Decision ID: a93dce62-1f17-45e9-90b4-7c54838e4ffb
Year: 2011
Language: de
Court: ZH_VG
Chamber: ZH_VG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
hat sich ergeben:
I. Die Bausektion des Stadtrats Zürich erteilte am 20. Januar 2010 A die baurechtliche Bewilligung für den Aufbau eines Dachgeschosses und für verschiedene Umbauten im Erdgeschoss beim bestehenden Einfamilienhaus Assek.-Nr. 01 auf dem Grundstück Kat.-Nr. 02 an der E-Strasse 03 in Zürich.
I. Die Bausektion des Stadtrats Zürich erteilte am 20. Januar 2010 A die baurechtliche Bewilligung für den Aufbau eines Dachgeschosses und für verschiedene Umbauten im Erdgeschoss beim bestehenden Einfamilienhaus Assek.-Nr. 01 auf dem Grundstück Kat.-Nr. 02 an der E-Strasse 03 in Zürich.
II. Hiergegen erhob C am 22. Februar 2010 Rekurs an die Baurekurskommission I und beantragte, die angefochtene Baubewilligung aufzuheben. Mit Entscheid vom 23. Juni 2010 hiess die Baurekurskommission I den Rekurs gut und hob den Beschluss der Bausektion des Stadtrats Zürich vom 20. Januar 2010 auf.
III.
Mit Eingabe vom 1. September 2010 erhob A Beschwerde an das Verwaltungsgericht und stellte den Antrag, den Rekursentscheid vom 23. Juni 2010 aufzuheben und den Bausektionsbeschluss vom 20. Januar 2010 zu bestätigen, eventuell die Sache an die Baurekurskommission I zur Prüfung der noch nicht beurteilten Fragen zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen sowohl für das Rekurs- als auch für das Beschwerdeverfahren.
Die Baurekurskommission I und die Beschwerdegegnerin beantragten Abweisung der Beschwerde; Letztere verlangte zudem die Zusprechung einer Parteientschädigung. Die Bausektion der Stadt Zürich stellte den Antrag, die Beschwerde im Sinn des Eventualantrags, allenfalls des Hauptantrags, gutzuheissen. In Replik und Duplik hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.
Die Erwägungen im Beschluss der Bausektion vom 20. Januar 2010 und im Rekursentscheid vom 23. Juni 2010 sowie die Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften werden, soweit rechtserheblich, in den nachfolgenden Entscheidgründen wiedergegeben.

Die Kammer erwägt:
Die Kammer erwägt:
1. Das Verwaltungsgericht ist gemäss § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zuständig zur Behandlung der Beschwerde gegen den angefochtenen Entscheid der Baurekurskommission.
Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die rechtzeitig erhobene Beschwerde einzutreten.
Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die rechtzeitig erhobene Beschwerde einzutreten.
2. 2.1 Das streitbetroffene Einfamilienhaus Assek.-Nr. 01 bildet die mittlere Baute einer leicht gestaffelten Reihenhauszeile mit drei Einheiten (E-Strasse 04/03/05). Es wurde am 21. Januar 1972 bzw. 9. November 1973 von der Bausektion II des Stadtrats von Zürich als Teil einer Überbauung in der damaligen Zone D bewilligt, welche aus den vier Mehrfamilienhäusern E-Strasse 06/07/08/09 und den sechs Einfamilienhäusern E-Strasse 10/11/12 sowie 04/03/05 besteht. Die damals geltende Bauordnung der Stadt Zürich vom 12. Juni 1963 (BauO 1963) liess in der Zone D grundsätzlich zwei Vollgeschosse zu; zusätzlich durften 50 % der darunter liegenden Vollgeschossfläche in einem Teil des Gebäudes oder der Gebäudegruppe in einem dritten Vollgeschoss zusammengefasst werden (Art. 5 und 7 BauO 1963). Das damalige Projekt sah teilweise viergeschossige Baukörper vor, umfasste eine Arealfläche von ca. 6'852 m2 und wurde als Arealüberbauung im Sinn von Art. 29 ff. BauO 1963 bewilligt. Mit den Baubewilligungen vom 21. Januar 1972 bzw. 9. November 1973 wurde die – heute auch auf dem Baugrundstück Kat.-Nr. 02 vermerkte – Anmerkung der folgenden öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkung im Grundbuch verfügt:
a) Der jeweilige Eigentümer des Grundstücks Kat.-Nr. 13 darf die Arealfläche weder stärker auszunützen noch wesentlich anders als nach den von der Bausektion II des Stadtrates am 21. Januar 1972 und 9. November 1973 bewilligten Plänen überbauen.
2.2 Nach der heute geltenden Bau- und Zonenordnung der Stadt Zürich vom 23. Oktober 1991 (BZO) ist das Areal und damit auch das Baugrundstück Kat.-Nr. 02 der Zone W2bI zugeteilt. In dieser sind laut Art. 13 BZO 2 Vollgeschosse, 1 anrechenbares Untergeschoss und 1 anrechenbares Dachgeschoss gestattet. Arealüberbauungen sind in der Wohnzone W2b nicht zulässig (Art. 8 Abs. 1 BZO).
2.2 Nach der heute geltenden Bau- und Zonenordnung der Stadt Zürich vom 23. Oktober 1991 (BZO) ist das Areal und damit auch das Baugrundstück Kat.-Nr. 02 der Zone W2bI zugeteilt. In dieser sind laut Art. 13 BZO 2 Vollgeschosse, 1 anrechenbares Untergeschoss und 1 anrechenbares Dachgeschoss gestattet. Arealüberbauungen sind in der Wohnzone W2b nicht zulässig (Art. 8 Abs. 1 BZO).
3. 3.1 Die Beschwerdeführerin bringt in ihrer Beschwerde vom 1. September 2010 (Rz. 11.5, S. 12 f.) vorab neu vor, der Rekurs der nunmehrigen Beschwerdegegnerin sei missbräuchlich. Denn im obersten Geschoss ihrer Liegenschaft E-Strasse 09 habe sie in Abweichung von den ursprünglich bewilligten Plänen eine überdachte Terrassenfläche von ca. 20 m2 Fläche eingefasst und zu Wohnraum umfunktioniert. Die Beschwerdeführerin habe dies erst durch die unerwartete Argumentation im Rekursentscheid beim Planstudium bemerkt. Da es sich beim erweiterten Geschoss dieser Liegenschaft um ein Vollgeschoss handle, sei dadurch die anrechenbare Ausnützung erhöht worden. Diese Änderung sei zudem von weither sichtbar. Der Rekurs der heutigen Beschwerdegegnerin, die die baulichen Veränderungen auf ihrem Grundstück einerseits und auf dem Nachbargrundstück andererseits mit verschiedenen Ellen messe, sei unverständlich und widersprüchlich, verstosse gegen Treu und Glauben und sei als rechtsmissbräuchlich zu qualifizieren, weshalb die Baurekurskommission auf den Rekurs nicht hätte eintreten dürfen.
Diesen Ausführungen hält die Beschwerdegegnerin entgegen, gemäss Auskunft des damaligen Bauleiters sei die angesprochene Überdeckung eines Teils der Terrasse auf Wunsch des ersten Mieters der betreffenden Wohnung auch im talseitigen Bereich mit einer Verglasung geschlossen worden. Die Änderung sei in den Revisionsplänen von 1974 und 1975 bereits enthalten. Die Beschwerdegegnerin sei erst 1981 an die E-Strasse gezogen und erst seit 2005 Stockwerkeigentümerin. Sie habe die Verglasung nicht veranlasst und bis zum vorliegenden Verfahren nicht einmal gewusst, dass diese Verglasung eine Abweichung von den ursprünglich bewilligten Plänen darstelle.