Decision ID: 20213db8-6d86-5353-9aab-d72397293d6b
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Die 1949 geborene kubanische Staatsangehörige M._ (im : Gesuchstellerin) beantragte am 17. März 2008 bei der Schweizerischen Botschaft in Havanna ein Visum für einen  Besuchsaufenthalt bei ihrer Tochter V._ und ihrem  B._ (im Folgenden: Gastgeber bzw. ) in N._ (AG). Die Schweizer Vertretung lehnte es ab, in  Kompetenz ein Visum zu erteilen und leitete das Gesuch zur Prüfung und zum Entscheid an die Vorinstanz weiter.
B. Zum Antrag begrüsst, holte das Migrationsamt des Kantons Aargau bei den Gastgebern ergänzende Auskünfte ein und leitete sie an die Vorinstanz weiter. Letztere lehnte es in einer Verfügung vom 26. Mai 2008 ab, das beantragte Besuchsvisum zu erteilen. Dies im  mit der Begründung, die anstandslose und fristgerechte  nach einem Besuchsaufenthalt könne nicht als gesichert  werden. Die Gesuchstellerin lebe in einer Region, aus der als Folge der dort herrschenden wirtschaftlichen und soziokulturellen  ein anhaltend starker Zuwanderungsdruck festzustellen sei. Bei der Gesuchstellerin selbst seien weder zwingende berufliche noch gesellschaftliche Verpflichtungen, aber auch keine familiären  erkennbar, die trotz dieser Verhältnisse besondere  für eine Wiederausreise bieten könnten. Deshalb seien in der Vergangenheit schon wiederholt gleichlautende Begehren abgewiesen worden. Eine dieser verweigernden Verfügungen sei auf Beschwerde hin vom damals zuständigen Eidgenössischen Justiz- und  (EJPD) bestätigt worden (Entscheid vom 19. Januar 2006).
C. Mit Beschwerdeeingaben vom 17. und 23. Juli 2008 beantragen die Gastgeber beim Bundesverwaltungsgericht die Aufhebung der  Verfügung und die Erteilung des Besuchsvisums. Zur  bringen sie vor, die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, dass die Wiederausreise der Gesuchstellerin nach einem  nicht gesichert wäre. Diese sei sozial stark in ihrer Heimat . Sie lebe zusammen mit ihrer zweiten Tochter und deren . Vor Ort habe sie zudem 11 Geschwister und deren Nachkommen. Mit all diesen Verwandten pflege sie enge Kontakte; insbesondere
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kümmere sie sich um zwei Geschwister, die krank seien. In ihrem Entscheid verkenne die Vorinstanz, dass es für die bald 60-jährige Gesuchstellerin nicht vorstellbar wäre, in einer völlig anderen Kultur Wurzeln zu schlagen. Vorliegend gebe es auch keine wirtschaftlichen Gründe für eine Emigration, da sie (die Beschwerdeführerin) ihre Mutter monatlich mit durchschnittlich Fr. 200.- unterstütze. Schliesslich betonen die Beschwerdeführer ihre Integrität; sie hätten sich bisher nie etwas zu Schulden kommen lassen. Mit den Beschwerdeeingaben reichten die Beschwerdeführer unter  zwei von ihrer Wohnsitzgemeinde ausgestellte  vom 21. Juli 2008 zu den Akten.
D. Die Vorinstanz hält in ihrer Vernehmlassung vom 6. Januar 2009 an der angefochtenen Verfügung fest und schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Dabei betonte sie nochmals, dass das strittige Begehren bereits mehrfach Gegenstand ablehnender Verfügungen und eines  Beschwerdeentscheides gewesen und nicht ersichtlich sei, inwiefern sich die persönlichen Verhältnisse inzwischen wesentlich  der Gesuchstellerin verändert haben sollten.
E. Die Beschwerdeführer machten von dem ihnen eingeräumten Recht auf Replik keinen Gebrauch.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden  Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen u.a. Verfügungen des BFM, mit denen die Erteilung eines  verweigert wird. In dieser Materie urteilt das  endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
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1.2 Sofern das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt, richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem VwVG (Art. 37 VGG).
1.3 Die Beschwerdeführer sind gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  berechtigt. Auf die frist- und formgerechte Beschwerde ist einzutreten (Art. 50–52 VwVG).
2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des  Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im  das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist  Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht  und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Rechts- und Sachlage zum Zeitpunkt seines  (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten  2A.451/2002 vom 28. März 2003).
3. Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher  handelt es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl.  zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).
4. Der Bundesbeschluss vom 17. Dezember 2004 über die Genehmigung und die Umsetzung der bilateralen Abkommen zwischen der Schweiz und der EU über die Assoziierung an Schengen und an Dublin (SR 362) wurde in der Volksabstimmung vom 5. Juni 2005 angenommen. Die entsprechenden Assoziierungsabkommen (darunter das  vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen , der Europäischen Union und der Europäischen  über die Assoziierung dieses Staates bei der Umsetzung, An-
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wendung und Entwicklung des Schengen-Besitzstands [SAA, SR 0.360.268.1]) sind sodann für die Schweiz am 12. Dezember 2008  in Kraft getreten. Durch die Übernahme des Schengen- wurden im Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) entsprechende  notwendig (vgl. u.a. Art. 2 Abs. 4 AuG, wonach die  über das Visumverfahren und über die Ein- und Ausreise nur gelten, sofern das Schengen-Recht keine abweichenden  enthält). Im Weiteren ist die Verordnung vom 24. Oktober 2007 über das Einreise- und Visumverfahren (VEV, AS 2007 5537) total  worden (vgl. Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204]). Art. 57 VEV sieht vor, dass hängige Verfahren nach dem neuen, übergeordneten  fortgeführt werden.
5. 5.1 Bezüglich der Einreisevoraussetzungen für einen Aufenthalt von höchstens drei Monaten verweist Art. 2 Abs. 1 VEV auf die Verordnung (EG) Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen (Schengener Grenzkodex [SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1–32]). Art. 5 Abs. 1 SGK präzisiert die  für Drittstaatsangehörige. Diese benötigen zur Einreise ein oder mehrere gültige Reisedokumente und – sofern sie der Visumspflicht unterliegen – ein gültiges Visum (Bst. a und b). Sie müssen den Zweck und die Umstände ihres beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende finanzielle Mittel verfügen (Bst. c). Im Weiteren dürfen sie nicht im Schengener  (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die  Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines  darstellen (Bst. d und e).
5.2 Die Einreisevoraussetzungen gemäss Schengener Grenzkodex entsprechen im Wesentlichen Art. 5 Abs. 1 Bst. a–d AuG. Das in Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK genannte Erfordernis, Zweck und Umstände des  Aufenthalts zu belegen, wird in Art. 5 Abs. 1 AuG nicht explizit erwähnt. Demgegenüber verlangt Art. 5 Abs. 2 AuG, dass im Falle  nur vorübergehenden Aufenthalts für die gesicherte  Gewähr zu bieten ist. Dies stellt jedoch kein zusätzliches im  Recht verankertes Erfordernis dar und steht daher nicht im Wi-
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derspruch zum Schengener Grenzkodex. Die Angabe des  Aufenthaltszwecks stellt nämlich zugleich eine  dar, nach Erfüllung dieses Zwecks wieder ausreisen zu wollen. Erfolgen widersprüchliche oder unglaubwürdige Angaben zum , so kann daraus der Schluss gezogen werden, dass der  Gesuchsteller nicht willens ist, nach Ablauf des geplanten  den Schengenraum fristgerecht zu verlassen. In diesem Sinne äussert sich auch die Gemeinsame Konsularische Instruktion an die diplomatischen Missionen und die konsularischen Vertretungen, die von Berufskonsularbeamten geleitet werden (GKI, ABl. C 326 vom 22.12.2005, S. 1–149), die eine analoge Auslegung vornimmt. Die GKI verlangt hinsichtlich des Entscheids über den Visumsantrag die  des Migrationsrisikos; es muss geprüft werden, "ob der  die Absicht hat, in das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten mit Hilfe eines zu Touristik-, Studien-, Geschäfts- bzw. zu  ausgestellten Visums einzuwandern und sich dort “ (vgl. ABl. C 326, S. 10). Die laut Art. 5 Abs. 2 SGK zur Glaubhaftmachung des Aufenthaltszwecks in Frage kommenden  werden beispielhaft in Anhang I des Schengener Grenzkodex .
5.3 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist somit festzuhalten, dass die nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK erforderliche Überprüfung des Aufenthaltszwecks dieselbe Fragestellung aufwirft wie die Überprüfung des in Art. 5 Abs. 2 AuG genannten Merkmals der gesicherten . Es kann daher an die bisherige Praxis und Rechtsprechung bezüglich des letztgenannten Merkmals angeknüpft werden.
6. Das Schengen-Recht nimmt eine Differenzierung in Bezug auf die  von Drittstaatsangehörigen vor. Die Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001 (ABl. L 81 vom 21.03.2001, S. 1–7) verweist in Art. 1 Abs. 1 und 2 auf die Anhänge I und II, welche jeweils eine Liste von Drittländern enthalten. In  I sind diejenigen Drittstaaten aufgelistet, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengrenzen der Schengen-Mitgliedstaaten im Besitz eines Visums sein müssen; Anhang II dagegen führt  Drittländer auf, deren Staatsangehörige von der Visumspflicht  sind. Als kubanische Staatsangehörige unterliegt die  der Visumspflicht.
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7. 7.1 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der  keine gesicherten Feststellungen, sondern lediglich Voraussagen machen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu würdigen.
7.2 Anhaltspunkte zur Beurteilung der fristgerechten Wiederausreise können sich aus der allgemeinen Situation im Herkunftsland der  oder des Besuchers ergeben. Einreisegesuche von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit politisch oder  vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen können darauf , dass die persönliche Interessenlage in solchen Fällen nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht.
7.3 Die aktuelle Wirtschaftslage Kubas ist nach wie vor geprägt vom mit Ende des kalten Krieges erfolgten Wegfall der Unterstützung durch Staaten des ehemaligen Ostblocks. Das Bruttosozialprodukt  in den Folgejahren um rund 35%, und die Lebensverhältnisse der Kubaner verschlechterten sich dramatisch. Heute besteht ein starkes Defizit in den Bereichen Infrastruktur, Industrie und Landwirtschaft, und Kuba muss den weit überwiegenden Teil (80%) seines  importieren. Zwar ist seit dem erlittenen Einbruch eine –  langsame – Erholung festzustellen; dies nicht zuletzt dank der vor allem ideologisch begründeten Partnerschaft mit Venezuela, das Kuba die Deckung seines Energiebedarfs weit unter den  ermöglicht. Zudem hat die Staatsführung unter Raúl Castro Massnahmen zur Stärkung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit  angekündigt und teilweise auch eingeleitet, wobei die Regierung allerdings einen Übergang zur Marktwirtschaft und zu mehr  ablehnt. Praktische Auswirkungen auf den Alltag der  hatten diese Massnahmen aber bisher kaum, offensichtlich auch deshalb, weil die sozialistische Planwirtschaft kaum Leistungsanreize setzt. Das durchschnittliche monatliche Salär in Kuba beträgt  bloss etwa 15 Euro; ein grosser Teil der Grundbedürfnisse kann nur in konvertibler Währung und zu Preisen gedeckt werden, die deutlich über den Vergleichspreisen in Europa oder den USA liegen. Der Zugang zu konvertibler Währung bestimmt denn auch den  kubanischer Familien, die schätzungsweise zu 40%  ihrer im Ausland lebenden Verwandten erhalten (Quellen: Län-
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der- und Reiseinformationen auf der Webseite des Deutschen  Amtes, www.auswaertiges-amt.de > Länder, Reisen und  > Kuba > Wirtschaft [Stand Dezember 2008, besucht am 11. Juni 2009], Neue Zürcher Zeitung vom 9./10. August 2008: “Kuba wartet auf seine Zukunft“).
Mangels ausreichender Zukunftsperspektiven ist die Zahl der  in den letzten Jahren auf ein Rekordniveau gestiegen. Zwischen 1999 und 2006 haben mehr als 250 000 Kubaner – somit im Schnitt mehr als 30 000 jährlich – der Insel den Rücken gekehrt. Angaben der von der Emigration besonders betroffenen US-Behörden zufolge dürfte diese Zahl im Jahr 2007 noch deutlich höher gelegen haben. Sie  vor allem junge und gut ausgebildete kubanische  (vgl. Neue Zürcher Zeitung vom 3. März 2008: "Kultureller  mit Folgen"). Die Bereitschaft, das Land auf der Suche nach  Lebensbedingungen zu verlassen, wird erfahrungsgemäss dort noch begünstigt, wo bereits Verwandte oder Bekannte im Ausland  und entsprechend ein minimales Beziehungsnetz besteht. Im Falle der Schweiz führt dies angesichts der strengen fremdenpolizeilichen Zulassungspraxis nicht selten zur Umgehung ausländerrechtlicher . Dabei geht es nicht etwa allein um die Möglichkeit, dass ein Asylgesuch eingereicht wird, sondern genauso um eine Vielzahl anderer denkbarer Dispositionen, die darauf hinauslaufen, die  zur Wiederausreise zu umgehen.
Eine Rolle bei der Einschätzung des Emigrationsrisikos spielt aber auch der Umstand, dass kubanische Staatsangehörige, die sich länger als elf Monate im Ausland aufgehalten haben, in der Regel nicht mehr in ihr Heimatland zurückgeführt werden können (vgl. MICHAEL KIRSCHNER, Kuba: Legale und illegale Aus- und Einreise, Schweizerische , Bern 2006). Diese staatliche Restriktion lädt  geradezu ein, die Verpflichtung zur Wiederausreise zu missachten oder so lange hinauszuzögern, bis eine zwangsweise Wegweisung durch den Aufenthaltsstaat nicht mehr durchgesetzt werden kann.
7.4 Die Einschätzung der geschilderten Verhältnisse beeinflusst  die Beurteilung der Frage, ob im Einzelfall genügende Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise gegeben ist oder nicht. Sie  die Vorinstanz aber nicht von einer einzelfallbezogenen , bei der die persönlichen Verhältnisse (sei es im begünstigenden oder belastenden Sinne) gebührend berücksichtigt werden.
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8. 8.1 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um eine 59-jährige,  Frau und Mutter zweier erwachsener Töchter. Eine dieser Töchter ist die Beschwerdeführerin. Mit der zweiten Tochter und deren Familie lebt die Gesuchstellerin in Kuba zusammen. Ebenfalls in Kuba sollen noch zahlreiche Geschwister sowie Nichten und Neffen der  leben, zu denen enge Beziehungen bestünden. Im Sinne einer eigentlichen Verpflichtung wird in diesem Zusammenhang von den Beschwerdeführern geltend gemacht, die Gesuchstellerin  sich um zwei ihrer Geschwister, welche krank seien. Über die Art und Intensität der Betreuung äusserten sie sich aber nicht. Aus dem Umstand allein, dass die Gesuchstellerin ohne zwingende Gründe gleich für drei Monate in die Schweiz einreisen will, kann zumindest nicht geschlossen werden, die von ihr geleistete Betreuung sei  intensiv bzw. könne nur von ihr persönlich erbracht werden.
8.2 Die Gesuchstellerin geht keiner Erwerbstätigkeit nach. Gemäss übereinstimmenden Angaben sowohl der Beschwerdeführer (vgl.  und schriftliche Auskunft gegenüber dem Migrationsamt des Kantons Aargau) als auch der Gesuchstellerin selbst (schriftliche  gegenüber der Schweizer Botschaft in Havanna) wird sie von  beiden Töchtern finanziell unterstützt. Damit dürfte ihre Existenz vor Ort zwar gesichert sein. Davon, dass sie sich wirtschaftlich in  vorteilhaften Verhältnissen befinden würde, ist aber nicht .
8.3 Nach dem bisher Gesagten kann die Gesuchstellerin einzig aus der gelebten Familiengemeinschaft und ihrem Alter eine gewisse  in der angestammten Umgebung ableiten. Auf der andern Seite hätte sie mit einer Übersiedlung zu ihrer zweiten Tochter in die Schweiz einen – zumindest in Bezug auf die Kernfamilie – ebenfalls starken Bezug. In Konstellationen wie der vorliegenden, in denen nahe Verwandte sowohl am einen wie am andern Ort wohnen, können (nebst der Möglichkeiten zur Pflege verwandtschaftlicher Kontakte)  auch andere Umstände ausschlaggebend sein, wenn es um den Entscheid geht, welcher der möglichen Lösungen Vorrang zu geben ist. Von entscheidender Bedeutung können in solchen Fällen auch Faktoren wie etwa die finanziellen Verhältnisse der  oder die Qualität der Gesundheitsversorgung vor Ort sein. Faktum ist, dass sich die Tochter in der Schweiz wirtschaftlich gesehen in viel besseren Verhältnissen befinden dürfte als diejenige in
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Kuba. Faktum ist weiter, dass die Gesuchstellerin erklärtermassen schon seit Jahren gesundheitlich angeschlagen ist. Was ihr genau fehlt und welche ärztlichen Leistungen ihr in Kuba zuteil werden, ist nicht aktenkundig. Dennoch ist nicht von vornherein auszuschliessen, dass die Beteiligten versucht sein könnten, medizinische Betreuung in der Schweiz zu erhalten.
8.4 Völlig zu Recht macht die Vorinstanz noch auf einen weiteren  aufmerksam: In der Vergangenheit wurden wiederholt  der Gesuchstellerin abgelehnt. Eine letzte Verfügung wurde von der damals zuständigen Rekursinstanz auf Beschwerde hin bestätigt (Entscheid des EJPD vom 19. Januar 2006). Auf diesen Entscheid  die Beschwerdeführer trotz wiederholter Hinweise durch die  nicht Bezug genommen. Entsprechend ist auch nicht erkennbar, inwiefern sich die Verhältnisse in der Zwischenzeit massgeblich  haben sollen.
8.5 Die Vorinstanz durfte vor dem allgemeinen und persönlichen  demnach davon ausgehen, dass keine hinreichende Gewähr für eine fristgerechte und anstandslose Wiederausreise der  nach einem Besuchsaufenthalt besteht. An dieser Beurteilung vermag der Umstand nichts zu ändern, dass die Beschwerdeführer in ihrer Eigenschaft als Gastgeber gewisse Zusicherungen abgegeben haben. Zusicherungen im Zusammenhang mit der gesicherten  sind rechtlich nicht verbindlich und faktisch auch nicht . Als Gastgeber können die Beschwerdeführer zwar für gewisse finanzielle Risiken im Zusammenhang mit dem Besuchsaufenthalt, aus nahe liegenden Gründen aber nicht für ein bestimmtes Verhalten ihres Gastes garantieren. Entsprechend kann der Tatsache eines gut  Gastgebers für sich allein keine entscheidende Bedeutung zukommen (anstelle vieler vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts C-204/2008 vom 5. März 2009 E. 8.4 und C-3243/2007 vom 10. Juni 2008 E. 5.5). Soweit sich die Beschwerdeführerin in der von ihr  eingereichten Rechtsschrift vom 17. Juli 2008 gegen die „“ wehrt, einen definitiven Aufenthalt ihrer Mutter in der Schweiz zu planen und betont, sie habe sich noch nie etwas zu  kommen lassen, ist der guten Ordnung halber abschliessend nochmals auf den Beschwerdeentscheid des EJPD vom 19. Januar 2006 zu verweisen. Darin wurde festgestellt, dass sie selbst sich  illegal in der Schweiz aufgehalten hatte und nach ihrer  wegen der beschriebenen Restriktionen des kubanischen
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Staates und ihrer fehlenden Bereitschaft zur freiwilligen Ausreise nicht mehr dorthin zurückgeführt werden konnte.
9. Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
10. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens werden die  Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1, 2 und 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE; SR 173.320.2]).
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