Decision ID: 5681eec8-3ff2-4d56-87de-2e9de3cb93b4
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958, meldete sich am 18. März 2004
unter Hinweis auf
Rücken- und Knie
beschwerden
sowie
eine
depressive
Verstimmung bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
2/10/
1). Die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm mit Verfügung vom 26. Oktober 2004 bei einem Invaliditätsgrad von 65 % eine
Dreiviertelsrente
ab 1. September 2004 zu (Urk.
2/10/
13; Urk.
2/10/
15).
1.2
Am 8. Januar 2008 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, der Rentenanspruch sei unverändert (Urk.
2/
10/23). Mit Schreiben vom selben Tag auferlegte sie ihm eine Schadenminderungspflicht betreffend regelmässige fachpsychiatrische The
rapie (Urk.
2/
10/22).
Nach Einholen eines
bidisziplinären
Gutachtens des Zentrums
Y._
vom 12. November 2009 (Urk.
2/
10/32) teilte die IV-Stelle dem Versi
cher
ten mit Schreiben vom 8. Januar 2010 mit, der Rentenanspruch sei unver
ändert (Urk.
2/
10/34).
Am 18. April 2012 stellte der Versicherte ein Rentenerhöhungsgesuch (Urk.
2/
10/38). Mit Verfügung vom 13. September 2012 trat die IV-Stelle nicht auf das neue Leistungsgesuch ein (Urk.
2/
10/44).
1.3
Nach Eingang eines am 4. März 2014 ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk.
2/
10/45) holte die IV-Stelle unter anderem ein interdisziplinäres Gutachten ein, das am 26. November 2014 erstattet wurde (Urk.
2/
10/57). In der Folge ge
währte sie dem Versicherten berufliche Massnahmen (Urk.
2/
10/63
; Urk.
2/
10/73
)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
2/
10/91-92
;
Urk.
2/
10/97
)
stellte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1. Juni 2016 die
Dreivier
telsrente
des Versicherten auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgen
den Monats ein (Urk. 2
/2
).
M
it Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom
2
0.
Dezember 2017
wurde die Einstellung der Rente
bestätigt (
Urk.
2/16; Verfahren Nr. IV.2016
.0
0768
). Die da
gegen erhobene Beschwerde hiess d
as Bundesgericht mit Urteil 9C_175
/201
8
vom
1
6.
April 2018
teilweise gut und wies die Sache zur
weiteren Abklärung und
Neu
beurteilung an
das hiesige Gericht zurück
(
Urk.
1
).
2.
D
as
Sozialversicherungsgericht
ordnete m
it Beschluss vom
6.
Juni 2018
(
Urk.
4
)
eine psychiatrische Begutachtung de
s
Beschwerdeführer
s
an, wobei
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
als Gutachter in Aussicht
genommen wurde.
Nachdem keine der Parteien
Einwände
gegen d
en
vorgesehene
n
Gutachter
erhoben hatte, erteilte das Gericht mit Beschluss vom
1
0.
Juli 2018
(
Urk.
8
)
den definitiven Gutachtensauftrag
.
Am
1
5.
November
2018
erstattete
Dr.
Z._
sein
Gutachten (
Urk.
13
).
Dazu nahmen die Beschwerde
gegnerin mit Eingabe vom 1
9.
Dezember 2018 (
Urk.
19) und der Beschwerdefüh
rer mit Eingabe vom
7.
Februar 2019 (
Urk.
20) Stellung.
Dies
e Eingaben
wurde
n
der jeweiligen Gegenpartei
am
1
5.
Februar 2019
zur Kenntnisnahme zugestellt
(
Urk.
21
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
, ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Strittig ist, ob die Beschwerdegegnerin die bisherige
Dreiviertelsr
ente
des Be
schwerdeführers zu Recht aufgehoben hat
, wobei namentlich zu prüfen ist, ob
sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
wesentlich verbessert respek
tive sich die für die Invaliditätsbemessung massgebende Arbeitsfähigkeit verän
dert hat.
2.2
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der Verfügung
vom
1.
Juni 2016
(
Urk.
2
/2
) auf den Standpunkt,
dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit Anfang 2013 deutlich verbessert habe. Ihm sei die bisherige wie auch eine ange
passte Tätigkeit voll zumutbar (S. 2 oben). Eine anhaltende Diagnose mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit sei nicht ausgewiesen. Die Schmerzproblematik sei
progredient und
chronifiziert
. Die Arbeitsfähigkeit sei jedoch objektiv nicht ein
geschränkt (S. 3 oben).
Mit Stellungnahme zum Gutachten (
Urk.
19) hielt die Beschwerdegegnerin fest, dass
Dr.
Z._
von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 % aus
gehe, aber gleichzeitig auch auf die mannigfaltigen psychosozialen Faktoren hin
weise. Die anlässlich der Untersuchung erhobenen Befunde seien weitestgehend unauffällig (S. 1). Selbst unter der Annahme einer Einschränkung von 20 % – welche auch einer
Indikatorenprüfung
standhalten müsste – sei die Einstellung der Rente zu Recht erfolgt (S. 2).
2.3
Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde (Urk.
2/
1) geltend, dass er seit 1987 an einer chronischen Schmerzstörung sowie einer mittlerweile chroni
schen depressiven Erkrankung leide (S. 6 Ziff. 17). S
ein Gesundheitszustand
habe sich
s
eit 2004 nicht verändert (
S. 8
Ziff. 23),
weshalb kein Revisionsgrund gegeben sei (S. 9 Ziff. 25)
.
Sowohl die Beschwerdegegnerin, Abteilung berufliche Massnah
men, die Stiftung
A._
, die Stiftung
B._
als auch die Ärzte des Sanatoriums
C._
und der Rehaklinik
D._
bestätigten, dass er krankheitsbedingt nicht arbeitsfähig sei (S. 11 f. Ziff. 34 f.).
In der Stellungnahme vom
7.
Februar 2019 (
Urk.
20) führte der Beschwerdeführer aus, dem Gutachten von
Dr.
Z._
könne entnommen werden, dass sich sein Gesundheitszustand nach dem ersten Gutachten von 2014 objektiv verschlechtert habe und die Verschlechterung des Gesundheitszustandes einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aufweise (S. 1).
Gemäss seinem Hauptantrag seien ihm die ge
setzlichen Leistungen gemäss IVG zu gewähren (S. 2 oben).
Aufgrund der Tatsa
che, dass er seit meh
r als 12 Jahren nicht mehr im ersten
Arbeitsmarkt beschäftigt sei, seien umfassende berufliche Massnahmen absolut notwendig
.
Gemäss Gut
achten bestehe eine mindestens 20%ige Arbeitsunfähigkeit.
Es sei festzustellen, dass er einen rechtlichen Leistungsanspruch auf berufliche Massnahmen
habe
(S. 2 unten).
3.
3.1
Zum Anspruch auf berufliche Massnahmen
ist festzuhalten, dass dem Beschwer
deführer
solche
in Form einer Potentialabklärung (3
0.
März bis 2
4.
April 2015; Urk.
2/
10/63) sowie eines Belastbarkeitstrainings (2
2.
September bis 1
9.
Dezem
ber 2015; Urk.
2/
10/73) gewährt worden war
en
, wobei Letzteres vorzeitig abge
brochen werden musste (vgl.
Urk.
2/10/80/1-4 S. 3)
. Im Vorbescheid vom 2
9.
Feb
ruar 2016 (
Urk.
2/10/91) wurde ausgeführt, dass dem Beschwerdeführer berufli
che Massnahmen angeboten worden seien. Allerdings sei es ihm schmerzbedingt
nicht möglich
gewesen
, an den Massnahmen teilzunehmen.
Der Beschwerdefüh
rer beantragte mit Einwand vom 1
2.
April 2016 (
Urk.
2/10/97) «die gesetzlichen Leistungen gemäss IVG»
. Er hielt
zusammengefasst
fest, dass ihm die
Dreivier
telsr
ente
weiterhin auszurichten sei;
ein Anspruch auf berufliche Massnahmen wurde
nicht
geltend gemacht oder begründet
. Die Verfügung der Beschwerdegeg
nerin vom
1.
Juni 2016 (Urk. 2/
2
) beschränkte sich auf die Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente. Der Beschwerdeführer beantragte in seiner Beschwerde vom
1.
Juli 2016 (U
rk.
2/
1
) wiederum «die gesetzlichen Leistungen gemäss IVG».
Dass
dem Beschwerdeführer neben der Rente zusätzlich oder eventuell
b
erufliche Massnahmen
zu gewähren seien
, wurde
indessen mit keinem Wort erwähnt.
3.2
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü
gung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. In
soweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den be
schwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
3.3
Die Beschwerdegegnerin beschränkte
sich in der angefochtenen Verfügung zu
R
echt auf die Prüfung des Anspruchs au
f eine Invalidenrente
, was vom Beschwer
deführer auch nicht beanstandet wurde
(
Urk.
2/1-2/2,
Urk.
20)
. S
oweit der Be
schwerdeführer in seiner aktuellen
Stellungnahme
vom Februar 2019
beantragte, es sei festzustellen, dass er einen Anspruch auf berufliche Massnahmen
hab
e
(vgl.
Urk.
20)
, fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand
, so dass diesbezüglich auf die Beschwerde nicht einzutreten ist
. Im Übrigen liegen die Voraussetzungen für ein Feststellungs
urteil
nicht vor. Der Beschwerdeführer hat seinen Anspruch auf be
rufliche Massnahmen als Leistungs
anspruch
gegenüber der Beschwerdegegnerin geltend zu machen.
Folglich
ist einzig der Rentenanspruch zu prüfen.
4.
Im Urteil des
Bundesgerichts
vom
1
6.
April 2018
(
Urk.
1
)
wurde unter anderem Folgendes ausgeführt
:
«
Die Vorinstanz mass dem im Revisionsverfahren eingeholten rheumatologischen Teilgutachten des
Dr.
med.
E._
vom 2
6.
November 2014 Beweiswert zu und stellte fest, der Bericht des
F._
vom
3.
August 2015, worin eine 80%ige Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit attestiert werde, beinhalte lediglich eine andere Beurteilung eines im Wesentlichen gleich
gebliebenen Gesundheitszu
stand
s. Dies zeige sich daran, dass sich die degenerativen Veränderungen seit
2012 nicht verändert hätten und im Vergleich zum Bericht des
F._
von 2012 keine wesentlich neuen Diagnosen und Befunde vorlägen. Das kantonale Gericht setzte sich somit eingehend mit der abweichenden Einschätzung des
F._
ausei
nander und legte dar, weshalb diese
s
keinen Zweifel am rheumatologischen Teil
gutachten des
Dr.
med.
E._
zu wecken vermag und daher darauf abgestellt wer
den kann
»
(E. 3.3.1
S. 5
).
«
Die Vorinstanz prüfte auch den Beweiswert des psychiatrischen Teilgutachtens des
Dr.
med.
Z._
vom 2
6.
November 2014 und bejahte die
sen. Dem ist bei
zupflichten
»
(E. 3.3.2 S. 5).
«
Weiter stellte die Vorinstanz aufgrund der ihr vorliegenden
Akten
zutreffend fest, aus dem Bericht des Sanatoriums
C._
vom
6.
Juni 2016 betreffend die
Hospitalisation
vom 2
2.
April bis 2
6.
Mai 2016 ergäben sich Hinweise für eine nach der Begutachtung durch
Dr.
med.
Z._
eingetretene Verschlechterung
»
(S. 6 oben)
.
«
Indem die Vorinstanz den Sachverhalt nicht weiter abklärte, obwohl nach der Begutachtung durch
Dr.
med.
Z._
vom 2
6.
November 2014 und vor dem
1.
Juni 2016 (Verfügungszeitpunkt) Hinweise vorlagen, die auf eine Ver
schlechterung hindeuteten, verletzte sie den Untersuchungsgrundsatz
»
(S. 6 un
ten).
5
.
5
.1
Vorab ist festzuhalten, dass
das Bundesgericht bestätigt hat, dass sowohl
auf das rheumatologische Teilgutachten von
Dr.
med.
E._
als auch auf das psychi
atrische Teilgutachten von
Dr.
med.
Z._
(beide vom 2
6.
November 2014)
grundsätzlich
abgestellt werden kann. Somit ist aus somatischer Sicht nicht von einer erheblichen Veränderung des Gesundheitszustandes auszugehen, wäh
rend sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
im damaligen Begut
achtungszeitpunkt
in psychischer Hinsicht verbessert hat.
Gestützt auf das inter
disziplinäre Gutachten von Dr.
E._
und Dr.
Z._
ist
seit Anfang 2013
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit sowohl in den bisher ausge
übten Tätigkeiten als auch in einer geeigneten Verweistätigkeit auszugehen
(vgl.
Urk.
2/
10/57/17-18
)
. Zu prüfen bleibt gemäss
Urteil des
Bundesgericht
s
eine nach der Begutachtung vom 2
6.
November 2014 eingetretene Verschlechterung des psychischen Gesund
heitszustandes.
Dazu wurde bei
Dr.
Z._
ein Verlaufsgutachten eingeholt.
5.2
Dr.
Z._
nannte
im
G
erichtsg
utachten
vom 1
5.
November 2018
(Urk.
13)
als
Diagnose
mit anhaltender Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine leichtgradige depressive
Episode.
Als ohne anhaltende Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit be
urteilte er eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, finanzielle Probleme /
Verlust der IV-Rente, mässige sprachliche Integration, Scheidung der Ehe sowie akzentuierte Persönlichkeitszüge (S. 13
Ziff.
4).
Dr.
Z._
führte aus, dass
die Befunde und Angaben des Beschwerdeführers auf ein leichtgradiges Ausmass an Depressivität schliessen liessen. Er gebe an, manchmal bedrückt zu sein, äussere keine unbegründeten Ängste, spreche aber von gewissen Konzentrationsproble
men.
Der Beschwerdeführer
habe diverse Interessen beibehalten (S. 14 unten).
D
ie depressiven Episoden
stünden
jeweils mit den negativen Lebensu
mständen in Zu
sammenhang
. So führten die Streichung der Invalidenrente respektive die bereits vorhergehenden Befürchtungen zu einer psychischen Verschlechterung.
Es be
stünden auch andere ungünstige Faktoren, die
nicht einer Krankheit zugeordnet werden könnten, aber dazu führten, dass der Beschwerdeführer vermehrt Mühe habe, sein Leben erfolgreich zu gestalten (S. 15 oben). Die chronische Schmerz
krankheit bestehe weiterhin. Es fänden sich Hinweise dafür, dass ein
e
psychoso
matische Überlagerung im Rahmen einer anhaltenden somatoformen Schmerz
störung bestehe.
Der Beschwerdeführer sei auf die Schmerzen fixiert, diese bilde
ten oft
den Hauptfokus seines Interesses. Ein Vollbild dieser Störung liege aber nicht vor (S. 15 Mitte).
Dr.
Z._
hielt fest, dass der Beschwerdeführer
infolge der Psychopathologie im Untersuchungszeitpunkt zu etwa 20 % in seiner Arbeitsfähigkeit in der bishe
rigen Tätigkeit eingeschränkt
sei
. Bei wechselhaftem Verlauf bestehe seit April 2016 eine Basisarbeits
un
fähigkeit von zirka 20 % (S. 17
Ziff.
3). Währen
d
den Klinikaufenthalten dürfte es zu einer höheren Arbeitsunfähigkeit von 50 % ge
kommen sein (S. 17 f.).
Auch in leidensangepassten Tätigkeiten bestehe seit April 2016 eine durchschnittliche Einschränkung von 20 % (S. 18
Ziff.
4). Bei der bis
herigen Arbeit habe es sich um eine angepasste Tätigkeit gehandelt
. Die Prognose sei nicht günstig. Vor allem die diversen ungünstigen krankheitsfremden Fakto
ren wirkten sich negativ aus (S. 19 oben)
.
Die Behandlungsresistenz in Bezug auf die psychischen Beschwerden hänge mit der mangelhaften medikamentösen Compliance des
Beschwerdeführers zusammen (S.
20 oben).
Es lägen keine Hin
weise für eine Persönlichkeitsstörung vor, aber akzentuierte Persönlichkeitszüge (S. 20 Mitte). Der Beschwerdeführer habe infolge der gescheiterten Ehe, aber auch der Arbeitsuntätigkeit sowie der akzentuierten Persönlichkeitszüge die sozialen Kontakte abgebaut (S. 20 unten).
Es lägen aber immer noch genügende soziale Kontakte vor (S. 20 f.).
Der Beschwerdeführer
zeige ein
grossteils
erhaltenes
Ak
tivitätenniveau
in den diversen Lebensbereichen. Er habe unter anderem Reisen nach Italien unternehmen können (S. 21 oben).
5.3
Das
psychiatrische
G
erichtsg
utachten von
Dr.
Z._
erfüllt
die Anforderungen an den Beweiswert medizinischer Berichte im Sinne der Rechtsprechung
(
vgl.
E.
1.4).
Es setzt sich mit allen Aspekten der gesundheitlichen Beeinträchtigungen
auseinander
und
berücksichtigt insbesondere auch sämtliche
in der Zwischenzeit
angefallenen ärztlichen Untersuchungsberichte
. Insgesamt
ist
das Gutachten
um
fassend und vermag zu überzeugen.
Auch von den Parteien wurde es nicht in Frage gestellt (vgl.
Urk.
19 und
Urk.
20).
Nach dem Gesagten kann auf das
psychiatrische
Gutachten
von
Dr.
Z._
vom
1
5.
November 2018
abgestellt werden, wonach beim Beschwerdeführer
so
wohl in der bisherigen als auch in einer
angepassten Tätigkeit seit
April 2016
eine
2
0%ige
Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit besteht.
5.4
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen
(E. 7.2; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1). Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellun
gen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeits
unfähigkeit schliessen lassen (BGE 143 V 418 E. 7.1; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Vorliegend erübrigt sich eine nähere Prüfung der Standardindikatoren.
Unabhän
gig davon, ob
die
Indikatorenprüfung
die
von
Dr.
Z._
bescheinigte
20%ige Arbeitsunfähigkeit bestätige
n würde, führt diese
Einschränkung
nicht zu einem Anspruch
des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente.
Aufgrund der Tatsache,
dass der Beschwerdeführer
aus med
izinischer Sicht in der Lage ist
,
seine
zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Schleifer/
Polierer
von Brillengläsern
im Umfang von
8
0
%
auszuüben und auch in einer angepassten Tätigkeit keine höhere Arbeitsfähigkeit best
eht
, genügt für die Ermittlung des Invaliditätsgra
des die Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen (Prozentvergleich, BGE 114 V 313 E. 3a, 107 V 22, 104 V 136 E. 2a und b). Daraus resultiert ein Invaliditätsgrad von
maximal
2
0
%
und damit
kein
Anspruch auf eine
Invaliden
rente.
5.
5
D
ie Einstellung der
Invalidenr
ente
ist somit
auch unter Berücksichtigung
des neu eingeholten Gerichtsgutachtens
nicht zu beanstanden.
Nach einer Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes ab Anfang 2013 (vgl. psychiatrisches Teil
gutachten
Dr.
Z._
vom 2
6.
November 2014,
Urk.
2/10/
57/19-33 S. 13
; vgl. vorstehend E. 5.1
) ergibt sich aus dem Gerichtsgutachten
zwar
wieder eine
Ver
schlechterung
ab April 201
6.
Diese
führt
indessen nicht zu einem rentenbegrün
denden
Invaliditätsg
rad
.
Somit erweist sich d
ie angefochtene Verfügung vom 1. Juni 2016
als rechtens, was zur Abweisung d
er dagegen erhobenen Beschwerde
führt.
6.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
sind ermessensweise auf Fr.
6
00
.-- anzusetzen und ausgangsgemäss de
m Beschwerdeführer
aufzuerlegen.