Decision ID: 91197801-1420-4416-83af-1a02bc0cd1ab
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend mehrfaches Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz etc. und Widerruf
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 15. November 2019 (GG190225)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 2. September 2020 ist
diesem Urteil beigeheftet (Urk. 16).
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 36 S. 27 ff.)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte A._ ist schuldig
− des mehrfachen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von
Art. 19 Abs. 1 lit. a, c und g BetmG sowie
− der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von
Art. 19a Ziff. 1 BetmG.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 9 Monaten Freiheitsstrafe (wovon bis und mit
heute 1 Tag durch Haft erstanden ist) und einer Busse von Fr. 1'500.–.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 5 Jahre
festgesetzt.
4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so
tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 15 Tagen.
5. Der bedingte Vollzug der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom
16. Mai 2018 ausgefällten Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 30.– wird wider-
rufen.
6. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 26. März 2019
beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei, Asservate Triage, lagernden Be-
täubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien werden eingezogen und der Lager-
behörde zur Vernichtung überlassen:
− 6 Hanfstecklings Proben (A012'413'795) − 6 Hanfpflanzenproben (A012'413'819) − 6 Hanfpflanzen (A012'413'820)
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− 6 Hanfpflanzen (A012'413'842) − 1 Verschlussbeutel Marihuana (A012'413'864) − 2 Vakuumsäcke mit Marihuana (A012'413'988) − 2 Säcke mit getrocknetem Marihuana (A012'414'049) − Konsumfertiges Marihuana (A012'414'107) − Getrocknete Marihuana Abschnitte (A012'414'129) − div. Marihuana (A012'414'152) − div. Marihuana aus Tongefäss (A012'414'174)
7. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 26. März 2019
beschlagnahmten und beim Forensischen Institut lagernden Unterlagen und
Gegenstände werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung
überlassen:
− Übersichts- und Detailaufnahmen vom Tatort (A012'420'041) − Zigarettenstummel Marke Marlboro (A012'420'154) − Zigarettenstummel Marke Winston (A012'420'164) − Zigarettenstummel Marke Parisienne (A012'420'176) − Jointstummel (A012'420'405, A012'420'438, A012'420'450) − Gummihandschuhe (A012'420'461) − DNA-Spur-Wattetupfer (A012'420'483, A012'420'494, A012'420'507,
A012'420'518, A012'420'529) − Handschuhe (A012'420'474, recte: A012'420'574)
8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 26. März 2019 beschlag-
nahmten div. Unterlagen insb. Mietvertrag (A012'412'883) werden dem Beschuldig-
ten nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen herausgegeben oder nach
unbenutztem Ablauf einer dreimonatigen Frist von der Lagerbehörde vernichtet.
9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 1'800.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 1'100.00 Gebühr für das Vorverfahren
Fr. 7'703.15 Auslagen (Entrümplungsgebühren und Notfalltüröffnung)
Fr. 630.00 Auslagen Polizei (Spurenbericht FOR)
Fr. 10'507.60 amtliche Verteidigung.
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
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10. Über die Höhe der Kosten der amtlichen Verteidigung wird mit separater Verfügung
entschieden.
11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen
diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.
12. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen;
vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
13. (Mitteilungen)
14. (Rechtsmittel)"
Berufungsanträge: (Prot. II S. 5 f.)
a) Der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 50 S. 2)
Hauptanträge:
1. Der Beschuldigte sei vollumfänglich freizusprechen.
2. Vom Widerruf des bedingten Vollzugs der mit Strafbefehl der Staats-
anwaltschaft Zürich-Sihl vom 16. Mai 2018 ausgefällten Geldstrafe von
180 Tagessätzen zu Fr. 30.-- sei abzusehen.
3. Sämtliche beschlagnahmten Unterlagen seien dem Beschuldigten nach Ein-
tritt der Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlangen herauszugeben.
4. Dem Beschuldigten sei eine Entschädigung im Betrag von Fr. 450.20 zuzüg-
lich Zins zu 5 % seit 29. März 2019 zuzusprechen.
5. Die Kosten des Vorverfahrens, des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens
sowie des Berufungsverfahrens seien inkl. der Kosten der amtlichen Ver-
teidigung definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen.
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Eventualanträge:
1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf des mehrfachen Vergehens i.S.v. Art. 19
Abs. 1 lit. a, c und g BetmG freizusprechen.
2. Der Beschuldigte sei der mehrfachen Übertretung i.S.v. Art. 19a BetmG
schuldig zu sprechen.
3. Der Beschuldigte sei mit einer Busse von maximal Fr. 1'500.-- zu bestrafen,
unter Festlegung einer Ersatzfreiheitsstrafe von 15 Tagen für den Fall einer
schuldhaften Nichtbezahlung der Busse.
4. Vom Widerruf des bedingten Vollzuges der mit Strafbefehl der Staatsanwalt-
schaft Zürich-Sihl vom 16. Mai 2018 ausgefällten Geldstrafe von
180 Tagessätzen zu Fr. 30.-- sei abzusehen.
5. Dem Beschuldigten sei eine reduzierte Entschädigung im Betrag von
Fr. 337.65 zuzüglich Zins zu 5 % seit 29. März 2019 zuzusprechen.
6. Sämtliche beschlagnahmten Unterlagen seien dem Beschuldigten nach Ein-
tritt der Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlangen herauszugeben.
7. Die Gebühr für das Vorverfahren von Fr. 1'100.-- und Gerichtsgebühr von
Fr. 1'800.-- seien maximal im Umfang eines Viertels meinem Mandanten
aufzuerlegen und im Mehrumfang inkl. der auf das Vorverfahren und auf das
erstinstanzliche Gerichtsverfahren entfallenden Kosten der amtlichen Vertei-
digung auf die Staatskasse zu nehmen.
8. Die Verfahrenskosten des Berufungsverfahrens seien inkl. der darauf entfal-
lenden Kosten der amtlichen Verteidigung definitiv auf die Staatskasse zu
nehmen.
b) Der Staatsanwaltschaft (Urk. 42):
(schriftlich)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils
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Erwägungen:
I. Verfahrensgang
1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann auf die Erwägun-
gen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 36 S. 4).
2. Am 15. November 2019 erging das eingangs wiedergegebene Urteil des
Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung – Einzelgericht (Urk. 33; Urk. 36). Das Urteil
wurde mündlich eröffnet und begründet sowie im Dispositiv übergeben (Prot. I
S. 26).
3. Der Beschuldigte liess mit Eingabe vom 25. November 2019 gegen das
Urteil innert Frist Berufung anmelden (Urk. 28), worauf ihm am 5. Februar 2020
das begründete Urteil (Urk. 33; Urk. 36) zugestellt wurde (Urk. 35/2). Am
25. Februar 2020 liess er die Berufungserklärung einreichen (Urk. 37). Mit Präsi-
dialverfügung vom 3. März 2020 wurde der Staatsanwaltschaft die Berufungs-
erklärung zugestellt und Frist angesetzt, um zu erklären, ob Anschlussberufung
erhoben wird, oder um begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu bean-
tragen, sowie um sich zum im Rahmen der Berufungserklärung gestellten Be-
weisantrag des Beschuldigten (Zeugeneinvernahme zweier Polizeibeamter) zu
äussern (Urk. 40). Mit Eingabe vom 6. März 2020 erklärte die Staatsanwaltschaft,
auf Anschlussberufung zu verzichten und die Bestätigung des vorinstanzlichen
Urteils zu beantragen (Urk. 42). Nach erneuter Fristansetzung (Urk. 43) nahm die
Staatsanwaltschaft alsdann auch zum Beweisantrag des Beschuldigten Stellung
und beantragte dessen Abweisung (Urk. 45). Mit Präsidialverfügung vom 24. März
2020 wurde der Beweisantrag des Beschuldigten abgewiesen (Urk. 46). Die Beru-
fungsverhandlung wurde auf den 9. Juli 2020 angesetzt (Urk. 48). Der Beschul-
digte erschien unentschuldigt nicht zur Berufungsverhandlung. Sein amtlicher
Verteidiger reichte daher seine Plädoyernotizen (Urk. 50) schriftlich zu den Akten,
wobei er mit Einverständnis der Verfahrensleitung auf deren Verlesen verzichtete
(Prot. II S. 7).
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II. Umfang der Berufung
Der Beschuldigte beschränkt die Berufung nicht und stellt die gleichen Haupt- und
Eventualanträge wie vor Vorinstanz (Urk. 37 S. 2 f., Urk. 50 S. 2 f.). Das vor-
instanzliche Urteil ist damit unter Vorbehalt des Verschlechterungsverbots
(Art. 391 Abs. 2 StPO) umfassend zu überprüfen.
III. Prozessuales
1. Am Sonntag, 10. März 2019, suchten Beamte der Kantonspolizei Zürich, die
gestützt auf eine Ausschreibung des Vollzugszentrums Bachtel mit der Fahndung
nach dem Beschuldigten zwecks Verhaftung betraut waren, den Beschuldigten an
seinem letzten bekannten Logis-Ort an der B._-Strasse ... in ... Zürich auf
(Urk. 1 S. 1; Urk. 37 S. 3). Im Polizeirapport vom 13. März 2019 wird festgehalten,
vor Ort seien Geräusche durch die Eingangstüre gedrungen, weshalb habe davon
ausgegangen werden müssen, dass der Beschuldigte zugegen sei. Nachdem auf
lautes Klopfen und Rufen hin die Türe nicht geöffnet worden sei, sei ein Schlüs-
seldienst aufgeboten worden, um den Zutritt zum vermuteten Aufenthaltsort des
Beschuldigten zu ermöglichen. Der Beschuldigte sei nicht angetroffen worden.
Statt seiner hätten sie eine professionelle Hanfanlage mit Pflanzen und diversem
Verpackungsmaterial gefunden. Aufgrund dieser Erkenntnisse und der Abwesen-
heit des Beschuldigten habe man die Räumlichkeiten unter Gefahr in Verzug
durchsucht, um alle Beweismittel sicherzustellen (Urk. 1 S. 1 f.).
2. Wie bereits vor Vorinstanz lässt der Beschuldigte berufungsweise geltend
machen, das Eindringen in die Wohnung und die Hausdurchsuchung seien un-
rechtmässig gewesen, so dass die dabei erhobenen Beweise sowie auch alle
darauf basierenden Folgebeweise nicht verwertbar seien (Urk. 37 S. 3, Urk. 50
S. 3 ff.). Auf die Vorbringen ist im Einzelnen einzugehen.
3. Zunächst rügt der Verteidiger, die Ausschreibung zur Verhaftung zwecks
Vollzugs einer Ersatzfreiheitsstrafe sei mangels hinreichender Aufenthalts-
nachforschungen der Zentralen Inkassostelle der Gerichte zu Unrecht erfolgt
(vgl. Urk. 24 S. 3 f. m.H.a. Urk. 25/1+2). Die Vorinstanz hält hierzu richtig fest,
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dass dies die Gültigkeit der Fahndung (und damit die Zulässigkeit der Zwangs-
massnahmen) nicht tangiert (Urk. 36 S. 5). Die Polizei durfte und musste sich auf
die Ausschreibung verlassen und nach dem Beschuldigten fahnden sowie ihn ge-
gebenenfalls verhaften. Anders wäre es einzig, wenn die Ausschreibung gerade-
zu nichtig wäre, wofür keine Anhaltspunkte bestanden und bestehen.
4.1 Die vom Verteidiger bestrittene Rechtmässigkeit der Hausdurchsuchung
hängt zunächst davon ab, ob die Polizei befugt war, zur Durchsetzung des Auf-
trags zur Verhaftung zwecks Vollzugs einer Ersatzfreiheitsstrafe in die Wohnung
des Beschuldigten einzudringen.
Der Vollzug von Strafen richtet sich grundsätzlich nach kantonalem Recht
(Art. 373 Abs. 1 StGB; Art. 439 Abs. 1 StPO). Die Strafprozessordnung enthält
zum Strafvollzug immerhin Bestimmungen in Art. 439 ff. StPO. Nach Art. 439
Abs. 2 StPO erlässt die zuständige Vollzugsbehörde zur Vollstreckung von Straf-
entscheiden einen Vollzugsbefehl. Zur Durchsetzung des Vollzugsbefehls kann
sie die verurteilte Person verhaften oder ausschreiben lassen oder ihre Ausliefe-
rung beantragen (Art. 439 Abs. 4 StPO). Das Zürcher Recht sieht dementspre-
chend vor, dass das Amt für Justizvollzug eine verurteilte Person zur Aufenthalts-
nachforschung oder zur Verhaftung ausschreiben kann (§ 49 Justizvollzugsver-
ordnung, JVV) und dass zur Durchsetzung und Erfüllung der Aufträge im Rahmen
der Amtshilfe Polizeiorgane beigezogen werden können (§ 14 JVV). Gemäss § 6
Polizeigesetz (PolG) wiederum leistet die Polizei den Justiz- und Verwaltungs-
behörden Amts- und Vollzugshilfe und gemäss § 28 PolG führt sie auf Ersuchen
der zuständigen Stelle eine Person dieser Stelle vor oder einer anderen Stelle zu.
Vorliegend waren die Polizeibeamten beauftragt, den Beschuldigten zwecks Voll-
zugs einer Ersatzfreiheitsstrafe zu verhaften, und zu diesem Zweck befugt, in die
Wohnung des Beschuldigten einzudringen (vgl. AppGer BS, BES.2018.173 vom
11.02.2019, E. 3.2 f.).
4.2 Der Verteidiger des Beschuldigten stellt dies nicht in Frage, hält aber dafür,
das Eindringen in die Wohnräumlichkeiten sei unrechtmässig gewesen, weil dies
nicht im Rahmen der bloss vorgeschobenen Personenfahndung geschehen sei,
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sondern gestützt auf einen vor Ort entstandenen Tatverdacht auf Widerhandlung
gegen das BetmG, der sich ergeben habe, bevor die beiden Polizeibeamten in die
Wohnräumlichkeiten eingedrungen seien (Urk. 37 S. 3). Die Polizeibeamten hät-
ten nämlich nicht etwa wie angegeben Geräusche wahrgenommen, sondern
durch einen Spalt beim Seitenflügel der Zugangstüre erkennen können, dass sich
in den Räumlichkeiten eine Hanfanlage befand (Urk. 24 S. 5; Urk. 50 S. 5).
Ob die Polizeibeamten tatsächlich Geräusche wahrgenommen bzw. bereits vor
dem Betreten der Räumlichkeiten erspäht hatten, dass sich in den Räumlichkeiten
eine Hanfanlage befand, kann offen bleiben. Die Polizeibeamten waren vor Ort,
um den Beschuldigten zu verhaften. Auf ihr Klopfen und Rufen hin wurde die Türe
nicht geöffnet. Daraus mussten sie aber nicht schliessen, dass der Beschuldigte
nicht zuhause sei, und zwar unabhängig davon, ob Geräusche wahrgenommen
werden konnten oder nicht. Zu Recht verschafften sie sich mit Hilfe des Schlüs-
seldienstes Zugang zur Wohnung, um die Anwesenheit des Beschuldigten zu
überprüfen. Sollten sie gleichzeitig auch noch einen Tatverdacht auf Widerhand-
lung gegen das BetmG gehegt haben, so würde dies nichts ändern.
4.3.1 Der Verteidiger bringt weiter vor, spätestens nach der Entdeckung der
Hanfanlage hätte zumindest ein mündlicher Durchsuchungsbefehl der Staats-
anwaltschaft eingeholt werden müssen, zumal ein solcher über den Pikettdienst
erhältlich gewesen wäre und die Polizei mit diesem in Kontakt gestanden habe.
Gefahr in Verzug habe entgegen dem Polizeirapport nicht vorgelegen. Im Haus-
durchsuchungsprotokoll werde die vermeintliche Gefahr in Verzug nicht vermerkt
und es sei nicht ersichtlich, wie bei Einholung eines Hausdurchsuchungsbefehls
ein Beweisverlust gedroht hätte (Urk. 24 S. 5 f., Urk. 50 S. 5 ff.). Zwischen dem
Eindringen in die Wohnung um ca. 9.00 Uhr und der anschliessenden Durchfüh-
rung der eigentlichen Hausdurchsuchung zwischen 11.35 und 13.11 Uhr seien
rund zweieinhalb Stunden vergangen (Urk. 24 S. 6, Urk. 50 S. 6). Sodann beziehe
sich einerseits die Regelung gemäss Art. 243 StPO nicht auf einen während einer
Personenfahndung gemachten Zufallsfund. Und andererseits decke der sinnge-
mäss zur Anwendung gelangende Art. 209 Abs. 3 StPO keinesfalls die Durchfüh-
rung einer Hausdurchsuchung im Rahmen einer Personenfahndung ohne vor-
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gängiges Einholen einer staatsanwaltlichen Durchsuchungsbefehls ab (Urk. 24
S. 6, Urk. 50 S. 4).
4.3.2 Art. 241 - 243 StPO enthalten allgemeine Bestimmungen, die u.a. den
speziellen Bestimmungen betreffend Hausdurchsuchung (Art. 244 f. StPO) voran-
gestellt sind. Gemäss Art. 241 Abs. 1 StPO werden Durchsuchungen und Unter-
suchungen in einem schriftlichen Befehl angeordnet. In dringenden Fällen können
sie mündlich angeordnet werden, sind aber nachträglich schriftlich zu bestätigen.
Ist Gefahr in Verzug, kann die Polizei nach Abs. 3 der Bestimmung ohne Befehl
Durchsuchungen vornehmen; sie informiert darüber unverzüglich die zuständige
Strafbehörde. Gefahr in Verzug bedeutet, dass ohne sofortige Durchsuchung ein
Beweisverlust zu befürchten ist (BGE 139 IV 128 E. 1.5; BGer 6B_860/2018 vom
18. Dezember 2028 E. 2.3).
Inwiefern vorliegend ein solcher Beweisverlust drohte, so dass die Polizei zu
selbstständigem Handeln im Sinne von Art. 241 Abs. 3 StPO ermächtigt war, ist
nicht erkennbar. Der blosse Umstand, dass die Polizei vor Ort und der Beschul-
digte nicht anwesend war (vgl. Urk. 1 S. 2), vermag keine besondere Dringlichkeit
zu begründen. Es entspricht nicht dem Sinn des Gesetzes, in einem solchen Fall
der Polizei zu gestatten, Hausdurchsuchungen selbstständig anzuordnen und
durchzuführen (vgl. BGE 139 IV 128 E. 1.5). Auch angesichts des Zeitpunkts der
Kontrolle (Sonntagvormittag) ist nicht zu sehen, dass der Pikettdienst der Staats-
anwaltschaft für eine mindestens mündliche Anordnung der Hausdurchsuchung
nicht erreichbar war. Hätte die Polizei tatsächlich befürchtet, der Beschuldigte
könnte die Hanfplantage zerstören oder anderweitig Beweismittel vernichten, so
wäre zu erwarten gewesen, dass sie sich sofort und allenfalls gewaltsam Zugang
zur Wohnung des Beschuldigten verschafft hätten. Das Vorgehen der Polizei zeigt
daher vielmehr, dass auch sie nicht von einer besonderen Dringlichkeit aus-
gingen, wie es für die Durchführung einer Hausdurchsuchung unter Gefahr in
Verzug notwendig wäre. Die Hausdurchsuchung wurde daher prozessordnungs-
widrig durchgeführt.
Es stellt sich die Frage nach den prozessualen Folgen dieses regelwidrigen Vor-
gehens.
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4.3.3 Die Verwertbarkeit rechtswidrig erlangter Beweise ist in Art. 141 StPO gere-
gelt. Für Beweise, die durch verbotene Beweiserhebungsmethoden erlangt wer-
den, sieht Art. 141 Abs. 1 Satz 1 StPO ein absolutes Beweisverwertungsverbot
vor. Dasselbe gilt, wenn das Gesetz einen Beweis als unverwertbar bezeichnet
(Art. 141 Abs. 1 Satz 2 StPO). Beweise, die Strafbehörden in strafbarer Weise
oder unter Verletzung von Gültigkeitsvorschriften erhoben haben, dürfen nach
Art. 141 Abs. 2 StPO grundsätzlich nicht verwertet werden, es sei denn, ihre Ver-
wertung sei zur Aufklärung schwerer Straftaten unerlässlich. Beweise, bei deren
Erhebung lediglich Ordnungsvorschriften verletzt wurden, sind dagegen gemäss
Art. 141 Abs. 3 StPO verwertbar. Ob im Einzelfall eine Gültigkeitsvorschrift vor-
liegt, bestimmt sich (sofern das Gesetz die Norm nicht selber als Gültigkeits-
vorschrift bezeichnet) gemäss Bundesgericht primär nach dem Schutzzweck der
Norm: Hat die Verfahrensvorschrift für die Wahrung der zu schützenden Interes-
sen der betreffenden Person eine derart erhebliche Bedeutung, dass sie ihr Ziel
nur erreichen kann, wenn bei Nichtbeachtung die Verfahrenshandlung ungültig ist,
liegt eine Gültigkeitsvorschrift vor (BGE 139 IV 128 E. 1.6). Das Bundesgericht
hat im vorgenannten Entscheid das Erfordernis des staatsanwaltschaftlichen
Durchsuchungsbefehls als blosse Ordnungsvorschrift im Sinne von Art. 141
Abs. 3 StPO qualifiziert. Im konkreten Fall ging es um die Durchsuchung eines
Mobiltelefons. Das Bundesgericht führte aus, die Voraussetzungen für die Durch-
suchung seien an sich erfüllt und die Durchsuchung als solche sei auch
nicht unverhältnismässig gewesen. Anhaltspunkte dafür, dass sich die Beamten
vorsätzlich und rechtsmissbräuchlich über die gesetzliche Zuständigkeitsordnung
hinwegsetzten, bestünden nicht. Das gelte umso mehr, als selbständiges polizei-
liches Handeln nicht kategorisch ausgeschlossen, sondern bei Dringlichkeit mög-
lich sei (Art. 241 Abs. 3 StPO) und die Zuständigkeiten entsprechend in einer
gewissen Hinsicht "fliessend" seien (BGE 139 IV 128 E. 1.7). Vorliegend verhält
es sich im Wesentlichen analog. Die Voraussetzungen einer Hausdurchsuchung
gemäss Art. 244 Abs. 2 StPO waren klar erfüllt und die Durchsuchung sowie Be-
schlagnahme der Hanfanlage drängte sich auf. Es ist auch nicht ersichtlich, dass
sich die Beamten vorsätzlich und rechtsmissbräuchlich über die Zuständigkeits-
ordnung hinwegsetzten. Vielmehr wurde – wie der Beschuldigte selbst vorbringt
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(Urk. 24 S. 5 und Urk. 50 S. 6 m.H.a. Urk. 1 S. 2;) – die Staatsanwaltschaft durch
die Einsatzzentrale über die Hausdurchsuchung (vermeintlich unter "Gefahr in
Verzug") orientiert.
Nach dem Ausgeführten ist beim Erfordernis des staatsanwaltschaftlichen Durch-
suchungsbefehls im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung von einer
Ordnungsvorschrift auszugehen. Die durch die Hausdurchsuchung erlangten Be-
weise sind verwertbar.
4.4 Daran ändert auch die Rüge nichts, der für die Erstellung des Hausdurch-
suchungsprotokolls beigezogene Beamte der Stadtpolizei Zürich habe aufgrund
der "institutionellen Nähe zu den Beamten der Kantonspolizei Zürich" die ihm ob-
liegende Kontrollfunktion nicht gebührend gewährleisten können (Urk. 24 S. 6 f.;
Urk. 50 S. 6 f.). Zum einen kann mit der Vorinstanz festgehalten werden, dass
keine Anhaltspunkte dafür bestehen, der beigezogene Stadtpolizist sei keine im
Sinne von Art. 245 Abs. 2 StPO geeignete Person (vgl. Urk. 36 S. 7). Zum andern
handelt es sich bei Art. 245 Abs. 2 StPO um eine klassische Ordnungsvorschrift
(vgl. BSK StPO-THORMANN/BRECHBÜHL, Art. 245 N 15).
5. Nach dem Ausgeführten sind die bei der Hausdurchsuchung erlangten Be-
weise verwertbar.
IV. Sachverhalt
1. Der Anklagevorwurf kann der – diesem Urteil angehängten – Anklageschrift
der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 2. September 2019 (Urk. 16) entnommen
werden.
2. Wie die Vorinstanz (Urk. 36 S. 8) richtig festhält, anerkennt der Beschuldig-
te, von ca. September 2018 bis 10. März 2019 an der B._-Strasse ..., ... Zü-
rich, eine Indoor-Hanfanlage zur Aufzucht von Drogenhanf (THC-Gehalt von min-
destens 1,0 Prozent) betrieben zu haben und hierbei zuerst ca. 100 Hanfpflanzen
(bei der Verwendung von 5 Natriumdampflampen à 600 Watt) und dann mindes-
tens ca. 180 Hanfpflanzen (bei der Verwendung von 10 Natriumdampflampen à
600 Watt) aufgezogen und geerntet sowie in einem dritten Mal 575 Hanfpflanzen
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aufgezogen zu haben, wobei beim letzten Mal die Ernte wegen der polizeilichen
Kontrolle unterblieb. Ebenso anerkennt der Beschuldigte, von den genannten Ern-
ten zwischen Dezember 2018 und dem 10. März 2019 (mindestens) pro Tag 5 g,
total also 500 g Marihuana selbst konsumiert zu haben (Urk. 5 S. 3 ff.; Urk. 6 S. 4
ff.; Prot. I S. 11 ff.; Urk. 24 S. 10; Urk. 50 S. 9 f.). Diese Anerkennungen sind
glaubhaft und korrespondieren mit den sachlichen Beweismitteln, insbesondere
den Beschlagnahmungen vor Ort.
Hingegen bestreitet der Beschuldigte, dass er in der fraglichen Zeit die in der An-
klage genannten Mengen an Marihuana von einmal 1.5 kg und einmal 3 kg geern-
tet und dieses verkauft habe und dass er von der dritten Aufzucht 6.3 kg Ernte er-
hofft habe und dieses ebenfalls habe verkaufen wollen. Er macht geltend, er habe
die wesentlich geringeren Mengen Marihuana, die er geerntet habe, vollständig
selbst konsumiert, was pro Tag jedoch mehr als 5 g, nämlich 10 bis 15 g gewesen
sei (vgl. Urk. 5 S. 6 f.; Urk. 6 S. 7 ff.; Prot. I S. 11 ff.; Urk. 24 S. 9 ff.; Urk. 50
S. 11 f.). Demzufolge ist der Sachverhalt hinsichtlich der tatsächlich geernteten
und der erhofften Menge Marihuana sowie hinsichtlich der tatsächlichen Ver-
äusserung von 4 kg Marihuana und der erhofften weiteren Veräusserung von
6.3 kg Marihuana zum Preis von jeweils Fr. 5'000.– pro Kilogramm zu erstellen.
3. Anklagebehörde und Vorinstanz stützen sich neben den Aussagen des Be-
schuldigten (Urk. 5; Urk. 6; Prot. I S. 6 ff.; beigezogene Akten Staatsanwaltschaft
Zürich-Sihl, Verfahren-Nr. 2018/16202 und 2009/4127) im Wesentlichen auf den
Polizeirapport vom 13. März 2019 (Urk. 1), eine Skizze der Indoor-Hanfanlage
(Urk. 2/1), Fotodokumentationen (Urk. 2/2–3), Unterlagen des EWZ (Urk. 7/2–4)
sowie die anlässlich der Hausdurchsuchung sichergestellten und beschlagnahm-
ten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien (Urk. 9/6–8).
Die Vorinstanz hat die allgemeinen Beweiswürdigungsregeln dargelegt (Urk. 36
S. 9) sowie Inhalt und Beweiswert der Aussagen des Beschuldigten und der bei
den Akten liegenden sachlichen Beweismittel wiedergegeben und gewürdigt
(Urk. 36 S. 10 ff.). Auf diese Erwägungen kann verwiesen werden. Im Folgenden
sind die wesentlichen Punkte hervorzuheben und vereinzelt zu ergänzen, wobei
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auf den anzunehmenden Ernteertrag (E. 4), den Umfang des Eigenkonsums
(E. 5) und die Veräusserung des produzierten Marihuanas einzugehen ist (E. 6).
4.1 Der Polizeirapport führt bezüglich Ertrag der Hanfanlage ein Gutachten des
Forensischen Instituts Zürich vom April 2013 an, wonach sich Mindesterträge von
25 g konsumfähigem getrocknetem Marihuana pro Cannabispflanze und Zyklus
problemlos rechtfertigen liessen. Ebenso korreliere der Energieeintrag pro Pflanze
mit der Anzahl Watt Lichtleistung, die jeder Pflanze während ihrer Lebenszeit zu
Teil wird. Unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren lasse sich der Ernte-
ertrag unter angemessenen Aufzuchtbedingungen, wie sie in Indoor-Anlagen an-
genommen werden könnten, auf eine Faustformel von 1 g pro eingebrachtes Watt
Lichtleistung für Profis und 0,5 g für Anfänger ableiten (Urk. 1 S. 3 f.).
Am letzteren Wert von 0,5 g pro eingebrachtes Watt Lichtleistung orientiert sich
die Anklage. Hierbei handelt es sich um eine etablierte Berechnungsart. Ausge-
hend von der Verwendung von 5 Natriumdampflampen à 600 Watt (erste Ernte),
von 10 Natriumdampflampen à 600 Watt (zweite Ernte) und den beschlagnahm-
ten 21 Natriumdampflampen à 600 Watt (geplante Ernte) führt dies zu den ange-
klagten Mengen von 1.5 kg, 3 kg bzw. 6.3 kg Marihuana. Zum gleichen Ergebnis
kommt man angesichts des Anbaus von ca. 100 Pflanzen (erste Ernte), von
ca. 180 Pflanzen (zweite Ernte) bzw. von 575 bei der Hausdurchsuchung vorge-
fundenen Pflanzen (geplante Ernte), wenn man gemäss „klassischer Berechnung“
von einem Ertrag von 10-15 g pro Pflanze ausgeht (vgl. OFK-BetmG-
FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, Art. 2 BetmG, N 83).
4.2 An der Angemessenheit dieser Annahmen vermögen die Ausführungen des
Beschuldigten zum Ernteertrag nichts zu ändern. Auf deren ausführliche Wieder-
gabe im vorinstanzlichen Urteil (Urk. 36 S. 10-12) ist zu verweisen. Im Wesent-
lichen will der Beschuldigte nur 3–4 g pro Pflanze konsumfertiges Marihuana pro-
duziert haben, bei der ersten Ernte von ca. 100 Hanfpflanzen rund 350 g und bei
der zweiten Ernte von ca. 180 Hanfpflanzen rund 800 g. Die Vorinstanz erachtet
diese Darstellungen zu Recht als nicht überzeugend (Urk. 36 S. 12 f.). Der Be-
schuldigte befasst sich seit 1992 mit dem Anbau von Hanf, zuletzt im Jahr 2018
- 15 -
an genau demselben Ort. Er kann durchaus als erfahren im Hanfanbau betrachtet
und die bei der Hausdurchsuchung vorgefundenen Aufzuchtbedingungen (ver-
schiedene baulich abgetrennte Zuchträume, zwei Klimaanlagen, 21 Natrium-
dampflampen à 600 Watt; Urk. 2/1-3) können mit der Vorinstanz als professionell
bezeichnet werden (Urk. 36 S. 13). Die Vorinstanz weist auch richtig auf den un-
auflöslichen Widerspruch zwischen der vom Beschuldigten angegebenen Ernte-
menge von total maximal 1'200 g, der sichergestellte Menge von 1'396 g getrock-
netem Marihuana und der Behauptung des Beschuldigten, die ganze Produktion
selbst geraucht zu haben, hin (Urk. 36 S. 13). Die Aussage des Beschuldigten,
von den sichergestellten 1'396 g sei ein grosser Teil bloss Pflanzenmaterial
(Urk. 6 S. 8), ist im Übrigen als Schutzbehauptung zu qualifizieren. Es erscheint
nicht nachvollziehbar, weshalb der Beschuldigte eine so grosse Menge an Ab-
fällen aufbewahrt haben sollte.
4.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der in der Anklageschrift festgehal-
tene Ernteertrag erstellt werden kann.
5.1 Betreffend Eigenkonsum geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der
Beschuldigte im fraglichen Zeitraum maximal 5 g Marihuana pro Tag und damit
total 500 g konsumiert hat. Eine grössere Konsummenge, insbesondere über ei-
nen längeren Zeitraum, erscheine unrealistisch (Urk. 17 S. 2).
Der Beschuldigte macht demgegenüber geltend, täglich 10-15 g Marihuana zu
rauchen (Urk. 5 S. 5; Urk. 6 S. 10 f.; Prot. I S. 17 f.). Seine Ausführungen zum Ei-
genkonsum werden im vorinstanzlichen Urteil im Einzelnen wiedergegeben
(Urk. 36 S. 14 f.). Darauf kann verwiesen werden.
Der Verteidiger stützt sich für die Plausibilisierung des behaupteten Eigen-
konsums auf eine Pressemitteilung zu einem Fall vor Amtsgericht München, in
dem der Beschuldigte 500 g Marihuana pro Monat bzw. 15 g pro Tag konsumiert
habe (Urk. 25/4). Zudem moniert er, man habe es unterlassen, beim Beschuldig-
ten eine Haaranalyse durchzuführen, die den von ihm behaupteten Konsum hätte
belegen können (Urk. 24 S. 9 ff., Urk. 50 S. 11 f.).
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5.2 Die Vorinstanz hat sich mit der Frage des Eigenkonsums ausführlich aus-
einandergesetzt (Urk. 36 S. 15 f.). Sie wies darauf hin, dass der von der Vertei-
digung zitierte Fall einen 59-Jährigen betraf, der angab, zuletzt durchgängig von
3 Uhr morgens bis 20 Uhr abends konsumiert zu haben und auch nachts zum
Konsumieren aufgestanden zu sein, und dass die Sachverständige erklärte, noch
nie einen höheren Wert festgestellt zu haben (Urk. 25/4). Der Beschuldigte mache
im vorliegenden Fall nicht einmal ansatzweise geltend, in ähnlichem zeitlichem
Ausmass zu konsumieren. Er müsste für die 15 g Marihuana (bei einer Menge
von 0,5 bis 1 g pro Joint) nämlich 15 bis 30 Joints pro Tag rauchen, habe jedoch
angegeben, jeweils tagsüber zu arbeiten, und nichts von nächtlichem Konsum
erwähnt. Im Gegenteil habe er erklärt, es gebe Tage, an denen er auch nur 2 g
rauche. Sein Konsum hänge zwar nach seinen Aussagen vom jeweils verfügba-
ren Marihuana ab, aber er habe selbst zugegeben, nicht unbeschränkt viel davon
rauchen zu können. Diesen Erwägungen ist beizupflichten. Die Vorinstanz
schliesst auch richtig, dass es vor diesem Hintergrund für die Staatsanwaltschaft
keine Veranlassung gab, einen angeblichen Konsum von bis zu 15 g pro Tag mit
einer Haaranalyse zu überprüfen (Urk. 36 S. 16).
5.3 Zusammenfassend ist mit Anklagebehörde und Vorinstanz davon aus-
zugehen, dass der Beschuldigte durchschnittlich etwa 5 g Marihuana pro Tag
konsumierte. Für den vorliegend massgeblichen Zeitraum von 100 Tagen von der
ersten Ernte bis zum 10. März 2019 von 100 Tagen ist damit ein Eigenkonsum
von 500 g anzunehmen.
6.1 Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, die nicht selbst kon-
sumierte Menge an nicht näher bekannten Örtlichkeiten in der Schweiz an nicht
näher bekannte Abnehmer zu einem unbekannten Verkaufspreis, mindestens
jedoch für Fr. 5'000.– pro Kilogramm, verkauft bzw. einen solchen Verkauf beab-
sichtigt zu haben.
Der Beschuldigte stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, sämtliches Mari-
huana selbst konsumiert oder dies zu tun beabsichtigt zu haben. Er bestreitet,
Marihuana verkauft bzw. einen Verkauf beabsichtigt zu haben (Urk. 5 S. 6 f.;
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Urk. 6 S. 10 f.; Prot. S. 14 ff., S. 18). Auf die Wiedergabe der Ausführungen des
Beschuldigten im Urteil der Vorinstanz (Urk. 36 S. 16 ff.) kann verwiesen werden.
6.2 Ausgangspunkt bildet der Umstand, dass der Beschuldigte mit 4.5 kg we-
sentlich mehr produzierte, als er selbst konsumierte (500 g) bzw. bei der Haus-
durchsuchung noch vorhanden war (1‘396 g). Die Vorinstanz schliesst daraus zu
Recht, dass er das übrige Marihuana anderen nicht näher bekannten Personen
verschafft, d.h. diesen abgegeben hat (Urk. 36 S. 18). Der Vorinstanz ist auch zu
folgen, wenn sie ausführt und begründet, dass insbesondere aufgrund der Gege-
benheiten vor Ort (1‘396 g Marihuana, von denen sich 23 g in einem Verschluss-
beutel, 48 g in zwei Vakuumsäcken, 468 g in zwei Säcken aus zwei Karton-
schachteln sowie das übrige Marihuana in Kisten und Tongefässen und auf
dem Küchenbartresen befand; Vakuumiergerät; diverse Vakuumierbeutel; diverse
Kartonschachteln; Urk. 2/3, Urk. 4/2; Urk. 9/7) davon auszugehen sei, dass das
sichergestellte, getrocknete Marihuana ebenfalls hätte weitergegeben werden sol-
len (Urk. 36 S. 18). Entsprechendes gilt für die noch zu erntenden 6.3 kg Mari-
huana (dazu Urk. 36 S. 19). Für eine Weitergabe des Marihuanas spricht zudem
der Umstand, dass die erheblichen finanziellen Aufwände des Beschuldigten
(vgl. sogleich E. 6.3) alleine zur Produktion der 500 g für den Eigenkonsum wenig
Sinn ergeben hätten, da er diese Menge deutlich günstiger auch bei Drittpersonen
hätte beschaffen können.
Es ist daher mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass das sichergestellte, ge-
trocknete sowie auch das noch zu erntende Marihuana hätte weitergegeben wer-
den sollen.
6.3 Auf der anderen Seite hält die Vorinstanz dafür, es könne nicht erstellt wer-
den, dass der Beschuldigte das Marihuana zum vorgeworfenen Preis oder über-
haupt zu einem Preis verkauft habe; eine solche Transaktion lasse sich nicht be-
weisen (Urk. 36 S. 18). Richtig daran ist, dass anlässlich der Hausdurchsuchung
keine Vermögenswerte gefunden wurden, die sich einem solchen Verkauf zuord-
nen liessen. Allerdings sprechen die erwähnten Gegebenheiten vor Ort sowie der
normale Lauf der Dinge bzw. die allgemeine Lebenserfahrung klar dafür, dass der
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Beschuldigte das Marihuana nicht vollumfänglich verschenkt, sondern verkauft
hat, wenn auch Verkaufspreis und Umsatz unbekannt sind. Aufgrund der vom Be-
schuldigten geschilderten persönlichen Verhältnisse ist zudem nicht klar, wie er
die erheblichen Aufwände für den Betrieb der Hanfanlage mit seinen angegebe-
nen Mitteln hätte finanzieren sollen. So führte der Beschuldigte aus, er verdiene
durchschnittlich ca. Fr. 4'000.- netto pro Monat und habe ca. Fr. 30'000.- Schul-
den. Für die Wohnkosten gebe er Kollegen, bei welchen er wohne, durch-
schnittlich Fr. 350.- bis Fr. 600.- ab (Prot. I S. 7 f.). Für die Liegenschaft an der
B._-Strasse ... bezahlte er einen monatlichen Mietzins in Höhe von Fr.
2'170.- (Urk. 2/5). Weiter generierte der Betrieb der Hanfanlage auch einen erheb-
lichen Stromverbrauch, weshalb der Beschuldigte im Zeitraum vom 5. April 2018
bis zum 23. Mai 2019 Elektrizitätskosten in Höhe von Fr. 6'691.35, mithin ca. Fr.
495.-- pro Monat, zu tragen hatte (Urk. 7/2 und Urk. 7/3). Diese finanziellen Auf-
wände sind mit dem Einkommen des Beschuldigten kaum zu bewältigen. Über
Vermögen verfügt er zudem nicht. Es ist daher naheliegend, dass der Beschuldig-
te über eine weitere Einkommensquelle verfügt hat, welche aufgrund der Gege-
benheiten in erster Linie im teilweisen Verkauf des produzierten Marihuanas zu
sehen wäre. Freilich braucht diese Frage der Entgeltlichkeit aber nicht weiter ver-
tieft zu werden, fällt doch zum einen auch die unentgeltliche Abgabe von Betäu-
bungsmitteln unter den Veräusserungstatbestand von Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG
und ist zum andern bei der Strafzumessung vorliegend ohnehin das Verschlechte-
rungsverbot zu berücksichtigen.
Hinsichtlich einer unentgeltlichen Weitergabe bringt die Verteidigung zudem vor,
ein derart getätigtes oder beabsichtigtes (unentgeltliches) Verschaffen werde dem
Beschuldigten in der Anklageschrift gar nicht vorgeworfen, weshalb die Vorinstanz
mit dem von ihr als erstellt erachteten Sachverhalt den von der Anklageschrift ab-
gesteckten Rahmen verlassen und somit den in Art. 9 Abs. 1 StPO verankerten
Anklagegrundsatz verletzt habe (Urk. 50 S. 10 f.). In der Anklageschrift wird dem
Beschuldigten vorgeworfen, das Marihuana zu einem unbekannten Verkaufspreis
an unbekannte Abnehmer verkauft zu haben (Urk. 16 S. 2). Da dem Beschuldig-
ten eine entgeltliche Weitergabe vorgeworfen wird, muss eine unentgeltliche Wei-
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tergabe ebenfalls als davon abgedeckt betrachtet werden, zumal die Entgeltlich-
keit bloss ein zusätzliches Element darstellt, welches von der Vorinstanz als nicht
erstellt erachtet wurde. Es ist daher keine Verletzung des Anklageprinzips zu er-
kennen, wenn die Vorinstanz davon ausging, dass nur – aber immerhin – eine
unentgeltliche Weitergabe erstellt sei.
7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Anklagesachverhalt erstellt ist,
mit Ausnahme des dem Beschuldigten vorgeworfenen Verkaufspreises von min-
destens Fr. 5‘000.- pro Kilogramm sowie des erzielten Umsatzes.
V. Rechtliche Würdigung
Mit Bezug auf die rechtliche Würdigung kann auf die Ausführungen der Vorinstanz
verwiesen werden (Urk. 36 S. 19 ff.). Der Beschuldigte hat sich des mehrfachen
Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. a, c
und g BetmG (Anbau, Veräusserung, Anstalten-Treffen zur Veräusserung) sowie
der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a
Ziff. 1 BetmG schuldig gemacht.
VI. Strafzumessung
1. Strafrahmen
Der ordentliche Strafrahmen der Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz im
Sinne von Art. 19 Abs. 1 BetmG liegt bei Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder
Geldstrafe. Die mehrfache Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne
von Art. 19a Ziff. 1 BetmG ist mit Busse zu bestrafen.
2. Strafzumessungsregeln
Die Vorinstanz hat die notwendigen theoretischen Ausführungen zur Strafzu-
messung gemacht (Urk. 36 S. 21 f.). Darauf wird verwiesen.
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3. Konkrete Strafzumessung hinsichtlich Vergehen gegen BetmG
3.1. Tatkomponente
3.1.1 Betreffend objektive Tatschwere verweist die Vorinstanz einerseits auf die
professionelle Anbautätigkeit, die zwei tatsächlichen Ernten und die geplante drit-
te Ernte, die gewonnenen 3.7 kg Marihuana sowie die tatsächliche und geplante
Veräusserung des Marihuanas. Anderseits hält die Vorinstanz fest, dass es sich
beim Wirkstoff Cannabis um ein vergleichsweise ungefährliches Betäubungsmittel
handle und der Beschuldigte als alleiniger Betreiber der Hanfindooranlage keine
besonderen Sicherungsvorkehren mit weiteren Hierarchiestufen getroffen habe,
um einer Strafverfolgung zu entgehen. Das Verschulden sei daher noch als leicht
zu qualifizieren und mit einer Einsatzstrafe von 6 Monaten zu belegen (Urk. 36
S. 23).
Diesen Ausführungen der Vorinstanz kann gefolgt werden. Es ist insbesondere
hervorzuheben, dass der Beschuldigte für die Errichtung der Produktionsstätte ei-
nen erheblichen Aufwand betrieben hat. Der zu einem Mietzins von Fr. 2'170.–
gemietete Gewerberaum (vgl. Urk. 2/5) wurde mit drei "Grow-Räumen" mit
spezieller Beleuchtung (21 Natriumdampflampen) und Belüftung eingerichtet
(Urk. 2/1-3). Die Aufzucht führte zu erheblichen Stromkosten (vgl. Urk. 7/3). Als-
dann wurde eine ansehnliche Menge an Marihuana produziert bzw. mit dem An-
bau angestrebt (geplante dritte Ernte). Zu Recht verweist die Vorinstanz ander-
seits auch auf die (im Vergleich zu sog. harten Drogen) vergleichsweise geringe
Gefährlichkeit von Cannabis. Die Droge Cannabis ist zwar keineswegs unbedenk-
lich. Es wird ihr aber ein eher geringes Sucht- und Gefährdungspotential zuge-
schrieben (vgl. BGer 6S.463/2006 vom 3. Januar 2007 E. 5; BGE 117 IV 314,
322 f.). Auch kann dem Beschuldigten vorliegend die Erzielung eines Gewinnes
nicht nachgewiesen werden. Schliesslich sind auch keine weiteren denkbaren
Straferhöhungsgründe zu sehen, wie etwa eine besonders lange Dauer
der Widerhandlungen oder die Weitergabe des Marihuanas an Jugendliche. Unter
diesen Umständen erscheinen die Qualifikation des Verschuldens als (gerade
noch) leicht und die Einsatzstrafe von 6 Monaten angemessen.
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3.1.2 Mit Bezug auf die subjektive Tatschwere wird von der Vorinstanz richtig auf
den direkten Vorsatz und die Planung auf der einen und die fehlende (nachgewie-
sene) Gewinnabsicht auf der andern Seite hingewiesen. Demzufolge kann dem
Beschuldigten auch keine persönliche Bereicherung oder Profitgier unterstellt
werden. Es bleibt bei der genannten Einsatzstrafe.
3.2. Täterkomponente
3.2.1 Betreffend Vorleben und persönliche Verhältnisse des Beschuldigten ist be-
kannt, dass er ledig ist, keine Kinder hat und von Beruf Elektromonteur ist. Er ist
temporär beschäftigt und verdient durchschnittlich rund Fr. 4'000.- netto im Monat.
Der Beschuldigte hat kein Vermögen, aber Schulden von ca. Fr. 30'000.–. Er ist
auf Wohnungssuche und wohnt vorübergehend bei Kollegen, wofür er diesen
monatlich Fr. 350.– bis 600.– entrichtet (Prot. I S. 6 f.; Urk. 6 S. 3). Diese Verhält-
nisse sind bei der Strafzumessung neutral zu werten.
3.2.2 Der Beschuldigte ist zweimal einschlägig vorbestraft und beging die vor-
liegend zu beurteilenden Delikte während laufender Probezeit (Urk. 39; beigezo-
gene Akten STA Zürich-Sihl, Unt.-Nr. 2009/4127 und 2018/10016202). Dies wirkt
sich spürbar straferhöhend aus. Leicht strafmindernd fällt das teilweise Geständ-
nis ins Gewicht, auch wenn die Vorinstanz zu Recht festhält, dass damit keine
Reue oder eine wesentliche Erleichterung des Verfahrens verbunden war (Urk. 36
S. 23). Zu Gunsten des Beschuldigten zu berücksichtigen ist mit der Vorinstanz
zudem dessen Abhängigkeit von Marihuana (Urk. 36 S. 23). Insgesamt recht-
fertigt sich die von der Vorinstanz vorgenommene Erhöhung der Einsatzstrafe auf
9 Monate.
3.3. Fazit
Bei der vorliegenden Strafhöhe ist eine Freiheitsstrafe auszusprechen. Entspre-
chend ist der Beschuldigte ist für das mehrfache Vergehen gegen Art. 19 Abs. 1
lit. a, c und g BetmG mit einer Freiheitsstrafe von 9 Monaten zu bestrafen.
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4. Übertretung
Für die mehrfache Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von
Art. 19a BetmG ist eine Busse auszusprechen. Bei der Bemessung einer Busse
ist nebst dem Verschulden der finanziellen Leistungsfähigkeit Rechnung zu tragen
(Art. 106 Abs. 3 StGB). Die von der Vorinstanz ausgesprochene Busse von
Fr. 1'500.– für die mehrfache Übertretung von Art. 19a Ziff. 1 BetmG (Urk. 36
S. 24) ist der Tat, dem Verschulden und den persönlichen Verhältnissen des Be-
schuldigten angemessen und zu bestätigen.
VII. Vollzug und Widerruf
Die Vorinstanz hält die bezüglich Vollzug und Widerruf anzuwendenden Grunds-
ätze korrekt fest und wendet sie richtig und angemessen auf den vorliegenden
Fall an (Urk. 36 S. 24 ff.). Darauf kann verwiesen werden. Entsprechend ist der
Vollzug der heute auszufällenden Freiheitsstrafe von 9 Monaten unter Ansetzung
einer Probezeit von 5 Jahren aufzuschieben und der bedingte Vollzug der Geld-
strafe von 180 Tagessätzen gemäss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-
Sihl vom 16. Mai 2018 zu widerrufen. Die Busse ist zu vollziehen.
VIII. Beschlagnahmungen
Betreffend Beschlagnahmungen kann auf die Ausführungen der Vorinstanz ver-
wiesen werden (Urk. 36 S. 26).
IX. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Ausgangsgemäss ist die erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungs-
regelung (Dispositiv-Ziffern 9-12) zu bestätigen.
2. Im Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt
vollumfänglich. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind ihm aufzuerlegen.
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3. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind gestützt auf Art. 426 Abs. 1
StPO auf die Gerichtskasse zu nehmen. Der Beschuldigte ist zu verpflichten, die-
se Entschädigung an den Staat zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen
Verhältnisse erlauben (vgl. Art. 135 Abs. 4 StPO).