Decision ID: e4830b63-42b4-4f23-9ec9-2a1570c4b93f
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
A._ ist Eigentümer des in der Landwirtschaftszone liegenden und mit
landwirtschaftlichen Gebäuden überbauten Grundstücks Nr. 0000_, Grundbuch B._.
Nördlich des Grundstücks fliesst die Z._ (oder Z1._), welche in den Rheintaler
Binnenkanal und dieser wiederum in den Alten Rhein und in den Bodensee entwässert.
Zwischen Z._ und Grundstück Nr. 0000_ liegt das der Ortsgemeinde C._ gehörende
Grundstück Nr. 0001_. A._ produziert auf diesen beiden Grundstücken X._. Bereits
am 8. März 2004 hatte das damalige Amt für Umwelt und Energie (heute: Amt für
Umwelt: AFU) den Bau einer Kleinkläranlage (Abwasser-Einzelreinigungsanlage) mit
Absetzbecken, Schönungsteich und Schilfanlage für die Reinigung des häuslichen
Abwassers sowie Einleitung des gereinigten Wassers über das Meliorationssystem in
die Z._ bewilligt. Mit der Bewilligung waren verschiedene Auflagen verbunden. Unter
anderem wurde angeordnet, dass sämtliches verschmutztes Abwasser in die
öffentliche Kanalisation einzuleiten sei, sobald die Liegenschaft in den Bereich der
öffentlichen Kanalisation zu liegen komme und der Anschluss an die Kanalisation
behördlich verfügt werde (act. G 7.7/81). Das auf Grundstück Nr. 0000_ befindliche
Produktionsgebäude wurde am 15. April 2004 bewilligt. Gleichzeitig wurden
Massnahmen betreffend den Umgang mit wassergefährdenden Flüssigkeiten, zur
Abwasserentsorgung und im Bereich Bodenschutz erlassen. Insbesondere war
vorgesehen, das industrielle und gewerbliche Abwasser für die Bewässerung der
Kulturen in den bestehenden Treibhäusern zu verwenden und allfällige Überschüsse
über die Schilfanlage abzuführen. Dieses Wasser musste den Anforderungen von
Anhang 2 der Gewässerschutzverordnung (SR 814.201, GSchV) entsprechen (act. G
7.7/34).
A.a.
A._ nahm in der Folge die Anlage in Betrieb, ohne aber den Schönungsteich mit
Schilfanlage erstellt zu haben. Das betriebliche Abwasser liess er zum einen direkt
versickern und zum andern ungeklärt in die Z._ einleiten, ohne eine Bewilligung nach
A.b.
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Art. 7 Abs. 1 des Gewässerschutzgesetzes (SR 814.20; GSchG) einzuholen.
Industrieabwasser vermischte sich mit dem in der Kleinkläranlage vorbehandelten
(nicht mehr verschmutzten) Abwasser. Im Jahr 2015 stellte das AFU eine
Überschreitung der Grenzwerte durch das eingeleitete betriebliche Abwasser sowie
eine Verschmutzung der Z._ fest. Zudem funktionierte die Kleinkläranlage
verschiedentlich nicht. Nachdem A._ den in diesem Zusammenhang vom AFU
angeordneten Massnahmen (unter anderem betreffend Entsorgung der X._-
Schnittresten und Wurzelstöcke) nicht nachkam, erliess das Amt am 25. Januar 2016
ein Einleitungs- und Versickerungsverbot (act. G 7.7/32). Das AFU widerrief diese
Verfügung im Rekursverfahren, nachdem sich A._ dazu bereit erklärt hatte, zusammen
mit einem Fachplaner ein Konzept zur Lösung des Abwasserproblems zu erarbeiten
(act. G 7.7/26). Da die in der Folge getroffenen Massnahmen keine Verbesserung der
Abwassersituation brachten, stellte das AFU am 11. März 2019 erneut ein Einleitungs-
und Versickerungsverbot in Aussicht (act. G 7.7/17). Am 22. März 2019 widerrief das
AFU die Bewilligung für die Einleitung der bei der X._-Produktion entstehenden
verschmutzten Abwässer und verfügte erneut ein Einleitungs- und
Versickerungsverbot. Den dagegen erhobenen Rekurs wies das Bau- und
Umweltdepartement am 20. Dezember 2019 ab (act. G 7.7/14); der Entscheid erwuchs
in Rechtskraft.
Im Zusammenhang mit dem geplanten Anschluss verschiedener Liegenschaften im
Gebiet Y._ (unter anderem des Grundstücks Nrn. 0000_) an die öffentliche
Kanalisation hatte Rechtsanwalt lic. iur. Jörg Frei, St. Gallen, für A._ dem AFU am
5. März 2021 mitgeteilt, die Zweckmässigkeit und Zumutbarkeit des Anschlusses sei
noch unklar. Zudem sei A._ aufgrund seiner zwischenzeitlich absolvierten Ausbildung
zum Klärwärter befähigt, die bestehende Kleinkläranlage korrekt zu betreiben (act. G
7.7/9). Mit Verfügung vom 15. April 2021 wurde A._ vom AFU und vom Amt für
Wasser und Energie (AWE) indes eröffnet, dass die Bewilligung für den Betrieb der
Kleinkläranlage auf Grundstück Nr. 0000_ widerrufen werde. Das auf der Liegenschaft
anfallende betriebliche und häusliche Abwasser sei bis auf Weiteres (d.h. bis zum
Anschluss der Liegenschaft an die öffentliche Kanalisation) in einer Güllengrube zu
stapeln und regelmässig zur ARA F._ zu transportieren. Allfälliges in der
Kleinkläranlage behandeltes Abwasser dürfe weder direkt noch indirekt in die Z._
eingeleitet, noch auf Feldern ausgebracht und/oder dort zur Versickerung gebracht
werden. Das Grundstück Nr. 0000_ sei ohne Verzug an die öffentliche Kanalisation
anzuschliessen, sobald die Gemeinde B._ das Kanalisationsanschlussprojekt "Y._"
realisiert und die Anlage in Betrieb genommen habe. Sei das Grundstück Nr. 0000_
A.c.
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B.
nicht innerhalb von sechs Monaten ab Inbetriebnahme der öffentlichen
Abwasseranlage an die öffentliche Kanalisation angeschlossen, erfolge der
Kanalisationsanschluss auf dem Weg der Ersatzvornahme auf Kosten des
Verfügungsadressaten. Einem allfälligen Rekurs gegen diese Verfügung werde die
aufschiebende Wirkung entzogen. Den Widerruf begründete das AFU mit den
fortwährenden Wasserverschmutzungen. Trotz zahlreicher Interventionen schaffe es
der Grundeigentümer nicht, das häusliche Abwasser hinreichend zu säubern, um es in
die Z._ einleiten oder auf den Feldern versickern lassen zu können. Nach Realisierung
des Kanalisationsanschlussprojektes "Y._" gehöre das Grundstück Nr. 0000_ zum
Bereich der öffentlichen Kanalisation. Der Anschluss sei zweckmässig und mit Blick auf
die Kosten von rund CHF 90'000 (ohne Gebäudebeitrag und Betriebskosten für die
private Abwasserpumpe) angesichts der 261 gewichteten Einwohnergleichwerte (EGW)
des Betriebs von A._ auch zumutbar (act. G 7.7/8). Den gegen diese Verfügung
erhobenen Rekurs vom 3. Mai 2021 (act. G 7/1, 7/3) wies das Bau- und
Umweltdepartement mit Entscheid vom 28. Juni 2022 ab; gleichzeitig entzog es einer
allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung (act. G 2).
Gegen diesen Rekursentscheid erhob Rechtsanwalt Frei für A._ mit Eingabe vom
13. Juli 2022 (act. G 1) Beschwerde mit den Rechtsbegehren, der Rekursentscheid
sowie die Verfügung vom 15. April 2021 seien aufzuheben (Ziffer 1). Eventualiter sei der
Rekursentscheid aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen (Ziffer 2). Das Beschwerdeverfahren sei bis auf Weiteres zu sistieren,
dies unter dem Vorbehalt der jederzeitigen Widerrufbarkeit durch eine der Parteien
(Ziffer 3). Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich Mehrwertsteuer (Ziffer 4).
B.a.
Im Nachgang zu einer am 14. Juli 2022 angeordneten formlosen Sistierung des
Verfahrens durch das Verwaltungsgericht (act. G 4) beantragte die Vorinstanz mit
Schreiben vom 19. Juli 2022 die Nichtsistierung des Verfahrens und ersuchte um
zügige Fortführung des desselben (act. G 6). Mit Verfügung vom 20. Juli 2022 wies der
zuständige Abteilungspräsident des Verwaltungsgerichts das Sistierungsgesuch ab
und hob die formlos angeordnete Verfahrenssistierung auf (act. G 8). In der
Vernehmlassung vom 8. August 2022 beantragte die Vorinstanz Abweisung der
Beschwerde (act. G 9). Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine weitere
Stellungnahme (act. G 10).
B.b.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Der Beschwerdeführer
ist einerseits als Eigentümer der Liegenschaft Nr. 0000_ und anderseits als Empfänger
des angefochtenen Entscheids zur Ergreifung des Rechtsmittels befugt (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Eingabe vom 13. Juli 2022 (act. G 1) erfolgte
rechtzeitig und erfüllt die formellen und inhaltlichen Voraussetzungen (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist
grundsätzlich einzutreten.
Nicht einzutreten ist auf das Begehren, die Verfügung vom 15. April 2021 sei
aufzuheben, da der angefochtene Rekursentscheid an deren Stelle getreten ist
(Devolutiveffekt; vgl. BGE 129 II 438 E. 1).
2.
Streitig ist vorliegend, ob die Vorinstanz die Verfügung des AFU/AWE vom 15. April
2021 (act. G 7.7/8) im angefochtenen Entscheid zu Recht bestätigte. Zu klären ist zum
einen die Rechtmässigkeit des Widerrufs der Bewilligung für den Betrieb der
Kleinkläranlage auf Grundstück Nr. 0000_ und der daraus resultierenden
Verpflichtung, das auf der Liegenschaft anfallende betriebliche und häusliche Abwasser
bis auf Weiteres (d.h. bis zum Anschluss der Liegenschaft an die öffentliche
Kanalisation) in einer Güllengrube zu lagern und regelmässig zur ARA F._ zu
transportieren (nachstehende E. 3). Zum anderen ist zu prüfen, ob der
Beschwerdeführer zu Recht dazu verpflichtet wurde, das Grundstück Nr. 0000_ ohne
Verzug an die öffentliche Kanalisation anzuschliessen, sobald die Gemeinde B._ das
Kanalisationsanschlussprojekt realisiert und die Anlage in Betrieb genommen hat
(nachstehende E. 4).
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben des vorliegenden
Verfahrens wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
B.c.
bis
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3.
Nach Art. 28 Abs. 1 VRP können Verfügungen durch die erlassende Behörde oder
durch die Aufsichtsbehörde geändert oder aufgehoben werden, wenn der Widerruf die
Betroffenen nicht belastet oder wenn er aus wichtigen öffentlichen Interessen geboten
ist. Insbesondere der Schutz der Polizeigüter stellt ein bedeutendes öffentliches
Interesse dar. Mit dem Erfordernis des öffentlichen Interesses verlangt das Gesetz eine
Wertabwägung. Dabei sind die Interessen an der richtigen Durchsetzung der
Rechtsordnung, der Schutz allfälliger Drittbetroffener und das Interesse der Betroffenen
zu gewichten und gegeneinander abzuwägen. Sodann muss berücksichtigt werden,
dass ein belastender Widerruf stets eine Hintanstellung des Grundsatzes von Treu und
Glauben (Art. 9 BV) sowie der Rechtssicherheit mit sich bringt (VerwGE B 2016/40 vom
22. November 2017 E. 4.1 mit Hinweis). Die Abänderung rechtskräftiger Verfügungen
fällt lediglich bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen in Betracht. Dabei wird
unterschieden, ob einerseits ausreichende Gründe für ein Rückkommen auf die
ursprüngliche Verfügung vorliegen und ob andererseits hinreichende Gründe für eine
Abänderung der Verfügung vorliegen. Gründe hierfür sind insbesondere ursprüngliche
Fehlerhaftigkeit der Verfügung, Veränderung der Umstände oder Vorliegen eigentlicher
Revisionsgründe (vgl. zum Ganzen BGE 137 I 69 E. 2.2 S. 71; 138 I 61 E. 4.5 S. 75 ff.).
3.1.
Die Vorinstanz führte im angefochtenen Entscheid aus, das AFU habe (in der Verfügung
vom 15. April 2021) aufgezeigt, dass der Beschwerdeführer in den vergangenen Jahren
wiederholt gegen rechtskräftige Verfügungen verstossen habe, weswegen es immer
wieder zu gravierenden Gewässerverschmutzungen gekommen sei; ebenso, dass die
Reinigungsleistung der Kleinkläranlage auch in letzter Zeit wieder massiv ungenügend
gewesen sei und dass die angestrebten Verbesserungen bei Weitem nicht erreicht
worden seien. Unbestritten geblieben sei auch, dass der Beschwerdeführer die zur
Ausbildung für den Betrieb einer Kleinkläranlage gehörende Prüfung bis heute nicht
nachgewiesen habe. Aus der Verfügung vom 15. April 2021 gehe genügend hervor,
dass der Beschwerdeführer 17 Jahre nach Bewilligungserteilung noch immer nicht
willens und in der Lage sei, die Kleinkläranlage gesetzeskonform zu betreiben, was
durch die jüngsten Kontrollen zweifelsfrei belegt sei (act. G 2 S. 11). Das durch den
Beschwerdeführer in die Z._ eingeleitete Wasser habe die gesetzlichen Grenzwerte
nicht eingehalten; dies auch nach Erlass des heute noch gültigen Versickerungs- und
Einleitungsverbots (rechtskräftiger Entscheid vom 20. Dezember 2019; act. G 7.7/14).
Das AFU habe am 1. Oktober 2020 unterhalb des Einleitungsrohrs des
3.2.
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22Rechtsbest%E4ndigkeit+der+Baubewilligung%22&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-I-69%3Ade&number_of_ranks=0#page69 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22Rechtsbest%E4ndigkeit+der+Baubewilligung%22&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F138-I-61%3Ade&number_of_ranks=0#page61
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Beschwerdeführers in die Z._ sowohl eine Abwasserfahne als auch einen
Abwasserpilz festgestellt, die beide auf die mangelnde Wasserqualität zurückzuführen
seien (act. G 7.7/10). Das kommunale Bauamt habe am 22. März 2021 fotographisch
festgehalten, dass der Beschwerdeführer trotz Einleitungs- und Versickerungsverbot
auf dem Feld Schlammwasser aus der X._-Produktion deponiert und versickern
lassen habe. Der Umstand, dass er dabei nicht persönlich anwesend gewesen sei,
helfe ihm nicht, da der Standort zweifelsfrei eruierbar und sich zu den entsprechenden
Feststellungen nachträglich habe äussern können (Rekursschreiben vom 9. Juli 2021).
Als geradezu dreist erweise sich seine Behauptung, dass wegen des Einleitungs- und
Versickerungsverbots keine Verschmutzung mehr stattfinden könne, zumal er sich
gerade nicht an das Verbot halte. Seine X._-Produktion laufe zudem im gleichen
Ausmass weiter, weshalb auch weiterhin betriebliches Abwasser anfalle. Aufgrund des
Einleitungs- und Versickerungsverbots hätte dieses gestapelt und an eine ARA geliefert
werden müssen, was er jedoch unwidersprochen nie getan habe. Auch die
Kleinkläranlage funktioniere nicht wie vorgeschrieben, wie zahlreiche Untersuchungen
ergeben hätten; dies erstaune insofern nicht, als sie nicht wie auflageweise bewilligt
erstellt worden sei. Gemäss Untersuchungsberichten der G._, Kleinkläranlagenservice,
vom 12. November 2019, 3. März 2020 und 21. August 2020 sei die Abflussqualität
jeweils mit null von maximal neun Punkten beurteilt worden. Abgesehen davon, dass
der Beschwerdeführer ungeachtet des rechtskräftigen Versickerungs- und
Einleitungsverbots für industrielle Abwasser jegliches Abwasser auf seinem Grundstück
versickern lasse und/oder in die Z._ einleite, betreffe das vorliegend streitige Verbot
einzig die Kleinkläranlage für das häusliche Abwasser, welche vom bereits
rechtskräftigen Verbot nicht miterfasst werde. Bis zur Verfügung vom 15. April 2021 sei
es dem Beschwerdeführer erlaubt gewesen, die Kleinkläranlage zu Reinigung des
häuslichen Abwassers zu betreiben und das gereinigte Wasser in die Z._ einzuleiten.
Nachdem zwischenzeitlich klar sei, dass der Beschwerdeführer auch dazu nicht in der
Lage sei, sei ihm auch diese Bewilligung zu Recht entzogen und angeordnet worden,
dass er sowohl das häusliche – als auch des betriebliche - Abwasser stapeln und der
öffentlichen ARA zuführen müsse. Die Gewässerverschmutzungen seien auf das
pflichtwidrige Verhalten des Beschwerdeführers zurückzuführen. Er lasse nicht nur
immer noch illegal gewerbliches Abwasser versickern und einleiten, auch seine
Kleinkläranlage für häusliches Abwasser erziele keine gesetzeskonformen Resultate;
sei es, dass er die Auflagen für die Betriebsbewilligung nicht erfüllt habe, sei es, dass
er die Anlage nicht richtig warte/bediene oder aber das häusliche Abwasser illegal mit
dem betrieblichen Abwasser mische. Dabei handle es sich um einen sich immer
wiederholenden Zustand, der trotz Engagement, Entgegenkommen und Geduld der
Mitarbeitenden des AFU nunmehr seit Jahren andauere. Er gefährde nun schon über
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einen langen Zeitraum die örtliche Fauna und Flora sowie die öffentliche Gesundheit
und verschmutze das Trinkwasser einer grossen Zahl von Kommunen, zumal die Z._
in den Bodensee münde, welcher wiederum Trinkwasserspeicher für die ganze Region
sei (act. G 2 S. 12-14).
Der Beschwerdeführer wendet ein, die Voraussetzungen für einen Widerruf der
Bewilligung zum Betrieb der Kleinkläranlage seien nicht gegeben/nachgewiesen. Die
Fotos/Messungen, auf welche die Vorinstanz Bezug nehme (act. G 2 E. 3.4), seien
unter Missachtung verfahrensrechtlicher Grundsätze zustande gekommen. Bei keinem
der angegebenen "Augenscheine" seien der Beschwerdeführer oder sein Vertreter je
zugegen gewesen oder seien sie auch nur darüber in Kenntnis gesetzt worden.
Gleiches gelte mit Bezug auf die Messungen, die unter völlig unbekannten
Bedingungen zustande gekommen seien. Weder habe sich der Beschwerdeführer
unmittelbar äussern noch die Abklärungen in irgendeiner Weise nachprüfen können.
Auch die Vorbelastung der Z._ sei soweit ersichtlich nie abgeklärt worden, weshalb
denn auch keine Aussage über die Kausalität gemacht werden könne. Das Verfahren
sei "hinter geschlossenem Vorhang" durchgeführt worden. Die Fotos/Messungen seien
daher unverwertbar. Sachlich zuständig betreffend die Kleinkläranlage sei das AWE
(Art. 2 Abs. 1 lit. a GSchVV). Das AFU sei demnach für die Messungen/Abklärungen
gar nicht zuständig gewesen. Gleiches gelte für die Gemeinde B._, wobei nicht klar
sei, ob die Fotos tatsächlich von ihr stammen würden. Der Beschwerdeführer habe die
Vermutung, dass sie von Privaten geschossen und in der Folge bei der Gemeinde
eingereicht worden seien. Es lägen jedenfalls weder Amtsberichte im Recht, noch habe
das AWE die Aufgaben korrekt delegiert. Selbst wenn die Messungen/Feststellungen
trotz der schwerwiegenden Mängel verwertbar und korrekt wären, sei der Sachverhalt
nicht genügend abgeklärt. Die Vorinstanz verweise auf Messungen/Feststellungen aus
den Jahren 2019 und 2020. Massgebend sei hingegen, welche Ergebnisse die
Kleinkläranlage im Moment liefere. Die aktuellste Überprüfung im Jahr 2022 habe die
volle Punktzahl (9/9) ergeben (act. G 3 I/2). Der Beschwerdeführer habe inzwischen die
Ausbildung zum Klärwärter erfolgreich abgeschlossen, sei Mitglied des Verbands
Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (vsa.ch) und daher in der Lage,
die Kläranlage fachgerecht zu bedienen. Ausserdem werde er in sämtlichen
Abwasserfragen von einem Spezialisten (Dr. R._, S._ AG) beraten. Angesichts dieser
Gegebenheiten seien die im Recht liegenden Messungen, selbst wenn sie verwertbar
wären, rechtlich nicht (mehr) massgebend (Beweisantrag: Gutachten zur Frage, ob die
Kleinkläranlage die gesetzlichen Anforderungen erfülle bzw. ob Handlungsbedarf
bestehe). Was die mutmasslich von der Gemeinde B._ gemachten Fotos anbelange,
3.3.
bis
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so würden diese weder das häusliche Abwasser aus der Kleinkläranlage noch
Abwasser überhaupt betreffen. Sie seien daher im vorliegenden Verfahren irrelevant.
AFU und Vorinstanz würden das bei der X._-Produktion anfallende Abwasser mit den
darin enthaltenen erdigen Feststoffen verwechseln. Letztere könnten in entwässerter
Form auf die Felder ausgebracht werden (vgl. Leitfaden Abwasser aus Gemüse
verarbeitenden Betrieben [vsa.ch], S. 32). Die Feststellungen des AFU beträfen nach
der Vorinstanz (act. G 2 E. 3.4 a.E.) explizit den X._-Anbaubetrieb und somit ebenfalls
nicht die Kleinkläranlage. Im Weiteren sei Renitenz des Beschwerdeführers kein
Widerrufsgrund. Die Behörden müssten nachweisen, dass er die Voraussetzungen zum
Betrieb der Kleinkläranlage nicht mehr erfülle. Beim gegenwärtigen Aktenstand sei
dieser Beweis aber nicht erbracht. Seien keine Widerrufsgründe gegeben, seien auch
die Folgeanordnungen (Transport in die ARA, Einleitungsverbot/Ausbringverbot) nicht
notwendig und daher aufzuheben (act. G 1 S. 3-6).
3.4.
Die Inhaber von Abwasseranlagen sorgen dafür, dass diese sachgemäss erstellt,
bedient, gewartet und unterhalten werden. Die Funktionstüchtigkeit von Abwasser- und
Düngeraufbereitungsanlagen muss regelmässig überprüft werden (Art. 15 Abs. 1
GSchG). Die kantonale Behörde sorgt dafür, dass die Anlagen periodisch kontrolliert
werden (Art 15 Abs. 2 GSchG, Art. 15 GSchV). Die Gewässerschutzpolizei ist Aufgabe
der politischen Gemeinde. Die Regierung bestimmt durch Verordnung, inwieweit
Stellen des Kantons diese Aufgabe erfüllen (Art. 49 des Vollzugsgesetzes zur
Eidgenössischen Gewässerschutzgesetzgebung (sGS 752.2, GSchVG). Kantonale
Gewässerschutzfachstelle ist das Amt für Wasser und Energie (Art. 1 der Verordnung
zum Vollzugsgesetz zur Eidgenössischen Gewässerschutzgesetzgebung, sGS 752.21,
GSchVV; AWE). Das AWE ist die zuständige Stelle des Kantons für den Vollzug der
Gewässerschutzgesetzgebung, soweit keine besonderen Vorschriften gelten (Art. 2
GSchVV). Das Amt für Umwelt (AFU) wiederum ist die zuständige Stelle des Kantons
für den Vollzug der Gewässerschutzgesetzgebung bei industriellen, gewerblichen und
gewerbeähnlichen Bauten, Anlagen und Nutzungen; davon ausgenommen sind damit
in Verbindung stehende Kleinkläranlagen zur Reinigung des häuslichen Abwassers (Art.
2 Abs. 1 lit. a GSchVV). Sowohl das AFU als auch das AWE können (entsprechend
ihrer jeweiligen Zuständigkeit) vorsorgliche Massnahmen anordnen, wenn die Gefahr
einer Gewässerverschmutzung droht (Art. 6 GSchVV).
Das AWE übernahm mit seiner Tätigkeitsaufnahme am 1. Juli 2017 teilweise Aufgaben
3.4.1.
bis
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 11/18
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des AFU. Die Entwässerung der X._-Produktion fällt indes nach wie vor in den
Aufgabenbereich des AFU, während für die Kleinkläranlage das AWE zuständig ist (Art.
2 und 2 Abs. 1 lit. a GSchVV). Vorliegend haben die beiden Amtsstellen
entsprechend ihrer Zuständigkeit ihre Tätigkeit ausgeübt und Verfügungen erlassen.
Die Gemeinde B._ ihrerseits übernahm gewässerpolizeiliche Aufgaben. Entgegen der
Auffassung des Beschwerdeführers ist ein Tätigwerden von AWE, AFU und Gemeinde
in einem Bereich, für welchen sie sachlich nicht zuständig sind, nicht erkennbar.
bis
Vorliegend war die Bewilligung der Kleinkläranlage vom 8. März 2004 unter anderem
mit der Verpflichtung verbunden, ein Absetzbecken, einen Schönungsteich und eine
Schilfanlage für die Reinigung des häuslichen Abwassers zu erstellen. Die Bewilligung
wurde unter verschiedenen Auflagen betreffend Anforderungen an die Qualität des
gereinigten Abwassers, die regelmässige Wartung und den Unterhalt der
Kleinkläranlage erteilt sowie unter anderem mit der Auflage versehen, dass sämtliches
verschmutztes Abwasser in die öffentliche Kanalisation einzuleiten sei, sobald die
Liegenschaft in den Bereich der öffentlichen Kanalisation zu liegen komme und der
Anschluss an die Kanalisation behördlich verfügt werde (act. G 7.7/81). Die bewilligte
Anlage wurde in der Folge nur teilweise (ohne Schönungsteich und ohne Schilfanlage)
errichtet. Als belegt zu gelten hat zudem, dass der Beschwerdeführer in den
vergangenen Jahren wiederholt gegen Auflagen in der Bewilligungsverfügung und
gegen behördliche Anordnungen verstiess, wodurch es zu Gewässerverschmutzungen
kam (vgl. dazu vorstehend Sachverhalt A. b). Als Folge davon widerrief das AFU am
22. März 2019 die Bewilligung für die Einleitung der bei der X._-Produktion
entstehenden verschmutzten Abwasser und verfügte zudem ein Einleitungs- und
Versickerungsverbot. Der in diesem Zusammenhang ergangene Rekurs-Entscheid vom
20. Dezember 2019 erwuchs in Rechtskraft (act. G 7.7/14).
3.4.2.
Zum Einwand des Beschwerdeführers, die Erstellung von Fotos und Durchführung von
"Augenscheinen" durch das AFU bzw. die Gemeinde B._ auf seinem Grundstück
hätten eine Missachtung von Verfahrensvorschriften zur Folge, ist - mit der Vorinstanz
(act. G 9 S. 2) - festzuhalten, dass die vorgängige Ankündigung von
gewässerschutzpolizeilichen Kontrollen deren Wirksamkeit zum vornherein
beeinträchtigen oder gänzlich in Frage stellen würden. Eine nachträgliche
Gehörsgewährung (Akteneinsicht, Äusserungsrecht) erweist sich vor diesem
Hintergrund als gerechtfertigt und trägt dem Anspruch des Beschwerdeführers auf
rechtliches Gehör zureichend Rechnung. So konnte er denn auch zu den
3.4.3.
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Untersuchungsberichten der G._ vom 12. November 2019, 3. März 2020 und
21. August 2020 (act. G 7.7/35, 38 und 40) nachträglich Stellung nehmen. Unbestritten
und aufgrund der vorerwähnten Untersuchungsberichte der G._ belegt ist, dass die
Reinigungsleistung der Kleinkläranlage vollends ungenügend war und die - mit Blick auf
die immer wieder schlechten Messergebnisse gemäss früheren Berichten (act. G
7.7/44, 48, 55-57, 60-62, 66) - angestrebten Verbesserungen nicht erreicht wurden. So
war das Wasser der Z._ bei Überprüfungen vom Oktober 2020 oberhalb der Einleitung
des Beschwerdeführers klar, während Verschmutzungen (Trübungen, Wasserpilze) im
Bereich seiner Einleitung von Auge erkennbar waren (vgl. dazu auch Aktennotiz mit
Messergebnissen und Fotos vom 1. Oktober 2020 zu einem an diesem Tag von
Mitarbeitenden des AWE vorgenommenen Augenschein an der Z._; act. G 7.7/10 und
11). Die dort gemessenen schlechten Werte beim Einlauf in die Z._ stehen im Einklang
mit den erwähnten Messergebnissen der Kleinkläranlage von 2019/2020. Gemäss
unbestritten gebliebener Feststellung im angefochtenen Entscheid stellte das Bauamt
D._-B._ am 22. März 2021 zudem fest, dass der Beschwerdeführer verschmutztes
betriebliches Abwasser in unmittelbarer Nähe des Betriebsgebäudes versickern liess
(act. G 2 S. 5 f.). Dies macht eine Nichtbeachtung der Auflagen im
Bewilligungsentscheid vom 8. März 2004 sowie des rechtskräftigen Entscheids vom
20. Dezember 2019 deutlich, wobei es entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers nicht bloss um erdhaltiges Wasser (im Sinn des von ihm zitierten
Leitfadens Abwasser aus Gemüse verarbeitenden Betrieben, S. 32) geht, sondern
vielmehr um organisch hochbelastetes Abwasser.
Massgebend für die Überprüfung der Rechtmässigkeit der Verfügung des AFU/AWE
vom 15. April 2021 durch die Vorinstanz waren grundsätzlich die Verhältnisse im
Zeitpunkt ihres Erlasses. Im Nachgang zum vorinstanzlichen Entscheid eingetretene
oder bekannt gewordene Sachverhaltsentwicklungen sind jedoch unter Umständen als
Noven zu berücksichtigen. Das Novenverbot von Art. 61 Abs. 3 VRP wird durch Art. 6
Ziff. 1 EMRK eingeschränkt. Soweit die Vorinstanz des Verwaltungsgerichts keine
richterliche Behörde ist, hat das Verwaltungsgericht auch echte Noven in das Verfahren
einzubeziehen. Die jederzeitige Berücksichtigung von Parteivorbringen zum
Sachverhalt ergibt sich sodann aus dem vom Bundesgericht aus der
Rechtsweggarantie (Art. 29a BV, und Art. 110 des Bundesgesetzes über das
Bundesgericht, Bundesgerichtsgesetz; SR 173.110, BGG) abgeleiteten Erfordernis,
dass auf die tatsächlichen Verhältnisse im Zeitpunkt des Entscheides abzustellen ist.
Nur so ist das Recht auf eine Sachverhaltskontrolle durch eine kantonale
3.4.4.
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Gerichtsinstanz gewährleistet (vgl. VerwGE B 2013/254 vom 28. Juli 2015 E. 4.2 mit
Hinweisen). Bei der Vorinstanz handelt es sich nicht um eine richterliche Behörde (vgl.
hierzu BGer 2C_187/2011 vom 28. Juli 2011, E. 3.1 sowie BGE 128 I 346 E. 2.2).
Folglich ist auf die tatsächlichen Verhältnisse im Zeitpunkt des vorliegenden Entscheids
abzustellen und der Bericht der G._ vom 28. Februar 2022 entsprechend in die
beweisrechtliche Würdigung miteinzubeziehen. Der Bericht ergab - nachdem die
erwähnten Berichte von 2020 jeweils 0 Punkte bescheinigt hatten (act. G 7.7/35, 38
und 40) - eine Gesamtbeurteilung mit "gut" bzw. das Erreichen der vollen Punktzahl.
Ein weiterer Handlungsbedarf wurde im Bericht verneint (act. G 3 I/2). Hierzu ist
festzuhalten, dass einzelne nach Verfügungserlass erfolgte Messergebnisse noch nicht
ohne Weiteres geeignet sind, die Unrechtmässigkeit der im Streit liegenden Verfügung
im Zeitpunkt ihres Erlasses (15. April 2021) und im Folgezeitraum zu belegen. So
vermag auch die Messung 2022 für sich allein betrachtet - angesichts des
geschilderten Hergangs und insbesondere der Ergebnisse der in den vergangenen
Jahren erfolgten Messungen - noch keine dauerhafte Einhaltung der
Gewässerschutzvorschriften durch den Beschwerdeführer zu belegen, zumal auch in
früheren Jahren - insbesondere nach entsprechenden behördlichen Beanstandungen
(vgl. z.B. act. G 7.7/58-60) - zwischendurch und vor allem in den ersten Jahren nach
Erteilung der Bewilligung immer wieder zufriedenstellende Messergebnisse erzielt
wurden (vgl. act. G 7.7/46, 47, 51, 52, 54, 63, 67, 68, 70, 73, 74, 75, 76, 78). Eine
Beratungsunternehmung hatte der Beschwerdeführer schon 2018 beigezogen (act. G
7.7/42), ohne dass sich hieraus eine dauerhafte Verbesserung ergeben hätte. Somit
lässt sich hieraus eine Unrechtmässigkeit des Widerrufs der Bewilligung von 2004 nicht
ableiten.
Das Versickernlassen von verschmutztem Abwasser ist ausserhalb des Bereichs der
öffentlichen Kanalisation grundsätzlich verboten (Art. 8 Abs. 1 GSchV). Abwasser, das
ausserhalb des Bereichs der öffentlichen Kanalisation anfällt und für das weder die
Einleitung in ein Gewässer noch die Versickerung oder die Verwertung zusammen mit
Hofdünger (Art. 12 Abs. 4 GSchG) zulässig ist, muss in einer abflusslosen Grube
gesammelt und regelmässig einer ARA oder einer besonderen Behandlung zugeführt
werden (Art. 9 Abs. 1 GSchV). Zum aktuellen Zeitpunkt darf der Beschwerdeführer die
Kleinkläranlage aufgrund des verfügten Entzugs der aufschiebenden Wirkung der
Beschwerde nicht nutzen. Für das Abwasser der X._-Produktion besteht aufgrund der
Verfügung von 2019 wie erwähnt (vorstehende E. 3.4.2) ein rechtskräftiges Ausbring-
und Einleitungsverbot, welches vom Beschwerdeführer wie dargelegt nicht beachtet
wird. Angesichts der geschilderten Verhältnisse ist eine dauerhafte Einhaltung der
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4.
Gewässerschutzvorschriften durch den Beschwerdeführer nicht gewährleistet, weshalb
sich der Widerruf der Bewilligung für den Betrieb der Kleinkläranlage auf Grundstück
Nr. 0000_ verbunden mit der Verpflichtung, das verschmutzte (betriebliche und
häusliche) Abwasser bis auf weiteres in einer Güllengrube zu stapeln und der ARA
regelmässig zur Reinigung zu übergeben (act. 7.7/8 Dispositivziffer 2), als sachgerecht
und angemessen erweist. Das öffentliche Interesse an der Durchsetzung der
gewässerschutzrechtlichen Vorschriften überwiegt mit Blick auf die erheblichen
Auswirkungen der Nichteinhaltung der entsprechenden Vorschriften klar das private
Interesse des Beschwerdeführers an der Beibehaltung des bisherigen Zustands und an
der Vermeidung von Kosten der Abwasserentsorgung. Mildere geeignete Massnahmen
als die Stapelungsverpflichtung mit ARA-Entsorgung des Abwassers sind weder
ersichtlich noch werden solche geltend gemacht. Von daher lässt sich der
angefochtene Entscheid ebenfalls nicht beanstanden.
Streitig ist im Weiteren, ob der Beschwerdeführer zu Recht dazu verpflichtet wurde,
das Grundstück Nr. 0000_ ohne Verzug an die öffentliche Kanalisation
anzuschliessen, sobald die Gemeinde B._ das entsprechende
Kanalisationsanschlussprojekt realisiert und die Anlage in Betrieb genommen hat.
Art. 11 GSchG regelt die Pflicht zum Anschluss an die öffentliche Kanalisation. Gemäss
Abs. 1 muss im Bereich öffentlicher Kanalisationen das verschmutzte Abwasser in die
Kanalisation eingeleitet werden. Nach Abs. 2 umfasst der Bereich öffentlicher
Kanalisationen: (a) Bauzonen; (b) weitere Gebiete, sobald für sie eine Kanalisation
erstellt worden ist; (c) weitere Gebiete, in welchen der Anschluss an die Kanalisation
zweckmässig und zumutbar ist. Gemäss Art. 12 Abs. 1 GSchV ist der Anschluss von
verschmutztem Abwasser an die öffentliche Kanalisation ausserhalb von Bauzonen im
Sinne von Art. 11 Abs. 2 lit. c GSchG zweckmässig, wenn er sich einwandfrei und mit
normalem baulichem Aufwand herstellen lässt; zumutbar ist er, wenn die Kosten des
Anschlusses diejenigen für vergleichbare Anschlüsse innerhalb der Bauzone nicht
wesentlich überschreiten. Art. 12 Abs. 1 GSchV entspricht der Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum alten Gewässerschutzrecht (BGE 115 Ib 28 E. 2b/aa und bb, je
mit Hinweisen). Diese ist bei der Anwendung von Art. 12 Abs. 1 GSchV deshalb
weiterhin zu berücksichtigen (BGer 1A_1/2001 vom 7. Mai 2001 E. 2.1). Ausgenommen
von der Anschlusspflicht an die öffentliche Kanalisation sind lediglich
Landwirtschaftsbetriebe mit erheblichem Rindvieh- und Schweinebestand. Sie dürfen
das häusliche Abwasser zusammen mit der Gülle landwirtschaftlich verwerten, wenn
4.1.
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22Art.+11+GSchG%22&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F115-IB-28%3Ade&number_of_ranks=0#page28
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die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind (Art. 12 Abs. 4 und 5 GSchG, Art. 12 Abs.
3 GSchV).
Im angefochtenen Entscheid hielt die Vorinstanz fest, es liege zwar erst eine
Machbarkeitsstudie von 2018 und ein Vorprojekt vom 21. Dezember 2020 vor. Die
Anschlussverpflichtung werde jedoch auch erst nach Realisierung des
Kanalisationsanschlussprojektes "Y._" und Inbetriebnahme der entsprechenden
Abwasseranlagen wirksam. Da der Anschluss der Liegenschaft des Beschwerdeführers
einen wesentlichen Teil ausmache, sei es nachvollziehbar, dass die Gemeinde mit der
weiteren Planung zuwarte, bis die Anschlussverpflichtung des Beschwerdeführers
feststehe. Mit dem Anschlussprojekt "Y._" falle sein X._-Anbaubetrieb in den Bereich
der öffentlichen Kanalisation. Dazu komme, dass ihm zwischenzeitlich das Einleiten
und Versickernlassen seiner Abwasser verboten worden sei und er diese nicht der ARA
zugeführt habe, womit der Anschluss an die öffentliche Kanalisation aus Sicht des
Gewässer- und Bodenschutzes zwingend sei. Der Beschwerdeführer habe nur die
Möglichkeit des Anschlusses, zumal ihm nicht nur das Versickernlassen und Einleiten
industriellen Abwassers, sondern nun auch des häuslichen Abwassers verboten
worden sei. Die Machbarkeitsstudie zeige auf, dass das Projekt technisch und
aufgrund der Topographie machbar sei. Ob das Projekt rechtlich bereits umsetzbar sei,
müsse den Beschwerdeführer nicht kümmern, weil seine Anschlusspflicht erst auf den
noch offenen Zeitpunkt der Realisierung hin verfügt worden sei. Der verfügte Anschluss
erweise sich somit auch als zweckmässig. Die geschätzten Anschlusskosten für den
Beschwerdeführer würden gemäss aktuellster Kostenschätzung rund CHF 110'000
betragen. Allein der X._-Anbaubetrieb auf Grundstück Nr. 0000_ verfüge nach
Berechnung des AWE vom Juli 2020 über 261 gewichtete EWG. Daraus ergäben sich
Anschlusskosten von rund CHF 420 pro EWG (Einwohnergleichwert). Diese würden
sich mit Blick auf Rechtsprechung und Praxis (BGE 132 II 515, BVR 2008 459 E. 5.2,
Richtlinie des Amtes für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich über die
Anschlusspflicht von Liegenschaften an die private und öffentliche Kanalisation vom
7. Januar 2022) ohne Weiteres als zumutbar (verhältnismässig) erweisen. Allenfalls
noch nicht amortisierte Investitionskosten könnten nicht berücksichtigt werden, weil
dem Beschwerdeführer zum einen aufgrund der entsprechenden rechtskräftigen
Auflage bekannt gewesen sei, dass er sein Grundstück zu gegebener Zeit an die
öffentliche Kanalisation anschliessen müsse und ihm zum anderen die Bewilligung, das
selbst geklärte (industrielle und häusliche) Abwasser einzuleiten und auszubringen,
wegen seines Fehlverhaltens habe entzogen werden müssen (act. G 2 S. 14-16).
4.2.
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Der Beschwerdeführer hält fest, er sei nicht gegen den Anschluss an die öffentliche
Kanalisation. Allerdings müssten die Einzelheiten des Anschlusses, insbesondere die
genauen Kosten und die Realisierbarkeit des Projekts, klar sein, bevor über den
Anschluss verbindlich diskutiert werden könne. Es liege zwar eine Machbarkeitsstudie
vor. Indes fehlten zahlreiche Bedingungen des Anschlusses. Es sei beim
gegenwärtigen Stand daher nicht möglich, eine Anschlussverpflichtung zu verfügen. Im
Moment sei nicht gesichert, ob das Kanalisationsprojekt Y._ überhaupt wie geplant
realisiert werden könne. Es liege eine zeitlich unbeschränkte, unbedingte
Anschlussverpflichtung an ein bedingtes Kanalisationsprojekt vor. Das sei ihm nicht
zumutbar, zumal die Gemeinde B._ im Fall, indem der angefochtene Entscheid
rechtskräftig werde, überhaupt kein Interesse daran habe, das Kanalisationsprojekt
voranzutreiben. Die Behauptung der Vorinstanz, es brauche ihn nicht zu kümmern, ob
das Projekt rechtlich überhaupt umsetzbar sei, sei vor diesem Hintergrund absurd.
Gemäss dem angefochtenen Entscheid müsse er künftig vielmehr sein Abwasser
tagtäglich in die ARA bringen, und zwar solange, bis die Kanalisation gebaut sei. Die
ihm daraus entstehenden Kosten und der Aufwand seien immens. Diese Rechtslage als
verhältnismässig zu bezeichnen, sei unverständlich. Sodann berücksichtige die
Vorinstanz für die Verhältnismässigkeitsprüfung lediglich die Baukosten von
geschätzten CHF 110'000, lasse aber die Anschluss- und Erschliessungsbeiträge
kurzerhand beiseite. Letztere würden den grösseren Teil der Kosten für den
Beschwerdeführer ausmachen.
4.3.
Vorliegend war bereits in der Verfügung vom 8. März 2004 angeordnet worden, dass
sämtliches verschmutztes Abwasser in die öffentliche Kanalisation einzuleiten sei,
sobald die Liegenschaft in den Bereich der öffentlichen Kanalisation zu liegen komme
und der Anschluss an die Kanalisation behördlich verfügt werde (act. G 7.7/81
Dispositivziffer 12). Nachdem einerseits die Verfügung vom 8. März 2004 widerrufen
wurde und anderseits die Planung und Realisierung des Anschlusses durch die
Gemeinde unbestritten zu einem erheblichen Teil den Anschluss des Grundstücks
Beschwerdeführers beinhaltet und damit von der Anschlussverpflichtung des
Beschwerdeführers abhängt, ist es nachvollziehbar, dass die Gemeinde vor Beginn der
Detailplanung Gewissheit über die Anschlussverpflichtung des Beschwerdeführers
haben möchte. Planungsdetails müssen im heutigen Zeitpunkt insofern noch nicht
feststehen, als die Anschlusspflicht des Beschwerdeführers erst auf den aktuell noch
unbekannten Zeitpunkt der Realisierung des Anschlusses durch die Gemeinde hin
verfügt wurde. Einzelheiten des Anschlusses (definitive Kosten und die Realisierbarkeit
4.4.
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5.
des Projekts) müssen auch deshalb auch noch nicht abschliessend festgelegt sein, weil
es vorliegend ausschliesslich um die Frage der Anschlusspflicht geht, und nicht um
eine abschliessende Festlegung der Einzelheiten des Anschlusses. Die
Anschlussverpflichtung als solche ergibt sich bereits aus den erwähnten gesetzlichen
Normen (vorstehende E. 4.1) und bedarf zum heutigen Zeitpunkt keiner exakten
Kostenermittlung; die vorliegende Schätzung ist angesichts der konkreten Umstände
für die Beurteilung der Zumutbarkeit des Anschlusses hinreichend. Der konkrete
Kostenanteil wird vielmehr Gegenstand der künftigen Kostenverfügung bilden und in
diesem Rahmen auch auf dem Rechtsmittelweg überprüfbar sein. Die verfügte
Anschlussverpflichtung erweist sich somit als zweckmässig und ist angesichts der
beim Beschwerdeführer gegebenen Verhältnisse im Ergebnis auch sinnvoll, indem sie
die rechtlichen Verhältnisse klarstellt. Wenn der Beschwerdeführer anmerkt, dass
derzeit Verhandlungen mit der Gemeinde B._ im Gang seien und ein Anschlussvertrag
nicht innert weniger Wochen ausgearbeitet, vom Gemeinderat genehmigt und
unterschrieben werden könne (act. G 1 S. 8 Ziffer 22), so zeigt dies, dass das Interesse
der Gemeinde, das Projekt voranzutreiben, entgegen der andernorts gemachten
Feststellung des Beschwerdeführers (act. G 1 Ziffer 19 S. 7 unten) sehr wohl gegeben
ist. Auch in diesem Punkt lässt sich somit der angefochtene Rekursentscheid nicht
beanstanden.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde daher abzuweisen, soweit
darauf einzutreten ist. Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen
Kosten des Beschwerdeverfahrens zulasten des Beschwerdeführers (Art. 95 Abs. 1
VRP). Angemessen erscheint eine Entscheidgebühr von CHF 4'000. Sie wird mit dem
vom Beschwerdeführer geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.
5.1.
Der Beschwerdeführer hat bei diesem Verfahrensausgang keinen Anspruch auf
Entschädigung für das Beschwerdeverfahren (Art. 98 Abs. 1 VRP in Verbindung mit Art.
98 VRP). Die Vorinstanz hat ebenfalls keinen Anspruch auf ausseramtliche
Entschädigung (Linder, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die
Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, 2020, N 20 zu Art. 98 VRP); beide
stellten auch keinen Antrag.
5.2.
bis
bis
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