Decision ID: dc12622d-d055-4bc7-b642-368dcc8eefef
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1977 geborene
X._
reiste 2013 in die Schweiz ein
(Urk. 9/78)
und war ab dem 11. Mai 2015
für das
Temporärpersonal
verleih
unter
nehmen
Y._
AG
als Gi
p
ser tätig
und bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen obli
ga
torisch versichert. Die Arbeitgeberin meldete der Suva am 14. Okto
ber 2015, der Versicherte sei am 30. September 2015 von einer Leiter abgerutscht und habe sich das linke Fussgelenk geschürft (Urk. 9/1).
Gemäss eigenen Angaben rutschte der Versicherte von einer Gerüsttreppe
mit dem Fuss ab und stürzte von etwa drei Metern Höhe zu Boden (Urk. 9/84 S. 1). Dabei zog
er sich
am linken oberen
Sprunggelenk
eine
osteochondrale
Fraktur der medialen
Talusschulter
zu
(Urk. 9/
7, Urk. 9/16 und Urk. 9/22).
Die Suva erbrachte die Versicherungsleistungen (Urk. 9/5).
Am 20. Juni 2016
fand ein operativer Eingriff statt
;
e
s wurden ein
Débridement
OCD, eine
Spongiosatransplantation
aus der distalen Tibia, eine
AMIC-Plastik und eine mediale
Bandnaht
vorgenommen/
durchgeführt (Urk.
9/60).
Am 12. April 2017 (Urk. 9/153) und am 12. Oktober 2017 (Urk. 9/181) wurde der Versicherte kreisärztlich untersucht. Mit Schreiben vom 16. Oktober 2017 infor
mierte ihn die Suva über die Einstellung der Heil
kosten- und Taggeldleistungen per 31. Dezember 2017 (Urk. 9/184). Einen An
spruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung und auf eine Integritäts
ent
schädigung verneinte die Suva mit Verfügung vom 9. November
2017 (
Urk. 9/191).
Die Einsprache des Versicherten vom 11. Dezember
2017 (Urk. 9/198
) wies die Suva mit Entscheid vom 6. Ap
ril 2018 ab (Urk. 2 [= Urk. 9/2
15]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 8. Mai 2018 Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei ihm eine Inva
lidenrente der Unfallversicherung zuzusprechen (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 11. Juli 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Be
schwerde (Urk. 7).
Replicando
hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest (Urk. 13). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 21. November 2018 auf das Erstatten einer Duplik (Urk. 16), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 22. November 2018 angezeigt wurde (Urk. 17).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. Nove
m
ber 2016 verabschiedeten geändert
en Bestimmungen des Bundesge
set
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
si
cherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen)
.
Das hier zu beurteilende Ereignis hat sich am 30. September 2015 ereignet, wes
halb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den entspre
chen
den Sachverhalt Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden
.
1.2
Nach Art. 10 Abs.
1
UVG
hat die versicherte Person Anspruch auf die z
weckmäs
sige Behandlung ihrer Un
fallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsun
fähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
invalid
(Art.
8 des Bundesges
etzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialver
sicherungsrechts [ATSG])
, so h
at sie An
spruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs.
1 UVG). Der Rentenanspru
ch ent
steht, wenn von der Fort
setzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte
Bes
serung des Ge
sund
heitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliede
rungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Ren
tenbeginn fallen die Heilbehandlung und di
e Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs.
1 UVG).
1.3
1.3.1
Für die Bestimmung des Inva
liditätsgrades wird gemäss Art.
16 ATSG das Er
werbs
einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
1.3.2
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zu
mut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich
erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach
Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumut
bare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtspre
chung entweder Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik perio
disch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die DAP-Zahlen her
an
gezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 mit Hinweisen).
Die DAP ist eine Sammlung von Beschreibungen in der Schweiz tatsächlich existierender Arbeitsplätze. Damit unterscheidet sie sich von der tabellarischen Darstellung von Durchschnittslöhnen, die im Rahmen der Schweizerischen Lohn
strukturerhebung (LSE) vom Bundesamt für Statistik regelmässig erhoben werden. Neben allgemeinen Angaben und Verdienstmöglichkeiten werden in der DAP die physischen Anforderungen an die Stelleninhaber oder Stelleninhaberinnen fest
gehalten. Der Raster der körperlichen Anforderungskriterien basiert auf dem internationalen medizinischen Standard EFL nach Isernhagen (ergonomische
Funk
tions
- und Leistungsprüfung). Die Suva entschloss sich 1995 zum Aufbau der DAP mit dem Zweck, das Invalideneinkommen entsprechend den gericht
li
chen Anforderungen so konkret wie möglich ermitteln zu können (BGE 139 V 592 E. 6.1 mit Hinweisen).
Bei Heranziehen der DAP hat sich die Ermittlung des Invalideneinkommens auf mindestens fünf zumutbare Arbeitsplätze zu stützen. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungs
profil entsprechenden Gruppe. Damit soll die Überprüfung des Auswahlermessens ermöglicht werden, und zwar in dem Sinne, dass die Kenntnis der Gesamtzahl der dem verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Arbeitsplätze sowie des Höchst-, Tiefst- und Durchschnittslohnes im Bereich des Suchergebnisses eine zuverlässige Beurteilung der von der Suva verwendeten DAP-Löhne hinsichtlich ihrer Repräsentativität erlaubt. Das rechtliche Gehör ist dadurch zu wahren, dass die Suva die für die Invaliditätsbemessung im konkreten Fall herangezogenen DAP-Profile mit den erwähnten zusätzlichen Angaben auflegt und die versicherte Person Gelegenheit hat, sich dazu zu äussern. Allfällige Einwendungen der ver
sicherten Person bezüglich des Auswahlermessens und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall sind grundsätzlich im
Einspracheverfahren
zu erheben, damit sich die Suva im
Einspracheentscheid
damit auseinandersetzen kann. Ist die Suva nicht in der Lage, im Einzelfall den erwähnten Anforderungen zu genügen, kann im Bestreitungsfall nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt werden; die Suva hat diesfalls im
Einspracheentscheid
die Invalidität aufgrund der LSE-Löhne zu ermitteln. Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des ange
rufe
nen Gerichts, die Rechtskonformität der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE vorzu
neh
men (BGE 139 V 592 E. 6.3, 129 V 472 E. 4.7.2).
Rechtsprechungsgemäss sind im Rahmen des DAP-Systems, bei dem aufgrund der ärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung anhand von Arbeitsplatzbeschreibungen konkrete Verweisungstätigkeiten ermittelt werden, Abzüge grundsätzlich nicht
sach
gerecht. Abzüge sind nur vorzunehmen, wenn zeitliche oder leistungs
mässige
Reduktionen medizinisch begründet sind. Im Übrigen wird spezifischen Beein
trächtigungen in der Leistungsfähigkeit bei der Auswahl der zumutbaren DAP-Profile Rechnung getragen. Bezüglich der weiteren persönlichen und beruflichen Merkmale (Teilzeitarbeit, Alter, Anzahl Dienstjahre, Aufenthaltsstatus), die bei der Anwendung der LSE zu einem Abzug führen können, ist darauf hinzuweisen, dass auf den DAP-Blättern in der Regel nicht nur ein Durchschnittslohn, sondern ein Minimum und ein Maximum angegeben sind, innerhalb deren Spannbreite auf die konkreten Umstände Rücksicht genommen werden kann (BGE 139 V 592 E. 7.3, 129 V 472 E. 4.2.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte
im angefochtenen Entscheid
auf die kreisärztliche Beurteilung ab und
erwog,
der Beschwerdeführer hätte gemäss Angaben der
Y._
AG im Jahr 2017 einen Stundenlohn von Fr. 31.71 (inkl. 13. Monats
lohn) erzielt. Demnach belaufe sich für das Jahr 2017
das
mutmassliche
Vali
den
einkommen
auf Fr. 65'956.80 (Fr. 31.71 x 40 Stunden x 52 Wochen).
Das durch die DAP ermittelte hypothetische Invalideneinkommen für das Jahr 2017 betrage Fr. 66'850.--. Es liege keine Einkommenseinbusse vor. Eine Integritätsent
schädi
gung entfalle, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % betrage, was vor
lie
gend der Fall sei (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber wandte der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein, der Einkom
mensvergleich sei nicht korrekt. Zum einen sei ihm die Tätigkeit als Staplerfahrer (DAP 386600) aufgrund der kreisärztlichen Beurteilung nicht zumutbar (Urk. 1 S. 4 f.).
Zum anderen seien die
DAP-Zahlen ohnehin nicht repräsentativ, denn ansonsten müssten die
selben
Lohnzahlen resultieren wie bei der LSE. Die DAP-Zahlen würden der Beschwerdegegnerin einen riesigen Ermessensspielraum zur Verfügung stellen, was im Bereich der Willkür liege
(Urk. 1 S. 5). Die IV-Stelle Zürich habe
sodann
einen Inva
liditätsgrad von 10 % ermittelt.
Sie sei
bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
nicht davon ausgegangen, der Beschwerde
führer
wäre
im Gesundheitsfall weiterhin te
mporär angestellt geblieben und habe daher auf die LSE abgestellt
(Urk. 1 S. 6 f.)
.
Es sei
jedenfalls
von einem
Vali
deneinkommen
von mindestens Fr. 70'000.-- auszugehen (Urk. 1 S. 8).
2.3
Der Beschwerdeführer hielt in der Replik daran fest, dass ihm die Tätigkeit als Staplerfahrer nicht zumutbar sei. Es sei auf die statistischen Löhne der LSE abzustellen.
Der LSE-Lohn sei regelmässig höher als der gesamtarbeits
vertrag
liche Mindestlohn. Dies lasse auf dem Arbeitsmarkt auch eine GAV-konforme
Mindestentlöhnung
ohne weiteres als unterdurchschnittlich erscheinen (Urk. 13).
3.
Gemäss der kreisärztlichen Beurteilung von Dr. med.
Z._
, Facharzt
FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, vom 12. Oktober 2017
(Urk. 9/181
S. 9)
ist dem Beschwerdeführer die Tätigkeit als Gipser nach dem durchgeführten operativen Eingriff und der daraus
resultierenden
Belastungsin
to
leranz nicht mehr vollumfänglich zumutbar. Die funktionelle Leistungs
fähig
keit für Tätigkeiten im allgemeinen Arbeitsmarkt umfasse eine leichte, bis zu einem Drittel einer üblichen täglichen Arbeitszeit umfassende, mittelschwere Tätig
keit ganztags (also 70 % leichte Tätigkeiten, 30 % mittelschwere Tätig
kei
ten). Tätigkeiten, welche repetitives Hinknien oder repetitive hockende Positionen erforderten, seien zu vermeiden, ebenso Tätigkeiten mit Tragen von Lasten über Treppen über 10 Kilogramm oder Tätigkeiten, welche Schläge und Vibrationen auf die linke untere Extremität übertrügen.
Ausgenommen sei sodann das
Ge
hen auf unebenem Gelände.
Diese Beurteilung erscheint angesichts der Aktenlage nachvollziehbar und schlüssig
und wurde vom Beschwerdeführer nicht bestritten.
Dass die Beschwer
de
gegnerin einen Anspruch
auf eine Integritätsentschädigung
verneinte, vermag ebenso zu überzeugen und wurde vom Beschwerdeführer nicht
in Frage
gestellt
.
Der Beschwerdeführer
bemängelte aber den von der Beschwerdegegnerin
vorge
nommenen Einkommensvergleich und
beantragte die Zusprechung einer Inva
liden
rente der Unfallversicherung
.
4.
4
.1
4.1.1
Die Beschwerdegegnerin ermittelte ein
mutmassliche
s
Valideneinkommen
von Fr. 65'956.80 (Fr.
31.71 x 40 Stunden x 52 Wochen) gestützt auf die Angaben der
Y._
AG. Der Beschwerdeführer verlangte
demgegenüber
ein Abstellen auf die LSE, so wie dies die
Invalidenversicherung
getan habe. Aufgrund seiner langjä
hrigen Berufserfahrung sei
aber – im Gegensatz zur Berechnung der
Inva
lidenversicherung
–
auf das An
forderungsniveau 2
(recte wohl: Kompetenzniveau 2)
abzustellen
(
Urk. 1 S. 7 f. und Urk. 13 S. 3).
4
.
1.
2
Der Beschwerdeführer schloss gemäss eigenen Angaben im Anmeldeformular an die Invalidenversicherung vom 30. September 2015 (Urk. 9/81 S. 5) in seinem Heimatland Spanien eine Lehre als Metallbauer ab (1994 bis 1997). Ebenfalls in Spanien habe er zudem eine «Anlehre
»
als Gipser (2012/2013) absolviert. An
lässlich einer Besprechung am 5. August 2016 mit dem Aussendienstmitarbeiter der Beschwerdegegnerin führte der Beschwerdeführer aus, in Spanien sei er gelernter Metallbauer und habe im Jahr 2012/2013 ein Zertifikat (2-Tageskurs) als Gipser absolviert. Seit er im Sommer 2013 in die Schweiz eingereist sei, habe er bei verschiedenen Firmen auf temporärer Basis gearbeitet. Er sehe vor, vielleicht noch zwei weitere Jahre in der Schweiz beruflich tätig zu sein. Dann würde er definitiv nach Spanien zurückkehren. Bis dahin sollte seine offene Hypo
thek für sein gekauftes Haus im Heimatland (Fr. 700.-- pro Monat) abbezahlt sein (Urk. 9/84 S. 2). Seine Familie und seine langjährige Freundin würden in Spanien leben (Urk. 9/84 S. 1).
Gemäss dem hier massgebenden allgemeinverbindlich erklärten Gesamtarbeits
vertrag für das
Gipsergewerbe
der Stadt Zürich (vgl. den Einsatzvertrag der
Y._
AG vom 23. Oktober 2015 [Urk. 9/6 S. 7] sowie den Beschluss des
Regierungsrates 1168 über die Allgemeinverbindlicherklärung des Gesamtar
beits
vertrages vom 1. April 2011 für das
Gipsergewerbe
der Stadt Zürich vom 4. April 2012) führt ein angelernter Berufsarbeiter (Kategorie B)
Berufsarbeiten aus; er
entspricht den Anforderungen an gelernte Berufsarbeiter (Kategorie A) aber nicht. In der Kategorie A werden gelernte Berufsarbeiter (ab dem 3. Berufsjahr) ein
geordnet. Diese Arbeitnehmer besitzen den Fähigkeitsausweis beziehungsweise gleichwertige Qualifikationen (vgl. Art. 7.2.1 des GAV). Der Mindestlohn eines angelernten Berufsarbeiters (Kategorie B) beträgt Fr. 5'046.95 (
Ziff. 1
des
An
hang
s 6
GAV).
Der Lohn des Beschwerdeführers bei der
Y._
AG entsprach
diesem Mindestlohn, denn der vertraglich vereinbarte Stundenansatz von Fr. 29.01
(Urk. 9/6 S. 7) lässt sich so ermitteln, wie es in der Ziffer 8.3.1 des GAV vor
geschrieben ist: Der effektive Monatslohn (ohne 13. Monatslohn) ist durch die Zahl 174 zu teilen (Fr. 5'046.95 / 174 = Fr. 29.01 [gerundet]
; vgl. auch Urk. 8 [Basisstundenlohn]
). Gemäss Auskunft der
Y._
AG hätte der Beschwer
de
führer im Jahr 2017 denselben Lohn verdient (Urk. 9/138).
Die Beschwerdegegnerin wies in ihrer Beschwerdeantwort
unter Bezugnahme
auf den Mindestlohn gemäss Gesamtarbeitsvertrag
für das
Gipsergewerbe
der Stadt Zürich
zu Recht darauf hin, dass keine Unterdurchschnittlichkeit
des bei der
Y._
AG erzielten Lohnes
vorliege, weshalb keine
Einkommensparalleli
sierung
vorzunehmen sei. Es kann auf ihre zutreffenden Ausführungen verwiesen werden (Urk. 7 S. 5 ff.), insbesondere auch auf die Rechtsprechung des Bundes
gerichts
, wonach keine Unterdurchschnittlichkeit vorliegt, wenn der Lohn dem Mindesteinkommen gemäss dem branchenspezifischen GAV
entspricht. Dies gilt selbst dann, wenn der Lohn erheblich unter dem LSE-Lohnniveau liegt
(vgl. das neuste Urteil 8C_607/2018 vom 20. Februar 2019
E. 2.3 mit weiteren Hinweisen).
Weiterungen erübrigen sich
somit
.
4.1
.3
Anzufügen bleibt
aber dennoch
Folgendes:
Wenn der Beschwerdeführer in seiner Eingabe vom 8. Mai 2018 (Urk. 1 S. 7) ausführt, er sei ein erfahrener Gipser und habe in seinem Heimatland viele Jahre als Gipser gearbeitet, sowohl in fester Anstellung als auch als selbständig Erwerbender (letzteres vom 1. März 1998 bis am 30. April 2007), steht dies im Widerspruch zu seiner Aussage
vom 5. August 2016
, er sei in Spanien gelern
ter Me
tallbauer und habe im Jahr 2012 oder
2013
einen zweitägigen Kurs
als Gipser absolviert
(E. 4.2.2)
.
Ein zweitägiger Kurs ent
spricht nicht einer
qualifizierte
n
Berufsausbildung
. Zudem ist eine
l
angjährige Erfahrung als Gipser
n
icht erstellt.
Selbst wenn
auf die LSE abgestellt
würde
,
wäre
daher
nicht das Kompe
tenz
niveau 2, sondern das Kompetenzniveau 1 massgebend. Konkret müsste zu
r Ermi
ttlung des
Valideneinkommens
der standardisierte Lohn von Fr. 5'508.--
(LSE 2016
, TA1_tirage_skill_level, Ziff.
41-43 Baugewerbe, Kompetenzniveau 1, Männer)
herangezogen werden.
Dies gälte selbst bei langjä
hriger Berufserfahrung (vgl.
Urteil des Bundesgerichts
8C_728/2016
vom 21. Dezember 2016 E. 3.3).
Unter Berücksichtigung der durchschnit
tlichen Arbeitszeit im Jahr 2017 von 41,3
Stunden pro Woche
(vgl. Bundesamt für Statistik, Betrie
bsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilungen [NOGA 2008], in Stun
den pro Woche, 2004-2017
,
F
41-43) sowie der Nominall
ohnentwicklung bis ins Jahr 2017
(Indexstand 2239 [2016] auf 2249 [2017
], vgl. Bundesamt für
Statistik, Schweizerischer Lohnindex, T 39
Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne,
2010-2017
, Nominallöhne Männer)
ergäbe
si
ch ein
Valideneinkommen
von Fr.
68’549
.
-
- (
Fr. 5'508.--
: 40
x 41,3 x 12 : 2239
x
2249
).
Damit kann festgestellt werden, dass der von der Beschwerdegegnerin aufgrund der Angaben der bisherigen Arbeitgeberin ermittelte Lohn von Fr. 65'956.80
auch im Vergleich zum standardisierten Lohn gemäss LSE
nicht unterdurchschnittlich ist.
Eine Parallelisierung ist nur vorzunehmen, wenn die Differenz zum massgebenden Durchschnitt deutlich ist. Deutlich unterdurchschnittlich im Sinne von
BGE 134 V 322
E. 4 ist der tatsächlich erzielte Verdienst, wenn er mindestens 5 % vom branchenüblichen LSE-Tabellenlohn abweicht (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.2). Eine solche Abweichung liegt hier nich
t vor
.
4.2
4.2
.1
Der Beschwerdeführer hielt sodann dafür, dass nicht auf das mit
H
ilfe der DAP ermittelte Invalideneinkommen abgestellt werden könne. Die Tätigkeit als Staplerfahrer (DAP 386600) sei ihm aufgrund der kreisärztlichen Beurteilung sodann nicht zumutbar.
Das Bundesgericht hat seine Praxis zur DAP-Methode, welche zum Ziel hat, die Vergleichseinkommen so konkret wie möglich zu ermitteln (vgl. BGE 139 V 592 E. 7.1), mehrfach bestätigt (vgl. BGE 139 V 592 E. 7.1; SVR 2016 UV Nr. 14 S. 43, 8C_430/2014; Urteil des Bundesgerichts 8C_182/2017 vom 10. April 2017 E. 4.2). Die Bestimmung des Invalidenlohnes auf der Grundlage von tabellarischen Durch
schnittslöhnen nach der LSE ist der DAP-Methode denn auch nicht prin
zipiell vorzuziehen (BGE 139 V 592 E. 6.2, Urteil des Bundesgerichts vom 1
0.
April 2017 E. 3.3). Bei der DAP-Methode kann den gesundheitlichen Ein
schränkungen aber insoweit besser Rechnung getragen werden, als dass nur
Stellen ausgewählt werden, welche dem verbleibenden Leistungsprofil entspre
chen
. Mithin werden die spezifischen Beeinträchtigungen in der Leistungsfähigkeit bei der Auswahl der zumutbaren DAP-Profile ganz konkret berücksichtigt. Dadurch wird auch die Lohnhöhe beeinflusst. Mit anderen Worten erscheinen nur Löhne, welche trotz der Einschränkungen erzielbar sind (vgl. BGE 139 V 592).
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers trug die Beschwerdegegnerin
bei der Auswahl der DAP-Blätter dem körperlichen Anforderungsprofil Rechnung
und berücksichtig
t
e bei der Auswahl der fünf angepassten Arbeitsstellen – in der von ihr erstellten
Dokumentation von insgesamt 84 Arbeitsplätzen (Urk. 9/189
) –
die gesundheitlichen Beeinträchtigungen
des Beschwerdeführers
. Weshalb die Tätigkeit als Staplerfahrer (zu 70 %, die übrigen 30 % würden
Etikettierarbeiten
umfassen [Urk. 9/189 S. 12]) bei der
A._
AG
nicht dem körper
lichen Anforderungsprofil entsprechen sollte, erhellt sich nicht. Bei der
A._
AG handelt es
sich
um ein
Schweizer Handels- und Produktions
unternehmen für Eier, Eiprodukte, gekühlte Frischpr
odukte und Tiefkühlprodukte, wo das Fahren auf ebenem Gelände Voraussetzung ist. Schläge und Vibrationen auf die linke untere Extremität sind daher nicht zu erwarten. Dass der Beschwerdeführer keine Fahrzeuge mehr
lenk
en könne, lässt sich dem Zumutbarkeitsprofil
ausserdem
nicht entnehmen.
Dass der Beschwerdeführer nicht über den Fahrausweis «
Stpl
»
verfü
gt, stellt keinen Grund dar, die Tätigkeit als Staplerfahrer bei der DAP nicht zu berück
sichtigen. Wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 11. Juli 2018 zu Recht ausführt
e
(Urk. 7 S. 5), ist dem Beschwerdeführer eine Ausbildung zum Staplerfahrer von maximal vier Tagen zumutbar.
Mit der vorliegenden DAP-Dokumentation vom
9. November 2017
(Urk. 9/
189
), hat die Beschwerdegegnerin den Beweis für das zumut- und erzielbare hypo
thetische Invalideneinkommen rechtsprechungskonform und ausreichend erbracht.
4.2
.2
S
elbst wenn nicht die DAP, sondern die
Tabellenlöhne gemäs
s der Schweizeri
schen Lohnstruk
turerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik
zur Bemessung des Invalideneinkommens
herangezogen wü
rden
, ergäbe
sich bloss ein renten
ausschliessender I
nvaliditätsgrad von unter 10 %
.
Massgebend wäre der standardisierte Lohn von Fr. 5'340.-- (LSE 2016,
TA1_tirage_skill_level
, TOTAL, Kompetenzniveau 1, Männer)
, da der Beschwer
deführer die bisherige Tätigkeit als
Gisper
nicht mehr ausführen
kann
und über keine andere hier verwertbare Ausbildung verfügt (es kann offengelassen werden, ob der Beschwerdeführer seine in Spanien abgeschlossene Ausbildung als Metall
bauer in der Schweiz verwerten könnte)
.
Unter Berücksichtigung der durch
schnit
t
lichen A
rbeitszeit im Jahr 2017 von 41,7
Stunden pro Woche
(vgl. Bundesamt für Statistik, Betrie
bsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilungen [NOGA 2008], in Stun
den pro Woche, 2004-2017
,
TOTAL
) sowie der Nominal
l
ohnentwicklung bis ins Jahr 2017
(Indexstand 2239 [2016] auf 2249 [2017
], vgl. Bundesamt für
Statistik, Schweizerischer Lohnindex, T 39
Entwicklung der Nomi
nallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne,
2010-2017
, Nominallöhne Männer)
ergäbe
si
ch ein Inv
alideneinkommen von
Fr.
67
'
102
.--
(
Fr. 5'340.
-- x 12 /40 x 41.7 / 2239 x 2249
).
Ein leidensbedingter Abzug
von
10 % rechtfertigt
sich
indes
nicht, obwohl die IV-Stelle Zürich
dem Beschwerdeführer
gemäss Vorbescheid vom
22. November 2017 (Urk. 9/195 S. 2-4)
einen
solchen mutmasslich gewährt hat.
Einerseits
be
steht keine wec
hselseitige Bindungswirkung
rechtskräftig festgestellter Invalidi
täts
grade der Invalidenversicherung oder der Unfallversicherung für den jeweils anderen Sozialversicherungsbereich.
Zwar sind
bereits abgeschlossene Invalidi
täts
fest
legungen
mitzuberücksichtigen
(BGE 133 V 549 E. 6 S. 553 ff).
D
och
kann die Unfallversicherung sich nicht damit begnügen, den von der Invalidenver
sicherung ermittelten Invaliditätsgrad ohne
eigene Prüfung
zu übernehmen, ins
besondere dann nicht, wenn die Invaliditätsfestlegung der Invalidenversicherung unter 40 % liegt. Im Unterschied zur Unfallversicherung, wo ein Rentenanspruch bereits
bei
10 %
entsteht, begründet in der Invalidenversicherung erst ein
Invaliditätsgrad von 40 %
einen Rentenanspruch.
Im vorliegenden Fall gewährte die Invalidenversicherung einen 10%igen Abzug vom Tabellenlohn mit der Begründung, der Beschwerdeführer könne keine schwe
ren Tätigkeiten mehr ausführen (Urk. 9/195 S. 3). Dies rechtfertigt sich indessen nicht. D
ie gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich
schwere Arbeiten zu verrichten,
führt
nicht automatisch zu einer Verminderung des hypothetischen
Invalidenlohns. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte Arbeiten zumutbar sind, auch bei -
hier nicht gegebener
–
einge
schränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen
leidensbedingten Abzug, weil der
Tabellenlohn im Kompetenzniveau
1 bereits eine Vielzahl von leichten
Tätigkeiten umfasst. Angesichts des
konkreten
Zumutbarkeitsprofils ist von einem
genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten aus
zugehen, auch wenn der
Beschwerdeführer über keine
(hier verwertbare)
Berufsausbildung verfügt und bisher vorwiegend körperlich schwere
re
Arbeiten
ausübte. Folglich können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt
werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeits
markt als ausserordentlich zu bezeichnen sind. Solche Umstände sind vorliegend nicht
ersichtlich
(
vgl. das
Urteil
8C_61/2018
vom 23. März 2018 E. 6.5.2)
.
Die fehlenden Deutschkenntnisse sowie die Nationalität
des Beschwerdeführer
s
recht
fertigen
überdies ebenfalls
keinen Abzug vom Tabellenlohn (vgl. das Urteil 9C_857/2017 vom 24. August
2018
E. 4.3.2 und 9C_266/2017 vom 29. Mai
2018
E. 3.4.4).
4.3
Würde
zugunsten des Beschwerdeführers
auf die standardisierten Löhne gemäss LSE abgestellt, erg
ä
b
e
sic
h folgender Einkommensvergleich:
Die Gegenüber
stellung von
Fr. 68’549
.
-- (
Valideneinkommen
)
und Fr.
67
'
102
.
--
(
Invalidenein
kommen
)
ergibt
eine
Erwerbseinbusse
von Fr. 1'447
.--
. Dies entspricht einem Inva
liditätsgrad von gerundet 2 %, was keinen Rentenanspruch begründet.
5.
Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.