Decision ID: e09d73e2-c339-5dd8-b941-b1e85b1d642e
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 17. September 2010 zum Bezug von IV-Leistungen an und
brachte vor, an einem Nierentumor, einer Depression und Atembeschwerden zu leiden
(IV-act. 1). In Würdigung der Aktenlage gelangte RAD-Arzt Dr. med. B._, Facharzt
u.a. für Arbeitsmedizin, zur Auffassung, das Nierenkarzinom verhalte sich seit 2 Jahren
ruhig. Blasenentzündungen könnten therapiert werden. Das Schlafapnoe-Syndrom
werde erfolgreich mit einer nächtlichen Maskenbeatmung behandelt. Die arterielle
Hypertonie werde medikamentös eingestellt. Das leichte Karpaltunnelsyndrom der
rechten Hand könne behandelt werden. Hinzu komme eine Schwerhörigkeit. Da eine
Beurteilung des behandelnden Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie, noch
ausstehend sei, sei die psychische Situation, die entscheidend sein dürfte, noch unklar
(Aktennotiz vom 23. November 2010, IV-act. 32). Am 25. November 2010 ging bei der
IV-Stelle ein Bericht von Dr. C._ vom 1. November 2010 ein. Darin gab er an, der
Versicherte leide an einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischen
Symptomen (ICD-10: F32.11). Bezogen auf die angestammte Tätigkeit des
Versicherten als "Dreher CNC" (siehe hierzu IV-act. 1-5) bescheinigte er ab 24. Februar
2010 eine 50%ige und seit 15. Oktober 2010 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act.
34; vgl. auch den Verlaufsbericht von Dr. C._ vom 8. Februar 2011, IV-act. 47).
A.b Wegen einer an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeit rechts bei Status nach
Hörsturz rechts im Januar 2010 und einer Hochtonminderhörigkeit links (siehe hierzu
den Bericht von Dr. med. D._, Facharzt FMH für ORL Hals- und Gesichtschirurgie,
vom 23. April 2010, IV-act. 40-13 ff.; vgl. auch dessen Bericht vom 8. September 2011,
IV-act. 68) erteilte die IV-Stelle dem Versicherten am 22. September 2011
Kostengutsprache für die Abgabe eines Hörgerätes (IV-act. 70).
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A.c Im Schreiben vom 27. Oktober 2011 führte Dr. C._ aus, dass er beim
Versicherten bezüglich der beruflichen Wiedereingliederung kein
Rehabilitationspotential mehr sehe und sich die therapeutischen Massnahmen
höchstens auf intermittierende Stabilisierungen auf niedrigem Niveau beschränkten. Er
diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, "wechselnde Mischbilder der
vor allem somatischen depressiven Symptome" mit anhaltenden Spannungen, Sorgen,
Verzweiflung und allgemeiner Müdigkeit bzw. geistiger und körperlicher Erschöpfung
(ICD-10: F33.8), gegenwärtig in mittelgradigem bis schwerem Ausmass. Des Weiteren
leide der Versicherte an einer generalisierten Angststörung (ICD-10: F41.1; IV-act. 72;
vgl. auch dessen Bericht vom 29. Juni 2012, IV-act. 90). RAD-Arzt Dr. B._ schloss
sich der Einschätzung an, dass berufliche Eingliederungsmassnahmen nicht
aussichtsreich seien (ELAR-Notiz vom 24. November 2011, IV-act. 73). Die IV-Stelle
wies daraufhin das Gesuch um berufliche Massnahmen ab. Zur Begründung gab sie
an, der Versicherte fühle sich nicht arbeitsfähig und nicht in den Arbeitsmarkt
integrierbar (Mitteilung vom 5. Januar 2012, IV-act. 79).
A.d Der behandelnde Dr. med. E._, Facharzt für Kardiologie FMH, berichtete am 2.
April 2012, aus kardiologischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(IV-act. 87). Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte am 18. und 19. Oktober, am
19. Dezember 2012 und am 25. Januar 2013 polydisziplinär (internistisch,
psychiatrisch, rheumatologisch, pneumologisch und HNO-ärztlich) in der MEDAS asim
Begutachtung, Universitätsspital Basel, abgeklärt. Mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
diagnostizierten die asim-Gutachter: eine mittelgradige depressive Episode mit
somatischem Syndrom (ICD-10: F32.1); ein chronisches lumbovertebrales
Schmerzsyndrom (ICD-10: M54.96) und (anamnestisch) eine Hochtonschwerhörigkeit
links vorbestehend bei Verdacht auf eine zusätzliche, nicht organische Hörstörung
beidseits (ICD-10: H90.8). Sie bescheinigten dem Versicherten sowohl für die
angestammte als auch für eine körperlich leicht bis mittelschwere leidensangepasste
Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (Gutachten vom 13. März 2013, IV-act. 105).
A.e RAD-Arzt Dr. med. F._, Facharzt für Prävention und Gesundheitswesen, hielt die
gutachterliche Einschätzung für plausibel. Wenn es durch die geplante Intensivierung
der psychiatrischen Behandlung zu einer Remission der depressiven Episode komme,
sei eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit "möglich", was nicht gleichbedeutend sei mit
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"überwiegend wahrscheinlich" (Stellungnahme vom 4. April 2013, IV-act. 106). Der
zuständige Mitarbeitende des Rechtsdienstes der IV-Stelle hielt dafür, das depressive
Leiden sei therapeutisch beeinflussbar. Unter diesen Umständen liege kein
invalidisierender Gesundheitsschaden vor (Stellungnahme vom 15. April 2013, IV-act.
107). Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ermittelte die IV-Stelle einen
5%igen Invaliditätsgrad und stellte dem Versicherten mit Vorbescheid vom 26. April
2013 die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 110). Dagegen erhob
dieser am 17. Mai 2013 Einwand (IV-act. 114), den er am 29. Mai 2013 ergänzte (IV-act.
115). Im Verlaufsbericht vom 9. Dezember 2013 gab Dr. C._ an, der Zustand des
Versicherten habe sich trotz einer intensiven tagesklinischen Behandlung im
Psychiatriezentrum G._ vom 4. Juli 2013 bis zum 18. November 2013 (siehe hierzu
den Bericht von med. pract. H._, Oberärztin der Tagesklinik, vom 4. März 2014, IV-
act. 128) nicht nachhaltig verbessert. Die therapeutische Struktur habe aber eine
weitere Verschlechterung verhindern können. Unter den therapeutischen Massnahmen
sei mit der Erhaltung der 50%igen Arbeitsfähigkeit zu rechnen. Eine weitere
Verbesserung sei aber nicht mehr zu erwarten (IV-act. 123). Am 17. März 2014 nahm
der psychiatrische asim-Gutachter Stellung zur im Einwand geäusserten Kritik des
Versicherten (IV-act. 129).
A.f Im Rahmen der zweiten Anhörung beantragte der Versicherte die Einholung
weiterer medizinischer Berichte bei den behandelnden Ärzten (Stellungnahme vom 1.
April 2014, IV-act. 131). Am 4. Juni 2014 reichte er ein Schreiben von Dr. C._ vom "7.
April 2014" (Datum Posteingang beim Rechtsvertreter des Versicherten: 4. Juni 2014)
ein, worin sich dieser zur Stellungnahme des psychiatrischen asim-Gutachters und
zum Vorbescheid äusserte (IV-act. 135). Die IV-Stelle holte in der Folge Berichte bei
den behandelnden Ärzten ein. Dr. med. I._, Facharzt für Kardiologie, führte am 16.
Juli 2014 aus, der Versicherte leide u.a. an einem Aneurysma der Aorta ascendens (5
cm im Querdurchmesser) und einer therapieresistenten arteriellen Hypertonie. Mit
Gültigkeit ab 1. Mai 2014 bescheinigte er für rein sitzende Tätigkeiten eine 50%ige und
für wechselbelastende Tätigkeiten eine 30%ige Leistungsfähigkeit (IV-act. 139). Dr.
C._ berichtete am 18. August 2014, der Versicherte leide aus psychiatrischer Sicht
unter einer rezidivierenden depressiven Störung mit seit längerer Zeit mittelgradiger
depressiver Symptomatik, die sich seit Ende 2013 verschlechtert habe, weshalb er
dem Versicherten anstatt einer 4-wöchigen Rehabilitation in der Klinik J._ eine
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tagesklinische psychiatrische Behandlung in der psychiatrischen Tagesklinik G._
empfohlen und in die Wege geleitet habe. Im Rahmen der tagesklinischen Behandlung
sei es zur Verbesserung der schweren depressiven Symptomatik gekommen (IV-act.
141). RAD-Arzt Dr. F._ vertrat in der Stellungnahme vom 11. September 2014 die
Auffassung, die kardiologischen Befunde hätten sich nicht verschlechtert. Weitere
Abklärungen seien daher nicht angezeigt (IV-act. 142). Am 21. November 2014 verfügte
die IV-Stelle die Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 145).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 21. November 2014 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 12. Dezember 2014. Der Beschwerdeführer beantragt darin deren
Aufhebung. Es sei ihm für die Dauer vom 1. Februar bis 14. Oktober 2010 eine halbe
Rente, vom 15. Oktober 2010 bis 18. November 2013 eine "volle" Rente und ab 19.
November 2013 eine Dreiviertelsrente zuzusprechen; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Er rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs und bringt des
Weiteren vor, die angefochtene Verfügung berücksichtige nicht vollständig die nach
dem asim-Gutachten angefallenen fachpsychiatrischen Akten. Das asim-Gutachten sei
im Zeitpunkt des Verfügungserlasses nicht mehr aktuell gewesen. Es bestehe
ausserdem keine Rechtfertigung, dem depressiven Leiden aus therapeutischen
Überlegungen die invalidenversicherungsrechtliche Erheblichkeit abzusprechen (act. G
1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 16. Februar
2015 die Abweisung der Beschwerde. Sie vertritt die Ansicht, dass dem psychischen
Leiden keine invalidisierende Wirkung zukomme. Die therapeutischen Mittel seien noch
nicht ausgeschöpft (act. G 6).
B.c Mit Präsidialentscheid vom 18. Februar 2015 ist dem Gesuch des
Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von
den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung)
entsprochen worden (act. G 7).
B.d In der Replik vom 25. Februar 2015 hält der Beschwerdeführer unverändert an den
Beschwerdeanträgen fest (act. G 10).
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B.e Die Beschwerdegegnerin hat auf eine begründete Duplik verzichtet (act. G 12).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
des Beschwerdeführers.
1.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG).
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1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.
In einem ersten Schritt ist die Frage zu beantworten, ob der medizinische Sachverhalt
rechtsgenüglich abgeklärt worden ist.
2.1 Bei der Würdigung des asim-Gutachtens vom 13. März 2013 fällt ins Gewicht,
dass es auf eigenständigen, polydisziplinären Abklärungen beruht und für die streitigen
Belange umfassend ist. Daran ändert nichts, dass keine kardiologische Begutachtung
durchgeführt wurde, nachdem der behandelnde Facharzt im Bericht vom 2. April 2012
ausführte, aus kardiologischen Gründen bestehe keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 87-4). Sodann gehen aus den weiteren bis zur Begutachtung
angefallenen Akten keine Hinweise für eine kardiologische Verschlechterung hervor.
Dies gilt insbesondere auch für den - nicht in den Akten liegenden - von den asim-
Gutachtern auszugsweise wiedergegebenen Bericht der Klinik für Chirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen vom 12. September 2012 (IV-act. 106-16 ff.), welcher der
gutachterlichen Einschätzung zur Herzkrankheit zu Grunde lag und demgemäss aktuell
von einem kontrollierten Zustand ausgegangen werden könne (IV-act. 105-33). Der
Beschwerdeführer nahm denn auch erst wieder im Dezember 2013 eine
fachkardiologische Behandlung in Anspruch (IV-act. 139-2; vgl. auch die Aussage des
Beschwerdeführers, dass sich die Herzerkrankung seit Mitte/Ende November 2013
"massiv bemerkbar gemacht" habe, IV-act. 131-1; vgl. auch die damit zu
vereinbarende Stellungnahme des RAD vom 11. September 2014, IV-act. 142-2, und
des Beschwerdeführers in act. G 10, Rz 4). Auch aus psychiatrischer Sicht besteht kein
Anlass von der damaligen gutachterlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
abzuweichen (siehe hierzu IV-act. 105 sowie die ergänzende Stellungnahme des
psychiatrischen asim-Gutachters vom 17. März 2014, IV-act. 129), zumal diese von Dr.
C._ ausdrücklich geteilt wurde (siehe dessen Stellungnahme vom 7. April 2014, IV-
act. 135-1). Es bestehen ferner keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche
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Tatsachen nicht berücksichtigt worden wären. Vor diesem Hintergrund besteht kein
Anlass, die Beweiskraft des asim-Gutachtens bzw. der darin enthaltenen
Arbeitsfähigkeitsschätzung bis zum Zeitpunkt der Begutachtung in Frage zu stellen.
2.2 Was die Zeit nach der asim-Begutachtung anbelangt, so ergeben sich weder aus
den Ausführungen des Beschwerdeführers noch den seither ergangenen Akten
Hinweise darauf, dass sich dessen Gesundheitszustand dauerhaft in einem Mass
verschlechtert hätte, das - im Vergleich zur gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung
- zu darüber hinausgehenden Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit geführt hätte.
Einzig für die Zeit der intensiven tagesklinischen Behandlung vom 4. Juli bis 18.
November 2013 (IV-act. 128-2) ist von einer vorübergehenden vollständigen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Zu beachten ist weiter, dass bereits anlässlich der
asim-Begutachtung die von Dr. C._ vorgeschlagene stationäre Behandlung im Raum
stand (IV-act. 105-45 f. und IV-act. 105-48) und eine leitliniengerechte Behandlung vom
psychiatrischen asim-Gutachter empfohlen wurde (IV-act. 105-48 unten). In der
Stellungnahme vom 18. August 2014 begründete Dr. C._ die schliesslich anstelle der
stationären durchgeführte tagesklinische (teilstationäre) Therapie zwar mit einer "Ende
2013" aufgetretenen Verschlechterung (IV-act. 141-1). Allerdings beschrieb er diese
Verschlechterung nicht näher. Er sprach lediglich von einer Gefährdung der 50%igen
Arbeitsfähigkeit und von einer Verbesserung durch die tagesklinische Behandlung (IV-
act. 141-1). Seitens der Tagesklinik wurde ab Behandlungsende ebenfalls eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit bestätigt, allerdings mit allenfalls etwas reduzierter Leistungsfähigkeit
und "am ehesten im geschützten Rahmen" (IV-act. 128-3). In kardiologischer Hinsicht
ist von Bedeutung, dass Dr. I._ trotz des nicht (mehr) gut eingestellten Blutdrucks
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit wenigstens für sitzende Tätigkeiten bescheinigt hat (IV-
act. 139-3 und IV-act. 139-6).
2.3 Gestützt auf das asim-Gutachten ist ab Februar 2010 von einer 50%igen, ab 15.
Oktober 2010 bis 18. Oktober 2012 von einer 100%igen und ab 19. Oktober 2012
(Datum der psychiatrischen Begutachtung) von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit
auszugehen (IV-act. 105-34). Zusätzlich ist für die Zeit der tagesklinischen Behandlung
vom 4. Juli bis 18. November 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit zu berücksichtigen
(IV-act. 128-2).
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3. Zu beurteilen ist sodann die invalidenversicherungsrechtliche Erheblichkeit des
depressiven Leidens.
3.1 Grundsätzlich bedarf es nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für die
Annahme eines invalidisierenden Gesundheitsschadens einer fachärztlichen, lege artis
auf die Vorgaben eines Klassifikationssystems abgestützten Diagnose. Im Rahmen der
freien Beweiswürdigung dürfe sich dabei die Verwaltung - und im Streitfall das Gericht
- weder über die den beweisrechtlichen Anforderungen genügenden medizinischen
Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sich die ärztlichen Einschätzungen und
Schlussfolgerungen zur (Rest-)Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten
sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite zu eigen machen. Die
rechtsanwendenden Behörden hätten mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, ob die
ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte
(insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren)
mitberücksichtige, die vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus
unbeachtlich seien. Wo psychosoziale Einflüsse das Bild prägen würden, sei bei der
Annahme einer rentenbegründenden Invalidität Zurückhaltung geboten (Urteil des
Bundesgerichts vom 30. März 2011, 9C_1041/2010, E. 5.1 mit Hinweisen).
3.2 Zunächst bestreitet die Beschwerdegegnerin das Vorliegen eines selbstständigen
depressiven Leidens und weist zusätzlich auf ein aus ihrer Sicht inkonsistentes
Verhalten des Beschwerdeführers hin (act. G 6, Rz 6).
3.2.1 Zu beachten gilt es den finalen Charakter der Invalidenversicherung. Dies
bedeutet, dass bei der Leistungsprüfung nicht nach der Art und Genese eines die
Erwerbsunfähigkeit verursachenden Gesundheitsschadens gefragt wird. Der
Gesundheitszustand ist folglich immer gesamtheitlich zu betrachten. Selbst eine
Erwerbsunfähigkeit, deren psychogene krankhafte Grundlage (auch) durch eine
soziokulturelle Überforderung verursacht worden ist, fällt in den Geltungsbereich der
Invalidenversicherung, vorausgesetzt es handelt sich um ein verselbstständigtes
psychisches Leiden. Eine rentenbegründende Invalidität kann damit nicht allein mit
dem Hinweis auf das Vorhandensein soziokultureller oder psychosozialer
Belastungsfaktoren verneint werden (Urteil des Bundesgerichts vom 29. April 2014,
8C_830/2013, E. 5.2.3 mit Hinweisen auf Rechtsprechung und Literatur).
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3.2.2 Der Beschwerdeführer leidet an einem polymorbiden somatischen Krankheitsbild
und an einer mehrjährigen depressiven Erkrankung, ohne dass bislang eine Remission
eintrat (IV-act. 105-32). Es liegt insbesondere kein bloss vorübergehendes psychisches
Leiden vor. Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend anerkennt, war als Auslöser des
depressiven Leidens die Diagnose eines Nierenzellkarzinoms beteiligt (act. G 6, Rz 6).
Des Weiteren führte die Herzkrankheit zu einer zusätzlichen psychischen Belastung (IV-
act. 85-1 unten; zu den "Gesundheitsängsten" siehe auch IV-act. 105-47). Auch der
psychiatrische asim-Gutachter legte plausibel dar, dass die Verunsicherung des
Beschwerdeführers durch dessen polymorbides Krankheitsbild ausgelöst worden war
(IV-act. 105-48). Dabei handelt es sich indessen nicht um invaliditätsfremde Faktoren.
Auf jeden Fall kann keine Rede davon sein, für das Entstehen des mehrjährigen
depressiven Leidens seien allein invaliditätsfremde Faktoren massgebend. Daran
vermag nichts zu ändern, dass sich der Beschwerdeführer allenfalls durch
psychosoziale Umstände zusätzlich seelisch bedrängt fühlt. Der psychiatrische asim-
Gutachter mass der starken Krankheitsüberzeugung offenbar keinen Einfluss auf die
psychische Krankheit zu. Im Gegenteil ging er davon aus, dass das depressive Leiden
die Krankheitsüberzeugung beeinflusst (IV-act. 105-48). Im Gesamtgutachten, das vom
psychiatrischen asim-Gutachter nicht mitunterzeichnet worden ist, wird demgegenüber
zwar von einer wechselseitigen Beeinflussung durch die Krankheitsüberzeugung
gesprochen. Allerdings wird aber auch auf eine davon nicht abhängige "affektive
Erkrankung" hingewiesen (IV-act. 105-32; siehe zur affektiven Erkrankung bzw. deren
Progredienz auch die Ausführungen des psychiatrischen Gutachters in IV-act. 129-3).
Da sich der psychiatrische asim-Gutachter mit krankheitsfremden Aspekten
ausdrücklich auseinandergesetzt hat (siehe auch zur Begründung der
Arbeitsunfähigkeit IV-act. 129-3), kann ohnehin davon ausgegangen werden, dass er
sie bei der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung ausgeklammert hat (Urteil des Bundesgerichts
vom 8. April 2013, 8C_651/2012, E. 5.3). Zumindest ergeben sich aus den Akten keine
gegenteiligen Gesichtspunkte. Solche benennt denn auch die Beschwerdegegnerin
nicht. Schliesslich legt die Beschwerdegegnerin weder dar noch ist aus den Akten
ersichtlich, dass ein Wegfall der psychosozialen und/oder soziokulturellen Faktoren die
langjährige selbstständige, zumindest inzwischen verselbstständigte, depressive
Krankheit verschwinden lassen würde (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom
7. Januar 2015, 9C_140/2014, E. 3.4.2).
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3.2.3 Gegen eine invalidenversicherungsrechtliche Erheblichkeit der vom
psychiatrischen Gutachter bescheinigten Arbeitsunfähigkeit sprechen weder die von
den somatischen Experten teilweise erwähnte Tendenz zur Symptomausweitung noch
die teilweise inkongruenten Befunde, vermochte doch der psychiatrische Gutachter
diese im Rahmen des psychischen Beschwerdebildes zu erklären (IV-act. 105-32: "Bei
der psychiatrischen Untersuchung korrelierte hierzu die affektive Symptomatik mit
herabgesetzter Grundstimmung, ausgeprägten Gesundheitsängsten und starker
Identifizierung mit der Krankenrolle. Aus psychiatrischer Sicht sehen wir die
geschilderten Symptome und Beschwerden im Rahmen einer affektiven Erkrankung").
Im Übrigen macht die Beschwerdegegnerin weder substanziiert geltend noch ergibt
sich aus dem psychiatrischen Gutachten, dass invaliditätsfremde Gesichtspunkte bei
der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung miteinbezogen worden sind. Ergänzend bleibt darauf
hinzuweisen, dass RAD-Arzt Dr. F._ in Würdigung der damaligen Aktenlage das
Bestehen von Hinweisen auf suboptimales Leistungsverhalten bzw. auf relevante
Inkonsistenzen zunächst verneint hatte (Stellungnahme vom 27. Januar 2012, IV-act.
80).
3.3 Gegen eine invalidisierende Wirkung führt die Beschwerdegegnerin sodann ins
Feld, leichte bis mittelschwere psychische Störungen depressiver Natur seien im
Prinzip therapeutisch angehbar (act. G 6, Rz 7).
3.3.1 Vorab verkennt die Beschwerdegegnerin bei ihrer Argumentation, dass
psychische Leiden wie das vorliegende bezüglich ihrer Überprüf- und Objektivierbarkeit
mit den somatischen Erkrankungen vergleichbar sind (vgl. BGE 139 V 562 E. 7.1.4
sowie die darin genannte Rz 1003 des Kreisschreibens über die Schlussbestimmungen
der Änderung vom 18. März 2011 des IVG [KSSB] in der ab 1. Januar 2015 gültigen
Fassung). Körperliche, geistige oder psychische Beeinträchtigungen sind gemäss
herrschender Rechtslage (Art. 7 Abs. 1 ATSG) einander gleichgestellt. Es geht daher
nicht an, dass die Beschwerdegegnerin im Rahmen der Rechtskontrolle hinsichtlich der
Zumutbarkeit von Art. 7 Abs. 2 ATSG ihre eigene Einschätzung über die beweiskräftige
medizinische Fachmeinung setzt und hinsichtlich der Zumutbarkeitsprüfung
ausschliesslich bei leicht- bis mittelgradigen depressiven Leiden weitere Kriterien (wie
etwa dasjenige der Behandelbarkeit) hinzuzieht (Urteil des Bundesgerichts vom 8. April
2013, 8C_651/2012, E. 5.3). Eine gesonderte rechtliche Behandlung für leichte bis
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mittelgradige depressive Leidensbilder ist sodann nicht mit Art. 8 Abs. 2 der
Bundesverfassung (BV; SR 101) vereinbar, wonach niemand namentlich wegen einer
körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung diskriminiert werden darf. Der
Bundesrat hat in der Botschaft zur Änderung des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (5. IV-Revision) zu Recht darauf hingewiesen, dass eine
Ungleichbehandlung gewisser Krankheitsbilder bei der Leistungsberechtigung mit dem
verfassungsrechtlichen Diskriminierungsverbot in Konflikt geriete. Es würden
Versicherte mit unterschiedlichen Krankheiten nach willkürlichen Kriterien ungleich
behandelt. Die Folge wäre eine rechtsungleiche Behandlung von an unterschiedlichen
Krankheiten leidenden Versicherten (BBl 2005 4529 f.). Der in der jüngeren
Rechtsprechung des Bundesgerichts streng und isoliert hervorgehobene Aspekt der
therapeutischen Angehbarkeit als Rentenanspruchsvoraussetzung findet bei keiner
anderen Krankheitsgruppe Anwendung. Die ausschliesslich bei leicht- bis
mittelgradigen depressiven Leiden geltende beweiserschwerende Vermutung, dass
diese zu keiner Erwerbsunfähigkeit führen, da sie therapeutisch angehbar seien, ist mit
dem Gleichbehandlungsgrundsatz nicht vereinbar (siehe auch PHILIPP GEERTSEN,
Ausgewählte Rechts- und Tatfragen, in: UELI KIESER/MIRIAM LENDFERS, JaSo 2015,
St. Gallen 2015, S. 196 f.; vgl. mit Bezug auf die frühere Praxis des Bundesgerichts zur
Überwindbarkeit somatoformer Leiden das Rechtsgutachten JÖRG PAUL MÜLLER/
MATTHIAS KRADOLFER, vom 20. November 2012, S. 34 f. sowie GEERTSEN, a.a.O.,
FN 91 mit Hinweisen auf die Kritik in der Lehre). Bereits anlässlich der 4. IV-Revision ist
im Nationalrat denn auch betont worden, dass die Therapierbarkeit als Voraussetzung
eines Rentenanspruchs ausschliesslich für psychische Leiden mit dem
Gleichbehandlungsgrundsatz nicht zu vereinbaren ist (siehe Votum Suter Marc F.:
"Insbesondere ist die Therapierbarkeit eines psychischen Leidens als solche kein
Ausschlussgrund für die Gewährung einer Invalidenrente, so wenig wie bei körperlichen
oder geistigen Beeinträchtigungen. Auch hier gilt der Gleichbehandlungsgrundsatz, bei
psychischen Leiden so gut wie bei physischen Leiden.", AB 2001 N 1945; Votum Goll
Christine: "Herr Borer will eine Speziallösung für psychisch Behinderte schaffen. Das
schafft immer auch Rechtsungleichheiten. Sonderlösungen für bestimmte Kategorien
von Personen mit Behinderungen führen immer zu Ungleichbehandlungen.", AB 2001
N 1945; Votum Gross Jost: "Herr Borer, ich glaube, Ihr Minderheitsantrag geht so weit,
dass im Grunde genommen die Gleichberechtigung - die Gleichwertigkeit der
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psychischen Behinderung -, die wir in Artikel 8 Absatz 2 der Bundesverfassung, aber
auch jetzt im IVG, in Artikel 5 beispielsweise, festgeschrieben haben, faktisch wieder
ausgehebelt werden soll: Psychisch Behinderte würden durch Ihren Minderheitsantrag
faktisch vom IV-Berentungssystem ausgeschlossen."; AB 2001 N 1945). Des Weiteren
liegt eine Verletzung von Art. 8 Abs. 2 BV nahe, wenn allein aufgrund des geringeren
Schweregrads einer Depression (leicht- bis mittelgradig gegenüber schwergradig) die
objektiv-medizinische Beurteilung einen geringeren Stellenwert erhielte (siehe auch
GEERTSEN, a.a.O., FN 83).
3.3.2 Soweit die Beschwerdegegnerin zur Rechtfertigung der Abweisung des
Leistungsgesuchs auf die im Rahmen weiterer Therapie bestehende Möglichkeit einer
gesundheitlichen Verbesserung hinweist, übersieht sie, dass in der
Invalidenversicherung die Therapierbarkeit eines somatischen oder psychischen
Leidens dem Eintritt einer rentenbegründenden Invalidität nicht im Weg steht. Einer
allfälligen Verbesserung des Gesundheitszustands ist durch eine Rentenrevision zu
begegnen (Urteil des Bundesgerichts vom 2. September 2014, 9C_395/2014, E. 4.5).
Die Behandelbarkeit einer psychischen Störung sagt denn auch, für sich allein
betrachtet, nichts über deren invalidisierenden Charakter aus (Urteil des
Bundesgerichts vom 19. Juni 2013, 9C_947/2012, E. 3.2.1 mit Hinweis auf BGE 127 V
298 E. 4c; vgl. auch GEERTSEN, a.a.O., S. 197 f. mit Hinweisen auf die
Rechtsprechung in FN 81 und FN 88). Darauf wurde auch im Nationalrat im Rahmen
der 4. IV-Revision hingewiesen (Votum Gutzwiler Felix: "Wenn man sich die Sache
überlegt, muss man grundsätzlich aber doch sagen, dass die Behandelbarkeit eines
Leidens nicht für die Festlegung des Beginns des Rentenanspruchs beigezogen
werden kann. Bei einer grossen Mehrheit der Versicherten wäre vermutlich der
Rentenanspruch im Vergleich zu heute gar nicht mehr gegeben. Ich spreche nicht von
den Krankheiten des Bewegungsapparates, bei denen die Sachlage relativ klar ist.
Aber denken Sie an Krankheiten wie multiple Sklerose, Krebs, Depression und andere,
bei denen das Leiden selten oder nie stabilisiert ist. Da wird es, weil ja nur eine
Einzelfallbegutachtung Klärung bringen könnte, ausserordentlich schwierig sein
festzustellen, ob die Verbesserungen zu verzeichnen sind, die optimalerweise erzielt
werden können, oder nicht. Nur eine Einzelfallbeurteilung könnte das wirklich
aufzeigen; ich glaube, dass das impraktikabel ist. Weil also die Behandelbarkeit des
Leidens nicht als Grundsatz angenommen werden kann, ist es meiner Ansicht nach
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klar, dass wir beide Minderheitsanträge ablehnen müssen.", AB 2001 N 1945; Votum
Suter Marc F.: "Insbesondere ist die Therapierbarkeit eines psychischen Leidens als
solche kein Ausschlussgrund für die Gewährung einer Invalidenrente, so wenig wie bei
körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen. Auch hier gilt der
Gleichbehandlungsgrundsatz, bei psychischen Leiden so gut wie bei physischen
Leiden. Wesentlich ist, dass mindestens während einem Jahr eine 40-prozentige
Arbeits- und entsprechende Erwerbsunfähigkeit bestanden hat [...]", AB 2001 N 1945;
Votum Goll Christine: "Eine eventuelle Behandlungsmöglichkeit oder eine mögliche
Therapierbarkeit einer Krankheit kann nie ein Kriterium für die Berechnung des
Rentenanspruchs sein. Es ist klar; Sinn und Zweck der Invalidenversicherung ist es,
das Risiko abzudecken, das bei einer gesundheitsbedingten Erwerbsunfähigkeit
entstehen kann.", AB 2001 N 1945). Das Bundesgericht hat sodann in der jüngeren
Rechtsprechung klargestellt, dass die Behandelbarkeit eines psychischen Leidens
sogar bei grundsätzlich guter Prognose einen - allenfalls befristeten - Rentenanspruch
nicht zum Vorneherein ausschliesst (Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2014,
8C_148/2014 E. 3.1 mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juni 2014,
8C_56/2014, E. 4.1). Würde im Übrigen der Behandelbarkeit wesentlicher Einfluss auf
den invalidisierenden Charakter eines depressiven Leidens zugestanden, so würde dies
einen rückwirkend befristeten Rentenanspruch für ein depressives Leiden, wie er etwa
im Urteil des Bundesgerichts vom 3. September 2014, 9C_292/2014, E. 3.2 anerkannt
wurde, ausschliessen.
3.3.3 Es bleibt ausserdem unklar, was die Beschwerdegegnerin aus der Behauptung,
leichte bis höchstens mittelschwere psychische Störungen depressiver Natur seien "im
Prinzip therapeutisch angehbar", zum Ausdruck bringen will. Einerseits ist nicht
nachvollziehbar, was sie unter "therapeutisch angehbar" versteht und inwiefern die
gemachte Aussage eine spezielle Behandlung der genannten depressiven Leiden
rechtfertigt. Sie legt weder dar noch geht aus der von ihr in diesem Zusammenhang
zitierten Rechtsprechung (etwa Urteil des Bundesgerichts vom 7. Februar 2012,
9C_736/2011, E. 4.2.2.1) hervor, inwiefern es sich bei der therapeutischen
Angehbarkeit - im Vergleich mit anderen Erscheinungsformen psychischer, geistiger
oder körperlicher Leiden - um ein Merkmal handelt, das nur bei leichten bis
mittelgradigen Depressionen Relevanz erheischt. Andererseits haben weder die
Beschwerdegegnerin noch die Rechtsprechung - soweit ersichtlich - sich bislang zur
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Semantik des Begriffs "therapeutisch angehbar" geäussert. Die vom Bundesgericht
eingeführte Formulierung stützt sich auf HABERMEYER/VENZLAFF, Affektive
Störungen, in: Psychiatrische Begutachtung, 5. Auflage 2009, S. 193 (etwa Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Februar 2012, 9C_736/2011, E. 4.2.2.1). Aus der vom
Bundesgericht zitierten Fundstelle ergibt sich mit aller Deutlichkeit eine äusserst
beschränkte Wirksamkeit therapeutischer Behandlungsbemühungen bei depressiven
Leiden. Nicht mehr als 50 bis 60% der Patienten mit rezidivierenden depressiven
Störungen sprechen auf antidepressive Pharmakotherapie oder störungsspezifische
Psychotherapie an, die Raten der Vollremission sind noch geringer. Hinsichtlich der
Rückfallrate ein Jahr nach Therapiebeendigung finden sich in einer Metaanalyse
Angaben von bis zu 60% nach antidepressiver Medikation (HABERMEYER/VENZLAFF,
a.a.O., S. 193). Nach HABERMEYER/VENZLAFF haben depressive Störungsbilder des
Weiteren über Jahre hinweg Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit. Etwa 70% aller
depressiven Erkrankungen verliefen monopolar-depressiv, d.h. es komme zum
rezidivierenden Auftreten depressiver Krankheitsphasen. Die rezidivierenden
depressiven Störungen seien nach aktuellen Verlaufsstudien mit einer nicht
unerheblichen Tendenz zur Chronifizierung bzw. zur Ausbildung von Defekten
verbunden. Ein Drittel der Fälle zeige lediglich partielle Besserungen, in 55-65% der
Fälle komme es zu Rezidiven, etwa 10% chronifizierten (HABERMEYER/ VENZLAFF,
a.a.O., S. 190 mit Hinweis). Studien der letzten Jahre haben sogar ergeben, dass die
Pharmakotherapie nur bei ca. 1/3 der Patienten die erwartete, überprüfbare Wirkung
zeigt (ULRIKE HOFFMANN-RICHTER, Psychische Beeinträchtigungen in der
Rechtsprechung: Ein Blick aus psychiatrischer Sicht, in: UELI KIESER [Hrsg.],
Sozialversicherungsrechtstagung 2015, St. Gallen 2016, S. 78). Allein schon vor diesem
Hintergrund haben Rechtsanwender den Vorschlägen zu medizinischen
Therapiemassnahmen und den Prognosen über deren Erfolgsaussichten - wenn
überhaupt - bloss äusserst zurückhaltend Beachtung zu schenken. In der
medizinischen Literatur wird in damit zu vereinbarender Weise allgemein darauf
hingewiesen, dass der medizinische Gutachter mit Behandlungsprognosen sehr
vorsichtig umgehen sollte, selbst wenn fundierte Therapiestudien zur Verfügung stehen
(JÖRG JEGER, Die persönlichen Ressourcen und ihre Auswirkungen auf die Arbeits-
und Wiedereingliederungsfähigkeit - Eine kritische Auseinandersetzung mit der
Überwindbarkeitspraxis, in: GABRIELA RIEMER-KAFKA [Hrsg.], Psyche und
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Sozialversicherung, Zürich 2014, S. 170). Auf jeden Fall lässt die erwähnte
medizinische Literatur nicht die regelbildende Vermutung zu, leichte bis mittelgradige
depressive Leiden führten grundsätzlich bei konsequenter Therapie zu keiner
Beeinträchtigung der Arbeitsunfähigkeit. Vielmehr weckt sie daran erhebliche Zweifel.
Entsprechend dem vagen Prognosecharakter bezeichneten die asim-Gutachter eine
Steigerung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers durch ihren Therapievorschlag
denn auch lediglich als "möglich" (IV-act. 105-34). Dies hat die Beschwerdegegnerin
trotz ausdrücklichen Hinweises durch RAD-Arzt Dr. F._, dass eine Remission des
depressiven Leidens lediglich "möglich" sei, "was nicht gleichbedeutend ist mit
«überwiegend wahrscheinlich»" (IV-act. 106; siehe auch IV-act. 105-34), ausser Acht
gelassen. Vor diesem Hintergrund ist eine arbeitsfähigkeitsrelevante Therapiealternative
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan.
3.3.4 Die frühere bei somatoformen Schmerzstörungen praktizierte Rechtsprechung
des Bundesgerichts und das darin angewandte Regel-/Ausnahmemodell (BGE 131 V
49; vgl. auch BGE 130 V 352) wurden im Wesentlichen mit der grundsätzlichen
Behandelbarkeit dieser Leiden begründet. "Grundlagen und Wesen dieser Vermutung
hat das EVG im Leiturteil BGE 130 V 352 nicht näher begründet. Aus dem
spezialisierten medizinischen Schrifttum lässt sich indessen nichts Gegenteiliges
ableiten, wird doch allgemein von der grundsätzlichen Behandelbarkeit dieser
Störungen ausgegangen" (ULRICH MEYER, Somatoforme Schmerzstörung - ein Blick
zurück auf eine Dekade der Entwicklung, in: RENÉ SCHAFFHAUSER/UELI KIESER
[Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2010, St. Gallen 2011, S. 25; kritisch hierzu
GEERTSEN, a.a.O., FN 91 mit weiteren Hinweisen). Die identische argumentative
Grundlage führt die jüngere Rechtsprechung nunmehr zur Begründung des Regel-/
Ausnahmemodells bei den leichten bis mittelschweren depressiven Leiden ins Feld
(siehe etwa Urteil des Bundesgerichts vom 14. Oktober 2016, 9C_434/2016, E. 6.3,
worin das Bundesgericht inzwischen - ohne Hinweis auf die medizinische Literatur -
von "therapeutisch gut angehbar" spricht [im Original ohne Hervorhebung]). Das
Bundesgericht hat in BGE 141 V 281 ausführlich dargelegt, dass am bisherigen Regel-/
Ausnahmemodell für somatoforme Leiden nicht mehr festgehalten werden kann und
die bisherige Rechtsauffassung zu verwerfen ist. Nichts anderes kann für ein Regel-/
Ausnahmemodell bei leichten bis mittelschweren depressiven Leiden gelten. Mit der
vom Bundesgericht ausschliesslich für leichte bis mittelschwere depressive Leiden
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geschaffenen Vermutung der Überwindbarkeit der gesundheitlichen
Beeinträchtigungen bzw. dem damit verbundenen Regel-/Ausnahmemodell wird denn
auch u.a. ein ergebnisoffenes Beweisverfahren verunmöglicht (siehe hierzu BGE 141 V
294 f. E. 3.6). Des Weiteren brachte der Gesetzgeber im Rahmen der 6. IV-Revision
zum Ausdruck, das Regel-/Ausnahmemodell für pathogenetisch-ätiologisch unklare
syndromale Beschwerdebilder dürfe nicht für depressive Leiden gelten (AB 2010 N
2117 ff.; vgl. auch AB 2011 S 39 f.; siehe mit Bezug auf ein mittelgradiges depressives
Leiden Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juni 2014, 8C_914/2013, E. 3.2 am Schluss).
Damit geht einher, dass auch aus den Botschaften zur 5. und 6. IV-Revision (BBl 2005
4459 und 2010 1817 ff.) keine entsprechende Absicht hervorgeht.
3.3.5 Das allein an den Schweregrad einer bestimmten Diagnose anknüpfende Regel-/
Ausnahmemodell ist auch deswegen zu verwerfen, da es dadurch die psychiatrischen
Fachpersonen bei bestehenden Therapiemöglichkeiten in der Hand hätten, faktisch
über das Vorliegen einer Invalidität zu entscheiden, indem sie bestimmte Diagnosen
bzw. Schweregrade verwenden oder vermeiden (vgl. BBl 2005 4530). Dabei fällt ins
Gewicht, dass eine psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht
ermessensfrei erfolgen kann und der begutachtenden Person deshalb praktisch ein
gewisser Spielraum - innerhalb dessen verschiedene medizinische Interpretationen
möglich, zulässig und zu respektieren sind - zusteht, sofern dabei lege artis
vorgegangen worden ist (anstatt vieler Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juli 2012,
8C_215/2012, E. 7.4).
3.3.6 Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Regel-/Ausnahmemodell bei
leichten bis mittelschweren depressiven Leiden (siehe etwa Urteil des Bundesgerichts
vom 14. Oktober 2016, 9C_434/2016, E. 6.3) bildet keine konstante Praxis. In BGE 127
V 298 E. 4c wurde ausgeführt, "nach dem Gesagten ist die bisherige uneinheitliche
Rechtsprechung in dem Sinne klarzustellen, dass die Behandelbarkeit einer
psychischen Störung, für sich allein betrachtet, nichts über deren invalidisierenden
Charakter aussagt. Für die Entstehung des Anspruchs auf eine Invalidenrente im
Besonderen ist immer und einzig vorausgesetzt, dass während eines Jahres (ohne
wesentlichen Unterbruch) eine mindestens 40%ige Arbeitsunfähigkeit nach Art. 29 Abs.
1 lit. b IVG bestanden hat und eine anspruchsbegründende Erwerbsunfähigkeit gemäss
Art. 28 Abs. 1 bis Abs. 1ter IVG sowie Art. 28 Abs. 2 IVG oder Art. 5 Abs. 1 IVG in
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Verbindung mit Art. 28 Abs. 3 IVG und Art. 27 f. IVV weiterhin besteht". Diese
Sichtweise wurde in den Folgejahren übernommen. Gerade auch in Bezug auf eine
"Depression" (siehe hierzu ULRICH MEYER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
IVG, 2. Aufl. 2010, S. 275 f.). Jüngst bejahte das Bundesgericht einen Anspruch auf
eine ganze Rente, obschon sich die u.a. an einer mittelgradigen Depression leidende
Versicherte (siehe hierzu den vorinstanzlichen Entscheid des
Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 31. März 2016, IV. 2015.00132,
E. 4.1 ff.) einer zumutbaren Behandlung mittels Psychopharmaka widersetzt hatte
(Urteil vom 4. November 2016, 9C_391/2016, E. 3.3 und E. 3.4; siehe auch Urteil des
Bundesgerichts vom 29. August 2014, 8C_148/2014, E. 3.1). SAGER gelangt zum
Schluss, der Tenor der Rechtsprechung gehe dahin, dass eine (konsequente
Depressions-)Therapie nicht als zwingende Voraussetzung zu erachten sei (RAHEL
SAGER, Die bundesgerichtliche Rechtsprechung betreffend Depressionen, in: SZS
59/2015, S. 319).
3.3.7 Zu ergänzen bleibt, dass weder aus den Akten noch den Ausführungen der
Beschwerdegegnerin Hinweise für eine fehlende Therapiemotivation hervorgehen. Der
Beschwerdeführer nahm seit 6. Dezember 2008 (IV-act. 34-2) und damit inzwischen
während Jahren eine vielschichtige und konsequente Therapie in Anspruch
(Gesprächstherapie, Verhaltenstherapie und medikamentöse Therapie, IV-act. 34-4, IV-
act. 86-4, IV-act. 90-3). Dr. C._ äusserte am 8. Februar 2011 die Befürchtung, dass
von reinen therapeutischen Massnahmen kaum eine Wiederherstellung der
Arbeitsfähigkeit zu erwarten sei (IV-act. 47-1). Trotz dieser vielgestaltigen
Therapiebemühungen wurde bisher keine Remission erreicht (IV-act. 105-32). RAD-Arzt
Dr. B._ hielt bereits in der ELAR-Notiz vom 24. November 2011 gestützt auf die
Einschätzung von Dr. C._ vom 27. Oktober 2011 (IV-act. 72) fest: "kein
Rehapotenzial, therapeutisch ausgereizt" (IV-act. 73; vgl. auch das Triage-Protokoll
vom 8. Dezember 2011, IV-act. 76-1). Diese Betrachtungsweise wird durch den
Umstand bestätigt, dass die nach der asim-Begutachtung fortgesetzte und um eine
mehrmonatige tagesklinische Behandlung ergänzte Therapie zu keiner Besserung des
Gesundheitszustands geführt hat (IV-act. 123-1, IV-act. 128 und IV-act. 141). Die
Beschwerdegegnerin verhält sich mit dem Vorwurf ungenügender Therapie im
vorliegenden Fall überdies widersprüchlich, nachdem die
Eingliederungsverantwortliche der früher geäusserten dringenden Empfehlung von Dr.
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C._ (IV-act. 47-1) und von RAD-Arzt Dr. B._ (IV-act. 51-1) um die Durchführung
eines Belastbarkeitstrainings nicht nachgekommen ist (IV-act. 52-2).
3.4 Insgesamt besteht kein Grund der gutachterlich bescheinigten Arbeitsunfähigkeit
die invalidenversicherungsrechtliche Wirkung abzusprechen. Der Vollständigkeit halber
ist zu bemerken, dass die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung durch die asim
versicherungsmedizinisch vom RAD vollumfänglich bestätigt worden ist (IV-act. 106).
4.
Ausgehend von einer Arbeitsunfähigkeit von 50% ab Februar 2010, von 100% ab 15.
Oktober 2010 bis 18. Oktober 2012, von 50% ab 19. Oktober 2012, von 100% ab 4.
Juli 2013 und von 50% ab 19. November 2013 (vgl. vorstehende E. 2.3) verbleibt die
Bestimmung des Invaliditätsgrads. Mit Blick darauf, dass die phasenweise bestehende
50%ige Restarbeitsfähigkeit sowohl für die angestammte als auch für eine
leidensangepasste Tätigkeit gilt (IV-act. 105-33), kann ein Prozentvergleich
vorgenommen werden. Die konkrete Bestimmung eines Tabellenlohnabzugs kann offen
bleiben. Denn vorliegend rechtfertigten die konkreten Umstände wie etwa das
fortgeschrittene Alter und die qualitativen leidensbedingten Einschränkungen jedenfalls
keinen über 15% liegenden Tabellenlohnabzug. Damit ergeben sich bei einem 15%igen
Tabellenlohnabzug folgende Invaliditätsgrade: 58% ab Februar 2010, 100% ab 15.
Oktober 2010 bis 18. Oktober 2012, 58% ab 19. Oktober 2012, 100% ab 4. Juli 2013
und 58% ab 19. November 2013. Die IV-Anmeldung erfolgte am 17. September 2010,
weshalb der Rentenanspruch frühestens am 1. März 2011 entsteht (Art. 29 Abs. 1 IVG).
In diesem Zeitpunkt war das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG bereits
abgelaufen. In Nachachtung von Art. 88a der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) hat der Beschwerdeführer für die Dauer vom 1.
März 2011 bis 31. Januar 2013 Anspruch auf eine ganze Rente, für die Dauer vom 1.
Februar 2013 bis 31. Oktober 2013 auf eine halbe Rente, für die Dauer vom 1.
November 2013 bis 28. Februar 2014 auf eine ganze Rente und ab 1. März 2014 auf
eine halbe Rente.
5.
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Die Frage, ob die Gehörsrüge des Beschwerdeführers begründet ist, kann offen
bleiben, da er einer materiellen Beurteilung den Vorzug einräumt (act. G 1, Rz 8) und
die angefochtene Verfügung zudem aus materiellen Gründen aufzuheben ist.
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 21. November 2014 aufzuheben. Dem
Beschwerdeführer ist für die Dauer vom 1. März 2011 bis 31. Januar 2013 eine ganze
Rente, für die Dauer vom 1. Februar 2013 bis 31. Oktober 2013 eine halbe Rente, für
die Dauer vom 1. November 2013 bis 28. Februar 2014 eine ganze Rente und ab 1.
März 2014 eine halbe Rente zuzusprechen. Die Sache ist zur Berechnung und
Ausrichtung der Rentenleistungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. betreffend Überklagung Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Dezember 2011, IV 2009/459, E.
5.2 f.).
6.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. In mit der
vorliegenden Angelegenheit vergleichbaren Fällen wird praxisgemäss eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
angemessen erachtet (vgl. anstatt vieler etwa den Entscheid des Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen vom 29. Januar 2014, IV 2012/309 mit Hinweis). Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beantragt für den gehabten Aufwand eine
pauschale Entschädigung im Sinn von Art. 22 HonO im Betrag von Fr. 4'000.--
(exklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer). Bei der Darstellung der von ihm geltend
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gemachten Bemühungen hat er auf eine zeitliche Quantifizierung verzichtet (act. G
10.1). Vorliegend besteht weder mit Blick auf den Aktenumfang noch auf die
umstrittenen Fragestellungen ein Anlass, von der in vergleichbaren Fällen üblichen
Pauschalentschädigung abzuweichen. Der Beschwerdeführer hat deshalb Anspruch
auf eine Parteientschädigung im Umfang von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer). Unter diesen Umständen erübrigt sich die Festsetzung einer
Entschädigung aus der bewilligten unentgeltlichen Rechtsverbeiständung (act. G 7).