Decision ID: 01529cb7-90c1-469c-a405-aaec220076ce
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
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Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Prof. Dr. Hardy Landolt, Schweizerhofstrasse 14,
Postfach 568, 8750 Glarus,
und
B._,
Beigeladene,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons
St. Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Ergänzungsleistung zur IV
Sachverhalt:
A.a Für die EL-Bezügerin B._ füllte ihre Beiständin am 6. Oktober 2011 ein Formular
zur periodischen Überprüfung der Ergänzungsleistungen zur IV aus. Die
beiden Kinder der Bezügerin seien fremdplatziert (Akten B._, fortan bezeichnet als
Doss. A, act. 5). Ab Juni 2011 hatte sich der Ergänzungsleistungsbetrag auf monatlich
Fr. 1'463.-- (Fr. 1'286.-- ordentliche und Fr. 177.-- ausserordentliche
Ergänzungsleistungen) belaufen. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen
hatte den Anspruch für sie als Alleinstehende berechnet (Doss. A act. 12 f.). - Für ihre
1994 geborene Tochter A._, für welche sie eine IV-Kinderrente beanspruchen kann
und die in einem Heim für Kinder und Jugendliche (enthalten im Verzeichnis der Kinder-
und Jugendheime sowie sozial- und heilpädagogischen Pflegefamilien des Amtes für
Soziales, Departement des Innern des Kantons St. Gallen, und der Interkantonalen
Vereinbarung für soziale Einrichtungen, IVSE, angeschlossen) lebt, richtete die
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Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen gemäss einer Anpassungsverfügung
vom 25. August 2011 (Akten A._, fortan Doss. B, act. 18 f.) ab 1. September 2011
(Herabsetzung in Berücksichtigung des Hinzukommens eines Lehrlingslohns)
ordentliche Ergänzungsleistungen von Fr. 7'311.-- pro Monat aus. Dieser Anspruch
wurde für das Kind separat berechnet. Als Ausgaben wurden die IPV von Fr. 1'056.--,
eine Tagestaxe von Fr. 270.-- (pro Jahr Fr. 98'550.--; bei einer tatsächlichen Taxe von
Fr. 309.15 pro Tag; vgl. Doss. B act. 25) und persönliche Auslagen von Fr. 6'360.--
angerechnet. Als Einnahmen wurden der vorgesehene Anteil an einem
Erwerbseinkommen von Fr. 8'173.--, die IV-Kinderrente von Fr. 8'028.-- und
familienrechtliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 2'040.-- berücksichtigt.
A.b Mit Schreiben vom 28. Dezember 2011 (Doss. B act. 13) teilte die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen der für das Kind zuständigen
Amtsvormundschaft mit, mit einem Nachtrag vom 20. Dezember 2011 zur Verordnung
über die nach Ergänzungsleistungsgesetz anrechenbare Tagespauschale sei eine
Lücke geschlossen und festgelegt worden, dass für Kinder, die in anerkannten Heimen
lebten, für die Heimkosten eine Tagespauschale von höchstens Fr. 33.-- (als Abgeltung
für Kost und Logis) berücksichtigt werden könne. Die Kosten für Betreuung würden
künftig nicht mehr berücksichtigt. Die Ergänzungsleistung müsse deswegen
herabgesetzt werden. - Mit Verfügung vom 28. Dezember 2011 (Doss. B act. 11 f.)
setzte die Sozialversicherungsanstalt den EL-Anspruch für das Kind ab 1. Januar 2012
auf monatlich Fr. 104.-- herab. Als IPV wurden neu Fr. 1'080.-- und als Tagestaxe
Fr. 33.-- (pro Jahr Fr. 12'045.--) angerechnet (daneben blieb es bei den persönlichen
Auslagen von Fr. 6'360.--).
A.c Gegen diese Verfügung erhob das Sozialamt (inzwischen Soziale Dienste) der
C._ im eigenen Namen am 27. Januar 2012 vorsorglich Einsprache und beantragte
eine Aufhebung der Verfügung (Doss. B act. 5). In der Ergänzung vom 12. März 2012
(Doss. B act. 2) legte der in der Folge beigezogene Rechtsvertreter für das Amt dar,
nach der Praxis des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen habe Kindern mit
einem Kinderrentenanspruch bisher eine Tagestaxe von Fr. 270.-- zugestanden, neu
stehe ihnen gemäss der Verordnungsänderung vom 20. Dezember 2011 lediglich noch
eine solche von Fr. 33.-- zu. Für Waisen in einem Kinder- oder Jugendheim dagegen
sei in der Verordnung eine Tagespauschale von Fr. 270.-- vorgesehen worden. Die
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Herabsetzung um rund 90 % und die unterschiedliche Festlegung für Kinder mit
Kinderrentenanspruch und für Waisen seien in mehrfacher Hinsicht
bundesrechtswidrig. Die Aufgabe der Ergänzungsleistungen bestehe darin,
Anspruchsberechtigte vor einer Sozialhilfebedürftigkeit zu bewahren. Das gelte für alle
nach Art. 4 bis 6 ELG Anspruchsberechtigten, insbesondere für Heimbewohner. Das
Sozialhilfeverbot gelte von Bundesrechts wegen auch für Institutionen zur Förderung
der Eingliederung von invaliden Personen, wie Art. 7 Abs. 1 IFEG zeige. Die
vorgesehene Kürzung bewirke, dass anspruchsberechtigte Kinder ohne Waisenstatus
automatisch sozialhilfebedürftig würden, wenn sie sich in einem Heim aufhielten. Die
um 90 % divergierende Leistungsgewährung für die beiden Gruppen von Kindern
verletze das Gleichbehandlungsgebot und diskriminiere die Nichtwaisen aufgrund ihrer
sozialen Stellung, denn für den Unterschied lasse sich kein vernünftiger Grund finden.
Es gehe dem Kanton nur darum, hohe Heimkosten auf die Gemeinden zu verlagern;
das sei nicht schützenswert. Massgebliches Unterscheidungskriterium müsse der
Betreuungsbedarf sein. Gemäss einem Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 11. August 2009 seien betreuungsbedürftige Kinder analog zu
pflegebedürftigen Erwachsenen zu behandeln, für die in jedem Fall
sozialhilfeausschliessende Taxen gelten würden. Die Herabsetzung verletze auch den
Grundsatz von Treu und Glauben, habe doch erwartet werden dürfen, dass die damals
begründete Gerichtspraxis im Rahmen des Verordnungserlasses beachtet werde und
weiterhin eine Taxe von Fr. 270.-- beansprucht werden könne. Die Delegationsnorm
von Art. 4 Abs. 1 ELG/SG gestatte dem Regierungsrat nicht, die Tagestaxen nach
Gutdünken festzulegen. Sie auf einen blossen Betrag für die Kosten für Kost und Logis
zu beschränken, verletze das Willkürverbot.
A.d Am 10. Februar 2012 war die inzwischen volljährig gewordene, verbeiständete
(Doss. B act. 9), Anspruch auf eine Kinderrente begründende Tochter der EL-Bezügerin
aus dem Heim ausgetreten (Doss. A act. 1).
A.e Mit Entscheid vom 20. April 2012 wies die Sozialversicherungsanstalt die Ein
sprache ab (als Einsprecherin wurde statt des Sozialamtes die kinderrentenauslösende
Person, vertreten durch das Sozialamt bezeichnet). Ein Kind eines Rentenbezügers sei
selbst nicht EL-anspruchsberechtigt und könne daher aus dem Erfordernis der
Deckung des Existenzbedarfs nichts für sich selber ableiten. Waisenrentenbezüger
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hingegen seien originär anspruchsberechtigt. Für die unterschiedliche Handhabung sei
daher sehr wohl ein Grund ausgewiesen. Das EL-System sei im Heimbereich
grundsätzlich auf die Ansprüche von Menschen mit Behinderung und von Betagten
ausgerichtet. Weitere Heimkosten, die durch die Fremdplatzierung von Kindern EL-
berechtigter Personen entstünden, seien mit dem EL-Zweck nicht vereinbar. Deshalb
seien die anrechenbaren Kosten ab Januar 2012 auf die Beiträge von
Unterhaltspflichtigen (Kost und Logis und persönliche Auslagen) beschränkt worden.
Die Übernahme der weiteren Unterbringungs- und Betreuungskosten erfolge nach
Art. 43 des Sozialhilfegesetzes, damit also für alle nach derselben Systematik und
unabhängig von einer allfälligen EL-Berechtigung der Eltern, soweit sie nicht durch die
Eltern gedeckt werden könnten. Auch wenn die Änderung lediglich eine Verschiebung
der Kostenübernahme durch die staatlichen Kostenträger mit sich bringe, biete sie eher
Gewähr, dass kostengünstigere Lösungen bei der Unterbringung gesucht würden. Die
EL-Durchführungsstelle habe keine Möglichkeit, auf den Platzierungsort Einfluss zu
nehmen. Die Höhe des zu entrichtenden Betrages sei wohl überlegt und keinesfalls
willkürlich festgesetzt worden. Die Verordnung sei im Übrigen dem Bundesamt für
Sozialversicherungen unterbreitet worden, welches sie als bundesrechtskonform
betrachtet habe. Es liege weder ein Anwendungsfall des Vertrauensschutzes noch ein
widersprüchliches oder rechtsmissbräuchliches Verhalten vor. Die Privaten könnten
nicht ohne weiteres auf den Fortbestand eines Gesetzes vertrauen, sondern müssten
mit dessen Revision rechnen. Erst recht stehe das Prinzip des Vertrauensschutzes
einer Änderung der durch richterrechtliche Schliessung einer Gesetzeslücke geltenden
Rechtslage nicht entgegen.
B.
Gegen diesen Einspracheentscheid erhebt Rechtsanwalt Prof. Dr. iur. Hardy Landolt
namens der den Kinderrentenanspruch auslösenden Person am 11. Mai 2012
Beschwerde. Der Rechtsvertreter beantragt, der Einspracheentscheid sei aufzuheben
und es sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin ab 1. Januar 2012 weiterhin
Anspruch auf Übernahme einer Tagestaxe von Fr. 270.-- habe, eventuell sei die
Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die auf den 1. Januar
2012 in Kraft gesetzte Herabsetzung der Tagestaxe sei in mehrfacher Hinsicht
bundesrechtswidrig. Der Grundsatz, dass Anspruchsberechtigte vor einer
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Sozialhilfebedürftigkeit bewahrt werden müssten, gelte für alle nach Art. 4 bis und mit 6
ELG Anspruchsberechtigten, insbesondere für Pflegeheimbewohner. Auch Kinder- und
Jugendheime würden unter den EL-rechtlichen Heimbegriff fallen, weshalb das mit der
neuen Pflegefinanzierung bzw. dem neuen Finanzausgleich seit 1. Januar 2011
gesetzlich verankerte Sozialhilfeverbot für alle Heimbewohner gelte, ferner auch für
Institutionen zur Förderung der Eingliederung von invaliden Personen. Die
Verordnungsbestimmung verletze mit ihrer Herabsetzung der Taxe um 90 % das
Existenzsicherungsgebot. Ob die Kinder einen direkten oder lediglich abgeleiteten
Anspruch auf Ergänzungsleistungen hätten, sei unmassgeblich. Ein zwingender Grund
für die Unterscheidung zwischen direkt und indirekt anspruchsberechtigten Kindern
bestehe nicht. Aus Gründen der rechtsgleichen Behandlung sollten alle Personen, die
in einem Heim lebten und - sei es direkt oder indirekt - Anspruch auf
Ergänzungsleistungen hätten, dieselben Tagestaxen beanspruchen können. Von der
kantonalen Rechtsprechung von 2009 abzuweichen, bestehe kein Anlass. Wenn nur
behinderte und betagte Heimbewohner Anspruch auf eine Sozialhilfe ausschliessende
Tagestaxe hätten, würden konsequenterweise auch Waisen, die ja nicht behindert und
nicht betagt seien, keine solche Tagestaxe beanspruchen dürfen. Das sei aber gerade
der Fall. Eine Privilegierung Behinderter und Betagter lasse sich aus dem
Gesetzgebungsauftrag in Art. 8 Abs. 4 BV nicht ableiten. Es könne nicht der Sinn von
Art. 10 Abs. 2 lit. a ELG sein, dass nur Pflege-, nicht aber Alters-, Jugend- und
Kinderheim-Bewohner eine Sozialhilfebedürftigkeit ausschliessende Tagestaxe be
anspruchen dürften. Die Beschwerdeführerin habe in guten Treuen damit rechnen
dürfen, dass die gerichtliche Praxis in der Verordnungsbestimmung beachtet werde.
Die Delegationsbefugnisse dürften nicht verfassungs- bzw. bundesrechtswidrig
ausgefüllt werden. Wolle der Regierungsrat die vom kantonalen Versicherungsgericht
als stellvertretendem Gesetzgeber geschaffene Praxis ändern, müsse er hierfür
wichtige Gründe geltend machen können. Diese sachlichen Gründe müssten umso
gewichtiger sein, je länger die als falsch oder nicht mehr zeitgemäss erkannte
Rechtsanwendung als zutreffend erachtet worden sei. Eine Praxisänderung lasse sich
nur begründen, wenn die neue Lösung besserer Erkenntnis des Gesetzeszwecks,
veränderten äusseren Verhältnissen oder gewandelten Rechtsanschauungen
entspreche. Diese Voraussetzungen seien vorliegend nicht erfüllt.
C.
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Die Beschwerdegegnerin hat am 25. Mai 2012 die Abweisung der Beschwerde be
antragt.
D.
D.a Am 6. Dezember 2012 hat die Gerichtsleitung der Mutter der Beschwerdeführerin
und EL-Bezügerin Gelegenheit gegeben, zur Beschwerde Stellung zu nehmen und im
Verfahren Parteirechte wahrzunehmen. Sie hat sich nicht vernehmen lassen.
D.b Mit Schreiben vom 22. März 2013 hat die Gerichtsleitung den Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin um Einreichung verschiedener Unterlagen ersucht, namentlich um
den Beschluss der Vormundschaftsbehörde über die Heimunterbringung, den
Unterbringungsvertrag mit dem Wohnheim, einen Beleg zum Beitrag der
unterhaltspflichtigen Eltern und die Heimrechnungen der Monate Dezember 2011 und
Januar 2012. Am 19. April 2013 reichte der Rechtsvertreter eine Kostengutsprache des
Amtes für Soziales des Departements für Inneres und Militär des Kantons St. Gallen für
die Beschwerdeführerin vom 28. Oktober 2003, den Beschluss der
Vormundschaftsbehörde vom 15. September 2003, die Heimrechnungen für die Zeit
vom Oktober 2011 bis Februar 2012, die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt/IV-
Stelle des Kantons St. Gallen vom 18. Juli 2002 über die ordentliche IV-Kinderrente für
die Beschwerdeführerin ab 1. August 2002 und ein Schreiben der Sozialen Dienste der
C._ an ihn (den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin) vom 18. April 2013 ein. -
Auf Anfrage vom 8. Mai 2013 nach der Berechnung des "Beitrags gesetzlicher
Kostenträger" gab das Amt für Soziales des Departements des Innern des Kantons
St. Gallen (als Verbindungsstelle IVSE) dem Gericht am 13. Mai 2013 zur Antwort, für
die Jahre 2010 und 2011 seien Drittleistungen in der Höhe von Fr. 98'880.-- gemeldet
worden. Fr. 7'896.-- pro Jahr habe die IV-Kinderrente betragen, Fr. 90'984.-- seien
Ergänzungsleistungen gewesen. Auf den Kalendertag umgerechnet würden die
Drittbeiträge Fr. 270.90 ausmachen, nach Abzug von Fr. 25.-- Kostgeld noch
Fr. 245.90. Dieser Betrag beziffere die Kostenbeteiligung durch Dritte an der
Leistungsabgeltung über das Kostgeld hinaus. Der Beitrag der Unterhaltspflichtigen (an
der Leistungsabgeltung) betrage Fr. 25.-- pro Tag. Von der Sozialhilfe übernommene
Beiträge der Unterhaltspflichtigen würden "weiterverrechnet". Die zuständige politische
Gemeinde trage nach Art. 43 Sozialhilfegesetz seit dem 1. Januar 2012 zwei Drittel der
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Leistungsabgeltung nach Abzug der Beiträge der Unterhaltspflichtigen sowie der
weiteren gesetzlichen Kostenträger sowie die Beiträge der Unterhaltspflichtigen, wenn
diese nicht leistungsfähig seien. Im Jahr 2012 hätten die gemeldeten Drittleistungen
Fr. 9'276.-- (davon Fr. 8'028.-- IV-Kinderrente und Fr. 1'248.-- EL) ausgemacht, bei 366
Tagen pro Kalendertag Fr. 25.35 und abzüglich der Fr. 25.-- Kostgeld also Fr. --.35.

Erwägungen:
1.
1.1 Mit dem angefochtenen Entscheid vom 20. April 2012 hat die Beschwerdegegnerin
eine Einsprache gegen ihre Verfügung vom 28. Dezember 2011 abgewiesen, wonach
inhaltlich betrachtet der EL-Bezügerin, welche Anspruch auf eine Invalidenrente der IV
samt Kinderrente hat, für ihre Tochter (die Beschwerdeführerin), welche den
Kinderrentenanspruch begründet, ab 1. Januar 2012 nur noch ein EL-Anspruch von
monatlich Fr. 104.-- (anstelle der bisher ausgerichteten Fr. 7'311.-- pro Monat) zustehe.
Die Verfügung hatte die Ergänzungsleistung allerdings dem Wortlaut gemäss der
Tochter zugesprochen und keinen Hinweis darauf enthalten, dass es sich um eine
Anordnung über den EL-Anspruch der Mutter handelte, welche diejenige über den für
sie selber berechneten Anspruch ergänzte; wie der Einspracheentscheid wurde der
Anspruchsberechtigten die Verfügung weder eröffnet noch in Kopie zugestellt. Die
Anspruchsberechtigte wurde indessen nun beigeladen.
1.2 Gemäss Art. 59 ATSG ist jede Person beschwerdelegitimiert, die durch den
Einspracheentscheid berührt ist und die ein schutzwürdiges Interesse an dessen
Aufhebung oder Änderung hat. Die Beschwerdelegitimation ist nicht auf die
anspruchsberechtigten Personen beschränkt. Da Gegenstand des Verfahrens ein für
sie gesondert zu berechnender (unten E. 2.2) Anteil des Ergänzungsleistungsanspruchs
ihrer Mutter ist, ist die Beschwerdeführerin legitimiert (so die Entscheide des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S B. vom 11. März 2008, EL 2007/37,
und i/S A. vom 9. Juni 2010, EL 2009/50). Das Bundesgericht leitet die
Beschwerdebefugnis daraus ab, dass eine Person berechtigt ist, die Anmeldung für
den betreffenden Anspruch vorzunehmen. Diese Befugnis kommt den Kindern eines
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Berechtigten nach Art. 20 Abs. 1 ELV in Verbindung mit Art. 67 Abs. 1 AHVV zu (BGE
138 V 292).
1.3 Für die Beurteilung ist die Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt des EL-Anspruchs
ab Januar 2012 (bei Erlass der Verfügung im Dezember 2011 und Einspracheentscheid
im April 2012) massgeblich. Spätere Rechtsänderungen (etwa die Änderung des ZGB
vom 19. Dezember 2008 betreffend Erwachsenenschutz, Personenrecht und
Kindesrecht, in Kraft ab 1. Januar 2013) sind nicht anwendbar. Dass die eine
Kinderrente auslösende Beschwerdeführerin im Februar 2012 aus dem Heim
ausgetreten ist, hat im vorliegenden Verfahren unberücksichtigt zu bleiben; dieser
Umstand wird Gegenstand eines weiteren Anpassungsverfahrens bilden (bzw. gebildet
haben).
1.4 Für die den Kinderrentenanspruch auslösende, bei Beschwerdeerhebung
volljährige Beschwerdeführerin ist am 27. Januar 2012 eine Beistandschaft errichtet
worden. Die Beistandschaft (nach Art. 394 ZGB) wird von der Amtsvormundschaft
D._ ausgeübt (Doss. B act. 9). Der Beistand hat kraft seines Amtes Vertretungsmacht
von Gesetzes wegen (vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S S.
vom 11. Juli 2001, P 48/99 E. 1a) und kann auch ohne oder gegen den Willen der
verbeiständeten Person handeln (Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, Zürich/
Basel/ Genf 2007, Affolter/Steck/Vogel, N 2 zu Art. 417 ZGB; vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S S. vom 14. Juni 2010, IV 2009/312).
Der Beistand, welcher den Rechtsvertreter für die Beschwerdeführerin beauftragt hat,
besitzt die Zustimmung der Vormundschaftsbehörde zur Prozessführung, wie sie
gemäss Art. 367 Abs. 3 ZGB in Verbindung mit Art. 421 Ziff. 8 ZGB erforderlich ist.
Dass die Beschwerdeführerin nicht (über alle Instanzen) durchgehend am Verfahren
beteiligt war, rechtfertigt kein Nichteintreten (so der Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. November 2003, IV 2003/54-Z).
Auf die Beschwerde ist daher, da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind
(namentlich auch die Beschwer, selbst wenn die überschiessenden Kosten anderweitig
gedeckt sein
sollten; vgl. unten E. 11.7), eingetreten werden.
2.
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2.1 Personen mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz haben nach
Art. 4 Abs. 1 ELG Anspruch auf Ergänzungsleistungen, wenn sie eine der Voraus
setzungen von lit. a bis d erfüllen, also z.B. wie die Mutter der Beschwerdeführerin
Anspruch auf eine Rente der IV haben (lit. c). Die jährliche Ergänzungsleistung
entspricht dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben die anrechenbaren
Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG).
2.2 Gemäss Art. 9 Abs. 2 ELG werden die anerkannten Ausgaben und anrechenbaren
Einnahmen von Ehegatten und von Personen mit rentenberechtigten Waisen oder mit
Kindern, die einen Anspruch auf eine Kinderrente der AHV oder IV begründen,
zusammengerechnet. Nach Art. 9 Abs. 5 lit. a ELG (die Delegationsnorm genügt nun,
vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S K. vom 20. Mai 2008, 8C_624/07, noch zu Art. 3a
Abs. 7 lit. a aELG) bestimmt der Bundesrat die Zusammenrechnung der anerkannten
Ausgaben und der anrechenbaren Einnahmen von Familienmitgliedern. Er kann
Ausnahmen von der Zusammenrechnung vorsehen, insbesondere bei Kindern, die
einen Anspruch auf eine Kinderrente der AHV oder IV begründen. - In Art. 7 Abs. 1 lit. c
ELV hat der Bundesrat bestimmt, dass für Kinder, die nicht bei den Eltern oder die bei
einem Elternteil leben, der nicht rentenberechtigt ist und für den auch kein Anspruch
auf eine Zusatzrente besteht, die Ergänzungsleistung gesondert zu berechnen ist. Die
gesonderte Berechnung ermöglicht beispielsweise, einzelne Ausgaben- oder
Einnahmenpositionen zu berücksichtigen, welche von den wirtschaftlichen
Verhältnissen des nicht rentenberechtigten Elternteils abhängen, bei dem das Kind lebt
(vgl. Ralph Jöhl, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: Schweizerisches
Bundesverwaltungsrecht, Bd. XIV, Ulrich Meyer [Hrsg.], Soziale Sicherheit, 2. A., 1689,
Rz 75).
2.3 Nach Art. 7 Abs. 2 ELV ist das Einkommen der Eltern bei einer Berechnung nach
Art. 7 Abs. 1 lit. b und c ELV soweit zu berücksichtigen, als es deren eigenen Unterhalt
und den der übrigen unterhaltsberechtigten Familienangehörigen übersteigt. Soweit es
um nicht in die EL-Rechnung einbezogene Eltern geht, kann es sich dabei nicht um
eine Anrechnung ihres ganzen, den EL-Existenzbedarf übersteigenden Einkommens
handeln (die bis 31. Dezember 2002 bei gesonderter Berechnung für Ehegatten in Kraft
gestandene Regelung von Art. 1 Abs. 3 ELV, wonach Einkommen, das den
Existenzbedarf des nicht in der EL-Berechnung einbezogenen Ehegatten überstieg,
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solange die Unterhaltspflicht gerichtlich nicht geregelt war, voll als familienrechtlicher
Unterhaltsbeitrag anzurechnen sei, wurde mit BGE 127 V 18 als gesetzwidrig
bezeichnet; vgl. Ralph Jöhl, a.a.O., 1689, Rz 76; die Rz 3493.01 ff. der vom Bundesamt
für Sozialversicherungen herausgegebenen Wegleitung über die Ergänzungsleistungen
zur AHV und IV, WEL, in der ab 1. Januar 2012 gültigen Fassung, sehen hierfür erneut
eine - allerdings andere - Pauschalierung vor). - Geht es darum, allgemein das
zivilrechtliche Unterhaltsleistungsvermögen eines Elternteils festlegen zu müssen, darf
dabei dessen allfälliger EL-Anspruch nicht mitgerechnet werden, weil die
familienrechtliche Unterhaltspflicht nach ZGB dem EL-Anspruch vorgeht (vgl. Art. 11
Abs. 1 lit. h ELG). Eine Unterhaltsleistung des rentenberechtigten Elternteils gegenüber
dem von seinem (selben) allfälligen EL-Anspruch erfassten Kind steht unter dem
Aspekt der Berechnung des Ergänzungsleistungsanspruchs aber von vornherein nicht
in Frage (Ausgabe und Einnahme würden sich aufheben; vgl. unten E. 2.5); dem
Umstand, dass im Unterschied zu Waisen möglicherweise ein zweiter Elternteil
unterhaltspflichtig ist, wird in der EL-Bemessung mit der Anrechnung entsprechender
Beiträge bei den Einnahmen Rechnung getragen (wie es vorliegend konkret der Fall ist).
2.4 Auch bei gesonderter Berechnung der Ergänzungsleistung gestützt auf Art. 7 Abs.
1 lit. c und Abs. 2 ELV können aber Kinder, für die ein Anspruch auf eine Kinderrente
nach Art. 35 Abs. 1 IVG besteht, keinen eigenen Anspruch auf Ergänzungsleistungen
begründen (vgl. den oben erwähnten Art. 4 Abs. 1 ELG). Die betreffenden
Kinderkönnen auch nicht, etwa aufgrund einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise, als
Destinatäre eines Teils der Ergänzungsleistungen angesehen werden mit der Folge,
dass ihnen ein separat ausgeschiedener Teil davon auszurichten wäre (BGE 138 V
292). Geregelt wird einzig der Berechnungsmodus zur Festsetzung des Anspruchs.
2.5 Die sich aus der gesonderten Anspruchsberechnung ergebende Ergänzungs
leistung steht dem originär Anspruchsberechtigten (dem rentenberechtigten Elternteil) -
im Sinn eines Zuschlages zu seiner für ihn berechneten Ergänzungsleistung - zu (in
diesem Sinn der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S K.
vom 10. September 2007). Am Ende ergibt sich auch bei separater Berechnung für das
Kind und den rentenberechtigten Elternteil - gegebenenfalls - ein einziger EL-Anspruch.
Die Zwischenresultate der beiden separaten Berechnungen (handle es sich um zwei
Ausgabenüberschüsse oder um einen Einnahmen- und einen Ausgabenüberschuss)
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werden zusammengefügt (vgl. für den Fall, dass das Kind beim nicht
rentenberechtigten Elternteil lebt: Ralph Jöhl, a.a.O., 1689, Rz 75; vgl.
Bundesgerichtsentscheid vom 20. Mai 2008, 8C_624/07 E. 6.3.2 in fine). Erforderlich ist
für einen EL-Anspruch einzig, dass sich insgesamt ein Ausgabenüberschuss ergibt.
Nicht relevant ist, ob sich auch beim rentenberechtigten Elternteil für sich allein
genommen ein EL-Anspruch ergäbe (anders offenbar der Bundesgerichtsentscheid
vom 5. September 2011, 9C_371/11; grundsätzlich zutreffend Rz 2220.01 WEL, wobei
in der betreffenden Konstellation ein Betrag allerdings nur dann auszurichten ist, wenn
der Ausgabenüberschuss des Kindes nicht kleiner ist als der Einnahmenüberschuss
der EL-Berechnung des Rentenbezügers).
2.6 Auch wenn die Kinder, für die ein Anspruch auf Kinderrente besteht, keinen eigenen
EL-Anspruch besitzen und für sie eine gesonderte Berechnung vorgenommen wird,
weil sie bei keinem EL-berechtigten Elternteil leben, so sind doch ihre Einnahmen und
Ausgaben wie die des Rentenbezügers nach Massgabe der Bestimmungen der
Art. 9 ff. ELG zu berücksichtigen. Der Existenzbedarf der Kinder ist in die Berechnung
des (am Ende "vereinten") EL-Anspruchs des Rentenbezügers oder der
Rentenbezügerin eingeschlossen und zu decken wie sein eigener (vgl. unten E. 8.1 f.).
3.
Nach Art. 11 Abs. 3 ELG werden Unterstützungen der öffentlichen Sozialhilfe nicht (als
Einnahmen) angerechnet (lit. b), ebenso wenig öffentliche oder private Leistungen
mit ausgesprochenem Fürsorgecharakter (lit. c). Familienrechtliche Unterhaltsbeiträge
werden hingegen nach Art. 11 Abs. 1 lit. h ELG wie erwähnt als Einnahmen
angerechnet.
4.
Bei Personen, die dauernd oder längere Zeit in einem Heim oder Spital leben (in
Heimen oder Spitälern lebende Personen), wird nach Art. 10 Abs. 2 ELG als Ausgabe
nebst einem vom Kanton zu bestimmenden Betrag für persönliche Auslagen (lit. b) die
Tagestaxe anerkannt; die Kantone können die Kosten begrenzen, die wegen des
Aufenthaltes in einem Heim oder Spital berücksichtigt werden; sie sorgen dafür, dass
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durch den Aufenthalt in einem anerkannten Pflegeheim in der Regel keine Sozialhilfe-
Abhängigkeit begründet wird (lit. a, in der Fassung gemäss dem Bundesgesetz über
die Neuordnung der Pflegefinanzierung vom 13. Juni 2008, in Kraft seit 1. Januar 2011).
- Der Bundesrat bestimmt die Definition des Heimes (Art. 9 Abs. 5 lit. h ELG). In dem ab
1. Januar 2008 eingeführten Art. 25a ELV ist diesbezüglich bestimmt worden: Als Heim
gilt jede Einrichtung, die von einem Kanton als Heim anerkannt wird oder über eine
kantonale Betriebsbewilligung verfügt (Abs. 1). - Für Einrichtungen der Heimpflege von
Unmündigen und Kindern unter zwölf Jahren auf der Grundlage von Art. 3 und 13 ff.
der eidgenössischen Verordnung über die Aufnahme von Kindern zur Pflege und zur
Adoption (PAVO; SR 211.222.338) führt der Kanton St. Gallen gemäss Art. 4 der
Verordnung über Kinder- und Jugendheime (KJV, sGS 912.4) ein Verzeichnis der
Kinder- und Jugendheime sowie sozial-
und heilpädagogischen Pflegefamilien mit Betriebsbewilligung (vgl. http://
www.soziales.sg.ch/home/Kinder_und_Jugendliche/kinder_und_jugendheime
/_jcr_content/Par/downloadlist/DownloadListPar/download.ocFile/Verzeichnis%20der
%20Kinder-%20und%20Jugendheime.pdf).
5.
5.1 Ab 1. September 2011 war für die kinderrentenauslösende Beschwerdeführerin
gemäss formell rechtskräftiger Verfügung vom 25. August 2011 eine Ergänzungs
leistung von monatlich Fr. 7'311.-- ausgerichtet worden, bei deren Berechnung unter
anderem eine Tagestaxe von Fr. 270.-- (pro Jahr Fr. 98'550.--; bei einer tatsächlichen
Taxe von Fr. 309.15 pro Tag) und persönliche Auslagen von Fr. 6'360.-- berücksichtigt
worden waren.
5.2 Dafür waren die folgenden Grundlagen massgeblich gewesen. Die Regierung des
Kantons St. Gallen, an welche der st. gallische Gesetzgeber gemäss Art. 4 ELG/SG
(sGS 351.5) die Kompetenz zur Begrenzung der bei Aufenthalt im Heim oder Spital
anrechenbaren Tagespauschalen delegiert hat, hatte zunächst die auf den 1. Januar
2005 in Kraft getretene Verordnung vom 26. Oktober 2004 über die nach ELG
anrechenbare Tagespauschale (sGS 351.52; in Kraft gestanden bis Ende 2007)
erlassen (Grundlage war Art. 5 Abs. 3 lit. a aELG). Nach deren Art. 1 betrug die
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anrechenbare Tagespauschale Fr. 270.--. Dabei handelte es sich um eine
Höchstgrenze (vgl. die Mitteilung vom 27. Oktober 2004, im Internet unter:
http://www.sg.ch/news/1/2004/10/anrechenbare_tagespauschale0.html). Am 1. Januar
2008 war in der Folge an ihre Stelle die Verordnung vom 4. Dezember 2007 in Kraft
getreten. Nach deren Art. 1 Abs. 1 lit. a betrug die höchstens anrechenbare
Tagespauschale für Personen ohne Pflegebedürftigkeit und für Betagte in stationären
Einrichtungen, die nicht auf einer kantonalen Pflegeheimliste nach Art. 39 KVG
aufgeführt waren, Fr. 180.--. Die weiteren Literae legten die Ansätze nach BESA-
Pflegestufen fest. Art. 1 Abs. 3 der Verordnung schliesslich setzte die Tagespauschale
bei Aufenthalt in einem Invalidenwohnheim auf höchstens Fr. 270.-- fest. Im Entscheid
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. August 2009 (EL 2007/40)
war in Art. 1 der Verordnung für im Heim wohnende Kinder von EL-Ansprechern eine
Lücke erkannt und, da angesichts des kindlichen Alters Pflegebedürftigkeit
anzunehmen sei, eine analoge Anwendung von Art. 1 Abs. 3 (Aufenthalt in einem
Invalidenwohnheim) vorgesehen worden, somit eine Höchstgrenze von Fr. 270.-- pro
Tag.
6.
6.1 Die formelle Rechtskraft einer Verfügung über ein Dauerrechtsverhältnis beschränkt
sich auf den Sachverhalt und die Rechtslage zur Zeit ihres Erlasses (vgl. BGE 127 V 10
E. 4a; BGE 115 V 308; vgl. BGE 135 V 201). Auf eine so verfügte Dauerleistung wird
zurückgekommen oder sie wird angepasst aufgrund der Titel der Anpassung im
Rahmen einer Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG (BGE 135 V 201 E. 5.1), der
prozessualen Revision nach Art. 53 Abs. 1 ATSG (wegen neuer Tatsachen oder neuer
Beweismittel, vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S L. vom 15. Februar 2010, 8C_720/09),
der Wiedererwägung nach Art. 53 Abs. 2 ATSG (wegen zweifelloser Unrichtigkeit, vgl.
BGE 127 V 466) oder der nachträglichen rechtlichen Unrichtigkeit infolge einer nach
dem Verfügungserlass eintretenden Änderung der massgebenden Rechtsgrundlagen
(vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S S. vom 26. März 2009, 8C_502/07). Nach der
Rechtsprechung zum Sozialversicherungsrecht sind ursprünglich fehlerfreie
Verfügungen über Dauerleistungen unter Vorbehalt anders lautender
Übergangsbestimmungen sowie allfälliger wohlerworbener Rechte grundsätzlich an
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Änderungen der Rechtslage anzupassen, welche aus einem Eingriff des Gesetzgebers
resultieren (BGE 135 V 201 E. 6.1.1).
6.2 In der Verfügung vom 28. Dezember 2011 setzte die Beschwerdegegnerin für die
Zeit ab 1. Januar 2012 von der tatsächlichen Tagestaxe (von im Jahr 2011 Fr. 309.15,
2012 wohl Fr. 297.75) nur noch einen Teil von Fr. 33.-- (statt wie bisher von Fr. 270.--)
in die Berechnung ein, womit sich eine massive Herabsetzung des EL-Anspruchs
ergab. Denn auf den 1. Januar 2012 hatte der kantonale Verordnungsgeber den
II. Nachtrag vom 20. Dezember 2011 (nGS 47-14) zur Verordnung über die nach
Ergänzungsleistungsgesetz anrechenbare Tagespauschale (sGS 351.52) in Kraft
gesetzt. Nach dem neuen Art. 1a der Verordnung beträgt die anrechenbare
Tagespauschale bei Aufenthalt von Waisen im Kinder- oder Jugendheim höchstens Fr.
270.-- (Abs. 1). Bei Aufenthalt im Kinder- oder Jugendheim von Kindern, die einen
Anspruch auf eine Kinderrente der AHV oder IV begründen, entspricht die
anrechenbare Tagespauschale höchstens dem Ansatz für Verpflegung und Unterkunft
nach Art. 11 Abs. 1 der AHVV (Abs. 2), somit Fr. 33.--. - Dass die Beschwerdegegnerin
wegen der Verordnungsänderung eine Anpassungsverfügung erliess, ist
verfahrensmässig nicht zu beanstanden.
7.
7.1 Unbestrittenermassen hielt sich die Anspruch auf die Kinderrente auslösende (nach
der Aktenlage somit weiterhin in Ausbildung stehende) Beschwerdeführerin im
massgeblichen Zeitraum (ab Januar 2012; noch bis Februar 2012) in einem Heim mit
Betriebsbewilligung (in der Liste gemäss Art. 4 KJV enthalten) auf. Ebenfalls anerkannt
ist die grundsätzliche Kompetenz der Kantone, die Kosten zu begrenzen, die wegen
des Aufenthaltes in einem Heim oder Spital berücksichtigt werden, wie sie in Art. 10
Abs. 2 lit. a ELG (siehe E. 4) vorgesehen ist.
7.2 Die Beschwerdeführerin beanstandet, dass die Heimkostenbegrenzung auf Fr. 33.--
pro Tag für Kinder, die einen Anspruch auf Kinderrente der AHV oder IV begründen und
sich in einem Kinder- oder Jugendheim aufhalten, gemäss dem Verordnungsnachtrag
vom 20. Dezember 2011 (Art. 1a Abs. 2) verfassungs- und bundesrechtswidrig sei. Sie
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gewährleiste die Existenzsicherung nicht und sei im Vergleich zum Anspruch von
Waisen ohne Grund ungleich.
8.
8.1 Was den Aspekt der Existenzsicherung betrifft, kann der Erwägung des kantonalen
Verordnungsgebers (gemäss dem Protokoll der Regierung vom 20. Dezember 2011,
übernommen in den Einspracheentscheid), wonach das EL-System im Heimbereich
grundsätzlich auf die Ansprüche von Invaliden und Betagten ausgerichtet sei und
wonach eine "Ausdehnung" auf Heimkosten, die durch die Fremdplatzierung von
Kindern EL-berechtigter Personen entstünden, zu weit ginge und mit dem Zweck der
Ergänzungsleistungen nicht mehr vereinbar wäre, nicht gefolgt werden. Eine so
einschränkende Interpretation ist mit den bundesrechtlichen Vorgaben in ELG und ELV
nicht zu vereinbaren. Denn Ergänzungsleistungen werden von Verfassungs wegen
ausgerichtet, um Bezügerinnen und Bezügern von Renten der AHV und IV das
Existenzminimum zu gewährleisten, ohne dass die Versicherten Sozialhilfe beziehen
müssen; mit ihnen soll der Grundbedarf gedeckt werden (BGE 127 V 368 E. 5a). Dabei
geht es, wie sich aus Art. 9 Abs. 2 ELG ergibt (vgl. oben E. 2.6), nicht um den
Grundbedarf der Anspruchsberechtigten allein, sondern auch um denjenigen der in die
EL-Berechnung miteinzubeziehenden (oder durch gesonderte Berechnung
mitzuberücksichtigenden und den EL-Anspruch des originär EL-Berechtigten
mitbewirkenden) Personen. Denn mit dem Einkommen des Rentenbezügers [samt
Zusatz- und Kinderrenten] wird auch der Existenzbedarf allfälliger Familienangehörigen
(mit-) gedeckt. Die EL-Anspruchsberechnung muss sich also auf den Existenzbedarf
der ganzen Familie beziehen (Ralph Jöhl, a.a.O., 1685 f.). Die Einnahmen des
Rentenbezügers dienen nicht nur ihm allein, sondern auch seiner Unterhaltspflicht
gegenüber dem Ehegatten und den Kindern, die einen Anspruch auf Kinderrente
begründen, und gegenüber rentenberechtigten (Halb-) Waisen. Im Gegenzug werden
denn auch wie erwähnt deren allfällige Einnahmen ebenfalls angerechnet.
8.2 Auch der durch (einen Kinderrentenanspruch begründende) Kinder bewirkte
Existenzbedarf der Bezügerinnen und Bezüger von Renten der AHV und IV ist durch
ihre Ergänzungsleistung zu decken.
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8.3 Rz 3133.08 WEL (vgl. auch Rz 3143.11 WEL) sieht vor, was vorliegend
grundsätzlich unbestritten scheint, nämlich dass eine Heimberechnung nach den
allgemeinen Regeln vorzunehmen ist, wenn ein Kind, für das eine Kinderrente der AHV
oder IV ausgerichtet wird oder das Anspruch auf eine Hinterlassenenrente hat, in einem
Heim lebt. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass die Ausgaben für einen
erforderlichen Heimaufenthalt des Kindes auch zu decken sind, wenn sie nicht auf
Krankheit bzw. Behinderung zurückzuführen sind. Denn es ist nicht vorausgesetzt,
dass bei ihm - wie beim Renten- und EL-Bezüger - ein AHV-/IV- bzw. ein Krankheits-
und Behinderungs-Risiko (AHV-Alter, Invalidität; Unfall, Krankheit vgl. Art. 14 ff. ELG)
vorliegt. Die Kosten für das Kind gelangen vielmehr wegen der oben erwähnten
Unterhaltspflicht des EL-Bezügers in die Berechnung seines Anspruchs. Auch durch
(blosses) jugendliches Alter verursachte Heimkosten sind daher in solchen Fällen zu
berücksichtigen.
9.
9.1 Die Verordnung zur Festlegung der EL-Tageshöchstpauschale soll die Kosten
definieren, welche diesbezüglich zum EL-Existenzminimum des Kindes - und damit des
rentenberechtigten Elternteils - zählen (bzw. anrechenbare Ausgaben sind).
Entscheidend ist somit vorliegend die Frage, wo die Grenze des (verfassungs- und
bundesrechtlich garantierten) EL-Existenzbedarfs des Anspruchsberechtigten bei
Aufenthalt von Kindern, die Anspruch auf eine Kinderrente auslösen, im Kinder- oder
Jugendheim anzusetzen ist.
9.2 Die strittige kantonale EL-Verordnung setzt die Pauschale auf jene für Verpflegung
und Unterkunft nach Art. 11 Abs. 1 AHVV (Fr. 33.-- pro Tag) fest, mit dem die
Naturalleistungen Verpflegung und Unterkunft (im Hinblick auf die Anrechnung als
AHV-pflichtiges Einkommen) bewertet werden, welche Arbeitnehmer im Betrieb und im
Hausdienst erhalten. Die EL-Tagestaxe für Heimbewohner hat grundsätzlich alle
regelmässig anfallenden Kosten des Heimaufenthalts zu enthalten (vgl.
Bundesgerichtsentscheid i/S B. vom 20. April 2012, 9C_787/11; Rz 3320.01 WEL), was
die auf Fr. 33.-- begrenzte Taxe keinesfalls leisten kann.
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9.3 Gemäss dem Protokoll der Regierung sollten die im Rahmen der EL-Bemessung
anrechenbaren Kosten für den Heimaufenthalt der Kinder (in Form der zu regelnden
höchstens anrechenbaren EL-Tagespauschale neu) auf die Beiträge der
Unterhaltspflichtigen beschränkt werden, "wie es bei Kindern von nicht EL-
berechtigten Eltern der Fall" sei.
9.4 Dass die (von den Behörden, z.B. den einweisenden Vormundschaftsbehörden,
geltend gemachten) Beiträge von nicht EL-berechtigten unterhaltspflichtigen Eltern an
die Unterbringungskosten in einem Heim - diese Frage ist von jener nach den in der
EL-Anspruchsberechnung anzurechnenden Unterhaltsleistungen der Eltern zu unter
scheiden - generell beschränkt wären, liegt nicht auf der Hand. Die Beiträge von ver
mögenden Unterhaltspflichtigen könnten im Grundsatz durchaus nach den Regeln des
ZGB-Unterhaltsrechts festgesetzt werden. Der ZGB-Massstab führte allerdings
vorliegend, da ein EL-Anspruch dabei nicht berücksichtigt werden darf, dazu, dass von
der Mutter der Beschwerdeführerin jedenfalls nicht mehr als Fr. 25.-- pro Tag (vgl.
unten E. 11.3) eingefordert werden könnten. Mit dem Begriff des "Beitrags der
Unterhaltspflichtigen" wird in der IVSE eine Grösse bezeichnet, welche für die
Bemessung des interkantonalen Ausgleichs, nämlich der Leistungsabgeltung im
Rahmen der einander versprochenen Kostenübernahmegarantie, bei Aufnahme von
Personen mit besonderen Betreuungs- und Förderungsbedürfnissen in geeigneten
Einrichtungen ausserhalb des Wohnkantons erforderlich ist (vgl. Art. 1 Abs. 1 IVSE und
Botschaft und Entwürfe der Regierung des Kantons St. Gallen vom 16. August 2005
zur IVSE, ABl 2005, 1669).
10.
10.1 Mit der Herabsetzung der EL-Tageshöchstpauschale wurde gemäss dem
Protokoll der Regierung im Ergebnis lediglich eine Verschiebung der Kostenübernahme
durch die staatlichen Kostenträger bewirkt.
10.2 Seit dem Inkrafttreten der im Rahmen der Neugestaltung des Finanzausgleichs
und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen (NFA) totalrevidierten Fassung
des ELG vom 6. Oktober 2006 am 1. Januar 2008 haben die Kantone die Möglichkeit,
die Heimkosten (Tagestaxe) zu begrenzen (vgl. Art. 10 Abs. 2 lit. a ELG). Dass sie dabei
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nicht komplett frei sind, wird mit dem seit 1. Januar 2011 in Art. 10 Abs. 2 lit. a ELG
eingefügten Satz deutlich. Der Freiraum, welchen die Kantone diesbezüglich
geniessen, ist im Licht des sozialen Existenzminimums zu bestimmen, welches das
ELG sichern muss (vgl. BGE 138 II 191 E. 5.5, Pra 101 [2012] Nr. 118). Wie erwähnt
haben die Ergänzungsleistungen zum Zweck, das Existenzminimum zu gewährleisten,
ohne dass die Versicherten Sozialhilfe beziehen müssen. Art. 10 Abs. 2 lit. a ELG gibt
den Kantonen für die Heimtaxenbegrenzung wie dargelegt als Leitlinie vor, dafür zu
sorgen, dass durch den Aufenthalt in einem anerkannten Pflegeheim in der Regel keine
Sozialhilfe-Abhängigkeit begründet wird. Auch bei Aufenthalt in anerkannten Heimen
ausserhalb der Pflegeheimlisten (beispielsweise in Kinder- und Jugendheimen) darf
eine EL-Tagestaxe nicht so tief angesetzt sein, dass meist Sozialhilfe-Abhängigkeit
folgt.
10.3 Zu beachten ist nämlich, dass der (wenn auch unter Berücksichtigung gewisser
Grenzbeträge zu ermittelnde, so doch) existenzsichernd auszugestaltende Anspruch
auf Ergänzungsleistungen nach der gesetzlichen, koordinierenden Regel den
Sozialhilfeleistungen vorgeht (vgl. Art. 11 Abs. 3 lit. b und c ELG). Auch eine blosse
Verschiebung zwischen den Kostenträgern hat diese Rangfolge gegenüber der
Sozialhilfe zu beachten. Unter "Unterstützungen der öffentlichen Sozialhilfe" sind
Leistungen zu verstehen, die dem betreffenden sozialhilferechtlich unterstützten EL-
Bezüger unter allfälligem Rückerstattungsvorbehalt ausgerichtet werden. Soweit es
sich um die (von der Verordnung definierte und im vorliegenden Verfahren zu prüfende)
EL-Existenzsicherung als solche handelt, kommt eine Verlagerung der Kostentragung
in die so verstandene Sozialhilfe nicht in Frage.
10.4 Der Bundesgesetzgeber hat indessen, wie das Bundesgericht festgehalten hat,
(mit der Anforderung, Sozialhilfeabhängigkeit aus dem Aufenthalt in einem anerkannten
Pflegeheim in der Regel zu verhindern, Art. 10 Abs. 2 lit. a ELG) nicht vorgeschrieben,
auf welche Weise die Kantone das Entstehen einer Abhängigkeitslage verhindern
müssen. Es ist den Kantonen grundsätzlich nicht untersagt, gestützt auf ihre eigene
Gesetzgebung tarifliche oder andere Beschränkungen vorzusehen, Subventionen zu
gewähren und/oder Leistungsverträge mit den Einrichtungen abzuschliessen (vgl. BGE
138 II 191 E. 5.5.1, Pra 101 [2012] Nr. 118). Art. 10 Abs. 2 lit. a ELG stellt den
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Grundsatz der organisatorischen Freiheit der Kantone nicht in Frage, das ELG schreibt
lediglich die Beachtung bestimmter Grundsätze vor (BGE 138 II 191 E. 5.5.4).
11.
11.1 Ob die Beschränkung der EL-Tageshöchstpauschale auf die Pauschale nach
Art. 11 Abs. 1 AHVV rechtmässig sei, hängt somit davon ab, dass daraus nicht
regelmässig Sozialhilfeabhängigkeit des EL-Bezügers im oben erwähnten Sinn
resultiert.
11.2 Die Beschwerdeführerin war aufgrund des Beschlusses der Vormundschafts
behörde im Heim für Kinder und Jugendliche platziert worden. Stationäre Kinder- und
Jugendeinrichtungen, die von politischen Gemeinden geführt werden, können nach
Art. 1 Abs. 1 lit. a der st. gallischen Verordnung zur Interkantonalen Vereinbarung für
soziale Einrichtungen IVSE vom 17. Januar 1989 (sGS 387.21, fortan VO IVSE) dieser
Vereinbarung (IVSE, sGS 381.31) unterstellt werden. Dies ist für das betroffene Heim
wie erwähnt der Fall.
11.3 Die Höhe der Beiträge der Unterhaltspflichtigen im Rahmen der IVSE entspricht
gemäss Art. 22 Abs. 1 IVSE den mittleren Tagesaufwendungen für Kost und Logis für
eine Person in einfachen Verhältnissen. Gemäss Art. 18 der st. gallischen VO IVSE
beträgt der Beitrag der Unterhaltspflichtigen Fr. 25.-- je Tag. Gemäss Art. 22 Abs. 2
IVSE können von den Unterhaltspflichtigen nicht geleistete Beiträge der
Unterhaltspflichtigen der Sozialhilfe belastet werden. Die kantonale Verordnung zur
IVSE sieht vor, dass diese von der Sozialhilfe übernommenen Beiträge (d.h. die
Fr. 25.--) nach dem Bundesgesetz über die Zuständigkeit für die Unterstützung
Bedürftiger (SR 851.1), dem Sozialhilfegesetz und dem Strafprozessgesetz
weiterverrechnet werden (Art. 19 VO IVSE).
11.4 Da die strittige EL-Verordnungsbestimmung mittels Art. 11 Abs. 1 AHVV auf einen
Betrag abstellt, der mit Fr. 33.-- über dem Betrag von Fr. 25.-- pro Tag liegt, kann
diesbezüglich eine allfällige Sozialhilfeabhängigkeit schon von vornherein nicht
eintreten.
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11.5 Das st. gallische Sozialhilfegesetz (SHG, sGS 381.1; in der hier massgeblichen, im
Jahr 2012 gültig gewesenen Fassung gemäss II. Nachtrag vom 31. Januar 2012) sieht
in Art. 41 vor, dass bestimmte Heime und Einrichtungen Beiträge nach der IVSE
erhalten (unter lit. a zum Titel IVSE). Bei Unterbringung in Kinder- und Jugendheimen
(lit. b unter dem Titel IVSE) leistet die zuständige Stelle nach Massgabe von Art. 42
SHG Kostenübernahmegarantie (die Verbindungsstelle IVSE hat vorliegend eine solche
geleistet; wohl Art. 14 lit. a VO IVSE). Art. 43 SHG regelt, wer in diesem Fall (Kinder-
und Jugendheime) die Kostenträger sind. Danach übernimmt bei zivilrechtlicher
Unterbringung in ein Kinder- oder Jugendheim die zuständige politische Gemeinde,
soweit keine anderen gesetzlichen Kostenträger herangezogen werden können, die
Beiträge der Unterhaltspflichtigen (Abs. 1 lit. a). Daneben sieht Art. 43 Abs. 1 lit. b SHG
vor, dass die zuständige politische Gemeinde bei zivilrechtlicher Unterbringung
(wiederum soweit keine andern gesetzlichen Kostenträger herangezogen werden
können) zusätzlich zwei Drittel der Leistungsabgeltung übernehme. Gemäss Art. 43
Abs. 2 SHG trägt der Staat die verbleibenden Kosten. Der Kanton St. Gallen sieht somit
vor, dass bei einer zivilrechtlichen Unterbringung in ein der IVSE unterstelltes
anerkanntes Kinder- oder Jugendheim die Kosten, welche die Leistungen anderer
gesetzlicher Kostenträger (d.h. der Unterhaltspflichtigen, der Versicherungen)
übersteigen, voll durch die politische Gemeinde (zu zwei Dritteln) und durch den Staat
gedeckt sind. Der Beitrag der Unterhaltspflichtigen nach Art. 22 IVSE (von im Kanton
St. Gallen Fr. 25.--) wird, wenn er nicht erhältlich gemacht werden kann (und somit der
Sozialhilfe zu belasten wäre), durch "Weiterverrechnung" nach Art. 19 VO IVSE
ebenfalls von der politischen Gemeinde geleistet.
11.6 Die Rückerstattungspflicht der unterstützten Person (bei rechtmässigem Bezug)
wird in Art. 18 SHG geregelt. Gemäss Abs. 2 erstreckt sich die Rückerstattung auf
finanzielle Sozialhilfe, welche die unterstützte Person für sich und (unter anderem) für
ihre minderjährigen Kinder erhalten hat. Das SHG unterscheidet die persönliche (II;
darunter die finanzielle Sozialhilfe, Ziff. 3) und die stationäre Sozialhilfe (III) und regelt
hernach die Staatsbeiträge (IV). Die Bestimmungen der Art. 41 bis 43 SHG stehen unter
dem Titel der Staatsbeiträge. Es ist daher anzunehmen, dass sich aus Leistungen in
Form solcher Staatsbeiträge keine Rückerstattungspflicht der unterstützten Person
ergeben kann. Damit zeigt sich, dass durch die Kostenregelung der zivilrechtlichen
Unterbringung in Kinder- und Jugendheimen des Kantons St. Gallen im SHG eine
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Sozialhilfeabhängigkeit der EL-beziehenden Person im oben definierten Sinn nicht
anfällt.
11.7Eine Kostentragung erfolgt gemäss Art. 43 Abs. 1 SHG nur, soweit keine anderen
gesetzlichen Kostenträger herangezogen werden können. Zu diesen "andern
gesetzlichen Kostenträgern" gehören die Sozialversicherungen. Der - auch gegenüber
diesen Staatsbeiträgen prioritäre - Beitrag des Sozialversicherungszweiges
"Ergänzungsleistungen" wird mit der hier strittigen Neuordnung herabgesetzt. Der
Staatsbeitrag fängt den Ausfall auf. Würde der Existenzbedarf (die Pflege- und
Betreuungskosten einschliessend) stattdessen über eine höhere EL-Tagestaxe
abgegolten, so fiele der Staatsbeitrag entsprechend niedriger aus.
11.8 Bei diesen Gegebenheiten erscheint es nicht bundesrechtswidrig, sondern dem
nun für die materielle und rechtliche Organisation und die Finanzierung der
Aufenthaltskosten in den Heimen zuständigen Kanton unbenommen, die EL-Tagestaxe
auf die Kosten für Verpflegung und Unterkunft zu beschränken und die restlichen
Pflege- bzw. Betreuungskosten mittels Staatsbeiträgen zu übernehmen. Art. 1a Abs. 2
der Verordnung über die nach ELG anrechenbare Tagestaxe genügt damit den
Anforderungen von Art. 10 Abs. 2 lit. a ELG.
12.
Da der EL-Existenzbedarf nach dem Dargelegten zulässigerweise (wenn auch
weitgehend durch SHG-Staatsbeiträge und - im Vergleich - weniger durch die EL-
Tagestaxe) gedeckt wird, rechtfertigt sich keine Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids aus dem Grund, dass der Kanton mit Art. 1a Abs. 1 der EL-
Verordnung bei Waisen in der selben Heimsituation als Tagestaxe einen Maximalbetrag
von Fr. 270.-- anerkannt und jene Limite als sachgerecht bezeichnet hat.
13.
a) Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
b) Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht