Decision ID: 6ca7e437-2849-51a0-9c8b-50ef54288a51
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
J._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Josef Jacober, Oberer Graben 44, Postfach,
9001 St. Gallen,
gegen
Amt für Arbeit, Unterstrasse 22, 9001 St. Gallen,
Beschwerdegegner,
betreffend
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Vermittlungsfähigkeit (Vermittlungsbereitschaft)
Sachverhalt:
A.
A.a J._ meldete sich am 16. Mai 2006 beim RAV St. Gallen als arbeitslos. Er reichte
den Antrag auf Arbeitslosenentschädigung ein (vgl. act. G 3.B23), nachdem ihm die
X._ AG als Kollektiv-Krankentaggeldversicherung seiner ehemaligen Arbeitgeberin
mit Schreiben vom 28. Februar 2006 mitgeteilt hatte, dass sie die Arbeitsunfähigkeit
von 100% für die Diagnose, welche ab 26. Februar 2005 zur Arbeitsunfähigkeit geführt
habe, nur noch bis zum 28. Februar 2006 anerkenne und die Leistungen per 1. März
2006 einstelle. Wegen eines neuen Leidens sei der Versicherte zwar gemäss
Unterlagen weiterhin arbeitsunfähig, doch sei dieses Leiden nicht mehr über die
Kollektiv-Krankentaggeldversicherung der ehemaligen Arbeitgeberin versichert. Sofern
ab dem 1. März 2006 trotz des neuen Leidens eine 100%-Arbeitsfähigkeit bestehe,
könne sich der Versicherte beim RAV melden (vgl. act. G 1.2). Im Antrag auf
Arbeitslosenentschädigung gab der Versicherte an, zu 100% arbeitsfähig zu sein. Am
13. Januar 2006 hatte sich der Versicherte bei der IV-Stelle angemeldet (vgl. act. G
8.1). Mit Verfügung vom 20. Juli 2006 anerkannte das RAV die Vermittlungsfähigkeit
des Versicherten ab 16. Mai 2006 (vgl. act. G 3.B20).
A.b Am 3. November 2006 wies das RAV den Versicherten an, vom 6. November 2006
bis 31. Dezember 2006 am Programm zur vorübergehenden Beschäftigung bei der
Multirecycling Z._ teilzunehmen (act. G 3.B4.3). An diesem Programm nahm der
Versicherte nur am ersten Tag teil (vgl. act. G 3.B6). Am gleichen Tag rief er seinen
Personalberater vom RAV an und teilte ihm mit, er habe nach einem halben Tag
festgestellt, dass es ihm nicht möglich sei, dort zu arbeiten. Die Arbeit sei streng und
seine Gesundheit sei schlechter geworden. Daraufhin wurde ihm vom Personalberater
empfohlen, die leichteste Recycling-Arbeit zu erledigen oder das Programm zu
wechseln. Falls kein geeigneter Arbeitsplatz gefunden werden könne, sei er nicht
vermittlungsfähig. Fehle er mehr als drei Tage, müsse er ein Arztzeugnis beibringen.
Am 8. November 2006 stellte Dr. med. A._, Allgemeinmediziner und Hausarzt des
Versicherten ein Arztzeugnis aus, welches dem Versicherten eine 100%ige
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Arbeitsunfähigkeit ab dem 25. Februar 2005 bescheinigte (act. G 3.C3.1). Am 20.
November 2006 gab der Versicherte im Formular "Angaben der versicherten Person für
den Monat November" an, seit dem 9. November 2006 arbeitsunfähig zu sein (act. G
3.B6). Am 29. November 2006 beteuerte der Versicherte gegenüber dem
Personalberater, krank zu sein und nicht arbeiten zu können. Sein Anwalt habe ihm
aber gesagt, er müsse weiterhin Arbeit suchen, dies dokumentieren und an den
Gesprächen auf dem RAV teilnehmen (vgl. act. G 3.A2). In den Monaten Dezember
2006 und Januar 2007 gab er im Formular "Angaben der Versicherten Person" jeweils
an, - wie schon im November 2006 - arbeitsunfähig zu sein (vgl. act. G 3.B4.1 und
3.B4.4), reichte aber auch jeweils das Formular "Nachweis Arbeitsbemühungen"
ausgefüllt ein (vgl. act. G 3.C35, C34 und C33). Mit Verfügung vom 5. Februar 2007
verneinte das Amt für Arbeit die Vermittlungsfähigkeit ab dem 7. November 2006 (act.
G 3.A10).
B.
B.a Mit Vorbescheid vom 1. März 2007 kündigte die IV-Stelle an, dass der
Invaliditätsgrad 63% betrage und der Versicherte ab 1. Februar 2006 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente habe (act. G 1.3). Am 13. März 2007 wurde der Versicherte von der
Arbeitslosenkasse als "nicht vermittlungsfähig" abgemeldet (act. G 3.C1). Mit
Stellungnahme vom 17. April 2007 liess der Versicherte bei der IV-Stelle u.a.
beantragen, es sei ihm ab 1. Februar 2006 eine ganze IV- Rente zuzusprechen.
B.b Die gegen die Verfügung vom 5. Februar 2007 erhobene Einsprache wies das Amt
für Arbeit mit Entscheid vom 4. Mai 2007 ab. Es bleibe unbestritten, dass der
Einsprecher objektiv nicht offensichtlich arbeitsunfähig und somit objektiv von
Vermittlungsfähigkeit auszugehen sei. Eine Person sei aber als vermittlungsunfähig zu
betrachten, wenn sie sich selbst nicht als arbeits- oder vermittlungsfähig betrachte. Der
Einsprecher habe sich nicht in der Rolle eines Arbeitssuchenden, sondern in derjenigen
eines vollständig Arbeitsunfähigen befunden. Er habe sich passiv verhalten und
versucht, den Wünschen des Personalberaters und des Anwalts zu entsprechen. Er
habe nicht aktiv seine Möglichkeiten ausloten und seine Arbeitskraft auf dem
Arbeitsmarkt anbieten, sondern darauf warten wollen, dass sein Anwalt, der IIZ-Berater
oder der Arzt seine Situation klären würden. Bereits nach einem halben Tag habe er die
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Arbeit im Einsatzprogramm aufgegeben und diesen Arbeitsabbruch mit einem
Arztzeugnis, das ihm eine seit Monaten bestehende Arbeitsunfähigkeit attestierte,
gerechtfertigt. Zumindest ab dem 6. November 2006 könne nicht mehr von ernsthaften
Arbeitsbemühungen gesprochen werden (act. G 3.B1).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte am 4. Juni 2007
Beschwerde erheben und beantragen, der Einspracheentscheid sei aufzuheben. Ferner
sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer ab 7. November 2006 für eine
Restarbeitsfähigkeit von 37% vermittlungsfähig sei, und auf dieser Basis seien
Arbeitslosentaggelder auszurichten, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Ausserdem sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu
gewähren. Die Arbeitsfähigkeit bzw. -unfähigkeit werde von verschiedenen Ärzten, der
IV-Stelle, der X._ völlig unterschiedlich beurteilt. Gemäss Zeugnis des Hausarztes Dr.
med. A._ solle der Beschwerdeführer seit Februar 2005 ununterbrochen zu 100%
arbeitsunfähig sein. Der Vertrauensarzt der X._ sei genau zum gegenteiligen
Ergebnis, wonach ab 1. März 2006 eine volle Arbeitsunfähigkeit (gemeint wohl:
Arbeitsfähigkeit) gegeben sei, gelangt. Zu diesem Zeitpunkt habe bekanntlich noch
kein Entscheid der IV-Stelle vorgelegen, womit die Vorleistungspflicht der
Arbeitslosenversicherung ohne weiteres gegeben sei. Die Regelung über die
Vorleistungspflicht wäre sinn- und zwecklos, wenn Versicherten, bei denen
widersprüchliche medizinische Berichte über die Arbeitsfähigkeit vorlägen, der
Anspruch auf Taggelder verweigert würde mit dem Hinweis, die subjektive
Vermittlungsfähigkeit sei nicht gegeben (act. G 1).
C.b Das Amt für Arbeit beantragt mit Beschwerdeantwort vom 13. Juli 2007 die
Abweisung der Beschwerde. Die rein medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit für ein
Stellenpensum von rund 40% stehe im Widerspruch zur subjektiv eingenommenen
Krankenrolle, den Versorgungswünschen und der Passivität des Beschwerdeführers.
So sei der Vorschlag, eine Abklärung zur Prüfung der Belastungsfähigkeit in einem
Verzahnungsprogramm aufzugleisen, auf offenen Widerspruch gestossen. Ein
Einsatzprogramm, das den Vorlieben des Beschwerdeführers entsprochen habe und
auf dessen gesundheitliche Defizite ausgerichtet gewesen sei, habe er zwar
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schliesslich angetreten, die Arbeit aber nach einem halben Tag abgebrochen mit der
Begründung, nicht mehr arbeitsfähig zu sein. Diese Aussage habe er durch Einreichen
eines Arztzeugnisses sich selber und Dritten gegenüber bewiesen. In der Folge habe er
die Arbeitsunfähigkeit auch auf den Kontrollausweisen ab der Kontrollperiode
November 2006 vermerkt. Einen Wechsel des Einsatzprogrammes habe er abgelehnt.
Aus den Bemühungsnachweisen ab der Kontrollperiode November 2006 seien
Bewerbungen als Koch ersichtlich, eine Tätigkeit die er gemäss eigenen Angaben nicht
ausführen könne, oder es handle sich um Stellen, die für ihn nicht zu bewältigen seien.
Bei den Arbeitsbemühungen handle es sich überdies ausnahmslos um telefonische
Blindbewerbungen, denen erfahrungsgemäss kaum Erfolgsaussichten beschieden
seien. Ab Februar 2007 würden Bemühungen um Arbeit trotz Aufforderung völlig fehlen
(act. G 3).
C.c Mit Replik vom 5. September 2007 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
und Ausführungen fest (act. G 7).
C.d Am 27. September 2007 lehnte die Vizepräsidentin das Gesuch des
Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtsverbeiständung ab (act. G 10).
C.e Das Versicherungsgericht zog die Akten der IV-Stelle bei und räumte den Parteien
am 28. September 2007 die Gelegenheit ein, in diese Akten Einsicht zu nehmen und
eine Stellungnahme abzugeben, worauf die Parteien verzichteten (act. G 9, 11 und 12).

Erwägungen:
1.
Der Anfechtungsgegenstand und damit die Grenze der Überprüfungsbefugnis im
Beschwerdeverfahren wird grundsätzlich durch die Verfügung bzw. den
Einspracheentscheid im Verwaltungsverfahren bestimmt (BGE 122 V 36 E. 2a).
Vorliegend hat der Beschwerdegegner mit Verfügung vom 5. Februar 2007 die
Vermittlungsfähigkeit des Beschwerdeführers ab 7. November 2006 verneint und dies
mit Einspracheentscheid vom 4. Mai 2007 bestätigt. Streitgegenstand des vorliegenden
Verfahrens bildet daher nur die Vermittlungsfähigkeit des Beschwerdeführers ab dem
genannten Zeitpunkt. Als Anspruchsvoraussetzung schliesst der Begriff der
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Vermittlungsfähigkeit graduelle Abstufungen aus. Entweder ist der Versicherte
vermittlungsfähig, insbesondere bereit, eine zumutbare Arbeit anzunehmen oder nicht
(BGE 125 V 58 E. 6a). Entsprechend diesen Ausführungen kann auf das
Rechtsbegehren des Beschwerdeführers, es sei ihm eine Arbeitslosenentschädigung
"basierend auf einer Vermittlungsfähigkeit von 37%" auszurichten, nicht eingetreten
werden.
2.
2.1 Eine der gesetzlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf
Arbeitslosenentschädigung ist die Vermittlungsfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 lit. f AVIG). Die
arbeitslose Person ist vermittlungsfähig, wenn sie bereit, in der Lage und berechtigt ist,
eine zumutbare Arbeit anzunehmen und an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen
(Art. 15 Abs. 1 AVIG). Zur Vermittlungsfähigkeit gehört demnach nicht nur die
Arbeitsfähigkeit im objektiven Sinn, sondern subjektiv auch die Bereitschaft, die
Arbeitskraft entsprechend den persönlichen Verhältnissen während der üblichen
Arbeitszeit einzusetzen (ARV 1993/94 Nr. 8 S. 54 f. E. 1). Die Bereitschaft der
versicherten Person, eine neue Stelle anzutreten, ist aufgrund objektiver Kriterien zu
prüfen. Die Willenshaltung oder die bloss verbal erklärte Vermittlungsbereitschaft der
versicherten Person allein genügt hiezu nicht (BGE 122 V 266 f. E. 4). Die Beurteilung
der Vermittlungsfähigkeit hat prospektiv, d.h. von jenem Zeitpunkt aus und unter
Würdigung der für die Anstellungschancen im Einzelfall wesentlichen objektiven und
subjektiven Faktoren zu erfolgen (BGE 120 V 357).
2.2 Nach Art. 15 Abs. 2 AVIG gilt die körperlich oder geistig behinderte Person als
vermittlungsfähig, wenn ihr bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage, unter
Berücksichtigung ihrer Behinderung, auf dem Arbeitsmarkt eine zumutbare Arbeit
vermittelt werden könnte. Art. 15 Abs. 3 AVIV präzisiert dies dahingehend, dass
Vermittlungsfähigkeit bis zum Entscheid der anderen Versicherung angenommen wird,
wenn die behinderte Person nicht offensichtlich vermittlungsunfähig ist und sich bei der
IV oder einer anderen Versicherung angemeldet hat (Thomas Nussbaumer,
Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Bd. XIV
Soziale Sicherheit, 2. Aufl., Basel 2007, N 283).
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2.3 Offensichtliche Vermittlungsunfähigkeit im Sinn von Art. 15 Abs. 3 AVIV liegt vor,
wenn die Vermittlungsunfähigkeit aufgrund der Akten der Arbeitslosenversicherung,
allenfalls gestützt auf Ermittlungen anderer Sozialversicherungsträger oder aufgrund
anderer Umstände, ohne weitere Abklärungen ersichtlich ist (Urteil C 77/2001 des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [neu ab 1. Januar 2007: Bundesgericht,
Sozialrechtliche Abteilungen] vom 8. Februar 2002, E. 3d; vgl. auch Gerhard Gerhards,
Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz [AVIG], Bd. I, Bern/Stuttgart 1988,
Art. 15 N 93). Bei körperlich oder geistig Behinderten werden gemäss Art. 15 Abs. 3
AVIV einzig an die Arbeitsfähigkeit (als eines der beiden objektiven Elemente der
Vermittlungsfähigkeit) geringere Anforderungen gestellt, um dieser Personengruppe die
Anspruchsberechtigung im System der Arbeitslosenversicherung zu sichern. Das
subjektive Element der Vermittlungsbereitschaft ist demgegenüber auch bei der
Überprüfung der Vermittlungsfähigkeit behinderter Personen zu beachten. Eine
versicherte Person, welche sich bis zum Zeitpunkt des Entscheids der Invaliden- oder
der Unfallversicherung als nicht arbeitsfähig erachtet und weder eine Arbeit sucht noch
eine zumutbare Arbeit annimmt, ist deshalb nicht vermittlungsfähig (nicht im Internet
publiziertes Urteil C 99/05 des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 25. Januar
2006, E. 2; ARV 2004 S. 124; Hans-Ulrich Stauffer, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht – AVIG, 2. A., Zürich 1998, S. 41 f. mit
Hinweis, Urteil vom 8. Februar 2002 [C 77/01] mit Hinweisen).
3.
3.1 Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer objektiv nicht offensichtlich
arbeitsunfähig ist, weswegen gemäss Art. 15 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 15 Abs. 3 AVIV
und Art. 70 Abs. 2 lit. b ATSG objektiv von Vermittlungsfähigkeit auszugehen ist (vgl.
act. G 1.1). Umstritten ist hingegen die subjektive Vermittlungsfähigkeit, d.h. die
Vermittlungsbereitschaft für die Zeit ab dem 7. November 2006.
3.2 Dem Einwand des Beschwerdeführers die Bestimmung von Art. 15 Abs. 3 AVIV
wäre sinn- und zwecklos, wenn Versicherten, bei denen widersprüchliche medizinische
Berichte (von einer 100% Arbeitsunfähigkeit bis zu einer 100% Arbeitsfähigkeit)
vorliegen, der Anspruch auf Taggelder verweigert werden würde mit dem Hinweis, die
subjektive Vermittlungsfähigkeit sei nicht gegeben, kann nicht gefolgt werden. Nur weil
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jemand behindert ist, aber das Ausmass seiner Behinderung nicht kennt, muss nicht
von fehlender Vermittlungsbereitschaft ausgegangen werden. Denn bei der subjektiven
Vermittlungsfähigkeit handelt es sich um die innere Bereitschaft des Versicherten, eine
Arbeit zu suchen, von welcher er glaubt, sie liege (möglicherweise) im Rahmen seiner
körperlichen und geistigen Fähigkeiten und diese anzunehmen oder an einer
Eingliederungsmassnahme teilzunehmen. Dazu muss die effektive Arbeitsfähigkeit des
Versicherten nicht feststehen. Ist der Versicherte sich völlig im Unklaren darüber, wie
es um seine Arbeitsfähigkeit bestellt ist, kann sich die subjektive Vermittlungsfähigkeit
auch in der Bereitschaft ausdrücken, an einer entsprechenden Abklärung
teilzunehmen.
3.3 Im Gespräch vom 19. September 2006 schlug der Personalberater dem
Beschwerdeführer vor, dessen aktuelle Arbeitsfähigkeit im Rahmen eines
Verzahnungsprogramms unter Einbezug des IV-Arztes abklären zu lassen, nachdem
dieser nicht Auskunft darüber geben konnte, wie er seine Arbeitsfähigkeit einschätze
und auf seinen Arzt verwies. Der Beschwerdeführer wies den Vorschlag ab und
überlegte, sich von der Arbeitslosenversicherung abzumelden, da das RAV ihm nicht
weiterhelfe und er keine weiteren Termine wolle. Am 5. Oktober 2006 erklärte sich dann
der Beschwerdeführer bereit, an einer Abklärung teilzunehmen. Am 3. November 2006
wies das RAV den Versicherten an, vom 6. November bis 31. Dezember 2006 am
Programm zur vorübergehenden Beschäftigung bei der Multirecycling Gewerbehaus
Mühle teilzunehmen (act. G 3.B4.3). An diesem Programm nahm der Versicherte nur
am ersten Tag teil (vgl. act. G 3.B6). Am gleichen Tag rief er seinen Personalberater an
und teilte ihm mit, er habe nach einem halben Tag festgestellt, dass es ihm nicht
möglich sei, dort zu arbeiten. Die Arbeit sei streng und seine Gesundheit sei schlechter
geworden. Daraufhin wurde ihm vom Personalberater empfohlen, die leichteste
Recycling-Arbeit zu erledigen oder das Beschäftigungsprogramm zu wechseln. Am 9.
November 2006 berichtete der Beschwerdeführer dem Personalberater, er habe
festgestellt, dass er in keinem Beruf mehr tätig sein könne, in welchem er physisch
arbeiten müsse und reichte ein von Dr. A._ am 8. November 2007 ausgestelltes
Arztzeugnis ein, welches ihm eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 25. Februar
2006 bescheinigte (act. G 3.C 3.1). Der Beschwerdeführer erklärte im November im
Formular "Angaben der versicherten Person", ab dem 9. November 2006
arbeitsunfähig zu sein. Auch am 29. November 2006 beteuerte der Versicherte
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gegenüber dem Personalberater, krank zu sein und nicht arbeiten zu können. Sein
Anwalt habe ihm aber gesagt, er müsse weiterhin Arbeit suchen, dies dokumentieren
und an den Gesprächen auf dem RAV teilnehmen (vgl. act. G 3.A2). Auch im Dezember
2006 und Januar 2007 erklärte er im Formular "Angaben der versicherten Person"
arbeitsunfähig zu sein (act. G 3.B4.1 und 3.B4.4). Am 22. Februar 2007 bekräftigte der
Beschwerdeführer dem Personalberater gegenüber, dass er nicht in der Lage sei zu
arbeiten, egal um welche Tätigkeit es sich handle (act. G 3.A2).
3.4 Da der Beschwerdeführer eine Eingliederungsmassnahme bereits nach einem
Tag abgebrochen hat und in der Folge wiederholt erklärte, nicht arbeitsfähig zu sein, ist
er nach Abbruch der Massnahme, d.h. ab 7. November 2006, als subjektiv
vermittlungsunfähig zu betrachten. An diesem Ergebnis vermögen die von ihm in den
Monaten November 2006 bis Januar 2007 getätigten Arbeitsbemühungen (act. G
3.C35, C34 und C33) nichts zu ändern. Bei diesen Arbeitsbemühungen handelte es
sich zudem regelmässig um Blindbewerbungen, d.h. um Erkundigungen, ob überhaupt
eine Stelle frei ist, und nicht um gezielte Bewerbungen auf eine freie Stelle. Dabei
meldete sich der Beschwerdeführer wiederholt bei Arbeitgebern, die ihm in den
Vormonaten bereits darüber informiert hatten, über keine freie Stelle zu verfügen. Aus
diesen Arbeitsbemühungen allein kann jedenfalls nicht der Schluss gezogen werden,
der Beschwerdeführer habe ernsthaft nach einer Arbeit gesucht. Die
Beschwerdegegnerin hat demnach zu Recht die Vermittlungsfähigkeit des
Beschwerdeführers ab 7. November 2006 aberkannt.
4.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf
einzutreten ist. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Aufgrund des
Verfahrensausgangs hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG