Decision ID: a4b9b9da-4acc-4a42-98a8-8f057ba8977f
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1979,
ohne erlernten Beruf
, meldete sich am
1.
Juli 2014 unter Hinweis auf fehlende Belastbarkeit, Schlafstörungen, Sinnlosigkeit des Lebens («sehe keinen Sinn im Leben») sowie Angstzustände bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
11/2). Die IV-Stelle
tätigte Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht
und prüfte Eingliederungsmassnahmen, welche per
9.
Dezember 2014
aufgrund ein
er Absage durch die Versicherte
abgeschlossen wurden (Urk.
11/20). Mit Schreiben vom
6.
Januar 2015 (
Urk.
11/22) wandte sich die Versicherte wie
derum an die IV-Stelle mit dem Wunsch nach beruflichen Massnahmen.
Nach weiteren Abklärungen der beruflich-erwerblichen Situation (
Urk.
11/33)
erteilte die IV-Stelle mit Mitteilung vom
2.
April 2015 (
Urk.
11/38) sowie 1
9.
Juni 2015 (
Urk.
11/41) Kostengutsprache
n
für ein Job Coaching im Rahmen der Arbeits
vermittlung und schloss die Arbeitsvermittlung per 26. Februar 201
6
erfolgreich ab (
Urk.
11/45).
Die IV-Stelle holte
sodann
Akten des
Kollektivkrankent
aggeld
-V
ersicherers ein (
Urk.
11/49-50) u
nd stellte mit Vorbescheid vom
7.
März 2016 die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht
(
Urk.
11/
53)
.
Nach erhobenen
Einw
ä
nd
en
vom
6.
April 2016 (
Urk.
11/57)
sowie
4.
Mai 2016 (
Urk.
11/60)
und noch w
ährend des laufenden Vorbescheidverfahrens
verschlechterte sich der Ge
sundheitszustand der Versicherten und sie
erlitt
im Juni 2016
einen
Unfall (
Urk.
11/71/3-4)
. Ab April 2016
begab
sie
sich aufgrund der psychischen Be
schwerden in mehrer
e stationäre
psychiatrische
Aufenthalte (
Urk.
11/67 und
Urk.
11/69
). Die IV-Stelle holte
Akte
n des Unfallversicherers (
Urk.
11/71
) sowie weitere
medizinische Unterlagen (
Urk.
11/75,
Urk.
11/84 und
Urk.
11/95
) ein. In der Folge anerkannte die IV-Stelle einen weiteren Abklärungsbedarf und ver
an
lasste eine bidisziplinäre Begut
achtung (
Y._
-Gutachten vom 26.
September 2018,
Urk.
11/116).
Nach Eingang der Stellungnahme der Versicherten vom 22. November 2018 (Urk. 11/121)
wies die IV-Stelle das Rentenbegehren der Versicherten m
it Verfü
gung vom 1
8.
Februar 2019
ab
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versichert
e
mit Eingabe vom 2
0.
März 2019
(
Urk.
1) Beschwer
de und beantragte, die Verfügung vom 1
8.
Februar 2019 sei aufzuheben (1.), die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten
, der Beschwerdeführerin
Leistungen nach IVG auszurichten (2.), eventualiter seien den Gutachtern Rückfragen zu stellen (3.), alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerde
geg
nerin.
In
verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie die unentgeltliche Rechts
pflege sowie die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
3.
Mai 2019 (
Urk.
10) beantragte die Beschwerde
gegnerin d
ie die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 1
5.
Mai 2019 (
Urk.
12) zur Kenntnis gebracht.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
UV170510
Beweiswert eines Arztberichts
08.2018
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründet
e
die angefochtene Verfügun
g vom 18.
Febru
ar 2019 (
Urk.
2) damit, dass keine gesundheitliche Beeinträchtigung vorliege, welche die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit dauerhaft einschrä
nke - psychosoziale Faktoren stü
nden im Vordergrund. Es handle sich um psychische Beeinträchtigungen,
die vorwiegend durch äussere Umstände oder ungünstige Umgebung verursacht
worden seien
. Bei zumutbarer
Veränderung der Verhält
nisse würden diese versch
w
i
n
den. Da solchen Störungen der Charakter der Dauer
haftigkeit fehle, seien sie an sich nicht invalidisierend. Durch eine tagesklinische psychiatrische Behandlung mit regelmässiger Teilnahme am Therapieprogramm würde sich die Arbeitsfähigkeit um ca. 20
%
verbessern las
sen. Die Arbeits
fähig
keit könne
auch durch eine tagesklinische Behandlung innerhalb vom 6-12 Mona
ten gesteigert werden. Bisher seien nicht alle empfohlenen Therapien wahr
ge
nommen beziehungsweise frühzeitig beendet worden
.
Die Beschwerdeführerin habe während der Abklärung angegeben, dass sie täglich drei Mal mit dem Hund rausgehe. Sie könne die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen und fahre auch mit dem Auto
. Sie sei somit reisefähig. In i
hrer Freizeit gehe sie ab und zu schwimmen, sei in der Natur und grilliere draussen. Sie pflege einen engen Kon
takt zur Mutter sowie einer Nachbarin. Diese würden sie auch bei schweren Haushaltsarbeiten unterstützen. Finanziell werde sie durch das Sozialamt unter
stützt.
Sie selbst sehe sich derzeit zu keiner Tätigkeit in der Lage.
Diese Aussage begründe sie mit den anstehenden Operationen (Rücken und Hüfte).
Diese Aus
sage stehe im Gegensatz zu den angegebenen Aktivitäten in ihrer Freizeit und im Haushalt. Dies schliesse die möglichen Urlaubsreisen im August 2017 mit dem Auto ein. Es bestünden keine gleichmässigen Einschränkungen in allen Lebens
bereichen. Durch die Untersuchungsbefunde seien die geklagten Symptome und Funktionseinbussen nur teilweise nachvollziehbar. Der Leidensdruck erscheine eher gering. Der nur bedarfsweise Analgetikabedarf sei diskrepant zu den an
gegebenen
ständigen starken Schmerzen. Es lägen keine somatischen Beschwer
den mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vor.
Es habe kein stimmiges Gesamtbild für ein IV-relevantes psychisches Leide
n aufgezeigt werden
können
. Aus medizi
nischer
Sicht
sei
eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
steigerbar ausge
wiesen. Die therapeutischen Optionen seien nicht ausgeschöpft und die Beschwer
deführerin habe keine Eingliederungsversuche unternommen. Es sei ihr daher trotz Beschwerden zumutbar, eine
r Erwerbstätigkeit nachzugehen (S. 2 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt
(
Urk.
1)
, wenn man die Indikatoren
BGE 141 V 281
richtig beurteile
– was näher dargelegt wird (S. 6 ff.)
-
und die offensichtlich vorhandenen Belastungsfaktoren berück
sichtige, sei eine 50%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auch rechtlich überwiegend wah
rscheinlich bewiesen, weshalb ih
r Anspruch auf eine IV-Rente zu Unrecht verneint worden sei. Die Gutachte
r
seien zur Einschätzung gelangt, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin könne sich frühestens nach 6 bis 12 Monaten verbessern. Retrospektiv seien sie zur Beurteilung gelangt, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin bis Ende 2014 gänzlich au
fgehoben gewesen sei. Ab Anfang
2015
habe sodann eine 50%ige Arbeitsfähigkeit be
standen, welche bis Mitte Oktober 2015 angehalten habe. Danach habe die Be
schwerdeführerin 70
%
gearbeitet bis zur psychischen Dekompensation Ende April 2016, womit sich die Arbeitsfähigkeit auf 30-50
%
reduziert habe. Während dem einmonatigen stationären Aufenthalt bis Ende Mai 2016 sei die Arbeits
fähigkeit gänzlich aufgehoben gewesen, was bis Februar 2017 angedauert habe. Danach sei von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (S. 13). Spätestens ab Januar 2015 habe die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine IV-Rente, ent
sprechend der attestierten Arbeitsunfähigkeit der Gutachter.
Wenn die Beschwer
de
gegn
erin davon ausgehe, der Zu
stand der Beschwerdeführerin la
sse sich mit einer zumutbaren und geeigneten Behandlung verbessern, wäre eine befristete Rente in Verbindung mit einer Auflage zur Durchführung einer Behandlung zu sprechen (S. 14).
2.3
Streitig und zu prüfen ist das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheits
schadens und der daraus abgeleitete Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leis
tungen der Invalidenversicherung.
3.
3.1
Der behandelnde Arzt, m
ed. pract.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie FMH, hielt in seinem Bericht vom
1.
März 2018 (
Urk.
11/95/1-6) keine Diagnosen mit oder ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (S. 1).
Zum ärztliche
n
Befund führte er aus, die Beschwerdeführerin sei nicht belastbar
,
psychisch, mental und körperlich
, und
knapp fähig
,
sich selbständig zu versorgen. Die Arbeitsunfähigkeit betrage seit März 2016 100
%
bis weiterhin
(S. 2). Auf
grund seiner Untersuchung sei die Beschwerdeführerin sowohl in einem den Be
hinderungen angepassten zweiten Arbeitsmarkt wie auch sicherlich im ersten Arbeitsmarkt vorläufig
100 %
arbeitsunfähig (S. 4).
3.2
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, sowie
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH
, vom
Y._
hielten in ihrem bidisziplinären Gutacht
en vom 26. September 2018 (Urk.
11/116/1-56) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (S. 6):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (F33.1)
-
Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen, paranoiden und selbstunsicheren Anteilen (F61.0)
Keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit massen sie folgenden Diagnosen zu (S. 6 f.):
-
Posttraumatische Femurkopfnekrose und beginnende Arthrose Hüfte rechts
-
Pseudoradikuläres Lumbalsyndrom beidseits bei moderaten Spondyl
arthrosen LWK 4/5
-
Knöchern konsolidierte dorsale Spondylodese BWK 11 - LWK 2
-
Geringe linkskonvexe thorakolumbale Skoliose
-
Senk-Spreizfuss beidseits
Zum Belastungsprofil führten d
ie Gutachter aus,
geeignet seien körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen der Brust- und Lenden
wirbelsäule. Des Weiteren seien regelmässige, gut strukturierte Tätigkeiten ohne besonderen Zeitdruck und ohne erhöhte Anforderungen an die emotionale Belast
barkeit geeignet. Zu vermeiden seien sehr unregelmässige Arbeitszeiten sowie Nachtschichten. Kundenkontakt sei möglich, vermieden werden sollten aber Tätig
keiten mit konflikthaften Kundenkontakten (z.B. Tätigkeit im Beschwerde
management; S. 7).
Die Experten äusserten sich auch zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und in einer leidensangepassten Tätigkeit
(S. 8 ff.
; Ziff. 4.7 und 4.8 sind inhaltlich identisch
)
. Die Beurteilung sei für den relevanten Zeitraum ab Juli 2013 erfolgt. Zu diesem Zeitpunkt werde von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin ausgegangen. Gemäss Unterlagen hätten zwar bereits ab Sommer 2013 gesundheitliche Beeinträchtigungen bestanden, zu einer psychischen Dekompen
sation und dann auch zur Attestierung einer Arbeitsunfähigkeit sei es aber erst nach der als sehr kränkend erlebten Kündigung am 3
0.
Oktober 2013 gekommen. Nach der Kündigung sei die Arbeitsfähigkeit aufgehoben gewesen. Im psychia
trischen Gutachten vom 2
9.
November 2014 werde bis Ende 2014 noch eine auf
gehobene Arbeitsfähigkeit gesehen, was insgesamt nachvollziehbar erscheine. Es sei damals eingeschätzt beziehungsweise prognostiziert worden, dass ab dem
1.
Januar 2015 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % vorliege,
dies sei auch eingetreten. Die damals prognostizierte weitere Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 100
%
bis Ende Januar 2015 sei aber zu optimistisch gewesen. Die Arbeitsfähigkeit habe sich nicht über 50
%
hinaus verbessert, dafür spreche auch eine Tätigkeit zu 50
%
als Bereiterin in einem Reitstall ab Ende März 2015 bis Mitte Mai 201
5.
Die Tätigkeit als Bereiterin sei in gegenseitigem Einvernehmen zu Ende gegangen. Aus dem Bericht des
C._
der
D._
vom 1
5.
Juni 2015 gehe hervor, dass die Beschwer
deführerin nach Arbeitsbeginn habe feststellen müssen, dass sich die Arbeits- und Vertragsbedingungen von dem vorher mündlich Kommunizierten unterschieden. Ferner sei im Arbeitsvertag nur eine Befristung bis 3
1.
Juli 2015 enthalten ge
wesen. Es sei daraufhin zu einer Auflösung des Arbeitsvertrages in gegenseitigem Einvernehmen gekommen, offensichtlich aus nicht-medizinischen Gründen. Auch nach Mitte Mai 2015 habe daher weiter eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
bestanden. Ab dem 1
9.
Oktober 2015 sei die Beschwerdeführerin zu 70
%
als Büroangestellte tätig gewesen. Spätestens ab diesem Datum habe die Arbeits
fähigkeit 70
%
betragen. Nach einer erneuten psychischen Dekompensation sei ab dem 2
9.
April 2016 eine stationäre psychiatrische Behandlung in
E._
erfolgt. Es werde daher eingeschätzt, dass die Beschwerdeführerin noch bis ca. März 2016 zu 70
%
arbeitsfähig gewesen sei; im April 2016
dürfte die Arbeits
fähigkeit nur noch im Bereich von 30
-
50% gelegen haben. Ab Eintritt in die Klinik in
E._
am 2
9.
April 2016 bis Ende der dortigen stationären Be
handlung am 2
2.
Mai 2016 sei die Arbeitsfähigkeit aufgehoben gewesen. Eine wesentliche Besserung sei nicht eingetreten, es sei eine «Weiterbehandlung auf einer Spezialstation
DBT
» empfohlen worden, welche dann vom 2
2.
August 2016 bis 3
0.
September 2016 in der
D._
,
F._
erfolgt sei
(S. 8)
. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit werde eingeschätzt,
dass die
se
über das Ende der stationären Behandlung in
E._
bis Ende der stationären Behandlung im
F._
am 3
0.
September 2016 aufgehoben geblieben sei. Im Bericht der
D._
,
G._
vom 15. November 2016 an die IV-Stelle werde mitgeteilt, dass sich die Beschwerdeführerin ab dem 1
7.
Oktober 2016 in der
H._
in Behandlung befinde.
Im Rahmen der Begutachtung
habe die Be
schwerdeführerin mitgeteilt, dass die dortige Behandlung über einen Zeitraum von vier Monaten erfolgt sei, also bis Mitte Februar 201
7.
Seitens der
D._
werde aktuell aber mitgeteilt, dass die Beschwerdeführerin diese Therapie so un
regelmässig wahrgenommen habe, dass nicht einmal ein Verlaufs- oder Austritts
bericht erstellt worden sei
. Bei aus diesem Grund fehlendem
Verlaufsbericht sei die Beurteilung des Verlaufs der Arbeitsfäh
igkeit sehr erschwert. Unter der Vor
aussetzung
, dass unabhängig von der nicht regelmässigen Teilnahme noch bis Ende der Behandlung in der Tagesklinik ein relativ ausgeprägtes Krankheitsbild vorgelegen habe, könne angenommen werden, dass die Arbeitsfähigkeit noch bis Mitte Februar 2017 weitgehend aufgehoben gewesen sei. Seit spätestens Mitte Februar 2017 dürfte aber die heutige Arbeitsfähigkeit von 50
%
vorliegen. Ab dem 2
3.
März 2017 sei für vier Wochen postoperativ
(OSG-Arthroskopie, Osteo
syn
thesematerial
entf
ernung Tibia und Fibula, S. 25 u
nten)
eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit der Beschwerdeführerin nachvollziehbar. Danach werde von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen. Ab dem 2
1.
August 2017 werde eine
100%ige
Arbeitsunfähigkeit für drei Monate postoperativ eingeschätzt. Ab Ende
November 2017 werde von einer erneuten 50%igen Arbeitsfähigkeit der Beschwe
r
deführerin ausgegangen (S. 8 ff.).
Die Gutachter präzisierten zud
em, dass die Arbeitsfähigkeit le
diglich von psychiatrischer Seite eingeschränkt werde (S. 10).
Zur Compliance
der Beschwerdeführerin führten s
ie
sodann aus,
es müsse fest
gestellt werden,
dass sie
zweimal wichtige ihr angebotene Therapiemassnahmen nicht beziehungsweise nicht ausreichend wahrgenommen habe. Im März 2013 habe die
Beschwerdeführerin
eine stationäre psychiatrische Behandlung im
I._
aufgenommen, diese aber bereits am dritten Behandlungstag wieder beendet (S. 10). Eine tagesklinische psychiatrische Behandlung ab dem
17. Oktober 2016 habe die Beschwerdeführerin so unregelmässig wahrge
nom
men
, dass gemäss
D._
nicht einmal ein diesbezüglicher Verlaufs- und Aus
trittsbericht erstellt worden sei (S. 11).
4.
4.1
Das eingeholte Gutachten (
Urk. 11/116/1-56; vgl.
E. 3.2 hiervor) beruht auf den erforderlichen Untersuchungen, ist für die streitigen Belange umfassend und wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den fallrelevanten Vorak
ten
(S. 13 ff.)
erstellt. Die Gutachter legten die medizinischen Zusammenhänge einleuchtend dar
(S. 4 ff.)
, beurteilten die medizinische Situation überzeugend und setzten sich mit den geklagten Beschwerden und dem Verhalten der Be
schwerdeführerin
(S. 23 ff, S. 42 ff.)
auseinander. Sie gelangten sodann zum aus
führlich
begründeten Schluss, dass die Beschwerdeführerin in ihrer ange
stam
mtem
sowie angepassten Tätigk
eit ab Ende November 2017 zu 50
% arbeitsfähig
ist (S.
8 f.)
. Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin war
bereits
vor November 2017 schwankend und betrug kaum je 100
%
.
Die Gutachter begründeten sodann
nachvollziehbar, inwiefern das Tätigkeitsprofil der Beschwerdeführerin anzu
passen
ist
. So führten sie aus, dass
Fähigkeitsstörungen in den Bereichen Durchhalte
fähigkeit, Flexibilität und Umstellungsfähigkeit sowie Selbstbehauptungsfähig
keit
bestehen
. Aufgrund der in den Akten erwähnten posttraumatisch
en Femur
kopfnekrose rechts
können
von orthopädisch-traumatologischer Seite
daher
nur körperlich leichte Tätigkeiten
empfo
hlen
werden
. Aufgrund der erfolgten dorsalen Spondylodese BWK11
-
LWK
2 sowie der moderaten degenerativen Verände
rungen im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule
sind
wechselbelastende Tätig
keiten ohne Zwangshaltungen der Brust- und Lendenwirbelsäule
geeignet
(
S. 7
)
.
Dies erscheint angesichts der geschilderten Befunde als schlüssig.
Insbesondere legte Dr.
A._
schlüssig dar, weshalb aus orthopädisch-traumatologischer Sicht keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit bestehen.
Er beschrieb verständlich, dass während der Untersuchung die Halswirbelsäule frei beweglich ohne Anhalt auf eine Reizung zervikaler Nervenwurzeln war. Im Bereich der ebenfalls frei beweglichen Brustwirbelsäule mit reizlosen Narbenverhältnissen nach Spondyl
odese erfolgten Druck- und Klopfschmerzangaben über den Costotransversal
ge
lenken 11 und 12 beidseits, die vermutlich
durch das in situ befindliche Spon
dylodesematerial bedingt sind. Hinweise auf eine Reizung thorakaler
und lum
baler
Nervenwurzeln
bestand
en
im Rahmen
der Untersuchung nicht
. Es
bestand
auch eine frei bewegliche Lendenwirbelsäule mit harmonischer Lordose.
Bei fehlender Angabe von Anlauf-, Belastungs- und Ruheschm
erzen sowie fehlender Schmerzang
aben während der Untersuchung, insbesondere bei der Innenrotation, konnte die Indikation zur Implantation einer Hüft-TEP rechts nicht nachvoll
zogen werden. Die Hüftbe
schwerde
n
wurden
vom
Gutachter eher als pseudoradi
kulär eingeschätzt. Auch das frei bewegliche linke Sprunggelenk war ohne Erguss, ohne Kapselschwellung und ohne Druckschmerzan
g
abe. Das ansonsten frei bewegliche rechte Ellenbogengelenk zeigte lediglich ein geringgradiges Streck
defizit von 5°, war ansonsten aber ohne Schwellung und ohne Druck
schmerzangabe
(
S. 29 f.
)
.
Das Gutachten entspricht damit
den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage (vgl. E.
1.
3
hiervor).
Vorliegend ist aufgrund der somatischen Vorbringen keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gegeben.
Umstritten ist hingegen, ob aufgrund der
gutachter
li
chen Beurteilung der
psychischen Beschwerden eine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit besteht.
4.2
Nach der Rechtsprechung ist es in sämtlichen Fällen gesundheitlicher Beein
trächtigungen, somit auch bei psychischen Störungen, keineswegs allein Sache der mit dem konkreten Einzelfall
(gutachterlich) befassten Arztpersonen, selber
abschliessend und für die rechtsanwendende Stelle (Verwaltung, Gericht) verbind
lich zu entscheiden
,
ob das medizinisch festgestellt
e
Leiden zu einer (andauernden oder vorü
berg
ehenden) Arbeitsunfähigkeit (bestimmter Höhe und Ausprägung)
führt. Aufgrund dieser tatsächlichen und rechtlichen Gegebenheiten hat die Recht
sprechung seit jeher die Aufgaben von Rechtsanwender und Arztperson im Rahmen der Invaliditätsbemessung wie folgt verteilt: Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu b
eschreiben, das heisst mit den
Mitteln fach
gerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Be
schwerden die Befund
e zu erheben und gestützt darauf
die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür Verwaltung und im Streitfall Gericht nicht kompetent sind. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu (BGE 140 V 193 E. 3.1 und 3.2). Von einer medizinischen Einschätzung der Arbeits
fähigkeit kann damit aus rechtlicher Sicht abgewichen werden, ohne dass ein - wie vorliegend grundsätzlich beweiskräftiges - Gutachten
dadurch seinen Beweis
wert verlöre (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_106/2015 vom
1.
April 2015 E. 6.3). Das Vorliegen einer allfälligen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gilt es
somit
nachfolgend zu prüfen.
4.3
Vorliegend ist die somatische Seite der gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin im Grundsatz nicht bestritten.
Uneinigkeit besteht
aber
bei der Beurteilung der Auswirkung der Diagnosen in psychiatrischer Hinsicht auf die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Während die Beschwerdegegnerin in Abweichung zum vorzitierten
Y._
-Gutachten gestützt auf eine durch
ge
führte
Res
sourcenprüfung eine relevante Beeinträchtigung verneinte (Urk. 11/122 S. 8 ff.), erachtet die Beschwerdeführerin die gutachterliche Einschätzung als verbindlich und eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % als ausge
wiesen (Urk. 1 S.
6
f
f
.). Anzumerken bleibt
, dass der Bericht von
Dr.
Z._
keine neuen
Erkenntnisse bringt bezüglich Diagnosen und deren Auswirkungen auf die Arbei
tsfähigkeit (E.
3.1), weshalb nicht weiter darauf einzugehen ist.
4.4
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Inva
lidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio
logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der ver
sicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
4.
5
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medi
zinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete
versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Janu
ar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
4.6
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
4.7
4.7
.1
Was den Komplex «Gesundheitssc
hädigung» respektive den Indika
tor
der «Aus
prägung der diagnoserelevanten Befunde» angeht, ist festzuhalten, dass nur dort, wo bereits in den Diagnosekriterien ein Bezug zum Schweregrad gefordert wird, ein solcher nicht erreichter Schweregrad gegebenenfalls bereits den Ausschluss einer krankheitswertigen Störung erlauben würde. Verallgemeinert auf sämtliche psychiatrischen Diagnosen angewendet, greift diese Auffassung jedoch zu kurz.
Fehlt in der Diagnose die Schweregradbezogenheit, zeigt sich die Schwere der Störung in ihrer rechtlichen Relevanz erst bei deren funktion
ellen Auswirkungen (vorgenannter
BGE 143 V 418 E. 5.2.2). Der Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin hat sich
nach
einer
Kündigung
der Arbeitsstelle
Ende
Oktober 2013
zunächst
verschlechtert
, konnte
aber
durch Eingliederungsmassnahmen
ab An
fang 2015
wieder verbessert werden
. I
m April 2016
kam es jedoch aufgrund einer erneuten psychischen Dekompensation zu einer Verschlechterung des Gesund
heitszustandes
. Die Beschwerdeführerin leidet nach Aussagen der Gutachter an einer
rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode
,
sowie an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen, paranoiden und selbstunsicheren Anteilen mit 50%iger Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. In Bezug auf den funktionellen Schweregrad erweist sich der Indikator der diagnoserelevanten Befunde damit als mittelgradig ausgeprägt. Psychosoziale Faktoren, welche rechtlich keine Invalidität zu begründen
vermö
gen
, sind zwar vorhanden, doch
zieht sich die Verschlechterung des vorliegenden psychiatrischen Krankheitsbildes gemäss
Dr.
B._
nun schon seit Oktober 2013
hin. Die Arbeitsunfähigkeit ist damit grundsätzlich auf ein psychisches Leiden mit Krankheitswert zurückzuführen.
4.
7
.2
Bezüglich des Indikators «Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder
–
resi
stenz
»
kann nicht von einer kontinuierlichen Verschlechterung ohne Behandlungserfolg gesprochen werden. Nachdem sich die Beschwerdeführerin im Juli 2014 zum Bezug von Rentenleistungen angemeldet hat, konnte per Februar 2015 die Arbeitsvermittlung erfolgreich abgeschlossen werden und die Beschwerde
füh
rerin
in der Folge
eine Stelle im Umfang von 70
%
antreten. Letztere musste schliesslich aufgrund einer Verschlechterung des Gesundheitszustands per April 2016
krankheitsbedingt
aufgegeb
en werden. Im
Y._
-Gutachten hält
Dr.
B._
jedoch auch
fest, dass die Beschwerdeführerin zweimal wichtige ihr angebotene Therapiemassnahmen nicht beziehungsweise nicht ausreichend wahrgenommen hat. Im März 2013 hat die Beschwerdeführerin eine stationäre psychiatrische Behandlung im
I._
aufgenommen, diese aber bereits am dritten Behandlungstag wieder beendet. Eine tagesklinische psychiatrische Be
handlung ab dem 1
7.
Oktober 2016
hat
die Beschwerdeführerin so unregelmässig wahrgenommen, dass gemäss
D._
nicht einmal ein diesbezüglicher Ver
laufs- und Austrittsbericht erstellt werden konnte (Urk. 11/116/52).
Dr.
B._
empfiehlt eine tagesklinische psychiatrische Behandlung mit regelmässiger Teil
nahme am Therapieprogramm. Er schätzt, dass durch diese Massnahme die Arbeitsfähigkeit um ca. 20
%
verbessert werden könnte (
Urk.
11/116/55).
Die Beschwerdeführerin befindet sich ausserdem seit 2013 in psychiatrischer Behand
lung bei
Dr.
Z._
. Aus dem von ihm eingereichten Arztbericht ist jedoch nicht ersichtlich, wie häufig die Behandlung stattfindet (vgl. E. 3.1 hiervor).
Somit kann festgehalten werden, dass die Compliance der Beschwerdeführerin durchaus verbesserungswürdig ist und die Arbeitsunfähigkeit mit geeigneten Massnahmen um ca. 20
%
verringert werden könnte.
Nichtsdestotrotz spricht dies nicht gegen eine derzeitige mittelgradige Ausprägung der Symptomatik
, welche auch vom Gutachter so angenommen wird
.
4.7
.3
Störungen fall
en
unabhängig von ihrer Diagnose bereits dann als rechtlich be
deutsame Komorbiditäten in Betracht, wenn ihnen im konkreten Fall ressourcen
hemmende Wirkung beizumessen ist (BGE 143 V 418 E. 8.1).
Vorliegend
sind
somatische
Gesundheitsschäden (E. 3.2 hiervor) ausgewiesen
, welchen zwar
keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in
angepasster sowie
adaptierter Tätigkeit zuerkannt
wurden,
die aber
als
krankheitswertige Störungen
dennoch
als «Komorbiditäten» zu berücksichtigen sind
(
Urk.
11/116/6)
.
4.
7
.4
Bei den Komplexen «Persönlichkeit» und «sozialer Kontext» ergibt sich Folgendes: Die Beschwerdeführerin ist ledig und hat keine Kinder. Sie wohnt alleine in einer 3.5-Zimmerwohnung und hat einen engen Kontakt zur Mutter, die in der Nähe wohnt. Die Mutter sieht sie fast täglich und
sie hat
ausserdem guten Kontakt zu einer Nachbarin, welche ihr auch bei schweren Hausarbeiten wie Wäsche waschen
hilft
. Von vielen Kolleginnen hat sie sich zurückgezogen, da sie diese nicht mit ihrer Situation belasten woll
t
e. Als einschneidendes Erlebnis kann der Tod ihres leiblichen Vaters im Jahr 2007 genannt werden. Die Beschwerdeführerin steht am Morgen zwischen 07.00 Uhr und 10.00 Uhr auf, trink
t
einen Kaffee,
liest
ein Buch oder Nachrichten auf ihrem iPad. Diverse Hausarbeiten und Einkäufe erledigt sie im Laufe des Tages und bekommt dabei teilweise Unterstützung. Mit ihrem Hund geht sie dreimal am Tag raus und spielt auch mit ihm. Sie kocht nicht regelmässig und isst auch öfters nur etwas Kaltes. Zwischen 23.00 Uhr und 01.00 Uhr geht sie schliesslich ins Bett
(vgl.
Urk.
11/116/44-45). Hinsichtlich ihrer Persönlichkeit zeigt die Beschwerdeführerin ausgeprägte emotional-instabile Anteile mit Span
nungszuständen sowie paranoiden und selbstunsicheren Persönlichkeitsanteilen.
Die Beschwerdeführerin verfügt zwar über soziale Ressourcen und ist fähig, einen Tagesablauf zu bewältigen. Es sind jedoch sowohl limitierende Persönlichkeits
merkmale als auch ein gewisser sozialer Rückzug erkennbar. Als Ressource ist die enge und im Alltag unterstützende Beziehung zur Mutter und zu einer Nachbarin anzusehen.
4.
7
.5
In der Kategorie «Konsistenz» zielt der Indikator «gleichmässige Einschränkung des Aktivität
en
niveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen» auf die Frage ab, ob die
diskutierte Einschränkung in Beruf und Erwerb (beziehungsweise bei Nichterwerbstätigen im Aufgabenbereich) einerseits und in den sonstigen Lebens
bereichen (z.B. Freizeitgestaltung) anderseits gleich ausgeprägt ist, wobei das Aktivitätsniveau der versicherten Person stets im Verhältnis zur geltend ge
machten Arbeitsunfähigkeit zu sehen ist (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 2
9.
Juni 2016 E. 4.1.1). Gemäss
oben ge
schil
dertem Tagesablauf
kann auf eine gewisse Beschränkung geschlossen werden
, was
auch von den Gutachtern festgestellt wurde.
Demnach sieht
sich die Beschwer
deführerin derzeit zu keinerlei beruflicher Tätigkeit in der Lage und
begründet
dies mit anstehenden Operationen (
Urk.
11/116/7).
Das
steht jedoch in Wider
spruch zu den angegebenen Aktivitäten in den Bereichen Freizeit und Haushalt, einschliesslich der angegebenen mögliche
n
Urlaubsrei
se
im August 2017 mit dem Auto,
obwohl es sich dabei lediglich um einen dreitägigen Aufenthalt in
Grau
bünden mit der Mutter gehandelt haben soll
(
Urk.
1 S. 12
).
Gleichmässige Ein
schränkungen des Aktivitätenniveaus in vergleichbaren Lebensbereichen bestehen
nicht, der entsprechende Leidensdruck erscheint ebenfalls eher gering. Der nur bedarfsweise Analgetikabedarf ist ebenfalls diskrepant zu den angegebenen star
ken Schmerzen. Die geklagten Symptome und Funktionseinbussen sind durch die Untersuchungsergebnisse nur zum Teil nachvollziehbar. Im Rahmen der gutach
terlichen Untersuchung haben jedoch keine Hinweise auf eine Aggravation
festgestellt werden können
.
In diesem Sinne
kann festgehalten werden, dass bei der Beschwerdeführerin eine
gewisse
Einschränkung
im Alltag
vorhanden ist,
aber
nicht in vollem Umfang.
V
orliegend
wird
jedoch eine Arbeitsunfähigkeit von 50
und nicht 100 % geltend gemacht
.
E
ine mittelgradige Einschränkung im All
tag
ist
durchaus nachvollziehbar
und das Aktivitätsniveau steht noch im Ver
hältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit.
4.
7
.6
Im Rahmen des Indikators „behandlungs- und eingliederungsanamnestisch aus
gewiesener Leidensdruck“ (zur Abgrenzung vom Indikator „Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz“ vgl. Michael E. Meier,
Ein Jahr Schmerz
rechtsprechung
S. 25 Rz 60) weist
die Inanspruchnahme von therapeu
tischen Optionen, das heisst das Ausmass, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliede
rungserfolg oder -resistenz unter dem Komplex „Gesundheits
schä
digung") auf
den tatsächlichen Leidensdruck hin. In ähnlicher Weise zu berück
sichtigen ist das Verhalten der versicherten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-) Eingliederung. Inkonsistentes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend gemachte
Einschränkung sei anders begründet als durch eine versicherte Gesundheitsbeeinträchtigung (BGE 141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.2).
Diesbezüglich kann auf vorstehende Ausführungen zur Therapie und Medikation verwiesen werden.
Ein
e
schlechte Compliance
kann
der Beschwerdeführerin
nicht abgesprochen werden. So hat sie insbesondere im März 2013 eine stationäre Behandlung im
I._
bereits am dritten Behandlungstag wieder abgebrochen
(
Urk.
11/116/51)
oder
die viermonatige tagesklinische Behandlung ab Oktober 2016 in der
H._
so unregelmässig wahrgenommen, dass nicht einmal ein Austritts- bzw. Verlaufsberic
ht erstellt werden konnte (Urk.
11/116/50).
Die Beschwerdeführerin hat damit
für sie
sehr wichtige Thera
piemassnahmen nur unzureichend genutzt.
In Anbetracht
aber
der bereits mehr
fach durchgeführten
übrigen
stationären sowie ambulanten
psychiatrischen Be
handlungen
, ist
insgesamt behandlungs- und
eingliederungsanamnestisch von einem mittleren Leidensdruck auszugehen.
4.7
.7
Bei gesamthafter Betrachtung über die massgeblichen Indikatoren ist
–
überein
stimmend mit den Gutachtern - eine medizinisch-gesundheitliche Anspruchs
grundlage, welche zur Anerkennung einer aus psychischen Gründen einge
schrän
kten Arbeitsfähigkeit in angestammter sowie angepasster Tätigkeit führt, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen.
5.
5.1
Vorweg ist festzuhalten, dass
Rentenleistungen erst dann auszurichten
sind
, wenn keine zumutbaren Eingliederungsmassnahmen mehr in Betracht fallen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_689/2019 vom 2
0.
Dezember 2019 E.
3.1 und Urteil 9C_108/2912 vom
5.
Juni 2012 E. 2.2.1). Der in der Invalidenversicherung geltende Grundsatz «Eingliederung vor Rente» bewirkt, dass die Rente hinter einer Eingliederungsmassnahme beziehungsweise dem damit verbundenen Taggeld zurücktritt (so
Art.
28
Abs.
1 lit. a IVG). Ein Rentenanspruch kann erst nach Beendigung der Eingliederungsmassnahmen entstehen, und zwar selbst dann,
wenn diese nur einen Teilerfolg
brachten oder scheiterten. Vor diesem Zeitpunkt
ist eine Invalidenrente, gegebenenfalls auch rückwirkend, nur zuzusprechen, wenn
die versicherte Person nicht oder noch nicht eingliederungsfähig ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_450/2019 vom 1
4.
November 2019 E. 3.3.1 mit Hinweis auf BGE
121 V 190 E.
4c, d und e
S.
192 ff.; auch Meyer/Reichmuth Recht
sprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3
.
Aufl. 2014 N. 7 zu Art. 28 IVG
).
Es steht fest, dass die Beschwerdeführerin
ab April 2015 bis
Ende
Februar
201
6
Integrationsmassnahmen zur beruflichen Eingliederung im Sinne von
Art.
14a IVG in Anspruch nahm, wofür ihr Taggelder
respektive infolge einer Anstellung per Oktober 2015 ein Lohn
ausgerichtet wurden
. Damit war die Beschwerde
führerin aus medizinischer Sicht eingliederungsfähig, sodass ein Rentenanspruch für diesen Zeitraum ohne Weiteres ausser Betracht fällt (
Art.
29
Abs.
2 IVG).
Nach ihrer Anmeldung bei der Invaliden
versicherung im Januar 2015 wäre
ein Renten
anspruch ab 1. Juli 2015 theoretisch möglich gewesen (Art. 29 Abs. 1 IVG); die Beschwerdeführerin hätte auch die Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1 IVG erfüllt (siehe E. 3.2 hiervor).
Im April 2016 verschlechterte sich
dann
der Gesundheits
zustand der Beschwerdeführerin erneut und
sie erhielt
die
Kündigung des Arbeits
verhältnisses.
Ein allfälliger Rentenanspruch besteht
so
mit frühestens ab
1.
April 2016.
5.2
D
e
r
Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin
verschlechterte sich
im April 2016 und
sie
begab sich ab 2
9.
April 2016 in eine stationäre psychiatrische Be
handlung in
E._
. Gemäss Gutachten
(Urk. 11/116)
ist die Arbeitsfähigkeit vom 2
9.
April 2016 bis 2
2.
Mai 2016 aufgehoben gewesen. Es wurde zudem ein
geschätzt, dass die Arbeitsfähigkeit über das Ende der stationären Behandlung in
E._
bis Ende der stationären Behandlung im
F._
am 3
0.
September 2016 aufgehoben geblieben ist
(
S.
8). Weiter nahm
en die Gutachter an, dass noch bis Ende der Behandlung in der
H._
ein relativ ausgeprägtes Krankheitsbild vorgelegen hat und die Arbeits
fähigkeit noch bis Mitte Februar 2017 weitgehend aufgehoben geblieben ist. Seit spätestens Mitte Februar 2017 dürfte dann aber die heutige Arbeitsfähigkeit von 50
%
vorliegen. Ab dem
2
3. März
2017 wurde durch die Gutachter
für
vier Wochen
postoperativ eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
festgelegt
sowie eben
falls vom 21. August 2017 für drei Monate
. Ab Ende November 2017 wird bis auf Weiteres zudem von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen (S. 9).
Die Verbesserung oder Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit ist zu berücksich
tigen, nachdem sie ohne
wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiter
hin andauern wird (
Art.
88a
Abs.
1 IVV).
Zusammenfassend ergeben sich bei der Beschwerdeführerin folgende
Erwerbsunfähigkeiten
: V
om
1.
April 2016
bis 3
1.
Juli 2017 (Ende April 2017 plus drei Monate)
100
%
, v
om
1.
August
2017
bis 3
0.
November 2017 (2
1.
August
2017
plus drei Monate) 50
%
und
v
om
1.
Dezember 2017 bis 2
8.
Februar 2018 (2
2.
November 2017 plus drei
Monate) wiederum 100
%
und
schliesslich vom 1.
März 2018 bis auf Weite
re
s 50
%.
5.
3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des Einkom
mens
vergleichs gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG grund
sätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Einzel
fall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen ge
nügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Pro
zentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog. Prozentvergleich; Urteil des Bun
des
gerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E. 10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E. 3a).
Der Invaliditätsgrad ist namentlich dann durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung der nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen bewerteten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Resultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die konkreten Verhältnisse so
liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und Invalideneinkommen die für den Umfang des Rentenanspruchs massgebenden Grenzwerte von 70, 60, 50 und 40 % (Art. 28 Abs. 2 IVG) eindeutig über- oder unterschreitet (Urteil des Bundes
gerichts 9C_492/2018 vom 24. Januar 2019 E. 4.3.2 mit Hinweis auf Urteil 8C_333/2013 vom 11. Dezember 2013 E. 5.3 mit Hinweisen).
Sind indessen Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabel
lenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung. Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn. Dies stellt keinen «Prozentvergleich» dar, sondern eine rein rechnerische Vereinfachung (Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2017 vom 19. Juni 2017 E. 4 unter Hinweis auf Urteil 9C_675/2016 vom 18. April 2017 E. 3.2.1).
5
.4
Die Beschwerdeführerin hatte gemäss eigenen Angaben vor den Eingliederungs
massnahmen als Büroangestellte ein Einkommen von
Fr.
5'600.-- pro Monat
erzie
lt
(
Urk.
11/12/2). Nach einer erfolgreichen Arbeitsvermittlung
durch die IV-Stelle
erhielt sie eine Anstellung in einem Pensum von 70
%
zu einem monat
lichen Einkommen von
Fr.
3'920.-- (
Urk.
11/43). Auf ein volles Pensum aufge
rechnet, ergibt das ebenfalls ein Einkommen von
Fr.
5'600
.
--
pro Monat
.
Da bei der Beschwerdeführerin die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in gleichem Umfang sowohl die angestammte als auch die angepasste Tätigkeit betrifft,
kann von dem gutachterlich dargelegten Grad der Arbeitsunfähigkeit direkt auf den Invaliditätsgrad geschlossen werden. Mit Blick auf die Tabelle
n
der Schwei
zerischen Lohnstrukturerhebung
2016
rechtfertigt sich ein solches Vorgehen eben
falls, da sich die Zahlen
im gleichen
Rahmen bewegen
und für die Beschwer
deführerin zu keinem Nachteil führen
.
D
i
e bereits festgestellte
n
Arbeitsun
fähig
keit
en
(vgl. E.
5.2 hiervor) entspr
e
ch
en
damit auch dem Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin. Auf einen
konkreten
Einkomm
ensvergleich unter Berück
sich
ti
gung
von
Validen- und Invalideneinkommen
kann
unter den gegebenen Umständen
verzichtet werden.
6.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch der Be
schwerdeführerin zu Unrecht verneint.
Die Beschwerdeführerin hat für die Zeit vom
1.
April 2016
bis 3
1.
Juli 2017 Anspruch auf eine ganze Rente, für die Zeit ab
1.
August 2017 bis 3
0.
November 2017 auf ein
e
halbe Rente, vom
1.
Dezember 2017
bis 2
8
.
Februar 2018
wiederum
auf eine ganze Rente und ab
1.
März
2018
Anspruch auf eine halbe Rente. Dies führt
zur
Gutheissung der Beschwerde
.
7.
7.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG), auf
Fr.
800.-- anzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerde
gegnerin aufzuerlegen
.
Damit erweist sich das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Pro
zessführung (
Urk.
1 S. 2) als gegenstandslos.
7.2
Aufgrund ihres Obsiegens steht der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin gestützt auf
Art.
61 lit. g ATSG und
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht (GSVGer) eine Parteientschädigung zu. Diese wird ohne Rück
sicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3 GSVGer) und ist ermessensweise auf
Fr.
2’5
00
.-- (inklusive Barauslage
n
und Mehrwertsteuer) festzusetzen.