Decision ID: 3572c8ee-7c69-412a-a0bf-7e751d03f08a
Year: 2015
Language: de
Court: BL_SG
Chamber: BL_SG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: public_law

Sachverhalt:
1. Mit Veranlagungsverfügung der direkten Bundessteuer 2010, amtliche Einschätzung
vom 1. März 2012, welche der Beschwerdeführerin als Alleinerbin eröffnet wurde, wurde der
Onkel der Pflichtigen, der Erblasser für den Zeitraum vom 1. Januar bis 10. Dezember 2010
(Todestag) zu einem steuerbaren Einkommen von 346‘100.-- veranlagt, wobei für die Überfüh-
rung der Parzelle Nr. 62 GB X._ vom Geschäfts- ins Privatvermögen ein Betrag von Fr.
324’00.-- als Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit aufgerechnet wurde.
2. Mit Eingabe vom 29. März 2012 erhob die Pflichtige Einsprache und beantragte den
Erlass der Steuerforderung. Mit Einspracheergänzung vom 28. November 2014 führte der Ver-
treter aus, die Steuerverwaltung habe die Liegenschaft trotz nicht mehr gegebener Geschäfts-
tätigkeit des Erblassers während Jahren und damit fälschlicherweise als geschäftlich ein-
gestuft, so dass die Veranlagungsverjährung eingetreten sei. Eventualiter sei der Steuerwert zu
hoch angesetzt.
3. Mit Einsprache-Entscheid vom 19. März 2015 hiess die Steuerverwaltung die Einspra-
che teilweise gut. Zur Begründung führte sie aus, die Liegenschaft sei gemäss der Präpon-
deranzmethode dem Geschäftsvermögen zugewiesen worden. Die Handelsbilanz sei nach dem
Massgeblichkeitkeitsprinzip für die Steuerbehörde zu beachten. Nach objektiven Kriterien sei ab
dem Jahr 2003 keine Gewinnstrebigkeit mehr vorhanden gewesen. Im Jahre 2008 sei die Ver-
lustverrechnung für die Geschäftstätigkeit durch die Steuerverwaltung nicht mehr zugelassen
und für das Jahr 2009 sei eine Reversvereinbarung getroffen worden, welche für das Jahr 2010
verlängert worden sei. Die Pflichtige habe die Liegenschaft in der Steuererklärung 2011 als Pri-
vatvermögen deklariert. Der Buchwert der Liegenschaft betrage aufgrund des Verkaufs von 94
m2 Land im Jahr 2008 nicht mehr Fr. 150‘000.--, sondern neu Fr. 147‘603.-- (= Fr. 150‘000.-- ./.
Buchwert des verkauften Landes gemäss Katasteranzeige: 94 m2 × Fr. 25.50). Der Gewinn aus
der Überführung der Liegenschaft berechne sich demnach wie folgt: Vom Wert der Liegenschaft
gemäss Verkehrswertschätzung der Steuerverwaltung vom 18. Juli 2014 in Höhe von Fr.
430‘000.-- sei der Buchwert in Höhe von Fr. 147‘603.-- abzuziehen, was Fr. 282‘397.-- ergebe.
Unter Berücksichtigung der AHV-Beiträge in Höhe von 10% resultiere ein steuerbares Einkom-
men aus selbständiger Erwerbstätigkeit von Fr. 255‘837.--.
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4. Mit Eingabe vom 20. April 2015 erhob der Vertreter Beschwerde und beantragte, 1. Der
Einsprache-Entscheid sei zufolge Eintretens der Veranlagungsverjährung aufzuheben, 2. Even-
tualiter sei die direkte Bundessteuer angemessen herabzusetzen, 3. Unter o/e-Kostenfolge. Zur
Begründung führte er aus, die Privatentnahme sei für die Pflichtige nicht absehbar gewesen, sei
der Betrieb doch ausschliesslich mit Hobbycharakter geführt worden. Die Pensionierung des
Erblassers sei ein weiteres Indiz für die Aufgabe der Geschäftstätigkeit gewesen. Es sei die
Veranlagungsverjährung eingetreten. Zudem liege der aktuelle Liegenschaftswert wegen des
vernachlässigten Unterhaltes unter dem damaligen Einstandswert. Ein Mehrwert sei während
der Geschäftstätigkeit nicht entstanden.
5. Mit Vernehmlassung vom 12. Juli 2015 beantragte die Steuerverwaltung die Abweisung
der Beschwerde. Zur Begründung führte sie aus, die Liegenschaft sei dazumal gestützt auf die
Präponderanzmethode und damit zu Recht ins Geschäftsvermögen überführt worden. Der blos-
se Zeitablauf genüge nicht, um von einer Überführung vom Geschäfts- ins Privatvermögen aus-
zugehen. Zudem sei die Liegenschaft gestützt auf eine Reversvereinbarung zwischen der
Steuerverwaltung und dem Erblasser und damit im gegenseitigen Einvernehmen im Geschäfts-
vermögen belassen worden, da man mit der Überführung bis zum Inkrafttreten der Unterneh-
menssteuerreform II per 1. Januar 2011 habe zuwarten wollen. Dass der Vertreter nunmehr
argumentiere, es läge eine Veranlagungsverjährung vor, sei mit Blick auf den Grundsatz von
Treu und Glauben nicht haltbar. Die Pflichtige sei gestützt auf das Massgeblichkeitsprinzip auf
dem seinerzeit eingebuchten Wert von Fr. 150‘000.-- zu behaften. Der Verkehrswert von Fr.
430‘000.-- erscheine im Vergleich zum Gebäudeversicherungswert von Fr. 555‘000.-- moderat.
6. Anlässlich der heutigen Verhandlung hielten die Parteien an ihren Begehren fest.

Das Steuergericht zieht in Erwägung:
1. Das Steuergericht ist gemäss Art. 140 des Bundesgesetzes über die direkte Bundes-
steuer (DBG) vom 14. Dezember 1990 zur Anhandnahme der vorliegenden Streitsache zustän-
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dig, wobei gemäss § 4 der Vollzugsverordnung DBG vom 13. Dezember 1994 i.V.m. § 129 Abs.
1 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteuern (Steuergesetz, StG) vom 7. Februar
1974 Beschwerden, deren umstrittener Steuerbetrag wie im vorliegenden Fall Fr. 8’000.-- über-
steigt, vom Präsidenten und vier Richterinnen und Richtern des Steuergerichts beurteilt werden.
Da die in formeller Hinsicht an eine Beschwerde zu stellenden Anforderungen erfüllt sind, ist
ohne weiteres darauf einzutreten.
2. Der Beurteilung unterliegt vorliegend, ob die Steuerverwaltung zu Recht auf eine Über-
führung der Parzelle Nr. 62 GB X._ vom Geschäfts- ins Privatvermögen erkannt und ent-
sprechend den bei der Überführung entstandenen Grundstückgewinn als steuerbares Einkom-
men aus selbständiger Tätigkeit aufgerechnet hat.
3. Der Einkommenssteuer unterliegen alle wiederkehrenden und einmaligen Einkünfte mit
Ausnahme der Kapitalgewinne aus der Veräusserung von Privatvermögen (Art. 16 Abs. 1 und 3
DBG).
a) Steuerbar sind alle Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land-
und Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien Beruf sowie aus jeder anderen selbständigen Er-
werbstätigkeit (Art. 18 Abs. 1 DBG). Dazu zählen auch alle Kapitalgewinne aus Veräusserung,
Verwertung oder buchmässiger Aufwertung von Geschäftsvermögen. Der Veräusserung gleich-
gestellt ist unter anderem die Überführung von Geschäfts- in Privatvermögen. Als Geschäfts-
vermögen gelten alle Vermögenswerte, die ganz oder vorwiegend der selbständigen Erwerbstä-
tigkeit dienen (Art. 18 Abs. 2 DBG).
b) Die Überführung einer Geschäftsliegenschaft ins Privatvermögen (Privatentnah-
me) stellt eine sog. steuersystematische Realisation nach Art. 18 Abs. 2 DBG dar. Dies hat zur
Folge, dass die Differenz zwischen Verkehrswert und Buchwert der Liegenschaft als Einkom-
men besteuert wird (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A. Zü-
rich 2009, Art. 18 N 79 ff.).
4. Der Vertreter macht geltend, bereits die damalige Überführung der Liegenschaft ins Ge-
schäftsvermögen (Einbringung) sei zu Unrecht erfolgt. Die Steuerverwaltung hält dafür, die
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Überführung sei in gegenseitigem Einvernehmen zwischen dem Erblasser und der Steuer-
verwaltung bzw. gestützt auf die Präponderanzmethode erfolgt.
a) Wirtschaftsgüter können aufgrund ihrer Beschaffenheit und konkreten Zweckbe-
stimmung notwendiges Geschäfts- oder notwendiges Privatvermögen bilden oder, wie na-
mentlich Liegenschaften, Alternativgüter darstellen, d.h. sowohl zum Geschäfts- wie auch zum
Privatvermögen gehören. Für die Abgrenzung ist massgebend auf die technisch-wirtschaftliche
Funktion des Vermögenswertes abzustellen; Geschäftsvermögen wird angenommen, wenn es
tatsächlich dem Geschäft dient (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGE] 2C_515/2013 vom
27. November 2013, E. 2.1, mit weiteren Hinweisen). Dient ein Alternativgut gleichzeitig sowohl
privaten wie auch geschäftlichen Zwecken, spricht man von gemischten Gütern. Die Zuweisung
zum Geschäfts- oder Privatvermögen erfolgt in diesen Fällen nach der sogenannten Präpon-
deranzmethode (Amschwand, Geschäftsvermögen oder Privatvermögen? Eine Übersicht, publ.
in: Steuerrevue [StR] 2000, S. 481 ff.). Nach der Präponderanzmethode werden ab dem 1. Ja-
nuar 1995 diejenigen gemischt, d.h. teils geschäftlich, teils privat, genutzten Objekte, die ganz
oder vorwiegend der selbstständigen Erwerbstätigkeit dienen, in ihrer Gesamtheit dem Ge-
schäftsvermögen zugewiesen. Die nicht vorwiegend geschäftlich genutzten Objekte gehören
demgegenüber gesamthaft zum Privatvermögen, auch wenn sie teilweise geschäftlich genutzt
werden (BGE 133 II 420, E. 3.3, mit weiteren Hinweisen). Ein Vermögenswert dient dann vor-
wiegend der selbstständigen Erwerbstätigkeit, wenn er zu mehr als 50% geschäftlich genutzt
wird (Reich, in: Zweifel/Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/2a, Art.
18 DBG N 55; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 18 N 107, mit weiteren Hinweisen).
b) Gemäss Art. 58 Abs. 1 lit. a DBG setzt sich der steuerbare Reingewinn aus dem
Saldo der Erfolgsrechnung unter Berücksichtigung des Saldovortrages des Vorjahres zu-
sammen. Er wird ergänzt durch alle vor Berechnung des Saldos der Erfolgsrechnung ausge-
schiedenen Teile des Geschäftsergebnisses, die nicht zur Deckung des geschäftsmässigen
Aufwandes verwendet werden, wie insbesondere die geschäftsmässig nicht begründeten Ab-
schreibungen und Rückstellungen (lit. b) sowie die der Erfolgsrechnung nicht gutgeschriebenen
Erträge (lit. c). Es gilt somit das Prinzip der Massgeblichkeit der nach den Regeln des Handels-
rechts aufgestellten Handelsbilanz auch für die Steuerbilanz unter Vorbehalt der steuerrechtli-
chen Korrekturvorschriften sowie der zwingenden handelsrechtlichen Vorschriften. Der Grund-
satz der Massgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz wirkt sich auch in verfahrens-
rechtlicher Hinsicht aus. Die steuerpflichtige Gesellschaft muss sich nach diesem Prinzip grund-
sätzlich bei der von ihr in ihren ordnungsgemäss geführten Büchern erscheinenden Darstellung
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der Vermögenslage des Jahresergebnisses behaften lassen (vgl. BGE 141 II 83, E. 3.1 f., mit
weiteren Hinweisen).
c) Vorliegend gelangte die Steuerverwaltung unter Hinweis auf die Präponderanz-
methode mit Schreiben vom 27. September 1996 an den Erblasser und wies denselben an, die
Liegenschaft in die Geschäftsbuchhaltung einzubuchen. Der Treuhänder werde beauftragt, den
entsprechenden Buchwert zu ermitteln. Zur Begründung wurde ausgeführt, er verbuche seit
Jahren eine jährliche Geschäftsmiete und die geschäftliche Nutzung der Liegenschaft sei grös-
ser als die Privatwohnung. In der Bilanz des Schreinerbetriebes des Jahres 1995 wurde unter
Verweis auf das vorgenannte Schreiben und dem Titel „Ueb. von Privat an Geschäft“ die Lie-
genschaft mit einem Betrag von Fr. 150‘000.-- eingebucht. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern die
Qualifikation der Liegenschaft als Geschäftsvermögen falsch sein soll. Vielmehr erfolgte die
Einbringung nicht nur aufgrund der Präponderanzmethode zu Recht, sondern ist der Erblasser
aufgrund des Massgeblichkeitsprinzips auf die von ihm selbst vorgenommene Einbuchung zu
behaften, und zwar auch auf den damals seitens des Treuhänders festgelegten Buchwert von
Fr. 150‘000.--. Seither wurde vom Erblasser immer dieser Betrag deklariert und seitens der
Steuerverwaltung veranlagt, was stets unbestritten blieb. Abschreibungen wurden unbestritte-
nermassen nie vorgenommen. Der vorgenannte Buchwert gilt entsprechend immer noch, ist
doch auch der aktuellsten Bilanz, d.h. jener aus dem Jahr 2008 ein solcher von nach wie vor Fr.
150‘000.-- zu entnehmen.
5. Weiter macht der Vertreter geltend, die Überführung der Liegenschaft vom Geschäfts-
ins Privatvermögen (Privatentnahme) hätte schon vor Jahren erfolgen müssen, zumal der Erb-
lasser infolge Pensionierung eine Rente beziehe und entsprechend keine Erwerbstätigkeit mehr
ausübe. Daher sei das Besteuerungsrecht hinsichtlich der Privatentnahme verjährt.
a) Was einmal Geschäftsvermögenscharakter hat, behält diesen bei, solange keine
Ver-äusserung oder Entnahme ins Privatvermögen erfolgt. Dies gilt unabhängig von der Aufga-
be der selbständigen Erwerbstätigkeit, aber auch bei Erbgang, Schenkung oder Verpachtung
nach Aufgabe einer selbständigen Erwerbstätigkeit. Auch bei Geschäftsaufgabe bleibt die bis-
herige Qualifikation bis zur Beendigung der Liquidation bestehen (vgl. von Ah, Die Besteuerung
Selbständigerwerbender, 2. A., 2011, S. 58 f.). Der Steuerpflichtige hat gegenüber den Steuer-
behörden den eindeutigen Willen zu äussern, beispielsweise durch die Buchung einer Privat-
entnahme, die Liegenschaft ins Privatvermögen überführen zu wollen. Tut er dies nicht, ist
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grundsätzlich davon auszugehen, dass die Liegenschaft im Geschäftsvermögen verbleibt;
durch den blossen Zeitablauf kann die fragliche Liegenschaft nicht ins Privatvermögen überge-
hen (vgl. BGE vom 7. November 1986 i.S. K. gegen Steuerrekurskommission des Kantons Ba-
sel-Landschaft, publ. In : Archiv für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 57, S. 271 ff., E. 3b ;
BGE vom 13. Juli 1994, publ in: StR 1994, S. 575 ff., E. 5b). Hintergrund hierfür bildet die Über-
legung, dass die Besteuerung eines Liquidationsgewinnes bei einer Privatentnahme zu einer
wirtschaftlichen Belastung für den Eigentümer werden kann und demgemäss erst dann Platz
greifen soll, wenn unumstösslich feststeht, dass der Liquidationsfall tatsächlich eingetreten bzw.
gewollt ist (Reich, a.a.O., Art. 18 DBG N 42, mit weiteren Hinweisen).
b) Vorliegend erfolgte somit entgegen der Ansicht des Vertreters keine quasi auto-
matische Überführung der Liegenschaft vom Geschäfts- ins Privatvermögen bei Aufgabe der
selbständigen Erwerbstätigkeit infolge Zeitablaufes. Da sich die Liegenschaft damit nach wie
vor im Geschäftsvermögen befindet, sind auch die vom Vertreter gemachten Ausführungen zum
Eintritt der Veranlagungsverjährung hinfällig.
6. Wie hiervor gesehen, hat die Privatentnahme durch ein Aktivwerden des Steuerpflichti-
gen im Sinne einer eindeutigen Willensbekundung gegenüber der Steuerbehörde zu erfolgen.
a) Mit Schreiben vom 18. April 2005 wandte sich die damalige Vertreterin des Erb-
lassers im Zusammenhang mit der geplanten Aufgabe der Erwerbstätigkeit an die Steuerver-
waltung. Sie führte aus, man wolle die Steuerfolgen der Überführung der Geschäftsliegenschaft
ins Privatvermögen abklären. Aus diesem Grund ersuche man die Steuerverwaltung, den mas-
sgebenden Verkehrswert für die Überführung zu ermitteln. Mit Datum vom 15. September 2005
schätzte die Steuerverwaltung den Wert der Geschäftsliegenschaft auf Fr. 430‘000.--. Im An-
schluss daran hat der Erblasser auf die Überführung verzichtet und stattdessen sein Gewerbe
im kleinen Rahmen fortgeführt.
b) Mit Schreiben vom 29. Februar 2008 wandte sich die Steuerverwaltung an den
Erblasser und teilte demselben mit, dass man aufgrund der Geschäftsabschlüsse, welche in
den letzten vier Jahren mit einem minimalen Umsatz und Verlusten abgeschlossen hätten, die-
se Art der Geschäftstätigkeit steuerlich nicht mehr akzeptieren könne. Entsprechend werde le-
diglich noch der im Steuerjahr 2007 erzielte Geschäftsverlust zugelassen. Im Jahr 2008 sei die
Geschäftsliegenschaft ins Privatvermögen zu überführen. Mit Schreiben vom 4. April 2008
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wandte sich die damalige Vertreterin des Erblassers an die Steuerverwaltung und teilte mit,
dass mit der Überführung der Liegenschaft vom Geschäfts- ins Privatvermögen noch bis min-
destens dem 31. Dezember 2009 zugewartet werde, da bis dann klarer sein sollte, was mit der
Geschäftsliegenschaft geschehen soll (Verkauf, Überführung etc.). Mit Unterzeichnung des
Schreibens erklärte sich die Steuerverwaltung mit dem Besteuerungsaufschub einverstanden
(sog. Reversvereinbarung).
c) Mit Schreiben vom 8. Januar 2010 wandte sich die damalige Vertreterin des Erb-
lassers erneut an die Steuerverwaltung und teilte mit, per 1. Januar 2011 würden gestützt auf
die Unternehmenssteuerreform II (USTR II) neue Bestimmungen in Kraft treten, gemäss wel-
chen die Besteuerung der Überführung der Liegenschaft vom Geschäfts- ins Privatvermögen
für den Erblasser milder ausfallen würde. Daher sei die Liegenschaft bis mindestens dahin noch
als Geschäftsliegenschaft zu behandeln. Mit Unterzeichnung des Schreibens erklärte die Steu-
erverwaltung sich mit dem nochmaligen Besteuerungsaufschub einverstanden (sog. Revers-
vereinbarung).
d) Hintergrund dieser Vereinbarung war das absehbare Inkrafttreten per 1. Januar
2011 der aufgrund des Bundesgesetzes vom 23. März 2007 über die Verbesserung der steuer-
lichen Rahmenbedingungen für unternehmerische Tätigkeiten und Investitionen (Unterneh-
menssteuerreformgesetz II) beschlossenen Art. 18a und 37b DBG. Wird gemäss dem Auf-
schubtatbestand Art. 18a Abs. 1 DBG eine Liegenschaft des Anlagevermögens aus dem Ge-
schäfts- ins Privatvermögen überführt, so kann die steuerpflichtige Person verlangen, dass im
Zeitpunkt der Überführung nur die Differenz zwischen den Anlagekosten und dem massgeben-
den Einkommenssteuerwert besteuert wird. In diesem Fall gelten die Anlagekosten als neuer
massgebender Einkommenssteuerwert und die Besteuerung der übrigen stillen Reserven als
Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit wird bis zur Veräusserung der Liegenschaft
aufgeschoben. Im Zeitpunkt der Überführung werden gemäss dieser Norm also lediglich die
wieder eingebrachten Abschreibungen besteuert und der Wertzuwachsgewinn aufgeschoben
(vgl. Kreisschreiben Nr. 28 der Eidgenössischen Steuerverwaltung [ESTV], Besteuerung der
Liquidationsgewinne bei definitiver Aufgabe der selbständigen Erwerbstätigkeit vom 3. Novem-
ber 2010 [KS Nr. 28], Ziff. 2.4.1). Hätte sich vorliegend der Erblasser auf diese Norm berufen,
wäre der ganze Gewinn, da wie gesehen keine Abschreibungen vorgenommen wurden, aufge-
schoben worden. Wird gemäss Art. 37b DBG betreffend Liquidationsgewinne die selbstständige
Erwerbstätigkeit nach dem vollendeten 55. Altersjahr oder wegen Unfähigkeit zur Weiterführung
infolge Invalidität definitiv aufgegeben, so ist die Summe der in den letzten zwei Geschäftsjah-
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ren realisierten stillen Reserven getrennt vom übrigen Einkommen zu besteuern. Einkaufsbei-
träge gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. d DBG sind abziehbar. Werden keine solchen Einkäufe vorge-
nommen, so wird die Steuer auf dem Betrag der realisierten stillen Reserven, für den der Steu-
erpflichtige die Zulässigkeit eines Einkaufs gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. d DBG nachweist, zu ei-
nem Fünftel der Tarife nach Art. 36 berechnet. Für die Bestimmung des auf den Restbetrag der
realisierten stillen Reserven anwendbaren Satzes ist ein Fünftel dieses Restbetrages massge-
bend, es wird aber in jedem Falle eine Steuer zu einem Satz von mindestens 2 Prozent erho-
ben. Hätte sich vorliegend der Erblasser auf diese Norm berufen, wäre die Liquidation, da eine
gesonderte Besteuerung zu einem tieferen Satz erfolgt wäre, milder besteuert worden als unter
dem alten, d.h. bis Ende des Jahres 2010 geltenden Rechts. Gemäss Art. 37b Abs. 2 DGB gilt
Abs. 1 auch für den überlebenden Ehegatten, die anderen Erben und die Vermächtnisnehmer,
sofern sie das übernommene Unternehmen nicht fortführen; die steuerliche Abrechnung erfolgt
spätestens fünf Kalenderjahre nach Ablauf des Todesjahres des Erblassers. Es stellt sich in
diesem Zusammenhang die Frage, ob auch die Erben die Voraussetzungen gemäss Abs. 1
erfüllen müssen. Halte man sich gemäss Anhang II zum KS Nr. 28, Verordnung über die Be-
steuerung der Liquidationsgewinne bei der definitiven Aufgabe der selbständigen Erwerbstätig-
keit (Art. 37b DGB), Erläuterungen der Stabstelle Gesetzgebung der ESTV vom Januar 2010,
Ziff. 1.3, bei der Auslegung von Art. 37b DBG strikte an den Wortlaut, hätte dies die bizarr an-
mutende Konsequenz, dass auch die Erben die Voraussetzungen des Alters (55. Altersjahr er-
reicht) oder der Invalidität (Unfähigkeit zur Weiterführung infolge Invalidität) erfüllen müssten,
wenn sie die privilegierte Liquidationsbesteuerung geltend machen wollten. Obwohl die Materia-
len diesbezüglich keinen Aufschluss geben würden, könne gestützt auf die erkennbaren zu-
grundeliegenden Wertungen davon ausgegangen werden, dass der Gesetzgeber dies nicht
gewollt habe. Daraus folgt, dass die Erben, die Voraussetzung des Alters oder der Invalidität
nicht erfüllen müssen, um sich auf Art. 37b DBG berufen zu können.
e) Bis zum Tod des Erblassers am 10. Dezember 2010 erfolgte damit keine Wil-
lensbekundung hinsichtlich einer Privatentnahme. Im Gegenteil bestand zwischen dem Erblas-
ser und der Steuerverwaltung ein gegenseitiges Einvernehmen dahingehend, dass die Überfüh-
rung erst im Jahr 2011 und damit unter dem neuen Recht gemäss USTR II stattfinden sollte.
Auch vor diesem Hintergrund ist der gegenüber der Steuerverwaltung erhobene Vorwurf des
Vertreters, die Überführung hätte schon lange erfolgen müssen und eine Besteuerung sei heute
verjährt, zurückzuweisen. Eine solche Argumentation widerspricht vielmehr dem Grundsatz von
Treu und Glauben, der in Art. 5 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos-
senschaft vom 18. April 1999 (BV) ausdrücklich als ein Grundsatz rechtsstaatlichen Handelns
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genannt wird und aus Art. 9 BV folgt und in erster Linie den Schutz berechtigten Vertrauens
einschliesst. Jede Partei soll dem gegebenen Wort treu bleiben, und die Gegenpartei soll die-
sem Wort Glauben schenken, d.h. darauf vertrauen dürfen. Der Grundsatz gilt auch im Steuer-
recht und zwar sowohl für die Steuerbehörden wie auch für die Steuerpflichtigen in ihrem wech-
selseitigen Verhältnis. Er gebietet ein loyales und vertrauenswürdiges Verhalten im Rechtsver-
kehr (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Vorbemerkungen [VB] zu Art. 109 - 121 N 50, mit
weiteren Hinweisen).
7. Die Steuerverwaltung stellt sich auf den Standpunkt, zwar liege eine Reverslösung vor,
wonach die Liegenschaft im gegenseitigen Einvernehmen erst im Jahr 2011 überführt werden
sollte. Da der Erblasser jedoch im Jahr 2010 verstorben sei und die Beschwerdeführerin den
Schreinereibetrieb nicht weitergeführt habe, sei die Überführung per Todestag erfolgt und daher
zu Recht auf diesen Zeitpunkt besteuert worden.
a) Mit Ehe- und Erbvertrag vom 10. Februar 1989 zwischen der Tante der Pflichti-
gen (verstorben am 2. Oktober 1994) und dem Erblasser wurde die Beschwerdeführerin als
Alleinerbin eingesetzt. Der Antritt der Erbschaft erfolgte nach Durchführung eines Öffentlichen
Inventars, mit Auskündungsfrist vom 10. Februar bis 25. März 2011, mit Annahmeerklärung der
Pflichtigen am 18. April 2011. Konsequenz des Öffentlichen Inventars war, dass gemäss Art.
589 Abs. 1 ZGB die im Inventar verzeichneten Schulden und Vermögenswerte auf die Pflichtige
übergingen. Die Haftung ist gemäss Art. 589 Abs. 3 ZGB grundsätzlich auf die Schulden be-
schränkt, die im Inventar verzeichnet sind. Gemäss Art. 590 Abs. 1 ZGB sind Erben grundsätz-
lich nicht haftbar für Forderungen, deren Anmeldung durch die Gläubiger versäumt wurde. Im
Öffentlichen Inventar wurde die Pflichtige darauf hingewiesen, dass für Steuerschulden und
andere öffentlichrechtliche Forderungen keine Anmeldungspflicht bestehe; bei Annahme der
Erbschaft unter Öffentlichem Inventar würden die Erben für offene Steuerschulden des Erblas-
sers also auch dann haften, wenn diese nicht verzeichnet seien. Nach Rechtsprechung des
Bundesgerichts besteht von Bundesrechts wegen keine Anmeldungspflicht für die auf die Erben
übergehenden Steuerschulden eines Erblassers. Da die Steuerforderung ihre Grundlage im
öffentlichen Recht habe, sei es dem öffentlichen Recht vorbehalten zu bestimmen, ob und unter
welchen Bedingungen die Steuerforderung gegen den Erblasser auf dessen Erbe übergeht
bzw. ob der Fiskus, um seine Rechte nicht zu verlieren, sie in ein öffentliches Inventar anzu-
melden habe. Die Art. 589 und 590 ZGB seien auf öffentlichrechtliche Forderungen nicht an-
wendbar, wenn nicht das kantonale öffentliche Recht deren Geltung ausdrücklich vorbehalte.
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Eine abweichende kantonale Regelung oder Praxis verletze somit den Grundsatz der deroga-
torischen Kraft des Bundesrechts nicht und verstosse auch nicht gegen Sinn und Zweck des
Bundesprivatrechts (BGE 102 Ia 483, E. 5 und 6; BSK ZGB II - Wissmann/Vogt/Leu, Art. 589 N
5, mit weiteren Hinweisen). Da den einschlägigen basellandschaftlichen Normen keine abwei-
chende Regelung zu entnehmen ist und auch keine abweichende Praxis besteht, ergibt sich
demzufolge, dass für Steuerforderungen keine Anmeldung im Öffentlichen Inventar zu erfolgen
hat und die Erben für die im Inventar nicht angemeldeten öffentlichrechtlichen Forderungen
vollumfänglich haften. Vorliegend haftet die Pflichtige damit auch für die im Öffentlichen Inven-
tar nicht angemeldeten Steuerforderungen des Erblassers.
b) Gemäss der in Art. 560 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. Dezem-
ber 1907 (ZGB) statuierten Universalsukzession erwerben die Erben die Erbschaft als Ganzes
(BSK ZGB II - Schwander, Art. 560 N 2). Damit treten die Erben grundsätzlich in alle Rechte
und Pflichtigen des Erblassers ein. Die Pflichtige hat damit nicht nur, wie hiervor gesehen, die
Haftung für die Steuerforderungen übernommen, sondern kommt, infolge Übergangs des Ge-
schäftsvermögens auch in den Genuss der vom Erblasser mit der Steuerverwaltung vereinbar-
ten Reverslösung, welche nicht, von was die Steuerverwaltung fälschlicherweise auszugehen
scheint, mit dem Tod des Erblassers endet, zumal seitens der Steuerverwaltung kein entspre-
chender Vorbehalt angebracht worden ist.
c) Hinsichtlich eines geerbten Geschäftsbetriebes bleibt es den Erben überlassen,
ob sie die selbständige Erwerbstätigkeit fortsetzen oder beenden. Dies erlaubt es den Erben,
selbst zu entscheiden, ob sie die Steuerfolgen einer Privatentnahme im Zeitpunkt des Erbgangs
eintreten lassen oder die Liegenschaft, zumindest vorerst, im Geschäftsvermögen belassen
wollen. Es stehen namentlich drei Varianten zur Verfügung: Erstens können die Erben die Lie-
genschaften durch Erklärung gegenüber der Steuerverwaltung ins Privatvermögen überführen,
womit der Kapitalgewinn nach Art. 18 Abs. 2 DBG steuerbar wird. Zweitens besteht die Mög-
lichkeit, die Tätigkeit des Erblassers in der bisherigen oder einer modifizierten Form fortzuset-
zen, woraus sich ohne weiteres der Schluss auf eine selbständige Erwerbstätigkeit ergibt. Die
Besteuerung des Kapitalgewinns wird diesfalls bis zum Zeitpunkt einer allfälligen Realisation
aufgeschoben (Art. 18 Abs. 2 DBG). Schliesslich ist, drittens, zulässig, die Liegenschaften unter
Aufschub der Steuer auf dem Kapitalgewinn zunächst einmal im Geschäftsvermögen zu belas-
sen, auch wenn die Erben die vom Erblasser ausgeübte Geschäftstätigkeit nicht aktiv weiterfüh-
ren (vgl. BGE 2C_515/2013, E. 2.4.2).
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d) Relevant ist demnach, welche der vorgenannten Handlungsvarianten die Be-
schwerdeführerin gewählt hat. Wie gesehen, erfolgte der Antritt der Erbschaft und damit des
Schreinereibetriebes im Jahr 2011. Einen Entscheid über die drei hiervor erwähnten Varianten -
Überführung ins Privatvermögen, Fortführung des Geschäfts, Belassen im Geschäftsvermögen
ohne Weiterführung der Geschäftstätigkeit - konnte damit seitens der Pflichtigen im vorliegend
strittigen Steuerjahr 2010 naturgemäss gar noch nicht vorgenommen werden. Überdies liegt die
von der Praxis geforderte ausdrückliche Erklärung gegenüber der Steuerverwaltung, die Lie-
genschaft vom Geschäfts- ins Privatvermögen überführen zu wollen, bis heute, geschweige
denn für das Steuerjahr 2010, nicht vor. Die Pflichtige hat zwar ab Herbst des Jahres 2011 und
im Jahr 2012 den Schreinereibetrieb, in dem sie wertloses Material entsorgte und die noch vor-
handenen Maschinen verkaufte, liquidiert und zudem die fragliche Liegenschaft in der Steuerer-
klärung des Jahres 2011 als Privatvermögen deklariert. Ob diese implizite Geschäftsaufgabe
indes genügt, um eine Privatentnahme anzunehmen, kann vorliegend, da hier über das Steuer-
jahr 2010 zu entscheiden ist, offen bleiben.
e) Zu guter Letzt bleibt darauf hinzuweisen, dass die Besteuerung mit der Reverslö-
sung in gegenseitigem Einvernehmen zwischen dem Erblasser und der Steuerverwaltung ins
Steuerjahr 2011, mit dem Ziel einer milderen Besteuerung aufgrund der Gesetzesnovelle der
USTR II, aufgeschoben wurde. Die Reverslösung gilt aufgrund der Universalsukzession wie
gesehen auch für die Pflichtige. Auch die Steuerverwaltung hat sich daran zu halten. Eine Be-
steuerung im Steuerjahr 2010 verstösst daher nicht nur gegen die Vereinbarung, sondern auch
gegen den Grundsatz von Treu und Glauben.
f) Aus alledem ergibt sich, dass die Steuerverwaltung, jedenfalls für das Steuerjahr
2010, zu Unrecht von einer Überführung der Liegenschaft vom Geschäfts- ins Privatvermögen
ausgegangen ist und einen Liquidationsgewinn besteuert hat.
g) Aus den vorstehenden Ausführungen zeigt sich, dass eine Besteuerung zwar
nicht im Jahr 2010, aber wohl im Jahr 2011 zu erfolgen hat. Da sich die Pflichtige, soweit er-
sichtlich bis heute nicht auf den Aufschubtatbestand gemäss Art. 18a DBG berufen hat, wird die
Überführung der Liegenschaft vom Geschäfts- ins Privatvermögen, sofern die Voraussetzungen
erfüllt sind, nach Art. 37b DBG, auf den sich wie gesehen auch die Pflichtige als Erbin berufen
kann, zu erfolgen haben. Die entsprechende Berechnung des Liquidationsgewinns wird alsdann
von der Steuerverwaltung vorzunehmen sein, wobei für den Überführungswert wohl auf die
Verkehrswertschätzung der Steuerverwaltung vom 18. Juli 2014 in Höhe von Fr. 430‘000.--,
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zumal dieser Wert seitens des Vertreters dem Grundsatz nach nicht bestritten worden ist, ab-
gestellt werden kann. Dass dieser Wert plausibel ist, ergibt sich auch aus dem Kaufvertrag be-
treffend Mutation Nr. 911 vom 7. Mai 2008, mit welcher der Erblasser einen Streifen im Halte
von 94m2 von der Parzelle Nr. 62 GB X._ zu einem Quadratmeterpreis von Fr. 470.-- ver-
kauft hat. Multipliziert man die der Parzelle verbleibenden 873 m2 (967m2 ./. 94m2) mit Fr.
470.-- resultiert ein reiner Landwert von Fr. 410‘310.--. Überdies wurde die Liegenschaft im Öf-
fentlichen Inventar vom 7. April 2011 mit Fr. 510‘000.-- geschätzt, wobei dieser Wert in die Ver-
anlagungsverfügung der Erbschaftssteuer vom 29. Juni 2011 einfloss, welche seitens der
Pflichtigen unangefochten blieb. Schliesslich liegt eine Verkehrswertschätzung der Baselland-
schaftlichen Gebäudeversicherung (BGV) vom 11. April 1985 vor, welcher ein Neuwert von Fr.
426‘900.-- zu entnehmen ist. Vorliegend ist der Gebäudeversicherungswert im Jahr 2011
massgebend, so dass der Wert von Fr. 426‘900.-- entsprechend zu indexieren ist. Der BGV-
Index belief sich im Jahr 1985 auf 100 Punkte, jener im Jahr 2011 auf 130 Punkte, was eine
Indexierung von 1.3 (130/100) bzw. ein Gebäudeversicherungswert im Jahr 2011 von Fr.
555‘000.-- (= Fr. 426‘900.-- x 1.3) ergibt. Aus alledem ergibt sich, dass der von der Steuerver-
waltung angenommene Verkehrswert von Fr. 430‘000.-- moderat ausgefallen ist. Von diesem
Wert ist wie hiervor dargetan, gestützt auf das Massgeblichkeitsprinzip, der Buchwert der Lie-
genschaft abzuziehen. Entgegen der Ansicht des Vertreters, welcher den Antrag stellte, es sei
zufolge Eintretens der Veranlagungsverjährung gar keine Steuer zu erheben, wird der Gewinn
aus der Überführung der Liegenschaft vom Geschäfts- ins Privatvermögen also zu besteuern
sein. Da aufgrund der Privilegierung gemäss der USTR II alsdann wohl eine mildere Besteue-
rung als im Steuerjahr 2010 resultieren wird, ist die Beschwerdeführerin mit ihren Begehren zu
rund 80% durchgedrungen.
Damit ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen.
8. Es bleibt über die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu befinden.
a) Ausgangsgemäss sind der Beschwerdeführerin reduzierte Verfahrenskosten in
Höhe von Fr. 200.-- aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG).
b) Nach Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 bis 3 des Bundesgesetzes über
das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG) kann bei Beschwerden in Steuer-
sachen der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Beizug eines Vertreters eine ange-
messene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Mit Honorarno-
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te vom 20. August 2015 machte der Vertreter eine Parteientschädigung, ohne Hauptverhand-
lung, in Höhe von insgesamt Fr. 5‘688.90 geltend, welche sich aus 16.50 Stunden à Fr. 300.--
zuzüglich Auslagen von Fr. 317.50 und Mehrwertsteuer (MWST) von Fr. 421.40 zusammen-
setzte. Der gerichtlich anerkannte Stundensatz für Anwälte beträgt Fr. 250.-- (vgl. Entscheid
des Kantonsgerichts des Kantons Basel-Landschaft vom 17. Juni 2009, publ. in: Baselland-
schaftliche und Baselstädtische Steuerpraxis [BStPra], Bd. XIX, S. 559 ff.). Für die heutige Ver-
handlung sind 2 weitere Stunden zuzusprechen, was ein Total von 18.50 Stunden ergibt. Das
Honorar beläuft sich entsprechend auf Fr. 5‘337.90 (= 18.50 Stunden x Fr. 250.-- zuzüglich Aus-
lagen und MWST). Entsprechend ihrem teilweisen Obsiegen im Umfang von 80% resultiert eine
reduzierte Parteientschädigung von Fr. 4‘270.30. Notwendig sind Parteikosten, die zur sachge-
rechten und wirksamen Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung der besonderen Umstände
des Einzelfalls objektiv unerlässlich sind (vgl. BGE 130 II 200, E. 7). Den Gerichten kommt bei
der Festsetzung der notwendigen Kosten ein weiter Ermessensspielraum zu (BGE vom 26. Mai
2003, 2a.363/2002, E. 5). Der betriebene Aufwand muss demnach vertretbar sein. Vorliegend
wurde eine umfangreiche Rechtsschrift eingereicht, die dem Steuergericht bei der Entscheidfin-
dung indes kaum weitergeholfen hat. Insbesondere die Ausführungen zur angeblichen Verjäh-
rungsproblematik gingen an der zu entscheidenden Frage vorbei. Das Steuergericht kommt
daher zum Schluss, dass lediglich die Hälfte der vorstehend berechneten reduzierten Parteient-
schädigung in Höhe von Fr. 4‘270.30 als notwendige Bemühungen zu vergüten ist. Demnach
beläuft sich die reduzierte Parteientschädigung, die der Beschwerdeführerin zu Lasten des
Staates resp. der Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft zuzusprechen ist, auf Fr.
2‘135.15 (inkl. Auslagen und MWST).
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