Decision ID: 4c64d95e-f27a-465a-8e51-9ec93b479911
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1964 geborene
X._
,
angelernter
Gipser
und
Gebäu
dereinigungs
-Fachmann mit eidgenössischem Fachausweis
, arbeitet
e zuletzt
v
om
1.
September 2005 bis am 30.
April 2008
als
Teamleiter eines Reinigungsteams bei den
Y._
und
ab
August
2008
bis Mai 2009
selbständig als Gebäudereiniger
(
Z._
,
Urk.
8/3
,
Urk.
8/12
,
Urk.
8/28
/1–2
,
Urk.
8/12,
Urk.
8/77
)
.
Am 6. Oktober 2011 (Eingangs
datum) meldete er sich unter Hinweis auf eine schwere Depression sowie
den Zustand nach drei Blasenoperationen
bei der
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invaliden
versicherung an (Urk. 8/8).
Zur Abklärung der medizinischen und erwerblichen Verhältnisse zog die IV-Stelle zunächst einen Auszug aus dem individuellen Konto (Urk.
8/4–7
,
Urk.
8/15
) bei und h
olte einen Arbeitgeberbericht (Urk.
8
/1
6
) sowie Berichte der behandelnden Ärzte (
Urk.
8/13
,
Urk.
8/22,
Urk.
8/24
)
ein
.
Zwischen April 2012 und Februar 2013 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten verschiedene Ein
gliederungsmassnahmen bei der
A._
(
Urk.
8/31, Urk. 8/42,
Urk.
8/61)
und sprach ihm Taggelder zu (
Urk.
8/30,
Urk.
8/43,
Urk.
8/60)
.
Mit der Begründung, dass
von der Fortführung der
Integ
rationsmassnahmen
keine relevanten Fortschritte mehr zu erwarten
s
eien
, schrieb die IV-Stelle die beruflichen Massnahmen mit Mitteilung vom 6. März 2013 als erledigt ab (Urk. 8/68).
In der Folge holte die IV-Stelle im Rahmen der weiteren Abklärung der medizinischen Verhältnisse ein poly
disziplinäres Gut
achten (
B._
) ein, welches am
8.
April 2014
erstattet wurde (Urk.
8
/
89
). Gestützt darauf
verneinte die IV-Stelle
– nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Vorbescheid vom 7.
August 2014 [
Urk.
8/91], Einwand vom 2
7.
August 2014 [
Urk.
8/97]
unter Einreichung eines vertrauensä
rztlichen Berichts von Dr. med.
C._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 11
.
Oktober 2014 [Urk. 8/102]
) –
mit Verfügung vom
10
.
Dezember 2014
einen Rentenanspruch
(
Urk.
2 [=
Urk.
8/104]
).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit E
ingabe vom 2
1.
Januar 2015 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen auszurichten.
In prozessualer Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um Gewährung der un
ent
geltlichen Prozessführung
(Urk. 1).
Am
3.
März 2015 substantiierte der Beschwerdeführer seine Bedürftigkeit (Urk. 5,
Urk.
6/1-3).
Mit Beschwerdeantwort vom 5
.
März 2015 beantragte die IV-Stelle Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7
). Am
26
.
März
2015
wurde das Doppel der Beschwerdeantwort de
m
Beschwerdeführe
r zugestellt (Urk.
9
).
3
.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in
H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die
IV-Stelle
erwog im
angefochtenen Entscheid
,
die depressive Symptomatik sei invalidenversicherungsrechtlich nicht zu berücksichtigen, da deren Auslöser psychosoziale Belastungsfaktoren gewesen seien
und es sich somit nicht um eine verselbständigte Depression handle
.
Hierbei seien sich die Gutachter
sowie
Dr.
C._
einig.
Im Zusammenhang mit dem Blasenkrebs seien nur vorübergehende Arbeitsunfähigkeiten zum Zeitpunkt der Operationen nachvoll
ziehbar, nicht hingegen langandauernde Arbeitsunfähigkeiten von durch
schnittlich mindestens 40
%
.
Die Abklärungen hätten ergeben, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung einer
angepassten
leichten bis nur sehr selten mittelschweren, wechselbelastenden beruflichen Tätigkeit in einem 80%-Pen
sum zumutbar sei.
Die Ausübung der angestammten Tätigkeit als Gipser oder Reinigungskraft sei nicht mehr zumutbar.
Beim Einkommensvergleich resultiere nunmehr ein Invaliditätsgrad von 20 % (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte in seiner Beschwerde dagegen vor, auf das Gutach
ten dürfe nicht abgestellt werden. Es sei ihm nicht zumutbar, ein 80%-Pensum zu absolvieren. Der psychiatrische Facharzt des
B._
habe ihn
im Gegensatz zu seinem
behandelnden Psychiater
während
lediglich
40 Minuten gesehen, was nicht ausreiche, um seinen Gesundheitszustand beurteilen zu kön
nen. Sein Hausarzt
kenn
e
ihn viel besser
.
Ausserdem sei
die
Beurteilung der
A._
beim Entscheid der Beschwerdegegnerin nicht berücksichtigt worden.
Zudem sei das
festgelegte
Inv
alideneinkommen
im Betrag von
Fr.
57‘
295.--
viel zu hoch angesetzt
(
Urk.
1)
.
3.
3.1
Dem polydisziplinären
B._
-Gutachten vom 8. April 2014 (Urk. 8/89) sind fol
gende Diagnose
n
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (Urk. 8/89/
19
):
c
h
ronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts (ICD-10 M54.5
)
radiomorphologisch deutliche
Osteochondrose
und
Diskusherniation
LWK5/SWK1 (MRT
LWS 05.10.2012
)
aktuell radiomorphologisch (
Rx
LWS
ap
; seitlich) spangenbildende Spondylose zwischen LWK4/LWK5 sowie beginnende Spondylose Deckplatte LWK5
Differentialdiagnose:
diskogen
/
osteochondrotisch
/Facettengelenks
-
schmerz
klin
isch keine Hinweise für sensible oder motorische
lumboradikuläre
Ausfälle
k
linisch beginnende
Koxarthrose
beidseits linksbetont (ICD-10 M16.0)
radiomorphologisch Verdacht auf anatomische Prädisposition der lin
ken Hüfte im Sinne eines CAM-
lmpingements
, beidseits noch gut erhaltene Gelenkspaltweite
Differentialdiagnose:
Hüftgelenksdezentrierung
im Rahmen einer erheb
lichen musk
u
lären
Dysbalance
mit Abschwächung der abdomi
nellen rücken- und gesässstabilisierenden Muskelgruppen
Es wurden
sodann
folgende
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Ar
beitsfähig
keit gestellt (Urk.
