Decision ID: f6127dd0-cf18-4d39-93bb-d19a7c0a338b
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. X._, Jg. 1976, ungarische Staatsangehörige, hielt sich seit 11. Dezember 2015 ohne
Wohnsitz und Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz als Touristin auf. Am
19. Dezember 2015 begab sie sich mit dem Taxi von St. Margrethen in die
Notaufnahme des Spitals Rorschach, nachdem bei ihr zuvor Geburtswehen eingesetzt
hatten. Von dort wurde sie dem Kantonsspital St. Gallen überwiesen, wo sie am
gleichen Tag ihre Tochter A._ gebar. Der Spitalverwaltung hatte sie eine ungarische
Krankenversicherungskarte vorgelegt. Der Austritt aus dem Spital erfolgte am
23. Dezember 2015. Mit Schreiben vom 23. Dezember 2015 ersuchte das
Kantonsspital die Sozialen Dienste der Gemeinde St. Margrethen um
Kostenübernahme für den stationären Aufenthalt der Patientin und ihrer Tochter vom
19. bis 23. Dezember 2015. Dies mit dem Hinweis, dass die ungarische
Krankenversicherung die Kostenübernahme abgelehnt habe und die Patientin nicht in
der Lage sei, für die Kosten aufzukommen. Der von der Patientin genannte Arbeitgeber
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habe ein Anstellungsverhältnis dementiert. Mit Verfügung vom 1. Februar 2016 wiesen
die Sozialen Dienste St. Margrethen das Gesuch um Kostenübernahme ab mit der
Begründung, dass die örtliche Zuständigkeit nicht bei der Gemeinde St. Margrethen,
sondern bei der Gemeinde Rorschach liege. Für die Tochter sei ab dem Zeitpunkt der
Geburt die Stadt St. Gallen zuständig (act. G 7/11/10).
b. Gegen diese Verfügung erhob das Kantonsspital St. Gallen durch seinen
Rechtsvertreter beim Gemeinderat St. Margrethen mit Eingabe vom 12. Februar 2016
Rekurs (act. G 7/11/9). Das Sozialamt der Stadt Rorschach gab am 16. Februar 2016
seinerseits bekannt, dass das Gesuch des Kantonsspitals um Übernahme der Kosten
des stationären Aufenthalts mangels örtlicher Zuständigkeit abgelehnt werde. Der
Notfall (Einsetzen der Wehen) habe sich in St. Margrethen ereignet (act. G 7/11/8). Die
Sozialen Dienste St. Gallen teilten am 14. März 2016 ebenfalls mit, dass dem Gesuch
des Kantonsspitals um Übernahme der Kosten des stationären Aufenthalts nicht
entsprochen werde. Örtlich zuständig sei die Gemeinde Rorschach, da die Zuweisung
ins Kantonsspital von Rorschach aus erfolgt sei (act. G 7/11/1). Mit Beschluss vom
6. Juni 2016 wies der Gemeinderat St. Margrethen den Rekurs des Kantonsspitals ab
mit der Begründung, die örtliche Zuständigkeit für die Mutter des Kindes liege bei der
Stadt Rorschach, da von dort aus die ärztliche Zuweisung erfolgt sei. Für das Kind sei
die Stadt St. Gallen zuständig (act. G 7/11/7). Den gegen diesen Beschluss vom
Kantonsspital erhobenen Rekurs (act. G 7/1 und 7/9) hiess das Departement des
Innern (DI) mit Entscheid vom 7. August 2017 gut, soweit es darauf eintrat. Es hob den
angefochtenen Beschluss auf und wies die Angelegenheit an die Sozialen Dienste
St. Margrethen zurück (act. G 2).
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhob die Gemeinde St. Margrethen mit Eingabe vom
28. August 2017 Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben und es
sei festzustellen, dass sich der unterstützungspflichtige Aufenthaltsort von X._ im
massgeblichen Zeitraum in Rorschach befunden habe; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge (act. G 1).
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b. In der Vernehmlassung vom 19. September 2017 beantragte die Vorinstanz
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf den angefochtenen
Entscheid und nahm ergänzend zu den Vorbringen in der Beschwerde Stellung (act. G
6). Die Beschwerdebeteiligte 1 beantragte in der Vernehmlassung vom 2. Oktober 2017
Abweisung der Beschwerde, unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin (act.
G 9). Die Beschwerdebeteiligte 2 beantragte in der Vernehmlassung vom 10. Oktober
2017 Abweisung der Beschwerde. Eventualiter seien die Sozialen Dienste der
Beschwerdebeteiligten 1 zu verpflichten, die Kosten für die notfallmässige stationäre
Behandlung von X._ und A._ vom 19. bis 23. Dezember 2015 zu übernehmen, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 10). In der Stellungnahme vom 3. Januar
2018 stellte der Beschwerdegegner das Rechtsbegehren, die Beschwerde sei
abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der
Beschwerdeführerin (act. G 17).
c. Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben des vorliegenden

Verfahrens wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2.
2.1. Nach Art. 3 Abs. 2 des Sozialhilfegesetzes (sGS 381.1, SHG) richten sich
Zuständigkeit, Unterstützungswohnsitz und Verfahren nach dem ZUG. Gemäss Art. 24
Abs. 1 SHG richten sich die Kostentragung der aufgrund des Aufenthalts zuständigen
politischen Gemeinde und die Kostenersatzpflicht der aufgrund des
Unterstützungswohnsitzes zuständigen politischen Gemeinde ebenfalls sachgemäss
nach dem ZUG. Ist eine offensichtlich hilfsbedürftige, insbesondere eine erkrankte oder
verunfallte Person auf ärztliche oder behördliche Anordnung in einen andern Kanton
verbracht worden, so gilt der Kanton als Aufenthaltskanton, von dem aus die
Zuweisung erfolgte (Art. 11 Abs. 2 ZUG). Bedarf ein Ausländer, der sich in der Schweiz
aufhält, hier aber keinen Wohnsitz hat, sofortiger Hilfe, so ist nach Art. 21 Abs. 1 ZUG
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der Aufenthaltskanton unterstützungspflichtig. Der Aufenthaltskanton sorgt für die
Rückkehr des Bedürftigen in seinen Wohnsitz oder Heimatstaat, wenn nicht ein Arzt
von der Reise abrät (Art. 21 Abs. 2 ZUG). In sachgemässer Anwendung von Art. 17 und
21 ZUG ist demgemäss innerhalb des Kantons die Aufenthaltsgemeinde zuständig.
2.2. Im angefochtenen Entscheid legte die Vorinstanz dar, die Beschwerdeführerin sei
(als erstangerufenes Gemeinwesen) zu Unrecht nicht auf das Gesuch um
Kostenübernahme eingetreten. Er wäre verpflichtet gewesen, das Gesuch materiell zu
prüfen. Die primär zuständige Aufenthaltsgemeinde könne sodann die ihres Erachtens
zuständige Gemeinde um Kostenersatz ersuchen. Wenn die ins Recht gefasste
Gemeinde den Anspruch nicht anerkenne und entsprechend Art. 33 ZUG i.V.m. Art. 3
Abs. 2 SHG Einsprache erhebe, sei ein formeller Beschluss zu erlassen, welchen die
ins Recht gefasste Gemeinde mit Rekurs an das DI weiterziehen könne. Demzufolge
habe die Beschwerdeführerin die Verfügung der Sozialen Dienste St. Margrethen zu
Unrecht bestätigt. Der Rekurs werde daher unter Aufhebung des Beschlusses vom 6.
Juni 2016 geschützt und die Angelegenheit an die Sozialen Dienste St. Margrethen zur
Prüfung des Gesuchs um Kostenübernahme zurückgewiesen. Es liege nicht in der
Kompetenz der Vorinstanz (DI), ein allfälliges ZUG-Verfahren nach Art. 33 f i.V.m. Art. 3
Abs. 2 SHG vorwegzunehmen. Im jetzigen Verfahrenszeitpunkt könne daher keine
materiell-rechtliche Beurteilung der zum Kostenersatz verpflichteten
Aufenthaltsgemeinde nach Art. 21 Abs. 1 ZUG i.V.m. Art. 24 Abs. 1 SHG vorgenommen
werden. Die Bestimmung der kostenpflichtigen Gemeinde liege (noch) nicht in der
Zuständigkeit der Vorinstanz (DI; act. 2 S. 8 f.).
2.3. Die Beschwerdeführerin wendet ein, der Beschwerdegegner sei zur Erhebung des
Rekurses gegen den Beschluss vom 6. Juni 2016 nicht legitimiert gewesen, weshalb
die Vorinstanz zu Unrecht auf den Rekurs eingetreten sei. Der Beschwerdegegner sei
mangels gesetzlicher Grundlage nicht befugt, in eigenem Namen die Deckung der
offenbar teilweise ungedeckt gebliebenen Spitalkosten von der zuständigen Gemeinde
zu verlangen. Er sei auch nicht befugt gewesen, entsprechende Verfügungen
anzufechten (act. G 1 S. 5-7). Im Weiteren hätte die Vorinstanz, da die Legitimation des
Beschwerdegegners von ihr bejaht worden sei, über die örtliche Zuständigkeit
entscheiden müssen, zumal die in Frage kommenden Gemeinden Rorschach und
St. Gallen im Verfahren beigezogen worden seien. Art. 27 SHG bestimme, dass bei
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Uneinigkeit der Gemeinden das zuständige Departement zu entscheiden habe. Im
Übrigen regle auch Art. 3 Abs. 3 VRP das konkrete Vorgehen bei einem negativen
Kompetenzkonflikt. Sollte vom Verwaltungsgericht im vorliegenden Verfahren die
Aktivlegitimation des Beschwerdegegners bejaht werden, so wäre der vorinstanzliche
Entscheid aufzuheben und die Frage der örtlichen Zuständigkeit vom
Verwaltungsgericht direkt zu entscheiden oder die Sache an die Vorinstanz
zurückzuweisen. Bei allfälliger Bejahung der Aktivlegitimation des Beschwerdegegners
sei festzustellen, dass die Beschwerdebeteiligte 1 als Aufenthaltsgemeinde nach
Art. 11 Abs. 1 bzw. Abs. 2 ZUG im vorliegend massgeblichen Zeitraum für die
Unterstützung nach Art. 12 Abs. 2 ZUG i.V.m. Art. 3 Abs. 2 SHG zuständig sei (act. G 2
S. 5-12).
3.
3.1.
3.1.1. Nach Art. 33 Abs. 1 des Gesundheitsgesetzes (sGS 311.1, GG) müssen Spitäler
auf der Spitalliste ihres Kantons im Rahmen ihres Leistungsauftrags und ihrer
Kapazitäten über die Nothilfe hinaus Personen aufnehmen, deren Behandlung
unaufschiebbar ist. Der Beschwerdegegner war mit Blick auf diese gesetzliche
Verpflichtung berechtigt, in eigenem Namen ein Kostenerstattungsgesuch zu stellen,
zumal die behandlungsbedürftige Person nach Lage der Akten bei der
Aufenthaltsgemeinde kein entsprechendes Gesuch eingereicht hatte; dieses Vorgehen
steht im Einklang mit der Praxis der Vorinstanz (vgl. act. G 6 S. 2, mit Hinweis auf Urteil
des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich VB.2014.00364 vom 19. Februar 2015, E.
2.2 m.H.). Das in Lehre und Praxis teilweise vertretene Nichtbestehen eines direkten
Forderungsrechts von Dritten gegenüber Sozialhilfebehörden wird vorab damit
begründet, dass der Anspruch auf Hilfeleistung persönlicher Natur sei und nicht gegen
den Willen des Betroffenen geltend gemacht werden könne (C. Hänzi, Die Richtlinien
der schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe, Basel 2011, S. 366 unten mit Hinweisen).
Vorliegend ergeben sich jedoch keinerlei Anhaltspunkte, dass die Geltendmachung des
Anspruchs nicht dem Willen von X._ entsprochen haben könnte. Das Gesuch lehnte
die Beschwerdeführerin mit Beschluss vom 1. Februar 2016 zuhanden des
Beschwerdegegners ab (act. G 7/11/10) und bestätigte dies mit Beschluss vom 6. Juni
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2016. Diesen liess sie dem Beschwerdegegner als Adressaten zukommen (act. G
7/11/7).
3.1.2. In den Beschlüssen vom 1. Februar (act. G 7/11/10) und 6. Juni 2016 (act. G
7/11/7), welche materielle (Abweisungs-)Entscheide beinhalten (vgl. dazu
nachstehende E. 3.2), ging die Beschwerdeführerin noch von der Aktivlegitimation des
Beschwerdegegners aus, bevor sie im Beschwerdeverfahren den gegenteiligen
Standpunkt einnahm (vgl. E. 3.1). Eine solche Änderung der Begründung im Verlauf des
Verfahrens ist mit Blick auf den Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen
möglich (vgl. BGer 2C_984/2012 vom 21. März 2013, E. 2.3 m.H.).
Die Rechtsmittelbefugnis (Art. 45 Abs. 1 VRP) ist nicht nur zu bejahen, wenn vorliegend
der Beschwerdegegner rechtlich geschützte Interessen für sich beanspruchen kann,
sondern auch dann, wenn eine Verfügung oder ein Entscheid ihn in seiner tatsächlichen
Interessenstellung mehr berührt als einen beliebigen Dritten oder die Allgemeinheit. Die
Beeinträchtigung seiner Interessen muss sodann insofern objektivierbar sein, als er in
einer besonderen, beachtenswerten, nahen Beziehung zur Streitsache stehen muss.
Das Rechtsschutzinteresse muss einen praktischen Nutzen für ihn beinhalten, d.h. eine
erfolgreiche Beschwerde muss zur Abwendung materieller, ideeller oder sonstiger
Nachteile führen, die der angefochtene Akt mit sich bringen würde. Das
Anfechtungsinteresse muss zudem aktuell sein. Dies erfordert, dass die rechtliche oder
tatsächliche Situation des Beschwerdeführers – vorliegend des Beschwerdegegners –
durch den Ausgang des Verfahrens beeinflusst wird (vgl. GVP 2006 Nr. 77 E. 1; Cavelti/
Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 389 ff. und
400 ff.). Diese Voraussetzungen waren beim aufnahme- und behandlungsverpflichteten
Beschwerdegegner für die Anfechtung der Beschlüsse vom 1. Februar und 6. Juni
2016 mit Blick auf die von ihm durchgeführte Behandlung augenscheinlich gegeben.
3.1.3. Der von der Beschwerdeführerin (in act. G 1 S. 6) zitierte Entscheid des
Bundesverwaltungsgerichts C-1257/2006 (richtig wohl: C-1267/2006) vom 16. Januar
2008 hält in E. 4.1.2 lediglich fest, dass es zur Leistungssicherung keine
Überbrückungshilfe brauche, da die Behandlung medizinischer Notfälle bereits von
Gesetzes wegen (Art. 33 Abs. 1 GesG) gewährleistet bzw. die Finanzierung
sichergestellt sei. Die Beschwerdelegitimation von medizinischen Leistungserbringern
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oder ein (fehlender) Kostenersatzanspruch von Leistungserbringern gegenüber
Gemeinden war hingegen nicht Thema dieses Entscheids. Aus der Tatsache, dass die
Aufnahme und Behandlung in einem Spital aufgrund von Art. 33 Abs. 1 GesG
sichergestellt ist, lässt sich entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht der
Schluss ziehen, dass dadurch gleichzeitig auch ein (nach Durchführung der
Behandlung geltend gemachter) Ersatzanspruch des Leistungserbringers gegenüber
den Gemeinden als hinfällig zu betrachten ist. Hieraus lässt sich dementsprechend für
das vorliegende Verfahren nichts ableiten. Der von der Beschwerdeführerin angeführte
Entscheid LGVE 1998 III Nr. 8, in welchem es um den Anspruch einer Sicherheitsfirma
ging, ist vom Sachverhalt her nicht mit den vorliegenden Gegebenheiten vergleichbar.
Sodann nehmen die von ihr erwähnten Entscheide des Verwaltungsgerichts Freiburg
3A 05 162 vom 30. Januar 2006 und 3A 03 163 vom 16. November 2005 auf die
Aufnahme- und Behandlungspflicht von medizinischen Leistungserbringern keinerlei
Bezug und enthalten von daher keine umfassende Wertung.
Die Beschwerdeführerin verweist im Weiteren auf die sozialversicherungsrechtliche
Rechtsprechung, nach welcher die Berechtigung, einen
bundessozialversicherungsrechtlichen Anspruch auf dem Rechtsmittelweg geltend zu
machen, in einem engen Zusammenhang mit der Befugnis steht, die versicherte
Person zum Bezug der entsprechenden Leistung anzumelden (act. G 1 S. 5 f.). Ist eine
Person berechtigt, die Anmeldung vorzunehmen, kommt ihr regelmässig auch die
Legitimation zu, den streitigen Anspruch im Verwaltungsprozess selbständig zu
verfolgen (BGE 138 V 292, E. 4.3 mit Hinweis auf BGE 130 V 560, E. 4.3 m.H.).
Vorliegend geht es nicht um das Anmelderecht zum Bezug von Sozialhilfeleistungen,
sondern um die Frage der Ersatzpflicht für Kosten, welche durch die Behebung einer
medizinischen Notlage entstanden sind. Diese ist weder in Art. 33 Abs. 1 GesG noch in
Art. 12 der Bundesverfassung (BV; SR 101) geregelt. Auch die erwähnte
Rechtsprechung enthält keine Antwort auf die Frage des Kostenerstattungsanspruchs
von Spitälern gegenüber Gemeinden im Fall einer gestützt auf Art. 33 Abs. 1 GesG
erfolgten medizinischen Behandlung. Hingegen sind die Gemeinden aufgrund von Art.
3 Abs. 2 SHG i.V.m. Art. 21 ZUG (vgl. vorstehende E. 2.1) zur Unterstützung einer in
Not geratenen Person mit Aufenthalt in der Gemeinde verpflichtet. Von daher besteht -
entgegen der im Schreiben der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern
vom 30. September 2014 (act. G 3 S. 3) - auch ein Anknüpfungspunkt für die
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Übernahme der Kosten durch die Aufenthaltsgemeinde. Zutreffend ist zwar die
Feststellung der Beschwerdeführerin, dass die Verpflichtung von Art. 33 Abs. 1 GesG
unabhängig davon bestehe, ob die Finanzierung der Behandlung gesichert sei bzw.
eine Kostengutsprache erteilt sei (act. G 1 S. 6). Wenn jedoch die in Not geratene
behandlungsbedürftige Person - wie vorliegend - bei der Aufenthaltsgemeinde kein
Gesuch um Kostengutsprache für die medizinische Behandlung stellt, so kommt der
Beschwerdegegnerin nicht nur die Befugnis zur Stellung eines
Kostenerstattungsgesuchs zu (vgl. vorstehende E. 3.1.1), sondern auch die
Rechtsmittelbefugnis gegen einen ablehnenden Entscheid. Würde dies gegenteilig
gehandhabt, hätte in einer solchen Konstellation - entgegen der Regelung von Art. 3
Abs. 2 SHG i.V.m. Art. 21 ZUG - ungedeckte medizinische Behandlungskosten immer
der Leistungserbringer selbst zu tragen. Überdies wären bei medizinischen Notfällen
von Patienten ohne Versicherungsschutz immer die Spitalgemeinden die Kostenträger.
Letzteres läge nicht im Sinn der vorerwähnten Regelungen und liesse sich zudem mit
der Zuständigkeitsregelung von Art. 11 Abs. 2 ZUG i.V.m. Art. 3 Abs. 2 SHG nicht ohne
Weiteres in Einklang bringen. Die Vorinstanz ist daher zu Recht auf den Rekurs des
Beschwerdegegners eingetreten, zumal dieser als Adressat des Beschlusses vom
6. Juni 2016 an der Änderung oder Aufhebung des Beschlusses ein eigenes
schutzwürdiges Interesse hatte (Art. 45 Abs. 1 VRP).
3.2.
3.2.1. Zutreffend führte die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid mit Hinweis auf die
Rechtsprechung (VerwGE B 2008/95 vom 22. Januar 2009, E. 3.2; www.gerichte.sg.ch;
VerwGE B 2006/4 vom 8. Juni 2006 [=GVP 2006 Nr. 24], E. 1) aus, dass die
Beschwerdeführerin als erstangerufene Gemeinde dem Gesuch des
Beschwerdegegners hätte entsprechen und einstweilen (ohne Anerkennung einer
Rechtspflicht) Leistungen für den zur Diskussion stehenden Spitalaufenthalt hätte
erbringen müssen (act. G 2 S. 8). Die Beschwerdeführerin wies das Gesuch um
Kostenübernahme im Beschluss vom 1. Februar 2016 nach ausführlicher Begründung
mit der Schlussfolgerung ab, dass die örtliche Zuständigkeit nicht bei ihr, sondern bei
der Beschwerdebeteiligten 1 liege, von wo aus die Zuweisung von X._ an das
Kantonsspital erfolgt sei. Für deren Tochter sei ab dem Zeitpunkt der Geburt die
Beschwerdebeteiligte 2 zuständig (act. G 7/11/10). Ein Nichteintretensentscheid kann
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hier entgegen der Auffassung der Vorinstanz (act. G 2 S. 8 unten) offensichtlich nicht
unterstellt werden. Vielmehr ist - mit dem Beschwerdegegner (act. G 17 S. 3 f.) - von
einem Entscheid in der Sache auszugehen, zumal es sich bei der von der
Beschwerdeführerin verfügungsweise einlässlich geprüften und verneinten
Zuständigkeit gerade um den materiellen Streitpunkt handelt. Hieran ändert auch der
erwähnte Umstand nicht, dass die Beschwerdeführerin ihrer einstweiligen
Leistungspflicht nicht nachkam.
3.2.2. Der Umstand, dass sich - wie vorliegend - keines der in Betracht kommenden
Gemeinwesen als zuständig erachtet, darf sich weder zulasten der betroffenen
Personen noch zulasten von Stellen, welche gesetzlich verpflichtet sind, gegenüber
diesen Personen Leistungen zu erbringen, auswirken. Für Leistungserbringer, welche
der Aufnahmepflicht nach Art. 33 Abs. 1 GesG unterliegen, ist es - wie die Vorinstanz
zu Recht festhält (act. G 6 S. 3) - nicht zumutbar, bei allen in Betracht kommenden
Gemeinwesen um Kostenersatz zu ersuchen und (mehrere) entsprechende
Rechtsmittelverfahren zu führen. Wie dargelegt hat daher die erstangerufene Gemeinde
ein Gesuch um Kostengutsprache entgegenzunehmen und zu prüfen bzw. einstweilen
(ohne Anerkennung einer Rechtspflicht) Unterstützung zu leisten (vgl. VerwGE B
2008/95 a.a.O., E. 3.2; www.gerichte.sg.ch; GVP 2006 Nr. 24 E. 1; vgl. auch Art. 3 Abs.
3 VRP). Der Beschluss der Beschwerdeführerin vom 1. Februar 2016 (act. G 7/11/10)
lässt diese Gegebenheiten ausser Acht. Er leidet zudem insofern an einem formellen
Mangel, als er nicht an die von der Beschwerdeführerin als zuständig erachtete
Beschwerdebeteiligte 1 (Gemeinde Rorschach) zugestellt wurde. Deren
Leistungspflicht hätte überdies im Dispositiv verfügt werden müssen. Von daher wäre
an sich ein formeller Anlass gegeben, die Sache - wie von der Vorinstanz entschieden -
an die Beschwerdeführerin zur formell korrekten Verfügung der Leistungspflicht
gegenüber der Beschwerdebeteiligten 1 zurückzuweisen. Zu beachten ist indes, dass
die Angelegenheit inhaltlich liquid bzw. materiell spruchreif ist und sich sämtliche
Verfahrensbeteiligten schon im Verwaltungsverfahren sowie erneut im Rekursverfahren
und im Beschwerdeverfahren zur materiellen Leistungspflicht umfassend äusserten
(vgl. act. G 7/11/1, 7/11/7, 7/11/8 und 7/11/10). Entgegen der offenbaren Auffassung
der Vorinstanz (act. G 6 S. 3) war im Verwaltungs- und im Rekursverfahren bekannt,
welche Gemeinde die Beschwerdeführerin als erstattungspflichtig erachtet (die
Beschwerdebeteiligte 1). Sodann standen sich - im Sinn von Art. 27 SHG sowie Art. 3
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Abs. 1 und Art. 3 Abs. 3 VRP - mehrere politische Gemeinden gegenüber, welche
jeweils ihre Zuständigkeit verneinten. Von daher erweist sich das Vorbringen der
Vorinstanz, dass es (noch) nicht in ihrer Zuständigkeit liege, die kostenpflichtige
Gemeinde zu bestimmen (act. G 2 S. 9 unten), als unzutreffend. Eine Rückweisung der
Sache an die Beschwerdeführerin zur Neuverfügung hätte in dieser Situation, in
welcher sämtliche Gegebenheiten zu Tage liegen und die Verfahrensbeteiligten ihren
Standpunkt darlegten, einen Verfahrensleerlauf und eine nicht gerechtfertigte weitere
Verzögerung zur Folge (vgl. BGE 137 I 195, E. 2.3.2). Dies bringen die
Beschwerdeführerin (act. G 1 S. 11) und die Beschwerdebeteiligte 1 (act. G 9 S. 1
unten) zu Recht vor. Der vorinstanzliche Rückweisungsentscheid lässt sich aus diesem
Grund nicht aufrechterhalten.
3.2.3. Damit ist – durch die Vorinstanz – in materieller Hinsicht zu klären, wer für die
Kosten des Spitalaufenthalts von X._ und A._ vom 19. bis 23. Dezember 2015
aufzukommen hat. Zu prüfen ist mithin, welches Gemeinwesen als
Aufenthaltsgemeinde von X._ und ihrer Tochter im Sinn von Art. 21 Abs. 1 ZUG i.V.m.
Art. 24 Abs. 1 SHG zu gelten hat. Nach Art. 11 ZUG i.V.m. Art. 24 Abs. 1 SHG gilt als
Aufenthalt in einer Gemeinde die tatsächliche Anwesenheit. Unter den dargelegten
Umständen hat die Vorinstanz sich mit den Argumenten der Verfahrensbeteiligten
auseinanderzusetzen und die Zuständigkeitsfrage materiell zu entscheiden. Eine
materielle Prüfung der Streitfrage im vorliegenden Beschwerdeverfahren könnte eine
vorgängige Prüfung im Rekursverfahren insofern nicht ersetzen, als dadurch der
Instanzenzug verletzt würde. Der vorinstanzliche Rückweisungsentscheid ist unter
diesen Umständen aufzuheben. Die Sache ist zur materiellen Prüfung der für die
Kostenübernahme zuständigen Gemeinde an die Vorinstanz zurückzuweisen.
4.
4.1. Die Beschwerde ist unter Aufhebung des angefochtenen Rekursentscheids
teilweise gutzuheissen. Die Sache ist zum Entscheid über die Leistungspflicht für den
Spitalaufenthalt von X._ und A._ an die Vorinstanz zurückzuweisen. In Streitigkeiten
hat jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise
abgewiesen werden (Art. 95 Abs. 1 VRP). Im Fall einer Rückweisung an die Vorinstanz
zu erneutem Entscheid bei noch offenem Ausgang ist für die Frage der Auferlegung der
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Gerichtskosten wie auch der Parteientschädigung von einem vollständigen Obsiegen
auszugehen, unabhängig davon, ob sie beantragt oder ob das entsprechende
Begehren im Haupt- oder im Eventualantrag gestellt wird (VerwGE B 2017/76 vom 16.
August 2018, E. 5 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Vorliegend erscheint es - bei
den dargelegten Verhältnissen mit weiterhin offenem materiellem Ergebnis -
gerechtfertigt, die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens der Vorinstanz (und
nicht dem Beschwerdegegner) aufzuerlegen. Eine Entscheidgebühr von CHF 2‘000
erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung; sGS 941.12,
GKV). Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Der Beschwerdeführerin
ist der geleistete Kostenvorschuss von CHF 2‘000 zurückzuerstatten.
4.2. Die Beschwerdeführerin und die Beschwerdebeteiligten haben als Gemeinwesen
keinen Anspruch auf Ersatz von ausseramtlichen Kosten (Art. 98 Abs. 1 VRP in
Verbindung mit Art. 98 VRP; Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 829 ff.); ihre diesbezüglichen
Anträge (act. G 1, G 9, G 10) sind daher abzuweisen. Der Beschwerdegegner hat
keinen Entschädigungsanspruch, weil er mit seinem Antrag (Abweisung der
Beschwerde; act. G 17) nicht durchdringt.