Decision ID: 07a4ddc2-8d3d-4f2c-bd0a-7bc4503ef37d
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
Sachverhalt:
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A.
A.a A._ meldete sich am 1. September 2003 bei der Invalidenversicherung des
Kantons St.Gallen zum Rentenbezug wegen Nacken- und lumbalen Rückenschmerzen
an (IV-act. 1). Der Versicherte arbeitete seit 1979 zu 100% bei der gleichen Firma als
Hilfsoptiker (Polieren von Planplatten und Prismen), bis er aus gesundheitlichen
Gründen per 2. September 2003 nur noch körperlich leichte Arbeiten (Kontrolle,
Reinigen, Facettieren) mit einem Pensum von 25% verrichtete (IV-act.11). Zuletzt habe
er bei zwei Stunden Arbeitsleistung pro Tag (möglichst wenig anstrengend und
anspruchslos) monatlich in etwa Fr. 1'200.-- verdient (IV-act. 31).
A.b Hausarzt Dr. med. B._, FMH Allgemeinmedizin, diagnostizierte in seinem
Arztbericht vom 24. September 2003 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
cervicocephales Syndrom, eine Adipositas, ein intermittierendes
Lumbovertebralsyndrom, eine muskuläre Dysbalance und ein Burnout (IV-act. 16-1 ff.).
Er wies darauf hin, die gesundheitliche Störung wirke sich bei der bisherigen Tätigkeit
mit einer Zunahme der Schmerzen im Rücken aus. Diese Tätigkeit sei dem
Versicherten noch im Rahmen von 25-50% zumutbar, wobei eine verminderte
Leistungsfähigkeit von 50-75% bestehe. Zunehmend habe sich eine mentale
Arbeitsunfähigkeitshaltung gezeigt (sogar für zwei Stunden Arbeit täglich). Der
Versicherte habe angegeben, er arbeite schon seit seinem achten Lebensjahr, er sei
ausgebrannt. Dr. B._ verwies auf einen noch ausstehenden Bericht der Klinik C._
(IV-act. 16-2) und machte insofern Angaben zur Arbeitsfähigkeit, als der Versicherte -
abgesehen von kurzen tägigen Arbeitsversuchen - seit Mai 2003 arbeitsunfähig
gewesen sei. Seit September 2003 arbeite der Versicherte nicht mehr in der
angestammten Tätigkeit. Für adaptierte Tätigkeiten sei zu beachten, dass Arbeiten in
Wechselschicht, mit Bücken, Heben oder Tragen von Lasten, Klettern oder Steigen
(Absturzgefahr) nicht geeignet seien. Es müsste sich um Tätigkeiten in wechselnder
Körperhaltung und ohne besonderen Zeitdruck handeln. Bildschirm- oder Heimarbeit
könnte der Versicherte selbständig verrichten (IV-act. 17).
A.c Die Klinik C._ reichte der IV-Stelle am 17. Dezember 2003 einen Bericht über
den stationären Aufenthalt des Versicherten vom 6. bis 27. August 2003 ein (IV-act.
25-1 ff.). Es wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
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genannt: 1. ein zervikobrachiales und –zephales Schmerzsyndrom bei degenerativen
HWS-Veränderungen mit Foramenstenose C5/6 links und gering auch C4/5 sowie
schmaler Syrinx C6/7 (MRI 6/03), Osteochondrose C4/5 und C5/6, ventraler
Spondylose C2/3 sowie Wirbelsäulenfehlform, Fehlhaltung und muskulärer Dysbalance
– und 2. ein intermittierendes Lumbovertebralsyndrom bei leichter Osteochondrose
L4/5, bei fraglicher Spondylose L5 ohne Olisthesis bei Wirbelsäulenfehlform,
Fehlhaltung und muskulärer Dysbalance. Vom 6. bis 31. August 2003 habe die
Arbeitsunfähigkeit 100% betragen, ab 1. September 2003 betrage sie für drei Monate
75% und bei gutem Verlauf sei eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit als Brillenschleifer
auf maximal 50% denkbar (bei verminderter Leistungsfähigkeit zufolge häufiger Pausen
und Einnahme von Entlastungspositionen). Die somatischen Beschwerden seien durch
klinische Untersuchung und bildgebende Verfahren gut zu erklären. Zusätzlich leide der
Versicherte an einem Burnout-Syndrom. Im Job-Match habe sich gezeigt, dass eine
Arbeitsfähigkeit von 50% in einem sitzenden Beruf mit Feinarbeit gegeben sei, jede
andere Mehrbelastung würde ihn zusehends überfordern. Der Versicherte stamme aus
Süditalien, habe sein Leben lang körperlich schwer gearbeitet, habe Mühe mit der
Sprache und ein geringes schulisches Ausbildungspotenzial. Er könne mit den
massiven degenerativen Veränderungen keine schwere körperliche Arbeit, aber auch
keine länger sitzende Tätigkeit mit ständiger Flexion in der HWS durchführen. Eine
Umschulung sei unter den vorliegenden sozialen Umständen nicht empfehlenswert. Es
sei deshalb wichtig, den bisherigen Arbeitsplatz zu erhalten. Die Integration an einer
anderen Arbeitsstelle sei kaum möglich. Mit der Arbeitgeberin sei bereits Kontakt
aufgenommen worden (IV-act. 25-4 ff.).
A.d In seinem Verlaufsbericht vom 2. Juli 2004 beschrieb Dr. B._ den
Gesundheitszustand des Versicherten als stationär, Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
zeitigten die Adipositas und das fixierte Krankheitsbewusstsein. Mit viel
Motivationsarbeit könne die 2-Stunden-Arbeitsfähigkeit erhalten werden. Positiven
Einfluss hätten eine Gewichtsabnahme, Physiotherapie, Motivationsarbeit und
Medikamente. Die bisherige Tätigkeit wäre nach seiner Einschätzung zwei bis vier
Stunden täglich zumutbar (ohne Leistungseinbusse). Diese geringe Arbeitsbelastung
und die sehr gute Kooperation der Arbeitgeberin sollten unbedingt beibehalten werden
können. Andere Tätigkeiten seien im Rahmen ganz leichter Tätigkeiten, die der
Versicherte aber schon ausführe, zumutbar, wobei eine verminderte Leistungsfähigkeit
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von 75% bestehe (IV-act. 29). Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD; Dr. D._, Facharzt
Innere Medizin, Rheumatologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation) beurteilte die
vom Hausarzt attestierte Arbeitsunfähigkeit am 23. August 2004 wegen
mitberücksichtigter IV-fremder Faktoren als nicht realistisch. Die Klinik C._ habe eine
theoretische Arbeitsfähigkeit von 50% attestiert, wobei unklar sei, ob das postulierte
Burnout-Syndrom darin mitberücksichtigt sei. Er empfahl eine polydisziplinäre MEDAS-
Abklärung (IV-act. 33).
B.
B.a Das Medizinische Zentrum Römerhof (MZR), Zürich, erstattete am 16. Dezember
2005 das multidisziplinäre Gutachten (IV-act. 42-1 ff.). Die Untersuchungen hatten am
6. Oktober 2005 stattgefunden. Sowohl die klinischen Status- als auch die
rheumatologischen Untersuchungen brachten, mit Ausnahme einer schmerzhaften Ein
schränkung der HWS-Rotation und –Extension sowie der BWS-Beweglichkeit und
einer eingeschränkten Innenrotation der Hüftgelenke (beidseits, linksbetont), keine
Auffälligkeiten zu Tage. Rheumatologische Diagnosen wurden wie folgt aufgelistet:
myoligamentär bedingtes lumbovertebrales Schmerzsyndrom, thorakovertebrales
Schmerzsyndrom bei diffuser idiopathischer skelettaler Hyperostose, tendomyotisches
Cervicalsyndrom bei initialen Spondylarthrosen und Unkovertebralarthrosen sowie
Spondylosen, beginnende Pfannendachosteophytose an den Hüften rechtsbetont,
initiale Femoropatellararthrosen rechtsbetont und eine muskuläre Dysbalance. Die
strukturellen Veränderungen seien aber derart, dass dem Versicherten eine
Arbeitsfähigkeit von mindestens 50% in der angestammten Tätigkeit zuzumuten wäre.
Psychiatrisch wurde keine Diagnose gestellt. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei
ein metabolisches Syndrom bei Adipositas Grad II (BMI 39,5), bei Verdacht auf
diabetische Stoffwechselstörung und arterieller Hypertonie. Dem Versicherten sei für
seine angestammte sowie für alle leichten bis mittelschweren Tätigkeiten mit
maximalem Gewichtheben von 5-15 kg eine Arbeitsfähigkeit von 50% zumutbar,
idealerweise verteilt auf 2x2 Stunden vormittags und nachmittags (IV-act. 42).
B.b In seiner Stellungnahme zum Gutachten wies RAD-Arzt Dr. D._ am 22. März
2006 darauf hin, dass in einer adaptierten Tätigkeit aus medizinischer Sicht, v.a.
myofaszial bedingt, eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 50% bestehe. Der Hausarzt
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beziehe in seine Arbeitsfähigkeitsschätzung auch die IV-fremden Faktoren verminderte
Motivation und Krankheitsfixierung mit ein (AF 25%). Diese Selbstlimitierung könne
nicht berücksichtigt werden (IV-act. 48).
B.c Die Eingliederungsberaterin klärte die Verhältnisse am Arbeitsplatz ab und
berichtet am 18. Mai 2006 zusammengefasst, der Versicherte verrichte nur noch
einfachste, körperlich ganz leichte Hilfsarbeit während zweier Stunden täglich. Bei
dieser Arbeit handle es sich um einen Nischenarbeitsplatz. In der freien Wirtschaft wäre
er keinem Arbeitgeber mehr zumutbar. Der Versicherte werde als langjähriger
geschätzter Facharbeiter von der Arbeitgeberin unter einem sozialen Aspekt im Sinn
eines Beschäftigungsprogramms weiter beschäftigt, um ihm eine gewisse
Tagesstruktur und soziale Kontakte zu ermöglichen. Mit seinem Einsatz am derzeitigen
Arbeitsplatz zu 25% sei der Versicherte optimal eingegliedert. Sie errechnete einen IV-
Grad von 68,6% (IV-act. 50). Nach einer erneuten Überprüfung der Lohnverhältnisse
durch die IV-Stelle stellte diese dem Versicherten am 21. November 2006
vorbescheidweise die Ablehnung einer Kostengutsprache für berufliche Massnahmen
in Aussicht, denn er sei angemessen eingegliedert (IV-act. 61). Mit einem Vorbescheid
vom 22. November 2006 setzte die IV-Stelle den Versicherten davon in Kenntnis, dass
sie gedenke, ihm ab 1. August 2004 eine Dreiviertelsrente zuzusprechen (bei einem IV-
Grad von 64%). In der bisherigen und in einer leidensadaptierten Tätigkeit bestehe eine
zumutbare Arbeitsfähigkeit von 50% (IV-act. 63).
B.d Am 16. Januar 2007 verfügte die IV-Stelle die Ablehnung einer Kostengutsprache
für berufliche Massnahmen (IV-act. 71), am 24. Januar 2007 folgte die Rentenverfügung
gemäss Vorbescheid. Dem Versicherten wurde eine Dreiviertelsrente ab 1. August 2004
zugesprochen (IV-act. 72).
C.
C.a Am 3. Juli 2009 ersuchte der Versicherte um Rentenrevision. Sein
Gesundheitszustand habe sich seit Anfang 2008 deutlich verschlechtert,
krankheitsbedingt habe er immer wieder Arbeitsausfälle zu 100%. Er sei heute absolut
nicht mehr in der Lage zu arbeiten (IV-act. 74). Dr. B._ bestätigte am 27. Juli 2009
eine Verschlechterung des Gesundheitszustands. Der Versicherte habe zwar über eine
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Gewichtsabnahme von 8 kg berichtet, der Diabetes sei nun jedoch insulinpflichtig
geworden und die Arbeit habe vollständig aufgegeben werden müssen. Die Prognose
sei schlecht, eine ergänzende medizinische Abklärung sei nicht angezeigt (IV-act. 78).
C.b Die Arbeitgeberin berichtete am 14. August 2009 von der Kündigung des
Arbeitsverhältnisses nach Ablauf der Sperrfrist per Ende Oktober 2009. Der Versicherte
sei infolge Krankheit / Arbeitsunfähigkeit nicht mehr einsetzbar in der seinerzeit im
Rahmen der beruflichen Eingliederung organisierten leidensadaptierten Teilzeittätigkeit
als Hilfsoptiker (10 Stunden pro Woche in einfacher, leichter körperlicher Arbeit mit
einem gewissen Abwechslungsgrad gemäss Rentenentscheid). Der letzte effektive
Arbeitstag sei der 28. November 2008 (Ferien bis 23. Januar 2009) gewesen. Zuletzt
habe der Versicherte noch Fr. 1'100.-- plus Boni verdient (seit 1. März 2007). Dieser
Lohn habe aber nicht der Arbeitsleistung entsprochen, der Leistungslohn hätte nur Fr.
900.-- betragen (Anteil Soziallohn = Fr. 200.--). In der angestammten ursprünglichen
Tätigkeit würde der Versicherte heute Fr. 74'100.-- plus Boni verdienen. Während
seiner krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit habe er bis zum 10. Juni 2009
Lohnfortzahlungen erhalten (gemäss Arztzeugnissen seit 24. Januar 2009 ohne
Unterbruch 100% arbeitsunfähig geschrieben). Die Krankentaggeldleistungen seien
bereits im Rahmen des ersten IV-Rentenentscheids in den Jahren 2004 – 2006
ausgeschöpft worden. Das 30-jährige Dienstjubiläum sei von der Kündigung nicht
betroffen (Jubiläumsgeschenk von Fr. 2'500.-- per 25. Juli 2009) und die
Invaliditätsrente der Pensionskasse werde in gleicher Höhe weiterhin bis längstens zum
ordentlichen Pensionsalter ausbezahlt (IV-act. 79).
C.c Auf Nachfrage des RAD erklärte Dr. B._ am 25. September 2009 ergänzend, der
Versicherte sei aus der Gesamtsituation heraus gesehen nach der Kündigung als 100%
arbeitsunfähig zu beurteilen. Seit sechs Jahren habe er trotz erheblicher Rücken- und
Nackenschmerzen und trotz erheblicher Schlaflosigkeit wegen Schmerzen noch zwei
Stunden täglich in der Firma arbeiten können. Die im Gutachten 2005 attestierten zwei
mal zwei Stunden täglich hätten auf einmal zwei Stunden täglich reduziert werden
müssen. Auf dem normalen Arbeitsmarkt habe er keine Chance, einen Job mit einem
Pensum von 10-20% zu finden, geschweige denn mit 50% (IV-act. 83).
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C.d Mit Vorbescheid vom 16. Oktober 2009 zeigte die IV-Stelle dem Versicherten an,
sie gedenke mangels medizinischer Revisionsgründe eine Erhöhung der Invalidenrente
abzulehnen (IV-act. 88). Gegen den Vorbescheid erhob der Versicherte am
2. November 2009 Einwand. Aufgrund seiner langjährigen Krankengeschichte, der
anhaltendenden unerträglichen Schmerzen nach ein bis zwei Stunden in irgendeiner
Tätigkeit trotz Schmerzmitteleinnahme und der Schwierigkeiten bei der
Haushaltsbesorgung, beantrage er anstelle der bisherigen Dreiviertelsrente eine ganze
Rente. Sein Gesundheitszustand habe sich stetig verschlimmert.
C.e Dr. B._ bestätigte den Einwand des Versicherten am 24. November 2009 (IV-
act. 91, 92) und ergänzte im Verlaufsbericht vom 16. Dezember 2009, dass zusätzlich
zum insulinpflichtigen Diabetes mit viermal täglichen Messungen und Injektionen eine
bakterielle und mykotische Balanitis zu diagnostizieren sei. Das zervicobrachiale
Syndrom habe sich verschlechtert bei Foramenstenose HWK 5/6 links und HWK 4/5,
Osteochondrose HWK 4/5 und 5/6 und ventraler Spondylose C2/3. Zudem liege eine
Sigmadiverticulose mit Status nach Koloskopie wegen Polypen vor und der Versicherte
benötige Hilfe bei den Haushaltverrichtungen (IV-act. 95). Der RAD kam in der
Beurteilung des Verlaufsberichts zum Schluss, dass das Cerviobrachialsyndrom im
Gutachten der Klinik C._ aus dem Jahr 2003 praktisch identisch beschrieben worden
sei. Inwiefern also eine Verschlechterung eingetreten sein solle, sei nicht präzisiert
worden, neurologische Ausfälle seien nicht beschrieben worden. Überwiegend
wahrscheinlich könne nicht von einer objektivierbaren relevanten
Gesundheitsverschlechterung des Versicherten ausgegangen werden (IV-act. 96). Mit
Verfügung vom 4. Januar 2010 lehnte die IV-Stelle die Erhöhung der Rente ab (IV-act.
97).
D.
D.a Gegen diese Verfügung reicht der Versicherte am 25. Januar 2010 Beschwerde
ein und beantragt die Ausrichtung einer ganzen IV-Rente, alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Die IV-Stelle stütze sich auf alte Gutachten und gehe nur von
Vermutungen aus. Ihm sei zufolge der stetig zunehmenden krankheitsbedingten
Beschwerden am 24. Juli 2009 gekündigt worden, weil er seit 24. Januar 2009 ohne
Unterbruch vollständig arbeitsunfähig geschrieben gewesen sei. Er könne keiner Arbeit
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mehr nachgehen und benötige sogar eine Haushalthilfe. Die verschriebenen Therapien
besuche er weiterhin, sie würden durch die Krankenkasse bezahlt. Die meisten
Probleme hätte er mit dem Rücken, eine Operation komme nach ärztlicher Auffassung
aus dem Jahr 2007 nicht (mehr) in Frage und er könne nur noch mit einer Rumpf-
Orthese gehen. Der Beschwerdeführer reicht mit der Beschwerde diverse MRI-
Aufnahmen vom 7. Juni 2007 ein (act. G 1).
D.b Mit Beschwerdeantwort vom 22. März 2010 beantragt der Rechtsdienst der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St.Gallen in Vertretung der IV-Stelle die
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt die Beschwerdegegnerin im
Wesentlichen aus, die Rückenproblematik sei bereits zum Zeitpunkt des
Austrittsberichts der Klinik C._ vom 24. September 2003 bekannt gewesen und im
MZR-Gutachten gewürdigt worden. Der Hausarzt habe eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes nicht präzisiert, die angegebenen Befunde seien nicht
invalidisierend. Eine Verschlechterung sei demnach nicht ausgewiesen (act. G 4).
D.c Der Beschwerdeführer reicht am 22. April 2010 eine Replik des Hausarztes und
eine Eingabe der ehemaligen Arbeitgeberin ein (act. G 6.1 und 6.2). Die
Beschwerdegegnerin verzichtet am 11. Mai 2010 auf die Einreichung einer Duplik und
verweist auf die Ausführungen in der Beschwerdeantwort (act. G 8).

Erwägungen:
1.
1.1 Dem Beschwerdeführer wurde mit Verfügung 24. Januar 2007 (IV-act. 72) eine
Dreiviertelsrente bei einem Invaliditätsgrad von 64% ab 1. August 2004 zugesprochen.
Anlass zur Rentenrevision gibt nach der Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in
den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist nicht nur bei einer wesentlichen
Veränderung des Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die
erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustands
erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. Erw. 3.5). Eine bloss unterschiedliche
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts stellt dagegen
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praxisgemäss keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 Erw. 2b; SVR
1996 IV Nr. 70 S. 203). Ob eine revisionsbegründende Änderung eingetreten ist,
beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten (der
versicherten Person eröffneten) rechtskräftigen Verfügung bestand, die auf einer
materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten
für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht
(BGE 133 V 108), mit demjenigen zur Zeit der streitigen Neubeurteilung (BGE 130 V 351
Erw. 3.5.2; BGE 125 V 369 Erw. 2).
1.2 Das Versicherungsgericht hat die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass es alle Beweismittel, unabhängig davon, von
wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen
Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen
und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere
medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den
Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht
oder Gutachten (BGE 125 V 352 Erw. 3a).
2.
2.1 Vorliegend ist zu prüfen, ob sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der ur
sprünglichen Rentenverfügung vom 24. Januar 2007 so verändert haben, dass damit
eine erhebliche Änderung des Invaliditätsgrads einhergeht.
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2.2 Die Beschwerdegegnerin stützt sich für die Ablehnung des
Rentenerhöhungsgesuchs auf diverse Stellungnahmen des RAD.
2.2.1 Im Zuge der ursprünglichen Rentenzusprache hat sich der RAD am 23.
August 2004 erstmals (IV-act. 33), weiter am 30. Dezember 2005 (IV-act. 43), am 22.
März 2006 (IV-act. 48-2/2) und am 10. August 2006 (IV-act. 57) geäussert und dabei
immer den Standpunkt vertreten, der Beschwerdeführer sei in einer
leidensangepassten Tätigkeit ohne zusätzliche Leistungsverminderung zu 50%
arbeitsfähig. Diese Einschätzung hat auch Eingang gefunden in die Verfügung vom 16.
Januar 2007 (Teil 2) gefunden (IV-act. 70-1/2).
2.2.2 Im nun zu beurteilenden Revisionsverfahren hat der RAD am 1. September
2009 sinngemäss festgestellt, dass sich der von den Gutachtern geäusserte Verdacht
auf eine diabetische Stoffwechselstörung offensichtlich erhärtet habe, nachdem der
Beschwerdeführer nun vier Insulininjektionen täglich benötige. Ein insulinpflichtiger
Diabetes mellitus bewirke, selbst bei vier Injektionen pro Tag, aber nicht per se eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit. Vom behandelnden Hausarzt sei zu erfragen, inwiefern
sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers derart verschlechtert habe, dass
er nun die Arbeitsfähigkeit von 50% nicht mehr verwerten könne (IV-act. 80-2/2). Als
Erklärung gab der Hausarzt am 25. September 2009 an, der Beschwerdeführer
habe trotz Schmerzen, und mit Unterstützung der ehemaligen Arbeitgeberin, sechs
Jahre mit reduzierter adaptierter Tätigkeit (zwei Stunden täglich) arbeiten können.
Nach der Kündigung sei gestützt auf die Gesamtsituation auf eine volle Arbeits
unfähigkeit zu erkennen, eine Stelle zu 10 oder 20% im ersten Arbeitsmarkt finde
er sicher nicht, geschweige denn zu 50% (IV-act. 83). Eigentliche objektivierbare
Befunde für eine Gesundheitsverschlechterung zeigte er damit nicht auf. Auch der RAD
gelangte zum Schluss, dass die vorhandenen medizinischen Angaben eine relevante
Gesundheitsverschlechterung nicht als überwiegend wahrscheinlich erscheinen liessen
(IV-act. 84). Dementsprechend verfügte die IV-Stelle die Abweisung des
Revisionsgesuchs bzw. die Weiterausrichtung der bisher ausgerichteten
Dreiviertelsrente (IV-act. 85-1/2).
2.3 Mit Beschwerdeerhebung reichte der Beschwerdeführer zur Begründung der
geltend gemachten Verschlechterung seines Gesundheitszustands in Juni 2007 von
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Dr. med. E._, Radiologie im Silberturm, angefertigte MRI-Bilder ein (act. G 1.6). Des
Weiteren führte er aus, er könne nur noch mit einer Rumpf-Orthese gehen (act. G 1).
Die MRI-Bilder haben dem RAD bei der Beurteilung der medizinischen Sachlage
aktenkundig nicht vorgelegen, ebenso hatte er keine Kenntnis von der 2009
verschriebenen Rumpf-Orthese. Sodann hat die Beschwerdegegnerin sich in der
Beschwerdeantwort weder zu den MRI-Bildern noch zu der Rumpf-Orthese geäussert.
Offenbar wurde diesbezüglich auch keine Stellungnahme seitens des RAD eingeholt.
Für den medizinischen Laien ist indessen nicht abschätzbar, wie die MRI-Bilder sowie
die Notwendigkeit zum Tragen einer Rumpf-Orthese, ohne welche das Gehen nach
Angaben des Beschwerdeführers nicht mehr möglich sei (act. G 1), zu werten ist. Unter
diesen Umständen wäre von der Beschwerdegegnerin zumindest zu erwarten
gewesen, die Angelegenheit erneut an dem RAD vorzulegen. Mangels
Berücksichtigung sämtlicher Beweismittel bzw. Tatsachen, erweist sich der
Sachverhalt im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes als ungenügend abgeklärt
(vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG). Die Streitsache ist daher zu weiteren Abklärungen unter
Einbezug sämtlicher Tatsachen zurückzuweisen.
3.
3.1 Zusammenfassend ist die Verfügung vom 4. Januar 2010 in teilweiser
Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache zur ergänzenden
Sachverhaltsabklärung und zum Neuentscheid an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
3.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint angemessen. Eine Rückweisung zur weiteren Abklärung und anschliessender
neuer Entscheidung stellt praxisgemäss aus prozessualer Sicht ein vollständiges
Obsiegen dar, die Beschwerdegegnerin unterliegt demnach vollumfänglich (vgl. Urs
Peter Cavelti/Thomas Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen –
dargestellt an den Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, 2.A., Rz 764). Da sie gemäss
Art. 3 Abs. 1 lit. b des st. gallischen Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung
über die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (sGS 350.1) Teil der
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Sozialversicherungsanstalt und damit Teil einer selbständigen öffentlich-rechtlichen
Anstalt ist, kommt Art. 95 Abs. 3 VRP (Befreiung von der Pflicht zur Übernahme
amtlicher Kosten) nicht zur Anwendung (vgl. Urs Peter Cavelti/Thomas Vögeli, a.a.O.,
Rz 792). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr.
600.-- zu bezahlen.
3.3 Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer
zurückerstattet.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht