Decision ID: 6757613d-70a4-4666-86ec-804b4fcf2bff
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 09.09.2008 Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG, Art. 31 Abs. 1 ATSG, Art. 24 ELV. Erlass einer Rückforderung unrechtmässig bezogener Ergänzungsleistungen. Verletzung der Meldepflicht in bezug auf leistungserhebliche Sachverhaltsveränderungen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. September 2008, EL 2008/14).
Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug,
Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Ralph Jöhl
Entscheid vom 9. September 2008
in Sachen
G._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Niedermann, Neugasse 55,
9000 St. Gallen,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Erlass der Rückerstattung
Sachverhalt:
A.
Die IV-Stelle sprach G._ am 8. April 2002 eine halbe Invalidenrente zu. Am 20. April
2003 meldete sich die Versicherte zum Bezug einer Ergänzungsleistung an. Gemäss
einem Arbeitsvertrag mit der A._ AG war die Versicherte mit einem
Beschäftigungsgrad von 50% erwerbstätig. Die BVG-Stiftung B._ richtete der
Versicherten eine jährliche Invalidenrente von Fr. 3120.- aus. Neben dem
Erwerbseinkommen und der BVG-Invalidenrente berücksichtigte die EL-
Durchführungsstelle bei der Anspruchsberechnung auf der Einnahmenseite die halbe
Invalidenrente und einen Vermögensertrag. Mit einer Verfügung vom 22. Mai 2003
sprach die EL-Durchführungsstelle der Versicherten eine Ergänzungsleistung zu. Mit
Ausnahme des Betrages der halben Invalidenrente veränderte sich die Einnahmenseite
der EL-Anspruchsberechnung bis 2006 nicht.
B.
Am 17. Januar 2004 gab die Versicherte im Fragebogen zur Revision der Invalidenrente
an, ihr Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Die IV-Stelle eröffnete ein
Revisionsverfahren. Gemäss einem ärztlichen Bericht vom 31. Januar 2006 war die
Versicherte aufgrund einer erheblichen Beeinträchtigung ihrer psychischen Gesundheit
seit Januar 2005 zu 100% arbeitsunfähig. Die Personalvorsorgestiftung der A._
Group ersuchte am 9. März 2006 um Akteneinsicht, da sie einen allfälligen
Invalidenrentenanspruch der Versicherten prüfe. Die IV-Stelle erliess am 18. Mai 2006
eine Verfügung, mit der sie der Versicherten ab 1. Juni 2006 eine ganze Invalidenrente
zusprach. Sie kündigte eine spätere Verfügung betreffend den Zeitraum 1. Mai 2005 bis
31. Mai 2006 an. Die C._ teilte der D._-Rechtsschutzversicherung, welche die
Versicherte vertrat, am 18. Juli 2006 mit, sie habe mit der A._ AG, der letzten
Arbeitgeberin der Versicherten, eine Krankentaggeldversicherung abgeschlossen. Ab
dem 23. Februar 2005 habe sie der A._ AG Taggeldleistungen ausgerichtet. Die A._
AG habe diese Taggelder gemäss dem Arbeitsvertrag an die Versicherte weitergeleitet.
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Per 1. August 2005 sei das Arbeitsverhältnis aufgelöst worden. Ab diesem Zeitpunkt
seien die Taggelder der Versicherten direkt ausbezahlt worden. Wegen der
Nachzahlung einer ganzen Invalidenrente habe das Taggeld zur Verhinderung einer
Überentschädigung rückwirkend gekürzt werden müssen. Die C._ kündigte an, sie
werde die entsprechende Rückforderung bei der IV-Stelle zur Verrechnung mit der
Invalidenrentennachzahlung anmelden.
C.
Die EL-Durchführungsstelle war am 17. Februar 2006 über die rückwirkende Zusprache
einer ganzen Invalidenrente anstelle der bisherigen halben Rente informiert worden. Am
23. Februar 2006 forderte sie die Versicherte auf, den IV-Beschluss der BVG-Stiftung
B._zuzustellen, damit diese ihre Invalidenrente neu berechne. Anschliessend könne
dann auch die Ergänzungsleistung neu berechnet werden. Die D._-
Rechtsschutzversicherung teilte der EL-Durchführungsstelle am 24. März 2006 mit,
dass die BVG-Stiftung B._ noch nichts von sich habe hören lassen. Am 5. April 2006
forderte die EL-Durchführungsstelle die D._-Rechtsschutzversicherung auf, das
Beiblatt 4 (BV-Leistungen) zum EL-Anmeldeformular auszufüllen. Die Versicherte gab
darin nur ein Freizügigkeitskonto an. Am 9. Mai 2006 forderte die EL-
Durchführungsstelle die BVG-Stiftung B._ auf, den "neuen BVG-Betrag" bekannt zu
geben. Am 11. Mai 2006 nahm die EL-Durchführungsstelle rückwirkend ab Mai 2005
eine Neuberechnung der Ergänzungsleistung vor. Dabei berücksichtigte sie auf der
Einnahmenseite kein Erwerbseinkommen mehr. Angerechnet wurden die (für diese
Periode noch gar nicht verfügte) ganze Invalidenrente, die Invalidenrente der BVG-
Stiftung B._, die nach wie vor mit Fr. 3120.- beziffert wurde, und der
Vermögensertrag. Diese Neuberechnung ergab für Mai bis Juli 2005 eine
Rückforderung von Fr. 1185.- und für August 2005 bis Mai 2006 eine Nachzahlung von
Fr. 1280.-. Die EL-Durchführungsstelle nahm eine Verrechnung vor. Den
Differenzbetrag von Fr. 95.- zahlte sie der Versicherten aus. Die entsprechende
Verfügung erging am 18. Mai 2006. Am gleichen Tag sprach die EL-
Durchführungsstelle der Versicherten eine Ergänzungsleistung ab Juni 2006 zu. Die
Einnahmenseite der Anspruchsberechnung unterschied sich nicht von derjenigen der
Neuberechnung bis Mai 2006.
D.
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Bereits am 4. Mai 2006 hatte die Versicherte das Formular zur periodischen
Überprüfung der Ergänzungsleistung ausgefüllt. Sie hatte u.a. angegeben, sie erhalte
eine BVG-Rente von Fr. 3120.- und Krankentaggelder von Fr. 7367.-. Die beiliegenden
Abrechnungen der C._ betrafen die Periode 1. August 2005 bis 15. März 2006. In
dieser Zeit waren Taggeldleistungen von insgesamt Fr. 10'930.05 ausbezahlt worden
(Fr. 48.15 pro Tag). Das Arbeitsverhältnis mit der A._ AG war per 31. Juli 2005
aufgelöst worden. Das ausgefüllte Revisionsformular enthielt folgende interne Notiz der
EL-Durchführungsstelle: "Versicherter erhält rückwirkend eine ganze IV-Rente,
Taggelder werden mit Nachzahlung IV verrechnet". Mit einer Verfügung vom 21.
September 2006 sprach die IV-Stelle der Versicherten schliesslich auch für die Zeit ab
1. Mai 2005 eine ganze Invalidenrente zu. Sie verrechnete die Rentennachzahlung von
Fr. 10'712.- mit der Forderung der C._. Gleichzeitig erliess die EL-
Durchführungsstelle nochmals Verfügungen für die Periode August 2005 bis Mai 2006.
Diese Verfügungen stimmten inhaltlich mit derjenigen vom 18. Mai 2006 überein.
E.
Die BV-Stiftungen der A._ Group sprachen der Versicherten am 21. August 2006 eine
Invalidenrente von Fr. 296.- monatlich zu. Sie kündigten die Ausrichtung dieser Rente
für die Zeit nach dem Ende der Taggeldberechtigung gegenüber der C._ an. Die
D._-Rechtsschutzversicherung teilte dies am 25. September 2006 der EL-
Durchführungsstelle mit. Sie wies darauf hin, dass noch keine derartigen
Rentenleistungen ausgerichtet würden. Weiter führte die D._-
Rechtsschutzversicherung aus, es bleibe immer noch abzuwarten, ob die BVG-Stiftung
B._ eine höhere Rente ausrichten werde. Am 26. Oktober 2006 sprach die EL-
Durchführungsstelle der Versicherten mit Wirkung ab 1. November 2006 eine
Ergänzungsleistung von Fr. 756.- monatlich zu. Bei der Anspruchsberechnung fanden
ein Vermögensverzehr, die ganze Invalidenrente von Fr. 19'788.-, die Rente der BVG-
Stiftung B._ von Fr. 3120.- und ein Vermögensertrag Berücksichtigung. Ab 1. Januar
2007 betrug die monatliche Ergänzungsleistung Fr. 758.-. Auf der Einnahmenseite der
Anspruchsberechnung hatte sich nur der Betrag der ganzen Invalidenrente verändert.
F.
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Die D._-Rechtsschutzversicherung teilte der EL-Durchführungsstelle am 9. Februar
2007 mit, dass die Pensionskasse der A._ Group ab Februar 2007 die Invalidenrente
von Fr. 296.- ausrichten werde. Die BVG-Stiftung B._ habe bisher noch keine höhere
Invalidenrente anerkannt. Die EL-Durchführungsstelle trug dieser Veränderung
Rechnung, indem sie ab 1. März 2007 neu eine Einnahmenposition 'andere Renten und
Pensionen aller Art' von Fr. 6672.- (Fr. 3120.- und Fr. 3552.-) berücksichtigte. Die
monatliche Ergänzungsleistung sank dadurch auf Fr. 462.-. Die entsprechende
Verfügung erging am 22. Februar 2007. Da diese Verfügung nicht der D._-
Rechtsschutzversicherung, sondern der Versicherten persönlich eröffnet wurde,
entwickelte sich eine Diskussion über die Vertretung der Versicherten durch die D._-
Rechtsschutzversicherung, in deren Verlauf die D._-Rechtsschutzversicherung am
16. März 2007 festhielt, dass sie dieses Vertretungsverhältnis der EL-
Durchführungsstelle bereits am 2. April 2003 angezeigt habe. Am 20. März 2007 sprach
die BVG-Stiftung B._ der Versicherten eine höhere Invalidenrente (Fr. 935.- pro
Monat) zu. Die Erhöhung erfolgte ebenfalls auf das Ende der Taggeldberechtigung im
Februar 2007. Die D._-Rechtsschutzversicherung teilte dies der EL-
Durchführungsstelle am 26. März 2007 mit. Die EL-Durchführungsstelle ordnete die
Einstellung der Ergänzungsleistung per 31. März 2007 an, da die Berücksichtigung der
Summe der 'anderen Renten und Pensionen aller Art' von Fr. 14'772.- zu einem
Einnahmenüberschuss geführt hatte. Die entsprechende Verfügung erging am 4. April
2007. Sie enthielt den Vermerk, dass die rückwirkende Neuberechnung zu einem
späteren Zeitpunkt zugestellt werde.
G.
In einer internen Notiz vom 11. April 2007 hielt die EL-Durchführungsstelle fest, die
C._ habe ein Taggeld von total Fr. 19'067.40 ausgerichtet. Fr. 10'712.- seien mit der
Invalidenrentennachzahlung verrechnet worden. Vom 1. Mai 2005 bis zum 31. Mai
2006 seien also total Fr. 8355.40 direkt der Versicherten ausbezahlt worden. Gemäss
einem Schreiben der C._ vom 18. Mai 2006 an die Versicherte hatte der
Taggeldanspruch vom 1. Mai 2005 bis zum 31. Mai 2006 Fr. 48.15 betragen. Ab 1. Juni
2006 war nur noch ein gekürztes Taggeld von Fr. 21.05 ausgerichtet worden. Die EL-
Durchführungsstelle nahm eine rückwirkende Neuberechnung der Ergänzungsleistung
ab dem 1. August 2005 vor. Dabei berücksichtigte sie neben der ganzen Invalidenrente
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und der Rente der BVG-Stiftung B._ von Fr. 3120.- einen Jahresbetrag des nicht mit
der Invalidenrentennachzahlung verrechneten Taggelder der C._ von Fr. 7703.-. Ab
1. Juni 2006 belief sich der Jahresbetrag der als Einnahme angerechneten, gekürzten
Taggeldes auf Fr. 7683.-. Ab 1. Februar 2007 berücksichtigte die EL-
Durchführungsstelle bei der rückwirkenden Neuberechnung auf ein Jahr umgerechnete
'andere Renten und Pensionen aller Art' von Fr. 12'857.-, nämlich ein anteiliges
Krankentaggeld, eine anteilige Rente der Pensionskassen der A._ Group und die
anteilige, erhöhte Rente der BVG-Stiftung B._. Ab 1. März 2007 rechnete die EL-
Durchführungsstelle dann nur noch die effektiven Renten der BVG-Stiftung B._ und
der Pensionskassen der A._ Group an. Die aus dieser Neuberechnung resultierende
Rückforderung belief sich auf Fr. 10'578.-. Die EL-Durchführungsstelle machte diese
Rückforderung mit einer Verfügung vom 17. April 2007 geltend. Eine dagegen
erhobene Einsprache wurde am 5. November 2007 rechtskräftig abgewiesen.
H.
Am 12. Dezember 2007 liess die Versicherte ein Erlassgesuch stellen. Ihr (neuer)
Rechtsvertreter führte zur Begründung aus, sie sei durch das vorausgegangene IV-
Verfahren völlig überfordert gewesen, habe sich wegen der psychischen Beschwerden
immer wieder in einer psychiatrischen Klinik aufgehalten und verstehe zudem schlecht
Deutsch. Durch die ständig wechselnden Klinikaufenthalte habe sie seit einiger Zeit
keinen Überblick mehr über ihre finanziellen Angelegenheiten. Es sei ihr deshalb
schlichtweg nicht aufgefallen, dass sie von der Krankentaggeldversicherung Geld
erhalten habe. Da das IV-Verfahren damals abgeschlossen gewesen sei, sei sie nicht
mehr von der D._-Rechtsschutzversicherung vertreten gewesen. Die Rückerstattung
von Fr. 10'578.- würde eine grosse Härte bedeuten. Die EL-Durchführungsstelle wies
das Erlassgesuch am 18. Januar 2008 ab. Sie begründete diesen Entscheid damit,
dass die Versicherte ab dem 1. August 2005 ein Taggeld der C._ erhalten habe, das
dann im Februar 2008 durch erhöhte BVG-Leistungen abgelöst worden sei. Die
Versicherte habe die Meldepflicht verletzt, weshalb sie nicht gutgläubig gewesen sei.
Die Verfügung enthielt folgenden Vermerk: "Um Frau G._ entgegen zu kommen,
werden wir die Forderung von Fr. 10'578.00 durch monatliche Verrechnung der IV-
Rente von Fr. 400.00 ab 1. Februar 2008 bis 31. März 2010 und von Fr. 178.00 für April
2010 tilgen". Die EL-Durchführungsstelle entzog einer allfälligen Einsprache die
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aufschiebende Wirkung, da bei einer Ausrichtung der Leistung die spätere
Rückzahlung nicht gesichert wäre.
I.
Die Versicherte liess am 22. Februar 2008 gegen diese Abweisungsverfügung
Einsprache erheben. Sie beantragte sinngemäss den Verzicht auf eine Rückforderung
der Ergänzungsleistungen und die Wiedererteilung der aufschiebenden Wirkung der
Einsprache. Letzteres begründete sie damit, dass es gar nicht um die weitere
Ausrichtung strittiger künftiger Leistungen gehe, deren allfällige Rückerstattung
problematisch wäre. Die Verrechnung greife in das Existenzminimum ein. Zudem sei
das Interesse der EL-Durchführungsstelle an einem Entzug der aufschiebenden
Wirkung angesichts des vernachlässigbaren Inkassorisikos gering. Ihr Interesse an
einer Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung sei angesichts des empfindlichen
Eingriffs in ihre finanzielle Rechtsstellung höher zu gewichten. In materieller Hinsicht
liess die Versicherte ausführen, durch die ständig wechselnden, mehr oder weniger
langen Klinikaufenthalte habe sie bereits längere Zeit den Überblick über ihre
finanziellen Verhältnisse verloren. Deshalb sei ihr nicht aufgefallen, dass sie von der
C._ Krankentaggelder erhalten habe. Selbst wenn von einer Meldepflichtverletzung
auszugehen wäre, müsste diese als leichte Pflichtverletzung qualifiziert werden. Die IV-
Stelle habe bereits im Januar 2006 Kenntnis von den Taggeldleistungen der C._
gehabt. In der Mitteilung der IV-Stelle vom 17. Februar 2006 betreffend die Erhöhung
auf eine ganze Invalidenrente fänden sich zahlreiche Vermerke betreffend die
Taggeldzahlungen, laut denen es ausdrücklich keine EL-Verrechnung geben solle.
Ferner sei im Formular vom 6. Juni 2006 eine durchgestrichene Deklaration des
Taggeldes mit dem Vermerk versehen worden, dass das Taggeld mit der
Rentennachzahlung verrechnet werde. Die Ausgleichskasse habe also bereits im
Januar 2006 Kenntnis von den Taggeldzahlungen gehabt. Die EL-Durchführungsstelle
wies die Einsprache am 11. März 2008 ab. Sie führte sinngemäss aus, es werde einzig
die Ablehnung des Erlassgesuches angefochten. Deshalb müsse sie nicht über die
Frage der Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung zur Ermöglichung der
Verrechnung mit der Invalidenrente entscheiden. Wenn die Versicherte
krankheitsbedingt nicht in der Lage gewesen sei, ihrer Meldepflicht nachzukommen, so
hätte sie eine Drittperson mit der Wahrung ihrer Interessen beauftragen müssen. Dies
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gelte insbesondere für die Zeit während den stationären Klinikaufenthalten. Die
Versicherte hätte sich erkundigen müssen, was es mit den Krankentaggeldern auf sich
habe. Dass die IV-Stelle über den Krankentaggeldbezug informiert gewesen sei, sei
irrelevant. Es könne von der IV-Stelle nämlich nicht erwartet werden, dass sie die EL-
Durchführungsstelle informiere. Erst im Mai 2006 habe die Versicherte im
Revisionsformular den Taggeldbezug gemeldet. Nach der Vornahme der notwendigen
Abklärungen habe unter Berücksichtigung dieser Taggelder neu verfügt werden
können. Die Versicherte habe es an der minimalen Aufmerksamkeit mangeln lassen.
J.
Die Versicherte erhob am 28. April 2008 Beschwerde gegen diesen
Einspracheentscheid. Sie beantragte dessen Aufhebung und den Verzicht auf die
Rückforderung. Ausserdem ersuchte sie um die Erteilung der aufschiebenden Wirkung
und den Verzicht auf die Verrechnung bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen
Entscheides in der Sache. Zur Begründung dieses Verfahrensantrages machte sie
geltend, gemäss einer neuen EL-Anspruchsberechnung betrage der
Einnahmenüberschuss nur Fr. 147.- monatlich, so dass sie bei einer Verrechnung mit
der Invalidenrente im Betrag von Fr. 400.- monatlich wieder einen EL-Anspruch hätte.
Im übrigen greife die Verrechnung von Fr. 400.- monatlich in ihr Existenzminimum ein.
Aus diesen Gründen müsse die aufschiebende Wirkung wiederhergestellt werden. In
bezug auf den Hauptantrag führte die Versicherte zur Begründung aus, sie habe als
Folge ihrer stationären Klinikaufenthalte nicht immer den Überblick über ihre
finanziellen Angelegenheiten gehabt. Aufgrund der prekären finanziellen Situation sei
sie vollauf damit beschäftigt gewesen, irgendwie die laufenden Rechnungen zu
bezahlen. Ihrem Verständnis für finanzielle Zusammenhänge sei zudem durch die
minimale Schulbildung und durch die schlechten Deutschkenntnisse Grenzen gesetzt
gewesen. Aufgrund der psychischen Beschwerden sei es zudem fraglich, ob eine
allfällige Meldepflichtverletzung als grobe Nachlässigkeit gewertet werden könnte.
Nicht nur die IV-Stelle, sondern auch die Ausgleichskasse sei über den früheren Bezug
eines Krankentaggeldes informiert gewesen. Der Verrechnungsantrag der C._ vom 4.
Januar 2006 sei nämlich umgehend an die zuständige Ausgleichskasse weitergeleitet
worden. Auf der Mitteilung vom 17. Februar 2006 gebe es zahlreiche Vermerke
betreffend die Taggeldzahlungen, laut denen es ausdrücklich keine EL-Verrechnung
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geben solle. Im Formular betreffend die periodische Überprüfung sei ein Taggeld von
Fr. 7376.- deklariert worden. Dies sei von der EL-Durchführungsstelle mit dem Vermerk
versehen worden, die Taggelder würden mit der Rentennachzahlung verrechnet.
Obwohl die EL-Durchführungsstelle also seit Anfang 2006 Kenntnis von der
Taggeldzahlungen gehabt habe, habe sie noch bis März 2007 Ergänzungsleistungen
ausgerichtet. Da die EL-Durchführungsstelle bis Mitte 2006 ausdrücklich auf eine
Rückforderung verzichtet habe, sei es stossend, wenn sie nun für ihre Versäumnisse
die Versicherte belangen wolle. Damit wäre eine anfängliche fehlende Gutgläubigkeit
spätestens im Zeitpunkt der Meldung wieder hergestellt.
K.
Die EL-Durchführungsstelle beantragte am 15. Mai 2006 die Abweisung der
Beschwerde.

Erwägungen:
1.
Bei einem idealen Verlauf hätte die Beschwerdegegnerin rechtzeitig vor dem 1. August
2005 gewusst, dass die Beschwerdeführerin ab diesem Zeitpunkt keine
Lohnfortzahlung mehr erhielt und dass ihr stattdessen ein Krankentaggeld der C._
ausgerichtet wurde. Damit hätte die Beschwerdegegnerin die Ergänzungsleistung per
1. August 2005 einer Revision unterziehen können, bei der die Veränderungen auf der
Einnahmenseite Berücksichtigung gefunden hätten. Die Einnahmenseite der
Anspruchsberechnung hätte ab dem 1. August 2005 weiterhin die halbe Invalidenrente,
die Invalidenrente der BVG-Stiftung B._ von 3120.- und den Vermögensverzehr
ausgewiesen. An die Stelle des Erwerbseinkommens wäre das Krankentaggeld der
C._ getreten. Später wäre dann als Folge der rückwirkenden Zusprache einer ganzen
statt der bisherigen halben Invalidenrente nochmals eine - auf den Zeitpunkt der
Rentenrevision zurückbezogene - Revision der Ergänzungsleistung vorgenommen
worden. Die Einnahmenseite der revidierten Ergänzungsleistung hätte entweder die um
die Taggeldrückforderung der C._ reduzierte ganze Invalidenrente zusammen mit
dem gesamten Taggeld oder aber die gesamte ganze Invalidenrente und dafür ein
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reduziertes oder allenfalls gar kein Taggeld mehr ausgewiesen. Die Sache hat sich
anders entwickelt. Die Beschwerdegegnerin ist zunächst nicht über die direkte
Auszahlung eines Krankentaggeldes der C._ informiert worden, so dass diese
Einnahme bei der Anspruchsberechnung nicht berücksichtigt worden ist. Später ist die
Beschwerdegegnerin zwar über den Krankentaggeldbezug informiert worden, aber sie
hat das - inzwischen gekürzte - Taggeld nicht angerechnet, weil sie irrtümlicherweise
angenommen hat, die C._ werde die gesamten Taggeldleistungen zur Vermeidung
einer Überentschädigung zurückfordern und diese Rückforderung dann mit der
Nachzahlung der ganzen Invalidenrente verrechnen lassen. Die Beschwerdegegnerin
hat also ab dem 1. August 2005 die gesamte ganze Invalidenrente, aber kein
Krankentaggeld der C._ angerechnet. Die Nichtanrechnung des Krankentaggeldes ist
die Ursache des grössten Teils der Rückforderung, deren Erlass zur Diskussion steht.
2.
Rein EL-rechtlich betrachtet steht ein unrechtmässiger Leistungsbezug i.S. von Art. 25
Abs. 1 Satz 1 ATSG zur Diskussion. Bei einer koordinationsrechtlichen Betrachtung
hingegen liegt eine planwidrige Überentschädigung durch die Kumulation eines
Krankentaggeldes mit einer "ungekürzten", d.h. dieses Krankentaggeld nicht als
Einnahme berücksichtigenden Ergänzungsleistung vor. Die Rückforderung, die auf der
(positivrechtlich nicht geregelten, nur koordinationsrechtlich erklärbaren) Fiktion beruht,
die ganze Invalidenrente sei bereits ab 1. Mai 2005 zur Ausrichtung gelangt und habe
deshalb zur Deckung des Lebensbedarfs als anrechenbare Einnahme zur Verfügung
gestanden, dient also der Abschöpfung einer Überentschädigung. Ein Erlass dieser
Rückforderung hätte zur Folge, dass keine Überentschädigungsabschöpfung erfolgen
würde. Bei all jenen EL-Rückforderungen, die nur dazu dienen, die Verrechnung mit der
Nachzahlung einer anrechenbaren Sozialversicherungsleistung zu ermöglichen und so
die Entstehung einer Überentschädigung zu vermeiden, besteht zum vornherein keine
Erlassmöglichkeit, weil das Erlassgesuch nur dazu dienen würde, eine rechtswidrige
Überentschädigung zu erlangen (vgl. das Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen vom 1. Juni 2006 i.S. M.M., EL 2005/45, m.H. auf frühere Urteile und auf die
abweichende bundesgerichtliche Rspr.). Damit stellt sich die Frage, ob das Fehlen
jeglicher Erlassmöglichkeit auch für jene EL-Rückforderung gelten muss, die dazu
dient, eine bereits eingetretene Überentschädigung abzuschöpfen. Diese Frage ist zu
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verneinen, denn es besteht ein grundlegender Unterschied zwischen der EL-
Rückforderung, die nur dazu dient, eine Verrechnung mit einer anstehenden
Nachzahlung einer anrechenbaren Sozialversicherungsleistung zu ermöglichen, um so
eine Überentschädigung zu vermeiden, und der Rückforderung einer bereits
eingetreten Überentschädigung, die eingetreten ist, weil aus irgendeinem Grund eine
Verrechnung der Nachzahlung der anrechenbaren Sozialversicherungsleistung mit der
korrespondierenden, eigentlich fiktiven EL-Rückforderung unterblieben ist. Ist eine
Überentschädigung eingetreten, unterscheidet sich die Situation der
überentschädigten Person nicht von derjenigen einer Person, die aus einem anderen
Grund als dem Misslingen der Koordination zwischen der Ergänzungsleistung und einer
Nachzahlung einer anrechenbaren Sozialversicherungsleistung unrechtmässig
Ergänzungsleistungen bezogen hat. Der überentschädigte EL-Bezüger stellt nämlich
nicht in rechtsmissbräuchlicher Absicht ein Erlassgesuch, um eine Überentschädigung
und damit eine i.S. von Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG unrechtmässige Ergänzungsleistung
erst zu erlangen. Er beabsichtigt vielmehr, die EL-Durchführungsstelle - völlig
erlasstypisch - dazu zu bringen, auf die Rückforderung der Überentschädigung bzw.
der unrechtmässig bezogenen Ergänzungsleistung zu verzichten. Art. 25 Abs. 1 Satz 2
ATSG kommt also auch auf jene EL-Rückforderungen zur Anwendung, die auf eine
misslungene Koordination zwischen der nachzuzahlenden anrechenbaren
Sozialversicherungsleistung und der Ergänzungsleistung zurückzuführen sind. Die
Beschwerdeführerin hat deshalb grundsätzlichen einen Anspruch auf einen Erlass der
Rückforderung vom 17. April/5. November 2007.
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin ist noch bei der Anpassung der Ergänzungsleistung an
die gesetzliche Erhöhung der pauschalen Krankenkassenprämie per 1. Januar 2006
davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin ein Erwerbseinkommen erziele. Das
lässt zusammen mit dem Fehlen von Indizien für eine allfällige Möglichkeit der
Beschwerdegegnerin, von der Auflösung des Arbeitsverhältnisses per 31. Juli 2005 und
der direkten Auszahlung des Krankentaggeldes der C._ ab 1. August 2005 Kenntnis
zu erhalten, nur den Schluss zu, dass die Beschwerdeführerin weder das Ende der
Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber noch den Beginn der direkten Auszahlung des
Krankentaggeldes der Beschwerdegegnerin gemeldet hat. Damit hat die
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Beschwerdeführerin ihre gesetzliche Meldepflicht gemäss Art. 31 Abs. 1 ATSG i.V.m.
Art. 24 ELV verletzt. Weder eine mangelhafte Schulbildung noch unzureichende
Deutschkenntnisse hätten die Beschwerdeführerin daran hindern dürfen, die
Bedeutung der Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit der A._ AG und den Beginn
der direkten Ausrichtung des Krankentaggeldes für die laufende Ergänzungsleistung zu
erkennen, denn dabei handelte es sich um eine rein wirtschaftliche Frage: Die zur
Deckung der Lebenshaltungskosten zur Verfügung stehenden Einnahmen sanken bei
gleichbleibenden Ausgaben. Dies zu erkennen setzte weder eine durchschnittliche
Schulbildung noch gute Deutschkenntnisse voraus. Dasselbe gilt für das Erkennen des
Zusammenhangs zwischen der wirtschaftlichen Situation und der EL-
Anspruchsberechnung. Zum massgebenden Zeitpunkt (Sommer 2005) war die
Beschwerdegegnerin bereits für das IV-Verfahren durch die D._-
Rechtsschutzversicherung vertreten. Wäre sie durch ihre gesundheitlichen Probleme
oder durch einen Klinikaufenthalt daran gehindert gewesen, ihre Meldepflicht
gegenüber der Beschwerdegegnerin zu erfüllen, so hätte sie zumindest die D._-
Rechtschutzversicherung mit dieser Aufgabe betrauen können und müssen. Die
Verletzung der Meldepflicht im Sommer 2005 lässt sich also nicht entschuldigen. Es
handelt sich auch nicht um eine leichte Pflichtverletzung. Wäre die Meldepflicht in
bezug auf die direkte Auszahlung des Krankentaggeldes rechtzeitig erfüllt worden, so
wäre es nicht zur Ausrichtung einer Ergänzungsleistung gekommen, die um den Betrag
des Krankentaggeldes zu hoch war. Zu diesem Zeitpunkt hätte die
Beschwerdegegnerin noch nicht irrtümlich auf die Anrechnung des Krankentaggeldes
verzichtet, weil sie eine vollumfängliche Rückforderung der C._ und die Verrechnung
dieser Rückforderung der Invalidenrentennachzahlung erwartet hätte. Das
Rentenrevisionsverfahren war nämlich im Sommer 2005 noch nicht so weit gediehen,
dass die Nachzahlung einer ganzen Invalidenrente mit Sicherheit zu erwarten gewesen
wäre. Bei einer rechtzeitigen Meldung wäre das Krankentaggeld also korrekt
angerechnet worden.
3.2 Am 4. Mai 2006 hat die Beschwerdeführerin das Krankentaggeld der C._ im EL-
Revisionsformular angegeben. Ab diesem Zeitpunkt hätte es auf jeden Fall bei der EL-
Anspruchsberechnung berücksichtigt werden müssen. Diese Meldung kann aber für
den unrechtmässigen Bezug der Ergänzungsleistung zwischen August 2005 und April
2006 nicht relevant sein. Die Anrechnung ab Mai 2006 ist aufgrund des bekannten
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Irrtums der Beschwerdegegnerin unterblieben. Für den unrechtmässigen Bezug ab Mai
2006 war also nicht mehr die Meldepflichtverletzung vom Sommer 2005, sondern -
nach verspätet erfüllter Meldepflicht - der Irrtum der Beschwerdegegnerin kausal. Dass
die Beschwerdeführerin die Beschwerdegegnerin nicht auf deren Irrtum in bezug auf
die erwartete Verrechnung der Krankentaggeldrückforderung mit der
Invalidenrentennachzahlung aufmerksam gemacht hat, kann nicht als
Mitwirkungspflichtverletzung der Beschwerdeführerin qualifiziert werden, denn die
Beschwerdeführerin hatte keine Möglichkeit, den Irrtum der Beschwerdegegnerin zu
durchschauen. Für den unrechtmässigen Leistungsbezug zwischen dem 1. August
2005 und dem 30. April 2006 hat die Beschwerdegegnerin also zu Recht einen
gutgläubigen unrechtmässigen Leistungsbezug verneint und das Erlassgesuch
abgewiesen. Für den unrechtmässigen Leistungsbezug ab 1. Mai 2006 hingegen ist die
Beschwerdeführerin, soweit dieser Leistungsbezug auf die Nichtanrechnung des
Krankentaggeldes der C._ zurückzuführen ist, als gutgläubig zu betrachten.
Diesbezüglich erweist sich der Entscheid der Beschwerdegegnerin, das Erlassgesuch
abzuweisen, als rechtswidrig. Es wird noch zu klären sein, ob die Rückerstattung
dieses Teils der Rückforderung eine grosse Härte zur Folge hätte, womit auch die
zweite, kumulative Bedingung des Erlasses der Rückforderung erfüllt wäre. Erst dann
wird das Erlassgesuch abschliessend beurteilt werden können. Der unrechtmässige
Leistungsbezug ist nicht nur auf die Nichtanrechnung des Krankentaggeldes der C._,
sondern auch auf die Nichtanrechnung der Invalidenrente der Pensionskassen der
A._ Group und der erhöhten Invalidenrente der BVG-Stiftung B._ zurückzuführen.
Die Ausrichtung einer Invalidenrente der Pensionskassen der A._ Group ab Februar
2007 ist der Beschwerdegegnerin am 9. Februar 2007 mitgeteilt worden. Die BVG-
Stiftung B._ hat am 20. März 2007 beschlossen, ihre Invalidenrente ab Februar 2007
zu erhöhen. Dies ist der Beschwerdegegnerin am 26. März 2007 mitgeteilt worden. In
beiden Fällen hat die Ausrichtung der (höheren) Rente mit dem Ende der
Taggeldausrichtung durch die C._ begonnen. Für beide Veränderungen ist die
Meldepflicht rechtzeitig erfüllt worden. Dass die Beschwerdegegnerin erst im April
2007 eine Anpassung der Ergänzungsleistung vorgenommen hat, so dass es zu einem
unrechtsmässigen Leistungsbezug gekommen ist, kann der Beschwerdeführerin also
nicht vorgeworfen werden. Auch für diesen Teil der Rückforderung ist die
Erlassvoraussetzung des gutgläubigen Leistungsbezuges also gegeben. Die
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Beschwerdegegnerin wird noch die Erlassvoraussetzung der grossen Härte zu prüfen
haben.
4.
4.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin der
Beschwerdeführerin für die zwischen dem 1. August 2005 und dem 30. März 2006
unrechtmässig bezogenen Ergänzungsleistungen (Fr. 4707.-) zu Recht den Erlass
verweigert hat. Diesbezüglich ist die Beschwerde abzuweisen. Für die zwischen dem 1.
Mai 2006 und dem 31. März 2007 zu Unrecht ausgerichteten Ergänzungsleistungen (Fr.
5871.-) hingegen erweist sich die Verweigerung des Erlasses als rechtswidrig. Hier ist
die Erlassvoraussetzung des gutgläubigen Leistungsbezuges nämlich erfüllt. Da der
Erlass der Rückforderung die kumulative Erfüllung der Voraussetzungen des
gutgläubigen Bezuges und der grossen Härte einer allfälligen Rückerstattung
voraussetzt, ist die Sache zur weiteren Abklärung in bezug auf diese zweite
Erlassvoraussetzung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diesbezüglich ist
die Beschwerde teilweise gutzuheissen.
4.2 Mit der Verfügung vom 18. Januar 2008 hat die Beschwerdegegnerin nicht nur
das Erlassgesuch abgewiesen, sondern sie hat auch die Verrechnung der EL-
Rückforderung mit der laufenden ganzen Invalidenrente im Betrag von Fr. 400.-
monatlich angeordnet. Zudem hat sie einer allfälligen Einsprache die aufschiebende
Wirkung entzogen, "da bei einer Ausrichtung der Leistung die spätere Rückzahlung
nicht gesichert wäre". Trotz des anders lautenden Wortlautes dürfte sie damit wohl
gemeint haben, sie wolle sofort mit der Verrechnung beginnen können, auch wenn die
Beschwerdeführerin gegen die Verrechnungsanordnung Einsprache erheben sollte. In
ihrer Einsprache hat die Beschwerdeführerin neben dem Antrag, das Erlassgesuch sei
gutzuheissen, den Verfahrensantrag gestellt, es sei der Einsprache die aufschiebende
Wirkung zu erteilen. Sie hat diesen Antrag sinngemäss damit begründet, dass die
Verrechnung von Fr. 400.- monatlich mit der laufenden ganzen Invalidenrente
rechtswidrig sei, insbesondere weil damit das Existenzminimum nicht mehr
gewährleistet sei. Im angefochtenen Einspracheentscheid ist die Beschwerdegegnerin
davon ausgegangen, dass die Verrechnungsanordnung nicht angefochten sei, womit
kein schutzwürdiges Interesse an einer aufschiebenden Wirkung der Einsprache
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bestehen könne. Die Verrechnungsanordnung bildet also nicht Gegenstand des
angefochtenen Einspracheentscheides, obwohl sich die Einsprache bei korrekter
Interpretation auch gegen die Verrechnungsanordnung in der Verfügung vom 18.
Januar 2008 gerichtet hat. Die Frage, ob die Verrechnungsanordnung unter diesen
Umständen doch Gegenstand des Beschwerdeverfahrens bilden kann, muss aber nicht
beantwortet werden, denn die Beschwerdeführerin hat nicht die Rechtswidrigkeit der
Verrechnungsanordnung oder eine Rechtsverweigerung als Folge der unterbliebenen
Beurteilung des entsprechenden Teils der Einsprache gerügt, sondern sie hat dem
Gericht den Antrag gestellt, im Sinne einer vorsorglichen Massnahme die
Beschwerdegegnerin anzuweisen, bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheides
in der Sache selbst die Verrechnung zu stoppen. Mit diesem Begehren unterstellt die
Beschwerdeführerin, dass eine wirksame Verrechnungsanordnung vorliege. Tatsächlich
war die Beschwerdegegnerin aber gar nicht zuständig zur Anordnung einer
Verrechnung der laufenden ganzen Invalidenrente mit ihrer EL-Rückforderung. Sie
hätte vielmehr einen entsprechenden Verrechnungsantrag an die ausschliesslich
zuständige rentenausrichtende IV-Stelle richten müssen. Diese IV-Stelle hätte dann
eine Verrechnung der von ihr ausbezahlten Invalidenrente mit der EL-Rückforderung
der Beschwerdegegnerin anordnen können (vgl. Franz Schlauri, Die
zweigübergreifende Verrechnung und weitere Instrumente der
Vollstreckungskoordination des Sozialversicherungsrechts, in: Schaffhauser/Schlauri
[Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2004, S. 163 ff.). Den dem Gericht
vorliegenden IV-Akten lässt sich nicht entnehmen, dass die Beschwerdegegnerin einen
solchen Verrechnungsantrag gestellt und dass die IV-Stelle diesen Antrag bewilligt
hätte. Die in der Verfügung vom 18. Januar 2008 enthaltene Verrechnungsanordnung
ist zufolge funktioneller Unzuständigkeit der Beschwerdegegnerin als nichtig zu
qualifizieren. Sie kann also keine Wirksamkeit entfalten, so dass keine Notwendigkeit
besteht, mittels einer vorsorglichen Massnahme die Verrechnung bis zur Rechtskraft
des Entscheides in der Sache selbst zu stoppen. Da die Beschwerdeführerin sich auf
die Nichtigkeit der Verrechnungsanordnung in der Verfügung vom 18. Januar 2008
berufen kann, hat sie kein schutzwürdiges Interesse am Erlass der beantragten
vorsorglichen Massnahme. Auf das entsprechende Begehren kann deshalb nicht
eingetreten werden.
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4.3 Die Rückweisung zur weiteren Abklärung und zur neuen Verfügung ist
praxisgemäss in bezug auf den Anspruch auf eine Parteientschädigung als
vollumfängliches Obsiegen zu qualifizieren (vgl. etwa ZAK 1987 S. 266 Erw. 5a). Soweit
der angefochtene Einspracheentscheid aufgehoben und die Sache zur Prüfung der
Erlassvoraussetzung der grossen Härte an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen
wird, besteht also auf jeden Fall ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
Parteientschädigung. Damit ist die Beschwerdeführerin zwar nur mit einem Teil ihres
Beschwerdebegehrens durchgedrungen, aber trotzdem ist von einem vollumfänglichen
Obsiegen auszugehen, denn die Beschwerdeführerin war gezwungen, Beschwerde zu
führen, um eine Korrektur des nun als teilweise rechtswidrig erkannten angefochtenen
Einspracheentscheids zu erlangen (vgl. auch das Urteil des Bundesgerichts vom 25.
Januar 2008, 9C_466/2007, Erw. 5). Mit ihrem eigentlichen Beschwerdebegehren, der
angefochtene Einspracheentscheid sei als rechtswidrig aufzuheben, ist die
Beschwerdeführerin also vollumfänglich durchgedrungen, auch wenn das Gericht die
Abweisung des Erlassgesuches für einen Teil der Rückforderung bestätigt hat. Das gilt
nicht für das Begehren um den Erlass einer richterlichen vorsorglichen Massnahme,
denn darauf kann das Gericht nicht eintreten. Die Vertretungskosten bemessen sich
nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 61
lit. g ATSG). Unter Berücksichtigung dieser Kriterien, aber unter Ausserachtlassung des
Vertretungsaufwandes in bezug auf das Begehren um den Erlass einer vorsorglichen
Massnahme, erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 2500.- (inklusive Barauslagen
und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG