Decision ID: 229855a5-b723-5852-b9ad-728796218853
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 24.03.2015 Art. 6 und 15 UVG. Rentenanspruch. Adäquate Kausalität allenfalls bestehender organisch nicht objektiv ausgewiesener Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit verneint. Bestimmung der Vergleichseinkommen. Höhe Tabellenlohnabzug (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. März 2015, UV 2013/80).Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug,Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Philipp GeertsenEntscheid vom 24. März 2015in SachenA._,Beschwerdeführer,vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Sebastian Lorentz, Weinbergstrasse 29, 8006 Zürich,zusätzlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Wyss, Weinbergstrasse 29, 8006 Zürich,gegenSchweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 6002 Luzern,Beschwerdegegnerin,betreffendInvalidenrenteSachverhalt:
A.
A.a A._ war als unselbstständiger Maschinenführer obligatorisch bei der Suva gegen
Unfallfolgen versichert. Der Versicherte stürzte am 2. September 2006 als Lenker eines
Motorrads und zog sich eine Distraktionsverletzung mit Keilfraktur BWK 4 und 5 sowie
eine nicht-dislozierte, intraartikuläre, distale Radiusfraktur zu. Die Suva erbrachte in der
Folge Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen. In der Verfügung vom 31. März 2008
verneinte die Suva sowohl die natürliche als auch die adäquate Unfallkausalität der
vom Versicherten geklagten Leiden. Sie stellte sämtliche Leistungen per Ende Februar
2008 ein und verneinte einen Anspruch auf Rentenleistungen und auf eine
Integritätsentschädigung. Dagegen erhob der Versicherte am 29. April 2008
Einsprache. Im Auftrag der IV-Stelle des Kantons St. Gallen wurde der Versicherte am
10. Juni 2009 interdisziplinär (internistisch, psychiatrisch und neurologisch) durch die
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ABI Aerztliches Begutachtungsinstitut GmbH, Basel, begutachtet. Die ABI-Experten
diagnostizierten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches
zervikothorakales und zervikozephales Schmerzsyndrom bei Status nach
Motorradunfall. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine leichte
depressive Episode (ICD-10: F32.0), eine Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10: F54)
sowie ein Status nach dislozierter intraartikulärer distaler Radiusfraktur links im
Rahmen des Motorradunfalls. Für eine körperlich leichte Tätigkeit bescheinigten sie
eine 80%ige Arbeitsfähigkeit, vollschichtig realisierbar (UV-act. 120). Die Suva wies am
10. Mai 2010 die Einsprache ab. Zur Begründung führte sie aus, dass ein
Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung nicht ausgewiesen sei. Den vom
Versicherten geklagten Beschwerden liege "kein relevantes organisches
unfallbedingtes Substrat" zugrunde. Die Beurteilung des adäquaten
Kausalzusammenhangs zwischen Unfallereignis und geklagten Leiden erfolge unter
dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung und sei zu verneinen (UV-
act. 130). Die vom Versicherten dagegen erhobene Beschwerde wies das
Versicherungsgericht ab (siehe hierzu sowie zum bis dahin eingetretenen
massgeblichen Sachverhalt den Entscheid vom 12. April 2011, UV 2010/45, UV-
act. 146).
A.b Die vom Versicherten gegen den kantonalen Entscheid erhobene Beschwerde in
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten hiess das Bundesgericht in Aufhebung des
kantonalen sowie des Einspracheentscheids gut. Es wies die Sache an die Suva
zurück, damit diese über den Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente und
eine Integritätsentschädigung neu verfüge. Zur Begründung führte es aus, die von den
ABI-Gutachtern bescheinigte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit beruhe auf einer
somatischen Grundlage, wofür die Suva einzustehen habe (Urteil des Bundesgerichts
vom 7. Februar 2012, 8C_431/2011, UV-act. 157).
A.c Am 14. März 2012 sprach das Versicherungsgericht dem Beschwerdeführer für die
Zeit vom 1. September 2007 bis 31. Mai 2008 eine ganze Rente der
Invalidenversicherung zu. Im Übrigen wies es die gegen die Rentenverfügung der IV-
Stelle vom 16. Februar 2010 erhobene Beschwerde des Versicherten ab (IV 2010/120,
UV-act. 161; bestätigt im Urteil des Bundesgerichts vom 30. Juli 2012, 8C_365/2012,
UV-act. 213).
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A.d Der Versicherte reichte der Suva mit Schreiben vom 7. Juni 2012 einen Bericht des
Medizinischen Zentrums B._ vom 16. Mai 2012 ein, wo er sich in "interdisziplinärer
Schmerzbehandlung" befand. Die dort behandelnden medizinischen Fachpersonen
bescheinigten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. U.a. leide der Versicherte -
psychometrisch bestätigt - an einer deutlichen Konzentrationsstörung, einer deutlichen
Einschränkung im komplexen Denken sowie einer schweren Depression (UV-act. 167).
A.e Mit Verfügung vom 13. August 2012 sprach die Suva dem Versicherten
entsprechend der von ihr ermittelten Erwerbsunfähigkeit eine 19%ige Invalidenrente zu
(UV-act. 177). Dagegen erhob der Versicherte am 12. September 2012 Einsprache und
beantragte die Zusprache der gesetzlichen Leistungen, insbesondere Heilungskosten,
Taggeld und Rente. Aus dem Bericht des Medizinischen Zentrums B._ ergebe sich,
dass er aufgrund des Unfallereignisses auch aus somatischer Sicht mit Sicherheit
erheblicher eingeschränkt sei, als die von der Suva berücksichtigten 20% (UV-act. 184;
siehe auch die ergänzende Begründung vom 22. April 2013, worin der Versicherte u.a.
eine gesundheitliche Verschlechterung geltend macht, UV-act. 215 mit Austrittsbericht
der Psychiatrie-Dienste C._, Klinik D._, vom 16. April 2013, wo sich der Versicherte
vom 8. Februar bis 28. März 2013 zur stationären psychiatrischen Behandlung
befunden hatte, UV-act. 214).
A.f Am 11. Februar 2013 sprach die Suva dem Versicherten eine
Integritätsentschädigung von Fr. 24'030.-- (Integritätseinbusse von 22,5%) zu (UV-
act. 207).
A.g Am 27. September 2013 hiess die Suva die Einsprache vom 12. September 2012
teilweise gut. Sie erhöhte die Rentenleistung von 19% auf 20%. Im Übrigen wies sie
die Einsprache ab. Zwischen den psychogenen Beeinträchtigungen und dem
Unfallereignis fehle es am adäquaten Kausalzusammenhang. Aus rein somatischer
Sicht ergebe sich aus der Beurteilung des Medizinischen Zentrums B._ verglichen
mit der Einschätzung der ABI-Experten kein Widerspruch, womit vollumfänglich auf das
gutachterliche Zumutbarkeitsprofil abzustellen sei. Bei der Bestimmung des
Invalideneinkommens sei entgegen der Auffassung des Versicherten kein
Tabellenlohnabzug gerechtfertigt (UV-act. 219).
B.
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B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 27. September 2013 richtet sich die
vorliegende Beschwerde vom 30. Oktober 2013. Der Beschwerdeführer beantragt darin
insoweit dessen Aufhebung, als ihm eine 20% übersteigende Rente verweigert werde.
Es seien ihm die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine angemessene Rente,
zuzusprechen. Eventualiter sei ein gerichtliches medizinisches Gutachten einzuholen.
Subeventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Sachverhaltsabklärung an die
Vorinstanz zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung
bringt er im Wesentlichen vor, im Austrittsbericht der Psychiatrie-Dienste C._ seien
neue somatische Befunde erhoben worden, welche die Beschwerdegegnerin hätte
untersuchen müssen. Das Verfahren, zumindest was die somatischen Unfallfolgen
betreffe, sei vorliegend noch nicht abgeschlossen worden. Hinsichtlich der
festgestellten kognitiven Einbussen sei der Sachverhalt noch nicht rechtsgenüglich
abgeklärt. Des Weiteren hält der Beschwerdeführer einen Tabellenlohnabzug von 10%
für gerechtfertigt.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 16. Dezember 2013 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie führt aus, der Schädel-Hirn-
Bereich sei vom Unfall nicht betroffen gewesen. Eine unfallkausale Hirnschädigung sei
von den ABI-Experten ausdrücklich ausgeschlossen worden. Diese hätten ferner
erklärt, dass die angegebenen kognitiven Störungen nicht auf eine solche
zurückgeführt werden könnten. Aus organischer Sicht entfalle in Bezug auf die
kognitiven Defizite eine Leistungspflicht mangels natürlicher Kausalität. Sofern die
kognitiven Störungen als organisch nicht objektivierbare Beschwerden verstanden
würden, wäre die Leistungspflicht mangels adäquater Unfallkausalität ausgeschlossen.
Bezüglich des Einkommensvergleichs sei im Einspracheentscheid die
Unterdurchschnittlichkeit des Valideneinkommens ausser Acht gelassen worden. Bei
richtiger Parallelisierung der Vergleichseinkommen resultierte ein Invaliditätsgrad von
lediglich abgerundet 15%. Das Gericht habe daher eine reformatio in peius in
Erwägung zu ziehen. Ein Tabellenlohnabzug sei nicht gerechtfertigt (act. G 3).
B.c Der Beschwerdeführer hält in der Replik vom 18. Juni 2014 an seinen Anträgen
fest (act. G 13).
B.d Die Beschwerdegegnerin hält in der Duplik vom 29. Juli 2014 an der von ihr
beantragten Beschwerdeabweisung fest (act. G 17).
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Erwägungen:
1.
Der Beschwerdeführer beantragt die Zusprache der gesetzlichen Leistungen. Nebst der
ausdrücklichen Erwähnung von Rentenleistungen legte er nicht näher dar, welche
allfälligen weiteren Leistungen er beantragt (act. G 1). Es ist davon auszugehen, dass
der Beschwerdeführer damit - wie in der Einsprache vom 12. September 2012 (UV-
act. 184) - auch die Übernahme von Heilungskosten und die Ausrichtung von
Taggeldleistungen anbegehrt.
1.1 In Nachachtung des Urteils des Bundesgerichts vom 7. Februar 2012,
8C_431/2011, in dem die Sache an die Verwaltung zwecks Neuverfügung betreffend
Invalidenrente und Integritätsentschädigung zurückgewiesen wurde (und im Übrigen
der vom Versicherungsgericht festgesetzte Fallabschluss in E. 3 bestätigt wurde, UV-
act. 157), erliess die Beschwerdegegnerin am 13. August 2012 die Rentenverfügung
(UV-act. 177; zur Verfügung vom 11. Februar 2013 bezüglich Integritätsentschädigung
siehe UV-act. 207). Gegenstand dieser Verfügung bildete einzig der Anspruch des
Beschwerdeführers auf Rentenleistungen. In der Einsprache vom 12. September 2012
stellte der Beschwerdeführer über die Rentenleistung hinausgehende Anträge
betreffend "insbesondere Heilungskosten, Taggeld [...]" (UV-act. 184). Die
Beschwerdegegnerin behandelte im Einspracheentscheid vom 27. September 2013 die
Anträge auf Ausrichtung weiterer Taggelder und Heilbehandlungsmassnahmen und
wies diese ab (UV-act. 219, Rz 1a sowie Dispositivziffer 2).
1.2 Dabei hat die Beschwerdegegnerin übersehen, dass einzig die Rentenfrage
Anfechtungsgegenstand im Einspracheverfahren bildete und sie daher auf Anträge auf
weitere Leistungen nicht hätte eintreten dürfen, zumal vorliegend weder dargetan noch
ersichtlich ist, dass die Voraussetzungen für eine Ausdehnung des
Einspracheverfahrens auf eine ausserhalb des Anfechtungsgegenstands liegende
Frage erfüllt gewesen sind (vgl. hierzu BGE 122 V 36 E. 2a). Da es im
Einspracheverfahren somit bezogen auf die weiteren Leistungen an einer
Sachurteilsvoraussetzung gefehlt hat, ist die Beschwerde dahingehend gutzuheissen,
dass der Einspracheentscheid in dem Sinn aufzuheben ist, als er den Anspruch auf die
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über die Rentenleistung hinausgehenden Leistungen verbindlich regelt oder auch nur
präjudiziert (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. März 2009, 8C_990/2008, E. 7).
2.
Zu prüfen bleibt damit der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
2.1 Hinsichtlich der massgebenden rechtlichen Grundlagen kann auf den Entscheid
des Versicherungsgerichts vom 12. April 2011, UV 2010/45, verwiesen werden (UV-
act. 146).
2.2 Der Beschwerdeführer bringt zunächst vor, es lägen neue medizinische
Erkenntnisse bezüglich somatisch bedingter kognitiver Defizite vor, die zu den bisher
anerkannten somatischen Beschwerden hinzugetreten seien (act. G 1, Rz 11).
2.2.1 Zur weiteren Begründung verweist der Beschwerdeführer auf den
Austrittsbericht der Klinik D._ vom 16. April 2013. Darin führten die dort
behandelnden Experten aus, beim Beschwerdeführer bestehe der Verdacht auf eine
emotional instabile Persönlichkeitsstörung: impulsiver Typ DD posttraumatische
Belastungsstörung (ICD-10: F60.30); sodann leide er an einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung. Weder aus diesen Diagnosen noch aus der übrigen
Begründung des Berichts ergeben sich schlüssige Hinweise auf somatisch bedingte
kognitive Defizite. So benannten die Experten unter dem Titel "somatische Probleme"
keine entsprechenden Beeinträchtigungen. Die kognitiven Defizite hielten sie unter dem
Titel "psychopathologische Auffälligkeiten bei Austritt" fest (UV-act. 214, S. 2). Des
Weiteren ergibt sich aus dem Austrittsbericht, dass die testpsychologischen
Abklärungen "schlecht und nicht konsistent" gewesen seien. "Simulation oder
Aggravation" hätten nicht ausgeschlossen werden können (UV-act. 214, S. 3). Ins
Gewicht fällt schliesslich auch, dass die Ärzte der Klinik D._ die Frage hinsichtlich der
Unfallkausalität der "festgestellten" kognitiven Defizite ausdrücklich offen liessen und
das Bestehen möglicher unfallfremder Ursachen in den Raum stellten ("intellektuelle
Teilleistungsstörung und ggf. ADHS", UV-act. 214, S. 4).
2.2.2 Angesichts dessen, dass die behandelnden Ärzte der Klinik D._ die Frage
nach der Unfallkausalität offen liessen (siehe vorstehende E. 23.2.1 am Schluss), die
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kognitiven Einschränkungen im Bericht des Medizinischen Zentrums B._ vom 16. Mai
2012 als "wohl depressionsbedingt" bezeichnet wurden (UV-act. 167, S. 4), im ABI-
Gutachten von einer fehlender Objektivierbarkeit der geklagten Konzentrations- und
Gedächtnisstörungen die Rede war (UV-act. 120, S. 20 des Gutachtens) und sich auch
aus den übrigen Akten keine somatische Ursache ergibt, ist das Bestehen von
unfallbedingten organisch objektiv ausgewiesenen kognitiven Beschwerden zu
verneinen. Die Frage, ob die geltend gemachten kognitiven Beeinträchtigungen ein
natürlich unfallkausales psychisches Beschwerdebild darstellen, kann mangels
adäquater Kausalität (siehe hierzu Urteil des Bundesgerichts vom 7. Februar 2012,
8C_431/2011, E. 7.5) offen bleiben. Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden,
dass die Beschwerdegegnerin bezüglich der geltend gemachten kognitiven Defizite
oder deren allfälliger Verschlechterung keine weiteren Abklärungen vorgenommen hat.
2.2.3 Die sich aufgrund der Voraktenlage aufdrängende Frage, ob überhaupt eine
gesundheitliche Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten oder eine dadurch
beeinträchtigte Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Hilfsarbeiten vorliegt (zum
zweifelhaften Verhalten des Beschwerdeführers in testpsychiatrischen Untersuchungen
siehe vorstehende E. 2.2.1; im Bericht des Medizinischen Zentrums B._ vom 16. Mai
2012 wird ausgeführt, der Beschwerdeführer sei "kognitiv in Konzentration,
Merkfähigkeit und Gedächtnis unauffällig", UV-act. 167, S. 5; die an anderer Stelle
erwähnten kognitiven Einschränkungen stützen sich allein auf psychometrische
Ergebnisse aus dem Jahr 2009 [UV-act. 214, S.4 und S 7 oben; siehe auch Bericht des
Medizinischen Zentrums B._ vom 8. Juni 2009, UV-act. 121], mithin allein auf
testpsychologische Untersuchungen; eine Validierung des Aussageverhaltens des
Beschwerdeführers ist dabei nicht aktenkundig) und die Defizite nicht bloss in der
Wahrnehmung des Beschwerdeführers bestehen (zur entsprechenden Vermutungen
der ABI-Experten siehe UV-act. 120, S. 15, des Gutachtens: In den psychometrischen
Tests "spiegelte sich die subjektive Befindlichkeit des Exploranden, wie sie in
psychometrischen Tests immer festgestellt wird"), kann angesichts der fehlenden
adäquaten Kausalität offen bleiben (siehe vorstehende E. 2.2.2). Ergänzend bleibt
darauf hinzuweisen, dass das Bundesgericht im die IV-Leistungen betreffenden
Entscheid vom 30. Juli 2012, 8C_365/2012, E. 5 und 6.1 ff., die fehlende
invalidisierende Wirkung der psychischen Beschwerden bestätigt hat (UV-act. 213).
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2.2.4 Im Licht dieser Umstände ist damit - entsprechend dem Urteil des
Bundesgerichts vom 30. Juli 2012, 8C_365/2012, E. 6.3 (UV-act. 213) - weiterhin mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer für
eine leidensangepasste Tätigkeit über eine 80%ige Arbeitsfähigkeit verfügt.
3.
Ausgehend von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
verbleibt die Bestimmung der Erwerbsunfähigkeit.
3.1 Das Versicherungsgericht wandte im den Anspruch des Beschwerdeführers auf
IV-Rentenleistung betreffenden Beschwerdeverfahren (Entscheid vom 14. März 2012,
IV 2010/120, E. 5, UV-act. 161; bestätigt im Urteil des Bundesgerichts vom 30. Juli
2012, 8C_365/2012, E. 7, UV-act. 213) einen Prozentvergleich an. Daran ist
festzuhalten, da der Beschwerdeführer vor dem Unfallereignis nicht bloss einen
unterdurchschnittlichen Lohn, sondern - und das ist entscheidend - erheblich
schwankende Jahresverdienste erzielte (wobei der Beschwerdeführer von Januar 2003
bis Juli 2004 Arbeitslosenentschädigung bezogen hat; siehe zu den zwischen 2000 und
2007 erarbeiteten Löhnen den IK-Auszug in IV-act. 9). Angesichts dieser Umstände
verbietet sich der Schluss, die vor dem Unfallereignis vom Beschwerdeführer erzielten
Löhne würden eine verlässliche Grundlage seines Erwerbspotenzials im
Gesundheitsfall bzw. für die Ermittlung des Valideneinkommens bilden. Es besteht
daher kein Anlass, von der Methode des - vom Bundesgericht im hier zu beurteilenden
Fall bestätigten (UV-act. 213) - reinen Prozentvergleichs abzuweichen (zur Zulässigkeit
eines Prozentvergleichs bei nicht repräsentativer Grundlage für die Bestimmung des
Valideneinkommens siehe Urteil des Bundesgerichts vom 9. Juli 2012, 9C_406/2011,
E. 6.4).
3.2 Zwischen den Parteien weiter umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Frage,
ob und gegebenenfalls in welcher Höhe sich vorliegend ein Tabellenlohnabzug
rechtfertigt.
3.2.1 Nach der Rechtsprechung hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen
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Umständen - auch von invaliditätsfremden Faktoren - des konkreten Einzelfalles ab
(namentlich leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/
Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen
gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25%
festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des Tabellenlohnabzugs ist unzulässig
(BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI 2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit
Hinweisen).
3.2.2 Im den IV-Rentenanspruch des Beschwerdeführers beschlagenden
Entscheid vom 14. März 2012, IV 2010/120, E. 5 (UV-act. 161), führte das
Versicherungsgericht Folgendes aus: Da bei der Parallelisierung der
Vergleichseinkommen aufgrund eines unterdurchschnittlichen Valideneinkommens
dieselben einkommensbeeinflussenden Merkmale nicht sowohl im Rahmen der
Parallelisierung als auch bei der Gewährung des Tabellenlohnabzugs mit einbezogen
werden dürften, der Beschwerdeführer keine altersbedingten Lohnnachteile zu
erwarten habe, die leidensbedingten Einschränkungen bereits hinreichend im Rahmen
der medizinischen Leistungsbeurteilung Eingang gefunden hätten und der
Aufenthaltsstatus keine lohnwirksamen Nachteile zeitigen werde, komme einzig mit
Blick auf die lediglich noch vollschichtig verwertbare Restarbeitsfähigkeit ein Abzug
von - wenn überhaupt - höchstens 10% in Frage. Daraus ergebe sich ein nicht
rentenbegründender Invaliditätsgrad von 28%.
3.2.3 Aus diesen Ausführungen ist ohne weiteres erkennbar, dass es für das Ver
sicherungsgericht zweifelhaft erschien ("wenn überhaupt"), ob sich ein Abzug
rechtfertige. Dem steht nicht entgegen, dass das Versicherungsgericht bei der
Berechnung einen 10%igen Abzug berücksichtigte (und statt einen 20%igen einen
28%igen Invaliditätsgrad ermittelte). Denn dabei ging es ihm lediglich um die
Darstellung einer Berechnungsvariante, die aufzeigte, dass selbst wenn ein Abzug
vorgenommen würde, dieser keinen Einfluss auf den IV-Rentenanspruch zeitigen
würde. Weder daraus noch aus dem den kantonalen Entscheid bestätigenden Urteil
des Bundesgerichts vom 30. Juli 2012, 8C_356/2012, E. 7 (UV-act. 213), lässt sich eine
präjudizierende Wirkung betreffend eines 10%igen Abzugs herleiten. An dieser
Betrachtungsweise ändert das Vorbringen des Beschwerdeführers nichts, wonach die
Berechnung des Versicherungsgerichts unter dem Aspekt der beruflichen Massnahmen
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relevant gewesen sei (act. G 13, Rz 40). Der Beschwerdeführer verkennt nämlich bei
seinem Standpunkt, dass sich der Entscheid IV 2010/120 einzig auf den
Rentenanspruch bezogen hat, die darin enthaltenen Berechnungsgrundlagen ohne
Tabellenlohnabzug zu einem 20%igen Invaliditätsgrad führen und es für die
Eingliederungsmassnahmen der IV - insbesondere den Anspruch auf eine Umschulung
- nicht von Bedeutung ist, ob die Erwerbseinbusse 20% oder 28% beträgt. Schliesslich
ist weder dargetan noch ersichtlich, inwiefern die Höhe der Integritätsentschädigung
auf den Umfang des Tabellenlohnabzugs Einfluss haben könnte (vgl. zum
anderslautenden Standpunkt des Beschwerdeführers act. G 13, Rz 38).
3.2.4 Wie im Entscheid vom 14. März 2012, IV 2010/120, E. 5 (UV-act. 161), aus
geführt und woran festgehalten werden kann, liegen abgesehen vom Aspekt der
ganztägigen Präsenz mit reduzierter Leistungsfähigkeit keine nicht bereits im Rahmen
der Parallelisierung der Vergleichseinkommen oder der medizinischen
Leistungsbeurteilung berücksichtigten Umstände vor, die einen Tabellenlohnabzug
rechtfertigen. Die vom Beschwerdeführer ins Feld geführte Lehrmeinung, wonach eine
ganztägige Präsenz mit reduzierter Leistungsfähigkeit einen Abzugsgrund bilde (Philipp
Geertsen, Der Tabellenlohnabzug, in: Ueli Kieser/Miriam Lendfers [Hrsg.], JaSo 2012,
S. 148 ff.), hat das Bundesgericht verworfen (Urteile des Bundesgerichts vom
16. August 2012, 8C_344/2012, E. 3.2, und vom 21. September 2012, 8C_419/2012,
E. 3.1, da nicht ausreichend Anhaltspunkte dafür bestünden, "dass dieser Effekt nicht
durch die Vorteile der ganztägigen Präsenz des Arbeitnehmers aufgewogen wird").
Unter dem Eindruck dieser Rechtsprechung ist nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin einen Abzugsgrund verneint hat. Entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers (act. G 1, Rz 20) lässt der Wechsel in einen neues Tätigkeitsgebiet
vorliegend keine Lohnnachteile befürchten. Denn der Beschwerdeführer war schon
immer auf dem Hilfsarbeitermarkt tätig. Er hat sich darin keine lohnerhöhend
auswirkenden Kompetenzen erarbeitet, sondern jeweils nur kurzzeitige und
verschiedene Einsätze als Hilfsarbeiter ausgeübt (UV-act. 10). Es ist sodann weder
ersichtlich noch dargetan, dass er über eine Einschränkung der Anpassungsfähigkeit
verfügt, die einen zu erwartenden Lohnnachteil im Segment der leichten
Hilfsarbeitertätigkeiten zu begründen vermag. Zu beachten ist weiter, dass zumindest
die ausgeübte Tätigkeit als Maschinenführer (u.a. Bedienung und Überwachung der
Bechermaschine, UV-act. 10) auch auf dem Markt für leichte Hilfsarbeit nachgefragte
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Verrichtungen beinhaltete. Im Rahmen des Prozentvergleichs beträgt der
Invaliditätsgrad damit - wie im angefochtenen Einspracheentscheid festgestellt - 20%
(UV-act. 219).
4.
4.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist der angefochtene
Einspracheentscheid insoweit aufzuheben, als er den Anspruch auf die über die
Rentenleistung hinausgehenden Leistungen präjudiziert (vgl. vorstehende E. 1.2). Im
Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts).
4.3 Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP