Decision ID: 97ebb3d6-3d64-4045-9b72-4b139e847970
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren am 2
7.
September 1974 und Mutter dreier 1994, 2002 und 2008 geborener Kinder (
Urk.
6/9), arbeitete seit
1.
Juni 2013 in einem Vollpensum zu 44 Stunden die Woche als Verkäuferin in einem Tankstellenshop der
Z._
GmbH und gleichzeitig seit
1.
Mai 2014 zu einem Pensum von 20
%
als Reinigerin bei der
A._
AG
(
Urk.
6
/49/1-2
)
. Am 2
5.
Februar 2016 wurde sie auf dem Fussgängerstreifen von einem Auto angefahren
(
Urk.
6/22/8-9)
und erlitt eine Rissquetschwunde
fronto
-temporal mit nicht dislo
zierter Fraktur des
Orbitadachs
rechts mit Ausdehnung ins Os frontale rechts sowie eine dislozierte Fraktur des medialen
Klavikuladrittels
rechts, was notfall
mässig i
m Kantonsspital B._
behandelt wurde. Nach stationärer Überwachung für eine Nacht konnte die
Versicherte
in die hausärztliche Versor
gung zu
Dr.
m
ed. C._
, FMH für Allgemeine Medizin, entlassen werden (Austrittsbericht vom
9.
März 2016,
Urk.
6/
22/25
ff.
).
Im weiteren Verlauf klagte
X._
über Schulterschmerzen rechts, Beschwerden im
d
istors
ierten
MCP-Gelenk
Dig
. I rechts
und
Konzentrationsstörungen
(vgl.
Urk.
6/22/81
f
f.).
Im
Mai 2016
nahm
die Versicherte ihre Arbeit als Reinigungskraft schrittweise
,
anfänglich zu 50
%
wieder
auf (
vgl.
Urk.
6/22/374)
, kündigte diese Stelle indes per Ende
November
2016 aus gesundheitlichen Gründen (
Urk.
6/22/269
). Als Verkäuferin im Tankstellenshop war eine teilzeitliche Wiederaufnahme der Tätig
keit im April 2016 erfolgt, wobei die Arbeitsfähigkeit nie über 70
%
hinaus gesteigert werden konnte
(vgl.
Urk.
6/22/373)
. Am
3.
Juli 2017 untersuchte
Dr.
me
d. D._
, Fachärztin Neurochirurgie und Suva-Kreisärztin,
die Ver
sicherte (
Urk.
6/17/5-11)
. Sie befürwortete eine Steigerung des Arbeitspensums als Verkäuferin von sechs auf sieben Stunden pro Tag, was sich in der Folge auch aus arbeitsorganisatorischen Gründen als schwierig umsetzbar zeigte (vgl. Besprechungen mit der Arbeitgeberin,
6/22/384 ff.,
Urk.
6/17)
, wobei die
Z._
GmbH der Versicherten schliesslich am 2
4.
Oktober 2017 per Ende 2017 kündigte (
Urk.
6/22/43
4
).
2.
Am 2
2.
November 2017
meldete sich
X._
unter Hinweis auf die Unfallfolgen bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/18 f.).
Die IV-Stelle zog die Akten der für den Unfall vom 2
5.
Februar 2016 zuständigen Unfallversicherung,
der
Suva, (
Urk.
6/17,
Urk.
6/22/1-490,
Urk.
6/40-41) sowie einen Auszug a
us dem Indivi
duellen Konto (IK,
Urk.
6/24)
bei
und prüfte berufliche Eingliederungsmass
nahmen (
Urk.
6/25
,
Urk.
6/52
)
. Am 2
6.
September 2018 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, sie bei der Stellensuche in Form eines Assessments durch
das E._
bis zum 2
2.
November 2018 zu unterstützen (
Urk.
6/51).
In der Folge
konnte in einem
Alterszentrum ein Arbeits
training für die Dauer vom 1
0.
Dezember 2018 bis
7.
Juni 2019 vermittelt werden (
Urk.
6/55),
im Anschluss daran ein vom
3.
Juni 2019 bis
2.
Dezember 2019 dauer
nder Arbeitsversuch in einer F._
Filiale (Mitteilung vom 2
8.
Mai 2019,
Urk.
6/73). Während dieser Zeit erhielt
die
Versicherte ein IV-Taggeld (
Urk.
6/58,
Urk.
6/74
). Mit Mitteilung vom 2
7.
November 2019 wurden die Eingliederungs
massnahmen per
3.
Dezember 2019 abgeschlossen (
Urk.
6/86; Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung vom 2
7.
November 2019,
Urk.
6/87
; Abschlussbericht
E._
vom 1
1.
Dezember 2019,
Urk.
6/90
).
Zur Prüfung eines Rentenan
spruchs zog die IV-Stelle die neu ergangenen Suva-Akten bei (
Urk.
6/89/1-180,
Urk.
6/101/1-72), holte beim Hausarzt
Dr.
C._
den Bericht vom
4.
Februar 2020 ein (
Urk.
6/94/1-3, unter Beilage verschiedener Konsiliarberichte:
Urk.
6/94/4-6,
Urk.
6/95-96) und beauftragte die
G._
AG mit der polydis
ziplinären Begutachtung der Versicherten (
Urk.
6/106). Nach Eingang des inter
disziplinären Gutachtens vom
5.
Oktober 2020 (
Urk.
6/117/1-58)
ersuchte der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der IV-Stelle um ergänzende
Angaben zur Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6/126/6), dem der federführende Gutachter sowie die neurologische Gutachterin mit Schreiben vom 1
9.
Oktober 2020 nachkamen (
Urk.
6/120). Schliesslich nahm RAD-Arzt
Dr.
med. H._
, Facharzt für Chirur
gie, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie sowie zertifizierter medizinischer Gutachter SIM
,
am 2
7.
November 2020 aus medizinischer Sicht Stellung (
Urk.
6/126/6-11). Gestützt auf diese Aktenlage sowie nach Zustellung des Vorbescheids (
Urk.
6/128; vgl.
Urk.
6/129) sprach die IV-Stelle der Versicherten mit
Verfügungen vom 2
0.
April 2021 und 1
0.
Mai 2021 rückwirkend ab
1.
Dezember 2019 und gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 40
%
eine Viertelsrente der Invalidenversicherung zu (
Urk.
2
/1-2
). Dabei passte sie den Taggeldbezug im Dezember 2019 rückwirkend an (
Urk.
6/155).
3.
Die
Suva
ihrerseits sprach
X._
für die Unfallfolgen mit Einspracheentscheid vom 2
9.
September 2020 ab
1.
September 2020 eine Invali
denrente basierend auf einer Erwerbsunfähigkeit von 29
%
sowie eine Integri
tätsentschädigung
im Ausmass einer 2
0%igen Einb
usse
zu (
Urk.
6/116). Die dagegen eingereichte Beschwerde, angelegt unter der Prozessnummer UV.202.00247,
heisst das hiesige Gericht mit Urteil heutigen Datums teilweise gut und spricht der Versicherten nebst einer
um 15
%
höheren Integritätsentschä
digung eine Invalidenrente basierend auf
einer Erwerbsunfähigkeit von 4
1
%
zu.
4.
Gegen die Rentenverfügungen
der IV-Stelle
vom 2
0.
April und
1
0.
Mai 2021 erhob
X._
mit Eingabe vom 2
1.
Mai 2021 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, in Aufhebung der Verfügungen sei die IV-Rente bereits ab
1.
Mai 2018
zuzusprechen und mindestens auf eine halbe Rente anzuheben (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Vernehmlassung vom 3
0.
Juni 2021 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), was der Beschwerdeführerin zur Kenntnis gelangte (
Urk.
7).
Auf die Ausführungen der Parteien sowie die vorliegenden Akten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Zudem muss der Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 1
0.
Juni 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen).
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen
(BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_77/2021 vom 20. April 2021 E. 3 mit Hinweisen).
2.
2.1
2.1.1
Die Beschwerdeführerin wurde am 1
7.
und 1
8.
August 2020 durch
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Rheumatologie
/Innere Medizin, med.
pract
.
J._
, Fachärztin
für
Neurologie, und
Dr.
med. K._
, Assistenzarzt Neurologie,
Dr.
med. univ. L._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
M
Sc
M._
, Neuropsychologin
, sowie
Dr.
med. O._
, Facharzt
für
Allge
meine Innere Medizin, gutachterlich untersucht (
Urk.
6/117/1-2). Sie diagnosti
zierten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
6/117/8)
:
-
Leicht- bis mittelgradige neuropsychologische Störung (ICD-10 F06.7)
-
vordergründig Defizite im Aufmerksamkeitsbereich, der
konzentrativen
Belastbarkeit und der Daueraufmerksamkeit sowie im mnestischen B
ereich
-
n
ach leichter traumatischer Hirnverletzung am 25.0
2
.2016 (Verkehrs
unfall als Fussgängerin) (ICD-10 S06.33)
-
mit nicht dislozierter
Orbitadachfraktur
rechts und Rissquetsch
wunde supraorbital rechts (ICD-10 S02.1)
-
Kernspintomografischer Nachweis von
Hämosiderinablagerung
im
Gyrus
frontalis
superior
rechts und
Gyrus
frontalis
inferior rechts
(MRI
Neurokranium
vom 24.02.2017)
-
Chronische Schulterbeschwerden rechts (ICD-10 M25.81)
-
Periarthropathia
humeroscapularis
tendinotica
rechts vom SSP-Typ mit
subacromialem
Impingement
(ICD-10 M75.4)
-
leichte bis moderate
Tendinopathie
der
Supraspinatussehne
mit Verdacht auf gelenkseitige Partialruptur (
Arthro
-MRI Schulter rechts 15.11.2016) (ICD-10 M75.1)
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beurteilten sie (1) eine Hypästhesie im Versorgungsgebiet des
Nervus
supraorbitalis
rechts: ICD-10 R20.1, (2) ein anhal
tender Kopfschmerz, zurückzuführen auf eine traumatische Verletzung des Kopfes: ICD-10 G44.3, (3) anamnestisch ein chronisches Schmerzsyndrom MCP I links: ICD-10 M25.5, (4) eine lang-/tiefgezogene thorakale Hyperkyphose mit rechtsbetonter
Scapula
alata
und Haltungsinsuffizienz: ICD-10 R29.3, (5) den Status nach diskretem Nikotingebrauch, ca. 5-10
Packyears
: ICD-10 Z72.0 sowie eine diskrete
euthyreote
Struma
diffusa
rechts: ICD-10 E04.0.
2.1.2
In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung hielten die Gutachter fest, dass sich aus allgemein-internistischer und psychiatrischer Sicht keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit finden liesse
n
. Aus rheumatologischer Sicht bestünden eine
Perioarthropathia
humeroscapularis
tendinotica
rechts vom
Supraspinatustyp
mit (akten-)anamnestischem
subacromialem
Impingement
und leichter bis moderater
Tendinopathie
der
Supraspinatussehne
mit Verdacht auf eine gelenkseitige Partialruptur (
Arthro
-MRI Schulter rechts 15.11.2016), ein Zustand nach Impression der
ossären
Ansätze des radialen Seitenbandes MCP I links (Erstdiagnose 11/17), nach konservativer Therapie einer nach
anterior
dislozierten
Mehrfragmentfraktur
des medialen
Claviculadrittels
rechts vom 2
5.
Februar 2016 sowie eine lang-/tiefgezogene thorakale Hyperkyphose mit rechtsbetonter
Scapula
alata
und Haltungsinsuffizienz. Dadurch bestünden qualitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit: Aufgrund der von der Versicherten beklagten chronisch persistierenden Schulterbeschwerden rechts sei das Heben/Tragen schwerer Lasten mit der rechten oberen Extremität über Hüft
höhe zu vermeiden. Die anamnestisch chronischen Schmerzen im MCP I links führten zu einer Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit bezüglich kraftanfordernder manueller Tätigkeiten links. In der von der Beschwerdeführerin zuletzt ausgeübten Tätigkeit als stellvertretende Leiterin eines Tankstellenshops, bei welcher es sich gemäss IV-Akten um eine körperlich leichte Tätigkeit gehan
delt habe, in der im Nebenerwerb ausgeübten Tätigkeit als Raumpflegerin sowie in körperlich leichten bis mittelschweren beruflichen Tätigkeiten ohne Heben/Tragen schwerer Lasten mit der rechten oberen Extremität über Hüfthöhe und ohne kraftanfordernde manuelle Tätigkeiten links bestehe aus rheumatolo
gischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Aus neurologischer Sicht werde eine leicht- bis mittelgradige neuropsychologische Störung nach leichter trauma
tischer Hirnverletzung vom 2
5.
Februar 2016 mit nicht dislozierter
Orbitadach
fraktur
rechts und Rissquetschwunde supraorbital rechts sowie kernspintomo
graphischem Nachweis von
Hämosiderinablagerungen
im
Gyrus
frontalis
superior
rechts und im
Gyrus
frontalis
inverior
rechts (MRI
Neurocranium
24.02.17) diagnostiziert. Es bestünden vordergründig Defizite im Aufmerksam
keitsbereich, in der
konzentrativen
Belastbarkeit, der Daueraufmerksamkeit sowie im mnestischen Bereich. Aufgrund der neuropsychologisch objektivierten leichten bis
mässiggradigen
neuropsychologischen Störung werde aus neurolo
gischer Sicht von einer Arbeitsfähigkeit von 0
%
in der von der Beschwerdefüh
rerin zuletzt ausgeübten beruflichen Tätigkeit als stellvertretende Leiterin eines Tankstellenshops mit Arbeiten unter Zeitdruck ausgegangen. Die Tätigkeit als «selbständig erwerbstätige» Raumpflegerin werde aus neurologischer Sicht als leidensangepasst eingestuft. Als leidensadaptierte Tätigkeiten würden Arbeiten
ohne Akkordarbeit (kein enges Zeitlimit und kein Zeitdruck), ohne erforderliches Erlernen komplizierter Abläufe, mit wenig Anspruch an eine längerfristige Konzentrationsfähigkeit und ohne jegliche Art von Druck, in reizarmer Umge
bung und ohne Ansprüche an eine schnelle und flexible Anpassungsleistung definiert. Zudem sollte bei einem vollschichtigen Arbeitspensum die Möglichkeit individuell angepasster Pausen gegeben sein. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit sei die Hypästhesie im Versorgungsgebiet des
N.
supraorbitalis
rechts bei Verdacht auf eine traumatische Durchtrennung von Ästen des
N.
supraorbitals
rechts nach leichter traumatischer Hirnverletzung mit nicht dislozierter
Orbitafraktur
rechts und supraorbitaler Rissquetschwunde rechts vom 2
5.
Februar 2016 sowie ein anhaltender Kopfschmerz nach traumatischer Verletzung des Kopfes.
2.1.3
Aus interdisziplinärer Sicht attestierten die Gutachter eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit in der von der Versicherten zuletzt ausgeübten Tätigkeit als stell
vertretende Leiterin eines Tankstellenshops ab dem Zeitpunkt des Unfallereignisses vom 2
5.
Februar 201
6.
In der aktuell ausgeübten Tätigkeit als Raumpflegerin sowie in anderen körperlich leichten bis mittelschweren beruflichen Tätigkeiten ohne Heben/Tragen schwerer Lasten mit der rechten oberen Extremität über Hüfthöhe, ohne kraftanfordernde manuelle Tätigkeiten links, ohne Akkordarbeit, ohne erforderliches Erlernen komplizierter Abläufe, mit wenig Anspruch an eine längerfristige Konzentrationsfähigkeit, ohne jegliche Art Druck, in reizarmer Umgebung und ohne Ansprüche an schnelle und flexible Anpassungsleistungen sei die Beschwerdeführerin arbeitsfähig. Bei einem vollschichtigen Arbeitspensum sollte die Möglichkeit individuell angepasster Pausen gegeben sein (
Urk.
6/117/9 f.).
2.1.4
Auf Nachfrage
des RAD-Arztes (
Urk.
6/126/6
,
Urk.
6/119
)
präzisierten
Dr.
I._
und med.
pract
.
J._
in ihrer Stellungnahme vom 1
9.
Oktober 2020 (
Urk.
9/20) Folgendes: Den
erhöhte
n
Pausenbedarf in einer leidensangepassten Tätigkeit würden sie mit 10 Minuten nach jeweils zirka einer Stunde bemessen. Aus neurologischer Sicht gingen sie - wie von der IV-Stelle ausgeführt - von einer Leistungsminderung von 15-20
%
in einer angepassten Tätigkeit aus. Diese Einschränkung könne seit der traumatischen Hirnverletzung am 2
5.
Februar 2016 angenommen werden. Weiterhin bestätigten sie eine vollständige Arbeits
unfähigkeit als
Tankstellenshopleiterin
und eine vollständige Arbeitsfähigkeit in der aktuell ausgeübten Tätigkeit als Raumpflegerin. In anderen - näher ausgeführten - angepassten beruflichen Tätigkeiten sei von einer um 15-20
%
geminderten Arbeitsfähigkeit auszugehen, bedingt durch die Notwendigkeit gehäufter und über das betriebsübliche Mass hinausgehender Pausen.
2.2
Den Begutachtenden lagen die bis zu diesem Zeitpunkt ergangenen, vollständigen Akten der Beschwerdegegnerin vor
(
Urk.
6/102)
, einschliesslich der Suva-A
kten und insbesondere der
Abschlussberichte der
E._
vom 1
3.
Dezember 2018, 1
9.
Juni 2019 (
Urk.
6/80) und vom 1
1.
Dezember 2019 (
Urk.
6/90)
betreffend Arbeitsvermittlung Plus und Coaching (vgl.
Urk.
6/117/55 f.
); diese
Arbeitsein
sätze
wurden von den Gutachtern denn auch mehrfach erwähnt (
Urk.
6/117/21,
Urk.
6/117/45
,
Urk.
6/118/2) und die Ergebnisse
mit Blick auf die im Vordergrund stehenden neuropsychologischen Defizite
interpretiert (
Urk.
6/118/8
). Zu den medizinischen
Vorakten
diskrepante Befunde wurden nicht gefunden und die geklagten Beschwerden umfassend berücksichtigt und interdisziplinär gewürdigt. Die Herleitung der Diagnosen sowie die Begründung ihrer Einschätzungen zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit erweisen sich als schlüssig. Damit kommt dem
G._
-Gutachten vom
5.
Oktober 2020 volle Beweiskraft zu (E. 1.5). Die Beschwerdeführerin
brachte denn auch keine substantiellen Einwände gegen die gutachterlichen Beurteilungen vor; ob eine Anstellung im Vollpensum «nur mit Pausen» unter Berücksichtigung eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes realistisch ist (vgl.
Urk.
1 S. 7 Ziffer 34), beschlägt keine von der medizinischen Fachperson zu beantwortende Frage.
2.3
Demzufolge ist, abstellend auf die gutachterlichen Einschätzu
ngen, davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführerin eine ihren Beeinträchtigungen ange
passte Tätigkeit (
vgl.
hinsichtlich
näherer
Umschreibung E. 2.1.3) zu einem vollen Pensum zumutbar ist, infolge eines überhöhten Pausenbedarfs jedoch
eine
Leistungseinbusse von 15 bis 20
%
besteht
,
der
praxisgemäss mit einer
gemitteten
(vgl. hierzu: Urteil des Bundesgerichts 8C_696/2010 vom
5.
Juli 2011 E. 4.3.3 mit Hinweisen)
17,5%-
igen
Arbeitsunfähigkeit
Rechnung zu tragen
ist.
Strittig und zu prüfen sind die erwerblichen Auswirkungen.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin ging von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
73'939.60
(bzw.
Fr.
73'969.62, vgl.
Urk.
6/125) aus
, basierend auf dem Durchschnitt der gemäss IK-Auszug abgerechneten Löhnen aus Haupt- und Nebenerwerb in den Jahren 2013 bis 2015 und entsprechend der Nominallohnentwicklung auf das Jahr 2019 hochgerechnet. Dem stellte sie ein Invalideneinkommen von F
r.
44'279.05 gegenüber, welches sie der vom Bundesamt für Statistik herausge
gebenen L
ohnstrukturerhebung
(LSE)
2016, Tabelle TA 1, entnahm und um 20
%
kürzte
. Aus der Gegenüberstellung errechnete sie eine Erwerbseinbuss
e
von
Fr.
29'690.50 bzw. ein Invaliditätsgrad von 40
%
, was Anspruch auf eine Viertelsrente ergab
(
Urk.
6/125,
Urk.
2 Beiblatt).
Dies ist im Ergebnis nicht zu beanstanden.
3.2
Wie bereits im Urteil UV.2020.00247 heutigen Datums ausgeführt (E. 5.3)
kann
gestützt auf die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin, der
Z._
GmbH, gegen
über der Suva davon
ausgegangen werden
, dass die Beschwerdeführerin bis ins Jahr 2020 monatlich
Fr.
4'500.-- verdient hätte, einschliesslich eines 1
3.
Monats
lohnes; hinsichtlich der weiterhin ausgeübten Nebenerwerbstätigkeit als Reinigungsfrau ist - ebenfalls gestützt auf die
Angaben der
Arbeitgeberin
A._
AG
- von einem solchen von
Fr.
1'580.--
monatlich
(Stand 2019; vgl.
Urk.
9/388/3 im Prozess Nr. UV.2020.00247) auszugehen. Dabei darf zugunsten der Beschwerdeführerin davon ausgegangen werden, dass sie ohne Unfall weiterhin beide Arbeitsstellen behalten hätte und ist gestützt auf das Gutachten festzuhalten, dass eine über ein Vollpensum hinausgehende Arbeits
leistung angesichts der Einschränkungen
medizinisch
nicht mehr zumutbar ist. Auch aus dem so ermittelten
Valideneinkommen
, Stand 2019, von
Fr.
77'460.-- (13 x F
r.
4'500.-- +
12 x
Fr.
1'580.--)
ergibt sich ein nicht relevant höherer Invaliditätsgrad von 42,84
%
([
Fr.
77'460.-- -
Fr.
44'279.05
] :
Fr.
7
7'460.--
x 100). Hierbei ist ausserdem zu vermerken, dass hinsichtlich des Invalidenlohnes ein Abzug vom statistischen Median in Höhe von 20
%
infolge erhöhtem Pausenbedarf nicht angezeigt ist (E. 2.3
; vgl. nachstehende E. 3.3.2
).
3.3
Hinsichtlich des herangezogenen Invalideneinkommens moniert die Beschwerde
führerin, dass vom statistischen Einkommen kein sogenannter Leidensabzug vorgenommen wurde (
Urk.
1 S. 7 Ziffer 35).
3.3.1
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf
die Lohnhöhe haben können (BGE
124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen ges
amthaft zu schätzen und darf 25
% nicht übersteigen (
vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2,
134 V
322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf
dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsf
ähigkeit eingeschränkt ist (BGE
126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (
BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemä
ss BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliege
nder erscheinen lassen (BGE 137 V
71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesam
thaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgericht
s
9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
3.3.2
Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführerin grundsätzlich ein volles Pensum zuzumuten ist und dem erhöhten Pausenbedarf mit einer Lohnminderung von höchstens 17,5
%
Rechnung zu tragen ist, besteht kein Anlass, die Leistungs
einschränkungen mit einem zusätzlichen Abzug zu berücksichtigen, ansonsten die gleiche Leistungsminderung doppelt angerechnet würde.
Das Anforderungs
profil an eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit (vgl. E. 3.2) erweist sich als nicht derart eingeschränkt, dass der Beschwerdeführerin mit ihrer beruflichen Erfahrung
keine Arbeitsstelle mehr
offen
stünde
oder nur mit aussergewöhnlichem Entgegenkommen eines Arbeitgebers, das sich lohnmindernd auswirken würde. Immerhin ist die Beschwerdeführerin auch in ihrem nebenerwerblich ausgeübten Beruf als Reinigungsfachfrau gemäss rheumatologischer Einschätzung grund
sätzlich vollzeitlich arbeitsfähig.
Weitere Faktoren, die unter Berücksichtigung des ausgeglichenen Arbeitsmarktes (zu diesem Begriff vgl.
BGE 134 V 64 E. 4.2.1; vgl. auch BGE 141 V 351 E. 5.2, 141 V 343 E. 5.2
) eine Lohneinbusse erwarten liessen, sind nicht zu erkennen und werden von der Beschwerdeführerin auch nicht vorgebracht.
3.4
Festzuhalten bleibt, dass grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3).
Gemäss der am 2
1.
April 2020
(und damit nach der beschwerdegegnerischen Invaliditätsbemessung
, aber vor Verfügungserlass
)
vom Bundesamt für
Statistik
publizierten LSE 2018
, Tabelle TA1_tirage_skill_level, betrug der standardisierte Zentralwert für Frauen im Kompetenzniveau 1
Fr.
4
’
371.-- monatlich, was hochgerechnet auf die durchschnittliche betriebsü
bliche Arbeitszeit 2019 von 41,7
Wochenstunden
und in Anpassung an die Nominallohnentwicklung (2018: 2'732; 2019: 2
’
759)
ein
en
Wert von
Fr.
5
5'221.60
ergibt
. Dieser reduziert um 17,5
%
ergibt
Fr.
45'
557.80
,
was
als Invalideneinkommen heranzuziehen ist. Aus der Gegenüberstellung mit dem
Valideneinkommen
von
Fr.
77'460.--
ergibt sich eine Einbusse von
Fr.
3
1'902.20
bzw. ein Invaliditätsgrad von 41,
18
%
. Dieser Wert berechtigt zu keinem höheren Rentenanspruch.
4.
Strittig und zu prüfen bleibt der Rentenbeginn (
Urk.
1 S. 6).
4.1
Nach
Art.
29 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach
Art.
29
Abs.
1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 1
8.
Altersjahres folgt (
Abs.
1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach
Art.
22 IVG beanspruchen kann. Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (
Abs.
3).
Zu beachten bleibt indes, dass gemäss
Art.
28
Abs.
1 lit. a
IVG
Eingliederungsmassnahmen dem Rentenanspruch
grundsätzlich
vorgehen.
Vor Beginn der Eingliederungs
massnahmen kann ein
Rentenanspruch
nur dann entstehen,
wenn die versicherte Person nach Ablauf der einjährigen Wartezeit noch nicht eingliederungsfähig ist (BGE 121 V 190
; Urteil des Bundesgerichts 9C_380/2021 vom 3
1.
Januar 2022 mit Hinweisen
).
Bis zum Antritt der taggeldbegründenden Eingliederungsmass
nahmen besteht unter gewissen Voraussetzungen Anspruch auf ein Wartetaggeld (
Art.
22
Abs.
7 lit. b IVG in Verbindung mit
Art.
18 IVV; vgl. auch BGE 116 V 86 E. 4). Die Ausrichtung eines Wartetaggeldes ist jedoch ausgeschlossen, soweit die versicherte Person Anspruch auf ein Taggeld der Arbeitslosenversicherung
hat
(
Art.
18
Abs.
4 IVV).
4.2
Die Beschwerdeführerin meldete sich im November 2017 (Eingangsdatum 2
2.
November 2017) zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/18
), womit die Rente -
sofern
die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt
sind
- frühestens ab
1.
Mai 2018 zur Auszahlung gelangt
. Zu diesem Zeitpunkt bestand
noch
kein
IV-
Taggeld
anspruch,
ein solcher entstand
erst ab 1
0.
Dezember 2018 mit Antritt des Arbeitstra
inings im Alterszentrum P._
und endete mit Abschluss der Eingliederungsmassnahmen am
3.
Dezember 2019 (
Urk.
6/55 f.,
Urk.
6/58-62
,
Urk.
6/74
)
.
Die Beschwerdeführerin war im Mai 2018
jedoch
schon seit längerem
eingliederungsfähig
: gemäss neuropsychologischem
Verlaufsuntersuchungs
bericht vom 1
5.
Juni 2018 (
Urk.
6/38)
betrug
die Arbeits
un
fähigkeit
dannzumal
zwischen 30-50
%
und rieten die Neurologin und
die
Neuropsychologin zu einem Belastbarkeitstraining im Hinblick auf eine berufliche Reintegration. Ferner hatte die Beschwerdeführerin ihre Tätigkeit in der Büroreinigung am
1.
J
anuar 2018 wieder
aufgenommen (
Urk.
6/33),
prüfte
die Beschwerdegegnerin seit dem Standortgespräch vom 1
5.
Dezember 2017 Eingliederungsmöglichkeiten (vgl.
Urk.
6/25
,
Urk.
6/
87
)
und
hatte sich die Beschwerdeführerin beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) angemeldet (
Urk.
6/29 f.)
, das in seinen Eingliederungsbemühungen auch mit den Fachpersonen der Beschwerdegegnerin zusammenarbeitete (vgl.
Urk.
6/31 f.,
Urk.
6/37,
Urk.
6/39
,
Urk.
6/88
)
.
Schliesslich
hatte
die Beschwerdeführerin
-
nebst dem
Bezug von
UV-Taggeld
ern
im Ausmass ihrer Arbeitsunfähigkeit (vgl.
Urk.
6/89/138;
Urk.
6/89/113)
-
offensichtlich Anspruch auf
Taggelder der Arbeitslosenversicherung
(vgl.
Urk.
6/29)
.
Aus diesen Ausführungen erhellt, dass im Mai 2018
gestützt auf
Art.
28
Abs.
1 lit. a IVG
noch kein Rentenanspruch entstehen
konnte, obwohl (noch)
kein
e
IV-(Warte-)Taggeld
er
zur Auszahlung gelangten. Der Rentenanspruch entstand
gemäss
Art.
29
Abs.
2 IVG mit
Beendigung des
IV-T
aggeldanspruchs
im Dezem
ber 201
9.
Damit erweist sich der verfügte Rentenbeginn
1.
Dezember 2019 als rechtens.
5.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Im vorliegenden Verfahren sind sie ermessensweise auf Fr. 800.-- anzusetzen und ausgangsgemäss der unterlie
genden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.