Decision ID: 4d04de6b-16d8-50c9-8056-3a198a2061b0
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Am 23. April 2013 meldete die LRT Invest & Consulting AG bei der Swiss-
grid AG die Photovoltaikanlage "LRT Invest & Consulting AG Büsserach"
(nachfolgend: PV-Anlage) für die kostendeckende Einspeisevergütung
(KEV) an.
B.
Mit Schreiben vom 26. Juni 2013 teilte ihr die Swissgrid AG mit, dass die
Voraussetzungen für die KEV grundsätzlich erfüllt seien. Zugleich wies sie
die LRT Invest & Consulting AG darauf hin, dass die durch das Parlament
festgesetzte Summe der Zuschläge (Gesamtdeckel) über alle Technolo-
gien erneuerbarer Energien erreicht worden sei und das Bundesamt für
Energie (BFE) daher einen Bescheidstopp für alle Technologien verfügt
habe. Sämtliche Neuanmeldungen für alle Technologien würden auf die
Warteliste gesetzt.
C.
Die PV-Anlage wurde am 23. Dezember 2013 mit einer Leistung von
251.09 kW in Betrieb genommen.
D.
Am 8. Dezember 2017 versandte die Pronovo AG (ab 1. Januar 2018 die
für den Vollzug zuständige Tochtergesellschaft der Swissgrid AG) ein
Schreiben an verschiedene Empfänger, wonach das neue Recht ab 2018
für PV-Anlagen mit einer Leistung ab 100 kW ein Wahlrecht zwischen einer
Einmalvergütung und dem Einspeisevergütungssystem (bisher KEV) vor-
sehe, welches bis zum 30. Juni 2018 schriftlich mitgeteilt werden müsse.
Wenn das Wahlrecht innerhalb dieser Frist nicht ausgeübt werde, so gelte
die Anmeldung als Gesuch um Einmalvergütung. Eine Chance auf das Ein-
speisevergütungssystem hätten allerdings nur Gesuche, die bis zum
30. Juni 2012 angemeldet worden seien.
E.
Die Pronovo AG sprach der LRT Invest & Consulting AG anschliessend mit
Verfügung vom 15. April 2019 eine Einmalvergütung in der definitiven Höhe
von Fr. 189'763.– zu. Sie erwog im Wesentlichen, dass das Wahlrecht nicht
innert Frist bis zum 30. Juni 2018 zu Gunsten der Einspeisevergütung aus-
geübt worden sei, weshalb die Anmeldung als Gesuch um Einmalvergü-
tung gelte.
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F.
Eine hiergegen erhobene Einsprache wies die Pronovo AG mit Entscheid
vom 18. Dezember 2019 ab.
G.
Gegen diesen Entscheid der Pronovo AG (nachfolgend: Vorinstanz) erhebt
die LRT Invest & Consulting AG (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit
Eingabe vom 3. Februar 2020 Beschwerde beim Bundesverwaltungsge-
richt. Sie beantragt die Aufhebung des angefochtenen Entscheids unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen; ihr sei die Einspeisevergütung für die
Dauer von 25 Jahren zu bewilligen. Eventualiter sei festzustellen, dass sie
für die Dauer von 25 Jahren einen Anspruch auf die KEV habe und in das
entsprechende System aufzunehmen sei. Die Beschwerdeführerin bringt
im Wesentlichen vor, sie habe keine Kenntnis über ein Wahlrecht gehabt.
Vorab sei festzuhalten, dass der Bundesrat als Verordnungsgeber eine Be-
hörde sei und es sich damit um eine behördliche Frist und nicht um einen
Stichtag handle. Sie habe weder von der Vorinstanz noch von der
Swissgrid AG eine entsprechende Mitteilung (über die Frist zur Ausübung
des Wahlrechts) erhalten. Die Beschwerdegegnerin verfalle in Willkür und
stelle den Sachverhalt falsch fest, wenn sie ausführe, sie habe sie (die Be-
schwerdeführerin) mit Schreiben vom 8. Dezember 2017 über das auszu-
übende Wahlrecht informiert. Aufgrund einer Beweislastumkehr sei der Be-
weis der rechtzeitigen Zustellung dieser Mitteilung von der Vorinstanz zu
erbringen. Das Energiegesetz sehe kein Wahlrecht vor, welches sie habe
ausüben müssen. Für eine Wahlpflicht fehle es an einer gesetzlichen
Grundlage. Weiter sei eine Gesetzesdelegation an die Exekutive in diesem
Fall nicht zulässig.
H.
Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 19. März 2020 die Ab-
weisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Per
1. Januar 2018 seien das neue Energiegesetz sowie die entsprechenden
Verordnungen in Kraft getreten. Die Schlussbestimmungen des Energie-
gesetzes enthielten übergangsrechtliche Regelungen. In diesen Bestim-
mungen sei ausdrücklich festgehalten, dass für Betreiber, die bis zum In-
krafttreten des Energiegesetzes keinen positiven Bescheid erhalten hätten,
also insbesondere für diejenigen, welche sich auf der Warteliste befänden,
das neue Recht gelte, auch wenn ihre Anlage beim Inkrafttreten des Ge-
setzes schon in Betrieb gewesen sei. Für Betreiber, denen die Vergütung
vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes zugesichert worden sei, würden be-
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stimmte Neuerungen nicht gelten. Bei der Frist zur Ausübung des Wahl-
rechts vom 30. Juni 2018 handle es sich nicht um eine behördliche Frist,
sondern um einen in der Energieförderungsverordnung vorgesehenen
Stichtag. Dieser gelte für alle Betroffenen und sei durch die Publikation der
Energieförderungsverordnung öffentlich bekannt geworden. Eine Anset-
zung einer Frist sei nicht erforderlich gewesen, da sich diese explizit aus
der Energieförderungsverordnung ergebe.
I.
Die Beschwerdeführerin hält in ihrer Replik vom 9. Juli 2020 an den in der
Beschwerde gestellten Anträgen fest. Sie stellt sich auf den Standpunkt,
dass die Swissgrid AG bei der Planung, der Erstellung sowie während des
Bewilligungs- respektive Anmeldeverfahrens bei ihr das Vertrauen erweckt
habe, sie habe alles getan, was getan werden müsse, um an der Einspei-
severgütung teilzunehmen; sie müsse nur noch auf die entsprechende Be-
stätigung warten. Durch das von der Swissgrid AG geschaffene Vertrauen
und durch deren Wahrnehmung von staatlichen Aufgaben habe sie nach
Treu und Glauben darauf vertrauen dürfen, dass sie von dieser oder der
Vorinstanz informiert werden würde, falls etwas (mit ihrer Anmeldung) nicht
in Ordnung sei oder es zu (rechtlichen) Änderungen komme, die von ihr ein
weiteres Handeln erfordern würden.
J.
Die Vorinstanz dupliziert am 13. August 2020 im Wesentlichen dahinge-
hend, dass keine Grundlage für die Gewährung des Vertrauensschutzes
ersichtlich und von der Beschwerdeführerin zu belegen sei. Es seien keine
Belege in ihren Archiven zu finden, wonach die Swissgrid AG der Be-
schwerdeführerin während der Errichtung die Förderung mittels KEV zuge-
sichert hätte. Zudem treffe es nach ihrer Kenntnis nicht zu, dass die Swiss-
grid AG die Beschwerdeführerin angefragt habe, ob diese eine PV-Anlage
errichten wolle. Dies hätte auch keinen Sinn ergeben, da es nicht die Auf-
gabe der Swissgrid AG gewesen sei, solche Projekte zu lancieren.
K.
Auf die weiteren Vorbringen und die sich bei den Akten befindlichen Doku-
mente wird – soweit entscheidrelevant – in den nachfolgenden Erwägun-
gen eingegangen.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt laut Art. 31 des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom
20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Beim Einspracheentscheid vom
18. Dezember 2019 betreffend Einmalvergütung handelt es sich um eine
solche Verfügung und die Pronovo AG ist eine Vorinstanz i.S.v. Art. 33
Bst. h VGG, deren Entscheide gemäss Art. 63 Abs. 1 und 2 i.V.m. Art. 66
Abs. 2 EnG beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar sind. Da keine
Ausnahme gemäss Art. 32 VGG vorliegt, ist das Bundesverwaltungsgericht
zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig.
Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem
VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG).
1.2 Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin der angefochtenen
Verfügung, mit welcher ihr die Vorinstanz ihre Begehren vollumfänglich ab-
gewiesen hat, ohne Weiteres zur Beschwerde berechtigt (vgl. Art. 48 Abs. 1
VwVG).
Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde vom
3. Februar 2020 (vgl. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist somit ein-
zutreten.
1.3 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung
auf Rechtsverletzungen, einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der
Ausübung des Ermessens (Art. 49 Bst. a und b VwVG). Zudem prüft es die
Verfügung auf Angemessenheit hin (Art. 49 Bst. c VwVG). Es wendet das
Recht von Amtes wegen an und ist an die Begründung der Parteien nicht
gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG).
1.4 Den Sachverhalt stellt das Bundesverwaltungsgericht von Amtes we-
gen fest (Art. 12 VwVG) und bedient sich nötigenfalls verschiedener Be-
weismittel. Es nimmt die ihm angebotenen Beweise ab, wenn diese zur
Abklärung des Sachverhaltes tauglich erscheinen (Art. 33 Abs. 1 VwVG)
und kann von einem beantragten Beweismittel dann absehen, wenn be-
reits Feststehendes bewiesen werden soll, wenn von vornherein gewiss
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ist, dass der angebotene Beweis keine wesentlichen Erkenntnisse zu ver-
mitteln vermag oder wenn es den Sachverhalt auf Grund eigener Sach-
kunde ausreichend würdigen kann (antizipierte Beweiswürdigung; vgl.
BGE 131 I 153 E. 3; BVGE 2009/46 E. 4.1; Urteile des BVGer A-407/2019
vom 14. Mai 2020 E. 2.2 und A-4132/2016 vom 14. Dezember 2017
E. 3; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren
vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 3.144).
2.
Im Folgenden ist vorab auf die Revision des Energiegesetzes vom 30. Sep-
tember 2016 (EnG, SR 730) sowie der dazugehörigen Energieverordnung
vom 1. November 2017 (EnV, SR 730.01) und der Verordnung über die
Förderung der Produktion von Elektrizität aus erneuerbaren Energien vom
1. November 2017 (Energieförderungsverordnung, EnFV, SR 730.03) ein-
zugehen, um das hier anwendbare Recht zu ermitteln.
2.1 Mit der Revision des Energiegesetzes (Teil des ersten Massnahmen-
pakets zur Energiestrategie 2050) wurde der Ausbau der Stromproduktion
aus erneuerbaren Energien angestrebt, weshalb die finanzielle Förderung
optimiert, ausgebaut und mit unterstützenden Massnahmen flankiert wer-
den sollte (vgl. BBl 2013 7624). Dem Gesetzgeber war es ein Anliegen, die
Neuregelung zum Einspeisevergütungssystem schonend einzuführen und
die Wertung, wer nach den alten und wer nach den neuen Regeln zu be-
handeln ist, gleich selber vorzunehmen. Dabei unterschied er zwischen
drei Hauptgruppen: 1) diejenigen, mit einem sogenannten Wartelistenbe-
scheid, denen die nationale Netzgesellschaft mitgeteilt hatte, ihre Anlage
erfülle zwar grundsätzlich die Anforderungen, bis auf Weiteres stehe für sie
aber kein Geld zur Verfügung; 2) diejenigen, denen die nationale Netzge-
sellschaft mit einem sogenannten positiven Bescheid beschieden hatte, sie
seien auf der Warteliste so weit vorgerückt, dass für ihr Projekt nun Mittel
vorhanden seien; sie erhielten – sofern die Anlage in Betrieb sei – die Ein-
speisevergütung; 3) diejenigen, die die Einspeisevergütung bereits erhal-
ten hatten (vgl. BBl 2013 7696; vgl. ferner die Urteile des BVGer
A-217/2020 vom 18. Mai 2020 E. 3.3.4 und A-7036/2018 vom 26. August
2019 E. 4.4.2 m.w.H.).
2.2 Gemäss den Schlussbestimmungen des EnG gilt für die erste Gruppe
bzw. für Betreiber und Projektanten, die bis zum Inkrafttreten des EnG kei-
nen positiven Entscheid erhalten haben, insbesondere für diejenigen, de-
nen mitgeteilt wurde, ihre Anlage sei auf der Warteliste (Wartelistenbe-
scheid), das neue Recht, auch wenn ihre Anlage beim Inkrafttreten dieses
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Gesetzes schon in Betrieb ist (vgl. Art. 72 Abs. 3 EnG). Hintergrund dieser
Regelung ist die Ansicht des Gesetzgebers, wonach sich aus einem War-
telistenbescheid keine schützenswerte Vertrauensbasis ableiten lässt. So
seien mit der bisherigen Deckelung der Mittel für die Einspeisevergütung
nicht nur die Ausgaben begrenzt, sondern implizit auch Rechtsänderungen
vorbehalten worden. Ein Anspruch auf Vergütung (zu den bisherigen Be-
dingungen) habe nur im Rahmen der zur Verfügung gestellten Mittel be-
standen, darüber hinaus aber gerade nicht. Wer bloss einen Wartelisten-
bescheid habe oder noch gar nicht angemeldet sei, müsse die Verschär-
fungen, die das neue Recht bringe, gewärtigen (vgl. BBl 2013 7696 f.; Urteil
des BVGer A-7036/2018 vom 26. August 2019 E. 4.4.3).
2.3 Am 1. Januar 2018 sind das neue Energiegesetz, die neue Energiever-
ordnung sowie die Energieförderungsverordnung in Kraft getreten. Das
Energiegesetz sieht seither vor, dass PV-Anlagen mit einer Leistung von
weniger als 30 kW nicht am Einspeisevergütungssystem teilnehmen kön-
nen (Art. 19 Abs. 4 Bst. b EnG). Die Betreiber von neuen PV-Anlagen mit
einer Leistung von weniger als 30 kW, können, sofern die Mittel reichen,
einen Investitionsbeitrag (d.h. eine Einmalvergütung) in Anspruch nehmen
(vgl. Art. 24 Abs. 1 Bst. a EnG). Der Bundesrat kann gestützt auf Art. 19
Abs. 6 Satz 1 EnG die Leistungsgrenze für die Teilnahme am Einspeise-
vergütungssystem (nach Art. 19 Abs. 4 Bst. b EnG) zusammen mit derjeni-
gen für die Einmalvergütung erhöhen. Von dieser Möglichkeit hat der Bun-
desrat Gebrauch gemacht und die Teilnahme am Einspeisevergütungssys-
tem auf grosse PV-Anlagen beschränkt, welche eine Leistung ab 100 kW
vorweisen müssen (Art. 13 i.V.m. Art. 7 Abs. 1 EnFV). Sodann kann der
Bundesrat eine höhere Leistungsobergrenze für die Einmalvergütungen
festlegen, wovon er ebenso Gebrauch gemacht hat und diese auf bis 50
MW erhöht hat (Art. 19 Abs. 6 Satz 1 i.V.m. Art. 24 Abs. 1 Bst. a EnG; Art. 8
Abs. 1 EnFV). Gibt es eine Überschneidung, so können die Anlagebetrei-
ber zwischen Einspeisevergütungssystem und Einmalvergütung wählen
(Art. 19 Abs. 6 Satz 2 EnG; vgl. zum Ganzen ANDREAS STÖCKLI/LUKAS
MARXER, in: Brigitta Kratz/Michael Merker/Renato Tami/Stefan Rechsteiner
[Hrsg.], Kommentar zum Energierecht, Band III, Bern 2020 [nachfolgend:
Kommentar zum Energierecht], Art. 19 Rz. 54 ff.).
2.4 Nach dem Gesagten können Betreiber von grossen PV-Anlagen mit ei-
ner Leistung ab 100 kW bis 50 MW gestützt auf Art. 7 Abs. 1 EnFV i.V.m.
Art. 8 Abs. 1 EnFV wählen, ob sie eine Einspeisevergütung oder eine Ein-
malvergütung beantragen. Sie üben dieses Wahlrecht mit Einreichung des
Gesuchs für die eine oder andere Art der Förderung endgültig aus (Art. 8
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Abs. 2 Satz 1 EnFV). Für Projekte, die sich per 1. Januar 2018 auf der
Warteliste befanden, war das Wahlrecht bis zum 30. Juni 2018 auszuüben.
Wurde das Wahlrecht nicht innerhalb dieser Frist ausgeübt, gilt die Anmel-
dung als Gesuch um Einmalvergütung (Art. 104 Abs. 3 Satz 1 EnFV).
Wurde das Wahlrecht zugunsten der Einspeisevergütung ausgeübt, so ist
ein späterer Wechsel zur Einmalvergütung jederzeit möglich (Art. 104
Abs. 3 Satz 2 EnFV).
3.
3.1 Unstrittig ist im Beschwerdeverfahren, dass die Beschwerdeführerin
die Voraussetzungen für die KEV voraussichtlich erfüllt (vgl. Art. 19 EnG
und Art. 40 Abs. 1 EnFV). Die Beschwerdeführerin ist eine Betreiberin, die
bis zum Inkrafttreten des revidierten Energiegesetzes am 1. Januar 2018
keinen positiven Bescheid erhalten hat und der insbesondere am 23. Juni
2013 mitgeteilt worden ist, ihre PV-Anlage sei auf der Warteliste (Wartelis-
tenbescheid). Sie betreibt eine grosse PV-Anlage mit einer Leistung von
251.09 kW und sie hat diese am 23. Dezember 2013 in Betrieb genommen.
Nach neuem Recht änderte sich die Situation – vorbehältlich der über-
gangsrechtlich in Art. 104 Abs. 3 EnFV statuierten Frist – dahingehend,
dass sie statt eines Gesuches um Einspeisevergütung wahlweise auch ein
Gesuch um Einmalvergütung einreichen konnte (Art. 8 Abs. 2 EnFV).
3.2 Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin ihr Wahlrecht gemäss
Art. 104 Abs. 3 EnFV zwischen der KEV und der Einmalvergütung nach
dem Inkrafttreten dieses Artikels am 1. Januar 2018 (Art. 109 EnFV) bis
zum 30. Juni 2018 nicht ausgeübt hat. Strittig und zu beurteilen ist, ob es
sich dabei um eine Verwirkungsfrist bzw. – wie von der Beschwerdeführerin
vorgebracht – um eine behördliche Frist handelt und welche Rechtsfolgen
eine allenfalls verspätete Ausübung des Wahlrechts mit sich bringt (E. 4).
Weiter ist zu prüfen, ob sich diese Regelung als gesetzeskonform erweist
bzw. ob eine Delegationskompetenz des Verordnungsgebers besteht
(E. 5). Danach ist darauf einzugehen, ob das Wahlrecht bereits vor dessen
Inkrafttreten oder aber auch nach Ablauf der Frist zur Ausübung des Wahl-
rechts noch ausgeübt werden konnte (E. 6). Schliesslich ist zu beurteilen,
ob sich die Beschwerdeführerin auf den Vertrauensschutz berufen kann
(E. 7). Im Übrigen ist auf die prozessualen Anträge der Beschwerdeführerin
einzugehen (E. 8).
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Seite 9
4.
4.1 Vorliegend ist die Rechtsnatur der Frist zur Ausübung des Wahlrechts
zwischen Einmalvergütung und KEV umstritten.
4.2 Die Beschwerdeführerin bringt diesbezüglich vor, dass der Bundesrat
als Verordnungsgeber eine Behörde sei und es sich damit beim von ihm in
der Verordnung fixierten Termin um eine behördliche Frist handle. Offen-
sichtlich scheine die Vorinstanz zudem davon auszugehen, dass betreffend
Wahlrecht und Frist vom 30. Juni 2018 keine Informationen an die Anla-
genbetreiber zu erfolgen hätten, da sich diese aus der Verordnung ergeben
würden. Damit gehe sie fehl. Von einem Rechtsunkundigen dürfe und
müsse man nicht erwarten, dass er Kenntnis von Verordnungen habe. Aber
auch um die Investitionssicherheit zu gewährleisten, seien die Betreiber
entsprechender Anlagen über diese wichtigen Änderungen, die nur auf
Verordnungsstufe geregelt seien, zu informieren.
4.3 Die Vorinstanz stellt sich demgegenüber im Wesentlichen auf den
Standpunkt, dass die Beschwerdeführerin das Stichdatum von Art. 104
Abs. 3 EnFV verpasst habe, womit von einer Anmeldung zur Einmalvergü-
tung auszugehen sei. Das Datum habe für alle Betroffenen gegolten und
sei durch die Publikation der Verordnung öffentlich bekannt geworden. Die
Ansetzung einer Frist seitens der Swissgrid AG oder der Vorinstanz sei
nicht erforderlich gewesen, da sich der Stichtag explizit aus der Verordnung
ergebe.
4.4
4.4.1 Gesetzliche Fristen sind in der Regel Verwirkungsfristen. Verwirkung
bedeutet, dass ein Recht untergeht, wenn der Berechtigte bzw. Verpflich-
tete eine Handlung nicht innerhalb der Frist vornimmt. Das Bundesgericht
geht in der Regel dann von einer Verwirkung aus, wenn aus Gründen der
Rechtssicherheit oder der Verwaltungstechnik die Rechtsbeziehungen
nach Ablauf einer bestimmten Frist endgültig festgelegt werden müssen,
ohne dass diese durch eine Unterbrechungshandlung verlängert werden
kann (vgl. BGE 125 V 262 E. 5a mit Hinweis; Urteil des BVGer A-578/2015
vom 17. August 2015 E. 2.3.2).
4.4.2 Von den Verwirkungsfristen zu unterscheiden sind neben dem Institut
der Verjährung die Ordnungsfristen. Bei den in Regelungen unterer Recht-
setzungsstufen festgelegten Fristen handelt es sich nicht durchwegs um
Verwirkungsfristen, sondern zum Teil um blosse Ordnungsfristen. Diese
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sollen den geordneten Verfahrensgang gewährleisten, sind aber nicht mit
Verwirkungsfolgen verbunden. Ihre Erstreckung ist zwar ebenfalls ausge-
schlossen, doch kann die Verfahrenshandlung auch noch nach dem Frist-
ablauf vorgenommen werden, soweit und solange der geordnete Verfah-
rensgang dies nicht ausschliesst (vgl. Urteile des BVGer A-988/2019 vom
7. November 2019 E. 2.5.2 und A-3454/2010 vom 19. August 2011
E. 2.3.1).
4.5
4.5.1 Nach Art. 19 Abs. 6 EnG bzw. Art. 8 Abs. 1 EnFV kommt der Be-
schwerdeführerin ein Wahlrecht zwischen Einspeisevergütung und Einmal-
vergütung zu. Das Gesetz schweigt sich dabei zur Frage aus, ob dieser
Anspruch verwirken kann. Erst auf Verordnungsstufe sieht die Energieför-
derungsverordnung in Art. 104 Abs. 3 vor, dass die Betreiber von grossen
PV-Anlagen ihr Wahlrecht bis zum 30. Juni 2018 ausüben müssen; andern-
falls wird für die Einmalvergütung optiert.
4.5.2 Vorliegend ergibt sich aus dem klaren Wortlaut von Art. 104 Abs. 3
EnFV, dass das Wahlrecht bei grossen PV-Anlagen, die bereits unter bis-
herigem Recht angemeldet wurden, bis zum 30. Juni 2018 auszuüben ist.
Bei nicht fristgerechter Ausübung wird nach der Energieförderungsverord-
nung davon ausgegangen, dass für eine Einmalvergütung optiert wird. Es
handelt sich mithin um eine Verwirkungsfrist, womit das Wahlrecht der Be-
schwerdeführerin verwirkt wäre.
5.
Als nächstes ist danach zu fragen, ob eine Delegationskompetenz des
Bundesrates besteht, um die genannte Frist mit Verwirkungsfolge in der
Energieförderungsverordnung und nicht auf Gesetzesstufe vorzusehen.
5.1 Die Beschwerdeführerin erblickt in der Regelung von Art. 104 Abs. 3
EnFV einen Verstoss gegen das Legalitätsprinzip, da keine Grundlage im
Energiegesetz dafür bestehe. Art. 19 Abs. 6 EnG könne allenfalls als
Grundlage für Art. 8 EnFV gelten, jedoch nicht für die Einführung der Wahl-
pflicht in den Übergangsbestimmungen der EnFV. Die Zulässigkeit der Ge-
setzesdelegation an die Exekutive sei in diesem Fall nicht gegeben. Die
Delegation an den Bundesrat beschränke sich (zudem) nicht auf eine be-
stimmte, genau umschriebene Materie.
5.2 Die Vorinstanz äussert sich nicht näher zur Delegationskompetenz des
Bundesrates. Sie führt im Wesentlichen aus, dass sie als Vollzugsstelle des
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Bundes einzig den Zweck und die Aufgabe habe, das Energiegesetz nach
Art. 63 EnG zu vollziehen. Dazu habe der Bundesrat gestützt auf das EnG
am 1. November 2017 die EnFV erlassen, an welche sie als Vollzugsbe-
hörde gebunden sei.
5.3
5.3.1 Nach dem Grundsatz der Gesetzmässigkeit bedarf jedes staatliche
Handeln einer gesetzlichen Grundlage (Art. 5 Abs. 1 BV). Inhaltlich gebietet
das Gesetzmässigkeitsprinzip, dass staatliches Handeln insbesondere auf
einem Rechtssatz (generell-abstrakter Struktur) von genügender Norm-
stufe und genügender Bestimmtheit zu beruhen hat (Urteile des BVGer
A-988/2019 vom 7. November 2019 E. 2.4.1 und A-3454/2010 vom 19. Au-
gust 2011 E. 1.4).
5.3.2 Werden Rechtsetzungskompetenzen des Gesetzgebers auf den Ver-
ordnungsgeber übertragen, spricht man von Gesetzesdelegation. Der Ge-
setzgeber ermächtigt dabei im Gesetz die Exekutive zum Erlass von sog.
unselbstständigen Verordnungen. Die Gesetzesdelegation gilt grundsätz-
lich als zulässig (Art. 164 Abs. 2 BV; BGE 137 II 409 E. 6.3 und BGE 128 I
113 E. 3c; Urteil des BVGer A-3454/2010 vom 19. August 2011 E. 1.4.1).
Bei unselbstständigen Verordnungen werden zwei Kategorien unterschie-
den: Die gesetzesvertretenden Verordnungen ergänzen oder ändern die
gesetzliche Regelung und übernehmen damit Gesetzesfunktion. Solche
Verordnungen darf der Bundesrat gemäss Art. 164 Abs. 2 BV nur gestützt
auf eine besondere Ermächtigung des Gesetzgebers erlassen, d.h. es
braucht eine genügende Delegationsnorm im Gesetz. Vollziehungsverord-
nungen hingegen sollen Gesetzesbestimmungen verdeutlichen und soweit
nötig das Verfahren regeln. Sie dürfen – im Vergleich zum Gesetz – nicht
zusätzliche Pflichten auferlegen, selbst wenn diese mit dem Gesetzes-
zweck im Einklang stehen. Ebenso wenig dürfen sie Ansprüche, die aus
dem Gesetz hervorgehen, beseitigen. Zum Erlass von Vollziehungsverord-
nungen ist der Bundesrat grundsätzlich aufgrund von Art. 182 Abs. 2 BV
auch ohne gesetzliche Ermächtigung befugt (BGE 125 V 266 E. 6b; Urteile
des BVGer A-1956/2014 vom 2. Oktober 2014 E. 4.3 und A-3454/2010 vom
19. August 2011 E. 1.4.2 je mit weiteren Hinweisen).
5.3.3 Das Bundesverwaltungsgericht kann eine Verordnungsbestimmung
des Bundesrates auf Beschwerde hin vorfrageweise auf ihre Gesetz- und
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Verfassungsmässigkeit prüfen (sog. konkrete Normenkontrolle). Bei un-
selbstständigen Verordnungen prüft das Bundesverwaltungsgericht, ob
sich der Bundesrat an die Grenzen der ihm im Gesetz eingeräumten Be-
fugnis gehalten hat (vgl. BVGE 2010/33 E. 3.1.1; MOSER/BEUSCH/KNEU-
BÜHLER, a.a.O., Rz. 2.177 ff.). Erweist sich die Verordnung als gesetzmäs-
sig und ermächtigt das Gesetz den Bundesrat nicht, von der Verfassung
abzuweichen, ist auch die Verfassungsmässigkeit zu prüfen (BGE 143 II
87 E. 4.4; BGE 141 II 169 E. 3.4; Urteil des BVGer A-882/2016 vom 6. April
2017 E. 2.3). Wird dem Bundesrat durch die gesetzliche Delegation ein
sehr weiter Bereich des Ermessens für die Regelung auf Verordnungsstufe
eingeräumt, so ist dieser Spielraum nach Art. 190 BV für das Bundesver-
waltungsgericht verbindlich. Es darf in diesem Fall bei der Überprüfung der
Verordnung nicht sein eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen des Bun-
desrates setzen, sondern hat seine Prüfung darauf zu beschränken, ob die
Verordnung den Rahmen der dem Bundesrat im Gesetz delegierten Kom-
petenz offensichtlich sprengt oder aus andern Gründen gesetzes- oder ver-
fassungswidrig ist (statt vieler: BGE 131 II 562 E. 3.2; BVGE 2010/33
E. 3.1.1; Urteil des BVGer A 3454/2010 vom 19. August 2011 E. 1.5.2).
5.4
5.4.1 Die allgemeinen Rahmenbedingungen der KEV sind wie folgt ausge-
staltet: Gemäss Art. 89 Abs. 1 BV setzen sich der Bund und die Kantone
im Rahmen ihrer Zuständigkeiten für eine umweltverträgliche Energiever-
sorgung ein. Art. 1 Abs. 2 Bst. c EnG statuiert als Ziel die verstärkte Nut-
zung von erneuerbaren Energien. Als Hauptinstrument zur Zielerreichung
hat der Gesetzgeber die KEV per 1. Januar 2009 eingeführt (BBl 2013
7623; vgl. Art. 19 ff. EnG). Die Bundesverfassung schliesst dabei eine De-
legation an den Verordnungsgeber für den Sachbereich der Förderung er-
neuerbarer Energien nicht aus (vgl. Urteil des BVGer A-2895/2014 vom
17. Dezember 2014 E. 4.3). Der Bundesrat ist vielmehr allgemein für den
Vollzug des Energiegesetzes und für den Erlass von Ausführungsbestim-
mungen zuständig (vgl. Art. 60 Abs. 1 und Abs. 3 EnG; vgl. ferner Art. 182
Abs. 2 BV). Die Kompetenzen des Bundesrates sind auf Gesetzesstufe
weiter in Art. 19 Abs. 6 und 7 EnG wie folgt geregelt:
"6 Der Bundesrat kann die Leistungsgrenze nach Absatz 4 Buchstabe b zusammen
mit derjenigen für die Einmalvergütung erhöhen (Art. 24 Abs. 1 Bst. a). Gibt es
eine Überschneidung, so können die Anlagebetreiber zwischen Einspeisevergü-
tungssystem und Einmalvergütung wählen.
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7 Er regelt die weiteren Einzelheiten zum Einspeisevergütungssystem, insbeson-
dere:
a. das Antragsverfahren;
b. die Vergütungsdauer;
c. energetische, ökologische und andere Mindestanforderungen;
d. das vorzeitige Erlöschen des Anspruchs auf Teilnahme am Einspeisevergü-
tungssystem;
e. den Austritt sowie die Bedingungen für einen vorübergehenden Austritt aus dem
Einspeisevergütungssystem;
f. die rechnerische Weiterverteilung der eingespeisten Elektrizität durch die als
Mess- und Abrechnungseinheiten tätigen Bilanzgruppen;
g. weitere Aufgaben der Bilanzgruppen und der Netzbetreiber, insbesondere eine
Pflicht zur Abnahme und Vergütung im Rahmen von Artikel 21 sowie eine allfällige
damit zusammenhängende Vorleistungspflicht."
5.5
5.5.1 Es ist nun im Einzelnen zu prüfen, ob insbesondere die eben zitierte
Bestimmung sowie Art. 60 Abs. 1 und 3 EnG eine genügende gesetzliche
Grundlage für die Delegationskompetenz Art. 104 Abs. 3 EnFV betreffend
bilden.
5.5.2 Die Konkretisierung einer Norm erfolgt durch Auslegung. Die Ausle-
gung dient dazu, den wahren Sinngehalt eines im Gesetz selbst enthalte-
nen Begriffs zu ergründen oder zu überprüfen, ob eine (auszulegende bzw.
ausgelegte) Verordnungsbestimmung durch die ausgelegte Gesetzesbe-
stimmung (noch) abgedeckt ist (Urteil des BVGer A-882/2016 vom 6. April
2017 E. 2.4).
Ausgangspunkt jeder Auslegung ist der Wortlaut der Bestimmung. Ist der
Text nicht ganz klar und sind verschiedene Interpretationen möglich, so
muss unter Berücksichtigung aller Auslegungselemente nach seiner wah-
ren Tragweite gesucht werden. Abzustellen ist dabei namentlich auf die
Entstehungsgeschichte der Norm und ihren Zweck sowie auf die Bedeu-
tung, die der Norm im Kontext mit anderen Bestimmungen zukommt. Die
Gesetzesmaterialien sind zwar nicht unmittelbar entscheidend, dienen
aber als Hilfsmittel, um den Sinn der Norm zu erkennen. Namentlich bei
neueren Texten kommt den Materialien eine besondere Stellung zu, weil
veränderte Umstände oder ein gewandeltes Rechtsverständnis eine an-
dere Lösung weniger nahelegen. Das Gericht hat sich bei der Auslegung
von Erlassen stets von einem Methodenpluralismus leiten zu lassen und
nur dann allein auf das grammatikalische Element abzustellen, wenn sich
daraus zweifelsfrei die sachlich richtige Lösung ergibt (vgl. BGE 131 II 697
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Seite 14
E. 4.1 m.w.H.; Urteil des BVGer A-6003/2019 vom 18. November 2020
E. 6.7.1).
5.5.3 Der Wortlaut von Art. 19 Abs. 6 EnG ist insofern nicht eindeutig, als
er den Bundesrat ermächtigt, die Leistungsgrenze für die Teilnahme am
Einspeisevergütungssystem zusammen mit derjenigen für die Einmalver-
gütung nach Art. 24 Abs. 1 Bst. a zu erhöhen, aber betreffend Überschnei-
dung dieser beiden Subventionsformen nichts über eine Befristung des
Wahlrechts ausführt.
5.5.4 Den Materialien lässt sich Folgendes entnehmen. Die (geltende) For-
mulierung von Art. 19 Abs. 6 EnG beruht auf einem Antrag der Mehrheit
der ständerätlichen Kommission (AB 2015 N 949). Nach einer
Wortmeldung von Herrn Ständerat Ivo Bischofberger an der zehnten
Sitzung des Ständerats vom 22. September 2015 ist dieser Absatz (zu
Art. 19 Abs. 5bis, welcher Art. 19 Abs. 6 entspricht) "Teil des Konzepts 'Ein-
malvergütung vor Einspeisevergütung', das heisst eben der Idee,
Fotovoltaikanlagen künftig vermehrt mittels Einmalvergütungen zu för-
dern". Weitere Wortmeldungen hierzu blieben aus (AB 2015 N 950).
5.5.5 Damit kann als Zwischenergebnis gesagt werden, dass aus der his-
torischen Auslegung eine Tendenz des Gesetzgebers hervorgeht, Einmal-
vergütungen anstelle von Einspeisevergütungen vorzusehen, namentlich
bei Überschneidungen dieser beiden Kategorien.
5.5.6 Unter systematischen Überlegungen kann gesagt werden, dass sich
die Bestimmung über den Vollzug und das Wahlrecht – im Gegensatz zur
Bestimmung über das Wahlrecht bei der Direktvermarktung (vgl. Art. 72
Abs. 5 EnG) – nicht in den Übergangsbestimmungen des Energiegesetzes
finden (vgl. Art. 72 ff. EnG). Dies leuchtet jedoch ein, da die Leistungs-
grenze für die Einmalvergütung gemäss Art. 24 Abs. 1 Bst. a EnG vom
Bundesrat in Art. 8 Abs. 1 EnFV auf bis 50 MW erhöht wurde und damit
das Wahlrecht (erst später) eine grosse Bedeutung erlangt hat.
Weiter ist in systematischer Hinsicht von Bedeutung, dass gestützt auf
Art. 72 EnG für Betreiber, die bis zum Inkrafttreten des revidierten EnG kei-
nen positiven Entscheid erhalten haben, insbesondere für diejenigen, de-
nen mitgeteilt wurde, ihre Anlage sei auf der Warteliste, das neue Recht
gilt. Hintergrund dieser Regelung ist die Ansicht des Gesetzgebers, wo-
nach sich aus einem Wartelistenbescheid keine schützenswerte Vertrau-
ensbasis ableiten lasse. So seien mit der bisherigen Deckelung der Mittel
A-637/2020
Seite 15
für die Einspeisevergütung nicht nur die Ausgaben begrenzt, sondern im-
plizit auch Rechtsänderungen vorbehalten worden. Ein Anspruch auf Ver-
gütung (zu den bisherigen Bedingungen) habe nur im Rahmen der zur Ver-
fügung gestellten Mittel bestanden, darüber hinaus aber gerade nicht. Wer
bloss einen Wartelistenbescheid habe oder überhaupt noch gar nicht an-
gemeldet sei, müsse die Verschärfungen, die das neue Recht bringe, ge-
wärtigen (vgl. BBl 2013 7696 f.). Ferner wird der Bundesrat in Art. 19 Abs. 7
EnG ermächtigt, die weiteren Einzelheiten zum Einspeisevergütungssys-
tem zu regeln.
5.5.7 In teleologischer Hinsicht ist festzuhalten, dass der Gesetzeszweck
mit einer Befristung des Wahlrechts nicht unterlaufen wird. Im Gegenteil ist
der Anspruch auf eine Einspeisevergütung ohnehin auf die verfügbaren
Mittel beschränkt, womit Rechtsänderungen implizit vorbehalten sind (vgl.
BBl 2013 7696 f.). Die Vorinstanz verweist ausserdem darauf, dass die Be-
schwerdeführerin wohl auch bei rechtzeitiger Ausübung ihres Wahlrechts
keinen Anspruch auf eine Einspeisevergütung hätte, da nach den Erfah-
rungen des BFE nur Betreiber, die sich bis zum 30. Juni 2012 angemeldet
haben, eine realistische Chance hätten, um in die Einspeisevergütung auf-
genommen zu werden. Wie es sich damit im Einzelnen verhält, kann auf-
grund des Ausgangs des Verfahrens aber letztlich offenbleiben.
5.5.8 Somit ergibt sich aus der Auslegung von Art. 19 Abs. 6 i.V.m. Art. 24
Abs. 1 Bst. a EnG sowie von Art. 60 Abs. 1 und 2 EnG, dass keine Anhalts-
punkte ersichtlich sind, wonach der Bundesrat seine Delegationskompe-
tenzen überschritten hätte.
Kommt schliesslich hinzu, dass dem Bundesrat hinsichtlich allfälliger Ein-
zelheiten des Vollzugs zur Einspeisevergütung ein erheblicher Ermessens-
spielraum zukommt, welcher für das Bundesverwaltungsgericht verbindlich
ist. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Revision des Energiegesetzes
erst kürzlich erfolgt ist, womit namentlich den Materialien und damit der
historischen Auslegung ein grösseres Gewicht zukommt. Nach dem unter
E. 5.5.4 hiervor Gesagten war es der gesetzgeberische Wille, PV-Anlagen
künftig vermehrt mittels Einmalvergütungen zu fördern. Weiter ist an dieser
Stelle anzumerken, dass die Mittel für die KEV begrenzt sind und diese
kürzlich durch ein Einspeisevergütungssystem mit Direktvermarktung um-
gestaltet wurde (vgl. Art. 21 und Art. 72 Abs. 5 EnG). Im Übrigen geht die
Beschwerdeführerin ihres Anspruchs nicht gänzlich verlustig, sondern hat
einen Anspruch auf eine Einmalvergütung, was ebenso dafürspricht, dass
es keiner Regelung des Wahlrechts auf Gesetzesstufe bedurfte.
A-637/2020
Seite 16
5.5.9 Zusammenfassend kann daher festgehalten werden, dass der Bun-
desrat berechtigt war, die fragliche Verwirkungsfrist festzulegen, die in
Art. 104 Abs. 3 EnFV statuiert wird.
6.
Es ist nun zu prüfen, ob das Wahlrecht bereits vor Inkrafttreten oder auch
nach Ablauf der Frist noch ausgeübt werden konnte.
6.1 Die Beschwerdeführerin bringt einerseits vor, sie habe (mit der Anmel-
dung vom 23. April 2013) alles getan, was getan werden müsse, um am
Einspeisevergütungssystem teilzunehmen. Sie bestreitet zudem, dass ihr
die Information betreffend die Frist bis am 30. Juni 2018 übermittelt bzw.
eröffnet worden sei und kritisiert, dass das entsprechende Schreiben nicht
per eingeschriebene Post zugestellt worden sei. Der Beweis, ob es über-
haupt zur Zustellung der Verfügung gekommen und wann dies geschehen
sei, obliege (aufgrund einer Beweislastumkehr) der Behörde, die allein in
der Lage sei, diesen Beweis zu sichern. Mit Verfügung vom 15. April 2019
– respektive mit Zustellung der Verfahrensakten – habe sie Kenntnis dar-
über erlangt, dass sie ein weiteres Mal ein Wahlrecht werde ausüben müs-
sen. Direkt nach der entsprechenden Kenntnisnahme und damit innerhalb
der im Schreiben vom 8. Dezember 2017 erwähnten Frist von sechs Mo-
naten, habe sie der Vorinstanz mitgeteilt, dass sie für die Einspeisevergü-
tung optiere.
Weiter stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, von einem
Rechtsunkundigen dürfe und müsse man nicht erwarten, dass er Kenntnis
von Verordnungen (bzw. deren Änderungen) habe. Aber auch um die In-
vestitionssicherheit zu gewährleisten, seien die Betreiber entsprechender
Anlagen über diese wichtigen Änderungen, die nur auf Verordnungsstufe
geregelt seien, zu informieren.
6.2 Die Vorinstanz erwidert hierzu im Wesentlichen, dass die Swissgrid AG
mit Schreiben vom 8. Dezember 2017 sämtliche betroffenen Anlagenbe-
treiber und damit auch die Beschwerdeführerin darüber informiert habe,
dass sie bis zum 30. Juni 2018 ihr Wahlrecht schriftlich ausüben müssen.
Zwar könne die Zustellung dieses Informationsschreibens an die Be-
schwerdeführerin nicht mit einem Zustellnachweis ("track & trace") belegt
werden, da diese Schreiben per A-Post versendet worden seien. Sie bzw.
die Swissgrid AG habe aber die Informationsschreiben vom 8. Dezember
2017, welche von der Post an sie bzw. an die Swissgrid AG retourniert wor-
A-637/2020
Seite 17
den seien, systematisch erfasst. Die betreffende Excel-Liste enthalte kei-
nen Eintrag, dass das an die Beschwerdeführerin gerichtete Informations-
schreiben retourniert worden sei. Die Vorinstanz führt weiter aus, dass die
Möglichkeit einer Einmalvergütung erst per 1. April 2014 geschaffen wor-
den sei und damals nur für Anlagen mit einer Leistung von weniger als 30
kW bestanden habe. Betreibern von grossen Anlagen, die bei Inkrafttreten
der EnFV bereits auf der Warteliste gestanden hätten, sei zum Zeitpunkt
der Anmeldung noch gar kein Wahlrecht zugestanden, weshalb sie dieses
(zum damaligen Zeitpunkt) noch nicht hätten ausüben können. Demnach
sei damals für die vorliegende Anlage mit einer Leistung von 251.09 kW
gar keine Wahl zwischen KEV und Einmalvergütung möglich gewesen.
Mit Duplik vom 13. August 2020 ergänzt die Vorinstanz ihre Ausführungen
dahingehend, dass Verordnungen des Bundesrates gestützt auf das Pub-
likationsgesetz ihre Rechtspflichten entfalten würden, sobald diese in der
amtlichen Sammlung veröffentlicht worden seien.
6.3
6.3.1 In Art. 2 des Bundesgesetzes vom 18. Juni 2004 über die Sammlun-
gen des Bundesrechts und das Bundesblatt (Publikationsgesetz [PublG],
SR 170.512) werden jene (innerstaatlichen) Erlasse des Bundes aufge-
zählt, die in der Amtlichen Sammlung (AS) zu veröffentlichen sind. Darunter
befinden sich auch die Verordnungen des Bundesrates (Art. 2 Abs. 1 Bst. d
PublG). Art. 8 Abs. 1 PublG hält fest, dass Rechtspflichten aus zu publizie-
renden Erlassen (einschliesslich der Verordnungen des Bundesrates) mit
deren ordnungsgemässen Veröffentlichung entstehen (vgl. zum Ganzen
die Urteile des BVGer A-4407/2012 vom 1. Mai 2013 E. 3.5.4 und
A-7689/2008 8. September 2009 vom E. 2.1.1).
6.3.2 Vorliegend wurde die EnFV, namentlich auch Art. 104 Abs. 3, ord-
nungsgemäss am 12. Dezember 2017 in der AS publiziert (vgl. AS 2017
7031) und entfaltete damit ihre Rechtswirkungen ab dem Inkrafttreten am
1. Januar 2018 (Art. 109 EnFV). Nach dem zuvor unter E. 3 Gesagten ist
unbestritten, dass die Beschwerdeführerin ihr Wahlrecht zwischen der KEV
und der Einmalvergütung bis zum 30. Juni 2018 nicht ausgeübt hat. Dabei
handelt es sich um eine Verwirkungsfrist (vgl. E. 4.5.2 hiervor). Kommt
hinzu, dass die Beschwerdeführerin nach Ablauf der Frist auch kein Ge-
such um eine allfällige Fristwiederherstellung gestellt hat. Somit ist festzu-
halten, dass die Beschwerdeführerin ihren Anspruch auf Geltendmachung
des Wahlrechts verwirkt hat, weil sie dieses nicht innert Frist ausgeübt hat.
A-637/2020
Seite 18
Daran ändert auch der (sinngemässe) Einwand nichts, wonach sie am
23. April 2013 ihre PV-Anlage angemeldet und damit für den Erhalt der
Einspeisevergütung optiert habe. Art. 104 Abs. 3 EnFV ist erst am
1. Januar 2018 in Kraft getreten. Damit kann die Beschwerdeführerin ihr
Wahlrecht nicht bereits am 23. April 2013 ausgeübt haben.
7.
Die Beschwerdeführerin rügt sodann eine Verletzung des Vertrauensschut-
zes nach Art. 9 BV.
7.1 Sie macht diesbezüglich geltend, dass die Swissgrid AG bei der Pla-
nung, der Erstellung sowie während des Bewilligungs- respektive Anmel-
deverfahrens bei ihr das Vertrauen erweckt habe, sie habe alles getan, was
getan werden müsse, um an der Einspeisevergütung teilzunehmen; sie
müsse nur noch auf die entsprechende Bestätigung warten. Durch das von
der Swissgrid AG geschaffene Vertrauen und durch die Wahrnehmung von
staatlichen Aufgaben habe sie nach Treu und Glauben darauf vertrauen
dürfen, dass sie von der Swissgrid AG oder der Vorinstanz informiert
werde, falls etwas nicht in Ordnung sei oder es zu (rechtlichen) Änderun-
gen komme, die von ihr ein weiteres Handeln erfordern würden.
7.2 Die Vorinstanz widerspricht den Vorbringen der Beschwerdeführerin
mit Duplik vom 13. August 2020 dahingehend, dass eine über die Warte-
liste hinausgehende Grundlage für die Gewährung des Vertrauensschut-
zes nicht ersichtlich und von der Beschwerdeführerin zu belegen sei. Es
seien keine Belege in ihren Archiven zu finden, wonach die Swissgrid AG
der Beschwerdeführerin während der Errichtung die Förderung mittels kos-
tendeckender Einspeisevergütung zugesichert hätte. Zudem treffe es nach
ihrer Kenntnis nicht zu, dass Swissgrid die Beschwerdeführerin angefragt
habe, ob diese eine PV-Anlage errichten wolle. Dies hätte auch keinen Sinn
ergeben, da es nicht Aufgabe von Swissgrid AG gewesen sei, solche Pro-
jekte zu lancieren.
7.3 Der Grundsatz des Vertrauensschutzes (Art. 9 BV) bedeutet, dass die
Privaten Anspruch darauf haben, in ihrem berechtigten Vertrauen in
behördliche Zusicherungen oder in anderes, bestimmte Erwartungen
begründendes Verhalten der Behörden geschützt zu werden
(HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020,
Rz. 624). Dabei bedarf es zunächst eines Anknüpfungspunktes. Es muss
ein Vertrauenstatbestand, eine Vertrauensgrundlage vorhanden sein.
Darunter ist das Verhalten eines staatlichen Organs zu verstehen, das bei
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Seite 19
den betroffenen Privaten bestimmte Erwartungen auslöst (statt vieler BGE
129 I 161 E. 4.1). Der entsprechende Schutz entfällt in der Regel bei
Änderungen von Erlassen, da gemäss dem demokratischen Prinzip die
Rechtsordnung grundsätzlich jederzeit geändert werden kann. Mit anderen
Worten steht der Anspruch auf Vertrauensschutz im Allgemeinen unter
dem Vorbehalt von Rechtsänderungen, weshalb grundsätzlich immer mit
einer Änderung des geltenden Rechts gerechnet werden muss (BGE 130
I 26 E. 8.1; Urteile des BGer 1C_23/2014 vom 24. März 2015 E. 7.4.4 und
2C_763/2013 vom 28. März 2014 E. 4.4; Urteil des BVGer A-5647/2016
vom 6. September 2018 E. 6.2.1 m.w.H; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,
a.a.O., Rz. 640). Abgesehen davon können Private das Prinzip des
Vertrauensschutzes im Fall einer Rechtsänderung nur ausnahmsweise
anrufen, wenn sie durch eine unvorhersehbare Rechtsänderung in
schwerwiegender Weise in ihren gestützt auf die bisherige gesetzliche
Regelung getätigten Dispositionen getroffen werden und keine Möglichkeit
der Anpassung an die neue Rechtslage haben. Auch in einem solchen Fall
besteht aber kein Anspruch auf Nichtanwendung des neuen Rechts,
sondern es kann lediglich aus Gründen der Rechtsgleichheit, der
Verhältnismässigkeit und des Willkürverbots geboten sein, gegebenenfalls
eine angemessene Übergangsregelung zu schaffen (BGE 130 I 26 E. 8.1;
Urteile des BGer 1C_23/2014 vom 24. März 2015 E. 7.4.4 und
2C_694/2011 vom 19. Dezember 2011 E. 4.9.2; Urteil BVGer A-5647/2016
vom 6. September 2018 E. 6.2.1; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O.,
Rz. 641).
7.4 Dem Wartelistenbescheid vom 26. Juni 2013 lässt sich wörtlich Folgen-
des entnehmen: "Die im Energiegesetz unter Art. 15b Abs. 4 durch das
Parlament festgesetzte Summe der Zuschläge (Gesamtdeckel) über alle
Technologien erneuerbarer Energien ist erreicht worden. Das BFE hat da-
her einen Bescheidstopp für alle Technologien verfügt. Sämtliche Neuan-
meldungen für alle Technologien werden auf die Warteliste gesetzt. (...)
Sollte Ihr Projekt (...) Platz in der regulären Förderung finden, werden Sie
einen positiven Bescheid mit dem festgelegten provisorischen Vergütungs-
satz, den von Ihnen einzuhaltenden Fristen und weiteren Pflichten bekom-
men. Ob und wann Ihr Projekt von der Warteliste in die reguläre Förderung
übernommen wird, ist offen". Daraus ergibt sich deutlich, dass die Frage,
ob das Projekt überhaupt von einer Förderung profitieren kann, als auch
ein allfälliger Vergütungssatz, im Rahmen des positiven Bescheids erst
provisorisch festgelegt werden. Mit anderen Worten gibt die Aufnahme in
die Warteliste einem Anbieter noch keinen Anspruch auf Teilnahme am Ein-
speisevergütungssystem (vgl. auch ANDREAS STÖCKLI/LUKAS MARXER,
A-637/2020
Seite 20
Kommentar zum Energierecht, Art. 19 EnG Rz. 67). Selbst nach einem po-
sitiven Bescheid gilt der Vergütungssatz mithin noch als provisorisch. Bis
zu einem positiven Bescheid musste die Beschwerdeführerin somit in je-
dem Fall damit rechnen, dass sich Änderungen hinsichtlich einer allfälligen
Förderung ergeben können. Darauf schliesst auch die Fussnote am Ende
des Wartelistenbescheids, wonach das Parlament eine Änderung bei der
Förderung von Photovoltaik-Anlagen beabsichtige. Angesichts des Wort-
lauts des Wartelistenbescheids vom 26. Juni 2013 ist nicht ersichtlich, in-
wiefern dieser bei der Beschwerdeführerin ein berechtigtes Vertrauen in
die KEV hätte schaffen sollen. Der Wartelistenbescheid ist nicht geeignet,
eine Vertrauensgrundlage im Sinne von Art. 5 und Art. 9 BV zu bilden (vgl.
auch Urteil des BGer 2C_821/2019 vom 11. Februar 2020 E. 7; Urteil des
BVGer A-217/2020 vom 18. Mai 2020 E. 5.4).
Mangels Vertrauensgrundlage liegt keine Verletzung des Vertrauensschut-
zes nach Art. 9 BV vor.
8.
Ausstehend ist auf die prozessualen Anträge der Beschwerdeführerin ein-
zugehen. Sie stellt diverse Beweisanträge hinsichtlich der Anmeldung der
PV-Anlage, des (fehlenden) Kontakts mit der Beschwerdegegnerin bzw.
die fehlende Zustellung von Informationen. Ausserdem stellt sie einen An-
trag auf Edition des Zustellnachweises bezüglich des Informations-
schreibens der Beschwerdegegnerin.
Vorliegend erlauben die im Recht liegenden Akten eine ausreichende
Würdigung des Sachverhalts. Zum einen ist nicht bestritten, dass es sich
um eine grosse PV-Anlage handelt, welche die Voraussetzungen für die
KEV grundsätzlich erfüllt (vgl. E. 3 hiervor). Diesbezüglich erübrigen sich
die Beweisanträge, da Feststehendes nicht zu beweisen ist. Zum anderen
ist es bei der Verwirkungsfrist gemäss Art. 104 Abs. 3 EnFV unerheblich,
ob die Beschwerdeführerin allenfalls zu einem späteren Zeitpunkt, nach
Ablauf der Frist, der Vorinstanz die Ausübung ihres Wahlrechts mitgeteilt
hat (vgl. E. 6.3.2 hiervor), womit eine Beweisabnahme auch diesbezüglich
keinen Einfluss auf den Ausgang des Verfahrens haben kann.
Die entsprechenden Beweis- bzw. Editionsanträge der Beschwerdeführe-
rin sind daher in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. E. 1.4 hiervor) abzu-
weisen.
A-637/2020
Seite 21
9.
Zusammenfassend ergibt sich damit, dass die Beschwerde abzuweisen ist.
10.
Es bleibt über die Kosten- und Entschädigungsfolgen des Beschwerdever-
fahrens zu entscheiden.
10.1 Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei
auferlegt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Beschwerdeführerin ist als unterlie-
gend zu betrachten. Sie hat die auf Fr. 2'000.– festgesetzten Verfahrens-
kosten zu tragen (Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]). Der von ihr einbezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von
Fr. 2'000.– wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet.
10.2 Der unterliegenden Beschwerdeführerin steht keine Parteientschädi-
gung zu (vgl. Art. 64 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. VGKE); ebenso wenig hat die
Vorinstanz einen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 7 Abs. 3
VGKE).
(Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite.)
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