Decision ID: 04a0ac76-f390-41f7-9537-5e7a85a2fe8d
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 19. August 2003 wegen seit 1995 bestehenden
Rückenschmerzen bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (IV-act. 6).
A.b Am 13. Februar 2003 hatte Prof. Dr. med. B._, Arzt Neurochirurgie am
Kantonsspital St. Gallen, eine therapieresistente Lumboischialgie rechts diagnostiziert.
Für das lumboradikuläre Schmerzsyndrom L4 und L5 lasse sich kein radiologisches
Korrelat finden (IV-act. 10-9 f.). Vom 14. bis 29. Mai 2003 hatte sich der Versicherte in
der Klinik Valens aufgehalten. Es war ein lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei
mehrsegmentaler Diskushernie und Osteochondrose L4/L5, L5/S1 und möglicher
Nervenwurzelirritation S1 rechts diagnostiziert worden. Im Befund war eine massive
muskuläre Dysbalance und Dekonditionierung festgestellt worden. Eine multimodale
Therapie war wegen Selbstlimitierung abgebrochen worden (IV-act. 10-11 f.).
A.c Dr. med. C._, Allgemeine Medizin FMH, bezeichnete im Arztbericht vom
1. September 2003 den Gesundheitszustand als zurzeit stationär. Als Maurer und in
schweren körperlichen Arbeiten sei der Versicherte nicht mehr arbeitsfähig.
Rückenschonende, teils sitzende, teils stehende Tätigkeiten sollten halbtags möglich
sein. Die Leistungsfähigkeit könne er nicht einschätzen bzw. bestehe eine volle
Leistungsfähigkeit halbtags bei entsprechend adaptierter Tätigkeit (IV-act. 10-1 ff.).
A.d Der von der IV-Stelle beauftragte Berufsberater schloss den Fall am
12./15. Dezember 2003 mit einem Antrag auf Rentenprüfung ab. Das jährliche
zumutbare Invalideneinkommen betrage bei 50 %iger Arbeitsunfähigkeit und einem
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25 %igem Tabellenlohnabzug Fr. 21‘696.--, das Valideneinkommen Fr. 78‘000.-- (IV-
act. 19).
A.e Mit Verfügung vom 10. Juni 2004 sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab 1.
Dezember 2003 aufgrund eines Invaliditätsgrades von 72 % eine ganze Rente zu (IV-
act. 32).
A.f Am 20. März 2006 gab der Versicherte im Fragebogen für Revision an, sein
Gesundheitszustand sei gleich geblieben (IV-act. 33). Dr. med. D._, Facharzt FMH für
Innere Medizin und Praxisnachfolger von Dr. C._, erwähnte im Verlaufsbericht vom
3. April 2006, der Gesundheitszustand sei stationär. Klinisch seien keine neuen
Aspekte / Befunde vorhanden. In einer rückengerechten oder positionswechselnden
Tätigkeit wäre eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit durchaus möglich (IV-act. 36).
A.g Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte durch das Zentrum für
Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG (AEH) bidisziplinär (rheumatologisch/
psychiatrisch) begutachtet (Gutachten vom 12. Juli 2007, IV-act. 50). Die schwere
Tätigkeit als Hilfsmaurer sei nicht mehr zumutbar. Im Minimum sehr leichte, vorwiegend
sitzende Arbeiten mit Wechselposition seien ganztägig ohne spezielle Einschränkungen
zumutbar. Dabei resultiere einerseits aufgrund der psychiatrischen Beeinträchtigung
(Schmerzverarbeitungsstörung) und andererseits wegen der notwendigen Kurzpausen
eine Leistungsminderung von 30 % (IV-act. 50-6). Auf entsprechende Nachfrage
führten die Gutachter am 27. Februar 2008 aus, insgesamt könne aus bidisziplinärer
Sicht von einem in etwa stabilen Verlauf seit 2003 ausgegangen werden. Im Rahmen
des Zumutbarkeitsprofils und unter Beachtung einer Leistungsminderung von 30 % sei
es dem Versicherten zumutbar, die Schmerzen zu überwinden und trotz der
aufgeführten Einschränkungen zu arbeiten (IV-act. 55).
A.h Da kein medizinischer Revisionsgrund gegeben war, teilte IV-Stelle dem
Versicherten am 9. April 2008 mit, es bestehe weiterhin Anspruch auf die bisherige
Invalidenrente (Invaliditätsgrad 72 %; IV-act. 59, 62).
A.i Der Versicherte vermerkte im Fragebogen für die Revision am 22. März 2010
wiederum einen unveränderten Gesundheitszustand (IV-act. 64). Dies bestätigte der
Hausarzt Dr. D._ am 12. April 2010 (IV-act. 67).
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A.j Ein polydisziplinäres (internistisch/rheumatologisch/psychiatrisches) Gutachten
des
ärztlichen Begutachtungsinstituts GmbH Basel (ABI) vom 28. Dezember 2011 kam zum
Schluss, aufgrund der objektivierbaren rheumatologischen Befunde seien dem
Versicherten überwiegend schwere Tätigkeiten nicht mehr zumutbar. Die zuletzt
ausgeübte Tätigkeit als Kundenmaurer sei seit Dezember 2002 in einem 50 %igen
Pensum zumutbar. Für körperlich mittelschwere bis gelegentlich schwere,
wechselbelastende Tätigkeiten bestehe eine 100 %ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit.
Es bestünden keine Hinweise, dass solche Tätigkeiten je längerfristig relevant
eingeschränkt möglich gewesen seien, mit Sicherheit bestehe dieses Leistungsprofil
seit November 2011. Der Gesundheitszustand sei seit dem Referenzzeitpunkt im
September 2003 unverändert (IV-act. 79-2, 16 f.).
A.k Mit Vorbescheid vom 16. August 2012 wurde dem Versicherten die
wiedererwägungsweise Aufhebung der rentenzusprechenden Verfügung vom 10. Juni
2004 in Aussicht gestellt (IV-act. 85). Mit Einwand vom 21. September 2012 machte der
Versicherte geltend, die rheumatologische Abklärung sei derart knapp bzw.
ungenügend erfolgt, dass die Einschätzung unhaltbar sei (IV-act. 89). Auf Rückfragen
der IV-Stelle vom 12. Oktober 2012 (IV-act. 91) hielt die ABI an ihrer Einschätzung fest
(IV-act. 96). Mit Schreiben vom 2. Mai 2013 (IV-act. 111-1 ff.) ergänzte der Versicherte
den Einwand. Nach Vorlage an den RAD (IV-act. 112) verfügte die IV-Stelle am 24. Juni
2013 (IV-act. 113), dass die Verfügung vom 10. Juni 2004 wiedererwägungsweise
aufgehoben und die Rente auf Ende des auf die Zustellung der Verfügung folgenden
Monats eingestellt werde.
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 24. Juni 2013 liess A._, vertreten durch
Rechtsanwalt D. Ehrenzeller, mit Eingabe vom 22. August 2013 Beschwerde erheben.
Er beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
aufzuheben und es sei ihm die bisherige Rente weiterhin (auch über den 1. August
2013 hinaus) auszurichten. Er macht im Wesentlichen geltend, ein medizinischer
Revisionsgrund sei nicht gegeben. Weiter sei die Verfügung vom 10. Juni 2004 nicht
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zweifellos unrichtig gewesen und dürfe daher nicht in Wiedererwägung gezogen
werden. Sie beruhe auf umfassenden Abklärungen durch den damaligen Hausarzt
Dr. C._ und die von der Beschwerdegegnerin angerufene Fehlerhaftigkeit hätte, wenn
vorhanden, bereits im Jahre 2008 zur Wiedererwägung führen müssen. Auf das ABI-
Gutachten sei nicht abzustellen, und es liege eine andere Einschätzung eines im
Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts vor (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 16. September 2013 schliesst die
Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Sie bringt im Wesentlichen vor,
die Verfügung vom 10. Juni 2004 hätte nicht auf den Arztbericht von Dr. C._, der
dem Beschwerdeführer eine Arbeitsfähigkeit von 50 % für adaptierte Tätigkeiten
bescheinigte, abgestützt werden dürfen. Vielmehr hätten vor deren Erlass zwingend
weitere medizinische Abklärungen durchgeführt werden müssen. Diese Verfügung sei
daher zweifellos unrichtig. Auf das ABI-Gutachten sei abzustellen (act. G 4).
B.c Mit Entscheid vom 3. Oktober 2013 bewilligte die Verfahrensleitung dem
Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von Gerichtskosten und
unentgelliche Rechtsverbeiständung; act. G 6).
B.d In seiner Replik vom 19. November 2013 führt der Beschwerdeführer im
Wesentlichen aus, es bestehe Einigkeit, dass keine wesentliche Änderung der
tatsächlichen Verhältnisse eingetreten sei, die eine revisionsweise Einstellung der
Rente rechtfertigen würde. Auch das AEH sei im Gutachten vom 12. Juli 2007 zum
Ergebnis gelangt, es liege in einer adaptierten Tätigkeit maximal eine Arbeitsfähigkeit
von 70 % vor. Diese umfassend abgeklärte Beurteilung sei an die Stelle derjenigen von
Dr. C._ getreten bzw. habe diese im Nachhinein „geheilt“. Eine materielle
Unrichtigkeit der Verfügung vom 10. Juni 2004 liege damit nicht vor. Die Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit durch das ABI sei nicht nachvollziehbar. Die Untersuchung am ABI
sei zu wenig sorgfältig und ausführlich erfolgt. Mit der Frage, ob gestützt auf das
Gutachten des AEH statt von einer 50 %igen von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit
auszugehen sei, müsste sich vorerst die Beschwerdegegnerin auseinandersetzen
(act. G 10).
B.e Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 12).
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Erwägungen
1.
1.1 Die Beschwerdegegnerin begründet die Aufhebung der Verfügung vom 10. Juni
2004 damit, dass der medizinische Sachverhalt vor ihrem Erlass nicht ausreichend
abgeklärt worden sei. Sie macht hingegen nicht eine Verbesserung des
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers und damit einen Revisionsgrund im
Sinne von Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) geltend.
1.2 Gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger auf formell
rechtskräftige Verfügungen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese
zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Die
erstgenannte Voraussetzung meint, dass kein vernünftiger Zweifel an der (von Beginn
weg bestehenden) Unrichtigkeit der Verfügung möglich, also einzig dieser Schluss
denkbar ist. Das Erfordernis ist in der Regel erfüllt, wenn eine Leistungszusprache
unvertretbar ist, weil sie aufgrund falscher oder unzutreffend verstandener
Rechtsregeln erfolgt ist oder weil massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig
angewandt wurden. Zweifellos unrichtig ist die Verfügung auch, wenn ihr ein
unhaltbarer Sachverhalt zugrunde gelegt wurde, insbesondere wenn eine klare
Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes zu einem unvollständigen Sachverhalt
führte. Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller
Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Beurteilung notwendigerweise Ermessenszüge
aufweist. Erscheint die Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststellung solcher
Anspruchsvoraussetzungen (Invaliditätsbemessung, Arbeitsunfähigkeitsschätzung,
Beweiswürdigung, Zumutbarkeitsfragen) vor dem Hintergrund der Sach- und
Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung
darboten, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus (BGE 138
V 328 E. 3.3, Urteile des Bundesgerichts vom 19. Dezember 2014, 9C_146/2014, E.
4.3, mit weiteren Verweisen, und vom 29. November 2014, 8C_736/2014, E. 2.1, mit
weiteren Verweisen, und vom 14. April 2009, 9C_1014/2008, E. 3.2.2).
2.
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2.1 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a); in
diesem Sinn trifft die Verwaltung grundsätzlich auch die Beweisführungslast.
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a).
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen).
2.3 In Anbetracht der sich mit Bezug auf Schmerzen naturgemäss ergebenden
Beweisschwierigkeiten geht die Praxis davon aus, dass die subjektiven
Schmerzangaben der versicherten Person für die Begründung einer (teilweisen)
Arbeitsunfähigkeit allein nicht genügen; vielmehr muss im Rahmen der
sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung verlangt werden, dass die
Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare
Befunde hinreichend erklärbar sind. Die Schmerzangaben müssen also zuverlässiger
medizinischer Feststellung und Überprüfung zugänglich sein (BGE 130 V 399 E. 5.3.2
mit weiteren Verweisen). Sodann ist fachärztlich (durch einen Psychiater) zu beurteilen,
ob Ressourcen vorhanden sind, mit welchen sich die Beschwerden überwinden lassen
(Urteile des Bundesgerichts vom 27. Oktober 2010, 8C_420/2010 E. 4.3 und vom 26.
März 2014, 9C_620/2013, E. 4.2).
3.
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Umstritten ist, ob die ursprüngliche Rentenverfügung vom 10. Juni 2004 auf
offensichtlich ungenügenden medizinischen Abklärungen beruht.
3.1 Prof. Dr. med. B._, Arzt der Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital
St. Gallen, berichtete am 13. Februar 2003, der Beschwerdeführer zeige ein
lumboradikuläres Schmerzsyndrom L4 und L5 rechts. Ein radiologisches Korrelat lasse
sich für diese Schmerzen nicht finden; dabei lag Prof. Dr. B._ das MRI vom 7. Januar
2003 vor (IV-act. 10-9 f.). Die behandelnden Ärzte der Klinik Valens hielten am 20. März
2003 ebenfalls fest, der Beschwerdeführer leide an einem chronischen
lumbospondylogenen Syndrom. Klinisch seien aktuell keine Hinweise auf eine
lumboradikuläre Reizung zu erheben, obwohl in dem im Januar 2003 durchgeführten
MR eine mögliche Nervenwurzelirritation der S1-Wurzel bestehe. Es bestünden
mehrsegmentäre strukturelle Veränderungen im Sinne von Osteochondrosen und
Diskushernien ohne Nervenwurzelkompression. Zusätzlich habe der Beschwerdeführer
einen deutlichen Hinweis einer Selbstlimitierung im Schmerzverhalten gezeigt (IV-
act. 10-5 f.). Während des Klinikaufenthalts wurden Belastbarkeitstests durchgeführt,
wobei im Wesentlichen vermerkt wurde, dass sich der Beschwerdeführer nicht in der
Lage bzw. bereit gezeigt habe, die Aufgaben aussagekräftig auszuführen (IV-
act. 10-15 f.). Im Austrittsbericht vom 18. Juni 2003 vermerkten die Ärzte, dass sich der
Beschwerdeführer meist selbstlimitierend gezeigt habe, so dass durch die Therapien
keine Verbesserungen zu erzielen gewesen seien. Gemeinsam habe man sich für den
vorzeitigen Austritt entschieden. Es wurde eine Arbeitsfähigkeit von 0 % vom 14. Mai
2003 bis 31. Mai 2003, mithin einzig für die Dauer des Klinikaufenthaltes, attestiert (IV-
act. 10-11 f.). Im Arztbericht vom 1. September 2003 hielt Dr. C._ fest, als Maurer
und in körperlich schweren Tätigkeiten sei der Beschwerdeführer nicht mehr
arbeitsfähig. In rückenschonenden Arbeiten, teils sitzend, teils stehend, wäre eine
Besserung bzw. Erhöhung der Arbeitsfähigkeit wahrscheinlich bzw. möglich; es sollte
eine Umschulung auf eine entsprechende Tätigkeit erfolgen. Eine rückenschonende
Arbeit sollte halbtags möglich sein. Ob dabei eine verminderte Leistungsfähigkeit
bestehe, müsste zuerst ausprobiert werden. Der Beschwerdeführer sei halbtags mit
voller Leistung bei entsprechend adaptierter Arbeit arbeitsfähig (IV-act. 10-1 ff.).
Gestützt auf diese medizinischen Unterlagen ging die IV-Stelle von einer 50%igen
Arbeitsfähigkeit aus (IV-act. 21).
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3.2 Die Beschwerdegegnerin macht geltend, Dr. C._ habe in seinem Arztbericht
vom 1. September 2003 seine Arbeitsfähigkeitseinschätzung nicht nachvollziehbar
begründet. Zudem sei er als Allgemeinmediziner nicht fachärztlich kompetent gewesen,
die Arbeitsfähigkeit festzulegen. Weiter habe er vor allem auf Angaben des
Beschwerdeführers abgestellt, was invalidenversicherungsrechtlich unzulässig sei. Die
Arbeitsfähigkeit sei vielmehr aufgrund von objektiven Befunden zu bestimmen. Sodann
sei der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte aufgrund
ihrer auftragsrechtlichen Stellung zugunsten ihrer Patienten aussagen. Bei der
ursprünglichen Abklärung sei zudem übersehen worden, dass die Klinik Valens dem
Beschwerdeführer nur für die Dauer seines Aufenthalts eine Arbeitsunfähigkeit attestiert
hatte. Es hätten demnach zwingend weitere medizinische Abklärungen erfolgen
müssen. Ihre Verfügung vom 10. Juni 2004 sei demnach zweifellos unrichtig (IV-
act. 113-2; act. G 4 S. 3 ff.). Der Beschwerdeführer bestreitet dies. Dr. C._ hätten
Berichte der Klinik Valens und des Kantonsspitals St. Gallen vorgelegen, weshalb sich
die Beschwerdegegnerin nicht auf seine fehlende fachärztliche Kompetenz berufen
könne. Schon damals seien relevante Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit bzw.
objektivierbare Befunde vorhanden gewesen, welche die Beschwerden - wenn auch
möglicherweise nicht im gesamten Ausmass - zu erklären vermochten. Die Annahme
einer 50 %igen Arbeitsunfähigkeit in einer Verweistätigkeit habe Dr. C._ abgeklärt
und begründet. Seine Einschätzung habe nicht zweifellos gegen medizinische Fakten
verstossen. Einwände gegen seine Beurteilung als Hausarzt hätte die
Beschwerdegegnerin damals erheben sollen. Von einer Wiedererwägung sei bereits im
Jahre 2008 abgesehen worden; bereits damals hätte erkannt werden müssen, dass die
ursprüngliche Verfügung unrichtig sein soll. Die AEH habe den Beschwerdeführer im
Jahre 2007 in einer zweitägigen Begutachtung abgeklärt. Sie habe festgestellt, dass
sich die medizinische Sachlage seit 2003 nicht wesentlich (im Sinne einer
Verbesserung) verändert habe und eine adaptierte Tätigkeit zu 70 % als zumutbar
erachtet. Selbst wenn die Abklärung im Jahre 2003 ungenügend gewesen wäre, wäre
dieser Mangel durch das Gutachten der AEH korrigiert worden. Die (trotz der höheren
Arbeitsfähigkeit erfolgte) Bestätigung der Rente habe eine verstärkte Rechtssicherheit
geschaffen. Auch seit der Begutachtung im Jahre 2008 - das korrekterweise als
Referenzzeitpunkt zu betrachten sei - habe sich der medizinische Zustand nicht
verändert, sodass lediglich eine andere Einschätzung eines im Wesentlichen gleich
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gebliebenen Sachverhalts zur Diskussion stehe (act. G 1 S. 3 ff.; act. G 10 S. 2 ff., 7;
vgl. auch IV-act. 11-2 ff. und IV-act. 89-2 f.).
3.3 Nach der anzuwendenden Rechtsprechung (E. 1.2; Urteil des Bundesgerichts
vom 19. Dezember 2014, 9C_146/2014, E. 4.3) ist für die Frage, ob eine Verfügung in
Wiedererwägung zu ziehen sei, massgebend, ob sie zum Zeitpunkt ihres Erlasses unter
den damals geltenden Masstäben vertretbar war. In den Berichten des Kantonsspitals
(IV-act. 10-9 f.) und der Klinik Valens (IV-act. 10-5 ff.; IV-act. 10-11 ff.) finden sich keine
Schätzungen der Arbeitsfähigkeit. Dr. C._ konnte sich somit zwar auf fachärztliche
Befunde und Diagnosen, nicht aber auf eine fachärztliche Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit stützen. Er bezeichnete eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in adaptierten
Tätigkeiten denn auch als „möglich“ bzw. „wahrscheinlich“ und liess eine Beurteilung
der Leistungsfähigkeit ausdrücklich offen (IV-act. 10-3 f.). Seine Schätzung war somit
nicht abschliessend. Weiter hatte Prof. Dr. B._ festgehalten, ein radiologisches
Korrelat für die angegebenen Schmerzen sei nicht zu finden, und die Ärzte der Klinik
Valens hatten berichtet, der Beschwerdeführer habe sich selbstlimitierend gezeigt. Aus
diesen Gründen war der medizinische Sachverhalt offensichtlich unzureichend
abgeklärt, als mit Verfügung vom 10. Juni 2004 eine ganze Rente zugesprochen wurde,
und die ihr zugrundeliegende Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit erscheint auch aus
damaliger Sicht unvertretbar, zumal nicht erkennbar ist, dass und inwiefern der RAD
die medizinischen Akten effektiv gewürdigt hätte (vgl. IV-act. 21 und 22).
3.4 Einer Wiedererwägung der ursprünglichen Verfügung steht sodann weder
entgegen, dass mit dem späteren Gutachten der AEH vom 12. Juli 2007 der
medizinische Sachverhalt weiter abgeklärt wurde, noch dass sie daraufhin am 9. April
2008 (IV-act. 62) bestätigt wurde. Dies ergibt sich aus der Massgeblichkeit der
Verhältnisse im Zeitpunkt des Erlasses der ursprünglichen Verfügung. Hierzu hat das
Bundesgericht in einem ähnlich gelagerten Fall festgehalten, die zweifellose
Unrichtigkeit der ursprünglichen Verfügung ergebe sich aus den ursprünglich
(fehlenden) medizinischen Unterlagen (Urteil vom 19. Dezember 2014, 9C_146/2014,
E. 4.4). Von einer den Mangel behebenden Wirkung der Begutachtung durch die AEH
kann schon deshalb nicht ausgegangen werden, weil die ursprüngliche Verfügung in
Kenntnis des AEH-Gutachtens bestätigt und somit ihr Mangel nicht behoben, sondern
weitergeführt wurde. Sodann führt die - selbst mehrmalige - revisionsweise
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Bestätigung einer Rente nicht dazu, dass erhöhte Anforderungen an die zweifellose
Unrichtigkeit zu stellen wären (Urteil des Bundesgerichts vom 2. Juli 2007,
9C_215/2007, E. 3.2 mit weiteren Hinweisen). Das Bundesgericht begründet diese
Rechtsprechung damit, dass eine Wiedererwägung unabhängig vom Vorliegen der
Voraussetzungen für eine Revision zulässig sei (BGE 105 V 30 E. 1c). Dazu kommt,
dass eine Wiedererwägung auch mehr als 10 Jahre nach Verfügungserlass noch in
Betracht gezogen werden kann (BGE 140 V 514 ff.). Schliesslich kann der
Beschwerdegegnerin die Bestätigung der ursprünglichen Verfügung auch deshalb nicht
entgegengehalten werden, weil der RAD Vorbehalte gegenüber dem AEH-Gutachten
geäussert hatte, eine Klärung durch Rückfrage mangels Relevanz damals aber
unterlassen wurde (IV-act. 51, Stellungnahme vom 28. September 2007).
3.5 Eine erhebliche Bedeutung der Unrichtigkeit ist bei Dauerleistungen in der Regel
gegeben (BGE 140 V 87 E. 4.4). Damit sind die Voraussetzungen für die
wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom 10. Juni 2004 erfüllt.
4.
4.1 Zu beurteilen bleibt, ob der medizinische Sachverhalt eine rechtsgenügliche
Beurteilung des Gesundheitszustands für den Rentenanspruch ex nunc im Sinn der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts vom 2. Juli 2007,
9C_215/2007, E. 6.1 mit Hinweis) erlaubt. Die angefochtene Verfügung stützt sich auf
das ABI-Gutachten vom 28. Dezember 2011 (IV-act. 79), weshalb zu prüfen ist, ob auf
dieses abgestellt werden kann.
4.2 Der RAD erachtete das Gutachten als beweistauglich. Es sei in Kenntnis und
unter Berücksichtigung aller Akten sowie nach persönlicher Befragung und
Untersuchung des Beschwerdeführers erstellt worden. Es sei in sich widerspruchsfrei,
die medizinischen Schlussfolgerungen seien medizinisch plausibel nachvollziehbar. Auf
das Gutachten könne für die medizinisch-theoretische Beurteilung des
Gesundheitsschadens und der medizinisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit voll abgestellt
werden (IV-act. 81; Stellungnahme vom 14. Februar 2012).
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4.3 Der Beschwerdeführer bringt vor, die Untersuchungen durch das ABI seien
oberflächlich erfolgt. Insbesondere habe die rheumatologische Untersuchung lediglich
zehn bis 15 Minuten gedauert. Anamnestische Angaben seien unzulänglich erhoben
bzw. den Akten entnommen und nicht erfragt worden. Es seien lediglich konventionelle
Röntgenbilder, nicht aber ein MRI, welches zur Abklärung seiner Beschwerden
erforderlich gewesen wäre, angefertigt worden. Das Gutachten genüge den rechtlichen
Anforderungen nicht und sei daher nicht verwertbar (IV-act. 89-4 ff.; act. G 10 S. 2; IV-
act. 111-1, 4 und IV-act. 89-4 f.). Die Einschätzung, er sei in der bisherigen Tätigkeit zu
50 % arbeitsfähig, sei nicht nachvollziehbar (act. G 10 S. 6 f.).
4.4 Zur Dauer der Untersuchungen nahmen die begutachtende Rheumatologin und
die ärztliche Leiterin des ABI am 15. November 2012 Stellung (IV-act. 96). Wie im
Gutachten dokumentiert, hätten ausführliche internistische, rheumatologische und
neurologische Untersuchungen stattgefunden. Die internistische Untersuchung habe
mindestens eine Viertelstunde und die neurologische und rheumatologische
Untersuchung hätten etwa 20 Minuten beansprucht. Neben dieser insgesamt
mindestens eine halbe Stunde dauernden Untersuchung seien die Anamnesen erhoben
und die eigene Zukunftsvorstellung des Beschwerdeführers erfragt worden. Dies alles
sei in einer Viertelstunde nicht möglich. Bei völlig unauffälligem neurologischem Status
habe keine Veranlassung für eine Kernspintomographie bestanden. Der RAD hielt dazu
im Wesentlichen fest, die dokumentierten Befunde sprächen für ausführliche
körperliche Untersuchungen. Da die Angaben des Beschwerdeführers notiert worden
seien, sei nicht davon auszugehen und auch nicht üblich, dass Untersuchung und
Anamneseerhebung gleichzeitig stattgefunden hätten. Die Zeitangaben seien
zusammenzuzählen und nicht voneinander zu subtrahieren, woraus eine gesamte
Untersuchungsdauer von rund einer Stunde resultiere (IV-act. 112-2; Stellungnahme
vom 21. Juni 2013). Dass die körperliche Untersuchung und die Anamneseerhebung
nicht gleichzeitig erfolgen konnten, erscheint plausibel, zumal beide Aufgaben seitens
des Beschwerdeführers Antworten und seitens der untersuchenden Person
fortlaufende Fragen und Aufzeichnungen erfordern. Auch wenn eine
Untersuchungsdauer von gut einer Stunde für eine polydisziplinäre Begutachtung wohl
knapp bemessen sein dürfte, lässt sich nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
allein daraus noch kein erheblicher Mangel am ABI-Gutachten begründen.
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4.5 Was die Durchführung einer weiteren MRI-Untersuchung anbelangt, ist es
grundsätzlich der Gutachterperson überlassen, über Art und Umfang der aufgrund der
konkreten Fragestellung erforderlichen Untersuchungen zu befinden. Aufgabe des
Versicherers und des Sozialversicherungsgerichts ist es alsdann, das Gutachten bei
der Beweiswürdigung u.a. darauf zu prüfen, ob es für die streitigen Belange umfassend
ist und auf allseitigen Untersuchungen beruht (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; Urteile des
Bundesgerichts vom 24. Juli 2014, 8C_450/2014, E. 4.2 und vom 23. Mai 2014,
8C_96/2014, E. 4.3). Der RAD befand hierzu, eine Indikation für eine
Kernspintomographie bestehe nur bei Verdacht auf neurokompressiv wirksame
Diskushernien, welcher nicht vorgelegen habe. Es sei zudem wissenschaftlich
anerkannt, dass bildgebend festgestellte Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule
per se noch keinen Krankheitswert besässen (IV-act. 112-2; Stellungnahme vom
21. Juni 2013). Der begutachtenden Rheumatologin hat der Bericht über das MRI vom
7. Januar 2003 vorgelegen (IV-act. 111-5; IV-act. 79-13). Darin wird unter anderem eine
kleinvolumige Diskushernie L5/S1 mit Kontakt zur Nervenwurzel S1 ohne Verlagerung
erwähnt. Die begutachtende Rheumatologin stellte weder bei der HWS- noch bei der
LWS-Funktionsprüfung eine Provokation einer radikulären oder pseudoradikulären
Symptomatik fest. Sie fand einzig eine leichte Wirbelsäulenfehlstatik mit einem
Reizzustand der interspinösen Bandverbindungen L4-S1 und iliolumbal beidseits,
hingegen keine Reflexausfälle oder Abschwächung der Kennmuskeln (IV-act. 79-13).
Insoweit dürfte der Verzicht auf eine MRI-Untersuchung nicht zu beanstanden sein, wie
die RAD-Ärzte in der Beurteilung vom 21. Juni 2013 festhalten (IV-act. 112-2).
4.6 Die Gutachter kamen zum Schluss, aufgrund der objektivierbaren
rheumatologischen Befunde seien dem Beschwerdeführer überwiegend schwere
Tätigkeiten nicht mehr zumutbar. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit eines Hilfsmaurers in
einem Zweimannbetrieb liege im Grenzbereich der körperlichen Belastbarkeit und sei in
einem 50 %-Pensum zumutbar. Für mittelschwere bis gelegentlich schwere,
wechselbelastende Tätigkeiten sei der Beschwerdeführer zu 100 % arbeits- und
leistungsfähig und seit Dezember 2002 nie längerfristig eingeschränkt gewesen (IV-
act. 79-14, 16). Ob die zuletzt ausgeführte Tätigkeit als Hilfsmaurer tatsächlich im
Grenzbereich der körperlichen Belastbarkeit gelegen hat und noch zu 50% zumutbar
wäre, mag mit Blick auf die dokumentierten Wirbelsäulenveränderungen und die in den
Akten liegenden anderslautenden Beurteilungen fraglich sein, ist aber im vorliegenden
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Fall nicht von entscheidender Bedeutung. Wesentlich ist hier allein die attestierte
Arbeitsfähigkeit von 100% in einer angepassten Tätigkeit. Im Vergleich zum AEH-
Gutachten ist zu bemerken, dass dieses dem Beschwerdeführer in somatischer
Hinsicht für sehr leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeiten eine uneingeschränkte
ganztägige Arbeitsfähigkeit attestierte (IV-act. 50-6). Interdisziplinär wurde aufgrund der
psychiatrischen Beeinträchtigung (Schmerzverarbeitungsstörung) und wegen
notwendiger Kurzpausen eine Leistungsminderung von 30 % angenommen (IV-
act. 50-6), welche, wie auch der RAD feststellte, nicht hinreichend begründet wurde
(IV-act. 51). Das psychiatrische Teilgutachten des ABI hält zum AEH-Gutachten fest,
rückwirkend könne aufgrund einer damals gutachterlich diagnostizierten
Symptomausweitung ohne deutliche psychische Komorbidität keine Arbeitsunfähigkeit
bestätigt werden (IV-act. 79-11). Die rheumatologische Gutachterin des ABI führt zum
AEH-Gutachten aus, die damalige und die aktuelle Untersuchung hätten lediglich
leichte degenerative Veränderungen im Lumbalbereich ohne sensomotorische Defizite
oder Reflexausfälle gezeigt. Diese würden keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
rechtfertigen (IV-act. 79-14 f.). Insgesamt wird die damals angenommene
Einschränkung schlüssig und nachvollziehbar als nicht ausreichend begründet
beurteilt.
4.7 Insgesamt beruht das Gutachten des ABI vom 28. Dezember 2011 nach dem
Gesagten auf den massgeblichen Akten und auf ausreichenden Untersuchungen. Es
berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geschilderten gesundheitlichen
Einschränkungen und ist in sich widerspruchsfrei, schlüssig und nachvollziehbar. Es ist
daher grundsätzlich darauf abzustellen und von einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers in rückenadaptierten Tätigkeiten auszugehen.
4.8 Der vom Beschwerdeführer nachträglich ins Recht gelegte Bericht über das MR
LWS und ISG vom 25. September 2012 (IV-act. 111-6) vermag daran nichts zu ändern.
Der RAD hält in der Stellungnahme vom 21. Juni 2013 nachvollziehbar fest, dass auch
darin keine neurokompressiv wirksame Diskushernie beschrieben werde. Es seien
darüber hinaus allein die in der klinischen Untersuchung objektivierbaren
Funktionseinschränkungen für die Beurteilung der medizinisch-theoretischen
Arbeitsfähigkeit massgebend (IV-act. 112-2). Dass sich in dieser Hinsicht seit der
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Begutachtung eine Änderung ergeben hätte, geht aus den Akten nicht hervor. Damit
bleibt es bei der Einschätzung des ABI-Gutachtens.
5.
Nachdem es um die Wiedererwägung der ursprünglichen Rentenverfügung geht, kann
auf die damaligen Einkommensverhältnisse abgestellt werden. Es ist nämlich nicht
anzunehmen, dass sich die mutmasslichen Einkommen unterschiedlich entwickelt
hätten. Das Valideneinkommen betrug per 2003 Fr. 78‘000.-- (13 x Fr. 6‘000.--;
act. 14-2). Das Invalideneinkommen ist ausgehend vom durchschnittlichen
Tabellenlohn mit Anforderungsniveau 4, Männer, auf Fr. 57‘745.-- (Lohnentwicklung, IV,
Gesetze und Verordnungen, Ausgabe 2006, Anhang 2) festzusetzen. Da der
Beschwerdeführer vollzeitlich und selbst für gelegentlich schwerere Tätigkeiten
arbeitsfähig ist, inzwischen aber aufgrund des Rentenbezugs seit langem vom
Arbeitsmarkt und seinen Anforderungen entfernt war, rechtfertigt sich ein
Tabellenlohnabzug von höchstens 10 %. Daraus ergibt sich ein Invaliditätsgrad von
33 % (Fr. 78‘000.-- - [0,9 x Fr. 57‘745.--] : Fr. 78‘000.-- x 100). Damit entfällt in jedem
Fall ein Rentenanspruch.
6.
6.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem unterliegenden
Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten vollumfänglich aufzuerlegen. Zufolge
unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu befreien.
6.3 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
bis
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Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Kostennote
eingereicht. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf
vergleichbare Fälle eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3‘500.-- angemessen.
Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70).
Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers pauschal mit
Fr. 2‘800.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
6.4 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).