Decision ID: a81ba98b-381f-43f0-9a1a-ed66186a6754
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 1. Juni 2021 (EE190037-G)
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Rechtsbegehren:
der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin
[Urk.8 i.V.m. Urk. 33]
des Gesuchsgegners und Berufungsbeklagten
[Urk. 28 i.V.m. Urk. 69]
Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 1. Juni 2021:
(Urk. 173 S. 85 ff. = Urk. 176 S. 85 ff.)
1. Den Parteien wird das Getrenntleben per 10. März 2019 bewilligt.
2. Der gemeinsame Sohn der Parteien, C._, geb. tt. mm. 2016, wird für
die Dauer des Getrenntlebens unter die alternierende Obhut der Parteien
gestellt.
Als Wohnsitz des gemeinsamen Sohns wird der Wohnsitz der Gesuchstelle-
rin bestimmt.
Die elterliche Sorge verbleibt bei beiden Parteien. Die Parteien sind ver-
pflichtet, sämtliche wesentlichen Fragen der Pflege, Erziehung und Ausbil-
dung miteinander abzusprechen. Ein Aufenthaltswechsel des Sohns bedarf
der Zustimmung beider Eltern, wenn der neue Aufenthaltsort im Ausland
liegt oder der Wechsel des Aufenthaltsortes erhebliche Auswirkungen auf
die Ausübung der elterlichen Sorge und die persönlichen Kontakte zwischen
einem Elternteil und dem Kind hat.
3. Der Gesuchsgegner wird für berechtigt und verpflichtet erklärt, den gemein-
samen Sohn der Parteien, C._, geb. am tt. mm. 2016, wie folgt – auf
eigene Kosten – zu betreuen:
a) in jeder geraden Woche jeweils ab Freitag, Kindergarten- / Schul-
schluss, bis Dienstagmorgen (der darauf folgenden ungeraden
Woche), Schulbeginn;
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b) in jeder geraden Woche jeweils ab Montag, Kindergarten- /
Schulbeginn bis Dienstag, Kindergarten- / Schulbeginn;
c) in Jahren mit gerader Jahreszahl ab Beginn der Weihnachtsschul-
ferien im Kanton Zürich (Kindergarten- / Schulschluss) inkl. der
Doppelfeiertage Weihnachten bis und mit 26. Dezember, 10:00
Uhr;
d) in Jahren mit ungerader Jahreszahl ab dem 26. Dezember, 10:00
Uhr, inkl. der Doppelfeiertage Neujahr bis zum Ende der Weih-
nachtsschulferien im Kanton Zürich,
e) zusätzlich während vier Wochen Ferien pro Jahr.
Sofern der Betreuungswechsel nicht auf den Kindergarten / die Schulzeit
fällt, liegt die Verantwortung für den Betreuungswechsel und die Begleitung
von C._ zum neuen Betreuungsort demjenigen Elternteil, dessen Be-
treuung endet. Vorbehalten bleibt, dass C._ den Weg zwischen den
Wohnorten der Eltern selbstständig zurücklegt.
Fällt das Betreuungswochenende des Gesuchsgegners gemäss vorstehen-
dem Betreuungsplan auf Ostern, beginnt seine Betreuungsverantwortung
bereits ab Gründonnerstag, 10:00 Uhr bzw. Schulschluss. Fällt das Betreu-
ungswochenende der Gesuchstellerin auf Pfingsten, verlängert sich ihre Be-
treuungsverantwortung bis zum Dienstag nach Pfingsten.
In der übrigen Zeit wird der gemeinsame Sohn von der Gesuchstellerin be-
treut.
Die Eltern haben sich über die Aufteilung der Ferien jeweils rechtzeitig, spä-
testens aber bis Ende des jeweiligen Vorjahres, abzusprechen. Können sie
sich nicht einigen, so kommt dem Gesuchsgegner in Jahren mit gerader
Jahreszahl das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien zu;
in Jahren mit ungerader Jahreszahl der Gesuchstellerin. Das Entschei-
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dungsrecht ist bis spätestens Ende Januar des jeweiligen Jahres auszu-
üben.
Weitergehende oder von vorstehenden Ziffern abweichende Betreuungsre-
gelungen nach gegenseitiger Absprache der Parteien und unter Einbezug
der Wünsche und Bedürfnisse des gemeinsamen Sohnes bleiben vorbehal-
ten.
4. Den Parteien wird die Weisung erteilt, innert Jahresfrist an einem Kurs
"D._" (www.D._.ch) teilzunehmen.
5. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin an den Unterhalt
des gemeinsamen Sohnes monatlich wie folgt Unterhaltsbeiträge zu bezah-
len (Barunterhalt):
Phase I:
(10. März 2019 bis 15. Juni 2019):
monatlich CHF 780.–,
(insgesamt CHF 2'340.–);
Phase III:
(1. September 2019 bis 31. August
2020):
monatlich CHF 540.–,
(insgesamt CHF 6'480.–);
Phase IV:
(1. August 2020 bis 31. Oktober
2020):
monatlich CHF 20.–,
(insgesamt CHF 40.–).
Total CHF 8'860.–.
Es wird festgestellt, dass der Gesuchsgegner während der Dauer des Ge-
trenntlebens bereits Unterhaltszahlungen von mindestens CHF 8'860.– an
die Barbedarfe des Sohnes geleistet hat, womit keine Unterhaltspflicht resul-
tiert.
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6. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsgegner an den Unterhalt
des gemeinsamen Sohnes monatlich wie folgt Unterhaltsbeiträge zu bezah-
len (Barunterhalt):
Phase VII
(1. Juni 2021 bis 31. August 2021):
monatlich CHF 1'055.–,
(insgesamt CHF 3'165.–);
Phase VIII:
(ab 1. September 2021):
monatlich CHF 1'170.–,
Die Unterhaltsbeiträge sind – soweit nicht rückwirkend geschuldet – monat-
lich im Voraus, je auf den Ersten eines jeden Monats an die Gesuchstellerin
zahlbar.
7. Die Familienzulagen werden von der Gesuchstellerin bezogen und von ihr
für den Unterhalt des Sohnes verwendet.
Die Gesuchstellerin hat für die Kosten der Krankenkassenprämien (KVG und
VVG) sowie für die zusätzlichen Gesundheitskosten von C._ aufzu-
kommen.
Die Parteien werden verpflichtet, ausserordentliche Kinderkosten (mehr als
CHF 500.– pro Ausgabeposition, z.B. Zahnarztkosten, ungedeckte Gesund-
heitskosten, Kosten für schulische Förderungsmass-nahmen, etc.) je zur
Hälfte zu übernehmen. Voraussetzung für die hälftige Kostentragung ist,
dass sich die Parteien vorgängig über die ausserordentliche Ausgabe geei-
nigt haben. Kommt keine Einigung zustande, so trägt die veranlassende
Partei die entsprechende Ausgabe einstweilen allein; die gerichtliche Gel-
tendmachung der Kostenbeteiligung bleibt vorbehalten.
8. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsgegner an den persönli-
chen Unterhalt monatlich wie folgt Unterhaltsbeiträge zu bezahlen (Ehegat-
tenunterhalt):
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Phase II
(16. Juni 2019 bis 31. August 2019):
monatlich CHF 330.–,
(insgesamt CHF 825.–);
Phase V:
(1. November 2020 bis 28. Februar
2021):
monatlich CHF 785.–,
(insgesamt CHF 3'140.–);
Phase VI:
(1. März 2020 bis 31. Mai 2021):
monatlich CHF 970.–,
(insgesamt CHF 2'910.–);
Phase VII
(1. Juni 2021 bis 31. August 2021):
monatlich CHF 560.–,
(insgesamt CHF 1'680.–);
Phase VIII:
(ab 1. September 2021):
monatlich CHF 710.–.
Die Unterhaltsbeiträge sind – soweit nicht rückwirkend geschuldet – monat-
lich im Voraus, je auf den Ersten eines jeden Monats an die Gesuchstellerin
zahlbar.
9. Zwischen den Parteien wird mit Wirkung ab 20. Juni 2019 die Gütertrennung
angeordnet.
10. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf CHF 8'000.–.
11. Die Gerichtskosten und allfällige die Parteien treffende Kosten des Mediati-
onsversuches werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt.
12. Der von der Gesuchstellerin zu tragende Anteil der Entscheidgebühr wird –
soweit ausreichend – aus dem ihr geleisteten Kostenvorschuss von
CHF 4'000.– bezogen.
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13. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
14. [Mitteilungssatz]
15. [Rechtsmittel: Berufung; Frist: 10 Tage]
Berufungsanträge:
der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin (Urk. 175 S. 2):
1. Die Sache sei zur Vervollständigung des Sachverhalts (Abklärung der Erziehungsfähigkeit des Vaters und Anhörung des Kindes durch  Fachpersonen respektive psychologische Abklärung des Kindes) an die Vorinstanz zurückzuweisen.
2. Eventualiter sei das Urteil des Bezirksgerichts Meilen vom 1. Juni 2021
(Geschäfts-Nr. EE190037) mit Ausnahme der Dispositiv Ziffern 1 ( per 10. März 2019), Ziff. 2 Abs. 2 (Wohnsitz des Sohnes als Wohnsitz der Gesuchstellerin/Berufungsklägerin), Ziff. 2 Abs. 3 ( des Kindes unter der gemeinsamen elterlichen Sorge) und Ziff. 9 (Anordnung der Gütertrennung per 20. Juni 2019) vollumfänglich aufzuheben und statt dessen:
2.1 Das Kind C._ für die Dauer des Getrenntlebens und die Obhut der
Berufungsklägerin zu stellen sowie
2.2 folgende Betreuungsregelung festzulegen:
- Der Berufungsgegner sei berechtigt zu erklären, das Kind C._
jeweils am Donnerstag von 7.00 Uhr bis 19.30 Uhr und jedes zweite Wochenende am Sonntag vom 9.00 Uhr bis 19.00 Uhr auf eigene Kosten mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen,
- Der Berufungsgegner sei berechtigt zu erklären, das Kind C._
jeweils am zweiten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten und  auf eigene Kosten mit sich oder zu sich zu Besuch zu nehmen,
- Ein Ferienbesuchsrecht sei vorerst nicht einzuräumen,
- Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass weitergehende oder abwei-
chende Betreuungsregelungen nach gegenseitiger Absprache  bleiben,
- Derjenige Elternteil, der aus welchen Gründen auch immer, nicht in
der Lage ist, die Betreuung gemäss diesem Betreuungsplan selbst zu übernehmen, sei zu verpflichten, für eine angemessene Betreu-
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ung durch Drittpersonen auf eigene Kosten zu sorgen. Eine Anfrage an den anderen Elternteil ist möglich, dieser ist jedoch nicht , die Betreuung zu übernehmen,
2.3 Der Berufungsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin für die
Dauer des Getrenntlebens angemessene monatliche Beiträge an den Kinderunterhalt zu bezahlen, mindestens aber CHF 1'000.00 (zzgl.  gesetzliche oder vertragliche Kinderzulagen);
2.4 Der Berufungsgegner zu verpflichten, bei ausserordentlichen Kinder-
kosten von mehr als CHF 500.00 pro Ausgabe die Hälfte der Kosten der Gesuchstellerin zu erstatten, vorausgesetzt, dass sich die Parteien vorgängig über die ausserordentliche Ausgabe geeinigt haben (rechtsmissbräuchliche Verweigerung des Einverständnisses );
2.5 Davon Vormerk zu nehmen, dass sich die Parteien gegenseitig keinen
persönlichen Ehegattenunterhalt schulden;
2.6 Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zu Lasten
des Beschwerdegegners.

Erwägungen:
I.
1. Die Parteien sind verheiratet und die Eltern des gemeinsamen Sohnes
C._, geboren am tt. mm. 2016. Mit Eingabe vom 20. Juni 2019 gelangte die
Gesuchstellerin und Berufungsklägerin (fortan Gesuchstellerin) an die Vorinstanz
und ersuchte um Anordnung von Eheschutzmassnahmen (Urk. 1). Mit Datum vom
1. Juni 2021 erliess die Vorinstanz den eingangs wiedergegeben Entscheid
(Urk. 173 = Urk. 176).
2. Mit Eingabe vom 21. Juni 2021 erhob die Gesuchstellerin, zwischenzeitlich
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X2._, hiergegen innert Frist (vgl.
Urk. 174/1) Berufung, wobei sie die oben aufgeführten Anträge und in prozessua-
ler Hinsicht ein Gesuch um Aufschub der Vollstreckbarkeit des vorinstanzlichen
Entscheids stellte (Urk. 175 S. 2 f.). Mit Verfügung vom 29. Juni 2021 wurde mit
Ausnahme bezüglich Dispositiv-Ziffer 2, erster Spiegelstrich, sowie Dispositiv-
Ziffer 3 des vorinstanzlichen Entscheids auf das Gesuch um Erteilung der auf-
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schiebenden Wirkung der Vollstreckbarkeit nicht eingetreten und dem Gesuchs-
gegner Frist zur Stellungnahme zum vorgenannten Gesuch sowie der Gesuch-
stellerin Frist zur Zahlung eines Kostenvorschusses von Fr. 7'000.– angesetzt
(Urk. 183). Nach Eingang der Stellungnahme des Gesuchsgegners (Urk. 184)
wurde mit Verfügung vom 13. Juli 2021 der Berufung hinsichtlich der Dispositiv-
Ziffer 2, erster Spiegelstrich, und Dispositiv-Ziffer 3 des vorinstanzlichen Ent-
scheids dahingehend die aufschiebende Wirkung erteilt, als dass der Gesuchs-
gegner für die Dauer des Berufungsverfahrens berechtigt und verpflichtet wurde,
den Sohn C._ jeden Donnerstag von 7.00 Uhr bis 19.30 Uhr sowie jedes
zweite Wochenende (beginnend am Wochenende vom 24./25. Juli 2021) von
Samstag, 16.00 Uhr, bis Sonntag, 16.00 Uhr, bei sich zu betreuen (Urk. 190). Der
Kostenvorschuss ging innert erstreckter Frist ein (vgl. Urk. 189-191).
3. Mit Eingabe vom 30. Juli 2021 stellte der Gesuchsgegner ein Gesuch um Er-
lass superprovisorischer Massnahmen sowie vorsorglicher Massnahmen
(Urk. 194), welches in Bezug auf die superprovisorischen Massnahmen mit Ver-
fügung vom 2. August 2021 abgewiesen wurde (Urk. 198). Mit Eingaben vom
16. August 2021 respektive vom 2. September 2021 nahmen die Gesuchstellerin,
nunmehr vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X3._, und sodann erneut der
Gesuchsgegner zum Gesuch um vorsorgliche Massnahmen Stellung (Urk. 199
und 209).
4. Nach Rücksprache mit den Rechtsvertretern der Parteien (vgl. Urk. 205)
wurde mit Vorladungen vom 7. September 2021 zur Vergleichsverhandlung vom
22. September 2021 vorgeladen (Urk. 212). Mit Verfügung vom 9. September
2021 wurde die Berufungsschrift dem Gesuchsgegner zugestellt und die Gesuch-
stellerin aufgefordert, spätestens anlässlich der Vergleichsverhandlung Belege zu
ihrem aktuellen Wohnsitz einzureichen (Urk. 216). Mit Eingabe vom
14. September 2021 teilte Rechtsanwältin lic. iur. X._ mit, dass die Gesuch-
stellerin sie als weitere Rechtsvertreterin mandatiert habe, dass sie auch an der
Vergleichsverhandlung teilnehmen werde und dass am Bezirksgericht Zürich,
7. Abteilung, die Scheidungsklage eingereicht worden sei (Urk. 220).
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5. Unter Mitwirkung des Gerichtsschreibers (§ 133 Abs. 2 GOG) schlossen die
Parteien anlässlich der Vergleichsverhandlung vom 22. September 2021 die fol-
gende Vereinbarung (Prot. II S. 12 f., Urk. 230):
"1. Die Parteien beantragen, es sei ihnen die Obhut über C._, geboren am
tt. mm. 2016, gemeinsam zuzuteilen.
Die Parteien vereinbaren, dass der zivilrechtliche Wohnsitz von C._ bei
der Gesuchstellerin ist.
Die Parteien vereinbaren, dass C._ nach den Herbstferien 2021 in Zü-
rich den Kindergarten besucht.
2. Die Parteien einigen sich über die Aufteilung der Betreuung von C._ wie
folgt:
a) Bis zum 31. Dezember 2021 übernimmt der Gesuchsgegner die
Betreuung:
− jede ungerade Woche von Samstagnachmittag, 15.00 Uhr (die Gesuch-
stellerin bringt), bis Sonntag, 17.00 Uhr (der Gesuchsgegner bringt, nicht
verpflegt);
− jeden Donnerstag von 7.00 Uhr (der Gesuchsgegner holt ab) bis
19.15 Uhr (verpflegt; die Gesuchstellerin holt ab); sofern C._ im Kin-
dergarten in Zürich am Donnerstagmittag nicht frei hat, gilt die vorgenann-
te Betreuungszeit für den Mittwoch;
− In den Herbstferien von Freitag, 16. Oktober 2021, 17.00 Uhr (die Ge-
suchstellerin bringt; nicht verpflegt), bis Sonntag, 17.00 Uhr (der Ge-
suchsgegner bringt; nicht verpflegt);
− In den Weihnachtsferien von Sonntag, 26. Dezember 2021, 12.00 Uhr
(die Gesuchstellerin bringt), bis Mittwoch, 29. Dezember 2021, 17.00 Uhr
(der Gesuchsgegner bringt; nicht verpflegt).
In der übrigen Zeit wird C._ durch die Gesuchstellerin betreut.
b) Ab dem 1. Januar 2022 übernimmt der Gesuchsgegner die Betreuung:
− jede ungerade Woche von Freitag, 18.00 Uhr (die Gesuchstellerin bringt;
nicht verpflegt) bis Sonntag, 18.00 Uhr (der Gesuchsgegner bringt, nicht
verpflegt);
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− jeden Donnerstag von 7.00 Uhr (der Gesuchsgegner holt ab) bis
19.15 Uhr (verpflegt; die Gesuchstellerin holt ab); sofern C._ im Kin-
dergarten in Zürich am Donnerstagmittag nicht frei hat, gilt die vorgenann-
te Betreuungszeit für den Mittwoch;
− in den Sportferien in der ersten Woche von Montag, 14. Februar 2022,
12.00 Uhr (die Gesuchstellerin bringt), bis Sonntag, 20. Februar 2022,
17.00 Uhr (der Gesuchsgegner bringt; nicht verpflegt);
In der übrigen Zeit wird C._ durch die Gesuchstellerin betreut.
c) Ab dem 1. April 2022 übernimmt der Gesuchsgegner die Betreuung:
− jede ungerade Woche von Freitagnachmittag, 18.00 Uhr (die Gesuchstel-
lerin bringt; nicht verpflegt) bis Dienstag Folgewoche, 18.00 Uhr oder
Schulschluss am Nachmittag (der Gesuchsgegner bringt oder C._
kommt direkt von der Schule);
− jede Woche von Montag, Schulschluss (der Gesuchsgegner holt), bis
Dienstag, 18.00 Uhr oder Schulschluss am Nachmittag (der Gesuchsgeg-
ner bringt oder C._ kommt direkt von der Schule; nicht verpflegt);
− Ferien (bringen/zurückbringen):
− in der ersten Woche der Frühlingsferien von Sonntag, 17.00 Uhr, bis
Sonntag, 17.00 Uhr;
− in den ersten beiden Wochen der Sommerferien von Sonntag, 17.00 Uhr,
bis Sonntag, 17.00 Uhr;
− eine Woche in den Weihnachtsferien;
− ab 2023 insgesamt fünf Wochen der Schulferien, wobei sich die Parteien
über die Aufteilung der Ferien jeweils rechtzeitig absprechen. Können sie
sich nicht einigen, so kommt der Gesuchstellerin in Jahren mit ungerader
Jahreszahl das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien
zu; in Jahren mit gerader Jahreszahl dem Gesuchsgegner.
In der übrigen Zeit wird C._ durch die Gesuchstellerin betreut.
Fällt das Betreuungswochenende des Gesuchsgegners auf Ostern, beginnt
seine Betreuungsverantwortung bereits ab Gründonnerstag, 18.00 Uhr, und
dauert bis Ostermontag, 18.00 Uhr.
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Fällt das Betreuungswochenende des Gesuchsgegners auf Pfingsten, ver-
längert sich seine Betreuungsverantwortung bis Pfingstmontag, 18.00 Uhr.
Weitergehende oder abweichende Betreuungsregelungen nach gegenseiti-
ger Absprache bleiben vorbehalten.
Ist ein Elternteil aus welchen Gründen auch immer nicht in der Lage, die Be-
treuung gemäss dem hier vereinbarten Betreuungsplan selber zu überneh-
men, ist er verpflichtet, für eine angemessene Betreuung von C._ durch
Drittpersonen auf eigene Kosten besorgt zu sein. Eine Anfrage an den ande-
ren Elternteil ist möglich; dieser ist jedoch nicht verpflichtet, die Betreuung zu
übernehmen.
Das Feiertags- und Ferienbesuchsrecht geht der wöchentlichen Betreuungs-
regelung vor.
3. Die Parteien beantragen dem Gericht, es sei für C._, geboren am tt.
mm. 2016, eine Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB zu
errichten. Dem Beistand seien die folgenden Aufgaben zu übertragen:
- den Parteien in ihrer Sorge für C._ mit Rat und Tat beizustehen;
- Unterstützung der Parteien bei der Umsetzung der Betreuungsregelung;
- unter Einbezug aller Beteiligten bei Bedarf die Modalitäten der Betreu-
ungsregelung zu überprüfen bzw. zu bestimmen;
- zwischen den Parteien bei Streitigkeiten betreffend C._ zu vermit-
teln sowie
- die Kommunikationsfähigkeit der Parteien in Bezug auf die Kinderbelan-
ge zu fördern.
4. Die Parteien halten übereinstimmend fest, dass die Kinderunterhaltsbeiträge
bis und mit 31. Dezember 2021 abgegolten sind.
Die Gesuchstellerin verpflichtet sich, ab 1. Januar 2022 und für die Dauer
des Getrenntlebens, an die Kosten des Unterhalts und der Erziehung von
C._ monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 400.– zu bezahlen. Die Par-
teien halten übereinstimmend fest, dass die Kinderzulagen der Gesuchstelle-
rin zustehen.
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Ab 1. Januar 2022 übernehmen die Parteien die jeweils während ihren Be-
treuungszeiten anfallenden Kosten von C._ (Kleidung, Lebensmittel,
Köperpflege etc.) selber. Die Gesuchstellerin übernimmt die regelmässig an-
fallenden Kosten (Krankenkasse, Versicherungen o.ä.).
Die Kinderunterhaltsbeiträge sind im Voraus zahlbar, und zwar jeweils auf
den Ersten eines jeden Monats, solange C._ in deren Haushalt lebt,
keine selbständigen Ansprüche gestützt auf Art. 277 Abs. 2 ZGB stellt und
keine andere Zahlstelle bezeichnet.
Jeder Elternteil übernimmt die Kosten für C._, die während den Schulfe-
rien bei ihm/ihr anfallen, seien es die Kosten für den Ferienhort oder Ferien-
aufenthalte bzw. Ausflüge, selber.
Ausserordentliche Kinderkosten (mehr als CHF 200.– pro Ausgabeposition,
z.B. Zahnarztkosten, ungedeckte Gesundheitskosten, Kosten für schulische
Förderungsmassnahmen, etc.) übernehmen die Parteien je zur Hälfte. Vo-
raussetzung für die hälftige Kostentragung ist, dass sich die Parteien vor-
gängig über die ausserordentliche Ausgabe geeinigt haben. Kommt keine
Einigung zustande, so trägt der veranlassende Elternteil die entsprechende
Ausgabe einstweilen allein; die gerichtliche Geltendmachung der Kostenbe-
teiligung bleibt vorbehalten.
5. Beide Parteien verzichten gegenseitig auf persönliche Ehegattenunterhalts-
beiträge.
6. Bei der Festsetzung der Unterhaltsbeiträge wurde von folgenden finanziellen
Verhältnissen der Parteien ausgegangen:
Monatliches Nettoerwerbseinkommen, inkl. 13. Monatslohn, Gratifikationen:
Gesuchstellerin: Fr. 6'520.– bis zum 30. September 2020 (60% Arbeitspensum)
Fr. 8'690.– ab 1. Oktober 2020 (80% Arbeitspensum)
Gesuchsgegner: Fr. 4'645.– (hypothetisch 80% Arbeitspensum)
C._: Fr. 200.– (Familienzulage)
Bedarf:
Gesuchstellerin: Fr. 3'590.– bis zum 30. September 2020
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Fr. 3'750.– ab 1. Oktober 2020
Gesuchsgegner: Fr. 4'090.– bis zum 30. September 2020
Fr. 4'150.– ab 1. Oktober 2020
C._: Fr. 2'850.– bis zum 30. September 2020
Fr. 1'680.– ab 1. Oktober 2020
Vermögen:
Gesuchstellerin: Kein unterhaltsbeeinflussendes Vermögen
Gesuchsgegner: Kein unterhaltsbeeinflussendes Vermögen
C._: Kein unterhaltsbeeinflussendes Vermögen
7. Der Gesuchsgegner zieht sein Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnah-
men vollständig zurück.
8. Die Gesuchstellerin zieht ihr Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen
am Bezirksgericht Zürich, 7. Abteilung, im Verfahren FE210560 zurück.
9. Die Parteien anerkennen die erstinstanzlichen Gerichtsgebühren. Sie über-
nehmen die Kosten für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren je zur Hälf-
te und verzichten gegenseitig auf eine Parteientschädigung."
6. Mit Eingabe vom 27. September 2021 teilte Rechtsanwalt lic. iur. X3._
mit, dass fortan nur noch Rechtsanwältin lic. iur. X._ die Gesuchstellerin ver-
trete und er sein Mandat abgeschlossen habe (Urk. 231).
7. Es erfolgten keine weiteren Eingaben. Das Verfahren erweist sich als
spruchreif. Die vorinstanzlichen Akten (Urk. 1-174) wurden beigezogen.
II.
Die Berufung hemmt die Rechtskraft des angefochtenen Entscheids im Umfang
der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Vorweg ist daher festzustellen, dass das vor-
instanzliche Urteil in den nicht angefochtenen Dispositiv-Ziffern 1 (Getrenntleben),
2 Abs. 3 (elterliche Sorge), und 9 (Gütertrennung) in Rechtskraft erwachsen ist.
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III.
1. Soweit es Kinderbelange (Betreuungsregelung, Kinderunterhaltsbeiträge) zu
regeln gibt, findet die Offizial- und Untersuchungsmaxime Anwendung (Art. 296
Abs. 1 ZPO). Daher unterliegt die von den Parteien getroffene Vereinbarung im
Sinne eines übereinstimmenden Parteiantrages der gerichtlichen Prüfung und
Genehmigung (vgl. ZK-Bräm, Art. 176 ZGB N 18 und N 117). Für die Genehmi-
gung wird vorausgesetzt, dass mit der Vereinbarung das Kindeswohl gewahrt
wird. Soweit keine Kinderbelange betroffen sind (Ehegattenunterhalt), mithin die
Dispositionsmaxime zum Tragen kommt, ist die Vereinbarung zu genehmigen, so-
fern sie klar, vollständig und nicht offensichtlich unangemessen ist (vgl. Art. 279
Abs. 1 ZPO [analog], BGer 5A_1031/2019 vom 26. Juni 2020, E. 2.2 m.w.H.).
2.1 Die Parteien beantragen in der Vereinbarung vom 22. September 2021 die
Anordnung einer gemeinsamen Obhut mit wechselnder Betreuung und damit ei-
ner alternierenden Obhut, wobei sie sich, über mehrere Phasen zu Gunsten des
Gesuchsgegners aufbauend, auf eine praktisch ausgeglichene Betreuungsrege-
lung einigten (Urk. 230 Ziff. 1 und 2).
2.2 Grundsätzlich bestehen an den Fähigkeiten der Parteien, die Erziehung und
damit die Betreuung ihres Sohnes C._ zu übernehmen, keine Zweifel. Hierzu
kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden
(vgl. Urk. 176 S. 16 ff.). Auch die übrigen Elemente, namentlich die Kommunikati-
ons- und Kooperationsfähigkeit der Eltern, die geographische Konstellation, die
Kontinuität der Verhältnisse sowie die Möglichkeit zur persönlichen Betreuung, er-
lauben die Anordnung einer alternierenden Obhut. Denn auch wenn die Parteien
in der Vergangenheit Schwierigkeiten hatten, ihren persönliche Konflikt von
C._ fernzuhalten, sind sie beide engagierte Eltern, die nur das Beste für ihr
Kind wollen. Sie sind in der Lage, sich über organisatorische Belange auszutau-
schen und sind bereit, den Transport von C._ zum anderen Elternteil gleich-
mässig zu übernehmen. Die von den Eltern anlässlich der Vergleichsverhandlung
erarbeitete Betreuungsregelung zeigt, dass sie gewillt sind, C._ einen aus-
geglichenen und an den jeweiligen Arbeitsbedingungen angepassten Zugang zu
beiden Elternteilen zu gewähren und ihren eigenen Konflikt zu seinen Gunsten
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künftig in den Hintergrund zu stellen. Dieser Wille verdeutlicht sich auch in ihrem
Antrag, es sei eine Beistandschaft anzuordnen (Urk. 230 Ziff. 3). Um ihre Kom-
munikationsfähigkeit zu fördern, sind sie bereit, die Unterstützung eines Beistan-
des in Anspruch zu nehmen. Die Parteien wollen gemeinsam die Betreuung von
C._ übernehmen, was zweifellos dem Kindswohl entspricht. Zusammenfas-
send ist die Anordnung der gemeinsamen Obhut, die vereinbarte Betreuungsre-
gelung sowie die Anordnung einer Beistandschaft zu genehmigen.
3. Die in der Vereinbarung vorgesehene Kinderunterhaltsregelung wird den ge-
lebten beziehungsweise den von den Parteien nunmehr für die Zukunft vereinbar-
ten Betreuungsverhältnissen gerecht (Urk. 230 Ziff. 4). Dabei entspricht die Rege-
lung den ausgewiesenen und aus den Akten ersichtlichen finanziellen Verhältnis-
sen der Parteien (Urk. 230 Ziff. 6). Was die Anrechnung des hypothetischen Ein-
kommens auf Seite des Gesuchsgegners anbelangt, kann auf die Ausführungen
der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 176 S. 65 ff.). Die Regelung berücksichtigt
weiter, dass der Gesuchsgegner in der Vergangenheit bereits Zahlungen an den
Unterhalt von C._ geleistet hat und dass dem Gesuchsgegner ein Teil des
familiären Überschusses zusteht. Die Gesamtlösung beinhaltet zudem, dass die
Parteien gegenseitig sowohl auf rückwirkende als auch zukünftige persönliche
Ehegattenunterhaltsbeiträge verzichten (Urk. 230 Ziff. 5). Insgesamt ermöglichen
die finanziellen Verhältnisse beiden Eltern, den Barbedarf von C._ in der
Zeit, in der er von ihnen betreut wird, zu decken. Der dem Sohn zustehende Teil
des Überschusses während der Betreuungszeit durch den Gesuchsgegner ab der
Phase vom 1. Januar 2022 wird mit der Zahlung der Kinderunterhaltsbeiträge
durch die Gesuchstellerin gedeckt. Die getroffene Unterhaltsregelung erweist sich
im Rahmen der vorzunehmenden Prüfung als angemessen und liegt im Kindes-
wohl, weshalb sie zu genehmigen ist.
4. Die weiteren in der Vereinbarung vom 22. September 2021 (Urk. 130
Ziff. 7-9) geregelten Punkte unterliegen der Dispositionsmaxime. Sie sind klar,
vollständig und nicht offensichtlich unangemessen, weshalb sie zu genehmigen
sind. Entsprechend ist das Gesuch des Gesuchsgegners um Erlass vorsorglicher
Massnahmen infolge Rückzugs als gegenstandslos geworden abzuschreiben.
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IV.
1. Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie
auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3
ZPO). Die Gerichtskosten für den erstinstanzlichen Entscheid wurden auf
Fr. 8'000.– festgesetzt und den Parteien je zur Hälfte auferlegt (Urk. 176, Disposi-
tiv-Ziffer 10-12). Sodann wurden keine Parteientschädigungen zugesprochen
(Urk. 176, Dispositiv-Ziffer 13). Die Höhe der Gerichtsgebühr entspricht den ge-
setzlichen Vorgaben und die Parteien anerkannten in der Vereinbarung vom
22. September 2021 die vorinstanzliche Regelung (Urk. 230 Ziff. 9), weshalb die-
se zu bestätigen ist.
2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist unter Berücksichtigung
der durchgeführten Vergleichsverhandlung sowie der vergleichsweisen Erledi-
gung des Verfahrens in Anwendung von § 12 Abs. 1 und Abs. 2 in Verbindung mit
§ 2, § 5 Abs. 1 und 2, § 6 Abs. 2 lit. b und § 10 Abs. 1 GebV OG auf Fr. 4'000.–
festzusetzen. Sie ist den Parteien vereinbarungsgemäss je zur Hälfte aufzuerle-
gen (Urk. 230 Ziff. 9). Sie ist mit dem von der Gesuchstellerin geleisteten Kosten-
vorschuss zu verrechnen und der Gesuchsgegner ist zu verpflichten, der Gesuch-
stellerin Fr. 2'000.– des von ihr geleisteten Kostenvorschusses zu ersetzen.
3. Infolge gegenseitigen Verzichts sind für das erst- und zweitinstanzliche Ver-
fahren keine Parteientschädigungen zuzusprechen (Urk. 230 Ziff. 9).