Decision ID: 3eaf0ca3-046b-4655-b4d5-55a8e73dece2
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1957, verfügt über keine Berufsausbildung und war zuletzt zwischen dem 1. April 1998 und dem 31. Dezember 2009 als Mitarbeiter Lager/Spedition bei der
Y._
angestellt, wobei der letzte effek
tive Arbeitstag am 2. März 2009 war (Urk.
6/3/5,
Urk.
6/15/2). Am 28. Sep
-
t
ember
2009 (Urk. 6/3) meldete er sich wegen Schizophrenie bei der Eid
genössischen Invalidenversicherung an.
Mit Verfügung
en
vom
28
. März
und
7. April
2011 (Urk. 6/3
9-41
)
sprach die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, dem Versicherten eine befristete ganze Invalidenrente zwischen März und Juli 2010 bei einem Invaliditätsgrad von 100 % sowie eine unbefristete
Dreiviertelsrente
aufgrund eines Invaliditätsgrads von 68 % ab August 2010 zu.
2.
Mit Schreiben vom 22. Januar 2012 (Urk. 6/42) ersuchte der Versicherte um Erhöhung der bisherigen Rente auf eine ganze Rente. Mit Verfügung vom 27. März 2012 (Urk. 6/47) wies die IV-Stelle das Erhöhungsgesuch ab.
3.
Am 13.
/17. September 2012 (Urk. 6/48) stellte der Versicherte ein neuerliches Rentenerhöhungsgesuch, welches mit Verfügung vom 15. April 2013 (Urk. 6/52) wiederum abgewiesen wurde.
4.
Mit Gesuch vom 11./26. Juni 2014 ersuchte der Versicherte unter Beilage ärzt
licher Berichte (Urk. 6/55) wiederum um Erhöhung der bisherigen Rente. Mit Vorbescheid vom 14. August 2014 (Urk. 6/56) wurde dem Versicherten ein Nichteintreten auf sein Leistungsbegehren in Aussicht gestellt. Nach Einrei
chung eines weiteren ärztlichen Berichts (Urk. 6/65) entschied die IV-Stelle mit Verfügung vom 26. November 2014
(Urk. 6/69
=Urk. 2)
wie angekündigt.
5.
Mit Beschwerde vom
9. Januar 2015 (Urk. 1) beantragt der Beschwerdeführer sinngemäss die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin, damit diese materiell über das Erhöhungsgesuch befinde. Mit Beschwerdeantwort vom 2. Februar 2015 (Urk. 5) beantragt die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 4. Februar 2015 (Urk. 7) zur Kennt
nis gebracht wurde.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die
letzte rechtskräftige Verfügung
,
welche
auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswür
digung
und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit H
inweisen).
Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 87
Abs.
2 der Verordnung über die Invalidenversicherung; IVV).
1.2
N
ach Art. 87
Abs.
3 IVV
wird
eine neue Anmeldung
nach Verweigerung einer Invalidenrente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind.
Die Ver
waltung ist n
ach Eingang einer Neuanmeldung
somit
zunächst zur Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und
dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anfor
derungen stellen (ZAK 1966 S. 279, vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen). Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat.
Diese Rechtsprechung ist in analoger Weise auf Revisionsgesuche anwendbar (BGE 109 V 262 E. 3).
1.3
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung
beziehungswiese auf das
Revisions
gesuch
ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des
Invali
ditätsgrades
auch tatsächlich eingetreten ist
(BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität
beziehungsweise einen höheren Invaliditätsgrad
zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle
Prü
fungspflicht
auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des
Art. 87
Abs.
2 und 3 IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die
Tat
sachenänderung
muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353
E. 5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen (BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2 mit Hinweisen). Erheblich ist eine
Sachverhalts
änderung
, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Invalidenrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom 5. Juni 2013 E. 2.3 mit Hinweisen auf 8C_1009/2010 vom 7. April 2011 E. 2.2 und 9C_838/2011 vom 28. Februar 2012 E. 3.3.2).
1.5
Jede psychogene Störung, ob einfache oder neurotische Form, kann im Einzel
fall Krankheitswert haben, weshalb jeder Einzelfall sorgfältig geprüft werden muss. Notwendig sind in jedem Fall ein ausführlicher ärztlicher Bericht oder ein entsprechendes fachärztliches Gutachten sowie die Abklärung der erwerblichen Umstände (AHI 1997 S. 43 E. 5c). Dabei müssen psychiatrische Berichte in der Regel auf einer persönlichen Untersuchung beruhen (RKUV 2001 Nr. U 438
S. 345, Urteile des Bundesgerichts 9C_602/2007 vom 11. April 2008 E. 5.3 und
I 169/06 vom 8. August 2006 E. 4.4 mit Hinweisen). Für die verlässliche Beurtei
lung des psychischen Gesundheitszustandes und seiner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind in der Regel psychiatrische Fachärzte beizuziehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.3., Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februar 2011 E. 4.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin trat auf das erneute
Revisions
begehren des Beschwerde
führers vom
11
.
/26. Juni 2014
(
Urk. 6
/
55
)
durch Erlass der ange
fochtenen Verfügung vom
26
.
November
2014
(Urk. 6/69 = Urk. 2)
nicht ein
.
Sie begründete dies damit, dass er nicht glaubhaft dargelegt habe, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse nach der Verfügung vom 15. April 2013
, mit welcher
ein höherer Rentenanspruch verneint
worden war
, wesentlich verändert hätten.
Nachfolgend ist deshalb einzig zu
prüfen, ob aufgrund der mit dem
Revisions
gesuch
eingereichten medizinischen Akten
(Urk.
6
/6
5)
eine anspruchserhebliche Änderung des Gesundheitszustandes
glaubhaft
gemacht wurde.
Das
Nichtein
treten auf
das Revisionsgesuch
wurde
damit
begründet
, dass nicht glaubhaft dargelegt worden sei, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten, sondern lediglich eine andere Beurtei
lung desselben Sachverhalts vorliege.
2.
2
Der Beschwerdeführer
bringt dagegen sinngemäss vor, dass ihm nach Ansicht der Beschwerdegegnerin eine angepasste Tätigkeit zumutbar sei, sein behan
delnder Psychiater jedoch in seinem im
Einwandverfahren
eingereichten Bericht ausführe, dass der Beschwerdeführer aktuell nicht in der Lage sei, diese Anfor
derungen zu erfüllen. Auch die Häufung der stationären Aufenthalte
trotz fach
ärztlicher Behandlung und medikamentöser Therapie weise auf eine Ver
schlechterung seines Gesundheitszustandes hin.
3.
3
.
1
Zunächst ist die zeitliche Vergleichsbasis für die Frage, ob eine
anspruchserhebli
che
Veränderung des Gesundheitszustandes eingetreten ist,
zu bestimmen. Zwar trat die
Beschwerdegegnerin
formell
auf die
Renten
er
-
höhungs
gesuche
vom 22.
Januar 2012 (Urk. 6/42) und 13.
/17. September 2012 (Urk. 6/48) ein,
in der Folge kam sie jedoch ihrer dadurch ausgelösten
Unter
suchungspflicht
nicht nach und
beschränkte sich jeweils darauf, die eingereich
ten ärztlichen Berichte ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) zur Beurtei
lung vorzulegen (Urk. 6/44, 6/49).
Damit erfüllen
e
inzig die
rentenzusprechen
de
n
Verfügung
en
vom
28
. März
und 7. April 2011 (Urk. 6/40-41
) die Voraus
setzungen an einen zeitlichen Referenzpunkt (vgl. BGE 133 V 108 E. 5.4).
E
nt
gegen der angefochtenen Verfügung
ist
von diesem Zeitpunkt
,
und nicht von der Verfügung vom 15. April 2013 (Urk. 6/52) als Vergleichsbasis auszugehen
.
3.2
Die Beschwerdegegnerin stellte
für
ihre rentenzusprechende
n
Verfügung
en
vom
28
. März
und 7. April 2011 (Urk. 6/40-41
) i
n medizinischer Hinsicht auf den
ärztlichen Bericht vom 25. Mai 2010
(Urk. 6/19)
über die psychiatrische Unter
suchung durch den
RAD-Arzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
ab. Dieser
diagnostizierte
einen Verdacht auf
eine
schizotype
Störung (ICD-10: F21).
Als Differenzialdiagnosen nannte er eine schizoide
Per
sönlichkeitsstörung
(ICD-10: F60.1), eine chronisch paranoide Schizophrenie
(ICD-10: F
20.02
)
, eine
Schizophrenia
simplex
(ICD-10: F
20.6
)
und eine
Alko
holhalluzinose
(ICD-10: F
10.52
)
, alles bei Status nach langjähriger
Alkoholab
hängigkeit
(ICD-10: F10.20).
De
r
Versicherte
wirke depressiv und schizoid. Es könnten weder Wahrnehmungsstörungen noch Sinnestäuschungen oder Hin
weise für Aggravation oder Simulation festgestellt werden.
Aufgrund der von ihm gestellten Diagnosen
verneinte er eine Arbeitsfähigkeit in der angestamm
ten Tätigkeit als Lagerist und attestierte in
einer angepassten
Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 % ab dem
Datum seiner Untersuchung (
4. Mai 2010).
3.3
Im Rahmen
des
der angefochtenen Verfügung zugrunde liegenden Revisions
-
ver
fahrens
reichte der Beschwerdeführer den ärztlichen Bericht sein
es behandelnden Psychiaters,
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie, vom 11. Juni 2014 (Urk. 6/53/1 f.) ein. Darin wird
auf einen
statio
nären Aufenthalt in der
B._
vom 4. April bis 2. Mai 2014 und d
i
e im Anschluss
daran
ausgesprochene Empfehlung zu weiteren
Hospitalisationen
im Halbjahresrhythmus
(Urk. 6/53/5)
hingewiesen
.
Der Beschwerdeführer sei zuvor bereits in den Jahren 1998, 2001, 2009, 2010, 2011
und 2013 in der
B._
hospitalisiert gewesen.
Sein
Zustand habe
sich verschlechtert
und er
sei
psychotisch, depressiv und ängstlich, was zur erneuten stationären Behandlung geführt habe.
Er habe weiterhin
Wahnstörun
gen
im Rahmen von Ideen eines Verfolgungswahns und leide unter akustischen Halluzinationen, das heisst er
höre
Stimmen.
Er sei nicht in der Lage
,
arbeits
tätig
zu sein, weshalb um
eine
Qualifikation als 100 % arbeitsunfähig ersucht werde.
3.4
Gemäss
einem vergleichbaren Urteil
des
Bundesgericht
s
sind
bei einem Zeit
raum von rund drei Jahren zwischen dem Referenzzeitpunkt und der
Nichtein
tretensverfügung
sowie unter Berücksichtigung der Tatsache, dass bei einem Invaliditätsgrad von 37 % bereits eine geringe Reduktion der Arbeitsfähigkeit anspruchsrelevant ist, keine strengen Anforderungen an die Glaubhaftigkeit der
geltend gemachten Tatsachenänderung respektive der entsprechenden Beweise zu stellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_683/2013 vom 2. April 2014 E. 3.4.2).
Z
wischen der
RAD-Untersuchung vom 4. Mai 2010 (Urk. 6/19), welche
vorlie
gend
die medizinische Grundlage der als Vergleichsbasis dienenden
rentenzu
sprechenden
Verfügung
en
vom
28
. März
und 7. April
2011 (Urk. 6/
40-41
) b
ildete,
und der angefochtenen Verfügung vom 26. November 2014 (Urk. 2)
liegt
ein Zeitraum
von rund viereinhalb Jahren
.
Vor Anwendung der
bei der Bemessung des Invaliditätsgrades zu berücksichtigenden
Rundungsregeln (vgl.
BGE 130 V 121 E. 3.2
) liegt de
n
rentenzusprechenden Verfügung
en
ein
Invali
ditätsgrad
von
68.4 % zugrunde, weshalb
im Ergebnis bereits
eine Erhöhung um 1.1 % auf 69.5 % einen Anspruch auf eine ganze Rente zur Folge hätte.
Damit ist der Vergleichszeitraum
länger
und die erforderliche Änderung des
Invalidi
tätsgrades
geringer
als im zitierten Entscheid
. Entsprechend hätte die
Beschwer
degegnerin
nur geringe
Anforderungen an die Glaubhaftmachung einer Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes stellen dürfen.
Als
d
er
RAD-Arzt
im Mai 2010 (Urk. 6/19) den Gesundheitszustand des Beschwer
deführers beurteilte, war
ihm zeitnah
einzig ein rund dreiwöchiger stationärer Klinikaufenthalt des Beschwerdeführers im Oktober 2009 bekannt. Seither befand sich
dieser
jedoch
je einmal in den Jahren 2010, 2011 und 2013 sowie zweimal im Jahr 2014 (Urk. 3/11, 6/
53/4) in stationärer Behandlung.
Fer
ner scheint mittlerweile die Diagnose einer
schizotypen
Störung (ICD-10: F21) von einer gravierenderen, nämlich derjenigen einer paranoiden Schizophrenie mit chronischem Residuum (Negativsymptomatik) und Zwangsgedanken (ICD-10: F20.0;
Urk.
6/53/1), abgelöst worden zu sein, welche der RAD-Arzt am 25. Mai 2010 in ähnlicher Umschreibung, aber erst als Verdachtsdiagnose genannt hatte (
Urk.
6/19/6).
Zudem wurden
anlässlich des Austritts im Mai 2014 von der Klinik wiederholte stationäre Behandlungen i
n
Abst
ä
nd
en
von sechs Monaten empfohlen (Urk. 6/53).
Auch
wurde neu von Zwangsgedanken gegenüber seiner Frau („diese wolle er umbringen“) und seiner Tochter („perverse Gedanken“) (Urk. 3/11, 6/53/1, 6/53/3) berichtet
, welche
unter Berücksichtigung der Tat
sache, dass anlässlich der RAD-Untersuchung keine Anhaltspunkte für Aggra
vation oder Simulation festgestellt wurden, als schwerwiegend
erscheinen
.
Nachdem im Vergleich zu den
rentenzusprechenden Verfügung
en
seitens der Klinik
neu
mehrwöchige
Klinikaufenthalte
im Halbjahresrhythmus empfohlen w
u
rden und in de
n
rentenzusprechenden Verfügung
en
bereits der maximal zulässige leidensbedingte Abzug von 25 % vorgenommen wurde,
er
scheint
es zudem
als fraglich, ob der Beschwerdeführer eine
all
fällige
Restarbeitsfähigkeit
in angepasster Tätigkeit
auf dem einzig massgebenden ausgeglichenen Arbeits
markt überhaupt verwerten könnte
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_485/2014 vom 28. November 2014 E. 3.3.1)
.
Unter Berücksichtigung dieser Umstände
hat
der Beschwerdeführer durch Ein
reichung der Berichte seines
behandelnden
Psychiaters vom 11. Juni 2014 (Urk. 6/53/1 f.) und 27. Oktober 2014 (Urk. 6/65)
sowie des Austrittsberichts der
B._
vom 5. Mai 2014 (Urk. 6/53/3-12)
glaubhaft gemacht, dass seit den
rentenzusprechenden Verfügung
en
vom
28. März und 7. April 2011 (Urk. 6/40-41
) eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes einge
treten ist. Entsprechend ist die Beschwerde gutzuheissen und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie
auf
das Revisionsgesuch
eintritt
und
nach Durchführung der erforderlichen Abklärungen den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers
neu
prüft
.
4.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kosten-pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und
unabhän
-gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.