Decision ID: e40f994d-b073-4da9-9392-cfc0fbd72e6f
Year: 2016
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_005
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

angefochtenen Planung ungenügend ausgeübt. Sie habe den Sachverhalt in
wesentlichen Punkten unvollständig festgestellt und gestützt darauf auch die
pflichtgemäss umfassend vorzunehmende Überprüfung der sich
entgegenstehenden öffentlichen und privaten Interessen nicht genügend
vorgenommen.
Betreffend die vorhandenen Baubewilligungen auf dem ... habe sich die
Regierung weitgehend auf Mutmassungen beschränkt. Sie sage, es sei nicht
ganz klar, ob mit der Bewilligung der Reithalle (59A-C) auch die Pferdeboxen
und die Güllengrube bereits bewilligt seien. Ohne Begründung sage sie, es
wäre ein neues Baugesuch notwendig gewesen. Aufgrund der Umstände,
insbesondere der Tatsache, dass 2005 bei nachträglicher Bewilligung der
unbestrittenermassen zusätzlich ohne Bewilligung eingebauten Pferdeboxen in
der später angebauten Remise (59A-G) eine Abstandsberechnung für 14
Pferdeboxen vorgenommen worden sei, obwohl nur zusätzliche 5 Pferdeboxen
zu bewilligen gewesen seien, sei offensichtlich, dass die Stadt bis zum
vorliegenden Verfahren davon ausgegangen sei, die dort eingebauten neuen
Pferdeboxen, welche im ursprünglich bewilligten Plan als
"Unterstand/Pferdeboxen" bezeichnet gewesen seien, als bewilligt betrachtet
worden seien. Wenn nun die Regierung auf Seite 17 des angefochtenen
Entscheides schreibe, es seien neben dem Viehstall für 30 Kühe (59 A-B) nur
die Reithalle mit fünf bewilligten Boxen vorhanden, sei dies eine ungenügende
Feststellung des Sachverhaltes.
Auch betreffend die Gebäude 59A und 59A-A sei der Sachverhalt unvollständig
ermittelt worden. Es fehle zudem eine Begründung, weswegen die dort
untergebrachten Pferdeboxen bei den Abstandsberechnungen nicht
berücksichtigt worden seien. In diesen Gebäuden befänden sich ins-gesamt 16
Pferdeboxen. Dies habe der SBV bei seinem Gutachten berücksichtigt. Im
angefochtenen Entscheid, Seite 17, werde dazu nur festgehalten, es sei nicht
bekannt, ob und allenfalls wann die Nutzung dieser Gebäude als Pferdeställe
bewilligt worden sei.
Die Ablehnung des Antrages auf Einholung einer Expertise sei eine Verletzung
des rechtlichen Gehörs. Zwischen den Berichten des ANU und des SBV
bestünden Differenzen, von welchem Zustand auszugehen sei und in der
Auslegung der FAT-Richtlinien sowie bezüglich der Messpunkte und der
Anwendung der Korrekturfaktoren, auch noch, nachdem im
Planungsbeschwerdeverfahren eine Korrektur der vom ANU angewendeten
Korrekturfaktoren vorgenommen worden sei. Hier handle es sich um
Fachfragen, die eine Expertise angezeigt erscheinen liessen.
Auch betreffend die Rechtsfrage, von welchem Zustand auszugehen sei, werde
das rechtliche Gehör verletzt. Auf Seite 29 des angefochtenen Entscheides
werde nur festgehalten, es liege auf der Hand und sei selbstverständlich, dass
für die Beurteilung der luftreinhalterechtlichen Zulässigkeit der Neueinzonung
nicht auf einen eigenmächtigen, unbewilligten und damit illegalen
Betriebszustand abgestellt werden dürfe. Auch für die Behauptung, der
Beschwerdeführer habe keinen Anspruch auf nachträgliche Bewilligung,
enthalte der angefochtene Entscheid keine Begründung. Damit sei die
Prüfungspflicht verletzt.
Im Viehstall (59A-B) sei von 39 GVE auszugehen (Praxis gemäss FAT-
Richtlinie 350/1988).
Die Regierung setze sich mit dem Argument, bei der Beurteilung der Eignung
der Parzellen zur Einzonung müssten auch die Entwicklungsmöglichkeiten des
Betriebs berücksichtigt werden, nicht auseinander.
Im Planungs- und Mitwirkungsbericht sei keine Interessenabwägung
vorgenommen worden. Die Immissionsproblematik sei dort überhaupt nicht
erwähnt.
Die Stadt habe 1992 (Bewilligung Viehstall 59A-B unter Auflagen) und bei der
späteren Schaffung der Pferdeausbildungs- und Pferdepensionszone mehrfach
zum Ausdruck gebracht, sie sei an der Erhaltung und Weiterentwicklung des
Betriebes ... interessiert. Gestützt auf dieses Vertrauen habe der
Beschwerdeführer in den letzten Jahren wesentliche Summen in den Betrieb
investiert. Die Einzonung widerspreche somit dem Vertrauensgrundsatz; dies
auch vor dem Hintergrund, dass die Stadt mit der unveränderten Zuweisung der
Parzelle des Beschwerdeführers zur Landwirtschaftszone entschieden habe,
der Bestand und die Weiterentwicklung des Betriebes am heutigen Standort
seien sinnvoll und damit im öffentlichen Interesse. Sonst hätte das Grundstück
einer anderen Zone zugewiesen werden müssen. Die Landwirtschaftszone
hätte gegenüber dem geltenden Zonenplan nicht weiter geschmälert werden
dürfen. Dies verstosse gegen Art. 1 Abs. 2 lit. b RPG.
Die Einzonung widerspreche auch dem Leitbild und den Planungszielen der
Stadt hinsichtlich Landwirtschaft, Pferdehaltung und Pferdezucht.
Landwirtschaft und Pferdehaltung hätten hier eine lange Tradition und es
bestehe ein qualifiziertes Interesse an der Sicherstellung von Bestand und
Weiterentwicklung der betreffenden Betriebe.
Die Behauptung, eine notwendige Auszonung oder Rückzonung im Bereich der
Kernzone habe nur mit der Einzonung der beiden Parzellen realisiert werden
können, sei unbewiesen. Die Baulandqualität dieser Bereiche in der Kernzone
sei nicht gegeben. Im Planungs- und Mitwirkungsbericht sei festgehalten, dass
diese Fläche zu relativieren sei, weil die reduzierte Fläche bereits in der
rechtskräftigen Ortsplanung weitgehend mit der Pflicht zur
Nutzungskonzentration und Freihaltung belastet gewesen sei . Zudem habe
sich der weitaus grösste Teil der Flächen in einer Bauzone zweiter Etappe
befunden. Darauf werde im angefochtenen Entscheid nicht eingegangen. Es
böten sich überdies verschiedene Parzellen als Ersatz für die eingezonten
beiden Parzellen an (die erwähnte Parzelle des Beschwerdeführers, die
Parzellen auf der anderen Seite der Pardellgasse). Der Realersatz sei sowieso
nicht zwingend gewesen. Diesbezüglich fehle es an einer konkreten,
schlüssigen Begründung.
Hier sei willkürlich das ÜG ... nicht eingezont worden, mit der Begründung, die
strassenmässige Erschliessung sei nicht gesichert. Gleichzeitig seien die in der
Landwirtschaftszone gelegenen Parzellen 329 und 2444 eingezont worden,
welche an derselben Strasse lägen. Willkürlich sei auch, wenn die Eignung von
Parzelle 4 als Tauschobjekt verneint werde. Diese liege nicht im weitgehend
überbauten Gebiet und trotzdem werde sie gleichzeitig der Zone für künftige
bauliche Entwicklung zugewiesen. Somit stünde diese Parzelle aber eben
gerade für die Erweiterung der Bauzone zur Verfügung.
Art. 3 Abs. 3 RPG verlange, dass Wohngebiete vor schädlichen oder lästigen
Einwirkungen möglichst verschont würden. Die möglichen Einwirkungen auf die
beiden einzuzonenden Parzellen könnten dazu führen, dass diese als
Wohnbaugebiet nicht geeignet wären. Eine solche Planung sei rechtswidrig. Die
Grenzwerte des vorsorglichen Immissionsschutzes seien gemäss
Bundesgerichtsurteil (BGU) 1C_306/2010 sinnvollerweise beizuziehen. Diese
Vorschriften dienten der Aufrechterhaltung der Wohnqualität. Der
Mindestabstand bezüglich Stall 2 [Gebäude Nr. 59A-B (Teil Grossviehmast),
59A-A und 59A-F] betrage bei der aktuellen Belegung 61 m. Parzelle 329 läge
somit zu mehr als der Hälfte innerhalb der ... und auch Parzelle 2444 liege
innerhalb des Mindestabstandes von 61 m. Berücksichtigte man die maximal
zulässige Anzahl Masttiere gemäss heutigem Betriebskonzept, ergebe sich ein
Mindestabstand von 70 m zu Parzelle 329. Zudem läge sodann Parzelle 2444
ebenfalls zum grossen Teil im Mindestabstand. Wenn man die
Mindestabstände aufgrund der bewilligten Milchviehhaltung mit maximal 39
GVE heranzöge, ergäbe sich ein Mindestabstand von 77.7 m.
Das ANU habe fälschlicherweise für die Berechnung des Mindestabstandes
entgegen den FAT-Empfehlungen nicht vom Laufhof, sondern vom Zentrum
des Stallgebäudes aus gemessen. Damit werde ohne Begründung die
offensichtliche Unterschreitung des Mindestabstandes zu den neu
einzuzonenden Parzellen eliminiert. Man hätte vom Laufhof aus messen
müssen. Es sei nämlich nicht nachvollziehbar, weshalb bei der Bestimmung des
Mindestabstands unter Berücksichtigung der gegenseitigen Beeinflussung der
Gebäude von einem anderen Messpunkt aus gemessen werden solle. Der
Betrieb verliere so jede Entwicklungsmöglichkeit und ihm werde auch die
Möglichkeit zur allfälligen Sanierung genommen.
8. Am 21. November 2011 beantragte die Stadt die Abweisung der Beschwerde.
Einziges Beschwerdethema sei die Frage, ob einer Einzonung von Parzellen
329 und 2444 gesetzliche Bestimmungen zum Schutz des ökologischen
Gleichgewichts entgegenstünden, was der Beschwerdeführer unter Berufung
auf das Gutachten des SBV vom 22. Oktober 2010 bejahe, die Stadt und die
Regierung im angefochtenen Entscheid unter Berufung auf die vom ANU
gemachten Berechnungen der ... verneinten. Zur Begründung werde auf die
Erwägungen der Regierung im angefochtenen Entscheid, insbesondere S. 28-
30, verwiesen. Die FAT-Richtlinien könnten auch herangezogen werden, wenn
es um die Beurteilung von Neueinzonungen im Umfeld eines
Landwirtschaftsbetriebes gehe. Die FAT-Richtlinien seien weder Gesetz noch
Verordnung, sondern Hilfsmittel, die bei einer Ortsplanung für eine
Interessenabwägung berücksichtigt werden könnten. Wie die Regierung zu
Recht ausführe, gebe es in der Umweltschutzgesetzgebung für den Bereich
Luft keine gesetzliche Grundlage für ein Verbot der Einzonung neuer Bauzonen
wegen übermässiger Geruchsbelastung. Sogar wenn die beiden eingezonten
Parzellen von den Mindestabständen (...) betroffen wären, wäre deren
Einzonung gerechtfertigt und rechtens, weil gewichtige öffentliche Interessen
(Sicherung mit entsprechender Abgeltung von Auszonungen im Stadtzentrum)
die privaten Interessen des Beschwerdeführers auf ungehinderte Erweiterung
seiner Anlage überwögen. Zudem erübrige sich die Beantwortung dieser Frage,
weil nachgewiesen sei, dass der auf dem Grundstück des Beschwerdeführers
erlaubte FAT-Abstand – ausser wenn die Umnutzung der Führanlage
nachträglich bewilligt würde – einer Einzonung der beiden fraglichen Parzellen
nicht entgegenstehe. Anders verhalte es sich gegenüber dem eingezonten und
bereits überbauten Land im Norden des Hofs, was aber nicht Gegenstand des
vorliegenden Verfahrens sei.
Bei der Berechnung der FAT-Abstände sei nicht die mögliche Maximalbelegung
unter Einhaltung der Tiervorschriften, sondern die Anzahl der Plätze gemäss
rechtskräftig bewilligten Gebäuden, Anlagen und Umnutzungen massgebend
(S. 29 des angefochtenen Entscheides). An sich wäre es Aufgabe des
Beschwerdeführers, den Beweis für die Rechtmässigkeit der hier zur
Diskussion stehenden Nutzungen etc. zu erbringen, weil er daraus Rechte
ableiten wolle. Zusammengefasst stelle sich die Situation wie folgt dar
(Aufnahme des Bauamtsleiters ... anlässlich eines informellen Hofbesuches
vom 10. Februar 2011):
Nicht bewilligt sei Folgendes:
59A-B: 4 Pferdeboxen mit Auslauf 59A-C: 9 Pferdeboxen mit Auslauf 59A: 9 zusätzliche Pferdeboxen 59A-A: 7 Pferdeboxen mit Auslauf 59A-F: Umnutzung der Führanlage zum Aussenstall Kälberauslauf
Die Mindestabstandsberechnungen basierten auf den Berechnungen des ANU,
berücksichtigten aber als Korrekturfaktor 3 statt richtig 1.0 nur 0.8, weswegen
die in der Beilage 10 und Beilage 11 zur Vernehmlassung von der Stadt
angegebenen Mindestabstände mit 1.25 multipliziert worden seien (S. 28 des
angefochtenen Entscheides). Die Gemeinde legte neue Berechnungen vor
(Beilagen 2a-2e), die auf den erwähnten Berechnungen des ANU basieren,
aber entsprechend korrigiert sind (Korrekturfaktor 3 richtig 1.0). Gemäss
bewilligten Zustands würden die beiden Parzellen nicht tangiert, gemäss
Angaben des Beschwerdeführers betreffend den durchschnittlichen Tierbestand
2003-2011 werde Parzelle 329 bei der Einzelbetrachtung beim Gebäude 59A-C
unbedeutend tangiert, beim Tierbestand gemäss den Angaben des
Beschwerdeführers im Planungsbeschwerdeverfahren werde Parzelle 329 nur
bei der Einzelbetrachtung der Emissionsquelle beim Gebäude 59A-C
unbedeutend tangiert, bei der durchschnittlichen Belegung laut
Beschwerdebeilage 8 des Beschwerdeführers würden beide Parzellen nicht
tangiert, beim maximal möglichen Bestand laut Beschwerdebeilage 8 des
Beschwerdeführers werde Parzelle 329 marginal tangiert.
Mit Entscheid des früheren AfU (heute ANU) vom 5. Oktober 1992 seien
insgesamt 30 GVE mit entsprechendem Mindestabstand von 23.5 m als
Ausnahme gegenüber dem bereits überbauten Gebiet bewilligt worden. Die 30-
prozentige Erhöhung habe mit einer im Voraus bewilligten Erhöhung des
Bestandes nichts zu tun. Hierzu könne auf S. 14 des angefochtenen
Entscheides verwiesen werden.
Vom Grundstück des Beschwerdeführers seien folglich keine rechtserheblichen
Einwirkungen auf die eingezonten Grundstücke zu befürchten. Anders wäre es
nur, wenn die Umnutzung der Führanlage durch Richterspruch nachträglich
bewilligt werden müsste.
9. Ebenfalls am 21. November 2011 beantragte die Regierung die Abweisung der
Beschwerde.
Der Ausgang dieses Verfahrens stehe und falle mit der Frage der Zulässigkeit
der bereits vorgenommenen Umnutzung des Innenhofs der Pferdeführanlage
zur Kälberhaltung (33 Mastkälber). Könnte diese Umnutzung zum Ist-Zustand
geschlagen werden, würde gegenüber einem grossen Teil des neu eingezonten
Landes der FAT-Mindestabstand nicht einhalten, was bedeutete, dass die neue
Wohnzone in Gutheissung der Beschwerde kaum genehmigt werden könnte.
Andernfalls sei die neue Wohnzone praktisch zu 100 % FAT-konform. Die
Führanlageumnutzung könne klarerweise nicht zum legalen Ist-Zustand
geschlagen werden (keine Bewilligung, keine Möglichkeit der nachträglichen
Bewilligung wegen der gesetzlichen Planungszone seit 9. November 2010).
Zudem könne die Umnutzung auch nachträglich nicht bewilligt werden, weil sie
gegenüber den bereits rechtskräftigen Bauzonen im Nordwesten des Betriebs
die erforderlichen FAT-Abstände bei weitem nicht einhalte. Jegliche
weitergehende Entwicklung des Betriebs - wie zum Beispiel eben die
Umnutzung der Führanlage - sei materiell nicht zulässig. Diesbezüglich werde
auf die Stellungnahme des ANU vom 18. November 2011 verwiesen, welche
integrierenden Bestandteil der Vernehmlassung bilde. Daraus ergebe sich, dass
an sich der ursprünglich bewilligte Stall saniert werden müsste; umso weniger
sei eine weitere Aufstockung des Betriebs zulässig.
10. In seiner Stellungnahme vom 18. November 2011 hatte das ANU zunächst auf
seine Stellungnahme im Planungsbeschwerdeverfahren vom 6. Juni 2011
verwiesen.
Der Stall 59A-B sei als Stall bewilligt worden, da er bei einem Mindestabstand
von 23.4 m zu bewohnten Zonen die vorsorglichen Emissionsbegrenzungen
nach LRV einhalte. Ursprünglich seien in diesem Stall 30 Kühe gehalten
worden, damals habe somit eine "Luftbelastung-Reserve" von 5.4 m bestanden.
Der Abstand sei somit um 5.4 m zu gross gewesen. In der Zwischenzeit sei der
Stall aber umgenutzt worden. Zudem werde der Mindestabstand heute gemäss
FAT-Bericht 476/1995 und nicht mehr nach FAT-Bericht 350/1988 ermittelt.
Wenn der Stall aus diesem Grund den Mindestabstand von 23.4 m zu
bewohnten Zonen nicht mehr einhalten könne, sei er sanierungspflichtig.
Das frühere AfU habe in seiner Bewilligung von 1992 zum Ausdruck gebracht,
dass der Stall, sofern der Mindestabstand von 23.4 m zu bewohnten Zonen
eingehalten würde, auch noch bei einer Belegung mit 39 GVE die vorsorgliche
Emissionsbegrenzung einhielte. Dies bedeute aber nicht, dass die
Baubewilligung für einen Stall für 39 GVE erteilt worden sei. Die Erhöhung des
Mindestabstandes um 30% habe vielmehr eine Art Reserve an zulässiger
Luftbelastung dargestellt, beispielsweise für eine spätere bauliche Erweiterung
oder für eine Umnutzung. Sowohl für eine bauliche Erweiterung als auch für
eine Umnutzung müsse jedoch erneut ein Bewilligungsverfahren durchgeführt
werden. Die Erhöhung des Mindestabstandes habe weiter eine gewisse
Reserve für den Fall dargestellt, dass nach dem Bau des Stalls die Vorschriften
der LRV bzw. die in Anhang 2 Ziff. 512 LRV erwähnten FAT-Richtlinien
verschärft würden.
Bei der Berechnung der Mindestabstände durch das ANU (Beilage 10 zur
Vernehmlassung der Gemeinde im Planungsbeschwerdeverfahren) sei so
vorgegangen worden, dass für die Einzelbetrachtung der Mindestabstand nach
geltender Praxis im Kanton Graubünden von den zu den Parzellen 329 und
2444 nächstgelegenen Emissionsquellen (rote Punkte) aus ermittelt worden sei.
Für die Ermittlung mit gegenseitiger Beeinflussung der Stelle sei der Mittelpunkt
des Stalls bzw. des Gebäudeteils, in welchen sich die Pferde befänden (blaue
Punkte) als Immissionsquelle betrachtet worden, ab welcher der
Mindestabstand einzuhalten sei. Dieses Vorgehen entspreche dem FAT-Bericht
476/1995 (Abbildungen 6 und 7 auf Seite 11). Aufgrund von BGU 1C 306/2010
sei es korrekt, denn FAT-Bericht 476/2005 anzuwenden, da die Revision des
Berichts noch immer hängig sei. Die Mindestabstandsberechnung für den
bewilligten Zustand (Beilage 10 der Gemeinde im
Planungsbeschwerdeverfahren) zeige, dass die Mindestabstände (mit 1.25
multipliziert) gegenüber den Parzellen 329 und 2444 gut eingehalten würden.
Wenn für die Ermittlung der Mindestabstände mit gegenseitiger Beeinflussung
ebenfalls die nächstgelegenen Emissionspunkte berücksichtigt würden (rote
Punkte), würden etwas grössere Mindestabstände (Mitbeeinflussung)
resultieren, weil der Abstand zwischen den roten Punkten mit etwa 77 m kleiner
sei als der Abstand zwischen den blauen Punkten, der 85 m betrage. Das ANU
habe eine entsprechende Berechnung der Mindestabstände (Mitbeeinflussung)
durchgeführt. In diesem Fall würden Mindestabstände (Mitbeeinflussung)
resultieren, die von den roten Punkten aus eingehalten werden müssten: Stall 1
(59A-A und 59 A-B): 29.4 m (statt 28.4 m), multipliziert mit 1.25 = 36.8 m.
Stall 2 (59A-C): 26 m (statt 24.8 m), multipliziert mit 1.25 = 32.5 m.
Selbst wenn also die gleichen Messpunkte (rote Punkte) für die
Einzelfallbetrachtung und die Betrachtung mit gegenseitiger Beeinflussung
verwendet würden, werden beim bewilligten Zustand die Mindestabstände
gegenüber den einzuzonenden Parzellen eingehalten.
11. Am 11. Januar 2012 hielt der Beschwerdeführer replicando an seinen Anträgen
fest.
Der rechtmässige Vorbestand beinhalte alle zur Zeit ihrer Errichtung materiell
rechtmässigen Bauten und Anlagen. Zudem bestünden die beanstandeten
Teilnutzungen grösstenteils seit Jahrzehnten. Zwischendurch hätten immer
wieder Bewilligungsverfahren stattgefunden, weswegen die Baubehörden
immer über die praktizierten Nutzungen orientiert gewesen seien. Wäre zudem
die Stadt der Ansicht, Bauten und Anlagen auf Parzelle 328 seien
bewilligungspflichtig, hätte sie entsprechende Verfahren durchführen müssen.
Die Baubehörde müsse beweisen, dass eine unzulässige Baute, Anlage oder
Nutzung bestehe, nicht der Beschwerdeführer das Gegenteil. Im Einzelnen
verhalte es sich wie folgt:
59A-B: Die von der Stadt als nicht bewilligt bezeichneten 4 Pferdeboxen
befänden sich nicht im orange markierten Teil von Beilage 1 der Gemeinde im
Verfahren R 11 80, sondern im Bereich des 1992 bewilligten Gebäudes. Im
orange markierten Bereich sei 1999 eine Fressplatte und die Überdachung
derselben in Ergänzung des 1991/1992 bewilligten Grossviehstalls bewilligt
worden. 2001 seien die teilweise im Freien liegenden überdachten Liegeplätze
und die überdachte Krippe zu 4 Liegeboxen für Pferde umgebaut worden.
Anstelle der bewilligten möglichen 19 GVE würden heute nur noch 2.8 GVE (4
Pferde) im entsprechenden Bereich untergebracht.
59A-C: Im Rahmen des Baugesuchs für die Reithalle sei ein Bereich für
Unterstand/Pferdeboxen mit Auslauf eingegeben worden. Der Einbau der
Pferdeboxen sei damals grundsätzlich bewilligt und es sei ausdrücklich
festgehalten worden, dass beim Einbau der Boxen der Nachweis der Einhaltung
der Gewässerschutzvorschriften erbracht werden müsste. Als diese Boxen
2000 gebaut worden seien, hätten sich die entsprechenden Vorschriften
geändert gehabt. Der Anschluss der Boxen an eine Güllengrube sei seither
nicht mehr vorgeschrieben. In gewässerschutzrechtlicher Hinsicht seien
deshalb keine zusätzlichen Anpassungen mehr notwendig gewesen. Somit
habe der Beschwerdeführer von der Mitbewilligung des Einbaus der
Pferdeboxen ausgehen können. Dies sei auch bis zum vorliegenden Verfahren
die Auffassung der Stadt gewesen. Die damals durchgeführte FAT-Berechnung
sei auf der Basis von 14 Pferden (Summe der im Jahr 2000 in der Halle [9
Boxen] und im Jahr 2005 im Anbau [5 Boxen]) erstellt worden und entspreche
der Zahl der heute in der Reithalle vorhandenen Boxen.
59A: Das sei der alte Vieh- und Pferdestall von 1912. Er sei beim Bau von Stall
59 A-B bezüglich der Rindviehhaltung ersetzt worden. Bis zum Bau des Stalles
59 A-B seien im alten Stall 59A 18 Kühe im Anbindesystem und 6 Pferde
ebenfalls im Anbindesystem untergebracht gewesen. 1995 habe man die
Stellplätze in Boxen unterteilt. Die maximale Belegung von 20.1 GVE (18 Kühe
und 6 Pferde) sei auf die heutige Belegung von 6.3 GVE, d.h. 9 Pferde,
verringert worden. Gemäss Schätzung von 1993 sei früher dort sogar ein
Schweinestall von über 80 m2 untergebracht gewesen.
59A-A: Dieser Stall sei 1975 umgebaut und anfangs der Achtzigerjahre an die
Tierhaltevorschriften angepasst worden. In der Schätzung vom 13. November
1975 sei er ausdrücklich als Pferdestall mit 19 Plätzen entsprechend 15 GVE
bezeichnet worden. Ursprünglich seien darin 10 Pferde und 15 Stück Jungvieh
im Anbindesystem untergebracht gewesen. Diese Flächen seien durch den
Einbau von Zwischenwänden in Boxen unterteilt worden. Die Anzahl der heute
dort untergebrachten Pferde entspreche 4.9 GVE. Auch in den Schätzungen
von 1981 und 1993 sei der Stall immer als Pferdestall bezeichnet worden. Die
heutige Pferdehaltung dort sei offensichtlich rechtmässig vorbestanden.
Gebäudeteil E (59A-F): Dabei handle es sich um die Umnutzung des
Innenraums der Führanlage zu einem Kälberstall. Diese Umnutzung sei erfolgt,
bevor die Einzonungsabsichten bekannt geworden seien und sei damals
materiell rechtmässig und somit bewilligungsfähig gewesen. Die Nutzung sei
damals wie heute zonenkonform und halte gegenüber der damals geltenden
Zonenordnung die Mindestabstände zur Bauzone ein.
Soweit dem Beschwerdeführer unterstellt werde, dass er in Kenntnis der
rechtlichen und tatsächlichen Situation einzig für die Umnutzung der
Führanlage ein nachträgliches Gesuch stelle, sei zu bemerken, dass er sich im
Einvernehmen mit der Fachstelle des ... auf den Standpunkt stelle, die übrigen
Umnutzungen bewegten sich im Rahmen des Bewilligten und seien somit nicht
bewilligungspflichtig.
Der Plan Beilage 1 der Gemeinde und die entsprechenden Vorhalte seien
erstmals in der Vernehmlassung im Beschwerdeverfahren R 11 38 vorgebracht
worden. Ein diesbezügliches Verfahren habe die Stadt bisher nicht eingeleitet.
Die Berücksichtigung der übrigen Stallungen bei der Berechnung der FAT-
Abstände sei im Rahmen der Ortsplanungsrevision nie zur Diskussion
gestanden. Deswegen habe der Beschwerdeführer davon ausgehen können,
diese Einrichtungen gälten als bewilligt. Nur der Standort für die Kälber sei bei
der Berechnung der FAT-Abstände von der Stadt nicht berücksichtigt worden.
Dies zeige, dass die Stadt keine Zweifel an der Rechtmässigkeit der
entsprechenden Nutzung gehabt habe. Die anlässlich der Einzonung zu
prüfenden gegenüberstehenden Interessen seien umfassend zu ermitteln. Dies
bedinge auch Abklärungen vor Ort. Es sei bekannt, dass auf dem Betrieb
bereits vor der Errichtung der anerkannten 5 Pferdeboxen 2005 Pferde gehalten
worden seien. Früher habe der Vater des Beschwerdeführers mit Pferden
gehandelt und habe nach der Betriebsübergabe an den Sohn 1994 noch einige
Zeit selber 11 Pensionspferde auf dem ... betreut. Darauf habe er die Behörde
anlässlich der Zonenplanrevision 1995/1997 hingewiesen.
Schon 1987 habe für Parzelle 329 und 2444 eine Einzonung zur Diskussion
gestanden. Damals seien diese der Landwirtschaftszone zugewiesen worden,
im Gegensatz zu den Parzellen oberhalb der ... welche dem Reservebaugebiet
zugewiesen worden seien. Es sei davon auszugehen, dass insbesondere
Überlegungen betreffend den Erhalt des Betriebs des Beschwerdeführers zur
definitiven Zuweisung dieser Parzellen zur Landwirtschaftszone geführt hätten.
Es werde nicht begründet, weswegen die Einzonung der beiden Parzellen in
überwiegendem öffentlichem Interesse sei. Es werde nicht dargetan, weswegen
der angestrebte Schutz von Siedlungsräumen im Weichbild von ... nur mittels
Realersatz möglich sei und keine anderen Möglichkeiten bestünden. Nur in
einem der drei betroffenen Bereiche der Kernzone werde zudem Realersatz
angeboten und dies ausgerechnet in unmittelbarer Nachbarschaft der
Liegenschaften von ... Es müsste nachgewiesen sein, dass dies in
überwiegendem öffentlichen Interesse sei und insbesondere, dass der
Realersatz tatsächlich genau durch Einzonung dieser beiden Parzellen realisiert
habe werden können. Dieser Nachweis sei bis heute nicht erfolgt.
Die mit der Beschwerdeantwort der Stadt eingereichten Berechnungen würden
nicht entsprechend der heute geltenden Richtlinien und Praxis vorgenommen.
Bei mehreren Stallungen sei der Mindestabstand, welcher sich aufgrund der
gegenseitigen Beeinflussungen der Stallungen ergebe, ab einem Punkt im
Zentrum der Stallungen zu messen. Gemäss Gutachten des SBV sei dieser
Punkt der Auslauf des Rindviehbestandes. Die neu eingereichten
Berechnungen gälten als bestritten, weil die Kurve mit gegenseitiger
Beeinflussung ab dem Zentrum des Stalles eingezeichnet werde. Diese
Messung sei tatsachenwidrig und bewirke eine Verschiebung des
Mindestabstandes weg von den einzuzonenden Parzellen. An einer Expertise
werde festgehalten.
12. Am 23. Januar 2012 (Poststempel) hielt die Regierung duplicando an ihren
Rechtsbegehren fest.
Die Replik enthalte keine entscheidrelevanten neuen Aspekte und sei teilweise
nicht nachvollziehbar. Die Kernfrage sei, ob die bereits vorgenommene
Umnutzung des Innenhofs der Pferdeführanlage zur Haltung von 33 Kälbern zur
Mast zum legalen betrieblichen Ist-Zustand geschlagen werden könne. Dies sei
nicht der Fall. Deswegen sei die neue Wohnzone zu praktisch 100 % FAT-
konform und somit genehmigungsfähig.
13. Am 6. Februar 2012 hielt auch die Stadt duplicando an ihren Anträgen fest.
Das ANU habe die ... berechnet. Dies entspreche der ortsüblichen Praxis und
davon sei nicht abzuweichen (keine Expertise nötig).
Der Einzonung der zwei Parzellen 329 und 2444 stehe nur die illegale
Umnutzung der Führanlage entgegen. Alle anderen, nicht bewilligten Umbauten
und Umnutzungen wirkten sich nur gegenüber eingezontem und bereits
überbautem Bauland im Norden aus. Dies sei nicht Gegenstand des
vorliegenden Verfahrens. Ob diese Umnutzungen schlussendlich materiell
rechtmässig seien oder nicht, werde ein Verfahren ergeben, dass losgelöst vom
vorliegenden Fall auf kommunaler Ebene einzuleiten und durchzuführen sei.
14. Am 21. Februar 2012 hielt der Beschwerdeführer noch fest, dass sich die
Frage, ob die FAT-Abstände eingehalten seien, nicht allein auf die Frage
betreffend der Umnutzung der Führanlage für Pferdehaltung beziehe. Bei
richtiger Anwendung der FAT-Grundsätze seien die Mindestabstände selbst
dann nicht eingehalten, wenn die formell nicht bewilligte Umnutzung der
Führanlage nicht berücksichtigt werde.
Es stelle sich zudem die Frage, ob nicht schon allein der Betrieb der bewilligten
Führanlage für Pferde einer entsprechenden Einzonung entgegenstehe. Die
Anlage sei pro Tag während rund 14 Stunden im Betrieb und mit 3-6 Pferden
belegt. Damit handle es sich bei der Führanlage eigentlich um eine Baute, die
bei der Berechnung ebenfalls berücksichtigt werden müsse.
Man habe sich mit der tatsächlichen Situation auf dem Hof nicht
auseinandergesetzt. Sowohl die mit dem Bau der Reithalle (59A-C) bewilligten
Pferdeboxen als auch die Pferdeboxen im Pferdestall 59A-A seien näher als 40
m zu den einzuzonenden Parzellen. Darauf habe der Beschwerdeführer die
Stadt sofort nach Bekanntwerden ihrer diesbezüglichen planerischer Absichten
hingewiesen.
15. Am 1. März 2012 verzichtete die Stadt auf eine Vernehmlassung und am 5.
März 2012 auch die Regierung auf eine weitere Stellungnahme dazu.
16. Am 6. März 2012 edierte die Regierung auf Begehren des Instruktionsrichters
die - interne - Stellungnahme des ANU vom 6. Juni 2011 zur
Planungsbeschwerde gegen die Revision der Ortsplanung von ... Diese wurde
dem Beschwerdeführer und der Stadt am 7. März 2012 zur Kenntnis zugestellt.
Am 19. März 2012 beantragte der Beschwerdeführer, der angefochtene
Entscheid sei aufzuheben und die Sache zur neuen Beurteilung unter
Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Regierung zurückzuweisen.
Eventualiter sei ihm eine Frist zu einer Stellungnahme zum neu eingereichten
Aktenstück bis zum 28. März 2012 einzuräumen. Die Fristerstreckung wurde
dem Beschwerdeführer gewährt.
17. Am 28. März 2012 beantragte der Beschwerdeführer wiederum, der
angefochtene Entscheid sei aufzuheben und an die Vorinstanz
zurückzuweisen. Die Vorinstanz sei anzuweisen, das Verfahren auszusetzen,
bis in einem von der Stadt im Sinne von Art. 94 KRG durchgeführten förmlichen
Verfahren der rechtmässige Zustand bestimmt sei (auf die schon in den
Rechtsschriften enthaltene Begründung zu diesem Antrag im Schreiben vom
28. März 2012 wird in der Folge nicht mehr eingegangen).
Weil die Regierung die Stellungnahme des ANU vom 6. Juni 2011 ihm nicht
unterbreitet habe, habe sie das rechtliche Gehör verletzt. Dies sei ein
erheblicher Verstoss, womit eine Heilung ausgeschlossen sei. Die
Stellungnahme des ANU sei ab Seite 8 praktisch wörtlich in den angefochtenen
Entscheid übernommen worden. Das ANU habe sich für seinen Bericht auf
eigene Sachverhaltsabklärungen gestützt, zu welchen die Parteien keine
Stellung hätten nehmen können. Insbesondere sei aufgrund eigener
Erhebungen der durchschnittliche Tierbestand festgestellt worden und diese
Feststellung in den angefochtenen Entscheid übernommen worden. Dies wäre
dem Beschwerdeführer zwingend zur Stellungnahme zu unterbreiten gewesen,
insbesondere auch weil die Feststellung falsch gewesen sei.
Die Stellungnahme des ANU enthalte wesentliche Unsicherheiten bezüglich der
Frage, welche Stallungen bei der Berechnung der Abstandsvorschriften zu
berücksichtigen seien. Eine Beurteilung der Einhaltung der Mindestabstände
hätte nicht erfolgen dürfen, solange die Schlussfolgerungen in Bezug auf den
bewilligten Zustand hätten relativiert werden müssen.
18. Am 20. April 2012 hielt die Regierung fest, dass die Stellungnahme des ANU
vom 6. Juni 2011 einzig und allein dem internen Meinungsbildungsprozess der
Regierung gedient habe. Sie sei nur für den internen Gebrauch der Regierung
bestimmt gewesen. Sie sei im angefochtenen Entscheid über weite Strecken
praktisch unverändert zum Gegenstand der Erwägungen im angefochtenen
Beschluss erhoben worden. Angesichts der fachtechnisch komplexen
Fragestellungen im vorliegenden Fall habe sich vorliegend ein solches
Vorgehen anerboten respektive aufgedrängt. Die Stellungnahme sei praktisch
wörtlich im angefochtenen Entscheid wiedergegeben worden und der
Beschwerdeführer habe gestützt darauf seine Eingabe ans Gericht angefertigt.
Deswegen laufe die jetzige Eingabe des Beschwerdeführers im Ergebnis auf
eine zweite verwaltungsgerichtliche Beschwerde hinaus. Gäbe man seinem
Antrag auf Zurückweisung statt, könnte der Beschwerdeführer zum dritten Mal
zur Argumentationskette der Regierung Stellung nehmen.
Verwaltungsinterne Aktenstücke würden vom Anspruch auf Akteneinsicht nicht
erfasst.
19. Am 2. Mai 2012 verzichtete die Stadt innert verlängerter Frist und unter
Verweisung auf die Stellungnahme der Regierung vom 20. April 2012 auf eine
Stellungnahme. Sie reichte noch die offiziellen Angaben zur koordinierten
landwirtschaftlichen Betriebsdatenerhebung für 2010 ein. Danach habe damals
der Rindviehbestand 63 Stück (durchschnittlicher Bestand) betragen.
20. Am 29. Juni 2012 führte das Verwaltungsgericht (5. Kammer) einen
Augenschein durch, an dem der Beschwerdeführer persönlich – im zweiten Teil
der Begehung auf dem ... zusammen mit seiner Familie – in Begleitung seines
Rechtsanwaltes anwesend war. Von Seiten der Stadtgemeinde waren der
Stadtpräsident, der Chef des Bauamtes und deren Rechtsvertreter zugegen.
Weiter waren noch ein Vertreter der Regierung bzw. des Amtes für
Raumentwicklung (ARE) und eine Vertreterin des Amtes für Natur- und Umwelt
(ANU) präsent. Allen Anwesenden wurde dabei an vier verschiedenen
Standorten (1. Im ...; 2. Auf der Anhöhe bei den Parz. 329 und 2444 – nahe
Parz. 328 des Beschwerdeführers; 3. und 4. Auf dem Hofareal von Parz. 328
(Aussenansicht und Stall-/Gebäudeinnenansicht, inklusive „Führanlage“
[Pferderundlauf]) die Gelegenheit geboten, sich auch noch mündlich vor Ort zur
Streitsache zu äussern (vgl. Protokoll). Im Verlaufe der Begehung wurden
seitens des Gerichts noch insgesamt 30 Farbfotos (im Format A4) von den
jeweiligen Örtlichkeiten bzw. den dort aufgehängten Zonen-, Generellen
Gestaltungs- und „Immissionsplänen“ erstellt und zu den Akten genommen. Zu
Beginn der Begehung gab der Stadtpräsident vor dem Rathaus ein Papier
betreffend Ablauf des Augenscheins an alle Anwesenden ab. Im .... (Stao 1)
wurden Ausführungen zur Entstehungsgeschichte und zur raumplanerischen
Strategie der Stadtgemeinde betreffend bestehende und zukünftige
Bodennutzung (Zoneneinteilungen mit Nutzungskonzentrationen an den
„Quartierrändern“, Erschliessungsproblematik usw.) gemacht (vgl. Fotos 1-5).
Auf der Anhöhe bei den Parz. 329 und 2444 mit Blick auf das darunterliegende
Pferdehofareal des Beschwerdeführers (Parz. 328) wurden Ausführungen zur
Entstehung und Entwicklung der einzelnen Pferdeställe und der übrigen
Nutzbauten auf dem Hof (Stao 2: Fotos 1-4 einschliesslich der Parz. 329/2444
Fotos 5-6) sowie – anhand der dort aufgehängten Hofeinteilungs- und
„Immissionspläne“; Fotos 7-12 – weitere sachdienliche Angaben durch das
ANU bezüglich der allenfalls zu erwartenden Geruchsimmissionen aus den
Pferdestallbauten anhand der FAT-Richtlinien (inkl. Führanlage, die heute
zusätzlich in der Mitte als gedeckter Kälbertierhaltungsstall verwendet wird) auf
die Umgebung gemacht. Schliesslich erfolgte noch eine eigentliche
Hofbegehung (aussen mit Stao 3: vgl. Fotos 1-3, 6-7, 10-11; innen mit Stao 4:
vgl. Fotos 1-4, 8-9 inkl. Bilder zur „Führanlage“ = Bewegungsrundlauf für
Pferde).
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und Fachleute (ARE/ANU) anlässlich
des Augenscheins sowie in den Rechtsschriften und fachinternen
Stellungnahmen wird, soweit für die Streitentscheidung von Bedeutung, im
Rahmen der nachfolgenden Erwägungen noch näher eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. a) Anfechtungsobjekt bildet der Planungsentscheid vom 5./6. Juli 2011, worin die
Regierung (Beschwerdegegnerin 1 bzw. Vorinstanz) die Beschwerde vom 20.
Dezember 2010 des Beschwerdeführers (Eigentümer Parzelle 328 in der
Landwirtschaftszone) gegen die Genehmigung der Umzonung der beiden
östlich davon gelegenen Nachbarparzellen 329 und 2444 (von der
Landwirtschaftszone in die Wohnzone W1) abwies und damit zugleich die
durchgeführte Ortsplanungsrevision der betroffenen Stadt
(Beschwerdegegnerin 2) auch in diesem Punkt bestätigte.
Beschwerdegegenstand sind dabei in formeller Hinsicht die Rüge der
Verletzung des rechtlichen Gehörs (Einsehbarkeit in verwaltungsinterne
Dokumente) und in materieller Hinsicht insbesondere die Geeignetheit und die
Rechtmässigkeit der vorgenommenen Umzonung (Parz. 329/2444) unter
Berücksichtigung der bestehenden landwirtschaftlichen Hofnutzung (Parz. 328)
als Pferdeausbildungs- und Pferdepensionsstätte mit erweiterter
Nutztierhaltung.
b) In seiner Beschwerde verlangte der Beschwerdeführer dementsprechend
konkret die Aufhebung des vorinstanzlichen Planungsentscheides und die
Belassung der Nachbarparzellen 329 und 2444 in der Landwirtschaftszone;
eventuell die Rückweisung der Sache zur korrekten Neubeurteilung.
2. a) Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung
(BV) umfasst das Recht auf Akteneinsicht (BGE 132 II 494 E. 3). Dieses
Einsichtsrecht erstreckt sich grundsätzlich auf alle Akten und Dokumente, die
geeignet sind, Grundlage für die spätere Entscheidung zu bilden, d.h.
entscheidrelevant sind oder sein könnten. Art. 29 Abs. 2 BV vermittelt allerdings
keinen Anspruch auf Einsicht in verwaltungsinterne Akten. Als solche gelten
Unterlagen, denen für die Behandlung eines Falles kein Beweischarakter
zukommt, welche vielmehr ausschliesslich der verwaltungsinternen
Meinungsbildung dienen und somit für den verwaltungsinternen Gebrauch
bestimmt sind (z.B. Entwürfe, Anträge, Notizen, Mitberichte, Hilfsbelege usw.).
Mit dem Ausschluss des Einsichtsrechts in diese Akten soll verhindert werden,
dass die interne Meinungsbildung der Verwaltung über die entscheidenden
Aktenstücke und die erlassenen begründeten Verfügungen hinaus vollständig
vor der Öffentlichkeit ausgebreitet wird (BGE 125 II 473 E. 4a; BG-Urteile
1C_388/2009 vom 17. Februar 2010 E. 5.2, 2C_814/2010 vom 23. September
2011 E. 3.3 sowie 2P.87/2006 vom 14. Februar 2007 E. 2.2).
b) Der Beschwerdeführer rügt zunächst, dass ihm der Bericht des Amtes für Natur
und Umwelt (ANU) vom 6. Juni 2011 von der Regierung vorenthalten worden
sei. Bei jenem ANU-Bericht handelte es sich indessen um ein
verwaltungsinternes Dokument, das die Regierung zur Entscheidfindung
benötigte, weil verwaltungsintern lediglich das ANU als Fachinstanz über die
entsprechenden Kenntnisse verfügt. Nach dem eingangs unter Erwägung 2.a)
Gesagten besteht nach herrschender Rechtsprechung aber gerade kein Recht
auf Einsicht in verwaltungsinterne Akten bzw. Hilfsmittel. Zudem sind die vom
Beschwerdeführer erwähnten, vom ANU für die Erstellung des Berichts vom 6.
Juni 2011 gemachten Sachverhaltsfeststellung vorliegend gar nicht
entscheidrelevant. Der durchschnittliche Tierbestand spielt nämlich keine Rolle
und es trifft nicht zu, dass Unsicherheiten bezüglich der einzubeziehenden
Stallungen geherrscht hätten. Überdies haben nach den Beilagen 11 und 12
(mit detaillierten Berechnungen von Mindestabständen für die
Tierhaltungsanlagen auf dem „...“, Parz. 328, mit Plan/Karte der Emmissions-
Quellen – Rote Kreise „für Einzelbetrachtung“ und blaue Kreise „mit
Beeinflussung“) der Stadt im Planungsbeschwerdeverfahren die zusätzlichen
Messungen des ANU klarerweise ergeben, dass die FAT-Abstände laut den
Richtlinien Nr. 476/1995 gegenüber den etwas erhöht auf einem eigenen
Wieslandplateau gelegenen Nachbarparz. 329 und 2444 selbst dann
eingehalten wären, wenn auf die Selbstangaben des Beschwerdeführers
betreffend Tierbestand abgestellt würde. Das rechtliche Gehör wurde
vorliegend durch die Vorinstanz nicht verletzt. Selbst wenn dieses aber verletzt
worden wäre, wäre die – nicht schwerwiegende, weil keine relevanten Punkte
betreffende – Verletzung des Gehörsanspruchs durch die spätere Einräumung
der Gelegenheit zur Stellungnahme im vorliegenden Verfahren (mit doppeltem
Schriftenwechsel und gerichtlichem Augenschein vor Ort) sicherlich geheilt
worden.
c) Der Beschwerdeführer rügte zudem noch, dass die Vorinstanz das ihr
zustehende volle Überprüfungsrecht nicht genügend ausgeübt habe, weil sie
den Sachverhalt in wesentlichen Beschwerdepunkten nicht vollständig
festgestellt habe und deshalb die Interessenabwägung auch nicht korrekt habe
vornehmen können. Zu diesen Vorwürfen gilt es klarzustellen, dass die
Darstellung des Beschwerdeführers vorab falsch ist, dass die zwei ältesten
Gebäude 59A und 59A-A bei der Berechnung der FAT-Abstände nicht
berücksichtigt worden seien. Der Einbezug dieser beiden Gebäudekomplexe
war für die Ermittlung jener Mindestabstände vielmehr gar nicht nötig, da dort
keine bewilligten Bauten oder Umnutzungen vorlagen, die tatsächlich hätten
berücksichtigt werden müssen. Im Übrigen haben auch die zusätzlichen
Berechnungen des ANU (vgl. oben Erwägung 2.b; Beilagen 11 und 12 sowie
die anlässlich des Augenscheins erstellten Planfotos am Standort 2 [Fotos 8-10]
betreffend „Immissionsradius“ ab Parz. 328) gezeigt, dass selbst bei
Berücksichtigung dieser zwei Ökonomiegebäude die Abstände überall
gegenüber den Nachbarparz. 329/2444 problemlos eingehalten wären. Wie der
erwähnte Augenschein aber ebenso deutlich gezeigt hat, könnten die FAT-
Mindestabstände nur in einem einzigen Fall bei weitem nicht eingehalten
werden; dann nämlich, falls die „Führanlage“ (59A-F) im Innenhof zusätzlich
permanent als „Kälberstall“ verwendet würde (vgl. Planfotos am Standort 2
[Fotos 11-12]; mit rot markierter Fläche auf Parz. 329 [je nach Messpunkt
überwiegend bzw. zu 2/3 zu nahe] und auf Parz. 2444 [je nach Eckwert zur
Hälfte bzw. noch zu 1/3 zu nahe]).
d) Was das Argument der ungenügenden Sachverhaltsabklärung betreffend schon
bewilligte oder eben nicht bewilligte Bauten bzw. Bauteile oder Anlagen
respektive Anlagenteile angeht, kann der Beschwerdeführer nichts daraus
ableiten, weil sich alle zumindest formell nicht bewilligten Bauten und Anlagen –
wie im Materiellen noch zu zeigen sein wird – nicht auf die Eignung der
Einzonung der Nachbarparz. 329 und 2444 auswirken. Die Einholung einer
Expertise zu diesem Vorwurf erweist sich deshalb hier als nicht nötig. Das
rechtliche Gehör ist diesbezüglich ebenfalls nicht verletzt.
e) Die Behauptung, im Gebäude 59A-B sei von 39 GVE auszugehen, ist eine
Rechtsfrage, welche – unter Verweis auf die im angefochtenen Entscheid
bereits enthaltende Begründung (vgl. S. 14) – abschlägig zu entscheiden ist.
Diese Frage spielt unter dem Aspekt des rechtlichen Gehörs somit ebenso
keine Rolle.
f) Die zusätzlich erhobene Rüge, die Regierung habe sich anlässlich der Prüfung
der Einzonung (Parz. 329/2444) nicht mit den Entwicklungsmöglichkeiten des
Hofbetriebs (auf Parz. 328) auseinandergesetzt, stösst ins Leere. Die
Regierung musste sich damit nämlich gar nicht beschäftigen, da es hier
lediglich darum geht, ob der betreffenden Einzonung umweltschutzrechtliche
Gründe entgegenstehen. Zur Beantwortung dieser Frage ist aber vom
bewilligten Ist-Zustand und nicht von den künftig denkbaren
Entwicklungsmöglichkeiten auszugehen.
g) Schliesslich spielt es aus verfahrensrechtlicher Sicht auch keine Rolle, ob im
Planungs- und Mitwirkungsbericht (PMB) der Stadt vom 10. November 2010
eine vollständige Interessens- und Güterabwägung vorgenommen wurde oder
nicht, da dies nicht die Aufgabe der Stadt im PMB war. Im zur Diskussion
stehenden Verfahrensstadium kommt es nur darauf an, ob die Regierung als
Genehmigungsbehörde eine ausreichende Güterabwägung der sich allenfalls
widersprechenden öffentlichen und privaten Interessen vorgenommen hat.
Diese Frage wird nachfolgend materiell zu klären sein.
3. a) Nach Art. 15 des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG) umfassen
Bauzonen Land, das sich für die Überbauung eignet und weitgehend überbaut
ist oder voraussichtlich innert 15 Jahren benötigt und erschlossen wird.
Hinderungsgründe, die gegen eine Eignung als Bauland sprechen, können
faktischer oder rechtlicher Natur sein. Vorliegend stellt sich in materieller
Hinsicht vorab die Frage, ob sich die beiden Parz. 329/2444 aufgrund ihrer
Nähe zum Hofbetrieb des Beschwerdeführers (Parz. 328) überhaupt zur
Überbauung eignen. Als Hürde könnten sich dabei die Geruchsemissionen
erweisen, die insbesondere von der Nutztierhaltung im Innenbereich der
Führanlage 59A-F (als Kälberstall) ausgehen. Das Bundesgericht hat sich
verschiedene Male mit der Geruchsproblematik beim Bau bzw. Ausbau von
Tierhaltungsanlagen beschäftigt. Beim Betrieb des Beschwerdeführers handelt
es sich um eine stationäre Anlage im Sinne von Art. 2 Abs. 1 der Luftreinhalte-
Verordnung (LRV) des Bundes vom 16. Dezember 1985. Dieser Hofbetrieb
erzeugt u.a. Geruchs-Emissionen. Die vom ihm ausgehenden Emissionen sind
zunächst grundsätzlich so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich
möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist (Art. 11 Abs. 2 des
Umweltschutzgesetzes vom 7. Oktober 1983 [USG]). Neue stationäre Anlagen
müssen – gleich wie neu erweitert genutzte Hofanlagen - so ausgerüstet und
betrieben werden, dass sie die im Anhang 1 LRV und allenfalls die in den
Anhängen 2 bis 4 LRV festgelegten Emissionsbegrenzungen einhalten (Art. 3
LRV). Emissionen, für welche die Luftreinhalte-Verordnung keine
Emissionsbegrenzung festlegt oder eine bestimmte Begrenzung als nicht
anwendbar erklärt, sind von der zuständigen Behörde so weit zu begrenzen, als
dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist (Art. 4 Abs.
1 LRV). Für Tierhaltungsanlagen (wie z.B. Kälberställe oder Pferdeboxen)
gelten die speziellen Anforderungen nach Anhang 2 Ziff. 512 LRV (Art. 3 Abs. 2
lit. a LRV). Bei der Errichtung wie auch beim Betrieb solcher Anlagen müssen
die nach den anerkannten Regeln der Tierhaltung erforderlichen
Mindestabstände zu bewohnten Zonen eingehalten werden. Als solche gelten
laut Anhang 2 Ziff. 512 Abs. 1 LRV insbesondere die nach den Empfehlungen
der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Betriebswirtschaft und Landtechnik
(FAT; neu bezeichnet als Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon
[ART]) berechneten Abstände. Die FAT-Richtlinien befassen sich mit der
vorsorglichen Emissionsbegrenzung, dienen aber auch als Hilfsmittel zur
Beurteilung, ob die Tierhaltungsanlage übermässige Immissionen verursacht
(BGE 133 II 379 E. 6.1, 126 II 45 E. 4a; BG-Urteil 1A.58/2001 vom 12.
November 2001 E. 2d, in: URP 2002 S. 97 ff. E. 2d). Der Mindestabstand wird
in einem dreistufigen Verfahren berechnet. In einem ersten Schritt wird die
Geruchsbelastung nach der jeweiligen Tierart bestimmt. Danach wird basierend
auf dieser Geruchsbelastung der Normabstand errechnet. Schliesslich wird der
so ermittelte Normabstand durch Einflussfaktoren des Haltungssystems, der
Lüftung, des Standortes und der Geruchsreduktion im Bereich der Stallluft noch
korrigiert und auf diese Weise der effektive Mindestabstand festgelegt.
Gegenüber bewohnten Zonen, welche neben der Wohnnutzung mässig
störende Gewerbebetriebe zulassen, kann der Mindestabstand schliesslich um
weitere 30 Prozent herabgesetzt werden (vgl. FAT-Bericht Nr. 476/1995, Ziff.
2.1-2.3; BG-Urteil 1C_306/2010 vom 2. Dezember 2010 E. 3.1 und 3.2).
b) Zunächst gilt es hier festzuhalten, dass die Ausführungen des
Beschwerdeführers zu angeblichen Vertrauensgrundlagen (so die
Bewilligungen für den Viehstall 1992 und die spätere Schaffung der
Pferdeausbildungs- und Pferdepensionszone) für die Erhaltung und
Weiterentwicklung des Hofbetriebs (Parz. 328) sachlich sehr weit hergeholt
sind. Die jetzige Einzonung (Parz. 329/2444) bedeutet nämlich keineswegs,
dass der bisherige Hofbetrieb – soweit korrekt bewilligt – nicht erhalten bzw.
nicht weiter fortgesetzt werden kann. Eine vom Beschwerdeführer behauptete
Schmälerung der hofinternen Betriebsabläufe findet nicht statt. Gleichermassen
verhält es sich mit dessen Argument, die kritisierte Einzonung widerspreche
zudem dem Leitbild und den Planungszielen der Stadt hinsichtlich
Landwirtschaft, Pferdehaltung und Pferdezucht. Wie dazu anlässlich des
gerichtlichen Augenscheins vom 29. Juni 2012 am Standort 1 (im ...) noch
bestätigt wurde, verfolgt die Stadt – unter Berücksichtigung ihrer gesamten
Entstehungsgesichte - sehr wohl eine vernünftige und umsichtige
Raumplanung, die sicherlich nicht auf eine Benachteiligung einzelner
Berufsgruppen schliessen lässt (vgl. Protokoll S. 2; Stao 1 – Planfotos 1-5).
c) Zum Argument, es sei eine blosse Behauptung, dass die Aus- oder
Rückzonung im Bereich der Kernzone einzig mit der Einzonung der zwei Parz.
329/2444 habe realisiert werden können, kann uneingeschränkt auf Ziff. 2 im
angefochtenen Entscheid verwiesen werden. Dort wurde bereits begründet,
weshalb der Umgang mit den kernnahen Siedlungsräumen und die getroffene
Lösung in einem grossen öffentlichen Interesse – welches im Übrigen das
private Interesse des Beschwerdeführers an der Nichteinzonung der zwei Parz.
329/2444 bei weitem überwiegt – sind. Auch wurde dort schon erläutert, wieso
die angestrebte Freihaltung die erforderlichen Auszonungen nicht zu 100%
durch Aufzonungen in unmittelbarer Nachbarschaft an den Rändern der
Siedlungsräume möglich gewesen ist. Es wurde dazu plausibel ausgeführt,
dass ohne die vorliegende Neueinzonung diejenigen Grundeigentümer - deren
Auszonungen nicht durch Aufzonungen in unmittelbarer Nachbarschaft habe
kompensiert werden können – auch nicht mit Realersatz hätten befriedigt
werden können. Mit grossem Aufwand habe eine vertragliche Lösung mit dem
Eigentümer der beiden Parz. 329/2444 gefunden werden können. Die vom
Beschwerdeführer ins Spiel gebrachten Ersatzgrundstücke (z.B. Parz. 1793)
kämen für Kompensationsvereinbarungen bereits wegen ihrer peripheren Lage
nicht in Frage. Die zwei fraglichen Parz. 329/2444 gehörten dagegen wegen
ihrer zentrumsnahen Lage viel eher schon zum weitgehend überbauten Gebiet
als die vom Beschwerdeführer genannten Ersatzgrundstücke. Diese
Ausführungen im angefochtenen Entscheid der Regierung vermögen
vollumfänglich zu überzeugen. Sie konnten anlässlich der Begehung vom 29.
Juni 2012 vor Ort auch noch vom Gericht selbst auf ihre Richtigkeit verifiziert
und somit aus eigener Wahrnehmung bestätigt werden (vgl.
Augenscheinprotokoll S. 4; Stao 1 – Planfoto 5).
d) Zur Hauptsache rügte der Beschwerdeführer aber in materieller Hinsicht einen
Verstoss gegen die umweltschutzrechtlichen Vorschriften, welcher die beiden
Parz. 329/2444 für die Einzonung als Wohngebiet ungeeignet machten. Die von
der Vorinstanz genehmigte Ortsplanungsrevision sei deshalb rechtswidrig und
diesbezüglich wieder aufzuheben. Nach Art. 3 Abs. 2 lit. a LRV in Verbindung
mit Anhang 2 zur Luftreinhalte-Verordnung Ziff. 512 müssen bei der Errichtung
von Anlagen die nach den anerkannten Regeln der Tierhaltung erforderlichen
Mindestabstände zu bewohnten Zonen eingehalten werden. Als solche
Erwägungen gelten insbesondere die Empfehlungen der ART (früher FAT; vgl.
dazu bereits vorne Ziff. 3.a). Die FAT-Richtlinien können dabei auch
herangezogen werden, um zu beurteilen, ob bei einer Neueinzonung auch die
von einer benachbarten, bereits bestehenden Tierhaltungsanlage stammenden
Geruchsbelästigungen allenfalls gegen die Eignung der einzuzonenden
Parzellen als Bauzone sprechen könnten (a.a.o. BGU 1C_306/2010 E. 3.3). Die
Umweltschutzgesetzgebung im Bereich Luft enthält keine Grundlage, um im
Rahmen einer Nutzungsplanung die Einzonung neuer Bauzonen wegen
übermässiger Geruchsbelästigung zu verbieten. Vorliegend ist zumindest im
Grundsatz unbestritten, dass auf die Frage – ob sich die beiden Parz. 329/2444
als Wohnzone eignen – die massgeblichen FAT-Richtlinien Nr. 476/1995
anzuwenden sind und gestützt darauf das aus dem Hofbetrieb (Parz. 328) zu
erwartende „Geruchs-/Störpotential“ zu ermitteln sein wird.
e) Laut Art. 86 Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden
(KRG) dürfen Bauten und Anlagen (Bauvorhaben) nur mit schriftlicher
Baubewilligung der kommunalen Baubehörde errichtet, geändert, abgebrochen
oder in ihrem Zweck geändert werden. Bauten und Anlagen ausserhalb der
Bauzonen (BAB) erfordern neben der Baubewilligung eine kantonale
Bewilligung (BAB-Bewilligung nach Art. 87 Abs. 1 KRG). Der Beschwerdeführer
beruft sich betreffend die von Stadt und Regierung als „nichtbewilligt“
bezeichneten Bauten und Anlagen sowie Umnutzungen auf deren
Bewilligungsfähigkeit, behauptet also nicht einmal, die besagten Bauten,
Anlagen und Umnutzungen seien bewilligt. Sind diese aber nicht bewilligt,
hätten sie baupolizeilich auch nicht erstellt bzw. begründet werden dürfen.
Folglich können sie für die Frage, ob die zwei Parz. 329/2444 für Wohnzwecke
geeignet sind, zum vorneherein gar keine Rolle spielen. Hinzu kommt, dass sie
spätestens seit dem 9. November 2010 überhaupt nicht mehr bewilligt hätten
werden können, falls sie der neuen Zonenplanung gemäss Art. 48 Abs. 6 KRG
(Wirkung einer kommunalen Planungszone für Beschlüsse betreffend
Erlass/Änderung der Grundordnung bis zur Genehmigung der Vorlage durch
Regierung) widersprächen. Dieser Vorbehalt gilt vorliegend im Besonderen für
die neu auch als Kälberstall genutzte Führanlage im Innenbereich der
überdachten Baute 59A-F.
f) Der Beschwerdeführer beruft sich für die Berechnung der einzuhaltenden
Mindestabstände ab seinem Hof auf das Gutachten des Schweizerischen
Bauernverbandes (SBV) vom 22. Oktober 2010 (vgl. S. 12 ff., Ziff. 5 samt
Schlussfolgerungen auf S. 15, Ziff. 6). Dieses Gutachten kommt im Ergebnis
zum Schluss, dass der Emissionspunkt von „Stall 2“ (laut Definition SBV)
gemessene Mindestabstand 61 m betrage und deshalb rund die Hälfte von
Parz. 329 und einen Teil von Parz. 2444 beschlage (vgl. Abbildung [mit den
grafisch dargestellten Hüllkurven] auf S. 13, unten). Unter der Bezeichnung
„Stall 2“ im Gutachten des SBV sind die Gebäude 59A-B und 59A-F zu
verstehen. Dieses Gutachten berücksichtigt also auch die Führanlage mit
unbestritten nicht bewilligter Stallung für die Kälbermast. Bereits aus diesem
Grunde kann auf dieses Gutachten nicht abgestellt werden, da diese Baute
bzw. Anlage nicht zum Ist-Zustand auf Parz. 328 geschlagen werden kann. Für
die Bemessung der Mindestabstände gegenüber den beiden Parz. 329/2444 ist
deshalb auf die Messungen des ANU im Bericht vom 6. Juni 2011 (vgl.
Beilagen 10, 11 und 12; bereits erwähnt vorne unter Ziff. 2.b) abzustellen. Das
ANU hat zunächst schon im Planungsbeschwerdeverfahren detaillierte
Berechnungen angestellt. Die dort ermittelten Mindestabstände sind noch mit
dem Faktor 1.25 zu multiplizieren, weil als Korrekturfaktor 3 statt richtig 1.0 nur
0.8 berücksichtigt worden ist (vgl. dazu insbesondere Bericht ANU vom 6. Juni
2011, Ziff. 6).
In Beilage 10 beträgt der Mindestabstand bei Einzelbetrachtung von Stall 1
somit richtig 29.3 m (23.4 m x 1.25). Der Mindestabstand bei Einzelbetrachtung
von Stall 2 beträgt recte 23.25 m (18.6 m x 1.25). Bei Stall 1 beträgt der
Mindestabstand mit Beeinflussung 35.5 m (28.4 m x 1.25). Bei Stall 2 beträgt
der Mindestabstand mit Beeinflussung 31 m (24.8 m x 1.25). Sämtliche
Mindestabstände sind damit gegenüber den Parz. 329/ 2444 problemlos
eingehalten. Bei diesen Werten handelt es sich um die einzig massgebende
Berechnung, da nur sie die Abstandsvorschriften für die bereits bewilligten
Bauten, Anlagen und Nutzungen wiedergibt.
In den Beilagen 11 und 12 hat das ANU diejenigen Mindestabstände ermittelt,
welche aufgrund des durchschnittlichen Tierbestandes sowie der
Selbstangaben des Beschwerdeführers zu den genauen Tierbeständen in
seiner Planungsbeschwerde gemacht wurden. Die Resultate sind für beide
Berechnungen gleich (vgl. Bericht ANU vom 6. Juni 2011, S. 9 oben). Mit der
entsprechenden Korrektur ergeben sich für die Ställe 1, 2 und 3
Mindestabstände bei Einzelbetrachtung von 22.25 m (17.8 m x 1.25). Bei den
Mindestabständen mit Beeinflussung ergibt sich bei Stall 1 eine weitere Distanz
von 49 m (39.2 m x 1.25), bei Stall 2 von 38.12 m (30.5 m x 1.25) und bei Stall
3 von 45.62 m (36.5 m x 1.25). Einzig die Mindestabstände bei
Einzelbetrachtung und mit Beeinflussung ab Stall 2 tangieren die Parz. 329
leicht, die Parz. 2444 jedoch überhaupt nicht (vgl. Einzeichnung mit Bleistift in
Beilage 11 der Stadt im Planungsverfahren). Sogar diese Mindestabstände –
auf die im konkreten Fall gar nicht zurückgegriffen werden muss – sind somit
weitgehend eingehalten.
g) Der Beschwerdeführer machte überdies noch geltend, es sei nicht konsequent,
dass die Mindestabstände mit Beeinflussung nicht auch von den „roten“
Punkten (nächstgelegene Punkte zu den beiden einzuzonenden Parz.
329/2444) gemessen worden seien. Dies verfälsche das Bild. Dazu ist
festzuhalten, dass die Festsetzung der Bemessungspunkte (für die Berechnung
des Mindestabstandes mit Beeinflussung) mit dem FAT-Bericht Nr. 476/1995
(vgl. dazu illustrativ Abbildungen 6 und 7 S. 11) vereinbar ist. Das ANU hat
indessen für den bewilligten Zustand, auf den es hier einzig und allein
ankommt, auch noch eine Berechnung gemacht, wenn für die Ermittlung der
Mindestabstände von den roten Punkten gemäss Beilage 10 der Stadt im
Planungsbeschwerdeverfahren ausgegangen würde (vgl. Stellungnahme ANU
vom 18. November 2011, S, 3 oben). Auch diese Mindestabstände, welche für
Stall 1 hiernach 36.8 m und für Stall 2 noch 32.5 m betragen, halten die
Mindestabstände zu den zwei Nachbarparzellen 329/2444 ohne Probleme ein.
Dabei ist völlig unmassgeblich, dass die Abstände gegenüber den bereits
eingezonten Wohngebieten zum Teil gar nicht eingehalten sind. Diese Tatsache
spielt für die Rechtsfrage der Eignung der Parz. 329/2444 als Wohngebiet
nämlich keine Rolle. Im Übrigen wurde mit dem früheren Bauentscheid von
1992/1993 betreffend den Stall 59A-B keine 30% Erhöhung des
Mindestabstands bewilligt (vgl. S. 14 des angefochtenen Entscheids).
h) Die Ausführungen des Beschwerdeführers in seiner Replik vom 11. Januar
2012 betreffend die angebliche Nichtbewilligungspflicht oder
Bewilligungsfähigkeit der betreffenden Bauten, Anlagen und Umnutzungen
gehören nicht hierher, sondern in das Parallelverfahren R 11 38.
i) In der Vernehmlassung vom 21. November 2011 hat die Stadt aufgezählt, was
ihrer Ansicht nach noch nicht bewilligt ist. In der Duplik vom 6. Februar 2012 hat
sie zudem nochmals festgehalten, dass der Einzonung der zwei Parz. 329/2444
nur die illegale Umnutzung der Führanlage entgegenstehe. Die anderen, nicht
bewilligten Umbauten und Umnutzungen wirkten sich nur gegenüber
eingezontem und bereits überbautem Bauland im Norden aus, was aber nicht
(mehr) Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilde. Bei dieser eigenen
Feststellung darf die Stadt im Rahmen eines späteren
Baubewilligungsverfahrens wohl behaftet werden, wobei es indessen nicht zu
vergessen gilt, dass das im BAB-Verfahren kantonal zuständige ARE nicht an
diese Beurteilung der Stadt gebunden ist.
j) In seiner letzten Eingabe vom 21. Februar 2012 stellte der Beschwerdeführer
noch Überlegungen dazu an, ob die „Führanlage“ als solche denn auch bereits
als Anlage im Sinne der Luftreinhalte-Verordnung (LRV) gelte. Die
Bestimmungen des Anhangs 2 zur LRV sind für Anlagen der bäuerlichen
Tierhaltung und Intensivtierhaltung aufgestellt worden und somit auf solche
Betriebe anwendbar. Eine Führanlage (hier: während rund 14 Stunden pro Tag
als kreisförmiger Bewegungsplatz für Pferde genutzt) ist für sich allein
betrachtet wohl noch nicht als Anlage der Tierhaltung zu betrachten; anders
verhält es sich aber natürlich bezüglich des faktisch offensichtlich und
unbestritten auch noch permanent als „Kälberaufzuchts-stall“ genutzten
Innenbereiches der genannten, überdachten Führanlage. Eine solch erweiterte
Nutzung fällt klar ebenfalls unter die LRV-Vorgaben.
4. a) Der angefochtene Planungsentscheid vom 5./6. Juli 2011 ist demzufolge in
jeder Beziehung rechtens und verhältnismässig, was zur Abweisung der
Beschwerde vom 8. September 2011 führt. An der genehmigten Umzonung der
beiden Parzellen 329 und 2444 von der Landwirtschaftszone in die Wohnzone
W1 gibt es im Resultat folglich nichts zu korrigieren.
b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf Art.
73 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRG) vollumfänglich dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen. Eine aussergerichtliche Parteientschädigung
steht indessen gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG weder der Beschwerdegegnerin 1
(Regierung/Vorinstanz) noch der Beschwerdegegnerin 2 (Stadt) zu, da diese
nur in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegten.