Decision ID: 785af667-20aa-4f4b-96a8-b9ad2160aede
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
U._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. rer. publ. Michael B. Graf, Vadianstrasse 44,
Postfach 262, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a Die 1976 geborene U._, Mutter eines im Jahr 2002 geborenen Sohnes, meldete
sich am 20./28. Januar 2003 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung,
namentlich einer Rente, an. Sie gab an, 1991 in die Schweiz gekommen zu sein und in
den Jahren 1993 bis 1995 als Verkäuferin (ohne Berufsabschluss) in einer Bäckerei
gearbeitet zu haben. Seit 1998 sei sie als Verkäuferin bei A._ tätig. Am
17. September 2001 habe sie bei einem Unfall ein Schleudertrauma erlitten. Wie dem
Arztzeugnis UVG vom 19. Januar 2002 zu entnehmen ist, war die Versicherte im
Anschluss an ein problematisches Telefongespräch kollabiert und hatte dabei den Kopf
heftig an der Wand angeschlagen. Bereits am 2. August 1999 hatte sie gemäss den
UV-Akten bei einem Autounfall eine HWS-Distorsion erlitten.
A.b Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH, gab in seinem Arztbericht vom
26. Februar 2003 bekannt, als Diagnose liege eine HWS-Distorsion mit massiver
Myogelose cervico-thorakal sowie Bewegungseinschränkung vor. Ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit sei eine depressive Reaktion. Die Versicherte sei seit dem
17. September 2001 zu 100 % arbeitsunfähig. Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr
zumutbar. Ein Versuch, die Arbeitsfähigkeit im bisherigen Tätigkeitsbereich zu
verbessern, sollte unternommen werden. Eine ergänzende medizinische Abklärung sei
angezeigt.
A.c Der Arbeitgeberbescheinigung vom 5. März 2003 war zu entnehmen, dass die
Versicherte seit 1. Oktober 1998 als Verkaufsberaterin angestellt sei und seit 1. März
2001 einen Monatslohn von Fr. 3'650.-- verdiene. Im Jahr 2001 habe sie einen
freiwilligen Bonus von Fr. 1'817.20 erhalten. Das Arbeitsverhältnis werde am
16. September 2003 enden.
A.d Mit UV-Verfügung vom 25. April 2003 stellte die Unfallversicherung die
Taggeldleistungen auf den 15. Juli 2002 und die Heilungskostenleistungen auf den
31. August 2002 ein. Die Verfügung wurde angefochten.
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A.e In einem Arztbericht vom 15. November 2003 erklärte Dr. B._, die Versicherte sei
in der bisherigen Tätigkeit immer noch zu 100 % arbeitsunfähig. Andere Tätigkeiten
seien ihr theoretisch zumutbar, seien infolge der eingeschränkten HWS-Beweglichkeit
jedoch kaum zu finden. Zudem müsste die Arbeitsfähigkeit in kleinsten Schritten
gesteigert werden können. Ein sehr grosser Erfolg wäre es bereits, wenn die
Arbeitsfähigkeit auf knapp 50 % gesteigert werden könnte. Es bestehe seines
Erachtens eine bleibende Einschränkung von mindestens 50 %.
A.f Das IV-Verfahren blieb faktisch bis September 2004 sistiert. Am 1. September 2004
reichte der Rechtsvertreter der Versicherten den Entscheid des Versicherungsgerichts
des Kantons St. Gallen vom 30. Juni 2004 über den Streit zwischen der Versicherten
und der Unfallversicherung ein, wonach die verfügte Einstellung rechtmässig gewesen
sei. Dem Urteil, das rechtskräftig wurde, lag eine interdisziplinäre Begutachtung von
Dr. med. C._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. D._, FMH Innere
Medizin, Physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumaerkrankungen, für
die Unfallversicherung zugrunde. Danach liess sich eine Arbeitsunfähigkeit als Folge
des Ereignisses vom 17. September 2001 ab 15. Juli 2002 nicht mehr ableiten, weder
aus rheumatologischer noch aus psychiatrischer Sicht.
A.g Die beauftragte MEDAS erstattete am 20. Juni 2006 ihr Gutachten. Als
Hauptdiagnosen wurden (erstens) eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und
(zweitens) ein chronisches cervicocephales Syndrom mit vielen vegetativen
Begleitbeschwerden bezeichnet. Die Arbeitsfähigkeit der Versicherten für die
angestammte Tätigkeit als Verkäuferin oder ähnlich körperlich leichte bis vereinzelt
mittelschwere Tätigkeiten ohne besondere Zwangshaltungen oder Stressbelastungen
sei unter Beachtung vorwiegend der psychischen Diagnose zu 30 % eingeschränkt.
Eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung sei indiziert und zumutbar. Damit
sollte eine Aktivierung der Ressourcen erreicht werden, um adäquate Strategien zur
Überwindung der sozialfamiliären Problematik und Findung neuer Lebensziele zu
entwickeln.
A.h Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung erklärte am
4. August 2006 auf Anfrage, es könne gemäss dem Gutachten von einer
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Arbeitsunfähigkeit von 30 % ausgegangen werden. Eine selbständige Arbeitssuche sei
der Versicherten medizinisch zumutbar.
A.i Nachdem sie von der Versicherten zunächst einen Fragebogen als Grundlage für
eine Haushaltabklärung hatte ausfüllen lassen, stellte die Sozialversicherungsanstalt/IV-
Stelle dem Rechtsvertreter der Versicherten am 5. September 2006 in Aussicht, ihr
Leistungsgesuch abzuweisen, da ein Einkommensvergleich einen Invaliditätsgrad von
30 % ergeben habe. Für die Stellenvermittlung sei das Regionale
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zuständig. Einwände könnten bis zum 11. Oktober
2006 gemacht werden.
A.j Mit Stellungnahme vom 11. Oktober 2006 wandte der Rechtsvertreter der
Versicherten ein, es sei auf die ärztlich bescheinigte Arbeitsunfähigkeit von mindestens
50 % abzustellen. Das MEDAS-Gutachten sei mangelhaft. Die Versicherte habe sich
eine HWS-Distorsion zugezogen, vermutlich zusätzlich ein mildes Schädel-Hirn-
Trauma. Zum typischen Beschwerdebild dieser beiden Verletzungsmechanismen
würden psychische Beschwerden gehören. Die vermeintlich somatoforme
Schmerzstörung sei im Rahmen dieses Beschwerdekomplexes zu sehen. Des weiteren
sei eine keilförmige Deformation Th5 und 6 entweder auf dem Röntgenbild der MEDAS
nicht sichtbar gewesen oder die Beurteilung sei unzuverlässig gewesen. Ein Gutachten,
das sich auf uralte MRI stütze, sei nicht beweistauglich. Die Schmerzen seien durch die
erwähnte Deformation und die Mikroverletzungen bei Status nach Schleudertrauma zu
erklären, womit die psychiatrische Diagnose in sich zusammenfalle. Die erhobenen
klinischen Befunde seien ferner nicht in die Beurteilung eingeflossen. Die Schilderung
der Schmerzlokalisation sei zu Unrecht mehrfach als diffus bezeichnet worden. Die
behandelnde Physiotherapeutin sei zur diesbezüglichen Beurteilung besser qualifiziert
als der begutachtende Internist; von ihr sei ein Bericht einzuholen. Weiter sei die
Schwindelproblematik vergessen gegangen. Die leichte Ermüdbarkeit und die
Konzentrationsstörungen der Versicherten hätten sich auch beim Ausfüllen der Tests
geäussert. Dass von der Unmöglichkeit, den Kopf ohne Rumpf zu drehen, auf ein
demonstratives Verhalten geschlossen werde, zeuge von Voreingenommenheit. Die
Gutachter hätten sich nicht mit der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit mit 50 % der
behandelnden Ärzte auseinandergesetzt und vermöchten ihre Einschätzung nicht zu
begründen. Im Jahr 2003 hätte die Versicherte Fr. 51'675.-- verdient. Das
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Invalideneinkommen stelle sich auf Fr. 18'214.-- (beim Tabellenlohn für den
Detailhandel, 50 % Arbeitsfähigkeit und 20 % Leidensabzug). Der Invaliditätsgrad
mache somit 64.8 % aus, selbst bei 70 % Arbeitsfähigkeit aber 50.7 %. Die Versicherte
habe daher Anspruch auf berufliche Massnahmen bzw. auf eine Dreiviertelsrente.
A.k Am 13. Oktober 2006 erging die abweisende Verfügung entsprechend dem
Vorbescheid (Valideneinkommen Fr. 47'460.--, Invalideneinkommen Fr. 33'222.--),
ohne dass eine Auseinandersetzung mit der Stellungnahme erfolgt wäre.
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Michael B. Graf
für die Betroffene am 15. November 2006 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und
der Beschwerdeführerin sei ab 1. September 2002 eine Dreiviertelsrente auszurichten.
Nach dem Auffahrunfall vom 2. August 1999 habe die Beschwerdeführerin ab
2. November 1999 - allerdings nicht beschwerdefrei - wieder voll arbeiten können. Seit
dem zweiten Unfall vom 17. September 2001 sei die Beschwerdeführerin zu 100 %
arbeitsunfähig geblieben. Nach der Einschätzung des Hausarztes sei sie in einer
optimal leidensangepassten Tätigkeit höchstens zu 50 % arbeitsfähig. Indem sie sich
nicht mit der Stellungnahme zum Vorbescheid auseinandergesetzt habe, habe die
Beschwerdegegnerin das rechtliche Gehör verletzt. Das Valideneinkommen 2003 liege
bei Fr. 49'275.--. Beim Invalideneinkommen sei zu berücksichtigen, dass die Löhne
aufgrund der Arbeitserfahrung und damit in Abhängigkeit des Alters ansteigen würden.
Bei Abstellen auf die Tabellenlöhne würden Löhne von Personen berücksichtigt, die
bereits erhebliche Berufserfahrung hätten. Das Durchschnittsalter der Frauen, deren
Löhne im Anforderungsniveau 4 erfasst seien, dürfte bei über 40 Jahren liegen, ihre
Berufserfahrung über 20 Jahre betragen. Der Median der Frauenlöhne des Niveaus 4
betrage bei einer Berufserfahrung bis zu zwei Jahren Fr. 3'716.-- und steige mit
zunehmender Berufserfahrung auf Fr. 4'441.--. Im Jahr 2003 sei die
Beschwerdeführerin erst 26 Jahre alt gewesen. In einem Verweisungsberuf verfüge sie
über keine Berufserfahrung. Der Tabellenlohn des Wirtschaftszweigs 52 (Detailhandel
und Reparatur) von im Jahr 2003 Fr. 45'536.-- sei daher um 16.3 % zu reduzieren. Bei
einer Resterwerbsfähigkeit von 50 % ergebe sich ein Invalideneinkommen von
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Fr. 19'057.--. Es sei ferner ein Leidensabzug von mindestens 20 % zu machen, weil die
Beschwerdeführerin zahlreiche Beschwerden habe und der Detailhandel eine ständige
Betreuung der Kunden, Freundlichkeit und geistige Präsenz verlange. Das
Invalideneinkommen betrage deshalb Fr. 15'246.-- und der Invaliditätsgrad 69.1 %. Bei
einer Arbeitsfähigkeit von 70 % gemäss MEDAS-Gutachten ergäbe sich ein
Invalideneinkommen von Fr. 21'356.-- und ein Invaliditätsgrad von 56.7 %. Im Übrigen
werden die Einwände erhoben, wie sie in der Stellungnahme vorgebracht worden sind.
B.b Am 3. Januar 2007 hat die Beschwerdeführerin ein Schreiben von Dr. B._ vom
27. Dezember 2006 einreichen lassen, wonach sie die Physiotherapie seit ca. Ende
August 2006 besuche. Die Sitzungen seien für sie sehr mühsam, weil sie nur eine
geringe HWS-Beweglichkeit besitze und hernach meistens relativ starke Beschwerden
- zum Teil auch Schwindel - habe. Minime Verbesserungen der Beweglichkeit hätten
erreicht werden können. Vom 17. September 2001 bis 24. September 2006 sei eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 %, seither eine solche von 50 % bescheinigt. Die
Arbeitsfähigkeit von 70 % laut MEDAS habe er wegen der Schmerzen noch nicht
bescheinigen können.
C.
Mit Beschwerdeantwort vom 5. Januar 2007 beantragt die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde. Die Verletzung des rechtlichen Gehörs könne geheilt
werden. Die MEDAS sei über den wachstumsbedingten Befund der
Wirbeldeformierung im Bild gewesen. Sie habe ihn offenbar als nicht invalidisierend
betrachtet und deshalb keine weiteren radiologischen Abklärungen veranlasst. Die
Beschwerdeführerin könne nicht belegen, dass dies medizinisch nicht stichhaltig sei.
Der begutachtende Internist sei als Rheumatologe in der Lage, die HWS-Beschwerden
kompetent zu würdigen. Auf die Schwindelbeschwerden sei die MEDAS zu Recht nicht
eingegangen; solche habe die Beschwerdeführerin auch nicht erwähnt. Eine Invalidität
aufgrund des Unfallereignisses vom 17. September 2001 sei nicht ausgewiesen. Eine
krankheitsbedingte Hirnverletzung liege ebenfalls nicht vor. Es gebe keine
Anhaltspunkte dafür, dass die psychiatrische Untersuchung nicht sachgerecht
durchgeführt worden wäre. Da die Beschwerdeführerin einen Bagatellunfall erlitten
habe und kein somatisches Korrelat für die demonstrierte völlige Versteifung des
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Nackens vorliege, sei zu Recht auf ein demonstratives Verhalten geschlossen worden.
Die vom Gutachten abweichende Einschätzung von Dr. B._ sei nicht relevant, da er
selber weitere Abklärungen vorgeschlagen habe. Abzustellen sei auf das schlüssig
begründete polydisziplinäre Gutachten. Das Valideneinkommen 2003 betrage
Fr. 47'450.-- (ohne Bonus). Da die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit als
Verkäuferin zu 30 % eingeschränkt sei, ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 30 %. Ein
Leidensabzug sei nicht am Platz, weil die Einschränkungen bereits bei der
Arbeitsunfähigkeitsschätzung berücksichtigt seien und Abzüge in der Regel nur bei
statistisch festgesetzten Invalideneinkommen in Betracht fallen würden. Ein
Rentenanspruch ergebe sich allerdings selbst nicht bei Abstellen auf die Tabellenlöhne.
Danach betrage der massgebliche Durchschnittswert aller Branchen für 2003
Fr. 48'585.--. Weil er höher sei als das Valideneinkommen, sei eine Kürzung
vorzunehmen. Damit sei die lohnmässige Benachteiligung wegen des jugendlichen
Alters ausgeglichen. Ob der entsprechende Einwand zutreffe, könne daher offen
bleiben. Wegen der Beschränkung auf nur noch körperlich leichte Hilfstätigkeiten sei
ein Leidensabzug von 10 % vorzunehmen. Das Invalideneinkommen mache daher
Fr. 29'893.-- und der Invaliditätsgrad 37 % aus.
D.
Mit Replik vom 26. Januar 2007 beantragt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
die Zusprechung einer ganzen Rente. Die Gehörsverletzung sei bei den Kostenfolgen
zu berücksichtigen. Die MEDAS habe die Schmerzen als somatoform taxiert, ohne die
organischen Ursachen genügend abgeklärt zu haben. Sie habe den pathologischen
Befund (keilförmige Deformierung Th5 und Th6, zurückzuführen auf "wahrscheinlich
alte Frakturen"; deutliche Zeichen eines Status nach M. Scheuermann bereits im
Röntgen der BWS vom 2. August 1999) nicht beachtet. Die Beschwerdeführerin habe
die Probleme mit dem Schwindel bei der Abklärung mehrfach erwähnt. Das sei nicht
zur Kenntnis genommen worden. Der Hausarzt und die behandelnden
Physiotherapeuten würden die schmerzbedingt eingeschränkte HWS-Beweglichkeit
bestätigen. Aus der unfallversicherungsrechtlichen Rechtsprechung sei bekannt, dass
sich bei HWS-Distorsionen mit der üblichen Diagnostik meist keine organische
Verletzung im Sinn eines somatischen Korrelats finden lasse. Deshalb seien die
klinischen Befunde der Beschwerdeführerin als ausreichend zu betrachten. Die
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Einschätzung des Hausarztes sei korrekt, das Gutachten genüge anderseits den
beweisrechtlichen Anforderungen nicht. Es sei höchst wahrscheinlich, dass bei
entsprechendem Geschäftsgang ein variabler freiwilliger Bonus ausbezahlt worden
wäre. Seit dem Jahr 2000 sei der Reallohnindex im Detailhandel steigend. Die
Beschwerdeführerin habe eine ausserordentlich gute Arbeitsleistung erbracht. Das
Valideneinkommen sei mit einem Bonus von Fr. 1'913.-- bei Fr. 51'638.-- anzusetzen.
Als Invalideneinkommen 70 % des Valideneinkommens zu veranschlagen, sei
realitätsfremd, könnte die Beschwerdeführerin ein solches doch wegen der langen
Arbeitsunfähigkeit und Stellenlosigkeit nicht einmal bei ihrem ehemaligen Arbeitgeber
erzielen. Die Reduktion des Tabellenlohns zur Ausgleichung trage dem Einfluss des
Alters nicht Rechnung. Das Valideneinkommen betrage Fr. 51'638.--, das
Invalideneinkommen Fr. 15'246.--. Der Invaliditätsgrad mache 70 % aus, bei 70 %
Arbeitsunfähigkeit noch 50 %.
E.
Die Beschwerdegegnerin hält am 5. Februar 2007 an ihrem Antrag fest.

Erwägungen:
1.
1.1 Da ein Sachverhalt zu beurteilen ist, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen
Verfügung vom 13. Oktober 2006 entwickelt hat, sind vorliegend die am 1. Januar 2008
in Kraft getretenen gesetzlichen Änderungen nicht anwendbar.
1.2 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin abgelehnt. Die Beschwerdeführerin beantragt
allein Rentenleistungen, wie sie es bereits im Verwaltungsverfahren - mit Ausnahme der
Stellungnahme vom 11. Oktober 2006 - getan hat. Streitgegenstand bildet daher
zunächst der allfällige Rentenanspruch. Ergäbe sich allerdings, dass ohne
Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in Frage stünde, so gehörte zum
Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz
"Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht der Beschwerdeführerin
zu Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.
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2.
Indem die Beschwerdegegnerin die angefochtene Verfügung zwei Tage nach Ablauf
der angesetzten Frist zur Stellungnahme erliess, ohne sich mit den rechtzeitig
eingereichten Einwänden auseinander zu setzen, ist der Anspruch auf rechtliches
Gehörs verletzt worden. Der Mangel kann allerdings, da sich die Beschwerdeführerin
im vorliegenden Verfahren, wo eine materielle Behandlung beantragt wurde,
vollumfänglich äussern konnte, als geheilt gelten.
3.
Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis 31. Dezember 2003 gültig gewesenen Fassung)
besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu zwei Dritteln, derjenige auf eine halbe Rente, wenn sie wenigstens zur
Hälfte invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 40 % vor, so besteht
Anspruch auf eine Viertelsrente oder, sofern ein Härtefall gegeben ist, auf eine halbe
Rente (Art. 28 Abs. 1 IVG). Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der vom 1. Januar 2004 bis
31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
4.
4.1 Zunächst ist massgebend, inwiefern die versicherte Person durch das Leiden in
den Funktionen, welche die in Frage kommenden Tätigkeiten von ihr erfordern,
medizinisch eingeschränkt ist, und bezüglich welcher Tätigkeiten sie in welchem
(zeitlichen und leistungsmässigen) Umfang noch arbeitsfähig ist (vgl. BGE 125 V 261
E. 4). Ob die versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch tatsächlich ausübt,
ist für die Invaliditätsbemessung unerheblich (Rz 3046 des vom Bundesamt für
Sozialversicherung erlassenen Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der
Invalidenversicherung = KSIH in der bis 31. Dezember 2007 geltenden Fassung).
bis
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4.2 Die Beschwerdegegnerin stützt sich bei der Invaliditätsbemessung auf das
Gutachten der MEDAS, wonach die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin für die
angestammte Tätigkeit als Verkäuferin oder für ähnlich körperlich leichte bis vereinzelt
mittelschwere Tätigkeiten ohne besondere Zwangshaltungen oder Stressbelastungen
zu 30 % eingeschränkt ist. Die Beschwerdeführerin anderseits stellt sich auf den
Standpunkt, sie sei zu mindestens 50 % arbeitsunfähig, wie es Dr. B._ bescheinige.
4.3 Das Gutachten der MEDAS stellt eine Beurteilung nach Kenntnisnahme von den
Akten, nach Aufnahme der Anamnese und der beklagten Beschwerden und nach
eigenen Untersuchungen dar. Es umfasst auch ein psychiatrisches Consiliargutachten.
4.4 Die Beschwerdeführerin lässt indessen geltend machen, die keilförmige
Deformation der Brustwirbel sei - wie die klinischen Befunde - ungenügend
berücksichtigt worden. Hierfür gibt es jedoch keinen Anhaltspunkt. Dass zwar ein
Röntgenbild, aber kein neues MRI veranlasst wurde, lässt sich nicht beanstanden.
Denn im Gutachten von Dr. D._ hatte der betreffende Befund bei aktuellem MRI
Berücksichtigung gefunden und es war festgestellt worden, dass er schon vor dem
Unfall bestanden hatte. Eine Arbeitsunfähigkeit war damit nicht verbunden, hat die
Klinik Valens doch am 27. Oktober 1999 innert weniger Wochen wieder mit voller
Arbeitsfähigkeit gerechnet. Wenn die Beschwerdeführerin vorbringt, ihre Schmerzen
seien durch diese Deformation und von einem Schleudertrauma herrührende
Mikroverletzungen bewirkt, ist darauf hinzuweisen, dass massgebend nicht Art und
Genese des Gesundheitsschadens sind, sondern es auf die Arbeitsunfähigkeit
ankommt, welche sich aus dem Gesundheitsschaden ergibt. Die Beurteilung der
MEDAS, wonach die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin subjektiv eingeschränkt
werde durch ein ausgedehntes chronisches cervicocephales Syndrom mit vielen
vegetativen Begleitbeschwerden, die wenig objektivierbar seien, stimmt überein mit
derjenigen von Dr. D._, der festgestellt hatte, die Beschwerdeführerin habe sich
anlässlich des Ereignisses vom 17. September 2001 keinerlei erheblichere
Verletzungen des Nackens zugezogen. Des Weiteren wird gerügt, die
Schwindelproblematik sei zu Unrecht nicht beachtet worden. Die vegetativen
Begleitbeschwerden haben jedoch durchaus Berücksichtigung gefunden. Was die
demonstrierte Kopfbeweglichkeit betrifft, lässt sich dem Gutachten von Dr. D._
entnehmen, dass solche Bewegungseinschränkungen aller drei Bewegungsebenen nur
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bei schweren organischen Nackenschädigungen zu beobachten seien. Die Gutachter
haben nachvollziehbar begründet, weshalb sie von einer neuropsychologischen
Testung abgesehen haben. Auch das Ergebnis der psychiatrischen Begutachtung ist
einleuchtend. Bei einer Würdigung der vorliegenden medizinischen Aktenlage kann auf
das MEDAS-Gutachten abgestellt werden. Der in der Einschätzung der
Arbeitsunfähigkeit davon etwas abweichenden Beurteilung von Dr. B._ ist kein
höherer Beweiswert beizumessen, zumal sich die somatischen Befunde
(Einschränkung der Nackenbeweglichkeit) nach übereinstimmender Einschätzung der
MEDAS und von Dr. D._ nicht in so weit reichendem Mass objektivieren lassen.
5.
5.1 Was die erwerblichen Auswirkungen der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
betrifft, ist nach der Rechtsprechung bei der Ermittlung des ohne Invalidität erzielbaren
Einkommens (Valideneinkommen) entscheidend, was die versicherte Person im
massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Für die Vornahme des
Einkommensvergleichs ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des
allfälligen Rentenbeginns abzustellen (BGE 129 V 222), hier somit auf das Jahr 2002.
Aufgrund der Arbeitgeberbescheinigung ist davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin im Jahr 2002 ein Jahreseinkommen von Fr. 47'450.-- (13mal
Fr. 3'650.--) erzielt hätte. Im Jahr 2001 hatte sie einen freiwilligen Bonus von
Fr. 1'817.20 erhalten. Von einer regelmässigen Entrichtung kann nicht ausgegangen
werden, so dass der Bonus zur Bestimmung des Valideneinkommens nicht
mitzurechnen ist.
5.2 Nach der massgeblichen Einschätzung kann die Beschwerdeführerin medizinisch
zumutbarerweise die bisherige Tätigkeit zu 70 % weiterführen. Es rechtfertigt sich
daher die Annahme, dass das Invalideneinkommen ungefähr dem Lohn im Teilpensum
entspricht. Die Beschwerdeführerin kann auch an einer neuen Stelle die bisherige
erwerbliche Erfahrung einbringen. Statistisch betrachtet werden Frauen in
Teilzeitpensen in einfachen und repetitiven Tätigkeiten im Vergleich zu
Vollzeitbeschäftigten gar überproportional entlöhnt (T8* der LSE 2002, S. 28). Selbst
wenn aber anzunehmen wäre, das Lohnniveau könnte bei einer neuen Anstellung
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innerhalb einer gewissen Bandbreite von 10 % des Teilpensumslohnes pendeln, so
ergäbe sich damit kein rentenbegründender Invaliditätsgrad.
5.3 Würde zur Bemessung des Invalideneinkommens auf die Tabellenlöhne abgestellt,
änderte sich an diesem Ergebnis nichts. Das statistisch erhobene
Durchschnittseinkommen (Zentralwert; vgl. AHI 1999 S. 50) von Frauen für einfache
und repetitive Tätigkeiten im gesamten privaten Sektor betrug im Jahr 2002 gemäss
der Tabelle TA1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes
für Statistik Fr. 45'840.-- (12mal Fr. 3'820.--; vgl. Tabelle A1) und umgerechnet auf die
damalige betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche
(anstelle der 40 Stunden, welche der Tabellengruppe A generell zugrunde liegen, vgl.
T2.5.2) Fr. 47'788.--. Die Beschwerdeführerin ist bei der Wahl einer angepassten
Tätigkeit auf dem massgeblichen ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht auf den Bereich
des Detailhandels eingeschränkt. Ihr stehen dort ausreichend viele
Arbeitsmöglichkeiten zur Verfügung. In ihrer für die Bemessung des
Valideneinkommens relevanten bisherigen Tätigkeit erzielte sie somit vergleichsweise
leicht unterdurchschnittlich, so dass sich eine Angleichung rechtfertigt (vgl. ZAK 1989
S. 458 E. 3b; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S M. vom 8. Juni
2005, I 552/04 E. 3.3). Damit ist - im Ergebnis - ein Prozentvergleich zu tätigen; der
Invaliditätsgrad entspricht unter solchen Verhältnissen dem Grad der Arbeitsunfähigkeit
unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (vgl. Entscheide des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S Z. vom 19. November 2003, I 479/03 E. 3.1,
und I 552/04 E. 3.4). Die Beschwerdeführerin ist zu 70 % arbeitsfähig. Was eine
allfällige korrigierende Reduktion des Tabellenlohns betrifft, ist wie erwähnt zu
beachten, dass Frauen in Teilzeitanstellungen überproportional verdienen, was gegen
einen Abzug spricht. Anderseits ist der Tabelle TA10 (für den privaten und öffentlichen
Sektor zusammen, was die Relevanz mindert, vgl. Entscheid des Bundesgerichts i/S O.
vom 6. Juli 2007, I 620/06) zu entnehmen, dass die Löhne mit dem Dienstalter
ansteigen. Der oben erwähnte Durchschnitt entspricht dabei ungefähr dem bei drei bis
vier Dienstjahren - wie sie gerade die Beschwerdeführerin aufweist - erreichten
Lohnniveau, das für Frauen 2.2 % über dem Lohn der Arbeitnehmenden (im
Anforderungsprofil 4) bis zum zweiten Dienstjahr liegt. In dem entsprechenden Mass
wäre demnach in solchen Gegebenheiten stets ein Abzug in Erwägung zu ziehen, wenn
eine versicherte Person invaliditätsbedingt nach drei bis vier Dienstjahren einen
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Stellenwechsel vorzunehmen hat. Auf der anderen Seite wären auch die
Lohnerwartung steigernde Faktoren (vgl. Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S A. vom 25. März 2004, U 233/03) zu berücksichtigen. Selbst
mit einem Leidensabzug von insgesamt rund 13 % - mehr wäre in keinem Fall
gerechtfertigt - ergäbe sich allerdings vorliegend kein Invaliditätsgrad, der Anspruch
auf eine Rente auslöste, so dass die Frage offen bleiben kann.
5.4 Die Beschwerdegegnerin hat das Gesuch der Beschwerdeführerin daher zu Recht
abgelehnt.
6.
6.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
6.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Sie
sind ermessensweise auf Fr. 600.-- zu veranschlagen. Als unterliegende Partei hat
grundsätzlich die Beschwerdeführerin die Gerichtskosten zu bezahlen (vgl. Art. 95
Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeführerin ersucht darum, die Verletzung des rechtlichen
Gehörs bei den Kostenfolgen zu berücksichtigen. Sie hat allerdings eine materielle
Beurteilung des Anspruchs beantragen lassen. Die Verletzung des (überwiegend ihren
Interessen dienenden) rechtlichen Gehörs ist wie erwähnt als geheilt zu betrachten.
Unter diesen Umständen kann nicht allein mit dieser Begründung ein Anspruch auf eine
Parteientschädigung ausgelöst werden (nicht veröffentlichter Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S M.V. vom 4. März 2003). Die
geschuldete Gerichtsgebühr ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss der
Beschwerdeführerin in gleicher Höhe getilgt. Eine Parteientschädigung wird nicht
zugesprochen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG