Decision ID: 7f4fc02b-ca49-483f-9600-33232685448e
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Linda Keller, Waisenhausstrasse 17, Postfach,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente (Befristung)
Sachverhalt:
A.
A.a A, geboren 19_, Bauarbeiter Kategorie C, stolperte am 3. November 2006 bei der
Arbeit auf einer Baustelle und fiel auf die linke Oberschenkelseite, wobei er einen Bruch
des linken Oberschenkelhalses erlitt (Schadenmeldung UVG vom 8. November 2006,
act. G 5.2).
A.b Am 17. September 2007 meldete sich der Versicherte wegen Oberschenkel- und
Hüftbeschwerden zum Bezug von IV-Leistungen an (act. G 5.1.1). Der behandelnde
Dr. med. B._, Facharzt FMH Allgemeine Medizin, diagnostizierte im Bericht vom
5. Oktober 2007 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit persistierende Beschwerden
bei Verdacht auf Pseudoarthrose infolge einer lateralen Schenkelhalsfraktur links im
November 2006 bei Status nach DHS Osteosynthese linker Schenkelhals,
postoperativer Sinterung mit Verdacht auf Pseudoarthrose und Beinverkürzung links
um "4 cm". Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine arterielle
Hypertonie sowie eine Depression. Für die angestammte Tätigkeit als Bauarbeiter
bestehe seit 3. November 2006 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (act. G 5.1.8). Kurz
zuvor, am 3. Oktober 2007, hatte sich der Versicherte in der Klinik für Orthopädische
Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) der Implantation einer Hüft-
Totalprothese links unterzogen (act. G 5.1.20-14 f.; vgl. auch Bericht des Operateurs,
Dr. med. C._, Oberarzt, vom 4. /10. Dezember 2007, act. G 5.1.18). Der RAD sprach
in der Stellungnahme vom 15. Januar 2008 von einem komplizierten postoperativen
Verlauf. Aus medizinischer Sicht bestehe noch keine Eingliederungsfähigkeit (act.
G 5.1.22).
A.c Zur stationären Behandlung befand sich der Versicherte vom 30. Januar bis
27. Februar 2008 in der Rehaklinik Bellikon. Die dort behandelnden medizinischen
Fachpersonen gaben im Austrittsbericht vom 18. März 2008 an, bei fraglicher
Kooperation und Leistungsbereitschaft des Versicherten hätte keine
Zustandsverbesserung erzielt werden können. Der Versicherte sei auf die Schmerzen
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fixiert geblieben und habe ein deutliches Symptomausweitungsverhalten gezeigt. Eine
körperlich leichte leidensangepasste Tätigkeit sei ihm ganztags zumutbar (act. G 5.2).
Dr. B._ bezeichnete den seit 5. Oktober 2007 eingetretenen Gesundheitsverlauf im
Bericht vom 11. April 2008 als stationär (act. G 5.1.24).
A.d Die seit 6. März 2008 behandelnde Dr. med. D._, Psychiatrie/Psychotherapie,
berichtete am 16. Juni 2008, der Versicherte leide u.a. an einer mittelgradigen
depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11). Er sei für sämtliche
Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig (act. G 5.1.30; siehe auch den Bericht an die
Suva vom 17. Juni 2008, act. G 5.1.31). Dr. C._ bescheinigte dem Versicherten im
Bericht vom 26. Juni 2008 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten (act. G 5.1.32). In der Stellungnahme vom 8. Juli 2008 ging der RAD
vorderhand von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus (act. G 5.1.33).
A.e Vom 6. November bis 4. Dezember 2008 hielt sich der Versicherte zu einer
weiteren stationären Rehabilitation in der Rehaklinik Bellikon auf. Die dort
behandelnden medizinischen Fachpersonen vermochten keinen Therapieerfolg zu
erzielen. Einschränkungen aufgrund der Psychopathologie ständen im Vordergrund.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe für eine leidensangepasste Tätigkeit eine 50 bis
70%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (Austrittsbericht vom 9. Dezember 2008,
act. G 5.2).
A.f Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte am 9. und 10. März 2009
bidisziplinär (rheumatologisch von Dr. med. E._, Innere Medizin FMH spez.
Rheumaerkrankungen, und psychiatrisch von Dr. med. F._, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH) untersucht. Im psychiatrischen Gutachten mit interdisziplinärer
Zusammenfassung vom 6. April 2009 (zum rheumatologischen Teilgutachten vom
2. April 2009 siehe act. G 5.1.47) wurden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine
leichte Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10: F43.21) und
eine Akzentuierung der infantil-histrionischen Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1)
diagnostiziert. Aus rheumatologischer Sicht wurde keine Diagnose mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit erhoben. Die angestammte Tätigkeit sei dem Versicherten nicht mehr
zumutbar. Für leidensangepasste Tätigkeiten verfüge er über eine 70%ige
Arbeitsfähigkeit. Nach korrekter Behandlung sei innerhalb von einem Monat mit der
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Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit zu rechnen. Retrospektiv führten die
Gutachter aus, sei der Versicherte nach spätestens einem halben Jahr nach der
Implantation einer Hüfttotalprothese vom 3. Oktober 2007 wieder zu 70% arbeitsfähig
gewesen, das heisse ab 4. April 2008 (act. G 5.1.49). Der RAD folgte dieser Beurteilung
(Stellungnahme vom 7. Mai 2009, act. G 5.1.50).
A.g Im ärztlichen Abschlussuntersuchungsbericht vom 4. Juni 2009 bescheinigte der
Kreisarzt Dr. med. G._, Facharzt FMH für Chirurgie, mit Blick auf die unfallbedingten
Beschwerden eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten. Den
Integritätsschaden schätze er auf 25% (act. G 5.1.57).
A.h Der Versicherte erklärte mit Schreiben vom 26. November 2009, er fühle sich
derzeit nicht arbeitsfähig (act. G 5.1.60). Am 11. Januar 2010 teilte die IV-Stelle dem
Versicherten vorbescheidweise mit, die Arbeitsvermittlung werde abgeschlossen (act.
G 5.1.67).
A.i Im Vorbescheid vom 12. Januar 2010 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, das Rentengesuch abzuweisen (act. G 5.1.69). Dagegen erhob der
Versicherte am 12. Februar 2010 Einwand und brachte unter Hinweis auf einen Bericht
von Dr. D._ vom 11. Januar 2010 u.a. vor, sein Gesundheitszustand habe sich in den
letzten Monaten verschlechtert (act. G 5.1.70).
A.j Am 17. Februar 2010 verfügte die IV-Stelle den Abschluss der Arbeitsvermittlung
(act. G 5.1.71).
A.k Der RAD empfahl am 2. August 2010 zur Abklärung des seit Frühjahr 2008
eingetretenen Arbeitsfähigkeitsverlaufs eine MEDAS-Begutachtung (act. G 5.1.83). Am
22. und 23. November sowie 1. Dezember 2010 wurde der Versicherte polydisziplinär
(rheumatologisch und psychiatrisch) in der MEDAS Ostschweiz untersucht. Im
Gutachten vom 20. Januar 2011 diagnostizierten die MEDAS-Experten mit
Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung,
beginnend chronifiziert in mittelgradiger depressiver Ausprägung (ICD-10: F33.8), eine
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10:
F45.41), eine therapieresistente somatisch nicht objektivierbare Periarthrosis coxae-
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Symptomatik links (ICD-10: S72.0) und anamnestisch ein Lumbovertebralsyndrom
(ICD-10: M54.5). Aus somatischer Sicht sei die bisherige, körperlich schwere Tätigkeit
dem Versicherten nicht mehr zumutbar. Für eine adaptierte Tätigkeit bestehe seit der
ersten Rehabilitation in Bellikon im Frühjahr 2008 aus psychiatrischer Sicht eine
50%ige Arbeitsunfähigkeit. Ab diesem Zeitpunkt bestünden aus somatischer Sicht
keine quantitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit mehr. Allerdings könne rein
somatisch zur Verhinderung einer Zunahme der muskulären Dysbalance ein
vermindertes Rendement von 20 bis maximal 30% angegeben werden, nicht additiv
zur psychiatrisch begründeten Arbeitsunfähigkeit (act. G 5.1.89). Der RAD hielt die
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der MEDAS-Gutachter für ausführlich, schlüssig und
nachvollziehbar. Es könne darauf abgestellt werden (Stellungnahme vom 6. April 2011,
act. G 5.1.90).
A.l Das Versicherungsgericht sprach dem Beschwerdeführer im Entscheid vom
5. September 2011, UV 2010/85, in teilweiser Gutheissung der gegen den
Einspracheentscheid der Suva vom 15. September 2010 gerichteten Beschwerde vom
18. Oktober 2010 eine Invalidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrads von 14% zu
(die dagegen von der Suva erhobene Beschwere in öffentlich-rechtlichen
Angelegenheiten wies das Bundesgericht im Urteil vom 25. April 2012, 8C_744/2011,
ab).
A.m Mit neuerlichem Vorbescheid vom 24. Februar 2012 stellte die IV-Stelle dem Ver
sicherten in Aussicht, ihm befristet für die Dauer vom 1. November 2007 bis 31. Juli
2008 eine ganze Rente zuzusprechen. Der von den MEDAS-Gutachtern ab April 2008
bescheinigten 50%igen Arbeitsunfähigkeit komme invalidenversicherungsrechtlich
keine Bedeutung zu. Es könne diesbezüglich weiterhin auf die im bidisziplinären
Gutachten F._/E._ bescheinigte 30%ige Arbeitsunfähigkeit abgestellt werden (act.
G 5.1.101). Dagegen erhob der Versicherte am 17. April 2012 Einwand, worin er
gestützt auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung durch die MEDAS-Gutachter ab 1. August
2008 eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 60%
beantragte (act. G 5.1.102). Der Rechtsdienst der IV-Stelle begründete in der
Stellungnahme vom 24. April 2012, weshalb aus seiner Sicht den psychischen Leiden
keine invalidisierende Wirkung zukomme (act. G 5.1.105-2). Am 9. Juli 2012 verfügte
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die IV-Stelle im Sinn des Vorbescheids und sprach dem Versicherten befristet für die
Dauer vom 1. November 2007 bis 31. Juli 2008 eine ganze Rente zu (act. G 5.1.111).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 9. Juli 2012 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 9. August 2012. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten- und
Entschädigungsfolge insoweit deren Aufhebung, als sein Rentenanspruch für den
Zeitraum ab 1. August 2008 verneint werde, sowie für die Zeit ab 1. August 2008 die
Zusprache einer Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens
60%. Zur Begründung bringt er im Wesentlichen vor, es bestehe keine Rechtfertigung,
um für die fragliche Zeit von der Arbeitsfähigkeitsschätzung gemäss MEDAS-
Gutachten abzuweichen bzw. dessen invalidenversicherungsrechtliche Relevanz zu
verneinen. Des Weiteren sei darauf hinzuweisen, dass im MEDAS-Gutachten aus
somatischer Sicht ein um 20 bis 30% vermindertes Rendement bescheinigt worden
sei. Hinsichtlich der Schmerzstörung stellt er sich auf den Standpunkt, die
Foersterkriterien seien erfüllt. Schliesslich sei bei der Bemessung des
Invalideneinkommens ein 25%iger Tabellenlohnabzug zu berücksichtigen (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 2. Oktober
2012 die Abweisung der Beschwerde. Nach der Rechtsprechung seien muskuläre
Dysbalancen nicht invalidisierend, weshalb die von den MEDAS-Gutachtern
bescheinigte Einschränkung des Rendements aus invalidenversicherungsrechtlicher
Sicht nicht beachtlich sei. Im Übrigen bestehe kein invalidisierender psychischer
Gesundheitsschaden und ein Tabellenlohnabzug von über 10% sei nicht gerechtfertigt
(act. G 5).
B.c Mit Präsidialverfügung vom 10. Oktober 2012 wird dem Gesuch des
Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von
den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung)
entsprochen (act. G 6).
B.d In der Replik vom 7. November 2012 hält der Beschwerdeführer unverändert an
der Beschwerde fest (act. G 8).
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B.e Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (vgl. act.
G 10).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
des Beschwerdeführers für die Zeit ab August 2008. Unbestritten und im Einklang mit
der Aktenlage sind die für die Zeit vom 3. November 2006 bis April 2008 bestehende
vollständige Arbeitsunfähigkeit, die damit einhergehende Zusprache einer für die Dauer
von November 2007 bis 31. Juli 2008 befristeten ganzen Rente und die Beweiskraft
des MEDAS-Gutachtens vom 20. Januar 2011 (act. G 1 und G 5, Rz 2.3, S. 5).
2.
2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbs
unfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für
einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG
durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht Anspruch auf
eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
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mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.2 Grundsätzlich bedarf es für die Annahme eines invalidisierenden
Gesundheitsschadens einer fachärztlichen, lege artis auf die Vorgaben eines
Klassifikationssystems abgestützten Diagnose. Im Rahmen der freien
Beweiswürdigung darf sich dabei die Verwaltung - und im Streitfall das Gericht - weder
über die den beweisrechtlichen Anforderungen genügenden medizinischen
Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sich die ärztlichen Einschätzungen und
Schlussfolgerungen zur (Rest-)Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten
sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite zu eigen machen (Urteil des
Bundesgerichts vom 30. März 2011, 9C_1041/2010, E. 5.1 mit Hinweisen).
Somatoforme Schmerzstörungen und ähnliche ätiologisch-pathogenetisch unklare
syndromale Leidenszustände vermögen rechtsprechungsgemäss in der Regel keine
lang dauernde, zu einer Invalidität im Sinn von Art. 4 Abs. 1 IVG führende
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu bewirken (BGE 136 V 281 E. 3.2). Die - nur in
Ausnahmefällen anzunehmende - Unzumutbarkeit einer willentlichen
Schmerzüberwindung und eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess setzt das
Vorliegen einer mitwirkenden, psychisch ausgewiesenen Komorbidität von erheblicher
Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer oder aber das Vorhandensein anderer
qualifizierter, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllter Kriterien wie chronische
körperliche Begleiterkrankungen und mehrjähriger Krankheitsverlauf bei unveränderter
oder progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission, ein ausgewiesener
sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, ein verfestigter, therapeutisch nicht
mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber
entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn) oder schliesslich
unbefriedigende Behandlungsergebnisse trotz konsequent durchgeführter
Behandlungsbemühungen (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und
gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und
Eigenanstrengung der versicherten Person voraus (BGE 130 V 354 f. E. 2.2.3). Je mehr
diese Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde
darstellen, desto eher sind die Voraussetzungen für eine zumutbare
Willensanstrengung zu verneinen (BGE 131 V 50 f. E. 1.2; vgl. zum Ganzen Urteil des
Bundesgerichts vom 14. Juli 2011, 9C_412/2011, E. 4.1).
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3.
An erster Stelle (zur Ordnung der Diagnosen nach Wertigkeit vgl. Leitlinien der
Schweizerischen Ärztegesellschaft für Rheumatologie für die Begutachtung
rheumatologischer Krankheiten und Unfallfolgen, in: Schweizerische Ärztezeitung,
2007;88: 17, S. 739) und selbstständig von anderen Leiden diagnostizierten die
MEDAS-Gutachter mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit eine
rezidivierende depressive Störung, beginnend chronifiziert in mittelgradiger depressiver
Ausprägung (ICD-10: F33.8). Es handelt sich damit nicht bloss um eine
vorübergehende depressive Episode, sondern um ein langjähriges psychisches Leiden,
das sich spätestens seit Anfang 2008 entwickelt hat (act. G 5.1.89-45 f.; zum im
Zeitpunkt der Begutachtung fast 3-jährigen Verlauf siehe act. G 5.1.89-49).
3.1 Vorab ist darauf hinzuweisen, dass nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung
auch mittelschwere depressive Leiden bzw. die dadurch verursachten Befunde und
Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit eine Invalidität begründen können (Urteile des
Bundesgerichts vom 30. März 2011, 9C_1041/2010, E. 5.2, und vom 20. Juni 2011,
9C_980/2010, E. 5.3). Auch der Gesetzgeber hat anlässlich der Beratungen im Rahmen
der 6. IV-Revision deutlich gemacht, dass depressive Leiden
invalidenversicherungsrechtlich relevant seien (eingehend hierzu nachfolgende
E. 3.2.3).
3.2 Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin (act. G 5, Rz 2.3, S. 5 oben) ist
gestützt auf die Aktenlage mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einem
verselbstständigten depressiven Leiden auszugehen.
3.2.1 Das depressive Leiden hat sich im Nachgang zum "Arbeitsunfall mit einer
erheblichen Verletzung" "spätestens seit Anfang 2008 entwickelt" (act. G 5.1.89-45),
mithin zu einer Zeit, als der Beschwerdeführer - von der Beschwerdegegnerin
anerkannt (act. G 5.1.98-1 und G 5.1.107-1) - allein aufgrund somatischer Erkrankung
vollständig arbeitsunfähig war (vgl. act. G 5.1.89-37 und G 5.1.47-37) und ein
relevantes somatoformes Geschehen noch gar kein Thema gewesen ist (RAD-
Stellungnahme vom 15. Januar 2008, act. G 5.1.22-2 f.; vgl. auch Austrittsbericht der
Rehaklinik Bellikon vom 18. März 2008, act. G 5.2, Bericht von Dr. C._ vom
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4. Dezember 2007, act. G 5.1.18-1, und von Dr. D._ vom 16. Juni 2008, act.
G 5.1.30-1). Damals stand der mit Komplikationen verbundene postoperative Verlauf im
Vordergrund (act. G 5.1.22-2). Ergänzend ist zu bemerken, dass Dr. B._ - wenn auch
noch ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit - bereits im Bericht vom 5. Oktober
2007 eine Depression diagnostizierte (act. G 5.1.8-1) und das Versicherungsgericht im
Entscheid vom 5. September 2011, UV 2010/85 (E. 3.2, zweiter Absatz) unter Verweis
auf die medizinischen Akten in tatsächlicher Hinsicht festhielt, "bereits am 27. April
2007 hatte Dr. B._ ausgeführt, der Beschwerdeführer sei psychisch sehr stark
angeschlagen".
3.2.2 Weder aus dem MEDAS-Gutachten noch aus der übrigen Aktenlage ergibt
sich weiter, das depressive Leiden sei Bestandteil oder Folge der somatoformen
Schmerzstörung. Damit geht einher, dass der MEDAS-Gutachter ausführte, "zudem" -
mithin unabhängig davon - bestehe eine chronische Schmerzstörung (act. G 5.1.89-46
oben) und er in diesem Rahmen das Vorliegen einer ausgeprägten depressiven
Begleiterkrankung bejahte (act. G 5.1.89-46 in der Mitte). Dem entspricht auch die
Einschätzung von Dr. F._ (Gutachten vom 6. April 2009, act. G 5.1.49-9; vgl. auch
RAD-Stellungnahme vom 7. Mai 2009, act. G 5.1.50).
3.2.3 Zu beachten ist weiter, dass der Gesetzgeber im Rahmen der 6. IV-Revision
deutlich hervorgehoben hat, depressive Leiden seien invalidenversicherungsrechtlich
(weiterhin) relevant und könnten nicht als pathogenetisch-ätiologisch unklare
syndromale Beschwerdebilder gelten (vgl. Votum Kleiner Marianne ["Nicht dazu
gehören diagnostizierte Depressionen, ..."], sowie diverse Voten Burkhalter Didier ["ne
sont pas et ne seront jamais concernées par cette disposition les maladies telle que la
dépression, ..."], Amtliches Bulletin Nationalrat, 16. Dezember 2010, AB 2010
N 2117 ff.; vgl. auch Amtliches Bulletin Ständerat, 1. März 2011, AB 2011 S. 39 f.). Es
widerspricht damit dem klaren Willen des Gesetzgebers, wenn eine - sich auf ein
klinisch festgestelltes depressives Leiden zurückzuführende - gutachterlich
bescheinigte Arbeitsunfähigkeit vom Rechtsanwender bloss unter Hinweis auf das
gleichzeitige Vorliegen eines pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Leidens
korrigiert und als invalidenversicherungsrechtlich irrelevant erklärt wird. Vielmehr stellte
ein solches Vorgehen, wonach das gleichzeitige Vorliegen einer somatoformen
Schmerzstörung zum Ausschluss depressionsbedingter
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Arbeitsfähigkeitsbeeinträchtigungen führt, eine nicht zulässige Umgehung des
genannten - diesbezüglich klaren - gesetzgeberischen Willens dar. Im Übrigen ist
gemäss diesem nicht die Ursache des depressiven Leidens für die Frage nach
Rentenleistungen entscheidend - was mit einer finalen Sozialversicherung wie der IV
auch nicht vereinbar wäre -, sondern einzig, ob ein klinisch festgestellter psychischer
Gesundheitsschaden - wie etwa eine Depression - vorliegt (vgl. Votum Burkhalter
Didier, Amtliches Bulletin Nationalrat, a.a.O. AB 2010 N 2122: "Toutes celles qui
peuvent être clairement établies au moyen d'examens cliniques, c'est-à-dire
psychiatriques, en seront pas concernées, soit - je cite à nouveau pour que ce soit
vraiment clair - la dépression, ..." sowie Votum Kleiner Marianne, Amtliches Bulletin
Nationalrat, a.a.O., AB 2010 N 2118 f.: "Es handelt sich nicht um Beschwerdebilder, bei
denen gestützt auf klinische oder auch psychiatrische Untersuchungen eine klare
Diagnose gestellt werden kann ... z. B. Depressionen, ..."). Was Auslöser der
depressiven Erkrankung war - sei es nun eine Hirnschädigung, ein psychosozialer
Umstand, ein Unfall oder Schmerzen -, ist deshalb für die Bestimmung der dadurch
verursachten Arbeitsfähigkeitsbeeinträchtigung invalidenversicherungsrechtlich
irrelevant. Gleiches gilt bei Vorliegen weiterer (Schmerz-)Krankheiten. Mit anderen
Worten sind Kausalitätsüberlegungen in der Invalidenversicherung (weiterhin) fehl am
Platz. Vor diesem Hintergrund fehlt dem Bestreben, selbstständig diagnostizierte
depressive Leiden - wie das vorliegend zu beurteilende - von Schmerzsyndromen
konsumieren zu lassen, die gesetzliche Grundlage. Es entspricht auch nicht dem Willen
des Gesetzgebers. Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass das
Vorliegen depressiver Leiden weder ein diagnostisches Kriterium für ein
Schmerzsyndrom noch sonstwie medizinisch einen erforderlichen Bestandteil einer
somatoformen Schmerzstörung darstellt (vgl. Urteil des Versicherungsgerichts vom
25. März 2013, IV 2011/111, E. 4.2, bestätigt in Urteil des
Bundesgerichts vom 14. Februar 2014, 8C_251/2013).
3.2.4 Hinzu kommt, dass der psychiatrische Gutachter sich eingehend mit dem
Bestehen psychosozialer und soziokultureller bzw. invaliditätsfremder Faktoren aus
einandersetzte (act. G 5.1.89-48) und diese bei seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung
ausdrücklich ausgeklammert hat ("Der psychiatrische Gutachter ist jedoch nach den
IV-rechtlichen Kriterien gehalten, psychosoziale Belastungsfaktoren als IV-fremd zu
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markieren und diese nicht in die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit mit einzubeziehen",
act. G 5.1.89-49; vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 8. April 2013, 8C_651/2012,
E. 5.3).
3.2.5 Unter diesen Umständen besteht für das Gericht kein Anlass, vom MEDAS-
Gutachten abzuweichen und die medizinisch ausgewiesene, durch die erhebliche
depressive Problematik verursachte Arbeitsfähigkeitsbeeinträchtigung in Frage zu
stellen. Dies umso weniger, als der psychiatrische MEDAS-Gutachter bei der
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht auf die subjektive Einschätzung des
Beschwerdeführers abstellte, eine "Verdeutlichungstendenz" sowie
"Aggravationstendenz" erkannte und nicht als beeinträchtigende Faktoren einbezog
(act. G 5.1.89-48; vgl. auch act. G 5.1.89-49 unten; die Beschwerdegegnerin weist
ferner zutreffend darauf hin, dass sich der psychiatrische MEDAS-Gutachter auch der
unzureichenden Medikamentencompliance bewusst war, act. G 5, Rz 2.3, S. 5).
Entscheidend ist weiter, dass auch der RAD in der Stellungnahme vom 6. April 2011
das MEDAS-Gutachten und die darin vorgenommene Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
vollumfänglich bestätigte (act. G 5.1.90).
3.3 Der psychiatrische MEDAS-Gutachter nahm zwar eine hinsichtlich des von ihm
diagnostizierten depressiven Leidens isolierte Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht
ausdrücklich vor ("Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass aufgrund der
unten aufgeführten psychischen Störungen mittelgradige Einschränkungen der Arbeits-
und Leistungsfähigkeit bestehen.", act. G 5.1.89-47). Allerdings ergibt sich aus der von
ihm vorgenommenen Auseinandersetzung mit der Voraktenlage, dass er mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit allein aufgrund der mittelschweren Depression eine
50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigte. So gab er bezüglich der Einschätzung von
Dr. F._, der kein somatoformes Leiden zugrunde gelegt wurde (leichte
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion [ICD-10: F43.21] und
Akzentuierung der infantil-histrionischen Persönlichkeitszüge [ICD-10: Z73.1], act.
G 5.1.49-9), an, dass das bestehende Ausmass der Beeinträchtigung des
Beschwerdeführers mit der von Dr. F._ bescheinigten 30%igen Arbeitsunfähigkeit
eher unterschätzt werde (act. G 5.1.89-49). Bei der Auseinandersetzung mit der von
Dr. D._ bescheinigten 100%igen Arbeitsunfähigkeit legte er schlüssig in Würdigung
(einzig) der "mittelgradigen depressiven Symptomatik" dar, weshalb er eine 50%ige
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Arbeitsunfähigkeit für zutreffend halte (act. G 5.1.89-49 f.). Hinzu kommt und ins
Gewicht fällt weiter, dass er dem Beschwerdeführer eine Schmerzüberwindung für
zumutbar hielt (act. G 5.1.89-47) und sich aus dem MEDAS-Gutachten nicht ergibt, die
diagnostizierte chronische Schmerzstörung sei als eine (zusätzliche) quantitative
Beeinträchtigung der für leidensangepasste Tätigkeiten bestehenden Arbeitsfähigkeit
berücksichtigt worden. Damit geht die schmerzunabhängige Umschreibung der
möglichen Verweistätigkeiten einher ("keine erhöhten Anforderungen an die Stress-
und Frustrationstoleranz oder die emotionale Belastbarkeit sowie die
Konzentrationsfähigkeit und die Ausdauer", act. G 5.1.89-47).
4.
Ausgehend von einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit verbleibt die Bestimmung des
Invaliditätsgrads. Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer vor dem Unfall stark
schwankende Einkommen erzielte (2001: Fr. 62'613.--, 2002: Fr. 53'509.--, 2005:
Fr. 38'532.--, 2006: Fr. 45'918.--, act. G 5.1.6) und teilweise während mehreren
Monaten Arbeitslosenentschädigung bezog (Januar bis Dezember 2003; Januar bis Mai
2004; act. G 5.1.6), besteht vorliegend für die Bestimmung des Valideneinkommens
keine repräsentative Grundlage. Deshalb ist entsprechend der Bestimmung des
Invalideneinkommens auf die Tabelle TA1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung
(LSE) des Bundesamtes für Statistik, Total sämtlicher Wirtschaftszweige,
Anforderungsniveau 4, Männer, abzustellen. Da die beiden Vergleichseinkommen somit
auf derselben Grundlage zu berechnen sind, kann ein Prozentvergleich vorgenommen
werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Januar 2011, 9C_882/2010, E. 7.1). Zu
klären ist damit lediglich noch die Frage der Höhe des Tabellenlohnabzugs bei der
Bestimmung des Invalideneinkommens. Die Beschwerdegegnerin anerkannte in der
Beschwerdeantwort vom 2. Oktober 2012 einen 10%igen Abzug, da der
Beschwerdeführer lediglich noch leichte Hilfstätigkeiten ausführen könne (act. G 5
Rz 4). Dabei hat die Beschwerdegegnerin ausser Acht gelassen, dass weitere qualitativ
einschränkende Anforderungen zu beachten sind (keine erhöhten Anforderungen an die
Stress- und Frustrationstoleranz oder die emotionale Belastbarkeit sowie die
Konzentrationsfähigkeit und die Ausdauer, act. G 5.1.89-47). Das fortgeschrittene Alter
(im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung war der Beschwerdeführer _-jährig) dürfte
sich vorliegend zusätzlich lohnsenkend auswirken (vgl. anstatt vieler BGE 126 V 75 und
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Urteil des Bundesgerichts vom 24. Juli 2013, 9C_334/2013, E. 3), während dem die
geltend gemachte schlechte Qualifikation und die vorgebrachten schlechten
Deutschkenntnisse (act. G 1, S. 11) je für sich alleine keine Erhöhung des
Tabellenlohnabzugs rechtfertigen. Insgesamt erscheint daher ein 15%iger
Tabellenlohnabzug angemessen. Unter Berücksichtigung einer 50%igen
Restarbeitsfähigkeit und eines Tabellenlohnabzugs von 15% resultiert im Rahmen
eines Prozentvergleichs ein (aufgerundeter) 58%iger Invaliditätsgrad (100% - [50% x
0.85]). Der Beschwerdeführer hat damit für die Zeit ab August 2008 Anspruch auf eine
halbe Rente.
5.
5.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde vom 9. August 2012 ist die Verfügung
vom 9. Juli 2012 insoweit aufzuheben, als dem Beschwerdeführer ab 1. August 2008
eine halbe Rente zuzusprechen ist. Zur Festsetzung und Ausrichtung der
Rentenleistungen ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. betreffend Überklagung Urteil des
Versicherungsgerichts vom 19. Dezember 2011, IV 2009/459, E. 5.2 f.).
5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier
zu beurteilenden Fall erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle (vgl. etwa Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Januar 2009, IV 2007/192) eine
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
bis
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angemessen. Die Festsetzung einer Entschädigung aus der gewährten unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung (act. G 6) erübrigt sich.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP