Decision ID: 8babd0b1-80d2-4bab-a4db-ad0e1742e762
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_005
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt:
1. Gemäss Baugesuch vom 27. März 2019 beabsichtigt A._
(Bauherrschaft) die in B._, in der Wohnzone E._,
Quartierplangebiet F._, auf Parzelle G._ stehenden
Gebäude abzubrechen und ein neues Ferienhaus sowie ein auch für die
Parkierung zu nutzendes Nebengebäude (mit Sauna und Abstellräumen)
zu erstellen.
2. Mit Bau- und Einspracheentscheid vom 30. August 2019, mitgeteilt am
23./26. September 2019, wies die Baubehörde B._ die dagegen
von C._ und D._ am 9. Mai 2019 erhobene Einsprache
im Wesentlichen ab, soweit sie darauf eintrat und erteilte der
Bauherrschaft die Baubewilligung unter Auflagen und Bedingungen.
Dagegen erhoben C._ und D._ am 10. Oktober 2019
Beschwerde an den Gemeindevorstand und beantragten primär die
Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides und die Verweigerung der
Baubewilligung. Mit Entscheid vom 18., mitgeteilt am 25. Februar 2020,
wies der Gemeindevorstand die Beschwerde ab.
3. Gegen diesen Entscheid erhoben C._ und D._ am
26. März 2020 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden (Verfahren R 20 26) und beantragten unter anderem, der
Beschwerdeentscheid des Gemeindevorstandes B._ vom 18.,
mitgeteilt am 25. Februar 2020, sowie der Bau- und Einspracheentscheid
der Baubehörde B._ vom 30. August 2019, mitgeteilt am
23./26. September 2019, seien aufzuheben und das Baugesuch von
A._ sei abzuweisen.
4. Nach Durchführung eines doppelten Schriftenwechsels verzichtete die
Gemeinde B._ am 16. Juni 2020 auf die Einreichung einer Duplik.
Am 29. Juni 2020 beantragte A._, es sei ihm die Frist zur
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Einreichung der Duplik abzunehmen und das Verfahren zu sistieren,
vorläufig längstens bis zum 2. November 2020. Aufgrund der geänderten
Verhältnisse prüfe er eine Abänderung bzw. eine Variante zu seinem
Bauvorhaben, was allenfalls zur Gegenstandslosigkeit dieses Verfahrens
führen könnte.
5. Am 14. Juli 2020 sistierte der Instruktionsrichter das Beschwerdeverfahren
R 20 26 bis längstens 2. November 2020, und nahm dem Rechtsvertreter
der Bauherrschaft, Rechtsanwalt Robert Hadorn, die Frist zur Einreichung
einer Duplik ab. Die Bauherrschaft wurde angewiesen, dem Gericht
spätestens zehn Tage vor Fristablauf mitzuteilen, wie weiter verfahren
werden solle.
6. Am 23. Oktober 2020 beantragte A._ die weitere Sistierung des
Verfahrens, vorläufig längstens bis zum 1. März 2021. Zur Begründung
führte er an, die Ausarbeitung der Variante zum in Frage stehenden
Bauvorhaben sei schon fortgeschritten, müsse aber noch zur Eingabereife
vorangetrieben werden. Die Erstellung der definitiven Unterlagen und die
Durchführung eines Baubewilligungsverfahren erfordere noch seine Zeit.
Nachdem die Gemeinde dem Verwaltungsgericht mitgeteilt hatte, sie sei
mit der nachgesuchten Verlängerung der Sistierung einverstanden und die
Beschwerdeführer im Verfahren R 20 26 eine weitere Sistierung des
Verfahrens in das Ermessen des Verwaltungsgerichts gelegt hatten,
ordnete der Instruktionsrichter mit prozessleitender Verfügung vom
9. November 2020 die Sistierung des Verfahrens R 20 26 bis zum 1. März
2021 an, unter gleichzeitiger Erteilung der aufschiebenden Wirkung.
7. Am 19. Februar 2021 folgte auf Grund des Gesuches von A._
vom 18. Februar 2021 eine weitere Sistierung des Verfahrens R 20 26 bis
zum 1. September 2021.
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8. Am 23. August 2021 beantragte A._ eine weitere
Verfahrenssistierung, vorläufig längstens bis zum 1. Februar 2022. Mit
Schreiben vom 17. September 2021 erwog der Instruktionsrichter, dass
die Sistierung in den vergangenen elf Monaten keinen Erfolg gezeitigt
habe und sich die Beschwerdeführer in diesem Verfahren bereits
mehrfach gegen eine Sistierung bzw. deren Verlängerung ausgesprochen
hätten, und lehnte das neuerliche Verlängerungsgesuch in Anbetracht des
Prozessbeschleunigungsgebots ab. A._ wurde gleichzeitig zur
Einreichung der Duplik eine Frist bis zum 28. September 2021 eingeräumt,
die in der Folge bis zum 12. Oktober 2021 erstreckt wurde.
9. Am 12. Oktober 2021 reichte A._ erneut ein Gesuch um
Sistierung des Verfahrens in Form eines formellen Zwischenentscheids
ein, diesmal vorläufig längstens bis zum 31. März 2022, wobei er um
Abnahme der Frist für die Einreichung der Duplik bis zur allfälligen
Fortsetzung des Verfahrens ersuchte. Nach Einholung der
Vernehmlassungen lehnte der Instruktionsrichter das Gesuch mit
Schreiben vom 5. November 2021 ab und gewährte letztmalig eine Frist
zur Einreichung der Duplik bis zum 22. November 2021.
10. Mit Eingabe vom 22. November 2021 reichte A._ die Duplik im
Verfahren R 20 26 ein, worauf der Instruktionsrichter am 24. November
2021 den Abschluss des Schriftenwechsels anordnete.
11. Gleichentags reichte A._ (nachfolgend
Prozessbeschwerdeführer) beim Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden eine Prozessbeschwerde gegen die Ablehnung des
Sistierungsgesuchs ein. Er argumentierte, dass sich die beantragte
Sistierung rechtfertige, weil sich weitere Verfahrensschritte im Verfahren
R 20 26 erübrigten, wenn sein alternatives Bauprojekt bewilligt würde.
Allerdings sei damit zu rechnen, dass die Beschwerdeführer im
Hauptverfahren auch das neue Bauprojekt bekämpfen würden, weil damit
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der Grenzabstand zu ihrer Parzelle unverändert bliebe, deren Aussicht
aber weitergehend verbaut würde.
12. Mit Vernehmlassungen vom 15. Dezember 2021 verzichteten sowohl
C._ und D._ (nachfolgend Prozessbeschwerdegegner)
als auch die Gemeinde B._ (nachfolgend
Prozessbeschwerdegegnerin) auf einen Antrag in der Sache. Die
Prozessbeschwerdegegner beantragten indes, die Kosten- und
Entschädigungsfolgen seien dem Prozessbeschwerdeführer
aufzuerlegen. Sie reichten zudem eine Honorarnote ein, die dem
Prozessbeschwerdeführer zusammen mit dem Vernehmlassungsverzicht
zur allfälligen Stellungnahme zugestellt wurde.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens ist die prozessleitende
Verfügung des Vorderrichters vom 5. November 2021, mit welcher dieser
das Gesuch des Prozessbeschwerdeführers um weitere Sistierung des
Verfahrens R 20 26 abgewiesen hat. Gemäss Art. 42 i.V.m. Art. 50 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) können
solche prozessleitenden Verfügungen von den Verfahrensparteien innert
zehn Tagen beim Verwaltungsgericht angefochten werden, sofern diese
durch den angefochtenen Entscheid berührt sind und ein schutzwürdiges
Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung haben. Die Eintretensvor-
aussetzungen sind vorliegend gegeben. Die angefochtene
prozessleitende Verfügung vom 5. November 2021 ging dem
Beschwerdegegner im dortigen Verfahren R 20 26 am 10. November
2021 zu. Unter Berücksichtigung des Fristenlaufs an Samstagen und
Sonntagen erfolgte die Beschwerdeerhebung am 22. November 2021
rechtzeitig. Obschon der Beschwerdegegner im Verfahren R 20 26 bzw.
Prozessbeschwerdeführer gleichzeitig mit der Anhebung der
Prozessbeschwerde die Duplik einreichte, ist er durch die Nichtgewährung
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der Sistierung beschwert und folglich zur Beschwerdeerhebung legitimiert.
Auf die Prozessbeschwerde ist somit einzutreten. Der Streitgegenstand
erschöpft sich vorliegend in der Frage, ob der Instruktionsrichter im
Hauptverfahren R 20 26 das Gesuch um Sistierung zu Recht abgewiesen
hat.
2.1. Der Prozessbeschwerdeführer argumentiert, dass im Lichte der
Auswirkungen der Corona-Pandemie die bisherige Prozessdauer bzw.
auch der Aufwand für die Entwicklung eines Alternativgesuches von 17
Monaten keineswegs übermässig erscheine. Zudem wolle Art. 3 VRG das
Interesse der Bauherrschaft an einer beförderlichen Behandlung seines
Baugesuchs und eines allfälligen Rechtsmittelverfahrens schützen. Ein
entsprechendes schutzwürdiges Interesse des einsprechenden Nachbarn
an einer Verfahrensfortsetzung trotz Prüfung eines Alternativprojekts
durch den Bauherrn bestehe nicht. Zudem diene es auch aus Sicht des
Gerichts der Verfahrensökonomie, wenn kein materieller Entscheid gefällt
und begründet werden müsse. Die Nachbarn hätten damit zu leben, dass
Einsprachen gegen Bauprojekte längere Zeit dauern könnten; sie seien
zudem ausreichend geschützt, da vor Rechtskraft der Baubewilligung
nicht gebaut werden dürfe.
2.2. Die Prozessbeschwerdegegner verweisen auf ihre Ausführungen in der
Stellungnahme vom 2. September 2021 zu einem früheren
Sistierungsgesuch im Hauptverfahren R 20 26. Dort habe sich gezeigt,
dass die bereits bewilligten Sistierungsgesuche bislang in
verfahrensökonomischer Hinsicht keinen Nutzen gezeitigt hätten. Da
weder Vergleichsgespräche stattfänden noch auf den Ausgang eines
konnexen Verfahrens gewartet werden müsse und auch keine
anderweitigen wichtigen Gründe für die Sistierung ersichtlich seien, stehe
das Beschleunigungsgebot einem erneuten Sistierungsgesuch entgegen.
Die Prozessbeschwerdegegnerin hingegen, die vorliegend auf eine
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Stellungnahme verzichtete, hat sich im Hauptverfahren R 20 26 jeweils mit
den Sistierungen einverstanden erklärt.
3.1. Das Institut der Sistierung bzw. Verfahrensaussetzung ist im kantonalen
Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege nicht ausdrücklich geregelt.
Dennoch kommt sie in der Praxis vor und ist im Rahmen der
Verfahrensleitung als Rechtsfigur allgemein anerkannt (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 6B_200/2012 vom 25. Juni 2012 E.3 f.). Die Sistierung
steht zwar im Widerspruch zum Beschleunigungsgebot gemäss Art. 3
VRG, doch gibt es Verfahren, in denen gerade die Verfahrensökonomie
eine vorübergehende Einstellung des Verfahrens gebietet. Eine
Verfahrensaussetzung rechtfertigt sich unter Umständen dann, wenn die
Verfahrensfortsetzung (z.B. aufgrund von Vergleichsverhandlungen) oder
der Verfahrensausgang (aufgrund der Konnexität zu einem anderen
Verfahren) von der vorgängigen Beantwortung einer anderen Frage
abhängig ist (vgl. SEETHALER/PORTMANN, in: Waldmann/Weissenberger
[Hrsg.], Praxiskommentar zum Bundesgesetz über das
Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 52
Rz. 59 f.; BERTSCHI/PLÜSS, in: Griffel [Hrsg.], Kommentar zum
Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. Aufl., Zürich 2014,
Vorbemerkungen zu §§ 4–31, Rz. 34 ff.; CAVELTI, in: Auer/Müller/Schindler
[Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren
[VwVG], 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2019, Art. 20 Rz. 25; BGE 133 II 181
E.5 in fine, 126 II 97 E.2c). Grundsätzlich ist eine Verfahrenssistierung mit
Blick auf Art. 29 Abs. 1 BV nur ausnahmsweise zulässig, im Zweifelsfall
kommt dem Beschleunigungsgebot der Vorrang zu (vgl. BGE 135 III 134
E.3.4 mit Hinweisen). Die Sistierung muss sich auf sachliche Gründe
stützen, sie bedarf demnach einer Rechtfertigung. Als zureichender Grund
für eine Sistierung gilt, wenn die Sistierung gesetzlich vorgeschrieben ist
oder nach der Rechtsprechung insbesondere die Hängigkeit eines
anderen Verfahrens, dessen Ausgang von präjudizieller Bedeutung ist,
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beispielsweise zur Vermeidung von inkohärenten oder sich
widersprechenden Entscheiden (vgl. BGE 130 V 90 E.5 mit Hinweisen;
BGE 123 II 1 E.2b, 122 II 211 E.3e; Urteil des Bundesgerichts
9C_523/2015 vom 10. November 2015 E.4.2). Zulässig ist sie zudem nur,
wenn sie aus wichtigen Gründen geboten erscheint und ihr keine
überwiegenden öffentlichen oder privaten Interessen entgegenstehen
(vgl. dazu auch prozessleitende Verfügung im Verfahren R 20 26a vom
9. November 2020, E.1).
3.2. In seiner prozessualen Verfügung vom 9. November 2020 bzw. dem
Entscheid über das zweite Sistierungsgesuch des Bauherrn hat der
Vorderrichter die Verfahrenssistierung bis am 1. März 2021 gewährt, mit
der gleichzeitigen Erteilung der aufschiebenden Wirkung im Sinne eines
Bauverbots. Damit werde sichergestellt, dass mit der Verlängerung der
Verfahrenssistierung für die Nachbarn bzw. Beschwerdeführer im
Hauptverfahren, die sich nicht gegen eine solche Sistierung
ausgesprochen hätten, keine Nachteile verbunden seien. Der
Vorderrichter erwog zudem, dass es der Bauherr in der Hand habe, durch
speditives Vorgehen eine kürzere Sistierung als die gewährte zu
ermöglichen. Er hielt in Erwägung 3 a.E. zudem noch fest: "Aus heutiger
Sicht ist jedenfalls davon auszugehen, dass eine weitere Verlängerung der
Sistierung angesichts der für die Ausarbeitung einer Projektänderung
insgesamt zur Verfügung stehenden Zeit von ca. sieben Monaten nicht
nötig sein wird."
3.3. Das dritte Sistierungsgesuch vom 18. Februar 2021 begründete der
Bauherr damit, dass sich die Ausarbeitung der Variante bis zur
Entscheidreife coronabedingt verzögert habe; die Arbeiten hätten aber
jetzt wieder aufgenommen werden können. Die Pläne und das neue
Konzept müssten jedoch noch mit der Gemeinde vorbesprochen werden
und anschliessend erfordere auch die Durchführung des
Bewilligungsverfahrens noch eine gewisse Zeit. Im vierten
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Sistierungsgesuch vom 23. August 2021 brachte der Bauherr vor, dass die
Alternativvariante leider nochmals überarbeitet werden und danach mit der
Gemeinde besprochen werden müsse; deren Baureife werde daher noch
eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. In seinem fünften
Sistierungsgesuch vom 12. Oktober 2021 bringt der Bauherr schliesslich
vor, es läge grundsätzlich in seinem Interesse, auf einen Entscheid zu
drängen, damit er sein Bauprojekt realisieren könne. Indessen habe er
sich dazu entschieden, vorerst ein Alternativprojekt zu prüfen und
bewilligen zu lassen; werde dieses bewilligt, könne er auf die erteilte,
strittige Baubewilligung verzichten. Ein Rückzug mache jedoch erst bei
rechtskräftiger Genehmigung der Alternative Sinn. Es sei nämlich nicht
auszuschliessen, dass die Nachbarn auch gegen das Alternativprojekt
Einsprache erheben würden. Der Bauherr legte erste Skizzen dieses
Alternativprojekts bei, welche aber für die Durchführung des
Baubewilligungsverfahrens noch erheblich vertieft werden müssten, was
aufgrund der Pandemie und der Erweiterung der Familie des Bauherrn
noch seine Zeit erfordere (siehe Gesuch vom 12. Oktober 2021 im
Hauptverfahren R 20 26 und Einlage der Skizze des Alternativprojekts als
dortige Beilage 1; act. E32).
3.4. Die Argumentation des Prozessbeschwerdeführers bzw. Bauherrn ist
grundsätzlich nachvollziehbar, wenn er darauf hinweist, dass das Recht
auf ein möglichst rasches Verfahren in Bauangelegenheiten primär die
Bauherrschaft schützen soll und nicht die einsprechende bzw.
beschwerdeführende Nachbarschaft; da diese im vorliegenden Fall
zusätzlich durch die Erteilung der aufschiebenden Wirkung geschützt sei.
Diesem Aspekt hat der Vorderrichter aber auch Rechnung getragen,
indem er etwa im November 2020 die Sistierung bis anfangs März 2021
guthiess und diese dann im Februar 2021 bis am 1. September 2021
verlängerte. Wenn der Prozessbeschwerdeführer in dieser Zeit in Bezug
auf sein Alternativprojekt keine substanziellen Fortschritte hat erzielen
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können, dieses also nicht einmal bei der Gemeinde hat einreichen können
und als Grund für die Verzögerung einzig auf COVID-19 und
Familienzuwachs verweist, überspannt er nach Auffassung des
streitberufenen Gerichts den Bogen. Der Prozessbeschwerdeführer zeigt
in keiner Weise auf, dass er in der ihm grosszügig eingeräumten Zeit
zielgerichtet auf einen Fortschritt seiner Alternativplanung hingewirkt hat.
Das Gebot der Verfahrensbeschleunigung schützt nicht nur die
Bauherrschaft, sondern ebenfalls die Nachbarschaft, jedenfalls nach
inzwischen bereits mehr als 22 Monaten Verfahrensdauer. Geändert hat
sich inzwischen auch, dass die Nachbarn bzw. Beschwerdeführer im
Hauptverfahren nicht mehr wie ursprünglich keinen Antrag zur
Verfahrenssistierung stellten, sondern seit dem Sommer 2021 darum
ersuchen, solche mit Blick auf die Verfahrensökonomie abzulehnen.
Ausserdem wäre das Alternativprojekt, mit welchem der
Prozessbeschwerdeführer das weitere Sistierungsgesuch begründet, für
das Hauptverfahren nicht präjudiziell. Würde doch mit dem
Alternativprojekt die gerügte Verletzung der Grenzabstände der Nachbarn
unverändert bleiben und zudem deren Aussicht weitergehend verbaut,
und geht überdies der Prozessbeschwerdeführer selbst davon aus, dass
auch dieses Bauprojekt angefochten würde, so dass daraus keine Klärung
für das Hauptverfahren zu erwarten ist.
Das Gegenstück einer Verfahrenssistierung ist die Rechtsverzögerung.
Konnte im November 2020 und vielleicht auch noch im Februar 2021 auch
mangels Opposition der Beschwerdeführer im Verfahren R 20 26 noch
davon ausgegangen werden, dass eine Rechtsverzögerung nicht vorläge,
ist dieser Aspekt heute nach Auffassung des Gerichts gegenteilig zu
beurteilen und deshalb die Ablehnung einer weiteren Sistierung durch den
Vorderrichter nicht zu beanstanden. Die Prozessbeschwerde erweist sich
somit als unbegründet und ist abzuweisen.
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4.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten zu Lasten des
Prozessbeschwerdeführers (Art. 73 Abs. 1 VRG). Die Staatsgebühr
beträgt in der Regel höchstens CHF 20'000.-- und richtet sich nach dem
Umfang und der Schwierigkeit der Sache sowie nach dem Interesse und
der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Kostenpflichtigen. Vorliegend
ist die Staatsgebühr in Anwendung von Art. 75 Abs. 2 VRG auf
CHF 1'000.-- festzusetzen.
4.2. Der Prozessbeschwerdegegnerin steht nach Art. 78 Abs. 2 VRG keine
Parteientschädigung zu. Aussergerichtlich hat der
Prozessbeschwerdeführer indes dem obsiegenden
Prozessbeschwerdegegner gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG Ersatz für die
durch den Rechtsstreit verursachten notwendigen Kosten zu leisten.
Ausgangspunkt dafür ist die eingereichte Honorarnote des
Rechtsvertreters. Nach Art. 2 Abs. 1 der Verordnung über die Bemessung
des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (HV; BR
310.250) setzt die urteilende Instanz die Parteientschädigung der
obsiegenden Partei nach Ermessen fest. Dabei geht sie gemäss Art. 2
Abs. 2 Ziff. 1 HV vom Betrag aus, welcher der entschädigungsberechtigten
Partei für die anwaltliche Vertretung in Rechnung gestellt wird, soweit der
vereinbarte Stundenansatz zuzüglich allfällig vereinbartem
Interessenwertzuschlag üblich ist und keine Erfolgszuschläge enthält. Als
üblich gilt gemäss Art. 3 Abs. 1 HV ein Stundenansatz von CHF 210.-- bis
CHF 270.--. Weiter wird vorausgesetzt, dass der geltend gemachte
Aufwand angemessen und für die Prozessführung erforderlich ist (Art. 2
Abs. 2 Ziff. 2 HV) und die geforderte Entschädigung nicht eine von der
Sache beziehungsweise von den legitimen Rechtsschutzbedürfnissen her
nicht gerechtfertigte Belastung der unterliegenden Partei zur Folge hat
(Art. 2 Abs. 2 Ziff. 3 HV). Gemäss Kostennote vom 15. Dezember 2021
macht der Rechtsvertreter der Prozessbeschwerdegegner eine
Parteientschädigung von insgesamt CHF 371.50 (bestehend aus: Honorar
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nach Zeitaufwand von 1.34 h [CHF 335.--] plus 3 % Pauschalspesen
[CHF 10.--] sowie 7.7 % MWST [CHF 26.50]) geltend (vgl. act. F1). Der
Rechtsvertreter hat im Prozessbeschwerdeverfahren weder Vollmacht
noch Honorarvereinbarung eingereicht, indes liegt im Hauptverfahren
R 20 26 beides vor. Da die Prozessbeschwerde als vom Hauptverfahren
abgeleitetes Verfahren angesehen wird, ist somit auf die dort eingereichte
Honorarvereinbarung von CH 250.-- abzustellen, und die zu leistende
aussergerichtliche Entschädigung auf CHF 371.50 festzusetzen.