Decision ID: 9b0ababc-ef62-40fa-91a8-93570675679c
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ bezog seit Jahren Ergänzungsleistungen zu einer ganzen Rente der
Invalidenversicherung. Mit einer Verfügung vom 23. Januar 2014 setzte die IV-Stelle die
laufende ganze Rente per 1. März 2014 auf eine halbe Rente herab (act. G 4.2.58). Die
EL-Durchführungsstelle erliess am 5. Februar 2014 eine Verfügung, mit der sie die
laufende Ergänzungsleistung per 1. März 2014 erhöhte (act. G 4.2.54). Diese Verfügung
enthielt den Hinweis, dass die EL-Durchführungsstelle ab September 2014, also sechs
Monate nach der IV-Rentenherabsetzung, in Anwendung von Art. 14a ELV ein
hypothetisches Erwerbseinkommen von Fr. 19’210.-- anrechnen und die
Ergänzungsleistung entsprechend herabsetzen werde. Sie werde von der Anrechnung
eines hypothetischen Erwerbseinkommens absehen, wenn der EL-Bezüger belege,
dass er trotz einer andauernden und intensiven Stellensuche keine Arbeit finden könne.
Die Arbeitsbemühungen gälten als "genügend", wenn monatlich mindestens acht
ordentliche Bewerbungen auf tatsächlich freie Stellen oder mindestens 15 Blind-
respektive Spontanbewerbungen per Telefon, persönlicher Vorsprache, E-Mail oder
Kurzbrief erfolgten. Am 4. März 2015 forderte die EL-Durchführungsstelle den EL-
Bezüger auf (act. G 4.3.182), die Nachweise seiner Arbeitsbemühungen der
vergangenen Monate einzureichen. Mit einer Verfügung vom 12. März 2015 setzte die
EL-Durchführungsstelle die laufende Ergänzungsleistung mit Wirkung ab 1. April 2015
herab (act. G 4.3.176). In der Anspruchsberechnung berücksichtigte sie ein
hypothetisches Erwerbseinkommen des EL-Bezügers von Fr. 19’290.-- pro Jahr (act. G
4.3.177). Dagegen liess der EL-Bezüger am 26. März 2015 eine Einsprache erheben
(act. G 4.3.172). Sein Rechtsvertreter machte geltend, der EL-Bezüger habe die IV-
Rentenherabsetzungsverfügung anfechten lassen, weil er nicht arbeitsfähig sei.
Solange die Frage nach der Arbeitsfähigkeit nicht rechtskräftig beantwortet sei, dürfe
A.a.
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die EL-Durchführungsstelle die Ergänzungsleistung nicht herabsetzen. Mit einer
Verfügung vom 22. Mai 2015 sistierte die EL-Durchführungsstelle das
Einspracheverfahren bis zum rechtskräftigen Abschluss des Beschwerdeverfahrens
betreffend die IV-Rentenherabsetzungsverfügung (act. G 4.3.154). Am 7. März 2017
teilte der EL-Bezüger der EL-Durchführungsstelle mit (act. G 4.3.4), das Bundesgericht
habe die Herabsetzung der IV-Rente als rechtmässig qualifiziert. Die EL-
Durchführungsstelle hob daraufhin die Sistierung des Einspracheverfahrens auf (act.
G 4.3.3). Mit einem Entscheid vom 26. Juni 2017 wies die EL-Durchführungsstelle die
Einsprache gegen die Verfügung vom 12. März 2015 ab (act. G 4.4.42). Zur
Begründung führte sie aus, der EL-Bezüger habe keinerlei Nachweise darüber
erbracht, dass er sich in den vergangenen Monaten um eine Arbeitsstelle bemüht
hätte. Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft (vgl. act. G 4.4.30).
Am 20. Juli 2017 reichte der EL-Bezüger Nachweise zu seinen
Arbeitsbemühungen in den Monaten März 2017 bis Juni 2017 ein (act. G 4.4.39-1 und
G 4.4.39-93 ff.). Ein Sachbearbeiter der EL-Durchführungsstelle notierte am 8. August
2017 (act. G 4.4.37), der EL-Bezüger habe sich in den Monaten März 2017 bis Juni
2017 je achtmal "blind" um eine Arbeitsstelle beworben. In seinen
Bewerbungsschreiben habe er jeweils angegeben, dass er eine Arbeitsstelle suche,
weil seine IV-Rente herabgesetzt worden sei. Zudem habe er seine Behinderung
erwähnt, was für einen Stellenantritt nicht gerade förderlich sei. In verschiedenen
Antwortschreiben der angeschriebenen Arbeitgeber sei darauf hingewiesen worden,
dass die Bewerbung elektronisch eingereicht werden müsse. Ob der EL-Bezüger das
dann jeweils getan habe, sei nicht ersichtlich. Gesamthaft sei am ernsthaften
Arbeitswillen des EL-Bezügers zu zweifeln. Mit einer Verfügung vom 13. November
2017 wies die EL-Durchführungsstelle das "Gesuch um Ausscheidung des
hypothetischen Erwerbseinkommens" ab (act. G 4.4.29). Mit einer Verfügung vom
16. November 2017 setzte die EL-Durchführungsstelle die Ergänzungsleistung ab
1. Dezember 2017 neu fest, weil eines der Kinder des EL-Bezügers im November 2017
das 25. Altersjahr vollendet hatte (act. G 4.4.27). Am 14. Dezember 2017 liess der EL-
Bezüger eine Einsprache gegen die Verfügungen vom 13. November 2017 und
16. November 2017 erheben (act. G 4.4.19). Sein Rechtsvertreter beantragte die
Aufhebung der Verfügungen sowie die rückwirkende Neuberechnung der
A.b.
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Ergänzungsleistung ab Anfang 2017 ohne die Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens. Mit einer zweiten Eingabe vom selben Tag liess der EL-Bezüger
der EL-Durchführungsstelle die Nachweise seiner Arbeitsbemühungen in den Monaten
Juli 2017 bis Oktober 2017 zugehen (act. G 4.4.17). Am 9. Januar 2018 liess der EL-
Bezüger die Nachweise seiner Arbeitsbemühungen in den Monaten November 2017
und Dezember 2017 einreichen (act. G 4.4.16-1 und G 4.4.16-101 ff.). Am 27. Januar
2018 liess er eine Einsprache gegen eine sogenannte "Umrechnungsverfügung" vom
18. Dezember 2017 erheben (act. G 4.4.14), mit der die Ergänzungsleistung ab
1. Januar 2018 an eine Erhöhung des Betrags für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung angepasst worden war (vgl. act. G 4.4.24 und G 4.4.23 mit
G 4.4.28). Sein Rechtsvertreter beantragte die Neuberechnung der laufenden
Ergänzungsleistung ohne die Berücksichtigung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens. Mit einem Entscheid vom 5. Juni 2018 wies die EL-
Durchführungsstelle die Einsprachen gegen die Verfügungen vom 13. November 2017,
16. November 2017 und 18. Dezember 2017 ab (act. G 4.4.6). Zur Begründung führte
sie an, in einer Bewerbung sollte sich der Bewerber mit dem Stelleninserat
auseinandersetzen. Ein Standardschreiben, das nicht einmal mit einem Satz auf die
Stelle eingehe, erfülle dieses Kriterium nicht. Die Formulierung in den
Bewerbungsschreiben des EL-Bezügers, wonach dieser infolge einer
Rentenherabsetzung eine Arbeitsstelle suchen müsse, schrecke jeden Arbeitgeber ab.
Bei einer "Gesamtbetrachtung" der einzelnen Schreiben könne man sich des Eindrucks
nicht erwehren, dass der EL-Bezüger eigentlich gar nicht gewillt sei zu arbeiten. Am
5. Juli 2018 liess der EL-Bezüger eine Beschwerde gegen den Einspracheentscheid
vom 5. Juni 2018 erheben (act. G 4.4.3-1 f.). Am 16. August 2018 reichte sein
Rechtsvertreter eine Beschwerdeergänzung ein (act. G 4.4.3-9 ff.). Er beantragte die
Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids und die Neuberechnung der
Ergänzungsleistung ohne die Berücksichtigung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens für die Zeit ab 1. Januar 2017. Zur Begründung führte er aus, der
EL-Bezüger habe seine Bewerbungsschreiben sorgfältig verfasst. Die EL-
Durchführungsstelle habe die in den Bewerbungsschreiben enthaltene Aussage, dass
der Beschwerdeführer nach einer Rentenherabsetzung wieder einer Erwerbstätigkeit
nachgehen wolle, falsch interpretiert. In den Bewerbungsschreiben stehe nämlich nicht,
dass der EL-Bezüger nun eine Arbeit suchen müsse. Ein "professioneller Berater" hätte
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den entsprechenden Satz wohl anders formuliert. Es gehe jedoch nicht an, eine nicht
ideale Formulierung des Einleitungssatzes als entscheidend dafür anzusehen, dass
eine Bewerbung nicht ernsthaft gemeint gewesen sein solle. Dennoch habe der EL-
Bezüger die Kritik an seinem Bewerbungsschreiben zum Anlass genommen, sein
Bewerbungsschreiben umzuformulieren. Daran zeige sich, dass er schon immer daran
interessiert gewesen sei, eine Arbeit zu finden. Der Rechtsvertreter reichte ein neues
Bewerbungsschreiben des EL-Bezügers vom 29. Juni 2018 ein.
