Decision ID: ad45897d-fe61-511f-93fd-b90931344e29
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1964 geborene
X._
wurde am 3
0.
Juli 1984 von seinem
Amts
vormund
der Einwohnergemeinde
Y._
unter Hinweis auf
eine
geistige Behinderung seit Geburt
beim Sekretariat der
Invalidenversicherungs
kom
mis
sion
des Kantons Bern
zum Leistungsbezug an
gemeldet
(
Urk.
7/10). Nach beruflichen und medizinischen Abklärungen sprach die
ses
dem Versicherten
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 60
%
eine halbe Rente
ab 1. Septem
ber
1983
zu
(vgl.
Urk.
7/17
/2
)
.
1.2
D
ie im Jahr 1989 durchgeführte Revision (vgl.
Urk.
7/25)
zog
keine Ände
rung
der Rentenhöhe nach si
ch.
A
nlässlich der im Jahr 1991
– nach
Wohnortswechel
-
von der IV-Stelle des Kantons Glar
us vorgenommene
n
Revision (
Urk.
7/28)
wurde die bisherige (halbe) Rente
- gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 77
%
-
per
1.
März 1991
auf eine ganze erhöht (vgl.
Urk.
7/32
ff.
)
.
Die
im Jahr 1998
durchgeführte Revision (
Urk.
7/39/4
)
ergab
keine Änderung der Rente
nhöhe
(
Urk.
7/42).
1.3
Am 1
7.
September 2001
teilte
der
Sozialdienst
des Kantons Glarus
der IV-Stelle mit, dass der Versiche
rte seit dem
1.
Mai 2000 bei der
Z._
arbeite
(
Urk.
7/43). Daraufhin leitete
die IV-Stelle eine Revision
ein
(
Urk.
7/44-45) und
tätigte
beim neuen Arbeitgeber
Abklärungen
(
Urk.
7/46
).
Mit Verfügung vom 1
8.
Januar 2004 (
Urk.
7/50
)
wurde die bisherige ganze Rente – gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 47
%
-
per
1.
März 2004
auf eine
Viertelsrente
herabgesetzt.
1.4
Anlässlich der
in den Jahren 2004 und 2007 durchgeführten Revisionen
konnte
- bei einem Invaliditätsgrad von 47 % im Jahr 2004 und eine
m solchen von 40 % im Jahr 2007
-
keine
sich auf die Rente auswirkende Ände
rung festgestellt
werden
(
Urk.
7/53/2 und
Urk.
7/62)
.
1.5
Infolge Umzugs
aufgrund eines Stellenwechsels im Jahr 2009 (vgl. Auszug aus dem individuellen Konto [IK],
Urk.
7/99)
fand
erneut
ein
Zuständig
keits
wechsel
der betreffenden IV-Stellen statt
(vgl.
Urk.
7/73)
. Die
neu zuständige
IV-Stelle
des Kantons Zürich teilte dem Versicherten
mit Verfügung v
om 2
6.
August
2009 (
Urk.
7/75)
die Höhe der neu von ihr zur Ausrichtung ge
brachten
Rentenbetreffnisse
mit
.
1.6
Nach Einleitung eines erneuten
Revision
sverfahrens
im Jahr 2014 (
Urk.
7/97) und Durchführung medizinischer (
Urk.
7/100) sowie beruflicher Abklärungen
(
Urk.
7/99 und
Urk.
7/103)
verfügte die IV-Stelle am 4. Mai 2015 (Urk. 7/121
)
die sofortige Aufhebung der Rente
und
hielt fest, dass für die Zeit vom
1.
April 2010 bis 3
1.
März 2015 eine Verlet
zung der Meldepflicht vorliege und daher die in dieser Zeit zu Unrecht bezo
genen Lei
stungen zurückzu
erstatten seien
und
der Versicherte diesbezüg
lich eine sep
arate Verfügung erhal
ten werde.
Diese Verfügung blieb unangefochten.
1.
7
Nachdem der Versicherte mit Verfügung vom 1
2.
Oktober 2015 (
Urk.
7/128)
– wie angekündigt -
zur Rückerstattung von zu Unrecht bezogenen Renten in
der Höhe von Fr. 23‘244.-- verpflichtet worden war, stellte er am 2
1.
Okto
ber
2015 (
Urk.
7/131
)
ein Gesuch um Erlass der Rückerstattung, welches - nach Ge
währung des rechtlichen Gehörs (vgl.
Urk.
7/136 und
Urk.
7/140) –
unter Hinweis auf eine
grobfahrlässige
Verletzung der Meldepflichten
mit Verfü
gung vom
2.
März 20
16
abgewiesen wurde (Urk. 2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am
4.
April 2016 Beschwerde und beantragte deren Aufhebung und sinngemäss den Erlass der Rück
forde
r
ung sowie eventualiter die Rückweisung der Verfügung zur
Neubeurtei
lung
an die Vorinstanz (
Urk.
1 S.
2). Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer
Beschwerdeantwort vom 1
3.
Mai
2016 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6),
was dem Beschwerdeführer am 1
7.
Mai 2016 mitgeteilt wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Art. 25 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des So
zial
versicherungsrechts (ATSG)
in Verbindung mit
Art. 4. Abs.
1 der Ver
ordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSV
)
kann
die Rückerstattung zu Unrecht bezogener Leistungen auf Gesuch hin ganz oder teilweise erlassen werden, wenn der Leistungsempfänger beim Bezug gutgläubig war und die Rückerstattung eine grosse Härte bedeuten würde.
Der Erlass einer Forderung setzt somit ei
nerseits einen
gutgläubigen
Leis
tungsbezug
und andererseits das Vorliegen ei
ner grossen Härte
voraus. Der gute Glaube als Erlassvoraussetzung ist nicht schon mit der Unkennt
nis des Rechtsmangels gegeben. Der Leistungsempfänger darf sich vielmehr nicht
nur keiner böswilligen Absicht, sondern auch keiner groben Nachlässigkeit schul
dig gemacht haben (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2008 vom 19. August
2008 E. 3.2). Anderseits kann sich die rückerstattungspflichtige Person auf de
n guten Glauben berufen, wenn ihre fehlerhafte Handlung oder Unter
lassung nur leicht fahrlässig war (BGE 112 V 97 E. 2c). Es ist
hingegen
von ei
ner grobfahrlässigen Ver
letzung der Meldepflicht auszugehen, wenn die versi
cherte Person nicht das Min
destmass an Aufmerksamkeit aufgewendet hat, welches von einem verständigen Menschen in gleicher Lage und unter den gleichen Umständen verlangt werden muss (vgl. SVR 2007 IV Nr. 13 S.
49 E.
4.4, I 622/05, mit Hinweis auf BGE 110
V 181 E. 3d, ferner Urteil des Bundes
ge
richts 8C_759/2008 vom 26. November 2008
E. 3.5). Das Mass der erforder
lichen Sorgfalt beurteilt sich nach einem ob
jektiven Massstab, wobei aber das subjektiv Mögliche und Zumutbare (Urteils
fähig
keit, Gesundheits
zustand, Bildungsgrad) nicht ausgeblendet werden darf (
BGE 138 V 218 E. 4 mit Hin
weis; Urteile des Bundesgerichts 8C_759
/2008 vom 2
6.
November 2008, E.
3.2; 8C_556/2008 vom 1
0.
März 2009, E.
2.2 mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung der Abweisung des
Erlassge
suches
aus, der Beschwerdeführer sei in den jeweiligen Verfügungen betref
fend Leistungen der Invalidenversicherung auf seine Mel
depflicht, nament
lich bei Änderungen in den Einkommensverhältnissen, hin
gewiesen worden. Bei der
Rentenzuspr
a
ch
e
im August 2009 sei sie davon aus
gegangen, dass der Beschwerdeführer
nach wie vor
bei der
Z._
arbeite, was jedoch nicht mehr der Fall gewesen sei; so sei er für die
A._
tätig gewesen und später bis heute für die
B._
.
Weil
er d
iese
Arbeitgeberwechsel und die damit einhergehenden höheren Einkommen
nicht
ge
meldet
habe
- eine entsprechende Meldung sei den Un
terlagen jedenfalls nicht zu entnehmen
-
,
liege eine grobfahrlässige Verlet
zung der Meldep
flicht
vor. Da die Erlassvoraussetzung des guten Glaubens nicht erfüllt sei, könne auf die Prüfung der grossen Härte verzichtet werden
(
Urk.
2 S. 2 und
Urk.
6 S. 2).
2.2
Demgegenüber brachte der Beschwerdeführer
im Wesentlichen
vor, da er (faktisch) Analphabet sei, sei er in schriftlichen und behördlichen Angele
genheiten von
C._
und nach ihrem Tod von
D._
betreut worden.
C._
habe
für ihn
A
nfang 2011
den Stellen
wechsel inklusive Gehaltserhöhung der Beschwerdegegnerin gemeldet.
Z
u
handen der Beschwerdegegnerin
habe er
eine schriftliche Vollmacht für
C._
ausfüllen müssen. Es liege daher – wenn überhaupt eine
Mel
depflichtverletzung
– zumindest keine
grobfahrlässige vor. Als Anal
phabet und auf Hilfe Dritter w
ie auch mündliche Mitteilungen A
ngewiesener könne ihm eine mündliche Mitteilung, welche die Beschwerdegegnerin nicht doku
mentier
t habe
,
nicht angelastet werden. Ebenfalls könne ihm nicht
vor
geworfen
werden, dass er sich nicht via
zugänglicher
Informationsmedien informiert habe,
zumal
er nicht lesen könne. Es könne ihm daher höchstens
ein
bloss leicht
es
schuldhaftes Verhalten
zum Vorwurf gemacht
werden (
Urk.
1 S. 4 ff.).
Sodann verwies er auf das Vorliegen einer grossen Härte
(S. 7 f.).
3.
3.1
Zu entscheiden ist vorliegend einzig die Frage, ob die Beschwerdegegnerin d
ie Erlassvoraussetzungen zu Recht verneint hat, da über den
Rückerstat
tungs
anspruch
bereits rechtskräftig entschieden worden ist.
3.2
Es ist unbestritten
und aufgrund der Aktenlage ausgewiesen
, dass der Be
schwerdeführer bis Ende Mai 2009 bei der
Z._
als Bahnangestellter
gearbeitet ha
t (Urk. 7/99/1 und Urk. 7/60/3).
Ab Juni 2009 arbeitete er als Bauarbeiter bei der
B._
, bis Ende 2010 über einen E
in
satzvertrag der Personalvermittlungsunternehmung
A._
und ab 1. Januar 2011 als Festangestellter (Urk.
1 S.
4, Urk.
7/99/1 und Urk.
7/103).
Mit diesen Stellenwechseln
einher
ging eine
stetige Steig
er
ung
seines Einkommens.
Zu prüfen ist im Folgenden, ob das fehlerhafte Verhalten des Beschwerde
führers im Sinne der Nicht- beziehungsweise verspäteten Meldung eine grobe Fahrlässigkeit darstellt, welche der Annahme des guten Glaubens entgegen
steht (E. 1
hievor
).
3.3
Der Beschwerdeführer erhält seit 1983 Renten
der Invalidenversicherung
. Dabei wurde
die Rente
von einer anfänglich
halben Rente auf eine ganze erhöht und danach – aufgrund
einer Einkommenssteigerung
- auf eine
Vier
telsrente
herabgesetzt. In dieser Verfügung vom 1
8.
Januar
2004 (
Urk.
7/
50
) wurde dargelegt, weshalb die ganze Rente
auf eine
Viertelsrente
herab
gesetzt w
u
rd
e
. So ist unter dem Titel „Abklärungsergebnis“ ersichtlich, dass der Invaliditätsgrad infolge seines höheren Lohnes geringer ausfiel und die Rente daher entsprechend anzupassen war (
S. 3
). Bei der
Herabsetzung der
gan
zen Rente auf eine
Viertelsrente
handelt es sich um eine
relevante und spür
bare Änderung, was dem Beschwerdeführer sicherlich – wenn er es denn nicht selber verstanden hat – erklärt worden ist.
Jedenfalls
war die tiefere Rentenhöhe spürbar.
Es musste ihm also spätes
tens seit diesem Zeitpunkt
bewusst gewesen sein, dass Änderungen in seinem Einkommen zu Verän
de
rungen in seinem Rentenanspruch führen können. Zudem wurde er nicht nur in dieser Verfügung, sondern auch in den frühe
ren
wie
auch in derjenigen vom 2
6.
August 2009 (
Urk.
7/75) jeweils auf seine Meldepflicht, insbesondere betreffend Änderungen in den Einkommens- und Vermögensverhältnissen, hingewiesen.
Nachdem
der Beschwerdeführer
aufgrund sein
er neuen Stell
e
bei der
B._
im Monat
über
Fr. 1‘000
.–
-
mehr verdiente
(vgl.
Urk.
7/99 [IK-Aus
zug])
,
hätte er
bei Aufwendung einer minimalen Sorgfalt erkennen können, dass
möglich
erweise
eine massgebliche beziehungsweise melde
pflich
tige Veränderung in seinen wirtschaftlichen Verhältnissen vorlag.
Da er zu jenem Zeitpunkt
gemäss Aktenlage
nicht mehr verbeiständet war
, ist
davon
auszugehen, dass er seine persönlichen Angelegenh
eiten zu besorgen im Stande war
(wenn auch mit Hilfe
,
Urk. 1 S. 6)
,
und
er
ist
als verständiger Mensch
im Sinne der Rechtspre
chung
zu betrachten (vgl. E. 1
hievor
).
Weil von einem
solchen
in gleicher Lage und unter
den gleichen Voraus
setzungen zu erwarten gewesen wäre, dass er die geänderten
Verhältnisse der IV-Stelle angezeigt hätte, entfällt der gute Glaube.
3.
4
3.4.1
Der Beschwerdefü
hrer brachte
vor, die Annahme der Beschwerdegegnerin,
dass
er im August 2009 nach wie vor bei den
Z._
an
gestellt gewesen sei
,
könne
nicht stimmen
. Wenn er weiterhin im Kanton Glarus gearbeitet hätte,
wäre
er wohl kaum in die Region Winterth
ur gezo
gen
(
Urk.
1 S. 6).
Aus dem Umstand, dass die
Beschwerdegegnerin
aufgrund des
Umzugs (Kantonswechsel)
sinngemäss
auf einen Stellenwechsel hätte schliessen
könn
en, vermag
der Beschwerdeführer
nichts abzuleiten, weil
ihn
dies
nicht von seinen eigenen Pflichten entband (Urteil des Bundesgerichts 9C_603/2013 vom 2
4.
März 2014
E. 6.3 mit Hinweis).
3.
4.2
Soweit der
Beschwerdeführer
behauptet
,
C._
habe
den Stellen
wechsel inklusive Gehaltserhöhung
A
nfang 2011
der Beschwerdegegnerin gemeldet, ist festzuhalten, dass aus den im Recht liegenden Akten nichts der
gleichen hervorgeht
.
S
einer diesbezüglichen Argumentation, dass die ent
sprechende Meldung erfolgt sei
werde durc
h den Umstand belegt, dass er
C._
habe bevollmächtigen müssen (
Urk.
1 S. 6), kann
nicht gefolgt werden.
Die Vollmacht datiert vom 20. Dezember 2011 (Urk. 7/87) und trägt den Vermerk „für sämtliche Unterlagen, an Frau
C._
". Diese wurde also nicht im massgeblichen Zusammenhang erteilt.
Nach bun
desgerichtlicher
Rechtsprechung
hat
sodann
die Meldung einer Änderung
grundsätzlich bei entsprechender
Kenntnisnahme und jedenfalls unmittelbar nach Eintritt derselben zu erfolgen (vgl. BGE 118 V 214 E. 2b; vgl.
Art.
77 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] und
Art.
31 ATSG).
Anzufügen ist, dass in den Akten eine Notiz über ein Telefongespräch mit
C._
vom 13. August 2009 (Urk. 7/65) liegt und die Meldung der Adressänderung bestätigt. Ein Hinweis über einen Stellenwechsel findet sich nicht, obwohl der Beschwerdeführer bereits seit Juni 2009 am neuen Arbeits
platz tätig war. Dass dies gemeldet aber nicht protokolliert wurde, ist nicht überwiegend wahrscheinlich
.
3.
4.3
Auch wenn der Beschwerdeführer aufgrund seines (faktischen) Analphabe
tismus auf Hilfe Dritter angewiesen
ist
und früher verbeiständet war
(
Urk.
1
S.
6)
, so
bestand
zumindest im massgebenden Zeitpunkt der
Melde
pflicht
ve
r
letzung
gemäss Aktenlage
keine Beistandschaft (mehr).
V
or diesem
Hin
ter
grund konnte die
Vornahme der
Mitteilung oder zu
mindest die Inan
spruch
nahme von Hilfe Dritter
erwartet
werden.
Selbst wenn
d
er
Beschwerdeführer
in gewissen Belangen durchaus einge
schränkt
ist
, so
durfte
von ihm erwartet werden, dass er bei Unklarheit und Nichtverstehen der Verfügung der
Beschwerdegegnerin
Hilfe in Anspruch ge
nommen hätte
. A
ufgrund se
ines langjährigen Rentenbezugs
mit we
chseln
den
, von seinem Einkommen
abhängigen Renten
,
hätte
ihm
klar sein müs
sen,
dass er
seine neuen
Anstellungen
melden
muss
. Es
ergeben sich
zumin
dest
ke
ine Hinweise darauf, dass
er
nicht in der Lage war, seine administrati
ven Belange
zu besorgen
respektive besorgen zu lassen
.
So
bildet
zwar
gemäss
Arbeitgeberbericht
insbesondere der Analphabetismus eine
Einschränkung beim
Beschwerde
führer (
Urk.
7/103 S.
4). D
em Verlaufsbericht IV von Dr.
med.
E._
, FMH für Allgemeine Medizin, vom 2
7.
November 2014 (
Urk.
7/100/5-6)
ist
jedoch
zu
entnehmen
, dass beim Beschwerdeführer bloss ein Verdacht auf leichte Intelligenzminderung sowie ein leichter funktio
neller Analphabetis
mus mit Schreibunfähigkeit und Leseschwäche besteht.
Ausserdem
hielt
der Arzt
fest, dass kein Bedarf an Hilfe von Dritten zur Erledigung der alltägli
chen Lebensverrichtungen oder Hilfe bei d
er
Alltags
strukturierung
bestehe
.
Dem Bericht zufolge
besitz
t
der Beschwerdeführer
sodann
ein Handy und kann telefonieren (S. 1).
3.5
Nach dem Gesagten
hätte sich der Beschwerdeführer
m
it der von ihm zu er
wartenden Umsicht Rechenschaft darüber abgeben müssen, dass
der
Stellen
antritt
bei der
A._
und später
derjenige
bei
der
B._
einen Einfluss auf seine bestehende Rente haben könnte
n
.
Wenn er dies
nicht erkannte, kann der Vorwurf nicht erspart bleiben, nicht das Mindest
mass an
Aufmerksamkeit aufgewendet zu haben, welches jedem verständigen
Menschen
in gleicher Lage und unter den gleichen Um
ständen als beachtlich hätte einleuchten müssen
.
Das Verkennen dieser Situation ist nicht bloss eine leichte Nachlässigkeit, sondern es liegt eine
grobfahrlässige
Pflichtwidrigkeit vor, weshalb
die Beschwerdegegnerin
die Gut
gläubigkeit beim
Leistungs
be
zug
zu Recht verneint
hat
.
3.
6
Da der gute Glaube
nicht gegeben ist, braucht die F
rage, ob die Rückerstat
tung für den Beschwerdeführer eine grosse Härte bed
eutet, nicht geklärt zu werden, müssen die beiden Voraussetzungen doch kumulativ erfüllt sein.
Insoweit der Beschwerdeführer geltend machte, dass für die Zeit vom
1.
Septem
ber 2014 bis 3
1.
März 2015 keine Verletzung von Meldepflichten vorliegen könne und somit diesbezüglich keine Pflicht zur Rückforderung bestehe (
Urk.
1 S. 6 f.), ist festzuhalten, dass die entsprechende Verfügung
mangels Ergreifens eines Rechtsmittels in Rechtsraft erwachsen ist
(
Urk.
7/13
4).
4.
Zusammenfassen
d
ist festzuhalten, dass die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
5.
Da es nicht um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungs
leis
tungen geht, ist das Verfahren kostenlos.