Decision ID: 654bf75c-2040-4409-bbd4-981310474f4c
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) stellte im April 1996 wegen Rückenproblemen
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) ein Gesuch um berufliche
Massnahmen (vgl. IV-act. 2 und 7). Nach entsprechenden Abklärungen sprach ihm die
IV-Stelle am 27. Januar 1997 eine Umschulung zum Metallbearbeiter zu (IV-act. 31).
Diese absolvierte der Versicherte vom 3. Februar 1997 bis 2. Mai 1999 bei der B._
und schloss sie erfolgreich ab (vgl. IV-act. 31, 45 und 51). Vom 1. September 1999 bis
anfangs 2002 war der Versicherte als CNC-Maschinenbediener arbeitstätig (IV-act.
52-4 und 72-1).
A.a.
Am 2. April 2002 zog sich der Versicherte bei einem Verkehrsunfall ein HWS-
Distorsionstrauma zu (IV-act. 60-1). Für die Folgen des Unfalls war die Schweizerische
Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) zuständig (IV-act. 63-46). Auf deren
Veranlassung hin absolvierte er vom 25. Juli bis 22. August 2002 einen stationären
Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation des
Bewegungsapparates, Valens (IV-act. 60-1, 3). Dieser beinhaltete Physio- und
Ergotherapie, Instruktionen zu ergonomischen Techniken in Alltag und Beruf sowie
Rückenschule und Basistests der körperlichen Leistungsfähigkeit (IV-act. 60-1 f., 11).
Dem Austrittsbericht vom 23. August 2002 sind die Diagnosen chronisches
zervikozephales Syndrom und chronisches thorako- und lumbospondylogenes
Syndrom und eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für mittelschwere, wechselbelastende
Tätigkeiten zu entnehmen (IV-act. 60-1). Der zuständige Suva-Arzt bestätigte am 23.
Dezember 2002 eine volle Arbeitsfähigkeit bezüglich der HWS-Befunde ab 18.
November 2002 (IV-act. 63-27 ff.).
A.b.
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Am 15. Januar 2003 nahm der Versicherte eine Tätigkeit als Hilfsbodenleger auf
(IV-act. 65-1). Am 23. Juli 2003 liess er der Suva unter Hinweis auf einen erneuten
Schub eines Zervikalsyndroms und eine vollständige Arbeitsunfähigkeit seit dem 7. Juli
2003 durch seinen damaligen Hausarzt Dr. med. C._ einen Rückfall melden (IV-act.
63-24). Per 31. Oktober 2003 wurde er wegen Krankheit als Hilfsbodenleger entlassen
(IV-act. 65-1). Am 20. November 2003 ersuchte er wegen Rücken- und
Nackenschmerzen seit 2002 um Leistungen der IV, wenn möglich um eine Umschulung
in eine Bürotätigkeit (IV-act. 52). Mit Verfügung vom 14. August 2003 verneinte die
Suva das Vorhandensein von Unfallfolgen (IV-act. 63-19; vgl. auch Kreisärztlicher
Untersuchungsbericht vom 12. August 2003 in IV-act. 63-21 sowie Einsprache in IV-
act. 63-15 und Einspracherückzug in IV-act. 63-12). Dr. C._ erläuterte mit Bericht
vom 4. Dezember 2003, der Versicherte sei seit dem 7. Juli 2003 zu 100 %
arbeitsunfähig für die Arbeit auf dem Bau. In körperlich leichten Arbeiten wäre er zu
100 % arbeitsfähig. Der Arzt stellte die Diagnosen chronisches zervikozephales
Syndrom bei Status nach HWS-Distorsion und chronisches thorakolumbales
spondylogenes Syndrom (IV-act. 64-1, 4). Mit Verfügung vom 31. März 2004 verneinte
die IV-Stelle einen Anspruch auf berufliche Massnahmen bei voller Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten (IV-act. 77; bestätigt mit Einspracheentscheid vom 15.
November 2004 in IV-act. 89).
A.c.
Ab dem 1. Juni 2007 arbeitete der Versicherte als Polymechaniker mit
vollzeitlichem Pensum für die D._ AG (nachfolgend: Arbeitgeberin), wo er Bauteile
anfertigte und diverse Arbeiten in der Fertigung erledigte (IV-act. 93-6, 102-2 und 113-1
f.). Im August 2008 anerkannte die Suva in Zusammenhang mit dieser Tätigkeit an der
CNC-Maschine und gegebener Exposition zu Kühlschmiermitteln ein toxisch-irritatives
Handekzem als berufsbedingt an. Ein Facharzt aus der Abteilung Arbeitsmedizin der
Suva konnte der Arbeitgeberin und dem Versicherten Hilfestellung bei der Anpassung
seiner Tätigkeit an diese Einschränkung geben (Fremdakten 3-17; IV-act. 107-163 bis
166). Die Suva stand fortan in stetigem Kontakt mit dem Versicherten, um die
Entwicklung bezüglich des Ekzems zu beobachten (vgl. IV-act. 107-49 bis 181). Am 14.
Mai 2013 informierte die nunmehrige Hausärztin des Versicherten, Dr. med. E._, über
einen unveränderten Verlauf des chronischen Handekzems. Neu berichte der
Versicherte über einen akzentuierten Reizhusten am Arbeitsplatz, weshalb eine
A.d.
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pneumologische Abklärung bei Dr. med. F._, Facharzt für Innere Medizin und
Pneumologie, stattgefunden habe (IV-act. 107-46).
Vom 6. Dezember 2013 an attestierte Dr. E._ dem Versicherten wegen eines
"massiven psychischen Einbruchs" eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 103-11
und 262-2). Anlässlich einer Besprechung vom 27. Februar 2014 zwischen einem
Arbeitsarzt der Suva und dem Versicherten wurde letzterem eine Anmeldung bei der IV
nahegelegt (IV-act. 107-19). Am 25. März 2014 ersuchte der Versicherte die IV unter
Hinweis auf eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome, eine
generalisierte Angststörung und eine Schlafapnoe sowie die seit Dezember 2013
bestehende Arbeitsunfähigkeit um Leistungen (IV-act. 93).
A.e.
Zum Zeitpunkt dieser Anmeldung befand sich der Versicherte seit dem 4. März
2014 in stationärer Behandlung in der Klinik G._, St. Gallische Psychiatrische-Dienste
H._ (IV-act. 104-2). Dieser Aufenthalt dauerte bis zum 15. April 2014 und wurde vom
zuständigen Oberarzt dahingehend zusammengefasst, dass erstmalig eine
Hospitalisation erfolgt sei aufgrund einer sekundären psychischen Dekompensation bei
anhaltender Belastung durch ein berufsbedingtes Ekzem. Der stationäre
Behandlungsversuch sei frustran verlaufen (IV-act. 117-3). Dem Austrittsbericht sind
die Diagnosen schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome,
generalisierte Angststörung, berufsbedingtes toxisch-irritatives Handekzem sowie
sonstige Schlafapnoe zu entnehmen (IV-act. 117-1).
A.f.
Am 19. Mai 2014 eröffnete die IV-Stelle dem Versicherten, dass zurzeit keine
beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (IV-act. 116; vgl. auch
Fallübersicht Eingliederung in IV-act. 132).
A.g.
Am 24. Juli 2014 berichtete Dr. med. I._ vom Psychiatrie-Zentrum J._
(nachfolgend: Psychiatrie-Zentrum), der Versicherte leide an einer schweren
depressiven Episode ohne psychotische Symptome und an einer Schlafapnoe und es
bestehe der Verdacht auf eine generalisierte Angststörung. Mehrere Versuche einer
antidepressiven und anxyolitischen Behandlung seien entweder ergebnislos oder
nebenwirkungsbehaftet gewesen. Aus verhaltenstherapeutischer Beobachtung wolle
der Patient keine Psychopharmaka einnehmen, wirke passiv und habe hohe Ansprüche
A.h.
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an den involvierten Behandler/Therapeuten (IV-act. 123-5). Vom 11. August bis 2.
September 2014 wurde der Versicherte erneut in der Klinik G._ stationär behandelt.
Dem diesbezüglichen Bericht vom 19. September 2014 sind die Diagnosen schwere
depressive Episode ohne psychotische Symptome, postschizophrene Depression
sowie sonstige Schlafapnoe zu entnehmen (IV-act. 122-1), wobei dem berichtenden
Arzt zufolge das eindeutig depressive Zustandsbild diagnostisch unklar geblieben sei
(IV-act. 122-4). Er empfahl die weitere psychiatrische Behandlung resp. Begleitung des
Patienten und eine feinere diagnostische Abklärung (IV-act. 122-1). Vom 15. bis 17.
September 2014 war der Versicherte in der Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St.
Gallen (nachfolgend: KSSG) hospitalisiert zur Abklärung seit sechs Monaten
bestehender, jedoch seit einem Monat zunehmender Bewegungsunruhe (IV-act.
262-31). Die zuständigen Ärzte diagnostizierten Frühdyskinesien DD Akathisie im
Rahmen der Neuroleptika-Behandlung (IV-act. 262-30). Aus dem Konsilium
Psychosomatik vom 17. September 2014 resultierte die Empfehlung einer stationären
psychiatrischen Behandlung und die Bitte um die Aufnahme einer antidepressiven
Kombinationsbehandlung (IV-act. 262-32).
Am 2. Dezember 2014 startete der Versicherte einen Arbeitsversuch von zwei
Stunden an je zwei Tagen bei der Arbeitgeberin. Dabei wurde er von einer Care
Managerin von der Swica Krankenversicherung AG (nachfolgend: Swica), welche
Krankentaggelder ausrichtete, und seinem behandelnden Psychiater, Dr. I._,
begleitet (IV-act. 125-2). Am 22. Januar 2015 berichtete letzterer, es liege nach wie vor
eine anhaltende schwere Depression und eine generalisierte Angststörung vor. Der
Patient leide an geringer Konzentrationsfähigkeit, Stresstoleranz und Belastbarkeit. Er
leide auch an innerer Unruhe und Gedankenkreisen. Auf den Arbeitsversuch habe er
mit zunehmender Unruhe und Überforderung reagiert (IV-act. 129-3 f.). Einem
Gesprächsprotokoll vom 10. Februar 2015 der Swica ist zu entnehmen, dass von der
Arbeitgeberin im Laufe der therapeutischen Beschäftigungsmassnahme Fortschritte
festgestellt worden seien (IV-act. 130-3; vgl. auch IV-act. 135-7, 9).
A.i.
Am 29. April 2015 wurde der Versicherte erneut durch Dr. F._ untersucht. Dem
diesbezüglichen Bericht vom 5. Mai 2015 ist ein weitgehendst normaler Befund zu
entnehmen, höchstens mit minim verminderten kleinen Flusswerten. Einzig habe die
bronchiale Hyperreagibilität im Vergleich zur Voruntersuchung im Dezember 2013
A.j.
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zugenommen und sei jetzt mittelschwer. Dem Arzt zufolge berichtete der Versicherte
über einen Reizhusten am Arbeitsplatz, der 30 bis 60 Minuten anhalte, wenn er in die
Halle trete. Zusammen mit den lungenfunktionellen Werten spreche dies höchstens für
eine unspezifische irritative Reizung (IV-act. 133-5 f.). Am 12. Mai 2015 berichtete Dr.
I._, der Versicherte befinde sich bei unveränderten Diagnosen und Befunden nach
wie vor in ambulanter psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung. Diese bestehe
aus wöchentlichen unterstützenden Gesprächen und medikamentöser antidepressiver
Therapie (IV-act. 137-2). Es sei jedoch bislang kein medikamentöser Therapieversuch
toleriert worden (IV-act. 137-4).
Die zuständige Ärztin vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) sah am 28. Mai
2015 Eingliederungspotential beim Versicherten (IV-act. 139-2). Am 14. August 2015
fand ein Gespräch zwischen diesem und der zuständigen IV-Eingliederungsberaterin
statt (IV-act. 147-1). Im September 2015 unterzeichneten der Versicherte, seine
Arbeitgeberin, seine Hausärztin, sein behandelnder Psychiater und die IV-Stelle einen
Eingliederungsplan für Integrationsmassnahmen (Wirtschaftsnahe Integration mit
Support am Arbeitsplatz; WISA). Diese umfassten den Zeitraum vom 1. September
2015 bis 26. Februar 2016 und hatten als Ziel eine stabile 50%ige Arbeitsfähigkeit (IV-
act. 160; vgl. auch Mitteilung vom 22. Oktober 2015 in IV-act. 163 sowie
Taggeldverfügungen vom 30. Oktober 2015 in IV-act. 169 und vom 18. Dezember 2015
in IV-act. 175).
A.k.
Nach einer am 28. Oktober 2015 erfolgten Untersuchung stellte Dr. F._ am 3.
November 2015 fest, die bronchiale Hyperreagibilität habe seit der letzten Konsultation
Ende April 2015 zugenommen, auch habe sich die Lungenfunktion tendenziell
verschlechtert (IV-act. 177-16 f.). Am 6. November 2015 wurde der Versicherte mit
hyperglykämer Entgleisung und bei Erstdiagnose eines Diabetes mellitus Typ 2
notfallmässig dem Spital K._, Klinik für Innere Medizin, zugewiesen, wo mit der
Einstellung der Blutzuckerwerte begonnen wurde. Am Folgetag verliess der Versicherte
das Spital ohne Abmeldung, nachdem er wegen eines fälschlicherweise zugeteilten
Essens sehr aggressiv und ausfallend geworden sei (IV-act. 262-20 f.). Vom 11. bis 18.
November 2015 war er in der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie, Osteologie und
Stoffwechselerkrankungen am KSSG hospitalisiert, um die Diabetestherapie zu
etablieren (IV-act. 201-4; vgl. Austrittsbericht in IV-act. 262-12 ff.). Anlässlich eines
A.l.
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psychosomatischen Konsiliums vom 17. November 2015 wurde eine depressive
Symptomatik verneint und der Verdacht auf eine bipolare Störung mit aktuell
hypomanischer Episode geäussert (IV-act. 262-13). Am 1. Dezember 2015 berichtete
Dr. med. L._, welcher den Versicherten ab Auftreten des Handekzems im Jahr 2008
als Hautarzt betreute, dieses Ekzem sei vom Verlauf her hochchronisch, heile jedoch
unter Arbeitskarenz vollständig ab. Eine ideale Lösung wäre, wenn der Versicherte nur
zu 50 % in seinem Betrieb arbeiten müsste, da das Handekzem unter dieser
Arbeitsbelastung nur mässig exazerbiere (IV-act. 173-1 f.). Die zuständigen Ärzte vom
Psychiatrie-Zentrum berichteten am 3. Februar 2016 anhaltend über eine schwere
depressive Episode und erklärten, der Versicherte halte die Arbeitstätigkeit im Rahmen
der Integrationsmassnahme einigermassen aus (IV-act. 187-2 f.).
Die zuständige Ärztin vom RAD hielt am 16. Februar 2016 fest, medizinisch-
theoretisch sei aus psychiatrischer Sicht in Anbetracht der innerhalb des letzten Jahres
langsam erfolgten Steigerung der Arbeitsfähigkeit eine weitere Steigerung auf zirka
50 % möglich. Der Schweregrad der von Dr. I._ diagnostizierten Depression
entspreche nicht mehr demjenigen von vor einem Jahr, da der Versicherte aktuell eine
40%ige Arbeitsleistung in einer Tätigkeit erbringe, welche gemäss Akten auch kognitive
Ansprüche stelle. Dies erscheine mit einer schwergradigen depressiven Episode nicht
vereinbar, mit einer mittelgradigen jedoch möglich (IV-act. 194-2).
A.m.
Am 4. März 2016 zog die IV-Eingliederungsberaterin bezüglich der WISA den
Schluss, dass in der Zeit vom 1. September 2015 bis 26. Februar 2016 vom
Versicherten nur eine Arbeitsplatzpräsenz von 3.5 Stunden pro Tag erreicht worden sei.
Eine Verlängerung der Massnahme mache keinen Sinn, zumal eine der
Voraussetzungen eine tägliche Mindestpräsenz von 4 Stunden gewesen wäre (IV-act.
197-10). Gestützt hierauf teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 9. März 2016 mit,
dass die beruflichen Massnahmen abgeschlossen würden und kein Anspruch auf
weitere berufliche Massnahmen bestehe (IV-act. 200). Diese Mitteilung widerrief die IV-
Stelle nach entsprechendem Ersuchen durch Dr. E._ (IV-act. 201-1) und
Rücksprache mit der Arbeitgeberin (IV-act. 202) am 1. April 2016 und nahm die
beruflichen Massnahmen wieder auf (IV-act. 203). Mit im April 2016 vom Versicherten,
von der IV-Stelle, der Arbeitgeberin und einem Jobcoach von der M._ AG
unterzeichnetem Eingliederungsplan für Integrationsmassnahmen bei einem
A.n.
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Arbeitgeber für WISA wurde das Ziel vereinbart, bis zum 31. August 2016 eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit zu erreichen (IV-act. 204; vgl. auch Mitteilung vom 8. April 2016 in IV-
act. 206 sowie Taggeldverfügungen vom 15. resp. 29. April 2016 in IV-act. 208 und
209). Dr. L._ berichtete am 27. Juli 2016, die aktuelle Arbeitsbelastung von 50 %
werde der Situation des Versicherten gerecht. Das leichte Aufflammen des
Handekzems werde zugunsten der Aufrechterhaltung der Arbeitstätigkeit toleriert (IV-
act. 225-1 f.).
Gemäss Zwischenbericht Coaching / WISA des Jobcoaches vom 26. August 2016
konnte der Versicherte seine Präsenz am Arbeitsplatz im August 2016 auf 4.5 Stunden
bei stabiler Leistung von 30 % steigern (IV-act. 232-3). Am 29. August 2016 wurde der
Arbeitsvertrag zwischen der Arbeitgeberin und dem Versicherten dahingehend
angepasst, dass letzterer ab 1. September 2016 zu einem 50 %-Pensum (Präsenzzeit)
mit etwa 30%iger Leistung eingesetzt werde (IV-act. 233). Vor diesem Hintergrund
schloss die IV-Stelle mit Mitteilung vom 2. September 2016 die beruflichen
Massnahmen ab (IV-act. 236; vgl. auch Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung in IV-
act. 234).
A.o.
Am 31. Oktober 2016 hielten die zuständigen Ärzte vom Psychiatrie-Zentrum fest,
der Versicherte leide an einer anhaltenden schweren Depression. Er arbeite drei bis vier
Stunden am Vormittag und erreiche dadurch seine Grenze der Belastbarkeit. Danach
fühle er sich überfordert bzw. am Limit seiner Kraft, werde müde, sehr unruhig und
verliere die Konzentration. Es sei kritisch und fraglich, ob die bisherige Tätigkeit noch
zumutbar sei. Die Therapie finde aktuell alle drei Wochen statt. Bislang sei aufgrund
starker Nebenwirkungen kein medikamentöser Therapieversuch toleriert worden.
Aufgrund des komplexen psychopathologischen Zustandes des Versicherten, der
schlechten Medikamentenverträglichkeit sowie des schlechten Krankheitsverlaufs
gingen sie von einer ungünstigen Prognose aus und empfahlen eine Rente der IV (IV-
act. 257-3 ff.). Im November 2016 schilderte Dr. E._ ausführlich den Verlauf der
gesundheitlichen Beschwerden des Versicherten seit 2013 (IV-act. 262-2 ff.) und
erklärte, dieser könne nur stundenweise mit reduzierter Leistungsfähigkeit als
Hilfsarbeiter im altbekannten Betrieb arbeiten. Diese Einschätzung basiere auf
Beobachtungen von über zwei Jahren. Die Prognose sei wahrscheinlich schlecht, es
handle sich um eine chronifizierte schwere psychische Störung (IV-act. 262-4 f.).
A.p.
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Mit Verfügung vom 23. Januar 2017 verneinte die Suva einen Anspruch auf eine
Invalidenrente der Unfallversicherung (IV-act. 266).
A.q.
Am 13. Februar 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass eine
medizinische Abklärung (Allgemeine/Innere Medizin, Psychiatrie, Dermatologie,
Pneumologie) notwendig sei (IV-act. 271). Das in der Folge in Auftrag gegebene
Gutachten wurde nach zusätzlicher orthopädischer und neuropsychologischer
Untersuchung am 13. November 2017 durch die Medizinische Abklärungsstelle Bern,
ZVMB GmbH (nachfolgend: MEDAS), erstattet (IV-act. 287). Dabei wurde einzig der
Diagnose chronisches, kumulativ-toxisches, keratotisch-rhagadiformes Kontaktekzem
an den Händen und zweitweise unteren Extremitäten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
zugebilligt (IV-act. 287-50). Die Diagnosen Persönlichkeitsakzentuierung, Probleme in
Bezug auf die Lebensführung, sozioökonomische oder psychosoziale Umstände,
Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen, COPD bei Zustand
nach langjährigem Nikotinabusus, schweres obstruktives Schlafapnoesyndrom,
lateraler komplexer Meniskusriss links, Diabetes mellitus Typ II, Steatosis hepatis
Stadium II, aktuell Übergewicht, Verdacht auf Refluxgastritis, lumbospondylogenes
Syndrom ohne radikuläre Zeichen, Status nach HWS-Schleudertrauma von 2002 ohne
Beschwerden und nicht authentische neuropsychologische Störung in mehreren
kognitiven Bereichen hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 287-50). In
der angestammten Tätigkeit als Polymechaniker wäre der Versicherte an seinem zurzeit
noch aufrechterhaltenen Arbeitsplatz aus rein dermatologischer Sicht 50 % arbeitsfähig
aufgrund der toleranten Haltung der Arbeitgeberin. An fremden, durchschnittlichen
Arbeitsplätzen dürfte er wegen des Handekzems höchstens 30-50 % Arbeitsfähigkeit
erreichen (IV-act. 287-51). Die Gutachter kamen interdisziplinär zum Schluss, dass der
Versicherte in adaptierten Tätigkeit 100 % arbeitsfähig sei (IV-act. 287-52; zum
positiven und negativen Fähigkeitsprofil vgl. IV-act. 287-51).
A.r.
Die zuständige Ärztin vom RAD stellte am 22. November 2017 fest, dass auf
dieses Gutachten abgestellt werden könne (IV-act. 288). Dem folgend teilte die IV-
Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 3. Januar 2018 mit, es bestehe kein
Anspruch auf eine Invalidenrente (IV-act. 296). Am 28. Februar 2018 nahm der
Rechtsvertreter des Versicherten Stellung zum Vorbescheid (IV-act. 305) und am 12.
März 2018 (IV-act. 306) reichte er eine Stellungnahme von Dr. E._ vom 26. Februar
A.s.
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B.
2018 zum psychiatrischen Teilgutachten der MEDAS nach (IV-act. 307). Die zuständige
Ärztin vom RAD äusserte sich am 15. Mai 2018 wiederum zu diesen Stellungnahmen
(IV-act. 308). Am 17. Mai 2018 verfügte die IV-Stelle im Sinne des Vorbescheids und
wies das Rentenbegehren des Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 3 % ab (IV-
act. 309 = act. G 1.1).
Gegen die Verfügung vom 17. Mai 2018 richtete sich die Beschwerde vom 14.
Juni 2018 mit dem Antrag, dem Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführer) sei
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen eine Invalidenrente auszurichten. Des
Weiteren wurden die unentgeltliche Prozessführung und die Bestellung von
Rechtsanwalt Rainer Braun als Vertreter beantragt. Auch seien die Akten der Suva
beizuziehen. Zur Begründung wurde vorgebracht, das psychiatrische Teilgutachten der
MEDAS widerspreche sämtlichen bisherigen fachärztlichen Beurteilungen diametral. Es
könne nicht darauf abgestellt werden. Vielmehr müssten die übereinstimmenden
fachärztlichen Einschätzungen massgebend sein. Allenfalls sei von einer unabhängigen
psychiatrischen Fachstelle eine gründliche Begutachtung und Beobachtung vornehmen
zu lassen (act. G 1).
B.a.
Mit Einspracheentscheid vom 27. Juli 2018 wies die Suva eine gegen ihre
Verfügung vom 23. Januar 2017 erhobene Einsprache ab (act. G 1.2 in UV 2018/62).
B.b.
Mit Beschwerdeantwort vom 2. August 2018 beantragte die IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde und erklärte, das
Gutachten der MEDAS sei beweistauglich. Eine Aggravation sei ausgewiesen und eine
solche könne nicht invalidisierend sein (act. G 4).
B.c.
Am 7. August 2018 gewährte das Gericht dem Beschwerdeführer die
unentgeltliche Rechtspflege (act. G 5).
B.d.
Mit Replik vom 6. September 2018 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
fest (act. G 7).
B.e.
Am 10. September 2018 erhob der Beschwerdeführer Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid der Suva vom 27. Juli 2018 (act. G 1 in UV 2018/62).
B.f.
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Erwägungen
1.
Am 11. März 2020 unterrichtete das Gericht die Parteien über den Beizug der
Unfallakten der Suva (act. G 10), und am 17. März 2020 verzichtete die
Beschwerdegegnerin auf die Einsicht in die beigezogenen Akten und auf eine
Stellungnahme dazu (act. G 11).
B.g.
Mit Urteil vom heutigen Tag wurde die Beschwerde betreffend Leistungen der
Unfallversicherung abgewiesen (act. G 9 in UV 2018/62).
B.h.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der
Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
1.1.
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens
40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens
40 % invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.
Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Für die Bestimmung des
Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt
1.3.
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2.
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V
352 E. 3a).
1.4.
Streitig und zu prüfen ist im vorliegenden Verfahren die Frage, ob beim
Beschwerdeführer eine invaliditätsrelevante Arbeitsunfähigkeit nachgewiesen ist. Die
Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung gestützt auf das MEDAS-
Gutachten vom 13. November 2017 von einer vollen Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers aus. Dieser erachtet das psychiatrische Teilgutachten der MEDAS
als nicht beweistauglich und beruft sich auf Berichte seiner behandelnden Ärzte
(zuständige Ärzte des Psychiatrie-Zentrums, der Klinik G._, des Spitals K._ und
des KSSG, Dr. E._; vgl. act. G 1 S. 6 f.). Bezüglich der übrigen Fachrichtungen
(Allgemeine Innere Medizin, Dermatologie, Pneumologie, Orthopädie) besteht Einigkeit
zwischen den Parteien, dass der Beschwerdeführer keine Tätigkeiten mit Kontakt zu
Kühlschmiermitteln ausüben soll, weshalb in seiner angestammten Tätigkeit an der
CNC-Maschine lediglich eine Arbeitsfähigkeit von 30 - 50 % attestiert wird und für
adaptierte Tätigkeiten eine solche von 100 %. Aus dermatologischer Sicht sollten auch
andere Arbeiten im feuchten Milieu oder mit Kontakt zu aggressiven Chemikalien oder
überdurchschnittlicher physikalischer Beanspruchung gemieden werden. Aufgrund der
pulmonalen Beschwerden seien Tätigkeiten im Schichtdienst sowie Tätigkeiten mit
Wechsel zwischen warmer und kalter Atmosphäre, mit Nässe, Dämpfen, Stäuben
eingeschränkt. Aufgrund des Knieleidens seien das Heben und Tragen von schweren
Lasten dauerhaft über 15 kg beidseits nicht zumutbar. Arbeiten in gebückter Haltung,
2.1.
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kniend, mit ständigem Treppensteigen oder mit Gehen auf unebenem Boden seien
ebenfalls nicht zumutbar (IV-act. 287-51 f.). Diese Einschätzungen lassen sich aufgrund
der medizinischen Aktenlage ohne weiteres nachvollziehen (vgl. IV-act. 287-57 bis 87)
und sind nicht zu beanstanden. Zu prüfen gilt es demgegenüber, ob der Sachverhalt
auch aus psychiatrischer Sicht hinreichend abgeklärt wurde.
Der Beschwerdeführer wurde ab Dezember 2013 wegen psychischer
Beschwerden von seiner Hausärztin krankgeschrieben und zur Behandlung ans
Psychiatrie-Zentrum überwiesen (vgl. IV-act. 262-2). Die zuständigen Ärzte legten ihm
eine stationäre Behandlung nahe, welche vom 4. März bis 15. April 2014 in der Klinik
G._ erfolgte. Nach diesem Aufenthalt lauteten die psychiatrischen Diagnosen
schwere depressive Episode und Verdacht auf eine generalisierte Angststörung (IV-act.
117-1). Diese Diagnosen wurden von den behandelnden Psychiatern übernommen (vgl.
IV-act. 123-5). Nach der zweiten stationären Behandlung, welche vom 11. August bis 2.
September 2014 dauerte, erhoben die zuständigen Ärzte der Klinik G._ die Diagnose
einer schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome, erwähnten eine
postschizophrene Depression und empfahlen eine feinere diagnostische Abklärung, da
das eindeutig depressive Zustandsbild diagnostisch unklar geblieben sei (IV-act. 122-1,
4). Am 2. Dezember 2014 startete der Beschwerdeführer einen Arbeitsversuch (IV-act.
125-2), welcher anfangs von der Swica und ab 1. September 2015 bis 31. August 2016
von der Beschwerdegegnerin als WISA unterstützt wurde und in einer Anpassung des
Arbeitsvertrages des Beschwerdeführers mit der Arbeitgeberin mündete. Dabei wurde
das Pensum von vollzeitlich auf 50 % reduziert mit etwa 30%iger Leistung (IV-act. 160,
204, 233). Während dieser Zeit diagnostizierte der behandelnde Psychiater am 22.
Januar und 12. Mai 2015 unverändert eine schwere depressive Episode ohne
psychotische Symptome und einen Verdacht auf eine generalisierte Angststörung (IV-
act. 129-2 und 137-2) und am 3. Februar und 31. Oktober 2016 berichtete er über eine
anhaltende schwere Depression (IV-act. 187-3 und 257-5). Dazwischen hatte anlässlich
der Hospitalisation am KSSG am 17. November 2015 ein psychosomatisches
Konsilium stattgefunden, welches einen aktuell leicht angetriebenen, unruhig wirkenden
Beschwerdeführer beschrieb, ohne depressive Symptomatik und ohne Suizidabsichten
(IV-act. 262-13). Am 16. Februar 2016 berichtete ein Vorgesetzter des
Beschwerdeführers der IV-Eingliederungsverantwortlichen, letzterer arbeite
gewissenhaft und zuverlässig. Habe er einen schlechten Tag, spreche er kaum mehr.
Dennoch habe er keine Leistungseinbusse. Insgesamt arbeite er gleich wie die anderen
Mitarbeiter (IV-act. 197-7). Kurze Zeit später, am 31. März 2016, schätzte ein anderer
Vorgesetzter des Beschwerdeführers dessen Leistungsfähigkeit etwa mit 20 - 30 %
eines vollen Pensums ein und erklärte, die Leistung hänge sehr stark von der
2.2.
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Tagesform des Beschwerdeführers ab (IV-act. 234-2). Es ist vor diesem Hintergrund
nachvollziehbar, dass die zuständige Ärztin vom RAD am 16. Februar 2016 zum
Schluss kam, dass die Diagnose einer schweren Depression nicht mit der effektiven
Arbeitsleistung des Versicherten vereinbar erscheine. Sie stellte bereits zu diesem
Zeitpunkt fest, dass in den Akten immer wieder von Aggressionen und aggressiven
Impulsdurchbrüchen berichtet werde, die nicht unbedingt den vorliegenden Diagnosen
zuzuordnen seien bzw. die Frage nach einer allfälligen Pathologie der Persönlichkeit
oder aber der Mitwirkung aufwerfen würden. Aufgrund dieser Umstände empfahl die
RAD-Ärztin denn auch eine psychiatrische Begutachtung (IV-act. 194-2).
Der umstrittene psychiatrische Teil des MEDAS-Gutachtens wurde von Dr. med.
N._ erstellt, nachdem dieser die Vorakten studiert (vgl. IV-act. 287-7 bis 20 sowie 36
bis 41), den Beschwerdeführer am 27. Juni 2017 untersucht (IV-act. 287-25 ff.) und
vom Resultat der am 5. September 2017 durchgeführten neuropsychologischen
Untersuchung durch lic. phil. O._ (IV-act. 287-88 bis 94) Kenntnis genommen hatte.
Dr. N._ stellte fest, der Beschwerdeführer könne zu seiner Biografie zum Teil keine
Auskunft geben, selbst sein eigenes Alter und das Alter seiner Kinder könne er nicht
spontan nennen, müsse lange überlegen. Später, in einem anderen Zusammenhang,
könne er einige zuvor nicht beantwortete Fragen spontan beantworten (IV-act. 287-25).
Während der Exploration hat der Beschwerdeführer dem Facharzt zufolge zu keinem
Zeitpunkt depressiv herabgestimmt gewirkt, die Stimmung sei indifferent gewesen.
Bezüglich Persönlichkeit bestehe eine deutliche histrionische und narzisstische
Akzentuierung, jedoch wirke das Verhalten auch nicht authentisch und aufgesetzt (IV-
act. 287-26). Der durchgeführte REY-Test sprach für deutlich suboptimales
Antwortverhalten (IV-act. 287-27). Dr. N._ stellte nicht konsistente
Verhaltensauffälligkeiten sowie unpräzise und diskrepante Antworten zur Biografie und
zum Verlauf der geschilderten Beschwerden fest. Die Auskünfte seien ungenau, bei
Ablenkung oder zu einem späteren Zeitpunkt hätten diese jedoch problemlos oder
sogar detailliert wiedergegeben werden können. Auffällig war dem Psychiater zufolge,
dass der Beschwerdeführer in den somatischen Fachgebieten ein anderes Verhalten
gezeigt hatte. Da habe er gut kooperiert und erschöpfend und chronologisch zu seinen
Leiden berichten können. Es habe keine Spur von kleinkindlichem oder aufgesetztem
Verhalten gegeben. Zusammenfassend habe der Beschwerdeführer in der
psychiatrischen Untersuchung eine Symptom-Konstellation von nicht
zusammengehörigen Krankheitszeichen gezeigt, die offensichtlich einer fehlgeleiteten
Vorstellung von einem gültigen psychiatrischen Zustandsbild entsprechen würden,
welches es in der präsentierten Konstellation real jedoch nicht gebe (IV-act. 287-32).
Beim Beschwerdeführer sei davon auszugehen, dass psychisch keine relevanten
2.3.
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Abweichungen im Denken und Erleben im Vergleich zu anderen Gleichaltrigen des
gleichen Familien- und Bildungsstandes und derselben Ethnie vorliegen würden und
somit auch keine versicherungspsychiatrisch bedeutsame Störung bestehe (IV-act.
287-35). Die motivational bedingten Schwächen und Schwierigkeiten sowie das
Vermeidungsverhalten könnten dank seiner sonst guten Ressourcen durchaus
überwunden werden (IV-act. 287-40). Der Fachpsychologe für Neuropsychologie hielt
in Zusammenhang mit den Vorbefunden fest, 2002 habe eine neuropsychologische
Untersuchung des Beschwerdeführers stattgefunden. Leider könne nicht auf diese
Daten abgestützt werden, da schon damals Bedenken bezüglich der Glaubwürdigkeit
der Resultate geäussert worden seien. Im Rahmen von psychischen Störungen, wie
z.B. Depressionen und Angststörungen, seien leichte kognitive Einschränkungen
möglich - man würde jedoch keine schweren Defizite erwarten, ausser, es bestehe
gleichzeitig eine schwere psychische Störung (IV-act. 287-90). Die Kontaktaufnahme
war dem Fachpsychologen zufolge auffällig (der Beschwerdeführer vermeide zeitweise
den Blickkontakt, starre den Untersucher dann wieder an, grüsse diesen nicht, sei von
Beginn weg einsilbig, abweisend, leicht aggressiv), ebenso die
Anstrengungsbereitschaft. Die Aufmerksamkeit sei in der 1-zu-1-Situation
schwankend, der Beschwerdeführer wirke internal abgelenkt. Die Initiierung von
Handlungen und die Aufrechterhaltung derselben sei in der gut strukturierten
Untersuchungssituation schwankend: teilweise deutliche Antwortlatenzzeiten, dann
prompte Initiierung, langsames Vorgehen, dann wieder unauffällig. Die Affektivität wirke
etwas bedrückt, die affektive Schwingungsfähigkeit sei reduziert. Motorisch sei der
Beschwerdeführer deutlich auffällig: wippe fortwährend mit den Beinen, zittere an den
Armen, dann sei er wieder völlig ruhig (IV-act. 287-91). In dieser neuropsychologischen
Teilbegutachtung seien keine validen Resultate erzielt worden, die erhaltenen
Testwerte mit über allem gesehen schwer defizitären Leistungen seien nicht gültig. Als
Begründung hierfür wurde angeführt, dass ein gut standardisierter
Performancevalidierungstest auffällig gewesen sei und sich Diskrepanzen zwischen
den klinischen Beobachtungen und den Testergebnissen einerseits wie auch innerhalb
und zwischen einzelnen Testverfahren gezeigt hätten. Unter Anwendung eines
Entscheidungsalgorithmus sei auf eine Aggravation zu schliessen, sofern dies nicht
psychiatrischerseits besser erklärt werden könne. Wären die Resultate valide, dann
könnte sich der Beschwerdeführer Einfachstes nicht merken, würde es praktisch sofort
vergessen oder mit anderen Erinnerungen vermischen. Er wäre massiv verlangsamt
(könnte nicht mehrmals "notfallmässig" auf die Toilette rennen, wie dies während der
Untersuchung drei Mal geschehen sei), wäre weder zeitlich, noch örtlich-geographisch
noch situativ orientiert. Er könnte höchstens sehr eingeschränkt auf zuvor gemachte
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Äusserungen Bezug nehmen und wäre komplett unfähig, auch nur einfache Arbeiten zu
erledigen (IV-act. 287-93).
Bei den in Erwägung 2.2 dargelegten psychiatrischen Vorakten, welche grosse
Schwierigkeiten bei der Diagnosestellung und bei der Etablierung einer
medikamentösen Therapie dokumentieren und teilweise den tatsächlichen
Begebenheiten wie der effektiven Arbeitstätigkeit widersprechen (vgl. hierzu ausführlich
die RAD-Stellungnahme vom 15. Mai 2018 in IV-act. 308-2), ist nachvollziehbar, dass
sich bei der psychiatrischen Untersuchung und bei der neuropsychologischen Testung
Hinweise für Befundinkonsistenzen und Verhaltensauffälligkeiten zeigten, welche zum
Schluss einer Aggravation führten. Die durchgeführte neuropsychologische Testung
lieferte keine validen Ergebnisse, sondern ergab eine nicht authentische
neuropsychologische Störung in mehreren kognitiven Bereichen. Der Psychologe
veranschaulichte seine Beurteilung dahingehend, dass der Beschwerdeführer, wenn
die Resultate valide wären, unter anderem weder zeitlich, örtlich-geographisch noch
situativ orientiert wäre und komplett unfähig wäre, auch nur einfache Arbeiten zu
erledigen (IV-act. 287-94). In dieses Bild fügt sich auch die
Medikamentenspiegelbestimmung ein, welche ergab, dass das Sedativa/Hypnotika
Lorazepam ausserhalb der Nachweisgrenze liege und der Blutspiegel vom
Antidepressiva Paroxetin gegen eine hinreichende Einnahme dieser Substanz spreche
(IV-act. 287-26). Dies erstaunt vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer von
Behandlungsbeginn weg Unverträglichkeiten bezüglich Medikamenteneinnahme angab
(vgl. Berichte des Psychiatrie-Zentrums in IV-act. 123, 129, 137, 187 und 257), nicht.
Angesichts des Umstandes, dass der Beschwerdeführer eine ungewöhnliche und
widersprüchliche Symptom-Konstellation zeigte von nicht zusammengehörigen
Krankheitszeichen (IV-act. 287-32), ist entgegen dessen Ansicht nachvollziehbar, dass
keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden
konnte. Der Beschwerdeführer lässt vorbringen, die Beschwerdegegnerin mache zu
Unrecht geltend, medizinische Fachpersonen hätten bereits im Vorfeld den Verdacht
auf eine Symptomausweitung geäussert (act. G 7 Ziff. III/3). Es ist zwar korrekt, dass
die stationäre Rehabilitation in Valens vom 23. März bis 11. April 1998 sehr lange her
ist, anlässlich welcher die zuständigen Ärzte im Austrittsbericht vermerkt hatten, dass
der Patient eine Inkonsistenz der Beschwerden zeige (IV-act. 59-2). Auch sind die
Basistests der körperlichen Leistungsfähigkeit in der Klinik Valens lange her, welche
während eines stationären Aufenthalts gemacht wurden, der vom 25. Juli bis 22.
August 2002 dauerte (vgl. IV-act. 60-1). Dabei handelte es sich jedoch neben der
vorliegend strittigen um die einzige entsprechende Testung und neuropsychologische
Untersuchung, weshalb ihr nicht jegliche Bedeutung abgesprochen werden kann.
2.4.
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Damals wurde von der Ergonomieabteilung eine im Vergleich zur getesteten
Leistungsfähigkeit zu tiefe Selbsteinschätzung beobachtet. Die Leistungsbereitschaft
wurde als fraglich eingeschätzt, die Konsistenz hingegen als gut (IV-act. 60-11 f.). Die
berichtenden Ärzte erklärten damals bezüglich der durchgeführten
neuropsychologischen Untersuchung, die Testung habe leichte bis mittelschwere
Defizite in der geteilten Aufmerksamkeit, dem Antrieb und Raumsinn gezeigt. In den
Tests habe der Beschwerdeführer verlangsamt gewirkt. Diesbezüglich müsse jedoch
auch eine fluktuierende Motivation diskutiert werden, da die Verlangsamung in der
Eintrittsuntersuchung nicht vorhanden und während des gesamten Therapieverlaufs
nicht ständig zu bemerken gewesen sei (IV-act. 60-2). Inkonsistenzen wurden auch
anlässlich zweier kreisärztlicher Untersuchungen durch Dr. med. P._, Facharzt für
Chirurgie sowie orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
beschrieben. Der Arzt stellte am 23. Dezember 2002 fest, die anamnestischen Angaben
und Befunde seien sehr uneinheitlich. Es bestehe eine erhebliche Diskrepanz zwischen
den geltend gemachten und vorgebrachten Beschwerden. Ob allenfalls vorbestehende
krankhafte Veränderungen manifest seien, bleibe offen (IV-act. 63-29). Und auch
anlässlich einer Untersuchung vom 12. August 2003 ergab sich eine Uneinheitlichkeit
zwischen der aktuellen Beschwerdesymptomatik und den klinischen Befunden. Das
gegenwärtige Beschwerdebild des Zervikalsyndroms sei uneinheitlich und teilweise
atypisch. Es bestünden Hinweise für eine gewisse Ausweitungstendenz und eine
deutliche Überlagerungssymptomatik (IV-act. 63-22). Und der Augenarzt Dr. med.
Q._, welchen der Versicherte bei der Diagnose postcommotionelles Syndrom am 5.
Juni und 2. Juli 2002 konsultiert hatte, äusserte das Gefühl, dass eine gewisse
Aggravation vorliege. Es sei sehr schwierig gewesen, einen vernünftigen Visus zu
bestimmen (IV-act. 63-45).
Bei dieser Aktenlage gelingt dem Beschwerdeführer der Nachweis, dass aus
psychiatrischer oder neuropsychologischer Sicht die Arbeitsfähigkeit mindernde
Beeinträchtigungen bestehen, offenkundig nicht. Auch ist nicht davon auszugehen,
dass diesbezüglich weitere Abklärungen eine Objektivierung ermöglichen könnten.
Fachärztlicherseits standen im Begutachtungszeitpunkt insbesondere die Diagnosen
der behandelnden Psychiater im Raum sowie die während der stationären
psychiatrischen Aufenthalte in Valens gestellten Diagnosen. Bei der vom
Beschwerdeführer angerufenen Dr. E._ handelt es sich demgegenüber nicht um eine
psychiatrische Fachärztin, und dem Austrittsbericht des Spitals K._ sind keine
eigenen psychiatrischen Diagnosen zu entnehmen (vgl. IV-act. 262-20). Die von den
Behandlern gestellte Diagnose wurde seit dem ersten stationären Aufenthalt in Valens
anfangs 2014 einzig in dem Sinne angepasst, dass während zweier Jahre von einer
2.5.
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schweren depressiven Episode und ab anfangs 2016 dann von einer schweren
Depression gesprochen wurde. In diesem Zeitraum der unveränderten
Diagnosestellung war der Beschwerdeführer jedoch wie gesagt ab Dezember 2014 bis
sicher September 2016 arbeitstätig, und anlässlich einer Hospitalisation am KSSG im
November 2015 konnten in einem psychiatrischen Konsilium keinerlei depressive
Symptome festgestellt werden (IV-act. 262-13; vgl. insbesondere diesbezügliche
Ausführungen der RAD-Ärztin in IV-act. 308). Der anlässlich dieses Konsiliums
geäusserte Verdacht auf eine bipolare Störung mit aktuell hypomanischer Episode (IV-
act. 262-13) wird von den behandelnden Psychiatern aktenkundig nicht diskutiert.
Diese verweisen sodann in sämtlichen Berichten hinsichtlich der Befunde insbesondere
auf die Angaben des Versicherten, und teilweise der Hausärztin (vgl. IV-act. 123-5,
187-2 ff., 129-2 ff., 137-4 ff., 257-3 ff.). Einzig am 22. Januar 2015 hatte Dr. I._ einen
etwas umfassenderen Befund erhoben und den Beschwerdeführer als
bewusstseinsklar und allseits orientiert beschrieben. Konzentration und Gedächtnis
schienen beeinträchtigt und er berichte über Vergesslichkeit. Im formalen Denken wirke
der Beschwerdeführer verlangsamt, blockiert und sehr fixiert auf seine Beschwerden.
Es gebe keine Hinweise für Sinnestäuschungen, Wahnwahrnehmungen oder Ich-
Störungen. Im Affekt wirke der Patient deprimiert, niedergeschlagen und ratlos,
andererseits sei eine Gereiztheit und innere Unruhe beobachtbar. Der Antrieb sei
deutlich reduziert (IV-act. 129-3). Dieser Bericht wurde kurze Zeit nach Aufnahme des
Arbeitsversuchs nach einjähriger Abstinenz vom Arbeitsplatz und damit zu einem für
den Beschwerdeführer sicher belasteten Zeitpunkt erstellt. Dem jüngsten Bericht sind
keinerlei Befunde zu entnehmen (IV-act. 257-3 bis 5), in jenem vom 3. Februar 2016
hatten die behandelnden Fachärzte - identisch wie bereits am 12. Mai 2015 -
zumindest erklärt, der Beschwerdeführer wirke immer noch deprimiert,
niedergeschlagen, ratlos und labil (IV-act. 187-2 sowie 137-2). Die im Bericht vom 22.
Januar 2015 erwähnte zukünftige Behandlung mit Elektrokonvulsionstherapie (EKT; IV-
act. 129-3) hat laut den nachfolgenden Berichten wohl nicht stattgefunden oder ist
jedenfalls nicht aktenkundig. Dem zweiten Austrittsbericht von Valens ist explizit die
Schwierigkeit einer Diagnosestellung zu entnehmen (IV-act. 122-1). Eine
Persönlichkeitsveränderung, wie sie der Beschwerdeführer geltend macht und Dr.
E._ erwähnt (IV-act. 262-4), wurde von den behandelnden Psychiatern in allen diesen
Berichten nie thematisiert, weshalb es nachvollziehbar erscheint, dass auch Dr. N._
eine solche nicht feststellen konnte. Vor diesem Hintergrund vermögen die Berichte der
behandelnden Psychiater keinerlei Zweifel am schlüssigen psychiatrischen
Teilgutachten der MEDAS aufkommen zu lassen. Der psychiatrische Facharzt stellte
sodann die behandelnden Fachärzte keinesfalls als inkompetent dar, wie dies Dr. E._
ausdrückt (IV-act. 307-1), sondern vermutet ein vorhandenes Wohlwollen (vgl. IV-act.
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3.
Unstreitig ist die Invaliditätsbemessung nach der Methode des Einkommensvergleichs
gemäss Art. 16 ATSG vorzunehmen. Der Beschwerdeführer verdiente im Jahr 2012,
dem Jahr vor dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, gemäss Angaben der Arbeitgeberin
Fr. 67'600.-- (IV-act. 113-2). Sein Einkommen lag folglich leicht über dem statistischen
Durchschnittseinkommen von männlichen Hilfsarbeitern von Fr. 65'177.-- im Jahr 2012
(vgl. Anhang 2 der von der Informationsstelle AHV/IV herausgegebenen Textausgabe
zum IVG, Ausgabe 2019). Angesichts der vollständigen Arbeitsfähigkeit in adaptierten
Tätigkeiten und des praxisgemäss höchstzulässigen Abzugs vom Tabellenlohn von
25 % (vgl. etwa BGE 126 V 25) kann die genaue Bemessung des Invaliditätsgrades
offenbleiben. Denn dieser erreicht selbst bei Vornahme des Maximalabzugs (für
welchen vorliegend keine genügenden Gründe vorhanden sind) die in der IV
rentenbegründende Schwelle von 40 % bei Weitem nicht. Folglich hat die
Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu Recht verneint.
4.
287-33 und 287-40). Dies wiederum entspricht der Erfahrungstatsache, wonach
behandelnde Ärztinnen und Ärzte nicht nur in der Funktion als Hausärzte, sondern auch
als spezialärztlich behandelnde Medizinalpersonen im Hinblick auf ihre
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher zugunsten ihrer
Patienten aussagen (Urteil des Bundesgerichts vom 27. September 2017,
8C_295/2017, E. 6.4.2, mit weiteren Verweisen). Sie stehen in auftragsrechtlichem
Verhältnis zur versicherten Person. Da sie sich zudem in erster Linie auf die
Behandlung zu konzentrieren haben, verfolgen deren Berichte nicht den Zweck einer
den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden
objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes (BGE 135 V 470, E. 4.5).
Nach dem Gesagten ist beim Beschwerdeführer im vorliegend relevanten Zeitraum
mit Ausnahme der Zeiten von stationären Aufenthalten und Hospitalisationen auch aus
psychiatrischer Sicht von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten
auszugehen (vgl. zum Leistungsprofil IV-act. 257-51).
2.6.
Gemäss den vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen.4.1.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der
4.2.
bis
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5.
Da die Gerichtsschreiberin verhindert ist, wird der Entscheid für diese stellvertretend
von einer mitwirkenden Richterin unterzeichnet (Art. 39 Abs. 2 VRP).