Am 31. August 2018 liess der EL-Bezüger das neue Bewerbungsschreiben der EL-
Durchführungsstelle einreichen (act. G 4.5.52). Sein Rechtsvertreter hielt fest, falls die
EL-Durchführungsstelle auch zu diesem Beschwerdeverfahren (gemeint wohl:
Bewerbungsschreiben) Beanstandungen habe, gehe er davon aus, dass sie ihm dies
bis Ende September 2018 mitteile. Andernfalls müsse der EL-Bezüger annehmen
können, dass in einem späteren Zeitpunkt sein Bewerbungsschreiben nicht "wieder
plötzlich" beanstandet werde. Die EL-Durchführungsstelle reagierte nicht auf diese
Eingabe. Mit einer Verfügung vom 20. Dezember 2018 passte sie die
Ergänzungsleistung ab 1. Januar 2019 einer Erhöhung der Beträge für die
obligatorische Krankenpflegeversicherung, für den allgemeinen Lebensbedarf, für das
hypothetische Erwerbseinkommen des EL-Bezügers sowie der Invalidenrente an (act.
G 4.5.42 und G 4.5.40). Der EL-Bezüger liess dagegen am 10. Januar 2019 eine
Einsprache erheben (act. G 4.5.38). Sein Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der
Verfügung vom 20. Dezember 2018 und die Neuberechnung der Ergänzungsleistung ab
1. Januar 2019 ohne die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens des
EL-Bezügers. Zur Begründung hielt er fest, am 14. Dezember 2017 habe er gegen die
in der Sache identischen Verfügungen vom 13. November 2017 und 16. November
2017 eine Einsprache erhoben. Der entsprechende Einspracheentscheid sei
mittlerweile beim Versicherungsgericht angefochten worden. Mit der identischen
Begründung werde nun auch die Verfügung vom 20. Dezember 2018 angefochten. Er
verweise integral auf die Ausführungen in der Beschwerde vom 16. August 2018. Im
Weiteren beantragte er die Sistierung dieses Einspracheverfahrens, bis das Ver
sicherungsgericht einen Entscheid gefällt habe. Die EL-Durchführungsstelle teilte am
17. Januar 2019 mit, das Einspracheverfahren werde antragsgemäss sistiert. Am
16. Mai 2019 wurden bei der EL-Durchführungsstelle Arztzeugnisse betreffend eine
A.c.
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vollständige Arbeitsunfähigkeit des EL-Bezügers ab dem 6. April 2019 bis zum 14. Juli
2019 abgegeben (act. G 4.5.33). Mit einer Verfügung vom 19. Dezember 2019 passte
die EL-Durchführungsstelle die Ergänzungsleistung ab 1. Januar 2020 einer Erhöhung
des Betrags für die obligatorische Krankenpflegeversicherung an (act. G 4.5.18 und
G 4.5.16). Am 4. April 2020 leitete die EL-Durchführungsstelle eine periodische
Überprüfung der Ergänzungsleistung ein (act. G 4.5.9).
Mit einem Entscheid vom 5. Mai 2020 wies das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 5. Juni 2018 ab (EL
2018/36, act. G 4.5.2). In der Begründung hielt es einleitend fest, der EL-Bezüger habe
während des laufenden Einspracheverfahrens betreffend die Verfügung vom
13. November 2017 gestützt auf die formell rechtskräftige Verfügung vom
19. Dezember 2016, mit der die Ergänzungsleistung ab 1. Januar 2017 neu festgesetzt
worden sei, weiterhin einen verbindlichen Anspruch auf die bisherige
Ergänzungsleistung gehabt. Noch im November 2017 habe allerdings eines der Kinder
des EL-Bezügers das 25. Altersjahr vollendet. Da zu erwarten gewesen sei, dass sich
der Ergänzungsleistungsanspruch des EL-Bezügers ab 1. Dezember 2017 reduzieren
würde, habe die EL-Durchführungsstelle der Gefahr eines zu hohen Leistungsbezugs
mit dem Erlass einer vorsorglichen Massnahme für die Dauer des Einspracheverfahrens
begegnen müssen: Sie habe den Vollzug der formell rechtskräftigen Verfügung vom
19. Dezember 2016 hemmen müssen. Mit der Verfügung vom 16. November 2017
habe die EL-Durchführungsstelle deshalb die laufende Ergänzungsleistung (vorsorglich)
ab 1. Dezember 2017 herabgesetzt. Die Einsprache des EL-Bezügers habe sich
inhaltlich nicht gegen die verfahrensleitende Verfügung vom 16. November 2017,
sondern nur gegen die Revisionsverfügung vom 13. November 2017 gerichtet.
Dasselbe gelte für die Einsprache gegen die verfahrensleitende Verfügung vom
18. Dezember 2017. Unter diesen Umständen sei davon auszugehen, dass der EL-
Bezüger kein Rechtsschutzinteresse an der Aufhebung der beiden vorsorglichen
Massnahmenverfügungen gehabt habe, weshalb der Regelungsgegenstand jener
Verfügungen nicht zum Streitgegenstand des Einspracheverfahrens gehört habe, das
mit dem Entscheid vom 5. Juni 2018 abgeschlossen worden sei. Die in den
verfahrensleitenden Verfügungen vom 16. November 2017 und 18. Dezember 2017
angeordneten vorsorglichen Massnahmen fielen mit dem Abschluss des
A.d.
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Einspracheverfahrens zwingend dahin. Die EL-Durchführungsstelle werde folglich nach
dem rechtskräftigen Abschluss dieses Beschwerdeverfahrens "definitiv" über die
Anpassungen der Ergänzungsleistung per 1. Dezember 2017 und per 1. Januar 2018
sowie über allfällige weitere Anpassungen in der Zeit danach verfügen müssen. Das
gehöre nicht zum Streitgegenstand dieses Beschwerdeverfahrens, das sich auf die
Frage beschränke, ob es rechtmässig gewesen sei, das am 20. Juli 2017 gestellte
Revisionsbegehren abzuweisen. In der Folge prüfte das Versicherungsgericht, ob sich
der EL-Bezüger ernsthaft um eine Arbeitsstellte bemüht hatte. Es kam zum Schluss,
dass der EL-Bezüger durchaus in der Lage gewesen sei, geeignete
Stellenbemühungen zu tätigen, dass er aber nicht arbeitswillig gewesen sei. Seine
Bewerbungen seien deshalb zum Vornherein nicht geeignet gewesen zu beweisen,
dass er sich ernsthaft um eine Arbeitsstelle bemüht hätte. Damit liege ein Verzicht auf
Erwerbseinkommen im Sinne von Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG vor. Die EL-
Durchführungsstelle habe das Revisionsbegehren deshalb zu Recht abgewiesen.
Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
Am 17. Juli 2020 liess der EL-Bezüger eine Ergänzung der Einsprache vom
10. Januar 2019 einreichen (act. G 4.6.47). Sein Rechtsvertreter bezog sich darin auf
ein Schreiben der EL-Durchführungsstelle vom 3. Juli 2020, das nicht in den Akten
liegt. Er hielt fest, der EL-Bezüger habe sein Bewerbungsschreiben angepasst und am
31. August 2018 der EL-Durchführungsstelle eingereicht. Die EL-Durchführungsstelle
habe darauf nicht reagiert, weshalb der EL-Bezüger in guten Treuen habe davon aus
gehen können und müssen, dass seine Bewerbungen nun akzeptiert würden. Er halte
an der Einsprache fest. Die EL-Durchführungsstelle bat am 18. August 2020 um die
Einreichung der Nachweise zu den Arbeitsbemühungen in den Monaten Juni 2018 bis
Juni 2019 (act. G 4.6.45). Am 18. September 2020 liess der EL-Bezüger seine
Bewerbungen der Monate Juni 2018 bis April 2019 einreichen (act. G 4.6.31). Er liess
geltend machen, dass er sich nur bis zum 3. April 2019 beworben habe, weil er
anschliessend wegen Herzproblemen (unter anderem einer Bypass-Operation)
hospitalisiert und während mehreren Monaten arbeitsunfähig gewesen sei. Am
30. September 2020 forderte die EL-Durchführungsstelle den EL-Bezüger unter
Bezugnahme auf das Revisionsformular, das sie im April 2020 erhalten habe, auf, die
Nachweise zu den Arbeitsbemühungen in den Monaten April 2020 bis September 2020
A.e.
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einzureichen (act. G 4.6.22). Am 21. Oktober 2020 liess der EL-Bezüger die Nachweise
zu den Arbeitsbemühungen in den Monaten Juni 2020 bis September 2020 einreichen
(act. G 4.6.14).
Eine Sachbearbeiterin der EL-Durchführungsstelle hielt in einer Stellungnahme des
Fachbereichs am 17. November 2020 fest (act. G 4.6.12), am 3. Juli 2020 sei die
Sistierung des Einspracheverfahrens aufgehoben worden. Mit der Sistierung habe der
EL-Bezüger in Kauf genommen, dass der zu beurteilende Zeitraum bis zur Aufhebung
der Sistierung ausgeweitet werde. Die im Einspracheverfahren eingereichten
Bewerbungsnachweise seien somit auch erstmals im Einspracheverfahren zu prüfen
(vgl. das Feststellungsblatt, act. G 4.6.13; die EL-Durchführungsstelle hat sich darin auf
die Bewerbungen ab Juni 2018 bis April 2019 bezogen). Diese Prüfung habe ergeben,
dass die Bewerbungen ausschliesslich schriftlich mit den immer gleichen
Bewerbungsschreiben erfolgt seien. Das Schreiben hinterlasse allerdings nicht den
Eindruck, dass der EL-Bezüger ernsthaft eine Stelle suche. Auch die Tatsache, dass
die Absagen mehrheitlich mit "keine geeignete Stelle" oder "keine Stelle, die Ihren
Qualifikationen entspricht" erfolgt seien, seien ein Indiz dafür, dass die Bewerbungen
bereits "am Inserat" gescheitert seien.
A.f.
Mit einem Entscheid vom 8. Dezember 2020 wies die EL-Durchführungsstelle die
Einsprache gegen die Verfügung vom 20. Dezember 2018 ab (act. G 4.6.11). Zur
Begründung gab sie an, sie habe dem EL-Bezüger bereits im Einspracheentscheid
(gemeint wohl: vom 5. Juni 2018) mitgeteilt, dass er sich stets mit dem konkreten
Stelleninserat auseinandersetzen müsse. Demnach könne er sich nicht mit einem
einzigen Schreiben, das er am 31. August 2018 eingereicht habe, von dieser
"permanenten Verpflichtung" befreien. Dementsprechend sei die EL-
Durchführungsstelle berechtigt und verpflichtet, sämtliche Bewerbungen des EL-
Bezügers für den massgeblichen Zeitraum ab Juli 2018 bis aktuell bezüglich der
quantitativen und qualitativen Anforderungen zu überprüfen. Um auf die Anrechnung
eines hypothetischen Erwerbseinkommens zu verzichten, hätte sich der EL-Bezüger
über einen längeren Zeitraum erfolglos immer wieder schriftlich auf ausgeschriebene
Stellen (mindestens fünfmal im Monat) bewerben und die schriftlichen Absagen samt
den Stelleninseraten aufbewahren müssen. Die Bewerbungen hätten auf den ganzen
Monat verteilt und zeitnah zum Erscheinungsdatum des Inserates getätigt werden
A.g.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 9/17
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St.Galler Gerichte
B.
müssen. Zudem hätte das Anforderungsprofil zur Qualifikation des EL-Bezügers
passen müssen. Alternativ hätten mindestens acht Blind-/Spontanbewerbungen und
mindestens zwei Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen pro Monat vorgenommen
werden können. Die Bewerbungen hätten fehlerfrei, schriftlich mit Lebenslauf und ohne
Negativformulierungen verfasst werden müssen. Der EL-Bezüger habe sich mit den
immer gleichlautenden Bewerbungsschreiben um eine Arbeitsstelle bemüht. Seine
Formulierungen hinterliessen nicht den Eindruck von ernsthaften Stellenbewerbungen.
Dies ergebe sich auch aus dem Umstand, dass die Absagen mehrheitlich mit für den
EL-Bezüger ungeeigneten Stellen begründet worden seien. Im Weiteren verweise sie
auf die Stellungnahme des Fachbereichs vom 17. November 2020. Dem EL-Bezüger
sei somit zu Recht weiterhin ab Juli 2018 bis aktuell ein hypothetisches
Erwerbseinkommen von Fr. 19'450.-- angerechnet worden. Die angefochtene
Verfügung sei rechtmässig.
Der EL-Bezüger (nachfolgend: Beschwerdeführer) liess am 25. Januar 2021 eine
Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 8. Dezember 2020 erheben (act.
G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids und den Verzicht auf die Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens rückwirkend ab 1. Januar 2019. Zur Begründung gab er an, der
Beschwerdeführer habe seit über fünf Jahren regelmässig nach einer Arbeit gesucht.
Im Einspracheentscheid vom 5. Juni 2018 habe sich die EL-Durchführungsstelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) auf den Standpunkt gestellt, dass seine
Arbeitsbemühungen nicht genügten, weil seine Bewerbungsschreiben ungenügend
seien. Diesen Einspracheentscheid habe der Beschwerdeführer zwar erfolglos
angefochten (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. Mai
2020, EL 2018/36), gleichzeitig habe er sich jedoch umgehend von seinem Sohn ein
neues Bewerbungsschreiben aufsetzen lassen. Dieses neue Bewerbungsschreiben
habe er der Beschwerdegegnerin am 31. August 2018 zur Prüfung zustellen lassen. Es
sei darum gegangen, bisherige Fehler zu korrigieren und eine gewisse Sicherheit zu
erhalten, dass er nun korrekt vorgehe. Im hier angefochtenen Einspracheentscheid
habe die Beschwerdegegnerin die formalen Erfordernisse (Häufigkeit der
Bewerbungen, fehlerfreie schriftliche Bewerbungen, Absagen aufbewahren)
B.a.
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Erwägungen
richtigerweise nicht beanstandet. Im Wesentlichen sei nur der Inhalt der
Bewerbungsschreiben beanstandet worden. Die Beschwerdegegnerin habe es
allerdings unterlassen, die Ausgangslage des Beschwerdeführers zu berücksichtigen:
Er sei nur zu 50% arbeitsfähig, ohne jede Ausbildung, gehe seit über 20 Jahren keiner
Erwerbstätigkeit mehr nach, habe schlechte Deutschkenntnisse und sei über fünfzig
Jahre alt. Er sei darauf angewiesen, dass er von Drittpersonen unterstützt werde. Seine
drei Kinder unterstützten ihn denn auch tatkräftig. Bezüglich Bewerbungen werde er
von seinem Sohn unterstützt. Es sei deshalb erstellt, dass er sich ernsthaft bemüht
habe, seine Bewerbungsunterlagen zu verbessern. Richtig sei, dass die Absagen
wiederholt mit "keine geeignete Stelle" oder "keine Stelle, die Ihren Qualifikationen
entspricht" begründet worden seien. Allerdings bleibe dabei unberücksichtigt, dass es
sich um Standardfloskeln handle, die keine Rückschlüsse erlaubten. Zu
berücksichtigen sei auch, dass er das nun zur Diskussion stehende
Bewerbungsschreiben der Beschwerdegegnerin zur Prüfung vorgelegt habe. Er habe
ernsthaft alles richtig machen wollen. Der Beschwerdeführer habe Anspruch darauf, in
seinem berechtigten Vertrauen in behördliche Zusicherungen oder in anderes,
bestimmte Erwartungen begründendes Verhalten der Behörden geschützt zu werden.
Nachdem er keine Antwort auf sein Schreiben vom 31. August 2018 erhalten habe,
habe er davon ausgehen dürfen, dass sein Bewerbungsschreiben bei späteren
Überprüfungen akzeptiert und ihm kein hypothetisches Erwerbseinkommen mehr
angerechnet werde. Mit einer zweiten Eingabe am gleichen Tag liess der
Beschwerdeführer um die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege ersuchen (act.
G 2).
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 16. Februar 2021 unter Verweis auf die
Erwägungen im Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde (act. G 4).
B.b.
Die Verfahrensleitung des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen bewilligte
am 19. Februar 2021 die unentgeltliche Rechtspflege (unentgeltliche
Rechtsverbeiständung) für das Beschwerdeverfahren (act. G 5).
B.c.
Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine Replik (vgl. act. G 6).B.d.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 11/17
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1.
Der gestützt auf einen rechtskräftigen Einspracheentscheid vom 26. Juni 2017
festgesetzten laufenden Ergänzungsleistung hat eine Anspruchsberechnung unter
Einbezug eines hypothetischen Erwerbseinkommens zugrunde gelegen, als der
Beschwerdeführer am 20. Juli 2017 die Belege für seine Arbeitsbemühungen in den
Monaten März bis Juni 2017 eingereicht und damit sinngemäss eine Revision der
laufenden Ergänzungsleistung auf der Grundlage einer Anspruchsberechnung ohne das
hypothetische Erwerbseinkommen beantragt hat. Die Beschwerdegegnerin hat die
beantragte "Ausscheidung" des hypothetischen Erwerbseinkommens mit einer
Verfügung vom 13. November 2017 verweigert, das heisst sie hat das
Revisionsbegehren abgewiesen. Am 16. November 2017 hat die Beschwerdegegnerin
eine Anpassung der laufenden Ergänzungsleistung an den Umstand, dass ein Kind des
Beschwerdeführers, das sein 25. Altersjahr vollendet hatte, nicht mehr in die
Anspruchsberechnung einbezogen war, verfügt. Am 18. Dezember 2017 ist eine
Verfügung ergangen, mit der die Beschwerdegegnerin den Veränderungen per
1. Januar 2018 Rechnung getragen hat. Gegen diese drei Verfügungen hat der
Beschwerdeführer jeweils eine Einsprache erhoben. Die (vereinigten) drei Einsprachen
sind am 5. Juni 2018 abgewiesen worden. Der Beschwerdeführer hat eine Beschwerde
gegen diesen Entscheid erhoben. Dieses Beschwerdeverfahren ist noch pendent
gewesen, als der Beschwerdeführer am 31. August 2018 der Beschwerdegegnerin ein
neues Bewerbungsschreiben hat einreichen lassen (vgl. auch die Eingaben vom 14.
Dezember 2017 und 9. Januar 2018 betreffend die Arbeitsbemühungen in den Monaten
Juli 2017 bis Dezember 2017). Am 20. Dezember 2018 hat die Beschwerdegegnerin
eine Verfügung erlassen, mit der sie den Veränderungen bei den Beträgen für die
obligatorische Krankenpflegeversicherung, den allgemeinen Lebensbedarf und das
hypothetische Erwerbseinkommen sowie bei der Invalidenrente Rechnung getragen
hat. Anders als vom Beschwerdeführer beantragt, hat die Beschwerdegegnerin das
hypothetische Erwerbseinkommen aber nicht aus der Berechnung herausgenommen.
Auch gegen diese Verfügung hat der Beschwerdeführer eine Einsprache mit dem
Begehren, die Ergänzungsleistung sei ohne das hypothetische Erwerbseinkommen zu
ermitteln, erhoben. Am 5. Mai 2020 hat das Versicherungsgericht des Kantons St.
Gallen die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid betreffend die Verfügungen
vom 13. November 2017, 16. November 2017 und 18. Dezember 2017 abgewiesen (EL
2018/36). Es hat die Verfügung vom 13. November 2017 als rechtmässige Abweisung
des Revisionsgesuchs vom 20. Juli 2017 und die Verfügungen vom 16. November 2017
und 18. Dezember 2017 als vorsorgliche Massnahmenverfügungen im Rahmen des
Einspracheverfahrens betreffend die Verfügung vom 13. November 2017 qualifiziert.
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Das Urteil vom 5. Mai 2020 ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen. In der Folge
hat die Beschwerdegegnerin am 8. Dezember 2020 über die Einsprache gegen die
Verfügung vom 20. Dezember 2018 entschieden; sie hat die Einsprache abgewiesen.
Auch gegen diesen Einspracheentscheid hat der Beschwerdeführer eine Beschwerde
erhoben. Da das Beschwerdeverfahren betreffend die Verfügungen vom 13. November
2017, 16. November 2017 und 18. Dezember 2017 erst am 5. Mai 2020 abgeschlossen
worden ist, ist die Verfügung vom 20. Dezember 2018 zu einem Zeitpunkt ergangen, in
dem über die Revision der laufenden Ergänzungsleistung (also die Verfügung vom 13.
November 2017) noch nicht rechtskräftig entschieden war. Das hat sich erst mit dem
Urteil vom 5. Mai 2020 geändert, denn erst damit hat festgestanden, dass das
hypothetische Erwerbseinkommen weiterhin anzurechnen gewesen ist. Der Verfügung
vom 20. Dezember 2018 hat also noch kein rechtsverbindlicher Entscheid über das am
20. Juli 2017 gestellte Revisionsbegehren zugrunde gelegen. Deshalb muss auch für
die Verfügung vom 20. Dezember 2018 – und damit auch für den hier angefochtenen
Einspracheentscheid vom 8. Dezember 2020 – gelten, dass es sich dabei (wie bei den
Verfügungen vom 16. November 2017 und 18. Dezember 2017) nur um eine
vorsorgliche Anordnung für die Dauer des Einspracheverfahrens (respektive des daran
anschliessenden Beschwerdeverfahrens) gehandelt haben kann. Strittig ist also nicht
eine "definitive" Revision, sondern eine vorläufige (in analoger Anwendung des Art. 17
Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG, SR 830.1] vorgenommene) Anpassung der laufenden Ergänzungsleistung per 1.
Januar 2019.
2.
Verfügungen betreffend vorsorgliche Massnahmen stellen Zwischenverfügungen
(verfahrensleitende Verfügungen) dar (Regina Kiener/Bernhard Rütsche/Mathias Kuhn,
Öffentliches Verfahrensrecht, 2. Aufl. 2015, N 488; Alfred Kölz/Isabelle Häner/Martin
Bertschi, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl.
2013, N 571). Gegen verfahrensleitende Verfügungen kann gemäss Art. 52 Abs. 1
ATSG keine Einsprache erhoben werden. Laut Art. 56 Abs. 1 ATSG muss gegen solche
Verfügungen direkt eine Beschwerde erhoben werden. Weder Art. 61 ATSG noch das
Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons St. Gallen (VRP/SG, sGS 951.1)
sehen besondere Eintretensvoraussetzungen bezüglich einer Beschwerde gegen eine
verfahrensleitende Verfügung vor. Art. 44 VRP/SG regelt nur die sachliche
Zuständigkeit; er sieht vor, dass vorsorgliche Massnahmen von Verwaltungsbehörden
bei der in der Hauptsache zuständigen Rekursinstanz anfechtbar sind, vorliegend also
beim Versicherungsgericht (Art. 42 Abs. 1 lit. a VRP/SG). Für das Verfahren vor dem
2.1.
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Bundesgericht regelt Art. 92 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht
(BGG, SR 173.110), dass gegen selbstständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide
über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren die Beschwerde zulässig ist. Nach
Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG ist gegen andere selbstständig eröffnete Vor- und
Zwischenentscheide die Beschwerde zulässig, wenn sie einen nicht wieder
gutzumachenden Nachteil bewirken können. Art. 110-112 BGG sehen
Mindestanforderungen für das kantonale Verfahren vor (Bernhard Ehrenzeller, in: Basler
Kommentar Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl. 2018, N 3 ff. zu Art. 110). Laut Art. 111 BGG
mit der Marginalie "Einheit des Verfahrens" muss sich eine Person, die zur Beschwerde
an das Bundesgericht berechtigt ist, am Verfahren vor allen kantonalen Vorinstanzen
als Partei beteiligen können. Die Beschwerdebefugnis darf im kantonalen Verfahren
also nicht enger gefasst sein als im Verfahren vor dem Bundesgericht. Daraus folgt,
dass eine Beschwerde gegen eine verfahrensleitende Verfügung an ein oberes
kantonales Gericht (vgl. Art. 86 Abs. 2 BGG) zulässig sein muss, wenn diese Verfügung
der beschwerdeführenden Person einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil
bewirken kann, auch wenn das kantonale Verfahrensrecht diese
Beschwerdemöglichkeit nicht ausdrücklich regelt (vgl. Entscheide des
Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. August 2019, B 2018/227 E. 1.4;
vom 20. März 2018, B 2016/102 E. 1.2; vom 30. Mai 2017, B 2016/141 E. 1). Auf eine
Beschwerde gegen eine verfahrensleitende Verfügung ist deshalb unter anderem dann
einzutreten, wenn diese einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann
und wenn die weiteren Eintretensvoraussetzungen erfüllt sind.
Die Verfügung vom 20. Dezember 2018 ist geeignet, einen nicht wieder gutzu
machenden Nachteil zu bewirken: Die Nichtherausnahme des hypothetischen
Erwerbseinkommens aus der EL-Berechnung ab 1. Januar 2019 hat zur Folge gehabt,
dass sich der Beschwerdeführer mit einer tieferen Ergänzungsleistung hat begnügen
müssen, als wenn seinem Antrag um Herausnahme des hypothetischen
Erwerbseinkommens entsprochen worden wäre. Möglicherweise hat er auch
Sozialhilfeleistungen beziehen müssen. Darin ist ein Nachteil zu erblicken, der selbst
durch eine spätere rückwirkende Leistungserhöhung nicht wieder gutgemacht werden
kann. Der Beschwerdeführer ist nämlich gezwungen, sich für die Zeit bis zum Vorliegen
einer definitiven, rechtskräftigen Verfügung betreffend den EL-Anspruch ab 1. Januar
2019 finanziell einzuschränken. Die vorläufige Zusprache einer Ergänzungsleistung
unter der Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens kann für den
Beschwerdeführer somit einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken.
2.2.
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Der Beschwerdeführer hat am 10. Januar 2019 eine Einsprache gegen die
Verfügung vom 20. Dezember 2018 und am 25. Januar 2021 eine Beschwerde gegen