Decision ID: c884a964-8747-57a7-b985-5d6d153469da
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marco Bivetti, Oberer Graben 42, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich im Februar 2009 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1).
Sie gab an, an einer Lumboischialgie, einem Morbus Bechterew und einer Diskushernie
L5/S1 zu leiden. Der Hausarzt der Versicherten, Dr. med. B._, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin FMH, gab zu Protokoll, die Versicherte habe seit Jahren
Beschwerden. Seit Anfang Januar 2009 sei sie zu 50% arbeitsunfähig; es bestehe eine
eingeschränkte Rückenbelastbarkeit. Die aktuelle, körperlich nicht sehr anstrengende
Arbeit könne zu 50% halbtags ausgeführt werden. Durch die geplante Medikation mit
Enbrel werde eine Besserung des Gesundheitszustandes erwartet. Der Effekt könne
nach ca. drei Monaten beurteilt werden (IV-act. 6).
A.b Die Versicherte wurde in der Folge durch verschiedene Ärzte untersucht und
behandelt. Zunächst ging man davon aus, dass sie ein Pensum von 50% aufnehmen
und dieses später auf 60% bis allenfalls 70% werde steigern können. Die Versicherte
befand sich damals in ungekündigter Stellung. Im September 2009 gelangte Dr. med.
C._, Facharzt FMH für Neurochirurgie, in seinem Bericht zu Handen der
Taggeldversicherung, zur Einsicht, dass bei einer 50%igen Tätigkeit die
Leistungsfähigkeit der Versicherten nicht vermindert sei, dass es momentan aber auch
keine Möglichkeit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit gebe (IV-act. 35). Am
23. Februar 2010 berichtete die rheumatologische Abteilung des Kantonsspitals
St. Gallen, bei einem reduzierten Stundenpensum sei der Versicherten eine Tätigkeit
mit leichter körperlicher Belastung zumutbar. Das 50%-Pensum habe gut erfüllt
werden können. Ein Versuch das Pensum zu erhöhen, sei aufgrund vermehrter
Rückenschmerzen gescheitert. Inzwischen sei der Versicherten per Ende März 2010
gekündigt worden. Daher sei eine stationäre Rehabilitation in Valens veranlasst worden
(IV-act. 44-4).
A.c Über den Aufenthalt der Versicherten in der Klinik Valens berichtete die dortige
Oberärztin für Rheumatologie im Mai 2010, die aktuell bestehende Beschwerde
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symptomatik könne nicht als rheumatologische Erkrankung im Sinne einer Spondylitis
ankylosans gesehen werden. Aktuell bestünden mechanische Ursachen für die
Schmerzsymptomatik mit Symptomausweitung infolge der psychologischen Faktoren.
Medizinisch theoretisch bestehe für eine leichte wechselbelastende Tätigkeit
mindestens eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Die gezeigte körperliche Leistungsfähigkeit
entspreche im Wesentlichen einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit mit Hantieren
von Lasten bis 20 kg horizontal. Die Versicherte selbst sehe sich aber aktuell als nicht
arbeitsfähig. Ihrer Ansicht nach müsse sie zunächst "gesund werden", bevor sie einer
Arbeit nachgehen könne (IV-act. 52-7).
A.d Am 29. Juni 2010 hielt der Regionale Ärztliche Dienst Ostschweiz (RAD) in einer
internen Notiz fest, die Versicherte sei zu mindestens 50% arbeitsfähig. Auf dieser
Basis könnten nochmals Eingliederungsmassnahmen geprüft werden (IV-act. 53). Am
19. August 2010 nahm die Eingliederungsverantwortliche telefonisch Kontakt mit der
Versicherten auf. Dabei gab diese an, sie arbeite zurzeit als Zwischenverdienst in einer
Reinigungsfirma, wo sie Böden und Staub wische. Die Eingliederungsverantwortliche
notierte, dass die Versicherte im Gespräch andauernd über ihre Schmerzen geklagt
habe, sie aber dennoch eine Arbeitsvermittlung wünsche, da sie wisse, dass sie
arbeiten müsse. Sie betrachte sich auch als zu 50% arbeitsfähig in einer leichten
Tätigkeit (IV-act. 56). Am 1. September 2010 habe die Versicherte dann mitgeteilt, sie
habe nach dem Arbeitsversuch einen Bandscheibenvorfall erlitten und sei zurzeit zu
100% arbeitsunfähig geschrieben (IV-act. 56 f.). Am 21. September 2010 wurde der
Versicherten mitgeteilt, berufliche Massnahmen seien nicht angezeigt, da sie sich nicht
in der Lage sehe, zu arbeiten (IV-act. 59).
A.e Die Ärzte der neurochirurgischen Abteilung des Kantonsspitals St. Gallen, berich-
teten am 3. November 2010, nachdem im August 2010 bereits eine Wurzelinfiltration
L5/S1 vorgenommen worden sei, sei es zu einer Exazerbation einer chronischen
Lumboischialgie linksseitig gekommen. Das MRI vom 31. August 2010 habe eine
medio-links-laterale, in den Rezessus reichende Diskushernie mit foraminaler
Einengung und Bedrängung der Nervenwurzeln L5 und S1 gezeigt. Diese Bedrängung
der Nervenwurzeln könne die angegebene Lumboischialgie erklären (IV-act. 66, 69-3).
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A.f Am 14. Februar 2011 erfolgte eine Abklärung bei der Versicherten zu Hause (IV-
act. 76). Im entsprechenden Bericht wurde abschliessend eine Einschränkung von
5.87% im Haushalt festgestellt (IV-act. 76-11).
A.g Nach einer einmaligen Konsultation am 24. Februar 2011 berichtete Dr. med.
D._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, da die Versicherte seit drei
Jahren an muskulo-skelettalen Schmerzen leide und eine Zeitlang offenbar an
erheblichen psychischen Belastungen gelitten habe, könne man von einer
vorübergehend anhaltenden somatoformen Schmerzstörung ausgehen. Die
psychosoziale Situation der Versicherten habe sich aber im letzten Jahr stabilisiert und
die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung könne nicht mehr
gestellt werden (IV-act. 77-8).
A.h Am 6. Juni 2011 hielt Dr. med. E._, Facharzt für Neurochirurgie FMH, fest, am
16. Mai 2011 sei bei der Versicherten eine Rhizotomie der Nervenwurzel L5 links
durchgeführt worden, die leider keinen wesentlichen Effekt gebracht habe (IV-
act. 78-3). Er vertrat die Ansicht, dass keine Schmerzfreiheit erzielt werden könne. Das
Behandlungsziel bestehe in der Verminderung der Schmerzen. Eine höhere als eine
50%ige Arbeitsfähigkeit sei nicht zu erreichen (IV-act. 78-3). Ab Juni 2011 seien bei der
Versicherten wiederholt Single-Shot Epiduralblockaden durchgeführt worden, wodurch
sie jeweils für einige Zeit schmerzfrei gewesen sei (IV-act. 85-5 ff., 90-6 ff.).
A.i Am 2. Mai 2012 wurde die Versicherte von Dr. med. F._, Facharzt für
Rheumatologie FMH, rheumatologisch begutachtet (IV-act. 92). Er schätzte die
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten in einer körperlich leichten,
wechselbelastenden beruflichen Tätigkeit ohne Arbeiten mit Heben/Tragen von Lasten
über 10 kg, ohne repetitive Wirbelsäulenflexionen/-extensionen und ohne
Wirbelsäulenzwangshaltung auf höchstens 50% (IV-act. 92-19). Die durch den
behandelnden Hausarzt attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit ab Januar 2009 hielt er
für nachvollziehbar. Eine über diese 50% hinausgehende Einschränkung der
körperlichen Leistungsfähigkeit sei aufgrund der Akten aus somatischer Sicht nicht
nachvollziehbar. Die durchgeführten Behandlungen seien adäquat. Aufgrund der
generalisierten muskulo-skelettalen Beschwerden sei eine Ergänzung mit einer
medikamentösen Therapie mit trizyklischen Antidepressiva im Sinne einer
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schmerzdistanzierenden und schlafmodulierenden Behandlung in Erwägung zu ziehen.
Die Prognose sei als offen zu bezeichnen. Eine Verschlechterung sei nicht
auszuschliessen, wobei sich dabei vor allem die ungünstigen psychosozialen Faktoren
negativ auswirken dürften.
A.j Der RAD vertrat die Ansicht, auf das Gutachten könne abgestellt werden. Es be
stehe sowohl angestammt als auch adaptiert – in einer körperlich leichten,
wechselbelastenden Tätigkeit ohne Heben/Tragen von Lasten über 10 kg, ohne
Arbeiten in Wirbelsäulenzwangshaltung und ohne wiederholtes Rumpfbeugen- oder
strecken – eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Beginn der langandauernden Krankheit sei der
Januar 2009 (IV-act. 93).
A.k Mit Vorbescheid vom 10. August 2012 kündigte die IV-Stelle an, sie werde das
Rentenbegehren der Versicherten bei einem IV-Grad von 39% abweisen (IV-act. 96).
A.l Die Versicherte liess dagegen am 21. September 2012 durch ihren Rechtsvertreter
Einwand erheben und beantragen, es sei ihr ab Januar 2010 eine halbe Rente
zuzusprechen (IV-act. 100).
A.m Mit Verfügung vom 12. Dezember 2012 hielt die IV-Stelle an ihrem Standpunkt fest
und verfügte gemäss Vorbescheid (IV-act. 102).
B.
B.a Am 14. Januar 2013 liess die Versicherte durch ihren Rechtsvertreter Beschwerde
erheben und eine halbe Rente ab Februar 2010 beantragen (act. G 1). Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin machte geltend, das Bruttoeinkommen der
Beschwerdeführerin habe sich im Jahre 2008 bei einem Pensum von 80% auf
Fr. 45'788.40 (inkl. Sonntags- und Abendzuschläge sowie 13. Monatslohn) belaufen.
Als Vergleichseinkommen sei der Tabellenlohn heranzuziehen. Dieser habe bei einem
Vollzeitpensum von Hilfsarbeiterinnen auf Anforderungsniveau 4 bei Fr. 49'392.--
gelegen. Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit ergebe sich ein
Einkommen von Fr. 51'368.--. Davon könne der Beschwerdeführerin noch 50%, also
Fr. 25'648.--, zugemutet werden. Hiervon sei ein Leidensabzug von 15% vorzunehmen.
Es verbleibe ein Invalideneinkommen von Fr. 21'831.--. Auf eine Vollzeitstelle
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gerechnet, erleide die Beschwerdeführerin einen Minderverdienst von Fr. 35'405.--,
was einem IV-Grad von 62% entspreche. Bei Anwendung der gemischten Methode
verbleibe beim Arbeitsbereich ein IV-Grad von 49%. Weiter beanstandete er, dass die
von der Beschwerdegegnerin festgestellten Einschränkungen im Haushaltsbereich
nicht schlüssig seien. Die Beschwerdeführerin habe das ihr zugestellte Formular falsch
verstanden. Insbesondere sei der zeitliche Aufwand, der Grundlage für die
Berechnungen der Abklärungsperson gebildet habe, nicht für den Gesundheitsfall
ausgefüllt worden, sondern auf der Grundlage der Situation mit eingeschränkter
Arbeitsfähigkeit. Auf dem Formular befänden sich dementsprechend Verweise auf den
Ehemann und die Tochter. Einschränkungen bestünden insbesondere beim Kochen
und Waschen. Grössere Einkäufe könne die Beschwerdeführerin ebenfalls nicht mehr
selbst erledigen. Weiter sei nicht nachvollziehbar, wie sich die Mithilfe des Ehemannes
auswirke. Dieser sei zu 100% arbeitstätig. Zudem sei auch die Wechselwirkung
zwischen Beruf und Haushalt unberücksichtigt geblieben. Der Beschwerdeführerin sei
eine 50%ige Arbeitstätigkeit zwar zumutbar, diese löse aber ein erhebliches Ruhe- und
Pausenbedürfnis aus. Gesamthaft sei die Feststellung einer 25%igen Einschränkung
der Beschwerdeführerin im Haushalt angemessen. Insgesamt habe die
Beschwerdeführerin damit einen Anspruch auf eine halbe Rente.
