Decision ID: e0595399-6d24-5870-aef0-a2f93672ff53
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich durch seinen
Krankentaggeldversicherer am 6. August 2012 bei der Invalidenversicherung (IV) zum
Leistungsbezug an (IV-act. 1, 4).
A.a.
Der in der Montage bei der Firma B._ (vgl. IV-act. 13) tätige Versicherte war
wegen eines chronischen, hyperkeratotisch-rhagadiformen Handekzems unter
anderem vom 13. bis 27. Juni 2013 und vom 23. Juni bis 11. Juli 2014 in stationärer
Behandlung in der Dermatologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich
(provisorischer Austrittsbericht vom 17. Juni 2013, IV-act. 31-4 ff.; Austrittsbericht vom
11. Juli 2014, IV-act. 73). Weiter war er vom 18. Oktober bis 12. November 2013 bei
Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in ambulanter
Behandlung einer Anpassungsstörung mit Depression, Sorgen und Anspannung
(ICD-10: F43.23; Arztbericht vom 24. Februar 2014, IV-act. 53).
A.b.
Mit Verfügung vom 13. Februar 2015 wies die IV-Stelle das Gesuch betreffend
berufliche Massnahmen ab, da sich der Versicherte nicht in der Lage sehe, an
beruflichen Massnahmen teilzunehmen (IV-act. 94).
A.c.
RAD-Ärztin Dr. med. D._, Praktische Ärztin FMH, nahm am 22. Mai 2015
Stellung, für adaptierte Tätigkeiten liege nach wie vor eine volle Arbeitsfähigkeit vor.
Der Versicherte könne sämtliche Tätigkeiten ohne Feuchtarbeiten, ohne Exposition zu
hautreizenden Substanzen und ohne starke mechanische Beanspruchung der Hände
A.d.
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vollschichtig ausführen. Die Tätigkeit als Maschinenbediener in der Firma B._ könne
nicht mehr ausgeübt werden, da das Handekzem während dieser Tätigkeit erstmals
aufgetreten sei und eine erneute Exposition nicht anzuraten sei (IV-act. 102).
Nach Vorbescheid (1. Juni 2015, IV-act. 105) und Einwand (19. Juni 2015, IV-
act. 106) wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 17. Juli 2015 (IV-act. 107) das
Leistungsbegehren betreffend Rente ab. Mit Entscheid vom 1. Februar 2017 hiess das
Versicherungsgericht eine dagegen gerichtete Beschwerde (vom 14. September 2015,
IV-act. 118) teilweise gut und wies die Sache zu weiteren Abklärungen und zur neuen
Verfügung im Sinne der Erwägungen an die IV-Stelle zurück (Verfahren IV 2015/291; IV-
act. 148). Es erwog, insgesamt erscheine vor allem der Schluss der RAD-Ärztin, bei
einer der Schadenminderungspflicht entsprechenden Pflege der Hände wäre der
Beschwerdeführer in adaptierter Tätigkeit voll arbeitsfähig, im Hinblick auf den
schubweisen Verlauf und die fehlende fachärztliche Beurteilung der hypothetischen
Arbeitsfähigkeit bei optimaler Compliance nicht ausreichend begründet. Der
medizinische Sachverhalt erweise sich somit als noch nicht ausreichend abgeklärt. Da
die Beschwerdegegnerin zu Unrecht auf ein dermatologisches Gutachten verzichtet
habe, sei die Angelegenheit zur Einholung eines solchen Gutachtens und zu
gegebenenfalls weiteren medizinischen Abklärungen (psychiatrisch) an sie
zurückzuweisen (E. 2.4; IV-act. 148-11).
A.e.
Dr. C._ führte in seinem Verlaufsbericht vom 6. März 2017 aus, der
Gesundheitszustand habe sich seit Februar 2014 verschlechtert. Die
Krankheitsentwicklung aus psychiatrischer Sicht sei ursprünglich unmittelbare Folge
des Handekzems und der dadurch entstandenen und bekannten psychosozialen
Belastungen gewesen. Der Versicherte sei nicht in der Lage, seine komplexen und
letztlich nicht eindeutig lösbaren Lebensprobleme zu verarbeiten bzw. zu ertragen und
schon gar nicht, auf eine kreative Weise alternative Ansätze zu entwickeln. Zur Zeit
fänden Verlaufsgespräche je nach Bedarf alle ein bis zwei Monate statt. Aus
psychiatrischer Sicht sei als Einstieg ein durch ein Job Coaching begleitetes Praktikum
mit einem Pensum von zunächst 50 % zu empfehlen, das während der
Einarbeitungszeit auf 80 % gesteigert werden könne (IV-act. 153).
A.f.
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Dr. E._, Dermatologie/Allergologie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) hielt im
Arztbericht vom 14. März 2017 fest, der Hautbefund sei trotz Arbeitskarenz und trotz
aktuell nicht durchgeführter Systemtherapie gleichbleibend. Es seien diverse System-
und Lokaltherapien durchgeführt worden, die Compliance sei jedoch fraglich. Als
Maschinist bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. In einer anderen, weniger
hautbelastenden Tätigkeit sei der Versicherte zu 50 % arbeitsfähig (IV-act. 160).
A.g.
Gegen die vorgesehene polydisziplinäre Begutachtung (Allgemeine/Innere
Medizin, Dermatologie, Psychiatrie; vgl. Mitteilung vom 31. März 2017, IV-act. 163)
wandte der Versicherte am 24. April 2017 zunächst sinngemäss ein, ein
polydisziplinäres Gutachten sei nicht notwendig und vom Versicherungsgericht nicht
verlangt worden; zudem sei der Hautbefund bei fehlender Belastung nicht
aussagekräftig (IV-act. 164). Am 22. Mai 2017 erklärte er sich mit der Fortführung des
Begutachtungsverfahrens einverstanden (IV-act. 170).
A.h.
Die Polydisziplinäre Medizinische Abklärungen (PMEDA) kam in ihrem Gutachten
vom 16. Oktober 2017 (Dr. med. F._, Allgemeine Innere Medizin; Dr. med. G._,
Dermatologie und Venerologie; Dr. med. H._, Psychiatrie und Psychotherapie;
Untersuchungen 11. Juli und 2. August 2017; IV-act. 186) zum Schluss, aus
dermatologischer Sicht seien Tätigkeiten, die mit einer Belastung der Hände (Montage
arbeiten) und Füsse (überwiegend stehendes Arbeiten) einhergingen, ungeeignet. Dies
betreffe auch die letzte Tätigkeit in der Montage und die geplante Arbeit in einer
Recyclingfirma. In angepassten, überwiegend im Sitzen oder wechselbelastend
erfolgenden Tätigkeiten ohne mechanische Belastung von Händen und Füssen,
Feuchtarbeiten, extreme Temperaturen oder Kontakt mit hautreizenden Stoffen
(Säuren, Laugen, Detergenzien) sei keine Limitation der Arbeitsfähigkeit anzunehmen.
Aus dermatologischer Sicht geeignet seien zum Beispiel Tätigkeiten als Pförtner,
Rezeptionist, Telefonist, im Detailhandel oder in Wachdiensten mit
Bildschirmbeobachtungen (IV-act. 186-21, 27). Der psychiatrische Gutachter befand,
es seien keine namhaften Beeinträchtigungen zu objektivieren. Eine
Anpassungsstörung sei in der Regel reversibel und der aktuelle Befund objektiviere
keine namhafte objektive Störung (mehr). Es sei somit keine psychiatrische Erkrankung
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu diagnostizieren (IV-act. 186-26).
Retrospektiv sei seit Beginn der Erkrankung auch zumindest phasenweise eine
A.i.
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erheblich höhergradige kutane Manifestation präsent gewesen und es sei zusätzlich
eine depressive Störung attestiert worden. Der aktuelle geringe kutane Störungsbefund
und der psychiatrische Untersuchungsbefund ohne namhafte objektive Störung
sprächen dafür, dass die Bewertung der Gutachter spätestens ex nunc gelte (IV-
act. 186-32). RAD-Ärztin Dr. D._ nahm am 24. November 2017 Stellung: Das
Gutachten sei umfassend, widerspruchsfrei und konklusiv, so dass die Arbeitsfähigkeit
auf dieser Grundlage abschliessend beurteilt werden könne (IV-act. 191).
Vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2017 absolvierte der Versicherte einen
Arbeitsversuch bei Firma I._ (Mitteilung vom 29. September 2017, IV-act. 183;
Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung, IV-act. 194). Gemäss der Arbeitgeberin
zeigte er sich einsatzwillig und motiviert und leistete einen 100%igen Einsatz, jedoch
konnte ihm aus wirtschaftlichen Gründen keine Festanstellung angeboten werden. Die
Eingliederungsberatung wurde abgeschlossen, da nach der Unterstützung in der
Stellensuche und einem durchgeführten Arbeitsversuch keine weitere Unterstützung
angeboten werden könne (IV-act. 194-9 ff.). Mit Mitteilung vom 7. Februar 2018 (IV-
act. 196) wies die IV-Stelle das Begehren um berufliche Massnahmen ab.
A.j.
Mit Vorbescheid vom 7. Februar 2018 gewährte sie dem Versicherten das
rechtliche Gehör zur vorgesehenen Abweisung des Gesuchs betreffend Rente (IV-
act. 198). Der Versicherte machte mit Einwand vom 12. März 2018 geltend, entgegen
dem Gutachten könne er weder als Telefonist noch als Rezeptionist arbeiten, der Beruf
des Pförtners existiere nicht mehr, eine Verkaufstätigkeit sei immer mit Kontakt mit
(chemisch) behandelter Ware verbunden und Bildschirmüberwachung sei nicht
realistisch. Massgebend sei die Beurteilung der Dermatologie des KSSG, die im
Sommer 2016 festgehalten habe, dass mit einem Arbeitstraining mit 50 % begonnen
werden könne (IV-act. 201). RAD-Ärztin Dr. D._ äusserte am 30. April 2018, es
fänden sich zahlreiche Hinweise auf mangelnde Compliance. Es sei aus medizinischer
Sicht anzunehmen, dass diese wesentlich zum stark progredienten und über weite
Strecken frustranen Verlauf beigetragen habe. Seit dem Auftreten der Handekzeme
habe in einer adaptierten Tätigkeit grundsätzlich eine ganztägige Arbeitsfähigkeit
bestanden mit erhöhtem Pausenbedarf aufgrund der notwendigen
Handpflegemassnahmen (IV-act. 202).
A.k.
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B.
Mit Verfügung vom 26. Juni 2018 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab. Seit
dem Auftreten der Handekzeme habe in einer adaptierten Tätigkeit grundsätzlich eine
ganztägige Arbeitsfähigkeit mit erhöhtem Pausenbedarf aufgrund der notwendigen
Hautpflegemassnahmen bestanden. Während den akuten Phasen und den stationären
Behandlungen habe jeweils über maximal einige Wochen eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit vorgelegen (IV-act. 203).
A.l.
Gegen die Verfügung vom 26. Juni 2018 erhebt A._ (nachfolgend:
Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. R. Pedergnana, am
28. August 2018 Beschwerde. Er beantragt, es sei ihm unter Kosten- und
Entschädigungsfolge eine bis zum 30. September 2017 befristete ganze Rente
zuzusprechen. Eventualiter sei ihm eine ganze Rente bis 31. März 2016, eine
Dreiviertelsrente bis 31. Dezember 2016 und eine halbe Rente bis 30. September 2017
zuzusprechen. Weiter sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung zu bewilligen. Das Gutachten lasse offen, welche
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit bis zum Zeitpunkt des Gutachtens am
16. Oktober 2017 vorgelegen habe. Der psychiatrische Gutachter habe den Schluss
bericht des J._ nicht beigezogen. Es sei nicht nachvollziehbar, dass im Zeitraum vor
dem Gutachten keine psychiatrischen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestanden
haben sollten. Mit der Anordnung eines polydisziplinären Gutachtens habe die
Beschwerdegegnerin das rechtliche Gehör, seinen Anspruch auf ein faires Verfahren
und das Willkürverbot verletzt. Mit dem willkürlich angeordneten internistischen
Gutachten sei bezweckt worden, das versichertenunfreundliche Auslosungsverfahren
zur Anwendung zu bringen, welches nichts daran ändere, dass die Gutachterstellen
geneigt seien, das Gutachten im Sinne des Auftraggebers zu erstatten. Gemäss einer
Recherche des Schweizer Fernsehens SRF spreche die PMEDA selten eine
rentenbegründende Arbeitsunfähigkeit zu. Hierzu reicht der Beschwerdeführer einen
Bericht zur Sendung Kassensturz vom 25. Oktober 2016 ein (act. G 1.5). Das
Gutachten habe erhebliche Mängel und könne nicht verwertet werden. Trotzdem könne
er in behinderungsangepasster Tätigkeit eine rentenausschliessende Leistung
erbringen, weshalb die Beschwerde lediglich die Vergangenheit berühre (act. G 1).
B.a.
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Mit Beschwerdeantwort vom 3. Oktober 2018 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Sie weist auf das Gewicht der Beurteilung durch
MEDAS-Gutachterstellen und auf den eine ausgewogene Gesamtbetrachtung
gewährleistenden polydisziplinären Ansatz hin. Das Gutachten sei ausführlich
abgefasst und die Schlussfolgerungen zusammen mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung
seien begründet. Der Arbeitsversuch im J._ sei im psychiatrischen Gutachten in der
Sozialanamnese erwähnt und in der Konsensbeurteilung wiederholt thematisiert
worden. Der psychiatrische Gutachter setze sich sodann mit den divergierenden
ärztlichen Einschätzungen auseinander. Es sei unbestritten, dass der
Beschwerdeführer aktuell 100 % arbeitsfähig sei in angepasster Tätigkeit. In der
Stellungnahme vom 30. April 2018 habe der RAD festgehalten, dass retrospektiv von
einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in angepasster Tätigkeit auszugehen sei. Dies
begründe er mit zahlreichen Hinweisen auf eine mangelnde Compliance. Der
Beschwerdeführer sei demnach retrospektiv so zu stellen, wie wenn er bereits damals
den Behandlungen mit optimaler Compliance nachgekommen wäre, womit seit jeher
von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen sei. Dies sei
auch ohne Durchführung eines so genannten Mahn- und Bedenkzeitverfahrens der Fall,
da dieses retrospektiv nicht mehr auferlegt werden könne (act. G 5).
B.b.
Am 10. Oktober 2018 bewilligt die vorsitzende Richterin die unentgeltliche
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten, unentgeltliche Rechtsverbeiständung)
unter Vorbehalt, dass der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der Urteilsfällung noch
immer Sozialhilfe beziehe (act. G 6).
B.c.
Mit Replik vom 11. Dezember 2018 passt der Beschwerdeführer sein Eventual
begehren an, es sei ihm (eine ganze Rente bis 31. März 2016, eine Dreiviertelsrente bis
31. Dezember 2016 und) eine halbe Rente bis 31. Januar 2018 zuzusprechen. Er macht
geltend, der Schlussbericht des J._ werde nur unter dem Gesichtspunkt der
dermatologischen Beschwerden bzw. der Malcompliance angesprochen, nicht aber
unter dem Gesichtspunkt von psychiatrischen Beschwerden. Daher sei die
Einschätzung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit nicht nachvollziehbar bzw. ohne Beizug
und Würdigung aller Akten gefällt worden. Gegen die PMEDA laufe ein Strafverfahren in
zwei Fällen. Es stelle sich die Frage, ob der nicht als Gutachter amtende medizinische
Leiter auf die Gutachter Einfluss genommen habe. Zusammen mit dem äusserst
B.d.
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Erwägungen
1.
knappen, psychiatrisch nicht nachvollziehbaren Gutachten sei zumindest der Anschein
der Befangenheit gegeben. Die PMEDA sei weniger glaubwürdig als ein Hausarzt, da
sie wirtschaftlich von den Sozialversicherern abhängig sei und der Anschein bestehe,
dass sie Gutachten wahrheitswidrig und mit Täuschungsabsicht zugunsten ihrer
Auftraggeber gestalte. Sie sei für befangen zu erklären, das entsprechende Gutachten
aus den Akten zu weisen und ein neues neutrales bidisziplinäres, dermatologisches
und psychiatrisches Gutachten einzuholen. Eventualiter sei der Entscheid bis zum
Vorliegen des Strafurteils vorläufig zu sistieren. Im psychiatrischen Gutachten fehle
beispielsweise ein Mini-ICF-APP, die Auseinandersetzung mit früheren Akten sei sehr
mager und zur Leistungsfähigkeit in der Vergangenheit heisse es lapidar, die aktuelle
Einschätzung sei "spätestens ex nunc" gegeben. Bis zum 16. Oktober 2017
(Verfassung des Gutachtens) habe eine Einschränkung im von den behandelnden
Ärzten attestierten Umfang bestanden. Demnach habe er Anspruch auf eine halbe
Rente bis Ende Januar 2018, weil sein Zustand sich aktenkundig erst am 17. Oktober
(2017) verbessert habe (act. G 10). Er beruft sich auf einen die Problematik fehlerhafter
Gutachten aufgreifenden Radiobeitrag vom 16. Oktober 2018 (act. G 10.1).
Die Beschwerdegegnerin verzichtet stillschweigend auf eine Duplik (act. G 12).B.e.
Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.1.
Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 %, auf eine
1.2.
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halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie
mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie
ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
1.3.
Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). In beweisrechtlicher Hinsicht gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen
1.4.
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2.
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen
Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b;
BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
Der Beschwerdeführer macht im Zusammenhang mit der Anordnung einer
polydisziplinären Begutachtung durch die PMEDA eine Verletzung des rechtlichen
Gehörs, des Anspruchs auf ein faires Verfahren und des Willkürverbots geltend.
2.1.
Dem Beschwerdeführer wurde mit Mitteilung vom 31. März 2017 das rechtliche
Gehör zur Anordnung einer polydisziplinären Begutachtung gewährt (IV-act. 163). Am
24. April 2017 liess er sich vernehmen, er verstehe nicht, weshalb ein interdisziplinäres
und nicht bloss ein dermatologisch/psychiatrisches Gutachten vorgesehen sei. Weiter
monierte er, ein aufgrund einer einzelnen ambulanten Untersuchung erhobener
dermatologischer Befund der Hände sei nicht aussagekräftig, zumal diese nicht
beansprucht würden, und stellte eine entsprechende Ergänzungsfrage nach der
Beurteilung der Leistungsfähigkeit aufgrund durchgeführter Arbeitsversuche (IV-
act. 164). Die Beschwerdegegnerin bat am 18. Mai 2017 den Beschwerdeführer um
Stellungnahme, ob das Begutachtungsverfahren fortgeführt oder ein allfälliger
Arbeitsversuch durchgeführt werden soll (IV-act. 168). Der Beschwerdeführer
antwortete hierauf, es habe vom 17. Februar bis 16. Mai 2014 ein Arbeitsversuch in den
Werkstätten J._ stattgefunden. Das Begutachtungsverfahren könne gerne fortgesetzt
werden. Er ersuche um Berücksichtigung der Zusatzfrage unter Einbezug der Akten
betreffend den erwähnten Arbeitsversuch (IV-act. 170).
2.2.
Der geschilderte Hergang zeigt, dass die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer das rechtliche Gehör gewährte. Der Beschwerdeführer stellte zwar
den Sinn einer polydisziplinären Begutachtung in Frage, sprach sich aber insbesondere
im Schreiben vom 22. Mai 2017 (IV-act. 170) nicht mehr explizit gegen eine solche aus.
Wenn er erst im Beschwerdeverfahren geltend macht, die polydisziplinäre
Begutachtung habe zur Anwendung des für ihn nachteiligen Zufallsprinzips geführt, ist
dieses Vorbringen verspätet (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 1. September 2011,
9C_87/2011, E. 4.2). Zudem soll das für polydisziplinäre Gutachten in Art. 72 der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) festgelegte Zufallsprinzip
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung gerade zu vermeiden helfen, dass eine
konkrete Gutachterstelle aus wirtschaftlichen Interessen (Erhalt einer grossen Zahl von
2.3.
bis
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3.
Aufträgen) im Sinne der beauftragenden IV-Stelle handeln könnte (vgl. BGE 137 V 239,
E. 2.4.3 f. und S. 242, E. 3.1.1). Es führt demnach dazu, dass der den
Gutachtensauftrag erteilenden IV-Stelle gerade nicht vorgehalten werden kann, eine
Institution ausgewählt zu haben, die im Durchschnitt tiefere Arbeitsunfähigkeiten
attestiere. Sodann leuchtet ein, dass die internistische Begutachtung vorliegend Sinn
machte, um eine allfällige diesem Fachgebiet zugehörige, die dermatologische
Symptomatik verursachende Krankheit auszuschliessen (act. G 5-4). Auch dass gegen
die betreffende Gutachterstelle aufgrund eines sich 2013 ereigneten Vorfalls ein
Strafverfahren eröffnet worden sei, vermag keine Befangenheit zu begründen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2013, 9C_970/2012, E. 4). Es ist demnach
im Rahmen der einzelnen Leistungsprüfung darüber zu befinden, ob sich aus dem
konkreten Gutachten Anhaltspunkte für eine Befangenheit der beteiligten Gutachter
ergibt (Urteil des Bundesgerichts vom 22. April 2020, 8C_25/2020, E. 5.1.2.2). Ein
solcher kann per se auch nicht darin erblickt werden, dass der selbst nicht als
Gutachter amtende Institutsleiter das Gutachten mit unterzeichnete. Er tat dies
"aufgrund eigener Prüfung und Urteilsbildung" (IV-act. 186-34), woraus sich kein
Hinweis auf eine Einflussnahme auf die Beurteilung der Gutachter ergibt (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 19. Mai 2020, 8C_767/2019, E. 3.2). Diese müsste sich im
einzelnen Teilgutachten zeigen. Somit war die PMEDA weder befangen noch verletzte
die IV-Stelle das rechtliche Gehör, den Anspruch auf ein faires Verfahren oder das
Willkürverbot. Das Gutachten ist nicht aus dem Recht zu weisen.
Der dermatologische Gutachter führte aus, der (aktuelle) klinische Befund zeige an
den Händen ein gering ausgeprägtes Ekzem mit kleinen, umschriebenen
Hyperkeratosen und wenigen winzigen Rhagaden. An den Füssen finde sich nur links
ein umschriebener Ekzemherd, jedoch nicht an einer druckbelasteten Stelle (IV-
act. 186-20 f.). Der so genannte HECSI (hand eczema severity index) liege bei 7 (IV-
act. 186-17). In der bisherigen Tätigkeit bestehe keine Arbeitsfähigkeit mehr. In
angepassten Tätigkeiten (überwiegend im Sitzen zu verrichten oder wechselbelastend,
ohne mechanische Belastung der Hände und Füsse, ohne Feuchte, extreme
Temperaturen oder Kontakt mit hautreizenden Stoffen) bestehe eine volle
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 186-21, 27).
3.1.
Der psychiatrische Gutachter erhob den Befund gemäss ADMP-Richtlinien und
konnte dabei keine psychiatrische Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
diagnostizieren. Stimmung, Antrieb und affektive Schwingungsfähigkeit imponierten
ungestört, die Kognition sei unbeeinträchtigt. Die Zukunftssorgen seien nachvollziehbar
3.2.
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4.
und als verständliche, normale Reaktion auf die somatische Grunderkrankung
einzuordnen. Die beklagte Höhenangst sei nicht namhaft handlungsbeeinflussend oder
-limitierend und könne bei Bedarf behandelt werden (IV-act. 186-26). Im Gegensatz
dazu hielt der behandelnde Dr. C._ im Bericht vom 6. März 2017 als Diagnose noch
eine Anpassungsstörung mit Depression, Sorgen und Anspannung (ICD-10: F43.26)
fest. Während nach ICD-10 Anpassungsstörungen vorübergehender Natur seien, treffe
dies klinisch beim Beschwerdeführer nicht zu. Seine reaktive Störung habe in den
vergangenen Jahren zu einer langfristigen Chronifizierung mit Beeinträchtigung seiner
sozialen Anpassung, Lebensführung und Lebensqualität geführt. Er sei nicht in der
Lage, seine komplexen Lebensprobleme zu verarbeiten, ertragen und schon gar nicht,
sie kreativ zu lösen. Dennoch erachtete er nach einer Einarbeitungsphase mit einem
Pensum von 50 % eine Steigerung auf 80 % als realistisch (IV-act. 153). Objektivierte
Aspekte, welche der psychiatrische Gutachter nicht berücksichtigt hätte, sind aus dem
Bericht nicht ersichtlich. Es ist daher nachvollziehbar, dass der psychiatrische
Gutachter vom Fehlen eines die Arbeitsfähigkeit dauerhaft beeinträchtigenden
psychischen Gesundheitsschadens ausging. Mangels gravierender objektiver Befunde
ist auch vertretbar, dass er auf die Erörterung der Kriterien gemäss Mini-ICF-APP
verzichtete.
Das Gutachten vermag für den Zeitpunkt seiner Erstattung zu überzeugen. Diese
aktuelle Einschätzung der Gutachter bestätigte sich während des Arbeitsversuchs bei
der Firma I._ vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2017 insofern, als das Ekzem an den
Händen kaum wahrnehmbar war und der Beschwerdeführer trotz Beeinträchtigung an
den Füssen in der Lage war, einen 100%igen Einsatz zu leisten (Verlaufsprotokoll
Eingliederungsberatung, IV-act. 194-8 ff.). Sie wird im Beschwerdeverfahren denn auch
zu Recht nicht mehr bestritten. Ab dem Zeitpunkt der Begutachtung ist somit von einer
100%igen Arbeitsfähigkeit in überwiegend sitzenden oder wechselbelastenden
Tätigkeiten ohne Kontakt der Hände mit Feuchtigkeit oder hautreizenden Substanzen
und ohne starke mechanische Beanspruchung von Händen und Füssen auszugehen.
3.3.
Zum retrospektiven Verlauf lässt sich den Akten aus dermatologischer Sicht
Folgendes entnehmen: Der Dermatologe Dr. K._ hielt im Verlaufsbericht vom 27. Juni
2013 fest, der Gesundheitszustand sei stationär. Arbeiten ohne starke mechanische
Belastung, ohne Feuchtigkeit und Kontakt zu verschiedenen Substanzen wie
Büroarbeiten etc. seien teilzeitlich möglich. Wenn keine Verschlechterung der
Hautverhältnisse eintrete, könne das Pensum gesteigert werden (IV-act. 31). Der HECSI
bewegte sich im Zeitraum Mai 2012 bis Juni 2013 zwischen 74 und 61 (Bericht
4.1.
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dermatologische Klinik USZ, IV-act. 66). RAD-Ärztin Dr. D._ ging von einer
steigerbaren Arbeitsfähigkeit von 50 % aus (Stellungnahme vom 9. August 2013, IV-
act. 37). Während der beruflichen Abklärung im J._ vom 17. Februar bis 16. Mai 2014
fiel den betreuenden Personen auf, dass der Beschwerdeführer die Hände nur auf
Verlangen eincremte und sich das Hautbild nach dem Wochenende jeweils schlechter
präsentierte (Schlussbericht vom 11. Juli 2014, IV-act. 77). Gemäss Bericht der
dermatologischen Klinik USZ vom 15. April 2014 waren die Hände palmar wenig
hyperkeratotisch, leicht schuppend und es fanden sich einzelne Rhagaden und
Lichenifikationen. Der HECSI lag bei 26. Die Ärzte berichteten von einem insgesamt
protrahierten Verlauf und therapieresistenten und refraktären Befunden und äusserten
den Verdacht einer Malcompliance (IV-act. 66). Eine stationäre Therapie (Anpassung
der Systemtherapie und Lokaltherapie mit Steinkohleteer) vom 23. Juni bis 11. Juli
2014 führte zu einer deutlichen Verbesserung des Hautbefundes. Der HECSI sank von
21 auf 8 (Austrittsbericht Dermatologische Klinik USZ vom 11. Juli 2014, IV-act. 73), so
dass seitens der Klinik am 14. Juli 2014 festgehalten wurde, in rezidivfreien Intervallen
sei der Beschwerdeführer grundsätzlich arbeitsfähig, während akuten Schüben
hingegen nicht. Feuchtigkeit und starke manuelle Belastung seien zu vermeiden (IV-
act. 79). Im August und November 2014 betrug der HECSI 15 bzw. 19. Die
dermatologische Universitätsklinik Zürich hielt im Bericht vom 14. November 2014
weiter fest, vom Medikament Imurek habe sich kein nachweisbarer Serumspiegel
gefunden. Insgesamt zeige sich eine Diskrepanz zwischen dem guten Ansprechen bei
stationärer topischer Therapie und dem Verlauf unter der doch relativ hoch dosierten
peroralen Imurek-Behandlung im ambulanten Setting. Die Vermutung liege nahe, dass
das Imurek zumindest in den letzten Wochen nicht eingenommen worden sei, was den
langen, frustranen Therapieverlauf miterklären würde (IV-act. 90). RAD-Ärztin Dr. D._
legte dar, dass unter adaptierten Konditionen von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit
ausgegangen werden könne, wenn der Beschwerdeführer seiner
Selbstbehandlungspflicht nachkomme (Stellungnahme vom 17. November 2015, IV-
act. 122). Von der Klinik für Dermatologie/ Allergologie des KSSG wurde am
3. Dezember 2015 berichtet, die aktuelle Therapie bestehe aus Imurek 100-150 mg/d
und topischen Steoriden 2-3 x wöchentlich sowie einer guten Rückfettung und
Hautschutzmassnahmen. Bisher seien mehrere systemische Therapien durchgeführt
worden ohne deutliche Verbesserung. Unter Imurek sei die Situation erstmals stabil. Im
Vergleich zu früheren Befunden sei eine Verbesserung zu verzeichnen, ganz
beschwerdefrei sei der Beschwerdeführer jedoch auch unter Imurek nicht. Wiederholt
komme es auch unter dieser Therapie zu Exazerbationen, wobei dann die topische
Therapie mit Steroiden intensiviert werden müsse. Grundbausteine der Behandlung
seien eine nachhaltige Basispflege und Rückfettung der Haut mit Cremes und Salben.
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Angepasst an die individuelle Hautbelastung müssten die Hände zusätzlich durch
Baumwoll- oder Kunststoffhandschuhe geschützt werden. Diese Massnahmen seien
auch vorbeugend wirksam und sollten deshalb auch nach Abheilung des Handekzems
fortgeführt werden. Wichtig sei, dass alle Auslösefaktoren strikt ausgeschaltet und
gemieden würden. Inwiefern sich der Beschwerdeführer an die
Hautschutzmassnahmen halte, könne nicht beurteilt werden. Er berichte glaubhaft, sich
an die Therapieempfehlungen zu halten. Zur genaueren Objektivierung müsste eine
erneute Hospitalisation erfolgen (IV-act. 127). Im Arztbericht vom 14./20. März 2017
wurde im Wesentlichen ausgeführt, aktuell bestehe ausschliesslich eine Lokaltherapie
mit Rückfettung bzw. Pflege. Der Hautbefund sei trotz aktueller Arbeitskarenz und
aktuell nicht durchgeführter systemischer Therapie gleichbleibend. Durch eine erhöhte
Compliance wäre der Hautzustand der Hände sicherlich deutlich besser. In der
bisherigen Tätigkeit (Maschinist) bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, da es bei
starker mechanischer Belastung der Hände zu einer Verstärkung des Handekzems
kommen könne. Gemeinsam mit dem Psychiater, dem Casemanager und dem
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers sei im August 2016 besprochen worden, dass
in hautschonenden Tätigkeiten wie als Chauffeur, Lagerist oder im administrativen
Bereich ab sofort eine Arbeitsfähigkeit von 50 % bestehe (IV-act. 160).
Der dermatologische Gutachter führte zum Verlauf aus, trotz intensiver
therapeutischer Massnahmen, die faktisch das gesamte zur Verfügung stehende
Spektrum erfasst hätten, einschliesslich invasiver Systemtherapien mit
Immunsuppressiva und Immunmodulatoren, habe in den Jahren zwischen 2011 und
2014 keine relevante Besserung des Befunds erreicht werden können. Das hohe Mass
an Therapieresistenz trotz maximaler Therapie sei ungewöhnlich. Aktenkundig sei
mehrfach eine Malcompliance erwogen worden und eine Blutspiegelbestimmung habe
den Verdacht ergeben, dass die verordneten Tabletten nicht oder nicht ausreichend
eingenommen worden seien. Im Jahr 2015 sei eine deutliche Verbesserung des
Befundes eingetreten, ohne dass hierfür ein Therapieeffekt sichtbar geworden sei. Die
verwendete Therapie könne kaum ursächlich sein, denn seit etwa diesem Zeitpunkt
seien sämtliche, normalerweise deutlich wirksameren systemischen Therapien
abgesetzt und nur noch eine lokale Therapie mit einer Kortisonsalbe durchgeführt
worden (IV-act. 186-20). Aufgrund der dermatologischen Grunderkrankung besteht
gemäss den Gutachtern in der angestammten Tätigkeit seit deren Beginn im Jahr 2011
keine Arbeitsfähigkeit mehr (IV-act. 186-27). Retrospektiv sei seit Beginn der
Erkrankung zumindest phasenweise eine erheblich höhergradige kutane Manifestation
präsent gewesen. Unter Mitberücksichtigung der psychiatrischen Befunde gelte die
Einschätzung spätestens ex nunc (IV-act. 186-32).
4.2.
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5.
Hinsichtlich des psychiatrischen Teilgutachtens rügt der Beschwerdeführer, dass
der Schlussbericht über die berufliche Abklärung der J._ Werkstätten vom 11. Juli
2014 (IV-act. 77) nicht gewürdigt worden sei, obwohl dieser wesentlich sei. Die
ambulante Therapie war offenbar von November 2013 bis mindestens Februar 2014
sistiert (IV-act. 53; IV-act. 76). Im Arztbericht vom 24. Februar 2014 führte Dr. C._
aus, eine psychische Einschränkung sei unter den gegenwärtigen Umständen durch
mangelnde Motivation aufgrund subjektiver Aussichtslosigkeit therapeutischer
Massnahmen zwar vorhanden, begründe aber keine Arbeitsunfähigkeit. Sie sei
unmittelbare Folge der körperlichen Einschränkung (IV-act. 53-3). Im Bericht der
Werkstätten J._ wurde unter anderem festgehalten, der Beschwerdeführer habe
seine Beeinträchtigung nicht akzeptieren und keine Strategie für einen besseren
Umgang damit finden können. Er habe genau gearbeitet, sei vorbildlich strukturiert,
arbeite speditiv mit logischen Abläufen und optimiere für sich selber die Arbeitsabläufe.
Er habe im Umgang mit Druck keine Probleme gezeigt, die Ruhe bewahrt und nicht
nervös gewirkt. Im geschützten Bereich sei eine Leistung von nahezu 50 % erreicht
worden, was noch nicht den Erwartungen im ersten Arbeitsmarkt entspreche (IV-
act. 77-4 f.). Daraus geht hervor, dass sich beim Arbeitstraining keine weiteren
psychischen Einschränkungen zeigten als die reaktive Fixierung auf die
Ekzemproblematik, welche Dr. C._ wiederum in seinem Bericht vom 6. März 2017
(IV-act. 153; vgl. E. 3.2) beschrieb. Zur Zeit der Berichterstattung vom März 2017 und
der Begutachtung vom 2. August 2017 fand je nach Bedarf alle ein bis zwei Monate
eine psychotherapeutische Sitzung statt (IV-act. 153-2; IV-act.182-22). Aufgrund des
geschilderten Zusammenhangs zwischen körperlichem und psychischem
Gesundheitszustand erscheint nachvollziehbar, dass aus psychiatrischer Sicht nie eine
über die dermatologisch begründete hinausgehende Arbeitsunfähigkeit attestiert
wurde. Insbesondere erfolgte auch die Einschätzung im Arztbericht vom 6. März 2017
sozusagen im bidisziplinären Konsens (vgl. IV-act. 153).
4.3.
Wegen der dermatologischen Grunderkrankung besteht gemäss den Gutachtern in
der angestammten Tätigkeit seit deren Beginn im Jahr 2011 keine Arbeitsfähigkeit
mehr (IV-act. 186-27). Allerdings wurde erst ab 12. März 2012 erstmals eine
Arbeitsunfähigkeit attestiert (Fremdakten, act. 1-1; IV-act. 4). Ein allfälliger
Rentenanspruch besteht somit erst ab 1. März 2013 (Erfüllung des Wartejahres gemäss
Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG, Ablauf der Frist seit Anmeldung am 6. August 2012 gemäss
Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG).
5.1.
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Aus dermatologischer Sicht trat eine massgebliche Verbesserung während der
stationären Behandlung im Juli 2014 ein. Von der Klinik für Dermatologie/Allergologie
des KSSG wurde am 3. Dezember 2015 von einem unter Imurek erstmals stabilen
Zustand berichtet (IV-act. 127). Die Dosis dieses Medikaments wurde während der
Hospitalisation (und offenbar später nochmals) gesteigert und im Plasma
nachgewiesen (Austrittsbericht Dermatologische Klinik USZ, IV-act. 73-2). Der
verbesserte Hautzustand dauerte allerdings nach Absetzen der systemischen Therapie
an (Arztbericht Klinik für Dermatologie/ Allergiologie KSSG vom 14./20. März 2017, IV-
act. 160). Mit Blick auch auf den Verlauf des HECSI (vgl. E. 4.1 vorstehend) ist davon
auszugehen, dass der Gesundheitszustand bereits seit der Hospitalisation im Juli 2014
auf dem Niveau war, wie er sich bei der Begutachtung zeigte. Somit besteht, unter
Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 1 IVV, ab 1. November 2014 kein Anspruch auf eine
Invalidenrente.
5.2.
Für den Zeitraum vom 1. März 2013 bis 1. Juli 2014 wurde vom RAD eine
Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert (Stellungnahmen vom 9. August 2013, IV-act. 37,
und vom 3. März 2014, IV-act. 56). Der dermatologische Gutachter erwähnte und zog
damit in Betracht, dass von den behandelnden Ärzten eine Malcompliance erwogen
worden sei und eine Blutspiegelbestimmung den Verdacht ergeben habe, dass der
Beschwerdeführer die verordneten Tabletten nicht oder nicht ausreichend
eingenommen habe (IV-act. 186-20). Er gab jedoch hierzu keinen weiteren Kommentar
bzw. keine eigene Einschätzung ab. Dass damals eine konsequentere Handpflege zu
einer Verbesserung des Ekzems geführt hätte, ist somit nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Es wurde denn auch kein formelles Mahn- und
Bedenkzeitverfahren nach Massgabe von Art. 21 Abs. 4 ATSG und Art. 7b IVG
eingeleitet, wofür im Übrigen auch das Vorhandensein eines invalidisierenden
Gesundheitsschadens bzw. der Eintritt eines Versicherungsfalles vorausgesetzt wird
(vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts vom 29. August 2016, 9C_165/2016, E. 5.2 und
E. 6; vom 4. November 2016, 9C_391/2016, E. 3.4 betreffend Angststörung; vom
16. Februar 2017, 9C_682/2016, E. 3.2 f. betreffend wahnhafte Störung und paranoide
Schizophrenie, vgl. auch U. Kieser, Kommentar ATSG, 4. Aufl., Zürich 2020, N 36 zu
Art. 7 ATSG und S. Frankhauser, Invalidität und Schadenminderungspflicht, Zur
Erforderlichkeit eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens, in: U. Kieser [Hrsg.],
November-Tagung zum Sozialversicherungsrecht 2019, Zürich/St. Gallen, 2020,
S. 123 ff.). Somit hat der Beschwerdeführer für die Zeit vom 1. März 2013 bis
31. Oktober 2014 einen auf einer 50%igen Arbeitsfähigkeit basierenden
Rentenanspruch.
5.3.
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6.
7.
Der Beschwerdeführer war bis Ende 2012 als Betriebsmitarbeiter bei der Firma
B._ angestellt und erzielte zusätzlich ein Nebeneinkommen. Vor Eintritt des
Gesundheitsschadens erzielte er im Jahr 2011 gemäss IK-Auszug Einkommen von Fr.
68'127.-- und Fr. 4'320.-. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis zum
Jahr 2012 (Bundesamt für Statistik [BFS], Lohnentwicklung, T 39, Indices Männer:
2011: 2171; 2012: 2188) ergibt sich ein aufgewertetes Einkommen von insgesamt
Fr. 73'014.-- ([Fr. 68'127.-- + Fr. 4'320.--] : 2171 x 2188; vgl. Auszug aus dem
individuellen Konto [IK], IV-act. 99). Da keine Gründe ersichtlich sind, weshalb sich das
Einkommen des Beschwerdeführers ohne Eintritt des Gesundheitsschadens im
Folgenden nicht weiterhin in derselben Höhe bewegt hätte, ist das Einkommen des
Jahres 2011 als Validenbasis zu verwenden.
6.1.
Für die Bemessung des Invalideneinkommens ist vom Durchschnitt gemäss
Lohnstrukturerhebung (LSE) 2012 des Bundesamtes für Statistik (BFS),
Kompetenzniveau 1, Männer, von Fr. 65'177.-- auszugehen. In Anbetracht der
Adaptionskriterien, insbesondere der Notwendigkeit der Vermeidung des Kontakts mit
hautirritierenden Stoffen und Feuchtigkeit, erscheint ein Tabellenlohnabzug von 10 %
begründet. Das Invalideneinkommen beträgt somit bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 %
Fr. 29'330.-- (Fr. 65'177.-- x 0,9 x 0,5).
6.2.
Ausgehend vom aufgewerteten Einkommen des Jahres 2011 von Fr. 73'014.--
ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 59,8 %, der auf 60 % aufzurunden ist (BGE 130 V
121). Damit hat der Beschwerdeführer für den Zeitraum ab 1. März 2013 Anspruch auf
eine Dreiviertelsrente. Aufgrund der bis 1. Juli 2014 attestierten Arbeitsfähigkeit von
50 % ist dieser befristet bis am 31. Oktober 2014 (Art. 88a Abs. 1 IVV).
6.3.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 26. Juni 2018
aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung vom 1. März 2013 bis 31. Oktober
2014 eine Dreiviertelsrente zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der
Rentenleistung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
7.1.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die
7.2.
bis
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