Decision ID: 3dfba582-f8ed-4a24-89b5-bbd02ebbf7f9
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
P._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Bruno Häfliger, Schwanenplatz 7, 6000 Luzern 5,
gegen
AXA Versicherungen AG, General Guisan-Str. 40, Postfach 357, 8401 Winterthur,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Marianne Sieger, Postfach 2555, 8022 Zürich,
betreffend
Versicherungsleistungen
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Sachverhalt:
A.
P._ war im A._ für Haushalts- und Reinigungsarbeiten angestellt und dadurch bei
den Winterthur Versicherungen (heute: AXA Winterthur) unfallversichert, als sie gemäss
Unfallmeldung vom 31. August 2004 in Serbien am 31. Juli 2004 als Beifahrerin in
einem Personenwagen auf dem Rücksitz rechts eine Auffahrkollision erlitt (UV-act. 1).
Wegen Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) und Lendenwirbelsäule
(LWS) suchte die Versicherte am 3. August 2004 das Krankenhaus in K._ auf, wo
Zeichen für eine Fraktur oder Luxation im Bereich der HWS und der LWS verneint,
hingegen degenerative Veränderungen im Sinn einer Spondylarthrose und Unkarthrose
der HWS und Spondylose der LWS sowie Zeichen der Diskopathie festgestellt wurden
(UV-act. M7, M8). Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz begab sich die Versicherte am 9.
August 2004 in Behandlung zu prakt. med. B._, welcher im Bericht vom 27. August
2004 ein cervikocephales, cervikobrachiales Schmerzsyndrom bestätigte (UV-act. M1).
Die AXA Winterthur anerkannte ihre Leistungspflicht. Nach Durchführung von ärztlichen
Behandlungen und Abklärungen eröffnete sie dem Rechtsvertreter der Versicherten mit
Verfügung vom 29. November 2006, ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen
den psychischen Beschwerden und dem Unfall vom 31. Juli 2004 sei zu verneinen. Die
Leistungen würden auf den 31. Oktober 2006 eingestellt, da kein adäquater
Kausalzusammenhang zwischen den gesundheitlichen Problemen und dem Unfall vom
31. Juli 2004 mehr vorliege (UV-act. 132). Die gegen diese Verfügung erhobene
Einsprache wies die AXA Winterthur mit Einspracheentscheid vom 7. November 2007
ab.
B.
B.a Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Dr. Bruno Häfliger, Luzern, für die
Versicherte mit Eingabe vom 4. Dezember 2007 Beschwerde mit den Anträgen, der
Entscheid sei aufzuheben, und die Beschwerdegegnerin habe der Beschwerdeführerin
über den 31. Oktober 2006 hinaus Leistungen aus dem Unfallereignis vom 31. Juli
2004 zu erbringen. Die Beschwerdegegnerin habe insbesondere weitere Taggelder bei
einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ab 1. November 2006 zu erbringen. Ferner habe sie
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für Heil- und Pflegekosten aufzukommen. Die Beschwerdegegnerin habe die
Langzeitansprüche zu prüfen und eine Rente bei einem vollen Invaliditätsgrad sowie
eine angemessene Integritätsentschädigung auszurichten. Es sei eine öffentliche
Verhandlung durchzuführen. Zur Begründung legte der Rechtsvertreter unter anderem
dar, die Beschwerdeführerin leide nach wie vor unter organischen Beschwerden. Im
Gutachten des Instituts für interdisziplinäre medizinische Begutachtungen (IIMB) vom
19. August 2006 sei die organische Genese unfallbedingter Beschwerden klar bestätigt
worden. Der Beweis des Wegfalls jeglicher unfallkausaler Beschwerden bzw. Folgen
der Arbeitsunfähigkeit sei von der Beschwerdegegnerin in keiner Weise erbracht
worden. Sollte das Gericht befinden, dass die Beschwerden nicht organischer Art
seien, wäre aber das typische Beschwerdebild mit chronischem Cervikalsyndrom
bestätigt. Bestätigt wäre zudem, dass die Beschwerden aus diesem Syndrom (Kopf-
und Nackenschmerzen mit Ausstrahlungen, Schwindelgefühle) über den 31. Oktober
2006 hinaus persistieren würden. Es lasse sich nicht auf einen psychiatrischen
Vorzustand schliessen. Die Beschwerdeführerin habe glaubwürdig beteuert, dass sie
vor dem Unfallereignis nie in psychiatrischer Behandlung gestanden habe. Gerade
dass sie die belastenden Lebenssituationen ohne Fremdhilfe problemlos gemeistert
habe, spreche für ihre psychische Vitalität. Aus den psychiatrischen Berichten werde
der Unfallzusammenhang der psychischen Beschwerden deutlich. Von einem sekundär
ablaufenden Beschwerdegeschehen, gänzlich losgelöst vom Unfall, könne keine Rede
sein. Die Adäquanzbeurteilung sei nach der Schleudertrauma-Rechtsprechung
vorzunehmen, zumal die typischen Distorsionstraumafolgen nach wie vor persistieren
würden und in keiner Weise in den Hintergrund gedrängt worden seien. Die
Adäquanzkriterien seien teilweise ausgeprägt, und zumindest in genügendem Ausmass
erstellt.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 3. April 2008 beantragte Rechtsanwältin lic. iur.
Marianne I. Sieger, Zürich, für die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde
und Bestätigung des angefochtenen Entscheids. Es werde bestritten, dass die
Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Einstellung der Leistungen an einem für ein
Schleudertrauma der HWS oder eine ähnliche Verletzung typischen Beschwerdebild
mit einer Häufung von Beschwerden gelitten habe. Aus den Akten lasse sich keine
(unfallbedingte) Organizität der Beschwerden ableiten. Es sei davon auszugehen, dass
die Beschwerdeführerin ein HWS-Beschleunigungstrauma erlitten habe, die
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Unfallfolgeschäden aber organisch nicht (hinreichend) nachweisbar seien. Die
Beschwerdeführerin leide überwiegend unter einem psychisch verursachten
Beschwerdebild, weshalb die Adäquanz des Kausalzusammenhangs nach Massgabe
der diesbezüglichen Rechtsprechung zu prüfen sei. Hinsichtlich der fehlenden
Adäquanz werde an den Ausführungen im Einspracheentscheid festgehalten.
B.c Mit Replik vom 27. Mai 2008 bestätigte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin seine Anträge und Ausführungen.
B.d In der Duplik vom 16. September 2008 hielt die Rechtsvertreterin der
Beschwerdegegnerin an ihrem Standpunkt fest und reichte ein Gutachten der
Ärztlichen Begutachtungs Institut GmbH (ABI), Basel, vom 21. Dezember 2007 ein (act.
G 20.2). Hiezu nahm der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 24.
September 2008 Stellung und beantragte, das ABI-Gutachten sei aus dem Recht zu
weisen; eventuell sei auf das Gutachten nicht abzustellen. Es sei ein unabhängiges
polydisziplinäres Gutachten in Auftrag zu geben (act. G 22).
B.e Der Beschwerdeführer verzichtete auf die Durchführung einer mündlichen
Verhandlung (act. G 26).

Erwägungen:
1.
Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die bei der
Beschwerdeführerin bestehenden gesundheitlichen Probleme für die Zeit nach dem 31.
Oktober 2006 (Einstellungsdatum) kausal auf den Unfall vom 31. Juli 2004
zurückzuführen sind. Die Beschwerdegegnerin legte in den Erwägungen des
angefochtenen Entscheids die rechtlichen Voraussetzungen des Vorliegens eines
natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen physischen und
psychischen Gesundheitsschädigungen (einschliesslich Schleudertrauma der
Halswirbelsäule und diesem äquivalenten Verletzungen) und einem Unfall dar.
Zwischenzeitlich ergab sich nun allerdings eine Rechtsprechungsanpassung insofern,
als das Bundesgericht unter anderem den Katalog der bisherigen adäquanzrelevanten
Kriterien bei Schleudertrauma-Verletzungen (BGE 117 V 359 Erw. 6a, 369 Erw. 4b) wie
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folgt neu umschrieb: Besonders dramatische Begleitumstände oder besondere
Eindrücklichkeit des Unfalls, schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen,
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung, erhebliche Beschwerden,
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, schwieriger
Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sowie erhebliche Arbeitsunfähigkeit
trotz ausgewiesener Anstrengungen (Urteil des Bundesgerichts vom 19. Februar 2008
i/S M. [U 394/06 = BGE 134 V 109], Erwägung 10.3). Inwiefern diese Rechtsprechung
auf die hier streitige Angelegenheit anwendbar ist, bildet Gegenstand der
nachfolgenden Prüfung. Nicht Gegenstand des Verfahrens bildet der vom
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin geltend gemachte Anspruch auf Rente und
Integritätsentschädigung, nachdem diese Leistungsarten auch im angefochtenen
Entscheid nicht geprüft wurden. Diesbezüglich ist auf die Beschwerde nicht
einzutreten.
2.
2.1 Von Seiten des Röntgeninstituts "Jona" wurde am 25. August 2004 bestätigt,
dass keine Hinweise auf traumatisch bedingte Veränderungen an der HWS,
insbesondere keine Kontusionsmarken der Wirbelkörper und keine Zeichen von
Nervenkompressionen vorliegen würden. Hingegen bestehe eine dorsale
Bandscheibenprotrusion C5/6 bei allgemein degenerativ verändertem Segment auf
dieser Höhe (UV-act. M2, M6). Gegenüber pract. med. B._, bei welchem die
Beschwerdeführerin ab 9. August 2004 in Behandlung war, gab sie unter anderem seit
dem Unfall zunehmende Rückenschmerzen, Schulterschmerzen, Übelkeit,
Schlafstörungen, Ameisenlaufen im Nacken, Hitzegefühl in der Hüfte, Angstattacken,
gelegentliches Erbrechen sowie Kopfweh mit Müdigkeit an. Der Arzt diagnostizierte
eine HWS-Kontusion und legte dar, subjektiv würden die Unruhe der
Beschwerdeführerin und schmerzbedingte Schonhaltung auffallen, welche so intensiv
präsentiert würden, dass sie unwirklich erscheinen würden. Es lägen nicht
ausschliesslich Unfallfolgen vor. Die Patientin habe sich vor dem Unfallereignis über
leichte Rücken-, Schulter- und Nackenbeschwerden sowie Kopfschmerzen beklagt,
welche schon seit Monaten oder Jahren bestanden hätten. Es liege seit 9. August 2004
eine volle Arbeitsunfähigkeit vor (UV-act. M4). Am 12. November 2004 berichtete
Dr. med. C._, Psychiatrie und Psychotherapie, über die Behandlung der
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Beschwerdeführerin, welche an einer Angststörung leide (UV-act. M10). Im Rahmen
eines stationären Aufenthalts der Beschwerdeführerin in der Klinik Valens wurden im
Bericht vom 19. November 2004 die Diagnosen eines HWS- und LWS-
Distorsionstraumas, einer Angststörung sowie einer Urge-Inkontinenz/Dysurie gestellt
(UV-act. M9). Im Austrittsbericht vom 17. Dezember 2004 bestätigten die Ärzte der
Klinik Valens ein HWS- und LWS-Distorsionstrauma, ein cervikospondylogenes
Schmerzsyndrom, ein lumbospondylogenes Schmerzsyndrom,
Konzentrationsstörungen, eine Bandscheibenprotrusion C5/6, eine Anpassungsstörung
mit Angst und depressiver Reaktion gemischt und eine Urge-Inkontinenz/Dysurie. Sie
hielten fest, eine Chance zur Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess bestehe nur,
wenn die Beschwerdeführerin langsam und unter Begleitung an dieses Ziel
herangeführt werde (UV-act. M12). Am 26. Januar 2005 bestätigte med. pract. B._
weiterhin eine volle Arbeitsunfähigkeit und berichtete unter anderem, dass die Patientin
am 26. Mai 2004 (rund zwei Monate vor dem streitigen Unfall) wegen chronischen
Rücken- und Schulterschmerzen sowie Nacken- und Kopfschmerzen in Behandlung
gewesen sei. Nach viermaliger Behandlung habe sie angegeben, fast beschwerdefrei
zu sein, so dass der vereinbarte Termin vom 28. Juni 2004 abgesagt worden sei. Die
posttraumatischen Adaptionsstörungen sowie die chronifizierten cervikocephalen und
lumbalen Schmerzen würden kaum mehr bis zur Beschwerdefreiheit behandelt werden
können (UV-act. M14). Med. pract. B._ berichtete sodann am 31. August 2005,
sämtliche Therapien seien fehlgeschlagen. Als chronische Schmerzpatientin werde die
Beschwerdeführerin wohl 100% arbeitsunfähig bleiben. Auch
Arbeitswiedereingliederungsmassnahmen würden fehlschlagen (UV-act. M21).
2.2 Dr. D._, Fachärztin für orthopädische Traumatologie, kam in einem
gerichtlichen Gutachten vom 20. Oktober 2005 zum Schluss, der aktuelle
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sei keine Folgeerscheinung des Unfalls
vom 31. Juli 2004. Es bestehe auch keine Verminderung der Arbeitsfähigkeit als Folge
des Unfalls (UV-act. M22; vgl. dazu Darlegungen in UV-act. 91, 98). Eine Untersuchung
der Beschwerdeführerin in der Klinik Valens vom Februar 2006 ergab gemäss Bericht
vom 2. März 2006 die Diagnosen eines chronischen cervikocephalen und
cervikobrachialen sowie lumbospondylogenen Schmerzsyndroms, von Angst und
depressiver Störung gemischt, einer Störung durch Sedativa und Hypnotika und einer
OSG-Distorsion am 18. Januar 2006. Es werde von einer Arbeitsfähigkeit von 50% für
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leichte bis maximal mittelschwere Tätigkeiten nach Abheilung der OSG-Distorsion
ausgegangen (UV-act. M26). Im Bericht der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und
Psychotherapie vom 21. April 2006 wurde unter anderem festgehalten, aus
psychiatrischer Sicht bestehe keine Arbeitsunfähigkeit (UV-act. M27). Die Arbeitgeberin
der Beschwerdeführerin kündigte in der Folge das Arbeitsverhältnis auf Ende Juli 2006
(UV-act. 119). Eine neurologisch/psychiatrische Abklärung ergab gemäss Gutachten
des Instituts für interdisziplinäre medizinische Begutachtungen (IIMB) vom 19. August
2006 die unfallassoziierten Diagnosen einer Akzentuierung eines vorbestehenden
Panvertebralsyndroms mit cervikocephalem Maximum und Aggravation durch
Analgetikaüberkonsum (einschliesslich Opiate), einer Anpassungsstörung mit
vorwiegender Beeinträchtigung von anderen Gefühlen und eines
Abhängigkeitssyndroms durch Sedativa. Als unfallfremd wurde unter anderem das
chronische Panvertebralsyndrom mit rezidivierendem cervikocephalem und
cervikobrachialem Syndrom und Lumboischialgie mit wiederholten
Arbeitsunfähigkeiten angeführt. Der Unfall vom 31. Juli 2004 müsse als überwiegend
wahrscheinliche Teilursache bei ausgeprägtem Vorzustand angesehen werden. Der
Unfall sei zu 25% für die Beschwerden ursächlich. Obwohl der Analgetikakonsum
primär als unfallfremd angesehen werden könne, müsse er dennoch - wie das hierzu
führende Schmerzsyndrom - als überwiegend wahrscheinlich unfallkausal eingestuft
werden, da die Beschwerdeführerin ohne die Unfallereignisse wohl kaum einen das
chronische Schmerzsyndrom unterhaltenden und verstärkenden
Analgetikaüberkonsum aufweisen würde. Die Unfallkausalität sei aus psychiatrischer
Sicht im Sinne einer Teilursache gegeben. Ohne erfolgte Therapie könne nicht
beantwortet werden, wann der Status quo ante erreicht werde - wenn überhaupt. Die
Frage der Erreichung des Status quo sine könne nicht beantwortet werden. In einem
Vollpensum (in der bisherigen Tätigkeit im Haushalt- und Reinigungsdienst und in einer
den Unfallfolgen angepassten Tätigkeit) sei die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer
Sicht zu 100% arbeitsunfähig. Aus somatischer Sicht (d.h. aufgrund Beschwerden
organischer Genese) sei sie unfallbedingt zu 20% arbeitsunfähig. Es werde eine
medikamentös-physiotherapeutische Behandlung sowie eine psychiatrische Evaluation
empfohlen. Dringendste Massnahme sei der Stopp der Schmerzbehandlung mit
Paracetamol (früher sogar Opiate) (UV-act. M29).
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2.3 Eine ABI-Begutachtung ergab gemäss Bericht vom 21. Dezember 2007 die
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit einer Angst- und depressiven Störung
gemischt, einer Schmerzverarbeitungsstörung und eines chronischen cervikocephalen
und -brachialen sowie lumbalen Schmerzsyndroms. Die Gutachter kamen zum
Schluss, die Arbeitsfähigkeit sei aus neurologischer Sicht für die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit im Altersheim um 50% eingeschränkt. Für körperlich leichte Tätigkeiten in
Wechselbelastung bestehe aus neurologischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Die
übrigen somatischen Befunde und Diagnosen würden sich nicht auf die
Arbeitsfähigkeit auswirken. Durch die psychiatrische Diagnose werde die
Arbeitsfähigkeit generell um 20% eingeschränkt. Die Arbeitsunfähigkeiten aus
neurologischer und psychiatrischer Sicht könnten nicht kumuliert werden, da dieselben
Zeitabschnitte für vermehrt notwendige Erholungspausen genutzt werden könnten.
Eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin mit
einer 80%igen Arbeitsfähigkeit zumutbar, ganztags realisierbar. Nach dem Unfall vom
31. Juli 2004 habe sicher für eine gewisse Zeit eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden.
Die festgestellte Arbeitsfähigkeit bestehe sicher ab dem Untersuchungsdatum, mit
Wahrscheinlichkeit, über die Zeit gemittelt, seit Anfang 2005. Die Arbeitsfähigkeit
werde vor allem aus psychiatrischer Sicht kontrovers beurteilt. Rückblickend sei die im
Gutachten des IIMB vom 25. Juli 2006 attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit im
Vergleich der beschriebenen mit den von den ABI-Gutachtern erhobenen Befunden
nicht nachvollziehbar. Aus neurologischer Sicht bestehe keine unterschiedliche
Beurteilung. Im Gutachten des IIMB werde die Arbeitsunfähigkeit aus rein
neurologischer Sicht ebenfalls auf 20% festgelegt (act. G 20.2).
3.
3.1 Die von der Beschwerdeführerin aktuell angegebenen Beschwerden können nach
Lage der medizinischen Akten (UV-act. M6, M7, M8, M26 Anhang 1 S. 4) nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit auf eine objektivierbare organische Schädigung
bzw. strukturelle Veränderung an der HWS zurückgeführt werden, die mit dem Unfall
vom 31. Juli 2004 in Zusammenhang zu bringen wäre. Eine manuelle ärztliche
Untersuchung der versicherten Person fördert klinische, nicht aber objektivierbare
Ergebnisse zu Tage. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar sind und von
der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind.
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Würde auf Ergebnisse klinischer Untersuchungen abgestellt, so würde fast in allen
Fällen ein organisches Substrat namhaft gemacht. Folglich kann von organisch objektiv
ausgewiesenen Unfallfolgen erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen
Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (vgl. BGE 134 V
109 Erw. 9, 117 V 359 Erw. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 Erw. 5.4 mit Hinweisen [U
479/05]). Diese Untersuchungsmethoden müssen zudem wissenschaftlich anerkannt
sein (BGE 134 V 231 Erw. 5.1 mit Hinweisen). Beispielsweise sind ein Thoracic outlet
Syndrom (TOS), myofasziale und tendinotische bzw. myotendinotische Befunde für
sich allein nicht als organisch hinreichend nachweisbare Unfallfolgen zu betrachten.
Auch Verhärtungen und Verspannungen der Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken
sowie Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit können für sich allein nicht als klar
ausgewiesenes organisches Substrat der Beschwerden qualifiziert werden. Gleiches
gilt für Nackenverspannungen bei Streckhaltung der HWS mit Retrohaltung (Urteil des
Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008 i/S H.B.-G. [8C_124/2008] mit vielen Hinweisen,
sowie vom 7. Februar 2008 i/S D. [U13/07] Erw. 3.2 und 3.3). Soweit die Gutachter des
IIMB als Begründung für das Vorliegen von unfallbedingten Gesundheitsschäden an
der Wirbelsäule allein klinisch feststellbare Einschränkungen anführten, indem sie
festhielten, als organisches Korrelat für die aktuellen Beschwerden (Nacken-, Kopf-
und Rückenschmerzen) finde sich ein paravertebraler Muskelhartspann in HWS, BWS
und LWS bzw. ein leichtes cerviko-, thorako- und lumbovertebrales Syndrom (vgl. UV-
act. M29 S. 10 [Befunde der neurologischen Untersuchung im Detail] und S. 14 oben),
so genügt dies für die Annahme einer somatisch/organisch/strukturellen
Unfallschädigung im erwähnten Sinn nicht. Daran vermögen die vom Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin angeführten Gerichtsentscheide (act. G 1 S. 5 und 6) nichts zu
ändern, zumal gemäss Sachverhalt, welcher dem Urteil des EVG (Eidgenössisches
Versicherungsgericht; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts) vom 6. September 2005 i/S W. (U 155/05) zugrundelag, beim dortigen
Versicherten die vorbestehenden degenerativen Veränderungen der HWS aus
orthopädischer und neurologischer Sicht erst zufolge des Unfalls schmerzhaft wurden
und dies in der Folge weiterhin blieben (Erw. 5 des erwähnten Urteils). Demgegenüber
bestand - wie auch die Gutachter des IIMB bestätigten - bei der Beschwerdeführerin
schon lange vor dem streitigen Unfall ein Verspannungs- und Schmerzsyndrom im
HWS- und BWS-Bereich, welches immer wieder zu ärztlichen Behandlungen führte
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(vgl. UV-act. M14, M16; M29). Der Rheumatologe der Klinik Valens legte sodann im
Bericht vom 14. Februar 2006 dar, es fänden sich keine strukturell somatischen
Ursachen, welche die Beschwerden hinreichend erklären könnten (UV-act. M26
Anhang 1 S: 4). Das weitere vom Rechtsvertreter genannte Bundesgerichtsurteil vom
17. September 2007 i/S P. (U 442/06) lässt sich bezüglich der Würdigung des dort
streitigen Sachverhalts - soweit dieser aus dem Urteil ersichtlich ist - mit der oben
erwähnten, später ergangenen Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht in Einklang
bringen.
3.2 Dr. med. E._, Allgemeine Medizin FMH, bescheinigte zuhanden der
Beschwerdegegnerin am 20. März 2006, er habe die Beschwerdeführerin nur am 27.
Februar 2006 gesehen wegen Schwindelbeschwerden. Sie zeige eindeutigen
horizontalen Nystagmus bei Status nach Auffahrkollision mit Verletzung der HWS am
31. Juli 2004 (UV-act. M25). Bei der vorerwähnten Diagnose handelt es sich um ein
sogenanntes Augenzittern bzw. um unwillkürliche, rhythmische, okulare Oszillationen
(Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 261. A., S. 1367). Allein die Formulierung des
Arztes "bei Status nach..." lässt noch nicht den Schluss auf eine unfallbedingte
organische Gesundheitsschädigung zu. Gegenüber den Gutachtern des IIMB erwähnte
die Beschwerdeführerin ein solches Leiden nicht. Es findet sich - und dies erscheint
ausschlaggebend - auch unter den von den Gutachtern erhobenen Befunden nicht (vgl.
UV-act. M29 S: 7f und 10). Auch im ABI-Gutachten kamen solche Beschwerden weder
anamnestisch noch als Befunde zur Sprache (vgl. act. G 20.2 S. 8-12). Ein
unfallbedingter organischer Gesundheitsschaden kann daher in diesem
Zusammenhang nicht als belegt gelten. Die Schwindelanfälle als solche stellen
gegebenenfalls Teil des typischen Beschwerdebildes nach HWS-Verletzung dar, wobei
allerdings die Wirkung des Schmerzmittelüberkonsums ärztlicherseits in diesem
Zusammenhang nicht quantifiziert wurde. Was die medikamenteninduzierte
Gesundheitsschädigung bzw. die Verstärkung des Schmerzsyndroms durch
Analgetikaüberkonsum (UV-act. M26, M29; act. G 20.2 [Benzodiazepin-Abhängigkeit])
betrifft, liesse sich insofern keine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin nach Art. 6
Abs. 3 UVG (Schädigungen bei der Heilbehandlung) begründen, als sich die
medikamenteninduzierte Schädigung nach Lage der Akten (UV-act. M29) bereits durch
die Absetzung der schädigenden Medikamente, und nicht durch weitere Therapien
oder Leistungen, beheben oder vermindern liesse.
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3.3 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht im Weiteren geltend, die
sogenannte Konsensbeurteilung des ABI-Gutachtens sei offenbar lediglich durch Dr.
med. F._ vorgenommen worden. Zudem seien bei dieser Begutachtungsstelle
grösste Zweifel an deren Unabhängigkeit angebracht (act. G 22 S. 2f). Dazu ist
festzuhalten, dass Dr. F._ an der Begutachtung überhaupt nicht beteiligt war. Die
beteiligten Gutachter, d.h. der Internist Dr. med G._, der Psychiater Dr. med. H._
und der Neurologe Dr. med. I._, unterzeichneten das Gutachten auf Seite 22. Die
Konsensbeurteilung weicht im Ergebnis nicht von den Beurteilungen der einzelnen
Fachärzte ab (vgl. act. G 20.2). Wenn die in den einzelnen Fachbereichen festgestellten
Arbeitsunfähigkeiten nicht addiert wurden - wie die Beschwerdeführerin sinngemäss
bemängeln lässt (act. G 22 S. 4 Mitte) -, so ist festzuhalten, dass bei Zusammentreffen
verschiedener Gesundheitsbeeinträchtigungen sich deren erwerbliche Auswirkungen in
der Regel überschneiden, weshalb der Grad der Arbeitsunfähigkeit diesfalls aufgrund
einer sämtliche Behinderungen umfassenden ärztlichen Gesamtbeurteilung zu
bestimmen ist. Eine blosse Addition der mit Bezug auf einzelne Funktionsstörungen
und Beschwerdebilder geschätzten Arbeitsunfähigkeitsgrade ist nicht zulässig (Urteil
des EVG vom 3. März 2003 i/S E. [U 850/02] Erw. 6.4.1). Dies ist vorderhand darin
begründet, dass Arbeitsunterbrüche bzw. Ruhepausen, welche aus somatischen
Gründen erforderlich sind, gleichzeitig auch für eine aus psychischen Gründen
erforderliche Erholung oder Schonung genützt werden können. Massgebend ist somit
nicht eine isolierte Betrachtung einzelner Arbeitsunfähigkeitsgrade, sondern die
Gesamtschau. Im Weiteren sind konkrete Anhaltspunkte, aufgrund welcher die
Unabhängigkeit der erwähnten Gutachter in Frage zu stellen wäre, aus den Akten nicht
ersichtlich. Die allgemein gehaltenen Vorbringen des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin (act. G 22 S. 3f) sind nicht geeignet, Zweifel an der
Unabhängigkeit der erwähnten Gutachter zu begründen.
4.
4.1 Hinsichtlich des streitigen, mit echtzeitlichen Akten nur rudimentär
dokumentierten Unfalls vom 31. Juli 2004 ist davon auszugehen, dass das Auto, in
welchem die Beschwerdeführerin nach ihren eigenen Angaben auf dem Rücksitz sass,
im Heckbereich durch ein anderes Fahrzeug beschädigt wurde. Ein
Bewusstseinsverlust ergab sich bei der Beschwerdeführerin nach Lage der Akten nicht,
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und sie konnte das Auto allein verlassen. Relativ unmittelbar nach dem Unfall stellten
sich bei ihr Nackenschmerzen und Schwindel ein. Die ärztliche Erstbehandlung erfolgte
drei Tage nach dem Unfall, d.h. am 3. August 2004 (vgl. dazu UV-act. M22 und M29 S.
3 und 12; act. G 20.2 S. 10f). Im Polizeiprotokoll wurde der Schaden am Unfallfahrzeug
"Ford Scopion" (wohl: Scorpio) dahingehend beschrieben, dass die "Packträger
Haube" (offenbar der Kofferraumdeckel), die hintere Stossstange, die hintere rechte
Seite, die Rücklichter sowie "Verbindungsblech und Boden des Gepäcktragers"
beschädigt worden seien. Im Weiteren wurde festgehalten, es seien keine Personen
verletzt worden. Die Beschwerdeführerin wurde darin allerdings überhaupt nicht
erwähnt (Übersetzung aus dem Serbokroatischen; UV-act. 19). Dass die
Beschwerdeführerin tatsächlich in dem Unfallauto sass, wurde erst nachträglich vom
Fahrer bestätigt (UV-act. 32, 54). Das von der Beschwerdeführerin am 3. August 2004
aufgesuchte Krankenhaus in K._ verneinte Zeichen für eine Fraktur oder Luxation im
Bereich der HWS und der LWS; die Ärzte stellten hingegen degenerative
Veränderungen im Sinn einer Spondylarthrose und Unkarthrose der HWS und
Spondylose der LWS sowie Zeichen der Diskopathie fest. Als objektiven Befund hielten
sie Verspannungen im Bereich der HWS sowie der LWS mit Zwangshaltung der HWS
fest (UV-act. M7, M8). Mit dem beschädigten "Ford" war offenbar die Rückreise von
Serbien in die Schweiz ohne weiteres noch möglich. Der Umstand, dass das Gefährt in
der Folge verschrottet wurde (vgl. act. G 20.2 S. 10f), sagt für sich allein noch nichts
zur Unfallschwere aus, sondern lag allenfalls darin begründet, dass die
Reparaturkosten den versicherten Fahrzeugrestwert überstiegen. Angesichts des
Unfallhergangs und der Fahrzeugschäden erscheint die gegenüber den ABI-Gutachtern
erstmals erfolgte Schilderung der Beschwerdeführerin, wonach sie beim Aufprall
"plötzlich einen Druck von Metall in ihrem Kreuz verspürt" und sie nicht angeben
könne, ob sie den Nacken oder den Kopf angeschlagen habe (act. G 20.2 S. 15), nicht
erklärbar, zumal sie auf der (gepolsterten) Rückbank sass. Insbesondere wäre diesfalls
auch eine HWS-Beteiligung am Unfall nicht plausibel. Pract. med. B._ diagnostizierte
nach dem Unfall lediglich eine HWS-Kontusion (UV-act. M4). Auf welche Weise sich
eine HWS-Kontusion oder eine HWS-Distorsion (als schleudertraumaähnliche
Verletzung) bei der auf der Rückbank sitzenden Beschwerdeführerin hatte ergeben
können, lässt sich den Akten allerdings nicht im Einzelnen entnehmen. Ein Anschlagen
des Kopfes oder der HWS wurde weder explizit behauptet noch ist ein solcher
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Sachverhalt aus den Akten ersichtlich; die Schilderung mit dem "Druck von Metall im
Kreuz" (act. G 20.2 S. 15) erfolgte erstmals gut drei Jahre nach dem Unfall. Damit
scheint jedenfalls in Frage gestellt, dass die Beschwerdeführerin anlässlich des
streitigen Unfalls ein Beschleunigungstrauma der HWS oder eine
schleudertraumaähnliche Verletzung erlitt. Der Umstand, dass die Ärzte der Klinik
Valens später die Diagnose eines HWS- und LWS-Distorsionstraumas stellten und
diese von den Folgegutachtern und beiden Parteien für ihre Argumentation
übernommen wurde, vermag an den dargelegten unklaren echtzeitlichen Umständen
nichts zu ändern. Eine abschliessende Beantwortung dieser Frage kann jedoch
unterbleiben, weil - wie nachstehend darzulegen sein wird - eine Adäquanz selbst bei
Annahme einer schleudertraumaähnlichen Verletzung zu verneinen wäre.
4.2 Nach der Rechtsprechung (vgl. z.B. Urteil des EVG vom 4. November 2005 i/S K.
[U 312/05]) müsste - soweit konkret von einer schleudertraumaähnlichen Verletzung
auszugehen wäre - nicht der gesamte Beschwerdekatalog vorliegen, um von einer
Unfallkausalität ausgehen zu können. Innerhalb der Latenzzeit von drei Tagen nach
dem Unfall müssen sich sodann lediglich Nacken- bzw. HWS-Beschwerden
manifestieren, und nicht auch jene, die typischerweise im Rahmen einer
schleudertraumaähnlichen Verletzung auftreten können (vgl. Urteil des EVG vom 30.
Januar 2007 i/S T. [U 215/05], Erw. 5.3 mit Hinweisen). Ein Beschwerdebild, wie es
typischerweise nach schleudertraumaähnlicher Verletzung auftreten kann, liesse sich
vorliegend nicht in Abrede stellen (vgl. UV-act. M4), auch wenn sich das Auftreten der
Beschwerden zeitlich nicht genau eingrenzen lässt. Die Beschwerdegegnerin
anerkannte denn auch vorerst ihre Leistungspflicht und erachtet nunmehr die
Voraussetzungen für die Leistungseinstellung als erfüllt. Dazu ist festzuhalten, dass das
Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein muss. Da es sich hierbei um
eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, trägt - anders als bei der Frage, ob ein
leistungsbegründender Kausalzusammenhang gegeben ist - der Unfallversicherer
insofern eine Beweislast, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu seinen
Ungunsten ausfällt (RKUV 1992 S. 75 Erw. 4b). Im Rahmen der Prüfung des
Dahinfallens der Leistungspflicht des Unfallversicherers genügt es mithin für die
Bejahung des fortbestehenden Kausalzusammenhangs, wenn der Unfall für die
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fragliche gesundheitliche Störung immer noch eine Teilursache darstellt. Gemäss Art.
36 Abs. 1 UVG werden die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die
Taggelder und Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt, wenn die
Gesundheitsschädigung nur teilweise Folge eines Unfalls ist. Diese Bestimmung
beinhaltet eine Durchbrechung des Kausalitätsprinzips für Fälle, in denen ein
Gesundheitsschaden durch das Zusammenwirken konkurrierender, teils
unfallbedingter, teils unfallfremder Ursachen bewirkt worden ist (Urteil des EVG vom
18. Februar 2003 i/S. S. [U 287/02] Erw. 4.4). Erachtet das Sozialversicherungsgericht
die rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer
Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne Weiterungen - insbesondere
ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens - abschliessen. In solchen Fällen sind an die
Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (RKUV 1997Nr. U 281 S. 281).
4.3 Nach der Rechtsprechung war es weder nach der früheren (in RKUV 2002
Nr. U 465 S. 477 publiziertes Urteil U 164/01 vom 18. Juni 2002) noch in Anwendung
der in BGE 134 V 109 entwickelten Praxis zulässig, längere Zeit nach einem Unfall,
wenn die zum typischen Beschwerdebild gehörenden physischen Beschwerden
weitgehend abgeklungen sind, die psychische Problematik aber fortbesteht, diese
fortan nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen zu beurteilen,
während sie in einem früheren Stadium, als das typische Beschwerdebild noch
ausgeprägt war, nach der Schleudertrauma-Praxis beurteilt worden wäre (BGE 134 V
109 Erw. 9.5, S. 125; Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2008 [8C_331/2007] Erw.
3.3). Hingegen muss auch bei Vorliegen einer Schleudertrauma-Verletzung der
Nachweis möglich sein, dass es sich bei den nach einem Unfall aufgetretenen
psychischen Störungen nicht um eine unfallkausale psychische Beeinträchtigung
handelt (RKUV 2001 Nr. U 412 S. 79) oder dass eine ausgeprägte psychische
Problematik ganz im Vordergrund steht (RKUV 1999 Nr. U 341 S. 407 Erw. 3b). Sodann
ist - wie in den vorerwähnten Fällen - dort, wo keine mit der HWS-Distorsion in engem
Zusammenhang stehende psychische Problematik, sondern eine selbstständige
sekundäre Gesundheitsschädigung vorliegt, die Adäquanzbeurteilung auch dann nach
BGE 115 V 133 vorzunehmen, wenn das psychische Beschwerdebild die körperlichen
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Beschwerden nicht eindeutig in den Hintergrund gedrängt hat (Urteil des EVG vom 23.
Mai 2006 i/S O. [U 5/06] Erw. 3.2.2 mit Hinweisen).
Med. pract. B._ vermerkte im Bericht vom 7. September 2004 das Vorliegen von
Angstattacken bei der Beschwerdeführerin (UV-act. M4). Daraufhin berichtete die
Psychotherapeutin Dr. C._ am 12. November 2004 über die Behandlung der
Angststörung (UV-act. M10). Die Ärzte der Klinik Valens hielten am 19. November 2004
fest, die Angstanfälle mit vegetativer Übererregbarkeit hätten sich nur ungenügend
beeinflussen lassen, weshalb die Patientin in ein spezielles Therapieprogramm mit
enger, auch psychologischer Betreuung umgeteilt worden sei (UV-act. M9). Im
Austrittsbericht vom 17. Dezember 2004 stellten die Klinikärzte unter anderem die
Diagnose einer Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt (UV-act. M12).
Am 31. August 2005 bestätigte med. pract. B._, dass sämtliche Therapien
fehlgeschlagen seien (UV-act. M21). Gemäss Bericht der Klinik Valens vom 2. März
2006 bestand neben dem chronischen cervikocephalen und cervikobrachialen sowie
lumbospondylogenen Schmerzsyndrom eine Angst- und depressive Störung sowie
eine Störung durch Sedativa und Hypnotika (psychische Verhaltensstörungen durch
psychotrope Substanz, iatrogen; UV-act. M26). Der Rheumatologe der Klinik hielt dabei
fest, es handle sich um einen ausgeprägten Fall einer maladaptiven
Krankheitsbewältigung mit gleichzeitig vorliegender psychischer Problematik. Aufgrund
der klinischen Präsentation ausgeprägter schmerzbedingter Selbstlimitierung und unter
Berücksichtigung der Vorgeschichte sei von physiotherapeutischen Massnahmen keine
Beschwerdelinderung zu erwarten. Wegen des Verhaltens in der rheumatologisch-
internistischen Untersuchung seien zudem von einer funktionsorientierten
ergonomischen Belastung aufgrund der ausgeprägten Selbstlimitierung keine weiteren
Informationen zu erwarten (UV-act. M26 Anhang 1 S. 4). Aus psychosomatischer Sicht
wurde von Seiten der Klinik Valens die Durchführung einer stationären Rehabilitation
mit psychosomatisch-psychiatrisch geführtem Programm empfohlen, bei welchem
auch der Versuch eines Benzodiazepin-Entzugs gemacht werden könne (UV-act. M26
S. 3 und M26 Anhang 2 S. 5). Die Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie
setzte die bei Dr. C._ begonnene Therapie fort. Im Bericht vom 21. April 2006 hielt sie
die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung fest und verneinte eine
psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit (UV-act. M27). Die Gutachter des IIMB bejahten
die Unfallkausalität der psychischen Beschwerden im Sinn einer Teilursache und
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bestätigten - im Gegensatz zur Fachstelle für Sozialpsychiatrie - eine volle
Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht (UV-act. M29), wobei im psychiatrischen
Teilgutachten eine im Verhältnis zum gesamten Beschwerdebild im Vordergrund
stehende psychische Störung bescheinigt wurde (UV-act. M28 S. 25 Ziffer 5.3). Die
ABI-Gutachter bestätigten am 21. Dezember 2007 eine um 20% eingeschränkte
Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen (act. G 20.2). - In Anbetracht dieser
Aktenlage ist festzuhalten, dass das gegenwärtige psychische Zustandsbild vorerst
zwar mit einer erlittenen Verletzung in Verbindung gebracht (mit entsprechender
Leistungsanerkennung durch die Beschwerdegegnerin), dann jedoch wie dargelegt
zum wesentlichen Teil auf eine psychogene Störung zurückgeführt wurde. Der
psychischen Problematik kam bereits unmittelbar nach dem Unfall Bedeutung zu, und
im späteren Verlauf standen die psychischen Probleme im Vergleich zur physischen
Problematik gesamthaft gesehen im Vordergrund. Der abschliessenden Beantwortung
dieser Frage kommt jedoch insofern keine entscheidende Bedeutung zu, als - wie
nachstehend zu zeigen sein wird - die Adäquanz sowohl in Anwendung der
Rechtsprechung zu den psychischen Fehlentwicklungen (vgl. nachfolgende Erw. 4.4)
als auch der Schleudertrauma-Rechtsprechung (nachfolgende Erw. 4.5) zu verneinen
ist.
4.4 In Fällen, in welchen die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas
der HWS gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zu
einer ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten, ist
die Beurteilung praxisgemäss unter dem Gesichtspunkt einer psychischen
Fehlentwicklung nach Unfall vorzunehmen (BGE 123 V 98 Erw. 2a mit Hinweisen). Die
Rechtsprechung, wonach bei der Prüfung der adäquaten Kausalität zwischen
psychisch und physisch bedingten Beschwerden nicht unterschieden wird (RKUV 1999
Nr. U 341 S. 407 Erw. 3b), kommt dabei nicht zur Anwendung. Vorliegend bejahten die
Gutachter des IIMB wie erwähnt einen natürlichen (teilweisen) Kausalzusammenhang
zwischen den psychischen Beschwerden der Beschwerdeführerin und dem Unfall (vgl.
UV-act. M29). Beim Ereignis vom 31. Juli 2004 ist in Anbetracht der (kaum
dokumentierten) Unfallumstände von einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu
den leichten Ereignissen auszugehen. Der Unfall hatte bei der Beschwerdeführerin
nach Lage der Akten keine Bewusstlosigkeit bewirkt. Für einen Kopfanprall an (harten)
Strukturen - als Voraussetzung etwa für eine Commotio cerebri - fehlt jeglicher
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Anhaltspunkt. Eine besondere Eindrücklichkeit oder dramatische Begleitumstände sind
nicht belegt, zumal das objektive Unfallgeschehen und nicht das subjektive Erleben
des Ereignisses massgebend ist (vgl. die Kasuistik zu diesem Kriterium in Rumo-Jungo,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung, 3. A., S. 58-64, sowie Urteile des EVG vom 23. November
2004 i/S B., Erw. 2.3 [U 109/04] und vom 2. März 2005 i/S S., Erw. 5.1 [U 309/03]). Bei
einer HWS-Kontusion bzw. allenfalls HWS-Distorsion als solcher handelt es sich nicht
um eine Verletzung, die durch ihre Schwere oder besondere Art charakterisiert wäre
(vgl. Urteil des EVG vom 9. August 2004 i/S J. [U 116/04]). Hieran vermag ein
gesundheitlicher Vorzustand nichts zu ändern.
Hinsichtlich der Länge der Behandlungsdauer ist festzuhalten, dass von Seiten der
Klinik Valens im Februar/März 2006 einzig eine psychotherapeutische Behandlung
befürwortet, physiotherapeutische Massnahmen jedoch wegen der ausgeprägten
Selbstlimitierung als nicht sinnvoll erachtet wurden (UV-act. M26 Anhang 1 S. 4 und
Anhang 2 S. 5). Die IIMB-Gutachter sahen im August 2006 als dringendste Massnahme
den Stopp der Behandlung mit Schmerzmedikamenten vor. Sie empfahlen sodann den
Einsatz eines Antidepressivums zur Schmerzdistanzierung, eine aktive,
muskelaufbauende Physiotherapie (zuhause) sowie eine psychiatrische Evaluation (UV-
act. M29 S. 17f). Die IIMB-Gutachter bezeichneten die Prognose nicht als sehr günstig,
da der somatische Vorzustand eine Heilung nicht zulasse und somit sowohl
somatische Beschwerden persistieren als auch psychische Probleme vorhanden
bleiben würden (UV-act. M29 S. 18). Unter Ausklammerung des somatischen
Vorzustandes im Bereich der HWS und LWS handelt es sich somit auch bei den
Empfehlungen der IIMB-Gutachter im Wesentlichen um Massnahmen, welche im
Zusammenhang mit dem psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
stehen. Gegenüber den ABI-Gutachtern erklärte die Beschwerdeführerin im Dezember
2007 hinsichtlich der zwischenzeitlich durchgeführten Therapien, Physiotherapie habe
sie früher gehabt; momentan sei eine Pause. Im Juli 2007 habe sie ohne wesentliche
Besserung eine Serie Akupunktur durchgeführt. Einmal im Monat bekomme sie eine
Spritze von Dr. med. J._. Die Psychotherapie habe sie wieder beendet, weil sie keine
Veränderung gebracht habe (act. G 20.2 S. 9). Die ABI-Gutachter kamen zum Schluss,
angesichts der subjektiven Krankheitsüberzeugung könnten weder medizinische noch
berufliche Massnahmen vorgeschlagen werden (act. G 20.2 S. 21). Die versicherte
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Person hat Anspruch auf die zweckmässige Behandlung (Art. 10 Abs. 1 UVG) der
Unfallfolgen für so lange, als von ihrer Fortsetzung eine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG e contrario). Aufgrund
der aufgeführten Aktenlage kann die Notwendigkeit einer eigentlichen Behandlung von
somatischen Unfallfolgen jedenfalls über den Zeitpunkt der Behandlung in der Klinik
Valens im Februar/März 2006 hinaus nicht bejaht werden. In diesem Sinn sind eine
lange Behandlungsdauer, aber auch ein schwieriger Heilverlauf und erhebliche
Komplikationen zu verneinen. Nachdem anlässlich des Aufenthalts der
Beschwerdeführerin in der Klinik Valens Ende 2004 noch keine negativen Wirkungen
der Einnahme der schon damals beträchtlichen Anzahl von Medikamenten vermerkt
wurden (UV-act. M12f), stellten die Klinikärzte im März 2006 eine iatrogene Störung
durch Sedativa oder Hypnotika (psychische und Verhaltensstörungen durch
psychotrope Substanzen) fest und empfahlen eine Ersetzung von einzelnen
Medikamenten durch andere Präparate und eine Anpassung der Dosis (UV-act. M26 S.
2). In der Folge hielt der Analgetikaüberkonsum an und die IIMB-Gutachter erachteten
diesen als überwiegend wahrscheinlich unfallkausal (UV-act. M29 S. 14). Von einer
ärztlichen Fehlbehandlung wäre in diesem Zusammenhang auszugehen, wenn das
Suchtpotential der Verabreichung von Medikamenten für die verabreichenden Ärzte
zum voraus erkennbar und offensichtlich auch nicht unfallbedingt notwendig war.
Weder für die Voraussehbarkeit im erwähnten Sinn noch für die fehlende
Unfallbedingtheit bzw. für eine zum vornherein gegebene Ungeeignet der Medikation
können den medizinischen Akten Anhaltspunkte entnommen werden. Eine ärztliche
Fehlbehandlung kann daher nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als belegt
gelten.
Nachdem im Bericht der Klinik Valens vom 2. März 2006 - im Wesentlichen mit Hinweis
auf psychisch bzw. durch die Selbstlimitierung bedingte Einschränkungen, denn in
somatischer Hinsicht hatten die Beschwerden nicht erklärt werden können (UV-
act. M26 Anhang 1 S. 4) - von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit für leichte bis maximal
mittelschwere Tätigkeiten ausgegangen worden war (UV-act. M26), bestätigten die
IIMB-Gutachter am 19. August 2006 neben der vollen Arbeitsunfähigkeit aus
psychiatrischer Sicht eine unfallbedingte, somatische Arbeitsunfähigkeit von 20% (UV-
act. M29). Die ABI-Gutachter bescheinigten demgegenüber gestützt auf eine
Untersuchung der Beschwerdeführerin im September 2007 eine ausschliesslich aus
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psychischen Gründen um 20% eingeschränkte Arbeitsfähigkeit in einer leichten,
wechselbelastenden Tätigkeit (act. G 20.2). Auch wenn von der 20%igen somatisch
bedingten Einschränkung gemäss Gutachten des IIMB ausgegangen würde, könnte
eine lang dauernde (somatisch begründete) erhebliche Arbeitsunfähigkeit im Sinn der
Rechtsprechung (vgl. zusammenfassende Darstellung im Urteil des EVG vom 30.
August 2001 [U 56/00] Erw. 3d) nicht als nachgewiesen bzw. höchstens in geringem
Umfang als erfüllt gelten.
Angesichts der aus den Akten ersichtlichen psychischen Überlagerung und
Selbstlimitierung kann auch das Vorliegen von (somatischen) Dauerschmerzen nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit als nachgewiesen gelten. Damit liesse es sich nicht
beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die adäquate Unfallkausalität der
psychischen Beschwerden verneinte.
4.5 Selbst wenn - wie die Beschwerdeführerin geltend machen lässt - nicht von einer
unfallfremden, im Vordergrund stehenden psychischen Störung auszugehen und damit
bei der Prüfung der Adäquanzkriterien nicht zwischen somatischen und psychischen
Gesundheitsschäden zu unterscheiden wäre, müsste - wie bereits erwähnt - die
Adäquanz jedenfalls ab dem Zeitpunkt der streitigen Leistungseinstellung verneint
werden. Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände und der
besonderen Eindrücklichkeit des Unfalles (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 10.2.1, S. 127 mit
Hinweisen) ist wie oben (Erw. 4.4) ausgeführt zu verneinen. Was die Schwere oder
besondere Art der erlittenen Verletzungen anbelangt, hat das Bundesgericht in Erw.
10.2.2 von BGE 134 V 109 präzisiert, dass es zur Bejahung dieses Kriteriums einer
besonderen Schwere der für die gegebene Verletzung typischen Beschwerden oder
besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können, bedarf.
Davon kann konkret nicht ausgegangen werden. Nicht ausgewiesen sind in diesem
Kontext erhebliche Verletzungen, welche sich die Beschwerdeführerin neben der HWS-
Kontusion bzw. -Distorsion zuzog. Sodann ist entscheidwesentlich (vgl. BGE 134 V 109
Erw. 10.2.3), ob nach dem Unfall eine fortgesetzt spezifische, die versicherte Person
belastende ärztliche Behandlung bis zum Fallabschluss notwendig war. Die
Beschwerdeführerin unterzog sich im Nachgang zum Unfall einer
physiotherapeutischen und medikamentösen Behandlung (vgl. UV-act. M5) und stand
seit Herbst 2004 auch in psychotherapeutischer Behandlung (UV-act. M10, M27). Im
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Weiteren weilte sie im November 2004 zu einer stationären Therapie in der Klinik
Valens (UV-act. M12), wo sie im Februar 2006 erneut untersucht wurde. Wie bereits
dargelegt befürworteten die Ärzte der Klinik Valens gestützt auf die letztgenannte
Abklärung eine psychotherapeutische Behandlung und erachteten
physiotherapeutische Massnahmen wegen der ausgeprägten Selbstlimitierung als nicht
sinnvoll (UV-act. M26 Anhang 1 S. 4 und Anhang 2 S. 5). Wie erwähnt (vorstehende
Erw. 4.4 zweiter Abschnitt) ging es - unter Ausklammerung des somatischen
Vorzustands im Bereich der HWS und LWS - sodann auch bei den Empfehlungen der
IIMB-Gutachter im Wesentlichen um Massnahmen, welche im Zusammenhang mit dem
psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin stehen. In Anbetracht dieser
Aktenlage ist festzuhalten, dass sich für die Zeit nach dem Unfall vom 31. Juli 2004 bis
zum streitigen Fallabschluss per 31. Oktober 2006 eine fortgesetzt spezifische, die
Versicherte belastende ärztliche Behandlung nicht ohne weiteres verneinen lässt. Als
belastend wirkt hier neben der Vielzahl der therapeutischen Massnahmen die Tatsache,
dass der Erfolg offenbar weitgehend ausblieb. Adäquanzrelevant können im Weiteren
in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch
bestehende erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den
glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person
durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.4). Bereits
die Ärzte der Klinik Valens erwähnten die Notwendigkeit eines Benzodiazepin-Entzugs
(UV-act. M26 S. 3). Die IIMB-Gutachter hielten diesbezüglich fest, die von der
Beschwerdeführerin eingenommene Medikation mit Paracetamol sei kontraproduktiv in
der Behandlung des Schmerzkomplexes, indem sie einen chronischen Schmerz
unterhalte und fördere. Ein Absetzen dieser Medikamente sei die dringendste
Massnahme (UV-act. M29 S. 16). Die Psychiaterin vermerkte sodann die primäre
Indikation eines Benzodiazepin-Entzugs in einer stationären Facheinrichtung (UV-act.
M28 S. 18). Wenn somit die Medikamenteneinnahme die chronischen Schmerzen
unterhielt bzw. förderte und die Absetzung der Medikamente überwiegend
wahrscheinlich auch eine erhebliche Schmerzreduktion bzw. den Wegfall derselben
bewirken würde, so kann das Kriterium der erheblichen, unfallbedingten Beschwerden
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit belegt gelten.
Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsunfähigkeit anbelangt, ist gemäss BGE 134 V
109 Erw. 10.2.7 dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis
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mittelschweren Schleudertraumen der HWS (und punkto Adäquanzbeurteilung gleich
zu behandelnden Verletzungen) ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem
Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt aus als eher ungewöhnlich erscheint.
Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher massgebend, sondern eine erhebliche
Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte
Anstrengungen unternimmt. Gelingt es ihr trotz solcher Anstrengungen nicht, ist ihr
dies durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkennbar
sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder optimal in den
Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person können
sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher
Unannehmlichkeiten manifestieren. Sodann können Bemühungen um alternative, der
gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht
fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in
erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag,
kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.7 mit Hinweisen). Wie dargelegt
(vorstehende Erw. 4.4) gingen die Ärzte der Klinik Valens im Bericht vom 2. März 2006
von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit für leichte bis maximal mittelschwere Tätigkeiten
aus (UV-act. M26), und die IIMB-Gutachter bestätigten am 19. August 2006 neben
einer vollen Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht eine unfallbedingte,
somatische Arbeitsunfähigkeit von 20% (UV-act. M29). Die ABI-Gutachter
bescheinigten demgegenüber gestützt auf eine Untersuchung der Beschwerdeführerin
im September 2007 eine ausschliesslich aus psychischen Gründen um 20%
eingeschränkte Arbeitsfähigkeit in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit (act. G
20.2). Die ABI-Gutachter erachteten eine volle Arbeitsunfähigkeit als nicht
nachvollziehbar und begründeten dies damit, dass eine posttraumatische
Belastungsstörung nicht diagnostiziert werden könne, da kein schweres Unfallereignis
vorgelegen habe und auch die diesbezüglichen Symptome fehlen würden. Die
Beschwerdeführerin geniesse das Zusammensein mit ihren Kindern und ihren
Verwandten. Es zeige sich kein sozialer Rückzug. Es könne lediglich eine ängstlich-
depressive Störung und eine Schmerzverarbeitungsstörung diagnostiziert werden. Der
Benzodiazepin-Abusus schränke die Arbeitsfähigkeit nicht ein. Im Vordergrund stehe
die ausgeprägte subjektive Krankheitsüberzeugung und der erhebliche sekundäre
Krankheitsgewinn (act. G 20.2 S. 14 und 22). Auch von Seiten der Fachstelle für
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Sozialpsychiatrie und Psychotherapie wurde bereits am 21. April 2006 festgehalten, bei
der Beschwerdeführerin handle es sich um eine wache, bewusstseinsklare und in allen
Qualitäten ausreichend orientierte Person. Im Kontakt sei sie zugewandt. Es bestünden
keine Anhaltspunkte für Störungen der Aufmerksamkeit, der Konzentration oder der
Auffassungsgabe. Der Gedankengang sei formal geordnet, inhaltlich jedoch eingeengt
auf die chronischen Schmerzen. Eine Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen
liege nicht vor (UV-act. M27 S. 2). Vorliegend braucht nicht entschieden zu werden,
welche Arbeitsfähigkeitsschätzung (aus psychiatrischer Sicht) zutreffend ist, da bei der
geschilderten medizinischen Sachlage in jedem Fall von einer unfallbedingten
Arbeitsunfähigkeit in erheblichem Ausmass höchstens bis Frühjahr 2006 ausgegangen
werden kann (vgl. UV-act. 26). Hiebei ist zu beachten, dass die von den Ärzten der
Klinik Valens im Frühjahr 2006 bestätigte Arbeitsunfähigkeit von 50% sämtliche
Gesundheitsschäden - auch die nicht unfallbedingten - miteinbezog. Später lag
(unfallbedingt) höchstens eine 20%ige bzw. 25%ige Arbeitsunfähigkeit vor (s. IIMB-
Gutachten; UV-act. M29 S. 14, wo die Unfallursächlichkeit der Beschwerden mit 25%
angegeben wurde). Sodann hatte der damalige Arbeitgeber der Beschwerdegegnerin
bereits am 8. Februar 2005 mitgeteilt, er habe sein Einverständnis für einen
therapeutischen Arbeitseinsatz gegeben. Körperlich leichte Tätigkeiten gebe es bei
ihnen genug (UV-act. 36, 38). Med. pract. B._ berichtete hierauf am 31. August 2005,
die Patientin sei zu keinem Zeitpunkt bereit gewesen, auch nur für 20% die Arbeit
aufzunehmen, auch wenn diese leicht und ohne irgendwelche Zwänge gestaltet
worden sei. Sie klage über sofortige Kopfschmerzen und Schwindel, wenn sie am
Arbeitsplatz sei (UV-act. M21). Nachdem die Klinik Valens im Frühjahr 2006 eine
50%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt hatte (UV-act. M26), machte die
Beschwerdeführerin nach Lage der Akten keine Versuche mehr, wieder im
Arbeitsprozess Fuss zu fassen. Gegenüber den ABI-Gutachtern gab sie an, sich nicht
mehr arbeitsfähig zu fühlen (act. G 20.2 S. 21). Unter diesen Umständen sind ernsthafte
Anstrengungen der Beschwerdeführerin, wieder in den Arbeitsprozess einzusteigen,
abgesehen von den vorerwähnten Arbeitsversuchen, nicht ausgewiesen.
Zusammenfassend ist eines der in BGE 134 V 109 angeführten Adäquanzkriterien
gegeben, was dazu führt, dass die Unfall-Adäquanz der anhaltenden Beschwerden zu
verneinen ist. Die Leistungseinstellung auf Ende Oktober 2006 lässt sich
dementsprechend nicht beanstanden.
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5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf
einzutreten ist. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG