Decision ID: 81cb1b45-6d6d-4cce-bf31-b414ccf54aff
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1979
,
ohne
berufliche Ausbildung
(Urk. 9/1/4-5
,
Urk. 9/2 S. 4
und Urk. 9/
110
S.
49
)
,
reiste
im April 2013 in die Schweiz ein (vgl. Urk. 9/2 S. 1 und Urk. 9/3).
Zuletzt arbeitete er
ab
17.
April 2013
als
Hilfsgärtner
in
einem Blumengeschäft für Gartenbau un
d Gartenpflege (vgl. Urk. 9/1/3,
Urk. 9/2
und Urk
. 9/27
)
.
Ab dem
20
. Januar 2014
wurde
er
krankgeschrieben
, nachdem er bei der Arbeit einen Gegenstand gehoben und daraufhin starke Schmerzen im unte
ren Lendenwirbelbereich verspürt hatte
(Urk. 9/
7/7 und Urk. 9/7/11-16
S. 2)
.
Das Anstellungsver
h
ältnis wurde angesichts der andauernden K
rankheitsabwesenheit per
31
.
August 2014 gekündigt
(vgl. Urk.
1 S. 4
und Urk. 9/27
/
1 und Urk. 9/27/7
).
1.2
Am
20
.
Mai
2014 (Urk.
9
/
2
) meldete sich der Versicherte bei der Invalidenvers
i
cherung unter Hinweis auf einen Bandscheibenvorfall
zum Leistungsbezug an. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte in
der Folge Abklärungen in erwerblicher sowie medizinischer Hinsicht
.
Am
12
.
Juni 2014
(Urk.
9
/
18
) wies
sie
das Gesuch um
berufliche
Massnahmen ab und teilte
dem
Versicherten
mit, dass über den Rentenanspruch
mit
separater
Verfügung ent
schieden werde
. Die IV-Stelle
veranlasste in der Folge ein polydisziplinäres Gut
achten bei der
A._
, wel
ches am 15. August 2016 (Urk. 9/110) erstattet wurde
. Nach erfolgtem
Vorbescheidverfahren
(vgl. Urk.
9
/
113
, Urk.
9
/
119
,
Urk. 9/125 und Urk. 9/129
)
wies
die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom
17
. März 2017 (Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 1. Mai 2017 (Urk. 1) Beschwerde mit den Anträgen, es sei die
(
Verwaltungsgerichts
-)B
eschwerde gutzuheissen
,
die Verfü
gung der IV-Stelle vom 17. März 2017 vollumfänglich aufzuheben
und ihm
eine ganze (100 %) Invalidenrente zuzusprechen; eventualiter die Sache
zur Neu
beur
teilung an die Vorinstanz zurückzuweisen und es sei ein neues, umfassen
des Gut
achten zu erstellen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanz
. Daneben beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Rechts
pflege unter Bestellung von Rechtsanwalt
Daniele Moro
,
Luzern
, als unent
geltli
chen Rechtsbeistand (S. 2).
Die Beschwerdegegnerin beantragte am
31
.
Mai
2017 (Urk.
8
) Abweisung der Beschwerde
, was dem Beschwerdeführer am 19.
Juni 2017 (Urk. 13) zur Kenntnis gebracht wurde
.
Am 9. Juni 2017 (Urk. 10) reichte der Beschwerdeführer diverse Unterlagen zu
r
Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (Urk. 11 und Urk. 12) ein
und a
m
10
.
Juli
2017 (Urk. 1
4
)
sein
Vertrete
r
die Honorarnote
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des Ein
kommens
vergleichs gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffern
mässig nicht genau
ermittelt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annähe
rungs
werte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorge
nommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annähe
rungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypothe
tische Erwerbs
einkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invaliden
einkommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog. Pro
zentvergleich; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E. 10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E. 3a).
Der Invaliditätsgrad ist namentlich dann durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung der nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen bewerteten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Resultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die konkreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und Invalideneinkommen die für den Umfang des Rentenanspruchs massgebenden Grenzwerte von 70, 60, 50 und 40 % (Art. 28 Abs. 2 IVG) eindeutig über- oder unterschreitet (Urteil des Bundes
gerichts 8C_333/2013 vom 11. Dezember 2013 E. 5.3 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin legte in der angefochtenen Verfügung vom
17
. März 2017 (Urk. 2) dar,
dem Beschwerdeführer
sei
in einer adaptierten Tätig
keit eine Arbeitsfähigkeit von 80 % zumutbar
. Es
resultiere ein Invaliditätsgrad von 10 %, womit kein Rentenanspruch bestehe. Die nachge
reichten Arztberichte enthielten keine
neuen oder bislang unbekannten medizini
schen Tatsachen
. Der behandelnde Psychiater bewerte diese anders als der psychiatrische Gutachter. Es bestünden keine Hinweise darauf, dass eine behinderungsangepasste Tätigkeit für den Beschwerdeführer auf dem allge
meinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht vorhanden sei
(S.
2
).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich in seiner Beschwerde vom 1. Mai 2017 (Urk. 1) auf den Standpunkt,
die Beschwerdegegnerin sei ihrer Aufklärungspflicht nicht nachgekommen. Es liege keine klare Prüfung seiner effektiven Arbeitsfähigkeit vor. Die chronischen Schmerzen, das psychische Leiden und die persönliche Situation verunmöglichten ihm auch eine 80%ige Arbeitsfähigkeit
(S. 10-13).
Es sei unterlassen worden, ein Gutachten betreffend die Psychopathologie einzuho
len, durch welches die Arbeitsfähigkeit ebenfalls hätte beurteil
t werden können. Auf eine Fremd
anamnese sei bei allen Gutachten der SMAG AG gänzlich ver
zichtet worden
(S.
13
)
. Die Tatsache, dass er auch linksseitig Schmerzen empfinde, spreche für eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes. Es hätten durch die Gutachter der
A._
ergänzende Abklärungen vorgenommen werden müssen
.
Die Äusserungen der
A._
seien allgemein im Zusammenhang mit den Schmerzfaktoren nicht nachvollziehbar. Aufgrund dessen hätte die Beschwerdegegnerin nicht ohne Weiteres darauf abstellen dürfen (S. 1
4
-15).
2.3
Strittig
ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
Dabei
ist
u
nbestritten, dass
er
in
seiner
angestammten Tätigkeit als
Hilfsgärtner
auf
grund
seines
somatischen Leidens dauerhaft zu 100 % arbeitsunfähig is
t (vgl.
Urk. 1 S. 3, Urk. 2 S. 1
). Dies steht im Einklang mit der Aktenlage (vgl. etwa Urk.
9
/
110 S. 14 f.)
. Umstritten und zu prüfen
bleibt
, in welchem Ausmass
er
in einer angepassten Tätigkeit arbeitsfähig ist.
3.
3.1
Nachdem der Beschwerdeführer am 20. Januar 2014 (vgl. Urk. 9/7/7) wegen einem
akuten
lumboradikulären
Schmerzsyndrom rechts
im Spital
B._
not
fall
mässig behandelt worden
war
, wurde
während seiner
Hospitalisation
dort
vom 23.
Januar bis 25.
Januar 2014 eine CT-gesteuerte Wurzel
blockade
im Bereich der Wurzel L5 rechts durchgeführt (Urk. 9/7/5-6).
Am 24. April 2014 erfolgte eine operative mikrochirurgische Dekompensation L5/S1 rechts (vgl. Urk. 9/7/8).
Dem Beschwer
de
führer
wurde durch die Ärzte des Spitals
B._
sowie seiner Hausärztin Dr.
C._
,
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
Zeugnisse
für eine 100%ige Arbeitsunf
ähigkeit vom 20.
Januar bis zum 13.
Juni 2014 (vgl. Urk. 9/7/11-16)
ausgestellt.
3.
2
Mit ausführlichem ärztlichen EU
-
Formular
-
Bericht vom 16.
Juni 2014 (Urk. 9/24)
stellte
Dr.
C._
fest, es best
ünden
weiterhin
trotz ausgebauter anal
getischer Therapie starke Schmerzen im Kreuz mit Ausstrahlung in das rechte Bein. Der Beschwerdeführer sei als Gärtner 100 % arbeitsunfähig (S. 8).
3
.3
In ihrem Bericht vom 26.
November 2014 (Urk. 9/72/
10-11
)
berichteten Dr.
D._
und Dr.
E._
von der
Klinik F._
über die stattgefundene MRI-Besprechung;
es sei eine Arbeitsfähigkeit zu 100 % ausgestellt worden
,
a
uf rückenbelastende Tätigkeiten solle vorerst verzichtet werden (S. 2).
3.
4
Dr. G._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie, nannte in seine
r
im Auftrag des Kranken
tag
geldversicherer
s
des Bes
chwerdeführers erstellten Beurteilung
vom
29
. Juni
2015
(
Urk. 9/
32/42-45
)
folgende Diagnosen (S.
1
):
-
Schmerzchronifizierung
mit Aggravationstendenz
-
Chronisch
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
Diskushernie L5/S1 rechts betont, mikrochirurgische Dekompression rechts 4/14,
periradikuläre
Infiltration L5/S1 rechts 1/14
-
a
namnestisch St. n. Diskushernie L5/S1 2008
Dr.
G._
führte aus,
es
sei eine ungünstige Prognose zu erwarten
.
E
s bestehe jedoch die Möglichkeit, dass bei adäquater Rehabilitation eine Re-Integration in den Arbeitsmarkt möglich sei. Die Arbeitswiederaufnahme sei offen, vorgängig müss
t
e
n
eine stationäre Rehabilitation und ein psychiatrisches Konsilium durch
geführt werden (S. 2).
Eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit mit Möglichkeit zu Pausen wäre zu 50
%
zumutbar. Aufgrund der Ausbildung sowie der sehr limitierten sprachlichen
Möglichkeiten sei eine anderweitige Beschäftigung im deutschen Sprachraum jedoch unrealistisch.
Zurzeit bestehe keine Arbeitsfähig
keit für leichte Arbeiten wegen der Ausbildung, Sprache,
Schmerzchronifizierung
und Depression (S. 3).
3.
5
Mit Bericht v
om 3.
August 2015 (Urk. 9/72/32-33)
bat Dr.
C._
die Rehaklinik
H._
um ein direktes Aufgebot des Beschwerdeführers für eine stationäre multimodale Rehabilitation und
brachte vor
, es
sei sicher auch indi
ziert
, die funktionelle Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers zu evaluieren und in Zusammenarbeit mit der Invalidenversicherung berufliche Abklärungen zu machen, um ihn wieder in der Arbeitswelt zu integrieren (S. 2).
3.
6
Mit
Austrittsbericht
vom
8
.
September
201
5
(Urk. 9/
7
2/
38-
41
) nannte
n Ober
ärztin I._
, Fachärztin
für
physikalische Medizin und Rehabi
li
tation,
und Assistenzärzti
n Dr.
J._
von
der Rehaklinik
H._
unter anderem
folgende Diagnosen (S.
1
):
-
C
hronisch
lumbospondylogenes
Syndroms rechts
betont
-
Verdacht auf Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22)
Sie
führten aus
,
die berufliche Tätigkeit im Gartenbau sei nicht zumutbar. Die Anforderungen
seien
aufgrund der schweren und rückenbelastenden Tätigkeit zu hoch. Die Zumutbarkeit für andere berufliche Tätigkeiten werde aktuell noch nicht festgelegt, da sich der Beschwerdeführer in einer medizinischen
Rekon
va
leszenzphase
befinde, weitere intensive Therapien empfohlen seien und eine Ope
ration im Raum stehe (S. 2). Aufgrund der kurzen Aufenthaltsdauer habe keine Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit erreicht werden können (S. 3). Bei Austritt habe sich der Beschwerdeführer noch in der medizinischen Phase befun
den. Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 4).
Mit psychosomatischem Konsilium vom 11. September 2015 (Urk. 9/72/34-35) nannten Oberarzt Dr.
K._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherap
ie, und
L._
,
ebenfalls von de
r Rehaklinik
H._
als psychopatho
logische Diagnose einen Verdacht auf eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22). Sie führten aus, es l
i
ege keine Störung vor, welche eine arbeitsrelevante Leistungsminderung begründen könne (S. 2).
3.
7
Mit undatiertem Bericht (Urk. 9/72/1-4)
mit letzter Kontrolle am 15.
September 2015 berichtete Dr.
C._
, eine leichte körperliche Tätigkeit wäre zumutbar (S. 3).
3.
8
Mit Bericht vom 23. September 2015 (Urk. 9/72/26-27) führte Dr.
D._
von der
Klinik
F._
aus,
es
bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsun
fä
higkeit als Gartenbauer (S. 1). Sollten die Beschwerden persistieren und weiter
hin eine Arbeitsunfähigkeit bestehen, müsse gegebenenfalls erneut die Operation dis
kutiert werden (S. 2).
Am
22. Juni
2016 (Urk. 9/109)
teilte
Dr.
D._
mit,
der Beschwerdeführer
berichte
über weiterhin stärkste lumbale Schmerzen, verstärk
t
bei Belastung und Bewegung. Darüber hinaus bestehe weiterhin eine psychische Belastungssituation mit Panikattacken, welche unter der Psychotherapie langsam besserten. Es bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(S.
1
).
4.
4.1
I
n ihrem von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen polydisziplinären Gutachten vom 15. August 2016 (Urk. 9/110)
nannten
Dr.
M._
, Fach
arzt für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Dr.
N._
, Facharzt für Innere Medizin, Dr
.
O._
,
Facharzt für Neurolo
gie, und Dr.
P._
, Fachärztin
für Psychiatrie und Psychotherapie, von der
A._
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
ein
chroni
fiziertes
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom im Status nach mikrochirurgi
scher Dekompression L5/S1 am 24. April 2014 mit
MRT
-gesicherter
Rezidivher
nie
und
Spondylolyse
L5/S1, ohne neurologische Ausfälle (
S. 12). Zudem stellten sie folgende
Diagnosen
ohne
Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit (S.
12
):
-
Episodisch paroxysmale Angst (ICD-10 F41.0)
-
Im Rahmen der Panikattacken Blutdruckerhöhung und Herzklopfen (anamnestisch), ohne Hinweise auf organische Herzkreislauferkrankung
-
Übergewicht BMI 28 kg/m
2
-
Nikotinabusus
-
Anamnestisch
mikrozytäres
hypochromes
rotes Blutbild unklarer Genese bei ausgeschlossenem Eisenmangel (keine Beta-
Thalassämie
, Alpha-
Thalassämie
nicht ausgeschlossen,
Ferritin
normal)
Die Gutachter
führten aus
,
der Versicherte sei polydisziplinär
orthopädisch-tra
u
matologisch
, neurologisch und
internistisch untersucht worden.
A
uf orthopädi
schem Gebiet ergebe sich eine Diagnose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit. Es bestehe ein
chronifiziertes
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom. Im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit werde eingeschätzt, dass
diese für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Landschaftsgärtner aufgehoben sei, da das Anforderungsprofil das Belastungsprofil übersteige. Im Hinblick auf eine leidensadaptierte Tätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit 80 %, da ein chronischer Schmerz das Arbeitstempo und die Produktivität
in einem Ausmass von 20
%
mindere.
Bei der klinisch neurologischen Untersuchung hätten sich keine neurologischen Ausfälle nachweisen lassen. Der neurologische Status sei völlig regelrecht.
Es hätten sich keine Reflexdifferenzen, keine Muskelumfangsdifferenzen, keine Paresen und auch keine Sensibilitätsstörungen ergeben.
Eine zusätzliche neuro
logische Arbeitsunfähigkeit liege nicht vor, wenngleich auch
neurologischerseits
die Bandscheibenerkrankung mit Folgen für die Arbeitsfähigkeit anerkannt werde.
Im psychischen Befund fanden sich kaum
Pathologika
.
Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit weder für die angestammte noch für Verweistätigkeiten eingeschränkt.
Aus internistischer Sicht ergebe sich ebenfalls keine Einschränkungen für die Arbeits
fähigkeit.
Aus polydisziplinärer Sicht sei zusammenfassend die Arbeits
fä
higkeit in zuletzt ausgeübter Tätigkeit als Landschaftsgärtner aufge
hoben, da das Anforderungsprofil das Belastungsprofil des Beschwerde
führers übersteige. Die Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierter Tätigkeit betrage 80 %. Der Beschwer
de
führer sei in der Lage, körperlich leichte Tätigkeiten mit Heben und Tragen von maximal 10 kg in wechselbelastender Tätigkeit durch
zuführen.
Bewegungsmo
no
tonien
und das überdurchschnittlich häufige Bücken, Heben und Tragen soll
t
en vermieden werden. Tätigkeiten in Zwangshaltungen (Vorneige, Überkopf
arbei
ten), Tätigkeiten unter dem Einfluss von extremen Temperatur
schwankungen w
ie Hitze, Kälte und Nässe soll
t
e
n vermieden werden. (S. 13 f.).
Ferner berichteten die Gutachter
über den retrospektiven Verlauf der Arbeitsfä
higkeit
, mit dem lumbalen Eingriff vom 24. April 2014 sei die Arbeitsfähigkeit als Landschaftsgärtner nachvollziehbar aufgehoben. Gleiches gelte aus neurolo
gischer Sicht, wenngleich explizit neurologische Befunde diesbezüglich nicht vorlägen. Bis zur Entlassung am 28. April 2014 nach durchgeführter Bandschei
benoperation sei auch
neurologischerseits
von einer Arbeitsunfähigkeit auszuge
hen. Die weitere Arbeitsunfäh
igkeit sei dann jedoch neurologi
sch nicht mehr begründbar und obliege der Beurteilung des orthopädischen Fachgebietes. Die Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierter Tätigkeit habe ab drei Monate nach der Diskushernien-Operation 80 % betragen. Psychiatrisch und internistisch habe zu keinem Zeitpunkt eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden. Aus ortho
pädischer Sicht sei die Prognose ungewiss, es stehe optional noch eine Wirbel
säulenoperation aus. Aus neurologischer Sicht sei die Prognose gut
,
a
us psychiatri
scher Sicht günstig
und i
nternistisch nicht eingeschränkt (S. 15).
Im Weiteren führten die Gutachter aus,
i
nvaliditätsfremde Faktoren wie Arbeits
losigkeit, schwere wirtschaftliche Lage bei Bezug von Sozialhilfe und mangelnde Sprachkompetenzen lägen vor, seien
aber
bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht mitberücksichtigt worden. Hinweise auf Aggravation bestünden keine
(S. 16)
.
Zwischen der Diagnose der episodischen paroxysmalen Angst
(F41.0)
und der orthopädischen Diagnose des
lumbospondylogenen
Schmerzsyndroms L5/S1 rechts bestünden negativ verstärkende Einflüsse. Die bisherige Therapie sei lege
artis
(S. 18).
Aus orthopädischer Sicht scheine das konservative Behandlungs
spektrum ausgereizt zu sein. Wahrscheinlich sei der Leidensdruck noch nicht so hoch, dass der Beschwerdeführer den Schritt zur Operation wähle. Eine Operation im Sinne einer Schadenminderungspflicht
könne
nicht auferlegt werden (S. 21)
4.2
Dr.
Q._
, Fachärztin für Neurochirurgie,
nannte in ihrem Bericht vom 24.
Oktober 2016 (Urk. 9/118/3-4)
als Diagnose neben eine
m
Status nach Mikrodiscektomie L5/S1 rechts neu einen Verdacht auf Instabilität L5/S
1.
Sie
berichtete, dass der Beschwerdeführer
jetzt
teilweise
auch
links
Schmerzen
verspüre.
4
.
3
In seinem an die Sozialberatungsstelle INAS Zürich – Vertreterin
des Beschwer
deführers
im Verwaltungsverfahren – gerichteten Schreiben vom 26. Oktober 2016 (Urk. 9/118
/1-2
) führte Dr.
R._
zum
A._
-Gutachten aus, dass
die Psychopathologie im Gutachten der
A._
in ihrer Schwere leider nicht gewertet
werde. Der Beschwerdeführer leide erheblich unter der
chronifizierten
Schmerzsymptomatik und unter der psychischen Beeinträchtigung. So bestehe unverändert eine mittelgradig depressive Stimmungslage mit innerer Unruhe, Interesseverlust,
Anhedonie
, Aktivitätsverminderung und rascher Ermüdbarkeit. Die Kognitionen seien im Sinne von Konzentrationsstörungen und Störungen der Aufmerksamkeit ebenso beeinträchtigt wie vermindertes Selbstwertgefühl und Schlafstörungen vorhanden seien. Darüber hinaus bestünden rasch
anflutende
, rezidivierende Ängste und Panikattacken in Verbindung mit der unsicheren Gesundheitsprognose und eine begründete pessimistische Zukunftsperspektive, was
d
er
Beschwerdeführer
nur teilweise durch
Anxiolytika
coupieren
könne. In seinem Bewegungsradius sei er stark eingeschränkt, von seinem sozialen Umfeld lebe er, ausgenommen von seiner Frau und seiner Tochter
,
deshalb weitgehend isoliert. Er sei aufgrund der vorliegenden psychischen Erkrankung nicht arbeits
fähig. Sein allgemeines Funktions-, Leistungs- und Energieniveau seien stark reduziert und es bestehe eine stark verminderte
psycho-physische
Resilienz hin
sichtlich belastenden Lebensereignissen. Die vorliegende psychische Störung müsse im vorliegenden Fall denn auch als bereits
chronifizierend
bewertet wer
den, zumal diese durch das anhaltende Schmerzsyndrom und die stark belastete psychosoziale Situation mit Arbeitsunfähigkeit, existentieller Angst und sozialer Isolation perpetuiert und amplifiziert würden (S. 2).
4
.
4
In ihrer Stellungnahme vom 16. Januar 2017 (Urk. 9/123) zu den Berichten von Dr.
R._
(E.
4
.
3
) und von Dr.
Q._
(E.
4
.
2
) führten die
A._
-
Gutachter aus,
der Versicherte sei ausführlich psychiatrisch exploriert und es sei ein objektiver
psychiatrischer Befund erstellt worden. Hierunter hätten sich affektiv keine nachweisbaren oder reproduzierbaren Depressionsäquivalente gefunden
. Der Versicherte habe im Wesentlichen soziale Probleme verbunden mit negativer Zukunftsperspektive referiert, dies ausgelöst durch seine körperliche Erkrankung und Einschränkung der bislang ausgeübten sportlichen Aktivitäten. Eine Minderung der sozialen Beziehungsfähigkeit oder ein allgemeiner Interes
sen
verlust habe sich aus psychiatrischen Gründen nicht nachweisen und die vom Behandler beschriebenen Kriterien einer Depression so nicht objekti
vieren lassen. Die Angstattacken im Sinne einer episodisch paroxysmalen Angst seien im Gut
achten ausführlich gewürdigt worden und therapeutisch gut
angehbar
. Eine Invalidisierung auf dem psychiatrischen Fachgebiet lasse sich hierdurch nicht begründen. Die versicherungsmedizinische Einschätzung stehe in Überein
stimmung mit dem psychosomatischen
Konsil
, anlässlich eines Rehabilitations
aufenthaltes in der Klinik
H._
vom
1.
September 201
5.
D
urch das Schreiben des Behandlers
Dr.
R._
seien keine neuen versicherungsme
dizinischen Aspekte referiert worden. Am Begutachtungs
er
gebnis werde daher aus psychiatrischer Sicht vollumfänglich festgehalten.
Im Bericht von
Dr.
Q._
werde in der Anamnese nun auch von einer Schmerzausstrahlung teilweise ins linke Bein berichtet. Aufgeführt werde
d
ie ein
schränkte
Beweglichkeit, die sich bei der beschriebenen Untersuchung 2
016 besser darstelle
als in
ihrer Begutachtung. Im Vergleich zu ihrem Gutachten lägen keinerlei neurologische Defizite vor, die einen Hinweis auf ein
Radikulärsyndrom
ergäben. Zudem werde ausgeführt, dass zusätzlich eine Hypästhesie und ein Ameisengefühl im
Dermatom
L5/S1 rechtsbetont bestehe. Auch dies sei nicht als sicherer Nachweis einer
radikulären
Defizitsymptomatik zu wert
en (S. 2). Auch sei die von Dr.
Q._
erstellte Diagnose neu Verdacht auf Instabilität L5/S1 keine neue Diagnose
und Erkenntnis, es sei hierzu bereits eine chirurgische Therapie in Form einer Stabilisation empfohlen wurden
.
Die Gutachter legten dar, dass ein Gutachte
n
eine Momentaufnahme sei, betrach
tet aus polydisziplinärer Sicht, und dass im Zeitpunkt der Untersuchung (durch die Fachrichtungen Neurologie und Orthopädie/Traumatologie) keine
radikuläre
Defizitsymptomatik vorgelegen habe.
Sicherlich sei es nicht ausgeschlossen, dass sich das Zustandsbild und/oder der Befund des Beschwerdeführers verändert habe. Zusammenfassend werde an der Bewertung der Begutachtung festgehalten. Aus gutachterlicher Sicht lägen keine objektiven Befunde vor (fachneurologischer Befund,
Nervenleitungsmessung, aktualisiertes
MRT), welche die angegebene kli
nische Symptomatik objektivier
t
e
n
(S. 3).
4.5
In seinem
weiteren
Schreiben vom 2
3.
Februar 2017 (Urk. 9/12
6
)
an die Sozial
beratungsstelle INAS Zürich
hielt
Dr.
R._
fest
, dass in den Aus
führungen der Gutachter
klar von einer Momentaufnahme gesprochen werde und an der Bewertung des Gutachtenzeitpunkts festgehalten werde. Unverändert bestehe beim Beschwerdeführer neben der
chronifizierten
Schmerzsymptomatik eine stark beeinträchtigende affektive Störung im Sinne einer mittelgradig depressiven Störung mit intermittierend auftretenden Panikattacken.
Dieser
sei aufgrund der somatischen gesundheitlichen Beeinträchtigung und aufgrund der vorliegenden psychischen Erkrankung nicht arbeitsfähig.
Die vorliegende psychi
sche Störung sei bereits
chronifiziert
.
Das anhaltende Schmerzsyndrom, die Negierung der schweren Erkrankung durch die Beschwerdegegnerin und das
A._
, die Arbeitslosigkeit und die fehlende berufliche Zukunftsperspektive mit existentieller Angst und sozialer Isolation perpetuierten und amplifizierten die depressive Symptomatik weiterhin.
5
.
5
.1
Das
polydisziplinäre
Gutachten
der Fachärzte der
A._
vom
15. August 2016
(E.
4
.1
)
mit
Ergänzung vom
16. Januar 2017
(E.
4.4
) beruht auf den erforderli
chen allseitigen
Untersuchungen, wurde in Kenntnis der und in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
erstattet, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten
des
Beschwerdeführer
s
auseinan
der. Die Gutachter haben die medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtend dargelegt
und ihre Schlussfolgerung nach
vollziehbar begründet. Damit entspricht es den bundesgerichtlichen Vorgaben an ein beweiskrä
ftiges
Gutach
ten (vgl.
E.
1.
4
).
5
.2
5.2.1
Dr.
Q._
nannte in ihrem Bericht vom 24.
Oktober 2016 (
E.
4.2
)
in Abweichung der
A._
-Gutachter
als Diagnose einen Verdacht auf Instabilität L5/S1
und erwähnte eine teilweise Schmerzausstrahlung ins linke Bein
.
Dazu ist zu bemerken, dass einerseits mit
einer
Verdachtsdiagnose eine
Diagnose
nicht mit dem erforderlichen Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt
ist (vgl. U
rteil des Bun
desgerichts 8C_454/2013 vom 24.
September 2013 E. 6.3)
. Anderseits haben die
A._
-Gutachter
nachvollziehbar dargelegt, dass es sich dabei um keine neue Diagnose sowie Erkenntnis handelt und sie dies
e Thematik
bereits in ihrem Gutachten
berücksichtigten (
vgl. E.
4
.
1 und
E.
4
.
4
). Zur Au
s
strahlung ins linke Bein
legt
en
die
A._
-Gutachter schlüssig
dar
, dass sich die Beweglichkeit in
der Untersuchung von Dr.
Q._
gegenüber ihren Untersuchungen
sogar
besser darstellte und
sich aus
ersterer
keinerlei neurologi
sche Defizite, welche eine
n sicheren
Hinweis auf ein
Radikulärsyndrom
enthiel
ten, vorliegen.
Dr.
Q._
legte auch
keine objektiven
Befunde vor, wel
che die von
ihr
angegebene klinisch
e
Symptomatik objektivieren
w
ürden (vgl.
E.
4.4 am Ende).
Damit ist seit der Begutachtung durch die
A._
-Gutachter
k
eine Veränderung des somatischen Gesundheitszustandes respektive
eine
Ver
schlech
terung, welche allenfalls eine neuerliche Untersuchung rechtfertigen würde, nachgewiesen.
Darüber hinaus hat sich
Dr.
Q._
in keiner Weise über allfällige Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit geäussert.
5.2.
2
Bezüglich der von Dr.
G._
– in Abweichung zu den
A._
-Gutachtern – attestierten 50%igen Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit (vgl. E. 3.5) ist anzumerken, dass dieser bei seiner Beurteilung auch psychosoziale Gewichtspunkte (Ausbildung, Sprache) berücksichtigte und deshalb eine anderweitige Beschäftigung im deutschen Sprachraum für unrealistisch befand. Auf seine Einschätzung kann folglich für IV-Belange nicht abgestellt werden.
5.2.3
Dr.
R._
geht in Abweichung von den
A._
-Gutachtern von einer mittelgradigen depressi
ven Störung mit intermittierend
auftretenden Panik
attacken aus, welche zu einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit des Besc
hwerde
führers führe (vgl. E.
4
.
3
und E.
4
.
5
). Er führte
in seinem Schreiben
vom 26. Oktober 2016 (E.
4
.
3
)
dazu aus, dass
er den Beschwerdeführe
r
seit 18.
Dezem
ber 2015 behandle
und die depressive Stimmungslage unverändert bestehe.
Die psychiatrische Untersuchung durch den
A._
-Gutachter Dr.
P._
fand am 28. Juni 2016 und damit sechs Monate nach Beginn der Behandlung durch Dr.
R._
, welcher den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers hinsichtlich der von ihm diagnostizierten depressiven Störung als unverändert beurteilte
, statt
.
S
ie enthält
eine klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung
(vgl. Urk. 9/110 S. 47-54) und entspricht damit der bundegerichtlichen
Rechtsprechung (vgl. Urteil 8C_86/2015 vom
6.
Mai 2015 E. 5.2).
Dr.
R._
brachte
bezüglich erhobene
r
Befunde und beschriebene
r
Symptomatik nichts vor
, womit sich eine von
Dr.
P._
abweichende Beurteilung aufdrängen würde, weil
ihre
anders
lautenden Einschätzungen wichtige Aspekte benennen würde, die bei der Begut
achtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind.
So beschrieb Dr.
R._
den Beschwerdeführer mit innerer Unruhe, Interesseverlust,
Anhedonie
,
Aktivitätsverminderung und rascher Ermüdbarkeit sowie rezidivierende Ängste und Panikattacken (vgl. Urk. 9/118 S. 2). Diese
nämlichen
Befunde und
ihre
Symptomatik
fanden
Niederschlag
im psychiatrischen Teilgutachten von Dr.
P._
und wurden in der Ergänzung
überdies
eingehend diskutiert (vgl.
Urk.
9/110 S. 48-51 und Urk. 9/123 S. 2).
Entgegen dem Vorwurf von
Dr.
R._
wertete
Dr.
P._
sehr wohl die Schwere der Psy
chopathologie, indem er
betreffend
Ausprägung der
diagnoserelevanten
Befunde
erläuterte
, auf psychiatrischem Fachgebiet fänden sich nur geringfügige Ein
schränkungen (
Urk.
9/110 S. 52). Daneben
ist
-
ins
besondere i
m
Hinblick auf die von Dr.
R._
attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit -
auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass
behandelnde Ärzte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E.
3b/cc).
Folglich ist auf die
Einschätzung
von Dr.
P._
ab
zustellen
.
5
.
2.
4
Der Beschwerdeführer
beanstandete
überdies
,
es gehe aus den medizinischen Unterlagen nicht hervor, welche Tätigkeiten ihm konkret zugemutet werden könnten (Urk. 1 S. 12 f.).
Dem ist entgegen zu halten, dass die
A._
-Gutachter ein exaktes Belastungsprofil umschrieben
, welches
die zumutbaren respektive unzumutbaren Tätigkeiten
genau
festhält
(vgl. E.
4
.
1
).
Ferner kritisierte er,
die Gutachter hätten es unterlassen, Fremdanamnesen ein
zu
holen, wobei er sich diesbezüglich insbesondere
auf
seine
psychischen Probleme bezieht (Urk. 1 S. 13). Die
psyc
hiatrische Untersuchung von Dr.
P._
entspricht
wie dargelegt
der bunde
s
gerichtlichen Rechtspre
chung (vgl.
E.
5
.2
).
Zudem ist darauf hinzuweisen,
dass bezüglich der psychiatri
schen Begutachtung dem Facharzt betreffend Wahl der Untersuchungsmethode ein weiter Ermessensspielraum zukommt und es nicht zwingend notwendig ist, dass er fremdanamnestische Angaben einholt (Urteil des Bundes
gerichts 8C_660/2013 vom 15. Mai 2014 E.
4.2.3).
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
(
Urk.
1 S. 14)
wurde
auch seine
Psy
chopathologie sowie
seine
angeschlagene Psyche in der Beurteilung der Arbeits
fähigkeit durch
Dr.
P._
genügend berücksichtigt
(siehe
oben
E. 5.2)
und fand mit der Kon
s
ensbeurteilung Eingang in das Gesamtgutachten der
A._
(vgl. Urk. 9/110 S. 12-21; vgl. insbesondere S. 13 und S. 16 f.).
Im Weiteren bemängelte der Beschwerdeführer, die
A._
-Gutachter hätten sich nicht oder zu wenig mit
dem
Bericht
von Dr.
Q._
vom 24.
Oktober 2016 (E.
4.2
) auseinandergesetzt (Urk. 1 S. 14). Wie
bereits erwähnt, haben sich
die
A._
-
Gutac
hter in ihrer Ergänzung vom 16.
Januar 2017 (E. 4.4
) ausführlich zum Bericht von Dr.
Q._
geäussert und nachvollziehbar dargelegt, dass es sich bei der von ihr gestellten Verdachtsdiagnose auf Instabilität L5/S1 um keine neue Diagnose
oder
Erkenntnis handelt und sie diese Thematik
bereits in ihrem Gutachten berücksichtigten hatten
,
und
dass bezüglich der
Schmerzaus
strahlung ins linke Bein keinerlei neurologische Defizite, welche eine Hinweis auf ein
Radikulärsyndrom
enthielten
, vorliegen
(vgl. E. 4.
4 und E. 5.2
)
.
5
.
3
5
.
3
.1
Nach dem Gesagten kann auf das
A._
-
Gutachten
vom
15
.
August
2016 (E.
4
.
1
)
mit Ergänzung vom 16.
Januar 2017 (E.
4
.
4
)
vollumfänglich
abgestellt werden.
5
.
3
.2
Aus somatischer Sicht bestehen beim Beschwerdeführer aufgrund
des
chronifi
zier
ten
lumbospondylogenen
Schmerzsyndroms
Einschränkungen seiner Leistungs
fähigkeit
(vgl. E.
4
.
1
und E.
4
.
4
).
Nicht angepasste Tätigkeiten konnte er ab 20. Januar 2014 nicht mehr ausüben
. In angepassten Tätigkeiten ist er
unter Berücksichtigung seines Belastungsprofils
zu 80 % arbeitsfähig (E.
4
.
1
), wie die Gutachter der
A._
nachvollziehbar darlegten
. Dem
Beschwerdeführer
sind demnach aus somatischer Sicht körperlich leichte Tätigkeiten
mit Heben und Tra
gen von maximal 10 kg in wechselbelastender Tätigkeit zumutbar, wobei
Bewe
gungsmon
o
tonien
und das überdurchschnittliche häufige Bücken, Heben und Tragen vermieden werden sollten. Tätigkeiten in Zwangshaltungen (Vorneige, Überkopfarbeiten) und unter Einfluss von extremen Temperaturschwankungen sind zu vermeiden.
5
.
3
.3
In Bezug auf die psychische Problematik wurde
n
von den
A._
-Gutachtern nur Diagnosen gestellt, welche keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit haben (vgl.
E.
4
.
1 und E.
4
.
4
). Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht jedoch, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind
(E. 6 und E. 7).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bun
des
gerichts 9C_580/2017 vom 16.
Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
D
as Bundes
gericht
hat das strukturierte Beweisverfahren anhand von Standartindi
katoren
wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
-
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Nachfolgend
ist daher eine Prüfung der funktionellen Auswirkungen der psychi
schen Leiden des Beschwerdeführers anhand des strukturierten Beweisverfahrens vorzunehmen.
Zum Komplex
„Gesundheitsschädigung"
gibt es Folgendes auszuführen.
Zur Aus
prägung der diagnoserelevanten Befunde
finden sich
in psychischer Hinsicht nur geringfügige Einschränkungen (vgl. Urk. 9/110 S. 52).
Bezüglich der
Behand
lungs
- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
ergibt sich aus dem
A._
-Gutachten, dass
sich
der Beschwerdeführer einmal bis mehrmals im Monat zur psychiatrischen
Behandlung bei
Dr.
R._
begibt
und medikamen
tös eingestellt ist (vgl. Urk. 9/110 S. 48). Bezüglich der
Panikattacken hat unter medikamentöser Einstellung und psychiatrischer Behandlung bereits eine
Mitigierung
der
Symptomatik stattgefunden (vgl.
Urk. 10/110 S. 51
, vgl. auch E. 3.
9
).
Eingliederungsversuche wurde
n
bis anhin nicht
unter
nommen. So hat die Beschwerdegegnerin das Gesuch um berufliche Massnahmen
am 1
2.
Juni 2014
abgewiesen,
weil diese zurzeit aufgrund des Gesundheitszustandes nicht möglich seien,
aber dem Beschwerdeführer mitgeteilt, er könne ein neues Gesuch einrei
chen, was dieser
gemäss Aktenlage
bis anhin nie getan hat (vgl. Urk. 9/18 sowie Urk. 9/1-143
; vgl. auch Urk. 9/110 S. 19
).
Bezüglich
Komorbiditäten
sind Wech
sel
wirkungen vorstellbar
und zwischen der Diagnose der episodischen paroxysmalen Angst und der orthopädischen Diagnose des Schmerzsyndroms bestehen negativ verstärkende Einflüsse
(
vgl. Urk. 9/110 S. 18
).
Hinsichtlich dem Komplex der
„Persönlichkeit"
ist zu bemerken, dass
beim
Beschwerdeführer
eine ungestörte Persönlichkeit ohne Einschränkungen der Ich-Funktion vorliegt, seine Intelligenz als durchschnittlich erscheint, seine Funk
tionen des Kurzzeit- und Langzeitgedächtnisses regelrecht sind und formale wie inhaltliche Denkstörungen nicht erkennbar sind (vgl. Urk. 9/110 S. 50 und
S. 52). Damit ist kein strukturelles Defizit im Sinne einer eigentlichen Persön
lichkeits
problematik
erkennbar, welches im Rahmen
der
Ressourcen
prüfung negativ ins Gewicht fallen würde.
In Bezug auf den Komplex „Sozialer Kontext" lässt sich ausführen, dass sich das soziale Umfeld des Beschwerdeführers als unauffällig erweist. Er verfügt über einen Freundeskreis
;
die Freunde sieht
er am Wochenende, da diese während der Woche arbeite
n
müssen. Er besucht seine Familie in Apulien regelmässig und fühlt sich in der Schweiz wohl. Er lebt mit seiner Lebenspartnerin und deren 10
jährigen Tochter zusammen (vgl. Urk. 9/110 S. 49). Damit enthält der Lebens
kontext des Beschwerdeführers gewisse sich positiv auf seine Ressourcen auswir
kende Faktoren.
Was die Kategorie „Konsistenz" anbelangt, ist zu bemerken, dass der Tagesablauf des Beschwerdeführers unauffällig
ist
. Er steht zwischen 5:00 und 6:00 Uhr
auf,
frühstückt und geht dann spazieren. Wobei er sich vormittags oft ausserhalb der Wohnung aufh
ält
, da er sich dort eingeengt fühlt. Über Mittag koch
t
er sich ein wenig
zu E
ssen. Er hat Therapietermine, geht wieder laufen. Gegen Abend geht er wieder zurück in die Wohnung. Abends ist er meistens zu
H
ause, schaut ein wenig Fernsehen und versucht
,
ein wenig Deutsch zu lernen. Am Wochenende besucht er Freunde oder wird von diesen besucht und ver
r
eist immer wieder nach Apulien, um seine Familie
dort
zu besuchen (vgl. Urk. 9/110 S. 49). All diese Umstände sprechen gegen eine massgebliche Einschränkung der Leistungsfähig
keit
in sämtlichen Lebensbereichen.
Bezüglich des
behandlungs- und eingliederungsana
mnestisch ausgewiesenen Leidens
druck
s ist zu bemerken, dass der Beschwerdeführer zwar einmal bis mehr
mals im Monat
in
psychiatrische
r
Behandlung bei
Dr.
R._
steht
,
medikamentös eingestellt ist
und die bisherige Therapien lege
artis
erfolgten, er jedoch
den Rehabilitationsaufenthalt in der Rehaklinik
H._
vorzeitig abbrach (
Urk. 9/
72/38-41 S. 3
)
.
Für die
alternativ angebotene mögliche Operation
konnte er sich (noch) nicht entschliessen (vgl. Urk. 9/110 S. 18-20 und S. 48)
.
Zusammenfassend ist bei gesamthafter Betrachtung über die massgeblichen Indi
katoren und insbesondere
mit
Blick auf die inexistenten g
l
eichmässigen Ein
schränkungen des
Aktivitätenniveaus
in Einklang mit dem
A._
-Gutachten
(vgl. E.
4
.1 und E.
4
.
4
)
eine
relevante Einschränkung der Arbeits- und Leistungs
fähigkeit aufgrund der psychischen Leiden des Beschwerdeführers nicht mit dem nötigen Mass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen.
6
.
6.
1
Der Beschwerdeführer
ist somit aus psychiatrischer und somatischer Sicht in
einer angepassten Tätigkeit
unter Beachtung
des ihm zumutbaren
Belastungsprofils
zu 80
% arbeitsfähig (vgl. vorstehend E.
5
). In der Folge bleiben die erwerblichen Auswirkungen dieser Einschränkung zu
prüfen (E. 1.
3
).
6
.2
Der Beschwerdeführer stell
t
sich auf den Standpunkt,
es
werde in pauschaler Art und Weise und vor allem ohne Berücksichtigung seiner persönlichen Umstände und Fähigkeiten davon ausgegangen, er könne in einer gesundheitlich angepass
ten Tätigkeit
im Umfang von 80
%
arbeiten. Wie sich eine solche Tätigkeit effek
tiv ausgestalten könne, darüber fänden sich nirgendwo Hinweise
.
Die Beschwer
de
gegner
in habe es unterlassen, eine umfassende Abklärung der Arbeitsfähigkeit vorzunehmen. Insbesondere gehe aus den Berichten nicht hervor, welche Tätig
keiten ihm im Konkreten zugemutet werden könnten. Des Weiteren spreche er kein Deutsch und weise keine Ausbildung vor
(S. 10-12
; vgl. auch E. 5.2.3
).
Die
Anforderungen an die Umschreibung der noch zumutbaren Tätigkeiten
sind
rechtsprechungsgemäss nicht gross
.
Gericht
und Verwaltung
haben
im Rahmen des Einkommensvergleichs keine konkreten Arbeitsstellen nachzuweisen, son
dern vielmehr
wird
von einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ausgegangen.
Es ist deshalb
nicht zu prüfen, ob
der Versicherte
tatsächlich eine entsprechende Arbeitsstelle erhält oder erhalten kann. Es reicht aus, dass solche auf dem Arbeitsmarkt vorhanden und nicht bloss theo
retischer Natur sind (Urteil des Bun
desgerichts 9C_837/2016 vom 1
3.
Juni 2017 E. 4.1)
.
Der Beschwerdeführer war vor
dem
Zwischenfall am 20. Januar 2014 mehrere Jahre in Italien als Handwer
ker (Maurer, Elektriker, Maler, Sanitär), als Gefahrgut-Chauffeur, als Leiter Wein
gutlager und als selbständiger Gastronom sowie in der Schweiz mehrere Monate als Hilfsgärtner tätig gewesen (vgl. Urk. 9/4-5 S. 1). Er verfügt über keine abge
schlossene Berufsausbildung. Für ihn kommen (im Rahmen des Zumutbarkeits
profils) daher Hilfsarbeitertätigkeiten im untersten Kompetenzniveau in Betracht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 2
2.
März 2017 E. 3.3).
Diese
erfordern keine guten Kenntnisse der deutschen Sprache (vgl. Urteile
des Bundes
gerichts
9C_777/2015 vom 1
2.
Mai 2016 E. 5.3; 9C_426/2014 vom 1
8.
August 2014 E. 4.2). Das von den
A._
-Gutachtern umschriebene Belastungsprofil ist nicht derart eingeschränkt, dass auf dem Arbeitsmarkt nur Stellen vorhanden
wären
, welche theoretischer Natur sind.
M
ännliche
Hilfsarbeiter und gelernte Arbeiter, die wegen der Behinderung ihre angestammte manuelle Tätigkeit
nicht mehr ausüben können, werden in der Regel für Handlanger- und andere körper
liche Tätigkeiten eingestellt. Der diesen Versicherten offenstehende Arbeitsmarkt ist allerdings nicht ausschliesslich auf solche Tätigkeiten beschränkt. In Industrie u
nd Gewerbe werden Arbeiten, wel
che physische Kraft erfordern, in zunehm
en
dem Masse durch Maschinen ver
richtet, während den körperlich weniger belastenden Bedienu
ngs- und Überwac
hungsfunktionen eine stetig wachsende Bedeutung zukommt; auch in diesen Bereichen stehen somit männlichen Hilfsar
beitern Stellen offen, ebenso im Dienstleistungssektor (
Meyer/
Reichmuth
, Recht
sprechung des Bundesgerichts zum IVG,
3.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 201
4, N 142 zu Art. 28a mit Hinweisen).
Eine Gesamtwürdigung der Umstände ergibt somit, dass die dem Beschwerde
führer verbliebene Einsatzfähigkeit auch bei den
behinderungs
gerechten
Tätig
keiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
in
realistischer Weise
noch nachge
fragt wird und ihm deren Verwertu
ng auch gestützt auf die Selbst
eingliederung
s
pflicht zugemutet werden kann.
6
.3
Für die Bemessung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versicherte Person nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die Ermittlung des
Valideneinkommens
muss so konkret wie möglich erfolgen. Da die bisherige
Tätigkeit erfahrungsgemäss fort
gesetzt worden wäre, ist in der Regel vom letzt
en Lohn auszugehen, der vor Ein
tritt der Gesundheitsschädigung erzielt wurde. Dieses Gehalt ist, wenn nötig, der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
zupassen (BGE 135 V 58 E. 3.1).
Der
Beschwerdeführer
arbeitete zuletzt als
Hilfsgärtner
mit einem
jährl
i
che
n
Bruttoeinkommen von Fr. 53
’
300
.
-- inklusive 13.
Monats
lohn
für
2014
(
vgl.
Urk.
9
/
27
S. 2).
Unter Berücksichti
gung der Nominallohn
entwicklung (Bun
de
s
amt für Statistik; Tabelle T1.1
.10 Nominallohnindex,
Männer
2011-201
7
;
Total
), resultiert ein massgebliches
Validenein
kommen
für 201
7
von Fr.
5
4
'
023
.
-
(
Fr. 53’300.-- / 103
.
2
[Index
2014] x 104
.
6 [Index 2017
]).
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation
auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Ist kein tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich, weil die versicherte Perso
n nach Eintritt des Gesundheits
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung die Tabellenlöhne gemäss
der vom Bundesamt für Statistik periodisch
herausgegebenen Lohnstrukturer
he
bungen (LSE)
herangezogen werden (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweisen).
Der Beschwerdeführer
ging seit
Januar 2014
keiner Arbeit mehr nach, weshalb
auf die Tabellenlöhne
gemäss LSE abzustellen ist. Rechtsprechungsgemäss sind daher die Löhne für
Männer
(LSE 2014 TA1, Kompetenzniveau 1) in einfachen Tätig
keiten körperlicher oder handwerklicher Art heranzuziehen, sodass - angepasst an die Nominallohnentwicklung von Indexstand
103.
2
(2014) auf Indexstand
104.6
(
2017
; vgl. Tabelle T
1.1
.10 Nominallohnindex,
Männer
2011-
2017
, Total) sowie an die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr
2017
(vgl.
Tabelle T 03.02.03.01.04.01 Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsab
teilungen) in angepasster Tätigkeit
und unter Berücksichtigung des zumutbaren Pensums von 80 %
- ein Invalideneinkommen von Fr.
53'884.--
resultiert
(Fr. 5
'3
12
.-- x 12
/
103.2
x
104
.
6
/ 40 x 41.7
x 0.8
).
Unter Berücksichtigung des
eingeschränkten
Belastungsprofils gewährte die Beschwerdegegnerin zusätzlich einen leidensbedingten Abzug auf den Tabellen
lohn von 10 %, sodass ein massgebendes Invalideneinkommen von Fr. 48'495.-- resultierte (vgl. Urk. 2 S. 2 und Urk. 9/111 S. 1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E.
6). Ein triftiger Grund ist nicht ersichtlich
und wurde vom Beschwerdeführer auch nicht vorge
bracht
, weshalb vorliegend von einem leidensbedingten Abzug von 10
%
auszu
gehen ist.
Nach dem Gesagten steht dem
Valideneinkommen
von
Fr. 54'023.--
ein zumut
bares
Invalideneinkommen von
Fr. 48'495.--
gegenüber. Damit resultiert ein rentenausschli
essender Invaliditätsgrad von 10
%.
Selbst der höchste zulässige Abzug von 25 %, der hier von vornherein nicht gerechtfertigt wäre, würde eben
falls zu einem rentenausschli
essenden Invaliditätsgrad von 25
% führen, weshalb sich entsprechende Weiterungen erübrigen.
Die
Beschwerde
ist in der Folge
abzuweisen.
7
.
7.1
Der Beschwerdeführer beantragte (Urk. 1) die unentgeltliche Rechtspflege unter Bestellung von
Rechtsanwalt Daniele Moro, Luzern,
als unentgeltliche
n Rechts
vertreter
. Die Prozessführung schien zum Zeitpunkt der Verfahrenseinleitung nicht aussichtlos, die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ist ausgewiesen (vgl.
Urk. 3/3-
10,
Urk.
11 und Urk. 12/12-17
) und eine
Rechtsverbeiständung
geboten. Ihm ist daher
die unent
geltliche Rechtspflege unter Be
stellung von
Rechtsanwalt Daniele Moro, Luzern,
als unentgeltliche
n Rechtsbeistand
zu gewähren (vgl. BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
7.2
Rechtsanwalt Daniele Moro, Luzern,
als unentgeltliche
r
Rechtsvertreter
ist
aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
Nach
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzu
setzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streit
wert. Gemäss
§
8 in Verbindung mit
§
7 Abs.
1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungs
gericht (
GebV
SVGer) wird - auch im Rahmen der unentgeltlichen Recht
svertretung - namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
Der
vom Rechtsvertreter
mit Eingabe vom
10
.
Juli
2017 (Urk.
14
) geltend gemachte Aufwand von
33
,
17
Stunden und Fr.
74
.
--
Barauslagen ist der Bedeu
tung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht
angemessen. Namentlich erscheint ein Aufwand von
17
,
17
Stunden für die Beschwerdeschrift
und 5,74 Stunden Korrespondenz mit dem Beschwerdeführer sowie 8,25 Stunden Aktenstudium bei 143 Aktenstücken in einem Verfahren mit einem einfachen Schriftenwechsel
als überhöht
. Auch
die Vergütung von Korrespondenz mit am Verfahren unbeteiligten Dritten und das In-Rechnung-Stellen von Sekretariats
arbeit zum anwaltlichen Stundensatz
ist
nicht angezeigt
.
Angesichts der zu studierenden
143
Aktenstücke der Beschwerdegegnerin, der etwa
17
-seitigen Beschwerdeschrift
,
den Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung
sowie der in ähnlichen Fällen zugesproche
nen Beträgen ist die Entschädigung bei Anwendung des gerichts
üblichen Stun
denansatzes von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) für frei
berufliche Anwälte
auf
Fr.
3'
2
00.-- (inklusive Barauslagen
von Fr.
74.--
und Mehrwertsteuer) festzu
setzen.
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind auf Fr. 800.
—
festzu
setzen.
A
usgangsgemäss
sind sie
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, infolge der bewilligten unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.
Der Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Gerichtskosten sowie der Auslagen für die Vertretung verpflich
tet werden kann, sofern er dazu in der Lage ist.