Decision ID: fd6b3302-fea2-4894-97c8-b21bcedf9133
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
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A.a A._ meldete sich im September 2001 unter Hinweis auf eine Discushernie,
Schmerzen im Rücken und im rechten Bein und eine Depression zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-
act. 1). Er gab an, keinen Beruf erlernt und zuletzt in einem metallverarbeitenden
Betrieb gearbeitet zu haben. Seit Oktober 2000 sei er arbeitsunfähig. Der
orthopädische Chirurg Dr. med. B._ hatte als Kreisarzt der Suva am 7. September
2000 bezugnehmend auf eine Verletzung des kleinen Fingers der rechten Hand bei
einem Berufsunfall eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert (IV-act. 7–23 f.). Am 26. Juni
2001 hatte Dr. B._ bezugnehmend auf einen am 31. Oktober 2000 erlittenen
Verkehrsunfall mit Distorsion der Halswirbelsäule eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert
(IV-act. 7–18 ff.). Zu Einschränkungen infolge eines ebenfalls diagnostizierten
lumbospondylogenen Syndroms mit Discopathie hatte er keine Stellung genommen, da
er dieses als unfallversicherungsrechtlich irrelevant qualifiziert hatte. Die Ärzte der Klinik
Valens, die den Versicherte vom 19. September 2001 bis zum 10. Oktober 2001
stationär behandelt hatten, berichteten am 16. November 2001 (IV-act. 7–10 ff.; vgl.
auch IV-act. 9), dass der Versicherte an einem chronischen lumbospondylogenen
Syndrom, an einem chronischen Cervico-Vertebralsyndrom und an einer reaktiven
depressiven Entwicklung leide. Die frühere Tätigkeit als Magaziner sei dem
Versicherten nicht mehr zumutbar. Leichte bis mittelschwere Tätigkeiten könnten dem
Versicherten jedoch zugemutet werden. Aus psychiatrischer Sicht sei die
Arbeitsfähigkeit allerdings um 50 Prozent vermindert. Der Rheumatologe
Dr. med. C._ hatte am 20. August 2001 festgehalten (IV-act. 7–6 ff.), dass seines
Erachtens keine Unfallfolgen mehr vorlägen und dem Versicherten leichte Arbeiten in
Wechselbelastung und ohne regelmässiges Heben von Lasten über zehn Kilogramm
vollumfänglich zumutbar seien. Der Hausarzt Dr. med. D._ hatte am 8. November
2001 berichtet (IV-act. 7–1 ff.), dass in der Anamnese über die letzten bald zwölf Jahre
gehäuft leichtere Erkrankungen auffielen, die praktisch immer mit eher langen
Absenzen bis zur Rückkehr an den Arbeitsplatz verbunden gewesen seien. Aufgrund
der gehäuften Absenzen sei dem Versicherten das Anstellungsverhältnis bei E._
gekündigt worden. Anschliessend sei ein Versuch einer selbständigen Erwerbstätigkeit
in der Gastronomie gescheitert. Im Frühjahr 2000 habe der Versicherte die letzte
Arbeitsstelle angetreten, die ihm schliesslich ebenfalls aufgrund häufiger Absenzen
gekündigt worden sei. Die Nacken- und Rückenschmerzen, über die der Versicherte
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klage, liessen sich kaum objektivieren. Die Schmerzen wie auch die depressive
Stimmungslage seien seit längerer Zeit unverändert. Es bestehe der Verdacht auf eine
somatoforme Schmerzstörung. Aus psychiatrischer Sicht sei zuletzt eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Der Psychiater Dr. med. F._ berichtete am
29. Januar 2002, dass der Versicherte an einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung und an einer schweren depressiven Episode mit somatischem
Syndrom leide und deshalb aktuell vollständig arbeitsunfähig sei (IV-act. 12). Mit einer
Verfügung vom 20. Juni 2002/6. Februar 2003 sprach die IV-Stelle dem Versicherten
eine ganze Rente mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2001 zu (IV-act. 18 f.).
A.b Im Rahmen einer Überprüfung des Rentenanspruchs gab Dr. D._ am 4. April
2003 an, dass der Versicherte an einer anhaltenden schweren somatoformen
Schmerzstörung, an einer Dysthymia mit Neurasthenie und an einem Status nach
depressiven Verstimmungen leide, dass er keinerlei Eigeninitiative zur Verbesserung
der gesundheitlichen Situation zeige und dass eventuell eine Rückfrage bei Dr. F._
angezeigt sei (IV-act. 24). Die IV-Stelle tätigte keine weiteren Abklärungen, sondern
teilte dem Versicherten am 20. Juni 2003 mit, dass er einen unveränderten Anspruch
auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung habe (IV-act. 28). Drei weitere
Überprüfungen des Rentenanspruchs im Sommer 2006, im Herbst 2009 und im
Sommer 2010 endeten ebenfalls mit einer Mitteilung, dass ein unveränderter Anspruch
auf die ganze Rente bestehe (IV-act. 43, 52 und 61).
A.c Im Oktober 2010 forderte die IV-Stelle den Versicherten auf, Fragen zur
medizinischen Behandlung und zu allfälligen entgeltlichen und unentgeltlichen
Tätigkeiten zu beantworten (IV-act. 64). Der Versicherte antwortete im November 2010,
dass er sich nur in hausärztlicher Behandlung befinde und keinen entgeltlichen oder
unentgeltlichen Tätigkeiten nachgehe (IV-act. 66). Im Januar 2011 ging der IV-Stelle ein
anonymer Hinweis zu, in dem der Versicherte der Vortäuschung falscher Tatsachen
bezichtigt wurde (IV-act. 67). Am 3. März 2011 erteilte die IV-Stelle einen
Überwachungsauftrag (IV-act. 71). Der Versicherte wurde am 16. März 2011 zu seinem
aktuellen Gesundheitszustand und zu Inkonsistenzen seiner Angaben insbesondere
bezüglich seines Wohnsitzes beziehungsweise des Ortes seines gewöhnlichen
Aufenthaltes befragt (IV-act. 73). Im Juli 2011 erhielt die IV-Stelle einen weiteren
anonymen Hinweis, wonach der Versicherte nicht den Eindruck eines gesundheitlich
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angeschlagenen Mannes erwecke (IV-act. 78). Am 6. Juli 2011 wurde der Versicherte
nochmals befragt (IV-act. 79). Bereits am 22. März 2011 war ein Observationsbericht
erstattet worden (IV-act. 80). Die Ermittler hatten keine Hinweise auf eine
Erwerbstätigkeit, sportliche Betätigungen und dergleichen erblicken können. Am
13. Juli 2011 hielt Dr. med. G._ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD)
fest, dass insgesamt ein Verdacht auf eine massive Aggravation bestehe, weshalb die
Einholung eines medizinischen Gutachtens angezeigt sei (IV-act. 84). Im Februar 2012
berichtete Dr. F._(IV-act. 109), dass sich der Versicherte seit August 2011 bei ihm in
Behandlung befinde. Im Vergleich zur Untersuchung im Jahr 2001 habe sich der
Gesundheitszustand des Versicherten wesentlich verbessert. Aus psychiatrischer Sicht
seien ihm leidensadaptierte Tätigkeiten zu 80 Prozent zumutbar.
A.d Am 19. Juli 2012 erstattete das medizinische Zentrum Römerhof (MZR) im Auftrag
der IV-Stelle ein polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 113). Die Sachverständigen
berichteten, dass der Versicherte einen gut trainierten Eindruck mit einer kräftigen
Muskulatur am ganzen Körper gemacht habe. Die rheumatologische Untersuchung sei
unauffällig gewesen, weshalb dem Versicherten aus rheumatologischer Sicht Arbeiten
ohne repetitives Heben von Lasten von 15–20 Kilogramm und ohne monoton vornüber
gebückte Arbeitspositionen uneingeschränkt zumutbar seien. Die Testergebnisse der
neuropsychologischen Untersuchung seien nicht valide gewesen. Es habe auf ein
Aggravationsverhalten geschlossen werden müssen. In der psychiatrischen
Untersuchung habe die von Dr. F._ beschriebene Verlangsamung, die zu einer
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 Prozent führen solle, nicht beobachtet
werden können. Es seien auch keine Symptome für eine depressive Störung
festgestellt werden. Hingegen hätten keine Hinweise für eine Aggravation vorgelegen.
Zwar sei möglich, dass der Versicherte im November 2001 die Symptome für eine
schwere depressive Episode erfüllt habe. Spätestens seit April 2003 seien diese
Symptome aber gemäss der Aktenlage nicht mehr vorhanden gewesen, denn laut
Dr. D._ habe damals bereits bloss noch ein Status nach einer schweren depressiven
Episode vorgelegen. Aus psychiatrischer Sicht sei der Versicherte aktuell
uneingeschränkt arbeitsfähig. Zusammenfassend leide der Versicherte anamnestisch
an chronifizierten Missempfindungen im Bereich der thoracalen Wirbelsäule und
interscapulär sowie – ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit – an einem mässiggradig
ausgeprägten Hallux valgus beidseits und an einem Status nach einer schweren
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depressiven Episode, die im November 2001 diagnostiziert worden sei. Dem
Versicherten könnten sämtliche körperlich leichten bis mittelschweren,
wechselbelastenden Tätigkeiten ohne repetitives Heben von Gewichten über 15–20
Kilogramm und ohne monoton vornüber gebückte Arbeitspositionen uneingeschränkt
zugemutet werden. Aufgrund der Akten sei davon auszugehen, dass der Versicherte
zum Zeitpunkt des Todes seines Vaters im November 2001 schwer depressiv und
vollständig arbeitsunfähig gewesen sei, sich sein Zustand aber spätestens zu Beginn
des Jahres 2003 wieder stark gebessert habe und er in der Folge wieder nahezu
vollständig arbeitsfähig gewesen sei. Der RAD-Arzt Dr. G._ qualifizierte das
Gutachten des MZR als überzeugend und hielt fest, dass ab dem 1. April 2003 von
einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei (IV-act. 114).
A.e Mit einem Vorbescheid vom 30. November 2012 teilte die IV-Stelle dem
Versicherten mit (IV-act. 119), dass sie die Einstellung der Rente auf das Ende des der
Zustellung der vorgesehenen Verfügung folgenden Monats vorsehe. Sie stütze sich
dabei auf das Gutachten des MZR, das eine seit spätestens April 2003 bestehende
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten belege. Dagegen
liess der Versicherte am 17. Januar 2013 einwenden (IV-act. 121), dass der Hausarzt
Dr. D._ einen seit dem Jahr 2001 im Wesentlichen unveränderten
Gesundheitszustand bestätige, womit kein Revisionsgrund vorliege. Auch ein
Wiedererwägungsgrund sei nicht gegeben, da die Rentenzusprache nicht zweifellos
unrichtig gewesen sei. Das Gutachten des MZR stehe im Widerspruch zu den
Berichten der behandelnden Ärzte und beinhalte bloss eine andere Würdigung eines im
Wesentlichen seit dem Jahr 2001 unveränderten Sachverhaltes, weshalb der
Versicherte weiterhin einen unveränderten Rentenanspruch habe. Eventualiter seien
weitere Abklärungen durchzuführen. Am 12. Februar 2013 verfügte die IV-Stelle
gemäss dem Vorbescheid, wobei sie einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende
Wirkung entzog (IV-act. 122).
B.
B.a Am 15. März 2013 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine
Beschwerde erheben (act. G 1). Seine Rechtsvertreterin beantragte die Aufhebung der
Verfügung vom 12. Februar 2013, die Weiterausrichtung der Rente und die
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Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung. Zur Begründung führte sie aus, dass
der Hausarzt des Beschwerdeführers durchwegs einen unveränderten
Gesundheitszustand attestiert habe und weiterhin eine Veränderung des
Gesundheitszustandes verneine. Die Schlussfolgerung der Sachverständigen, der
Gesundheitszustand habe sich im Jahr 2003 wesentlich verbessert, sei haltlos und
nicht nachvollziehbar. Es handle sich um eine bloss anderslautende Beurteilung eines
im Wesentlichen unverändert gebliebenen Sachverhaltes. Der behandelnde Psychiater
habe im Februar 2012 eine mittelgradige depressive Episode und eine somatoforme
Schmerzstörung diagnostiziert, womit eine erhebliche Diskrepanz zwischen seinem
Bericht und dem Gutachten des MZR bestehe, den die Sachverständigen nicht zu
erklären vermocht hätten.
B.b Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 7. Mai 2013
die Abweisung der Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung ihres Antrages führte sie
aus, die Beschwerde sei eine fast wortwörtliche Wiederholung des Schreibens vom
17. Januar 2013, zu dem in der angefochtenen Verfügung ausführlich Stellung
genommen worden sei. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers belege das
Gutachten des MZR eine erhebliche Verbesserung des Gesundheitszustandes nach
der Rentenzusprache. Darin stimme es auch mit den Berichten der behandelnden Ärzte
überein. Der Hausarzt habe nämlich ab dem Jahr 2003 einen Status nach depressiven
Verstimmungen angegeben und damit eine Verbesserung des Gesundheitszustandes
belegt, auch wenn er angekreuzt habe, der Gesundheitszustand sei stationär
geblieben. Auch der behandelnde Psychiater habe eine Verbesserung des
Gesundheitszustandes bestätigt. Es stehe jedenfalls fest, dass der Beschwerdeführer
für leidensadaptierte Tätigkeiten voll leistungsfähig sei. Die Rente sei zu Recht
aufgehoben worden. Bei einer Abwägung der Interessen in Bezug auf die
aufschiebende Wirkung der Beschwerde müsse der Vermeidung von möglicherweise
uneinbringlichen Rückforderungen der Vorrang gegenüber einem allfälligen finanziellen
Engpass des Beschwerdeführers gegeben werden.
B.c Der Beschwerdeführer liess am 16. September 2013 an seinen Anträgen festhalten
(act. G 12). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 14).
B.d Mit einem Zwischenentscheid vom 3. Dezember 2013 wurde das Gesuch des
Beschwerdeführers um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung abgewiesen.
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Erwägungen:
1. Der Zusprache einer Rente der Invalidenversicherung liegt für den Zeitraum vor
dem Erlass der leistungszusprechenden Verfügung ein mit dem erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ermittelter Sachverhalt und für den
Zeitraum nach dem Erlass der Verfügung eine Prognose über die Entwicklung des
künftigen Sachverhaltes zugrunde, die in aller Regel lautet, dass die im
Verfügungserlass vorliegenden, stabilen tatsächlichen Verhältnisse sich in absehbarer
Zeit nicht verändern werden. Tritt nach der Rentenzusprache eine – unerwartete –
Veränderung des Gesundheitszustandes ein, wird der rentenzusprechenden Verfügung
für die Zeit nach dem Eintritt dieser Veränderung gewissermassen das Fundament
entzogen, weil sich die der Verfügung zugrunde liegende Prognose des sich nicht
verändernden Gesundheitszustandes ab diesem Zeitpunkt als überholt, nicht mehr
plausibel und falsch erweist. Der Gesetzgeber hat den Sozialversicherungsträgern mit
dem Art. 17 ATSG ein Instrument zur Verfügung gestellt, auf solche unerwartete
Veränderungen zu reagieren und die rentenzusprechenden Verfügungen für die Zukunft
an diese Veränderungen anzupassen. Diese Anpassung kann in Bezug auf eine Rente
der Invalidenversicherung in einer Aufhebung, in einer Herabsetzung, in einer
Nichtanpassung oder in einer Erhöhung der Rente bestehen.
2.
2.1 Der rentenzusprechenden Verfügung vom 20. Juni 2002/6. Februar 2003 hat die
Prognose zugrunde gelegen, dass der Beschwerdeführer aufgrund einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung und einer schweren depressiven Episode in
absehbarer Zukunft nicht mehr in der Lage sein werde, einer Erwerbstätigkeit
nachzugehen. Diese Prognose hat sich auf einen Bericht des Psychiaters Dr. F._ vom
29. Januar 2002 gestützt. Dieser Bericht hatte hinsichtlich der psychisch begründeten
Arbeitsunfähigkeit die früheren Berichte der Klinik Valens und von Dr. C._ überholt,
weil die depressive Störung erst nach dem Verfassen jener Berichte den Schweregrad
erreicht hatte, den Dr. F._ in seiner Untersuchung festgestellt und seinen
Schlussfolgerungen zugrunde gelegt hatte. Die Sachverständigen des MZR haben den
Bericht von Dr. F._ als überzeugend qualifiziert und bestätigt, dass der
Beschwerdeführer zum Zeitpunkt des Todes seines Vaters im November 2001 an einer
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schweren depressiven Episode gelitten hatte (vgl. IV-act. 113–58 f.). Der
rentenzusprechenden Verfügung hat also notwendigerweise die Prognose zugrunde
gelegen, dass der Beschwerdeführer schwer depressiv und damit auch vollständig
arbeitsunfähig bleiben werde.
2.2 Bereits der erste Bericht des Hausarztes Dr. D._ vom 4. April 2003 hat Hinweise
auf eine nach der Rentenzusprache eingetretene Verbesserung des
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers enthalten. Zwar hat Dr. D._
festgehalten, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei stationär geblieben.
Er hat aber nicht mehr eine schwere depressive Episode, sondern bloss noch einen
Status nach depressiven Verstimmungen diagnostiziert. Zudem hat er eine Rückfrage
beim Psychiater Dr. F._ empfohlen, das heisst die Einholung eines fachärztlichen
Verlaufsberichtes angeregt. Die Beschwerdegegnerin ist diesen Hinweisen allerdings
nicht nachgegangen und hat von einer eingehenden Untersuchung des Sachverhaltes
abgesehen. Ihrer Mitteilung vom 20. Juni 2003 hat wie auch den späteren Mitteilungen
vom Sommer 2006, Herbst 2009 und Sommer 2010 kein ausreichend abgeklärter
Sachverhalt zugrunde gelegen, weshalb es sich bei diesen Mitteilungen nicht um
formwidrig eröffnete Revisionsverfügungen gehandelt haben kann. Die Mitteilungen
haben vielmehr bloss den Hinweis enthalten, dass die Beschwerdegegnerin kein
Revisionsverfahren von Amtes wegen eröffnen werde. Die rentenzusprechende
Verfügung vom 20. Juni 2002/6. Februar 2003 ist also nicht an eine
Sachverhaltsveränderung angepasst worden, bis die Beschwerdegegnerin Ende des
Jahres 2010 erstmals entschieden hat, ein Revisionsverfahren durchzuführen.
2.3 In diesem Revisionsverfahren hat die Beschwerdegegnerin Berichte des
Hausarztes und des Psychiaters sowie ein polydisziplinäres Gutachten eingeholt. Die
Sachverständigen des MZR haben aufgrund der Ergebnisse ihrer umfassenden
Untersuchungen und der Auseinandersetzung mit den früheren medizinischen
Berichten eine relevante Verbesserung des Gesundheitszustandes bestätigt. Sie haben
diese Verbesserung auf den Beginn des Jahres 2003 datiert und dies mit den
Hinweisen im Bericht von Dr. D._ vom 4. April 2003 begründet. Dies erscheint als
plausibel, doch ist damit nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit belegt, dass die Verbesserung des Gesundheitszustandes
tatsächlich zu Beginn des Jahres 2003 eingetreten ist. Der genaue Zeitpunkt der
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Verbesserung lässt sich mangels weiterer Berichte aus dem massgebenden Zeitraum
nicht beweisen. Dies schadet allerdings nicht, da eine Anpassung der Rente gemäss
dem Art. 88 IVV (ausser bei einer Meldepflichtverletzung, die hier nicht vorliegt)
ohnehin nicht rückwirkend auf den Zeitpunkt des Eintrittes der Verbesserung, sondern
erst auf den Beginn des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats
erfolgen kann. Entscheidend ist allein, dass diese Verbesserung nach der
Rentenzusprache eingetreten ist. Dies ist vorliegend mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit der Fall gewesen, da die Rentenzusprache im Juni 2002 verfügt
worden ist (die zweite Verfügung vom 6. Februar 2003, welche die Nachzahlung für die
Vergangenheit betroffen hat, ist diesbezüglich irrelevant, aber ohnehin ebenfalls vor
dem ersten Hinweis auf eine Verbesserung des Gesundheitszustandes ergangen) und
erst am 4. April 2003 auf eine Verbesserung des Gesundheitszustandes hingewiesen
worden ist. Der Hausarzt hat zwar anders als die Sachverständigen des MZR geltend
gemacht, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der
Rentenzusprache nicht wesentlich verändert habe. Der Psychiater Dr. F._, der den
Versicherten Ende 2001/Anfang 2002 einmal konsiliarisch untersucht und danach erst
ab August 2011 behandelt hatte, hat aber ebenfalls auf eine erhebliche Veränderung
des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers hingewiesen. Er hat mehrmals
explizit eine Verbesserung des Gesundheitszustandes bestätigt, was deshalb von
Bedeutung ist, weil er den Beschwerdeführer sowohl Ende 2001/ Anfang 2002 als auch
ab August 2011 persönlich untersucht hat und deshalb einen direkten Vergleich
gestützt auf die eigenen Beobachtungen hat ziehen können. Der unbegründeten und
nicht auf eigenen Untersuchungen, sondern bloss auf Vermutungen beruhenden
Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. G._ vom 13. August 2012 (IV-act. 114), der das
Vorliegen einer relevanten Gesundheitsbeeinträchtigung auch für die Vergangenheit
bezweifelt hat, kann im Vergleich zum Gutachten des MZR und zum Bericht von
Dr. F._ kein entscheidender Beweiswert zukommen. Anders als Dr. F._ hat sich der
RAD-Arzt nur auf die Akten und nicht auf eigene Befunde stützen können; ihm haben
also keine gleich zuverlässigen Daten für den direkten Vergleich des aktuellen
Gesundheitszustandes mit dem Zustand von vor zehn Jahren vorgelegen. Die
Sachverständigen des MZR haben sich dagegen auf die Ergebnisse einer umfassenden
persönlichen Untersuchung stützen können und sich eingehender mit den Akten aus
dem Zeitraum des Rentenzuspracheverfahrens auseinandergesetzt. Ihre
bis
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Schlussfolgerung, dass der Bericht von Dr. F._ vom Januar 2002 zuverlässig sei,
überzeugt. Der RAD-Arzt hat dies nicht widerlegen, sondern nur eigene Mutmassungen
aufstellen können, die nicht überzeugen. Zusammenfassend ist also mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegt, dass sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nach der Rentenzusprache wesentlich
verbessert hat.
2.4 Gemäss dem überzeugenden Gutachten des MZR können dem Beschwerdeführer
leidensadaptierte Tätigkeiten uneingeschränkt zugemutet werden. Die
Sachverständigen haben den Beschwerdeführer umfassend untersucht und die
erhobenen Befunde ausführlich festgehalten. Sie haben sich mit den übrigen
medizinischen Berichten vertieft auseinander gesetzt und insbesondere
nachvollziehbar begründet, weshalb sie die Ansicht von Dr. F._, der
Beschwerdeführer sei aufgrund einer Verlangsamung zu 20 Prozent
leistungsbeeinträchtigt, nicht teilten. Die geschilderten Untersuchungsbefunde haben
eine stimmige, anschauliche Beschreibung des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers geliefert. Die gestützt auf diese Befunde gezogenen
Schlussfolgerungen leuchten ein und überzeugen. Es besteht kein Anlass, an der
Zuverlässigkeit der Schlussfolgerungen der Sachverständigen zu zweifeln, weshalb mit
dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegt ist, dass
dem Beschwerdeführer sämtliche körperlich leichten bis mittelschweren,
wechselbelastenden Tätigkeiten ohne repetitives Heben von Gewichten über 15–20
Kilogramm und ohne monoton vornüber gebückte Arbeitspositionen uneingeschränkt
zugemutet werden können. Die blosse Behauptung des Beschwerdeführers in dessen
Beschwerdeschrift, Dr. F._ habe aktuell wieder eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
attestiert, genügt nicht, um relevante Zweifel am Gutachten des MZR zu wecken. Die
frühere Prognose einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ist durch die neue Prognose,
der Beschwerdeführer werde in diesem Umfang arbeitsfähig bleiben, zu ersetzen.
Ausgehend von dieser neuen Prognose ist der Invaliditätsgrad neu zu berechnen. Da
die übrigen Berechnungsfaktoren dem Wesen der Revision gemäss unverändert
bleiben müssen, ist wie bei der Rentenzusprache ein so genannter Prozentvergleich
durchzuführen, das heisst davon auszugehen, dass der Ausgangswert des
zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens dem Valideneinkommen und
folglich der Invaliditätsgrad dem Arbeitsunfähigkeitsgrad, korrigiert um einen allfälligen
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Tabellenlohnabzug (vgl. BGE 126 V 75), entspreche. Zum Tabellenlohnabzug hat sich
die Beschwerdegegnerin in der rentenzusprechenden Verfügung nicht geäussert. Ein
solcher ist nicht gerechtfertigt. Folglich entspricht das zumutbarerweise erzielbare
Invalideneinkommen dem Valideneinkommen. Der Beschwerdeführer ist also nicht
mehr invalid; der Invaliditätsgrad beträgt null Prozent.
3. Die Beschwerdegegnerin hat die Rente zu Recht auf den ersten Tag des zweiten
der Zustellung der Revisionsverfügung folgenden Monats aufgehoben, weshalb die
Beschwerde abzuweisen ist. Der unterliegende Beschwerdeführer hat die gemäss
Art. 69 Abs. 1 IVG zu erhebenden und angesichts des durchschnittlichen
Verfahrensaufwandes auf 600 Franken festzusetzenden Gerichtskosten zu bezahlen.
Diese Gebühr ist durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe
gedeckt. Der vollumfänglich unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf
eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP