Decision ID: e648ac96-b47c-45f7-bdae-9d4e7b079d1a
Year: 2019
Language: de
Court: BE_NAB
Chamber: BE_NAB_003
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: public_law

Sachverhalt:
A.
A._ und seine Tochter B._ praktizieren als selbständiger Notar bzw. selbständige Notarin in einem gemeinsamen Notariatsbüro in .... An der gleichen Adresse ist die C._ AG domiziliert, die insbesondere die Erbringung von Dienstleistungen im Immobilienbereich bezweckt. A._ ist Mehrheitsaktionär dieser Unternehmung, während B._ daran mit einer Aktie beteiligt ist. Am 1. Dezember 2016 wurde im Notariatsbüro eine notariatsrechtliche Nachrevision durchgeführt. Dabei stellten die Revisionsorgane fest, dass bei drei durch die C._ AG zum Verkauf vermittelten Liegenschaften möglicherweise unzulässige Provisionen vereinbart worden waren. Die Revisionskommission des Verbands bernischer Notare (VbN) erstattete der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern (JGK) Meldung, woraufhin der Notariatsinspektor ein Disziplinarverfahren gegen A._ und B._ eröffnete. Am 11. April 2017 meldete auch die Steuerverwaltung des Kantons Bern der JGK den Verdacht auf eine mit den notariatsrechtlichen Berufspflichten unvereinbare Liegenschaftsvermittlung durch die beiden Notariatspersonen. Am 21. August 2018 auferlegte die JGK Notar A._ wegen Verletzung des Gebots der unabhängigen und einwandfreien Berufsausübung sowie des Ansehens des Notariats eine Disziplinarbusse von Fr. 15'000.--. Notarin B._ wurde wegen Verletzung der  eine Disziplinarbusse von Fr. 7'500.-- auferlegt.
B.
Am 21. September 2018 haben Notarin B._ und Notar A._ dagegen in einer einzigen Rechtsschrift Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben, die innert Nachfrist verbessert worden ist. Sie beantragen, die Bussenverfügungen der JGK seien aufzuheben.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.08.2019, Nr. 100.2018.313U, Seite 3
Mit Beschwerdevernehmlassung vom 24. Oktober 2018 schliesst die JGK auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:
1.
1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 40 Abs. 1 des Notariatsgesetzes vom 22. November 2005 [NG; BSG 169.11]). Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, sind durch die  Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges  an deren Aufhebung und Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
1.2 Aufgrund der höchstpersönlichen Natur von Strafen sind Bussen des Verwaltungsstrafrechts für jede Person gesondert zu beurteilen (vgl. BGer 1C_396/2015 vom 13.11.2015 E. 5.3 mit Hinweis auf BGE 134 III 59 E. 2.3.2). Inwieweit für Sanktionen des Disziplinarrechts Gleiches gelten muss, kann offenbleiben: Da die Beschwerdeführenden gemeinsam  erhoben haben, der Sachverhalt weitgehend identisch ist und die gleichen rechtlichen Bestimmungen Anwendung finden, rechtfertigt sich die Überprüfung beider Disziplinarmassnahmen in einer Urteilsschrift.
1.3 Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts werden  Bussen in Dreierbesetzung beurteilt, auch wenn ihre Höhe – wie hier – je unter der Streitwertgrenze von Fr. 20'000.-- für die einzelrichterliche Zuständigkeit liegt (Art. 57 Abs. 1 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]; BVR 2018 S. 139 E. 1.2; VGE 2012/131 vom 19.3.2013, in BN 2013 S. 82 und ZBGR 2014 S. 242 E. 1.2).
1.4 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.08.2019, Nr. 100.2018.313U, Seite 4
2.
2.1 Gemäss Art. 45 Abs. 1 NG wird die Notarin oder der Notar  von der vermögens- und strafrechtlichen Verantwortlichkeit  sanktioniert, wenn sie oder er vorsätzlich oder fahrlässig  verletzt oder gegen die Bestimmungen des Notariatsgesetzes oder seiner Ausführungserlasse, das Gebot der unabhängigen und  Berufsausübung oder gegen das Ansehen des Notariats , namentlich durch aufdringliche Werbung. In leichten Fällen kann von einer Sanktion abgesehen werden, wenn anzunehmen ist, dass die Notarin oder der Notar den Beruf künftig einwandfrei ausüben wird (Art. 45 Abs. 2 NG). Als Berufspflichten gelten nach dem Gesetzeswortlaut und ständiger Praxis des Verwaltungsgerichts nicht bloss die in Art. 30 ff. NG ausdrücklich als solche bezeichneten Regeln, sondern sämtliche , die eine Notarin oder ein Notar bei der Berufsausübung zu  hat (BVR 2015 S. 55 E. 2.1, 2013 S. 264 E. 3.1), so auch die  zur Unabhängigkeit (Art. 3 NG) und Unvereinbarkeit (Art. 4 NG). Das Gebot der Wahrung des Ansehens des Notariatsstands umfasst generalklauselartig alle andern verpönten Verhaltensweisen, die das  in die Notarinnen und Notare zu beeinträchtigen geeignet sind. Es dient der Aufrechterhaltung der Disziplin innerhalb des Notariatsstands,  der Wahrung der Standeswürde und dem Schutz des  Publikums. Von den Notarinnen und Notaren wird erwartet, dass sie alle Tätigkeiten und Funktionen korrekt und mit einer gewissen Unauffälligkeit erledigen. In ihrem Allgemeinverhalten haben sie sich stets am Grundsatz von Treu und Glauben auszurichten (zum Ganzen BVR 2018 S. 139 E. 2.1 mit zahlreichen Hinweisen).
2.2 Gemäss Art. 3 NG haben Notarinnen und Notare ihren Beruf  und auf eigene Verantwortung auszuüben. Art. 4 NG sieht  Unvereinbarkeitsgründe vor. Nach dessen Abs. 3 dürfen  und Notare keine dauernde oder gelegentliche Tätigkeit ausüben, die mit einer unabhängigen und einwandfreien Berufsausübung oder mit dem Ansehen des Notariats nicht vereinbar ist. Unvereinbar sind  Spekulationsgeschäfte jeglicher Art sowie die Übernahme von  oder Garantien im Zusammenhang mit der Berufsausübung. Die
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.08.2019, Nr. 100.2018.313U, Seite 5
Notarin oder der Notar darf eine solche Tätigkeit auch nicht durch Dritte ausüben lassen. Gemäss Art. 29 NG sind Notarinnen und Notare unter Vorbehalt der Bestimmungen über die Unvereinbarkeit berechtigt, neben der hauptberuflichen Tätigkeit Aufträge für Rechtsberatung, , Treuhandfunktionen und ähnliche Verrichtungen zu  (Abs. 1); die nebenberufliche Tätigkeit unterliegt dem Privatrecht (Abs. 2).
2.3 Zwecks Konkretisierung von Art. 4 Abs. 3 NG hat die JGK am 20. Dezember 2012 das Kreisschreiben an die im Notariatsregister des Kantons Bern eingetragenen Notarinnen und Notare über den , die Liegenschaftsvermittlung und die  erlassen (nachfolgend: KS LH). Die JGK hat im KS LH primär ihre eigene langjährige Praxis umschrieben, wie sie bereits im zuvor  Kreisschreiben vom 30. März 1965 an die praktizierenden  des Kantons Bern über ihre Pflichten beim Liegenschaftshandel und bei der Vermittlung von Liegenschaften (nachfolgend: KS LH-1965) in BN 1965 S. 1 ff. veröffentlicht worden ist (vgl. Ziff. 1 f. KS LH; BVR 2018 S. 139 E. 2.3, 2016 S. 147 E. 3.1.2). Nicht vereinbar mit der Ausübung des  ist gemäss Ziff. 3 KS LH unter anderem:
«c) Die Liegenschaftsvermittlung gegen Provision oder gegen eine Entschädigung, die nicht dem gebotenen Zeitaufwand entspricht und/oder auf einem überhöhten Stundenansatz basiert. Als  für einen zulässigen Stundenansatz kann der für die Notare branchenübliche Stundenansatz herangezogen werden.»
Mit der Ausübung des Notariatsberufs vereinbar sind dagegen gemäss Ziff. 4 KS LH die folgenden Tätigkeiten und Geschäfte:
«b) Die gelegentliche Liegenschaftsvermittlung auf Honorarbasis. Das Vermittlermandat muss auf Initiative des Auftraggebers hin  (kein Sichanbieten des Notars als Liegenschaftsvermittler). In der Regel besteht ein Zusammenhang mit der haupt- oder nebenberuflichen Tätigkeit. Das Honorar hat sich nach dem  Zeitaufwand und einem angemessenen Stundenansatz zu richten. Als Richtwert kann der für die Notare branchenübliche Stundenansatz herangezogen werden.
c) Die Beurkundung durch den (zulässigerweise) vermittelnden resp. an den Verkaufsverhandlungen beteiligten Notar, sofern der Notar den Käufer über seine Doppelrolle und über die Möglichkeit, die  durch einen anderen Notar vornehmen zu lassen, , der Käufer seine Zustimmung zur Doppelrolle des Notars  erteilt und der Notar die Verkaufsverhandlungen nicht parteiisch geführt hat. Die freie Wahl eines Notars durch den Käufer
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.08.2019, Nr. 100.2018.313U, Seite 6
muss in jedem Fall gewährleistet sein. In einem allfälligen  hat der Notar den Nachweis über die erfolgte Aufklärung und das Vorliegen der Zustimmung des Käufers zu erbringen.»
Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts ist das KS LH als  trotz mangelnder Gesetzeskraft zu beachten, wenn und soweit seine Anwendung nicht gegen gesetzliche Bestimmungen verstösst und eine einzelfallgerechte Auslegung der anwendbaren gesetzlichen  zulässt bzw. die rechtlichen Vorgaben überzeugend und praktikabel konkretisiert (BVR 2018 S. 139 E. 2.3, 2016 S. 147 E. 3.1.2 f.; allgemein zur Berücksichtigung von Verwaltungsverordnungen BVR 2012 S. 121 E. 4.1.2, 2012 S. 193 E. 3.2.2, je mit weiteren Hinweisen).
3.
3.1 Auch wenn der materielle Begriff der öffentlichen Beurkundung dem Bundesrecht angehört, liegt die Kompetenz zu deren gesetzlichen  bei den Kantonen (Art. 55 SchlT des Schweizerischen  [ZGB; SR 210]). Zumindest im Binnenverhältnis haben allein diese zu bestimmen, wer auf dem Kantonsgebiet zur Errichtung von öffentlichen Urkunden befugt und wie dabei vorzugehen ist. Neben der Zuständigkeit und der Form des Verfahrens sind insbesondere die Aufgaben und  der Urkundspersonen zu regeln (BVR 2016 S. 147 E. 3.2.2; BGE 133 I 259 E. 2.1, 131 II 639 E. 6.1). So ist auch die Regelung des  von Notarinnen und Notaren Sache der Kantone, wobei diese in der Ausgestaltung weitgehend frei sind (BGE 133 I 259 E. 2.2 mit  auf BGE 131 II 639 E. 7.3; vgl. Lorenz Meyer, Die disziplinarische  des Notars [im Lichte der bundesgerichtlichen ], in Aktuelle Themen zur Notariatspraxis, 2010, S. 17 ff., S. 19). Zu den durch das kantonale Notariatsrecht zu regelnden Gegenständen gehören ebenfalls die für die freiberuflich tätigen Urkundspersonen  Unvereinbarkeiten und Ausstandsgründe (Stephan Wolf,  zu VGE 2013/232 vom 5.11.2014, in BVR 2016 S. 162 ff., 162). Jegliche Beteiligung am Wirtschaftsleben kann zu einer gewissen  der Unabhängigkeit führen. Es ist Sache des kantonalen , abzuwägen, in welchem Ausmass er Nebenbeschäftigungen der
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.08.2019, Nr. 100.2018.313U, Seite 7
Notarinnen und Notare gestatten oder deren Neutralität absichern will.  höchstrichterlicher Rechtsprechung ist daher selbst die Regelung des Kantons Genf verfassungsmässig, die den dortigen Notarinnen und Notaren (fast) alle Formen von Nebenerwerbstätigkeiten verbietet (vgl. BGE 133 I 259 E. 3.3 mit Hinweis auf BGer 10.11.1989, in SJ 1990 S. 97 E. 3b, und BGer 2P.226/2006 vom 8.12.2006, in ZBGR 2008 S. 364 E. 4.2; zum Ganzen BVR 2018 S. 139 E. 3.1).
3.2 Die Regelung der Unvereinbarkeit in Art. 4 NG ist vor dem  zu sehen, dass Unabhängigkeit und Neutralität der freiberuflich  Urkundspersonen für deren Amtsführung von herausragender  sind (BVR 2016 S. 147 E. 4.1; BGE 133 I 259 E. 3.3). Art. 4 Abs. 3 NG und seine Konkretisierung im KS LH sollen vorab die Qualität der  Amtsführung sichern (vgl. Michel Mooser, Le droit notarial en Suisse, 2. Aufl. 2014, N. 101). Durch die Unvereinbarkeitsvorschriften soll überdies das Ansehen des Notariatsstands gewahrt werden (etwa Peter Ruf, , 1995, N. 448; Wolf/Pfammatter, in Stephan Wolf [Hrsg.],  zum Notariatsrecht des Kantons Bern [nachfolgend: Kommentar NG], 2009, Art. 4 NG N. 3, 13 ff.; vgl. auch Adrian Glatthard, in Kommentar NG, Art. 45 NG N. 32). Mit Blick hierauf sind den Notarinnen und Notaren all jene Nebenerwerbstätigkeiten untersagt, die im Rahmen der  als Urkundsperson zu einem tatsächlichen Interessenkonflikt führen. Weil freiberuflich tätige Urkundspersonen aber ein öffentliches Amt , kann es damit nicht sein Bewenden haben. Das Ansehen des Notariats wird nicht nur beeinträchtigt, wenn die Urkundsperson in einem konkreten Fall von einem offensichtlichen Interessenkonflikt betroffen ist. Vielmehr reicht aus, dass sie eine Nebenerwerbstätigkeit ausübt, mit der eine Möglichkeit von Interessenkonflikten verbunden ist; es verhält sich insoweit ähnlich wie mit den Ausstandspflichten, denen andere  und Amtsträger unterstehen und die gemeinhin schon dann greifen, wenn ein objektiver Anschein von Befangenheit besteht (BVR 2016 S. 147 E. 4.1 mit Hinweis auf Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum  VRPG, 1997, Art. 9 N. 15). Obwohl die nebenberufliche Tätigkeit grundsätzlich dem Privatrecht unterliegt, hat die Notarin oder der Notar auch in diesem Bereich namentlich die Bestimmungen über die  einzuhalten (Art. 29 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 NG) und ihre bzw. seine
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.08.2019, Nr. 100.2018.313U, Seite 8
allgemeine Unabhängigkeit (Art. 3 NG) zu wahren (Stephan Wolf, a.a.O., S. 164; zum Ganzen BVR 2018 S. 139 E. 3.2).
3.3 Für die Zulässigkeit nebenberuflicher Tätigkeiten von Notarinnen und Notaren im Immobiliengeschäft bedeutet dies Folgendes:
3.3.1 Während die Liegenschaftsverwaltung im Sinn einer Administration von ruhendem Vermögen auch für Urkundspersonen grundsätzlich zulässig erscheint (so auch Christian Brückner, Schweizerisches , 1993, N. 3481), führt eine Beteiligung am Liegenschaftshandel bei diesen zwangsläufig zum Risiko von Interessenkonflikten. Angesichts der Gefahr, dass die Urkundsperson Marktinformationen, die ihr von der  anvertraut werden, für eigene Zwecke verwendet, ist jede Betätigung im Grundstückshandel geeignet, die Neutralität der Notarin bzw. des Notars infrage zu stellen (Christian Brückner, a.a.O., N. 3482). Eine  als Liegenschaftshändler ist deshalb nicht nur im Kanton Bern, sondern nach allgemeiner schweizerischer Rechtsauffassung mit dem Ansehen des Notariatsberufs nicht vereinbar. In einzelnen Kantonen ist gar jegliche Vermittlung von Liegenschaften verpönt (BVR 2018 S. 139 E. 3.3.1, 2016 S. 147 E. 4.2; vgl. auch BGE 133 I 259 E. 3.3 S. 263).
3.3.2 Die Neutralität der Urkundsperson ist nicht erst dann gefährdet, wenn eine Vielzahl von Immobiliengeschäften getätigt wird; vielmehr trägt auch bereits die Vermittlung einzelner Liegenschaften gegen Provision die Gefahr der Kollision der persönlichen Interessen der Urkundsperson mit denjenigen der Klientinnen und Klienten (BVR 2016 S. 147 E. 4.3.3; vgl. Peter Ruf, a.a.O, N. 448). Würde einer Notarin oder einem Notaren , sich bei einer gelegentlichen Liegenschaftsvermittlung eine  versprechen zu lassen, so könnten eigene Interessen mit denen der Klientschaft kollidieren. Eine Notarin oder ein Notar setzt sich damit dem Vorwurf aus, dass ihr oder ihm der materielle Erfolg des Geschäfts  ist (so bereits KS LH-1965, in BN 1965 S. 3). Auch die Vereinbarung von Honoraren (oder Kostenlimiten), die an den Verkaufserlös geknüpft werden, können ein verpöntes Sonderinteresse der Notarin oder des  bewirken (vgl. JGK 30.10.1964, in BN 1965 S. 6 E. 4 S. 8 und BGer 28.1.1965, in BN 1965 S. 10 E. 4). Aus diesen Überlegungen sind nach Art. 3 der Standesregeln des VbN vom 12. Juni 2007 (einsehbar
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.08.2019, Nr. 100.2018.313U, Seite 9
unter: <www.bernernotar.ch>, Rubriken «Notarin/Notar, Aufsicht, ») der gewerbsmässige Liegenschaftshandel und die Vermittlung von Geschäften gegen Provision der Notarin und dem Notar untersagt. Diese dürfen solche Tätigkeiten auch nicht durch Gesellschaften ausüben lassen, die sie beherrschen oder massgebend beeinflussen (zum Ganzen BVR 2018 S. 139 E. 3.3.2).
3.4 Vor diesem Hintergrund sind Ziff. 3 Bst. c und Ziff. 4 Bst. b KS LH zur gelegentlichen Liegenschaftsvermittlung als sachgerechte und  Konkretisierungen von Art. 4 Abs. 3 NG zu betrachten. Die darin  Vorgaben entsprechen auch der bisherigen Praxis und dem KS LH-1965: Demnach darf eine Notarin oder ein Notar im Kanton Bern zwar gelegentlich, in Erfüllung eines notariellen Mandats im Sinn eines  gemäss Art. 394 ff. des Schweizerischen Obligationenrechts (OR; SR 220) Liegenschaften vermitteln; sie oder er hat dabei jedoch die Regeln zu befolgen, die für die hauptberuflichen Tätigkeiten gelten. (Gelegentliche) Liegenschaftsvermittlungen gegen eine Provision oder ein  Honorar gefährden jedoch Würde und Ansehen des Standes und sind daher nicht erlaubt (BVR 2018 S. 139 E. 3.4 mit weiteren ).
4.
Die Vorinstanz hat festgestellt, dass die C._ AG in vier Fällen Liegenschaftsvermittlungen gegen ein von der Höhe des Kaufpreises abhängiges Honorar bzw. gegen eine (nur im Erfolgsfall geschuldete) Pauschale vorgenommen hat. Diese unzulässige Form der  sei dem Beschwerdeführer als Mehrheitsaktionär der C._ AG zuzurechnen. Die Beschwerdeführerin habe als Minderheitsaktionärin wohl keinen Einfluss auf die Aktivitäten der  gehabt. Hingegen habe sie gegen die Interessenwahrungspflicht gemäss Art. 37 NG verstossen, indem sie die vier Verkaufsgeschäfte  habe. Aufgrund ihrer verwandtschaftlichen Nähe zum , der seinerseits ein wirtschaftliches Sonderinteresse am  der Verträge gehabt habe, sei sie in dieser Sache nicht un-
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.08.2019, Nr. 100.2018.313U, Seite 10
befangen gewesen. – Die Beschwerdeführenden machen geltend, die  sei nicht gegen ein erfolgsabhängiges Honorar bzw. eine unzulässige Pauschalentschädigung erfolgt, sondern gegen eine  Aufwandentschädigung in Form eines Kostendachs. Ausserdem handle es sich um Liegenschaften, die die C._ AG vor dem Verkauf über längere Zeit verwaltet habe. Mit der Vermittlung sei der Sohn bzw. Bruder der Beschwerdeführenden beauftragt worden, der über mehrere universitäre Abschlüsse verfüge (u.a. ...), was ein Honorar von Fr. 250.-- pro Stunde ohne weiteres rechtfertige. Dass die  keine detaillierte Leistungserfassung enthielten, sei in der Immobilienbranche üblich und spreche nicht gegen eine . Im Übrigen könne die Tätigkeit der C._ AG nicht dem Beschwerdeführer zugerechnet werden. Dieser sei mittlerweile  und übe in der Gesellschaft keine operative oder Organfunktion aus. Zudem habe die Gesellschaft seit ihrer Gründung nur Kleinstgewinne erwirtschaftet. Eine Befangenheit der Beschwerdeführerin bei der Beurkundung der Verträge sei selbst dann auszuschliessen, wenn bei ihrem Vater ein wirtschaftliches Sonderinteresse bejaht würde, zumal sie sich «im jeweiligen Einzelfall» unparteiisch verhalten habe. Die  der Beschwerdeführenden habe bisher zu keinen  Anlass gegeben und es sei anzunehmen, dass beide ihren Beruf auch weiterhin einwandfrei ausüben werden, weshalb von einer  abzusehen sei.
5.
Ob die C._ AG Liegenschaften gegen Provision vermittelt hat, ist disziplinarrechtlich nur dann von Bedeutung, wenn das Verhalten der Unternehmung den Beschwerdeführenden zuzurechnen ist. Dies ist vorab zu prüfen.
5.1 Die Notarin oder der Notar darf eine mit ihrer bzw. seiner  nicht vereinbare Tätigkeit auch nicht durch Dritte ausüben lassen (Art. 4 Abs. 3 NG; vorne E. 2.2). Unzulässig ist gemäss Ziff. 3 Bst. e KS LH insbesondere die Beteiligung an und Mitwirkung in Gesellschaften, deren
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.08.2019, Nr. 100.2018.313U, Seite 11
statutarischer oder tatsächlicher Zweck im gewerbsmässigen  oder in der gewerbsmässigen Liegenschaftsvermittlung  (Immobiliengesellschaften). Als Mitwirkung gelten namentlich die rechtliche oder faktische Organ- und Geschäftsführungsfunktion sowie das Führen der Unterschrift (Zeichnungsberechtigung). Als Beteiligung gilt die finanzielle oder stimmrechtsmässige Beteiligung, die eine rechtliche oder faktische Einflussmöglichkeit auf die Geschäftsführung oder eine  Stellung bewirkt. Nach der Rechtsprechung des  wirkt eine Notarin oder ein Notar, die bzw. der das  einer Immobiliengesellschaft innehat, aufgrund der  im Sinn von Ziff. 3 Bst. e KS LH in der Gesellschaft mit, selbst wenn sie bzw. er nicht einzelzeichnungsberechtigt ist. Dabei kommt es nicht darauf an, ob und inwieweit die Notarin bzw. der Notar die « Geschäftstätigkeit» selber prägt; bereits der Anschein bzw. die  eines Interessenkonflikts genügt. Als Immobiliengesellschaft im Sinn von Ziff. 3 Bst. e KS LH gelten auch Unternehmungen, die nur  Immobilien gegen eine Provisionszahlung vermitteln oder mit  handeln (vgl. BVR 2016 S. 147 E. 4.3.2 und 4.3.3). In BVR 2018 S. 139 hat das Verwaltungsgericht entschieden, dass ein Notar, der  und einzelzeichnungsberechtigtes Verwaltungsratsmitglied einer AG ist, gegen Art. 4 Abs. 3 NG verstösst, wenn die Gesellschaft  gegen eine verkaufspreisabhängige Provision vermittelt (vgl. E. 4.6). Ein Ausübenlassen unvereinbarer Tätigkeiten durch Dritte liegt  Ziff. 3 Bst. g KS LH auch vor, wenn die Notarin oder der Notar auf eine Drittperson Einfluss ausübt und am Geschäft ein Interesse hat. Nicht zuzurechnen sind der Notarin oder dem Notar hingegen die Tätigkeiten von Dritten, die diese in völliger und sichtbarer Unabhängigkeit von der  ausüben; Anhaltspunkte für die unabhängige Ausübung sind die bisherigen Tätigkeiten von Dritten, deren Berufsausbildung und . Als Dritte gelten gemäss KS LH Gesellschaften, Ehegatten, Lebenspartnerinnen und -partner, Angestellte, Verwandte, Beauftragte oder sonst nahestehende Personen.
5.2 Der Beschwerdeführer ist Mehrheitsaktionär der C._ AG. Von der Gründung im Jahr 2011 bis zum 8. November 2015 war er zudem einziges, einzelzeichnungsberechtigtes Verwaltungsratsmitglied der
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.08.2019, Nr. 100.2018.313U, Seite 12
C._ AG (vgl. Handelsregisterauszug). Die Aufträge zur Vermittlung von drei der hier interessierenden Liegenschaften schloss die C._ AG während der Verwaltungsratstätigkeit des Beschwerdeführers ab, den vierten Auftrag nur wenige Tage nach der Löschung seines Eintrags als Verwaltungsratsmitglied im Handelsregister (vgl. Verkaufsaufträge vom 10.10.2014, 2.4.2015, 9.6.2015 und 13.11.2015, Vorakten JGK [act. 7B] pag. 152 ff., 143 f., 146 f. bzw. 149 f.). Auch nach dem 8. November 2015 beherrschte der Beschwerdeführer als Mehrheitsaktionär die Generalversammlung und damit das oberste Organ der Gesellschaft (vgl. Art. 698 OR). Er war mithin nicht nur (massgebend) an einer Gesellschaft beteiligt, die ihrerseits als Immobiliengesellschaft im Sinn von Ziff. 3 Bst. e KS LH zu gelten hat (vgl. auch hinten E. 6), sondern hat in dieser auch mitgewirkt. Weder für die Beteiligung noch die Mitwirkung nach Ziff. 3 Bst. e KS LH ist massgebend, ob der  tatsächlich Einfluss auf die Gesellschaft nahm; die Möglichkeit dazu genügt. Nach dem Gesagten ist das Vorgehen der C._ AG in allen vier Fällen dem Beschwerdeführer zuzurechnen.
5.3 Die Beschwerdeführerin war ab der Gründung der C._ AG im Jahr 2011 bis zum 8. November 2015 für die Gesellschaft  (vgl. Handelsregisterauszug). Sie war damit befugt, für die Unternehmung alle Rechtshandlungen im Rahmen des  vorzunehmen. In dieser Funktion hat sie im Namen der C._ AG einen der Verträge zur Liegenschaftsvermittlung unterzeichnet (vgl. Verkaufsauftrag vom 10.10.2014, Vorakten JGK pag. 152 ff.). Auf diesem Vertrag sowie verschiedenen weiteren  im Zusammenhang mit den Liegenschaftsvermittlungen der C._ AG findet sich das Kürzel «...» (vgl. Leistungserfassung, Vorakten JGK pag. 158 ff.; Verkaufsaufträge vom 2.4.2015 und 9.6.2015, Vorakten JGK pag. 143 f. und 146 f.; Rechnungen vom 25.6.2015, 5.11.2015, 13.7.2016 und 20.5.2016, Vorakten JGK pag. 145, 148, 151 und 156). Die Verwendung dieses Kürzels lässt darauf schliessen, dass die Beschwerdeführerin in allen vier Mandaten für die Gesellschaft tätig war, auch noch nach Löschung ihrer Einzelzeichnungsberechtigung im Handelsregister. Ihre Mitwirkung und ihr wirtschaftliches Interesse an den Liegenschaftsvermittlungen zeigen sich schliesslich daran, dass auf zwei
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.08.2019, Nr. 100.2018.313U, Seite 13
Rechnungen der Rechnungsbetrag als «Guthaben der Notarin» bezeichnet wird (vgl. Rechnungen vom 25.6.2015 und 5.11.2015, Vorakten JGK pag. 145 und 148). Damit kann offenbleiben, ob die Beschwerdeführerin in allen Fällen von Liegenschaftsvermittlung als (faktische) Geschäftsführerin der Gesellschaft mitwirkte. So oder anders hat sie auf die C._ AG massgebend Einfluss genommen, weshalb ihr deren Handeln jedenfalls im Sinn von Ziff. 3 Bst. g KS LH zuzurechnen ist. Insofern stellt diese Regelung für den vorliegenden Fall eine rechtmässige und sachgerechte Konkretisierung von Art. 4 Abs. 3 letzter Satz NG dar.
6.
6.1 Die C._ AG hat in vier Fällen Klientinnen bzw. Klienten «die Übernahme des Verkaufs» von Liegenschaften angeboten, nach Abschluss des entsprechenden Mandats eine Käuferschaft vermittelt und dafür Rechnung gestellt. Streitig und zu prüfen ist, ob dabei im Sinn der Notariatsgesetzgebung unzulässige Provisionen vereinbart worden sind. Aus den Akten ergibt sich folgender Sachverhalt:
6.1.1 Am 10. Oktober 2014 unterbreitete die Beschwerdeführerin der  D._ (nachfolgend: Fall «D._») namens der C._ AG eine Offerte für die Vermittlung einer Käuferschaft für die Wohn- und Geschäftsliegenschaft an der ...strasse in .... Die Erbengemeinschaft erteilte den entsprechenden Auftrag und erklärte sich mit folgenden Honorarbestimmungen einverstanden (vgl. Verkaufsauftrag vom 10.10.2014, Vorakten JGK pag. 152 ff.):
«Einmalige Abschlusspauschale von 1,95 % des für die Liegenschaft verurkundeten Kaufpreises, zzgl. MWSt nach am Datum der  gültigem Satz, für den Fall des Zustandekommens eines Kaufvertrages um das genannte Grundstück. Bei diesem Betrag  es sich um eine pauschalisierte Aufwandentschädigung.
[...]
Ausschliesslich in folgenden Fällen werden dagegen die bisher  Kosten entsprechend dem tatsächlichen Aufwand zu einem Honorar von CHF 250.00 pro Stunde, zuzüglich Drittauslagen und Mehrwertsteuer, in Rechnung gestellt:
- Der Auftraggeber kündigt vor Ablauf der Vertragsdauer;
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.08.2019, Nr. 100.2018.313U, Seite 14
- Es kommt durch das Verschulden des Auftraggebers zu keinem  mit dem interessierten Käufer;
- Ein Verkauf bis 31. Dezember 2015 ist aus anderen Gründen,  die Auftragnehmerin nicht zu verantworten hat, nicht erfolgt.»
Nach Angaben der Beschwerdeführenden hat die Erbengemeinschaft die Liegenschaft in der Folge nicht der von der C._ AG vermittelten Käuferschaft, sondern anderweitig verkauft (vgl. Schreiben der  vom 30.6.2017 S. 3, Vorakten JGK pag. 138 ff.). Die C._ AG stellte der Erbengemeinschaft am 20. Mai 2016 für ihre Leistungen nach Zeitaufwand Rechnung über Fr. 30'530.-- (inkl. Auslagen und MWSt; vgl. Vorakten JGK pag. 156; vgl. auch Leistungserfassung, Vorakten JGK pag. 158 ff.), die aber offenbar von der Erbengemeinschaft bestritten wurde (vgl. Revisionsprotokoll vom 1.12.2016 S. 11, Vorakten JGK pag. 176 ff. [nachfolgend: Revisionsprotokoll]).
6.1.2 Gemäss Wortlaut des Vertrags haben die Parteien die Höhe der Gesamtentschädigung als Prozentwert des Verkaufserlöses definiert und festgelegt, dass die Verkäuferschaft diese nur schulde, wenn das  verkauft werde. Damit haben sie ein kaufpreisabhängiges Honorar vereinbart und von der erfolgreichen Liegenschaftsvermittlung abhängig gemacht. Inwiefern diese Regelung als aufwandbasiertes Honorar  werden soll, ist nicht nachvollziehbar. Ein Honorar nach effektivem  setzt die Vereinbarung eines Stundenansatzes voraus. Davon geht auch die C._ AG aus, hat sie sich doch lediglich für drei Fälle einer von ihr nicht zu verantwortenden Nichtvermittlung ein Honorar nach tatsächlichem Aufwand zu einem Ansatz von Fr. 250.-- pro Stunde versprechen lassen. Sie unterscheidet also selber zwischen der  im Erfolgsfall und einem Honorar nach tatsächlichem Aufwand für gewisse Spezialfälle von gescheiterten Verkaufsbemühungen und hielt es nur bei letzteren für nötig, einen Stundenansatz zu vereinbaren. Die Beschwerdeführenden machen geltend, bei der  handle es sich um ein Kostendach. Dazu hätten die  festlegen müssen, dass die Eigentümerschaft der Auftragnehmerin die verrechenbaren Stunden zu einem bestimmten Ansatz und (allenfalls inkl. Spesen) bis zu einem Höchstbetrag vergütet. Die Formulierung der massgebenden Vertragsbestimmungen lässt jedoch keinen Zweifel daran, dass die C._ AG mit der Verkäuferschaft eine verkaufspreis- und
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.08.2019, Nr. 100.2018.313U, Seite 15
erfolgsabhängige Provision vereinbart hat. Um eine  als unzulässig zu qualifizieren, genügt die Vereinbarung einer Provision. Nicht erforderlich ist deren tatsächlicher Bezug (vgl. KS LH-1965, in BN 1965 S. 3 mit Hinweis auf den Entscheid der  des Kantons Bern vom 30.10.1964 [BN 1965 S. 6 ff.]). Insofern ist nicht entscheidend, dass die C._ AG das vereinbarte kaufpreisabhängige Honorar nicht erhalten hat.
6.2 In drei weiteren Fällen hat die C._ AG Liegenschaften vermittelt, wobei mit Ausnahme der Höhe der geschuldeten «einmaligen Abschlusspauschale» folgende gleichlautenden Honorarbestimmungen vereinbart wurden (vgl. Verkaufsaufträge vom 2.4.2015, 9.6.2015 und 13.11.2015, Vorakten JGK pag. 143 f., 146 f. und 149 f.):
«1. Bei einem Vertragsabschluss mit einem Käufer [über/um] die  Eigentumswohnung wird für den Auftrag, unabhängig von den Bemühungen der Auftragnehmerin, eine einmalige  von CHF [...] (zzgl. MWSt nach am Datum der  gültigem Satz) fällig. Bei diesem Betrag handelt es sich um eine pauschalisierte Aufwandentschädigung.
[...]
6. Sollte die Eigentümerschaft von einem Kauf Abstand nehmen,  eine verbindliche Verkaufserklärung inkl.  vorliegt, sind 80 % der Abschlusspauschalen .»
Zu den einzelnen Aufträgen ergibt sich aus den Akten Folgendes:
6.2.1 Am 2. April 2015 vereinbarte die C._ AG mit E._ (nachfolgend: Fall «E._») die «Übernahme des Verkaufs» der Stockwerkeinheit an der ...strasse in ... für ein Pauschalhonorar von Fr. 19'800.-- (vgl. Verkaufsauftrag vom 2.4.2015, Vorakten JGK pag. 143 f.). Gemäss Kaufvertrag vom 29. Juni 2015 konnte die Stockwerkeinheit für Fr. 515'000.-- verkauft werden (vgl. Vorakten JGK pag. 40 ff.). Die C._ AG stellte der Verkäuferschaft am 25. Juni 2015 für Honorar und Auslagen einen Betrag in der Höhe von Fr. 19'800.-- (zzgl. MWSt von Fr. 1'584.--) in Rechnung. Das Schreiben enthält keine Angaben zu den aufgewendeten Arbeitsstunden oder dem verrechneten Stundenansatz. Die geleisteten Arbeiten und angefallenen Auslagen sind nicht im Einzelnen aufgeführt, sondern unter Oberbegriffen
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.08.2019, Nr. 100.2018.313U, Seite 16
zusammengefasst (vgl. Rechnung vom 25.6.2015, Vorakten JGK pag. 145).
6.2.2 Für die Erbengemeinschaft F._ vermittelte die C._ AG die Stockwerkeinheit ... Gbbl. Nr. 1_ (nachfolgend: Fall «F._»), wobei das Pauschalhonorar auf Fr. 18'700.-- festgesetzt wurde (vgl. Verkaufsauftrag vom 9.6.2015, Vorakten JGK pag. 146 f.). Die Stockwerkeinheit wurde für Fr. 390'000.-- verkauft (vgl. Kaufvertrag vom 4./14.9.2015, Vorakten JGK pag. 63 ff.). Für die Vermittlungstätigkeit stellte die C._ AG der Erbengemeinschaft F._ am 5. November 2015 für Honorar und Auslagen einen Betrag von Fr. 18'700.-- in Rechnung (zzgl. MWSt von Fr. 1'496.--). Auch dieses Schreiben weist weder die Anzahl geleisteter Stunden noch den verrechneten Stundenansatz aus. Die erbrachten Arbeiten und die Auslagen sind in gleicher Weise umschrieben wie im Fall «E._» (vgl. Rechnung vom 5.11.2015, Vorakten JKG pag. 148; vorne E. 6.2.1).
6.2.3 Die C._ AG verpflichtete sich weiter zur «Übernahme des Verkaufs» einer Stockwerkeinheit an der ...strasse in ..., die G._ gehörte (nachfolgend: Fall «G._»). Das Pauschalhonorar setzten die Vertragsparteien auf Fr. 18'700.-- fest (vgl. Verkaufsauftrag vom 13.11.2015, Vorakten JGK pag. 149 f.). Die Stockwerkeinheit wurde am 13. Juli 2016 zum Preis von Fr. 360'000.-- verkauft (vgl. Kaufvertrag vom 13.7.2016, Vorakten JGK pag. 98 ff.). Gleichentags stellte die C._ AG dem Verkäufer für ihre Tätigkeit einen Betrag von Fr. 18'700.-- in Rechnung (zzgl. MWSt von Fr. 1'496.--). Das betreffende Schreiben gibt wiederum weder über die Anzahl aufgewendeter Arbeitsstunden noch den verrechneten Stundenansatz Aufschluss. Wie im Fall «E._» finden sich auch keine genaueren Angaben zu den geleisteten Arbeiten und den Auslagen (vgl. Rechnung vom 13.7.2016, Vorakten JGK pag. 151; vorne E. 6.2.1).
6.2.4 Gemäss Ziffer 1 der drei Verkaufsaufträge ist die «einmalige » nur im Fall des Vertragsabschlusses mit einer  über die betroffene Liegenschaft geschuldet (vorne E. 6.2). Für den Fall der Nichtvermittlung haben die C._ AG und die jeweilige Verkäuferschaft keine Entschädigung vereinbart. Das Honorar ist damit
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.08.2019, Nr. 100.2018.313U, Seite 17
erfolgsabhängig ausgestaltet. Dass kein Honorar nach effektivem Aufwand vereinbart wurde, zeigt sich daran, dass in allen drei Fällen weder die Vereinbarung noch die Honorarrechnung einen Stundenansatz oder die Anzahl der geschätzten bzw. geleisteten Arbeitsstunden enthalten. Auch die Formulierung in der Vereinbarung, wonach die Entschädigung « von den Bemühungen der Auftragnehmerin» geschuldet ist (vgl. je Ziff. 1 der Verkaufsaufträge, vorne E. 6.2), macht deutlich, dass das  nicht dem gebotenen bzw. geleisteten Zeitaufwand im Sinn von Ziff. 4 Bst. b KS LH entspricht. Fehlt es an einer aufwandbasierten , kann entgegen der Ansicht der Beschwerdeführenden das erfolgsabhängige Pauschalhonorar von vornherein kein Kostendach  (vgl. auch vorne E. 6.1.2). Die Rechnungen machen ebenfalls , dass kein Honorar nach Aufwand vereinbart wurde: Der geforderte  entspricht jeweils genau dem vereinbarten Pauschalhonorar. Er ist  nicht in Honorar und Auslagen unterteilt und die geleisteten Arbeiten bzw. angefallenen Auslagen sind bloss pauschal umschrieben (vgl.  JGK pag. 143 ff., 146 ff. und 149 ff.). Was die Beschwerdeführenden gegen diese Qualifizierung des Honorars vorbringen, vermag nicht zu : Dass die Vertragsparteien in Ziffer 6 der Vereinbarung einen Spezialfall der Nichtvermittlung geregelt haben (in dem nicht die gesamte, sondern bloss 80 % der Pauschale geschuldet ist), spricht gegen das  einer Lücke in der Honorarvereinbarung, weshalb kein Anlass , einen hypothetischen Parteiwillen zu ermitteln. Sodann entfällt die Erfolgsabhängigkeit des Honorars nicht allein deshalb, weil die  angesichts der langjährigen Kundenbeziehung und des daraus resultierenden Vertrauensverhältnisses sowie der (angeblichen)  der Beauftragten nicht von einem Scheitern der  ausgegangen sind. Ein solches liegt immer im Bereich des Möglichen und kann sich nicht nur mangels Nachfrage ergeben, sondern auch, wenn sich letztlich keine Interessentinnen oder Interessenten zum Kauf entschliessen (so auch VGE 2017/257 vom 17.1.2018 E. 4.3.3 [ durch BGer 2C_183/2018 vom 6.9.2018]). Damit steht fest, dass die C._ AG für ihre Vermittlungstätigkeit in den drei Fällen mit der jeweiligen Verkäuferschaft eine erfolgsabhängige Pauschalentschädigung vereinbart hat.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.08.2019, Nr. 100.2018.313U, Seite 18
6.3 Die Beschwerdeführenden berufen sich ferner auf im Verfahren vor der JKG nachgereichte Leistungserfassungen der C._ AG zu den Fällen «E._», «F._» und «G._» (vgl. Vorakten JGK pag. 38 f., 61 f. und 95 ff.):
6.3.1 Die Notarinnen und Notare müssen sowohl im haupt- als auch im nebenberuflichen Tätigkeitsbereich ihre Leistungen und diejenigen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfassen, sodass der Arbeitsaufwand von den Beteiligten, den Aufsichtsbehörden und den Gerichte nachvollzogen werden kann (vgl. zur Berufspflicht der Leistungserfassung Martin Bichsel, in Kommentar NG, Art. 52 NG N. 41 mit Hinweis auf Art. 24 Abs. 1 Bst. a der Notariatsverordnung vom 26. April 2006 [NV; BSG 169.112]; s. auch Klaus Bürgi, in Kommentar NG, Art. 24 NV N. 1 und 4; Aron Pfammatter, in Kommentar NG, Art. 37 NG N. 2; Peter Ruf, a.a.O., N. 991; Wolf/Pfammatter, in Kommentar NG, Art. 29 NG N. 12; im  ergibt sich die Rechenschaftsablegungspflicht aus Art. 400 Abs. 1 OR, vgl. dazu Rolf H. Weber, in Basler Kommentar, 6. Aufl. 2015, Art. 400 OR N. 4 mit Hinweis auf BGer 4A_459/2013 vom 22.1.2014 E. 5.2.2). Zwar trifft zu, dass den Notarinnen und Notaren nicht vorgeschrieben ist, wie die Leistungserfassung zu führen ist, womit beispielsweise auch eine  mittels Excel-Tabelle grundsätzlich zulässig ist. Allerdings müssen auch anhand einer solchen Erfassung die erbrachten Leistungen nachvollzogen und die Rechnungsstellung überprüft werden können (vgl. Klaus Bürgi, in Kommentar NG, Art. 24 NV N. 4). Die Pflicht zur  gilt auch für Liegenschaftsvermittlungen, die die Notarin bzw. der Notar durch eine Gesellschaft ausführen lässt (BVR 2018 S. 139 E. 4.4.2).
6.3.2 Die Pflicht zur Leistungserfassung ist besonders bedeutsam bei  Liegenschaftsvermittlung, da diese im Kanton Bern nur  erlaubt ist, wenn sie nach dem gebotenen Arbeitsaufwand verrechnet wird (vgl. vorne E. 2.3 und 3). Der Nachweis liegt im Interesse der Notarinnen und Notare und kann nur von ihnen erbracht werden. Sie müssen daher ihren Arbeitsaufwand nötigenfalls nachweisen können (vgl. auch KS LH-1965, in BN 1965 S. 3). Die Pflicht, den Aufwand zu belegen, ergibt sich in Disziplinarverfahren überdies aus der allgemeinen  Mitwirkungspflicht, die sich insbesondere auf Tatsachen bezieht, die
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.08.2019, Nr. 100.2018.313U, Seite 19
eine Partei besser kennt als die Behörde und die die Behörde nicht oder nicht mit vernünftigem Aufwand erheben könnte (vgl. Art. 20 Abs. 1 VRPG; BVR 2016 S. 65 E. 2.3; VGE 2015/363 vom 19.4.2016 E. 2.1, 2014/2 vom 18.11.2014 E. 4.3; betreffend die analogen Grundsätze des VwVG BGE 138 II 465 E. 8.6.4 S. 497 mit Hinweis auf BGE 130 II 482 E. 3.2). – Mit Blick auf das soeben Erwogene darf bei der Beweiswürdigung  werden, ob den Beschwerdeführenden der Nachweis gelungen ist, dass die in Rechnung gestellten Honorare gestützt auf den geleisteten  festgelegt worden sind. Die instruierende Behörde der JGK () räumte den Beschwerdeführenden am 10. Mai 2017  ein, im Licht des KS LH zu den vier gemeldeten Fällen von  durch die C._ AG Stellung zu nehmen und die Behörde entsprechend zu dokumentieren. Der Notariatsinspektor wies die Beschwerdeführenden ausdrücklich darauf hin, dass er in allen Fällen unter anderem eine nachvollziehbare Erfassung des geltend gemachten Zeitaufwands benötige. Dadurch wurde den Beschwerdeführenden die Wahrnehmung ihrer Mitwirkungspflicht ermöglicht (vgl. Schreiben Notariatsinspektor vom 10.5.2017, Vorakten JGK pag. 165; zum Ganzen BVR 2018 S. 139 E. 4.4.3).
6.3.3 Anhand der drei nachgereichten Leistungserfassungen lässt sich nicht in genügender Weise belegen, dass der auf den Rechnungen  Aufwand tatsächlich angefallen ist. Der Arbeitsaufwand ist in den drei Dokumenten oftmals nur monatsweise (z.B. «März-Oktober 2015,  Telefonate mit und von G._» [Fall «G._»]; «, Beantwortung E-Mail-Anfragen Interessenten» [Fall «F._»]; «Mai-Juni, Aufschaltung Inserat Immoscout» [Fall «E._»]), pauschal («Due Diligence») oder ohne (genaue) Datumsangabe aufgeführt («Erstellen Verkaufsdokumentation/Überarbeiten derselben»; vgl. zum Ganzen Vorakten JGK pag. 38 f., 61 f. und 95 ff.). Auch geht aus den drei Zusammenstellungen nicht hervor, wer welche Arbeiten geleistet haben soll, obschon gemäss Ausführungen der Beschwerdeführenden mehrere Angestellte der C._ AG mit den Vermittlungen befasst waren (vgl. Beschwerde Ziff. II./3.2.2) und die Leistungserfassungen je zwei unterschiedliche Stundenansätze aufweisen (anders im Fall «D._»; vgl. Vorakten JGK pag. 158 ff.). Bei diesen
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.08.2019, Nr. 100.2018.313U, Seite 20
Gegebenheiten kann offenbleiben, welcher Beweiswert solchen möglicherweise erst nachträglich verfassten Zusammenstellungen des Arbeitsaufwands zukommt (vgl. Revisionsprotokoll S. 11).
6.3.4 Nach dem Gesagten lassen die drei erst nach der Revision  Leistungserfassungen nicht darauf schliessen, dass die Honorare anhand des Zeitaufwands errechnet wurden. Somit ist auch nicht massgebend, ob der darin aufgeführte Stundenansatz für die angeblich vom Sohn bzw. Bruder der Beschwerdeführenden geleisteten Arbeiten mit Blick auf dessen Ausbildung angemessen war (vgl. vorne E. 4). Ohnehin ändern die fraglichen Aufstellungen nichts an der Erkenntnis, dass die C._ AG vertraglich eine erfolgsabhängige Pauschalentschädigung vereinbart und nach Vermittlung der betroffenen Liegenschaften auch in Rechnung gestellt hat (vorne E. 6.2).
6.4 Das Verwaltungsgericht gelangt aufgrund des Erwogenen zur , dass die C._ AG im Fall «D._» eine vom  abhängige Provision vereinbart und in den Fällen «E._», «F._» und «G._» Liegenschaften gegen eine im Voraus festgelegte erfolgsabhängige Provision vermittelt und damit die Honorare nicht anhand des (gebotenen) Zeitaufwands berechnet hat. Dafür sprechen die Ausgestaltung der Vertragsklauseln (vorne E. 6.1.2 und 6.2.4), die Höhe der verrechneten Honorare (vorne E. 6.2.4) sowie der Umstand, dass sich aus den drei nachgereichten Leistungserfassungen der Aufwand nicht genügend nachvollziehen lässt (vorne E. 6.3.3). Dabei ist unerheblich, ob die Aufträge auf die Initiative der jeweiligen Auftraggeberin bzw. des jeweiligen Auftraggebers zurückzuführen sind. Die in Ziff. 4 Bst. b KS LH vorgesehene Vorschrift, wonach der Anstoss für ein Vermittlermandat von der Auftraggeberin bzw. dem Auftraggeber kommen muss, bezieht sich nur auf die Liegenschaftsvermittlung gegen ein Honorar nach dem gebotenen Zeitaufwand. Da hier erfolgsabhängige Honorare vereinbart wurden, ist nicht massgebend, ob die Liegenschaftsvermittlungen auf ausdrücklichen Wunsch der jeweiligen Eigentümerschaft erfolgten.
6.5 Die vier Fälle von Vermittlungstätigkeit gegen Provision sind den Beschwerdeführenden zuzurechnen (vorne E. 5) und stellen somit unzu-
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.08.2019, Nr. 100.2018.313U, Seite 21
lässige Liegenschaftsvermittlungen gemäss Ziff. 3 Bst. c KS LH dar.  steht fest, dass sowohl der Beschwerdeführer als auch die  gegen Art. 4 Abs. 3 NG verstossen haben.
7.
Streitig ist weiter, ob die Beschwerdeführerin ihre Berufspflichten auch  verletzt hat, als sie in den Fällen «E._», «F._» und «G._» die Kaufverträge über die von der C._ AG vermittelten Liegenschaften selber beurkundete. Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin die Liegenschaftsvermittlungen nicht zugerechnet, aber eine Verletzung der Interessenwahrungspflicht nach Art. 37 NG . Die Beschwerdeführerin erscheine bezüglich der öffentlichen  der Kaufverträge als befangen, da ihr Vater, der , ein wirtschaftliches Sonderinteresse an den Beurkundungen gehabt habe (vgl. angefochtene Verfügung E. 3.5; vorne E. 4). Die  bestreiten die der Beschwerdeführerin vorgeworfene  (vgl. Beschwerde Ziff. II./3.2.5; vorne E. 4). Die Notarin oder der Notar hat nach Art. 37 Abs. 1 NG die Interessen der Beteiligten nach bestem Wissen und Gewissen gleichmässig und unparteiisch zu . Notarinnen und Notare haben bei ihrer hauptberuflichen Tätigkeit die Stellung unparteiischer Treuhänderinnen bzw. Treuhänder einzunehmen und daher Kollisionen mit eigenen Interessen oder solchen anderer  oder Auftraggeber zu vermeiden (vgl. Peter Ruf, a.a.O., N. 988 ff.; Aron Pfammatter, in Kommentar NG, Art. 37 NG N. 8).  wenn die Notarin oder der Notar unzulässigerweise Liegenschaften gegen Provision vermittelt, kann sie bzw. er bei der anschliessenden  nicht als unparteiisch betrachtet werden (BVR 2018 S. 139 E. 5.2.3). Vor diesem Hintergrund ist die Vorinstanz zu Recht von einer Verletzung der Interessenwahrungspflicht durch die Beschwerdeführerin ausgegangen. Dem Beschwerdeführer zuzurechnende unzulässige  führen bei der Beschwerdeführerin aufgrund des nahen verwandtschaftlichen Verhältnisses sowie der Büropartnerschaft zur Möglichkeit bzw. zum Anschein einer Interessenkollision. Sie hat sich das wirtschaftliche Interesse des Beschwerdeführers an den Liegenschafts-
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.08.2019, Nr. 100.2018.313U, Seite 22
vermittlungen sowie dessen Geschäftsbeziehung zu der jeweiligen  anrechnen zu lassen (vgl. VGE 22907 vom 22.4.2008 E. 3.1; Martin Sterchi, Kommentar zum bernischen Fürsprecher-Gesetz, 1992, Art. 13 N. 4; Aron Pfammatter, in Kommentar NG, Art. 37 NG N. 10). Hier sind die Liegenschaftsvermittlungen gegen Provision durch die C._ AG aber auch der Beschwerdeführerin selber zuzurechnen. Bezüglich der anschliessenden Beurkundungen kann sie daher erst recht nicht als unparteiisch betrachtet werden. Indem die Beschwerdeführerin Liegenschaften gegen ein erfolgsabhängiges Honorar vermitteln liess und anschliessend die Kaufverträge beurkundete, hat sie sowohl gegen die Unvereinbarkeitsvorschriften als auch gegen die Interessenwahrungspflicht verstossen (vgl. auch VGE 2017/257 vom 17.1.2018 E. 5.2 [bestätigt durch BGer 2C_183/2018 vom 6.9.2018]).
8.
Zu prüfen bleiben die den Beschwerdeführenden auferlegten .
8.1 Die Disziplinarmassnahme wird nach dem Verschulden der Notarin bzw. des Notars bestimmt. Zu berücksichtigen sind nach ständiger  die Beweggründe der bzw. des Fehlbaren, die gefährdeten oder verletzten Interessen sowie die Art und Weise der bisherigen . Das Disziplinarrecht ist in die Zukunft gerichtet; es will bewirken, dass sich die fehlbare Person künftig – wieder – beruflich korrekt verhält. Mit der Disziplinarmassnahme soll demnach eine Motivation dafür  werden, dass ein fehlbares Verhalten in Zukunft unterbleibt (vgl. BVR 2000 S. 154 E. 8a [BN 2000 S. 213] mit Hinweisen; jünger etwa BVR 2015 S. 55 [VGE 2013/106 vom 7.10.2014] nicht publ. E. 5.2 mit  auf BGE 133 II 468 E. 2). Für Wahl und Bemessung einer  gilt der Grundsatz der Verhältnismässigkeit (vgl. Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101]). Die Widerhandlung und die  müssen mit Blick auf den Zweck des Disziplinarrechts in einem vernünftigen Verhältnis zueinander stehen. Genügt eine mahnende Sanktion, kommen nur Verweis oder Busse bis Fr. 20'000.-- in Betracht;
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.08.2019, Nr. 100.2018.313U, Seite 23
andernfalls ist eine befristete Suspendierung oder die Löschung des  im Notariatsregister anzuordnen (vgl. Art. 47 Abs. 1 NG; BVR 2018 S. 139 E. 6.2 mit Hinweisen). Der JGK steht als Aufsichtsbehörde über die Notarinnen und Notare bei der Wahl und Bemessung der  ein weiter Ermessensspielraum zu (vgl. BVR 2018 S. 139 E. 6.2, 2015 S. 55 [VGE 2013/106 vom 7.10.2014] nicht publ. E. 5.2, 2013 S. 264 [VGE 2012/4 vom 30.11.2012] nicht publ. E. 6.4, 1998 S. 80 E. 3b). Eine rechtsfehlerhafte Ermessensausübung liegt vor, wenn das Ermessen über- oder unterschritten bzw. missbraucht worden ist. Solange die JGK ihr  pflichtgemäss ausübt, ist es dem Verwaltungsgericht verwehrt, sein eigenes Ermessen anstelle desjenigen der Vorinstanz zu setzen (vgl. BVR 2018 S. 139 E. 6.2, 2015 S. 55 [VGE 2013/106 vom 7.10.2014] nicht publ. E. 5.2 je mit Hinweisen; vgl. zum Ganzen auch VGE 2017/257 E. 6.2).
8.2 Die Vorinstanz hat die Missachtung der Unvereinbarkeitsregel durch den Beschwerdeführer zu Recht als schwerwiegende Pflichtverletzung , da zentrale Berufspflichten der Notarinnen und Notare von  Bedeutung betroffen sind, deren Einhaltung unverzichtbar ist (siehe vorne E. 3.2; vgl. auch BVR 2018 S. 139 E. 6.3; JGK 18.9.2012, in BN 2013 S. 39 E. 4.1 und 4.3). Eine Vermittlung gegen Provision bzw. das Versprechenlassen einer solchen (vgl. vorne E. 6.1.2) gilt per se als schwerwiegende Pflichtverletzung (BVR 2018 S. 139 E. 6.3). In der Praxis werden bei Liegenschaftsvermittlungen gegen Provision regelmässig hohe Disziplinarbussen verhängt (vgl. BVR 2018 S. 139 E. 6.3; VGE 2017/257 vom 17.1.2018 E. 6.3, je mit Hinweisen auf die Praxis). Von einer  des Beschwerdeführers kann angesichts seines schweren  nicht abgesehen werden (vgl. Art. 45 Abs. 2 NG; vorne E. 2.1). Dass die bisherige Berufsausübung des Beschwerdeführers offenbar nicht zu Beanstandungen Anlass gab, ist zwar zu berücksichtigen, vermag an der Schwere seines Verschuldens aber nichts zu ändern. Die  und das Verhalten des Beschwerdeführers erwecken zudem nicht den Eindruck von Einsicht in seine Pflichtverletzungen. Eine Busse im oberen gesetzlichen Rahmen erscheint dem Verschulden des Beschwerdeführers angemessen und erweist sich unter Berücksichtigung der Rechtsprechung jedenfalls nicht als überhöht.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.08.2019, Nr. 100.2018.313U, Seite 24
8.3 Die Vorinstanz hat das Verschulden der Beschwerdeführerin  der Beurkundung der Kaufverträge bei bestehendem  als mittelschwer beurteilt und ihr eine Busse von Fr. 7'500.--  (vgl. angefochtene Verfügung E. 4.3.2). Durch die Vermittlung von Liegenschaften gegen Provision im Namen der C._ AG und die anschliessende Beurkundung der Kaufverträge hat die Beschwerdeführerin gegen die grundlegenden Unvereinbarkeitsregeln und die  verstossen, weshalb ihr Verschulden richtigerweise als schwer zu werten ist (vgl. BVR 2018 S. 139 E. 6.3; vorne E. 8.2). Von einem leichten Fall nach Art. 45 Abs. 2 NG kann bei diesen Gegebenheiten keine Rede sein (vgl. vorne E. 2.1). Auch ihre bisherige einwandfreie  lässt die Disziplinarmassnahme nicht als entbehrlich . Die Beschwerdeführerin zeigt sich uneinsichtig, weshalb nicht davon ausgegangen werden kann, sie werde ihr künftiges Verhalten auch ohne Disziplinierung ändern. Die von der Vorinstanz ausgesprochene Busse erscheint mit Blick auf die Schwere des Verschuldens der  als sehr mild. Eine Verschärfung der  aufgrund der zusätzlich festgestellten Pflichtverletzung durch  Liegenschaftsvermittlung fällt jedoch zufolge des im  Verfahren geltenden Verschlechterungsverbots ausser  (Art. 84 Abs. 2 VRPG; sog. reformatio in peius; vgl. BVR 2015 S. 55 [VGE 2013/106 vom 7.10.2014] nicht publ. E. 5.3, 2010 S. 169 E. 4.1).
9.
Gestützt auf diese Erwägungen erweist sich die Beschwerde in Bezug auf beide Beschwerdeführende als unbegründet und ist abzuweisen. Bei  Ausgang des Verfahrens werden die unterliegenden  kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten sind ihnen aufzuerlegen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Die Beschwerdeführenden haften für die  solidarisch (Art. 106 VRPG). Ersatzfähige Parteikosten sind keine angefallen (vgl. Art. 104 Abs. 3 VRPG).
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.08.2019, Nr. 100.2018.313U, Seite 25
Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:
1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine Pauschalgebühr von Fr. 5'000.--, werden den  auferlegt.
3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.
4. Zu eröffnen: - den Beschwerdeführenden - der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern
Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin: