Decision ID: 76c67fa9-a52f-4d13-af39-7fe7e2602595
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A.M._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Jürg Jakob, Rosenbergstrasse 42b,
9000 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Hinterlassenenrente
Sachverhalt:
A.
A.a B.M._, geb. 1947, war seit Mai 1998 bei der C._ als Schreiner tätig und
dadurch bei der Suva, Luzern, obligatorisch gegen Unfall versichert (act. G 7.1/3). Der
Versicherte litt in einem fortgeschrittenen Stadium an der Muskelkrankheit
amyotrophische Lateralsklerose (ALS; act. G 7.1/12). Er war ab 29. März 2007 in seiner
Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt (act. G 1.3/3). Nach Ablauf der Wartefrist von
30 Tagen wurde der Arbeitgeberin bzw. dem Versicherten von der CSS Versicherung
ein Krankentaggeld ausgerichtet (act. G 7.1/30).
A.b Mit Vorbescheid vom 14. April 2008 teilte die Sozialversicherungsanstalt des
Kantons St. Gallen dem Versicherten mit, dass er ab 1. März 2008 Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente habe (act. G 1.3/3). Dies wurde ihm am 18. Juni 2008 von der IV-
Stelle St. Gallen formell verfügt (act. G 1.3/4).
A.c Am 9. Oktober 2008 verunfallte der Versicherte tödlich (act. G 7.1/12, 14). Mit
Verfügung vom 2. Dezember 2008 sprach die Ausgleichskasse Schreiner der Witwe
geb. 1950, ab 1. November 2008 eine Witwenrente von monatlich Fr. 1'655.-- zu (act.
G. 1.3/7).
A.d Mit Verfügung vom 2. April 2009 teilte die Suva dem Rechtsvertreter der Witwe,
Rechtsanwalt lic. iur. Jürg
Jakob, St. Gallen, mit, dass seine Mandantin seit 1. November 2008 grundsätzlich auch
einen Anspruch auf eine Witwenrente gemäss Bundesgesetz über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) habe. Als Grundlage für die Rentenberechnung
diene ein Jahresverdienst von Fr. 8'324.-- und ein Rentensatz von 40 Prozent. Weiter
wies die Suva darauf hin, dass die Rentenleistungen als Komplementärleistungen
gemäss Art. 31 Abs. 4 UVG berechnet seien. Da die Rentenleistungen der AHV/IV
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grösser als 90 Prozent des Jahresverdienstes seien, könne jedoch bis auf weiteres
seitens der Suva keine Rente ausgerichtet werden (act. G 1.3/8).
B.
Am 13. Mai 2009 liess die Witwe durch ihren Rechtsvertreter Einsprache gegen die
Verfügung vom 2. April 2009 erheben (act. G 7.1/38). Mit Einspracheentscheid vom
24. Juni 2009 hiess die Suva die Einsprache teilweise gut. Die Verfügung vom 2. April
2009 wurde in dem Sinn abgeändert, als der versicherte Jahresverdienst neu mit Fr.
8'466.-- anstelle von Fr. 8'324.-- festgesetzt wurde (act. G 1.3/9).
C.
C.a Gegen diesen Entscheid liess die Witwe durch ihren Rechtsvertreter am
11. August 2009 Beschwerde erheben mit dem Antrag, der Einspracheentscheid vom
24. Juni 2009 sei aufzuheben und mit Wirkung ab 11. Oktober 2008 sei ihr basierend
auf einem versicherten Verdienst von Fr. 66'820.-- eine Hinterlassenenrente der
Unfallversicherung in Höhe von jährlich Fr. 26'728.-- auszurichten, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Eventualiter liess die Beschwerdeführerin beantragen, ihr sei mit
Wirkung ab 11. Oktober 2008 basierend auf einem versicherten Verdienst von Fr.
30'854.50 eine Hinterlassenenrente der Unfallversicherung in Höhe von jährlich
Fr. 7'909.05 zu bezahlen, ebenfalls unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur
Begründung wurde unter anderem ausgeführt, dass der Versicherte für die Berechnung
des versicherten Verdienstes nicht bereits seit seiner Einschränkung in der
Arbeitsfähigkeit (d.h. ab 29. März 2007) als "invalid" gelten dürfe, sondern erst ab
Ausrichtung der Invalidenrente, also ab 1. März 2008. Für die Berechnung des
versicherten Verdienstes sei daher in Anwendung von Art. 24 Abs. 1 der Verordnung
über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) nicht vom effektiv erzielten Bruttolohn
auszugehen, sondern von einem entsprechend korrigierten. Massgebend sei der Lohn,
den der Versicherte im Jahr vor dem Unfall ohne Krankheit hätte erzielen können.
Allenfalls sei eine zeitliche Abgrenzung in dem Sinn vorzunehmen, dass bis zur
Ausrichtung der Invalidenrente auf den ohne Krankheit zu erreichenden Lohn
abgestützt werde und danach auf das tatsächlich erzielte Einkommen (act. G 1).
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C.b Mit Beschwerdeantwort vom 16. November 2009 beantragte die
Beschwerdegegnerin, die Beschwerde sei abzuweisen und der Einspracheentscheid
vom 24. Juni 2009 zu bestätigen. Sie brachte vor, dass die Berechnung des
versicherten Verdienstes nicht nach der Sonderregel gemäss Art. 24 Abs. 1 UVV zu
erfolgen habe. Zur Begründung verwies sie auf den angefochtenen
Einspracheentscheid und führte unter anderem aus, dass bei den in Art. 24 Abs. 1 UVV
berücksichtigten Verhältnissen durchwegs Lohneinbussen vorlägen, die auf eine in
zeitlicher Hinsicht reduzierte Erwerbstätigkeit zurückzuführen seien. Die in Art. 24 Abs.
1 UVV aufgezählten Gründe liessen darauf schliessen, dass es sich hierbei um
vorübergehende Lohnlücken oder Lohneinbussen handle. Der Begriff der Invalidität
werde im Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG; SR 830.1) klar nicht davon abhängig gemacht, ob die betroffene Person
retrospektiv bereits einige Zeit bzw. ein Jahr (Wartefrist) arbeitsunfähig gewesen sei
oder nicht. Als invalid im Sinn von Art. 8 ATSG gelte vielmehr, wer voraussichtlich
bleibend oder längere Zeit dauernd ganz oder teilweise erwerbsunfähig sei. Somit sei
bezüglich der Anwendbarkeit von Art. 24 Abs. 1 UVV zu unterscheiden, ob im Einzelfall
aufgrund der Umstände eine Krankheit vorliege, die vorübergehend zu einer
Lohneinbusse geführt habe, ober ob eine krankheitsbedingte Invalidität im Sinn einer
voraussichtlich bleibenden bzw. längere Zeit dauernden Erwerbsunfähigkeit gegeben
sei. Entscheidend für die Beantwortung dieser Frage sei die Art der Krankheit. Bei der
Krankheit ALS müsse davon ausgegangen werden, dass der Zustand der betroffenen
Person nicht verbessert werden könne. Weil beim Versicherten bereits im März/April
2007 diese Krankheit diagnostiziert worden sei, gelte er ab diesem Zeitpunkt als invalid
im Sinn von Art. 8 ATSG, womit eine Berechnung des versicherten Verdienstes
aufgrund von Art. 24 Abs. 1 UVV nicht zulässig sei. Ausserdem wies die
Beschwerdegegnerin darauf hin, dass über den massgebenden Zeitraum des ganzen
Jahres vor dem Unfall die Erwerbsmöglichkeiten überwiegend und folglich zur
Hauptsache invaliditätsbedingt eingeschränkt gewesen seien. Selbst wenn man eine
invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse erst ab 1. März 2008 (das heisst ab Zusprache
der Invalidenrente) annehmen würde, wäre somit der versicherte Verdienst nicht
gemäss Art. 24 Abs. 1 UVV zu berechnen (act. G 7).
C.c Mit Replik vom 12. Januar 2010 hielt die Beschwerdeführerin bzw. ihr
Rechtsvertreter unverändert an den Rechtsbegehren und Standpunkten gemäss
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Beschwerdeschrift fest. Zusätzlich wurde erwähnt, dass die Argumentation der
Beschwerdegegnerin, wonach es sich bei den in Art. 24 Abs. 1 UVV aufgezählten
Gründen nur um vorübergehende Lohnlücken oder Lohneinbussen handle, nicht
zutreffend sei. Es wurde nochmals darauf hingewiesen, dass das Einsetzen der
Invalidenrente das massgebliche Abgrenzungskriterium zwischen krankheitsbedingter
und invaliditätsbedingter Arbeitsunfähigkeit und damit für die Anwendbarkeit von Art.
24 Abs. 1 UVV darstelle. Ob die Dauerhaftigkeit der Arbeitsunfähigkeit von allem
Anfang an festgestanden habe, könne nicht von Belang sein (act. G 11).
C.d Mit Duplik vom 29. Januar 2010 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren bisherigen
Ausführungen fest (act. G 13).
D.
Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der

übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen:
1.
1.1 Die Beschwerde ist innerhalb von 30 Tagen nach der Eröffnung des
Einspracheentscheids einzureichen (Art. 60 Abs. 1 ATSG). Die Frist beginnt einen Tag
nach Mitteilung des Entscheids zu laufen (Art. 38 Abs. 1 ATSG). Frühestmöglicher
Beginn des Fristenlaufs ist bezüglich des am 24. Juni 2009 ergangenen
Einspracheentscheids somit der 25. Juni 2009. Da die Frist während der Gerichtsferien
vom 15. Juli bis und mit 15. August 2009 stillstand, erfolgte die am 11. August 2009
erhobene Beschwerde gegen den Einspracheentscheid rechtzeitig (Art. 38 Abs. 4 lit. b
ATSG).
1.2 Auch die übrigen Eintretensvoraussetzungen der sachlichen und örtlichen
Zuständigkeit des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen (vgl. Art. 57 f. ATSG)
sind erfüllt, weshalb auf die Beschwerde vom 11. August 2009 einzutreten ist.
2.
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Streitig und zu prüfen ist vorliegend die Höhe des versicherten Verdienstes, welcher die
Basis für die Berechnung der Hinterlassenenrente bildet. Insbesondere ist zu prüfen,
ob eine Korrektur des versicherten Verdienstes gemäss Art. 24 Abs. 1 UVV zu erfolgen
hat.
3.
3.1 Stirbt eine versicherte Person an den Folgen eines Unfalls, so hat der
überlebende Ehegatte Anspruch auf eine Hinterlassenenleistung in Form einer Rente
oder Abfindung. Eine Witwe hat unter anderem Anspruch auf eine Rente, wenn sie bei
der Verwitwung das 45. Altersjahr zurückgelegt hat (Art. 28 f. UVG).
3.2 Die Hinterlassenenrente für eine Witwe beträgt 40 Prozent vom versicherten
Verdienst. Hat eine Witwe zusätzlich Anspruch auf Renten der AHV oder der IV, so wird
ihr eine Komplementärrente gewährt. Diese entspricht in Abweichung von Art. 69 ATSG
der Differenz zwischen 90 Prozent des versicherten Verdienstes und den Renten der
AHV oder der IV, höchstens aber den erwähnten 40 Prozent des versicherten
Verdienstes (Art. 31 UVG i.V.m. Art. 43 Abs. 1 UVV).
3.3 Renten werden nach dem versicherten Verdienst bemessen. Als versicherter
Verdienst gilt der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bezogene Lohn. Der
Höchstbetrag des versicherten Verdienstes beläuft sich aktuell und im massgebenden
Zeitpunkt des Unfalls (9. Oktober 2008) auf Fr. 126'000.-- im Jahr. Von wenigen
Ausnahmen abgesehen, gilt der nach der Bundesgesetzgebung über die AHV
massgebende Lohn als versicherter Verdienst. Dauerte das Arbeitsverhältnis nicht das
ganze Jahr, so wird der in dieser Zeit bezogene Lohn auf ein volles Jahr umgerechnet.
Der Bundesrat hat zusätzlich Bestimmungen über den versicherten Verdienst in
Sonderfällen zu erlassen, namentlich bei langdauernder Taggeldberechtigung,
Berufskrankheiten, Versicherten, die nicht oder noch nicht den berufsüblichen Lohn
erhalten, und bei Versicherten, die unregelmässig beschäftigt sind (Art. 15 UVG i.V.m.
Art. 22 UVV). Dieser Pflicht kam der Bundesrat in Art. 24 UVV nach. Im vorliegenden
Fall ist insbesondere Absatz 1 von Artikel 24 UVV von Bedeutung: Hat die versicherte
Person im Jahr vor dem Unfall wegen Militärdienst, Zivildienst, Zivilschutzdienst, Unfall,
Krankheit, Mutterschaft, Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit einen verminderten Lohn
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bezogen, so wird der versicherte Verdienst nach dem Lohn festgesetzt, den die
versicherte Person ohne Militärdienst, Zivildienst, Zivilschutzdienst, Unfall, Krankheit,
Mutterschaft, Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit erzielt hätte.
4.
4.1 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin vertritt die Ansicht, dass der
versicherte Verdienst gemäss der Sonderregel von Art. 24 Abs. 1 UVV zu bemessen
sei. Zur Begründung verweist er auf BGE 122 V 100, wonach sich der versicherte
Verdienst eines Verunfallten, der bereits vor dem Unfallereignis wegen eines anderen
Unfalls bzw. einer Krankheit eine Rente beziehe, nur dann nicht nach Art. 24 Abs. 1
UVV bestimme, wenn die invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse Hauptursache für den
verminderten Lohn sei, welchen der Versicherte innerhalb eines Jahres vor dem Unfall
bezogen habe. Falls die invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse nicht die Hauptursache
bilde, sei die versicherte Person erst ab dem Zeitpunkt des Rentenanspruchs IV-
rechtlich als "invalid" zu betrachten. Im vorliegenden Fall könne nicht davon
ausgegangen werden, dass die invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse gegenüber der
krankheitsbedingten Erwerbseinbusse Hauptursache für den verminderten Lohn des
Versicherten gewesen sei, weil sich die beiden Ursachen in etwa die Waage halten
würden. Der Versicherte sei daher ab 1. März 2008 (Einsetzen der IV-Rente) als
"teilerwerbstätiger Invalider" zu betrachten. Somit sei der versicherte Verdienst über die
ganze Bemessungsperiode gemäss Art. 24 Abs. 1 UVV zu berechnen.
4.2 Weiter verweist der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin auf das Urteil des
Bundesgerichts 8C_342/2008 vom 14. Mai 2009. Hier sei zur Ermittlung des
versicherten Verdienstes eine zeitliche Abgrenzung vorgenommen worden. Man habe
bis zur Gewährung der Invalidenrente auf Art. 24 Abs. 1 UVV abgestellt, also auf
denjenigen Lohn, den der Versicherte ohne Krankheit hätte erzielen können. Ab
Gewährung der Invalidenrente sei dann der effektiv erzielte AHV-Bruttolohn
berücksichtigt worden. Somit sei allenfalls eine zeitliche Abgrenzung vorzunehmen,
indem vom 9. Oktober 2007 bis zur Eintritt der Invalidität am 1. März 2008 der
versicherte Verdienst gestützt auf Art. 24 Abs. 1 UVV und vom 1. März 2008 bis zum
8. Oktober 2008 gestützt auf den effektiv erzielten Lohn festzulegen sei (act. G 1).
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4.3 Die Beschwerdegegnerin vertritt demgegenüber den Standpunkt, dass der
versicherte Verdienst nicht gemäss Art. 24 Abs. 1 UVV zu bemessen sei. Sie begründet
dies damit, dass bei den in Art. 24 Abs. 1 UVV aufgeführten Fällen durchwegs
Lohneinbussen vorlägen, die auf eine in zeitlicher Hinsicht reduzierte Erwerbstätigkeit
zurückzuführen seien. Es handle sich hierbei um vorübergehende Lohnlücken oder
Lohneinbussen. Nicht anwendbar sei Art. 24 Abs. 1 UVV, wenn der Versicherte schon
vor dem Unfall wegen Krankheit und Unfall in der Erwerbstätigkeit eingeschränkt
gewesen sei und deswegen eine Rente bezogen habe. Gerade daher sei der
Sachverhalt der Invalidität im Sinn einer voraussichtlich bleibenden oder längere Zeit
dauernden ganzen oder teilweisen Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG) in Art. 24
Abs. 1 UVV nicht erwähnt. Im Bezug auf "Krankheit" gehe der Verordnungsgeber
davon aus, dass der Versicherte nach deren Beendigung seine Arbeit im üblichen
Rahmen wieder aufnehme, wohingegen die Invalidität eben dauerhaft sei und
zumindest nicht mehr mit der vollständigen Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit
gerechnet werden könne. Der Begriff der Invalidität werde im ATSG nicht davon
abhängig gemacht, ob die betroffene Person retrospektiv bereits einige Zeit bzw. ein
Jahr (Wartefrist) arbeitsunfähig gewesen sei oder nicht. Für die Anwendbarkeit von Art.
24 Abs. 1 UVV sei im Einzelfall zu unterscheiden, ob aufgrund des Krankheitsbilds eine
Krankheit vorliege, die vorübergehend zu einer Arbeitsunfähigkeit und somit
vorübergehend zu einer Lohneinbusse geführt habe, oder ob eine krankheitsbedingte
Invalidität im Sinn einer voraussichtlich bleibenden oder längere Zeit andauernden
ganzen oder teilweisen Erwerbsunfähigkeit gegeben sei. Entscheidend dafür sei in
erster Linie die Art der Krankheit. Weil die Krankheit ALS nicht heilbar sei und einen
linearen Verlauf habe, könne der Zustand einer betroffenen Person nicht verbessert
werden. Aus dem Vorbescheid der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen
vom 14. April 2008 gehe zudem hervor, dass der Versicherte seit dem 29. März 2007 in
seiner Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt gewesen sei. Dass die Invalidenrente
erst ab 1. März 2008 ausgerichtet worden sei, sei einzig auf die einjährige Wartezeit
gemäss IVG zurückzuführen. Der Versicherte sei daher bereits seit dem 29. März 2007
als invalid im Sinn von Art. 8 Abs. 1 ATSG zu betrachten und nicht einfach nur als
"krank". Dies zeige zusätzlich, dass er ab April 2007 seine Erwerbstätigkeit nur noch in
sehr beschränktem Masse habe ausüben können und ihm deshalb ab Mai 2007 (nach
einer Wartefrist von 30 Tagen) ergänzend Krankentaggelder ausgerichtet worden seien.
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Ab August 2008 sei dann die Aufnahme einer Arbeit gar nicht mehr möglich gewesen.
Aus diesen Gründen sei der Jahresverdienst nicht gemäss Art. 24 Abs. 1 UVV, sondern
nur nach Art. 15 Abs. 2 UVG zu berechnen (act. G 7, G 7.1/42).
4.4 Zusätzlich weist die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass selbst wenn
fälschlicherweise davon ausgegangen würde, dass die Erwerbseinbusse beim
Versicherten erst ab Zusprache der Invalidenrente, das heisst ab 1. März 2008,
invaliditätsbedingt sei, der versicherte Verdienst nicht gemäss Art. 24 Abs. 1 UVV zu
berechnen wäre. Sie verweist zur Begründung auf BGE 122 V 100. Die
Erwerbseinbusse des Versicherten sei in der massgebenden Periode (9. Oktober 2007
bis 8. Oktober 2008) während sieben Monaten und acht Tagen invaliditätsbedingt
eingeschränkt gewesen (1. März bis 8. Oktober 2008). Während vier Monaten und ca.
22 Tagen sei die Einbusse auf Krankheit zurückzuführen gewesen. Somit stehe fest,
dass über den massgebenden Zeitraum des ganzen Jahres vor dem Unfall hinweg die
Erwerbsmöglichkeiten überwiegend und folglich zur Hauptsache invaliditätsbedingt
eingeschränkt gewesen seien (act. G 7).
5.
5.1 Unstreitig ist der grundsätzliche Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
Hinterlassenen- bzw. eine Komplementärrente gemäss UVG. Der Unfall ereignete sich
am 9. Oktober 2008. Somit erstreckt sich die für die Bemessung des versicherten
Verdienstes massgebende Periode vom 9. Oktober 2007 bis zum 8. Oktober 2008 (vgl.
E. 3.3). Auch dies wird von den Parteien nicht in Frage gestellt. Nachfolgend ist zu
prüfen, ob die Sonderregel gemäss Art. 24 Abs. 1 UVV zur Anwendung kommt.
5.2 Massgebendes Kriterium für die Anwendung der Sonderregeln gemäss Art. 24
UVV ist, dass der tatsächliche Verdienst eines Versicherten im Jahr vor dem Unfall aus
einem der erwähnten Gründe oder Tatbestände nicht "normal" war (BGE 122 V 100
E. 5b S. 101). Der Versicherte erzielte im massgebenden Zeitraum (9. Oktober 2007 bis
8. Oktober 2008) ein Brutto-Erwerbseinkommen von Fr. 8'435.45 (act. G 7.1/15, 30).
Vor dem Auftreten der Krankheit verdiente er monatlich einen Bruttolohn von
Fr. 5'140.-- zuzüglich Fr. 5'140.-- als 13. Monatslohn (act. G 1.3/10, G 7.1/15, 41). Die
tatsächlichen Lohnverhältnisse waren folglich im massgebenden Zeitraum als nicht
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normal einzustufen. Grund für die Abweichung vom Normallohn war die Krankheit ALS.
Der Tatbestand Krankheit wird ausdrücklich von Art. 24 Abs. 1 UVV umfasst.
5.3 Mit Vorbescheid vom 14. April 2008 teilte die Sozialversicherungsanstalt des
Kantons St. Gallen dem Versicherten mit, dass er ab 1. März 2008 Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente habe (act. G 1.3/3). Dies wurde ihm von der IV-Stelle St. Gallen
am 18. Juni 2008 entsprechend formell verfügt (act. G 7.1/4). Der Tatbestand der
Krankheit gemäss Art. 24 Abs. 1 UVV wird nicht erfüllt, wenn wegen eines
Gesundheitsschadens bereits eine invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse Hauptursache
für den verminderten Lohn bildet, welchen die versicherte Person innerhalb eines
Jahres vor dem Unfall bezogen hat (BGE 122 V 100 E. 5c S. 102). Mit der Aufhebung
von Art. 24 Abs. 5 UVV, welcher die Erhöhung des erheblich vom Lohn eines gesunden
Versicherten abweichenden versicherten Verdienstes eines Invaliden regelte, brachte
der Bundesrat den Willen zum Ausdruck, dass der versicherte Verdienst eines IV-
Rentners, dessen vorbestehender Gesundheitsschaden nicht auf ein versichertes
Ereignis zurückzuführen ist, sich nach den Grundregeln richtet. In einem solchen Fall
hat daher keine Aufrechnung zu erfolgen. Massgebend ist hierbei das im Jahr vor dem
Unfall tatsächlich erzielte Einkommen (RKUV 1998 S. 71 ff., 92; André Pierre Holzer,
Der versicherte Verdienst in der obligatorischen Unfallversicherung, SZS 2010 S. 223
f.). Vorliegend war während rund fünf Monaten (9. Oktober 2007 bis 29. Februar 2008)
die Krankheit ALS Ursache für den tieferen Lohn und während rund sieben Monaten
war der Lohn invaliditätsbedingt vermindert (1. März 2008 bis 8. Oktober 2008). Anders
als in BGE 122 V 100, wo die Lohnreduktion während elf Monaten krankheitsbedingt
und nur während einem Monat invaliditätsbedingt war, kann vorliegend nicht eine
Hauptursache für die Erwerbseinbusse ausgemacht werden. Würde die
siebenmonatige invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse als Hauptursache gemäss BGE
122 V 100 gelten, hätte dies - wie von der Beschwerdegegnerin gefordert - zur Folge,
dass während der ganzen Bemessungsperiode die tatsächlichen Lohnverhältnisse zu
berücksichtigen wären. Die Basis für die Berechnung der Hinterlassenenrente wäre
vorliegend massiv tiefer. Die Interpretation der Beschwerdegegnerin, dass das
Bundesgericht in BGE 122 V 100 zur Ermittlung der Hauptursache einzig darauf
abstellt, ob die Dauer der krankheitsbedingten oder diejenige der invaliditätsbedingen
Erwerbseinbusse länger ist, kann nicht zutreffend sein. Vielmehr ist der Begriff
"Hauptursache" im Zusammenhang mit dem entsprechenden Sachverhalt zu sehen,
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wonach in BGE 122 V 100 sich die Verhältnisse klar zugunsten der krankheitsbedingten
Ursache darstellen (elf Monate gegenüber einem Monat). Es wäre nicht sachgerecht,
wenn diejenige versicherte Person, die innerhalb des Bemessungsjahres während fünf
Monaten Anspruch auf eine Invalidenrente hat, von einem über das ganze Jahr nach
oben korrigierten versicherten Verdienst profitieren würde, während bei derjenigen
Person, der für sieben Monate eine Invalidenrente der IV zugesprochen wird, von einem
massiv tieferen versicherten Verdienst ausgegangen würde. Ausserdem würde die
Ansicht der Beschwerdegegnerin zur weiteren Problematik führen, als unklar bliebe,
wie zu verfahren wäre, wenn sich die invaliditätsbedingte und die krankheitsbedingte
Ursache mit je sechs Monaten die Waage halten.
5.4 Weiter führt die Beschwerdegegnerin an, dass bei den in Art. 24 Abs. 1 UVV
aufgeführten Gründen durchwegs Lohneinbussen vorlägen, die auf eine in zeitlicher
Hinsicht reduzierte Erwerbstätigkeit zurückzuführen seien. Weil die Krankheit ALS nicht
heilbar sei und einen linearen Verlauf habe, könne der Zustand einer betroffenen
Person nicht verbessert werden. Dieser Interpretation widerspricht bereits der
Tatbestand der ebenfalls im genannten Verordnungsartikel aufgeführten
"Arbeitslosigkeit". Würde man der Argumentation der Beschwerdegegnerin folgen,
wäre Art. 24 Abs. 1 UVV auf versicherte Personen, die nicht vermittelbar sind und somit
arbeitslos bleiben, nicht anwendbar. Eine solche Regelung würde bereits daran
scheitern, dass zum Beurteilungszeitpunkt nie mit einer genügenden
Wahrscheinlichkeit vorausgesagt werden kann, ob eine Person tatsächlich keine Arbeit
mehr finden wird. Ähnlich verhält es sich bei einem Abstellen auf die Art der Krankheit,
wie dies die Beschwerdegegnerin fordert. Ein solches Abgrenzen nach Krankheiten
würde zu Ungleichbehandlungen führen. Wie verhält es sich beispielsweise mit schwer
heilbaren Krankheiten, die oftmals, aber nicht zwingend, den Tod zur Folge haben?
Man denke diesbezüglich beispielsweise an zwei Personen, die an der gleichen
Krankheit mit dem gleichen Heilungsverlauf leiden. Je nachdem, ob bei der Festlegung
des versicherten Verdientes noch Aussicht auf Heilung besteht oder die Unheilbarkeit
bereits festgestellt worden ist, käme man zu unterschiedlichen Resultaten. Aus diesen
Gründen kann die Art der Krankheit bzw. eine ärztliche Prognose betreffend Heilung für
die Berechnung des versicherten Verdienstes keine Relevanz haben. Auch ist die
Argumentation der Beschwerdegegnerin nicht zutreffend, wonach bei den in Art. 24
Abs. 1 UVV aufgeführten Tatbeständen durchwegs Lohneinbussen vorliegen würden,
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die auf eine in zeitlicher Hinsicht reduzierte Erwerbstätigkeit zurückzuführen seien
(Holzer, a.a.O., S. 223). Eine gesundheitlich bedingte Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit kann nicht nur in einer zeitlichen Einschränkung der Erwerbstätigkeit
liegen, sondern auch in spezifischen Anforderungen bestimmter Tätigkeiten, welche
nicht mehr erfüllt werden können (Urteil des Bundesgerichts 8C_434/2009 vom
11. November 2009 E. 4.2.3). Im vorerwähnten Entscheid hatte das Bundesgericht
einen Fall zu beurteilen, bei dem ein ehemaliger Bäcker nach einer Umschulung wegen
einer Mehlstauballergie die Arbeitstätigkeit wieder zu 100 Prozent aufnahm. Allerdings
erzielte er infolge der Mehlstauballergie bzw. wegen des damit verbundenen
Stellenwechsels ein erheblich tieferes Einkommen als zuvor. Das Bundesgericht
bejahte hier das Vorliegen eines verminderten Lohnes im Sinn von Art. 24 Abs. 1 UVV.
Dieser Sachverhalt ist mit dem vorliegenden insofern identisch, als es sich beim
Stellenwechsel aufgrund der Mehlstauballergie ebenfalls um eine nicht bloss zeitlich
beschränkte Einschränkung der Erwerbsfähigkeit handelt. Schliesslich spricht die
Delegationsnorm Art. 15 Abs. 3 lit. a UVG von "langdauernder Taggeldberechtigung".
Dies stellt einen weiteren klaren Hinweis dafür dar, dass es sich bei den in Art. 24 UVV
geregelten Tatbeständen nicht bloss um zeitlich beschränkte Unterbrüche handelt.
5.5 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Nichtanwendung der
Sonderregel gemäss Art. 24 Abs. 1 UVV vorliegend zu einem unbilligen Nachteil für die
Beschwerdeführerin führen würde, weil ihre Rente, ohne dass dies sachlich zu
begründen wäre, auf einem massiv tieferen versicherten Verdienst basieren würde.
Zweck der Sonderregeln gemäss Art. 24 UVV ist es indessen, die versicherten
Personen und ihre Hinterlassenen vor unbilligen Nachteilen zu schützen, welche sich
bei bestimmten Sachverhalten aus der Anwendung der Grundregel ergeben würden
(BGE 114 V 113 E. 3c S. 117).
6.
6.1 Der Anspruch auf eine Invalidenrente der IV entstand beim Versicherten am
1. März 2008 und damit rund fünf Monate nach Beginn der Bemessungsperiode seines
versicherten Verdienstes. Aufgrund dessen, dass die invaliditätsbedingte und die
krankheitsbedingte Phase der Erwerbseinbusse (7 Monate und 5 Monate) zeitlich
ähnlich lang sind, wäre es nicht sachgerecht, wenn während der ganzen Periode ein
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Lohn angenommen würde, wie er ohne die Krankheit vorgelegen hätte. Der Versicherte
war erst durch den Anspruch auf eine Invalidenrente, also ab 1. März 2008, IV-rechtlich
als Invalider zu betrachten (BGE 122 V 100 E. 5b S. 101). Daher ist eine zeitliche
Abgrenzung vorzunehmen, das heisst die Bemessungsperiode ist in zwei Phasen
aufzuteilen und der jeweilige versicherte Verdienst nach separaten Regeln zu
bestimmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_342/2008 vom 14. Mai 2009 E. 4). Vom
9. Oktober 2007 bis 29. Februar 2008 findet die Sonderregel von Art. 24 Abs. 1 UVV
Anwendung, da der Versicherte wegen gesundheitlicher Probleme nur noch reduziert
arbeiten konnte und der Lohn somit krankheitshalber vermindert war. Für die Zeit vom
1. März 2008 (Beginn der IV-Rente) bis 8. Oktober 2008 ist hingegen die allgemeine
Regel von Art. 15 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 22 Abs. 2 und 4 UVV massgebend
und nicht die Sonderregel gemäss Art. 24 Abs. 1 UVV, weil der verminderte Lohn in
diesem Zeitraum auf Invalidität zurückzuführen ist. Dies ergibt einen versicherten
Verdienst von Fr. 30'620.70, welcher sich gemäss Lohnabrechnungen wie folgt
zusammensetzt (act. G 1.3/10, G 1.7/15, 30):
9. bis 31. Oktober 2007 (Fr. 5'140.-- : 31 Tage x 23 Tage [entsprechend einem Anteil
von 23/31 bzw. 0,742]): Fr. 3'813.55
1. bis 30. November 2007: Fr. 5'140.--
1. bis 31. Dezember 2007: Fr. 5'140.--
1. bis 31. Januar 2008: Fr. 5'140.--
1. bis 29. Februar 2008: Fr. 5'140.--
Anteil 13. Monatslohn 9. Oktober 2007 bis 29. Februar 2008 (Fr. 5'140.-- : 12 Monate x
4,742 Monate): Fr. 2'031.15
1. bis 15. März 2008 (Fr. 929.50 : 28 Tage x 15 Tage): Fr. 497.95
16. März bis 19. April 2008: Fr. 1'115.40
20. April bis 17. Mai 2008: Fr. 790.10
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18. Mai bis 21. Juni 2008: Fr. 929.50
22. Juni bis 19. Juli 2008: Fr. 883.05
20. Juli bis 8. Oktober 2008: Fr. 0.--
Die Abweichungen gegenüber dem Eventualantrag der Beschwerdeführerin
(versicherter Verdienst von Fr. 30'854.50) ergeben sich daraus, dass im Oktober 2007
fälschlicherweise von 22 und nicht 23 Tagen ausgegangen worden ist.
Dementsprechend wurde auch die pro rata temporis-Berechnung des 13. Monatslohns
angepasst. Ausserdem wurde beim Lohn März 2008 nicht berücksichtigt, dass dieser
Fr. 929.50 und nicht Fr. 929.05 betrug sowie für die Periode vom 17. Februar bis
15. März ausbezahlt worden war, also während 28 Tagen.
6.2 Verstirbt die versicherte Person, entsteht der Anspruch auf eine Rente mit dem
Monat nach ihrem Tod (Art. 29 Abs. 6 UVG). Der Versicherte verstarb am 9. Oktober
2008. Somit hat die Witwe seit 1. November 2008 Anspruch auf eine Rente und nicht
wie von der Beschwerdeführerin beantragt ab 11. Oktober 2008.
7.
7.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinn gutzuheissen, dass der
Einspracheentscheid vom 24. Juni 2009 dahingehend abzuändern ist, als der
versicherte Verdienst, welcher Basis für die Berechnung der Hinterlassenenrente bildet,
Fr. 30'620.70 beträgt. Auf dieser Basis hat die Beschwerdegegnerin die
Hinterlassenen- bzw. Komplementärrente, die der Beschwerdeführerin zusteht, neu zu
berechnen und zu verfügen, wozu die Streitsache an die Beschwerdegegnerin
zurückgewiesen wird.
7.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
7.3 Hingegen hat die Beschwerdeführerin bei diesem Verfahrensausgang Anspruch auf
eine Parteientschädigung. In der Verwaltungsrechtspflege wird das Honorar vom
Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und
nach der Schwierigkeit des Prozesses sowie in Berücksichtigung von Art und Umfang
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der Bemühungen und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten pauschal
festgesetzt, wobei der Rahmen vor Versicherungsgericht in der Regel Fr. 1'000.-- bis
Fr. 12'000.-- beträgt (Art. 61 lit. g ATSG; Art. 19 und Art. 22 Abs. 1 lit. b der
Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten [HonO; sGS 963.75]).
Vorliegend ist kein Grund zu erkennen, weshalb von der Pauschalentschädigung
abgewichen werden sollte. Angesichts der Tatsache, dass der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin in der Replik Aufwendungen von Fr. 3'000.-- exklusive
Mehrwertsteuer geltend machte (act. G 11), erweist sich vorliegend ein gegenüber dem
mittleren, vom Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen üblicherweise für
Streitigkeiten im Bereich der Unfallversicherung zugesprochenen Honorar von Fr.
4'000.-- reduzierter Betrag von Fr. 3'300.--, welcher sich praxisgemäss inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer versteht, auf jeden Fall als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG