Decision ID: 7881af88-1b75-411e-9e82-8c7f52857678
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Hans Rudolf Gantenbein, Wiedenstrasse 24,
Postfach 447, 9471 Buchs,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente (Mehlstauballergie)
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Sachverhalt:
A.
Der 1954 geborene M._ meldete sich am 27. August 2004 zum Leistungsbezug bei
der Invalidenversicherung an. Im Bericht vom 24. September 2004 diagnostizierte Dr.
med. A._, Allgemeine Medizin, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
Mehlstauballergie, die allergologisch allerdings nicht habe nachgewiesen werden
können, sowie einen Status nach endonasaler Ethmoidektomie beidseits,
Kieferhöhlenfensterung beidseits und Septum-Plastik. Die Tätigkeit als Bäcker sei dem
Versicherten noch zu 50-70% zumutbar (IV-act. 15). Mit Hilfsmittel-Verfügung vom 14.
Dezember 2005 bewilligte die IV-Stelle die Kostenübernahme für einen Frischlufthelm
sowie für Einweg-Staubmasken vom 19. Januar 2005 bzw. 18. Januar 2005 (IV-act.
30). Nach Durchführung von weiteren medizinischen und erwerblichen Abklärungen
kündigte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheiden vom 2. November 2006 an,
er habe keinen Anspruch auf berufliche Massnahmen, da er angemessen eingegliedert
sei. Sodann bestehe bei einem Invaliditätsgrad von 16% auch kein Rentenanspruch
(IV-act. 51, 53). Der Rechtsvertreter des Versicherten erklärte sich mit der Ablehnung
von beruflichen Massnahmen einverstanden (IV-act. 57). Hinsichtlich der
Rentenablehnung machte der Rechtsvertreter mit Schreiben vom 29. November 2006
geltend, dass der Versicherte Anspruch auf eine halbe Invalidenrente haben müsse, da
die Umsatz- und Einkommenseinbusse (Vergleich der heutigen Situation mit derjenigen
vor Eintritt der Invalidität) bei rund 50% liege (IV-act. 58). Am 8. Dezember 2006
verfügte die IV-Stelle im Sinn des Renten-Vorbescheids. Zur Begründung legte sie dar,
dass der Versicherte vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung - mit Ausnahme
des Jahres 2002, wo ein Betrag von Fr. 92'688.-- abgerechnet worden sei - immer
Einkommen unter 60'000.-- Franken abgerechnet habe. Im Jahresdurchschnitt der
letzten fünf Jahre vor Eintritt der Behinderung betrage das Valideneinkommen mit Fr.
54'602.-- sogar noch weniger als das durchschnittliche Erwerbseinkommen im privaten
Sektor. Auch sei dem Versicherten jegliche Tätigkeit ohne Mehlkontakt
uneingeschränkt zumutbar. Ein Rentenanspruch bestehe demgemäss nicht (IV-act. 60).
B.
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B.a Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt lic. iur H.R. Gantenbein, Buchs, für
den Versicherten mit Eingabe vom 25. Januar 2007 Beschwerde mit den Anträgen, die
Verfügung sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei ab 1. September 2004 eine
halbe IV-Rente zuzusprechen. Zur Begründung legte der Rechtsvertreter unter
anderem dar, nach der medizinischen Aktenlage sei der Beschwerdeführer als Bäcker
zu 100% arbeitsunfähig. In seinem Alter von 54 Jahren mache eine Umschulung keinen
grossen Sinn. Es sei sinnvoller, wenn er mit den notwendigen Hilfsmitteln wie
Staubmaske und Handschuhe auf seinem angestammten Beruf als Bäcker
weiterarbeite, wenn auch mit reduziertem Einsatz. Die dadurch resultierende finanzielle
Einbusse sei mit einer halben Rente auszugleichen. Die gesamte Arbeitsfähigkeit liege
bei 50% und nicht bei 76%, wie dies im Bericht der Beschwerdegegnerin stehe. Im
weiteren sei der Umsatz innert vier Jahren um rund 50% zusammengebrochen. Das
Erwerbseinkommen sei von Fr. 90'000.-- auf Fr. 45'000.-- gesunken. Auch von daher
sei eine halbe Rente gerechtfertigt.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 14. März 2007 beantragte die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung legte sie unter anderem dar, es sei
nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer durch das Tragen einer Frischluftmaske
mit einer Filtervorrichtung am Rücken bei seiner Backarbeit in einem erheblichen
Ausmass behindert werde und sich dieser Umstand zeitlich verzögert auch in einer
finanziellen Einbusse auswirke. Es sei daher nach dem Grundsatz "Eingliederung vor
Rente" erneut zu prüfen, ob eine Umschulung in Betracht falle. Gegen einen
Umschulungserfolg würden Zweifel an den erforderlichen intellektuellen Fähigkeiten
und der Motivation des Beschwerdeführers sprechen. Sodann würden die Chancen auf
eine wirtschaftliche Verwertung einer absolvierten Umschulung aufgrund des
fortgeschrittenen Alters als sehr gering erscheinen. Vor diesem Hintergrund falle eine
Umschulung in einen neuen Beruf nach dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit
ausser Betracht. Unter Berücksichtigung der konkreten Umstände erscheine der
Wechsel des Beschwerdeführers in eine adaptierte unselbstständige Hilfstätigkeit zwar
als einschneidende, aber letztendlich doch zulässige Massnahme, zumal es um
erhebliche und auch noch mehr als zehn Jahre dauernde Rentenleistungen gehe. Der
Beschwerdeführer erleide aus dem Wechsel in eine angepasste Hilfstätigkeit, die ihm
zu 100% zumutbar sei, keine oder höchstens eine geringfügige Erwerbseinbusse.
Damit sei der Rentenanspruch zu Recht abgewiesen worden.
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B.c Mit Replik vom 18. April 2007 bestätigte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers sein Rechtsbegehren und legte unter anderem dar, die
Beschwerdegegnerin argumentiere widersprüchlich. Zum einen werde ausgeführt, dass
der Beschwerdeführer für alle Arbeiten mit Mehlen 100% arbeitsunfähig sei. Der
Beschwerdeführer habe aber ausdrücklich darauf hingewiesen, dass er mit den
Hilfsmitteln seine Arbeit als Bäcker doch weiter ausüben könne. Zwar leide darunter
sein finanzielles Einkommen. Es wäre somit nur recht und billig, wenn ihm mit einer IV-
Rente (50%) diese Einbusse ausgeglichen werden könnte. Der Beschwerdeführer habe
bereits versucht, sich in anderen Berufen wie Hauswart oder als
Aussendienstmitarbeiter der Lebensmittelbranche zu betätigen, doch ohne Erfolg. Das
Alter von 54 Jahren sei in der Arbeitswelt ein Handicap. Auch als Hilfsarbeiter werde er
kaum eine Chance für eine Anstellung haben. Als Bäcker habe der Beschwerdeführer
vor den krankheitsbedingten Ausfällen immer ein steigendes Einkommen gehabt. Es sei
deshalb anzunehmen, dass er ohne die Invalidität sein Einkommen bei etwa 90'000.--
Franken hätte halten können. Die Zahlen, welche die Beschwerdegegnerin anführe, mit
Jahreseinkommen von Fr. 39'700.-- oder Fr. 52'400.-- würden immer auch die Zahlen
aus der Liegenschaftenrechnung enthalten. Es sei keine separate
Liegenschaftenrechnung erstellt worden. Die von Jahr zu Jahr unterschiedlichen
Liegenschaftsunterhaltskosten, der Eigenmietwert oder die Hypothekarzinsen hätten
aber mit dem Einkommen aus der Bäckertätigkeit nichts zu tun. Fairerweise sei der
Umsatz aus der Bäckertätigkeit zu berücksichtigen. Dieser sei durch die Invalidität des
Beschwerdeführers stark beeinflusst worden. Der Grundsatz "Eingliederung vor Rente"
bedeute nicht, dass jemand in eine 100%-Hilfstätigkeit eingestuft werde und ihm keine
Erfolgsaussichten in einer Umschulung attestiert würden. Wenn der Beschwerdeführer
als selbstständiger Bäcker mit Hilfsmitteln in reduziertem Umfang tätig sein könne, so
gelte es, diese Option der Eingliederung zu berücksichtigen und mit einer Teilrente den
finanziellen Ausgleich zu ermöglichen.
B.d Die Beschwerdegegnerin bestätigte am 26. April 2007 ihren Standpunkt und
verzichtete auf eine Duplik.

Erwägungen:
1.
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Nach Art. 28 Abs. 1 IVG in der ab 1. Januar 2004 bis 31. Dezember 2007 gültig
gewesenen, hier anwendbaren Fassung besteht der Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente. Für die
Bestimmung des Invaliditätsgrades wird nach Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der
Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden
hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und
einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen
ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im
Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte
miteinander zu vergleichen. Lassen sich die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommmen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an
die spezifische Methode für Nichterwerbstätige (Art. 27 IVV) ein Betätigungsvergleich
anzustellen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen
der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu
bestimmen. Der grundsätzliche Unterschied des ausserordentlichen
Bemessungsverfahrens zur spezifischen Methode besteht darin, dass die Invalidität
nicht unmittelbar nach Massgabe des Betätigungsvergleichs als solchem bemessen
wird. Vielmehr ist zunächst anhand des Betätigungsvergleichs die leidensbedingte
Behinderung festzustellen; sodann aber ist diese im Hinblick auf ihre erwerbliche
Auswirkung zu gewichten. Eine bestimmte Einschränkung im funktionellen
Leistungsvermögen eines Erwerbstätigen kann zwar, braucht aber nicht
notwendigerweise eine Erwerbseinbusse gleichen Umfanges zur Folge zu haben (vgl.
Art. 4 Abs. 1 IVG; BGE 104 V 135; AHI 1998, 119; BGE 128 V 29).
2.
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2.1 Im Antragsformular erklärte der Beschwerdeführer, in seinem Alter sei es
voraussichtlich schwierig, eine Arbeit zu finden; mit einer Rente könne er in seiner
Bäckerei reduziert weiter arbeiten (IV-act. 1-7/8). Dr. med. B._, Pneumologie FMH,
diagnostizierte im Gutachten vom März 2005 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine Bäckerrhinitis, eine starke Sensibilisierung auf Biomehle, eine Kontakturtikaria auf
Mehle sowie anamnestisch rezidivierende Handekzeme. Der Arzt kam zum Schluss,
dass für alle Arbeiten mit Mehlen eine volle Arbeitsunfähigkeit bestehe. Weitere
Arbeiten mit Mehlen seien nicht zumutbar; eine Nichteignungsverfügung sei
auszusprechen. Ab 2002 habe wiederholt eine mehr als 50%ige Arbeitsunfähigkeit
wegen der arbeitsbedingten respiratorischen Beschwerden bestanden. Ab ca. 2000 sei
die Arbeitsfähigkeit zu ca. 20% eingeschränkt gewesen. In einer "Tätigkeit ohne Mehle"
sei der Versicherte zu 100% arbeitsfähig (IV-act. 22). Der IV-Berufsberater berichtete
am 28. November 2005, beim Beschwerdeführer bestehe die Tendenz, in seinem Beruf
bleiben zu wollen. Dr. B._ habe ihn (den Berufsberater) auf Anfrage informiert, dass
eine weitere Berufstätigkeit als Bäcker aus allergologischer Sicht ohne weiteres zu
vertreten sei; er könne mit einem Frischlufthelm arbeiten, wenn dies arbeitstechnisch
machbar sei. Dieser Frischlufthelm habe sich beim Ausprobieren als gute Lösung
erwiesen. Nach längerer Überlegung und Auseinandersetzung mit adaptierten
Tätigkeiten habe sich der Beschwerdeführer entschieden, mit entsprechenden
Hilfsmitteln in seinem Beruf zu bleiben. Dieser gefalle ihm nach wie vor. Für
intellektuelle Berufe würden ihm die Fähigkeiten und die Motivation fehlen. Für
handwerkliche Berufe seien die Auswirkungen auf seine Finger und seinen Rücken
unsicher. Auch mit einer Umschulung wäre seine berufliche Zukunft unsicher. Die
Aufgabe und der Verkauf des Geschäfts hätten sodann finanzielle Verluste zur Folge.
Der Beschwerdeführer könne mit dem Frischlufthelm (bzw. mit kleineren
Gesichtsmasken für kürzere Tätigkeiten) den Beruf als selbständiger Bäcker
weiterführen. Es sei ihm bewusst, dass seine Leistungsfähigkeit um ca. 30%
eingeschränkt sein werde (IV-act. 29). Am 8. Februar 2006 gab der Beschwerdeführer
der Beschwerdegegnerin bekannt, mit der Hilfsmittel-Ausrüstung auf dem Rücken sei
die Arbeit sehr umständlich. Sodann sei dadurch der Sichtwinkel reduziert. Hinzu
kämen die Schmerzen in den Handgelenken (IV-act. 36). Dr. A._ attestierte im Bericht
vom 14. Juni 2006 einen konstanten Gesundheitszustand. Mit den Hilfsmitteln könne
der Beschwerdeführer mit ca. 40%iger Einschränkung arbeiten (IV-act. 41). Am 6.
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Oktober 2006 führte die Beschwerdegegnerin eine Abklärung an Ort durch. Aufgrund
eines Betätigungsvergleichs ermittelte sie eine Einschränkung in der selbstständigen
Tätigkeit als Bäcker von 24%. Mit einem Einkommensvergleich errechnete sie eine
invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse von 16% (IV-act. 48).
2.2 Der Beschwerdeführer lässt den von der Beschwerdegegnerin vorgenommenen
Betätigungsvergleich beanstanden und ausführen, wenn unter "Backstubenarbeit",
welche rund 80% der Arbeitstätigkeit ausmache, die Arbeitsfähigkeit mit 56%
eingesetzt werde, so sei dies viel zu hoch. Die Arbeitsfähigkeit könne höchstens 30%
sein. Es sei eine neue Abklärung bezüglich des Betätigungsvergleichs zu erstellen. Vor
allem sei die Arbeitsfähigkeit in der Backstube neu abzuklären (act. G 1 S. 3). Dazu ist
festzuhalten, dass Dr. B._ zum einen im Bericht vom März 2005 eine volle
Arbeitsunfähigkeit als Bäcker mit allergiebedingter Nichteignung für diesen Beruf
bestätigt (IV-act. 22), zum anderen jedoch dem IV-Berufsberater offenbar mündlich
erklärt hatte, mit Frischluftmaske sei eine weitere Tätigkeit als Bäcker zumutbar (IV-act.
29). Hiebei äusserte er sich allerdings nicht zur Frage, in welchem Umfang eine
zumutbare Arbeitsfähigkeit gegeben wäre. Dr. A._ bescheinigte demgegenüber am
14. Juni 2006 eine 40%ige Einschränkung bei der hilfsmittelunterstützten Arbeit als
Bäcker. Der Arzt führte aus, die Hilfsmittel würden zwar die allergische Reaktion der
Nase vermindern; anderseits sei jedoch durch die physikalischen Behinderungen das
Arbeitstempo reduziert. Deshalb könne er auch nicht kurzfristig Aufträge annehmen,
was den Umsatz langfristig reduziere (IV-act. 41). Die Beschwerdegegnerin ging beim
Betätigungsvergleich bei der Backstubenarbeit (Anteil 80%) von einer Einschränkung
von 30% aus und kam so auf die erwähnte Arbeitsfähigkeit von 56% (Anteil von 80% x
0.7). Weder die Einschränkung von 30%, wie sie die Beschwerdegegnerin
zugrundelegte, noch die vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers geltend
gemachte 70%-Einschränkung (act. G 1 S. 3) sind durch ärztliche Akten bestätigt. Wird
die von Dr. A._ - und vom Beschwerdeführer selbst (IV-act. 36) - postulierte
Einschränkung von 40% als Basis des Betätigungsvergleichs genommen, so ergibt
sich für den Backstubenbereich eine Arbeitsfähigkeit von 48% (Anteil von 80% x 0.6)
und insgesamt, d.h. einschliesslich der unbestrittenermassen nicht eingeschränkten
Bereiche Administration und Auslieferung/Verpackung eine solche von 68%. Unter
diesen Umständen erscheint eine 40%ige Einschränkung der Erwerbsfähigkeit nicht
ausgewiesen, auch wenn der Betätigungsvergleich anhand eines
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Einkommensvergleichs erwerblich gewichtet würde (vgl. Kreisschreiben über Invalidität
und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], in der ab 1. Januar 2004 gültigen
Fassung, Rz 3114, 3315 zur ausserordentlichen Bemessungsmethode). Ein
Rentenanspruch entfällt demgemäss. Aus dem vom Rechtsvertreter geltend
gemachten Umstand, dass die Umsatzzahlen in den Jahren 2001 bis 2005 um rund
50% gesunken sind (act. G 1, S. 3), kann insofern keine zusätzliche erwerbliche
Einschränkung abgeleitet werden, als die Ursachen von Umsatzentwicklungen bzw.
Rückgängen in der Regel vielschichtig sind. So hatte der Beschwerdeführer nach
seinen Angaben vor 2003 immer mit einem Angestellten zusammengearbeitet (IV-act.
48-9/10); es erscheint naheliegend, dass dessen Weggang sich auf den Umsatz
auswirkte. Im Übrigen fehlen vollständige und aussagekräftige
Buchhaltungsgrundlagen in den Akten, um einen allgemeinen Einkommensvergleich
durchzuführen (vgl. zur Bemessungsmethode BGE 128 V 30 f). Die unvollständigen
Buchhaltungsunterlagen (vgl. IV-act. 8 und 44) belegen höchstens, dass der Umsatz
zurückgegangen ist, nicht aber, dass sich deswegen das durchschnittliche Einkommen
aus selbstständiger Erwerbstätigkeit in den letzten Jahren massgeblich, d.h. um
mindestens 40% reduziert hätte. So korrespondiert der höchste Betriebsgewinn im
Jahr 2001 von Fr. 92'668.60 mit einem relativ niedrigen Umsatz von rund Fr. 244'000.--
(IV-act. 8-1,2/6). Die jeweiligen Betriebsergebnisse vor- und nachher waren bedeutend
tiefer. Eine Einkommenseinbusse von mindestens 40% ist daher auch aufgrund der
vorhandenen Buchhaltungsunterlagen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
ausgewiesen. Auch von daher entfällt ein Rentenanspruch.
2.3 Bei diesem Ergebnis erübrigt es sich zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer im
Rahmen der ihm obliegenden Selbsteingliederungspflicht zuzumuten sei, das Geschäft
aufzugeben und eine Hilfsarbeit anzunehmen, wie die Beschwerdegegnerin in der
Beschwerdeantwort geltend macht. Immerhin sei dazu angemerkt, dass der
Beschwerdeführer mit langjähriger selbstständiger Erwerbstätigkeit kaum einfach in
eine Hilfsarbeitertätigkeit verwiesen werden dürfte und somit, sofern er dies
beanspruchen würde, wohl Anspruch auf berufliche Massnahmen hätte. Da aber der
Invaliditätsgrad unter 40% liegt und berufliche Massnahmen nicht Gegenstand der
angefochtenen Verfügung sind, ist diese Frage nicht weiter zu prüfen.
3.
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Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Der
vollumfänglich unterliegende Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten zu tragen.
Diese bemessen sich nach dem Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Dementsprechend erscheint eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG