Decision ID: a3e69144-9181-5e2d-bf01-80e9f22c13ed
Year: 2020
Language: de
Court: AR_OG
Chamber: AR_OG_003
Canton: AR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

Sachverhalt
A. Die am XX.XX.1956 geborene A. (nachfolgend: Beschwerdeführerin) war über ihre
Arbeitgeberin bei der Versicherung B. (nachfolgend: Vorinstanz) obligatorisch gegen die
Folgen von Unfällen versichert, als sie gemäss Schadenmeldung UVG (act. 8.1/A1) am
30. März 2017 verunfallte und sich dabei an den Knien, an der Schulter links und an der
Hand rechts verletzte.
B. Die Vorinstanz kam in der Folge für diverse Heilbehandlungskosten im Zusammenhang mit
dem Unfall auf. Am 19. September 2017 erkundigte sich eine Mitarbeiterin der Vorinstanz
telefonisch bei der Beschwerdeführerin nach dem aktuellen Stand. Diese berichtete, es
gehe ihr gut, sowohl die Physiotherapie als auch beim Arzt sei die Behandlung im Moment
abgeschlossen, aber sie wisse nicht, ob später eine OP stattfinden werde (act. 8.1/A7). Am
7. März 2018 meldete die Beschwerdeführerin sich erneut telefonisch bei der Vorinstanz
und berichtete, sie leide noch immer unter Schmerzen am Handgelenk. Eine Kortison-
spritze habe nichts genützt, es werde höchstwahrscheinlich eine OP geben (act. 8.1/A8).
C. Mit Schreiben vom 25. Mai 2018 teilte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin mit, sie habe
die Unterlagen dem medizinischen Dienst vorgelegt und dieser sei zum Schluss gelangt,
dass die Beschwerden nicht mehr mit der gesetzlich festgelegten überwiegenden
Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit dem Unfallereignis stünden. Aufgrund dieser
Beurteilung bestehe ab dem 1. Oktober 2017 kein Anspruch mehr auf Leistungen aus der
obligatorischen Unfallversicherung (act. 8.1/A9). Diese Auffassung bestätigte die
Vorinstanz mit Verfügung vom 7. August 2018 und hielt erneut fest, der medizinische
Dienst könne keinen Zusammenhang zwischen den Beschwerden und dem Unfallereignis
erkennen, weshalb die Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung per
30. September 2017 eingestellt würden (act. 8.1/A14). Gegen diese Verfügung erhob die
Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 5. September 2018 persönlich (act. 8.1/A18) und
am 14. September 2018 ausführlicher begründet durch ihren damaligen Rechtsvertreter
Einsprache (act. 8.1/A22) und beantragte die Übernahme der gesetzlichen Leistungen
durch den Unfallversicherer auch für die Zeit ab Oktober 2017. In der Folge tätigte die
Vorinstanz zunächst weitere Abklärungen und erliess schliesslich am 15. Juli 2019 einen
ausführlich begründeten abweisenden Einspracheentscheid (act. 8.1/A34). Darin hielt die
Vorinstanz fest, sie habe den Fall, nachdem die Behandlung nach dem 7. August 2017
nicht fortgesetzt worden sei, bereits damals formlos abschliessen dürfen. Für die ab
Februar 2018 geltend gemachten Beschwerden liege eine Rückfall- bzw. Spätfolge-
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konstellation vor, weshalb es nun an der Beschwerdeführerin liege, das Vorliegen eines
Kausalzusammenhangs zwischen den Beschwerden und dem Unfall nachzuweisen. Aus
medizinischer Sicht sei eine Kausalität zwischen den durch die Rhizarthrose verursachten
Beschwerden und dem Unfall höchstens möglich, was für die Begründung einer
Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers nicht genüge. Auf weitere
Abklärungen könne in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden.
D. Gegen diesen leistungsabweisenden Einspracheentscheid richtet sich die am 5. September
2019 von der Beschwerdeführerin erhobene Beschwerde ans Obergericht mit den eingangs
erwähnten Anträgen (act. 1). Mit Vernehmlassung vom 15. Oktober 2019 (act. 4) bean-
tragte der zum Verfahren beigeladene Krankenversicherer die Gutheissung dieser
Beschwerde, während die Vorinstanz innert erstreckter Frist am 12. Dezember 2019 eine
Vernehmlassung mit dem Antrag auf Abweisung der Beschwerde einreichte (act. 7). Keine
der beteiligten Parteien verlangte die Durchführung einer mündlichen Verhandlung. Die
Beschwerdeführerin verzichtete auf die Einreichung einer Replik. Aufgrund der Corona-
Pandemie wurde beim Obergericht im ersten Halbjahr von Beratungen vor Ort weitgehend
abgesehen. Als nach vorübergehender Wiederaufnahme des ordentlichen Verhandlungs-
betriebs nach dem Sommer infolge der weiteren Entwicklung der Pandemie die zur
Beratung des vorliegenden Verfahrens angesetzte Sitzung kurzfristig wieder abgesagt
werden musste, fällten die Richter einstimmig das vorliegende Zirkular-Urteil.
E. Auf weitere Einzelheiten im Sachverhalt und in den vorinstanzlichen Akten sowie die
Vorbringen der Parteien in den Rechtsschriften wird, soweit entscheidrelevant, in den
nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.

Erwägungen
1. Formelles
1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversicherungsrecht ergangen.
Zuständig für die Beurteilung von sozialversicherungsrechtlichen Streitigkeiten ist gemäss
Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG, SR 830.1) das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die ver-
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sicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Da die Beschwerde-
führerin in XX AR wohnt, ist die örtliche Zuständigkeit in Appenzell Ausserrhoden gegeben.
1.2 Gemäss Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b Justizgesetz (JG, bGS 145.31) beurteilt
das Obergericht als kantonales Versicherungsgericht Beschwerden aus dem Bereich
der Sozialversicherungen. Das Gesamtgericht hat Beschwerden in Sozialversiche-
rungssachen mit medizinischen Fragestellungen der 3. Abteilung zur Beurteilung
zugewiesen (so publiziert im aktuellen Staatskalender des Kantons Appenzell Aus-
serrhoden [https:// staatskalender.ar.ch/organizations/pdf], Ziff. 2.6.1.2), weshalb diese zur
Beurteilung der vorliegenden Beschwerdesache zuständig ist.
1.3 Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der weiteren Prozessvoraussetzungen
ergibt, dass diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung auf Seiten der
Beschwerdeführerin als auch hinsichtlich der Form- und Fristerfordernisse mit Bezug auf
die Beschwerdeschrift erfüllt sind (insbesondere Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung [UVG, SR 832.20] i.V.m. Art. 59, Art. 60 Abs. 1 und Art. 61 lit. b ATSG).
1.4 Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
1.5 Gestützt auf Art. 2 der Verordnung über COVID-19-Massnahmen: Gerichte (bGS 113.2)
kann das Obergericht zur Bewältigung der aktuell ausserordentlichen Lage in allen Fällen
auf dem Zirkularweg entscheiden, wenn das Gesetz keine Verhandlung vorschreibt. Da
vorliegend keine Durchführung einer Verhandlung vorgeschrieben ist und die Parteien auf
die Durchführung einer solchen verzichteten, hat das Obergericht den vorliegenden
Entscheid im Zirkularverfahren gefällt.
2. Materielles
2.1 Gegenstand der Unfallversicherung sind Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten (Art. 6 Abs. 1 UVG). Zwischen den Parteien ist
unbestritten, dass die Beschwerdeführerin am 30. März 2017, als sie infolge einer Kollision
mit einem Lieferwagen mit ihrem Roller stürzte, einen Unfall erlitt. Die Vorinstanz richtete
der Beschwerdeführerin als deren Unfallversicherer zunächst auch Versicherungs-
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leistungen aus, stellte diese aber mit Verfügung vom 7. August 2018 schliesslich
rückwirkend per 30. September 2017 ein, wobei auf die Rückforderung der bisher
erbrachten Leistungen verzichtet wurde. Streitig und zu prüfen ist im vorliegenden
Beschwerdeverfahren, ob die Vorinstanz zu dieser Leistungseinstellung berechtigt war oder
nicht. Zur Diskussion steht dabei namentlich der Kausalzusammenhang zwischen dem
Unfallereignis vom 30. März 2017 und den ab Oktober 2017 weiterhin bestehenden
Beschwerden.
a. Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst das Bestehen
eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und dem einge-
tretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) voraus. Ursachen im Sinne des natürlichen
Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene
Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit
eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung
des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder
unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende
Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der
versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht
werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. Die
Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers erstreckt sich auch auf mittelbare
bzw. indirekte Unfallfolgen (vgl. anstelle vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_558/2019
vom 19. September 2019 E. 3 m.w.H.).
b. Der Unfallversicherer haftet für einen Gesundheitsschaden nur insoweit, als dieser nicht nur
in einem natürlichen, sondern auch in einem adäquaten Kausalzusammenhang zum
versicherten Ereignis steht. Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich
die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität, so dass in solchen Fällen die
Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang
ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle spielt (Urteil des
Bundesgerichts 8C_786/2019 vom 20. Februar 2020 E. 3.1, namentlich mit Hinweis auf
BGE 129 V 177).
2.2 Im angefochtenen Einspracheentscheid hielt die Vorinstanz unter Ziff. 4.1.3 fest, sie habe
im Einklang mit der geltenden Rechtsprechung gestützt auf die medizinischen Unterlagen,
namentlich den Bericht von Dr. D. vom 7. August 2017 (act. 8.2/M5), im konkreten Fall
davon ausgehen dürfen, dass bereits am 7. August 2017 ein formloser Fallabschluss
möglich gewesen sei. Bereits ab dem 7. August 2017 habe somit kein Leistungsanspruch
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aus der obligatorischen Unfallversicherung mehr bestanden. Sollte sich die Situation seit
Fallabschluss verändert haben, hätte die Beschwerdeführerin allenfalls von der Möglichkeit
der Wiederanmeldung - mit der Folge, dass sie diesfalls aber den Beweis für den Kausal-
zusammenhang zwischen den erneuten Beschwerden und dem Unfallereignis zu erbringen
hätte - Gebrauch machen können.
Zu dieser Argumentation ist vorweg folgendes anzumerken:
a. Die Vorinstanz hat am 7. August 2018 ausdrücklich eine Leistungseinstellung per 30. Sep-
tember 2017 verfügt. In Ziff. 2 des Dispositivs der Verfügung hat die Vorinstanz zudem
festgehalten, dass sie auf eine Rückforderung bisher erbrachter Leistungen verzichte. Mit
Einspracheentscheid vom 15. Juli 2019 wurde diese Verfügung bestätigt. Die vorliegende
Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid vom 15. Juli 2019. Unter diesen
Umständen ist die Vorinstanz nach Treu und Glauben auf die explizit verfügte Leistungs-
einstellung per Ende September 2017 zu behaften, nachdem sie auch im Rahmen des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens (lediglich) die Abweisung der Beschwerde beantragte
und damit materiell gesehen an der ursprünglich verfügten Leistungseinstellung per Ende
September 2017 festhält (und notabene nicht etwa den konkreten Antrag stellte, die
Leistungspflicht sei neu auf die Zeit bis zum 7. August 2017 zu beschränken; ebensowenig
hat die Vorinstanz von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, mittels Verfügung pendente lite
im Sinn von Art. 53 Abs. 3 ATSG auf die ursprüngliche Verfügung vom 7. August 2018
zurückzukommen und allenfalls ein neues Fallabschlussdatum zu verfügen [was allerdings
ohnehin nicht möglich gewesen wäre ohne Einverständnis der Beschwerdeführerin;
diesfalls wäre die neue Verfügung aber als entsprechender Antrag im vorliegenden
Gerichtsverfahren zu berücksichtigen gewesen, vgl. dazu auch BARBARA KOBEL, in:
Zünd/Pfiffner Rauber, Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich,
2. Aufl. 2009, N 9 zu § 19; Urteil des Bundesgerichts 8C_1036/2012 vom 21. Mai 2013 E.
3.3]).
b. Da das Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren der Einspracheentscheid
vom 15. Juli 2019 ist, beschränkt sich der zu beurteilende Streitgegenstand somit inhaltlich
auf die Frage, ob die mit Verfügung vom 7. August 2018 vorgenommene Leistungsein-
stellung per Ende September 2017 zulässig war oder nicht. Nicht zu prüfen ist dagegen, ob
ein Fallabschluss allenfalls bereits früher möglich gewesen wäre.
c. Insoweit die Vorinstanz geltend macht, die wieder aufgetretenen Beschwerden seien
höchstens als Rückfall zu prüfen, was in beweisrechtlicher Hinsicht zu Lasten der
Beschwerdeführerin gehe, so ist zudem folgendes in Erwägung zu ziehen:
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 Tatsächlich gab die Beschwerdeführerin bei der telefonischen Nachfrage der Vorinstanz
am 19. September 2017 (act. 8.1/A7) an, die Behandlung sei abgeschlossen und es
gehe ihr gut. Sie wisse aber nicht, ob später noch eine Operation stattfinden werde.
Auch Dr. D. hatte am 7. August 2017 „abschliessend“ über die Beschwerdeführerin
berichtet, diese habe „vorerst“ gut angesprochen auf die Kortison-Infiltration und könne
ihrer Arbeit wieder problemlos nachgehen. Sie werde daher „vorerst“ den Fall abschlies-
sen, wies aber bereits darauf hin, dass mittelfristig allenfalls weitere Infiltrationen bzw.
längerfristig auch eine Operation in Betracht zu ziehen sei (act. 8.2/M5). Dieser Sach-
verhaltsablauf zeigt, dass somit sowohl die behandelnde Ärztin als auch die
Beschwerdeführerin übereinstimmend darauf hingewiesen hatten, dass zwar vorerst
keine Beschwerden mehr bestanden - was angesichts der stattgefundenen Infiltration
auch nachvollziehbar erscheint -, es aber vom weiteren Verlauf abhängen würde, ob
künftig noch weitere medizinische Massnahmen angezeigt sein würden.
 Zwischen der Sprechstunde vom 7. August 2017 bis zur Wiedervorstellung bei Dr. D. am
2. Februar 2018 verging rund ein halbes Jahr, offenbar ohne dass weitere medizinische
Behandlungen erfolgten. Dass die Vorinstanz nicht bereits in dieser Zwischenzeit den
Fallabschluss schriftlich verfügte, spielt an sich keine Rolle: Der Fallabschluss hat zwar
grundsätzlich in Form einer Verfügung zu erfolgen, wenn und solange die weitere
Erbringung von erheblichen Leistungen zur Diskussion steht; allerdings kann der
Unfallversicherer mit einer formellen Verfügung durchaus auch erst einmal zuwarten und
die Entwicklung beobachten, bevor er verfügt (vgl. BGE 132 V 412 E. 4 in fine). Im
vorliegenden Fall war der Vorinstanz im Verfügungszeitpunkt schliesslich bereits
bekannt, dass weitere Behandlungen notwendig geworden waren; in Kenntnis dessen
setzte sie den Fallabschluss rückwirkend per Ende September 2017 fest und
begründete dies damit, dass kein Zusammenhang zwischen den nach Ende September
2017 wieder vorhandenen Beschwerden und dem Unfallereignis mehr bestehe.
 Für die Verteilung der Beweislast im vorliegenden Verfahren bedeutet dies folgendes:
Während bei der Frage, ob ein Kausalzusammenhang überhaupt jemals gegeben ist,
die versicherte Person beweisbelastet ist, trägt die Beweislast für einen behaupteten
Wegfall der Kausalität aufgrund des Erreichens des Status quo sine (oder allenfalls des
Status quo ante) der Unfallversicherer. Da die Beurteilung der Zulässigkeit der
Leistungseinstellung per Ende September 2017 in Frage steht, bedeutet dies, dass im
vorliegenden Verfahren in erster Linie die Vorinstanz beweisbelastet ist, da es zunächst
um die Überprüfung des von der Vorinstanz vorgenommenen Fallabschlusses per Ende
September 2017 geht. Erst wenn sich erweisen würde, dass dieser Fallabschluss
zulässig gewesen war, so würde sich - in einem zweiten Schritt - die Frage nach einem
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Rückfall bzw. nach Spätfolgen stellen. Nur in diesem Fall wäre dann die Beschwerde-
führerin beweisbelastet für den Kausalzusammenhang zwischen solchen Rückfallbe-
schwerden und dem Unfallereignis. Sollte sich hingegen ergeben, dass der von der
Vorinstanz per Ende September 2017 vorgenommene Fallabschluss gar nicht zulässig
war, so stellte sich automatisch die Frage, ob gestützt auf die vorhandenen Unterlagen
bereits beurteilt werden könnte, per wann ein Fallabschluss allenfalls zwischenzeitlich
zulässig gewesen wäre oder ob auch in der Zwischenzeit noch gar kein Fallabschluss
hätte vorgenommen werden können. Bezüglich des Zeitpunkts des Fallabschlusses
wäre diesfalls (weiterhin) der Unfallversicherer beweisbelastet. Erst ab dem Zeitpunkt, in
dem ein Fallabschluss möglich war, wäre es dann wiederum an der versicherten Person,
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit den Kausalzusammenhang von erst danach
aufgetretenen Beschwerden zum Unfallereignis darzulegen.
 Allerdings tragen die Parteien im Sozialversicherungsrecht in der Regel eine Beweislast
ohnehin nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener
Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten
wollte. Diese Beweisregel greift aber erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen
Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirk-
lichkeit zu entsprechen (Urteil des Bundesgerichts 8C_623/2019 vom 21. Januar 2020
E. 2.1.2 m.w.H.). Bevor sich also überhaupt die Frage der Beweislast stellt, ist der
Sachverhalt im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes richtig und vollständig zu klären
(Urteile des Bundesgerichts 8C_488/2017 vom 27. November 2017 E. 3.1; 8C_777/2015
vom 22. März 2016 E. 2.2 und 8C_476/2011 vom 5. Dezember 2011 E. 6.3; je m.w.H.).
2.3 Aus den vorliegenden Akten ergibt sich folgender Sachverhalt:
a. Die Beschwerdeführerin war mit ihrem Motorrad unterwegs, als sie am 30. März 2017 mit
einem VW-Lieferwagen, dessen Fahrer sie bei der Einfahrt in einen Kreisel übersehen
hatte, kollidierte und in der Folge auf die linke Seite stürzte (act. 2/4). Sie wurde unmittelbar
nach dem Unfall im Spital E. erstversorgt. Die Ärzte diagnostizierten eine Kontusion und
Exkoriation der Knie beidseits, eine Kontusion MCP II rechts und Daumen rechts mit
aktivierter Rhizarthrose sowie eine Distorsion der Schulter links (act. 2/5). Während die
Knieverletzungen im Anschluss offenbar problemlos wieder verheilten, erfolgten sowohl im
Zusammenhang mit der verletzten Hand als auch mit der verletzten Schulter zunächst
weitere Arztbesuche.
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b. Dr. F., orthopädischer Chirurge FMH, diagnostizierte bezüglich der Schulter einen beim
Unfall erlittenen partiellen Rotatorenmanschetten-Riss und berichtete schliesslich, nach
Physiotherapie sei die Beschwerdeführerin diesbezüglich „fast völlig beschwerdefrei“
geworden. Gemäss Bericht vom 28. Juni 2017 schloss er die Behandlung nach günstigem
Verlauf ab (act. 8.2/M3). Nachdem die Vorinstanz ihre Leistungspflicht noch bis Ende
September 2017 anerkannte, kann somit davon ausgegangen werden, dass sie für die
Kosten der Schulterbehandlung bis zum Behandlungsabschluss durch Dr. F. Ende Juni
2017 aufgekommen ist. Die Beschwerdeführerin gab in der Beschwerdeschrift ausdrücklich
an, sowohl bezüglich Schulter- als auch Kniebeschwerden habe sich inzwischen Beschwer-
defreiheit eingestellt (Beschwerde, S. 4, Ziff. 1.2), so dass grund-sätzlich davon
auszugehen ist, dass seit dem Behandlungsabschluss per Ende Juni 2017 durch Dr. F.
keine Schulterbeschwerden mit möglichem Bezug zum Unfallereignis mehr in Frage stehen
(siehe dazu allerdings nachfolgend, E. 2.8b).
c. Hingegen persistierten die Schmerzen in der verletzten Hand von Beginn weg. In sachver-
haltsmässiger Hinsicht sind im Zusammenhang mit den Handbeschwerden insbesondere
folgende Unterlagen von Bedeutung: Im radiologischen Befundbericht (act. 8.2/M14) vom
Unfalltag war bezüglich der Handverletzung Folgendes angeführt worden: „Verdacht auf
feine corticale Absprengung ulnar am Os hamatum, nur abgrenzbar in der anteropo-
sterioren Projektion. Ansonsten keine knöcherne Verletzung. Degenerative Veränderungen
am Daumengrundgelenk. Ansonsten altersentsprechend normal.“ Am 10. April 2017 fand
im Spital G. eine Nachkontrolle statt bei Dr. D., FMH Handchirurgie (act. 8.2/M1). Dr. D.
stellte eine anhaltende Schwellung im Bereich des Daumensattelgelenks fest und diagnos-
tizierte eine nicht dislozierte, extraartikuläre Metacarpale I-Basisfraktur (Winterstein-Fraktur)
Daumen rechts sowie Rhizarthrose rechts Stadium Eaton-Litter III. Zu den bereits im Spital
E. erstellten Röntgenbildern hielt sie fest: „Im Bereich der Basis von Metacarpale I lässt
sich extraartikulär eine Frakturlinie vermuten. Rhizarthrose bei Subluxationsstellung,
Gelenksspaltverschmälerung und grösseren osteophytären Randanbauten Daumensattel-
gelenk.“ Bezüglich der beim Untersuch neu angefertigten Röntgenbilder führte sie aus:
„Auch hier kommt die mögliche Fissur wieder zur Darstellung. Keinerlei Dislokation oder
Fehlstellung.“ Die ebenfalls durchgeführte Computertomographie der Hand rechts führte zu
folgendem Befund: „Nicht dislozierte, extraartikuläre Basisfraktur von Os metacarpale I
ohne Dislokation. Kein Hinweis für intraartikuläre Komponente.“ Die betroffene Hand wurde
in der Folge konservativ mittels Gips ruhiggestellt und eine nächste Verlaufskontrolle in 4 1 /2
Wochen vorgesehen. Dort berichtete die Beschwerdeführerin, dass sie im Gips immer noch
leichte Schmerzen im Bereich des Daumensattelgelenks verspüre. Nach der Gipsentfer-
nung zeigte sich eine deutliche Einschränkung der Beweglichkeit des rechten Daumens.
Dr. D. ging gestützt auf den aktuellen Röntgenbefund von einer zunehmenden Konsoli-
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dation der Fraktur aus und ordnete zunächst Ergotherapie zum gezielten Kraftaufbau an
(act. 8.2/M2). Bei der weiteren Verlaufskontrolle vom 10. Juli 2017 (act. 8.2/M4) stellte sich
heraus, dass die regelmässigen Ergotherapiesitzungen zu keiner wesentlichen Besserung
geführt hatten. Erst die schliesslich vorgenommene Infiltration des Daumensattelgelenks
führte zunächst zu einem Abklingen der Schmerzen. Im Bericht vom 7. August 2017 (act.
8.2/M5) berichtete Dr. D. zum weiteren Verlauf, mittlerweile komme es nur noch bei grösse-
ren Belastungen zu leichten Beschwerden und hielt fest: „Wir werden vorerst den Fall
abschliessen. Sollten im Verlauf wieder vermehrt Beschwerden auftreten, ist selbstver-
ständlich jeder Zeit eine Wiedervorstellung möglich. Die Kortison-Infiltration könnte nach
einigen Monaten wiederholt werden. Längerfristig müsste eine Resektions-Interpositions-
Suspensionsarthroplastik diskutiert werden.“ Am 2. Februar 2018 (act. 8.2/ M7) wurde die
Beschwerdeführerin erneut bei Dr. D. vorstellig und berichtete, die Kortison-Infiltration habe
nur rund zwei Monate lang eine Besserung der Beschwerden im rechten Daumensattel-
gelenk bewirkt. Dr. D. riet unter diesen Umständen von einer weiteren Infiltration ab und
hielt fest, konservativ könne sie der Patientin nicht mehr viel bieten; als nächster Schritt
wäre eine Trapezektomie mit Suspensions-Interpositions-Arthroplastik in Erwägung zu
ziehen, wozu die Patientin aber noch nicht bereit sei. Im Sprechstundenbericht vom
30. April 2018 (act. 8.2/M8) berichtete Dr. D. von zunehmenden Schmerzen im rechten
Daumensattelgelenk. Bei ausgeschöpfter konservativer Therapie habe sich die Patientin
nun definitiv für die vorgeschlagene Operation entschieden. Am 3. Mai 2018 wurde die
Vorinstanz um Kostengutsprache für die geplante Operation ersucht (act. 8.2/M9), was
abgelehnt wurde (act. 8.1/A9). Die Operation wurde am 18. Mai 2018 durchgeführt
(act. 8.1/M22). Dr. D. ersuchte die Vorinstanz mit Brief vom 12. Juni 2018 (act. 8.1/M11) um
Reevaluation des Falles. Die Beschwerdeführerin sei vor dem Ereignis vom 30. März 2017
völlig beschwerdefrei gewesen; es sei erst durch die beim Sturz erfolgte Basisfraktur von
Os metacarpale I zu einer richtungsweisenden Verschlechterung gekommen, weshalb sie
der Meinung sei, die Kosten für die Operation seien von der Unfallversicherung zu überneh-
men. In der fachärztlichen Beurteilung vom 26. August 2019 (act. 2/19) nahm Dr. D.
schliesslich zu Handen der Beschwerdeführerin erneut vertieft Stellung zur Frage des
Zusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und den Beschwerden an der rechten Hand.
Sie bestätigte, dass schon vor dem Unfall eine moderate Rhizarthrose bestanden habe.
Beim Unfall habe die Beschwerdeführerin - nebst einer sog. Wintersteinfraktur - eine Dis-
torsionsverletzung des rechten Daumens mit Quetschung bzw. Überdehnung des Daumen-
sattelgelenks und dessen Kapselbandapparates erlitten. Diese Verletzung sei geeignet
gewesen, die Rhizarthrose zu aktivieren. Die Mehrzahl der Arthrosen an den Fingerge-
lenken sei asymptomatisch. Durch eine zusätzliche Traumatisierung des Gelenkknorpels
und des Kapselbandapparats werde eine bislang stumme Arthrose plötzlich akut
schmerzhaft (traumatisierte Arthrose). Dr. D. beantwortete die Frage, ob die Beschwerden /
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Operation auch ohne den Unfall vom 30. März 2017 nötig geworden wäre, wie folgt:
„Wahrscheinlich nicht. Ob die Rhizarthrose zu einem späteren Zeitpunkt symptomatisch
geworden wäre, bleibt spekulativ. Wenn, dann erst zu einem deutlich späteren Zeitpunkt.
Zumal, wie erwähnt, die Rhizarthrose bis zum Unfall keinerlei Beschwerden und
Einschränkungen bewirkt hatte.“
2.4 Die Vorinstanz begründete die per Ende September 2017 vorgenommene Leistungsein-
stellung namentlich gestützt auf die bei ihren Vertrauensärzten eingeholten Stellung-
nahmen. Für die Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin
sind Verwaltung und das Gericht auf diesbezügliche Angaben ärztlicher Experten
angewiesen. Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzten kommt
nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen,
nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen
ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Auch wenn den Berichten
versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen mithin grundsätzlich Beweiswert
zuerkannt wird, so ist doch zu betonen, dass ihnen praxisgemäss nicht dieselbe
Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom
Versicherungsträger in Auftrag gegebenen Gutachten zuzubilligen ist. Soll ein
Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind
an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen
Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4;
Urteil des Bundesgerichts 8C_620/2015 vom 24. März 2016 E. 3.4 m.w.H.). Anspruch auf
ein unabhängiges Gutachten besteht damit rechtsprechungsgemäss, wenn die
Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren in rechtserheblichen Punkten nicht
ausreichend beweiswertig sind (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1.5).
2.5 Die Vorinstanz legte das Dossier zunächst Dr. H. zur versicherungsinternen medizinischen
Beurteilung vor. Dieser nahm in einem Kurzbericht vom 24. Mai 2018 (act. 8.2/M10)
Stellung zur Frage, ob die damals von der Beschwerdeführerin geklagten Handbeschwer-
den noch kausal auf das Unfallereignis vom 30. März 2017 zurückzuführen seien oder
nicht. Er verneinte dies mit der Begründung, bei der Beschwerdeführerin würde eine
degenerative Erkrankung des Daumengrundgelenks vorliegen. Die Rhizarthrose sei als
Vorzustand nicht unfallbedingt und bereits in den Erstakten gut dokumentiert. Die beim
Unfall erlittene Fraktur sei in der Zwischenzeit abgeheilt. Die geplante Arthroplastik des
Daumengrundgelenks sei Folge der krankheitsbedingten Arthrose. Es sei davon
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auszugehen, dass sich der Zustand durch den Unfall vorübergehend verschlechtert habe,
der Zustand quo sine sollte aber sechs Monate nach dem Unfall wieder erreicht worden
sein.
a. Die Beschwerdeführerin macht geltend, diese Kausalitätsbeurteilung durch Dr. H. sei zum
Vornherein nicht überzeugend, weil Dr. H. als Facharzt FMH für Innere Medizin, spez.
Geriatrie, gar nicht kompetent sei, eine rein handchirurgische Gesundheitsstörung zu beur-
teilen. Ohnehin bleibe aber die Leistungspflicht des Unfallversicherers gemäss Rechtspre-
chung auch dann bestehen, wenn der betreffende Schaden auch ohne das versicherte
Ereignis früher oder später wohl eingetreten wäre, der Unfall aber hinsichtlich des Zeit-
punkts des Schadeneintritts eine unerlässliche Bedingung darstellte. Es genüge konkret zur
Begründung der Leistungspflicht der Vorinstanz, dass die Operation wegen des Unfalls
früher notwendig geworden sei, als dies ansonsten der Fall gewesen wäre.
b. Dr. H. ging gestützt auf das ihm vorliegende Kostengutsprachegesuch (act. 8.2/M9) davon
aus, die geplante Operation sei eine „Folge der krankheitsbedingten Arthrose.“ Auf dem
Kostengutspracheformular war weder das Feld „Unfall“ noch „Krankheit“ angekreuzt
worden; dass Dr. H. angesichts der angegebenen Diagnose einer Rhizarthrose grund-
sätzlich auf ein Krankheitsgeschehen schloss, erscheint zunächst nachvollziehbar. Als Dr.
H. seine Einschätzung abgab, lag ihm nämlich der Brief von Dr. D. vom 12. Juni 2018 (act.
8.2/7M11) noch nicht vor. Erst in diesem Schreiben teilte die Behandlerin der Vorinstanz
ausdrücklich mit, aus ihrer Sicht sei es durch den Unfall zu einer richtungsweisenden
Verschlechterung gekommen, weshalb sie - sinngemäss - den Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfall und den weiterhin nötigen Behandlungen nach Ende September 2017
klar als gegeben ansehe. Angesichts dieser konkreten Stellungnahme der behandelnden
Fachärztin vermag die von Dr. H. abgegebene Kurzeinschätzung so oder so nicht mehr zu
genügen, um allein gestützt darauf eine Leistungspflicht der Vorinstanz ab Oktober 2017
definitiv auszuschliessen. Für eine abschliessende Beurteilung bedarf es vielmehr einer
konkreten, schlüssigen Stellungnahme dazu, weshalb von der klar geäusserten Meinung
der behandelnden Ärztin, die den Kausalzusammenhang der weiterhin Behandlungen
erfordernden Beschwerden zum Unfallereignis bejaht, abgewichen wird. Damit kann aber
an dieser Stelle auch offengelassen werden, ob und falls ja, inwieweit die Rüge der
Beschwerdeführerin zutrifft, wonach Dr. H. als Facharzt für innere Medizin, Spez. Geriatrie,
ohnehin zum Vornherein nicht fachkompetent gewesen sein soll, eine verlässliche
Beurteilung abzugeben.
2.6 Dass die Stellungnahme von Dr. H. zur abschliessenden Beurteilung der Leistungspflicht
noch nicht genügte, erkannte im weiteren Verlauf wohl auch die Vorinstanz und holte
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deshalb eine zweite vertrauensärztliche Stellungnahme bei Dr. I., Facharzt Chirurgie, ein.
Dr. I., dem nun auch der Bericht von Dr. D. vom 12. Juni 2018 (act. 8.2/M11) sowie auch
das im übrigen komplettierte und aktualisierte medizinische Dossier (act. 8.2/M12 ff.)
vorgelegt wurde, kam in seinem Bericht vom 1. Juli 2019 (act. 8.2/M25) zum Schluss,
bezüglich der Handverletzung sei bereits am 7. August 2017, dem Datum, an welchem Dr.
D. die Beschwerdefreiheit festgestellt habe, der status quo sine wieder erreicht gewesen.
Die von der Handchirurgin erwähnte Aktivierung der Rhizarthrose könne nicht nach-
vollzogen werden; im Daumensattelgelenk hätten sich nach dem Unfall keinerlei Verletz-
ungen gezeigt, insbesondere nicht im Bereich des Kapsel-Bandapparats. Für die Annahme
einer richtungsgebenden Verschlimmerung der Rhizarthrose durch den Unfall fehlten die
dafür nötigen Begleitverletzungen. Es könne allenfalls eine leichte Stauchung des Dau-
mensattelgelenks angenommen werden, diese sei jedoch spätestens im August 2017
abgeheilt gewesen.
Hierzu ist folgendes in Erwägung zu ziehen:
a. Die Argumentation der Vorinstanz in der Vernehmlassung, wonach sich nicht belegen
lassen soll, dass der Unfall zu einer Quetschung geführt und stattdessen lediglich eine
vorübergehende Stauchung vorgelegen haben soll (vgl. Vernehmlassung, S. 9, Ziff. 2.2.2),
stützt sich offensichtlich auf die Stellungnahme von Dr. I.. Dieser ging ausdrücklich davon
aus, im Daumensattelgelenk hätten sich keine Verletzungen gezeigt (act. 8.2./M 25: „Im
Daumensattelgelenk zeigten sich keinerlei Verletzungen, insbesondere nicht im Bereich
des Kapsel-Bandapparats“). Seine Schlussfolgerung, wonach gerade deshalb keine
richtungsgebende Verschlimmerung der Rhizarthrose anzunehmen sei (vgl. act. 8.2/M25:
[...], es handelt sich jedoch nicht mit dem geforderten Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit um eine richtungsgebende Verschlimmerung der Rhizarthrose. Hierfür
fehlen Begleitverletzungen wie oben beschrieben.“), kann aus folgenden Gründen jedoch
nicht ohne weiteres nachvollzogen werden:
b. Seine Annahme steht nämlich nicht nur im Widerspruch zur ausdrücklichen Angabe der
behandelnden Fachärztin, wonach die Beschwerdeführerin beim Unfall sehr wohl
Verletzungen im Daumensattelgelenk, nämlich konkret eine Überdehnung des Daumen-
sattelgelenks und dessen Kapselbandapparats, erlitten habe, sondern es fällt auch auf,
dass bereits die Ärzte im Spital E. bei der Erstversorgung der Beschwerdeführerin nach
dem Unfall nicht nur eine Stauchung, sondern ausdrücklich eine Quetschung der Hand
diagnostiziert hatten („Kontusion MCP II Hand rechts und Daumen rechts mit aktivierter
Rhizarthrose“, siehe act. 2/5, Diagnosen). Gemäss Dr. D. - welche die Beschwerde-führerin
immerhin mehrfach persönlich untersucht hat und sich dadurch ein konkretes Bild von der
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Situation machen konnte, was auf Dr. I. nicht zutrifft - hat diese Quetschung der Hand zu
einer Überdehnung des Daumensattelgelenks und dessen Kapselbandapparats geführt
(vgl. act. 5/19). Soweit dies dem Bericht von Dr. I. entnommen werden kann, würde auch er
im Falle solcher „Begleitverletzungen“ jedenfalls nicht zum Vornherein ausschliessen, dass
durch den Unfall eine richtungsgebende Verschlimmerung der Rhizarthrose eingetreten
sein könnte. Da seine Annahme, wonach die Beschwerdeführerin lediglich eine leichte
Stauchung erlitten haben soll, sowohl durch die Angaben der behandelnden Ärztin Dr. D.
als auch durch die von den Erstbehandlern im Spital E. gestellten Diagnosen widerlegt
wird, bestehen klare Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit seiner
Einschätzung sprechen.
c. Bestehen aber auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind bereits ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (Urteil des Bundesgerichts 8C_824/2018 vom 26. März 2019 E. 3.3 m.w.H.).
Angesichts dieser strengen Anforderungen an rein versicherungsinterne Berichte führt dies
im konkreten Fall dazu, dass eine abschliessende Beurteilung erst nach weiteren
unabhängigen medizinischen Abklärungen vorgenommen werden kann.
2.7 Da somit im konkreten Fall letztlich beide vertrauensärztlichen Stellungnahmen nicht für
eine abschliessende Beurteilung des medizinischen Sachverhalts genügen, bleibt zu
prüfen, ob im konkreten Fall der Sachverhalt aufgrund der inzwischen neu vorliegenden
Unterlagen bereits genügend geklärt ist, so dass die Beurteilung der Leistungspflicht der
Vorinstanz gestützt darauf bereits abschliessend erfolgen kann oder ob zuerst noch weitere
Abklärungen nötig sind.
a. Dr. I. vertrat in seinem Bericht die Auffassung, die Behauptung von Dr. D., die Beschwerde-
führerin habe vor dem Unfall keinerlei Beschwerden im Bereich ihrer Daumen gehabt, sei
angesichts der degenerativen Veränderungen zum Vornherein nicht glaubhaft (act. 8.2 M25
in fine). Aus den vorliegenden medizinischen Unterlagen (siehe insbesondere act. 2/5, act.
8.2/M21) ist zu schliessen, dass bei der Beschwerdeführerin in der rechten Hand jedenfalls
gewisse degenerative Veränderungen bereits vor dem Unfall vorgelegen haben. Dem
stimmt auch Dr. D. zu (vgl. act. 5/19, Antwort auf Frage 1). Allerdings hielt Dr. D. auch fest,
die Beschwerdeführerin habe an der rechten Hand (trotzdem) vor dem Unfall keinerlei
Beschwerden gehabt (act. 8.2/M11; act. 8.2/M1; act. 2/5), abgesehen von eventuell leichter
Kraftminderung im Vergleich zu Gegenseite. Dr. I. begründet nicht mit konkreten
Argumenten, weshalb er es für ausgeschlossen hält, dass die Beschwerdeführerin vor dem
Unfall beschwerdefrei gewesen sein soll. Tatsache ist, dass jedenfalls keine Unterlagen
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vorliegen, woraus zu schliessen wäre, dass die degenerativen Veränderungen bereits vor
dem Unfall zu behandlungsbedürftigen Beschwerden geführt hätten. Die von Dr. D.
erwähnte Kraftminderung ist, nachdem die Beschwerdeführerin offenbar beidhändig ist und
zwar rechts schreibt, links aber schneidet - was eher grösseren Kraftaufwand erfordert -
nicht zwingend als durch eine degenerative Veränderung bedingt aufzufassen. Mangels
gegenteiligen Belegen besteht gestützt auf die vorhandene Aktenlage somit jedenfalls kein
konkreter Grund, in Frage zu stellen, dass die Beschwerdeführerin vor dem Unfall
tatsächlich keine Beschwerden in der rechten Hand bzw. am rechten Daumen hatte und
diese erst nach dem Unfall auftraten.
b. Die Vorinstanz weist in diesem Zusammenhang allerdings zu Recht darauf hin, dass es zur
Begründung einer Leistungspflicht des Unfallversicherers nicht genügt, wenn diese einzig
gestützt auf das Argument „post hoc ergo propter hoc“ erfolgt und somit mit dem alleinigen
Umstand begründet würde, dass der Schaden zeitlich nach dem Unfallereignis eingetreten
ist (vgl. dazu anstelle vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_158/2020 vom 17. April 2020 E.
3.2 m.w.H.). Da bereits am Unfalltag degenerative Veränderungen in der rechten Hand
vorhanden waren, ist es wohl möglich, wenn nicht gar naheliegend, dass diese degenera-
tiven Veränderungen im weiteren zeitlichen Verlauf irgendwann auch ohne den Unfall zu
den von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden geführt hätten. Dies wird auch
von Dr. D. in der fachärztlichen Beurteilung vom 26. August 2019 (act. 5/19) grundsätzlich
eingeräumt.
c. Da in erster Linie der von der Vorinstanz verfügte Fallabschluss per Ende September 2017
bestritten wird, stellt sich im vorliegenden Verfahren die Frage, ob der medizinische Sach-
verhalt überhaupt bereits genügend abgeklärt ist, um beurteilen zu können, ob ein solcher
Fallabschluss zulässig war oder nicht, wobei vor allem die Frage im Vordergrund steht, ob
die ab Februar 2018 wieder aktenkundig vorhandenen Handbeschwerden wegen dem
Unfall früher als sonst eingetreten sind. Wie die Beschwerdeführerin nämlich zu Recht
vorbringt, ist für die Beurteilung der Leistungspflicht eines Unfallversicherers zu beachten,
dass gemäss Rechtsprechung zu den im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG massgebenden
Ursachen auch Umstände gehören, ohne deren Vorhandensein die gesundheitliche
Beeinträchtigung nicht zur gleichen Zeit - sondern eben erst später - eingetreten wäre. Das
heisst: Ein krankhafter Vorzustand mag grundsätzlich geeignet sein, einen Schaden alleine
hervorzurufen; für die Begründung der Leistungspflicht des Unfallversicherers kommt es
aber entscheidend darauf an, ob der in Frage stehende Unfall mit Blick auf das Stadium der
Grunderkrankung die Realisierungswahrscheinlichkeit des Schadenrisikos zum gegebenen
Zeitpunkt beeinflusste. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers entfällt dann, wenn der
Unfall nur Gelegenheits- oder Zufallsursache ist, welche ein gegenwärtiges Risiko, mit
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dessen Realisierung (ohnehin) jederzeit zu rechnen gewesen wäre, manifest werden lässt,
ohne im Rahmen des Verhältnisses von Ursache und Wirkung eigenständige Bedeutung
anzunehmen. Schafft ein krankhafter Vorzustand aber erst eine latente Schadensneigung,
entspricht er lediglich einer Teilursache und es besteht somit Raum für eine Leistungspflicht
des obligatorischen Unfallversicherers (Urteile des Bundesgerichts 8C_847/2016 vom
5. April 2017 E. 5.3.2; U 413/05 vom 5. April 2007 E. 4.2).
d. Dr. D. schloss die Behandlung der Handbeschwerden rechts am 7. August 2017 zunächst
erfolgreich ab (act. 8.2/M5). Rund ein halbes Jahr später nahm sie die Behandlung wieder
auf, nachdem die Beschwerdeführerin vor allem unter grösseren Belastungen erneut unter
Beschwerden im rechten Daumensattelgelenk litt (act. 8.2/M7). Aus dem Sprechstunden-
bericht vom 30. April 2018 (act. 8.2/M8) geht hervor, dass die Beschwerdeführerin nicht nur
an der rechten, sondern auch an der linken Hand Beschwerden beklagte („Gleiche
Beschwerden treten ausserdem auch zunehmend links auf.“). Die linke Hand wurde aber
beim Unfallereignis gar nicht in Mitleidenschaft gezogen. Das Auftreten seitengleicher
Beschwerden im Frühling 2018 (Diagnose: „Rhizarthrose beidseits“, vgl. act. 8.2/M24)
scheint auf den ersten Blick dafür zu sprechen, anzunehmen, dass die degenerativen
Veränderungen an der rechten Hand wohl auch dann zu Problemen geführt hätten, wenn
es gar nicht zum Unfall vom 30. März 2017 gekommen wäre, zumindest wenn man
naheliegenderweise von einer ähnlichen Entwicklung an der linken wie an der rechten
Hand ausgeht. Umgekehrt erscheint aber die Erklärung der Beschwerdeführerin, wonach
die Probleme in der linken Hand lediglich vorübergehend bestanden hatten und gerade
durch die Mehrbelastung infolge der Problematik in der rechten Hand verursacht worden
waren, weil sie wegen der dortigen Einschränkungen fast nur noch die linke Hand
einzusetzen vermochte (vgl. dazu act. 8.1/A22, S. 4, Ziff. 8), grundsätzlich schlüssig. Eine
konkrete medizinische Beurteilung, wie es sich damit verhält, ist den vorhandenen Akten
nicht zu entnehmen.
e. Selbst der aktuelle Zustand der beim Unfall verletzten rechten Hand ist gestützt auf die
vorhandenen Unterlagen noch gar nicht abschliessend beurteilbar: Während die Operation
gemäss Angaben in der Beschwerdeschrift (Beschwerde, S. 5, Ziff. 1.4 in fine) zu einem
positiven Ergebnis führte, berichtete Dr. D. im Sprechstundenbericht vom 6. Februar 2019
(act. 8.1/M22) von unveränderten Beschwerden im rechten Daumen. Im MRI zeige sich
zwar ein zeitgerechter postoperativer Befund, sobald aber die Beschwerdeführerin die
Hände einsetze, komme es zu störenden Schmerzen. Dr. D. hielt nicht das inzwischen neu
diagnostizierte leichtgradige sensomotorische Karpaltunnelsyndrom für diese Beschwerden
verantwortlich, sondern vermutete unter den gegebenen Umständen eher eine funktionelle
Komponente als ursächlich und bat Dr. J. und Dr. K. um eine handchirurgische Zweitmei-
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nung. Diese findet sich nicht in den vorhandenen Akten. Für die Beurteilung des
Kausalzusammenhangs der andauernden Beschwerden zum Unfallereignis könnte diese
Zweitmeinung aber ebenfalls von Bedeutung sein, weshalb diese Beurteilung ebenfalls
noch zu den Akten zu nehmen sein wird, bevor der medizinische Sachverhalt - ausser die
Frage des Kausalzusammenhangs erschiene im Anschluss bereits gestützt auf diese
zusätzlichen Abklärungen abschliessend geklärt - wohl abschliessend einem medizinischen
Experten zur unabhängigen Stellungnahme unterbreitet werden muss.
f. Zusammengefasst sind im konkreten Fall noch diverse Fragen offen und die vorhandenen
Unterlagen genügen noch nicht für eine abschliessende Beurteilung der Kausalitätsfrage.
Bevor beurteilt werden kann, ob der von der Vorinstanz per Ende September 2017 verfügte
Fallabschluss zulässig war oder nicht, ist in einem ersten Schritt das medizinische Dossier
zu aktualisieren durch Einholung aktueller Berichte bei den behandelnden Ärzten. Nach-
dem wie aufgezeigt den bisher rein versicherungsintern vorgenommenen medizinischen
Abklärungen kein Beweiswert zuzumessen ist, wäre, sofern im Anschluss gestützt auf das
ergänzte medizinische Dossier nicht bereits eindeutig feststeht, wie es sich mit der
Zulässigkeit des verfügten Fallabschlusses verhält, zwingend die Einholung einer unab-
hängigen Expertise angezeigt. Dies führt im Resultat zur Gutheissung der vorliegenden
Beschwerde unter Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids.
2.8 Im konkreten Fall weist das Gericht die Angelegenheit an die Vorinstanz zurück, damit
diese in Nachachtung ihrer Untersuchungspflicht für die nötige abschliessende
Sachverhaltsklärung sorgt:
a. Art. 43 Abs. 1 ATSG schreibt dem Versicherungsträger gesetzlich vor, die an ihn gerich-
teten Begehren zu prüfen, die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen
und die erforderlichen Auskünfte einzuholen. Das bedeutet konkret, dass der Versi-
cherungsträger die Pflicht hat, den Sachverhalt bis zur zweifelsfreien Eruierung abzuklären.
Gemäss Rechtsprechung kommt ihm dabei zwar durchaus ein Ermessensspielraum
bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen zu.
Das heisst allerdings nicht, dass ein Versicherungsträger die von ihm zu erfüllende
Untersuchungspflicht einfach durch Nichttätigkeit dem Gericht, das den Fall später beurteilt,
zuschieben kann. Die Vorinstanz hat ihre eigene gesetzlich vorgesehene Abklärungspflicht
im konkreten Fall nicht erfüllt, indem sie sich für den vorgenommenen Fallabschluss auf
Stellungnahmen ihrer Vertrauensärzte stützte, welche aus den dargelegten Gründen
offensichtlich nicht für eine abschliessende Beurteilung genügen. Da die Sachverhaltsab-
klärungen im Verwaltungsverfahren unvollständig blieben, sind sie zunächst von der hierzu
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zuständigen Vorinstanz abzuschliessen. Entsprechend wird die Angelegenheit zur
Wahrung des Instanzenzugs an die Vorinstanz zurückgewiesen, damit diese nach ergänz-
ten Abklärungen in medizinischer Hinsicht erneut über den Leistungsanspruch der
Beschwerdeführerin entscheide.
b. An dieser Stelle bleibt anzumerken, dass sich aus den vorliegenden Unterlagen ergibt,
dass offenbar im November 2019 unter Bezugnahme auf das Unfallereignis vom 30. März
2017 ein Kostengutsprachegesuch „AS, Bicepstenotomie, ASD, SSP-Ref. Schulter li“ bei
der Diagnose einer „SSP-Ruptur li“ bei der Vorinstanz eingereicht wurde (act. 8.2/M26).
Gestützt auf die vorhandenen Unterlagen erscheint nicht ohne weiteres schlüssig, weshalb
die linke Schulter operiert werden sollte, nachdem gemäss Bericht vom 20. Juli 2018
(act. 8.2/M12) noch ausdrücklich „die arthroskopische Rotatorenmanschetten-Rekon-
struktion mit Bizepstenodese, AC-Resektion und Akromioplastik rechts“ mit der
Beschwerdeführerin besprochen worden war (wobei die rechte Schulter beim Unfall - im
Gegensatz zur linken - nicht verletzt worden war, vgl. z.B. act. 2/5, so dass bezüglich der
rechten Schulter zum Vornherein nicht ersichtlich wäre, weshalb die Vorinstanz für eine
Operation leistungspflichtig sein soll). Eine Antwort der Vorinstanz auf das Kosten-
gutsprachegesuch ist in den dem Gericht vorliegenden vorinstanzlichen Akten nicht
enthalten. Sollte die Beschwerdeführerin auch im Zusammenhang mit Schulterbe-
schwerden Leistungen gegenüber der Vorinstanz geltend machen (wie es sich damit
verhält, dürfte sich bei den weiteren Abklärungen der Vorinstanz in sachverhaltsmässiger
Hinsicht wohl ohne weiteres ergeben), so kann diesbezüglich bereits an dieser Stelle
darauf hingewiesen werden, dass der von der Vorinstanz verfügte Fallabschluss per Ende
September 2017, jedenfalls was die Schulterbeschwerden betrifft, angesichts des von Dr.
F. bereits am 28. Juni 2017 berichteten erfolgreichen Behandlungsabschlusses
(act. 8.2/M3) grundsätzlich nachvollziehbar erscheint. Aus den vorliegenden Unterlagen
ergeben sich, anders als dies bezüglich der Handbeschwerden der Fall ist, jedenfalls beim
jetzigen Aktenstand keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass bezüglich Schulterbeschwerden ein
Fallabschluss per Ende September 2017 nicht zulässig wäre. Unter diesen Umständen
wäre es daher grundsätzlich Sache der Beschwerdeführerin, einen Kausalzusammenhang
zwischen weiterhin behandlungsbedürftigen Schulterbeschwerden und dem Unfallereignis
vom 30. März 2017 nachzuweisen, sollte sie diesbezüglich erneut Leistungen von der
Vorinstanz beanspruchen wollen.
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3. Kosten und Entschädigung
3.1 Es handelt sich um ein kostenloses Verfahren (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a
ATSG), weshalb keine Gerichtskosten zu erheben sind.
3.2 Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf
Ersatz der Parteikosten; diese werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwie-
rigkeit des Prozesses bemessen. Im Übrigen ist die Bemessung der Parteientschädigung
dem kantonalen Recht überlassen (Urteil des Bundesgerichts 8C_11/2016 vom 22. Februar
2016 E. 3.1). Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang namentlich Art. 13 Abs. 1 lit.
c der kantonalen Verordnung über den Anwaltstarif (AT, bGS 145.53), wonach in Ver-
waltungssachen vor Obergericht die pauschale Bemessung zur Anwendung gelangt. Für
das Honorar ist grundsätzlich ein Rahmen zwischen Fr. 1‘000.-- bis Fr. 10‘000.-- vorge-
sehen (Art. 16 Abs. 1 AT).
a. Beim vorliegenden Verfahrensausgang ist die Beschwerdeführerin als obsiegend zu
betrachten (vgl. dazu anstelle vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_509/2019 vom
8. November 2019 E. 6). Sie wurde im vorliegenden Verfahren durch RA K. vertreten, so
dass ihm für die Vertretungskosten wie beantragt eine Entschädigung zu Lasten der
Vorinstanz zuzusprechen ist. Im konkreten Fall erscheint - auch im Vergleich zu anderen,
vom Aufwand her vergleichbaren Fällen - für diese Vertretung ein Honorar von pauschal
Fr. 2‘500.-- als angemessen, nachdem lediglich ein einfacher Schriftenwechsel
durchgeführt wurde. Zuzüglich der praxisgemäss üblichen Barauslagenpauschale von 4%
sowie der Mehrwertsteuer von 7.7% ergibt sich somit eine Entschädigung für die
anwaltliche Vertretung im Gesamtbetrag von Fr. 2‘800.20.
b. Die Beschwerdeführerin hatte bereits mit der Beschwerde angekündigt, sie werde die
Aufwendungen für die fachärztliche Beurteilung der behandelnden Handchirurgin ans
Gericht weiterleiten, sobald diese vorliege. Mit Verfügung vom 14. Juli 2020 sowie ein
zweites Mal am 22. Oktober 2020 wurde die Beschwerdeführerin an diese Pendenz
erinnert. Am 27. Oktober 2020 ging die betreffende Rechnungskopie über einen Betrag von
Fr. 150.-- beim Obergericht ein. Nachdem die fachärztliche Beurteilung von Dr. D. vom
26. August 2019 bedeutenden Einfluss auf die Beurteilung des vorliegenden Beschwer-
deverfahrens hatte und wie aufgezeigt die Vorinstanz ihrer Pflicht zur umfassenden Sach-
verhaltsabklärung dagegen nicht abschliessend nachgekommen ist, ist dem Antrag der
Beschwerdeführerin auf zusätzliche Erstattung dieser konkreten Auslage (Ziff. 3 Rechts-
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begehren) ohne weiteres zu entsprechen und die Vorinstanz zu verpflichten, der Beschwer-
deführerin zusätzlich zur auszurichtenden Entschädigung für die rechtsanwaltliche
Vertretung von Fr. 2‘800.20 (inklusive allgemeine Barauslagen und Mehrwertsteuer)
weitere Fr. 150.-- für diese fachärztliche Stellungnahme zu erstatten (vgl. UELI KIESER,
ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N. 216 zu Art. 61 ATSG).
c. Insgesamt hat die Vorinstanz somit die Beschwerdeführerin mit Fr. 2‘950.20 zu entschä-
digen.
d. Die beigeladene Krankenkasse hat keine Entschädigung beantragt; ihr kommt bei einem
Obsiegen im Rahmen ihres amtlichen Wirkungskreises grundsätzlich auch kein Entschä-
digungsanspruch zu, so dass der Beigeladenen - unabhängig vom Verfahrensausgang -
keine Entschädigung zuzusprechen ist.
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