Decision ID: 5fbee62a-2df7-5ea6-9a37-62dddeec8eff
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X besitzt den Führerausweis seit 30. Juni 2010. Am 1. März 2011 wurde er um
15.55 Uhr als Lenker eines Personenwagens auf der A-Strasse in B polizeilich
kontrolliert. Da ein Drogenschnelltest hinsichtlich Cannabis belastend verlief, wurde
ihm der Führerausweis auf der Stelle abgenommen. X gab an, er konsumiere
Marihuana seit er 13 Jahre alt sei. Er rauche jede Woche einmal einen Joint. Die
Analyse der anschliessend abgenommenen Blutprobe ergab einen
Tetrahydrocannabinol(THC)-Gehalt von 7,6 μg/l, einen THC-Carbonsäure-Gehalt von
55 μg/l und einen Gehalt des Cocain-Abbauproduktes Benzoylecgonin von ca. 240 μg/
l.
B.- Am 10. Mai 2011 leitete das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St.
Gallen gegenüber X ein Verfahren zur Abklärung der Fahreignung ein und entzog ihm
den Führerausweis vorsorglich. Einen gegen den vorsorglichen Führerausweisentzug
erhobenen Rekurs wies der zuständige Abteilungspräsident der
Verwaltungsrekurskommission am 22. Juli 2011 ab. Der Rekursentscheid wurde
unangefochten rechtskräftig. Daraufhin ordnete das Strassenverkehrs- und
Schifffahrtsamt am 16. September 2011 eine verkehrsmedizinische Untersuchung an.
Am 7. November 2011 wurde X am Institut für Rechtsmedizin des Kantonsspitals St.
Gallen (nachfolgend: IRM) verkehrsmedizinisch untersucht. Er wurde vom Gutachter
zur Krankenvorgeschichte und zur sozialen Situation, zum Alkohol- und Drogenkonsum
sowie zur Fahrt vom 1. März 2011 befragt. Wegen sehr kurzer Kopfbehaarung konnte
ihm keine Haarprobe abgenommen werden. X verzichtete unterschriftlich auf eine
umfassende verkehrsmedizinische Untersuchung und Begutachtung. Auf dem
Formular (FO V065) war festgehalten, dass aufgrund der Vorgeschichte und der
aktuellen Angaben/Befunde von einem verkehrsrelevanten Missbrauch mit Gefährdung
– handschriftlich ergänzt mit den Worten "fortgesetzter Cannabiskonsum" –
auszugehen sei und die Durchführung einer mindestens sechsmonatigen
Drogenabstinenz (gemäss Merkblatt) mit monatlichen Urinkontrollen auf Cannabis
empfohlen werde. Handschriftlich wurde darauf hingewiesen, dass für die Haaranalyse
unbehandelte Kopfhaare von mindestens fünf Zentimetern Länge erforderlich seien und
die Untersuchung auch auf Alkohol erfolgen sollte ("Achtung auf Alkohol"). Am
15. November 2011 erstattete die Abteilung Verkehrsmedizin des IRM dem
Strassenverkehrsamt ein verkehrsmedizinisches Gutachten, in welchem der Gutachter
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die am Tag der Untersuchung diktierten Angaben von X wiedergab und eine
Beurteilung abgab, die jener auf dem von X anlässlich der Untersuchung vom
7. November 2011 unterzeichneten Formular entsprach. Zudem wurde ausdrücklich
eine Alkoholgefährdung diagnostiziert.
C.- Gestützt auf das Gutachten vom 15. November 2011 entzog das
Strassenverkehrsamt X am 9. Dezember 2011 den Führerausweis wegen eines
verkehrsrelevanten Drogenmissbrauchs und einer Alkoholgefährdung auf unbestimmte
Zeit bei einer Sperrfrist von drei Monaten. Als Bedingung für die Aufhebung des
Entzugs wurden eine kontrollierte und fachlich betreute Drogenabstinenz (Arzt und
Beratungsstelle) von mindestens sechs Monaten (gemäss Info-Blatt), eine Haaranalyse
auf Drogen und Alkohol und eine verkehrsmedizinische Besprechung (inkl. Labor)
genannt. Zur Haaranalyse wurde angemerkt, mit einer Drogenabstinenz seien
ausschliesslich negative Resultate vereinbar, weshalb eine Distanzierung vom
drogenaffinen Umfeld notwendig und ein Passivkonsum zu unterlassen sei.
D.- Gegen die am 12. Dezember 2011 in Empfang genommene Verfügung des
Strassenverkehrsamtes vom 9. Dezember 2011 erhob X durch seinen Rechtsvertreter
mit Eingabe vom 27. Dezember 2011 und Ergänzung vom 24. Januar 2012 Rekurs bei
der Verwaltungsrekurskommission. Er beantragt, es sei unter Kosten- und
Entschädigungsfolge – auch was die verkehrsmedizinische Begutachtung betreffe – die
angefochtene Verfügung aufzuheben sowie das Gutachten vom 15. November 2011
aus dem Recht zu weisen und aus den Akten zu entfernen. Auf die Ausführungen zur
Begründung des Begehrens wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Die Vorinstanz verzichtete am 8. Februar 2012 auf eine Vernehmlassung.
E.- Am 2. März 2012 teilte der Rechtsvertreter mit, dass der Rekurrent im
Zusammenhang mit der Übermittlung des Gutachtens vom 15. November 2011 an die
Vorinstanz Strafantrag gegen die verantwortlichen Personen des IRM erstattet habe.
Der Rekurrent stellte den Rückzug des Strafantrags in Aussicht für den Fall, dass das
IRM das Gutachten vorbehaltlos zurückziehe.

Erwägungen:
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1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 27. Dezember 2011 ist unter
Berücksichtigung der vom 18. Dezember 2011 bis und mit 2. Januar 2012 still
stehenden Rekursfrist rechtzeitig eingereicht worden (Art. 47, Art. 58 Abs. 1 und Art. 30
Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP, in
Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 lit. c der Schweizerischen Zivilprozessordnung, SR
272). Er erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 24. Januar 2012 in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, und 48 VRP).
Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Die Zwischenverfügung vom 16. September 2011, mit welcher die Vorinstanz die
verkehrsmedizinische Untersuchung des Rekurrenten anordnete, wurde unangefochten
rechtskräftig. Die Anordnung einer solchen Untersuchung erwiese sich im Übrigen aus
folgenden Gründen grundsätzlich als rechtmässig.
Führerausweise dürfen nicht erteilt werden, wenn der Bewerber an einer die
Fahreignung ausschliessenden Sucht leidet (Art. 14 Abs. 2 lit. c des
Strassenverkehrsgesetzes; SR 741.01, abgekürzt: SVG). Sie sind umgekehrt zu
entziehen, wenn festgestellt wird, dass die gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung
nicht oder nicht mehr bestehen (Art. 16 Abs. 1 SVG). Wegen fehlender Fahreignung
wird einer Person der Führerausweis auf unbestimmte Zeit entzogen, wenn sie an einer
Sucht leidet, welche die Fahreignung ausschliesst (Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG), wie
beispielsweise Alkohol-, Betäubungsmittel- und Arzneimittelabhängigkeit. Eine solche
wird angenommen, wenn die Abhängigkeit von Drogen derart ist, dass der Betroffene
mehr als jede andere Person der Gefahr ausgesetzt ist, sich in einem Zustand ans
Steuer eines Fahrzeugs zu setzen, der das sichere Führen nicht mehr gewährleistet.
Allgemein darf auf fehlende Fahreignung geschlossen werden, wenn die Person nicht
(mehr) in der Lage ist, Drogenkonsum und Strassenverkehr ausreichend
auseinanderzuhalten (BGE 127 II 122 E. 3c; 129 II 82 E. 4.1). Der Sicherungsentzug
greift tief in den Persönlichkeitsbereich des Betroffenen ein. Nach der Rechtsprechung
ist daher in jedem Fall und von Amtes wegen eine genaue Abklärung der persönlichen
Verhältnisse des Betroffenen, insbesondere der Konsumgewohnheiten von Drogen
vorzunehmen. Das Ausmass der notwendigen behördlichen Nachforschungen,
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namentlich die Frage, ob ein medizinisches Gutachten eingeholt werden soll, richtet
sich nach den Umständen des Einzelfalls und liegt im pflichtgemässen Ermessen der
Entzugsbehörde (BGE 133 II 384 E. 3.1, 129 II 82 E. 2.2, Urteil des Bundesgerichts
1C_248/2011 vom 30. Januar 2012 E. 3.1 mit Hinweisen auf weitere Rechtsprechung).
Bei den erforderlichen Abklärungen handelt es sich um Sachverhaltsabklärungen, wie
sie im Verwaltungsverfahren üblich sind. Die Behörden stützen sich in erster Linie auf
das kantonale Verfahrensrecht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_248/2011 vom
30. Januar 2012 E. 3.2). Gemäss Art. 12 Abs. 1 VRP ermittelt die Behörde oder das von
ihr beauftragte Verwaltungsorgan den Sachverhalt und erhebt die Beweise von Amtes
wegen durch Befragen von Beteiligten, Auskunftspersonen und Zeugen, durch Beizug
von Urkunden, Amtsberichten und Sachverständigen, durch Augenschein sowie auf
andere geeignete Weise. Für den Beweis durch Parteiaussagen, Zeugen und
Sachverständige gelten gemäss Art. 13 VRP sachgemäss die Vorschriften der
Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008. Über das kantonale
Recht hinaus enthält das Bundesrecht Hinweise zur Sachverhaltsabklärung. Es zählt
dazu die Durchführung einer Kontrollfahrt (Art. 29 der Verordnung über die Zulassung
von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr; SR 741.51, abgekürzt: VZV).
Ferner fallen die Abklärungen, die das Bundesrecht für die Erteilung von (bestimmten)
Ausweisen vorsieht, namentlich die verkehrspsychologische oder psychiatrische
Untersuchung in Betracht (Art. 11b Abs. 1 lit. b VZV, vgl. auch Art. 11 Abs. 4 VZV).
3.- Im Rekurs wird zum vorinstanzlichen Verfahren geltend gemacht, der in den Akten
liegende Strafregisterauszug des Rekurrenten sei für die Begutachtung des
Rekurrenten nicht nötig gewesen und hätte deshalb auch nicht dem mit dem
Gutachten beauftragten Institut für Rechtsmedizin am Kantonsspital St. Gallen
ausgehändigt werden dürfen.
Der Sachverständige kann seinen Gutachtensauftrag nur erfüllen, wenn er instruiert
worden ist. Das bedeutet, dass ihm die zu beantwortenden Gutachterfragen präzis und
möglichst schriftlich gestellt worden sind und er, soweit nötig, die Akten zur Einsicht
erhalten hat (vgl. Art. 185 ZPO; A. Dolge, in: Basler Kommentar zur Schweizerischen
Zivilprozessordnung, Basel 2010, N 15 zu Art. 184 ZPO). In der Zwischenverfügung
vom 16. September 2011 wurden die durch den Verkehrsmediziner zu beantwortenden
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Gutachterfragen festgelegt. Vorab war zu klären, ob beim Rekurrenten eine
Drogenabhängigkeit oder ein verkehrsrelevanter Drogenmissbrauch besteht und zu
erwarten ist, dass er mehr als jede andere Person gefährdet ist, ein Motorfahrzeug
unter Drogeneinfluss zu lenken. Ferner wurde nach anderen verkehrsmedizinischen
Befunden und nach der Notwendigkeit weiterer Abklärungen gefragt. Für die
verkehrsmedizinische Beurteilung dieser Fragen, insbesondere auch der Gefahr, dass
der Rekurrent Drogenkonsum und Fahren nicht trennen werde, waren nicht nur die
persönlichen Auskünfte des Rekurrenten in der Exploration von Bedeutung, sondern
auch seine Vorgeschichte, aus der sein früheres Verhalten im Umgang mit
Betäubungsmitteln und anderen die Fahrfähigkeit beeinträchtigenden Substanzen
ersichtlich wird. Die Kenntnis der Vorgeschichte ist nicht nur für die Beurteilung der
Glaubwürdigkeit der persönlichen Auskünfte erforderlich, sondern gibt auch Aufschluss
über weitere verkehrsmedizinisch relevante Aspekte im Zusammenhang mit der
Beurteilung der Frage, ob der Betroffene in der Lage ist, den Konsum die Fahreignung
beeinträchtigender Substanzen und das Lenken von Motorfahrzeugen zu trennen.
Dabei können strafrechtliche Verurteilungen als Anhaltspunkte für das fehlende
Bestreben, Regeln – zu denen auch das Trennen von Fahren und
Betäubungsmittelkonsum gehört – einzuhalten, gewertet werden. Dies gilt
insbesondere dann, wenn es sich um Straftaten handelt, welche sich gegen die
Rechtsgüter von Leib und Leben richten. Deshalb ist es nicht zu beanstanden, dass die
Vorinstanz dem Gutachter auch den Strafregisterauszug des Rekurrenten zur Kenntnis
gebracht hat.
4.- Im Rekurs wird zur Hauptsache geltend gemacht, das von der
verkehrsmedizinischen Abteilung des Instituts für Rechtsmedizin am Kantonsspital St.
Gallen gestützt auf die Untersuchung vom 7. November 2011 verfasste Gutachten vom
15. November 2011 sei aus dem Recht zu weisen und aus den Akten zu entfernen. Zur
Begründung wird vorgebracht, der Rekurrent habe nach einer kurzen Besprechung mit
dem Gutachter vereinbart, auf eine umfassende verkehrsmedizinische Untersuchung/
Begutachtung zu verzichten. Dies sei auf dem vom Rekurrenten unterzeichneten
Formular FO V065 festgehalten worden. Auf diesem Formular hätten keine weiteren
Hinweise dafür bestanden, dass weitere Unterlagen, insbesondere ein "Gutachten" an
die Vorinstanz weitergeleitet würden. Da keine Zustimmung des Rekurrenten für die
Aushändigung des Gutachtens vorgelegen habe, hätten das Institut für Rechtsmedizin
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respektive die handelnden Ärzte ihr Berufsgeheimnis verletzt. Beim Sicherungsentzug
des Führerausweises gehe es um eine Administrativmassnahme und nicht um eine
strafrechtliche Sanktion, so dass eine Zeugnispflicht oder ein Auskunftspflicht
gegenüber einer anderen Amtsstelle von vornherein ausser Betracht falle. Die
Weiterleitung des Gutachtens an die Vorinstanz beruhe deshalb auf einer strafbaren
Handlung. Zudem wird eine strafrechtlich relevante Verletzung des ärztlichen
Berufsgeheimnisses durch den Gutachter geltend gemacht.
Das Gutachten dient dazu, dem Gericht das für die Entscheidung über bestimmte
Tatsachen erforderliche Fachwissen zu vermitteln. Diesem Anspruch muss das
Gutachten in formeller wie materieller Hinsicht gerecht werden (vgl. Dolge, a.a.O., N 7
zu Art. 183 ZPO). In materieller Hinsicht muss das Gutachten vollständig, klar und
schlüssig sein. Vollständigkeit bedeutet, dass nicht nur die gestellten Fragen
vollständig zu beantworten sind. Die verwendeten Akten und übrigen Quellen müssen
angegeben und die durchgeführten Beweiserhebungen sowie beigezogenen
Hilfspersonen vollständig offengelegt werden. Die Darlegung der Grundlagen und
Befunde sowie die daraus gezogenen Schlussfolgerungen müssen vollständig sein
(vgl. Dolge, a.a.O., N 11 zu Art. 183 ZPO). Die Schlüssigkeit ist für den Beweiswert
eines Gutachtens ausschlaggebend. Die Schlussfolgerungen des Sachverständigen
müssen nach den Gesetzen der Logik anhand der Begründung überzeugend und
widerspruchsfrei nachvollzogen werden können (vgl. Dolge, a.a.O., N 14 zu Art. 183
ZPO).
Hätte die Vorinstanz allein aufgrund des Formulars "Verzicht auf umfassende
Begutachtung" einen Sicherungsentzug angeordnet, könnten die Schlussfolgerungen
des Gutachters – Verneinung der Fahreignung wegen eines verkehrsrelevanten
Missbrauchs mit Gefährdung ("fortgesetzter Cannabiskonsum"), Durchführung einer
mindestens sechsmonatigen Drogenabstinenz, "Achtung auf Alkohol" – nicht in
ausreichendem Mass nachvollzogen werden. Insbesondere wäre nicht erkennbar, aus
welchen Gründen auch die Kontrolle des Alkoholkonsums als erforderlich angesehen
wurde. Die Nachvollziehbarkeit der Schlussfolgerungen des Gutachters setzt deshalb
insbesondere die Wiedergabe der persönlichen Auskünfte des Rekurrenten anlässlich
der verkehrsmedizinischen Untersuchung vom 7. November 2011 voraus.
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Im Übrigen hat der Rekurrent mit der Unterzeichnung des Formulars lediglich auf eine
umfassende Untersuchung – d.h. insbesondere auf eine körperliche Untersuchung und
auf die Analyse von Urin-, Blut- und Haarproben – und Begutachtung, nicht aber auf
eine Begutachtung an sich verzichtet. Unter Berücksichtigung des dem Rekurrenten
bekannten Gutachtensauftrags und des Verlaufs der verkehrsmedizinischen
Untersuchung musste er davon ausgehen, dass der Gutachter zur Begründung seiner
Schlussfolgerungen die persönlichen Angaben schriftlich festhalten würde. Schliesslich
kann gemäss Art. 14 Abs. 4 SVG jeder Arzt Personen, die wegen körperlicher oder
geistiger Krankheiten oder Gebrechen oder wegen Süchten zur sicheren Führung von
Motorfahrzeugen nicht fähig sind, der für Erteilung und Entzug des Führerausweises
zuständigen Behörde melden. Soweit das Gesetz den Berufsgeheimnisträger zur
Meldung seiner in Ausübung des Berufs gemachten Feststellungen verpflichtet oder
zumindest berechtigt, ist er von der Pflicht zur Wahrung des Berufsgeheimnisses
entbunden und zur Offenbarung befugt. Es liegt ein Rechtfertigungsgrund nach Art. 14
StGB vor, da die Handlung, welche das Gesetz gebietet oder erlaubt, nicht strafbar
sein kann (vgl. N. Oberholzer, in: Basler Kommentar Strafrecht II, 2. Aufl. 2007, N 24 zu
Art. 321 StGB). Damit ist auch nicht davon auszugehen, dass der Gutachter, der im
Übrigen in seiner Funktion dem Amtsgeheimnis unterworfen war (vgl. Art. 307 in
Verbindung mit Art. 309 lit. a des Schweizerischen Strafgesetzbuches; SR 311.0,
abgekürzt: StGB), ein allenfalls bestehendes ärztliches Berufsgeheimnis verletzt hat.
Eine Amtsgeheimnisverletzung durch die gutachtende Stelle wird auch im
Rekursverfahren nicht geltend gemacht. Deshalb sind die Ausfertigung des
verkehrsmedizinischen Gutachtens vom 15. November 2011 und dessen Weiterleitung
an die Vorinstanz aus der Sicht der Administrativbehörde nicht zu beanstanden.
Letztlich wird indessen der Strafrichter das Verhalten der mit der Begutachtung
befassten Personen zu beurteilen haben.
Aus der Sicht der für das Massnahmeverfahren zuständigen Behörden besteht kein
Anlass, das Gutachten vom 15. November 2011 aus dem Recht zu weisen und aus den
Akten zu entfernen. Die entsprechenden Rekursanträge erweisen sich deshalb als
unbegründet.
5.- Im Rekurs wird schliesslich zu Recht nicht gerügt, die Beurteilung des
Verkehrsmediziners sei – im Ergebnis – falsch. Die gutachterliche Schlussfolgerung
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erscheint unter Berücksichtigung der persönlichen Auskünfte des Rekurrenten in der
verkehrsmedizinischen Untersuchung und der Vorgeschichte nachvollziehbar,
widerspruchsfrei und schlüssig. In welchen Punkten die Ausführungen des Rekurrenten
im Gutachten vom 15. November 2011, welche der Gutachter noch am Tag der
Untersuchung diktiert hat, nicht zutreffend wiedergegeben sein sollen, wird im Rekurs
nicht konkretisiert. Deshalb ist eine Beurteilung, inwieweit die Schlussfolgerungen des
Gutachters fehlerhaft sein sollten, von vornherein nicht möglich. Zudem ist auch nicht
ersichtlich, weshalb der Gutachter, gegen den insbesondere auch keine
Ausstandsgründe geltend gemacht wurden, Angaben des Rekurrenten unrichtig
dargestellt haben sollte.
6.- Zusammenfassend erweist sich der Rekurs als unbegründet. Er ist abzuweisen.
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'500.-- erscheint
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- ist zu verrechnen.