Decision ID: d4eec1bb-446d-4e68-92d3-77acc4fd8b7a
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1969, war seit dem
1.
Februar 2014 bei der
Y._
GmbH
angestellt und damit bei der Suva unfallversichert, als er am 1
2.
April 2014 von einer Leiter stürzte (
Urk.
7/1
Ziff. 1-6
)
. Im am
7.
Mai 2014 eingegangenen Arztzeugnis (
Urk.
7/6) wurd
en als Diagnosen eine Schulter-
/
Scapula
-Kontusion rechts und eine Lendenkontusion genannt (
Urk.
7/6
Ziff.
5).
Die Suva stellte die von ihr erbrachten Leistungen
mit Verfügung vom 1
4.
Juli 2015
per
3.
Dezember 2014 ein (
Urk.
7/57). Die vom zuständigen Krankenversicherer dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
7/59) wurde innert angesetzter Frist (
Urk.
7/60) nicht näher begründet. Die vom
Versicherten am 1
0.
August 2015
erhobene Einsprache (
Urk.
7/61) wies die Suva mit
Ein
spracheentscheid
vom 1
7.
November 2015 ab (
Urk.
7/65 =
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 1
7.
November 2015 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am
1
4.
Dezember 2015 Beschwerde und beantragte, dieser sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm die gesetz
lichen Leistungen im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 1
2.
April 2014 weiterhin auszurichten (
Urk.
1 S. 2 oben
Ziff.
1-2).
Die Suva beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
5.
Januar 2016 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde.
Auf Antrag des Beschwerdeführers (
Urk.
12), der einen weitern Arztbericht in Aussicht stellte (S.
2 f.
Ziff.
2-3), wurde das Verfahren am
9.
Mai
2016 sistiert (
Urk.
14), worauf der Beschwerdeführer mit Replik vom 1
2.
Dezember 2016 beantragte, die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
22 S. 2 oben), dies unter Hinweis auf zwischenzeitlich erstellte weitere Arztbericht
e
(
Urk.
23/1-3).
Die Suva beantragte mit Duplik vom 1
0.
Januar 2017 (
Urk.
26) weiterhin die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 1
1.
Januar 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
27).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetr
etenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausal
zusammenhangs sind a
lle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der einge
tretene Erfolg nicht als eingetr
eten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen
ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Beding
ungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Stö
rung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im
Sozialversicherungs
recht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin
den hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Be
gründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf
unfall
fremden
Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesund
heitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von
unfall
bedingten
Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialver
sicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gege
ben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
1.
4
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine
Teilursächlich
keit
für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch
Pflege
leistungen
und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heil
behandlungskosten
nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.5
F
ür einen behaupteten Wegfall der Kausali
tät aufgrund des Erreichens des Status quo sine (oder allenfalls des Status quo ante) trägt der Unfallver
sicherer die Beweislast (
Urteil des Bundesgerichts
8C_901/2009
vom 1
4.
Juni 2010 = SVR 2011 UV Nr. 4
E. 3.2
).
Im Sozialversicherungsprozess tragen die Parteien in der Regel eine Beweislast insofern, als im Falle der
Beweislosig
keit
der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbe
wiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten
wollte
. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sach
ver
halt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 218 E. 6).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2)
davon aus, gemäss der kreisärztlichen Beurteilung vom
7.
(richtig: 8.)
Juli 2015 sei spätestens mit Datum der bildgebenden Abklärung vom
3.
Dezember 2014 ein Status quo sine erreicht gewesen (S. 5 Mitte). Angesichts der gefestigten Rechtsprechung zu Rückenverletzungen sei im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung von weiteren Abklärungen abzusehen (S. 6 f.
Ziff.
3b).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, gemäss dem Bericht über eine am 1
8.
April 2016 erfolgte Konsultation sei die
Un
fallkausalität
der Beschwerden noch nicht beurteilbar (
Urk.
12 S. 2
Ziff.
2), und die Kausalitätsfrage sei auch anhand der später erstellten Berichte (vgl.
Urk.
23/1-3) nicht schlüssig zu beantworten, weshalb entweder die
Beschwer
degegnerin
weiterhin leistungspflichtig bleibe (
Urk.
22 S. 2 unten) oder, sollte nicht von einem Weiterbestehen des Kausalzusammenhangs ausgegangen werden, die Sache zu weiteren medizinischen Abklärungen an die
Beschwer
degegnerin
zurückzuweisen sei (
Urk.
22 S. 3 oben).
2.3
Strittig und zu prüfen ist mithin, ob die Leistungseinstellung per
3.
Dezember 2014 rechtens ist.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte in
seinem
am
7.
Mai 2014 eingegangenen Zeugnis (
Urk.
7/6) aus, die Erstbehandlung sei am 1
5. April
2014 erfolgt (Ziff.
1), und nannte als Diagnosen eine Schulter-/
Scapula
-Kontusion rechts und eine Lendenkontusion (
Ziff.
5). Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
ab 1
2.
April
2014 bis Mitte/
Ende Mai 2014 (
Ziff.
8).
3.2
Ein
Arthro
MR der rech
t
en Schulter am 2
0.
Juni 2014 ergab den Nachweis einer leichten Traumatisierung des AC-Gelenks mit minimer angrenzender Bursitis, einen unauffälligen
Befund
humeroglenoidal
und
insbesondere
eine intakte
Rotatorenmanschette
(
Urk.
7/16).
3.
3
Kreisarzt
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Chirurgie,
berichtete am
1
7.
September 2014 über seine gleichentags erfolgte Untersuchung (
Urk.
7/31).
Er nannte als Diagnose einen Status nach Leitersturz am 1
2.
April 2014 mit Kontusionen Rücken, Schulter, Schädel und Nacken (S. 4
Ziff.
5) und führte aus
,
es fänden sich
eine fast seitengleiche Beweglichkeit der Schultergelenke, kein Anhalt für eine AC-Problematik oder
Rotatorenmanschettenläsion
, eine fast unauffällige Beweglichkeit der gesamten Wirbelsäule und muskuläre
Verspannungen im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) und des oberen
Trapezius
und der rechten Nackenmuskulatur (S. 5 oben). Zum Ausschluss
unfallbedingter Veränderungen werde noch ein MRI der Halswirbelsäule
(HWS)
und der LWS durchgeführt (S. 5).
3.4
Das am 1
0.
Oktober 2014 erstellte MRI der HWS (
Urk.
7/41) ergab folgende Beurteilung:
Minimale degenerative Veränderung C5/6 mit
Spondylarthrose
auf der linken Seite und diskreter Einengung des
Neuroforamens
ohne Hinweis auf eine Nervenwurzelkompression. Keine Spinalkanalstenose. Keine Myelo
pathie.
3.5
Das am
3.
Dezember 2014 erstellte MRI der LWS (
Urk.
7/46) ergab folgende Beurteilung:
Leichte
Diskusprotrusionen
L4/5 und L5/S1 ohne Nervenwurzelkompression. Leichte
Fazettengelenksarthrosen
auf diesen Höhen. Fraglich kleine
Neo
arthrosbildung
zwischen
Processus
transversus
L5 und dem
Sakrum
links ohne Reizung dort. Keine
foraminalen
Stenosierungen
. Keine zentrale Spinalkanalstenose. Kein Hinweis für frische
ossäre
Läsionen oder frische ent
zündliche Veränderungen.
3.
6
Kreisarzt
Dr.
A._
erstattete am
8.
Juli 2015
eine ärztliche Beurteilung (
Urk.
7/56). Zum Verlauf hielt er nach dem Sturz von einer Leiter am 1
2.
April 2014 eine bis am
6.
Juli 2014
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100
%
, reduziert auf 50
%
ab dem
7.
Juli 2014 (S. 1)
, die Befunde der
kreis
ärztlichen
Untersuchung vom 1
7.
September 2014, des MRI der HWS vom 1
0.
Oktober 2014 und der LWS vom
3.
Dezember 2014 (S. 2) fest.
In seiner Beurteilung (S. 2 f.) führte er unter anderem aus, als rein
unfallbe
dingter
objektivierbarer Befund habe lediglich eine leichte Traumatisierung des AC-Gelenks rechts bestanden. Eine Läsion der
Rotatorenmanschette
be
ziehungsweise des Schultergürtels sei nicht aufgetreten und ebenso wenig hätten sich unfallbedingte strukturelle Läsionen an HWS und LWS gefunden. Die Muskelverspannungen seien durch die zwar leichten, jedoch objekti
vier
bar vorhandenen degenerativen Veränderungen hinreichend erklärt (S.
3 Mitte
).
Es sei davon auszugehen, dass es anlässlich des Leitersturzes vom 1
2.
April 2014 lediglich zu Kontusionen gekommen sei, die nach allgemeiner Erfah
rung innerhalb von Wochen bis wenigen Monaten abheilten, so dass spätes
tens mit Datum des MRI vom
3.
Dezember 2014 mit dem Nachweis lediglich
degenerativer Veränderungen ohne unfallbedingte strukturelle Läsion von einem Status quo sine auszugehen sei (S. 3 unten).
3.7
Am 1
8.
April 2016 berichtete
n
Dr.
med.
B._
, Assistenzarzt,
und
Dr.
med.
C._
, Chefärztin Rheumatologie und Rehabilitation, über die
gleichentags erfolgte Untersuchung des Beschwerdeführers im Rahmen der Schultersprechstunde der Klinik
D._
(
Urk.
13)
. Dab
ei nannte
n sie
folgende Diagnose (S. 1 Mitte):
anhaltendes
Zerviko
- und
Thorakolumbovertebralsyndrom
sowie rechtsseitige Schulterschmerzen nach Sturz mit der Leiter am 1
2.
April 2014 (
myofasziale
Befunde, Insuffizienz der haltungsstabilisierenden Muskulatur).
Anamnestisch führten sie unter anderem aus, der Patient habe von einer Leiter aus eine Birne wechseln wollen, sei dann mit der Leiter auf die rechte Seite gefallen und habe die rechte Schulter, den Kopf und den Nacken ange
schlagen. Seither bestünden Schmerzen im Nacken mit Ausstrahlung in den Kopf, Schulterschmerzen rechts und - als unangenehmste Schmerzen - ein schmerzhafter Bereich am
thorakolumbalen
Übergang (S. 1 unten).
In ihrer Beurteilung führten sie aus, bei
m
Patienten bestünden seit dem
Leitersturz vom 1
2.
April 2014 im häuslichen Umfeld (Deckenhöhe zirka 2.5
m)
Beschwerden an der rechten Schulter, am Nacken und im
thorakolum
balen
Übergang. Es lägen ihnen keine Voruntersuchungen, Berichte oder Bild
gebungen vor, so dass sie zunächst eine rein klinische Beurteilung vor
nähmen (S. 3 unten). Zur Hauptfrage des zuweisenden Hausarztes und des Patienten könnten sie aktuell keine Stellung beziehen (S. 4).
3.8
Im Bericht vom 2
6.
April 2016 über die gleichentags erfolgte Konsultation
(
Urk.
23/1) hielten
Dr.
B._
und
Dr.
C._
einen unverändert
en
klinischen Befund der HWS, der Brustwirbelsäule (BWS)
und der LWS fest (S.
1
unten). Es sei ihnen weiterhin nicht möglich, zur eigentlichen Fragestellung der sistierten Suva-Leistungen Stellung zu nehmen. Die bei ihnen eingetroffenen Bildgebungen seien alle mit relativ zeitlichem Abstand zum eigentlichen Trauma. Berichte von ärztlichen Vorstellungen direkt nach dem Trauma lägen ihnen weiterhin nicht vor und seien ihnen auch vom Hausarzt nach mehrmaliger Anfrage nicht zugestellt worden. Sollte sich auch in den (in Aussicht genommenen) Funktionsaufnahmen kein für eine posttraumatische Veränderung suspekter Befund zeigen, seien sie nicht in der Lage, die Frage mit den ihnen vorliegenden Unterlagen zu beantworten; hierzu müsste ein reguläres Gutachten erfolgen, zu dem dann auch alle Akten vorliegen müssten (S. 2 Mitte).
3.9
In ihrem Bericht vom 3
0.
Mai 2016 (
Urk.
23/2) führten
Dr.
B._
und
Dr.
C._
unter anderem aus, auch in den aktuellen konventio
nell radiologischen Aufnahmen zeige sich keine wesentlich klärende Pathologie, bis auf
peridentale
Verkalkungen um die
Dens
-Basis, was einer
Kalzium-Pyrophosphat-Ablagerungskrankheit (CPPD) entsprechen könne (S. 2
Mitte).
3.10
In ihrem Bericht vom
1
4.
Juni
2016 (
Urk.
23/
3
) führten
Dr.
B._
und
Dr.
C._
unter anderem aus,
eine am 1
3.
Juni 2016 durch
geführte 3-Phasen-Skelettszintigraphie der HWS und des
thorakolumbalen
Übergangs (S. 2 Mitte) habe gewisse Auffälligkeiten im Bereich des Os temporale rechts sowie des rechten Kiefergelenks und im Bereich des linken
Costovertebralgelenkes
BWK 10
gezeigt, die anamnestisch und klinisch klar nicht zur Lokalisation der Schmerzursache des Patienten passten. Bezüglich der Beschwerden im HWS- und BWS- beziehungsweise oberen LWS-Bereich fänden sich auch in der weiterführenden Abklärung „keine klärenden Be
funde“ (S. 3
).
4.
4.1
Die Beurteilung durch Kreisarzt
Dr.
A._
im Juli 2015 (vorstehend E. 3.6) - der den Beschwerdeführer im September 2014 persönlich untersucht hatte (vorstehend E. 3.3) - genügt den praxisgemässen Anforderungen an den
Be
weiswert
ärztli
cher Berichte (vorstehend E. 1.6
) vollumfänglich. Insbesondere vermag zu überzeugen, dass
Dr.
A._
in Berücksichtigung aller aktenkun
digen Berichte und der - teilweise von ihm zusätzlich veranlassten -
bildge
benden
Abklärungen
zum Schluss kam, es sei im Rahmen des Sturzes vom 1
2.
April 2014 lediglich zu Prellungen, nicht aber zu strukturellen Verletzun
gen gekommen. Diese Feststellung ist derart gut untermauert, dass sie als nachgerade unausweichlich einzustufen ist. Dass solche Verletzungen nach medizinischer Erfahrung innert Wochen oder weniger Monate abheilen (wo
von auch die Rechtsprechung ausgeht), lässt sich ebenfalls nicht in Zweifel ziehen, nachdem keinerlei Anhaltspunkte ersichtlich sind (und schon gar nicht geltend gemacht wurden), die auf ein Abweichen von dieser medizini
schen Erfahrung würden schliessen lassen.
4.2
Angesichts des vollen Beweiswertes der Beurteilung durch
Dr.
A._
steht somit fest, dass die vom Beschwerdeführer weiterhin geklagten Beschwerden - spätestens - im genannten Zeitpunkt auf degenerative Veränderungen und nicht auf eine unfallbedingte Verletzung zurückzuführen waren, dass also mit anderen Worten ein Status quo sine erreicht war.
Damit ist die Leistungspflicht
der Beschwerdegegnerin
ab diesem Zeitpunkt dahingefallen.
4.3
Im ersten der vier vom Beschwerdeführer eingereichten Berichte wurde zur - als „Hauptfrage“ bezeichneten
- Unfallkausalität nicht Stellung genommen, weil keine
Vorakten
verfügbar waren (vorstehend E. 3.7).
Im zweiten Bericht wurden Bericht
e
von ärztlichen Vorstellungen direkt nach dem Trauma vermisst und daraus geschlossen, zur Beantwortung (wenn nicht eher Bejahung) der Frage der Unfallkausalität müsste ein Gutachten erfolgen, zu dem dann alle Akten vorliegen müssten (vorstehend E. 3.8). Den
Bericht
erstattenden
war offensichtlich weder bekannt noch bewusst, dass es andere als die ihnen vorliegenden Berichte nicht gab und nicht gibt; der Beschwer
deführer wurde nicht intensiver als in den dokumentierten Abständen von seinem Hausarzt behandelt, und auch die Bildgebung beschränkte sich auf
das - den Berichterstattenden auch überlassene - Aktenkundige. Sie äusserten
sich zwar dahin, dass sie über mehr Akten
verfüg
en müssten, um die Frage der Unfallkausalität beantworten (oder bejahen) zu können, und verbanden dies mit dem Stichwort „Gutachten“. Dies ist zur Kenntnis zu nehmen, ohne
dass dies
ein
hinreichender
Grund für weitere Abklärungen
wäre
.
Im dritten Bericht wurde - nach weiteren bildgebenden Abklärungen - ausge
führt, es zeige sich „keine wesentlich klärende Pathologie“ (vorstehend E. 3.9
). Im vierten Bericht wurden schliesslich - nach abermaliger, zusätzlicher Bild
gebung - weiterhin „keine klärenden Befunde“ vermeldet (vorstehend E. 3.10).
Irgendeine Äusserung, die auf eine - wie kurz oder ausführlich auch immer begründete - nicht nur mögliche, sondern überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität der persistierenden Beschwerden auch nur hindeuten würde, findet sich in keinem der genannten Berichte.
4.4
Die späteren Versuche, doch noch eine ärztliche Beurteilung zu erwirken, in welcher die anhaltenden Beschwerden als unfallkausal taxiert würden,
sind
wie dargelegt
erfolglos geblieben. Der Beschwerdeführer hat mit dem Hinweis auf eine solche noch ausstehende Beurteilung eine Sistierung des vorliegen
den Verfahrens erwirkt. Der letzte von ihm beschaffte Bericht wurde im Juni
2016 erstellt (vorstehend E. 3.10); da er erst im Dezember 2016 eingereicht wurde (vgl.
Urk.
22), ist nicht auszuschliessen, dass in der - hier nicht doku
mentierten - Zwischenzeit noch weitere Bemühungen um eine ärztliche Bestätigung der Unfallkausalität erfolgten, jedoch ebenfalls erfolglos blieben.
4.5
Somit hat es mit der Feststellung sein Bewenden, dass die
Beschwerdegegne
rin
zu Recht ihre Leistungen terminiert hat, da ab dem genannten Zeitpunkt kein
rechtsgenüglicher
Kausalzusammenhang mehr zwischen dem Unfall und noch geklagten Beschwerden bestand. Damit erübrigen sich selbstredend -
wenn anders als vom Beschwerdeführer postuliert (
Urk.
22 S. 3 oben)
-
weitere
Abklärungen und eine darauf gerichtete Rückweisung der Sache.
Vielmehr ist der angefochtene Entscheid zu bestätigen und die dagegen erho
bene Beschwerde abzuweisen.