Decision ID: 86465402-e9e6-443f-8dc4-b115624925b9
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962, erlitt am
22. November 1981 einen Motorradunfall
(Urk. 10/66)
, bei dem
er eine schwere, intraartikuläre distale
Oberschenkeltrümmerfraktur links sowie eine Ellbogenluxationsfraktur links erlitt (Urk. 10/80)
.
Der Versicherte absolvierte damals eine kaufmännische Lehre bei der
Y._
AG und war damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (
SUVA
) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Die
SUVA
kam für Heilbehandlungskosten und Taggeld auf
unter Berücksichtigung einer Leistungskürzung von 10 % wegen grobem Verschulden (Urk. 10/76).
Am 4. Juni 1983 wurde
die Behandlung nach Entfernung
d
es
Osteosynthese
material
s
vorerst
abgeschlossen (Urk. 10/95).
1.2
I
n den nachfolgenden
Jahren kam
die SUVA
wiederholt für Behandlungsmassnahmen
wegen
Beschwerden
am linken
Knie auf
(
vgl. etwa
Urk. 10/
102
-103,
Urk. 10/11
0
,
Urk. 10/
128,
Urk. 10/131,
Urk. 10/142
,
Urk. 10/14
5
,
Urk. 10/151,
Urk. 10/154
und
Urk. 161-163
).
Zudem gewährte sie Kostenübernahme für Kniebandagen
und Ein
lagen
beziehungsweise Schuhkorrektur
wegen
des laut Angabe des behandelnden
Unfall-
Chirurgen um zirka 1 cm
verkü
rzten
linken Bein
s
(vgl. etwa
Urk. 10/77, Urk. 10/92,
Urk. 10/150 ff.,
Urk. 10/4
-5
, Urk. 4/
9-
11
und Urk. 4/45
)
.
Im Jahr 1988 erlitt der Versicherte bei einem Sturz beim Gleitschirmfliegen eine Schulterkontusion rechts (Urk. 10/127).
1.3
Am 5. August 2014 stellte
X._
der SUVA eine Schadenmeldung zu (Urk. 10/12
/1
und Urk. 10/13
). Er gab an, an wiederkehrenden Rückenproblemen infolge verkürztem linken Bein und
„
Beckentiefstand/Wirbelsäule
“
seit
dem Unfall im Jahr 1981 zu leiden.
Die SUVA holte Arztberichte
(Urk. 10/24-25 und
Urk. 10/31
) sowie eine interne versicherungsmedizinische Stellungnahme (Urk. 10/32)
ein
. Zudem veranlasste sie in der Universitätsklinik
Z._
die Messung der Beinlängendifferenz sowie die Anfertigung eines Röntgenbilds der
Lendenwirbelsäule
(
LWS;
Urk. 10/39 und Urk. 10/41). Nach erneuter Vorlage beim kreisärztlichen Dienst (Urk. 10/42) lehnte
es die
SUVA
mit Schreiben vom 13.
Februar 2015 ab (Urk. 10/45)
ab, mit Bezug auf die Rückenbeschwerden
Versicherungsleistungen zu erbringen. In der Folge verlangte
der Versicherte
eine
einsprachefähige
Verfügung
(Urk. 10/46)
, worauf die SUVA
bei der internen Versicherungsmedizin eine ausführliche Stellungnahme einholte (Urk. 10/84) und
ihre Leistungspflicht
(betreffend
die
„
erneut geltend gemachte
n
Oberschenkel links-Beschwerden
“)
mit
der
vom 19. Februar
datierten aber offenbar erst am 2. März 2015 ergangenen Verfügung
ab
lehnte
(Urk.
10/49).
Dagegen erhob der Versicherte am 11.
März 2015 Einsprache
(Urk. 10/50)
.
Mit Entscheid vom 20. April 2015 (Urk.
2) wies die
SUVA die Einsprache
ab. Sie
wies im
Einspracheentscheid
darauf hin,
dass es sich
bei der Angabe betreffend die Beschwerden am Oberschenkel links
in der Verfügung vom 19. Februar 20
15 offensichtlich um einen
Verschrieb
gehandelt habe
und die Rückenbeschwerden gemeint seien
, was aus den Akten – insbesondere aus der formlosen Ablehnung vom 13. Februar 2015 – hervorgehe (Urk.
2
S. 2 Ziff. 1)
.
2.
Am 21. Mai 2015 erhob
X._
Beschwerde (Urk. 1) gegen den
Einspracheentscheid
vom 20. April 2015 (Urk. 2), ohne den angefochtenen Entscheid beizulegen
. Er stellte eine umfassende Begründung
seiner
Rechtsschutzversicherung
in Aussicht
. Mit Verfügung vom 29. Mai 2015 wurde dem Beschwerdeführer eine einmalige nicht erstreckbare Frist von 10 Tagen zur Beschwerdeverbesserung angesetzt (Urk. 3). Am 8. Juni 2015 ergänzte
X._
seine Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, der
Einspracheentscheid
vom 20. April 2015 sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen nach
dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) auszurichten. Eventuell
seien weitere medizinische Abklärungen
vor
zunehmen (Urk. 5)
. Am 14. Juli 2015 erstattete die Beschwerdegegnerin ihre auf Abweisung schliessende Beschwerdeantwort (Urk. 9). Mit Verfügung vom 19. August 2015 wurde die Beschwerdegegnerin Frist angesetzt, um die vollständigen Akten zum Verkehrsunfall des Beschwerdeführers aus dem Jahr 1981 einzureichen (Urk. 11),
worauf die
Beschwerdegegnerin
ihre bereits mit der Beschwerdeantwort aufgelegten Akten (Urk. 10/1-62) ergänzte
(Urk.
13 und Urk. 10/63-164). Mit Verfügung vom 21. September 2015 wurde der Beschwerdeführer auf die Möglichkeit hingewiesen, diese beim Gericht einzusehen (Urk. 14).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
Gemäss Art. 6
UVG
werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Abs. 2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1
.
2
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (Art. 11
Verordnung über die Unfallversicherung, UVV
). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversicherung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater
Kausalzusammenhang besteht
(BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
).
1
.
3
Bei der Leistungspflicht der obligatorischen Unfallversicherung gemäss Art.
11 UVV für Rückfälle und Spätfolgen kann der Unfallversicherer nicht auf der Anerkennung des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhanges beim Grundfall und bei früheren Rückfällen behaftet werden, weil die unfallkausalen Faktoren durch Zeitablauf wegfallen können. Es obliegt dem Leistungsansprecher, das Vorliegen eines natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem als Rückfall oder Spätfolge geltend gemachten Beschwerdebild und dem Unfall nachzuweisen. Nur wenn die Unfallkausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, entsteht eine erneute Leistungspflicht des Unfallversicherers; dabei sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis umso strengere Anforderungen zu stellen, je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_252/2013 vom 8. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweisen).
Im Falle der Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus, die aus dem unbewiesen gebliebenen natürlichen Kausalzusammenhang als anspruchsbegründender Tatsache Rechte ableiten will. Werden durch einen Unfall Beschwerden verursacht, übernimmt die Unfallversicherung den durch das Unfallereignis verursachten Schaden, für spätere Gesundheitsstörungen kommt sie dagegen nur auf, wenn eindeutige Brück
ensymptome gegeben sind (Urteil
des Bundesgerichts 8C_113/2010 vom 7. Juli 2010
E. 2.3
mit Hinweis
).
1
.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Die Rechtsprechung, wonach das Gericht „nicht ohne zwingende Gründe“ von der Einschätzung der medizinischen Experten abweicht, hat den Beweiswert von Gerichtsgutachten zum Gegenstand und findet auf versicherungsinterne ärztliche Beurteilungen nicht Anwendung. Berichte und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte unterliegen wie andere Beweismittel der freien richterlichen Beweiswürdigung. Es kann ihnen Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen.
Auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen kann
rechtsprechungsgemäss
nicht abgestellt werden,
sobald
auch nur geringe
Zweifel
an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_535/2015 vom
21. März 2016 E. 2 unter Hinweis
auf BGE 139 V 225 E. 5.2, BGE
135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7 sowie Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4).
2
.
2
.1
Der Beschwerdeführer
gab
in seiner Beschwerde
begründung
vom 8.
Juni 2015
(Urk. 5)
an, er habe
sich
beim
im Jahr
1981 erlittenen schweren Verkehrsunfall (Motorrad gegen Auto) eine Oberschenkeltrümmerfraktur in der Nähe des Kniegelenkes
zugezogen
, die mittels Verschraubungen, Platten und Knocheneinsatz vom Becken habe behoben werden müssen. Weitere Frakturen im Bereich des Armgelenkes seien dazugekommen. Daraus hätten trotz aller Therapiemassnahmen bleibende Einschränkungen und gesundheitliche
Spätfolgen
resultiert. So habe die Beinmuskulatur links nie wieder normal aufgebaut werden können. Infolge des fehlenden Kreuzbandes bestehe am linken Knie eine Überdehnung. Das Kniegelenk sei immer wieder angeschwollen. Es bestehe eine Beinverkürzung von 2,5 cm und das Bein könne seit dem Unfall nur noch in eingeschränktem Winkel gebogen werden. Durch diese
bleibenden Einschränkungen aus dem Unfall im Jahr 1981
seien aus seiner Sicht
Haltungsschäden erfolgt, die auf einen direkten Zusammenhang mit dem Unfall zurückzuführen seien und Spätfolgen
mit sich bringen würden
. Eine am 16. Juni 2015 geplante ärztliche Untersuchung in der Universitätsklinik
Z._
solle dazu noch mehr Aufschluss geben.
2
.2
Die Beschwerdegegnerin
stellte in ihrem
Einspracheentscheid
vo
m 20. April 2015 (Urk. 2) auf die kreisä
r
z
t
lichen Aktenbeurteilungen ab. Sie verneinte ihre Leistungspflicht, da ein Kausalzusammenhang zwischen den als Rückfall gemeldeten Rückenbeschwerden und dem Unfallereignis im Jahr 1981 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sei. In der auf Abweisung schliessenden Beschwerdeantwort vom 14. Juli 2015 fügte die Beschwerdegegnerin
hinzu
, dass dies
den
übereinstimmenden medizinischen Beurteilungen entspreche
, die
wiederum
auf einer vollständigen Abklärung beruhten
(Urk. 9)
.
3.
Vorwegzuschicken ist, dass der Streitgegenstand des angefochtenen
Einspracheentscheides
vom 20. April 2015 (Urk. 2) einzig die Leistungspflicht für die vom Beschwerdeführer am 5. August 2014 als Rückfall gemeldeten Rückenbeschwerden (vgl. Urk. 10/12/1) betrifft, auch wenn der fehlerhafte Hinweis auf erneut geltend gemachte Oberschenkel links-Beschwerden in der – zudem auch falsch datierten, da auf die kreisärztliche Stellungnahme vom 27. Februar 2015 verweisenden – Verfügung vom 19. Februar 2015 (Urk. 10/49) einiges an Verwirrung stiftet. Soweit die Begehren und Ausführungen des Beschwerdeführers andere gesundheitlichen Einschränkungen betreffen (vgl. Urk. 5) ist demnach auf die Beschwerde nicht einzutreten.
4
.
4
.1
Im Bericht vo
m 18. Februar 1982 (Urk. 10/77)
gab Dr. med.
A._
, Chefarzt
in der
Chirurgische
n
Klinik des
B._
, in
welcher
der Beschwerdeführer nach dem Unfall bis zum 14. Dezember 1981 hospitalisiert war (Urk. 10/71), an, es habe sich um einen Verkehrsunfall mit
schwerst
offener Zertrümmerung des
fe
moralen
Anteils des linken Kniegelenkes
gehandelt.
Er habe mit grösster Mühe primär eine Osteosynthese zustand
e
gebracht unter Verwendung von Beckenkammspongiosa.
Es sei gelungen, den Gelenkanteil
wieder einigermassen zusammenzusetzen.
Es bestehe indes
eine deutliche
Rekurvation
des
Condylenmassivs
gegenüber dem
Femurschaft
von zirka 28 bis 30 Grad.
Zudem liege
eine Beinlängendifferenz im Sinne einer Verkürzung von zirka 1 cm
vor
, die vorläufig gut mit einem überhöhten Absatz ausgeglichen werden könne.
4
.2
Am 5. August 2014 stellte der Versicherte der SUVA eine Schadenmeldung zu (Urk. 10/12
/1
). Er gab an, an wiederkehrenden Rückenproblemen infolge verkürztem linken Bein und
„
Beckentiefstand/Wirbelsäule
“
seit
dem Unfall im Jahr 1981 zu leiden.
4
.
3
4
.3.1
Der
in der Klinik
C._
tätige
Rheumatologe Dr. med.
D._
nannte im Bericht vom 12. August 2014
(Urk. 10/25)
zuhanden des Hausarztes Dr. med.
E._
, Allgemeine Medizin FMH, die folgenden Diagnosen:
Chronisches bewegungs- und belastungsabhängiges
Lumbovertebra
lsyndrom
mit/
bei
thorakolumbalem
Flachrücken sowie minimer linkskonvexer Skoliose der LWS bei Beckentiefstand links
palpatorisch
schmerzhaften
Intervertebralgelenken
L4/5 beidseits, sowie L3/4 links
rezessaler
Engstellung L4/5 mit möglicher Affektion der Spinalnerv
enwurzel L5 links sowie Bandsch
eibenerschlaffung L5/S1 mit winziger
Hernienkomponente
median ohne Tangierung der Nervenwurzel
Statu
s nach schwerem Motorradunfall 19
84 mit Trümmerfraktur des linken Oberschenkels
Dr.
D._
berichtete,
der Beschwerdeführer habe angegeben, dass
er
seit
ungefähr zwei bis drei Jahren
an
intermittierende
n
Lumbalgien
leide
. Der letzte und bis dato führende Schub sei vor ungefähr sechs Monaten beim Schneeschippen aufgetreten. Zu Beginn hätten die Schmerzen in leichter Form in das rechte Bein ausgestrahlt. Die Ischialgien seien inzwischen verschwunden. Die über dem Kreuzbereich vorherrschenden Schmerzen persistierten allerdings und hätten trotz Physiotherapie
an Intensität
zugenommen. Die Einna
hme von Ibuprofen verhelfe zurz
eit zwar zu einer deutlichen aber nur vor
übergehenden Schmerzberuhigung.
Dr.
D._
gab an, dass e
inige klinische Elemente, insbesondere die Schmerzv
erstärkung bei
vornübergeneigten
Stellung
en
de
s Oberkörpers,
auf eine führende
diskale
Komponente hin
wiesen
. Die festgestellten exquisiten
Druckdolenzen
könnten aber auch gerade so gut für ein
facettäres
Problem auf Höhe L
4
/5 beidseits und L3/4 sprechen. Auf dem
LWS
-MRI
der Radiologie GZO Spital
F._
vom 17. Juni 2014 seien insgesamt nur leichte bis mässige degenerative Veränderungen erkennbar. Hauptbefund sei eine leichte Kompression der Spinalnervenwurzel L5 links
rezessal
, dem er im klinischen Kontext keine Bedeutung beimessen würde.
Dr.
D._
empfahl eine konsequente medikamentöse Behandlung mit NASR und falls diese zu einer Besserung führe, die Physiotherapie in Form einer aufbauenden Stabilisationsgymnastik, idealerweise gefolgt von einer MTT, wieder aufzugreifen. Bei der Ausgestaltung der Übungen solle spezifisch auf die sportliche Leidenschaft (Tennis spiele
n
) Rücksicht genommen werden. Er sei
sich
sicher, dass bei konsequenter Umsetzung der Massnahmen mit raschen Fortschritten gerechnet werden
dürfe
.
4
.3.2
Auf
Bitte
der SUVA,
das beigelegte Formular
Arztzeugnis UVG
auszufüllen
(Urk. 10/23)
,
verwies Dr.
D._
am
4. September 2014 (Urk. 10/24)
auf den Bericht an den Hausarzt vom 12. August 2014
(E.
4
.
3
.1)
. Ergänzend gab er an
, inzwischen sei eine NSAR-Therapie erfolgt, die leider keine Schmerzberuhigung bewirkt habe. Er habe im Gespräch mit dem Versicherten die Entscheidung gefasst, mit einer
infiltrativen
Behandlung zuzuwarten und die vorherrschenden Kreuzschmerzen erneut aktiv anzugehen.
4
.
4
Im Arztzeugnis UVG für Rückfall
vom 21. November 2014
(Urk. 10/31)
gab der Hausarzt Dr.
E._
an, der Beschwerdeführer stehe bei ihm seit dem 13.
Juni 2014 wegen eines
Lumbovertebralsyndrom
s
infolge Fehlhaltung in Behandlung.
Der Beschwerdeführer
habe angegeben, dass er im Jahr 1981 einen Unfall gehabt und dabei eine Oberschenkelfraktur erlitten habe. Se
ither bestehe eine Beinlängendifferenz. Der Beschwerdeführer habe weiter berichtete, dass er als Folge davon eine Skoliose und jetzt lumbale Rückenschmerzen habe. Der Röntgenbefund zeige eine diskrete Lendenwirbelsäulenskoliose/-
sakralisation
. Zur Unfallkausalität könne er sich nicht äussern. Eine Arbeitsunfähigkeit bestehe nicht.
4
.
5
Dr. med.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, gab in seiner Aktenbeurteilung vom 26. November 2014
(Urk. 10/32)
an, es bestehe ein möglicher aber kein überwiegend wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zum Unfall
ereignis
. Eine sicherere Beurteilung wäre durch Angabe der unfallbedingten Beinlängendifferenz möglich. Deshalb
bitte er
– obwohl laut Dr.
E._
die Beinlängendifferenz lediglich zu einer diskreten Lumbalskoliose geführt habe und somit nach Aktenlage ein unfallkausaler Zusammenhang unwahrscheinlich sei
–
,
der
Vollständigkeit halber um Messung der Beinlängendifferenz und Durchführung eines konventionellen Röntgenbildes der Lendenwirbelsäule, z.B. in der Universitätsklinik
Z._
.
4
.
6
Im Bericht vom 30. Januar 2015 (Urk. 10/41) nannte PD Dr. med.
H._
, leitender Arzt, Radiologie der Universitätsklinik
Z._
,
folgende Befunde:
Die
Beinlänge rechts
betrage
87,6 cm und die Beinlänge links 87,0 cm. Der Beckentiefstand links sei gemessen an der
Crista
iliaca
1,4 cm. Die Lendenwirbelsäule zeige eine linkskonvexe Skoliose. Es liege ein erhaltenes
posteriores
Alignement der Wirbelkörper und eine ventrale Spondylose multisegmental vor. Es bestehe eine beträchtliche
Spondylarthrose
kaudal betont und eine unauffällige ISG.
4
.
7
Der Kreisarzt Dr. med.
I._
, Orthopädische Chirurgie FMH, gab am 12. Februar 2015 (Urk. 10/42) nach Kenntnisnahme dieser Befunde an, die aktuellen Beschwerden seien nur mit möglicher Wahrscheinlichkeit auf des Unfallereignis vom 22. November 1981 zurückzuführen.
In Ergänzung führte Dr.
I._
am
27. Februar 2015 (Urk. 10/48) aus, die subjektiv beklagten Beschwerden im Rücken seien schon aufgrund des Beschwerdebeginns vor mehreren Monaten nur mit möglicher Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 22. November 1981 zurückzuführen. Darüber hinaus sei nach wissenschaftlicher Lehrmeinung kein Nachweis eines minimen Beckenschiefstandes bezüglich der kernspintomographisch beschriebenen Veränderungen der Lendenwirbelsäule zu führen. Es handle sich ausschliesslich um degenerative Veränderungen im Sinne einer bandscheibenbedingten Erkrankung der lumbalen Segmente.
4
.8
Im
während hängigem Beschwerdeverfahren ergangenen
Bericht zur Sprechstunde vom 16. Juni 2015
(Urk. 10/63)
an den Hausarzt Dr.
E._
nannten PD Dr. med.
J._
, Leiter Wirbelsäulenchirurgie,
und Dr. med.
K._
, Oberarzt Wirbelsäulenchirurgie, Universitätsklinik
Z._
,
die folgenden Diagnosen:
1.
Lumbago bei
Spondylarthrose
LWK 5/SWK 1 und LWK 4/5
2.
Status nach schwerem Motorradunfall 1984 mit Trümmerfraktur des linken Oberschenkels und daraus resultierenden Beinlängendifferenz zirka 1,5 cm zu Ungunsten des linken Beines.
Sie gaben an, der Beschwerdeführer habe wieder Schmerzen. Aus diesem Grund spiele er seit einem Jahr kein Tennis mehr. Die Schmerzen seien nicht e
indeutig ins Bein ausstrahlend.
Im MRI der Lendenwirbelsäule vom 16. Juni 2015 hätten sich multisegmentale
Spondylarthrosen
von LWK 3/4 bis LWK5/SWK1 mit
breitbasiger
Bandscheibenprotrusion
in der Höhe LWK 4/5 gezeigt. Soweit hier dargestellt bestehe kein Kontakt zur Nervenwurzel L5 beidseits. Im Röntgen der Wirbelsäule vom selben Tag hätten sich ein 8
mm höher stehender
Fe
murkopf
rechts sowie eine leichte
skoliotische
Fehlhaltung lumbal gezeigt.
E
s werde wirbelsäulenchirurgisch die Durchführung
chiropraktischer
Behandlungsmassnahmen empfohlen. Bei Therapieresistenz könne eine Infiltrationstherapie der Facettengelenke in Erwägung gezogen werden. Zusätzlich sei
dem Beschwerdeführer
ein Angebot für eine intensivierte Rückenschule unter ärztlicher Anleitung in der hiesigen
Movemend
unterbreitet
worden.
5
.
5.1
Werden Spätfolgen
geltend gemacht, handelt es sich um eine anspruchsbegründende Tatfrage, für die die versicherte Person die Beweislast trägt (vgl. E. 1.
3
vorstehend).
Dieser Beweis ist nicht zu erbringen, nachdem
keiner der berichtenden Ärzte
einen überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Motorradunfall vom 22. November 1981 und den Rückenschmerze
n des Beschwerdeführers bejaht hat
.
Nach Lage der Akten ist es zwar möglich, dass die rund 30 Jahre nach dem Unfall aufgetretenen Rückenschmerzen eine Spätfolge der erlittenen
Trümmerfraktur am linken Bein
und der daraus resultierenden Beinlängendifferenz ist, überwiegend wahrscheinlich ist dies aber nicht.
5.2
Gar keine Stellung zur Unfallkausalität bezogen der Rheumatologe Dr.
D._
sowie die Wirbelchirurgen der Universitätsklinik
Z._
,
von
deren Untersuchung sich der Beschwerdeführer Au
f
schluss über die Frage der Unfallkausalität erhofft hatte (Urk. 5)
. In beiden Berichten wurden die Diagnosen Rückenbeschwerden und Status nach Motorradunfall voneinander separiert und ohne Bezugnahme
zu
einander aufgeführt. Der Hausarzt Dr.
E._
gab an, sich zur Unfallkausalität nicht äussern zu können. Er
berichtete
aber
, dass der Beschwerdeführer
davon ausgehe, dass der Unfall auf die Beinlängendifferenz und die gemäss Röntgenbefund diskrete Skoliose zurückzuführen sei
. Die
SUVA-Kreisärzte
verneinten
in ihren Aktenstellungnahmen
einen überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis ausdrücklich. Sie begründeten diese Schlussfolgerung nachvollziehbar
zum einen
mit dem ausserordentlich langen zeitlichen Abstand zwischen dem Unfall u
nd den
erst rund 30 Jahren später
aufgetretenen
Rückenschmerzen.
Gegen einen unf
allkausalen Zusammenhang spreche
zudem der Umstand, dass die Beinlängendifferenz nur zu einer diskreten Lumbalskoliose
und einem minimen Beckenschiefstand
(laut
der von der SUVA veranlassten Messung 1,4
cm) geführt hat
.
Die degenerativen Veränderungen der lumbalen Segmente sind nicht überwiegend wahrscheinlich Unfallfolgen.
Eine davon abweichende Aussage ist auch dem neusten Bericht der Universitätsklinik
Z._
nicht
zu entnehmen, wobei offen bleiben kann, weshalb in diesem Bericht – ohne Angabe
einer
Befundaufnahme durch
Messung – von einer Beinlängendifferenz von 1,5
cm ausgegangen wird, während
die von der SUVA in derselben
Klinik
veranlasste Messung eine
Differenz
von 0,6 cm
ergab
.
5.3
Einzig die Möglichkeit eines Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und den rund 30 Jahren später aufgetretenen Rückenbeschwerden,
der auch
von keinem der behandelnden
Spezialisten
als überwiegend wahrscheinlich
angegeben
wurde, genügt nicht, um eine Leistungspflicht des Unfallversicherers nach Massgabe einer Spätfolge zu begrü
nden. Es gibt keinen Anlass
von der Einschätzung der SUVA-Kreisärzte, die einen überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhang verneinten, abzuweichen.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.