Gemeindestrasse 2. Klasse ausgeschiedene, rund 120 m lange Teilstück der K._-
strasse massgebend. Dass die K._-strasse danach noch mehrere hundert Meter
ausserhalb der Bauzone verlaufe, sei unbeachtlich, da keine zusätzlichen
Wohneinheiten erschlossen würden und kein funktioneller Zusammenhang bestehe.
Das tägliche Verkehrsaufkommen sei als sehr gering einzuschätzen und dürfte, wie
auch der während des Feierabendverkehrs durchgeführte Augenschein gezeigt habe,
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rund 50 Fahrzeugbewegungen nicht übersteigen. Darüber hinaus sei davon
auszugehen, dass die Zufahrten zum Quartier in der Regel von der M._-strasse her
erfolgen würden. Nicht massgebend sei, dass die K._-strasse nicht als reiner Fussweg
ausgestaltet sei, da Zufahrtswege zum gelegentlichen Befahren vorgesehen und
entsprechend befestigt seien. Gemäss VSS Norm SN 640 201 sei bei stark reduzierter
Geschwindigkeit (bis 30 km/h) beim Grundbegegnungsfall PW/Fahrrad eine
Strassenbreite von mindestens 3.4 m (keine Steigungen) und beim Begegnungsfall PW/
PW eine Breite von mindestens 4.4 m erforderlich. Entsprechend sei die K._-strasse
als Zufahrtsweg (ohne Steigungen) ausreichend dimensioniert. Weil von den über die
K._-strasse erschlossenen Grundstücken kein relevanter Motorfahrzeugverkehr
ausgehe, werde es zum Begegnungsfall sich kreuzender PW nur selten kommen.
Allerdings verlaufe die K._-strasse zu Beginn in einer leichten Kurve nach Westen,
weshalb der Strassenverlauf unter anderem aufgrund verschiedener Bepflanzungen
und Anlagen am Strassenrand nicht immer übersichtlich sei. Eine Ausweichstelle für
den Begegnungsfall PW/PW befinde sich bei der Verzweigung mit dem J._-weg etwa
10 bzw. 20 m von den geplanten Parkplätzen entfernt, ungefähr in der Hälfte der für die
Erschliessung des Gebiets massgeblichen Strecke. Da eine direkte Sichtverbindung
von der Aufweitung der Strasse zur Einmündung der M._-strasse je nach Jahreszeit
und Witterung erst wenige Meter nach der Ausweichstelle möglich sei, müsste im
seltenen Begegnungsfall PW/PW wenige Meter auf die Ausweichstelle zurückgesetzt
werden, damit von der M._-strasse einfahrende PW ohne Rückstau und
Inanspruchnahme privater Grundstücke in die K._-strasse einfahren könnten. Für die
Verkehrssicherheit sei das (seltene) Zurücksetzen im Schritttempo (vielfach mit
integrierter Rückfahrhilfe) nicht von Belang. Für die Einfahrt zu den geplanten
Parkplätzen sei aufgrund der geringen Entfernung zur M._-strasse gar kein
Kreuzungs- bzw. Rückfahrmanöver notwendig (act. G 2 S. 7-9).
Angesichts dieser Umstände sowie der am Augenschein festgestellten örtlichen
Gegebenheiten erweise sich die bestehende Ausweichstelle als genügend. Die von den
Beschwerdeführern verlangten Ausweichstellen im Einmündungsbereich zur M._-
strasse sowie auf der östlichen und westlichen Strassenseite wären aufgrund der
gewachsenen Strukturen im Ortskern von X._ - sofern überhaupt - nur mit
unverhältnismässigem Aufwand realisierbar. Im Übrigen habe der am Augenschein
anwesende Vertreter der kantonalen Fachstelle die hinreichende Erschliessung auch in
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Sachen Verkehrssicherheit bestätigt. Die Notwendigkeit einer zusätzlichen Beurteilung
durch die Kantonspolizei sei nicht ersichtlich, zumal auch die ortskundige Vorinstanz
diesbezüglich keinen Anlass für weitere Abklärungen gesehen habe. Wie sich im
Weiteren am Augenschein gezeigt habe, liessen die örtlichen und baulichen
Verhältnisse im Einmündungsbereich eine Anpassung desselben kaum zu. Im Bereich
der Einmündung und etwas dahinter befänden sich ein markanter Einzelbaum sowie
ein gemauerter Kellerabgang. Beim Gebäude (Vers.-Nr. 01_) auf dem Baugrundstück
handle es sich zudem um ein Einzelschutzobjekt in dem von einem
Ortsbildschutzgebiet überlagerten Dorfzentrum von X._. Selbst wenn der nicht
konkretisierte Einwand der Beschwerdeführer hinsichtlich technischer Vorgaben von
Knoten zutreffen würde, sei eine Anpassung des Einmündungsbereichs aufgrund der
örtlichen Verhältnisse für das vorliegende Bauvorhaben - sofern überhaupt - nur mit
unverhältnismässigem Aufwand möglich. Wie Strassenplan und Orthofoto
(www.geoportal.ch) zeigen würden, unterschieden sich die tatsächlichen Verhältnisse
der übrigen Gemeindestrassen im Dorfkern von X._ derart, dass die verschiedenen
Strassen nicht miteinander verglichen werden könnten. Im Vergleich zeige sich, dass
Charakter und Funktion der K._-strasse von den übrigen Gemeindestrassen 2. Klasse
abweichen würden. Im Gegensatz etwa zur O._- oder R._-strasse erschliesse die
K._-strasse nur sehr wenige Grundstücke, welche hauptsächlich mit EFH's überbaut
seien. Zudem habe sie nur sehr untergeordnete Verbindungsfunktion und führe
grösstenteils ausserhalb des Siedlungsgebiets zum Naherholungsgebiet Y._, ohne
wesentliche Erschliessungsachsen zu tangieren. Zudem könne von den blosse
Richtlinien bildenden VSS-Normen im Einzelfall abgewichen werden. Zu
berücksichtigen sei zudem, dass sich das Bauvorhaben im rückwärtigen Bereich des
direkt an der M._-strasse gelegenen Grundstücks Nr. 00_ befinde und nur bis rund
30 m von dieser entfernt erschlossen werde. Mit dem bescheidenen Wohnhaus der
Beschwerdegegnerin in einem der letzten überbaubaren Bereiche des Quartiers
würden zudem Anliegen der Raumplanung (Verdichtung, haushälterische
Bodennutzung) mitberücksichtigt. Insgesamt sei der Entscheid der
Baubewilligungsbehörde nicht zu beanstanden. Allfällige Abweichungen von den VSS-
Normen würden sich als anzeigt und verhältnismässig erweisen (act. G 2 S. 9 f.).
2.6. Die Beschwerdeführer wenden ein, aus dem angefochtenen Entscheid ergebe sich
nicht, weshalb die Erstellung von drei zusätzlichen Ausweichstellen, die Entfernung von
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Sichtbehinderungen sowie die Aufweitung der K._-strasse im Bereich der Einmündung
in die M._-strasse auf 4.4 m unverhältnismässig sei. Die Einstufung der K._-strasse
als Zufahrtsweg bau auf einem unrichtig festgestellten Sachverhalt auf. Es sei nicht
nachvollziehbar, warum die K._-strasse in zwei funktional unabhängige Teilstücke
aufgeteilt werden solle. Sie führe im Gegenteil als Ganzes den aus W._ und Q._
zugeführten Verkehr ins Quartier und zur M._-strasse. Sie werde auch für die Wegfahrt
nach W._ und Q._ genutzt. Die K._-strasse diene als Ganzes dem
landwirtschaftlichen Verkehr. Während des Feierabendverkehrs sei die M._-strasse
stark befahren, weshalb Zufahrten aus und Wegfahrten in die K._-strasse erschwert
würden. Es sei daher davon auszugehen, dass die K._-strasse nicht ausschliesslich
auf den Grundbegegnungsfall PW/Fahrrad auszurichten und auch dem Begegnungsfall
PW/PW Rechnung zu tragen sei. Ab der Verzweigung mit dem J._-weg bestehe keine
Sichtverbindung zur rund 40 m entfernten Einmündung in die M._-strasse. Damit
müsse von der Erforderlichkeit von Rückwärtsfahrten bis knapp 40 m ausgegangen
werden. Rückwärts dürfe immer nur im Schritttempo gefahren werden (Art. 17 Abs. 2
der Verkehrsregelnverordnung, VRV; SR 741.11). Bei der Beurteilung der
Verkehrssicherheit dürfe nicht davon ausgegangen werden, dass Fahrzeuge "vielfach
mit integrierter Rückfahrhilfe" ausgestattet seien. Die meisten Fahrzeuge verfügten
nicht über Fahrassistenzsysteme. Auf der K._-strasse sei ein Kreuzen von
Personenwagen nur im Mündungsbereich des J._-wegs möglich. Im Begegnungsfall
PW/PW seien deshalb regelmässig Rückwärtsfahrten erforderlich, durch welche die
Verkehrssicherheit gefährdet werde, weil sie über einen unübersichtlichen
Strassenverlauf auf unübersichtliche Strassenverzweigungen erfolgen müssten. Die
Beurteilung, dass die bestehende Ausweichstelle genügend sei, sei offensichtlich
falsch. Für eine hinreichende strassenmässige Erschliessung müssten mindestens drei
weitere Kreuzungsstellen erstellt werden. Zudem müssten bestehende
Sichtbehinderungen entfernt werden. Die Vorinstanz begründe nicht, warum diese
Massnahmen nur mit unverhältnismässigem Aufwand realisierbar sein sollten. Die
Massnahmen seien geeignet, die Verkehrssicherheit zu erhöhen, weil sie ein
gefahrloses Kreuzen von PW's ermöglichen würden. Warum die Vorinstanz die für die
Beurteilung der Verkehrssicherheit zuständige Kantonspolizei nicht beiziehen wolle, sei
nicht nachvollziehbar. Nachdem die K._-strasse bereits für die bestehende
Überbauung keine hinreichende Erschliessung darstelle, müsse unbeachtlich bleiben,
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dass durch das verfahrensauslösende Baugesuch nur wenig Verkehr generiert werde.
Ins Gewicht falle mehr, dass die neuen Parkplätze in jenem Bereich geplant seien,
dessen Übersichtlichkeit durch den Mündungsbereich des J._-wegs eingeschränkt
werde und der für eine Ausweichstelle besonders geeignet sei (act. G 5).
3.
3.1. Die K._-strasse verläuft als durchwegs ca. 4 m breite Gemeindestrasse 2. Klasse
von der M._-strasse ungefähr 125 m bis zur Bauzonengrenze beim Grundstück Nr.
02_ (vgl. dazu Fotos in act. G 8/14). Danach führt sie als Gemeindestrasse 3. Klasse
ausserhalb der Bauzone nach rund 1.6 km bis zur Y._-strasse (www.geoportal.ch). Die
K._-strasse dient im Wesentlichen der Zufahrt zu den Anwohnergrundstücken bzw.,
gemäss Darlegungen der Beschwerdeführer (act. G 5 S. 4 Ziff. 18), der Zu- und
Wegfahrt von und nach Q._ und W._. Der von den Beschwerdeführern angeführte
Umstand, dass auf dieser Strasse auch landwirtschaftliche Fahrzeuge verkehren,
vermag die Kategorisierung als Zufahrtsweg nicht in Frage zu stellen, zumal
Erschliessungsstrassen allen Verkehrsteilnehmern (auch den landwirtschaftlichen
Anstössern) offenstehen (vgl. VSS-Norm 645 045 Ziff. 5). Zutreffend ist das Vorbringen
der Beschwerdeführer, dass die K._-strasse nicht ausschliesslich auf den
Grundbegegnungsfall PW/Fahrrad auszurichten und auch dem Begegnungsfall PW/PW
Rechnung zu tragen sei (act. G 5 S. 5). Dies ändert jedoch nichts daran, dass der
Begegnungsfall PW/PW auf der K._-strasse nach der Lage der Akten nicht die Regel,
sondern die Ausnahme darstellt; dies entspricht der Kategorie Zufahrtsweg. Eine
Einstufung der K._-strasse als Zufahrtsstrasse fällt schon deshalb ausser Betracht,
weil es nicht um ein Siedlungsgebiet bis 150 Wohneinheiten und augenscheinlich auch
nicht um ein "Verkehrsaufkommen gleichwertiger Quellen" (vgl. VSS Norm 640 045 Ziff.
8 zweiter Absatz) geht. Mit Blick auf die geschilderte rechtliche und tatsächliche
Ausgangslage hat vielmehr die Einstufung der K._-strasse als Zufahrtsweg im
erwähnten Sinn als ausgewiesen zu gelten. Bei einem diesem Strassentyp
entsprechenden Erschliessungspotential von bis zu 30 Wohneinheiten besteht
grundsätzlich die Möglichkeit, zu den 10 bereits bestehenden Wohneinheiten eine
weitere Wohneinheit zu realisieren. Ihre Feststellung, wonach die K._-strasse bereits
für die bestehende Überbauung keine hinreichende Erschliessung darstelle (act. G 5
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Ziff. 30), begründen die Beschwerdeführer nicht näher; sie kann auch aufgrund der
Akten nicht als belegt gelten.
3.2. Die Beschwerdeführer stützen sich für ihren Standpunkt, wonach in den
vortrittsbelasteten Knotenästen ohne Aufweitung (Einmündungsbereich der K._-
strasse in die M._-strasse) eine minimale Breite von 4.4 m einzuhalten sei, auf die VSS
Norm SN 640 262 vom Mai 1999 (Ziff. 3 S. 2, Ziff. 3a S. 3, Ziff. 4c S. 7), welche
ihrerseits auf die bereits erwähnte Norm SN 640 201 verweist (act. G 5 S. 4). Hierzu ist
vorab festzuhalten, dass die erwähnten VSS Normen keine bindenden Anweisungen für
jeden Einzelfall (im Sinn einer gesetzlichen Norm) enthalten. Vielmehr sind sie für die
Würdigung der konkreten Verhältnisse als Hilfsmittel heranzuziehen und zu
berücksichtigen. Hierbei drängt sich gegebenenfalls auch eine Abweichung von den
VSS Normen auf (vgl. VerwGE B 2015/14, a.a.O., E. 11.1 erster Absatz am Schluss
sowie E. 11.3 f.). Eine Bindung an die Norm-Masse der VSS wäre schon deshalb nicht
in die Praxis umsetzbar, weil eine strikte Normanwendung (unter anderem auch bei
Strassensanierungen) sich in gewachsenen Siedlungsstrukturen vielerorts nicht
verwirklichen liesse. Vorliegend sollen, unter Berücksichtigung der Verhältnisse im
gewachsenen Dorfkern von X._, die beiden Parkplätze für das geplante Haus von der
M._-strasse über eine kurze und übersichtliche Strecke von rund 30 m erschlossen
werden (vgl. Fotos in act. G 8/14). Am Augenschein, mit Dauer von 16.30 bis 17 Uhr,
bestätigte sich das geringe Verkehrsaufkommen (act. G 8/13 S. 3 B.3). Die Frage, ob
ein Augenschein zu einem späteren Zeitpunkt (z.B. ab 17.30 Uhr) ein stärkeres
Verkehrsaufkommen gezeigt hätte, kann insofern offenbleiben, als von keiner Seite die
Verkehrssicherheit der K._-strasse in der aktuell bestehenden Situation konkret in
Frage gestellt wurde. Aus dem Bauvorhaben auf einer der letzten bebaubaren Flächen
im Quartier dürfte, wie die Vorinstanz zu Recht annimmt, kein relevanter Mehrverkehr
resultieren. Wenn die Beschwerdeführer darauf hinweisen, dass in den letzten Jahren
auf der M._-strasse mindestens fünf Unfälle mit Personenschaden passiert seien (act.
G 13 Ziff. 5), so lässt sich hieraus nicht ableiten, dass die Situation auf der K._-strasse
ursächlich für diese Unfälle gewesen wäre. Solches wird auch nicht behauptet.
3.3. Die Vorinstanz stützte sich für die Frage der hinreichenden Erschliessung -
entsprechend ihrer Praxis - auf einen Amtsbericht des Tiefbauamtes mit dem Hinweis,
dass es für einen Beizug der Kantonspolizei an einem Anlass gefehlt habe (act. G 7 S. 2
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Ziff. 5). Dies lässt sich insofern nicht beanstanden, als weder eine Verpflichtung noch
ein begründeter Anlass zum Beizug der Polizei bestand, zumal sich insbesondere keine
(in den Zuständigkeitsbereich der Polizei fallende) Signalisationsfragen stellten und
auch die Gemeindebehörde diesbezüglich keinen Handlungsbedarf anmeldete. Die
vorhandene (einzige) Ausweichstelle im Bereich der Einmündung des J._-wegs (vgl.
Foto 3 und 12 in act. G 8/14) erweist sich insofern als ausreichend, als die
Rechtsprechung das bei Kreuzungsmanövern unter Umständen nötige
Rückwärtsfahren im Schritttempo (zum Teil mit integrierter Rückfahrhilfe) im Hinblick
auf die Verkehrssicherheit als zulässig erachtet (VerwGE B 20015/14, a.a.O., E. 11.4
zweiter Absatz). Die Frage, welcher Anteil der Fahrzeuge über eine elektronische
Rückfahrhilfe verfügt (act. G 5 S. 5 Ziff. 21 am Schluss; G 7 S. 2 Ziff. 4), braucht dabei
nicht untersucht zu werden, zumal sich - wie die Beschwerdeführer zu Recht festhalten
- ein Fahrzeugführer ohnehin nicht auf ein solches Assistenzsystem verlassen darf. Im
Weiteren ergaben sich auch am Rekursaugenschein keinerlei Hinweise dafür, dass die
Fussgängersicherheit in Frage gestellt sein könnte. Zudem bestätigten sich die
Sichtverhältnisse als (wenn auch knapp) ausreichend (act. 8/13). Ein zureichender
Anlass, welcher die Anbringung von zusätzlichen Ausweichstellen rechtfertigen bzw.
erforderlich machen würde, ist damit nicht ersichtlich. Für eine hinreichende
Erschliessung des Bauvorhabens die Erstellung weiterer Ausweichstellen zu verlangen,
wäre nicht verhältnismässig. Dies umso weniger, als ein Ausbau immer auch ein
bestimmtes Potential beinhaltet, quartierfremden Verkehr anzuziehen. Offenbleiben
kann damit die Frage, ob deren Anbringung von den örtlichen Gegebenheiten her
möglich wäre. Die K._-strasse stellt unter den geschilderten Umständen für das in
Frage stehende Gebiet mit 10 bzw. 11 Wohneinheiten (nach Erstellung des EFH der
Beschwerdeführerin) eine strassenmässig ausreichende Erschliessung dar.
4.
4.1. (...).
4.2. (...).