Decision ID: 37cda21c-9539-4860-865c-c458b2a04466
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ war bei der B._ AG angestellt und dadurch bei der Suva obligatorisch
gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 18. Juli 1982
stürzte der Versicherte während eines Urlaubs in C._ in alkoholisiertem Zustand aus
zwölf Metern Höhe von einem Balkon (vgl. Suva-act. 1 ff.). Dabei zog er sich eine
Commotio cerebri, eine Mandibulafraktur, Zahnfrakturen im Ober- und Unterkiefer,
einen Serosa-Riss im Mesocolon transversum, ein Hämatom im Sigmabereich, eine
zentrale Hüftgelenks-Luxationsfraktur mit lateraler Schenkelhalsfraktur links, eine
Beckentrümmerfraktur sowie eine Calcaneusfraktur links zu (vgl. Suva-act. 15, 33). Der
Versicherte wurde notfallmässig in C._ hospitalisiert und ab dem 26. Juli 1982 in der
Schweiz behandelt (vgl. Suva-act. 9, 33, 48 ff., 56, 60 f.). Im Mai 1983 hielt der Suva-
Kreisarzt als verbleibende Unfallfolgen eine Verkürzung des linken Beines, eine
Bewegungseinschränkung im linken Hüftgelenk sowie insgesamt eine stark
eingeschränkte Belastbarkeit der linken Hüfte fest (Suva-act. 36, vgl. auch Suva-act.
66). Mit Verfügung vom 28. Juni 1984 sprach die Suva dem Versicherten rückwirkend
ab 11. Februar 1983 eine auf einer Erwerbsunfähigkeit von 33.33% basierende
Invalidenrente der Unfallversicherung zu. Die Rentenleistungen wurden wegen
Grobfahrlässigkeit um 20% gekürzt (Suva-act. 80, vgl. Suva-act. 57).
A.b Im Oktober 2001 meldete der Versicherte der Suva zunehmende Beschwerden im
Zusammenhang mit der linken Hüfte (Suva-act. 182). Anlässlich der daraufhin am 12.
Dezember 2001 durchgeführten Untersuchung stellte der Kreisarzt eine deutliche
Verschlechterung der Hüftfunktion im Vergleich zur Untersuchung vom Mai 1983 fest.
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Der Kreisarzt erachtete eine schwere körperliche, weitgehend stehend-gehende
Tätigkeit als ungünstig. Dazu gehöre die angestammte Tätigkeit als Hilfsmaler. Eine
körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit mit einer Gewichtslimite von 8-10kg sei
dem Versicherten hingegen ganztätig zumutbar. Dabei seien Arbeiten mit länger
dauernder gebückter oder kauernder Stellung nicht zumutbar und regelmässiges
Treppensteigen solle vermieden werden (Suva-act. 189-4 f.). Mit Verfügung vom 28.
Februar 2003 erhöhte die Suva die Invalidenrente per 1. Januar 2001 auf 40%. Zudem
sprach sie dem Versicherten eine Integritätsentschädigung von Fr. 28'188.-- aufgrund
einer Integritätseinbusse von 40.5% zu (Suva-act. 216; vgl. Suva-act. 190).
A.c Im Frühjahr 2005 teilte der Versicherte der Suva mit, dass seine
Rückenbeschwerden stark zugenommen hätten. Die Suva liess ihn daraufhin erneut
kreisärztlich untersuchen (vgl. Suva-act. 224 ff.). Nachdem der Kreisarzt im Rahmen
der Untersuchung vom 3. August 2005 keine wesentliche Veränderung hatte feststellen
können, lehnte die Suva die beantragte Erhöhung der Invalidenrente mit Verfügung
vom 12. September 2005 ab (Suva-act. 233-3, 237). Die gegen diese Verfügung
gerichtete Einsprache vom 6. Oktober 2005 wies die Suva mit Entscheid vom 1. März
2006 ab (Suva-act. 249). Der Versicherte gelangte daraufhin an das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen, welches die Beschwerde mit Entscheid
vom 11. Dezember 2006 ebenfalls abwies (UV 2006/47, Suva-act. 262).
A.d Im Juli 2006 erfolgte bei Diagnose einer posttraumatischen Coxarthrose eine Hüft-
Totalprothesenimplantation links. Im Oktober 2006 berichtete der Operateur Dr. med.
