Decision ID: 6951dc29-9712-48c9-a3b9-1689cf4d79ed
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A.Y. und B.Y. sind verheiratet und wohnen in X. A.Y. ist als Aussendienstmitarbeiter
bei einer Versicherungsgesellschaft, B.Y. als Lehrerin bei der Stadt X. angestellt. Ihre
Tochter C.Y. (geb. 1990) absolviert seit dem 22. Oktober 2012 eine berufsbegleitende
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Ausbildung (Höhere Fachschule, act. 8/8-1/29). Seit dem 16. September 2013 hat sie
eine Teilzeitstelle bei E. & F. in U. Ihre Einkünfte im Jahr 2013 betrugen gemäss
Angaben ihrer Eltern CHF 25'332 (act. 8/5-1).
B. Das Ehepaar A.Y. und B.Y. wurde für die Kantons- und Gemeindesteuern 2013 mit
einem steuerbaren Einkommen von CHF 187'700 und ohne steuerbares Vermögen
sowie für die direkte Bundessteuer 2013 mit einem steuerbaren Einkommen von
CHF 173'300 veranlagt. Mit Entscheid vom 30. März 2015 wies das kantonale
Steueramt ihre Einsprache gegen diese Veranlagung ab (act. 8/8-1/9 und 10).
Dagegen gelangten A.Y. und B.Y. am 22. April 2015 an die
Verwaltungsrekurskommission. Diese wies mit Entscheid vom 19. November 2015
Rekurs und Beschwerde ab, soweit sie als Berufskosten geltend gemachte
Barzahlungen von A.Y. für Provisionen und Akquisition an die Q. GmbH von
CHF 59‘570 betrafen. Hinsichtlich der für C.Y. geltend gemachten Abzüge für
Ausbildungskosten hiess sie die Beschwerde teilweise gut und liess bei der direkten
Bundessteuer 2013 den Kinderabzug von CHF 6'500 und den Sparzinsenabzug von
CHF 700 zu. Den Rekurs betreffend die Staats- und Gemeindesteuern 2013 wies sie
auch in diesem Punkt ab.
C. A.Y. erhob für sich und seine Ehefrau (Beschwerdeführer) gegen den am
20. November 2015 versandten Entscheid der Verwaltungsrekurskommission
(Vorinstanz) mit Eingabe vom 18. Dezember 2015 (Postaufgabe: 19.12.15) Beschwerde
beim Verwaltungsgericht mit dem sinngemässen Antrag, der angefochtene Entscheid
sei insoweit aufzuheben, als damit bei den Staats- und Gemeindesteuern 2013 und bei
der direkten Bundessteuer 2013 die Barzahlungen an die Q. GmbH von CHF 59‘570
nicht als Berufskosten zugelassen und bei den Staats- und Gemeindesteuern 2013 für
C.Y. der Kinderabzug von CHF 10‘200, der Versicherungsabzug von CHF 700 und die
Ausbildungskosten von CHF 5‘533 nicht anerkannt wurden.

Die Vorinstanz verwies am 11. Januar 2016 auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheides und beantragte die Abweisung der Beschwerden. Das kantonale
Steueramt (Beschwerdegegner) verzichtete am 19. Januar 2016 auf eine
Vernehmlassung und beantragte ebenfalls die Abweisung der Beschwerden. Die
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Eidgenössische Steuerverwaltung (Beschwerdebeteiligte) verzichtete stillschweigend
auf eine Vernehmlassung.
Auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides und die Ausführungen der
Beschwerdeführer zur Begründung ihrer Anträge wird, soweit wesentlich, in den
Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die streitigen Einkommenssteuerveranlagungen fallen unter die harmonisierte
Steuergesetzgebung (vgl. insbesondere Art. 7 ff. des Bundesgesetzes über die
Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden; SR 642.14, StHG).
Die Vorinstanz erledigte deshalb den Rekurs betreffend Kantons- und
Gemeindesteuern einerseits und die Beschwerde betreffend direkte Bundessteuer
andererseits zu Recht im gleichen Entscheid, aber mit getrennten Dispositivziffern;
unter diesen Umständen durften auch die Beschwerdeführer die Beschwerden in einer
gemeinsamen Rechtsschrift erheben (BGE 135 II 206 E. 1.3.4). Ebenso ist es zulässig,
dass das Verwaltungsgericht über die Beschwerden im gleichen Urteil entscheidet (vgl.
statt vieler BGer 2C_440 und 441/2014 vom 10. Oktober 2014; VerwGE 2014/222 und
223 vom 25. Februar 2016 E. 1, www.gerichte.sg.ch).
2. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 196 Abs. 1
des Steuergesetzes, sGS 811.1, StG; Art. 145 des Gesetzes über die direkte
Bundessteuer, SR 642.11, DBG, in Verbindung mit Art. 1 Abs. 3 und Art. 7 Abs. 2 der
Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1). Die
Beschwerdeführer sind als Steuerpflichtige und am vorinstanzlichen Verfahren
Beteiligte zur Erhebung der Beschwerde befugt (Art. 196 Abs. 1 StG; Art. 145 Abs. 2 in
Verbindung mit Art. 140 Abs. 1 DBG). Die Beschwerden wurden mit Eingabe vom 18.
Dezember 2015 (Postaufgabe: 19.12.15) rechtzeitig erhoben (Art. 196 Abs. 1 StG; Art.
145 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 140 Abs. 1 DBG) und erfüllen in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 161 StG in Verbindung mit
Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1,
http://www.gerichte.sg.ch
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VRP; Art. 142 DBG in Verbindung mit den genannten Bestimmungen; vgl. Richner/Frei/
Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. Aufl. 2016, N 1 zu Art. 142 DBG). Auf
die Beschwerden ist deshalb einzutreten.
3. Umstritten ist, ob die Vorinstanz im Steuerjahr 2013 zu Recht bei den Kantons- und
Gemeindesteuern und bei der direkten Bundessteuer die geltend gemachten
Provisions- und Akquisitionszahlungen des Beschwerdeführers von CHF 59'570 an die
Q. GmbH nicht als übrige Berufskosten zum Abzug zugelassen und bei den Kantons-
und Gemeindesteuern den Kinder- und Versicherungsprämienabzug sowie die
Ausbildungskosten von CHF 5'533 für ihre Tochter nicht gewährt hat.
4. Zunächst ist zu prüfen, ob die geltend gemachten Provisions- und
Akquisitionszahlungen des Beschwerdeführers von CHF 59'570.00 an die Q. GmbH im
Jahr 2013 als übrige Berufskosten abzugsfähig sind.
4.1. Nach Art. 39 Abs. 1 lit. c StG beziehungsweise Art. 26 Abs. 1 lit. c DBG können bei
unselbständiger Erwerbstätigkeit als Berufskosten neben den Fahrkosten (lit. a) und
den Mehrkosten für die Verpflegung (lit. b) die übrigen für die Ausübung des Berufes
erforderlichen Kosten von den steuerbaren Einkünften abgerechnet werden. Die
Regierung legt hierfür Pauschalansätze fest, dem Steuerpflichtigen steht jedoch der
Nachweis höherer Kosten offen (vgl. Art. 39 Abs. 2 StG; Art. 26 Abs. 2 DBG).
Aussendienstmitarbeitern werden häufig Spesenpauschalen ausgerichtet. Dient eine
Spesenpauschale der Abgeltung von übrigen Berufskosten im Sinn von Art. 39 Abs. 1
lit. c StG beziehungsweise Art. 26 Abs. 1 lit. c DBG, können nach dem geltenden
System – nicht belegter Pauschalabzug oder Abzug der nachgewiesenen tatsächlichen
Aufwendungen – die tatsächlich angefallenen Berufskosten nur in Abzug gebracht
werden, wenn diese vollständig nachgewiesen werden (Art. 21 Abs. 3 der st. gallischen
Steuerverordnung, sGS 811.11, StV; Art. 4 der Berufskostenverordnung des Bundes,
SR 642.118.1). Nach den Regeln der Beweislastverteilung (vgl. Zigerlig/Oertli/Hofmann,
Das st. gallische Steuerrecht, 7. Aufl. 2014, VII. Teil/Rz. 23) obliegt den
Steuerpflichtigen der Nachweis der notwendigen tatsächlichen Auslagen, welche an
die Stelle des Pauschalabzugs treten und diesen grundsätzlich ausschliessen. Ist
dieser Beweis nicht geleistet, ist zuungunsten der mit dem Beweis belasteten Person
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zu entscheiden (vgl. BGer 2C_795 und 796/2015 vom 3. Mai 2016 E. 2.3 f. mit
Hinweisen).
4.2. Der Beschwerdeführer war in der Steuerperiode 2013 als Aussendienstmitarbeiter
bei einer Versicherungsgesellschaft angestellt. In diesem Zusammenhang erhielt er
gemäss Lohnausweis Pauschalspesenentschädigungen von CHF 24'185 (act.
8/8-1/12). Diese wurden zum Nettolohn hinzugerechnet, demgegenüber die
tatsächlichen Berufskosten zum Abzug zugelassen, da diese den pauschalen
Berufskostenabzug überschritten. Der Beschwerdeführer beantragte effektive
Berufskosten von CHF 87'518 (act. 8/8-1/13). Mit Ausnahme der Drittprovisionen (CHF
59'570) gewährte der Beschwerdegegner die beantragten Berufskosten von CHF
27'948.
Die Drittprovisionen in der Höhe von CHF 59'570 wurden alle an die Q. GmbH, X., in
bar (Zahlungen zwischen CHF 6'130 und CHF 14'750) geleistet. Es liegen sechs
Quittungen mit gleichem Inhalt und Layout vor, unterzeichnet von der
Geschäftsführerin K.M. (act. 8/8-1/15). Sie stimmen mit einer vom Beschwerdeführer
selbst errichten Liste "Kassabestand Privat, A.Y." überein (act. 8/5-2). Mit dieser Liste
können aber die in dieser Höhe sehr ungewöhnlichen Barzahlungen ebenso wenig für
eine Qualifikation als Berufskosten ausreichend nachgewiesen werden wie mit den
diversen PC-Kontoauszügen für das Jahr 2013 und den Quittungen der Post (act.
8/11-1 und 2, 8/8-1-16, 3/1), aus denen verschiedene Barbezüge über das ganze Jahr
2013 hinweg hervorgehen, die aber nicht mit den von der Q. GmbH unterzeichneten
Quittungen übereinstimmen.
Ebenfalls legt der Beschwerdeführer nicht dar, weshalb auf Banküberweisungen –
anstelle von Barzahlungen – verzichtet wurde. Auch der immer gleiche Inhalt auf den
Quittungen sagt nichts darüber aus, was für Arbeiten genau (mit Arbeitsrapporten,
Höhe der Entschädigung je Leistungsart etc.) geleistet wurden. Wenn der
Beschwerdeführer präzisiert (act. 8/8-1/3), die Q. GmbH erbringe zur Hauptsache
Bürovertretung und Ausarbeitung von Analysen sowie Fahrdienstleistungen, bleibt er
so vage, dass er den Charakter der geltend gemachten Barzahlungen als
Gewinnungskosten nicht nachweisen kann.
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Unglaubwürdig erscheint der Beschwerdeführer auch, wenn er von seinem Einkommen
von CHF 160'481 (netto inkl. Pauschalspesen) die Hälfte (CHF 87'518) als
Gewinnungskosten geltend machen will. Eine solche Bruttogewinnmarge ist bei einem
Produktionsbetrieb üblich, nicht aber bei einem Dienstleistungserbringer. Dass der
Beschwerdeführer infolge seines schlechten Gesundheitszustandes die Hilfe der Q.
GmbH in Anspruch nehmen musste, wie er behauptet, weist er ebenfalls in keiner
Weise nach.
Im Übrigen legt die Vorinstanz in ihrem Entscheid vom 19. November 2015 (E. 3c)
überzeugend zusätzlich dar, weshalb die geltend gemachten Provisionszahlungen nicht
zum Abzug zuzulassen sind. Das Verwaltungsgericht kann diesen Ausführungen
vorbehaltlos zustimmen.
4.3. Für jede Steuerperiode ergeht eine neue Veranlagung, wozu alle für den Bestand
und Umfang der Steuerforderung bestimmten Tatsachen zu ermitteln sind (VerwGE B
2012/197 vom 12. Juni 2013 E. 3.3.1, www.gerichte.sg.ch). Es ist der
Veranlagungsbehörde daher unbenommen, Sachverhalte in späteren
Veranlagungsperioden anders zu beurteilen als in früheren. Die Beschwerdeführer
wurden am 5. und 25. September 2014 unter anderem aufgefordert, im
Zusammenhang mit den Provisionszahlungen 2013 an die Q. GmbH Nachweise der
Zahlungen (Bankbelastungen), Zusammenarbeitsverträge und detaillierte
Arbeitsrapporte einzureichen (vgl. act. 8/8-1/1+2). Das haben sie nicht
beziehungsweise nur sehr ungenügend getan.
4.4. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdeführer den Charakter der
geltend gemachten Barzahlungen in der Höhe von CHF 59'570 an die Q. GmbH im
Jahr 2013 als Gewinnungskosten nicht ausreichend nachweisen können. Die
Beschwerde ist deshalb in diesem Punkt abzuweisen.
5. Umstritten ist auch, ob die Beschwerdeführer in Bezug auf die Kantons- und
Gemeindesteuern Anspruch auf den Kinderabzug und den Versicherungsabzug sowie
den Abzug von Ausbildungskosten von CHF 5'533 für die Tochter C.Y. haben.
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5.1. Art. 9 StHG regelt abschliessend die zulässigen allgemeinen Abzüge der von den
Kantonen zu erhebenden Einkommenssteuern für natürliche Personen (vgl. Art. 2
Abs. 1 lit. a StHG; BGE 128 II 66 E. 4b; BGer 2C_502 und 508/2015 vom 29. Februar
2016 E. 2.2). Vorbehalten sind gemäss Art. 9 Abs. 4 StHG Kinderabzüge und andere
Sozialabzüge des kantonalen Rechts. Laut Art. 48 Abs. 1 lit. a Ziff. 2 StG kann der
Steuerpflichtige für jedes unter seiner elterlichen Sorge oder Obhut stehende oder
volljährige Kind, das in der schulischen oder beruflichen Ausbildung steht, einen
Kinderabzug von CHF 10'200 geltend machen, sofern er für dessen Unterhalt zur
Hauptsache aufkommt und soweit er keinen Abzug nach Art. 45 Abs. 1 lit. c StG
beansprucht. Hinzu kommt ein Versicherungsprämienabzug von CHF 600 für jedes
Kind, für das der erwähnte Kinderabzug geltend gemacht werden kann (Art. 45 Abs. 1
lit. g Satz 3 StG). Nicht umstritten ist im vorliegenden Fall, dass sich die volljährige
Tochter der Beschwerdeführer per Stichtag 31. Dezember 2013 in beruflicher
Ausbildung befand und die Beschwerdeführer keinen Abzug nach Art. 45 Abs. 1 lit. c
StG beansprucht haben. Für den Kinderabzug wird weiter vorausgesetzt, dass der
Steuerpflichtige „zur Hauptsache" für den Unterhalt aufkommt. Dies muss indes nicht
notwendigerweise mehr als 50 Prozent sein (vgl. VerwGE B 2010/182 und 203 vom
16. Dezember 2010 E. 2.1 mit Hinweis auf VerwGE B 2007/14 vom 9. Mai 2007 E. 2.4,
in: SGE 2010 Nr. 23, www.gerichte.sg.ch). Die Pflichtigen haben nachzuweisen,
inwieweit sie den Unterhalt der Kinder „zur Hauptsache" getragen haben (vgl. BGer
2C_839 und 840/2016 vom 12. April 2017 E. 5.3 mit Hinweisen auf BGE 140 II 248
E. 3.5 und BGer 2C 966/2015 vom 18. Juli 2016 in BGE 142 II 399 nicht publizierte
E. 2.3, sowie GVP 2001 Nr. 31 und SGE 2015 Nr. 11). Soweit die tatsächlichen
Auslagen nicht bekannt oder belegt sind, ist es zur Bestimmung des Unterhaltbedarfs
zulässig, auf Schätzungen und Pauschalen zurückzugreifen und von diesen
abzuweichen, soweit besondere Verhältnisse vorliegen (vgl. VerwGE B 2007/14 vom
9. Mai 2007 E. 2.1 f., in: SGE 2007 Nr. 9, siehe auch SGE 2001 Nr. 23). Bei erheblichen
Einkünften des Kindes kann es am Merkmal der überwiegenden Unterhaltsleistung der
Eltern fehlen (vgl. VerwGE B 2007/142 vom 12. Februar 2008 E. 2.4.3, in: SGE 2008
Nr. 1, und Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das St. Gallische Steuerrecht, 7. Aufl. 2014, II. Teil/
Rz. 668). Ein allfälliger Beitrag des Kindes ist von Fall zu Fall nach den konkreten
Umständen zu ermitteln und zu den gesamten, notwendigen Lebenshaltungskosten ins
Verhältnis zu setzen. Bis zu Erwerbseinkünften von CHF 15'000 pro Jahr darf davon
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ausgegangen werden, dass das Kind daraus nicht zur Hauptsache selbst seinen
Unterhalt bestreiten kann. Einem Kind, das eigene Einkünfte erzielt (z.B.
Erwerbseinkommen, Vermögenserträge), steht in jedem Fall ein Betrag von CHF 6'000
pro Jahr zur freien Verfügung zu. Nur der überschiessende Teil wird als
Unterhaltsbeitrag des Kindes angerechnet (vgl. VerwGE B 2016/41 vom 28. September
2017 E. 2.1; StB 48 Nr. 1 Ziff. 2.2.2, S. 5).
5.2. Die Kognition des Verwaltungsgerichts ist auf Rechtsverletzungen beschränkt
(Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Der Rechtsfolgesatz von Art. 48 Abs. 1 lit. a Ziff. 2 StG
übereignet der Veranlagungsbehörde kein Rechtsfolgeermessen (Entschliessungs-
oder Auswahlermessen, vgl. zur Ermessenskontrolle Zigerlig/Oertli/Hofmann, a.a.O.,
VII. Teil/Rz.100 und 102). Beim Passus „zur Hauptsache" handelt es sich um einen
unbestimmten Rechtsbegriff (vgl. zur Abgrenzung zwischen Rechtsfolge- und
Tatbestandsermessen resp. unbestimmten Rechtsbegriffen M. Donatsch, in: A. Griffel
[Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. Aufl.
2014, § 50 N 15 ff., Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl.
2016, Rz. 390 ff., Tschannen/Zimmerli/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl.
2014, § 26 Rz. 19 ff., S. Hrubesch-Millauer, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner
Kommentar, Band I/1, Einleitung und Personenrecht, Einleitung, Art. 1-9 ZGB, Bern
2012, Art. 4 N 21 f., sowie Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St.
Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 739 ff., kritisch: B. Schindler, Verwaltungsermessen, St.
Gallen 2010, Rz. 242 ff.). Die Handhabung von unbestimmten Rechtsbegriffen durch
die rechtsanwendende Behörde unterliegt als Rechtsfrage der freien Überprüfung
durch das Verwaltungsgericht (vgl. VerwGE K 2014/2 vom 25. Februar 2016 E. 2.2.2,
www.gerichte.sg.ch). Bei der Würdigung örtlicher oder persönlicher Verhältnisse sowie
in technischen Belangen oder in anderen Bereichen, in denen der Richter aufgrund
seines (beschränkten) Sachwissens keine triftigen Gründe für eine abweichende
Entscheidung nennen kann, hat es einen Beurteilungsspielraum der Verwaltung oder
der Vorinstanz zu achten (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 727 f.).
5.3. Die Tochter des Beschwerdeführers besuchte ab dem 22. Oktober 2012 einen
Lehrgang an einer Höheren Fachschule (act. 8/8-1/29). Dieser Lehrgang findet
berufsbegleitend statt, es wird eine mindestens 50-prozentige Berufstätigkeit
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vorausgesetzt. Es handelt sich somit nicht um ein in die Ausbildung integriertes
Praktikum.
Per Stichtag 31. Dezember 2013 war die Tochter in (Erst-) Ausbildung. Für die Frage,
ob der Beschwerdeführer per Stichtag zur Hauptsache für den Unterhalt seiner Tochter
aufkommt, versagt die Anwendung des Stichtagprinzips, hier muss auf eine gewisse
Zeitperiode abgestellt werden. Gemäss verwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung
(VerwGE B 2007/142 vom 12. Februar 2008 E. 2.3.1 und 2.3.2, www.gerichte.sg.ch) ist
auf jene Zeitperiode abzustellen, in der die am Stichtag geltenden Statusmerkmale
vorhanden waren, also auf jene Zeitspanne, in der sich das Kind in Ausbildung befand.
Die Tochter der Beschwerdeführer war wie oben erwähnt seit dem 22. Oktober 2012 in
Ausbildung. Somit kann auf ihr Einkommen aus unselbständige Erwerbstätigkeit im
ganzen Jahr 2013 von CHF 25'332 gemäss Angaben der Eltern abgestellt werden.
Nach Abzug des Betrages von CHF 6'000 zur freien Verfügung ist ihre Eigenleistung
auf CHF 19'332 festzusetzen.
Da die Beschwerdeführer ihre Aufstellung der Auslagen von C.Y. / Steuerjahr 2013 mit
Ausnahme der Kurskosten (act. 8/8-1/28) nicht mittels Belegen nachweisen, haben die
Vorinstanz sowie der Beschwerdegegner bei der Berechnung des Unterhaltsbedarfs
der Tochter des Beschwerdeführers auf die Empfehlungen zur Bemessung von
Unterhaltsbeiträgen für Kinder der Bildungsdirektion des Kantons Zürich (sogenannte
Zürcher Tabelle) abgestellt. Dabei errechnet der Beschwerdegegner einen modifizierten
durchschnittlichen Unterhalt von CHF 30'143 (act. 8/8-7), die Vorinstanz einen solchen
von CHF 28'650 (act. 8/8-15). Obwohl wie oben erwähnt teilweise nicht belegt, zählen
sie zu diesen Empfehlungen noch die Kosten für das GA, Verpflegung und
Ausbildungskosten dazu. Diese Berechnungen sind grundsätzlich nicht bestritten und
berücksichtigen den auch etwas höheren Unterhaltsbedarf für über 18 Jahre alte
Jugendliche wie das der Beschwerdeführer auch geltend macht.
Der Kinderabzug entfällt, wenn das Kind aufgrund seiner eigenen Einkommens- und
Vermögensverhältnisse nicht oder nicht mehr zur Hauptsache auf die Unterstützung
der Eltern angewiesen ist. Bis zu Erwerbseinkünften von CHF 15'000 pro Jahr wird
davon ausgegangen, dass das Kind daraus nicht zur Hauptsache selbst seinen
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Unterhalt bestreiten kann (vgl. Zigerlig/Oertli/Hofmann, a.a.O, II. Teil/Rz. 668).
Vorliegend erzielte die Tochter im Jahr 2013 unbestrittenermassen CHF 25'332
Einkünfte aus unselbständiger Erwerbstätigkeit. Selbst wenn davon noch die
CHF 6'000.00 am Eigenverdienst bei der Ermittlung des Bedarfs ausser Acht fallen,
konnte die Tochter mit den verbleibenden CHF 19'332 ihren Lebensunterhalt per
31. Dezember 2013 vorwiegend aus eigenen Erwerbseinkünften bestreiten. Je nach
Berechnung unterstützen die Beschwerdeführer ihre Tochter mit einem Betrag von
CHF 10'811 (Beschwerdegegner) beziehungsweise CHF 9'318 (Vorinstanz). Bei beiden
Berechnungen ist festzustellen, dass die Eltern im Jahr 2013 keinesfalls überwiegend
für den Unterhalt ihrer Tochter aufgekommen sind.
5.4. Der Kinderabzug und der erhöhte Abzug für Versicherungsprämien sowie die
Abzüge für Ausbildungskosten wurden demnach zu Recht verweigert. Die Beschwerde
ist daher auch in diesem Punkt abzuweisen.
6. (...).