Decision ID: c0c0ce61-fa83-5f17-8224-1dee2fa2ced6
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war seit 1. August 2005 als Elektroinstallateur bei
der B._ AG tätig und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt
(Suva) gegen die Folgen von Unfällen versichert (Suva-act. 1).
A.a.
Am 2. März 2017 meldete die Arbeitgeberin, der Versicherte sei am 3. Februar
2017 beim Skifahren gestürzt und habe sich eine Prellung der Leiste zugezogen. Als
erstbehandelnder Arzt wurde Dr. med. C._, Allgemeine Innere Medizin FMH,
aufgeführt. Zudem wurde ab 3. Februar 2017 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vermerkt
(Suva-act. 1). Mit Schreiben vom 6. März 2017 sprach die Suva dem Versicherten für
die Folgen des Nichtberufsunfalls vom 3. Februar 2017 die gesetzlichen Leistungen
(Heilbehandlung und Taggeld) zu (Suva-act. 5).
A.b.
Am 8. März 2017 reichte Dr. C._ der Suva das Arztzeugnis UVG ein. Laut diesem
hatte am 6. Februar 2017 eine Erstbehandlung stattgefunden. Der Versicherte hatte
angegeben, dass er am 3. Februar 2017 mit dem Snowboard auf einer Eisplatte
gestürzt sei. Dr. C._ hatte als Befunde ein gespanntes Abdomen sowie einen leicht
reduzierten Allgemeinzustand infolge der Schmerzen erhoben und die Diagnose eines
stumpfen Bauchtraumas und eines Verdachts auf eine Rezidivhernie gestellt und ab 6.
Februar 2017 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestätigt (Suva-act. 6, vgl. auch act.
51-2).
A.c.
Mit Schreiben vom 21. März 2017 reichte die Klinik D._ der Suva ein
Kostengutsprachegesuch für einen stationären Aufenthalt zur Behandlung einer
A.d.
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Rezidivhernie links durch Dr. med. E._, Facharzt Chirurgie FMH, ein (Suva-act. 7). Auf
Zuweisung von Dr. E._ war beim Versicherten am 15. März 2017 eine Sonographie
durch Dr. med. F._, Facharzt für Allgemeine Medizin, Ultraschalldiagnostik SGUM
und Manuelle Medizin SAMM, durchgeführt worden, welche laut gleichentags
erstelltem Ultraschallbericht ein indirektes (laterales) Inguinalhernienrezidiv links sowie
einen im grössten Durchmesser 2cm messenden entzündlich veränderten
Lymphknoten der Arteria/Vena femoralis gezeigt hatte (Suva-act. 16). Am 23. März
2017 führte Dr. E._ beim Versicherten bei der Diagnose eines indirekten
Inguinalhernienrezidivs links bei Status nach TEP (total extraperitoneale Hernioplastik)
im April 2013 (vgl. dazu Suva-act. 28) und Status nach Snowboardunfall mit starkem
Bauchtrauma am 3. Februar 2017 eine Leistenrevision mit Leistenhernienrepair links
nach Millikan/Rutkow mit Medium Perfix light Plug und Onlay Mesh durch (Suva-act.
15-1). Laut Operationsbericht vom 24. März 2017 (Suva-act. 15-1) und
Hospitalisationsbericht vom 27. März 2017 (Suva-act. 15-2) hatte sich intraoperativ ein
etwa kleinfingergrosses präperitoneal herniertes bzw. durchgepresstes Lipom finden
lassen, welches abgetragen worden war.
Mit Schreiben vom 27. März 2017 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass zu
den Versicherungsleistungen noch nicht endgültig Stellung genommen werden könne.
Sobald die Abklärungen durchgeführt worden seien, orientiere sie über ihre
Leistungspflicht (Suva-act. 13).
A.e.
Am 5. Juli und 11. August 2017 legte die Suva den Schadenfall ihrer Abteilung
Versicherungsmedizin zur Beurteilung der Frage vor, ob das Hernienrezidiv eine durch
den Unfall vom 3. Februar 2017 eingetretene Verschlimmerung des im April 2013 in der
Klinik G._ durchgeführten endoskopischen Hernienrepairs darstelle und falls ja, ob
die Operationskosten vom 23. März 2017 vom Unfallversicherer zu übernehmen seien
(Suva-act. 29, 33-1). Kreisarzt Dr. med. H._, Facharzt Chirurgie, verneinte dies am
14. August 2017 und erklärte, dass es sich nicht um eine Hernie im eigentlichen Sinne,
sondern um ein präperitoneales Lipom handle. Es trete also nicht im Sinne eines
Rezidivs ein Herniensack durch eine Lücke vor, sondern nur ein gutartiger Fetttumor.
Dies sei keine Unfallfolge. Zudem habe sich in der Sonographie weder ein Bluterguss
noch eine Schwellung gezeigt (Suva-act. 33-2).
A.f.
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Inzwischen hatte am 20. Juli 2017 eine Besprechung der Suva mit dem
Versicherten stattgefunden, bei welcher dieser angegeben hatte, dass Dr. C._ zuerst
exakte Abklärungen in Bezug auf allfällige Blutungen im gesamten Bauchraum
durchgeführt und gesagt habe, dass die Schmerzen in der Leiste keine Priorität hätten.
Dies, obwohl die Leiste permanent derart geschmerzt habe, als ob ihm jemand ständig
zwischen die Beine geschlagen hätte. Die Abklärungen bezüglich der Blutungen im
Bauchraum hätten zwei bis drei Wochen in Anspruch genommen. Nachdem solche
hätten ausgeschlossen werden können, seien die Abklärungen bezüglich der linken
Leiste in die Wege geleitet worden (Suva-act. 30).
A.g.
Mit Schreiben vom 23. August 2017 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass in
Bezug auf seinen Leistenbruch, welchen er auf das Ereignis vom 3. Februar 2017
zurückführte, die Voraussetzungen für eine Leistungspflicht des Unfallversicherers nicht
gesamthaft erfüllt seien. Es könnten demnach keine Versicherungsleistungen erbracht
werden (Suva-act. 34).
A.h.
Mit Schreiben vom 20. April 2018 teilte der Versicherte der Suva sinngemäss mit,
dass er mit der Leistungsablehnung nicht einverstanden sei (Suva-act. 35 f.) und
reichte einen Bericht von Dr. E._ an Dr. C._ vom 15. März 2017 (Suva-act. 36-2),
ein Bestätigungsschreiben von Dr. E._ vom 28. März 2018 (Suva-act. 36-3) sowie
eine Zahlungsaufforderung für unbezahlte Kostenbeteiligungen über Fr. 2'022.75
(Suva-act. 36-5) ein.
A.i.
Am 1. Juni 2018 legte die Suva den Schadenfall erneut ihrer Abteilung
Versicherungsmedizin zur Beurteilung der Unfallkausalität vor (Suva-act. 37). Kreisarzt
Dr. med. I._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, hielt in einer
ärztlichen Beurteilung vom 14. Juni 2018 zusammenfassend fest, dass mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit keine Verschlimmerung durch den
Unfall vom 3. Februar 2017 eingetreten sei und die Kosten der am 23. März 2017
erfolgten Operation nicht durch die Suva zu übernehmen seien (Suva-act. 38).
A.j.
Mit Verfügung vom 21. Juni 2018 bestätigte die Suva die Ablehnung ihrer
Leistungspflicht (Suva-act. 40).
A.k.
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B.
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin lic.
iur. D. Bilgeri, St. Gallen, mit Eingabe vom 22. August 2018 Einsprache (Suva-act. 44-1
ff.). Mit dieser reichte er eine "Medizinische Begründung aus Sicht des behandelnden
Chirurgen/Operateur" von Dr. E._ vom 13. August 2018 ein, der eine
Verschlimmerung durch den Unfall vom 3. Februar 2017 sowie eine Leistungspflicht
der Suva in Bezug auf die Operation vom 23. März 2017 bejahte (Suva-act. 44-6 f.).
B.a.
Am 29. November 2018 beauftragte die Suva das Kompetenzzentrum
Versicherungsmedizin erneut mit der Frage, ob das Inguinalhernienrezidiv mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 3. Februar 2017 zurückzuführen
sei. Sie wies darauf hin, dass gemäss kreisärztlichen Beurteilungen keine Unfallfolge
vorliege, während gemäss Beurteilung von Dr. E._ eine solche gegeben sei (Suva-
act. 48). Med. pract. J._, Facharzt Chirurgie, Facharzt Chirurgie und Unfallchirurgie
(DE) sowie Facharzt für Viszeralchirurgie (DE), Kompetenzzentrum
Versicherungsmedizin, beauftragte darauf die Suva, dem Dossier die zeitnah
ergriffenen diagnostischen Massnahmen (wie z.B. eine CT) für den Zeitraum der
Arbeitsunfähigkeit (wohl bis zum 20. Februar 2017) zuzuführen, um die Aussagen des
Versicherten anlässlich der Besprechung mit der Suva vom 20. Juli 2017 zu überprüfen
(Suva-act. 49). Dr. C._ reichte der Suva am 24. Januar 2014 einen Auszug aus der
Krankengeschichte des Versicherten vom 6. Februar 2017 ein (Suva-act. 51-2), erklärte
jedoch anlässlich eines Telefongesprächs vom 5. Februar 2019 über keine Bildgebung
zu verfügen (Suva-act. 53). Med. pract. J._ nahm daraufhin in einer chirurgischen
Beurteilung vom 12. Februar 2019 zur Kausalitätsfrage Stellung und schloss sich den
kreisärztlichen Beurteilungen an, dass die am 23. März 2017 durchgeführte Operation
nicht an Unfallfolgen adressiert gewesen sei (Suva-act. 54).
B.b.
Die von der Suva ergänzten Akten wurden der Rechtsvertreterin des Versicherten
mit Schreiben vom 15. Februar 2019 unterbreitet (Suva-act. 55), worauf diese mit
Schreiben vom 11. März 2019 mitteilte, an der Einsprache vom 22. August 2018
festzuhalten (Suva-act. 56). Zusammen mit dem Schreiben reichte sie eine weitere
Stellungnahme von Dr. E._ vom 22. Februar 2019 ein (Suva-act. 57).
B.c.
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C.
Mit Einspracheentscheid vom 21. März 2019 wies die Suva die Einsprache vom
22. August 2018 gegen die Verfügung vom 21. Juni 2018 ab (Suva-act. 61).
B.d.
Gegen den Einspracheentscheid erhob die Rechtsvertreterin des Versicherten
(nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 7. Mai 2019 Beschwerde mit
folgenden Anträgen: 1. Der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben. 2. Die
Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei zu verpflichten, die gesetzlichen
Leistungen zu erbringen. 3. Eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren
Sachverhaltsabklärung durch ein externes medizinisches Gutachten an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
zulasten der Beschwerdegegnerin (act. G1). Zusammen mit der Beschwerde reichte die
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers eine Aktenbeurteilung von Prof. Dr. med.
K._, Chirurgie, Spital L._, vom 2. Mai 2019 ein (Suva-act. 69).
C.a.
Mit Stellungnahme vom 3. Juni 2019 ersuchte die Beschwerdegegnerin das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen um Überprüfung der Rechtzeitigkeit der
Beschwerde (act. G3). Mit Schreiben vom 5. Juni 2019 teilte das Versicherungsgericht
der Beschwerdegegnerin mit, dass die Beschwerde rechtzeitig eingereicht worden sei
(act. G4), worauf diese am 2. August 2019 ihre Beschwerdeantwort mit dem Antrag auf
Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des Einspracheentscheids einreichte (act.
G5). Sie stützte sich dabei auf eine nach Einsichtnahme in die im Beschwerdeverfahren
von der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers neu aufgelegten medizinischen
Stellungnahmen erstellte chirurgische Beurteilung von med. pract. J._ vom 23. Juli
2019 (Suva-act. 73).
C.b.
In der Replik vom 10. Oktober 2019 hielt die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers unverändert an den Anträgen der Beschwerde fest (act. G9).
C.c.
In der Duplik vom 13. November 2019 hielt die Beschwerdegegnerin ihrerseits an
ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest (act. G11).
C.d.
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Erwägungen
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht in Bezug
auf den am 23. März 2017 durch Dr. E._ behandelten Gesundheitsschaden des
Beschwerdeführers (Suva-act. 15) zu Recht verneint hat, weil zwischen diesem und
dem Unfall vom 3. Februar 2017 kein natürlicher Kausalzusammenhang bestehe. Bei
Bejahung einer Leistungspflicht wäre die Beschwerdegegnerin bis zur Heilung für die
unmittelbaren Operationsfolgen (Wundheilung, postoperative Schmerzphase,
Einnahme von Medikamenten, Schonungsphase mit möglicher Arbeitsunfähigkeit usw.)
leistungspflichtig.
2.
Der Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung setzt zunächst einen Unfall im
Sinne von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) voraus. Als solcher gilt eine plötzliche,
nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors
auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG hat
der Unfallversicherer bei Vorliegen eines Unfalls (Art. 4 ATSG) für einen
Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser in einem
natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht
(BGE 129 V 181 E. 3.2 ff. mit Hinweisen; André Nabold, in: Kommentar zum
schweizerischen Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung
[UVG], Bern 2018, N 48 ff. zu Art. 6 UVG; BSK UVG-Irene Hofer, Basel 2019, N 66 zu
Art. 6 UVG; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die Beantwortung
der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der
Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen
angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber
eine Rechtsfrage, die vom Gericht von den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln
zu beurteilen ist (vgl. UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 53, 59 zu Art. 6 UVG; BSK
UVG-Hofer, a.a.O., N 66 zu Art. 6 UVG; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 58; BGE
129 V 181 E. 3.1 und 3.2 sowie in BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2 des Urteils
8C_216/2009 vom 28. Oktober 2009, je mit Hinweisen). Bei physischen Unfallfolgen hat
2.1.
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indessen die Adäquanz gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch
keine selbständige Bedeutung. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne
weiteres gegeben (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 f. E. 3a, 117 V
365 E. 5c/bb mit Hinweisen; SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45). Ob ein natürlicher
Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit;
die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen; Thomas Locher/
Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl., Bern 2014, § 70
Rz. 58 f.; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4).
Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a je mit
Hinweisen; vgl. BGE 130 I 183 E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die
Beweislast im Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im
Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als
im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus
dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Während bei der
Frage, ob ein Kausalzusammenhang überhaupt jemals gegeben ist, demzufolge die
versicherte Person beweisbelastet ist, trägt die Beweislast für einen behaupteten
Wegfall der Kausalität der Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326; Urteil des
Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2; BGE 117 V 264 E. 3b;
Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54 f.). Dieser Grundsatz gilt aber nur für Verletzungen,
welche damals thematisiert worden waren und somit Gegenstand der Anerkennung
bildeten (Urteil des Bundesgerichts vom 20. August 2009, 8C_363/2009, E. 1; Urteil
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 27. April 2005, U 6/05,
auszugsweise publiziert in: AJP 2006 S. 1290 ff.). Diese Beweisregel greift indessen
erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
entsprechen (BGE 138 V 222 E. 6 mit Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4, 55).
2.2.
Mit Schadenmeldung UVG vom 2. März 2017 liess der Beschwerdeführer der
Beschwerdegegnerin durch seine Arbeitsgeberin melden, er sei am 3. Februar 2017
beim Skifahren gestürzt und habe sich links und rechts eine Prellung der Leiste
2.3.
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zugezogen. Eine Erstbehandlung habe bei Dr. C._ stattgefunden und es bestehe seit
3. Februar 2017 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 1). Angesichts dieser
Ereignisschilderung bzw. Arbeitsunfähigkeitsmeldung ging die Beschwerdegegnerin
von einem Nichtberufsunfall aus und sicherte dem Beschwerdeführer mit formlosem
Schreiben vom 6. März 2017 die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und
Taggeld) zu (Suva-act. 4). Es ist jedoch offensichtlich, dass die Anerkennung einer
Leistungspflicht durch die Beschwerdegegnerin zu diesem Zeitpunkt ohne weitere
Angaben medizinischer Fachpersonen, welche ihr Auskunft über den konkreten
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers gegeben hätten, erfolgt ist, und die
Beschwerdegegnerin nur von einer erfahrungsgemäss innert kurzer Zeit ausheilenden
Prellung der Leisten bzw. von einem absehbaren Heilverlauf ausging. Erstmalig mit
Eingang des Kostengutsprachegesuchs vom 21. März 2017 erhielt die
Beschwerdegegnerin Kenntnis von einer operativ zu therapierenden Rezidivhernie links
(Suva-act. 7). Die Beschwerdegegnerin verlangte daraufhin zur Überprüfung ihrer
Leistungspflicht, insbesondere im Hinblick auf den geplanten Eingriff, mit Schreiben
vom 27. März 2017 von Dr. C._, der Klinik D._ sowie von Dr. F._ sämtliche
medizinischen Berichte, inklusive die Berichte über die durchgeführten radiologischen
Untersuchungen, ein (Suva-act. 8 ff.). Zeitgleich kündigte sie dem Beschwerdeführer
an, dass sie zu den Versicherungsleistungen noch nicht endgültig Stellung nehmen
könne und ihn nach Durchführung der Abklärungen über ihre Leistungspflicht
orientieren werde (Suva-act. 13). Die von ihr eingeholten medizinischen Unterlagen
legte die Beschwerdegegnerin ihrer Abteilung Versicherungsmedizin zur Beurteilung
ihrer Leistungspflicht mit der Frage vor, ob das Hernienrezidiv eine Verschlimmerung
des im April 2013 in der Klinik G._ durchgeführten endoskopischen Hernienrepairs
darstelle und falls ja, ob die Operationskosten vom 23. März 2017 vom
Unfallversicherer zu übernehmen seien (Suva-act. 29, 33-1), was Dr. H._ am 14.
August 2017 verneinte (Suva-act. 33-2). Gestützt auf diese Beurteilung lehnte die
Beschwerdegegnerin die Erbringung von Versicherungsleistungen für einen
Leistenbruch mit Schreiben vom 23. August 2017 ab (Suva-act. 34). Nach einer
weiteren kreisärztlichen Beurteilung durch Dr. I._ vom 14. Juni 2018 (Suva-act. 38)
folgte schliesslich am 21. Juni 2018 die verfügungsweise Ablehnung (Suva-act. 40).
Angesichts der obigen Sachlage ist offensichtlich, dass die Beschwerdegegnerin von
einem strukturellen Gesundheitsschaden in Form einer Rezidivhernie in der linken
Leiste erstmals mit dem Kostengutsprachegesuch der Klinik D._ Kenntnis erhielt, ihr
also ein solcher im Zeitpunkt des Leistungszusageschreibens vom 6. März 2017 noch
nicht bekannt war und somit auch nicht Gegenstand der Anerkennung bildete. Vor
diesem Hintergrund hätte der Beschwerdeführer in Bezug auf die Frage, ob eine
leistungsbegründende Unfallkausalität in Bezug auf den am 23. März 2017 durch Dr.
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3.
Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz
der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die urteilenden
Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie
umfassend und pflichtgemäss, zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon,
von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweis). Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kann
rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, solange nicht konkrete
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Auf das Ergebnis
versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen - zu denen die Beurteilungen der Suva-
Kreisärzte und Kreisärztinnen bzw. der Ärzte und Ärztinnen des Kompetenzzentrums
Versicherungsmedizin der Suva gehören - kann nicht abgestellt werden, wenn auch nur
geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 139 V 229 E.
5.2, 135 V 469 f. E. 4.4 und 471 E. 4.7; Urteil des Bundesgerichts vom 16. September
2014, 8C_385/2014, E. 4.2.2; SVR 2018 IV Nr. 4 S. 12, 8C_839/2016, E. 3.2). Die
Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte und Ärztinnen aufgrund ihrer
auftragsrechtlichen Stellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten und
Patientinnen aussagen, steht in denjenigen Fällen nicht im Vordergrund, in denen ein
Arzt oder eine Ärztin einen Patienten oder eine Patientin nicht als Hausarzt oder
Hausärztin, sondern als Facharzt bzw. Fachärztin behandelte. Im Übrigen sind
Anhaltspunkte, welche die medizinischen Feststellungen der versicherungsinternen
Fachpersonen als nicht schlüssig erscheinen lassen, zu beachten, auch wenn sie von
behandelnden Ärztinnen oder Ärzten stammen (vgl. BGE 135 V 470 E. 4.5 f.; Urteil des
Bundesgerichts vom 12. Februar 2010, 8C_907/2009, E. 1.1). Die Rechtsprechung
erachtet sodann Aktengutachten als zulässig, wenn die Akten ein vollständiges Bild
über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten
unbestritten sind. Voraussetzung ist ein lückenloser Untersuchungsbefund, damit der
E._ operativ behandelten Gesundheitsschaden gegeben ist, die Folgen der
Beweislosigkeit zu tragen (vgl. vorstehende Erwägung 2.2; vgl. dazu auch
nachfolgende Erwägung 4.5.1).
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Experte bzw. die Expertin imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein
lückenloses Bild zu verschaffen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 24. März 2017,
8C_780/2016, E. 6.1). Angesichts der obigen Darlegungen sprechen zumindest keine
formellrechtlichen Gründe gegen den Einbezug der Aktenbeurteilungen von Dr. H._,
Dr. I._ und med. pract. J._ (Suva-act. 33-2, 38, 54, 73). Ob letztlich auf diese
abgestellt werden kann, ist im Rahmen der nachfolgenden materiellrechtlichen
Beurteilung zu prüfen.
4.
Materiellrechtlich ist zu prüfen, ob die operative Behandlung vom 23. März 2017 einem
unfallkausalen Gesundheitsschaden gegolten hat.
Aktenkundig ist, dass beim Beschwerdeführer am 25. April 2013 bei Vorliegen
einer indirekten Leistenhernie eine endoskopische Leistenhernienoperation in TEP-
Technik durch Dr. M._ durchgeführt worden war (Suva-act. 28). In der nach dem
Unfall vom 3. Februar 2017 beim Beschwerdeführer durchgeführten Sonographie vom
14. März 2017 erhob Dr. F._ sodann laut Untersuchungsbericht vom 15. März 2017
den Befund eines indirekten lateralen Inguinalhernienrezidivs links (Suva-act. 16) und
auch Dr. E._ hielt im Operationsbericht vom 24. März 2017 als Diagnose ein
indirektes Inguinalhernienrezidiv links fest (Suva-act. 15). Die Ärzte der
Beschwerdegegnerin, Dr. H._, Dr. I._ sowie med. pract. J._, wie auch Dr. E._
und der von der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers beigezogene Prof. K._
sind sich jedoch darin einig, dass am 23. März 2017 keine Leistenhernie im
eigentlichen Sinne (= angeborene oder erworbene sackartige Ausstülpung des
Peritoneum parietale [Bruchsack], die die anatomisch präformierten Lücken und
Schwachstellen oberhalb des Leistenbandes als Bruchpforte haben, wobei Anteile der
Baucheingeweide [Bruchinhalt] in die Leiste verlagert werden [Pschyrembel, Klinisches
Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin/Boston, S. 1037; Roche Lexikon, Medizin 5. Aufl.
München 2003, S. 806]) bzw. kein mit der früher operierten Leistenhernie in
Zusammenhang stehendes Leistenhernienrezidiv operiert wurde (vgl. Suva-act. 33, 38,
44-6 f., 54, 57, 69, 73).
4.1.
Laut Dr. H._ wurde bei der Operation vom 23. März 2017 ein präperitoneales
Lipom, d.h. ein gutartiger Fetttumor (vgl. dazu Pschyrembel, a.a.O., S. 1059; Roche
Lexikon, a.a.O., S. 1118), operiert (Suva-act. 33-2). Auch Prof. K._ geht von einem
Lipom aus, welches bereits vor dem Unfall vom 3. Februar 2017 im linken Leistenkanal
des Beschwerdeführers befindlich war, also nicht durch den Unfall verursacht wurde
(Suva-act. 69-3, 73-10). Er bezeichnet das Lipom als Pseudorezidiv, unter welchem
4.2.
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man ein während der Operation zurückgelassenes Lipom im Leistenkanal verstehe,
welches eine ähnliche Symptomatik wie eine Leistenhernie verursachen könne und
deshalb meist zu einer Reoperation führe. Aus diesem Grund müssten vorhandene
Lipome aus dem inneren Leistenring während der endoskopischen Phase entfernt
werden. Beim Beschwerdeführer habe bei der Zweitoperation vom 23. März 2017
tatsächlich kein eigentliches indirektes Hernienrezidiv festgestellt werden können. Es
sei ein Pseudorezidiv und zusätzlich noch im Bereich des Leistenrings ein Teil vom
vorgängig eingelegten Netz entfernt worden (Suva-act. 69-2). Auch Dr. E._ nennt im
Operationsbericht vom 24. März 2017 (Suva-act. 15-1), im Hospitalisationsbericht vom
27. März 2017 (Suva-act. 15-2) sowie in seiner Stellungnahme vom 22. Februar 2019
(Suva-act. 57) ein herniertes kleinfingergrosses präperitoneales, möglicherweise
rumliegendes Lipom und hält in letzterer (Suva-act. 57-2) zudem fest, es sei korrekt,
dass im Verlauf des Samenstrangs immer Fettgewebe vorliege und hier eben nicht von
einer Neubildung gesprochen werden könne. Med. pract. J._ schliesst sich in seiner
chirurgischen Beurteilung vom 23. Juli 2017 den Ausführungen von Prof. K._ zum
Lipom an (Suva-act. 73-9 f.). Angesichts der aufgeführten, übereinstimmenden
medizinischen Aktenlage ist davon auszugehen, dass sich beim Beschwerdeführer
bereits zum Zeitpunkt des Unfalls vom 3. Februar 2017 im linken Leistenkanal ein
Lipom befand und sich bei diesem Vorzustand die weitere widersprüchliche Diskussion
in den aktenkundigen medizinischen Beurteilungen hinsichtlich Unfallkausalität mit der
Frage befasst, ob in Bezug auf dieses Lipom durch den Unfall vom 3. Februar 2017
eine (strukturelle) Verschlimmerung in der linken Leiste des Beschwerdeführers
eingetreten ist.
Dr. E._ bejaht diese Frage und stellt sich in seiner Begründung vom 13. August
2018 (Suva-act. 44-6 f.) auf den Standpunkt, dass aus seiner Sicht Unfälle mit dem
Snowboard hohe Bauchdrücke erzeugen könnten, was ein Durchtreten von vor dem
Bauchfell liegendem Fettgewebe durch Öffnungen (in diesem Fall innerer Leistenring)
hervorrufen könne. In seiner Stellungnahme vom 22. Februar 2019 (Suva-act. 57) weist
er darauf hin, dass wohl die Druckerhöhung durch den Unfall die herumliegende
Lipomstruktur durch den inneren Leistenring hinausgedrückt habe. Nach dem Sturz sei
das Lipom im Leistenring stecken geblieben und habe Beschwerden gemacht. Stetiger
leichter Druck führe zur Ausstülpung, was man irgendwann vielleicht mit einem kleinen
Kraftakt bei der Arbeit verspüren möge und es dann erstmalig bemerke. Die
Entstehung habe jedoch früher begonnen. Er vergleiche es immer mit einem vollen
Fass, welches erst beim letzten Tropfen zu überlaufen beginne. In diesem Fall sei es
absolut nachvollziehbar, dass durch den Druck, entstanden beim Trauma, eben dieses
Lipom den Weg durch den inneren Leistenring nach aussen gefunden habe und im
4.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/19
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Leistenring stecke. Hätte dieser Zustand schon früher vorgelegen, hätte der
Beschwerdeführer schon vor dem Sturz entsprechende Beschwerden gehabt. Eine
Druckentstehung im Bauch habe das lipomatöse Gewebe sofortig durch den
Leistenring nach vorne pressen können und habe dem Beschwerdeführer ab diesem
Zeitpunkt Beschwerden verursacht. Das Lipom sei nicht riesig gewesen, aber doch
ursächlich für die Beschwerden, da diese postoperativ nicht mehr vorhanden gewesen
seien. Das Fettgewebe werde als präperitoneales Lipom bezeichnet, weil es durch den
inneren Leistenring ausgetreten sei und nicht im Verlauf des Samenstrangs, wo immer
Fettgewebe vorliege, gelegen habe. Er sei der Meinung, dass der Druck im Bauch das
möglicherweise rumliegende Lipom hinausgedrückt und deshalb zu Schmerzen geführt
habe. Entsprechend habe er in der Begründung vom 13. August 2018 auch nicht von
Fettgewebe im Leistenkanal im Sinne von im Samenstrang verlaufend geschrieben,
sondern eben von Fettgewebe, welches von hinten durch den inneren Leistenring im
Leistenring steckend herausgedrückt worden sei.
4.4.
Die Annahme von Dr. E._ - das Lipom sei durch den Sturz durch den inneren
Leistenring hinausgedrückt worden - hat als unbestritten und nachgewiesen zu gelten.
4.4.1.
Bauch- und Unterleibsbrüche - dazu gehören auch Leistenbrüche - sind nach
medizinischer Erfahrung in der Regel krankheitsbedingte Leiden und nur in seltenen
Ausnahmefällen Unfallfolge. Eine Hernie kann als unfallbedingt betrachtet werden,
wenn das Unfallereignis mit einer direkten, heftigen sowie bestimmten Einwirkung
verbunden ist und die schwerwiegenden Symptome der Hernie unverzüglich und mit
sofortiger, mindestens mehrstündiger Arbeitsunfähigkeit auftreten. Die Leistenhernie im
Besonderen kann nur als unfallbedingt qualifiziert werden, wenn anlässlich eines
bestimmten einmaligen Ereignisses (Überanstrengung, unkoordinierte Bewegung,
Sturz, Druck von aussen usw.) ein angeborener Bruchsack erstmalig und plötzlich mit
Eingeweiden gefüllt wurde (Urteil des Bundesgerichts vom 10. Januar 2008,
8C_601/2007, E. 2.1). Das Bundesgericht qualifiziert also eine Leistenhernie (nur) im
seltenen Fall eines angeborenen, also bereits bestehenden, Bruchsacks als
unfallbedingt.
4.4.2.
Der Beschwerdeführer ist beim Snowboardunfall vom 3. Februar 2017
unbestrittenermassen auf den Bauch gestürzt. Wie bereits erwähnt, betrachtet Dr.
E._ den Sturz auf den Bauch als adäquates Ereignis für eine Verschlimmerung bzw.
Veränderung des Vorzustandes. Der Sturz habe einen Druck auf den Bauch erzeugt,
was wiederum ein Durchtreten von Fettgewebe durch den inneren Leistenring
4.4.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/19
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hervorgerufen habe. Eine plötzliche Erhöhung des intraperitonealen Drucks bzw. eine
im Einzelfall mögliche Entstehung einer Leistenhernie infolge einer plötzlichen
Druckerhöhung im Bauchraum, schliesst offensichtlich auch med. pract. J._ nicht
aus (Suva-act. 73-9). So wird ein "Druck von aussen" auch in bundesgerichtlicher
Rechtsprechung als adäquates Ereignis für einen Leistenbruch anerkannt, wenn auch
nur im seltenen Fall eines angeborenen Bruchsacks (vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 10. Januar 2008, 8C_601/2007, E. 2.1). In der vorliegend bereits natürlich
vorhandenen Lücke des inneren Leistenrings (Suva-act. 44-6 f.) ist jedoch ebenfalls ein
Umstand zu sehen, der sich in die vom Bundesgericht sehr eingeschränkt definierte
Unfallqualifikation einfügt.
Aus den medizinischen Akten geht sodann übereinstimmend hervor, dass das
bei der Leistenhernienoperation vom 25. April 2013 eingelegte Kunststoffnetz den
Eintritt von Gewebe in den Leistenring in der Regel verhindert. So konnte laut Prof.
K._ durch die korrekte Lage des eingelegten Netzes kein Rezidiv entstehen (Suva-
act. 69-2). Und auch med. pract. J._ erklärt in seiner chirurgischen Beurteilung vom
23. Juli 2019 (Suva-act. 73-5) ausführlich die Funktion des Kunststoffnetzes, welches
zuverlässig den Eintritt von intraabdominell gelegenem Gewebe in den inneren
Leistenring und damit in den Leistenkanal, durch den beim Mann die Strukturen des
Samenstrangs nach aussen treten, verhindert. Es sei somit nicht überwiegend
wahrscheinlich, dass Fettgewebe, das vor dem Ereignis innerhalb der Bauchwand
gelegen habe, im Rahmen des Unfalls vom 3. Februar 2017 durch den mittels des
Kunststoffnetzes breitflächig abgedeckten inneren Leistenring in den Leistenkanal
ausgetreten sei.
4.4.4.
Streitig und zu prüfen bleibt damit einzig, ob das Lipom - wie von Dr. E._
angenommen - überwiegend wahrscheinlich mit dem Sturz vom 3. Februar 2017
symptomatisch wurde, was zur Operation vom 23. März 2017 führte.
4.5.
Wird davon ausgegangen, dass die nach dem Unfall aufgetretenen Schmerzen in
der linken Leiste Folge einer durch den Unfall lediglich aktivierten (zuvor stummen)
vorbestehenden Gesundheitsschädigung sind, hat die Beschwerdegegnerin nur
Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende
Schmerzsyndrom gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG zu erbringen. Mit dem Erreichen des
Status quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlichkeit (RKUV 1994 Nr. U206 S. 328 f.
E. 3, mit Hinweisen; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 71 zu Art. 6 UVG; UVG Kommentar-
Nabold, a.a.O., N 54 zu Art. 6 UVG; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54; SVR 2010 UV
Nr. 31 S. 125, 8C_816/2009, E. 4.3). Solange jedoch der Status quo sine vel ante noch
4.5.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/19
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nicht wieder erreicht ist, hat die Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG
in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu
übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen. Unter
Umständen hat der Beschwerdeführer damit Anspruch auf eine, operative Eingriffe
miteinschliessende, zweckmässige Behandlung, wenn diese im Gesamtkontext
gesehen letztlich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der (vorzeitigen) Beseitigung
der von den Unfällen zumindest mitverursachten Schmerzen dient und nicht gesagt
werden kann, die Operation sei auch ohne den durch die Unfälle bewirkten
Beschwerdeschub überwiegend wahrscheinlich im selben Zeitpunkt notwendig
geworden (Urteile des Bundesgerichts vom 26. Februar 2013, 8C_423/2012, E. 5.3,
und 24. Juni 2008, 8C_326/2008). Eine schadensauslösende traumatische Einwirkung
ist also selbst dann leistungsbegründend, wenn der betreffende Schaden auch ohne
das versicherte Ereignis früher oder später wohl eingetreten wäre, der Unfall somit nur
hinsichtlich des Zeitpunkts des Schadenseintritts Conditio sine qua non war (Urteile
des Bundesgerichts vom 19. Oktober 2011, 8C_515/2011, E.4.1, und 5. April 2007, U
413/05, E. 4.2). Anzufügen bleibt, dass im konkreten Fall nicht die Beschwerdegegnerin
den Nachweis des Dahinfallens der Kausalität zu erbringen hat, sondern der
Beschwerdeführer hat zunächst die Unfallkausalität der von ihm geklagten
gesundheitlichen Störungen zu belegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. August
2017, 8C_819/2016, E. 4.3). Kann der Nachweis nicht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erbracht werden, hätte er deshalb auch die Folgen
der Beweislosigkeit zu tragen (vgl. Erwägung 2.3).
Laut Einschätzung von med. pract. J._ in der chirurgischen Beurteilung vom
23. Juli 2019 (Suva-act. 73-10) scheidet die Erhöhung des intraabdominellen Drucks
als Ursache für eine Verschlimmerung des Gesundheitszustands des
Beschwerdeführers aus. Um das Gegenteil mit dem Mass der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit bejahen zu können, müsste laut seiner Auffassung durch das
Unfallereignis eine strukturelle Veränderung des Fettgewebes eingetreten sein. Med.
pract. J._ hält fest, dass es, wäre zum Beispiel eine Einblutung im Bereich der linken
Leiste sonographisch objektiviert worden oder wenigstens eine Schwellung, eine
Schürfung im Bereich der Leiste oder auch ein oberflächliches Hämatom dokumentiert,
nicht nur möglich wäre, dass eine strukturelle Veränderung des Fettgewebes in der
linken Leiste zufolge des Unfalls eingetreten wäre. Solche Zeichen einer
Traumatisierung der linken Leiste seien jedoch mit den medizinischen Berichten nicht
dokumentiert. Zudem seien die Leistenbeschwerden erst verzögert dokumentiert. Der
Hausarzt erinnere sich zwar im Nachhinein daran, dass der Beschwerdeführer auch bei
4.5.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 16/19
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der Erstvorstellung Leistenbeschwerden angegeben habe. Er habe dies jedoch weder
dokumentiert, noch sei er diesen Beschwerden initial nachgegangen, wie es zu
erwarten gewesen wäre. Eine gezielte Diagnostik der linken Leistenregion wäre
notwendig geworden.
Med. pract. J._ argumentiert unter anderem in dem Sinne, dass im Regelfall
erlittene Verletzungen zu Schmerzen führen und unmittelbar im Anschluss an den
Unfall oder zumindest unfallnah auch wahrgenommen und im Rahmen einer ärztlichen
Untersuchung beschrieben werden. Die Bedeutsamkeit der von ihm angesprochenen
fehlenden Brückensymptomatik im konkreten Fall erscheint jedoch - soweit sie
aufgrund der Akten überhaupt bestätigt werden kann - fraglich. Zunächst ist
festzuhalten, dass bereits in der Schadenmeldung UVG vom 2. März 2017 eine
Verletzung im Leistenbereich genannt wurde (Suva-act. 1). Zwar hatte die anlässlich
der Erstbehandlung vom 6. Februar 2017 durch Dr. C._ durchgeführte Sonographie -
wie von Dr. I._ in der ärztlichen Beurteilung vom 14. Juni 2018 zutreffend festgestellt
(Suva-act. 38-2) - keine auffälligen Befunde gezeigt, dennoch stellte der Hausarzt die
Verdachtsdiagnose einer Rezidivhernie (Suva-act. 6), welche sich sodann im Rahmen
der weiteren Sonographie vom 15. März 2017 - letztlich in Form eines präperitonealen
Lipoms (vgl. Erwägung 4.1.2) - auch bestätigte (Suva-act. 16). Vor diesem Hintergrund
kann nicht gesagt werden, eine Leistenverletzung habe unfallnah nicht im Raum
gestanden. Die Erklärung des Beschwerdeführers anlässlich der Besprechung mit der
Beschwerdegegnerin vom 20. Juli 2017 - zunächst hätten die medizinischen
Abklärungen bezüglich Blutungen im Bauchraum im Zentrum gestanden, die
Leistenbeschwerden hätten keine Priorität gehabt - erscheint zudem angesichts der
Gefährlichkeit allfälliger innerer Bauchverletzungen glaubwürdig und nachvollziehbar,
auch wenn einzuräumen ist, dass die Abklärungen tatsächlich wohl keine zwei bis drei
Wochen gedauert haben dürften (vgl. dazu Suva-act. 51-2). Ausgewiesen ist sodann
auch eine durchgehende Arbeitsunfähigkeit vom 3. Februar bis 18. April 2017 (Suva-
act. 1, 6, 17). Der Beschwerdeführer wurde schliesslich unbestrittenermassen von Dr.
C._ für eine Abklärung der Leistenproblematik an Dr. E._ überwiesen. Der
Behandlungsabschluss beim Hausarzt war bereits am 16. Februar 2017 erfolgt (Suva-
act. 6). Auch diese Fakten erlauben die Annahme eines zeitlich seit dem Unfall vom 3.
Februar 2017 zusammenhängenden Sachverhalts in Bezug auf eine
Leistenproblematik.
4.5.3.
Med. pract. J._ begründet weiter, dass für die Bejahung einer überwiegend
wahrscheinlich unfallkausalen Verschlimmerung des Lipoms durch das Unfallereignis
eine strukturelle Veränderung des Fettgewebes eingetreten sein müsste. Zunächst ist
4.5.4.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 17/19
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festzuhalten, dass das Lipom in gewisser Hinsicht durchaus eine strukturelle
Veränderung erfahren hat. So ist, wie bereits dargelegt (vgl. Erwägung 4.4),
unbestritten, dass dieses durch den Sturz vom 3. Februar 2017 durch den inneren
Leistenring hinausgedrückt wurde und sich damit zumindest seine Position veränderte.
Dass die Lageveränderung des Lipoms, wie von Dr. E._ erklärt, zu Beschwerden
führte, erscheint ohne weiteres schlüssig und plausibel. Dr. E._ unterstützt sodann in
seiner Stellungnahme vom 22. Februar 2019 (Suva-act. 57) die Feststellung von med.
pract. J._, dass sich bei einer Operation Gewebezerstörungen mit Blutungen
feststellen lassen sollten, insbesondere fünfeinhalb Wochen nach einem Trauma, nicht.
Auch diese Auffassung lässt sich nicht ohne Weiteres in Abrede stellen.
Erfahrungsgemäss heilen die von med. pract. J._ beschriebenen typischen
Prellungssymtome - anders als eine strukturelle Verletzung - nach fünfeinhalb Wochen
ab, womit diese allgemeine Feststellung von Dr. E._ schlüssig und überzeugend
erscheint. Weiter nimmt er auf die konkrete Situation Bezug, welche keine strukturelle
Veränderung des Fettgewebes verlange, um von einer unfallkausalen Verschlimmerung
des Gesundheitszustandes in der linken Leiste ausgehen zu können. In seiner
Begründung vom 13. August 2018 (Suva-act. 44-6 f.) und in der obgenannten
Stellungnahme (Suva-act. 57) betrachtet er die Annahme von med. pract. J._ insofern
als unrichtig, als im konkreten Fall nicht die Leiste zerrissen sei. Diese sei nach der TEP
im Jahr 2013 sogar noch hinten durch das eingewachsene Netz verstärkt gewesen. Die
Druckentstehung im Bauch habe bewirkt, dass das Lipom durch den inneren
Leistenring nach aussen habe hervortreten können. Die Öffnung habe bestanden und
das Lipom sei rausgedrückt worden. Weil hier also gar nichts habe zerreissen müssen,
seien alle Schilderungen von med. pract. J._ wegen Hämatomen nicht
nachvollziehbar. Es sei ein mechanisches Problem. Man habe ein Loch und etwas, das
Durchtreten könne, wenn genügend Druck entstehe, womit gar nichts zerreissen,
geschweige denn Einblutungen zeigen müsse. Analog schreibt Dr. E._ in seiner
Begründung vom 13. August 2018, dass die Beschwerdegegnerin bzw. Dr. I._ (vgl.
Suva-act. 38-2) einen akuten traumatischen Muskelriss forderten. Dies sei aus seiner
Sicht nicht zwingend nötig. Zum einen sei die Muskulatur in diesem Bereich mit Netz
von der Vororperation von hinten verwachsen und so geschützt bzw. sicher stabiler.
Zum anderen sei das Fettgewebe vor dem Bauchfell dem Samenstrang entlang durch
die natürlich vorhandene Bruchlücke (innerer Leistenring, dort trete der Samenstrang
durch den Muskel) durchgedrückt worden. Es brauche hierzu keinen Riss der
Muskulatur, aber genügend Druck, der dies bewirke. Es sei also durch eine vorhandene
Lücke (= innerer Leistenring) Fettgewebe allein durchgepresst worden. Diese erkläre,
weshalb keine Hämatome vorhanden sein müssten.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 18/19
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5.
Nicht überzeugend ist auch die Annahme von med. pract. J._, dass die
Beschwerden des Beschwerdeführers auch im entzündlich veränderten Lymphknoten
eine gute Erklärung finden würden. Nachdem es sofort nach der Operation vom 23.
März 2017 zu einer Verbesserung der Beschwerdesymptomatik kam, kann mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit geschlossen werden, dass
tatsächlich das Lipom die Beschwerden verursacht hat und nicht der Lymphknoten.
4.5.5.
Für eine unfallkausale Verschlimmerung des Lipoms im Sinne einer durch den
Unfall bewirkten Beschwerdesymptomatik spricht sich schliesslich auch Prof. K._ in
seiner Aktenbeurteilung vom 2. Mai 2019 aus. So sei zwar kein direkter
Zusammenhang zwischen der Herniation mit einem einmaligen traumatischen und
aussergewöhnlichen Ereignis als gegeben festzustellen, jedoch sei eine unfallbedingte
Verschlimmerung eines Pseudorezidivs bzw. eines während der früheren Operation
zurückgelassenen Lipoms im Leistenkanal mit akuter Symptomatik
"erwähnenswert" (Suva-act. 69).
4.5.6.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass hinsichtlich der chirurgischen
Beurteilungen von med. pract. J._ vom 12. Februar 2019 (Suva-act. 54) und 23. Juli
2019 (Suva-act. 73), gemäss welchen das Lipom nicht überwiegend wahrscheinlich mit
dem Sturz vom 3. Februar 2017 symptomatisch wurde, Zweifel bestehen. Gegenteils
ist durch die (medizinischen) Akten überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen, dass
das Lipom, das unbestrittenermassen bereits im Zeitpunkt des Unfalls im Leistenkanal
war und durch diesen in den inneren Leistenring gedrückt wurde, unmittelbar
Beschwerden verursachte. Zeitnah kam es denn auch am 23. März 2017 zur
erfolgreichen Operation mit Entfernung des Lipoms. Eine Operation ohne das
Unfallereignis wäre überwiegend wahrscheinlich nicht zur gleichen Zeit notwendig
geworden (vgl. Erwägung 4.5.1), womit in Anlehnung an die Beurteilungen von Dr.
E._ und Prof. K._ von einem natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem
Unfall vom 3. Februar 2017 und der Symptomatik durch das Lipom auszugehen ist. Die
Beschwerdegegnerin ist damit bis zur Heilung für die unmittelbaren Operationsfolgen
(Wundheilung, postoperative Schmerzphase, Einnahme von Medikamenten,
Schonungsphase mit möglicher Arbeitsunfähigkeit usw.) leistungspflichtig (vgl.
Erwägung 1).
4.6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 21. März 2019 (Suva-act. 61) gutzuheissen.
5.1.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).5.2.
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