D._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, über einen sehr guten postoperativen Verlauf (Suva-act. 263 f.).
A.e Im Juni 2007 zog sich der Versicherte bei einem Verkehrsunfall, welcher nicht
durch die Suva gedeckt war (vgl. Suva-act. 277, 289), eine Commotio cerebri, eine
Gesichtsweichteilverletzung, eine Claviculafraktur links sowie eine Patellafraktur rechts
zu (vgl. zum Ganzen Suva-act. 274, 285, 295). Die Patellafraktur wurde in der Folge
osteosynthetisch versorgt (vgl. Suva-act. 295.15, 295.26 f., 293).
A.f Im Oktober 2008 beantragte der Versicherte erneut eine Überprüfung seines
Rentenanspruchs (Suva-act. 299). Die Suva tätigte daraufhin verschiedene
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Abklärungen und veranlasste eine kreisärztliche Untersuchung durch Dr. med. E._,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
(Suva-act. 303 ff.). Dr. E._ hielt am 16. Januar 2009 fest, dass das im Dezember 2001
aufgestellte Zumutbarkeitsprofil auch aktuell noch gültig sei (Suva-act. 311). Gestützt
auf die kreisärztliche Beurteilung teilte die Suva dem Versicherten mit Schreiben vom
28. Januar 2009 mit, dass unverändert Anspruch auf die bisherige Invalidenrente
bestehe (Suva-act. 312).
A.g Im Dezember 2012 wurde der Versicherte wegen eines Sturzes auf die linke Hüfte
und linke Schulter wiederum bei Dr. D._ vorstellig. Dieser hielt am 20. Dezember
2012 fest, dass der Hüfte durch den Sturz nichts passiert sei. Bezüglich der Schulter
sei zuzuwarten (Suva-act. 341, vgl. Suva-act. 346). Am 11. April 2013 nahm Suva-
Kreisarzt Dr. E._ zu den Akten dahingehend Stellung, dass hinsichtlich der geklagten
Rückenschmerzen an der kreisärztlichen Beurteilung vom Januar 2009 festgehalten
werde (Suva-act. 352).
B.
B.a Mit Schreiben vom 25. Februar 2014 ersuchte der Versicherte unter
Geltendmachung einer massiven Schwäche im gesamten Stützapparat erneut um eine
Überprüfung der Rente (Suva-act. 361). Auf Veranlassung von Dr. med. F._, Facharzt
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, wurden in
der Folge verschiedene Abklärungen durchgeführt. Ein am 26. März 2014
durchgeführtes MRI der ganzen Wirbelsäule zeigte die zervikal schon seit Jahren
bekannte mässige Degeneration C3/4 und die posttraumatischen degenerativen
Veränderungen L4/5 und L5/S1 bei ansonsten normalem zervikothorakolumbalem
vertebrospinalem MRT. Insbesondere ergaben sich keine erkennbare Pathologie des
Myelons und keine intraspinale oder intrathorakale Raumforderung (Suva-act. 367, vgl.
auch den Bericht vom 9. April 2014, Suva-act. 380). Dr. med. G._, Fachärztin für
Neurologie, welche den Versicherten am 24. April und 2. Juni 2014 untersuchte, konnte
weder klinisch noch elektrophysiologisch eine Polyneuropathie nachweisen (Suva-act.
374, 378). Eine weitere von Dr. F._ veranlasste MRI-Untersuchung des
Neurocraniums vom Februar 2015 ergab unspezifische Glioseherde am ehesten
mikroangiopathischer Genese (vgl. Suva-act. 406-2). Vom 17. bis 20. Februar 2015
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befand sich der Versicherte zudem zu weiteren Abklärungen im Kantonsspital St.
Gallen (KSSG). Dabei konnte als Ursache der klinischen Beschwerden
bildmorphologisch eine Diskushernie LWK 4/5 festgestellt werden. Die Ärzte des KSSG
empfahlen bei geringem Leidensdruck eine konservative Therapie mit
physiotherapeutischer Betreuung (Suva-act. 406, 413 f.).
B.b Am 11. Juni 2015 hielt Suva-Kreisarzt Dr. med. H._, Facharzt für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, fest, dass aufgrund der Akten
keine Verschlimmerung der unfallbedingten medizinischen Situation festgestellt werden
könne. Weder die Diskushernie L4/5 noch die Glioseherde könnten mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis von 1982 zurückgeführt werden (Suva-act.
426). Gestützt auf diese kreisärztliche Beurteilung lehnte die Suva eine Erhöhung der
Invalidenrente mit Verfügung vom 17. Juni 2015 ab (Suva-act. 427).
C.
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 13. Juli 2015 vorsorglich Einsprache
und reichte mit Einspracheergänzung vom 19. August 2015 (Suva-act. 430, 437)
Berichte von Dr. D._ vom 21. August 2014 und vom 14. August 2015 ein (Suva-act.
438 f.). Die Suva holte daraufhin bei Kreisarzt Dr. H._ eine weitere ärztliche
Beurteilung ein, welche dieser am 3. Februar 2016 erstattete. Er hielt im Wesentlichen
fest, dass sich das im Dezember 2001 beschriebene Zumutbarkeitsprofil nicht
wesentlich verändert habe (Suva-act. 450). Mit Einspracheentscheid vom 10. Februar
2016 wies die Suva die Einsprache des Versicherten ab (Suva-act. 452).
D.
D.a Dagegen liess der Versicherte am 14. März 2016 Beschwerde erheben und
sinngemäss beantragen, der Einspracheentscheid vom 10. Februar 2016 sei
aufzuheben und es sei ihm mindestens eine Invalidenrente von 75% zuzusprechen. In
prozessualer Hinsicht liess er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Fiechter, Widnau, ersuchen
(act. G 1). Mit Beschwerdeantwort vom 25. April 2016 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 6). Am 23. Mai 2016
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wurde das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zurückgezogen (act. G 11, vgl. act.
G 9).
D.b Mit Replik vom 1. Juli 2016 liess der Versicherte im Wesentlichen an seinen
Anträgen festhalten und ersuchte im Sinne eines Eventualantrages zudem um
Erstellung eines unabhängigen orthopädischen Gutachtens. In prozessualer Hinsicht
wurde die Durchführung einer mündlichen Verhandlung beantragt (act. G 16). Die
Beschwerdegegnerin hielt mit Duplik vom 9. August 2016 an ihrem Antrag auf
Abweisung der Beschwerde fest (act. G 20).
D.c Am 23. Januar 2018 teilte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit, dass
dieser auf eine mündliche Verhandlung verzichte (act. G 23).
D.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der

übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen
1.
1.1 Zwischen den Parteien streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die
Voraussetzungen für eine Erhöhung der laufenden Rente des Beschwerdeführers
gegeben sind, mithin ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine höhere als die
bisherige 40%ige Invalidenrente hat.
1.2 Am 1. Januar 2017 sind die aufgrund der 1. UVG-Revision geänderten
Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und
der dazugehörenden Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in
Kraft getreten. Nachdem vorliegend Bestimmungen zur Anwendung gelangen, die mit
der Revision keine für den vorliegenden Sachverhalt wesentliche Änderung erfahren
haben, erübrigt sich eine intertemporalrechtliche Beurteilung.
1.3 Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10% invalid (Art.
8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
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ATSG), hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads
wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der
unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur
Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die
geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen.
Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des
Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen
Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustands erheblich
verändert haben (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Eine Veränderung der gesundheitlichen
Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in
seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat
(Urteil des Bundesgerichts vom 11. Mai 2009, 9C_261/2009, E. 1.2). Dagegen stellt die
bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen
unverändert gebliebenen Gesundheitszustands auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein
genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteil des
Bundesgerichts vom 3. Oktober 2013, 8C_211/2013, E. 2.2). Im Bereich der
obligatorischen Unfallversicherung ist die erforderliche Erheblichkeit der
Sachverhaltsänderung gegeben, wenn sich der Invaliditätsgrad um 5% verändert (BGE
140 V 87 E. 4.3).
1.5 Die Frage nach einer wesentlichen Änderung der tatsächlichen Verhältnisse
beurteilt sich durch den Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der
ursprünglichen Rentenverfügung bestanden hat (bzw. der letzten rechtskräftigen
Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
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Einkommensvergleichs beruht), mit demjenigen zur Zeit der streitigen
Revisionsverfügung bzw. des Einspracheentscheids (BGE 134 V 132 f. E. 3, BGE 129 V
4 E. 1.2 mit Hinweisen).
2.
2.1 Nach der ursprünglichen Rentenzusprache im Jahr 1984 wurde der
Rentenanspruch des Beschwerdeführers im Rahmen von Revisionsverfahren mehrmals
überprüft. Anlässlich des ersten Revisionsverfahrens wurde die Rente des
Beschwerdeführers mit Verfügung vom 28. Februar 2003 von 33.33% auf 40% erhöht
(Suva-act. 216). In einem zweiten Revisionsverfahren stellte die Beschwerdegegnerin
einen unveränderten Rentenanspruch fest, was mit gerichtlichem Entscheid vom 11.
Dezember 2006 vom Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen
verfahrensabschliessend bestätigt wurde (Suva-act. 262). Die letzte formell
rechtskräftig gewordene revisionsweise Bestätigung, welche auf einer umfassenden
medizinischen Abklärung beruhte, erfolgte mit Mitteilung vom 28. Januar 2009 (Suva-
act. 312). Damit ist zu prüfen, ob beim Beschwerdeführer seit Januar 2009 eine
unfallkausale gesundheitliche Verschlechterung eingetreten ist, welche sich erhöhend
auf den Invaliditätsgrad auswirkt.
2.2 Der Rentenbestätigung vom 28. Januar 2009 liegt in medizinischer Hinsicht im
Wesentlichen der kreisärztliche Untersuchungsbericht vom 16. Januar 2009 zugrunde
(Suva-act. 311). Darin hielt Dr. E._ in Auseinandersetzung mit der im damaligen
Zeitpunkt vorliegenden Aktenlage fest, dass beim Beschwerdeführer eine funktionelle
Beinverkürzung links von residuell 5.5-6cm vorliege. Die Korrektur am linken Schuh,
der gleichzeitig als Spezialschuh die Einschränkung der subtalaren
Gelenksbeweglichkeit links behandle, sei korrekt. Der Zustand nach alloplastischem
Hüftgelenksersatz links sei bezüglich Schmerzhaftigkeit und Beweglichkeit perfekt. Die
ganz diskrete Schwäche der Hüftabduktoren sei vorbestehend. Aufgrund der
Beckenverletzung und der Schwäche der Hüftabduktoren links werde die untere LWS
ohne Zweifel mehr belastet. Der Vorzustand einer torsionellen Fehlstellung müsse
dadurch als richtungsweisend beeinflusst erscheinen, sodass die Behandlung der
LWS-Beschwerden auch künftig zu Lasten der Beschwerdegegnerin gehe. Klinisch
zeige sich zwar eine leichte S-förmige Skoliose, die Beweglichkeit der Wirbelsäule sei
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aber erstaunlich gut. Subjektiv sei der Versicherte überzeugt, dass die Behandlung bei
der Naturheilpraktikerin mit Massagen alle zwei Wochen die vorhandenen
Rückenbeschwerden günstig beeinflusse. Rein objektiv sei dem wohl kaum
beizupflichten. Wahrscheinlich wäre ein regelmässiges Rückenmuskeltraining bezüglich
Langzeiterfolg günstiger. Bezogen auf die Unfallfolgen aus dem Jahr 1982 sei das am
12. Dezember 2001 erstellte Zumutbarkeitsprofil auch heute noch gültig. Aufgrund des
alloplastischen Hüftgelenksersatzes links ergäben sich Verbesserungen. Rein subjektiv
bzw. etwas schwierig objektivierbar ergäben sich aufgrund der Rückensituation etwas
Verschlechterungen. Die Geh- und Stehfähigkeit sei deutlich verbessert, dafür sei eine
lange Arbeit im Sitzen wegen der lumbovertebralen Beschwerden etwas eingeschränkt.
Nach wie vor sei die Zusatzlast auf 8-10kg begrenzt. Die zusätzliche Einschränkung
des Zumutbarkeitsprofils durch die beim Autounfall im Juni 2007 erlittenen
Verletzungen sei minimal. Im früheren Zumutbarkeitsprofil seien ja die erheblichen
Belastungseinschränkungen durch die linke Hüfte, deren Zustand heute besser sei,
berücksichtigt worden. Dafür sei jetzt das rechte Knie bezüglich der Belastbarkeit beim
Leitern- und Treppensteigen und bei den Zusatzbelastungen eingeschränkt. An der
definierten Belastbarkeit ändere sich dadurch unter dem Strich nichts (Suva-act. 311-7
f.).
2.3 Im vorliegenden Revisionsverfahren machte der Beschwerdeführer insbesondere
eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes aufgrund einer Schwäche am
gesamten Stützapparat geltend. Zudem beklagte er die Zunahme von
Rückenbeschwerden (vgl. Suva-act. 361, 366).
2.4 Die Beschwerdegegnerin verneinte das Vorliegen eine anspruchserheblichen
Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers im vorliegend zu
beurteilenden Revisionsverfahren im Wesentlichen gestützt auf die kreisärztliche
Beurteilung von Dr. H._ vom 11. Juni 2015 (Suva-act. 426).
2.4.1 Dr. H._ hielt fest, dass beim Beschwerdeführer bereits seit vielen Jahren
Rückenbeschwerden bestünden, welche in letzter Zeit in den Vordergrund getreten
seien. Wie bereits früher festgehalten worden sei, sei es durch die ausgeprägte
Symmetrie (richtig wohl: Asymmetrie, vgl. Suva-act. 311-6) des Beckens zu einer
vermehrten Belastung im Bereich der LWS gekommen. Die torsionelle Fehlstellung der
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Wirbelsäule sei bereits auf den Röntgenbildern aus dem Jahr 1983 dargestellt worden
und könne als vorbestehend angesehen werden. Im Rahmen der veränderten
Belastungsverhältnisse sei es zu einer dauernden Verschlimmerung gekommen. Dieses
so genannte lumbovertebrale Syndrom betreffe hauptsächlich die muskuläre Situation
im Bereich der Lendenwirbelsäule. Die Problematik bezüglich Bandscheiben sei in der
Regel degenerativer Natur und nehme ihren schicksalsmässigen Verlauf unabhängig
von äusseren Ereignissen. Die unfallbedingte Entstehung einer Diskushernie sei sehr
selten und in der Regel an ein sofortiges Auftreten von neurologischen Symptomen
gekoppelt. Dies sei beim Beschwerdeführer nicht der Fall gewesen. Die LWS-
Beschwerden seien einige Jahre nach dem Unfall in Erscheinung getreten und hätten
nie eine radikuläre Symptomatik gezeigt. Auf den konventionell-radiologischen
Röntgenbildern der Wirbelsäule werde zwischen August 2005 und Januar 2013 keine
relevante Verschlechterung festgehalten. Die Diskushernie L4/L5 mit Kompression der
Nervenwurzeln L4 rechts könne die geklagte Schwäche in den Beinen nicht erklären.
Dies werde auch von Dr. F._ entsprechend dargelegt.
2.4.2 Dr. H._ führte weiter aus, dass die vom Beschwerdeführer geklagte
Zunahme der Rückenschmerzen und die unklaren Schwächezustände an beiden
Beinen mit Einknicken durch die neurologischen Abklärungen nicht eindeutig hätten
erklärt werden können. Die rechtsseitige Diskushernie L4/5 könne nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis von 1982 zurückgeführt
werden. Bei fehlender Klinik sei es zudem schwierig, die geklagten Beschwerden mit
dem MRI-Befund in Einklang zu bringen. Zudem sei bekannt, dass MRI-Befunde an der
Wirbelsäule nicht zwingend ein neurologisches Korrelat haben müssten. Die
festgestellten Glioseherde im Gehirn seien vermutlich mikroangiopathischer Natur und
könnten ebenfalls nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis
von 1982 zurückgeführt werden. Eine Verschlimmerung der unfallbedingten
medizinischen Situation könne nicht festgestellt werden.
3.
3.1 Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers spricht der Umstand, dass es sich
bei der Beurteilung von Dr. H._ um eine reine Aktenbeurteilung handelt, nicht gegen
ihren Beweiswert; eine Aktenbeurteilung ist nicht an sich beweisuntauglich. Die direkte
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ärztliche Auseinandersetzung mit der zu begutachtenden Person rückt dann in den
Hintergrund, wenn es im Wesentlichen nur um die Beurteilung eines feststehenden
medizinischen Sachverhalts geht und sich neue Untersuchungen erübrigen. In einem
solchen Fall kann auch ein reines Aktengutachten voll beweiswertig sein (Urteil des
Bundesgerichts vom 27. Juni 2012, 8C_681/2011, E. 4.1 mit Hinweisen). Für die
Beweistauglichkeit entscheidend ist insbesondere, dass genügend Unterlagen von
persönlichen Untersuchungen vorliegen (RKUV 1988 Nr. U 56 S. 370 E. 5b). Dies ist
vorliegend der Fall, denn der Beschwerdeführer wurde im massgeblichen Zeitraum
nicht nur von seinen langjährigen Ärzten Dr. F._ und Dr. D._ behandelt, sondern im
Rahmen umfassender neurologischer Abklärungen auch von Dr. G._ sowie stationär
im KSSG untersucht (Suva-act. 374, 378, 406, 413 f.). Dr. H._ erstellte seine
Beurteilung darüber hinaus in Kenntnis der umfangreichen medizinischen Vorakten (vgl.
S. 1-4 der Beurteilung vom 11. Juni 2015). Er zeigte die medizinischen
Zusammenhänge in Auseinandersetzung mit dem aktenmässigen Verlauf einleuchtend
auf und begründete seine Schlussfolgerungen nachvollziehbar. Er legte überzeugend
und im Einklang mit den Ergebnissen der bildgebenden und klinischen Abklärungen
dar, dass die vom Beschwerdeführer aktuell geklagten Schwächezustände nicht
eindeutig objektiviert werden könnten und bildgebend keine relevante
Verschlechterung festzustellen sei (Suva-act. 426-5).
3.2 Zusammenfassend vermag die kreisärztliche Beurteilung von Dr. H._ entgegen
dem Vorbringen des Beschwerdeführers zu überzeugen. Nicht zuletzt wird sie auch
durch die Einschätzung des den Beschwerdeführer seit Jahren behandelnden
orthopädischen Facharztes Dr. F._ gestützt. Dieser erachtete die Schlussfolgerungen
des Kreisarztes nach Studium der Akten ebenfalls als nachvollziehbar (vgl. den Bericht
vom 8. Juli 2015, Suva-act. 428). Bereits im Januar 2013 hatte Dr. F._ festgehalten,
dass die Zunahme der vom Beschwerdeführer geklagten lumbalen
Rückenbeschwerden bzw. die vorliegende Instabilität am Rücken insbesondere darauf
zurückzuführen sei, dass der Beschwerdeführer kein Bauch- und Rückenmuskulatur-
Training zur Stabilisierung des Rückens mehr betreibe (Suva-act. 345). Ein solches
Training ist dem Beschwerdeführer in Nachachtung der ihm obliegenden
Schadenminderungspflicht denn auch durchaus zumutbar. Im Übrigen empfahlen auch
die Ärzte des KSSG im Rahmen der stationären Abklärungen im Februar 2015 eine
konservative Therapie mit physiotherapeutischer Betreuung (vgl. Suva-act. 406, 413 f.).
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3.3 Entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers vermag der beschwerdeweise
angeführte Bericht von Dr. D._ vom 14. August 2015 die ärztliche Beurteilung von Dr.
H._ nicht zu erschüttern. Bezüglich der Hüftproblematik, welche die im Vordergrund
stehende Folge des Unfalls von 1982 darstellt, ist dem Bericht keine wesentliche
Verschlechterung zu entnehmen. Dr. D._ erhob grundsätzlich unauffällige Befunde
und hielt dementsprechend auch fest, dass das Hüftgelenk in Ordnung sei (Suva-act.
438). Soweit der Beschwerdeführer aus dem Vergleich des Berichts von Dr. D._ vom
August 2015 mit demjenigen vom August 2014 eine Verschlechterung ableiten möchte,
ist darauf hinzuweisen, dass er im August 2014 bei Dr. D._ wegen Knieproblemen
vorstellig geworden war. Entsprechend thematisierte Dr. D._ im Bericht vom 21.
August 2014 hauptsächlich die Knieproblematik. Bezüglich der Wirbelsäule, der
Beckenstatik und der grossen Gelenke erhob Dr. D._ unveränderte Befunde (vgl.
Suva-act. 439).
3.4 Vor dem Hintergrund der im Wesentlichen unveränderten Befundslage entsteht der
Eindruck, dass Dr. D._ bei der Einschätzung, wonach die Belastbarkeit bzw.
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers abgenommen habe und er nun überhaupt
keine Malerarbeiten mehr und die Massagetätigkeit nur noch zu 25% durchführen
könne, im Wesentlichen auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers abstellte.
Eine Zunahme von - subjektiv geklagten - Beschwerden vermag für die Annahme einer
anspruchserheblichen Verschlechterung allerdings nicht zu genügen. Hinzu kommt,
dass dem Beschwerdeführer Malerarbeiten bereits im Rahmen der kreisärztlichen
Beurteilung im Jahr 2001 als gänzlich unzumutbar erachtet worden waren (Suva-act.
189-4), weshalb die von Dr. D._ festgestellte Verschlechterung auch aus diesem
Grund wenig nachvollziehbar erscheint. Wie Dr. H._ in seiner Stellungnahme vom 3.
Februar 2006 in Auseinandersetzung mit den Berichten von Dr. D._ schlüssig
darlegte, hat sich das im Jahr 2001 erstellte Zumutbarkeitsprofil nicht wesentlich
verändert und die vom Beschwerdeführer geklagte verminderte Belastbarkeit wäre,
soweit objektivierbar, im Wesentlichen auf die Kniegelenksproblematik zurückzuführen
(vgl. Suva-act. 450-4). Mit der Beschwerdegegnerin (vgl. act. G 6 S. 3) ist diesbezüglich
festzuhalten, dass die Beschwerden im rechten Knie nicht auf das Unfallereignis von
1982 zurückzuführen sind, sondern unbestrittenermassen eine Folge des nicht durch
die Beschwerdegegnerin gedeckten Verkehrsunfalls vom Juni 2007 darstellen. Eine
Verschlimmerung der Kniegelenksproblematik ist im vorliegenden Verfahren deshalb
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unbeachtlich und wäre gegebenenfalls im Rahmen eines Rückfalls zum Unfall von 2007
zu prüfen.
3.5 Was die von Dr. D._ neu festgestellte Tendinose im Bereich des Ansatzes der
Gluteal- und der Rotatorenmuskulatur betrifft, ist schliesslich darauf hinzuweisen, dass
diese Veränderung gemäss Dr. H._ nicht objektivierbar ist (Suva-act. 450-4). Wie die
Beschwerdegegnerin zu Recht anführte (vgl. act. G 6 S. 5), werden für die Annahme
unfallkausaler somatischer Restfolgen grundsätzlich eine strukturelle Läsion bzw. eine
schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares Korrelat verlangt. Eine
Tendinose ist hingegen nicht als organisch hinreichend nachweisbare Unfallfolge zu
erachten (vgl. Urteil des Bundesgerichtes vom 17. Oktober 2008, 8C_124/2008, E. 6.1
mit Hinweisen).
4.
4.1 Zusammenfassend steht mit dem im Sozialversicherungsrecht massgeblichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass seit Januar 2009 keine
anspruchserhebliche unfallkausale Verschlechterung des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers eingetreten ist. Die Beschwerdegegnerin hat eine Rentenerhöhung
damit zu Recht abgelehnt.
4.2 Dabei kommt man mit Blick auf die vorliegende Aktenlage nicht umhin darauf
hinzuweisen, dass aus den Akten weder klar hervorgeht, wie der ursprüngliche
Invaliditätsgrad von 33.33% ermittelt worden, noch wie die Erhöhung des
Invaliditätsgrades auf 40% zustande gekommen war. Obwohl der Suva-Kreisarzt dem
Beschwerdeführer anlässlich der Untersuchung vom 12. Dezember 2001 eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten attestiert hatte (vgl. Suva-act. 189-4
f.), war die Suva von einer 40%igen Erwerbseinbusse ausgegangen. Woraus diese
Erwerbseinbusse bei kreisärztlich festgestellter voller Arbeitsfähigkeit in angepassten
Tätigkeiten resultiert haben soll, geht aus den Akten nicht hervor. Ein Invaliditätsgrad
von 40% tauchte erstmals im Protokoll über eine Besprechung mit dem Versicherten
vom 30. Januar 2003 auf (Suva-act. 211). Eine Herleitung oder Berechnung lässt sich
aber auch dem entsprechenden Protokoll nicht entnehmen. Ob im damaligen Zeitpunkt
der Untersuchungsgrundsatz verletzt worden war bzw. ob ein Grund für eine
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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St.Galler Gerichte
Wiedererwägung nach Art. 53 Abs. 2 ATSG gegeben wäre, hat vorliegend offen zu
bleiben.
5.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).