Decision ID: 9e49a8dc-672f-5484-8a08-e41ed902e690
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war als Bauarbeiter bei der B._ AG tätig und
dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen
von Unfällen versichert, als er am 13. Oktober 1992 auf einer Baustelle von einem
Stahlträger, welcher an einem sich senkenden Seilbagger angehängt war, hart an Kopf
und Körper gestreift wurde (Suva-I-act. 1). Der Versicherte befand sich vom 13. bis 30.
Oktober 1992 stationär im Spital C._, wo eine ausgedehnte Gesichts- und
Weichteilverletzung sowie eine breite klaffende Weichteilverletzung über dem rechten
Knie diagnostiziert und operativ versorgt wurden (Bericht vom 30. November 1992;
Suva-I-act. 4). Dr. med. D._, Klinik für Augenkrankheiten des Kantonsspitals
St.Gallen (nachfolgend: KSSG), diagnostizierte mit Bericht vom 2. Februar 1993
zusätzlich einen Enophthalmus sowie eine Hebungs- und Abduktionseinschränkung
des linken Bulbus bei Status nach Orbitabodenfraktur am 13. Oktober 1992. Bei
Aufblick sowie in den seitlichen Blickrichtungen komme es zu Doppelbildern. Als
unmittelbare Unfallfolge bestünden stärkste frontale Kopfschmerzen sowie eine
Hypästhesie und Hyperalgesie im Bereich des Nervus frontalis beidseitig (Suva-I-act.
13, vgl. neurologisches Konsilium des KSSG vom 11. Januar 1993; Suva-I-act. 16). Am
30. April 1993 unterzog sich der Versicherte im KSSG einer Orbitabodenreposition
(Suva-I-act. 26).
A.b Dr. med. E._, Facharzt für Neurologie, hielt mit Bericht vom 18. August 1993
fest, aufgrund der Anamnese (kurzer Bewusstseinsverlust) sei anzunehmen, dass es
beim Unfall zu einem Schädeltrauma mit Beteiligung des Gehirns gekommen sei.
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Hinsichtlich des EEG-Befundes sei eine Contusio cerebri anzunehmen. Man könne von
einem postcontusionellen, neurasthenischen Syndrom des Gehirns als unmittelbare
Folge des Schädelhirntraumas bzw. Unfalls vom Oktober 1992 sprechen. Er erachte
den Versicherten derzeit als zu nicht mehr als 50% arbeitsfähig (Suva-I-act. 35). Eine
am 31. August 1993 von Dr. med. F._, Spezialarzt für medizinische Radiologie FMH,
durchgeführte Magnetresonanztomographie des Neurocraniums, der basalen
Hirngefässe und des übrigen Gesichtsschädels war gemäss dessen Einschätzung
unauffällig (Suva-I-act. 37). Die behandelnden Ärzte der Klinik für Augenkrankheiten
des KSSG hielten mit Bericht vom 31. August 1993 fest, sie hätten dem Versicherten
einen Arbeitsversuch mit einer 50%igen Arbeitsfähigkeit empfohlen. Als bleibender
Nachteil sei eine Abduktionseinschränkung links und eine Hebungseinschränkung links
mit Doppelbildern bei Linksblick zu erwarten (Suva-I-act. 38).
A.c Der Versicherte befand sich vom 13. Oktober bis 24. November 1993 stationär in
der Rehaklinik Bellikon. Mit Austrittsbericht vom 26. November 1993 führten die
behandelnden Ärzte aus, im Vordergrund stünden mittelschwere bis schwere
neuropsychologische Leistungsdefizite unklarer Genese, eine ausgeprägte
Schmerzproblematik und eine sekundäre psychische Veränderung. Es fänden sich
persistierende Kopfschmerzen frontal links und occipital rechts sowie Doppelbilder
beim Blick nach links und oben sowie Schwindel. Aufgrund der minimen Belastbarkeit
sei dem Versicherten eine effiziente Arbeit nicht zumutbar (Suva-I-act. 50, vgl. auch
Suva-I-act. 49). Auf Nachfrage der Suva (Suva-I-act. 52) führte Dr. med. G._,
Neurologie FMH, Rehaklinik Bellikon, am 15. Februar 1994 aus, er schlage einen
baldigen Fallabschluss vor. Dabei könne der Fall nach dem Schema der
psychoreaktiven Störung behandelt werden, da die gefundenen
Hirnfunktionsstörungen wahrscheinlich keine organische Ursache hätten (Suva-I-act.
62).
A.d Dr. med. H._, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Abteilung
Unfallmedizin der Suva, hielt am 30. März 1994 fest, gemäss echtzeitlichen Angaben
sei der Versicherte nach dem Unfall immer ansprechbar und nie bewusstlos gewesen.
Er habe sicher ein Schädeltrauma erlitten, eine Commotio cerebri sei aber nur möglich.
Der Versicherte sei zu 50% arbeitsfähig (Suva-I-act. 68). Dr. E._ befand hingegen am
18. Mai 1994, eine Contusio Cerebri mit nachfolgendem neurasthenischen Syndrom
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mit reichlicher vegetativer Symptomatik sei sehr wahrscheinlich. Es bestehe sicher
auch viel psychogene Überlagerung (Suva-I-act. 70, vgl. auch Suva-I-act. 95). Dr. med.
I._, Klinik für Ohren-, Nasen-, Halsheilkunde (ORL), Hals- und Gesichtschirurgie des
KSSG hielt am 16. Juni 1994 als Unfallfolgen gestützt auf die subjektiven Angaben des
Versicherten ein Sensibilitätsverlust des Nervus V1 (Nervus ophthalmicus) links fest
(Suva-I-act. 74). Die behandelnden Ärzte der Klinik für Augenkrankheiten des KSSG
diagnostizierten mit Bericht vom 17. Juni 1994 eine Hebungs- und
Abduktionseinschränkung links, eine dekompensierende Nahexophorie und einen
Status nach Obitabodenfraktur links 1992 sowie Orbitabodenrevision am 29. April
1993. Es könne davon ausgegangen werden, dass die Kopfschmerzen nicht binokular
bedingt seien (Suva-I-act. 75). Am 12. Juli 1994 berichteten sie sodann, es bestehe
eine frakturbedingte Gesichtsasymmetrie, ein Enophthalmus links und eine seit Januar
1993 stationäre Einschränkung der Augenmotilität links mit entsprechenden
Doppelbildern (Suva-I-act. 78). Dr. med. J._, Psychiatrie und Psychotherapie,
diagnostizierte mit Bericht vom 23. August 1994 eine posttraumatische
Belastungsstörung mit depressiven Verstimmungen und Somatisierung (Suva-I-act.
82).
A.e Mit Verfügung vom 25. Oktober 1994 sprach die Suva dem Versicherten mit
Wirkung ab 1. Oktober 1994 eine Invalidenrente basierend auf einem
Erwerbsunfähigkeitsgrad von 50% sowie eine Integritätsentschädigung basierend auf
einer Integritätseinbusse von 18% zu (Suva-I-act. 89, vgl. Suva-I-act. 80 f.). Die
dagegen erhobene Einsprache (vgl. Suva-I-act. 90) wies die Suva mit Entscheid vom 4.
August 1995 ab. Sie begründete insbesondere, der adäquate Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfall und den funktionell überlagerten Beschwerden des Versicherten
sei zu verneinen und die psychogenen Störungen daher nicht in die
Arbeitsfähigkeitsschätzung einzubeziehen (Suva-I-act. 97). Auf die dagegen erhobene
Klage trat das Versicherungsgericht St. Gallen mit Entscheid vom 4. Oktober 1996
wegen Nichteinhaltung der Rechtsmittelfrist nicht ein (Suva-I-act. 99).
B.
B.a Nachdem die IV-Stelle dem Versicherten ab 13. Oktober 1993 eine ganze und ab
1. März 1994 eine halbe Invalidenrente zugesprochen hatte (vgl. Präsidialbeschluss
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vom 19. September 1994; Suva-II-act. 34-40, vgl. Rentenrevisionsverfahren von
1996/1997; Suva-II-act. 34-92 ff.) wurde der Versicherte im Rahmen eines IV-Renten-
revisionsverfahrens (vgl. Suva-II-act. 34-180, 34-219) im Juli und August 2003 durch
Ärzte der MEDAS Ostschweiz (nachfolgend: MEDAS) polydisziplinär
(Neuropsychologie, Psychiatrie, Otoneurologie, Neurologie) abgeklärt. In ihrem
Gutachten vom 15. März 2004 diagnostizierten diese einen Status nach Arbeitsunfall
am 13. Oktober 1992, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11), einen Verdacht auf
eine andauernde Persönlichkeitsänderung (ICD-10: F62.8) sowie multifaktoriell
bedingte leichte bis mittelschwere kognitive Funktionseinschränkungen/
Leistungsschwankungen und eine Belastbarkeitsminderung. Sie erachteten den
Versicherten in einer adaptierten Tätigkeit als zu 50% arbeitsfähig (Suva-II-act. 34-233
ff.). Die IV-Stelle sprach dem Versicherten am 28. April 2004 per 1. Januar 2004 eine
Dreiviertelsrente zu (Suva-II-act. 34-290, Rechtsmittelverfahren vgl. Suva-II-act.
34-302, 34-309, 34-313).
B.b Am 4. Juni 2008 liess der Versicherte gegenüber der Suva eine wesentliche
Verschlechterung seines Gesundheitszustandes geltend machen (Suva-II-act. 4). Mit
Schreiben vom 30. Juni 2008 brachte der Vertreter des Versicherten vor, es lägen
bislang nicht berücksichtigte, unfallbedingte psychische Beschwerden vor (Suva-II-act.
7). Er legte dem Schreiben diverse ärztliche Berichte bei (vgl. Suva-II-act. 7-2 ff.), so
insbesondere den Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik K._ vom 1. Oktober
2007, wo sich der Versicherte vom 31. August bis 28. September 2007 stationär
befunden hatte. Die dort behandelnden Ärzte hatten eine organische
Persönlichkeitsstörung sowie organisch affektive Störungen mit depressivem
Zustandsbild diagnostiziert und den Versicherten als zu 100% arbeitsunfähig erachtet
(Suva-II-act. 7-11 ff.). Die Suva orientierte den Vertreter des Versicherten am 7. Juli
2008 darüber, dass ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 13.
Oktober 1992 und den psychischen Beschwerden mit rechtskräftigem
Einspracheentscheid vom 4. August 1995 verneint worden sei. Die Suva könne daher
nicht für die Behandlung dieser Beschwerden und die daraus entstehende
Arbeitsunfähigkeit aufkommen (Suva-II-act. 8). Am 29. Juli 2008 reichte der Vertreter
des Versicherten einen Bericht von Dr. med. L._, Spezialarzt für Neurologie und
Psychiatrie, ein, gemäss welchem der Versicherte zu 100% arbeitsunfähig sei. Er
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ersuchte die eingereichten Unterlagen dem Kreisarzt vorzulegen und danach zu
verfügen (Suva-II-act. 9). Mit Verfügung vom 2. September 2008 trat die Suva auf die
mit Schreiben vom 29. Juli 2008 sinngemäss gestellten Anträge auf Wiedererwägung
und prozessuale Revision nicht ein (Suva-II-act. 11). Dagegen liess der Versicherte am
18. September 2008 Einsprache erheben (Suva-II-act. 12), welche die Suva mit
Entscheid vom 6. Januar 2009 abwies (Suva-II-act. 17).
B.c Im Auftrag der IV-Stelle war der Versicherte am 28. Oktober 2008 durch Dr. J._
untersucht worden. Mit Gutachten vom 29. Oktober 2008 hatte dieser eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit
somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11), einen strengen Verdacht auf psychogene
Verwirrtheit (ICD-10: F44.88) und eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach
psychischer Erkrankung (ICD-10: F62.1) diagnostiziert. Seines Erachtens spiele die
organische Komponente der Krankheit eine untergeordnete Rolle, es habe zwar ein
Schädeltrauma bestanden, aber kein schweres Hirntrauma. Nicht einmal
Bewusstseinsstörungen nach dem Unfall seien sicher. Die neu aufgetretenen
Verwirrtheitszustände seien am ehesten als psychogen zu werten, da bislang im EEG
spezifische epileptische Potentiale fehlten. Er schätze die Arbeitsunfähigkeit auf mehr
als 70% ein (Suva-II-act. 34-379 ff.). Gestützt darauf sprach die IV-Stelle dem
Versicherten mit Verfügung vom 11. Juni 2009 per 1. Juni 2008 eine ganze Rente zu
(Suva-II-act. 21, vgl. Suva-II-act. 34-413). Am 3. September 2013 sprach ihm die IV-
Stelle zudem per 1. Juni 2011 eine Entschädigung wegen leichter Hilflosigkeit zu (Suva-
II-act. 34-495).
B.d Am 13. März 2014 reichte der Vertreter des Versicherten bei der Suva ein
Rentenrevisionsgesuch ein und machte eine massive Verschlechterung des
gesundheitlichen Zustandes geltend (Suva-II-act. 31). Er legte einen Bericht von Dr.
med. N._, Facharzt FMH für Neurologie, vom 18. Oktober 2013 bei, in welchem
dieser ausgeführt hatte, der Versicherte habe beim Unfall 1992 ein schweres
Schädelhirntrauma erlitten, das Gesamtbild der Unfallfolgen lasse auf eine
durchgemachte Contusio cerebri links frontal und rechts parietal schliessen. Dass
diese Beschwerden in der letzten Zeit zugenommen hätten, sei bei den bestehenden
Funktionseinschränkungen zu erwarten, werde jedoch nicht durch Hinweise auf
Neuentwicklungen im Neurostatus gestützt. Die Arbeitsfähigkeit sei seit dem Unfall
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ausschliesslich wegen der Unfallfolgen generell auf 0% herabgesetzt (Suva-II-act. 30).
Nach Einholen der IV-Akten und Rücksprache mit Kreisärztin med. pract. O._ (vgl.
Suva-II-act. 32, 35) verfügte die Suva am 28. April 2014 die Abweisung des
Rentenrevisionsgesuchs. Sie begründete, die organisch objektivierbaren
Unfallrestfolgen hätten sich seit der Rentenfestsetzung nicht verschlimmert. Die
psychischen Beschwerden stünden in keinem adäquaten Kausalzusammenhang zum
Unfall vom 13. Oktober 1992 (Suva-II-act. 36).
C.
C.a Gegen die Verfügung vom 28. April 2014 erhob der Vertreter des Versicherten am
20. Mai 2014 Einsprache und beantragte die Neuprüfung des Falles sowie die
Zusprache einer ganzen Rente ab 1. Oktober 1994. Eventuell sei eine neutrale
Begutachtung anzuordnen. Er brachte vor, die starken Kopfschmerzen und der
ungerichtete Schwindel seien direkte Folgen des erlittenen Traumas. Die Beschwerden
hätten in letzter Zeit zugenommen und es sei deswegen zu Funktionseinschränkungen
gekommen (Suva-II-act. 40).
C.b Die Suva wies die Einsprache mit Entscheid vom 7. September 2015 ab, soweit sie
darauf eintrat. Sie begründete, die Eingabe des Rechtsvertreters des Versicherten vom
13. März 2014 sei unter dem Blickwinkel der prozessualen Revision zu spät erfolgt,
weshalb diesbezüglich auf die Einsprache nicht einzutreten sei. Auf eine zweifellose
Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung könne nicht erkannt werden,
weshalb auch unter dem Gesichtspunkt der Wiedererwägung die ursprüngliche
Rentenverfügung zu bestätigen sei. Die Voraussetzungen für eine Rentenrevision seien
ebenfalls nicht erfüllt (Suva-II-act. 44).
D.
D.a Gegen den Einspracheentscheid vom 7. September 2015 richtet sich die
vorliegende Beschwerde vom 6. Oktober 2015. Der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) beantragt darin dessen Aufhebung und die Zusprache einer ganzen
Invalidenrente. Eventuell sei eine neutrale Begutachtung anzuordnen. Er macht
sinngemäss geltend, die psychischen Probleme seien erst nach dem Unfall
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aufgetreten. Sein Gesundheitszustand habe sich in den letzten drei Jahren massiv
verschlechtert. Die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) habe sein Gesuch um
eine Rentenerhöhung abgewiesen, ohne ihn ärztlich untersuchen zu lassen. Sie habe
begründet, seine Beschwerden seien auf psychische und nicht neurologische
Krankheiten zurückzuführen. Im Gegensatz dazu habe die IV-Stelle die Angelegenheit
genügend abgeklärt und die Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes
anerkannt (act. G1).
D.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 19. November 2015 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des
Einspracheentscheids. Sie bringt vor, der Beschwerdeführer mache ausschliesslich
eine massive Verschlechterung seines Gesundheitszustandes geltend. Somit sei
materiell lediglich die Frage zu beurteilen, ob die Rente zu revidieren, d.h. zu erhöhen
sei. Die mit Einspracheentscheid vom 7. September 2015 behandelten Aspekte der
prozessualen Revision und der Wiedererwägung seien hingegen unangefochten
geblieben. Die von der IV-Stelle anerkannte Gesundheitsverschlechterung beschränke
sich auf den psychischen Bereich. Diesbezüglich sei sie, die Beschwerdegegnerin,
mangels adäquater Unfallkausalität nicht leistungspflichtig, was bereits rechtskräftig
entschieden worden sei. Die von Dr. N._ behauptete Beschwerdezunahme basiere
nicht auf einem objektivierbaren organischen Substrat. Ein beim Unfall erlittenes
Schädelhirntrauma sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt. Die
Kopfschmerzen und Schwindelbeschwerden seien zu den psychischen bzw. physisch
nicht objektivierbaren Gesundheitsproblemen zu zählen, welche der Adäquanzprüfung
nach Psychopraxis unterständen. Dasselbe gelte für die behauptete Verschlechterung
des psychischen Zustandes. Die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin entfalle
mangels adäquater Unfallkausalität (act. G3).
D.c Mit Replik vom 8. Dezember 2015 führt der Beschwerdeführer erneut aus, es sei zu
einer massiven Verschlechterung des neurologischen und psychischen
Gesundheitszustandes gekommen (act. G5). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf
die Einreichung einer Duplik (act. G7).

Erwägungen
1.
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Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden daher
die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung
2.
Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerde geltend, sein Gesundheitszustand
habe sich in den letzten drei Jahren massiv verschlechtert (act. G1, Suva-II-act. 31).
Die Beschwerdegegnerin ist hingegen der Ansicht, bezüglich der unfallkausalen
Beschwerden sei keine Verschlechterung eingetreten (act. G3). Zu prüfen ist damit
vorliegend die Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 des Allgemeinen Teils des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1). Nicht Verfahrensgegenstand sind die im
Einspracheentscheid vom 7. September 2015 thematisierte Wiedererwägung sowie
prozessuale Revision, zumal der Beschwerdeführer den Entscheid diesbezüglich nicht
angefochten hat und kein Anlass zur Korrektur von Amtes wegen besteht.
2.1 Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 Prozent invalid, so
hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Grad der für den
Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das die versicherte
Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Grundlage der Bemessung des
Invalideneinkommens bilden die ärztliche Arbeitsfähigkeitsgradschätzung und die
Umschreibung der trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung noch möglichen und
zumutbaren Tätigkeiten.
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2.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur
Rentenrevision gibt nach der Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist nicht nur bei einer wesentlichen
Veränderung des Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die
erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustands
erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Bei der Rentenrevision (auf
Gesuch hin oder von Amtes wegen) ist zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung
einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrads die letzte rechtskräftige
Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs beruht (BGE 133 V 108 E. 5). Zum Vergleich heranzuziehen ist
der Sachverhalt zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 125 V 369 E. 2 mit
Hinweisen) bzw. des Einspracheentscheids.
2.3 Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung bildet die
Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur für
Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten
Unfallereignis zusammenhängen (ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE
HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.).
Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher
Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf
Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181
E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30). Im Bereich klar ausgewiesener somatischer Unfallfolgen
spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE
127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb mit
Hinweisen). Bei psychisch bedingten Unfallfolgen hat hingegen eine eigenständige
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Adäquanzprüfung zu erfolgen. Ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den
Beschwerden und dem Unfall ist nur dann zu bejahen, wenn dem Unfall eine
massgebende Bedeutung für die Entstehung der Beschwerden zukommt. In
objektivierter Betrachtungsweise werden die Unfälle nach ihrer erfahrungsgemässen
Eignung, psychische Beschwerden zu bewirken, eingeteilt in banale und leichte Unfälle
einerseits, schwere Unfälle andererseits und in einen dazwischen liegenden Bereich der
mittelschweren Unfälle. Bei der Beurteilung der durch die Rechtsprechung entwickelten
Adäquanzkriterien sind psychische Aspekte ausser Acht zu lassen (vgl. sogenannte
Psycho-Praxis, BGE 115 V 133).
3.
Nachfolgend ist zu prüfen, ob eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen
Verhältnissen zwischen dem ursprünglichen, in Rechtskraft erwachsenen
Einspracheentscheid vom 4. August 1995 und dem angefochtenen
Einspracheentscheid vom 7. September 2015 vorliegt, womit ein Revisionsgrund nach
Art. 17 ATSG gegeben wäre.
3.1 Unter Berücksichtigung der erwähnten Psycho-Praxis verneinte die
Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid vom 4. August 1995 den adäquaten
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 13. Oktober 1992 und den funktionell
überlagerten Beschwerden des Beschwerdeführers. Sie hielt fest, sie treffe für das
psychisch überlagerte Beschwerdebild keine Leistungspflicht und die psychogenen
Störungen seien zu Recht nicht in die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit miteinbezogen
worden (Suva-I-act. 97, E. 4). Dieser Entscheid erwuchs in Rechtskraft (vgl. Suva-I-act.
99). Eine allenfalls seither eingetretene Verschlechterung des psychischen
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers ist damit insofern nicht relevant, als die
Beschwerdegegnerin diesbezüglich mangels adäquaten Kausalzusammenhangs
ohnehin nicht leistungspflichtig ist.
3.2 Als somatische Unfallrestfolgen hielt die Beschwerdegegnerin im
Einspracheentscheid vom 4. August 1995 Doppelbilder sowie eine Hypästhesie und
Hyperalgesie im Bereich des Nervus frontalis beidseits fest (Suva-I-act. 97, E. 3.h).
Diesbezüglich macht der Beschwerdeführer keine Verschlechterung geltend und eine
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solche ergibt sich auch nicht aus den Akten. Der Beschwerdeführer bringt in seiner
Beschwerde jedoch vor, er leide an sehr starken Kopfschmerzen und
Gleichgewichtsstörungen, Vergesslichkeit, Wortfindungsstörungen sowie Zittern an
Beinen und Armen. Insbesondere die Kopfschmerzen und Gleichgewichtsstörungen
liess er bereits in seiner Einsprache vom 24. November 1994 geltend machen (vgl.
Suva-I-act. 90). Diversen medizinischen Akten lässt sich keine organische Ursache für
die geklagten Beschwerden entnehmen. So konnte gemäss Bericht der Klinik für
Augenkrankheiten des KSSG vom 21. Februar 2000 bei einer ORL-Untersuchung keine
Erklärung für die geklagten Beschwerden gefunden werden (Suva-I-act. 107, vgl. Suva-
I-act. 109) und Dr. J._ befand am 29. Oktober 2008, die organische Komponente der
Krankheit spiele eine untergeordnete Rolle, die neu hinzugekommenen
Verwirrtheitszustände seien mangels EEG spezifischer epileptischer Potentiale am
ehesten als psychogen zu werten. Bereits am 15. Februar 1994 hatte Dr. G._
festgehalten, die Ursachen für die gefundenen Hirnfunktionsstörungen seien
wahrscheinlich nicht organisch (Suva-I-act. 62). In den Akten finden sich zwar Hinweise
auf eine beim Unfall erlittene Commotio Cerebri, weder diese, noch gar ein (schweres)
Hirntrauma bzw. eine Contusio Cerebri können jedoch gestützt auf die echtzeitlichen
(vgl. Suva-I-act. 16, 35, 37, 45, 55, 68, 70, 95, 102, 116) sowie die später erstellten
medizinischen Akten (Suva-II-act. 30, 34-126, 34-211, 34-235, 34-384) als
überwiegend wahrscheinlich betrachtet werden. Vor diesem Hintergrund ist auch die
Beurteilung von Dr. N._, welcher in seinem Bericht vom 18. Oktober 2013 (Suva-II-
act. 30) von einem beim Unfall 1992 erlittenen schweren Schädelhirntrauma ausgeht
und die geltend gemachten Beschwerden (chronische Kopfschmerzen, ungerichteter
Schwindel, psychoorganisches Syndrom mit Wesensveränderung, kognitive
Einbussen, Verwirrungszustände etc.) im Wesentlichen als dadurch bedingt erklärt,
nicht nachvollziehbar. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht vorbringt (vgl. act. G3),
lässt sich dem Bericht von Dr. N._ keine organisch objektivierte
Beschwerdezunahme entnehmen.
3.3 Zusammenfassend haben die vom Beschwerdeführer geltend gemachten
Beschwerden keine somatische unfallkausale Ursache bzw. bezüglich der bereits mit
Einspracheentscheid vom 4. August 1995 anerkannten somatischen Unfallfolgen liegt
keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes vor. Dem MEDAS-Gutachten vom
15. März 2004 lässt sich im Gegenteil ein aus somatischer Sicht leicht gebesserter
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Gesundheitszustand und eine quantitativ geringere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(30%) entnehmen (Suva-II-act. 34-263). Weitere medizinische Abklärungen erübrigen
sich, zumal nicht davon auszugehen ist, dass rund 25 Jahre nach dem Unfall mittels
anamnestischen Erhebungen und apparativen Untersuchungen eine traumatisch
bedingte Hirnschädigung und eine zwischenzeitlich eingetretene Verschlechterung der
allenfalls dadurch bedingten Beschwerden, nachgewiesen werden könnte. Soweit der
Beschwerdeführer geltend macht, die IV-Stelle habe eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes anerkannt (vgl. act. G1), ist zu bemerken, dass die IV-Stelle im
Gegensatz zur Beschwerdegegnerin auch unfallfremde Beschwerden, insbesondere
die psychischen Probleme, zu berücksichtigen hat. Bezüglich der vorliegend relevanten
unfallbedingten somatischen Beschwerden ist jedoch eine relevante Verschlechterung
des Gesundheitszustandes nicht überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen.
4.
4.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 7.
September 2015 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde
abzuweisen.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).