Decision ID: 849df106-f616-44b9-9ea9-215753f2033e
Year: 2006
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X.Y. war seit Jahren stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Z. und damit von
Amtes wegen auch Mitglied der Feuerschutzkommission Z.. Mit Schreiben vom 9. März
2006 an den Gemeinderat Z. kündigten er und der Kommandant gemeinsam das
Feuerwehrkommando per 10. März 2006. Sie teilten dabei mit, dass sie trotz Abgabe
des Kommandos weiterhin Feuerwehrdienst als Offiziere bei der Feuerwehr Z. leisten
werden. An der Gemeinderatssitzung vom 13. März 2006 wurde das Kommando der
Feuerwehr Z. einstweilig an die Offiziere A. R. und O. S. delegiert. Am gleichen Tag
bestätigte der Gemeinderat schriftlich den Eingang der Kündigung von X.Y.. Am 19.
April 2006 wurde er vom Gemeinderat auf den 5. Mai 2006 zu einer Besprechung
seines Rücktritts eingeladen.
An der Sitzung vom 1. Mai 2006 hat sich die Feuerschutzkommission Z. in der
Besetzung A. R. (Präsident), C. B. (Mitglied), U. S. (Mitglied) und R. T. (Aktuar) unter
anderem mit dem Verbleib von X.Y. in der Feuerwehr befasst und entschieden, dem
Gemeinderat den Antrag zu stellen, X.Y. freizustellen bzw. zu den
Feuerwehrersatzabgabepflichtigen umzuteilen. Am 5. Mai 2006 fand eine Besprechung
statt, an welcher X.Y., die Feuerschutzkommission, der Gemeinderat sowie ein
Vertreter des Amts für Feuerschutz teilnahmen. Dabei wurde ihm offenbar mitgeteilt,
dass beabsichtigt sei, ihn zu den Ersatzabgabepflichtigen umzuteilen. Tags darauf trat
C. B. per sofort als Mitglied der Feuerschutzkommission zurück. Der Gemeinderat
entschied am 8. Mai 2006, dass X.Y. zu den Abgabepflichtigen umgeteilt wird, weil ein
Verbleib in der Feuerwehr unter den gegeben Umständen als schwierig und eine
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Degradierung als unverhältnismässig erachtet werde. Am 15. Mai 2006 ersuchte X.Y.
den Gemeindepräsidenten um Erlass einer anfechtbaren Verfügung.
Nachdem zwischenzeitlich am 12. Mai 2006 auch A. R. per sofort als Präsident der
Feuerschutzkommission zurückgetreten war, bestellte der Gemeinderat am 18. Mai
2006 die Feuerschutzkommission neu. Dabei wurde der Gemeinderat M. L. zum neuen
Präsidenten und der Feuerwehroffizier U. St. zum neuen Mitglied gewählt. U. S. wurde
in ihrem Amt bestätigt. Angesichts der voraussichtlichen Übergabe des Kommandos
an die Feuerwehr G. blieben die Besetzungen mit dem Kommandanten und dem
Kommandanten-Stellvertreter der Gemeindefeuerwehr vakant. Am 22. Mai 2006 fand
ein runder Tisch in Sachen Feuerwehr Z. statt, an dem neben zahlreichen anderen
Personen auch X.Y. teilnahm. Die Feuerschutzkommission eröffnete X.Y. am 24. Mai
2006 den an der Sitzung vom 1. Mai 2006 beschlossenen Antrag als Entscheid, dass er
zu den Abgabepflichtigen umgeteilt wird.
B.- Gegen diesen Entscheid erhob X.Y. mit Eingabe vom 30. Mai 2006 und Ergänzung
vom 28. Juni 2006 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem
sinngemässen Antrag, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und er sei nicht zu
den Ersatzabgabepflichtigen umzuteilen.
Die Vorinstanz beantragte am 11. August 2006 die kostenfällige Abweisung des
Rekurses.
Auf die Ausführungen der Beteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird, soweit

notwendig, in den Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rechtsmittelerhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 30. Mai 2006 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Er erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 28. Juni 2006 in
formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. d Ziff. 1,
45, 47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt:
VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
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2.- Das vorinstanzliche Verfahren wirft einige formelle Fragen auf, die im Folgenden zu
klären sind.
a) Vorliegend hat die Feuerschutzkommission in der Besetzung des Präsidenten A. R.
und den beiden Mitgliedern C. B. und U. S. an der Sitzung vom 1. Mai 2006 mit einem
2:1 Entscheid beim Gemeinderat den Antrag gestellt, die Herren T. K. und X.Y.
freizustellen bzw. zu den Ersatzabgabepflichtigen umzuteilen. In dieser Besetzung war
die Feuerschutzkommission grundsätzlich beschlussfähig (Art. 161 Abs. 1 des
Gemeindegesetztes, sGS 151.2, abgekürzt: GG, in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 des
Gesetzes über den Feuerschutz, sGS 871.1, abgekürzt: FSG, und Art. 3 Abs. 2 des
Feuerschutzreglements der Politischen Gemeinde Z. vom 27. Oktober 1993). Auch die
zwischenzeitlich zurückgetretenen A. R. und C. B. waren am 1. Mai 2006 noch im Amt.
b) Die Gemeinde ging zunächst davon aus, dass der Entscheid hinsichtlich der
Feuerwehrdienstpflicht bzw. Ersatzsteuerpflicht vom Gemeinderat zu erlassen sei. Aus
dem Protokoll der Sitzung vom 1. Mai 2006 geht denn auch hervor, dass der
Gemeinderat von der Feuerschutzkommission einen Antrag bezüglich Funktion und
Einteilung des zurückgetretenen Kommandos erwarte. Auf den Antrag der
Feuerschutzkommission hin und nach einer Besprechung mit dem Rekurrenten,
entschied dann der Gemeinderat, dass der Rekurrent per 5. Mai 2006 zu den
Abgabepflichtigen umgeteilt wird. Dies wurde ihm mit Schreiben vom 8. Mai 2006
mitgeteilt. Nachdem er den Erlass einer anfechtbaren Verfügung verlangte, eröffnete
ihm die Feuerschutzkommission am 24. Mai 2006, dass sie anlässlich der Sitzung vom
1. Mai 2006 entschieden habe, dass er per 5. Mai 2006 zu den Abgabepflichtigen
umgeteilt werde. In der Vernehmlassung führt die Vorinstanz aus, dass der Rekurrent
nach der Besprechung vom 5. Mai 2006 eine anfechtbare Verfügung verlangt habe.
Daraufhin sei die rechtliche Situation mit dem Amt für Feuerschutz besprochen
worden. Es sei dann beschlossen worden, den Entscheid der Feuerschutzkommission
vom 1. Mai 2006 X.Y. in einer anfechtbaren Verfügung zu eröffnen. Diese Verfügung sei
am 24. Mai 2006 eingeschrieben zugestellt worden.
aa) Hierzu ist vorab festzuhalten, dass nach Art. 34 Abs. 3 FSG die
Feuerschutzkommission zum Entscheid über die Dienst- und Abgabepflicht zuständig
ist. Dies ergibt sich auch aus Art. 13 des Feuerschutzreglements. Der Entscheid der
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Feuerschutzkommission ist direkt bei der Verwaltungsrekurskommission mit Rekurs
anfechtbar (Art. 41 lit. d Ziff. 1 VRP). Zu einem Entscheid über die Dienst- und
Abgabepflicht ist der Gemeinderat daher nicht zuständig. Sein Beschluss vom 8. Mai