Decision ID: 8f761162-0b85-483f-973c-b32665e38de1
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Gemäss Bagatellunfall-Meldung UVG vom 21. April 2017 (
Urk.
7/1)
verrenkte
der 1988 geborene
X._
am 8. April 2017 das rechte Knie, als er einen Stift vom Boden aufheben wollte. Zum Zeitpunkt des Ereignisses war
er
bei der
Y._
, Zürich, als Hilfsdachdecker angestellt und in dieser Funktion bei der Suva unfallversichert.
Die
se
erbrachte in der Folge die gesetzlichen Ver
sicherungsleistungen
(vgl.
Urk. 7/24)
.
1.2
Am 31. Oktober 2017 (
Urk.
7/33) meldete der Versicherte einen Rückfall zum Ereignis vom 8. April 201
7.
Nach Rücksprache mit Kreisarzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates
(
Urk.
7/46), teilte die Suva dem Versicherten a
m 16. November 2017 (
Urk.
7/39) mit, er habe Kniebeschwerden gemeldet, die er auf das Ereignis vom 8. April 2017 zurückführe. Aufgrund der medizinischen Unterlagen bestehe kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 8. April 2017 und den gemeldeten Beschwerden. Die Suva sei demz
ufolge nicht leistungspflichtig
.
Einwände hiergegen (
Urk.
7/51) f
ührten zu weiteren Abklärungen, insbesondere nahm
Dr.
Z._
am 2. Februar 2018 in einer Akten
beurteilung zum medizinischen Sachverhalt Stellung (
Urk.
7/56).
A
m 6. Februar 2018 (
Urk.
7/57) verfügte die Suva im Sinne ihrer Mitteilung vom 16. November 2017 (
Urk.
7/39). Die hiergegen erhobene Einsprache (
Urk.
7/60) wurde mit
Ein
spracheentscheid
vom 15. Mai 2018 (
Urk.
2) abgewiesen.
2.
2.1
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
16. Juni 2018 Beschwerde (Urk.
1) und stellte folgende Anträge
(S. 2)
:
«1.
Der Einsprache-Entscheid vom 15.5.2018 sowie die Verfügung vom 6.2.2018 seien aufzuheben.
2.
Dem Beschwerdeführer seien die gesetzlichen Leistungen auszurichten.
3.
Eventuell sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zur weiteren Sachver
haltsermittlung zurückzuweisen.
4.
Das Verfahren sei einstweilen bis Ende September 2018 zu sistieren.
5.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Beschwerdegegne
rin.»
2.2
In ihrer Beschwerdeantwort vom 11. Juli 2018 (
Urk.
6) beantragte die Beschwer
degegnerin die Abweisung der Beschwerde (S. 2).
2.3
Mit Verfügung vom 13. Juli 2018 (
Urk.
8) wies das hiesige Gericht den Antrag
des Beschwerdeführers
auf Sistierung des Besch
werdeverfahrens ab.
2.4
Mit Beschwerdeergänzung vom 19. September 2018 (
Urk.
10) reichte der Beschwerdeführer ein Parteigutachten
ein
und beantragte zusätzlich zu
dem
bereits in der Beschwerdeschrift gestellten
Rechtsbegehren
(E. 2.1), dass ihm die Kosten für das
«
Parteigutachten
»
in der Höhe von Fr. 812.50 zu Lasten der Beschwerdegegnerin zu ersetzen seien.
2.5
Am 26. September 2018 (
Urk.
14) wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeord
net, wobei der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 28. September 2018 (
Urk.
15) unter Verweis auf die Beschwerdeergänzung vom 19. September 2019 (E. 2.4) den Verzicht auf eine Replik mitteilte. Dies wurde der Beschwerdegegnerin am 3. Oktober 2018 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
17).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Das vorliegend
zu beurteilende Ereignis datiert vom 8. April 2017 und auch die Beschwerden im Zusammenhang mit dem
rechten
Knie
gelenk
sind im Jahre 2017 eingetreten, weshalb die ab 1. Januar 2017 gültigen Normen auf den vorliegen
den Fall Anwendung finden und in dieser
Fassung zitiert werden
(vgl.
dazu auch
UVG ad-hoc-Empfehlung 02/
19
86
Ziff.
III).
1.2
Gemäss Art. 6
UVG
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Ver
sicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1).
1.3
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche (
lit
. a); Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskusrisse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Bandläsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h).
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist abschliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Auflage, Bern 1989, S. 202).
1.
4
Seit dem Inkrafttreten der Revision des UVG und der dazugehörigen UVV per 1. Januar 2017 ist das Bestehen einer vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung nicht länger vom Vorliegen eines äusseren Ereignisses abhängig. Die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 UVG genannte Körperschädigung vorliegt, führt zur Vermutung, dass es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt, die vom Unfallversicherer über
nommen werden muss. Dieser kann sich aber von der Leistungspflicht befreien, wenn er beweist, dass die Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist (Zusatzbotschaft zur Änderung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [Unfallversicherung und Unfallverhütung; Organisa
tion und Nebentätigkeiten der Suva] vom 19. September 2014,
BBl
2014 7922 7934 f.).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten ver
siche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzu
nehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
vom
15. Mai 2018 (
Urk.
2)
damit
, dass gestützt auf die beweiswertige Aktenbeurteilung von
Dr.
Z._
vom
1.
(richtig: 2.)
Februar 2018
davon
auszugehen
sei, dass die vom Beschwerdeführer geklagten Kniebeschwerden nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit
als kausal zum E
reignis vom 8. April 2017 einzustufen seien. Damit sei nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungsp
flicht verneint habe (S. 5).
2.2
Dagegen brachte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift vom 14. Juni 2018 (
Urk.
1) vor, es werde bestritten, dass ein Vorzustand mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für die geklagten Beschwerden verantwortlich sei. Für die zur Diskussion stehenden Beschwerden und damit einhergehenden Therapien sowie die Arbeitsunfähigkeit sei allein das Ereignis vom 8. April 2017 verantwortlich. Allenfalls
sei
eine richtungsgebende Verschlimmerung eines Vorzustandes
einge
treten
.
Es
sei
zumindest
von einer Teilkausalität auszugehen. Aufgrund der Stellungnahme von
Dr.
Z._
könne nicht darauf geschlossen werden, dass mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine alte vordere Kreuz
band(VKB)-Läsion vorliege.
In diesem Zusammenhang sei das in Auftrag gege
bene Parteigutachten abzuwarten.
2.3
Mit Beschwerdeantwort vom 11. Juli 2018 (
Urk.
6) führte die Beschwerde
gegne
rin aus, aus dem Sachve
r
halt in der Unfallmeldung vom 2
1.
April 2017, wonach der
Beschwerdeführer einen Stift habe vom Boden aufheben wollen und sich dabei sein rechtes Knie verschoben habe, ergebe sich, dass es sich weder um einen Unfall noch um eine unfallähnliche Körperschädigung handle. Die Beschwerde
gegnerin sei somit nicht leistungspflichtig. Zudem stelle sich in dieser Konstella
tion auch die Frage einer richtungsgebenden Verschlimmerung nicht. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers habe
Dr.
Z._
klar
festgehalten, dass
sich der Beschwerdeführer
beim Ereignis vom 8. April 2017 überwiegend wahrscheinlich
eine
Patellaluxation
bei vorbestehendem Meniskus- und Kreuz
bandschaden sowie vorbestehender Schwächung des medialen Band
apparates der rechten Patella zugezogen habe.
Dass es sich bei der Kreuzband- und Meniskus
verletzung um einen älteren Schaden
handeln müsse, ergebe sich aus ver
schiedenen akten
kundigen Beurteilungen.
Gestützt hierauf könne mit über
wiegender Wahrschein
lichkeit davon ausgegangen werde
n, dass ein Vorzustand vorliege (S. 2 f.).
2.4
In seiner Beschwerdeergänzung vom 19. September 2018 (
Urk.
10)
brachte
der Beschwerdeführer unter Verweis auf die beigelegte Aktenbeurteilung von Dr.
med.
A._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
(
Urk.
114/1)
,
vor
,
der Facharzt zeige nach
v
o
llziehbar auf, dass die luxierte Korbhenkelläsion des medialen Meniskus und die radiäre Läsion des lateralen Meniskus mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit
Folge
n
des Unfalles vom 8. April 2017
darstellten
. Der Unfall habe zu einer richtungs
geben
d
en Verschlimmerung des Vorzustandes geführt und stelle zumindest eine Teil
kausalität dar, weshalb die Beschwerdegegnerin leistungspflichtig bleibe. Lang
fristig müsse mit einer
femorotibialen
Arthrose gerechnet werden, weshalb dem Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung von mindestens 5 % zuzuspre
chen sei.
3.
3.1
Vorweg ist festzuhalten, dass es i
m vorliegenden Verfahren um die Frage
der grundsätzlichen Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin
im Zusammenhang mit den
seitens des Beschwerdeführers
geklagten rechtsseitigen Kniebeschwerden geh
t.
Nicht Gegenstand des Verfahrens bildet dagegen ein allfälliger Anspruch auf eine Integritätsentschädigung (E. 2.4), weshalb hierauf nachfolgen
d nicht weiter eingegangen wird
(BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
Die medizinische Sachlage
im Zusammenhang mit den
rechtsseitigen
Kniebe
schwerden
präsentiert sich im Wesentlichen wie folgt:
3.1.1
Am 17. April 2017 wurde
n
seitens des
B._
im Bericht
betreffend
die ambulante Behandlung vom gleichen Tag (
Urk.
7/13)
rezidivierende
Patellaluxa
tionen
am rechten Knie (Extensionsdefizit von 10°, letzte
Patellalu
xation
am 15. April 2017, k
li
nisch V
erdacht auf
Ruptur des vorderen Kreuzban
des, VKB
) diagnostiziert. Es wurde
festgehalten, der Beschwerdeführer stelle sich
nach rezidivierender Knieluxation rechts
notfallmässig selbst vor
zur Bespre
chung des weiteren Vorgehens
. Er beschreibe, dass er am Samstag in Serbien nach
dem
Kniebeugen
eine
Patellaluxation
nach
lateral
vernommen habe. Es sei anschliessend nicht zu einer Spontanreposition gekommen, weshalb er sich beim Arzt vorgestellt habe. Hier sei eine manuelle Reposition erfolgt s
ow
ie anschlies
send eine
Magnetresonanztomographie (
MRI
)
des Knies. Der Beschwerdeführer gebe an, dass er vor etwa zwei Jahren das erste Mal eine
Patellaluxation
beim Fussballspielen erlitten habe, damals mit spontaner Reposition. Seitdem habe er ein Instabilitätsgefühl im Knie. Bei der Arbeit sei es vor 20 Tagen ebenfalls zu einer
Patellaluxation
mit Spontanreposition gekommen.
V
om 18. b
is 23. April 2017
wurde der Beschwerdeführer
zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben.
Anlässlich einer
radiologischen
Untersuchung des rechten Knies
ap
/lateral vom 17. April 2017 sowie der rechten Patella axial vom 18. April 2017 (
Urk.
7/18) wurde
festgehalten, zur Voruntersuchung liege
e
ine MRI vom 10. April 2017 vor. In Korrelation mit der
MRT
passe das
ovaläre
Fragment von etwa 4 mm
superior
der
Eminentia
intervondylaris
zu einem (älteren) knöchernen Ausriss des VKB. Derzeit bestehe kein Nachweis einer Fraktur und wenig Gelenkerguss.
3.1.2
Im Bericht des
B._
vom 2
1.
April 2017 betreffend die Untersuchung vom 2
0
. April 2017 (
Urk.
7/3)
wurde
n
eine
Ruptur des VKB
, eher alt, ca. 2015
,
und eine mediale Meniskusläsion (Differentialdiagnose Korbhenkelriss)
,
unklaren Alters
,
bei letztem Trauma am 8. April 2017 diagnostiziert.
Es wurde ausg
eführt, am 8. April 2017 sei es
zu einer Distorsion am rechten Knie gekommen
, als sich der Beschwerdeführer habe hinknien wollen
. Anschliessend habe er das Bein nicht mehr aktiv strecken können, erst na
c
h manuellem Lockern. Eine voll
stän
dige Streckung sei jedoch weiterhin nicht möglich gewesen. Anamnestisch sei es nicht zu einer
Patellaluxation
gekommen. Vor etwa zwei bis drei Jahren habe der Beschwerdeführer erstmals beim Fussballspielen eine Knieverletzung rechts mit wahrscheinlich Kreuzbandruptur und Meniskusläsion erlitten. Eine Therapie sei nicht durchgeführt worden. Ein Instabilitätsgefühl gebe der Beschwerdeführer nicht an. Heute stelle er sich mit
regredienten
Schmerzen
vor, die vollständige Flexi
on und vor allem Extension seien nach wie vor nicht möglich. Auf der Not
fallstation sei am 17. April 2017 eine Klettschiene abgegeben worden, die der
Beschwerdeführer bisher getragen habe. Er entlaste mit einem Stock. Es b
e
stün
den keine Vorerkrankungen und
es seien keine Allergien bekannt. Der Beschwer
deführer arbeite als Dachdecker, seit Februar sei er in der Schweiz wohnhaft.
Im MRI des rechten Knies vom 10. April 2017 zeig
t
e
n
sich eine VKB-Ruptur, eher älter, sowi
e
eine mediale Meniskusläsion (differentialdiagnostisch ein Korbhen
kelriss)
,
schwierig einzuschätzen, ob frisch oder alt traumatisiert. Es liege wenig Erguss vor und kein Hinweis für eine stattgehabte
Patellaluxation
.
Bis am 21. Mai 2017 wurde der Beschwerdeführer als Dachdecker vollumfänglich arbeitsunfähig geschrieben.
3.1.3
Am 22. Mai 2017 (
Urk.
7/15) wurde im Bericht des
B._
bei gleicher Diagnose
stellung
wie im Vorbericht (E. 3.1.2)
ausgeführt
, aufgrund der regelmäs
sigen Einklemmung sei die Arbeit als Spengler momentan nicht möglich.
Wegen der rezidivierenden Blockaden sei
daher
eine operative Sanierung angezeigt.
3.1.4
Im Arztzeugnis UVG
vom 10. Juni 2017 (
Urk.
7/21)
hielt
Dr.
med.
C._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin sowie Rheumatologie,
als Vorbefund einen Status nach
VKB-Ruptur
vor etwa zwei Jahren fest
.
Diagnostiziert wurde
n
ein medialer Meniskusriss sowie eine wahrscheinlich ältere VKB-Ruptur.
Bis am 31. Mai 2017
attestierte er eine
100
%
ige Arbeitsunfähigkeit,
ab 1. Juni 2017
beurteilte er den Beschwerdeführer als vollumfänglich arbeitsfähig
.
Am 27. Juni 2017 wurde
der Beschwerdegegnerin
seitens des
B._
mit
geteilt
, dass der Beschwerdeführer die vorgesehene Verlaufskontrolle nicht wahrgenommen habe und sich auch nicht mehr gemeldet hab
e (
Urk.
7/22).
3.1.5
Anlässlich
einer
Röntgenuntersuchung
des rechten Knies sowie der Patella
axial
rechts am 24. Oktober 2017
in
der
D._
(
Urk.
7/28)
wurden weder degenerative Veränderungen noch eine Fraktur nachgewiesen
.
An der Patella lag eine
erhaltene Artikulation
ohne Fraktur
vor
.
3.1.6
Ein
e
MRI
-Bildgebung
des rechten Knies
vom 24. Oktober 2017
in
der
D._
(Urk.
7/29) zeigte eine
R
uptur des
VKB
und einen Korbhenkel
riss des medialen Meniskus
, stationär
zu einer
Voruntersuchung
vom 10. April 201
7.
Es lag eine leichte Reizung der tiefen
Anteile des medialen Kollateralbandes vor. Am zentralen Anteil des lateralen
Femur
k
ondylus
zeigten sich
tiefe Knorpel
defekte.
Im Bericht
der
D._
vom gleichen Tag (
Urk.
7/30) wurde bei de
n
Diagnose
n
einer VKB-Ruptur, einer Kor
b
henkelläsion des medialen Meniskus (
Hinterhorn
,
P
ars
intermedia
) sowie
eines
R
a
diärriss
es
des lateralen Meniskus (Pars
intermedia
) am Knie re
c
hts bei Status nach Trauma im April 2017
festge
halten, d
er Beschwerdeführer
klage
über Knieschmerzen rechtsseitig seit einem T
r
auma im April 201
7.
Er habe das Knie gegen die Bettkante geschlagen. Ein mögliches Hyperextensionstrauma könne nicht ausgeschlossen werden. Seitdem bestünden Schmerzen ventral etwas medial betont ohne Ausstrahlungen und intermittierende
Blockadenereignisse
. Es li
ege kein Instabilitätsgefühl vor, Schmerzmittel würden keine eingenommen
. Eine Infiltration sei nicht
erfolgt
. Der Beschwerdeführer laufe mit Stöcken und trage eine Klettschiene. Aktuell arbeite er dennoch zu 100 % als Dachdecker.
Na
ch
der MRI-Untersuchung sei der Ver
dacht auf eine Korbhenkelläsion am medialen Meniskus, bei klinischer Blockade
,
mit einer VKB-Ruptur
bestätigt worden
. Man stelle die Indikation für eine Repa
ratur des Meniskus respektive
eine
zusätzliche
VKB-Rekonstruktion.
3.1.7
Am 25. Oktober 2017
(
Urk.
7/34/3
-5
)
wurde
n
am rechten Knie eine
arthro
sko
pisch-assistierte
VKB
-Rekonstruktion
,
eine
Meniskusrefixation
medial und eine
Teilmeniskektomie
lateral durchgeführt
.
Im Operationsbericht
wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer habe sich am 8. April 2017 eine VKB-Ruptur sowie eine Korbhenkelläsion recht
s zugezogen. Im weiter
e
n Verlauf
habe er sich sehr unsi
cher gefühlt. Er habe das Knie jedoch wieder strecken können
(w
ahr
scheinlich ha
b
e sich der Meniskus spontan wieder reponiert). Am 23. Oktober 2017 sei es jedo
c
h erneut zu einer Schmerzzunahme sowie Blockade gekommen, als der Beschwerdeführer eine falsche Bewegung gemacht habe. Danach habe er sich auf der Notfallstation
der
D._
vorgestellt. Das durchgeführte MRI habe eine bereits bekannte VKB-Ruptur sowie eine eingeschlagene Korbhen
kelläsion gezeigt. Man habe sich zu einer Knie
arthroskopie und allenfalls einer Meniskusnaht versus
Teilmeniskektomie
sowie eine
r
VKB
-Rekonstruktion ent
schieden (S.
3
).
Der
peri
- und postoperative Verlauf
habe
sich problemlos
gestal
tet
, wobei der Beschwerdeführer weiterhin vollumfänglich arbeitsunfähig geschrieben wurde
(
Urk.
7/34 S. 1 f.
,
7
/50
).
3.1.8
Mit Stellungnahme vom 15. November 2017 (
Urk.
7/46) hielt
Kre
i
s
arzt
Dr.
Z._
fest, der Beschwerdeführer gebe widersprüchliche Angaben betreffend den Unfallhergang an.
So behaupte er einmal, er habe einen Stift aufgehoben und ein anderes Mal, er habe sich das Bein angestossen. Der Unfallhergang sei unklar. Beides sei biomechanisch nicht geeignet, eine VKB-Ruptur zu verursachen.
3.1.9
In seiner kreisärztlichen Aktenbeurteilung vom
2. Februar 2018
(
Urk.
7/56)
diagnostizierte
Dr.
Z._
eine alte VKB-Ruptur (2015) rechts mit medialer Korb
henkelläsion, einen Status nach rezidivierender
Patellaluxationen
rechts (2015/2017) sowie eine laterale Gonarthrose rechts. Er führte
aus
, am 8. April 2017 sei es mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einer wiederholten Luxati
o
n der rechten
Kniescheibe gekommen. Nach Angaben des Beschwerdeführers
habe er
bereits zwei Jahre zuvor (2015)
ein
Unfallereignis beim Fussball
spielen
erlitten
, in dessen Folge die Kniescheibe luxiert
sei
. Seither bestehe ein
Instabilitätsgefühl des rechten Kniegelenks. Eine solche Vorschädigung (Riss des
VKB
vor zwei
Jahren
mit konsekutiver Instabilität) des rechten Kniegelenkes würde auch eine
Patellaluxation
bei maximaler Flexion wie im vorli
e
genden Fall
beschr
e
iben (der Beschwerdeführer ha
b
e sich lediglich hingekniet) und allenfalls auch den Menis
kusschaden bei vorbestehender
VKB-S
chädigung erklären. Infolge der Instabilität komme es mit fortschreitendem Alter zu einer Schädigung der
Menisci
. Auch könne der Meniskusriss asymptomatisch bereits seit zwei Jahren bestanden haben. Bei maximaler Flexion
-
wie hier geschehen
-
könne ebenfalls eine Meniskus
schädigung auftreten, jedoch mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit nur bei vorbestehendem
VKB-Schaden
. Die Bildgebung mittels Röntgen und MRI des rechten Kniegelenkes mache in der Zusammenschau eine alte VKB
Läsion sehr wahrscheinlich. Hinw
ei
send auf eine fehlende frische
Verletzung
des Menis
kus und des
VKB
sei au
ch
die fehlende Schwellung/Erguss des Gelenkes neun Tage nach dem Unfallereignis (gemäss Bericht des
B._
vom 17. April 2017). Die fehlenden biomechanischen Voraussetzungen für die Ver
letzung des VKB
würden
ebenfalls auf eine alte Verletzung hin
weisen
. Letztend
lich
zeige sich eine bereits lateral einsetzende Gonarthrose (Knorpel
schaden des lateralen
Femurkondylus
) rechts
als typische Folge einer berei
ts seit Längerem bestehenden VKB-Läsion.
Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit habe sich der Beschwerdeführer beim Unfallereignis vom 8. April 2017 eine
Patella
luxation
bei vorbestehendem Meniskus- und Kreuz
band
schaden sowie vorbe
stehender Schwä
chung des medialen Band
apparate
s der rechten Patella zuge
zogen (S. 3 f.).
3.1.10
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens reichte der Beschwerdeführer eine Akten
beurteilung von
Dr.
A._
vom 11. September 2018 (
Urk.
11/1) zu den Akten. Darin diagnostizierte der Facharzt einen Status nach
arthroskopisch
-assistierter
VKB
-Rekonstruktion,
Meniskusrefixation
medial sowie
Teil
meniskektomie
lateral am rechten Knie am 25. Oktober 2017 mit/bei VKB-Ruptur, Korbhenkelläsion des medialen Meniskus
(
Hinterhorn
, Pars
intermedia
)
sowie
Radiärriss
am lateralen Meniskus
(Pars
intermedia
)
bei Status nach Trauma am 8. April 2017 sowie gemäss Bericht erstmaligem Trauma beim Fussball
spielen
etwa 2015 mit mögli
cher
Patellaluxation
. In seiner Beurteilung hielt
er
fest,
gemäss den ihm vor
liegenden Unterlagen sei es im Jahre 2015 beim
Fussball
spielen zu einem Trauma des rechten Knies mit Beschwerden und intermittierendem Instabilitätsgefühl im Sinne
einer
möglichen rezidivierenden
Patellaluxation
gekomme
n
. Prinzipiell sei im Rahmen dieses ersten Traumas von 2015 eine Ruptur des VKB des rechten Knies möglich. Ein Trauma beim Fussball
spielen
könne üblicherweise das mecha
nisch notwendige Ausmass erreichen, um zu einer Ruptur des kräftigen VKB zu führen. Es sei seines Erachtens eher unwahrscheinlic
h
, dass es bereits damals zu einer Meniskusruptur mit
K
orbhenkelläsion gekommen sei, da diese übl
i
cherweise zu persistierenden, dauerhaften Beschwerden im Sinne v
on Blockadegefühlen oder Streck
/Beuge
hemmung führe. Beim erstmaligen Trauma könne es zu einer
Patellaluxation
oder ei
ne
r
Ruptur des
VKB
im Jahre 2015 gekommen sein.
Das
Trauma am 8. April 2017
habe
definitiv zu einer zusätzlichen Traumatisierung mit neuer Beschwerde
komponente
geführt
. Zumindest der Anteil der medialen und lateralen Meniskus
läsion mit luxiertem Korbhenkelriss medial müsse hinzu
gekommen sein. Der beschriebene Unfallmechanismus mit Aufstehen aus tiefer Flexion am 8. April 2017 passe zum Mec
h
anismus, der üblicherweise eine Meniskusläsion hervorrufe. Eine vorbestehende Ruptur des VKB könne ein sol
ches Ereignis begünstigen
(S. 3).
Zusammenfassend hielt
Dr.
A._
fest, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei
en
die luxierte Korbhenkelläsion des medialen Meniskus und die radiäre Läsion des lateralen Meniskus als Folgen des Unfalles vom 8. April 2017 zu sehen.
Auf
grund des Unfallmechanismus könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die vorhandene VKB-Ruptur durch das
beschriebene
Trauma im Jahre 2015 bedingt gewesen sei.
Um dies
vollständig
beweisen zu können,
wäre eine Untersuchung mittels
MRI vor dem 8. Apri
l
2017 notwendig. Da diese nicht vorhanden sei und auch keine ärztlichen Berichte zwischen 2015 und
8. April 2017 vorlägen, könne k
eine vollständig beweisende Aussage gemacht werden. Hinzu komme
die V
ermutung auf mehrfach erwähnte
Patellaluxationen
seit dem Ereignis 201
5.
Üblicherweise komme es durch einen Unfall beim Fussball
spielen
nicht zu einer gleichzeitigen
Patellaluxation
und Ruptur des VKB. Diese Kombination sei eher unwahrscheinlich. Eine VKB-Ruptur entstehe üblicherweise bei Rota
tion
/
Valgusstress
häufig in teilweise reflektier
tem Knie. Hingegen k
omme es zur
Patellaluxation
mei
stens in vollständiger oder subtotaler
Streckung
des Kniegelenkes.
Der Unfall vom 8. April 2017 habe zu einer richtungsgebenden Verschlimmerung des Vorzustandes geführt. Es sei des
wegen eine Operation notwe
ndig geworden.
Den
S
tatus quo sine beurteilte
Dr.
A._
pe
r 25. Oktober 2018 als erreicht (S. 4 f.).
Während er schliesslich dem Kreisarzt hinsichtlich
der
Beurteilung, wonach die VKB-Schädigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vor dem Ereignis vom 8. April
2017 aufgetreten sei, folgte, teilte er
dessen
Ansicht
nicht
, wonach der Meniskusriss asymptomatisch bereits zwei Jahre vorbestanden haben könnte
.
Hierzu führte
Dr.
A._
aus, eine derartige
luxierte mediale Korbhenkelläsion sowie radiäre laterale Meniskusläsion
bereite
ten
Beschwerden und sei
en
mit über
wiegender
Wahrscheinlichkeit
nicht asymptomatisch.
Er teile die Ansicht, dass es am 8. April 2017 aufgrund einer vorbestehenden VKB-Läsion zur Meniskusläsion gekommen sein könne.
Schliesslich bezifferte der Facharzt den Integritätsschaden mit 5 bis 15 % (S. 5).
3.
2
Mit Blick auf die beiden Aktenbeurteilungen der
Dres
.
Z._
(E. 3.1.9)
und
A._
(E. 3.1.10)
fällt auf, dass sich beide
einzig
zur
Frage
der
natürlichen
Kausalität de
r
am rechten Kniegelenk
eingetretenen
VKB-Ruptur sowie des
Meniskusrisses zum Ereignis vom 8. April 2017
äusserten
(E. 1.4 f.)
.
In diesem Zusammenhang ist jedoch darau
f hinzuweisen, dass es sich bei den im Oktober 2017 festgestellten bildgebenden Befunden eines Meniskusrisses
sowie
einer VKB-Ruptur
- entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (E.
2.
3
) -
um Verletzungen
im Sinne von
Art. 6 Abs. 2 UVG
(E. 1.3)
handelt
(vgl. zur VKB-Ruptur, BGE 114 V 298 E. 3d)
.
Bei einer
Dia
gnose
nach
Art. 6 Abs. 2 UVG
ist der Versicherer grundsätzlich leistungspflichtig, ausser er kann beweisen, dass die
Körperschädigung
vor
wiegend auf Erkrankung oder Abnützung zurückzuführen ist
(E.
1.
6
)
. Zu dieser Frage äussert
e
n sich
weder der Kreisarzt noch
Dr.
A._
. Der medizinische Sach
verhalt
ist
daher nicht genügend abgeklärt. Eine Verneinung der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin gestü
tzt auf die Beurteilung von Dr.
Z._
hätte damit nicht erfolgen dürfen.
Im Übrigen
ist
hinsichtlich der kreisärztlichen
Beurteilung von
Dr.
Z._
vom 2. Februar 201
8
(E. 3.1.9) darauf hinzuweisen, dass seine Ausführungen
nicht konsistent
erscheinen. So legte er
einerseits dar,
der Meniskusriss
könn
t
e
asymptomatisch bereits seit zwei Jahren bestanden haben
.
B
ei maximaler Flexion
-
wie hier geschehen
-
könn
t
e ebenfalls eine Meniskusschädigung auftreten, jedoch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nur bei vorbestehendem VKB
Schaden.
Zusammenfassend
schloss er dann
aber
auf einen
überwiegend wahr
scheinlich vorbestehende
n
Meniskusschaden, wobei er dies mit Hinweisen, die gegen eine frische Verletzung sprechen würden, begründete.
Blosse
Hinweise genügen jedoch nicht, um mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
zu mehr als 50 %
darauf schliessen
zu können
, dass der Meniskusriss
vor dem Ereignis vom 8. April 2017 bereits bestand
en hatte
. Sodann kann aus den
Anhaltspunkten
, die für eine vorbestehende VKB-Ruptur sprechen
,
nichts hinsichtlich des
Zeitpunktes des
Eintritts des Meniskusrisses
abgeleitet werden.
Auch aufgrund dieser Diskre
panz
en
bestehen
somit
zumindest geringe Zweifel an der kreisärztlichen Beurtei
lung, weshalb sie nicht
als beweiswertig im Sinne der bundesgerichtlichen
R
echt
sprechung angesehen werden kann
(E. 1.
5
).
Die Sache
ist
daher
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese hat ein externes
G
utachten
im Zusammenhang mit
der Frage einzuholen, ob die
D
iagno
se
n
des Meniskusrisses
sowie der VKB-Ruptur
am rechten Knie
im gesamten Ursachenspektrum mit überwiegender Wah
r
scheinlichkeit zu mehr als 50 % auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen
sind oder nicht
(E. 1.
4
)
und gestützt darauf neu zu entscheiden, ob die Leistungsvoraussetzungen mit Blick auf die anwendbaren Vorschriften betreffend Listendiagnosen erfüllt sind.
4.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57).
Dem Beschwerdeführer
steht ausgangsgemäss eine Prozessent
schädigung zu, welche vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeit
aufwand und den Barauslagen festgesetzt wird (§ 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Entsprechend ist
ihm
eine Pro
zessentschädigung von Fr.
2
'000.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) auszurichten.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind d
ie Kosten eines von einer ver
sicherten Person veranlassten Gutachtens vom Versicherungsträger dann zu übernehmen, wenn sich der medizinische Sachverhalt erst aufgrund des neu bei
gebrachten Untersuchungsergebnisses schlüssig feststellen lässt und dem Unfall
versicherer insoweit eine Verletzung der ihm im Rahmen des Untersuchungs
grundsatzes obliegenden Pflicht zur
rechtsgenüglichen
Sachverhaltsabklärung vorzuwerfen ist (
Urteil des Bundesgerichts 8C_62/2016
vom 7. Juli 2016
E. 6.1 mit Hinweisen
). Dies ist vorliegend nicht der Fall,
da auch die
Aktenbeurteilung
von
Dr.
A._
keine abschliessende
Würdigung
des vorliegenden Sachverhalts zulässt. Eine Auferlegung der Kosten für die Aktenbeurteilung
an
die Beschwer
degegnerin fällt
daher
ausser Betracht.