Decision ID: 3a6d6e4c-d03d-5857-b98b-409e40643a81
Year: 2007
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Die in Rorschach wohnhafte türkische Staatsangehörige Z. G., geb. 1957, gelangte
1983 in die Schweiz und verfügt über eine Niederlassungsbewilligung. Ihre Ehe mit
Mahmut G., geb. 1955, wurde mit Urteil des Kreisgerichts Rorschach vom 27. Juni
1999 geschieden. Die damals unmündigen drei Kinder wurden unter die elterliche
Sorge der Mutter gestellt.
Am 3. Februar 2006 heiratete Z.G. in der Türkei ihren Landsmann Mehmet H., geb.
1962. Dieser war im Jahr 2003 mit einem Touristenvisum in die Schweiz eingereist und
hatte anschliessend ein Asylgesuch gestellt. Dieses wurde am 10. Dezember 2004
abgewiesen. Die Schweizerische Asylrekurskommission wies eine Beschwerde gegen
die Verweigerung des Asyls mit Entscheid vom 25. Juli 2005 ab. Nachdem Mehmet H.
die Schweiz nicht freiwillig verliess, wurde er am 28. Dezember 2005 nach Ankara
ausgeschafft. Das Bundesamt für Migration ordnete am 29. Dezember 2005 eine
Einreisesperre für drei Jahre an.
Am 21./24. März 2006 stellte Z.H. ein Gesuch um Familiennachzug für ihren Ehemann.
In der Folge nahm das Ausländeramt verschiedene Abklärungen vor. Am 15.
September 2006 gewährte es Z.H. das rechtliche Gehör und teilte ihr mit, dass die
Abweisung des Gesuchs beabsichtigt sei. Die Gesuchstellerin liess sich dazu nicht
vernehmen. Mit Verfügung vom 13. Oktober 2006 wies das Ausländeramt das
Familiennachzugsgesuch ab mit der Begründung, die Gesuchstellerin verfüge nicht
über genügende Einkünfte, weshalb die Gefahr einer fortgesetzten und erheblichen
Fürsorgeabhängigkeit bestehe. Diese Verfügung wurde der Gesuchstellerin am 13.
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Oktober 2006 eröffnet und erwuchs mit Ablauf der vierzehntägigen Rekursfrist Ende
Oktober 2007 unangefochten in Rechtskraft.
B./ Am 29. Januar 2007 stellte Z.H., nunmehr vertreten durch Rechtsanwalt P., erneut
ein Familiennachzugsbegehren und beantragte, ihrem Ehemann sei eine
Aufenthaltsbewilligung zu erteilen, die Einreisesperre sei aufzuheben und es sei die
Einreise in die Schweiz zu gestatten. Zur Begründung machte sie geltend, sie habe
einen Anspruch auf Familiennachzug. Sodann könne im Verhalten ihres Ehemannes
kein Verstoss gegen die öffentliche Ordnung erblickt werden. Ausserdem müsse
dessen künftiges Einkommen berücksichtigt werden, weshalb keine Gefahr einer
fortgesetzten und erheblichen Fürsorgeabhängigkeit bestehe. Mit der Anerkennung des
Anspruchs auf Familiennachzug sei auch die Einreisesperre in Wiedererwägung zu
ziehen.
Das Ausländeramt behandelte das Begehren als Wiedererwägungsgesuch und trat mit
Verfügung vom 12. Februar 2007 nicht darauf ein. Zur Begründung führte es an, es
liege gegenüber der Verfügung vom 13. Oktober 2006 kein wesentlich veränderter
Sachverhalt vor und es würden keine neuen tatsächlichen Verhältnisse geltend
gemacht, die berücksichtigt werden müssten.
C./ Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 13. Februar 2007 erhob Z.H. Rekurs beim
Justiz- und Polizeidepartement mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei
aufzuheben und das Ausländeramt sei anzuweisen, auf das (Wiedererwägungs-)gesuch
der Rekurrentin einzutreten. Zur Begründung machte sie im wesentlichen geltend, in
der Zeit seit dem ablehnenden Entscheid hätten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse
erheblich geändert.
Das Justiz- und Polizeidepartement wies den Rekurs mit Entscheid vom 5. Juli 2007
ab. Es erwog, die im Wiedererwägungsgesuch vorgebrachten Gründe hätten bereits im
ersten Verfahren vor dem Ausländeramt geltend gemacht werden können.
D./ Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 21. August 2007 erhob Z.H. Beschwerde
beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben
und die Vorinstanz sei anzuweisen, Mehmet H. die Einreise in die Schweiz und den
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Aufenthalt im Kanton St. Gallen zu bewilligen, eventualiter sei die Sache zur neuen
Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen, ausserdem sei die unentgeltliche
Rechtspflege zu bewilligen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Die zur
Begründung vorgebrachten Ausführungen werden, soweit wesentlich, in den
nachstehenden Erwägungen dargelegt und gewürdigt.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 6. September 2007 die
Abweisung der Beschwerde.
Mit Verfügung vom 10. September 2007 bewilligte der Präsident des
Verwaltungsgerichts die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die
Beschwerdeführerin ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 21. August 2007
entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1
in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist
grundsätzlich einzutreten.
1.1. Streitgegenstand ist ausschliesslich die Frage, ob das Ausländeramt auf das
Gesuch um Familiennachzug vom 29. Januar 2007 zu Recht nicht eingetreten ist bzw.
ob die Vorinstanz zu Recht den Rekurs gegen diese Nichteintretensverfügung
abgewiesen hat. Materiell hat die Vorinstanz das Gesuch um Familiennachzug nicht
geprüft. Soweit die Beschwerdeführerin beantragt, die Vorinstanz sei anzuweisen,
ihrem Ehemann die Einreise in die Schweiz und den Aufenthalt im Kanton St. Gallen zu
bewilligen, und soweit sie in diesem Zusammenhang vorbringt, der finanzielle Bedarf
der Eheleute sei gedeckt, kann mangels Anfechtungsobjekts nicht darauf eingetreten
werden.
1.2. Nicht eingetreten werden kann ausserden auf die Beschwerde, soweit darin die
Ausführungen in der Rekursschrift zum integrierenden Bestandteil der
Beschwerdebegründung erklärt werden. Pauschale Verweisungen auf Eingaben in
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früheren Verfahren sind nach der Praxis nicht zulässig. Es ist in der Begründung der
Beschwerde im einzelnen darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid auf einer
unrichtigen Feststellung des Sachverhalts oder einer fehlerhaften Rechtsanwendung
beruht (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen
2003, Rz. 921 mit Hinweisen).
2. Fest steht, dass die Verfügung des Ausländeramts vom 13. Oktober 2006, mit
welcher das Gesuch der Beschwerdeführerin vom 21./24. März 2006 um
Familiennachzug abgewiesen wurde, unangefochten blieb. Die Verfügung erwuchs
somit in formelle Rechtskraft. Dies bedeutet, dass sie mit einem ordentlichen
Rechtsmittel nicht mehr angefochten werden kann.
2.1. Die Vorinstanz verwies auf ein kürzlich gefälltes Urteil des Verwaltungsgerichts
(VerwGE B 2006/207 vom 23. Januar 2007, in: www.gerichte.sg.ch). Darin hielt dieses
fest, im Gegensatz zu Urteilen der Zivilgerichte würden Verwaltungsakte nicht materiell
rechtskräftig, d.h. unabänderlich und zur Einrede der abgeurteilten Sache
ermächtigend. Zu unterscheiden sei zwischen formeller und materieller Rechtskraft.
Verfügungen und Entscheide von Verwaltungsbehörden, die nicht mit einem
ordentlichen Rechtsmittel angefochten werden, erwüchsen in formelle Rechtskraft.
Diese habe zur Folge, dass die Verfügung nur noch mit einem ausserordentlichen
Rechtsmittel anfechtbar und damit grundsätzlich vollstreckbar sei (vgl. Cavelti/Vögeli,
a.a.O., Rz. 1077 ff.). Die materielle Rechtskraft betreffe die Frage, ob eine Verfügung
inhaltlich nochmals in einem neuen Verfahren aufgerollt werden könne. Das VRP regle
die Möglichkeit der Wiedererwägung, des Widerrufs und der Wiederaufnahme in den
Art. 27, 28 und 81 ff. VRP. Daraus ergebe sich, dass Verwaltungsakte nicht beliebig
geändert oder aufgehoben werden könnten. Es komme ihnen vielmehr eine
Rechtsbeständigkeit bzw. eine Verbindlichkeit zu, die der materiellen Rechtskraft von
Urteilen wenn nicht gleichkomme, so doch nahe stehe. Formell rechtskräftige
Verfügungen seien zwar einer Wiedererwägung zugunsten des Adressaten
grundsätzlich zugänglich. Weil aber auf Wiedererwägung kein Anspruch bestehe, bilde
die formelle Rechtskraft, bei deren Eintritt ein ordentliches Rechtsmittel nicht zur
Verfügung stehe, zumindest aus der Sicht des Betroffenen ein erhebliches Hindernis für
eine zu seinen Gunsten erfolgende Aufhebung der Verfügung, welches nur unter
besonderen Voraussetzungen beseitigt werden könne (Kölz/Bosshart/Röhl, Kommentar
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zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. Aufl., Zürich 1999,
Vorbemerkungen zu § 86a-86d, N 6).
Rechtsbeständigkeit komme auch negativen Verfügungen zu, indem die Behörde,
welche die Bewilligung für ein Vorhaben verweigert habe, nicht verpflichtet sei, auf ein
neues Bewilligungsgesuch für das gleiche Projekt einzutreten, sofern sich die Sach-
und Rechtslage seither nicht verändert habe (vgl. Kölz/Bosshart/Röhl, a.a.O., Vorbem.
zu §§ 86a-86d, N 14). Bei Verfügungen über Rechtsverhältnisse mit Dauerwirkung
beziehe sich die Verbindlichkeit der Regelung des Rechtsverhältnisses auf die Sach-
und Rechtslage im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung (F. Gygi, Verwaltungsrecht,
Bern 1986, S. 305). Negative Verfügungen bezögen sich meist auf
Dauerrechtsverhältnisse und könnten daher aufgrund veränderter Sachumstände oder
Rechtsgrundlagen ersetzt werden (Kölz/Bosshart/Röhl, a.a.O., Vorbem. zu §§ 86a-86d,
N 14).
Die Ablehnung einer fremdenpolizeilichen Bewilligung entspreche einer Verfügung mit
Dauerwirkung. Dies bedeute, dass auf eine ablehnende Verfügung nicht ohne weiteres
zurückgekommen werden könne. Ein genereller Anspruch auf Wiedererwägung nach
Art. 27 VRP bestehe nicht. Dagegen sei ein Anspruch auf Wiedererwägung bzw. auf
Erlass einer neuen materiellen Verfügung gegeben, wenn sich die Sach- und
Rechtslage gegenüber den der formell rechtskräftigen Verfügung zugrundeliegenden
Umständen wesentlich geändert hätten (vgl. BGE 120 Ib 46, Kölz/Bosshart/Röhl,
a.a.O., Vorbem. zu §§ 86a-86d, N 14; Gygi, a.a.O., S. 311). In Bezug auf ein
fremdenpolizeiliches Bewilligungsverfahren bedeute dies, dass auf erneute Gesuche
oder Anträge in der Regel nicht eingetreten werden müsse, sofern ein identisches
Gesuch formell rechtskräftig abgewiesen worden sei. Es bestehe in solchen Fällen kein
Anlass, vom ersten Entscheid abzuweichen, sondern es könne auf diesen verwiesen
werden (vgl. Rhinow/Krähenmann, Verwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband,
Basel und Frankfurt a.M. 1990, Nr. 42, B I a). Die ursprüngliche Verfügung sei hingegen
auf ein gleiches Gesuch hin in Wiedererwägung zu ziehen, wenn sich seit dem Erlass
der früheren Verfügung eine anspruchsbegründende neue Sach- oder Rechtslage
ergeben habe. Wer jedoch die formgerechte Anfechtung eines fremdenpolizeilichen
Bewilligungsentscheids unterlasse, habe keinen Anspruch darauf, dass die zuständige
Behörde über die gleiche Angelegenheit ohne Vorliegen qualifizierter Gründe nochmals
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materiell befinde und den Rechtsmittelweg damit erneut öffne. Das Institut der
Wiedererwägung diene nicht dazu, prozessuale Versäumnisse zu korrigieren (Urteile
des Bundesgerichts 2A.383/2001 vom 23. November 2001, E. 2e, und 2A.318/2002
vom 15. Juli 2002, E. 2.2).
2.2. Im vorliegenden Fall wurde das erneute Gesuch um Familiennachzug lediglich drei
Monate nach Eintritt der formellen Rechtskraft der Verfügung vom 13. Oktober 2006
gestellt. In diesem Zeitraum trat keine Aenderung der anwendbaren Rechtsnormen ein.
Zu prüfen ist daher im folgenden, ob die Beschwerdeführerin in ihrem
Wiedererwägungsgesuch neue Tatsachen vorbrachte, die vom Ausländeramt hätten
berücksichtigt werden müssen.
2.2.1. Das Ausländeramt hat in seiner Verfügung vom 13. Oktober 2006 das Gesuch
um Familiennachzug des Ehemannes der Beschwerdeführerin abgewiesen mit der
Begründung, es bestehe die konkrete Gefahr einer fortgesetzten und erheblichen
Fürsorgeabhängigkeit. Es wies insbesondere darauf hin, dass das monatliche
Einkommen der Gesuchstellerin unter dem Mindestbedarf gemäss den Richtlinien der
Ostschweizer Fremdenpolizeichefs liege und aufgrund von Abklärungen bei der
Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen und beim Migrationsamt Thurgau davon
ausgegangen werden müsse, dass die Ergänzungsleistungen reduziert würden, wenn
der Ehemann in die Schweiz einreisen würde, und dass diesem keine Bewilligung für
den beabsichtigten Stellenantritt im Kanton Thurgau erteilt würde.
2.2.2. Die Beschwerdeführerin machte in Ziff. 1.3 ihres Gesuchs Ausführungen zu ihren
wirtschaftlichen Verhältnissen sowie zu jenen ihres Ehemannes. Diese Tatsachen
hätten bereits im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs bzw. in der
Stellungnahme zu der am 15. September 2006 in Aussicht gestellten Ablehnung des
Gesuchs vorgebracht werden können. Der Bezug von Sozialversicherungsleistungen
der Beschwerdeführerin, aber auch die Behauptungen, dass ihr Ehemann wohlhabend
sei und seinen Lebensunterhalt sowie jenen der Ehefrau selbständig gewährleisten
könne, dass er in der Türkei verschiedene Firmen betrieben habe und über erhebliche
Vermögenswerte verfüge, hätten nicht erst mit dem Wiedererwägungsgesuch
vorgebracht werden können, sondern bereits im Rahmen des ersten Gesuchs und
spätestens in einem Rekurs gegen die Verfügung vom 13. Oktober 2006.
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In den Unterlagen zum ersten Gesuch vom 21./24. März 2006 war lediglich
festgehalten worden, der Ehemann habe eine Stelle als Kochgehilfe bei der Kebab H.
GmbH in A. in Aussicht. Das Migrationsamt Thurgau war aber nicht bereit, diese
Erwerbstätigkeit zu bewilligen. Obwohl das Ausländeramt die beabsichtigte Ablehnung
des Gesuchs vom 21. März 2006 mit ungenügenden finanziellen Mitteln begründete,
wurden keine Einwendungen vorgebracht, wonach dies unzutreffend sei und der
Ehemann über Vermögenswerte verfüge bzw. wohlhabend sei. Im übrigen wurden für
die Behauptung, der Ehemann habe seiner Ehefrau Zahlungen geleistet, um sie
finanziell abzusichern, keine Beweismittel eingereicht oder angeboten.
2.2.3. Die Beschwerdeführerin hat mit dem neuen Gesuch vom 29. Januar 2007
Unterlagen zu den finanziellen Verhältnissen des Ehemannes eingereicht. Diese mit
dem Wiederwägungsgesuch eingereichten Unterlagen vermögen aber keine neuen
Tatsachen zu belegen, die das Ausländeramt verpflichtet hätten, auf das
Wiedererwägungsgesuch einzutreten und das Familiennachzugsbegehren erneut
materiell zu prüfen. Die Bescheinigung von Ömer H. zur Erwerbstätigkeit des
Ehemannes ist nicht datiert. Zudem war bereits im ersten Gesuch die Erwerbstätigkeit
bei Ömer H. geltend gemacht worden. Diese Bescheinigung betraf also keine neue
Tatsache. Das Ausländeramt hat zudem begründet, weshalb es auf die beabsichtigte
Erwerbstätigkeit im Kanton Thurgau nicht abstellen konnte. Sodann datieren die als
Handelsregisterauszüge bezeichneten Dokumente vom 25. Juli 2006 bzw. 2. Juni 2003.
Sie wurden somit bereits längere Zeit vor dem Erlass der Verfügung vom 13. Oktober
2006 ausgestellt. Auch aus den als Nachweis über Vermögen eingereichten
Kontoauszügen und Grundbucheinträgen geht nicht hervor, dass die entsprechenden
Tatsachen nicht bereits im Oktober 2006 hätten vorgebracht werden können.
Insbesondere wird nicht behauptet, der ausgewiesene Grundbesitz habe zuvor nicht
bestanden. Auch dem Auszug aus dem Bankkonto sowie den im Beschwerdeverfahren
neu eingereichten Unterlagen lässt sich nicht zuverlässig entnehmen, dass dem
Ehemann die behaupteten Vermögenswerte erst nach Oktober 2006 zugeflossen sind.
Einerseits kann dem Bankauszug entnommen werden, dass bereits am 29. November
2006 eine Zahlung von rund 96'000.-- YTL einging, während aus der Gewinn- und
Verlustrechnung einer Unternehmung des Ehemannes ein solcher Gewinn erst per
Ende 2006 resultierte. Allfällige Vermögenszugänge in der Zeit von Oktober 2006 bis
Januar 2007 sind denn auch nicht von entscheidender Bedeutung. Im Gesuch vom 29.
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Januar 2007 wurde jedenfalls nicht vorgebracht, die finanziellen Verhältnisse des
Ehemannes hätten sich erst seit der am 13. Oktober 2006 verfügten Ablehnung des
ersten Gesuchs erheblich verbessert, und auch die in der Beschwerde gemachten
Vorbringen und die eingereichten Beweismittel vermögen eine solche kurzfristige und
tiefgreifende Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse nicht glaubhaft zu
machen. Insbesondere ist auch nicht massgebend, ob die fraglichen Tatsachen bereits
im Zeitpunkt des Gesuchs vom 21. März 2006 bestanden. Entscheidend ist, dass sie
während des laufenden Verfahrens hätten vorgebracht werden können (vgl. Art. 19
VRP).
2.2.4. Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, die Vorinstanz habe das
rechtliche Gehör verletzt, indem sie die im Rekursverfahren eingereichten Beweismittel
nicht gewürdigt und dies zudem lediglich damit begründet habe, dass die Beweismittel
nicht in der Amtssprache verfasst seien.
Die Vorinstanz hat die Vorbringen der Beschwerdeführerin gewürdigt und ist zum
Schluss gekommen, diese würden sich auf einen Sachverhalt beziehen, der am 13.
Oktober 2006 bereits bestand und demzufolge nicht neu war, weshalb die
Einwendungen bereits im ersten Verfahren hätten geltend gemacht werden können.
Zudem war die Vorinstanz nicht verpflichtet, von Amtes wegen Uebersetzungen der in
türkischer Sprache verfassten Dokumente zu erstellen (vgl. Art. 12 Abs. 2 VRP). Von
einer Verletzung des rechtlichen Gehörs kann daher nicht gesprochen werden.
2.2.5. Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass die
Abweisung des Rekurses gegen den Nichteintretensentscheid des Ausländeramts auf
das Wiedererwägungsgesuch rechtmässig ist. Folglich ist die Beschwerde als
unbegründet abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
3. Da die Beschwerde als unbegründet abzuweisen ist, gehen die amtlichen Kosten
des Beschwerdeverfahrens grundsätzlich zulasten der Beschwerdeführerin (Art. 95
Abs. 1 VRP). Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege trägt indes der
Staat die amtlichen Kosten. Eine Gebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382
Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Auf die Erhebung ist vorläufig zu verzichten (Art. 99
Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 288 des Zivilprozessgesetzes, sGS 961.2).
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Im weiteren wurde der Beschwerdeführerin mit verfahrensleitender Verfügung vom 10.
September 2007 die unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt. Ihre
Rechtsvertreterin hat keine Kostennote eingereicht. Die Entschädigung ist deshalb
nach Ermessen festzusetzen (Art. 6 der Honorarordnung für Rechtsanwälte und
Rechtsagenten, sGS 963.75, abgekürzt HonO). Ein Betrag von Fr. 1'200.-- zuzügl.
MWSt für das Verfahren vor Verwaltungsgericht ist angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. b in
Verbindung mit Art. 19 HonO und Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70).