8
/
89/19
):
l
eichte depressive Episode bei sozialer Belastungssituation (IC D-10 F32.0)
m
etabolisches Syndrom
Adipositas, BMI 42 kg/m2 (ICD-10 E66.0)
arterielle Hypertonie (ICD-10 110)
Diabetes mellitus Typ 2 (ICD-10 E11.9)
c
hronischer Nikotinabusus, zirka 40 p
ack
years
(ICD-10 F17.1)
h
oher Verdacht auf Medikamenten-
Malcompliance
(ICD-10 Z91.1)
nicht nachweisbarer oder deutlich subtherapeutischer
Medikamenten
spiegel
der vom Exploranden angegebenen Psychopharmaka
Urothelkarzinom
der Harnblase pTaG2 und BCG Instillation (ICD-10 C67)
Letzte TUR-Blase 10/2011 mit BCG
Dem psychiatrischen Teilgutachten ist zur Anamnese zu entnehmen, der Beschwerdeführer habe über zahlreiche Belastungsfaktoren in den letzten Jah
ren berichtet. So habe er angegeben, 2008 sich mit
s
einer Reinigungsfirma selbständig gemacht zu haben. Die Firma hätte jedoch ausschliesslich aus Fami
lienmitgliedern bestanden und es sei nicht gut gelaufen. Zudem habe es immer mehr Spannungen zwischen seiner Lebensgefährtin und ihm gegeben. Schliess
lich sei 2011 dann noch ein bösartiger Tumor der Harnblase festgestellt worden. „Dies habe ihm den Rest gegeben". Er habe sich immer wieder gereizt gefühlt und auch niedergeschlagen. Für die Zukunft habe er keine Perspektive mehr gesehen und es habe ihn auch bedrückt, dass er in die Sozialhilfeabhängigkeit gerutscht sei. Mittlerweile hätten seine Lebensgefährtin, mit der er 20 Jahre zusammen gewesen sei, und er beschlossen, sich zu trennen. Sie würden de facto auch in der gemeinsamen Wohnung getrennt leben. Aus finanziellen Gründen habe er bisher jedoch für sich noch keine neue Wohnung gefunden
(
Urk.
8/89/8)
.
In der Gesamtbeurteilung führten
die Experten
z
ur Arbeitsfähigkeit des Beschwer
deführers
aus,
a
us Sicht des Bewegungsapparates besteh
e
aufgrund des chronischen
lumbospondylogenen
Schmerzsyndroms und der beginnenden
Koxarthrose
beidseits eine Arbeitsunfähigkeit für jegliche rege
l
mässig mittel bis körperlich schwer belastende berufliche Tätigkeit. Darunter f
ielen
auch die früheren Tätigkeiten als Gipser und
die
frühere
n
Tätigkeit
en
,
bei welchen der Beschwerdeführer
selber aktiv regelmässig
Reinigungstätigkeiten
habe
ausüben
müssen
. Für eine körperlich leichte bis nur sehr selten mittelschwere, wechsel
belastende berufliche Tätigkeit, insbesondere auch für administrative logistisch
-
organisatorische Tätigkeiten, besteh
e
hingegen unter folgenden
Arbeitspla
t
zbe
dingungen
eine 80%ige, ganztägig verwertbare Arbeits- und Leistungsfähigkeit: Dem Exploranden m
ü
ss
e
an einem potenziellen Arbeitsplatz die Möglichkeit geboten werden, seine Arbeitsposition regelmässig selbständig zu wechseln, insbesondere
sei
das längere fixierte Sitzen zu vermeiden, ebenso stereotype Rotationsbewegungen der LWS oder Arbeiten in anhaltender
Oberkörpervornei
geposition
. Im Rahmen der
Dekonditionierung
bei massivem Übergewicht s
eien
auch Tätigkeiten auf Gerüsten oder Leitern nicht möglich. Aus urologischer Sicht k
önne
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit festgestellt werden. Aus psychiatrischer Sicht f
inde
sich eine leichte depressive Episode bei sozialer Belastungssituation. Diese schränk
e
die Arbeitsfähigkeit nicht relevant ein. Dem
Beschwerdeführer sei
aus psychiatrischer Sicht zumutbar, die nötige
Willensan
strengung
aufzubringen, um einer seinen körperlichen Einschränkungen ange
passten Tätigkeit ganztags nachgehen zu können
.
Auch aus
allgemeininternis
tischer
Sicht finde sich keine weitere Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfä
higkeit. Der
Beschwerdeführer mache
auch keine entsprechenden Beschwerden geltend. Insgesamt k
ö
nn
e
somit eine Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen körper
lich mittelschwer oder schwer belastenden Tätigkeiten festgestellt werden. Für körperlich leichte, ad
a
ptierte Tätigkeiten beste
he
hingegen eine Arbeits- respe
k
tive Leistungsfähigkeit von 80
%, vollschichtig umsetzbar bei leicht erhöhtem Pausenbedarf
(
Urk.
8/89/20)
.
Zum Beginn und Verlauf der Arbeitsunfähigkeit hielten die Gutachter sodann
fest,
a
ufgrund der Aktenlage k
ö
nn
e
davon ausgegangen werden, dass spätestens ab Oktober 2012, dem Datum der MRT-Abkl
ä
rung der LWS, die oben erwähnten Einschränkungen in der angestammten sowie in adaptierten beruflichen Tätig
keiten gelten
würden
. Es erscheine
jedoch
wahrscheinlich, dass dieser Zustand bereits seit mehrere
n Jahren in diesem Sinne so vorgelegen habe
. Eine genaue retrospektive R
ü
ckdatierung
sei
nicht möglich. Aus urologischer Sicht könn
t
en retrospektiv gesehen nur befristete Arbeitsunfähigkeiten, in erster Linie nach der Blasenoperation 10/2011, nachvollzogen werden. Aus psychiatrischer Sicht besteh
e
nach den vorliegenden Unterlagen und den Angaben des Exploranden kein Anhalt für eine längerfristige,
höhergradige
, psychiatrisch bedingte Arbeitsunfähigkeit. Mit Sicherheit
sei die
Einschätzung
ab März 2014 zu be
s
tä
tigen
(
Urk.
8/89/20).
Ferner wurde berichtet,
e
s besteh
e
eine deutliche Diskrepanz zwischen
der gut
achterlichen Beurteilung
und der Selbsteinschätzung des
Beschwerdeführers
, welcher sich für gar nicht mehr arbeitsfähig
halte
. Ursächlich für diese Diskre
panz
seien
wahrscheinlich in erster Linie IV-fremde Faktoren, wie der schwie
rige Arbeitsmarkt und ein wahrscheinlich vorhandener sekundärer
Krankheits
gewinn
. Ausserdem
habe der Beschwerdeführer
mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht korrekte Angaben bezüglich der Einnahme seiner Psychopharmaka, wel
che zum Teil gar nicht und zum Teil deutlich subtherapeutisch nachweisbar
gewesen seien, gemacht
. Dies spr
eche
gegen eine stringente
Medikamentenein
nahme
und einen entsprechenden Leidensdruck
.
Aufgrund der ausgeprägten subjektiven Krankheits- und Behinderungsüberzeugung seien berufliche Mass
nahmen kaum durchführbar und könnten deshalb nicht empfohlen werden (
Urk.
8/89/21).
Zusammenfassend wurde festgehalten, b
eim
Beschwerdeführer
k
ö
nn
e
aus
polydis
ziplinärer
Sicht eine Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen körperlich mittel
schwer oder schwer belastenden Tätigkeiten festgestellt werden. Für körperlich leichte adaptierte Tätigkeiten besteh
e
hingegen eine Arbeits- respektive Leis
tungsfähigkeit von 80
%
, vollschichtig umsetzbar. Medizinische Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit könn
t
en keine vorgeschlagen werden. Berufliche Massnahmen könn
t
en aufgrund zu geringer Erfolgsaussichten nicht empfohlen werden
(
Urk.
8/89/21)
.
3.2
Dem durch das Sozialamt der Gemeinde
D._
veranlassten, im Nachgang an die Begutachtung ergangenen vertrauensärztlichen Bericht von Dr.
C._
vom 1
1.
Oktober 2014 (
Urk.
8/102) kann
die Diagnose einer leichten depressiven Episode bei sozialer Belastungssituation (IC
D-10 F32.0), welche keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe
,
entnommen werden
. Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
wurden keine gestellt
(Urk.
8/102/13). Der Facharzt hielt sodann fest, es ergebe sich in der Untersu
chung kein Anhalt für eine mittelschwere oder schwere Episode.
Im
B._
-Gut
achten seien keine größeren Einschränkungen
psychiatrischerseits
, weder im psychopathologischem Befund, noch in der Gestaltung des Tagesablaufs oder der Freizeitgestattung sowie in der sozialen Anamnese festgestellt worden. Es seien vielmehr soziale Belastungsfaktoren, die für die gegenwärtige Situation des
Beschwerdeführers
verantwortlich seien, im Vordergrund gesehen worden. Eigenständige depressive Merkmale lägen nur zu einem kleinen Teil vor und erfüllten zusammen mit der Vorgeschichte, dem Verlauf und den Befunden die Kriterien einer leichten depressiven Episode.
Dr.
C._
berichtete,
er
könne dem
B._
-Gutachten aus psychiatrisch
er Sicht gut folgen und sich
diesem
anschließen (
Urk.
8/102/
13 f.). Zur Arbeitsfähigkeit führte
er
aus,
a
us psychiat
rischer Sicht sei dem
Beschwerdeführer
eine
100%ige
Arbeitsfähigkeit ohne Einschränkung zu attestieren. Es
sei
jedoch zu berücksichtigen, dass der Explo
rand schon viele Jahre keiner geregelten Tätigkeit mehr nachgegangen sei, so
dass hier wohl eine Adaptionsphase notwendig sei. Es sei aktuell von einer
50%igen
Arbeitsfähigkeit auszugeben, welche schrittweise um 10
%
alle drei Wochen bis zur vollständigen Arbeitsfähigkeit erhöht werden könne. Die Anga
ben bezögen sich auf den Untersuchungszeitpunkt beziehungsweise auf die Erstellung des Berichts vom
6.
Oktober 2014 (
Urk.
8/89/14).
4.
4.1
Entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführer
s
vermag das
polydisziplinäre
Gutach
ten vom
8.
April 2014
(Urk.
8
/
89
) die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen vollumfänglich zu erfüllen (
E. 1.
4
). So tätigte
n
d
ie
Gutachter sorgfältige, umfassende Abklärungen (
S. 6-10, S. 12–14, S. 17
–18
), berücksichtigte
n
die geklagten Beschwerden (S.
6, S. 8, S. 12–13, S.
17
) und begründete
n
ihre
Einschätzungen in nachvollziehbarer Weise (S.
7
–8
, S. 11
–12
, S. 15–16
, S. 18–20
) sowie in Auseinandersetzung mit
den
Vorakten
(S.
4-5
).
Sie
legte
n
die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend dar und begründete
n
ihre
Schlussfolgerungen nachvoll
ziehbar.
D
ie Gutachter setzten sich mit den abweichenden Auffassungen der behandelnden
Ärzte
eingehend auseinander und zeigte
n
überzeugend auf, aus welchen Gründen sich deren Ein
schätzungen nicht bestätigen liessen (vgl.
S.
12
, S.
16).
Dem p
olydisziplinären
Gutachten kommt somit volle Beweiskraft zu.
4.2
Im
B._
-Gutachten wurde als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit eine leichte depressive Episode bei sozialer Belastungssituation genannt.
Es ist darauf hinzuweisen, dass n
ach der Rechtsprechung
leicht- bis mittelgradige Episoden einer Depression und selbst mittelgradige depressive Episoden regel
mässig nicht als von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression
en
im Sinne eines verselbständigten
Gesundheitsscha
dens
betrachtet
werden
, die es der betroffenen Person verunmöglich
en
, die Fol
gen der bestehenden Schmerzproblematik zu überwinden (Urteil des Bundesge
richts 8C_104/20
14 vom 2
6.
Juni 2014 E. 3.3.4 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil 9C_856/2013 vom 8. Oktober 2014 E. 5.1.2
sowie Urteil 9C_1040/2010 vom
6.
Juni 2011 E. 3.2
).
D
epressive „Episoden“
sind
definitionsgemäss vorüberge
hender Natur und haben
deshalb, zumindest wenn sie leicht bis mittelschwer sind, gemäss der
bundes
gerichtlichen
Rechtsprechung in der Regel keine invali
disierende Wirkung.
Gemäss den Experten des
B._
waren psychosoziale
Belas
tungsfaktoren
wie die gescheiterte Selbständigkeit als Reinigungsunternehmer, die Arbeits
- und Perspektiv
losigkeit
, die
Sozialhilfeabhängigkeit,
die
finanziel
le
n
Schwierigkeiten sowie Spannungen
zwischen ihm und seiner Lebensgefähr
tin Auslöser der depressiven Symptomatik
(vgl.
Urk.
8/89/8)
.
4.3
Unter Hinweis darauf, dass der behandelnde Psychiater,
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, ihn im Vergleich zu den Gutachtern viel besser kenne,
brachte der Beschwerdeführer gegen das
polydis
ziplinäre
B._
-Gutachten vor, die psychiatrische Untersuchung habe nur 40 Minuten gedauert und es sei auch nicht Rücksprache mit dem behandelnden Psychiater genommen worden. Sein schlechter Gesundheitszustand habe des
halb anlässlich der Begutachtung nicht vollständig erfasst werden können (
Urk.
1
S.
2).
Dazu ist vorab zu bemerken, dass von der Dauer der Untersuchung nicht auf die Zuverlässigkeit der ärztlichen Stellungnahme geschlossen werden kann (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes vom 2
0.
Januar 2006 I 748/05 E. 2.2.4). Insofern ist unerheblich, ob die psychiatrische Untersuchung – wie
gemäss
Untersuchungsprogramm geplant –
eineinhalb Stunden oder
40
Minuten gedauert hat (vgl.
Urk.
8/88/2,
Urk.
8/89/10).
Die bei den Akten lie
genden fachpsychiatrischen Atteste von
Dr.
E._
vom
7.
Februar 2013 (
Urk.
8/66) sowie vom 1
6.
Juli 2013 (
Urk.
8/79)
, wonach der Beschwerdeführer an einer mittelschweren bis schweren depressiven Störung (Episode) leide und deshalb zu 100
%
arbeitsunfähig sei,
sind zum Nachweis einer
invalidenversi
cherungsrechtlich
massgebenden Arbeitsunfähigkeit nicht geeignet und vermö
gen das
B._
-Gutachten nicht zu entkräften. Es wird darin weder der
Psycho
status
abgebildet und Befunde genannt, noch ist die Einschätzung der Arbeits
fähigkeit nachvollziehbar oder wird sie begründet.
In diesem Zu
sammenhang ist im Übrigen daran zu erinnern, dass das Gericht der Erfah
rungstatsache, dass Haus
ärzte und behandelnde Fachärzte mitunter im Hinblick auf ihre
auftrags
recht
liche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aus
sagen, Rechnung tragen soll und darf (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
4.
4
Der
Beschwerdeführer
bringt vor
, aus dem Schlussbericht der
A._
ergebe sich, dass ihm die Ausübung eines 80%-Pensums nicht zumutbar sei, da er lediglich ein
e
30%ige Leistung habe erbringen können
, was die Gutachter nicht berücksichtigt hätten
(Urk. 1
S.
1 f.)
.
Zwar
kann beruflichen
Abklärungsberich
ten
rechtsprechungsgemäss nicht ohne
Weiteres
jegliche Aussagekraft abge
sprochen werden (
Urteil des Bundesgerichts 9C_833/2007 vom 4. Juli 2008 E. 3.3.2). Die abschliessende Beurteilung der sich aus einem Gesundheitsschaden ergebenden funktionellen Leistungsfähigkeit obliegt jedoch grundsätzlich dem Facharzt oder der Fachärztin (Urteil des Bundesgerichts 9C_624/2009 vom 7. Oktober 2009, E. 4.1.1). Wie d
er
Beschwerdeführer richtig vorbringt, wurde
im
Schlussb
ericht der
A._
vom 28. F
ebruar 2013 ausgeführt, während seiner Präsenzzeit von fünf Stunden pro Tag habe der Beschwerdeführer durchschnitt
lich eine Leistung von 50
%
erbringen können, was einer theoretischen Arbeitsfähigkeit von 30
%
entspreche
(Urk. 1
S.
1 f.,
vgl. Urk.
8
/
67
/
5
). Diese Einschätzung ist aber schon deshalb nicht geeignet, die Beweiskraft des
polydis
ziplinären
B._
-
Gutachtens in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit ernsthaft in Frage zu stellen, weil der Bericht der
A._
weit mehr als ein Jahr
vor dem Gutach
ten erlassen wurde und somit keine Rückschlüsse auf das psychiatrische Gut
achten zulässt. Überdies ging die
A._
von
im Vordergrund stehenden soma
tischen Beschwerden aus und wies zudem auf eine fragliche Motivation des Beschwerdeführers hin
(Urk.
8
/
67
/
2 f.
), währendem
die Experten des
B._
die somatischen Beschwerden in dem Sinne berücksichtigten, als sie das
Belas
tungsprofil
einschränkten und von einer 80%igen Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers auch in angepassten Tätigkeiten ausgingen
(vgl. Urk.
8
/
89/20
). Somit ist nicht nachvollziehbar, weshalb die
A._
– entgegen den medizinischen Feststellungen
–
von
einer 70%igen Leistungseinschränkung
ausging.
4.5
Die vorliegenden Berichte der behandelnden Fachärzte enthalten demnach keine Angaben, welche darauf schliessen lassen würden, dass ein
invalidenversiche
rungsrechtlich
relevantes - von den genannten prägnanten psychosozialen
Be
las
tungsfaktoren
losgelöstes, therapieresistentes - (andauerndes) psychisches Lei
den
besteht resp. der Eintritt eines solchen droht.
4.
6
Nach dem Gesagten ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwer
deführer in seiner angestammten Tätigkeit als Reinigungsarbeiter zu 100 % arbeits
unfähig ist. In einer angepassten, k
örperlich leichte
n
Tätigkeit
besteht eine 80%ige Arbeitsfähigkeit.
5.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der auf angepasste Tätigkei
ten eingeschränkten Arbeitsfähigkeit.
5.1
5.1.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Inva
li
ditätsgrad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.1.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validenein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigenden ausgegli
chenen Arbeitsmarktlage (Art. 16 ATSG) ist grundsätzlich auch bei der Festsetzung des
Validenlohnes
Rechnung zu tragen, wobei auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstruk
turerhebung
(LSE) abgestellt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E. 3.2 mit Hinweisen).
5.1.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472
E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf der Grundlage der LSE kann – ausnahmsweise – der Lohn eines einzelnen Sektors („Produktion" oder „Dienst
leistungen") oder gar einer bestimmten Branche herangezogen werden, wenn es als sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Ver
wertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen, namentlich bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit im betreffenden Bereich tätig gewesen waren und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt (SVR 2008 IV Nr. 20 S. 63, 9C_237/2007 E. 5.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_667/2013 vom 29. April 2014 E. 5.3).
5.2
Für die Bemessung des
Valideneinkommens
ist mit der IV-Stelle auf die
Tabellen
löhne
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) abzustellen
, da anhand des bei seinem letzten Arbeitgeber eingeholten Arbeitgeberfragebogens (
Urk.
8/16) nicht festgestellt werden kann, zu welchen Anstellungsbedingungen der Beschwerdeführer heute ohne Gesundheitsschaden angestellt wäre und da davon auszugehen ist, dass er nach der Aufgabe der Selbständigkeit wieder in dieser Branche als unselbständiger Arbeitnehmer tätig
gewesen wäre
.
Das
Vali
dene
inkommen
ist
für das Jahr 2012 zu berechnen, da de
r Rentenanspruch frü
hestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des
Leistungs
anspruchs
entsteht (
Art.
29
Abs.
1 IVG) und sich der Beschwerdeführer im Oktober 2011 zum Leistungsbezug angemeldet hat
te
(
Urk.
8/8)
.
Angesichts der Ausbildung
(diplomierter Reinigungsfachmann), der Berufserfahrung
und der Führungsfunktion
, welche der Beschwerdeführer bei
seiner Anstellung bei den
Y._
besass
,
ist von einem monatlichen Einkommen von männlichen Arbeitnehmern im Bereich “Reinigung und öffentliche Hygi
ene“
von
Fr.
6
‘
130
.-- (LSE 2010, S.
31
, Tabelle T
7S
,
Anforderungsniveau 3
,
Männer)
auszugehen. Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Ar
beits
zeit im Jahr 2012 von 41.7 Stunden pro Woche (Die Volkswirtschaft, 3/4-2015, S. 88, Tabelle B 9.2) sowie der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr
2012 (
Index
stand
215
0
[2010] auf 2188 [2012], vgl. die Volkswirtschaft 3/4-2015,
S. 89, Tabelle B 10.3) ergibt sich bei einem Arbeitspensum von
100
% ein Jahresein
kommen (
V
alideneinkommen
) von Fr.
78‘042
.-- (Fr.
6
‘
130
.-- : 40 x 41.7 x 12 :
215
0
x 2
188
).
5.3
Auch f
ür die Bemessung des Invalideneinkommens ist mit der IV-Stelle – da der Beschwerdeführer nach der Geschäftsaufgabe im Jahr 2009 nicht mehr gear
beitet hat – auf die
LSE-Tabellen
abzustellen. Es ist von einem monatlichen Einkommen von
männlichen
Hilfskräften von Fr. 4‘
901
.-- (LSE 2010, S. 26, Tabelle TA1, Wirtschaftsabteilungen Total,
Anfor
de
rungsniveau
4) auszugehen. Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Ar
beits
zeit im Jahr 201
2
von 41.7 Stunden pro Woche (Die Volkswirtschaft, 3/4-2015, S. 88, Tabelle B 9.2)
sowie der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr
201
2
(Indexstand 2
15
0
[2010] auf 2
188
[201
2
], vgl. die Volkswirtschaft 3/4-2015,
S. 89, Tabelle B 10.3) ergibt sich bei einem zumutbaren Arbeitspensum von 80 % ein Jahreseinkommen
(Inva
lideneinkommen)
von Fr. 4
9
‘
916
.-- (Fr. 4‘
901
.-- : 40 x
41.7 x 12 : 2
150
x 2
188
x 0.8).
5.4
Wird das
Valideneinkommen
gemäss LSE
von Fr.
78‘042
.-- dem
Invalideneinkom
men
ge
mäss
LSE von Fr. 49‘
916
.-- gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
28‘126
.--, was einem Invaliditätsgrad von gerundet
3
6
% (zur Run
dung: BGE
130 V 121 E. 3.2) entspricht.
5.5
Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung, mit welcher ein
Leistungsan
spruch
verneint wurde
, nicht zu beanstanden. Die Be
schwer
de ist daher abzuweisen.
6.
Ge
stützt auf die eingereichten Unterlagen (Urk.
5,
Urk.
6/1–3, vgl. Urk. 8/19
)
sind die Voraussetzungen für die unentgeltliche Prozessführung gemäss § 16 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) erfüllt.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Ver
fah
rensaufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 700.-- anzusetzen und
ausgangs
gemäss
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Bewilligung der unent
geltli
chen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtkasse zu nehmen.
Der
Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das
Sozialver
siche
rungsgericht
(
GSVGer
) hinzuweisen, wonach
er
zur Nachzahlung der Gerichts
kosten und der Entschädigung an den unentgeltlichen Rechtsvertreter ver
pflichtet ist, sobald
er
dazu in der Lage ist.