Decision ID: 80c521d7-8ae6-5b4a-8e1d-8d2406b11a1d
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Sutter, Haus Eden, Paradiesweg 2,
Postfach, 9410 Heiden,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision (Einstellung)
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Sachverhalt:
A.
A.a A._, meldete sich im September 2003 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 58). Die Versicherte hatte bis 1997 als
Hilfsarbeiterin bei der B._ AG in Z._ gearbeitet, seither war sie nicht mehr
erwerbstätig. Dr. med. C._, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
stellte am 1. Oktober 2003 die Diagnosen Persönlichkeitsänderung nach
Extrembelastung (F.62.0) – Ereignis 02/97, zuvor vermutlich posttraumatische
Belastungsstörung (F43.1). Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit bestehe eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Auch andere Tätigkeiten seien nicht mehr zumutbar (IV-
act. 54). Der Hausarzt Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH,
diagnostizierte am 7. November 2003 eine schwere posttraumatische
Belastungsstörung mit schwerer Panikkrankheit. Nach einem Mordanschlag, der zum
Tod eines Sohnes geführt habe, könne die Versicherte wegen der dadurch entwickelten
Panikstörung das Haus nicht mehr verlassen. Die Versicherte sei seit 1. Juni 1997 zu
100 % arbeitsunfähig (IV-act. 51). Die IV-Stelle führte am 10. Mai 2004 eine
Haushaltabklärung durch. Der Bericht vom 27. Mai 2004 erwähnt, aufgrund der
familiären und wirtschaftlichen Situation sowie der vorinvaliden Tätigkeit sei es
glaubhaft, dass die Versicherte nach wie vor zu 100 % erwerbstätig wäre. Die vom
Hausarzt getroffene Annahme einer Arbeitsunfähigkeit seit Juni 1997 erscheine als
richtig. Gemäss den Angaben der Familienangehörigen bestehe auch im
Haushaltsbereich eine Einschränkung im Rahmen von 85 % (IV-act. 47).
A.b Mit Verfügung vom 30. Juni 2004 sprach die IV-Stelle der Versicherten,
ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 100 %, eine ganze Rente zu, beginnend ab
1. September 2002 (IV-act. 38).
A.c Im Mai 2006 leitete die IV-Stelle ein Rentenrevisionsverfahren ein. Im Fragebogen
für die Revision der Invalidenrente gab die Versicherte am 26. Mai 2006 an, dass sich
ihr Gesundheitszustand seit drei Monaten drastisch verschlimmert habe (IV-act. 34).
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Dr. C._ ging in seinem Verlaufsbericht vom 17. Juli 2006 von einem stationären
Gesundheitszustand aus (IV-act. 31). Die IV-Stelle teilte der Versicherten mit Schreiben
vom 20. Juli 2006 mit, sie habe weiterhin Anspruch auf die bisherige Invalidenrente (IV-
act. 30).
A.d Im Juni 2010 leitete die IV-Stelle ein weiteres Rentenrevisionsverfahren ein. Im
Fragebogen für die Revision der Invalidenrente gab die Versicherte am 15. Juni 2010
an, dass ihr Gesundheitszustand gleich geblieben sei (IV-act. 28). Dr. med. E._, der
neue Hausarzt der Versicherten, gab mit undatiertem Verlaufsbericht an, der
Gesundheitszustand der Versicherten habe sich wahrscheinlich verbessert. Die Ver
sicherte befinde sich bei ihm einzig in Behandlung wegen eines Asthma bronchiale.
Seit seiner Praxisübernahme im März 2009 habe er die Versicherte erst zweimal
gesehen und das Asthma behandelt. Zur psychischen Situation könne er nicht Stellung
nehmen (IV-act. 26-1).
A.e Die IV-Stelle veranlasste am 4. Oktober 2010 gemäss einer Empfehlung des
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) eine psychiatrische Abklärung. Die Begutachtung
wurde am 23. Mai 2011 in der Psychotherapiepraxis von Dr. med. F._ / G._,
Fachärzte Psychiatrie und Psychotherapie FMH durchgeführt. Das Gutachten vom
30. Mai 2011 hält fest, der Gesundheitszustand habe sich verbessert. Spätestens seit
Mai 2011 bestehe sowohl in der bisherigen angestammten Tätigkeit wie auch in
anderen adaptierten Tätigkeiten aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von
höchstens 30 - 40 % (IV-act. 18-15).
A.f Mit Vorbescheid vom 12. August 2011 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit,
gemäss ihren Abklärungen bestehe nur mehr ein Invaliditätsgrad von 35 %. Es sei
deshalb vorgesehen, die Rente aufzuheben (IV-act. 12). Die Versicherte erhob dagegen
keinen Einwand. Am 5. Oktober 2011 verfügte die IV-Stelle im Sinn des Vorbescheids
(IV-act. 11).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von der Versicherten - vertreten durch
Rechtsanwalt Peter Sutter - eingereichte Beschwerde vom 7. November 2011. Unter
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Kosten- und Entschädigungsfolge beantragt sie, es sei die Verfügung vom 5. Oktober
2011 aufzuheben und es sei ihr weiterhin eine ganze Rente zuzusprechen. Ausserdem
sei ihr die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung zu bewilligen. Zur
Begründung lässt die Beschwerdeführerin ausführen, es sei unzutreffend, dass sich ihr
Gesundheitszustand verbessert habe (act. G 1). Mit Beschwerdeergänzung vom 10.
Januar 2012 macht der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin geltend, in Bezug auf
das eingeholte Gutachten falle auf, dass die Beurteilung aus rein psychiatrischer Sicht
erfolgt sei. Es sei fraglich, inwieweit sich die geltend gemachten somatischen
Beschwerden (Asthma und Rückenleiden) auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten. Wenn die
Beschwerdegegnerin sodann von einer Arbeitsunfähigkeit von 30 - 40 % ausgehe,
wären nicht 35 %, sondern 40 % anzunehmen. Auch sei unverständlich, weshalb kein
Leidensabzug zugestanden werde. Insgesamt überzeuge das Gutachten nicht. So
stünde die Behauptung, der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich
verbessert, im diametralen Widerspruch zu den Einschätzungen des Psychiaters
Dr. C._, welcher sich - begründet - darüber geäussert habe, weshalb sie nicht
arbeitsfähig sei. Was die Ausführungen des RAD betreffe, sei einerseits unzutreffend,
dass die Hinweise auf suboptimales Leistungsverhalten bzw. relevante Inkonsistenzen
bereits in die Gesamtbeurteilung des Gutachtens eingeflossen seien. Andererseits sei
aktenwidrig, dass Dr. C._ behauptet haben soll, die Angst habe sich gebessert. Im
Übrigen sei klar, dass nicht einfach eine Arbeitsfähigkeit attestiert werden könne, wenn
jemand zuvor 23 Jahre nicht in den Arbeitsmarkt integriert gewesen sei. Schliesslich sei
zu beachten, dass die Beschwerdegegnerin den Grundsatz "Eingliederung vor Rente"
verletzt habe. Die objektive Eingliederungsfähigkeit werde vom Gutachten offenbar
bejaht. Hinweise, dass die subjektive Eingliederungsfähigkeit nicht gegeben sei, seien
keine vorhanden, jedenfalls habe sich die Beschwerdegegnerin mit dieser Frage nicht
auseinandergesetzt. An der Verletzung der Abklärungspflicht würde sich selbst dann
nichts ändern, wenn die Beschwerdeführerin sich nicht arbeitsfähig fühlen würde. Die
Beschwerdeführerin hätte aufgrund der Feststellung im Gutachten mit der aktuellen
Lage konfrontiert werden müssen und es wären ihr Eingliederungsversuche
vorzuschlagen gewesen (act. G 5).
B.b Am 27. Februar 2012 reichte die Beschwerdegegnerin ihre Beschwerdeantwort
ein. Darin beantragt sie, die Beschwerde sei abzuweisen. Zur Begründung führt sie
aus, das der Verfügung zugrunde liegende Gutachten sei sehr differenziert und
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umfassend. Rechtsprechungsgemäss komme diesem Priorität gegenüber den
Einschätzungen des behandelnden Arztes Dr. C._ zu. Ebenfalls im Einklang mit der
Rechtsprechung stehe, dass wenn in einem Gutachten bei der Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit eine Bandbreite angegeben werde, auf den Mittelwert (vorliegend 35
%) abzustellen sei. Ein Leidensabzug könne nicht zugestanden werden. Was die
Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt betreffe,
sei nicht wahr, dass die Beschwerdeführerin 23 Jahre nicht in den Arbeitsmarkt
integriert gewesen sei. Aus den Akten ergehe, dass sie von 1994 bis 1997 erwerbstätig
gewesen sei. Auch könne nicht gesagt werden, dass mangelnde Deutschkenntnisse
der Aufnahme einer Arbeitstätigkeit entgegenstünden. Sprachkenntnisse seien bei
Hilfsarbeitertätigkeiten nicht von grosser Bedeutung. Abgesehen davon hätten die
bescheidenen Deutschkenntnisse die Beschwerdeführerin früher nicht daran gehindert,
eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Schliesslich sei entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin die Eingliederungsbereitschaft nicht weiter zu prüfen. Im
Gutachten werde ausgeführt, die Beschwerdeführerin fühle sich gänzlich
arbeitsunfähig. Der Grundsatz "Eingliederung vor Rente" greife hier nicht, da eine
Rente gar nicht mehr zur Debatte stehe. Die Beschwerdeführerin hätte einzig Anspruch
auf Arbeitsvermittlung. Dies hindere jedoch einen Entscheid über die Rente nicht.
Zudem sei zu beachten, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde mit keinem
Wort einen Arbeitswillen durchblicken lasse (act. 7).
B.c Mit Schreiben vom 1. Juni 2012 teilte die Verfahrensleitung der
Beschwerdeführerin mit, aufgrund der eingereichten Unterlagen sei eine Prozessarmut
nicht ausgewiesen. Der Beschwerdeführerin wurde eine Frist zur Stellungnahme
eröffnet, mit dem Hinweis, dass bei deren unbenutztem Ablauf davon ausgegangen
werde, dass an dem Gesuch um unentgeltliche Prozessführung nicht festgehalten
werde (act. G 17). Die Beschwerdeführerin verzichtete auf eine Stellungnahme (vgl. act.
G 18) und bezahlte den verlangten Kostenvorschuss.
B.d Mit Schreiben vom 2. Juli 2012 wurde der Beschwerdeführerin eine Frist zur
Einreichung einer Replik angesetzt (act. G 18). Diese Frist verstrich unbenutzt (vgl. act.
G 19).
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B.e Am 6. November 2012 reichte die Beschwerdeführerin einen Arztbericht von
Dr. C._, datiert vom 30. Oktober 2012, ein. Der Arzt schildert darin, die Beschwerde
führerin sei bei ihm seit längerer Zeit in Behandlung. Sie leide an einer schweren
Angsterkrankung, sei erheblich beeinträchtigt in ihrer Bewegungsfähigkeit, könne das
Haus nicht allein verlassen, zeitweise auch nicht allein im Haus sein. Davon betroffen
seien selbst die Arztbesuche, die sie wegen ihrer Angsterkrankung nur ungenügend
wahrnehmen könne. Hinzu komme eine depressive Störung mit Mangel an Antrieb und
Entschlusskraft, Schlafstörungen und Hoffnungslosigkeit. Aus medizinischer Sicht
bestehe keine Arbeitsfähigkeit (act. G 20 / 20.1).

Erwägungen:
1.
1.1 Angefochten ist die Verfügung vom 5. Oktober 2011, die das im Juni 2010 einge
leitete Revisionsverfahren abgeschlossen hat.
1.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente gemäss Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für
die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben. Anlass zu einer
Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die
geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Zeit
licher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet dabei
die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, die auf einer
materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung
beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen
Revision (BGE 133 V 108). Eine bloss unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
lichen gleich gebliebenen Sachverhalts stellt keine revisionsbegründende Änderung dar
(BGE 112 V 372 E. 2 mit Hinweisen). Eine anspruchsbeeinflussende Änderung ist zu
berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert
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hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a der Verordnung über die
Invalidenversicherung; IVV; SR 831.201).
1.3 Die Rentenabstufungen nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Inva
lidenversicherung (IVG; SR 831.20) geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60%
Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70%
Anspruch auf eine ganze Rente.
1.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Die
Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar
erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten
Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im
Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten,
die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in
die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen
Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V
351 E. 3b/bb). Insbesondere ist zu beachten, dass es die unterschiedliche Natur von
Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von
Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten (BGE 124 I
175 E. 4) andererseits nicht zulässt, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in
Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die
behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten
bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die
behandelnden Ärzte wichtige Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung
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unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai
2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen).
1.5 Die Verfügung vom 5. Oktober 2011 basiert in medizinischer Hinsicht auf dem
psychiatrischen Gutachten vom 30. Mai 2011. Darin werden als Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt: Posttraumatische Belastungsstörung,
weitgehend remittiert (ICD-10: F43.1); Panikstörung, unter Behandlung teilremittiert
(ICD-10: F41.0). Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden keine.
In der angestammten Tätigkeit als Hilfsarbeiterin wie auch in adaptierten Tätigkeiten sei
aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von höchstens 30 - 40 % im Sinn
einer verminderten Leistungsfähigkeit von 30 - 40 % bei einem vollen Arbeitspensum
ausgewiesen. Eine weitere Verminderung der Arbeitsunfähigkeit sei bei adäquater
psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung anzunehmen. Als adaptierte
Tätigkeiten seien einfache, angelernte Tätigkeiten des freien Arbeitsmarktes zu nennen,
die keine erhöhten Anforderungen an die Stress- und Frustrationstoleranz stellten. Die
angestammte Tätigkeit als Hilfsarbeiterin sei leidensadaptiert. Eine Tätigkeit im
geschützten Rahmen sei mit Sicherheit nicht erforderlich (IV-act. 18 – 11,15). Das
psychiatrische Gutachten erscheint umfassend, schlüssig und nachvollziehbar. Es wird
einleuchtend dargelegt, dass seit dem Zeitpunkt der Rentenzusprache eine
Verbesserung des psychischen Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin
eingetreten ist. Die Beschwerdeführerin hält das Gutachten indessen nicht für
beweiskräftig. So bringt sie vor, die Feststellung des Gutachtens, die Situation habe
sich deutlich verbessert, stehe im diametralen Widerspruch zur Einschätzung des
Psychiaters Dr. C._, der sich gegenüber dem Gutachten - begründet - dahingehend
geäussert habe, es bestehe keine Arbeitsfähigkeit. Diesbezüglich ist darauf
hinzuweisen, dass vom behandelnden Arzt Dr. C._ keine Aspekte benannt werden,
die im Gutachten nicht umfassend gewürdigt wurden. Rechtsprechungsgemäss kommt
dem psychiatrischen Gutachten damit Priorität und mithin voller Beweiswert zu. Der
Arztbericht von Dr. C._ vom 30. Oktober 2012 ändert an dieser Beurteilung nichts.
Zwar fällt - insbesondere mit Blick auf die diagnostizierte depressive Störung - auf,
dass darin im Vergleich zum Gutachten und zu Dr. C._s Angaben gegenüber den
Gutachtern (IV-act. 18-4) neue Diagnosen genannt werden. Allerdings hat das
Sozialversicherungsgericht rechtsprechungsgemäss auf den bis zum Zeitpunkt des
Erlasses der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen (BGE 132 V
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220 E. 3.1.1 mit Hinweisen). Später eingetretene Tatsachen, die zu einer Änderung des
Sachverhalts geführt haben, sind grundsätzlich nicht im Rahmen des hängigen,
sondern im Rahmen eines weiteren Verfahrens zu berücksichtigen (BGE 121 V 366). Es
ist weder belegt noch vom Rechtsvertreter behauptet, dass bereits vor
Verfügungserlass eine Änderung eingetreten wäre. Von daher besteht kein Anlass, von
den Erkenntnissen des Gutachtens abzuweichen.
1.6 Nach dem bisher Gesagten kann auf das psychiatrische Gutachten abgestellt
werden. Es fragt sich indes gleichwohl, ob die medizinische Sachlage bis zum
Verfügungszeitpunkt genügend abgeklärt wurde. Die Beschwerdeführerin weist darauf
hin, dass die Beurteilung aus rein psychiatrischer Sicht erfolgt sei und es offen bleibe,
ob und in welchem Umfang sich die geltend gemachten somatischen Beschwerden
(Asthma und Rückenleiden) auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten. Aus den Akten ergeht,
dass sich die Beschwerdeführerin allein wegen des Asthmas in hausärztliche
Behandlung begeben hat. Im Fragebogen zur Rentenrevision gab die
Beschwerdeführerin an, einzig bei Dr. E._ in Behandlung zu sein. Dieser erwähnte in
seinem Arztbericht, der bei der Beschwerdegegnerin am 6. Juli 2010 eingegangen war,
er habe die Beschwerdeführerin seit März 2009 erst zweimal gesehen und "nur bei
Infektexaz. Asthma" behandelt. Er verwies darauf, dass möglicherweise eine
psychische Reevaluation nötig wäre. Weitere, namentlich somatische Beschwerden
führte der Hausarzt nicht an (IV-act. 26-1). Der RAD erörterte dazu, eine
Dauerbehandlung des Asthmas erfolge offensichtlich nicht; bei der mehrstündigen
psychiatrischen Untersuchung seien denn auch atemwegbezogene Probleme nicht
erkennbar gewesen. Dass eine nennenswerte Einschränkung der beruflichen
Leistungsfähigkeit durch diese (ausser bei zwei Infekten) nicht behandlungsbedürftigen
Asthma-Beschwerden bestehe, scheine nicht wahrscheinlich (IV-act. 3-1). Dieser
Beurteilung ist zu folgen. Eine allfällige Behandlungsbedürftigkeit des Asthmas weist
zudem nicht ohne Weiteres auf eine quantitativ eingeschränkte Arbeitsfähigkeit hin;
eine Arbeitsunfähigkeit ist denn auch in den Akten nicht dokumentiert. Unter diesen
Umständen erübrigen sich weitere Abklärungen. Analoges gilt bezüglich der erstmals
anlässlich der Begutachtung von der Beschwerdeführerin angeführten
Rückenbeschwerden. Fachärztliche (orthopädische oder rheumatologische) Berichte
liegen nicht bei den Akten. Selbst eine Behandlung des geltend gemachten Leidens
durch den Hausarzt ist nicht dokumentiert. Einzig den Angaben der
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Beschwerdeführerin im Rahmen der Begutachtung ist zu entnehmen, dass sie früher
eine Therapie in Anspruch genommen habe, als sie noch arbeitstätig gewesen sei. Es
fehlen jegliche Anhaltspunkte in den Akten, dass bezüglich somatischer Beschwerden
eine relevante Arbeitsunfähigkeit bestehen würde. Auch im Beschwerdeverfahren
wurde in dieser Hinsicht nichts vorgebracht. Der Vorwurf, die medizinische Sachlage
bzw. die Arbeitsfähigkeit seien nicht genügend abgeklärt worden, erscheint unter
diesen Umständen unbegründet. Für die Beurteilung des Rentenanspruchs ist
vorliegend demzufolge im Sinn der Einschätzung der psychiatrischen Gutachter von
einer Arbeitsfähigkeit von 35 % auszugehen; diesbezüglich wurde von der
Beschwerdegegnerin zutreffend erörtert, dass bei Angabe der Arbeitsfähigkeit in Form
einer Bandbreite (vorliegend 30 - 40 %) auf den Mittelwert abzustellen ist.
2.
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, die
Beschwerdegegnerin habe ihre Eingliederungsabklärungspflicht verletzt. Die
Beschwerdeführerin hätte aufgrund der Feststellungen im Gutachten mit der aktuellen
Lage konfrontiert und es hätten ihr Eingliederungsversuche vorgeschlagen werden
müssen. Die Beschwerdegegnerin habe den Grundsatz "Eingliederung vor Rente"
verletzt. Es fragt sich, inwieweit ein Anspruch auf Eingliederung vorliegend gegeben ist.
Das Bundesgericht stellt sich in seiner neusten Praxis auf den Standpunkt, die
Durchführung von Eingliederungsmassnahmen sei grundsätzlich auf Fälle zu
beschränken, in denen die revisions- oder wiedererwägungsweise Herabsetzung oder
Aufhebung der Invalidenrente eine versicherte Person betrifft, welche das 55. Altersjahr
zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen hat (vgl. Urteil
9C_376/2011 vom 17. November 2011 E. 6.1 mit Hinweisen). Beides trifft auf die
Beschwerdeführer nicht zu. Es besteht damit grundsätzlich die Pflicht zur
Selbsteingliederung. Sollte die Beschwerdeführerin indes Arbeitsvermittlung wünschen,
kann sie sich jederzeit an die Beschwerdegegnerin wenden.
3.
Ausgehend von einer 35%igen Arbeitsunfähigkeit bleiben die erwerblichen
Auswirkungen zu prüfen. Was die Berechnung des Valideneinkommens betrifft, ist zu
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beachten, dass die Beschwerdeführerin seit dem Jahr 1997 nicht mehr erwerbstätig
war. Es ist deshalb nicht auf das zuletzt erzielte Einkommen abzustellen. Das
Valideneinkommen ist vielmehr auf derselben Grundlage wie das Invalideneinkommen
zu erheben. Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom selben
Tabellenlohn zu berechnen, entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der
Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzugs vom Tabellenlohn gemäss BGE
126 V 75 (SVR 2008 IV Nr. 2, I 697/05 E. 5.4). Beim Invalideneinkommen ist in Form
eines entsprechenden Abzugs der Tatsache Rechnung zu tragen, dass persönliche und
berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre,
Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die
Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 323 E. 3b/aa) und je nach Ausprägung die
versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg
verwerten kann (BGE 126 V 80 E. 5b/aa). Dabei ist der Abzug unter Würdigung der
Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Er
darf 25 % nicht übersteigen (BGE 134 V 327 E. 5.2). Die Beschwerdegegnerin hat die
Gewährung eines Leidensabzugs abgelehnt. Mit Blick auf die wenigen Erwerbsjahre
und die tiefen Löhne, welche die Beschwerdeführerin vor Eintritt der Invalidität erzielt
hat (vgl. IK-Auszug, IV-act. 55, Lohnabrechnung November 1997, IV-act. 59), ist im
Prozentvergleich, der auf Seiten des Invalideneinkommens und des
Valideneinkommens an einen statistisch durchschnittlichen Hilfsarbeiterlohn für Frauen
anknüpft, ein Ausgleich lohnsenkender Merkmale bereits enthalten. Eine weitere
Berücksichtigung solcher Merkmale in Form eines Leidensabzugs ist daher nur mit
grosser Zurückhaltung geboten. Zu beachten ist, dass sich die lange Abwesenheit der
Beschwerdeführerin vom Arbeitsmarkt lohnreduzierend auswirken könnte. Konkret ist
dafür ein Abzug vom Tabellenlohn von 5 % zu gewähren. Darüber hinaus erscheint ein
Abzug nicht gerechtfertigt. Im Ergebnis resultiert ein Invaliditätsgrad von abgerundet
38 % (100% - [65 % x 0,95]).
4.
Damit ist die Beschwerde abzuweisen. Die Beschwerdeführerin hat gemäss Art. 69
Abs. 1 IVG die Gerichtsgebühr, die angesichts des durchschnittlichen Aufwands auf
Fr. 600.-- festgelegt wird, zu bezahlen, wobei diese durch den in gleicher Höhe
bis
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geleisteten Kostenvorschuss gedeckt ist. Ein Anspruch auf Parteientschädigung
besteht nicht.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP