Decision ID: f11a7391-ae3e-4c63-992d-383d4b4ac312
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die
1979 geborene
X._
meldete sich am 16. Januar 2014 (Ein
gangsdatum) unter Hinweis auf ein chronisches Erschöpfungssyndrom, eine Fibromyalgie, ständige Schmerzen sowie wiederkehrende Depressionen bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/5).
Diese tätigte erwerbliche (Urk. 7/9, 7/14) sowie medizinische (Urk. 7/16) Abklärungen und zog die Akten des Vorsorgeversicherers bei (Urk. 7/11). Mit Schreiben vom 1
1.
Juni 2014 teilte sie der Versicherten mit, die Arbeitsvermittlung werde abgeschlossen (Urk. 7/18). Daraufhin meldete sich die Versicherte am
4.
April 2016 erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 7/4, 7/21). Nachdem die IV-Stelle aktuelle Arztberichte eingeholt (Urk. 7/25, 7/32) sowie die Akten des Vorsorgeversicherers (Urk. 7/28) beigezogen hatte, gab sie die Erstel
lung eines polydisziplinären Gutachtens bei der Begutachtungsstelle des
Y._
(
Z._
)
in Auftrag, welches am 7. Dezember 2016 erstattet wurde (Urk. 7/44). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
verneinte
die IV-Stelle
mit Verfügung vom 10. April 2018 einen Anspruch der Versicherten auf
Leistun
gen
der Invalidenversicherung (Urk. 2 [= 7/76]).
2.
Dagegen erhob diese mit Eingabe vom
8.
Mai 2018 Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht und beantragte, die angefochtene Verfügung sei auf
zuheben und es sei ihr eine Teilrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache an die Verwaltung zurück
zuweisen, damit diese
eine Verlaufsbegutachtung durch
führen
lasse
(
Urk.
1 S. 2). Zudem legte sie Berichte der
A._
auf (Urk. 3/3-
6).
Mit Beschwerdeantwort vom
4.
Juni 2018 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 8. Juni 2018 angezeigt wurde (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten
bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die ge
samthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018
E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüs
sig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.5
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditätsbe
messung (
Art.
28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hy
pothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonde
ren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Be
urteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
1.
6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
7
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen be
ruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen, die Abklärungen hätten gezeigt, dass die Einschränkungen mehrheitlich auf psychosoziale Belastungsfaktoren zu
rückzuführen seien. Zudem verfüge die Versicherte über ein gutes soziales Um
feld, habe einen geregelten Tagesablauf und könne ihren Hobbys nachgehen. Auch zeige die psychiatrische Behandlung Wirkung. Es liege daher kein invalidi
sierender Gesundheitsschaden vor (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin geltend,
aus den medizinischen Unterlagen gehe hervor, dass ihre psychischen Beschwerden nicht auf psychoso
ziale Faktoren zurückzuführen seien. Vielmehr seien diese erst aufgrund ihrer psychiatris
chen Erkrankung entstanden. Die Gutachter seien zum Schluss gekom
men, sie sei
bloss
zu 50 % arbeitsfähig. Dabei sei zu berücksichtigen, dass sie kurz nach einem stationären Aufenthalt in der Klinik begutachtet worden sei. Damals sei es ihr vorübergehend
besser gegangen
. Kurz nach der Begutachtung habe sich
ihr Zustand jedoch wieder verschlechtert, weshalb die IV-Stelle verpflichtet ge
wesen wäre, eine Verlaufsbegutachtung zu veranlassen. Selbst wenn indes trotz dieses Umstands auf das Gutachten abgestellt würde, hätte die IV-Stelle ihr eine halbe Invalidenrente zusprechen müssen (Urk. 1).
3.
3.1
Im
Z._
-Gutachten vom
7. Dezember 2016 wurden folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (Urk. 7/44 S. 10):
-
rezidivierende depressive Störung, aktuell leichte bis mittelgradige
depres
sive Episode (ICD-10: F 33.1)
-
chronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren (ICD-10: F 54.4)
-
Somatisierungsstörung (ICD-10: F 45.0)
-
c
hronisch-unspezifische lumbal und zervikal betonte, teils auch diffuse Beschwerden des Bewegungsapparates mit wechselnder, nicht-
radikulärer
Schmerzausstrahlung in beide Beine und in die Vorderarme
-
klinisch frei bewegliche HWS und LWS, minimale
Palpationsdolenzen
und Muskelverspannungen
nuchal
-
radiologisch keine Missbildungsanomalien und keine signifikanten de
generativen Veränderungen der HWS und LWS (Röntgen 24.8.2016)
-
klinisch und laborimmunologisch keine Zeichen eines systementzünd
lichen-rheumatologischen Leidens, keine Hinweise auf eine neuromus
kuläre Erkrankung
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende genannt (Urk. 7/44 S. 10):
-
leichte
Valgus
-Knicksenkfussdeformität beidseits
-
Status nach HWS-Distorsion bei Sturz auf den Hinterkopf, gemäss Anga
ben 2008
3.2
Im
rheumatologischen Teilgutachten wurde ausgeführt, die Explorandin
klage
über Gliederschmerzen. Im Vordergrund stünden lumbale flächige Schmerzen mit Ausstrahlung nach
gluteal
beidseits und diffus in beide Beine. Seit einem statio
nären Klinikaufenthalt vor wenigen Wochen seien die Beschwerden
regredient
(Urk. 7/44 S. 42-43).
Das Gangbild sei unauffällig. Das Aus- und Ankleide
n
erfolge flüssig ohn
e
Schmerzsignalisation
. Die Rumpfhaltung im Stehen sei unauffällig, jedoch etwas
aton
mit grobbogiger LWS-Hyperlordose. Die Sehnenansätze an der
Linea
nuchalis
seien
druckdolent
, rechts mehr als links. In Bauchlage würden diffuse
leichtgradige Klopf- und
Palpationsdolenzen
über den dorsalen Fortsätzen der LWS angegeben (Urk. 7/44 S. 45-46).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, aus
muskuloskelettärer
Sicht sei die Ver
sicherte in ihrer angestammten Tätigkeit, die als körperlich leicht bis höchstens gelegentlich mittelschwer anzusehen sei, vollständig arbeitsfähig (Urk. 7/44
S. 51).
3.3
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde festgehalten, die Explorandin
klage
über eine extreme Erschöpfung. Zudem leide sie unter Angstzuständen. Die Bewälti
gung des Alltags bereite ihr Mühe. Sie habe diffuse Schmerzen im Rücken sowie in den Beinen, die sich seit ihrer
Hospitalisation
in einer Klinik jedoch gebessert hätten. Die Stimmung sei
g
etrübt. Nach der Entlassung aus der Klinik habe sich ihr psychiatrischer Zustand wieder verschlechtert. Sie sei verzweifelt, habe eine Antriebsstörung und halte praktisch keine Belastungen aus (Urk. 7/44 S. 28-29).
Die Explorandin sei wach, bewusstseinsklar und allseits orientiert. Im Gespräch würde sich kein Anhalt für kognitive Störungen zeigen. Im Affekt wirke sie leicht depressiv und gebe immer wieder an,
sich
erschöpft
zu fühlen
. Der Gedankengang sei geordnet, die
affektive
Schwingungsfähigkeit erhalten (Urk. 7/44 S. 32).
Die Explorandin weise ein depressives Zustandsbild auf, das einer mittelgradigen depressiven Episode entspreche und durch eine morgendliche Antriebsstörung, schnelle Ermüdbarkeit, einen depressiven Affekt und eine herabgesetzte affektive Schwingungsfähigkeit bedingt sei.
Die Explorandin sei in der Durchhaltefähigkeit sowie in der Belastbarkeit deutlich eingeschränkt. Sie sei jedoch fähig zur Pla
nung und Strukturierung von Aufgaben, da sie den gesamten Haushalt besorge und die Kinder betreue. Auch die Fähigkeit zur Anwendung fachlicher Kompe
tenzen sei grundsätzlich erhalten (Urk. 7/44 S. 3
3
).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, die Versicherte sei in ihrer angestamm
ten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig (Urk. 7/44 S. 35).
3.4
I
n der
interdisziplinären
Zusammenfassung
führten die Gutachter aus
,
die Versi
cherte sei aufgrund einer psychosozialen Belastungssituation mit zunehmender psychiatrischer Dekompensation ein paar Wochen vor ihrer
Hospitalisation
am 2
2.
Juni 2016 vollständig arbeitsunfähig geworden. Seit ihrem Austritt aus der Klinik am 4. August 2016 bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit sowohl in ange
stammter wie auch in angepasster Tätigkeit (Urk. 7/44 S. 12-13).
4.
4.
1
Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Begutachtung sei kurz nach ihrem Klinikaustritt erfolgt, als es ihr vorübergehend
besser gegangen
sei. Die IV-Stelle habe zu Unrecht keine Verlaufsbegutachtung in Auftr
ag
gegeben. Damit habe sie den Untersuchungsgrundsatz verletzt (
Urk.
1).
Dem ist entgegenzuhalten, dass die IV-Stelle am 1
4.
November 2017 einen Ver
laufsbericht der
A._
einholte (
Urk.
7/71). In diesem w
u
rden ge
genüber dem Austrittsbericht vom 2
5.
August 2016 keine relevanten Befundver
änderungen beschrieben. Als Diagnose wurde unter anderem eine depressive Stö
rung, gegenwärtig in einer mittelgra
digen Episode, aufgeführt (Urk.
7/71 S. 2). Im Austrittsbericht vom 2
5.
August 2016 war demgegenüber von einer gegen
wärtig schweren Episode berichtet worden (
Urk.
7/44 S. 62), was eher für eine Verbesserung des Gesundheitszustandes
spricht
. Es ist daher nicht zu beanstan
den, dass die IV-Stelle keine weiteren Abklärungen veranlasste und von einem – seit Begutachtungstermin – unveränderten Gesundheitszustand ausging.
4.2
Das rheumatologische
Teilgutachten beruht
auf sorgfältigen und allseitigen Un
tersuchungen (
Urk.
7/44 S. 45-47
), berücksichtig
t
die geklagten Beschwerden (
Urk.
7/44 S. 42-43
) und
ist
in Kenntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben wor
den (
Urk.
7/44 S. 17-24
).
Der
Gutachter
hat
detaillierte Befunde erhoben und hieraus begründete Diagnosen gestellt, die medizinischen Zustände und Zusam
menhänge schlüssig dargelegt und
seine
Schlussfolgerungen nachvollziehbar be
gründet. Diese
s Teilgutachten erfüllt
die rechtsprechungsgemässen Anforderun
gen an beweistaugliche Entscheidungsgrundlagen, weshalb darauf abgestellt wer
den kann.
Die psychiatrische Gutachterin tätigte zwar Untersuchungen. Sie erhob indes nur wenige objektive Befunde. Grösstenteils beschränkte sie sich darauf, subjektive Befindlichkeiten der Beschwerdeführerin wiederzugeben. Unübersehbar finden sich zudem Widersprüche im Gutachten. So wird unter dem Titel «
Darstellung und Diskussion der funktionellen Auswirkungen
»
von einem sozialen Rückzug berichtet. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, die Explorandin sei in der Lage, den Haushalt zu besorgen und sich um die Kinder zu kümmern
. Zudem sei ihre Fähigkeit zu Spontanaktivitäten erhalten
(
Urk.
7/44 S. 34). Unter dem Titel «Funktionsstörungen»
wird
demgegenüber dargelegt, die Explorandin habe
den Kontakt zu Dritten aufrecht
erhalten können. Hingegen sei sie in ihrer Fähigkeit zu Spontanaktivitäten und zur Haushaltsversorgung eingeschränkt (Ur
k. 7/44 S. 32).
Unter dem Titel «
P
sychopathologischer Befund» wird von einer erhaltenen
affektiven Schwingungsfähigkeit berichtet (Urk. 7/44 S. 32). Gleichzeitig begrün
det die Gutachterin die Herleitung ihrer Diagnose damit, dass die affektive Schwingungsfähigkeit herabgesetzt sei (Urk. 7/44 S. 33).
Weiter berichtet die Gut
achterin von einer manifesten psychosozialen Belastung durch die familiäre Si
tuation mit einer schwierigen Trennungssituation und der Alleinbetreuung von zwei Kindern (Urk. 7/44 S. 34), unterlässt es jedoch, den Anteil der krankheitsbe
dingten Arbeitsunfähigkeit davon abzugrenzen. Unklar erscheint ferner, wie der Umstand, dass die Beschwerdeführerin über einen geregelten Tagesablauf verfügt (Urk. 7/44 S. 31), während der Untersuchung keine Aufmerksamkeits- und Kon
zentrationsschwierigkeiten dokumentiert wurden und d
ie affektive Schwingungs
fähigkei
t erhalten ist (Urk. 7/44 S. 32), mit der Diagnose einer leichten bis mit
telgradigen depressiven Episode zu vereinbaren ist.
Daher erscheint fraglich, ob auf die Einschätzung der psychiatrischen Gutachterin abgestellt werden kann. Selbst wenn dies indes der Fall wäre, würde sich im Ergebnis nichts ändern, wie nachfolgende Erwägungen zeigen.
5.
5.1
Wie die Beschwerdeführerin richtig ausführt (Urk. 1),
sind gemäss bundesgericht
licher Rechtsprechung grundsätzlich sämtliche psychischen Leiden einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (vgl. E. 1.3). Nach
folgend ist deshalb die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin anhand der vom Bundesgericht genannten Indikatoren zu prüfen.
5.2
Unter dem Aspekt
«
funktioneller Schweregrad
»
ist in Betracht zu ziehen, dass die diagnoserelevanten Befunde und Symptome nicht ausgeprägt erscheinen. Der im Rahmen der Begutachtung erhobene Psychostatus war weitgehend unauffällig. Hinweise auf Störungen der kognitiven Funktionen lagen nicht vor
, die affektive Schwingungsfähigkeit war erhalten
(
Urk.
7/44 S. 32
).
Auch im Bericht der
A._
vom 25. August 2016 wurden keine ausgeprägten Symptome doku
mentiert. Vielmehr wurde festgehalten,
es
hätten weder Aufmerksamkeits- noch Konzentrationsstörungen oder Auffassungsstörungen bestanden (Urk. 7/44
S. 63).
Da der Psychostatus bei Aufnahme in die Klink erhoben wurde, sind die unauffälligen Befunde nicht auf den Behandlungserfolg des stationären Aufent
halts zurückzuführ
en
.
Zu berücksichtigen ist ferner, dass
in den Berichten von psychosozialen Belastungsfaktoren berichtet wird. So wurde im Bericht der
A._
vom 16. März 2017 ausgeführt, als auslösende sowie aufrecht
erhaltende Faktoren für die psychischen Beschwerden sei die erhöhte Belastung durch die alleinige Erziehung der Kinder anzusehen (Urk. 3/3 S. 3). Auch im Be
richt vom 7. Juli 2017
wurde
von psychosozialen Belastungsfaktoren wie dem Tod der Grossmutter und damit einhergehenden finanziellen Nöten berichtet (Urk. 3/6).
Die Beschwerdeführerin gab gegenüber der behandelnden Ärztin an, sie habe sich mit der alleinigen Erziehung der beiden Kinder sowie den finan
ziellen Problemen zunehmend überfordert gefühlt (Urk. 3/3 S. 1).
Die stationären Aufenthalte in der Klinik erfolgten denn jeweils auch kurz nach Lebensereignis
sen, welche die Beschwerdeführerin
schwer
belasteten. So trat sie erstmals nach der Trennung
des
Ehemannes sowie ihres neuen Lebenspartners in die Klini
k ein (Urk. 7/44 S.
62)
.
Den zweiten stationären
Aufenthalt
trat sie nach dem Tod ihrer Grossmutter
, zu welcher sie e
i
n besonders enges Verhältnis hatte,
an (Urk.
3/3 S. 1).
Weiter geht aus den Unterlagen hervor, dass die Beschwerdeführerin von den Behandlungen stark profitieren konnte. So schilderte sie anlässlich der Be
gutachtung, die Schmerzen seien nach dem Klinikaufenthalt, während dem sie
auch
physiotherapeutisch behandelt worden sei, stark zurückgegangen. Auch sei sie weniger erschöpft, seitdem sie in der Klinik gewesen sei (Urk. 7/44 S. 6). Im Austrittsbericht der
A._
vom 16. März 2017 wird von einem stabilen, teilremittierten Zustand berichtet (Urk.
3/3 S. 3). Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 7) kann daher nicht von einer Therapieresistenz ausgegangen werden.
Psychiatrisch liegt e
ine Komorbidität vor, wobei im Gutachten nicht erläutert wurde, inwiefern sich diese zusätzlich einschränkend
auswirken sollte
.
5.3
Zum Komplex
«
Persönlichkeit
»
ist festzuhalten, dass keine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert wurde (Urk. 7/44 S. 12). Hinsichtlich des Komplexes „Sozialer Kon
text“ ist zu berücksichtigen, dass zahlreiche Ressourcen vorhanden sind.
Die Be
schwerdeführerin hat ausreichend viele soziale Kontakte
(Urk.
3/5 S. 4), zwei Kin
der, die sie betreut
,
und wird von ihren Eltern unterstützt (
Urk.
7/44 S.
44).
Damit verfügt sie über ein intaktes soziales Umfeld.
5.4
Zum
beweisrechtlich entscheidenden
Aspekt der Konsistenz ist zu erwähnen, dass die Beschwerdeführerin
über einen geregelten Tagesablauf verfügt und
diverse
Freizeitaktivitäten ausübt. So macht sie Yoga, trifft sich mit Müttern anderer Kinder, unternimmt etwas mit ihren Kindern oder fährt diese zu Frei
zeitaktivitäten, macht Achtsamkeitsübungen, liest und schaut sich Filme an (Urk. 7/44 S. 6-7, 6/44 S. 31).
Es kann daher nicht von einer gleichmässigen Ein
schränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen ge
sprochen werden. Zu berücksichtigen ist ferner, dass
im Rahmen
einer neuropsy
chologischen Testung
am
7.
Juli 2017
keine neuropsych
olog
ische Störung objek
tiviert werden konnte. Vielmehr waren die Leistungen altersentsprechend bis
überdurchschnittlich. Aus neuropsychologischer Sicht seien keine Einschränkun
gen der Funktions- und Arbeitsfähigkeit zu erwarten (Urk. 3/6 S. 5).
5.5
Zusammenfassend ergibt sich aus der Prüfung der Standardindikatoren und deren Gesamtwürdigung, dass die Beschwerdeführerin bei Ausschöpfung der vorhan
denen Ressourcen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in der Lage ist,
ihre an
gestammte
Tätigkeit zu verrichten. Dafür sprechen nebst den objektiven Befun
den insbeson
dere das intakte soziale Umfeld
sowie die geregelte Tagesstruktur
. Damit ist mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass
kein invalidisierender Gesundheits
schaden vorliegt
.
Der Vollständigkeit halber sei festgehalten, dass sich im Ergebnis nichts ändern würde, wenn mit den Gutachtern von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit ausge
gangen würde, wie nachstehende Erwägungen zeigen.
6.
6.1
Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin nach
der Geburt ihres ersten Kindes ein Jahr lang nicht arbeitete und danach ein Pensum von 20
%
ausübte. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes pausierte sie während sechs Mo
naten und nahm danach die Arbeitstätigkeit im Rahmen von 35 % wieder auf (Urk. 7/44 S. 5). Auch im Anmeldeformular zum Leistungsbezug gab sie an, bisher mit einem Pensum von 34,8 % tätig gewesen zu sein (Urk. 7/5 S. 4). Weiter ist den Akten zu entnehmen, dass das zweite Kind im Jahr 2010 geboren wurde und beide Kinder sehr betreuungsintensiv sind (Urk. 3/5 S. 5), wobei die Beschwerde
führerin die Betreuung
nicht abgeben möchte
. So führte
ihr
Psychiater
im Bericht vom
16. Juni 2016 aus, die Beschwerdeführerin wolle ihre Kinder unbedingt selber betreuen (Urk. 7/32 S. 3). Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ist daher erstellt, dass die Beschwerdeführerin trotz der inzwischen erfolgten Trennung von ihrem Ehemann auch bei guter Gesundheit ihr Arbeitspensum nicht entscheidend erhöht hätte. Sie ist daher als zu mindestens 50 % im Aufgabenbereich tätig zu qualifizieren.
6.2
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgaben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgelt
lichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend
der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125 V 146; vgl.
Art.
27 und 27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung [
IVV
]
in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV vom
1.
Dezember 2017, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wird zu
nächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgaben
bereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invalidität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität ergibt sich aus der Ad
dierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
(BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
Am 1. Januar 2018 sind die geänderten Bestimmungen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 1. Dezember 2017 in Kraft getreten. Mit dieser Änderung wurde für die Festlegung des Invaliditätsgrades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) in Art. 27
bis
Ab
satz 2–4 IVV ein neues Berechnungsmodell eingeführt. Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist am
10. April 2018
und somit nach Inkrafttreten der Verordnungsänderung ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Verordnungsbestimmungen am 1. Januar 2018 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dau
erleistung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist ent
sprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2017 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeit
punkt auf die revidierten Verordnungsbestimmungen abzustellen (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006 E. 1).
6.
3
6.3.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.3.2
Gemäss gutachterlicher Einschätzung ist die Beschwerdeführerin in der Lage, ihre angestammte Tätigkeit zu 50 % auszuüben.
Damit erübrigt sich ein ziffernmässi
ger Einkommensvergleich, und es kann eine Gegenüberstellung blosser Prozent
zahlen vorgenommen werden (
Urteil des Bundesgerichts
9C_22/2014 vom 1
8.
Februar 2014 E. 3.2).
In Bezug auf den Erwerbsbereich ergibt sich bis zum 31. Dezember 2017 aufgrund dessen, dass
die Beschwerdeführerin
als 50 % er
werbstätig zu qualifizieren ist, ein Teilinvaliditätsgrad von 0 %. Ab Januar 2018 ist der Teilinvaliditätsgrad aufgrund der neuen Berechnungsmethode demgegen
über auf 25 % (0,5 x 50 %) festzusetzen.
6.4
Trotz der Qualifikation der Beschwerdeführerin als Teilerwerbstätige mit Aufga
benbereich führte die Beschwerdegegnerin keine Haushaltsabklärung durch.
Den Akten ist indes zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin den Haushalt selber erledigt, wobei sie für die administrative Tätigkeit Hilfe von der Spitex erhält (Urk. 7/44 S. 31).
Gemäss dem Kreisschreiben
über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung
ist der administrative Teil der Hausarbeiten mit maxi
mal 10 % zu gewichten (KSIH,
Rz
. 3087), womit die Einschränkung im Aufga
benbereich höchstens 10 % betragen könnte. Da die Beschwerdeführerin als zu 50
%
im Aufgabenbereich zu qualifizieren ist, ergibt sich somit ein Teilinvalidi
tätsgrad von
maximal
5 % (0,5 x 10 %).
6.5
Werden die beiden Betätigungsfelder gesamthaft betrachtet, resultiert für die Zeit
bis am 3
1.
Dezember 2017
ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von
5
%
(
0
%
+
5
%
) und für die
Zeit ab
1.
Januar 2018
ein solcher von
30
%
(
25
%
+
5
%
).
7.
Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 1
0.
April 2018 im Resultat nicht zu beanstanden, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
8.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
800
.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).