Decision ID: c5a13557-80f2-4b7e-be26-b42eabd2fc34
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Sutter, Haus Eden, Paradiesweg 2,
Postfach, 9410 Heiden,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 3. März 2010 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 2). Der
Hausarzt der Versicherten, Dr. med. B._, Facharzt FMH für Allgemeine Innere
Medizin, gab anlässlich eines Frühinterventions-Gesprächs mit dem Regionalen
Ärztlichen Dienst Ostschweiz (RAD) an, bei der Versicherten bestehe der dringende
Verdacht auf Schizophrenie (ohne produktive Symptomatik). Sie leide ausserdem an
Epilepsie, sei allerdings derzeit unter Antiepileptika anfallsfrei. Die Arbeitsfähigkeit
werde durch Nervosität, Unruhe und Getriebenheit eingeschränkt; aus rein somatischer
Sicht bestehe keine Einschränkung (vgl. das FI-Gesprächsprotokoll vom 25. März
2010, von Dr. B._ unterzeichnet am 30. März 2012, IV-act. 11-1 f.; vgl. ferner den
Bericht von Dr. med. C._, Facharzt FMH für Neurologie sowie Psychiatrie und
Psychotherapie, vom 23. September 2008, IV-act. 11-4 f.).
A.b Gemäss einer Aktennotiz des RAD gab Dr. med. D._, Fachärztin FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie, im Telefongespräch vom 29. März 2010 an, die
Versicherte sei bei ihr erstmals im Februar 2001 in Behandlung gewesen. Es habe eine
hochpsychotische Symptomatik bestanden, die erstaunlicherweise nach medizinischer
Behandlung schlagartig abgeklungen sei. In den folgenden Jahren seien öfters
Angstzustände aufgetreten, wobei die Versicherte auf die Medikamente gut
angesprochen habe. Letztmals habe sie sich im Juli 2008 telefonisch gemeldet. Die
Versicherte selbst gab auf telefonische Nachfrage des RAD an, sie sei aktuell nicht in
psychiatrischer Behandlung (IV-act. 8).
A.c Dr. med. E._, Fachärztin FMH für Neurologie, führte im Schreiben vom 4. Juni
2010 aus, die Versicherte sei seit Anfang 2007 anfallsfrei. An einem adaptierten
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Arbeitsplatz (keine Selbst- oder Fremdgefährdung an laufenden Maschinen, keine
Arbeiten in der Höhe sowie Gewährleistung eines einigermassen regelmässigen Schlaf-
Wach-Rhythmus) sei die Arbeitsfähigkeit der Versicherten aus neurologischer Sicht
nicht eingeschränkt (IV-act. 14).
A.d Im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt gab die
Versicherte am 11. Juni 2010 an, sie sei aus gesundheitlichen Gründen nicht
erwerbstätig. Ihre letzte Erwerbstätigkeit habe sie im April 1999 ausgeübt. Ohne
Behinderung wäre sie zurzeit wegen der Kinder zu 60% im Verkauf tätig, später würde
sie eine 100%ige Erwerbstätigkeit ausüben. Sie könne die Planung und Organisation
des Haushaltes selbst durchführen und es würden keine Haushalttätigkeiten durch
fremde Hilfe erledigt (IV-act. 15).
A.e Im Bericht vom 23. September 2010 gab Dr. D._ an, die Versicherte sei seit April
2010 wieder bei ihr in ambulanter Behandlung, und stellte folgende Diagnosen ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Psychotische Episoden 2001 und 2002,
rezidivierende Angstzustände sowie partielle Epilepsie, anfallsfrei seit Jahren. In der
Tätigkeit als Hausfrau und Mutter bestehe keine Arbeitsunfähigkeit. Die Versicherte
habe während der Ehe nie gearbeitet; ihr Beruf sei Hausfrau und später Mutter
gewesen. Ob sie der zu ledigen Zeiten ausgeführten Tätigkeit als Bijouterie-Verkäuferin
nachgehen könnte, sei fraglich. Eine mögliche Erwerbsarbeit sollte ein Pensum im
Umfang von ca. 40% nicht überschreiten; wünschenswert wäre eine geregelte
Arbeitszeit. Eine Tätigkeit im Verkauf sei aufgrund einer möglichen Reizüberflutung
nicht geeignet, geeigneter seien monotone Arbeiten, z.B. Verpackung und Versand (IV-
act. 21).
A.f Mit Schreiben vom 26. November 2010 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, die
Arbeitsvermittlung werde abgeschlossen (IV-act. 27). Im Arztbericht vom 5. Dezember
2010 äusserte Dr. med. F._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, den
Verdacht auf eine schizoaffektive Störung, gegenwärtig weder manisch, depressiv
noch psychotisch, nach ICD-10 F25.8. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
diagnostizierte er psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika,
Abhängigkeitssyndrom, nach ICD-10 F13.2. Die Versicherte sei seit Oktober 2010 bei
ihm in Behandlung. Die angestammte Tätigkeit als Verkäuferin sei nicht mehr zumutbar,
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da eine geringe psychische Belastbarkeit bestehe. Es sei nur noch eine Arbeit im ca.
50%-Pensum im geschützten Rahmen möglich. Durch manisch-depressive oder
psychotische Episoden könne die Arbeitsfähigkeit bis zu 100% eingeschränkt sein (IV-
act. 28).
A.g Nachdem in einem Triage-Protokoll am 12. Januar 2011 festgehalten worden war,
medizinisch sei nicht nachvollziehbar, dass eine zumutbare Tätigkeit im geschützten
Rahmen erfolgen müsse, veranlasste die IV-Stelle in der Folge eine monodisziplinäre
psychiatrische Begutachtung bei Dr. med. G._, Facharzt FMH für Neurologie sowie
Psychiatrie und Psychotherapie (IV-act. 30, 31). Im entsprechenden Gutachten vom 15.
Februar 2011 wurden eine Persönlichkeitsänderung nach lang dauernder psychischer
Erkrankung (ICD-10 F62.1), eine Angsterkrankung (ICD-10 F41.0), ein chronischer
Gebrauch von Benzodiazepinen (ICD-10 F13.1) sowie eine kryptogene Epilepsie mit
fokal beginnenden, sekundär generalisierten Anfällen (ICD-10 G40.4) diagnostiziert. In
der angestammten Tätigkeit sei die Versicherte zu 100% arbeitsunfähig. In einer
angepassten Tätigkeit bestehe eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit. Die Beurteilung der
gesundheitlichen Situation und Leistungsfähigkeit der Versicherten könne nicht auf
Dauer und unbefristet erfolgen, weshalb eine Nachuntersuchung und Überprüfung in
etwa 3 Jahren vorgeschlagen werde (IV-act. 35). In einer internen Stellungnahme hielt
RAD-Arzt Dr. med. H._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, fest, das
Gutachten von Dr. G._ sei verwertbar und für die versicherungsmedizinischen
Anforderungen ausreichend (IV-act. 36).
A.h Mit Vorbescheid vom 25. Februar 2011 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, einen Rentenanspruch gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 20%
(Teilinvaliditätsgrad Erwerbstätigkeit 20% und Teilinvaliditätsgrad Haushalt 0%) zu
verneinen (IV-act. 39). Im Schreiben vom 9. März 2011 brachte Dr. F._ im Sinne eines
Einwandes gegen den Vorbescheid vor, die Arbeitsfähigkeit der Versicherten sei stärker
eingeschränkt als es das Gutachten darlege. Die möglichen depressiven,
hypomanischen oder manischen Symptome bei einer psychischen Belastung seien
nicht berücksichtigt worden. Die Versicherte könne aufgrund ihrer psychischen
Erkrankung keine Arbeiten im ersten Arbeitsmarkt mehr durchführen, weshalb die
Arbeitsfähigkeit in diesem Bereich zu 100% und nicht nur zu 60% eingeschränkt sei.
Da sich die Versicherte aufgrund ihrer schizoaffektiven Erkrankung gesünder
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einschätze, als sie es sei, seien auch mögliche Einschränkungen im Haushalt zu
erwarten. Deshalb sei die Durchführung einer Haushaltabklärung angezeigt (IV-act. 44).
Am 4. April 2011 erhob die Rechtsschutzversicherung der Versicherten, die CAP
Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG, Einwand und beantragte im Wesentlichen
die Vornahme einer Haushaltabklärung (IV-act. 48). In dieser am 16. August 2011
erfolgten Abklärung ermittelte die zuständige Abklärungsperson eine Einschränkung in
der Haushaltstätigkeit von 41.6%, welche sich durch die Berücksichtigung einer
gewissen Schadenminderung durch den Exmann der Versicherten auf 34.9%
reduziere. In Bezug auf die Erwerbstätigkeit wurde festgehalten, ein wahrscheinliches
Erwerbspensum von 60% sei in der jetzigen Situation und bei den bestehenden
Rahmenbedingungen realistisch (IV-act. 54).
A.i Nachdem RAD-Arzt Dr. H._ am 26. September 2011 an der Beurteilung von Dr.
G._ festgehalten und die in der Haushaltabklärung ermittelte Einschränkung von 35%
als nicht plausibel bezeichnet hatte (IV-act. 55, 56), wies die IV-Stelle das
Leistungsbegehren mit Verfügung vom 27. September 2011 gemäss Vorbescheid ab
(IV-act. 57).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 20. Oktober
2011. Die neu durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Sutter, Heiden, vertretene
Beschwerdeführerin beantragt die Aufhebung der Verfügung und die Zusprache einer
IV-Rente. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Vornahme weiterer medizinischer und/
oder administrativer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur
Begründung wird im Wesentlichen angeführt, es sei von einer 100%igen
Einschränkung im freien Arbeitsmarkt und von einer Einschränkung von 50%, ev. 60%,
im geschützten Rahmen auszugehen. Darüber hinaus müsse der Einkommensvergleich
im Erwerb auf ein 100%-Pensum hochgerechnet werden. Im Aufgabenbereich bestehe
eine Einschränkung von 42%, da den Exmann der Beschwerdeführerin weder eine
Schadenminderungs- noch eine weitergehende Unterhaltspflicht treffe. Somit läge,
selbst wenn die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit von 40% im freien
Arbeitsmarkt verwerten könnte, ein
rentenbegründender IV-Grad von 53% vor (act. G 1).
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B.b Mit Beschwerdeantwort vom 16. Dezember 2011 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Eventualiter sei die
Angelegenheit für eine erneute Begutachtung an die IV-Stelle zurückzuweisen. Zur
Begründung führt sie im Wesentlichen an, der IV-Grad sei korrekt ermittelt worden und
den Akten seien keine Hinweise auf eine Einschränkung in der Haushalttätigkeit zu
entnehmen. Fraglich sei im Weiteren, ob die Angaben bezüglich der hypothetischen
60%igen Erwerbstätigkeit zutreffend seien. Man könne eventuell auch zur Ansicht
gelangen, dass der Sachverhalt zu wenig abgeklärt worden sei (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 23. Januar 2012 hält die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen
fest (act. G 6). Mit Ergänzung vom 24. Januar 2012 reicht sie zudem eine
Stellungnahme von Dr. F._ vom 19. Januar 2012 sowie einen Bericht der
Psychiatrischen Klinik I._ über eine ambulante Behandlung vom 20. November 2000
ein (act. G 7).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 9).

Erwägungen:
1.
Streitig und im vorliegenden Fall zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin das
Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin zu Recht abgelehnt hat.
1.1 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht
zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt
gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
als Invalidität. Die Invalidität im Sinne von Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen
Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der
konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht
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geregelt. Diese Lücke füllt Art. 28a Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20). Es ist darauf abzustellen, in welchem Mass die
betreffende Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Als
Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person gelten insbesondere die übliche
Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische
Tätigkeiten (Art. 27 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).).
Die Bestimmung von Art. 28a Abs. 3 IVG regelt die so genannte gemischte Methode
der Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil erwerbstätig und zum Teil im
Aufgabenbereich tätig sind. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der
Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ist
entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen.
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.
2.1 Vorab ist zu klären, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erlaubt.
2.2 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes respektive der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten.
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2.3 Die Beschwerdegegnerin stützt sich in der Verfügung vom 27. September 2011
(IV-act. 57) auf das psychiatrische und neurologische Gutachten von Dr. G._ vom 15.
Februar 2011 (IV-act. 35). Darin stellt Dr. G._ die Diagnosen Persönlichkeitsänderung
nach lang dauernder psychischer Erkrankung (ICD-10 F62.1), Angsterkrankung (ICD-10
F41.0), chronischer Gebrauch von Benzodiazepinen (ICD-10 F13.1) sowie kryptogene
Epilepsie mit fokal beginnenden, sekundär generalisierten Anfällen (ICD-10 G40.4). Dr.
G._ geht aufgrund der für diese Arbeit ungenügenden Fähigkeit zur feinen affektiven
Resonanz im interpersonellen Kontakt mit den Kunden von einer Arbeitsfähigkeit von
0% in der angestammten Tätigkeit als Schmuckverkäuferin und von einer 40%igen
Arbeitsfähigkeit in einer medizintheoretisch denkbaren angepassten Tätigkeit (einfache
Reparaturarbeiten an Schmuckgegenständen sowie einfache Hilfstätigkeiten anderer
Art) aus. Der Gutachter setzt sich ausführlich mit der Biografie der Beschwerdeführerin
auseinander und erhebt eine detaillierte allgemeine Anamnese. Die medizinischen
Vorakten wurden verwertet und die von der Beschwerdeführerin geklagten
Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt. Die entsprechenden gutachterlichen
Ausführungen erscheinen medizinisch fundiert, umfassend und die diesbezüglichen
Schlussfolgerungen nachvollziehbar. Insbesondere weist das Gutachten keine
formellen Mängel auf, die erhebliche Zweifel am Beweiswert zu begründen vermögen.
Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht
berücksichtigt worden wären. Insgesamt leuchtet die Bescheinigung einer 60%igen
Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein.
Es besteht keine Veranlassung, von der gutachterlich bescheinigten Arbeitsunfähigkeit
abzuweichen.
2.4 Fraglich ist, ob die Beschwerdeführerin in der Lage ist, die im Gutachten vom 15.
Februar 2011 attestierte Restarbeitsfähigkeit zu verwerten. Dr. G._ führt
diesbezüglich aus, die Verweistätigkeit (einfache Reparaturarbeiten an
Schmuckgegenständen, einfache Hilfstätigkeiten anderer Art) stelle ein
medizintheoretisch entworfenes Konstrukt dar. Lebenspraktisch und real würde bei
tatsächlichem Zwang zur Erwerbsarbeit ausser Haus bei unverändert fortbestehender
Verpflichtung zur Arbeit und Präsenz im Haushalt und für die Kinder wahrscheinlich
ohne grössere zeitliche Latenz eine erhebliche Überforderung der Versicherten mit
wahrscheinlicher Dekompensation der psychischen Gesundheit resultieren (vgl. IV-act.
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35-11). Diese Einschätzung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin des Gutachters erscheint aufgrund der vorliegenden Aktenlage
und der von den behandelnden Ärzten und dem Gutachter im Wesentlichen
übereinstimmenden Diagnosen nachvollziehbar. Sie stimmt auch mit der Einschätzung
des behandelnden Psychiaters Dr. F._, gemäss welchem nur noch eine Arbeit im
geschützten Rahmen möglich sei und die Arbeitsfähigkeit durch manische, depressive
oder psychotische Episoden bis zu 100% eingeschränkt sein könne, überein (vgl. IV-
act. 28-6). Entsprechend ist festzuhalten, dass es der Beschwerdeführerin aus
ärztlicher Sicht nicht mehr möglich ist, die im Erwerbsalltag geforderte Leistung zu
erbringen, und ihre Einsatzfähigkeit auf den geschützten Bereich beschränkt ist. Somit
ist aus medizintheoretischer Sicht zwar von einer Restarbeitsfähigkeit auszugehen,
deren Verwertung ist der Beschwerdeführerin aber aufgrund der Gefahr einer real
drohenden Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes innert kürzester Zeit
unzumutbar.
2.5 Gesamthaft ist aufgrund der nachvollziehbaren Beurteilung Dr. B._s sowie
gestützt auf die im Wesentlichen übereinstimmenden medizinischen Einschätzungen
davon auszugehen, dass es der Beschwerdeführerin zufolge ihrer gesundheitlichen
Beeinträchtigungen nicht mehr möglich ist, eine wirtschaftlich verwertbare Leistung zu
erbringen.
3.
3.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als
nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen
unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung
bestünde (BGE 125 V 150 E. 2c). Bei (teilweise) im Haushalt tätigen Versicherten sind
nach der Rechtsprechung die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen
Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber
Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die
persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt
sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung
entwickelt hätten, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall
ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad
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der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 150 E. 2c; BGE 117
V 194 f. E. 3b mit Hinweisen; AHI 1997 S. 288 ff. E. 2b, AHI 1996 S. 197 E. 1c, je mit
Hinweisen).
3.2 Die zuständige Abklärungsperson ging anlässlich der Haushaltabklärung vom 16.
August 2011 aufgrund der Lebensumstände der Beschwerdeführerin davon von einer
hypothetischen Erwerbstätigkeit von 60% aus (IV-act. 55). Dass die
Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu mindestens 60% erwerbstätig wäre, ist
insbesondere vor dem Hintergrund der finanziellen Situation der Beschwerdeführerin
(vgl. IV-act. 3, 54-4) sowie aufgrund der Tatsache, dass nur noch reduzierte
Betreuungspflichten bestehen, da die Kinder der Beschwerdeführerin (Jahrgänge 2001
und 2003, vgl. IV-act. 2-1) bereits schulpflichtig sind, als überwiegend wahrscheinlich
zu erachten. Damit ergibt sich eine Aufteilung Erwerbstätigkeit/Haushalt von 60%/40%.
3.3 Hinsichtlich der Invalidität im Aufgabenbereich hat die zuständige
Abklärungsperson eine Einschränkung in der Haushalttätigkeit von 41.6% ermittelt (vgl.
IV-act. 54-11). Die in den verschiedenen Aufgabenbereichen aufgeführten
Einschränkungen sind vor dem Hintergrund der medizinischen Aktenlage
nachvollziehbar. Insbesondere fehlen konkrete Anhaltspunkte für eine Nicht- bzw.
Falschberücksichtigung der Angaben der Beschwerdeführerin durch den
Abklärungsverantwortlichen. Aus den Akten ergeben sich sodann keine Hinweise, die
gegen die von der Abklärungsperson ermittelte Einschränkung von 41.6% sprechen
würden. Durch die berücksichtigten Einschränkungen wird insbesondere deutlich, dass
sich die Beschwerdeführerin, wie von Dr. F._ vorgebracht (vgl. IV-act. 44), aufgrund
ihrer schizoaffektiven Erkrankung gesünder einschätzt als sie es ist, zumal sie im
Fragebogen vom 11. Juni 2010 angegeben hatte, sie könne den Haushalt wie vor
Eintritt des Gesundheitsschaden erledigen (vgl. IV-act. 15-9). Da diese
Selbstüberschätzung der Beschwerdeführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auch in die Beurteilung der ehemaligen Psychiaterin Dr. D._ Eingang gefunden hat,
ist deren abweichende Einschätzung (keine Arbeitsunfähigkeit als Hausfrau und Mutter;
vgl. IV-act. 21-2), somit nicht geeignet, die in der Haushaltabklärung ermittelte
Einschränkung in Zweifel zu ziehen.
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3.4 Damit ist von einer Einschränkung von 41.6% im Haushalt auszugehen. Was die
Anrechnung einer Schadenminderungspflicht des Ex-Ehemannes der
Beschwerdeführerin und damit die Reduktion der Einschränkung auf 34.9% betrifft, gilt
es anzumerken, dass der geschiedene Ex-Ehemann lediglich in der Nähe, jedoch nicht
in häuslicher Gemeinschaft mit der Beschwerdeführerin lebt (vgl. IV-act. 54-2).
Entsprechend ist seine Hilfe bei der Kinderbetreuung für die Invaliditätsbemessung
irrelevant und wurde zu Unrecht invaliditätsmindernd berücksichtigt (vgl. zur
Schadenminderungspflicht nicht in einer Hausgemeinschaft mit der versicherten
Person lebender Angehöriger den Entscheid des Versicherungsgerichtes des Kantons
St. Gallen vom 25. Oktober 2012, IV 2010/152, E. 2.3.2).
4.
4.1 Nach dem Gesagten ergibt sich angesichts der fehlenden Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit für den Erwerbsbereich ein Teilinvaliditätsgrad von 60% (60% x
100%). Im Haushaltbereich beträgt der Teilinvaliditätsgrad 16.64% (40% x 41.6%).
Insgesamt resultiert ein Invaliditätsgrad von 76.64% und somit ein Anspruch auf eine
ganze Rente.
4.2 Der Eintritt des Rentenfalls wird durch Art. 28 Abs. 1 IVG geregelt. Nach Art. 28
Abs. 1 lit. b IVG hat der Versicherte Anspruch auf eine Rente, wenn er während eines
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig
(Art. 6 ATSG) gewesen ist. Die einjährige Wartezeit gilt als eröffnet, sobald eine
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % vorliegt (AHI 1998 S. 124 E. 3c). Der
Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach
Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Absatz 1 ATSG, jedoch
frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt. Die Rente wird
vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Art. 29
Abs. 1 und 3 IVG).
4.3 Aufgrund der vorliegenden medizinischen Berichte ist davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin bereits seit einigen Jahren erheblich in ihrer Leistungsfähigkeit
eingeschränkt ist (vgl. insb. IV-act. 11-1, 11-4, 28). Gemäss Dr. G._ kann der Beginn
der psychischen Störung auf das Jahr 2006 festgelegt werden, wobei von einem
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stabilen Gesundheitsschaden auszugehen ist (vgl. IV-act. 35-10). Nachdem das
Wartejahr im Jahr 2006 begonnen hat (vgl. auch die Verfügung vom 27. September
2011, IV-act. 57) und den Akten darüber hinaus keine Hinweise zu entnehmen sind,
dass die Beschwerdeführerin zwischenzeitlich durchschnittlich unter 40%
arbeitsunfähig gewesen ist, entstand der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin
sechs Monate nach verspätet erfolgter Anmeldung vom 3. März 2010 (IV-act. 1). Somit
ist der Rentenbeginn auf den 1. September 2010 festzusetzen.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 27. September 2011
aufzuheben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. September 2010 eine
ganze Rente zuzusprechen. Die Sache ist zur Festsetzung des Rentenbetrages sowie
zur Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Eine raschmögliche Überprüfung der gesundheitlichen Situation und
Leistungsfähigkeit der Versicherten, wie sie vom Gutachter vorgeschlagen wurde (vgl.
IV-act. 35-10), erscheint in der vorliegenden Angelegenheit als sinnvoll, dies auch unter
Berücksichtigung der Tatsache, dass Dr. G._ die der Beschwerdeführerin nicht
zumutbare Gefahr der Dekompensation unter Berücksichtigung der bei Begutachtung
aktuellen Belastung durch Familie und Haushalt erkenne.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der Kostenvorschuss im Betrag von Fr.
600.-- ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.
5.3 Die obsiegende beschwerdeführende Partei hat Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechts
pflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO
(sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der Bedeutung und Komplexität
bis
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der vorliegenden Streitsache angemessen erscheint eine Parteientschädigung von
pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht