Decision ID: 68b2ac5c-789d-4949-ac99-553610ea51a5
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Prozessgeschichte:
A. Gestützt auf eine Strafanzeige geschädigter Anleger vom 13. April 2016 eröff-
nete das Eidgenössische Finanzdepartment (nachfolgend: EFD) mit Eröffnungs-
verfügung vom 22. Juni 2016 unter der Verfahrensnummer 442.3-082 gegen die
verantwortlichen Personen der Bank B. ein Verwaltungsstrafverfahren nach dem
Bundesgesetz über das Verwaltungsstrafrecht vom 22. März 1974 (VStrR, SR
313.0) wegen Verdachts auf Verletzung der Meldepflicht gemäss Art. 37 des
Bundesgesetzes vom 10. Oktober 1997 über die Bekämpfung der Geldwäscherei
und der Terrorismusfinanzierung im Finanzsektor (Geldwäschereigesetz, GwG,
SR 955.0; Akten EFD [Verfahrens-Nr. 442.3-082] pag. 010-0001 ff., 040-0001).
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B. Am 31. Mai 2018 teilte das EFD A. (nachfolgend: der Beschuldigte) die Eröffnung
des konkret gegen ihn gerichteten Verwaltungsstrafverfahrens mit (EFD
pag. 020-0001 ff.).
C. Mit Verfügung vom 7. Dezember 2018 stellte der untersuchende Beamte des
EFD, C., der Verteidigung des Beschuldigten das Schlussprotokoll unter Anset-
zung einer Frist zur Stellungnahme zu (Art. 61 VStrR; EFD pag. 080-0001 ff.).
Am 4. Januar 2019 liess das EFD dem Verteidiger des Beschuldigten weitere
Akten zukommen (EFD pag. 020-0092).
D. Mit Schreiben vom 10. und 17. Januar 2019 beantragte die Verteidigung des Be-
schuldigten beim EFD den Ausstand des untersuchenden Beamten C. und wei-
terer im Verwaltungsstrafverfahren mitwirkenden Untersuchungsbeamten des
EFD (nachfolgend: das Ausstandsbegehren), da diese bei der FINMA Einsicht in
zu diesem Zeitpunkt gesiegelte Akten genommen hätten. Zudem beantragte er
die Wiederholung der «kontaminierten» Verfahrenshandlungen sowie die Erstre-
ckung der Frist zur Stellungnahme zum Schlussprotokoll (EFD pag. 020-0100 ff.,
020-0108).
E. Mit Verfügung vom 17. Januar 2019 wies der Leiter Rechtsdienst des EFD, Fritz
Ammann, das Ausstandsbegehren ab (EFD pag. 020-0111 ff.). Dagegen erhob
die Verteidigung des Beschuldigten bei der Beschwerdekammer des Bun-
desstrafgerichts (nachfolgend: Beschwerdekammer) am 21. Januar 2019 Be-
schwerde (EFD pag. 076-0002 ff.). Die Verteidigung beantragte, es sei die Ver-
fügung des EFD vom 17. Januar 2019 aufzuheben, es seien die mit Schreiben
vom 10. Januar 2019 gestellten Ausstandsbegehren gutzuheissen, und es sei
die Wiederholung der Verfahrenshandlungen anzuordnen – insbesondere die Er-
stellung und Begründung des Schussprotokolls – an welchen die vom Ausstands-
gesuch betroffenen Untersuchungsbeamten mitgewirkt haben (nachfolgend:
Wiederholungsantrag 1). Überdies wurde um Erlass vorsorglicher Massnahmen
(aufschiebende Wirkung, Sistierung des Verfahrens beim EFD und Abnahme der
Frist zur Einreichung der Stellungnahme zum Schlussprotokoll) ersucht (EFD
pag. 076-0003 ff.).
F. Das Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen wies die Beschwerdekammer
mit Verfügung vom 23. Januar 2019 ab und hielt in der Entscheidbegründung
fest, dass im Falle einer Gutheissung der Beschwerde Amtshandlungen, an de-
nen eine zum Ausstand verpflichtete Person mitgewirkt habe, aufzuheben und
zu wiederholen seien, sofern dies innert einer Frist von 5 Tagen ab Kenntnis des
Entscheids verlangt werde. Zudem seien alle unter Verletzung der Ausstands-
vorschriften erhobenen Beweise nicht verwertbar, es sei denn, diese könnten
nicht wiederholt werden (EFD pag. 075-0001 ff., -0005).
G. Nach Abweisung des Fristerstreckungsgesuchs des Beschuldigten bezüglich der
Stellungnahme zum Schlussprotokoll durch den untersuchenden Beamten C.
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(EFD pag. 020-0122 f.), reichte die Verteidigung des Beschuldigten mit Schrei-
ben vom 25. Januar 2019 fristgerecht eine Stellungnahme zum Schlussprotokoll
ein (EFD pag. 080-0059 ff.).
H. Am 30. Januar 2019 wies der untersuchende Beamte C. die mit der Stellung-
nahme zum Schlussprotokoll gestellten Beweisanträge des Beschuldigten ab
und überwies die Akten dem Gruppenleiter zum Entscheid (EFD pag. 080-
0086 ff.).
I. Am 1. Februar 2019 erliess das EFD gegen den Beschuldigten einen Strafbe-
scheid wegen fahrlässiger Verletzung der Meldepflicht (Art. 37 Abs. 1 i.V.m.
Abs. 2 GwG), begangen vom 4. September 2010 bis zum 28. März 2012, und
verurteilte ihn zu einer Busse von Fr. 50'000.-- sowie zur Bezahlung der Verfah-
renskosten im Betrag von Fr. 5'070.-- (Art. 64 VStrR; EFD pag. 090-0001 ff.).
J. Der Beschuldigte liess am 6. März 2019 durch seine Verteidigung dagegen frist-
gerecht Einsprache erheben (Art. 67 VStrR; EFD pag. 090-0009 ff.).
K. Am 25. März 2019 erliess das EFD eine Strafverfügung, worin sie die Verurtei-
lung des Beschuldigten wegen fahrlässiger Verletzung der Meldepflicht im Zeit-
raum vom 4. September 2010 bis zum 12. April 2012 gemäss Art. 37 Abs. 1
i.V.m. Abs. 2 GwG bestätigte und ihm Kosten im Betrag von Fr. 10'740.-- aufer-
legte (Art. 70 VStrR; EFD pag. 100-0001, -0073 ff.).
L. Der Beschuldigte ersuchte mit Eingabe vom 2. April 2019 an das EFD fristgerecht
um gerichtliche Beurteilung (Art. 72 VStrR; EFD pag. 100-0075).
M. Mit Übermittlungsschreiben vom 12. April 2019 und Verweis auf die Strafverfü-
gung vom 25. März 2019 überwies das EFD am 12. April 2019 die Akten gemäss
Art. 50 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Eidgenössische Finanzmarktauf-
sicht vom 22. Juni 2007 (Finanzmarktaufsichtsgesetz [FINMAG], SR 956.1) an
die Bundesanwaltschaft (nachfolgend: BA) zuhanden des Bundesstrafgerichts.
Das EFD beantragte, der Beschuldigte sei der (eventual-) vorsätzlichen Verlet-
zung der Meldepflicht gemäss Art. 37 Abs. 1 GwG, eventualiter der fahrlässigen
Tatbegehung gemäss Art. 37 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 GwG, schuldig zu sprechen,
begangen vom 4. September 2010 bis zum 12. April 2012, und zu einer Busse
von Fr. 80'000.-- bzw. Fr. 50'000.-- sowie zur Bezahlung der Verfahrenskosten
von Fr. 10'740.--, zuzüglich Kosten der Anklagevertretung und Kosten des Ge-
richtsverfahrens, zu verurteilen (EFD pag. 100-0078 ff.).
Am 12. April 2019 reichte die BA die Akten des EFD zusammen mit dem Begeh-
ren um gerichtliche Beurteilung beim Bundesstrafgericht ein, welches ein Verfah-
ren unter der Verfahrensnummer SK.2019.28 eröffnete (EFD pag. 100-0094 f.).
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N. Mit Beschluss der Beschwerdekammer vom 15. April 2019 (Geschäftsnummer
BV.2019.2; EFD pag. 100-0112 ff.; nachfolgend: Beschluss) wurde die Be-
schwerde des Beschuldigten vom 21. Januar 2019 teilweise gutgeheissen. Die
Beschwerdekammer hob die angefochtene Verfügung vom 17. Januar 2019 auf
und ordnete den Ausstand des Untersuchungsbeamten C. im Verwaltungsstraf-
verfahren gegen den Beschuldigten an.
O. Am 25. April 2019 beantragte die Verteidigung beim Bundesstrafgericht im Ver-
fahren SK.2019.28 gestützt auf den Beschluss der Beschwerdekammer
BV.2019.2 vom 15. April 2019, welcher dem Beschuldigten am 23. April 2019
zugestellt wurde, es seien gemäss Art. 60 Abs. 1 StPO sämtliche Amtshandlun-
gen, an denen der untersuchende Beamte C. mitgewirkt habe, aufzuheben und
zu wiederholen (nachfolgend: Wiederholungsantrag 2); es seien insbesondere
das Schlussprotokoll vom 7. Dezember 2018 sowie der ausschliesslich auf dem
Schlussprotokoll basierende Strafbescheid vom 1. Februar 2019 und die eben-
falls auf dem Schlussprotokoll basierende Strafverfügung vom 25. März 2019
aufzuheben (EFD pag. 100-0103 f.).
P. Der BA und dem EFD wurde Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt
(EFD pag. 100-0108). In ihrer Stellungnahme vom 23. Mai 2019 beantragte das
EFD Nichteintreten auf den Wiederholungsantrag 2 (EFD pag. 100-0130 ff.). Die
BA liess sich nicht vernehmen (EFD pag. 100-0135 ff.)
Q. Mit Verfügung vom 15. Juli 2019 hielt die Strafkammer des Bundesstrafgerichts
fest, dass der Wiederholungsantrag 1 des Beschuldigten von der Beschwerde-
kammer mit Beschluss vom 15. April 2019 nicht beurteilt worden sei und damit
nicht als res iudicata gelte. Unter E. 3.3 stellte die Strafkammer schliesslich fest,
dass der Beschuldigte den Wiederholungsantrag 2 innert der 5-tägigen Frist ge-
stellt habe (Art. 60 Abs. 1 StPO analog), womit sämtliche mit C. in Zusammen-
hang stehenden Amtshandlungen nach dem 6. Dezember 2018 aufzuheben
seien. Gestützt darauf führte die Strafkammer weiter aus, dass von der Aufhe-
bung insbesondere das Schlussprotokoll vom 7. Dezember 2018, der Überwei-
sungsbeschluss vom 30. Januar 2019 sowie infolge «Kontamination» der Straf-
bescheid vom 1. Februar 2019 und die Strafverfügung vom 25. März 2019, die
sich beide mehrheitlich auf die Ausführungen im Schlussprotokoll beziehen wür-
den, betroffen seien. Schliesslich hält die Strafkammer in E. 3.4 fest, dass die
Strafuntersuchung vor der Bundesverwaltungsbehörde aufgrund der Aufhebung
sämtlicher mit C. im Zusammenhang stehenden Amtshandlungen nach dem
6. Dezember 2019 nicht als vollständig gelten könne, sich mithin bereits das Un-
tersuchungsverfahren des EFD aufgrund des Wegfalls des Schlussprotokolls als
nicht abgeschlossen erweise, die Akten aufgrund der aufzuhebenden und zu wie-
derholenden Verfahrenshandlungen als nicht ordnungsgemäss erstellt zu quali-
fizieren seien und das Gericht den festgestellten Mangel folglich nicht selber be-
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heben könne. Entsprechend wies die Strafkammer die Anklage zur Vervollstän-
digung der Untersuchung an die Bundesanwaltschaft zurück und sistierte das
Verfahren (Art. 329 Abs. 2 und Abs. 3 StPO; EFD pag. 100-0152 ff.).
R. In der Folge erliess das EFD am 5. Dezember 2019 ein neues Schlussprotokoll
(nachfolgend: Schlussprotokoll II) in derselben Sache und gestützt darauf am
22. Juni 2020 einen neuen Strafbescheid (nachfolgend: Strafbescheid II) gegen
den Beschuldigten wegen (eventual-) vorsätzlicher Verletzung der Meldepflicht
(Art. 37 Abs. 1 GwG), begangen vom 4. September 2010 bis zum 12. April 2012
und verurteilte ihn darin zu einer Busse von Fr. 50'000.-- sowie zur Bezahlung
der Verfahrenskosten im Betrag von Fr. 5'130.-- (Art. 64 VStrR; EFD pag. 112-
0003 ff; 114-0001 ff.).
S. Der Beschuldigte liess am 22. Juli 2020 durch seine Verteidigung fristgerecht
Einsprache gegen den Strafbescheid II erheben (Art. 67 VStrR), beantragte die
Einstellung des Verfahrens, eventualiter die Durchführung einer mündlichen Ver-
handlung und die Ergänzung der Untersuchung durch diverse Beweisanträge so-
wie subeventualiter die Behandlung der Einsprache als Begehren um gerichtliche
Beurteilung durch das Strafgericht im Sinne von Art. 71 VStrR (EFD pag. 114-
0029 ff.).
T. Am 16. September 2020 erliess das EFD eine neue Strafverfügung (nachfol-
gend: Strafverfügung II), worin sie die Verurteilung des Beschuldigten wegen
(eventual-) vorsätzlicher Verletzung der Meldepflicht gemäss Art. 37 Abs. 1 GwG
bestätigte, begangen in der Zeit vom 4. September 2010 bis zum 4. April 2012,
und ihm Kosten im Betrag von Fr. 10'920.-- auferlegte (Art. 70 VStrR). Im Übrigen
wies das EFD die Anträge des Verteidigers vom 22. Juli 2019 ab (EFD pag. 115-
0001 ff.).
U. Der Verteidiger ersuchte namens des Beschuldigten mit Eingabe vom 18. Sep-
tember 2020 an das EFD fristgerecht um gerichtliche Beurteilung (Art. 72 VStrR;
EFD pag. 115-0095).
V. Mit Übermittlungsschreiben vom 22. Oktober 2020 unter Verweis auf die Straf-
verfügung vom 16. September 2020 überwies das EFD die Akten gemäss Art. 50
Abs. 2 FINMAG an die Bundesanwaltschaft zuhanden des Bundesstrafgerichts.
Das EFD beantragte, der Beschuldigte sei der (eventual-) vorsätzlichen Verlet-
zung der Meldepflicht gemäss Art. 37 Abs. 1 GwG, eventualiter der fahrlässigen
Tatbegehung gemäss Art. 37 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 GwG, begangen in der Zeit
vom 4. September 2010 bis 4. April 2012, schuldig zu sprechen und zu einer
Busse von Fr. 50'000.-- bzw. Fr. 30'000.-- sowie zur Bezahlung der Verfahrens-
kosten von Fr. 10'920.--, zuzüglich Kosten der Anklagevertretung und Kosten des
Gerichtsverfahrens, zu verurteilen (TPF pag. 47.100.003 ff.).
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Am 26. Oktober 2020 reichte die BA die Akten des EFD zusammen mit dem Be-
gehren um gerichtliche Beurteilung beim Bundesstrafgericht ein (TPF
pag. 47.100.001).
W. Der Verteidiger beantragte namens des Beschuldigten mit Eingabe vom 3. De-
zember 2020 die Einstellung des Verfahrens infolge Verjährung (TPF
pag. 47.521.006 ff.).
X. Mit Eingabe vom 18. Dezember 2020 liess sich das EFD zum Einstellungsbe-
gehren der Verteidigung vernehmen, beantragt dessen Abweisung und eine vor-
frageweise Entscheidung über die Verjährungsfrage im Hauptverfahren
(TPF pag. 47.511.002).
Y. Mit Schreiben vom 21. Dezember 2020 forderte das hiesige Gericht Rechtsan-
walt Taormina auf, zu einer eventuellen Auflage der Verfahrenskosten für den
Fall einer allfälligen Einstellung Stellung zu nehmen und allfällige Ansprüche auf
Prozessentschädigung einzureichen. Mit Eingabe vom 12. Januar 2021 bean-
tragte Rechtsanwalt Taormina, die Auferlegung der Verfahrenskosten zu Lasten
der Staatskasse sowie die Entschädigung für die angemessene Ausübung der
Verfahrensrechte, unter Geltendmachung eines Aufwandes von total
Fr. 74'781.16.

Der Einzelrichter erwägt:
1. Zuständigkeit und Verfahren
1.1 Gemäss Art. 50 Abs. 1 Satz 2 FINMAG ist das EFD verfolgende und urteilende
Behörde bei Widerhandlungen gegen die Strafbestimmungen des FINMAG und
der übrigen Finanzmarktgesetze i.S.v. Art. 1 Abs. 1 FINMAG.
1.2 Art. 50 Abs. 2 FINMAG sieht unter anderem vor, dass die strafbare Handlung der
Bundesgerichtsbarkeit untersteht, wenn die gerichtliche Beurteilung verlangt
wurde. In diesem Fall überweist das EFD die Akten der Bundesanwaltschaft zu-
handen des Bundesstrafgerichts. Die Überweisung der zu überprüfenden Straf-
verfügung, die den Sachverhalt und die anwendbaren Strafbestimmungen zu
enthalten oder auf die Strafverfügung zu verweisen hat, gilt als Anklage (Art. 73
Abs. 2 VStrR). Der Beschuldigte, die Bundesanwaltschaft und die beteiligte Ver-
waltung sind selbständige Parteien im Verfahren (Art. 74 VStrR).
1.3 Das vorliegende Verfahren hat eine Widerhandlung gegen das GwG zum Ge-
genstand. Das GwG zählt zu den Finanzmarktgesetzen (Art. 1 Abs. 1 lit. f FIN-
MAG). Nachdem der Beschuldigte fristgerecht nach Eröffnung der Strafverfü-
gung die gerichtliche Beurteilung verlangt hat, ist die Zuständigkeit der Strafkam-
mer des Bundesstrafgerichts gegeben (Art. 72 VStrR i.V.m. Art. 35 Abs. 2 des
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Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die Organisation der Strafbehörden
des Bundes, Strafbehördenorganisationsgesetz [StBOG], SR 173.71).
1.4 Die Kompetenz des Einzelrichters der Strafkammer des Bundesstrafgerichts
ergibt sich aus Art. 19 Abs. 2 lit. b StPO i.V.m. Art. 36 Abs. 2 StBOG.
1.5 Das Verfahren vor Bundesstrafgericht bestimmt sich nach Massgabe der Art. 73-
80 VStrR (Art. 81 VStrR); subsidiär sind die Bestimmungen der StPO heranzu-
ziehen (Art. 82 VStrR). Das Gericht entscheidet in der Sache und bezüglich der
Kosten neu (HAURI, Verwaltungsstrafrecht, 1998, S. 155 f.); hierbei kommt ihm
freie Kognition zu (HAURI, a.a.O., S. 149 f.). Das Urteil ist mit den wesentlichen
Entscheidungsgründen den Parteien schriftlich zu eröffnen, unter Angabe der