Decision ID: e9737359-b303-5010-9c08-29d5a595ac4a
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer suchte am 15. Juli 2021 in der Schweiz um Asyl
nach. Am 22. Juli 2021 fand die Aufnahme seiner Personendaten statt. Am
29. Juli 2021 folgte ein persönliches Gespräch (Dublin). Am 13. September
2021 wurde mit ihm eine Anhörung nach Art. 29 AsylG (SR 142.31) durch-
geführt.
Der Beschwerdeführer führte zur Begründung seines Asylgesuchs aus, er
habe zirka im Jahre 2012 für die TNA (Tamil National Alliance) Wahlplakate
aufgehängt, deswegen jedoch keine Probleme gehabt. In Vavuniya, sei-
nem damaligen Wohnort, habe es verschiedene Jugendgruppierungen ge-
geben, die sich gegenseitig bekämpft hätten. Im Jahre 2013 sei er von der
Polizei verhaftet und während drei Tagen festgehalten worden. Dabei habe
man von ihm Angaben zu den Mitgliedern einer Gruppierung verlangt. Er
sei während den Befragungen geschlagen, dann gegen Kaution freigelas-
sen worden. Er sei in das Gerichtsverfahren der Gruppierung einbezogen
worden und habe mehrfach vor Gericht erscheinen müssen. Im Jahre 2015
sei er zu seinem Onkel nach Jaffna gezogen, um sich dem Gerichtsverfah-
ren in Vavuniya zu entziehen. Sein Cousin habe als (...) beim Internetkanal
(...) gearbeitet. Im März 2021 seien zwei (...) der (...)-Redaktion festge-
nommen worden. Weitere (...)mitglieder würden gesucht. Sein Cousin sei
deshalb an einen unbekannten Ort geflohen. Da der Beschwerdeführer oft
mit seinem Cousin zusammen in der Öffentlichkeit gewesen sei, habe er
sich aus Angst vor einer Festnahme oder Befragung wegen seines Cousins
versteckt und sei schliesslich ausgereist.
Für den Inhalt der weiteren Aussagen wird auf die Akten verwiesen.
Der Beschwerdeführer reichte zum Beleg seiner Identität eine sri-lankische
Geburtsurkunde in Kopie mit englischer Übersetzung und als Beweismittel
einen Youtube-Link sowie einen Bericht über die Verhaftung von Mitarbei-
tenden des (...)-Kanals vom (...) 2021 zu den Akten.
B.
Die Vorinstanz händigte der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers am
20. September 2021 den Entscheidentwurf aus mit der Gelegenheit zur
Stellungnahme. In seiner Stellungnahme vom 20. September 2021 erklärte
der Beschwerdeführer, dass er damit nicht einverstanden sei. Er würde im
Falle einer Rückkehr der Gefahr einer Festnahme durch die Polizei ausge-
setzt. Er werde verdächtigt, bei der (...) mitgewirkt zu haben.
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C.
Mit am selben Tag eröffneter Verfügung vom 22. September 2021 stellte
das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft
nicht und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegwei-
sung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. Es begründete seine
Verfügung im Wesentlichen damit, die Vorbringen des Beschwerdeführers
würden den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht standhal-
ten.
D.
Mit Eingabe vom 22. Oktober 2021 erhob der Beschwerdeführer beim Bun-
desverwaltungsgericht dagegen Beschwerde und beantragte die Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung und die Gewährung von Asyl; eventu-
aliter sei er wegen Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des Wegweisungs-
vollzugs vorläufig aufzunehmen.
In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgelt-
lichen Prozessführung und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-
schusses. Zudem sei ihm ein unentgeltlicher Rechtsbeistand beizuordnen.
E.
Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am
25. Oktober 2021 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 2 AsylG).
F.
Das Gericht bestätigte am 26. Oktober 2021 den Eingang der Beschwerde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-
ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-
son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche
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Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb
das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.
1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108
Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
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Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
5.
5.1 Die Vorinstanz begründete ihre Verfügung damit, die vom Beschwer-
deführer geltend gemachte Festnahme, die Befragung und die Eröffnung
eines Prozesses gegen ihn würden einem rechtsstaatlich legitimen Zweck,
nämlich zur Ahndung einer Straftat, dienen. Daher komme diesen Mass-
nahmen keine Asylrelevanz zu. Bei den Übergriffen seitens den ihn verhö-
renden Polizisten handle es sich um Vergehen einzelner Sicherheitskräfte,
die angezeigt werden könnten. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer
gegen Kaution freigelassen worden sei, untermauere die Einschätzung,
dass gegen ihn ein rechtsstaatlich korrekter Prozess geführt worden sei
und er nicht in einem besonderen und von anderen Motiven geleiteten Fo-
kus der Strafbehörden gestanden habe. Weiter habe er es bezüglich der
vorgebrachten Übergriffe durch Mitglieder einer Jugendgruppierung unter-
lassen, die Behörden um Schutz zu bitten. Es würden keine Hinweise vor-
liegen, dass er mit einer Verweigerung staatlichen Schutzes hätte rechnen
müssen, habe er doch geltend gemacht, dass wegen Übergriffen durch die
Mitglieder dieser Gruppierung von staatlicher Seite ein Verfahren eröffnet
worden sei. Es sei vom Vorhandensein eines adäquaten Schutzes durch
den Heimatstaat auszugehen. Der geltend gemachten Angst vor eventuel-
len Übergriffen durch Dritte komme daher keine Asylrelevanz zu.
Weiter erachtete die Vorinstanz die Befürchtungen des Beschwerdefüh-
rers, im Zusammenhang mit der (...) Tätigkeit seines Cousins verhaftet zu
werden, als verschwindend gering, da er selber keine Verbindungen zur
Redaktion des (...)-Kanals unterhalten habe. Zudem hätten sein Onkel res-
pektive der Vater des besagten Cousins offensichtlich problemlos an sei-
nem Wohnort leben können, weshalb das Engagement des Cousins nicht
besonders ausgeprägt gewesen sein dürfte.
Schliesslich hielt die Vorinstanz fest, es bestehe auch unter Berücksichti-
gung der bundesverwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung gemäss Refe-
renzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 3016 sowie der (in Sri Lanka) am
16. November 2019 erfolgten Präsidentschaftswahl kein begründeter An-
lass zur Annahme, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach
Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft
asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt sein würde.
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5.2 Der Beschwerdeführer führte demgegenüber aus, er sei in seinem Hei-
matland zu Unrecht wegen Beteiligung an einer Auseinandersetzung in ein
Gerichtsverfahren hineingezogen worden. Es sei ihm nicht möglich gewe-
sen, gegen die fehlbaren Polizisten eine Anzeige zu erheben. Hinsichtlich
der Übergriffe durch Mitglieder einer Jugendgruppierung habe er bei den
Behörden nicht um Schutz nachsuchen können, da diese in engem Kontakt
mit den Behörden und dem Parlament stünden. Diesen würde es am
Schutzwillen fehlen. Überdies würde er mit grosser Wahrscheinlichkeit an
Stelle seines Cousins mitgenommen, da er oft mit ihm zusammen unter-
wegs gewesen sei und ihm ähnlich sehe. Es sei zu prüfen, ob ein unerträg-
licher psychischer Druck vorliege. Zudem habe er begründete Furcht vor
künftiger Verfolgung.
6.
6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten – in
Übereinstimmung mit der Vorinstanz – zum Schluss, dass die Vorbringen
des Beschwerdeführers den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft
nicht standzuhalten vermögen. Auf die betreffenden Ausführungen in der
angefochtenen Verfügung (vgl. oben E. 5.1; Verfügung des SEM vom
22. September 2021, Ziff. II) kann mit den nachfolgenden Ergänzungen
verwiesen werden. Die Ausführungen auf Beschwerdeebene führen zu kei-
ner anderen Betrachtungsweise.
6.2 Insbesondere vermögen die verschiedenen Erklärungsversuche des
Beschwerdeführers im Zusammenhang mit dem gegen ihn erhobenen Ge-
richtsverfahren wegen Beteiligung an einer Auseinandersetzung und zur
fehlenden Möglichkeit, gegen die ihn verhörenden Polizisten vorgehen zu
können, nichts an den zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen zu än-
dern. Der Einwand des Beschwerdeführers zum angeblich fehlenden
Schutzwillen der Behörden muss als unbelegte Behauptung zurückgewie-
sen werden. Abgesehen davon ist unklar, ob das Gerichtsverfahren im heu-
tigen Zeitpunkt überhaupt noch hängig ist. Weiter ist nicht ersichtlich, wes-
halb die sri-lankischen Behörden den Beschwerdeführer anstelle seines
Cousins belangen sollten, zumal sie bisher offenbar keine Nachforschun-
gen – im Hause seines Vaters respektive des Onkels des Beschwerdefüh-
rers, der gemäss Angaben des Beschwerdeführers in seiner Stellung-
nahme vom 20. September 2021 ebenfalls für diesen Internetkanal tätig
gewesen sei – betrieben haben, was jedoch zu erwarten gewesen wäre,
hätten sie ein grosses Interesse an seiner Person gehabt. Die Ähnlichkeit
des Beschwerdeführers zum Cousin stellt kein Festnahmerisiko seiner
Person dar. Die von ihm geäusserten Befürchtungen entbehren jeder
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Grundlage. Es bestand weder zum Zeitpunkt seiner Ausreise eine Gefähr-
dungslage noch besteht eine begründete Furcht vor künftiger Verfolgung.
Der Beschwerdeführer hat auch sonst nichts vorgebracht, wonach er im
Sinne der Rechtsprechung ein Risikoprofil aufweist, aufgrund dessen er
einer Gefährdungslage ausgesetzt sein könnte oder einem flüchtlings-
rechtlich relevanten unerträglichen psychischen Druck ausgesetzt wäre.
6.3 Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer keine
Verfolgung oder begründete Furcht vor zukünftiger Verfolgung im Sinne
von Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft machen konnte und deshalb
nicht als Flüchtling anerkannt werden kann. Das SEM hat sein Asylgesuch
somit zu Recht abgelehnt.
7.
7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-
derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-
lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht
angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
8.
8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG).
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So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-
gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund
nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-
reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl.
ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-
stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember
1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-
gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3
EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender
Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
8.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf
hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-
sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem
Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-
dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG
verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren
keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den
Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers
noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-
schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-
ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung
ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für
Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses
müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-
sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter
oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR
Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06,
§§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im
Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht
als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Weg-
weisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim-
mungen zulässig.
8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
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grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
8.5 Der Beschwerdeführer ist jung und eigenen Angaben zufolge gesund.
Er stammt aus der Nordprovinz, wo er die letzten Jahre gewohnt und ge-
arbeitet hat. Er hat elf Jahre die Schule besucht, diese dann abgebrochen
und seither als (...) gearbeitet. Er verfügt zudem mit mehreren Verwandten
(Mutter, Grossmutter, mehrere Tanten und Onkel in Vavuniya und Jaffna)
über ein grösseres Beziehungsnetz. Seine Mutter und seine Grossmutter
würden in Vavuniya einen Laden führen. Ferner erwähnte er eine Tante in
B._, die seine Familie finanziell unterstützt habe (vgl. Akten A10,
A13, A19 F3, F5 ff., F49 ff.). Insgesamt ist nicht davon auszugehen, der
Beschwerdeführer gerate bei einer Rückkehr nach Sri Lanka aus individu-
ellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine
seine Existenz gefährdende Situation, die als konkrete Gefährdung im
Sinne der zu beachtenden Bestimmungen zu werten wäre (Art. 83 Abs. 4
AIG).
Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als
zumutbar.
8.6 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-
sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE
2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu
bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
8.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
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10.
10.1 Der Beschwerdeführer ersuchte um Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Aufgrund der vorstehenden Erwä-
gungen ergibt sich, dass seine Begehren als aussichtslos zu gelten haben.
Damit ist das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen.
10.2 Mit dem vorliegenden Direktentscheid ist das Gesuch um Verzicht auf
die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden.
10.3 Das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Sinne von
Art. 102m Abs. 1 AsylG ist mangels Erfüllens der Voraussetzungen von
Art. 65 Abs. 1 VwVG ebenfalls abzuweisen.
10.4 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt
Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]).
(Dispositiv nächste Seite)
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