Decision ID: b8e6329a-4342-423d-91eb-1f01481f4ca0
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 15.01.2008 Art. 17 Abs. 1 ATSG, Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV. Revisionsweise Aufhebung einer laufenden Invalidenrente. Die medizinische Begutachtung im Rahmen eines Rentenrevisionsverfahrens kann sich nicht auf die Erhebung des aktuellen Gesundheitszustandes und Arbeitsfähigkeitsgrades beschränken, denn bei einer Abweichung zur Situation anlässlich der erstmaligen Rentenzusprache (oder einer früheren Revision) muss nachgewiesen sein, dass effektiv eine nachträgliche Sachverhaltsveränderung eingetreten ist, dass die Differenz also nicht nur auf eine abweichende medizinische Einschätzung eines grundsätzlich unveränderten Sachverhalts zurückzuführen ist (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. Januar 2008, IV 2007/128).
Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Lisbeth
Mattle Frei; Gerichtsschreiber Ralph Jöhl
Entscheid vom 15. Januar 2008
in Sachen
P._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Haus zur alten Dorfbank,
9313 Muolen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
Sachverhalt:
A.
P._ meldete sich im April 2004 bei der Invalidenversicherung wegen
Rückenbeschwerden zum Bezug einer Invalidenrente an. Er litt seit Sommer 2003 an
einem nur partiell regredienten lumbo-radikulären Schmerz- und teilweise sensiblen
Ausfallsyndrom L4 links bei dokumentierter Diskushernie lateral/foraminal L3/4. Seit
1990 war er als Betriebsmitarbeiter in der Zerlegerei der Grossmetzgerei A._ tätig.
Nach einer konservativen Behandlung hatte sich ab Februar 2004 am bisherigen
Arbeitsplatz eine Arbeitsleistung von 50% eingependelt (Bericht des Rehazentrums
Leukerbad vom 12. März 2004, IV-act. 2; Bericht Dr. med. B._ vom 14. Mai 2004, IV-
act. 12-5; Berichte von Dr. med. C._ vom 22. Juni 2004, IV-act. 15-1 + 3). Die Swica
Krankenversicherung veranlasste beim Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und
Hygiene GmbH (AEH), Zürich, eine Abklärung. Im Gutachten vom 19. Mai 2004 (IV-act.
18) wurde ausgeführt, aus rein rheumatologisch-orthopädischer Sicht bestehe für die
bisherige Tätigkeit als Metzgereimitarbeiter in der A._ wie bisher eine knapp 50%ige
Arbeitsfähigkeit, halbtags mit zehn Minuten vermehrter Pausen. In einer leichten
Tätigkeit mit der Möglichkeit der Wechselpositionierung und mit Wechselbelastung sei
dem Versicherten eine Ganztagstätigkeit zumutbar. Unter Berücksichtigung des
psychischen Leidens (somatoforme Schmerzstörung) erscheine der Versicherte
indessen - interdisziplinär beurteilt - für sämtliche Tätigkeiten als zu 50%
arbeitsunfähig, weshalb die Beibehaltung der bisherigen Tätigkeit empfohlen werde (IV-
act. 18-4).
B.
Die IV-Stelle der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) stellte dem
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) am 7. Juli 2004 die Frage, ob von einer 50%igen
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Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen wie in einer adaptierten Tätigkeit ausgegangen
werden könne oder ob zur Klärung der heutigen zumutbaren adaptierten
Arbeitsfähigkeit eine (weitere) medizinische Abklärung angezeigt sei. Der RAD hielt
dafür, dass auf das Gutachten des AEH Zürich abgestellt werden könne. Für die IV-
Leistungen sei die Auflage anzubringen, dass sich der Versicherte einer
fachpsychiatrischen Therapie unterziehe (Bericht Dr. D._ vom 27. Juli 2004, IV-act.
19). Eine Revision per Oktober 2005 sei sinnvoll, da vor allem im Hinblick auf die
psychische Problematik eine Änderung des Gesundheitszustandes nicht
auszuschliessen sei (IV-act. 21). Gestützt auf diese Sachverhaltserhebungen sprach die
IV-Stelle des Kantons St. Gallen dem Versicherten mit einer Verfügung vom 6. Januar
2005 rückwirkend ab 1. Mai 2004 eine halbe Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad
von 50% zu (IV-act. 36).
C.
Im Oktober 2005 erhielt der Versicherte den Revisionsfragebogen. Darin gab er am
21. Oktober 2005 an, sein Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Er habe einen
Autounfall erlitten. Seither habe er starke Schmerzen im Kopf und im Nacken, er leide
zudem unter intensiven Ängsten und er sei müde (IV-act. 38-1/1). Dr. med. C._ hatte
der SUVA am 13. Mai 2005 berichtet, der Zustand des Versicherten sei bezüglich der
Rückenproblematik und bezüglich der depressiven Symptomatik stationär geblieben.
Die unfallbedingten Schulterbeschwerden rechts würden wohl noch vollständig
abheilen. Es sei mit einer Dauerinvalidität von 50% zu rechnen (IV-act. 38-5/6). Am 16.
November 2005 berichtete Dr. med. C._ der IV-Stelle, der Gesundheitszustand des
Versicherten habe sich seit seinem letzten Bericht vom 28. Juni 2004 verschlechtert.
Der Versicherte leide an einer mittelgradigen depressiven Störung mit somatischen
Symptomen, an einem chronischen vertebrogenen Schmerzsyndrom, an einem
Zervikobrachialsyndrom nach Autounfall im April 2005, an einer weitgehend
therapieresistenten Zervikobrachialgie links und an einem manifesten Diabetes mellitus.
Die Depression habe sich im Verlauf der letzten Jahre langsam verschlechtert. In der
jetzigen Situation sei keine Erwerbstätigkeit zumutbar (IV-act. 43). Dr. med. E._ hielt
am 30. Dezember 2005 gegenüber der IV-Stelle fest, der Versicherte habe
Antidepressiva, Anxiolytica und Nootropica erhalten. Trotzdem habe sich der
Gesundheitszustand verschlechtert. Die Arbeitsfähigkeit sei seit dem Unfall wesentlich
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reduziert. Der Versicherte sei nicht imstande, eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft
auszuüben (IV-act. 45). Der zuständige Arzt des RAD Ostschweiz vertrat am 9. Februar
2006 die Auffassung, dass eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes schwer
nachzuvollziehen sei. Er empfahl deshalb eine Begutachtung durch eine MEDAS (IV-
act. 47-1). Die IV-Stelle beauftragte das ABI in Basel mit einer interdisziplinären
Abklärung (IV-act. 50-1). Am 22. August 2006 teilte der Neurochirurg Dr. med. F._
dem Dr. med. C._ nochmals mit, dass es dem Patienten nicht zumutbar sei, in der
bisherigen Weise als Metzger zu arbeiten (IV-act. 51-25).
D.
D.a Die Sachverständigen des ABI in Basel führten im Gutachten vom 31. August 2006
(IV-act. 51) aus, bei der rheumatologischen Abklärung habe der Versicherte über
chronische, praktisch 24 Std. anhaltende tieflumbale Beschwerden mit Ausstrahlungen
nach gluteal sowie in den dorsolateralen Ober- und Unterschenkel links bis in den Fuss
geklagt. Er habe angegeben, bei längerem fixiertem Sitzen (maximal 30 Min. möglich)
sowie beim Bücken und beim Heben und Tragen von Lasten nähmen die Schmerzen
zu. Spazieren sei maximal 15 bis 30 Min. möglich, sofern Pausen gemacht werden
könnten. Der rheumatologische Sachverständige führte weiter aus, der Schultergürtel
sei immer noch schmerzhaft mit deutlicher Reduktion der maximalen Abduktion und
Elevation. Der Versicherte habe über diffuse, zirkuläre Paraesthesien im gesamten
linken Arm mit Kraftverminderung der linken Hand und über eine Schmerzausstrahlung
von zervikal bis okzipital linksbetont geklagt. Der rheumatologische Sachverständige
wies darauf hin, dass alle Therapiemassnahmen zu keinem Zeitpunkt eine anhaltende
Schmerztherapie hätten erzeugen können. Bei der Anamneseerhebung habe der
Versicherte über längere Zeit problemlos und vor allem ohne Schmerzartikulation sitzen
können. Er habe die Kleider problemlos und zügig an- und ausziehen können. Die LWS
und die BWS hätten aufgrund einer sofortigen Gegeninnervation nur deutlich
eingeschränkt beurteilt werden können. Bei der Prüfung der HWS seien deutlich
diskrepante Befunde objektiviert worden. Der neurologische Status habe im Bereich
der linken oberen Extremität eine deutliche Hypaesthesie gezeigt. Ähnlich habe es sich
bei den unteren Extremitäten verhalten. Die Muskeleigenreflexe seien symmetrisch
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auslösbar und das Lasèguemanöver sei liegend und sitzend negativ gewesen. Der
Zehenstand und der Fersengang seien möglich gewesen. Die Diskrepanz zwischen
seinen Untersuchungsergebnissen und den Angaben von Dr. med. F._ vom 7.
November 2005 seien nicht erklärbar. Als Metzger sei der Versicherte vollständig
arbeitsunfähig. Für eine intermittierend mittelschwere, wechselbelastende berufliche
Betätigung bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50%. Für eine körperlich leichte,
wechselbelastende Tätigkeit sei der Versicherte zu 100% arbeitsfähig, falls er die
Arbeitsposition regelmässig nach eigenem Gutdünken wechseln könne. Eine länger
dauernde fixierte sitzende oder stehende Arbeitsposition sei dringend zu vermeiden. In
bezug auf das linke Schultergelenk seien das repetitive Heben und Tragen von Lasten
sowie das Arbeiten in der Horizontalen zu vermeiden. Dasselbe gelte für das
Zurücklegen längerer Gehstrecken und das Treppensteigen. Dr. med. F._ habe am
7. November 2005 angegeben, eine neuropsychologische Komponente spiele eine
grosse Rolle; aus neurochirurgischer Sicht sei der Versicherte für jede Art von Tätigkeit
arbeitsunfähig. Diese Aussage von Dr. med. F._ sei eindeutig widersprüchlich, denn
die neuropsychologische Komponente der Schmerzmanifestation stelle prinzipiell eine
psychiatrische Diagnose dar, die entsprechend fachärztlich beurteilt werden sollte.
Zudem habe Dr. med. F._ feststellen müssen, dass verschiedene
schmerztherapeutische Massnahmen erfolglos gewesen seien, was bei klar
somatischen Befunden als ungewöhnlich erscheine. Abschliessend hielt der
rheumatologische Sachverständige fest, beim Versicherten habe eine ausgeprägte
subjektive Krankheits- und Behinderungsüberzeugung imponiert. Das Nichtansprechen
auf adäquat durchgeführte schmerztherapeutische Massnahmen, der
Beschwerdeverlauf und die Schmerzausbreitung von zervikal in die gesamte linke
obere Extremität nach dem Unfall sprächen für eine ganz wesentliche somatisch nicht
fassbare Schmerzursache. Dazu trage auch der eindeutige sekundäre
Krankheitsgewinn (Haushaltsbesorgung durch die drei erwachsenen Kinder) bei.
D.b Der psychiatrische Sachverständige des ABI berichtete, der Versicherte sei
freundlich und kooperativ gewesen. Wiederholt habe er auf zahlreiche mitgebrachte
Arztberichte hingewiesen, in denen ihm eine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei.
Mehrfach habe der Versicherte die Überzeugung geäussert, aufgrund der Schmerzen
und der eingeschränkten Konzentrationsfähigkeit nicht mehr arbeiten zu können.
Weiter gab der Sachverständige an, die Stimmung des Versicherten sei leicht
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herabgesetzt, aber nicht eigentlich depressiv gewesen. Mimik und Gestik seien lebhaft,
der affektive Kontakt gut gewesen. Der Versicherte sei allseits orientiert und
bewusstseinsklar gewesen. Es habe keine Beeinträchtigung der Wahrnehmung, der
Auffassung oder des Gedächtnisses bestanden. Das Denken sei formal unauffällig
gewesen. Inhaltlich hätten Klagen über die körperlichen Beschwerden im Vordergrund
gestanden. Wahnhafte Störungen, Sinnestäuschungen, Halluzinationen und Ich-
Störungen hätten nicht vorgelegen. Die geklagten körperlichen Beschwerden könnten
somatisch nicht objektiviert werden, weshalb eine psychische Überlagerung
angenommen werden müsse. Da der Versicherte zu Beginn der psychischen
Überlagerung nicht unter psychosozialen Belastungen gelitten habe und da auch kein
deutliches Rentenbegehren vorliege, könne weder die Diagnose einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung noch diejenige der Entwicklung körperlicher
Symptome aus psychischen Gründen gestellt werden. Es liege vielmehr eine
Schmerzverarbeitungsstörung vor. Die vom Versicherten geklagten depressiven
Symptome seien geringgradig ausgeprägt. Der Versicherte leide nur unter leichten
Schlafstörungen. Tagsüber sei er aktiv, treffe sich täglich mit Kollegen und suche
mehrmals wöchentlich ein Fitnessstudio auf. Beim Zeitungslesen oder Fernsehen habe
er keine Konzentrationsstörungen. Aus psychiatrischer Sicht könne dem Versicherten
zugemutet werden, zu 80% einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Entgegen seinen
eigenen Angaben nehme der Versicherte die verordneten Antidepressiva nachweislich
nicht ein. Seine anamnestischen Angaben seien daher mit Vorsicht zu werten. Streng
genommen könnten sie gar nicht verwendet werden, da er nachweislich falsche
Angaben gemacht habe. Jedenfalls scheine sich der Versicherten selbst nicht als
besonders depressiv einzuschätzen, denn er nehme die Antidepressiva nur selten ein.
Da lediglich eine leichte depressive Störung vorliege, könne aus psychiatrischer Sicht
nur eine leichte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden.
D.c Zusammenfassend stellten die Sachverständigen des ABI die folgenden
Diagnosen: chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom links, chronische
Zervikobrachialgie links, posttraumatische PHS tendinotica links, leichte depressive
Episode sowie (ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) metabolisches Syndrom und
Schmerzverarbeitungsstörung. Zur Arbeitsfähigkeit führten sie aus, die körperlich
mittelschwere bis zum Teil schwere Arbeit als Metzger sei dem Versicherten aufgrund
der Wirbelsäulenveränderungen nicht mehr zumutbar. Für eine intermittierend
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mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50%,
wofür ebenfalls die Wirbelsäulenveränderungen verantwortlich seien. Für eine
körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeit bestehe aus rein somatischer Sicht eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit, falls der Versicherte die Arbeitsposition regelmässig
selbständig nach eigenem Gutdünken wechseln könne. Eine längere fixierte sitzende
oder stehende Arbeitsposition sei dringend zu vermeiden. Das gelte auch für längere
Gehstrecken oder das Treppensteigen. In bezug auf das linke Schultergelenk sei das
repetitive Heben und Tragen von Lasten und das Arbeiten über der Horizontalen zu
vermeiden. In einer der körperlichen Beeinträchtigung ideal angepassten Tätigkeit
wirke sich also nur die psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit von 20% aus. Die
subjektive Selbsteinschätzung einer im wesentlichen vollständigen Arbeitsunfähigkeit
lasse sich weder somatisch noch psychiatrisch objektivieren. Es sei dem Versicherten
zumutbar, die vorhandene Arbeitsfähigkeit durch eine Schmerzüberwindung
umzusetzen. Aus psychiatrischer Sicht habe sich seit den früheren psychiatrischen
Beurteilungen keine Verschlechterung, sondern eine Verbesserung der objektivierbaren
Symptome ergeben.
E.
Der zuständige Arzt des RAD Ostschweiz hielt in einer unsignierten Bemerkung vom
2. November 2006 dieses Gutachtensergebnis für plausibel, da es auf einer
objektivierbaren Verbesserung der psychischen Situation beruhe. Die Veränderung der
Arbeitsfähigkeit müsse differenziert angesehen werden. Dem Versicherten sei nach wie
vor eine mittelschwere Tätigkeit zu 50% zumutbar. Inzwischen sei ihm für eine
körperlich leichte Tätigkeit aber eine 100%ige Arbeitsfähigkeit zuzumuten. Wegen der
psychiatrischen Einschränkung resultiere gesamthaft eine Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit von 80% (IV-act. 52-1). Als Zeitpunkt der Zustandsverbesserung
schlug der RAD den September 2006 vor, indem hier der Unterschied zu früheren
Untersuchungen deutlich genug festgestellt werden konnte (IV-act. 56-1).
F.
Mit einem Vorbescheid vom 14. November 2006 kündigte die IV-Stelle dem
Versicherten die Einstellung der laufenden Invalidenrente an, da der Invaliditätsgrad nur
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noch 32% betrage. Falls Hilfe bei der Stellensuche gewünscht werde, sei dies
schriftlich mitzuteilen (IV-act. 62). Durch seine Rechtsschutzversicherung erhob der
Versicherte am 21. September 2006 gegen diesen Vorbescheid den Einwand, die
Voraussetzungen für eine Rentenrevision wegen einer wesentlichen Veränderung des
Gesundheitszustandes sei nicht erfüllt. Da die Ärzte des ABI seinen
Gesundheitszustand nicht schon früher beurteilt hätten, seien die Aussagen über den
Verlauf wenig aussagekräftig. Objektive Vergleichsbeurteilungen gegenüber der
interdisziplinären Beurteilung aus dem Jahr 2004 seien nicht vorgenommen worden.
Die unterschiedliche Beurteilung lasse nicht zwingend auf eine Verbesserung des
Gesundheitszustandes schliessen. Es sei denkbar, dass die beiden psychiatrischen
Sachverständigen bei der Beurteilung zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangt
seien. Die Verlaufsbeschreibung durch den behandelnden Psychiater lege diesen
Schluss nahe. Auf Veranlassung des behandelnden Psychiaters werde er am 3. Januar
2007 eine dreiwöchige Rehabilitation in der Klinik H._ absolvieren. Der
entsprechende ärztliche Bericht sei abzuwarten, ehe über die Revision der laufenden
Rente entschieden werde. Die IV-Stelle habe ihn vor der Begutachtung durch das ABI
nicht über das Recht informiert, diese Begutachtungsinstitution abzulehnen. Das ABI
sei in die öffentliche Kritik geraten. Es bestünden erhebliche Zweifel an der
Fachkompetenz und an der Unabhängigkeit der Sachverständigen. Deshalb dürfe nicht
auf dieses Gutachten abgestellt werden. Es müsse deshalb eine neue interdisziplinäre
Abklärung erfolgen.
G.
Am 20. Dezember 2006 liess Dr. med. F._ dem behandelnden Hausarzt nochmals
eine Beurteilung des aktuellen Krankheitsbildes des Patienten zukommen. Er gab an,
dass er bei den klinischen Untersuchungen vom 22. September, 20. Oktober und
11. Dezember 2006 eine deutliche Verschlechterung festgestellt habe. Die
Schmerzsituation sei weiterhin therapieresistent. Der Versicherte sei nicht fähig, länger
als fünf Minuten in der gleichen Position (stehen, sitzen, sich beugen, liegen) zu
verharren. Dies habe bei den Untersuchungen beobachtet werden können. Aus
neurochirurgischer Sicht sei der Patient für eine adaptierte Tätigkeit (leichte Arbeit,
teilweise sitzend, gehend und stehend) für zwei Stunden pro Tag arbeitsfähig (IV-act.
71). Der zuständige Arzt des RAD Ostschweiz hielt am 16. Januar 2007 fest, der
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Vergleich der beiden unabhängigen Gutachten rechtfertige nach wie vor die Annahme,
dass sich der objektivierbare Zustand des Versicherten im fraglichen Zeitraum
verbessert habe. Im Gutachten des ABI seien sehr deutlich die vorgebrachten
Beschwerden von den objektivierbaren Beschwerden unterschieden worden. Dies
habe erhebliche, durch medizinische Argumente nicht erklärbare Differenzen zwischen
den Einschätzungen der behandelnden Ärzte und denjenigen der Sachverständigen
des ABI ergeben (IV-act. 73). Der Psychiater Dr. med. G._, Klinik H._, berichtete am
31. Januar 2007, der Versicherte leide an einer rezidivierenden depressiven Störung,
gegenwärtig mittelgradiger bis schwerer Episode, mit somatischen Symptomen.
Ausserdem bestehe ein Verdacht auf eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung.
Vom 29. April 2005 bis zum Klinikeintritt habe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
bestanden. Der Versicherte brauche eine regelmässige Gesprächspsychotherapie, eine
Verhaltenstherapie und eine Psychopharmakatherapie. Unter diesen therapeutischen
Massnahmen sei mit der Erhaltung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer
Sicht zu rechnen. Eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf mehr als 50% sei nicht zu
erwarten. Diese Gesundheitsstörung habe Konzentrationsstörungen, stressbedingte
Muskelverspannungen und eine Schmerzzunahme, eine allgemeine Erschöpfung,
Antriebsstörungen und Stimmungsschwankungen zur Folge. Der Gesundheitszustand
des Versicherten habe sich seit der Begutachtung durch das ABI verschlechtert. Im
Rahmen der sehr belastenden psychosozialen Situation mit Zunahme der depressiven
Symptomatik habe der Versicherte mit einer fast vollständigen psychischen
Dekompensation reagiert. Beim Austritt aus der Klinik habe sich die Situation etwas
beruhigt. Die depressive Episode sei jedoch in mindestens mittelschwerem Ausmass
erhalten geblieben. Der zuständige Arzt des RAD Ostschweiz hielt dazu am 6. Februar
2007 fest, der kurze Aufenthalt in der Klinik H._ spreche für eine kurze depressive
Episode. Für die Zeit davor liege eine andere Einschätzung eines im wesentlichen
gleichen Sachverhalts vor. Diese Beurteilung der Klinik H._ könne nicht
nachvollzogen werden. Sie widerspiegle in erster Linie die subjektive Darstellung des
Versicherten. Die Reaktion auf die bevorstehende Rentenkürzung sei nachvollziehbar,
stelle aber keine langdauernde Erkrankung dar. Mit einer Verfügung vom 20. Februar
2007 stellte die IV-Stelle die Ausrichtung der laufenden Invalidenrente ein.
H.
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Mit Eingabe vom 19. März 2007 lässt der Versicherte durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso
Glavas gegen die Einstellung der Invalidenrente gemäss Verfügung vom 20. Februar
2007 Beschwerde erheben. Er verlangt die Aufhebung der Verfügung und die
Weiterausrichtung mindestens der bisherigen Rente. Eventualiter sei eine
Oberexpertise in Auftrag zu geben. Ferner wird die Wiederherstellung der entzogenen
aufschiebenden Wirkung verlangt. Im Wesentlichen wird auf die Stellungnahme zum
Vorbescheid verwiesen und die Glaubwürdigkeit des ABI-Gutachtens wird bestritten.
Eine Oberexpertise wird als notwendig bezeichnet, da mehrere Ärzte eine
Verschlechterung der medizinischen Situation sowohl somatisch als auch psychiatrisch
korrekt und ausführlich dargelegt hätten.
I.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 25. April 2007 lässt die IV-Stelle durch den
Rechtsdienst der SVA nicht nur die Abweisung der Beschwerde, sondern auch die
Ablehnung des Gesuchs um die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung
beantragen. Sie macht geltend, die Abweichung des ABI-Gutachtens vom Gutachten
der AEH und von der Einschätzung von Dr. med. F._ sei nachvollziehbar dargelegt.
Das Gutachten des ABI entspreche grundsätzlich den Anforderungen der
Rechtsprechung. Wegen des laufenden Strafverfahrens gegen Dr. med. I._ sei das
ABI-Gutachten nicht zum vorneherein abzulehnen. Auf die Einwendung gegen den
Vorbescheid sei einlässlich eingegangen worden. Auch aus dem nachträglichen
Klinikaufenthalt in H._ ergäbe sich nichts gegen die Verwendung des ABI-Gutachtens
als Entscheidgrundlage. Hier werde eindrücklich geschildert, dass die subjektive
Selbsteinschätzung des Versicherten durch die psychiatrischen Befunde nicht habe
objektiviert werden können.
J.
Mit einem Zwischenentscheid vom 9. Mai 2007 verfügt der Abteilungspräsident die
Abweisung des Gesuchs um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung.
K.
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In seiner Replik vom 8. September 2007 macht der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers unter anderem geltend, das strittige ABI-Gutachten habe dem
Verkehrsunfall vom 29. April 2005 zu Unrecht keine Bedeutung beigemessen. Das ABI
habe gemäss den in der Zwischenzeit bekannten Medienberichten die
Arbeitsunfähigkeit in den Gutachten nach unten gedrückt. Es handle sich um keine
Einzelfälle, sondern um ein System. Wenn die Beschwerdegegnerin der Meinung sei,
dass die ABI-Begutachtung in Ordnung sei, so solle sie erst recht einer Oberexpertise
zustimmen, damit endlich Dichtung von Wahrheit getrennt werden könne. Wenn das
Gericht der am 2. August 2007 erfolgten Beurteilung der Klinik Teufen für ambulante
psychosomatische Rehabilitation AG keinen Glauben schenken wolle, so sei zwingend
eine Begutachtung in Auftrag zu geben. In diesem Bericht hat Dr. med. G._ nochmals
bestätigt, dass der Patient bei seinem Austritt aus der Klinik H._ am 10. Januar 2007
zu 50% arbeitsunfähig gewesen sei.
L.
Die IV-Stelle hält am 17. September 2007 an ihrem Abweisungsantrag fest.

Erwägungen:
1.
Die IV-Stellen können medizinische Abklärungsstellen beiziehen (Art. 59 Abs. 3 IVG).
Das Bundesamt für Sozialversicherung trifft mit Spitälern oder anderen geeigneten
Stellen Vereinbarungen über die Einrichtung von medizinischen Abklärungsstellen,
welche die zur Beurteilung von Leistungsansprüchen erforderlichen ärztlichen
Untersuchungen vornehmen (Art. 72bis IVV). Auch mit dem ABI in Basel hat das
Bundesamt für Sozialversicherung eine entsprechende Vereinbarung abgeschlossen.
Es handelt sich beim ABI also um eine anerkannte MEDAS. Die höchstrichterliche
Rechtsprechung betrachtet jede MEDAS als unabhängig, da sich die
Weisungsbefugnis des Bundesamtes für Sozialversicherung auf die organisatorischen
und administrativen Belange bezieht. "Schliesslich ist auch nicht entscheidend, dass
die Kosten für die Einrichtung und den Betrieb der MEDAS durch die
Invalidenversicherung getragen werden [...]. Denn der Umstand, dass
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Abklärungsdienste, Gutachterstellen usw. mit Mitteln des Sozialversicherers finanziert
werden, steht der Annahme eines freien Abklärungsverfahrens nicht im Wege
[...]" (BGE 123 V 179). Der generelle Verdacht des Beschwerdeführers, das ABI erstelle
versichertenfeindliche Gutachten, ist haltlos. Das Bundesamt für Sozialversicherung hat
weder die Möglichkeit noch eine Veranlassung, das ABI dazu zu bringen,
versichertenfeindliche Gutachten zu erstellen, d.h. medizinisch nicht objektiv, sondern -
tatsachenwidrig - zulasten der Versicherten zu urteilen. Das ABI hat keinen Anlass, sich
versichertenfeindlich zu verhalten, denn weder die Zahl der Begutachtungsaufträge
noch die Vergütung der Abklärungsarbeit hängt vom Ergebnis der Begutachtung ab. Es
ist gerichtsnotorisch, dass die Beschwerdegegnerin die Begutachtungsaufträge nach
Massgabe der Länge der Wartefristen der einzelnen MEDAS-Stellen erteilt. Der vom
Beschwerdeführer geäusserte Verdacht kann also nicht die Wahl einer anderen
Abklärungsinstitution rechtfertigen. Das gilt auch für den sich auf einen Fernsehbericht
und auf Beobachter-Artikel stützenden Vorwurf des Beschwerdeführers, das ABI pflege
Gutachten zu manipulieren. Die gegen das ABI in den Medien erhobenen Vorwürfe
dürfen nicht Anlass dazu geben, alle Gutachten des ABI pauschal als unglaubwürdig zu
qualifizieren und auf weitere Abklärungen durch das ABI zu verzichten. Im übrigen hat
die Beschwerdegegnerin jedes Gutachten sorgfältig darauf zu prüfen, ob es die
Anforderungen an ein Gutachten mit vollem Beweiswert erfüllt (vgl. zum Ganzen die
Urteile des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. Juli 2007 i.S. L.C., IV
2007/11, und vom 20. Dezember 2007, IV 2007/373). Entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers ist das ABI in Basel also geeignet, objektiv abzuklären, wie hoch
die Arbeitsunfähigkeit ist.
2.
2.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente
für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1
ATSG). Mit diesem Instrument zur Korrektur formell rechtskräftiger Rentenverfügungen
wird der nachträglichen tatsächlichen Unrichtigkeit einer Rentenverfügung Rechnung
getragen (vgl. Ulrich Meyer-Blaser, Die Abänderung formell rechtskräftiger
Verwaltungsverfügungen in der Sozialversicherung, ZBl 1994 S. 349). Tatsächlich
unrichtig und damit revisionsbedürftig wird eine Rentenverfügung, wenn sich der
relevante Sachverhalt so verändert, dass er die mit der formell rechtskräftigen
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ursprünglichen Verfügung zugesprochene und bis dahin ausgerichtete Rente nicht
mehr rechtfertigt, weil die Invaliditätsbemessung (Art. 16 ATSG) unter Berücksichtigung
der veränderten Sachverhalts einen Invaliditätsgrad ergibt, der entweder einen höheren
oder einen tieferen Rentenanspruch begründet oder aber gar keinen Rentenanspruch
mehr entstehen lässt. Das Wesen der Revision gemäss Art. 17 ATSG besteht also in
der Anpassung einer laufenden Dauerleistung an eine nach der formell rechtskräftigen
Zusprache dieser Dauerleistung eingetretene, also nachträgliche erhebliche
Veränderung des leistungsrelevanten Sachverhalts. Der Unterschied zur prozessualen
Revision (Art. 53 Abs. 1 ATSG) und zur Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2 ATSG) besteht
demnach darin, dass die formell rechtskräftige ursprüngliche Zusprache der
Dauerleistung korrekt war. Sie wird durch die Revisionsverfügung nicht widerrufen und
ersetzt, sondern sie bleibt erhalten. Sie wird nur auf einen i.d.R. durch den Eintritt der
Sachverhaltsveränderung definierten Zeitpunkt durch die Revisionsverfügung abgelöst.
Für die zwischen dem Leistungsbeginn und der revisionsweisen Anpassung
ausgerichteten Leistungen bleibt die formell rechtskräftige ursprüngliche
Leistungszusprache die einzige (und korrekte) Verfügungsgrundlage, da die
Revisionsverfügung nur die Verfügungsgrundlage für die ab dem Anpassungszeitpunkt
ausgerichtete Dauerleistung bildet. Die prozessuale Revision und die Wiedererwägung
hingegen beinhalten notwendigerweise den Widerruf der ursprünglichen, formell
rechtskräftigen Leistungszusprache und deren Ersatz durch eine neue, korrigierte
Leistungszusprache oder gegebenenfalls auch durch eine Abweisung des
ursprünglichen Leistungsgesuches (vgl. Ralph Jöhl, Zur Praxis der substituierten
Begründung der Wiedererwägung bei zu Unrecht ergangenen
Anpassungsverfügungen, AJP 8/2004 S. 1001 ff.), da es um die Korrektur einer
anfänglich unrichtigen Verfügung geht (vgl. Ulrich Meyer-Blaser, a.a.O., S. 350 ff.).
2.2 Wird im Rahmen eines Rentenrevisionsverfahrens nur der aktuelle Sachverhalt
erhoben und dann mit demjenigen verglichen, auf den sich die ursprüngliche
Rentenzusprache gestützt hatte, so besteht die Gefahr, dass die abweichende
medizinische Einschätzung eines unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes
fälschlicherweise als nachträgliche Sachverhaltsveränderung interpretiert wird. Es
ergeht dann in Anwendung von Art. 17 Abs. 1 ATSG eine Revisionsverfügung, obwohl
das entscheidende Tatbestandselement der Revision, die nachträgliche Veränderung
des leistungserheblichen Sachverhalts, gar nicht erfüllt ist. Die abweichende
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Einschätzung des unverändert gebliebenen Sachverhalts würde zwar allenfalls eine
Wiedererwägung der ursprünglichen, formell rechtskräftigen Rentenzusprache
rechtfertigen. Aber dies wird im Rahmen des vorgeblichen Revisionsverfahrens gar
nicht geprüft, da die Verwaltung ja an eine nachträgliche Sachverhaltsveränderung
glaubt. Hinzu kommt, dass es eine Wiedererwägung mit Wirkung ex nunc entgegen
einer weit verbreiteten Auffassung gar nicht gibt, weil die Wiedererwägung
notwendigerweise den Widerruf der ursprünglichen, formell rechtskräftigen
Leistungszusprache voraussetzt. Um derartige unzulässige "Scheinrevisionen" einer
laufenden Invalidenrente zu vermeiden, darf sich die medizinische Abklärung im
Rentenrevisionsverfahren nach Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht auf die Erhebung des
aktuellen Gesundheitszustandes beschränken. Ergibt die Erhebung des aktuellen
Gesundheitszustandes eine Abweichung gegenüber dem Gesundheitszustand, auf den
sich die ursprüngliche Leistungszusprache gestützt hatte, muss deshalb unbedingt
abgeklärt werden, ob diese Abweichung auf eine seither eingetretene Veränderung
zurückzuführen ist. Gegenstand des Rentenrevisionsverfahrens bildet also nicht nur die
Beantwortung der Frage nach dem aktuellen Sachverhalt, sondern auch die
Beantwortung der Frage nach der Sachverhaltsentwicklung seit der ursprünglichen
Rentenzusprache (bzw. seit der letzten Rentenrevision).
3.
3.1 Die ursprüngliche Rentenzusprache vom 6. Januar 2005 beruhte in bezug auf die
Beeinträchtigung der körperlichen Gesundheit auf einem Gutachten des AEH vom
19. Mai 2004, laut dem der Beschwerdeführer für eine leidensangepasste
Erwerbstätigkeit zu 100% arbeitsfähig war. Diesbezüglich hat das Gutachten des ABI
vom 31. August 2006, das sich in somatischer Hinsicht auf die Erhebung des im
Begutachtungszeitpunktes aktuellen Gesundheitszustandes beschränkt hat, keine
Abweichung ergeben. Auch nach der Auffassung des rheumatologischen
Sachverständigen des ABI besteht in rein somatischer Hinsicht für eine
leidensangepasste Erwerbstätigkeit eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Unter
diesen Umständen ist es nicht notwendig gewesen, die Entwicklung des somatischen
Gesundheitszustandes seit der Begutachtung durch das AEH im Frühjahr 2004
abzuklären. Der rheumatologische Sachverständige hat sich tatsächlich darauf
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beschränken dürfen, sich mit der - durchgehend - abweichenden Auffassung von Dr.
med. F._ auseinanderzusetzen.
3.2 Etwas anderes gilt für die Abklärung des psychischen Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers. Im Gutachten des AEH vom 19. Mai 2004 war auf eine Abklärung
durch Dr. med. Dr. phil. K._ vom 3. Mai 2004 abgestellt worden. Laut Dr. med. Dr.
phil. K._ war der Beschwerdeführer aufgrund seines depressiven Zustandsbildes
höchstens mittelschwerer Ausprägung nur zu 50% arbeitsfähig gewesen. Der
psychiatrische Sachverständige des ABI hat nur eine leichte depressive Episode und
eine in bezug auf die Arbeitsfähigkeit irrelevante Schmerzverarbeitungsstörung
diagnostiziert und gestützt darauf eine Arbeitsunfähigkeit von lediglich 20%
angenommen. Er hat sich zwar zu den anderen ärztlichen Einschätzungen geäussert,
sich dabei aber auf eine Zusammenfassung beschränkt. Insbesondere hat er sich nicht
mit der Frage befasst, ob eine Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes
eingetreten sei und wie sich eine allfällige Verbesserung begründen und belegen liesse.
Erst bei der Beantwortung der Zusatzfrage nach einer allfälligen Veränderung des
Gesundheitszustandes seit der Rentenzusprache ist im Gutachten des ABI - gestützt
offenbar auf die Konsensdiskussion der Sachverständigen - angegeben worden, es
habe sich eine Verbesserung der objektivierbaren, fassbaren psychischen Symptome
ergeben.
3.3 Die vom psychiatrischen Sachverständigen des ABI erhobene Anamnese hat sich
nicht auf die Entwicklung des Gesundheitszustandes seit der Begutachtung durch Dr.
med. Dr. phil. K._ bzw. seit der Rentenzusprache bezogen. Nur der im
Begutachtungszeitpunkt aktuelle psychische Gesundheitszustand ist abgeklärt worden.
Der psychiatrische Sachverständige des ABI hat sich die Frage nach einer allfälligen
Verbesserung gar nicht gestellt. Die abschliessende Antwort der Sachverständigen des
ABI auf die Zusatzfrage nach einer allfälligen Veränderung seit der Rentenzusprache
beruht also nicht auf einer entsprechenden Sachverhaltsabklärung, sondern auf der
Unterstellung, dass die Differenz in der Diagnose und der Arbeitsfähigkeit das Ergebnis
einer Verbesserung des Gesundheitszustandes sein müsse. Dies wiederum beruht auf
der Annahme, dass die Einschätzung durch Dr. med. Dr. phil. K._ richtig gewesen
sei. Der psychiatrische Sachverständige des ABI, aber auch die übrigen mit der
Abklärung befassten Sachverständigen des ABI haben die Möglichkeit, dass sie einen
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unveränderten psychischen Gesundheitszustand abweichend eingeschätzt haben
könnten, gar nicht in Betracht gezogen. Die Einschätzung durch den psychiatrischen
Sachverständigen des ABI könnte also auch eine - erstmals korrekte - Erfassung des
seit der Rentenzusprache unveränderten psychischen Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers sein. Die Antwort der Sachverständigen des ABI auf die
Zusatzfrage nach einer allfälligen Veränderung seit der Rentenzusprache vermag
deshalb nicht zu überzeugen. Das bedeutet, dass die angefochtene revisionsweise
Einstellung der laufenden Rente auf einem unzureichend abgeklärten Sachverhalt
beruht. Es fehlt der Nachweis einer nach der Rentenzusprache eingetretenen
Veränderung des Invaliditätsgrades. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung des ABI könnte
durchaus auch eine abweichende Einschätzung eines grundsätzlich unveränderten
Gesundheitszustandes sein, was eine revisionsweise Einstellung des laufenden Rente
ausschliessen würde. Im übrigen wäre eine Wiedererwägung der ursprünglichen
Rentenzusprache nicht möglich, denn es stünde ja noch nicht fest, dass die
ursprüngliche Rentenzusprache zweifellos unrichtig gewesen wäre.
3.4 Gemäss Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV erfolgt die revisionsweise Aufhebung einer
Rente frühestens auf den ersten Tag des zweiten auf die Zustellung der
Aufhebungsverfügung folgenden Monats. Die angefochtene Aufhebungsverfügung ist
am 20. Februar 2007 ergangen. Sollte sich also im Jahr 2006 eine durch den
psychiatrischen Sachverständigen des ABI festgestellte Verbesserung des psychischen
Gesundheitszustandes und damit eine Reduktion der Arbeitsunfähigkeit von 50% auf
20% eingestellt haben, wäre dies revisionsrechtlich irrelevant, wenn anschliessend,
aber vor dem Erlass der Aufhebungsverfügung am 20. Februar 2007, wieder eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten wäre, die den
Arbeitsunfähigkeitsgrad wieder dauernd auf 50% hätte anwachsen lassen. Das
Rentenrevisionsverfahren gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV
muss nämlich sämtlichen Sachverhaltsveränderungen Rechnung tragen, die sich bis zu
seinem Abschluss einstellen. Es kann sich also nicht auf eine Verbesserung der
Arbeitsfähigkeit fokussieren und die kurz darauf, noch vor dem Verfahrensabschluss
eintretende Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit ignorieren, weil diese
Verschlechterung ja Gegenstand eines neuen Revisionsverfahrens bilden könne. Eine
derartige Beschränkung des Gegenstandes eines Revisionsverfahrens wäre nur dann
möglich, wenn der revisionsrechtliche Wirkungszeitpunkt durch den Zeitpunkt des
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Eintritts der relevanten Sachverhaltsveränderung und nicht durch den Zeitpunkt des
Erlasses der das Revisionsverfahren abschliessenden Verfügung definiert würde. Dr.
med. G._ von der Klinik H._ hat dem behandelnden Psychiater am 31. Januar 2007
über den nach zehn Tagen (mangels Kostenübernahme durch den grundsätzlich
zuständigen Sozialversicherungsträger) vorzeitig abgebrochenen
Rehabilitationsaufenthalt berichtet und dabei angegeben, der Beschwerdeführer lebe
seit einigen Monaten von seiner Ehefrau getrennt. Beim Austritt aus der Klinik habe der
Beschwerdeführer an einer depressiven Störung mit einer mittelgradigen Episode
gelitten. Es sei versucht worden, die möglichen psychosozialen Hintergründe der
erneuten Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes zu eruieren. Dabei
hätten die Beziehungsprobleme, Einsamkeitsgefühle und die massive narzisstische
Kränkung durch die Trennung im Vordergrund gestanden. Trotz der deutlichen
Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes bestehe eine
Arbeitsfähigkeit von 50%. Auch im Bericht von Dr. med. G._ fehlt jeder Hinweis
darauf, dass die Compliance des Beschwerdeführers in bezug auf die Einnahme der
verordneten Antidepressiva geprüft worden wäre. Schon aus diesem Grund vermag die
Arbeitsfähigkeitsschätzung im Bericht vom 31. Januar 2007 nicht zu überzeugen. Hinzu
kommt, dass Dr. med. G._ eine gegenwärtig bestehende mittelgradige Episode der
rezidivierenden depressiven Störung angegeben hat. Das bedeutet, dass sich der
psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nach der Auffassung von Dr.
med. G._ durchaus wieder bessern kann, womit dann auch die Arbeitsfähigkeit
wieder ansteigen würde. Es ist somit nicht nachgewiesen, dass am 20. Februar 2007
eine dauernde Arbeitsunfähigkeit von 50% bestanden hätte, welche die revisionsweise
Aufhebung der laufenden Invalidenrente ausschliessen würde. Allerdings steht auch
nicht fest, dass am 20. Februar 2007 eine dauernde Arbeitsunfähigkeit von nur noch
20% vorgelegen hätte. Es bleibt deshalb abzuklären, ob sich der psychische
Gesundheitszustand und damit die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nach der
Rentenzusprache dauernd so weit verbessert hat, dass die Rente herabgesetzt oder
aufgehoben werden muss. Dazu ist die angefochtene Verfügung aufzuheben und die
Sache ist zur weiteren Sachverhaltsabklärung im Rahmen des weiterzuführenden
Revisionsverfahrens an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.
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Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen.
Die Rückweisung an die Verwaltung zur weiteren Abklärung des Sachverhalts ist in
bezug auf den Anspruch auf eine Parteientschädigung praxisgemäss als
vollumfängliches Obsiegen zu werten (vg. etwa ZAK 1987 S. 266 Erw. 5a). Der
Beschwerdeführer hat deshalb einen Anspruch auf den Ersatz all seiner Parteikosten.
Diese sind gemäss Art. 61 lit. g ATSG nach der Bedeutung der Streitsache und nach
der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen. Im vorliegenden Fall erscheint unter
Berücksichtigung dieser Kriterien eine Entschädigung von Fr. 3500.- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Das Beschwerdeverfahren um die
Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen ist gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis Fr. 1000.- festgelegt. Die Rechtsprechung, die
eine Rückweisung zur weiteren Abklärung in bezug auf die Parteikosten als
vollumfängliches Obsiegen betrachtet, muss auch auf die Gerichtskosten Anwendung
finden. Die Gerichtskosten belaufen sich unter Berücksichtigung der Kosten des
Zwischenentscheides vom 9. Mai 2007 (Fr. 150.-) auf Fr. 750.-. Davon übernimmt die
im Hauptverfahren unterliegende Beschwerdegegnerin einen Anteil von Fr. 600.-. Auf
den im Zwischenverfahren betreffend die Wiederherstellung der aufschiebenden
Wirkung der Beschwerde unterliegende Beschwerdeführer entfallen die restlichen Fr.
150.-. Dieser Betrag wird mit dem vom Beschwerdeführer geleisteten Kostenvorschuss
von Fr. 600.- verrechnet. Die restlichen Fr. 450.- sind dem Beschwerdeführer
zurückzuerstatten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG