Decision ID: 2c4c42da-8915-4e42-8436-1bb0a1ba7cd8
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X war der Führerausweis der Kategorie B vom 24. April bis 23. September 2006
(fünf Monate) und vom 16. März 2008 bis 15. September 2009 (18 Monate) jeweils
wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand mit einer qualifizierten
Blutalkoholkonzentration entzogen. Mit Verfügung vom 16. Oktober 2008 wurde ihm
der Führerausweis auf unbestimmte Dauer entzogen, weil er am 3. September 2008
trotz Führerausweisentzugs ein Fahrzeug lenkte und dabei in angetrunkenem Zustand
(1.31 Gew.-Promille) einen Unfall verursachte. Der Führerausweis wurde X am 5. Juli
2011 mit Auflagen wiedererteilt.
B.- Am 20. Januar 2012 lenkte X einen Personenwagen mit dem Kennzeichen SG
00000 auf der Autobahn A1 in Richtung Zürich. Um 8.11 Uhr wurde er bei Bertschikon
von einem Radargerät erfasst. Die Messung ergab nach Abzug einer Sicherheitsmarge
von 7 km/h eine Geschwindigkeit von 151 km/h bei einer zulässigen
Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h. Die Kantonspolizei Zürich verzeigte X in der
Folge beim Stadthalteramt Winterthur wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung
von 31 km/h.
Das Strassenverkehrsamt verbot X am 25. April 2012 wegen der
Geschwindigkeitsüberschreitung das Führen von Motorfahrzeugen aller Kategorien
vorsorglich ab sofort. Der dagegen erhobene Rekurs wurde am 25. Juni 2012 als
erledigt abgeschrieben, nachdem das Strassenverkehrsamt den Führerausweis des X
mit Verfügung vom 12. Juni 2012 für immer entzogen und die bestehenden Auflagen
aufgehoben hatte.
C.- Gegen die Verfügung vom 12. Juni 2012 erhob X durch seinen Rechtsvertreter mit
Eingabe vom 28. Juni 2012 und Ergänzung vom 19. September 2012 Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission. Er beantragte die Aufhebung der angefochtenen
Verfügung und die Wiedererteilung der aufschiebenden Wirkung des Rekurses, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge.
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Mit Zwischenverfügung vom 17. Oktober 2012 wies der Abteilungspräsident das
Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung ab.
Die Vorinstanz verzichtete am 2. Oktober 2012 auf eine Vernehmlassung. Auf die
Ausführungen des Rekurrenten zur Begründung seiner Anträge wird, soweit

erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 28. Juni 2012 ist rechtzeitig eingereicht
worden. Zusammen mit der Rekursbegründung vom 19. September 2012 erfüllt er in
formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45,
47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt:
VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Gemäss Art. 16 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG)
wird nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das
Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz (SR 741.03, abgekürzt: OBG)
ausgeschlossen ist, der Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung
ausgesprochen. Das Gesetz unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG),
mittelschweren (Art. 16b SVG) und schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine
leichte Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe
Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden
trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG). Ist die Verletzung der Verkehrsregeln grob und wird
dadurch eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf
genommen, ist die Widerhandlung schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Eine
mittelschwere Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine
Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. a
SVG). Von einer mittelschweren Widerhandlung ist immer dann auszugehen, wenn
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nicht alle privilegierenden Elemente einer leichten und nicht alle qualifizierenden einer
schweren Widerhandlung erfüllt sind (vgl. Botschaft, in: BBl 1999 S. 4487).
3.- In tatsächlicher Hinsicht bestreitet der Rekurrent nicht, am 20. Januar 2012 die
zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn um 31 km/h überschritten zu
haben. Seinen Angaben zufolge geschah dies aus Unachtsamkeit während eines
Überholmanövers. Da das andere Fahrzeug während des Überholvorgangs
beschleunigt habe, habe er nicht sofort bemerkt, dass er zu schnell fahre (act. 14 S. 4
f.). Von diesem Sachverhalt ist auszugehen. Umstritten ist hingegen, ob die Vorinstanz
dem Rekurrenten den Führerausweis zu Recht für immer entzogen hat.
4.- Die Vorinstanz stufte den Vorfall vom 20. Januar 2012 als mittelschwere
Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften im Sinne von Art. 16b Abs. 1
lit. a SVG ein.
a) Das seit dem 1. Januar 2005 gültige Strassenverkehrsrecht definiert den
mittelschweren Fall gleich wie das alte Recht, wobei der Gesetzgeber in Bezug auf
Überschreitungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ausdrücklich auf die vom
Bundesgericht entwickelten Grenzwerte bzw. Kategorien verwiesen hat (Urteile des
Bundesgerichts 6A.81/2006 vom 22. Dezember 2006 E. 4.1 und 1C_83/2008 vom
16. Oktober 2008 mit ausführlicher Begründung). Diese präzisen Regeln zur Beurteilung
von Geschwindigkeitsüberschreitungen wurden vom Bundesgericht aus Gründen der
Rechtsgleichheit aufgestellt. Danach stellt die Überschreitung der zulässigen
Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen um über 35 km/h auch bei günstigen
objektiven und subjektiven Umständen grundsätzlich eine schwere Widerhandlung im
Sinne von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG dar (Urteil des Bundesgerichts 1C_47/2012 vom
17. April 2012). Eine mittelschwere Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 16 Abs. 1
lit. a SVG begeht, wer auf der Autobahn die zulässige Höchstgeschwindigkeit um 31
bis 34 km/h überschreitet. Als leichte Widerhandlung gemäss Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG
gilt schliesslich eine Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit um 26 bis 30 km/h
(vgl. zum Ganzen S. Heimgartner/F. Schönknecht, Administrativmassnahmen bei
Geschwindigkeitsüberschreitungen nach bisherigem und neuem Recht – Eine
Übersicht, in: Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2005, St. Gallen 2005, S. 232 ff.). In
Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist mit der Vorinstanz
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bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 31 km/h auf der Autobahn in objektiver
Hinsicht von einer mittelschweren Widerhandlung auszugehen.
b) Der Rekurrent widerspricht dem nicht. In subjektiver Hinsicht macht er jedoch
geltend, es treffe ihn nur ein geringes Verschulden, weil er die gefahrene
Geschwindigkeit während des Überholvorgangs für einen kurzen Moment nicht
beachtet habe. Er habe sein Fahrzeug über die zulässige Höchstgeschwindigkeit
hinaus beschleunigt, weil das von ihm überholte Fahrzeug zunehmend schneller
gefahren sei und er habe dabei nicht bemerkt, dass er zu schnell unterwegs sei. Sein
Verschulden sei deshalb als sehr gering einzustufen.
Der Rekurrent befand sich während des strittigen Ereignisses auf der Überholspur und
musste sich über die Geschwindigkeit seines Fahrzeugs im Klaren gewesen sein. Denn
ein Überholvorgang wird in aller Regel durch den subjektiven Eindruck ausgelöst, das
andere Fahrzeug bzw. eine ganze Fahrzeugkolonne fahre zu langsam. In einem solchen
Moment muss sich der aufmerksame Fahrzeugführer unter anderem die
Geschwindigkeitsverhältnisse ins Bewusstsein rufen, um zu entscheiden, ob er zum
Überholmanöver ansetzen will oder nicht. Auch wenn dieser Denkprozess in
Bruchteilen von Sekunden und manchmal nahezu unbewusst abläuft, führt er beim
verantwortungsvollen Lenker letztlich zu einem bewussten Entscheid darüber, ob die
zu beachtende Geschwindigkeitsbegrenzung bzw. die allgemeinen
Verkehrsverhältnisse ein Überholmanöver zulassen oder nicht. Die Behauptung des
Rekurrenten, er habe die Geschwindigkeitsüberschreitung nicht bemerkt, überzeugt
auch deshalb nicht, weil er nicht nur geringfügig, sondern immerhin um 31 km/h zu
schnell fuhr. Unerklärlich ist zudem, weshalb er den Überholvorgang nicht abbrach, als
das zu überholende Fahrzeug seinerseits die Geschwindigkeit erhöhte. Er macht nicht
geltend, dass ein Abbruch des Überholmanövers nicht möglich gewesen sei. Die
Beurteilung des Verkehrspsychologen vom 18. März 2011, wonach der Rekurrent eine
gewisse Aufregung und Abwechslung liebe, zu einer erhöhten Risikobereitschaft neige
mit der Tendenz zu Unbekümmertheit und Sorglosigkeit, was bis zu
Selbstüberschätzung führen könne (act. 19/61), erscheint jedenfalls durchaus nicht
abwegig. Aufgrund der früheren Führerausweisentzüge war der Rekurrent klar gewarnt.
Dass er die fragliche Geschwindigkeitsüberschreitung trotzdem beging, lässt sein
Verschulden bereits aus diesem Grund nicht mehr als gering erscheinen. Die
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Vorinstanz hat die Geschwindigkeitsüberschreitung von 31 km/h auf der Autobahn zu
Recht als mittelschwere Widerhandlung im Sinne von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG
qualifiziert. Daran ändert auch nichts, dass der Rekurrent die Grenze zur
mittelschweren Widerhandlung nur ganz knapp – um einen 1 km/h – überschritt. Zu
prüfen bleibt, ob ein Rückfalltatbestand vorliegt.
5.- a) Gemäss Art. 16c Abs. 2 lit. d SVG wird der Führerausweis auf unbestimmte Zeit,
mindestens aber für zwei Jahre entzogen, wenn in den vorangegangenen zehn Jahren
der Ausweis zweimal wegen schwerer Widerhandlungen oder dreimal wegen
mindestens mittelschwerer Widerhandlungen entzogen war; auf diese Massnahme wird
verzichtet, wenn die betroffene Person während mindestens fünf Jahren nach Ablauf
eines Ausweisentzugs keine Widerhandlung, für die eine Administrativmassnahme
ausgesprochen wurde, begangen hat. Wird der Führerausweis nach einem Entzug
gemäss Art. 16c Abs. 2 lit. d SVG wiedererteilt und begeht der Fahrzeuglenker in den
folgenden fünf Jahren eine mittelschwere Widerhandlung, wird der Führerausweis für
immer entzogen (Art. 16b Abs. 2 lit. f SVG). Die fünfjährige Rückfallfrist beginnt nach
dem Ablauf des Führerausweisentzugs zu laufen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
1C_180/2010 vom 22. September 2010 E. 2.2). Art. 16b Abs. 2 lit. f SVG sieht demnach
einen gesetzlichen Automatismus für einen Sicherungsentzug vor. Die fehlende
Fahreignung ergibt sich dabei allein aus dem Umstand, dass sich die betroffene Person
innerhalb der fünfjährigen Rückfallfrist eine mittelschwere Widerhandlung zu Schulden
kommen lässt (R. Schaffhauser, Die neuen Administrativmassnahmen des
Strassenverkehrsgesetzes, in: Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2003, St. Gallen
2003, S. 209, Rz. 90). Weiter gehende Abklärungen verkehrsmedizinischer oder -
psychologischer Art zur Fahreignung wie bei einem Sicherungsentzug nach Art. 16d
SVG (vgl. z.B. Urteil des Bundesgerichts 1C_230/2009 vom 9. März 2010, E. 5) sind
nicht erforderlich. Ein Führerausweisentzug nach Art. 16b Abs. 2 lit. f SVG auf "immer"
dauert mindestens fünf Jahre. Danach hat die zuständige Behörde des
Wohnsitzkantons auf Verlangen eine neue Verfügung zu treffen, wenn glaubhaft
gemacht wird, dass die Voraussetzungen für einen solchen Entzug weggefallen sind
(Art. 23 Abs. 3 SVG; P. Weissenberger, Kommentar Strassenverkehrsgesetz, Zürich/St.
Gallen 2001, Art. 16c N 37).
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b) Dem Rekurrenten wurde der Führerausweis gemäss Art. 16c Abs. 2 lit. d SVG mit
Wirkung ab 3. September 2008 für unbestimmte Zeit, mindestens aber für zwei Jahre
entzogen (act. 19/90 f.). Mit Verfügung vom 5. Juli 2011 wurde der
Führerausweisentzug wieder aufgehoben. Die zu beurteilende
Geschwindigkeitsüberschreitung ereignete sich am 20. Januar 2012, also innerhalb der
fünfjährigen Rückfallfrist. Die Voraussetzungen von Art. 16b Abs. 2 lit. f SVG sind erfüllt,
und der Führerausweis ist für immer zu entziehen.
c) Der Rekurrent macht geltend, entgegen der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
könne die Mindestentzugsdauer gemäss Entscheid der Verwaltungsrekurskommission
vom 19. April 2007 (VRKE IV-2006/174, in: www.gerichte.sg.ch) unterschritten werden.
Dies sei bei ihm angezeigt, denn die früheren Verstösse gegen das
Strassenverkehrsgesetz seien allesamt im Zusammenhang mit seinem Alkoholproblem
erfolgt. Dieses habe er nun gelöst. Seine Abstinenz sei vom Strassenverkehrsamt mit
Schreiben vom 3. November 2012 bestätigt worden. Die
Geschwindigkeitsüberschreitung habe mit diesen alkoholbedingten Vorfällen nichts zu
tun. Sie sei vielmehr die Folge einer Unachtsamkeit und keineswegs vorsätzlich
gewesen.
Es trifft zu, dass die Verwaltungsrekurskommission in einem früheren Entscheid
festhielt, die undifferenzierte Anwendbarkeit derselben Minimaldauer des
Ausweisentzugs für vorsätzlichen oder fahrlässigen Ungehorsam sei sachlich nicht
gerechtfertigt. Sie bezog sich dabei jedoch auf Art. 16c Abs. 1 lit. f SVG, welcher das
Führen eines Motorfahrzeugs trotz Ausweisentzugs – gemeint sind Warnungs-, und
nicht Sicherungsentzüge – sanktioniert, und erwog, eine Besonderheit des Fahrens
trotz Ausweisentzugs innerhalb der in Art. 16c Abs. 1 SVG aufgeführten schweren
Widerhandlungen gegen das SVG könne darin gesehen werden, dass dadurch die
Verkehrssicherheit nicht unmittelbar gefährdet werde. Art. 16c Abs. 1 lit. f SVG
bezwecke, einer früher erlassenen Entzugsverfügung Nachachtung zu verschaffen. Die
Norm sanktioniere also nicht primär die Gefährdung der Verkehrssicherheit, sondern
primär den Ungehorsam gegen eine amtliche Verfügung (vgl. VRKE IV-2006/174,
a.a.O., E.2b/bb). Darum geht es im vorliegenden Fall aber nicht. Zu beurteilen ist in
erster Linie die Gefahr, die der Rekurrent mit der Verletzung der Verkehrsregeln für die
Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen hat. Das Bundesgericht hat
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diese Beurteilung mit einer Schematisierung bereits vorweggenommen (vgl. oben E.
4a). Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen von 31 bis 34 km/h auf Autobahnen ist
demnach der Führerausweis, und zwar selbst bei günstigen Umständen (günstige
Verkehrsverhältnisse und guter automobilistischer Leumund), zu entziehen (BGE 128 II
131 E. 2a). Die schematische Abstufung gilt auch bei einer nur kurzfristigen
Überschreitung während des Überholens (P. Weissenberger, Kommentar zum
Strassenverkehrsgesetz, 2011, N 1 zu Art. 16a SVG). Im Zusammenhang mit
Geschwindigkeitsüberschreitungen weicht das Bundesgericht vom Sanktionsraster nur
dann ab, wenn der Fahrzeugführer – was auf den Rekurrenten indessen nicht zutrifft –
ernsthafte Gründe hatte anzunehmen, er befinde sich nicht mehr im Bereich der
Geschwindigkeitsbeschränkung, oder wenn er durch die unmittelbaren Folgen der
Verkehrsregelverletzung so schwer betroffen ist, dass eine Strafe unangemessen wäre
(vgl. BGE 126 II 196; Urteil des Bundesgerichts 6B_109/2008 vom 13. Juni 2008).
d) Im Übrigen setzt ein Führerausweisentzug nach Art. 16b Abs. 2 lit. f SVG nicht
einschlägige frühere Verkehrsregelverletzungen voraus. Entscheidend ist nur, dass es
innerhalb der fünfjährigen Rückfallfrist zu einer mittelschweren Widerhandlung kommt.
Nicht massgebend ist, welche Verkehrsregel schuldhaft verletzt wurde. Die Absicht des
Gesetzgebers war es, die Verletzung irgendeiner elementaren Verkehrsregel innerhalb
der Rückfallfrist mit dem definitiven Entzug des Führerausweises zu ahnden (BBl 1999
S. 4489). Der Rekurrent kann deshalb aus dem Umstand, dass der Führerausweis in
der Vergangenheit hauptsächlich wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand entzogen
war, nichts zu seinen Gunsten ableiten. Ein Führerausweisentzug nach Art. 16b Abs. 2
lit. f SVG stellt einen Sicherungsentzug dar und lässt demnach keinen Raum für die
Berücksichtigung einer allfälligen Sanktionsempfindlichkeit des fahrungeeigneten
Lenkers (Urteil des Bundesgerichts 6A.77/2003 vom 22. März 2004 E. 2.5.2). Auf den
Einwand des Rekurrenten, wonach er beruflich auf den Führerausweis angewiesen sei,
kann deshalb nicht eingegangen werden.
6.- Da dem Entzug gemäss Art. 16b Abs. 2 lit. f SVG die Bedeutung eines
Sicherungsentzugs zukommt, soll die Massnahme sicherstellen, dass der Rekurrent
zum Schutz der Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer vom Strassenverkehr
ferngehalten wird. Dieser Zweck wäre gefährdet, wenn der Rekurrent während eines
Beschwerdeverfahrens als Motorfahrzeugführer zum Strassenverkehr zugelassen
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würde. Einer allfälligen Beschwerde ist deshalb die vom Gesetz vorgesehene
aufschiebende Wirkung zu entziehen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 51 VRP).
7.- Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz dem Rekurrenten den
Führerausweis zur Recht nach Art. 16b Abs. 2 lit. f SVG für immer entzogen hat. Der
Rekurs ist folglich abzuweisen. Diesem Verfahrensausgang entsprechend sind die
amtlichen Kosten dem Rekurrenten aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 1'700.-- – worunter die Kosten der Verfügung zur
aufschiebenden Wirkung vom 17. Oktober 2012 von Fr. 200.-- – erscheint angemessen
(vgl. Art. 7 Ziff. 111 und 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- ist anzurechnen.