Decision ID: 7730073a-2bc4-4fb8-bcf3-7299baba4cf8
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
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A./ Die Erbengemeinschaft U. Y. sel. war Eigentümerin der drei landwirtschaftlichen
Grundstücke Nr. 000, 001 und 002 im Gebiet J., Gemeinde M.. Diese Grundstücke
grenzen an das Grundstück Nr. 003 an, dessen Grundeigentümer Q. R. ist. X. Y. ist
Mitglied der Erbengemeinschaft U. Y. sel. Die übrigen Mitglieder dieser
Erbengemeinschaft machten am 11. September 2000 eine Erbteilungsklage gegen X.
Y. beim damaligen Bezirksgericht Wil anhängig. Mit Entscheid vom 13. September
2001 ordnete letzteres unter anderem an, dass jeder Erbe Anspruch auf einen Fünftel
des Nachlasses habe und dass die zum Nachlass gehörenden landwirtschaftlichen
Grundstücke Nrn. 000, 001 und 002 zu verkaufen seien und der Verkaufserlös unter
den Erben gleichmässig zu verteilen sei. Eine dagegen eingereichte Berufung von X. Y.
wies das Kantonsgericht mit Entscheid vom 4. März 2003 ab.
Die drei Grundstücke der Erbengemeinschaft U. Y. sel. wurden gemäss dem öffentlich
beurkundeten Kaufvertrag vom 16. September 2005 an Q. R. verkauft, den der
damalige bevollmächtigte Vertreter von X. Y. mitunterzeichnete. In der Folge
beantragte Q. R. beim Landwirtschaftsamt des Kantons St. Gallen für den Erwerb der
fraglichen drei landwirtschaftlichen Grundstücke die Erwerbsbewilligung, die ihm am
23. Januar 2007 erteilt wurde. Dagegen erhob E. K., der bisherige Pächter der
landwirtschaftlichen Grundstücke Nrn. 000, 001 und 002 Beschwerde, die mit
Entscheid der Verwaltungsrekurskommission vom 29. Oktober 2007 rechtskräftig
abgewiesen wurde. Die Erbengemeinschaft U. Y. sel. war in diesem Verfahren
Beschwerdebeteiligte, liess sich indessen nicht vernehmen. Anschliessend konnte die
Eigentumsübertragung nicht stattfinden, da sich X. Y. gegen die Vollziehung der
Eigentumsübertragung der drei landwirtschaftlichen Grundstücke im Grundbuch
wehrte, was mehrere gerichtliche Verfahren auslöste. Mit Entscheid vom 2. September
2010 ordnete das Kantonsgericht die Einsetzung von Rechtsanwalt Dr. G. H. als
Erbenvertreter der Erbengemeinschaft U. Y. sel. an, was mit Urteil des Bundesgerichts
vom 12. Januar 2011 bestätigt wurde. Das Kreisgericht Wil wies mit Entscheid vom
20. September 2010/ 18. Oktober 2010 das Grundbuchamt M. an, das Eigentum von
Q. R. an den Grundstücken Nrn. 000, 001 und 002 im Grundbuch einzutragen.
Dagegen erhob X. Y. Berufung an das Kantonsgericht. Der Vizepräsident des
Kantonsgerichts stellte im Entscheid vom 14. Juli 2011 über vorsorgliche Massnahmen
in Aussicht, dass das Kantonsgericht wohl auf die Berufung gegen das Urteil des
Kreisgerichts Wil vom 18. Oktober 2010 nicht eintreten werde. Im Dezember 2011
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wurde die Eigentumsübertragung der Grundstücke Nrn. 000, 001 und 002 an Q. R. im
Grundbuch M. vollzogen.
B./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 3. Dezember 2010 gelangte X. Y. an das
Landwirtschaftsamt mit dem Antrag, die Erwerbsbewilligung von Q. R. sei zu
überprüfen und zu widerrufen. Das Landwirtschaftsamt überwies nach Einholung der
Stellungnahme von Q. R., der Nichteintreten resp. eventualiter den Verzicht auf den
Widerruf der Erwerbsbewilligung beantragte, die Angelegenheit zuständigkeitshalber
am 22. Februar 2011 an die Verwaltungsrekurskommission.
C./ Die Verwaltungsrekurskommission nahm am 25. Februar 2011 die Angelegenheit
als Begehren um Wiederaufnahme des mit dem Entscheid vom 29. Oktober 2007
abgeschlossenen Verfahrens entgegen. Am 29. März 2011 liess X. Y. sein Gesuch
ergänzen und beantragte die kosten- und entschädigungspflichtige Aufhebung des
Entscheids der Verwaltungsrekurskommission vom 29. Oktober 2007 sowie den
Widerruf der vom Landwirtschaftsamt erteilten Erwerbsbewilligung vom 23. Januar
2007. Am 5. April 2011 beantragte das Landwirtschaftsamt die kostenpflichtige
Abweisung der Beschwerde. E. K. schloss sich mit Eingabe seines Rechtsvertreters
vom 13. April 2011 den Ausführungen von X. Y. an. Q. R. liess mit der Eingabe seines
Rechtsvertreters vom 30. Mai 2011 beantragen, auf das Begehren um Wiederaufnahme
sei mangels Aktivlegitimation nicht einzutreten, eventualiter seien der Entscheid der
Verwaltungsrekurskommission vom 29. Oktober 2007 und die vom Landwirtschaftsamt
erteilte Erwerbsbewilligung nicht aufzuheben. Der Erbenvertreter der
Erbengemeinschaft U. Y. sel. schloss sich in seiner Stellungnahme vom 30. Juni 2011
den Anträgen und Ausführungen von Q. R. an. X. Y. reichte am 27. Juli 2011 nochmals
eine Eingabe ein.
Mit Entscheid vom 28. September 2011 trat die Verwaltungsrekurskommission auf das
Begehren um Wiederaufnahme des Verfahrens nicht ein. Sie begründete ihren
Nichteintretensentscheid im Wesentlichen damit, dass das Gesuch um Widerruf der
Erwerbsbewilligung für die landwirtschaftlichen Grundstücke Nrn. 000, 001 und 002 die
Verfügung über die Vermögenswerte der Erbschaft betreffe. Dies setze die Mitwirkung
aller Mitglieder der Erbengemeinschaft voraus. Zudem sei X. Y. als einzelner Erbe
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aufgrund des eingesetzten Erbenvertreters nicht befugt, auf die Rückgängigmachung
eines Grundstückverpflichtungsgeschäftes hinzuwirken.
D./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 18. Oktober 2011 erhob X. Y. gegen den
Entscheid der Verwaltungsrekurskommission Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Er
liess dabei die folgenden Rechtsbegehren stellen:
1. Es sei der Entscheid der Verwaltungsrekurskommission vom 28. September 2011
aufzuheben, auf das Begehren um Wiederaufnahme sei einzutreten, und die
Erwerbsbewilligung sei zu widerrufen;
2. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen;
3. Subeventualiter sei die Sache zur Beurteilung an die Bewilligungsbehörde
zurückzuweisen;
4. unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Die Beschwerde wird im Wesentlichen damit begründet, dass die Vorinstanz die
Aktivlegitimation von X. Y. zu Unrecht verneint habe. Zudem würde Q. R. seine wahren
Absichten, namentlich die Nichtbewirtschaftung der landwirtschaftlichen Grundstücke
sowie deren Missbrauch für allerlei nichtlandwirtschaftliche Aktivitäten unterschlagen,
und er habe die Erwerbsbewilligung erschlichen.
Die Verwaltungsrekurskommission beantragte in ihrer Vernehmlassung vom
11. November 2011 unter Hinweis auf den angefochtenen Entscheid die Abweisung
der Beschwerde. Nach Gewährung einer Fristerstreckung reichte der Rechtsvertreter
von Q. R. mit Eingabe vom 3. Januar 2012 eine Vernehmlassung ein und beantragte die
kosten- und entschädigungspflichtige Abweisung der Beschwerde. Als Begründung
wurde hauptsächlich vorgebracht, dass die Verwaltungsrekurskommission zu Recht
nicht auf die Begehren von X. Y. eingetreten sei. Die Erbengemeinschaft sei
prozessrechtlich eine notwendige Streitgenossenschaft, und das Begehren von X. Y.
stehe im Widerspruch zu den Interessen der Erbengemeinschaft.
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Das Landwirtschaftsamt, die Aufsichtsbehörde über die Bewilligungen nach BGBB
sowie der Rechtsvertreter von E. K. verzichteten trotz Aufforderung des
Verwaltungsgerichts vom 14. November 2011 auf eine Vernehmlassung. Nach Ablauf
der Vernehmlassungsfrist reichte der Erbenvertreter den Verzicht der
Erbengemeinschaft auf eine Vernehmlassung ein. Zudem teilte er unter Beilage des
Kaufvertrags vom 16. September 2005 mit, dass die Grundstücke Nrn. 000, 001 und
002 der Erbengemeinschaft am 16. Dezember 2011 auf Q. R. übertragen worden seien.
Nach einer Fristerstreckung liess der Beschwerdeführer mit der Eingabe vom
16. Februar 2012 nochmals eine Stellungnahme einreichen. Darin wird an den
Rechtsbegehren festgehalten und zu den Vorbringen des Beschwerdegegners Stellung
genommen.
Auf die weiteren von den Verfahrensbeteiligten vorgebrachten Ausführungen wird –

soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Als Erstes ist zu prüfen, was Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens
gegen den vorinstanzlichen Entscheid vom 28. September 2011 darstellt.
2.1. Vorab ist zu hinterfragen, ob die Vorinstanz das Begehren an das
Landwirtschaftsamt um Widerruf der Erwerbsbewilligung des Beschwerdegegners zu
Recht zuständigkeitshalber als Revisionsgesuch resp. Gesuch um Wiederaufnahme
des Verfahrens nach Art. 81 ff. VRP behandelt hat.
2.1.1. Nach Ansicht der Vorinstanz ist ein Widerruf von Verfügungen unzulässig, über
die ein Gericht materiell entschieden hat. Soweit mit dem Begehren um Aufhebung der
Erwerbsbewilligung nicht neu entstandene tatsächliche Verhältnisse geltend gemacht
würden, sei das Gesuch als Revisionsbegehren gegen den Entscheid vom 29. Oktober
2007 zu behandeln. Die Prüfung des Widerrufs aus nachträglich eingetretenen Gründen
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falle zudem vorab in die Zuständigkeit der Bewilligungsbehörde, selbst wenn die
Verfügung von einer Rechtsmittelbehörde geschützt worden sei.
Der Beschwerdeführer lässt dagegen vorbringen, dass die Bewilligungsbehörde von
Amtes prüfen müsse, ob ein Widerruf vorzunehmen sei. Aufgrund der Umstände sei
anzunehmen, dass der Beschwerdegegner bereits bei der Erteilung der Bewilligung
davon ausgegangen sei, die Selbstbewirtschaftung innert kurzer Zeit wieder
aufzugeben oder gar nicht erst aufzunehmen. Deshalb liege eine Erschleichung der
Bewilligung vor, und dementsprechend erweise sich ein Widerruf der Bewilligung nach
Art. 71 des Bundesgesetzes über das bäuerliche Bodenrecht (SR 211.412.11,
abgekürzt BGBB) als gerechtfertigt.
Der Beschwerdegegner ist schliesslich der Ansicht, dass Verfügungen, über die ein
Gericht materiell entschieden habe, in jedem Fall unwiderruflich seien.
2.1.2. Art. 71 BGBB sieht eine bundesrechtliche spezialgesetzliche Regelung für den
Widerruf einer Erwerbsbewilligung vor, die den allgemeinen Regelungen der
Wiedererwägung und des Widerrufs im VRP (Art. 27 f.) vorgeht. Es ist dem
Beschwerdeführer zuzustimmen, dass die Bewilligungsbehörde aufgrund von Art. 71
BGBB von Amtes wegen zu überprüfen hat, ob ein Widerruf vorzunehmen ist, sobald
sie hinreichende Kenntnis von einer allfälligen Erschleichung der Bewilligung hat,
während Art. 27 VRP dies in das Ermessen der Behörde stellt (B. Stalder, in: Büsser et.
al. [Hrsg.], Das bäuerliche Bodenrecht, 2. Aufl., Brugg 2011, Rz. 14 zu Art. 71). Zudem
hat der Vorrang der bundes- und spezialgesetzlichen Regelung zur Folge, dass eine
Erwerbsbewilligung nur unter den restriktiven Widerrufsvoraussetzungen gemäss
Art. 71 BGBB widerrufen werden kann, auch wenn die Verhältnismässigkeitsüberlegen
in Art. 28 VRP vor dem Hintergrund von Art. 9 der Bundesverfassung (SR 101) nicht
ausser Acht gelassen werden dürfen (Stalder, a.a.O., Rz. 2 zu Art. 71). Für die
Einleitung des Widerrufsverfahrens ist unbeachtlich, ob die Bewilligungsbehörde durch
private Hinweise, durch den Grundbuchverwalter oder durch eigene Abklärungen auf
den möglichen Tatbestand der Erschleichung aufmerksam wurde (Stalder, a.a.O.,
Rz. 14 zu Art. 71).
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2.1.3. Aber bevor sich die von Amtes wegen zu prüfende Frage des Widerrufs durch
die Bewilligungsbehörde stellt, ist zu fragen, ob ein solcher Widerruf angesichts des
rechtskräftigen Entscheids der Vorinstanz vom 29. Oktober 2007 zulässig ist.
Verfügungen und Entscheide von Verwaltungsbehörden resp.
Verwaltungsjustizbehörden, die nicht oder nicht mehr mit einem ordentlichen
Rechtsmittel angefochten werden können, erwachsen in formelle Rechtskraft. Dies hat
zur Folge, dass die Verfügung resp. der Entscheid nur noch mit einem
ausserordentlichen Rechtsmittel anfechtbar und damit grundsätzlich vollstreckbar ist
(Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 1077 ff.). Vorliegend entschied die Vorinstanz mit einem
Sachentscheid vom 29. Oktober 2007 formell rechtskräftig über die Erwerbsbewilligung
zu Gunsten des Beschwerdegegners, da kein ordentliches Rechtsmittel mehr dagegen
möglich ist. Mit dem Eintritt der formellen Rechtskraft wird ein Entscheid in der Regel
zugleich materiell rechtskräftig, d.h. grundsätzlich unabänderlich und verbindlich. Unter
bestimmten Voraussetzungen ist es aber möglich, dass die Rechtskraftwirkung eines
Entscheids beseitigt wird, und die beurteilte Sache erneut Gegenstand eines
Verfahrens ist. Die materielle Rechtskraft wird durch Rückkommensmöglichkeiten wie
Wiedererwägung, Widerruf oder Revision resp. Wiederaufnahme des Verfahrens
relativiert (Merkli/ Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum Gesetz über die
Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, Bern 1997, Rz. 1 zu Art. 56).
Zur Abgrenzung zwischen Wiedererwägung/Widerruf und Revision resp.
Wiederaufnahme des Verfahrens gilt der Grundsatz, dass Entscheide von
Verwaltungsgerichten und verwaltungsunabhängigen Rekurskommissionen in dem
Sinne materiell rechtskräftig sind, als das Verfahren unter Vorbehalt der Revision nicht
wieder aufgenommen werden darf. Der Widerruf von Verfügungen, über welche ein
Gericht materiell entschieden hat, ist durch Verwaltungsbehörden deswegen
grundsätzlich unzulässig (Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Rz. 8 zu Art. 56; Häfelin/
Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010,
Rz. 1025 und 1830). Eine Pflicht der Verwaltungsbehörde, einen Entscheid trotz
rechtskräftigem Rechtsmittelentscheid in Wiedererwägung zu ziehen und ein Gesuch
materiell zu behandeln, besteht nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung aber dann,
wenn bestimmte zwingende Gründe vorliegen, namentlich wenn eine gegenüber dem
Tatbestand der ersten Verfügung wesentlich veränderte Sachlage besteht oder der
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Gesuchsteller für eine Neubeurteilung der Verhältnisse erhebliche Tatsachen oder
Beweismittel anruft, die ihm im früheren Verfahren nicht bekannt waren oder die schon
damals geltend zu machen für ihn rechtlich oder tatsächlich unmöglich war oder keine
Veranlassung bestand (BGE 136 II 177 E. 2.1 mit Hinweis; 120 Ib 42 E. 2b mit
Hinweisen; GVP 1991 Nr. 44 E. 3 mit Hinweisen; GVP 1993 Nr. 87 E. 2a mit Hinweis auf
BGE 113 Ia 146 E. 3a).
Diese Rechtsprechung hat nicht nur zur Folge, dass bei Vorliegen der genannten
Voraussetzungen entgegen Art. 27 VRP ein Rechtsanspruch auf Wiedererwägung
besteht, sondern auch, dass aufgrund der Ähnlichkeit mit der Revision und mangels
einer ausdrücklichen gesetzlichen Regelung die Art. 81 ff. VRP anzuwenden sind (GVP
1991 Nr. 44 E. 3). Dies bedeutet, dass der Betroffene, der einen Rechtsanspruch auf
Wiedererwägung geltend machen will, wie beim Begehren um Wiederaufnahme des
Verfahrens (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 1202) ein eigenes schutzwürdiges Interesse an
der Änderung des rechtskräftigen Entscheids besitzen muss. Dieser Ansicht ist auch
die Literatur, die für Begehren um Wiedererwägung verlangt, dass der Gesuchsteller
ein eigenes schutzwürdiges Interesse an der Änderung der rechtskräftigen Verfügung
darlegen muss (Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Rz. 7 zu Art. 56 mit Hinweis). Auch
die bundesgerichtliche Rechtsprechung verlangt für die Wiedererwägung eines
rechtskräftigen gerichtlichen Urteils, dass der Gesuchsteller in der Sache selbst zur
Beschwerde legitimiert gewesen wäre (BGE 109 Ib 246 E. 4a). Die analoge Anwendung
der Bestimmungen über die Wiederaufnahme des Verfahrens bedeutet auch, dass auf
die Wiedererwägung nicht eingetreten wird, wenn die Gründe mit einem ordentlichen
Rechtsmittel hätten geltend gemacht werden können. Auch die Praxis des
Verwaltungsgerichts geht dahin, dass ein erneutes Gesuch in derselben Angelegenheit
ein Wiedererwägungsbegehren darstellt, auf das die Behörde nicht eintreten muss,
wenn es nicht mit neuen Tatsachen begründet wird (GVP 2007 Nr. 67 E. 2.2). Die
Wiedererwägung dient also nicht dazu, prozessuale Versäumnisse (namentlich
Rechtsmittelfristen) zu korrigieren (BGE 136 II 177 E. 2.1; 120 Ib 42 E. 2b; 109 Ib 246
E. 4a).
2.1.4. Weiter ist zu prüfen, ob Art. 71 BGBB als bundesrechtliche Regelung des
Widerrufs etwas am vorhin Dargelegten ändert, da diese Bestimmung – wie erörtert –
Art. 27 f. VRP vorgeht.
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Der einschlägige Kommentar zum bäuerlichen Bodenrecht hält fest, dass der Widerruf
gemäss Art. 71 BGBB von der Revision des kantonalen Prozessrechts zu
unterscheiden sei. Als Revisionsgründe würden regelmässig die aus einem
Strafverfahren resultierende Erkenntnis, dass durch ein Verbrechen oder Vergehen auf
den Entscheid eingewirkt worden sei, oder der Umstand gelten, dass eine Partei
nachträglich vorbestehende Tatsachen erfahre oder Beweismittel auffinde, die sie im
früheren Verfahren nicht habe anrufen können. Mitunter genüge für die
Wiederaufnahme auch das Vorliegen zwingender öffentlicher Interessen. Diese
Revisionsgründe würden sich nicht nur inhaltlich von Art. 71 Abs. 1 BGBB
unterscheiden, sondern auch verfahrensrechtlich, indem für die kantonalrechtliche
Revision regelmässig jene Verwaltungsbehörde bzw. Verwaltungsjustizbehörde
zuständig sei, die den zu revidierenden Entscheid ausgefällt habe, wogegen für den
Widerruf gemäss Art. 71 BGBB immer die Bewilligungsbehörde nach Art. 83 Abs. 1
BGBB resp. die Aufsichtsbehörde zuständig sei, und zwar auch dann, wenn die
Bewilligung erst durch den Entscheid einer Rechtsmittelbehörde erteilt worden ist
(Stalder, a.a.O., Rz. 17 zu Art. 71).
Diese Sichtweise hätte zur Folge, dass die skizzierte Rechtsprechung zur
Wiedererwägung keine Anwendung auf den vorliegenden Sachverhalt findet und die
Vorinstanz das Begehren des Beschwerdeführers zu Unrecht als Begehren um
Wiederaufnahme des Verfahrens betrachtete. Zu berücksichtigen ist aber, dass Art. 81
VRP betreffend Wiederaufnahme des Verfahrens folgende Revisionsgründe nennt: Die
Verfügung oder der Entscheid ist durch Arglist oder strafbare Handlung beeinflusst
gewesen (lit. a); die Behörde hat sich in einem offenkundigen Irrtum über
entscheidende Tatsachen befunden (lit. b); sowie die Behörde hat wesentliche
Tatsachen oder Beweismittel, die zur Zeit des Erlass der Verfügung oder des
Entscheides bestanden haben, nicht gekannt. Art. 81 Abs. 1 lit. a und b gehen inhaltlich
somit in die Richtung von Art. 71 BGBB, verlangen aber höhere Anforderungen (z.B.
Arglist). Entgegen des Kommentars zum bäuerlichen Bodenrecht kann es keine Rolle
spielen, dass für den Widerruf gemäss Art. 71 BGBB verfahrensrechtlich eine andere
Behörde zuständig ist als nach Art. 81 VRP für die Revision eines
Beschwerdeentscheids über die erteilte Erwerbsbewilligung. Vorliegend lassen sich
sämtliche vom Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren vorgebrachten
materiellen Widerrufsgründe unter Art. 81 Abs. 1 lit. a-c VRP subsumieren. In seiner
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Eingabe vom 29. März 2011 subsumiert auch der Beschwerdeführer selbst seine
tatsächlichen Ausführungen über die angeblich falschen Angaben des
Beschwerdeführers (Planung des Mastschweinestalles, vier eigene
Handelsgesellschaften, umfangreiche nichtlandwirtschaftliche Tätigkeiten des
Beschwerdegegners etc.) unter den Revisionsgrund gemäss Art. 81 Abs. 1 lit. a VRP
resp. eventualiter unter Art. 81 Abs. 1 lit. b und c VRP (act. 9/21, S. 4 ff.). In seiner
Eingabe vom 27. Juli 2011 zeichnete der Beschwerdeführer das Verhalten des
Beschwerdegegners als arglistig und führte als gesetzlichen Widerrufsgrund in erster
Linie Art. 81 VRP auf. Der Rechtsvertreter des Beschwerdebeteiligten 2 resp. des
Beschwerdeführers im ursprünglichen Beschwerdeverfahren vor der Vorinstanz zeigte
in seiner Eingabe vom 13. April 2011 ebenfalls die inhaltliche Ähnlichkeit zwischen
Art. 71 Abs. 1 BGBB und Art. 81 Abs. 1 VRP auf (act. 9/28, S. 1).
Es ist somit aufgrund der inhaltlichen Ähnlichkeit vorstellbar, dass die
Bewilligungsbehörde den Widerruf der Erwerbsbewilligung selbst im Verfahren nach
Art. 71 BGBB prüft und dabei ergänzend resp. analog die Bestimmungen in Art. 81 ff.
VRP anwendet oder dass die Rechtsmittelbehörde die Frage des Widerrufs als
Begehren um Wiederaufnahme des Verfahrens gemäss Art. 81 VRP behandelt. In
beiden Fällen hätte dies zur Folge, dass ein eigenes schutzwürdiges Interesse an der
Änderung der Verfügung resp. des Entscheids über die Erwerbsbewilligung erforderlich
ist. Andernfalls hat der Gesuchsteller für einen Widerruf gemäss Art. 71 BGBB lediglich
Rechte eines Anzeigers, mit der Ausnahme, dass die Bewilligungsbehörde von Amtes
wegen über den Widerruf zu entscheiden hat, sobald sie aufgrund der privaten Anzeige
hinreichende Kenntnis von der allfälligen Erschleichung der Bewilligung hat (Stalder,
a.a.O., Rz. 14 zu Art. 71 mit Hinweis). Nur in diesem Fall spielt die Frage der
Aktivlegitimation keine Rolle. Der Beschwerdeführer möchte aber gemäss seinen
eigenen Eingaben prozessual durchsetzen, dass der Beschwerdegegner seine
Erwerbsbewilligung für die landwirtschaftlichen Grundstücke Nrn. 000, 001 und 002,
Grundbuch M., verliert. Dafür ist ein eigenes schutzwürdiges Interesse notwendig.
Die Frage, ob die Voraussetzungen gemäss Art. 81 ff. VRP vorliegend auf den Widerruf
gemäss Art. 71 BGBB ergänzend resp. analog zur Anwendung gelangen, kann aber
letztlich offenbleiben. Es ist nämlich zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer
mit der vorinstanzlichen Behandlung seines Gesuchs um Rückgängigmachung der
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Erwerbsbewilligung des Beschwerdegegners als Revisionsgesuch einverstanden war.
Sein Rechtsvertreter wurde mit Schreiben vom 25. Februar 2011 darüber informiert,
dass die Eingabe an das Landwirtschaftsamt als Begehren um Wiederaufnahme des
Verfahrens gemäss Art. 81 VRP in das Geschäftsverzeichnis der
Verwaltungsrekurskommission aufgenommen worden sei. In der Folge erhielt der
Beschwerdeführer die Möglichkeit zur Ergänzung seiner Eingabe, die als Beschwerde
entgegengenommen wurde. In keiner der nachfolgenden Eingaben vor der Vorinstanz
liess der Beschwerdeführer vorbringen, dass er mit der Behandlung seines Gesuchs als
Revisionsgesuch nicht einverstanden sei. Er brachte auch keine Einwände gegen die
zuständigkeitshalber erfolgte Überweisung der Streitsache an die Vorinstanz vor. Im
Gegenteil, seine Ausführungen bekräftigten sogar, dass ein Revisionsverfahren
durchzuführen sei. Dies zeigt bereits die Bezeichnung der Eingabe seines
Rechtsvertreters vom 29. März 2011, die "Beschwerde E. K./Landwirtschaftsamt des
Kantons St. Gallen sowie Q. R. und Erbengemeinschaft U. Y. betreffend
Erwerbsbewilligung (Wiederaufnahme)" (act. 9/21) lautete. In dieser Eingabe führte der
Beschwerdeführer zudem aus, dass er zur Beantragung des
Wiederaufnahmeverfahrens ordentlich legitimiert sei (act. 9/21, S. 2). Weiter erörterte er
die Voraussetzungen für das Wiederaufnahmeverfahren gemäss Art. 81 VRP und
wiederholte dabei die tatsächlichen Ausführungen aus seiner ersten Eingabe vom
3. Dezember 2010, die an das Landwirtschaftsamt gerichtet war (act. 9/21, S. 3 ff.). In
seiner vorinstanzlichen Eingabe vom 27. Juli 2011 liess er als gesetzliche
Widerrufstatbestände sowohl Art. 81 VRP als auch Art. 71 BGBB aufführen (act. 9/39,
S. 3 ff.). Dabei ging er von einer arglistigen Täuschung des Beschwerdegegners aus,
was Voraussetzung für eine Wiederaufnahme des Verfahrens gemäss Art. 81 Abs. 1
lit. a VRP ist. Schliesslich beantragte er auch in der Beschwerde an das
Verwaltungsgericht primär, dass auf das Begehren um Wiederaufnahme einzutreten
sei. Auch der Rechtsvertreter des Beschwerdebeteiligten 2 resp. des
Beschwerdeführers im ursprünglichen Beschwerdeverfahren brachte keine Einwände
gegen die Behandlung als Revisionsgesuch vor und machte geltend, dass der
Beschwerdegegner im ursprünglichen Verfahren arglistig falsche Angaben gemacht
habe (act. 9/28).
Durch die Ausführungen der Vorinstanz und des Beschwerdeführers war also der
Streitgegenstand, Behandlung als Gesuch um Wiederaufnahme des Verfahrens
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gemäss Art. 81 ff. VRP, klar bestimmt. Rechtsbegehren gegen die Behandlung als
Gesuch um Wiederaufnahme des Verfahrens hätten aufgrund der in diesem
Zusammenhang geltenden Dispositionsmaxime am Beschwerdeführer gelegen, zumal
er anwaltlich vertreten war (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 916; VerwGE B 2011/237
vom 23. August 2012 E. 2.2, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch).
2.1.5. Aus den genannten Gründen ist es nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die
Streitsache als Revisionsgesuch betrachtete und entsprechend Art. 81 VRP anwandte.
Zudem hat das Dargelegte aufgezeigt, dass ein schutzwürdiges Interesse für eine
Wiederaufnahme des Verfahrens erforderlich ist, das nachfolgend in der Erw. 3 geprüft
wird.
2.1.6. Als unbehelflich erweist sich schliesslich der Einwand des Beschwerdeführers,
dass es unerfindlich bleibe, weshalb die Vorinstanz die aufgeworfene Frage hinsichtlich
der neuen tatsächlichen Verhältnisse weder beantwortet noch an die
Bewilligungsbehörde zur Beantwortung überwiesen habe. Wie dargelegt brachte der
Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren vor der Vorinstanz zu keiner Zeit vor, dass
er mit der Behandlung seines Gesuchs um Rückgängigmachung der
Erwerbsbewilligung als Gesuch um Wiederaufnahme des Verfahrens nicht
einverstanden sei. Daher kann es offen bleiben, ob die vom Beschwerdeführer
vorgebrachten tatsächlichen Ausführungen neue Verhältnisse sind oder nicht.
2.2. Nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens vor dem
Verwaltungsgericht sind sodann materielle Ausführungen dazu, ob der
Beschwerdegegner heute noch Selbstbewirtschafter im Sinne des BGBB ist.
Vorliegend geht es ausschliesslich um die Frage, ob die Vorinstanz zu Recht auf das
Begehren um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers nicht eintrat.
3. Nachfolgend ist somit zu prüfen, ob der Beschwerdeführer für das Verfahren vor der
Vorinstanz legitimiert war resp. ob die Vorinstanz zu Recht einen
Nichteintretensentscheid fällte.
3.1. Die Nichtlegitimation des Beschwerdeführers begründete die Vorinstanz damit,
dass die Erbengemeinschaft als Gesamthandgemeinschaft grundsätzlich
http://www.gerichte.sg.ch/
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Einstimmigkeit und gemeinsames Handeln bei Verfügungs- und
Verwaltungshandlungen verlange. Das Bestreben des Beschwerdeführers um
Rückgängigmachung der Erwerbsbewilligung des Beschwerdegegners für die
landwirtschaftlichen Grundstücke Nrn. 000, 001 und 002 betreffe daher die Verfügung
über die Vermögenswerte der Erbschaft. Dafür werde die Mitwirkung sämtlicher
Mitglieder der Erbengemeinschaft benötigt. Auch nach der Auffassung des
Beschwerdegegners sei die Erbengemeinschaft prozessrechtlich eine notwendige
Streitgenossenschaft. Der Beschwerdeführer sei daher für das Begehren um
Aufhebung der Erwerbsbewilligung alleine nicht aktivlegitimiert.
Der Beschwerdeführer wendet dagegen hauptsächlich ein, dass der Widerruf einer
dem Beschwerdegegner erteilten Erwerbsbewilligung weder den Nachlass als
Vermögen noch die Erben noch die Erbenvertretung tangiere. Der Beschwerdeführer
sei deswegen unabhängig vom Bestehen einer Erbengemeinschaft bzw. einer
Erbenvertretung befugt, selbständig zu prozessieren.
3.2. Wie bereits bei Erw. 2.1.3 dargelegt, sind zur Erhebung eines Revisionsverfahrens
all diejenigen legitimiert, die an der Änderung oder Aufhebung eines Entscheids ein
eigenes schutzwürdiges Interesse dartun könnten. Nichts anderes ergibt sich aus Art.
83 Abs. 3 BGBB, der die Beschwerdebefugnis konkretisiert. Danach können gegen die
Verweigerung der Erwerbsbewilligung die Vertragsparteien und gegen die Erteilung der
Bewilligung die kantonale Aufsichtsbehörde, der Pächter sowie Kaufs-, Vorkaufs- oder
Zuweisungsberechtigte Beschwerde führen. Eine Beschwerde nach Art. 83 Abs. 3
BGBB durch die Vertragsparteien gegen eine Bewilligungserteilung bedingt sodann,
dass ein schutzwürdiges Interesse an der Änderung oder Aufhebung der Bewilligung
besteht (Herrenschwand/Stalder, in: Büsser et. al. [Hrsg.], Das bäuerliche Bodenrecht,
2. Aufl., Brugg 2011, Rz. 13 zu Art. 83). Aus den Umschreibungen der Legitimation wird
ersichtlich, dass neben dem materiellen Rechtsschutzinteresse auch eine formelle
Beschwer erforderlich ist (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 386; GVP 1998 Nr. 87 E. 1b).
Bevor sich also die Frage des materiellen Rechtsschutzinteresses stellt, ist vorab zu
prüfen, ob der Beschwerdeführer über die formelle Beschwer verfügt. Diese Prüfung
hat von Amtes wegen zu erfolgen und zwar auch dann, wenn die Vorinstanz übersehen
hat, dass es an der Prozessvoraussetzung der formellen Beschwer fehlt (GVP 1998
Nr. 87 E. 1b).
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3.2.1. Formelle Beschwer bezeichnet den Umstand, dass jemand mit seinen
Rechtsbegehren im Verfahren vor der unteren Instanz nicht oder nicht vollständig
durchgedrungen ist (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 403 mit Hinweis; BGE 118 Ib 356 E. 1a).
Die Rechtsmittelbefugnis setzt die Teilnahme am vorinstanzlichen Verfahren voraus
(GVP 1998 Nr. 87 E. 1b). Der Rechtsuchende, der sich am bisherigen Verfahren nicht
von Anfang an beteiligt hat, ist in der Folge vom Verfahren grundsätzlich
ausgeschlossen (VerwGE B 2011/268 vom 23. August 2012 E. 3.2, abrufbar unter
www.gerichte.sg.ch). Bezogen auf das Wiederaufnahmeverfahren bedeutet das, dass
ein Gesuch um Wiederaufnahme des Verfahrens die formelle Beschwer im
ursprünglichen Verfahren bedingt. Nur wer im ursprünglichen, mittlerweile
rechtskräftigen Verfahren als Partei teilnahm und dabei mit seinen Rechtsbegehren
nicht oder nicht vollständig durchgedrungen ist, ist legitimiert, ein Gesuch um
Wiederaufnahme des Verfahrens zu stellen. Eine Ausnahme vom Erfordernis der
formellen Beschwer ist nur dann zu machen, wenn die Verhinderung an der Teilnahme
am Beschwerdeverfahren unverschuldet ist (BGE 118 Ib 356 E. 1a mit Hinweisen).
3.2.2. Nichts anderes ergibt sich im Übrigen aus den bundesrechtlichen Anforderungen
an die Legitimation gemäss Art. 83 Abs. 3 BGBB. Nach der Praxis des
Verwaltungsgerichts bedingt auch die Beschwerdebefugnis nach Art. 83 Abs. 3 BGBB
eine formelle Beschwer, und zwar in dem Sinne, dass die in Art. 83 Abs. 3 BGBB
genannten Personen mit ihren Anträgen nicht oder nicht vollständig durchgedrungen
sind (VerwGE B 2011/268 vom 23. August 2012 E. 3.2, abrufbar unter
wwww.gerichte.sg.ch).
3.2.3. Der Beschwerdeführer war alleine kein Verfahrensbeteiligter im ursprünglichen
Beschwerdeverfahren vor der Vorinstanz gegen die Bewilligungsverfügung vom
23. Januar 2007, das mit Entscheid vom 29. Oktober 2007 endete. Im Verfahren vor
dem Landwirtschaftamt, das zur Verfügung vom 23. Januar 2007 führte, war lediglich
die Erbengemeinschaft U. Y. sel. unter namentlicher Aufzählung aller Mitglieder der
Erbengemeinschaft Beschwerdebeteiligte. Im Rahmen des ursprünglichen
Beschwerdeverfahrens vor der Verwaltungsrekurskommission, das mit dem Entscheid
vom 29. Oktober 2007 endete, liessen sich aber weder der Beschwerdeführer noch die
Erbengemeinschaft vernehmen. Eine Konstellation, in der auf das Erfordernis der
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formellen Beschwer verzichtet werden könnte, wird weder geltend gemacht noch ist
eine solche ersichtlich.
Dem Beschwerdeführer fehlt also bereits die formelle Beschwer, da er im
ursprünglichen Beschwerdeverfahren vor der Vorinstanz, das mit dem rechtskräftigen
Entscheid vom 29. Oktober 2007 abgeschlossen wurde, nicht alleine als Partei auftrat,
sondern lediglich ein Mitglied einer notwendigen Streitgenossenschaft, der
Erbengemeinschaft U. Y. sel., bildete. Weder er noch die Erbengemeinschaft stellten im
ursprünglichen Beschwerdeverfahren Anträge, sodass beiden die formelle Beschwer
für die Wiederaufnahme des Verfahrens gemäss Art. 81 VRP fehlt.
3.3. Aufgrund der fehlenden formellen Beschwer würde sich die Prüfung erübrigen, ob
der Beschwerdeführer ein aktuelles eigenes schutzwürdiges Interesse besitzt. Da sich
die Ausführungen der Vorinstanz sowie der Verfahrensbeteiligten ausschliesslich darauf
bezogen, sind nachfolgend einige Ausführungen zum eigenen materiellen
Rechtsschutzinteresse des Beschwerdeführers angebracht.
3.3.1. Wie das Verwaltungsgericht bereits im Entscheid vom 29. August 2012 (E. 3.2.3,
abrufbar unter www.gerichte.sg.ch) ausführte, sind Mitglieder einer Erbengemeinschaft
Gesamteigentümer der Erbschaftsgegenstände und verfügen über die Rechte der
Erbschaft gemeinsam – vorbehältlich vertraglicher und gesetzlicher Vertretungs- und
Verwaltungsbefugnisse (Art. 602 Abs. 2 und Art. 653 des Zivilgesetzbuches, SR 210;
BGE 102 I 430 E. 3). Vorliegend wurde ein Erbenvertreter rechtsgültig eingesetzt,
sodass die Verfügungsbefugnisse der gesetzlichen Erben über die Rechte der
Erbschaft beschränkt sind (BGer 5D_133/2010 vom 12. Januar 2011 E. 1.4). Nur alle
Erben zusammen oder ein Erbenvertreter sind grundsätzlich befugt, Rechte geltend zu
machen, welche der Erbengemeinschaft zustehen (BGE 116 Ib 447 E. 2a; 119 Ib 56
E. 1). Die Lehre und Rechtsprechung anerkennen jedoch eine selbständige
Anfechtungsbefugnis der einzelnen Gesamthänder resp. Erben im Verwaltungsprozess,
wenn das Rechtsmittel darauf angelegt ist, eine belastende oder pflichtbegründende
Anordnung abzuwenden. Die Zustimmung aller Beteiligten oder ihrer Vertreter ist
hingegen erforderlich, wenn das Interesse der Erbengemeinschaft oder der übrigen
Erben beeinträchtigt oder gefährdet erscheint (Kölz/Bosshart/Röhl, Kommentar zum
Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. Aufl., Zürich 1999, N 10 zu § 21
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mit diversen Hinweisen; Kölz/Häner, Verwaltungsverfahren und
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 533 mit Hinweisen;
Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., N 6 zu Art. 13; BGer vom 8. Juli 1987 E. 1d, in: ZBl
89/1988, S. 556 f.; BGE 116 Ib 447 E. 2b; BGer 1P.134/1997 vom 23. Juni 1997 E. 3,
in: ZBL 99/1998, S. 387 f.). Die Interessen eines einzelnen Erben finden also ihre
Schranke dort, wo ein Rechtsbegehren geeignet ist, die Interessen der übrigen
Mitglieder der Erbengemeinschaft zu beeinträchtigten oder zu gefährden. In diesen
Fällen liegt kein schutzwürdiges Interesse des einzelnen beschwerdeführenden Erben
vor.
3.3.2. Mit dem Gesuch um Rückgängigmachung der Erwerbsbewilligung des
Beschwerdegegners beabsichtigt der Beschwerdeführer, das Verfügungsgeschäft, d.h.
die Übertragung der Grundstücke Nrn. 000, 001 und 002 gemäss dem öffentlich
beurkundeten Kaufvertrag vom 16. September 2005 zu verhindern, den im Übrigen
auch der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers unterzeichnet hat. Bei Gutheissung
des Begehrens um Rückgängigmachung der Erwerbsbewilligung könnte die
Erbengemeinschaft ihre landwirtschaftlichen Grundstücke nicht dem
Beschwerdegegner übertragen, was ihren Interessen widerspricht, verpflichteten sie
sich doch mit Kaufvertrag vom 16. September 2005 zur Übertragung dieser
Grundstücke. Das Gesuch um Rückgängigmachung der Erwerbsbewilligung für die
landwirtschaftlichen Grundstücke betrifft daher die Verfügung über die
Vermögenswerte der Erbschaft und setzt dementsprechend die Mitwirkung sämtlicher
Mitglieder der Erbengemeinschaft voraus.
Gegen die Erfüllung des Verpflichtungsgeschäfts gemäss dem Kaufvertrag vom
16. September 2005 ist nur der Beschwerdeführer und nicht auch die übrigen
Mitglieder der Erbengemeinschaft, was die vergangenen zahlreichen prozessualen
Verfahren eindeutig belegen. Ein Mittel zur Verhinderung des Vollzugs des Kaufvertrags
ist der nachträgliche Versuch der Rückgängigmachung der Erwerbsbewilligung. Damit
handelt er eindeutig den Interessen der Erbengemeinschaft zuwider, die die drei
landwirtschaftlichen Grundstücke an den Beschwerdegegner veräussern will. Er
beeinträchtigt also die Interessen der übrigen Mitglieder der Erbengemeinschaft.
Deshalb ist er alleine nicht legitimiert, ein Gesuch um Wiederaufnahme des Verfahrens
vor der Vorinstanz zu stellen.
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3.3.3. Hinzu kommt, dass der Erbenvertreter zur Besorgung der laufenden Geschäfte
befugt ist, aber nicht zur Erbteilung. Der Verkauf der drei fraglichen landwirtschaftlichen
Grundstücke in J. wurde gerichtlich rechtskräftig angeordnet, da sich die Erben nicht
über die Teilung des Nachlasses einigen konnten. Da sich der Beschwerdeführer in der
Folge weigerte, die für die Eintragung der Handänderung erforderliche
Grundbuchanmeldung zu unterzeichnen, wurde ein Erbenvertreter eingesetzt, dessen
rechtsgültige Einsetzung das Bundesgericht mit Urteil 5D_133/2010 vom 12. Januar
2011 bestätigte. Die Vorinstanz nahm daher zu Recht an, dass die Erfüllung des von
sämtlichen Erben unterzeichneten und öffentlich beurkundeten Kaufvertrags vom
16. September 2005 einen wesentlichen Schritt zur tatsächlichen Teilung des
Nachlasses darstelle, der in den Auftragsbereich des Erbenvertreters falle. Wie die
Vorinstanz weiter zutreffend ausführt, gehe es vorliegend einzig um die Erfüllung eines
von den Mitgliedern der Erbengemeinschaft unterzeichneten Verpflichtungsgeschäfts.
Mit dem Abschluss des Verpflichtungsgeschäftes vom 16. September 2005 seien die
Erbschaftssachen liquidiert gewesen. In die Zuständigkeit des Erbenvertreters könne
deswegen ausschliesslich noch die Erfüllung des gültig zustande gekommenen
Verpflichtungsgeschäftes fallen. Auch dies belegt, dass der Beschwerdeführer selbst
keine Aktivlegitimation mehr besitzt.
Fehl geht dagegen der Einwand des Beschwerdeführers, dass der Erbenvertreter im
vorinstanzlichen Verfahren keine eigenen Anträge gestellt und sich den Ausführungen
des Beschwerdeführers lediglich angeschlossen habe. Wie der Beschwerdegegner
zutreffend ausführen lässt, schloss sich der Erbenvertreter der Erbengemeinschaft U.
Y. sel. im vorinstanzlichen Verfahren nicht den Ausführungen des Beschwerdeführers
an, sondern denjenigen des Beschwerdegegners (act. 9/35, S. 1). Im vorinstanzlichen
Verfahren führte zudem der Beschwerdeführer selbst aus, dass sich der Erbenvertreter
dem Beschwerdegegner vorbehaltlos angeschlossen habe (act. 9/39, S. 2). Der
Anschluss des Erbenvertreters an die Ausführungen des Beschwerdegegners zeigt
nochmals die diametralen Interessen zwischen dem Beschwerdeführer und den
übrigen Mitgliedern der Erbengemeinschaft auf.
3.3.4. Als unbehelflich gegen die fehlende Aktivlegitimation erweist sich auch der
Einwand des Beschwerdeführers, dass der Kaufvertrag vom 16. September 2005
ausdrücklich die Erteilung einer Erwerbsbewilligung als Voraussetzung vorbehalte.
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Diese Bewilligung wurde dem Beschwerdegegner aber erteilt. Der Vollzug des
Kaufvertrags scheitert nur, weil sich der Beschwerdeführer dagegen wehrt.
3.4. Aufgrund des in Erw. 3.3 Dargelegten fehlt dem Beschwerdeführer neben der
formellen Beschwer auch das eigene materielle Rechtsschutzinteresse. Angesichts
dieses Ergebnisses ist die Beweisofferte zur Erstellung einer Expertise über die
Verkäuflichkeit der Grundstücke der Erbengemeinschaft U. Y. sel. abzulehnen. Hinzu
kommt, dass es zwar sein mag, dass der Beschwerdegegner nicht der einzige
Kaufinteressent war resp. ist. Aber die Erbengemeinschaft hat sich mit Kaufvertrag vom
16. September 2005 zum Verkauf an den Beschwerdegegner entschlossen. Daher
spielt es keine Rolle, wie viele andere Interessenten es noch gibt. Auch nicht
einzutreten ist auf die zahlreichen Beweisofferten des Beschwerdegegners wie Partei-
oder Zeugenbefragungen, zumal die Beschwerde ohnehin abgewiesen wird.
4. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Beschwerde vollumfänglich
abzuweisen und der Nichteintretensentscheid der Vorinstanz zu bestätigen ist.
(...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht