Decision ID: 3720a3ef-e689-4b4e-877e-8abd449007f8
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1965, arbeitete seit dem 2
5.
Juli 2010 als
Reinigungs
mitarbeiterin
bei der
Y._
GmbH in Teilzeitbeschäftigung auf Abruf (
Urk.
7/8). Am 1
9.
Mai 2011 rutschte sie zu Hause beim Wäsche tragen auf der Treppe zur Wohnung aus und prallte mit dem rechten Schienbein auf der Stufenkante auf (
Urk.
7/13/
90+
95). Die Schweizerische
Unfallver
sicherungs
anstalt
(SUVA) erbrachte für diesen Unfall die obligato
rischen Leistungen der Unfallversicherung (
Urk.
7/13/1-100). Wegen den Folgen dieses Unfalles mel
dete sich die Versicherte am
4.
Juni 2012 (Datum des Posteingangs) bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1). Die
Sozial
versiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, teilte
X._
am 2
2.
Juni 2012 mit, es seien zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmass
nahmen mög
lich. Sie werde prüfen, ob solche allenfalls zu einem späteren Zeitpunkt durch
geführt werden könnten
. Ebenso werde ein allfälliger Renten
anspruch geprüft, wobei dieser frühestens sechs Monate nach Eingang der Anmeldung entstehen könne (
Urk.
7/6). Ausserdem holte die IV-Stelle den Bericht der Psychologin
Dr.
phil.
Z._
(
Urk.
7/
7
), den
Arbeit
geberbericht
der
Y._
GmbH vom 2
8.
Juni 2012 (Urk. 7/8) sowie den Arztbericht der
Rheu
maklinik
des
A._
vom 9.
Juli 2012 (
Urk.
7/10) ein und zog die Akten der SUVA bei (
Urk.
7/13/1-100). Sodann liess sie das interdisziplinäre Gutachten von
Dr.
med.
B._
, FMH Innere Medizin und
Rheumaerkrankun
gen
,
und
Dr.
med.
C._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom
2
4.
Dezembe
r 2012 erstellen (Urk.
7/28/1-43). Am 1
0.
April 2013 führte die IV-Stelle eine Abklärung im Haushalt der Versicherten durch (vgl.
Abklä
rungsbericht
vom 2
4.
April 2013,
Urk.
7/25). Mit Vorbescheid vom
4.
Juni 2013 teilte die IV-Stelle
X._
mit, die Abklärungen hätten ergeben, dass ihr in der Zeit nach dem Unfall vom 19. Mai 2011 bis nach Ablauf der einjähri
gen Wartezeit keine Erwerbstätigkeit mehr zumutbar gewesen sei. Unter der Annahme, dass sie zu 70
%
einer Erwerbs
tätigkeit nachgegangen wäre und wäh
rend den restlichen 30
% den Haushalt geführt hätte
ergebe sich ein
Invali
ditätsgrad
von gesamthaft 78
%
(
Erwerbs
bereich
: Anteil 70
%
, Einschränkung 100
%
; Haushalt: Anteil 30
%
, Ein
schränkung 27%). Ab Juni 2012 habe sich der Gesundheitszustand aber wieder soweit verbessert, dass medizinisch-theore
tisch von einer 70%igen Arbeits
fähigkeit ausgegangen werden könne. Sie erleide damit im Erwerbsbereich keine Einkommenseinbusse mehr, weshalb der Invaliditätsgrad gesamt
haft lediglich noch 8
%
betrage. Zum Zeitpunkt des frühe
stmöglichen Rentenbeginns am 1.
Dezember 2012 (Anmeldung im Juni 2012 plus sechs Monate) habe demnach kein Rentenanspruch mehr bestanden, weshalb das Leistungsbegehren abge
wiesen werden müsse (
Urk.
7/30).
Gegen diesen Vorbescheid erhob
X._
durch Rechtsanwalt Felix
Hollinger
am 1
0.
März 2013 (
Urk.
7/31) bzw. am 1
7.
Juli 2013 (
Urk.
7/43) Einwand, wobei er drei Berichte der
Uniklinik
D._
vom 1
4.
Juni 2013 über Konsultationen vom
8.
November 2012, 19. März 2013 und 2
1.
Mai 2013 einreichte (Urk.
7/42/1-6).
Die IV-Stelle holte die St
ellungnahme von
Dr.
B._
vom 12.
September 2013 zum Einwand und den Berichten der Uniklinik
D._
ein (
Urk.
7/49).
In der Folge liess sie
das polydisziplinäre Gutachten der Medizini
schen Abklärungsstelle (MEDAS)
E._
vom 1
9.
Juni 2014 erstellen (
Urk.
7/73/2-55).
Mit erneutem Vorbe
scheid vom 3
0.
Juni 2014 hielt die IV
Stelle daran fest, dass das
Leistungs
begeh
r
en
abzuweisen sei (
Urk.
7/76).
Dage
gen erhob
X._
am 27. August 2014 durch Rechtsanwalt
Hollinger
Einwand (
Urk.
7/84).
Die IV
Stelle hielt jedoch an ihrem Entscheid fest und wies das Leistungsbegehren der Ver
sicherten mit Verfügung vom 15.
Oktober 2014 ab (
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob
X._
durch Rechtsanwalt
Hollinger
am 1
4.
November 2014 Beschwerde mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
„
1.
Die Verfügung vom 1
5.
Oktober 2014 sei vollumfänglich aufzuheben.
2.
Der Beschwerdeführerin sei rückwirkend ab dem
1.
Dezember 2012 eine ganze unbefristete Rente auszurichten.
3.
Eventualiter zu
Ziff.
2 seien weitere gutachterliche
Sachverhaltsab
klärun
gen
in rheumatologischer und orthopädischer Sicht zu tätigen.
4.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich der Mehrwert
steuer zu Lasten der Beschwerdegegnerin.“
Die IV-Stelle ersuchte am
1.
Dezember 2014 um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was der Versicherte
n
am
2.
Dezember 2014 mitgeteilt wurde (
Urk.
8). Mit Eingabe vom 2
7.
August 2015 liess die Versicherte rückwirkend um unent
geltliche Rechtspflege im vorliegenden Beschwerdeverfahren ersuchen (
Urk.
11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE
134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
1.5
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre
auf
tragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pa
tientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E.
3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behand
lung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach
) Person einer
seits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170
E. 4
) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärun
gen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden
Ein
schätzungen wichtige - und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende
- Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil
des Bundesgerichts
8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2
mit Hinweisen, u.a. auf
SVR 2008 IV Nr
. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]
).
1.6
Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes ist ein theoretischer und abstrak
ter Begriff, welcher dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Er umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraus
setzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Mög
lichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten, und ob sie ein
renten
ausschliessendes
Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E.
4b; ZAK 1991 S. 321 E. 3b und 1985 S. 462 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.2). An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und
Verdienstaus
sichten
sind praxisgemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen; diese hat viel
mehr nur so weit zu gehen, als im Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des Invaliditätsgrades gewährleistet ist. Für die
Invaliditäts
be
messung
ist nicht darauf abzustellen, ob eine invalide Person unter den konkreten
Arbeitsmarkt
verhältnissen
vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr ver
bliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nützen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 290 f. E. 3b; Urteile des Bundesgerichts I
273/04 vom 29. März 2005, I 591/02 vom 5. Mai 2004, I 285/99 vom 1
3.
März 2000 und U 176/98 vom 1
7.
April 2000). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte
Nischen
ar
beitsplätze
, also Stellen- und
Arbeits
angebote
, bei welchen
Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen vonseiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteile des Bundesgerichts 9C_95/2007 vom 2
9.
August 2007 E. 4.3 und 9C_98/2014 vom 2
2.
April 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Laut dem undatierten,
am 2
6.
Juni 2012 bei der Beschwerdegegnerin einge
gange
nen
Bericht der Psychologin
Z._
(
Urk.
7/7
vgl. Aktenverzeichnis zu
Urk.
7/1-91
) bestehen bei der Beschwerdeführerin eine depressive Reaktion (ICD-10 F32.1) nach Komplikationen am Fuss sowie
somatoforme
/dissoziative Episoden (ICD-10 F44.6/F45.4). Die Beschwerde
führerin habe nach langwieri
gem, komplikationsreichem und sich ver
schlimmerndem Verlauf eine mittelgra
dige Depression entwickelt. Trotz Medi
kation leide sie an starken Schmerzen. In ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Serviceangestellte sei die Beschwerde
führerin bis auf weiteres zu 100
%
arbeits
unfähig. Sie möchte aber arbeiten und eventuell komme ein stunden
weiser Einsatz in einer sitzenden Tätigkeit im Umfang von ca. 20 bis 30 % in Frage.
Der Zustand habe sich trotz der durch
geführten medizinischen Massnahmen verschlechtert.
Es bestehe der Verdacht auf eine chronische Entzündung.
2.2
Gemäss dem Arztbericht der Rheumaklinik des
A._
vom 9. Juli 2012 (
Urk.
7/10) bestehen bei der Beschwerdeführerin (1.) eine
Tendosy
novitis
der
Peronealsehnen
rechts (
BSR 8mm/h, CRP <5
mg/L; im Rahmen
initi
aler
Distorsion und anschliessender chronischer Schonhaltung nach Stolpersturz 05/2011; 12/2011:
sonographisch
Verdickung und inhomo
gene Textur der
Peronealsehnen
rechts mit
peritendinöser
synovialer
Proliferation und geringem Flüssigkeitssaum; MRI OSG rechts 01/2012:
split
tear
der
Peroneus
brevis
Sehne, degenerativ veränderte distale
Peroneus
longus
Sehne, kein Erguss; 09.12.11: Infiltration mit
Kenacort
/
Lidocain
peritendinös
und lokal über dem
Lig
.
fibulocalcaneare
mit im Verlauf
regredienter
Schwellung),
(2.) eine mittel
gradige depressive Episode (ICD-10: F32.1), (3.) eine Hypothyreose (aktuell
euthyreote
Stoffwechsellage) sowie (4.) eine Hypo
vitaminose D3 (Erstdiagnose). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Equipe-Chefin in einem
Reini
gungs
institut
sei die Beschwerdeführerin seit Mai 2011 zu 100
%
arbeits
unfähig. Es hätten lediglich 2 oder 3 Arbeitsversuche von einem Tag Dauer mit einem 50%
Pensum durchgeführt werden können. Es bestünden Einschränkun
gen durch belastungsabhängige Schmerzen am rechten Fuss mit konsekutiver Ein
schrän
kung der Gehfähigkeit.
Ausserdem werde die Leistungsfähigkeit der Beschwer
deführerin durch die mittelgradige depressive Verstimmung einge
schränkt.
2.3
2.3.1
Laut dem interdisziplinären Gutachten von
Dr.
B._
und von
Dr.
C._
vom 2
4.
Dezember 2012 (
Urk.
7/19) konnten bei der Beschwerdeführerin
in somati
scher Hinsicht
keine Diagnosen mit langdauernder Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit gestellt werden. Ohne langdauernde Auswirkung auf die Arbeits
f
ähigkeit bestünden (2.) eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung, disso
ziative Episode und depres
sive Reaktion (Dezember 2011 bis Ende Juli 2012), gemäss psychosomatisch-psychiatrischer Begutachtung, (
3
.) ein chroni
sches
Schmerz
syndrom
im Bereich des rechten Fusses und der unteren
Rücken
region
(nicht ausreichend somatisch abstützbar,
nicht-dermatom
bezogene
Hyposen
sibilität
des ganzen rechten Fus
ses für ausschliesslich taktile Reize bei allseits normalem Lage- und
Vibra
tionssinn
, phasenweise demonstrierte
nicht-myotom
bezogene
Kraftab
schwächung
des ganzen rechten Unterschenkels, diffuse Druckschmerzangabe, chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom,
Fuss
schmer
zen
rechts, multiple Be
schwerden wie Schlafstörungen, Müdigkeit, Gefühls
störungen und Kraftverluste im Bereich des rechten Fusses), (4.) Herbst 2010 Lungenembolie mit passagerer oraler Antikoagulation, (5.) 19.05.11
Stol
persturz
mit Verletzung im Bereich des rechten Unterschenkels, (6.) Radiolo
gisch-pathologische Befunde im Bereich des rechten Fusses ohne anamnesti
sches und klinische
s
Korrelat, (7.) Anamnestisch
Vitamin D-Mangel, (8.)
Euty
rox-Substitution
seit Jahren (aktuell: Verdacht auf subklinische Hypothyreose). In der klinischen Untersuchung imponier
ten
eine schmerzvermittelnde Mimik und Gestik,
nicht-dermatom
bezogene
Sensibilitätsstörungen des rechten Fusses, phasenweise demonstrierte nicht-
myotombezogene
Kraftabschwächungen des rechten Fusses, diffuse Druckschmerzen, und darüber hinaus, abgestützt auf objektivierbare Befunde, ein weitgehend normale
r
Habitus (
Urk.
7/19/9).
Aus psychiatrischer Sicht bestünden sodann eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung, dissoziative Episoden (ICD-10: F45.4/F44.6) sowie eine depressive Reaktion während der Zeit von Dezember 2011 bis Ende Juli 2012 (ICD-10: F.43.21
[
Urk. 7/19/35
]
).
Die Arbeitsfähigkeit sei, aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht beurteilt, für die von der Beschwerdeführerin bisher in der Schweiz ausgeübten beruf
lichen Tätigkeiten zu keinem Zeitpunkt anhaltend einge
schränkt gewesen. Zeitlich limitierte Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit von 100
%
könnten im Zeitraum vom Unfall vom 1
9.
Mai 20
1
1 bis Ende 2011 (grosszügig ausgelegt) und im Anschluss an die am 1
7.
April 2012 durchge
führte Operation von erneut 100
%
bis zum Ende der postoperativen
Rehabili
tationsphase
, und damit bis Ende Mai 2012, begründet werden. Ausserhalb dieser Phasen könne keine an
haltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründet werden
(
Urk.
7/19/19)
. Aus psychiat
rischer Sicht sei die Beschwer
deführerin wegen der von Dezember 2011 bis Ende Juli 2012 vorhandenen
psy
chischen
Komorbidität
zu 30
%
in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen.
Zuvor und danach sei der Beschwerde
führerin die Überwindbarkeit ih
rer Schmerzen zumutbar gewesen (
Urk.
7/19/35).
Aus interdis
ziplinärer Sicht sei der Beschwerdeführerin damit vom 1
9.
Mai 2011 bis Ende 2011 eine 100%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und für die Zeit von Dezember 2011 bis Ende Juli 2012 eine 30%ige Einschränkung der Arbeits
fähigkeit zu bescheini
gen. Seit August 2012 seien der Beschwerde
führerin die bisher ausgeübten beruflichen Tätigkeiten wieder voll zumutbar (
Urk.
7/19/28-29).
2.3.2
In seiner Stellungnahme vom 1
2.
September 2013 (
Urk.
7/49)
betreffend die Konsultationen vom
8.
November 2012, 1
9.
März 2013 und 2
1.
März 2013 (vgl. E. 2.4.1-3)
führte
Dr.
B._
aus, aufgrund der
vom 1
4.
Juni 2013 datierten B
erichte der Uniklinik
D._
sei eine zeitlich limitierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nach der am 2
1.
Januar 2013 durchgeführten
Rückfussopera
tion
rechts von maximal 3-4 Monaten begründbar. Eine anhaltende Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit lasse sich hingegen nicht begründen.
2.4
Am 1
4.
Juni 2013 berichtete die Uniklinik
D._
über drei Konsultationen der Beschwerdeführerin (
Urk.
7/42/1-6):
2.4.1
Im Bericht über die Untersuchung in der Fusssprechstunde vom
8.
November 2012 (
Urk.
7/42/1-2) hielt
en
die
Ärzte der
Uniklinik
D._
fest, der Zustand gegenüber der Voruntersuchung vom
6.
September 2012 sei unverändert. Man habe mit der Beschwerdeführerin noch einmal des längeren die Befunde bespro
chen.
In der MRI-Untersuchung vom
8.
November 2012 hätten sich klar eine
Tendinopathie
mit Signalalteration im Bereiche der
Musculus
peroneus
brevis
-Sehne sowie eine mögliche leichte
Plantarfasciitis
(Differentialdiagnose Morbus
Ledderhose
) gezeigt.
Aufgrund des sehr hohen Leidensdruckes werde eine
Peronealsehnenrevision
, eventuell mit einer
lateralisierenden
Calcaneusos
teo
tomie
zur Entlastung der Sehne geplant. Man habe die Beschwerdeführerin darauf hingewiesen, dass dieser Eingriff aber keine Garantie für eine
Beschwer
debesserung
sei. Aufgrund einer
Chronifizierung
der Beschwerden sei es sogar möglich, dass diese postoperativ zunehmen würden. Der Beschwerdeführerin sei dies bewusst, sie nehme es aber aufgrund des sehr hohen Leidensdruckes in Kauf.
2.4.2
Im Bericht über die Verlaufskontrolle vom 1
9.
März 2013 (
Urk.
7/42/5-6) führ
te
n die Ärzte der
Uniklinik
D._
aus, die Beschwerdeführerin berichte
acht Wochen postoperativ
über weiterhin vorhandene Schmerzen im Bereich der Ferse des rechten Fusses. Bei konsolidiertem
Osteotomiespalt
sei eine Steigerung der Belastung bis auf Vollbelastung möglich.
2.4.3
Im Bericht über die Verlaufskontrolle vom 2
1.
Mai 2013 (
Urk.
7/42/3-4) führte
n
die
Ärzte der
Uniklinik
D._
aus, die Beschwerdeführerin berichte
vier Monate nach der
Operation
über persistierende Schmerzen im Bereich des rech
ten Fusses v.a.
plantarseitig
. Das Gehen mit normalem Schuhwerk und die Belastung im Rückfussbereich seien nicht möglich. Bezüglich der
Peroneal
sehnen
sei sie beschwerdearm.
Es sei eine Infiltration am
Tuber
calcanei
am Ansatz der
Plantarfaszie
indiziert.
2.4.4
Am 3
0.
Mai 2013
(
Urk.
7/55/1) gaben die Ärzte der
Uniklinik
D._
zu Hän
den der SUVA an
, eine Vollbelastung des rechten Fusses sei weiterhin aufgrund der starken Schmerzen nicht möglich. Es sei der Verdacht auf eine akzentuierte plantare
Fasciitis
gestellt und eine diagnostische/therapeutische Infiltration geplant worden.
Zudem werde ein MRI des rechten Fusses veranlasst. Es werde der Beschwerdeführerin eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bis auf
w
eiteres ausgestellt.
2.4.5
Am 2
6.
September 2013 (
Urk.
7/55/2-3) führten die Ärzte der Uniklinik
D._
betreffend die Konsultation vom 1
8.
Juli 2013
aus, der Ursprung der ausge
prägten Beschwerden bl
eibe
weiterhin unklar. Es bestehe sicherlich ein
e
posto
perativ
exazerbierte
Plantarfasciitis
, eventuell auch eine partielle Ruptur. Zusätzlich seien jedoch Schmerzen im Bereich der ganzen Ferse und des Fusses vorhanden mit ausgeprägter Schwellung.
Differentialdiagnostisch komme für sie aufgrund der Schmerzen ein Morbus
Sudeck
in Frage. Als
Servicefachange
stellte
sei die Beschwerdeführerin weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig.
Es sei eine rheumatologische Beurteilung indiziert.
2.5
Gemäss dem
B
ericht der Rehaklinik
F._
vom
8.
Oktober 2013 (Urk. 7/55/12-26), wo die Beschwerdeführerin sich vom 2
9.
August bis zum 3. Oktober 2013
zum zweiten Mal (vgl.
Urk.
7/13/28-39)
in einem
stationären
Aufenthalt
befand,
bestehen bei der Beschwerdeführerin als Folge des Unfalles vom 1
9.
Mai 2011 (Ausrutschen im Treppenhaus)
(1.)
ein Status nach Kontusion des Unterschenkels mit Rissquetschwunde, primär hausärztlich versorgt, eine
Tendosynovitis
der
Peronaealsehnen
rechts (19.
05
.2011 Röntgen: keine Fraktur; 05.12.2011 Ultraschall: Verdickung und Inhomogenität der
Pereonealsehnen
,
peritendinös
synoviale
Proliferationen, geringer
Flüssig
keitssaum
; 09.12.2011 Infiltration mit
Kenacort
/
Lidocain
peritendinös
und lokal über dem
Lig
.
fibulo
calcaneare
, im Verlauf
regrediente
Schwellung; 01/2012 MRI OSG: Split
tear
der
Peronaeus
brevis
Sehne, degenerativ veränderte distale
Peronaeus
longus
Sehne; 17.04.2012 Spaltung der Sehnenscheide und
Synovektomie
; 21.01.2013
Débridement
und
Tubularisierung
Peroneus
brevis
rechts,
l
ateralisierende
Kal
kaneus-Osteotomie
Fuss rechts; 13.09.2013 Rheumatologie, Uniklinik
D._
: Therapien mit Schwerpunkt
Neglect
behandlung
(Spiegeltherapie etc.) empfohlen, objektiv kein CRPS; 30.09.2013 Neurologisches Konsilium, RK
F._
: Neuralgie des
Nervus
sur
alis
, wahr
scheinlich durch Läs
ion des
Nervus
suralis
bedingt;
(2.)
eine mittelgradige depressive Episode
mit latenter Suizida
lität (ICD-10: F32.1);
somato
forme
/dissoziative Anteile im
Schmerzmechanis
mus
sind möglich (ICD-10: F44.6/F45.4
)
sowie
(3.)
eine Hypothyreose, unter Enzymsubstitution. Im Rahmen der stationären Rehabilitation habe keine nam
hafte Verbesserung der Beschwerden erzielt werden können. Die Beschwerde
führerin scheine für
sämtliche Therapiemassnahmen resistent zu sein. Aus psy
chiatrischer Sicht begründe die festgestellte psychische Störung aktuell eine schwere arbeitsrelevante Leistungsminderung. Aus unfallkausaler, somatisch-organischer Sicht sei die Zumutbarkeit für die berufliche Tätigkeit als
Reini
gungsangestellte
zu verneinen, die Anforderungen einer ganztags stehend-gehenden Tätigkeit seien zu hoch. Eine leichte
wechselbelastende
Arbeit sei der Beschwerde
führerin dagegen ganztags zumutbar, ohne Vibrationsbelastungen seitens des rechten Fusses, länger dauernde Zwangshaltungen für den rechten Fuss, Leitersteigen
und repetitives Treppensteigen.
2.
6
Laut dem Gutachten der MEDAS
E._
vom 1
9.
Juni 2014 (
Urk.
7/73
) beste
hen bei der Beschwerdeführerin als
polydisziplinäre
Hauptdiagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit eine schmerzhafte Narbe
retromalleolär
rechts (L90.5/91.0), ein Status nach
Synovektomie
und Sehnen
scheidenspaltung
peroneal
rechts (M65.8) und eine
Ansatztendinopathie
Plant
arfascie
rechts (M76) sowie als Nebendiagnosen ohne wesentliche Einschrän
kung der Arbeits
fähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode, agitierte depressive Episode und reaktive depressive Episode (ICD-10: F33.1), eine Hypothyreose (aktuell
euthyreote
Stoffwechsellage) und ein Status nach Hypovitaminose D3, Erstdiagnose
(
Urk.
7/73/48).
Aus neurologischer Sicht könne keine Ursache für die geklagte Symptomatik festgestellt werden. Anhaltspunkte für eine relevante Nervenläsion bestünden weder klinisch noch elektrophysiologisch, und der geklagte Schmerzcharakter sei auch nicht neuropathisch. Die aktuelle Symptompräsentation weise aus Sicht der neurologischen Gutachterin klar darauf hin, dass zur Symptomentstehung massgeblich psychologische Faktoren beigetragen hätten (
Urk.
7/73/50; vgl. Urk. 7/73/60-61). Aus orthopädischer Sicht fehle die Diagnose in allen Berichten, obwohl sich viele Untersucher des Bewegungsapparates darum bemüht hätten. Auch die jetzt gestellte (orthopädische) Diagnose (
Urk.
7/73/45; vgl.
Urk.
7/73/48) sei unbefriedigend, schliesse aber immerhin invasivere Behandlungsversuche aus. Trotz dieser allgemeinen Unsicherheit seien im Moment die Beschwerden überwiegend organisch erklärbar, ohne eine genaue neurologische und psychiatrische Ursache angeben zu können. Es bestünden eine
Tenosynovitis
der
Peronealsehnen
und ein Spaltriss der
Peroneus
brevis
Sehne. Die Geh- und Stehfähigkeit sei eingeschränkt (
Urk.
7/73/50).
Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin sei der Beschwerde
führerin
seit dem Unfall vom
5.
Mai 2011
nicht mehr zumutbar, da sie mit dem Auto zu den Arbeiten habe fahren müssen, was angesichts der gezeigten
Funk
tionseinschränkung
am rechten Fuss zu gefährlich sei und deshalb unterbleiben müsse.
Aus ortho
pädischer Sicht sei die Beschwerde
führerin in einer adaptierten Tätigkeit bezogen auf ein 100%-Pensum zu 80
%
arbeitsfähig. Die
Leistungs
einbusse
von 20
%
ergebe sich infolge schmerzbedingter Einschränkung des Rendements. Man müsse davon ausgehen, dass die Stockbenutzung von der Beschwerde
führerin ausgehe, eine Umgewöhnung auf einen Handstock oder gar die gänzliche Abgewöhnung sei erfolglos gewesen.
Verneine man die Notwen
dig
keit des Stockgebrauchs, sei eine adaptierte Tätigkeit möglich, aber nicht in der Reinigung. Weder aus allgemein-internistischer und neurologischer, noch aus psychiatrisch-versicherungsmedizinischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit ein
ge
schränkt. Polydisziplinär sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsfähig in einer sitzenden Tätigkeit, bei der nur gelegentliche Positionswechsel möglich seien, eventuell mit einer
schmerzbedingten
Einschränkung der Leistungsfähig
keit im Umfang von 20
%
.
Es müsse betont werden, dass der Gesundheitszu
stand nicht stabil sei. Die Beschwerdeführerin leide an einer rezidivierenden depressiven Störung und
habe dabei aktuell eine mittel
gradige depressive Epi
sode, bei welcher es sich um eine agitierte depressive Episode handle. Da die Erkrankung jedoch durch die Schmerzen und deren langjährigen Verlauf ohne wesentliche Verbesserung und die unsichere berufliche Zukunft verursacht wor
den sei, handle es sich insgesamt
auch
noch um eine reaktive depressive Epi
sode. Diese sei mittels einer Willensanstrengung überwindbar
(
Urk.
7/73/51-52)
.
Die Prognose sei infolge der
Chronifizierung
des Schmerzsyndroms und der eigenen Krankheitsüberzeugung der Beschwerde
führerin eher verhalten
(
Urk.
7/73/53)
.
2.7
Dr.
med.
G._
, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin hielt in der Stellungnahme vom 2
3.
Juni 2014 (
Urk.
7/75/
5
-
6
) fest, gestützt auf das Gutachten der MEDAS
E._
sei
von einer Arbeitsfähigkeit von 0
%
in der bisherigen Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin auszugehen, da die Beschwerdeführerin nicht mehr fahrtauglich sei und kaum normal gehen könne. Diese unfallbedingte Arbeits
unfähigkeit könne der Beschwerdeführerin ab Unfalldatum (1
9.
Mai 2011) attestiert werden. Zuvor sei sie ab dem
5.
Mai 2011 krankheitsbedingt arbeits
unfähig gewesen, so dass der Beginn der Arbeitsunfähigkeit
auf den 5.
Mai 2011 festgelegt werden könne.
Für eine angepasste, überwiegend sitzende Tätigkeit, mit nur ganz seltenen Positionswechseln
mit Gehen
sei eine Arbeits
fähigkeit für eine vollschichtige Tätigkeit mit einer Leistungsfähigkeit von 80
%
gegeben. Diese Arbeitsfähigkeit sei
jeweils im Zeitraum der Operationen für ca.
2-3 Monate auf 0
%
vermindert gewesen, ansonsten habe sie aber ebenfalls seit dem Unfall vom 1
9.
Mai 2011 Bestand.
3.
3.1
Das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS
E._
vom 1
9.
Juni 2014 (Urk.
7/73
)
beantwortet die gestellten Fragen um
fassend, berücksichtigt die von der Beschwerdeführerin ge
klag
ten Beein
trächti
gungen, wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
er
stellt und ist in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammen
hänge einleuchtend. Ebenso wurden die gezogenen Schluss
folgerun
gen in nach
voll
ziehbarer Weise hergeleitet. Das Gut
achten wird damit den von der Recht
sprechung entwickelten Anforderungen an eine beweis
kräftige medi
zini
sche Stellungnahme (E. 1.4) gerecht. Ihm ist volle Beweis
kraft zu
zuerken
nen, falls keine kon
kreten Indizien gegen die Zu
verläs
sigkeit der Ex
per
tise spre
chen (BGE 125 V 353 E. 3b/
bb
).
3.2
Soweit d
ie
Beschwerdeführer
in
geltend macht, es handle sich
beim Gutachten lediglich
um
ein
e Momentaufnahme und es sei unberücksichtigt geblieben, dass ihr Gesundheitszustand unstrittig instabil sei, ist festzuhalten, dass zur Annahme einer rentenbegründenden Arbeits
unfähigkeit eine dauerhafte Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit vorliegen muss, wogegen aufgrund vorüber
gehender Einschränkungen der
Arbeits
resp. Erwerbs
fähigkeit kein Renten
an
spruch
ent
steht
(vgl.
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG in Verbindung mit
Art.
29
ter
der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] und
Art.
28
Abs.
1 lit. c IVG)
.
Es erscheint denn auch die Einschätzung von RAD-Arzt
Dr.
G._
in seiner Stellungnahme vom 2
3.
Juni 2014 (
Urk.
7/75/4-5) plausibel,
wonach die Arbeitsfähigkeit lediglich nach den operativen Eingriffen am rechten Fuss während rund 2-3 Monaten vollständig eingeschr
änkt
, ansonsten die Beschwer
deführerin aber im von den Gutachtern attestierten Umfang arbeitsfähig
gewe
sen sei. So zeigte sich gemäss dem vom
8.
Mai 2012 datierten Bericht der Klinik für Unfallchirurgie des
A._
, wo am 17. April 2012 die erste Operation (Spaltung der Sehnenscheide und
Synovektomie
) stattgefunden hatte, anlässlich der Verlaufskontrolle vom
7.
Mai 2012 aus Sicht der Ärzte ein zufriedenstellendes postoperatives Resultat. Sie hätten mit der Beschwerde
führerin besprochen, dass ab sofort eine Vollbelastung des Fusses möglich sei (
Urk.
7/13/8). Die Ärzte der Uniklinik
D._
, in welcher die Beschwerdeführe
rin am 2
1.
Januar 2013 ein zweites Mal operiert worden war, hielten im Bericht vom 1
4.
Juni 2013 betreffend die Konsultation vom 19. März 2013 fest, bei konsolidiertem
Osteotomiespalt
sei eine Steigerung der Belastung bis auf
Voll
belastung
möglich
(
Urk.
7/42/6). Im Operationsbericht der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie des
A._
vom
3.
September 2014 betreffend die gleichentags durchgeführte (dritte) Operation wurde zum Procedere lediglich festgehalten, dass nebst Analgesie bei Bedarf und regelmässigen
Wundkontrol
len
beim Hausarzt eine Stockentlastung „für zwei Wochen“ und für diese Zeit eine
Thromboembolieprophylaxe
vorzunehmen sei (
Urk.
3/7). Dass im Anschluss an diese Operation unerwartete Komplikationen aufgetreten sind, wurde von der Beschwerdeführerin nicht geltend gemacht.
Wie bereits
ausgeführt (E. 1.5)
ist bei den Beurteilungen der
behandelnden Ärzte dem Umstand Rechnung zu tragen, dass sie mitun
ter im
Hinblick auf ihre
auf
tragsrechtli
che
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen.
Vorliegend ist insbesondere
zu berück
sichtigen, dass die von der Beschwerdeführerin zitierten Arztberichte der behandelnden Ärzte
der Uniklinik
D._
sowie des
A._
(
Urk.
1 S. 3 ff.)
ihr in der Regel
-
für eine befristete Zeit
-
eine Arbeitsunfähig
keit bescheinigen
, aber
keine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer
behin
derungs
angepassten
Tätigkeit vornehmen, sondern sich auf die u
nstrittig nicht mehr geeigneten
Tätigkeiten als Serviceangestellte und Reinigungs
kraft beziehen
(vgl. insbesondere den Bericht der Uniklinik
D._
vom 2
6.
Sep
tember 2013,
Urk.
7/55/2-3). Die behandelnden Ärzte der Rehaklinik
F._
äusserten sich hingegen auch zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin in einer angepassten Tätigkeit, wobei sie eine solche aus unfallkausaler, soma
tisch-organischer Sicht als ganztags zumutbar erachteten (vgl.
Austritts
berichte
der Rehaklinik
F._
vom 2
1.
März 2012 [Urk.
7/13/29] und vom
8.
Oktober 2013 [
Urk.
7/55/13]).
Die Beschwerdeführerin bezeichnet die Einschätzung der Gutachter im Weiteren als unrealistisch und weltfremd, wonach sie eine sitzende Tätigkeit, bei der nur gelegentliche Positionswechsel möglich seien
,
in einem 100%-Pensum mit einer höchstens 20%igen Einschränkung der Leistungsfähigkeit ausüben könne.
Inwiefern sie aufgrund
des Umstandes, dass sie bisher hauptsächlich mit Stehen und Gehen verbundene Erwerbstätigkeiten ausübte
, in einer sitzenden Tätigkeit Einschränkungen erleiden sollte, ist nicht ersichtlich. Die Frage, inwieweit die Verwertung der von den Gutachtern attestierten
Arbeitsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt möglich ist, ist sodann
nicht
von den medizinis
chen Experten sel
ber zu beantworten
, sondern dies ist vielmehr von der
Beschwerde
gegnerin
zu prüfen.
O
b die adaptierte Tätigkeit
so eng umschr
ie
ben
worden ist
, d
ass deren Verwertung
als
nicht mehr
realistisch erschein
t, ist mithin auch im vorliegenden Verfahren zu prüfen, deren Bejahung kann aber jedenfalls nicht dazu führen, dass das Gutachten deswegen als
mangelhaft zu bezeichnen wäre.
3.3
3.3
.1
Gemäss der psychiatrischen Beurteilung der MEDAS
E._
leidet die Beschwerdeführerin an einer rezidivierenden depressiven Störung und hat aktuell eine mittelgradige depressive Episode. Bei dieser handle es sich, da die Beschwerdeführerin vor allem angespannt und unruhig sei, um eine agitierte depressive Episode. Die depressive Episode sei eine Folge der Schmerzen, der langjährigen Krankheitsgeschichte mit vielen Behandlungen, die zu keiner wesentlichen Verbesserung der Schmerzen geführt hätten, und der unsicheren beruflichen Zukunft, womit es sich insgesamt um eine reaktive depressive Epi
sode handle. Die Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung oder einer chronischen Schmerzstörung könne nicht gestellt werden, auch wenn die Beschwerdeführerin Schmerzen habe, die nicht ausreichend somatisch erklärbar seien. Hinweise auf weitere psychiatrische Erkrankungen lägen nicht vor (
Urk.
7/73/38-39).
Die Beschwerdeführerin habe einen eingeschränkten Antrieb, sei angespannt und unruhig, und ihre Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit nähmen im Laufe des Gespräches ab. Diese Symptome seien alle im Rahmen der agitierten depressiven Episode anzusehen. Die Beschwerdeführerin habe jedoch einige Ressourcen. Sie besuche eine ambulante Psychotherapie und erhalte psychiatri
sche Medikamente. Sie sei ausserdem sozial gut integriert und gehe auch in eine Behandlung ihrer verschiedenen körperlichen Beschwerden. Da es sich bei der depressiven Episode um eine reaktive Episode handle, sei die Erkrankung aus versicherungsmedizinischer Sicht alleine mittels einer Willensanstrengung überwindbar (
Urk.
7/73/39-40).
3.3.2
Zu dieser Beurteilung ist vorab festzuhalten, dass eine depressive Symptomatik nicht allein wegen einer medizinischen Konnexität zu einem Schmerzleiden ihre Bedeutung als potentiell invalidisierendes Leiden verliert (vgl. Urteil des Bun
desgerichtes 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 7.2.1 mit Hinweisen).
Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass nach der - in BGE 141 V 281 bestä
tigten
Rechtsprechung des Bundesgerichtes
psychische Störungen grund
sätzlich nur als invalidisierend gelten, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr)
angehbar
sind
(
Urteil des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 1
5.
Dezember 2015 unter Hinweis auf
BGE 141 V 281 E. 4.3.1)
; leichte bis höchstens mittel
schwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis sind gemäss
bundesge
richtlicher
Praxis in der Regel therapierbar und führen zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 7.2.1 mit Hinweisen).
Aus den Akten geht hervor, dass sich die Beschwerdeführerin auf Veranlassung der Rehaklinik
F._
ab dem 2
6.
März 2012 in Behandlung bei Psychologin
Z._
begab (vgl. E. 2.1). Gemäss deren Angaben im der Beschwerdegegnerin im Juni 2012 eingereichten Bericht (vgl. E. 2.1) bestand die damalige Behandlung in einer Schmerzbehandlung (
Urk.
7/7/2). Gemäss dem Bericht von Psychologin
Z._
an die SUVA vom 2. Dezember 2012 hatten bis dahin 10 Sitzungen statt
gefunden, nunmehr in monatlichen Abständen (
Urk.
3/8/152). Laut den Anga
ben der Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltabklärung im April 2013 suchte sie Psychologin
Z._
damals zweimal, gemäss ihren Angaben anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 1
2.
August 2013 ein- bis zweimal pro Monat auf (
Urk.
7/25/2 und
Urk.
7/55/8). Im Bericht der Rehaklinik
F._
vom 26. September 2013 betreffend das dort durchgeführte psychosomatische Konsilium wurde angeführt, die Beschwerdeführerin sei während ihres Aufent
haltes intensiv psychologisch begleitet worden, wobei vor allem an der depressiven Thematik und am Schmerzumgang gearbeitet worden sei. Eine ambulante Psychotherapie sei weiterhin indiziert. Die Beschwerdeführerin werde nach ihrem Austritt die Gespräche bei Psychologin
Z._
wieder aufnehmen. Allenfalls sei längerfristig auch ein Aufenthalt in einer psychosomatischen Kli
nik in Betracht zu ziehen. Ferner wünsche sich die Beschwerdeführerin eine zusätzliche psychiatrische Unterstützung durch med.
pract
.
I._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, in
J._
(
Urk.
7/55/20-21). Anlässlich der Begutachtung in der MEDAS
E._
im Mai 2014 gab die Beschwerde
führerin an, dass sie vor ca. zwei Jahren Psychologin
Z._
aufgesucht habe, wo sie alle ein bis zwei Wochen hingegangen sei. Seit Oktober 2013 gehe sie zu Psychiater
I._
, ebenfalls alle ein bis zwei Wochen, und erhalte von ihm Medikamente (
Saroten
50mg Kapseln,
Truxal
15mg Tabletten und
Temesta
expidet
1,0mg Tabletten). Die im Mai 2014 durchgeführten
Laboruntersu
chungen
ergaben jedoch, dass der im
Saroten
enthaltene Wirkstoff
Amitryptilin
unterhalb des therapeutischen Bereiches lag, ebenso auch der im
Truxal
enthal
tene Wirkstoff
Chlorprothixen
(
Urk. Urk.
7/73/33 und 7/73/63). Vor diesem Hintergrund kann nicht gesagt werden, dass die zumutbaren
Behandlungsmög
lichkeiten
der – reaktiven – Depression bislang optimal und nachhaltig ausge
schöpft wurden. Demnach fehlt es an einer konsequenten Depressionstherapie, welche das – reaktive – depressive Leiden als resistent ausweisen würde (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.3). Die diagnostizierte depressive Störung ist demnach – mit dem psychiatrischen Gutachter der MEDAS
E._
– als nicht invalidi
sierend zu betrachten.
3.4
Es ist damit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
zumindest
in einer überwiegend sitzenden Tätigkeit, mit nur gelegentlichen Positionswechseln und ohne Zwangshaltungen des rechten Fusses
,
vollschichtig arbeiten kann und dabei
schmerzbedingt eine Einschränkung in der Leitungsfähigkeit von 20
%
erleidet.
Es ist zwar zutreffend, dass es unter den sitzende
n
Tätigkeiten solche gibt, welche mit häufigen Positionswechseln und mit Zwangshaltungen verbun
den sind. Es lässt sich allerding
s
nicht feststellen, dass auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl. E. 1.6) keine Arbeitsstellen vorhanden sind, welche überwiegend sitzend und ohne Zwangshaltungen des rechten Fusses ausgeübt werden
können. An solchen Arbeitsstellen ist
in der Regel
weder das Besteigen von Leitern noch repetitives Treppensteigen erforderlich.
4.
4.1
Es ist unstrittig davon
auszugehen, dass
die Beschwerdeführerin ohne Eintritt des
Gesund
heitsschadens
zu 70 % einer Erwerbstätigkeit als
Reinigungs
mitar
beiterin
nachgehen und sich im Umfang von 30 % den Aufgaben im Haushalt widmen würde.
Da die Beschwerdeführerin an ihrer letzten Arbeits
stelle bei der
Y._
GmbH nach Arbeitsanfall beschäftigt wurde, ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das
Valideneinkommen
anhand der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) ermittelt hat (vgl.
Urk.
7/74).
Der
Zentral
wert
für
mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten beschäftigten
Frauen in
sonstigen persönlichen
Dienstleistungen im privaten Sektor betrug im Jahre 2010
Fr.
3‘524
.-- pro Monat bei 40 Arbeitsstunden pro Woche (LSE 2010, Tabelle TA 1,
S. 27,
Ziff.
96
), was unter Be
rücksichtigung einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,
8
Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik,
Betriebsübliche Ar
beitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Tabelle T
03.02.03.01.04.01) ein
hypothetisches Ein
kom
men von monatlich Fr.
3‘682.60
bzw. Fr.
44‘101.20
pro Jahr (mal 12) ergibt. Ange
passt an den Nominallohnindex für Frauen (vgl. Bundes
amt
für Statistik, Tabelle T.1.93: 2010 = 127.4, 201
2
=
129.9
) beträgt das Ein
kom
men
im Jahr 201
2
Fr.
44‘966.60 bzw. bei einem Pen
sum von 70
%
Fr.
31‘476.60.
4.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE
129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils
vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40
Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf der Grundlage der LSE kann
ausnahmsweise
der Lohn eines einzelnen Sektors („Produktion" oder „Dienst
leistungen") oder gar einer bestimmten Branche herangezogen werden, wenn es als sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren erwerbli
chen Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen, namentlich bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit im betreffenden Bereich tätig gewesen waren und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt (SVR 2008 IV Nr. 20 S. 63, 9C_237/2007 E.
5.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_667/2013 vom 29. April 2014 E. 5.3).
Ein sol
cher Ausnahmefall liegt nicht vor.
4.3
Der
Zentral
wert
für die mit einfachen und
repetitiven Aufgaben beschäftigten Frauen be
trug im Jahre 2010 im privaten Sektor Fr. 4'225.-- pro Monat bei 40 Arbeitsstunden pro Woche (LSE 2010, Tabelle TA 1, S. 26), was unter Berücksichtigung einer betriebsüblichen Arbeits
zeit von 41,6 Stunden pro Woche (Bundesamt für Statistik,
Betriebsübliche Arbeitsz
eit nach
Wirtschafts
abteilun
gen
,
Tabelle
T 03.02.03.01.04.01
)
ein hypo
thetisches Ein
kom
men von monatlich Fr.
4‘394.-- bzw. Fr. 52‘728.--
pro Jahr
(mal 12) ergibt. Ange
passt an den
Nomi
nallohnindex
für Frauen (vgl. Bundes
amt
für Statistik, Tabelle T.1.93: 2010 = 127.4, 201
2
=
129.9
) beträgt das Ein
kom
me
n im Jahr 2012 Fr. 53
‘
762.70 bzw. bei einem Pensum von 70
%
Fr.
37‘633.9
0.
Entgegen der von der Beschwerdegegnerin offenbar vertretenen Auffassung (vgl.
Urk.
7/74 und Urk. 2) dürfte die Beschwerdeführerin die von den Gutachtern – eventuell – attestierte schmerzbedingte Einschränkung der Leistungsfähigkeit im Umfang von 20
%
auch dann erleiden, wenn sie das bisherige Pensum von 70
%
ver
sieht. Der genannte Tabellenlohn für ein 70%iges Pensum von Fr. 37‘633.90 ist dementsprechend um 20
%
auf Fr. 30‘107.10 zu reduzieren. Bei Berücksichti
gung einer – generellen – Leistungsminderung von 20
%
ist ihr, wenn über
haupt, ein leidensbedingter Abzug von maximal 5
%
zu gewähren. Weitere Abzugsgründe, namentlich auch der Abzugsgrund der Teilzeitbeschäftigung, sind nicht gegeben. Das hypothetische Invalideneinkommen 2012 ist demnach auf mindestens
Fr.
28‘601.75 (=
0,95 x 30‘107.10) festzusetzen.
Verglichen mit dem hypo
thetischen
Valideneinkom
men
von
Fr.
31‘476.60
resul
tiert eine
Ein
kommensein
busse
von Fr.
2
‘
875
.
8
5
bzw.
ein Invaliditätsgrad von
maximal
9
%.
4.4
Im Haushalt besteht laut Abklärungsbericht der Beschwerdegegnerin vom 24. April 2013 (
Urk.
7/25) eine Einschränkung von insgesamt 27
%
, was über
zeugend erscheint und denn
von der Beschwerdeführerin
auch
nicht gerügt wird.
4.5
Bei einem (
ungewichteten
) Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich von maximal 9 % und einer (
ungewichteten
) Einschränkung im Haushaltbereich von 27
%
liegt der Gesamtinvaliditätsgrad jedenfalls unter 40
%
, und es besteht kein Renten
anspruch.
Ebenso wenig ergäbe sich ein Invaliditätsgrad von mindestens 40
%
, wenn davon ausgegangen würde, dass die Beschwerdeführerin im
Gesund
heitsfall
zu mehr als 70
%
erwerbstätig wäre, zumal der Beschwerdeführerin
aus medizinisch-theoretischer Sicht
in einer behinderungsangepassten Tätigkeit die Ausübung eine
s
100%-Pensums zumutbar ist und sich im Erwerbsbereich somit an der B
erechnung gemäss E. 4.3 nichts ändern würde.
5.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die
Beschwerdegegnerin
den
Rentenan
spruch der
Beschwerdeführerin
im Ergebnis
zu Recht verneint hat, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6.
6.1
Gemäss §
16
Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgerichts (
GSVGer
) wird e
iner Partei, der die nötigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht of
fensichtlich aussichtslos erscheint, in kostenpflichtigen Verfahren auf Gesuch die Bezahlung von Verfahrenskosten erlassen.
Auch wird ihr gemäss Abs.
2
dieser Bestimmung
auf Gesuch eine unentgeltliche Rechtsvertretung bestellt, wenn sie nicht in der Lage ist, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren.
Die Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertretung richtet sich gemäss § 8 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozial
versicherungsgericht (
GebV
SVGer
) nach § 7, in dessen Absatz 1 festgehalten ist, dass für unnötigen oder geringfügigen Aufwand einer Partei keine
Partei
entschädigung
zugesprochen wird.
6.2
6.2.1
Wie sich aus den Akten der Beschwerdegegnerin ergibt, verfügten die Beschwer
deführerin und ihr Ehemann im Januar 2014 über Einnahmen von total
Fr.
7‘430.--
pro Monat
, weshalb die Beschwerdegegnerin völlig zu Recht die Mittellosigkeit verneinte (
Urk.
7/62). Selbst wenn vo
n dem
von der Beschwerdeführerin geltend gemachten erweiterten Notbedarf von
Fr.
6‘537.45 auszugehen gewesen wäre, hätte immer noch ein Überschuss von rund Fr. 900.
resultiert, aus welche
m
die Prozesskosten ohne Weiteres bezahlt wer
den können
(
Urk.
7/63)
.
Im Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit vom 2
5.
August 2015 (
Urk.
12) gibt die Beschwerdeführerin an, sie
und ihr Ehemann
verfüg
t
e
n
lediglich noch über die Invalidenrente ihre
s Ehemannes in der Höhe von Fr.
1‘900.-- pro Monat. Über ihre Einnahmen hat sie aber keinen Beleg einge
reicht, insbesondere fehlt es auch an einer Bescheinigung, wonach sie bzw. ih
r Ehemann im Jahr 2014
offenbar noch ausgerichtete
Sozialversicherungs
leistun
gen
nicht mehr erhalten. Laut Bescheinigung des Steueramtes der Stadt
J._
vom 2
5.
August 2015 (
Urk.
12
, letztes Blatt
)
verfügten die Beschwerdeführerin
und ihr Ehemann
im Jahr 2014 über ein Rein-Einkommen von
Fr.
72‘200.--. Es ist damit in keiner Art und Weise belegt, dass die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann lediglich noch über monatliche Einkünfte von insgesamt
Fr.
1‘900.-- verfügen, womit die Mittellosigkeit der Beschwerdeführerin nicht ausgewiesen und das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsvertretung und unentgeltliche Prozessführung abzuweisen ist.
6.2.
2
Soweit sich das Gesuch vom 2
7.
August 2015 auf die unentgeltliche
Rechtsver
tretung
bezieht und diese ab dem Zeitpunkt der ablehnenden Verfü
gung der Beschwerdegegnerin vom 1
5.
Oktober 2014 beantragt wird
(
Urk.
11)
, ist darauf hin
zuweisen, dass die entsprechende Bewilligung gemäss
kantonalzürcherische
r
Praxis und im Einklang mit dem nach §
28 lit. a
GSVGer
sinngemäss anwend
baren
Art.
119 Abs.
4
der Zivilprozessordnung (ZPO) sowie dem
Bundesge
richtsurteil
8C_83/2008
vom 9.
Dezember 2008
E. 4.2.4
grundsätzlich erst ab Stellung des Begehrens erfol
gt und somit erst ab dem 27. August 2015 in Betracht fällt. Zu diesem Zeitpunkt war der Schriftenwechsel bereits durchge
führt und erfolgten von Seiten der Beschwerdeführerin keine prozessualen Schritte mehr. Folglich kommt angesichts des Zeitpunkts des Gesuchs und der zitierten § 7 Abs. 1 und § 8
GebV
SVGer
eine Entschädigung an den Rechtsver
treter der Beschwer
deführerin von vornherein nicht in Betracht, weshalb von seiner Bestellung zum unentgeltlichen Rechtsbeistand
auf jeden Fall ab
zusehen ist.
7.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist abweichend von Art. 61 lit. a ATSG das
Be
schwerdeverfahren
bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
rung von IV-Leistungen vor dem kan
to
nalen Versicherungsgericht kosten
pflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert im Rahmen von 200
1000 Franken festgelegt.
Die Gerichtskosten sind auf Fr. 600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.