Decision ID: df16ee30-ea35-5bbe-b6fa-a03750399e38
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im November 2005 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Der Allgemeinmediziner Dr. med. B._ berichtete
im Dezember 2005 (IV-act. 4), der Versicherte leide an einer Gonarthrose und an einer
Femoropatellararthrose rechts sowie an einer Spinalkanalstenose L4/5 und an einer
Osteochondrose L5/S1. Als Metallarbeiter sei der Versicherte nicht mehr arbeitsfähig.
Leichte Tätigkeiten seien ihm aber zumutbar. Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die
Klinik C._ am 30. Juni 2008 ein medizinisches Gutachten (IV-act. 62). Die
Sachverständigen hielten fest, der Versicherte leide an einem chronischen lumbo-
spondylogenen Syndrom rechts, an einer Pangonarthrose rechts, an einer
Anpassungsstörung mit einer Störung der Gefühle und des Sozialverhaltens sowie an
einer akzentuierten Persönlichkeit mit emotional-instabilen und impulsiven Zügen. Die
angestammte Tätigkeit als Metallarbeiter sei ihm nicht mehr, eine körperlich sehr
leichte bis punktuell leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeit mit der Möglichkeit von
Wechselbelastung und ohne Arbeiten auf den Knien, in der Hockestellung und ohne
repetitive Kniebeugen dagegen halbtags zumutbar. Im August 2008 notierte Dr. med.
D._ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD), auf das Gutachten könne
vollumfänglich abgestellt werden (IV-act. 69). Mit einer Verfügung vom 3. April 2009/24.
August 2009 sprach die IV-Stelle dem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 57
Prozent mit Wirkung ab dem 1. August 2006 eine halbe Rente zu (IV-act. 90 f.).
A.b Im August 2013 ersuchte der Versicherte um eine Rentenerhöhung (IV-act. 131–1
f.). Er machte geltend, sein Gesundheitszustand habe sich somatisch und psychisch
verschlechtert. Das Spital E._ hatte in einem Bericht vom 21. März 2013 eine
beidseitige Gonarthrose, rechts mehr als links, erwähnt (IV-act. 131–3 f.). Die IV-Stelle
wies dieses Revisionsbegehren mit einer Verfügung vom 4. März 2014 ab (IV-act. 142).
Mit einem Entscheid vom 15. Dezember 2014 hob das Versicherungsgericht des
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Kantons St. Gallen diese Verfügung auf (IV 2014/170; vgl. IV-act. 182). Es hielt fest, die
IV-Stelle habe offenbar mangels Glaubhaftmachung einer relevanten
Sachverhaltsveränderung nicht auf das neue Begehren eintreten wollen, habe dieses
aber mit der Verfügung vom 4. März 2014 materiell abgewiesen. Diesem materiellen
Entscheid sei eine ungenügende Sachverhaltsabklärung vorangegangen. Zudem sei in
den Akten eine relevante Sachverhaltsveränderung ausgewiesen, nämlich eine nun
auch auf der linken Seite aufgetretene Gonarthrose. Die IV-Stelle habe weitere
medizinische Sachverhaltsabklärungen zu tätigen. In der Folge holte die IV-Stelle
aktuelle Berichte bei den behandelnden Ärzten ein. Der Neurologe Dr. med. F._
berichtete im Mai 2015 (IV-act. 204), der Versicherte leide an einer chronifizierten,
ausgeprägten, zunehmenden Depression bei einer stark belastenden Vergangenheit
sowie an einem chronischen Lumbovertebralsyndrom. Seit Januar 2013 seien nur
einfache leichte körperliche Tätigkeiten im Umfang von höchstens 20–30 Prozent
zumutbar. Die Allgemeinmedizinerin Dr. med. G._ gab im Juni 2015 an (IV-act. 207),
der Versicherte leide an einem chronischen lumbo-spondylogenen Syndrom sowie an
Gonalgien bei einer ausgeprägten Gonarthrose auf beiden Seiten. Er sei nicht in der
Lage, irgendeiner Erwerbstätigkeit nachzugehen. Allenfalls müsse ihm rechts eine
Knietotalendoprothese eingesetzt werden. Im Oktober 2015 beauftragte die IV-Stelle
das BEGAZ mit einer polydisziplinären Begutachtung (IV-act. 221). Das entsprechende
Gutachten wurde am 25. Januar 2016 erstellt (IV-act. 224). Der fallführende
internistische Sachverständige hielt fest, in der Untersuchung habe der Versicherte
teilweise eingeschränkt kooperiert und es hätten sich Hinweise auf eine Aggravation
ergeben. Der neuropsychologische Sachverständige führte aus, beim Versicherten
liege eine insgesamt leichte neuropsychologische Störung vor, die eine kognitive
Verlangsamung und eine erhöhte Ablenkbarkeit verursache und dadurch die
Arbeitsfähigkeit des Versicherten in einer Tätigkeit mit einer durchschnittlichen
Beanspruchung der Aufmerksamkeit und der Konzentration geringfügig einschränke.
Der neurologische Sachverständige hielt fest, der Versicherte leide an einem
generalisierten Schmerzsyndrom bei einem chronischen lumbo-spondylogenen
Schmerzsyndrom mit degenerativen Veränderungen an der Lendenwirbelsäule ohne
einen Nachweis eines radiculären Reiz- oder Ausfallsyndroms und bei einem
chronischen cervico-spondylogenen Schmerzsyndrom ohne einen Nachweis einer
radiculären oder spinalen Funktionsstörung sowie an einem chronischen
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multifaktoriellen Kopfschmerz mit einer cervicogenen Komponente, einem
Spannungskopfschmerz-Anteil und einem Medikamentenübergebrauchskopfschmerz
(„MÜKS“). Die frühere Tätigkeit als Mitarbeiter im Metallbau sei dem Versicherten nicht
mehr zumutbar. Er könne aber eine wechselbelastende Tätigkeit mit einer
Beschränkung auf leichte, nicht repetitive Hebe- und Tragebelastungen, ohne
vorwiegend einseitige Körperhaltungen im Umfang von 60 Prozent ausüben. Der
orthopädische Sachverständige führte aus, der Versicherte leide an einem chronischen,
sensiblen, rechtsbetonten lumbo-radiculären L5-Syndrom, an einem chronischen,
progredienten Schmerzsyndrom der Kniegelenke, rechts mehr als links, sowie – ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – an Knick-, Senk- und Spreizfüssen und an einem
unspezifischen cervico-vertebralen Schmerzsyndrom. Der Versicherte beziehe bereits
eine halbe Rente. Im Oktober 2013 sei erstmals über eine Gonarthrose im linken Knie
berichtet worden. Folglich könne ab diesem Datum eine zusätzliche Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit von zehn Prozent berücksichtigt werden. Der psychiatrische
Sachverständige konnte keine Gesundheitsbeeinträchtigung mit einer Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit objektivieren. Abschliessend hielten die Sachverständigen fest,
dass dem Versicherten für die Zeit bis Oktober 2013 insgesamt eine Arbeitsfähigkeit
von 60 Prozent und ab Oktober 2013 eine solche von 50 Prozent für ideal
leidensadaptierte Tätigkeiten zu attestieren sei. Die RAD-Ärztin Dr. med. H._ notierte
am 4. Februar 2016, das Gutachten des BEGAZ sei überzeugend, weshalb in
medizinischer Hinsicht darauf abzustellen sei (IV-act. 225).
A.c Mit einem Vorbescheid vom 1. März 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit
(IV-act. 228), dass sie die Abweisung seines Rentenerhöhungsgesuchs vorsehe. Zur
Begründung führte sie an, bei einer Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent in
leidensadaptierten Tätigkeiten resultiere nach wie vor ein Invaliditätsgrad, der zum
Bezug einer halben Rente berechtige. Dagegen wandte der Versicherte am 31. März
2016 ein (IV-act. 229), die IV-Stelle habe die Berichte der behandelnden Ärzte nicht
korrekt berücksichtigt. Sogar die „untersuchende Kommission“ sei von einer
zusätzlichen Arbeitsunfähigkeit von zehn Prozent ausgegangen. Man höre immer
wieder davon, dass die „untersuchenden Kommissionen“ von der
Invalidenversicherung unter Druck gesetzt würden. Es existierten sogar entsprechende
Tonbandaufnahmen. Die IV-Stelle forderte den Versicherten am 1. April 2016 auf, die
erwähnten Tonbandaufnahmen einzureichen (IV-act. 230). Nachdem der Versicherte
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die IV-Stelle darüber informiert hatte, dass der fallführende internistische
Sachverständige des BEGAZ ihm mitgeteilt hatte, die Tonbandaufnahmen würden nur
zu Qualitätszwecken angefertigt und nach der Fertigstellung eines Gutachtens wieder
vernichtet (IV-act. 232–1), verfügte die IV-Stelle am 20. April 2016 die Abweisung des
Rentenerhöhungsgesuchs (IV-act. 233).
B.
B.a Am 19. Mai 2016 liess der nun anwaltlich vertretene Versicherte (nachfolgend: der
Beschwerdeführer) eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 20. April 2016 erheben
(act. G 1 und G 3). Seine Rechtsvertreterin beantragte die Aufhebung der
angefochtenen Verfügung und die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen sowie
eventualiter die Rückweisung der Angelegenheit an die IV-Stelle (nachfolgend: die
Beschwerdegegnerin) zur weiteren Abklärung. Zur Begründung führte sie aus, die
Sachverständigen des BEGAZ hätten eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers seit der Rentenzusprache bestätigt.
Der orthopädische Sachverständige habe während der Begutachtung angegeben, dass
er auf Geheiss der Beschwerdegegnerin keine geringere Arbeitsfähigkeit als 50 Prozent
attestieren dürfe. Hierüber sei während der Untersuchung etwa zehn Minuten lang
diskutiert worden. Die entsprechende Tonbandaufnahme sei leider zwischenzeitlich
vernichtet worden. Die Sachverständigen hätten nicht erklärt, weshalb sie für die Zeit
vor Oktober 2013 – im Widerspruch zum Gutachten der Klinik C._ – eine
Arbeitsfähigkeit von 60 Prozent attestiert hätten. Dieses Attest überzeuge nicht. Unter
Berücksichtigung der auf Oktober 2013 datierten Reduktion der Arbeitsfähigkeit um
weitere zehn Prozent liege der aktuelle Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers
bloss noch bei 40 Prozent. Hinzu komme eine weitere Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen. Das psychiatrische Teilgutachten des
BEGAZ überzeuge nicht. Unter Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzuges von zehn
Prozent resultiere aber ohnehin bereits ein Invaliditätsgrad von 70 Prozent, der zum
Bezug einer ganzen Rente berechtige.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 29. September 2016 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 7). Zur Begründung führte sie an, das Gutachten der BEGAZ
GmbH sei in jeder Hinsicht überzeugend. Der Vorwurf einer unzulässigen Beeinflussung
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des orthopädischen Sachverständigen ziele ins Leere, da die Gutachtensaufträge klar
strukturiert und automatisiert vergeben würden. Die Verschlechterung des
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers nach der Rentenzusprache sei
geringfügig und wirke sich folglich nicht massgebend auf den Invaliditätsgrad aus. Im
Ergebnis erweise sich die angefochtene Verfügung als rechtmässig.
B.c Der Beschwerdeführer liess replicando an seinen Anträgen festhalten (act. G 10).
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 12).
B.d Mit einem Schreiben vom 24. Juli 2018 forderte das Versicherungsgericht das
BEGAZ auf anzugeben (act. G 16), weshalb dem Beschwerdeführer trotz einer
ausgewiesenen Verschlechterung des Gesundheitszustandes eine unveränderte
Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei und wie die (für medizinische Laien
nachvollziehbare und überzeugende) Begründung für das Attest einer
Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent selbst für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten laute.
Im Gutachten fehle eine solche Begründung. Aus nicht-medizinischer Sicht sei davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer an einem idealen Arbeitsplatz ohne grössere
Einschränkungen arbeitsfähig sein könnte. Am 28. September 2018 antwortete das
BEGAZ (act. G 18), nach einer erneuten Durchsicht der Akten hielten die
Sachverständigen an ihrer Arbeitsfähigkeitsschätzung fest. Der internistische
Sachverständige wies auf die zahlreichen Inkonsistenzen bei der Untersuchung hin.
Der neurologische Sachverständige wies ebenfalls auf Inkonsistenzen und zusätzlich
auf psychosoziale Belastungsfaktoren hin. Er hielt aber auch fest, dass sich der
Gesundheitszustand der Wirbelsäule bildgebend verschlechtert habe. Dennoch seien
die geltend gemachten Einschränkungen aus objektiv-neurologischer Sicht nicht
nachvollziehbar. Auch der orthopädische Sachverständige wies auf verschiedene
Inkonsistenzen hin. In der Konsensbesprechung sei von den Sachverständigen
einstimmig die Auffassung vertreten worden, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung der
Klinik C._ nicht überzeuge. Der neurologische Sachverständige des BEGAZ habe den
Arbeitsunfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers auf 40 Prozent geschätzt. Dabei habe
er explizit festgehalten, dass wahrscheinlich eine teiladditive Auswirkung der
Gonarthrose zu berücksichtigen sei. Der orthopädische Sachverständige habe diese
zusätzliche Einschränkung auf zehn Prozent geschätzt.
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B.e Das Versicherungsgericht wies die Sachverständigen des BEGAZ mit einem
Schreiben vom 3. Oktober 2018 darauf hin (act. G 19), dass die Stellungnahme vom 28.
September 2018 noch immer keine nachvollziehbare und überzeugende Begründung
für das Attest einer Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent selbst für ideal leidensadaptierte
Tätigkeiten enthalte. Es forderte die Sachverständigen auf, diesbezüglich nochmals
Stellung zu nehmen. Am 8. Oktober 2018 antwortete der fallführende internistische
Sachverständige (act. G 20), angesichts des klar ausgewiesenen objektiven
Beschwerdekerns habe der Beschwerdeführer sicherlich Schmerzen, weshalb mit einer
Verlangsamung zu rechnen sei. Sicherlich sei der Beschwerdeführer auch auf
vermehrte Pausen angewiesen. Gesamthaft schätze man diese Einschränkung auf 50
Prozent. Die Parteien nahmen keine Stellung zu den Ausführungen des BEGAZ vom 28.
September 2018 und vom 8. Oktober 2018 (vgl. act. G 21).

Erwägungen
1.
Beim Verwaltungsverfahren, das mit der angefochtenen Verfügung vom 20. April 2016
abgeschlossen worden ist, hat es sich um ein Revisionsverfahren im Sinne des Art. 17
ATSG gehandelt. Der Zweck eines solchen Revisionsverfahrens besteht darin, eine
formell rechtskräftig zugesprochene laufende Dauersozialversicherungsleistung an eine
nachträgliche Sachverhaltsveränderung anzupassen. Nicht zum Gegenstand eines
Revisionsverfahrens gehört folglich die Korrektur von Fehlern, die von Beginn weg –
also bereits bei der ursprünglichen Rentenzusprache – bestanden haben, denn eine
solche Korrektur ist nur unter den Voraussetzungen des Art. 53 Abs. 1 ATSG (sog.
prozessuale Revision) oder des Art. 53 Abs. 2 ATSG (Wiedererwägung) zulässig (vgl.
zum Ganzen RALPH JÖHL, Die Revision nach Art. 17 ATSG, JaSo 2012, S. 153 ff.).
Eine bloss anderslautende Beurteilung eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen
Sachverhaltes rechtfertigt folglich keine Revision (vgl. etwa UELI KIESER, ATSG-
Kommentar, 3. Aufl. 2015, Art. 17 N 26, mit Hinweisen). Im vorliegenden Verfahren ist
deshalb ausschliesslich zu prüfen, ob sich der für den Rentenanspruch des
Beschwerdeführers massgebende Sachverhalt seit der ursprünglichen
Rentenzusprache am 3. April 2009/24. August 2009 erheblich verändert hat.
2.
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Laut dem Art. 43 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger im Verwaltungsverfahren
die Begehren zu prüfen, die notwendigen Abklärungen durchzuführen und die
erforderlichen Auskünfte einzuholen. Mit anderen Worten gilt der
Untersuchungsgrundsatz. Der Versicherungsträger ist also gesetzlich verpflichtet, all
jene Ermittlungen durchzuführen, die notwendig sind, um den relevanten Sachverhalt
mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu erstellen.
Vorliegend haben die Abklärung des medizinischen Sachverhaltes und die
Beantwortung der Fragen im Vordergrund gestanden, ob sich der massgebende
Sachverhalt seit der ursprünglichen Rentenzusprache am 3. April 2009/24. August
2009 massgeblich verändert habe und in welchem Umfang der Beschwerdeführer
aktuell arbeitsfähig sei. Die Beschwerdegegnerin hat dafür bei sämtlichen
behandelnden Fachärzten Berichte eingeholt und sie hat beim BEGAZ ein
polydisziplinäres Gutachten in Auftrag gegeben. Dieses Gutachten enthält eine
ausführliche Würdigung der medizinischen Vorakten und eine eingehende Wiedergabe
sowohl der vom Beschwerdeführer bei den persönlichen Untersuchungen geklagten
Beschwerden als auch der von den Sachverständigen erhobenen objektiven klinischen
Befunde. Ausgehend von dieser umfassenden Datenlage haben die Sachverständigen
überzeugend begründete Diagnosen gestellt. Hingegen fehlt im Gutachten eine
ausreichende Begründung für die Arbeitsfähigkeitsschätzung. Für einen medizinischen
Laien ist nicht einmal im Ansatz nachvollziehbar, weshalb die von den
Sachverständigen erhobenen klinischen Befunde die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers selbst in einer ideal leidensadaptierten Tätigkeit um die Hälfte
einschränken sollten. Das Gutachten erweckt (aus der Sicht eines medizinischen Laien)
den Eindruck, als müssten die Diagnosen per se das Arbeitsunfähigkeitsattest für ideal
leidensadaptierte Tätigkeiten begründen, obwohl die Arbeitsfähigkeit doch nicht von
der Diagnose, sondern vielmehr von den konkreten objektiven klinischen
Einschränkungen abhängt. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat
zunächst angenommen, die Sachverständigen des BEGAZ hätten es lediglich
versehentlich versäumt, die Begründung für ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung im
Gutachten schriftlich festzuhalten. Auf die erste Nachfrage des Versicherungsgerichtes
vom 24. Juli 2018 haben sie aber am 28. September 2018 lediglich nochmals Auszüge
aus dem Gutachten wiedergegeben, wobei sie besonders jene Inkonsistenzen betont
haben, die ihnen bei den Untersuchungen aufgefallen waren. Weshalb dies für die
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Beantwortung der Frage des Versicherungsgericht hätte wichtig sein sollen, lässt sich
der Stellungnahme vom 28. September 2018 nicht entnehmen, denn nach der
auszugsweisen Wiedergabe von Passagen des Gutachtens (unter besonderer
Betonung von Inkonsistenzen) haben die Sachverständigen lediglich – wiederum ohne
jede Begründung – festgehalten, sie seien nach wie vor davon überzeugt, dass der
Beschwerdeführer selbst für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten zu 50 Prozent
arbeitsunfähig sei. Die Stellungnahme des BEGAZ vom 28. September 2018 trägt also
nicht zur Klärung des Sachverhaltes bei, sondern führt nur zu einer zusätzlichen
Verwirrung. Trotzdem hat das Versicherungsgericht die Sachverständigen in einer
zweiten Rückfrage vom 3. Oktober 2018 darauf hingewiesen, dass noch immer eine
Begründung für das Attest einer Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent sogar für ideal
leidensadaptierte Tätigkeiten fehle. Es forderte die Sachverständigen nochmals auf,
eine solche Begründung zu liefern. Dabei wies es darauf hin, dass „beispielsweise eine
schmerzbedingte Verlangsamung oder ein erhöhter Pausenbedarf“ mögliche Gründe
für ein solches Arbeitsunfähigkeitsattest sein könnten. Am 8. Oktober 2018 antwortete
das BEGAZ: „Der Explorand hat sicherlich Schmerzen; dadurch können Tätigkeiten
langsamer ausgeführt werden; er ist sicherlich auch auf vermehrte Pausen
angewiesen“. Diese Antwort überzeugt nicht, weil sie sich in einer Wiederholung der
vom Versicherungsgericht beispielhaft genannten Gründe für eine Arbeitsunfähigkeit in
einer ideal leidensadaptierten Tätigkeit erschöpft hat und weil sie so vage formuliert ist,
dass sie keine Überzeugungskraft besitzt. Auch nach zwei Rückfragen fehlt es dem
nicht weniger als 78 Seiten umfassenden Gutachten also an einer überzeugenden
Begründung für das ausschlaggebende Sachverhaltselement, nämlich für den
Arbeitsfähigkeitsgrad in einer ideal leidensadaptierten Tätigkeit. Auch die Berichte der
behandelnden Ärzte enthalten keine überzeugende Arbeitsfähigkeitsschätzung. Hinzu
kommt, dass Dr. G._ im Juni 2015 die Implantation einer Totalendoprothese im
rechten Knie empfohlen hatte (vgl. IV-act. 224–81 ff.), was allenfalls zu einer
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hätte führen können. Der
orthopädische Sachverständige des BEGAZ ist darauf nur am Rande eingegangen,
denn er hat lediglich festgehalten, dass bezüglich einer Prothesenversorgung
„aufgrund nicht-orthopädischer Probleme vorerst eine gewisse Zurückhaltung
geboten“ sei (IV-act. 224–63). Das erscheint auf den ersten Blick zwar als einleuchtend,
vermag für sich allein aber nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
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Wahrscheinlichkeit zu belegen, dass eine entsprechende Operation zum Vorneherein
ungeeignet wäre, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu verbessern. Damit
erweist sich der massgebende Sachverhalt in Bezug auf zwei elementare Aspekte als
ungenügend abgeklärt: Erstens ist ungewiss, ob sich die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers nicht doch noch durch medizinische Massnahmen (Knieprothese
rechts) verbessern lässt, und zweitens fehlt es generell an einer überzeugenden
Arbeitsfähigkeitsschätzung. Die angefochtene Verfügung ist folglich in Verletzung der
Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ergangen, weshalb sie als rechtswidrig
aufzuheben ist. Da es nicht die Aufgabe des Versicherungsgerichtes sein kann, ein
Versäumnis der Verwaltung bezüglich deren ureigenster Aufgabe – der
Sachverhaltsabklärung – zu beheben (was hier allerdings – letztlich leider erfolglos –
mittels Rückfragen an das BEGAZ versucht worden ist), ist die Sache zur weiteren
Sachverhaltsabklärung und zur anschliessenden neuen Verfügung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Rückweisung rechtfertigt sich insbesondere
auch mit Blick auf den Umstand, dass der Beschwerdeführer allenfalls unter Hinweis
auf seine Schadenminderungspflicht noch angehalten werden muss, sich
eingliederungswirksamen medizinischen Massnahmen zu unterziehen.
3.
Hinsichtlich der Kosten- und Entschädigungsfolgen gilt dieses Ergebnis als ein
vollständiges Obsiegen des Beschwerdeführers. Die Gerichtskosten von 600 Franken
sind folglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Auch die Kosten für die
ergänzende Stellungnahme des BEGAZ sind der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen,
denn es handelt sich dabei um Sachverhaltsabklärungskosten, die von der
abklärungspflichtigen Beschwerdegegnerin zu bezahlen sind. Der Beschwerdeführer
hat einen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Seine Rechtsvertreterin hat einen
Vertretungsaufwand von gut 16 Stunden und dementsprechend ein Honorar von
4’512.45 Franken geltend gemacht (act. G 14.1). Da es sich vorliegend um einen
durchschnittlich aufwendigen Rentenrevisionsfall handelt, erweist sich die Honorarnote
als übersetzt. Die Parteientschädigung ist deshalb praxisgemäss auf 3’500 Franken
festzusetzen (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).