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 26. Februar 2013 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 4). Die
Beschwerdegegnerin machte geltend, es sei entgegen dem Gutachten von Dr. F._
bei der Beschwerdeführerin von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Dr. F._
habe nicht nachvollziehbar begründet, weshalb die Beschwerdeführerin in einer
rückenadaptierten Tätigkeit zu lediglich noch 50% arbeitsfähig sein sollte. Die
Beschwerdegegnerin ging damit neu und entgegen der Verfügung vom 12. Dezember
2012 von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus. Da bei der
Beschwerdeführerin in erster Linie degenerative Veränderungen vorlägen, sei sie
gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung lediglich in qualitativer Hinsicht
eingeschränkt. Indem Dr. F._ ausgeführt habe, die Beschwerdeführerin sei zu
höchstens 50% arbeitsunfähig, sei er implizit auch von einer höheren Arbeitsfähigkeit
ausgegangen. Die Beschwerdeführerin hätte im Jahr 2009 bei einem 80%-Pensum ein
Einkommen von Fr. 37'830.-- erzielen können. Dieser Betrag entspreche damit dem
Valideneinkommen. Für das Invalideneinkommen könne auf die Tabellenlöhne
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abgestützt werden. Der entsprechende Wert für das Jahr 2009 betrage Fr. 52'457.--.
Bei einem 80%-Pensum ergebe sich ein Betrag von Fr. 41'966.--. Da dieser Betrag
geringer sei als das Valideneinkommen, sei er bis zu einer Differenz von 5% zu kürzen.
Da die Beschwerdeführerin nur noch leichte Hilfsarbeiten ausführen könne, sei ein
Leidensabzug von 10% vorzunehmen. Bei einer vollen Erwerbsfähigkeit und einem
Pensum von 80% resultiere daraus ein Invaliditätsgrad von 4.4% im Erwerbsbereich.
Es gebe keine Hinweise dafür, dass die im Haushaltsbericht ermittelte Einschränkung
von 5.87% fehlerhaft wäre. Die Schadenminderungspflicht des Ehegatten sei nicht
über Gebühr mitberücksichtigt worden. Hinzu komme, dass die Beschwerdeführerin
den Haushaltsbericht ohne Korrekturen unterzeichnet habe. Sie sei daher auf diese
"Aussage der ersten Stunde" zu behaften.
B.c Mit Replik vom 20. Juni 2013 hielt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
unverändert an den gestellten Begehren fest (act. G 11). Gleichzeitig reichte er
zusätzliche Arztberichte ein. Er führte dazu aus, es seien darin die zahlreichen
Beschwerden an der Wirbelsäule, insbesondere der Morbus Bechterew bestätigt
worden. Weiter gehe daraus hervor, dass im Frühjahr 2009 eine vollumfängliche
Arbeitsunfähigkeit bestanden habe, die Ärzte aber gehofft hätten, die
Beschwerdeführerin könne ihre Tätigkeit beginnend bei 30% bis 50%, möglicherweise
bis zu 80% steigern. Im September 2009 habe Dr. C._ aber bestätigt, dass eine
Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf über 50% kaum möglich sein werde. Indem sich die
Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort neu auf den Standpunkt gestellt habe,
dass die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei, stelle
sie sich sowohl gegen den RAD als auch gegen sämtliche übrigen beurteilenden Ärzte.
Es treffe zwar zu, dass der Gutachter ausgeführt habe, das präsentierte
Schmerzsyndrom korreliere nur zum Teil mit den objektivierbaren, pathologischen,
klinischen Befunden. Damit stelle sich der Gutachter aber lediglich gegen die
subjektive Ansicht der Beschwerdeführerin, sie sei kaum mehr bzw. nur noch während
drei Stunden täglich arbeitsfähig. Nachdem sämtliche behandelnden und beurteilenden
Ärzte von einer Arbeitsfähigkeit von 50% ausgegangen seien, sei der Einwand,
Dr. F._ habe seine Einschätzung nicht plausibel begründet, nicht zu hören. Im
Übrigen ergebe sich aus der zitierten Rechtsprechung nicht, dass degenerative
Veränderungen per se keine Arbeitsunfähigkeit bewirken würden. Weiter wandte er ein,
die Ermittlung des Valideneinkommens müsse so konkret wie möglich erfolgen.
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Rechtsprechungsgemäss seien sämtliche Erwerbseinkommen, für welche eine AHV-
Beitragspflicht bestehe und damit bspw. Einkommen aus Überstunden und
Schichtzulagen, zu berücksichtigen. Das von der Beschwerdegegnerin berücksichtigte
Einkommen stelle lediglich das Grundeinkommen dar. Ein Blick in den IK-Auszug zeige,
dass unter Berücksichtigung der betreffenden Zuschläge (Überstundenarbeit,
Schichtzulagen, Abend-/ Nacht-/ Wochenendarbeit) in der Regel ein Einkommen von
über Fr. 45'000.-- erreicht worden sei (insbesondere auch im Jahr 2008, dem letzten
Arbeitsjahr ohne massgebliche Einschränkungen). Es sei demgemäss vom zuletzt
erzielten Einkommen von Fr. 45'788.40 (bei einem 80%-Pensum) auszugehen. Weiter
sei es offensichtlich, dass die Beschwerdeführerin den Fragebogen zur
Haushaltsabklärung nicht für den Gesundheitsfall beantwortet habe. Die Aussagen
korrespondierten dementsprechend mit den Angaben, die sie gegenüber der
Abklärungsperson gemacht habe. Angesichts dieses augenfälligen Versehens stelle
sich die Frage, ob dieses Missverständnis die Beschwerdegegnerin nicht hätte dazu
bewegen müssen, bei der Beschwerdeführerin nachzufragen, ob sich die Angaben auf
den Gesundheits- oder den Krankheitsfall bezogen hätten.
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet.

Erwägungen:
1.
1.1 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht
zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall besteht
die Invalidität gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG in der Unmöglichkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen. Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
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Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente. Um den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4).
1.2 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Bei nichterwerbstätigen Versicherten
im Sinne von Art. 5 Abs. 1 IVG – so namentlich bei im Haushalt tätigen Personen – wird
hingegen für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Mass eine
Behinderung besteht, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2
IVG). Als Aufgabenbereich einer im Haushalt tätigen versicherten Persone gilt unter
anderem die übliche Tätigkeit im Haushalt sowie die Erziehung der Kinder (Art. 27 der
Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV, SR 831.201]). Bei einer versicherten
Person, die nur zum Teil erwerbstätig wäre, wird die Invalidität diesbezüglich nach
Art. 16 ATSG festgelegt. Wäre die versicherte Person daneben in einem
Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2
IVG festgelegt. In diesem Falle sind die Anteile der Erwerbstätigkeit und der Tätigkeit
im anderen Aufgabenbereich festzustellen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der
Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Diese Art der
Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss als gemischte Methode bezeichnet.
2.
2.1 Es steht fest, dass die Beschwerdeführerin vor ihrer gesundheitlichen
Beeinträchtigung zu 80% arbeitstätig war und sie im hypothetischen Gesundheitsfall
weiterhin in einem Pensum von 80% erwerbstätig gewesen wäre. Dementsprechend
kommt die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung zur Anwendung. Dazu ist für
die Tätigkeit im Haushalt ein Betätigungsvergleich durchzuführen. Zur Ermittlung des
Invaliditätsgrades im Erwerbsbereich kommt der Einkommensvergleich zur
Anwendung.
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2.2 Die Beschwerdegegnerin stellte der Beschwerdeführerin am 27. September 2010
das Formular zur Haushaltsabklärung zu. Darin fragte die Beschwerdegegnerin unter
Punkt 4 nach dem zeitlichen Aufwand für Tätigkeiten im Haushalt ohne Behinderung.
Die Beschwerdeführerin hat unter Punkt 4.3 "Wohnungspflege" und unter Punkt 4.4
"Einkauf und weitere Besorgungen" angegeben, "das macht mein Mann" (vgl. IV-
act. 64-4). Die Punkte 4.5 "Wäsche und Kleiderpflege" und 4.7 "Verschiedenes" hat sie
offen gelassen. Der Rechtsvertreter hat eingewendet, die Beschwerdeführerin habe das
Formular falsch verstanden und darin die Situation wiedergegeben, wie sie sich aktuell,
d.h. mit der gesundheitlichen Beeinträchtigung darstelle. Tatsächlich stimmen die
Angaben unter Punkt 4 weitgehend mit den unter Punkt 5 "Heutige Arbeitsleistung im
Haushalt mit gesundheitlicher Beeinträchtigung" gemachten Angaben überein. So hat
die Beschwerdeführerin unter "Wohnungspflege" angegeben, das Staubsaugen werde
durch ihren Mann, ihre Tochter und den Schwiegersohn erledigt. Die Badreinigung, die
Fensterreinigung und die Bodenreinigung würden durch die Tochter übernommen. Der
Mann erledige den Grosseinkauf, da sie selbst kleine Einkäufe nicht erledigen könne.
Die Wäsche und Kleiderpflege besorge die Tochter. Das Wechseln der Bettwäsche
erledige der Ehemann (IV-act. 63-6 ff.). Diese Angaben weisen darauf hin, dass die
Beschwerdeführerin die Fragen nicht auf den fiktiven "Gesundheitsfall" bezogen,
sondern nur Angaben zu ihrer aktuellen Situation mit der Gesundheitsbeeinträchtigung
gemacht hat. Es ist nämlich wenig wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin alle
diese Aufgaben bei voller Gesundheit ihrem Mann und ihrer – nicht in ihrem Haushalt
lebenden – Tochter überlassen würde. Die Beschwerdegegenerin hat die
Beschwerdeführerin nicht aufgefordert, die fehlenden Angaben nachzuliefern und sie
hat bei der Beschwerdeführerin nicht nachgefragt, ob sich deren Angaben auf die
fiktive Situation bei vollständig erhaltener Gesundheit bezögen. Die entsprechenden
Angaben der Beschwerdeführerin sind deshalb nicht beweiskräftig. Anstatt auf eigene
Einschätzungen abzustellen, wäre die Beschwerdegegenerin aufgrund dieses derart
lückenhaften Berichtes gehalten gewesen, bei der Beschwerdeführerin nochmals
nachzufragen, wie ihre Angaben zu verstehen seien. Allenfalls hätte der Fragebogen
nochmals ausgefüllt werden müssen. Dies hätte auch noch bei der Abklärung an Ort
und Stelle nachgeholt werden können. Der Betätigungsvergleich beruht demnach auf
einer unzutreffenden validen Betätigung im eigenen Haushalt und ist deshalb nicht
brauchbar. Daran vermag auch der Einwand der Beschwerdegegnerin nichts zu
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ändern, dass die Beschwerdeführerin den Haushaltsabklärungsbericht ohne
Korrekturen unterzeichnet habe. Für die Beschwerdeführerin war nämlich nicht
erkennbar, dass die Beschwerdegegnerin einen schwerwiegenden Fehler bei der
Ermittlung der validen Betätigung gemacht hatte.
2.3 Die Abklärungsperson hat in ihrem Bericht darauf hingewiesen, dass den im
gleichen Haushalt lebenden Familienangehörigen praxisgemäss eine Mitwirkung im
Rahmen der Schadenminderungspflicht zugemutet werden müsse. Dem Ehemann sei
es zumutbar, der Beschwerdeführerin beim Kochen während 15 Minuten pro Tag zu
helfen. Zudem könne die Beschwerdeführerin die Zeit, die sie durch das Aufgeben des
Backens spare, für das Kochen verwenden. Weiter sei es dem Ehemann zumutbar, die
Beschwerdeführerin bei der Wohnungspflege während 15 Minuten am Tag zu
unterstützen. Im Abklärungsbericht ist zu jedem Punkt die geltend gemachte
Einschränkung verzeichnet worden (IV-act. 76-10 f.). Für die Beweiskraft des
Abklärungsberichtes ist entscheidend, wie die der Beschwerdeführerin gestellten
Fragen formuliert wurden, insbesondere ob sie für die Beschwerdeführerin verständlich
und nicht suggestiv waren, was sie darauf geantwortet hat und wie ihre Antworten
durch die Abklärungsperson gewürdigt worden sind. Da weder die Fragen noch die
Antworten protokolliert worden sind, ist nicht klar, ob die Beschwerdeführerin die
Fragen verstanden und unmissverständliche Antworten geliefert hat. Ebensowenig ist
klar, ob sie von der Abklärungsperson darauf hingewiesen worden ist, dass die
Auswertung und Beurteilung der tatsächlichen Einschränkung auf der Basis ihrer
Aussagen zum Zeitaufwand im fiktiven Gesundheitsfall erfolgen werde. Erst eine
genaue und umfassende Protokollierung der Fragen und Antworten erlaubt es,
zwischen den Angaben der versicherten Person und den Beobachtungen (die
Haushaltsabklärung ist nicht nur eine Befragung an Ort und Stelle, sondern auch ein
Augenschein) und Einschätzungen der Abklärungsperson zu unterscheiden. Da der
vorliegende Abklärungsbericht diese Vorgaben nicht erfüllt, wird die
Beschwerdegegnerin die Haushaltsabklärung zu wiederholen haben.
2.4 Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts (vgl. Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Invalidenversicherung [IVG], bearbeitet von Ulrich Meyer und Marco Reichmuth, 3. A.,
Art. 28a Rz 175, S. 371) gehört es zur Schadenminderungspflicht der im Haushalt
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tätigen versicherten Person, sich die – effektive oder fiktive – Hilfe all jener Personen
anrechnen zu lassen, die sie durch sittlich-moralischen Druck dazu bringen kann oder
könnte, sich an der Erledigung der Haushaltarbeit zu beteiligen. Ziel eines solchen
Betätigungsvergleichs ist also nicht die Ermittlung der verbliebenen Leistungsfähigkeit
der versicherten Person, sondern die verbliebene Leistungsfähigkeit eines Teams
bestehend aus der versicherten Person und den zur Mithilfe beizuziehenden Personen.
Die Beschwerdegegnerin wird daher das Ausmass der zumutbaren Mithilfe des
Ehegatten und allfälliger weiterer Familienmitglieder der Beschwerdeführerin abklären.
Will die Beschwerdegegnerin aber auf eine Schadenminderungspflicht des Ehemannes
(oder anderer Personen) zurückgreifen, muss sie die tatsächliche Situation genau
abklären und darstellen, welche Arbeiten dem Ehemann, der in einem 100%-Pensum
erwerbstätig ist, tatsächlich in welchem Umfang zumutbar sind. Dabei wird die
Abklärungsperson insbesondere ermitteln müssen, welche Art von Arbeit der Ehemann
ausübt, wieviel Zeit er für die Überwindung des Arbeitsweges aufwenden muss etc. Sie
wird dazu auch den Ehemann befragen müssen, wobei sie auch ihm wird erklären
müssen, dass er anzugeben habe, ob und gegebenenfalls wie und in welchem Umfang
er bei – fiktiv – vollständig erhaltener Gesundheit der Beschwerdeführerin im Haushalt
mithelfen würde. Dabei wird die Abklärungsperson ihre Beobachtungen, ihre Fragen
und die Antworten protokollieren und klar von ihren Einschätzungen trennen müssen.
3. Das in aller Regel wichtigste Element der Bemessung des zumutbaren
Invalideneinkommens und damit auch des gesamten Einkommensvergleichs ist die
Arbeitsfähigkeit der versicherten Person in einer der Gesundheitsbeeinträchtigung
bestmöglich Rechnung tragenden (adaptierten) Erwerbstätigkeit. Der rheumatologische
Gutachter hat dazu festgehalten, das aktuell von der Versicherten präsentierte
chronifizierte lumbovertebrale Schmerzsyndrom mit linksbetonten pseudoradikulären
Ausstrahlungen und einer Schmerzausweitung im Sinne eines diffusen, generalisierten
Schmerzsyndroms korreliere nur zum Teil mit den objektivierbaren pathologischen und
klinischen Befunden. Im Vordergrund stehe ein lumbovertebrales Schmerzsyndrom,
das zumindest teilweise Ausdruck der festgestellten degenerativen Veränderungen der
LWS sei. Daraus hat er auf eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten
aus somatischer Sicht von höchstens 50% geschlossen. Er hat weder die Art noch die
Stärke der Symptome angegeben, die seiner Meinung nach eine Arbeitsfähigkeit von
mehr als 50% ausschliessen. Insbesondere hat er es unterlassen anzugeben, wie er
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das nichtorganische vom organischen Krankheitsverhalten abgegrenzt hat. Damit fehlt
seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung die erforderliche Überzeugungskraft. Die
Beschwerdegegnerin wird zumindest eine Ergänzung des rheumatologischen
Gutachtens veranlassen müssen.
4. Zusammenfassend ergibt sich, dass der massgebende Sachverhalt nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, so dass der Invaliditätsgrad nicht
ermittelt werden kann. Die Sache ist deshalb zur weiteren Abklärung an die
Beschwerdeführerin zurückzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang ist praxisgemäss
von einem vollständigen Obsiegen der Beschwerdeführerin auszugehen, womit diese
einen Anspruch auf eine volle Parteientschädigung hat. Der Bedeutung der Streitsache
und dem Aufwand angemessen erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer). Die Gerichtsgebühr wird
praxisgemäss auf Fr. 600.-- festgesetzt. Der Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der
Beschwerdeführerin zurückerstattet.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP