Decision ID: 1ca967cb-ed3c-586b-91c7-9f433de3da6d
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach
X._
, geboren 1958, mit Verfügung vom 1
9.
Septem
ber 2003 eine Viertels
rente
mit Wirkung ab
1.
November 2001 bei einem Invaliditätsgrad von 48
%
zu (
Urk.
7/196,
7/214
).
1.2
Im Dezember 2004 leitete die IV-Stelle auf Ersuchen des Versicherten hin ein Rentenrev
isionsverfahren ein (vgl.
Urk.
7
/222). Nach Durchführung von erwerb-
lichen
Abklärungen und dem
Beizug
diverser medizinischer Berichte und Gut-achten stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 2
1.
August 2008 bei einem Invaliditätsgrad von 37
%
die Aufhebu
ng der Rente in Aussicht (
Urk.
7
/265). Mit Verfügung vom
5.
Dezember 2008 bestätigte die IV-Stelle jedoch, dass bei einem Invaliditätsgrad von 43
%
weiterhin Anspruch auf ei
ne Viertelsrente bestehe (
Urk.
7
/276). Die
hiegegen
erhobene Beschwerde
(
Urk.
7/279)
hiess das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 1
5.
September 2010 gut und wies die Sache zu weiteren Abklärungen
an die Vorinstanz zurück (
Urk.
7
/283; Prozess IV
.
2009.00063).
1.3
In der Folge liess die IV-Stelle den Versicherten psychiatrisch und neuropsycho-logisch abklären (Expertisen des
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
3.
Juni 2013 und des Instituts
Z._
vom 1
0.
Juni 2013,
Urk.
7/330; vgl. auch
Urk.
7
/332).
1.4
Mit Schreiben vom 2
1.
Januar 2014 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass eine polydisziplinäre Begut
achtung erforderlich sei (
Urk.
7
/334). Dagegen opponierte der Versicherte, erklärte sich aber zu einer somatisc
hen
Begutach
tung bereit (
Urk.
7
/337
; 7/339
). Die IV-Stelle ihrerseits hielt - nach mehrmali
gem Schriftenwechsel
und nach Bestimmung
einer MEDAS
,
als Durchführungsstelle (
Urk.
7/338, 7/339, 7/342, 7
/344)
mit Verfügung vom 2
5.
Februar 2014 an einer polydiszipl
inären Begutachtung fest (
Urk.
7/345
).
1.5
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 2
6.
März 2014 Beschwerde und beantragte, er sei in den Disziplinen Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie de
s Bewegungsapparates sowie Rheu
matologie zu begutachten. Auf weitere Begutachtungen, insbesondere in den Disziplinen Psychiatrie und Neuropsychologie, sei zu verzichten (
Urk.
7/348/3). Mit Urteil vom 2
8.
Juli 2014 hiess das
Sozialversicherungs
gericht
des Kantons Zürich die Beschwerde gut
(
Urk.
7/353
; Prozess IV.201400356
)
. Es führte dazu aus,
f
ür die umfassende Beurteilung des
Leis
tungsanspruchs
beziehungsweise der Frage, ob eine revisionserhebliche Ände
rung
des Gesundheitszustandes eingetreten sei, genüge
das psychiatrische Gut
ach
ten von
Dr.
Y._
nicht. Notwendig hierfür seien
weitere, somatische Abklä
rungen. Dem Beschwerdeführer sei
beizupflichten, dass es hierfür keiner polyd
isziplinären Begutachtung bedürfe
. Da der psychische Gesundheitsz
ustand hinreichend abgeklärt sei
, käme die Anordnung derselben der Einholung einer
second
op
inion
gleich. Die IV-Stelle habe
deshalb somatische Abkläru
ngen in die Wege zu leiten
. Mi
t Vorteil werde
sie den zu beauftragenden Fachpersonen
auch das psychiatrische Gutach
ten zustellen. Falls diese Ergänzungsfragen an den psychiatr
ischen Facharzt für notwendig hielten, wü
rden entsprechende Weiterungen getätigt werden müssen.
Dieses Prozedere möge unter Umständen umständlich sein, was sich aber die IV-Stelle selber zuzuschreiben habe (E. 4.3,
Urk.
7/353).
1.6
In der Folge leitete die IV-Stelle eine somatische Begutachtung b
ei der MEDAS
in die Wege. Dieses vertrat indessen die Auffassung, dass auch eine psychiatrische und neurops
ychologische Abklärung erforderlich
sei (
Urk.
7/358, 7/361). Damit war der Versicherte nicht einverstanden
(
Urk.
7/364), so dass von einer Begutach
t
ung b
ei der MEDAS
abgesehen wurde (
Urk.
7/368). Danach beauftragte die IV-Stelle die
A._
AG mit der Begut
achtung (
Urk.
7/370). Da auch dieses Begutachtungsinstitut von der Notwendig
keit einer psych
iatrischen und neuro
psychologischen Abklärung ausging, wurde von der Durchführung der Begutachtung bei der
A._
AG abgesehen (
Urk.
7/
372).
Daraufhin beauftragte die IV-Stelle die
B._
AG
respektive
Dr.
med.
C._
und
Dr.
med.
D._
mit einer neurologisch
-rheumatologischen
Begutachtung
(
Urk.
7/373
; 7/376
).
Auf den Einwand des Versicherten hin, dass die Bestellung der Gutachter ohne
vorgängige
Durchführung eines
Einigungs
verfahrens
erfolgt sei (
Urk.
7/377), wurde auch dieses Mal von einer Begutach
tung abgesehen (
Urk.
7/378
; 7/380
).
Schliesslich fasste die IV-Stelle eine Begut
achtung durch Prof.
Dr.
med.
E._
und
Dr.
med.
F._
ins Auge (
Urk.
7/381-388).
A
ufgrund einer internen Rückfrage beim Regionalen Ärztli
chen Dienst sowie beim Rechtsdienst
kam die IV-Stelle im Juni 2015
zum Schluss, dass die medizinische Aktenlage nicht mehr aktuell sei und deshalb eine polydisziplinäre Begutachtung zu erfolgen habe (
Urk.
7/389). Dementspre
chend
nahm sie von einer Begutachtung bei Prof.
Dr.
E._
und
Dr.
F._
Umgang
(
Urk.
7/399)
und leitete stattdessen eine polydisziplinäre (
inklusive
psychiatrisc
he und neuropsychologische
) Begutachtung bei der
A._
AG ein (
Urk.
7/400, 7/402). Nachdem der Versicherte dagegen opponiert hatte, hielt die IV-Stelle mit Verfügung vom
1.
Dezember 2015 an der polydisziplinären Begut
achtung fest (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1
8.
Januar 2016 Beschwerde und beantragte, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, in Nachachtung des Urteils vom 2
8.
Juli 2014 lediglich eine somatische Abklärung durchführen zu lassen. Eine erneute Begutachtung in den Disziplinen Psychiatrie und Neu
ropsychologie sei zu verbieten (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom
1
8.
Februar 2016 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), wovon dem Versicherten Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Hebt eine Rechtsmittelinstanz den angefochtenen Entscheid auf und weist sie die Streitsache zu neuer Beurteilung an die Vorinstanz zurück, so hat diese die Erwägungen, mit denen die Rückweisung begründet wurde, ihrem neuen Ent
scheid zu Grunde zu legen
(§
26
Abs.
2 des Gesetzes über das
Sozialversiche
rungsgericht
;
BGE 133 V 477 E. 5.23)
. Soweit das Dispositi
v eines
Rückwei
sungsentscheides
auf die Erwägungen verweist, beinhaltet dies die verbindliche We
isung
an die Vorinstanz, sich an die Rechtsauffassung zu halten, mit de
r das Gericht die Rückweisung begründet hat (BGE 99
Ib
520 E
.
1b
; vgl. auch Bun
desgerichtsurteil
9C_684/2007 vom 2
7.
Dezember 2007 E.
1.1
).
1.2
Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherungsgericht die Gesetzmässigkeit der Verwaltungsverfügungen in der Regel nach dem Sachver
halt, der zur Zeit des Verfügungserlasses gegeben war (BGE
132 V 211 E. 3.1.1
mit Hinweisen). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverf
ügung sein (BGE 132 V 211 E. 3.1.1
mit Hinweis).
2.
2.1
Mit Verfügung vom
5.
Dezember 2008 bestätigte die IV-Stelle den Anspruch
des Beschwerdeführers
auf eine Viertelsrente bei einem Invaliditätsgrad von 43
%
(
Urk.
7/276). Diese Verfügung hob das Sozialversicherungsgericht mit Urteil
vom 1
5.
September 2010 auf und wies die Sache zur weiteren Abklärungen an die IV-Stelle zurück (
Urk.
7/283).
In der Folge
veranlasste die IV-Stelle das psy
chiatrisch-n
europsychologische Gutachten
des
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherap
ie, vom 1
3.
Juni 2013 und des
Instituts
Z._
vom
1
0.
Juni 2013
(
Urk.
7/330). Mit Verfügung vom 2
5.
Februar 2014 hielt die IV-Stelle sodann an einer polydisziplinären Begutachtung fest (
Urk.
7/345).
2.2
Mit Urteil vom 1
5.
September 2010 (
Urk.
7/283) hob das Gericht die Verfügung vom 5. Dezember 2008 auf und wies die Sache zu ergänzenden Abklärungen im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurück (S. 12). Dabei wurde erwogen, dass die sich widersprechenden Berichte keine zuverlässige Beurtei
lung der trotz gesundheitlicher Beeinträchtigungen aus somatischer (orthopädi
scher) Sicht zumutbaren Arbeitsfähigkeit erlaubten (E. 4.2). An diese Beurtei
lung bleibt das Gericht nach dem vorstehend Gesagten (E. 1.1
hievor
) gebunden.
Damit im Einklang steht, dass das Sozialversicherungsgericht in
Überprüfung der Verfügung vom 2
5.
Februar 2014
im Urteil vom 2
8.
Juli 2014
zum Schluss
kam
, dass
der
psychische Gesundheitszustand hinreichend abgeklärt sei.
Die Anordnung einer polydisziplinären Begutachtung käme einer
second
opinion
gleich. Indessen sei der Sachverhalt in somatischer Hinsicht weiter abzuklären (
Urk.
7/353). Aufgrund dieses - in Rechtskraft erwachsenen -
E
ntscheids ist davon auszugehen, dass der psychische Gesundheitszustand, zumindest was den Zeitraum bis zum 2
5.
Februar 2014 anbelangt, bereits
rechtsgenüglich
abgeklärt ist. Diesbezüglich verbleibt der IV-Stelle kein Ermessensspielraum. Daher ist die angefochtene Verfügung vom
1.
Dezember 2015 aufzuheben, damit die IV-Stelle in Nachachtung de
r Urteile
vom
1
5.
September 2010 und vom
2
8.
Juli 2014 in somatischer Hinsicht weitere Abklärungen t
reffe und hernach neu
ver
füge.
Soweit die Beschwerdegegnerin geltend machte, seit der psychiatrisch/neu
ro
lo
gi
schen Begutachtung vom 1
3.
Juni 2013 habe sich der Gesundheitszustand möglicherweise geändert (
Urk.
2 S. 2), übersieht sie, dass aufgrund der am 1
5.
September 2010 angeordneten Rückweisung der Angelegenheit betreffend die Revisionsverfügung vom 5. Dezember 2008 zunächst die damaligen Ver
hältnisse (in somatischer Hinsicht) zu klären sind. Erst nach entsprechenden
rechtsgenüglichen
Abklärungen könnte es sich allenfalls im Hinblick auf einer neuerliche Revision aufdrängen, die aktuelle Gesundheitssituation in Form eines polydisziplinären Gutachtens erneut zu prüfen. Dabei bleibt festzuhalten, dass betreffend die bis 2
5.
Februar 2014 herrschenden Verhältnisse das psychiat
risch/neu
rologische Gutachten vom Juni 2013 beweiskräftig ist, wie das hiesige Gericht am 2
8.
Juli 2014 rechtskräftig entschieden hat.
3.
3.1
Im vorliegenden Verfahren geht es nicht um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen, weshalb das Verfahren kostenlos ist (
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
, IVG
).
3.2
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem vertretenen Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung zu bezahlen, welche sich nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert bemisst (
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer) und beim
praxisgemäs
sen
Stundenansatz von
Fr.
2
2
0.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
1‘800
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.