Decision ID: 35103df3-9b78-4ecd-a52a-92c5fa0dc649
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1960
,
ist seit
1989
Inhaber
eines
C
arosseriebe
trieb
s
.
Unter Hinweis
auf Schulter-
sowie
Kopfschmerzen nach einem Sturz
im Juni 1998 meldete
er sich
am 1
5.
Februar 2000 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation (
Urk.
8/2-3,
Urk.
8/5,
Urk.
8/9-16
, Urk.
8/21-22,
Urk.
8/25,
Urk.
8/30,
Urk.
8/33
) ab, zog die
Versicherungsa
kten
(
Urk.
8/7) bei
,
holte einen Abklärungsbericht für Selbstän
digerwerbende (Urk.
8/20) ein
und veranlasste eine medizinische Abklärung, über welche am 2
9.
November 2001 berichtet wurde (
Urk.
8/32)
. Daraufhin sprach sie dem Versicherten mit Verfügung
en
vom
8.
Februar 2002 (
Urk.
8/40
42
) mit Wirkung ab
dem
1.
Juni 1999
eine ganze Rente bei einem
Invalid
itäts
grad
von 70
%
zu. Mit Mitteilungen vom 3
0.
März 2004 (
Urk.
8/54) und
2.
Mai 2007 (
Urk.
8/62) wurde der Anspruch auf die bisherige Invaliden
rente bestätigt.
1.2
Nach Eingang des Revisionsfragebogens vom 2
6.
Juni 2012 (
Urk.
8/87) veran
lasste die IV-Stelle insb
esondere eine
polydisziplinäre Beg
utacht
ung
durch die Medizinische Abklärungsstelle (MEDAS) in den Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie, Neurologie und Psy
chiatrie,
über welche
am
2.
Mai 2013
berichtet
wurde (
Urk.
8/103)
,
sowie eine Abklärung für
Selbständigerwerbende
, über welche am 2
3.
Januar 2014 berich
tet wurde (
Urk.
8/123).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/126,
Urk.
8/130,
Urk.
8/140
146) hob die IV-Stelle die bisherige ganze Rente mit Verfügung vom 1
8.
Juli 2014 (
Urk.
8/149 =
Urk.
2) auf.
2.
Der Versicherte erhob am 1
5.
September 2014 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
8.
Juli 2014 (
Urk.
2) und beantragte, es seien ihm die gesetzlichen Leis
tungen auszurichten. Insbesondere sei ihm eine Invalidenrente zuzuspre
chen, welche seiner tats
ächlichen
Erwerbsunfähigkeit entspreche (
Urk.
1 S. 2). Die IV
Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
6.
November 2014 (
Urk.
7) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 2
2.
April 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
1.
3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Renten
bezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche oder welcher auf einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durchgeführten Revision keine
leistungsbe
einflussende
Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (
Art.
74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV) und die bisherige Invaliden
rente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (
Art.
74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den
Ver
gleichszeitpunkt
einer (ordentlichen) rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
1.4
Gemäss
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen wer
den kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die hierzu not
wendige Prognose unterliegt dabei dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 7 E.
3c/
aa
mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist eine Rente bei Wegfall der Invalidität im Normalfall erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der anspruchserheblichen Veränderung aufzuheben (BGE 119 V 98 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts I 569/06 vom 20. November 2006 E. 3.3).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus,
dass sich der Gesundheitszu
stand des Beschwerdeführers verbessert habe. Die
angestammte
Tätigkeit als
Carrosseriespengler
sei dem Beschwerdeführer ab Januar 2013 in einem Pensum von 50
%
zumutbar. Der bisher bei der Bestimmung des
Valideneinkommens
berücksichtigte behinderungsbedingte Personalaufwand müsse entsprechend reduziert werden, da ein solcher maximal im Rahmen der Arbeitsunfähigkeit angerechnet werden dürfe. Somit ergebe sich ein nicht mehr
rentenbegründen
der
In
validitätsgrad von 38
%
(S. 2).
2.2
Demgegenüber vertrat der Beschwerdeführer den Standpunkt (
Urk.
1),
die Beschwerdegegnerin habe - aus näher genannten Gründen - den
Unter
suchungs
grundsatz
und das rechtliche Gehör (Recht auf Beweisabnahme) verletzt (S. 3 f.)
.
Weiter hätten die Gutachter lediglich ausgeführt, es sei eine deut
liche Verbesserung auf orthopädischem Fachgebiet eingetreten. Die ursprüngli
che Rente sei hingegen zu 20
%
wegen der psychischen Problematik zugespro
chen w
orden. Im Gutachten sei nicht aus
geführt worden, dass betreffend die psychischen Beschwerden
eine Verbesserung eingetreten s
e
i
, so dass nur eine andere Einschätzung vorliege. Schliesslich sei das
Validenein
kommen
ungenü
gend bestimmt worden. Die Buchhaltung könne für die
Invali
ditätsbemessung
kaum beigezogen werden, so dass ein Prozentvergleich oder ein
Betäti
gungs
vergleich
vorzunehmen wäre
(S. 5). Die von der Beschwerdegegnerin angeführte Statistik könne zur Bestimmung des
Validen
ein
kommens
nicht herangezogen werden (S. 6 f.).
Er habe der
Beschwerde
gegnerin
Unterlagen eingereicht, welche allerdings unkommentiert geblieben seien.
Ausweislich
dieser Unterlagen könne er nur noch zu zirka 15
%
Spengler
arbeiten
ausführen (S. 7).
Es sei mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit davon aus
zugehen, dass der Reingewinn und somit das
Valideneinkommen
heute mindestens
Fr.
170‘000.-- betragen würde, was einen
Invaliditätsgrad
von 61.18
%
ergebe.
Wenn man stattdessen den Invaliditätsgrad mit dem Cash Flow bestimmen würde, ergebe sich ein solcher von 64.1
%
(S. 8 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustan
d des Beschwerde
führers seit den
rentenzusprechenden Verfügung
en
vom
8.
Februar 2002
(
Urk.
8/40-42)
verändert hat, und gestützt darauf die Frage, ob die verfügte Aufhebung der Rente rechtens ist.
Als Vergleichszeitpunkt nicht massgebend sind die mit Mitteilungen
vom 3
0.
März 2004 (
Urk.
8/54) und
2.
Mai 2007 (
Urk.
8/62)
abgeschlossenen
Revisi
ons
verfahren
, da in deren Rahmen keine materielle Prüfung des Rentenan
spruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invali
ditätsbemessung
vorgenommen
wurde (vorstehend E. 1.2).
Die Tatsache, dass im Rahmen der ersten Rentenrevision
im Jahr 2004
lediglich ein Bericht
(
Urk.
8/52)
eingeholt wurde,
reicht für
die Annahme einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_433/2011 vom
7.
Februar 2012 E. 4.5).
Auch der im Rahmen der zweiten Rentenrevision
im Jahr 2007
eingeholte Verlaufsbericht des behandelnden Arztes (
Urk.
8/55/3-
4)
sowie das Privatgutachten von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Chirurgie sowie für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungsapparates, aus dem Jahr 2004 (
Urk.
8/60) und somit 3 Jahre vor
der
besag
ten
Rentenprüfung, reichen für die Annahme einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs
nicht
.
3.
3.1
In formeller Hinsicht machte der Beschwerdeführer geltend,
die
Beschwerde
gegnerin
habe den
Untersuchungsgrundsatz un
d das rechtliche Gehör verletzt
, indem die eingereichten Unterlagen über die auszuführenden Tätigkeiten eines
Carrosseriespenglers
im Feststellungsblatt zwar angeführt
,
aber nicht geprüft worden seien. Insbesondere sei auch weder eine neue Beurteilung vor Ort durch den Abklärungsdienst vorgenommen noch ein Gutachten betreffend die einzel
nen Tätigkeiten eines
Carrosseriespenglers
in Auftrag gegeben
worden
.
Ebenso
sei
keine
Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) erfolgt
, w
ie dies im Jahr 2000 geschehen sei (
Urk.
1
S.
3 f.).
3.2
Gemäss
Art.
57a
Abs.
1 IVG teilt die IV-Stelle der versicherten Person den vorge
sehenen Endentscheid über ein Leistungsbegehren oder den Entzug oder die Herabsetzung einer bisher gewährten Leistung mittels Vorbescheid mit. Die versicherte Person hat Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne von
Art.
42 ATSG. Die Parteien können innerhalb einer Frist von 30 Tagen bei der IV-Stelle mündlich oder schriftlich Einwände zum Vorbescheid vorbringen (
Art.
73
ter
Abs.
1 und
Abs.
2 IVV). Hernach entscheidet die IV-Stelle mittels Verfügung, wobei sie sich darin mit den für den Beschluss relevanten Einwänden der Par
teien auseinanderzusetzen hat (
Art.
74 IVV). Die von den kantonalen IV
Stellen erlassenen Verfügungen sind sodann – in Abweichung von
Art.
52 und
Art.
58
ATSG – ohne vorgängiges
Einspracheverfahren
direkt beim
Versicherungsge
richt
am Ort der IV-Stelle anfechtbar (
Art.
69
Abs.
1
lit
. a IVG).
3.3
Ein Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör, wie er neben der explizi
ten gesetzlichen Regelung in
Art.
42 ATSG auch in
Art.
29
Abs.
2 der Bundes
verfassung (BV) garantiert wird, ist das Recht der versicherten Person, sich vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äus
sern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentli
cher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1). Der Gehörsanspruch verpflichtet die Behörde, die Vorbringen der betroffenen Person auch tatsächlich zu hören, zu prüfen und in der
Entscheid
findung
zu berücksichtigen, weshalb sie ihren Entscheid zu begründen hat (BGE 134 I 83 E. 4.1). Die Pflicht der Behörde, ihre Verfügungen – sofern sie den Begehren der
Parteien nicht voll entsprechen
(
Art.
49
Abs.
3 Satz 2 ATSG) – zu begründen, bezweckt insbesondere, die betroffene Person in die Lage zu ver
setzen, eine Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anfechten zu können (BGE 124 V 180 E. 1a, 134 I 83 E. 4.1).
Um den verfassungsrechtlichen Anforderungen zu genügen, muss die Begrün
dung wenigstens kurz die Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde bei ihrem Entscheid hat leiten lassen und auf die sich der Entscheid stützt. Aus der Begründung muss jedenfalls ersichtlich werden, ob und weshalb die Behörde ein Vorbringen einer Partei für unzutreffend beziehungsweise uner
heblich hält. Es muss erkennbar sein, ob die Behörde es überhaupt in Betracht gezogen hat. Sie darf sich nicht auf den Hinweis beschränken, die Überlegungen der versicherten Person seien zur Kenntnis genommen und geprüft worden (
Kieser
, ATSG-Kommentar,
2.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009, N 38 zu
Art.
49 ATSG, mit Hinweis auf BGE 124 V 182). Die Begründung muss so abgefasst sein, dass eine Anfechtung des Entscheids möglich ist (ATSG
Kommentar, a.a.O., N 126 zu
Art.
61 ATSG).
3.4
Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Die Verletzung des rechtli
chen Gehörs führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Es kommt mit anderen Worten nicht darauf an, ob die Anhörung im konkreten Fall für den Ausgang der materiellen Streitentscheidung von Bedeutung ist, das heisst die Behörde zu einer Änderung ihres Entscheides veranlasst wird oder nicht (BGE
132 V 387 E. 5.1; 127 V 431 E. 3d/
aa
).
Vorbehalten sind
rechtsprechungs
gemäss
diejenigen Fälle, in denen diese Verletzung nicht besonders schwer
wiegt und dadurch geheilt wird, dass die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 124 V 180 E. 4a; ATSG-Kommentar, a.a.O., N10 zu
Art.
42 ATSG). Von einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Verwaltung ist im Sinne einer Heilung des Man
gels selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leer
lauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer
beförderli
chen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 387 E. 5.1).
3.5
Mit Vorbescheid vom
6.
März 2014 (
Urk.
8/126) stellte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer in Aussicht, die seit dem
1.
Juni 1999 ausgerichtete ganze Invalidenrente
einzustellen
. Begründet wurde dies damit, dass sich der Gesundheitszustand
verbessert
habe und dem Beschwerdeführer die Tätigkeit als
Carrosseriespengler
ab Januar 2013 wieder zu 50
%
zumutbar sei. Der Beschwerdeführer erhob hiergegen diverse Einwände (
Urk.
8/130,
Urk.
8/146), wobei er
unter anderem
die Bestimmung des
Valideneinkommens
bestritt und
dabei insbesondere das Abstellen auf den Reingewinn sowie die Tatsache
bemängelte
, dass nicht berücksichtigt worden sei, wie sich das Unternehmen entwickelt hätte, wenn er nicht invalid geworden wäre. Weiter bestritt er die im Gutachten ausgewiesene 50%ige Arbeitsfähigkeit als Spengler. Den Gutachtern seien die auszuführenden Tätigkeiten eines Spenglers nicht genau bekannt gewesen, weshalb ein diesbezügliches Gutachten beim
Carrosseriespenglerver
band
ein
zu
holen sei. Als Beispiele reichte er einige
Kostenvoran
schläge/Kalku
lationen (
Urk.
8/140
-145) ein.
In der
vorliegend
angefochtenen Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 1
8.
Juli 2014 (
Urk.
2)
wiederholte diese lediglich ihre im Vorbescheid gemach
ten Ausführ
ungen und wies in Bezug auf d
as
Valideneinkommen
darauf hin, dass gemäss Gewerbestatistik grundsätzlich von einem tieferen Einkommen a
usgegangen werden könne
, so dass
die
erfolgte
Berechnung angemessen sei (S.
3).
Eine Auseinandersetzung mit den vorgebrachten Einwänden erfolgte nicht.
Es wurde lediglich pauschal darauf verwiesen, dass die eingereichten Unterlagen durch den Abklärungsdienst geprüft worden seien (S. 2).
Es ist daher nicht ersichtlich, mit welchen konkreten Vorbringen sie sich überhaupt befasst, geschweige denn, aus welchen Gründen sie welche als nicht stichhaltig erachtet hat. Angesichts dessen, dass für die Bestimmung der Invalidität von voller
werbstätigen Versicherten die invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse massgebend ist (
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG), stellt jedoch – nebst
dem Gesundheitszustand und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit – die Bezifferung von Validen- und Invalideneinkommen einen ebenso wesentli
chen Aspekt dar, welcher vorliegend zwingend eine Auseinandersetzung mit den entsprechenden Vorbringen des Beschwerdeführers erfordert hätte. Dieses Vorgehen der Beschwerdegegnerin verunmöglichte eine sorgfältige Meinungs
bildung des Beschwerdeführers darüber, ob er sich mit dem abschlägigen Bescheid begnügen sollte oder nicht. Für ihn war nicht nachvollziehbar, welche der von ihm vorgebrachten Argumente überhaupt geprüft wurden und was die Beschwerdegegnerin dazu bewogen hat, das
eine oder andere zu verwerfen.
3.6
Zusammenfassend ergibt sich, dass das Fehlen einer nachvollziehbaren Begrün
dung, welche sich mit den Argumenten des Beschwerdeführers auseinanderge
setzt hätte, diesen dazu nötigte, den ergangenen Entscheid anzufechten. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist ausgewiesen, doch hat der Beschwerde
führer die Möglichkeit erhalten, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Allerdings soll auch hier die Heilung der Gehörsverletzung die Ausnahme blei
ben (BGE 126 V 132 E. 2b).
Vorliegend erfolgt
jedoch
ohnehin eine
Rückwei
sung
an die Beschwerdegegnerin aufgrund ungenügender Abklärungen (vgl.
nachstehend E.
7
), so dass sich weitere Ausführungen hierzu erübrigen.
4
.
4
.1
Den
letzten Verfügung
en
mit materieller Prüfung
vom
8.
Februar 2002 (
Urk.
8/40-42)
lagen im Wesentlichen die nachfolgenden Arztberichte zugrunde.
4
.2
Die Ärzte der
Klinik A._
informierten mit Operationsbericht vom 2
6.
März 1999 (
Urk.
8/11/7-8) über die erfolgte Arthroskopie,
arthroskopische
Acromio
plastik
und Resektion des
Acromio-Clavicular
(
AC
)
-Gelenkes und diag
nostizierten eine posttr
aumatische AC-Arthrose mit
subak
romialer
Impinge
ment
-S
ymptomatik
der rechten Schulter (S. 1)
.
Mit Bericht vom
2
2.
November 1999 (
Urk.
8/11/26
-27) führten
sie
aus, dass die Beschwerden unverändert seien. Im Vordergrund stünden zurzeit jedoch
die recht
s
s
eitigen Kopfschmerzen. Der klinische Befund der rechten
Schulter zeige keine klare
subak
romiale
Impingement
-S
ymptomatik, keine wesentliche umschriebene
Druckdolenz
, allenfalls
leichtgradig
distal des resezierten AC
Gelenkes. Das Schulterrelief äusserlich sei unauffällig.
Die
Magnetreso
nanztomographie
(
MRI
)
des Schädels
ergebe
kein
en
Hinweis für
einen
hirnorga
nischen
Befund
und sei unauffällig. Bildgebend
könne
keine Pathologie nach
Acromioplastik
und reseziertem AC-Gelenk nachgewiesen werden
(S. 1).
4
.3
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheu
matologie, gab mit Bericht vom 1
7.
April 2000 (
Urk.
8/2) an, dass er den Beschwerdeführer seit Juni 1998 behandle
,
und führte folgende Diagnosen auf (S. 3):
AC-Gelenksbeschwerden rechts bei Status nach Arthroskopie und
arthro
skopischer
Acromioplastik
sowie Resektion des AC-Gelenkes rechts am 2
6.
März 1999 wegen posttraumatisc
her AC-Gelenksarthrose mit
subak
romialer
Impingement
-S
ymptomatik
zervikospondylogenes
Syndrom bei Fehlhaltung mit muskulärer
Dysba
lance
Der Beschwerdeführer sei
für die Zeit
vom 2
5.
November 1999 bis 3
1.
Mai 2000 zu 100
%
arbeitsunfähig. Die definitiv
arbeitsb
ezogene Leistungsfähigkeit soll
e im Juni 20
00 neu beurteilt werden (S. 4).
4
.4
Die Ärzte
der
Klinik C._
, Rheumaklinik und Institut für
Physikalische Medizin, informierten mit Bericht vom
5.
Juni 2000 (
Urk.
8/10/7
15) über die erfolgte
EFL,
wobei
eine Funktionsstörung der rechten Schulter das arbeitsbezogen
e
relevante Problem sei. Die Leistungsbereitschaft des Beschwerdeführers
sei im Wesentlichen gut gewesen. Lediglich
ein Test sei
durch Selbstlimitierung geprägt gewesen
.
Auch die Konsistenz sei gut gewesen.
Die angestammte Tätigkeit sei
dem Beschwerdeführer
nicht mehr zumutbar. Es könne
allerdings
keine Aussage über den arbeitsspezifischen Test gemacht wer
den, da dieser selbstlimitiert gewesen sei. Da aber
eine
Arbeit über Kopf mit Gewichten und repetitiven Schwungbewegungen nur selten zugemutet werden könne, würden sie davon ausgehen, dass der arbeitsspezifische Test auch nicht sehr oft möglich sei. Dem Beschwerdeführer sei eine leichte bis mittelschwere Arbeit zumutbar mit folgenden
Limiten
: Heben Horizontal maximal 15 kg, Heben Boden-Taille maximal 12.5 kg, Arbeiten über Kopfhöhe manchmal
(S. 2).
Mit erneutem Bericht vom
8.
November 2000 zuhanden der
Beschwerdegegne
rin
(
Urk.
8/10/3-6) führten sie ergänzend aus, dass zudem eine psychosoziale Problematik bestehe und daher noch nicht definitiv Stellung bezogen werden könne (S. 4).
4
.5
Die Ärzte der
Klinik I._
informierten mit Schreiben vo
m
5.
Oktober 2000 (
Urk.
8/9/3) über die Zuweisung des
Beschwerdeführer
s für eine
Zweitmei
nung
nach der
am 2
6.
März 1999 erfolgten
Operation
in der
Klinik A._
.
Die Ärzte gaben dabei an, sie
könnten
sich
die S
chulterschmerzen nicht erklä
ren
.
Auch die erfolgte Abklärung der Halswirbelsäule
(HWS)
habe keine Schmerzursache für die
Schu
lter- und Kopfschmerzen ergeben
. Sie könnten sich die Schmerzen nicht erklären und möchten
daher
bezüglich Arbeitsfähigkeit keine Stellung nehmen.
4
.6
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, gab mit Bericht vom 2
2.
August 2001 (
Urk.
8/21) an, dass er den Beschwerdeführer seit Mai 2000 behandle (S. 2
lit
.
D.1)
,
und führte folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit auf (S. 1
lit
.
A):
Verdacht auf Spannungskopfschmerz, Differentialdiagnose (DD)
verte
bra
gener
Kopfschmerz durch chronisches Schulter-Arm-Syndrom
Status nach AC-Gelenkresektion und
Acr
omioplastik
rechts im März 1999
bei posttraumatischer AC-Gelenksarthrose rechts (Trauma Juni 1998)
zervikospondylogenes
Syndrom bei Fehlhaltung und muskulärer
Dysba
lance
Insomnie
Als Diagnosen ohne Auswirkung a
uf die Arbeitsfähigkeit gab er F
olgendes an (S. 1
lit
.
A):
Thalassaemia
minor
metabolisches Syndrom mit Diabetes mellitus Typ II, arterieller Hyperto
nie und Hyp
ercholesterinä
mie
reaktive Depression
Status nach Nierenkolik links bei
Ureterolithiasis
im September 2000
Der Beschwerdeführer sei seit dem 2
5.
November 1999 bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit (S. 1
lit
.
B). Die geschilderten Beschwerden seien glaubhaft (S. 2
lit
.
D.7).
4
.7
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Neurologie,
berichtete mit Schreiben vom 1
0.
September 2001 (
Urk.
8/30) über die Untersuchung des Beschwerde
führers und führte folgende Diagnosen auf (S. 1):
chronifizierte
Kopfschmerzen vom Spannungstyp mit einer Beteiligung der Nacken-/Kopfmuskeln, neurovegetativen Begleitsymptomen,
schmerz
interaktiv-funktionellen
neuropsychologischen Funktionsstö
rungen und einer reaktiven Depression
Status nach AC-Gelenksresektion und
Acromioplastik
rechts März 1999 wegen posttraumatischer AC-Gelenksarthrose
Diabetes mellitus Typ II
Hypercholesterinämie
arterielle Hypertonie
Der Neurostatus sei ohne erwähnenswerte Auffälligkeiten. Sowohl das MRI des Schädels als auch das MRI der H
WS
seien ohne Befunde. Es bestünden somit keine Anhaltspunkte für symptomatische Kopfschmerzen. In der angestammten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer aufgrund der posttraumatischen Arthrose
glaubhaft zu 100
%
arbeitsunfähig. Die Arbeitsunfähigkeit für Büroarbeiten liege bei zirka 80
%
.
E
ine psychologische Betreuung
sei sinnvoll
(S. 2).
4
.8
Am 1
7.
September 2001 erfolgte die von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene Begutachtung des Beschwerdeführers durch
Dr.
med.
E._
, Facharzt
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungs
apparates.
Dr.
E._
erstattete sein Gutachten am 2
9.
No
vember 2001 (
Urk.
8/32) und führte folgende Diagnosen auf (S. 4
Ziff.
4):
Zustand nach Trauma im Bereich
des rechten Schultergelenkes
Zustand nach AC-Gelenksresektion und
Acromioplastik
März 1999 bei posttraumatischer Arthrose
p
osttraumatisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom bei
Fehlhal
tung
und muskulärer
Dysbalance
der
HWS
z
unehmende Schlaflosigkeit
Spannungskopfschmerzen
Thalassämie
minor
m
etabolisches Syndrom mit Diabetes mellitus Typ II
Hypertonie
Hypercholesterinämie
r
eaktive Depression
Status nach Nierenkolik links bei
Urolithiasis
September 2000
Aus rheumatologischer-orthopädischer Sicht bestehe mindestens eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit infolge der Probleme im Bereich des rechten Schultergürtels und de
r
seit dem Unfall bestehenden Kopf- und HWS-Beschwerden. Daneben bestehe eine mehrfach festgestellte reaktive Depression, die seines Erachtens auch etwa eine Arbeitsunfähigkeit von zirka 50
%
auslösen könne, wobei die definitive Beurteilung einem Psychiater überlassen werden solle. Gesamthaft erreiche die Arbeitsunfähigkeit glaubhaft
zurzeit
etwa 70
%
. Eine konsequente Behandlung und Betreuung w
äre
geeignet, um die Arbeitsfähigkeit noch ver
bessern zu können
(S. 5
Ziff.
5).
5
.
5
.1
Beim Erlass der vorliegend angefochtenen, rentenaufhebenden Verfügung vom 1
8.
Juli 2014 (
Urk.
2) stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die nachfolgen
den Berichte.
5
.2
Dr.
med.
F._
, Facharzt für
Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungsapparats
,
gab mit Bericht vom
5.
September 2012 (
Urk.
8/90) an, dass er
den Beschwerdeführer seit 2002 behandle (S. 1
Ziff.
1.2)
,
und führte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (S. 1
Ziff.
1.1):
Zervikalgie
und
Zervikobrachialgie
nach rechts
Status nach traumatischer HWS-Distorsion rechts
Status nach Schultergürtelkontusion rechts
Status nach Schulteroperation rechts
Status nach
Epicon
d
ylitis
humeroradialis
rechts
Der Beschwerdeführer sei in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit weiterhin zu 70
%
arbeitsunfähig (S. 2
Ziff.
1.6).
D
ie bisherige Tätigkeit se
i
ihm im Sinne von Pla
nung und Büroarbeit sowie
von
Kundenkontakte
n
zumutbar (S. 2
Ziff.
1.7).
5
.3
Die Ärzte der
MEDAS
erstatteten ihr interdisziplinäres Gutachten in den
Fachdiszip
linen
Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie, Neurologie und Psy
chiat
rie am
2.
Mai 2013 (
Urk.
8/103) und führten
folgende Di
agnose
mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auf (S. 19 unten):
c
hronisch wiederkehrende Schulterschmerzen rechts bei Status nach Schultergürtelkontusion mit posttraumatischer AC-Gelenksarthrose und
subakromialer
Impingement
-Symptomatik der rechten Schulter mit Sta
tus nach
arthroskopischer
Acromioplastik
und Resektion des AC-Gelen
kes rechts am 2
6.
März 1999
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit gaben sie F
olgendes an (S. 19 unten):
c
hronisch wiederkehrende
Zervikalgien
und
Zervikozephalgien
bei Sta
tus nach HWS-Distorsion
Wirbelsäulenfehlstatik in Form diskreter linkskonvexer Skoliose und ver
mehrter Kyphose der Brustwirbelsäule sowie geringer rechtskonvexer lumbaler Torsionsskoliose
Spreizfuss beidseits
m
etabolisches Syndrom mit Diabetes mellitus, arterieller Hypertonie und Adipositas
In der interdisziplinären Beurteilung führten die Ärzte aus, dass für die Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht der medizinische Sachverhalt und die Diagnosen aus dem orthopädischen Fachgebiet ausschlaggebend seien. Es bestünden keine zusätzlichen relevanten Beeinträchtigungen auf neurologi
schem und internistischem Fachgebiet. Die vom Beschwerdeführer angegebenen Schmerzen an der HSW und der rechten Schulter seien anlässlich der orthopä
dischen Begutachtung
nur zum Teil
durch objektivierbare pathologische Befunde
muskuloskelettaler
Strukturen erklärbar (S. 18 unten). Die Schulter und
somit der rechte Arm seien durchaus einsetzbar. Nur für schwere körperliche Arbeiten lasse sich betreffend die rechte Schulter eine Einschränkung objekti
vieren. Die Schmerzen an der HWS und am Kopf würden sich
orthopädischer
seits
nicht objektivieren lassen (S. 19 oben).
Aus
psychiatrischer Sicht bestün
den keine Diagnosen mit oder ohne Auswirkung für die Arbeitsfähigkeit. Eine schwerwiegende psychische Störung lasse sich nicht feststellen. Es bestehe kein sozialer Rückzug und kein verfestigter, therapeutisch nicht angehbarer,
inner
seelischer
Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden
Kon
fliktbewältigung
(S. 19 Mitte).
In der angestammten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer nur noch teilweise arbeitsfähig mit
einer
Leistung
von 50 %
bei einem Zeitpensum von 8.5
Stunden pro Tag (S. 19 unten). Die Einschränkung
ergebe sich
daraus, dass durch die Behinderung der rechten Schulter und damit des rechten Armes schwere Arbeiten verunmöglicht würden (S. 20 oben). Unmöglich seien das Heben von Lasten über 9 kg mit dem rechten Arm über Brusthöhe und Arbeiten mit der rechten Schulter in Abd
uktion oder Anteversion über 90
°. Für eine angepasste Tätigkeit sei eine volle Arbeitsfähigkeit
gegeben
(S. 20 Mitte).
Die aktuell feststellbare, gegenüber den früheren Bewertungen deutlich günsti
gere Situation hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit entspreche sowohl einer deutli
chen Verbesserung des Gesundheitszustandes als auch zumindest teilweise auch eine
r
Andersbewertung des medizinischen Sachverhaltes. Bereits vormals wäre mindestens eine geeignete Verweistätigkeit zumutbar gewesen. Die medizinische Grundlage für eine längerdauernde
Zusprache
einer Rente sei
objektiv
nicht nachvollziehbar. Ohne Zweifel sei eine deutliche Verbesserung des Gesundheits
zustandes eingetreten (S. 20 f.).
5
.4
Mit
dem am 2
3.
August 2013 bei der Beschwerdegegnerin eingegangenen
Schrei
ben
(
Urk.
8/107) beantworteten die Ärzte der
MEDAS
die
von der Beschwerdegegnerin gestellte Rückfrage
, wonach
eine
genaue
,
objektivierte medizinische Begründung für die ausgewiesene Verbesserung im
Gesundheits
schaden
und der Arbeitsunfähigkeit
vorzunehmen sei
.
Dabei führten die Ärzte sämtliche relevanten Berichte auf und gaben an, dass aktuell weder in der psy
chiatrischen noch in der internistischen Begutachtung relevante Diagnosen hätten gestellt werden können. Aus orthopädischer Sicht lägen chronisch wiederkehrende Schulterschmerzen rechts vor, wobei der Orthopäde von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
ausgehe (S. 3). Bei
einer
genauen Betrachtung der Aktenlage falle auf, dass in den beiden orthopädischen Gutachten aus dem Jahr 2004 andere Untersuchungsergebnisse
-
unter anderem
der Klinik C._
aus dem Jahr 2000
-
nicht beachtet worden seien und auch die darin enthaltenden
Empfehlungen nicht hinreichend begründet worden seien.
Auch die im Bericht
der Klinik C._
erwähnte Neigung zur Selbstlimitierung beziehung
s
weise Ablehnung einer
Rehamassnahme
trotz dringender Empfehlung der Klinik sei in den Gut
achten nicht thematisiert worden. Weiter sei das Ausmass der Arbeitsfähigkeit teilweise fachfremd und somit nicht hinreichend begründet worden, nämlich zum Teil mit einer psychiatrischen Symptomatik, ohne dass eine psychiatrische Zusatzuntersuchung empfohlen worden wäre.
Der Beschwerdeführer wäre retrospektiv spätestens ab Ende 2001 beziehungsweise Mitte 2002 in der Lage
gewesen,
eine Verweistätigkeit zu 100
%
auszuüben.
Seit der Untersuchung
in der Klinik C._
seien 12 Jahre vergangen. Die festgestellte Verbesserung in der ange
stammten Tätigkeit gelte dennoch erst ab dem Zeitpunkt der Untersuchung
im
MEDAS
, da eine andere Feststellung wegen der fehlenden Dokumentation retro
spektiv nicht möglich sei (S
.
4).
5.5
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), empfahl mit Stellungnahme vom 2
6.
August 2013
,
auf das Gutachten abzustel
len. Somit sei ab Januar 2013 von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in der bishe
rigen Tätigkeit und von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen. Es liege ein verbesserter Gesundheitszustand vor
(
Urk.
8/124 S. 5 f.)
.
5.6
Dr.
E._
(vorstehend E. 4.8)
informierte mit Schreiben vom
6.
Fe
bruar 2014 an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (
Urk.
8/120), dass
der Beschwerdeführer
am
1
5.
Januar 2014 in der Sprechstunde erschienen sei. Dabei hätte
er
angegeben, dass er
jeweils
am Nachmittag
etwa fünf
Stunden im Büro und in der Garage sei (S. 1).
Dr.
E._
diagnostizierte nach der Untersuchung eine
Synovitis
im
Rotatorenmanschettenintervall
und beim
Kora
koid
der rechten Schulter sowie eine
Tendinopathie
der langen
Bizepssehne
. Es fände sich zudem eine kleine Partialruptur am
Oberrand
des
Subscapularis
der linken Schulter. Im MRI seien im Bereich der rechten Schulter keine wesentli
chen Unfallfolgen zur Darstellung gelangt. Vielmehr stünde nun eine Erkran
kung des rechten Schultergelenkes mit entzündlichen Veränderungen (
Synovi
tis
) im Vordergrund.
Eine Tätigkeit als
Carrosseries
pengler
sei zurzeit in Anbetracht der entzündlichen Veränderungen kaum möglich. In einer
Verweis
tätig
keit
, in der die Schultern nicht belastet würden (Führung seines Betriebs), sei eine 80%ige Arbeitsfähigkeit (zeitlich) möglich (S. 3
f.
).
5
.
7
Mit erneuter Stellungnahme vom 1
4.
Februar 2014 führte RAD-Arzt
Dr.
D._
aus, dass es sich
bei den
im Bericht von
Dr.
E._
genannten Veränderungen
um eine akut medizinisch zu behandelnde entzündli
che Schultererkrankung
handle. Diese sei jedoch nur zeitlich begrenzt und gelte damit nach erfahrungsgemäss zu erwartender Genesung nicht als
invaliditäts
relevant
. Allenfalls bliebe bei Vorliegen des
Selbständigerwerbendenstatus
die angestammte Tätigkeit hinsichtlich der zu verrichtenden Einzeltätigkeiten administrativ detailliert zu evaluieren
(
Urk.
8/124 S. 8 f.).
6
.
6
.1
Zur Beurteilung der Frage, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerde
führers verbessert hat und somit ein Revisionsgrund vorliegt, ist auf das Gut
achten der
MEDAS
(vorstehend E. 5.3)
abzustellen. Das interdisziplinäre Gutach
ten umfasste die Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie, Neu
rologie und Psychiatrie, so dass es sich für die zu beurteilenden Fragen als umfassend erweist.
Die
Ärzte
berücksichtigten die geklagten Beschwerden und erstellten das Gutachten in Kenntnis der sowie in Auseinandersetzung mit den Vorakten. Die Beurteilung leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszu
stand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich begründet. Die Gutachter bejahten schliesslich ausdrücklich eine Verbesserung des Gesundheitszustandes. Das Gutachten erfüllt damit die praxisgemäs
sen Kriterien (vorstehend E. 1.6
) vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abzustellen ist.
6.2
Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit liegt
somit
einzig ein chronischer wiederkehrender Schulterschmerz rechts vor. Die Gutachter gaben diesbezüglich an, dass die vom Beschwerdeführer angegebenen Schmerzen in der HWS und der rechten Schulter anlässlich der orthopädischen Begutachtung durch objektivierbare pathologische Befunde
muskuloskelettaler
Strukturen nur zum Teil erklärbar seien
. Es lasse sich lediglich
eine Einschränkung betreffend die rechte Schulter für schwere körperliche Arbeiten
objektivieren
. Weiter führ
ten sie aus, dass gegenüber den früheren Bewertungen eine deutlich
e
Verbes
serung des Gesundheitszustandes als auch zumindest teilweise
eine
Anders
be
wertung
des medizinischen Sachverhaltes zu verzeichnen sei
(vorstehend E. 5.3).
Die Tatsache, dass aus psychischer Sicht keine Diagnose mit Krankheitswert ausgewiesen ist, erscheint aufgrund des geschilderten Tagesablaufes (
Urk.
8/103 S. 15 oben
, S. 25 Mitte
)
sowie des Umstandes, dass bisher eine psychiatrische Behandlung gänzlich u
nterblieben ist (
Urk.
8/103 S.
24 Mitte
, S. 25 oben
), als nachvollziehbar.
6.3
Soweit der Beschwerdeführer
geltend macht, es sei keine explizite Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes
aufgeführt worden, so dass ein
Revisi
onsgrund
- wenn überhaupt - nur teilweise ausgewiesen sei
(
Urk.
1 S. 5)
, ist ihm
entge
genzuhalten,
dass
der
Rente
nanspruch
bei Vorliegen eines
Revisionsgrun
des
in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend („allseitig“) zu prüfen ist (BGE 141 V 9 E. 2.3). Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass
Dr.
E._
im Jahr 2001
– auf dessen
Gutachten sich die Beschwerdegegnerin bei der
ren
tenzusprechenden
Verfügung stützte –
in psychischer Hinsicht
zwar eine mehr
fach festgestellte reaktive Depression
erwähnte
, die seines Erachtens auch etwa eine Arbeitsunfähigkeit von zirka 50
%
auslösen könne (vorstehend E. 4.8). Für die verlässliche Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes und seiner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind a
llerdings
in der Regel psychiatri
sche Fachärzte beizuziehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.3, Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 1
6.
Februar 2011 E. 4.4.2), wobei
Dr.
E._
über keinen Facharzttitel für Psychiatrie und Psychotherapie verfügt.
Die
Diagnose
stellung
erfolgte ferner nicht nach den ICD-Kriterien und wurde auch nicht weiter begründet.
Es ist deshalb frag
lich
, ob dem Gutachten von
Dr.
E._
damals überhaupt Beweiswert hätte zukommen dürfen und die
renten
zusprechende
Verfügung
folglich
zweifellos unrichtig wäre. Da allerdings vorliegend ein Revisionsgrund ausgewiesen ist, kann die abschliessende Beur
teilung der Frage, ob die ursprüngliche Verfügung zweifellos unrichtig war, unterbleiben.
6.4
Die der gutachterlichen Beurteilung entgegenstehende Einschätzung von
Dr.
F._
, wonach weiterhin von einer Arbeitsunfähigkeit von 70
%
auszu
gehen sei (vorstehend E. 5.2), vermag
an der schlüssigen und nachvollziehbaren Beurteilung
im
MEDAS
-Gutachten
nichts zu ändern.
Die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung kann zwar oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen, doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten andererseits nicht zu, ein Admi
nistrativ- oder Gerichtsgutachten stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf
drängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begut
achtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2). Solche Gesichtspunkte sind nicht ersichtlich. Im Übrigen ist in Bezug auf Berichte von behandelnden
Arztperso
nen
auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten der eigenen Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Auch der Bericht von
Dr.
E._
(vorstehend E. 5.6) lässt keine Zweifel an der schlüssigen Einschätzung des Gutachtens aufkommen.
Der Bericht datiert zwar ein Jahr nach dem Gutachten, so dass die Gutachter noch keine Kenntnis davon haben konnten. Auch erwähn
te
Dr.
E._
neue Beschwerden, indem nun eine Erkrankung des rechten Schultergelenkes mit entzündlichen Veränderungen (
Synovitis
) im Vordergrund stünde.
Diesbezüglich ist allerdings mit dem RAD-Arzt
Dr.
D._
davon auszugehen, dass
eine Genesung zu erwarten ist
(vorstehend E. 5.7), so dass
es zur Annahme einer Invalidität am voraussichtlich bleibenden oder längere Zeit dauernden Gesundheitsschaden fehlt (
Art.
8
Abs.
1 ATSG).
6.5
Zusammenfassend
ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass sich der für die
Rentenzusprache
entscheidende Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verbessert hat. Damit besteht Anlass für eine Rentenrevision im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG.
7
.
7
.1
Es bleiben damit die erwerblichen Auswirkungen der
verbleibenden
Ein
schränkun
gen zu prüfen, wobei der Beschwerdeführer unbestrittenermassen als zu 100
%
Selbständigerwerbender
zu qualifizieren ist.
7
.2
Der Einkommensvergleich hat auch bei
Selbständigerwerbenden
in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu verglei
chen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuver
lässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige ein Betätigungsvergleich anzustellen und der
Invalidi
tätsgrad
nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen. Der grundsätzliche Unterschied des ausserordentlichen Bemessungsverfahrens zur spezifischen Methode (
Art.
28a
Abs.
2 IVG) besteht darin, dass die Invalidität nicht unmittelbar nach Massgabe des Betätigungsvergleichs als solchen bemes
sen wird. Vielmehr ist zunächst anhand des Betätigungsvergleichs die
leidens
bedingte
Behinderung festzustellen; sodann ist aber diese im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung besonders zu gewichten. Eine bestimmte Einschrän
kung im funktionellen Leistungsvermögen einer erwerbstätigen Person kann zwar, muss aber nicht notwendigerweise eine Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge haben. Wollte man bei Erwerbstätigen ausschliesslich auf das Ergebnis des Betätigungsvergleichs abstellen, so wäre der gesetzliche Grundsatz verletzt, wonach bei dieser Kategorie von Versicherten die Invalidität nach Massgabe der Erwerbsunfähigkeit zu bestimmen ist (ausserordentliches Bemessungsverfahren; BGE 128 V 29 E. 1; AHI 1998 S. 120 E. 1a und S. 252 E.
2b je mit Hinweisen). Die ausserordentliche Bemessungsmethode des erwerblich gewichteten Betätigungsvergleichs unterscheidet sich von der allge
meinen Methode des Einkommensvergleichs
Unselbständigerwerbender
gerade dadurch, dass bei der Einkommensermittlung nicht auf die
statistischen Werte der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohn
struktur
erhe
bung
(
LSE
)
abgestellt wird, sondern deren Festsetzung unter Berücksichtigung der einzelfallbezogenen Kriterien (Betriebsgrösse, Branche, Erfahrung des Betriebsinhabers usw.) zu erfolgen hat (Urteil des Bundesgerichts I 707/06 vom 9. Juli 2007 E. 3.3.1 mit Hinweis).
7
.3
Am
8.
Januar 2014 fand eine Abklärung für
Selb
ständigerwerbende
vor Ort statt.
Die Abklärungsperson hielt im Bericht vom 2
3.
Jan
uar 2014 (
Urk.
8/123) fest, der Beschwerdeführer schildere eine grösstenteils unveränderte Situation im Vergleich zur früheren Abklärung. Der Beschwerdeführer könne bedingt durch seine körperlichen Beschwerden
weiterhin
nicht mehr in der Werkstatt arbeiten. Es gebe kaum Arbeiten in der Werkstatt, welche er ausführen könne. Er sei weiterhin ausschliesslich in der Administration tätig und erledige während zirka drei bis vier Stunden pro Tag an zirka vier Tagen in der Woche die anfallende Büroarbeit. Obwohl er selber der Firmenchef sei, habe er kaum Führungsaufgaben. Die restliche im Betrieb anfallende Arbeit, insbesondere die gesamte Werkstattarbeit sowie die Materialbestellungen
,
würden die Angestell
ten ohne jegliche fachliche Unterstützung seinerseits erledigen. Die Ehefrau würde seit einem Jahr krankheitsbedingt nicht mehr im Büro mithelfen. Ihre Aufgaben seien an den Treuhänder übertragen worden (S. 3 f.).
Die Abklärungsperson führte sodann – gleich wie bei der
bisherigen
Invalidi
täts
bemessung
(vgl. Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
vom 1
0.
Juli 2001,
Urk.
8/20
) – einen Einkommensvergleich durch.
Das
Invaliden
einkommen
ermittelte sie
anhand des erzielten Reingewinns gemäss
den
Erfolgsrechnungen
der Jahre 2010 bis 201
2.
Das
Valideneinkommen
berechnete sie
basierend auf dem Invalideneinkommen zuzüglich eines
behinderungsbe
dingten
Personal
aufwandes
, wobei dieser
aufgrund
eines 50%
Pensum
s
für einen
Carrosserie
spengler
anhand der LSE bestimmt wurde (
Urk.
8/123
S. 5 f.).
7
.4
Der Beschwerdeführer betrieb das Unter
nehmen trotz des seit dem Jahr 1998
bestehenden Gesundheitsschadens unbestrittenermassen weiter. Unter diesen Umständen hat die Invaliditätsbemessung gestützt auf das ausserordentliche Bemessungsverfahren und nicht auf einen Einkommensvergleich zu erfolgen (BGE 128 V 29 E. 4, Urteil des Bundesgerichts 8C_126/2015 vom 1
8.
Juni
2015 E.
4.1).
Die Vorbringen des Beschwerdeführers in Bezug auf die Bemessung des Validen- und Invalideneinkommens (
Urk.
1 S.
5 ff.
) sind demgemäss ohne Ein
fluss auf das vorliegende Verfahren, weshalb sich weitere Ausführungen hierzu erübrigen.
Gemäss dem
nachvollziehbaren
Belastungsprofil des Gutachtens der
MEDAS
worauf sich auch der RAD-Arzt
Dr.
D._
abstützte (vorstehend E. 5.5
)
sind dem Beschwerdeführer wechselbelastende, leichte bis mittelschwere Tätig
keiten ohne Lastenbewegen über 9 kg über Brusthöhe respektive in
Armvor
haltung
über 90° zumutbar, wobei Arbeiten in Zugluft und Nässe sowie lange
w
irbelsäulenstatische Belastungen und schwere körperliche Arbeiten zu vermei
den seien. Vorliegend
gilt es nun
,
eine
konkrete selbständige Erwerbstätigkeit
zu beurteilen
. Dabei
unterliess es die Beschwerdegegnerin insbesondere zu prüfen
, ob
der Beschwerdeführer das ihm zumutbare Pensum von 50
%
bei diesem Belastungsprofil überhaupt
im Betrieb
voll ausschöpfen kann, d
as heisst, ob
genügend
Tätigkeiten vorhanden sind, welche de
r Beschwerdeführer ausüben kann, obwohl auch RAD-Arzt
Dr.
D._
eine solche Abklärung als empfehlenswert erachtete (vgl.
Urk.
8/124/9).
Der Beschwerdeführer brachte
diesbezüglich
vor, dass er 85
%
der Arbeiten nicht mehr ausüben könne und reichte
hierzu Belege ins Recht (
Urk.
8/140
-145
). Die Beschwerdegegnerin nahm
allerdings
keine Stellung zu den
diesbezüglichen
Einwänden des Beschwerde
führers, wodurch sie den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzte (
vorstehend E. 3
).
Der Beschwerdeführer war vor Eintritt des Gesundheitsschadens zu 100
%
als
Carrosseriespengler
tätig
, während ein Angestellter
für die Tätigkeiten im Büro zuständig war. Dieser musste
wegen des krankheitsbedingten Ertragsrückgangs und der Umstellung des Beschwerdeführers von der Werkstatt ins Büro ent
lassen werden (
vgl. Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
vom 1
0.
Juli 2001,
Urk.
8/20 S. 2
f.
).
Im Gesundheitsfall wäre der Beschwerdeführer somit mit
dem
im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit weiterhin ausschliesslich in der Werkstatt tätig, was Einfluss auf das vorzunehmende ausserordentliche Bemessungsverfahren hat.
Nach dem Gesagten hat daher eine Rückweisung an die
Beschwerdegegne
rin
zu erfolgen, damit diese vor Ort abklärt, wie viel der Beschwerdeführer effektiv in seinem Betrieb noch aufgrund des bestehenden Belastungsprofils
machen kann.
Hernach hat die IV-Stelle den Invaliditätsgrad mittels des ausser
ordentlichen Bemessungsverfahrens (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_126/2015 vom 1
8.
Juni 2015) zu ermitteln.
7.5
Der Vollständigkeit halber gilt es darauf hinzuweisen, dass d
er Beschwerde
führer im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 1
8.
Juli 2014 (
Urk.
2) seit dem
1.
Juni 1999, also während 15 Jahren und 2
Monaten, eine ganze Invalidenrente
bezog
und damit
grundsätzlich unter den vom Bundesge
richt besonders geschützten
Bezügerkreis
fällt
(Urteil des Bundesgerichts 9C_228/2010 vom 2
6.
April 2011 E. 3.5)
.
Falls der Beschwerdeführer das hinzu
gewonnene Leistungsvermögen in der selbständigen Tätigkeit nicht vollständig verwerten kann, so stellt sich
allenfalls
die Frage nach der Notwendigkeit von beruflichen Massnahmen.
7
.
6
Zusammenfassend erweist sich die vorliegende Aktenlage für die abschliessende Beurteilung des Leistungsanspruchs als unzulänglich, weshalb die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen ist, damit diese nach ergänzender Abklärung eine neue Beurteilung vor
nehme und über den Leistungsanspruch neu verfüge. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
8
.
8
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerungen von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
900.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
unterliegenden Beschwerde
gegnerin
aufzuerle
gen.
8
.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat. Die
Prozessentschädigung
ist
gemäss
Art.
61
lit
.
g ATSG in Verbindung mit
§
34
des Gesetzes über das
Sozialversiche
rungsge
richt
(
GSVGer
)
-
ohne Rücksicht auf den Streitwert
-
nac
h der Bedeutung der Streitsache,
nach d
er Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens
zu bemessen.
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Bemessungskriterien ist die
Prozess
ent
schädigung
vorliegend auf
Fr.
2‘400.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.