Decision ID: f196a247-3420-4baf-83aa-7bdb44c0f8c7
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 28. März 2013 zum Bezug von Ergänzungsleistungen zu
seiner IV-Rente an (EL-act. 90). Auf Nachfrage der EL-Durchführungsstelle (EL-act. 81)
gab der Versicherte an, seine Ehefrau könne aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr
arbeiten. Ihr Rentengesuch sei bei der IV-Stelle hängig (EL-act. 80-3). Am 28. Juni 2013
sprach die EL-Durchführungsstelle dem Versicherten ab März 2013
Ergänzungsleistungen zu. Bei der Anspruchsberechnung hatte sie ein hypothetisches
Erwerbseinkommen der Ehefrau des Versicherten als Einnahme angerechnet (EL-act.
73). Dagegen liess der Versicherte am 30. August 2013 eine Einsprache erheben und
die Aufhebung der Verfügung vom 28. Juni 2013 sowie die Zusprache von
Ergänzungsleistungen ohne die Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens seiner Ehefrau beantragen (EL-act. 70). Die EL-
Durchführungsstelle sistierte das Einspracheverfahren am 4. September 2013 bis zum
rechtskräftigen Entscheid über den Invalidenrentenanspruch der Ehefrau des
Versicherten (EL-act. 68). Diese Sistierungsverfügung wurde nicht angefochten.
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A.b Gegen die EL-Revisionsverfügungen jeweils per 1. Januar liess der Versicherte
immer vorsorglich Einsprache erheben, da diese Verfügungen nicht unter dem
ausdrücklichen Vorbehalt einer Anpassung aufgrund von offenen Mutationen,
Revisionen oder allfälligen pendenten Rechtsmittelverfahren erlassen worden seien
(vgl. dazu EL-act. 36, 41, 43, 47, 56, 60, 61, 67). Die EL-Durchführungsstelle teilte dem
Versicherten daraufhin jeweils mit, dass die vorsorglichen Einsprachen auf Antrag hin
mit dem weiterhin sistierten Einspracheverfahren gegen die Verfügung vom 28. Juni
2013 vereinigt würden (EL-act. 35, 42, 55).
A.c Am 17. August 2015 hatte das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die
Beschwerde der Ehefrau des Versicherten gegen die rentenabweisende Verfügung der
IV-Stelle teilweise gutgeheissen und die Sache zur weiteren Sachverhaltsabklärung an
die IV-Stelle zurückgewiesen (vgl. EL-act. 56).
B.
B.a Am 23. März 2017 liess der Versicherte die Neuberechnung der
Ergänzungsleistungen ab dem 1. März 2017 beantragen. Zur Begründung liess er
ausführen, dass seiner Ehefrau ab dem 1. März 2017 kein hypothetisches
Erwerbseinkommen mehr anzurechnen sei, da sie am _ März 2017 das 60. Altersjahr
vollendet habe (EL-act. 26).
B.b Am 7. Juli 2017 passte die EL-Durchführungsstelle den EL-Anspruch des
Versicherten den Ergebnissen der Anfang 2017 durchgeführten periodischen
Überprüfung der Ergänzungsleistungen rückwirkend ab dem 1. Januar 2017 an.
Ausserdem hiess sie das Gesuch des Versicherten vom 23. März 2017 gut und
verzichtete rückwirkend ab dem 1. März 2017 auf die Anrechnung des hypothetischen
Erwerbseinkommens der Ehefrau (EL-act. 23 f., 38). Mit einer Verfügung vom 14. Juli
2017 widerrief die EL-Durchführungsstelle ihre Verfügung vom 7. Juli 2017, indem sie
das Revisionsgesuch des Versicherten vom 23. März 2017 abwies und der Ehefrau des
Versicherten wieder ein hypothetisches Erwerbseinkommen anrechnete. Zur
Begründung hielt die EL-Durchführungsstelle fest, sie sei im Rahmen der Verfügung
vom 7. Juli 2017 irrtümlich davon ausgegangen, dass die Ehefrau des Versicherten eine
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IV-Rentnerin sei. Nur deshalb habe sie ihr aufgrund ihres Alters kein hypothetisches
Erwerbseinkommen mehr angerechnet (EL-act. 20).
B.c Gegen diese Verfügung liess der Versicherte am 11. September 2017 eine
Einsprache erheben und die Aufhebung der Verfügung vom 14. Juli 2017 beantragen.
Zur Begründung liess er sinngemäss ausführen, seine Ehefrau sei seit dem 3. März
2011 aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr erwerbstätig und habe sich am 11. Juli
2011 für Leistungen der Invalidenversicherung angemeldet. Die Angelegenheit sei noch
immer bei der IV-Stelle pendent. Seine Ehefrau habe jedoch im März 2017 das 60.
Altersjahr vollendet und sei von den behandelnden Ärzten zu 100% krankgeschrieben.
Deshalb könne sie sich weder beim RAV melden noch Arbeitsbemühungen tätigen.
Allfällige Arbeitsbemühungen wären daher ohnehin von vornherein aussichtslos (EL-
act. 16).
B.d Am 25. September 2017 bestätigte die Beschwerdegegnerin den Eingang der
Einsprache. Sie teilte dem Versicherten mit, dass die Einsprache mit dem
Einspracheverfahren betreffend die Verfügung vom 28. Juni 2013 vereinigt werde.
Dieses Verfahren bleibe sistiert, bis über den IV-Rentenanspruch der Ehefrau des
Versicherten rechtskräftig entschieden worden sei. Sollte der Versicherte mit diesem
Vorgehen nicht einverstanden sein, könne er eine anfechtbare Verfügung verlangen
(EL-act. 12). Dies tat der Versicherte am 26. September 2017 (EL-act. 9).
B.e Daraufhin erliess die EL-Durchführungsstelle am 6. Oktober 2017 eine
verfahrensleitende Verfügung, mit der sie das Einspracheverfahren weiterhin sistierte,
bis bezüglich des IV-Verfahrens der Ehefrau des Versicherten ein rechtskräftiger
Entscheid vorliege. Zur Begründung führte sie aus, es sei vom Ausgang des hängigen
IV-Verfahrens abhängig, ob und in welcher Höhe der Ehefrau des Versicherten ein
hypothetisches Erwerbseinkommen anzurechnen sei. Die EL-Durchführungsstelle sei
nämlich an den von der IV-Stelle festgestellten Invaliditätsgrad gebunden und dürfe
von diesem nicht abweichen. Würde die EL-Durchführungsstelle einen
Einspracheentscheid erlassen, ohne das Ergebnis des IV-Verfahrens abzuwarten,
würde sie gegen den Untersuchungsgrundsatz verstossen. Ausserdem könne es nicht
die Aufgabe der EL-Durchführungsstelle sein, selbst die Arbeitsfähigkeit der Ehefrau
des Versicherten zu bestimmen (EL-act 6).
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C.
C.a In seiner Beschwerde vom 6. November 2017 liess der Versicherte (nachfolgend
Beschwerdeführer) beantragen, die verfahrensleitende Verfügung vom 6. Oktober 2017
sei insoweit aufzuheben, als sie das Einspracheverfahren bezüglich des Gesuchs vom
23. März 2017 sistiere. Die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, das
Einspracheverfahren in Bezug auf die Verfügung vom 14. Juli 2017 fortzuführen (act. G
1).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 30. November 2017 die Abweisung der

Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen im Einspracheentscheid
(act. G 5).
C.c Am 23. November 2017 liess der Beschwerdeführer mitteilen, die IV-Stelle warte
das Ende des stationären Aufenthalts der Ehefrau in der Klinik B._ ab, bevor sie das
IV-Verfahren weiterführe (act. G 3).
Erwägungen
1.
1.1 Mit der angefochtenen Verfügung vom 6. Oktober 2017 hat die
Beschwerdegegnerin das Einspracheverfahren gegen die Verfügung vom 14. Juli 2017
sistiert. Es handelt sich dabei um eine verfahrensleitende Verfügung bzw. um eine
Zwischenverfügung (vgl. Art. 55 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [SR 830.1; ATSG] in Verbindung mit Art. 5 Abs. 2 und
Art. 46 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren [SR 172.021; VwVG]).
Solche (nicht die Zuständigkeit oder den Ausstand betreffenden) prozess- und
verfahrensleitenden Verfügungen sind nach Art. 46 Abs. 1 VwVG nur selbständig
anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können
(lit. a) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid
herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein
weitläufiges Beweisverfahren ersparen kann (lit. b). Die erste Eintretensvoraussetzung
kann im konkreten Fall als erfüllt betrachtet werden: Aufgrund der Sistierungsverfügung
erhält der Beschwerdeführer nämlich wesentlich tiefere Ergänzungsleistungen, bis die
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Beschwerdegegnerin über seine Einsprache vom 11. September 2017 betreffend die
Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens seiner Ehefrau ab dem 1. März
2017 entschieden hat. Dies kann dazu führen, dass die Einnahmen des
Beschwerdeführers unter das Existenzminimum sinken und er deshalb gezwungen ist,
Sozialhilfe zu beantragen. Damit kann er finanziell schlechter gestellt sein, als wenn er
Ergänzungsleistungen erhalten würde. Auch eine allfällige Nachzahlung wird den für die
Dauer der Sistierung des Einspracheverfahrens anhaltenden finanziellen Engpass mit
all seinen Auswirkungen (man denke beispielsweise an Verzugszinsen nicht bezahlter
Rechnungen) nicht vollständig wettmachen können. Die Anfechtung von
Zwischenverfügungen erfolgt direkt mit Beschwerde beim Versicherungsgericht (vgl.
Art. 52 Abs. 1 i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 ATSG). Gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG gilt
ab der Eröffnung der Verfügung, gegen die eine Einsprache ausgeschlossen ist, eine
30-tägige Beschwerdefrist. Weil sich der Beschwerdeführer am 6. November 2017
fristgerecht an das Versicherungsgericht gewandt hat, ist auf die Beschwerde gegen
die Zwischenverfügung vom 6. Oktober 2017 betreffend die Sistierung des
Einspracheverfahrens einzutreten.
1.2 Einspracheentscheide sind innert angemessener Frist zu erlassen (Art. 52 Abs. 2
Satz 1 ATSG; vgl. auch Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft [SR 101; BV]). Nach den von der Rechtsprechung im
Zusammenhang mit ungerechtfertigten Verfahrensverzögerungen entwickelten
Grundsätzen muss eine Gerichts- oder Verwaltungsbehörde einen Entscheid binnen
einer Frist fassen, welche nach der Natur der Sache und nach der Gesamtheit der
übrigen Umstände des konkreten Einzelfalles als angemessen erscheint (vgl. Entscheid
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 760/05 vom 24. Mai 2006). Weil eine
Verfahrenssistierung stets das Risiko birgt, das Verfahren unnötig zu verzögern, ist sie
nur ausnahmsweise zulässig und sie muss sich auf sachliche Gründe stützen können.
So wird nach der Rechtsprechung die Hängigkeit eines anderen Verfahrens, dessen
Ausgang von präjudizieller Bedeutung ist, als zureichender Grund für eine Sistierung
anerkannt (vgl. Entscheid des Bundesgerichts vom 24. Mai 2007, 4A_69/07 E. 2.2; BGE
130 V 90).
2.
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Der Beschwerdeführer hat am 23. März 2017 ein Revisionsgesuch mit dem Inhalt
gestellt, das hypothetische Erwerbseinkommen seiner Ehefrau sei ab dem 1. März
2017 nicht mehr anzurechnen, weil diese am _ März 2017 das 60. Altersjahr vollendet
habe (EL-act. 26). Nachdem die Beschwerdegegnerin dieses Revisionsgesuch
zunächst im Rahmen der Verfügung vom 7. Juli 2017 gutgeheissen hatte (EL-act. 23),
hat sie mit der Verfügung vom 14. Juli 2017 die Verfügung vom 7. Juli 2017 widerrufen,
das Revisionsgesuch vom 23. März 2017 abgewiesen und ab dem 1. März 2017
weiterhin ein hypothetisches Erwerbseinkommen der Ehefrau angerechnet (EL-act. 20).
Die gegen diese Abweisungsverfügung erhobene Einsprache des Beschwerdeführers
(EL-act. 16) ist von der Beschwerdegegnerin sistiert und mit dem Einspracheverfahren
betreffend die Verfügung vom 28. Juni 2013 vereinigt worden (EL-act. 6, 20). Zur
Begründung hat sie ausgeführt, dass die Frage, ob der Ehefrau des Beschwerdeführers
ein hypothetisches Erwerbseinkommen anzurechnen sei, nicht beantwortet werden
könne, bevor nicht ein rechtskräftiger IV-Rentenentscheid vorliege (EL-act. 6, 12). Im
Rahmen der Anfechtung der entsprechenden verfahrensleitenden Verfügung vom 6.
Oktober 2017 hat der Beschwerdeführer geltend gemacht, die Frage, ob seiner Ehefrau
ab dem 1. März 2017 ein hypothetisches Erwerbseinkommen anzurechnen sei, könne
sehr wohl unabhängig vom Ausgang des IV-Verfahrens beantwortet werden, weil seine
Ehefrau im März 2017 das 60. Altersjahr vollendet habe und es ihr allein deshalb nicht
mehr zumutbar sei, Arbeitsbemühungen zu tätigen (act. G 1, EL-act. 15).
3.
3.1 Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten
Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen. Ehepaare bilden bei der
Anspruchsberechnung eine wirtschaftliche Einheit, sodass ihre Ausgaben und
Einnahmen zusammengerechnet werden (Art. 9 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes über
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [SR
831.30; ELG]). Laut der EL-spezifischen Schadensminderungspflicht muss ein EL-
Ansprecher oder eine in die Anspruchsberechnung einbezogene Person ihren
Existenzbedarf soweit möglich und zumutbar aus eigener Kraft finanzieren, weswegen
Ergänzungsleistungsbezüger und ihre Ehegatten gleichermassen verpflichtet sind, ihren
Beitrag an den Unterhalt der Ehegemeinschaft zu leisten. Kommt eine Person dieser
Pflicht nicht oder nur unzureichend nach, indem sie beispielsweise keiner
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Erwerbstätigkeit nachgeht, obwohl ihr dies möglich und zumutbar wäre, oder ist sie
ohne zwingenden Grund zu einem zu tiefen Lohn oder unentgeltlich erwerbstätig, sieht
der Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG die Fiktion einer Erwerbstätigkeit und damit verbunden eine
Anrechnung fingierter Erwerbseinkünfte – in der Praxis als hypothetisches
Erwerbseinkommen bezeichnet – als Reaktion darauf vor (vgl. RALPH JÖHL,
Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: Schweizerisches Sozialversicherungsrecht, Band
XIV Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, Rz 125, 133 f.). Gemäss Art. 14a der Verordnung
über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung
(SR 831.301; ELV) wird Invaliden als Erwerbseinkommen grundsätzlich der Betrag
angerechnet, den sie im massgebenden Zeitabschnitt tatsächlich verdient haben. Abs.
2 sieht dabei für Invalide unter 60 Jahren je nach IV-Grad konkrete Mindesteinkommen
vor.
3.2 Der Beschwerdeführer hat geltend machen lassen, Art. 14a Abs. 2 ELV sei analog
auch auf nichtinvalide Ehepartner anwendbar. Der Ehefrau des Beschwerdeführers
dürfe deshalb unabhängig vom Ausgang des IV-Rentenverfahrens ab dem 1. März
2017 kein hypothetisches Erwerbseinkommen mehr angerechnet werden. Eine
Sistierung des Einspracheverfahrens betreffend die Verfügung vom 14. Juli 2017 sei
deshalb von vornherein nicht notwendig (vgl. act. G 1, EL-act. 15). Laut der
bundesgerichtlichen Praxis soll Art. 14a ELV nur auf den EL-Bezüger und nicht auch
auf die in die EL-Berechnung einzubeziehende Person anwendbar sein (vgl. URS
MÜLLER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum ELG, Art. 11 Rz 516). Der Wortlaut
des Art. 14a ELV, gemäss welchem der persönliche Geltungsbereich "Invalide" bzw.
"Teilinvalide" umfasst, bietet jedoch keinen Grund dafür, die in die EL-
Anspruchsberechnung einzubeziehenden Personen auszuschliessen. Ausserdem
werden im Rahmen des Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG für die Berechnung des
hypothetischen Erwerbseinkommens der EL-Bezüger und der in die EL-
Anspruchsberechnung einzubeziehenden Personen dieselben Massstäbe angelegt.
Weshalb dies anders sein soll, sobald eine Invalidität vorliegt, ist nicht ersichtlich.
Deshalb muss Art. 14a ELV auch für die Berechnung des Erwerbseinkommens der
invaliden, in die EL-Anspruchsberechnung einzubeziehenden Personen gelten (vgl. das
Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. November 2017, EL
2016/34 E 2.4).
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3.3 Gemäss der ständigen Praxis des Bundesgerichts ist Art. 14a ELV weder direkt
noch analog auf nicht erwerbstätige und nicht invalide in die Anspruchsberechnung
einzubeziehende Personen anwendbar (vgl. MÜLLER, a.a.O., Art. 11 Rz 514). In der Tat
beschränkt sich der Wortlaut des Art. 14a ELV ausdrücklich auf "Invalide" bzw.
"Teilinvalide". Für versicherte, teilinvalide EL-Bezüger und in die Anspruchsberechnung
einzubeziehende Teilinvalide, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen, sieht er jedoch vor,
dass ihnen grundsätzlich der Betrag angerechnet wird, den sie im massgebenden
Zeitabschnitt tatsächlich verdient haben, es sei denn, sie seien unter 60 und hätten
weniger als den ihnen gemäss Art. 14a Abs. 2 ELV unter der Berücksichtigung ihres
Invaliditätsgrades mindestens anzurechnenden Betrag verdient. Bei versicherten,
teilinvaliden Personen, die sich nicht genügend um Arbeit bemüht haben und somit
selbstverschuldet arbeitslos sind, fingiert der Art. 14a Abs. 2 ELV i.V.m. Art. 11 Abs. 1
lit. g ELG, dass sie einer Erwerbstätigkeit nachgehen, mit der sie ihre
Restarbeitsfähigkeit vollständig ausschöpfen und ein entsprechendes
Erwerbseinkommen erzielen. Die in Art. 14a Abs. 2 ELV angegebenen Beträge müssen
deshalb, dem klaren Wortlaut gemäss, als Mindestbeträge gesehen werden, die keinen
Anspruch auf eine direkte Übernahme in die EL-Berechnung begründen. Vielmehr
muss einem Teilinvaliden immer dann ein höheres hypothetisches Erwerbseinkommen
als der in Abs. 2 ELV vorgesehene Mindestbetrag angerechnet werden, wenn die
Sachverhaltsabklärungen ergeben, dass er theoretisch dazu in der Lage wäre, mehr als
den Mindestbetrag zu verdienen (vgl. zum Ganzen das Urteil des Versicherungsgerichts
des Kantons St. Gallen vom 21. November 2017, EL 2016/34, E 2.4). Gemäss der
Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV (nachfolgend WEL) darf
einer EL-beziehenden Person kein hypothetisches Einkommen angerechnet werden,
wenn sie das 60. Altersjahr vollendet hat. Bei Vollendung des 60. Altersjahres sei
deshalb von Amtes wegen eine Revision in Bezug auf die Anrechnung des
hypothetischen Erwerbseinkommens durchzuführen (vgl. WEL Rz 3424.07 f.). Würde
man dieser Auffassung - die sich mit jener des Beschwerdeführers deckt (vgl. act. G 1)
- folgen, würde dies zu stossenden Ergebnissen führen. Während nämlich von
Teilinvaliden bis zum Vortag ihres 60. Geburtstages verlangt würde, dass sie ihren
Lebensunterhalt so weit wie nur möglich aus eigener Kraft bestritten, würde diese
Schadenminderungspflicht am 60. Geburtstag wie durch Zauberhand weggewischt. Ein
Teilinvalider, der sich dauernd weigert, seine verbleibende Restarbeitsfähigkeit zu
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verwerten und der sich infolge seiner selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit EL-rechtlich
in einem fingierten Arbeitsverhältnis befindet, weshalb ihm ein hypothetisches
Erwerbseinkommen angerechnet wird, würde dann mit der Vollendung des 60.
Altersjahres plötzlich von seiner Schadenminderungspflicht entbunden, sodass sein
fingiertes Arbeitsverhältnis von heute auf morgen aufgelöst würde. Auch bei einem eine
IV-Rente beziehenden Juristen, der seine Restarbeitsfähigkeit ausschöpft und ein
Jahreseinkommen von Fr. 50'000.-- erzielt, müsste ab der Vollendung des 60.
Altersjahres die Schadenminderungspflicht dahinfallen, weil er andernfalls gegenüber
den Teilinvaliden, die sich in einem fiktiven Arbeitsverhältnis befinden, benachteiligt
würde. Er dürfte deshalb am Tag seines 60. Geburtstages kündigen, müsste nie wieder
arbeiten und dürfte sich seinen Lebensunterhalt von der Allgemeinheit durch
Ergänzungsleistungen finanzieren lassen (vgl. dazu auch RALPH JÖHL, a.a.O., Rz 137).
Die Entbindung von der Schadenminderungspflicht ab der Vollendung des 60.
Altersjahres erscheint somit - wenn überhaupt - einzig bei unverschuldet arbeitslosen
Teilinvaliden sachgerecht. Eine versicherte Person, die sich bereits in der
Vergangenheit genügend, jedoch erfolglos, um Arbeit bemüht hat, befindet sich
nämlich nicht in einem tatsächlichen oder fiktiven Arbeitsverhältnis. Ausserdem dürfte
die Wahrscheinlichkeit, dass eine solche versicherte Person nach ihrem 60. Geburtstag
eine Arbeitsstelle findet, deutlich abnehmen. Allerdings ist auch bei unverschuldet
arbeitslosen Teilinvaliden stets unter der Berücksichtigung der Umstände des
Einzelfalls zu prüfen, ob ein Wegfall der Schadenminderungspflicht ab der Vollendung
des 60. Altersjahres tatsächlich sachgemäss ist.
4.
4.1 Um die Frage beantworten zu können, ob der Ehefrau des Beschwerdeführers
auch über ihren 60. Geburtstag hinaus ein hypothetisches Erwerbseinkommen
angerechnet werden muss, ist deshalb zu prüfen, ob sie vor ihrem 60. Geburtstag (teil-)
invalid und ob sie selbstverschuldet oder aber unverschuldet arbeitslos gewesen ist.
Aufgrund des hängigen IV-Verfahrens steht nicht fest, ob, in welchem Umfang und
allenfalls in welchem Zeitraum die Ehefrau des Beschwerdeführers vor der Vollendung
ihres 60. Altersjahres invalid gewesen ist, weshalb ein wesentliches Element des
massgeblichen Sachverhalts zur Beantwortung der sich bei der Prüfung der
Anrechnung des hypothetischen Erwerbseinkommens über das 60. Altersjahr hinaus
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stellenden Fragen noch nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit feststeht. Bei dieser Sachlage muss die Frage, ob die Ehefrau (als
Teilinvalide) unverschuldet oder selbstverschuldet arbeitslos ist, natürlich offen bleiben.
4.2 Gemäss Art. 41 Abs. 1 lit. k der Verordnung über die Invalidenversicherung (SR
831.201; IVV) ist es die Aufgabe der IV-Stelle, die Invalidität von Personen zu
bemessen, die eine Ergänzungsleistungen beanspruchen. Dies muss auch für die
Invalidität von in die EL-Anspruchsberechnung einbezogenen Personen gelten. Würde
die Beschwerdegegnerin nämlich parallel zum laufenden IV-Verfahren Abklärungen
betreffend einen IV-Rentenanspruch der Beschwerdeführerin tätigen, würde die
Überzeugungskraft der der IV-Stelle vorliegenden Akten doppelt geprüft. Dies wäre
nicht nur aus verfahrensökonomischer Sicht unsinnig, sondern würde auch die Gefahr
voneinander abweichender Abklärungsergebnisse und damit unterschiedlicher
Entscheide bergen. Deshalb ist es bei der Prüfung der Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens ab dem 1. März 2017 nicht nur sinnvoll, sondern
sogar zwingend notwendig, das Ergebnis des IV-Verfahrens abzuwarten. Die Sistierung
des Einspracheverfahrens gegen die Verfügung vom 14. Juli 2017 bis zum Vorliegen
eines rechtkräftigen IV-Rentenentscheids ist deshalb rechtmässig.
5.
Somit ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind gemäss Art. 61 lit. a ATSG
keine zu erheben. Der Staat bezahlt zufolge der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung
die Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird
vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor dem
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat keine Kostennote
eingereicht. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit ist der
Vertretungsaufwand aufgrund des verhältnismässig geringen massgeblichen EL-
Aktenumfangs, der einfachen Rechtsfrage sowie des einfachen Schriftenwechsels
unterdurchschnittlich gewesen. Deshalb erscheint eine pauschale Parteientschädigung
von Fr. 2'500.-- als angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 2
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des Anwaltsgesetztes, sGS 963.70). Somit hat der Staat die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers pauschal mit Fr. 2'000.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zu entschädigen. Der Beschwerdeführer kann zur Rückerstattung der
Parteientschädigung verpflichtet werden, sobald er dazu in der Lage ist (Art. 123 der
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).