Decision ID: 160643fe-ed36-4013-bd44-f28ffaca1b91
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1981, ist seit April 2009 als Projekt- und
Produktemana
ger
bei der
Z._
AG in
A._
angestellt und in dieser Ei
genschaft bei der
HDI-
Gerling Industrie Versicherung AG (nachfolgend HDI
-Gerling
) gegen die Folgen
von Unfällen versichert. Am 3.
November 2010
ver
drehte
er beim Kickbox-Probetraining
durch eine falsche Be
wegung
den linken
Arm und
kugelte
sich die Schulter aus
(
Schaden
meldung
vom
9.
November 2010,
Urk.
14/A1). Die HDI
-Gerling
erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen (Taggeld und Heilbehandlung).
1.2
Mit Verfügung vom 1
5.
Juli 2013 stellte die HDI
-Gerling
ihre Leistungen ab 18.
Januar 2011 ein (
Urk.
14/A35). Die vom Versicherten am 3
0.
August 2013 erhobene Einsprache (
Urk.
14/A39) wies die HDI
-Gerling
mit Entscheid
vom 18. Juni 2014 ab (
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
erhob der Versicherte am
6.
August 2014 Be
schwerde und beantragte
,
dieser
sei aufzuheben
,
und der Unfallversicherer sei zu verpflichten
,
die gesetzlichen Leistungen aus dem Ereignis vom
3.
November
2010 zu übernehmen (
Urk.
1). Die auf Abweisung schliessende
Beschwerdeant
wort
vom 2
8.
November 2014 (
Urk.
13) wurde dem Versicherten am 1
2.
Dezem
ber 2014 zugestellt (
Urk.
16).
Mit Eingabe vom 2
8.
Januar 2015
(
Urk.
19) äusserte
sich der Versicherte unauf
gefordert zur Beschwerdeantwort
und reichte eine ärztliche
Beurteilung der me
dizinischen Aktenlage von
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Chirurgie
,
ein
(
Urk.
20)
.
Hierzu äusserte sich die
HDI
-Gerling
mit
Stellungnahme
vom 21.
April 2015 (
Urk.
25) und
reichte
eine
medizinische Stellungnahme
ihres beratenden Arztes
Dr.
med.
C._
, Facharzt
FMH
für
Chirurgie
,
ein
(
Urk.
26/2).
Der Versi
cherte liess sich hierzu m
it Eingabe vom 2
0.
Mai 2015 (
Urk.
30)
vernehmen und reichte eine weitere
Stellungnahme
von
Dr.
B._
(
Urk.
31)
ein. D
ie HDI
-Gerling
liess sich hierzu
mit Eingabe vom 2
4.
Juni 2015 (
Urk.
34)
vernehmen und legte
eine
zusätzliche
Stellungnahme
von
Dr.
C._
auf
(
Urk.
35
/2
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1).
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % (Art. 8 ATSG) invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1
UVG
). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Ein
gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.
3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
–
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber
der
jenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krank
haften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995).
Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Ge
sundheitsschadens
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänz
lich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entspre
chende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender na
türlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b,
1992 Nr.
U 142 S. 76).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete den
Ei
nspracheentscheid
(
Urk.
2) mit dem Wiedererreichen des Vorzustandes. D
ie linke Schulter des Beschwerdeführers
sei
aufgrund eines Sturzes beim Fussballspielen
am
7.
Juli 2006
und eines
zweiten Vorfall
s
am
3.
August 2008 beim Tennisspielen im Wasser
verletzt worden
.
Beim dritten
Ereignis vom
3.
November 2010
habe sich der Beschwerdeführer beim
Kickboxprobetraining durch eine falsche Bewegung den Arm verdreht und
die linke Schulter ausgekugelt.
Gestützt auf die medizinische Berichterstattung
von
Dr.
C._
ergebe sich, das
s d
ieses
Ereignis
vom
3.
November 2010
nur zu einer vorübergehenden Verschlimmerung der Vorzustände im Bereich der linken Schulter geführt
habe und der Status quo sine spätestens Ende Dezember 2010
wieder
erreicht worden sei.
Die
vordere Schulterinstabilität, welche die Opera
tion von 1
8.
Januar 2011 und die postoperative Behandlung erforderlich
ge
macht
habe
,
stehe nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in natür
lichem Kausalzusammenhang zum Unfall vom
3.
November 201
0.
Hinweise
auf eine richtungsgebende oder dauernde Verschlimmerung des Vorzustandes an der lin
ken Schulter würden nicht vorliegen
.
Es sei viel mehr davon auszugehen, dass die Operation bereits aufgrund des Ereignisses im
Jahr 2006 indiziert gewesen sei
. Im Nachgang zum Ereignis vom
3.
November 2010 hätten sich keine Hin
weise auf frische
ossäre
Läsionen ergeben und eine Krafteinwirkung auf den
Humeruskopf
oder
die
knöcherne Gelenkspfanne hätten ausgeschlossen werden können.
In ihrer Beschwerdeantwort (
Urk.
13)
hielt die Be
schwerdegegnerin fest
, wenn
eine rich
tungsgebende Verschlimmerung des
Vo
r
zu
standes in der linken Schul
ter aufgrund des Ereignisses vom
3.
November 2010 auch möglich sei,
erscheine
diese
jedenfalls
aufgrund des Ereignishergangs, der zeitlichen medizinischen Gegebenheite
n und der
im R
ahmen der Untersuchungen erhobenen Befunde nicht über
wiegend wahrscheinlich
. Daran vermöge auch
die
medizinische Be
urteilung
von
Dr.
B._
nicht
s zu än
dern
(S.
12
Ziff.
28 f.). Demgegenüber habe
Dr.
C._
begründet, dass
es sich
bei der dritten Reluxation der linken Schulter am
3.
November
2010 um eine habituelle (also nicht traumatische) Schulterluxation
handle
, bedingt durch vorbestehende
unfallkausale Schäden und wahrscheinlich auch unfallfremde Vorzustände (
Bandlaxizität
). Gestützt auf Erfahrungswerte hätten sich Reluxationen mit überwiegender Wahrscheinlich
keit auch ohne
Kickboxing
bei einer anderen Tätigkeit, die brüske
Schulterbe
wegungen
beinhalte
,
ereignet (S. 15
Ziff.
33).
2.2
Der
Beschwerdeführer macht demgegenüber
in seiner Beschwerde
(
Urk.
1)
gel
tend
, es sei
nach der ersten Schulterluxation am
7.
Juli 2006 ein
e
Operation empfohlen
worden. A
ufgrund einer Zweitmeinung
sei
eine solche jedoch als nicht indiziert erachtet und Physiotherapie zur Stabilisierung des Gelenks ver
ordnet worden. Mehr als zwei Jahre später sei
es
zu einer weiteren Luxation ge
kommen
, in deren Folge er vollkommen beschwerdefrei gewesen sei und sich deshalb auch keine Evaluation einer Operationsindikation auf
gedrängt habe
.
Die bleibende Schulterinstabilität habe
er
sich erst
aufgrund des Ereignisses vom 3.
November 2010 zugezogen. Mit der konservativen Therapie anlässlich der ersten und zweiten Luxation habe jeweils eine Stabilität erreicht werden können, so dass es
ihm
möglich
gewesen sei
,
weiterhin Sport
zu treiben
. Ge
stützt auf die
Ausführungen von
Dr.
B._
sei es 2010 klarerweise zu einer Schulterluxation gekommen,
bei der
erstmal
s
mit konservativer Therapie keine
Beschwerdefreiheit beziehungsweise keine Stabilität mehr
habe
erreicht werde
n
kö
nne
n
, so dass sich ein operative Sanierung aufgedrängt habe.
In der Stellungnahme
zur Beschwerdeantwort
(
Urk.
19,
Urk.
20)
bestritt der Be
schwerdeführer
,
dass die Schulter
bereits vor dem Ereignis vom 3. November 2010
instabil gewesen sei und eine vorbestehende chronische persistierende posttraumatische Schulterinstabilität bestanden habe
. Er hielt fest, dass
keine
Hinweise für
eine habituelle
Schultergele
nksluxation
vorliegen würden und die Ausführungen der
Beschwerdegegnerin
, die
Schultergelenksluxation
hätte sich zum
Beispiel auch bei einer Alltagsaktivität wie Kartoffelschälen oder
Apfelsi
nenpellen
ereignen können,
eine Hypothese
sei
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin auch über
den 1
7.
Januar 2011 hinaus leistungspflichtig ist, insbesondere, ob sie für
die im Zusammen
hang mit dem
operativen
Schultere
ingriff
vom 1
8.
Januar 2011 angefallenen Kosten aufzukommen hat.
3.
3.1
3.1.1
Die Ärzte des
D._
wiesen im Be
richt vom
8.
Juli 2006 (
Urk.
15
/
M15
S. 8
f.
) auf die Behandlung des Beschwerdeführers in der Zentra
len Notfallabteilung am
7.
Juli 2006 hin. Sie diagnostizierten ein
e
Schulterlu
xation
links und berichteten, der Beschwerdeführer habe angegeben
,
als
Goali
beim Fussball gestürzt und a
uf die linke Schulter gefallen zu sein.
Die Ärzte
beschrieben
i
m Röntgen
bericht
der Schulter links
vor
Reposition eine vord
ere/
untere Schulterluxation und
hielten
im Röntgen
bericht
nach Reposition
eine regelrechte Stellung des
Humeruskopfes
im Schultergelenk und eine frische Hill-Sachs-Lä
sion
fest
. Sie vermerkten
,
bei
m jungen Alter des Beschwerde
füh
rers sowie dem traumatischen Erstereignis und
fehlender
Hyperlaxität
müsse
gegebenenfalls
über eine weiterführende Diagn
o
s
tik mittels
arthroskopischer
Ope
ration mit
Refixaton
des Labrum
s
bei möglichem Labr
umabriss diskutiert werden
.
3.
1.
2
Im B
ericht des
D._
vom 1
3.
Juli 2006
(
Urk.
15
/M15 S. 6
f.)
erwähnten die Ärzte,
der Beschwerdefü
hrer
sei
nicht auf die linke
,
sonder
n auf
die rechte Schulter gefallen. D
abei
habe er aber
eine massive Aussenrotation/
Abduktionsbewegung gemacht
, b
ei welcher die Schulter luxiert sei
.
Sie hielten fest, e
s
seien
bereits Rupturen am vorderen Kreuzband
,
an beiden
Kniegelenken operiert
word
en
und
der Beschwerdeführer
sei diesbezüglich etwas anfällig
;
sie
wiesen
ferner
darauf hin, dass
bei erstmaliger traumatischer Schulterluxation
und 2
4-jährigem Beschwer
deführer
geraten worden
sei
, die Schulter zu
arthros
kopieren
und bei Labrumabriss diesen
arthroskopisch
refixieren
zu lassen. Erfahrungsgemäss sei in die
sem Alter bei diesem E
reignis die
Relu
xationsrate auf Grund überdurchschnitt
lich häufiger Labrumablösungen sehr hoch und die direkte Operation deshalb häufig indiziert.
3.
1.
3
Dr.
med.
E._
von
der
F._
wies im
Krankenaktenaus
zug
vom 1
7.
Dezember 2010
(
Urk.
15
/M15
S
.
2
f.
)
aufgrund der Konsultation des Beschwerdeführers vom 2
4.
Juli 2006 und eines
MRI vom 2.
August 2006 auf
einen
unwesentlichen fokalen Einriss des Labrum
s
glenoidale
inferior
hin, je
doch ohne Dislokation
.
Er erwähnte
,
der Beschwerdeführer sei Rechtshänder, i
nsgesamt seien die Schmerzen in der linken Schulter
regredient
und eine Phy
siotherapie sei bisher nicht durchgeführt worden.
Er empfahl, dass primär kon
servativ
(Physiot
herapie) behandelt werde
,
und vermerkte,
bei
einer
Reluxation
könne
immer noch
eine Ope
ration durchgeführt werden
.
3.2
3.2.1
Dr.
med.
G._
, Facharzt
FMH
für Allgemeinmedizin
,
berichtete in der Zusam
menfassung der Krankengesch
ichte vom 1
4.
Juli 2014 (
Urk.
15
/M15 S.
1)
über eine Konsultation des Beschwerdeführers
am 4
.
August 2008 wegen einer er
neuten
Schulterluxation,
die
er sich am Vortag beim Wassertennisspiel zugezo
gen habe. Neurologisch hätten sich keine Auffälligkeiten gefunden und das Schulter-MRI vom 1
1.
August 2008 habe keine Verletzungen der
Rotatoren
manschetten
oder des
Bandappartes
gezeigt. Mit dem Beschwerdeführer sei ein erneutes konservatives Vorgehen mit stabilisierender kräftigender Physio
the
rapie vereinbart worde
n.
Er vermerkte, b
ei der
nächsten
Konsultation vom 10.
September 2008 sei der Beschwerdeführer absolut beschwerdefrei gewesen, sodass sich kein operatives Vorgehen aufgedrängt habe.
3.
2.2
Im Bericht des
H._
vom 1
1.
August 2008 (
Urk.
3/
3 S. 10) wurde aufgrund einer Kernspintomographie (
Arthro
-MRI mit
Kontrastmittel
appli
kation
)
im Befund auf
eine
Hill-Sachs-Läsion mit Sig
nalstörung in den T2-gewichtet
fettgesättigten Sequenzen und Impression des
latero
-dorsalen
Hu
m
e
ruskopfes
hingewiesen
und
eine Konturalteration des
ventr
o
-caudalen
Limbus mit Abrundung des Limbus
in
dieser Region
,
festgehalten
.
3.3
3.3.1
Die Ärzte des
Spitals I._
berichteten
am
3.
November 2010 (
Urk.
15/M1) über die am gleichen Tag erfolgte Selbsteinweisung des Beschwer
deführers auf der Notfallstation.
Sie erwähnten
,
der Beschwerdeführer habe sich b
e
im
Kickboxing
die linke Schulter nach hinten verdreht. Im Befund der Schul
ter links wiesen sie auf e
ine intakte Haut, keine Rötung
, eine deutlich sichtbare Luxationsfehlstellung, eine leere Pfanne und leichte
Druckdolenz
über dem
Humeruskopf
hin.
Im Röntgen
hielten sie eine
anteriore
-in
feriore
Schulterluxa
tion
links
mit regelrechter Stellung nach Reposition
und keine
sichtbaren Läsi
onen fest.
Zum weiteren Procedere
erwähnt
en sie
die Planung eines
Arthro
-CT nach Schema und danach eine Besprechung des weiteren
Procedere
s
je
nach Befund
.
3.
3.2
Im
Arthro
-CT
des
Spitals I._
vom 1
1.
November 2010 (
Urk.
15/M3) wurde
bildgebend F
olgendes festgehalten:
„
Keine muskulären Atrophien. Keine Anhalts
punkte
für
Rotatorenmanschettenläsionen
. Kein Nachweis frischer
ossärer
Läsionen. Scharf begrenzte muldenförmige Impression um 4 bis 5 mm am
pos
te
rioren
Humeruskopf
von ca. 17 x 20 mm Ausdehnung. Korrelierende Läsion mit Ausdünnung und Abrundung am
anterocaudalen
Labrum
glenoidale
ohne
ossären
Defekt. Angrenzend
verschmälerter, bis auf die
Corticalis
abgetra
gener Knorpel, ansonsten intakte Knorpelkonturen
glenohumeral
. Unauffällige Darstellung des AC-Gelenks.
“
In der Beurteilung wurde ein Status nach vorderer
unterer Schulterluxation mit breiter Hill-Sachs-Läsion und ausgedünntem, ab
gerundetem Labrum
glenoidale
anterocaudal
vermerkt
und
auf
k
eine frischen
ossären
Läsionen und
keine Anhaltspunkte für grössere
Rotat
orenmanschetten
läsionen
hingewiesen
.
3.
3.3
Dr.
G._
wies im Ärztlichen Zwischenbericht zu Händen der
Beschwerdegeg
nerin
vom
1.
Dezember 2010 (
Urk.
15/M2) auf eine freie Schulterbewegl
ichkeit am 2
0.
November 2010 und
einen Status nach dritter habitueller
Schulterluxa
tion
links hin. Er berichtete
,
im
Spital I._
sei dem Patienten eine opera
tive Sanierung vorgeschlagen und diesbezüglich sei
er
im
J._
bei
Dr.
K._
angemeldet
worden
. Zur Frage über das Vorliegen aus
schliesslicher Unfallfolgen
(
vgl.
Urk.
15/M2, S. 2)
hielt
Dr.
G._
im Bericht
fest, es handle sich um eine habituelle Schulterluxati
on, die nach seinem Wis
sen
trotz
F
ehlen eines adä
qua
ten Traumas
über UVG abgerechnet w
e
rde.
3.
3.4
Am
6.
Januar 2011 beurteilte
Dr.
C._
erstmals
die medizinische Akten
lage zu Händen der Beschwerdegegnerin (
Urk.
15/M6). Er hielt fest,
aktenge
stützt
halte
er die Behandlung (Ruhigstellung der Schulter mit
Gilchrist
-Ver
band am
3.
November 2010) bis ca. am 3
0.
November 2010 als teilunfallkausal zum Ereignis vom
3.
November 2010
für
ausgewiesen. Den
St
atus quo sine be
urteile er ca. am 3
0.
November 2010
,
spätestens am 3
1.
Dezember 2010 als erreicht. Die beim Beschwerdeführer geplante Operation am 1
8.
Januar 2011 beurteile er weder als kausal noch teilkausal zum Ereignis vom
3.
November 2010
,
sondern als kausal zum Ereignis vom
7.
Juni 2006.
3.
3.5
Die Ärzte der
J._
wiesen im Operationsbericht vom 1
8.
Januar 2011 (
Urk.
15/M7)
auf die am gleichen Tag durchgeführte offene Stabilisierung
der linken Schulter
nach
Latarjet
hin und vermerkten,
aufgrund der
persistie
renden Beschwerden im Sinne einer
anteroinferioren
Schulterinstabilität mit re
zidivierenden Luxationen
sowie
den computertomographischen Befunden
sei
die Schulterstabilisation
indiziert
und da der
Beschwerdeführer eine ma
ximal
stabile Variante
wünsche
,
die Indikation zur
La
ta
rjet
-Operation
zu
stellen.
3.
3.6
Im Austrittsbericht der
J._
vom 2
5.
Januar 2011 (
Urk.
15/M8)
wiesen
die Ärzte
auf die
Hospitalisation
des Beschwerdeführer
s
vom 1
7.
bis 2
0.
Januar 2011 hin. Sie
hielten
einen r
egelrec
hten postoperativen Verlauf fest
und attestierten
eine Arbeitsunfähigkeit von
100
%
für zwei
Wochen
.
Danach seien im Rahmen der
Limiten
Bürotätigkeiten möglich.
3.
3.7
Dr.
med.
L._
, Spezialarzt
FMH
Chirurgie, hielt im Bericht vom 1
4.
April 2011 (
Urk.
15/M11)
an die
Beschwerdegegnerin in seiner Aktenbeurteilung fest, der Beschwerdeführer habe sich beim Unfallereignis vom
3.
November 2010 eine Distorsion des Schultergelenkes zugezogen, ohne dass eine richtungsweisende Verschlimmerung der Schulterst
rukturen verursacht worden sei
. Eine
Schulter
distorsion
b
enötige 6 bis 8 Wochen für die k
onservative Ausheilung. Den Status
quo sine beurteile er
,
wie
Dr.
C._
,
spätestens Ende Dezember 2010 als erreicht.
3
.3
.8
Am 1
9.
Juni 2013 beurteilte
Dr.
B._
die medizinische Aktenlage
zu Hä
nden des Beschwerdeführers (
Urk.
15/M13a)
. Er führte aus, aufgrund der Unterlagen sei eindeutig, dass es ohne das Ereignis vom
3.
November 2011 mit der erneu
ten Luxation nicht zum persistierenden
Schulterinstabilitätsgefühl und
demen
sprechend
auch nicht zu einer Operation gekommen wäre. Das Kickboxen selbst stelle ein Ereignis dar, das zweifellos die Schulterluxation verursacht habe. Auf
grund der vorliegenden Unterlagen best
eh
e mit überwiegender Wahrschein
lich
keit ein Kausalzusammenha
ng zwischen dem Ereignis vom 3.
November 2011 und der am 1
8.
Januar 2011 durchgeführten Operation
S. 5 f.)
.
3.
3.
9
Am 1
3.
September
2013
beurteilte
Dr.
C._
(
Urk.
15/M14)
die
medizini
sche Aktenlage
erneut
zu Hä
nden der Beschwerdegegnerin.
Er wies darauf hin, dass
aufgrund des
Ereignisses vom
7.
Juli 2006
m
agnettomographisch ein Riss
in der vorderen unteren Gelenkpfanne (im Labrum
glenoidale
inferior) und später aufgrund des Ereignisses vom
3.
August 2008 ein Defekt im
Humerus
kopf
(ein Hill-Sachs-Defekt) nachgewiesen worden sei. Diese Befunde würden mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine bleibende Instabilität der Schulter hin
weise
n
,
was klinisch durch einen blei
benden positiven Appreh
e
nsions-Test nac
h
weisbar sei.
Die nach der Schulterreposition am
3.
November 2010 ausgeführte Röntgenkontrolle habe keine Knochenläsion im
Arth
r
o
-CT Befund gezeigt. Ein fehlendes Ödem schliesse auch eine
gering
g
radige
äussere Krafteinwirkung auf den
Humer
u
skopf
und die knöcherne Schultergel
e
nkspfann
e
beim Ereignis vom
3.
November 2010 aus. Beschrieben würden ausschliesslic
h erhebliche
Vorzu
stände
, so
e
in alter Schaden im
Humer
u
skopf
(eine breite Hill-Sachs
-
Läsion) und
ein
alter Schaden in der vor
deren, unteren Gelenkspfann
e (ein abgerundetes Labrum
glenoidale
anterocaudal
). Dies seien alles vorbestehende Schäden, die zu rezidivierenden Luxationen auch ohne ungewöhnliche äussere
Krafteinwir
kung
disponieren und die operative Stabilisation notwendig machen würden.
3.
3.
1
0
Am 2
7.
Juli 2014
würdigte
Dr.
B._
(
Urk.
15/M
16
)
die medizinisch
e
Aktenlage
ein weiteres Mal zu Hä
nden
des Beschwerdeführers
. Er hielt fest, dass
sich im
Arthro
-MRI vom 1
1.
August 2008 eine Hill-
Sachs-Delle gezeigt habe. Nach dem Ereignis beim Kickboxen vom
3.
November 2010
zeige sich
nun
im
Arthro
-MRI vom 1
1.
November 2010
eine breite Hill-Sachs-Läsion mit ausgedünntem Lab
rum
glenoidale
anterokaudal
. Z
weifellos
habe
eine Disposition für erneute
Luxationen aufgrund des Schadens d
er Erstluxation bestanden
. Allerdings
hätt
e
n aufgrund der Erstluxation keine Abscherungen des Labrums resultiert
und vor allem dies begünstige ein
e
Luxation. Eine ausschliessliche Hill-Sachs-Delle al
leine stelle kein erheblich erhöhtes Risiko für eine Reluxation dar. Ein
ossärer
Bankart-Ausriss sei mit dem ersten Ereignis nicht gesetzt worden und vor allem dieser wäre für eine Reluxation verantwortlich. Mit den früher konservativ durch
geführten Massnahmen habe sich jeweils eine Stabilität ergeben
, nicht aber nach dem
Ereignis
vom
3.
November 201
0.
S
ubjektiv wie auch objektiv
sei
eine neue Schadenssituation resultier
t
, sodass erstmals die Operation
dringlich
indiziert gewesen sei.
3.
3.
11
Dr.
C._
hielt
hierzu in
seiner weiteren Stellungnahme vom
8.
November 2014 (
Urk.
15/M17)
an die
Beschwerdegegnerin fest
, dass am 1
1.
November 2010 ni
cht ein
Arthro
-MRI sondern ein
Arthro
-CT
durchgeführ
t und vom Radio
lo
gen der Nachweis von frischen knöchernen Läsionen explizit ausge
schlossen worden sei. Die vom Radiologen beschriebene „breite“ Hill-Sachs-Läsion im
Humeruskopf
könne somit nicht
als
eine Verbreiterung der vor
be
stehenden Hill-Sachs
-
Delle kausal oder teilkausal zum Ereignis vom
3.
Novem
ber 2010 be
zeichnet werden.
I
m
Arthro
-
MRT vom 1
1.
August 2008 werde neben der Hill-Sachs-Läsion auch eine Konturalteration des
ventro-caudalen
Limbus
be
schrieben
,
d
ies hiesse ein Schaden am v
orderen knorpeligen Pfannenrand
. Die Hill-Sachs-Delle zusammen mit einem Schaden im Bereich der
Schultergelenks
pfanne
disponiere
unabhängig von
einem Schaden der knöchernen Gelenk
pfanne
zu
Schulter-Reluxationen.
Im Bericht des
D._
vom 1
3.
Juli 2006 sei dem Beschwerdeführer denn auch eine
Refixation
des
Labrum
ab
ri
sses
(des Risses in der knorpeligen Gelenkpfanne) empfohlen worden.
Die Instabilität, die
der Beschwerdeführer erstmals nach der Reluxation aufgrund des Ereignisse vom
3.
November 2010 verspürt haben soll, sei vorbestehend und i
n den Akten wiederholt objektiv
i
e
rt worden. Im Eintrag in der Krankenge
schichte vom 2
4.
Juli 2006 beschreibe
Dr.
E._
einen deutlich positiven
Ap
prehensionstest
der Schulter links. Die
s
sei kennzeichnend für eine vordere
Schulterinstabilität. Bei der dritten Reluxation der linken Schulter vom
3.
Novem
ber 2010 handle es sich um eine habituelle Schulterluxation, bedingt durch vorbestehende unfallkausale Schäden und wahrscheinlich auch
unfall
fremde
Vorzustände (
Bandlaxizität
). Gestützt auf Erfahrungswerte hätten sich Reluxa
tio
nen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch ohne das
Kickboxing
bei einer anderen Tätigkeit
,
die eine brü
ske Schulterbewegung beinhaltet, ereig
net.
3.
3.
12
Dr.
B._
wies in seinem weiteren Bericht vom 1
6.
Januar 2015 (
Urk.
20)
darauf hin, dass ein deutlich positiver Apprehension-Test der linken Schulter in der Untersuchung vom 2
4.
Juli 2006 zwei Wochen nach dem Ereignis
keine
chro
nische
persistierende
Instabilität der Schulter
beweise.
M
it der durchgeführten muskulären Kräftigung sei
es zur g
egenteiligen Entwicklung mit einer stabil geführten Schulter gekommen und der Beschwerdeführer sei wieder in der Lage gewesen
,
Sport zu treiben. Es könne mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass die Schulter nicht instabil gewesen sei und kein
e
Hinweise für die von der Beschwerdegegnerin postulierte habituelle Schulterluxation
vorgelegen h
ätt
en.
3.
3.
13
Dr.
C._
wies
bezugnehmend auf die Stellungnahme von
Dr.
B._
im Bericht vom 1
0.
April 2015 (
Urk.
2
6/2
) darauf hin, dass bei einer frischen Luxa
tion ein nachgewiesener Apprehensions-Test (Belastungstest für die vorderer Schulterinstabi
lität) nicht aussagekräftig sei. Bei der Untersuchung des Be
schwerdeführers am 2
4.
Juli 2006
habe sich „äusserlich
inspektorisch
(bei der Ansicht) ein normales Schulter
re
lief“ gezeigt, das heisse eine Schwellung im Schulterbereich sei ausgeschlossen. Bei der am Unfalltag
(
7.
Juli 2006)
radiolo
gisch nachgewiesenen frischen Hill-Sachs-Delle im
Hu
meruskopf
und der später im MRT nachgewiesenen Bankart-Läsion weise der von
Dr.
E._
beschrie
bene „deutlich positive Appreh
ensionstest“ zumindest mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit eine vordere Schulterinstabilität
nach
(S. 2)
.
Weiter
führ
te
Dr.
C._
aus
,
dass es sich
b
eim Ereignis vom
3.
August 2008 laut den klinischen Angaben im Überweisungsschreiben zur MRT der Schulter vom 1
1.
August 2008 um ein „ina
däquates Trauma“ gehandelt habe
.
Im
Arthro
-MRT vom 1
1.
August 2008 seien nur Vorzustände, eine Hill-Sachs-Delle im
Humeruskopf
und eine Bankart-Läsion zur Darstellung gekom
men.
Knochen
mark
södeme
im
Humeruskopf
- oder im knöchernen
Schulter
pfannenbereich
, die auch bei sehr geringer äusserer Krafteinwirkung zur Dar
stellung kommen wür
den, seien im MR-Befund nicht aktenkundig
(S.
2 f.)
.
Der von
Dr.
E._
anlässlich der Konsultation vom
2.
August 2006 im MRT beschrie
bene Befund entspreche einer Bankart-Läsion, dies
h
i
e
sse einem Riss in der vor
deren knor
peligen Gelenkpfanne. Unabhängig von einer Dislokation könne die gerissene knorpelige Gelenklippe den
Humeruskopf
nicht mehr richtig stabili
sieren und es komme bei konservativer Behandlung laut Literatur-Angaben bei 80 bis 95
%
zur Schulter-Reluxation
(S. 4)
.
Gemäss Operationsbericht vom 1
8.
Januar 2011
sei die linke Schulter nach
Latarjet
stabilisiert worden. Die Ausdehnung des Schadens im Bereich des vorderen
Glenoidrandes
(das heisse im Bereich der
Bankart
Läsion in der vorderen unteren knorpeligen Gelenkspfanne) sei im Operationsbericht nicht beschrieben worden. Der
Glenoidrand
sei nach
Latarjet
stabilisiert
worden. Bei diesem Eingriff werde
der Rabensch
n
abelfortsatz vom Schulterblatt abgetrennt und mit Schrauben
an die vordere knöcherne Gelenk
pfanne fixiert.
Das offene operative Verfahren nach
Latarjet
sei indiziert bei er
heblich geschädigtem Knorpel im Bereich der vorderen unteren Gelenkpfanne
(S. 4)
.
4.
4.1
Gestützt auf die medizinischen Berichte
ist erstellt
und
wird
zu Recht
nicht be
stritten
, dass das linke
Schultergelenk
des
rechtsdominanten Beschwerdeführers im
Zeitpunkt des Ereignisses vom
3.
November 2010 aufgrund des
Unfallereig
nisses
vom
7.
Juli 2006 einen
w
esentlichen Vorzustand aufgewiesen hat.
Dieser Schaden
wurde
,
obwohl
bereits damals
ein
e
operative Sanierung in Betracht ge
zogen wurde
(E
.
3.
1.
2)
, konservativ mittels Physiotherapie und Kräftigung der Schultermuskulatur behandelt
(E
.
3.
1.
3)
. Eine Zweitluxation zog sich der Be
schwerdeführer am
3.
August 2008
zu, wobei wiederum konservativ behandelt wurde
.
Eine
Indikation zur operativen Sanierung
des Schultergelenks nach Reposition wurde
in Bezug auf dieses
Zweitereignis nicht
mehr
gesehen, res
pektive ist
solches
nicht aktenkundig.
D
ass
der Beschwerdeführer
nach dem
Erster
eignis
vom
7.
Juli 2006 und zwischen dem Zweite
reignis vom 3.
August 2008 und
dem
Dritte
reignis
vom
3.
November 2010
aufgrund der konservativen Be
handlung
nicht
beschwerdefrei wurde,
lässt sich den Akten nicht entneh
men.
Dr.
G._
vermerkte
denn auch
am 1
0.
September 2008 die
„
absolute
Be
schwer
defreiheit
“
des Beschwerdeführers
(E
.
3.
2.1
).
Anders lautende
Arztbe
richte
oder
medizinische
Behandlungen
mit
Bezug auf das Schulterleiden
sind nicht aktenkundig.
Muskuläre Atrophien,
die
für einen verminderten Einsatz des linken Schultergürtels sprechen würde
n
,
konnten
im Zeitpunkt des
Drittereig
nisses
ausdrücklich nicht
beschrieben
werden
(E
.
3.
3.2
)
.
Damit
steht
fest
,
dass
der Beschwerdeführer
, trotz bestehendem
Vorscha
den
an der linken Schulter
, mittels Kräftigung der Muskulatur das Schulterge
lenk
insgesamt
während mehr als 4 Jahren
soweit stabilisieren konnte, dass der Vorzustand beim alltäglichen Einsatz nicht
in Erscheinung
trat
und
der Schaden
ihn
auch nicht
derart
behindert
e
,
das
s
ein
Anlass für
weitere
medizini
sche Behandlungen
bestanden hat
.
Somit
kann aber auch nicht als erstellt gel
ten, dass sich
der
Schulter
zu
stand
bereits
vor dem Ereignis vom 1
1.
November 2010 derart labil
zeigte
, dass
sich der Beschwerdeführer
die Reluxation
auch
bei ei
ner beliebigen
Alltags
aktivität
wie Kartoffel-
oder
Orangenschäle
n hätte zuziehen können.
D
ie beiden Ereignisse, die zur Reluxation der Schulter geführt haben
,
wie der unbeab
sich
tigte Schlag
mit einem Schläger in eine Welle
beim
Tenniss
pielen
im
Wasser und
das
Verdrehen des
Armes beim
Kickboxpro
betraining
können den
n
auch
nachvollziehbar
in Bezug auf den
Bewegungsab
lauf und
die
Krafteinwirkung auf das linke Schultergelenk
nicht mit einer sol
chen „habituellen“
Alltags
aktivität
verglichen werden.
Fest steht jedenfalls, dass das als Unfall zu quali
fizierende Geschehnis
vom
3.
November 2010
einen bis dahin
bestehenden
Vor
zustand
aktiviert und behandlun
gsbedürftig gemacht
hat
und damit zumindest teilkausal für den Gesundheitsschaden ist
.
In medizinischer Hinsicht zeigte sich
denn auch eine – im Vergleich zum Vorzustand – breite
M
H
ill
-Sachs-Läsion, was eine Verschlimmerung des Vorzustands indiziert. Das Fehlen von knöchernen Läsionen (E. 3.3.11) ändert hieran nichts.
Die von
Dr.
L._
und
Dr.
C._
postulierte höchstens
bis Ende Dezember 2010
dau
ernde
Beeinträchtigung
(E.
3.
3.7
) beruht auf der Annahme einer vorbestehend
en
gesunden Schulter,
w
as
gerade nicht
der Fall
war
. Dass der Status quo sine spätestens nach dieser Zeitspanne w
ieder erreicht gewesen war
, erscheint
unter Berücksichtigung des Vorzustand
e
s, angesichts der bis zum Unfall bestandenen Beschwerdefreiheit und in Anbetracht der Tatsache, dass sich unter konservati
ver Behandlung
über längere Zeit ein stabiler Schulterzustand
einstellte
, we
l
cher nach dem Er
eignis vom
3.
November 2010
mit einer solchen Therapie
nicht mehr
als erreichbar
an
gesehen wurde
, weshalb
am
1
8.
Januar 2011 die offene Stabilisierung nach
Latarjet
durchgeführt wurde
(
E
. 3.
3.5
),
nicht als überwiegend wahrscheinlich.
4.2
Zusammenfas
send ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer
am
3
.
November
2010 einen Unfall im Sinne von
Art.
4 ATSG erlitten hat, der zumindest
teil
kausal
für die linksseitigen Schulterbeschwerden ist. Die
HDI-Gerling
hat daher bis zum Zeitpunkt, in dem die Fortsetzung der ärztlichen Be
handlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwarten liess (vgl.
Art.
19
Abs.
1 UVG), mithin auch noch im Zusammenhang m
it dem operativen Eingriff vom 1
8.
Januar
2011, die gesetzlichen
Leistungen zu erbringen.
4.3
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen, und der angefochtene
Ein
spracheentscheid
ist aufzuheben
.
5
.
Ausgangsgemäss ist dem vertretenen Beschwerdeführer gestützt auf
Art.
61
lit
. g
ATSG in Verbindung mit
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das
Sozial
ver
sicherungsgericht
(
GSVGer
) eine Prozessentschädigung zuzusprech
en, wobei ein Betrag von
Fr.
1‘7
0
0.-- (inklu
sive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als ange
messen erscheint.