Decision ID: fab2c57e-7ac9-4718-9dd2-e433241ef7a2
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1970 geborene
X._
arbeitete ab
dem
2.
Oktober
2006
als Betriebsmitarbeiter
bei der
Y._
AG, und war
damit bei der Suva
obligatorisch gegen die Folgen
von
Unfällen versichert, als sich a
m
4.
Okto
ber
2013 das Schneidegerät beim Zerkleinern von grossen Papierrollen
ver
kantete und
ab
rutschte, wobei
sich der
Versicherte schwere
Schnittver
let
zung
en
am linken
Obers
chenkel zu
zog
(Unfallmeldung vom
7.
Oktober 2013;
Urk.
14/1
und Urk. 14/11
)
.
Bei der
Diagnose einer tiefen Schnittwunde
des linken
laterodorsale
n
Ober
schenkels
mit teilweiser Durchtrennu
ng des
N
ervus
ischiadicus
(85
%
), kom
plett
er Durchtrennung des
N
ervus
peron
e
us
co
mmunis
und Durchtrennung des
Musculus
vastus
lateralis
sowie des
Musculus
biceps
femoris
wurde der Ver
sicherte noch am selben Tag operiert
(
Urk.
14/16
).
V
om
1
2.
Oktober 2013 bis 1
4.
Januar
2014
wurde
er
in der Rehaklin
i
k
Z._
betreut
(vgl.
Urk.
14/24)
.
Nach mehreren
elektrodiagnostische
n
Untersuchung
en
(
vgl.
Urk.
14/52
,
Urk.
14/102
und
Urk.
14/140
)
wurde der Versicherte vom
Kreisarzt Prof.
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH,
unter
sucht
, wobei sich dieser
zum Zumutbarkeitsprofil und zur Höhe des
Integri
täts
scha
dens
äusserte
(
Urk.
14/145-146)
.
Mit
Verfügung vom
3.
März
2016
(
Urk.
14/172
)
sprach die Suva
dem Versicherten
mit Wirkung ab 1. März 2016
eine Invali
denrente auf der Basis einer Er
werbsunfähigkeit von 22
%
sowie eine Integr
i
tätsentschädigung
bei einer Einbusse von 15
%
zu.
Hiergegen erhob der
Versicherte am
1
5.
März
2016
beziehungsweise 2
3.
Juni
2016
Einsprache
(
Urk.
14/179 und
Urk.
14/195).
Mit Entscheid vom 7. Oktober 2016
wies die Suva
die Einsprache
ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 1
4.
November 2016 (
Urk.
1) Beschwerde und beantragte, es sei der
Einspracheentscheid
vom
7.
Oktober 2016 aufzuheben und es sei
ihm eine Invalidenrente mit einem Invaliditätsgrad
von mindestens 44
%
zu gewähren,
eine Integritätsentschädigung mit einem
Integritätsent
schädi
gungs
g
rad
von
mindestens 25
%
auszurichten
und
die gesetzlichen Leistungen nach Zusprechung der Rente zu gewähren (Schmerzmittel, Arztkonsultationen und prothetische Versorgung). Even
tu
aliter
sei ein polydisziplinäres G
utachten (Neurologie, Ortho
pädie und Psychiatrie mit Evalu
ation der funktionalen Leis
tungs
fähigkeit [EFL]
)
nach
Art.
44 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) zu veranlassen und ihm anschlies
se
nd
die gesetzlichen Leistungen (Invalidenrente, Integritätsentschädigung [IE],
Schmerz
medikation
, Arztkonsultationen und prothetische Versorgung
)
auszu
ric
h
ten (S. 2).
Mit Schreiben vom 2
0.
Dezember 2016 (
Urk.
8) legte der Be
schwer
deführer weitere Unterlagen (
Urk.
9/1-2) ins Recht. Mit Eingabe vom 2
5.
April
2017 (
Urk.
17)
legte
der Beschwerdeführer einen weiteren medizinischen Bericht (
Urk.
18)
auf,
welcher
der Beschwerdegegnerin
a
m 2
7.
April 2017 (
Urk.
19) zu
ge
stellt wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
4.
Oktober 2013
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1
UVG
). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und
allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abge
schlos
sen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die
Tag
geldleistungen
dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.3
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbsein
kom
m
en
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt
nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indi
zien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf
BGE 125 V 351 E. 3b/
bb
/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung ko
mmt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger
Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gut
achtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge An
for
derungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuver
lässig
keit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2; BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_348/2016 vom 9. Dezem
ber 2016 E. 2.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Entscheid mit der kreisärztlichen Be
ur
teilung, wonach dem Beschwerdeführer
leichte körperliche Tätigkeiten ganz
tags, überwiegend
sitzend
, im freien Wechsel zwischen Stehen und Gehen zu
mutbar
seien
.
Weiter führte sie aus, dass
unbestrittenermassen ein Endzustand vor
liege
.
Ausgehend vom medizinischen Zumutbarkeitsprofil und gestützt auf fünf do
kumentierte Arbeitsplätze (DAP)
ermittelte sie eine Erwerbseinbusse von
22
%
.
Sodann bejahte sie eine Integritätsentschädigung basierend auf einer
Inte
gritätseinbusse
von 15 %, da beim Beschwerdeführer eine Teilparese
des
Nervus
peroneus
sowie des
Tibialis
beziehungsweise eine Schwäche de
r Fuss- und Zehenheber vorliege (
Urk.
2 S. 7 ff. und S. 11).
Im Gerichtsverfahren st
ell
te sie sich unter anderem nochmals auf den Stand
punkt, dass die kreisärztliche Zumutbarkeitsbeurteilung in Kenntnis der Heilung und Medikamente vorgenommen und gestützt darauf der Invaliditätsgrad
basie
rend auf den fünf DAP
s errechnet worden sei.
Zudem stellte sie klar, dass mit der Berentung der Anspruch auf Heilbehandlung und Hilfsmittel grundsätzlich dahinfalle. Da der Kreisarzt jedoch die erforderlichen Schmerzmittel und drei bis vier Arztkonsultationen pro Jahr explizit als zu ihren Lasten bezeichnet habe, sei klar, dass der Beschwerdeführer weiterhin Anspruch auf diese Schmerz
mit
tel, Ar
ztkonsultationen und allfälliger
prothetischen Versorgungen habe (
Urk.
13
S.
7
f.).
2.2
Demgegenüber
machte
der Beschwerdeführer zusammengefasst
geltend
(Urk. 1),
die Vor
aussetzungen einer verlässlichen
me
dizinischen
Entscheidgrundlage
seien
vorliegend klar nicht erfüllt,
weil keine umfassende neurologische
Abschluss
untersuchung
vorliege. A
uf die
kreisärztliche
Abschlussuntersuchung könne da
her
nicht abgestellt werden (S. 6 f.
und S. 11 f.
).
Ausserdem bemängelte er so
wohl die von der
Beschwerde
gegnerin
vorgenommene
n
Berechnung
en des
Va
li
deneinkommens
und der Integritätsentschädigung als auch
die beigezogenen DAP-Profile
(S. 5, S. 7 ff. und S. 15 f.).
2.3
Zu prüfen ist demnach
,
ob
die Berechnung der
Invalidenrente
sowie
die Höhe
der Integritätsentschädigung beziehungsweise Integritätseinbusse von
1
5 % korrekt
sind
.
3.
3.1
3.
1.
1
Die Ärzte
vo
m
B._
gaben i
n ihrem Operationsbericht vom
7.
Oktober 2013 (
Urk.
14/16)
- der Beschwerdeführer wurde am
4.
Oktober 2013 operiert
(
Wundexploration und Wundversorgung mit
faszikeltopographie
-gerechter
epineuraler
Koaptation
des
Nervus
ischiadicus
und
Nervus
peronaeus
communis
sowie Muskeladaptation des
Musculus
vastus
lateralis
und des
Musculus
biceps
femoris
)
-
als Diagnose eine tiefe Schnittwunde
laterodorsaler
Oberschenkel links mit teilweiser Durchtrennung des
Nervus
ischiadicus
(85
%
), kompletter
Durchtrennung des
Nervus
peron
eus
communis
und des
Musculus
vastus
lateralis
sowie des
Musculus
biceps
femoris
an
(S. 1).
3.1.2
Im
Austrittsbericht vom 1
4.
Oktober 2013 (
Urk.
14/11)
betreffend
Hospitali
sa
tion
vom
4.
bis 1
2.
Oktober 2013
führten die Ärzte
des
B._
aus, es habe ein komplikationsloser
perioperativer
Verlauf stattgefunden
.
Am ersten postopera
tiven Tag sei ein Oberschenkeltutor mit 60° Flexion im Kniegelenk angepasst worden. Danach sei eine Anpassung einer Heidelberg-Schiene erfolgt. Die ein
liegende
R
e
dondrainage
habe am
8.
Oktober 2013 gezogen werden können und sie hätten den Beschwerdeführer mit
blanden
Wundverhältnissen und in gutem Allgemeinzustand in die Rehabilitationsbehandlung nach
Z._
entlassen können.
3.2
Die Ärzte der Rehaklinik
Z._
, wo
sich
der Beschwerdeführer vom
1
2.
Okt
o
ber
2013 bis 1
4.
Januar
2014
zur stationären
Rehabilitation auf
ge
h
a
l
t
en
hatte
, führten in ihrem Austrittsbericht vom 1
4.
Januar 2014 (
Urk.
14/24) aus,
b
eim Austritt
habe im linken Bein
ein ordentliches Befinden
ohne
Schmerzen bestanden.
Der Beschwerdeführer habe sich in gutem
Allgemeinzustand
befun
den
,
habe
aber
melancholisch und ängstlich
gewirkt. Er
sei
selbständig an Un
t
erarmstöcken
gehfähig
gewesen
. D
i
e
Sensibilität im
Oberschenkel sei intakt. Am Unterschenkel
bestehe eine
zunehmende Hyposensibilität
distalwärts
, wobei die Sensibilität medial besser als lateral sei. Der Fuss zeige keine Sensibilität ausser am medialen
Fussrand
(S. 6).
3.
3
3.3.1
Dr.
med.
C._
,
Facharzt FMH Neurologie,
Oberarzt
am
B._
,
Klinik für Plas
tische Chirurgie und Handchirurgie,
führte in seinem Verlaufsbericht vom 1
0.
Mär
z
2015 (
Urk.
14/120) aus, obschon sich klinisch zur Voruntersuchung vom Oktober 2014 ein
e leichte Besserung der Befunde (
Verbesserung der
Fuss
heber
und
Fussstrecker
)
ergeben habe, seien diese Befunde für den Beschwer
deführer nicht relevant. Im Vordergrund stünden weiterhin die belastungs- und druckabhängigen, distalen Oberschenkelschmerzen neuropathischer Art, die sich auch im weiteren Verlauf nicht weiter verbessern würden. Zur Verbesserung
L
etzter
er
habe er
die Dosierung des
Lyrica
etwas gesteigert. Er
beziffer
te die Arbeitsfähigkeit für sämtliche Arbeiten
mit
0
%
. Solange es nicht zu einer
Besserung der Nervenschmerzen, vor allem der belastungsabhängigen und
druck
abhängigen
Komponente
,
komme, sei ein Wiedererlangen der
Arbeits
fähig
keit
nicht realistisch (S. 2).
3.
3.2
Im
Bericht vom 2
2.
September 2015 (
Urk.
14/140)
führte
d
er
nämliche Arzt
unter
dem Titel „
Zwischenanamnese seit dem 1
0.
März 2015
”
aus
, im Alltag sei der Beschwerdeführer dadurch eingeschränkt, dass der linke Fuss eine Spitzfuss-Stellung eingenommen habe. Im Bereich des linken Unterschenkels und Fusses
bestehe eine deutliche Fühlminderung (
entferntes, sehr taubes Gefühl
)
.
Es be
stün
den b
elastungsabhängige, neuropathische Schmerzen i
m
Ischiadicus-Ver
sor
gungsgebiet
. Von den Medikamenten (
Seralin
und
Lyrica
) werde
d
er
Be
schwer
deführer
müde. Er nehme letzteres, das ordentlich auf die Schmerzen wirke, nur noch bei Bedarf
(S. 1).
Weiter schilderte
Dr.
C._
, bei Status nach
Arbeitsve
rletzung mit
Fräsen
trauma
des
Nervus
isc
hiadicus
links am distalen Oberschenke
l
sei
es seit der letzten neurologischen Untersuchung vor
sechs
Monaten
,
aktuell knapp
zwei
Jahre posttraumatisch
,
nicht mehr zu einer rele
vanten Besserung der Befunde ge
kommen. Die senso
motorischen
Ischiadicus
-Ausfälle
seien weiterhin schwer. Im Vordergrund
st
ünden
die belastungsabhängigen neuropathischen Schmerzen im
Ischiadicus
-Versorgungsgebiet, vor allem
peroneal
Suralis
und
Planta
pedis
(
Tibialis
:
Plantaris
medialis
und
lateralis
). Sekundär
sei
es nicht nur zu einer Achilles-Sehnenverkürzung
-
wahrscheinlich resulti
erend durch eine
Beinver
kürzung
-
sondern auch zu einer chronischen Fehlb
elastung mit
Ü
berlas
tungs
schmerzen
des
rechte
n
Kn
ie und
lumbovertebral
gekommen.
Aus neurologischer Sicht
könne
davon ausgegangen werden, dass der aktuelle Zustand eine
m Endzustand betreffend
Nervus
ischiadicus
entspr
eche.
Eine wei
tere Verbesserung
könne bei der kli
nischen Stagnation in d
en letzten sechs
Monaten und den absolut unveränderten elektrodiagnostischen Befunden nicht mehr erwartet werden. Ein realistisches Ziel
sei eine Verbesse
rung der
Geh
fähigkeit
durch orthopädische Massnahmen. Ob durch schmerztherapeutische, auch
interventionelle
Massnahmen eine relevante Verbesserung der Schmerzen erreicht
werde
,
werde
auf die Arbeitsfähigkeit im Rahme
n einer körperlichen Arbeit beim Beschwerdeführer
keinen wesentlichen Einfluss mehr nehmen.
Aus diesem Grund empfehle
er
ak
tuell zwei
Jahre posttrau
matisch mit Erreichen des Endzus
tandes eine Berentung. Eine Umschulung erachte
er
bei
den persistie
ren
den neuropathischen Schmer
z
en als wenig erfolgversprechend
(S. 2)
.
3.4
3.
4
.1
Kreisarzt Prof.
Dr.
A._
gab am 1
3.
Oktober
2015
(
Urk.
14/145)
folgende Beur
tei
lung
über seine Untersuchung vom
8.
Oktober 2015
ab:
Gemäss Beschwer
deführer träten di
e Schmerzen am linken Oberschenkel, linken Unterschenkel und linken
Fuss
, vorwiegend an der Aussenseite
,
auf.
Der Beschwerdeführer
habe das Gefühl, als ob das Bein links verkürzt
sei
(S. 2)
.
Bei der Untersuchung zeig
e
sich eine Atrophie der linken Oberschenke
l
- und Unterschenk
elmuskulatur im Seitenvergleich.
Hüftbeuger,
Hüftab
- und
addukto
ren
sowie Kniestrecker links M4-M5, Kniebeuger links maximale Kraft M4-M5, Fussheber links M2,
Plantarflexion
M3, Hüft- und Kniegelenke
seien aktiv und passiv beider
se
its frei beweglich. L
inksseitig
bestehe eine
E
inschränkung der
Dor
salflexion
.
Nach Ke
nntnis der medizinischen Befund
berichte des
B._
hätten
sic
h die Funktionseinschränkungen i
m Vergleich zur heutigen
Untersuchung nich
t mehr wesent
lich verändert, sodass
,
wie
bereits von
Dr.
C._
am 2
2.
Septem
ber
2015 festgestellt
worden sei
, der medizin
isch
e Endzustand er
reicht
sei
.
Dem
Beschwerdeführer seien
leichte körperliche Tätigkeiten ganztags überwiegend
sitzend
, im freien Wechsel zwischen Steh
en und Gehen zumutbar.
Abschliessend hielt der Kreisarzt fest, dass d
ie erforderlichen Schmerzmittel so
wie
drei bis vier
Arztkonsultationen pro Jahr
und eine
prothetische Versor
gung zur S
tabilisierung des linken Beines zulasten der Beschwerdegegnerin gehen würden (S. 4).
3.
4
.2
In seiner Beurteilung des Integritätsschadens vom selben Datum (Urk. 1
4
/
146
) führte der Kreisarzt aus
, massgebend für die Einschätzung des
Integritäts
scha
dens
sei im konkreten Fall die Feinrastertabelle 2 UVG. Die Tabelle gebe für eine
Ischiadicuslähmung
die
Integritätsentschädigung mit 30
%, für eine
Tibia
lis
lähmung
die Integritätsentschädigung mit 20
%
und für eine
Peroneusläh
mung
die Integritätsentschädigung mit 10
%
an.
Im konkreten Fall liege vorwiegend e
ine Teilparese des
Nervus
peron
eus
sowie des
Tibialis
vor, die hinsichtlich ihrer festgestellten funktionellen Einschränkungen mit einer
Inte
gritäts
entschädigung
von 15
%
ausreichend bewertet erscheine.
4.
4.1
Der Bericht von Prof. Dr.
A._
betreffend Restarbeitsfähigkeit entspricht den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert eines ärztlichen Berichtes. So ist er für die streitigen Belange umfassend, äussert er sich doch über die ver
bleibenden gesundheitlichen Einschränkungen sowie die noch zumutbare
Rest
ar
beitsfähigkeit
. Der Bericht beruht sodann auf einer persönlichen Untersu
chung
des Beschwerdeführers, wobei die geklagten Beschwerden detailliert berück
sich
tigt wurden. Die Beurteilung basiert sodann in wesentlichen Teilen auf den
Vorakten
, namentlich den Resultaten verschiedener elektrodiagnostischer Unter
suchungen sowie den Einschätzungen des behandelnden Neurologen. Der Be
richt leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen sind
begründet. In diesem Sinne ist nachvollziehbar, dass dem Beschwerdeführer, welcher als Restfolgen des Unfalls an einer Atrophie der linken Ober- und Unterschenkelmuskulatur (bei im Wesentlichen intakter Beweglichkeit) sowie Schmerzen an Ober-, Unterschenkel und Fuss leidet (E. 3.4.1), nur noch körper
lich leichte Tätigkeiten zumutbar sind, diese jedoch ganztägig, soweit sie überwiegend im Sitzen ausgeführt werden können und die Möglichkeit zum freien Wechsel zwischen Stehen und Gehen besteht.
4.2
Diese Einschätzung basiert unter anderem auf den Angaben des behandelnden Neurologen Dr.
C._
vom
B._
, welcher zuletzt am 22. September 2015 (E.
3.3.2) eine weitere Verbesserung der Situation (zwei Jahre nach dem Unfall) nicht mehr erwartete. Dr.
C._
befand - bei Spitzfussstellung, Fühlminderung im Unterschenkel und Fuss (jeweils links) sowie belastungsabhängigen neuro
pathischen Schmerzen im
Ischiadicus
-Versorgungsgebiet - eine Arbeitsfähigkeit im Rahmen körperlicher Arbeit als nicht beeinflussbar durch eine allfällige Verbesserung der Schmerzsituation. Hieraus ist zu schliessen, dass auch Dr.
C._
eine körperlich schwere Tätigkeit als nicht mehr zumutbar erachtete. Sein Hinweis, dass er eine Umschulung als wenig erfolgsversprechend erachte, ist jedenfalls nicht in dem Sinne zu verstehen, dass eine Arbeitsfähigkeit auch in leichter Tätigkeit nicht gegeben ist.
4.3
4.3.1
Auch den weiteren - namentlich den vom Beschwerdeführer pendente
lite
auf
gelegten - medizinischen Berichten ist nichts Abweichendes zu entnehmen. Zum
MRT-Befund der Lendenwirbelsäule und des
Iliosakralgelenkes
vom 7. April 2017 (Urk. 18) machte nicht einmal der diesen auflegende Beschwerdeführer geltend, dass eine Kausalität zum Unfallgeschehen besteht. Solches ist denn auch nicht ersichtlich.
4.3.2
Zum Bericht von med.
pract
.
D._
(in Vertretung von PD Dr. med.
E._
, Facharzt FMH Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie) und
lic
. phil.
F._
, Psychotherapeut ASP, vom 1. Dezember 2016 (Urk. 9/1), welche die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung mit Gefahr einer
Chronifi
zierung
sowie eine schwere
rekurrente
Depression diagnostizierten, ergibt sich, dass psychische Beschwerden nach dem Unfall bis zum Erlass des
Einspra
che
entscheides
lediglich am Rande thematisiert worden waren. Wohl verwiesen die Ärzte der Rehaklinik
Z._
in ihrem Austrittsbericht auf eine Ängstlichkeit und zunehmende depressive Stimmung während der
Hospitalisation
(Urk. 14/24 S. 1), doch war die Symptomatik offenkundig nicht derart, dass sie Eingang in die Diagnoseliste gefunden hätte. Auch eine Vorstellung bei Dr. med.
G._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ergab wohl die Diagnose einer
Anpas
sungs
störung
mit Angst und depressiver Reaktion gemischt, er schloss indes nicht auf eine Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen, sondern empfahl im Gegenteil die baldige Aufnahme einer behinderungsangepassten leichten Tätigkeit. Auch med.
pract
.
D._
und
lic
. phil.
F._
attestierten keine Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen.
Anzufügen bleibt, dass den die Arbeitsfähigkeit einschränkenden psychischen Ent
wicklungen nach dem Unfall - wobei die Diagnose einer posttraumatische Belastungsstörung nicht begründet wurde - ohnehin die Adäquanz abzu
spre
chen wäre (vgl. zu den Voraussetzungen BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
), war doch der
Unfall nicht von besonders dramatischen Umständen begleitet; waren die erlit
te
nen Verletzungen wohl erheblich, aber erfahrungsgemäss nicht geeignet, eine
psychische Fehlentwicklung
auszulösen; lag keine
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Be
handlung vor; litt der Beschwerdeführer vor allem bei Belas
tungen an Schmerzen, in Ruhe dagegen nur mässig (Termine für eine
schmerz
bezogene
physiotherapeutische Standortbestimmung nahm der Beschwerdefüh
rer mehrfach nicht wahr [Urk. 14/135 S. 2]); lag keine
ärztliche Fehlbehandlung
vor; zeigten sich im Rahmen des
Heilungsverlauf
keine erhebliche Kompli
ka
tionen (abgesehen vom unbefriedigenden Endzustand); zeigte sich indes eine länger dauernde physisch bedingte Arbeitsunfähigkeit, welche sich allerdings vorweg auf die angestammte schwere Tätigkeit bezog.
4.4
4.4.1
Zur Kritik des Beschwerdeführers, dass die kreisärztliche Einschätzung durch einen Orthopäden/
Traumatologen
und nicht durch einen Neurologen erfolgt
sei
(Urk. 1 S. 9 f.), ist festzuhalten, dass sich Prof. Dr.
A._
auf die umfassenden neurologischen Abklärungen im
B._
stützte und seine diesbezüglichen Fest
stellungen im Einklang mit den Angaben des behandelnden Neurologen stehen. Nachdem dieser keine weitere Entwicklung mehr gesehen und die verbleibenden Einschränkungen detailliert beschrieben hatte, war der
Beizug
eines Neurologen nicht zwingend. Prof. Dr.
A._
verfügt als orthopädischer Ch
iru
rg
und
Trauma
tologe
über die notwendigen Fachkenntnisse zur Interpretation der neurolo
gi
schen Ergebnisse, zumal sowohl als Chir
urg
wie auch
als
Traumatologe
auch neurologische Problemstellungen zu bewältigen sind. Der Beschwerdeführer legte denn auch keinen neurologischen Bericht auf, aus dem geschlossen werden könnte, dass eine ideal angepasste Tätigkeit, welche gerade auf seine Einschränkungen Rücksicht nimmt, nicht vollzeitlich zumutbar wäre. Damit hat es mit den getroffenen Feststellungen sein Bewenden.
4.4.2
Was die vom Beschwerdeführer thematisierten möglichen Einschränkungen auf
grund der eingenommenen Medikation betrifft (Urk. 1 S. 13 ff.) ist festzuhalten,
dass Prof. Dr.
A._
die Medikation bekannt war (Urk. 14/145 S. 2 unten) und er hieraus keine weitere qualitative Einschränkungen ableitete. Auch die übrigen Ärzte äusserten sich nicht einen solchen Sinn.
4.5
Zusammenfassend ist der Sachverhalt als in dem Sinne erstellt zu erachten, dass dem Beschwerdeführer körperlich schwere Tätigkeiten nicht mehr zumutbar sind und in einer überwiegend im Sitzen auszuübenden leichten Tätigkeit mit Möglichkeit des freien Wechsels der Position (Stehen, Gehen) eine vollum
fäng
liche Arbeitsfähigkeit besteht.
5.
5
.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die verbliebenen Unfallfolgen in erwerblicher Hin
sicht auswirken.
5
.2
5
.2.1
Der Beschwerdeführer stellte sich auf den Standpunkt, die Verfügung vom
3.
März 2016 und somit auch der
Einspracheentscheid
vom
7.
Oktober 2016 seien fehlerhaft, da die Beschwerdegegnerin einen Invaliditätsgrad sowie eine Rentenhöhe festgehalten habe, welche sich rein mathematisch nicht mit dem
versicherten Jahresverdienst von
Fr.
83‘486.-- (wohl
Fr.
83‘468.--, vgl.
Urk.
14/172
S. 1) in Einklang bringen
liessen
(
Urk.
1 S. 5).
5
.2.2
F
ür
die Rentenberechnung
ist
für das
Valideneinkommen
der Verdienst
mass
geb
lich
, welcher
die versicherte Person
im Jahr vor dem Unfall bezogen hat (
Art. 20 Abs. 1 UVG und Art. 22 Abs. 4 UVV
)
,
was
vorliegend
dem Betrag von
Fr.
83‘468.--
entspricht
(
Urk.
14/171). Dieser Betrag ist jedoch nicht dem
Vali
deneinkommen
gleichzusetzen. Bei dessen Ermittlung ist entscheidend,
was die versi
cherte Person im
massgeblichen
Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der re
alen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es em
pirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesund
heitsschaden
fort
gesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegen
der Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen).
Die (ehemalige) der Arbeitgeberin bezifferte am 12. November 2015 (Urk. 14/154
S. 1 f.) den Lohn des Beschwerdeführers mit Fr. 82‘420.-- (2013) unter dem Hinweis, dass (bei intakter Gesundheit und weiterem Verbleib) keine
Lohnan
passung
erfolgt wäre, wie bei allen Mitarbeitern. Am 21.
Dezember
2015 (Urk.
14/167) ergänzte sie, dass Überzeit nicht mehr finanziell abgegolten werde
(sondern durch Kompensation) und keine Bonuszahlungen vorgenommen würden
. Der mutmassliche Lohn im Jahr 2016 wäre unverändert.
Das
Valideneinkommen
beträgt damit Fr. 82‘420.--.
5
.3
5
.3.1
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Er
werbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhält
nisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Ar
beitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jeden
falls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Recht
sprechung entweder Tabellenlöhne
gemäss
den vom Bundesamt für Sta
tistik
periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die DAP-Zahlen
herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 4.2.1 mit Hinweisen).
Die DAP ist eine Sammlung von Beschreibungen in der Schweiz tatsächlich existierender Arbeitsplätze. Damit unterscheidet sie sich von der tabellari
schen Darstellung von Durchschnittslöhnen, die im Rahmen der Schweizeri
schen
Lohn
strukturerhebung
(LSE) vom Bundesamt für Statistik
regelmässig
erhoben werden. Neben allgemeinen Angaben und Verdienstmöglichkeiten werden in der DAP die physischen Anforderungen an die Stelleninhaber oder Stellenin
haberinnen festgehalten. Der Raster der körperlichen
Anforderungs
kriterien
basiert auf dem internationalen medizinischen Standard EFL nach Isernhagen (ergonomische Funktions- und Leistungsprüfung). Die Suva ent
schloss sich 1995 zum Aufbau der DAP mit dem Zweck, das
Invalidenein
kommen
entspre
chend den gerichtlichen Anforderungen so konkret wie möglich ermit
teln zu können (BGE 139 V 592 E. 6.1 mit Hinweisen).
Bei Heranziehen der DAP hat sich die Ermittlung des Invalideneinkommens auf mindestens fünf zumutbare Arbeitsplätze zu stützen. Zusätzlich sind An
gaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behin
derung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils ver
wendeten
Be
hinderungsprofil
entsprechenden Gruppe. Damit soll die Über
prüfung des
Aus
wahl
ermessens
ermöglicht werden, und zwar in dem Sinne, dass die Kennt
nis der Gesamtzahl der dem verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Arbeits
plätze sowie des Höchst-, Tiefst- und
Durchschnitts
lohnes
im Bereich des Suchergebnisses eine zuverlässige Beurteilung der von der Suva verwendeten DAP-Löhne hinsichtlich ihrer Repräsentativität er
laubt. Das rechtliche Gehör ist dadurch zu wahren, dass
die
Suva die für die Invaliditätsbemessung im kon
kreten Fall herangezogenen DAP-Profile mit den erwähnten zusätzlichen Anga
ben auflegt und die versicherte Person Ge
legenheit hat, sich dazu zu
äussern
. Allfällige Einwendungen der versicherten Person bezüglich des
Auswahlermes
sens
und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall sind grundsätzlich im
Einspracheverfahren
zu erheben, damit sich die Suva im
Einspracheent
scheid
damit auseinandersetzen kann. Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des ange
rufenen Gerichts, die
Rechts
konformität
der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen,
gegebenenfalls die Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des
DAP-Lohnver
gleichs
einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE vorzunehmen (BGE 139 V 592 E. 6.3, 129 V 472 E. 4.7.2).
5
.3.2
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens stützte sich die Beschwerdegegnerin auf ihre Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) und wies die Stellen auf
grund von fünf DAP-Arbeitsplätzen nach (DAP-Nr.
737920
[
Ange
stellter
;
Heiz
teilmontage
],
12895360
[
Hilfsarbeiter
;
Schleifer
],
11305
[
Montage
arbeiter
;
Mon
ta
ge
],
8321 [Produktionsmitarbeiter;
Produktionsmitarbeiter
] und
4251
[
Metall
be
arbeiter
;
Metallbearbeiter
], Urk.
14
/
169
).
Die Zumutbarkeit dieser Tätigkeiten aus körperlicher Sicht ist erstellt und wurde vom Beschwerdeführer nicht be
stritten
.
5
.3.3
Der Beschwerdeführer bestritt die Zumutbarkeit dieser Stellen, da
die Tätig
keiten allesamt Konzentration und/oder gute Sicht voraussetzten, was ihm vor dem Hintergrund, dass er im Verlaufe eines Arbeitstages unter medikamentösen Nebenwirkungen des
Pregabalins
(Handelsname
Lyrica
)
leiden könnte,
nicht mög
lich sei
.
Es müssten daher einfachere Tätigkeiten mit geringerem
Anforde
rungsprofil
und tieferem Lohnniveau für die Invaliditätsbemessung herange
zogen
werden.
In diesem Zusammenhang v
erwies
er
auf
die DAP Nr. 11270 (Hilfsarbeiter; Verpacker und Rüster), 9611 (Hilfsarbeiter; Sohlenmontage) und 386779
(Hilfsarbeiter; Produktion;
Urk.
1 S. 15
f.
).
Dass der Beschwerdeführer tatsächlich unter Nebenwirkungen der Medikation leidet, ist nicht erstellt. Solches macht er denn nicht einmal selber geltend. Der pauschale Hinweis, dass eine Einschränkung gegeben sein könnte, vermag das vom Kreisarzt in Kenntnis der Medikation definierte Zumutbarkeitsprofil jeden
falls nicht in Frage zu stellen.
5.3.4
Bei den
verwendeten
DAP-Arbeitsplätzen handelt es sich um Tätigkeiten, welche
alle dem
Beschwerdeführer
aufgrund seines Gesundheitszustandes, seiner Aus
bildung und seines Alters noch möglich sind.
Die vorgeschlagenen Tätigkeiten sind deshalb allesamt zumutbar. Gemäss Rechtsprechung setzt das Abstellen auf DAP-Lohnangaben sodann voraus, dass
die rechtlichen Vorgaben dafür auf
grund der DAP-Datenbank eingehalten worden sind (Urteil des Bundes
gerichts 8C_790/2009 vom 2
7.
Juli 2010 E. 4.2). Die fünf konkret
herangezo
genen DAP sind gestützt auf das Behinderungsprofil erstellt worden (vgl. E.
4.1
hievor
); auch
die übrigen bundesgerichtlichen Kriterien sind erfüllt. So
fin
den
sich (vgl. hierzu Urk. 1
4
/
169 S.
1) Angaben über die Gesamtzahl der in Frage kommenden Arbeitsplätze (1
89
), die jeweiligen Höchst- und
Tiefstlöhne
(so beispielsweise Fr.
54
‘
600.
-- als
Heizteilmonteur
bis Fr. 6
6‘963
.-- als
Metallbearbeiter
) und den Durchschnittslohn der entsprechenden Gruppe (Fr. 63‘134.--). Es kann somit auf die DAP-Zahlen abgestellt werden, weshalb sich ein Invalideneinkommen von Fr. 6
4
‘
172
.
--
ergibt
(Fr. 63‘853.20 + Nominallohnentwicklung von 0.5 % [richtig: 0.6 %] per 2016, Urk. 14/169 S. 1; Nominallohnindex Männer 2011-2016, Bundesamt für Statistik, Tabelle T1.1.10).
5
.4
Bei einem
Valideneinkommen
von Fr.
82‘420
.--
(vgl. E. 5.2.2
hievor
)
und dem Invalideneinkommen von Fr. 6
4‘172
.-- r
esultiert eine
Er
werbseinbusse
von 22
.14
%
.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich demgemäss als rechtens, was diesbezüglich zur Abweisung der Beschwerde führt.
6
.
6
.1
Der Beschwerdeführer verlangte sodann
die Ausrichtung einer
Integritäts
ent
schädigung
von
mindestens 25
% (Urk. 1 S.
2 und S. 8
).
6
.2
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der
Integritäts
entschädigung
. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Ge
brauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein
Integritätsscha
den
als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des gan
zen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperli
che oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfäl
lig oder stark beeinträchtigt
wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges 3.
6
.3
F
ür die Bestimmung des Integritätsschadens
kann
auf
die Einschätzung des
Kreis
arztes Prof. Dr.
A._
ab
gestellt werden
(vgl. E. 3.4.2
hievor
)
.
Er
g
ab seine Stellungnahme in Kenntnis sämtlicher
Vorakten
ab und begründete seine Schluss
folgerungen nachvollziehbar und schlüssig. So stützte er sich für seine Beurteilung korrekterweise auf die
Ta
belle
2
(Integritätsschaden bei
Funktions
störungen an den unteren Extremitäten), wonach für eine
Ischiadicuslähmung
die Integritätsentschädigung von 30 %, für eine
Tib
ialislähmung
eine solche von 20
% und für eine
Peroneuslähmung
eine Integritätsentschä
digung von 10
%
angegeben wurde.
Unbestreitbar hat der Kreisarzt im Befund die erlittenen Verletzungen aufgeführt und bei der Begründung für die Höhe des
Integri
täts
schadens
explizit betont, dass im konkreten Fall vorwiegend eine Teilparese des
Nervus
peroneus
sowie des
Nervus
tibialis
vorliege und er bezüglich ihrer fest
gestellten funktionellen Einschränkungen die geschuldete Entschädigung mit 15
%
einschätze (E. 3.4.2).
E
ine dem Kreisarzt widersprechende ärztliche Beurteilung der
Integri
tätsein
busse
liegt nicht vor und
Derartiges
wurde
vom Beschwerdeführer
auch nicht
geltend ge
macht. Es besteht
demnach
kein Anlass, die kreisärztliche B
eurteilung
in Frage zu stellen.
Die bestehende Teilparese des
Nervus
peroneus
sowie des
Nervus
t
ibialis
beziehungsweise die Schwäche der Fuss- und Zehenheber wurden
vom Kreisarzt im Vergleich zu den in der Tabelle aufgezählten Verletzungen nach
vollziehbar mit 15
%
geschätzt.
Bei noch erhaltenem
Ischiadicusnerv
besteht für die
Zusprache
einer Integritätsentschädigung entsprechend der ursprünglichen Verletzung (Durchtrennung von 85 %) kein Raum (vgl. hierzu das entspre
chende Vorbringen des Beschwerdeführers, Urk. 1 S. 7 f.). Die Funktions
fähig
keit des verletzten linken Beines ist grundsätzlich erhalten und die Beschwerden bestehen hauptsächlich in der Teilparese des
Nervus
peroneus
sowie
tibialis
; auch hier besteht indes keine vollständige Behinderung.
Die Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 15 % erfolgte daher zu Recht, womit sich die Beschwerde auch in Bezug auf die Integritätsentschädigung als unbegründet erweist und abzuweisen ist.
7.
Soweit sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt stellte, die
Beschwerde
gegnerin
habe es unterlassen, nach der
Rentenzusprache
weiterhin für die Heil
behandlung und Hilfsmittel (erforderliche Schmerzmittel sowie drei bis vier
Arzt
konsultationen
pro Jahr) aufzukommen (Urk.
1 S.
16 ff.), ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin die damit zusammenhängenden Kosten nach wie
vor übernimmt (vgl. Urk. 13 S. 8)
. Bei fehlendem Rechtsschutzinteresse ist
auf das diesbezügliche Rechtsbegehren nicht einzutreten.