Decision ID: 96ce953a-d46b-57f7-8f7b-2aec163f1956
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Robert Baumann, Waisenhausstrasse 17,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 20. Januar 2003 zum Bezug von IV-Rentenleistungen an
(act. G 4.1). Der behandelnde Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin
FMH, diagnostizierte im Bericht vom 4. März 2003 mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit ein generalisiertes rechts betontes Schmerzsyndrom mit chronischem
Panvertebralsyndrom und therapierefraktären lumbospondylogenen Schmerzen rechts
betont bei Wirbelsäulenfehlform und muskulärer Dysbalance, einen hochgradigen
Verdacht auf Chronifizierung mit Tendenz zur somatoformen
Schmerzverarbeitungsstörung. Seit dem 18. November 2002 bestehe bis auf Weiteres
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit als Maschinenarbeiterin
(act. G 4.13-5 ff.; zur Berufstätigkeit vgl. act. G 4.15). Die behandelnde Dr. med. C._,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, berichtete am 28. April 2003, dass
die Versicherte u.a. an einer somatoformen Schmerzstörung und einer depressiven
Anpassungsstörung durch kulturelle Entwurzelung leide (act. G 4.16). Vom 2. bis
21. Februar 2004 befand sich die Versicherte in der Klinik Gais. Die dort behandelnden
Ärzte bescheinigten ihr ab 23. Februar 2004 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für eine
leichte Tätigkeit (Bericht vom 4. März 2004, act. G 4.35-4 f.).
A.b In den Verfügungen vom 11. und 28. Juni 2004 sprach die IV-Stelle der
Versicherten ab 1. November 2003 eine halbe Rente zu (act. G 4.46 f.). Die dagegen
erhobene Einsprache vom 7. Juli 2004 (act. G 4.48) wies die IV-Stelle mit
Einspracheentscheid vom 12. August 2004 ab (act. G 4.56). Das Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen hiess die dagegen gerichtete Beschwerde vom 8. September
2004 (act. G 4.57-2) teilweise gut und wies die Sache zur weiteren medizinischen
Abklärung an die IV-Stelle zurück (Urteil vom 9. März 2005, IV 2004/85, act. G 4.61).
A.c Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am 15. und 16. Dezember 2005 im
AEH Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG, rheumatologisch
begutachtet. Die Expertin bescheinigte der Versicherten im somatischen Teilgutachten
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vom 14. Februar 2006 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
(act. G 4.76). Am 14. November 2006 fand in der Klinik Gais eine psychiatrische
Begutachtung durch deren Chefarzt Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, statt. Im psychiatrischen Teilgutachten vom 30. Januar 2007
diagnostizierte dieser mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) und eine rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig leichte Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10: F33.01).
Die Beurteilung der Klinik Gais im Bericht vom 4. März 2004, wonach die Versicherte
über eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für eine leichte Tätigkeit verfüge, halte er für korrekt
(act. G 4.83). Aus interdisziplinärer Sicht hielten die Gutachterpersonen die Versicherte
bezogen auf leidensangepasste Tätigkeiten für 50% arbeitsfähig (Schreiben vom
12. März 2007, act. G 4.85). Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) Ostschweiz, gelangte
in der Stellungnahme vom 8. März 2007 zur Auffassung, dass eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit um 50% nicht nachvollziehbar sei. Vielmehr sei davon auszugehen,
dass für eine leichte Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe. Der Beginn dieser
Arbeitsfähigkeit sei mit dem Zeitpunkt der psychiatrischen Begutachtung anzusetzen,
da eine differenzierte psychiatrische Stellungnahme zuvor nicht aufliege (act. G 4.86).
A.d Mit Vorbescheid vom 16. März 2007 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, dass bei einem Invaliditätsgrad von 21% die laufende Rente eingestellt werde
(act. G 4.91). Dagegen erhob die Versicherte am 30. April 2007 Einwand (act. G 4.98;
vgl. auch die ergänzende Eingabe vom 5. Juni 2007, act. G 4.102). Am 9. Juli 2007
verfügte die IV-Stelle die Renteneinstellung (act. G 4.104). Gegen diese erhob die Ver
sicherte am 27. August 2007 Beschwerde (act. G 4.115-2 ff.; vgl. auch
Beschwerdeergänzung vom 18. Oktober 2007, act. G 4.114). Das Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen hob die angefochtene Verfügung vom 9. Juli 2007 auf und wies
die Sache zur Behandlung des ursprünglichen Rentengesuchs an die IV-Stelle zurück.
Zur Begründung führte es aus, dass eine Revisionsverfügung eine formell
rechtskräftige Verfügung voraussetze, mit der eine Dauerleistung zugesprochen
worden sei und die nun einer nachträglichen Veränderung des leistungsrelevanten
Sachverhalts angepasst, d.h. korrigiert werden solle. Da es vorliegend an einer zu
korrigierenden Rentenzusprache fehle, erweise sich die angefochtene Verfügung als
rechtswidrig (Urteil vom 20. März 2008, IV 2007/311, act. G 4.126).
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A.e Die seit 1. Juni 2007 behandelnde Dr. med. G._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, diagnostizierte im Bericht vom 9. Juni 2008 eine mittelgradige
depressive Episode mit somatischem Syndrom, eine somatoforme Schmerzstörung,
eine Adipositas sowie eine Leicht- und REM-Schlaf-assoziierte schlaffragmentierende
obstruktive Schlafapnoe mittelschweren Grades. Die Versicherte sei zu höchstens 50%
arbeitsfähig (act. G 4.130; vgl. auch den Bericht vom 22. Juni 2009, act. G 4.137-2 ff.).
Der behandelnde Dr. B._ führte am 18. März 2009 aus, dass der Gesundheitszustand
der Versicherten stationär geblieben sei. Er denke, dass der Versicherten eine
leidensangepasste Tätigkeit während 2 bis 3 Stunden pro Tag zumutbar sei (act.
G 4.134).
A.f Am 15. und 16. Juli 2009 wurde die Versicherte vom RAD interdisziplinär
(psychiatrisch-internistisch) untersucht. Gesamthaft schätzten die RAD-Ärzte die
verbliebene Leistungsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten ab dem Zeitpunkt der
konsensuellen Stellungnahme der Gutachter vom 12. März 2007 auf 70% ein (act.
G 4.148-13). Sie diagnostizierten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
rezidivierende depressive Störung, derzeit leichte Episode (ICD-10: F32.0); eine
Erstdiagnose im Jahr 2007 eines obstruktiven Schlafapnoesyndroms (ICD-10: G47.3);
eine Periarthropathia humeroscapularis links, Impingement-Syndrom (ICD-10: M75.0)
sowie degenerative HWS- und LWS-Veränderungen (ICD-10: M47.9). Im Vordergrund
stehe eine leistungsbeeinträchtigende depressive Störung, die sich unter laufender
Behandlung zwar gebessert, aber noch nicht völlig zurückgebildet habe (RAD-Bericht
vom 28. September 2009, act. G 4.148).
A.g Mit Vorbescheid vom 8. Juni 2010 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, für die Dauer vom 1. November 2003 befristet bis zum 30. Juni 2007 eine
halbe Rente zuzusprechen (act. G 4.162). Dagegen erhob die Versicherte am 12. Juli
2010 Einwand (act. G 4.164). In der ergänzenden Eingabe vom 10. August 2010
beantragte sie "allerspätestens" ab 1. November 2003 die Ausrichtung einer ganzen
Rente. Eventualiter seien weitere Abklärungen vorzunehmen. Den RAD-Bericht vom
28. September 2009 hielt sie für nicht beweiskräftig. Ferner wandte sie sich gegen die
von der IV-Stelle vorgenommene Bestimmung der Vergleichseinkommen (act. G 4.166).
Nach einer Rückfrage beim RAD (vgl. RAD-Stellungnahme vom 16. August 2010, act.
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G 4.168) verfügte die IV-Stelle am 4. November 2010 im Sinn des Vorbescheids (act.
G 4.173 f.).
B.
B.a Gegen die Verfügungen vom 4. November 2010 richtet sich die Beschwerde vom
30. November 2010. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen deren vollumfängliche Aufhebung, soweit sie weitergehende
Leistungen verneinen. Es sei ihr "allerspätestens" ab 1. November 2003 bis auf
weiteres eine ganze Rente zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zur Vornahme
ergänzender Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Subeventualiter seien der Beschwerdeführerin Eingliederungsmassnahmen zu
gewähren. Zur Begründung stellt sie sich auf den Standpunkt, dass die im RAD-Bericht
vom 28. September 2009 enthaltene Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht zutreffend
sei. In Bezug auf die psychischen Beschwerden sei gestützt auf die behandelnden
psychiatrischen Fachpersonen sowie die gutachterliche Einschätzung von Dr. D._
vom 30. Januar 2007 von einer Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50% auszugehen.
Eine Willensanstrengung zur Überwindung der medizinisch bescheinigten
Arbeitsunfähigkeit könne ihr nicht zugemutet werden. Der RAD-Untersuchung fehle es
ferner an einer fachrheumatologischen und -orthopädischen Beurteilung. Unter
Berücksichtigung des gesamten Beschwerdebilds resultiere eine Arbeitsunfähigkeit
von mindestens "ca. 65% bis 70%". Bei der Bemessung des Invalideneinkommens sei
ferner ein Tabellenlohnabzug von 25% gerechtfertigt. Selbst wenn von einer lediglich
30%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen würde, so bestünde zumindest ein Anspruch
auf Eingliederungsmassnahmen (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 24. Januar
2011 die Abweisung der Beschwerde. Sie macht im Wesentlichen geltend, die
Einschätzungen der RAD-Experten seien schlüssig. Im Übrigen liege keine von
depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im
Sinn eines verselbstständigten Gesundheitsschadens vor (act. G 4).
B.c In der Replik vom 14. Februar 2011 hält die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen
unverändert fest (act. G 7).
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B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine begründete Duplik (act. G 9).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien umstritten und zu prüfen ist zunächst der Anspruch der
Beschwerdeführerin auf Rentenleistungen.
1.1 Am 1. Januar 2004 sind die neuen Normen der 4. IV-Revision und am 1. Januar
2008 sind die im Zug der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiell-rechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass
der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtenen Verfügungen sind am
4. November 2010 ergangen (act. G 4.173 f.), wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist,
der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 4. und 5. IV-Revision
begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung
betrifft, über die noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den
allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2003 bzw.
bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab 1. Januar
2008 auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE
130 V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Nachfolgend
werden die seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG
wiedergegeben, soweit nicht ausdrücklich auf die altrechtlichen Bestimmungen
verwiesen wird.
1.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
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ist der durch die Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, sind die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der
Arztpersonen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu
nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person
arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der
versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit
Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen).
1.4 Gemäss aArt. 28 Abs. 1 IVG (in der bis 31. Dezember 2003 gültigen Fassung)
besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu zwei Dritteln, derjenige auf eine halbe Rente, wenn sie wenigstens zur
Hälfte invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 40% vor, so besteht ein
Anspruch auf eine Viertelsrente. Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG (in der seit 1. Januar 2004
bis 31. Dezember 2007 gültigen Fassung) und Art. 28 Abs. 2 IVG (in der seit 1. Januar
2008 gültigen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
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ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Eine anspruchsbeeinflussende Änderung - zum
Beispiel eine massgebliche Verbesserung oder Verschlimmerung des
Gesundheitszustandes - ist zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche
Unterbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a IVV).
1.5 Im Fall einer rückwirkenden Rentenfestsetzung ist es unter Umständen
erforderlich, den Invaliditätsgrad für verschiedene zurückliegende Zeitabschnitte nach
Massgabe der jeweiligen Erwerbsunfähigkeit unterschiedlich hoch zu bemessen (vgl.
BGE 106 V 16 und 109 V 125).
2.
Angesichts dessen, dass für die Rentenfrage ein mehrere Jahre zurückliegender
Zeitraum zu beurteilen ist, die behandelnden psychiatrischen Fachpersonen der
Beschwerdeführerin für leidensangepasste Tätigkeiten echtzeitlich eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit bescheinigten (Bericht von Dr. C._ vom 28. April 2003, act. G 4.16;
Bericht der Klinik Gais vom 4. März 2004, act. G 4.35-4 f.), die der psychiatrische RAD-
Arzt Dr. F._ im Ergebnis bestätigte, und dieser eine erhöhte Restarbeitsfähigkeit von
70% ab dem Zeitpunkt der konsensuellen gutachterlichen Einschätzung vom 12. März
2007 auf eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustands zurückführte (act.
G 4.148-1 ff.), rechtfertigt es sich, den Sachverhalt in zwei Zeitabschnitte zu unterteilen.
Einerseits ist der Zeitraum ab dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit vom 18. November
2002 (vgl. Bericht Dr. B._ vom 4. März 2003, act. G 4.13-5) bis zur konsensuellen
Beurteilung vom 12. März 2007 zu untersuchen, andererseits derjenige ab diesem
Zeitpunkt bis zu den angefochtenen Rentenverfügungen vom 4. November 2010.
3.
Vorweg sind die Verhältnisse im ersten Zeitraum (18. November 2002 bis zum 12. März
2007) zu prüfen.
3.1 Sowohl die behandelnden Arztpersonen der Klinik Gais (vgl. Bericht vom 4. März
2004, act. G 4.35-4 f.) als auch im Ergebnis die RAD-Experten (act. G 4.148-13) gingen
in diesem Zeitraum davon aus, dass eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Es ist
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daher davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in der Zeit vom 18. November
2002 bis zum 12. März 2007 über eine 50%ige Restarbeitsfähigkeit verfügte. Daran
ändert die abweichende Einschätzung von Dr. B._ nichts, der eine leidensangepasste
Tätigkeit bei einem halbtägigen Pensum mit 30 bis 40%iger Einschränkung für
zumutbar hielt (act. G 4.13-5 ff.). Er verfügt als Allgemeinmediziner nicht über eine dem
im Vordergrund stehenden Beschwerdebild entsprechende Facharztausbildung. Ins
Gewicht fällt aber, dass sich aus dessen Beurteilung keine Gesichtspunkte ergeben,
welche die Einschätzungen der anderen genannten Arztpersonen in Zweifel zu ziehen
vermöchten. Dass die früher behandelnde Psychiaterin Dr. C._ im Verlaufsbericht
vom 22. Januar 2004 - nachdem sie zuvor im Bericht vom 28. April 2003 ebenfalls noch
von einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit ausging (act. G 4.16) - die Beschwerdeführerin
aufgrund einer Verschlechterung für nicht mehr arbeitsfähig hielt (act. G 4.31), spricht
nicht gegen die Beurteilung der Experten des RAD und der Klinik Gais. Denn zum einen
wurde diese Einschätzung von den genannten Experten mit einbezogen. Zum anderen
gab Dr. C._ an, dass die Beschwerdeführerin bei ihr grundsätzlich nicht in
Behandlung sei und sie diese "nur ein Mal zum Ausfüllen des Verlaufsberichts
gesehen" habe, was die Aussagekraft des knapp begründeten Verlaufsberichts
zusätzlich schmälert (Telefonnotiz vom 25. Februar 2004, act. G 4.33). Zwar bestätigte
Dr. C._ im Bericht vom 23. April 2005 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Sie stützte
diese Beurteilung indessen im Wesentlichen auf die Schmerzangaben der
Beschwerdeführerin. Was die psychischen Leiden anbelangt, hielt sie fest, dass der
emotionale und affektive Kontakt gut sei und eine depressive Grundstimmung bestehe.
Die Beschwerdeführerin sei enttäuscht von ihrem Schicksal und resigniert. Sonst sei
sie unauffällig (act. G 4.63-2). Angesichts dieser wenig ausgeprägten Befunde ist nicht
nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdeführerin für jegliche Tätigkeiten über keine
Restleistungsfähigkeit mehr verfügen soll. Ergänzend ist gegen die Einschätzung von
Dr. C._ darauf hinzuweisen, dass die seit 1. Juni 2007 behandelnde Psychiaterin
Dr. med. G._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, davon ausging,
dass die Beschwerdeführerin "seit Jahren" höchstens zu 50% arbeitsfähig sei
(Stellungnahme vom 9. Juni 2008, act. G 4.130).
3.2 Aus somatischer Sicht haben sowohl Dr. H._ im Bericht vom 29. September
2003 (act. G 4.65-27 ff.) als auch die AEH-Experten im Gutachten vom 14. Februar
2006 (act. G 4.76) schlüssig dargelegt, dass die Beschwerdeführerin für
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leidensadaptierte Tätigkeiten über eine 100%ige Arbeitsfähigkeit verfügt. Es ergeben
sich aus den Akten keine Gesichtspunkte, welche diese Sichtweise in Frage stellen.
3.3 Nach dem Gesagten ist für die Dauer vom 18. November 2002 bis zum 12. März
2007 von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
auszugehen.
4.
In einem zweiten Schritt ist zu beurteilen, ob und in welchem Umfang die
Beschwerdeführerin für eine leidensangepasste Tätigkeit ab dem 13. März 2007 bis
zum Verfügungserlass vom 4. November 2010 arbeitsunfähig war.
4.1 Zunächst erscheint die vom psychiatrischen RAD-Experten dargestellte
Verbesserung des psychischen Gesundheitszustands per 12. März 2007 plausibel (act.
G 4.148-13), da sie schlüssig begründet wurde und mit den medizinischen Vorakten
vereinbar ist.
4.1.1 Die behandelnden Arztpersonen der Klinik Gais diagnostizierten eine
mittelgradige depressive Episode, beschrieben einen "deutlich herabgestimmten"
Affekt und einen verlangsamten Antrieb. Sie bescheinigten eine 50%
Restarbeitsfähigkeit (Bericht vom 4. März 2004, act. G 4.35-4 f.). Demgegenüber
diagnostizierte Dr. D._ noch eine gegenwärtig leichte Episode, sprach lediglich von
einem "leicht bedrückten" Affekt und einem "leicht verminderten" Antrieb (Gutachten
vom 30. Januar 2007, act. G 4.83-4), womit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine
Verbesserung des psychischen Leidensbildes bejaht werden kann. Vor diesem
Hintergrund erscheint die Bestätigung der im Bericht der Klinik Gais vom 4. März 2004
geschätzten 50%igen Arbeitsunfähigkeit durch Dr. D._ - wie der RAD ausführt (act.
G 4.148-13) - in der Tat nicht nachvollziehbar. Ergänzend kann auf die weiteren
schlüssigen Ausführungen des RAD zur Beurteilung von Dr. D._ verwiesen werden
(RAD-Bericht vom 28. September 2009, act. G 4.148-11).
4.1.2 Im Übrigen erscheint es nicht unproblematisch, dass Dr. D._ mit der
Durchführung der psychiatrischen Begutachtung betreut wurde. Denn als damaliger
Chefarzt Psychosomatik der Klinik Gais, mithin derjenigen Klinik, in der die
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Beschwerdeführerin während knapp drei Wochen behandelt wurde (vgl. Bericht vom
4. März 2004, act. G 4.35-4 f.), bestehen Zweifel an seiner Objektivität und Neutralität,
auch wenn er in die Beurteilung vom 4. März 2004 selbst nicht involviert gewesen war
(vgl. zum Erfordernis, dass ein psychiatrischer Gutachter unvoreingenommen und
zwischen versicherter Person und Versicherung neutral sein muss: Leitlinien der
Schweizerischen Gesellschaft für Versicherungspsychiatrie für die Begutachtung
psychischer Störungen, Schweizerische Ärztezeitung, 2004;85: Nr 20; S. 1048). Diese
Zweifel werden vorliegend durch den Umstand verstärkt, als sich Dr. D._ in seinem
knapp begründeten Gutachten vom 30. Januar 2007 im Wesentlichen darauf
beschränkt, - trotz verbesserter Befunde (vgl. vorstehende E. 4.1.1) - die
Arbeitsfähigkeitsschätzung der Klinik Gais vom 4. März 2004 zu bestätigen ("[...] ich
halte die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der Klinik Gais (50% für leichte Tätigkeit) als
korrekt"), anstatt gestützt auf die selbst gewonnenen Eindrücke zu einer
eigenständigen Beurteilung zu gelangen.
4.2 Zu prüfen bleibt damit der Umfang der seit März 2007 bestehenden
Arbeitsfähigkeit.
4.2.1 Aus somatischer Sicht ist gestützt auf die nachvollziehbaren
Einschätzungen der Experten und mangels ausgewiesener Verschlechterung von einer
nach wie vor bestehenden 100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten auszugehen (RAD-Bericht vom 28. September 2009, act. G 4.148-15 ff.;
Bericht Dr. med. H._, Facharzt für Rheumatologie FMH, vom 3. März 2009, worin das
Auftreten von Veränderungen seit 2003 aus rheumatologischer Sicht verneint wurde,
act. G 4.134-20; AEH-Gutachten vom 14. Februar 2006, act. G 4.76-8).
4.2.2 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (act. G 1, S. 13) fällt das
Fehlen einer fachärztlichen rheumatologischen und orthopädischen RAD-Beurteilung
vorliegend nicht ins Gewicht. Denn die RAD-Ärzte durften sich diesbezüglich auf eine
Würdigung der schlüssigen fachärztlichen Einschätzung von Dr. H._ verlassen, der
im Bericht vom 3. März 2009 Veränderungen ausschloss und von einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten ausging (act. G 4.134-17 ff.). Weiter
rügt die Beschwerdeführerin, dass die RAD-Experten die Wechselwirkung von
psychischen und somatischen Beschwerden bei der Bemessung der Arbeitsfähigkeit
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nicht berücksichtigt hätten (act. G 1, S. 14). Sie legt aber nicht dar, worin diese
zusätzlichen quantitativen Einschränkungen konkret bestehen. Solche ergeben sich
auch nicht aus den Akten. Vielmehr wurde selbst bei der gutachterlichen
Konsensbeurteilung vom 12. März 2007 keine Wechselwirkung bei der Festlegung der
Restarbeitsfähigkeit berücksichtigt (act. G 4.85), weshalb auch in diesem Punkt die
interdisziplinäre RAD-Beurteilung vom 28. September 2009 nicht zu beanstanden ist.
4.2.3 Gegen die RAD-Beurteilung führt die Beschwerdeführerin die davon
abweichenden Beurteilungen der behandelnden Arztpersonen ins Feld (1, S. 6 f.).
Dr. B._ erachtete eine leidensangepasste Tätigkeit täglich für zwei bis drei Stunden
zumutbar. Er beschrieb den Gesundheitszustand als stationär. Bei seiner Beurteilung
stützte er sich ausdrücklich auf die subjektiven Schmerzangaben der
Beschwerdeführerin (Verlaufsbericht vom 18. März 2009, act. G 4.134), was aber nicht
geeignet ist, die RAD-Beurteilung in Frage zu stellen. Dr. G._ hielt den Umfang der
Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten im Bericht vom 22. Juni 2009 für
"unklar" (act. G 4.137), nachdem sie zuvor von einer höchstens 50%igen
Arbeitsfähigkeit ausging (Stellungnahme vom 9. Juni 2008, act. G 4.130). Diese nicht
aussagekräftige Einschätzung vermag die RAD-Beurteilung nicht in Frage zu stellen,
zumal sich der psychiatrische RAD-Experte eingehend damit sowie mit der gesamten
relevanten medizinischen Voraktenlage auseinandergesetzt und seine eigene
Auffassung nachvollziehbar begründet hat (act. G 4.148-12 f.)
4.2.4 Letztlich rügt die Beschwerdeführerin, dass sich die RAD-Experten lediglich
auf eine einmalige Untersuchung stützen könnten (act. G 1, S. 7) und zudem nicht über
die erforderliche Objektivität bzw. Unabhängigkeit verfügen würden (act. G 1, S. 8).
Zwar stützt sich die RAD-Beurteilung lediglich auf eine einmalige Untersuchung der
Beschwerdeführerin. Indessen erfolgte sie in Kenntnis sowie in Würdigung der
umfassenden Voraktenlage und die RAD-Experten berücksichtigten die vollständige
Leidensgeschichte der Beschwerdeführerin. Auch der Vorwurf mangelnder Objektivität
bzw. Unabhängigkeit erscheint nicht stichhaltig. Denn es ergeben sich aus dem RAD-
Bericht vom 28. September 2009 keine konkreten Anhaltspunkte für eine sachfremde
Beurteilung. Damit geht einher, dass auch die Beschwerdeführerin nichts Derartiges
substanziiert benennt. Nach der Rechtsprechung ist es dem
Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die
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(versicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu entscheiden. In solchen Fällen sind an
die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinn zu stellen, dass bei
auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen
Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 135 V 465).
Vorliegend bestehen indessen keine Zweifel an der Beweiskraft des RAD-Berichts.
Dabei ist von Bedeutung, dass der RAD-Bericht auf umfassender Aktenkenntnis sowie
interdisziplinären eigenen Untersuchungen beruht, in überzeugender
Auseinandersetzung mit den - teilweise - abweichenden medizinischen Einschätzungen
erfolgte, das gesamte Leidensbild der Beschwerdeführerin berücksichtigt und die auf
dieser Grundlage gezogenen Schlüsse nachvollziehbar sind.
5.
Ausgehend von einer 50%igen bzw. 70%igen Restarbeitsfähigkeit bleiben die
erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitsschadens zu ermitteln. Dabei ist darauf
hinzuweisen, dass auch nach der gesundheitlichen Verbesserung keine Veranlassung
besteht, die invalidisierende Wirkung der depressiven Störung zu verneinen. Die erst im
Beschwerdeverfahren geänderte, anderslautende Ansicht der Beschwerdegegnerin
vermag nicht zu überzeugen (act. G 4, Rz 8 f.). Vorab ist sie nicht mit der Einschätzung
des psychiatrischen RAD-Experten vereinbar, der diesbezüglich einleuchtend zum
Schluss gelangte, dass bei einer rezidivierenden depressiven Störung zwischen
leichten und allenfalls mittelschweren Episoden die Annahme "einer invalidisierenden"
Arbeitsunfähigkeit von 30% vertretbar sei (act. G 4.148-13). Weder aus dem RAD-
Bericht vom 28. September 2009 noch aus den übrigen medizinischen Akten ergibt
sich, dass die festgestellte psychische Krankheit ihre hinreichende Erklärung in
psychosozialen und soziokulturellen Umständen finden und gleichsam in ihnen
aufgehen würde. Vor diesem Hintergrund besteht keine Veranlassung von der RAD-
ärztlichen Einschätzung abzuweichen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 30. März
2011, 9C_1041/2010, E. 5.2, wo eine leichte bis mittelgradige depressive Episode zu
beurteilen war, sowie vom 20. Juni 2011, 9C_980/2010, E. 5.3).
5.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird gemäss Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
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Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalideneinkommen) in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (sogenanntes Valideneinkommen).
5.2 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens stellte die Beschwerdegegnerin auf
den zuletzt vor dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit erzielten Lohn des Jahres 2001 (vgl.
zum individuellen Konto act. G 4.19) ab und passte diesen an die bis 2008 eingetretene
Nominallohnentwicklung an (act. G 4.21 und G 4.159-2 f.). Daraus resultierte ein
Valideneinkommen von Fr. 55'578.--. Die Beschwerdeführerin erhebt dagegen keine
Einwände (vgl. act. G 1, S. 15). Aus den Akten ergibt sich des Weiteren keine
Veranlassung für eine richterliche Korrektur, weshalb auf den von der
Beschwerdegegnerin ermittelten Betrag abzustellen ist.
5.3 Bezüglich der Festsetzung des Invalideneinkommens ist mangels tatsächlich
noch erzielten Einkommens auf die LSE-Tabellenlöhne abzustellen, wobei mit der
Beschwerdegegnerin der Wert des Jahres 2008 herangezogen werden kann. Dies gilt
insbesondere auch ab dem Zeitpunkt der gesundheitlichen Verbesserung (12. März
2007). Daran ändert nichts, dass die Beschwerdegegnerin - ohne sich hierfür auf die
medizinischen Akten stützen zu können - die angestammte Tätigkeit einer
leidensangepassten gleichstellte (die RAD-Experten bescheinigten die 70%ige
Restarbeitsfähigkeit interdisziplinär bloss für leidensangepasste Tätigkeiten, act.
G 4.148-30), da die Beschwerdeführerin seither keine neue Erwerbstätigkeit
aufgenommen hat. Ausgehend von einem der durchschnittlichen wöchentlichen
Arbeitszeit von 41,6 Stunden angepassten Monatslohn von Fr. 4'281.-- betrug für
Frauen der durchschnittliche Jahreslohn im Anforderungsniveau 4 Fr. 51'368.-- (vgl.
Anhang 2 der von der Informationsstelle AHV/IV herausgegebenen Broschüre IV,
Ausgabe 2012). Zu prüfen bleibt noch die Höhe des Tabellenlohnabzugs.
5.3.1 Nach der Rechtsprechung hängen die Fragen, ob und in welchem Ausmass
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen
Umständen - entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin (act. G 4.173-11)
insbesondere auch von "invaliditätsfremden" Faktoren - des konkreten Einzelfalls ab
(etwa leidensbedingte Einschränkung, Alter und Beschäftigungsgrad), die nach
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pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige
Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des Tabellenlohnabzugs
ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b und 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
5.3.2 Die Beschwerdegegnerin verneinte die Zulässigkeit eines
Tabellenlohnabzugs (act. G 4.173). Demgegenüber vertritt die Beschwerdeführerin den
Standpunkt, dass sich vorliegend der Höchstabzug von 25% rechtfertige (act. G 1).
5.3.3 Der Beschwerdeführerin ist lediglich noch ein eingeschränktes Spektrum
an Tätigkeitsmöglichkeiten mit Anforderungsniveau 4 (leicht bis mittelschwer,
Wechselhaltung mit überwiegendem Sitzen, keine Tätigkeiten mit Zwangshaltungen der
Wirbelsäule, mit Überkopfarbeiten oder mit häufigen repetitiven Bewegungen der linken
oberen Extremität sowie mit hohen Anforderungen an Daueraufmerksamkeit und
Vigilanz; ferner keine Notwendigkeit, Lasten über 10 kg Gewicht regelmässig zu heben
oder zu tragen, act. G 4.148-29) zumutbar. Des Weiteren war die 1956 geborene
Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Verfügungserlasses vom 4. November 2010
54 Jahre alt. Mit Blick auf die immerhin noch verbleibende rund 10-jährige Aktivzeit
rechtfertigt sich lediglich ein geringfügiger altersbedingter Abzug (zur Benachteiligung
von Personen ab 50 Jahren vgl. auch Bundesamt für Statistik, Erwerbstätigkeit der
Personen ab 50 Jahren, 2008, S. 12; zur Berücksichtigung des Faktors Alter vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 22. April 2010, 9C_17/10, E. 3.3.3). Ferner ist zu
berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin nur ein verlangsamtes Arbeitstempo zu
erbringen vermag, bedarf sie doch einer Vollschicht um die 70%ige
Restleistungsfähigkeit verwerten zu können (act. G 4.148-29), was aus Sicht eines
ökonomisch denkenden Arbeitgebers selbst bei 70%iger Leistungsfähigkeit zumindest
einen geringfügigen lohnwirksamen Nachteil darstellt. Die mehrjährige
Arbeitsabwesenheit dürfte sich im Zusammenhang mit Tätigkeiten im
Anforderungsniveau 4 eher geringfügig auswirken. Kein Lohnnachteil ist bezüglich der
Nationalität bzw. der Aufenthaltskategorie zu erwarten, verfügt die Beschwerdeführerin
doch über eine Niederlassungsbewilligung (act. G 4.7). Insgesamt erscheint ein
Tabellenlohnabzug von 10% den Umständen angemessen, woraus ein den konkreten
Umständen angepasster Tabellenlohn von Fr. 46'231.-- resultiert. Unter
Berücksichtigung einer 50%igen bzw. 70%igen Restleistungsfähigkeit ergibt sich ein
Invalideneinkommen von Fr. 23'115.-- bzw. Fr. 32'362.--.
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5.4 Für den Zeitraum vom 18. November 2002 bis zum 12. März 2007 ergibt sich
somit eine Erwerbseinbusse von Fr. 32'463.-- (Fr. 55'578.-- - Fr. 23'115.--) bzw. ein
Invaliditätsgrad von abgerundet 58% ([Fr. 32'463.-- / Fr. 55'578] x 100) und damit ein
Anspruch auf eine halbe Rente. Diesbezüglich hat die Beschwerdegegnerin am 4.
November 2010 mit der Zusprache der halben Rente ab 1. November 2003 korrekt
entschieden und es ergeben sich keine Beanstandungen. Für die Zeit nach dem 12.
März 2007 resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 23'216.-- (Fr. 55'578.-- -
Fr. 32'362.--) bzw. ein Invaliditätsgrad von aufgerundet 42%
([Fr. 23'213.-- / Fr. 55'578.--] x 100) und ein Anspruch auf eine Viertelsrente. In
Nachachtung von Art. 88a IVV ist die halbe Rente ab 1. Juli 2007 auf eine Viertelsrente
herabzusetzen.
6.
Da die Beschwerdeführerin lediglich für den Fall einer Renteneinstellung
subeventualiter Eingliederungsmassnahmen beantragt, erübrigen sich Weiterungen
hierzu.
7.
7.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde werden die angefochtenen
Verfügungen vom 4. November 2010 insoweit aufgehoben, als der Beschwerdeführerin
mit Wirkung ab 1. Juli 2007 eine Viertelsrente zuzusprechen ist. Die Sache ist zur
Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Hiervon hat die Beschwerdeführerin, die mit ihrem
Leistungsbegehren lediglich für die Zeit ab Juli 2007 teilweise durchgedrungen ist, die
Hälfte, d.h. Fr. 300.--, zu tragen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der
Beschwerdeführerin im Umfang von Fr. 300.-- daran anzurechnen und im Umfang von
bis
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Fr. 300.-- zurückzuerstatten. Den Restbetrag von Fr. 300.-- hat die
Beschwerdegegnerin zu bezahlen.
7.3 Da die Beschwerdeführerin teilweise obsiegt, hat sie einen reduzierten Anspruch
auf eine Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen,
wobei insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu
tragen ist. Bei vollständigem Obsiegen wäre eine Parteientschädigung von pauschal
Fr. 3'500.-angemessen. Entsprechend dem hälftigen Obsiegen erscheint eine
Parteientschädigung von Fr. 1'750.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
gerechtfertigt. Die Beschwerdegegnerin hat die Rechtsvertretung des
Beschwerdeführers somit mit Fr. 1'750.-- zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP