Decision ID: f314c24e-1b9e-444a-b510-76226cdad3e9
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Die Wohnbaugenossenschaft S. ist Eigentümerin des Grundstücks Nr. 137, R-
strasse 18, A., das mit einem Mehrfamilienhaus überbaut ist. Am 30. Mai 2003 meldete
sie der Gebäudeversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (abgekürzt GVA) einen
Schaden, der auf ein Sturmereignis zurückzuführen sei, das sich am 19. Mai 2003
zugetragen habe. Im Schadenermittlungsprotokoll vom 18. August 2003 hat der
Schadenexperte unter der Rubrik "Schadenursache" den Hinweis "Sturm hat
Sonnenstore beschädigt" angebracht und bemerkt: "Sonnenstore war etwas
ausgefahren. Sturmböe kam plötzlich. Mieterin hatte keine Zeit mehr, um ihn
einzufahren, obwohl sie zu Hause war". Am 21. August 2003 anerkannte die GVA einen
Gebäudeschaden und richtete der Wohnbaugenossenschaft A. für "Untersichten
reparieren" und "Reparatur Sonnenstore" eine Versicherungsleistung von Fr. 1'000.—-
aus (vgl. dazu aber GVP 2006 Nr. 61).
B./ Am 2. Juli 2007 meldete die Wohnbaugenossenschaft S. dem Schadenexperten, es
sei festgestellt worden, dass im Bereich des Estrichs, der sich unmittelbar oberhalb der
Sonnenstore befinde, über lange Zeit Wasser eingedrungen sei. Sie machte geltend, es
handle sich um einen "Folgeschaden" des Schadenereignisses aus dem Jahr 2003. Zur
Begründung führte sie aus, bei einer Kontrolle des Dachs sei eine Schraube gefunden
worden, weshalb davon auszugehen sei, dass anlässlich des Sturmereignisses im Mai
2003 Metallteile auf das Dach aufgeschlagen und Ziegel beschädigt hätten.
Am 1. Oktober 2007 teilte die GVA dem Rechtsvertreter der Wohnbaugenossenschaft
S. mit, allfällige Ansprüche seien verwirkt bzw. die GVA sei im Zusammenhang mit dem
Sturmereignis vom 19. Mai 2003 nicht mehr leistungspflichtig.
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Gegen die Verfügung vom 1. Oktober 2007 erhob die Wohnbaugenossenschaft S. am
26. Oktober 2007 Einsprache bei der GVA. Sie stellte das Rechtsbegehren, die
Verfügung sei aufzuheben und es seien die gesetzlichen Versicherungsleistungen für
den am 2. Juli 2007 gemeldeten Schadenfall zu erbringen. Die Einsprache wurde am
27. November 2007 abgewiesen und die Ablehnung, eine Versicherungsleistung zu
erbringen, wurde bestätigt.
Gegen den Einspracheentscheid vom 27. November 2007 erhob die
Wohnbaugenossenschaft S. am 11. Dezember 2007 Rekurs bei der
Verwaltungskommission der GVA. Sie beantragte, die Entscheide vom 27. November
2007 und vom 1. Oktober 2007 seien aufzuheben und es seien die gesetzlichen
Versicherungsleistungen für den am 2. Juli 2007 gemeldeten Versicherungsfall zu
erbringen. Nachdem am 12. Juni 2008 ein Augenschein durchgeführt worden war, wies
die Verwaltungskommission der GVA den Rekurs am 22. Oktober 2008 ab.
C./ Am 12. November 2008 erhob die Wohnbaugenossenschaft S. gegen den
Entscheid der Verwaltungskommission der GVA vom 22. Oktober 2008 Beschwerde
beim Verwaltungsgericht. Innert erstreckter Frist stellte sie folgende Rechtsbegehren:
der angefochtene Entscheid sei aufzuheben (Ziff. 1), es seien ihr die ihr zustehenden
Leistungen aus dem am 2. Juli 2007 gemeldeten Schadenfall auszurichten (Ziff. 2), die
Kosten des Rekursverfahrens von Fr. 1'700.-- seien der GVA aufzuerlegen (Ziff. 3) und
ihre Anwaltskosten für das Rekurs- und das Einspracheverfahren habe die GVA zu
übernehmen (Ziff. 4), unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
Die Verwaltungskommission der GVA nahm am 29. Dezember 2008 Stellung und
beantragte, der Beschwerde sei keine Folge zu geben.
Die Wohnbaugenossenschaft S. machte am 10. Februar 2009 von der Möglichkeit
Gebrauch, sich zu neuen tatsächlichen und rechtlichen Argumenten zu äussern. Am
19. Februar 2009 hat die Verwaltungskommission der GVA unaufgefordert eine
"Kurzstellungnahme" eingereicht.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
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1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid sachlich zuständig (Art. 56 des Gesetzes
über die Gebäudeversicherung, sGS 873.1, abgekürzt GVG, in Verbindung mit Art.
59bis Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt
VRP). Sodann ist die Wohnbaugenossenschaft S. zur Beschwerde legitimiert, weil der
von ihr geltend gemachte Gebäudeschaden nicht anerkannt worden ist (Art. 64 Abs. 1
in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Im weiteren entsprechen die
Beschwerdeeingabe vom 12. November 2008 und ihre Ergänzung vom 12. Dezember
2008 zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP).
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Die Beschwerdeführerin beantragt, es sei eine Expertise zu erstellen. Sodann seien
B. von der B. AG, A., als Zeuge und der Schadenexperte H.K. als Auskunftsperson zu
befragen.
Der Anspruch auf rechtliches Gehör gebietet, dass rechtzeitig und formrichtig
angebotene Beweismittel abzunehmen sind, es sei denn, diese betreffen eine nicht
erhebliche Tatsache oder seien offensichtlich untauglich, über die streitige Tatsache
Beweis zu erbringen (BGE 124 I 242 E. 2; 117 Ia 268 E. 4b).
Im vorliegenden Fall ergeben sich die rechtserheblichen Tatsachen aus den Akten,
weshalb auf die Abnahme der beantragten Beweise verzichtet werden kann.
3. Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, weil der Schadenexperte bei
der Ermittlung von am 19. Mai 2003 durch ein Sturmereignis entstandenen Schäden
seine Sorgfaltspflicht verletzt habe, sei die GVA für einen Schaden leistungspflichtig,
der erst rund vier Jahre nach dem Elementarereignis entdeckt und gemeldet worden
sei. Demgegenüber vertritt die Vorinstanz den Standpunkt, die GVA sei zufolge
Verwirkung nicht leistungspflichtig, unabhängig davon, ob der geltend gemachte
Schaden auf das versicherte Ereignis vom 19. Mai 2003 zurückgeführt werden könne.
3.1. Nach Art. 42bis GVG mit der Marginalie "Verwirkung" ist die Anstalt nicht mehr
leistungspflichtig, wenn die Anzeige später als ein Jahr, nachdem der Versicherte vom
Schaden Kenntnis erhalten hat, oder mehr als zwei Jahre nach dem Schadenereignis
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eingeht. Vorbehalten bleiben die Rechte der Grundpfandgläubiger gemäss Art. 33 Abs.
3 dieses Gesetzes.
3.1.1. Wie andere kantonale Regelungen beinhaltet diese Vorschrift bei nicht
rechtzeitiger Vornahme der Anzeigeobliegenheit eine absolute Befristung bzw.
Verwirkung der Ansprüche (vgl. dazu R. Schaer, in: Glaus/Honsell (Hrsg.),
Gebäudeversicherung, Systematischer Kommentar, Basel 2009, N 6.V.32 S. 239). Die
Verwirkung verfolgt den der Rechtssicherheit dienenden Zweck, eine durch Gesetz
oder Vertrag angeordnete Rechtsfolge, z.B. den Untergang einer Forderung, nach
unbenütztem Ablauf der Verwirkungsfrist unumstösslich werden zu lassen (Guhl/Koller,
Das Schweizerische Obligationenrecht, 9. Aufl., Zürich 2000, § 38 N 43 und 44; zur
Verwirkung eines Anspruchs vgl. auch Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im
Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 1240 mit Hinweisen). Im Versicherungsrecht soll
der Versicherer zudem über bestehende Verpflichtungen, die er durch Rückstellungen
zu sichern hat, möglichst bald Klarheit erlangen (A. Kleiner, Das Recht der öffentlichen
Gebäudeversicherungen, Separatdruck aus: "Mitteilungen", Jahrgänge 1978/79 des
Interkantonalen Rückversicherungsverbands Bern, S. 152). Die Anspruchsbefristung
wird im Recht der öffentlichen Gebäudeversicherung gegenüber der Verjährung zudem
bevorzugt, weil weder Unterbrechung noch Stillstand der Frist möglich sind und weil
die Abklärung von Schadenhergang und –umfang erschwert wird, wenn Ansprüche
nach langer Zeit noch gestellt werden können (Kleiner, a.a.O., S. 152).
3.1.2. Art. 42bis GVG sieht nicht vor, dass eine versäumte Frist wiederhergestellt
werden kann. Es entspricht aber einem allgemeinen Rechtsgrundsatz, dass dies unter
gewissen Voraussetzungen möglich ist (Kölz/Bosshart/Röhl, Kommentar zum
Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. Aufl., Zürich 1999, § 12 N. 13
mit Hinweisen; Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 1240). Art. 45 Abs. 3 des Bundesgesetzes
über den Versicherungsvertrag (SR 221.229.1) sieht denn auch ausdrücklich vor, dass
der Versicherte eine ohne Verschulden versäumte Handlung nachholen darf.
Demzufolge wird die an sich absolute Befristung oder Verwirkung vom Erfordernis des
Verschuldens abhängig gemacht (Schaer, a.a.O., N 6.V.32 S. 239). Wo das Gesetz, wie
im Fall von Art. 42bis GVG, die Verwirkung an die Nichteinhaltung einer Frist anknüpft,
muss dem Versicherten demzufolge der Nachweis offen stehen, dass er aus
unverschuldeten, unüberwindbaren Gründen verhindert war, seinen Anspruch
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rechtzeitig geltend zu machen (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht,
5. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2006, Rz. 795). In diesem Zusammenhang kann das
Vorgehen des Schadenexperten bei der Schadenermittlung von Bedeutung sein. Nicht
nur Private, sondern auch staatliche Behörden sind verpflichtet, ihre Rechte und
Pflichten im Sinn des Gesetzeszwecks auszuüben (Häfelin/Haller/Keller,
Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 7. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2008, N. 824/825).
Unredliches Verhalten von Behörden liegt beispielsweise vor, wenn die Behörde die
Besteuerung einer Person absichtlich unterlässt, um später die ergiebigen Nach- und
Strafsteuern erheben zu können (B. Weber-Dürler, Vertrauensschutz im öffentlichen
Recht, Basel/Frankfurt 1983, S. 43 mit Hinweis). Von treuwidrigem Verhalten wäre auch
auszugehen, wenn der Versicherte vom Schadenexperten dadurch hingehalten wird,
dass dieser einen Schaden, der für ihn erkennbar war oder der nach den gesamten
Umständen hätte erkennbar sein müssen, verschweigt.
3.2. Nach Art. 47 GVG mit der Marginalie "Verfügung über Versicherungsleistungen"
erlässt die Verwaltung innert
Monatsfrist nach erfolgter Schadenschätzung eine Verfügung über die
Versicherungsleistungen (Abs. 1). Schäden, die bei der Schätzung nicht festgestellt
wurden, können berücksichtigt werden, wenn der Versicherte sie nachweist (Abs. 2).
Art. 47 Abs. 1 GVG in der heutigen Fassung ist seit 1. Juli 2000 in Vollzug (nGS 35-15).
Neu wurde das Schadenschätzungsverfahren von Beginn weg der GVA übertragen.
Diese organisiert die Schadenschätzung, die Basis der Verfügung über
Versicherungsleistungen (vgl. Botschaft und Entwurf zu einem Nachtragsgesetz zum
Staatsverwaltungsgesetz, ABl 1998/1499). Nach altem Recht erliess die GVA auf Grund
der rechtskräftigen Schadenschätzung des Bezirksammanns bzw. des
Grundbuchamtes eine Verfügung über die Versicherungsleistungen (vgl. Art. 47 Abs. 1
GVG in der Fassung vom 26. Dezember 1960, nGS 1, 467 und Art. 70 der
Vollzugsverordnung zum Gesetz über die Gebäudeversicherung vom 28. Dezember
1960, nGS 1, 490). Art. 47 Abs. 2 GVG sollte somit sicherstellen, dass die GVA im
Zusammenhang mit der Verfügung über Versicherungsleistungen betreffend einen
bestimmten Versicherungsfall Schäden berücksichtigen kann, die nicht Gegenstand
der rechtskräftigen Schadenschätzung waren. Auch der Wortlaut des heute geltenden
Art. 47 GVG lässt darauf schliessen, diese Vorschrift lege einzig fest, die GVA könne
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vom Schadenexperten nicht ermittelte und geschätzte Schäden, die der Versicherte
nachweise, berücksichtigen, solange über die Versicherungsleistung noch nicht verfügt
worden sei. Die Frage, ob dies auch dann noch möglich ist, wenn die GVA bereits
verfügt hat, wie die Vorinstanz annimmt, oder ob in diesem Fall von einer neuen
Anzeige auszugehen ist, die, sofern rechtzeitig eingereicht, ein weiteres
Schadenermittlungsverfahren auslöst (vgl. dazu insbesondere Art. 62 ff. der
Verordnung zum Gesetz über die Gebäudeversicherung, sGS 873.11, GVV), kann
indessen offen bleiben. Art. 42bis GVG schliesst grundsätzlich aus, dass ursprünglich
nicht ermittelte und deshalb nicht geschätzte Schäden beliebig lange nach Eintritt
eines Versicherungsfalls geltend gemacht werden können. Eine Anzeige, die mehr als
zwei Jahre nach Eintritt des Schadenereignisses erfolgt, ist verspätet. Die GVA ist unter
Vorbehalt der Wiederherstellung der Frist nicht leistungspflichtig.
3.3. Zu prüfen ist somit, ob die Beschwerdeführerin den Nachweis zu erbringen
vermag, sie sei in unverschuldeter Weise erst am 2. Juli 2007 in der Lage gewesen, der
GVA einen Schaden anzuzeigen, der ihrer Meinung nach auf das Sturmereignis vom
19. Mai 2003 zurückzuführen ist.
3.3.1. Die Beschwerdeführerin beruft sich darauf, der Schadenexperte habe es
anlässlich der Schadenermittlung am 2. Juni 2003 in pflichtwidriger Weise unterlassen,
das Dach auf allfällige Schäden zu überprüfen. Er habe mit Fax vom 25. März 2008
bestätigt, dass er anlässlich der Besichtigung auf eine Schraube aufmerksam gemacht
worden sei, die sich in der Dachrinne befunden habe. Demzufolge habe er damit
rechnen müssen, dass das Dach beschädigt sein könnte, und er wäre gehalten
gewesen, dies abzuklären. Vier Jahre nach dem Sturmereignis seien anlässlich einer
Kontrolle des Dachs drei oder vier gerissene Ziegel und eine Schraube entdeckt
worden, was dafür spreche, dass die Sonnenstore vom Sturmwind auf das Dach
gewirbelt worden sei und dieses beschädigt habe.
3.3.2. Nach Art. 62 Abs. 1 GVV veranlasst die Verwaltung der GVA nach Eingang einer
Brand- oder Elementarschadenmeldung unverzüglich die Schadenermittlung vor Ort.
Diese erfolgt gemäss Art. 62 Abs. 2 GVV durch Fachschätzer im Beisein der
Eigentümerschaft. Diese Vorschrift auferlegt dem Schadenexperten die Pflicht, den
gemeldeten Schaden zu besichtigen und zuhanden der Verwaltung der GVA
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festzustellen, inwieweit er dem versicherten Ereignis zugerechnet werden kann.
Sodann hat er die Schadensumme bestmöglich zu schätzen. Der Schadenexperte ist
indessen nicht gehalten, vor Ort nach anderen als den gemeldeten Schäden zu suchen
und überdies abzuklären, ob und wenn ja in welchem Umfang diese ihre Ursache
unmittelbar in einem versicherten Ereignis haben könnten. Der Versicherte, der
gegenüber der Versicherung einen Versicherungsanspruch erhebt, ist bezüglich der
Frage, ob ein Versicherungsfall eingetreten ist, behauptungs- und beweispflichtig (GVP
2006 Nr. 61).
3.3.3. Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin der GVA am 30. Mai 2003 einen
Schaden des Inhalts "Sonnenstore weggerissen" gemeldet hat. Anlässlich der
Besichtigung vor Ort hat der Schadenexperte eine Beschädigung der Store und der
Dachuntersicht festgestellt. Am 21. August 2003 hat die GVA diese Schäden anerkannt
und der Beschwerdeführerin eine Versicherungsleistung von Fr. 1'000.—- ausgerichtet.
Diese Verfügung ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Die Beschwerdeführerin
macht zudem nicht geltend, sie habe sich damals bei der Verwaltung der GVA darüber
beklagt, der Schadenexperte habe bei der Ermittlung des Schadens Sorgfaltspflichten
verletzt bzw. er sei einem Hinweis nicht nachgegangen, obschon dies aufgrund der
gesamten Umstände erforderlich gewesen wäre. Sodann hatte sie zum damaligen
Zeitpunkt offensichtlich keinen Anlass, das Dach im Hinblick auf allfällige Schäden
selber einer Kontrolle zu unterziehen, obschon ihr dies ohne weiteres möglich und in
Anbetracht der Befürchtungen, die sie offenbar hatte, angezeigt gewesen wäre. Erst
rund vier Jahre nachdem das Sturmereignis stattgefunden hat, auf das die
Beschwerdeführerin den nun geltend gemachten Schaden zurückführt, hat sie den
Zustand des Dachs überprüft und dabei nach eigenen Angaben drei bis vier gerissene
Ziegel und eine Schraube sowie einen Wasserschaden im Estrich entdeckt. Der
Vorwurf der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz berufe sich in treuwidriger Weise
darauf, sie habe den Schaden zu spät angezeigt, weshalb sie nicht mehr
leistungspflichtig sei, erweist sich somit als unbegründet.
An dieser Beurteilung ändert nichts, dass der Schadenexperte der Vorinstanz am
25. März 2008 mitgeteilt hat, soweit er sich erinnern könne, habe ihm der Vertreter der
Beschwerdeführerin am 2. Juni 2003 ein Metallteil (Schraube ?) gezeigt, von dem er
behauptet habe, es sei in der Dachrinne gefunden worden. Daraus kann nicht gefolgert
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werden, der Schadenexperte habe es in pflichtwidriger Weise unterlassen, das Dach
und das Unterdach einer Kontrolle zu unterziehen bzw. er habe absichtlich einen
möglichen
Schaden nicht ermittelt, um der Beschwerdeführerin eine Versicherungsleistung
vorzuenthalten. Abgesehen davon, dass sich die Schraube nicht mehr am von der
Beschwerdeführerin angegebenen Fundort befand, können Schrauben auf
verschiedene Weise, insbesondere durch Arbeiten am Dach, in eine Dachrinne
gelangen. Im übrigen gibt die Aussage des Experten im Fax lediglich eine Behauptung
der Beschwerdeführerin wieder. Hinzu kommt, dass das Sturmereignis vom 19. Mai
2003 die vom Balkon aus sichtbare Eternitabdeckung zum Dach hin
unbestrittenermassen nicht beschädigt hat. Sodann hat die Beschwerdeführerin der
GVA eine Beschädigung der Store und der Dachuntersicht, nicht aber des Dachs,
angezeigt.
4. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist. Der Vorwurf
der Beschwerdeführerin, die GVA habe ihre Leistungspflicht für den am 2. Juli 2007
geltend gemachten Schaden zufolge Verwirkung zu Unrecht verneint, erweist sich als
unbegründet.
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 13, Ziff. 622 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Sie ist mit dem Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
Die unterliegende Beschwerdeführerin kann keine ausseramtliche Entschädigung
beanspruchen (Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht