Decision ID: 24eb7e5c-6c26-5dd6-9f85-e1843bf991e2
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._–
B._–
C._ bezog ab dem 1. Januar 2004 Ergänzungsleistungen zu seiner ganzen IV-
Rente (EL-act. 121 f. und 113-6 f.). Die EL-Durchführungsstelle eröffnete am 12. Januar
2011 ein Verfahren zur periodischen Überprüfung der laufenden Ergänzungsleistung
(EL-act. 93). Im entsprechenden Fragebogen gab der EL-Bezüger am 5. Februar 2011
an, sein Auto habe einen Wert von Fr. 3'000.--; sein Sparvermögen belaufe sich auf Fr.
13'940.50, der Ertrag daraus auf Fr. 19.80. Die AHV-Zweigstelle vermerkte im
Fragebogen, der EL-Bezüger habe ein Freizügigkeitskonto bei der Bank D._ (EL-act.
90-3 ff.). Die EL-Durchführungsstelle notierte im Fragebogen, der EL-Bezüger sei zu
100% invalid, weshalb er sich die Freizügigkeitsleistung auszahlen lassen könnte (EL-
A.a.
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act. 90-3). Sie forderte den EL-Bezüger am 16. August 2011 auf (act. 86), Auszüge aus
dem Freizügigkeitskonto bei der Bank D._ einzureichen, um so das Bruttovermögen
per 31. Dezember 2010 zu belegen. Gemäss dem vom EL-Bezüger eingereichten
Auszug per 31. Dezember 2010 hatten sich der Saldo des Freizügigkeitskontos auf Fr.
17'799.30 und der Ertrag auf Fr. 284.60 belaufen (EL-act. 84-4 f.). Bei der
Anspruchsberechnung ab Februar 2011 berücksichtigte die EL-Durchführungsstelle ein
Sparguthaben von Fr. 13'940.--, ein Freizügigkeitsguthaben von Fr. 17'799.-- und den
Wert des Autos, nämlich Fr. 3'000.--. Da der Gesamtbetrag dieser Vermögenswerte (Fr.
34'739.--) unter dem gesetzlichen Freibetrag (Fr. 37'500.--) lag, resultierten keine
anrechenbaren Einnahmen aus dem Vermögensverzehr. Der Zinsertrag, bestehend aus
dem Zins auf dem Sparguthaben (Fr. 19.--) und aus dem Ertrag aus dem
Freizügigkeitsguthaben (Fr. 284.--), belief sich auf Fr. 303.--. Diesen Betrag rechnete
die EL-Durchführungsstelle als Einnahme an (EL-act. 83). Da der EL-Bezüger in der
Folge weder eine Veränderung seines Vermögens noch eine Veränderung des
Vermögensertrages meldete, ging die EL-Durchführungsstelle in der Folge immer von
einem Vermögen von Fr. 34'739.-- und einem Vermögensertrag von Fr. 303.-- aus (EL-
act. 80, 78, 75 und 71).
Die EL-Durchführungsstelle erkundigte sich am 9. März 2015 beim EL-Bezüger, ob
er sich mit dem Erreichen des ordentlichen AHV-Alters sein Freizügigkeitsguthaben
werde auszahlen lassen (EL-act. 69-1). Der EL-Bezüger bejahte diese Frage am 16.
März 2015 (EL-act. 68-3). Er hielt dazu fest, er brauche noch viel Geld für neue Zähne
und er habe keinen Fernseher mehr. Gemäss einem Beleg der Bank D._ hatte sich
das Freizügigkeitsguthaben am 31. Dezember 2014 auf Fr. 18'672.55 belaufen (EL-act.
68-4). Die AHV-Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen sprach dem EL-Bezüger am
30. März 2015 mit Wirkung ab Juni 2015 eine Altersrente zu (EL-act. 65). Am 18. April
2015 füllte der EL-Bezüger erneut einen Revisionsfragebogen aus. Darin gab er u.a. ein
Sparvermögen von Fr. 18'357.90 (act. 60-3), einen Wert des Autos von Fr. 6'500.-- und
ein Freizügigkeitsguthaben von Fr. 18'672.55 an (act. 60-4). Ausserdem wies er darauf
hin, dass er eine Kapitalauszahlung erhalten habe (EL-act. 60-5) und dass er eine
ausländische Rente von Fr. 364.-- monatlich erhalte (EL-act. 60-6). Dem
Revisionsfragebogen lag eine Steuerbescheinigung bei, laut der die ausländische
Rente rückwirkend ab Juni 2014 nachbezahlt worden war (EL-act. 58). Bei der
A.b.
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Anspruchsberechnung ab Juni 2015 berücksichtigte die EL-Durchführungsstelle neben
dem Sparvermögen per 31. Dezember 2014, dem Wert des Autos und dem
Genossenschaftsanteil auch das Freizügigkeitsguthaben. Damit überschritt das
Gesamtvermögen den gesetzlichen Freibetrag, so dass ein anrechenbarer
Vermögensverzehr resultierte. Auch ein Vermögensertrag wurde angerechnet. Die
ausländische Altersrente fand aus nicht nachvollziehbaren Gründen keine
Berücksichtigung (EL-act. 52). Die entsprechende Revisionsverfügung erging am 8. Mai
2015 (EL-act. 54). Die EL-Durchführungsstelle gab darin an, sie habe zum
Barvermögen bestehend aus dem Saldo des Privatkontos und dem Wert des
Genossenschaftsanteils auch die BVG-Kapitalauszahlung hinzugezählt. Im Gegenzug
habe sie das BVG-Freizügigkeitsguthaben aus der Berechnung genommen. Der
Vermögensverzehr und der Vermögensertrag wurden mangels einer
Änderungsmeldung auch bei den folgenden Anspruchsberechnungen bis 2018
übernommen (EL-act. 49, 46 und 43). Die ausländische Altersrente wurde weiterhin
nicht angerechnet.
Am 16. Mai 2018 füllte der EL-Bezüger erneut einen Fragebogen zur periodischen
Überprüfung der laufenden Ergänzungsleistung aus. Darin gab er ein Sparvermögen
von Fr. 21'754.-- und einen Wert seines Autos von Fr. 4'500.-- an (EL-act. 39-4).
Ausserdem wies er wieder darauf hin, dass er eine ausländische Rente erhalte (act.
39-6). Die EL-Durchführungsstelle nahm rückwirkend ab Juni 2015 eine korrigierte
Anspruchsberechnung vor. Die EL-Durchführungsstelle berücksichtigte nur noch ein
Sparvermögen von Fr. 18'350.-- und den Wert des Autos, so dass kein
Vermögensverzehr mehr anzurechnen war. Auch der Vermögensertrag entfiel. Neu
wurde aber die ausländische Rente angerechnet (EL-act. 29). Ab Januar 2016
berücksichtigte die EL-Durchführungsstelle zwar ein leicht höheres Sparvermögen,
aber die gesetzliche Vermögensfreigrenze war weiterhin nicht erreicht, so dass kein
Vermögensverzehr anzurechnen war. Die EL-Durchführungsstelle rechnete auch keinen
Vermögensertrag an (EL-act. 28, 27). Erst ab Januar 2018 fand wieder ein
Vermögensertrag Berücksichtigung (EL-act. 26). Die Sachbearbeitung der EL-
Durchführungsstelle notierte am 23. Oktober 2018, man habe rückwirkend immer das
Vermögen gemäss der Steuerveranlagung berücksichtigt (EL-act. 25-2). Mit einer
Verfügung vom 21. November 2018 setzte sie EL-Durchführungsstelle die
A.c.
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Ergänzungsleistung rückwirkend ab Juni 2015 herab (EL-act. 32). Daraus resultierte
eine Rückforderung von Fr. 14'837.--. Am 23. November 2018 erliess die EL-
Durchführungsstelle eine Verfügung, mit der sie ihre Verfügung vom 21. November
2018 für die Periode Juni bis Dezember 2015 korrigierte. Sie setzte den EL-Anspruch
um weitere Fr. 29.-- monatlich herab (EL-act. 24). Zur Begründung machte sie geltend,
zusätzlich zum "Vermögen gemäss Steuern 2014" müsse das Freizügigkeitskonto
berücksichtigt werden. Die entsprechende Anspruchsberechnung (EL-act. 19) wies
einen Vermögensverzehr von Fr. 602.-- und einen Vermögensertrag von Fr. 147.-- aus.
Daraus resultierte eine zusätzliche Rückforderung von Fr. 203.--.
Ebenfalls mit Verfügung vom 23. November 2018 setzte die EL-
Durchführungsstelle die Ergänzungsleistungen für den Zeitraum 1. Juni 2014 bis 31.
Mai 2015 neu fest (EL-act. 23). Wegen der Erhöhung des anrechenbaren
Sparguthabens (bisher Fr. 13'940.--, neu Fr. 18'470.--), der Erhöhung des Betrags für
das Auto (bisher Fr. 3'000.--, neu Fr. 7'000.--) und der Anrechnung der
liechtensteinischen Altersrente resultierte für den Zeitraum 1. Juni 2014 bis 31. Mai
2015 eine Rückforderung von insgesamt Fr. 5'237.-- (siehe auch EL-act. 17 f.).
A.d.
Am 11. Januar 2019 stellte der EL-Bezüger ein Gesuch um Erlass der
Rückforderung(en) in der Höhe von Fr. 20'277.-- (EL-act. 13). Er brachte vor, dass er
seine Auskunfts- und Meldepflicht erfüllt habe. Anfangs 2015 habe er über einen
Bekannten erfahren, dass er Anspruch auf eine Altersrente des Fürstentums
Liechtenstein habe. Dies habe er der EL-Durchführungsstelle am 20. April 2015
gemeldet. Zudem habe er die Altersrente jedes Jahr in der Steuererklärung deklariert.
Er sei davon ausgegangen, dass die EL-Durchführungsstelle die Altersrente des
Fürstentums Liechtenstein umgehend berücksichtige. Er habe die Abrechnungen der
nachfolgend ausbezahlten Ergänzungsleistungen kontrolliert, die Falschberechnung
aufgrund der jährlichen Änderung der ausbezahlten Beträge jedoch nicht bemerkt. Ihm
könne weder eine böswillige Absicht noch eine grobe Nachlässigkeit unterstellt
werden. Die Rückforderung würde ihn mit grosser Härte treffen.
A.e.
Mit Verfügung vom 22. Januar 2019 wies die EL-Durchführungsstelle das Erlass
gesuch ab (EL-act. 12). Zur Begründung hielt sie fest, dem EL-Bezüger hätte unter
Einhaltung der Kontrollpflicht auffallen müssen, dass die liechtensteinische Rente in der
A.f.
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Anspruchsberechnung nicht berücksichtigt worden sei. Da der EL-Bezüger seine
Kontrollpflicht verletzt habe, sei der gute Glaube nicht gegeben. Eine Prüfung, ob die
Rückzahlung eine grosse Härte bedeuten würde, erübrige sich, da für den Erlass die
beiden Voraussetzungen des guten Glaubens und der grossen Härte kumulativ erfüllt
werden müssten.
Gegen diese Erlassverfügung erhob der EL-Bezüger am 14. Februar 2019
Einsprache (EL-act. 11). Ergänzend zu den Ausführungen im Erlassgesuch machte er
geltend, sein fehlerhaftes Verhalten sei nur leicht fahrlässig gewesen. Im Übrigen habe
er bereits am 29. Januar 2019 eine gebührenpflichtige Mahnung betreffend die
Rückforderung von Fr. 20'277.-- erhalten, welche am 22. Januar 2019 und somit am
gleichen Tag wie die Erlassverfügung ausgestellt worden sei. Er habe sich dadurch so
unter Druck gesetzt gefühlt, dass er den Betrag überwiesen habe.
A.g.
Mit Entscheid vom 18. April 2019 wies die EL-Durchführungsstelle die Einsprache
ab (EL-act. 5). Zur Begründung hielt sie fest, dass der EL-Bezüger seit dem Jahr 2004
durchgehend Ergänzungsleistungen beziehe. Er kenne somit die EL-
Berechnungsblätter und deren Relevanz für den EL-Anspruch. Es könne von guten EL-
rechtlichen Kenntnissen ausgegangen werden. Wie seine Eingaben zeigten, sei er auch
kognitiv in der Lage, die EL-Berechnungsblätter nachzuvollziehen. Des Weiteren wisse
er aufgrund der zahlreichen Verfügungen, in welchen die Meldepflicht erwähnt werde,
dass er Änderungen der wirtschaftlichen Verhältnisse zu melden habe, da sie Einfluss
auf die Berechnung haben könnten. Der EL-Bezüger habe der EL-Durchführungsstelle
erstmals im April 2015 den Bezug einer liechtensteinischen Altersrente gemeldet. Aus
der Steuerbescheinigung der liechtensteinischen Ausgleichskasse sei ersichtlich, dass
der EL-Bezüger für die Zeit von Juni 2014 bis Oktober 2014 eine Nachzahlung erhalten
habe. Ebenso sei gleichzeitig die monatliche Rentenhöhe mitgeteilt worden. Daraus
könne gefolgt werden, dass der EL-Bezüger bereits im Oktober 2014 von seiner
liechtensteinischen Altersrente Kenntnis erhalten habe. Ab November 2014 habe die
liechtensteinische Ausgleichskasse die Rente direkt dem EL-Bezüger ausbezahlt. Dies
habe dem EL-Bezüger auf seinem Konto auffallen müssen. Der EL-Bezüger habe also
entgegen seinen Aussagen nicht erst im Januar 2015 Kenntnis davon gehabt, dass ein
allfälliger Anspruch auf eine liechtensteinische Altersrente bestehe. Trotzdem habe er
bis zur amtlichen periodischen Revision zugewartet, um die Altersrente zu melden.
A.h.
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B.
Damit habe er seine Meldepflicht verletzt. Zu prüfen bleibe, ob der EL-Bezüger die
Nichtanrechnung der liechtensteinischen Rente ab 1. Juni 2018 (richtig: 2015) hätte
bemerken und der EL-Durchführungsstelle hätte melden müssen. Die
liechtensteinische Rente betrage Fr. 350.-- pro Monat. Es handle sich also nicht um
einen unwesentlichen Betrag. Bei der Durchsicht der EL-Berechnungsblätter sei schnell
erkennbar, ob eine ausländische Rente aufgelistet sei oder nicht. Auf den dem EL-
Bezüger zugesandten Berechnungsblättern sei explizit die Position "Renten
ausländisch" mit 0 vermerkt worden. Nur die schweizerische AHV-Altersrente der SVA
St. Gallen sei aufgeführt gewesen. Da der EL-Bezüger die liechtensteinische Altersrente
erst gerade gemeldet hatte, hätte ihm zumindest der Verdacht kommen müssen, dass
die Rente bei der Berechnung vergessen gegangen sei. Der Umstand, dass der EL-
Bezüger gemäss eigenen Angaben seine Steuererklärung auf die Rentenzahlungen hin
überprüft habe, zeige, dass er fähig sei, die EL-Berechnungsblätter zu studieren und zu
verstehen. Ebenso habe er sich mit der Rechtsprechung zu den Erlassvoraussetzungen
inklusive Bundesgerichtsentscheide auseinandersetzen können. Dass er einen solch
offensichtlichen Fehler nicht bemerkt habe, zeige, dass er die EL-Berechnungsblätter
zumindest unsorgfältig studiert habe. Ebenso hätte ihm auffallen müssen, dass sich die
ihm auf sein Konto ausbezahlte monatliche EL im Vergleich zu bisher nur geringfügig
geändert habe, nämlich von Fr. 855.-- auf Fr. 748.--. Zu guter Letzt hätte ihm auch
beim Studium der Berechnungsblätter für die Kalenderjahre 2016, 2017 und 2018
auffallen müssen, dass die liechtensteinische Rente fehle. Das Erlassgesuch sei somit
mangels guten Glaubens zu Recht abgewiesen worden. Der Vollständigkeit halber sei
zu erwähnen, dass die Mahngebühren nicht Bestandteil des Erlassentscheides
gewesen seien. Sie würden in einem separaten Schritt storniert und zurückerstattet.
Gegen diesen Entscheid erhob der EL-Bezüger am 23. Mai 2019 Beschwerde (act.
G 1). Er beantragte den Erlass der Rückforderung in der Höhe von Fr. 20'277.--. Zur
Begründung machte er ergänzend zu seinen Vorbringen im Einspracheverfahren
geltend, bei der Beurteilung der erforderlichen Sorgfalt dürfe das den Betroffenen in
ihrer Subjektivität Mögliche und Zumutbare nicht ausgeblendet werden. Der
Subjektivität sei von der EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin)
keinerlei Beachtung geschenkt worden, obwohl er darauf hingewiesen habe, dass bei
B.a.
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Erwägungen
1.
Zunächst ist zu prüfen, ob die Beschwerde rechtzeitig erhoben worden ist. Gemäss
Art. 60 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) ist die Beschwerde innerhalb von 30
Tagen nach der Eröffnung der Verfügung einzureichen. Der angefochtene
Einspracheentscheid datiert vom 18. April 2019 und ist am 20. April 2019 beim EL-
Bezüger eingegangen. Gesetzliche oder behördliche Fristen, die nach Tagen oder
Monaten bestimmt sind, stehen vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten
Tag nach Ostern still (Art. 38 Abs. 4 lit. a ATSG). Der Ostersonntag ist im Jahr 2019 auf
den 21. April gefallen, d.h. die Fristen haben von Sonntag, 14. April bis Sonntag,
28. April 2019 stillgestanden. Die Beschwerdefrist hat vorliegend also erst am 29. April
2019 zu laufen begonnen. Der EL-Bezüger hat am 23. Mai 2019 (Postaufgabe), d.h. am
25. Tag der Frist und somit rechtzeitig Beschwerde erhoben. Auf die Beschwerde ist
folglich einzutreten.
ihm eine Psychose diagnostiziert worden sei. Sämtliche Schreiben (Erlassgesuch,
Einsprache und Beschwerde) seien von seinem Sohn verfasst worden. Er selber wäre
damit überfordert gewesen. Die Bedrängnis, der er sich in verschiedenen
Lebensbereichen ausgesetzt gesehen habe, sei auch im relevanten Zeitraum
vorhanden gewesen. In dieser Überlastungssituation und auf sich alleine gestellt habe
er ganz offensichtlich die ihm mitgeteilten EL-Berechnungen für die Kalenderjahre
2016, 2017 und 2018 nicht sorgfältig genug auf ihre Richtigkeit hin überprüft.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 14. Juni 2019 mit Verweis auf die
Erwägungen im Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
B.b.
Am 5. November 2020 informierte die Beschwerdegegnerin das Gericht darüber,
dass der EL-Bezüger am 9. August 2020 verstorben sei (act. G 5). Die beiden Söhne
und einzigen Erben des verstorbenen EL-Bezügers, A._ und B._ (nachfolgend:
Beschwerdeführer 1 und Beschwerdeführer 2), erklärten am 22. November 2020, dass
sie das Beschwerdeverfahren EL 2019/31 fortführen wollten (G 9). Der
Beschwerdeführer 2 handelt im eigenen Namen und als Vertreter des
Beschwerdeführers 1.
B.c.
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2.
Der EL-Bezüger ist während des laufenden Beschwerdeverfahrens verstorben. Die
beiden Erben haben erklärt, das Beschwerdeverfahren fortsetzen zu wollen. Sie sind
also davon ausgegangen, dass sie durch den Erbgang in die Rechtsposition des
verstorbenen EL-Bezügers gelangt seien, so dass der Streitgegenstand des
Beschwerdeverfahrens erhalten geblieben sei. Das Bundesgericht war in einem
vergleichbaren Fall (BGE 96 V 72) davon ausgegangen, dass der Erlassanspruch der
rückerstattungspflichtigen Person mit deren Tod untergehe, ein hängiges
Erlassverfahren − bzw. konkret ein entsprechendes kantonales Beschwerdeverfahren −
also seinen Gegenstand verliere. Dementsprechend hatte das Bundesgericht geurteilt,
der Entscheid des kantonalen Versicherungsgerichts sei "nach dem Tod des
Versicherten überholt und aufzuheben". Begründet hat das Bundesgericht seine
Auffassung damit, dass der Erlass zu gewähren sei, wenn und soweit die
rückerstattungspflichtige Person persönlich die Erlassvoraussetzungen erfülle.
Möglicherweise hatte das Bundesgericht im genannten Urteil zur Auslegung des
damaligen Art. 79 Abs. 1 AHVV den Art. 9 der Verordnung des Eidg.
Finanzdepartements über die Behandlung von Gesuchen um Erlass der direkten
Bundessteuer (SR 642.121) per analogiam herangezogen. Laut dieser Bestimmung
macht der Tod der Person, die das Erlassgesuch gestellt hat, das Steuererlassgesuch
gegenstandslos; die Erben können aber ein eigenes Erlassgesuch stellen. Bei der
Auslegung des damaligen Art. 79 Abs. 1 AHVV konnte diese steuerrechtliche Regelung
aber ebensowenig herangezogen werden wie nun bei der Interpretation des Art. 25
Abs. 1 Satz 2 ATSG. Der Steuererlass kennt nämlich nur eine Voraussetzung, die
grosse Härte: Gemäss dem Art. 167 Abs. 1 DBG (SR 642.11) kann die Zahlung einer
Steuer erlassen werden, wenn diese Zahlung aufgrund einer Notlage eine grosse Härte
bedeuten würde. Das Ziel des Steuererlasses ist gemäss dem Art. 167 Abs. 2 DBG die
dauerhafte Sanierung der wirtschaftlichen Lage der steuerpflichtigen Person (wohl
damit diese in Zukunft die Steuern wieder wird bezahlen können). Da es offensichtlich
sinnlos wäre, die wirtschaftliche Lage einer verstorbenen Person dauerhaft zu sanieren,
kann ein laufendes Steuererlassverfahren seinen Zweck gar nicht mehr erfüllen, so
dass es mit dem Tod der steuerpflichtigen Person gegenstandslos geworden sein
muss. Geraten deren Erben dadurch, dass sie das Erbe angetreten haben, in eine
wirtschaftliche Notlage, können sie aus eigenem Recht ein Steuererlassgesuch stellen.
Würde der Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG ebenfalls nur die grosse Härte als
Erlassvoraussetzung nennen, wäre es möglicherweise zulässig, zu seiner Interpretation
mittels eines Analogieschlusses auf den Steuererlass zu verweisen, auch wenn der
Erlass einer Rückforderung von unrechtmässig bezogenen
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Sozialversicherungsleistungen nicht bezweckt, die wirtschaftliche Lage der
rückerstattungspflichtigen Person zu sanieren. Sie dient nämlich dazu, diese Person
davor zu bewahren, durch die Rückerstattung in eine existenzielle Notlage zu geraten.
Die (kumulativ zu erfüllende) zweite Voraussetzung eines Rückerstattungserlasses, die
Gutgläubigkeit beim Bezug der nun zurückgeforderten Sozialversicherungsleistungen,
gibt dem Erlass aber eine Komponente, die dem Steuererlass vollständig fehlt. Der
gutgläubige Bezug von Sozialversicherungsleistungen, auf die kein Anspruch besteht,
ist nämlich nichts anderes als eine gesetzliche Konkretisierung des Anspruchs auf
Vertrauensschutz. Ist einer Person mit einer Verfügung (oder einem
Einspracheentscheid) eine Sozialversicherungsleistung zugesprochen worden, auf die
kein (oder nur ein tieferer) Anspruch bestanden hat, muss diese Verfügung mittels einer
prozessualen Revision (Art. 53 Abs. 1 ATSG) oder mittels einer Wiedererwägung (Art.
53 Abs. 2 ATSG), allenfalls auch mittels einer rückwirkenden Revision (Art. 17 ATSG),
korrigiert werden. Aus dieser Korrektur resultiert dann die Rückforderung. Keines
dieser Korrekturverfahren beinhaltet eine Prüfung des schutzwürdigen Vertrauens in
den Bestand der Verfügung, obwohl diese aus der Sicht des Verfügungsadressaten
sogar eine höhere Verbindlichkeit aufweisen dürfte als eine nach der allgemeinen
Rechtsauffassung verbindliche falsche Auskunft der Behörde. Da die Prüfung der
Schutzwürdigkeit eines Vertrauens in den Bestand einer formell rechtskräftigen
Verfügung nicht vollständig fehlen darf, bleibt nur das Erlassverfahren, um diese
Prüfung durchzuführen und um gegebenenfalls das Vertrauen zu schützen. Der
Anspruch auf diese Prüfung und gegebenenfalls auf den Schutz des Vertrauens durch
den Erlass der Rückforderung ist ein Rechtsanspruch, der sich wesensmässig nicht
von einem Anspruch auf eine Sozialversicherungsleistung unterscheidet. Stirbt die
versicherte Person, die einen Anspruch auf eine Sozialversicherungsleistung geltend
gemacht hat, vor dem Abschluss des Verfahrens zur Prüfung dieses Anspruchs, so
können ihre Erben, der herrschenden Rechtsauffassung gemäss, ohne weiteres in das
laufende Verfahren eintreten und den Leistungsanspruch der verstorbenen versicherten
Person weiter geltend machen. Das Verfahren zur Prüfung des geltend gemachten
Anspruchs auf eine Sozialversicherungsleistung wird also durch den Tod der
versicherten Person nicht gegenstandslos. Das muss auch für ein laufendes
Erlassverfahren gemäss dem Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG gelten. Das vom EL-Bezüger
angestossene laufende Beschwerdeverfahren ist also durch dessen Tod nicht
gegenstandslos geworden. Da die beiden Erben des EL-Bezügers erklärt haben, in das
Beschwerdeverfahren eintreten zu wollen, bleibt somit zu beurteilen, ob der
verstorbene EL-Bezüger die zurückgeforderten Ergänzungsleistungen gutgläubig
bezogen hat und, wenn die Gutgläubigkeit zu bejahen ist, ob die Rückerstattung in
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dem Zeitpunkt, in dem über die Rückforderung rechtskräftig entschieden worden ist,
für den verstorbenen EL-Bezüger eine grosse Härte bedeutet hätte.
3.
Als Nächstes ist somit zu prüfen, ob der EL-Bezüger beim unrechtmässigen Bezug der
Ergänzungsleistungen im Betrag von Fr. 20'277.-- gutgläubig gewesen ist. Der
Rückforderungsbetrag setzt sich aus drei verschiedenen Rückforderungen zusammen:
Mit Verfügung vom 21. November 2018 hat die Beschwerdegegnerin einen Betrag von
Fr. 14'837.-- und mit zwei Verfügungen vom 23. November 2018 einen Betrag von Fr.
203.-- und einen Betrag von Fr. 5'237.-- zurückgefordert. Diese
Rückforderungsverfügungen sind unangefochten in formelle Rechtskraft erwachsen.
4.
Der EL-Bezüger hat in seinem Gesuch vom 11. Januar 2019 den Erlass der
Rückforderung von Fr. 20'277.-- beantragt. Er hat die gesamte Rückforderung im
Februar 2019 beglichen, nachdem die Beschwerdegegnerin sein Erlassgesuch am 22.
Januar 2019 abgewiesen hatte (siehe EL-act. 7 und 10-2). Das Verwaltungsverfahren
zur Prüfung des Erlassgesuches ist damit nicht gegenstandslos geworden, denn die
Begleichung der gesamten Rückforderung ist nicht als Rückzug des Erlassgesuchs zu
interpretieren, zumal der EL-Bezüger angegeben hat, er habe sich durch die Mahnung
der Beschwerdegegnerin so unter Druck gesetzt gefühlt, dass er die gesamte
Rückforderung bezahlt habe. Sollte das Erlassgesuch (vollständig oder teilweise)
gutgeheissen werden, würde die Beschwerdegegnerin den Rückforderungsbetrag also
ohne weiteres zurückerstatten.
4.1.
Unrechtmässig bezogene Leistungen sind zurückzuerstatten (Art. 25 Abs. 1 Satz 1
ATSG). Diese Rückerstattungspflicht einer versicherten Person, die unrechtmässige
Leistungen bezogen hat, korreliert mit der Rückforderungspflicht der
Sozialversicherungsträger, die Ausfluss des Legalitätsprinzips (Art. 5 Abs. 1 der
Bundesverfassung, BV, SR 101) und des Gleichbehandlungsgebotes (Art. 8 Abs. 1 BV)
ist. In Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG ist eine Ausnahme vom Grundsatz der
Rückerstattungspflicht unrechtmässig bezogener Leistungen vorgesehen:
Unrechtmässig bezogene Leistungen müssen dann nicht zurückerstattet werden, wenn
sie in gutem Glauben empfangen worden sind und wenn eine grosse Härte vorliegt.
Sind diese beiden Voraussetzungen kumulativ erfüllt, wird eine versicherte Person von
der Verpflichtung befreit, eine Leistung, auf die sie von Gesetzes wegen keinen
Anspruch gehabt hat, die also gesetzeswidrig ist, zurückzuerstatten. Die versicherte
4.2.
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Person wird dadurch besser gestellt als alle anderen Versicherten, die "lediglich" die
gesetzlich vorgesehenen Leistungen erhalten haben. Für die Beurteilung der Frage, ob
die Leistungen gutgläubig bezogen worden sind, ist deshalb ein strenger Massstab
anzuwenden (zum Ganzen vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen vom 17. April 2015, EL 2013/61 E. 2.1). Der gute Glaube entfällt von vorn
herein, wenn die versicherte Person um die Unrechtmässigkeit des Leistungsbezugs
gewusst hat, aber auch wenn die versicherte Person bei gebührender Sorgfalt um die
Unrechtmässigkeit der ihr ausgerichteten Leistungen hätte wissen müssen. Die
erforderliche Sorgfalt beurteilt sich dabei nach einem objektiven Massstab, wobei aber
das der versicherten Person Mögliche und Zumutbare (Urteilsfähigkeit,
Gesundheitszustand, Bildungsgrad usw.) nicht ausgeblendet werden darf. Hat die
versicherte Person nicht um die Unrechtmässigkeit der Leistungen gewusst und trotz
der Anwendung gebührender Sorgfalt auch nicht darum wissen müssen, fehlt der gute
Glaube, wenn die zu Unrecht erfolgte Leistungsausrichtung auf eine grobe Melde- oder
Auskunftspflichtverletzung zurückzuführen ist (zum Ganzen siehe BGE 138 V 218 E. 4
mit Hinweisen). Von einer groben Verletzung der Auskunfts- und Meldepflicht ist
auszugehen, wenn die versicherte Person nicht jenes Mindestmass an Aufmerksamkeit
aufgewendet hat, das von einem verständigen Menschen in der gleichen Lage und
unter den gleichen Umständen verlangt werden muss (Urteil des Bundesgerichts vom
26. November 2006, 8C_759/2008 E. 3.5). Schliesslich lässt auch die Verletzung der
zumutbaren Kontroll- und Hinweispflicht keinen Erlass einer Rückforderung zu. Die
versicherte Person hat in einem solchen Fall nämlich nur deshalb nicht um die
Unrechtmässigkeit des Leistungsbezugs gewusst, weil sie die Anspruchsberechnung
pflichtwidrig nicht sorgfältig auf deren Richtigkeit geprüft hat. Mit einem Erlass der
Rückforderung würde sie also für die Verletzung der entsprechenden Sorgfaltspflicht
„belohnt“, was nicht der Sinn und Zweck des Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG sein kann.
Der gute Glaube ist somit zu verneinen, wenn die versicherte Person, die
unrechtmässige Ergänzungsleistungen bezogen hat, das EL-Berechnungsblatt nicht
oder – im Rahmen des ihr Möglichen und Zumutbaren − nicht sorgfältig genug
kontrolliert und deshalb einen darin enthaltenen gravierenden, für sie erkennbaren
Fehler nicht gemeldet hat (Urteil des Bundesgerichts 9C_53/2014 vom 20. August 2014
E. 4.2.1; zum Ganzen siehe Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St.
Gallen vom 31. Januar 2018, EL 2016/47 E. 1.2).
Mit der Verfügung vom 21. November 2018 hat die Beschwerdegegnerin
rückwirkend ab 1. Juni 2015 bis 30. November 2018 die liechtensteinische Altersrente
(Fr. 409.50 pro Mt.) angerechnet. Da sie gleichzeitig das anrechenbare Sparguthaben
reduziert (neu Fr. 18'350.--, bisher Fr. 18'558.--), das Freizügigkeitsguthaben von Fr.
4.3.
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18'687.-- im Zeitraum 1. Juni 2015 bis 31. Dezember 2015 versehentlich nicht mehr
angerechnet sowie keine Vermögenserträge mehr berücksichtigt hat (bisher Fr. 54.--),
ist lediglich eine Rückforderung von Fr. 14'837.-- (statt von eigentlich Fr. 17'199.-- [42
Mt. x Fr. 409.50]) resultiert. Mit Verfügung vom 23. November 2018 (EL-act. 24) hat die
Beschwerdegegnerin den Fehler, d.h. die Nichtanrechnung des im März 2015
ausbezahlten Freizügigkeitsguthabens, korrigiert. Gleichzeitig hat sie weitere
Korrekturen vorgenommen: Sie hat den anrechenbaren Mietzins erhöht (von
Fr. 10'560.-- auf Fr. 11'040.--), das anrechenbare Sparguthaben wieder (nachdem sie
es mit der Verfügung vom 21. November 2018 reduziert hatte) um Fr. 7.-- erhöht (neu
Fr. 18'357.--) sowie neu Erträge aus Sparguthaben von Fr. 9.--, Erträge aus dem
Freizügigkeitsguthaben von Fr. 138.-- und wieder (nachdem sie diese mit Verfügung
vom 21. November 2018 nicht mehr angerechnet hatte) "Einnahmen Diverse" von Fr.
82.-- angerechnet. Da es sich bei der Verfügung vom 23. November 2018 (EL-act. 24)
um eine Korrektur der Verfügung vom 21. November 2018 gehandelt hat, liegt der
Grund für die Rückforderung der Fr. 203.-- eigentlich nicht in der Korrektur der eben
aufgezählten Berechnungspositionen, sondern ebenfalls in der Anrechnung der
liechtensteinischen Rente sowie zusätzlich in der Anrechnung von Erträgen aus dem
Freizügigkeitsguthaben. Da allein aus der Anrechnung der liechtensteinischen
Altersrente im Zeitraum 1. Juni 2015 bis 31. November 2018 an sich bereits eine
Rückforderung von Fr. 17'199.-- (42 Mt. x Fr. 409.50) resultiert wäre (wenn nicht
gleichzeitig für denselben Zeitraum andere Einnahmenpositionen reduziert resp.
Ausgabenpositionen erhöht worden wären), deckt der unrechtmässige Leistungsbezug
infolge der Nichtanrechnung der liechtensteinischen Altersrente den von der
Beschwerdegegnerin für den Zeitraum 1. Juni 2015 bis 30. November 2018 verfügten
Rückforderungsbetrag (Fr. 14'837.-- + Fr. 203.--) bereits ab. Stellt sich nachfolgend
also heraus, dass der EL-Bezüger die wegen der Nichtanrechnung der
liechtensteinischen Altersrente zu viel bezogenen Ergänzungsleistungen im Zeitraum
1. Juni 2015 bis 31. November 2018 nicht gutgläubig bezogen hat, müsste der gute
Glaube bezüglich des gesamten (den Zeitraum 1. Juni 2015 bis 31. November 2018
betreffenden) Rückforderungsbetrags von Fr. 15'040.-- (Fr. 14'837.-- + Fr. 203.--)
verneint werden. Zunächst wird deshalb lediglich der gute Glaube mit Bezug auf die
liechtensteinische Rente geprüft. Eine Meldepflichtverletzung liegt für den Zeitraum 1.
Juni 2015 bis 30. November 2018 nicht vor, denn der EL-Bezüger hat die
Beschwerdegegnerin im Rahmen einer periodischen Überprüfung der
Ergänzungsleistungen im April 2015 über den Bezug der liechtensteinischen Altersrente
in Kenntnis gesetzt. Aber es stellt sich die Frage, ob der EL-Bezüger seine
Kontrollpflicht verletzt hat, d.h. ob er hätte erkennen müssen, dass die
Beschwerdegegnerin die liechtensteinische Altersrente versehentlich nicht angerechnet
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hat, wenn er das EL-Berechnungsblatt, soweit ihm möglich und zumutbar, sorgfältig
studiert hätte. Der EL-Bezüger hat geltend gemacht, dass bei ihm eine Psychose
diagnostiziert worden sei, weshalb er sich im massgebenden Zeitraum in Bedrängnis
gefühlt bzw. sich in einer Überlastungssituation befunden habe. Deshalb habe er die
EL-Berechnungen nicht sorgfältig genug auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sämtliche
Schreiben (Erlassgesuch, Einsprache und Beschwerde) seien von seinem Sohn
verfasst worden. Er selbst wäre damit überfordert gewesen. Der EL-Bezüger ist im Jahr
2014 in der Lage gewesen, nach einem Hinweis eines Kollegen die Auszahlung der
liechtensteinischen Altersrente zu beantragen. Die Formulare zur periodischen
Überprüfung der Ergänzungsleistungen der Jahre 2015 und 2018 hat er selbst
ausgefüllt. Auch aus den übrigen EL-Akten ergeben sich keine Hinweise dafür, dass
der EL-Bezüger nicht in der Lage gewesen wäre, sich um seine administrativen
Belange zu kümmern resp. sich zumindest die dafür notwendige Hilfe von Dritten (zum
Beispiel von einem seiner Söhne) zu organisieren, falls er dazu (zeitweise) nicht in der
Lage gewesen sein sollte. Dies bestätigt auch seine Aussage im Einspracheverfahren,
er habe die Abrechnungen der ausbezahlten Ergänzungsleistungen jeweils kontrolliert,
aber die fehlerhafte Berechnung der Ergänzungsleistungen wegen der jährlichen
Änderung der ausbezahlten Beträge nicht bemerken können. Wenn es dem EL-
Bezüger möglich gewesen ist, die Höhe der ausbezahlten Ergänzungsleistungen zu
kontrollieren, muss er auch in der Lage gewesen sein, die Anspruchsberechnung zu
überprüfen. Der EL-Bezüger hat den Bezug der liechtensteinischen Altersrente im April
2015 gemeldet. Bereits einen Monat später, im Mai 2015, hat er die
Revisionsverfügung erhalten. Auf jedem Berechnungsblatt ist vermerkt, dass die
versicherte Person die Berechnung überprüfen müsse. Im hier relevanten
Berechnungsblatt (EL-act. 52) ist sogar die Einnahmenposition "Renten ausländisch"
explizit aufgeführt. Bereits eine oberflächliche Kontrolle des Berechnungsblattes hätte
also genügt, um zu bemerken, dass die Beschwerdegegnerin vergessen hatte, die
liechtensteinische Rente anzurechnen. Im Übrigen hätte den EL-Bezüger schon die
Höhe der Ergänzungsleistung stutzig machen müssen: Obwohl ihm inzwischen eine
liechtensteinische Altersrente von monatlich Fr. 378.-- ausbezahlt wurde, hatte sich die
Ergänzungsleistung per 1. Juni 2015 lediglich um Fr. 107.-- pro Monat reduziert. Diese
Unstimmigkeit hätte ihn dazu veranlassen müssen, die Berechnungsblätter sorgfältig
zu kontrollieren. Zusammenfassend hätte der EL-Bezüger bei der ihm zumutbaren
Kontrolle der EL-Berechnungsblätter (EL-act. 52, 49, 46, 43) erkennen müssen, dass
die Beschwerdegegnerin die liechtensteinische Rente ab 1. Juni 2015 versehentlich
nicht angerechnet hatte. Indem der EL-Bezüger die Berechnungsblätter nicht
ausreichend gründlich überprüft hat, hat er seine Kontrollpflicht verletzt. Der gute
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Glaube ist somit bezüglich der Rückforderung von Fr. 14'837.-- und bezüglich der
Rückforderung von Fr. 203.-- zu verneinen.
Zu prüfen bleibt, ob der gute Glaube bezüglich der am 23. November 2018
verfügten Rückforderung von Fr. 5'237.-- zu bejahen ist. Die Rückforderung von Fr.
5'237.-- betrifft den Zeitraum 1. Juni 2014 bis 31. Mai 2015. Der Grund für diese
Rückforderung liegt zum einen in der Anrechnung der liechtensteinischen Altersrente
und zum anderen in der rückwirkenden Anrechnung eines Vermögensverzehrs in der
Höhe von Fr. 384.-- (ab 1. Juni 2014) resp. von Fr. 401.-- (ab 1. Januar 2015), der seine
Ursache in der rückwirkenden Erhöhung des Sparguthabens (von Fr. 13'940.-- auf
Fr. 18'470.-- ab 1. Juni 2014 resp. auf Fr. 18'357.-- ab 1. Januar 2015), des
anrechenbaren Freizügigkeitsguthabens (ab 1. Januar 2015 neu Fr. 18'672.-- statt
bisher Fr. 17'799.--) und des anrechenbaren Betrages für das Auto (von Fr. 3'000.-- auf
Fr. 7'000.-- ab 1. Juni 2014 resp. Auf Fr. 6'500.-- ab 1. Januar 2015) gehabt hat. Der
EL-Bezüger ist in jeder Revisionsverfügung darauf hingewiesen worden, dass er
verpflichtet sei, jede Änderung in den persönlichen und/oder wirtschaftlichen
Verhältnissen unverzüglich zu melden. In der nichtabschliessenden Aufzählung der
meldepflichtigen Änderungen ist die Erhöhung des Vermögens sogar explizit erwähnt.
Den dem Beschwerdeführer mit jeder Revisionsverfügung zugestellten
Berechnungsblättern ist zudem zu entnehmen gewesen, dass das Sparguthaben, das
Freizügigkeitsguthaben und der Wert des Autos als Vermögen angerechnet worden
sind. Hätte der EL-Bezüger das Mindestmass an Aufmerksamkeit aufgewendet, hätte
er deshalb trotz seiner gesundheitlichen Probleme erkennen müssen, dass die
Veränderungen beim Sparguthaben, beim Freizügigkeitsguthaben und beim Wert des
Autos einen Einfluss auf die Höhe des EL-Anspruchs haben und dass er diese
Veränderungen der Beschwerdegegnerin unverzüglich hätte melden müssen. Der EL-
Bezüger hat somit eine grobe Meldepflichtverletzung begangen, indem er der
Beschwerdegegnerin weder den Anstieg des Sparguthabens und des
Freizügigkeitsguthabens noch die Wertveränderungen beim Auto gemeldet hat.
Bezüglich dieser drei Berechnungspositionen ist der gute Glaube deshalb zu verneinen.
Zu prüfen bleibt der gute Glaube hinsichtlich der Nichtanrechnung der
liechtensteinischen Altersrente im Zeitraum 1. Juni 2014 bis 31. Mai 2015. Gemäss der
Steuerbescheinigung der liechtensteinischen AHV-IV-FAK hat der EL-Bezüger für den
Zeitraum 1. Juni 2014 bis 31. Oktober 2014 eine Nachzahlung der Altersrente erhalten.
Ab November 2014 ist ihm die Rente laufend ausbezahlt worden. Da die
Lichtensteinische AHV-IV-FAK die Zahlungsaufträge für die Rentenleistungen jeweils
spätestens am 3. Postwerktag des jeweiligen Kalendermonats erteilt (Art. 100 der
Lichtensteinische AHV-IV-FAK, LR-Nr 831.101), hat der EL-Bezüger die entsprechende
4.4.
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Leistungsverfügung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erst im Oktober 2014
erhalten. Der EL-Bezüger hat in der Zeit von Juni 2014 bis Oktober 2014 zu Recht
Ergänzungsleistungen bezogen, die ohne die liechtensteinische Altersrente berechnet
worden waren, denn diese Rente war damals nicht ausgerichtet worden. Er hat die
Nachzahlung der liechtensteinischen Altersrente, deren rückwirkende Berücksichtigung
als anrechenbare Einnahme und damit den Bezug einer zu hohen EL natürlich nicht
voraussehen können, so dass er beim Bezug der EL offensichtlich gutgläubig gewesen
ist. Die Rentennachzahlung für den Zeitraum 1. Juni 2014 bis 31. Oktober 2014 hat
dann zu einer EL-rechtlichen Überentschädigung geführt. Um diese zu beseitigen,
haben diejenigen Ergänzungsleistungen zurückgefordert werden müssen, die gar nicht
ausgerichtet worden wären, wenn die Rente bereits ab 1. Juni 2014 laufend geleistet
worden wäre. Die Rückforderung ist also in diesem Umfang ausschliesslich
koordinationsrechtlich begründet und dient dem Zweck der Vermeidung einer
Überentschädigung. Nach der Rechtsprechung des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen gibt es im Zusammenhang mit koordinationsrechtlich begründeten
EL-Rückforderungen keine Erlassmöglichkeit. Das Kriterium des guten Glaubens macht
in diesem Zusammenhang keinen Sinn: Die damals ausgerichteten EL-Leistungen sind
nicht überhöht gewesen, die Beschwerdegegnerin hat keinen Fehler gemacht und es
hat auch kein Fehlverhalten des EL-Bezügers vorgelegen. Die Rückforderung ist nur
deshalb entstanden, weil ein koordinationsrechtlich an sich notwendiges Verfahren
nicht existiert. Der Wortlaut des Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG enthält zwar keine
Beschränkung auf "reguläre" Rückforderungen. Die ausschliesslich auf das Erlangen
oder auf das Behalten einer Überentschädigung ausgerichtete Wirkung der
Erlassmöglichkeit in Fällen wie dem vorliegenden zwingt aber zur Annahme einer Lücke
in Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG, die durch eine Regelung auszufüllen ist, laut der die
Erlassmöglichkeit auf jene Rückforderungen nicht anwendbar ist, denen eine fiktive
Leistungsausrichtung in der Vergangenheit zugrunde liegt. Würde bei der Beurteilung
des guten Glaubens das Verhalten des EL-Bezügers beim Bezug der Nachzahlung
gewürdigt, so bezöge sich das Kriterium nicht mehr auf die zurückgeforderte Leistung,
wie es Art. 25 Abs. 1 zweiter Satz ATSG aber vorsieht (zum Ganzen siehe Entscheid
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. Mai 2010, EL 2009/36 E. 2;
siehe auch Entscheid vom 1. Juni 2006, EL 2005/45 E. 4). Zur Sicherstellung der
Leistungskoordination ist eine Erlassmöglichkeit mit Bezug auf die aus der
Nichtanrechnung der liechtensteinischen Rente im Zeitraum 1. Juni 2014 bis
31. Oktober 2014 resultierende Rückforderung also von vornherein ausgeschlossen.
Somit bleibt noch der gute Glaube hinsichtlich der Nichtanrechnung der
liechtensteinischen Rente im Zeitraum 1. November 2014 bis 31. Mai 2015 zu prüfen.
Obwohl der EL-Bezüger die liechtensteinische Rente ab November 2014 laufend
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5.
Gerichtskosten werden keine erhoben (Art. 61 lit. a ATSG).