Decision ID: a60de9e8-f81b-4127-90b4-3e094d5182da
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964,
ist ausgebildete F
loristin, war in der Folge aber
auch
in verschiedenen
anderen
Branchen berufstätig, zuletzt als
S
achbear
beiterin und
Mitarbeiterin
i
m Empfang
sbereich
für die
Y._
AG
(
Urk.
7/
1,
Urk.
7/3/5 f.
,
Urk.
7/58/3
).
Am 1
9.
Januar 2018 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf Schlafstörungen, ein Restless Leg-Syndrom und eine Depression bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/3
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, leitete zunächst Frühinterventionsmassnahmen zum Erhalt des Arbeitsplatzes ein (vgl.
Urk.
7/12). Sodann zog sie
den Austrittsbericht der
Z._
AG vom 2
4.
November 2017 (
Urk.
7/2/1-13) bei, ferner einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
7/1/1-5) und
Unterlagen der Krankentaggeldversicherung von
X._
(
Urk.
7/19/1-48)
, namentlich enthaltend das psychiat
rische Gutachten von
Dr.
med. A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
2.
Februar 2018 (
Urk.
7/19/7-14)
und den
Bericht der
Z._
AG vom 1
3.
Dezember 2017 (
Urk.
7/19/24-27)
.
Per
Ende Mai 2018 kündigte die
Y._
AG das Arbeitsverhältnis mit der Versicherten (Urk.
7/49/5).
Mit Mitteilung vom 1
4.
Juni 2018
orientierte
die IV-Stelle
die
Versicherte,
es werde
im Sinne einer beruflichen Massnahme
ab dem 9.
Juli 2018 bis zum
8.
Januar 2019 ein Arbeitstraining im Pflegezentrum
B._ in C._
durchgeführt und für diese Zeit ein
Taggeld ausgerichtet (
Urk.
7/26
).
Ziel de
s Arbeitstrainings war es, das
Arbeitspensum im Verlauf der Massnahme auf 90
%
zu steigern (
Urk.
7/31).
Das Arbeitspensum konnte in der Folge nicht im geplan
ten Umfang ausgeweitet werden, was zum vorzeitigen Abbruch der Massnahme führte (
Urk.
7/49/7 f.).
Mit Mitteilung vom 11. März 2019 leitete die IV-Stelle eine weitere
Integra
tionsmassnahme in Form eines Aufbautrainings bei der
D._
AG in C._
in der Zeit vom 1
8.
Februar bis 1
7.
August 2019
ein
. Ziel
dieser Massnahme war
es
, das Arbeitspensum
von zunächst
vier
Stunden pro Tag schrittweise
auf
zul
etzt 50
%
zu steigern (
Urk.
7/33,
Urk.
7/35).
Mit Mitteilung vom 1
9.
August 2019 schloss die IV-Stelle die berufliche Massnahme nach Einsicht in den Abschlussbericht der Eingliederungsinstitution
(vgl.
Urk.
7/50)
mit der Feststellung ab, die Versicherte sei nunmehr in der Lage, selbständig eine Stelle auf dem freien Arbeitsmarkt zu finden (
Urk.
7/47).
Die IV-Stelle holte sodann
den
B
ericht von
Dr.
med. E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 3
0.
Juni 2019
und einen aktualisierten IK-Auszug
ein (
Urk.
7/54/2-5
,
Urk.
7/57/1-4
).
Nach
zusätzlicher
Einholung eine
r
Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; vgl.
Urk.
7/58/3 f.) stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Erlass des Vorbescheides vom
8.
April 2020 die
Verneinung eines Rentenanspruchs
in Aussicht (
Urk.
7/60).
Gegen den vorgesehenen Entscheid erhob die
Versicherte mit Eingabe vom 27.
April 2020, ergänzt am
2.
Juni 2020, Einwände (
Urk.
7/61,
Urk.
7/66). Mit Verfügung vom 1
9.
November 2020 entschied die IV-Stelle wie angekündigt und wies das Leistungsgesuch der Versicherten ab (
Urk.
2 =
Urk.
7/69).
2.
Gegen die Verfügung vom 1
9.
November 2020 erhob die Versicherte am
4.
Januar 2021 Beschwerde mit dem Antrag, die Verfügung sei aufzuheben und die IV-Stelle sei zur Gewährung der gesetzlichen Leistungen zu verpflichten, insbeson
dere zur Ausrichtung von Rentenleistungen (
Urk.
1
S.
2). Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom
8.
Februar 2021 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Davon wurde der Versicherten am 1
1.
Februar 2021 Kenntnis gegeben (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen Einspracheentscheides eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
1.2.1
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten (Art. 49 Abs. 3 Satz 2 ATSG), das heisst eine Darstellung des vom Versicherungsträger als relevant
erachteten Sachverhaltes und der rechtlichen Erwägungen. Die aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2
der Bundesverfassung (
BV
)
fliessende Begründungspflicht gebietet nicht, dass sich das kantonale Gericht beziehungs
weise der Versicherungsträger mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinan
dersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sich die Behörde auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich die betroffene Person über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigs
tens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich das Gericht respek
tive der Versicherungsträger hat leiten lassen und auf die sich sein Entscheid stützt (BGE 142 II 49 E. 9.2, 136 I 229 E. 5.2, je mit Hinweisen).
1.2.2
Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser Voraussetzung ist darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des Mangels – selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des Gehörs von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer
beförderlichen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 142 II 218 E. 2.8.1, 137 I 195 E. 2.3.2, je mit Hinweisen).
1.3
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
1.4
.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1
.4
.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines
Der Einkommensvergleich
s
zu bestimmen. Dazu wird
das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behand
lung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätig
keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein
kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.5
1.5.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit
ist jedoch nicht ohne W
eiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der
versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.5.2
Wie in BGE 145 V 361 dargelegt, ist in allen Fällen durch die Verwaltung bezie
hungsweise das Gericht zu prüfen, ob und inwieweit die ärztlichen Experten ihre Arbeitsunfähigkeitsschätzung unter Beachtung der massgebenden Indikatoren (Beweisthemen) hinreichend und nachvollziehbar begründet haben. Dazu ist erforderlich, dass die Sachverständigen den Bogen schlagen zum vorausgehenden medizinisch-psychiatrischen Gutachtensteil (mit Aktenauszug, Anamnese, Befun
den, Diagnosen usw.), das heisst sie haben im Einzelnen Bezug zu nehmen auf die in ihre Kompetenz fallenden erhobenen medizinisch-psychiatrischen Ergeb
nisse fachgerechter klinischer Prüfung und Exploration. Ä
rztlicherseits ist also substant
iiert darzulegen, aus welchen medizinisch-psychiatrischen Gründen die erhobenen Befunde das funktionelle Leistungsvermögen und die psychischen Ressourcen in qualitativer, quantitativer und zeitlicher Hinsicht zu schmälern vermögen. Der psychiatrische Sachverständige hat darzutun, dass, inwiefern und inwieweit wegen der von ihm erhobenen Befunde die beruflich-erwerbliche Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, und zwar - zu Vergleichs-, Plausibilisierungs- und Kontrollzwecken - unter Miteinbezug der sonstigen persönlichen, familiären und sozialen Aktivitäten der rentenansprechenden Person (E. 4.3; vgl. auch das zur Publikation vorgesehene Urteil des Bundesgerichts 8C_280/2021 vom 17. November 2021 E. 6.2.1 mit Hinweis
).
1
.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1
GSVGer
). Eine Rückweisung an den Versicherungsträger ist insbesondere dann angezeigt, wenn sie in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist. Ausserdem bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurückzu
weisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE 139 V 99 E. 1.1, 137 V 210
E. 4.4.1.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_354/2020 vom 8. Septem
ber 2020 E. 2.1)
.
2.
2.1
In der Verfügung vom 1
9.
November 2020 führte die Beschwerdegegnerin zur Begründung ihres Entscheides aus,
die Abklärungen hätten zunächst gezeigt, dass
Massnahmen zur Eingliederung angezeigt gewesen seien. Die beruflichen Mass
nahmen hätten bis zum 1
9.
August 2019 gedauert und bis dahin sei ein Taggeld ausgerichtet worden.
Die Beschwerdeführerin
, die
als Vollerwerbstätige zu quali
fizieren
sei, sei
im Rahmen des Aufbautrainings in der Lage gewesen, ein Pensum von 70
%
(jeweils sechs Stunden pro Tag) zu bewältigen.
Auch aus medizinischer Sicht bestünden keine Vorbehalte gegen ein Pensum in dieser Höhe.
Insbesondere habe der behandelnde Psychiater
im August 2019
gegenüber der Arbeitslosen
versicherung eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
bestätigt.
Anhaltspunkte für eine seitherige Verschlechterung lägen nicht vor. Tatsächlich arbeite die Beschwerde
führer
in seit Oktober 2019 bei F._
,
aber nur
in einem Pensum von 50
%
. Der Einwand, auf dem ersten Arbeitsmarkt sei ein höheres Pensum nicht umsetzbar, sei nicht weiter belegt. Mit einem Voll
pensum könnte die Beschwerdeführerin an der jetzigen Stelle ein Einkommen erzielen, das demjenigen
am früheren Arbeitsplatz
entspreche.
Es könne somit angenommen werden, dass die Stellenanforderungen hinsichtlich beruflicher Qualifikation in etwa vergleichbar seien.
Werde
das vor Eintritt des Gesundheits
schadens erzielte Einkommen der
Teuerung angepasst, belaufe si
ch das Validen
einkommen auf Fr.
72'505.--. Am jetzigen Arbeitsplatz
sodann könnte die Beschwerdeführerin
bei Umsetzung eines Arbeitspensums von 70
%
einen Lohn von
Fr.
50'050.-- erzielen. Somit sei von einem Invalideneinkommen in dieser Höhe auszugehen. Die Differenz zwischen Validen- und Invalide
neinkommen belaufe sich auf Fr.
22'455.-- respektive auf 31
%
. Da der In
validitätsgrad unter 40
%
liege
,
sei ein Rentenanspruch nicht ausgewiesen (
Urk.
2 S. 1 f.).
In der Beschwerdeantwort hielt die Beschwerdegegnerin unter Bezugnahme auf die von der Beschwerdeführerin erhobenen Einwände
an
ihrem Standpunkt
fest
(
Urk.
6 S. 1 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin vertritt in der Beschwerdeschrift
die Auffassung
, bei der früheren
Funktion
als Empfangsleiterin, Kassencontrollerin und Verantwortliche für den Import
bei der
Y._
AG
habe es sich um eine komplexe
Tätigkeit mit hoher Belastung gehandelt. Die ärztliche Prognose vor Einleitung der Eingliederungsmassnahme, die verbliebene Arbeitsfähigkeit von 50
%
in der angestammten Tätigkeit lasse sich sukzessive steigern, habe sich nicht bewahr
heitet.
Die frühere Leistungsfähigkeit habe nicht mehr erlangt werden können.
Der Arbeitsversuch im Pflegezentrum
B._
sei trotz attestierter hoher Moti
vation gescheitert.
Für die angestammte Tätigkeit sei von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
Im Laufe der weiteren Eingliederungsmassnahme bei der Institution
D._
habe das Pensum zunächst auf 60
%
und schliesslich auf 70
%
gesteigert werden können.
Es habe sich gezeigt, dass
vor allem
die
Tätigkeit an einem Empfang
geeignet sei
, da diese repetitiv sei und keine hohen Anforderungen stelle.
Bei k
omplexere
n
Tätigkeiten
sei eine konstante Arbeits
leistung nicht möglich gewesen
.
Eine
angepasste
Tätigkeit habe sie schliesslich bei
F._
antreten können. Sie arbeite als Sachbearbeiterin in einem Pensum von 50
%
.
Ein höheres
Pensum
sei nur im
geschützte
n
Rahmen
der Eingliederungsmassnahme möglich gewesen
.
Zwar habe auch der behandelnde Psychiater
Dr. E._
eine Arbeitsfähigkeit
von 70
% in einer angepassten Tätigkeit attestiert, indessen habe
sich
mit der tatsächlichen Aufnahme einer
geeigneten
Tätigkeit gezeigt, dass ein Pensum
in dieser Höhe
nicht
realisierbar
sei. Zu den Belastungen und Einschränkungen im Arbeitsalltag habe die Beschwerdegegnerin keine Abklärungen
getätigt
und sie habe auch keine weiteren beruflichen Massnahmen
durchgeführt
. Auszugehen sei somit von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
in einer angepassten Tätigkeit.
Dem Validen
einkommen, das die Beschwerdegegnerin mit
Fr.
72'500.-- beziffert habe, sei als
Inv
alideneinkommen das mit ihrer aktuell ausgeübten angepassten Tätigkeit bei
F._
erzielte Einkommen gegenüberzustellen. Werde diesbezüglich von einer nicht angepassten Tätigkeit ausgegangen, sei das Invalideneinkommen gestützt auf die Tabellenlöhne zu ermitt
eln. Auf diese Weise resultiere - zumal unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges -
ein
rentenrelevanter Invali
ditätsgrad
. Zur Invaliditätsbemessung gestützt auf die Tabellenlöhne habe sich die Beschwerdegegnerin
trotz entsprechende
r
Einwände im Vorbescheidverfahren
nicht geäussert, womit sie der aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör fliessen
den Begründungs
pflicht nicht nachgekommen sei (
Urk.
1 S. 3 ff.
Rz
3 ff.).
3.
3.1
Im Vorbescheidverfahren machte die Beschwerdeführerin in Bezug auf die Bemessung des Invalideneinkommens zur Hauptsache geltend, dieses sei basie
rend auf der von ihr tatsächlich au
sgeübten Tätigkeit bei
F._
zu ermitteln.
Nur
im Eventualstandpunkt liess sie vortragen, es seien hierfür die Tabellenlöhne heranzuziehen (
Urk.
7/66/7 ff.
Rz
20 ff.).
Gemäss der Begründung der angefoch
tenen Verfügung folgte die Beschwerdegegnerin dem Hauptstandpunkt der Beschwerdeführerin grundsätzlich, erachtete aber in der betreffenden Tätigkeit ein höheres Pensum für zumutbar, weswegen sie im Ergebnis ein höheres Invali
deneinkommen als die Beschwerdeführerin ermittelte. Auf die alternative Ermitt
lung des Invalideneinkommens gestützt auf die Tabellenlöhne verzi
chtete die Beschwerdegegnerin (
Urk.
2 S. 2).
3.2
Zum Hauptstandpunkt der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der Bemessung des Invalideneinkomm
ens nahm die Beschwerdegegnerin, wie darge
legt,
explizit Bezug und begründete ihren Standpunkt. Indem sie
darüber hinaus
in der Verfügungsbegründung auf die eventualiter vorgebrachten Argumente nicht zusätzlich einging
,
verletzte sie die Begründungspflicht
jedoch nicht. Es ist praxisgemäss nicht erforderlich, dass sich der Versicherungsträger mit jedem Vorbringen explizit auseinandersetzt. Eine Beschränkung auf die wesentlichen Punkte
ist zulässig. Die Darlegungen
in der angefochtenen Verfügung geben hinreichend Aufschluss über die Tragweite des Entscheides und es war der Beschwerdeführerin mithin möglich, die Angelegenheit in voller Kenntnis der Sachlage beschwerdeweise anzufechten. Von einer Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör, das die Aufhebung des angefochtenen Entscheides bereits aus formellen Gründen gebieten würde, kann nicht ausgegangen werden
(BGE 142 II 49 E. 9.2, 136 I 229 E. 5.2, je mit Hinweisen)
.
Eine Aufhebung des angefochtenen Entscheides wegen Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör beantragte die Beschwerdeführerin denn auch nicht.
4.
4.1
Mit ihrem
Rechtsbegehren beantragt die Beschwerdeführerin zunächst in grund
sätzlicher Art die Zusprechung der gesetzlichen Leistungen, nennt als konkrete Leistung
aber
die Ausrichtung einer Invalidenrente
(
Urk.
1 S. 2). Auf den Renten
anspruch fokussieren sich in der Folge auch
ihre
Darlegungen in der Be
schwer
deschrift.
Im Beschwerdeverfahren konkret zu prüfen ist daher der Renten
anspruch.
Nicht mehr strittig ist
hierbei
die Statusfrage. Nachdem die Beschwerdegegnerin zunächst von einer Qualifikation der Beschwerdeführerin als Teilerwerbstätige ausgegangen war (vgl.
Urk.
7/58/5 f.,
Urk.
7/60) und die Beschwerdeführerin dies im Vorbescheidverfahren gerügt und eine Qualifikation als Vollerwerbstätige
verlangt
hatte (
Urk.
7/66/7), schloss sich die Beschwerde
gegnerin
der Auffassung der Beschwerdeführerin
an (vgl.
Urk.
7/68/3) und stellte in der angefochtenen Verfügung ausdrücklich fest, es sei von einer Vollerwerbs
tätigkeit auszugehen (
Urk.
2 S. 2).
Die Qualifikation als Vollerwerbstätige ist
mit Blick auf die Darlegungen der vormaligen Arbeitgeberin effektiv
gerechtfertigt. Die
Y._
AG hielt am 1
4.
Mai 2020
explizit
fest, ab Februar 2013 habe das Arbeitspensum der Beschwerdeführerin 100
%
betragen und die Reduktion desselben ab Mai 2017 sei auf gesundheitliche Gründe zurückzuführen gewesen (
Urk.
7/64).
4.2
Zur strittigen Frage, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin trotz gesund
heitlicher Beeinträchtigung zumutbare Arbeit zu leisten vermag, ist auf
die
Angaben der Ärzte näher einzugehen.
Ab dem 1
0.
Oktober bis zum 24.
November 2017 hielt sich die Beschwerdeführerin zur stationären Behandlung
in der
Z._
in G._
auf. Im Austrittsbericht der Klinik vom 2
4.
November 2017 nannten die Ärzte als Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, eine nichtorganische Insomnie und ein Rest
less
Leg
-Syndrom. Zum Verlauf der Behandlung ist dem Bericht zu entnehmen, die Beschwerdeführerin
sei infolge psychosozialer Dekompensation zugewiesen worden. Im Vordergrund
hätten
die Behandlung der Schlafstörungen und die medikamentöse Einstellung gestanden. Während der Kontrollgänge sei die Beschwerdeführerin jeweils schlafend angetroffen worden. Subjektiv habe die Beschwerdeführerin die Qualität des Schlafes und die Erholung aber
weiterhin
als ungenügend beschrieben. Die psychotherapeutische Behandlung sei in Einzel
sitzungen durchgeführt worden.
Es hätten sich familiäre Belastungen sowohl in der Beziehung zu den Eltern als auch in derjenigen zu den eigenen Kindern gezeigt. Für die Beschwerdeführerin sei es enttäuschend gewesen, dass sich die Schlafqualität subjektiv nicht habe steigern lassen. Sie versuche nun, ihr Leben und
ihre Belastungen besser an die
Situation anzupassen. Betreffend d
a
s Restless Leg-Syndrom sei die bisherige Einnahme von
Pregabalin
reduziert und zur Unterstützung Magnesium verordnet worden. Die Entlassung aus der stationären Behandlung sei in insgesamt deutlich gebessertem Z
ustand erfolgt
(
Urk.
7/2/1)
.
Im Bericht vom 1
3.
Dezember 2017 nahmen die Ärzte der
Z._
ergänzend zur Arbeitsfähigkeit Stellung.
Ab dem 1
0.
Oktober bis und mit dem
2
6.
November 2017 attestierten s
ie eine vollständige Arbeitsunfähigkeit und hernach bis und mit dem 1
0.
Dezember 2017
eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%. Danach prognostizierten sie
,
abhängig vom Beschwerdebild
,
die Arbeitsfähigkeit könne
sukzessive
erhöht werden
(
Urk.
7/19/26).
4.3
Der Krankentaggeldversicherer der Beschwerdeführerin, die
Elip
s
Versicherungen AG (vgl.
Urk.
7
/18), liess die Beschwerdeführerin durch
Dr.
A._
psychiatrisch untersuchen. Als Diagnose nannte er im Gutachten vom
2.
Februar 2018
eine rezidivierende depressive Störung, zuletzt mittelgradig, inzwischen teilremittiert und des Weiteren - entsprechend den Angaben der Ärzte der
Z._
- ein
Restless
Leg-Syndrom.
Sodann führte
Dr.
A._
aus, die Beschwerdeführerin habe angegeben, derzeit bei einer Teilarbeitsfähigkeit von 50
%
, das heisst an vier Nachmittagen pro Woche, weiterhin ihrer bisherigen Tätigkeit nachzugehen. Der Appetit sei reduziert und die Schlafqualität weiterhin mangelhaft. Quälend seien insbesondere die unruhigen Beinbewegungen, die ein näch
tliches Durchschlafen
erheblich
behinderten. Der psychopathologische Befund in der Untersuchung sei leicht- bis mittelgradig zum depressiven Pol verschoben gewesen. Die affektive Auslenkbarkeit sei ebenfalls leicht bis mittelgradig eingeschränkt gewesen. Der Ton sei
klagsam
und die Konzentration leicht eingeschränkt und psychomotorisch sei die Beschwerdeführerin agitiert gewesen. Im formalen Denken seien eine leichte
Unstrukturiertheit
und W
eitschweifigkeit aufgefallen, insgesamt aber sei
die Beschwerdeführerin
geordnet, jedoch anlassbezogen auf die Schilderung von Biografie und Krankheitsgeschichte ausgerichtet gewesen. Hinweise auf ein psychotisches Wahrnehmen oder Verhalten hätten sich keine ergeben, ebenso wenig solche auf eine Eigen- oder Fremdgefährdung
(
Urk.
7
/19/12 f.)
.
Die Notwendigkeit einer weiteren psychiatrisch-psychotherapeutischen Behand
lung stehe ausser Frage, solange keine vollständige Depressionslösung einge
treten sei. Die laufende ambulante Behandlung sei ausreichend. Angesichts des teilweise rückläufigen klinischen Befundes sei die Beschwerdeführerin längstens noch bis Ende April 2018 teilarbeitsunfähig. Dieser Zeitraum trage den nach wir vor von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden Rechnung und sei von daher ausreichend bemessen. Spätestens ab Mai 2018 sei wieder von einer voll
ständigen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auszugehen. Grund
sätzliche Einschränkungen beruflicher Art, die eine Massnahme im Sinne einer Umschulung oder andere Eingliederungsmassnahmen erforderlich machten, seien seitens des psychiatrischen Fachgebietes nicht gegeben. Die Prognose bei einer mittelgradigen depressiven Episode sei - eine sachgemässe Behandlung voraus
gesetzt - prinzipiell günstig.
Grundsätzlich könne davon ausgegangen werden, dass eine solche Erkrankung innerhalb von wenigen Monaten deutlich rückläufig sei. Dies sei auch hier bereits der Fall, obschon mit einer gewissen Verzögerung. Das depressive Zustandsbild sei rückläufig und unterdessen teilweise remittiert. Von einer vollständigen Remission der Symptomatik könne bei einer solchen Konstellation unter konsequenter Behan
dlung ausgegangen werden (
Urk.
7
/19/13).
4.4
Dr. E._
führte im ärztlichen Zeugnis vom 2
2.
Juli 2019 aus, Ursache der beein
trächtigten Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei
en
eine chronische Insom
nie
(ICD-10 F51.01), eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.1)
und
eine asthenische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.7).
Die Depression und die Insomnie bestünden seit 200
8.
Es sei zu einer
Chronifizierung
mit Durchschlaf
störungen, Tagesmüdigkeit und Asthenie gekommen. Die Prognose sei ungünstig. Es finde eine medikamentöse Behandlung mit
Brintellix
,
Surmontil
und
Sifrol
statt. Bis Mitte März 2019 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
bestanden,
hernach eine Arbeitsunfähigkeit von 40
%
und seit dem 1
8.
Juli 2019 eine solche
von 3
0
%
. Die Beschwerdeführerin übe
eine neue Tätigkeit im kaufmännischen Bereich während sechs Stunden pro Tag aus. Eine Arbeitsunfähigkeit
zwischen 20
%
und 30
%
werde bleiben (
Urk.
7/54/3 f.).
Am 3
0.
August 2019 hielt
Dr. E._
fest,
aufgrund der Chronizität und Komorbi
dität dreier
Krankheiten (chronische Insomnie, rezidivierende depressive S
törung
und asthenische Persönlichkeitsstörung)
erachte er die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als dauerhaft im Umfang von etwa 30
%
eingeschränkt. Er empfehle jedoch zur genaueren Abklärung die Begutachtung durch einen Versi
cherungspsychiater (
Urk.
7/54/2).
5.
5.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind grundsätzlich nur schwere psychische Störungen invalidisierend im Rechtssinne.
Eine
leichte bis mittel
gradige depressive Störung ohne nennenswerte Interferenzen durch psychische Komorbiditäten lässt sich im Allgemeinen nicht als schwere psychische Krankheit definieren. Besteht dazu noch ein bedeutendes therapeutisches Potential, so ist insbesondere auch die Dauerhaftigkeit des Gesundheitsschadens in Frage gestellt.
Diesfalls
müssen gewichtige Gründe vorliegen, damit dennoch auf eine invalidi
sierende Erkrankung geschlossen werden kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_280
/
2021 vom 1
7.
November 2021 E. 6.2.2; zur Publikation vorgesehen).
5.2
Sowohl die Ärzte der
Z._
als auch der Gutachter
Dr.
A._
gingen von einer depressiven Störung mit mittelgradiger Episode aus, wobei
Dr.
A._
zusätzlich erwähnte, die gegenwärtige Episode sei bereits teilremittiert
(Urk.
7/2/1,
Urk.
7/19/12 f.)
.
Dr. E._
ging ebenfalls von einer rezidivierenden depressiven Störung aus, äusserte sich jedoch nicht zum Grad der Ausprägung
(
Urk.
7/54/3)
.
Sodann ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin seit
Jahren (
das heisst
seit 2005)
an einer
nichtorganischen
Insomnie
leidet
. Sowohl
der behandelnde Psychiater
Dr. E._
als auch die Ärzte der
Z._
stell
ten
eine entsprechende
Diagnose
(
Urk.
7/2/1,
Urk.
7/54/3)
.
Dr. E._
stufte das Leiden explizit als
chronifiziert
ein und ging dementsprechend auch von einer ungünstigen Prognose aus
(
Urk.
7/54/2 f.)
. Aktenkundig ist
in diesem Zusam
menhang
, dass die stationäre Behandlung in der
Z._
vom
10.
Okto
ber
bis
2
4.
November 2017
zumindest
subjektiv zu keiner Besserung des Schlafs geführt hat (
Urk.
7/2/3
). Als weitere Komorbidität nannte
Dr. E._
eine asthe
nische Per
sönlichkeitsstörung (
Urk.
7/54/2
f.
), ohne hierzu aber weitere Ausfüh
rungen zu machen. In den Darlegungen der Ärzte der
Z._
fand eine
Persönlichkeitsstörung
keine Erwähnung, ebenso wenig wurde eine solche Diag
nose durch
Dr.
A._
gestellt
.
Zusätzlich liegt ein somatisches Leiden in Form eines Restless Leg-Syndrom
s
vor (
Urk.
7/2/1). Insgesamt bleibt
offen, von welchem Störungsbild, das die erwerbliche Leistungsfähigkeit beeinflusst
,
tatsächlich auszugehen ist. Aufgrund der Hinweise auf eine
Chronifizierung
der Insomnie und der ausgehend davon
gestellten ungünstigen Prognose
ist eine erwerbliche Beeinträchtigung nicht
von
vornherein ausgeschlossen. Nachvoll
ziehbar ist
ferner
, dass sich die Schlafstörung ungünstig auf den Verlauf
der rezidivierenden depressiven Störung
auswirkt, wobei zum Zusammenwirken
der Leiden
keine genaueren Angaben vorliegen. Ebenso wenig liegen Angaben dazu vor, in welcher Weise die Schlafproblematik und das Restless Leg-Syndrom in ihrem Zusammenwirken die Befindlichkeit
beeinflussen
und
geg
e
benenfalls
die erwerbliche Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin
beeinträchtigen
.
5.3
5.3.1
Die Beschwerdegegnerin schliesst ausgehend von den Berichten über den Verlauf der beruflichen Massnahmen auf eine umsetzbare Arbeitsleistung von
70
%
in einer angepassten Tätigkeit
(
Urk.
2 S. 2,
Urk.
6 S. 2)
. Die Beschwerdeführerin hingegen argumentiert, die dort erzielte Leistung
sei ausschliesslich
aufgrund der
einfachen und repetitiven Arbeitsabläufe möglich gewesen. Im
realen beruflichen Alltag
hingegen sei
ein entsprechendes Pensum trotz Anstrengungen nicht möglich gewesen (
Urk.
1 S. 4
Rz
4 u 6)
.
5.3.2
Gemäss Bericht
von
D._
vom
1
9.
August 2019
konnte die Arbeitsleistung
der Beschwerdeführerin im Rahmen des Aufbautrainings
i
n der Firma H._
ab dem 1
8.
Februar bis zum 1
7.
August 2019
im Laufe der Massnahme von
anfänglich vier
auf
sechs
Stunden
täglich an jeweils fünf Arbeitstagen
gesteigert werden, wobei das
T
raining
in einer ersten Phase
unter anderem
folgende Tätigkeiten beinhaltete
: Bestellungen erfassen, Waren
annahmen kontrollieren, Auftragsbestätigungen bearbeiten, Wareneingang und Rechnungen kontrollieren, Monatsstatistiken erstellen
. In einer zweiten Phase führte die Beschwerdeführerin hauptsächlich folgende Tätigkeiten aus: Bedie
nung der Telefonzentrale, Verarbeitung
des
Postein
- und
des
Postausgang
s
, Verwaltung des Emailpostfachs, Bewirtschaftung des Büromaterials, Bearbeitung der Ein- und Austritte von Teilnehmenden und die Einarbeitung von neuen Teil
nehmern und Schülern (Urk.
7
/50/2
f., U
rk.
7
/50/
6
f.
). Während die Anforderun
gen
im Rahmen des Arbeitstrainings aktenkundig
sind
, fehlen nähere Angaben zur aktuell ausgeübten Tätigkeit der Beschwerdeführerin
bei
F._
als Sach
bearbe
iterin im Bereich Empfang (vgl.
Urk.
7
/65)
.
Ein Vergleich der Anforde
rungen und Belastungen im Rahmen des Aufbautrainings mit denjenigen bei
F._
ist nicht möglich.
Insofern lässt sich auch nicht feststellen, inwieweit
die Tätigkeit bei
F._
effektiv
leidensangepasst ist.
Hinzu kommt, d
ass der Bericht des Vereins
D._
zwar
Angaben darüber
enthält
, welche Belastungen die Beschwerdeführeri
n zu bewältigen in der Lage war
,
und im
betreffenden Bericht
zudem die
gute Compliance der Beschwerdeführerin
hervorgehoben wurde
(
Urk.
7
/50/7). Allerdings fehlen
ärztliche Angaben zu
den
zumutbaren respektive zu den ungünstigen Belastungen im Rahmen einer beruflichen Tätigkeit weit
gehend. Die dokumentierten Erfahrungen anlässlich der beruflichen Massnahmen können die ärztliche Beurteilung nicht e
rsetzen.
Hinzu kommt, dass die erste berufliche Massnahme, das heisst der
Arbeitsversuch in einer von den Eingliede
rungsfachpersonen der Beschwerdegegnerin
zunächst
als geeignet eingestuften Tätigkeit im Pflegezentrum
B._
in C._
ab Juli 2018 (U
rk.
7/26) schei
terte. Die Tätigkeit erwies sich als zu belastend (
Urk.
7/49/6 ff.).
5.3.3
Sodann ist es
in erster Linie Aufgabe des Arztes oder der Ärztin, den Gesund
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicher
ten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc). Gestützt auf die vorhandenen ärztlichen Beurteilungen lässt sich die zentrale Frage,
bezüglicher welcher Tätigkeiten eine Arbeitsun
fähigkeit besteht und welche Tätigkeiten der Beschwerdeführerin weiterhin und in welchem Umfang zumutbar sind, nicht abschliessend beantworten.
Daran ändert nichts, dass
Dr. E._
gegenüber der Arbeitslosenversicherung am
8.
August 2019 angab, für eine Tätigkeit als Sachbearbeiterin bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
(
Urk.
7/54/4). Darauf stützt sich die Beschwerdegegnerin (
Urk.
2 S. 2). Es handelt sich hier
allerdings lediglich
um ein Attest ohne nähere
Darlegungen, aus welchen Gründen
das angegebene
Pensum zumutbar ist. Insbesondere äusserte sich
Dr. E._
nicht
dazu
, von welchen Anforderungen und Belastungen er in Bezug auf die angegebene Tätigkeit als Sachbearbeiterin und
Mitarbeiterin am Empfang ausgegangen ist
.
5.4
Als Fazit ergibt sich, dass eine vertiefte ärztliche Beurteilung nötig
ist. Auf die Erforderlichkeit einer solchen ve
rwies auch
Dr. E._
explizit
,
in
dem er festhielt,
er empfehle zur genaueren Abklärung eine Begutachtung durch einen Versiche
rungspsychiater
(
Urk.
7/54/2). Angesichts der abweichenden Beurteilung
durch
Dr.
A._
einerseits
, de
n
Gutachter des Krankentaggeldversicherers, und
durch
Dr. E._
andererseits
, der die Beschwerdeführerin aktuell behandelt, und der
deswegen
offenen Situation hinsichtlich
der erwerblich relevanten gesundheit
lichen Beeinträchtigung und der
trotz des Gesundheitsschadens noch zumutbaren
beruflichen
Belastungen
wäre die Beschwerde
gegnerin
gestützt auf
Art.
43
Abs.
1
ATSG gehalten gewesen, weiter
e
Abklärungen durchzuführen. Namentlich ist die Einholung eines ärztlichen Gutachtens erforderlich, das sich zu den noch offenen Fragen äussert
,
zum einen
aus psychiatrischer Sicht (Insomnie, Depression
und g
egebenenfalls
Persönlic
h
keitsstörung
) und
zum anderen
aus neurologischer (Restless Leg-Syndrom). Die noch erforderlichen Abklärungen hat die Beschwer
de
gegnerin
zu veranlassen, an die die Angelegenheit zurückzuweisen sein wird.
Auf
die noch nötigen Abklärungen
, im Rahmen derer auch
dem strukturierten Beweisverfahren
Beachtung
zu schenken
sein wird (vgl. vorstehende E.
1.5
), hat
eine Invaliditätsbemessung
zu folgen
. Auf welche Weise das
vorliegend
strittige Invalideneinkommen zu bemessen sein wird, hängt vom Ergebnis der ärztlichen Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit
ab
. Die weiteren Abklärungen werden darüber Auskunft geben, ob es sich bei der aktuell von der Beschwerdeführerin ausgeübten Tätigkeit für
F._
um eine angepasste
handelt und in welchem Umfang diese zumutbar ist. Gegebenenfalls ist eine besser geeignete Tätigkeit zu evaluieren.
Je nach den Umständen rechtfertigt es sich
,
das
konkret erzielte Einkommen
heranzuziehen oder es ist
das Invalideneinkommen
hypothetisch
gestützt auf
statistische Lohnangaben zu ermitteln
.
Nach dem Gesagten ist die
Beschwerde in dem Sinne gut
zu
heissen, dass die Sache
für zusätzliche Abklärung und
für einen
neue
n
Entscheid
über den Leistungs
anspruch von
X._
an die Beschwerdegegnerin zurückge
wiesen wird.
6.
6.1
Gemäss
Art.
61
lit
.
f
bis
ATSG
in Verbindung mit
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
rung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versiche
rungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- fest
gesetzt. Vorliegend erweist si
ch eine Kostenpauschale von Fr.
700
.-- als ange
messen. Ausgangsgemäss sind die Kosten
der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
6.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung sowohl für die Frage der Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der Parteientschädigung als vollstän
diges Obsiegen (BGE 137 V 57; vgl. auch BGE 141 V 281 E. 11.1 mit Hinweis), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädi
gung hat.
Diese ist gemäss
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streit
sache und der Schwierigkeit des Prozesses festzusetzen. Unter Berücksichtigung der genannten Aspekte erweist sich eine Entschädigung von
Fr.
2’000
.-- als angemessen (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen).