Decision ID: 2c6d27ed-c675-42e4-a86f-f58450799878
Year: 2014
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- A. nach erfolgter Einstellung der gegen ihn gerichteten Strafuntersuchung
mit Eingabe vom 29. September 2014 bei der Bundesanwaltschaft seine
Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen im Sinne von Art. 429
Abs. 1 StPO anmeldete (act. 1);
- A. hierbei beantragt, dass die Verfahrensleiterin und zuständige Staatsan-
wältin des Bundes B. abgelöst werde (act. 1, S. 36 f.);
- B. am 31. Oktober 2014 zu diesem Ausstandsgesuch Stellung nahm und
es zuständigkeitshalber der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts
übermittelte (act. 2);
- B. beantragt, auf das Gesuch sei nicht einzutreten, eventualiter sei es ab-
zuweisen, unter Kostenfolge zulasten des Gesuchstellers (act. 2, S. 1);
- A. mit Replik vom 7. November 2014 beantragt, sein Ausstandsbegehren
sei gutzuheissen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der
Bundesanwaltschaft (act. 4);
- die Replik B. am 10. November 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (act. 5).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- die Beschwerdekammer u. a. die Bundesanwaltschaft betreffende Gesuche
beurteilt, wenn ein Ausstandsgrund nach Art. 56 lit. a oder f StPO geltend
gemacht wird (Art. 59 Abs. 1 lit. b StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG);
- eine Partei der Verfahrensleitung ein Ausstandsgesuch ohne Verzug zu
stellen hat, sobald sie vom Ausstandsgrund Kenntnis hat (Art. 58 Abs. 1
StPO);
- wer einen Ablehnungsgrund nicht unverzüglich nach dessen Kenntnisnah-
me geltend macht, den Anspruch auf seine spätere Anrufung verwirkt
(BGE 139 III 120 E. 3.2.1 S. 124; 138 I 1 E. 2.2 S. 4 m.w.H.);
- unverzüglich nach der Rechtsprechung ein Geltendmachen des Anspruchs
binnen maximal sechs bis sieben Tagen bedeutet und ein zwei- bis dreiwö-
chiges Zuwarten bereits unzulässig ist (siehe hierzu zuletzt u. a. das Urteil
des Bundesgerichts 1B_308/2014 vom 5. November 2014, E. 2.2.1
m.w.H.);
- der Gesuchsteller sein Gesuch sinngemäss damit begründet, die Gesuchs-
gegnerin habe gegen ihn ohne jeden Tatverdacht eine Strafuntersuchung
eingeleitet und es könne einfach nicht sein, dass sie nun auch noch über
seine Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche entscheide (act. 1,
S. 36 f.);
- der Gesuchsteller bereits im Rahmen des Beschwerdeverfahrens
BB.2012.147 geltend machte, die gegen ihn gerichtete Untersuchung sei
ohne Tatverdacht eröffnet worden (vgl. hierzu den Beschluss des Bundes-
strafgerichts BB.2012.147 vom 16. Januar 2013);
- dem Gesuchsteller am 10. Juni 2013 mitgeteilt wurde, dass die Bundesan-
waltschaft beabsichtige, das Verfahren einzustellen, und er sinngemäss
eingeladen wurde, seine entsprechenden Schadenersatz- und Genug-
tuungsansprüche anzumelden (Akten BA, pag. 16-02-0101);
- sich der Gesuchsteller seit diesem Zeitpunkt bewusst sein musste, dass die
von ihm kritisierte Verfahrensleiterin über seine Ansprüche im Sinne von
Art. 429 StPO entscheiden würde, er sein Ausstandsgesuch aber erst über
ein Jahr später und damit offensichtlich verspätet stellte;
- trotz der Kritik des Gesuchstellers an Gesetz und Praxis zur unverzüglichen
Geltendmachung des Ausstandes (siehe act. 4, S. 1 ff.) kein Anlass be-
steht, davon abzuweichen;
- auch der die Beschwerde wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs gut-
heissende Beschluss der Beschwerdekammer BB.2014.95 vom 7. Au-
gust 2014 vorliegend nichts an der fehlenden Unverzüglichkeit der Gel-
tendmachung des Ausstandes ändert;
- auf das Gesuch demnach nicht einzutreten ist;
- bei diesem Ausgang des Verfahrens der Gesuchsteller die Gerichtskosten
zu tragen hat (Art. 59 Abs. 4 StPO);
- die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 800.-- festzusetzen ist (Art. 73
StBOG i.V.m. Art. 5 und 8 Abs. 2 des Reglements des Bundesstrafgerichts
vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in
Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]);