Decision ID: 1dafbe1a-05bc-54dd-8c4d-be2e7255c0b4
Year: 2016
Language: de
Court: BE_VG
Chamber: BE_VG_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der aus Montenegro stammende A._, geb. ... 1973, wurde in Deutschland unter anderem wegen versuchten Mordes in drei Fällen zu einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Nachdem seine  in der Schweiz nicht mehr verlängert worden war, verhängte das damalige Bundesamt für Migration (BFM; heute: Staatssekretariat für  [SEM]) ein unbefristetes Einreiseverbot gegen ihn, gültig ab 27. Oktober 2012. A._ kam in der Folge trotzdem wieder in die Schweiz. Am 24. Juni 2015 wurde er per Sonderflug in sein Heimatland zurückgeführt. Nach weiteren illegalen Einreisen wurde A._ am 5. November 2015, 9. Februar 2016 und 22. Juni 2016 jeweils per  nach Montenegro ausgeschafft.
Am 3. September 2016 reiste A._ erneut in die Schweiz ein. Bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen Genf wurde festgestellt, dass ihn die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern im Fahndungssystem RIPOL zur Verbüssung einer Freiheitsstrafe ausgeschrieben hatte. Zwecks Vollzugs der Ersatzfreiheitsstrafe von 70 Tagen wurde er dem Kanton Bern . Das Amt für Migration und Personenstand des Kantons Bern (MIP), Migrationsdienst (MIDI), verfügte am 16. September 2016 die Wegweisung von A._ aus der Schweiz. Nachdem das Regionalgericht Oberland festgestellt hatte, dass der der Freiheitsstrafe zugrunde liegende  vom 12. Juli 2016 mangels rechtsgültiger Zustellung nicht in  erwachsen war, verfügte die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern am 17. Oktober 2016 die unverzügliche Entlassung von A._ aus dem Strafvollzug. Am gleichen Tag wurde er in Ausschaffungshaft versetzt. Mit Verfügung vom 18. Oktober 2016 ordnete der MIDI die Haft an und  beim kantonalen Zwangsmassnahmengericht (ZMG) die  der für drei Monate angeordneten Haft.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.11.2016, Nr. 100.2016.321U, Seite 3
B.
Mit Entscheid vom 19. Oktober 2016 hiess das ZMG nach mündlicher  den Antrag des MIDI teilweise gut, indem es die  für zwei statt der beantragten drei Monate, mithin bis zum 16.  2016, bestätigte.
C.
Dagegen hat A._ am 26. Oktober 2016  erhoben. Er stellt sinngemäss den Antrag, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und er sei aus der Haft zu entlassen. Mit  vom 28. Oktober 2016 hat der Instruktionsrichter die Beschwerde den übrigen Verfahrensbeteiligten zugestellt.

Erwägungen:
1.
1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 12 Abs. 2 des Einführungsgesetzes vom 20. Januar 2009 zum Ausländer- und zum Asylgesetz [EG AuG und AsylG; BSG 122.20]). Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen  teilgenommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Seine Beschwerde mit dem sinngemäss gestellten Antrag auf Entlassung aus der Ausschaffungshaft genügt den herabgesetzten Begründungsanforderungen an Laieneingaben, wie sie insbesondere auf dem Gebiet der ausländerrechtlichen  gelten (Art. 32 Abs. 2 VRPG; BVR 2006 S. 470 E. 2.4; Merkli/Aeschli-
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.11.2016, Nr. 100.2016.321U, Seite 4
mann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 32 N. 15; BGE 122 I 275 E. 3b). Auf die im Übrigen fristgerecht eingereichte  ist einzutreten.
1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).
1.3 Der vorliegende Entscheid fällt in die einzelrichterliche Zuständigkeit (Art. 57 Abs. 2 Bst. e des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die  der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).
2.
2.1 Wurde ein erstinstanzlicher (nicht notwendigerweise auch ) Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet, kann die zuständige Behörde zur Sicherstellung des Vollzugs die ausländische Person in  nehmen, wenn die Voraussetzungen von Art. 76 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und  (AuG; SR 142.20) erfüllt sind. Dabei muss einer der in Art. 76 Abs. 1 AuG genannten Haftgründe bestehen und der Vollzug der Wegweisung mit dem nötigen Nachdruck verfolgt werden (Beschleunigungsgebot; Art. 76 Abs. 4 AuG). Die Administrativhaft hat insgesamt den sich aus dem  ergebenden Erfordernissen zu genügen (Art. 36 Abs. 3 der Bundesverfassung [BV; SR 101]; Art. 28 Abs. 3 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]), es dürfen keine  vorliegen (Art. 80 Abs. 6 AuG) und es ist die maximal zulässige Haftdauer zu beachten (Art. 79 AuG). Die Rechtmässigkeit und die  der Haft sind gemäss Art. 80 Abs. 2 AuG spätestens nach 96 Stunden durch eine richterliche Behörde aufgrund einer mündlichen Verhandlung zu überprüfen.
2.2 Anders als der Beschwerdeführer zu meinen scheint, handelt es sich bei der Ausschaffungshaft nicht um eine Strafe für ein begangenes Delikt. Haftzweck bildet die Sicherstellung des Vollzugs der Wegweisung (vgl. Art. 76 Abs. 1 AuG). Der Einwand des Beschwerdeführers, er sei in
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.11.2016, Nr. 100.2016.321U, Seite 5
der Schweiz nie straffällig geworden, und der Verweis auf das Verbot der doppelten Strafverfolgung zielen damit ins Leere (Beschwerde, S. 1). Im Haftprüfungsverfahren auch nicht von Bedeutung ist der Beschluss des Landgerichts Osnabrück vom 12. (richtig: 15.) Juni 2016, mit welchem die Vollstreckung des noch nicht verbüssten Teils einer zehnjährigen  zur Bewährung ausgesetzt wurde (Haftakten ZMG 16 1433 pag. 17 f.). Ebenso wenig einzugehen ist auf das der Beschwerdeschrift beigelegte Schreiben der Ehefrau betreffend Bussen und  (act. 1C2).
3.
3.1 Der Beschwerdeführer befand sich ab dem 3. September 2016 zwecks Verbüssens einer Ersatzfreiheitsstrafe im Strafvollzug (vgl. /Einweisungsverfügung vom 5.9.2016, S. 2, Haftakten ZMG 16 1433 pag. 23). Nach der sofortigen Entlassung aus dem Strafvollzug  ihn der MIDI am 17. Oktober 2016 in Ausschaffungshaft (Haftakten ZMG 16 1433 pag. 1; vorne Bst. A). Das ZMG hat die Anordnung der  nach mündlicher Verhandlung am 19. Oktober 2016, 14:40 Uhr, bestätigt (vgl. Protokoll ZMG vom 19.10.2016, S. 4, Haftakten ZMG 16 1433 pag. 35). Die gesetzliche Frist von 96 Stunden gemäss Art. 80 Abs. 2 AuG ist damit eingehalten.