Decision ID: 9e8b15c1-30a0-5dce-9c07-dc8fee9af69d
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1963 geborene
Y._
, ausgebildeter
Zimmermann
,
arbei
tete seit 1984 als Gerüstbauer
/Dachdecker
bei
der Bauunternehmung
Z._
AG (
Urk.
7/1,
Urk.
7/9
). Am
8.
August 2011 (Ein
gangsdatum) meldete er sich unter Hinweis auf seit dem Jahr 2006 bestehende
Arthrose
be
schwerden
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/5). Die IV-Stelle zog im Rahmen der Abklärung der medizinischen und erwerblichen Verhältnisse einen Auszug aus dem indi
vi
duellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
7/12
),
einen Beri
cht der Arbeitgebe
rin (
Urk.
7/17
)
und die Akten des Krankentaggeldversicherers (
Urk.
7/14)
bei und holte Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 7/1
3
,
Urk.
7/15,
Urk.
7/
18
) ein.
Mit Kündigung vom
5.
Januar
2012
löste die Arbeitgeberin des Versicherten das Arbeitsver
hält
nis auf
(Urk.
7/26). Am
2.
Februar 2012 erteilte die IV-Stelle dem Versicherten Kostengutsprache für eine Potentialabklärung (
Urk.
7/32), welche bei der
Arbeits
integration
durchgeführt und
frühzeitig
per
5.
März 2012
aus subjektiven Gründen auf Seiten des Versicherten
beendet wurde
(Urk.
7/43).
Mit Vorbescheid vom 2
7.
März
2012 stellte die IV-Stelle dem Versi
cherten in Aus
sicht, dass sein Leistungs
begehren abgewiesen werde (Urk.
7/56).
Im Rahmen der weiteren Abklärungen im
Einwandverfahren
(vgl. begründeter Einwand vom 1
8.
Juni 2012 [
Urk.
7/62]) erfolgte am 18.
September
2012 eine orthopädische
Untersuchung beim Regionalen Ärztlichen Dienst der Invaliden
versicherung
(
R
AD-Untersuchungsbericht vom 2
8.
September 2012,
durchge
führt
durch
med.
pract
.
A._
, Fachärztin für Orthopädische Ch
i
rurgie und Trauma
tologie
[
Urk.
7/68
]
)
.
Am 10.
Mai 2013 erlitt der Versicherte einen
subakuten Kleinhirninsult (Urk.
7/78/1).
In der Folge holte die IV-Stelle weitere Bericht
e
bei den
behandelnden Ärzte
n
ein (
Urk.
7/80-82,
Urk.
7/86-87
,
Urk.
7/90
)
. Am
3.
Juni
201
4
fand beim RAD eine neurologische (
Untersuchungsbericht vom 6.
Jun
i
2014
,
Urk.
7/9
3
) und am
1
8.
September 2014 ein
e
p
sychiatrische
Unter
suchung
statt (
Untersuchungsbericht vom 18. September 2014
,
Urk. 7/98).
Am 3.
Dezember
2014 erging
gestützt auf die
ergänzte
Aktenlage
erneut ein Vorbe
scheid, mit welchem dem Versicherten
die
Zusprache
eine
r
ganze
n
Invaliden
ren
te für den Zeitraum zwischen 1.
August 2013 und 3
1.
Dezember
2013
in Aus
sicht gestellt wurde
(Urk.
7/106).
Nachdem der Versicherte
dagegen
am 28.
Janu
ar 2015
Einw
a
nd
erhob
en hatte
(Urk. 7/106)
, verfügte die IV-Stelle
mit
Verfügung vom 2
0.
Februar 2015
wie vorbeschieden (
Urk.
2 [=
Urk.
7/121;
Urk.
7/111
, Verfügungsteil 2
]
).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 2
6.
März 2015 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm eine ganze Invalidenrente, eventuell eine Teilrente
,
auch von Februar 2012 bis Juli 2013 un
d ab Januar 2014 zuzusprechen; e
ventuell sei die Sache zu ergänzen
den Abklärungen an die Be
schwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
Mai 2015 beantragte die IV-Stelle Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Am 2
0.
Mai 2015 wurde das Doppel der
Beschwerde
antwort
dem Beschwerdeführer zugestellt (
Urk.
8).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E.
1b mit Hinweisen) Art. 88a
der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V
264 E.
6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
ru
ng des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstu
fung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente
(BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tio
nelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätig
keit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizi
ni
schen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach
Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung
(IVV)
beurteilen die RAD
die medi
zinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmetho
den können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allge
meinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1).
Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Un
tersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober
2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis ver
sicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte ge
hören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid, dem Beschwerde
führer sei seit
dem
3.
November 2010 die Ausübung seiner angestammten Tä
tigkeit nicht mehr zumutbar. Aus dem Einkommensvergleich ergebe sich
unter
Berücksichtigung, dass er vor Eintritt des Gesundheitsschadens ein unterdurch
schnittliches Einkommen erzielt habe sowie nach Vornahme eines
Leidensab
zugs
von 20
%
,
ab
3.
November 2010
ein Invaliditätsgrad von 23
%
. Zwischen dem 1
0.
Mai
2013
und 30.
September
2013 sei dem Beschwerdeführer
auch
keine Arbeitstätigkeit in einer angepassten Tätigkeit mehr zumutbar gewesen
, weshalb i
n diesem Zeitraum von einem 100%igen Invaliditätsgrad auszugehen
sei
. Ab
1.
Oktober
2013
sei dem Beschwerdeführer die Ausübung einer ange
passten Tätigkeit wieder
zu 100
%
zumutbar gewesen
, woraus sich erneut
ein Invaliditätsgrad von 23
%
ergebe
(
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber wird in der Beschwerde geltend gemacht,
der Beschwerdeführer sei
auch
zwischen dem
3.
November 2010 bis 1
0.
Mai 2013
als auch über den Zeitpunkt der Rentenbefristung hinaus
sowohl
in seiner angestammten Tätigkeit
als auch
in einer angepassten Tätig
keit
zu
100
%
arbeitsunfähig
gewesen
.
Dies au
fgrund der totalen Zerstörung der Sattelgelenke seiner beiden Daumen
. Des
halb
sei
für ihn
die Ausü
b
ung einer Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt völlig
unrea
listisch
, was
sich aus dem Bericht des Handchirurgen
Dr.
med.
B._
,
Facharzt FMH für Chirurgie und Handchirurgie, ergebe
. Der behan
deln
de Arzt
Dr.
med.
C._
führe eine bereits vor dem
Kleinhirn
in
farkt
bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit auf die
Rhizarthrose
und die
Ulnaris
kompression
zurück.
Selbst wenn von einer Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit ausgegangen würde, so wäre diese auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht
als
verwertbar
zu er
achten
. Eine
Prüfung
der Verwertbarkeit der Arbeitsfäh
igkeit habe die
Be
schwerdegegnerin
zu Unrecht unterlassen
.
Sämt
liche durch
med.
pract
.
A._
genannten Verweistätigkeiten seien ihm
faktisch
nicht zumutbar
(
Urk.
1).
3.
3.1
Dem Bericht von
Dr.
C._
vom 3
0.
August 2011 (
Urk.
7/13) können die Diag
nosen einer
degeneralisierten
atopischen
Dermatitis, bestehend seit 2007
,
und
ein
es
kombinierte
n
Nervus
-
u
lnaris
-
Kompressionssyndrom
s
links und
eines
Car
pal
tunnelsyndrom
s
links, bestehend seit Anfang November 2010, entnommen werden.
Es resultiere eine verminderte Belastbarkeit des linken Arms und der linken Hand
. Der Beschwerdeführer
könne deswegen in seinem angestammten Ber
uf
nicht mehr arbeiten.
Er
sei deshalb im Zeitraum zwischen
3.
November 2010 und 3
1.
März 2011
als zu 100
%
arbeitsunfähig zu erachten (
Urk.
7/13/5)
Nach erfolgreichem Eingriff sei in absehbarer Zeit wieder mit einer normalen Funktion der linken Hand und des linken Arms zu rechnen (
Urk.
7/13/6)
.
3.2
Dr.
B._
berichtete am 1
2.
Oktober 2011
zu
h
anden der IV-Stelle
(
Urk.
7/15)
, der Beschwerdeführer sei seit Mitte Dezember 2010 nicht mehr arbeitsfähig
, weder in seiner Arbeit
stätigkeit
als Gerüstbauer noch in einer anderen, für die Hände weniger belastenden Tätigkeit. Dies daher, da
erstens
der Beschwerde
führer an schwersten Arthrosen beider Sattelgelenke (Daumen) leide, welche direkte Folge der langjährigen Überbelastung bei der Arbeit und chirurgisch nicht korrig
ierbar seien
(Urk.
7/15/1)
. Zweitens
bestehe ein
luxierende
r
Nervus
ulna
ris
links stärker als rechts, wobei es sich hierbei um ein angeborenes Problem handle, welches durch die Arbeit verstärkt worden sei.
Dr.
B._
hielt fest, er habe
den
Nerven
auf der linken Seite in einer ambulanten Operation am 4. Mai 2011 nach vorne verlagert.
Die Erholung des
v
erlagerten
Nerves
schreite nur sehr langsam voran.
Drittens liege eine
skapholunäre
Bandverletzung mit gekipptem
Lunatum
und fortgeschrittener
Radiocarpalthrose
links vor, welche die Folge eines Unfalls oder der chr
onischen Überlastung sein könne
. Eine chi
rurgische Korrektur sei nur mit hohem Aufwand und unsicherem Ergebnis möglich
(Urk.
7/15
/2
).
3.3
Am 1
8.
September 2012 fand eine orthopädische Untersuchung durch die für de
n RAD tätige med.
pract
.
A._
statt (Urk. 7/68).
Dem Bericht
sind
mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit die
Diagnose einer fortgeschrittenen
Rhi
zarth
rose
beidseitig mit Minderung der Kraft und des manuellen Geschicks so
wie der Verdacht auf eine beginnende Ellbogengelenksarthrose rechts zu ent
nehmen. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
med.
pract
.
A._
eine Skoliose sowie
einen
posttraumatische
n
Digitus
varus
links (
Urk.
7/68/8).
Zu den Befunden im Bereich der Ellbogengelenke hielt die
RAD-Ärztin
fest: „Fle
xion/Extension rechts: 140°-5-0°, links: 150°-0-40°; Pronation/Supination
rechts: 90°-0-80°, links: 90°-0-80°“
.
Med.
pract
.
A._
notierte sodann: „Rechts
: keine Rötung, keine Schwellung, kein Erguss,
Druckschmerzen
(
DS
)
des
Epico
ndylus
radi
alis
und
medialis
, DS
Sulcus
n.
ulnaris
und
Olecranon
, kein Hartspann, kein ty
pischer Provokationsschmerz
; l
inks:
k
eine Rötung, keine Schwellung, kein Er
guss, DS des
Epicondylus
ulnaris
und des
Sulcus
ulnaris
, kein DS des
Epicon
dylus
radialis
, kein Hartspann, kein typischer
Provokations
schmerz
“.
Zu den Befunden im Bereich der Handgelenke hielt sie sodann fest: „Dorsal-Exten
sion/Flexion, rec
hts: 70°-0-40°, links: 70°-0-10
;
Ulnar
-/
Radial
abduktion
, rechts: 20°-0-10°, links 10°-0-10°;
rechts:
k
linisch leichte
Verplum
pung
des Gelenkes
,
insbesondere auch der Handwurzel, Druck- und
Bewegungs
schmerzen
;
links:
k
linisch leichte
Verplumpung
des Gelenkes insbesondere auch der Handwurzel,
Druck- und Bewegungsschmerzen
“
(Urk.
7/68/5)
.
Zu den Finge
r
gelenken der Langfinger hielt die
Fachärztin
fest, diese seien rechts sowie links frei beweg
lich. R
echts
liege eine d
eutliche Deformität bei
Rhizarth
r
ose
mit
Luxationsstel
lung
des
Os
metacarpale
I
im Daumensattelg
el
enk
vor. Bei
Bewe
gung
stellte
med.
pract
.
A._
eine Luxation der M.
abduktor
pollicis
lon
gus-Sehne
mit spontaner Reposition fest.
Ferner hielt sie fest, die Abduktion des Daumens im Grundgelenk gelinge bis knapp 90° in der Handrückenebene und bis knapp 45° Grad im rechten Winkel dazu. Bei der Oppositionsbewegung des Daumens errei
che der Daumen die Fingerkuppen aller Langfinger. Die Streck
ung der Langfin
ger sei frei. Das Spreizen der Hand demonstriere der Beschwer
deführer als na
hezu unmöglich. Bei Betasten des Handgelenkes beugeseitig über dem Karpal
tunnel klage der Beschwerdeführer über starke Schmerzen, ebenso bei leichter Kompression der
Metacarpalia
. Das Händeschütteln bei der Ver
abschiedung werde jedoch klaglos toleriert. Der Beschwerdeführer trage eine
Handgelenks
bandage
mit
palmar
eingearbeiteter Schiene. Links liege eine deut
liche Defor
mität bei
Rhizarthrose
mit Luxationsstellung des
O
s
metacarpale
I
im
Dau
mensattelgelenk
vor
. Die Abduktion des Daumens im Grundgelenk gelinge bis 60° in der Handrückenebene und bis knapp 45° Grad im rechten Winkel
dazu. Bei der Oppositionsbewegung des Daumens erreiche der Daumen die Fingerkup
pen aller Langfinger mit Mühe. Die Streckung der Langfinger sei frei. Das Sprei
zen der Hand gelinge zur Hälfte der Norm. Bei Betasten des Hand
gelenkes
beu
geseitig
über dem Karpaltunnel klage der Beschwerdeführer über starke Schmer
zen, ebenso bei leichter Kompression der
Metacarpalia
. Um de
n
distalen Unter
arm im Handgelenksbereich trage der Beschwerdeführer eine selbst angelegte elastische Binde mit Klammer-Verschluss, die er zur Unter
su
chung selbst ab- und anschliessend wieder an
ge
leg
t habe
. Seitengleich fehle eine
Beschwielung
der Handinnenfläche. An beiden Händen zeige sich eine
deutliche
Muskelmin
derung
des
Thenars
, die übrige Handmuskulatur wirke nicht
atrophiert
(
Urk.
7/68/5 f.)
.
Klinisch und anhand des vom
Beschwerdeführer
vorgelegten Röntgenbildes der linken Hand sowie den in Fotokopie vorliegenden Röntgenbildern beider Hände im Aktenmaterial habe die vorbeschriebene
Rhizarthrose
beidseitig nachvollzo
gen werden können. Es habe sich eine deutliche
Verschmächtigung
der
Hand
muskulatur
insbesondere im Bereich des Daumenballens finden lassen. Die Handfunktion sei
insbesondere hinsichtlich der Daumenfunktion eingeschränkt. Allerdings habe sich auch eine gewisse Diskrepanz zwischen der demonstrierten Einschränkung der Handfunktion mit massiver Verlangsamung der Bewegung bei Vorführen des Faustschlusses oder Ausführen des
Pinzettengriffs
gegenüber dem flüssigen und unauffälligen Bewegungsablauf beim Ankleiden und An
legen der Bandagen gezeigt.
Der
Beschwerdeführer
habe den
Bericht seiner Poten
t
ialabklärung vorgelegt, aus
welchem
hervorgehe, dass anlässlich der Poten
t
ialabklärung ebenfalls erhebliche Defizite der Hände demonstriert worden seien. Die beschriebenen Beobachtungen, wie zum
Beispiel, dass der Beschwer
deführer
mit der Stirn Druck auf den Schraubenzieher ausgeübt habe, um ein Resultat zu erzielen, liessen darauf schliessen, dass auch anlässlich der
Poten
t
ial
abklärung
eine erhebliche Verdeutlichungstendenz vorgelegen habe. So sei nicht nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer nicht in der Lage gewesen sein soll, einen Filzschreiber aufzumachen, da das Abziehen der Kappe auch ganz ohne Einsatz der Daumen möglich sei. Die
Fachärztin
führte als Anmer
kung an, dass die Sinnhaftigkeit einer handwerklich ausgerichteten
Poten
t
ialab
klärung
zumindest bezweifelt werden könne, wenn der Betroffene gerade im Bereich der
H
ände eingeschränkt sei. Die von der Arbeitgeberin im
Arbeitge
ber
fragebogen
vorgetragenen Vorschläge zu Verweistätigkeiten
würden
von weit
aus realistischeren Vorstellungen
zeugen (
Urk.
7/68/8)
.
Bei dem 49-jährigen Gerüstbauer sei anhand der vorliegenden medizinischen Berichterstattung und der körperlichen Untersuchung vom 1
8.
September 2012 ein somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit be
einträchtige. In seiner bisherigen Tätigkeit als Gerüstbauer bestehe eine gänzli
che Arbeitsunfähigkeit seit Januar 201
1.
In angepasster Tätigkeit mit körperlich leichter wechselbelastender Tätigkeit, ohne regelmässige Hebe- und
Tragebe
lastungen
über 5 kg beidhändig, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne Überkopfarbeit, ohne Arbeiten in Armvorhalte, ohne erhöhte Anforderung an die Kraft der Hände und das manuelle Geschick, sowie ohne repetitive Belas
tungen des rechten Ellenbogens für
die
Streckung/Beugung sowie
die
Umwend
bewegungen
, unter Ausschluss von Kälte-/Nässeexposition und Schlag- oder Vibrationsbelastungen der Arme
,
sei seit Januar 2011 eine 100%ige Arbeitsfä
higkeit gegeben (
Urk.
7/68/9).
3.4
3.
4.
1
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Neurologie und Allgemeine Innere Medizi
n,
E._
,
berichtete am 2
2.
August
2013
zu
han
den der
Beschwerdegegne
rin
(
Urk.
7/80)
und führte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit auf: Subakuter Kleinhirninsult vom
10.
Mai
2013, Polyarthrose, chroni
scher Alkoholüberkonsum. Als Diagnosen ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit hielt er eine Neurodermitis, ein
Ulnaris
-Syndrom beidseitig sowie einen Status nach Ellbogen-OP links 2011 fest.
Der Beschwerdeführer sei vom 14. bis 18. Mai 2013 in der
Stroke
Unit hospitalisiert gewesen.
A
ufgrund der Beschwerden und des Kleinhirninsults sei eher von einer guten Prognose auszuge
h
en. Da beim Pati
enten ein chronischer Alkoholüberkonsum bestehe, werde dies die Prognose eher negativ beeinflussen
(
Urk.
7/80/3)
.
D
er Beschwerdeführer
sei
seit 1
4.
Mai 2013 zu 100
%
arbeitsun
fähig.
Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei ihm – Dr.
D._
– nicht bekannt.
Beim
Be
schwerdeführer habe
aufgrund einer linksseitigen Ataxie und
Sensibilität
sstö
rung
bei akutem
zerebellärem
Infarkt
eine Gangunsicherheit mit Fallneigung nach links
bestanden
. Er sei unsicher beim Laufen, weshalb eine Gehfähigkeit bzw. ein Beruf, der eine vermehrte Gehfähigkeit verlange, nur eingeschränkt mög
lich
sei
. Zum Zeitpunkt des Austritts sei eine behinderungsangepasste Tätig
keit nicht möglich gewesen
(
Urk.
7/80/4)
.
D
ie Fragen zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers bis heute
und auf län
gere Sicht sei
en
etwas schwierig zu b
eantworten
, da
er
den Be
schwer
deführer seit dem Austritt aus dem
Stroke
Unit
am
1
8.
Mai 2013 nicht mehr ambulant gese
hen
habe
.
Aufgrund der Untersuchungen
vom
Mai 2013 bestehe
vor allem eine ausgeprägte Gangstörung. Diese könne durch eine intensive physio
- und ergo
therapeutische Behandlung gebessert werden. Weitere Kon
trol
len zur Abschät
zung der Prognose seien aber mit Sicherheit sinnvoll
(
Urk.
7/81)
.
3.4.2
Im beigelegten Bericht vom 28. Mai 2013 über die am 16. Mai 2013 im
E._
– im Rahmen der Komplexbehandlung nach
cerebrovaskulärem
Ereignis
–
durch
geführte neuropsychologische Untersuchung (Urk. 7/82/6-8) wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer habe ausgeprägte kognitive Defizite gezeigt. Diese seien nicht vereinbar mit dem
cerebrovaskulären
Ereignis vom 10. Mai 2013. Eher sprächen die Defizite für Einbussen im Rahmen des chronischen
Alkohol
kon
sums
.
3.5
Dr.
C._
führte in seinem Bericht vom 1
9.
September 2013
zuhanden der
Be
schwerdegegnerin
(
Urk.
7/86) aus, mit einer Besserung der neurologischen Symp
tome des Beschwerdeführers sei zu rechnen
(
Urk.
7/86/7)
. Über den mo
men
ta
nen Zustand könne er keine Aussagen machen.
Er habe ihn zuletzt am 10. Juli 2013 gesehen.
Der Beschwerdeführer sei vom 1
4.
Mai 2013 bis
3
0.
September 2013
als
zu 100
%
arbeitsunfähig zu er
achten. Im Moment sei die
Hauptein
schränkung
durch den Kleinhirninsult be
dingt. Diese Einschränkung w
e
rd
e
sich in den nächsten Monaten normalisieren. Prognostisch wichtiger
würden
ihm -
Dr.
C._
-
die Polyarthrosen der Finger, haupt
sächlich die
Rhizarthrose
beid
seits
, erscheinen
. Der
Beschwerdeführer
k
ö
nn
e
keine schweren Arbeiten mehr erledigen.
A
ls Zimmermann und Dachdecker be
ziehungsweise Gerüstbauer
sei er
wegen seinen Händen nicht mehr arbeitsfähig. Nach einer allfälligen Um
schulung mit behinderungsangepasster Tä
tigkeit wäre eine 100
%
ige
E
rwerbs
fä
higkeit möglich
(
Urk.
7/86/8
;
vgl. auch Bericht von Dr.
C._
an die
Be
schwerdegegnerin
vom 1. Oktober 2013, Urk. 7/87/5
)
.
3.6
In seinem Bericht vom
7.
März 2014 zuhanden der IV-Stelle (
Urk.
7/90) führte
Dr.
C._
aus,
von Seiten der
Rhizarthrose
an beiden Händen liege ein unver
änderter Zustand vor, der Händedruck sei links schwächer als rechts. Von Seiten der
Ulnaris
-Vorverlagerung links gehe es gut.
Es lägen k
eine Sensibilitätsstö
rungen mehr
vor
. Eine weitere Besserung der Koordinationsstörung und d
er Kraftentwicklung
auf
der linken Körperseite sei zu erwarten. Allerdings spiele offenbar der
Aethylabusus
eine wichtige Rolle. Der Beschwerdeführer werde si
cher nicht mehr in seinem angestammten Beruf als Gerüstbauer arbeiten kön
nen und zwar aufgrund des Kleinhirninfarkts sowie der
Rhizarthrose
beidseits.
Die Arbeitsunfähigkeit
in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
betrage 100 % und zwar schon länger als seit dem Kleinhirninfarkt, da der Beschwerdefü
hrer vor
her von Seiten der
Rhizarthrose
beidseits und von Seiten der
Ulnaris
-Kompres
sion links massiv eingeschränkt gewesen sei (Urk. 7/90/5)
.
Mit einer Wiederauf
nahme einer beruflichen Täti
gkeit sei zu rechnen, der Zeitpunkt dafür sei aber noch nicht absehbar (
Urk.
7/90/6).
3.7
Der für den Regionalen Ärztlichen Dienst der Invalidenversicherung tätige
med.
pract
.
F._
, Facharzt FMH für Neurologie,
untersuchte den Be
schwerdeführer am
3.
Juni 2013 (
rec
te:
2014) und berichtete am 6.
Juni 2014 (
Urk.
7/93).
Als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine Ataxie und
Feinmotorikstörung
der linken Seite, latenter Schwindel, Gangstörung für längere Strecken, kognitive Störung und depressive Störung bei ischämischem Kleinhirninfarkt m
it Post-
Stroke
-Depression (Urk.
7/93/3).
Er führte aus, a
n den aktenkundigen Diagnosen best
ünden
keine Zweifel. Aus neurologischer Sicht
liege eine
100%ige
Arbeitsunfähigkeit vom 1
0.
Mai 2013
bis 3
0.
September
2013
vor
, was
a
ufgrund des ischämischen Kleinhirninfarkts plausibel
sei
. Die einhergehenden Beschwerden im Sinne der
Ataxie und
der
Feinmotorikstörung
der linken Seite, eines latenten Schwindels, einer
Gangstö
rung
durch Erschöpfung bei längeren Strecken und die kognitiven Störungen im Sinne einer reduzierten Gedächtnis- und Konzentrationsfähigkeit
seien
teil
remittiert
,
auch
heute
jedoch
noch deutlich fassbar. Die Beschwerden w
ü
rden überlagert durch eine Post-
Stroke
-Depression mit Antriebs- und Energielosig
keit sowie agoraphobischen Ängsten, die
–
soweit erkennbar
–
nicht ausrei
chend
diagnostiziert und auch nie behandelt w
orden sei
. Aus neurologischer Sicht wäre eine wechselbelastende, aber überwiegend sitzende Tätigkeit mit
den
anson
sten in der RAD-Stellungnahme vom 2
7.
September
2012
genannten Charak
teristika möglich. Der Insult änder
e
nichts Wesentliches am körperlichen Ressourcenprofil
,
ausser, dass die Geschicklichkeit der linken Hand und die
Geh
strecke
weiter eingeschränkt s
eien
. Normale Distanzen zu den öffentlichen Verkehrsmitteln
würden
aber machbar
scheinen
. Die Arbeitsfähigkeit in körper
lich optimal angepasster Tätigkeit betr
age
aus rein neurologischer Sicht 100
%
.
Kognitiv sehr anspruchsvolle Tätigkeiten s
eien
dabei nicht möglich. Die Ar
beitsfähigkeit
sei
überwiegend wahrscheinlich aufgrund der Depression und Angst auch in optimal körperlich angepasster Tätigkeit eingeschränkt. Die Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit
sei
diesb
ezüglich
fachpsychiatrisch zu beur
teilen
(
Urk.
7/93/4)
.
3.8
Im RAD-Untersuchungsbericht von
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH für
Psychiatrie und
Psychotherapie
sowie
Praktischer Arzt,
vom 1
8.
September 2014
(
Urk.
7/98) wurde festgehalten, der Beschwerdeführer leide an einer leich
ten Agoraphobie (ICD-10 F.40.0),
die
keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit
habe. Zudem bestehe der Verdacht auf Alkoholüberkonsum. Diagnosen mit Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hielt
Dr.
G._
keine fest.
Bei der aktu
ellen Untersuchung habe sich keine Depression finden lassen (
Urk.
7/98/4). Die vom Beschwerdeführer geschilderte Agoraphobie sei erfreulicherweise weithin über
wind
bar. Aus psychiatrischer Sicht liege keine Einschränkung
der Arbeits
fähig
keit
vor.
Aus
neuropsychologischer Sicht bestünden Einschränkungen ge
mäss dem Bericht des
E._
vom 2
8.
Mai 2013, allerdings sei es seither zu er
freu
lichen Besserungen gekommen. Aktuell liege keine gravierende Störung des psychomotorischen A
btriebes mehr vor (Urk.
7/98/5).
4.
4.1
Die behandelnden Ärzte sowie auch die RAD-Ärzte sind sich einig, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung der angestammten Tätigkeit als
Gerüstbauer
seit dem 3.
November
2010 aufgrund der ausgeprägten
Rhizarthrose
beidseits sowie der
weiteren Beschwerden im Bereich der oberen Extremitäten
nicht mehr zugemutet werden kann (vgl. E.
3.1-8) Ebenfalls n
icht bestritten
ist
, dass der Beschwerdeführer aufgrund des im Mai 2013 erlittenen Hirninfarktes bis Ende September
2013 gänzlich arbeitsunfähig war. Ausser Frage steht schliesslich, dass bezüglich der mit dem Hirninfarkt verbundenen Beschwerden (Ataxie und
Feinmotorikstörung
der linken Seite, latenter Schwindel, Gangstörung durch Erschöpfung bei längeren Strecken, kognitive Störungen im Sinne einer redu
zierten Gedächtnis- und Konzentrationsfähigkeit) bis Ende September 2013 eine Teilremission erfolgte, die Geschicklichkeit der linken Hand, die Gehstrecke sowie die Gedächtnis- und Konzentrationsfähigkeit aber weiterhin beein
träch
tigt sind
(vgl. E. 3.7)
.
Laut der Beurteilung von RAD-Arzt
F._
vom 6. Juni 2014 ist dem Be
schwerdeführer
aus neurologischer Sicht
seit dem 1. Oktober 2013 eine diesen Beeinträchtigungen Rechnung tragende wechselbelastende, aber vorwiegend sitzende Tätigkeit mit den ansonsten im orthopädischen Untersuchungsbericht von RAD-Ärztin
A._
vom 29. September 2012 genannten Charakteristika wieder zu 100 % zumutbar. Diese Beurteilung von RAD-Arzt
F._
wie auch die Beurteilung von RAD-
Arzt Dr.
G._
vom 18. September 2014 (vgl. E. 3.8)
, wonach aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkungen bestünden, erscheinen aufgrund der weiteren Feststellungen der RAD-Ärzte
F._
und
G._
nach
vollziehbar und wurden denn beschwerdeweise auch nicht in Frage gestellt.
Streitig und zu prüfen ist jedoch, ob dem Beschwerdeführer wegen der aus
ge
prägten
Rhizarthrose
beidseits sowie weiteren Beschwerden im Bereich der obe
ren
Extremitäten seit dem 3. November 2010 auch die Ausübung einer angepassten Tätigkeit nicht mehr zumutbar war resp. ist.
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützt ihre Auffassung, wonach diese Beschwerden zu keiner anhaltenden Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit geführt
hätten, auf den Untersuchungsbericht von RAD-Ärztin
A._
vom 28. Septem
ber
2012 (Urk.
7/68). Dieser Bericht ist
für die Beantwortung der
ge
stellten Fragen umfassend
. Er beruht auf den erforderlichen allseitigen Unter
suchungen und berücksichtigt die vo
m Be
schwerdeführer
geklagten Beschwer
den (Ziff.
1
S. 1)
.
Sodann wurde er in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Ziff.
9
S.
8
) erstat
tet. Weiter leuchtet er in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein, und die vorgenommenen Schlussfolge
rung
en sind ausführlich und nachvollziehbar begründet.
Laut RAD-Ärztin
A._
liess sich
die beidseitige
Rhizarthrose
nachvoll
ziehen, wobei
diese
die Handfunktion insbesondere hinsichtlich der
Daumen
funktion
einschränk
e
. A
llerdings stellte die Fachärztin auch gewisse Diskrepan
zen fest zwischen den demons
trierten Einschränkungen der Handfunktion und unauffälligem Bewegungsab
lauf beim An
kleiden und Anlegen der Bandagen. Bei
ihr
er Beurteilung
hat
med.
pract
.
A._
zudem den
Bericht über die Potentialabklärung der
H._
berücksichtigt
(vgl.
Urk.
7/47)
,
wobei sie zu Recht darauf hinwies
, dass
das
Verhalten
des Beschwerdeführers auch anlässlich dieser Abklärung
auf eine
erhebliche Verdeutlichungstendenz
hin
ge
wies
en habe
.
Die Einschätzung der Ar
beitsfähigkeit durch med.
pract
.
A._
überzeugt
und
wird – wie die nachfolgenden Ausführungen (vgl. E. 4.3) zeigen – auch durch die Berichte der behandelnden Ärzte, namentlich auch diejenigen, welche nach der orthopädischen Untersuchung (September 2012) resp. nach dem erlittenen Hirninfarkt (Mai 2013) erstattet wurden, nicht in Frage gestellt.
Der Untersuchungsbericht von RAD-Ärztin
A._
vom 28. September 2012
genügt damit den praxisgemässen Anforderungen vollumfäng
lich, insbesondere fand auch die bei der Beurteilung eines
orthopädischen
Ge
sundheitszustandes
durch den RAD
erforderliche persönliche Unters
uchung durch eine Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
statt (vgl. vorstehend E.
1.4
).
4.3
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
stehen die Angaben in den Be
richten von
Dr.
C._
d
e
r
Ein
schätzung von med.
pract
.
A._
nicht entge
gen
. S
owohl in seinem Bericht vom 30.
August 2011 (
Urk.
7/13) als auch in den Berichten nach dem Kleinhirninsult vom 1
9.
September 2013 (
Urk.
7/86) sowie vom
7.
März
2014 (
Urk.
7/90) hielt er fest, mit der Wiederaufnahme einer beruf
lichen Verweistätigkeit durch den Be
schwerdeführer
könne gerechnet werden
,
nur
der Zeitpunkt sei noch nicht ab
sehbar (
Urk.
7/90/6)
.
Dr.
B._
hielt
in seinem Ber
icht vom 1
2.
Oktober 2011 (Urk.
7/15)
lediglich dafür
,
es
sei
aus handchiru
rgischer Sicht nicht möglich
, dass der Beschwerdeführer seine Arbeit als Gerüstbauer wie
der aufnehmen könne
; ebenso seien auch andere,
"
für die
Hände belastende
"
Tä
tigkeiten
nicht mehr möglich
(
Urk.
7/15/2)
.
I
n
seine
m
E-Mail
vom 20.
März 2012 zuhanden der Beschwerdegegnerin
gab er an
, dass
aus fachärztlicher Sicht im Moment keine handwerkliche Tätigkeit möglich sei und
für jeden Handchirurgen, Orthopäden oder auch er
fahrenen
Allgemein
chi
rurgen
auf einen Blick zu
erkennen
sei
, dass diese beiden Daumen für eine be
ruf
liche Tätigkeit nicht mehr zu verwenden seien (
Urk.
7/52).
Bei dieser Angabe
wird von Dr.
B._
übersehen, dass im Rahmen der Invaliditätsbemessung nicht
nur handwerkliche Tätigkeiten zur Diskussion stehen
(vgl. E. 5.2 und E. 5.3)
. Zu beachten ist sodann, dass behandelnde Spezialärzte erfahrungsgemäss mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3a/cc).
Den beim Beschwerdeführer unstreitig bestehenden
Einschränkungen
, vor allem hinsichtlich des Gebrauchs der Daumen,
wird durch das
von RAD-Ärztin
A._
formulierte
Belastu
ngsprofil Rechnung getragen. Das
Vorbringen des Beschwerdeführers, er könne gar keine Tätigkeit mehr ausführen – auch keine Verweistätigkeit –
vermag
nicht zu über
zeugen.
Gegen die von ihm behauptete vollständige
Erwerbs
unfähigkeit spricht
dabei
nebst dem bereits Gesagten auch der Umstand, dass er laut seinen Angaben gegenüber RAD-Ärztin
A._
und RAD-Arzt
G._
in der Lage ist, leichte Hausarbeiten (aufräumen, leichte Reinigungsarbeiten [Staubsaugen], aufwärmen von Essen, Zubereitung kleinerer Mahlzeiten, abwaschen) zu verrichten. Manchmal bastle oder repariere er etwas, was aber nicht mehr so gut gehe wie früher (Urk. 7/68/3 und Urk. 7/98/2). Auch
bei der Vornahme alltäglicher Lebensverrichtungen (namentlich Duschen) scheint
er nicht massgebl
ich eingeschränkt zu sein (Urk.
7/93/1).
4.4
Zusammenfassend ist
festzuhalten
, dass aus
orthopädischer Sicht
im Zeitraum zwischen dem
3.
November 2010 und
dem Erlass der - rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildenden
–
Verfü
gung vom 20.
Februar
2015
zwar e
in invalidisierender Gesundheitsschaden vor
liegt
. Es ist aller
dings lediglich im
angestammten Beruf
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen
;
i
n einer Ver
weistätigkeit
besteht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
.
Bezüglich der
durch den
Kleinhirninfarkt
vom 10.
Mai
2013 bedingten Beeinträchtigungen
ist
eine Ver
besserung ab
1.
Oktober
2013 ausge
wiesen
, wobei
seither
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer
- auch – den verbleibenden neurologischen Einschränkungen
angepassten Tätigkeit aus
zu
gehen ist
(vgl. E. 4.1)
.
5.
5.1
Der Beschwerdeführer macht
e
geltend,
angesichts der massiven Ein
schrän
kungen an Händen und Armen sei eine allfällige medizinisch-theoretische
Rest
a
r
beitsfähigkeit
gar nicht verwertbar. Auch beim Abstellen auf einen ausge
glichenen Arbeitsmarkt dürfe nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden
(Urk. 1 S. 7)
.
5.
2
Es trifft zu, dass von einer versicherten Person rechtsprechungsgemäss nur Vor
kehren verlangt werden können, die unter Berücksichtigung der gesamten ob
jektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind.
An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind
jedoch
praxisgemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen; diese hat vielmehr nur so weit zu gehen, als im Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des
Invali
di
tätsgrades
gewährleistet ist. Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf ab
zustellen, ob eine invalide Person unter den konkreten
Arbeitsmarktverhältnis
sen
vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nützen könnte, wenn die verfügbaren Arbeits
plätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 290 f. E.
3b; Urteile des Bundesgerichts I 273/04 vom 29. März 2005, I 591/02 vom 5. Mai 2004, I 285/99 vom 1
3.
März 2000 und U 176/98 vom 1
7.
April 2000). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen vonseiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteile des Bun
desgerichts 9C_95/2007 vom 2
9.
August
2007 E. 4.3 und 9C_98/2014 vom 2
2.
Apri
l 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen).
5.3
Das
von RAD-Ärztin
A._
formulierte
A
nforderungsprofil
für eine ange
passte Tätigkeit lautet
folgendermassen:
körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeit, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 5 kg beidhändig, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne Überkopfarbeiten, ohne Arbeiten in
Armvor
halte
, ohne erhöhte Anforderung an die Kraft der Hände und das manuelle Ge
schick, sowie ohne repetitive Belastungen des rechten Ellenbogens für die Stre
ckung/Beugung sowie die
Umwendbewegungen
, unter Ausschluss von Kälte-/Nässeexposition
sowie
Schlag- oder Vibrationsbelastungen der Arme
(Urk. 7/68/9).
RAD-Arzt
F._
stellte sodann fest, dass nach dem
im Jahr 2013 erlitte
nen
Kleinhirninsult
nichts Wesentliches am körperlichen
Ressour
cen
profil
ge
änder
t habe
, ausser, dass die Geschicklichkeit der linken Hand und die
Gehstre
cke
weiter eingeschränkt seien
.
Nicht möglich seien zudem kognitiv
sehr anspruchsvolle Tätigkeiten (Urk. 7/93/4)
.
Entgegen der Ansicht des Be
schwer
deführers darf vorliegend angenommen werden, dass auf dem hypothe
ti
schen Arbeits
markt genügend Tätigkeiten existieren, welche d
ies
em
Anforde
rungsprofil
ent
sprechen.
Zu Recht brachte der Beschwerdeführer vor, dass eine Tätigkeit als Kranführer oder als Hauswart aufgrund der damit verbundenen körperlichen Arbeiten respektive
G
ehstrecken und Anforderungen an die Finger
fertigkeit
für
ihn
nicht in Frage kämen.
Es gibt in Industrie und Gewerbe
aller
dings einfache Hilfsarbeiten, die auch den obigen Anforderungen zu genügen vermögen, zu denken ist dabei an Kontroll- und Überwachungsarbeiten. Inwie
fern Kontrollarbeiten nicht zumut
bar sind, ist nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer nicht begründet. Denkbar wäre auch die von med.
pract
.
A._
vorgeschlagen
e
Tätigkeit als (Nacht-)Portier. Es ist diesbezüglich keinesfalls von realitätsfremden und in diesem Sinn unmöglichen oder unzu
mut
baren Einsatzmöglichkeiten auszuge
hen.
Zwar sind die ausgewiesenen Ein
schränkunge
n des Beschwerdeführers
erheblich, doch kann nicht gesagt werden, dass die zumutbare Tätigkeit
nurmehr
in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Ar
beitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entge
genkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Fin
den einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen er
scheint (
statt vieler:
Urteil des Bundesgerichts 9C_82/2009 vom 9. Oktobe
r 2009 E.
5.5 mit Hinweisen;
ZAK 1989 S. 322 E. 4a).
6.
6.1
Ausgehend von einer 100
%igen Arbeitsfähigkeit
in einer Verweistätigkeit
zwi
schen dem
3.
November 2010 und
9.
Mai 2013 sowie ab dem 1. Oktober 2013
bleibt im Folgenden die Bemessung des Invaliditätsgrades
für diesen Zeitraum
vorzunehmen.
6.2
6.2.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.2
.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mens
ent
wicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden
wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigenden ausge
gli
chenen Arbeitsmarktlage (Art. 16 ATSG) ist grundsätzlich auch bei der Fest
setzung des
Validenlohnes
Rechnung zu tragen, wobei auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstruk
tur
erhebung
(LSE) abgestellt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 23. Septem
ber 2014 E. 3.2 mit Hinweisen).
6.2.3
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Er
werbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E.
3b/
aa
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts I 850/05 vom 21. August 2006 E. 4.2).
6.2.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grund
lage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende
Aus
gangswert
allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ur
sprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tä
tigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des
Gesund
heitsschadens
auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsar
beiter nicht erreichen. Der ur
sprüng
lich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen
behinderungsbe
dingten
Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszu
gehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben kön
nen. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Ar
beitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittli
chem Einkommen verwer
ten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das
Invalideneinkom
men
unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Gan
zen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Paralle
lisierung der
Vergleichs
einkommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Fak
toren im Rahmen des sogenannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksich
tigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
6.3
Für die Bemessung des
Valideneinkommens
ist vorliegend auf das
,
letztmals im Jahr 2009 in vollem Umfang
erzielte,
Einkommen bei der letzten Arbeitgeberin, der
Z._
AG
,
abzustellen
, wobei die Be
messung des Invaliditätsgrads für
den Ze
itpunkt des
frühest
möglichen
Rentenbeginns (2012, vgl. E.
3
)
vorzunehmen ist
.
Das Ein
kommen des
Be
schwerdeführer
s
betrug
im Jahr 20
09
Fr.
61‘596
.
--
(
Urk.
7/12/1,
Urk.
7
/
17/10
)
.
Zusätzlich erwirtschaftete sich der Beschwerdeführer
Fr.
780.-- durch Arbeiten für die
I._
AG.
Ange
passt an die Nominallohnentwicklung ergibt sich im Jahr 201
2
somit ein
Vali
deneinkommen
von Fr.
63‘8
95
.-- (
Fr. 62‘376.--,
In
dexstand
2
136
[2009] auf 2
188
[201
2
];
vgl. die Volkswirtschaft 3/4-2015
,
S. 89, Tabelle B 10.3
).
6.4
Vorliegend ist aufgrund des deutlich unterdurchschnittlichen effektiv erzielten
Einkommens
eine Parallelisierung vorzunehmen
(vgl. E. 6.2.4)
.
Bei der Durch
führung der Parallelisierung ist mit Blick auf eine dem Grundsatz der
Rechts
gleichheit
genügende Invaliditätsgradermittlung zu vermeiden, dass diese – bei einer kontinuierlich ansteigenden Differenz zwischen tatsächlich erzieltem Lohn und branchenüblichem Durchschnittseinkommen – ab Erreichen des
Erheblich
keitsgrenzwertes
von mindestens 5
%
gegebenenfalls eine sprunghafte Erhö
hung des Invaliditätsgrades zur Folge hat. Es ist daher nur in dem Umfang zu parallelisieren, in welchem die prozentuale Abweichung den
Erheblichkeits
grenzwert
von 5
%
übersteigt, bezweckt doch die Parallelisierung praxisgemäss nur die Ausgleichung einer deutlichen – also nicht jeder kleinsten – Abwei
chung des tatsächlich erzielten Verdienstes vom tabellarisch bestimmten bran
chenüblichen Referenzeinkommen (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.3).
Sind die Voraussetzungen der
Einkommensparallelisierung
erfüllt, weil die ver
sicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen ein unterdurchschnittliches
Valideneinkommen
erzielt hatte, welches um mindestens 5
%
unter dem bran
chen
üblichen LSE-Tabellenlohn liegt, so vermögen dieselben Faktoren
praxis
gemäss
nicht zusätzlich auch noch einen Leidensabzug zu begründen (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.2).
Auf der Basis der Lohnstrukturerhebung (LSE) 200
8
des Bundesamtes für Statis
tik
hätte
der Lohn für Arbeiten im Baugewerbe
im Gesundheitsfall
im Jahr 20
09
Fr. 6
5
‘
782
.--
(Fr.
5‘1
50
.--
x 12
: 40 x 41.7
: 2
092
x
2136
)
betragen
(
Ziff.
45
[Baugewerbe], Anforderungsniveau 4, einfache und repetitive Tätigkeiten
; die Volkswirtschaft, 3/4-2015, S. 88, Tabelle B 9.2; S. 89, Tabelle B 10.3
)
.
Ef
fektiv
zu
erziel
en vermochte der Beschwerdeführer allerdings
2009
in seiner Anstel
l
ung im Baugewerbe lediglich Fr.
61‘596
.--
, was ei
nem Minderlohn von
Fr.
4‘
186
.--, respektive gerundet 6.
4
%
(Fr.
4‘
186
.
-- :
Fr.
6
5
‘7
82
-- x 100)
, entspr
icht.
Das
Invalideneinkommen ist somit
um
1.
4
%
zu reduzieren
.
6.5
Für die Bemessung des Invalideneinkommens ist mit der IV-Stelle auf die
Tabel
lenlöhne
der LSE abzustellen. Es ist
von einem monatlichen Einkommen von
männlichen
Hilfskräften von Fr. 4‘
901
.-- (LSE 2010, S. 26, Tabelle TA1,
Wirtschaftsabteilungen Total,
Anfor
de
rungsniveau
4) auszugehen. Unter Be
rück
sichtigung der durchschnittlichen Ar
beits
zeit im Jahr 201
2
von 41.7 Stun
den pro Woche (Die Volkswirtschaft, 3/4-2015, S. 88, Tabelle B 9.2) sowie der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr
201
2
(Indexstand 2
150
[2010] auf 2
1
88
[201
2
], vgl. die Volkswirtschaft 3/4-2015,
S. 89, Tabelle B 10.3) ergibt sich bei einem zumutbaren Arbeitspensum von
100
%
ein Jahreseinkommen von Fr.
6
2
‘
395
.-- (Fr. 4‘
901
.-- : 40 x 41.7 x 12 : 2
150
x 2
1
88
).
Vom
hypothetischen
Jahreseinkommen
2012
im Betrag von
Fr.
6
2
‘
395
.
-- sind
aufgrund der vorzuneh
menden Parallelisierung 1.4
%
abzuziehen
.
Zusätzlich ist angesichts des einge
schränkten
Anforderungs
profils
und da vorliegend nicht dieselben Faktoren ei
nen Leidensabzug sowie eine Parallelisierung erforderlich machen,
ein
zusätzli
cher
Leidensabzug vorzunehmen.
Die Beschwerdegegnerin bemass diesen – auch für die Zeit ab 1. Oktober 2013 – mit 20 %. Es lässt sich fragen, ob sich angesichts der diversen qualitativen Einschränkungen, insbe
son
dere ab Oktober 2013, ein höherer Abzug rechtfertigen würde. Die Frage kann jedoch offen bleiben. Es würde nämlich auch dann kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren, wenn der maximale Abzug von 25 % gewährt
würde.
Bei Vornahme eines Abzuges von 25 % würde
das
Invalidenein
kommen
Fr.
4
6
‘
141
.-- (Fr. 6
2
‘
395
.-- x 98.
6
%
x
75
%
)
betragen
.
6.6
Wird das
Valideneinkommen
2012
von Fr.
63‘
895
.-- dem Invalideneinkommen
von Fr.
4
6
‘
141
.-- gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
17
‘
75
4
.--, was einem Invaliditätsgrad von gerundet
28
% (zur Run
dung: BGE
130 V 121 E. 3.2) entspricht.
6.7
Unbestritten ist die Bemessung des Invaliditätsgrads im Zeitraum zwischen dem 1
0.
Mai 2013 und 30. September 201
3.
Da dem Beschwerdeführer in diesem Zeitraum keine Arbeitstätigkeit zumu
tbar war, ergibt sich aus dem
Einkommens
vergleich
ein Invaliditätsgrad von 100
%
([
Fr.
63‘
895
.--
–
Fr.
0
.--
]:
Fr.
63‘
895
.--
x 100).
6.8
Ein rentenbegründender Invaliditätsgrad (von 100 %) lag demnach nur von Mai bis September 2013 vor. Da im Mai 2013 schon seit über einem Jahr eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bestand, steht dem Beschwerdeführer bereits ab 1. Mai 2013 – und nicht erst ab 1. August 2013 -eine ganze Rente zu (vgl. Art. 28 Abs. 1
lit
. b und
lit
. c IVG; Art. 88a IVV ist insoweit nicht anwendbar), und zwar bis Ende Dezember 2013 (Art. 88a Abs. 1 IVV).
7.
Somit ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde festzustellen, dass der Beschwerdeführer vom 1. Mai 2013 bis 31. Dezember 2013 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat. Im Übrigen (Rentenanspruch von Februar 2012 bis April 2013 sowie ab Januar 2014) ist die Beschwerde abzuweisen.
8.
8.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie zu einem Siebtel (Fr. 100.--) der Beschwerdegegnerin und zu sechs Siebteln (Fr. 600.--) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
8.2
Bei diesem
Ausgang des Verfahrens steht dem
Beschwerdeführer eine
reduzierte
Prozessentschädigung
für das Beschwerdeverfahren
zu
.
Diese ist nach
Art. 61
lit
.
g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das
Sozialversi
che
rungs
gericht
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache
und nach der Schwierigkeit des Prozesses
zu bemessen und auf
ins
gesamt Fr.
300.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.