Decision ID: 6e5b55c3-66ea-4614-aa28-58beb83ef5b6
Year: 2007
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 20.07.2007 Untersuchungsmaxime: Die Behörde hat den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, wobei sie aus eigener Initiative vorzugehen hat und Parteivorbringen nicht mit der Begründung abtun darf, diese seien nicht belegt worden. Ergänzt wird die Untersuchungsmaxime durch die Mitwirkungspflicht der Parteien. Art. 29 Abs. 2 BV: Die versicherte Person hat Anspruch darauf, dass das von ihr im Rahmen des rechtlichen Gehörs Vorgebrachte geprüft und gewürdigt wird. Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV: Eine Stelle gilt dann als zugesichert, wenn der Vertrag rechtlich und tatsächlich zustande gekommen ist. (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. Juli 2007, AVI 2007/19)
Vizepräsidentin Marie-Theres Rüegg Haltinner, Versicherungsrichterin Marie Löhrer,
Versicherungsrichter Franz Schlauri; a.o. Gerichtsschreiberin Luzia Engler
Entscheid vom 20. Juli 2007
In Sachen
B._,
Beschwerdeführer,
gegen
UNIA Arbeitslosenkasse, Sektion St. Gallen, Teufenerstrasse 8, 9001 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Einstellung in der Anspruchsberechtigung (Selbstkündigung)

hat das Versicherungsgericht in Erwägung gezogen:
I.
A.- a) B._ stellte per 1. Januar 2007 Antrag auf Arbeitslosenentschädigung. Zuvor
war er bei der A._ AG angestellt gewesen (act. G 3.1.1). Dieses Arbeitsverhältnis
hatte der Versicherte mit Schreiben vom 18. Oktober 2006 per 31. Dezember 2006
gekündigt (act. G 3.1.3). Im Antrag auf Arbeitslosenentschädigung gab der Versicherte
an, er habe sich mit der Geschäftspolitik nicht mehr identifizieren können und zum Teil
sei Mobbing betrieben worden (act. G 3.1.1).
b) In seiner Stellungnahme zum Kündigungsgrund vom 25. Januar 2007 machte der
Versicherte geltend, die Arbeitsbedingungen seien immer schwieriger geworden, sein
Umsatz sei kritisiert worden, obwohl er den höchsten Umsatz aller
Aussendienstmitarbeitenden ausweise, nach einem Fehler seinerseits bei einem
Kunden sei er im Büro vor allen Kollegen durch die Verwaltungspräsidentin
zusammengestaucht worden, man habe sich in Privatangelegenheiten eingemischt und
ihn an Wochenenden mehrmals in geschäftlichen Angelegenheiten angerufen. Weiter
weist er darauf hin, dass bei einem Bestand von zwölf Mitarbeitenden innerhalb von
circa 18 Monaten 13 Mitarbeitende den Betrieb verlassen hätten und der grösste Teil
dieser Abgänge durch unzumutbare Arbeitsbedingungen (Mobbing) begründet worden
sei. Die Arbeit an der Front sei zunehmend schwieriger geworden, weil Kunden durch
das Verhalten der Geschäftsleitung verärgert worden seien. Einige Angestellte seien zu
hohen Schadenersatzforderungen verklagt worden. Sein Dezemberlohn sei noch immer
ausstehend. Weiter nannte er namentlich vier Personen, denen es gleich ergangen sei
wie ihm. Jemandem sei von einem RAV abgeraten worden, bei der A._ AG eine Stelle
anzunehmen (act. G 3.1.5).
c) Mit Verfügung vom 1. Februar 2007 stellte die UNIA Arbeitslosenkasse den
Versicherten ab dem 1. Januar 2007 infolge selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für 25
Tage in der Anspruchsberechtigung ein (act. G 3.1.11).
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B.- a) Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte mit Schreiben vom 9. Februar
2007 Einsprache. Er machte geltend, er hätte per 3. Januar 2007 eine Stelle bei der
Firma C._ antreten können, wozu es aber wegen eines arbeitsrechtlichen Streits
zwischen seinem letzten Arbeitgeber und dieser Firma zumindest vorläufig nicht
gekommen sei (act. G 3.1.12). Es sei ihm vorerst ein mündlicher Vertrag zugesichert
worden; die schriftliche Formulierung hätte im Januar 2007 erfolgen sollen (act. G
3.1.15).
b) Mit Einspracheentscheid vom 21. Februar 2007 wies die UNIA Arbeitslosenkasse die
Einsprache ab. Der Versicherte habe keinen Vertrag vorlegen können und die
Zusicherung einer neuen Stelle erstmals in der Einsprache vorgebracht. Zudem handle
es sich bei dieser Aussendiensttätigkeit um ein eher spezielles Arbeitsverhältnis mit
variablen Entschädigungen (act. G 3.1.16).
C.- a) Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde vom 24. Februar
2007. Der Beschwerdeführer macht geltend, es sei für ihn unverständlich, dass der
Tatbestand der Unzumutbarkeit für die UNIA Arbeitslosenkasse nicht zureichend sei.
Weiter verweist er auf ein Schreiben des RAV-Beraters, wonach ein Telefonat mit der
UNIA stattgefunden habe, gemäss welchem ihm geglaubt werde, dass er eine
Arbeitsstelle gehabt hätte (act. G 1).
b) In der Beschwerdeantwort vom 1. März 2007 führt die Beschwerdegegnerin
insbesondere aus, kein Mobbing aus den Akten herauslesen zu können. Die neue Stelle
habe der Beschwerdeführer erst am 18. Januar gemeldet. Im Zeitpunkt der Kündigung
sei dem Beschwerdeführer noch keine anderweitiger Arbeitsvertrag zugesichert
gewesen (act. G 3).
D.- In der Replik vom 26. März 2007 wiederholt der Beschwerdeführer die in der
Beschwerde gemachten Ausführungen (act. G 5).
II.
1.- a) Nach Art. 30 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (SR 837.0; AVIG) ist eine
versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes
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Verschulden arbeitslos ist. Selbstverschuldet ist die Arbeitslosigkeit namentlich dann,
wenn die versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus aufgelöst hat, ohne
dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihr das Verbleiben an der
Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (Art. 44 Abs. 1 lit. b der Verordnung über
die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [SR
837.02; AVIV]). Im Bereich der freiwilligen Stellenaufgabe findet das
sozialversicherungsrechtliche Schadenminderungsprinzip seine Grenze bei der
Zumutbarkeit (Art. 16 Abs. 2 AVIG). Eine Stelle, die im Sinne von Art. 16 Abs. 2 AVIG
unzumutbar und damit von der Annahmepflicht ausgenommen ist, kann der
versicherten Person auch nicht zum Beibehalten zugemutet werden.
b) Im Weiteren ist bei der Prüfung der Frage, ob eine Sanktion wegen Selbstaufgabe
der Stelle im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV zulässig ist, das Übereinkommen Nr.
168 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über die Beschäftigungsförderung
und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (SR 0.822.726.8;
nachfolgend Übereinkommen) zu beachten, das für die Schweiz am 17. Oktober 1991
in Kraft getreten ist. Nach Art. 20 lit. c des Übereinkommens können Leistungen der
Arbeitslosenversicherung verweigert, zum Ruhen gebracht oder gekürzt werden, wenn
die zuständige Stelle festgestellt hat, dass die betreffende Person ihre Beschäftigung
ohne triftigen Grund ("sans motif légitime") freiwillig ("volontairement") aufgegeben hat.
Diese staatsvertragliche Norm ist im Einzelfall direkt anwendbar (BGE 124 V 236 f. E.
3c) und geht den nationalen Bestimmungen für den Erlass einer Einstellungsverfügung
vor. Damit dürfen bei einer völkerrechtskonformen Auslegung von Art. 44 Abs. 1 lit. b
AVIV an die Zumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz keine überhöhten
Anforderungen gestellt werden; insbesondere sind bei der Zumutbarkeitsprüfung auch
subjektive Beweggründe der versicherten Person zu berücksichtigen (JACQUELINE
CHOPARD, Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Diss. Zürich 1998, S. 80).
Wie auch das Bundesgericht festgehalten hat, kann nicht von einer freiwilligen
Beschäftigungsaufgabe im Sinne des Übereinkommens gesprochen werden, wenn
eine versicherte Person für das Verlassen der Stelle legitime Gründe zu nennen vermag
(BGE 124 V 238 E. 4b/aa).
c) Im Sozialversicherungsprozess, welcher von der Untersuchungsmaxime beherrscht
wird, tragen die Parteien in der Regel eine objektive Beweislast nur insofern, als im
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Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 125 V 195 E. 2, 117
V 264 E. 3b). Es handelt sich dabei nicht um die Beweisführungslast, sondern um die
Beweislast. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es unmöglich ist, im
Rahmen der Untersuchungsmaxime auf Grund einer Beweiswürdigung den Sachverhalt
zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
entsprechen (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 7. November
2006 [C 193/06], E. 1, mit Hinweisen auf BGE 117 V 264 E. 3b und Urteil vom 27. April
2006, C 97/05). Nach der Untersuchungsmaxime hat die Behörde den
rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, wobei sie aus eigener
Initiative vorzugehen hat und Parteivorbringen nicht mit der Begründung abtun darf,
diese seien nicht belegt worden. Ergänzt wird die Untersuchungsmaxime durch die
Mitwirkungspflicht der Parteien (BGE 117 V 263 f. E. 3b).
d) Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (SR 101; BV) haben die Parteien
Anspruch auf rechtliches Gehör. Dieser Anspruch umfasst die Rechte der Parteien auf
Teilnahme am Verfahren und auf Einflussnahme auf den Prozess der Entscheidfindung.
Bevor die Behörde einen Entscheid trifft, der in die Rechtsstellung der Einzelnen
eingreift, hat sie diese davon in Kenntnis zu setzen und ihnen Gelegenheit zu geben,
sich vorgängig zu äussern. Das Recht angehört zu werden ist formeller Natur, so dass
eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ungeachtet der Erfolgsaussichten der
Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung bzw.
des angefochtenen Einspracheentscheids führt. Jedoch kann nach der
Rechtsprechung eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung als geheilt gelten,
wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu
äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Die
Heilung eines allfälligen Mangels soll aber die Ausnahme bleiben (BGE 126 V 131 f. E.
2b).
e) Wesentlicher Bestandteil des verfassungsrechtlichen Gehörsanspruchs ist die
Begründungspflicht. Diese soll es den Parteien ermöglichen, sich über die Tragweite
des Entscheids ein Bild zu machen. Was eine versicherte Person im Rahmen des
rechtlichen Gehörs vorgebracht hat, hat die Verwaltung zu prüfen und zu würdigen. Ob
die Verwaltung dieser Prüfungspflicht nachgekommen ist, ergibt sich aus der
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Begründung ihres Entscheids. Darin muss die Verwaltung zu den vorgebrachten
Argumenten und Anträgen Stellung nehmen, wobei sie sich nicht mit jedem Argument,
dem sie nicht zu folgen vermag, ausdrücklich auseinander zu setzen braucht. Es
genügt, wenn sich aus den Erwägungen ergibt, dass und warum sie die Darstellung
einer versicherten Person für nicht stichhaltig erachtet (BGE 124 V 181 E. 1a;
REINHOLD HOTZ, St. Galler Kommentar zu Art. 29 BV, Rz 34 mit Hinweisen). Die
Begründungspflicht als Teil des rechtlichen Gehörs gilt sowohl für die Verfügung (Art.
49 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [SR 830.1; ATSG]) wie auch für den Einspracheentscheid
(Art. 52 Abs. 2 ATSG).
2.- a) Im vorliegenden Verfahren steht fest, dass der Beschwerdeführer sein
Arbeitsverhältnis bei der A._ AG am 18. Oktober 2006 per 31. Dezember 2006
gekündigt hat. Umstritten ist die Zusicherung einer neuen Stelle vor der
Selbstkündigung im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV. Unbestritten ist in diesem
Zusammenhang, dass bezüglich der neuen Stelle kein schriftlicher Arbeitsvertrag
existiert. Grundsätzlich kann ein Arbeitsvertrag auch mündlich abgeschlossen werden
(OR 320). Ist ein Vertrag zustande gekommen, so bindet er die Parteien und kann im
Regelfalle nicht mehr einfach einseitig abgeändert werden, es sei denn, dies sei so
vorgesehen. Als zugesichert gilt eine Stelle dann, wenn der Arbeitsvertrag tatsächlich
und rechtlich zustande gekommen ist (THOMAS NUSSBAUMER,
Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XIV,
Soziale Sicherheit, 2. Aufl., Rz 832 mit Hinweisen).
b) Der Beschwerdeführer macht in der Einsprache vom 9. Februar 2007 geltend, er
hätte bei der Firma C._ per 3. Januar 2007 eine Stelle antreten können (act. G
3.1.12). Auf Nachfrage seitens der Beschwerdegegnerin konnte er keinen schriftlichen
Arbeitsvertrag vorlegen, jedoch ein Schreiben mit Datum vom 6. Februar 2007, in dem
die Firma C._ ihm mitteilt, sie sehe sich gezwungen, seine "Anstellung (...) per 3.
Januar 2007" auf Grund eines gerichtlichen Streits mit seinem ehemaligen Arbeitgeber
"auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben" (act. G 3.1.13). Der Beschwerdeführer
selber schreibt, es sei ihm "vorerst ein mündlicher Arbeitsvertrag zugesichert" worden
und "die schriftliche Formulierung sollte im Jan. 2007 erfolgen" (act. G 3.1.15). Ob
damit ein (mündlicher) Vertrag im Sinne eines bindenden Rechtsgeschäfts zustande
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gekommen ist, bleibt unklar. Eher für das Zustandekommen spricht, dass der
potentielle neue Arbeitgeber von "verschieben" schreibt. Dass dieser den
Anstellungstermin offensichtlich mit einem einfachen Schreiben einseitig verschieben
konnte, spricht hingegen wieder eher gegen das Zustandekommen.
Die Beschwerdegegnerin verneint das Zustandekommen eines Vertrags unter anderem
mit terminlichen Argumenten. Einerseits habe der Beschwerdeführer die neue Stelle
trotz Kündigung im Oktober 2006 erst in der Einsprache (9. Februar 2007), nicht aber
im Rahmen des rechtlichen Gehörs (25. Januar 2007) erwähnt. Sodann seien die
Meldungen der neuen Stelle an das RAV und an die Arbeitslosenkasse erst mit Datum
vom 18. Januar 2007 erfolgt. Als Grund für die "Verschiebung" des Vertrages gebe der
Beschwerdeführer einen seit Dezember 2006 dauernden und folglich erst nach der
Kündigung vom 18. Oktober 2006 begonnenen Streit zwischen den Arbeitgebern an
(act. G 3.1.16). Damit deutet die Beschwerdegegnerin möglicherweise an, dass für den
potentiellen neuen Arbeitgeber im Zeitpunkt der Kündigung kein Grund bestanden hat,
keinen schriftlichen Vertrag abzuschliessen. Da aber grundsätzlich auch ein mündlicher
Vertrag ausreicht, widerspricht der Verzicht auf Schriftlichkeit dem Zustandekommen
eines Vertrages nicht. Weiter argumentiert die Beschwerdegegnerin, bei der
Aussendiensttätigkeit des Beschwerdeführers handle es sich um ein eher spezielles
Arbeitsverhältnis mit variablen Entschädigungen, weshalb die Kasse davon ausgehe,
dass bei der Kündigung kein Anstellungsvertrag vorgelegen habe (act. G 3.1.16). Wie
der Zusammenhang zwischen variabler Entschädigung und fehlendem Vertrag geartet
ist, wird nicht dargelegt.
Obwohl einige Indizien gegen die genügende Zusicherung der Stelle sprechen, hat die
Beschwerdegegnerin die Verneinung ihrer Existenz nicht schlüssig begründet.
Mindestens zeitweise scheint man der Argumentation des Beschwerdeführers seitens
RAV und eventuell auch seitens der Beschwerdegegnerin denn auch Glauben
geschenkt zu haben, schreibt doch der RAV-Berater nach einem Telefonat mit der
Beschwerdegegnerin am 20. Februar 2007 dem Beschwerdeführer, man glaube ihm
grundsätzlich (wenn auch vorbehältlich der Vertragsvorlage), dass er eine Stelle
zugesichert gehabt habe (act. G 1.4). Um in Nachachtung der Untersuchungsmaxime
mehr Licht in die Angelegenheit zu bringen, wäre eine Anfrage beim potentiellen,
künftigen Arbeitgeber angezeigt gewesen. Die Beschwerdegegnerin hat jedoch
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bezüglich Existenz, Zeitpunkt und Verpflichtungsgrad der umstrittenen Zusicherung
keinerlei weitere Abklärungen vorgenommen.
3.- a) Neben der Zusicherung einer neuen Stelle ist umstritten, ob dem
Beschwerdeführer der weitere Verbleib an der bisherigen Arbeitsstelle zumutbar
gewesen wäre. Der Beschwerdeführer macht insbesondere Mobbing (act. G 1) geltend;
die Arbeitsbedingungen seien immer schwieriger geworden, sein Umsatz sei kritisiert
worden, er sei vor allen Kollegen zusammengestaucht worden, man habe sich in
Privatangelegenheiten eingemischt und ihn an Wochenenden mehrmals in
geschäftlichen Angelegenheiten angerufen. Weiter weist er auf eine hohe, grossteils mit
Mobbing begründete Fluktuation bei den Mitarbeitenden hin. Die Arbeit an der Front sei
zunehmend schwieriger geworden, weil Kunden durch das Verhalten der
Geschäftsleitung verärgert worden seien. Einige Angestellte seien zu hohen
Schadenersatzforderungen verklagt worden. Weiter nennt er namentlich vier Personen,
denen es gleich ergangen sei wie ihm. Jemandem sei von einem RAV davon abgeraten
worden, bei der A._ AG eine Stelle anzunehmen (act. G 3.1.5).
b) Die Beschwerdegegnerin hat keinen der vom Beschwerdeführer im Rahmen des
rechtlichen Gehörs vorgebrachten Gründe für die Unzumutbarkeit des weiteren
Verbleibs an der Stelle näher geprüft. Sie setzt sich denn auch weder in der
Begründung der Verfügung noch in derjenigen des Einspracheentscheids damit
auseinander. Daran vermag die Berücksichtigung "der eingereichten Unterlagen, Mail
und Kundenreklamation" im Rahmen einer tiefen Ansetzung des Einstellmasses (act. G
3.1.11) nichts zu ändern, denn im Falle des Vorhandenseins einer Unzumutbarkeit des
weiteren Verbleibs ist eine Einstellung infolge Selbstkündigung überhaupt nicht
möglich. Für die Vornahme von Abklärungen hat der Beschwerdeführer ausserdem
verschiedene Anknüpfungspunkte geliefert, denen die Beschwerdegegnerin in
Nachachtung der Untersuchungsmaxime hätte nachgehen müssen. So wäre es
angebracht gewesen, die ehemalige Arbeitgeberin mit den vom Beschwerdeführer
gemachten Vorwürfen zu konfrontieren oder präzisere Belege einzufordern. Auch hätte
die Beschwerdegegnerin bei den genannten ehemaligen Mitarbeitenden oder dem in
jenen Fällen zuständigen RAV nachfragen können, wie sie die Situation beim
ehemaligen Arbeitgeber einschätzen und warum. Indem sie gänzlich darauf verzichtete,
nähere Abklärungen vorzunehmen, hat die Beschwerdegegnerin die
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Untersuchungsmaxime verletzt. Die fehlende Auseinandersetzung mit den vom
Beschwerdeführer vorgebrachten Gründen verletzt überdies dessen Anspruch auf
rechtliches Gehör.
4.- Zusammenfassend ist die Beweiserhebung der Beschwerdegegnerin lückenhaft
und verstösst damit gegen den Untersuchungsgrundsatz. Bezüglich der Frage der
Zumutbarkeit des Verbleibs an der gekündigten Stelle basiert der Einspracheentscheid
ausserdem auf einer Verletzung des rechtlichen Gehörs. In Anbetracht dieser
verfahrensrechtlichen Mängel des angefochtenen Entscheides ist es geboten, anstelle
von ergänzenden Abklärungen durch das Gericht die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese den Sachverhalt vervollständigt und
gegebenenfalls neu verfügt (EVG-Urteil C 116/04 vom 22. Dezember 2004 E. 2.2).
5.- a) Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde teilweise
gutzuheissen und der Einspracheentscheid vom 21. Februar 2007 aufzuheben. Die
Sache ist an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme ergänzender Abklärungen im
Sinne der Erwägungen und zum allfälligen Erlass einer neuen Verfügung
zurückzuweisen.
b) Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG