Decision ID: bbc820b9-b05b-500e-8679-fdff9aa18427
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich im Juli 2012 unter Hinweis auf
Schulterbeschwerden zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-
act. 1).
A.b Bei der Arbeit als Hilfsgärtner war der Versicherte am 19. August 2011 gestürzt,
wobei er sich die rechte Schulter verletzt hatte (Fremdakten 1). Am 24. November 2011
war beim Versicherten im Spital B._ durch Dr. med. C._, Oberarzt Orthopädie, bei
einer Rotatorenmanschettenruptur rechts, einer AC-Gelenksarthrose rechts und einer
Bizepssehnenruptur rechts eine diagnostische Schulterarthroskopie rechts, eine offene
Rotatorenmanschettenrekonstruktion über dem Deltoideus-Split und eine laterale
Clavicularesektion rechts vorgenommen worden (Fremdakten 20). Dr. C._ hatte dem
Versicherten ab dem 9. April 2012 wieder eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit attestiert,
auch für körperliche Arbeiten (Fremdakten 64-3, 78).
A.c Der Kreisarzt der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva), Dr. med.
D._, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates FMH, war anlässlich der Untersuchung vom 13. Juni 2012 zum
Schluss gelangt, dass dem Versicherten bei rezidivierender belastungsabhängiger
Schmerzsymptomatik mit Beweglichkeitseinschränkungen des rechten
Schultergelenkes die körperlich schwere angestammte Tätigkeit als Hilfsgärtner nicht
mehr vollschichtig zumutbar sei. Hingegen sei er in einer leichten bis mittelschweren
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Tätigkeit ohne Überkopfarbeiten, ohne ausladende körperferne Bewegungen des
rechten Armes sowie ohne repetitive Rotationsbewegungen des rechten Armes
vollschichtig arbeitsfähig bzw. vermittelbar (IV-act. 63-8 ff.). Der regionale ärztliche
Dienst (RAD) schloss sich der Einschätzung von Dr. D._ an (IV-act. 26), woraufhin die
IV-Stelle gestützt darauf am 23. Mai 2013 die Ablehnung eines Rentenanspruches
verfügte (IV-act. 35). Diese Verfügung erwuchs in Rechtkraft.
B.
B.a Im Juli 2014 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-Leistungen bei
der IV-Stelle St. Gallen an (IV-act. 37).
B.b Im Juli 2013 war beim Versicherten anlässlich einer Kernspintomographie ein
weitergehender Einriss im Bereich der rechten Rotatorenmanschette festgestellt
worden (IV-act. 63-42). Auf Anraten von Dr. D._ (IV-act. 63-18) hatte sich der
Versicherte für eine bessere Schulterfunktion vom 18. Dezember 2013 bis 16. Januar
2014 in stationäre Rehabilitationsbehandlung inkl. Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit (EFL) in die Rehaklinik Bellikon begeben (IV-act. 63-20 ff.). Im
Austrittsbericht vom 20. Januar 2014 war im Wesentlichen ausgeführt worden, dass die
angestammte Tätigkeit nicht mehr in vollem Umfang zumutbar sei. Eine angepasste
Arbeit mit kleineren und auch körperlich leichteren Hilfstätigkeiten im Gartenbau, wie
sie zuletzt ausgeübt worden sei, könne mindestens halbtags wieder aufgenommen
werden. Nach Möglichkeit sollte eine sukzessive Ausdehnung bis ganztags angestrebt
werden. Eine leichte bis mittelschwere Arbeit sei ohne Tätigkeit mit dem rechten Arm
länger dauernd über Brusthöhe sowie ohne häufig wiederholten (Kraft-)Einsatz
desselben ganztags möglich (IV-act. 63-21 ff.).
B.c Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 29. April 2014 hatte Dr. D._
ausgeführt, dass trotz Zustand nach Reruptur der Supraspinatussehne im Sinne eines
unfallbedingten Residualzustandes nach offener Rotatorenmanschettenrekonstruktion
und lateraler Clavicularesekton rechts an den Arbeitsfähigkeitsschätzungen und dem
Zumutbarkeitsprofil vom 13. Juni 2012 festgehalten werde (IV-act. 63-39). Der RAD
schloss sich bei Feststellung eines weitergehenden Einrisses im Bereich der
Rotatorenmanschette (IV-act. 56-2) und in Würdigung der weiteren
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Kernspintomographie vom 21. Oktober 2014 (vgl. IV-act. 63-47) am 4. Mai 2015 der
Einschätzung von Dr. D._ an (IV-act. 64).
B.d Mit Vorbescheid vom 4. Mai 2015 stellte die IV-Stelle die Abweisung des
Rentenanspruches in Aussicht (IV-act. 66). Am 9. Juni 2015 erhob der Versicherte
gegen den Vorbescheid Einwand (IV-act. 71). Am 10. Juni 2015 verfügte die IV-Stelle
die Abweisung des Begehrens (IV-act. 73).
C.
C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 10. Juli 2015.
Der Rechtsvertreter des Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführer), Rechtsanwalt
lic. iur. Daniel Ehrenzeller, Teufen, beantragt, dass die Verfügung vom 10. Juni 2015
aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung spätestens ab Januar 2015
mindestens eine halbe Rente zuzusprechen sei. Eventualiter sei die Verfügung vom 10.
Juni 2015 aufzuheben und im Sinne der Erwägungen an die IV-Stelle (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu
Lasten der Beschwerdegegnerin. Der Beschwerdeführer lässt im Wesentlichen
ausführen, dass es auch nach der IV-Anmeldung noch zu Vorfällen gekommen sei, seit
dem Abschluss des ersten Verfahrens zu mindestens zwei gravierenden, welche dann
zu einem Aufenthalt in Bellikon geführt hätten. Der den Beschwerdeführer behandelnde
Dr. med. E._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, habe schon mehrfach bestätigt, dass der Beschwerdeführer nie
mehr schwere Arbeit und sicher nicht mehr wie 50% leichtere Arbeit erledigen könnte.
Die ärztlichen Untersuchungen würden eine deutliche Verschlechterung seit Mai 2013
objektivierbar aufzeigen, wie auch deutliche Weichteillücken im Bereich der rechten
Schulter sowie verschmächtigte Muskeln rechts etc., sodass von einer dauerhaften,
zunehmenden Schädigung ausgegangen werden müsse, welche sich insbesondere
auch auf sogenannt adaptierte Tätigkeiten auswirken würde, weil der rechte Arm nur
noch sehr zurückhaltend und ohne Krafteinsatz eingesetzt werden könne.
Insbesondere müssten auch jegliche repetitiven Tätigkeiten oder Sortierarbeiten am
Förderband als nicht möglich eingestuft werden. Es könne keine konkrete Arbeitsstelle
genannt werden, wo der Beschwerdeführer aufgrund seiner Einschränkungen
tatsächlich eine wirtschaftlich relevante Erwerbstätigkeit ausüben könnte, da er nicht
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nur körperlich eingeschränkt sei, sondern wegen des Schmerzgeschehens auch nicht
schlafen könne, sondern oft in der Nacht herumgehe. Für anspruchsvollere Tätigkeiten
fehle es ihm an den Ressourcen und die funktionellen Einschränkungen des rechten
Armes würden sich im Alltag viel gravierender auswirken als es die
Beschwerdegegnerin annehme. Es werde als nicht zulässig erachtet, dass die
Beschwerdegegnerin einfach auf die Suva-Akten abstelle, weshalb eine
polydisziplinäre Begutachtung beantragt werde. Damit könne auch den weiteren
Unfällen vom Sommer 2013 und September 2014, welche die Situation verschlechtert
hätten, Rechnung getragen werden (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 24. August 2015 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Sie führt im Wesentlichen aus, dass sich der RAD auf
die überzeugend begründeten Schlussfolgerungen des Suva-Kreisarztes und der Ärzte
der Rehaklinik Bellikon habe abstützen dürfen, zumal die im Bereich der
Unfallversicherung getroffenen Feststellungen auch für die Belange der
Invalidenversicherung massgebend seien und es durchaus statthaft sei, gestützt auf
ohne eigentlichen Begutachtungsauftrag eingeholte Arztberichte über einen
Leistungsanspruch zu entscheiden, wenn diese den hiefür erforderlichen Aufschluss
vermittelten. Dies sei mit den Berichten des Suva-Arztes erfüllt. Nachdem der
Beschwerdeführer in einer leichten bis mittelschweren schulteradaptierten
Erwerbstätigkeit voll arbeitsfähig sei, habe er nicht mit einer relevanten
Erwerbseinbusse zu rechnen, zumal er in seiner Tätigkeit als Hilfsgärtner ein tieferes
Einkommen erzielt habe als der statistische Durchschnittslohn eines Hilfsarbeiters. Die
angefochtene Verfügung sei damit nicht zu beanstanden (act. G 4).
C.c In der Replik vom 27. November 2015 lässt der Beschwerdeführer unverändert an
der Beschwerde festhalten. Er lässt anführen, dass die nach dem ersten Verfahren
bereits wieder neu geschädigte Rotatorenmanschette (vgl. MRI von Juli 2013) nach
einem erneuten Sturz am 19. September 2014 noch einmal weiter beschädigt worden
sei. Das neueste MRI vom 21. Oktober 2014 zeige zudem, dass der aktuelle
medizinische Zustand nicht mit demjenigen bei der Anmeldung oder im Zeitpunkt des
Aufenthaltes in Bellikon verglichen werden könne. Der Unfall vom September 2014 und
das MRI von Oktober 2014 würden von der Beschwerdegegnerin schlicht
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ausgeblendet. Es sei damit offensichtlich, dass der medizinische Sachverhalt alles
andere als genügend erstellt erklärt werden könne (act. G 14).
C.d Mit Eingabe vom 4. Dezember 2015 hält die Beschwerdegegnerin vollumfänglich
an ihrem Antrag und ihren Ausführungen in der Beschwerdeantwort fest. Auf eine
begründete Duplik verzichtet sie (act. G 16).

Erwägungen
1.
Die Beschwerdegegnerin hat nach materieller Prüfung das Leistungsbegehren
bezüglich Rentenanspruch mit Verfügung vom 10. Juni 2015 abgewiesen (IV-act. 73).
Entsprechend ist sie, entgegen einiger Aktenstücke (vgl. insbesondere IV-act. 65), nach
erfolgter Glaubhaftmachung einer wesentlichen Veränderung des
Gesundheitszustandes (vgl. Art. 87 Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2 der Verordnung
über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]) auf die Neuanmeldung von Juli 2014
zu Recht eingetreten. Zu prüfen ist demnach, ob die Ablehnung des Antrages auf eine
Invalidenrente zu Recht erfolgte.
1.1 Unter Invalidität wird laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende
oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden.
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%
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invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf
eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
1.2 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet sind (BGE 125 V
352 E. 3a). Nach der Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht
verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die (versicherungsinterne)
Beurteilung des RAD zu entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung
jedoch strenge Anforderungen in dem Sinn zu stellen, dass bei auch nur geringen
Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen
ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 135 V 465).
2.
Zu prüfen ist zunächst, ob die vorliegende medizinische Aktenlage eine hinreichende
Grundlage für die Beurteilung eines allfälligen Rentenanspruches bietet. Die
Beschwerdegegnerin stützt die Rentenabweisung in medizinischer Hinsicht auf die
Abklärungen der Suva, insbesondere auf die kreisärztlichen Untersuchungen vom 13.
Juni 2012 (IV-act. 63-8 ff.), vom 10. September 2013 (IV-act. 63-14 ff.) und vom 29.
April 2014 (IV-act. 63-34 ff.). Des Weiteren stützt sie sich auf den Austrittsbericht der
Rehaklinik Bellikon vom 20. Januar 2014 (IV-act. 63-20 ff.) und auf die Stellungnahmen
des RAD (IV-act. 26, 56, 64).
2.1 Nachdem keine unfallfremden Beschwerden zur Diskussion stehen, ist ein
zentrales Abstellen auf die unfallversicherungsrechtlichen medizinischen Abklärungen
zweckmässig, soweit jenen Berichten – in Beachtung der durch die Rechtsprechung
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vorgegebenen Regeln (Urteil des Bundesgerichts vom 25. August 2011, 8C_543/2011,
E. 3) – der Beweiswert nicht abgesprochen werden kann.
2.2 Die Berichte des Kreisarztes Dr. D._ beruhen auf eingehender klinischer
Untersuchung des Beschwerdeführers und unter Einbezug der geklagten Schmerzen.
Die oberen Extremitäten wurden bezüglich Beweglichkeit der Schulter, Kraft,
Faustschluss und Umfang mehrmals verglichen und die daraus gezogenen Schlüsse
nachvollziehbar dargelegt. Die medizinischen Vorakten wurden berücksichtigt und auch
das Verhalten des Beschwerdeführers diskutiert. Die beschriebene nahezu freie
Beweglichkeit der rechten Schulter beim An- und Auskleiden (IV-act. 63-38) und damit
deren Alltagsfähigkeit ist zwar – wie es der Beschwerdeführer geltend macht (act. G 14
S. 2) – kein Beweis für seine Arbeitsfähigkeit; sie kann aber als Indiz für eine
Arbeitsfähigkeit bei entsprechendem Belastungsprofil sein. Bei den Einschätzungen
von Dr. D._ sind auch die Befunde, welche mittels Arthro-MRI der rechten Schulter
am 12. Juli 2013 erhoben wurden, berücksichtigt. Diese Befunde sind unbestritten
(partielle Reruptur der Rotatorenmanschettenrekonstruktion [IV-act. 63-43]), weshalb
sich ein Beizug des Berichtes erübrigt. Der objektiv bestehenden Verschmächtigung
der schulterumgebenden Muskulatur wurde durch den Kreisarzt ebenfalls Rechnung
getragen bzw. auch deshalb durch ihn eine Rehabilitation in Bellikon empfohlen (IV-act.
63-18). Insgesamt werden Beschwerden im Bereich der rechten Schulter von Dr. D._
nicht in Frage gestellt. Wenn er deren Auswirkungen nach umfassender Abklärung,
gestützt auf die klinische Untersuchung und die objektivierbaren Befunde, bei
entsprechendem Belastungsprofil als nicht einschränkend qualifiziert, ist dies nicht zu
beanstanden. Insgesamt sind die Untersuchungsberichte des Kreisarztes umfassend,
detailliert und schlüssig und keine Gründe ersichtlich, die gegen deren Zuverlässigkeit
sprechen würden.
2.3 Die übrigen medizinischen Akten können daran nichts ändern. Dr. E._ überlässt
mit Bericht vom 22. Juli 2013 die Arbeitsfähigkeitsschätzung dem Kreisarzt, wobei
auch er – wie Dr. D._ – im Bereich des Gartenbaus nicht von einer 100%-igen
Leistungsfähigkeit ausgeht (IV-act. 63-42 f.). Die Einschätzungen der Ärzte der
Rehaklinik Bellikon stimmen mit denjenigen des Kreisarztes überein. Gemäss Bericht
vom 20. Januar 2014 gehen sie von einer ganztägigen Arbeitsfähigkeit für leichte bis
mittelschwere Tätigkeiten aus (IV-act. 63-21). Nach dem Aufenthalt des
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Beschwerdeführers in Bellikon empfiehlt Dr. E._ mit Bericht vom 11. Februar 2014
erneut eine Beurteilung durch den Kreisarzt, wobei auf Wunsch des Beschwerdeführers
ab 10. Februar 2014 ein Arbeitsversuch mit offizieller Festlegung der Arbeitsfähigkeit
auf 50% ganztags mit reduzierter Leistung und mit reduzierter Belastung des rechten
Schultergürtels am angestammten Arbeitsplatz erfolge (IV-act. 63-44). Eine
verbindliche Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. E._, insbesondere auch bezüglich
einer angepassten Tätigkeit, welche die Einschätzungen des Kreisarztes in Frage
stellen würden, ergibt sich aus diesem Bericht nicht.
2.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der medizinische Sachverhalt bis am 29.
April 2014 (die aktuellste kreisärztliche Untersuchung datiert von jenem Tag [IV-act.
63-34 ff.]) genügend abgeklärt ist und auf die Einschätzungen von Dr. D._ abgestellt
werden kann. Entsprechend ist per 29. April 2014 von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit
in adaptierter Tätigkeit (leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne Überkopfarbeiten, ohne
ausladende körperferne Bewegungen des rechten Armes sowie ohne repetitive
Rotationsbewegungen des rechten Armes) auszugehen (IV-act. 63-12 f., 63-39).
3.
Im Weiteren ist zu prüfen, ob die nach der letzten Beurteilung durch Dr. D._ bis zum
Verfügungserlass am 10. Juni 2015 im Recht liegenden medizinischen Unterlagen an
dessen Einschätzungen etwas zu ändern vermögen bzw. sich weitere medizinische
Abklärungen aufdrängen.
3.1 Der Beschwerdeführer macht in diesem Zusammenhang bei einem weiteren Sturz
auf die rechte Schulter am 19. September 2014 eine ungenügend abgeklärte
Verschlechterung der rechten Schulter geltend. Das MRI vom 21. Oktober 2014 zeige
im Vergleich zu demjenigen vom 12. Juli 2013 neu eine narbige Überbrückung der
vormals kleinvolumigen Ruptur der Supraspinatussehne ansatznah bei Status nach
Rotatorenmanschettenrekonstruktion mit weiterhin auch deutlichen narbigen
Veränderungen im übrigen Abschnitt der Supraspinatussehne mit zum Teil auch
Metallabriebeartefaktüberlagerungen, eine vorbestehende Ruptur der langen
Bizepssehne im intraarticulären Verlauf sowie eine Auffaserung der Sehne im
Sulcusbereich (act. G 1 S. 4).
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3.2 Der RAD nahm zu den Befunden gemäss MRI vom 21. Oktober 2014 (IV-act. 63-47
f.) am 4. Mai 2015 Stellung (IV-act. 64). Er verglich die Befunde der zwei
durchgeführten MRIs und würdigte auch die aktuellen ärztlichen Berichte des
Hausarztes Dr. med. F._, Innere Medizin FMH, vom 27. April 2015 (IV-act. 63-1 ff.)
und des Facharztes Dr. E._ vom 3. Februar 2015 (IV-act. 63-46). Diese Berichte und
das aktuellste MRI widersprechen den Einschätzungen des RAD nicht. Der Facharzt Dr.
E._ sprach in Kenntnis des MRI vom 21. Oktober 2014 zwar von einer
Retraumatisierung nach einem Sturz auf die rechte Schulter am 19. September 2014;
er bezeichnete aber den Befund als praktisch unverändert zur Voruntersuchung.
Bereits im Sprechstundenbericht vom 27. Oktober 2014 hatte Dr. E._ in Würdigung
des MRI vom 21. Oktober 2014 ausgeführt, dass es kernspintomographisch zu keiner
relevanten zusätzlichen Schädigung an der rechten Schulter gekommen sei (IV-act.
63-45). Auch bescheinigte er in keinem seiner Berichte, entgegen dem Vorbringen des
Beschwerdeführers (act. G 1 S. 8), eine lediglich 50%-ige Arbeitsfähigkeit in
angepasster Tätigkeit (IV-act. 63-42 ff., act. G 1.2; vgl. dazu auch vorstehenden E. 2.3).
Eine Lücke in den medizinischen Abklärungen von mindestens zwei Jahren, wie es der
Beschwerdeführer geltend macht (act. G 14 S. 4), ist aufgrund der regelmässigen
Besuche bei Dr. E._ (fünf Besuche innert 22 Monaten) und seinen Berichten dazu
(vgl. wiederum IV-act. 63-42 ff., act. G 1.2) nicht ersichtlich und die objektivierbaren
Veränderungen des Gesundheitsschadens fanden sowohl in die Berichte von Dr. E._
als auch des RAD (IV-act. 64-2) Eingang.
3.3 Zusammengefasst ist festzuhalten, dass sich der RAD in seiner Stellungnahme
vom 4. Mai 2015, aber auch in seinen Stellungnahmen davor (IV-act. 26, 56), mit den
zum jeweiligen Zeitpunkt aktuellen medizinischen Akten genügend auseinandergesetzt
hat und seine daraus gezogenen Schlüsse einleuchten, zumal sie mit der Einschätzung
der Suva übereinstimmen (vgl. act. G 1.3). Es sind keine Gründe ersichtlich, von dieser
(abschliessenden) Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
abzuweichen. Nachvollziehbar haben die neuesten Befunde des MRI vom 21. Oktober
2014 keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers bei
entsprechendem Belastungsprofil, womit der medizinische Zustand in Bezug auf die
Arbeitsfähigkeit mit demjenigen im Zeitpunkt des Aufenthaltes in Bellikon und der
letzten kreisärztlichen Untersuchung im April 2014 verglichen werden kann. Damit
konnte sich die Beschwerdegegnerin weiterhin auf die Einschätzungen des Kreisarztes
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Dr. D._ abstützen und auf die Aktenbeurteilung des RAD abstellen. Der Sachverhalt
wurde aus medizinischer Sicht auch bis zum Verfügungsdatum genügend abgeklärt.
Weiterungen erübrigen sich. Es besteht demnach in einer adaptierten leichten bis
mittelschweren Tätigkeit ohne Überkopfarbeiten, ohne ausladende körperferne
Bewegungen des rechten Armes sowie ohne repetitive Rotationsbewegungen des
rechten Armes eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit, auch per Verfügungszeitpunkt am 10.
Juni 2015.
4.
4.1 Der Beschwerdeführer lässt geltend machen, dass keine konkrete Arbeitsstelle
genannt worden sei, in welcher er aufgrund seiner Einschränkungen tatsächlich eine
wirtschaftlich relevante Erwerbstätigkeit ausüben könnte. Für anspruchsvolle
Tätigkeiten fehle es ihm an den Ressourcen und die funktionellen Einschränkungen des
rechten Armes würden sich viel gravierender auswirken als von der
Beschwerdegegnerin angenommen (act. G 1 S. 5).
4.2 Wie vorstehend ausgeführt (vgl. E. 3.3), ist es dem Beschwerdeführer bei 100%-
iger Arbeitsfähigkeit möglich und zumutbar, leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne
Überkopfarbeiten, ohne ausladende körperferne Bewegungen des rechten Armes
sowie ohne repetitive Rotationsbewegungen des rechten Armes auszuführen. Dass
aufgrund dieses Belastungsprofils ein genügend breites Spektrum an Hilfstätigkeiten
zur Verfügung steht, bedarf keiner weiteren Erläuterung (vgl. zu den gemäss
Rechtsprechung realistischen Betätigungsmöglichkeiten selbst für funktionell als
einarmig zu betrachtende Personen das Urteil des Bundesgerichts vom 29. März 2012,
8C_94/2012, E. 3.2). Die Arbeitsfähigkeit ist verwertbar.
5.
Ausgehend von einer verwertbaren 100%-igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten erübrigen sich – vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer vor dem
Unfall kein überdurchschnittliches Einkommen erzielte (vgl. IV-act. 3), aber auch bei
einem geltend gemachten Valideneinkommen von Fr. 68‘000.-- (act. G 14 S. 5) – die
Vornahme eines konkreten Einkommensvergleichs und insbesondere die Festsetzung
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eines Tabellenlohnabzuges, da offensichtlich kein rentenbegründender
Mindestinvaliditätsgrad von 40% resultiert.
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 10. Juni 2015 nicht zu beanstanden
und die Beschwerde abzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. act. G 6) ist er von der Bezahlung zu
befreien.
6.3 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte
und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. In der
vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf die vergleichsweise
bescheidene Aktenlage eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'000.--
angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit
entschädigt der Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers pauschal (vgl. BGE
125 V 201) mit Fr. 2'400.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).
6.4 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).