Decision ID: 92677553-3a9b-52c5-b4f4-f1914b6c8b5e
Year: 2019
Language: de
Court: AR_OG
Chamber: AR_OG_004
Canton: AR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Sachverhalt
A. A_ ist Grundeigentümer der Parzelle Nr. 0001 im Gebiet C_, Gemeinde B_. Am 17.
Juni 2008 genehmigte der Regierungsrat von Appenzell Ausserrhoden im südlichen Teil
der Parzelle die Deponiezone C_ sowie den Quartierplan C_ mit einem
Deponievolumen von 85‘000 m3. Je mit Entscheid vom 9. September 2008 und 23.
September 2008 erteilten das Amt für Umwelt und die Kommission Planung und
Baubewilligung B_ A_ in der betreffenden Deponiezone die Bewilligung zur Errichtung
einer Inertstoffdeponie. Die Betriebsbewilligung durch das Amt für Umwelt erfolgte am
23. Oktober 2008.
B. Seit dem Jahr 2011 beabsichtigt der Deponiebetreiber A_ die Deponiezone zu erweitern,
weshalb er mehrere Projektänderungsgesuche einreichen liess. Sämtliche Gesuche
wurden vom Planungsamt (heute: Abteilung Raumentwicklung; im Folgenden: ARE)
abschlägig beurteilt.
C. Aufgrund einer Strafanzeige des Oberforstamts (heute: Abteilung Wald und Natur) vom
9. Oktober 2012 wurde eine Deponievermessung durch ein externes Vermessungsbüro
angeordnet. Die Deponievermessung ergab, dass in der Deponie C_ anstelle des
bewilligten Volumens von 85‘000 m3 insgesamt 114‘500 m3 Deponiematerial aufgeschüttet
worden war. Davon befanden sich 4000 m3 zwischen dem Deponieperimeter und dem
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Wald. Geschätzte 2000 m3 Schüttmaterial lag im Wald, und die Schüttung war stellenweise
bis zu 7 m aufgeschüttet.
D. Am 11. Oktober 2012 erliess die Kommission Planung und Baubewilligung einen
Zulieferstopp. Anlässlich des Augenscheins vom 21. Mai 2013 wurde beschlossen, dass
A_ bis Ende Juni 2013 ein Umgestaltungsprojekt einzureichen habe.
D. Mit Eingabe vom 1. Juli 2013 liess A_ durch die D_ Ingenieure AG Korrektureingaben
zum Teilzonen- und Quartierplan, ein Rodungsgesuch sowie ein modifiziertes Baugesuch
einreichen. Nach der Durchführung eines Mitberichtverfahrens teilte die ARE A_ mit
Schreiben vom 4. Oktober 2013 mit, dass für das Vorhaben durch den Regierungsrat keine
Genehmigung in Aussicht gestellt werden könne.
E. Mit Entscheid vom 19. Januar 2015 verweigerte das damalige Departement Volks- und
Landwirtschaft (heute Departement Bau und Volkswirtschaft) A_ eine
Ausnahmebewilligung zur Rodung von Wald für die geplante Erweiterung der Deponiezone
auf der Parzelle Nr. 0001 und verfügte stattdessen, das zweckentfremdete Waldareal
wiederherzustellen. Mit Entscheid vom 10. Februar 2015 verweigerte das damalige
Departement Bau und Umwelt (heute: Departement Bau und Volkswirtschaft) das Gesuch
zur Änderung der Deponieplanung. Beide Entscheide erwuchsen unangefochten in
Rechtskraft.
F. Mit E-Mail vom 8. September 2015 reichte die D_ Ingenieure AG im Auftrag von A_
ein weiteres Projektänderungsgesuch ein.
G. Mit Entscheid vom 11. Dezember 2015 trat das Departement Bau und Volkswirtschaft (im
Folgenden: Vorvorinstanz) nicht auf das Gesuch vom 8. September 2015 ein. Begründet
wurde der Nichteintretensentscheid im Wesentlichen damit, dass die Planung
Komponenten enthalte, auf welche bereits in früheren Stellungnahmen kein Antrag auf
Genehmigung habe in Aussicht gestellt werden können.
H. Gegen diesen Entscheid liess A_ (im Folgenden: Beschwerdeführer), vertreten durch RA
AA_, mit Eingabe vom 30. Dezember 2015 Rekurs beim Regierungsrat erheben mit den
Anträgen, den Nichteintretensentscheid aufzuheben und die Angelegenheit zur materiellen
Prüfung an das Departement Bau und Volkswirtschaft zurückzuweisen.
I. Mit Entscheid vom 13. März 2018 wies der Regierungsrat den Rekurs ab, wogegen A_
(im Folgenden: Beschwerdeführer), vertreten durch RA AA_, mit Eingabe vom 17. April
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2018 mit den eingangs erwähnten Rechtsbegehren Beschwerde beim Obergericht erheben
liess. Gleichzeitig liess er beantragen, das Verfahren bis auf weiteres zu sistieren. Dazu
liessen sich der Regierungsrat (im Folgenden: Vorinstanz) sowie die Einwohnergemeinde
B_ (im Folgenden: Beigeladene), vertreten durch RA Dr. iur. Kurt Steiner, mit Schreiben
vom 8. und 9. Mai 2018 vernehmen. Mit Verfügung vom 21. August 2018 wies das
Obergericht den Sistierungsantrag ab.
J. Mit Schreiben vom 14. September 2018 liessen sich die Vorinstanzen mit dem eingangs
erwähnten Rechtsbegehren zur Beschwerde vernehmen.
K. Auf Eröffnung des Urteildispositivs hin verlangte der Beschwerdeführer mit Schreiben vom
31. Januar 2019 eine Begründung des Urteils. Damit sind die Voraussetzungen für die nach
Ziff. 4 des Dispositivs in Aussicht gestellte Reduktion der Entscheidgebühr nicht gegeben.
L. Auf die Begründung der gestellten Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
näher eingegangen.

Erwägungen
1. Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der prozessualen Voraussetzungen ergibt,
dass nach Art. 54 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG, bGS
143.1) das Obergericht zur Behandlung der Beschwerde gegen den Rekursentscheid der
Vorinstanz zuständig ist. Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht. Der
Beschwerdeführer ist als Adressat des angefochtenen Rekursentscheides, mit dem das
Nichteintreten der Vorvorinstanz auf sein Projektänderungsgesuch geschützt wurde, formell
beschwert. Als Gesuchsteller und Grundeigentümer der von der Deponiezone betroffenen
Parzelle Nr. 0001 ist er in eigenen schutzwürdigen Interessen berührt und auch deshalb zur
Beschwerde legitimiert. Auf seine Beschwerde ist einzutreten.
2. Beim Obergericht können mit Beschwerde in Verwaltungssachen grundsätzlich nur
Rechtsverletzungen (inbegriffen Ermessensmissbrauch, Ermessensüberschreitung und -
unterschreitung) sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts
gerügt werden (Art. 56 VRPG). Das Obergericht hat darüber hinaus volle
Überprüfungsbefugnis, soweit dies im Gesetz vorgesehen ist oder wenn sein Entscheid an
eine Bundesinstanz mit unbeschränkter Überprüfungsbefugnis weitergezogen werden
kann. Ein Weiterzug an eine Bundesinstanz mit voller Kognition, welche auch die
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Ermessenskontrolle umfasst, ist vorliegend nicht gegeben. Da eine volle Überprüfung auch
nicht anderweitig gesetzlich vorgesehen ist, bleibt die Kognition des Obergerichts
vorliegend auf die Rechts- und Sachverhaltskontrolle beschränkt.
3. Der Beschwerdeführer beantragt die Durchführung eines Augenscheins. Der Entscheid
darüber, ob ein Augenschein angeordnet wird, steht im pflichtgemässen Ermessen der
anordnenden Behörde. Die Durchführung eines Augenscheins ist dann geboten, wenn die
tatsächlichen Verhältnisse unklar sind und anzunehmen ist, die Parteien vermöchten durch
ihre Darlegungen vor Ort Wesentliches zur Erhellung der sachlichen Grundlagen des
Rechtsstreits beitragen. Der Verzicht auf die Durchführung eines Augenscheins ist zulässig,
wenn die Akten eine hinreichende Entscheidgrundlage darstellen. Eine Pflicht zur
Durchführung eines Augenscheins besteht nur dann, wenn die tatsächlichen Verhältnisse
auf andere Weise nicht abgeklärt werden können (Urteil des Bundesgerichts 1C_192/2010
vom 8. November 2010 E. 3.3; 1C_512/2009 vom 10. August 2010 E. 2.3).
Im vorliegenden Fall ergibt sich der rechtlich erhebliche Sachverhalt aus den zur Verfügung
stehenden Akten. Aus den Planunterlagen sind die massgebenden Verhältnisse der
Deponie C_ ohne weiteres erkennbar. Deshalb lassen sich die Fragen, welche die
vorliegende Angelegenheit aufwirft, ohne den beantragten Augenschein beantworten,
zumal es sich dabei um Rechtsfragen handelt. Das Obergericht hat deshalb auf die
Durchführung eines Augenscheins verzichtet.
4.
4.1 Die Vorinstanz beruft sich im angefochtenen Entscheid auf den Grundsatz der
Planbeständigkeit. Es liege am Beschwerdeführer, darzulegen, inwiefern sich die
Verhältnisse seit Erlass der Deponiezone erheblich verändert hätten. Die illegale Schüttung
und die dadurch verursachten Rutschungen könnten keinen Anspruch des
Beschwerdeführers auf Überprüfung und Änderung der Deponiepläne C_ begründen.
Die Vorvorinstanz habe aus reinem „Goodwill“ immer wieder Änderungsgesuche entgegen
genommen, was keinen Überprüfungsanspruch des Beschwerdeführers begründe. Auch
der geltend gemachte Bedarf an Deponievolumen stelle keine wesentliche Veränderung
der Verhältnisse dar, da die Vorvorinstanz bereits im Vorprüfungsbericht vom 4. Oktober
2013 ausgeführt habe, dass die beiden Deponien C_ und E_ in unmittelbarer Nähe
lägen und seit Eröffnung der Deponie E_ der Bedarfsnachweis für die Deponie C_
nicht mehr erbracht werden könne. Die Verhältnisse hätten sich seit Erlass der
Deponiepläne C_ nicht wesentlich geändert und eine Überprüfung und Anpassung der
Pläne sei deshalb nicht angezeigt gewesen.
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4.2 Der Beschwerdeführer macht dagegen geltend, dass auch relativ ähnliche Gesuche
bewilligungsfähig sein könnten, wenn sich die rechtlichen oder tatsächlichen Verhältnisse
geändert hätten. Eine Überprüfung der Grundordnung sei bereits geboten, wenn sich die
Verhältnisse seit der Planfestsetzung geändert hätten, diese Veränderung die für die
Planung massgebenden Gesichtspunkte treffe und erheblich sei. Die Erheblichkeit sei zu
bejahen, wenn eine Anpassung der Zonenplanung im fraglichen Gebiet in Betracht falle
und die entgegenstehenden Interessen der Rechtsicherheit und des Vertrauens in die
Planbeständigkeit nicht so gewichtig seien, dass eine Plananpassung zum Vornherein
ausscheide. Unter Ziff. 3.1 des Planungsberichts vom 21. August 2015 werde insbesondere
auf den absehbaren Bedarf von zusätzlichem Deponievolumen im Appenzeller Vorderland
aufgrund des bevorstehenden Abschlusses der Inertstoffdeponie F_ hingewiesen. Die
Vorinstanz trage dem Umstand, dass der Planungsbericht vom 21. August 2015 zur
zweiten Korrektureingabe jünger und damit aktueller als der Vorprüfungsbericht vom 4.
Oktober 2013 sei, keine Rechnung. Innerhalb von zwei Jahren könnten sich die
Verhältnisse durchaus ändern. Die Vorinstanz lege nicht dar, inwiefern sich die
Verhältnisse nicht verändert haben sollten und welches die entgegenstehenden Interessen
sein sollten, welcher einer Plananpassung entgegenstünden. Die Vorinstanz habe damit
den Sachverhalt nicht vollständig abgeklärt bzw. habe das rechtliche Gehör des
Beschwerdeführers verletzt, denn es sei diesem nicht möglich, den Rekursentscheid
bezüglich dieser Feststellung sachgerecht anzufechten. Der Nichteintretensentscheid
bedeute, dass ca. 40‘000 m3 Deponiematerial abgeführt werden müssten. Die Deponie
E_ sei jedoch nicht in der Lage, dieses Material zusätzlich aufzunehmen, was belege,
dass sich der Deponienotstand mindestens ergebe, wenn noch Deponiematerial von der
Deponie C_ abgeführt werden müsste. Es sei damit ein ökologischer Unsinn, das
Deponiematerial aus der Deponie C_ zu entfernen, zumal sich gemäss Absprache mit
Herrn G_ von der G_ Landschaftsarchitekten GmbH eine gute Lösung erreichen lasse,
ohne dass Material abgeführt werde.
4.3 Bei dem Teilzonenplan und dem Quartierplan C_ handelt es sich gemäss Art. 11 Abs. 2
und 14 Abs. 1 des Gesetzes über die Raumplanung und das Baurecht (BauG, bGS 721.1)
um kantonale Nutzungspläne. Nach Art. 21 Abs. 2 des Raumplanungsgesetzes (RPG; SR
700) sind Nutzungspläne zu überprüfen und anzupassen, wenn sich die Verhältnisse
erheblich geändert haben. Dasselbe gilt nach kantonalem Recht, wenn sich neue Aufgaben
stellen oder es aus wichtigen öffentlichen Interessen als geboten scheint (Art. 14 Abs. 4 i.
V. m. Art. 51 Abs. 1 BauG). Eine Überprüfung ist dabei bereits geboten, wenn die
Veränderung die für die Planung massgebenden Gesichtspunkte betrifft (BGE 140 II 25 E.
3.2 S. 29 f.). Ob eine Plananpassung sodann gerechtfertigt ist, beurteilt sich nach ständiger
Rechtsprechung aufgrund einer Interessenabwägung. Dabei ist auf der einen Seite die
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Notwendigkeit einer gewissen Stabilität nutzungsplanerischer Festlegungen zu beachten,
auf der anderen Seite das Interesse, die Pläne an eingetretene Veränderungen
anzupassen. Zu berücksichtigen sind insbesondere die bisherige Geltungsdauer des
Nutzungsplans, das Ausmass seiner Realisierung und Konkretisierung, das Gewicht des
Änderungsgrunds, der Umfang der beabsichtigten Planänderung und das öffentliche
Interesse daran (BGE 140 II 25 E. 3.1 S. 29; 128 I 190 E. 4.2 S. 198 f.; je mit Hinweisen).
Das Gemeinwesen, welches für die Planung zuständig ist (im vorliegenden Fall der Kanton)
verfügt beim Erlass und der Änderung von Plänen über einen weiten Ermessensspielraum
(Art. 2 Abs. 3 RPG; PETER HÄNNI, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 6.
Aufl. 2016, S. 108).
Die Abfallplanung obliegt den Kantonen (Art. 31 Abs. 1 Satz 1 des Umweltschutzgesetzes,
USG, SR 814.10) in Verbindung mit Art. 16 Abs. 1 der technischen Verordnung über
Abfälle, TVA, SR 814.600). Diese bestimmen die Standorte der Abfallanlagen,
insbesondere der Deponien und wichtigen anderen Abfallanlagen, weisen die
vorgesehenen Standorte in ihren Richtplänen aus und sorgen für die Ausscheidung der
erforderlichen Nutzungszonen (Art. 17 TVA). Im kantonalen Richtplan werden geeignete
Standorte für Inertstoffdeponien bezeichnet, welche im Rahmen der Deponieplanung
evaluiert und einer groben Standortbewertung unterzogen wurden (vgl. Richtplan 2002 E.
4). Der Bedarf für eine Deponie muss aufgrund der Abfallplanung ausgewiesen sein.
Deshalb dürfen Bewilligungen nur erbracht werden, wenn die Deponie nötig ist (Art. 30e
Abs. 2 USG). Der Bedarfsnachweis ist erst erbracht, wenn der Bewerber glaubhaft macht,
dass keine anderweitige Verwertung des Aushubmaterials möglich ist und auch eine
Zwischenlagerung nicht in Betracht kommt (BGE 120 Ib 400 E. 3e).
4.4 Es ist mit der Vorinstanz darin übereinzugehen, dass die erfolgte Schüttung, welche das
bewilligte Mass überschreitet und die dadurch verursachten Rutschungen keinen Anspruch
des Beschwerdeführers auf Überprüfung und Änderung der Deponiepläne C_ zu
begründen vermögen. Diese Veränderung ist rein subjektiver Natur, vom Beschwerdeführer
zu verantworten und begründet keineswegs neue Bedürfnisse des Gemeinwesens, welche
beim Erlass der Deponiezone im Jahr 2008 noch nicht erkennbar waren. Der
Beschwerdeführer vermag auch nicht darzulegen, inwiefern die Befristung der Deponie
F_ nicht schon beim Erlass der geltenden Deponie C_ berücksichtigt werden konnte
und in diesem Sinne eine unvorhergesehene Veränderung vorliegt. Da der Standort C_
weder im Richtplan 2002 noch im nachgeführten Richtplan 2019 als Standort für eine
Inertstoffdeponie aufgeführt ist (kantonales Interessensgebiet Deponie), ist kein neues
öffentliches Interesse an einer Überprüfung und Erweiterung der Deponiezone C_
ersichtlich. Der Beschwerdeführer substantiiert auch nicht, dass neu ein Engpass in der
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regionalen Deponieversorgung vorliegt und im Vorderland keine anderweitige Verwertung
der Inertstoffe gewährleistet ist. Dem steht die Eröffnung der Deponie E_ mit einem
Gesamtvolumen von ca. 200‘000 m3 klar entgegen, welche sich in nur rund 2 km
Entfernung von der Deponie C_ befindet. Ein Engpass in der Deponieversorgung der
Region Vorderland bzw. ein Anspruch auf eine Deponieerweiterung lässt sich selbstredend
auch nicht dadurch begründen, dass der Beschwerdeführer allenfalls die widerrechtlich
erfolgte Schüttung zu beseitigen hat, zumal nicht belegt ist, ob das aufgeschüttete Material
überhaupt aus dem Kanton Appenzell Ausserrhoden stammt. Da die Notwendigkeit einer
Deponieerweiterung bzw. ein Bedarfsnachweis vom Beschwerdeführer glaubhaft zu
machen wäre, liegt keine unzureichende Begründung des angefochtenen Entscheids bzw.
eine Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz vor. In Anbetracht ihres
Ermessensspielraums ist die Schlussfolgerung der Vorinstanz, dass die Voraussetzungen
für eine Überprüfung der Deponieplanung vorliegend nicht erfüllt sind, nicht zu
beanstanden. Die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands bildet im Übrigen nicht
Gegenstand dieses Verfahrens.
5.
5.1 Die Vorinstanz führt im angefochtenen Entscheid weiter aus, dass auf unwesentlich
geänderte Baugesuche gemäss Praxis nicht mehr eingetreten werden müsse. Diese Praxis
müsse auch für Gesuche um Änderung von Nutzungsplänen gelten. Abgesehen von der
Rodung und der Bachverlegung beinhalte die Projektänderung 2015 weiterhin alle
wesentlichen Punkte, welche bereits zur Abweisung der Projektänderung 2013 geführt
hätten.
5.2 Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein, dass ein Nichteintretensentscheid nur erlassen
werden könne, wenn Prozess- bzw. Verfahrensvoraussetzungen nicht erfüllt seien. Am
29. März 2011 habe er beantragt, die Deponiezone nach Norden und Osten zu erweitern,
um ein Schüttvolumen von total 300‘000 m3 zu erreichen. Dazu sei eine Verlegung des
J_bachs, eine Verlegung des Wanderwegs sowie die Rodung von Wald vorgesehen
gewesen. Nach der abschlägigen Beurteilung durch das Planungsamt habe der
Beschwerdeführer am 26. September 2011 ein revidiertes Projekt mit einem Schüttvolumen
von total 208‘000 m3, einer Bachverlegung sowie einer Rodung eingereicht. In der
angepassten Projektänderung vom 9. Februar 2012 sei keine Erweiterung des
Projektperimeters vorgesehen gewesen, sondern eine höhere Schüttung mit einem
zusätzlichen Schüttvolumen von 78‘000 m3. In der folgenden Projektänderung vom 2. April
2012 sei das Schüttvolumen auf 44‘000 m3 reduziert worden. Gestützt auf Schnittpläne des
Planungsamtes habe der Beschwerdeführer am 5. Oktober 2012 angepasste Unterlagen
eingereicht, welche ebenfalls abschlägig beurteilt worden seien.
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In der Korrektureingabe vom 1. Juli 2013 sei ein auf drei Seiten vergrösserter
Deponieperimeter mit Rodungen, einer Bachverlegung und einer dauerhaften Verlegung
des Wanderwegs vorgesehen gewesen. Mit dem Quartierplan seien auch angepasste
Schütthöhen festgelegt worden, welche sich grösstenteils an das bewilligte Projekt
angelehnt hätten. Insgesamt sei neu mit einem geschätzten Gesamtvolumen von 123‘000
m3 gerechnet worden. Dieses Projekt sei nur eingereicht worden, weil Material von der
bewilligten Deponie abgerutscht sei. Weil das kantonale Planungsamt mit
Vorprüfungsbericht vom 4. Oktober 2013 festgestellt habe, dass die beantragte
Quartierplanänderung mit der Erweiterung des Deponieperimeters in der vorliegenden
Form nicht erlassen werden könne und dem Beschwerdeführer die beantragte
Rodungsbewilligung nicht erteilt worden sei, sei dieser gezwungen gewesen, das
abgerutschte Deponiematerial aus dem Waldareal zu entfernen. Herr H_ vom
Oberforstamt habe am Augenschein vom 30. Oktober 2015 festgestellt, dass sich im Wald-
und Waldabstandsbereich kein abgerutschtes Deponiematerial mehr befinde. Mit der
Entfernung des Deponiematerials sei auch der ursprünglich bestehende Wanderweg
wiederhergestellt worden, so dass dieser wieder die ursprüngliche Linienführung aufweise.
Gemäss Projektänderung vom 8. September 2015 sei weder eine Vergrösserung des
Deponieperimeters noch eine Bach- und Wanderwegverlegung notwendig. Auch betreffend
Schüttbereich weiche die Projektänderung 2015 wesentlich vom 2013 eingereichten Projekt
ab, solle doch die Schüttmenge wesentlich verringert werden. Es solle weder Material zu-
noch abgeführt werden. Vielmehr werde sichergestellt, dass es im Rahmen des
Deponieperimeters zu keinen weiteren Rutschungen komme. Es ergebe sich gestützt auf
die Planunterlage, dass die aktuelle Wegführung des Wanderwegs sowie die geplante
Wegführung des Wanderwegs der ursprünglichen Linienführung des Wanderwegs
entsprächen. Herr H_ habe festgestellt, dass die Gestaltung der Deponie im Bereich des
Waldes und Waldabstandes in Ordnung sei. Einer entsprechenden Ergänzung des
Protokolls durch den Beschwerdeführer sei seitens des Oberforstamts nicht widersprochen
worden. Damit unterscheide sich die Projektänderung 2015 wesentlich von den
vorangehend eingereichten Projektänderungen, womit nicht von einer lediglich
unwesentlichen Projektänderung gesprochen werden könne. Folglich hätte die Erstinstanz
auf die Projektänderung eintreten müssen. Die Entfernung des Deponiematerials aus dem
Wald und die erfolgte Wiederherstellung des Wanderwegs stelle eine Änderung der
Sachlage dar.
5.3 Das Obergericht hat im Urteil O4V 11 4 vom 31. August 2011 in E. 2 festgehalten, dass
formell rechtskräftige, mit einem ordentlichen Rechtsmittel nicht mehr anfechtbare
Verfügungen nur aufgehoben oder abgeändert werden können, wenn die Voraussetzungen
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der Wiedererwägung, des Widerrufs oder der Wiederaufnahme gemäss Art. 26 und 27
VRPG gegeben sind. Im Baubewilligungsverfahren, wo stets ein konkretes Projekt zu
beurteilen ist, bedeutet dies, dass auch rechtskräftige Baubewilligungen samt den darin
enthaltenen Nebenbestimmungen nicht mehr oder nur im Rahmen der Art. 26 und 27
VRPG wieder in Frage gestellt werden können. Auf identische oder nur unwesentlich
geänderte Baugesuche kann in aller Regel später nicht mehr eingetreten werden. Immerhin
besteht dann ein Grund zu einer Neubeurteilung, wenn sich seit der letzten Verfügung die
anspruchsbegründende Sach- oder Rechtslage geändert hat oder wenn das neue
Baugesuch ein wesentlich geändertes Vorhaben zum Gegenstand hat (vgl. dazu
FRITZSCHE/BÖSCH/WIPF, Zürcher Planungs- und Baurecht, 5. Aufl. 2011, S. 280). Da es
sich bei einem Quartierplan im Sinne von Art. 11 Abs. 2 BauG um einen projektbezogenen
Sondernutzungsplan handelt, welcher verbindliche Angaben über das Ausmass und die
Gestaltung einer Deponie festhält, haben die Vorinstanzen für die Beurteilung des Gesuchs
vom 8. September 2015 zu Recht diese Rechtsprechung berücksichtigt.
5.4 Die ARE hat bereits in den Stellungnahmen vom 27. Juni 2011 und 25. November 2011
(act. 9.3/2e und 9.3/3e) aufgrund entsprechender Gesuche festgehalten, dass der
Beschwerdeführer aus dem Umstand, dass die Deponie F_ kurz vor dem Abschluss
stehe, nichts zu seinen Gunsten ableiten könne, da massierte Deponien auf engem Raum
dem dezentralen Konzept des Richtplans widersprächen. In der Stellungnahme vom
29. Mai 2012 (act. 9.3/5e) stellte die ARE fest, dass die Deponie C_ gemäss
Projektänderungsgesuch Neigungen zwischen 40 und 60% aufweise, womit die Gefahr,
dass instabiles Deponiematerial in den Wald hinabrutschen könne, deutlich ansteigen
werde. Deshalb müsse gegenüber dem festgestellten Waldrand eine neue Baulinie von
mindestens 12 m Abstand festgelegt werden. Im Weiteren müssten die
Böschungsneigungen am östlichen Deponieabschluss (insbesondere Profile 7-9) deutlich
abgeflacht werden. Eine Halbierung der vorgesehenen Schüttmenge sei unumgänglich.
Zudem wurde die Einholung eines geologischen Gutachtens gefordert. Nachdem ein
Gutachten eingereicht worden war, zeigte die ARE mit Schreiben vom 10 August 2012 die
maximal zulässige Schütthöhe in den Schnittplänen an und hielt erneut fest, dass die neue
Baulinie gegenüber dem Waldrand mit 12 m festgelegt werden müsse (act. 9.3/6c und d).
Da auch der überarbeitete Profilplan mit einem Zusatzvolumen von 31‘000 m3 teilweise
erheblich von der von der ARE skizzierten maximalen Schüttmenge abwich, wurde auch
diese Projektänderung mit Schreiben vom 26. Oktober 2012 (act. 9.3/7d) von der ARE
abschlägig beurteilt. Nachdem festgestellt worden war, dass das zugeführte
Deponiematerial das bewilligte Mass erheblich überstieg und ein Teil des Materials in den
Wald abgerutscht war, reichte der Beschwerdeführer am 1. Juli 2013 angepasste
Deponiepläne ein (act. 9.3/9). In dieser Projektänderung war wiederum eine Erweiterung
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des Deponieperimeters mit Rodungen sowie eine Verlegung des Wanderwegs vorgesehen.
Im Vorprüfungsbericht vom 4. Oktober 2013 (act. 9.3/9b) hielt die ARE u.a. fest, dass einer
Linienänderung des Wanderwegs nicht zugestimmt werden könne, dass das Projekt auf die
bewilligte Ausdehnung des Deponieperimeters zu reduzieren und dass der erforderliche
Waldabstand überall einzuhalten sei. Nachdem auch das entsprechende Rodungsgesuch
des Beschwerdeführers vom damaligen Departement Volks- und Landwirtschaft abschlägig
beurteilt worden war, wies die Vorvorinstanz das Gesuch zum Erlass der Deponieplanung
mit Beschluss vom 10. Februar 2015 (act. 9.3/10f) gestützt auf den Vorprüfungsbericht der
ARE vom 4. Oktober 2013 ab. Dieser Beschluss erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
5.5 Das strittige Projektänderungsgesuch vom 8. September 2015 sieht im Vergleich zu den
bewilligten Plänen ein zusätzliches Schüttvolumen von ca. 48‘700 m3 vor. Die Schüttung
soll im südöstlichen Bereich bis zur Waldgrenze verlaufen. Zusätzlich ist eine Verlegung
des Wanderwegs vorgesehen (vgl. dazu den Situationsplan vom 21. August 2015, act.
9.3/12c). Aus dem Profilplan vom 21. August 2015 (act. 9.3/12d) geht zudem hervor, dass
die geplante bzw. die bestehende Schütthöhe massiv von den bewilligten Plänen und auch
von den von der ARE mit Schreiben vom 10. August 2012 (act. 9.3/6c und d) dargestellten
zulässigen Schütthöhen abweicht.
5.6 Wie oben aufgezeigt waren in der Vergangenheit eine Verlegung des Wanderwegs, eine
Unterschreitung des Waldabstandes sowie die vorgesehene Schütthöhe teilweise
mehrmals Gegenstand von Korrektureingaben. Diese Änderungen wurden immer
abschlägig beurteilt, wobei der Entscheid der Vorvorinstanz vom 10. Februar 2015
betreffend Projektänderung vom 1. Juli 2013 unangefochten in Rechtskraft erwachsen ist.
Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass der bisherige Wanderweg
zwischenzeitlich wiederhergestellt worden ist, bildete doch dessen Verlegung
unmissverständlich Bestandteil des strittigen Gesuchs vom 8. September 2015. Dass der
Beschwerdeführer das Deponiematerial aus dem Waldareal entfernt hat, ist ebenfalls nicht
als veränderte Ausgangslage zu qualifizieren, da im Vorfeld mehrmals auch eine
Unterschreitung des Waldabstandes und die vorgesehenen Schütthöhen als nicht
bewilligungsfähig eingestuft wurden. Die Unterschreitung des Waldabstands wurde durch
das modifizierte Gesuch keinesfalls behoben, wobei darauf hinzuweisen ist, dass sich
diesbezüglich an der Rechtslage auch nach Inkrafttreten des revidierten Baugesetzes am
1. Januar 2019 nichts geändert hat (vgl. Art. 113 BauG). Die strittige Deponieplanung sieht
damit unverändert eine Verletzung der Waldabstandsvorschriften vor, weshalb nicht von
einem wesentlich geänderten Vorhaben gesprochen werden kann. Soweit der
Beschwerdeführer aus einer allfälligen Aussage des Forstingenieurs H_ zur erfolgten
Aufschüttung im Bereich des Waldabstandes einen Vertrauenstatbestand ableiten will, gilt
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es festzuhalten, dass sich die Augenscheine vom 27. August 2015, 30. Oktober 2015 und
21. Juni 2016 gemäss den Augenscheinprotokollen (act. 9.1.2/4-5; act. 3.2) ausschliesslich
auf den Vollzug des Rodungsentscheids vom 19. Januar 2015 (act. 9.3/11a) und damit den
Bereich innerhalb der festgelegten Waldgrenze und nicht den Bereich des Waldabstands
bezogen. Insofern konnte der Beschwerdeführer nicht ernsthaft davon ausgehen, dass das
Gesuch vom 8. September 2015 mit einer Aufschüttung bis zum Waldrand und einer
Verlegung des Wanderwegs Aussicht auf Bewilligung hatte. In Anbetracht dieser Umstände
ist die Vorvorinstanz richtigerweise nicht von einer für eine materielle Beurteilung des
Gesuchs vom 8. September 2015 in ausreichendem Masse veränderten Ausgangslage
ausgegangen. Demzufolge kamen die Vorinstanzen insgesamt zu Recht zum Schluss,
dass es sich bei der nachträglichen Eingabe vom 8. September 2015 im Kontext zu den
bisherigen Eingaben nur um ein unwesentlich geändertes Vorhaben handelte, auf welches
deshalb nicht mehr einzutreten war.
6. Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die Vorinstanz zu Recht das Vorliegen von
Änderungsgründen für eine Überprüfung des geltenden Teilzonenplans und Quartierplans
C_ verneint hat und der Nichteintretensentscheid der Vorvorinstanz bzw. dessen
Bestätigung durch die Vorinstanz nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist damit
abzuweisen.
7. Das Obergericht erhebt für seine Urteile in Verwaltungssachen Gebühren bis Fr. 5‘000.--
(Art. 4a Abs. 1 des Gesetzes über die Gebühren in Verwaltungssachen, bGS 233.2).
Innerhalb dieses Gebührenrahmens sind die Gebühren nach dem Zeit- und
Arbeitsaufwand, der Bedeutung des Geschäfts sowie nach dem Interesse und der
wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Gebührenpflichtigen zu bemessen (Art. 53 Abs. 1
i.V.m. Art. 20 VRPG). Unter Berücksichtigung dieser Kriterien erscheint vorliegend eine
Gerichtsgebühr von Fr. 2‘500.-- als angemessen. Die Gerichtsgebühr ist dem
unterliegenden Beschwerdeführer, unter Verrechnung mit dem von ihm geleisteten
Kostenvorschuss von Fr. 2‘000.-- aufzuerlegen. Auf die Zusprechung einer
Parteientschädigung besteht bei diesem Verfahrensausgang kein Anspruch (Art. 24 Abs. 1
VRPG).
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