Decision ID: a21c849b-dcd6-485c-b3f2-b8ab78a59263
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1976, war seit dem 2
2.
April 2003 als Baufacharbeiter bei der
Z._
AG angestellt und dadurch bei der Suva obligatorisch unfallversichert (
Urk.
6/1). Am
1.
November 2017 arbeitete er
auf dem zweiten Stock
werk
eines Baug
erüsts
in
ca.
vier
Meter
n
Höhe
, als sich das Boden
brett unter i
h
m löste
,
er zuerst auf den darunterliegende
n
Gerüststock
und
schliesslich
auf den Betonboden
fiel
(
Urk.
6/31
S. 1
).
In
folge zunehmender Schmerzen
am
oberen Sprunggelenk
des
rechten
Fuss
es
(
OSG rechts
) stellte sich der Versicherte am Folgetag bei seinem
Hausarzt
vor
, welcher eine Kontusion in den Bereichen OSG rechts sowie dorsaler Oberschenkel und
Scapula
rechts diagnostizierte
(
Urk.
6/11).
Nachdem sich die Beschwerden nicht
suffizient
gebessert hatten
,
wurde am 1
9.
Februar 2018 am
Kantonsspital A._
ein
arthroskopisches
Déb
ridement
am OSG
recht
s
mit einer raffenden Bandplastik
durchgeführt (
Urk.
6/24 S. 2).
Die
Suva
erbrachte die gesetzlichen Leistungen und
veranlasste
einen Rehabilitationsaufenthalt
in der Rehaklinik
B._
,
welcher
vom
7.
August bis 4.
September 2018
statt
fand
(
Urk.
6/
53).
Nach einer kreisärzt
lichen
Untersuchung
vom
9.
Juli 2019 (
Urk.
6/150)
teilte
die Suva
dem Versicher
ten
am 2
9.
August 2019
mit
, dass sie
die
Heilkostenleistungen (
mit Ausnahme der Kosten für neun Sitzungen Osteopathie) per sofort sowie die
Taggeldleistun
gen per 30.
November 2019 einstellen
und über den Rentenanspruch zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden
werde (
Urk.
6/180, vgl.
Urk.
6/187 S. 2).
Die
mittlerweile involvierte
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, schloss mit Mitteilung vom 2
3.
Dezember 2019 ihre Eingliederungsbemü
hungen ab (
Urk.
6/196).
Mit Verfügung vom
4.
Februar 2020 verneinte die Suva einen Anspruch
des Versicherten
auf
eine
Invalidenrente und
eine
Integritätsent
schädigung (
Urk.
6/203). Die
vo
n
diesem
am 6. März 2020 e
rhobene Einsprache
(
Urk.
6/213)
wies die Suva mit Entscheid vom
1.
Dezember 2020 ab (
Urk.
2).
2.
G
egen
den
Einspracheentscheid
erhob der
Versicherte am 1
8.
Januar 2021 Beschwerde mit den
Anträgen
(
Urk.
1 S. 2)
,
dieser
sei aufzuheben
und
es seien
die gesetzlichen Leistungen als Folge des Ereignisses vom
1.
November 2017 über den
1.
Dezember 2019 hinaus zu erbringen. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit der medizinische Sachverhalt mittels eines orthopädischen Gutachtens abgeklärt und hernach über den Anspruch
auf Versicherungsleistungen
neu befunden werde.
M
it Beschwerdeantwort vom 2
4.
Februar 2021
(
Urk.
5
) beantragte die Beschwerdegegnerin, die Beschwerde sei
abzuweisen, was dem Beschwerdeführer
am
2.
März 2021 zur Kenntnis gebracht
wurde
(
Urk.
7
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei den im Einzelnen in Abs. 2 auf
geführten Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leis
tungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Ren
tenalters ereignet hat (
Art.
18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbe
ginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Zur Bestimmung des Invalidi
tätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausal
zusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers spielt im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausa
lität deckt (BGE 134 V 109 E. 2, 127 V 102 E.
5b/
bb
). Sind die geklagten Beschwerden natürlich unfallkausal, aber nicht organisch objektiv ausgewiesen, so ist die Adäquanz besonders zu prü
fen. Dabei ist vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, und es sind
gegebenenfalls weitere unfallbezoge
ne Kriterien einzubeziehen (BGE 134 V 109 E.
2.1). Hat die versicherte Person beim Unfall eine Verletzung erlitten, welche die Anwendung der so genannten Schleudertrauma-Rechtsprechung rechtfertigt, so sind
hierbei die in BGE 117 V 359 E. 6a begründeten und in BGE 134 V 109 E.
10 präzisierten Kriterien massgebend. Ist diese Rechtsprechung nicht anwend
bar, so sind grundsätzlich die Adäquanzkriterien, welche für psychische Fehlent
wicklungen nach eine
m Unfall entwickelt wurden (BGE
115 V 133 E. 6c/
aa
; so genannte
Psycho-Praxis), anzuwenden (BGE 134 V 109 E.
2.1; zum Ganzen v
gl. BGE 138 V 248 E. 4; vgl. auch BGE 140 V 356 E.
3.2).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Bei Entscheiden gestützt auf versicherungsinterne ärztliche Beurteilungen, die im Wesentlichen oder ausschliesslich aus dem Ve
rfahren vor dem Sozialversiche
rungsträger stammen, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Sc
hlüssig
keit der ärztlichen
Feststellungen, ist eine versicherungsexterne medizinische Begutachtung anzuordnen (vgl. BGE 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründet ihren
Einspracheentscheid
im Wesentlichen
damit, dass
gestützt
auf die kreisärztliche Beurteilung
vom 9. Juli 2019
von weiteren Behandlungen keine namhafte Verbesserung mehr zu erwarten
und dem
nach der Fallabschluss mit Einstellung der Heilkosten- und Taggeldleistun
gen per 29. August
beziehungsweise
30. November 2019 zeitgerecht erfolgt
sei. Die in
zwischen teilweise organisch nicht mehr (hinreichend) nachweisbare
n
Beschwer
den seien unter Anwendung der A
däquanzkriterien nach BGE 115 V
13
3 ff. (sog. Psychopraxis
) zu beurteilen. D
a höchstens zwei der massgebenden Kriterien
und diese nicht in
besonders ausge
prägter Weise vorliegen würden, sei ein
adäquater
Kausalzusammenhang zwischen
dem Unfallereignis und den über den
1.
Dezem
ber 2019 hinaus geklagten
Beschwerden zu verneinen (
Urk. 2
S.
7
ff.).
Betreffend einen Rentenanspruch
sei
d
as hypothetische Invalideneinkommen g
estützt auf das kreisärztliche Zumutbarkeitsprofil und
unter Anwendung der
Tabellenlöhne
gemäss
LSE
mit
Fr.
67'643.--
festzulegen.
Ausgehend vom letzten Arbeitsverhältnis und einem ermittelten
Valideneinkommen
von F
r.
71'841.-- resultiere eine
Erwerbseinbusse von nominal
Fr.
4'098
.--
, was 5.7
%
entspreche und unter dem rentenberechtigenden Grenzwert von 10
%
liege (S. 12 ff.).
Auf
grund
der versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 1
0.
Juli 2019 erreiche
auch
der erlittene Integritätsschaden die
Erheblichke
itsgrenze
zur Ausrichtung einer
Integritätsentschädigung
nicht
,
da
keine Instabilität
im OSG
vorliege
und eine Arthrose nicht zu erwarten
sei. Damit bestehe auch kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung (S. 15).
2.2
Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt
(
Urk.
1 S. 5
f.
)
, aufgrund der ärztlichen Beurteilung von Prof.
Dr.
C._
sei nicht zweifelsfrei erstellt, dass von weiteren medizinischen
Massnahmen keine namhafte B
esserung des Gesundheitszustandes zu erwarten sei. Die Leistungseinstellung
sei
mithin ver
früht
erfolgt. M
it Blic
k
darauf
, dass er
möglic
herweise unter einem CRPS leide
,
hätte es
weiterer Abklärungen bedurft.
Die
kreisärztliche Beurteilung stelle
damit keine verlässliche medizinische Entscheidungsgrundlage dar und es seien weitere Abkl
ärungen zum Gesundheitszustand und
zu den therapeutischen Möglichkeiten
sowie
den Chancen auf eine Verbesserung des Gesundheitszustandes mit Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit vorzunehme
n
. Dabei sei auch die Frage der
Integritätsentschädigung gutachterlich zu überprüfen
, da die kreisärztliche Beur
teilung diesbezüglich nicht ausreichend fundiert sei
.
Er bestreite auch
,
ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen erzielen zu kön
nen. Als Mitarbeiter ohne Berufsabschluss hätte er
bei der
Z._
AG
im Jahr 2019 mindesten
s
mit einem Lohn von
Fr.
72'000.-- rechnen können.
Da er ausschliesslich in körperlich schweren Tätigk
eiten eingesetzt worden sei und
sol
che Tätigkeiten
ihm nicht mehr zumutbar und allenfalls auch nur noch teilzeitli
che Tätigkeiten möglich seien, wirke sich
dies
erheblich auf
seine
Verdienst
mög
lichkeiten
aus
. Von den
statistischen Löhnen
müsse deshalb
ein
leidensbe
d
ingter Abzug von mindestens 10
%
v
orgenommen werden.
3.
3.1
Im B
ericht des
Kantonsspital
s
A._
vom 2
0.
F
ebruar 2018 (
Urk.
6/24/2-4)
wiesen
die Ärzte
auf
d
ie
am Vortag durchgeführte
Operation
«
A
rthroskopische
Débridement
OSG,
laterale
raffende Bandplastik rechts
»
hin
. D
ie Ärzte
führten
aus, der Beschwerdeführer habe am
1.
November 2017 einen Arbeitsunfall
erlitten
, wobei er au
s vier
Meter
n
Höhe
gestürzt
und sich
hierbei eine OSG-Distorsion rechts zu
gezogen habe.
In der hausärztlichen Sprechstunde
seien
mit
konventionell-radiologisch
er Bildgebung
Frakturen
ausgeschlossen
worden und
bei Verdacht auf
Läsionen am
lateralen Ban
dapparat
sei
eine kon
servative Therapie mittels Ruhigstellung in einer OSG-Orthese
erfolgt. Dies sowie
die
physiotherapeutische Nachbehandlung
habe
jedoch
keine suffiziente Beschwerdelinderung
gebracht und der Beschwerdeführer habe über
persistie
rende Schmerzen sowie ein Instabilitätsgefühl
geklagt. Eine Wiederaufnahme der Arbeit auf
der Baustelle
sei
ihm aus diesem Grund
nicht möglich gewesen. Klinisch
bestünden
eine deutliche
laterale Aufklappbarkeit im OSG sowie ein
Talus
vorschub
. MR-tomographisch
zeigten sich insgesamt intakte
ligamentäre
Struk
turen mit Vernarbungszeichen, die im Rahmen e
iner
elongierten
Verheilung bei
sta
ttgeha
bter Ruptur interpretiert
würden
. Bei
deutlich
er klinischer
Instabilität des OSG
sei die Indikation
zum operativen Vorgehen gegeben.
Die Nachbehand
lung erfolge mit voller Entlastung im gespaltenen Un
terschenkelgips für zwei Wochen und
danach
mit
Entfernung des Nahtmaterials
beim Hausarzt und
an
schliessend
er
Ruhigstellung im
VACOped
mit 20%
iger Belastung
des Körperge
wichtes für weitere vier
Wochen und Thromboseprophylaxe
für sechs Wochen
sowie physiotherapeutischen Massnahmen ab der dritten postoperativen Woche
.
3.2
Im Austrittsbericht
der Rehaklinik
B._
vom 1
1.
September
2018
(
Urk.
6/55)
über den Aufenthalt vom
7.
August bis
4.
September 2018
nannten die Ärzte die folgenden Diagnosen
(S. 1)
:
1.
0SG Distorsion rechts
-
3
0.
Januar 2018 Röntgen 0SG rechts: Im Bereich der
Fibulaspitze
sicht
bare Verknöcherung im Bereich der
ligamentären
Ansatzstellen, hinweisend auf einen
ossären
Bandausriss. Ansonsten zentriertes OSG ohne Hinweise für
osteochondrale
Läsionen, grössere Inkongruenzen oder ältere Fr
akturen
-
1.
Februar 2018 MRI OSG rechts: Leichte bis mässige Vernarbungen im Bereich der vorderen
Syndesmose
sowie des Ligamentum
s
fibulotalare
anteriu
s
und
posterius
– insgesamt seien
die Bänder intakt. Keine Hinweise auf eine relevante Sehnenpathologie. Keine Hinweise auf eine
osteochondrale
Läsion
-
1
9.
Februar 2018
Arthroskopisches
Débridement
OSG sowie lateral raf
fende Bandplastik
-
2
4.
August 2018 MRI OSG rechts:
Anteriores
talofibulares
Ligament nach Bandplastik nicht abgrenzbar. Übrige lat
erale Ligamente und
Syndesmose
i
ntakt. Geringe
Tendopathie
der
Peroneus
brevis
Sehne. Achil
lessehne und -ansatz regelrecht
2.
Schulterkontusion links
3.
Wirbelsäulenkontusion
Die I
nspektion
b
eim Eintritt (S. 6) zeige am rechten Sprunggelenk eine leichte Rötung und Schwellung
ohne Überwärmung. Es bestünden
Druckschmerz
en
am medialen Gelenkspalt und
an
den
Peronealsehnen
. Die Beweglichkeit
Dorsalex
tension/
Plantarflexion
(DE/PF)
betrage
10-0-40° und sei
endgradig
schmerzhaft. Die Stabilität sei leicht eingeschränkt und im Seitenvergleich zeige sich eine leicht vermehrte laterale Aufklappbarkeit ohne vermehrten
Talus
vorschub
. Die Kraft
grade der Ker
nmuskeln der unteren Extremitäten seien seitengleich M5/5 vor
handen und die Sensibilität int
akt
,
mit leichter Minderung am fünften
Strahl.
Allgemein präsentiere sich der
41-jährige
Beschwerdeführer
in
gutem Allgemein- und Ernährungszustand. Die
Herztöne
seien rein und
ohne Nebengeräu
sche und
die Lunge allseits belüftet
mit normalem Atemgeräusch. E
s bestehe eine g
ute Kooperation
und die s
prachliche Verständigung
sei nicht
beeinträchtigt.
Beim Austritt berichte der Beschwerdeführer, dass er von der stationären Rehabilitation ein wenig habe profitieren können und sich körperlich fitter
fühle. D
ie Schmerzen
seien
je
doch unverändert geblieben
.
Die Prob
leme beim Austritt seien
Schmerzen
an den
Peronealsehnen
rechts bei Belastung,
eine
Schwellung OSG rechts nach Belastung, ein leicht hinkendes
Gangbild und e
i
n eingeschränktes Gleichgewicht OSG rechts
(S. 1)
.
Als Hauptziel für die aktuelle Phase der Rehabilitation sei die allgemeine Vorbereitung auf eine berufliche Reintegration in einer späteren Reha
bilitations
phase festgelegt worden und dieses
Ziel
habe weitgehend erreicht werden können. Die Tätigkeit als Maurer sei aktuell nicht zumutbar
,
da
die A
nforderungen
(
schwere Tätigkeit, Ersteigen von Leitern/Gerüsten, Gehen auf unebenem Gelände
)
zu hoch
seien
.
Andere berufliche Tätigkeiten seien ganztags zumutbar, soweit es sich um eine mittel
schwere Arbeit handle, welche kein Ersteigen von Leitern/Gerüsten, keine Tätig
keiten auf unebenem Gelände und keine längerdauernden Zwangshaltungen beinhalte
(S. 2)
.
3.3
Prof.
Dr.
med.
C._
, Orthopädie und Traumatolo
gie des Bewegungsappa
rates,
Chefarzt am Kantonsspital
D._
, führte im Sprechstunden
bericht vom 2
5.
Februar 2019 (
Urk.
6/
116)
aus,
anamnestisch
sei auch in der Rehabilitation
in
B._
trotz multiple
r
konservative
r
Therapien keine Besserung im Verlauf erzielt worden
,
weshalb sich
der Beschwerdeführer mit Hinweis auf di
ffuse Schmerzen mit
Punctum
maximum
über der Ferse und lateral im Bereich des Rückfusses
für eine Zweitmeinung
vor
stelle
. Das
Spect
-CT vom 2
1.
Februar 2019 zeige eine minimale Mehrbelegung des rechten Rück-/Mittelfusses im Seitenver
gleich, was sich im Skel
ett
diffus auf das OSG
und das
C
hopart
sche
Gelenk ab
zeichne. Es bestünden keine Hinweise auf einen Gelenkschaden im Sinne einer aktivierten Arthrose.
Der rechte Fuss präsentiere sich mit einem deutlichen Reha
bilitationsdefizit und einem Lokalstatus, der an einen
sudeckoiden
Zustand denken lasse. Als einzige mögliche mechanische Schädigung sei eine leichte
Eversionsschwäche
mit Schmerzprovokation im
cranialen
Peronealsehnenfach
zu sehen. Auf Grund des zurückliegenden MRI-Befundes und der noch bestehenden Aktivierungsmöglichkeit sei aber nicht davon auszugehen, dass es sich hier um eine signifikante morphologische Schädigung handle. Zweifellos sei der jetzige Zustand nicht befriedigend, aber aus orthopädischer Sicht sei keine Indikation zum aktiven Vorgehen zu sehen
;
es seien
jedoch
weitere konservative Massnah
men zur Wiederherstellung der Funktion notwendig.
3.4
Im Bericht der
E._
AG vom 1
3.
Juni 2019
(
Urk.
6/141)
führte die zuständige Physiotherapeutin aus, der Beschwerdeführer sei nach einer Pause von Januar bis April 2019 nochmals 18 Mal behandelt worden. Er gebe Schmerzen im Bereich des OSG (dorsal/medial) an (2/10 in Ruhe, 5/10 beim Gehen). Das Bewegungsausmass (DE/PF 0/0/55) sei schmerzhaft eingeschränkt und vor allem
das G
ehen
verstärke seine Beschwerden. Im Verlauf
sei vom
Beschwerdeführer
keine Besserung angegeben worden
, weshalb
die
Therapie
in Absprache
mit ihm
und
im Hinblick auf
andere
Therapiea
nsätze
beendet
worden
sei
.
3.5
Kreisärztin med.
pract
.
F._
, Fachärztin für Chirurgie, führte im Bericht vom 10. Juli 2019 über die am Vortag erfolgte Un
tersuchung aus (
Urk.
6/150 S. 4
f.),
der Beschwerdeführer berichte, dass es gute und schlechtere Tag
e
gebe, er aber
gesamthaft
mit der
Situation
nicht zufrieden sei
. Er habe seit ungefähr einem Jahr keine wesentliche Besse
rung mehr bemerkt und insbesondere
von der Operation
subjektiv
nicht
profitieren können
.
D
urch diese habe
sich seine Beweglichkeit
vermindert und die Beschwerden
hätten
zugenommen. E
r habe viele Therapien gemacht und
aktuell habe er eigentlich alle Therapien eingestellt, mache
aber
noch
Eigenübungen
und die
nächsten Termine im
Kantonsspital A._
habe er im Dezember 201
9.
An Medikamenten nehme er Vitamin C,
Calciphos
D3 und
Dafalgan
ein
und
behandle lokal mit
Voltaren Gel.
N
ach einer Gehstrecke von zirka
einer hal
ben Stunde
komme
es zu vermehrten Beschwerden
, sodass
er nicht weitergehen könne. Ausserdem
beklage
er
eine Schwellung und auch
eine
Dunkelfärbung, vor allem im Bereich des
Malleolus
lateralis
,
und zudem ein
fehlendes Gefühl in den Zehen drei und vier
. Bezüglich Nagelwachstum sei ihm nichts aufgefallen, der rechte Fuss
schwitze
jedoch s
tärker als der gesunde linke Fuss. Die Einlagen, die er in
B._
erhalten habe, könne er maximal zwei Stunden am Tag tragen, danach
habe er vermehrt Beschwerden, sodass er i
n der Regel Kon
fektionsschuh
werk, Sneakers beziehungsweise
Sportschuhe
trage
.
Z
ur Untersuchung
sei er
mit dem Auto angereist
,
was
ordentlich
gehe
. Er trainiere täglich im Fitnessstudio und habe initial MTT
(medizinische Traini
n
gstherapie)
gemacht, jetzt
erfolge das Training
eigenständig.
Hinsichtlich
der
Untersuchungsbefunde führte die Kreisärztin aus
(S. 5)
, der 42-jährige Beschwerdeführer präsentiere sich in gutem All
gemein- und Ernährungs
zustand
,
d
e
n
Gang vom Warte- ins Untersuchungszimmer
absolviere er
in Konfektionsschuhwerk mit
wechselbelastend
em
und flüssigem Gangbild.
Inspekto
risch
zeigten sich keine Auffälligkeiten der unteren Extremität hinsicht
lich Kolor
it, Schwellungszustand und Behaarung
smuster
sowie
keine auffallende Muskelhypotrophie. Die Nägel imponierten ohne trophische Veränderungen und die Füsse seien am Morgen der Untersuchung gegen 9 Uhr symmetrisch ohne relevant
e Schwellung. D
ie Fussgewölbe
seien beidseits diskret abgesenkt und b
eide Füsse deutlich «
schwitzig
». Im
wechselbelastend
en
Barfussgang zeige sich ein flüssiges Gangbild. Der Zehenspitzen
s
tand sei möglich,
der
Zehen
gang knapp möglich und rechts schmerzhaft. Der Fers
enstand sei knapp und
der
Fersen
gang kaum möglich wegen vermehrte
r
Beschwerden.
Der
Einbeinstand
sei
beidseits
möglich und
rechts etwas sicher
er
als links. Die tiefe Hocke könne
knapp einge
nommen werden
. B
eide Füsse
seien
bei
insgesamt dunklerem
Hautton
betreffend Kolorit noch
etwas dunkler abgesetzt, jedoch absolut symmetrisch und d
as Behaarungsmuster
,
soweit zu erkennen
–
die
Füsse und Unterschenkel
seien rasiert
–
unauffällig
. Die Fusspulse
seien beidseits kräftig, wobei sich im
Bereich
des rechten Knöchels allenfalls
doch
ein
leicht verstärktes Einschneiden des Sockenbündchens im Vergleich zur linken Gegenseite
zeige.
Beide Füsse
seien
sym
metrisch betreffend Temperatur,
eher feucht-kühl und
mit
auffallende
r
Schweisssekretion
beidseit
s mit kleinen
«
Schweisspfützen
»
. Die plantare
Beschwielung
sei beidseits kräftig vorhanden
;
r
echts
sei
der Gr
osszehenballen kaum
beschwielt
,
nachdem
der Beschwerdeführer
längere Zeit über de
n Fussaus
senrand abgerollt habe
.
A
m Fussaussenrand
bestehe
jedoch auch rechts
eine
kräf
tige
Beschwielung
.
Die Sensibilität der rechten unteren Extremität
sei
vollkom
men una
u
ffällig mit Ausnahme der Zehen drei und vier
,
wo
eine
gewisse Hypo
sensibilität
bestehe
. Die Narben nach Arthroskopie und lateraler Bandplastik
seien
komplett reizlos
.
Es
bestünden
diffuse
Druckdolenz
en
im B
ereich des
Malleolus
lateralis
mehr als
medialis
sowie
ein schmerzhafter
Punkt auch im Bereich der
Achillessehne, des Achillessehnenansatzes und unterhalb der Ferse. Im
Bereich des lateralen
Zugangs finde
sich ein po
sitives Hoffmann-
Tinel
-Zeichen. Es best
ünden
k
eine
vermehrte laterale oder mediale
Aufkl
appbarkeit und
kein
Talus
vorschub
;
es zeige sich
eine
absolut
e
Stabilität auch im
Seitenvergleich.
Unter Beurteilung hielt die Kreisärztin fest
(S. 6 f.)
,
eindreiviert
el
Jahre nach dem Sturzereignis mit
OSG-Distorsion rechts und nachfolgender operativer Versor
gung mittels Bandplastik bestünden weiterhin Beschwerden im Bereich des OSG rechts, die zu einer eingeschränkten Belastbarkeit führten. Störend sei vor allem die Schwellneigung verbunden mit diffusen Beschwerden
am
rechten OSG, die in ihrer Gesamtheit und auch betreffend die beklagte Beschwerdehaftigkeit mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bild
gebenden Abklärung sowie den Diagnosen aus somatischer Sicht nicht mehr erklärbar seien
. In der Untersuchung zeige
sich ein absolut reizloses OSG ohne relevante Schwellung m
it
mässiggradig
eingeschränkter
Beweglichkeit. Auffal
lend
sei
eine massiv verstär
kte Schweissneigung. D
ies
e
sei jedoch beidseits sym
metrisch zu beobachten. Es finde
sich auch keine namhafte Muskelvolumenmin
derung der
rechten unteren Extremität. Das Gangbild zeige sich
aktuell
erfreulich und
lediglich die erschwerten Gangarten
hätten
nicht vollumfänglich demonstrier
t werden können, wobei
sich
hier
eine
gewisse Unsicherheit, gesam
thaft jedoch keine Instabilität
des rechten OSG
gezeigt habe
. Verfärbungen
seien
nicht vor
gelegen und
beide Füsse
seien
u
ngefähr
ab der
Sprunggelenkshöhe etwas
dunkler pigmentiert bei mediterranem Hauttyp. Haar- und Nagelwachstu
m
seien
unauffällig
und seitengleich;
auch
die
Temperatur
sei
seitengleich.
Es
sei
damit klar festzuhalten, dass die Budapester-Kriterien zur Diagnose eines CRPS bei weitem nicht erfüllt seien. Unterschiedlich sei einzig und allein das
Beschwie
lungsmuster
der beiden Füsse, wobei auch die rechte untere Extremität eine deut
liche
Beschwielung
zeige, hier jedoch überw
iegend am lateralen
Fussrand
, sodass
sich kein symmetrische
s
Beschwielungsbild
wie am linken Fuss
zeige
. Gesamthaft seien die Schmerzen/Beschwerden unfallbedingt nicht mehr erklärbar, zumindest nicht im beklagten Ausmass
.
Weitere Massnahmen/Therapien se
ien nicht mehr zu empfehlen beziehungsweise
eine namhafte Besserung sei dadurch nicht mehr zu erreichen.
Der Beschwerde
führer sei instruiert und angehalten, seine
Eigenbeübung
fortzusetzen, auch das regelmässige Fitnesstraining sei sicherlich zu be
fürworten. Ob noch komplemen
tär
med
i
zinische Verfahren versucht werden sollten, müsse der Beschwerdeführer mit seinem Hausarzt besprechen, allenfalls könne damit eine Besserung des subjektiven Befindens hervorgerufen werden. Gesamthaft sei jedoch eine nam
hafte Besserung durch eine komplementärmedizinische Behandlung überwiegend wahrscheinlich nicht mehr zu erwarten. Der Endzustand sei erreicht (S. 7).
Die Tätigkeit als Bauarbeiter sei nicht als
optimal zu erachten, da schwer
,
belasten
d,
mit Zwangshaltungen
und
repetitive
m
Laufen auf unebenem Gelände verbunden. In Anbetracht der Situation am rechten OSG wäre eine wechselbelastende Tätig
keit sinnvoll und eine solche mittelsch
were Tätigkeit in voller Präsenz
zumutbar. Dabei sollte die Tätigkeit ohne Schläge und Vibrationen auf die rechte untere Extremität sein und zudem keine repetitiven Zwangshaltungen, sprich keine kauernden, kriechend
en und hockenden Tätigkeiten be
inhalten.
Der erlittene
Integritätsschaden erreiche die
Erheblichkeitsgrenze
zur Ausrichtung einer Integri
tätsentschädigung nicht,
da
keinerlei Instabilität
vorliege und eine Arth
rose
nicht überwiegend wahrscheinlich zu erwarten
sei
(S. 8).
4.
4.1
Vorweg ist
in Bezug auf den als verfrüht
bemängelten
Fallabschluss
festzuhalten, dass a
ufgrund der medi
zinischen Aktenlage
im Zeitpunkt der Leistungseinstel
lung per 29. August 2019 (Heilbehandlung mit Ausnahme von neun Sitzungen Osteopathie) beziehungsweise per 30. November 2019 (Taggeld)
keine Thera
pie
optionen vorgeschlagen werden konnten, die eine namhafte
B
esserung der Beschwerdesituation
im Sinne einer ins Gewicht fallenden Steigerung der
Arbeitsfähig
keit (
E. 1.1,
BGE 134 V 109 E. 4.3) erwarten l
ie
ssen. So
hielt
der im Februar 2019 zwecks Einholung einer Zweitmeinung konsultierte
Prof.
Dr.
C._
in der Anamnese fest
,
dass
seit dem Aufenthalt in der Rehaklinik
B._
trotz multiple
r
konservative
r
Therapien keine Besserung
mehr
erzielt
werden konnte
. Eine Indikation für
einen weiteren
chirurgischen
Eingriff
sah er, trotz
eines
nicht befriedigenden Zustand
es, explizit nicht (E. 3.3)
. Die von ihm
– wie auch
der Kreisärztin med.
pract
.
F._
(Stellungnahme vom 20. März 2019, Urk. 6/126 S. 3) und den Ärzten des
Kantonsspital
s
A._
(Bericht vom 14. März 2019, Urk. 6/127 S. 2)
–
befürworteten
konservativen Massnahmen
wurden
in Form von Physio- und Ergotherapie (einschliesslich Spiegeltherapie)
um
gesetzt
,
brachten indes keinen Erfolg und wurden deshalb noch im Frühjahr 2019 beendet (E. 3.4; vgl. auch hausärztlicher Bericht von Dr. med.
G._
, Allgemeine Innere Medi
zin, vom 17. Mai 2019 und E-Mail der Ergotherapeutin vom 15. Mai 2019, Urk. 6/136 S. 2 f.).
Im Übrigen stehen eine
allfällige blosse Verbesserung allein des Leidens an sich, eine nur kurzfristige Linderung, eine blosse Verbesserung der Befindlichkeit oder dass
die versicherte Person
etwa von Physiotherapie profitie
ren kann,
einem Fallabschluss nicht entgegen (Urteil des Bundesgerichts 8C_172/2018 vom
4.
Juni 2018 E. 4.3).
Schliesslich erklärte der Beschwerdeführer
anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung im Juli 2019
auch
selber, dass er weder von der Operation im
Kantonsspital A._
noch von den seitherigen Therapien habe pro
fitieren können und deshalb alle Th
erapien eingestellt
worden seien
(E. 3.5). Der Auffassung der Kreis
ärztin
med.
pract
.
F._
, wonach
im Untersuchungszeitpunkt im Juli 2019
a
us
prognostischer Sicht von weiteren Therapieoptionen keine nam
hafte V
erbesserung mehr zu erwarten war
, kann damit nichts entgegengehalten werden
,
zumal selbst retrospektiv
keine andere
Sichtweise
vorgelegt werden konnte
(Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom
2.
Mai 2014 E. 4.1). Mangels gegenteiliger Anhaltspunkte ist somit
davon auszugehen, dass der End
zustand
spätestens
im Zeitpunkt der Leistungseinstellung durch die Bes
chwerdegegnerin per
29. August 2019 beziehungsweise
Ende November 2019
erreicht war. Daran ändert
auch nichts, dass die Eingliede
rungsmassnahmen der Invalidenversiche
rung
kurze Zeit
später
, nämlich
am 2
3.
Dezember 2019
mit der Begründung abgeschlossen wurden, dass sich der Beschwerdeführer
bei keiner der angegebe
nen Institutionen für eine Stellensuche und auch sonst nicht
mehr
gemeldet habe (vgl.
Urk.
6
/
196 S. 2
).
Entsprechend
ist der Fallabschluss
unter
Einstellung der vorübergehenden Leistungen
(
Heilbehandlung und Taggeld
) mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung
nicht zu beanstanden
(vgl. BGE 134 V 109 E. 4.1)
.
4.2
Die Beschwerdegegnerin hielt gestützt auf die Einschätzung von med.
pract
.
F._
dafür, die über den Fallabschluss hinaus persistierenden Beschwerden seien teil
weise organisch nicht mehr hinreichend
nachweisbar (Urk. 2 S. 7). Sie nahm daher eine Adäquanzprüfung gemäss BGE 115 V 133
(sog. Psycho-Praxis)
vor, wobei sie von einem mittelschweren Unfall im engeren Sinn ausging und höchs
tens zwei der massgebenden Kriterien in der einfachen Form als erfüllt erachtete, was bei der angenommenen Unfallschwere für die Bejahung der Adäquanz nicht genügt
(vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 8C_670/2010 vom
10. Dezember 2010
E. 4.2.6)
.
Dieses Vorgehen
steht im Einklang mit der Sach- und Rechtslage und
wurde vom Beschwerdeführers nicht substantiiert
bestritten
, weshalb sich weitere Ausführungen erübrigen
.
Insofern der Beschwerdeführer monierte, dass er möglicherweise an einem CRPS (
c
omplex
regional
pain
syndrom
)
– dabei handelt es sich um einen organischen
beziehungsweise
körperlichen Gesundheitsschaden (Urteil des Bundesgerichts 8C_123/2018 vom 18. September 2018 E. 4.1.2) –
leide, weshalb es weitere
r
Abklärungen
bedurft hätte
(vgl. E. 2.2 hiervor)
,
kann ihm nicht gefolgt werden.
Denn
selbst
Prof.
Dr.
C._
hielt
diesbezüglich
fest
, dass
der Lokalstatus
zwar an ein
solches
Zustand
sbild
(Morbus
Sudeck
)
denken lasse
, dies
aber
inso
weit
relativierte
,
als
er
eine
signifikante morphologische Schädigung
ausschloss
. Die K
reisärztin
setzte sich denn auch mit dieser
Frage in ihre
m
Untersuchung
s
bericht
explizit auseinander
und
s
chloss die D
iagnose eines CRPS
aufgrund der Untersuchungsbefunde und
bei fehlender
Erfüllung der Budapester-Kriterien nachvollziehbar aus (
Urk.
6/150 S. 7).
4.3
Es
besteht
auch
kein Anlass, von der Beurteilung der unfallbedingten Rest
arbeits
f
ähigkeit abzuweichen, welche die Kreisärztin
im Untersuchungsbericht
vom 1
0.
Juli 2019
vorgenommen
hat
(E. 3.5)
,
zumal bereits die Ärzte der Rehaklinik
B._
zu einer gleichlautenden Einschätzung gelangt waren (E. 3.2)
. Dass
damit die
unfallbedingte
n
Beeinträch
tigunge
n am rechten Fuss
nicht
angemes
sen berücksichtigt
worden wäre
n
, ist nicht ersichtlich und wurde auch vom Beschwerdeführer nicht aufgezeigt
.
Namentlich ergibt sich nicht aus den Akten, dass er in einer solchen Verweisungstätigkeit nur noch in einem Teilzeitpensum einsatzfähig oder das Belastungsprofil weitergehend eingeschränkt wäre (Urk. 1 Ziff. 19).
Damit ist im Rahmen der Rentenprüfung (E. 4.4 hernach) auf die Arbeitsfähigkeitseinschätzung von med.
pract
.
F._
abzustellen.
Nachvoll
ziehbar und b
egründet ist auch die von der Kreisärztin vorgenommene Einschät
zung
des
Integritätsschadens, welche
n
sie unter Berücksichtigung, dass weder eine Instabilität im
rechten
OSG vorliegt noch überwiegend wahrscheinlich
eine Arthrose zu erwarten
ist
,
als nicht genügend erheblich beurteilte
(E. 3.5)
.
Es bestehen aufgrund der Akten auch keine geringen Zweifel an der Zuverlässig
keit
und Schlüssigkeit dieser E
inschätzung, weshalb es bei den Ausführungen der
Beschwerdegegnerin (Urk. 2 S. 14 f. Ziff. 5, Urk. 5 Ziff. 11)
sein Bewenden hat
.
Demzufolge wurde der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung zu Recht ver
neint.
Bei der gegebenen medizinischen Aktenlage ist der
entscheidrelevante
Sachverhalt namentlich im Hinblick auf
den Fallabschluss und
die strittige Frage der Unfallkausalität der persistierenden rechtsseitigen
Fussbeschwerden
sowie zur unfallbedingt beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit
und
zum
Vorliegen eines
Integri
tätsschadens
hinreichend
geklärt.
Ander
slautende
medizinische Berichte liegen nicht vor und es ergeben sich auch sonst keine Anhaltspunkte, die an der kreis
ärztlichen Beurteilung zweifeln
liessen
.
Auf beweismässige Weiterungen kann verzichtet werden, da
davon
m
it Bezug auf
die
entscheidrelevanten
Aspekte
keine zusätzlichen Erkenntnisse
zu
erwarte
n
sind
(antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157 E. 1d).
4.4
4.4.1
Zu prüfen
bleibt damit
mit Blick auf einen allfälligen Rentenanspruch
, wie sich die verbliebenen Unfallfolgen in erwerblicher Hinsicht auswirken. Wie dargelegt sind gestützt auf die Einschätzung der Kreisärztin dem Beschwerdeführer mittel
schwere
wechselbelastende Tätigkeit
en
ohne
Schläge und Vibrationen auf die rechte untere Extremität
und ohne
Arbeiten
,
die repetitive
Zwangshaltungen
erforde
r
n
(
kauern, kriechen
und hocken
)
,
vollzeitig zumutba
r
(vgl. E. 3.5
).
4.4
.2
Die Beschwerdegegnerin ermittelte das
Valideneinkommen
aufgrund der Anga
ben de
r
Arbeitgeber
in
zu
m
mutmasslichen Lohn im Jahr 2019 (vgl.
Urk.
6/154
S. 8
). Bei einem Stundenlohn von
Fr.
31.40, zuzüglich eine
s
13.
Monatslohn
es
(8.33
%
)
,
und einer jährlichen Arbeitsstundenanzahl von 2'112 resultierte ein
Valideneinkommen
von
Fr.
71'841.--, was vom Beschwerdeführer
mit dem postulierten Jahressalär von
mind
estens
Fr.
7
2'000.
--
(vgl. Urk.
1
Ziff.
18)
nicht substantiiert be
stritten wurde.
4.4.3
Das Invalideneinkommen ermittelte die Beschwerdegegnerin
(Urk. 5
Ziff. 10 und 10.1
)
gestützt auf die Tabellenwerte der
vom Bundesamt für Statistik (BFS) periodisch herausgegebenen
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung
,
konkret auf die Tabelle
TA1
der
LSE
2018
,
wonach der monatliche Bruttolohn (
Zentralwert
)
von Männern im gesamten privaten Sektor (Zeile «TOTAL») auf dem
Kompetenz
niveau 1
Fr.
5'417.--
beträgt
. Da der Beschwerdeführer
seit dem Unfallereignis vom 1.
November 2017 keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht und sich das
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen anrechnen lassen muss (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_237/2011 vom 1
9.
August 2011 E. 2.3), ist diese Vorgehens
weise nicht zu beanstanden.
Das so
auf eine durchschnittliche wöchentlich
e
Arbeitszeit von 41.7 Stunden
(
BFS,
Tabelle
T
03.02.03.01.04.01
Betriebsübliche Arbeitsze
it nach Wirtschaftsabteilungen
)
hochgerechnete und nominallohnberei
nigte
Einkommen
(vgl.
BFS,
Tabelle T 39; Entwicklung der Nominallöhne
, der Konsumentenpreise und der Reallöhne
)
beträgt
Fr.
68 ́336.40
(
Fr.
5'417.-- x 12
/ 40 x 41.7
/ 2260 x 2279
)
.
Insofern der Beschwerdeführer
die Berücksichtigung eines zusätzlichen Abzuges von mind
estens
10
%
fordert
(vgl.
Urk.
1
Ziff.
19)
,
ist zu beachten,
dass
praxis
gemäss
das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerbli
chen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berücksichtigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person
realisti
scherweise
noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die
Gegenstand des Abzugs vom Tabellenlohn bildende
Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen (Urteil des Bundesgerichts
8C_297/2018 vom 6. Juli 2018 E. 3.5
).
Das hiervor aufgeführte zumutbare Belastungsprofil,
wonach
mittelschwere
wechselbelastende Tätigkeit
en unter Vermeidung
von Zwangshaltungen und
bestimmter mechanischer Einwirkungen
auf die rechte untere Extremität
vollzei
tig zumutbar
sind
(vgl. E. 4.4.1 hiervor),
eröffnet dem Beschwerdeführer ein genügend breites
Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten
.
Zusätzliche
Umstände, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) als ausserordentlich zu bezeichnen sind (
Urteil des Bundesgerichts
8C_725/2020 vom 22. Dezember 2020 E. 4.4.1 mit Hinweis)
, sind nicht erkennbar
und wurden auch vom Beschwerdeführer nicht benannt
.
D
er Umstand allein, dass nur noch leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind,
ist selbst
bei eingeschränkter Leis
tungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_507/2020 vom 29. Oktober 2020 E. 3.3.3.2 mit Hinweisen).
Ebenso geht
ein neuer Arbeitsplatz stets mit ein
er Eingewöhnungsphase einher
,
sodass
auch ein allfälliger Anpas
sungsaufwand keinen Tabellenlohnabzug zu rechtfertigen
vermag
(Urteil des Bundesgerichts 9C_226/2020 vom 13. August 2020 E. 5.2 mit Hinweisen).
S
elbst
ein Abzug wegen
Teilzeitbeschäftigung
ist
bei Männern
nach der neueren Recht
sprechung
nicht mehr
automatisch vorzunehmen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_561/2018 vom 4. März 2019 E. 4.3.1
)
,
wobei sich diese Frage
hier
nicht stellt, nachdem dem Beschwerdefüh
rer in angepasster Tätigkeit die Verwertung eines
Vollzeitpensum
s
zumutbar ist.
Damit ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwer
degegnerin keinen zusätzlichen leidensbedingten Abzug vorgenommen hat
.
Dem
Valideneinkommen
von
Fr.
71'841.--
steht damit ein zumutbares Invaliden
einkommen von
Fr.
68 ́336.40
gegenüber. Damit bleibt es beim von der Beschwerdegegnerin
(vgl.
Urk.
5
Ziff.
10.4)
ermittelten
Invaliditätsgrad von ge
rundet 5
%
.
4.5
D
amit
ist
der angefoc
htene
Einspracheentscheid
vom 1
.
Dezember
2020
(
Urk.
2) nicht zu be
anstanden. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde
.