Decision ID: 525f30c2-3237-447d-be6c-bad10369b24f
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend Versicherter bzw. Kläger) war über seine Arbeitgeberin, die
C._ AG, (nachfolgend Arbeitgeberin), bei der B._ AG, mit Zweigniederlassung in
D._ (nachfolgend Versicherung bzw. Beklagte), krankentaggeldversichert (Policen-Nr.
XXXXXX; act. G 1.3 und G 7.1 f.). Seit 2005 ist der Versicherte Verwaltungsrat der C._
AG. Seit Oktober 2013 ist er alleiniger Verwaltungsrat und zugleich Geschäftsführer
(act. G 7.4). Ausserdem ist er Gesellschafter und Geschäftsführer der E._ GmbH.
Diesbezüglich war er taggeldversichert bei der F._ AG (act. G 7.6 und G 7.14).
A.b Der Versicherte war bereits in den Jahren 2001, 2004 und ab Juli 2010 bis Mai
2012 wegen psychischer Probleme (insb. Angstzustände/Panikstörung und Depression
wegen beruflicher Überforderung) in ärztlicher Behandlung (act. G 1 S. 2, G 1.3, G 7.15,
G 7.20 und G 7.21 S. 3).
A.c Im Februar 2013 verschlechterte sich der Gesundheitszustand des Versicherten
(act. G 1.3). Die Hausärztin Dr. med. G._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin
FMH, attestierte dem Versicherten ab 18. März 2013 eine 50%ige und ab 24. Juli 2013
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 1.8). Die Versicherung richtete nach Ablauf der
Wartefrist ab 17. April 2013 bis 23. Juli 2013 ein halbes Taggeld und anschliessend ein
ganzes Taggeld aus (act. G 1.4 und G 7.22c).
A.d Im Arztbericht vom 25. Juni 2013 diagnostizierte Dr. med. H._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10:
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F33), eine Panikstörung (ICD-10: F41.0) und Hinweise auf eine konfliktgehemmte
Persönlichkeit (act. G 1.3).
A.e Mit Schreiben vom 6. September 2013 meldete der Versicherte sich zum Bezug
von Leistungen bei der IV-Stelle an (act. G 7.17). Mit Schreiben vom 18. November
2013 teilte die IV-Stelle mit, dass wegen des Gesundheitszustandes zurzeit keine
beruflichen Massnahmen möglich seien, da aktuell die medizinische Behandlung im
Vordergrund stehe (act. G 1.10).
A.f Ab 7. Januar 2014 bis 24. Januar 2014 war der Versicherte in der Klinik I._
hospitalisiert. Er verliess die Klinik vorzeitig, so dass gemäss den Klinikärzten keine
ausreichende psychophysische Stabilisierung erreicht werden konnte (act. G 1.5).
A.g Im Arztbericht für die IV-Stelle vom 8. Januar 2014 attestierte Dr. H._ eine
80%ige Arbeitsunfähigkeit ab 16. März 2013 bis 31. Juli 2013 und eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit ab 1. August 2013 bis auf weiteres für beide Arbeitsverhältnisse
(CEO bei der C._ AG und bei der E._ GmbH; act. G 7.15). Im Arztbericht vom
4. Februar 2014 diagnostizierte der Facharzt eine rezidivierende depressive Störung
(F33) und eine Panikstörung (F41.0; act. G 1.11).
A.h Am 25. Februar 2014 wurde der Versicherte von der Vertrauensärztin der
Versicherung Dr. med. J._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
zertifizierte medizinische Gutachterin SIM, untersucht. Im Gutachten vom 4. März 2014
(act. G 1.6) schätzte sie die medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit des
Versicherten auf 25%. Mit Schreiben vom 7. März 2014 teilte die Versicherung dem
Versicherten mit, dass aufgrund des Gutachtens die ganzen Taggelder noch bis
16. März 2014 ausgerichtet würden. Anschliessend würden Taggelder noch bis
maximal 30. Juni 2014 auf der Grundlage einer 25% Arbeitsunfähigkeit entrichtet (act.
G 1.7).
B.
B.a Mit Klage vom 9. Mai 2014 stellte der Rechtsvertreter des Ansprechers,
Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Petrik, St. Gallen, die folgenden Rechtsbegehren (act.
G 1): 1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger Fr. 9‘320.05, zuzüglich Zins von
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5% seit 1. Mai 2014, zu bezahlen; 2. Unter Kosten und Entschädigungsfolge zulasten
der Beklagten. Vorbehalten wurde ein Nachklagerecht für Taggelder ab Mai 2014. Als
Verfahrensanträge wurden gestellt: 1. Es sei ein Gerichtsgutachten betreffend die
Frage der Arbeitsunfähigkeit zu erstellen; 2. Die Akten der IV seien beizuziehen. Zur
Begründung wird insbesondere angeführt, dass mit den Arztberichten von Dr. H._
(act. G 1.3, G 1.9 und G 1.11) und der Bestätigung von Dr. G._ (act. G 1.8) die
Arbeitsunfähigkeit des Klägers rechtsgenügend nachgewiesen sei.
B.b Mit Klageantwort vom 9. Juli 2014 stellte Rechtsanwalt Dr. Felix Rajower, St.
Gallen, im Namen der Beklagten folgende Anträge: Es sei die Klage abzuweisen; unter
Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWSt) zu Lasten des Klägers (act. G 7). Zur
Begründung wurde insbesondere angeführt, dass lediglich eine Arbeitsunfähigkeit von
25% gemäss dem Gutachten von Dr. J._ vom 4. März 2014 vorliege. Dies habe der
zertifizierte medizinische Gutachter Dr. K._ in der Stellungnahme vom 18. Juni 2014
bestätigt (act. G 7.23).
B.c In der Replik vom 8. Oktober 2014 hielt der Rechtsanwalt des Klägers an den in
der Klage gestellten Rechtsbegehren fest (act. G 11).
B.d In der Duplik vom 1. Dezember 2014 stellte der Rechtsvertreter der Beklagten
folgende Anträge (act. G 15): „Es sei die Klage abzuweisen, soweit sie nicht
gegenstandslos geworden ist; unter Entschädigungsfolgen (zuzügl. MWSt) zu Lasten
des Klägers.“ Angeführt wurde, dass die Beklagte die Leistungspflicht im Umfang von
25% für den fraglichen Zeitraum und bis Ende Juni 2014 nie bestritten, sondern im
Schreiben an den Kläger vom 7. März 2014 sogar ausdrücklich anerkannt habe.
B.e Mit Schreiben vom 24. September 2014 kündigte die Versicherung das
Versicherungsverhältnis mit der C._ AG wegen nicht bezahlter Prämien auf Ende das
Jahres 2014 (act. G 15.3).

Erwägungen
1.
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1.1 Das vorliegende Verfahren beschlägt Leistungen aus einer Zusatzversicherung
zur sozialen Krankenversicherung. Unbestritten ist, dass der Kläger während des
eingeklagten Zeitraumes bei der Beklagten für das Risiko der Arbeitsunfähigkeit in
Folge Krankheit kollektivversichert war. Die Versicherungsbedingungen und -leistungen
richten sich insbesondere nach der Versicherungspolice Nr. XXXXXX (act. G 7.1 f.) und
den Allgemeinen Vertragsbestimmungen Ausgabe „AVB 2011“ (nachfolgend AVB; act.
G 7.3).
1.2 Gemäss Ziff. 10.3 AVB kann die versicherte Person an ihrem schweizerischen
Wohnort Klage erheben. Der Kläger hat seinen Wohnsitz in L._, womit die örtliche
Zuständigkeit des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen gegeben ist. Das
Versicherungsgericht entscheidet gemäss Art. 9 des Einführungsgesetzes zur
Schweizerischen Zivilprozessordnung (EG-ZPO; sGS 961.2) in Verbindung mit Art. 7
der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) als einzige kantonale Instanz
über Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach
dem Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10). Darunter werden
praxisgemäss auch Zusatzversicherungen subsumiert, auf die das Bundesgesetz über
den Versicherungsvertrag (VVG; SR 221.229.1) zur Anwendung gelangt (vgl. etwa BGE
138 III 2 E. 1.1). Damit ist vorliegend auch die Voraussetzung der sachlichen
Zuständigkeit erfüllt.
1.3 Der Kläger hat in der Klage die Zweigniederlassung in D._ und nicht den
Hauptsitz in Z._ als beklagte Partei aufgeführt. Da die Zweigniederlassung stets ein
Teil des Hauptsitzes ist und diese zusammen mit dem Hauptsitz eine rechtliche Einheit
bildet und über die Identität der beklagten Partei keine Zweifel bestehen, ist die
Parteibezeichnung zu berichtigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 1. Mai 2014,
4A_129/2014, E. 2.5 f.).
1.4 Vor der Klageanhebung beim Versicherungsgericht ist kein
Schlichtungsverfahren gemäss Art. 197 ff. ZPO durchzuführen (vgl. BGE 138 III 558
E. 4.6).
1.5 Die Eintretensvoraussetzungen sind erfüllt. Auf die Klage ist einzutreten.
2.
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Die Beklagte hat unstreitig dem Kläger für die am 18. März 2013 eingetretene 50%ige
Arbeitsunfähigkeit vom 17. April 2013 bis 24. Juli 2013 halbe Taggelder und für die
100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 24. Juli 2013 bis 16. März 2014 ganze Taggelder
ausgerichtet (vgl. act. G 1.4 und G 7.22c). Für die Zeit ab 17. März 2014 entrichtete die
Beklagte Taggelder in der Höhe von 25% (vgl. act. G 7.22c, G 7.22d und G 11.1).
Streitig ist, ob die Beklagte ab 17. März 2014 Krankentaggelder auf der Basis einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit zu bezahlen hat. Eingeklagt und damit zu prüfen sind die
Krankentaggeldansprüche ab 17. März 2014 bis und mit 30. April 2014 (act. G 1 und
G 11).
3.
3.1 Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung unterstehen gemäss
Art. 12 Abs. 2 und 3 KVG dem VVG. Streitigkeiten aus solchen Versicherungen sind
privatrechtlicher Natur (BGE 133 III 439 E. 2.1). Nach Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO gilt für
vermögensrechtliche Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen
Krankenversicherung nach KVG ohne Rücksicht auf den Streitwert das vereinfachte
Verfahren.
3.2 Da der Kläger und die Beklagte anwaltlich vertreten sind und der Kläger in der
begründeten Klageschrift die Tatsachenbehauptungen hinreichend substantiiert
vorgebracht hat, zog die Verfahrensleitung anstelle einer mündlichen Verhandlung
einen doppelten Schriftenwechsel in Betracht (vgl. Art. 246 Abs. 2 ZPO). Diese Absicht
wurde den Parteien mit Schreiben vom 18. Februar 2015 mitgeteilt und ihnen die
Möglichkeit eröffnet, innert angesetzter Frist dagegen zu opponieren (act. G 16 f.). Da
die Parteien nicht opponierten, ging das Gericht von einem einvernehmlichen Verzicht
auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung aus (vgl. BGE 140 III 450). Die
Klage wird daher basierend auf dem doppelten Schriftenwechsel beurteilt.
3.3
3.3.1 Art. 247 Abs. 2 ZPO sieht vor, dass das Gericht den Sachverhalt von Amtes
wegen feststellt. Die Untersuchungsmaxime gebietet es dem Gericht zwar, den
Sachverhalt mit eigenen Mitteln abzuklären und mit vertretbarem Aufwand zu einem
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hinreichend sicheren Beweisergebnis zu gelangen. Es ist dabei nicht an die
Beweisanträge gebunden und kann von sich aus Beweis erheben. Die Parteien werden
dadurch jedoch nicht von der Mitwirkung an der Erhebung der Beweise und der
Erstellung des Sachverhalts entbunden. Sie bleiben mitverantwortlich für die
Beweisführung und haben insbesondere die Beweismittel zu benennen und
beizubringen (vgl. Peter Guyan in: Karl Spühler/Luca Tenchio/Dominik Infanger [Hrsg.],
Basler Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2013,
Art. 153 N 3 ff., insbes. N 9; Franz Hasenböhler in: Thomas Sutter-Somm/Franz
Hasenböhler/Christoph Leuenberger [Hrsg.], ZPO Kommentar, 2. Aufl., Zürich/Basel/
Genf 2013 [nachfolgend ZPO Kommentar], Art. 153 N 5 ff.; Bernd Hauck in: ZPO
Kommentar, Art. 247 N 33; BGE 125 III 231 E. 4a und 107 II 233 E. 2c).
3.3.2 Die Untersuchungsmaxime ändert auch nichts an der Beweislast. Kann etwa das
Bestehen einer entscheiderheblichen Tatsache durch das Gericht weder bejaht noch
verneint werden, entscheidet es gemäss Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches
(ZGB; SR 210) nach Beweislastgesichtspunkten (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
28. Juli 2000, 4C.283/1999, E. 2b; Hauck in: ZPO Kommentar, Art. 247 N 37). So hat
nach Art. 8 ZGB, wo das Gesetz es nicht anders bestimmt, derjenige das
Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet.
Demgemäss hat die Partei, die einen Anspruch geltend macht, die rechtsbegründeten
Tatsachen zu beweisen, während die Beweislast für die rechtsaufhebenden bzw.
rechtsvernichtenden oder rechtshindernden Tatsachen bei der Partei liegt, die den
Untergang des Anspruchs behauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit
bestreitet (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Mai 2015, 4A_25/2015, E. 3.1; BGE
130 III 321 E. 3.1).
3.3.3 Der Eintritt des Versicherungsfalles ist nach diesen Grundsätzen vom
Anspruchsberechtigten – vorliegend vom Kläger – zu beweisen. Dieser hat folglich bei
einer Krankentaggeldversicherung, die als Schadensversicherung ausgestaltet ist, den
Eintritt eines Schadens – nämlich einen Erwerbsausfall – nachzuweisen. Dabei genügt
das herabgesetzte Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 130 III
321 E. 3.3; 128 III 271 E. 2b/aa). An der Beweislast ändert sich gemäss
Rechtsprechung auch nichts, falls die Versicherung zunächst Taggelder ausbezahlt hat,
und nun geltend macht, die Umstände hätten sich geändert oder die Leistungen seien
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von vornherein zu Unrecht erbracht worden und die versicherte Person sei (wieder)
arbeitsfähig. Auch in diesem Falle hat die versicherte Person zu beweisen, dass sie
weiterhin arbeitsunfähig ist und daher Anspruch auf Taggelder hat (vgl. Urteile des
Bundesgerichts vom 29. Mai 2015, 4A_25/2015, E. 3.1 und vom 17. August 2015,
4A_246/2015, E. 2.2). Erachtet das Gericht weder die Arbeitsfähigkeit noch die
Arbeitsunfähigkeit als bewiesen, so trägt folglich nicht die Versicherung, sondern die
versicherte Person die Beweislast, was in der Konsequenz zur Abweisung der Klage
führt.
3.3.4 Im Zivilprozess gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 157 ZPO).
Das Gericht hat bei der Bewertung der erhobenen Beweise unabhängig von abstrakten
Regeln nach seiner eigenen Überzeugung darüber zu befinden, ob es eine behauptete
Tatsache als wahr oder unwahr einstuft. Dabei bleibt es dem Gericht überlassen, die
Kraft eines Beweismittels nach seiner Überzeugung festzulegen. Aus Sicht der ZPO
sind die verschiedenen Beweismittel gleichwertig (vgl. Hasenböhler in: ZPO
Kommentar, Art. 157 N 8 f.).
4.
4.1 Der Kläger ist als Angestellter der Arbeitgeberin gemäss der
Versicherungspolice (act. G 7.1 f.) i.V.m. Ziff. 1.1 und Ziff. 2.2 a AVB u.a. für die
wirtschaftlichen Folgen von Krankheiten versichert. Die Versicherungsleistungen richten
sich insbesondere nach den Bestimmungen der Versicherungspolice und der Ziff. 6
AVB. Ergänzend ist das Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG; SR
221.229.1) anwendbar (vgl. Ziff. 1.3 AVB).
4.2 Der Anspruch auf Taggelder setzt eine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit
voraus, welche ärztlich festgestellt sein muss (vgl. Ziff. 6.1 f AVB). Das versicherte
Taggeld wird für die Dauer der ärztlich bescheinigten Arbeitsunfähigkeit nach Ablauf
der vertraglich vereinbarten Wartefrist ausgerichtet. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit
wird das Taggeld entsprechend dem Grad der Arbeitsunfähigkeit reduziert (vgl.
Ziff. 6.2 a und Ziff. 6.3 a Abs. 2 AVB).
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4.2.1 Als Krankheit gilt nach Ziff. 6.1 a AVB eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalles ist und eine
medizinische Untersuchung oder Behandlung erfordert oder eine Arbeitsunfähigkeit zur
Folge hat.
4.2.2 Eine Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person infolge Krankheit,
Unfall oder Geburt ganz oder teilweise ausserstande ist, ihren Beruf oder eine andere
zumutbare Erwerbstätigkeit auszuüben. Teilweise Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn
eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 25% besteht (Ziff. 6.1 e AVB). Kein Anspruch
auf Versicherungsleistungen besteht, wenn die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht
durch einen von der Beklagten anerkannten Arzt oder Chiropraktiker ausgestellt wurde
(vgl. Ziff. 6.4 a lit. b AVB). Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als einen Monat, hat die
versicherte Person alle vier Wochen eine ärztliche Bestätigung der Arbeitsunfähigkeit
einzureichen (vgl. Ziff. 7.1 Abs. 1 lit. a AVB).
5.
Der Kläger vertritt den Standpunkt, dass er in der bisherigen Tätigkeit als
Geschäftsführer bei der C._ AG zu 100% arbeitsunfähig sei (act. G 1 und G 11). Als
Beweis werden die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen der Hausärztin Dr. G._ (act.
G 1.8 und G 5.1) und die Arztberichte des behandelnden Facharztes Dr. H._ vom
25. Juni 2013 (act. G 1.3), 7. Oktober 2013 (act. G 1.9) und 4. Februar 2013 (act.
G 1.11) angeführt. Als weitere Beweismittel werden genannt der Kurzaustrittsbericht
der Klinik I._ vom 29. Januar 2014 (act. G 1.5) und die Mitteilung der IV-Stelle vom
18. November 2013 (act. G 1.10). Die Beklagte geht dagegen ab 17. März 2014 nur
noch von einer 25%igen Arbeitsunfähigkeit des Klägers aus (act. G 7 und G 15). Als
Beweismittel werden das Gutachten von Dr. J._ vom 4. März 2014 (act. G 1.6) und
die Stellungnahme zum Gutachten von Dr. K._ vom 18. Juni 2014 (act. G 7.23)
angeführt.
6.
6.1 Zum vom Kläger zu erbringenden Nachweis der Arbeitsunfähigkeit reicht
grundsätzlich die monatliche Einreichung einer ärztlichen
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Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus (vgl. Erwägung 4.2.2). Eine ärztliche Begründung
der Arbeitsunfähigkeit wird in den AVB nicht gefordert. Mit Eintragungen in der
Krankenkarte am 24. März 2014 und 12. Mai 2014 bescheinigte die Hausärztin Dr.
G._ die 100%ige Arbeitsunfähigkeit des Klägers während des eingeklagten
Zeitraumes vom 17. März 2014 bis 30. April 2014 (vgl. act. G 5.1). Angaben zur
Krankheit machte die Ärztin keine. Mit Einreichung der Krankenkarte an die Beklagte
hat der Kläger den ihm obliegenden Nachweis für die Arbeitsunfähigkeit während des
eingeklagten Zeitraumes grundsätzlich erbracht, wenn auch verspätet (Pflicht zur
monatlichen Einreichung einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gemäss Ziff. 7.1
Abs. 1 lit. a AVB).
6.2 Ungewöhnlich, jedoch statthaft ist, dass sich der Kläger die Arbeitsunfähigkeit
von seiner Hausärztin Dr. G._ und nicht vom Facharzt Dr. H._ bescheinigen liess,
obwohl der Kläger an einer psychischen Krankheit litt, weswegen er den Facharzt
wöchentlich bis zweiwöchentlich konsultierte (act. G 1.3 S. 2). Ebenfalls unbeachtlich
für den vorliegenden Fall ist, dass die Ärztin die Arbeitsunfähigkeit des Klägers auch
gegenüber der Taggeldversicherung, bei welcher der Kläger für das Arbeitsverhältnis
bei der E._ GmbH versichert war, bescheinigte. Anzumerken ist, dass diese
Versicherung ihre Taggeldzahlungen an den Kläger im November 2013 einstellte und
die bereits ausgezahlten Taggelder zurückforderte, da der Kläger beim Antrag für die
Taggeldversicherung die Fragen zu seinem Gesundheitszustand am 4. Februar 2013
wahrheitswidrig beantwortet hatte (act. G 7.14).
6.3 Die vom Kläger vorgebrachte Rüge der verspäteten Auszahlung der Taggelder
für den Monat April 2014 (act. G 11 S. 2) ist unbegründet, denn er liess sich die
Arbeitsunfähigkeit für die Zeit ab 25. März 2014 erst am 12. Mai 2014 ärztlich
attestieren (vgl. act. G 5.1). Die Beklagte überwies bereits zwei Tage später die
entsprechenden Taggelder dem Kläger (vgl. act. G 11.1). Da der Kläger die
Arbeitsunfähigkeit erst drei Tage nach der Einreichung der Klage am 9. Mai 2014
bescheinigen liess, war die Beklagte am Tag der Klageerhebung bezüglich den
Taggeldzahlungen für die Zeit ab dem 25. März 2014 bis 30. April auch nicht in Verzug.
7.
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7.1 Am 25. Februar 2014 liess die Beklagte den Kläger gestützt auf ihr Recht
gemäss Ziff. 7.1 Abs. 1 lit. c AVB vertrauensärztlich begutachten. Die Gutachterin
führte im Gutachten vom 4. März 2014 aus, dass beim Kläger lediglich eine
Arbeitsunfähigkeit von 25% vorliege. Die Beklagte informierte den Kläger mit Schreiben
vom 7. März 2014, dass sie gestützt auf das Gutachten vom 4. März 2014 ab 17. März
2014 bis längstens 30. Juni 2014 nur noch Taggelder zu 25% erbringen werde, sofern
ihr die entsprechenden Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen vorgelegt würden (act.
G 1.7). Das Gutachten von Dr. J._ vom 4. März 2014 liess die Beklagte zudem noch
vom Gutachter Dr. K._ überprüfen. Dr. K._ bestätigte in der Stellungnahme vom
18. Juni 2014, dass auf das Gutachten vom 4. März 2014 abgestellt werden könne (act.
G 7.23).
7.2 Mit dem Gutachten von Dr. J._ vom 4. März 2014 und der Stellungnahme von
Dr. K._ vom 18. Juni 2014 sowie dem Hinweis, dass der Kläger zwei vollzeitliche
Geschäftsführertätigkeiten ausübe, legte die Beklagte im ausreichenden Umfang dar,
dass ernsthafte Zweifel hinsichtlich der vom Kläger geltend gemachten
krankheitsbedingten 100%igen Arbeitsunfähigkeit bestehen würden. Zu prüfen ist
deshalb, ob das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit im eingeklagten Zeitraum aufgrund
der Aktenlage rechtsgenügend festgestellt werden kann oder ob – wie vom Kläger
beantragt – diesbezüglich ein Gerichtsgutachten einzuholen ist.
8.
Nachfolgend sind die im Verfahren eingereichten Arztberichte und Gutachten
hinsichtlich ihres Beweiswertes zu würdigen.
8.1 Arztbericht vom 25. Juni 2013 von Dr. H._ (act. G 1.3).
8.1.1 Der Facharzt diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10:
F33), eine Panikstörung (ICD-10: F41.0) und Hinweise auf eine konfliktgehemmte
Persönlichkeit (act. G 1.3). Der Arzt beschrieb den Kläger insbesondere als eine
Person, die deprimiert wirke, müde und teilweise ratlos-verzweifelt sowie ängstlich-
unsicher sei. Bei aktiver Befragung reagiere der Kläger schnell unruhig, ungeduldig,
gereizt und wirke überfordert. Zudem stellte der Arzt eine verminderte
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Konzentrationsfähigkeit und einen abschweifenden Gedankengang fest. Der Kläger
verbringe täglich zwei bis drei Stunden in der Firma. Während dieser Zeit kontrolliere er
u.a. Abläufe. Entscheidungen könne er jedoch nicht treffen, da diese ihn überfordern
würden. Gemäss dem Facharzt sind die Funktionsstörungen eine Folge davon, dass
der Kläger unter Druck an einer Selbstwertkrise mit Angst/Panik vor Versagen und in
der Folge an Konzentrations- und Entscheidungsunfähigkeit leide. Es bestehe eine
depressive Blockade. Dieses Beschwerdebild bestehe seit Juli 2010. Der Kläger sei ab
November 2011 [korrekt: November 2010] bis 16. Mai 2012 bei ihm in Behandlung
gewesen. Seit dem 18. März 2013 behandle er ihn erneut. Der Facharzt attestierte ab
18. März 2013 bis auf weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von ca. 80%. Keine Angaben
machte der Arzt zur erforderlichen Behandlungsdauer und zum Zeitpunkt der
Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit.
8.1.2 Für den Nachweis der Arbeitsunfähigkeit im eingeklagten Zeitraum ist der
Arztbericht nicht geeignet, da dieser bereits rund neun Monate zuvor erstellt wurde.
Ohnehin ist hinsichtlich der Aussagekraft des Arztberichtes festzustellen, dass der
Befund und die Diagnose auf einer unvollständigen (beruflichen) Anamnese beruhen,
denn die zweite Arbeitsstelle des Klägers (Geschäftsführer und Mitinhaber der E._
GmbH; act. G 7.6 und G 7.16 S. 2) wird nicht erwähnt. Die fehlende
Auseinandersetzung mit der doppelten Arbeitsbelastung ist insofern von Bedeutung,
als der Kläger nur wenige Monate nach der letzten depressiven Krankheitsphase am
12. Oktober 2012 die E._ GmbH gründete und seither zwei Geschäftsführerstellen
mit je einem 100%-Pensum ausübte (act. G 7.5 S. 2, G 7.6, G 7.16 S. 2 und G 7.17
S. 5 f.). Nur wenige Monate nach Übernahme dieser zusätzlichen Aufgabe
verschlechterte sich der Gesundheitszustand des Klägers erneut. Folglich kann eine
(Teil-) Ursächlichkeit zwischen der Doppelbelastung (wöchentliche Arbeitszeit von 85
Stunden; vgl. act. G 7.5 S. 2, G 7.16 S. 2 und G 7.17 S. 5 f.) und der geltend
gemachten erneuten Arbeitsunfähigkeit nicht ausgeschlossen werden.
8.2 Arztberichte von Dr. H._ vom 7. Oktober 2013 (act. G 1.9) und vom 8. Januar
2014 (act. G 7.15).
8.2.1 Der Facharzt bestätigte im Arztbericht vom 7. Oktober 2013 seine früher
gestellten Diagnosen. Als Behandlungsmassnahmen nannte der Arzt wöchentliche bis
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vierzehntägliche psychotherapeutische Gespräche, Psychopharmaka sowie eine
stationäre Behandlung in einer psychiatrischen Klinik. Zur Dauer der Behandlung und
zum Zeitpunkt der Wiederaufnahme der Arbeit gab er keine Prognose ab. Der
Arztbericht vom 8. Januar 2014 beruht auf der letzten Konsultation vom 12. Dezember
2013. Der Facharzt diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradige bis schwere Episode (ICD-10: F33.2), Panikstörung seit ca. Juli 2010
(ICD-10: F41.0) und Hinweise auf eine konfliktgehemmte Persönlichkeit. Der Arzt
attestierte eine 100% Arbeitsunfähigkeit ab 1. August 2013 bis auf weiteres für die
beiden Arbeitsverhältnisse bei der C._ AG und der E._ GmbH.
8.2.2 Diese Arztzeugnisse sind gleichfalls wegen ihres frühen Erstellungszeitpunktes
nicht geeignet für den Nachweis einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit im eingeklagten
Zeitraum.
8.3 Arztbericht vom 4. Februar 2014 von Dr. H._ (act. G 1.11).
8.3.1 Der Facharzt bestätigte seine bisherigen Befunde und Diagnosen (ICD-10: F33
und F41.0). Angesichts des Krankheitsverlaufes und der schwierigen Behandelbarkeit
ging er von einer eher ungünstigen Prognose aus. Im Weiteren erwähnte er, dass die
Konsultationen in Abständen von ca. vierzehn Tagen durchgeführt würden. Die
voraussichtliche Dauer der Behandlung sei unbestimmt und die Wiederaufnahme der
Arbeit zurzeit nicht beurteilbar.
8.3.2 Zum Beweiswert des Arztberichts ist festzuhalten, dass der Facharzt keine
Angaben zum Schweregrad der diagnostizierten Depression machte. Zudem dürfte er
weiterhin keine umfassende Kenntnis der Arbeitssituation des Klägers gehabt haben.
Der Arztbericht ist folglich für den Nachweis einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit im
eingeklagten Zeitraum nicht geeignet. Zudem spricht für eine Verbesserung des
Gesundheitszustandes, dass der Arzt den zeitlichen Abstand der Konsultationen auf
ca. vierzehntäglich erhöhte und nicht mehr eine stationäre Behandlung, sondern
lediglich eine ambulante Behandlung empfahl.
8.4 Gutachten vom 4. März 2014 von Dr. J._ (act. G 1.6).
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8.4.1 Das Gutachten vom 4. März 2014 beruht auf einer persönlichen Untersuchung
des Klägers durch die Gutachterin am 25. Februar 2014 sowie auf früheren ärztlichen
Berichten. Als Befunde führt die Gutachterin an, dass die kognitiven Fähigkeiten,
insbesondere Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnisleistung, objektiv
durchwegs normal seien. Im Weiteren stellt die Gutachterin fest, dass der Kläger habe
im Gespräch sehr aktiv gewesen sei und immer wieder versucht habe, spontan die
Gesprächsführung zu übernehmen. Hinweise auf wahnhaftes Erleben, Halluzinationen
und Ichstörungen habe es nicht gegeben. Objektiv habe der Kläger leicht depressiv
gewirkt. Die affektive Schwingungsfähigkeit sei leicht eingeschränkt, das
Selbstwertgefühl jedoch nicht herabgesetzt gewesen. Im Weiteren erwähnt die
Gutachterin, der Kläger habe geltend gemacht, dass er häufig unter negativen
Gedanken leide und gelegentlich lebensüberdrüssige Gedanken habe. Ausserdem
habe der Kläger Angst, dass seinen Söhnen etwas zustossen könnte oder wenn das
Telefon läute. Alle drei bis vier Monate habe er Panikattacken. Eine Panikattacke habe
er schon am Autosteuer gehabt, trotzdem fahre er weiterhin mit dem Auto. Täglich
nehme er Medikamente ein (Paroxetin, Deanxit und Temesta). Die Gutachterin stellt mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit folgende Diagnosen: Panikstörung (ICD-10: F41.0) und
rezidivierende depressive Störung, aktuell leichte Episode mit somatischem Syndrom
(ICD-10: F33.01). Im Weiteren hält die Gutachterin fest, es sei plausibel, dass die
Depression zum Zeitpunkt des Klinikaustritts am 24. Januar 2014 zeitweise schwerer
gewesen sei (mittelgradig depressive Episode). Zum Lebensstil des Klägers führt die
Gutachterin an, die einseitige und überhöhte Gewichtung von Beruf und Leistung habe
dazu geführt habe, dass er immer wieder an seine Leistungsgrenzen gegangen sei.
Differentialdiagnostisch sei zu diskutieren, ob eine Persönlichkeitsproblematik vorliege.
Hierfür sprächen der grosse Ehrgeiz und ein Dominanzanspruch in
zwischenmenschlichen Beziehungen. Dagegen spreche der Umstand, dass der Kläger
sein ehrgeiziges, auf Leistung ausgerichtetes Verhalten habe hinterfragen und ändern
können. Ebenfalls zu bedenken sei, dass der Kläger aus einem Land mit patriarchalen
Rollenbildern stamme, welche bei ihm offensichtlich noch heute Gültigkeit hätten und
seinen Dominanzanspruch zu erklären vermöchten. Aus den genannten Gründen sah
die Gutachterin von der Diagnose einer akzentuierten Persönlichkeit oder
Persönlichkeitsstörung ab. Sie schätzte die medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit
des Klägers sowohl im angestammten Beruf als auch in einer
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behinderungsangepassten Tätigkeit auf 25%. Diese Einschätzung werde durch das
gute Funktionsniveau des Klägers im Alltag belegt. Es bestünden zwar noch teilweise
Beeinträchtigungen in wesentlichen Funktionsbereichen der Psyche. Die
Angststeuerung sei jedoch über weite Strecken nur minimal beeinträchtigt. Der Antrieb
und der Realitätsbezug seien unbeeinträchtigt. Die angegebene Tagesmüdigkeit sei mit
der depressiven Störung erklärbar und wirke sich negativ auf eine vollschichtige
Berufstätigkeit aus. Die erhöhte Reizbarkeit verunmögliche eine vollschichtige
Führungstätigkeit. Aktuell lägen medizinische Gründe vor, die es dem Versicherten
verunmöglichten seine Beschwerden und Symptome während 8.5 Stunden pro Tag mit
Willensanspannung zu überwinden.
8.4.2 Zum Gutachten ist vorweg festzuhalten, dass aufgrund der fehlenden Erwähnung
der Geschäftsführertätigkeit bei der E._ GmbH davon auszugehen ist, dass die
Gutachterin keine Kenntnis von der zweiten beruflichen Tätigkeit des Klägers hatte.
Offensichtlich informierte der Kläger die Gutachterin nicht über diesen Sachverhalt.
Auch mit seinem sonstigen Verhalten verhinderte der Kläger, dass die Gutachterin
Kenntnis von der zweiten Stelle erhielt. So brachte er den geforderten Lebenslauf, der
Aufschluss über die weitere Erwerbstätigkeit gegeben hätte, nicht zur Untersuchung
mit. Den IV-Arztbericht vom 8. Januar 2014 von Dr. H._, in welchem die zweite
Arbeitsstelle ersichtlich ist, erwähnte er offensichtlich nicht. Zudem untersagte er der
Gutachterin, Auskünfte bei Dr. H._ einzuholen (vgl. act. G 7.15 S. 2). Die Unkenntnis
der Gutachterin über die gesamte berufliche Situation des Klägers schmälert jedoch
den Beweiswert des Gutachtens vorliegend nicht, da nicht anzunehmen ist, dass bei
Kenntnis der gesamten beruflichen Situation die Einschätzung der krankheitsbedingten
Arbeitsunfähigkeit höher ausgefallen wäre.
8.4.3 Die Anamnese beinhaltet die wichtigsten Aspekte der vom Kläger geschilderten
Lebens- und Leidensgeschichte, wo nötig ergänzt durch Angaben aus den Akten. Die
Kritik betreffend Anamnese vermag den Beweiswert des Gutachtens insgesamt nicht
zu mindern. So machte der Kläger bspw. geltend, dass er keine Erinnerungen mehr an
seine Kindheit habe. Diese Erklärung widerspricht jedoch seiner Aussage im Jahr 2011,
dass er in M._ in zufriedenstellenden familiären Verhältnissen aufgewachsen sei (vgl.
act. G 7.21 S. 2 und 4). Zur Kritik, dass im Gutachten die Geburtstage seiner drei
Kinder falsch wiedergegeben seien, ist anzumerken, dass die Geburtsjahre der älteren
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beiden Söhne lediglich um ein Jahr abweichen und der Kläger bei der IV-Anmeldung
das Geburtsjahr seines jüngsten Sohnes selbst nicht wusste (vgl. act. G 7.17 S. 2).
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auch die weiteren vom Kläger vorgebrachten
Kritiken (wie der Kläger sei zur Untersuchung gebracht worden, der Zigarettenkonsum
betrage zwei bis drei Packungen pro Tag) nicht wesentlich sind. Der Beweiswert des
Gutachtens wird durch derartige Unstimmigkeiten nicht beeinflusst.
8.4.4 Mit der Verweigerung der Zustimmung zur Einholung von Auskünften beim
behandelnden Psychiater verletzte der Kläger seine Auskunftspflicht, denn als
versicherte Person wäre er verpflichtet gewesen, die für die Beurteilung der
Leistungspflicht, Leistungshöhe oder Leistungsdauer erforderlichen Informationen zur
Verfügung zu stellen und die behandelnden Ärzte von der Schweigepflicht zu entbinden
(vgl. Ziff. 7.3 Abs. 1 und 2 AVB; act. G 1.6 S. 12). Diese Verpflichtung beinhaltet, dass
die versicherte Person ihre Zustimmung zur Einholung von Auskünften bei den
behandelnden Ärzten durch die Vertrauensärzte der Versicherung nicht verweigern
darf.
8.4.5 Im Weiteren dürften auch die Ausführungen, die der Kläger gegenüber Dr. J._
zu seinen Tagesablauf machte, unvollständig sein, denn er schilderte einem
Tagesablauf ohne zeitliche Aufwendungen für seine beiden Firmen bzw.
Geschäftsführertätigkeiten (vgl. act. G 1.6 S. 5). Noch im Sommer 2013 hatte der
Kläger angegeben, dass er zwei bis drei Stunden pro Tag in der Firma in D._
verbringe (vgl. act. G 1.3). Die zeitliche Beanspruchung durch die E._ GmbH
verschwieg er bereits damals. Dass der Kläger seither keine Aufgaben im Interesse der
Firmen mehr wahrnahm, ist nicht glaubwürdig, zumal er keine detaillierten und
nachprüfbaren Angaben zu den getroffenen (Stellvertretungs-) Regelungen in der C._
AG und in der E._ GmbH lieferte. Dies erstaunt umso mehr, als es sich bei den
beiden Geschäftsführerstellen (nach Angaben des Klägers) je um ein 100%-Pensum
handelte. Hinzu kommt, dass der Kläger noch heute bei der C._ AG gemäss
Handelsregister einziger Verwaltungsrat und einzige zeichnungsberechtigte Person
sowie bei der E._ GmbH einziger Geschäftsführer ist. Daher muss mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der Kläger weiterhin für beide
Firmen – zumindest in einem Teilzeitpensum – tätig war. Selbst wenn der Kläger im
eingeklagten Zeitraum selten in der Firma in D._ anzutreffen gewesen wäre, ist dies
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aufgrund der modernen Kommunikationsmittel kein ausreichender Nachweis, dass er
nicht weiterhin zumindest einen Teil der Geschäftsführeraufgaben wahrnahm.
8.4.6 Im Untersuchungsbefund werden sowohl die vom Kläger vorgebrachten als auch
die objektiv feststellbaren medizinisch relevanten, psychischen Erscheinungen,
Gegebenheiten, Veränderungen und Zustände aufgeführt. Dass keine Auskünfte beim
behandelnden Psychiater Dr. H._ haben eingeholt und im Bericht haben
berücksichtigt werden können, hat der Kläger selbst zu verantworten (vgl. Erwägung
8.4.4).
8.4.7 Die von der Gutachterin gestellten Diagnosen sind nachvollziehbar und
schlüssig. Dass bezogen auf den eingeklagten Zeitraum von einer leichten Episode
einer rezidivierenden depressiven Störung und nicht, wie vom Kläger geltend gemacht,
von einer zumindest mittelgradigen Episode auszugehen ist, wird durch die Anamnese,
den Untersuchungsbefund und die Erläuterungen zur Diagnose nachvollziehbar belegt.
Die Gutachterin hat denn auch ihre Diagnose basierend auf Symptomen und Verlauf
gestellt. Die Diagnose wird auch nicht durch die früher erstellten Arztberichte von Dr.
H._ widerlegt. So enthält selbst der aktuellste Bericht des Facharztes vom 4. Februar
2014 keine Angabe zum Schwergrad der Depression. Die Vorbringen des Klägers, dass
er nicht nur im Beruf, sondern auch in seinem Alltagsleben erheblich an den
Auswirkungen seiner Erkrankung leide, sind unbehilflich, zumal dies keine
Arbeitsunfähigkeit begründet und die Vorbringungen im Übrigen nicht durch Fakten
untermauert bzw. belegt sind. Dass der Alltag wie von der Gutachterin dargelegt
durchaus funktioniert, zeigt sich auch darin, dass der Kläger trotz
Medikamentenkonsum und während des Autofahrens erlittener Panikattacke weiterhin
Motorfahrzeuge lenkte bzw. lenken durfte. Wären die gesundheitlichen
Einschränkungen erheblich gewesen, so hätten ihm die behandelnden Ärzte zumindest
empfehlen müssen, kein Motorfahrzeug mehr zu lenken bzw. die Fahreignung des
Klägers hätte fachärztlich überprüft werden müssen (vgl. act. G 11 S. 3 f.; vgl. Art. 15
Abs. 1 lit. d und Abs. 3 des Strassenverkehrsgesetzes [SVG; SR 741.01]). Ein weiterer
Hinweis, dass der Kläger den Alltag durchaus bewältigen konnte, lässt sich darin
erkennen, dass eine erneute stationäre Therapie (gegebenenfalls in einer anderen
Klinik) nicht mehr in Betracht gezogen wurde, obwohl der Aufenthalt in der Klinik in
I._ lediglich 18 Tage gedauert hatte (durchschnittliche Hospitalisationsdauer bei F3-
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Hauptdiagnosen beträgt ca. 40 Tage, Datenquelle: Bundesamt für Statistik,
Medizinische Statistik der Krankenhäuser 2002-2010, enthalten in Obsan Bericht 56
„Depressionen in der Schweiz, Daten zur Epidemiologie, Behandlung und sozial-
beruflichen Integration, Neuchâtel 2013, S. 95 f., «www.obsan.admin.ch/sites/default/
files/publications
/2015/obsan_56_bericht.pdf»).
8.4.8 Die Gutachterin hat abgestützt auf die Anamnese, den Untersuchungsbefund
und die gestellten Diagnosen nachvollziehbar und schlüssig dargelegt, wieso sie von
einer Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht von 25% bezogen auf den
eingeklagten Zeitraum ausgeht. Die Kritik des Klägers, dass die Gutachterin ihre
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht begründet hat, ist unzutreffend. Zudem hat ein
ausgewiesener Gutachter und Facharzt bestätigt, dass auf das Gutachten von Dr. J._
abgestellt werden könne (vgl. nachfolgende Erwägung 8.5).
8.5 Stellungnahme des Gutachters Dr. K._ vom 18. Juni 2014 (act. G 7.23).
8.5.1 Der Gutachter würdigte im Auftrag der Versicherung das Gutachten von Dr. J._
vom 4. März 2014. Für diese Aufgabe stellte ihm die Beklagte die medizinischen Akten
des Klägers zur Verfügung. Der Gutachter kam zum Schluss, dass das Gutachten von
Dr. J._ in den streitigen Belangen umfassend sei, auf allseitigen Untersuchungen
beruhe, die beklagten Beschwerden berücksichtige und in Kenntnis der Vorakten
erstellt worden sei. Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge sei einleuchtend
und das Gutachten enthalte eine nachvollziehbare Begründung der
Schlussfolgerungen. Gemäss dem Gutachter kann aus versicherungspsychiatrischer
Sicht vollumfänglich auf das Gutachten abgestellt werden.
8.5.2 Bezüglich der Kompetenz von Dr. K._ zur Würdigung eines
versicherungspsychiatrischen Gutachtens ist festzustellen, dass er ein Fachspezialist
ist (Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, zertifizierter medizinischer
Gutachter SIM und Vertrauensarzt SGV). Es ist daher davon auszugehen, dass Dr.
K._ fähig ist, die in einem versicherungspsychiatrischen Gutachten enthaltenen
medizinischen Einschätzungen und Schlussfolgerungen korrekt zu würdigen. Folglich
kann auf die Aussagen und Schlussfolgerungen – inklusive der
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Arbeitsunfähigkeitseinschätzung im Ausmass von 25% – im Gutachten von Dr. J._
vom 4. März 2014 abgestellt werden.
8.6 Zusammenfassend ist zum Krankheitswert der geltend gemachten Leiden und
zum Inhalt und Beweiswert der Arztberichte festzuhalten:
8.6.1 Der Kläger leidet zwar seit mehreren Jahren an beruflicher Überlastung, an einer
Depression und an Angstzuständen, was wiederholt zu längerer Arbeitsunfähigkeit
führte, was ihn aber nicht hinderte, im Herbst 2012 eine neue Firma zu gründen und in
dieser Firma ebenfalls die Funktion des Geschäftsführers zu übernehmen. Der Kläger
erkrankte nur wenige Monate später erneut. Das Verhalten des Klägers sowie die über
längere Zeit unterlassene Information des behandelnden Facharztes über die weitere
Erwerbstätigkeit, das Verschweigen der gesamten beruflichen Tätigkeit gegenüber der
Gutachterin und die Verweigerung der Zustimmung zur Auskunftseinholung beim
behandelnden Facharzt, wecken erhebliche Zweifel am Ausmass der geltend
gemachten psychischen Beschwerden und an den krankheitsbedingten Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit im eingeklagten Zeitraum.
8.6.2 Als Geschäftsführer ist der Kläger zudem nicht an starre Arbeitszeiten gebunden,
sondern kann die anfallenden Aufgaben in einem gewissen Rahmen selbst terminieren
und sich so die erforderlichen Freiräume zur Regenerierung schaffen. Bei der
Bestimmung der Arbeitsunfähigkeit ist diese Flexibilität miteinzubeziehen, denn
Arbeitsunfähigkeit liegt gemäss Ziff. 6.1 e AVB nur insoweit vor, als der Kläger die
angestammte Tätigkeit als Geschäftsführer nicht mehr wahrnehmen kann und in der
Folge einen Einkommensverlust erleidet (vgl. Ziff. 1.1 AVB). In Würdigung der gesamten
Situation und insbesondere der als Geschäftsführer zu bewältigenden Aufgaben (vgl.
act. G 7.5 S. 6 und Zusatzblatt) ist es angemessen, von einer 25% jedenfalls nicht
übersteigenden Arbeitsunfähigkeit im eingeklagten Zeitraum auszugehen. Die vom
Kläger eingereichten Arztberichte können weder die gutachterliche
Arbeitsunfähigkeitseinschätzung entkräften, noch dieser etwas Substanzielles
entgegenhalten, zumal selbst der aktuellste Bericht von Dr. H._ vom 4. Februar 2014
keine Angabe zum Schweregrad der Depression enthält.
9.
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Der Einwand des Klägers, dass ihm eine Übergangsfrist von sechs Monaten vor der
Reduktion der Taggelder zu gewähren sei, ist unbehelflich, denn vom Kläger wird nicht
die Aufnahme einer angepassten Tätigkeit bzw. ein Berufswechsel verlangt, was
gegebenenfalls eine angemessene Übergangsfrist rechtfertigen würde. Vorliegend geht
es ausschliesslich um die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit.
10.
10.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als erwiesen gilt, dass im eingeklagten Zeitraum
vom 17. März 2014 bis 30. April 2014 eine 25%ige Arbeitsunfähigkeit des Klägers
vorlag. Der Kläger hat demzufolge im eingeklagten Zeitraum Anspruch auf ein Taggeld
in der Höhe von 25%. Die Beklagte anerkannte bereits vor Klageeinreichung
Taggeldleistungen basierend auf einer Arbeitsunfähigkeit von 25% (vgl. act. G 1.7). Sie
entrichtete die Taggelder ab 17. März 2014 bis 24. März 2014 basierend auf einer
25%igen Arbeitsunfähigkeit bereits am 3. April 2014 (vgl. act. G 1.2). Die Taggelder für
den Zeitraum vom 25. März 2014 bis 12. Mai 2015 überwies die Beklagte gleichfalls
basierend auf einer 25%igen Arbeitsunfähigkeit fristgerecht nach Erhalt der
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom 12. Mai 2015 (vgl. act. G 11.2) am 14. Mai 2015
(vgl. act. G 11.1). Es besteht folglich kein Anspruch auf weitergehende
Taggeldleistungen im eingeklagten Zeitraum.
10.2 Dem Antrag auf Einholung eines Gerichtsgutachtens wird nicht stattgegeben, da
eine erneute Begutachtung aufgrund der vorliegenden Aktenlage für den Entscheid in
der Sache nicht erforderlich ist und für den strittigen Zeitraum keine neuen
Erkenntnisse erwarten lässt. Gleichfalls wird der Antrag auf Beizug der IV-Akten
abgelehnt, zumal der Kläger nicht ausführte, welche zusätzlichen relevanten
Erkenntnisse daraus gewonnen werden könnten.
11.
11.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Klage vom 9. Mai 2014
vollumfänglich abzuweisen.
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11.2 Die Prozesskosten werden gemäss Art. 106 Abs. 2 ZPO nach dem Ausgang des
Verfahrens verteilt. Die Prozesskosten umfassen gemäss Art. 95 Abs. 1 ZPO die
Gerichtskosten (lit. a) und die Parteientschädigung (lit. b).
11.2.1 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 114 lit. e ZPO).
11.2.2 Der unterliegende Kläger hat ausgangsgemäss keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung (Art. 106 Abs. 1 ZPO).
11.2.3 Die obsiegende, anwaltlich vertretene Beklagte hat eine Parteientschädigung
beantragt. Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung hat im Bereich der
Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung der obsiegende
Versicherungsträger Anspruch auf eine Parteientschädigung, falls er durch einen
externen Anwalt vertreten ist (Urteil des Bundesgerichtes vom 17. November 2010,
4A_194/2010, E. 2.2.1, nicht publiziert in: BGE 137 III 47; Urteil des Bundesgerichts
vom 9. Januar 2001, 5C.244/2000, E. 5 mit Hinweisen). Nachdem die obsiegende
Beklagte durch einen externen Anwalt vertreten ist, steht ihr eine Parteientschädigung
zu. Diese spricht das Gericht nach den kantonalen Tarifen zu (Art. 105 Abs. 2 in
Verbindung mit Art. 96 ZPO). Das mittlere Honorar im Zivilprozess beträgt nach Art. 14
lit. b der st. gallischen Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO;
sGS 963.75) Fr. 1'230.-- bei einem Streitwert von Fr. 5'000.-- bis Fr. 20'000.--, wobei
15.4% des Streitwerts hinzuzuzählen sind. Der Streitwert richtet sich laut Art. 13 Abs. 1
HonO nach den Bestimmungen der ZPO. Gemäss Art. 91 ZPO wird der Streitwert
durch das Klagebegehren bestimmt. Dieses lautete auf Fr. 9‘320.05 zuzüglich
Verzugszins zu 5% seit 1. Mai 2014. Bei diesem Streitwert resultiert ein ungekürztes
mittleres Honorar von Fr. 2'665.30 (Fr. 1'230.-- + 15.4% von Fr. 9‘320.05). Da das
Versicherungsgericht in Streitigkeiten betreffend die Krankenzusatzversicherung
anstelle des Kantonsgerichts als erste Instanz im Sinne von Art. 15 HonO entscheidet,
ist die Parteientschädigung um einen Fünftel zu erhöhen, womit sich eine dem Kläger
zustehende Entschädigung bei vollem Obsiegen von Fr. 3‘198.35 ergibt. Dies trägt
auch dem notwendigen Zeitaufwand angemessen Rechnung. Gemäss Art. 28 Abs. 1
HonO besteht Anspruch auf den pauschalen Ersatz für Barauslagen von 4% des
Honorars, höchstens Fr. 1'000.--. Beim Honorar von Fr. 3‘198.35 beträgt dieser
Fr. 127.95. Die Mehrwertsteuer von 8% wird zum Honorar und zu den Barauslagen
bis
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hinzugerechnet (Art. 29 HonO) und beträgt vorliegend gerundet Fr. 266.10. Der Kläger
hat folglich die Beklagte mit Fr. 3'592.40 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu
entschädigen.