Decision ID: e0c1bab0-e9bd-460d-a3a5-0021c8cf345c
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der
...
geborene
X._
war seit
...
. 2003 als
Profisportler
bei der
Y._
(
Z._
) angestellt
(von
...
2011 bis
...
2013 beim
A._
,
Urk.
6/21/5)
. Am
...
2014 erlitt er im Spiel gegen
B._
einen Ellenbogencheck gegen den Kopf und dadurch seine bereits sechste Commotio cerebri. Die
Profisportler
karriere musste er nach dem Unfall beenden. Am 17. September 2010 erwarb er berufsbegleitend das Handelsdip
lom. Im Herbst 2014 begann er eine einjährige Weiterbildung und schloss diese am 10. November 2015 mit dem höheren Wirtschaftsdiplom VSK HWD ab. Ab August 2015 besuchte er eine dreimonatige Weiterbildung als Sach
bearbeiter Immobilien-Bewirtschafter KS/HEV. Ab 1. September 2015 absolvierte er ein einjähriges Praktikum in der Bewirtschaftung bei der
C._
AG, dies zunächst in einem 80 %- und ab Januar 2016 in einem Vollpensum.
Per
1. September 2016 wurde er von der
C._
AG in einem 100 %-Pensum als Sachbearbeiter Bewirtschaftung fest angestellt. Seit 1. September 2017 ist er bei der
D._
AG als Junior Immobilienbewirtschafter mit einem Beschäftigungsgrad von 90 % angestellt und befindet sich berufsbegleitend in der Ausbildung zum Eid
genössischen Immobilienbewirtschafter. Die zuständige Unfallversicherung schloss den Fall per 30. Septem
ber 2016 ab, stellte ihre Leistungen ein (Taggeldleistungen per 31. August 2016, Heilungskosten per 30. September 2016) und verneinte einen Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen. Die vom Ver
sicherten gegen den
Einspracheentscheid
erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 1
0.
Juni 2020 (Prozess-Nr. UV.2018.00292) gut und stellte fest, dass der Versicherte ab 1. September 2016 An
spruch auf eine auf einem Invaliditätsgrad von 47 % basierende Invalidenrente hat (vgl. zum Ganzen Urteil des Sozialversicherungsgerichts UV.2018.00292 vom 1
0.
Juni 2020,
Urk.
6/40, und
Urk.
6/21/4). Die von der Unfallversicherung dagegen erhobene Beschwerde wies das Bundesgericht mit Urteil 8C_563/2020 vom
7.
Dezember 2020 ab.
1.2
Am 2
2.
Juni 2015 hatte sich der Versicherte unter Hinweis auf
die
erlittene Hirn
erschütterung sowie Seh- und Konzentrationsprobleme bei der Invalidenversi
che
rung zum Leistungsbezug angemeldet (Urk. 6/4). Die Sozialversicherungs
an
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklä
rungen und zog insbesondere die Akten der Unfallversicherung bei (
Urk.
6/7). Mit «Keine Kostengutsprache für Umschulung» betitelter Verfügung vom
4.
August 2016 (
Urk.
6/33) prüfte sie den Anspruch auf berufliche Massnahmen und wies das Leistungsbegehren ab. Mit Schreiben vom 2
7.
September 2020 (
Urk.
6/41) stellte
der Versicherte der IV-Stelle das Urteil des hiesigen Gerichts vom 1
0.
Juni 2020 zu und bat sie, den Rentenanspruch ebenfalls zu prüfen. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/43 und
Urk.
6/44) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
3.
März 2021 auf das Leistungsbegehren nicht ein (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 1
0.
Mai 2021 Beschwerde (Urk. 1) und bean
tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben. Eventualiter sei die Verfü
gung vom
4.
August 2016 revisionsweise aufzuheben. Die Vorinstanz sei zu verpflichten, seinen Leistungsanspruch gestützt auf sein Leistungsbegehren vom 2
2.
Juni 2015 zu prüfen und sie sei zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leis
tungen zu gewähren, insbesondere Rentenleistungen bei einem Invaliditätsgrad von 47
%
. Am 2
1.
Juni 2021 (Urk. 5) beantragte die IV-Stelle, die Beschwerde sei abzuweisen. Mit Eingabe vom 2
3.
August 2021 teilte der Beschwerdeführer mit, dass er auf das Einreichen einer Replik verzichte (
Urk.
8), was der Beschwerde
gegnerin mit Verfügung vom 2
5.
August 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass die Vorbringen der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der frü
heren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die fest
ge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (Urteil des Bundesgerichts 9C_351/2020 vom 21. September 2020 E. 3.1, insbesondere mit Hinweis auf
BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung vom 2
3.
März 2021 (Urk. 2) damit, dass das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers am 4. August 2016 abgewiesen worden sei. Dabei sei unter anderem verfügt worden, dass er ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen könne. Dies bedeute, dass sowohl der Anspruch auf Berufliche Massnahmen als auch auf eine Rente geprüft
und abgewiesen worden sei. Im Rahmen der Neuanmeldung vom 1. Oktober 2020 sei keine Veränderung der Verhältnisse glaubhaft gemacht worden. Das Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom 1
0.
Juni 2020 stelle keine Veränderung des massgebenden Sachverhaltes dar, weshalb auf das Zusatzgesuch nicht eingetreten werde.
Im Laufe des Verfahrens ergänzte sie (
Urk.
5), die Rentenprüfung sei mit Ver
fügung vom
4.
August 2016 abgeschlossen worden. Der in der Verfügung durch
geführte Einkommensvergleich habe eine Lohneinbusse von weniger als 20 % ergeben, was einen Anspruch auf Umschulung und noch vielmehr auf eine Inva
lidenrente ausschliesse. Der Beschwerdeführer sei insgesamt imstande, ein renten
ausschliessendes Einkommen zu erzielen. Weder das Urteil des
Sozialversiche
rungs
gerichts
noch des Bundesgerichts würden eine Veränderung des massge
benden Sachverhalts darstellen.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), er habe sich am 1
9.
Mai 2015 zur Früherfassung bei der Beschwerdegegnerin ange
meldet. Diese habe mit ihm anschliessend die Unterstützung durch sie bei der Stellensuche besprochen, falls die Sportlertätigkeit nicht mehr möglich sei. Da
raufhin habe er am 2
2.
Juni 2015 die Anmeldung für berufliche Integration/Rente eingereicht. In der Folge habe sich das Verfahren auf die Frage des Anspruchs auf Eingliederungs- beziehungsweise Umschulungsmassnahmen beschränkt. Im Vorbescheid sei in Aussicht gestellt worden, die Kostengutsprache für Um
schu
lung abzulehnen. Auch die Verfügu
ng vom
4.
August 2016 sei mit «K
eine Kosten
gutsprache für Umschulung» betitelt gewesen. Zu diesem Zeitpunkt habe er bereits die Ausbildung zum Immobilienbewirtschafter absolviert und die Kosten seien überschaubar gewesen. Er sei damals nicht anwaltlich vertreten gewesen und habe keinen Anlass gesehen, die Verfügung anzufechten. In der Folge sei das Dossier von der Berufsberaterin intern zur Rentenprüfung weitergegeben worden, am
8.
August 2016 sei das Feststellungsblatt erstellt, ein Vorbescheid respektive
eine Verfügung über den Rentenanspruch
anschliessend
aber nicht erlassen worden. Eine Prüfung der medizinischen Voraussetzungen eines Rentenan
spruchs
durch
den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
sei nie vorgenommen worden. Ohne
eine solche habe die Rentenprüfung gar nicht abgeschlossen werden können (S.
3-5 und S. 7-11). Er habe das Urteil des hiesigen Gerichts vom 1
0.
Juni 2020 der Beschwerdegegnerin zugestellt und
sie
darum ersucht, seinen Rentenanspruch nun ebenfalls festzulegen, dies gestützt auf die ursprüngliche Anmeldung, welche noch nicht abgeschlossen worden sei. Dieses Schreiben könne nicht als Neuan
meldung behandelt werden. Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin widerspreche - aus näher dargelegten Gründen - dem Grundsatz von Treu und Glauben (S. 6 und S. 9-10).
3.
3.1
Der Beschwerdeführer meldete sich am 2
2.
Juni 2015 bei der Invaliden
ver
sicherung zum Leistungsbezug (berufliche Integration/Rente) an (Urk. 6/4). Am 2
1.
August 2015 erklärte er der Beschwerdegegnerin, er absolviere einen
dreim
o
natigen Immobilien-Kurs (Weiterbildung Sachbearbeiter Immobilien-Bewirt
schaf
ter KS/HEV, vgl.
Urk.
6/21/4), den er selber finanziere. Dieser habe letzte Woche gestartet. Die Beschwerdegegnerin klärte ihn über den möglichen Anspruch auf berufliche Massnahmen beziehungsweise eine Umschulung auf, woraufhin sich der Beschwerdeführer an einem Gespräch bei der Berufsberatung interessiert zeigte (
Urk.
6/35/2).
Am
7.
Oktober 2015 führte die Beschwerdegegnerin mit ihm ein Erstgespräch zur Abklärung seiner beruflichen Situation durch (vgl.
Urk.
6/20 und
Urk.
6/34/2). Dabei brachte der Beschwerdeführer das Anliegen vor, von der Beschwerde
geg
nerin bei seiner Ausbildung zum Immobilienbewirtschafter unterstützt zu werden (
Urk.
6/34/3, vgl. auch
Urk.
6/27).
Am 2
1.
November 2015 beziehungsweise
5.
Januar 2016 nahm der RAD Stellung zu Eingliederungsmassnahmen (
Art.
17 IVG, Umschulung, berufliche Massnah
men;
Urk.
6/32).
Nach dem Erstgespräch hatte der Beschwerdeführer mehrfach Kontakt mit der für ihn bei der Beschwerdegegnerin zuständigen Berufsberaterin (vgl.
Urk.
6/34/3-4), welche ihm mit E-Mail vom 27. April 2016 erklärte, dass er aufgrund einer Lohneinbusse von weniger als 20 % keinen Anspruch auf eine Umschulung habe (
Urk.
6/34/4). Mit am selben Tag erlassenem und mit «Keine Kostengutsprache für Umschulung» betiteltem Vorbescheid (
Urk.
6/28, im Aktenverzeichnis betitelt als «VB
berufl
.
Eingliederungsm
/ keine US angezeigt») teilte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit, sie habe den Anspruch auf berufliche Massnahmen geprüft. Dazu gab sie die gesetzlichen Grundlagen (
Art.
17 IVG - Umschulung) wieder und führte unter anderem aus, versicherte Personen hätten Anspruch auf eine Umschulung, wenn der dauernde, invaliditätsbedingte Minderverdienst min
destens 20
%
betrage. Diese Voraussetzung sei beim Beschwerdeführer - aus näher dargelegten Gründen - nicht erfüllt. Dies bedeute, dass kein Anspruch auf
eine Umschulung bestehe und eine Weiterausbildung als Immobilienbe
wirt
schaf
ter
von der Beschwerdegegnerin nicht unterstützt werden könne. Die Beschwerde
gegnerin verfügte deshalb, dass das Leistungsbegehren abgewiesen werde. Der Beschwerdeführer könne ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen.
Mit E-Mail vom
1.
beziehungsweise
4.
Mai 2016 erhob der zu diesem Zeitpunkt
unvertretene
Beschwerdeführer bei der für ihn bei der Beschwerdegegnerin zu
ständigen Berufsberaterin Einwand und teilte ihr mit, er habe das Schreiben be
züglich «Vorbescheid Anspruch Umschulung» erhalten, sei mit diesem jedoch nicht
einverstanden, da er
nach dem Abstieg der
Z._
den Klub innerhalb der höchsten Liga gewechselt hätte und
von einem mindestens gleich hohen Einkommen ausgehe (
Urk.
6/34/5).
Mit «Keine Kostengutsprache für Umschulung» betitelter Verfügung vom 4. August
2016 (
Urk.
6/33, im Aktenverzeichnis betitelt als «Verfügung
berufl
.
Einglied
/ Keine US angezeigt») hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Entscheid fest und wies das Leistungsbegehren mit derselben Begründung wie im Vorbescheid ab.
Am
8.
August 2016 erstellte die Beschwerdegegnerin das Feststellungsblatt für den Beschluss (Urk. 6/35). Mit Eingabe vom 2
7.
September 2020 ersuchte der Be
schwerdeführer die Beschwerdegegnerin um eine Prüfung seines Rentenanspruch
s (
Urk.
6/41).
3.2
Aus dem dargelegten Ablauf ergibt sich, dass der Fokus der Interaktionen zwi
schen dem Beschwerdeführer und der Beschwerdegegnerin stets und einzig auf Eingliederungsmassnahmen und dabei insbesondere auf einer Umschulung des Beschwerdeführers zum Immobilienbewirtschafter lag. So ist der Stellung
nahme des RAD, dem Aktenverzeichnis, dem Betreff und
dem
einleitenden Satz von Vorbescheid und Verfügung sowie den darin wiedergegebenen gesetzlichen Be
stim
mungen zu entnehmen, dass die Beschwerdegegnerin lediglich einen Ansp
ruch auf eine Umschulung, nicht aber auf eine Rente prüfte.
Entsprechend wurde
das
Dossier des Beschwerdeführers nach Erlass der Verfügung «Keine Kostengut
s
prache für Umschulung» von einer weiteren Angestellten der Beschwerde
geg
ne
rin bear
beitet und am
8.
August 2016 ein Feststellungsblatt für den Beschluss erstellt (vgl.
Urk.
6/35)
. Dies wäre
nicht erforderlich gewesen, wenn die
Beschwer
de
geg
nerin
davon ausgegangen wäre, dass sie über den Rentenanspruch des Be
schwer
deführers bereits rechtsgültig entschieden hat.
Das Vorgehen der
Be
schwer
de
geg
nerin, zunächst lediglich den Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen zu prüfen,
en
tspricht denn auch dem Grundsatz «Eingliederung vor Rente».
Einzig im letzten Satz von Vorbescheid und Verfügung wurde der Begriff Rente überhau
p
t erwähnt,
erwähnte
die Beschwerdegegnerin doch dort, dass das Leis
tungs
begehren abgewiesen werde und der Beschwerdeführer ein rentenaus
schlies
sen
des Einkommen erzielen könne. Daraus kann jedoch aufgrund der dar
gelegten Umstände nicht geschlossen werden, dass die Beschwerdegegnerin damit über den
Rentenanspruch des Beschwerdeführers rechtsgültig und abschliessend ent
schieden hat.
Denn es ist insbesondere zu berücksichtigen, dass der Beschwer
de
führer im Zeitpunkt des Verfügungserlasses nicht anwaltlich vertreten war. Von der Anmeldung zur Früherfassung bis zur Zustellung des Vorbescheides ver
ging
beinahe ein Jahr, während welchem ein allfälliger Rentenanspruch nie the
ma
ti
s
iert wurde, auch
in seinen Einwänden
äusserte sich der Beschwerdeführer dazu nicht. Im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung betreffend «Keine Kostengut
sprache für Umschulung» hatte er bereits eine dreimonatige Weiterbildung zum Sachbear
beiter Immobilien-Bewirtschafter selbst finanziert und abgeschlossen und trat am
1.
September 2016 bei der
C._
AG eine Festanstellung als Sachbearbeiter Bewirtschaftung an. In Anbetracht
dieser
Gegebenheiten
kann nicht erwartet werden, dass ihm bewusst gewesen sein muss, dass er bei Verzicht auf eine kostenpflichtige Anfechtung der Verfügung nicht nur auf eine Rückerstattung der Weiterbildungskosten, sondern - zumindest bei fehlender erheblicher Verände
rung der Verhältnisse - auch auf jeglichen Rentenanspruch verzichtete. Ebenso wenig konnte ihm als Laie bewusst sein, dass bei einem aufgrund eines zu gerin
gen Invaliditätsgrads verneinten Anspruch auf eine Umschulung auch die Vor
aus
set
zungen für einen Rentenanspruch nicht vorliegen, waren doch Vorbescheid und Verfügung keinerlei rechtliche
n
Ausführungen dazu zu entnehmen.
Da somit bislang keine rechtsgültige
Prüfung des Rentenanspruchs
erfolgte, war es unzulässig, das Schreiben
des Beschwerdeführers
vom 2
7.
September 2020
(
Urk.
6/41) als Neuanmeldung zu qualifizieren und
darauf
mangels einer invali
den
versicherungsrechtlich relevanten Änderung der Verhältnisse nicht einzutre
ten. Vielmehr hätte die Beschwerdegegnerin den
mit Anmeldung vom 22. Juni 2015 (
Urk.
6/4) geltend gemachten
Rentenanspruch des Beschwerdeführers unter Berücksichtigung des Urteils des hiesigen Gerichts vom 1
0.
Juni 2020 (
Urk.
6/40, Prozess-Nr. UV.2018.00292) beziehungsweise des Urteils des Bundesgerichts 8C_563/2020 vom
7.
Dezember 2020 prüfen müssen.
Die Beschwerde ist deshalb gutzuheissen, der angefochtene Nichteintretens
ent
scheid aufzuheben und die
Sache zur materiellen Beurteilung an
die Beschwer
degegnerin
zurückzuweisen
.
4.
4.1
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 500.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der un
terliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
4.2
Ausgangsgemäss
hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessent
schä
digung, welche
unter
Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
(
§ 34
Abs.
1 und
Abs.
3
des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht,
GSVGer
) sowie nach Einsicht in die Kostennote vom 2
3.
August
2021
(
Urk.
8)
auf
Fr.
3‘160.75
(inklusive Barauslagen und Mehrwert
-
steuer) festzusetzen ist.