Decision ID: 4b458dd8-f378-4600-a186-afbd4e6eb841
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 9. August 2013 unter Hinweis auf eine seit 4 - 5 Jahren
bestehende Rhizarthrose (Daumen), Polyarthrose (Finger) sowie Arthrose (Nacken,
HWS) zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des
Kantons St. Gallen an. Sie war seit 1. Juli 1978 zu 80% als Köchin bei der Spitalregion
B._ angestellt (IV-act. 1 und 2).
A.b Dr. med. C._, Spezialarzt für innere Medizin FMH, gab gegenüber dem
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) am 9. September 2013 telefonisch als Diagnosen
eine Rhizarthrose beidseits, Polyarthrose der kleinen Fingergelenke sowie HWS- und
Nackenbeschwerden seit September 2012 an. Nachdem Infiltrationen der Daumen-
Sattelgelenke keine länger anhaltende Besserung erbracht hätten, werde ein operativer
Eingriff diskutiert. Es bestehe eine reduzierte Belastbarkeit, Kraft sowie Beweglichkeit
der Finger, was sich insbesondere beim Hantieren mit schweren Pfannen, beim Rüsten
etc. manifestiere. Eine körperlich leichtere Tätigkeit, die keine besondere Handkraft
erfordere und ohne das Heben und Tragen von Gewichten erfolgen könne, sei der
Versicherten halbtags möglich (IV-act. 9).
A.c Von Seiten der Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) wurde der Versicherten am 24. Mai 2013 für die linke
Seite eine Operation empfohlen (IV-act. 10-6).
A.d Dr. med. D._, Physikalische und Rehabilitative Medizin, Departement Innere
Medizin, Rheumatologie / Rehabilitation, KSSG, gab am 21. Juni 2013 an, dass die
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Aktivität der Grunderkrankung rückläufig sei, während als Komplikation eine
Aktivierung der Rhizarthrose links in Erscheinung getreten sei. Die Versicherte sei nur
für leichte Tätigkeiten ohne Heben und Tragen von Lasten über 7 kg und ohne
besondere Anforderungen an die Fein- und Grobmotorik der Hände, insbesondere an
die Oppositionsfähigkeit des Daumens beidseits sowie ohne Überkopfarbeiten zu
100% arbeitsfähig (IV-act. 10-8).
A.e RAD-Ärztin, Dr. med. E._, Praktische Ärztin, hielt die angestammte Tätigkeit in
ihrer Stellungnahme vom 4. November 2013 längerfristig für nicht mehr zumutbar, eine
angepasste Tätigkeit (körperlich leicht, ohne besondere Anforderungen an die
Handkraft, ohne Über-Kopf-Arbeiten und ohne regelmässige Gewichtsbelastung durch
Heben und Tragen für Gewichte über 3 kg) jedoch zu 70 - 80% (IV-act. 19).
A.f Dr. C._ gab im IV-Arztbericht vom 11. Februar 2014 an, dass die bisherige
Tätigkeit als Köchin noch zu 50% möglich sei. Beim Heben und Tragen bestehe eine
Gewichtslimite von 2 - 3 kg beidhändig. Eine Operation der linken Seite sei bereits im
Mai 2013 empfohlen, von der Versicherten bis anhin jedoch abgelehnt worden (act. 28).
A.g Gemäss den Akten der beruflichen Eingliederung konnte die Versicherte bei ihrem
bisherigen Arbeitgeber ab Beginn 2014 an einem leichteren Arbeitsplatz in der kalten
Küche / Patisserie im Umfang von 40% (50% von 80%) weiterbeschäftigt werden (IV-
act. 20, 26). Die beruflichen Massnahmen wurden deshalb mit Mitteilung vom 27. Juni
2014 abgeschlossen (IV-act. 38).
A.h Am 23. Juni 2014 wurde die Versicherte wegen der fortgeschrittenen Rhizarthrose
rechts von Dr. med. F._, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, Handchirurgie, operiert (Trapezektomie und Sehnenarthroplastik
nach Epping; IV-act. 39-12). Dieser gab am 10. November 2014 eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit aufgrund des operierten rechten Daumens bei protrahiertem Verlauf
nach Trapezektomie rechts sowie aufgrund der Rhizarthrose links an. Ob eine
Wiederaufnahme der Arbeit in der Küche möglich sein werde, sei fraglich (IV-act. 50).
Am 13. Januar 2015 (Posteingang) bestätigte er weiterhin einen protrahierten Verlauf
und wies darauf hin, dass eine Wiederaufnahme der Arbeit erst nach Sanierung der
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Rhizarthrose auf der linken Seite, welche baldmöglichst vorgenommen werden sollte,
möglich sei (IV-act. 56-3).
A.i Dr. med. G._, Innere Medizin und Rheumatologie, berichtete am 23. Januar 2015,
dass sich anhand der Anamnese, des klinischen Untersuchungsbefundes,
labortechnisch und radiologisch keine Hinweise auf das Vorliegen einer entzündlich-
rheumatischen Systemerkrankung als eventuelle Ursache der Beschwerden ergeben
habe. Seiner Meinung nach liege ein Polyarthrosis-Syndrom, vor allem mit Befall der
kleinen Gelenke im Sinne einer Fingerpolyarthrose vom Typ Heberden und
Rhizarthrose beidseits vor. Das Daumensattelgelenk rechts sei im Juni 2014 operiert
worden. Von einer Operation der linken Seite habe er abgeraten (IV-act. 58-4 f.).
A.j Anlässlich der Haushaltabklärung vom 22. April 2015 gab die Versicherte an, sie
würde ohne Gesundheitsschaden bis zur Pensionierung zu 80% erwerbstätig sein. Das
Arbeitsverhältnis sei ihr per Ende Mai 2015 gekündigt worden. Die von ihr geltend
gemachten Einschränkungen ergaben gesamthaft 59%, wovon die IV-Stelle unter
anderem nach Abzug der zumutbaren Mithilfe der Familienangehörigen 36%
akzeptierte (IV-act. 63).
A.k Im IV-Arztbericht vom 17. September 2015 attestierte Dr. C._ für die Arbeit als
Spitalköchin seit Juni 2014 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, da Heben von Pfannen
und Tellern sowie manuelles Abwaschen mit Putzlappenauswinden nicht möglich seien
(IV-act. 65).
A.l Mit Stellungnahme vom 1. Oktober 2015 empfahl RAD-Arzt Dr. med. H._,
Facharzt für Innere Medizin, Rheumatologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation,
aufgrund der unzureichenden Aktenlage eine monodisziplinäre, orthopädische
Begutachtung (IV-act. 66).
A.m Im orthopädischen Gutachten der Medizinischen Gutachtenzentrum Region St.
Gallen GmbH (MGSG) vom 10. Februar 2016 hielt Dr. med. I._, Spezialarzt
Orthopädie FMH, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, unter Berücksichtigung der
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) durch die Orthopädie und
Physiotherapie J._ vom 28. Januar 2016 (IV-act. 76) als Diagnosen mit Auswirkung
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auf die Arbeitsfähigkeit eine Osteochondrose C5/6 mit mässiger Spinalkanaleinengung
und Kompression der Nervenwurzel C6 rechts mehr als links, einen Status nach
Trapezektomie und Sehnenarthroplastik nach Epping rechts (06/2014) mit Arthrosen im
PIP-Gelenk II und III sowie Heberdenarthrosen II und III als auch
Interphalangealgelenksarthrose des Daumens und eine Rhizarthrose sowie Arthrose im
PIP-Gelenk Dig. II und III und Heberdenarthrosen Dig. II bis IV links fest (IV-act. 76 -
9/47). Die angestammte Tätigkeit als Diatköchin erachtete der Gutachter im Umfang
von noch 30% für möglich. Körperlich leichte, den Leiden angepasste Tätigkeiten hielt
er seit jeher bei voller Stundenpräsenz als zu 100% zumutbar. Für den
Haushaltsbereich schätzte er eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 76-28).
A.n Dr. H._ befand demgegenüber am 19. Februar 2016 die angestammte Tätigkeit
als Diatköchin mit Verweis auf seine Stellungnahme vom 26. Januar 2015 sowie den
Job Match der EFL ab September 2012 als nicht mehr zumutbar. Für entsprechend
adaptierte Tätigkeiten erachtete er die vom Gutachter attestierte 100%ige
Arbeitsfähigkeit wie auch die im Haushaltsbereich festgelegte 50%ige Einschränkung
als nachvollziehbar (IV-act. 77).
A.o Im Vorbescheid vom 22. Februar 2016 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Rentenanspruches bei einem IV-Grad von 32% in Aussicht
(Erwerbsbereich 24.71%, Haushaltsbereich 7.2%; IV-act. 79).
A.p Mit Einwand vom 7. April 2016 liess die Versicherte, vertreten durch die Procap
Schweiz, die Berücksichtigung eines 15%igen Tabellenlohnabzuges beim
Invalideneinkommen und somit die Zusprache einer Viertelsrente bei einem IV-Grad
von 40% beantragen (act. 84).
A.q Die IV-Stelle verfügte am 8. April 2016 unter Hinweis auf die bundesgerichtliche
Rechtsprechung zu Tabellenlohnabzügen bei 100%iger adaptierter Arbeitsfähigkeit wie
angekündigt die Abweisung des Leistungsbegehrens (IV-act. 86).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 10. Mai 2016
mit dem Antrag auf deren Aufhebung und auf Zusprache einer Invalidenrente.
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Eventualiter sei eine Rückweisung an die Beschwerdegegnerin vorzunehmen; unter
Kosten- und Entschädigungsfolge bzw. Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege.
Zur Begründung macht die Beschwerdeführerin geltend, ihre Einschränkungen seien
derart gravierend, dass faktisch keine wirtschaftliche Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt vorliege. Sie könne ihre Hände nicht mehr
sinnvoll einsetzen. Es sei ihr gemäss Gutachten nicht einmal möglich, einen schweren
Ordner aus einem Gestell zu nehmen. Bereits die sehr leichten Arbeiten in der
Patisserie seien ihr lediglich noch drei Stunden zumutbar. Auch feinmotorisch könne
sie die Hände nicht mehr gebrauchen. Es sei keine Tätigkeit ersichtlich, welche unter
diesen Umständen noch wirtschaftlich erbracht werden könne. Ausführungen zu einem
Tabellenlohnabzug - wie noch im Einwand geltend gemacht - würden sich deshalb
erübrigen. Wenn faktisch keine wirtschaftliche Verwertbarkeit auf dem ersten
Arbeitsmarkt gegeben sei, könne nicht auf eine theoretisch-medizinische Einschätzung
abgestellt werden (act. G 1).
B.b Mit Schreiben vom 24. Mai 2016 zieht die Beschwerdeführerin das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege zurück (act. G 4).
B.c Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 6. Juni 2016
die Abweisung der Beschwerde. Sie verweist darauf, dass der Beschwerdeführerin
gemäss Gutachten eine vorwiegend stehende Tätigkeit mit häufig inklinierter
Kopfhaltung und nicht seltenem Heben und Tragen von Lasten bis 10 kg und
Kraftanwendung der Hände sowie feinmotorische Tätigkeiten zu 30% möglich seien.
Auch aus der EFL ergebe sich, dass leichte Handfunktionen ca. bis 33% zumutbar
seien. Damit wäre der Beschwerdeführerin z.B. die Tätigkeit als Taxifahrerin möglich,
zumal die Beschwerdeführerin anlässlich der EFL angegeben habe, mit Automat-
Schaltung Auto zu fahren. Zudem habe sie erklärt, diverse Haushaltstätigkeiten
ausführen zu können, bei denen der Einsatz der Hände gefordert sei. Im Weiteren seien
auch leichte Kontroll- und Prüfarbeiten, eine Tätigkeit am Empfang oder als Telefonistin
in einem Call Center zumutbar. Es treffe demnach nicht zu, dass es für sie auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt keine Arbeitsstellen mehr gebe. Trotz des
fortgeschrittenen Alters seien die Anstellungschancen intakt, zumal die der
Beschwerdeführerin zumutbaren Hilfsarbeitertätigkeiten im Rahmen eines
Vollzeitpensums ausgeübt werden könnten (act. G 6).
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B.d In der Replik vom 12. Juli 2016 hält die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen
fest. Bei der von Dr. I._ festgelegten Gewichtslimite von 10 kg handle es sich um eine
Fehleinschätzung. Es gebe keine Arbeit, bei der 10 kg schwere Gegenstände
herumgetragen werden müssten, ohne diese vorher zu greifen. Ein ständiges Greifen
sei ihr nicht zumutbar. Die feinmotorischen Anforderungen für einen Taxifahrer seien
nicht zu unterschätzen. Im Haushalt könne sie die Arbeiten frei einteilen. Die Tätigkeiten
am Empfang oder als Telefonistin seien zwar denkbar, wegen der Unmöglichkeit, einen
Ordner aus dem Gestell zu nehmen, jedoch ausgeschlossen. Ein Invalideneinkommen
von Fr. 51‘444.-- sei unrealistisch und es sei nicht klar, wie dieses ermittelt worden sei.
Die von der Beschwerdegegnerin aufgezeigten Betätigungen entsprächen der LSE
Tabelle TA1 aus dem Jahr 2014, welche für Frauen in einfacher Tätigkeit Monatslöhne
von zwischen Fr. 3‘753.-- und Fr. 3‘772.-- ausweisen würden. Damit falle das
Invalideneinkommen erheblich tiefer aus. Zudem sei ein entsprechender Leidensabzug
zu gewähren und selbst bei angenommener Vermittelbarkeit bestehe Anspruch auf eine
Rente (act. G 8).
B.e Mit Schreiben vom 19. Juli 2016 verzichtet die Beschwerdegegnerin auf die
Einreichung einer Duplik (act. G 10).

Erwägungen
1.
Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin verneint. Strittig ist vorliegend, ob ein Rentenanspruch
besteht.
1.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
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ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%, auf eine
halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50%, und auf eine Viertelsrente, wenn sie
mindestens zu 40% invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 28a Abs. 1 IVG). Bei nicht erwerbstätigen
Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer
Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität
in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind,
sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG). Bei Versicherten, die nur
zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für
diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der
Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der
Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG; so genannte
"gemischte Methode"). Per 1. Januar 2018 sind die neuen Verordnungsbestimmungen
des Art. 27bis Abs. 2-4 IVV in Kraft getreten. Das dort vorgesehene
Berechnungsmodell gilt ab Inkrafttreten der entsprechenden Verordnungsregelung. Für
die Zeit bis zum 31. Dezember 2017 gilt nach wie vor die aktuelle Regelung (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 18. Dezember 2017, 9C_553/2017, E. 5.2; IV-Rundschreiben
Nr. 372 vom 9. Januar 2018), so auch für den vorliegenden Fall.
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
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Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie
ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
1.4 Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgeblich, ob eine invalide Person unter
den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob
sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein
Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften bestünde
(ausgeglichener Arbeitsmarkt, Art. 16 ATSG). An der Massgeblichkeit des theoretisch
ausgeglichenen Arbeitsmarktes vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass es
für die versicherte Person im Einzelfall schwierig oder gar unmöglich ist, im
tatsächlichen Arbeitsmarkt eine entsprechende Stelle zu finden. Der ausgeglichene
Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und
Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von
Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Eine Unverwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit ist hingegen in denjenigen Fällen anzunehmen, in denen die
zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der
ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem
Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden
einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil
des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 2 und E. 3.3.1 mit
Hinweisen). Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt
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eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente begründet (BGE 138 V 460 E. 3.1 mit weiteren Hinweisen).
1.5 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V
360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
2.
2.1 Medizinische Grundlage der angefochtenen Verfügung vom 8. April 2016 bildet
das orthopädische Gutachten von Dr. I._ vom 10. Februar 2016 samt Evaluation der
funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) vom 28. Januar 2016 (IV-act. 76). Zunächst ist
dessen Beweistauglichkeit zu diskutieren.
2.2 Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielt der Gutachter eine
Osteochondrose C5/6 mit mässiger Spinalkanaleinengung und Kompression der
Nervenwurzel C6 rechts mehr als links, einen Status nach Trapezektomie und
Sehnenarthroplastik nach Epping rechts (06/2014) mit Arthrosen im PIP-Gelenk II und
III sowie Heberdenarthrosen II und III als auch Interphalangealgelenksarthrose des
Daumens und eine Rhizarthrose sowie Arthrose im PIP-Gelenk Dig. II und III und
Heberdenarthrosen Dig. II bis IV links fest (IV-act. 76-9). Die EFL ergab, dass die
Handfunktionen wegen Kraft- und Bewegungsverlusts in den Finger-, Daumen- und
Handgelenken erschwert seien. Die maximal zumutbaren Gewichte würden beim
Heben vom Boden 7.5 kg, beim Heben bis Kopfhöhe 5 kg, beim Heben horizontal 7.5
kg, beim Tragen vorne mindestens 5 kg, beim Tragen in der rechten Hand mindestens
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2.5 kg und in der linken Hand 5 kg betragen. Eine Symptomausweitung wurde verneint,
jedoch habe sich die Beschwerdeführerin unter Angabe von Schmerzen selbst limitiert,
bevor die beobachtbare funktionelle Leistungsgrenze erreicht worden sei (IV-act.
76-26, 33f.). Zusätzlich zu den ermittelten Gewichtslimiten könnten Handfunktionen mit
Krafteinsatz wegen dem Zustand nach Trapezektomie mit Sehnenarthroplastik nach
Epping und den Arthrosen im PIP-Gelenk Dig. II und III, den Heberdenarthrosen Dig. II
und III sowie der Interphalangealgelenksarthrose des Daumens rechts und der
Rhizarthrose mit der Arthrose im PIP-gelenk Dig. II und III sowie den
Heberdenarthrosen Dig. II bis IV links nicht mehr vollumfänglich zugemutet werden.
Zudem seien wegen der fortgeschrittenen Osteochondrose C5/6 mit mässiger
Spinalkanaleinengung und Kompression der Nervenwurzel C6 rechts mehr als links
Arbeiten in kalter und feuchter Umgebung, vorwiegend sitzend oder stehend mit häufig
inklinierten, reklinierten und rotierten Kopfhaltungen nicht mehr vollumfänglich
zumutbar (IV-act. 76-27). Die von Dr. C._ attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit
könne aufgrund der vorliegenden Befunde nicht übernommen werden. Die
Einschränkung im Haushalt betrage aus orthopädischer Sicht ca. 50% (IV-act. 76-27).
Die angestammte Tätigkeit als Diätköchin mit nicht seltenem Heben und Tragen von
Lasten bis 10 kg hielt der Gutachter aufgrund der festgestellten Befunde im Zeitpunkt
der Begutachtung im Umfang von noch 30% für möglich. Körperlich leichte Tätigkeiten
in temperierten Räumen, abwechslungsweise sitzend und stehend, ohne häufige
inklinierte, reklinierte und rotierte Körperhaltungen und ohne Kraftanwendung der
Hände sowie ohne feinmotorische Arbeiten, hielt er seit jeher bei voller Stundenpräsenz
zu 100% zumutbar (IV-act. 76-28). In der EFL wurden für die zeitlich zu 100%
zumutbaren leichten Arbeiten ohne Handfunktion zudem spezielle Einschränkungen
definiert. Langdauerndes Arbeiten mit den Händen sei aufgrund von Schmerzzunahme
und Funktionseinschränkungen nur bis maximal drei Stunden täglich empfohlen.
Handfunktionen mit wenig Krafteinsatz und Abstützen mit den Händen seien lediglich
selten zumutbar. Solche mit grossem Krafteinsatz (z.B. einen schweren Ordner aus
dem Schrank heben) seien nicht zumutbar (IV-act. 76-34).
2.3 In den IV-Arztberichten vom 11. Februar und vom 26. Juli 2014 attestierte Dr.
C._ eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit für die Arbeit in der Patisserie und auch für andere
angepasste Tätigkeiten (IV-act. 28 und 39-5). Es ist davon auszugehen, dass er sich
dabei auch daran orientierte, dass die Beschwerdeführerin zu dieser Zeit im bisherigen
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Betrieb bereits eine leichtere, wenn auch nicht vollständig adaptierte Arbeitstätigkeit
ausübte. Im IV-Arztbericht vom 17. September 2015 gab er für die Arbeit als
Spitalköchin seit Juni 2014 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit an, da Heben von
Pfannen und Tellern sowie manuelles Abwaschen mit Putzlappenauswinden nicht
möglich seien. Zur Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten Tätigkeiten machte er keine
Angaben. Er gab lediglich an, dass Heben und Tragen von Lasten sowie Steigen auf
Leitern und Gerüste aufgrund der Hände nicht möglich seien (IV-act. 65-4ff.).
2.4 Mit Bezug auf das Gutachten vom 10. Februar 2016 befand RAD-Arzt Dr. H._ am
19. Februar 2016, dass es den geltenden Qualitätskriterien entspreche und darauf
abgestellt werden könne. Allerdings beurteilte er in Abweichung dazu, dass die
angestammte Tätigkeit als Diätköchin nicht mehr zumutbar sei. Der Job Match
anlässlich der EFL zeige, dass belastende Tätigkeiten mit den Händen nicht mehr
zumutbar seien. Da solche Tätigkeiten mit den Händen in der Küche häufig ausgeführt
werden müssten, sei eine Person, welche nicht mehr kraftvoll zupacken könne, in der
Küche nicht mehr einsetzbar. Gestützt auf seine Stellungnahme vom 26. Januar 2015
gelte die 100%ige Arbeitsunfähigkeit in angestammter Tätigkeit ab September 2012
(IV-act. 77). Damit übereinstimmend verneinte auch Dr. F._ am 10. November 2014
weiterhin eine Arbeitsfähigkeit aufgrund des operierten rechten Daumens einerseits
und der Rhizarthrose links andererseits. Dabei bezog er sich offensichtlich nur auf die
Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit, indem er eine Wiederaufnahme der Arbeit in
der Küche für fraglich hielt (IV-act. 65-13). Weiter führte Dr. H._ zum Gutachten aus,
aufgrund der verbliebenen Restfunktion der Hände sei es nachvollziehbar, dass der
orthopädische Gutachter für entsprechend adaptierte Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit
von 100% attestiere. Schliesslich werde die Einschränkung im Haushalt vom Gutachter
auf 50% (ohne/vor Berücksichtigung der Schadenminderung durch Angehörige)
festgelegt, was anhand der Abklärung vor Ort von August 2015 ebenfalls
nachvollzogen werden könne (IV-act. 77).
2.5 Es finden sich sodann in den medizinischen Akten keine Hinweise auf relevante
Tatsachen, die im Gutachten nicht berücksichtigt worden und geeignet wären, die
attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit in Zweifel zu ziehen
(Urteile des Bundesgerichts vom 29. Juli 2008, 9C_830/07, E. 4.3, und vom 23. Juni
2015, 9C_853/2014, E. 3.1.2). Die Begutachtung wurde zudem in Kenntnis der
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Vorakten, unter Berücksichtigung der beklagten Beschwerden, dokumentiert mit
ausführlichen bildgebenden Befunden und nicht zuletzt unter Beachtung der
Ergebnisse der EFL durchgeführt. Auf die Einschätzung des Gutachters hinsichtlich
einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten kann daher abgestellt
werden. Demgegenüber ist mit RAD-Arzt Dr. H._ in der angestammten Tätigkeit von
einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, ihre Einschränkungen seien derart
gravierend, dass sie ihre Restarbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt nicht verwerten
könne. Sie könne ihre Hände nicht mehr sinnvoll einsetzen. Es sei ihr gemäss
Gutachter nicht einmal möglich, einen schweren Ordner aus dem Gestell zu nehmen.
Auch feinmotorisch könne sie ihre Hände nicht mehr einsetzen, wie auch im Gutachten
bescheinigt werde. Selbst die leichte Arbeit in der Patisserie sei ihr gemäss Gutachter
nicht zu mehr als drei Stunden zumutbar. Es sei keine Tätigkeit ersichtlich, welche
unter diesen Umständen noch wirtschaftlich erbracht werden könnte.
3.2 Es bleibt damit die Frage zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin in einem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch als vermittelbar gilt bzw. ob sie die ihr verbleibende
Restarbeitsfähigkeit verwerten kann. Bei der Prüfung der wirtschaftlichen
Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit darf nicht von realitätsfremden
Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbesondere kann von einer
Arbeitsgelegenheit dort nicht gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so
eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht
kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines
durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre (Urteile des Bundesgerichts vom 21.
September 2010, 9C_124/2010, E. 2.2, und vom 17. Januar 2014, 8C_669/2013, E.
4.3.2). In jedem Einzelfall ist zu bestimmen, ob eine invalide Person die Möglichkeit hat,
ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten, und ob sie ein rentenausschliessendes
Einkommen zu erzielen vermag oder nicht. Dabei dürfen von der versicherten Person
keine Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven
und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalls nicht zumutbar sind (Urteil des
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Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 10. März 2003, I 617/02, E. 3.1 mit Hinweisen).
3.3 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können verschiedene Faktoren zu
einer mangelnden Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt führen. Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher
Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und insbesondere für
einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht (BGE 138 V 460, E. 3.2). So
stellt das Alter einer Person nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung keinen
invaliditätsfremden Faktor dar, sondern es handelt sich dabei um eine die Invalidität
beeinflussende persönliche Eigenschaft, sofern die Beurteilung der Zumutbarkeit der
Erwerbstätigkeit nach Massgabe der Selbsteingliederungspflicht in Frage steht (Urteil
des Bundesgerichts vom 21. September 2010, 9C_124/2010, E. 5.1). Anders formuliert
wird das Alter als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren beruflichen und
persönlichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer Person verbliebene
Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischer Weise nicht
mehr nachgefragt wird und ihr damit die Verwertung auch unter Berücksichtigung der
Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist (Urteil des Bundesgerichts vom 22.
März 2012, 9C_153/2011, E. 3.1).
3.4 Für den Zeitpunkt, in welchem die Frage der Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, ist auf das Feststehen
der medizinischen Zumutbarkeit der (Teil-) Erwerbsfähigkeit abzustellen (BGE 138 V
461 E. 3.3, vgl. auch Urteil vom 29. August 2014, 8C_248/2014, E. 2).
3.5 Im Zeitpunkt, als die medizinisch zumutbare Erwerbsfähigkeit der
Beschwerdeführerin auf Grund des Gutachtens vom 10. Februar 2016 feststand, war
die Beschwerdeführerin 57 Jahre und 8 Monate alt. Gestützt auf die Rechtsprechung
des Bundesgerichts (vgl. dazu eine Auflistung in: IV 2013/633, E. 3) ist die
Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin trotz des
eingeschränkten leidensadaptierten Tätigkeitsbereichs zu bejahen. So wären für die bis
zum Erreichen des Rentenalters der AHV verbleibenden fünfeinhalb Jahre immerhin
noch Tätigkeiten mit Aufsichtsfunktion bzw. der Überwachung von Maschinen möglich.
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Der angestammte Tätigkeitsbereich ist medizinisch nicht mehr möglich. Auch wenn die
Beschwerdeführerin nach den vielen Arbeitsjahren als Berufsfrau zu gelten hat, ist sie
nicht allein deswegen davon zu entlasten, sich in einem anderen Gebiet zu betätigen.
Bei einem Wechsel in eine Sortier-, Überwachungs- oder Kontrolltätigkeit ist nicht ein
grösserer sozialer Abstieg zu befürchten. Zudem wird die weniger anforderungsreiche
Arbeit bzw. die nicht zwingend nötige Berufsausbildung und das üblicherweise
vorgenommene „Learning bei Doing“ bei der Anrechnung eines tieferen Lohns bzw.
des Tabellenlohns für Hilfsarbeiterinnen berücksichtigt, was nicht zum Nachteil der
Beschwerdeführerin gereicht.
4.
4.1 Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche
Beeinträchtigung zu 20% im Haushalt tätig wäre und zu 80% einer ausserhäuslichen
Erwerbstätigkeit nachgehen würde (vgl. IV-act. 63-4), so dass sich der Invaliditätsgrad
nach der gemischten Methode bestimmt.
4.2 Grundlage der von der Beschwerdegegnerin ermittelten Einschränkung von 36%
im Haushalt ist der Abklärungsbericht vom 18. August 2015 (IV-act. 63). Zu prüfen ist,
ob die Einschränkung korrekt ermittelt worden ist und mit der medizinischen Sachlage
in Einklang gebracht werden kann. Die Beschwerdeführerin beanstandet den Bericht
sowie die ermittelte Einschränkung nicht. Sie selbst machte zwar eine höhere
Einschränkung von gesamthaft 59% geltend. Unter Berücksichtigung der Mithilfe von
Ehemann und Sohn eruierte die Beschwerdegegnerin demgegenüber eine solche von
lediglich 36%. Sämtliche Behandler, der Gutachter und der RAD hielten (ohne
Berücksichtigung einer allfälligen Schadenminderungspflicht der Beschwerdeführerin
selbst oder ihrer Mitbewohner) übereinstimmend eine 50%ige Einschränkung im
Haushaltsbereich für plausibel. Davon ausgehend, dass die Haushaltsarbeit sowohl
leichte, mittelschwere als auch schwere Tätigkeiten beinhaltet und zeitlich frei eingeteilt
werden kann, die Beschwerdeführerin nebst den von ihr bereits beschafften
Hilfsmitteln (vgl. IV-act 63-6) noch weitere anschaffen kann, kann die von der
Beschwerdegegnerin ermittelte, etwas tiefere Einschränkung von 36% übernommen
werden. Im Haushaltbereich ergibt sich somit ein Teilinvaliditätsgrad von 7.2% (20% x
36%).
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5.
5.1 Es bleibt der Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich anhand eines
Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG) zu ermitteln: Dazu wird das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
5.2 Die Beschwerdeführerin war seit dem 4. September 2012 arbeitsunfähig (IV-act.
1-3, vgl. auch IV-act. 9-1). Die IV-Anmeldung reichte sie am 9. August 2013 ein. Das
Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG war demnach im Zeitpunkt des aufgrund der
Anmeldung vom 9. August 2013 frühesten Beginns eines allfälligen Rentenanspruchs
am 1. Februar 2014 (Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG) erfüllt. Massgebend für den
Einkommensvergleich ist somit das Jahr 2014 (BGE 129 V 222).
5.3 Die Beschwerdegegnerin stützte sich für das Valideneinkommen auf die Angaben
der Arbeitgeberin für das Jahr 2011 unter Berücksichtigung eines Arbeitspensums von
80% (Fr. 59‘554.-- = Fr. 57‘633.70 zuzüglich Diätkochzuschlag Fr. 1‘920.--; IV-act. 16,
20-3). Gemäss IK-Auszug erzielte die Beschwerdeführerin im Jahr 2011 jedoch einen
Lohn von Fr. 63‘139.-- (IV-act. 6-1). Massgebend für den Einkommensvergleich ist das
Jahr 2014. Demzufolge rechtfertigt es sich, beim Valideneinkommen für das Jahr 2014
vom Einkommen gemäss IK-Auszug 2011 auszugehen und dieses an die
Nominallohnentwicklung anzupassen. Folglich ergibt sich unter Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung für das Jahr 2014 ein Valideneinkommen von Fr. 64‘812.--
(Nominallohnindex Frauen 2011: 2604; 2014: 2673; Informationsstelle AHV/IV, IV,
Ausgabe 2015, aktualisierter Anhang 2, 2017).
5.4 Da die Beschwerdeführerin keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht, ist für das
Invalideneinkommen auf die Tabellenlöhne Lohnstrukturerhebung (LSE) des BFS 2014,
Kompetenzniveau 1, Frauen, auszugehen. Dieser beträgt Fr. 53'793.-- (aktualisierter
Anhang 2, 2017). Entsprechend der 80%igen Arbeitstätigkeit ergibt sich ein
Jahreseinkommen von Fr. 43‘034.40. Das Alter der Beschwerdeführerin, die mit der
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Aufnahme einer adaptierten Tätigkeit erforderliche Umstellung sowie die erheblichen
Einschränkungen selbst bei einer leichten Tätigkeit (vgl. die vorstehend in E. 2.2 am
Schluss wiedergegebenen speziellen Einschränkungen gemäss der EFL, IV-act. 76-34)
rechtfertigen gemäss vorstehenden Ausführungen zwar nicht die Annahme der
Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit, jedoch einen höheren Tabellenlohnabzug.
Die Beschwerdeführerin verrichtete über sehr lange Zeit die körperlich anstrengende
und insbesondere Kraft in den Armen und Händen erfordernde Tätigkeit als Diätköchin.
Nun ist sie auch bei leichten Arbeiten erheblich eingeschränkt. Da selbst bei sehr
leichten Tätigkeiten die Hände zum Einsatz kommen und die Beschwerdeführerin
gemäss EFL bereits bei einem Gebrauch der Hände im Umfang von drei Stunden pro
Tag mit einer Schmerzzunahme sowie Funktionseinschränkungen zu rechnen hat,
rechtfertigt sich ein Tabellenlohnabzug von 20%. Damit resultiert bei einem
Invalideneinkommen von Fr. 34‘427.50 (0,80 x Fr. 43‘034.40) und bei einem
Valideneinkommen von Fr. 64‘812.-- ein Invaliditätsgrad von 46.88%. Anteilsmässig für
den Erwerb ergibt sich ein IV-Grad von 37.50% (0.8 x 46.88%). Zusammen mit dem
Teilinvaliditätsgrad im Haushalt von 7.2% (vgl. IV-act. 63-10f.) resultiert ein
Invaliditätsgrad von 44.7% und damit ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Daran würde
selbst ein maximal möglicher Abzug von 25% nichts ändern (0.75 x Fr. 43‘034.40 = Fr.
32‘275.80 Invalideneinkommen; IV-Grad Erwerb 50.2%; anteiliger IV-Grad Erwerb
40.16%; gesamt IV-Grad 47.36%).
5.5 Gemäss dem Bericht von Dr. F._ vom 10. November 2014 war die
Beschwerdeführerin in der postoperativen Phase nach der Trapezektomie vom 23. Juni
2014 für alle Tätigkeiten zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 50). Am 13. Januar 2015
bestätigte er weiterhin einen protrahierten Verlauf und wies darauf hin, dass eine
Wiederaufnahme der Arbeit erst nach Sanierung der Rhizarthrose auf der linken Seite,
welche baldmöglichst vorgenommen werden sollte, möglich sei (IV-act. 56-3).
Demgegenüber gab der orthopädische Gutachter zusammenfassend und ohne Hinweis
auf die durchgeführte Operation an, in adaptierten Tätigkeiten sei die
Beschwerdeführerin seit jeher vollständig arbeitsfähig gewesen (IV-act. 76-28).
Nachdem Dr. F._ seine Arbeitsfähigkeitsschätzungen im Hinblick auf die
Wiederaufnahme der angestammten Tätigkeit als Diätköchin äusserte, ist mit dem
Gutachter davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin eine angepasste Tätigkeit
mit Ausnahme einer gewissen Rekonvaleszenzzeit nach der Operation vollumfänglich
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zumutbar war. Eine solche betrug gemäss der RAD-Stellungnahme vom 1. Oktober
2014 (im Normalfall) sechs Wochen für die Heilung sowie weitere mindestens zwei
Monate für die Rehabilitations- und Therapiezeit (IV-act. 42-2). Da Dr. C._ im Bericht
vom 17. September 2015 aber immer noch „eher progrediente Beschwerden“ in den
Daumengelenken festhielt (IV-act. 65-3) und auf eine Operation der linken Hand wohl
aufgrund der Risikoeinschätzung von Dr. G._ vom 23. Januar 2015 (IV-act. 65-10)
verzichtet wurde, ist hier von einer längeren Rekonvaleszenzphase auszugehen.
Spätestens als RAD-Arzt Dr. H._ in der Stellungnahme vom 1. Oktober 2015 jedoch
die Vornahme einer Begutachtung empfahl, ist von einem einigermassen stabilen
Zustand auszugehen und davon, dass sich die Beschwerdeführerin nicht mehr in der
Rehabilitationsphase befand. Folglich ist für die Zeit ab der Operation vom 23. Juni
2014 bis Ende September 2015 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in allen
Tätigkeiten auszugehen.
5.6 Gemäss Art. 88a Abs. 1 und 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV;
SR 831.201) sind Verbesserungen und Verschlechterungen der Erwerbsfähigkeit zu
berücksichtigen, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert
haben. Diese die Revision betreffende Bestimmung ist sinngemäss auch anzuwenden,
wenn - wie dies vorliegend der Fall ist - eine anspruchsbeeinflussende Änderung des
Invaliditätsgrades noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eingetreten ist mit der
Folge, dass dann gleichzeitig die Änderung mit berücksichtigt wird (BGE 109 V 127, E.
4a). Ihre Anwendung setzt voraus, dass bei Eintritt der anspruchsbeeinflussenden
Änderung bereits ein Rentenanspruch bestand; bei der erstmaligen Rentenfestsetzung
ist sie grundsätzlich nicht anwendbar (Urteil des Bundesgerichts vom 4. März 2013,
8C_690/2012, E. 3.2 und BGE 109 V 127, E. 4a). Der Anspruch auf die Viertelsrente
beginnt mit dem frühestmöglichen Rentenbeginn am 1. Februar 2014. Mit der
Operation am 23. Juni 2014 trat eine Verschlechterung ein, die bis zum 30. September
2015 anhielt. Demnach ist Art. 88a Abs. 1 und 2 aufgrund des bereits bestehenden
Rentenanspruches anwendbar und hat die Beschwerdeführerin drei Monate nach der
Verschlechterung, ab dem 1. Oktober 2014 bis zum 31. Dezember 2015 Anspruch auf
eine ganze IV-Rente. Ab dem 1. Januar 2016 besteht wiederum Anspruch auf eine
Viertelsrente.
6.
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6.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung in teilweiser Gutheissung der
Beschwerde aufzuheben und der Beschwerdeführerin ab 1. Februar 2014 eine
Viertelsrente, ab 1. Oktober 2014 eine ganze Rente und ab 1. Januar 2016 wiederum
eine Viertelsrente zuzusprechen. Die Sache ist zur Festsetzung und Ausrichtung der
geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im Übrigen ist
die Beschwerde abzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Hinsichtlich der
Beschwerde gegen die Rentenverfügung gilt es zu beachten, dass gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung zur Überklagung in
sozialversicherungsrechtlichen Rentenfällen von einem vollständigen Obsiegen der
Beschwerdeführerin auszugehen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Januar 2016,
9C_288/2015, E. 4.2). Die Beschwerdegegnerin hat daher die gesamten Gerichtskosten
von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss ist der Beschwerdeführerin
zurückzuerstatten.
6.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Kostennote eingereicht. Aufgrund
der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand ist der Beschwerdeführerin eine
Parteientschädigung von praxisgemäss Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zuzusprechen.