Decision ID: 5fc7f2e2-9472-45ae-83b8-c3a7dc0f0e85
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geb
oren 1971, arbeitete nach Abschluss seiner Ausbildung zum Radio/TV-Verkäufer (Urk. 8/1/1) ab dem Jahr 1990 bei der
Z._
(vormals
A._
, Urk. 8/1/2)
, wo er gröss
ten
teils als
Logistiker
tätig war sowie zuletzt
als Mitarbeiter im internen Post
dienst
arbeitete
(Urk. 8/13/2). Dieses Arbeitsverhältnis wurde von Seiten der
Ar
beit
geberin am 14. Januar 2010 per Ende April 2010 aufgelöst (Urk. 8/13/1+12),
wobei der letzte effektive Arbeitstag am 4. Mai
2009 war (Urk. 8/13/1).
1.2
Am 16. Dezember 2009 meldete sich
der Versicherte
unter Hinweis darauf, dass er seit fünf Jahren unter Schlafproblemen leide
, ein Burnout erlitten habe und
seit dem 14. April
2009
vollständig
arbeitsunfähig sei
,
bei der
Sozialversiche
rungs
an
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug (Rente/Beruf
li
che Massnahmen) an (Urk. 8/3).
Die IV-Stelle tätigte erwerbliche und medi
zini
sche Abklärungen, wobei sie insbesondere die Akten des
Kranken
taggeldver
si
che
rers
beizog (Urk. 8/4
, Urk. 8/14
, Urk. 8/17
)
,
einen
Bericht
beim behandelnden
A
rz
t
med.
pract
.
B._
, Arzt und Psychoanalytiker
(Urk. 8/12
, siehe auch Urk. 8/20
)
einholte
und schliesslich
eine psychiatrische Untersuchung durc
h den
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Invalidenver
sicherung
veranlasste
(Untersuchung vom
15. Juni 2010
, Bericht vom
12. Juli 2010
, Urk.
8/22
)
.
Die IV-Stelle gewährte
dem Versicherten
in der Folge
verschiedene
Eingliede
rungsmassnahmen: Ab November 2010
absolvierte der Versicherte
bei der
C._
ein Belastbarkeitstraining
(Urk. 8/35, Urk. 8/51)
sowie
darauffol
gend
bis Ende Juli 2011
ein Aufbautraining (Urk. 8/
48
, Urk. 8/
60
)
. Ab August 2011 er
fol
gte ein Arbeitstraining im Logistikbereich (Urk. 8/62), welches jedoch von Sei
te
n der
C._
am 3. Oktober 2011 vorzeitig
beendet
wurde (Urk. 8/67, Urk. 8/74).
Daraufhin erteilte die IV-Stelle a
m 15. November 2011 Kostengut
sprache für
die Weiterführung
ein
es
solche
n
T
raining
s
bei der
D._
für die Zeit vom 31. Oktober 2011 bis 31. Jan
uar 2012 (Urk. 8/77, Urk. 8/80) sowie darauffolgend
für eine Umschulungsvorbereitung im
Logistik
bereich
für
die Zeit
vom 1. Februar 2012 bis 31. Juli 2012 (Urk. 8/81, Urk. 8/86).
Nachdem der
Versicherte schliesslich vom
1. August 2012 bis am 28. Februar 2013 eine
innerbetriebliche Umschulung in den Bereichen Logistik u
nd industrielle
Pro
duk
tion bei
der
D._
(Urk. 8/88
,
Urk. 8/93) erfolgreich absolviert hatte,
teilte die IV-Stelle dem Versicherten a
m 25. März 2013 den Abschluss der beruflichen Massnahmen mit (Urk. 8/98).
Zur Klärung
eines
allfälligen
Rentenanspruches liess d
ie IV-Stelle
den Versi
cher
ten
am
3. September 2013
von Dr. med.
E._
, Psychiatrie und Psy
chotherapie FMH, begutachten (Expertise vom
9. September 2013, Urk. 8/104
).
Am 30. Oktober
2013
teilte
sie
dem Versicherten mit, die Abklärungen hätten erge
ben,
dass sein Gesundheitszustand mit der Durchführung einer kog
nitiven Ver
hal
tens- und Pharmakotherapie wesentlich verbessert werden könne und er des
halb im Rahmen seiner Schadenminderungspflicht aufgefordert werde, diese
Mass
nah
men
umzusetzen (Urk. 8/107).
Ausserdem stellte sie dem Versicherten m
it Vorbescheid vom selben Tag die Abweisung des
Leistungsbe
gehrens
in Aus
sicht (Urk. 8/109). Der Versicherte erhob dagegen Einw
and (Urk. 8/110, Urk. 8/116).
Am 22. Januar 2014 verfügte die IV-Stelle
im ange
kündigten Sinne (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
14. Februar 2014
Beschwerde (Urk. 1) und be
an
tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und
es
sei ihm eine
Rente zuzusprechen
. Mit Beschwerdeantwort vom
18. März 2014 (Urk. 7 unter Beilage ihrer Akten, Urk. 8/1-121
) schloss die Beschwerdegegnerin auf A
bweisung der
Beschwerde, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2. April
2014 (Urk. 9)
zur Kenntnis gebracht wurde.
Ein
e
in der Folge vom Beschw
erdeführer eingereichte
Stellungnahme
von med.
pract
.
B._
(Urk. 10-11) wurde der
Be
schwerdegegnerin
am 17. April 2014 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 12).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin erwog,
d
i
e
beim
Beschwerdeführer
diagnostizierte de
pressive Störung sei therapeutisch
angehbar
und überwindbar, weshalb ein
inva
lidi
sierender Gesundheitsschaden
nicht ausgewiesen
sei (Urk. 2
, Urk. 7
). Demge
genüber machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er leide an einer mittelgradigen depressiven Episode sowie an einer komb
inierten
Persön
lichkeitsstörung
und sei
ne Arbeitsfähigkeit sei
infolgedes
sen
seit
April 2009 erheb
lich eingeschränkt
. Er sei aufgrund seiner gesundheitli
chen Beschwerden
nicht in der Lage, ein rentenausschliessendes
Erwerbsein
kommen
zu erzielen
,
und habe mithin Anspruch auf eine Rente (Urk. 1, Urk. 10
).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen
einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen,
ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
ru
m es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S.
188 E.
2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Un
tersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Ex
perte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklar
hei
ten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E.
5.1; 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S.
30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl.
1994, S.
24 f.).
3.
3.1
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
untersuchte den Beschwerdeführer
am 14. Dezember 2009
im Auftrag des
Kran
kentaggeldversicherers
(Bericht vom 26. Februar 2010, Urk. 8/14). Der Be
schwer
deführer teilte Dr.
F._
mit, seit fünf Jahren unter starken Schlafstörungen und Depressionen zu leiden. Zurzeit erwache er zirka alle 30 Minuten und fühle sich morgens jeweils „gerädert“. Seit Beginn der Arbeitsun
fähigkeit habe er sich sozial stark zurückgezogen. Teilweise sei er von seinen Kollegen hinausgezerrt worden, seit Wochen habe er aber praktisch keinen Kontakt mehr mit ihnen gehabt. Seine Stimmung variiere über den Tag hinweg. Ausserdem teilt
e
er mit, teilweise übersinnliche Fähigkeiten zu haben (Urk. 8/14/5,
7-8).
Dr.
F._
dia
gnostizierte eine kombinierte
Persönlichkeits
störung
mit narzisstischen, ängst
lich-
abhängigen, paranoiden und schizoiden Anteilen (ICD-10 F61.0) und hielt dafür, der Beschwerdeführer sei aus psychiat
rischer Sicht
der
zeit
vollständig arbeitsunfähig
, wobei
jedoch
die Prognose nicht ungünstig sei, falls es gelingen
sollte, den Beschwerdeführer durch entspre
chende Behandlungsbemühungen be
züg
lich seiner psychischen Beschwerden zu stabilisieren (Urk. 8/14/8-9).
3.2
Dr. med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH
, RAD,
welcher den Beschwerdeführer am 15. Juni 2010
untersuch
te
,
notierte
in
seinem
Bericht vom 12. Juli 2010 (Urk. 8/22)
, bei der Untersuchung hätten mit
te
l
gradig
e
affektive Einschränkungen mit im Vordergrund stehender reduzierter affektiver Modulationsfähigkeit
sowie
leichte bis mittelgradige kognitive Stö
rungen mit im Vordergrund stehender Konzentrationsschwäche
imponiert
. Des Weiteren seien ängstliche, abhängige und paranoide Persönlichkeitszüg
e er
kennbar gewesen
(Urk. 8/22/6)
.
Der RAD-Arzt
diagnostizierte eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
und stellte
die
Verdacht
sdiagnose
einer
kom
binierte
n
Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen, ängstlich-abhängigen, pa
rano
iden und schizoiden Anteilen (ICD-10 F61.0
; Urk. 8/22/6
).
N
ach Rückspra
che mit dem Eingliederungsberater
hielt er
– in Korrektur/Anpassung seiner bis
he
rigen Einschätzung -
dafür
(Stellungnahme vom 24. August 2010, Urk. 8/106/4-5)
,
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit habe ab April 2009 bis zum Untersuchungszeitpunkt am 15. Juni 2010 eine vollstän
dige Arbeitsun
fähig
keit bestanden.
Seit
diesem Zeitpunkt
sei
von einer 20%igen Arbeits
fähigkeit in angepassten Tätigkeiten auszugehen
, wobei das Arbeitsprofil wie folgt
festzulegen sei
: Zeitlich flexible Tätigkeiten ohne permanenten Zeit- und Termindruck, bei nur geringem Publikumsverkehr, ohne besondere Anfor
de
rungen an das Umstellungs- und Anpassungsvermögen in einer wohlwollen
den und konfliktarmen Arbeitsatmosphäre. Dr.
G._
empfahl die Durch
führung von
Integrationsmassnahmen
sowie eine medizinische
Reevaluation
nach Ab
schluss
dieser
M
assnahmen
.
3.3
Nach
durchgeführten
Eingliederungsmassnahmen wurde der Beschwerdeführer
am 3. September 2013
von
Gutachter Dr.
E._
psychiatrisch untersucht
(
Ex
per
tise
vom 9. September 2013,
Urk. 8/104).
Der Beschwerdeführer gab gegen
über
Dr.
E._
an, er habe die Arbeits
tätigkeit
im Printcenter
bei
der
ehemali
gen Arbeitgeber
in
wegen
erlittenen
Ungerechtigkeiten
durch die
Vorgesetzten nicht mehr ausgehalten. Er habe dann intern
in die Postabteilung gewechselt. Dort sei es
jedoch noch schlimmer gewesen.
Schliesslich
hätten die ganzen Probleme zu seinem Zusammenbruch geführt (Urk. 8/104/
13-
14).
Er sei nun
seit ungefähr 3,5 Jahren
ein Mal wöchentlich
bei med.
pract
.
B._
in p
sycho
therapeutischer Behandlung
.
In
stationäre Behandlung wolle er
sich
nicht
be
ge
b
en
. Sein
grösstes
Problem seien weiterhin die Schlafstörungen. Manchmal
daue
re
es
eine bis
zu
zwei Stunden, bis er einschlafen könne
,
und dann erwache er in der Nacht
ungefähr
ein Mal pro Stunde
, wobei er jeweils etwa 5-10 Minu
ten wach sei und dann wieder einschlafe. Früher sei es jedoch viel schlimmer ge
wesen.
Tagsüber verspüre er eine vermehrte Erschöpfbarkeit. Die depressive Stimm
ung habe sich gebessert und sei nicht mehr so schlimm wie
früher
, er
habe nun auch
an Aktivitäten
wieder mehr Freude
(Urk. 8/104/15). Dr.
E._
hielt
fest
,
es liege eine leichte bis mittelgradige depressive Symptomatik mit leichten circadianen Stimmungsschwankungen und einem zeitweilig auftreten
den Morgentief, mit Selbstzweifeln und Versagensängsten, mit leichten
Konzen
tra
tionsstörungen
, einer deutlichen
Selbstwertminderung bei erhöhter
Kränk
barkeit
, einem teil
weisen sozialen Rückzug und einer noch leicht verminderten Aus
dauer bei einer leicht verminderten emotionalen Belastbarkeit und einer verminderten Stress- und Frustrationstoleranz vor
(Urk. 8/104/19)
. D
iagnostisch sei anhand der aktu
ellen anamnestischen Auskünfte, der verschiedenen psy
chia
trischen Vorbeur
teilungen und den aktuellen Untersuchungsbefunden von einer inzwischen re
zidivierenden depressiven Störung mit gegenwärtig leichter bis mittelgradiger depressiver Symptomatik mit beginnender
Chronifizierungs
tendenz
auf dem Boden von akzentuierten Persönlichkeitszügen mit narzis
sti
schen,
anankasti
schen
, ängstlich-abhängigen und selb
stunsicher-vermeiden
den Anteilen auszu
gehen
(Urk. 8/104/20)
. Die depressive Symptomatik habe sich schrittweise ge
bessert und der psychische Gesundheitszustand habe sich inzwi
schen auf einem etwas reduzierten Niveau stabilisiert. Eine adäquate
psy
cho
pharmakologische
Behandlung habe jedoch
bisher
bei einer deutlichen Ambi
valenz des Beschwer
deführers
nicht
installiert werden können.
Der behandelnde Arzt sei sodann auch kein Psychiater, sondern praktischer Arzt.
E
ine
gesund
heitliche
Verbesse
rung
sei
bei optimierter Behandlung noch zu erwarten (Urk. 8/1
0
4/20).
Dr.
E._
hielt
des Weiteren dafür
, d
er Beschwerdeführer zeige neben den genannten eher leichten psychischen Einschränkungen auch gute Ressourcen. So bestehe eine normale Intelligenz, und der Beschwerdeführer be
schäftige sich in seiner Frei
zeit
viel mit verschiedenen Hobbies. E
r surfe täglich im Internet, informiere sich in
den Nachrichten und über Stellenan
gebote, lese Bücher und schaue
regel
mässig
Fernsehen. Er unternehme Spaziergänge und pflege weitere positive Ak
tivitäten, unter anderem auch Kontakte zu seinen Kollegen.
Seine Ressourcen habe der Beschwerdeführer jedoch bisher noch nicht wieder im beruflichen Be
reich genutzt. Nach der zu langen Phase der Krank
schreibung seien inzwischen soziale beziehungsweise psychosoziale Faktoren
verstärkt
in den Vordergrund getreten
.
Der Beschwerdeführer
sei inzwischen in der ihn eher überfordernden psychoanalytischen Therapie regrediert und fast etwas
skurril
in einem dys
funktionalen Krankheits-, Schon- und
Vermeidungs
verhalten
verfangen. Eine qualifizierte Psychotherapie scheine weiterhin ein
deu
tig indiziert (Urk. 8/104/20-21). Es seien verschiedene psychosoziale
Belas
tungs
faktoren
zu erwähnen, die inzwischen stärker in den Vordergrund getreten seien und als IV-fremde Faktoren nicht in die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit mit einbezo
gen werden könnten: Subjektives Krankheitskonzept, gute Schul
bil
dung und
qualifizierte
Berufsausbildung,
jedoch
in der Folge
langjährige Tätig
keit in ei
nem fachfremden
Betätigungsfeld
, fehlende aktualisierte
Weiterbildung
im Fachgebiet und
dadurch
nun
erschwerte
Bedingungen
auf dem freien Arbeits
markt, inzwischen eher geringer beruflicher Ehrgeiz,
Dekonditionierung
nach langer Phase ohne reguläre berufliche Tätigkeit auf dem freien
Arbeits
markt
, Opferleben, familiäre Probleme
, Alleinleben (Urk.
8/104/21). Zusammen
fassend sei festzuhalten, dass sich die psychiatrische Symptomatik im Vergleich zu je
ner, die vom behandelnden Arzt und den vorbeurteilenden
Psychiatern
be
schrieben worden sei
,
i
nzwischen
– wie von diesen auch prognostiziert –
gebes
sert
habe
. Es best
ünden
aufgrund der noch leichten bis zeitweilig mittelgradigen depressiven Symptomatik und der schon langjährig bestehenden
persönlich
keitsstrukturellen
Defizite leichte bis allenfalls zeitweilig mittelgradige
Ein
schränkungen
der Leistungsfähigkeit. Diese seien bedingt durch leichte bis al
lenfalls zeitweilig und punktuell mittelgradige
Einschränkungen
der Konzentra
tionsfähigkeit und der Ausdauer. Es best
ünden
zudem eine leicht verminderte emotionale Belastbarkeit und eine leicht verminderte Stress- und
Frustrations
toleranz
sowie Defizite der sozialen Kompetenzen, eine verminderte
Interakti
on
s
- und Konfliktfähigkeit, eine deutlich erhöhte Kränkbarkeit und ein leicht v
er
mindertes Abgrenzungsvermögen
sowie eine leicht verminderte
Selbstwirk
sam
keit
(Urk. 8/104/21).
In der angestammten Tätigkeit als Operator im Printcenter und Mitarbeiter in der internen Post bei der
Z._
bestehe
seit
April 2009
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit beziehungsweise seit Januar 2011 eine Arbeitsfähigkeit von 25 %
.
Hinsichtlich adaptierter
Tätigkeiten hielt Dr.
E._
dafür, dass ab Anfang 2011 noch von einer Arbeitsunfähigkeit von 40-50 % sowie seither von einer schrittweisen Steigerung der Leistungsfähigkeit auszu
gehen sei. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bestehe seit März 2013, spätes
tens jedoch seit dem Untersuchungszeitpunkt im September 2013 eine Arbeits
fähigkeit von 70 %. Ein
Vollzeitpensum
sei zumutbar, wobei eine
Leis
tungsminderung
von ungefähr 30 % aufgrund eines etwas verminderten
Ar
beitstemp
os
und etwas vermehrten Pausenbedarf
s
bestehe
mit voraus
sichtlich
noch gewisser Besserungstendenz bei Fortführung einer adäquaten und opti
mier
ten Behandlung. Ideal adaptierte Tätigkeiten sei
en
solche, die keine besonders hohen Anforderungen an die Stress- und Frustrationstoleranz oder die sozialen
Kompetenzen stellen würden.
Tätigkeiten
im handwerklichen Be
reich, im
Büro
bereich
oder auch in anderen Bereichen, die Männer im Alter des Beschwerde
führers ausüben könnten, seie
n ideal adaptierte Tätigkeiten
(Urk. 8/104/22).
4.
4.1
Das Gutachten von Dr.
E._
vom 9. September 2013
erfüllt
die an eine beweis
kräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen
(E. 2.
4
).
Das Gut
ach
ten
beruht auf den erforderlichen und allseitigen Untersuchungen und berück
sichtigt die geklagten Beschwerden.
Der Gutachter
legte
sodann
gestützt auf
die Untersuchungsbefunde und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
schlüssig
dar, dass sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwerde
füh
rers verbessert ha
t.
Soweit der Gutachter jedoch von einer (relevanten)
Leistungs
verminderung
von 30 % ausgeht (E.
3.3), hält dies - wie die
Beschwerde
geg
nerin
richtig erkannt hat (E.
1) - aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht nicht Stand. Die Angaben des Gutachters stellen zwar eine wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der Frage dar, welche Arbeitsleistungen einer
Person noch zugemutet werden können. Hingegen kommt der Arztperson bei der
Folgeabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die
Arbeitsfähigkeit keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu (BGE 140 V 193
E. 3.2 ff.). Dabei fällt vorliegend ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer über umfangreiche Ressourcen (Wohnungsumzug eigenständig durchgeführt, Bücher lesen, kochen, im Internet surfen, regelmässiges Training und Kontakt mit Kolle
gen sowie Familie, E.
3.3) verfügt. Zudem war es bislang nicht möglich, eine adäquate psychopharmakologische Behandlung zu installieren, und sind ver
schiedene psychiatrische Behandlungsoptionen noch nicht ausgeschöpft (Urk.
8/104/20), weshalb gemäss Einschätzung des Gutachters von einer opti
mierten Therapie eine Verbesserung der gesundheitlichen Situation zu erwarten ist. Mithin mangelt es an einer konsequenten Depressionstherapie, deren Schei
tern das Leiden als resistent ausweist, womit nach der Rechtsprechung eine invalidisierende Wirkung des Gesundheitsschadens nicht anzunehmen ist (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts vom 11. März 2014 8C_842/2013, E. 4.2). So
dann liessen sich Verdeutlichungstendenzen, ein sekundärer Krankheitsgewinn sowie ein dysfunktionales Schon-, Krankheits- und Vermeidungsverhalten feststellen (Urk. 8/104/24) und es besteht eine deutliche
Dekonditionierung
hinsichtlich beruflicher Tätigkeiten (E. 3.3). Schliesslich hat sich die depressive
Stimmung auf eine bloss noch leichte bis zeitweilig bzw. punktuell mittel
gra
di
g
e Einschränkung verbessert und sind zwischenzeitlich die psychosozialen Fakto
ren verstärkt in den Vordergrund getreten (E. 3.3). Angesichts solcher Umstände
kann der Einschätzung von Dr.
E._
, wonach die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers um 30 % eingeschränkt sei, keine
invalidenversicherungs
recht
liche
Bedeutung zugemessen werden. Vielmehr ist dem Beschwerdeführer zuzumuten, seiner bisherigen Tätigkeit uneingeschränkt nachzugehen (Art. 7 Abs. 2 ATSG; E.
2.1). Hieran vermögen die Einwendungen des Beschwerde
führers (E. 1) nichts zu ändern. So kann insbesondere nicht auf die Beurteilung von med.
pract
.
B._
abgestellt werden,
ver
fügt
er doch
gemäss dem vom Bundesamt für Gesundheit geführten
Medizinalberufere
gister
über keinen
Fach
arzttitel
auf dem Fachgebiet der Psychiatrie (
www.medregom.admin.ch
). Ent
spre
chend vermag seine
Einschätzung die Beur
teilung des
Gutachter
s
nicht in Frage zu stellen
. Im Übrigen attestierte auch
med.
pract
.
B._
nunmehr
ab Februar 2014
eine 50%ige Ar
beitsfähigkeit
(Urk.
10, Urk.
11
S. 6
)
. Seine Beur
tei
lung weicht damit nicht
(mehr)
er
heblich von
jener
von Dr.
E._
ab. Darf und soll
das Gericht der Erfahrungs
tatsache, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre
auftrag
s
rechtli
che
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussa
gen, Rechnung tragen (B
GE 125 V 353 E.
3b/cc),
sind
auch aus diesem Grund
seine Einwendungen (Urk. 11) nicht ge
eignet, zu einer anderen Einschätzung zu gelangen.
4.2
Damit ist nach Abschluss der beruflichen Massnahmen ab März 2013 (Urk. 8/104/22) von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in bisheriger Tätigkeiten auszugehen.
5.
5.1
Der Beschwerdeführer bezog bis Ende Februar 2013 aufgrund von Eingliede
rungsmassnahmen Taggelder, was der Entstehung eines Rentenanspruchs bereits aus diesem Grund entgegensteht (Art. 29 Abs. 2 IVG). Sodann hielt Dr.
E._
dafür, seine Einschätzung habe ab März 2013 (spätestens aber ab
Begutach
tungszeitpunkt
) Gültigkeit (Urk. 8/104/22). Selbst wenn - entgegen dem Vorge
nannten - die vom Gutachter attestierte Einschränkung der Leistungsfähigkeit berücksichtigt würde, fehlt es auch ab März 2013 an einem Rentenanspruch.
5.2
Gutachter Dr.
E._
erachtete Tätigkeiten im handwerklichen Bereich, im
Büro
bereich
oder auch in anderen Bereichen, die Männer im Alter des Beschwer
de
führers ausüben können,
als
ideal adaptierte Tätigkeiten. Als einzige Ein
schrän
kung wurde genannt, dass die Tätigkeit keine
besonders hohen Anforderungen an die Stress- und Frustrationstoleranz oder die sozialen Kompetenzen stellen
dürfe
(E. 3.3)
.
Vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2009 war der Be
schwerdeführer
als
Logistiker respektive zuletzt als Mitarbeiter im internen Post
dienst bei der
Z._
tätig
(Sachverhalt E. 1.1), wo er gemäss Angaben im
Arbeitgeberbe
richt
zuletzt Postsendungen verteilt hatte
(Urk. 8/13/6).
Dass bei den ausgeübten Tätigkeiten b
ei der
Z._
besonders hohe
Anforderungen an die Stress- und Frustrationstoleranz oder die sozialen Kompetenzen gestellt worden wären, ergibt sich nicht aus dem Arbeitgeberbericht (Urk. 8/13/6-7).
Mit
Blick auf das Belastungsprofil (
vgl. vorstehend
) ist
somit
davon auszugehen, das
s
dem Beschwerde
führer
eine solche Tätigkeit nach wie vor –
auch
bei einer ver
minderten Leistungsfä
higkeit von 30 % - zumutbar ist. Gutachter Dr.
E._
hielt
zwar
dafür
, in der bisherigen Tätigkeit bestehe lediglich noch eine Arbeits
fähigkeit von 25 %. Da
bei bezog er sich aber explizit auf den Arbeitsplatz bei der
Z._
. Hatte der Beschwerdeführer über Mobbingsituationen und Un
gerechtigkeiten von Seiten der Chefs bei der
Z._
berichtet (Urk. 8/17/8
,
Urk.
8/19/5
)
,
so
erscheint die
se
Einschätzung von Dr.
E._
insofern als nach
vollziehbar, als er eine Rückkehr an diesen
konkreten
Arbeitsplatz
als
nicht meh
r zumutbar erachtet
e
.
Dies
spricht aber nicht dagegen, dass
eine gleichartige Tätig
keit bei einem anderen Arbeitgeber
mit
einer Leistungsfähigkeit von
zumin
dest
70 % möglich und zumutbar ist.
Med.
pract
.
B._
hielt denn
in seinem Bericht vom 2
4.
Februar 2014
auch daf
ür, der Beschwerdeführer
sei Hilfsarbeiter gewesen und es bestehe kein grundsätzlicher Unterschied zwischen angestammter und angepasster Tätigkeit (Urk. 11 S. 5
).
Somit kann davon aus
gegangen werden, dass
der Beschwerdeführer
die bishe
rige Tätigkeit
bei einem anderen Arbeitgeber
(
auch
bei einer Leistungseinschränkung von 30 %) wieder ausüben kann.
Da
der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit
zu
mindest zu
70 % arbeits
fähig
ist
, läuft der Einkommensvergleich (E.
2
.3
) auf einen
Prozent
ver
gleich
hinaus und es resultiert
eine
Erwerbseinbusse
von
höchstens
30
%
.
Damit fehlt es - so oder anders - an einem rentenbegründenden
Invalidi
täts
grad
, weshalb der angefochtene Entscheid der Beschwerdegegnerin rechtens und die Beschwerde dagegen abzuweisen ist.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG)
,
auf
Fr.
600.-- anzusetzen
und dem unterliegenden Beschwerdeführer
aufzuerlegen.