Decision ID: 1c0e15e3-e310-406a-a77d-12ee851337a3
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 24. Juni 2014 unter Angabe von Knieproblemen zum Bezug
von Leistungen der Invalidenversicherung an (Eingang IV-Stelle 1. Juli 2014; IV-act. 4).
Dr. med. B._, Fachärztin Allgemeine Medizin FMH, hatte am 8. April 2014 eine
Hypermenorrhoe und eine Menometrorrhagie bei Uterus myomatosus und eine
Ovarialzyste rechts diagnostiziert. Sie hatte festgehalten, die von Dr. med. C._,
Facharzt Allgemeine Medizin FMH, behandelte chronische Eisenmangelanämie sei
sicher durch die Hypermenorrhoe erklärbar (IV-act. 56, vgl. auch Bericht vom 6. Mai
2014; IV-act. 55). Dr. C._ hatte die Versicherte mit Bericht vom 9. April 2014 seit 18.
Dezember 2013 als zu 100% arbeitsunfähig erachtet (IV-act. 11). Am 29. August 2014
stellte er folgende, die Arbeitsfähigkeit der Versicherten beeinträchtigende Diagnosen:
Knieschmerzen links und rechts, ein mögliches Plicasyndrom bei prominenter Plica
mediopatellaris links, einen Status nach Operation einer Kniegelenkszyste rechts sowie
eine Depression. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er
unter anderem einen Eisenmangel (IV-act. 20).
A.b Dr. med. D._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, listete am 16. Januar 2015
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine posttraumatische
Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), eine depressive Anpassungsstörung (ICD-10:
F43.21), eine phobische Störung (ICD-10: F40.1), Migräne-Attacken und Knieprobleme
beidseits auf. Er erachtete die Versicherte für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Verkaufsberaterin bzw. Verkäuferin (vgl. IV-act. 10 f., 18) zu Beginn an 3-5 Halbtagen
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pro Woche als zu 50% leistungsfähig (IV-act. 22). Dr. C._ berichtete am 30. März
2015 über eine zusätzlich sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende, persistierende
gynäkologisch bedingte Anämie bei Status nach laparoskopisch/hysteroskopischer
Myomentfernung vom 18. Dezember 2014. Er beurteilte, aufgrund der Knieschmerzen
sei keine körperliche Tätigkeit möglich. Als Verkäuferin könne die Versicherte aktuell
bedingt durch ihre psychischen Probleme kaum eine verwertbare Arbeitsleistung
erbringen (IV-act. 39).
A.c Mit Verlaufsbericht vom 28. April 2015 hielt Dr. D._ fest, die psychiatrischen
Symptome hätten sich seit Ende 2012 langsam verschlechtert. Die Versicherte leide
sicher unter einer behandlungsbedürftigen Depression, möglicherweise bestehe eine
traumabedingte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F62.0). Die Versicherte könne sich
zurzeit die Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit nicht vorstellen. Dies sei aus
psychiatrischer Sicht (subjektives Leiden) vorerst (in den nächsten 12 Monaten) mit
Sicherheit nicht zu beeinflussen. Im Moment sei die Versicherte vollständig
arbeitsunfähig (IV-act. 41).
A.d Am 1. Mai 2015 wies die IV-Stelle das Begehren um berufliche Massnahmen ab,
da sich die Versicherte nicht in der Lage fühle, an Eingliederungsbemühungen
mitzuwirken (IV-act. 43).
A.e Dr. med. E._, Oberarzt mbF Orthopädie, Spital F._, diagnostizierte am 11. Juni
2015 eine beginnende medialbetonte Gonarthrose beidseits und ein CAM-Impingement
der Hüfte rechts. Er stellte der Versicherten ein Rezept für Einlagen mit
Aussenranderhöhung aus, um die medialen Kniegelenkskompartimente zu entlasten
(IV-act. 50). Dr. D._ berichtete am 2. Oktober 2015, aus psychiatrischer Sicht sei es
zu einer weiteren Verschlechterung des Allgemeinzustands seit April 2015 gekommen.
Die Versicherte fühle sich zu krank, um eine berufliche Tätigkeit anzutreten. Aus
psychiatrischer Sicht seien berufliche Frühmassnahmen aufgrund der chronisch-
depressiven Symptomatik nicht durchführbar. Derzeit bestehe eine vollumfängliche
Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 58).
A.f Im Auftrag der IV-Stelle (IV-act. 67) wurde die Versicherte im Januar 2016 durch
Ärzte der Neurologie H._ polydisziplinär abgeklärt (Fachrichtungen Allgemeine Innere
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Medizin, Orthopädie und Psychiatrie). In ihrem Gutachten vom 26. Januar 2016
diagnostizierten diese keine Krankheiten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Aus
interdisziplinärer Sicht sei im Zeitraum seit der Anmeldung bei der IV-Stelle von einer
vollen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auszugehen (IV-act. 69).
A.g Nach Rücksprache mit RAD-Arzt Dr. med. G._ (Stellungnahme vom 2. Februar
2016; IV-act. 70) stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 5. Februar
2016 die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Sie begründete, da weder bei
der Erwerbs-, noch der Haushaltstätigkeit, welche die Versicherte je zu 50% ausübe,
eine Einschränkung bestehe, betrage der Invaliditätsgrad 0% (IV-act. 73).
A.h Dagegen erhob die Versicherte am 14. März 2016 Einwand und beantragte die
Ausrichtung einer Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens
70%. Eventualiter sei eine polydisziplinäre Begutachtung in Auftrag zu geben. Sie
brachte vor, die Tätigkeitsaufteilung, gemäss welcher sie je zu 50% im Haushalt und
ausserhäuslich tätig sein solle, sei nicht nachvollziehbar. Wenn sie nicht erkrankt wäre,
würde sie als Geschiedene, welche keine Unterhaltszahlungen erhalte, einer vollen
Erwerbstätigkeit nachgehen. Sie sei in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt,
müsse regelmässig Medikamente einnehmen und sei auf eine engmaschige ärztliche
Behandlung angewiesen (IV-act. 76). Mit Eingabe vom 14. April 2016 teilte die
Versicherte mit, ihr Hausarzt habe ihr eine stationäre Rehabilitation empfohlen (IV-act.
82, vgl. IV-act. 82a, letzte Seite).
A.i Am 18. April 2016 verfügte die IV-Stelle entsprechend ihrem Vorbescheid. Sie
führte aus, aufgrund des vorliegenden beweiskräftigen Gutachtens könnten durch die
geplante stationäre Rehabilitation überwiegend wahrscheinlich keine neuen
Erkenntnisse hinsichtlich Diagnostik und Arbeitsfähigkeitsschätzung erwartet werden.
Gestützt auf den Einwand akzeptiere sie die Qualifikation der Versicherten als
Vollerwerbstätige (IV-act. 83).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 18. April 2016 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 19. Mai 2016. Die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) beantragt darin
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deren Aufhebung sowie die Zusprache einer Invalidenrente basierend auf einem
Invaliditätsgrad von mindestens 70%. Eventualiter sei die IV-Stelle (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) zu verpflichten, weitere medizinische Abklärungen
durchzuführen. Der Beschwerdeführerin sei für das vorliegende Verfahren die
unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung zu gewähren; unter Kosten-
und Entschädigungsfolge. Sie führt aus, sie würde ohne Erkrankung einer
ausserhäuslichen Tätigkeit zu einem Pensum von 100% nachgehen. Die
Beschwerdegegnerin habe dies in der angefochtenen Verfügung zwar anerkannt, aber

gleichzeitig in ihren Erwägungen nicht bzw. nur am Rande berücksichtigt. Damit habe
die Beschwerdegegnerin ihre Verfügung offensichtlich auf einen nur unvollständig
festgestellten Sachverhalt gestützt und willkürlich gehandelt. Das Gutachten der
Neurologie H._ sei nicht nachvollziehbar und könne nicht als Grundlage für die
ablehnende Verfügung dienen. Die Beschwerdeführerin befinde sich seit Jahren in
ärztlicher Behandlung. Aktuell habe sie sich einer Physiotherapie mit Gymnastik
unterzogen und nehme regelmässig Medikamente ein. Diese Umstände und
insbesondere die in Aussicht stehende stationäre Rehabilitation seien von der
Beschwerdegegnerin wohl zur Kenntnis genommen, dann aber in der Verfügung
mangels Massgeblichkeit nicht berücksichtigt worden. Es müsse davon ausgegangen
werden, dass die Beschwerdegegnerin nicht weiter geprüft habe, ob die Rehabilitation
ein Hinweis auf eine weitere Verschlechterung des Gesundheitszustandes der
Beschwerdeführerin sei. Die Verfügung sei daher aufzuheben und die
Beschwerdegegnerin zu weiteren medizinischen Abklärungen anzuhalten (act. G1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 1. Juni 2016 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Sie macht geltend, das polydisziplinäre Gutachten sei
beweiskräftig und nachvollziehbar. Im Gegensatz zu den behandelnden Ärzten
klammere es geltend gemachte Leiden ohne Krankheitswert bei der
Arbeitsfähigkeitseinschätzung konsequent aus. Die Beschwerdeführerin habe ihre
Behandlungsmöglichkeiten bei Weitem nicht ausgeschöpft. Die stationäre
Rehabilitation sei lediglich empfohlen worden und aus dem eingereichten Dokument
(vgl. IV-act. 82a, letzte Seite) sei nicht ersichtlich, wer dieses verfasst habe. Daraus
könne nicht auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustands geschlossen werden.
Überdies könne allein aus der Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin die
Qualifikation der Beschwerdeführerin als Vollerwerbstätige anerkannt habe, keine
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willkürliche Sachverhaltsfeststellung abgeleitet werden. Weitere Abklärungen seien
nicht angezeigt (act. G4).
B.c Am 14. Juli 2016 entsprach die Verfahrensleitung dem Gesuch der
Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (act. G8).
B.d Mit Replik vom 14. September 2016 hält die Beschwerdeführerin an ihren
Anträgen fest. Sie bringt vor, sie habe sich lediglich aus finanziellen Gründen nur
“sporadisch“ in psychiatrische Behandlung begeben. Sie habe sich diversen anderen
Therapien unterzogen, weshalb nicht die Rede davon sein könne, dass sie die ihr
zumutbaren Therapien nicht in Anspruch nehme (act. G10).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf das Einreichen einer Duplik (Schreiben
vom 20. September 2016; act. G12).
Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin gegenüber der Invalidenversicherung.
1.1 Unter Invalidität wird laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende
oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden.
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG). Volljährige, die vor der Beeinträchtigung ihrer körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit nicht erwerbstätig waren und denen eine Erwerbstätigkeit
nicht zugemutet werden kann, gelten als invalid, wenn eine Unmöglichkeit vorliegt, sich
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im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 8 Abs. 3 ATSG; siehe auch Art. 5 Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Bei nicht
erwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die
Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in
welchem Mass sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2
IVG). Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig (gewesen) sind, wird die Invalidität
für diesen Teil nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im
Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2
IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der
Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ist in beiden
Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
1.2 Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht
und der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der
Versicherungsträger bzw. im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen
Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien
gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben
zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a am Schluss).
1.3 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheit-
zustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich
welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das
Gericht hat zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
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Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet
sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
2.
Vorerst ist die Frage zu klären, ob die medizinische Situation und die Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin rechtsgenüglich abgeklärt wurden. Die angefochtene
Verfügung der Beschwerdegegnerin stützt sich in medizinischer Hinsicht vorwiegend
auf das polydisziplinäre Gutachten der Neurologie H._ AG vom 26. Januar 2016. Die
begutachtenden Ärzte diagnostizierten keine Krankheit, welche die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin beeinträchtigen würde; sie hielten sie in ihrer angestammten
Tätigkeit als zu 100% arbeitsfähig (IV-act. 69). Die Beschwerdeführerin spricht dem
Gutachten die Beweiskraft ab (act. G1).
2.1 Gestützt auf eine Laboruntersuchung vom 12. Januar 2016 befand der
allgemeinmedizinisch-internistische Teilgutachter Dr. med. I._, es seien alle
relevanten Parameter des roten Blutbildes im Normbereich bei gut aufgefüllten
systemischen Eisenspeichern. Daraus schloss er nachvollziehbar, die von Dr. C._
diagnostizierte Anämie (vgl. IV-act. 39) bestehe nicht mehr. Es könne davon
ausgegangen werden, dass die durchgeführte Eisensubstitution und die stattgehabte
Myomentfernung zur Normalisierung beigetragen hätten. Der von Dr. I._ aufgeführte
Status nach hysteroskopischer/laparaskopischer Myomentfernung und linksseitiger
Salpingektomie 2014 hat sodann als Status-Diagnose ohnehin keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit, weil diese lediglich aussagt, welcher Umstand bzw. welche
Erkrankung dem heutigen Zustand vorausgegangen ist (IV-act. 69, S. 9 ff.). Die
Beurteilung von Dr. I._, wonach aus allgemeinmedizinisch-internistischer Sicht keine
versicherungsmedizinisch relevanten Erkrankungen bestehen, ist damit überzeugend.
2.2
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2.2.1 Dr. med. J._, orthopädischer Teilgutachter, hielt fest, die von der
Versicherten beklagten Schmerzen beträfen fast den gesamten Bewegungsapparat.
Die rechtsseitigen Schulterschmerzen liessen sich auf einen unspezifischen muskulären
Schmerzzustand der Zwischenschulterblattmuskulatur zurückführen, ohne dass eine
echte Schulterfunktionsstörung verifizierbar wäre. Vor dem Hintergrund, dass in den
übrigen Akten (abgesehen von einem Vermerk in IV-act. 82a) keine Hinweise auf
Beschwerden der oberen Extremitäten bestehen, ist diese Einschätzung sowie die
Schlussfolgerung, dass die Schmerzangabe allein keine invalidisierende
Funktionsbeeinträchtigung mit sich ziehe, nachvollziehbar (IV-act. 69, S. 18).
2.2.2 Weiter befand Dr. J._, für funktionsbeeinträchtigende Einschränkungen des
rechten Hüftgelenks lägen insgesamt keine richtungsweisenden Befunde vor. Im
Seitenvergleich löse jedwede Bewegungsprüfung auch des linken Hüftgelenks diffuse
Beschwerden mit Ausstrahlung in den Oberschenkel, ins Gesäss und in den Rücken
hinein aus. Mit Verweis auf den Bericht von Dr. E._ vom 11. Juni 2015 (IV-act. 50) sei
die Hüftgelenksspalte regelrecht, die Hüftgelenke somit uneingeschränkt
gewichtsbelastbar (IV-act. 69, S. 18). In Übereinstimmung damit hatte Dr. E._
festgehalten, die Hüfte rechts sei frei beweglich mit Flexion bis 120°. Die Rotation sei
frei mit endgradiger Schmerzhaftigkeit bei Flexion und Innenrotation. Im Gegensatz zu
Dr. J._ schloss Dr. E._, es zeigten sich konventionell radiologisch Hinweise auf ein
CAM-Impingement rechts, das die Schmerzhaftigkeit durchaus erklären könne (IV-act.
50). Dies ist insofern nicht nachvollziehbar, als bei der Untersuchung durch Dr. J._
die Beschwerdeführerin nicht nur rechts, sondern seitengleich diffuse Beschwerden
beider Hüftgelenke angab. Dr. J._ erklärte, das CAM-Impingement, welches eine
verstärkte Kopf-Halskrausenbildung der Hüftgelenke umschreibe, könne bei forcierter
Innendrehung und gleichzeitiger Beugung des Hüftgelenks mit dynamischer
Abspreizung zu einem Anschlagen (Impingement) des Hüftkopfes an den Pfannenrand
und zu einer Schmerzprovokation führen. Die entsprechende Beschwerdesymptomatik
habe er allerdings am Untersuchungstag nicht hervorrufen können; auch liege keine
Hüftarthrose vor (IV-act. 69-20). Dr. J._ hat das Vorliegen eines CAM-Impingement
damit plausibel verneint; ein solches ist jedenfalls nicht rechtsgenüglich bewiesen.
Selbst wenn der entsprechende Befund vorläge, hätte er überwiegend wahrscheinlich
keine rentenrelevante Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (s. E. 3). Im Übrigen lag auch
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bei der Besprechung therapeutischer Massnahmen bei Dr. E._ der Fokus auf der
Knie- und nicht auf der Hüftproblematik.
2.2.3 Bezüglich der Kniegelenke hielt Dr. J._ einen völlig blanden Befund fest.
Diese seien am Untersuchungstag frei beweglich sowie nicht überwärmt gewesen und
es hätten keine Zeichen einer Meniskus- oder Kniescheibenerkrankung bestanden. Ein
Punctum maximum der Beschwerdesymptomatik an den Kniegelenken habe er nicht
finden können. Bereits leichte Berührungen hätten im gesamten
Kniegelenkkapselbereich Beschwerden verursacht. Eine objektivierbare
Funktionsbeeinträchtigung habe jedoch nicht bestanden (IV-act. 69-19). Dr. E._ hatte
am 11. Juni 2015 berichtet, im Bereich der Kniegelenke lasse sich konventionell
radiologisch eine leichte Gelenkspaltverschmälerung medial nachweisen und das MRT
des linken Knies von 2014 zeige einen Hinweis auf ein Plicasyndrom sowie
degenerative Veränderungen am medialen Meniskushorn. Zur Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin hatte er sich nicht geäussert (IV-act. 50). Gemäss den
Untersuchungsergebnissen und der nachvollziehbaren Einschätzung von Dr. J._
bedingt die von Dr. E._ radiologisch festgestellte “beginnende“
Gelenkspaltverschmälerung allein jedoch keine Belastungsminderung. Ausserdem
erklärte Dr. J._ plausibel, die im Bereich der inneren Gelenkkapsel gelegene
Synovialfalte (Plica) sei selbst bei Gesunden nahezu immer arthroskopisch
nachweisbar und differiere in der Grösse, so dass durchaus Beschwerden auftreten
könnten. Diese erlaubten allerdings durchwegs eine volle Belastbarkeit des
Kniegelenks, es sei denn, es lägen zusätzliche Pathologien mit reaktiver Ergussbildung
und Bewegungseinschränkung vor, was bei der Beschwerdeführerin jedoch nicht
gesichert sei (IV-act. 69-19 f.). Dr. C._ hatte am 29. August 2014 und 30. März 2015
ein Plicasyndrom links als möglich erachtet und beidseitige Knieschmerzen erwähnt. In
letzterem Bericht hätte er festgehalten, aufgrund der Knieschmerzen sei der
Beschwerdeführerin keine körperliche Tätigkeit möglich, hatte sich jedoch nicht zu den
konkreten Auswirkungen der Beschwerden geäussert (IV-act. 20, 39). Da die
angestammte Tätigkeit als Verkaufsberaterin in einem Schuhgeschäft körperlich nicht
stark beansprucht, widerspricht dies den Einschätzungen von Dr. J._ nicht. Im
Übrigen hatte Dr. C._ zumindest im Bericht vom 29. August 2014 keine umfassende
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vornehmen wollen respektive können, sondern hatte
eine orthopädische und psychiatrische Beurteilung als nötig bezeichnet (IV-act. 20-7).
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RAD-Arzt Dr. G._ hatte die lange Krankschreibung bei den Diagnosen Plicasyndrom
und Eisenmangelanämie bereits am 21. Januar 2015 als äusserst ungewöhnlich
erachtet (IV-act. 23-3). Entsprechend der Beurteilung von Dr. J._ ist damit bezüglich
der Knie von keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit
auszugehen.
2.2.4 Dr. J._ erhob weiter eine diskrete S-förmige Seitverbiegung (linkskonvex
lumbal, rechtskonvex thorakal) an der Lendenwirbelsäule, welche jedoch bei
Rumpfvorbeugung aktiv sehr gut korrigiert werden könne. Die geringfügige
Seitverbiegung der Wirbelsäule könne im Rahmen von Schwerarbeiten gewisse
Beeinträchtigungen nach sich ziehen, habe jedoch keine Auswirkung auf die Tätigkeit
als Schuhfachverkäuferin (IV-act. 69-19). Im Einklang damit hatte Dr. C._ mit Bericht
vom 29. August 2014 die Lumboischialgie rechts als Diagnose ohne Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit aufgelistet (IV-act. 20-3).
2.2.5 Schliesslich hielt Dr. J._ fest, die Beschwerdeführerin zeige wenig
überzeugende klinische Befunde. Im Grunde genommen handle es sich, abgesehen
von der S-förmigen thorakolumbalen Seitverbiegung, klinisch um einen orthopädischen
Normalbefund. Die dennoch beklagten subjektiven Beschwerden hätten keine
hinreichende organpathologische Grundlage. Es bestehe eine Diskrepanz zwischen
den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin und den orthopädisch
objektivierbaren Befunden. Die grossflächige Berührungsschmerzhaftigkeit am
Integument des gesamten Rückens sowie die starken Schmerzen bei nur geringen
Bewegungsausschlägen von Hüft- und Kniegelenken passten nicht zum flüssigen,
hinkfreien Gangbild und dem harmonischen Bewegungsablauf beim An- und
Auskleiden (IV-act. 69-19 f.). Im Gegensatz zum behandelnden Dr. C._
berücksichtige Dr. J._ diese Diskrepanzen bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
zu Recht.
2.3
2.3.1 In seinem psychiatrischen Teilgutachten diagnostizierte Dr. med. K._
lediglich eine sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende leichte depressive Störung
(ICD-10: F32.0). Er erklärte schlüssig, eine mittelgradige depressive Störung sei nicht
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anzunehmen, weil das “C-Kriterium“ nicht erfüllt sei, mithin unbegründete
Selbstvorwürfe, Schuldgefühle und wiederkehrende Gedanken an den Tod fehlten. Es
fänden sich zudem Aggravationshinweise, die Klagen würden theatralisch vorgebracht
und das Vorbringen der Klagen lasse bei ihm, Dr. K._, kein Gefühl des
Betroffenseins, sondern des Unechten, der Nichteinfühlbarkeit und Nichtverstehbarkeit
entstehen. Die Symptombeschreibung sei undifferenziert, global und plakativ mit
stereotyper Symptomdarstellung. Die Beschwerdeführerin zeige eine geringe
Behandlungsaktivität, eine mangelnde Leistungsbereitschaft und eine Selbstlimitierung.
Die Präsentation erheblicher Behinderung stehe nicht im Einklang mit der
Verhaltensbeobachtung und dem klinischen Befund (IV-act. 69-31 f.).
2.3.2 Die aus Sicht von Dr. D._ belastende Vergangenheit, insbesondere
Erfahrungen mit dem früheren Ehemann (IV-act. 22, 41), wurden von Dr. K._ ebenfalls
erhoben (IV-act. 69-22 ff.). Er bezeichnete die von Dr. D._ gestellten Diagnosen (IV-
act. 22, 41, 58) jedoch plausibel als nicht nachvollziehbar. So hielt Dr. K._ fest, weder
spontan noch auf Nachfrage bestünden anhaltende Erinnerungen oder Wiedererleben
der belastenden Situation, noch würden Umstände, die der Belastung ähneln oder mit
ihr im Zusammenhang stünden, vermieden. Eine posttraumatische Belastungsstörung
liege daher nicht vor. Entgegen den Einschätzungen von Dr. D._ sei eine soziale
Phobie nicht anzunehmen, da weder eine deutliche Furcht, im Zentrum der
Aufmerksamkeit zu stehen oder sich peinlich oder erniedrigend zu verhalten, noch eine
deutliche Vermeidung, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen, vorlägen. Das “B-
Kriterium“ sei nicht erfüllt, da die Beschwerdeführerin lediglich angebe, gelegentlich zu
zittern. Es bestehe keine Einsicht bei der Beschwerdeführerin, dass die Symptome
oder das Vermeidungsverhalten übertrieben wären. Eine depressive
Anpassungsstörung sei nicht anzunehmen, da bei dieser – von Dr. D._ gestellten
Diagnose – die Symptome innert eines Monats nach der psychosozialen Belastung
beginnen müssten und der depressive Zustand der Beschwerdeführerin bereits länger
als zwei Jahre anhalte (IV-act. 69-35). Für Dr. D._ scheinen die Diagnosen einer
posttraumatischen Belastungsstörung, einer sozialen Phobie und einer depressiven
Anpassungsstörung auch nicht im Vordergrund gestanden zu haben. Er erwähnte sie
zwar in allen aktenkundigen Berichten (IV-act. 22, 41, 58), fokussierte sich bei seiner
Einschätzung jedoch auf die seiner Ansicht nach behandlungsbedürftige Depression
(IV-act. 41).
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2.3.3 Wie Dr. K._ richtig ausführte, hat sich die Beschwerdeführerin bislang kaum
psychiatrisch behandeln lassen (IV-act. 69-32). Die Behandlung bei Dr. D._ kam erst
auf Drängen bzw. proaktiver Einladung zur Abklärung durch die Beschwerdegegnerin
zu Stande (IV-act. 24, 41). Die Beschwerdeführerin erschien nur zu einigen wenigen
Konsultation bei Dr. D._ und brach die Therapie dann ab, weil ihr ihrer Meinung nach
sowieso nicht geholfen werden könne (IV-act. 58-2). Daneben war sie bei einer
Psychologin und einem homöopathisch orientierten Therapeuten in Behandlung (IV-act.
69-32). Auch wenn die Beschwerdeführerin, wie von ihr im Beschwerdeverfahren
geltend gemacht (act. G1, G10), unter anderem aus finanziellen Gründen die Therapie
nicht intensiviert haben mag, deutet die nicht konsequent und motiviert verfolgte
psychiatrische Behandlung zumindest auf keine leistungsrelevante Erwerbseinbusse
hin (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. April 2016, 9C_337/2015, E. 6.2). Dr. K._
beurteilte, die fehlende Therapieadhärenz sei bedingt durch einen regressiven Rückzug
und nicht krankheitsbedingt (IV-act. 69-33). Weiter erhob Dr. K._ diverse Hinweise
auf nicht im geklagten Umfang vorhandene Funktionsbeeinträchtigungen. So
bestünden unter anderem Diskrepanzen zwischen der subjektiv geschilderten Intensität
der Beschwerden und deren Vagheit, zwischen massiven subjektiven Beschwerden
und der erkennbaren körperlich-psychischen Beeinträchtigung in der
Untersuchungssituation sowie eine Inkonsistenz innerhalb der Beschwerdeschilderung
in Form wechselhafter, vager, unpräzis-aus¬weichender Schilderung der Beschwerden
und des Krankheitsverlaufs (IV-act. 69-34). Im Gegensatz zu Dr. D._ und Dr. C._
berücksichtigte Dr. K._ bei seiner Einschätzung diese Diskrepanzen. Die prekäre
psychosoziale Situation, der regressive Rückzug, der sekundäre Krankheitsgewinn und
die fehlende Ausbildung als IV-fremde Faktoren, welche per se nicht zu Krankheit und
Arbeitsunfähigkeit führen, hatten jedoch korrekterweise keinen Einfluss auf die
Einschätzung von Dr. K._ (IV-act. 69-32).
2.3.4 Dr. D._ erachtete die Beschwerdeführerin am 16. Januar 2015 zunächst an
3-5 Halbtagen pro Woche als zu 50% leistungsfähig (IV-act. 22). Diese Einschätzung
revidierte er sodann am 28. April 2015 und erachtete die Beschwerdeführerin als zu
100% arbeitsunfähig. Er führte dazu aus, die Beschwerdeführerin könne sich zurzeit
die Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit nicht vorstellen. Dies sei aus
psychiatrischer Sicht (subjektives Leiden) vorerst mit Sicherheit nicht zu beeinflussen.
Die Einschätzung einer vollen Arbeitsunfähigkeit stützte sich damit offensichtlich nicht
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auf objektive Befunde, zumal Dr. D._ damals keine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes festhielt (IV-act. 41). Am 2. Oktober 2015 hielt Dr. D._ an
seiner Arbeitsunfähigkeitsschätzung fest. Er berichtete zwar über eine
Verschlechterung des Allgemeinzustandes, hielt aber erneut fest, die
Beschwerdeführerin fühle sich zu krank, um eine berufliche Tätigkeit anzutreten (IV-act.
58). Wie Dr. K._ sodann richtig feststellte, hatte Dr. D._ Zeiträume der 100%igen
Arbeitsunfähigkeit zurück bis ins Jahr 2010 aufgelistet (IV-act. 22) und eine langsame
Verschlechterung der psychiatrischen Symptome seit Ende 2012 erwähnt (IV-act. 41),
obwohl er die Beschwerdeführerin erst seit Herbst 2014 gekannt hatte (vgl. IV-act.
24-3). Auch RAD-Arzt Dr. G._ konnte die Aussagen von Dr. D._ am 8. Oktober
2015 nicht nachvollziehen. Er stellte fest, es sei wohl ein grosses Wohlwollen des
behandelnden Psychiaters vorhanden (IV-act. 64). Dr. C._ stützte sich als
Allgemeinmediziner bei der psychiatrischen Beurteilung sodann im Wesentlichen auf
Dr. D._, weshalb seinen diesbezüglichen Einschätzungen keine eigenständige
Bedeutung zukommt (IV-act. 39).
2.4 Die Beschwerdeführerin brachte am 14. April 2016 vor, ihr Hausarzt habe ihr eine
stationäre Rehabilitation empfohlen, welche voraussichtlich in Valens stattfinden werde
(IV-act. 82, act. G1). Sie legte dem Schreiben ein Dokument mit der Überschrift
“Verlaufseinträge“ bei (IV-act. 82a). Dieses enthält datiert mit 11. April 2016 den
Eintrag, eine stationäre Rehabilitation mit zusätzlicher psychiatrischer Betreuung werde
dringend empfohlen. Sobald die Beschwerdeführerin sich dazu entschieden habe,
vereinbare sie wieder einen Termin, damit die Kostengutsprache erstellt werden könne.
Wie die Beschwerdegegnerin richtig ausführt (IV-act. G4), ist nicht ersichtlich, wer
dieses Dokument erstellt hat. Die Beschwerdeführerin erwähnte zwar ihren Hausarzt,
im genannten Eintrag wird jedoch die Anamnese nochmals kurz zusammengefasst und
festgehalten, die Beschwerdeführerin sei aktuell bei Dr. C._ wegen Gelenkschmerzen
in Behandlung, was gegen eine Erstellung des Dokuments durch denselben spricht.
Sodann ist auch unklar, was für eine Art von Rehabilitation angestrebt wird, und es
handelt sich lediglich um eine Empfehlung zu einer solchen. Dies ist kein tauglicher
Hinweis auf eine zwischen dem Gutachten der Neurologie H._ vom 26. Januar 2016
und der angefochtenen Verfügung vom 18. April 2016 eingetretene Verschlechterung
des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin. Auch der Umstand, dass die
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Beschwerdeführerin, wie von ihr vorgebracht (act. G1), sich weiterhin in ärztlicher
Behandlung befindet, lässt nicht auf eine Verschlechterung schliessen.
2.5 Die Beurteilungen der behandelnden Ärzte sind damit insgesamt nicht geeignet,
das polydisziplinäre Gutachten der Neurologie H._ vom 26. Januar 2016 in Frage zu
stellen. Sie benennen keine objektiven Gesichtspunkte, die im Gutachten nicht
berücksichtigt worden wären. Bei der Würdigung der medizinischen Situation fällt
weiter ins Gewicht, dass das Gutachten auf umfassender Aktenkenntnis sowie
polydisziplinären eigenen Untersuchungen beruht, das gesamte Leidensbild der
Beschwerdeführerin berücksichtigt und die auf dieser Grundlage gezogenen Schlüsse
nachvollziehbar sind.
3.
Die Beschwerdeführerin war bis zum 30. April 2014 zu rund 50% als Verkaufsberaterin
in einem Schuhgeschäft angestellt (IV-act. 24, Fremdakten 1-11). Im Fragebogen zur
Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt gab sie an, sie habe
ursprünglich 100% gearbeitet, dann aber ihre Stelle verloren und vorübergehend nur
Teilzeit gearbeitet. Da sie alleinstehend sei und ihre Kinder erwachsen seien, wäre sie
ohne gesundheitliche Einschränkungen nun aber wieder in einem 100% Pensum tätig
(IV-act. 47). In ihrem Einwand vom 14. März 2016 machte sie erneut geltend, sie sei
geschieden und erhalte keine Unterhaltsleistungen von ihrem Ex-Mann. Sie müsse
deshalb alleine für ihren Bedarf aufkommen. Wenn sie nicht erkrankt wäre, würde sie
heute einer vollen Erwerbstätigkeit nachgehen (IV-act. 76). Die Beschwerdegegnerin
akzeptierte in der angefochtenen Verfügung die Qualifikation der Beschwerdeführerin
als Vollerwerbstätige (IV-act. 83). Wie die Beschwerdeführerin richtig vorbringt (act.
G1), setzte die Beschwerdegegnerin dies jedoch fälschlicherweise in ihrer Berechnung
nicht um und ging weiterhin von einer je 50%igen Erwerbs- und Haushaltstätigkeit
sowie einem Invaliditätsgrad von 0% aus. Da sich ausgehend von einer vollen
Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit die Vornahme eines konkreten
Einkommensvergleichs und insbesondere die Festsetzung eines Tabellenlohnabzugs
erübrigt, weil offensichtlich kein rentenbegründender Mindestinvaliditätsgrad von 40%
resultiert, ist die Verfügung jedoch im Ergebnis nicht zu beanstanden.
4.
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4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Zufolge
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. act. G8) ist sie von der Bezahlung zu
befreien.
4.3 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin verzichtete auf das Einreichen
einer Kostennote. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint eine
pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- angemessen. Diese ist um einen
Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit entschädigt der Staat die
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin pauschal (vgl. BGE 125 V 201) mit Fr.
2'800.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).
4.4 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).