Decision ID: f2c62749-baea-55fa-9d50-019ae56a7f9b
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 10.10.2012 Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG. Art. 14a ELV. Berücksichtigung eines hypothetischen Erwerbseinkommens. Bei der Beurteilung der Frage, ob ein hypothetisches Erwerbseinkommen anzurechnen ist, rechtfertigt es sich, hinsichtlich der entsprechenden Fragen an die Praxis in der Arbeitslosenversicherung anzulehnen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. Oktober 2012, EL 2012/1).Präsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterin Miriam Lendfers, a.o. Versicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiber Tobias BoltEntscheid vom 10. Oktober 2012in SachenA._,Beschwerdeführer,vertreten durch Rechtsanwalt lic. rer. publ. Michael B. Graf, St. Leonhard-Strasse 20, Postfach, 9001 St. Gallen,gegenSozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,Beschwerdegegnerin,betreffendErgänzungsleistung zur IV / Parteientschädigung im EinspracheverfahrenSachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich im Juni 2008 zum Bezug von Ergänzungsleistungen (EL)
zur halben Invalidenrente an, die er seit April 2004 bei einem Invaliditätsgrad von
55 % bezieht (EL-act. 94). Mit Schreiben vom 20. August 2008 teilte die EL-
Durchführungsstelle dem Versicherten mit, sie müsse abklären, ob für seine
Ehefrau bei der Berechnung des Anspruchs auf eine jährliche Ergänzungsleistung
ein Erwerbseinkommen anzurechnen sei. Sie bat ihn diesbezüglich um die
Beantwortung von Fragen (EL-act. 92). Die Ehefrau wies am 6. Oktober 2008
darauf hin, dass sie aufgrund von körperlichen Beschwerden nicht arbeiten könne
(EL-act. 90–2).
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A.b Mit Verfügungen vom 15. Januar 2009 wies die EL-Durchführungsstelle einen
Anspruch auf eine jährliche Ergänzungsleistung ab dem 1. Juni 2008 zufolge
Einnahmenüberschusses ab. Sie rechnete für den Versicherten und dessen
Ehefrau Erwerbseinkommen von Fr. 55’758.-- brutto an (EL-act. 86). Die am
18. Februar 2009 dagegen erhobene Einsprache (EL-act. 82) wurde mit Entscheid
vom 23. Juni 2009 hinsichtlich der Anrechnung hypothetischer
Erwerbseinkommen abgewiesen, zufolge Wegfalls von Unfalltaggeldleistungen
per April 2008 und Korrektur des Eigenmietwertes insgesamt aber dahingehend
teilweise gutgeheissen, als dem Versicherten ab Juni 2008 eine jährliche
Ergänzungsleistung von Fr. 590.-- pro Monat und ab Januar 2009 eine solche von
Fr. 621.-- pro Monat zugesprochen wurde (EL-act. 78). Die am 3. August 2009
dagegen erhobene Beschwerde an das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen (EL-act. 76) wurde mit Entscheid EL 2009/24 vom 24. November 2009
abgewiesen (vgl. EL-act. 64).
B.
Mit Verfügungen vom 4. November und 10. Dezember 2009 wurden
Krankheitskosten von insgesamt Fr. 1’194.-- vergütet (EL-act. 61). Eine am
22. Dezember 2009 dagegen erhobene Einsprache (EL-act. 60) wurde am
22. Februar 2010 zurückgezogen (EL-act. 54). Dem Versicherten wurde mit
Schreiben vom 2. März 2010 eine Parteientschädigung zugesprochen, da eine
fehlerhafte Zustellung der Verfügung vom 4. November 2009 ursächlich für die
Erhebung der Einsprache gewesen war (EL-act. 52).
C.
C.a Mit Verfügung vom 28. Dezember 2009 wurde die jährliche
Ergänzungsleistung mit Wirkung ab dem 1. Januar 2010 auf Fr. 686.-- pro Monat
erhöht (EL-act. 63).
C.b Dagegen liess der Versicherte am 1. Februar 2010 Einsprache erheben. Es
seien fälschlicherweise keine Gewinnungskosten berücksichtigt worden. Die
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Kosten für die Stellenbemühungen des Versicherten und dessen Ehefrau würden
sich auf Fr. 200.-- pro Monat belaufen (EL-act. 56).
C.c Mit Entscheid vom 31. Mai 2010 wurde die Einsprache abgewiesen. Die
geltend gemachten Gewinnungskosten würden nicht in Zusammenhang mit einer
Erwerbstätigkeit stehen; es sei kein Grund für einen Abzug von der für den
Versicherten angerechneten Pauschale ersichtlich (EL-act. 50).
D.
D.a Am 29. Juni 2010 gingen der EL-Durchführungsstelle Nachweise über
Stellenbemühungen des Versicherten in den Monaten Februar bis Juni 2010 sowie
eine Bestätigung des zuständigen Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums (RAV),
wonach sich der Versicherte gesundheitsbedingt als nicht arbeitsfähig erachte,
zu. Gemäss den Nachweisen hatte sich der Versicherte im Februar 2010 auf vier
Stellen beworben (zweimal mittels persönlicher Vorsprache, zweimal telefonisch),
im März 2010 auf sechs (dreimal mittels persönlicher Vorsprache, dreimal
telefonisch), im April 2010 auf fünf (viermal mittels persönlicher Vorsprache,
einmal telefonisch), im Mai 2010 auf vier (einmal mittels persönlicher Vorsprache,
dreimal telefonisch) und im Juni 2010 auf fünf (zweimal mittels persönlicher
Vorsprache, dreimal telefonisch; EL-act. 47).
D.b Am 8. Juli 2010 teilte die EL-Durchführungsstelle dem Versicherten mit, dass
die Arbeitsbemühungen, die sie offenbar als jene seiner Ehefrau betrachtete, als
ungenügend zu qualifizieren seien. Verlangt würden mindestens acht bis zehn
schriftliche oder mindestens 15 Blind- oder telefonische Bewerbungen pro Monat,
allenfalls unter Mithilfe des RAV (EL-act. 44).
D.c Am 11. August 2010 teilte die Ehefrau des Versicherten mit, dass sie nach
wie vor zu 100 % krankgeschrieben sei und daher keiner Erwerbstätigkeit
nachgehen könne. Eine Abklärung durch die IV-Stelle sei im Gange (EL-act. 43).
D.d Am 16. August 2010 antwortete die EL-Durchführungsstelle dem
Versicherten, dass an der Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens
für die Ehefrau festgehalten werde. Falls sich im Rahmen des IV-Verfahrens
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ergeben sollte, dass die Ehefrau zu 100 % arbeitsunfähig sei, werde eine
rückwirkende Neuberechnung vorgenommen (EL-act. 42).
D.e Am 6. Dezember 2010 teilte die IV-Stelle der EL-Durchführungsstelle mit,
dass die Ehefrau des Versicherten in ihrer Anmeldung zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung unter anderem angegeben habe, dass der Versicherte
Rentenleistungen aus beruflicher Vorsorge erhalte (EL-act. 39). Am 8. Dezember
2010 forderte die EL-Durchführungsstelle den Versicherten auf, innert 14 Tagen
Nachweise zur besagten Rente einzureichen (EL-act. 38)
D.f Mit Verfügung vom 29. Dezember 2010 hob die EL-Durchführungsstelle den
Anspruch auf jährliche Ergänzungsleistung per 31. Dezember 2010 zufolge
vorsorglicher Anrechnung einer Rente aus beruflicher Vorsorge von Fr. 8’572.--
und weiterhin hypothetischen Erwerbseinkommen für den Versicherten und seine
Ehefrau im Betrag von brutto Fr. 55'758.-- pro Jahr auf (EL-act. 31).
D.g Bereits am 21. Dezember 2010 war der EL-Durchführungsstelle ein
Schreiben des Rechtsvertreters des Versicherten vom 17. Dezember 2010 samt
Beilagen zugegangen (EL-act. 28), das allerdings erst nach einem weiteren
Schreiben des Rechtsvertreters des Versicherten vom 4. Januar 2011 (EL-act. 27)
berücksichtigt wurde. Dem beigelegten Schreiben der zuständigen
Vorsorgeeinrichtung vom 20. April 2010 ist zu entnehmen, dass dem Versicherten
im Zeitraum vom 1. April 2003 bis zum 31. August 2008 lediglich fünf
Monatsrenten à Fr. 714.40 ausbezahlt worden waren, da für den Zeitraum vom
1. April 2003 bis zum 31. März 2008 eine Überentschädigung ermittelt worden war
(EL-act. 28–5 ff.).
E.
E.a Am 2. Februar 2011 liess der Versicherte Einsprache gegen die Verfügung
vom 29. Dezember 2010 erheben. Die Stellensuche verlaufe seit Jahren erfolglos.
Die Kosten für Bewerbungen würden sich auf mindestens Fr. 100.-- pro Monat
belaufen. Betreffend Ehefrau des Versicherten sei nach wie vor ein IV-Verfahren
hängig. Die von den Eheleuten bezahlten Beiträge für Nichterwerbstätige seien
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bei der Berechnung nicht berücksichtigt worden. Die Sozialversicherungsbeiträge
für die zu Unrecht angerechneten hypothetischen Erwerbseinkommen seien zu
tief angesetzt. Schliesslich seien dem Versicherten zu hohe Vermögenserträge
angerechnet worden (EL-act. 12–1 ff). Der Einsprache lagen unter anderem
Nachweise über Stellenbemühungen des Versicherten für die Monate Februar
2010 bis Januar 2011 bei. Gemäss diesen hatte sich der Versicherte im Juli 2010
auf drei Stellen beworben (einmal mittels persönlicher Vorsprache, zweimal
telefonisch), im August 2010 auf sechs (einmal mittels persönlicher Vorsprache,
viermal telefonisch, einmal auf nicht angegebene Weise, wohl ebenfalls mittels
persönlicher Vorsprache), im September 2010 auf fünf (zweimal mittels
persönlicher Vorsprache, dreimal telefonisch, einmal auf nicht angegebene
Weise), im Oktober 2010 auf sechs (einmal mittels persönlicher Vorsprache,
fünfmal telefonisch), im November 2010 auf sechs (einmal mittels persönlicher
Vorsprache, fünfmal telefonisch), im Dezember 2010 auf sechs (einmal mittels
persönlicher Vorsprache, fünfmal telefonisch) und im Januar 2011 auf sechs
(zweimal mittels persönlicher Vorsprache, viermal telefonisch; EL-act. 21–1 ff.).
E.b Mit Entscheid vom 18. November 2011 wurde die Einsprache abgewiesen.
Die Vermutung, dass der Versicherte bei ausreichenden Bemühungen ein
Erwerbseinkommen erzielen könnte, sei anhand der Nachweise nicht
rechtsgenüglich widerlegt. Solange das IV-Verfahren betreffend die Ehefrau
hängig sei, rechtfertige es sich nicht, auf die Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens der Ehefrau zu verzichten; allenfalls erfolge dann eine
rückwirkende Neuberechnung. Die geltend gemachten Gewinnungskosten für
Stellenbemühungen könnten nicht angerechnet werden, ebenso die Beiträge für
Nichterwerbstätige, da ein hypothetisches Einkommen angerechnet werde, von
dem hypothetische Sozialversicherungsbeiträge in Abzug gebracht würden.
Selbst bei Korrektur der Vermögenserträge resultiere schliesslich kein Anspruch
auf eine jährliche Ergänzungsleistung (EL-act. 100).
F.
F.a Dagegen richtet sich die am 6. Januar 2012 erhobene Beschwerde, mit der
Zusprache einer jährlichen Ergänzungsleistung von mindestens Fr. 1’955.-- pro
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Monat unter Kosten- und Entschädigungsfolge für das Beschwerde- und das
vorinstanzliche Einspracheverfahren beantragt und zur Begründung im
Wesentlichen ausgeführt wird, die Vorsorgeeinrichtung habe die
Rentenleistungen ab Mai 2011 auf Fr. 571.30 reduziert, der Vermögensertrag habe
sich im Jahr 2010 auf lediglich Fr. 4.-- belaufen, die Stellenbemühungen des
Beschwerdeführers seien als ausreichend zu qualifizieren, und ein bidisziplinäres
Gutachten betreffend die Ehefrau des Beschwerdeführers habe ergeben, dass
diese lediglich noch zu 50 % in leidensadaptierten Tätigkeiten arbeitsfähig sei
(act. G 1). Der Beschwerde lagen unter anderem Nachweise über
Stellenbemühungen für die Monate Januar bis Dezember 2011 bei. Gemäss
diesen hatte sich der Beschwerdeführer im Februar 2011 auf sechs Stellen
beworben (zweimal mittels persönlicher Vorsprache, viermal telefonisch), im März
2011 auf sechs (dreimal mittels persönlicher Vorsprache, dreimal telefonisch), im
April 2011 auf sechs (dreimal mittels persönlicher Vorsprache, dreimal
telefonisch), im Mai 2011 auf sechs (zweimal mittels persönlicher Vorsprache,
dreimal telefonisch, einmal nicht angegeben, wohl mittels persönlicher
Vorsprache), im Juni 2011 auf sechs (dreimal mittels persönlicher Vorsprache,
dreimal telefonisch), im Juli 2011 auf drei (einmal mittels persönlicher Vorsprache,
zweimal telefonisch), im August 2011 auf drei (zweimal mittels persönlicher
Vorsprache, einmal telefonisch), im September 2011 auf sechs (dreimal mittels
persönlicher Vorsprache, dreimal telefonisch), im Oktober 2011 auf sechs
(zweimal mittels persönlicher Vorsprache, dreimal telefonisch, einmal schriftlich,
allerdings ohne entsprechende Belege), im November 2011 auf sechs (zweimal
mittels persönlicher Vorsprache, dreimal telefonisch, einmal schriftlich, allerdings
ohne entsprechende Belege) und im Dezember 2011 auf sieben (zweimal
telefonisch, fünfmal schriftlich, allerdings ohne entsprechende Belege; act. G 1.8).
Sodann lag der Beschwerde eine Rentenbescheinigung der Vorsorgeeinrichtung
bei, wonach die Rentenleistungen ab Mai 2011 auf Fr. 571.30 reduziert wurden
(act. G 1.4). Weiter lag der Beschwerde eine Stellungnahme von Dr. med. B._,
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom IV-internen regionalen
ärztlichen Dienst (RAD) vom 23. Mai 2011 betreffend die Ehefrau des
Beschwerdeführers bei, wonach auf ein zuvor eingeholtes bidisziplinäres
Gutachten abzustellen und von durchgehender 50%iger Arbeitsfähigkeit in
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leidensadaptierten Tätigkeiten ab dem 10. Februar 2010 auszugehen sei
(act. G 1.9).
F.b Die Beschwerdegegnerin schliesst unter Verweis auf die Erwägungen im
angefochtenen Einspracheentscheid auf Abweisung der Beschwerde; ergänzend
führte sie aus, für das Einspracheverfahren werde in aller Regel keine
Parteientschädigung ausgerichtet (Beschwerdeantwort vom 20. Februar 2012;
act. G 3).
F.c Im Rahmen der Replik, mit welcher der Beschwerdeführer vollumfänglich an
seinen Anträgen festhalten liess, wurde der Vorbescheid der IV-Stelle vom
2. März 2012 betreffend Rentenanspruch der Ehefrau des Beschwerdeführers
eingereicht (act. G 7 und G 7.1). Gemäss Vorbescheid ist die Zusprache einer
halben Rente ab dem 1. Februar 2011 bei einem Invaliditätsgrad von 55 %
vorgesehen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers wies in der Replik
darauf hin, dass dagegen Einwand erhoben werde, da ein zu hohes
Invalideneinkommen berücksichtigt worden sei. Hinsichtlich Parteientschädigung
für das Einspracheverfahren sei darauf hinzuweisen, dass es sich vorliegend um
einen aussergewöhnlichen, komplexen Fall handle, was die ausnahmsweise
Zusprache einer Parteientschädigung rechtfertige.
F.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete sinngemäss auf eine Duplik (act. G 9).

Erwägungen:
1.
Streitig ist vorliegend der Anspruch auf eine jährliche Ergänzungsleistung für den
Zeitraum ab dem 1. Januar 2011, denn die dem angefochtenen
Einspracheentscheid zugrunde liegende Verfügung vom 29. Dezember 2010 regelt
den Anspruch ab dem genannten Zeitpunkt. Bei der jährlichen
Ergänzungsleistung handelt es sich um eine Dauerleistung im Sinne von Art. 17
Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1). Zu prüfen ist daher nicht ein
befristeter Anspruch, sondern grundsätzlich ein unbefristeter. Da im Rahmen der
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Beschwerde die Korrektheit des angefochtenen Einspracheentscheides zu
überprüfen ist, ist allerdings grundsätzlich auf die tatsächlichen Verhältnisse im
Zeitpunkt des Erlasses desselben abzustellen. Soweit allerdings spätere
Umstände oder später erstellte Akten Rückschlüsse in Bezug auf diesen
massgebenden Sachverhalt zulassen, sind sie ebenfalls zu berücksichtigen.
Zusammenfassend ist daher zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht
einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine jährliche Ergänzungsleistung ab
dem 1. Januar 2011 verneint hat, wobei in erster Linie die tatsächlichen
Verhältnisse bis zum 18. November 2011 massgebend sind.
2.
2.1 Bei der Berechnung des Anspruchs auf Ergänzungsleistungen sind unter
anderem auch Einkünfte und Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist,
anzurechnen (Art. 11 Abs. 1 lit. g des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen
zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [ELG; SR 831.30]). Ein
Verzicht auf Erwerbseinkommen liegt vor, wenn die versicherte Person keine
Erwerbstätigkeit ausübt, obwohl ihr dies zumutbar und möglich wäre, oder wenn
sie zwar eine Erwerbstätigkeit ausübt und Erwerbseinkünfte erzielt, es ihr aber
zumutbar und möglich wäre, mehr zu verdienen. Ebenso liegt aber auch ein
Verzicht auf Erwerbseinkommen vor, wenn der Ehegatte der versicherten Person
in diesem Sinne auf Erwerbseinkommen verzichtet, weil auch dieser zum Kreis
der Leistungsempfänger gehört und die Geltendmachung eines Anspruchs auf
Ergänzungsleistungen somit missbräuchlich erfolgt, wenn auf die mögliche und
zumutbare Erzielung eines Erwerbseinkommens verzichtet wird. Zur
Beantwortung der Frage, ob und allenfalls in welchem Betrag auf
Erwerbseinkommen verzichtet wurde, ist zu ermitteln, wie hoch das
Erwerbseinkommen bei einer zumutbaren und möglichen Ausnützung der
Erwerbsfähigkeit wäre. Bei der Ermittlung des zumutbarerweise erzielbaren
Erwerbseinkommens sind alle Umstände des Einzelfalls, insbesondere beruflich-
erwerbliche Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen, bei invaliden Personen der
Arbeitsunfähigkeitsgrad, allfällige arbeitsmarktliche Konkurrenznachteile (wie
unterdurchschnittliche berufliche Fähigkeiten oder fehlende Berufserfahrung,
fehlende Sprachkenntnisse, eine erhebliche intellektuelle Einschränkung, eine
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besondere geistige Unbeweglichkeit oder ähnliche Nachteile), die
Arbeitsmarktlage und die familiäre Situation zu berücksichtigen (vgl. zum Ganzen
Ralph Jöhl, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: SBVR XIV, Soziale Sicherheit,
2. Aufl., Basel 2007, S. 1759 ff., Rz 179 ff.).
2.2 Dass ein entsprechendes Einkommen erzielt werden kann, folgt aus der aus
der allgemeinen Lebenserfahrung resultierenden Vermutung, dass eine
arbeitswillige und einsatzfreudige, nötigenfalls auch einen
unterdurchschnittlichen Lohn akzeptierende Person im Allgemeinen eine
Arbeitsstelle finden kann. Diese Vermutung wird durch ernsthafte, aber erfolglose
Bewerbungen widerlegt; solche Stellenbemühungen sind sodann auch Ausdruck
der Pflicht, soweit als möglich aus eigener Kraft den Existenzbedarf zu bestreiten
(vgl. hierzu den Entscheid EL 2009/46 des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen vom 10. August 2010, E. 1.4, mit Hinweisen).
2.3 Bei der Arbeitslosenversicherung werden gemäss der seit 1. Januar 2010
gültigen Weisung GL-018 der Geschäftsleitung des Amts für Arbeit des Kantons
St. Gallen pro Monat fünf bis acht Arbeitsbemühungen verlangt, wobei die
konkrete Zahl bei der erstmaligen Vereinbarung und bei jeder Änderung
schriftlich festzuhalten ist; Abweichungen nach oben oder unten sind in
Einzelfällen zwar möglich, müssen aber gegenüber den Versicherten schriftlich
und nachvollziehbar begründet werden. Für Stellensuchende, für welche eine
interinstitutionelle Zusammenarbeit (IIZ) in Betracht fällt, also insbesondere für
gesundheitlich beeinträchtigte Personen, sollen nicht mehr als vier
Arbeitsbemühungen verlangt werden. Diese Vorgaben entfalten zwar für die EL-
Durchführungsstelle keine Verbindlichkeit, da sie sich an die Vollzugsorgane der
Arbeitslosenversicherung, namentlich an die kantonale Amtsstelle und die
Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV), wenden und die Anwendung des
Arbeitslosenversicherungsrechts zum Gegenstand haben. Indessen können die
Vollzugsorgane der Arbeitslosenversicherung die tatsächliche
Arbeitsmarktsituation besser einschätzen als die EL-Durchführungsstelle, weisen
doch ihre Kernaufgaben unmittelbaren Bezug zu derselben auf. Deshalb liegt es
nahe, etwa die erwähnte Weisung GL-018 auch für die Anwendung des
Ergänzungsleistungsrechts heranzuziehen, soweit dieses Bezug zu Fragen des
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Arbeitslosenversicherungsrechts aufweist – nicht im Sinne einer formellen
Bindung, sondern vielmehr im Sinne einer sachlichen Gebotenheit. Anders
ausgedrückt sind keine überzeugenden Gründe ersichtlich, im Bereich des
Ergänzungsleistungsrechts deutlich höhere Anforderungen an
Stellenbemühungsnachweise zu stellen als im Bereich der Arbeitslosenver
sicherung. In der Regel sollte daher von EL-Bezügern bzw. von in die EL-
Berechnung mit einbezogenen Personen zurzeit lediglich vier bzw. fünf bis acht
Bemühungen pro Monat verlangt werden. Davon kann im Einzelfall abgewichen
werden, wenn nachvollziehbare Gründe für eine solche Abweichung vorliegen.
3.
3.1 Bezüglich Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens für den
Beschwerdeführer ist anhand der im Rahmen der Einsprache und der
Beschwerde eingereichten Nachweise über Stellenbemühungen
zusammenfassend von mehrheitlich und durchschnittlich rund sechs
Bewerbungen pro Monat auszugehen, je rund zur Hälfte telefonisch und
ansonsten meist mittels persönlicher Vorsprache. Zuletzt hat sich der
Beschwerdeführer offenbar verschiedentlich auch schriftlich beworben, doch hat
er weder Kopien seiner Bewerbungsschreiben noch Kopien etwaiger Absagen
eingereicht. Die Bewerbungen erfolgten meist blind, das heisst nicht auf Inserate
hin. Die Beschwerdegegnerin hat zwar in ihrem Schreiben vom 8. Juli 2010 klar
mitgeteilt, dass sie acht bis zehn schriftliche Bewerbungen oder mindestens 15
Blind- oder telefonische Bewerbungen pro Monat erwarte, allenfalls unter Mithilfe
des RAV. Diese Voraussetzungen hat der Beschwerdeführer nicht annähernd
erfüllt. Allerdings sind diese Anforderungen im Lichte der obigen Erwägungen als
überhöht zu qualifizieren. Es liegen keine nachvollziehbaren Gründe für diese
Anforderungen vor, weshalb sie als unzumutbar zu qualifizieren sind. Der
Beschwerdeführer hat denn auch zu Recht darauf hingewiesen, dass in Bezug auf
die für ihn realistischerweise in Frage kommenden Tätigkeiten auf dem
Hilfsarbeitermarkt Blindbewerbungen und Bewerbungen mittels persönlicher
Vorsprache oder telefonische Bewerbungen genauso erfolgsversprechend sein
können wie schriftliche Bewerbungen und Bewerbungen auf Inserate hin. Es ist
nämlich davon auszugehen, dass ein relevanter Anteil an Hilfsarbeiterstellen nicht
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ausgeschrieben wird, und dass sich Hilfsarbeiter häufig nicht schriftlich auf
entsprechende Stellen bewerben. Mithin reichen die ausgewiesenen mehrheitlich
bzw. durchschnittlich sechs Bewerbungen pro Monat aus, um die Vermutung, der
Beschwerdeführer würde mittels ernsthafter Stellenbemühungen eine
Arbeitsstelle finden, zu widerlegen. Die Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens für den Beschwerdeführer ist daher für die entsprechenden
Monate, das heisst für den Zeitraum von Januar bis und mit November 2011, als
unzulässig zu qualifizieren.
3.2 Was die Ehefrau des Beschwerdeführers betrifft, so wurden keine
Stellenbemühungen nachgewiesen. Vielmehr haben die Eheleute durchwegs den
Standpunkt vertreten, der Ehefrau sei aus gesundheitlichen Gründen keine
Erwerbstätigkeit zumutbar. Offenbar ist nach wie vor ein Verfahren betreffend
Rente der Invalidenversicherung für die Ehefrau hängig. Gemäss einem vom RAD-
Arzt Dr. B._ als überzeugend qualifizierten und vom Rechtsvertreter der
Eheleute nicht beanstandeten Gutachten ist die Ehefrau des Beschwerdeführers
seit spätestens Februar 2010 aus gesundheitlichen Gründen lediglich noch zu
50 % in leidensadaptierten Tätigkeiten arbeitsfähig. Das bedeutet einerseits, dass
beim jetzigen Aktenstand kein Grund dafür besteht, von der Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens generell abzusehen, denn es ist zu
unterstellen, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers trotz ihrer
gesundheitlichen Beeinträchtigungen ein 50%iges Arbeitspensum verrichten
könnte. Andererseits ist aber nicht einzusehen, weshalb die Beschwerdegegnerin
weder bei der Berechnung des hypothetischen Erwerbseinkommens die 50%ige
Einschränkung berücksichtigt noch das Verfahren bis zum Vorliegen eines
rechtskräftigen Entscheids bezüglich Invalidenrente sistiert hat. Jedenfalls ist der
gesundheitlichen Beeinträchtigung bei der Beurteilung des Anspruchs auf eine
jährliche Ergänzungsleistung ab dem 1. Januar 2011 Rechnung zu tragen. Dabei
rechtfertigt es sich nicht, die Ehefrau des Beschwerdeführers gleichsam vorerst
als (noch) nicht invalid zu qualifizieren und das Einkommen ausgehend von einer
vollen Erwerbsfähigkeit festzulegen. Würde nämlich in einem späteren Zeitpunkt
eine Rente zugesprochen, müsste insofern eine nachträgliche Korrektur dieses
Entscheides erfolgen. Ein entsprechender Antrag müsste dann aber wohl
abgewiesen werden, weil die Zusprache einer Rente bereits im jetzigen Zeitpunkt
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voraussehbar ist, was einer prozessualen Urteilsrevision bzw. einer
Wiederaufnahme des Verfahrens nach Art. 61 lit. i ATSG bzw. Art. 81 ff. des
St. Galler Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRP; sGS 951.1) entgegen
stehen würde. Allerdings besteht grundsätzlich unter den gegebenen Umständen
die Möglichkeit, eine Verfügung unter Änderungsvorbehalt zu erlassen. Die
Beschwerdegegnerin könnte also eine Verfügung erlassen, in der der
ausgewiesenen Arbeitsunfähigkeit Rechnung getragen wird, während gleichzeitig
vorbehalten wird, die Verfügung rückwirkend an einen allfälligen formell
rechtskräftigen Entscheid betreffend Rente der Invalidenversicherung
anzupassen. Ein solcher Vorbehalt ist zwar als Durchbrechung der
Rechtssicherheit und des Vertrauensschutzes zu qualifizieren, weil diesbezüglich
eine voraussetzungslose Änderung in der Zukunft zugelassen wird. Allerdings
bestehen in Konstellationen wie der vorliegenden triftige Gründe, einen solchen,
eng begrenzten Eingriff in die Rechtsbeständigkeit einer entsprechenden
Verfügung zuzulassen. Die Angelegenheit ist dementsprechend an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie – wenn ein formell
rechtskräftiger Entscheid betreffend Rente der Invalidenversicherung in
absehbarer Zeit zu erwarten ist – entweder zuwartet und anschliessend direkt
eine Verfügung unter Berücksichtigung dieses Entscheides oder aber eine
Verfügung mit Änderungsvorbehalt im oben ausgeführten Sinne erlässt.
Entscheidet sich die Beschwerdegegnerin für letzteres, hat sie zu
berücksichtigen, dass der Ehefrau des Beschwerdeführers im fraglichen Zeitraum
lediglich noch eine 50%ige Erwerbstätigkeit zugemutet werden kann.
4.
Vor diesem Hintergrund ist auf die weiteren strittigen Positionen der Berechnung
eines allfälligen Anspruchs auf eine jährliche Ergänzungsleistung einzugehen:
4.1 Bezüglich Gewinnungskosten hat die Beschwerdegegnerin wiederholt und
zu Recht darauf hingewiesen, dass die Kosten für Stellenbemühungen nicht
berücksichtigt werden können, da sie nicht im Zusammenhang mit der
unterstellten Erwerbstätigkeit stehen. Der Beschwerdeführer und seine Ehefrau
werden so behandelt, als würden sie einer Erwerbstätigkeit nachgehen und
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entsprechende Einkommen erzielen. Würden sie in dieser Situation
Stellenbemühungen tätigen, so wäre dabei kein Zusammenhang zur
Erwerbstätigkeit ersichtlich. Es handelt sich dabei mithin um Kosten, die aus der
Pauschale für den allgemeinen Lebensbedarf zu bezahlen sind.
4.2 Die Beiträge für Nichterwerbstätige können, wie die Beschwerdegegnerin zu
Recht dargelegt hat, nicht berücksichtigt werden, sofern der Beschwerdeführer
oder seine Ehefrau als Erwerbstätige zu qualifizieren sind. Es ist zu unterstellen,
dass ein schliesslich angerechnetes hypothetisches Einkommen als
Nettoeinkommen zu qualifizieren wäre (vgl. Wegleitung über die
Ergänzungsleistungen zur AHV und IV; Stand 1. Januar 2012; Rz 3424.02). Dann
gelten die Sozialversicherungsbeiträge als abgezogen bzw. bezahlt, und es
können konsequenterweise nicht Beiträge für Nichterwerbstätige berücksichtigt
werden.
4.3 Bei der Neuberechnung wird die Beschwerdegegnerin die tatsächlichen
Vermögenserträge im Jahr 2010 zu berücksichtigen haben, die ausgewiesen sind.
4.4 Ebenfalls wird die Beschwerdegegnerin die Reduktion der Rentenleistungen
der beruflichen Vorsorge für den Beschwerdeführer per 1. Mai 2011 zu
berücksichtigen haben.
5.
Für Einspracheverfahren werden in der Regel keine Parteientschädigungen
ausgerichtet (Art. 52 Abs. 3 ATSG). Von dieser Regel wird
rechtsprechungsgemäss dann abgewichen, wenn der Einsprecher im Falle des
Unterliegens die unentgeltliche Verbeiständung beanspruchen könnte,
andernfalls er im Falle des Obsiegens diesbezüglich schlechter gestellt würde
(BGE 130 V 570). Der Beschwerdeführer hat weder im Einsprache- noch im
Beschwerdeverfahren einen Antrag auf unentgeltliche Verbeiständung gestellt
und überdies auch nicht geltend gemacht, die Voraussetzungen dafür seien
erfüllt. Vor diesem Hintergrund rechtfertigt sich die ausnahmsweise Zusprache
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einer Parteientschädigung für das Einspracheverfahren nicht. Der entsprechende
Antrag des Beschwerdeführers ist daher abzuweisen.
6.
Demnach ist die Sache in teilweiser Gutheissung der Beschwerde an die
Beschwerdegegnerin zur Neuberechnung des Anspruchs auf eine jährliche
Ergänzungsleistung ab dem 1. Januar 2011 und anschliessender Neuverfügung
zurückzuweisen. Dem „Überklagen“ ist bei der Verlegung der
Parteientschädigung keine Rechnung zu tragen, denn der Beschwerdeführer sah
sich veranlasst, den angefochtenen Einspracheentscheid als rechtswidrig zu
beanstanden, und er ist insoweit mit seinem Anliegen durchgedrungen, wobei die
Punkte, in welchen er unterlegen ist, keinen nennenswerten Mehraufwand
verursachten. Praxisgemäss wird in der Regel eine Pauschale von Fr. 3’500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zugesprochen. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte eine Honorarnote über
Fr. 3’869.40 (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) ein (act. G 11). Da
dieser Betrag nicht wesentlich höher ist und der Aufwand gesamthaft
gerechtfertigt scheint, ist die Parteientschädigung entsprechend festzusetzen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht