Decision ID: 89634fb3-8ef9-51ce-a5d8-d2ee03f35e30
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
Z._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Sutter, Haus Eden, Paradiesweg 2,
Postfach, 9410 Heiden,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1955 geborene Z._ war über die Arbeitslosenkasse bei der Suva
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 21. September 1999
mit grosser Last sehr hohe Tritte hochsteigen musste und dabei plötzlich auf der
ganzen rechten Seite einen Schmerz verspürte (act. G 5.4/1). Dr. med. A._,
Allgemeine Medizin, diagnostizierte im Bericht vom 21. Oktober 1999 eine
Schulterkontusion rechts mit funktionellen Störungen. Der Röntgenbefund ergab keine
ossären Läsionen, jedoch erhebliche Zeichen einer Schulterarthrose (act. G 5.4/2). Die
Suva anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte die entsprechenden
Versicherungsleistungen.
A.b In der Folge wurden der Suva weitere Unfälle gemeldet. Am 7. Mai 2007 wurde
der Versicherte von einem rückwärts fahrenden Personenwagen angefahren (act. G
5.6/1). Dr. med. B._, Allgemeinarzt und FMH Chirurgie, diagnostizierte im Arztzeugnis
vom 7. September 2007 eine Distorsion und Prellung der rechten Schulter (act. G
5.6/2). Nach einem am 10. Oktober 2007 erlittenen Autounfall stellte Dr. B._ die
Diagnose einer HWS-Distorsion. Auch für diese beiden Unfälle erbrachte die Suva die
gesetzlichen Versicherungsleistungen.
A.c Am 8. November 2007 wurden in der Radiologie Stephanshorn u.a. eine
erhebliche Insertionstendinopathie der Supraspinatussehne mit komplett
durchgehender Ruptur sowie eine Läsion der Subscapularissehne mit wahrscheinlich
komplett durchgehender Ruptur festgestellt. (act. G 5.4/25).
A.d Mit Verfügung vom 12. Dezember 2007 stellte die Suva die Leistungen betreffend
den Unfallereignissen vom 7. Mai und 10. Oktober 2007 per 31. Dezember 2007 ein, da
die noch bestehenden Beschwerden nicht mehr unfallbedingt, sondern ausschliesslich
krankhafter Natur seien (act. G 5.4/28). Die Verfügung ist unangefochten in Rechtskraft
erwachsen.
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A.e In den Schreiben vom 8. und 15. Februar 2008 meldete der Rechtsvertreter des
Versicherten der Suva die im Arthro-MRI vom 8. November 2007 festgestellte Ruptur
der Supraspinatussehne als Rückfall zum Unfallereignis im Jahr 1999 (act. G 5.4/31
und 33).
A.f Mit Verfügung vom 27. Februar 2008 lehnte die Suva ihre Leistungspflicht für die
geltend gemachten Schulterbeschwerden mit der Begründung ab, dass gemäss
ärztlicher Beurteilung vom 10. und 18. Dezember 2007 kein sicherer oder
wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zum Unfall vom 21. September 1999 bestehe
(act. G 5.4/36). Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache wies die Suva mit
Einspracheentscheid vom 21. Juli 2008 ab (act. G 5.4/42).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt Dr. iur.
Peter Sutter, Heiden, im Namen des Versicherten eingereichte Beschwerde vom 4.
September 2008 mit den Anträgen, der Einspracheentscheid vom 21. Juli 2008 sei
aufzuheben und es seien dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen aus dem
UVG weiterhin zu erbringen, eventualiter sei die Angelegenheit zur Vornahme weiterer
Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Zur Begründung wird im Wesentlichen ausgeführt, dass die
Beschwerdegegnerin weiterhin die Beweislast für den Wegfall der Unfallkausalität
trage. Der Beschwerdeführer sei im Unfallzeitpunkt erst 44 Jahre alt gewesen, weshalb
die Ruptur kaum von degenerativen Veränderungen verursacht worden sei. Selbst
wenn die Beweislast nicht der Beschwerdegegnerin obliegen würde, könnte sie sich
ihrer Leistungspflicht nicht einfach mit dem Hinweis auf die Beurteilung ihres
Kreisarztes entledigen. Aufgrund der gegenteiligen Auffassung von Dr. B._ hätte sie
betreffend der Unfallkausalität weitere Abklärungen tätigen müssen, zumal es im
Rahmen einer histologischen Untersuchung möglich sei, die Kausalität einwandfrei zu
klären.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 10. November 2008 beantragt die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Das Ereignis vom 21. September
1999 entspreche bei genauer Betrachtung keinem Unfall im Sinn des Gesetzes. Für die
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Annahme eines Unfalls fehle es an der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors,
weshalb für den als Rückfall geltend gemachten Schulterschaden keine
Leistungspflicht bestehe. Selbst bei Annahme eines Unfallereignisses sei die Suva
nicht leistungspflichtig, da zwischen dem gestützt auf das MRI vom 8. November 2007
geltend gemachten Schulterschaden und dem Ereignis im Jahr 1999 nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit ein natürlicher Kausalzusammenhang bestehe. Die
Symptome seien im Jahr 1999 als mild bezeichnet worden, es hätten bereits vor dem
21. September 1999 erhebliche Vorzustände bestanden, der Beschwerdeführer sei ab
21. Oktober 1999 bis Ende 2007 voll arbeitsfähig gewesen und für diesen Zeitraum
seien keinerlei Brückensymptome dokumentiert. Sodann sei eine
Rotatorenmanschettenläsion mit dem Arthro-MRI vom 8. November 2007 nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt. Es sei vielmehr auf eine Degeneration der
langen Bizepssehne zu schliessen.
B.c Mit Replik vom 12. Dezember 2008 hielt der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers unverändert an den gestellten Anträgen fest. Mit der Replik legte er
zusätzlich den MRI-Bericht vom 8. November 2007, einen Bericht von Dr. med. C._,
Facharzt medizinische Radiologie FMH, St. Gallen, vom 22. Oktober 2008 und einen
Bericht aus dem Internet über die Rotatorenmanschettenruptur ins Recht. Aufgrund
dieser Berichte sei entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin eine Ruptur der
Manschette sehr wohl ausgewiesen. Die Ruptur werde denn auch im Januar 2009
operiert. Das beschriebene Verletzungsbild könne gar nicht allein durch degenerative
Veränderungen ausgelöst werden. Sodann liege beim Unfallhergang - überwinden
eines überhohen Treppentritts - durchaus ein äusserer Faktor vor, weshalb das
Tatbestandsmerkmal des Unfallbegriffs gegeben sei.
B.d Mit Duplik vom 15. Januar 2009 hielt auch die Beschwerdegegnerin an ihrem
Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest. In Ergänzung zur Beschwerdeantwort
führte sie aus, dass auch die Berufung auf eine unfallähnliche Körperschädigung
ausgeschlossen sei. Dem Bericht von Dr. C._ vom 22. Oktober 2008 komme bei der
Beurteilung keinerlei Bedeutung zu.

Erwägungen:
1.
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Streitig und zu prüfen ist im vorliegenden Fall, ob die Beschwerdegegnerin es zu Recht
abgelehnt hat, für die ab Februar 2008 erneut geklagten Schulterbeschwerden
Versicherungsleistungen zu erbringen.
2.
2.1 Die gesetzlichen und verordnungsmässigen Grundlagen zur Leistungspflicht der
Unfallversicherung bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten (Art.
6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]) sowie bei
Rückfällen und Spätfolgen versicherter Ereignisse (Art. 11 der Verordnung über die
Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]) hat die Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Einspracheentscheid korrekt dargelegt. Ebenfalls zutreffend sind ihre Ausführungen zur
natürlichen und adäquaten Kausalität zwischen Gesundheitsschaden und versichertem
Unfall als Haftungsvoraussetzung sowie die massgeblichen Beweisgrundsätze samt
den Verweisen auf die jeweils einschlägige Rechtsprechung. Darauf kann verwiesen
werden.
2.2 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung
des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Der Grundsatz gilt jedoch nicht
uneingeschränkt. Er findet sein Korrelat in der Mitwirkungspflicht der Parteien. Der
Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast
begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen eine Beweislast aber insofern, als im Fall
der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Das Gericht stellt auf jene
Sachverhaltsdarstellung ab, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die
wahrscheinlichste würdigt. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts
genügt den Beweisanforderungen nicht (BGE 117 V 360 E. 4a mit Hinweisen, BGE 126
V 360 E. 5b).
3.
3.1 Der Beschwerdeführer betrachtet das Unfallereignis vom 21. September 1999 als
ursächlich für die vorliegend zur Diskussion stehenden Schulterbeschwerden. Die
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Beschwerdegegnerin ist hingegen der Auffassung, dass kein natürlicher
Zusammenhang gegeben ist. Sodann führt sie in der Beschwerdeantwort zum ersten
Mal aus, dass bei genauer Betrachtung das Ereignis vom 21. September 1999 keinen
Unfall im Rechtssinn darstelle. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass die
Beschwerdegegnerin das Ereignis im Jahr 1999 ohne grössere Abklärungen als Unfall
akzeptiert und die entsprechenden Versicherungsleistungen erbracht hatte. Zum
jetzigen Zeitpunkt ist anhand der Aktenlage eine rückwirkende Prüfung, ob das Ereignis
einen Unfall im Sinn des Gesetzes darstellte, nicht möglich. Insbesondere ist aufgrund
der vorliegenden Akten nicht überprüfbar, ob allenfalls ein Unfall im Sinn einer
Überanstrengung vorliege und dadurch das für den Unfallbegriff notwendige Kriterium
der Ungewöhnlichkeit erfüllt wäre. Diesbezüglich wären für eine Beurteilung weitere
Abklärungen notwendig. Allerdings sind zum jetzigen Zeitpunkt von solchen
Abklärungen keine verlässlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb die
Beschwerdegegnerin an ihren damaligen Entscheid gebunden und beim Ereignis vom
21. September 1999 von einem Unfall im Rechtssinn auszugehen ist.
3.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass die Beschwerdegegnerin die
Beweislast für den Wegfall der Unfallkausalität trage. Dieser Auffassung kann nicht
beigepflichtet werden. Vielmehr obliegt es dem Leistungsansprecher, das Vorliegen
eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem als Rückfall oder Spätfolge
postulierten Beschwerdebild und dem Unfall nachzuweisen. Nur wenn die
Unfallkausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, entsteht eine erneute
Leistungspflicht des Unfallversicherers. Je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem
Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere
Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen
Kausalzusammenhangs zu stellen (Urteil 8C_102/2008 des Bundesgerichts vom 26.
September 2008, E. 2.2). Obwohl die Beschwerdegegnerin den Abschluss des
Grundfalls nicht schriftlich mitgeteilt hat, ist vorliegend von einem Rückfall und nicht
von einem andauernden Grundfall auszugehen. Gemäss Rechtssprechung des
Bundesgerichts kann nämlich auch ein Rückfall vorliegen, ohne dass der versicherten
Person der Fallabschluss mitgeteilt wurde, wenn zu einem bestimmten Zeitpunkt keine
Leistungen mehr zur Diskussion standen. In dieser Konstellation ist entscheidend, ob
zum damaligen Zeitpunkt davon ausgegangen werden konnte, es werde keine
Behandlungsbedürftigkeit und/oder Arbeitsunfähigkeit mehr auftreten. Dies ist im
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Rahmen einer ex-ante-Betrachtung unter Berücksichtigung der konkreten Umstände zu
beurteilen. Dabei kommt der Art der Verletzung und dem bisherigen Verlauf eine
entscheidende Rolle zu: Lag ein vergleichsweise harmloser Unfall mit günstigem
Heilungsverlauf vor, welcher nur während relativ kurzer Zeit einen Anspruch auf
Leistungen begründete, wird tendenziell eher von einem stillschweigend erfolgten
Abschluss auszugehen sein als nach einem kompliziert verlaufenen Heilungsprozess
(Urteil 8C_102/2008 des Bundesgerichts vom 26. September 2008, E. 4.1). Die
Voraussetzungen für einen stillschweigenden Fallabschluss sind vorliegend erfüllt. Die
Beschwerdegegnerin verweist diesbezüglich zu Recht auf den Arztbericht von Dr. A._
vom 9. Dezember 2000 (act. G 5.4/23). Den vorliegenden Akten sind ab diesem Bericht
bis ins Jahr 2007 keine weiteren unfallbedingten medizinischen Berichte zu entnehmen.
Somit hat der Beschwerdeführer nachzuweisen, dass mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit ein Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 21. September
1999 und den erneut geklagten Schulterbeschwerden vorliegt.
4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin führt in der Beschwerdeantwort aus, dass eine
Rotatorenmanschettenläsion mit dem Arthro-MRI vom 8. November 2007 nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sei. Die Frage, ob vorliegend von einer
Rotatorenmanschettenruptur auszugehen ist, braucht nicht abschliessend beurteilt zu
werden, da die folgenden Erwägungen zeigen werden, dass selbst bei Annahme einer
solchen Ruptur kein natürlicher Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 21.
September 1999 gegeben ist.
4.2 Der Kreisarzt der Suva, Dr. med. D._, Facharzt FMH für Chirurgie, teilte am 18.
Dezember 2007 Dr. B._ telefonisch seine Einschätzung betreffend die
Schulterproblematik mit (act. G 5.4/30). Bezüglich der Situation im Jahr 1999 sei wohl
eine Verletzung der Schulter beschrieben, die Symptome seien allerdings als mild
taxiert worden. Im Übrigen habe der Beschwerdeführer anschliessend weiter
gearbeitet. Er habe ein Berufsleben mit Belastungen der Schultern auch in den oberen
Winkelgraden hinter sich. Aufgrund des Verlaufs sei ein Zusammenhang zwischen dem
Unfallereignis von 1999 und der festgestellten Rotatorenmanschettenruptur im Jahr
2007 bestenfalls möglich, jedoch keinesfalls überwiegend wahrscheinlich. Unter
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Berücksichtigung, dass eine akute Rotatorenmanschettenruptur von Schmerzen und
Funktionseinschränkungen begleitet werde, sei nicht nachvollziehbar, weshalb der
Beschwerdeführer anschliessend in seinem gerade auch die rechte Schulter
belastenden Beruf habe weiter arbeiten können. Dieser Umstand grenze den möglichen
Zusammenhang weiter ein, sodass letztendlich ein Zusammenhang zwischen der
Rotatorenmanschettenruptur, wie sie im November 2007 festgestellt worden sei, und
dem Unfallereignis vom Jahr 1999 als unwahrscheinlich taxiert werden müsse. Viel
wahrscheinlicher hingegen sei das Vorliegen degenerativer Veränderungen im
Schulterbereich, was über eine inaktivitätsbedingte Dekompensation der Situation
schlussendlich zu der beschriebenen Symptomatik geführt habe.
Dr. B._ teilte im Schreiben vom 8. April 2008 (act. G 5.4/38) mit, dass der
Beschwerdeführer seit dem Jahr 1999 ständig Schulterschmerzen gehabt und
trotzdem gearbeitet habe. Eine Untersuchung der rechten Schulter durch moderne
Bildmethoden sei nicht durchgeführt worden. Es sei bekannt, dass auch mit einer
Rotatorenmanschettenruptur weiter gearbeitet und Sport betrieben werden könne. Im
Unfallzeitpunkt sei der Beschwerdeführer 44 Jahre alt gewesen, weshalb die
Rotatorenmanschettenruptur nicht durch Degeneration entstanden sei.
In einer ärztlichen Beurteilung vom 4. November 2008 (act. G 5.4/45) führte Dr. med.
E._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, Suva Versicherungsmedizin, aus,
dass das Ereignis vom September 1999 grundsätzlich schon geeignet gewesen wäre
für eine Verletzung der Rotatorenmanschette, nicht zuletzt auch aufgrund sofortiger
Schmerzen. Es gäbe allerdings keinerlei brauchbare Daten dafür, dass es damals zu
einer solchen Verletzung gekommen sei. Dr. B._ habe zu Recht darauf hingewiesen,
dass eine Rotatorenmanschettenruptur nicht zwangsläufig ein Grund für Invalidität oder
Arbeitsunfähigkeit in einem manuellen Beruf sein müsse. Zutreffend sei auch, dass der
Beschwerdeführer mit 44 Jahren für eine degenerative Totalläsion von einer oder von
zwei Sehnen an der Rotatorenmanschette noch zu jung sei. In dieser Lebensdekade
seien erst Partialrupturen häufig. Zusammenfassend sei festzuhalten, dass aufgrund
des ungenügenden Arthro-MRI eine Ruptur der Supraspinatus- und
Subscapularissehne nicht ausgeschlossen, aber auch nicht mit Zuverlässigkeit
diagnostiziert werden könne. Die klinische Untersuchung der Schulter in diesem
Zeitraum habe keine klaren Hinweise auf eine Rotatorenmanschettenruptur ergeben.
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Mit hoher Wahrscheinlichkeit liege indessen eine Degeneration der langen Bizepssehne
mit Subluxation im Sulcus vor, was eine schmerzbedingte Einschränkung der
Schulterfunktion erklären könnte. Dabei handle es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit
um eine mono-traumatische oder durch mehrere einzelne Ereignisse entstandene
Veränderung. Selbst wenn die im Arthro-MRI vom 8. November 2007 festgestellten
Signalveränderungen einer transmuralen Ruptur der Supraspinatussehne und einer
kranialen Ruptur der Subscapularissehne entsprechen würden, so wären die der Suva
gemeldeten Unfallereignisse, ganz besonders dasjenige vom 21. September 1999, sehr
unwahrscheinliche Verursacher dafür.
4.3 Die ärztliche Beurteilung von Dr. E._ basiert auf der Würdigung sämtlicher
vorhandener Vorakten. Insbesondere berücksichtigte er neben den Unfallakten auch
diejenigen der Invalidenversicherung. Diesbezüglich führte Dr. E._ aus, dass die
medizinischen Dokumente der Invalidenversicherung klinisch keine brauchbaren
Hinweise auf eine Rotatorenmanschettenruptur ergeben würden. Die einzige
schulterorthopädische Untersuchung habe einen normalen Schulterstatus und negative
klinische Tests in Bezug auf eine Läsion von Sehnen der Rotatorenmanschette
ergeben. Aufgrund der Vorakten konnte sich Dr. E._ somit ein vollständiges Bild über
Anamnese, Verlauf und den gegenwärtigen Status machen. Aufgrund des lückenlosen
Untersuchungsbefunds war ein Aktengutachten ohne weiteres zulässig, da es
sämtliche rechtsprechungsgemässen Anforderungen erfüllte (vgl. PVG 1996, 265 Erw.
3b). Da der Bericht schlüssig erscheint, nachvollziehbar begründet sowie in sich
widerspruchsfrei ist und keine Indizien gegen seine Zuverlässigkeit sprechen, ist er
auch als Bericht eines versicherungsinternen Arztes beweiskräftig (BGE 125 V 351
E. 3b/ee S. 353f. mit Hinweis). Das Schreiben von Dr. B._ vom 8. April 2008 vermag
die schlüssige Beurteilung von Dr. E._ ebenfalls nicht zu entkräften, zumal sich Dr.
B._ nicht explizit zu einem möglichen Kausalzusammenhang äussert. Der Bericht von
Dr. E._ legt somit nachvollziehbar dar, dass, wenn von einer
Rotatorenmanschettenruptur ausgegangen werde, ein Kausalzusammenhang zum
Unfallereignis zwar nicht gänzlich ausgeschlossen werden könne, allerdings als sehr
unwahrscheinlich erscheine. Auch die übrigen festgehaltenen Schulterbeschwerden
können nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf ein Unfallereignis,
insbesondere dasjenige vom 21. September 1999, zurückgeführt werden, es stelle als
Ursache lediglich eine Möglichkeit von mehreren dar.
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4.4 Dem Eventualantrag des Beschwerdeführers, die Angelegenheit zur Vornahme
weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, ist nicht
stattzugeben. Da nicht anzunehmen ist, dass weitere medizinische Abklärungen für die
Beurteilung des vorliegend relevanten Sachverhalts neue Erkenntnisse bringen, kann
darauf verzichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 94 Erw. 4b;
Pra 88 Nr. 117; SVR-UV 1996 Nr. 62.211).
4.5 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass aufgrund der schlüssigen
Beurteilung von Dr. E._ ein Kausalzusammenhang zwischen den erneut geklagten
Schulterbeschwerden und dem Unfallereignis vom 21. September 1999 zwar möglich,
nicht aber überwiegend wahrscheinlich ist, weshalb die Beschwerdegegnerin die
gesetzlichen Versicherungsleistungen zu Recht verweigert hat. Diese Beurteilung steht
zudem im Einklang mit der geltenden Rechtsprechung, wonach umso strengere
Anforderungen an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen
Kausalzusammenhangs zu stellen sind, je grösser der zeitliche Abstand zwischen
Unfall und Eintritt der gesundheitlichen Störung ist (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 Erw.
1c). Der angefochtene Entscheid vom 21. Juli 2008 lässt sich deshalb nicht
beanstanden.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG