Decision ID: 2173e912-820c-4ad2-89ee-b13c8b9950a7
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1980
geborene
X._
war seit
1.
Juli 201
6
in einem Teilzeiter
werbspensum von 12 Stunden pro Woche
als
Sachbearbeiterin
bei der
Y._
GmbH
angestellt und
in dieser Eigenschaft
bei der ÖKK Kranken- und Unfall
versicherungen AG
(ÖKK)
gegen die Folgen von Unfällen ver
sichert (
Urk.
8/1
.1
). Am 1
4.
August
2017 kollidierte sie
als Autolenkerin
frontal
mit einem auf
ihrer Fahrbahn entgegenkommenden
Fahrzeug
(
Urk.
8/1.2).
Die
ÖKK
holte Berichte der behandelnden Ärzte ein
(vgl.
Urk.
8/4, 8/7, 8/8,
8/11, 8/13,
8/14, 8/15, 8/16), zog
den
Polizeibericht (
Urk.
8/10) und
ein technisches Gutachten zur kollisions
be
ding
ten Geschwind
igkeitsänderung
bei
(
Urk.
8/12) und legte die Unterlagen zur Stellungnahme ihrem beratenden Arzt vor (
Urk.
8/17 Stellungnahme vom 1
4.
Dezember 2017). Am 2
7.
Dezember 2017
kündigte sie den Fallabschluss und
die Einstellung der
Versicherungsleistungen per 11.
September 2017 an (
Urk.
8/19
). Nach Einwendungen der Versicherten
(
Urk.
8/22) und
erneuter
Stellungnahme
des
beratenden Arzt
es
(vgl.
Urk.
8/27)
,
verfügte die ÖKK am 1
6.
Februar 2018 in angekündigtem Sinne (
Urk.
8
/
31
)
.
Gegen diesen Entscheid erhob die Versicherte am 1
3.
März 2018
Einsprache
(
Urk.
8/36
/1-4
)
.
Die
ÖKK
legte den Fall
ein weiteres Mal
ihrem beratenden Arzt zur Beurteilung vor (
Urk.
8
/
38
) und wies mit
Einspra
cheentscheid
vom 2
6.
Juli
2018 die Einsprache ab
(
Urk.
2)
.
2.
Hierg
egen erhob die Versicherte am 1
1.
September
2018 (
Urk.
1) Beschwerde mit den Anträgen (S. 2), der
Einspracheentscheid
sei
aufzuheben und
es seien
über den 11. September 2017 hinaus
die gesetzlichen Leistungen
aufgrund der Folgen des Unfalls vom
1
4.
August 2017
zu erbringen
; unter Entschädigungsfolgen sowie Ersatz der Auslagen
von
Fr.
700.--
für den Bericht von
Dr.
Z._
vom 1
0.
März 201
8.
Die ÖKK beantragte i
n ihrer
Beschwerdeantwort vom 28.
Septem
ber 2018
die
Abw
eisung der Beschwerde (
Urk.
7
)
.
Am
8.
Oktober 2018 reichte die Beschwerdeführerin weitere Unterlagen ein (
Urk.
11 und
Urk.
12).
Hiervon wurde der Beschwerdegegnerin am 1
1.
Oktober 2018 Kenntnis gegeben (
Urk.
13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfall
folgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet
werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenver
siche
ru
ng abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass e
in Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen
ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Beding
ungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohn
e dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie
gen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweis
grundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und
Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach
Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das An
stellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
in
ternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründet ihren
Entscheid damit (
Urk.
2
Ziff.
2.7
),
dass
am 1
4.
August 2017 ein Unfallereignis stattgefunden
habe
, welches kurzzeitig zu
einer Beeinträchtigung der Gesundheit geführt habe.
Für
die ü
ber den 12.
Septem
ber 2017 hinaus bestehenden Beschwerden herrsche unter den Medi
zinern Einigkeit, dass diese zumindest teilweise auf die Wirbelkörperfraktur zu
rückzuführen sei
en. Jedoch sei fraglich. o
b diese Fraktur beim Unfall ent
stan
den oder degenerativ bedingt sei
(
Ziff.
2.8)
.
Der beratende Arzt
A._
habe
diesbezüglich
festgehalten, dass die leichte Deckplattensinterungsfraktur ohne
Wirbelkörperhinterkantenbeteiligung
oder intraspinale Komplikation über
wie
ge
nd wahrscheinlich unfallfremd sei und der Status quo sine im Zu
sam
men
hang mit
der unfallbedingten HWS-Distorsion rund
vier
Wochen nach dem Ereig
nis er
reicht
sei (
Ziff.
2.11)
. Damit bestehe ab
dem 12.
September 2017
kein An
spruch mehr
auf Leistungen
aus der Unfallversicherung und da die zusätzlichen Abklärungen durch
Dr.
Z._
für die Abklärung des medizinischen Sach
verhaltes nicht notwendig gewesen seien, seien auch die (Abklärungs-) Kosten nicht durch die Unfallversicherung zu tragen (
Ziff.
2.18).
Im Verfahren führte sie aus (
Urk.
7
Ziff.
18), werde im Verlaufe der Abklärungen eine neue Diagnose gestellt, habe die versicherte Person den natürlichen Kausal
zusammenhang zwischen dem neu festgestellten Gesundheitsschaden und dem Unfallereignis zu beweisen. Diese Beweislastverteilung sei hier insofern von Bedeutung, als die Deckplattensinterungsfraktur
,
die Beschwerden verursache
,
nie als unfallkausal anerkannt worden sei.
Auch sei d
as
Unfallereignis
nicht geeignet
,
eine Wirbelkörperfraktur
zu bewirken, da
eine axiale Stauchung
bei einem Frontalz
u
sammenstoss
nicht stattfinde
und
nie i
rgendwelche Begleitverletzungen festgestellt wo
rden
seien
,
was
bei einer trau
matischen Fraktur
zu erwarten
gewesen
wäre
und die Beschwerdeführerin habe auch nie über
einen axialen Stauchungsschmerz geklagt
(
Ziff.
25)
.
2.2
Die
Beschwerdeführer
in
stellt sich auf den Standpunkt (
Urk.
1 S.
7
),
d
er Ver
trau
ensarzt der Beschwerdegegnerin sei Anästhesist und verfüge nicht über das Fach
wissen zur Beurteilung der strittigen Kausalitätsfrage.
D
er von ihm erwähnten
DGU-
Patienteninformation über
das Entstehen von isolierten
Deckplattenimpres
sions
frakturen
sei zu entnehmen
, dass die Wirbelkörperfraktur am häufigsten b
ei älteren Patienten mit Osteoporose vorkomme
und
am häufigsten die untere
Brustwirbelsäule und die obere L
endenwirbelsäule betreffe
.
Sie
(die Beschwerde
führerin)
sei aber noch jung, habe keine Osteoporose,
der betroffene Brustwirbel
(BWK 2) sei im oberen Bereich und sie
habe
auch
kein
Tumorleiden,
so
dass
auch diese Ursache
ausscheide. I
hre
Knochenstruktur
sei
krankheitsbedingt
nicht ge
schwächt gewesen
, weshalb ein spontaner Bruch als Ursache
ausscheide.
Die DG
U
-Patientendokumentation bestätige auch
, dass
Wirbelfrakturen
im Röntgen nicht erkennbar seien
und dies entkräfte
auch das weitere Argument des Vertrau
ensarztes
der Beschwerdegegnerin, welcher
auf das Ergebnis der Röntgenunter
suchung vom 1
5.
August 2017
hinweise. Demgegenüber habe Dr.
Z._
in seinem Bericht vom
1
0.
März 2018 begründet
, weshalb es keine andere Erklärung für die Entstehung der am 2
9.
August 2017 nachgewiesenen, frischen Deck
platten
sinterungsfraktur von
Th2 gebe als den Unfall vom 14.
August 201
7.
Er verfüge
als Facharzt der Rheumatologie
auch
über das erforderliche Fachwissen zur Beurteilung der Kausalitätsfrage.
Der Nachweis für das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen sei weder per 1
1.
September 2017 noch für einen späteren Zeitpunkt erfüllt und die gesetzlichen Leistungen über den 1
1.
September 2017 hinaus zu erbringen.
Es
seien ihr
auch
die Auslagen für den Bericht von
Dr.
Z._
zu ersetzen
,
da sich der medizinische Sachverhalt erst aufgrund des neu beige
brachten Untersuchungsergebnisses habe feststellen lassen (S. 12).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht hinsichtlich des Unfalls vom
1
4.
August 2017 mit Wirkung ab 1
1.
September
2017 zu Recht verneint hat, weil zwischen den noch geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis kein Kausalzusammenhang besteht, oder ob diese Beschwer
den auf den erlittenen Unfall zurückzuführen sind.
3.
3.1
Dr.
B._
, Spezialarzt FMH Neurologie, stellte am
3.
Februar
2017 (
Urk.
8/
16) die folgenden Diagnosen:
-
funktionelles
Hemisyndrom
links
-
muskuläre Insuffizienz bei Dekonditionierung,
psychogenem Sympto
men-
Komplex mit Überforderungszeichen
-
rezidivierend
lumbospondylogenes
Syndrom linksbetont bei anam
nes
tisch
Spondylolyse L5/S1
Im Vordergrund stehe eine muskuläre rasche Erschöpfung, welche mehrheitlich im Rahmen einer Dekonditionierung erklärt werden könne, andererseits bestehe eine Tendenz zu Überforderungssituationen im Alltag, Stressintoleranz mit Ge
fühl eines nicht mehr „kooperierenden Hirns". Die Beschwerdeführerin fühle sich dann wie blockiert.
3.2
3.2
.1
Im Bericht des Kant
onsspitals
C._
über die a
mbulante Behandlung vom 1
5.
August 2017 berichteten die Ärzte (
Urk.
8/4), die Einweisung der Be
schwerdeführerin sei auf hausärztliche Zuweisung vom 1
5.
August 2017 erfolgt. Sie sei am Vortag mit dem PW auf der Landstrasse unterwegs gewesen und im Kurvenbereich mit einem entgegenkommenden PW frontal kollidi
ert. Sie sei ange
gurtet gewesen und
die Airbags hätten beide ausgelöst. Bei der Erstunter
su
chung am 1
4.
August 2017 durch den Rettungsdienst
sei
der Trauma-Check unauffällig gewesen. Die Beschwerdeführerin habe eine Amnesie verneint und die initiale Zuweisung ins Spital
sei im
Hinblick auf die psychologische Gesamt
situation (Spitalphobie, Depression) verweigert
worden
. Im Tagesverlauf hätten sich
dann
kontinuierlich HWS-Beschwerden eingestellt, die durch Eigenmedika
tion nicht beherrschbar gewesen seien. Weitere Beschwerden seien verneint worden und zur Abklärung und zum Ausschluss von
Traumafolgen
sei nun die Zuweisung im Notfall erfolgt.
Im Röntgen der HWS
ap
/lateral/
Dens
vom 1
5.
August 2017 zeigten sich keine Frakturen.
Im Lokalstatus der Halswirbelsäule (HWS) sei die Mittellinie indolent
.
Es bestünden
Druckdolenzen
links paraverte
bral u
nd am Musculus trapezius.
Der
Range
-
of
-m
otion
(Bewegungsumfang) sei schmerzbedingt eingeschränkt.
Es
wurde
die Diagnose
eine
r
HWS-Distorsion
fest
gehalten und eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vom 1
5.
bis 1
8.
August 2017 attestiert.
3.2
.2
D
ie zuständigen Ärzte des
Instituts für Radiologie und Nuklearmedizin des
C._
führten am selben Tag aus
(
Urk.
8/7)
, zum Vergleich bestehe keine Vorunt
er
suchung. Es zeige sich eine sieben
gliedrige HWS wahrscheinlich
mit
schmerz
bedingt
er
Streckhaltung.
Der
Dens
axis
sei
diskret
dezentriert, bei kongruenten
Atl
antoaxialgelenken
aufgrund
einer
R
otation im
Atlantodentalgelenk
. Es bestehe ein regelrechtes Al
ignement
der
HWS und eine regelrechte Artikulation der Facettengelenke. Ein g
espalten
er Processus spinosus des HWK6 sei konsti
tu
tionell bedingt und es zeigten sich keine Frakturen und die W
eichteile
seien
unauffällig.
3.2
.3
I
m Dokumentationsfragebogen
über
die Erstkonsultation nach kranio-zervika
lem Beschleunigungstrauma vom 1
3.
Oktober 2017
(
Urk.
8/8/2f.) wiesen die Ärzte des
C._
auf die
Erstbehandlung der Beschwerdeführerin am
1
4.
August 2017
hin. Es hätten
vor dem Unfall behandlungsbedürftige Beschwerden an Kopf, Nacken, Rücken, Augen, Psyche sowie eine linksseitige Muskelschwäche
bestanden
.
Im Untersuchungsbefund
zeigten sich
b
ei der Beweglichkeitsprüfung der HWS
keine Schmerzen bei Flexion und Extension
,
aber Schmerzen bei Rechts- und Links
drehung und rechts- und links Seitenneigung
. Es bestünden
paravertebra
le
Druck
dolenzen
beidseits,
ein Ruheschmerz
,
aber kein Stauchungsschmerz
sowie
Schmerzen und Funktionseinschränkungen am linken Unterarm. Die neurolo
gische Untersuch
u
ng zeige normale Sehnenreflexe und
die aktuelle Bewussts
eins
lage ergebe auf
der Glasgow
Coma
Skala (GCS)
einen Wert von
1
5.
Es
bestünden
ein
e
Angststörung, Panikattacken und eine Depression. Als äussere Verletzungen zeig
t
e
n sich
eine Schürfung am linken Unterarm und e
in Hämatom an Clavicula links. Es wurde die klinische Präsentation der Beschwerden in
Anlehnung an die Quebec-Task-Force-Kl
assifikation mit
Grad II
bewertet, Analgetika verordnet und vom 1
4.
bis 2
0.
August 2017 eine
Arbeitsunfähigkeit attestiert.
3.3
Im MRI (Magnetresonanztomograp
hie) vom 2
9.
August 2017 (
Urk.
8
/1
1) wies
Dr.
D._
, Facharzt für Radiologie FMH,
zum Vergleich
a
uf eine Vor
unter
suchung vom 30.
Dezember 2016
hin.
Auf Höhe C0
bis C4 bestehe ein Normalbefund, auf C4 bis C7
zeige sich
eine le
ichte Bandscheibendegeneration
mit kleinen
schmalbasigen
medianen, nicht
neurokompressiven
Diskushernien.
Das
Myelon
sei normal, die
Neuroforamina
frei
und
die
Fac
ettengelenke
normal
ohne
Nachweis einer Fraktur. Auf Höhe C7/Th1 ergebe sich ein Normalbefund. Auf Höhe Th1 bis Th5 zeige sich eine frische Deckplattensinterungsfraktur von Th2 bei erhaltener
Wirbelkörperhinterkante
.
Es bestehe keine i
ntraspinale
Kom
pli
kation
und
es zeige sich
nur
eine
diskrete Keilwirbeldeformität mit einem Keilwirbelwinkel von ca. 4 bis 5°.
Die
Neuroforamina
sei
en
frei und die ü
brige
n
ossäre
n
Strukturen unauffällig
.
Unter Beurteilung führte
der
Radiologe aus, e
s besteh
e
eine leichte Deck
platten
sinterungsfraktur von Th2 ohne
Wirbelkörperhinterkantenbeteiligung
oder intra
spinale Komplikation und stationäre leichte Segmentdegenerationen C4 bis C7 mit unverändert kleinen, nicht
neurokompressiven
Diskushernien.
3.4
Im Verlaufsbericht der
Klinik
E._
vom 2
6.
Oktober 2017
(
Urk.
8/14)
führten
F._
und
Dr.
G._
aus, die Beschwerdeführerin leide
seit Oktober 2016
unter einer halbseitigen Lähmung mit
«
Verdacht auf st
ress
bedingt»
.
Wegen der Angst vor dem Spital
sei sie
zur Behandlung gekom
men.
Bei der Untersuchung
sei
kla
r
geworden
, dass sie unter Zwängen leide.
Aufg
rund des plötzlichen Autounfalls
sei
es noch nicht möglich
gewesen
,
das Thema Zwänge zu vertiefen
.
Sie sei s
e
it dem 1
1.
Juli
2017 einmal pro Woche
in psychiatrischer Behandlung
und
es sei
die Erstbehandlung
bei ihnen
am
22.
August 2017 erfolgt
,
nachdem
keine organischen Ursachen für diese Läh
mung ha
be festgestellt werden können
. B
ei der anamnestischen Untersuchu
ng sei klargeworden, dass dies s
tressbedingt sei, da
die Beschwerdeführerin
z
uhause mit einem Grundschulkind
mit A
DHS Verdacht
belastet sei.
3.5
Im MRI vom 2
2.
Januar 2018 (
Urk.
8/36/10)
wies
Dr.
D._
auf die Vor
unter
suchung vom 2
9.
August 2017 hin und hielt fest, es
zeige sich
eine
vollständige
Regredienz
der Knochenmarködeme im Bereich der Deckplatte von Th
2.
Die
nur diskrete Keilwirbeldeformität von 5°
sei
unverändert,
das
Alignement der zervi
kalen und thorakalen Wirbelkörper
zeige sich
harmonisch
und d
ie
Bogenwurzeln und Facettengelenke von C0 bis Th9 seien reizlos und intakt. Eine leichte
Oste
ochondrose
mit kleiner
rezessal
rechtsbetonter Diskushernie bestehe auf Th7/Th8
und auf C4/C5
sowie
C5/C6 zeige sich eine stationäre leichte Bandscheiben
de
generation mit kleinen nicht
neurokompressiven
Diskushernien. Die
Neurofora
mina
sei
en
unverändert
frei und unverändert
bestehe
ein reizloser, kranio
zervi
kaler Übergang mit intaktem
Dens
.
Unter Beurteilung
hielt der Radiologe fest
, es bestehe eine
vollständige Restitutio der Deckplattenkompressionsfraktur von Th2 mit nur minimaler Restwirbelde
formität von 5°. Es ergebe sich kein Nachweis eines aktiven Knochenumbaus und
die leichte degenerative
Veränderung der unteren HWS und eine kleine Diskus
hernie auf Th7/Th8
rezessal
rechts seien stationär.
3.6
Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin und Vertrauensarzt SGV
A._
führte in seiner Aktenbeurteilung vom 1
2.
Februar 2018 aus (
Urk.
8/27
S.
5
f.
),
die Beschwerdeführerin habe im Rahmen eines PW-Unfall
s eine HWS-Distorsion (ICD-10 S
13.4) erlitten. Dabei seien relevante, bereits vor dem Ereignis bestehende Komorbiditäten dokumentiert
und die
Diagnosen ICD-10 F40.9, F41.0 und möglicherweise F
60.5
hätten
bereits vorgelegen
.
Anamnestisch komme hin
zu
, dass weit vor dem
Ereignis
ein
funktionelles
Hemisyndrom
links,
eine
mus
kuläre Insuffizienz bei Dekonditionierung,
ein
psy
chogener
Symptomen-Kom
plex
mit Ü
berforderungszeichen und ein
lumbospondylogenes
Syndrom mit Spondy
lolyse L5/S1
bekannt
gewesen
seien.
Die konventione
lle Röntgenaufnahme der HWS vom
1
5.
August
2017
habe
in der
a.p.
-Aufnahme an
BWK 1 keiner
lei radio
logische Zeichen einer Wirbelkörperfraktur respektive
zu erwartende Begleitver
le
tzungen im Sinne eines Hämatoms
und/oder Weichteilschwellung
gezeigt
. Dieser Befund
sei
decku
ngsgleich mit dem schriftlichen
Befund
des
Institut
s für Radiologie
und Nuklearmedizin
des
C._
und der Befund korreliere
auch
gut mit dem fehlenden Stauchungsschmerz des Axialske
letts,
welcher im Dokumenta
tions
bogen für
die Erstkonsultation nach kraniozervikalem Beschleunigungs
trau
ma beurteilt worden sei. Das mit zeitlichem Abstand von 15 Tagen erfolgte MRI der HWS am 2
9.
August 2017 zeige eine leichte Deckplattensinterungsfraktur von Th2 ohne
Wirbelkörperhinterkantenbeteiligung
oder intraspinale Komplikation und zusätzlich Segmentdegenerationen C4 bis C7 mit unverändert kleinen, nicht
neurokompressiven
Diskushernien. Es zeig
t
en sich keinerlei
Traumafolgen
im Sinne von Begleitverletzungen, die bei traumatisch bedingten Wi
rbelkörper
frak
turen obligat seien.
Als anatomische B
esonderheit sei der BWS-Bereich
durch Rippen und den gesamten Brustkorb besonders m
echanisch geschützt, sodass ein
leichter Deckplatteneinbruch ohne nachw
eisliche Begleitverletzung respektive sofortigem
ärztlichem
Handlungsbedarf na
ch Ereignis unwahrscheinlich sei. Iso
lierte
Deckplatteneinbrüche von Wirbelkörpern (sog.
Sinterungen
) insbesondere der BWS
seien in
der natürlichen Kausalität
überwiegend wahrscheinlich
krank
heit
sbedingt.
3.7
Dr.
Z._
, Spezialarzt FMH für Rheumatologie und Physikalische Medizin
,
berichtet am 1
0.
März 2018 auf
Anfrage
der Beschwerdeführerin (
Urk.
8
/36/7), vor dem Unfall vom 1
4.
August 2017 sei die Beschwerdeführerin mehrmals in seiner Behandlung
gestanden
, letztmals am
9.
Januar 2017. Damals habe eine Dysästhesie und
Dyskoordination
linksseitig bestanden, die bereits durch den
Neurologen
Dr.
B._
abgeklärt worden sei. Abgesehen von etwas Druck
gefühl lumbal
hätten
zu dieser Zeit kaum Sch
merzen, weder im Nacken noch in
die Arme ausstrahlend
,
bestanden und i
m Vordergrund
sei
eine Ermüdungs
symp
tomatik mit
Dyskoordination
linkss
eitig gestanden. D
ie Kausalitätsbeurteilung von
A._
sei
medizinisch nicht nachvollziehbar
. Im MRI der HWS vom 2
9.
August 2017 sei eine frische Deckplattensinterungsfraktur Th2 mit Keil
wirbel
deformität von 4-5 Grad beschrieben.
A._
argumentiere
, dass bei der Notfallabklärung im KS-
O._
mit Durchführung eines HWS-Rönt
gens
vom 1
5.
August 2017 die
a.
p.
-Aufnahme an BWK 1 keinerlei radiologische Zeichen
einer Wirbelkörperfraktur respektive
zu erwähnende Begleitverletzungen im Sinne eines Hämatoms und/oder Weichteilschwellungen zeige. Erstens handelt es sich bei der Fraktur nicht um BWK 1 sondern um BWK 2, womit diese Aussage/Vergleich schon anatomisch inkorrekt sei. Zweitens seien in den kon
ventionellen Röntgenaufnahmen der HWS die thorakalen Brustwirbelkörper, wenn überhaupt, nur sehr schlecht beurteilbar. Selbst bei sehr schlanken Patien
ten seien in der seitlichen Aufnahme möglicherweise der erste Wirbelkörper noch mitbeurteilbar, der zweite Wirbelkörper sei dann durch den Schultergürtel
kom
plex überlagert. Ebenfalls seien Weichteilverletzungen wie Blutungen/Hämatome in konventionellen Röntgenbildern, wenn überhaupt, nur indirekt zu vermuten. Diese
könnten
dann wiederum in einer HWS-Aufnahme bei einer hochthorakalen Verletzung höchstens bei sehr gravierenden, massiven Blutungen, welche noch in den HWS-Bereich gelangten, als indirekte Zeichen vorhanden sein
. Inkorrekt sei
auch der Rückschluss, dass in
den konventionellen Aufnahmen vom
15.
August 20
17 kein
e
Hämatom
e
oder Weichteilschwellungen
beschrieben w
orden seien
, und entsprechend keine frische Fraktur vorhanden
gewesen sei
.
Korrekt sei zwar, dass bei einer Wirbelkörperfraktur Weichteilverletzungen, welche
im MRI meist erkennbar seien, zu erwarten wären. Bei einer reinen
lmpressions
- (Sinterungs-) Fraktur ohne Verletzung der Vorder- oder Hinterkante, wie dies bei
der Beschwerdeführerin der Fall sei
, könn
t
en W
eichteilverletzungen weitgehend
ausbleiben. Es
sei
auch zu berücksichtigen, dass die MRI-A
ufnahme 15 Tage nach dem Trauma
erfolgte, womit auch ein erheblicher
Teil von leichten Weichteil
verletzungen bereits
regredient
seien.
Dieser
Verlauf decke
sich auch
mit dem Ver
l
aufs-MRI vom 2
0.
Januar 2018
, welche
s
weiterhin eine Deckplattenim
pres
sionsfraktur
von Th2 mit vollständiger Ausheilung
bestätige und
Aktivitäts
zeichen der Fraktur
, wie
im
MRI
vom
2
9.
August 2017 nicht mehr vorhanden seien. Dies entspreche
dem normalen Verlauf einer frischen Impressionsfraktur, was wiederum gegen die
Kausalitätsbeurteilung
des Vertrauensarztes spreche. Zusätzlich liege ein MRI vom 3
0.
Dezember 2016 der HWS vor und hier sei
en
keine Frakturen vorhanden. Zumindest müsse somit davon ausgegangen werden, dass zwischen de
m 3
0.
Dezember 2016 und dem 29.
August 2017 ein trauma
tisches Ereignis mit erheblicher Krafteinwirkung eingetreten sei. Abgesehen vom
aktuellen Unfallereignis besteh
e anamnest
isch und aktenkundig sonst kein
für eine Impressionsfra
ktur adäquates Unfallereignis
. Es treffe auch
nicht zu, dass der Status quo sine vier Wochen nach
dem Unfallereignis vom 1
4.
August 2017 ein
getreten sei, nachdem der Vertrauensarzt selber die Diagnose einer HWS-Distor
sion aufführe und e
s bekannt und erwiesen
sei
, dass es sich bei HWS
-Distorsionen um
einen Symptomenkomplex verschiedenster Ebenen hand
le.
Der Verlauf
sei
je n
ach
Verletzungsgrad und Patient
höchst unterschiedlich.
V
on einem pauscha
l
vierwöchigen Verlauf auszugeh
en
und davon, dass der Vorzustand wieder erreicht
sei, entspreche
weder der medizinischen Evidenz noch der allgemeinen
Erfahrung.
Nach dem Unfallereignis vom 1
4.
August 2
017 und der
Erstkonsultation
bei ihm
am 25.
August 2017 habe
eine
kontinuierliche langsame Verbesserung stattge
funden. Die initiale ausgebaute Schmerzmedikation habe zwischenzeitlich voll
ständig ausgeschlichen werden könne
n
und die Beschwerdeführerin sei zuneh
m
end im Haushalt aktiv und nehme
wieder vermehrt an der Kinderbetreuung teil. Die Nachtruhe sei schmerzbedingt weniger gestört und in der klinischen Unter
suchung bei der letzten Konsultation vom
5.
März 2018 habe sich objektiv eine deutlich verbesserte HWS-Mobilisation gezeigt und die Rotation sei beidseits weitgehend frei. Auch
die
myofasziale
Symptomatik der
Nacken-Schulter-Mus
kulatur
sei deutlich
regredient
und w
ährend der ganzen Betreuung
seien
kein
e
neuen neurologischen Ausfälle aufgetreten.
3.8
Am 1
9.
Juni 2018 hielt der Vertrauensarzt
A._
fest (
Urk.
8/38/2), ergänzend sei zu prüfen, ob das Ereignis biomechanisch geeignet sei
,
durch einen entsprechenden Energieübertrag das detektierte pathologische anatomische Korre
lat (Deckplattenimpressionsfraktur Th2) im Beweisgrad überwiegend wahr
schein
lich in der natürlichen Kausalität zu bewirken.
Die bisherige Beurteilung der konventionellen Röntgenaufnahme vom 1
5.
August 2017 habe er missverständlich formuliert. Weiterhin sei über die Deckplattenim
pressi
onsfraktur des BWK
2 (Th2) zu diskutieren.
Die Beurteilung des BWK 1
sei
dahingehend
in die Analyse eingeflossen, als dass diese
Region in unmittelbar
er Nachbarschaft zum BWK
2 stehe
. Diese Untersuchung
sei
unm
ittelbar n
ach dem Ereignis
erfolgt
und als Echt
-Zeit-Dokument zu bewerten. Der
besonderen anato
mischen Situation des BWK2
sei es geschuldet,
wie
Dr.
Z._
richtig
aus
ge
führt
habe, dass eine radiologische
Beurteilung im seitlichen Strahlengang erschwert
sei
durch
zahlreiche Überlagerungsartefakte knöcherner
Anteile des Brustkorbes und der
Schulterregion. Diese Situation
sei
eine Etage höher
(BWK1) nicht vor
lie
gend. Anders gestalte
sich
jedoch
die Situation im anterioren-
posteriore
n
(
ap
-)
Strahlengang. Hier lasse sich bei
vorli
egender guter Au
fnahmequalität d
ie BWK1 und 2 mit fast gleichen
Überlagerungsartefakten beurteilen, so dass dieser (B
WK1) als Referenz innerhalb der gleichen Aufnahme diene
.
Dabei
ergebe sich
kein
Anhalt für:
1.
Begleitverletzungen, welche
zu erwarten
wären, da isolierte Deckplatten
im
pressionsfrakturen unwahrscheinlich traumatisch bedingt se
ien, sondern
eher spontan aufträ
ten
2.
I
n den angrenzen
den Regionen (hier BWK1) von
nachweisbaren
Trau
ma
folgen
3.
In der ROI (Region
of
interest
) des BWK2
die gleiche Abbildung
,
wie in der angrenzenden Region des BWK1
Somit sei
en
in diesen Rö
ntgenaufnahmen keine Ereignisfolge
n
dokumentiert.
Der besonde
ren anatomischen Position des
BWK
2
sei in der Beurteilung Rechnung zu
tragen, da die Mobilität des BWK2 im Verglei
ch zu
den
Wirbelkörpern der HWS deutlich
reduziert
sei
. Die BWS bilde über die gelenkigen
Verbindungen mit den Rippen den
knöchernen dorsalen Pol des Brustkorbes (Thorax
), welcher ventral knöchern vom Brustbein gebildet werde
. Dadurch
sei die Mobilität der Wirbel
körper (WK)
im
T
h
oraxbereich
eingeschränkt
. Diese a
natomische Ausgangslage bedeute
, dass eine ausschliesslich isolierte Deck
plattensinterungsfraktur, die
bei
spielsweise
pathognom
on
isch für eine Osteoporose sei, ohne entsprechende Be
gleit
verletzung im Sin
ne von Hämatom
en
oder
l
igamentäre
Zerreissung,
unwahr
scheinlich sei. Das Fehlen von Begleitverletzungen sei der Nachweis, dass es sich um keine Ereignisfolge handle.
Der Kraftübertrag eines äusseren Impulses (Anschlag der PWs) auf den mensch
lichen Körper entstehe nicht ausschliesslich an einem fokussierten Ort, sondern der Energievektor hinterlasse auf seinem Weg zum Fokus ein nachvollziehbares Schadensmuster. Ein adäquates Trauma zur Bewirkung einer isolierten Wirbel
körperfraktur wäre eine axiale Stauchung mit Impressionsfraktur mehrerer Wir
bel
körper in der Kette und Begleitverletzungen. Vorliegend sei der Unfallmecha
nismus als Akzelerationstrauma und Rebound zu bezeichnen und hierfür seien HWS-Verletzun
gen (HWS-Distorsion) die Regel,
sodass die ereignisbedingte Kraft
einwirkung auf die geschädi
gte Region mit einer isolierten
Verletzung, aus
schliesslich der Deckplatte
,
als ereignisfern zu beurteilen
sei
.
Dem Zeitargument, dass zwischen dem 3
0.
Dezember 2016 und dem 2
9.
August 2017 eine Deck
plattenimpressionsfraktur stattgefunden habe
,
sei
dabei
nicht zu widersprechen, dies sei jedoch für die Kausalität nicht beweisend.
Somit sei
en
in der
Echtzeitbefundung
der konventionellen
ap
-Aufnahme weder eine Fraktur und/oder Weichteilschwellung respektive
Traumafolgen
im Bereich der HWS als auch im Bereich des BWK 1 und/oder des BKW 2 nachweisbar. Die MRI-Untersuchung 15 Tage nach
dem
Ereignis zeige eine isolierte Deckplatten
sinterungsfraktur, welche pathognom
on
isch für de
n Begriff Osteoporose stehe.
Begleitverletzungen seien
keine
sichtbar und unwahrscheinlich, da selbst nach 14 Tagen
noch sichtbare
ligamentäre
Veränderungen, wie Zerrungen, Zerreissu
ngen
zu erwarten seien,
die erfahrungsgemäss längere Zeit benöt
ig
t
en um vollständig abzuheilen.
Bemerkenswert
seien
die im MRI HWS vom
2
9.
August 2017 deutlich vorhandenen
Bandscheibendegenerationen mit vorhan
denen Diskushernien bei der zum
Ereigniszeitpunkt 37-jährigen
Beschwerdeführerin
.
In der Zusamm
enschau
sei
en die
beklagten
Beschwerden
bei den gegebenen medi
zinischen Möglichkeiten
in der natürlichen Kausal
itä
t
überwiegend wahr
scheinlich
der relevanten chronischen psychiatrischen und de
generativen Verän
de
rungen der HWS
geschuldet. Die
Deckplattensinterungsfraktur des
2.
BKWs
sei
als
ergebnisfern zu beurteilen und
überwiegend wahrscheinlich krankheits
be
dingt.
3.9
Im Austrittsbericht der Reha
k
lini
k
H._
vom 2
3.
August 2018 über den
stationären Aufenthalt vom
2.
bis 2
5.
August
20
18
berichteten die Ärzte (
Urk.
3/
3), bei Eintritt klage die Beschwerdeführerin über
cervikalbetonte
Schmerzen sowie Kopfschmerzen mit einer Intensität bis 8/10 auf der VAS
(Schmerzskala)
, ver
stärkt bei Belastung und bestimmten Körperpositionen zum Teil verbunden auch mit Panikattacken. Allgemein sei die physische Belastbarkeit und die Lebens
qua
lität reduziert.
Zudem habe sie
auch Probleme mit der Konzentration und Auf
merksamkeit.
Objektiv
sei die Beschwerdeführerin in stabilem Al
lgemein- und n
ormalem Ernährungszustand, allseits orientiert, kooperativ und kardiopulmonal stabil und kompensiert. In der klinischen Untersuchung zeig
e s
ich in der
HWS und BWS eine leichte
Druckdolenz
der vertebrale
n und paraspinalen Muskulatur. Die Mobi
lität der
HWS
sei allseits schmerzb
edingt eingeschränkt; vor
allem für Rotation bei mässiger
Unsicherheit in
In
- und Reklination.
Myogelosen
seien
im Bereic
h des Musculus
trapezius und infraspinatus
palpabel
, welche unter Druck die
be
kannten Schmerzen zum Teil auch auslösen könn
t
en.
Die
BWS
sei allgemein etwas hypomobil und
es bestehe kein Stauchungsschmerz und kein Rüttelschmerz und n
eurologisch
bestünden keine
Ausfälle
.
4.
4.1
Die Akten belegen
, dass
vor dem Unfallereignis vom 1
4.
August 2017
ein funktionelles
Hemisyndrom
links, eine muskuläre Insuffizienz bei Dekondi
tio
nie
rung, ein psychogener Symptomen-Komplex mit Überforderungszeichen und ein
lumbospondylogenes
Syndrom mit Spo
ndylolyse L5/S1 bekannt und behand
lungs
bedürftig
war
en
(vgl. E. 3.1
).
Belegt ist auch, dass die
bildgebenden
Unter
suchungen
der HWS
mittels Röntgen am Unfallfolgetag keine
Frakturen und unauffällige Verhältnisse der Weichteile
zeigten
(
vgl. E. 3.2.2).
Sodann waren bei
de
r Beweglichkeitsprüfung der HWS
keine
Schmerzen bei Flexion und Extension
und auch kein
Stauchungsschmerz
zu verzeichnen
, hingegen
wurde
n
ein Ruhe
schmerz und
Schmerzen bei Rechts- und Linksdrehung und Seitenneigung
sowie
paravertebrale
Druckdolenzen
angegeben
(E. 3.2.3).
I
m Weiteren
ist
unbestritten, dass die im rund zwei Wochen nach
dem Unfall
am
29.
August 2017
erstellten MRI
auf Höhe C4 bis C7
gesehenen
leichten
Bandscheibendegenerationen
mit kleinen nicht
neurokompressiven
Diskushernien
al
s degenerative Erscheinungen ein
em Vorzustand
und nicht dem Unfallereignis
zuzu
schreiben
sind.
Uneins sind sich die Ärzte, ob die
im gleichen MRI
dargestellte
«
frische
Deckplatten
sinte
rungs
fraktur von Th2 bei erhaltener
Wirbelkörperhinterkante
»
k
ausal
dem Unfall
ereignis
zugeordnet werden kann. Dies wird v
om behandelnden Arzt
der Be
schwerdeführerin
primär mit
der
zeitliche
n
Nähe der Fraktur
zum Ereignis bejaht (vgl. E. 3.7
)
. D
er beratende
Arzt der Beschwerdegegnerin
vertritt demgegenüber die Ansicht
,
ein Bezug dieser
isolierten
Fraktur
zum Unfallereignis
sei
aufgrund des
Unfallmechanismus und
des
Fehlen
s
von
Begleitverletzungen
anderer Struk
turen
ausgeschlossen, wobei
unwidersprochen
blieb
, dass die Fraktu
r in einem früheren MRI vom 30.
Dezember 2016
noch
nicht
vorhanden war
(
vgl.
E. 3.8).
4.2
Die
Relevanz des
medizinische
n
Expertenstreitigkeit relativiert
sich
insofern,
als im MRI vom 2
2.
Januar 2018
der
zuständige
Radiologe eine vollständige Resti
tutio der
Deckplatten
f
raktur
—
nunmehr als Deckplattenkompressionsfraktur von
Th2
bezeichnet
—
mit
nur
noch einer minimalen
Restwirbeldeformität von 5°
fest
halten konnte (E. 3.
5
).
Zudem
konnte
der behandelnde
Arzt
Dr.
Z._
anlässlich seiner
letzte
n Untersuchung vom
5.
März 2018
eine
Verbesserung
der klinischen Situation
auf
zeigen
, als
die
aufgrund des
Unfallereignis
ses
initial
ausgebaute
Schmerzmedikation vollständig ausgeschlichen werden
konnte (
Urk.
8/36/8
Ziff.
4)
.
Damit ist a
b diesem Zeitpunkt
von
einer folgenlosen Ausheilung
der
frag
lich
en Fraktur
auszugehen.
5.
5.1
Gemäss einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallver
siche
rungsrechts kann das Erreichen des Status quo sine bei posttraumatischen Lum
balgien und
Lumboischialgien
nach drei bis vier Monaten erwartet werden, wogegen eine allfällige richtunggebende Verschlimmerung röntgenologisch aus
ge
wiesen sein und sich von der altersüblichen Progression abheben muss; eine traumatische Verschlimmerung eines klinisch stummen degenerativen Vorzu
stan
des an der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätes
tens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten (Urteil des Bundes
gerichts 8C_381/2011 vom
1.
Dezember 2011 E. 2.2 mit Hinweisen).
Ähnlich entschied
das
Bundesgericht
, wenn nach einer unfallbedingten Kontusion der Wirbelsäule eine bisher stumme, vorbestehende Spondylarthrose, Spondylose oder eine andere degenerative Wirbelsäulenerkrankung symptomatisch wird
. G
estützt auf
die unfallmedizinische Erfahrung wurde d
er Status quo s
ine
nach
sechs bis neun Monate
n
, längstens jedoch ein Jahr
nach dem Ereignis
als
erreicht
erachtet
(Urteil des Bundesgerichts 8C_321/2010 vom 2
9.
Juni 2010 E. 4.3 mit weiteren Hinweisen).
5.2
Vertrauensarzt
A._
hielt zum Status quo sine fest, diese
r
sei vier Wochen nach dem Ereignis auf der Basis der ausgewiesen Diagnose HWS-Dis
torsion erreicht
(
Urk.
8/27/6)
.
Den Akten ist zu entnehmen
, dass b
ei der
Frontalkollision
bei beiden Fahrzeugen
die Airbags ausgelöst
wu
rden
und beide Fahrzeuge
einen
Totalschaden
erlitten
. Im Weiteren
ist aktenkundig
, dass die
Unfallverursacherin
neben Prellungen und Schürfungen auch
das Brustbein
gebrochen
hatte (vgl.
Urk.
8/10.2). D
ie unfall
tech
nischen Abklärungen
ergaben sodann
beim Aufprall
eine kollisionsbedingte
Geschwindigkeitsänderung beim Fahrzeug der Beschwerdeführerin von 20 bis 30
km/h (
Urk.
8/12/3-5
). Damit kann nicht auf ein Bagatellereignis geschlossen werden, sondern es ist von erheblichen Kräften auszugehen, die
durch den Auf
prall
auf den Körper
und die vorbelastete Wirbelsäule
der Beschwerdeführerin eingewirkt haben
.
D
ie Erstuntersuchungen am Unfalltag
zeigten denn auch
bei der Beschwerdeführerin
Schürfungen am linken Unterarm und ein Hämatom am linken Schlüsselbein (Clavicula; vgl.
Urk.
8/8/3)
.
Die
Beurteilung
von
A._
weicht in diesem Zusammenhang vom
allgemein anerkannten Verlauf vor
bestehender Wirbelsäulenerkrankungen nach einem Unfallereignis ohne
richtun
gs
gebende Veränderungen an der
Wirbelsäule ab.
5.3
Bei
der im Zeitpunkt des Unfalls 37
-jährigen Beschwerdeführer
in
lag unbe
strittenermassen ein erheblicher, von der altersüblichen Progression abweichen
der degenerativer
und behandlungsbedürftiger
Vorzustand
an der Wirbelsäule
vor (vgl.
E. 4.1
). Damit sind
unter Berücksichtigung der hiervor erwähnten Rechtspre
chung (E. 5.1)
Heilbehandlung und Taggeld grundsätzlich während einem Zeit
raum von sechs bis maximal zwölf Monaten zu erbringen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_468/2008 vom 2
5.
September 2008 E. 5.2
und 8C_408/2019 vom 1
6.
August 2019 E. 3.3
). Gründe, die ein Abweichen von diesem unfall
medizinisch allgemein anerkannten Verlauf rechtfertigen würden, lassen sich den Akten und insbesondere der Beurteilung des
Vertrauensarztes
A._
nicht entnehmen
.
Auch setzte sich die Beschwerdegegnerin nicht mit
der ein
schlägigen Rechtsprechung auseinander.
Die
bereits
per
1
1.
September
2017 und mithin nach vier
Wochen
erfolgte Leistungs
einstellung war damit verfrüht.
5.4
Ein
e
weitgehende Bestätigung des
unfallm
edizinisch allgemein anerkannte
n
Ver
lauf
s
bei degenerativen Vorzuständen
an der Wirbelsäule
ergibt sich
demgegen
über
aus
den
Befundungen von
Dr.
Z._
, welcher
die Beschwerdeführerin
im Zusammenhang mit
dem
Rückenleiden bereits vor dem Unfall behandelt
hatte. Dieser konnte i
n seiner
Untersuchung
vom
5.
März 2018
—
knapp sieben
Monate nach dem Unfall
—
festhalten
, dass die aufgrund
des
Unfall
s
notwendig ge
wor
dene
Sch
merzmedikation zwischenzeitlich
vollständig
abgesetzt
wurde
(
Urk.
8/36/8
Ziff.
4).
Gestützt darauf und mit Blick auf
den
in der Rechtsprechung dargele
gten medizinischen Wissensstand, wonach
bei einer vorübergehenden Verschlimmerung einer vorgeschädigten Wirbelsäule angenommen
wird
, dass diese in der Regel nach sechs bis neun Monaten, und nur bei Vorliegen eines erheblich
en
degenerativen Vorzustandes spätestens nach einem Jahr, abge
klun
gen ist
,
ist
die
Festlegung
des Status quo sine
spätestens
per
5.
März 2018
als erreicht
anzunehmen
.
In Bezug auf die Kausalität n
icht mehr relevant ist hin
gegen
die stationäre Behandlung vom
2.
bis 2
5.
August 2018
in die sich die Beschwerdeführerin begab,
wobei
sie
über
cervikalbetonte
Schmerzen,
Kopf
schmerzen
und Panikattacken
klagt
e
(vgl. E. 3.9).
Eine organische Komponente ist nicht erstellt.
5.5
Die Beschwerde ist demzufolge
in dem Sinne
teilweise
gutzuheissen,
dass
der angefoc
htene
Einspracheentscheid
vom 2
6.
Juli
2018 aufzuheben und die Be
schwer
degegnerin zu verpflichten
ist
, die gesetzlichen Leistungen
bis zum
5.
März 2018
zu erbringen.
6.
6.1
Die Beschwerdeführerin
macht geltend
, es seien ihr die Auslagen für den Bericht von
Dr.
Z._
vom 1
0.
März 2018 (
Urk.
8/36/7) zu ersetzen (
Urk.
1 S. 2 und S.
12).
Der Versicherungsträger übernimmt die Kosten der Abklärung, wenn er die Mass
nahmen nicht angeordnet hat, wenn sie für die Beurteilung des Anspruchs uner
lässlich waren (
Art.
45
Abs.
1 Satz 2 ATSG).
Die Gutheissung der Beschwerde gründet massgeblich
auf
der Berichterstattung von
Dr.
Z._
.
Dami
t hat die Beschwerdegegnerin der
Beschwerdeführer
in
die Kosten
dieser Auslagen
in der Höhe von
Fr.
7
00.
-- (Urk. 8/36/11)
zu ersetzen (
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über
das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
6.2
Ausgangsgemäss steht der
Beschwerdeführer
in
eine Prozessentschädigung zu,
welche ermessensweise auf
Fr.
2'0
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwert
steuer) festzulegen ist.