Decision ID: c7d03ee5-af77-4614-9c8a-fec125c3ba16
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
X._
, geboren 1977,
war von August 2006
bis
September 2008
bei
Y._
als
Order Manager
tätig, wobei der letzte Arbeitstag am
3
0.
März 2008
war (
Urk.
11/11 S. 10
)
.
Unter Hinweis auf
Burnout/Depression
meldete sich
der Versicherte
am
1
0.
September 2008
bei der Invalidenversi
che
rung zum Leistungsbezug an (
Urk.
11/3
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte
daraufhin
die medizinisch
e und erwerbliche Situation ab
.
M
it Mitteilung vom 1
9.
März 2009 (
Urk.
11/37)
teilte die IV-Stelle
dem Versicherten
mit, dass sie
die
Kosten für die
Umschulung zum Journalisten
übernehme
werde
.
Da der Versicherte neben seiner Umschulung einen Lohn erzielte, wurde mit Verfügung vom 1
8.
Mai 2010 (
Urk.
11/47)
ein
Teil des IV
Taggeldes zurückgefordert
und gleichzeitig mit
separater
Verfügung vom 1
8.
Mai 2010 (
Urk.
11/48 =
Urk.
11/49) ein gekürztes IV-Taggeld zugesprochen. Aufgrund der schwankenden Lohnhöhe, kam es in der Folge zu einer weiteren Rückforderung
(
Urk.
11/51)
sowie
zahlreichen
Anpassungen der Taggeldhöhe (
Urk.
11/52
,
Urk.
11/53,
Urk.
11/55,
Urk.
11/56,
Urk.
11/57,
Urk.
11/58,
Urk.
11/59,
Urk.
11/
61,
Urk.
11/63,
Urk.
11/65,
Urk.
11/68,
Urk.
11/70,
Urk.
11/72,
Urk.
11/74,
Urk.
11/76,
Urk.
11/78,
Urk.
11/82,
Urk.
11/85,
Urk.
11/87,
Urk.
11/89,
Urk.
11/91,
Urk.
11/95,
Urk.
11/97,
Urk.
11/99,
Urk.
11/100
).
Mit Mitteilung vom
7.
August 2012 (
Urk.
11/108) wurde die berufliche Massnahme
abgeschlossen. Nach weiteren Abklärungen wurde der Versicherte
schliesslich
durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
psychi
atrisch untersucht (
Urk.
11/114).
Die IV-Stelle teilte de
m Versicherten
am 1
5.
März 2013 (
Urk.
11/123)
die
Kostenübernahme
für die Weiterführung der
begonnenen
Umschulung mit
und sprach ein
entsprechendes IV-Taggeld zu (
Urk.
11/136,
Urk.
11/139). Für den Unterbruch
der Umschulung
prüfte die IV
Stelle
in der Folge
einen Anspruch auf eine Invalidenrente.
Nach ergangenem Vorbescheid (
Urk.
11/146
)
sprach
die IV-Stelle
dem Versi
cherten
mit Verfügung vom
1
9.
August 2013
und
einem Invaliditätsgrad von
57
%
von
1.
Juli 2012 bis 2
8.
Februar 2013
eine
befristete
halbe
Rente
und für den März 2013 bei einem Invaliditätsgrad von 40
%
eine
Viertelsrente
zu
(
Urk.
11/158,
Urk.
11/173 =
Urk.
11/174 =
Urk.
11/175 =
Urk.
11/176 =
Urk.
11/177 =
Urk.
2
/1,
Urk.
11/178 =
Urk.
11/179 =
Urk.
11/180 =
Urk.
11/181 =
Urk.
11/182 =
Urk.
2/2
)
.
2.
Der Versicherte erhob am
1
9.
September 2013 direkt bei der IV-Stelle
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
1
9.
August 2013
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihm
aufgrund der fehlerhaften Berechnung des
Invalideneinkommens
eine höhere Invalidenrente
zuzusprechen (
Urk.
1).
Die Beschwerde wurde von der IV-Stelle an das hiesige Gericht am
7.
Oktober 2013 (
Urk.
3
) weitergeleitet.
Der Beschwerdeführer reichte am 1
5.
November 2013 unaufgefordert einen Nachtrag zu seiner Beschwerdeschrift ein
und beantragte
, es sei ihm anstelle
einer
korrigierten Invalidenrente ein Wartetaggeld aus
zu
richten
(
Urk.
8)
.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
2.
November 2013
(
Urk.
10
) die Abweisung der Beschwerde
, was
dem Beschwerdeführer am
11.
Dezember 2013
zur Kenntnis gebracht
wurde
(
Urk.
12
).
Mit Replik vom 10.
Januar 2014 hielt der Beschwerdeführer an seinen Ausführungen fest (
Urk.
14).
Nach Durchführung einer Instruktionsverhandlung am 2
5.
Februar 2015 (
Urk.
18
, Prot. S
.
5 f.
) liess sich der Beschwerdeführer in der Sache nicht mehr vernehmen.
Der Einzelrichter

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gegenstand dieses Verfahrens bildet die
Zusprache
einer befristeten Invaliden
rente in der Höhe von
6 x
Fr.
58
0.
plus 2 x
Fr.
58
5.
-- sowie 1 x
Fr.
293.--
(Urk.
2
/1,
Urk.
2/2
). Der Streitgegenstand
übersteigt somit die Grenze von Fr. 20‘000.-- nicht und die Beurteilung der Beschwerde fällt daher in die
ein
zel
richterliche
Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das
Sozialversiche
rungs
gericht
,
GSVGer
).
1.
2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
the
tischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensent
wicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigenden ausge
glichenen Arbeitsmarktlage (Art.
16 ATSG) ist grundsätzlich auch bei der Fest
setzung des
Validenlohnes
Rechnung zu tragen, wobei auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstruk
tur
erhebung
(LSE) abgestellt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E.
3.2 mit Hinweisen).
1.
4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf der Grundlage der
LSE
kann
ausnahmsweise - der
Lohn eines einzelnen Sektors („Produktion" oder „
Dienstleistungen") oder gar einer bestimmten Branche her
an
gezogen werden, wenn es als sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren erwerbli
chen Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen, namentlich bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit im betreffenden Bereich tätig gewesen waren und bei denen eine Arbeit in anderen
Bereichen kaum in Frage kommt (SVR 2008 IV Nr. 20 S. 63, 9C_237/2007 E.
5.1; Urteil des Bundesgerichts
9C_667/2013 vom 29. April 2014 E. 5.3
).
Es besteht kein Grundsatz, wonach stets auf die Tabelle TA1 abzustellen ist. So kann es sich nach den konkreten Umständen des Einzelfalls rechtfertigen, anstatt auf die Tabelle TA1 auf die Tab
elle TA7 („
Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Tätigkeit, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht - Privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund] zusammen") abzu
stellen, wenn dies eine genauere Festsetzung des Invalideneinkommens erlaubt und dem Versicherten der entsprechende Sektor offen steht und zumutbar ist (SVR 2008 IV Nr. 20 S. 63, 9C_237/2007 E. 5.1). Ferner kann bei qualifizierten Berufsleuten mit Fach- und Hochschulabschluss das
Heranziehen der Tabelle TA11 („
Monatlicher Bruttol
ohn [Zentralwert und
Quar
tilbereich
] nach Ausbil
dung, beruflicher Stellung und Geschlecht - Privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund] zusammen") an
gezeigt erscheinen (SVR 2011 IV Nr. 55 S.
163, 8C_6
71/2010 vom 25. Februar 2011 E.
6.4.2 mit Hinweisen;
Urteil des Bu
ndes
gerichts 9C_841/2013 vom 7.
März 2014 E. 4.2
; vgl. auch Urteil des Bundesge
richts
8C_660/2014 vom 5. November 2014 E. 4
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2)
gestützt
auf die medizinische Beurteilung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) davon aus, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit
von Juli 2008 bis Dezember 2012 zu 50
%
und ab Dezember 2012 zu 70
%
arbeitsfähig sei
und bejahte nach Ermittlung des Invaliditätsgrades
für die Zeit des
Unter
bruchs
der Umschulung
einen
befristeten
Rentenanspruch
.
2.2
Der Beschwerdeführer bestritt beschwerdeweise (
Urk.
1) die von der
Beschwer
degegnerin
herangezogenen Zahlen
zum
Invalideneinkommen
und machte gel
tend, dass er in diesem Zeitraum
effektiv
weniger als Fr.
30‘000.-- verdient habe. Zudem sei nicht nachvollziehbar, wieso bei der Berechnung die Ver
dienstmöglichkeit eines qualifizierten Journalisten herangezogen worden sei. Er sei damals nicht im Besitz eines Fachhochschulabschlusses
und
als freier Jour
nalist tätig
gewesen
. Entsprechend seien auch die Verdienstmöglichkeiten viel geringer gewesen.
Es könne nicht sein, dass das ganze Einkommen in diesem Zeitraum nur
Fr.
42‘146
.
betrage.
2.3
Strittig und zu prüfen
ist
somit der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers und
die Art und Weise der Bemessung des für den Einkommensvergleich heranzu
ziehenden Invalideneinkommens.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte in seinem Bericht vom
7.
Januar 2009
(
Urk.
11/27)
als
Diagnose eine mittelgra
dige depressive Episode seit Juli 200
8.
Von April bis Juli 2008 berichtete er von einer schweren depressiven Episode (
Ziff.
1.1).
In diesem Zeitraum sei d
er Be
schwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig gewesen. Seit Juli 2008 sei er wieder zu 50
%
arbeitsfähig (
Ziff.
2).
In eine
r
ergänzenden Stellungnahme vom 2
2.
Januar 2009 (
Urk.
11/29) hielt
Dr.
Z._
fest, dass der Beschwerdeführer in seinem bisherigen Beruf nicht mehr arbeitsfähig sei und es auch nie mehr werde. Seine reale Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sei schwierig abzuschätzen. Der Beschwerdefüh
rer erachte sich selber als zu 50
%
arbeitsfähig. Es wäre wünschenswert, wenn er als Angestellter einen realen Arbeitsversuch mit einem Pensum von 50
%
, später mit einem höheren Pensum machen könnte.
3.2
Dr.
Z._
nannte in einem weiteren Bericht vom
9.
Juli 2012 (
Urk.
11/103)
als
Di
agnose eine rezidivierende de
p
r
essive E
pisode (richtig Störung), gegen
wärtig leichte Episode (
Ziff.
1.1).
Bei bisher erfolgreichem Therapieverlauf sei die Prognose
mittelfristig günstig
.
D
er Beschwerdeführer
sei
während seiner Ausbildung zum Journalisten
weiterhin 50
%
arbeitsfähig
.
3.3
Dipl. med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Regional Ärztlicher Dienst
(
RAD
)
,
berichtete am
9.
Januar 2013 (
Urk.
11/114)
über die am 14
.
Dezember 2012 erfolgte
Untersuchung und stellte die Diagnosen (S. 4) einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode (ICD-10 F33.0) bei Status nach mindestens mittelgradiger Episode (ICD-10 F33.1) sowie einer ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6). Er führte dazu aus, dem Beschwerdeführer sei es bis
her nur teilweise gelungen, das
doch immer wieder dysfunktionale Verhalten und auch die dys
funktionalen Kognitionen zu verändern. Es bestehe immer noch eine deutlich reduzierte Belastbarkeit, Stressintoleranz und erhöhte Erschöpfbarkeit und im
mer wieder die Gefahr von depressiven Einbrüchen mit depressiver
Stim
mungs
lage
, Antriebslosigkeit, Konzentrationsstörungen und Interessenverlust (S.
6).
Für die bisherige Tätigkeit als IT Manager Telekommunikation bestehe seit April 2008 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. In einer angepassten Tätig
keit im Rahmen einer journalistischen Arbeit bestehe ab Juli 2008 eine 50%ige und ab Dezember 2012 eine 70%ige Arbeitsfähigkeit
(S. 6 Ziff. 11)
.
4.
4.1
Z
ur Beurteilung der Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit auf den Untersu
chungsbericht des RAD vom
9.
Januar 2013 (vorstehend E. 3.3)
kann
abgestellt werden
. Der Bericht entspricht den erforderlichen Kriterien an den Beweiswert einer Expertise. Der Beschwerdeführer wurde seinen geltend gemachten Be
schwerden entsprechend umfassend abgeklärt, das Gutachten beruht auf einer psychiatrischen Untersuchung, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und wurde in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben. Sodann sind die Darlegungen der medizinischen Zusammenhänge und die Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtend und die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet.
Soweit
die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort vom 2
2.
November 2013 dagegen
vorbrachte
, es
sei
fraglich, ob überhaupt ein IV-relevanter Gesundheitsschaden vorliege,
kann ihr nicht gefolgt werden
. Sie verkennt dabei,
dass
für die
Eignung eines Gesundheitsschadens, die Leistungsfähigkeit rechtser
heblich einzu
schränken, nicht bereits die Befunde und Diagnosen, sondern erst deren Folgenabschätzung entscheidend sind.
Folglich ist der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu erachten, dass der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit seit April 2008 nicht mehr arbeitsfähig ist. Hingegen besteht i
n einer angepassten Tätigkeit, beispielsweise im Rahmen einer journa
listischen Arbeit ab Juli 2008 eine 50%ige und ab Dezember 2012 eine 70%ige Arbeitsfähigkeit (vorstehend E. 3.3).
4.2
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zu
stän
dige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich
- in Form einer Verfü
gung bezie
hungsweise eines
Einspracheentscheids
- Stellung genommen hat. Insoweit
bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den
be
schwer
deweise
weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem
An
fech
tungsgegenstand
und somit an einer
Sach
urteils
voraus
setzung
, wenn und insoweit keine Verfügung
beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 131 V 164 E.
2.1; 125 V 413 E.
1a).
Anfechtungsgegenstand im materiellen Sinn bilden nach der Rechtsprechung die in den Verfügungen geregelten Rechtsverhältnisse, wogegen Streitgegen
stand das auf Grund der Beschwerdebegehren tatsächlich angefochtene und somit als Prozessthema vor das Gericht gezogene Rechtsverhältnis darstellt. Die begriffliche Unterscheidung von Streit- und Anfechtungsgegenstand erfolgt auf der Ebene von Rechtsverhältnissen. Für die begriffliche Umschreibung des
Streitgegenstandes
und seine Abgrenzung vom Anfechtungsgegenstand nicht
von Bedeutung sind demzufolge die bestimmenden Elemente des oder der
ver
fü
gungsweise
festgelegten Rechtsverhältnisse (BGE 125 V 413 E. 2a).
4.
3
In der angefochtenen Verfügung vom 1
9.
August 2013 wurde dem Beschwerde
führer eine befristete Invalidenrente zugesprochen.
Die Frage nach
einem allfäl
ligen
Anspruch auf ein Wartetaggeld
im Zusammenhang mit
berufliche
n
Mass
nahmen
war
somit
nicht Gegenstand der Verfügung vom
1
9.
August 2013
und
gehört folglich
ebenso wenig
zum Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens. Insoweit der Beschwerdeführer erstmals beschwerdeweise einen Anspruch auf Ausrichtung eines Wartezeittaggeldes geltend machen will (Urk. 8), ist auf seine Beschwerde nicht einzutreten.
So
können
auch
die
Einwände bezüglich der Unterbrechung der Umschulung
und der Vorgehensweise der IV-Stelle
nicht Gegenstand dieses Verfahrens
bil
den
.
De
m
Beschwerdeführer
stand
nach Erhalt der Mitteilung vom
7.
August 2012 (
Urk.
11/108),
mit der
ihm
-
nachdem er
auch
der
schriftlichen Aufforde
rung zur Einreichung von weiteren Unterlagen bezüglich der Weiterführung der Umschulung
nicht nachgekommen war - der Abschluss der beruflichen
Mass
nahme
eröffnet wurde, die Möglichkeit offen, eine beschwerdefähige Verfügung zu verlangen, um diese Entscheidung anzufechten
, was er unterlassen hat.
4.
4
Soweit der Beschwerdeführer einwendet, er habe im fraglichen Zeitraum weni
ger verdient und das Invalideneinkommen sei infolgedessen zu hoch berechnet worden, ist zu bemerken, dass
bei der Methode des Einkommensvergleichs
von hypothetischen Erwerbseinkommen ausgegangen wird und bei der Festsetzung
des Invalideneinkommen
s
nur dann der
tatsächlich erzielte Verdienst
herange
zogen
wird
, wenn der Versicherte
die ihm verbleibende Arbeitsfähigkeit in zu
mutbarer Weise voll ausschöpft
(vgl. vorstehend E. 1.4)
.
Aus dem Verlaufsprotokoll der Berufsberatung der IV-Stelle (
Urk.
11/107) geht hervor, dass der Beschwerdeführer seine Stelle bei
der
B._
am 1
0.
Januar 2012
kündigte, um
eine selbständige Tätigkeit aufzubauen.
Vor
liegend ist daher in
erster Linie zu prüfen, ob der Beschwerdeführer die ihm verbleibende Arbeitsfähigkeit
in zumutbarer Weise ausschöpft und der tatsäch
lich erzielte Verdienst als Invalideneinkommen herangezogen werden kann.
Aus einem weiteren Verlaufsprotokoll der Berufsberatung
(
Urk.
11/122)
geht hervor, dass das Einkommen des Beschwerdeführers
gemäss
eigenen A
ngaben im Zeitraum zwischen Juli 2012 und Januar 2013
durchschnittlich
Fr.
2‘833.60 (brutto) betragen habe.
Angesichts der
im Beschwerdeverfahren eingegangenen Abrechnungen (
Urk.
6
/5
)
sowie
de
r in den
Lohnabrechnungen von März und April 2013 (
Urk.
11/135,
Urk.
11/138)
abgerechneten
monatlichen
Stundenzahl ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer die ihm verbleibende
Restar
beitsfähigkeit
von 50
%
respektive von 70
%
ab Dezember 2012 nicht in zumut
barer Weise voll
ausgeschöpft hat
. Die Beschwerdegegnerin hatte
zur Festset
zung des Invalideneinkommens
folglich zu Recht
nicht auf den
tatsächlich erzielte
n
Verdienst
,
sondern
auf die Tabellenlöhne des Bundesamtes für Statistik abgestellt.
Dabei erscheint es
ebenfalls
als sachgerecht, auf die Tabelle TA7/T7S abzustellen, da die Tätigkeit als Journalist
,
insbesondere
bei
fortgeschrittener
Umschulung
,
der erwerblichen Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit
am besten Rechnung trägt.
Entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführer
s
rechtfertigt es sich
vorliegend
zudem, zur Festsetzung des Invalideneinkommens auf
das Anforderungsniveau
3
abzustellen
(vgl. vorstehend E. 1.4)
.
Der
Beschwerdeführer
besucht
e
seit März 2009
die
Schule für Angewandte Linguistik
und arbeitet
e
daneben
als Journalist
bei der
B._
.
V
on September 2009 bis Februar 2010
war er
als Praktikant und seit März 2010 als Co-Edito
r
angestellt
,
wodurch
er wesentli
che Berufs- und
Fachkenntnisse erlangte.
Bereits vor dieser Festanstellung ver
fasste der Beschwerdeführer
verschiedene
Artikel, welche in Fachzeitschriften veröffentlicht wurden und
ihm
daraufhin verschiedene Aufträge
einbrachte
(
Urk.
11/35/2-3).
D
as Anforderungsniveau 4, welches einfache und repetitive Tätigkeiten umfasst und keine Berufspraxis voraussetzt,
ist unter diesen Voraussetzungen nicht
in Betracht zu ziehen
.
4.5
Dem durch d
ie
Beschwerdegegnerin
im Rahmen der
Beschwerdeantwort
vom 2
2.
November 2013 (
Urk.
10)
vor
gebrachte
n
Einwand
,
wonach
das
Validenein
kommen
ebenfalls gestützt auf die Tabellenlöhne zu ermitteln sei
,
kann nicht gefolgt werden
.
Insbesondere findet die Ansicht der Beschwerdegegnerin, dass der Beschwerdeführer seine angestammte Tätigkeit nicht aus gesundheitlichen Gründen verloren habe, in den Akten keine hinreichende Stütze.
Die
Ermittlung des im Gesundheitsfall von der versicherten Person erzielbare
n
Einkommen
s
hat so konkret wie möglich zu erfolgen
(vorstehend E. 1.2
und
1.3). Bereits Monate vor der Kündigung wurden dem Beschwerdeführer
durch den behandelnden Psychiater
entsprechende Arbeitsunfähigkeiten
ausgestellt
(
Urk.
11/2/11).
Aus d
iversen medizinischen Berichten
geht zudem hervor
, dass der Beschwerdeführer Schwierigkeiten am Arbeitsplatz hatte (
Urk.
11/16/3)
. Schliesslich
bestätigte der Beschwerdeführerin im Rahmen des Erstgesprächs bei der Eingliederungsberatung der
Beschwerdegegnerin
, dass der eigentliche Grund für die Kündigung bei der
Y._
die Krankheit gewesen sei (
Urk.
11/35/3).
Rechtsprechungsgemäss
besteht
bei
einer
zeitlichen Nähe zwi
schen dem Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung und der Auflösung des Arbeitsverhältnisses
regelmässig
kein
hinreichender
Gr
und
, zur Ermittlung des
Valideneinkommens
auf Tabellenlöhne anstatt des tatsächlich erzielten Ver
dienstes abzustellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_699/2010
vom 2
2.
Dezember 2010
E. 3.2).
5.
Nach dem Gesagten ist d
er durch die Beschwerdegegnerin zur Ermittlung der erwerblichen Auswirkungen vorgenommene Einkommensvergleich nicht zu bean
standen
.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und
damit
auf
Fr.
700.--
fest
zusetzen
.