Decision ID: e54c73e6-0d35-4248-bcc5-a5a70d51e63d
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1956 geborene und als Reinigungsmitarbeiterin im Stundenlohn teilzeitlich erwerbstätig gewesene
X._
meldete sich am 24. November 2012 unter Hinweis auf psychische Beschwerden bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/1).
Nachdem die Ver
waltung
mit Verfügung vom 11. November 2013 den Anspruch der Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung
verneint hatte
(Urk.
7/25
)
, wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 19. März 2014 die Sache
in Aufhebung der an
gefochtenen Verfügung an
diese
zurück, damit sie die Abklärungen des medizi
nischen Sachverhalts vervollständige und hernach, allenfalls nach einer Abklä
rung der Einschränkung im Haushaltsbereich, über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin erneut entscheide
(Prozess Nr. IV
.2013.01140,
Urk. 7/36). Darauf
hin holte die IV-Stelle aktuelle Auskünfte der behandelnden Ärzte
Dres
.
Z._
, Facharzt für Innere Medizin,
sowie
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neurologie,
ein
(Urk. 7/43-44)
. Weiter
beauftragte
sie
Dr. med. und
Dr.
sc.
nat. ETH
B._
, Fachärztin für Innere Medizin, speziell Rheumaerkrankungen
, sowie Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
mit einer
bidisziplinären
Abklärung (internistisch-rheumatolo
gisches Gu
tachten vom 22. August 2015,
Urk. 7/56
/1-
50
,
und psychiatrisches Gut
achten mit interdisziplinärer Zusammenfassung vom 28. August 2015
,
Urk. 7/58
/1-12
). Nach Durchführung des
Vorbescheidsverfahrens
(Urk. 7/64 ff.) wies die IV-Stelle mit V
erfügung vom 25
.
Januar 2016
das Leistungsbegehren der Versicherten erneut ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 9. Februar 2016 Beschwerde mit dem
Rechts
begehren
um Zusprechung einer angemessenen befristeten Rente, eventualiter um Vornahme weiterer Abklärungen (Urk. 1 S. 2)
. Mit Beschwerdeantwort vom 16. März 2016 schloss die Verwaltung auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), worüber die Beschwerdeführerin am 22. März 2016 orientiert wurde (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Sie kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemes
sung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in wel
chem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Art. 7
Abs.
2 ATSG ist sinngemäss anwendbar (Art. 28a
Abs.
2 IVG in Verbindung mit Art. 8
Abs.
3 ATSG; spezifische Methode; statt vieler BGE 130 V 97 E. 3.3.1). Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Versicherten gelten insbesondere die übliche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnüt
zige und künstlerische Tätigkeiten (Art. 27 IVV).
1.
5
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
ben
bereich tätig, so wird die Inva
lidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Be
trieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufga
benbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ent
sprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
derem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerb
lichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode be
stimmt sich
die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufga
benbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die
Gesamt
i
nvalidität
aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und ge
wich
teten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.
6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
7
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem
sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des
strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S.
188 E.
2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Un
tersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Ex
perte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E.
5.1; 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S.
30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
4.
Aufl.
2003
, S.
24 f.).
2.
Die Beschwerdegegnerin verneint den Leistungsanspruch der Beschwerdefüh
rerin mit der Begründung, dass
gemäss dem eingeholten
bidisziplinären
Gutach
ten
kein langandauernder Gesun
dheitsschaden ausgewiesen sei.
D
enn
aus somatischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für
eine leichte bis mittelschwere
Tätigkeit und aus psychiatrischer Sich
t
hätten gut be
handelbare Befunde vorgelegen, welche heute
auf die Arbeitsfähigkeit
keinen Einfluss
mehr
hätten (Urk. 2 S. 2).
Demgegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, dass
die
vom Gutachter Dr.
C._
attestierte
100%ige Arbeitsunfähigkeit
beinahe zwei
Jahre
gedauert habe
und anschliessend für weitere
zwölf
Monate eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe
. Weiter seien auch die Einschränkungen im Haushalt gemäss dem von Dr.
B._
be
schriebenen Zumutbarkeitsprofil
zu berücksichtigen
(Urk. 2 S. 3).
3.
3.1
Der die Beschwerdeführerin seit 25. September 2012 behandelnde Psychiater
Dr.
A._
stellte
im Bericht vom 20. Dezember 2012 (Urk. 7/10)
die Diagnose einer
seit Ende Juni 2012
bestehenden m
ittel-
s
chwergradigen
depressiven Epi
sode. Daneben diagnostizierte er Rückenschmerzen. Weiter führte er aus, die depressive Störung habe nach dem Tod des Cousins der Beschwerdeführerin am 25. Juni 2012 begonnen. Es bestehe ein depressives Syndrom mit Verlangsa
mung, Weinneigung und ausgeprägter Reduktion der Vitalgefühle. Unter Fort
setzung der Therapie sei eine Besserung der depressiven Symptome zu erwarten. Die Krankschreibung erfolge durch den Hausarzt. Eine Wiederaufnahme der Er
werbstätigkeit sei noch nicht sicher absehbar.
3.2
Der Hausarzt
Dr.
Z._
stellte im Bericht vom 31. Dezember 2012 (Urk. 7/14
/1
5
)
in Anlehnung an eine erste Beurteilung von Dr.
A._
im Therapiebericht vom 5. Oktober 2012 (Urk. 7/14/6-8)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21) seit 25. Juni 2012
-
DD depressive Störung ausgelöst durch familiären Trauerfall
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom linksbetont, intermittierend sensibles Reizsyndrom L5 bei flacher linkslateraler Diskushernie L4/5 (CT LWS 5.12.2002) seit 1999
-
Chronisches
cervikovertebrales
Syndrom
Keine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
mass er sodann einer a
rterielle
n
Hy
pertonie
bei. Dr.
Z._
berichtete weiter, seit dem Todesfall am 25. Juni 2012
sei die Beschwerdeführerin apathisch und depressiv. Sie fühle sich schwach, sitze
nur herum, verlasse die Wohnung nicht mehr, kümmere sich nicht mehr um die Hausarbeit und gehe nicht mehr in die Physiotherapie. Infolge der
aus
ge
spro
chene
n
depressive
n
Verstimmung mit Antriebslosigkeit
sei sie
seit 26. Juni 2012
zu 100 % arbeitsunfähig.
3.3
Im Bericht vom
31. Mai 2013 (Urk. 7/20
/
1-5
) stellte Dr.
Z._
folgende Diag
nosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Mittelgradig
e
bis schwere depressive Episode seit 25. Juni 2012
-
ausgelöst durch familiären Trauerfall
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom linksbetont, intermittierend sensibles Reizsyndrom L5 bei flacher linkslateraler Diskushernie L4/5 (CT LWS 5.12.2002) seit 1999
-
Chronisches
cervikovertebrales
Syndrom
Daneben bestünden eine a
rterielle Hypertonie
sowie ein
Vitamin B12-Mangel
. Im Übrigen wiederholte der Hausarzt seine früheren Angaben.
3.4
Im Verlaufsbericht vom
17. Juni 2013 (Urk. 7/21) stellte Dr.
A._
die
Diag
nose einer
schwergradige
n
depressive
n
Episode
. Zwar zeige sich eine
leichte Stimmungsbesserung
, jedoch bestünden weiterhin eine
ausgeprägte Antriebs
störung
sowie
deutliche Schlafstörungen
.
Die Beschwerdeführerin lehne eine stationäre psychiatrische Behandlung weiterhin ab.
Eine Erwerbstätigkeit sei aktuell nicht möglich. Ein Ende der Erwerbsunfähigkeit sei nicht abzuschätzen.
3.5
Nachdem das hiesige Gericht mit
Urteil vom 19. März 2014 (Prozess
Nr. IV.2013.01140) die Sache an die
Beschwerdegegnerin
zur weiteren Abklä
rung des medizinischen Sachverhaltes und allenfalls zur Abklärung der Ein
schränkung im Haushaltsbereich zurückgewiesen hatte, holte die
se
aktuelle Auskünfte der behandelnden Ärzte bei.
Dr.
A._
diagnostizierte
im Bericht vom 19. Juni 2014 (Urk. 7/43)
wieder eine
m
ittel- bis
schwergradige
depressive Episode
sowie ein chronisches lumbales Schmerzsyndrom
.
Die S
chlafstörung sei unter
Mirtazapin
etwas besser gewor
den. Die kognitive Verhaltenstherapie sei durch die fehlenden Deutsch-Kennt
nisse erschwert. In den letzten Wochen zeichne sich eine geringe weitere Besserung der depressiven Symptomatik ab. Auffällig jedoch sei das Persistieren einer kognitiven Einschränkung auch in den Phasen mit etwas besserer Stimmung. In Anbetracht der Länge der depressiven Symptomatik, einschliess
lich der kognitiven Symptome und der somatischen Beschwerden erscheine die Prognose bezüglich des Wiedererreichens der Arbeitsfähigkeit weniger gut.
Seit
Behandlungsbeginn
am 25. September
2012 sei die Beschwerdeführerin zu 100 %
arbeitsunfähig.
3.6
Von der gleichen psychiatrischen Diagnose ging auch
Dr.
Z._
im Bericht
vom 20. Juni 2014 (Urk. 7/44
/1-5
)
aus. Daneben diagnostizierte er ein c
hronisches
lumboradikuläres
Reizsyndrom L4 und L5 bei Diskushernie L4/5 links,
Facetten
gelenksarthrose
sowie ein c
hronisches
cervicovertebrales
Syndrom
. Als Diag
nosen ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfä
higkeit führte er sodann eine a
rterielle Hypertonie
sowie ein
en
Vitamin B12-Mangel
auf.
Weiter führte der Hausarzt aus, durch die regelmässige psychiatrische Behand
lung sei es zu einer teilweisen Besserung der depressiven Symptomatik gekom
men. Die Beschwerdeführerin verlasse jetzt auch ohne Begleitung die Wohnung. An den Haushaltsarbeiten beteilige sie sich kaum
. Die gegenwärtige Behandlung bestehe in monatlichen Konsultationen bei Dr.
A._
und ihm. Als
Reinigungs
angestellte
mit einem Pensum von 5 Stunden pro Tag sei die Beschwerdeführe
rin vom 26. Juni 2012 bis 30. Mai 2014 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Ab 1. Juni 2014 sei sie zu 50 % arbeitsfähig.
3.7
3.7
.1
I
n der interdisziplinären Zusammenfassung vom
28. August 2015 (Urk. 7/58 S. 10 ff.) stellten die Gutachter
Dres
.
B._
und
C._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 10):
1.
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21), gegen
wärtig weitgehend remittiert
2.
Verminderte Belastbarkeit und Beschwerden der LWS
bei linksbetontem
medio
dorsalem
Bandscheibenprolaps L4/
L5 mit Kontakt zu den
Nervenwur
zeln
L4 links und L5 links, bildgebend seit Jahren im Wesentlichen unverän
dert, CT 12/2002 gegenüber CT 04/2014 und CT 08/2015, kein Nachweis einer lum
ba
len
Instabilität (funktionelles Röntgen 08/2015), ohne
radikuläre
Zeichen
Kein
en
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
massen die Gutachter dagegen folgen
den weiteren Diagnosen bei:
1.
Ausgedehnte chronische Schmerzen
2.
Adipositas Grad l (BMI 34.1 kg/m
2
)
3.
Arterielle Hypertonie mit medikamentöser Therapie
4.
Hypercholesterinämie (5.6 mmol/l
)
Aus psychiatrisch-rheumatologischer Sicht wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 26. Juni 2012 bis 30. Mai 2014 sowie von 50 % vom 1. Juni 2014 bis Ende Juni 2015 attestiert. Ab Juli 2015 sei
die Beschwerdeführerin
für eine den körperlichen Leiden angepasste Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig.
In der an
gestammten Tätigkeit sei sie für
leichte Reinigungsarbeiten mit Hantieren von Lasten bis zu 12,5 kg
w
eiter zu
100
% arbeitsfähig
(Urk. 7/58 S. 10).
3.
7
.
2
Dr.
B._
führte
im internistisch-rheumatologischen Gutachten vom 22. August 2015 (Urk. 7/56/1-
50
)
aus,
die Beschwerdeführerin habe über all
sei
tige
Schmerzen
geklagt
. Die
se
bestünden Tag und Nacht.
Die Beschwerdefüh
rerin
habe keine Kraft
,
und
Mühe zu schlafen. Wegen ihren
Beschwerden könne sie weder
a
rbeiten noch den Haushalt besorgen. Sie liege immer.
Alles werde von ihrer Schwiegertochter gemacht, die im selben Mehrfamilienhaus auf dem
selben Stockwerk wohne. Sie esse meistens in der Wohnung des Sohnes
(
S. 23).
I
n der klinischen
Untersuchung
fielen laut Gutachterin
Diskrepanzen auf. Bei Ablenkung verschwinde das intermittierende Schmerzstöhnen und der intermit
tierend hinkende Gang normalisiere sich.
Bei der direkten Prüfung der Beweg
lichkeit der Halswirbelsäule und des linken Schultergelenks zeige die Beschwer
deführerin deutliche Einschränkungen. Unter Ablenkung bewege sie die
Hals
wirbelsäule
und das linke Schultergelenk normal. In der
Dolorimetrie
seien alle 18 Tender Points pathologisch sowie alle acht Kontrollpunkte. Dies entspreche einem
pathologischen
Dolorimetrie
-Befund im Sinne einer Schmerzausweitung
. Trotz der Adipositas sei eine grosse Muskelmasse von 42 % vorhanden, welche den Normwert von 40 % sogar übertreffe. Eine langandauernde körperliche Sch
o
nung, wie sie die Beschwerdeführerin berichte, könne aus der vorhandenen
Muskelmasse nicht abgeleitet werden
. Die Röntgenuntersuchungen beider Hände
(08/2015
[Bericht des Spitals
D._
vom 17. August 2015, Urk. 7/56/39-40]
) sowie der Halswirbelsäule (11/2005
und 08/2015
[Bericht
e
des Spitals
D._
v
om 30. November
2005, Urk. 7/14/16,
sowie vom
17. August
2015, Urk. 7/56/39-40
]
)
hätten altersentsprechende Befunde gezeigt.
In Kenntnis der klinischen und bildgebenden Befunde der Hände und der Halswirbelsäule stelle sie keine Diagnose in diesen Bereichen.
Die erstmals durchgeführte funktionelle
Röntgenuntersuchung der Lendenwirbelsäule (08/2015
[Bericht des Spitals
D._
vom 17. August 2015, Urk. 7/56/39-40]
) habe keine Instabilität ergeben.
Die von
Dr. med.
E._
, Facharzt für Rheumatologie, 01/2003 postulierte lumbale Instabilität
[vgl. den vom Vertreter Dr. med.
F._
, Facharzt für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, unterzeichneten Bericht vom 8. Januar 2003,
Urk. 7/14/11-12]
sei daher nicht vorhanden.
Die
computer
tomographische
Unter
suchung der Lendenwirbelsäule (08/2015
[Bericht des Spitals
D._
vom
17. August 2015, Urk. 7/56/39-40]
) habe einen
mediodor
salen
linksbetonten Band
s
cheiben-Prolaps L4/L5 mit Kontakt zu den
Nerven
wurzeln
L4 links und L5 links gezeigt.
B
ildgebend sei der Befund gegenüber den beiden vorange
gang
enen computertomographischen Untersuchungen (12/2002 und 04/2014
[Bericht
e
des Spitals
D._
vom 6. Dezember 2002, Urk. 7/14/10, beziehungsweise
24. April
2014, Urk. 7/44/6]
) im Wesentlichen unverändert. Der bildgebende Be
fund der Lendenwirbelsäule sei nicht besonders gravierend. Um der Explorandin
jedoch nicht Unrecht zu tun, führe sie (die Gutachterin) diesen Befund dennoch unter den Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit auf, obwohl dies durchaus diskutiert werden könne
(S. 32
)
.
Sodann berichtete Dr.
B._
, d
ie ausgedehnte Blutuntersuchung habe keine Eisenmangel-Anämie mehr gezeigt.
Die drei geprüften Medikamente seien im Blut nachweisbar gewesen. Zusammenfassen
d
bestünden bei der Beschwerde
führerin strukturelle Veränderungen im Bereich der Lendenwirbelsäule, die ihre Leistungsfähigkeit einschränkten. Die vorhandenen Befunde erklärten das Aus
mass der Beschwerden nicht. Bei der Prüfung des
Lasègues
mit Schmerzangaben ab 40° rechts und 30° links nach spontaner Einnahme des Langsitzes auf der Untersuchungsliege
habe
wohl
eine Verdeutlichungstendenz bestanden
. Diskre
pant
zum normalen Handeinsatz bei der Untersuchung sei die gezeigte maxi
male Handkraft von beidseits we
niger als 10 % der Norm
. Bei der Messung habe sicher eine Selbstlimitierung bestanden (S. 3
3
).
Schliesslich kam die Rheumatologin zum Schluss, dass d
ie Beschwerd
eführerin eine angepasste, die Lendenwirbelsäule schonende Tätigkeit ohn
e Hantieren von
Lasten über 12,
5 kg
zu 100 % ausüben
könne
. In einer
derart
angepassten Tätig
keit habe nie
eine langandauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden.
Ab Dezem
ber 2002 habe die Beschwerdeführerin keine d
ie Lendenwirbelsäule be
son
ders belastende
n
Tätigkeiten mehr ausüben können.
Der Befund an der
Lendenwir
belsäule
habe sich
seither (
bildgebend
)
nicht wesentlich verändert (S. 35).
Im Haushalt
bestünden keine Einschränkungen
, denn der Ehemann
helfe
bei den Aufgaben, welche die Lendenwirbelsäule besonders belasteten
(S. 37).
3.
7
.
3
Der psychiatrische Gutachter Dr.
C._
gab
im psychiatrischen Gutachten vom 28. August
2015 (Urk. 7/58
/1-12
)
an, die von der Beschwerdeführerin beschrie
bene und aktenmässig dokumentierte depressive Symptomatik sei auf einen Todesfall in der Familie zurückzuführen und damit initial einer verlängerten
Trauerreak
tion
und Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion nach ICD-10 zu
zuordnen. Die akte
n
mässig postulierte mittel- bis
schwergradige
de
pressive Symptomatik sei auch anlässlich der Exploration vom 15. Juli 2015 anamnes
tisch erhoben worden, weshalb der Beschwerdeführerin
aus Sicht des Referenten
eine vorübergehende 100 %
ige
Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer mittelschwe
ren bis schweren depressiven Symptomatik bestätigt werden könne. Die einge
leiteten therapeutischen Massnahmen hätten zu einer subjektiven Verbesserung des psychischen Zustandes geführt, was auch den Akten zu ent
nehmen sei. Der Beschwerdeführerin sei dementsprechend ab 1. Juni 2014 eine 50%ige Arbeits
unfähigkeit attestiert worden
(Bericht des Hausarztes Dr.
Z._
vom 20. Juni
2014, Urk. 7/44/1-5)
. Anlässlich der Exploration vom 15. Juli 2015
habe
sie nur noch eine leichte depressive Symptomatik ohne Einschränkungen der
psycho
kognitiven
Funktionen auf
gewiesen
, weshalb von einer weitgeh
en
den Remis
sion der depressiven Anpassungsstörung ausgegangen werden könne. Bei der Beschwerdeführerin seien keine Einschränkungen der mnestischen Funk
tionen, keine formalen oder inhaltlichen Denkstörungen, keine Störungen der affekti
ven Schwingungsfähigkeit, des Antriebs und der Psychomotorik fest
zustellen, weshalb ihr aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit mehr attestiert werden könne.
Die Beschwerdeführerin
könne sämt
liche Tätig
keiten ihrem Bildungsniveau entsprechend ohne Einschränkungen ausführen
. Für Tätigkeiten im Haushalt habe nie eine längere Arbeitsunfähigkeit bestanden
(S. 8
f.
).
4.
4.1
D
as
internistisch-rheumatologische
Gutachten von Dr.
B._
vom 22. August
2015
(Urk. 7/56/1-
50
)
entspricht den praxisgemässen Anforderun
gen an den Beweiswert einer Expertise vollumfänglich. So ist das Gutachten für die strei
tigen Belange umfassend, beantwortet es doch die Frage nach den ge
sund
heit
lichen Beeinträchtigungen und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin. Es
beruht sodann auf de
n notwendigen allseitigen Unter
suchungen in
internis
tisch-
rheumatologischer
Hinsicht und berücksich
tigt die geklagten Be
schwer
den. Die Gutachter
in schilderte
ausführlich die von der Beschwerdefüh
rerin erwähnten Leid
en und Einschränkungen und setz
te
sich detailliert damit auseinander. Die Expertise wurde sodann in Kenntnis der
Vorakten
abge
geben und sie leuchtet in der Da
rlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati
on ein. In diesem Sinne erschei
nen die Sc
hlussfolgerungen als begründet.
Insbesondere
würdigte
Dr.
B._
die Diskrepanz zwischen den diskreten orga
nisch nachweisbaren Beeinträchtigungen und den subjektiv geklagten
Be
schwerden sowie dem
unter Ablenkung
gezeigten
Verhalten. Sie verwies auf die
von ihr nach der klinischen Untersuchung
veranlassten bildgebenden
Abklä
rungen
von Hals- und Lendenwirbelsäule sowie beider Hände und
verglich die aktuellen Befunde mit den bei
den Akten liegenden
älteren
Bildgebungen und den
teilweise widersprüchlichen
Befunden der klinischen Untersuchung. Darauf gründen
die
nachvollziehbaren Schlussfolgerungen
der Gutachterin.
Darüber hinaus
ist festzustellen, dass
sich den medizinischen
Vorakten
keine
dauerhafte
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit infol
ge der körperlichen Be
schwer
den entnehmen
lässt
. Vielmehr
begründete der Hausarzt Dr.
Z._
die Krankschreibung ab Juni 2012 ausschliesslich
mit
der
depressiven Symptomatik
(
Berichte vom 31. Dezember
2012, 31. Mai
2013 und 20. Juni
2014;
Urk. 7/14/1-5
S. 3, Urk. 7/20/1-5 S. 3,
Urk. 7/44/1-5 S. 3
), woraus zu schliessen ist, dass die Beschwerdeführerin im Umfang der bisher ausgeübten Erwerbstä
tigkeit
infolge der körperlichen Beschwerden nie im relevanten Umfang einge
schränkt
war.
4.
2
4.2.1
Bei der Würdigung des psychiatrischen Gutachtens von Dr.
C._
vom 28. August 2015 (Urk. 7/58
/1-12
)
fallen mit Bezug auf die rückblickende Beur
teilung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin
Ungereimtheiten auf
.
4.2.2
So übernahm
Dr.
C._
auf S. 8 seines Gutachtens
für die Zeit vor
seiner
Begut
achtung die
auf der Diagnose einer mittel- bis
schwergradigen
de
pressiven Episode beruhende
Arbeitsfähigkeitseinschätzung der behandelnden
Ärzte
. Er attestierte somit ebenfalls eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 26. Juni
2012 bis 30. Mai 2014
und eine
50%ige Arbeitsfähigkeit vom 1. Juni 2014 bis Ende Juni 2015 (Urk. 7/58 S. 8).
S. 9
des Gutachtens
lässt sich in
dessen entneh
men
,
dass zwar
k
eine
e
igenständige depressive Störung bestätigt werden
k
ö
nn
e
,
jedoch
”
nicht auszuschliessen
”
sei
, dass die Beschwerdeführerin intermittierend unter einer mittelschweren bis schweren depressiven Sympto
matik im Rahmen einer Anpassungsstörung
ge
litt
en habe
.
Damit
schwächt
Dr.
C._
die
gerade
vorhin at
testierte
erhebliche
Einschränkung der Arbeits
fähigkeit
wesentlich und entscheidend ab
.
Auch
die Wahl des Wortes „intermittierend“
erweckt
erhebliche Zweifel
an der Zuverlässigkeit der gutachterli
chen Einschätzung einer
Einschränkung der Arbeits
fähigkeit
im Umfang von
50 %
bis
100 %
während der
ununter
broche
nen
in diesem Zusammenhang langen
Dauer von drei Jahren
.
Zusammengefasst
fehlt
es
somit an einer abschliessenden
und
rechtsgenüglichen
Stellungnahme
zur
Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin zwischen dem 26. Juni 2012 und Ende Juni 2015
.
Unbestrittenermassen
ist
eine
rückwirkende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit heik
el
,
insbesondere wenn
sich der Experte
allfällig gegen die
Meinung der
be
handelnden Ärzte stellen muss, welche die Arbeitsfähigkeit durch (
echtzeitli
che
) Zeugnisse festgelegt haben (vgl. dazu
H.
Fredenhagen
,
a.a.O
, S. 112).
Aus
serdem darf und soll
der Gutachter nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklar
heiten, welche ihm die Beantwortung der
gestellten
Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, deutlich machen.
Nicht
s
destotrotz muss das Gutachten in sich schlüssig sein und die Schlussfolgerungen des medizinischen Experten müssen prüfend nachvollzogen werden
können
(E. 1.7)
.
Dies
ist vorliegend nicht der Fall, be
steht doch ein
e
gewisse
Unvereinbarkeit
zwischen der vorbehaltslosen Attestie
rung einer erheblichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
für die
Zeit
vor der Begutachtung
und der
vorsichtigen
Annahme, dass
eine mittelschwere bis schwere depressive Symptomatik
nicht ausgeschlossen werden kann und darüber hinaus ledig
lich
intermittierend
bestanden
haben mag
.
Zu dieser Unge
reimtheit hat sich der Gutachter nicht geäussert.
4.2.3
Weiter
wirft auch die gestellte Diagnose einer Anpassungsstörung
mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21)
Fragen auf.
Denn gemäss den
Klassifikati
onskriterien
wird unter F43.21 ein leichter depressiver Zustand als Reaktion auf eine länger anhaltende Belastungssituation erfasst, der aber nicht länger als zwei Jahre dauert. Dauern die Symptome an, sieht die Richtlinie vor, dass die Diagnose in Übereinstimmung mit dem gegenwärtigen klinischen Bild geändert und die andauernden Belastungen unter Verwendung der Z
Kodierungen, Kapitel XXI der ICD-10, gekennzeichnet werden soll (
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10, Kapitel V
[
F
]
, Klinisch-diagnostische Leitlinien, 9. Aufl. 2014, S. 209 f.). Der Wechsel von der F-Kodierung zur Z-Kodierung der ICD-10 führt in der Rechtsanwendung zur Aberkennung einer für die Invalidenversicherung rechtserheblichen
Gesund
heitsschädigung
(vgl. dazu u.a. Urteil des Bundesgerichts 8C_551/2015
vom 17. März 2016
E. 5.1 mit Hinweisen). Dementsprechend soll eine
Anpassungs
störung
diagnostiziert werden, sofern selbst die Diagnose einer leichten depres
siven Episode nicht möglich ist (SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43, I 514/06 E. 2.2.2.2 mit Hinweis).
Vor der Begutachtung präsentierte die Beschwerdeführerin aber offenbar mittelschwere bis schwere depressive Symptome, was
in den Augen des medizinischen Laien kaum dem gemäss ICD-10 F43.21 als Reaktion auf eine länger anhaltende Belastungssituation geforderten leichten depressiven Zustand entspricht.
Selbst die
behandelnden Ärzte
,
Dres
.
A._
und
Z._
, welche
zu Beginn der Erkrankung noch dieselbe Diagnose stellten (
Berichte vom 5. Oktober und 31. Dezember 2012;
Urk. 7/14/6-8 und Urk. 7/14/1-5),
entschie
den
sich bald für die anfänglich lediglich differenzialdiagnostisch aufgeführte Klassifizierung als mittel- bis
schwergradige
depressive Episode (
Berichte vom 20. Dezember 2012, 31. Mai und 17. Juni 2013 sowie 1
9.
und 20. Juni 2014;
Urk. 7/10, Urk.
7/20/1-5, Urk. 7/21, Urk. 7/43, Urk. 7/
44
/1-5
).
Sollte dagegen die Anpassungsstörung erst im Anschluss an eine
mittel- bis
schwergradige
depressive Störung aufgetreten sein, stellt sich die Frage nach dem Nachweis der zeitlichen Abhängigkeit zwischen dem vom Gutachter als
Auslöser bezeichneten Todesfall und der Anpassungsstörung. Diesbezüglich wird
in ICD-10 eine Latenzzeit von einem bis drei Monaten angegeben (
Dil
ling
/
Mom
bour
/Schmidt [Hrsg.],
a.a.O.
).
4.2.4
Angesichts des Antrags auf Zusprechung einer befristeten Rente
(Urk. 1 S. 2)
betrifft
die
Leistungsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
in der Zeit
vom 26. Juni 2012 bis zur Begutachtung
die Kernfrage
des
vorliegenden Verfahrens.
Bei der vorliegenden Aktenlage
kann
über eine allfällige
Einschränkung der Leistungs
fähigkeit der Beschwerdeführerin
aufgrund
der
psychischen
Symptomatik
aber
nicht
abschliessend
und
rechtsgenüglich
entschieden
werden, weshalb der medizinische Sachverhalt weiter
hin abklärungsbedürftig ist
. Ob das hiesige Ge
richt eine neue psychiatrische Be
gutachtung in Auftrag zu geben
hat
(BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4), oder der Sach
verhalt durch eine
gemäss BGE 137 V 210
E. 4.4.1.4 durch die
Beschwerde
gegnerin
zu veranlassende
Präzisierung bezieh
ungsweise Ergänzung der gut
achtlichen Ausführungen erstellt werden kann,
braucht
vorliegend nicht beant
wortet
zu
werden. Denn, wie nachfolgend darzu
legen sein wird, besteht noch wei
terer Abklärungsbedarf, weshalb die Sache
zwecks besserer Koordination der verschiedenen Abklärungsmassnahmen
an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen sein wird.
5.
5.1
5.1.1
Sollte
n
die weiteren Abklärungen
des medizinischen Sachverhaltes
eine rele
vante Einschränkung der Leistungsfähigkeit ergeben
, stellt sich die Frage nach
der
Qualifikation
der Beschwerdeführerin
.
In der angefochtenen Verfügung vom 25. Januar 2016 äussert
e
sich die Beschwerdegegnerin nicht
dazu
(Urk. 2; vgl. auch Feststellungsblatt für den Beschluss vom 24. November 2015
,
Urk. 7/63)
. Im Feststellungsblatt für den
Beschluss vom 24. September 2013
ging sie von einem Anteil der Erwerbstätigkeit von 23 % aus, womit 77 % eines
Vollpen
sums
auf das Haushaltsbereich
fielen
(Urk. 7/22 S. 4).
5.1.2
Dieser Qualifikation
kann nicht
gefolgt werden, denn nach Lage der Akten
war die Beschwerdeführerin
bis zum Eintritt des Gesundheitsschadens im Juni 2012
im Rahmen zweier Anstellungen al
s Reinigungsmitarbeiterin tätig
(vgl. dazu
insbesondere den von der Beschwerdegegnerin beigezogenen Auszug vom 5. Juni
2014 aus dem Individuellen Konto der Versicherten, Urk. 7/42)
.
Laut Arbeitgeberfragebogen vom 28. Januar 2013 war
die Beschwerdeführerin
b
ei der Firma
G._
AG
ab 2000
bis zur Entlassung aus gesundheitlichen Gründen per 31. März 2013 mit einem Pensum von
23
%
(9.75 Stunden pro Woche bei einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 42 Wochenstunden)
angestellt
.
Nähere Angaben zum zweiten Arbeitsverhältnis finden sich in den von der Beschwerdegegnerin
2012 und wieder
im Juni 2014 beigezogenen Akten des Kol
lektiv-Taggeldversicherers (
Urk.
7/2,
Urk. 7/45-46).
Gemäss
Krankmeldung war die Beschwerdeführerin b
ei der H._
AG
seit 17. Mai 2010
zu einem Beschäftigungsgrad von
30
%
mit einer Arbeitszeit von
12.55 Stunden pro Wo
che bei einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 42.5 Wochenstunden
an
ge
stellt
(
Urk.
7/2/4 = Urk.
7/46/4). Dieses Arbeitsverhältnis wurde infolge Arbeits
unfä
higkeit auf den 31. Dezember 2012 aufgelöst (
vgl. Meldung des Firmen
austritts vom 9. September 2012,
Urk. 7/2/3).
Unter diesen Umständen ist die Auskunft einer Mitarbeiterin der
H._
AG
auf dem am 8. Januar 2013
unaus
gefüllt
retournierten Arbeitgeberfragebogen
, wonach die Beschwer
de
führerin seit 20. August 2008 nicht mehr bei
ihnen angestellt
sei (Urk. 7/15/8
; vgl. ferner Eingangsdatum des Dokuments bei der Beschwerdegegnerin gemäss
Aktenver
zeichnis
), offensichtlich unkorrekt.
Diese Auskunft
hätte die
Beschwer
degegne
rin
veranlassen sollen,
die
H._
AG auf ihr Versehen auf
merksam
zu
machen und sie zum Ausfüllen des Arbeitgeberfragebogens an
zu
halten. Da sie dies unterlassen hat, fehlen
Angaben
der Arbeitgeberin
zu diesem
für die
Sta
tusfrage
wichtigen
Arbeitsverhältnis
.
5.1.3
Bei dieser Aktenlage
bestehen gewichtige Indizien dafür
,
dass die Beschwerde
führerin
vor Eintritt des Gesundheitsschadens mit einem Pensum von
deutlich mehr als 23 %
erwerbstätig war, weshalb
die Beschwerdegegnerin
bei Bejahung einer Einschränkung der
Leistungsfähigkeit
nach Ergänzung der Abklärungen des medizinischen Sachverhaltes
die Frage
der Qualifikation
noch
abschliessend
wird
klären müssen
.
5.2
Besteht bei der Beschwerdeführerin ein Aufgabenbereich, sind weiter die Ein
schränkungen der Leistungsfähigkeit im nichterwerblichen Bereich in geeigneter Fo
rm abzuklären.
Dabei ist zu beachten, dass b
ei der Beurteilung der Einschränkung von psy
chisch Erkrankten im Haushalt den ärztlichen Stellungnahmen in der Regel mehr Gewicht einzuräumen
ist
als dem Bericht über die Haushaltsabklärung.
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (vgl. Art. 69
Abs. 2 zweiter Satz der Verordnung über die Invalidenversicherung; IVV) ist zwar für gewöhnlich die geeignete Vorkehr zur Bestimmung der Behin
derung im Haushalt. Der Abklärungsbericht ist jedoch seiner Natur nach in ers
ter Linie
auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigun
gen zuge
schnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umstän
den Ein
schränkungen erfahren kann, wenn die versicherte Person an psychi
schen Be
schwerden leidet. Prinzipiell jedoch stellt er auch dann eine
beweis
taugliche
Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invali
dität geht, d.h. wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vor
dergrund steht
(SVR 2012 IV Nr. 19 S. 86, Urteil des Bundesgerichts 9C_201/2011 vom 5. September 2011 E. 2)
,
weshalb darauf nicht a priori ver
zichtet werden darf
.
Darüber hinaus liegen bei der Beschwerdeführerin gemäss dem beweiskräftigen rheumatologisch-internistischen Gutachten von Dr.
B._
physisch bedingte Beeinträchtigungen vor, welche sich offenbar auf die Haushaltsführung auswir
ken,
so
dass der Ehemann der Beschwerdeführerin ein
en
Teil ihrer Aufgaben übern
a
hm (vgl. vorne E. 3.7.2
).
6
.
Aus diesen Gründen ist die angefochtene Verfügung vom 25. Januar 2016 auf
zu
heben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie
die
aufgezeigten
erforderlichen Sachverhaltsabklärungen vornehme und an
schliess
end
in geeigneter Weise über den Leistungsanspruch der Beschwer
de
führerin
neu
entscheide.
7.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
800
.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Zudem ist der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung von Fr.
1‘100
.-- (inklusive
Bar
auslagen
und Mehrwertsteuer) zuzusprechen (Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht;
GSVGer
).