Decision ID: 52efc783-20ef-5ae7-ab8c-c26f6a677a6c
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 12. November 2007 zum Bezug von IV-Leistungen an
(IV-act. 1). Die IV-Stelle erhielt am 20. Dezember 2007 einen Bericht der
Psychiatrischen Klinik B._, in der die Versicherte vom 23. November 2006 bis
30. Januar 2007 stationär behandelt worden war. Die dort behandelnden medizinischen
Fachpersonen hatten im Austrittsbericht vom 30. Januar 2007 eine mittelgradige
depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.4) und eine somatoforme
Schmerzstörung mit/bei chronischem Dauerkopfschmerz diagnostiziert (IV-act. 27). Die
während des stationären Aufenthalts in der Klinik Gais AG vom 27. August bis
15. September 2007 behandelnde Dr. med. C._, Fachärztin Psychiatrie/
Psychotherapie, berichtete am 8. Januar 2008, die Versicherte leide an einer
mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10: F32.1) und einer somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4). Es bestehe ferner der Verdacht auf eine somatoforme
autonome Funktionsstörung, kardiovaskuläres System (ICD-10: F45.30) bei arterieller
Hypertonie. Aktuell seien der Versicherten keine Tätigkeiten, auch nicht in adaptierter
Form, zumutbar (IV-act. 28). Der behandelnde Dr. med. D._, Spezialarzt für
Neurologie FMH, führte im Bericht vom 5. Februar 2008 aus, im Vordergrund stehe
höchstwahrscheinlich das psychische Krankheitsbild. Neurologischerseits lasse sich
kein eindeutiges Krankheitsbild herausarbeiten (IV-act. 33).
A.b Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am 22. Mai und 13. Juni 2008
interdisziplinär (internistisch-rheumatologisch und psychiatrisch) von Dr. med. E._,
Psychiatrie/Psychotherapie FMH, Teufen, und Dr. med. F._, Innere Medizin FMH,
spez. Rheumaerkrankungen, untersucht. Die Gutachter diagnostizierten mit
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Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte bis mittelschwere depressive Episode
mit somatischen Symptomen (ICD-10: F32.11, F32.01) und eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4). Aus rheumatologischer Sicht bestehe
keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Die bisherige Tätigkeit in einem
Hotel sei aus psychiatrischer Sicht als ideal zu bezeichnen. Hierfür sowie für andere
leidensangepasste Tätigkeiten bestehe seit 13. Juni 2008 eine 60%ige Arbeitsfähigkeit.
Für die Dauer vom 17. November 2006 bis 13. Juni 2008 schätzten die Gutachter die
Arbeitsunfähigkeit auf 100% (Gesamtgutachten vom 4. Juli 2008, IV-act. 42-1 ff; zum
internistisch-rheumatologischen Teilgutachten vom 31. Mai 2008 siehe IV-
act. 42-16 ff.). Die IV-Stelle sprach der Versicherten für die Dauer vom 1. November
2007 bis 30. September 2008 eine ganze Rente und ab 1. Oktober 2008 eine
Viertelsrente zu (Verfügungen vom 10. Juni 2009, IV-act. 74 f.).
A.c Die Versicherte teilte der IV-Stelle im Schreiben vom 28. November 2011 mit, ihr
Gesundheitszustand habe sich in den letzten Monaten weiter erheblich verschlechtert
(IV-act. 78). Diesem Schreiben legte sie diverse Arztberichte bei (Stellungnahme von
Dr. med. G._, Arzt FMH für Allgemeinmedizin, vom 13. November 2011, IV-
act. 79-1 f.; Bericht von Dr. med. H._, Neurologisches Zentrum I._, vom
21. September 2011, IV-act. 79-3 f.; Bericht von Dr. med. J._, Rheumatologie FMH,
St. Gallen, vom 4. Oktober 2011, IV-act. 79-6 ff.). Mit Eingabe vom 1. Dezember 2011
liess die Versicherte der IV-Stelle weitere Arztberichte zukommen (IV-act. 81;
Kurzaustrittsbericht der Abteilung Innere Medizin am Spital K._ vom 30. Dezember
2010 betreffend die vom 21. Dezember 2010 bis 1. Januar 2011 erfolgte Hospitalisation
wegen Triptan-Entzugs, IV-act. 82-1 f.; Austrittsbericht der Klinik Gais, Fachklinik für
kardiale und psychosomatische Rehabilitation, vom 22. Februar 2011 bezüglich des
Klinikaufenthalts vom 3. bis 22. Januar 2011, IV-act. 82-3 ff.; Austrittsbericht der
Psychiatrischen Klinik B._ vom 10. Mai 2011 betreffend die stationäre Behandlung
vom 27. Februar bis 20. April 2011, IV-act. 82-8 ff.; Bericht von Dr. med. L._,
Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Wil, vom 24. Oktober 2011, IV-
act. 82-14 f.). Nach der Durchsicht der eingereichten Unterlagen vertrat RAD-Ärztin
Dr. med. M._, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, die
Auffassung, aus versicherungsmedizinischer Sicht müsse von einem stationären
Gesundheitszustand ausgegangen werden (Stellungnahme vom 13. Dezember 2011,
IV-act. 83).
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A.d Mit Vorbescheid vom 10. Januar 2012 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, auf ihr Revisionsgesuch nicht einzutreten (IV-act. 87). Dagegen erhob die Ver
sicherte am 9. Februar 2012 Einwand (IV-act. 88). Daraufhin empfahl RAD-Ärztin
Dr. M._ eine MEDAS-Begutachtung mit der Zusatzfrage, ob sich der
Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Versicherten seit dem
rheumatologisch-psychiatrischen Gutachten von Juli 2008 verändert hätten
(Stellungnahme vom 16. Februar 2011, IV-act. 91). Die Versicherte wurde am 12. und
21. Juni sowie am 5. Juli 2012 polydisziplinär (neurologisch, psychiatrisch, internistisch
und rheumatologisch) in der MEDAS Bern untersucht. Im Gutachten vom 28. August
2012 (IV-act. 95) hielten die Experten als Diagnosen mit Relevanz für die
Arbeitsfähigkeit ein generalisiertes Weichteilschmerzsyndrom, eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) und eine rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode (ICD-10: F33.0) fest. Die
Arbeitsfähigkeit schätzten sie sowohl für die angestammte als auch für
Verweistätigkeiten auf 60% (IV-act. 95-24). Eine Verschlechterung des Zustandsbilds
sei in der Aktenlage nicht überzeugend dokumentiert (IV-act. 95-22). RAD-Ärztin
Dr. M._ hielt das MEDAS-Gutachten für ausführlich, schlüssig und nachvollziehbar
(Stellungnahme vom 18. September 2012, IV-act. 96). In der Stellungnahme vom
13. Dezember 2012 führte RAD-Arzt N._, Facharzt für Arbeitsmedizin, aus, die
Gutachter hätten ausführlich dargelegt, dass eine relevante Änderung im Vergleich zum
massgeblichen Vorzustand zu verneinen sei (IV-act. 97).
A.e Im Vorbescheid vom 8. Januar 2013 zeigte die IV-Stelle der Versicherten ihre
Absicht an, die Rente gestützt auf die Schlussbestimmung der Änderung des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 18. März 2011 aufzuheben (IV-
act. 100). Mit dem dagegen gerichteten Einwand vom 13. Februar 2013 reichte die
Versicherte einen weiteren Bericht von Dr. H._ vom 1. Februar 2013 ein (IV-act. 102).
Nach Rücksprache mit dem Rechtsdienst (siehe hierzu die Stellungnahme vom
18. April 2013, IV-act. 104) erliess die IV-Stelle am 29. April 2013 einen neuerlichen
Vorbescheid, worin sie der Versicherten in Aussicht stellte, das Erhöhungsgesuch
abzuweisen (IV-act. 107). Dagegen erhob die Versicherte am 4. Juni 2013 Einwand (IV-
act. 108). Am 6. Juni 2013 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Erhöhungsgesuchs
(IV-act. 109).
B.
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B.a Gegen die Verfügung vom 6. Juni 2013 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 8. Juli 2013. Die Beschwerdeführerin beantragt darin deren Aufhebung und es sei
ihr eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 70%
zuzusprechen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Die Einschätzung der MEDAS-
Gutachter hält die Beschwerdeführerin nicht für beweistauglich. Der
Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Schliesslich habe die
Beschwerdegegnerin ihre Begründungspflicht verletzt, da sie den damaligen
Gesundheitszustand von Juni 2009 nicht mit dem jetzigen Gesundheitszustand
verglichen habe (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 21. August
2013 die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung bringt sie vor, die Beurteilung
der MEDAS-Gutachter sei beweiskräftig und gestützt darauf eine gesundheitliche
Verschlechterung zu verneinen (act. G 4).
B.c In der Replik vom 24. September 2013 hält die Beschwerdeführerin unverändert
an der Beschwerde fest (act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 8).
B.e Mit unaufgeforderter Eingabe vom 18. Juni 2014 (act. G 9) hat die Beschwerde
führerin einen Bericht von Dr. L._ vom 16. Juni 2014 eingereicht (act. G 9.1).

Erwägungen:
1.
Zunächst ist die Rüge der Beschwerdeführerin zu prüfen, die Beschwerdegegnerin
habe ihre Begründungspflicht verletzt.
1.1 Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll
entsprechen (Art. 49 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die grundsätzliche Pflicht einer Behörde,
ihren Entscheid zu begründen, folgt aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör. Dabei
darf sich die Verwaltung nicht damit begnügen, die von der betroffenen Person
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vorgebrachten Einwendungen zur Kenntnis zu nehmen und zu prüfen. Die Verwaltung
hat vielmehr ihre Überlegungen auch namhaft zu machen und sich dabei ausdrücklich
mit den konkreten Einwendungen auseinander zu setzen oder zumindest die Gründe
anzugeben, weshalb sie gewisse Gesichtspunkte nicht berücksichtigen kann (BGE 124
V 183 E. 2b). Eine - nicht besonders schwerwiegende - Verletzung des rechtlichen
Gehörs kann ausnahmsweise geheilt werden, wenn die betroffene Person die
Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den
Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann. Diese Voraussetzung ist im Fall
des Versicherungsgerichts erfüllt (vgl. Art. 61 lit. c ATSG).
1.2 Die angefochtene Verfügung besteht im Wesentlichen aus folgenden
Ausführungen: Es sei eine medizinische Begutachtung durchgeführt worden. Es stehe
fest, dass weiterhin von einer 60%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten ausgegangen werden könne. Deshalb sei weiterhin die bisherige
Viertelsrente auszurichten. An den Ausführungen der Gutachter über die um 40%
reduzierte Leistungsfähigkeit werde festgehalten. In den Einwänden der
Beschwerdeführerin würden keine neuen Tatsachen "bekannt gegeben", die am
Entscheid etwas ändern würden (IV-act. 109). Diese Ausführungen sind zwar knapp
gehalten, doch ergibt sich daraus hinreichend die Überlegung der
Beschwerdegegnerin, dass sie das MEDAS-Gutachten weiterhin als beweiskräftige
Grundlage für die Beurteilung des Rentenerhöhungsgesuchs betrachtet und gestützt
darauf von einem unveränderten Gesundheitszustand ausgeht. Eine Gehörsverletzung
ist daher zu verneinen, zumal die von der Beschwerdeführerin im Einwand vom 4. Juni
2013 erwähnten Akten der behandelnden medizinischen Fachpersonen Gegenstand
der gutachterlichen Beurteilung gebildet haben. Mit dem Verweis auf das MEDAS-
Gutachten hat die Beschwerdegegnerin zum Ausdruck gebracht, dass sie sich der
darin vorgenommenen Einschätzung anschliesst bzw. diese übernimmt. Auf eine
Wiederholung der einschlägigen gutachterlichen Erwägungen durfte sie verzichten,
ohne den Gehörsanspruch der Beschwerdeführerin zu verletzen.
2.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist sodann die Frage, ob
die Beschwerdegegnerin das Rentenerhöhungsgesuch der Beschwerdeführerin zu
Recht abgewiesen hat.
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2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%
invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf
eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
2.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur
Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die
geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE
130 V 349 f. E. 3.5). Ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch
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Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten, der versicherten Person
eröffneten rechtskräftigen Verfügung vorlag, welche auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs beruht, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung
(BGE 133 V 108 E. 5.4). Dabei stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der
Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes
auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (BGE 112 V 372 E. 2b mit Hinweisen). Die Erhöhung der Rente
erfolgt frühestens, sofern die versicherte Person die Revision verlangt, von dem Monat
an, in dem das Revisionsbegehren gestellt wurde (Art. 88 Abs. 1 lit. a der Verordnung
über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Ist eine anspruchserhebliche
Änderung des Sachverhalts nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, bleibt
es nach dem Grundsatz der materiellen Beweislast beim bisherigen Rechtszustand
(Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juni 2014, 9C_273/2014, E. 3.1.1).
2.4 Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht
und der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der
Versicherungsträger bzw. im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen
Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien
gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben
zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a in fine).
3.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung auf das
Gutachten der MEDAS Bern vom 28. August 2012 (IV-act. 109). Die
Beschwerdeführerin hält dieses aus verschiedenen Gründen nicht für beweiskräftig
(act. G 1).
3.1 Bei der Würdigung des MEDAS-Gutachtens fällt ins Gewicht, dass es auf
eigenständigen Abklärungen beruht und für die streitigen Belange umfassend ist. Die
medizinischen Vorakten wurden verwertet. Die von der Beschwerdeführerin geklagten
Beschwerden wurden umfassend berücksichtigt und gewürdigt. Die Verneinung einer
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gesundheitlichen Verschlechterung und die Attestierung einer 60%igen Arbeitsfähigkeit
leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung
der medizinischen Situation im Zeitpunkt der Begutachtung ein. Weiter bestehen keine
Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden
wären.
3.2 Die Beschwerdeführerin bemängelt an der gutachterlichen Beurteilung, dass darin
keine nachvollziehbare und schlüssige Auseinandersetzung mit den sich in den Akten
befindlichen Berichten der behandelnden medizinischen Fachpersonen stattgefunden
habe (act. G 1, S. 6).
3.2.1 Das MEDAS-Gesamtgutachten enthält einen umfassenden Auszug der
gesamten relevanten Voraktenlage (IV-act. 95-4 ff.). Zusätzlich findet sich auch in den
einzelnen Teilgutachten nochmals eine kurze, für die jeweilige Fachdisziplin relevante
Voraktendarstellung (IV-act. 95-26 f., 95-30 und 95-36 f.). Bloss die ärztliche
Stellungnahme von Dr. G._ zuhanden der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin
vom 13. November 2011 findet im Gutachten keine Erwähnung. Allerdings ist diese
Stellungnahme lediglich kurz begründet und enthält keine neuen wesentlichen
Gesichtspunkte. Dr. G._ schliesst sich darin sodann "der Meinung" der Dres. H._
und J._ ausdrücklich an (IV-act. 79-1 f.). Die Berichte dieser medizinischen
Fachpersonen wurden von den Gutachtern berücksichtigt, weshalb die allenfalls
fehlende Kenntnis der Stellungnahme von Dr. G._ keinen Zweifel an der
gutachterlichen Beurteilung begründet, zumal die Behandlung durch Dr. G._ an sich
den Gutachtern bekannt war (siehe IV-act. 95-37).
3.2.2 Von Bedeutung ist sodann, dass sich die einzelnen Gutachter mit den
Beurteilungen der behandelnden medizinischen Fachpersonen auseinandergesetzt
haben. Der neurologische Gutachter legte in Würdigung der Aktenlage unter Einbezug
der von Dr. H._ erhobenen Befunde nachvollziehbar dar, dass sich aus den diversen
neurologischen Untersuchungsbefunden keine Hinweise für klinisch relevante
neurologische Störungen ergeben würden (IV-act. 95-21) und bei entsprechend
fehlenden objektivierbaren Befunden aus neurologischer Perspektive keine Diagnosen
mit versicherungsmedizinischer Relevanz zu stellen seien. Diese Einschätzung gelte
auch retrospektiv, wobei ein Grossteil der Angaben in den Berichten auf dem
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subjektiven Beschwerderapport der Beschwerdeführerin basiere. Objektive
neurologische Defizite seien im Wesentlichen in keinem der Berichte beschrieben
worden (IV-act. 95-22). Der rheumatologische Gutachter gelangte zum Schluss, die
aktuellen Befunde stünden im Einklang mit den Befunden von früheren
rheumatologischen Beurteilungen, namentlich mit der Beurteilung durch Dr. F._ vom
31. Mai 2008 und von Dr. J._ vom 4. Oktober 2011 (IV-act. 95-29). Weder aus den
Akten noch den Ausführungen der Beschwerdeführerin ergeben sich gegen diese
rheumatologische Einschätzung sprechende Hinweise. Gleiches gilt bezüglich der
Beurteilung durch den internistischen Gutachter, der in Diskussion der Voraktenlage
den Schluss gezogen hat, bei therapeutisch gut eingestelltem Blutdruck lägen keine
relevanten quantitativen und qualitativen Einschränkungen für die Ausübung der letzten
beruflichen Tätigkeit oder einer Verweistätigkeit vor und eine allfällige Einschränkung
sei auf die psychische Erkrankung zurückzuführen (IV-act. 95-40). Der psychiatrische
Gutachter gab an, in den letzten Jahren seien von der Beschwerdeführerin zwar Klagen
vorgebracht worden, die einer Verschlechterung ihres Zustandsbilds "entsprechen
sollten, dies ist jedoch in der Aktenlage nicht überzeugend dokumentiert". Aus
psychiatrischer Sicht sei eine somatoforme Schmerzstörung und eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode, zu diagnostizieren.
Anamnestisch sei es in der Vergangenheit auch zu mittelschweren depressiven
Episoden gekommen, wegen derer sie in regelmässiger ambulanter Behandlung
gestanden habe. In der Vergangenheit sei sie auch in psychiatrischen Kliniken
hospitalisiert worden (IV-act. 95-35; zur Würdigung der retrospektiven Beurteilung des
psychiatrischen MEDAS-Gutachters siehe nachstehende E. 3.4.1 f.).
3.3 Des Weiteren rügt die Beschwerdeführerin, es sei aktenkundig, dass sie sich nach
wie vor in regelmässiger psychiatrischer Behandlung befinde und diese Behandlung
fortgesetzt werden müsse. Damit sei nicht nachvollziehbar, dass die Gutachter zum
Schluss gelangt seien, gegenwärtig bestehe nur noch eine leichte depressive Episode
und der Gesundheitszustand sei unverändert (act. G 1, S. 6 f.).
3.3.1 Vorab ist darauf hinzuweisen, dass eine von der versicherten Person in
Anspruch genommene Behandlung einer psychischen Störung für sich allein betrachtet
nichts über deren Schweregrad oder deren Verlauf aussagt.
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3.3.2 Vor der Begutachtung im Sommer 2012 war die Beschwerdeführerin
letztmals vom 27. Februar bis 20. April 2011 in stationärer psychiatrischer Behandlung
und zwar in der Psychiatrischen Klinik B._. Im Vordergrund der Behandlung stand
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit
somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11). Der Eintritt erfolgte zur Krisenintervention bei
erneuter depressiver Episode. Im Rahmen der stationären Behandlung besserte sich
sowohl die depressive Stimmung als auch die Schmerzsymptomatik. Bei Austritt sei
die Stimmung leicht depressiv, jedoch zunehmend hoffnungsfroh gewesen
(Austrittsbericht vom 10. Mai 2011, IV-act. 82-8 ff.). Diese Verhältnisse sowie der im
Austrittsbericht erhobene psychopathologische Status bei Austritt (IV-act. 82-12)
entsprechen sowohl den von Dr. E._ im Rahmen von dessen Begutachtung vom
13. Juni 2008 getroffenen Feststellungen (IV-act. 42-8 ff.) als auch den Befunden, wie
sie vom psychiatrischen MEDAS-Gutachter erhoben wurden (IV-act. 95-33 f.). Die
Frage, ob der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin vor Austritt aus der
Psychiatrischen Klinik B._ vorübergehend schlechter gewesen ist, kann mangels
Rentenrelevanz vorliegend offen bleiben, denn die Beschwerdeführerin stellte erst am
28. November 2011 das Revisionsgesuch, womit eine Rentenerhöhung frühestens per
1. November 2011 erfolgen könnte (Art. 88 Abs. 1 lit. a IVV) und damit aufgrund von
Art. 88a Abs. 2 Satz 1 IVV frühestens der drei Monate zuvor bestehende
Gesundheitszustand ab August 2011 relevant ist.
3.3.3 Was die bei Dr. L._ regelmässig in Anspruch genommene ambulante
Behandlung anbelangt, so deckt sich diese mit den von Dr. E._ gemachten
therapeutischen Vorschlägen (regelmässige Gesprächspsychotherapie und
regelmässige medikamentöse Therapie) zum Erhalt der 60%igen Arbeitsfähigkeit (IV-
act. 42-11). Eine gesundheitliche Verschlechterung ergibt sich damit aus der
Fortführung der Behandlung durch Dr. L._ nicht, zumal weder aus dessen
Ausführungen noch aus der übrigen Aktenlage eine andauernde Veränderung der
Behandlungsmassnahmen entnommen werden kann.
3.4 Im Licht dieser Umstände ist eine gesundheitliche Verschlechterung zumindest im
Zeitpunkt der MEDAS-Begutachtung (Mai/Juni 2012) über alle involvierten
Fachdisziplinen hinweg mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu verneinen. Bis zum
für die vorliegende gerichtliche Beurteilung massgebenden Zeitpunkt des Erlasses der
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angefochtenen Verfügung vom 6. Juni 2013 ist sodann eine gesundheitliche
Verschlechterung nicht ausgewiesen. Der neurologische, rheumatologische und
internistische Gutachter haben zudem schlüssig und in einer mit den Vorakten zu
vereinbarenden Weise dargelegt, dass diese Einschätzung auch rückwirkend für den
Zeitraum vor der MEDAS-Begutachtung gilt. Es besteht kein Anlass, von dieser
ärztlichen Beurteilung abzuweichen.
3.4.1 Hinsichtlich der retrospektiven Beurteilung des psychiatrischen MEDAS-
Gutachters ist zu bemerken, dass diese sowie die Auseinandersetzung mit den
Vorakten zwar sehr knapp ausgefallen sind (eine Verschlechterung sei "jedoch in der
Aktenlage nicht überzeugend dokumentiert", IV-act. 95-35). Die Verneinung einer
zurückliegenden rentenrelevanten Verschlechterung wird allerdings insoweit durch die
Voraktenlage gestützt, als die vom psychiatrischen MEDAS-Gutachter erhobenen
Befunde - wie bereits erwähnt (vgl. vorstehende E. 3.3.2) - sowohl dem im
Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik B._ vom 10. Mai 2011 erwähnten (IV-
act. 82-8 ff.) als auch dem von Dr. E._ (IV-act. 42-8 ff.) erhobenen Befund
entsprechen.
3.4.2 Sodann ist entscheidend, dass Dr. L._ von einer seit September 2010
andauernd und unverändert bestehenden gesundheitlichen Verschlechterung ausgeht.
Obschon er den im Nachgang zur stationären Behandlung in der Psychiatrischen Klinik
B._ "etwas" gebesserten Zustand erwähnt, begründet er nicht fassbar, inwiefern sich
der Gesundheitszustand danach wieder verschlechtert hat. Er gibt lediglich an, trotz
der von ihm durchgeführten Therapie sei es zu keiner Besserung gekommen. Im
Gegenteil hätten sich die Symptome der psychischen Störung "eher" verstärkt, wobei
er sich auf den Verlauf "seit Herbst 2010" bezieht und die Symptomverstärkung nicht
näher begründet (Bericht vom 24. Oktober 2011, IV-act. 82-14 f.). Im Bericht vom
16. Juni 2014 führte Dr. L._ aus, mehrmalige Hospitalisationen und eine andauernde
ambulante Behandlung hätten bisher keine Besserung gebracht (act. G 9.1). Diese
Einschätzung ist mit den erhobenen Befunden der medizinischen Fachpersonen der
Psychiatrischen Klinik B._ bei Austritt und des psychiatrischen MEDAS-Gutachters
nicht zu vereinbaren. Die Berichte von Dr. L._ erwecken vielmehr den Eindruck, dass
er zumindest seit September 2010 von einem durchgehend gleichgebliebenen
schlechten Gesundheitszustand ausgeht und damit namentlich für die Zeit nach dem
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Austritt aus der Psychiatrischen Klinik B._ am 20. April 2011 bis zum Erlass der
angefochtenen Verfügung (6. Juni 2013, IV-act. 109) lediglich eine andere Würdigung
als die medizinischen Fachpersonen der Psychiatrischen Klinik B._ und der
psychiatrische MEDAS-Gutachter vornimmt. Unter diesen Umständen sind seine
Berichte nicht geeignet, die retrospektive Beurteilung des psychiatrischen MEDAS-
Gutachters in Zweifel zu ziehen, geschweige denn eine im Sinn von Art. 7 Abs. 2 ATSG
relevante andauernde Verschlechterung des Gesundheitszustands mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit zu belegen. Hinzu kommt, dass ein den Beweisanforderungen
grundsätzlich genügendes medizinisches Gutachten (BGE 125 V 351 f. E. 3a und b)
nicht in Frage gestellt werden kann und kein Anlass zu weiteren Abklärungen besteht,
wenn und sobald die behandelnden medizinischen Fachpersonen nachher zu einer
unterschiedlichen Beurteilung gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden
Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich nur, wenn objektiv feststellbare
Gesichtspunkte vorgebracht werden, welche im Rahmen der Begutachtung unerkannt
geblieben waren und die geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu führen (Urteil
des Bundesgerichts vom 29. Juli 2008, 9C_830/07, E. 4.3 mit Hinweisen). Dies ist
vorliegend indessen zu verneinen.
3.5 Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin zu Recht eine im Sinn von Art. 17
Abs. 1 ATSG relevante Veränderung des Sachverhalts verneint.
4.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie
vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der von ihr geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat die
Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.