Decision ID: 701e09ff-7704-4d90-9c5e-5801a967f770
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 26.10.2011 Die Beschwerdegegnerin hiess die Einsprache des Beschwerdeführers betreffend den Erlass einer rechtskräftigen Rückforderung von EL teilweise gut. Im Beschwerdeverfahren verlangt der Beschwerdeführer die Anpassung des rechtskräftig festgesetzten Rückforderungsanspruchs und damit die Wiedererwägung der Rückforderungsverfügung. Die Rückforderungsverfügung kann vorliegend nicht Gegenstand des Verfahrens bilden. Damit fehlt es an einer Prozessvoraussetzung, sodass nicht auf die Beschwerde eingetreten werden kann. Verweigerung der unentgeltlichen Rechtspflege in Form der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung wegen Aussichtslosigkeit. (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. Oktober 2011, EL 2011/15). Präsidentin Karin , Versicherungsrichter Joachim Huber, Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Matthias Burri Entscheid vom 26. Oktober 2011 in Sachen A._ Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marc Hofer, Obere Bahnhofstrasse 11, Postfach 253, 9501 Wil SG 1, gegen Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen, Beschwerdegegnerin, betreffend Erlass der Rückerstattung von EL zur AHV Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich im Dezember 2005 zum Bezug von Ergänzungsleistungen (EL)
zu seiner AHV-Rente an (EL-act 64-1 ff.). Der Versicherte hatte bis 2003 als
selbständiger Stukkateur gearbeitet (Einzelfirma A._). Danach war er bis zum Eintritt
ins AHV-Rentenalter für die im Jahr 2003 gegründete B._ GmbH tätig (EL-act. 65-5).
Im Anmeldeformular deklarierte er Bruttomietkosten von Fr. 1'050.-- monatlich. Der
Anmeldung legte er ein Schreiben seines Treuhänders vom 5. Dezember 2005 zu
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Handen der AHV-Zweigstelle C._ bei. Danach bestehe für die Wohnung kein
schriftlicher Mietvertrag. Die Bruttomiete setzte sich aus der Miete von Fr. 840.--
zuzüglich der Heizkosten (es werde mit Holz geheizt) von ca. Fr. 210.-- pro Monat
zusammen (EL-act. 65-2; 66). Weiter gab der Versicherte einen Vermögensstand von
Fr. 31'491.-- per 30. September 2005 bzw. von Fr. 72'850.-- per 1. Januar 2005 an (EL-
act. 65-2).
A.b Am 23. Dezember 2005 verlangte die EL-Durchführungsstelle der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) vom Versicherten einen
Nachweis für die Vermögensreduktion im Zeitraum Januar 2005 bis September 2005
(EL-act. 63-1 f.). Mit Schreiben vom 16. Februar 2006 teilte der Treuhänder des
Versicherten mit, infolge Krankheit hätte der Versicherte nur noch bis zum 31. Mai 2005
arbeiten können und in dieser Zeit lediglich ein Nettoeinkommen von Fr. 1'836.80
erzielt. Danach seien bis zum 30. September 2005 Krankentaggelder im Gesamtbetrag
von Fr. 5'766.-- entrichtet worden. Seine Ehefrau habe im Jahr 2005 keinen Lohn aus
der Firma mehr bezogen. Der Versicherte und seine Ehefrau hätten darum während
neun Monaten von ihrem Ersparten leben müssen. Dieses habe sich dadurch um rund
Fr. 40'000.-- reduziert (EL-act. 58-4). In der Folge sprach die EL-Durchführungsstelle
dem Versicherten mit Verfügungen vom 23. Februar 2006 mit Wirkung ab 1. Oktober
2005 EL in der Höhe von Fr. 1'728.-- monatlich bzw. mit Wirkung ab 1. Januar 2006 EL
in der Höhe von Fr. 1'796.-- monatlich zu (EL-act. 57-1 ff.). Dabei berücksichtigte sie in
der Anspruchsberechnung eine Bruttomiete von Fr. 1'050.-- monatlich und somit Fr.
12'600.-- jährlich sowie ein Bruttovermögen von Fr. 31'491.-- (EL-act. 57-3; 59-1).
A.c Anlässlich einer periodischen Überprüfung im Juli 2009 reichte der Versicherte die
Veranlagungsberechnung der Staats- und Gemeindesteuern 2008 ein. Danach belief
sich das Total der Vermögenswerte per 31. Dezember 2008 auf Fr. 91'768.--. Den
weiteren Unterlagen war zu entnehmen, dass sich das veranlagte Vermögen u.a. aus
Fr. 10'000.-- Stammanteil bei der B._ GmbH sowie einem KK-Guthaben gegenüber
der B._ GmbH von Fr. 61'476.-- zusammensetzt. (EL-act. 49-1; 49-4). Der
Versicherte selbst deklarierte einen Vermögensstand von Fr. 89'768.-- (EL-act. 48-3).
Die EL-Durchführungsstelle tätigte weitere Abklärungen und verlangte u.a. Kopien aller
Vermögens- und Zinsbelege per 31. Dezember 2009, eine Kopie des Mietvertrags mit
Zahlungsnachweis der Miete (EL-act. 45-2) sowie Kopien der Steuerveranlagungen der
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Jahre 2004 bis und mit 2007 ein (EL-act. 42-2). Anhand der eingereichten
Steuerveranlagungen und Steuererklärungen stellte die EL-Durchführungsstelle fest,
dass der Versicherte und seine Ehefrau in den Jahren 2005 bis und mit 2009 ein
Vermögen zwischen Fr. 98'213.-- und 108'216.-- versteuert hatten (2005: Fr. 108'216,
2006: Fr. 102'418.--, 2007: Fr. 98'213.--, 2008: Fr. 91'768.--, 2009: Fr. 91'555.--),
wobei der Stammanteil an der B._ GmbH sowie das KK-Guthaben gegenüber der
B._ GmbH seit 2005 in den Steuererklärungen aufgeführt worden waren (EL-act.
41-5 ff.; 49). Weiter bemerkte die EL-Durchführungsstelle, dass die Nettomiete anhand
der Pauschalen gemäss Art. 16b ELV zu berücksichtigen gewesen wäre (EL-act. 48-2).
A.d Unter Verwendung der Vermögenswerte gemäss den Steuerveranlagungen 2005
bis 2009 sowie der Nettomiete zuzüglich der Pauschale für Versicherte, welche ihre
Mietwohnung selber beheizen müssen und dem Vermieter keine Heizkosten nach Art.
257a OR zu zahlen haben, berechnete die EL-Durchführungsstelle den EL-Anspruch
des Versicherten rückwirkend ab Oktober 2005 neu und forderte mit Verfügung 10. Mai
2010 im Zeitraum Oktober 2005 bis und mit April 2010 zuviel ausbezahlte EL im Betrag
von Fr. 30'855.-- zurück (EL-act. 32).
A.e Mit Schreiben vom 20. Mai 2010 liess der Versicherte, vertreten durch seinen
Treuhänder, ein Erlassgesuch stellen (EL-act. 31). Sinngemäss wurde geltend gemacht,
es habe nie die Absicht eines ungerechtfertigten EL-Bezugs bestanden. Der
Versicherte sei auch aus finanziellen Gründen nicht in der Lage, eine Rückzahlung in
der verfügten Höhe zu leisten. Er habe keine liquiden Vermögenswerte. Es werde
darum um vollständigen Erlass der Rückforderung der EL ersucht. Mit Verfügung vom
22. Dezember 2010 wies die EL-Durchführungsstelle das Erlassgesuch des
Versicherten ab (EL-act. 14).
A.f Gegen diese Verfügung erhob der Treuhänder des Versicherten am 24. Januar
2011 (Eingang SVA) vorsorglich Einsprache (EL-act. 10). Am 15. März 2011 ergänzte
Rechtsanwalt lic. iur. HSG Marc Hofer, Wil, die Einsprache in Vertretung des
Versicherten mit folgenden Rechtsbegehren (EL-act. 2):
1. Die Rückforderungsverfügung vom 10. Mai 2010 sei in Wiedererwägung zu ziehen
und es sei der Verzicht auf die Rückforderung neu zu verfügen.
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2. Eventualantrag: Die Verfügung vom 22. Dezember 2010 sei vollumfänglich
aufzuheben und dementsprechend sei das Gesuch um Erlass der Rückforderung
gutzuheissen.
3. Subeventualiter sei die Verfügung vom 10. Mai 2010 in Wiedererwägung zu ziehen
und der Rückforderungsbetrag neu auf höchstens Fr. 4'098.-- festzulegen.
Mit Einspracheentscheid vom 9. Juni 2011 hiess der Rechtsdienst der SVA die
Einsprache des Versicherten in Vertretung der EL-Durchführungsstelle teilweise gut
und erliess dem Versicherten die Rückforderung der im Zusammenhang mit den
Wohnkosten zuviel ausbezahlten EL in der Höhe von Fr. 16'260.--. Es werde
festgestellt, dass der Versicherte den Betrag von Fr. 14'595.-- zurückzuerstatten habe.
Das Wiedererwägungsgesuch werde separat behandelt (act. G 1.1.2.1).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde des Versicherten
vom 11. Juli 2011. Er lässt folgende Rechtsbegehren stellen (act. G 1):
1. Der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 9. Juni 2011 sei aufzuheben
und zur entsprechenden Neuberechnung des Rückforderungsanspruchs an die
Vorinstanz zurückzuweisen.
2. Es sei festzustellen, dass die bestehende Forderung des Beschwerdeführers
gegenüber der B._ GmbH ergänzungsleistungsrechtlich seit dem Jahr 2005
höchstens mit Fr. 5'000.-- als anrechenbares Vermögen zu berücksichtigen sei. Die
Vorinstanz sei anzuweisen, dementsprechend auch den EL-Anspruch des
Beschwerdeführers für das laufende Jahr neu festzulegen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin.
Weiter lässt er die unentgeltliche Prozessführung beantragen. Es sei dementsprechend
auf die Erhebung von Vorschüssen und Gerichtskosten zu verzichten und es sei ihm
die unentgeltliche Rechtsverbeiständung in der Person des unterzeichneten Anwalts zu
gewähren (act. G 1).
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Zur Begründung bringt der Beschwerdeführer vor, er sei vor der Pensionierung
selbständig als Inhaber und Geschäftsführer eines Gipsergeschäfts (Einzelfirma) tätig
gewesen. Im Rahmen der Regelung der Unternehmensnachfolge sei die Einzelfirma im
Jahr 2003 in die neu gegründete B._ GmbH (nachfolgend GmbH) übergeführt
worden, an welcher sich der Beschwerdeführer und sein Sohn je hälftig mit einem
Stammanteil von Fr. 10'000.-- beteiligt hätten. Da der Sohn finanziell nicht in der Lage
gewesen sei, den Beschwerdeführer für die Einbringung der Einzelfirma zu
entschädigen, habe "die GmbH dem Beschwerdeführer einen Kredit gewährt". Dieser
habe bis heute nicht zurückbezahlt werden können und sei per 31. Dezember 2010 mit
Fr. 64'913.70 bilanziert worden. Die Bilanz per 31. Dezember 2010 zeige, dass die
GmbH keinesfalls in der Lage wäre, die Forderung des Beschwerdeführers zu
befriedigen (zumindest nicht sofort und mit einer einmaligen Zahlung). Die
Durchsetzung der Forderung hätte den Konkurs der Gesellschaft zur Folge. Demnach
handle es sich bei der Forderung des Beschwerdeführers gegenüber der GmbH nicht
um tatsächlich vereinnahmte Einkünfte und vorhandene Vermögenswerte, über die er
ungeschmälert verfügen könne. Sie dürfe daher in der EL-Berechnung nicht als
Vermögen berücksichtigt werden. Ohne die Existenz der GmbH zu bedrohen, könne
die Gesellschaft dem Beschwerdeführer maximale jährliche Zahlungsraten von Fr.
5'000.-- leisten. Dieser Betrag sei dem Beschwerdeführer rückwirkend ab 2005 als
Vermögen anzurechnen. Die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen die
Rückforderungssumme dementsprechend anzupassen und auch den EL-Anspruch für
das laufende Jahr auf dieser Grundlage neu festzusetzen (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 19. Juli 2011 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Die Rückforderung sei
rechtskräftig verfügt worden und könne dementsprechend nicht Gegenstand des
Beschwerdeverfahrens sein. Im vorliegenden Verfahren gehe es einzig um den Erlass

der Rückforderung. Diesbezüglich werde auf die Erwägungen im Einspracheentscheid
verwiesen (act. G 4).
B.c Ein zweiter Schriftenwechsel wurde nicht durchgeführt (act. G 6).
Erwägungen:
1.
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Damit die Rechtsmittelinstanz auf eine Beschwerde eintritt und diese materiell
behandelt, müssen die Prozessvoraussetzungen - auch Sachurteilsvoraussetzungen
genannt - gegeben sein. Die angerufene Behörde, vorliegend das Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen, prüft sie von Amtes wegen; auf deren Bestreitung oder
Nichtbestreitung kommt es nicht an (vgl. auch Fritz Gygi,
Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 73; Alfred Kölz/Isabelle Häner,
Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998,
Rz 409 ff.). Fehlt es an einer Prozessvoraussetzung, führt dies nicht zur Abweisung des
Rechtsmittels, sondern zu einem Nichteintretensentscheid.
2.
2.1 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers verlangt im Wesentlichen die
Neuberechnung des Rückforderungsanspruchs. Er beantragt damit sinngemäss die
Wiedererwägung der Rückforderungsverfügung vom 10. Mai 2010. Er hat bereits mit
der Einsprache ein Wiedererwägungsgesuch gestellt. Die Beschwerdegegnerin hat im
Einspracheentscheid explizit mitgeteilt, sie werde das Wiederwägungsgesuch separat
behandeln (act. G 1.1.2.1).
2.2 In formeller Hinsicht ist zu entscheiden, ob auf die Beschwerde eingetreten werden
kann. Währenddem die Beschwerde form- und fristgerecht an das örtlich- und sachlich
zuständige Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen erfolgte, stellt sich die Frage,
ob Höhe und Bestand der rechtskräftigen Rückforderungsverfügung vom 10. Mai 2010
Anfechtungsgegenstand des Beschwerdeverfahrens bilden können.
2.3 Anfechtungsgegenstand und damit Grenze der Überprüfungsbefugnis im
Beschwerdeverfahren werden grundsätzlich durch die Verfügung bzw. den
Einspracheentscheid im Verwaltungsverfahren bestimmt (BGE 133 II 30; BGE 122 V 36
E. 2a). Vorliegend ist das Anfechtungsobjekt der Einspracheentscheid der
Beschwerdegegnerin vom 9. Juni 2010 betreffend die Verfügung über den Erlass der
EL-Rückforderung vom 22. Dezember 2010. Darin wurde der vom Beschwerdeführer
gestellte Eventualantrag betreffend den Erlass der Rückforderung behandelt und
teilweise gutgeheissen. Dieser Einspracheentscheid bildet die sachliche Begrenzung
des Beschwerdeverfahrens (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton
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St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz 579). Er umfasst die Frage, ob der Beschwerdeführer die
Voraussetzungen für die Rechtswohltat eines Erlasses der mit separater Verfügung
festgesetzten Rückforderung erfüllt. Höhe und Bestand des Rückforderungsanspruchs
wurden indessen mit Verfügung vom 10. Mai 2010 rechtskräftig festgesetzt, mithin ist
der Rückforderungsanspruch nicht Teil des im Einspracheentscheid über den Erlass zu
regelnden Rechtsverhältnisses. Somit bildet die Frage der Rechtmässigkeit des
Rückforderungsanspruchs nicht Gegenstand des angefochtenen Einspracheentscheids
und kann daher in vorliegendem Beschwerdeverfahren nicht überprüft werden.
2.4 Nichts daran zu ändern vermag der Umstand, dass der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers bereits mit der Einsprache ein Wiedererwägungsgesuch gestellt
hat. Die Beschwerdegegnerin hat dieses im Rahmen des Einspracheverfahrens zwar
entgegengenommen; es erfolgte indessen keine materielle Prüfung der
Wiedererwägungsvoraussetzungen. Dazu war die Beschwerdegegnerin auch nicht
verpflichtet, denn das Zurückkommen auf formell rechtskräftige Verfügungen oder
Einspracheentscheide nach Art. 53 Abs. 2 ATSG beim Fehlen eigentlicher
Revisionsgründe liegt im Ermessen des Versicherungsträgers. Die Verwaltung kann
weder vom Betroffenen noch vom Gericht zur Vornahme einer Wiedererwägung
verhalten werden, mithin besteht kein gerichtlich durchsetzbarer Anspruch auf
Wiedererwägung (vgl. BGE 117 V 8 E. 2a S. 12 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 119 V
475 E. 1b/cc S. 479). Demnach steht es auch dem Versicherungsgericht nicht zu, die
formell rechtskräftige Rückforderungsverfügung vom 10. Mai 2010 - wie dies vom
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beantragt wird - in Wiedererwägung zu ziehen
bzw. die Beschwerdegegnerin zu einem solchen Vorgehen anzuweisen. Ebensowenig
kann das Versicherungsgericht selbst auf dem Weg der Wiedererwägung auf die
rechtskräftige Rückforderungsverfügung vom 10. Mai 2010 zurückkommen.
2.5 Ferner bildet auch der Antrag des Beschwerdeführers die laufenden EL
anzupassen, nicht Gegenstand des Beschwerdeverfahrens. Auch dieser Antrag richtet
sich auf einen ausserhalb des Prüfungsumfangs des vorliegenden
Beschwerdeverfahrens liegenden Anfechtungsgegenstand. Der Anpassungsantrag ist
direkt an die Beschwerdegegnerin zu richten.
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2.6 Der Vertreter des Beschwerdeführers hat im Beschwerdeverfahren einzig die
Wiedererwägung der Rückforderungsverfügung vom 10. Mai 2010 beantragt.
Betreffend den eigentlichen Gegenstand des Beschwerdeverfahrens - den Erlass einer
rechtskräftig festgelegten Rückforderung - hat er keine Anträge gestellt. Wie sich aus
vorstehenden Erwägungen ergeben hat, ist die Rückforderungsverfügung vom 10. Mai
2010 indessen nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens. Somit kann
nicht auf die Beschwerde eingetreten werden.
3.
3.1 Auf die Beschwerde ist nicht einzutreten.
3.2 Der Beschwerdeführer liess die unentgeltliche Prozessführung in Form der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung beantragen. Nach Art. 99 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege vom 16. Mai 1965 (VRP, sGS 951.1) können in Klagefällen vor
Versicherungsgericht die unentgeltliche Rechtspflege und die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung gewährt werden, wobei die Vorschriften der Schweizerischen
Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO, SR 272) über die unentgeltliche
Rechtspflege sachgemäss Anwendung finden. Nach Art. 117 ZPO hat eine Person
Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel
verfügt und wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint. Die unentgeltliche
Rechtspflege umfasst die gerichtliche Bestellung eines Rechtsbeistandes, sofern dies
zur Wahrung der Rechte notwendig ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). Aussichtslos sind
Rechtsbegehren, deren Gewinnaussichten ex ante betrachtet beträchtlich geringer sind
als die Verlustgefahren und deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können.
Entscheidend ist, ob eine nicht bedürftige Partei sich vernünftigerweise zu einem
Prozess entschliessen würde. Unterschieden wird zwischen formeller und materieller
Aussichtslosigkeit. Ersteres liegt beim Fehlen vom Sachentscheidvoraussetzungen vor
(Emmel in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm, Art. 117 N. 13 mit
Hinweisen). Die vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers gestellten
Rechtsbegehren gehen offensichtlich am eigentlichen Anfechtungsgegenstand vorbei.
Wie sich gezeigt hat fehlt es daher an einer Prozessvoraussetzung
(Sachentscheidvoraussetzung). Die Beschwerde erweist sich daher als formell
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aussichtslos. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung ist somit
abzuweisen.
3.3 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
4.
Im Sinn eines obiter dictum ist zu erwähnen, dass der materielle Entscheid der
Beschwerdegegnerin über den eigentlichen Streitgegenstand - den Erlass bzw. den
Teilerlass der Rückforderung - wohl nicht zu beanstanden wäre. Es liegt grundsätzlich
nicht im Ermessen der versicherten Person, in Berücksichtigung der jeweiligen
Sachlage zu beurteilen, ob Vermögenswerte oder Einkünfte im Sinn der für die
Zusprache der EL massgebenden Bestimmungen von Bedeutung sind oder nicht und
demzufolge über deren Meldung zu entscheiden (vgl. ZAK 1988 480). Vielmehr ist es
Sache der EL-Durchführungsstelle zu beurteilen, ob und in welcher Höhe die jeweiligen
Betreffnisse in der EL-Berechnung zu berücksichtigen sind. Vorliegend hat der
Beschwerdeführer die bereits 2003 erfolgte Einbringung seiner Einzelfirma in die GmbH
(act. G 1.1.3), die daraus stammende Forderung gegenüber der GmbH sowie seine
Beteiligung an der GmbH weder bei der Anmeldung zum EL-Bezug noch danach
gemeldet. Diese unterlassene Meldung müsste wohl als eine schwere, den guten
Glauben ausschliessende Nachlässigkeit beurteilt werden.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht