Decision ID: 2961364b-29a7-5c58-a4fa-d14cc94f28ea
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
W._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Ursula Reger-Wyttenbach,
Schaffhauserstrasse 18, Postfach 305, 8042 Zürich,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Fürsprecherin Dr. iur. Marianne Sonder, Rossimattstrasse 17,
3074 Muri b. Bern,
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betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a W._ war als Monteur bei der A._ tätig und dadurch bei der Suva
unfallversichert, als er am 22. Februar 2008 als Lenker eines Personenwagens in eine
linksfrontale Kollision mit einem anderen Personenwagenlenker verwickelt wurde
(Suva-act. VI/5, 32). Die Erstbehandlung erfolgte am 23. Februar 2008 durch Dr. med.
B._, Arzt für Chirurgie, der im gleichentags erstellten Bericht eine Prellung der
Halswirbelsäule (HWS) sowie eine Prellung des rechten Fusses bzw. Oberen
Sprunggelenks (OSG) diagnostizierte. Als Befunde erhob er einen starken muskulären
Hartspann der Nackenmuskulatur mit schmerzhafter Kopfbeweglichkeit in allen
Richtungen beidseits ohne nervale Ausfälle und ohne retro- oder anterograde Amnesie
sowie eine geringe Schwellung im Bereich des Fussrückens, besonders des ersten
Mittelfussknochens und des OSG rechts mit Druck-, Bewegungs- und
Belastungsschmerzen ohne periphere Ausfälle (Suva-act. VI/2). Am 9. März 2008 füllte
Dr. B._ den Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem
Beschleunigungstrauma aus. Laut den Angaben des Versicherten seien sofort nach
dem Unfall Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in beide Schultern aufgetreten. Weitere
Beschwerden wurden verneint (Suva-act. VI/2). Am 16. Mai 2008 erfolgte durch die
Suva nochmals eine Erhebung der für die Abklärung von HWS-Fällen massgebenden
Daten (Suva-act. VI/7). Am 10. Juni 2008 führte die Rehaklinik Bellikon beim
Versicherten ein ambulantes Assessment durch. Im Bericht vom 13. Juni 2008
diagnostizierten die Ärzte ein zervikales Schmerzsyndrom, am ehesten myofaszial
bedingt, und eine nicht auszuschliessende psychosomatische Überlagerung nach
linksfrontaler Autokollision vom 22. Februar 2008. Rein somatisch werde noch eine
Behandlungsmöglichkeit für das mögliche myofasziale Geschehen gesehen.
Diesbezüglich hätten sie dem Versicherten Dr. med. C._, Spezialarzt FMH für
Rheumatologie und Innere Medizin, empfohlen (Suva-act. VI/13). Wegen eines
möglichen Zusammenhangs zwischen der Schmerzwahrnehmung und den erhobenen
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psychosozialen Belastungsmomenten wurde sodann in der Rehaklinik Bellikon am 19.
Juni 2008 ein psychosomatisches Konsilium durchgeführt. Dieses ergab laut Bericht
vom 23. Juni 2008 die Diagnose einer verminderten Stresstoleranz bei Auffälligkeiten in
der Persönlichkeit (perfektionistisch, leicht anankastisch/zwanghaft, leistungsorientiert),
HWS/Kopfschmerzen und belastenden psychosoziale Umstände (Suva-act. VI/17). Mit
Schreiben vom 26. Juni 2008 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass sie ihm
weiterhin die gesetzlichen Versicherungsleistungen ausrichten werde (Suva-act. VI/14).
Anlässlich einer Vorsprache bei der A._ vom 28. Juli 2008 erfuhr die Suva von einem
beim Versicherten neu aufgetretenen Ohrpfeifen (Suva-act. VI/18). Inzwischen hatte am
23. Juni 2008 eine rheumatologische Konsultation bei Dr. C._ stattgefunden (Suva-
act. 20). Am 3. September bzw. 28. Oktober 2008 folgten im Auftrag der Suva eine
neurologische Abklärung durch Dr. med. D._, Fachärztin FMH für Neurologie (Suva-
act. VI/24), sowie eine biomechanische Kurzbeurteilung der Arbeitsgruppe für
Unfallmechanik (AGU), Zürich (Suva-act. VI/32). Nach einer nur durch einen dreitägigen
Arbeitsversuch unterbrochenen, seit dem Unfall vom 22. Februar 2008 andauernden
100%-igen Arbeitsunfähigkeit nahm der Versicherte die Arbeit am 10. November 2008
wieder auf (Suva-act. VI/37, 39). Wegen anhaltender Ohrgeräusche bzw. zur
Beurteilung des Tinnitus (Suva-act. 39) liess die Suva schliesslich im Dezember 2008
eine Untersuchung bei Dr. med. E._, FMH ORL, speziell Hals- und Gesichtschirurgie,
durchführen (Suva-act. VI/42). Am 12. Januar 2009 musste der Versicherte die Arbeit
wegen starker Kopfschmerzen wieder niederlegen (Suva-act. VI/43). Am 28. Januar
2009 attestierte ihm Dr. C._ eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit vom 25. Januar bis 8.
Februar 2009 (Suva-ct. VI/45).
A.b Mit Verfügung vom 4. Februar 2009 stellte die Suva ihre Versicherungsleistungen
per 1. März 2009 mit der Begründung ein, dass die noch geklagten Beschwerden
organisch nicht hinreichend nachweisbar seien. Der adäquate Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfall und den geklagten Beschwerden müsse in Berücksichtigung der
Kriterien gemäss BGE 117 V 359 bzw. BGE 134 V 109 verneint werden (Suva-act. VI/
48).
A.c Am 5. Februar 2009 erlitt der Versicherte erneut einen Unfall, wobei er mit der
rechten Hand in das auslaufende Sägeblatt einer Kreissäge griff. Er suchte noch am
Unfalltag Dr. med. F._, Arzt für Allgemeinmedizin, auf, der eine Schnittverletzung am
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Zeigefinger rechts diagnostizierte, und vom 5. Februar bis 7. März 2009 eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit attestierte, für die die Suva Taggelder ausrichtete. Am 9. März 2009
nahm der Versicherte die Arbeit wieder zu 100% auf. Heilkostenleistungen wurden bis
zum Behandlungsabschluss vom 24. März 2009 erbracht.
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 4. Februar 2009 erhob der Versicherte am 27. Februar
2009 Einsprache. Mit seiner Vertretung beauftrage er Rechtsanwältin lic.iur. Ursula
Reger-Wyttenbach, Zürich, welche am 17. April 2009 eine ausführliche
Einsprachebegründung nachreichte.
B.b Mit Entscheid vom 3. Juli 2009 wies die Suva die Einsprache ab.
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Rechtsanwältin Reger-Wyttenbach für
den Versicherten mit Eingabe vom 7. September 2009 Beschwerde mit dem
Rechtsbegehren, in Gutheissung der Beschwerde seien die Verfügung vom 4. Februar
2009 und der Einspracheentscheid vom 3. Juli 2009 aufzuheben und die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer weiterhin die ihm aus
UVG zustehenden Leistungen zu erbringen. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin
zu verpflichten, zusätzliche medizinische Abklärungen vorzunehmen; alles unter
Kosten- und Entschädigungsfolge.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 10. November 2009 beantragte Rechtsanwältin Dr.
iur. M. Sonder, Muri, für die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde.
C.c Mit Replik und Duplik vom 12. Januar bzw. 1. Februar 2010 hielten die Parteien
unverändert an ihren Anträgen und Standpunkten fest.
C.d Auf die Begründungen und Ausführungen in den einzelnen Rechtsschriften bzw.
medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
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1.
Streitig ist, ob die Leistungen, welche von der Beschwerdegegnerin im Anschluss an
das Unfallereignis vom 22. Februar 2008 ausgerichtet wurden, auf den 1. März 2009
eingestellt werden durften.
2.
2.1 Gemäss ständiger Praxis des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; seit
1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) kann ein nach einem
versicherten Unfall aufgetretenes Leiden nur dann als dessen Folge betrachtet werden,
wenn und soweit es sicher oder doch zumindest überwiegend wahrscheinlich von
jenem Unfall herrührt (natürliche Kausalität; BGE 115 V 133 sowie 117 V 359 und 134 V
109). Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung des
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1; BGE 119 V 338 E. 1 und 118 V 289 E.
1b je mit Hinweisen). Der Unfallversicherer haftet sodann nur für jene Folgen, die mit
dem Unfall adäquat-kausal zusammenhängen (SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45). Während es
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen Kausalzusammenhang zu
beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Fragen nach dem adäquaten
Kausalzusammenhang zu beurteilen (BGE 123 III 110 E. 3a).
2.2 Bei Vorliegen eines Schadenfalls wird zunächst - wie von der
Beschwerdegegnerin gemacht - die Frage nach der Objektivierbarkeit der geklagten
Beschwerden bzw. deren Nachweis mit Bild gebenden Untersuchungsmethoden
(Röntgen, Computertomogramm, EEG) gestellt. Im Unfallversicherungsrecht gibt es
nun allerdings Fälle, bei denen die Unfallfolgen bzw. deren Anteil an einer
Gesundheitsschädigung im Rahmen des posttraumatischen Verlaufs - wie die
Beschwerden nach erfolgtem Schleudertrauma oder einer äquivalenten Verletzung
(BGE 117 V 359 E. 5d/aa) - nie wirklich sichtbar gemacht werden konnten, dieser
Umstand jedoch für sich allein nicht rechtfertigt, ein organisches Substrat dieser
Beschwerden in Abrede zu stellen. Weiter ist aufgrund der Ergebnisse der
medizinischen Forschung bekannt, dass Schleudertraumaverletzungen durch ein
komplexes und vielschichtiges Beschwerdebild mit eng ineinander verwobenen, einer
Differenzierung kaum zugänglichen Beschwerden physischer und psychischer Natur
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gekennzeichnet sind (BGE 117 V 359 E. 5d/aa; BGE 134 V 109 E. 6.2.1, 7.1). Liegt eine
solche Verletzung vor, gilt es demnach bei der Beurteilung des adäquaten Kausal
zusammenhangs die entsprechende "Schleudertrauma-Praxis" ohne Differenzierung
zwischen physischen und psychischen Komponenten (BGE 117 V 359, BGE 134 V 109)
anzuwenden. Eine Differenzierung bzw. Beurteilung des adäquaten
Kausalzusammenhangs gemäss der in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit
psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze ("Psycho-Praxis") findet lediglich
dann statt, wenn die psychische Problematik klar im Vordergrund steht (BGE 127 V 103
E. 5b/bb).
3.
3.1 Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann nach der
höchstrichterlichen Rechtsprechung erst dann gesprochen werden, wenn die
erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden
können (vgl. BGE 134 V 109 E. 9, 117 V 359 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4
mit Hinweisen [U 479/05]), wobei die Untersuchungsmethoden überdies
wissenschaftlich anerkannt sein müssen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweisen). Eine
manuelle ärztliche Untersuchung fördert klinische, nicht aber somatisch-strukturelle
Ergebnisse zu Tage. Als solche gelten Ergebnisse, die reproduzierbar und von der
Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Würde
lediglich auf die Ergebnisse klinischer Untersuchungen abgestellt, so würde fast in allen
Fällen ein organisches Substrat namhaft gemacht. Entsprechend können ein Thoracic
outlet Syndrom (TOS), myofasziale und tendinotische bzw. myotendinotische Befunde,
Verhärtungen und Verspannungen der Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken sowie
Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit für sich allein nicht als organisch hinreichend
nachweisbare Unfallfolgen betrachtet werden. Gleiches gilt für Nackenverspannungen
bei Streckhaltung der HWS mit Retrohaltung (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 17.
Oktober 2008 i/S H.B.-G. [8C_124/2008] mit zahlreichen Hinweisen sowie vom 7.
Februar 2008 i/S D. [U13/07], E. 3.2 und 3.3).
3.2 Im vorliegenden Fall ergab die von Dr. B._ am 23. Februar 2008 durchgeführte
röntgenologische Untersuchung der HWS eine Steilstellung, hingegen keine Hinweise
auf eine frische knöcherne Verletzung oder Subluxation und keine Zeichen einer
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degenerativen HWS-Veränderung, Einengung der Foramina intervertebralia oder
Bogenwurzelverletzung. Die von Dr. B._ erhobenen Befunde beinhalten klinische
Untersuchungsergebnisse (Suva-act. VI/2). Auch von Dr. C._ und Dr. D._ wurden
lediglich klinische Befunde erhoben. Apparative Untersuchungen zur Objektivierung der
geklagten Beschwerden wurden nicht durchgeführt bzw. wegen fehlender
Anhaltspunkte für eine strukturelle organische Verletzung offensichtlich nicht als
notwendig erachtet. So waren bereits die erhobenen klinischen Befunde
verhältnismässig geringfügig und zeigten sich als gänzlich unauffällig (Suva-act. VI/20,
24). Dr. D._ hielt fest, dass sich klinisch-neurologisch keine objektivierbaren
pathologischen Befunde fänden. Es bestünden insbesondere keine Anhaltspunkte für
eine cervicale Radikulopathie oder eine andere strukturelle Läsion im Bereich des
Myelons und des Cerebrums (Suva-act. VI/24). In den Berichten der Rehaklinik Bellikon
sowie von Dr. C._ und Dr. D._ wurde sodann übereinstimmend die Diagnose eines
Cervicalsyndroms, "am ehesten", "vorwiegend" bzw. "wahrscheinlich teilweise"
myofaszial bedingt gestellt (Suva-act. VI/13, 20, 24). Laut Roche Lexikon Medizin (5.
Auflage, S. 1791) handelt es sich bei einem Syndrom um ein sich stets mit etwa den
gleichen Krankheitszeichen, d.h. einer Symptomatik mit weitgehend identischem
"Symptommuster" manifestierendes Krankheitsbild mit unbekannter, vieldeutiger,
durch vielfältige Ursachen bedingter oder nur teilweise bekannter Ätiogenese. Zur
entsprechenden Diagnose führt somit eher das vom jeweiligen Patienten subjektiv
angegebene "Symptommuster" als ein objektiv erhobener organischer Befund. Die
konkret genannte "myofasziale" Ursache kann keinem fassbaren organischen Korrelat
zugeordnet werden. Wie Dr. D._ führte sodann auch Dr. C._ in seinem Bericht vom
30. Juni 2008 aus, dass klinische Hinweise für eine zusätzliche bedeutsame strukturelle
Pathologie fehlen würden, und erwähnte eine Chronifizierungstendenz. Auch eine
solche spricht nicht für ein unfallkausales organisches Substrat. Im Verlauf einer
Chronifizierung wird das ursprünglich erlittene Verletzungsmuster für das Ausmass der
erlebten Behinderung immer bedeutungsloser. Andere Faktoren, wie zum Beispiel das
Individuum selber, die von Dr. C._ konkret angeführten Arbeitsumstände, das soziale
Umfeld, das medizinische und legale System sowie ökonomische Umstände spielen
eine massgebende Rolle (vgl. Bär/Bertrand/Kiener, Medizinische Mitteilungen der Suva
Nr. 67 vom Dezember 1994, S. 45 ff.). Am 17. Dezember 2008 wurde der
Beschwerdeführer schliesslich wegen seines Tinnitus einer ORL-Untersuchung
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unterzogen. Die von Dr. E._ durchgeführte ohrmikroskopische Untersuchung zeigte
einen unauffälligen Befund. Wegen fehlender Schwindelsymptomatik wurde auf eine
weiterführende Diagnostik verzichtet. Dr. E._ ging "am ehesten" von einer
vertebrogenen Problematik mit Ausbildung eines Tinnitus und einer beidseitigen
kombinierten Hörstörung aus (Suva-act. VI/42). Diese Formulierung lässt keine Aussage
zum Mass der Wahrscheinlichkeit zu. Denkbar wäre auch ein "am ehesten" möglich,
was dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht
genügen würde. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die medizinischen
Abklärungen keine durch den Unfall bedingten organisch-strukturellen Befunde
ergeben haben.
4.
4.1 Ist ein Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung
diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer
Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations-
und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen,
Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. vor, so ist der
natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen
Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in der Regel auch ohne nachweisbare pathologische
bzw. organische Befunde anzunehmen (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369
E. 3e). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts (Urteile vom 30. Januar 2007 i/S
T. [U215/05] und vom 15. März 2007 i/S G. [U258/06]) muss bei einer HWS-Verletzung
das typische Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden nicht in seiner
umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall
auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der
Halsregion oder an der HWS manifestieren. Die andern bei einem Schleudertrauma
oder einer äquivalenten Verletzung typischerweise auftretenden Beschwerden müssen
sich jedoch immerhin in einem Zeitraum manifestieren, der es erlaubt, vom
Vorhandensein eines natürlichen Kausalzusammenhangs auszugehen. Im Weiteren
muss nach der Rechtsprechung (vgl. z.B. Urteil des EVG vom 4. November 2005 i/S K.
[U312/05]) nicht der gesamte Beschwerdekatalog vorliegen, um von einer
Unfallkausalität ausgehen zu können.
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4.2 Im konkreten Fall kollidierte der Beschwerdeführer als Lenker eines
Personenwagens linksfrontal mit einem anderen Personenwagen, wobei er mit dem
Kopf vermutlich an die Frontschutzscheibe prallte (Suva-act. VI/7, 8). Bei diesem
Unfallmechanismus fällt ein eigentliches Schleudertrauma von vornherein ausser
Betracht. Hingegen darf angenommen werden, dass der Beschwerdeführer - obwohl
die von Dr. B._ im echtzeitlichen Untersuchungsbericht vom 23. Februar 2008
angeführte Diagnose einer HWS-Prellung (Suva-act. VI/2) grundsätzlich keine solche
darstellt - eine schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten hat. Denn er füllte am 9.
März 2008 den in diesen Fällen zu Handen des Unfallversicherers einzureichenden
Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem
Beschleunigungstrauma aus (Suva-act. VI/2) und in den weiteren medizinischen Akten
wird einheitlich die Diagnose einer linksfrontalen Autokollision mit HWS-Distorsion
gestellt (Suva-act. VI/13, 20, 24).
4.3 Beim Beschwerdeführer sind laut dem Dokumentationsbogen innerhalb der
erforderlichen Latenzzeit Nackenschmerzen mit Schmerzausstrahlung in beide
Schultern aufgetreten. Andere Beschwerden, die typischerweise ebenfalls eher sofort
oder innert Stunden nach einer Beschleunigungsverletzung auftreten, wie
Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen wurden nicht beklagt (Suva-act. VI/2;
vgl. dazu Liste in H. Schmidt/J. Senn Hrsg., Schleudertrauma - neuester Stand:
Medizin, Biomechanik, Recht und Case Management, 1. Aufl. Zürich 2004, S. 14 f.). Am
14. März 2008 gab der Beschwerdeführer gegenüber der Beschwerdegegnerin an, er
leide vor allem im Hinterkopf unter Kopfschmerzen, die bis in den Nacken und in die
Schultern ausstrahlen würden. Das Vorliegen von Schwindel oder Übelkeit verneinte er
erneut (Suva-act. VI/3). Im Erhebungsblatt für die Abklärung von HWS-Fällen vom 16.
Mai 2008 ist sodann vermerkt, dass er sofort nach dem Unfall "Sternchen" gesehen
und unter Schwindel gelitten habe. Innert Stunden nach dem Unfall seien auch Kopf-
und Nackenschmerzen aufgetreten (Suva-act. VI/7). Das Pfeifen im Ohr bzw. der
Tinnitus sowie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen werden in den Akten
erstmals nach längerer Latenzzeit, d.h. am 28. Juli bzw. 3. September 2008, erwähnt
(Suva-act. VI/18, 24). Neu aufgetretene Symptome sind jedoch aufgrund ihres späten
Auftretens nicht als natürlich-kausale Unfallfolgen zu betrachten. Auch wenn der
Beschwerdeführer die nach dem Unfall vom 22. Februar 2008 aufgetretenen
Beschwerden nicht einheitlich schilderte und sich die Beschwerden in ihrer
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Ausprägung nicht als besonders gehäuft zeigten, kann insgesamt doch von einem
typischen Beschwerdebild unmittelbar nach dem Unfall gesprochen werden, das mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit als natürlich-kausale Unfallfolge eines HWS-
Traumas zu betrachten ist. Entsprechend hat die Beschwerdegegnerin auch einen
Leistungsanspruch bis zum 28. Februar 2009 anerkannt.
5.
5.1 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers entfällt erst, wenn das Dahinfallen
jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es
sich dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast -
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher
Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim
Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen). Dabei muss nicht
etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein
nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der
Unfallversicherer bei einmal bejahter Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde
Ursachen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag.
Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre
kausale Bedeutung verloren haben, also dahin gefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S.
329 E. 3b). Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis
zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die versicherte
Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteile des EVG vom 18. Dezember 2003 i/S Z.
[258/02], vom 25. Oktober 2002 i/S L. [U 143/02] und vom 31. August 2001 i/S O. [U
285/00]).
5.2 Dass das versicherte Unfallereignis eine natürlich-kausale (Teil-)Ursache der auch
nach dem 28. Februar 2009 noch fortbestehenden Beschwerden bildet, lässt sich den
medizinischen Akten nicht entnehmen (vgl. dazu auch Erwägung 3.2 und 6.2). Letztlich
kann diese Frage jedoch offen bleiben, da - wie sich aus den nachstehenden
Erwägungen ergibt - die Adäquanz des Kausalzusammenhangs verneint werden muss
(vgl. BGE 135 V 465 E. 5.1 S 472 mit Hinweisen). Entsprechend erübrigt sich auch eine
weitere Abklärung des medizinischen Sachverhalts (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts
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vom 20. März 2008 i/S P. [8C_217/2008], E. 7.3). Der Vollständigkeit halber sei
dennoch angefügt, dass die Beschwerdegegnerin zwar keine unabhängige inter- oder
polydisziplinäre Begutachtung des Beschwerdeführers, wie sie das Bundesgericht mit
BGE 134 V 109 (E. 9.4 und 9.5 S. 124ff.; Urteil vom 19. Februar 2008) für unabdingbar
erachtet, durchführen liess, der vorliegende Fall im Einstellungszeitpunkt medizinisch
aber dennoch entscheidungsreif war. Der Beschwerdeführer wurde durch verschiedene
Fachspezialistinnen und Fachspezialisten (Rheumatologie, Neurologie, Psychiatrie,
Hals-Nasen-Ohrenarzt) umfassend abgeklärt. Die einzelnen medizinischen Berichte
ergeben ein abgerundetes Bild und stehen nicht in Widerspruch zueinander. Auch für
die Klärung von bei der Prüfung einzelner Adäquanzkriterien zuweilen auftauchenden
Problemen bedarf es sodann nicht zwingend eines poly-/interdisziplinären Gutachtens,
wenn - wie hier - Berichte von Ärzten verschiedener in Betracht fallender
Fachrichtungen vorliegen, welche eine schlüssige Gesamtbeurteilung zulassen (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 27. November 2008 i/S M. [8C_527/2008], E. 3.2.2).
6.
6.1 Im angefochtenen Einspracheentscheid hat die Beschwerdegegnerin die
Adäquanz nach der sogenannten Schleudertrauma-Praxis von BGE 134 V 109 geprüft
und auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten
verzichtet. In der Beschwerdeantwort vertritt ihre Rechtsvertreterin demgegenüber die
Auffassung, die Adäquanzprüfung sei nach der Praxis bei psychischer Fehlentwicklung
mit Krankheitswert gemäss BGE 115 V 133 durchzuführen, bei der nur die physischen,
nicht aber auch die psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen zu berücksichtigen
sind.
6.2 Anlässlich des ambulanten Assessements in der Rehaklinik Bellikon vom 13. Juni
2008 schilderte der Beschwerdeführer, dass ihm der "äussere Druck" bei der Arbeit zu
schaffen mache. Er könne eher schlecht mit Zeitdruck umgehen, und habe bereits vor
dem Unfall immer unter äusserem Druck gelitten, zum Teil auch mit somatischen
Symptomen (z.B. Schlafstörungen). Gleichzeitig wurde aber von Seiten der Rehaklinik
Bellikon von einem adäquaten Schmerzverhalten und einer guten Leistungsbereitschaft
sowie von rein somatisch noch bestehenden Behandlungsmöglichkeiten für das
mögliche myofasziale Geschehen gesprochen. Die Klinik hielt letztlich in ihrem Bericht
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vom 13. Juni 2008 diagnostisch fest, dass das zervikale Schmerzsyndrom am ehesten
myofaszial bedingt sei und eine psychosomatische Überlagerung nicht ausgeschlossen
werden könne (Suva-act. VI/13), worauf ihm die Beschwerdegegnerin weiter
Versicherungsleistungen ausrichtete (Suva-act. VI/14). Am 19. Juni 2008 fand in der
Rehaklinik Bellikon ein psychosomatisches Konsilium mit der Fragestellung statt, ob
eine psychische Überlagerung bestehe. Man kam beurteilend zum Schluss, dass der
Beschwerdeführer seit dem Unfall an stressbedingten Schmerzen im HWS- und
Kopfbereich mit Ausstrahlung in beide Schultern leide. Diese Schmerzen würden vor
allem durch die Vibrationen am Arbeitsplatz sowie durch Stress und Zeitdruck verstärkt
und seien für den Patienten nicht auszuhalten. Die Situation erschwere vorbestehende
Beschwerden im Rücken sowie in beiden Knien und führe zu einer
Einschlafproblematik mit Grübeln und Kopfschmerzen. Der Versicherte vermisse eine
anspruchsvolle, aber körperlich leichtere Arbeit, die er bis zum Ende seines
Arbeitslebens mit Engagement ausführen könne. Gegenwärtig bestehe eine
verminderte Stresstoleranz durch Schmerzen, Auffälligkeiten in der Persönlichkeit
(perfektionistisch, leistungsorientiert, leicht anankastisch/zwanghaft) und belastende
psychosoziale Umstände bedingt. Im Bericht vom 23. Juni 2008 wurde die
entsprechende Diagnose gestellt (Suva-act. VI/17). Dr. C._ diagnostizierte in seinem
Bericht vom 30. Juni 2008 ebenfalls ein cervicovertebrales Syndrom bei vorwiegend
myofaszialen Schmerzen im Schulter-Nacken- und Occiputbereich beidseits sowie
psychosozialen Belastungsfaktoren (berufliche Neuorientierung noch nicht erfolgt). Der
Patient würde gerne eine Stelle als Hauswart finden. Doch sei er irgendwie überfordert.
Er habe schon Mühe, ein perfektes Bewerbungsschreiben zu verfassen. Zudem sei er
auf einen gewissen Lohn angewiesen, da er eine Familie mit vier Kindern und ein Haus
habe. Er habe als angesehener Zimmermann und Meister ausserdem Mühe, im
"Geheimen" einen neuen Job zu finden (Loyalitätsproblematik). Die Nackenschmerzen
seien deutlich auch im Rahmen des Stresses zu interpretieren (Suva-act. VI/20). Dr.
D._ hielt im Bericht vom 22. September 2008 fest, die Konzentrations- und
Gedächtnisstörungen müssten im Zusammenhang mit psychischen Stresssituationen
und Schmerzen beurteilt werden. Die rezidivierenden cervicalen Schmerzen seien
wahrscheinlich teilweise myofaszial bedingt. Aufgrund der Schilderungen des Patienten
bestehe zudem der dringende Verdacht auf eine nicht unerhebliche psychosomatische
Überlagerung. Entsprechend stellte die Neurologin die dringende Verdachtsdiagnose
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einer psychosomatischen Überlagerung sowohl der cervicalen Schmerzen wie auch
der Kopfschmerzen (Suva-act. VI/24). - Die medizinischen Akten enthalten damit
übereinstimmende Hinweise auf eine - zumindest teilweise auch unfallfremde -
psychische Komponente des Beschwerdeführers. Mit den übereinstimmend als "am
ehesten", "vorwiegend" bzw. "wahrscheinlich teilweise" (Suva-act. VI/13, 20, 24)
myofaszial definierten Schmerzen ist – wie bereits erwähnt (E. 3.2) - keine somatisch
bedingte Restfolge der HWS-Distorsion belegt, die einer psychischen Problematik
gegenüberstehen würde. Mit diesen ohnehin das Mass der Wahrscheinlichkeit offen
lassenden Formulierungen wird lediglich fassbar gemacht, wo bzw. wie sich das
Beschwerdebild - eben im Bereich der Muskeln bzw. von den Muskeln ausgehend -
bemerkbar macht, ohne es dabei einem organischen Korrelat zuzuordnen. Obwohl
myofasziale Schmerzen letztlich somatisch wahrgenommen werden, können sie
sowohl traumatisch als auch psychisch bedingt sein. Die Schmerzen des
Beschwerdeführers sind damit entweder durch die HWS-Verletzung oder durch
(unfallfremde) psychische Faktoren bedingt. Nicht ausgeschlossen werden kann jedoch
auch im ersten Fall eine die Schmerzen verstärkende unfallfremde psychische
Komponente. Hinzu kommt, dass sich die Schmerzen im weiteren Verlauf nicht - wie
bei erlittener schleudertraumaähnlicher Verletzung typisch - besonders vielschichtig
darstellen. Als Hauptproblem werden die Kopf- und Nackenschmerzen bezeichnet. Ob
die Adäquanzprüfung angesichts dieser Fakten nach der Schleudertrauma- oder der
Psycho-Praxis durchzuführen ist, kann letztlich offen bleiben, da die Adäquanz auch
nach der für den Beschwerdeführer günstigeren Schleudertrauma-Praxis (vgl. dazu
SVR 2010 UV Nr. 3 S. 11; Urteil des Bundesgerichts vom 18. September 2009 i/S G.
[8C_283/2009]) zu verneinen ist, wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen.
6.3 Die Einstellung der vorübergehenden Versicherungsleistungen bzw. der
Fallabschluss im Sinn von Art. 19 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20; BGE 134 V 109 E. 4) - als Voraussetzung für die
Adäquanzprüfung - per 28. Februar 2008 ist nicht zu beanstanden. In ihrem Bericht
vom 13. Juni 2006 über das ambulante Assessement führte die Rehaklinik Bellikon aus,
sie sehe rein somatisch weiterhin Behandlungsmöglichkeiten für das mögliche
myofasziale Geschehen. Es sei jedoch zu betonen, dass es sich um einen
Behandlungsversuch handle. Je nach Abklärungsresultaten der Psychosomatik sowie
dem Verlauf der Triggerpunktbehandlung erhoffe sie sich, die Ansätze für zielgerichtete
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Rehabilitationsmassnahmen besser klären zu können (Suva-act. VI/13). Im
Psychosomatischen Konsilium vom 23. Juni 2008 erklärte die Rehaklinik Bellikon, dass
eine weitere psychiatrisch-psychotherapeutische Begleitung nicht unbedingt angezeigt
sei (Suva-act. VI/17). Gestützt auf eine anlässlich des ambulanten Assessements von
der Rehaklinik Bellikon festgehaltene Empfehlung folgte am 23. Juni 2008 die
Konsultation bei Dr. C._. Dieser leitete eine gezielte Triggerpunkttherapie ein und
verschrieb dem Beschwerdeführer verschiedene Medikamente (Suva-act. VI/20). Dr.
D._ empfahl schliesslich einen Therapieversuch mit Amitriptylin zur Behandlung des
Spannungskopfschmerzes. Im Weiteren hielt sie fest, dass, falls nicht bereits
durchgeführt, eine psychiatrische Exploration und gegebenenfalls eine
psychotherapeutische Betreuung sinnvoll seien (Suva-act. VI/24). Im ärztlichen
Zwischenbericht vom 23. Oktober 2008 führte Dr. C._ als gegenwärtige Behandlung
noch Medikation und Entspannung an (Suva-act. VI/27). Am 28. November 2008
vermerkte der Suva-Kreisarzt als notwendige diagnostische Zusatzabklärung die
Untersuchung durch einen ORL-Arzt, verneinte aber die Frage, ob durch weitere
Behandlungsmassnahmen noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands
zu erreichen sei (Suva-act. VI/38). Die ORL-Untersuchung durch Dr. E._ ergab
sodann keine gesundheitliche Störung mit der Notwendigkeit einer entsprechenden
medizinischen Behandlung (Suva-act. VI/42). Diese Aktenlage enthält keine Hinweise,
dass von einer weiteren ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands des Beschwerdeführers zu erwarten gewesen wäre. Es wurden
keine massgebenden Langzeiterfolg versprechenden neuen Therapien mehr eingeleitet
oder in Erwägung gezogen. Die weitergeführte Medikation und Entspannung hatte
offensichtlich eine reine Symptom- bzw. Schmerzbekämpfung und nicht eine
eigentliche Ursachenbekämpfung zum Ziel. Das Vorliegen von andauernden
Beschwerden oder auch eine Verschlimmerung derselben, wie vom Beschwerdeführer
im Januar 2009 beklagt, vermögen an dieser Beurteilung nichts zu ändern bzw. haben
auf die Frage, auf welchen Zeitpunkt der Unfallversicherer von einem Fallabschluss im
Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG ausgehen durfte, grundsätzlich keinen Einfluss. Der
Abschluss des Falls durch den Unfallversicherer bedingt lediglich, dass von weiteren
medizinischen Massnahmen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands
mehr erwartet werden kann, nicht aber, dass eine ärztliche Behandlung nicht länger
erforderlich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. November 2008 i/S G.
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[8C_467/2008], E. 5.2.2.2.). Für die Bejahung eines medizinischen Endzustands wird
keine vollständige Schmerzfreiheit vorausgesetzt (vgl. Rumo-Jungo, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung, 3. A. Zürich 2003, S. 145). Nach der Rechtsprechung
nahm die Beschwerdegegnerin damit zu Recht auf den Zeitpunkt der
Leistungseinstellung hin die Adäquanzprüfung vor (vgl. BGE 134 V 109 E. 3.2 und E. 4
S. 113ff.).
7.
7.1 Laut Rapport der Kantonspolizei Zürich vom 28. März 2008 war der
Beschwerdeführer am 22. Februar 2008 als Personenwagenlenker von G._
herkommend in H._ unterwegs. Er beabsichtigte nach links abzubiegen. Gleichzeitig
kam von links ein anderer Personenwagenlenker entgegen, der nach rechts in Richtung
G._ abbiegen wollte. Infolge eines Niesanfalls näherte sich dieser trotz abnehmender
Fahrgeschwindigkeit zu schnell der Wartelinie und überfuhr diese in gerader Richtung,
statt wie beabsichtigt nach rechts abzubiegen. Dabei kam es zur linksfrontalen
Kollision mit dem korrekt von rechts herannahenden Personenwagen des
Beschwerdeführers (Suva-act. VI/5). - Bei der im Rahmen der Prüfung des adäquaten
Kausalzusammenhangs vorzunehmenden Katalogisierung ist der Unfall vom 22.
Februar 2008 aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs sowie mit Blick auf die
entsprechende Kasuistik (vgl. Rumo-Jungo, a.a.O., S. 55 ff.) den mittelschweren
Unfällen zuzuordnen. Diese Einteilung wird gestützt durch die biomechanische
Kurzbeurteilung der AGU vom 28. Oktober 2008 (Suva-act. VI/32; vgl. dazu RKUV 2003
Nr. U 489 S. 358 E. 3.2 mit Hinweisen) und wird grundsätzlich auch von Seiten der
Parteien vertreten. Ob es sich um ein mittelschweres Ereignis im engeren Sinn oder
eines an der Grenze zu den leichten Unfällen handelt, braucht vorliegend nicht
beantwortet zu werden. Im ersten Fall müssen nach der Rechtsprechung entweder
eines der bei den mittelschweren Unfällen einzubeziehenden Adäquanzkriterien [BGE
134 V 130 E. 10.3] in besonders ausgeprägter Weise oder mindestens drei in einfacher
Weise erfüllt sein, während bei mittelschweren Ereignissen an der Grenze zu den
leichten mindestens vier in einfacher Weise erfüllte Adäquanzkriterien verlangt werden
(oder eines in besonders ausgeprägter Weise; vgl. BGE 117 V 359 E. 6b; Urteile des
Bundesgerichts vom 7. Dezember 2009 i/S M. [8C_487/2009], E. 5, und 29. Januar
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2010 i/S S. [8C_897/2009], E. 4.5). Wie die nachfolgende Beurteilung zeigt, sind im
vorliegenden Fall höchstens zwei Adäquanzkriterien geringgradig erfüllt.
7.2 Aus den konkreten Begebenheiten vom 22. Februar 2008 lassen sich keine
besonders dramatischen Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des
Unfalls ableiten. Insbesondere war der Unfallablauf ein sehr kurzes Ereignis (vgl. die
Kasuistik zu diesem Kriterium in Rumo-Jungo, a.a.O., S. 58-64, sowie Urteile des EVG
vom 23. November 2004 i/S B. [U 109/04], E. 2.3, und vom 2. März 2005 i/S S. [U
309/03], E. 5.1). An dieser Beurteilung vermag auch der Umstand, dass der
Personenwagen des Beschwerdeführers durch die Kollision vom 22. Februar 2008
einen Totalschaden erlitten hat (Suva-act. 22), nichts zu ändern. Dieser ergab sich
ausschliesslich aus der Tatsache, dass der Reparaturaufwand den mit EUR 1'600.--
geschätzten Fahrzeug-Restwert überstieg.
7.3 Die Diagnose eines HWS-Distorsionstraumas vermag sodann die Schwere oder
besondere Art der Verletzung für sich allein nicht zu begründen. Es bedarf hierzu einer
besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder
besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können. Diese
können beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen Körperhaltung und den
dadurch bewirkten Komplikationen bestehen (BGE 134 V 109 E. 10.2.2 mit Hinweisen).
Solche Umstände sind hier jedoch nicht gegeben. Vom Beschwerdeführer wurde
lediglich ein Anprall des Kopfs an der Frontschutzscheibe und an der Kopfstütze
angegeben (Suva-act. VI/2, 7). Ebenfalls nicht vorhanden ist eine besondere Schwere
der für die HWS-Distorsion typischen Beschwerden. Die vom Beschwerdeführer neben
der HWS-Distorsion erlittene Verletzung einer Fussprellung rechts (Suva-act. 2) kann
schliesslich auch nicht als schwer oder von besonderer Art eingestuft werden.
7.4 Die Behandlung des Beschwerdeführers umfasste die Durchführung ambulanter
Physiotherapien (Triggerpunktherapie; 2 x wöchentlich) und medizinischer
Verlaufskontrollen (inkl. Elektrotherapie; 1 x wöchentlich) beim Hausarzt sowie die
Medikamentenabgabe (Suva-act. VI/13, 20, 24, 57). Der Beschwerdeführer wurde
ausserdem alternativ-medizinisch (Reflexzonentherapie, Homöopathie) behandelt
(Suva-act. VI/59). Ein Klinikaufenthalt fand nicht statt. Die vorgenannten Behandlungen
liegen im Bereich dessen, was nach einem erlittenen Schleudertrauma der HWS bzw.
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einer äquivalenten Verletzung mit ähnlichem Beschwerdebild üblich ist. Die hierfür
erforderliche zeitliche Inanspruchnahme ist insgesamt nicht als derart intensiv zu
werten, dass deswegen von einer erheblichen - im Sinn einer sich allein daraus
ergebenden zusätzlichen - Mehrbelastung aussergewöhnlicher Natur gesprochen
werden könnte. Anzufügen bleibt, dass den verschiedenen Abklärungsmassnahmen
und den blossen ärztlichen Kontrollen nicht die Qualität einer regelmässigen,
zielgerichteten Behandlung zukommt (vgl. Urteil des EVG vom 2. Februar 2007 i/S S. [U
41/06], E. 10.3). Gesamthaft ist mithin auch eine spezifische, den Beschwerdeführer
speziell belastende ärztliche Behandlung im Sinn dieses Kriteriums nicht belegt (vgl.
Urteile des Bundesgerichts vom 8. August 2008 i/S H. [8C_144/2008], E. 7.3, und vom
2. Februar 2007 i/S S. [U 41/06], E. 10.4).
7.5 Adäquanzrelevant können im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall und dem
Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unterbruch bestehende
erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften
Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die
Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4). Laut medizinischen
Akten stehen beim Beschwerdeführer eindeutig die Kopf- und Nackenschmerzen im
Vordergrund (vgl. Suva-act. VI/17, 20, 24). Dem Bericht von Dr. D._ vom
22. September 2008 ist sodann zu entnehmen, dass die Schmerzen nur intermittierend
vorhanden sind (Suva-act. VI/24). Im Weiteren gibt der Beschwerdeführer selber an,
dass sich die Schmerzintensität durch Stresssituationen am Arbeitsplatz, d.h. durch
einen unfallfremden Faktor, erhöhe (Suva-act. 8, 17). Anzufügen ist, dass er aber
offensichtlich immer noch Autofahren und Gartenarbeiten ausführen kann und auf dem
Landwirtschaftsbetrieb seines Sohnes mithilft (Suva-act. VI/8, 13). Bei dieser Aktenlage
kann das Kriterium von dauerhaften und erheblichen Beschwerden höchstens in
geringer Ausprägung als erfüllt angenommen werden.
7.6 Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert
hat, ist aus den Akten nicht ersichtlich.
7.7 Aus der ärztlichen Behandlung und den erheblichen Beschwerden, welche bei
der Beurteilung der spezifischen Adäquanzkriterien zu berücksichtigen sind, darf nicht
bereits auf einen schwierigen Heilungsverlauf und/oder erhebliche Komplikationen
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geschlossen werden. Es bedarf hiezu besonderer Gründe, welche die Heilung
beeinträchtigt haben. Nicht darunter zu zählen sind etwa die Einnahme vieler
Medikamente und die Durchführung verschiedener Therapien wie auch die Tatsache,
dass trotz regelmässiger Therapien weder eine Beschwerdefreiheit noch eine
(vollständige) Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit erreicht werden konnten
(Urteil des Bundesgerichts vom 9. November 2009 i/S N. [8C_626/2009], E. 4.3). Im
Vergleich mit anderen Fällen von HWS-Distorsionen und äquivalenten Verletzungen
sind vorliegend keine Anhaltspunkte für bis zum Fallabschluss eingetretene erhebliche
Komplikationen ersichtlich; auch kann nicht von einem schwierigen Heilungsverlauf
gesprochen werden. An dieser Beurteilung ändert auch der Umstand nichts, dass der
konkrete Heilungsverlauf mit gewissen Schwankungen - besseren und schlechteren
Phasen - verbunden war. Dass der erstmals am 28. Juli 2008 aktenmässig aufgetretene
Tinnitus nicht dem Unfall vom 22. Februar 2008 zugeordnet werden kann bzw. letztlich
auf die Kausalitätsbeurteilung keinen massgebenden Einfluss hat, ist der Erwägung 4.3
zu entnehmen.
7.8 Das Adäquanzkriterium Arbeitsunfähigkeit ist seit BGE 134 V 109 E. 10.2.7 erfüllt,
wenn diese erheblich ist, obwohl die versicherte Person ausgewiesene Anstrengungen
unternommen hat, sie zu überwinden. Nach dem Unfall vom 22. Februar 2008
attestierte Dr. I._ dem Beschwerdeführer ab 23. Februar bis voraussichtlich 24. März
2008 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. VI/2). Eine versuchsweise Aufnahme
der Arbeit zu 50% erfolgte dann am 6. Mai 2008 (Suva-act. VI/8). Zwei Tage später
musste die Arbeit wegen zunehmender Beschwerden bereits wieder ausgesetzt
werden (Suva-act. VI/8), worauf wieder eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit folgte (Suva-
act. VI/18). Auf den 3. November 2008 war die Wiederaufnahme der Arbeit zu 100%
vorgesehen (Suva-act. VI/27, 57). Tatsächlich erfolgte diese am 10. November 2008
(Suva-act. VI/37, 39). Am 12. Januar 2009 musste der Beschwerdeführer die Arbeit
wegen starker Kopfschmerzen erneut unterbrechen (Suva-act. VI/43). Dr. C._
attestierte dem Beschwerdeführer bis 8. Februar 2009 eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. VI/45, 46). Dazwischen trat nun aber am 5. Februar 2009
ein weiterer Unfall mit einer Schnittverletzung an der rechten Hand ein. Die
diesbezügliche Arbeitsunfähigkeit dauerte bis 7. März 2009 (vgl. Akten zum
Schadenfall: 9.20982.09.3). Ab dem 9. März 2009 arbeitete der Beschwerdeführer
wieder zu 100% (Suva-act. VI/55). Im Zeitraum zwischen Unfall und Fallabschluss, d.h.
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innerhalb eines Zeitraums von rund einem Jahr, war der Beschwerdeführer infolge der
HWS-Distorsion - die Schnittverletzung an der rechten Hand hat unberücksichtigt zu
bleiben - während rund neuneinhalb Monaten zu 100% arbeitsunfähig. Unter diesen
Umständen kann eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit nicht ohne weiteres in Abrede
gestellt werden. Aktenmässig nicht nachgewiesen ist jedoch, dass der
Beschwerdeführer auch ernsthafte Anstrengungen unternommen hat, diese
Arbeitsunfähigkeit zu überwinden. Zwei Arbeitsversuche, wovon einer nur sehr kurz
war, reichen dazu nicht aus. Der Beschwerdeführer hegte sodann offensichtlich bereits
vor dem Unfall den Wunsch, eine leichtere Arbeit als technischer Hauswart zu finden,
wofür er eine zweijährige Schulung absolviert hatte. Konkreteres darüber ist jedoch -
abgesehen davon, dass der Beschwerdeführer angibt, schon seit mehreren Jahren
nach einer solchen Stelle zu suchen - ebenfalls nicht bekannt. Insgesamt kann daher
das Adäquanzkriterium der Arbeitsunfähigkeit - wenn überhaupt - höchstens mit
geringer Ausprägung als erfüllt gelten.
7.9 Zusammenfassend sind damit bestenfalls zwei Adäquanzkriterien geringgradig
erfüllt. Das genügt nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung nicht, um die
Adäquanz der Gesundheitsbeeinträchtigungen, die über den Einstellungszeitpunkt per
1. März 2009 hinaus geltend gemacht werden, zu bejahen. Der Umstand, dass der
Beschwerdeführer im Januar 2009 nochmals eine gesundheitliche Verschlechterung in
Form von starken Kopfschmerzen erfahren hat (Suva-act. VI/43), vermag an dieser
Adäquanzbeurteilung nichts zu ändern.
8.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosen
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG