Decision ID: 41514699-94b2-45b1-b4ad-d3068dbb7aeb
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Eheschutz (Wohnungszuteilung, Unterhaltsbeiträge)
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 3. Abteilung, vom 13. November 2012 (EE120336)
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Rechtsbegehren: (Urk. 12 S. 1)
" 1. Es sei den Parteien das Getrenntleben auf unbestimmte Zeit zu bewilligen und es sei festzuhalten, dass die Parteien bereits seit dem 17. August 2012 getrennt leben;
2. Es sei die eheliche Wohnung an der C._-Strasse ..., D._ samt Hausrat und Mobiliar der Gesuchstellerin zur  Benützung zuzuweisen;
3. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, spätestens per Ende Oktober 2012 aus der Wohnung C._-Strasse ..., D._, auszuziehen;
4. Es sei die Gütertrennung anzuordnen; 5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt) zu
Lasten des Gesuchsgegners."
Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 3. Abteilung, vom 13. November 2012:
(Urk. 27 = Urk. 32)
1. Der Gesuchstellerin wird das Getrenntleben bewilligt. Es wird vorgemerkt,
dass die Parteien seit dem 17. August 2012 und weiterhin auf unbestimmte
Zeit getrennt leben.
2. Die eheliche Wohnung an der C._-Strasse ... in D._ wird, inkl.
Hausrat und Mobiliar, für die Dauer des Getrenntlebens der Gesuchstellerin
zur alleinigen Benützung zugewiesen.
3. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, die eheliche Wohnung an der
C._-Strasse ... in D._ spätestens per 30. November 2012 zu ver-
lassen.
4. Es werden gegenseitig keine Unterhaltsbeiträge zugesprochen.
5. Es wird die Gütertrennung mit Wirkung ab 4. Oktober 2012 angeordnet.
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6. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 1'500.00 ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 150.00 Übersetzungen.
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
7. Die Kosten werden dem Gesuchsgegner auferlegt.
8. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 2'000.00 zu bezahlen (inkl. 8% Mehrwert-
steuer).
9. [Schriftliche Mitteilung]
10. [Rechtsmittel]
Berufungsanträge: (Urk. 31 S. 2)
" Die Sache sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück zu weisen, mit Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ."
Eventualantrag: " 1. In Abänderung von Ziff. 2 sei die eheliche Wohnung an der C._-Str. ... in D._ dem Berufungskläger zuzuteilen.
2. Die Berufungsbeklagte sei zur Bezahlung von Unterhaltsbeiträgen an den Berufungskläger von monatlich Fr. 750.– zu verpflichten.
Alles mit Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ."
Prozessualer Antrag: " Es sei dem Berufungskläger die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und ihm in der Person des Unterzeichneten [Rechtsanwalt lic. iur. X._] ein unentgeltlicher Rechtsbeistand beizugeben."
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Erwägungen:
1. Sachverhalt / Prozessgeschichte
1.1. Mit Eingabe vom 4. Oktober 2012 machte die Gesuchstellerin und Beru-
fungsbeklagte (fortan Gesuchstellerin) bei der Vorinstanz ein Eheschutzbegehren
mit eingangs wiedergegebenen Begehren anhängig (vgl. Urk. 1). Mit Urteil vom
13. November 2012 entschied die Vorinstanz gemäss vorstehend wiedergegebe-
nem Dispositiv (Urk. 27 = Urk. 32).
1.2. Mit fristgerechter Eingabe vom 21. Dezember 2012 erhob der – mittlerweile
rechtlich vertretene – Gesuchsgegner und Berufungsbeklagte (fortan Gesuchs-
gegner) Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 13. November 2012
(Urk. 31).
1.3. Mit Verfügung vom 21. Januar 2013 wurde der Gesuchstellerin Frist zur
Beantwortung der Berufung angesetzt (Urk. 35).
2. Vergleich
2.1. Mit Eingabe vom 1. Februar 2013 liess die Gesuchstellerin durch ihre
Rechtsvertreterin mitteilen, dass sich die Parteien hätten einigen können und liess
folgende Vereinbarung vom 30. Januar 2013 einreichen (Urk. 36 und Urk. 37):
" I. Die Parteien beantragen dem Gericht gemeinsam, es sei das Eheschutzurteil des Bezirksgerichts Zürich vom 13. November 2013 (EE120336-L) wie folgt abzuändern:
Anstelle von Dispositiv-Ziffer 2:
Die eheliche Wohnung an der C._-Str. ... in D._ wird, inkl. Hausrat und Mobiliar, für die Dauer des Getrenntlebens dem Gesuchsgegner zur alleinigen Benützung überlassen. Der Gesuchsgegner verpflichtet sich, für die Wohnkosten alleine aufzukommen.
Anstelle von Dispositiv-Ziffer 3:
Der Gesuchsgegner verpflichtet sich, der Gesuchstellerin auf erstes  hin folgende persönliche Gegenstände auszuhändigen:
- Sämtliche Kleidungsstücke der Gesuchstellerin - Sämtliche Bücher der Gesuchstellerin - Sämtliche Bilder und Skulpturen der Gesuchstellerin
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Anstelle von Dispositiv-Ziffer 4:
Die Gesuchstellerin verpflichtet sich, dem Gesuchsgegner monatliche Unterhaltsbeiträge von CHF 500.– zu bezahlen, zahlbar auf den 1. eines jeden Monats, erstmals per 1. März 2013, für die Dauer der Arbeitslosigkeit des , längstens aber bis Ende Juli 2013.
In Ergänzung von Dispositiv-Ziffer 5:
Die Parteien verpflichten sich, die noch ausstehenden Steuerschulden für das Steuerjahr 2011 im Verhältnis 2:1 (Gesuchstellerin/Gesuchsgegner) zu übernehmen.
Anstelle von Dispositiv-Ziffer 7:
Die Parteien übernehmen die Gerichtskosten des erstinstanzlichen  je zur Hälfte.
Anstelle von Dispositiv-Ziffer 8:
Die Parteien verzichten gegenseitig auf Parteientschädigung.
II. Die Parteien übernehmen – unter Hinweis auf das Gesuch des Gesuchsgegners um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege – die Gerichtskosten des  Verfahrens (LE120088-O) je zur Hälfte und verzichten gegenseitig auf eine .
Verlangt eine Partei die Begründung des Urteils so trägt sie die dadurch  Mehrkosten alleine.
III. Abschliessend beantragen die Parteien, es sei das Berufungsverfahren vor  des Kantons Zürich (LE120088-O) in Folge vollständiger Einigung der Parteien als erledigt abzuschreiben."
2.2. Ein Vergleich hat die Wirkung eines rechtskräftigen Entscheides (Art. 241
Abs. 2 ZPO). Der Prozess ist demzufolge abzuschreiben (Art. 241 Abs. 3 ZPO).
3. Unentgeltliche Rechtspflege
Der Gesuchsgegner stellt für das Berufungsverfahren Antrag auf Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 31 S. 2). Das vorliegende Verfahren war nicht
aussichtslos und der Gesuchsgegner war als juristischer Laie auf rechtlichen Bei-
stand angewiesen. Deshalb sowie aufgrund der dargelegten finanziellen Verhält-
nisse (vgl. Urk. 31 S. 5 und Urk. 33/1) ist dem Gesuchsgegner, der zur Zeit ein
Einkommen von lediglich Fr. 2'802.– pro Monat erzielt, die unentgeltliche Rechts-
pflege für das Berufungsverfahren zu bewilligen und Rechtsanwalt lic. iur.
X._ als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen.
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4. Kosten- und Entschädigungsfolgen
4.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist gestützt auf § 5 Abs. 1,
§ 6 Abs. 2 lit. b, § 10 Abs. 1 sowie § 12 Abs. 1 und 2 der Gebührenverordnung
des Obergerichts vom 8. September 2010 (GebV OG) auf Fr. 1'200.– festzulegen.
4.2. Entsprechend dem gegenseitigen Verzicht der Parteien sind keine Partei-
entschädigungen zuzusprechen (vgl. Urk. 37).