Decision ID: 5dc15e26-61f7-4270-8b6b-82cba8b8845b
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._, verheiratet, Mutter von zwei Kindern in Ausbildung (19_ und 19_),
arbeitete seit ihrer Einreise in die Schweiz im Jahr 1980 insbesondere in der
Gastronomie (zuletzt 20%-Pensum bis Dezember 2000) und im Reinigungsgewerbe
(zuletzt 15%-Pensum bis 2005; IV-act. 1, 25 S. 2).
A.b Am 25. April 2001 meldete sie sich zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1).
Mit Arztbericht vom 7. Mai 2001 diagnostizierte Dr. med. B._, Innere Medizin FMH,
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine progrediente Lumboischialgie links bei
kleiner, mediolateraler Rezidivdiskushernie L5/S1 mit reaktiven degenerativen
Veränderungen, St. n. Diskushernienoperation 1996 auf Höhe L5/S1, zunehmende
Cervikobrachialgie rechts bei ausgeprägten degenerativen Veränderungen in der HWS
und kleiner, mediolateraler rechtsseitiger Diskushernie C5/C6. Der Arzt erachtete die
Versicherte in einer leichten, rückengerechten bzw. rückenadaptierten Tätigkeit ab dem
1. Januar 2001 zu 50% arbeitsfähig (IV-act. 4). Am 5. September 2001 wurde eine
Haushaltsabklärung durchgeführt. Diese ergab einen Haushaltsanteil von 33% mit einer
Einschränkung von 28.86% (IV-act. 25). Am 7. Mai 2002 wurde eine vertebro-spinale
Kernspintomographie (Th12 - S2) durchgeführt (IV-act. 24 S. 5 f.). Dr. B._ bestätigte
im Arztbericht vom 14. August 2002 seine Diagnosen aus dem Jahr 2001 und
erweiterte diese insbesondere um den Verdacht auf eine chronische depressive
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Verstimmung. Er ging von einer Arbeitsunfähigkeit von 70% als Putzfrau und von 50%
bis 70% als Verkäuferin (Kassiererin) aus (IV-act. 24 S. 1 - 3). Mit Vorbescheid vom 11.
Dezember 2002 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung des
Rentenbegehrens in Aussicht (IV-act. 32). Mit Verfügung vom 10. Januar 2003 wies die
IV-Stelle das Rentenbegehren ab (IV-act. 33).
B.
B.a Am 29. August 2013 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von IV-
Leistungen an (IV-act. 40). Mit Schreiben vom 30. August 2013 forderte die IV-Stelle die
Versicherte auf, nachzuweisen, dass sich die medizinische, berufliche oder
wirtschaftliche Situation in einer für den Anspruch erheblichen Weise gegenüber dem
Zeitpunkt der rentenabweisenden Verfügung vom 10. Januar 2003 geändert habe (IV-
act. 42). Mit Schreiben vom 9. Oktober 2013 reichte die Versicherte diverse
medizinische Berichte, den Zeitraum April 2003 bis April 2010 betreffend, ein (IV-act.
46, 50).
B.b In der Stellungnahme vom 23. Dezember 2013 erklärte der Regionale Ärztliche
Dienst (RAD), dass sich aus den eingereichten medizinischen Berichten eine erhebliche
Änderung/Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Versicherten seit 2002
nicht ableiten lasse. Ferner führte der RAD aus, dass weitere medizinische Abklärungen
zu keiner anderen Einschätzung des Sachverhalts führen würden. Die Arbeitsfähigkeit
der Versicherten in einer rückenadaptierten Tätigkeit wurde auf mindestens 50%
geschätzt (IV-act. 52).
B.c Mit Verfügung vom 16. Januar 2014 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass
auf das Leistungsbegehren nicht eingetreten werde, da sie nicht glaubhaft dargelegt
habe, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich
verändert hätten (IV-act. 54). Gegen diese Verfügung richtete sich die Beschwerde vom
12. Februar 2014 (IV-act. 62 S. 2 ff.). Die Beschwerdeführerin, vertreten durch
Rechtsanwalt lic. iur. Robert Baumann, St. Gallen, beantragte unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin die Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 16. Januar 2014 sowie die Verpflichtung der
Beschwerdegegnerin auf das Leistungsbegehren einzutreten und die notwendigen
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Abklärungen zu veranlassen. Im Weiteren wurden die unentgeltliche Prozessführung
sowie die unentgeltliche Rechtsverbeiständung beantragt. Vorgebracht wurde, dass
sich die Situation gegenüber dem Jahr 2003 verändert habe, denn heute würden die
beiden in Ausbildung befindlichen Kinder im Alter von 2_ und 2_ Jahren keine
Betreuung mehr benötigten, weshalb die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall einer
Vollzeittätigkeit nachgehen würde. Gegenüber dem Jahr 2003 habe sich der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verschlechtert, was durch den
beigelegten Arztbericht vom 10. Februar 2014 von Dr. med. C._, Facharzt für
Allgemein Medizin FMH, belegt sei (IV-act. 61 S. 1). Mit Verfügung vom 24. Februar
2014 widerrief die IV-Stelle die Verfügung vom 16. Januar 2014 und stellte der
Beschwerdeführerin weitere Abklärungen in Aussicht (IV-act. 68). Mit Verfügung vom 4.
März 2014 schrieb das Versicherungsgericht das Beschwerdeverfahren (IV 2014/89)
wegen Gegenstandslosigkeit ab (IV-act. 72).
B.d In der Stellungnahme vom 5. März 2014 erachtete der RAD eine polydisziplinäre
Begutachtung der Versicherten als erforderlich, denn eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes vor allem hinsichtlich der geltend gemachten psychischen
Erkrankung könne rückwirkend über 11 Jahre, nur per Akteneinsicht, keinesfalls ohne
weitere Abklärungen verneint werden (IV-act. 76). Mit Schreiben vom 5. März 2014
teilte die IV-Stelle der Beschwerdeführerin mit, dass sie eine polydisziplinäre
medizinische Untersuchung (Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie und Psychiatrie)
als notwendig erachte (IV-act. 70 f.). Mit der Begutachtung wurde das Zentrum für
Medizinische Begutachtung (ZMB), Basel, beauftragt (IV-act. 75, 77 f.). Das
medizinische Gutachten vom 18. Juli 2014 (IV-act. 79 S. 2 ff.; nachfolgend ZMB-
Gutachten) beruht auf Untersuchungen im Zeitraum vom 23. bis 26. Juni 2014. Die
begutachtenden Ärzte Dr. med. D._, Allgemeine Innere Medizin, Dr. med. E._,
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, und Prof. Dr.
med. F._, Psychiatrie und Psychotherapie, gelangten zum Ergebnis, dass aus
orthopädischer Sicht für rückenadaptierte Tätigkeiten die Versicherte ganztags
vollschichtig arbeitsfähig sei, aus internistischer Sicht kein invalidisierendes Leiden
vorliege, und dass auch aus psychiatrischer Sicht (bei der Diagnose einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung) eine adaptierte Tätigkeit ganztags vollschichtig
möglich sei. In der Stellungnahme vom 31. Juli 2014 erklärte der RAD, dass die
degenerativen Veränderungen, vor allem der Wirbelsäule, zu einer relevanten
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Minderbelastbarkeit derselben geführt haben. Die Versicherte sollte keine Lasten über
10 kg tragen und keine Tätigkeiten über Schulterhöhe ausführen. Spätestens seit 2005
könne sie ihre angestammte Tätigkeit im Reinigungsdienst nicht mehr ausüben.
Körperlich leichte, rückenadaptierte, wechselbelastende Tätigkeiten seien jedoch
ganztags zumutbar. Das Vorliegen eines pathogenetisch-ätiologisch unklaren
syndromalen Beschwerdebilds ohne nachweisbare organische Grundlage wurde vom
RAD verneint (IV-act. 80). Auf Nachfrage erklärte der RAD am 8. August 2014, dass die
angestammte Tätigkeit am Buffet (Gastronomie) gleichfalls nicht mehr möglich sei (IV-
act. 81).
B.e In der Folge stufte die IV-Stelle die Versicherte neu zu 100% als Erwerbstätige ein
und ging von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer körperlich angepassten,
wechselbelastenden, rückenadaptierten leichten Tätigkeit aus. Ausgehend vom
hochgerechneten früheren Einkommen als Angestellte in der Gastronomie (Validenlohn:
Fr. 44'955.-) und dem gemäss der Lohnstrukturerhebung (LSE 2012) des Bundesamtes
für Statistik erzielbaren Lohn (Invalidenlohn: Fr. 47'203.-; Niveau 4, Minderverdienst
berücksichtigt) wurde festgestellt, dass keine invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse
vorliege (IV-act. 82 f.) Mit Vorbescheid vom 21. August 2014 stellte die IV-Stelle der
Versicherten die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (IV-act. 84 f.). Mit
Einwand vom 25. September 2014 und Ergänzung vom 27. Oktober 2014 machte der
Rechtsvertreter der Versicherten insbesondere geltend, dass auf das ZMB-Gutachten
(insb. das psychiatrische Teilgutachten) nicht abgestellt werden könne und das noch
erzielbare Einkommen zu hoch angesetzt sei. Der Versicherten sei eine ganze Rente
zuzusprechen, eventualiter seien weitere Abklärungen vorzunehmen (IV-act. 86, 88).
Mit Verfügung vom 28. Oktober 2014 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren ab (IV-act.
89).
C.
C.a Gegen die Verfügung vom 28. Oktober 2014 richtet sich die Beschwerde vom 18.
November 2014 (act. G 1). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragt unter
Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin die Aufhebung
der angefochtenen Verfügung vom 28. Oktober 2014 und die Zusprechung und
Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente spätestens ab 1. Februar 2014, eventualiter
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sei in Aufhebung der angefochtenen Verfügung die Streitsache an die
Beschwerdegegnerin zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen
zurückzuweisen und anschliessend über die Leistungsansprüche neu zu verfügen. Im
Weiteren werden die unentgeltliche Prozessführung sowie die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung beantragt. Vorgebracht wird insbesondere, dass hinsichtlich der
Arbeitsfähigkeit nicht auf das polydisziplinäre ZMB-Gutachten abgestellt werden dürfe,
da die Beschwerdeführerin bei der psychiatrischen Abklärung wegen Ängsten und
Befürchtungen einige wichtige Aspekte nicht genannt habe. Auch sei gemäss
Arztbericht vom 14. November 2014 von Dr. med. G._, Psychiatrie und
Psychotherapie FHM (act. G 1.2), von einem ausgeprägten sozialen Rückzug,
intensiven Schuld- und Schamgefühlen, passiven Gedanken des Lebensüberdrusses,
Suizidgedanken in der Vergangenheit, undeutlichem gemischtem Stimmenhören,
starker Vergesslichkeit und schweren Schlafstörungen auszugehen. Gemäss
Fachärztin leide die Beschwerdeführerin unter einer rezidivierenden depressiven
Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen und
Suizidgedanken (ICD-10: F33.3), sowie einer andauernden Persönlichkeitsänderung
nach langjähriger Extrem- und Doppelbelastung sowie bei chronischem
Schmerzsyndrom (ICD-10: F62.8). Im Weiteren wird gerügt, dass kein Leidensabzug
vorgenommen worden sei und die Wechselwirkungen zwischen psychischen und
körperlichen Leiden nicht gewürdigt worden seien. Zudem sei nicht nachvollziehbar,
weshalb die ZMB-Gutachter trotz der starken körperlichen Beschwerden von einer
ganztags vollschichtigen Arbeitstätigkeit ausgingen.
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 19. Dezember
2014 die Abweisung der Beschwerde. Vorgebracht wird insbesondere, dass auf das
umfassende ZMB-Gutachten, welches aufgrund der Akten sowie persönlichen
Untersuchungen erstellt worden sei, abgestellt werden könne. Die Beschwerdeführerin
sei nie in einer psychiatrischen Behandlung gewesen. Ein sozialer Rückzug in allen
Belangen des Lebens liege nicht vor, denn die Beschwerdeführerin verfüge innerhalb
der Familie über gute Sozialkontakte (act. G 5).
C.c Am 5. Januar 2015 bewilligte der zuständige Richter das Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege für das Verfahren vor Versicherungsgericht (act. G 6).
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C.d In der Replik vom 19. Januar 2015 hielt der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin unverändert an den Rechtsbegehren gemäss Beschwerdeschrift
vom 18. November 2014 fest und reichte einen ergänzenden Arztbericht von Dr. G._
vom 14. Januar 2015 ein (act. G 9, G 9.1).
C.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (vgl. act. G
11).
C.f Am 4. April 2017 hat der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eine Honorarnote
über den Betrag von Fr. 3'771.35 eingereicht (act. G 13).

Erwägungen
1.
1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts, [ATSG, SR 830.1]). Sie kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG, SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor,
wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die a. ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern
können; b. während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind. Bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad
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von mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
60% auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% auf
eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie
körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in
Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant
gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei
Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten,
abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv
bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer
Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen
Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur
soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die
Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-
praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
2.
2.1 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird
nach Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser
Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass
sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch
erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat
sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der
versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch
tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem
Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, 133 V 108 E.
5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen
Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab.
Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt,
um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu
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beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch
dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können. Hinsichtlich
des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a).
3.
3.1 In der angefochtenen Verfügung vom 28. Oktober 2014 (IV-act. 89) legte die
Beschwerdegegnerin dar, die Beschwerdeführerin sei in ihrer angestammten Tätigkeit
eingeschränkt. Da ihr jedoch rückenadaptierte Tätigkeiten vollumfänglich zumutbar
seien, resultiere keine Erwerbseinbusse. Dementsprechend betrage der Invaliditätsgrad
0%, womit kein Leistungsanspruch bestehe (act. G 5). Demgegenüber machte die
Beschwerdeführerin geltend (act. G 1, G 9), das ZMB-Gutachten vom 18. Juli 2014 (IV-
act. 79 S. 2 ff.) sei nicht beweiskräftig. Gestützt auf die Einschätzungen der
behandelnden Ärzte (Dr. C._, Arztbericht vom 5 September 2014, IV-act. 86 S. 4, und
Dr. G._, Arztbericht vom 14. November 2014 und 14. Januar 2015, act. G 1.2, G 9.1)
bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. So habe sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin seit 2003 erheblich verschlechtert, insbesondere sei nebst den
bekannten körperlichen Leiden eine invalidisierende psychische Erkrankung
hinzugekommen, womit der Leistungsanspruch begründet sei. Als Eventualantrag
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verlangt die Beschwerdeführerin die Rückweisung, um ein Gutachten bzw. ein
Obergutachten (Psychiatrie, Orthopädie evtl. Rheumatologie) einzuholen.
3.2 Die Beschwerdegegnerin ist, nachdem sie zuerst die Nichteintretensverfügung
vom 16. Januar 2014 erliess (IV-act. 54), diese aber am 24. Februar 2014 wiederrief (IV-
act. 68) und das Verfahren (IV 2014/89) vom Versicherungsgericht am 4. März 2014
abgeschrieben wurde (IV-act. 72), auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin
eingetreten und hat den Leistungsanspruch materiell geprüft.
3.3 Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht eine
anspruchsrelevante Veränderung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin
verneint hat, bzw. ob nun eine rentenbegründende Einschränkung vorliegt.
4.
4.1 Die ursprüngliche rentenabweisende Verfügung vom 10. Januar 2003 (IV-act. 33)
beruhte im Wesentlichen auf den Erkenntnissen aus der kernspintomographischen
Untersuchung vom 7. Mai 2002 (IV-act. 24 S. 5 f.), den Arztberichten von Dr. B._ vom
7. Mai 2001, 18. März und 14. August 2002 (IV-act. 4 und 24 S. 1 - 3, 8 f.) sowie aus
dem Haushaltsabklärungsbericht vom 19. August 2002 (IV-act. 25). Die der
ursprünglichen Verfügung zu Grunde liegende invaliditätsbedingte Einschränkung
betrug in der Erwerbstätigkeit 30% (mit einem Anteil von 67%) und im Haushalt 29%
(mit einem Anteil von 33%). Der resultierende Invaliditätsgrad betrug 30%.
4.2 Seit der letztmaligen materiellen Prüfung sind diverse medizinische Berichte von
der Beschwerdeführerin auf Aufforderung hin eingereicht worden (vgl. IV-act. 50). Zu
den eingereichten Arztberichten ist festzustellen, dass diese keine Auskunft über die
aktuelle gesundheitliche Situation geben, stammen doch alle Berichte aus dem
Zeitraum April 2003 bis April 2010. Die Berichte dokumentieren insbesondere die
fortgesetzte Behandlungsbedürftigkeit der bereits bei Erlass der rentenabweisenden
Verfügung im Jahr 2003 existierenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen.
Hinsichtlich psychischer Leiden ist festzustellen, dass, obwohl die Ärzte wiederholt von
psychischen Leiden wie einer chronisch depressiven Verstimmung ausgingen (IV-act.
50 S. 3, 10 f., 22 - 26, 29), die Beschwerdeführerin es nicht als erforderlich erachtete,
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sich in eine (stationäre) psychotherapeutische Behandlung zu begeben (vgl. IV-act. 50
S. 25 f.).
4.3 Nach der Neuanmeldung wurden folgende ärztliche Berichte und Stellungnahmen
erstellt: das polydisziplinäre ZMB-Gutachten vom 18. Juli 2014 (IV-act. 79 S. 2 ff.), die
Stellungnahmen des RAD vom 23. Dezember 2013, 31. Juli und 8. August 2014 (IV-
act. 52, 80, 81) sowie die Arztberichte von Dr. med. H._ vom 5. März 2014 (act. G
9.2), von Dr. C._ vom 10. Februar und 5. September 2014 (IV-act. 61 S. 1, 86) und
von Dr. G._ vom 14. November 2014 und 15. Januar 2015 (act. G 1.2, G 9.1). Von
den genannten Berichten gibt wie nachfolgend aufgezeigt das polydisziplinäre ZMB-
Gutachten vom 18. Juli 2014 mit den Teildisziplinen Allgemeine/Innere Medizin,
Orthopädie und Psychiatrie am umfassendsten Auskunft über die gesundheitliche
Situation der Beschwerdeführerin.
4.3.1 Bei der allgemeinmedizinischen und internistischen Untersuchung durch ZMB-
Gutachter Dr. D._ schilderte die Beschwerdeführerin folgende Leiden: einen
konstanten Schmerz in der HWS, der in den Hinterkopf ausstrahle, eine eingeschränkte
Beweglichkeit der HWS, einen permanenten lumbalen Schmerz, der über das Gesäss
dorsal ins linke Bein ausstrahle und einen Schmerz, der sich von der rechten Hand bis
in die Schulter erstrecke. Zudem seien die Kraft und das Gefühl in beiden Händen
vermindert, rechts ausgeprägter als links. Zwei- bis dreimal pro Woche trete ein
rechtseitiger Kopfschmerz auf, der mit Übelkeit, Lärm- und Lichtempfindlichkeit
verbunden sei (IV-act. 79 S. 21 - 23). Der Gutachter folgerte, dass im internistischen
Bereich die Klagen über Oberbauchschmerzen und Refluxbeschwerden im
Vordergrund stünden. Er diagnostizierte eine Refluxkrankheit bei kleiner Hiatushernie,
eine überaktive Blase mit imperativem Harndrang, Pollakisurie, eine motorische Urge-
Inkontinenz, Adipositas (BMI 31.4), chronischer Nikotinabusus (ca. 50 py), Psoriasis
vulgaris und anamnestisch Migräne. Er erklärte, dass aus internistischer Sicht kein
invalidisierendes Leiden vorliege. Als medizinische Massnahmen empfahl er einen
Stopp des Nikotinabusus, eine Gewichtsreduktion, eine nochmalige gynäkologische/
urologische Beurteilung der Blasenproblematik und eine Überprüfung der
Blutdrucksituation (IV-act. 79 S. 22 f.).
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4.3.2 Bei der orthopädischen Untersuchung durch ZMB-Gutachter Dr. E._ erklärte
die Beschwerdeführerin, dass ihr ganzer Körper schmerze. Im Vordergrund stünden die
Beschwerden von Seiten Nacken und LWS (IV-act. 79 S. 24). Der Gutachter bemerkte
zu den Beschwerdeschilderungen, dass diese demonstrativ erfolgt seien und es eine
erhebliche Verdeutlichungstendenz gebe (IV-act. 79 S. 25). Der Gutachter stellte aus
orthopädischer Sicht insbesondere folgende Diagnosen: chronisches
Lumbovertebralsyndrom, chronische Cervikobrachialgie rechts und beginnende
Gonarthrose rechts. In Berücksichtigung der (Schmerz-) Problematiken am Rücken, am
Nacken und an den Knien ging der Gutachter davon aus, dass die Beschwerdeführerin
in einer rückenadaptierten Tätigkeit ohne repetitives Heben von Lasten über 10 kg,
ohne Tätigkeiten in Zwangspositionen und ohne repetitive Tätigkeit über Augenhöhe
ganztags vollschichtig arbeitsfähig sei (IV-act. 79 S. 26 f.).
4.3.3 Bei der psychiatrischen Untersuchung durch ZMB-Gutachter Prof. Dr. F._
gab die Beschwerdeführerin u.a. an, dass sie labiler geworden sei. Psychische
Erkrankungen habe sie nie gehabt. Sie liebe das Leben. Vor etwa zehn Jahren habe sie
längere depressive Verstimmungen gehabt, jetzt jedoch nicht mehr, denn es sei ihr
gelungen, ihre Situation zu akzeptieren. Sie schlafe mittags eine und nachts etwa drei
Stunden, sei jedoch morgens erholt. Mitunter habe sie ein Ohrgeräusch. Seit der
Rückenoperation habe sie Schmerzen (Dyspareunie). Sie behelfe sich mit Cremes.
Insgesamt sei sie erschöpfbarer und langsamer geworden. Ihre sozialen Beziehungen
habe sie erhalten können (IV-act. 79 S. 28). Der Gutachter erlebte die
Beschwerdeführerin als wach, orientiert und bewusstseinsklar. Die orientierende
Prüfung von allgemeinem Wissen und Abstraktionsfähigkeit waren regelrecht. Während
des Gesprächs habe sie lebendig berichtet, sei freundlich gewesen, habe gelacht (aber
auch geweint) und einen warmherzigen Eindruck vermittelt. Störungen des Denkens
lägen sowohl inhaltlich als auch formal nicht vor. Bis auf ein Ohrgeräusch bestünden
keine Wahrnehmungsstörungen. Es gebe keine gravierende psychiatrische
Komorbidität, keinen wesentlichen sozialen Rückzug und keine Suizidalität. Der
Facharzt diagnostizierte denn auch einzig eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10: F45.5). Im Weiteren wies der Gutachter darauf hin, dass die
Beschwerdeführerin trotz eingehender Besprechung keinen Zusammenhang zwischen
den Schmerzen und der psychischen Befindlichkeit erkennen könne. Zudem hielt er
fest, dass die Beschwerdeführerin weder eine Psychotherapie bekommen noch ein
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Entspannungsverfahren erlernt habe. Wegen der inzwischen eingetretenen
Chronifizierung sei eine Prognose schwierig (IV-act. 79 S. 29 f.).
4.3.4 In Rahmen eines interdisziplinären Konsensus erhoben die ZMB-Gutachter
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: chronisches
Lumbovertebralsyndrom, Status nach Operation Diskushernie L5/S1 links, 1996, und
kleine Rezidivhernie L5/S1 mit Retroglissement L5/S1. Hinsichtlich der weiteren
erhobenen Diagnosen, u.a. chronische Cervikobrachialgie rechts, beginnende
Gonarthrose rechts, Refluxkrankheit bei kleiner Hiatushernie, anamnestisch Migräne
sowie anhaltende somatoforme Schmerzstörung, gingen die Gutachter davon aus,
dass diese keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Die psychische Verfassung
habe im Sinne einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung einen wesentlichen
Anteil am Leiden. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit erachteten die Gutachter die
Beschwerdeführerin als nicht mehr arbeitsfähig in der angestammten Tätigkeit als
Putzfrau. In einer dem Rückenleiden adaptierten Tätigkeit gingen sie dagegen von einer
ganztägigen vollschichtigen Arbeitsfähigkeit ab dem Jahr 2005 aus (IV-act. 79 S. 33 -
35).
4.3.5 Zum Einwand des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin, dass das ZMB-
Gutachten nicht beweiskräftig sei, da sich die Beschwerdeführerin nicht getraut habe,
über ihre psychischen Leiden ausführlich zu berichten (vgl. act. G 1 S. 5 f.), ist
festzuhalten, dass die vorgebrachte Argumentation nicht zu überzeugen vermag, da
der Beschwerdeführerin die Wichtigkeit der gutachterlichen Untersuchung - und dabei
insbesondere die Geltendmachung ihrer psychischen Beschwerden - bewusst
gewesen sein muss, forderte doch ihr Rechtsvertreter gestützt auf das Schreiben des
Hausarztes Dr. C._ vom 10. Februar 2014 (IV-act. 61 S. 1) die Einholung des
psychiatrischen Gutachtens bzw. die polydisziplinäre Begutachtung (vgl. IV-act. 62 S.
11). So wäre zumindest zu erwarten gewesen, dass sie dem psychiatrischen Gutachter
bei der Untersuchung mitgeteilt hätte, dass sie nicht fähig sei, sich frei zu äussern. Der
geltend gemachte Einwand steht zudem im Gegensatz zu den Wahrnehmungen der
Gutachter. So stellte Dr. D._ ein grosses Mitteilungsbedürfnis seitens der
Beschwerdeführerin fest (IV-act. 79 S. 21). Dr. E._ wies auf die demonstrative
Beschwerdeschilderung und eine erhebliche Verdeutlichungstendenz hin (IV-act. 79 S.
25). Prof. Dr. F._ erlebte die Beschwerdeführerin während des Gesprächs als
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lebendig, zum Teil etwas weitschweifig (IV-act. 79 S. 29). Hinzu kommt, dass die
Beschwerdeführerin in der Untersuchung angab, die etwa 10 Jahren zuvor
aufgetretenen depressiven Verstimmungen überwunden zu haben (IV-act. 79 S. 28).
Die Beschwerdeführerin begab sich zudem erst rund vier Monate nach der
Begutachtung in psychiatrische Behandlung - notabene zu einem Zeitpunkt, als sich
aufgrund des zweiten Vorbescheids klar abzeichnete, dass das Rentengesuch (erneut)
abgelehnt wird -, was nahelegt, dass der Leidensdruck zuvor nicht erheblich gewesen
sein dürfte (vgl. dazu auch nachfolgende Erwägung 4.4.2).
4.3.6 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin vermag mit Blick auf das
zuvor gesagte das ZMB-Gutachten 18. Juli 2014 zu überzeugen. Es beantwortet die
gestellten Fragen umfassend, berücksichtigt die von der Beschwerdeführerin geklagten
Beeinträchtigungen, wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den relevanten
Vorakten erstellt und ist in der Darlegung der medizinischen Zustände und
Zusammenhänge einleuchtend. Ebenso wurden die gezogenen Schlussfolgerungen in
nachvollziehbarer Weise hergeleitet. Das Gutachten wird damit den von der
Rechtsprechung entwickelten Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische
Stellungnahme (vgl. Erwägung 2.3) gerecht. Ihm ist daher volle Beweiskraft
zuzuerkennen.
4.4
4.4.1 Im Hinblick auf die Frage, ob eine relevante Verschlechterung im
massgeblichen Zeitraum ausgewiesen ist, ist festzustellen, dass die Parteien
unbestrittenermassen von einem unveränderten gesundheitlichen Zustand der
Beschwerdeführerin in somatischer Hinsicht ausgehen bzw. die gutachterliche
somatische Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht fundiert bestritten wird. Folglich sind der
Beschwerdeführerin die bisherigen Tätigkeiten als Reinigungs- und als
Gastronomieangestellte nicht mehr zumutbar, während eine angepasste körperlich
leichte Tätigkeit noch immer uneingeschränkt möglich ist (Anforderungsprofil: vgl. IV-
act. 79 S. 31).
4.4.2 Was den Gesundheitszustand aus psychiatrischer Sicht betrifft, ist
festzustellen, dass die Ärzte bereits beim Erlass der ersten rentenabweisenden
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Verfügung vom 10. Januar 2003 (IV-act. 33) - wenn auch im untergeordneten Rahmen -
vom Vorliegen eines psychischen Leidens ausgingen bzw. einen entsprechenden
Verdacht kundtaten. So äusserte der Hausarzt Dr. B._ im Jahr 2002 den Verdacht auf
das Vorliegen einer psychischen Erkrankung (vgl. IV-act. 24 S. 1: "Chron. depressive
Verstimmung (?)"). Hinweise auf ein psychisches Leiden finden sich auch im
Abklärungsbericht Haushalt vom 19. August 2002 (IV-act. 25 S. 1). Aus den bei der
Neuanmeldung eingereichten Arzt¬berichten (vgl. IV-act. 50) ist ersichtlich, dass die
Beschwerdeführerin in den vergangenen Jahren an depressiven Verstimmungen litt. So
erklärte Dr. med. I._, Facharzt für Neurochirurgie FMH, im Arztbericht vom 11. Juni
2003, dass die Beschwerdeführerin nebst den klinischen Befunden auch psychogene
Komponenten begleiten würden (IV-act. 50 S. 2). Dr. med. J._ und Dr. med. K._,
Frauenklinik Kantonsspital St. Gallen, stellten im Arztbericht 23. April 2006 die
Nebendiagnose depressive Verstimmung (IV-act. 50 S. 18). Weitere Indizien für eine
vorhandene psychische Problematik finden sich in den Arztberichten von Dr. C._
vom 20. Januar und 3. November 2006 (IV-act. 50 S. 22 f.). Dr. H._ nannte im
Arztbericht vom 21. November 2006 als Diagnose u.a. eine chronisch depressive
Verstimmung (IV-act. 50 S. 24). Im Arztbericht vom 9. Juni 2009 wies der Arzt auf eine
psychosoziale Überlagerung hin (IV-act. 50 S. 29). Im Arztbericht vom 10. Februar 2014
erklärte Dr. C._, dass die psychische Verfassung einen wesentlichen Anteil am
Leiden der Beschwerdeführerin habe (IV-act. 61 S. 1). Gemäss Aktenlage nahmen die
psychischen Leiden über all die Jahre jedoch nicht ein Ausmass an, welches einer
psychiatrischen bzw. psychotherapeutischen Behandlung bedurft hätte, bzw. die
Beschwerdeführerin erachtete eine entsprechende Behandlung als nicht erforderlich
(vgl. IV-act. 50 S. 25 f.). Auch machte die Beschwerdeführerin bei ihrer Neuanmeldung
weder psychische Leiden geltend noch reichte sie, als sie aufgefordert wurde, ärztliche
Belege hinsichtlich der Verschlechterung des Gesundheitszustandes beizubringen,
psychiatrische Arztberichte ein. Daher vermag die Argumentation des Rechtsvertreters
der Beschwerdeführerin, dass diese bereits während der psychiatrischen
Begutachtung unter einer relevanten, die Arbeitsfähigkeit einschränkenden
psychischen Erkrankung gelitten haben soll, nicht zu überzeugen und kann jedenfalls
nicht als bewiesen gelten. Diese Einschätzung wird auch dadurch gestützt, dass sich
die Beschwerdeführerin am 20. Oktober 2014 erstmals in psychiatrische Behandlung
begab (vgl. act. G 1.2). Wie bereits in Erwägung 4.3.5 dargelegt, zeichnete sich
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aufgrund des (zweiten) Vorbescheids ab, dass das Rentengesuch - auch als Folge der
bisher fehlenden psychischen Behandlungsbedürftigkeit - (erneut) abgelehnt würde
und andererseits akzentuierte sich die psychisch (und wohl auch finanziell) belastende
Situation durch den Stellenverlust des Ehemanns, drohten doch die
Arbeitslosentaggelder von rund Fr. 5'000.- pro Monat wegzufallen (vgl. IV-act. 79 S. 16,
28). Der im Verfahren zum Beweis der psychischen Behandlungsbedürftigkeit
eingereichte Arztbericht der Fachärztin Dr. G._ vom 14. November 2014 (act. G 1.2)
wurde nicht nur nach der gewährten Fristerstreckung für die ergänzende
Einwandbegründung erstellt (Frist bis 26. Oktober 2014; IV-act. 87), sondern auch nach
der rentenabweisenden Verfügung vom 28. Oktober 2014 (IV-act. 89). Zum Arztbericht
von Dr. G._ ist festzustellen, dass die Fachärztin ohne eine umfassende
Befunderhebung (zumindest fehlen entsprechende Ausführungen im Arztbericht) und
insbesondere basierend auf ihrer Erfahrung mit Personen mit Migrationshintergrund die
Diagnosen rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere depressive
Episode mit psychotischen Symptomen und Suizidgedanken (ICD-10: F33.3), sowie
eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach langjähriger Extrem- und
Doppelbelastung und bei chronischem Schmerzsyndrom (ICD-10: F62.8) stellte.
Daraus abgeleitet ging sie von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit im freien
Wirtschaftsmarkt aus, wobei die gestellten Diagnosen und die
Arbeitsfähigkeitseinschätzung bereits für die Zeit vor Behandlungsbeginn Gültigkeit
hätten. Im Arztbericht vom 14. Januar 2015 weist die Fachärztin darauf hin, dass keine
Aggravation seitens der Beschwerdeführerin vorliege (act. G 9.1). In Würdigung der
Arztberichte und dabei insbesondere der (bisher) fehlenden Behandlungsbedürftigkeit
kann der Einschätzung der Fachärztin, dass bereits vor Erlass der rentenabweisenden
Verfügung vom 28. Oktober 2014 eine relevante psychische Erkrankung vorhanden
gewesen sein soll, nicht gefolgt werden, denn es ist höchst unwahrscheinlich, dass
eine derart schwerwiegende psychische Erkrankung wenige Monate zuvor in der
psychiatrischen Begutachtung im Juni 2014 unentdeckt geblieben wäre, zumal der
psychiatrische Gutachter Kenntnis von den Arztberichten hatte, in denen die
psychische Situation der Beschwerdeführerin (depressive Verstimmungen) thematisiert
wurden (vgl. IV-act. 79 S. 4 -13). Es ist daher mit dem Grad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin zwar (weiterhin)
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unter depressiven Verstimmungszuständen, jedoch nicht an einem die Arbeitsfähigkeit
einschränkenden psychischen Leiden litt.
5.
5.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass eine relevante Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit bzw. eine relevante Verschlechterung des
Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin und damit der Arbeitsfähigkeit seit der
ersten rentenabweisenden Verfügung vom 10. Januar 2003 zu verneinen ist. Selbst
wenn mit Blick auf die Diagnose anhaltende somatoforme Schmerzstörung (IV-act. 79
S. 33) von einer Veränderung des Gesundheitszustandes auszugehen wäre, fehlte es
an einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit und damit an einer rentenbegründenden
Veränderung wie nachfolgend zu zeigen ist.
5.2 Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur
Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursache
und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 und anschliessende
Urteile) angepasst und festgehalten, dass die Invaliditätsbemessung stärker als bisher
den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichtigen hat, was sich schon in
den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss. Das bisherige Regel/
Ausnahme-Modell wird durch ein strukturiertes Beweisverfahren ersetzt. An der
Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG - ausschliessliche Berücksichtigung der Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei
materieller Beweislast der rentenansprechenden Person - ändert sich dadurch nichts.
An die Stelle des bisherigen Kriterienkatalogs treten im Regelfall beachtliche
Standardindikatoren. Diese lassen sich in die Kategorien Schweregrad und Konsistenz
der funktionellen Auswirkungen einteilen. Die in E. 4 und 5 formulierten Beweisthemen
und Vorgehensweisen für die Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Leiden
konkretisieren die gesetzgeberischen Anordnungen nach Art. 7 Abs. 2 ATSG. So ist die
Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades nur zulässig, wenn die
funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen
Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und
widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen
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sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell
beweisbelastete versicherte Person zu tragen (E. 6).
5.3 Ob vorliegend in psychiatrischer Hinsicht ausschliesslich von einer
Schmerzstörung oder einem vergleichbaren psychosomatischen Leiden im Sinn eines
"unklaren Beschwerdebildes" auszugehen ist, dessen Rentenrelevanz sich nach BGE
141 V 281 beurteilt, entscheidet sich danach, ob eine depressive Episode (bzw. eine
"depressive Verstimmung") lediglich als Begleiterscheinung der
Schmerzfehlentwicklung oder als selbständiges, davon losgelöstes Leiden anzusehen
ist (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juni 2015, 9C_173/2015, E. 4.2.2). Der
psychiatrische Gutachter des ZMB nannte als Befunde eine vermehrte Erschöpfbarkeit,
eine affektive Labilität, Ein- und Durchschlafstörungen, reduzierter Appetit und
Störungen der Sexualität. Obwohl die Versicherte den Zusammenhang zur psychischen
Befindlichkeit nicht zu sehen vermöge, ergebe sich dieser jedoch bereits aus der
Anamnese. Die somatische Beschwerdesymptomatik mit Kopf- und
Rückenschmerzen, bis in die Beine ausstrahlend, stehe im Vordergrund (IV-act. 79 S.
29). Aus der Krankengeschichte der Beschwerdeführerin wird denn auch ersichtlich,
dass sich aus ihren somatischen Leiden eine Schmerzverstärkung entwickelt und diese
wiederum zu konsekutiven depressiven Symptomen in der Form von depressiven
Verstimmungen geführt hat. Dass dies nicht einer verselbständigten psychischen
Beeinträchtigung entspricht, zeigen die ärztlichen Diagnosen seit der ersten IV-
Anmeldung (vgl. Erwägung 4.4.2). In der Tat deutet die Entwicklung einer depressiven
Erkrankung erst im Verlauf und nach dem Auftreten einer Schmerzerkrankung nicht auf
eine eigenständige Erkrankung, sondern auf eine "blosse" Begleiterscheinung hin (vgl.
z.B. Urteil des Bundesgerichts vom 19. Januar 2015, 8C_689/2014, E. 3.4). Vor diesem
Hintergrund und unter Berücksichtigung der gutachterlichen Feststellungen sind die
depressiven Verstimmungen lediglich als Begleiterscheinung zu werten.
5.4 Bei der ergebnisoffenen Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens spricht
das Bundesgericht von Indikatoren, einem Begriff, der massgebliche Beweisthemen
bezeichnet, anhand welcher ein bestimmter Sachverhalt ermittelt wird (BGE 141 V 281
E. 4.1.1 f.). Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach
gemeinsamen Eigenschaften systematisiert werden können, umschreibt das
Bundesgericht in BGE 141 V 281 wie folgt:
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1. Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
- Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
- Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
- Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
- Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
- Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche
Ressourcen; E. 4.3.2)
- Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
2. Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
- gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen
vergleichbaren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
- behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Leidensdruck (E. 4.4.2)
5.5 In intertemporalrechtlicher Hinsicht verlieren gemäss dem BGE 137 V 210 nach
altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert.
Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen
spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein
abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht
standhält (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juli 2016, 8C_676/2015, E. 6). Folglich
ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder
gerichtlichen Sachverständigengutachten - gegebenenfalls im Kontext mit weiteren
fachärztlichen Berichten - eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen
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Indikatoren erlauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter
Umständen eine punktuelle Ergänzung genügen (BGE 141 V 281 E. 8).
5.6 Wie im Folgenden zu zeigen ist, erlauben die medizinischen Akten hier eine
schlüssige Beurteilung gestützt auf die für das Beweisverfahren massgebenden
Indikatoren und ist auch in Anwendung der neuen bundesgerichtlichen
Rechtsprechung eine invalidisierende Wirkung der psychiatrischen Diagnosen zu
verneinen. Eine Ergänzung des medizinischen Sachverhalts erübrigt sich damit.
5.6.1 Der psychiatrische ZMB-Gutachter hat sich - wenn auch, da noch in
Unkenntnis der heute geltenden bundesgerichtlichen Terminologie, nur sinngemäss -
mit dem funktionellen Schweregrad der Beeinträchtigung auseinandergesetzt. Im
Gutachten wurden die Gesundheitsschädigungen und deren Ausprägungen erhoben
(IV-act. 79 S. 27 - 30; vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1). Aus psychiatrischer Sicht konnten
jedoch keine Befunde bzw. Diagnosen erhoben bzw. gestellt werden, denen eine
depressive Erkrankung zu Grunde liegen würde (vgl. IV-act. 79 S. 29). So erklärte selbst
die Beschwerdeführerin anlässlich der psychiatrischen Begutachtung, dass sie keine
depressiven Verstimmungen mehr habe (IV-act. 79 S. 28). Basierend auf der Anamnese
sowie den - gestützt auf das geschilderte Alltagsverhalten und die geltend gemachten
Beschwerden - erhobenen Befunden stellte der psychiatrische Gutachter einzig die
Diagnose anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4; vgl. IV-act. 79 S.
29). Diese psychiatrische Einschätzung ist nachvollziehbar und schlüssig, standen
doch bei den geschilderten aktuellen Beschwerden die Schmerzen im Kopf und
Rücken im Zentrum.
5.6.2 Die ärztlichen Aufforderungen und der wiederholte Verzicht der
Beschwerdeführerin auf eine psychiatrische Behandlung - selbst wenn wie in den
Jahren zuvor "lediglich" von chronischen depressiven Verstimmungen auszugehen
wäre - spricht nicht für das Vorliegen einer psychischen Störung mit einem hohen
Schweregrad (vgl. IV-act. 50 S. 25 f., IV-act. 61 S. 1, IV-act. 79 S. 31). Einer
Wiedereingliederung der Beschwerdeführerin standen bisher ihre subjektive Einstellung
und nicht etwa psychiatrisch begründete Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit im
Wege. Folglich lässt sich vorliegend auch nicht auf eine invalidisierende psychische
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Störung, welche therapeutisch nicht angehbar wäre, schliessen (vgl. BGE 141 V 281 E.
4.3.1.2).
5.6.3 Als weiterer Indikator sind die Komorbiditäten zu würdigen (vgl. BGE 141 V
281 E. 4.3.1.3). Der psychischen Komorbidität ist nach der neuen Praxis keine
vorrangige Bedeutung mehr einzuräumen, vielmehr sind auch körperliche
Begleiterkrankungen zu würdigen. Eine psychische Störung in der Form einer leichten
depressiven Episode bzw. einer (chronischen) depressiven Verstimmung, welche nach
der Rechtsprechung normalerweise keine Invalidisierung bewirkt, ist regelmässig keine
relevante Komorbidität. Folglich wäre selbst eine allfällige chronische depressive
Verstimmung unbeachtlich. Als körperliche Begleiterkrankungen wurden angeführt, der
konstante Schmerz in der HWS, der in den Hinterkopf ausstrahle, der permanente
lumbale Schmerz, der über das Gesäss dorsal ins linke Bein ausstrahle und der
Schmerz, der sich von der rechten Hand bis in die Schulter erstrecke, der zwei- bis
dreimal pro Woche auftretende rechtseitige Kopfschmerz, der mit Übelkeit, Lärm- und
Lichtempfindlichkeit verbunden sei, das mitunter auftretende Ohrengeräusch sowie die
Ein- und Durchschlafstörungen. Ferner wird von der Beschwerdeführerin geltend
gemacht, dass die Schmerzen seit der Menopause schwieriger behandelbar seien und
sie erschöpfbarer und langsamer geworden sei. Hinsichtlich der Auswirkungen ist
festzustellen, dass gegen den Kopfschmerz bisher erfolgreich Aspégic 1000 mg und
Paspertin eingesetzt wurden (IV-act. 79 S. 23). Offensichtlich gelang es der
Beschwerdeführerin trotz der geltend gemachten Leiden in den vergangenen Jahren
ihre beiden heute in Ausbildung befindlichen Kinder zu erziehen (vgl. IV-act. 48 f.), den
Haushalt (mit) zu besorgen und (familiäre) Kontakte zu pflegen. Es ist davon
auszugehen, dass die geltend gemachten Leiden bisher nicht zu Einschränkungen
geführt haben, welche über die im orthopädischen Teilgutachten genannten
physischen Einschränkungen hinausgehen. Diese Annahme wird auch dadurch
bestätigt, dass die Beschwerdeführerin selbstständig einen "normalen" Tagesablauf
pflegt, war doch der Ehemann bis vor dem kürzlichen Stellenverlust stets arbeitstätig.
Dass sie den Hausarzt nur etwa alle drei und den Rheumatologen etwa alle vier bis fünf
Monate konsultiert, sind weitere Indizien für einen geringen Leidensdruck.
5.6.4 Es bestehen sodann keine relevanten Hinweise auf im Komplex der
Persönlichkeit zu prüfende Merkmale, und der soziale Kontext wurde im Gutachten
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ebenfalls angesprochen und berücksichtigt (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.2 f.).
Insbesondere ist die Beschwerdeführerin in sozialer Hinsicht eingebunden (Ehe, zwei
Kinder) und besitzt verwertbare Ressourcen (in den letzten Jahren: Kindererziehung,
Haushaltsführung, Erledigung administrativer Arbeiten). Zudem kann die
Beschwerdeführerin mit der Unterstützung des Ehemanns und der beiden Kinder
rechnen. Auch unter BGE 141 V 281 vermag ein psychosozial bedingtes
Beschwerdebild (beispielsweise der Einfluss des Migrationshintergrunds, die fehlende
Berufsausbildung, der Arbeitsplatzverlust der Beschwerdeführerin und neu auch des
Ehemannes, erwachsene Kinder in Ausbildung, eine erschwerte finanzielle Situation,
die Abhängigkeit von der Familie wie auch die Beeinträchtigungen durch das
Übergewicht) keine versicherte Gesundheitsbeeinträchtigung darzustellen (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 16. April 2015, 9C_826/2015, E. 3.1.1).
5.6.5 Unter dem Aspekt der Konsistenz (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4) erscheinen
sowohl der Umfang der bestehenden Lebensaktivitäten wie auch der Leidensdruck als
genügend berücksichtigt. Zwar werden von der Beschwerdeführerin schwere
Beschwerden geltend gemacht, offensichtlich war sie jedoch in der Lage, ihre beiden
Kinder zu erziehen, einfache Haushaltsarbeiten und administrative Arbeiten zu
erledigen, Kontakte insbesondere zu Familienangehörigen zu pflegen. Auch ist der
Leidensdruck, medizinische Behandlungen (insb. eine psychotherapeutische
Behandlung) in Anspruch zu nehmen, als gering einzustufen. Obwohl die
Beschwerdeführerin geltend macht, dass sie die inzwischen erwachsenen Kinder nicht
mehr erziehen müsse, verzichtete die Beschwerdeführerin trotz freigewordener
Ressourcen darauf, eine (Teilzeit-) Arbeitsstelle zu suchen, zumindest finden sich in
den Akten keine entsprechenden Ausführungen.
5.7 Zusammenfassend fehlt es damit - selbst in Beachtung der neuen
Standardindikatoren - auch in psychiatrischer Hinsicht an einem invalidisierenden
Gesundheitsschaden.
5.8 Insgesamt ist angesichts der medizinischen Aktenlage mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen, dass die Beschwerdeführerin -
unverändert - in angepasster Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist. Eine
anspruchserhebliche
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Änderung der tatsächlichen Verhältnisse ist damit nicht überwiegend wahrscheinlich
(vgl. BGE 134 V 109 E. 9.5) gemacht worden, weshalb die angefochtene Verfügung
nicht zu beanstanden ist.
6. Hinsichtlich des Invaliditätsgrades ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin
als Vollerwerbstätige ein Valideneinkommen von Fr. 44'955.- erzielen würde (vgl. IV-
act. 82). Demgegenüber steht ein erzielbares Invalideneinkommen von Fr. 47'203.-.
basierend auf der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik und unter
Berücksichtigung des Minderverdienstes. Folglich besteht kein invaliditätsbedingter
Minderverdienst, bzw. der Invaliditätsgrad beträgt 0% (vgl. IV-act. 82 f.). Selbst bei
Berücksichtigung eines Leidesabzuges (von max. 25%) würde kein rentenrelevanter
Minderverdienst resultieren (vgl. Erwägung 1.2).
7.
7.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis Fr.
1'000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint
als angemessen. Der unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in
der Höhe von Fr. 600.- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von
der Bezahlung zu befreien.
7.3 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.- bis Fr.
12'000.-. Im vorliegenden Fall hat der Rechtsvertreter eine detaillierte Honorarnote über
den Betrag von Fr. 3'771.35 (17 Stunden à Fr. 200.- pro Stunde [reduzierter Ansatz
nach Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70], Barauslagen Fr. 92.-,
Mehrwertsteuer Fr. 279.35) eingereicht (act. G 12). Der Rechtsvertreter hat eine
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ausführliche, dem notwendigen Aufwand angemessene Beschwerdeschrift eingereicht
(13 Seiten) und zudem Arztberichte bei behandelnden Ärzten eingeholt (act. G 1.2, G
9.1, G 9.2). Dadurch rechtfertigt sich die Zusprache einer etwas über dem
durchschnittlichen Pauschalbetrag von Fr. 3'500.- liegenden Parteientschädigung.
Somit hat der Staat den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin pauschal mit Fr.
3'771.35.- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
7.4 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).