Decision ID: 08ae3f59-96a8-5e1a-afcd-c6d151a85889
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 27. Mai 2014 zum zweiten Mal bei der
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Als gesundheitliche
Beeinträchtigungen nannte sie Bewegungs- und Belastungsschmerzen, Gangstörung,
Drehschwindel, Tinnitus, Kopfschmerzen, Augendruck, Taubheit an Finger und Zehen
sowie Blockaden des ISG und der Brustwirbelsäule. Die Beeinträchtigung bestehe akut
seit 11. November 2013 und sei vorbestehend seit der Operation im Jahr 2010 (IV-
act. 100).
A.b Die Versicherte hatte in einem befristeten Arbeitsverhältnis als
Produktionsmitarbeiterin bei der B._ AG gestanden, als sie durch ein Verhebetrauma
einen Bandscheibenvorfall L5 erlitten hatte und deswegen ab 4. Februar 2010 krank
geschrieben werden musste (vgl. Krankmeldung, Fremdakten act. 1-2 und 1-8 ff.;
Verlaufsprotokoll Eingliederungsverantwortliche vom 7. Oktober 2011, IV-act. 45-1 f.).
Eine zusätzliche exacerbierte cervikale Schmerzproblematik war am 17. September
2010 operativ behandelt worden (anteriore cervikale Diskektomie und Fusion C4/5 mit
CSLP und Beckenkamm bei Spinalkanalstenose HWS 4/5 und foraminaler Enge; Klinik
für Orthopädische Chirurgie Kantonsspital St. Gallen [KSSG], Operationsbericht, IV-
act. 32-5; Austrittsbericht vom 27. September 2010, IV-act. 32-7 f.; Bericht vom
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8. Dezember 2010, IV-act. 28-2 f.). Gestützt unter anderem auf ein orthopädisches
Gutachten von Dr.med. C._ vom 8. August 2011, wonach die Versicherte in
angepassten Tätigkeiten (im Wesentlichen körperlich leicht mit Gewichtslimite von 5 kg
mit Wechsel zwischen Sitzen und Stehen, ohne häufige inklinierte, reklinierte oder
rotierte Körperhaltungen) seit April 2011 vollumfänglich arbeitsfähig sei (IV-act. 42) und
auf Arztberichte von Dr.med. D._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
der eine Anpassungsstörung mit erheblicher depressiver und ängstlicher Symptomatik
diagnostiziert hatte (ICD-10: F43.23; Berichte vom 22. Dezember 2011, IV-act. 58-2,
und vom 12. April 2012, IV-act. 63), hatte die IV-Stelle das erste Leistungsbegehren
vom 9. Juni 2010 (IV-act. 1) mit Verfügung vom 10. Mai 2012 abgewiesen (IV-act. 66).
Die Versicherte hatte am 14. Mai 2012 berufliche Massnahmen beantragt (IV-act. 67),
worauf ihr Arbeitsvermittlung zugesprochen worden war (Mitteilung vom 22. Oktober
2012, IV-act. 82). Diese war abgeschlossen worden, nachdem die Versicherte am
19. November 2012 eine Teilzeitstelle (50%, dann 70%) als Mitarbeiterin
Hauswirtschaft bei der E._ angetreten hatte (Verlaufsprotokoll
Eingliederungsverantwortliche, IV-act. 92; Verfügung vom 12. September 2013, IV-
act. 96; vgl. auch Arbeitsvertrag und Anschlussvertrag dazu, IV-act. 101-1 f.). Diese
Stelle wurde ihr auf den 30. Juni 2014 gekündigt, nachdem sie ab 11. November 2013
mehrheitlich zu 100% krank geschrieben worden war (Kündigung vom 16. April 2014,
IV-act. 101-4; Angaben Arbeitgeberin vom 1. Juli 2014, IV-act. 110; Arztbericht Dr.med.
F._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, vom 23. September 2014,IV-act. 121).
A.c Dr. F._ führte im genannten Arztbericht aus, es bestünden erhebliche
Restbeschwerden bei Status nach Operation an der Halswirbelsäule. Die Beweglichkeit
der HWS und LWS sei eingeschränkt, es sei eine chronische Schmerzsymptomatik
vorhanden. Er halte die Versicherte nicht für stabil genug, um an einem
Wiedereingliederungsprogramm teilzunehmen (IV-act. 121). Im Schmerzzentrum des
Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) wurde mit Datum vom 1. Oktober 2014 festgehalten,
bei der Versicherten zeige sich ein chronifiziertes Schmerzsyndrom mit zwei Hauptfoki,
nach Gebershagen entsprechend Stadium III von gemischt nozizeptiv neuropathischem
Schmerzcharakter. Insgesamt habe sich die Situation im Vergleich zu einer
Konsultation vor drei Jahren deutlich zugespitzt, dies sicher auch auf Grund der
psychosozialen Belastungssituation. Aktuell stehe der lumbosacrale Schmerz im
Vordergrund. Klinisch zeige sich ein mögliches S1-Syndrom linksseitig. In der
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Kernspintomographie lasse sich allerdings keine Neurokompression dokumentieren,
ebenso wenig eine ISG Affektion. Deutliche Facettengelenksarthrosen lägen vor. Das
Beschwerdebild sei somit nicht ganz eindeutig (IV-act. 157-8 f.).
A.d Die IV-Stelle entschied am 4. November 2014, berufliche
Eingliederungsmassnahmen seien zurzeit aufgrund des Gesundheitszustandes der
Versicherten nicht möglich (Mitteilung, IV-act. 123).
A.e Eine Abklärung in der Klinik für Psychosomatik des KSSG ergab die Diagnose
einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10:
F33.1; Bericht vom 29. Dezember 2014, IV-act. 158-7 f.). Die die Versicherte am
Schmerzzentrum behandelnde Dr.med. G._ berichtete im Folgenden, die Versicherte
leide an einem chronifizierten biloculären Schmerzsyndrom mit mediolateraler
Diskushernie L5/S1 links, konservativ therapiert, Osteochondrose LWK 5/SWK 1 bei
Hemilumbalisation SWK 1 links und gering aktivierten Facettengelenksarthrosen LWK 4
- SWK 1. Die Versicherte beschreibe lumbosacrale Schmerzen, stark pulsierend,
pochend, teilweise wie Messerstiche, ausstrahlend über das linke Bein bis zur
Grosszehe. Als zweitstärkste Komponente beklage sie einen von cervikal
ausstrahlenden hämmernden Schmerz mit Ausstrahlung bis zum Hinterkopf, teils bis zu
den Augen. Radiofrequenzablation, TENS sowie eine medikamentöse Umstellung seien
ohne dauerhaften Erfolg geblieben. Die Versicherte sei enttäuscht und sehe sich als
"Versuchskaninchen". Sie könne sich einer komplexen Pathogenese im Rahmen des
biopsychosozialen Krankheitsmodells nur schwer öffnen und lasse sich für einen
stationären Aufenthalt nicht motivieren (Berichte Schmerzzentrum KSSG vom
3. Februar 2015, IV-act. 157-3 ff., und vom 2. April 2015, IV-act. 131).
A.f RAD-Ärztin Dr.med. H._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, nahm am
20. April und 11. August 2015 Stellung, aus medizinisch-theoretischer Sicht betrage die
Arbeitsfähigkeit adaptiert 50% mit allfälliger Steigerungsoption (IV-act. 133, 145). Mit
Mitteilung vom 14. August 2015 lehnte die IV-Stelle die Zusprache beruflicher
Massnahmen ab, da sich die Versicherte subjektiv nicht arbeitsfähig fühle (Strategie-
Protokoll vom 11. August 2015, IV-act. 146; Mitteilung vom 14. August 2015, IV-
act. 148).
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A.g MMag. I._, Psychologin, hielt in einem Schreiben an die IV-Stelle vom
16. September 2015 (IV-act. 158-6) und im Verlaufsbericht vom 11. Februar 2016 (IV-
act. 164-2 f.) fest, die Versicherte nehme seit dem Assessment vom 18. Dezember
2014 regelmässige psychotherapeutische Gespräche wahr, meist einmal pro Monat.
Seit einem halben Jahr erhalte sie Cymbalta in gesteigerter Dosis. Dies helfe nicht
gegen Schmerzen, aber gegen das Gereiztsein und bei der Wahrnehmung ihrer
Grenzen und beim Abbau innerer Spannungen.
A.h Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte durch die medexperts AG
begutachtet (Gutachten vom 11. Juli 2016, IV-act. 175; Dr.med. J._, Allgemeine
Innere Medizin; Dr.med. K._, Neurologie; Dr.med. L._, orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates; med.prakt. M._, Psychiatrie und
Psychotherapie; Untersuchungen 11. und 12. Mai 2016). Die Gutachter diagnostizierten
als Leiden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 175-47 f.):
- ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom bei degenerativen Veränderungen
ossärer und diskogener Art,
- einen Status nach Sakralblock (27. April 2010), Status nach Applikation von Tens und
Caspaicin (2014), Status nach Medial-Branch-Block (November und Dezember 2014),
Status nach Radiofrequenzablation (29. Dezember 2014),
- ein cerviko-cephales und cerviko-brachiales Syndrom bei degenerativen
Veränderungen ossärer und diskogener Art,
- einen Status nach anteriorer cervikaler Diskektomie und Fusion CLSP und
Beckenkammspongiosa (17. September 2010),
- ein thorakovertebrales Schmerzsyndrom bei degenerativen Veränderungen ossärer
Art der mittleren BWS
- ein Impingement der rechten Schulter sowie
- eine rezidivierende depressive Störung mit somatischem Syndrom, gegenwärtig
leichte Episode (ICD-10: F33.01).
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Angesichts der Einschränkungen im Bereich des Achsenskeletts und an der rechten
Schulter müsse davon ausgegangen werden, dass die bisherige Tätigkeit als
Reinigungskraft nicht mehr zumutbar sei. Es bestehe also eine Arbeitsunfähigkeit
angestammt von 100%. Aufgrund der vorliegenden Echtzeitdokumente könne ab Juni
2014 von dieser Einschätzung ausgegangen werden (IV-act. 175-42, 53). Aus
orthopädischer Sicht sei eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne
Heben und Tragen von Lasten über 5 kg, mit möglichem Wechsel zwischen Sitzen,
Gehen und Stehen, ohne Zwangspositionen der Wirbelsäule (vor allem Inklination und
Rotation) und der Schultergelenke, namentlich rechts, ohne Arbeiten über der
Horizontalebene und ohne zu überwindende Höhendifferenzen (Treppen, Leitern,
Gerüste) adaptiert. Zudem sollten keine Tätigkeiten mit Anforderungen an die
Gehörleistung, mit potentieller Lärmschädigung und mit höheren Anforderungen an den
Gleichgewichtssinn zugemutet werden (IV-act. 175-49 f., 54). Aktuell sei die Versicherte
aus rein psychiatrischer Sicht weder in bisherigen noch in adaptierten Tätigkeiten
relevant in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Zwischendurch im Rahmen von akuten
Belastungen könne die Arbeitsfähigkeit aber auch aus psychiatrischer Sicht
vorübergehend eingeschränkt sein. Aus psychiatrischer Sicht wäre vorteilhaft, wenn die
Versicherte keine Schichtarbeit erbringen müsste (IV-act. 175-34 f.). Angesichts der
Verschlechterung des orthopädischen Gesundheitszustandes und der vorhandenen
Einschränkungen sei eine adaptierte Tätigkeit während etwa 7 Stunden am Tag
zumutbar. Angesichts des reduzierten Arbeitstempos und der Notwendigkeit von
betriebsunüblichen und vermehrten Pausen sei von einer Gesamtarbeitsfähigkeit von
70% auszugehen (IV-act. 175-42, 54).
A.i RAD-Arzt Dr.med. N._, Facharzt für Chirurgie, nahm am 2. August 2016 Stellung,
auf das Gutachten könne abgestellt werden (IV-act. 176). Mit Vorbescheid vom
12. August 2016 gewährte die IV-Stelle der Versicherten das rechtliche Gehör zur
vorgesehenen Abweisung des Rentenbegehrens (IV-act. 179).
A.j Am 17. August 2016 unterzog sich die Versicherte einer subacromialen
Dekompression der rechten Schulter mit Bursektomie, Co-Planing AC-Gelenk und
Acromioplastik (Operationsbericht Orthopädie St. Gallen, IV-act. 185-2).
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A.k Mit vorsorglichem Einwand vom 21. September 2016 machte die Versicherte eine
fehlende rechtsgenügende Abklärung und einen Leidensabzug von mindestens 10%
geltend (IV-act. 185-1). Mit Stellungnahme vom 20. Oktober 2016 brachte sie im
Wesentlichen vor, mit ihren stärker gewordenen Einschränkungen sei eine Tätigkeit
während 7 Stunden unrealistisch. Das angenommene Invalideneinkommen sei
unrealistisch und nicht nachvollziehbar (IV-act. 192). RAD-Arzt Dr. N._ nahm am
2. November 2016 Stellung, in den im Gutachten dargestellten Adaptationskriterien sei
die Schulterproblematik berücksichtigt worden (IV-act. 193). Im Verlaufsbericht vom
5. Dezember 2016 der Orthopädie O._ wurde festgehalten, bezüglich der rechten
Schulter bestehe ab 5. Dezember 2016 eine volle Arbeitsfähigkeit (IV-act. 198). RAD-
Arzt Dr. N._ nahm am 27. Dezember 2016 Stellung, es gelte nun wieder die bisherige
Einschätzung (IV-act. 200).
A.l Mit Verfügung vom 4. Januar 2017 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren
betreffend Rente ab. Aufgrund der Schulteroperation habe lediglich eine
vorübergehende Arbeitsunfähigkeit bestanden. Es sei der Versicherten spätestens seit
5. Dezember 2016 wieder zumutbar, eine leidensadaptierte Tätigkeit zu 70%
auszuüben. Aus dem Einkommensvergleich errechnete die IV-Stelle einen nicht
rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 33% (IV-act. 203).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 4. Januar 2017 lässt A._, vertreten durch
Rechtsanwalt MLaw Th. Widmer, am 6. Februar 2017 Beschwerde erheben. Sie
beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge
aufzuheben und es sei festzustellen, dass sie Anspruch auf eine ganze Invalidenrente
habe. Weiter sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege und die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung zu gewähren. Die angenommene Arbeitsfähigkeit von 70% sei
stark überhöht. Aufgrund der starken Schmerzen und des eingeschränkten
Zumutbarkeitsprofils sei ein Leidensabzug von ca. 20% angemessen, womit bereits ein
Invaliditätsgrad von über 40% resultiere (act. G 1). Innert erstreckter Frist zur
ergänzenden Beschwerdebegründung lässt die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom
3. Mai 2017 neu eventualiter die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und
Rückweisung der Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin
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beantragen. Die angenommene 70%ige Arbeitsfähigkeit werde lediglich damit
begründet, dass sie aus medizinischer Sicht möglich sei. Die angefochtene Verfügung
sei daher bereits wegen mangelnder Begründung aufzuheben. Eine Vielzahl von Ärzten
habe festgestellt, dass sie vollumfänglich arbeitsunfähig sei. Das Gutachten sei
einseitig in Auftrag gegeben worden und dessen Objektivität müsse in Frage gestellt
werden. Das Gutachten sei für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht notwendig
gewesen. Es sei mehr als fraglich, ob eine verhältnismässig sehr kurze Untersuchung
die Beschwerden klar habe erfassen können. Die ihr verordneten Medikamente liessen
nicht nur auf eine extreme Verschlechterung ihres Gesundheitszustands schliessen,
sondern auch auf eine kaum vorhandene Arbeitsfähigkeit, da deren Wirkungen sie nicht
konzentriert arbeiten liessen. Seit dem orthopädischen Vergleichsgutachten im August
2011 habe sich ihr Gesundheitszustand nicht nur leicht verschlechtert. Die im
Vorgutachten festgestellte volle Arbeitsfähigkeit stehe im Widerspruch zu den vom
Gutachter selbst gestellten Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und zur
durch den sie schon lange begleitenden Hausarzt Dr. F._ attestierten
Arbeitsunfähigkeit von 100%. Aufgrund der wesentlichen von den Gutachtern
erhobenen Einschränkungen der Erwerbstätigkeit, ihrer Ausbildung und
Arbeitserfahrung erscheine es ausgeschlossen, dass sie bei einem 70%-Pensum einen
Jahreslohn von Fr. 37'655.-- erzielen könne. Es seien ihr ein Teilzeitabzug von 10%
und ein Leidensabzug von 20% zu gewähren (act. G 9).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 22. Juni 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin, die
Beschwerde sei abzuweisen. Die Unabhängigkeit der MEDAS sei vom Bundesgericht
mehrfach bestätigt worden. Konkrete Vorhalte gegen die einzelnen Gutachter würden
nicht vorgebracht. Das Gutachten entspreche den Anforderungen der Rechtsprechung
und es könne darauf abgestellt werden. Die Stellungnahme behandelnder Ärzte sei
durch ihre Aufgabe als Therapeuten geprägt. Im versicherungsrechtlichen Kontext sei
nicht das biopsychosoziale Krankheitsmodell massgebend. Die Schmerzen im Rücken
und in der Schulter seien berücksichtigt worden. Die Gutachter hätten die Zunahme der
Beschwerden berücksichtigt und die damals von Dr. C._ attestierte 100%ige
Arbeitsfähigkeit auf 70% angepasst. Der Umstand, dass der Beschwerdeführerin nur
eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit zumutbar sei, bilde auch bei eingeschränkter
Leistungsfähigkeit keinen Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug. Das
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Kriterium des reduzierten Beschäftigungsgrades falle bei Frauen statistisch kaum ins
Gewicht. Es sei daher kein Abzug vorzunehmen (act. G 13).
B.c Die vorsitzende Richterin heisst am 23. Juni 2017 das Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und unentgeltliche
Rechtsverbeiständung) gut (act. G 14).
B.d Mit Replik vom 24. August 2017 macht die Beschwerdeführerin geltend, ihr
Gesundheitszustand sei sehr punktuell betrachtet worden und objektiv wesentliche
Punkte seien bei der Gesamtbetrachtung zu wenig berücksichtigt worden.
Insbesondere fehle bei der Gesamtbetrachtung, dass sie sehr oft Schwindelanfälle
habe und stürze, was nicht zuletzt auf die starken Medikamente zurückzuführen sei. Da
diese Ereignisse nicht planbar seien, seien vermehrte Pausen unnütz. Die
Beschwerdegegnerin habe zu Unrecht keinen Leidensabzug vorgenommen. Im Übrigen
habe sie vor dem vorliegenden Verfahren zu arbeiten versucht, was jedoch aufgrund
der gesundheitlichen Beeinträchtigung nicht mehr möglich gewesen sei. Wegen der
gesundheitlichen Beeinträchtigung sowie dem damit verbundenen langsamen
Arbeitstempo sei kaum ein Arbeitgeber bereit, sie in Nischen-Jobs zu beschäftigen
(act. G 16).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 18).
B.f Mit Eingabe vom 31. Mai 2018 (act. G 20) reicht die Beschwerdeführerin bzw. ihr
Rechtsvertreter einen Bericht MRI Wirbelsäule vom 7. Mai 2018 (act. G 20.1) und die
Honorarnote (act. G 20.2) ein.

Erwägungen
1.
In formeller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung der aus dem
Anspruch auf die Gewährung des rechtlichen Gehörs fliessenden Begründungspflicht.
Der in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
(BV; SR 101), in Art. 42 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) sowie in Art. 49 Abs. 3 ATSG
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festgeschriebene Anspruch auf rechtliches Gehör bzw. auf eine diesem genügende
Begründung der Verfügung ist gewahrt, wenn die Begründung eine sachgerechte
Anfechtung ermöglicht. Nicht erforderlich ist, dass sich die Verwaltung vorgängig mit
jedem einzelnen Parteivorbringen einlässlich befasst (vgl. BGE 136 I 188 E. 2.2.1; Urteil
des Bundesgerichts vom 10. Februar 2017, 8C_785/2016, E. 5.2; U. Kieser,
Kommentar ATSG, 3. Aufl., Zürich 2015, Art. 42 Rz 7, Art. 49 Rz 56). Aus der
angefochtenen Verfügung geht hervor, dass aus medizinischer Sicht eine
Arbeitsfähigkeit von 70% bestehe und die Beschwerdeführerin daher keinen Anspruch
auf eine Rente habe (IV-act. 203). Wenn auch nicht ausdrücklich auf einzelne
medizinische Abklärungen, insbesondere auf das Gutachten vom 11. Juli 2016,
verwiesen wurde, war es der Beschwerdeführerin dennoch möglich, die Verfügung
anzufechten und die ihr zugrundeliegende Arbeitsfähigkeit und das angenommene
Invalideneinkommen zu bestreiten. Damit genügt die angefochtene Verfügung den
rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen der Begründungspflicht.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%, auf eine
halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50%, und auf eine Viertelsrente, wenn sie
mindestens zu 40% invalid ist. Wurde eine Rente wegen eines zu geringen
Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn
glaubhaft gemacht wird, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in
einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl. Art. 87 Abs. 3 i.V.m.
Art. 87 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201). Ist
eine anspruchserhebliche Änderung des (medizinischen) Sachverhalts glaubhaft
gemacht, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungsbegehren einzutreten
und es in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend materiell zu prüfen (Urteil
des Bundesgerichts vom 22. Februar 2019, 9C_5/2019, E. 2 mit Verweisen).
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
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Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie
ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
2.3 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V
360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
3.
Zunächst ist über die Beweistauglichkeit des Gutachtens der medexperts AG vom
11. Juli 2016 zu befinden.
4.
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4.1 Die Beschwerdeführerin zieht die Unabhängigkeit der Gutachterstelle in Zweifel. Im
diesbezüglichen Leitentscheid hielt das Bundesgericht fest, der regelmässige Beizug
eines Gutachters oder einer Begutachtungsinstitution durch den Versicherungsträger,
die Anzahl der beim selben Arzt in Auftrag gegebenen Gutachten und Berichte sowie
das daraus resultierende Honorarvolumen führten für sich allein genommen nicht zum
Ausstand. Im Rahmen einer administrativen Sachverhaltsabklärung läge selbst dann
kein formeller Ausstandsgrund vor, wenn von einer wirtschaftlichen Abhängigkeit der
MEDAS von der Invalidenversicherung auszugehen wäre; denn ein Ausstandsgrund sei
nicht schon deswegen gegeben, weil jemand Aufgaben für die Verwaltung erfüllt,
sondern erst bei persönlicher Befangenheit (BGE 137 V 226 f., E. 1.3.3, mit weiteren
Verweisen). Die Vergabe des der angefochtenen Verfügung zugrunde liegenden
Gutachtensauftrages erfolgte unter Beachtung des Zufallsprinzips und der
entsprechenden Formvorschriften (Art. 44 ATSG; Art. 71 IVV; vgl. IV-act. 171 f.).
4.2 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, eine Begutachtung wäre nicht
notwendig gewesen, da der Sachverhalt aufgrund der vorhandenen medizinischen
Akten genügend erstellt gewesen wäre, ist ihr entgegenzuhalten, dass dem
Versicherungsträger im Rahmen der Verfahrensleitung ein grosser Ermessensspielraum
bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von medizinischen
Erhebungen zukommt. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der jeweiligen Sach- und
Rechtslage (Urteil des Bundesgerichts vom 21. Oktober 2013, 8C_815/2012, E. 3.3.1).
Dr. F._ hielt im Verlaufsbericht vom 15. September 2015 fest, es sei ihm aufgrund
des Verlaufs nicht klar, ob eine Reintegration in den Arbeitsprozess überhaupt möglich
sei (IV-act. 157-2). Der RAD führte am 23. Februar 2016 aus, aufgrund der vorhandenen
Unterlagen lasse sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nicht konklusiv
beurteilen. Es sei eine polydisziplinäre Begutachtung (allgemein-internistisch,
orthopädisch, neurologisch, psychiatrisch) erforderlich (IV-act. 168). Dies erscheint
aufgrund der stark voneinander abweichenden Einschätzung durch den Vorgutachter
einerseits und die behandelnden Ärzte andererseits sowie in Anbetracht der geltend
gemachten Verschlechterung des Gesundheitszustands nachvollziehbar. Zudem
gewährte die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin am 1. März 2016 das
rechtliche Gehör zur vorgesehenen Begutachtung einschliesslich Fachgebiete und
Fragen (IV-act. 166). Auch ohne rechtliche Vertretung wäre die Beschwerdeführerin
bereits damals in der Lage gewesen, geltend zu machen, der medizinische Sachverhalt
bis
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sei bereits ausreichend erstellt. Formelle Gründe sprechen daher nicht gegen die
Beweistauglichkeit des Gutachtens.
4.3 Bei der Würdigung der Einschätzungen behandelnder und begutachtender Ärzte ist
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, wonach behandelnde Ärztinnen und Ärzte
nicht nur in der Funktion als Hausärzte sondern auch als spezialärztlich behandelnde
Medizinalpersonen im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in
Zweifelsfällen mitunter eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (Urteil des
Bundesgerichts vom 27. September 2017, 8C_295/2017, E. 6.4.2, mit weiteren
Verweisen). Sie stehen in auftragsrechtlichem Verhältnis zur versicherten Person. Da
sie sich zudem in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren haben, verfolgen
deren Berichte nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die
Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des
Gesundheitszustandes (BGE 135 V 470, E. 4.5). Ein den Beweisanforderungen
grundsätzlich genügendes medizinisches Gutachten kann nicht in Frage gestellt
werden, wenn und sobald die behandelnden medizinischen Fachpersonen nachher zu
einer unterschiedlichen Beurteilung gelangen oder an vorgängig geäusserten
abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich nur, wenn objektiv
feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht werden, die im Rahmen der Begutachtung
unerkannt geblieben waren und die geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu
führen (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juli 2008, 9C_830/07, E. 4.3 mit Hinweisen).
Allein die in masslicher Hinsicht abweichende Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit
vermag ein Administrativgutachten nicht in Zweifel zu ziehen (Urteile des
Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008, E. 4.3 mit Hinweisen, publ. in: SVR
2008 IV Nr. 62 S. 203, und vom 23. Juni 2015, 9C_853/2014, E. 3.1.2). Mithin ist
nachfolgend insbesondere zu prüfen, ob die Gutachter aus den Berichten der
behandelnden Ärzte ersichtliche objektiv feststellbare Gesichtspunkte nicht
ausreichend berücksichtigt haben.
5.
5.1 Hinsichtlich der Lendenwirbelsäule hielt Dr. C._ im Vorgutachten fest, dass
primär die von dort ausgehenden Beschwerden die Arbeitsfähigkeit einschränkten (IV-
act. 42-6). Er bezog sich namentlich auf den Befund der lumbalen-vertebrospinalen
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Kernspintomographie vom 11. Juli 2011, welche eine leichte Chondrosis vertebralis in
der Höhe von LWK 5/SWK 1 mit einer diskreten medialen bis links mediolateralen
flächenhaften Bandscheibenprotrusion mit leichter recessaler Enge und möglicher
Irritation der Wurzel S1 links bei Belastung gezeigt hatte (IV-act. 104-13). Er führte aus,
die lumbalen Schmerzen und die pathologischen objektiven Befunde der LWS seien im
Wesentlichen durch die im MRI dokumentierten Befunde erklärt (IV-act. 42-6).
Körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, abwechslungsweise sitzend und
stehend, ohne häufige inklinierte, reklinierte oder rotierte Körperhaltungen und Heben
oder Tragen von Gegenständen über 5 kg könnten seit April 2011 vollumfänglich
zugemutet werden (IV-act. 42-7). Der neurologische und der orthopädische Gutachter
der medexperts AG beschrieben neu ein gestörtes Gangbild mit Einknicken bzw.
Schonhinken links, jedoch ohne Sturzneigung beim Tandem-Rombergversuch (IV-
act. 175-26, 38; vgl. IV-act. 42-4, wo Dr. C._ noch einen unauffälligen Barfussgang
und einen möglichen Zehen- und Fersengang verzeichnete). Ein MRI vom 6. Oktober
2014 hatte eine gegenüber der Voruntersuchung vom 18. Mai 2010 gering
progrediente, dorsal und insbesondere linksseitig akzentuierte fortgeschrittene
Osteochondrose LWK5/SWK1 mit assoziierter, dorsal betont leicht höhenmindernder
Diskusdehydrierung und flacher breitbasiger Diskushernierung, eine minimale
extraforaminale Ausspannung der Spinalnerven L5 links und eine diskrete rezessale
Einengung der Radix S1 bds., jeweils ohne Nachweis einer Neurokompression, sowie
initiale ventrale Osteochondrosen der übrigen lumbalen Segmente und beginnende
Spondylarthrosen LWK 4 bis SWK 1 ergeben (IV-act. 157-6 f.). Der orthopädische
Gutachter erläuterte hierzu, es seien ausgeprägte degenerative Veränderungen auf
Höhe L5/S1 ossärer und degenerativer (richtig wohl: diskogener) Art festgestellt
worden. Die Facettengelenke L4-S1 wiesen ebenfalls degenerative Veränderungen auf.
Im Vergleich zur Voruntersuchung von Mitte Mai 2010 hätten keine relevanten
Veränderungen nachgewiesen werden können (IV-act. 175-40). Im Konsens
insbesondere mit dem neurologischen Gutachter wurde ausgeführt, die LWS-
bedingten Beschwerden hätten seit der letzten Untersuchung zugenommen. Eine
Neurokompression zeige sich bildmorphologisch und klinisch-neurologisch - bei
fehlenden sensiblen und motorischen Ausfällen und Reflexanomalien - nicht. Die
diffusen Schmerzeinstrahlungen in Richtung ISG und Becken seien pseudoradikulärer
Art und nicht durch lumbalen Wurzelreiz bedingt, da keine dermatomtypischen
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Projektionen und Parästhesien vorlägen. Die pulsierenden Missempfindungen in der
linken Grosszehe blieben ätiologisch unklar, da keine lumbale Wurzelkompromittierung
vorliege. Ohne belastungsabhängige Zunahme und ohne neuropathische Schmerzen
bedingten sie kein Funktionsdefizit. Die beobachtete Einknickneigung am linken Knie
sei ohne Nachweis von Paresen am ehesten schmerzreflektorisch bedingt. Eine
neurologische Erklärung für die Einknickneigung am linken Bein gebe es nicht (IV-
act. 175-50 f.). Diese Ausführungen erscheinen schlüssig und es ist nicht ersichtlich,
dass sie objektiv in Frage gestellt würden.
5.2 Ein MR der HWS vom 11. Juli 2011 zeigte einen Status nach ventraler
Spondylodese HWK 4/5 mit mässiger Chondrosis vertebralis in Höhe HWK 3/4 und
HWK 5/6 ohne Nachweis einer Myelopathie, einer Spinalkanalstenose, einer
foraminalen Enge oder Nervenwurzelkompression (IV-act. 104-14). Dr. C._ hatte
hierzu ausgeführt, die Nackenschmerzen und die abnormen Untersuchungsbefunde
der HWS könnten grösstenteils auf die im MRI sichtbare mässige Osteochondrose
C3/4 und C5/6 bei ossär konsolidierter Spondylodese C4/5 zurückgeführt werden. Die
körperliche Leistungsfähigkeit sei indes primär durch die lumbalen Beschwerden
eingeschränkt (IV-act. 42-6). Ein MRI vom 16. Dezember 2013 stellte
Neuroforamenstenosen bei C5/6 mit potentieller Kompression der Nervenwurzel C6
rechts sowie eine geringgradige Fazettengelenksarthrose C2/3 links dar (Bericht
Dr. P._ vom 13. Januar 2014, IV-act. 104-3). Eine Röntgenaufnahme vom 10. Januar
2014 zeigte einen ventralen Spondylophyten HWK 3 (IV-act. 104-5). Der orthopädische
Gutachter hielt hierzu fest, gut drei Jahre nach der Stabilisierung auf Höhe C4/C5
hätten degenerative Veränderungen von C3-C6 nachgewiesen werden können. Weder
durch die ossären noch durch die diskogenen Veränderungen sei es zu einer Irritation
oder gar Kompression neuraler Strukturen gekommen (IV-act. 175-40). Der
neurologische Gutachter ergänzte im Konsens, die diffusen Brachialgien und
Parästhesien rechts mehr als links liessen sich ohne dermatomtypische Verteilung nicht
als cervikale Wurzelreizung einordnen, sondern als pseudoradikuläre
Schmerzausstrahlung. Das MRI der HWS vom 16. Dezember 2013 zeige eine (lediglich)
mögliche Kompromittierung der Wurzel C6 rechts. Diese habe sich in der
neurologischen Untersuchung nicht nachweisen lassen, denn es fehle eine Minderung
der entsprechenden Kennreflexe. Durch die Sensibilitätsstörung der Kuppe des linken
Daumens und Zeigefingers ergäben sich ohne neuropathische Schmerzen und bei
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ausreichender Tastempfindung keine funktionellen Einschränkungen (IV-act. 175-50).
Auch diese Ausführungen scheinen nachvollziehbar. Gemäss Bericht der Klinik für
Radiologie und Nuklearmedizin des KSSG wurde am 7. Mai 2018 eine erneute MRI-
Untersuchung vorgenommen wegen aktueller Schmerzexazerbation mit massiv
eingeschränkter Beweglichkeit der Halswirbelsäule. Diese ergab moderate
Anschlussdegenerationen HWK 3/4 und betont HWK 5/6 mit osteodiskaler
neuroforaminaler Nervenwurzelkompression C6 rechts und moderater Einengung des
Spinalkanals HWK 5/6 (act. G 20.1). Dieser Befund datiert mehr als ein Jahr nach
Erlass der angefochtenen Verfügung vom 4. Januar 2017. Er vermag damit nicht als
überwiegend wahrscheinlich darzutun, dass sich insbesondere die inzwischen
bildgebend nachgewiesene Nervenwurzelkompression C6 im massgeblichen Zeitpunkt
des Verfügungserlasses (BGE 121 V 366 E. 1 b; BGE 131 V 243 E. 2.1) entgegen dem
Gutachten bereits klinisch und damit auf die Arbeitsfähigkeit auswirkte. Jedoch deutet
die erwähnte Schmerzexazerbation auf eine nach dem Ergehen der angefochtenen
Verfügung möglicherweise eingetretene Verschlechterung hin, die im Rahmen einer
erneuten Anmeldung geltend gemacht werden kann.
5.3 Zur Impingement-Symptomatik führte der orthopädische Gutachter aus, diese
schränke die Beschwerdeführerin bezüglich Arbeiten oberhalb 90° ein (IV-act. 175-41).
Nach Erstattung des Gutachtens, am 17. August 2016, wurde die Beschwerdeführerin
an der Schulter operiert (subacromiale Dekompression mit Bursektomie, Co-Planing
AC-Gelenk und Acromioplastik; Operationsbericht Orthopädie O._, IV-act. 185-2). Ab
Verlaufsbericht vom 5. Dezember 2016 wurde der Beschwerdeführerin bezüglich der
rechten Schulter eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert (IV-act. 198). Eine längerdauernde
weitergehende Einschränkung als im Gutachten angenommen bestand somit nicht.
RAD-Arzt Dr. N._ nahm am 27. Dezember 2016 Stellung, es gelte wieder die
bisherige Einschätzung (IV-act. 200). Somit ist mit Blick auf die Schulter weiterhin von
einer ausschliesslich qualitativen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bezüglich Arbeiten
über der Horizontalen bzw. über Kopfhöhe auszugehen.
5.4 Der psychiatrische Gutachter diagnostizierte eine rezidivierende depressive
Störung mit somatischem Syndrom, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10: F33.01). Er
hielt fest, im 70-minütigen Explorationsgespräch habe es keine Hinweise auf eine
wesentliche Aufmerksamkeits- oder Gedächtnisstörung gegeben. Lebenslust und
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Lebensfreude seien abhängig von den Schmerzen, unter Cymbalta aber deutlich
besser. Die Beschwerdeführerin berichte von schmerzbedingten Ein- und
Durchschlafstörungen. Im Antrieb wirke sie aus psychischen Gründen nicht
eingeschränkt. Die Einschränkung bestehe aufgrund der Schmerzen. Psychomotorisch
sei sie zu Beginn des Gesprächs leicht dysphorisch gereizt gewesen. Innere Unruhe
habe nicht beobachtet werden können (IV-act. 175-30). Im Verlauf zeige sich, dass die
Versicherte wahrscheinlich im Rahmen einer adäquaten, regelrechten antidepressiven
Therapie nach einer Episode mit einer mittelgradigen depressiven Störung in der
Zwischenzeit eine Verbesserung erfahren habe, die sie selber berichte und im Sinne
von weniger Aggressivität und weniger Unruhe selbst einschätze (IV-act. 175-32).
Aufgrund des Verhaltens der Versicherten sei nicht von einer Somatisierungsstörung
auszugehen (IV-act. 175-33). Der psychiatrische Gutachter stellt die psychische
Beeinträchtigung in den Kontext psychosozialer Belastungsfaktoren wie fehlende
Ausbildung, Arbeitslosigkeit und finanzielle Nöte. Die Versicherte habe schon einiges
erlebt. Sie sei mit einem anfänglich schwer kranken Kind konfrontiert gewesen, von
ihrem Mann verlassen worden und habe alleine für die finanzielle Situation aufkommen
müssen, indem sie neben der normalen Arbeit viele Nebenjobs gehabt habe. Durch die
körperliche Symptomatik könne sie ihr altes Rendement nicht mehr aufrecht erhalten
und könne zum Teil nicht mehr für ihren eigenen Unterhalt aufkommen (IV-
act. 175-32 f.; vgl. auch IV-act. 175-21). Aktuell sei die Versicherte aus rein
psychiatrischer Sicht weder in bisherigen noch in adaptierten Tätigkeiten relevant in der
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Zwischendurch im Rahmen von akuten Belastungen
könne die Arbeitsfähigkeit aber auch aus psychiatrischer Sicht vorübergehend
eingeschränkt sein (IV-act. 175-34). Die diagnostische Beurteilung des psychiatrischen
Gutachters, wonach keine Somatisierungsstörung vorliege, wird insbesondere durch
das Schmerzzentrum nicht in Frage gestellt, wo ein chronifiziertes biloculäres
Schmerzsyndrom mit gemischt nozizeptiv neuropathischem Schmerzcharakter
diagnostiziert wurde (Bericht vom 1. Oktober 2014, IV-act. 157-8 f. und Arztbericht vom
2. April 2015, IV-act. 131), denn nozizeptiver und neuropathischer Schmerz sind vom
somatoformen Schmerz abzugrenzen (vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch,
267. Aufl., Berlin 2017, S. 1619 f.). Relativiert wird sie indes durch die Ausführungen im
polydisziplinären Konsens, wonach die beklagten Kopfschmerzen und damit
korrelierenden Schwindelzustände "am ehesten" einen psychosomatischen
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Hintergrund hätten (IV-act. 175-49). Diesen wurde aber keine Beeinträchtigung der
Arbeitsfähigkeit zuerkannt (IV-act. 175-48).
5.5 Der psychiatrische Gutachter klammert die Auswirkungen der bei der
Beschwerdeführerin in beträchtlichem Ausmass vorhandenen invaliditätsfremden
Belastungsfaktoren bei der Einschätzung des Schweregrades der funktionellen
Einschränkungen aus. Er hält fest, die psychische Problematik bewirke keine
wesentliche Einschränkung in den Funktionen (IV-act. 175-32). Aus rein psychiatrischer
Sicht sei das Aktivitätsniveau nicht wesentlich eingeschränkt (IV-act,. 175-33). Zurzeit
seien Widerstands- und Durchhaltefähigkeit leicht eingeschränkt (IV-act. 175-34).
Weiter befanden die Gutachter, Kopfschmerzen und Schwindel wirkten sich nicht
massgeblich auf die Alltagsfunktionen und damit auf die Arbeitsfähigkeit aus;
hinsichtlich der Kopfschmerzen habe die Beschwerdeführerin bislang keine Therapie
beansprucht, sodass der Leidensdruck von daher gering scheine (IV-act. 175-49).
Aufgrund der somatischen degenerativen Komorbiditäten sei das Achsenskelett
vermindert belastbar. Dessen Beweglichkeit sei in allen Ebenen eingeschränkt,
Inklination, aber auch Rotation führten zur Schmerzverstärkung (IV-act. 175-41). Die
geschilderte schmerzbedingte Schlafstörung führe nicht zu einer erhöhten
Tagesmüdigkeit bzw. zu Schlafdruck oder Sekundenschlaf. Insofern bewirke sie keine
Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit (IV-act. 175-50). Da keine klaren
neurologischen Ausfallsymptome bestünden, könne abgesehen von der
Impingementproblematik der rechten Schulter von einem weitgehend
uneingeschränkten Gebrauch der Extremitäten ausgegangen werden (IV-act. 175-51).
Als Ressourcen ist gemäss dem psychiatrischen Gutachter zu sehen, dass sich die
Versicherte schon einmal eingegliedert habe, sowie ihre Tochter, die ihr sehr nahe
stehe. Die Versicherte habe ein gutes familiäres System, wo sie getragen und
unterstützt werde. Sie sei kommunikationsfähig und bisher motiviert gewesen (IV-
act. 175-33). Befragt zum Tagesablauf gab die Beschwerdeführerin an, sie verrichte
leichte Haushaltarbeiten, bereite einfachere, aber nicht mehr komplexe Mahlzeiten zu,
schaue Dokumentationen, nutze das Internet, lese und puzzle. Soziale Kontakte pflege
sie vor allem innerhalb der Familie. Frühere Hobbys wie Skaten, Badminton und
Radfahren seien nicht mehr möglich (IV-act. 175-22, 28). Massgebliche Inkonsistenzen
wurden nicht erhoben. Der psychiatrische Gutachter führte weiter aus, aus
psychiatrischer Sicht gebe es keine Hinweise auf Aggravation oder ähnliche
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Erscheinungen (IV-act. 175-32). Es bestünden keine Diskrepanzen zwischen den
geschilderten Symptomen und dem gezeigten Verhalten. Die Schmerzen würden nicht
verdeutlichend gezeigt, seien aber während des ganzen Gesprächs immer wieder
beobachtbar gewesen (IV-act. 175-33). Jedoch hielt der orthopädische Gutachter fest,
die subjektive vollständige Arbeitsunfähigkeit sei angesichts der klinischen und
bildgebenden Befunde in ihrer Absolutheit nicht nachvollziehbar (IV-act. 175-43).
5.6 Das Gutachten der medexperts berücksichtigt die beklagten Beschwerden und die
medizinische Aktenlage vollständig. Hinsichtlich Diagnostik und Einschränkungen ist es
nachvollziehbar. Die gemäss strukturiertem Beweisverfahren massgeblichen
Indikatoren (BGE 141 V 285, BGE 143 V 408, BGE 143 V 413) wurden berücksichtigt. In
Anbetracht dessen, dass die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Reinigungskraft aus
orthopädischer Sicht nicht mehr zumutbar war, erscheint die von den Gutachtern
geschätzte Arbeitsfähigkeit von 70% in adaptierter Tätigkeit schlüssig. Auf das
Gutachten ist daher abzustellen.
6.
6.1 Dr. C._ attestierte in seinem Gutachten vom 8. August 2011 in der damals zuletzt
ausgeübten Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin in einer Glaswarenfabrik eine
Arbeitsfähigkeit von 50% seit April 2011 (IV-act. 42-7). Gemäss aktuellem Gutachten
besteht in der zwischenzeitlich zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Reinigungskraft eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% seit Juni 2014 (IV-act. 175-53). Aufgrund des
Zumutbarkeitsprofils ist davon auszugehen, dass auch die vormalige Tätigkeit in der
Glaswarenfabrik nach wie vor unzumutbar ist bzw. eine hohe Arbeitsunfähigkeit
besteht. Somit war im Zeitpunkt der Wiederanmeldung am 27. Mai 2014 (IV-act. 100)
das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG abgelaufen. Ein allfälliger
Rentenanspruch besteht unter Berücksichtigung der Frist gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG
daher ab 1. November 2014 (vgl. auch BGE 142 V 547). Das Jahr 2014 ist daher
massgebend für den Einkommensvergleich (BGE 129 V 222).
6.2 Die Beschwerdeführerin sagte aus, bevor sie den Bandscheibenvorfall erlitten habe,
sei die Umwandlung des befristeten in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis bei der B._
AG vorgesehen gewesen (Verlaufsprotokoll Eingliederungsverantwortliche vom
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7. Oktober 2011, IV-act. 45-3). Das Arbeitszeugnis vom 16. Mai 2010 (IV-act. 102-1)
spricht nicht dagegen. Es ist daher davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
ohne Gesundheitsschaden weiterhin an dieser Stelle verblieben wäre. Das dort erzielte
Einkommen von Fr. 54'100.-- ab 16. November 2009 (Angaben Arbeitgeberin vom
7. Juli 2010, IV-act. 17-2) entspricht daher dem Valideneinkommen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 21. Dezember 2016, 8C_728/2016, E. 3.1, mit weiteren
Verweisen). Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis 2014 (Bundesamt
für Statistik [BFS], Lohnentwicklung, T39; Indices Frauen: 2009: 2552; 2014: 2673)
beträgt das Valideneinkommen Fr. 56'665.--. Für die Bemessung des
Invalideneinkommens ist vom Durchschnittseinkommen Kompetenzniveau 1, Frauen,
gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) des BFS auszugehen. Dieses betrug für das Jahr
2014 Fr. 53'793.-- (Informationsstelle AHV/IV, IV 2019, Bern 2019, Anhang 2). Bei einer
Arbeitsfähigkeit von 70% beträgt das Valideneinkommen (Ausgangswert) Fr. 37'655.--
(0,7 x Fr. 53'793.--).
6.3
6.3.1 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen
Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn)
allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass
persönliche und berufliche Merkmale wie Art und Ausmass der Behinderung,
Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E.
3b/aa S. 323). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene
Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit
unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 880 E. 5b/aa in
fine). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der
Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und
darf 25 % nicht übersteigen (BGE 126 V 80 E. 5b/bb-cc; 134 V 327 f. E. 5.2; Urteil
9C_368/2009 vom 17. Juli 2009 E. 2.1; zum Ganzen auch Urteil des Bundesgerichts
vom 23. Dezember 2014, 9C_630/2014, E. 2.1 mit weiteren Verweisen). Nach ständiger
Rechtsprechung können gesundheitliche Einschränkungen, die bereits bei der
Beurteilung des medizinischen Zumutbarkeitsprofils enthalten sind, nicht zusätzlich in
die Bemessung des leidensbedingten Abzuges einfliessen und so zu einer doppelten
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Anrechnung desselben Gesichtspunktes führen. Dabei rechtfertigt der Umstand, dass
eine grundsätzlich vollzeitlich arbeitsfähige versicherte Person gesundheitlich bedingt
lediglich reduziert leistungsfähig ist, an sich keinen Abzug vom Tabellenlohn. Bestehen
jedoch über das ärztlich beschriebene Beschäftigungspensum hinaus zusätzliche
Einschränkungen, wie beispielsweise ein vermindertes Rendement pro Zeiteinheit
wegen verlangsamter Arbeitsweise oder ein Bedarf nach ausserordentlichen Pausen,
oder ist die funktionelle Einschränkung ihrer besonderen Natur nach nicht ohne
weiteres mit den Anforderungen vereinbar, wie sie sich aus den gewöhnlichen
betrieblichen Abläufen ergeben, kann dies bei der Bemessung des leidensbedingten
Abzugs vom statistischen Tabellenlohn berücksichtigt werden (Urteil des
Bundesgerichts vom 18. Januar 2018, 8C_552/2017, E. 5.3.1, mit weiteren Verweisen).
6.3.2 Was den geltend gemachten Teilzeitabzug anbelangt, ist Folgendes zu bemerken:
Eine adaptierte Tätigkeit ist der Beschwerdeführerin während 7 Stunden täglich
zumutbar (IV-act. 175-54). Dies entspricht einem Pensum von ungefähr 80%. Daneben
besteht bei einer Arbeitsfähigkeit von insgesamt 70% (IV-act. 175-54) eine
Leistungseinbusse von rund 10%. Gemäss einschlägiger Tabelle (BFS, LSE 2014, T 18
[monatlicher Bruttolohn nach Beschäftigungsgrad, beruflicher Stellung und
Geschlecht]) erzielen Frauen ohne Kaderfunktion bei einem Arbeitspensum von
75%-89% einen Durchschnittslohn von Fr. 5'881.--, bei einer Vollzeittätigkeit von
Fr. 5'365.--, womit kein teilzeitbedingter Lohnnachteil besteht.
6.3.3 Aus gutachterlich orthopädischer Sicht sind körperlich leichte,
wechselbelastende Tätigkeiten ohne Heben und Tragen von Lasten über 5 kg, mit
Möglichkeit des Wechselns zwischen Sitzen, Gehen und Stehen, ohne
Zwangspositionen der Wirbelsäule (vor allem Inklination und Rotation) und der
Schultergelenke, namentlich rechts, ohne Arbeiten über der Horizontalebene und ohne
zu überwindende Höhendifferenzen (Treppen, Leitern, Gerüste) und ohne längere
Gehstrecken leidensangepasst (IV-act. 175-42). Der psychiatrische Gutachter hält
Schichtarbeit für nachteilig (vgl. IV-act. 175-35) und führt zudem aus, bei akuten
Belastungen könne die Arbeitsfähigkeit auch aus psychiatrischer Sicht vorübergehend
(zusätzlich) eingeschränkt sein (IV-act. 175-34). Schliesslich sind Tätigkeiten mit
erhöhten Anforderungen an die Hörleistung und mit potentiell hörschädigender
Auswirkung ungeeignet (IV-act. 179-50). Die Einschränkungen reichen in ihrer
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Gesamtheit durch ihre Anzahl, Art sowie Kombination massgeblich über das vom
Kompetenzniveau 1 abgedeckte Ausmass hinaus. Es rechtfertigt sich vorliegend ein
Tabellenlohnabzug von 15%, was ein Invalideneinkommen von Fr. 32'007.-- (0,85 x
Fr. 37'655.--) und bei einem Valideneinkommen von Fr. 56'665.-- einen Invaliditätsgrad
von 43,5% bzw. 44% ([Fr. 56'665.-- - Fr. 32'007.--] : Fr. 56'665.--) ergibt. Selbst bei
einem Tabellenlohnabzug von 10 % resultieren ein Invalideneinkommen von
Fr. 33'890.-- (0,9 x Fr. 37'655.--) und ein Invaliditätsgrad von 40,2%. Andererseits
bliebe auch bei einem Abzug von 20% der Invaliditätsgrad unter 50%
(Invalideneinkommen = Fr. 30'124.--; Invaliditätsgrad = 46,8%). Die
Beschwerdeführerin hat somit ab 1. November 2014 Anspruch auf eine Viertelsrente
bei einem Invaliditätsgrad von 44%.
7.
7.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 4. Januar 2017 in
teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Beschwerdeführerin hat
ab 1. November 2014 Anspruch auf eine Viertelsrente. Die Sache ist zur Festsetzung
und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen.
Hinsichtlich der Beschwerde gegen die Rentenverfügung gilt es zu beachten, dass
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zur Überklagung in
sozialversicherungsrechtlichen Rentenfällen im vorliegenden Fall von einem
vollständigen Obsiegen der Beschwerdeführerin auszugehen ist (Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Januar 2016, 9C_288/2015, E. 4.2). Die Beschwerdegegnerin
hat daher die gesamten Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen.
7.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
bis
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Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat eine Kostennote eingereicht (act. G 20.2).
Darin macht er einen Aufwand von 16 Std. 40 Min. und ein Honorar von Fr. 4'166.65
(zuzüglich Barauslagen und Mehrwertsteuer) geltend. Gemäss ständiger
Rechtsprechung spricht das Versicherungsgericht aufgrund der Bedeutung der
Streitsache und dem notwendigen Aufwand in durchschnittlichen
invalidenversicherungsrechtlichen Fällen eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu. Der vorliegende Fall liegt hinsichtlich
der relevanten Kriterien im Rahmen des Üblichen. Die Akten und die
Beschwerdeantwort waren nicht umfangreich. Auf eine Duplik hat die
Beschwerdegegnerin verzichtet. Der vom Rechtsvertreter geltend gemachte Aufwand
von 16.66 Stunden erscheint damit als eindeutig zu hoch und geht über das
Notwendige hinaus. Somit hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer). Bei diesem Verfahrensausgang erübrigt sich die Festsetzung einer
Entschädigung im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung.