Decision ID: f18a5688-8376-4713-a0ce-d5b9a3195d8d
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1978 und gelernte Büro- und Industriekauffra
u sowie Mutter von zwei
schulpflichtigen
Kindern
,
war zuletzt
ab
dem
1.
Juni 2008
in einem 100%-Pensum
als Sachbearbeiterin
Investitionsplanung und Projektcontrolling
beim
Y._
tätig
(
Urk.
10/4 und
Urk.
10/35)
. Nach längerer Arbeitsunfähigkeit und einer
Anmeldung zur Früherfassung
durch die Arbeitgeberin
(
Urk.
10/4)
meldete sich die Versicherte ein erstes Mal am 2
2.
Mai 2010 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf
die Verdachtsdiagnose Multiple Sklerose
zum Leistungsbezug an
(
Urk.
10/9)
. Nach erwerblichen und medizinischen Abklärungen verfügte die IV-Stelle am 17.
Februar 2011, dass kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung bestehe
(
Urk.
10/24)
.
1.2
Am
6.
November 2011 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf
einen verzögerten Heilungsverlauf nach einem
am 1
6.
April 2011 erlittenen
Treppen
sturz
erneut
zum Leistungsbezug an
(
Urk.
10/31)
.
Die IV-Stelle holte
einen
Ar
beitgeberbericht
(
Urk.
10/35) sowie
Arztbericht
e (
Urk.
10/38
,
Urk.
10/70,
Urk.
10/78,
Urk.
10/82 und
Urk.
10/87
)
ein und zog die Akten der
S
chweizeri
schen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) bei
(
Urk.
10/36,
10/
40,
10/
41,
10/
46,
10/
55,
10/
76,
10/77 und
10/
94
)
.
Zudem holte sie bei der medizinischen
Abklä
rungsstelle
(MEDAS)
Z._
ein polydisziplinäres Gutachten ein (Gutachten vom 2
0.
Oktober 2014,
Urk.
10/108/2-33).
Mit
Schreiben
vom
2
7.
März
2013 sprach
die
Y._
eine erste Kündigung
per
Ende Juni
2013
aus
(Urk.
10/52)
, die
sich o
ffenbar
als unwirksam
erwies
(
Urk.
10/94/51)
, weshalb das Arbeitsverhältnis mit Schreiben vom 25.
Februar
2014
erneut
mit Wirkung per Ende Mai
2014 gekündigt wurde (
Urk.
3/4)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
10/114, 10/119)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
6.
Januar 2015 den Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk.
2).
1.3
Die
SUVA
stellte ihre bisher
mit Bezug auf den
Treppensturz vom 1
6.
April 2011
ausgerichteten Leistungen
mit Verfügung vom
9.
September
per
30. September 2013
ein (Urk.
10/94/37-39
).
Sie lehnte die
Zusprechung einer Invalidenrente m
angels einer Erwerbseinbusse ab
und verneinte auch den An
spruch auf eine Integritätsentschädigung
. Zuvor hatte sie mit Verfügung vom 1
7.
Mai
2013
ihre Leistungspflicht mit Bezug auf
Schmerzen an der Hals- und Lendenwirbelsäule verneint (
Urk.
10/94/114-115). An beiden Verfügungen hielt die SUVA
im
Einsprache
entsc
heid
vom 2
3.
Juni 2015 fest
. Die dagegen am
25.
August
2015
erhobene Beschwerde wurde mit heutigem Urteil des hiesigen Gerichts abgewiesen (Prozess-Nr. UV.201
5
.001
52
).
2.
Gegen die Verfügung der IV-Stelle vom
6.
Januar 2015
(
Urk.
2)
erhob die Versi
cherte am 3
1.
Januar 2015 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte (S. 2),
diese
sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten,
ihr
eine Invaliden
rente auszurichten. Eventuell sei die Sache für weitere Abklärungen und zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zudem ersuchte die B
eschwerdeführerin, es sei ihr die unentgeltliche
Prozessführung
zu gewäh
ren und ihr Rechtsanwalt
lic
.
iur
. Tomas Kempf als
unentgeltlichen Rechtsver
treter
zu bestellen.
Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 1
1.
März 2015, die Beschwerde sei abzuweisen (
Urk.
9), wovon die Be
schwerdeführerin mit Mitteilung vom 1
6.
März 2015 in Kenntnis gesetzt wurde
(
Urk.
11)
.
Aus den Akten der Beschwerdegegnerin sind
Urk.
10/
94/59-67
und Urk.
10/77/39-47 (Doppel)
zu entfernen, die offensichtlich nicht die Beschwer
deführerin betreffen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV)
), so ist im
Beschwerdeverfah
ren
zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch re
levante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Abweisung des Rentenbegehrens in ihrer Verfügung vom
6.
Januar 2015 (
Urk.
2)
unter
Hinweis
auf das
polydis
ziplinäre
Gutachten des
Z._
vom 2
0.
Oktober 201
4.
Sie führte aus,
dass der Beschwerdeführerin aufgrund der medizinischen Beurteilung die früher ausge
übte Tätigkeit bei vollem Leistungspensum zumutbar sei.
Der
Kurzbrief der Pri
vatklin
i
k
A._
vom 1
8.
August 2014
enthalte
keine wesentlichen neuen be
ziehungsweise bisher unbekannten Diagnosen. Die Beschwerdegegnerin
ver
neinte
das Vorliegen
einer erheblichen Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit, die länger als ein Jahr gedauert habe, und damit
einer invaliditätsbedingten
Er
werbseinbusse
.
Daran hielt sie auch in ihrer Vernehmlassung vom 1
1.
März 2015 fest (
Urk.
9).
2.2
Die Beschwerdeführerin wandte dagegen
in ihrer Beschwerde vom 3
1.
Januar 2015 (
Urk.
1
)
ein,
dass auf das
Z._
-Gutachten nicht abgestellt werden könne. Sie rügte unter anderem, dass im orthopädischen Teilgutachten der MRI Befund vom 2
0.
Juni 2014
der
B._
nicht gewürdigt worden sei, obschon die Untersuchung im
Z._
am 1
8.
und 1
9.
August
2014
stattgefunden habe und den Gutachtern bekannt
gewesen sei
, dass noch weitere Abklärungen
im Gange gewesen und noch weiter im Gange seien (
Ziff.
3 S. 6 f.).
Sie sei
immer noch
in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt (
Ziff.
1 S. 4) und es sei ihr gestützt auf die Berichte der behandelnden Ärzte eine ganze Rente zuzusprechen (
Ziff.
5 S. 9).
Zudem gehe aus dem Gutachten nicht hervor, dass ihr die angestammte Tätigkeit noch unbeschränkt zumutbar sei (
Ziff.
3
f.
S. 7
f.
).
3.
3.1
Am 2
6.
Januar 2012 berichtete
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Chirurgie, der IV-Stelle (
Urk.
10/38/1-4). Er
nannte die Diagnosen
CRPS I beim rechten Fuss bei einem
Meniskoid
s
yndrom
OSG rechts
nach verpasster Ruptur des Li
gamentum
fibulotalare
anterius
rechts
im
April 2011 sowie
Zerrung des me
dia
len
Collateralbandes
am rechten Knie am 2
8.
Oktober 201
1.
Er berichtete von einem
arthroskopischen
Eingriff am 1
6.
Juni 2011 (
Meniskoidresektion
OSG rechts und des
tibi
alen
enossalen
Ganglions rechts
) und attestierte ab dem 1
6.
J
uni 2011 bis 2
4.
Oktober 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, vom 2
5.
Oktober bis
1.
November 2011 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit und ab dem
1.
November 2011 wieder eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Er ging
nicht von
bleibenden Beeinträchtigungen
aus
. Zurzeit seien keine stehenden Tätigkeiten und keine Autofahrten zum Arbeitsplatz möglich. Ab dem 2
5.
Januar 2012
sei
theoretisch eine Arbeitsleistung von zwei mal zwei Stunden täglich möglich. Bei eingeschränkter Geh- und Stehfähigkeit sowie Unfähigkeit des Führens eines Fahrzeuges
stünden die
Probleme bei der Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes
im Vordergrund.
3.
2
Im
B
ericht vom
1
6.
Juli 2013
(
Urk.
10/70/1-4) nannten
Dr.
med.
D._
, Ober
arzt, sowie
Dr.
med.
E._
, Assistenzärztin, Klinik für Unfallchirurgie des
F._
,
die folgenden Diagnosen
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
:
Status nach OSG-Distorsion rechts nach einem am 1
6.
April 2011 erlittenen Treppensturz mit initial konservativer Therapie und bei Beschwerdepersistenz OSG-
Arthroskopie rech
ts am 1
6.
Juni 2011 mit
Meniskoi
dresektion
und
Ganglionex
s
tir
pation
sowie Entwicklung eines CRPS T
yp I im postoperativen Verlauf.
Status nach diagnostischer OSG-Arthroskopie rechts; lateraler Bandrekonstruktion OSG rechts in modifizierter
Broström
-Gould-Technik am
1.
November 2012 bei chronischer OSG-Instabilität mit Insuffizienz de
s
lateralen Kapselbandapparates
mit Verdacht auf beginnende OSG-Arthrose, intermittierenden Blockaden, DD
instabili
tätsbedingt
, freie Gelenkskörper, Vernarbungen,
Fasziitis
plantaris
rechts
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bezeichneten die berichtenden Ärzte ein
Plicasyndrom
medial Knie links bei einem Status nach Kniedistorsion links vom 2
8.
Oktober 2011 sowie ein akutes
zervikoradikuläres
Reizsyndrom C7 rechts.
Für stehende und gehende Tätigkeit
en
bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
. Für sitzende Tätigkeiten werde eine 100%ige Arbeitsfähigkeit empfohlen.
3.3
Am 3
0.
August 2013 berichteten
Dr.
med.
G._
, Assistenzärztin und
Dr.
med.
H._
, Obera
rzt,
Rheu
maklinik
des
F._
, der IV-Stelle
(
Urk.
10/78
/6-8
).
Sie gaben die folgenden Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit an:
Zervikoradikuläres
Reizsyndrom C7 rechts ED 03/2013
Lumboradikuläres
Reizsyndrom S1 links EM 06/2013
Chronische Fussschmerzen rechts mit Belastungsintoleranz
Status nach OSG Distorsion rechts
am 1
6.
April 2011
bei protrahiertem postoperativen Verlauf mit Entwicklung eines
CRP
S
Typ 1 nach OSG-Arthrosko
pie rechts am
1
6.
Juni 2011
mit
Menisko
i
dresektion
und
Ganglionexstirpation
Status nach Kniedistorsion links 10/2011
Zudem nannten sie die folgende Diagnose
ohne
Ausw
irkung auf die Arbeitsfähigkeit:
Hemihypästhesie
der gesamten rechten Körpe
rhälfte inkl. Gesicht und Rumpf
DD im Rahmen Schmerzausweitu
ng, DD im Rahmen ZNS-Erkrankung
anamnestisch fragliche Multiple Sklerose, Abklärunge
n extern offenbar
inkonklusiv
neurologische Beurteilung
im
F._
ab September 2013 geplant
Die
Rheumatologen
gaben an, aktuell
bestehe aufgrund der massiv eingeschränkten Belastbarkeit der
Halswirbelsäule (HWS)
,
der
Lendenwirbel
säule
(LWS) und des rechten Fusses
keine verwertbare Arbeitsfähigkeit
. Aktuell sei Sitzen, Stehen oder Gehen von mehr als 30 Minuten am Stück aufgrund ei
ner massiven
Schmerzexazerbation
nicht zumutbar.
Die Beschwerdeführerin sei zur Behandlung in die interdisziplinäre Schmerzsprechstunde überwiesen wor
den.
Wie
weit
sich ein intensiver interdisziplinärer Ansatz mit Fokus auf chro
nische Schmerzen positiv auf die Arbeitsfähigkeit auswirken
werde
, sei aktuell nicht sicher abschätzbar und müsse vom Erfolg
der
geplanten Massnahmen ab
hängig gemacht werden.
Sollte sich im Verlauf die Situation
ändern und ein detailliertes
Belastungsprofil erwünscht sein, so werde die Durchführung einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) empfohlen.
Sie attestier
ten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 1
7.
März bis 3
1.
Oktober 2013.
3.4
Prof.
Dr.
med.
I._
, Leiter der Poliklinik für Neurologie am
F._
,
Dr.
med.
J._
, Oberarzt i.V. und
Dr.
med.
Dr.
r
er
nat.
K._
, Assistenzarzt, erstatte
te
n der Klinik für Rheumatologie
am 2
3.
August 2013
einen Bericht
nach einer kli
nischen und elektrodiagnostischen Untersuchung
(
Urk.
10/87/1-3).
Sie gaben an, es bestehe anamnestisch ein komplexes Beschwerdebild. In den
Vorbefun
den
seien nach einer Hautbiopsie der Verdacht auf eine Small Fiber Neuropathie und ausserdem erhöhte Werte im Urin für Indium und Palladium dokumentiert. Im Weiteren seien mehrere Diskushernien bekannt. Klinisch-neurologisch be
stehe eine schmerzbedingte Einschränkung der Beweglichkeit, insbesondere im rechten Unterschenkel, welche die Beschwerdeführerin auf die Arthroskopie im November 2012 zurückführe.
Die
Sensibilität und die Kraft
seien
unbeeinträch
tigt gewesen. Neurographisch habe sich kein Anhalt für eine Polyneuropathie gefunden.
Myographisch
fänden sich keine Hinweise auf eine
Radikulopathie
der Wurzel
n
L5/S1 links und C7/8 rechts. Zusammenfassend sei eine Small Fi
ber Neuropathie weiterhin möglich. Unterstützend könne hierfür bei Bedarf eine elektrophysiologische Testung der autonomen Funktionen durchgeführt werden. Einen Anhalt für Nervenwurzelläsionen habe sich in der heutigen EMG-Unter
suchung nicht gefunden. Therapeutisch könne zur Schmerzdistanzierung der Beginn einer symptomatischen antidepressiven Therapie, beispielsweise mit
Duloxetin
erwogen werden.
3.5
Die Gutachter des
Z._
stellten in ihrer Expertise zuhanden der IV-Stelle und
der
SUVA in den Fachgebieten Allgemeine Innere Medizin (Dr. med.
L._
, FMH Allgemeine Innere Medizin, Fallführung), Orthopädie (
Dr.
med.
M._
, FMH Orthopädische Chirurgie), Neurologie (Dr. med.
N._
, Facharzt für Neurologie) und Psychiatrie (Dr. med.
O._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie) vom 2
0.
Oktober 2014 (
Urk.
10/108/2-33) nach Untersuchungen am 1
8.
und 1
9.
August 2014 die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 27 f.):]
1.
Chronische, vorwiegend belastungsabh
ängige Rückfussschmerzen rechts
diskret vermehrter
Talusvorschub
und fraglich leicht vermehrte Aufklappbarkeit des unteren S
prunggelenkes bei allgemeiner
B
andlaxität
Status nach diagnostischer OSG-Arthroskopie mit
Meniskoidresektion
und
Ganglion
exstirpation
am
1
6.
Juni 2011
und nach
Rearthroskop
ie
sowie offener lateraler Band
plastik
am
1. November 2012
Status
nach Rückfuss-Distorsionstrauma bei Treppensturz vom
1
6.
April 2011
anamnestisch postoperatives CRPS Typ
I
, aktuell diesbe
züglich unauffälliger Be
fund
2.
Chronische, belastungsabhängige Knie
schmerzen links
klinischer Verdacht auf beginnende deg
enerative Veränderungen
Status nach Arthroskopie mit wahrscheinlich Gelenktoilette etwa 1994 ohne nä
here di
esbezügliche Unterlagen
aktuell kein Hinweis auf ein akutes Geschehen mit
Ergussbildung, Rötung oder Überwä
rmung
Zudem
gaben
sie die folgenden Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit
an
:
1.
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
zerviko
zephales
Syndrom
ohne Anh
alt für
radikuläre
oder
medullär
e
Beteiligung (MRI 03/2013)
Verdacht auf funktionelle
Hemihypästhesie
bei früherem aber nicht weiter bestä
tigtem Verdach
t auf Multiple Sklerose
an
amnestisch Migräne
anamnestisch Verdacht auf Small-
F
ibre
-Neuropathie
anamnestisch
multilokuläres
Schmerzsyndrom mit Bevorzugung der linken Seite, auf orthopädischer Ebene nicht näher zuzuordne
n
2.
Arterielle Hypertoni
e
unter medika
mentöser Behandlung kompensiert
3.
Adiposita
s (BMI 36 kg/m
2
)
4.
Anamnestisch allergisches A
sthma bronchiale
aktuell unter Inhalationsbehandlung klinisch und subjektiv beschwerdefrei
Die Gutachter gaben an, aus allgemeininternistischer Sicht sei die Arbeitsfähig
keit der 36-jährigen Beschwerdeführerin in unauffälligem Allgemein- und adi
pösem Ernährungszustand
in der
bisherige
n
Tätigkeit wie auch andere
n
körper
lich leichte
n
bis mittelschwere
n
Tätigkeiten nicht eingeschränkt.
Die Hypertonie und das A
sthma seien bei klinisch unauff
äl
l
igen Befunden medikamentös gut eingestellt
. Ungünstig seien Arbeiten in Kälte und Nässe oder mit
Staubbelas
tung
(S.
11 f.
und S. 28
)
.
Der orthopädische Untersucher berichtete, insgesamt wirkten die anamnesti
schen Angaben der Beschwerdeführerin
wenig strukturiert und es entstehe der Eindruck einer Ganzkörperproblematik, ohne dass dabei einzelne Lokalisationen eine übermässige Rolle spielen würden. Die Beschwerdeführerin habe dazu er
wähnt, dass man auch eine psychische Ursache ihrer Problematik in Betracht gezogen habe. Die aktuell behandelnden Ärzte seien allerdings der Überzeu
gung, dass es sich ausschliesslich um organisch bedingte Beschwerden handle (S. 17).
Zusammenfassen
d
hätten sich auf orth
o
pädisch-
traumatologischer
Ebene anlässlich
seiner Untersuchung
nur relativ geringe pathologische Befunde erge
ben. So seien die Restbeschwerden am rechten Fuss als Folge der erlittenen Distorsionstrauma
ta
und der beiden durchgeführten
Operationen zwar plausibel, ohne dass sie jedoch die von der Beschwerdeführerin angegebene hochgradige Einschränkung zu begründen vermöchten. Auch am linken Knie sei bereit
s
eine
arthroskopische
Operation durchgeführt worden, so dass gewisse degenerative Veränderungen daselbst denkbar seien. An beiden genannten Lokalisationen würden sich
aber
keine Hinweise auf ein akutes Geschehen ergeben, das grös
sere Einschränkungen begründen würde. Als wesentlicher negativer Einfluss auf die Situation an den Beinen
sei
sicherlich das stark erhöhte Körpergewicht der Beschwerdeführerin zu benennen, das zu einer konstanten intrinsischen Über
lastung vor allem der unterer Kö
rperhälfte führe, die nicht selt
en von chroni
sch
en Beschwerden begleitet werde
(S. 21 f
.
).
Zumindest für körperlich leichte Tätigkeiten mit gelegentlichen
Positionswech
seln
, die vornehmlich im Sitzen durchgeführt werden können und
bei denen keine längeren Gehstrecken notwendig seien, bestehe eine zeitlich und
leis
tungsmässig
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Dabei werde von Seiten des Untersuchers primär an administrative Arbeiten gedacht, die an den meisten Arbeitsorten zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkt ausgeführt werden könnten. Auch wenn sich das Ausmass der von der Beschwerdeführerin ange
gebenen Beschwerden auf orthopädischer Ebene nicht ausreichend erklären lasse, sei zu postulieren, dass gewisse Einschränkungen im Stehen und Gehen bestünden. En
tsprechend könne für Arbeiten, in
denen die genannten
Körper
positionen
regelmässig vorkommen, vorläufig eine volle Arbeitsunfähigkeit at
testiert werden (S. 2
2
).
Nach dem Ereignis im April 2011 sei initial eine volle Arbeitsunfähigkeit einge
treten und es sei im Verlauf zu einer Verzögerung der Heilung gekommen. Den
noch wäre es aus heutiger Sicht zu erwarten gewesen, dass spätestens ein Jahr nach dem Unfall zumindest für Tätigkeiten gemäss dem formulierten
Belas
tungsprofil
wieder eine volle Arbeitsfähigkeit bestanden habe. Im Zusammen
hang mit dem Eingriff im November 2012 sei wiederum eine volle Arbeitsunfä
higkeit für sämtliche Tätigkeiten eingetreten, die beim dokumentieren Verlauf für Tätigkeiten gemäss dem geschilderten Belastungsprofil jedoch für höchstens
6 Monate begründbar sei. Danach dürfe von einer vollen Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten ausgegangen werden. Anhand eigener Befunde könne diese Einschätzung jedenfalls zumindest seit dem Unte
rsuchungszeitpunkt be
stätigt werden
(S. 22)
.
Der orthopädische
Gutachter
bemerkte weiter, aus seiner Sicht entstehe der Ein
druck, als ob die Gesamtproblematik stark durch nichtorganische Faktoren überlagerte werde, wie dies bereits in der Vergangenheit wiederholt postuliert worden sei, wofür aber im Wesentlichen die Angaben des psychiatrischen Kol
legen massgebend seien
(S. 2
3
).
Bei der neurologischen Untersuchung wurde ein
zervikozephales
Schmerzsyn
drom
ohne Hinweise für eine
radikuläre
Symptomatik diagnostiziert. Für die übrigen Beschwerden mit
Hemihypästheise
sowie
für den
frühere
n
Verdacht auf eine Multiple Sklerose und eine Small
Fibre
-Neuropathie hätten sich klinisch keine konkreten Hinweise gefunden. Aus neurologischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 2
6
).
Der psychiatrische Teilgutachter gab an, bei der Beschwerdeführerin bestünden Klagen über somatische Probleme mit vor allem auch ausgeweiteten diffusen Schmerzen im Bewegungsapparat. Sie führe die Symptomatik auf eine soma
ti
sche Ursache zurück, wobei sie
noch nicht sicher sei, um was für eine Diagnose es sich handle, wie sie angab, aber ein Morbus Fabry vermutet werde. Zu den somatischen Problemen müsse auch aus somatischer Sicht Stellung genommen werden. Das Ausmass der somatischen Beschwerden und die Überzeugung, nicht mehr arbeiten zu können, liessen sich aber durch die somatischen Befunde nicht hinreichend objektivieren, so dass eine psychische Überlagerung ange
nommen werden müsse. Diagnostisch handle es sich um eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. In der Lebensge
schichte falle der frühe Unfalltod des
ersten
Ehemannes auf.
Die Beschwerde
führerin
sei ursprünglich wegen der Arbeit von ihrer Heimat
P._
in die Schweiz gekommen.
Sie sei in guter Ehe zusammen mit ihrem jetzigen zweiten Ehemann, einem Schweizer verheiratet. Aus der ersten Ehe habe sie zwei Kin
der, die in der Schule seien und mit denen sie zusammen mit ihrem jetzigen Ehemann wohne. Sie habe gute Kontakte in ihrem Umfeld. Viele
Haushaltsar
beiten
würden au
ch von der Spitex erledigt. Es könne ein sekundärer
Krank
heitsgewinn
entstehen. Eine schwere psychische Störung wie ein
e
psychotische Störung oder eine schwere Persönlichkeitsstörung bestünden nicht. Gegen die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung spreche vor allem auch der Verlauf mit vor der Erkrankung normaler Sozialisation und voller Leistungsfähigkeit. Die Beschwerdeführerin sei sehr auf ihre somatischen Beschwerden fixiert. Sie sei
auch verunsichert, da sich trotz Behandlungen, auch mit einer
Analgetikamedi
kation
vom
Opioidtyp
,
keine hinreichende Besserung zeige. Sie sei vor allem auch verunsichert, da sie noch immer keine sichere somatische Diagnose wisse. In der
Klin
i
k
A._
werde nun laut
ihren Angaben weiterhin somatisch ab
geklärt. Sie erhoffe sich dadurch umso mehr eine somatische Diagnose.
Der Gutachter gab an, e
ine psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfä
higkeit könne nicht gestellt werden. Aufgrund des chronischen Verlaufs und der deutlich ausgeprägten Krankheits- und Behinderungsüberzeugung sei die Prog
nose aber ungünstig (S. 15).
Zusammenfassend sei die Beschwerdeführerin aus polydisziplinärer Sicht für eine körperlich leichte Tätigkeit ohne längeres Stehen oder längere Gehstrecken zu 100
%
arbeits- und leistungsfähig. Administrative Arbeiten seien insgesamt ohne Einschränkungen möglich (S. 29
und S. 30
).
4.
4.1
Zu prüfen
ist,
ob
die Beschwerdeführerin seit
der anspruchsverneinenden
Verfü
gung vom
1
7.
Februar 2011 (
Urk.
10/24)
eine invaliditätsrelevante Verschlech
terung des Gesundheitszustan
des erlitten hat (vgl. E. 1.3).
Die IV-Stelle ging damals von einer lediglich vorübergehenden gesundheitsbedingten Einschrän
kung in der Arbeitsfähigkeit aus und gab an, seit September 2010 sei die Versi
cherte wieder voll arbeitsfähig
. Dieser Beurteilung lagen folgende Gesundheits
störungen zu Grunde: mittelgradige depressive Störung, Verdacht auf multiple Sklerose (MS), Migräne mit Aura, Erschöpfungssyndrom, rezidivierende Körper-
Parästhesien
oder (richtig wohl ohne) derzeit fassbares strukturelles Korrelat, fragliche
intrathekale
A
ntikörperproduktion
, aktuell keine verwertbare Hinweise auf MS (Urk. 10/20/2).
Am 1
6.
April 2011
verletzte sich
die
Beschwerdeführerin bei einem Treppenstu
rz
am rechten Sprunggelenk; es kam zu einem verzögerten Heilungsverlauf
.
Damit ist grundsätzlich eine gesundheitliche Veränderung aus
gewiesen, so dass die Auswirkungen dieses Gesundheitszustandes auf die Ar
beitsfähigkeit zu prüfen bleiben.
4.
2
Bei der Würdigung des medizinischen Sachverhaltes kann auf d
as
Z._
-Gutachten vom
2
0.
Oktober
2014
abgestellt werden, das
die Anfor
der
ungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage
erfüllt
(E. 1.
4
). Es ist für die strittige Frage nach dem Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin
und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit umfassend, beruht auf fachärztlichen Untersuchungen
in den massgebenden Disziplinen
, berücksichtigt die relevanten
Vorakten
wie auch die geklagten Beschwerden und leuchtet in
der Darlegung der medizinischen Verhältnisse und in der Begründung der Schlussfolgerungen ein. Nach Lage der Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass die Sachverständigen
entscheidwesentliche
Tatsachen nicht berücksichtigt hätten oder nicht lege
artis
vorgegangen wären.
4.
3
4.3.1
So geben namentlich auch die von der Beschwerdeführerin
vorgebrachten
Ein
wände keinen Anlass, an der Beweiswertigkeit des Gutachtens zu
zweifeln.
4.3.2
Die Beschwerdeführerin
machte
vorab
geltend
, dass der
im laufenden
Begutach
tungsverfahren
nachgereichte
MRI-Befund vom 2
0.
Juni 2014 nicht mehr be
rücksichtigt worden sei
(
Urk.
1
Ziff.
1
S. 4 f.)
.
Laut der Beurteilung von Dr.
med.
Q._
, leitender Arzt
B._
zeig
t
e
n
die MRI-Bilder
der HWS vom 2
0.
Juni 2014 rechts eine
intraforaminale
Diskushernie im Segment Halswirbelkörper (HWK) 6/7 mit sehr wahrscheinlich
Kompression der Nervenwurzel C
7 rechts
(
Urk.
10/115/4)
.
Die Beschwerdefüh
rerin geht davon aus, dass dies
zumindest einen Teil der Beschwerden erklären könn
e
(
Urk.
1
Ziff.
3 S. 6).
Die
se
Diagnose
ist aber weder
neu
noch
war sie im Gutachtenszeitpunkt
unzu
reichend abgeklärt
. So nahmen die Ärzte der Rheumaklinik des
F._
ein
im März 2013
diagnostiziertes
zervikoradiku
läres
Reizsyndrom C
7 rechts zum An
lass für neurologische Abklärungen
im Haus
(vgl.
E. 3.3
)
, die
in der Folge
keine
Hinweise
auf
eine
Radikulopathie
beziehungsweise
eine
Nervenwurzelläsion
ergaben
(
E. 3.4
).
Dem
Bericht der Rheumaklinik
war ein
MRI-Bericht
(
HWS
)
vom April
(richtig wohl März)
2013
beigelegt
, worin
gleichfalls der
Befund ei
ner Diskushernie C6/7 mit Kompression C7 beidseits
foraminal
(rechts grösser als links)
beschrieben
wird
(vgl.
Urk.
10/78 S.
9
-10
).
All diese Unterlagen fan
den Eingang ins Gutachten (
Urk.
10/108/2-33 S. 3 f.
und
S. 8 f.
;
wobei den Gutachtern namentlich
der vom Radiologen beschriebene MRI-Befund vom
März/
April 2013 bekannt
war
und keine Gründe ersichtlich
sind
,
weshalb
dieser nicht mit
den
Bildern übereinstimmen sollte
, vgl. der Einwand in
Urk.
1
Ziff.
3 S. 6
).
Von einem neuen und bislang unberücksichtigt gebliebenen Befund kann de
shalb nicht ausgegangen werden.
Anzufügen bleibt, dass
aus dem Bericht der Rheumaklinik des
F._
vom 30.
August 2013
(E. 3.3)
in Anbetracht des Umstandes, dass
die Neurologen des
F._
die
radikuläre
Symptomatik nicht bestätigten
konnten
(E. 3.4)
,
auch keine über die von den
Z._
-Gutachtern
formulierten
Defizite
hinausgehende
rückenbedingte
Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit
abgeleitet werden
kann
, zumal die
Würdigung
der Rheumatologen
in offensichtlichem Widerspruch zur
Einschätzung der
Orthopäden
des
F._
vom 1
6.
Juli 2013 steht
(vgl. E. 3.
2
, wonach das akute
zervikoradikuläre
Reizsyndrom C7 rechts keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe und
insgesamt
für sitzende Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit empfohlen werde).
Dass auch die Rheumatologen des
F._
ein
somatoformes
Schmerzgeschehen als
v
ordergründig betrachteten
,
zeigt
im Übrigen
die Überweisung
an
die interdisziplinäre Schmerzsprechstunde des
F._
. Über eine weitergehende Behandlung in der Rheumaklinik
ist nichts bekannt
.
Ein eindeutiges klinisches Korrelat aus orthopädischer Sicht
war
bei der Begutachtung
in Bezug auf
die zervikalen und lumbalen Diskusher
nien
nicht
vorhanden
(
Urk.
10/108/2-33
S.
21).
Anlässlich der neurologischen Untersuchung im
Z._
wurde
schliesslich
ein
zervikozephales
Schmerzsyndrom ohne Hinweise für eine
radikuläre
Symptomatik diagnostiziert (
Urk.
10/108/2-33
S.
28).
4.
3.3
Bei der Auseinandersetzung mit den medizinischen
Vorakten
stimmte
der neurologische Gutachter
der Einschätzung
der Neurologen im
F._
zu
(
Urk.
10/108/2-33
S. 27). Zudem verwies er
in seiner Beurteilung ver
sc
hiedentlich auf frühere Berichte
, so auf die Einschätzung des Neurologen
Dr.
med.
R._
vom 1
4.
Mai 2010
(vgl. auch
Urk.
10/18/12-14)
sowie die Schlussf
olgerung im Bericht der Klinik für
Neurologie des
S._
aus dem Jahr
2010, wonach eine
somatoforme
Störung in
Betracht
zu ziehen sei (
Urk.
10/108/2-33
S. 26
vgl.
Urk.
10/75/1-2
).
Der Hinweis auf die fehlende Übereinstimmung mit dem
von der Beschwerdeführerin
bei der
Begutachtung
vorgelegten
Bericht der Privatklinik
A._
betreffend eine
Hospitalisation
vom 1
9.
bis zum 2
2.
Mai 2014
(vgl. der Einwand der Beschwerdeführerin
Urk.
1
Ziff.
3 S. 7),
in dem
nur eine grobe Überprüfung des neurologischen Status
beschrieben wird
(vgl.
Urk.
10/108/39-43 S. 42), bezieht sich offensichtlich auf
den Umstand, dass
in diesem Bericht
eine Vielzahl von Diagnosen wie
dergegeben w
u
rden
,
ohne Befunde zu nennen
(
Urk.
10/108/2-33
S. 24)
, so dass der Beweiswert des Gutachtens dadurch nicht geschmälert wird.
4.
3.4
Das Gutachten ist auch bezüglich der nur
rudimentären
Auseinandersetzung mit den im Jahr 2010 dokumentierten toxisch erhöhten Werten für Indium, Palla
dium und Iridium
nicht zu beanstanden
(vgl. der Einwand in
Urk.
1
Ziff.
3 S. 7). So hatten bereits die Neurologen des Zentrums für Paraplegie der
T._
hierzu im Bericht vom 2
1.
August 2012 ausgeführt, deren Wertigkeit könne auch nach Literatursuche nicht beurteilt werden (Urk. 10/94/215-217 S. 2
).
Die
Z._
-Gutachter
bezeichneten
die erhöhten toxischen Werte — bei
nor
malen
neurologischen Befunden — als
recht
spekulativ
(
Urk.
10/108/2-33
S. 26).
Anzufügen bleibt, dass die Beschwerdeführerin
eine
unter anderem
aufgrund
der toxischen Befunde in Angriff genommene Therapie in der Klinik
U._
offenbar
im April 2011 wieder
abgebrochen
hat
(
Urk.
10/82).
4.
4
Nicht zu beanstanden ist
des W
eiteren
, dass die
Z._
-Gutachter ihr Gutachten vor Abschluss erneuter Abklärungen
namentlich
im Privatspital
A._
fer
tigstellten, haben
sie
doch ihre
–
von der
Einschätzung der
Beschwerdeführerin abweichende
(
Urk.
10/108/2-33
S. 23)
–
Ansicht, dass ein
ausreichendes
orga
nisches Korrelat für die vielfältigen Beschwerden fehle, i
m
Gutachten nachvoll
ziehbar begründet.
Bereits zuvor
waren
wiederholte
Abklärungen ergebnislos verlaufen
(vgl.
nebst den bereits erwähnten
Urk.
10/75 S. 1
und
Urk.
10/94/215-217
)
. Wie es sich mit den
weiteren Abklärungen im Privatspital
A._
verhielt
– d
ie Beschwerdeführerin hat keine
medizinischen Berichte nachgereicht – kann bei dieser Sachlage offen bleiben.
5
.
5
.1
Der psychiatrische Gutachter
mass
der c
hronische
n
Schmerzstörung mit somati
schen und psychischen Faktoren
keine Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit
zu
.
Er führte in diesem Zusammenhang aus, eine schwere psychische Störung wie ein
e
psychotische Störung oder eine schwere Persönlichkeitsstörung bestehe nicht
,
und wies
–
etwa mit Bezug auf die Erledigung von Haushaltarbeiten durch die Spitex
–
auf den Umstand hin, dass ein sekundärer Krankheitsgewinn entstehen könne. Zudem berichtete er von guten Kontakten im Umfeld und von Ferienreisen mit dem Ehemann und den Kindern, etwa nach
P._
zu
den
Eltern (S. 15 f.).
Diese Einschätzung ist nachvollziehbar und begründet
. Anzufügen bleibt
, dass
—
wi
e
die folgenden Ausführungen zeigen
—
eine Prüfung nach den mit BGE 141 V 281 eingeführten Standardindikatoren zu keinem anderem Ergebnis führen würde
(vgl. auch BGE 142 V 106
zur Anwendbarkeit der
Stan
dardindikatoren
bei
einer
chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
)
.
Nach Einschätzung de
r
Z._
-
Gutachter
k
onnte
aus psychiatrischer Sicht
keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden. Es liege ein
e chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) vor. Im Unterschied zu einer
somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10 F45.40), bei welcher ein andauernder, schwerer und quälender Schmerz im Vor
dergrund steht, wird bei einer chronischen Schmerzstörung ein über sechs Mo
nate bestehender Schmerz in mehreren anatomischen Regionen beschrieben. Der Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Faktoren (ICD-10 F45.41) fehlt es bei der gestellten psychiatrischen Diag
nose an einem Bezug zum Schweregrad (BGE 142 V 106 E. 4.2). Unter diesen Umständen ist die ärztliche Feststellung, welche per se von einem umfassenden Krankheitsbegriff ausgeht, anhand der rechtserheblichen Indikatoren (BGE 141 V 281 E. 2.1.2 und E. 6) im Sinne einer Überprüfung der schmerzbedingten Be
einträchtigung im Alltag zu beurteilen. Die geltend gemachten
Funktionsein
schränkungen
sind nach der neuesten bundesgerichtlichen Rechtsprechung an
hand einer sorgfältigen Plausibilitätsprüfung zu bestätigen oder zu verwerfen (BGE 142 V 106 E. 4.4 mit Hinweisen).
Damit rechtfertigt sich vorliegend die Prüfung der rechtsprechungsgemässen Standardindikatoren (BGE 141 V 281), obwohl die gestellte Diagnose aus ärztli
cher Sicht ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bleibt.
5
.2
Mit dem
–
erst nach der Begutachtung
durch das
Z._
ergangenen
–
BGE 141
V 281 vom 3. Juni 2015
nahm das Bundesgericht
von der Rechtsprechung, wo
nach die
somatoforme
Schmerzstörung oder ähnliche Störungen und ihre Fol
gen vermutungsweise mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar seien (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.
2, BGE 139 V 547 E. 3), Abstand
und
be
gründete
eine neue Basis für die Beurteilung
somatoformer
Schmerzstörungen und ihrer Auswirkungen auf die juristisch zu beurteilende Arbeitsunfähigkeit
(E. 6): An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG – ausschliessliche Berück
sichtigung der Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materieller Beweislast der rentenansprechenden Per
son (Art. 7 Abs. 2 ATSG) – ändert sich dadurch nichts (E. 3.7). An die Stelle des bisherigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) treten im Regelfall beachtliche Standardindikatoren (E. 4). Diese lassen sich in die Kategorien Schweregrad (E. 4.3) und Konsistenz der funktionellen Auswirkungen einteilen (E. 4.4). Die Standardindikatoren
umschreibt das Bundesgericht im
massgebenden
Leitent
scheid
BGE 141 V 281 wie folgt
(E. 4.1.3)
:
Kategorie „funktioneller Schweregrad“
Komplex „Gesundheitsschädigung“
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
Komorbiditäten
Komplex „Persönlichkeit“ (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche
Ressour
cen)
Komplex „sozialer Kontext“
Kategorie „Konsistenz“ (Gesichtspunkte des Verhaltens)
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck
Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 Ingress). Recht und Medizin wir
ken sowohl bei der Formulierung der Standardindikatoren (E. 5.1) wie auch bei deren - rechtlich gebotenen - Anwendung im Einzelfall zusammen (E. 5.2). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesund
heitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumi
ndest) überwiegender Wahrschein
lich
keit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen.
5
.
3
Vorwegzuschicken ist
, dass gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen ei
ner gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegeben
heiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vo
r Bundesrecht standhält. In sin
ngemässer Anwendung auf die nunmehr
materiell-beweisrechtlich geän
derten Anforderun
gen ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder ger
ichtlichen Sachverständigengut
achten – gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (BGE 141 V 281 E. 8).
5
.
4
5
.
4
.1
Vorliegend ist eine schlüssige Prüfung der massgebenden Standardindikatoren gestützt auf das Gutachten und die übrigen medizinischen Akten möglich und eine weitere medizinische Abklärung dementsprechend nicht angezeigt.
5
.
4
.2
Zunächst
kann unter der Kategorie „funktioneller Schweregrad“ festgestellt wer
den, dass
der psychiatrische Gutachter davon ausging, dass der Beschwerde
führerin trotz der chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Faktoren aus psychiatrischer Sicht eine somatisch angepasste und ihren Fähigkeiten entsprechende Tätigkeit ganztags und ohne
Leistungseinschränkun
gen
zumutbar sei (
Urk.
10/108/2-33
S. 15
).
Soweit sich die Beschwerdeführerin Behandlungen unterzog
-
aktenkundig ist namentlich eine
regelmässige
physiotherapeutische Behandlung
(
Urk.
10/108/
2-33
S. 11
)
-
wurden
keine
befriedigenden Ergebnisse
erzielt
(vgl.
Urk.
10/94/
69-70
und
Urk.
10/
9
4/233-235 S. 1
)
.
Im Bericht betreffend die
Hospitalisation
in der Privatklinik
A._
wird sodann auf eine umfangreiche aktuelle Medika
tion verwiesen
, wobei der psychiatrische Gutachter angab, die Behandlung mit Ana
l
ge
t
ika vom
Opioidty
p
sei bei psychisch überlagerten Schmerzen nicht sinnvoll (
Urk.
10/108/2-33
S. 16).
Auch die Wiedereingliederung am bisherigen Arbeitsplatz scheiterte
(
vgl. auch die Telefonnotiz vom 2
9.
August 2012 sowie die Ausführungen der Beschwerdeführerin in
Urk.
10/94/254 und
Urk.
10/94/233-235
)
.
Der Psychiater ging aufgrund des chronischen Verlaufs und der deutlich ausgeprägten Krankheits- und Behinderungsüberzeugung von einer ungünstigen Prognose aus.
Die Beschwerdeführerin hoffe weiterhin auf eine somatische Erklärung ihrer Leiden (
Urk.
10/108/2-33
S. 15).
Unter dem Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
gibt es somit Aspekte, die für einen erheblichen Einfluss der
chronische
n
Schmerzstö
rung
mit somatischen und psychischen Faktoren
auf die Arbeitsfähigkeit spre
chen.
In diesem Zusammenhang gilt es aber auch zu berücksichtigen, dass
sich die Beschwerdeführerin nicht
veranlasst sah, die Beschwerden mit einer
psychiatri
schen
Behandlung anzugehen
beziehungsweise eine psychiatrische Behandlung wieder aufzunehmen (vgl. die ambulante Behandlung bei
Dr.
med.
V._
, F
MH
Psychiatrie und Psychotherapie vom
7.
Dezember 2009 bis 3
0.
August 201
0,
Urk.
10/19)
. Dies obwohl sie mehrfach auf einen möglichen psychischen Hintergrund hingewiesen
worden war
(
vgl. etwa
Urk.
10/58,
Urk.
10/75
/1-2
,
Urk.
10/94/258-259
und E. 3.5 S. 9
)
.
Die Beschwerdeführerin gab zwar an, in der Schmerztherapie zu sein
(offenbar
zuletzt in
B._
und nicht mehr im
F._
,
vgl.
Urk.
10/108/34-35 S. 2
)
,
einen Psychiater
wollte sie indes nicht beiziehen
(
Urk.
10/108/2-33 S. 12).
Auch
den von der SUVA vorgeschlagenen
st
ationären Aufenthalt
in
W._
lehnte sie
- aus familiären Gründen - ab (vgl. etwa
Urk.
10/94/274-275
und Urk.
10/
94/
276
).
Die
von der
Beschwerdeführerin
in Angriff genommenen medizinischen Massnahmen
bestanden
vor allem
im
Aufsuchen neuer
Ärzte und
Spezialisten
, was letztlich mit der steten Suche nach einer somatischen Erklärung zusammenhängt
,
aber den Aspekt der
Behand
lungsresistenz
doch
relativiert
. Der SUVA-Arzt
nannte
in diesem Zusammen
hang
den Begriff
„
doctor
shopping
“
(vgl.
Urk.
10/94/207).
Psychische
Komorbiditäten
liegen keine vor.
Der psychiatrische Gutachter stellte keine
weiteren
psychiatrische
n
Diagnose
n
und
verneinte insbesondere das Vor
liegen einer Persönlichkeitsstörung. Er diagno
stizierte auch keine Depression,
wogegen somatisch begründete
Komorbiditäten
namentlich
in Form von
belas
tungsabhängigen
Schmerzen am rechten
Rückfuss
und linken Knie,
eines
zer
vikozephalen
Syndrom
s
sowie eine
r
Adipositas
vorhanden sind.
Die orthopädi
schen und rheumatologischen Befunde vermögen indes
das Ausmass der Be
schwerden
nicht zu erklären;
die
somatischen
Gutachter
leite
te
n
aus den erho
benen
Befunden
einzig
Einschränkungen
in Bezug
auf das zumutbare
Belas
tungsprofil
ab
.
Was den Komplex "Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen) und "Sozialer Kontext" (
BGE 141 V 281
E. 4.3.2 und 4.3.3 S. 302 f.) an
belangt, so konnte der psychiatrische Experte keine strukturellen Defizite im Sinne einer Persönlichkeitsproblematik eruieren, welche im Rahmen der um
fassenden Ressourcenprüfung negativ ins Gewicht fallen könnte
n
.
Bei der Un
tersuchung war zwar der Antrieb eher etwas vermindert mit erhöhte
r Ermüd
barkeit bei gut erhalten
er Intentionalität. Die übrigen Ich-Funktionen wie
Ur
teilsbildung
, Affektsteuerung bzw. Impulskontrolle, Selbstwertregulation und Abwehrmechanismen waren nicht gestört
.
Die Beschwerdeführerin
konnte sich in der Untersuchungssituation gut konzentrieren
(
Urk.
10/108/2-33
S. 14)
.
Die Beschwerdeführer
in
verfügt sodann
-
wie sie dem psychiatrischen Gutachter berichtete
-
über gute Kontakte in ihrem Umfeld. Sie
wohnt zusammen mit ih
rem zweiten Ehemann und ihren beiden schulpflichtigen Kin
d
ern. Sie
gab an, sich mit Besuchen von Freundinnen und Freunden zu beschäft
igen (
Urk.
10/108/2-33
S. 13). Sie lie
st, wenn
auch nicht lange,
hört gerne
Musik
und
unternimmt mit dem Ehemann und den Kindern Ferienr
e
isen
.
5
.4.3
Schliesslich wurden die
gezeigten Defizite von den Gutachtern teilweise als nicht konsistent wahrgenommen. So waren namentlich
bei der orthopädischen Begutachtung in Bezug auf das ohne Gehstock präsentierte sehr unsicher wir
kende Barfussgangbild
keine konsistenten Einschränkungen
sichtbar (vgl.
Urk.
10/108/2-33
S. 21).
Der orthopädische und der neurologische Gutachter stellten Diskrepanzen zwischen normalen spontanen Kopfbewegungen und
der verminderten
Beweglichkeit
beziehungsweise den
Schmerzangaben
bei explizi
ter Prüfung fest (
Urk.
10/108/2-33
S. 18 und 25).
Der neurologische Gutachter
erhob
eine Selbstlimitierung (
Urk.
10/108/2-33
S. 27).
5.4.4
Dies führt zum Schluss, dass
auch bei einer Prüfung
anhand der Standardindikatoren
keine über die
von den Gutachtern formulierten
somatisch begründeten
Einschränkungen hinausgehenden krankheitsbedingten funktio
nellen Auswirkungen
der
chronische
n
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
auf die Arbeitsfähigkeit
schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrschein
lichkeit nachgewiesen sind.
Es bleibt beim
gutachterlichen
Belastungsprofil, wonach
für
eine körperlich leichte Tätigkeit
mit gelegentlichen Positionswechseln
ohne längeres Stehen oder längere
Gehstecken eine 100%ige Arbeits- und Leistungsfäh
igkeit besteht.
Ungünstig sind Arbeiten in Kälte und Nässe oder mit Staubbelastung. Es ist namentlich für administrative Arbeiten von einer uneingeschränkten Arbeits- und
Leistungsfähigkeit auszugehen.
6
.
6
.1
Zu prüfen sind schliesslich die erwerblichen Auswirkungen der
gesundhei
tsbe
dingten
Einschränkungen.
Die Beschwerdeführerin war nach dem Treppensturz im April 2011 während eines knappen Jahres in
sämtlichen
Tätigkeiten erheb
lich eingeschränkt. Seit März 2012
und somit
vor
Ablauf des Wartejahres ge
mäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG
sind
ihr
Tätigkeiten,
die
mit dem im
Z._
-Gutachten formulierten Belastungsprofil vereinbar sind (mit einem höchstens sechs monatigen Unterbruch nach dem operativen Eingriff im November 2012) wieder in vollem Umfang
zumutbar.
Hierzu gehört auch
die
angestammte Tätigkeit
beim
Y._
im Bereich
Investitionsplanung und Projektcontrolling
, lässt sich diese Tätigkeit mit dem
obgenannten
Belastungsprofil, das namentlich administrative Tätigkeiten um
fasst
, doch
ohne weiteres vereinbaren.
Laut Angabe der Beschwerdeführerin war dies eine reine Bürotätigkeit. Die Baustellenbesuche
waren
sehr selten und machten höchstens 5
%
aus (vgl. der Bericht zur Besprechung vom
8.
Mai 2012 mit der SUVA
Urk.
10
/
94/278-281
S. 2; vgl. auch der Stellenbeschrieb Urk.
10
/
94/282-283
und die Auskunft der Versicherten gegenüber dem SUVA-Kreisarzt
am 1
3.
März 2012
Urk.
10
/
94/304-311
S. 3 f.). Auch die telefonisch von der SUVA
Anfang 2012
bei der Arbeitgeberin eingeholten Auskünfte erga
ben, dass die Beschwerdeführerin eine rein administrative
Tätigkeit ohne kör
perliche Belastungen
ausüb
t
e (
Urk.
10
/
94/325
und
Urk.
10
/
9
4
/341
).
Die
angestammte
Tätigkeit war
der Beschwerdeführerin
somit
bei
Ablauf des Wartejahres
wieder
in vollem
Leistungspensum uneingeschränkt zumutbar. Eine Erwerbseinbusse und ein Anspruch auf eine Invalidenrente sind
deshalb
zu ver
neinen.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7.
Da die Voraussetzungen
der
unentgeltliche
n
Rechtspflege
gemäss § 16 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) erfüllt sind
(vgl.
Urk.
7 und 8
), ist
der
Beschwerdeführer
in
antragsgemäss (Urk. 1 S. 2) die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen
und Rechtsanwalt
lic
.
iur
. Tomas Kempf, Uster, als unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen
. Die Gerichtskos
ten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG in der Höhe von Fr.
7
00.-- sind bei diesem Ausgang des Prozesses
der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Im Weiteren
ist
der
unentgeltlichen Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
nach Einblick in die Honorarnote vom 2
2.
August 2016 (
Urk.
13) mit Fr. 1‘296.30 zu entschädigen
(inkl.
Barauslagen und Mehrwertsteuer
).
Die
Beschwerdeführer
in
ist auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen.