Decision ID: 8402bff0-ad2a-5e28-9285-5c0b6fb3f8ca
Year: 2015
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die aus Marokko stammende Beschwerdeführerin (geb. 1970) reiste im
August 1998 in die Schweiz ein und lernte im November 1998 den Schwei-
zer Bürger T._ (geb. 1962) kennen, den sie am 12. März 1999 in
Bern heiratete. In der Folge erhielt sie vom Kanton Bern eine Aufenthalts-
bewilligung zum Verbleib beim Ehemann. Ab November 1999 wohnten sie
an der X.-strasse in Bern.
B.
Am 8. März 2004 ersuchte die Beschwerdeführerin um erleichterte Einbür-
gerung. Die Ehegatten unterzeichneten am 27. August 2004 eine Erklä-
rung, wonach sie in einer tatsächlichen und stabilen ehelichen Gemein-
schaft zusammen leben und weder Trennungs- noch Scheidungsabsichten
bestehen. Sie nahmen zur Kenntnis, dass die erleichterte Einbürgerung
nicht möglich ist, wenn vor oder während des Einbürgerungsverfahrens ei-
ner der Ehegatten die Trennung oder Scheidung beantragt oder keine tat-
sächliche eheliche Gemeinschaft mehr besteht. Am 13. September 2004
wurde die Beschwerdeführerin erleichtert eingebürgert.
C.
Seit dem 1. Dezember 1999 hatten die Ehegatten eine kleine Zweitwoh-
nung am Y.-weg in Bern gemietet. Ab etwa Mitte Oktober 2004 wohnte die
Beschwerdeführerin ausschliesslich in der Zweitwohnung und zog am
1. Dezember 2004 an eine andere Adresse. Am 30. Oktober bzw. 11. No-
vember 2004 unterzeichneten die Ehegatten eine Scheidungskonvention.
Mit Urteil vom 22. April 2005 wurde die Ehe geschieden (vgl. Akten des
Staatssekretariats für Migration [SEM act.] 1).
D.
Mit Schreiben vom 10. Juni 2005 machte der Ex-Ehemann das Bundesamt
für Migration (BFM; heute: SEM) auf die Scheidung aufmerksam, schilderte
den Verlauf der Ehe aus seiner Sicht und wies auf ein angeblich ausser-
eheliches Verhältnis der Beschwerdeführerin mit S._ (eingebürgert
im Jahre 1996; vormals Marokko) hin. Von dessen Ehefrau E._
habe er Mitte Oktober 2004 erfahren, dass seine Ex-Ehefrau ein ausser-
eheliches Verhältnis mit ihrem Arbeitskollegen S._ gepflegt habe,
den sie im Jahr 2002 in Marokko geheiratet habe. Er habe die beiden in
der Zweitwohnung überrascht und sie zur Rede gestellt, worauf sie alles
zugegeben und er die Scheidung eingereicht habe (vgl. SEM act. 2). Fer-
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ner wies am 1. August 2005 E._ schriftlich darauf hin, dass ihr Ehe-
mann seit dem Jahr 1998 ein Verhältnis mit der Beschwerdeführerin habe
und es sich bei deren Ehe mit T._ um eine Scheinehe gehandelt
habe (vgl. SEM act. 3). Die Vorinstanz eröffnete am 10. Juli 2006 ein Ver-
fahren auf Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung. Im Rahmen
dieses Verfahrens hatte die Beschwerdeführerin verschiedentlich Gelegen-
heit zur Stellungnahme (vgl. SEM act. 5; 7; 12; 15 f.). Der Ex-Ehemann
beantwortete mit Schreiben vom 22. Oktober 2007 diverse Fragen der Vo-
rinstanz zur ehelichen Gemeinschaft, zur Einbürgerung und zu den Um-
ständen der Scheidung (vgl. SEM act. 13). Am 23. Januar 2008 reichte die
Beschwerdeführerin eine abschliessende Stellungnahme ein (vgl. SEM
act. 22).
E.
Mit Verfügung vom 8. April 2008 erklärte die Vorinstanz die erleichterte Ein-
bürgerung der Beschwerdeführerin für nichtig. Zur Begründung wurde aus-
geführt, im Zeitpunkt der Einbürgerung (13. September 2004) habe keine
stabile eheliche Gemeinschaft mehr bestanden. Die Beschwerdeführerin
sei nur ca. einen Monat später definitiv aus der ehelichen Wohnung aus-
gezogen. Die Scheidungskonvention sei bereits am 30. Oktober 2004 un-
terzeichnet worden. Dies deute darauf hin, dass das von der Beschwerde-
führerin bestrittene – und vom Ex-Ehemann schon ab Winter 2000 vermu-
tete – aussereheliche Verhältnis spätestens wenige Tage nach der Einbür-
gerung erwiesen gewesen sein müsse. Ferner habe der Ex-Ehemann
schon bei der Unterzeichnung der Erklärung über die eheliche Gemein-
schaft am 27. August 2004 Zweifel über deren Bestand gehabt. Er habe
aber unterschrieben, weil er angenommen habe, dass die Ehe in Zukunft
durch die Einbürgerung funktionieren würde. Auch dies deute auf eheliche
Probleme hin, die vor der Einbürgerung entstanden seien. Zudem habe die
Beschwerdeführerin selbst die eheliche Beziehung auf den Einbürgerungs-
zeitpunkt hin nur noch als «relativ stabil» bezeichnet. Wohl sei die Schei-
dung erst Ende Oktober 2004 eingeleitet worden, die Absicht müsse hin-
gegen viel früher entstanden sein. Die Aussagen des Ex-Ehemannes und
jene von E._ seien glaubwürdiger als diejenigen der Beschwerde-
führerin.
F.
Mit Rechtsmitteleingabe vom 13. Mai 2008 beantragte die Beschwerdefüh-
rerin die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Einvernahme
von S._ als Zeugen. Gleichzeitig reichte sie eine schriftliche Erklä-
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rung von S._ vom 19. April 2008 sowie einen Auszug einer Telefon-
rechnung des Ex-Ehemannes für die Zeit vom 11. Januar bis 10. Februar
2005 zu den Akten. Zur Begründung der Beschwerde wurde vorgebracht,
die Erklärung der Ehegatten vom 27. August 2004 sei zutreffend gewesen.
Sie hätten in einer stabilen ehelichen Gemeinschaft gelebt. Trennungs-
und Scheidungsabsichten hätten keine bestanden. Sie habe kein ausser-
eheliches Verhältnis gehabt. Die entsprechenden Behauptungen seien
wohl in persönlichen Schwierigkeiten von E._ begründet. Der Ex-
Ehemann könne nicht Augenzeuge eines angeblichen ehewidrigen Tref-
fens im Oktober 2004 geworden sein. S._ sei lediglich ein Arbeits-
kollege, der sie gelegentlich nach Hause gefahren habe. Im Oktober 2004
sei es zu einer Auseinandersetzung zwischen ihr und dem Ex-Ehemann
gekommen, in deren Folge sie in der Zweitwohnung verblieben sei. Grund
für das Zerwürfnis sei die Denunziation durch E._ am 18. Oktober
2004 gewesen. Ihr Ex-Ehemann habe bald nach der Scheidung wieder ge-
heiratet. Die Scheidungsbestrebungen seien einseitig von ihm ausgegan-
gen. Denkbar sei, dass eine Bekanntschaft des Ex-Mannes, welche er im
Februar 2004 in Marokko gemacht habe, einen Einfluss auf den Schei-
dungswillen gehabt habe. Schliesslich seien die Erörterungen über die an-
geblichen ehelichen Schwierigkeiten im Jahre 2000 irrelevant.
G.
Das Bundesverwaltungsgericht lehnte mit Zwischenverfügung vom
12. Juni 2008 ein Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Pro-
zessführung wegen Aussichtslosigkeit ihres Begehrens ab. Mit Eingabe
vom 1. Juli 2008 beantragte die Beschwerdeführerin den Ausstand der mit
der Beschwerde betrauten Gerichtspersonen. Mit Zwischenverfügung C-
5107/2008 vom 20. November 2008 lehnte das Gericht dieses Begehren
ab. Die Vorinstanz schloss mit Vernehmlassung vom 30. März 2009 auf
Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin hielt mit Replik vom
3. Juni 2009 an ihrem Begehren und dessen Begründung fest.
H.
Das Bundesverwaltungsgericht wies die Beschwerde mit Urteil
C-3136/2008 vom 21. September 2010 ab. Aufgrund der äusseren Um-
stände (Heirat nach kurzer Zeit des Kennenlernens; illegaler Aufenthalt vor
der Heirat; Mieten einer Zweitwohnung; wenig gemeinsam verbrachte Zeit;
Einleitung des Scheidungsverfahrens kurz nach der Einbürgerung) be-
stehe die Vermutung, die Ehe sei schon vor dem Zeitpunkt der Erklärung
betreffend eheliche Gemeinschaft nicht intakt gewesen. Als Trennungs-
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grund werde die Auseinandersetzung der Eheleute vom Oktober 2004 gel-
tend gemacht. Selbst wenn der Ex-Ehemann aufgrund der Denunziation
überzeugt gewesen sei vom – jedoch nicht bewiesenen – ausserehelichen
Verhältnis, sei es kaum nachvollziehbar, weshalb es sogleich zur Trennung
gekommen sei. Hätten die Eheleute tatsächlich während fünf Jahren in ei-
ner stabilen ehelichen Gemeinschaft gelebt, wäre versucht worden,
Schritte zur Rettung der Ehe zu unternehmen. Aus dem Umstand, dass
das Scheidungsverfahren vom Ex-Ehemann eingeleitet worden sei, könne
die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ableiten. Die zweite Ehe
des Ex-Ehemannes könne nicht als Grund für die Auflösung der ersten Ehe
herangezogen werden, da er seine jetzige Frau erst im April 2005 in Genf
kennengelernt habe. Sodann sei der Umstand der fehlenden intimen Be-
ziehung ein zusätzlicher Hinweis, dass die Ehe nicht intakt gewesen sei.
Mit ins Gewicht falle, dass das Bestehen von zwei Wohnungen im Einbür-
gerungsverfahren verschwiegen worden sei. Zusammenfassend habe kein
auf die Zukunft gerichteter Ehewillen bestanden. Ob die Beschwerdeführe-
rin tatsächlich ein aussereheliches Verhältnis unterhalten habe, sei nicht
ausschlaggebend. Ebenfalls könne in antizipierter Beweiswürdigung auf
die – ohnehin nur subsidiär zulässige – Einvernahme von S._ als
Zeugen verzichtet werden.
I.
Mit Urteil 1C_496/2010 vom 18. Januar 2011 hiess das Bundesgericht die
von der Beschwerdeführerin gegen das bundesverwaltungsgerichtliche Ur-
teil erhobene Beschwerde gut, soweit darauf einzutreten war, und wies die
Sache zur Neubeurteilung zurück. Das Bundesverwaltungsgericht habe
die entscheidenden Abschnitte der Erklärung des Ex-Ehemannes vom 10.
Juni 2005 (vgl. SEM act. 2) nicht gewürdigt. Wie die verfügende Behörde
habe es darauf verzichtet, ihn mündlich einzuvernehmen, weil es das Ver-
hältnis als nicht bewiesen betrachtet habe. Sei dieses aber nicht bewiesen,
sei der Ehemann aufgrund der (unbegründeten) Denunziation überrascht
worden, dass seine Ehefrau ihn betrügen solle. Es erscheine plausibel,
dass er daraufhin sofort die Scheidung angestrebt habe. Was die Ehefrau
zur Rettung ihrer Ehe hätte vorkehren sollen, werde nicht erläutert. Auf-
grund der derzeitigen Aktenlage sei die Denunziation, so sie tatsächlich
unberechtigt gewesen sein sollte, mit der Reaktion des Ehemannes als
ausserordentliches Ereignis zu betrachten, welches eine intakte Ehe zum
raschen Zerfall bringen könne. Das Bundesverwaltungsgericht habe den
Sachverhalt ungenügend abgeklärt. Es habe namentlich von der Befra-
gung des früheren Ehemannes abgesehen. Die Beschwerde sei insofern
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begründet und zur Ergänzung des Sachverhalts zurückzuweisen (vgl. Ur-
teil des BGer 1C_496/2010 E. 2.4).
J.
Das Bundesverwaltungsgericht nahm das Beschwerdeverfahren
C-3136/2008 mit Zwischenverfügung vom 11. Februar 2011 wieder auf und
führte es unter der Geschäfts-Nr. C-944/2011 fort. Den Parteien wurde mit-
geteilt, die zur Ergänzung des Sachverhalts notwendigen Beweismassnah-
men würden zu gegebener Zeit durchgeführt.
K.
Die Beschwerdeführerin rügte mit Eingabe 30. Juni 2014 die lange Verfah-
rensdauer. Mit Schreiben vom 28. Juli 2014 wurde ihr mitgeteilt, es sei eine
neue Instruktionsrichterin eingesetzt worden.
L.
Das Bundesverwaltungsgericht gab der Beschwerdeführerin mit Zwischen-
verfügung vom 13. August 2014 Gelegenheit, sich zu ihrer aktuellen Situa-
tion zu äussern und wesentliche Sachverhaltsänderungen ins Verfahren
einzubringen. Die Beschwerdeführerin teilte mit Stellungnahme vom
2. September 2014 mit, sie habe wieder ihren Ledignamen angenommen
und sei Mutter zweier Kinder geworden (geb. 2009 und 2010), wobei sie
mit dem Kindsvater nie verheiratet gewesen sei und nicht mit ihm zusam-
men lebe. Der Kindsvater lebe im Ausland, habe den Kontakt zur Familie
abgebrochen und bezahle keine Unterhaltsbeiträge. Sie habe ihre Stelle in
einer P._-Filiale im Jahr 2007 verloren und im Jahr 2008 ein Prakti-
kum absolviert. Seither werde sie vom Sozialdienst unterstützt, wobei sie
davon ausgehe, bald wieder eine feste (Teilzeit-)Stelle antreten zu können.
Sie sei sozial gut integriert und spreche deutsch und französisch. Ihre Kin-
der verfügten über keine andere Staatsangehörigkeit.
M.
Das Bundesverwaltungsgericht forderte die Beschwerdeführerin mit Zwi-
schenverfügung vom 10. September 2014 auf, Auskunft über den Namen
und die Nationalität(en) des Vaters ihrer Kinder zu geben und diese mit
Auszügen aus dem Personenstandsregister zu dokumentieren, eine Kopie
der Scheidungskonvention einzureichen und die aktuelle Adresse des von
ihr angerufenen Zeugen, S._, mitzuteilen. Die Beschwerdeführerin
reichte am 25. September 2014 zwei Auszüge aus dem Geburtsregister
ein, aus denen hervorgeht, dass S._ der Kindsvater ist. Sie reichte
sodann eine Kopie der Scheidungskonvention ein und teilte mit, dass der
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angerufene Zeuge S._ die Schweiz verlassen habe und ihr eine ak-
tuelle Adresse nicht bekannt sei.
N.
Das Bundesverwaltungsgericht ordnete mit Zwischenverfügung vom
2. Oktober 2014 für den 13. November 2014 eine parteiöffentliche Instruk-
tionsverhandlung an zwecks Befragung der Beschwerdeführerin und ihres
Ex-Ehemannes über die Ereignisse, welche dazu geführt hatten, dass sie
sich im Herbst 2004 trennten, dies vor dem Hintergrund der Beurteilung
der Stabilität der ehelichen Gemeinschaft als Voraussetzung der erleich-
terten Einbürgerung. Die Parteien erhielten Gelegenheit, bis zum 17. Ok-
tober 2014 eine Stellungnahme zum vorgesehenen Ablauf und zum Ge-
genstand der Instruktionsverhandlung einzureichen.
O.
Die Vorinstanz ersuchte mit Stellungnahme vom 21. Oktober 2014 um Ak-
teneinsicht. Zudem wies sie darauf hin, dass die Beschwerdeführerin we-
nigstens das Abmeldedatum und die erste Auslandadresse von S._
hätte bekanntgegeben können. Sodann lasse die Beschwerdeführerin of-
fen, ob und inwiefern die Alimentenbevorschussungsstelle tätig geworden
sei oder Informationen liefern könne. Die eingereichten Geburtsregister-
Unterlagen wiesen «Aegypten, O._» als Wohnort von S._
aus, weshalb eine Aktualisierung durch die Beschwerdeführerin hätte mög-
lich sein sollen. Ein Nichtmitwirken der Beschwerdeführerin sei nach wie
vor gegeben. Das Bundesverwaltungsgericht nahm diese Stellungnahme
gestützt auf Art. 32 Abs. 2 VwVG entgegen und sandte sie der Beschwer-
deführerin zur Kenntnis zu.
P.
Das Bundesverwaltungsgericht entsprach mit Zwischenverfügung vom 24.
Oktober 2014 dem Akteneinsichtsgesuch der Vorinstanz. Die Vorinstanz
sandte die Akten mit Eingabe vom 28. Oktober 2014 zurück und machte
zusätzliche Ausführungen. Das Bundesverwaltungsgericht nahm auch
diese Stellungnahme gestützt auf Art. 32 Abs. 2 VwVG entgegen und
sandte sie der Beschwerdeführerin zur Kenntnis zu.
Q.
Anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 13. November 2014 wurden
die Beschwerdeführerin als Partei sowie ihr früherer Ehemann T._
als Auskunftsperson befragt. Anschliessend konnte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin mündlich zum vorläufigen Beweisergebnis Stellung
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nehmen. Mit Zwischenverfügung vom 4. Dezember 2014 wurde das Pro-
tokoll der Instruktionsverhandlung zur Genehmigung und fakultativen Stel-
lungnahme an die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz und die Auskunfts-
person versandt. Die Beschwerdeführerin wurde überdies ersucht, das Ge-
richt zu ermächtigen, die Scheidungsakten beizuziehen. Die Vorinstanz
und die Beschwerdeführerin nahmen mit Stellungnahmen vom 12. bzw.
16. Januar 2015 vom Protokoll Kenntnis und stellten keine Korrekturan-
träge, worauf das Gericht – nachdem die Auskunftsperson keine Stellung-
nahme eingereicht hatte – mit Zwischenverfügung vom 21. Januar 2015
feststellte, dass das Protokoll als genehmigt gelte. Nachdem die Beschwer-
deführerin die Zustimmung hierzu erteilt hatte, wurden die Scheidungsak-
ten beigezogen. Die Beschwerdeführerin verzichtete mit Schreiben vom 3.
Februar 2015 darauf, zur Eingabe der Vorinstanz vom 12. Januar 2015
Stellung zu nehmen.
R.
Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den nachfol-
genden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Verfügungen des BFM betreffend Nichtigerklärung der erleichterten
Einbürgerung unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsge-
richt (vgl. Art. 41 i.V.m. Art. 51 BüG und Art. 31 ff. VGG). Das Verfahren
richtet sich nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz, soweit das Gesetz
nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG).
1.2 Die Beschwerdeführerin ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert.
Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art.
48 ff. VwVG).
2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann vorliegend die
Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Miss-
brauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des
rechtserheblichen Sachverhaltes und die Unangemessenheit gerügt wer-
den (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bundes-
recht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Be-
gründung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch
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aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abwei-
sen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Ent-
scheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m.H.).
3.
3.1 Gemäss Art. 27 Abs. 1 BüG kann eine Ausländerin nach der Ehe-
schliessung mit einem Schweizer Bürger ein Gesuch um erleichterte Ein-
bürgerung stellen, wenn sie insgesamt fünf Jahre in der Schweiz gewohnt
hat, seit einem Jahr hier wohnt und seit drei Jahren in ehelicher Gemein-
schaft mit dem Schweizer Bürger lebt. Art. 26 Abs. 1 BüG setzt ferner vo-
raus, dass die Bewerberin integriert ist (Bst. a), die schweizerische Rechts-
ordnung beachtet (Bst. b) und die Sicherheit nicht gefährdet (Bst. c). Die
erleichterte Einbürgerung soll die Einheit des Bürgerrechts der Ehegatten
im Hinblick auf ihre gemeinsame Zukunft zu fördern. Der Begriff der eheli-
chen Gemeinschaft verlangt das Vorliegen einer tatsächlichen Lebensge-
meinschaft, die getragen ist vom beidseitigen Willen der Ehepartner, ihre
Ehe auch künftig aufrecht zu erhalten. Sowohl im Zeitpunkt der Gesuchs-
einreichung als auch im Zeitpunkt des Einbürgerungsentscheides muss
eine tatsächliche Gemeinschaft bestehen, die Gewähr für die Stabilität der
Ehe bietet. Zweifel am Willen der Ehegatten, die eheliche Gemeinschaft
aufrecht zu erhalten, sind z.B. angebracht, wenn bereits kurze Zeit nach
der Einbürgerung die Trennung erfolgt (vgl. zum Ganzen BGE 140 II 65 E.
2.1 sowie BGE 135 II 161 E. 2 je m.H.).
3.2 Nach Art. 41 Abs. 1 BüG kann die Einbürgerung vom Bundesamt mit
Zustimmung der Behörde des Heimatkantons nichtig erklärt werden, wenn
sie durch falsche Angaben oder Verheimlichung erheblicher Tatsachen er-
schlichen worden ist. Das blosse Fehlen der Einbürgerungsvoraussetzun-
gen genügt nicht. Die Nichtigerklärung der Einbürgerung setzt voraus, dass
diese «erschlichen», das heisst mit einem unlauteren und täuschenden
Verhalten erwirkt worden ist. Arglist ist nicht erforderlich. Es genügt, dass
der Gesuchsteller bewusst falsche Angaben macht bzw. die Behörde be-
wusst in einem falschen Glauben lässt. Über eine nachträgliche Änderung
in seinen Verhältnissen, von der er weiss oder wissen muss, dass sie einer
Einbürgerung entgegensteht, muss er die Behörden unaufgefordert infor-
mieren (vgl. Art. 5 Abs. 3 BV u. Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG). Die Behörde
darf sich darauf verlassen, dass einmal erteilte Auskünfte bei passivem
Verhalten des Gesuchstellers nach wie vor zutreffen (vgl. BGE 140 II 165
E. 2.2; 132 II 113 E. 3.1 f. je m.H.).
http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=2010&to_year=2014&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=erleichterte+einb%FCrgerung&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F132-II-113%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page113
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3.3 Gemäss Art. 12 VwVG obliegt es der Behörde, den Sachverhalt von
Amtes wegen abzuklären (Untersuchungsgrundsatz). Sie hat zu untersu-
chen, ob der betroffenen Person die Täuschung über eine Einbürgerungs-
voraussetzung vorgeworfen werden kann, wozu insb. die Existenz eines
beidseitig intakten und gelebten Ehewillens gehört. Da die Nichtigerklärung
in die Rechte der betroffenen Person eingreift, liegt die Beweislast bei der
Behörde. Allerdings geht es in der Regel um innere, dem Kern der Pri-
vatsphäre zugehörige Sachverhalte, die der Behörde nicht bekannt und ei-
nem Beweis naturgemäss kaum zugänglich sind. Sie können regelmässig
nur indirekt durch Indizien erschlossen werden. Die Behörde kann sich da-
her veranlasst sehen, von bekannten Tatsachen (Vermutungsbasis) auf un-
bekannte (Vermutungsfolge) zu schliessen. Dabei handelt es sich um
Wahrscheinlichkeitsfolgerungen, die aufgrund der Lebenserfahrung gezo-
gen werden. Die betroffene Person ist verpflichtet, bei der Sachverhaltsab-
klärung mitzuwirken (vgl. BGE 135 II 161 E. 3 m.H.).
3.4 Die natürliche Vermutung gehört zur freien Beweiswürdigung (vgl.
Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 BZP [SR 273]). Sie stellt eine Beweislaster-
leichterung dar, indem eine bereits vorhandene, aber nicht mit letzter
Schlüssigkeit mögliche Beweisführung unterstützt wird. Eine Umkehr der
Beweislast hat sie nicht zur Folge. Wenn bestimmte Tatsachen – z.B. die
Chronologie der Ereignisse – die Vermutung begründen, dass die Einbür-
gerung erschlichen wurde, muss die betroffene Person nicht den Beweis
für das Gegenteil erbringen. Es genügt, wenn sie einen Grund anführt, der
es hinreichend möglich erscheinen lässt, dass sie die Behörde nicht ge-
täuscht hat. Bei diesem Grund kann es sich um ein ausserordentliches Er-
eignis handeln, das zum raschen Scheitern einer vormals intakten Ehe
führte, oder die betroffene Person kann plausibel darlegen, weshalb sie die
Schwere der ehelichen Probleme nicht erkannte und den wirklichen Willen
hatte, mit dem Schweizer Ehepartner auch weiterhin in einer stabilen ehe-
lichen Gemeinschaft zu leben (vgl. BGE 135 II 161 E. 3 m.H.; Urteil des
BVGer C-333/2012 vom 21. August 2014 E. 4.2).
3.5 Nicht ausgeschlossen ist sodann, aus früheren oder auch späteren Er-
eignissen und Umständen Rückschlüsse zu ziehen. So kann namentlich
eine nachträgliche Entwicklung Folgerungen auf die Ernsthaftigkeit einer
Beziehung erlauben. Die Grundlage der Vermutung, dass keine echte mas-
sgebliche Beziehung besteht, lässt sich durch solche Anhaltspunkte stär-
ken oder auch widerlegen, kann sich also zu Gunsten oder zu Lasten der
betroffenen Person auswirken (vgl. Urteil des BGer 1C_179/2014 vom 2.
September 2014 E. 2.5 m.H.).
http://links.weblaw.ch/BGE-135-II-161 http://links.weblaw.ch/BGE-135-II-161
C-944/2011
Seite 11
4.
In der vorliegenden Streitsache sind die formellen Voraussetzungen der
Nichtigerklärung einer erleichterten Einbürgerung erfüllt: Die von Art. 41
Abs. 1 BüG geforderte Zustimmung des Heimatkantons liegt vor (vgl. SEM
act. 25), und die Fristen des Art. 41 Abs. 1bis BüG – welche im Beschwer-
deverfahren still stehen – wurden gewahrt (vgl. dazu Urteil des BGer
1C_540/2014 vom 5. Januar 2015 E. 3.1 sowie Urteil des BVGer
C-7205/2013 vom 12. September 2014 E. 3.4 je m.H.).
5.
5.1 Wenn sich Ehegatten bereits kurze Zeit nach der erleichterten Einbür-
gerung trennen, wird in steter Praxis die sich auf die Lebenserfahrung stüt-
zende Vermutung aufgestellt, dass bereits im Zeitpunkt der Einbürgerung
keine zukunftsgerichtete, stabile eheliche Gemeinschaft mehr bestand
(vgl. BGE 135 II 161 E. 2 f. m.H.). Im vorliegenden Fall ist unbestritten,
dass sich die Ehegatten bereits wenige Wochen nach der erleichterten Ein-
bürgerung definitiv trennten (vgl. Sachverhalt Bst. C). Praxisgemäss ist be-
reits dieser zeitliche Ablauf der Ereignisse ohne weiteres dazu geeignet,
die Vermutung zu begründen, dass die Ehe der Beschwerdeführerin zum
Zeitpunkt der gemeinsamen Erklärung der Ehegatten sowie der erleichter-
ten Einbürgerung tatsächlich nicht intakt war und die Beschwerdeführerin
gegenüber den Behörden bewusst wahrheitswidrige Angaben über den Zu-
stand der Ehe machte (vgl. nur etwa BGE 135 II 161 E. 4.3 sowie die Urteile
des BVGer C-7205/2013 vom 12. September 2014 E. 7.2 sowie C-
5210/2010 vom 2. Oktober 2012 E. 6.1).
5.2 Im vom Bundesgericht kassierten Urteil C-3136/2008 vom 21. Septem-
ber 2010 (E. 7) wurde zur Begründung der Vermutung einer nicht stabilen
ehelichen Gemeinschaft auf weitere Umstände hingewiesen, denen die
Beschwerdeführerin in der Beschwerde ans Bundesgericht vom 29. Okto-
ber 2010 mit dem Argument entgegentrat, es handle sich entweder um
nicht objektive Kriterien oder um falsche Einschätzungen. Da das Bundes-
gericht diese Einwände nicht behandelte (vgl. Urteil 1C_496/2010 E. 2.4 in
fine), ist darauf im Folgenden kurz einzugehen.
5.2.1 Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass sie im August 1998 in
die Schweiz kam, im November 1998 T._ traf und diesen im März
1999 heiratete. Im Rahmen der Instruktionsverhandlung führte sie erstmals
aus, sie habe T._ bereits anlässlich eines Aufenthalts als Touristin
in der Schweiz im Jahr 1992 erstmals getroffen; ob diese Aussage zutrifft,
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kann offen bleiben (der Ex-Ehemann datiert das Kennenlernen auf Novem-
ber 1998, vgl. SEM act. 2; 13; Protokoll S. 19). Nach Auffassung der Be-
schwerdeführerin lässt sich «darüber streiten», ob sie bereits «kurze Zeit»
nach dem Kennenlernen geheiratet hätten. Das Bundesverwaltungsgericht
hält diesbezüglich an seiner Einschätzung fest. Überdies erscheint es –
selbst wenn zu Gunsten der Beschwerdeführerin davon ausgegangen
wird, dass sie sich vor der Heirat legal als Touristin in der Schweiz aufhielt
– als klar, dass die Heirat für die aus Marokko stammende Beschwerde-
führerin gleichsam der einzige Weg war, um längerfristig in der Schweiz
bleiben zu können. Hinzu kommt, dass nach der glaubhaften Sachdarstel-
lung des früheren Ehemanns die Schwester der Beschwerdeführerin einen
wichtigen Beitrag zur baldigen Heirat leistete (vgl. Protokoll S. 19 u. 24)
und die künftigen Ehegatten vor der Heirat nicht über Themen wie die ver-
schiedenen Religionszugehörigkeit gesprochen hatten, welche sich im
Nachhinein als erhebliches Problem herausstellen sollten (vgl. Protokoll S.
32). Das Bundesverwaltungsgericht geht aus diesen Gründen davon aus,
dass die Sicherung des Aufenthaltsrechts jedenfalls mit zur baldigen Heirat
beitrug.
5.2.2 Unbestritten ist sodann, dass die Eheleute schon relativ kurze Zeit
nach der Heirat – per 1. Dezember 1999 – eine kleine Zweitwohnung mie-
teten. Die Beschwerdeführerin bringt vor, diese habe einzig der Beherber-
gung von Verwandten gedient, und bestreitet, diese Wohnung für eigene
Zwecke benutzt zu haben (vgl. Urteil C-3136/2008 E. 7.1; Protokoll S. 8 f.).
Nicht strittig ist, dass die Zweitwohnung auch für die Beherbergung von auf
Besuch weilenden Verwandten benutzt wurde (vgl. Protokoll S. 8 f. und
S. 23 f.). Es ist jedoch nicht glaubhaft, dass die Beschwerdeführerin die
Zweitwohnung nur «ab und zu zum Putzen» aufgesucht und nicht auch zu
eigenen Zwecken benutzt haben will (vgl. Protokoll S. 8 f.). Erstens er-
scheint die diesbezügliche Sachdarstellung des früheren Ehegatten glaub-
haft (vgl. SEM act. 2; Protokoll S. 22 ff.). Zweitens erscheint das dauerhafte
Anmieten einer reinen «Gästewohnung» wenig sinnvoll und den finanziel-
len Verhältnissen der Eheleute nicht angemessen, zumal nur während ei-
nigen wenigen Wochen pro Jahr Verwandte auf Besuch waren, welche
auch anders – und kostengünstiger – hätten untergebracht werden kön-
nen. Drittens geht, wie noch aufzuzeigen sein wird, das Gericht davon aus,
dass die Beschwerdeführerin ein aussereheliches Verhältnis bzw. eine Pa-
rallelbeziehung hatte (vgl. E. 6), was das Bedürfnis nach einem Rückzug-
sort erklärt.
C-944/2011
Seite 13
5.2.3 Die Beschwerdeführerin bestreitet, dass ihr früherer Ehemann und
sie nur wenig Zeit gemeinsam verbracht hätten, und weist darauf hin, die-
ser sei berufsbedingt oft abwesend gewesen. Dies trifft zu, ebenso die Tat-
sache, dass die Eheleute gemeinsame Aktivitäten pflegten (gemeinsame
Besuche bei Festen, Verwandten und Kollegen, einmalige gemeinsame
Ferienreise nach Marokko im Jahr 2004). Dies ändert jedoch nichts daran,
dass sich die Beschwerdeführerin regelmässig in der Zweitwohnung auf-
hielt (vgl. E. 5.2.2), und dass sie die Einbürgerungsbehörden im Rahmen
ihrer Mitwirkungspflicht über die Existenz der Zweitwohnung hätte informie-
ren müssen, zumal ausser Frage steht, dass dies die Vorinstanz zu Abklä-
rungen betreffend die Einbürgerungsvoraussetzung des Bestehens einer
tatsächlichen ehelichen Gemeinschaft hätte veranlassen müssen (vgl.
BGE 140 II 65 E. 3.4.2).
5.3 Zusammenfassend besteht bereits aufgrund der äusseren Umstände
(insbesondere: Trennung und Einleitung des Scheidungsverfahrens nur
wenige Wochen nach der erleichterten Einbürgerung; hinzu kommt: Heirat
nach relativer kurzer Zeit des Kennenlernens; kein sicherer Aufenthaltssta-
tus der Beschwerdeführerin vor der Heirat; Mieten einer Zweitwohnung we-
nige Monate nach der Heirat und Aufrechterhaltung dieses Mietverhältnis-
ses bis zur Trennung) die tatsächliche Vermutung, die Ehe sei schon vor
dem Zeitpunkt der Erklärung betreffend eheliche Gemeinschaft und der er-
leichterten Einbürgerung nicht intakt und nicht auf eine gemeinsame Zu-
kunft ausgerichtet gewesen. Die Beschwerdeführerin muss daher einen
Grund anführen, der es hinreichend möglich erscheinen lässt, dass sie die
Behörde nicht getäuscht hat (vgl. E. 3.4).
6.
6.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, Hintergrund der Trennung sei
die Denunziation gewesen, sie habe mit S._ ein – von ihr bestritte-
nes – Verhältnis unterhalten. Ihrem damaligen Ehemann sei dies von
E._ am 18. Oktober 2004 mitgeteilt worden, worauf er sich habe
scheiden lassen wollen. Im Zeitpunkt der Einbürgerung (September 2004)
sei die Ehe noch intakt gewesen. Das Bundesgericht führte hierzu aus, die
Denunziation vom 18. Oktober 2004 sei, sofern sie tatsächlich unberechtigt
gewesen sei, mit der anschliessenden Reaktion des Ehemannes als aus-
serordentliches Ereignis zu betrachten, welches eine intakte Ehe zum ra-
schen Zerfall bringen und die Vermutung einer nicht stabilen ehelichen Ge-
meinschaft umzustossen vermöchte (vgl. Sachverhalt Bst. I). Es gilt somit
im Folgenden zu prüfen, ob die Denunziation tatsächlich unberechtigt war.
In diesem Kontext ist in beweisrechtlicher Hinsicht zu berücksichtigen,
C-944/2011
Seite 14
dass die tatsächliche Vermutung zwar keine Umkehr der Beweislast zur
Folge hat, die betroffene Person jedoch einen Grund anführen muss, der
es als hinreichend möglich erscheinen lässt, dass sie die Behörde nicht
getäuscht hat (vgl. E. 3.4). Eine rein theoretisch denkbare, aber nicht plau-
sible Möglichkeit genügt somit nicht.
6.2 T._ erklärte am 10. Juni 2005 schriftlich gegenüber der Vo-
rinstanz, er habe Mitte Oktober 2004 von E._ erfahren, dass die
Beschwerdeführerin ein aussereheliches Verhältnis mit S._ ge-
pflegt habe, den sie im Jahr 2002 in Marokko geheiratet habe. Er habe die
beiden daraufhin in der Zweitwohnung überrascht («Da sie nicht wusste,
dass ich bereits im dritten Stock war, öffnete sie per Fernbedienung die
untere Haustüre und erwartete mich nicht schon im dritten Stock oben. Als
sie die Wohnungstür öffnete kam Herr S._ halb nackt, sich noch
anziehend, aus der Wohnung und wollte sich unbemerkt davonschleichen.
Er zuckte zusammen als er mich sah und sie erschrak noch mehr. Wütend
forderte ich ihn auf zu gehen, was er dann auch tat»). Er habe die Be-
schwerdeführerin zur Rede gestellt, worauf sie sofort alles zugegeben
habe. Daraufhin habe er erklärt, die Scheidung einzureichen, was er dann
auch getan habe (vgl. SEM act. 2). Mit Schreiben vom 22. Oktober 2007
bekräftigte T._ diese Darstellung und antwortete auf die Frage, wes-
halb er die Scheidung gewollt habe: «Da mir meine Ex-Frau offen ins Ge-
sicht gesagt hat, dass sie sich mit dem Mann von E._ in Maroko
verlobt habe und dass die Heirat mit mir in der Schweiz nach moslemi-
schen Regeln keine Gültigkeit habe» (vgl. SEM act. 13.1). Anlässlich der
Befragung vom 13. November 2014 legte T._ dar, er «habe viele
Details vergessen» (vgl. Protokoll S. 19), bestätigte aber in den zentralen
Punkten seine Sachdarstellung (vgl. Protokoll S. 26 ff.) und konnte sich
namentlich an die entscheidende Szene gut erinnern (vgl. Protokoll S. 27:
«Er habe sie von seinem Handy aus angerufen, gefragt wo sie sei, was sie
mache. Sie habe gesagt, sie sei zu Hause. Er habe sie gebeten zu öffnen,
er sei unten, aber er sei eigentlich schon oben gewesen. Da sei die Türe
aufgegangen und der Chef vom A._ sei aus der Türe gekommen.
Da habe er dann schon geglaubt, was diese Frau ihm am Telefon erzählt
habe.»; «Er sei dort hingefahren und habe sie, auf Deutsch gesagt, er-
wischt. Er habe ihn einfach gesehen. Er sei rausgekommen, vielleicht auch
nicht mehr ganz angezogen»; Protokoll S. 28: «Er habe sie natürlich ge-
fragt, was los sei und so. Sie habe ihm das dann gestanden, denke er, dass
etwas läuft.»).
C-944/2011
Seite 15
6.3 Die Beschwerdeführerin bestreitet die Schilderungen ihres früheren
Ehemannes. Mit Schreiben vom 4. August 2006 legte sie dar, er habe nach
dem Telefonat von E._ derart auf eine rasche Scheidung gedrängt,
dass sie «sozusagen dem Frieden zuliebe» eingewilligt habe. Die Schei-
dung sei ihr angesichts seines sturen Verhaltens als einzig sinnvolle Lö-
sung erschienen. Bis heute verstehe sie nicht, warum er dieser Bekannten
mehr Glauben geschenkt habe als ihr (vgl. SEM act. 5). Mit Eingabe vom
23. Januar 2008 führte sie aus, es handle sich um «eine Denunziation
durch Frau E._, welche offenbar ihre eigenen ehelichen Schwierig-
keiten in diese angeblich ehewidrige Beziehung ihres Ehemannes proji-
ziert» (vgl. SEM act. 22). Anlässlich der Befragung vom 13. November
2014 legte die Beschwerdeführerin dar, sie könne sich nicht mehr erinnern,
wo und wie genau ihr früherer Ehemann sie mit dem Inhalt des Telefonan-
rufs konfrontiert habe. Er sei wütend gewesen und habe sie beleidigt. Sie
sei schockiert gewesen, dass er E._ geglaubt habe und nicht ihr.
S._ sei ungefähr seit dem Jahr 2000 ihr Arbeitskollege gewesen,
sie habe zu dieser Zeit nichts mit ihm gehabt. Er sei lediglich einmal in der
Zweitwohnung gewesen, als er ihr Geschirr gebracht habe. Sie erinnere
sich nicht daran, ob dies an jenem 18. Oktober 2004 gewesen sei. Was ihr
früherer Ehemann sage, stimme «überhaupt nicht». Die Beziehung mit
S._ habe erst etwa Ende Juli 2008 angefangen (vgl. Protokoll S.
10-16).
6.4 Die Schilderungen der Beschwerdeführerin und ihres früheren Ehe-
mannes weichen somit in diesem zentralen Punkt diametral voneinander
ab. Im Folgenden gilt es, diese Aussagen in einen Gesamtkontext zu stel-
len und sie in Bezug auf ihre Glaubhaftigkeit zu würdigen.
6.4.1 Die Beschwerdeführerin bestreitet die Sachdarstellung ihres früheren
Ehemannes konstant, beschränkte sich jedoch anlässlich der Befragung
hinsichtlich des Kerngeschehens (Vorfall vom 18. Oktober 2004) auf sehr
allgemeine Äusserungen bzw. auf ein pauschales Bestreiten der Sachdar-
stellung ihres früheren Ehemannes (vgl. z.B. Protokoll S. 16: «stimmt über-
haupt nicht»). Sie konnte sich kaum an die Situation erinnern, in der sie
von der angeblich unberechtigten Denunziation erfahren hatte. Selbst
wenn ihre Aussage, S._ sei zu diesem Zeitpunkt lediglich ein Ar-
beitskollege gewesen, als glaubhaft eingestuft würde, wäre zu erwarten
gewesen, dass sie über das einschneidende Erlebnis der Konfrontation mit
den Inhalten des Telefonanrufs auch nach längerer Zeit noch detaillierter
Auskunft erteilen könnte (Art und Weise sowie Ort der Konfrontation; vgl.
zu den Vergessenskurven bei verschiedenen Gedächtnismaterialien etwa
C-944/2011
Seite 16
REVITAL LUDEWIG et al., Wie können aussagepsychologische Erkenntnisse
Richtern, Staatsanwälten und Anwälten helfen?, in: AJP 11/2011, S. 1419
f.). Auffallend war sodann, dass sie während der Befragung ihres früheren
Ehemannes wiederholt von ihr als falsch empfundene Aussagen korrigierte
bzw. diesem – teils spontan, teils auf dessen ausdrückliche Bitte hin – bei
der Beantwortung von Fragen half (vgl. Protokoll S. 21; 23; 24; 25; 26).
Diese Ergänzungen bezogen sich jedoch durchgehend nicht auf das ei-
gentliche Kerngeschehen. Nachdem die Instruktionsrichterin ihr zum
Schluss Gelegenheit gegeben hatte, sich zu den Aussagen ihres früheren
Ehemannes zu äussern, meinte sie lediglich, es «seien einfach ein paar
Sachen falsch gewesen, aber es sei nicht so schlimm gewesen. Zum Bei-
spiel, dass ihre Freundin in L._ wohne, sie glaube er habe das ver-
gessen» (vgl. Protokoll S. 33 f.). Die Beschwerdeführerin korrigierte mithin
in ihrem abschliessenden Votum einen wenig bedeutsamen Irrtum ihres
früheren Ehemannes, äusserte sich jedoch nicht zu dessen ausführlichen
Schilderungen betreffend ihr Verhältnis mit S._. Sodann war ihr
Aussageverhalten insgesamt oft ausweichend (vgl. etwa Protokoll S. 5 f.).
Nicht glaubhaft erscheint ihre Behauptung, erst gegen Ende Juli 2008 mit
S._ eine Beziehung eingegangen zu sein, dies «aus Rache», weil
E._ sie nicht in Ruhe habe lassen wollen (vgl. Protokoll S. 10 f.).
Diesbezüglich fällt nicht nur ins Gewicht, dass die anderslautenden Schil-
derungen des früheren Ehemannes als glaubhaft einzustufen sind (vgl.
dazu sogleich E. 6.4.2). Zu berücksichtigen ist auch, dass das erste ge-
meinsame Kind S._' und der Beschwerdeführerin bereits Ende
März 2009 das Licht der Welt erblickte (vgl. E. 3.5). Die Beschwerdeführe-
rin informierte das Gericht erst im September 2014 darüber, dass sie Mutter
zweier Kinder geworden war, und legte erst offen, dass S._ der Va-
ter ihrer Kinder ist, als sie vom Gericht ausdrücklich aufgefordert worden
war, den Namen des Kindsvaters zu nennen, und ihr faktisch keine andere
Möglichkeit mehr bleib, als dieser Aufforderung nachzukommen (vgl. Zwi-
schenverfügung vom 10. September 2014 sowie Eingabe der Beschwer-
deführerin vom 25. September 2014). Auch diese weitere Verletzung der
Mitwirkungspflicht (vgl. E. 3.2) spricht gegen die Glaubhaftigkeit der Sach-
darstellung der Beschwerdeführerin.
6.4.2 Die Aussagen des früheren Ehemannes erscheinen dem Bundes-
verwaltungsgericht demgegenüber insgesamt schlüssig, glaubhaft und
überzeugend. So hat er das Kerngeschehen über einen längeren Zeitraum
hinweg konstant reproduziert. Bereits im Gesuch um Einleitung des Schei-
dungsverfahrens vom 3. Dezember 2004 wurde ausgeführt, er habe fest-
stellen müssen, «dass ihn seine Ehefrau seit Jahren hintergangen hatte»
C-944/2011
Seite 17
(vgl. Scheidungsakten act. 5). Diese Aussage wiederholte er in der Folge
mehrmals und schilderte den bedeutsamen Vorfall vom 18. Oktober 2004
auch zehn Jahre später noch vergleichsweise detailliert (vgl. E. 6.2), was
zu erwarten war, weil es sich um ein autobiographisches und gefühlmässig
stark beeindruckendes Ereignis handelte (vgl. LUDEWIG et al., a.a.O., S.
1419; ROLF BENDER et al., Tatsachenfeststellung vor Gericht, 3. Aufl. 2007,
N. 142 ff.). Sodann erscheinen die Aussagen von T._ logisch kon-
sistent. Sie enthalten keine Widersprüche, auch wenn er anlässlich der Be-
fragung wiederholt darauf hinwies, angesichts der vergangenen Zeit viele
Details vergessen zu haben. Der von ihm geschilderte Ablauf der Ereig-
nisse vom 18. Oktober 2004 ist nicht «einigermassen suspekt», wie der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin in seinem Schlusswort behaup-
tete (vgl. Protokoll S. 35). Seine Darstellung erscheint im Gegenteil plausi-
bel (vgl. E. 6.2) und lässt den Schluss zu, dass die Beschwerdeführerin die
Wohnungstüre von Hand und die untere Haustüre per Fernbedienung in
der irrigen Annahme öffnete, ihr Ehemann sei noch draussen vor der Tür
und nicht bereits im dritten Stock, wobei sie die Absicht verfolgte, beim Ex-
Ehemann keinen Verdacht zu wecken und S._ zu ermöglichen, die
Wohnung unerkannt zu verlassen – was jedoch misslang (vgl. SEM act. 2.1
S. 4; Protokoll S. 27).
6.4.3 Bei der Würdigung der Aussagen des früheren Ehemannes ist zwar
zu berücksichtigen, dass er – auch wenn man von einer unberechtigten
Denunziation ausginge – grundsätzlich mit der Rache ein bekanntermas-
sen starkes Motiv hätte, der Beschwerdeführerin Schaden zufügen zu wol-
len. Er hat denn auch kurz nach der Trennung bzw. Scheidung bei der Vo-
rinstanz interveniert (vgl. SEM act. 2.1: «Also für mich steht im Nachhinein
eindeutig fest, dass ich von W._ zur Erlangung des Schweizerbür-
gerrechts [...] hintergangen wurde. Nach meinem Dafürhalten, sollte ihr
das Bürgerrecht entzogen werden»). Freilich konnte sich der vollständige
Spruchkörper einen unmittelbaren Eindruck vom zurückhaltend und etwas
bedächtig wirkenden früheren Ehemann verschaffen und ist überzeugt,
dass dieser nicht eine detaillierte Aussage über ein komplexes Handlungs-
geschehen erfunden und darüber über Jahre hinweg konstant und wider-
spruchsfrei berichtet hat (vgl. dazu LUDEWIG et al., a.a.O., S. 1414). Hierfür
wären sowohl eine aussergewöhnlich stark ausgeprägte Rachsucht als
auch besondere kognitive Fähigkeiten erforderlich, beides Eigenschaften,
die T._ nach dem Eindruck des Bundesverwaltungsgerichts nicht
zuzuschreiben sind. Dieser hat sodann bereits zum Schluss des von ihm
am 22. Oktober 2007 auf Verlangen der Vorinstanz ausgefüllten Frageka-
talogs angemerkt, er habe den letzten Abschnitt der Eingabe vom Juni
C-944/2011
Seite 18
2005 unter Emotionen geschrieben und fordere heute nicht mehr, dass
man der Beschwerdeführerin das Bürgerrecht entziehen solle (vgl. SEM
act. 13.1 S. 4). Auch zum Schluss der Befragung vom 13. November 2014
bat er nochmals um das Wort und führte ungefragt aus, er habe «damals
gesagt, man müsste das zurückziehen, inzwischen sehe er es aber so,
dass er nicht wisse, wer schlussendlich Schuld habe, dass sie sich in die-
sen Mann verliebt habe. Liebe könne man manchmal nicht steuern.» Er
würde «heute nicht mehr sagen», dass man ihr das Bürgerrecht entziehen
solle (vgl. Protokoll S. 33). Diese Aussage erscheint dem Bundesverwal-
tungsgericht als ernst- und glaubhaft, dies umso mehr, als sich der frühere
Ehemann zuletzt im Jahr 2005 aktiv ins Verfahren eingebracht hatte, ohne
ausdrücklich hierzu aufgefordert zu sein (vgl. Sachverhalt Bst. D).
6.4.4 Im Vergleich zu den Aussagen der Beschwerdeführerin und ihres
früheren Ehemannes kommt der schriftlichen Stellungnahme von
S._ (vgl. Beilage 3 zur Beschwerdeschrift) lediglich ein geringer Be-
weiswert zu. Auf eine Zeugeneinvernahme von S._ musste verzich-
tet werden, zumal er zwar offenbar noch immer mit E._ verheiratet
ist, aber nicht mehr in der Schweiz wohnt und seine aktuelle Wohnadresse
dem Bundesverwaltungsgericht und – so behauptet sie es jedenfalls –
auch der Beschwerdeführerin nicht bekannt ist (vgl. Eingabe vom 25. Sep-
tember 2014 sowie Protokoll S. 12 f.). S._ führte in seiner Stellung-
nahme vom 19. April 2008 aus, er habe zur Beschwerdeführerin ein «rein
kollegiales und freundschaftliches Verhältnis». Diese Behauptung er-
scheint dem Bundesverwaltungsgericht als nicht glaubhaft, dies einerseits,
weil sie mit den schlüssigen und glaubhaften Darstellungen des früheren
Ehemannes unvereinbar ist, und andererseits, weil die Beschwerdeführe-
rin und S._ schon kurze Zeit später gemeinsame Kinder hatten (vgl.
E. 3.5).
6.4.5 Der schriftlichen Eingabe von E._ vom 1. August 2005 (vgl.
SEM act. 3) kommt ebenfalls lediglich ein reduzierter Beweiswert zu, nach-
dem diese bereits im einleitenden Satz ihren psychisch schlechten Ge-
sundheitszustand erwähnt. Dennoch erscheinen ihre Ausführungen – im
Gesamtkontext betrachtet – nicht unglaubhaft; namentlich die Behauptung,
ihr Ehemann habe bereits seit mehreren Jahren ein Verhältnis mit der Be-
schwerdeführerin (vgl. Sachverhalt Bst. D), stimmt überein mit der glaub-
haften Schilderung T._s, der bereits im Jahr 2000 erstmals das Ge-
fühl hatte, seine Ehefrau habe ein Verhältnis mit S._ (vgl. SEM act.
2.1 S. 3: «Als ich einmal gegen Ende des Jahres 2000 am Abend spontan
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Seite 19
zur kleinen Wohnung fuhr, um sie abzuholen, reagierte sie weder auf Tür-
klingen, noch auf ihr Handy, weil sie das abgestellt hatte. Von draussen sah
ich aber das Licht brennen, also musste sie eigentlich zu Hause sein. Nun
sah ich vor dem Haus ein Auto, das mir bekannt vorkam. Es war der weisse
M._ von S._. Das Auto fiel mir auf, weil ich ihn oft bemerkt
hatte, als er W._ in G._ nach Hause gefahren hatte. Nach
unzähligen Versuchen sie telefonisch zu erreichen und etwa drei Stunden
Warten, sah ich dann Herrn S._, wie er aus dem Haus kam, und
mit dem Auto davon fuhr.»). Eine mündliche Befragung von E._
wurde nicht beantragt und muss auch nicht von Amtes wegen angeordnet
werden, zumal das Gericht aufgrund der bereits erhobenen Beweise seine
Überzeugung gebildet hat und davon ausgeht, dass diese durch weitere
Beweiserhebungen nicht geändert würde (vgl. WALDMANN/BICKEL, in: Pra-
xiskommentar VwVG, 2009, Art. 33 N. 22). Mit Bezug auf das Vorbringen
des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin, es gäbe keine vernünftige
Antwort auf die Frage, weshalb E._ Herrn T._ nicht bereits
zu einem früheren Zeitpunkt angerufen habe, wenn das «angeblich eine
jahrelange Beziehung gewesen sei» (vgl. Protokoll S. 35), ist festzuhalten,
dass auch die diesbezüglichen Ausführungen des früheren Ehemannes
dem Gericht als glaubhaft erscheinen (vgl. Protokoll S. 30: «Er habe sie
gefragt, warum sie ihn nicht früher informiert habe. Darauf habe sie geant-
wortet, dass sie geglaubt habe, dass er auch involviert sei und diese Ehe
so geduldet hätte, weil Herr S._ ihr erzählt habe, er hätte Geld ge-
nommen um W._ zu heiraten. Das war der Grund, warum sie ge-
dacht habe, dem könne man auch nicht trauen. Schlussendlich habe sie
sich überwunden, ihn doch einmal anzurufen.» [...] « [...] dass sie wahr-
scheinlich erbost genug gewesen sei, dass die Schwelle überschritten ge-
wesen sei und sie ihn doch angerufen habe.»).
6.4.6 Zu würdigen ist im vorliegenden Kontext sodann der Umstand, dass
der frühere Ehemann darlegt, zwischen den Eheleuten sei nie eine intime
Beziehung zustande gekommen (vgl. SEM act. 2.1 sowie Protokoll S. 20
f.: «Infolgedessen lebten sie dort mehr oder weniger zusammen, aber sie
hätten nie ein intimes Verhältnis gehabt. Es sei so gewesen, dass
W._ ihm gesagt habe, er müsste Moslem werden und konvertieren
und so. Er habe begonnen, sich damit zu beschäftigen, aber anscheinend
doch nicht korrekt genug»). Anlässlich der Befragung vom 13. November
2014 bestritt die Beschwerdeführerin diese Sachdarstellung, jedoch erst
auf mehrmalige Nachfrage hin und in sehr pauschaler Weise, nachdem sie
zuvor mehrmals ausweichend geantwortet hatte (vgl. Protokoll S. 5 f.). Das
C-944/2011
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Bundesverwaltungsgericht erachtet indessen die diesbezüglichen Schilde-
rungen des früheren Ehemannes nach wie vor als glaubhaft (vgl. bereits
Urteil C-3638/2008 E. 8.3), dies insbesondere auch im Lichte des Gesamt-
kontextes (vgl. E. 5.3 sowie E. 6.4.2). Nun ist zwar zu berücksichtigen, dass
die Ehe gemäss schweizerischem Zivilrecht durch beidseitige Zustimmung
der Verlobten geschlossen wird (vgl. Art. 102 ZGB) und die Pflege intimer
Beziehungen nicht konstitutiv für den Bestand der Ehe bzw. der ehelichen
Gemeinschaft ist. Die Ehegatten sind freilich verpflichtet, das Wohl der Ge-
meinschaft in einträglichem Zusammenwirken zu wahren und schulden ei-
nander Treue und Beistand (Art. 159 Abs. 2 und Abs. 3 ZGB). Eine eheliche
Gemeinschaft im bürgerrechtlichen Sinne setzt überdies voraus, dass der
gemeinsame Wille zu einer stabilen ehelichen Gemeinschaft intakt ist und
eine tatsächliche Lebensgemeinschaft besteht, die Gewähr für die Stabili-
tät der Ehe bietet (vgl. BGE 135 II 161 E. 2 m.H.). Die in der Praxis zu Art.
27 BüG gelegentlich verwendete Definition der ehelichen Gemeinschaft als
«communauté de vie étroite, de toit, de table et de lit» (vgl. etwa Urteil des
BGer 1C_201/2008 vom 1. Juli 2008 E. 3) bedeutet indes nicht, dass eine
intakte eheliche Gemeinschaft zwangsläufig voraussetzen würde, dass die
Ehegatten geschlechtliche Kontakte pflegen; erstens wäre dies lebens-
fremd, zweitens ist die Gestaltung des Zusammenlebens grundsätzlich Sa-
che der Betroffenen. Bedeutsam ist jedoch, dass sich die Beschwerdefüh-
rerin bewusst sein musste, dass T._ «auch etwas Intimes erwartet»
hatte und die fehlende Intimbeziehung «nicht als normal» empfand (vgl.
Protokoll S. 21 sowie S. 26). Er legte in glaubhafter Weise dar, dass er dies
«schon erwähnt habe» und sie bemerkt habe, dass dies für ihn ein Problem
darstellte («es sei ja auch eine ziemlich lange Zeit gewesen»). Auch seine
Schilderungen, wie sie in diesem Zusammenhang auf die unterschiedliche
Religionszugehörigkeit der Ehegatten – die freilich der Heirat selber nicht
entgegengestanden hatten – hingewiesen hatte, erscheinen dem Gericht
als glaubhaft (vgl. Protokoll S. 31 f.). Angesichts der Uneinigkeit bzw. der
grundlegend differierenden Erwartungen betreffend diese zweifellos wich-
tige Frage der Ausgestaltung der ehelichen Gemeinschaft durfte die Be-
schwerdeführerin im massgebenden Zeitpunkt nicht davon ausgehen,
dass diese Situation für ihren damaligen Ehemann auf Dauer tragbar sein
würde (vgl. z.B. auch Urteil des BGer 1C_587/2013 vom 29. August 2013
E. 3.5), und sie musste sich der damit einhergehenden erheblichen Belas-
tung der Beziehung bewusst sein. Sie durfte sich folglich auch aus diesem
Grund im Einbürgerungsverfahren nicht auf eine intakte eheliche Gemein-
schaft berufen. Darin ist überdies ein weiteres Indiz zu erblicken, welches
ihre Behauptung, sie habe mit S._ zum massgeblichen Zeitpunkt
C-944/2011
Seite 21
ein rein freundschaftliches Verhältnis gepflegt, als nicht glaubhaft erschei-
nen lässt.
6.4.7 Hinzuweisen ist ferner darauf, dass die Beschwerdeführerin in der
Replik vom 3. Juni 2009 (S. 3) behauptete, sie habe «weder während noch
nach ihrer Ehe mit Herrn T._ je ein ehebrecherisches Verhältnis mit
Herrn S._ unterhalten». Zu diesem Zeitpunkt hatte sie gemeinsam
mit S._ bereits das erste Kind. Nun ist klar, dass ein Ehebruch nach
der Scheidung definitionsgemäss nicht mehr vorkommen kann. In pro-
zessualer Hinsicht bzw. mit Blick auf die Mitwirkungspflicht im Verfahren
(vgl. E. 3.2) zumindest fragwürdig ist indes, dass die Beschwerdeführerin
nicht nur die Geburt des Kindes verschwieg, sondern darüber hinaus of-
fenbar auch beim Gericht den Anschein zu erwecken versuchte, mit
S._ nichts (mehr) zu tun zu haben.
6.5 Das Bundesverwaltungsgericht stuft nach dem Gesagten die Sachdar-
stellung der Beschwerdeführerin betreffend die entscheidende Fragestel-
lung danach, ob die Denunziation vom 18. Oktober 2004 berechtigt oder
unberechtigt war, als nicht glaubhaft ein. Das Gericht ist nach Würdigung
sämtlicher Aussagen und Umstände zur Überzeugung gelangt, dass die
Beschwerdeführerin zum massgeblichen Zeitpunkt bereits seit längerer
Zeit eine deutlich über eine rein freundschaftliche Beziehung hinausge-
hende Parallelbeziehung mit S._ pflegte. Der Vorinstanz ist daher
beizupflichten, dass im Zeitpunkt der erleichterten Einbürgerung nicht von
einer intakten ehelichen Gemeinschaft ausgegangen werden konnte, zu-
mal die Aufrechterhalten einer Parallelbeziehung im Grundsatz unverein-
bar ist mit dem Erfordernis einer stabilen, auf die Zukunft gerichteten ehe-
lichen Gemeinschaft, wie sie Art. 27 BüG voraussetzt (vgl. Urteile des BGer
1C_254/2013 vom 9. August 2013 E. 3.1.1 sowie 1C_309/2011 vom
5. September 2011 E. 4.1 je m.H.). Die Beschwerdeführerin durfte insbe-
sondere aus diesem Grund, aber auch aufgrund der erheblich divergieren-
den Auffassungen betreffend die Ausgestaltung der ehelichen Beziehung
in einem wesentlichen Punkt (vgl. E. 6.4.6) nicht davon ausgehen, in einer
intakten und stabilen ehelichen Gemeinschaft zu leben. Es bestehen keine
Zweifel daran, dass der Auslöser der Trennung und anschliessenden
Scheidung nicht eine unberechtigte Denunziation war, sondern das «Auf-
fliegen» der Parallelbeziehung am 18. Oktober 2004. Dieser Vorfall löste
zwar die Trennung aus, doch handelte es sich nicht um ein ausserordentli-
ches Ereignis, welches innert kurzer Zeit zum Scheitern einer vormals in-
takten Ehe geführt hat (vgl. E. 3.4). Die Beschwerdeführerin musste sich
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Seite 22
bereits während des Einbürgerungsverfahrens bewusst sein, dass die ehe-
liche Gemeinschaft nicht stabil und zukunftsgerichtet war, bzw. dass die
scheinbare Intaktheit der ehelichen Gemeinschaft insbesondere vom
Nichtwissen des Ehegatten betreffend ihre Parallelbeziehung mit
S._ abhing.
6.6 Dass der frühere Ehemann den Zustand der Ehe im August 2004 noch
als «recht gut» empfand (vgl. Protokoll S. 25 f.: «ausser eben die intime
Beziehung, die ihn schon ein wenig beschäftigt habe»), ist im vorliegenden
Zusammenhang nicht massgeblich. Er handelte nach dem Telefonanruf
von E._ im Übrigen nicht im Affekt, sondern glaubte ihren Behaup-
tungen erst, als er sich vor Ort ein eigenes Bild der Sachlage gemacht hatte
(vgl. Protokoll S. 28 f.). Nachdem die Parallelbeziehung jedoch ans Licht
gekommen war, fasste er seinen Scheidungswillen schnell und setzte die-
sen konsequent um (vgl. Protokoll S. 29: «Aber so wie es ihm jetzt heute
noch in Erinnerung sei habe sie das Verhältnis zugegeben. Da sei für ihn
einfach klar gewesen, dass ihn diese Frau nicht liebe. Liebe könne man
nicht erzwingen. Da sei für ihn die Lösung gewesen sich scheiden zu las-
sen.»). Dass die Scheidung in der Folge rasant und einvernehmlich abge-
wickelt wurde (sofortige räumliche Trennung – Unterzeichnung einer
Scheidungskonvention am 30. Oktober bzw. 11. November 2004 – Einlei-
tung des Scheidungsverfahrens am 3. Dezember 2004 – Bestätigung des
Scheidungswillens an der Anhörung vom 17. Februar 2005 sowie mit
schriftlicher Erklärung vom 19./20. April 2005 [vgl. aArt. 111 Abs. 2 ZGB] –
Scheidungsurteil vom 22. April 2005, in Rechtskraft erwachsen am 10. Mai
2005), ist angesichts dieses Vorfalls in der Zweitwohnung vom 18. Oktober
2004 ohne weiteres nachvollziehbar. Dieser Ablauf der Geschehnisse wäre
aber kaum zu erklären, wenn es tatsächlich – wie die Beschwerdeführerin
behauptet – einzig um falsche telefonische Anschuldigungen seitens
E._ gegangen wäre. Der Vollständigkeit halber ist sodann darauf
hinzuweisen, dass das Bundesverwaltungsgericht an der Einschätzung
festhält, dass T._s zweite Ehe nicht als Grund für die sofortige Auf-
lösung der Ehe mit der Beschwerdeführerin herangezogen werden kann,
hat er doch seine jetzige Frau gemäss seinen Angaben erst im April 2005
in Genf kennengelernt (vgl. Urteil C-3136/2008 E. 8.2; SEM act. 13.1 S. 3
f.). Betreffend die Behauptung der Beschwerdeführerin, dass ihr früherer
Ehemann allenfalls durch eine anlässlich der Ferien im Februar 2004 ge-
machte Bekanntschaft mit einer Marokkanerin in seinem Scheidungswillen
bestärkt worden sein könnte, ist festzuhalten, dass dies – sollte es sich
denn so verhalten – nichts an der Glaubhaftigkeit der Sachdarstellung
T._s betreffend den entscheidenden Vorfall vom 18. Oktober 2004
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ändern würde und darüber hinaus ein weiteres Indiz wäre dafür, dass die
Ehe bereits während des Einbürgerungsverfahrens nicht stabil war (i.d.S.
bereits Urteil C-3136/2008 E. 8.2).
6.7 Der Beschwerdeführerin ist es somit nicht gelungen, die natürliche Ver-
mutung in Frage zu stellen, wonach zum Zeitpunkt der erleichterten Ein-
bürgerung zwischen ihr und ihrem früheren Ehemann keine stabile und auf
Zukunft ausgerichtete eheliche Gemeinschaft mehr bestand und sie die
Behörde über diesen Umstand täuschte, indem sie in der gemeinsamen
Erklärung zum Zustand der Ehe falsche Angaben machte. Da der Bestand
einer stabilen und auf Zukunft ausgerichteten Ehe im Anwendungsbereich
von Art. 27 Abs. 1 BüG eine erhebliche Tatsache darstellt, setzte die Be-
schwerdeführerin mit ihrem Verhalten den Nichtigkeitsgrund des Erschlei-
chens im Sinne von Art. 41 Abs. 1 BüG.
7.
Art. 41 Abs. 1 BüG legt den Entscheid über die Nichtigerklärung in das
pflichtgemässe Ermessen der Behörde. Die Zulässigkeit der Nichtigerklä-
rung einer Einbürgerung ist am Gesetzeszweck und ergänzend am Grund-
satz der Verhältnismässigkeit zu messen (vgl. BGE 140 II 65 E. 4.2). Die
Rechtsprechung geht freilich davon aus, dass die Nichtigerklärung die Re-
gelfolge darstellt, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind (vgl. Urteil des
BVGer C-2100/2011 vom 21. März 2013 E. 9.1 m.H.). Dies rechtfertigt sich,
zumal der Bürgerrechtsentzug nicht zwangsläufig mit einem Verlust des
Aufenthaltsrechts einhergeht. Der weitere Aufenthalt der Beschwerdefüh-
rerin bildet nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Darüber wird
die zuständige Migrationsbehörde nach Rechtskraft der Nichtigerklärung in
Anwendung des Ausländerrechts zu entscheiden haben (vgl. BGE 140 II
65 E. 4.2.2 m.H.). Die Beschwerdeführerin bringt keine überzeugenden Ar-
gumente vor, welche es rechtfertigen würden, von der Nichtigerklärung ab-
zusehen. Dass sie gemäss eigenen Angaben in sozialer und sprachlicher
Hinsicht gut integriert ist, vermag einen Verzicht auf die Nichtigerklärung
nicht zu rechtfertigen. In wirtschaftlicher Hinsicht kann sodann nicht von
einer guten Integration ausgegangen werden (vgl. Sachverhalt Bst. L; vgl.
im Übrigen auch Urteil des BGer 1C_781/2013 vom 13. Februar 2014 E.
4.1.4 in fine). Dass das vorliegende Verfahren übermässig lange dauerte,
ist bei der Kostenregelung zu berücksichtigen (vgl. E. 10), vermag aber kei-
nen Verzicht auf die Nichtigerklärung zu rechtfertigen. Dasselbe gilt für den
Hinweis der Beschwerdeführerin auf ihre Kinder, welche ausschliesslich
die schweizerische Staatsangehörigkeit hätten. Die Erstreckung der Nich-
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tigerklärung auf die Kinder ist bereits aufgrund des bestehenden Kindes-
verhältnisses zu einem schweizerischen Vater ausgeschlossen (vgl. Art. 1
i.V.m. Art. 41 Abs. 3 BüG).
8.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin sich die
erleichterte Einbürgerung durch falsche Angaben und Verheimlichung er-
heblicher Tatsachen (betreffend die Stabilität der ehelichen Gemeinschaft,
betreffend die Parallelbeziehung mit S._ und überdies auch betref-
fend die Existenz der «Gästewohnung») erschlichen hat. Die Vorinstanz
hat demnach die erleichtere Einbürgerung der Beschwerdeführerin ge-
stützt auf Art. 41 Abs. 1 BüG zu Recht nichtig erklärt und dabei auch das
ihr zustehende Ermessen pflichtgemäss ausgeübt.
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig
und vollständig feststellt; sie ist auch angemessen (vgl. Art. 49 VwVG). Die
Beschwerde ist daher abzuweisen.
10.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend würde die Beschwerdeführe-
rin grundsätzlich kostenpflichtig. Aufgrund der Verletzung des Beschleuni-
gungsgebotes ist jedoch auf die Erhebung einer Gerichtsgebühr zu ver-
zichten (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 6 Bst. b des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]; Urteile des BGer 1C_602/2013
vom 11. Dezember 2013 E. 2.3 sowie 1C_370/2013 vom 14. Oktober 2013
E. 6.2 m.H. u. E. 7). Der bereits bezahlte Kostenvorschuss von Fr. 1'000.–
ist zurückzuerstatten.
Dispositiv S. 25
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