Decision ID: 7a7d169c-d4d9-462d-af77-5b657db3eb44
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Hochreutener, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
Sachverhalt:
A.
S._ meldete sich am 22. August 2005 zum Bezug von IV-Leistungen an. Die A._
AG teilte der IV-Stelle am 1. September 2005 mit, sie beschäftige den Versicherten als
Facharbeiter. Der Lohn betrage Fr. 5295.- (x13). Dr. med. B._ berichtete der IV-Stelle
am 5. September 2005, der Versicherte leide an einem lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom bei St. n. Diskushernienoperation L3/4 rechts 1994 und bei St. n.
Diskushernienoperation L5/S1 2001 und 21. März 2005, an einer Rezidivhernie L5/S1,
an einem chronischen Zervikovertebralsyndrom bei degenerativen Veränderungen C4/5
und C6/7 und Blockwirbelbildung C3/4 sowie – seit einigen Monaten – an einer
Depression. Im bisherigen Beruf sei der Versicherte zu 100% arbeitsunfähig. Körperlich
weniger belastende Arbeiten seien ihm längerfristig wieder zu 100% zumutbar, sofern
sich die psychische Situation wieder normalisiere, was zu erwarten sei. Dr. med. B._
legte den Austrittsbericht der Klinik Valens vom 24. August 2005 bei. Der Versicherte
hatte sich vom 11. bis 28. Juli 2005 stationär dort aufgehalten. Gemäss diesem Bericht
hatte die physio- und ergotherapeutische Behandlung zu einer subjektiven und
klinischen Verbesserung der Schmerzsymptomatik geführt. Der psychosomatische
Dienst der Klinik Valens hatte eine mittelgradige Depression diagnostiziert, die mit einer
Gesprächs- und einer antidepressiven Therapie angegangen worden war. Im Verlauf
hatte der Versicherte aufgestellter und positiver gewirkt. Deshalb sollte er die
Psychotherapie nach dem Klinikaustritt ambulant weiterführen. Eine Neubeurteilung
sollte nach drei Monaten erfolgen. Dr. med. C._ berichtete der IV-Stelle am 10.
September 2005 u.a., der Versicherte werde medikamentös analgetisch und
antidepressiv behandelt. Die Prognose sei zur Zeit nicht beurteilbar. Der Rheumatologe
Dr. med. D._ von der Klinik Valens berichtete der IV-Stelle am 22. September 2005,
aus der Sicht seines Fachgebietes bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für eine
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leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit. Aus psychiatrischer Sicht sei die
Arbeitsfähigkeit als Folge der aktuell vorliegenden mittelschweren Depression aber um
50% eingeschränkt. Dr. med. E._ vom RAD empfahl am 14. November 2005 die
Einholung eines Berichts des behandelnden Psychiaters. Med. pat. F._ führte am 3.
Januar 2006 aus, der Versicherte leide seit ca. März 2005 an einer mittelgradigen
depressiven Episode bei einem chronifizierten Schmerzsyndrom. Der Zustand sei
besserungsfähig. Prognostisch sei der weitere Verlauf aber als ungünstig zu beurteilen,
denn psychiatrisch stehe zur Zeit nur eine psychopharmakologische Behandlung zur
Verfügung, was angesichts des komplexen Krankheitsbildes nicht ausreichend sei. Die
ausgeprägte depressive Symptomatik gehe mit einer deutlichen Antriebsminderung,
mit Konzentrationsschwierigkeiten und mit Schwierigkeiten bei der
Informationsverarbeitung einher, so dass längerfristige konzentrierte Arbeiten zur Zeit
nicht möglich seien. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt müsse von einer 100%igen
Leistungsminderung ausgegangen werden. Dr. med. E._ vom RAD hielt am 1.
Februar 2006 fest, gemäss den Angaben der sozialpsychiatrischen Beratungsstelle
X._ liege eine komplette Arbeitsunfähigkeit vor. Da eine Besserung der psychischen
Störung nicht ausgeschlossen sei, empfehle sich bei einer Rentenzusprache eine
Überprüfung der gesundheitlichen Situation in einem Jahr. Am 8. März 2006 setzte die
IV-Stelle intern eine Revision der zuzusprechenden Rente auf den 1. Juni 2007 an. Mit
einer Verfügung vom 4. Mai 2006 sprach sie dem Versicherten bei einem
Invaliditätsgrad von 100% eine ganze Invalidenrente zu.
B.
Die IV-Stelle eröffnete am 7. Juni 2007 ein Rentenrevisionsverfahren, indem sie dem
Versicherten einen Fragebogen für die Revision der Invalidenrente zustellte. Der
Versicherte gab in diesem Fragebogen am 13. Juni 2007 an, sein Gesundheitszustand
sei unverändert. Dr. med. B._ berichtete am 25. Juni 2007, der Versicherte habe sich
wegen einer Rezidivhernie L5/S1 rechts vom 21. Juni bis 1. Juli 2006 stationär zur
Rehabilitation in der Klinik Valens aufgehalten. Eine Abklärung im Kantonsspital St.
Gallen im August 2006 habe eine polysegmentale Degeneration insbesondere L4-S1
ergeben. In den voroperierten Arealen habe sich keine erneute Diskushernie gezeigt. Im
Areal L5/S1 bestehe eine Verlagerung der Nervenwurzel S1 rechts, allenfalls auch links.
Hinzu komme eine relative Stenose L3/4. Vorläufig werde nur medikamentös
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behandelt. Es stelle sich aber die Frage, ob eine Dekompression und Spondylodese
der unteren LWS vorgenommen werden solle. Hinzu kämen häufige Nacken-
Schulterschmerzen als Folge der degenerativen Veränderungen der HWS, die in den
letzten zwei Jahren zugenommen hätten. An eine Wiederaufnahme der Arbeit auch in
einer körperlich wenig belastenden Tätigkeit sei nicht zu denken. Gemäss dem Bericht
der Klinik Valens vom 6. Juli 2006 hatte sich der Versicherte im März 2006 einer
weiteren Operation bei Diskushernie mit Dekompression L4/5 und L5/S1 beidseits
unterzogen. Postoperativ sei es bezüglich der Schmerzproblematik zu einer deutlichen
Verbesserung gekommen. Der Versicherte sei jedoch weiterhin durch
Rückenbeschwerden und durch eine Sensibilitätsstörung am Unterschenkel beidseits
stark beeinträchtigt. Wegen mangelndem Interesse sei die Rehabilitation vorzeitig
abgebrochen worden. Folgende Diagnosen seien erhoben worden: residuelles
lumboradikuläres sensibles Ausfallsyndrom L5 bds., chronisches
Zervikovertebralsyndrom und St. n. mittelgradig depressiver Episode 12/05.
C.
C.a Am 17. September 2007 beauftragte die IV-Stelle das medizinische
Gutachtenzentrum St. Gallen mit einer Abklärung des Versicherten. Dabei sollte
zusätzlich zu den üblichen Fragen geklärt werden, wie sich der Gesundheitszustand
seit Anfang 2006 entwickelt hatte, ob er sich signifikant verändert hatte und wie hoch
die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Erwerbstätigkeit war. Dr. med. univ. G._,
Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, führte in seinem psychiatrischen Teilgutachten
am 30. Januar 2008 aus, er stütze sich auf die von der IV-Stelle gelieferten Unterlagen
und auf eine ausführliche psychiatrische Exploration mit Anamneseerhebung und
klinischer Untersuchung am 29. Januar 2008. Der Versicherte habe angegeben,
während der Rehabilitation in Valens im Jahr 2005 sei er vorübergehend in
psychiatrischer Behandlung gewesen. 2006 und 2007 sei er nicht mehr in Behandlung
gewesen, da er keine Zeit mehr gehabt habe. Er fühle sich im psychischen Zustand
niedergeschlagen, lustlos, freudlos, etwas unruhig, alles störe ihn. Er sei
antriebsvermindert, leide an Konzentrationsstörungen und habe keine Kraft. Die
Schlafstörungen hätten sich unter Medikamenten gebessert. Dr. med. univ. G._
stellte aus psychiatrischer Sicht folgende Diagnose: leichte bis mittelgradige
depressive Episode. Er gab dazu an, unter einer antidepressiven Medikation und einer
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Abendmedikation mit Lexotanil hätten sich das psychische Zustandsbild und die
Schlafstörungen etwas gebessert. Seit etwa 2006 sei eine leicht- bis mittelgradige
depressive Verstimmung anzunehmen. Der Versicherte wirke im Denken auf seine
körperlichen Beschwerden und auf exogene Konflikte eingeengt. Er versuche, mit
verschiedenen Erklärungen sein Beschwerdebild zu verdeutlichen. Aus rein
psychiatrischer Sicht sei die Prognose eher ungünstig. Der weitere Verlauf sei von den
körperlichen Beschwerden und von exogenen Belastungssituationen abhängig. Es
lasse sich nur wenig Interesse und Motivation an einer Änderung der Situation
erkennen. Die leichte bis mittelgradige depressive Störung führe zu einer
Beeinträchtigung der psychischen Belastbarkeit. Angepasste Tätigkeiten (ohne erhöhte
Belastung, ohne erhöhte Konzentration, ohne erhöhten Zeitdruck und ohne
Verantwortung) seien rein psychiatrisch betrachtet an 8 Std. pro Tag zumutbar.
Allerdings bestehe eine um 20% verminderte Leistungsfähigkeit. Grundsätzlich sei eine
psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung zu empfehlen. Ein Erfolg sei wegen
des mangelnden Interesses und der fehlenden Motivation eher fraglich. Die Fortsetzung
der antidepressiven Medikation sei zu empfehlen, weil allmählich eine weitere
Stabilisierung der psychischen Verfassung eintreten könne. Die leicht- bis mittelgradige
Episode lasse sich seit Anfang 2006 erheben.
C.b Dr. med. H._ führte in seinem Gutachten vom 8. Februar 2008 aus, er habe
folgende Diagnosen erhoben: mässige Osteochondrose und Spondylolyse C5/6 mit
rechtsforaminaler Diskushernie und mässiger Kompression der C6-Nervenwurzel
rechts foraminal sowie Blockwirbelbildung C3/4 und Gefügelockerung C4-C6, St. n.
Diskushernienoperation L3/4 1994, L5/S1 2001, 03/05, 03/06 und deutliche
Spinalkanalstenose L3/4 bei anlagebedingt engem Spinalkanal und Diskushernie sowie
Spondylarthose L4/S1 mit leichter beidseitiger foraminaler Enge und eventueller
Nervenwurzelirritation L5 links foraminal, leichtgradige bis mittelgradige Episode seit
etwa 2005. Weiter führte er aus, die Nackenschmerzen und die abnormen
Untersuchungsbefunde der HWS seien mit der im MRI nachgewiesenen degenerativen
Veränderung insbesondere des Segments C6 vereinbar. Die lumbalen Schmerzen und
die pathologischen objektiven Befunde der LWS könnten auf die radiologisch
dargestellten degenerativen Veränderungen der LWS zurückgeführt werden. Die
Prognose sei nach viermaliger Diskushernienoperation nicht günstig. Körperlich leichte
Tätigkeiten in temperierten Räumen, die abwechslungsweise stehend und sitzend
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ausgeübt werden könnten, bei denen nicht regelmässig inklinierte, reklinierte oder
rotierte Körperhaltungen eingenommen und keine Gewichte über 10 kg gehoben oder
getragen werden müssten, seien bei voller Stundenpräsenz zu 70% zumutbar. Auch
unter Berücksichtigung der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit von 20% bestehe
eine Arbeitsfähigkeit von 70% bei voller Stundenpräsenz. Subjektiv hätten die
Nackenbeschwerden zugenommen. Die vorhandenen Akten enthielten keine objektiven
Befunde der HWS, mit denen die aktuellen Befunde verglichen werden könnten. In
bezug auf die lumbalen Schmerzen müsse aufgrund des MRI von einer
Verschlechterung im Vergleich zu 2006 ausgegangen werden. Aus bidisziplinärer Sicht
sei somit seit Anfang 2006 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
eingetreten. Die IV-Stelle erkundigte sich am 21. Februar 2008 bei Dr. med. univ. G._,
seit wann sich der psychische Gesundheitszustand verbessert habe bzw. seit wann nur
noch eine leichte depressive Episode vorliege bzw. seit wann aus bidisziplinärer Sicht
eine Arbeitsfähigkeit von 70% bestehe. Dr. med. univ. G._ gab am 3. März 2008 an,
der Beginn der Verbesserung lasse sich anhand der Angaben des Versicherten nicht
exakt erheben. Aus psychiatrischer Sicht könne seit März 2006 eine Verbesserung des
psychischen Gesundheitszustandes angenommen werden, denn seit März 2006
bestehe eine leicht- bis mittelgradige depressive Episode.
D.
Die IV-Stelle ermittelte ausgehend von einem Valideneinkommen von Fr. 70'358.- und
einem zumutbaren Invalideneinkommen von Fr. 41'320.- (70% von Fr. 59'028.-) einen
Invaliditätsgrad von 47%. Mit einem Vorbescheid vom 22. April 2008 teilte sie dem
Versicherten mit, dass sie die laufende ganze Rente auf eine Viertelsrente herabsetzen
werde, weil sich sein Gesundheitszustand seit dem Verfügungserlass vom 4. Mai 2006
wesentlich verändert habe. Der Versicherte liess am 13. Juni 2008 einwenden, gemäss
dem bidisziplinären Gutachten sei keine Verbesserung, sondern eine Verschlechterung
eingetreten. Dieser Stellungnahme lag ein Bericht von Dr. med. B._ vom 14. Mai
2008 bei. Darin hatte Dr. med. B._ ausgeführt, der Versicherte leide nach wie vor an
einer chronischen Zervikobrachialgie rechts und an immer wieder auftretenden
Kreuzbeschwerden mit Ausstrahlung in beide Beine. Zwischenzeitlich scheine der
Zustand stationär zu sein, wobei aber intermittierend wieder Schmerzen auftreten
könnten. Der Zustand scheine jetzt aber über längere Zeit gesehen stabil zu sein. Als
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Strassenbauer sei der Versicherte zu 100% arbeitsunfähig. In einer körperlich wenig
belastenden Arbeit, bei welcher der Versicherte vorwiegend sitzen könne und sich nicht
zu häufig bücken und auch keine Lasten über 10 kg heben müsse, bestehe eine
Arbeitsfähigkeit von maximal 50%. Es sei keine weitere Besserung zu erwarten. Es
könne aber jederzeit eine Verschlechterung auftreten, was es dem Versicherten aber
nicht verunmögliche, einer leichten Arbeit während vier Stunden täglich nachzugehen.
Dr. med. I._ vom RAD hielt dazu am 3. Juli 2008 fest, bei der Differenz zwischen der
Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter und derjenigen von Dr. med. B._ handle es
sich um eine andere Bewertung desselben Sachverhalts. Mit einer Verfügung vom 17.
Juli 2008 setzte die IV-Stelle die laufende ganze Rente per 1. September 2008 auf eine
Viertelsrente herab.
E.
Der Versicherte liess am 15. September 2008 Beschwerde erheben und beantragen,
die Verfügung vom 17. Juli 2008 sei aufzuheben und es sei ihm weiterhin eine ganze
Rente auszurichten. Eventualiter sei die Sache zur Durchführung medizinischer
Abklärungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurückzuweisen.
Zur Begründung liess er ausführen, auf das Gutachten H._/G._ könne mangels
Beweistauglichkeit nicht abgestellt werden. Dr. med. univ. G._ habe zwar den Bericht
der sozialpsychiatrischen Beratungsstelle X._ vom 3. Januar 2006 erwähnt, aber er
habe sich damit inhaltlich überhaupt nicht auseinandergesetzt. Deshalb habe sich Dr.
med. univ. G._ auf die blosse Annahme beschränkt, dass seit etwa 2006 eine leicht-
bis mittelgradige depressive Verstimmung bestehe. Die Abweichung von der
Einschätzung der sozialpsychiatrischen Beratungsstelle werde nicht erwähnt,
geschweige denn hinreichend begründet. Wollte man auf das Teilgutachten von Dr.
med. univ. G._ abstellen, liefe das auf eine unstatthafte rückwirkende Korrektur bzw.
Revision der ursprünglichen Verfügung hinaus. Auch die Gutachtensergänzung vom 3.
März 2008 habe nichts zur Klärung beigetragen. Es sei widersprüchlich, von einer
leichten Verbesserung auszugehen und dann statt der früheren vollständigen
Arbeitsunfähigkeit eine solche von 20% anzunehmen. Dr. med. univ. G._ habe
angegeben, dass die Verständigung angesichts der Sprachbarrieren etwas erschwert
gewesen sei. Ohne Beizug eines Dolmetschers habe also gar keine objektive
Untersuchung erfolgen können, weil der Versicherte sich nicht differenziert genug habe
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ausdrücken können, um die seelischen Vorgänge und den Charakter seiner
Beschwerden klar zum Ausdruck zu bringen. Der Versicherte sei nicht über die Namen
der Gutachter informiert worden und Dr. med. univ. G._ verfüge nicht über einen in
der Schweiz anerkannten Facharzttitel. Die Untersuchung habe nicht einmal eine halbe
Stunde gedauert. Dabei hätten keine verlässlichen und verwertbaren Ergebnisse
gewonnen werden können. Es sei nicht nachvollziehbar, wie Dr. med. H._ die
Erwerbsfähigkeit ermittelt habe. Insbesondere sei die Dauerbelastbarkeit des Rückens
und der Hals-/Schulterbereichs nicht abgeklärt worden. Zudem bestehe ein
Widerspruch zur Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. B._. Schliesslich bestehe
auch ein Widerspruch zwischen der Arbeitsfähigkeitsschätzung (70%) und der
Feststellung, dass sich der Gesundheitszustand verschlechtert habe. Die
Restarbeitsfähigkeit betrage höchstens 30%. Das sei nicht mehr verwertbar. Im
übrigen hätte ein "Leidensabzug" von 20% berücksichtigt werden müssen.
F.
Die IV-Stelle beantragte am 18. November 2008 die Abweisung der Beschwerde. Sie
machte geltend, die Verfügung vom 4. Mai 2006 habe sich massgeblich auf den Bericht
der sozialpsychiatrischen Beratungsstelle vom 3. Januar 2006 abgestützt, in welchem
eine Arbeitsunfähigkeit der Versicherten aufgrund einer mittelgradigen depressiven
Episode angegeben worden sei. Aus somatischer Sicht habe damals nämlich für eine
adaptierte Tätigkeit eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit bestanden. Die von Dr.
med. H._ angegebene Verschlechterung habe also aus somatischer Sicht eine
Reduktion der Arbeitsfähigkeit von 100% auf 70% bewirkt. Dr. med. univ. G._
hingegen habe aus psychiatrischer Sicht eine Verbesserung festgestellt und eine
Arbeitsunfähigkeit von 20% attestiert. Der Beizug eines Dolmetschers sei nicht
notwendig gewesen, weil auch so beweisrechtlich verwertbare Aussagen gewonnen
worden sei. Im übrigen lebe der Versicherte seit Jahren in der Schweiz und in den
Akten sei nie von einem mangelhaften sprachlichen Ausdrucksvermögen die Rede
gewesen. Die Dauer der Untersuchung sei irrelevant für die Qualität der Abklärung und
im übrigen sei die Behauptung unglaubwürdig, die Untersuchung habe nur eine halbe
Stunde gedauert. Es sei für Dr med. univ. G._ nicht nötig gewesen, sich mit früheren
Berichten auseinanderzusetzen, da er eine Verbesserung festgestellt habe. Dass er den
Eintritt der Verbesserung bereits anfangs 2006 gesehen habe, stehe in einem
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Widerspruch zum Bericht der sozialpsychiatrischen Beratungsstelle vom 3. Januar
2006. Mangels entsprechender Angaben in den Akten und mangels präziser Angaben
des Versicherten habe Dr. med. univ. G._ keine präzise Antwort auf die Frage nach
dem Zeitpunkt des Eintritts der Verbesserung geben können. Der genaue Verlauf ab
dem 4. Mai 2006 könne offen bleiben, da keine rückwirkende Rentenherabsetzung zur
Diskussion stehe. Art. 44 ATSG sei zwar verletzt worden, aber dieser Verfahrensfehler
sei nachträglich geheilt worden. Der Versicherte habe sich der Begutachtung ohne
Protest unterzogen und er habe keinerlei Ausstandsgründe gegen die Gutachter
geltend gemacht. Ein schweizerischer Facharzttitel sei nicht erforderlich. Der
zugestandene Abzug von 10% vom Tabellenlohn trage dem Konkurrenznachteil
ausreichend Rechnung. Demnach sei der Invaliditätsgrad mit 47% korrekt ermittelt
worden. Falls keine Rentenrevision erfolgen sollte, hätte das Gericht eine
"Wiedererwägung ex nunc" vorzunehmen, denn der Verfügung vom 4. Mai 2006 habe
ein unvollständig abgeklärter Sachverhalt zugrunde gelegen. Die Ärzte der
sozialpsychiatrischen Beratungsstelle hätten nämlich das Kriterium der zumutbaren
Willensanstrengung nicht zur Anwendung gebracht und ausserdem dauerten
mittelgradige depressive Episoden definitionsgemäss selten länger als ein Jahr.
G.
Der Versicherte liess am 10. Dezember 2008 einwenden, gemäss einem Bericht von Dr.
med. K._ vom 29. April 2008 seien die Beschwerden sichere Anzeichen für eine
zunehmende Degeneration der betroffenen Segmente. Mit dieser Aussage von Dr.
med. K._ sei die Einschätzung von Dr. med. B._ klar bestätigt. Dr. med. L._ habe
in einem Kurzbericht vom 21. Oktober 2008 festgehalten, dass eine mittel- bis
schwergradige Depression bestehe. Weiter liess der Versicherte ausführen, angesichts
der Verschlechterung des somatischen Gesundheitszustandes sei eine Verbesserung
des psychischen Gesundheitszustandes unwahrscheinlich. Dr. med. univ. G._ habe
seine Diagnose nicht nachvollziehbar begründet. Bei einer etwas erschwerten
Verständigung hätte ein Dolmetscher beigezogen werden müssen. Die IV-Stelle habe
eingestehen müssen, dass das Gutachten von Dr. med. univ. G._ im Widerspruch
zum Bericht der sozialpsychiatrischen Beratungsstelle vom 3. Januar 2006 stehe. Eine
"Wiedererwägung ex nunc" scheitere schon am Fehlen eines Anfechtungsobjekts in
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der Form einer Wiedererwägungsverfügung. Ausserdem sei die Verfügung vom 4. Mai
2006 nicht zweifellos unrichtig gewesen.
H.
Die IV-Stelle verzichtete am 18. Dezember 2008 auf eine materielle Stellungnahme zur
Replik.

Erwägungen:
1.
Muss ein Versicherungsträger ein Gutachten eines unabhängigen Sachverständigen
einholen, so gibt er der Partei dessen Namen bekannt. Die Partei kann den
vorgesehenen Sachverständigen aus triftigen Gründen ablehnen (Art. 44 ATSG). In der
an den Beschwerdeführer gerichteten Mitteilung vom 17. September 2007 betreffend
die vorgesehene Abklärung durch das medizinische Gutachtenzentrum St. Gallen hat
die Beschwerdegegnerin die Namen der beiden von ihr ausgewählten
Sachverständigen nicht genannt. Daraus kann aber entgegen der Auffassung beider
Parteien nicht abgeleitet werden, dass eine Verletzung von Art. 44 ATSG vorliege. Der
Sinn und Zweck dieser Bestimmung lässt es nämlich ohne weiteres zu, dass ein
Sachverständiger selbst der zu begutachtenden Person seinen Namen bekannt gibt
und ihr so ermöglicht, ihn abzulehnen. Von Bedeutung ist nämlich nur, dass die zu
begutachtende Person so weit informiert wird, dass sie von ihrer
Ablehnungsmöglichkeit gemäss Art. 44 ATSG uneingeschränkt Gebrauch machen
kann. Entgegen dem Wortlaut, von Art. 44 ATSG ist es also nicht notwendig, dass der
Versicherungsträger selbst der zu begutachtenden Person den Namen des
vorgesehenen Sachverständigen zur Kenntnis bringt. Auch wenn sich in den dem
Gericht vorgelegten Akten der Beschwerdegegnerin kein Aufgebot von Dr. med. H._
und von Dr. med. univ. G._ findet, ist doch davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer durch die Aufgebote dieser beiden Sachverständigen über deren
Namen informiert und damit in die Lage versetzt worden ist, einen oder beide
Sachverständigen abzulehnen. Auf den Beizug des Aufgebots zur Begutachtung zum
Zwecke des Nachweises der rechtzeitigen Orientierung über die Namen der beiden
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Sachverständigen kann verzichtet werden. Eine Verletzung von Art. 44 ATSG wäre
nämlich zu "heilen", d.h. im Interesse einer beförderlichen Beurteilung der
Rentenrevision zu ignorieren, denn der Beschwerdeführer hat offenkundig keinen
Anlass gehabt, einen der beiden Sachverständigen abzulehnen. Weder im
Vorbescheidsverfahren noch in der Beschwerde und der Replik hat der
Beschwerdeführer nämlich die Unabhängigkeit der beiden Sachverständigen in Frage
gestellt. Er hat deshalb kein schützenswertes Interesse an einer Aufhebung der
angefochtenen Verfügung und an einer Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zur
Gewährung der in Art. 44 ATSG vorgesehenen Möglichkeit, einen oder beide
Sachverständigen abzulehnen. Obwohl die angefochtene Verfügung also an einer
formellen Rechtswidrigkeit leidet, rechtfertigt der Grundsatz der
Verfahrensbeschleunigung eine Überprüfung nur ihrer materiellen Rechtmässigkeit.
2.
2.1 Gemäss Art. 17 ATSG ist die Invalidenrente für die Zukunft zu erhöhen,
herabzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad erheblich ändert. Die
Herabsetzung der laufenden ganzen Rente des Beschwerdeführers setzt also eine
Veränderung des leistungsbegründenden Sachverhalts, d.h. des Invaliditätsgrades
voraus. Zu prüfen ist deshalb, ob tatsächlich eine durch eine Sachverhaltsveränderung
verursachte Verminderung des Invaliditätsgrades des Beschwerdeführers eingetreten
ist, dass die Veränderung des Invaliditätsgrades also nicht auf einer anderen Ursache,
beispielsweise auf einer abweichenden Ermessensausübung bei der Bemessung des
(fälschlicherweise so genannten) "Leidensabzuges" beruht (vgl. zum Wesen der
Revision das Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. August
2008, IV 2007/119, und Miriam Lendfers, Die IVV-Revisionsnormen [Art. 86 – 88 )
und die anderen Sozialversicherungen, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.],
Sozialversicherungsrechtstagung 2009, S. 39 ff.). Zu prüfen ist aber auch, ob es sich
um eine nachträgliche Veränderung des leistungsbegründenden Sachverhalts handelt.
Ordnet eine Verfügung nicht explizit etwas anderes an, so trägt sie der Entwicklung des
leistungsbegründenden Sachverhalts bis zum Tag ihres Erlasses Rechnung. Dabei
handelt es sich um eine Verwaltungsverfahrensregel zur Definition des
Verfügungsgegenstandes und nicht um eine prozessuale Regel zur Definition des
Streitgegenstandes im Beschwerdeverfahren, wie die Formulierung in BGE 121 V 362
ter bis
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ff. Erw. 1b vermuten lassen könnte. Da der Verfügungsgegenstand den
Streitgegenstand begrenzt, besteht nämlich keine Veranlassung, auch den
Streitgegenstand explizit zu begrenzen, denn dies würde nur die Gefahr einer Differenz
in den Definitionen und damit die Gefahr eines unlösbaren Widerspruchs entstehen
lassen. Gegebenenfalls wird also zu prüfen sein, ob der Invaliditätsgrad des
Beschwerdeführers vor oder nach dem Verfügungserlass am 4. Mai 2006 auf unter
50% gesunken ist. Sollte dies vor dem 4. Mai 2006 geschehen sein, fehlt es an der für
eine Rentenrevision zwingend notwendigen nachträglichen Sachverhaltsveränderung,
so dass es bei der laufenden ganzen Invalidenrente bleiben muss. In diesem Fall
stehen der Beschwerdegegnerin nur die beiden Korrekturinstrumente der Absätze 1
und 2 des Art. 53 ATSG (prozessuale Revision und Wiedererwägung) zur Verfügung,
um eine sachverhaltskonforme Rentenausrichtung zu erreichen.
2.2 Dr. med. B._ hat am 5. September 2005 angegeben, trotz des Rückenleidens sei
der Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit aktuell zu 50% arbeitsfähig.
Längerfristig sei sogar von einer Arbeitsfähigkeit von 100% auszugehen, falls sich die
psychiatrische Situation normalisiere. Dr. med. D._ von der Klinik Valens hat diese
Einschätzung am 22. September 2005 bestätigt. Die Zusprache einer ganzen
Invalidenrente kann also nicht durch eine somatisch bedingte vollständige
Arbeitsunfähigkeit begründet gewesen sein. Ausschlaggebend für die vollständige
Invalidität war somit die Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit bzw. die
dadurch bewirkte Arbeitsunfähigkeit. Das erklärt, warum trotz der im Gutachten vom
30. November 2007 belegten Verschlechterung des somatischen
Gesundheitszustandes eine Rentenherabsetzung erfolgt ist: Die Beschwerdegegnerin
ist von einer Reduktion der durch eine Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit
bewirkten Arbeitsunfähigkeit von 100% auf 20% ausgegangen, wodurch die von 0%
auf 30% angestiegene somatisch bedingte Arbeitsunfähigkeit relevant geworden ist.
Zunächst ist zu prüfen, ob die Beeinträchtigung der somatischen Gesundheit
tatsächlich nur eine Arbeitsunfähigkeit von 30% bewirkt. In bezug auf die somatischen
Diagnosen stimmen Dr. med. H._ und Dr. med. B._ (in seinen aktuellen Berichten)
weitgehend überein. Die einzige Differenz besteht darin, dass Dr. med. H._ eine
eventuelle Nervenwurzelirritation L5 links foraminal angegeben hat, während Dr. med.
B._ vom Bestehen einer solchen Irritation ausgegangen ist. Während Dr. med. H._
präzise Angaben zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers gemacht hat, hat Dr.
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med. B._ nur eine Schätzung abgegeben, weil ein präzises Resultat eine Evaluation
der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) erfordere. Er hat also sinngemäss geltend
gemacht, weder seine eigene Arbeitsfähigkeitsschätzung noch diejenige von Dr. med.
H._ seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit richtig. Grundsätzlich wäre eine EFL
tatsächlich das geeignete Instrument zur Ermittlung der Arbeitsfähigkeit. Das gilt
allerdings nur dann, wenn die betreffende Person bereit ist, uneingeschränkt an der
EFL mitzuwirken. Der Beschwerdeführer hat bereits bei den beiden
Rehabilitationsaufenthalten in der Klinik Valens eine ausreichende
Mitwirkungsbereitschaft vermissen lassen, obwohl es dort um eine Therapie und nicht
nur um eine Abklärungsmassnahme gegangen ist. Bei einer EFL würde sich der
Beschwerdeführer voraussichtlich nicht anders verhalten. Allenfalls würde er die EFL
sogar dazu benützen, seine subjektive Krankheits- und
Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung zu demonstrieren. Eine solche EFL hätte nicht den
erforderlichen Beweiswert. Deshalb wäre selbst dann in antizipierender
Beweiswürdigung auf eine EFL zu verzichten, wenn die Arbeitsfähigkeitsschätzung von
Dr. med. H._ bezogen allein auf den somatischen Gesundheitszustand nicht
überwiegend wahrscheinlich richtig wäre. Tatsächlich ist aber davon auszugehen, dass
Dr. med. H._ eine überzeugende Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben hat. Er ist
nämlich ein sehr erfahrener Gutachter und seine Abklärung erfüllt alle an eine
Begutachtung zu stellenden Anforderungen. Im Gegensatz zu Dr. med. B._ hat
zwischen ihm und dem Beschwerdeführer kein Therapieverhältnis bestanden, d.h. er ist
weder durch eine langjährige, weitgehend erfolglose Behandlung noch durch die
konsequent gelebte vollständige Krankheits- und Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung des
Beschwerdeführers darin gehindert gewesen, bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung das
Kriterium der zumutbaren Willensanstrengung zur Überwindung dieser Überzeugung
objektiv anzuwenden. In der Beurteilung durch Dr. med. K._ vom 29. September
2008 wird zudem ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die beim Beschwerdeführer
bestehende Erkrankung der Wirbelsäule nicht zwangsläufig mit einer Arbeitsunfähigkeit
in einer adaptierten Erwerbstätigkeit verbunden sei. Die pessimistische
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. B._ vermag somit die Überzeugungskraft
der Einschätzung durch Dr. med. H._ nicht zu erschüttern. Deshalb steht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer aufgrund der
Beeinträchtigung seiner somatischen Gesundheit allein zu 30% arbeitsunfähig ist. Der
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Anstieg der somatisch bedingten Arbeitsunfähigkeit von 0% auf 30% ist nach dem
Erlass der Rentenverfügung vom 4. Mai 2006 eingetreten.
2.3 Auch in bezug auf die Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit stimmen die
Diagnosen weitgehend überein. Alle behandelnden Ärzte und der psychiatrische
Sachverständige sind von einer Depression ausgegangen. Nur die Qualität dieser
Depression und insbesondere auch die aus der Depression resultierende
Arbeitsunfähigkeit sind verschieden eingeschätzt worden. Die Klinik Valens hat im
Austrittsbericht vom 24. August 2005 nach dem ersten Rehabilitationsaufenthalt eine
mittelgradige Depression angegeben und die Arbeitsunfähigkeit auf 50% geschätzt.
Auch die sozialpsychiatrische Beratungsstelle X._ hat am 3. Januar 2006 eine
mittelgradige depressive Episode angegeben, die Arbeitsunfähigkeit aber weit höher,
nämlich mit 100% eingeschätzt. Auf diese pessimistische Arbeitsfähigkeitsschätzung
hat die Beschwerdegegnerin - auf Anraten des zuständigen Arztes des RAD am 1.
Februar 2006 - abgestellt und eine ganze Rente zugesprochen. Im Austrittsbericht vom
6. Juli 2006 nach dem zweiten Rehabilitationsaufenthalt hat die Klinik Valens nur noch
einen Status nach mittelgradig depressiver Episode diagnostiziert. Der Gutachter Dr.
med. univ. G._ hingegen ist von einer noch anhaltenden Depression ausgegangen,
wobei er allerdings nur noch eine leicht- bis mittelgradige Episode ermittelt hat. Die
gegen sein Begutachtungsresultat vorgebrachten Einwände, die Exploration sei zu kurz
gewesen, um ein überzeugendes Ergebnis liefern zu können, mangels eines
Dolmetschers sei der Gutachter gar nicht in der Lage gewesen, den psychischen
Zustand des Beschwerdeführers zu ermitteln, und der Gutachter verfüge nicht über
einen schweizerischen Facharzttitel, sind nicht stichhaltig. Dass die Untersuchung
durch Dr. med. univ. G._ nur eine halbe Stunde gedauert habe, ist eine unbelegte
und angesichts insbesondere der Ausführungen des Gutachters zum psychischen und
neurologischen Status auch unglaubwürdige Behauptung des Beschwerdeführers. Im
übrigen hängt die Überzeugungskraft eines Gutachtens nicht von der Dauer, sondern
von der Qualität der Untersuchung und der Diagnosestellung ab. Hätten behindernde
Verständigungsschwierigkeiten bestanden, wäre das psychiatrische Gutachten nicht so
detailliert ausgefallen. Zudem hätte Dr. med. univ. G._ als erfahrener Gutachter die
Notwendigkeit einer Übersetzung erkannt und einen Dolmetscher beigezogen. Die
Befähigung eines medizinischen Sachverständigen hängt nicht von einem
schweizerischen Facharzttitel, sondern von der effektiv vorhandenen Fachkompetenz
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ab. Diese kann durchaus auch aufgrund eines deutschen, österreichischen usw.
Facharzttitels als vorhanden angenommen werden. Es besteht deshalb keine
Veranlassung, an der Fachkompetenz von Dr. med. univ. G._ zu zweifeln. Das
psychiatrische Gutachten vom 30. Januar 2008 erweist sich sowohl in bezug auf die
Diagnose als auch in bezug auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung als überzeugend. Daran
ändert auch der vom Beschwerdeführer eingereichte Bericht von Dr. med. L._ von
der psychiatrischen Klinik Wil vom 21. Oktober 2008 nichts, denn behandelnde Ärzte
wenden erfahrungsgemäss das zwingend Teil der Arbeitsfähigkeitsschätzung bildende
Kriterium der zumutbaren Willensanstrengung zur Überwindung der subjektiven
Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung nicht oder nicht ausreichend konsequent an, da sie
der versicherten Person, also ihrem Patienten, als Therapeut und nicht als
unabhängiger medizinischer Sachverständiger gegenüber stehen und deshalb die
Arbeitsfähigkeitsschätzung aus therapeutischer Sicht (was dient der Heilung am
ehesten?) abgeben. Sie sind denn auch beweisrechtlich nicht als unabhängige
Sachverständige, sondern bestenfalls als mit medizinischen Fachkenntnissen
ausgestattete Auskunftspersonen zu qualifizieren. Erfahrungsgemäss fallen deshalb die
Arbeitsfähigkeitsschätzungen behandelnder Ärzte in aller Regel zu pessimistisch aus.
Deshalb erreicht eine Arbeitsfähigkeitsschätzung eines behandelnden Arztes kaum je
das notwendige Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Im vorliegenden
Fall kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer sich vermutlich als Reaktion auf die im
Vorbescheid angekündigte Rentenherabsetzung, zur Bekräftigung seiner angeblichen
vollständigen Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen, in psychiatrische
Behandlung begeben haben dürfte. Wäre er tatsächlich seit langer Zeit immer in dem
von ihm behaupteten Ausmass depressiv und damit vollständig arbeitsunfähig
gewesen, dann hätte er es nicht die ganze Zeit bei einer medikamentösen
antidepressiven Therapie (deren Einhaltung offenbar nie überprüft worden ist)
bewenden lassen, um sich dann bei einer drohenden Rentenherabsetzung sofort in
Behandlung zu begeben. Bei der behaupteten Schwere der Depression hätte der
Leidensdruck viel früher dazu geführt, dass der Beschwerdeführer sich einer
psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung unterzogen hätte. Dies spricht dafür,
dass sich die psychische Gesundheit des Beschwerdeführers nach der schweren
Beeinträchtigung im Jahr 2005 tatsächlich verbessert hat. Das Verhalten des
Beschwerdeführers in der Vergangenheit stützt also die Einschätzung durch Dr. med.
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univ. G._. Die Diagnose hat sich nur geringfügig geändert. Dr. med. univ. G._ hat
sich bei seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung (80%) auf die Diagnose einer leicht- bis
mittelgradigen Depression berufen, während die frühere Arbeitsfähigkeitsschätzung der
sozialpsychiatrischen Beratungsstelle (0%) auf einer mittelgradigen Depression
beruhte. Wenn der Beschwerdeführer geltend macht, die Differenz in der Diagnose sei
zu gering, um die hohe Differenz in der Arbeitsfähigkeitsschätzungen zu begründen,
übersieht er, dass keine direkte Relation zwischen dem Schweregrad der depressiven
Episode (ICD-10 F32.0 bis 32.2) und der Arbeitsunfähigkeit besteht. Es ist nämlich
davon auszugehen, dass nicht alle Menschen in bezug auf ihre Arbeitsfähigkeit gleich
auf eine mittelgradige depressive Episode reagieren, insbesondere wenn zusätzlich die
zumutbare Willensanstrengung zur Überwindung der aus der depressiven Episode
resultierenden subjektiven Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung in Betracht gezogen wird.
Das bedeutet, dass sich die Arbeitsunfähigkeit einer Person erheblich verändern kann,
auch wenn die Diagnose in bezug auf die Schwere der depressiven Episode nur eine
geringfügige Änderung erfährt. Eine Reduktion der Arbeitsunfähigkeit von 100% auf
20% als Folge der Besserung des psychischen Gesundheitszustandes in der Form des
Wechsels von einer mittelgradigen zu einer leicht- bis mittelgradigen depressiven
Episode ist deshalb durchaus möglich. Das Ausmass der Reduktion der
Arbeitsunfähigkeit spricht also nicht gegen die Plausibilität der Einschätzung von Dr.
med. univ. G._. Dass sich Dr. med. univ. G._ nicht mit der früheren
Arbeitsfähigkeitsschätzung der sozialpsychiatrischen Beratungsstelle X._
auseinandergesetzt hat, spricht ebenfalls nicht gegen die Plausibilität seiner
Arbeitsfähigkeitsschätzung, denn es war nicht seine Aufgabe, die damalige
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers korrekt zu ermitteln bzw. die damalige
Arbeitsfähigkeitsschätzung der sozialpsychiatrischen Beratungsstelle X._ auf deren
Richtigkeit zu prüfen. Dr. med. univ. G._ war nur mit einer Verlaufsbegutachtung
beauftragt. Diese Aufgabe hat er mit einem überzeugenden Resultat gelöst. Es steht
deshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer im
Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Revisionsverfügung aus psychiatrischer
Sicht allein zu 80% und insgesamt zu 70% arbeitsfähig gewesen ist.
2.4 Damit bleibt die Frage zu beantworten, ob es sich bei diesem Anstieg der
Arbeitsfähigkeit von 0% auf 70% um eine revisionsrechtlich betrachtet nachträgliche,
d.h. nach dem Erlass der ursprünglichen Rentenverfügung am 4. Mai 2006 eingetretene
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Sachverhaltsveränderung handelt. Die sozialpsychiatrische Beratungsstelle X._ hat
am 3. Januar 2006 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin
angegeben. In den vier Monaten bis zum Erlass der Rentenverfügung vom 4. Mai 2006
hat die Beschwerdegegnerin keinen Verlaufsbericht mehr eingeholt. Sie hat also am 4.
Mai 2006 auf unbestimmte Zeit eine ganze Rente zugesprochen, ohne zu wissen, ob
und gegebenenfalls wie sich der Invaliditätsgrad in diesen vier Monaten noch
entwickelt hatte. Angesichts des Hinweises des RAD vom 1. Februar 2006, dass sich
die psychische Störung kurzfristig bessern könne, lässt sich diese Unterlassung der
Beschwerdeführerin nicht erklären. Der erste ärztliche Bericht, der einen deutlichen
Hinweis auf eine bereits vor dem Erlass der Verfügung vom 4. Mai 2006 eingetretene
Veränderung enthalten hat, ist der Austrittsbericht der Klinik Valens vom 6. Juli 2006
über einen stationären Rehabilitationsaufenthalt vom 21. Juni bis 1. Juli 2006. In
diesem Bericht ist nämlich die Diagnose eines Status nach mittelgradig depressiver
Episode angegeben worden. Diese Diagnose muss noch im Juni 2006, also wenige
Wochen nach dem Erlass der Rentenverfügung am 4. Mai 2006 erhoben worden sein.
Auch wenn sich diese Diagnose in der Folge als nicht korrekt erwiesen hat, weil sie
eine Heilung der Depression unterstellt hat, ist sie doch ein deutlicher Hinweis darauf,
dass die Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes noch vor dem Erlass
der Rentenverfügung am 4. Mai 2006 erfolgt sein muss. Dr. med. univ. G._ hat in
seinem Gutachten vom 30. Januar 2008 angegeben, aus rein psychiatrischer Sicht
lasse sich seit Anfang 2006 unter eine antidepressiven und schlafverbessernden
Medikation eine leichtgradige bis mittelgradige depressive Episode erheben, die mit
eher leichten Affektstörungen, leichter psychosomatischer Unruhe, Antriebsminderung
und vermindertem Interesse einhergehe. In der Gutachtensergänzung vom 3. März
2008 hat Dr. med. univ. G._ ausgeführt, aus psychiatrischer Sicht könne seit März
2006 eine Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes angenommen
werden. Damit bestehe aus psychiatrischer Sicht seit März 2006 eine leichtgradige bis
mittelgradige depressive Episode, womit die Arbeitsfähigkeit von – bidisziplinär – 70%
seit März 2006 anzunehmen sei. Es besteht keine Veranlassung, die Angaben von Dr.
med. univ. G._ betreffend den Zeitpunkt des Eintritts der Verbesserung und damit
des Anstiegs der Arbeitsfähigkeit in Zweifel zu ziehen. Es steht deshalb mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die
Sachverhaltsveränderung, auf welche die Beschwerdegegnerin die angefochtene
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Revisionsverfügung abgestützt hat, vor dem Erlass der ursprünglichen
Rentenverfügung am 4. Mai 2006 eingetreten ist. Es fehlt deshalb am zwingend
notwendigen Element der nachträglichen Sachverhaltsveränderung. Da nicht alle
Tatbestandselemente der Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG erfüllt sind, erweist sich
die angefochtene Revisionsverfügung als rechtswidrig.
3.
Die Beschwerdegegnerin hat dem Gericht den (Eventual-) Antrag gestellt, die
angefochtene Verfügung durch eine Wiedererwägung zu "retten", falls sie als
Revisionsverfügung rechtswidrig sein sollte. Sie hat diesen Antrag damit begründet,
dass die Verfügung vom 4. Mai 2006 zweifellos unrichtig sei, weil sie auf einem
unzureichend abgeklärten Sachverhalt beruhe. Nach dem oben Ausgeführten wäre
wohl eher davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin – als Folge einer
ungenügenden Sachverhaltsabklärung – auf einen unzutreffenden Invaliditätsgrad
abgestellt hätte bzw. dass sie einer noch vor dem Verfügungserlass eingetretenen
Reduktion des Invaliditätsgrades nicht durch eine abgestufte Rentenzusprache
(anfangs eine ganze, dann eine Viertelsrente) Rechnung getragen hätte. Die
Beschwerdegegnerin beruft sich dabei auf die bundesgerichtliche Praxis, die es
zulassen will, eine zu Unrecht ergangene Revisionsverfügung mit der substituierten
Begründung der zweifellosen Unrichtigkeit der ursprünglichen Verfügung zu schützen
(vgl. etwa BGE 125 V 368 ff.). Diese Formulierung zeigt bereits den Taschenspielertrick,
mit dem das Bundesgericht glaubt, den Einwand umgehen zu können, dass es an
einem Anfechtungsgegenstand für eine gerichtliche Prüfung der
Wiedererwägungsmöglichkeit fehle: Das Bundesgericht behauptet, das Dispositiv der
angefochtenen Revisionsverfügung bleibe unverändert und nur die Begründung werde
ausgewechselt (statt einer nachträglichen Unrichtigkeit wegen einer
Sachverhaltsveränderung eine zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Verfügung).
Diese Argumentation ist nicht nur rein formalistisch, weil sie die verfahrensrechtliche
Grundstruktur der angefochtenen Revisionsverfügung und damit deren Sinn und
Zweck ignoriert, sondern bei genauer Betrachtung auch falsch. Das Bundesgericht
insinuiert nämlich, dass das Dispositiv der angefochtenen Revisionsverfügung nur die
Höhe der neu festgelegten Leistung und den Zeitpunkt umfasse, ab dem diese neue
Leistung ausgerichtet werde. Diese beiden Elemente des Dispositivs der
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Revisionsverfügung würden tatsächlich unverändert bleiben, weil das Bundesgericht
den Art. 88 Abs. 2 lit. a IVV entgegen dessen Sinn und Zweck und entgegen dessen
systematischer Einordnung auch auf die Wiedererwägung anwendet, obwohl er
eindeutig nur die Revision regeln will. Die daraus resultierende "Ex nunc-
Wiedererwägung" ist in der Lehre stichhaltig als gesetzwidrig nachgewiesen worden
(vgl. Miriam Lendfers, a.a.O., S. 80 ff.). Bei genauer Betrachtung besteht der zwingend
notwendige Inhalt des Dispositivs sowohl einer Revisions- als auch einer
Wiedererwägungsverfügung nicht nur aus der Leistungshöhe und dem
Leistungsbeginn. Es handelt sich nämlich in beiden Fällen um Verfahrensinstrumente,
die es erlauben, in die formelle Rechtskraft einer früher erlassenen Verfügung
einzugreifen, d.h. ein Rechtsverhältnis neu zu regeln, obwohl es bereits formell
rechtskräftig geregelt ist. Dies setzt notwendigerweise als erstes Element des
Dispositivs die Aufhebung der formellen Rechtskraft der zu korrigierenden Verfügung
voraus, denn ohne diese Aufhebung ist es der Verwaltung verwehrt, das
Rechtsverhältnis neu zu regeln. Bei der Revision wird die formell rechtskräftige
Verfügung nicht aufgehoben, sondern nur so weit als nötig und nur für die Zukunft
modifiziert. Bei der Wiedererwägung hingegen setzt eine neue, abweichende Regelung
des Rechtsverhältnisses zwingend die vorgängige Aufhebung der ursprünglichen
Verfügung voraus. Daran kann auch der Umstand nichts ändern, dass die Leistung
gestützt auf Art. 88 Abs. 2 lit. a IVV angeblich nicht rückwirkend der Wiedererwägung
entsprechend korrigiert wird, denn auch das setzt zwingend als ersten Teil des
Dispositivs die Aufhebung der ursprünglichen Verfügung voraus. Ein
Verfügungsdispositiv, das die ursprüngliche Verfügung nur so weit ihrer formellen
Rechtskraft entkleidet, als es für eine Modifikation ex nunc et pro futuro notwendig ist,
deckt eine Aufhebung der ursprünglichen Verfügung nicht ab. Deshalb beinhaltet die
bundesgerichtliche Praxis zur substituierten Wiedererwägungsbegründung keine reine
Begründungssubstitution, sondern notwendigerweise auch eine Substitution eines
zwingend notwendigen Teils des Dispositivs (vgl. Ralph Jöhl, Zur Praxis der
substituierten Begründung der Wiedererwägung bei zu Unrecht ergangenen
Anpassungsverfügungen, AJP 8/2004, S. 1001 ff.). Der Taschenspielertrick des
Bundesgerichts besteht also darin, dass ein unverzichtbarer Teil des Dispositivs einer
Revisionsverfügung unterschlagen wird. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die
Beschwerdeführerin zu Recht geltend gemacht hat, es fehle am
bis
bis
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Anfechtungsgegenstand, so dass eine gerichtliche Wiedererwägung ausgeschlossen
sei. Eine Wiedererwägungssubstitution wäre rechtswidrig und muss deshalb
unterbleiben. Wenn die Beschwerdegegnerin eine Wiedererwägung vornehmen will,
steht es ihr jederzeit frei, ein gegen die Verfügung vom 4. Mai 2006 gerichtetes
Wiedererwägungsverfahren zu eröffnen.
4.
Entsprechend den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gutzuheissen und die
angefochtene Revisionsverfügung ersatzlos aufzuheben. Der vollumfänglich
obsiegende Beschwerdeführer hat einen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese
bemisst sich nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses (Art. 61 lit. g ATSG). Unter Berücksichtigung dieser beiden Kriterien erweist
sich eine Parteientschädigung von Fr. 3500.- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) als angemessen. Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat die
Gerichtskosten zu tragen. Diese bemessen sich nach dem Verfahrensaufwand (Art. 69
Abs. 1 IVG). Der Aufwand rechtfertigt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-. Der vom
Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von ebenfalls Fr. 600.- wird
zurückerstattet.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG