Decision ID: e498ca8c-40cd-4a6b-830d-48414d82cd78
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1967, arbeitete auf dem Bau, als er sich am
1.
Dezember 1999 bei einem Unfall, für welchen er bei der Suva versichert war, Ring- und Mittelfinger der linken Hand an einem Tragseil einklemmte und von einem Kran circa einen Meter in die Höhe gezogen wurde (vgl.
Urk.
11/6
/11
, 11/
6/16
). Mi
t Verfügung vom 1
4.
Dezember 200
1 sprach ihm die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Wirkung ab dem
1.
Dezember 2000 eine ganze Invalidenrente plus Ehegattenzusatz- und Kinderrente zu (
Urk.
11/18).
I
m Verlauf nach dem Unfall trat
auch
ein
psychische
s Leiden
auf (vgl. die Beur
teilungen von
Dr.
med.
Y._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Suva Abteilung Versicherungsmedizin, vom 1
1.
Juni 2002 und 1
8.
August 2003,
Urk.
11/30/18 und 11/30/2). Die Suva richtete dem Versicherten bis zum 3
0.
November 2003 das Taggeld aus. Mit Verfügung vom 1
1.
Dezember 2003 sprach sie ihm ausgehend von einer Erwerbsunfähigkeit von 100
%
eine Komplementärrente zur Rente der Invalidenversicherung im Betrag von Fr. 2'727.- zu (
Urk.
11/31-32; vgl.
Urk.
11/34, 11/45 und 11/43 zur strittigen Integritätsentschädigung
).
Die IV-Stelle führte verschiedene Revisionen durch, wobei es beim Anspruch auf die ganze Invalidenrente blieb (vgl. Mitteilungen vom
2.
April 2003, 1
0.
Oktober 2006 und 2
0.
Juni 2008,
Urk.
11/29, 11/50, 11/60). Auch die Suva
teilte dem Versicherten am 16.
September 2011 mit, am Invaliditätsgrad habe sich nichts geändert (
Urk.
11/74).
Am
4.
April 2005 hatte sich der Versicherte scheiden lassen (
Urk.
11/41). Am 1
3.
Dezember 2009 war ein Kind des Versicherten aus einer neuen Beziehung
zur Welt gekommen, für welches
ebenfalls eine Kinderrente zugesprochen wurde (
Urk.
11/64, 11/68). Am 1
8.
März 2011 (
Urk.
11/70, 11/71) und am
7.
April 2014 (
Urk.
11/83, 11/85) kamen weitere Kinder zur Welt, für welche Renten zuge
sprochen wurden.
Im Rahmen des im Juni 2013 eingeleiteten Revisionsverfahrens (vgl.
Urk.
11/80, 11/81) holte die IV-Stelle den Bericht des behandelnden Arztes
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
4.
März 2016 (
Urk.
11/104; vgl. auch
Urk.
11/103) ein. Sodann veranlasste sie eine psychiatrische Begutachtung bei
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, welches Gutachten am 1
2.
September 2016 erstattet wurde (
Urk.
11/111). Am 7. Oktober 2016 kündigte die IV-Stelle an, die Invalidenrente werde aufgehoben (
Urk.
11/114). Dagegen
liess
der Versicherte Einwand
erheben
(
Urk.
11/123). Der
Versicherte liess zudem den Bericht von
Dr.
Z._
vom 19.
Dezember 2016 ein
reichen (vgl.
Urk.
11/129).
In der Folge nahm die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung an die Hand. Mit der Mitteilung vom 1
0.
Januar 2017 sprach sie dem Versicherten Arbeitsvermittlung zu (
Urk.
11/135); am
6.
Februar 2017 schloss sie diese
erfolglos
ab (
Urk.
11/138).
Mit Verfügung vom
6.
Februar 2017 stellte die IV-Stelle die Rente per Ende des der Zustellung folgenden Monats ein. Einer allfälligen Beschwerde entzog sie die aufschiebende Wirkung (
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde des Versi
cherten vom
8.
März 2017 mit den
Rechtsbegehren, die bisherige Invalidenrente sei weiterhin auszu
richten. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung zurückzuweisen. Sodann sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen und es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung und in der Person von Rechtsanwalt
Zollinger
ein unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen (
Urk.
1 S. 2).
In der Beschwerdeantwort vom
3.
Mai 2017 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung und hielt fest, die Rente wäre auch dann aufzuheben, wenn sich der Gesundheitszustand des Versicherten nicht verbessert hätte. Die ursprüngliche Rentenzusprechung sei zweifellos unrichtig, weshalb die Verfügung gegebenen
falls mit substituierter Begründung zu schützen sei. Das Revisionsverfahren sei im Juni 2013 eingeleitet worden, weshalb auch die Schlussbestimmungen der Änderung vom 1
8.
März 2011 (
6.
IV-Revision, erstes Massnahmenpaket)
lit
. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
a
nwendbar seien (
Urk.
10).
Mit der Fristansetzung zur Replik wurde der Be
schwerdeführer zusätzlich aufge
fordert, das Gesuch um unentgeltliche Rechtspf
lege
ergänzend zu begründen (
Verfügung vom 2. Oktober 2017,
Urk.
16). Innert angesetzter Frist liess der Ver
sicherte keine Replik einreichen
, womit Verzicht anzunehmen war
. Mit Schreib
en vom 29.
Januar 2018 liess der Versicherte beantragen, über das
Gesuch um unentgeltliche Rechts
pflege sei aufgrund der Akten zu entscheiden (
Urk.
21).
Mit Verfügung vom 2
9.
Juni 2018 zog das Sozialversicherungsgericht die Akten der Suva bei, nachdem die vorgängige telefonische Erkundigung ergeben hatte, dass die Suva die Rente herabgesetzt hatte
und gemäss der
unangefochten gebliebenen
Verfügung vom 28. August 2017 seit dem
1.
Oktober 2017 noch eine Rente für eine Erwerbsunfähigkeit von 30
%
ausrichtet
(vgl.
Urk.
23 und 24
; vgl.
Urk.
26/342
). Die Suva reichte ihre Akten am
7.
September 2018 ein (
Urk.
27 und 26/1-352).
Mit Verfügung vom
8.
Oktober 2018 gewährte das Sozialversicherungsgericht die unentgeltliche Prozessführung und bestellte Rechtsanwalt Bernhard
Zollinger
zum unentgeltlichen Rechtsvertreter des Versicherten; aus den Suva-Akten
hatte sich
die Unterstützung des Versicherten durch die
zuständige
Sozialbehörde ergeb
en
. Das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht ab (
Urk.
29).
Der Versicherte liess sich m
it Eingabe vom 2
2.
Oktober 2018 (
Urk.
30) zu den
beigezogenen
Suva-Akten vernehmen. Die IV-Stelle erklärte mit Schreiben vom 1
4.
November 2018
,
auf eine Stellungnahme zu verzichten (
Urk.
32). Darüber wurde der Versicherte in Kenntnis gesetzt (
Urk.
33).
Auf
die Vorbringen
in den Rechtsschriften und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung,
IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne
W
eiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderer
seits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines ren
tenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.2.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann
ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
lichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
achtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung des Invali
ditätsgrades eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensver
gleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkun
gen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108; vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_297/2016 vom
7.
April 2017 E. 2.2, nicht publiziert in: BGE 143 V 77, aber in SVR 2017 IV Nr. 51 S. 152). Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (
Art.
49 ATSG) zu handeln (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 2
9.
März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
1.5
Nach ständiger Rechtsprechung kann das Gericht eine zunächst auf
Art.
17 ATSG gestützte Rentenaufhebung oder -herabsetzung gegebenenfalls mit der (substitu
ierten) Begründung schützen, dass die ursprüngliche (bzw. die letzte auf einer umfassenden materiellen Prüfung beruhende, vgl. BGE 140 V 514, 133 V 108) Rentenverfügung oder Mitteilung zweifellos unrichtig und die Berichtigung von erheblicher Bedeutung sei (BGE 144 I 103 E. 2.2, 140 V 85 E. 4.2, 125 V 368 E. 2, je mit Hinweisen; vgl. Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenver
sicherung, 3. Auflage 2014,
Rz
77 zu Art. 30–31 IVG).
Nach
lit
. a
Abs.
1 der am
1.
Januar 2012 in Kraft getretenen Schlussbestimmun
gen der Änderung vom 1
8.
März 2011 des IVG (
6.
IV-Revision, erstes Massnah
menpaket; kurz:
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision
) werden Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Artikel 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufge
hoben, auch wenn die Voraussetzungen von Artikel 17 Absatz 1 ATSG nicht
erfüllt sind. Diese Bestimmung ist verfassungs- und EMRK-konform (BGE 139 V 547 E. 3).
2
.
2
.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
6.
Februar 2017 und in der Beschwerdeantwort vom
3.
Mai 2017 davon aus, aus medizi
nischer Sicht sei dem Versicherten
seit
August 2016 eine leichte bis mittel
schwere, wechselbelastende Tätigkeit wieder zu 100
%
zumutbar. Gemäss dem eingeholten Gutachten habe sich der Gesundheitszustand des Versicherten erheb
lich gebessert. Es seien keine psychischen Störungen mehr erkennbar, die ihn in seiner Arbeitsfähigkeit einschränkten. Die zusätzlichen Schmerzen in den zwei Fingern links und im Becken rec
hts hinderten ihn nicht daran
eine behinderungs
angepasste Tätigkeit auszuüben. Wenn eine gesundheitliche Beeinträchtigung keine dauerhafte Erwerbsunfähigkeit mehr zur Folge habe, sei sie nicht durch die Invalidenversicherung versichert. Somit seien die Vorausse
tzungen für den Anspruch auf
Leistungen
der Invalidenversicherung
nicht mehr erfüllt (
Urk.
2).
Die einzig auf den Bericht von Psychiater
Dr.
Z._
vom
5.
Februar 2001 erfolgte Rentenzusprechung sei zweifellos unrichtig, so
dass auch ein Wieder
er
wägungsgrund ausgewiesen wäre. Gegebenenfalls habe die Rentenaufhebung gestützt auf die Schlussbestimmungen der
6.
IVG-Revision zu erfolgen. Bei der von
Dr.
Z._
gestellten
und für die Rentenzusprechung entscheidenden
Diag
nose
der
posttraumatischen Belastungsstörung handle es sich um ein unklares Beschwerdebild im Sinne der Schlussbestimmung. Die Revision sei zudem bereits im Juni 2013 und damit vor dem 3
1.
Dezember 2014
eingeleitet worden (
Urk.
10 S. 1 f.
).
2
.2
Der Beschwerdeführer liess demgegenüber geltend machen,
der R
egionale
Ä
rzt
liche Dienst der IV-Stelle (RAD) gehe davon aus, der Arbeitsunfall sei nicht geeignet gewesen, eine posttraumatische Belastungsstörung auszulösen. Dies sei aktenwidrig und widerspreche
den Feststellungen des behandelnden Psychiaters und auch dem Gutachten von
Dr.
A._
, welcher von beträchtlichen Belastungen und inneren Konflikten nach dem Unfall spreche (vgl.
Urk.
1 S. 4)
.
Gemäss dem Gutachten von
Dr.
A._
sei der Gesundheitszustand des Versicher
ten seit über 15 Jahren unverändert. Die Schmerzursache solle jedoch nicht psychischer, sondern physischer Natur sein. Damit handle es sich um eine andere Beurteilung eines gleich gebliebenen Sach
verhalts (
Urk.
1 S. 5). Das Gutachten von Dr.
A._
widerspreche den übrigen medizinischen Einschätzungen bezie
hungsweise der Krankengeschichte. Dass der Versicherte seit dem Jahr 1999 kon
sequent in die Psychotherapie gehe, sei ein gewichtiges Indiz dafür, dass sich der Gutachter hinsichtlich der Einschätzung des psychischen Gesundheits
zustands
irre (
Urk.
1 S. 5). Es fehle an einem Revisionsgrund nach
Art.
17 ATSG (
Urk.
1 S.
3).
Wenn das Schmerzsyndrom keine psychische Ursache habe, sondern eine körper
liche, dann müsste der physische Gesundheitszustand
noch abgeklärt werden (
Urk.
1 S. 6). Aus dem Umstand, dass die Suva die Rente revidiert und eine ange
passte Rente für einen Invaliditätsgrad von 30
%
zugesprochen habe, könne für das vorliegende Verfahren nicht abgeleitet werden. Aus dem Entscheid der Suva lasse sich nur ableiten, dass diese nicht
s
sämtliche der vorhandenen Beschwerden als unfallkausal qualifiziere (
Urk.
30 S. 2). Der Gesundheitszustand des Versicher
ten sei gesamthaft betrachtet seit 15
Jahren unverändert (
Urk.
30 S.
3).
2
.3
Strittig und zu prüfen ist somit, ob der Gesundheitszustand des Versicherten hin
reichend abgekl
ärt wurde
und ob eine für die Revision einer Invalidenrente vorausgesetzte Änderung des Sachverhalts vorliegt.
Gegebenenfalls e
benfalls zu prüfen ist, ob die
(ursprüngliche)
Rentenzusprechung zweifellos unrichtig war, und ob die Rente gestützt
auf die Schlussbestimmungen der Änderung vom 1
8.
März 2011 (
6.
IV-Revision)
auf
zuhe
ben
ist
.
3
.
3
.1
Z
eitliche Vergleichsbasis für die Frage, ob sich der Gesundheitszustand des Ver
sicherten
verändert hat, ist
der
Oktober 200
6.
Zu diesem Zeitpunkt war die
B
ehandlung
der somatischen Unfallfolgen
– anders
als
noch am 14.
Dezember 200
1 und
im April 2003
–
abgeschlossen
,
und es lag
auch
die Beurteilung
von Dr.
Y._
vom 18.
August 2003 vor (
vgl.
Urk.
11/30/2
; vgl. auch
Urk.
11/30/6, 11/30/4
).
Sodann lag der IV-Stelle
zu die
sem Zeitpunkt
auch der Entscheid der Suva
vom
1.
Oktober 2003
vor, welche
von einer 100
%igen Erwerbsunfähigkeit ausging
(Urk. 11/32
; vgl. auch die Beurtei
lung von Kreisarzt
Dr.
med.
B._
, praktischer Arzt,
vom 2
6.
September 2003,
Urk.
26
/118
)
.
Die
IV-Stelle
zog im Revisionsverfahren
die Angaben
von Dr.
med.
C._
, Facharzt für Innere Medizin, vom 1
5.
März 2006 und von Psychiater
Dr.
Z._
vom 1
5.
Mai 2006
bei
sowie die Stellungnahme des
RAD
(
Urk.
11/47, 11/48, 11/49/2)
. Im Anschluss blieb es beim
Anspruch auf eine ganze Invaliden
rente (M
itteilung vom 10.
Oktober 2006,
Urk.
11/50).
Die
im Jahr 2008
eingeholten
sehr kurzen Berichte von Dr.
C._
vom 13.
Februar 2008
(
Urk.
11/55)
und
von
Dr.
Z._
vom 29. Mai 2008 (vgl.
Urk.
11/57)
stellen
demgegenüber
keine
rechtskonforme
Abklärung dar, die
eine Rentenerhöhung, -herabsetzung oder –
aufhebung
zu begründen
vermöchte
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_441/2012
vom 2
5.
Juli 2013
E.
6.2
).
3
.2
3
.2.1
Dr.
Y._
berichtete nach ihrer Untersuchung vom
2
3.
Mai
2002, zum jetzigen Zeitpunkt könne nur festgehalten werden, dass der Versicherte
, wobei der natürliche Kausalzusammenhang zum Unfall gegeben sei,
unter einem ängst
lich depressiven Syndrom mit dissoziativen Begleitsymptomen und an einer Schmerzsymptomatik - möglicherweise auf dem Hintergrund von narzisstischen Persönlichkei
tszügen
–
leide. Letzteres müss
e aber
überprüft werden, wobei seine Herkunft, seine
Vorstellungen
körperlicher Integrität, seine
Biographie und Vor
geschichte
zu berücksichtig
en seien
(
Urk.
11/30/28-29
).
Dr.
Z._
diagnostizierte am 1
2.
Oktober 2002 eine posttraumatische Belas
tungsstörung, ein chronisches Schmerzsyndrom, Panikattacken und eine depres
sive Entwicklung. Der Zustand sei stationär, zeitweise verschlechtere er sich. Er schloss auf eine bleibende Behinderung (
Urk.
11/30/12
). Im Bericht vom
7.
April 2003
(
Urk.
11/30/6)
schilderte
Dr.
Z._
,
es
habe sich
zwischenzeitlich eine Ver
schlechterung von deutlichem und zunehmend beeinträcht
igendem Ausmass ein
gestellt
. Das seit einem guten Jahr bestehende Paniksyndrom habe sich ausge
weitet. Es seien vor allem die Panikattacken, die dem Beschwerdeführer "ein unter die Leute mischen" nur mehr unter Schwierigkeiten erlaubten. Diese Phobie mit ihren sozialen Anteilen gehe mit der Angst einher, gerade inmitten von Menschen Schwäche zu zeigen, zu kollabieren und dann irgendwem schutzlos ausgeliefert zu sein. Die verhaltenstherapeutischen und pharmakologischen Interventionen hätten bi
sher nicht vermocht
,
das Vermeidungsverhalten nach
haltig zu verbes
sern. Zu der von
Dr.
Y._
-Richter aufgeworfenen Frage der Bedeutung der körperlichen Integrität für den Beschwerdeführer als Ausgangs
punkt des patho
logischen Geschehens (vgl.
Urk.
11/
30/29
) führte er aus, die Ver
letzung der körperlichen Integrität
an sich sei nicht als Ausgangs
punkt zu sehen (
Urk.
7/
30/6 f.)
Die Pathogenese scheine sich mehr im Sinne einer narzisstischen Kränkung infolge Trauma und Folgen, d.h. im Sinne einer pathologischen Erleb
nisverarbe
i
tung entwickelt zu haben (Urk.
7/
30/7
). Im Bericht vom 1
7.
Juli 2003 beurteilte
Dr.
Z._
die Prognose als aktuell sehr schlecht. Er rechne nicht mit der Wieder
erlangung der Arbeitsfähigkeit und mit der Wiederaufnahme einer Arbeitstä
tig
keit unter den gegebenen Ver
hältnissen. Eine Evaluation der funk
tionellen Leis
tungsfähigkeit in
D._
sollte aber durchführbar sein (
Urk.
11/30/4
).
Dr.
Y._
hielt am 1
8.
August
2003 fest, angesichts der wach
senden Symptome, wahrscheinlich neben dem Unf
allereignis auch aus unfallfrem
den Gründen, und angesichts der sc
hlechten Prognose, die
Dr.
Z._
gestellt habe, sei es bald vier Jahre nach dem Unfallereignis unwahrscheinlich, dass eine wesentliche Besserung und Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit in verwert
ba
rem Ausmass zu erwarten sei. Das bedeute, dass der Versicherte allenfalls noch stundenweise arbeitsfähig wäre und der Abschluss zu empfehlen sei. Die Behand
lung müsse
prinzipiell im Sinne von
Art.
21 UVG fortgesetzt werden. Die Schät
zung des Integritätsschadens für die psychischen Unfallfolgen könne aktuell noch nicht vorgenommen werden. Sie empfehle dafür eine Wiedervorstellung des Ver
sicherten nicht vor Ende 2004 (
Urk.
11/30/2-3
).
3
.2.2
Kreisarzt
Dr.
med.
B._
diagnostizierte im Bericht vom 2
6.
September 2003
(
Urk.
26/118)
einen Status nach Quetschtrauma des Mittel- und Ringfingers links mit offenen Frakturen der Mittelglieder und eine subtotale Amputation des Ring
fingers auf Höhe P3, einen Status nach Notfalloperation im Universitätsspital
E._
sowie nach Korrekturosteotomien und Stabilisierung mittels Beckenkamm von rechts (
Urk.
26/118 S. 2). Restfolge des Unfalls sei eine Störung der Gesamt
funktion der linken
adominanten
Hand mit Ausschaltung der mittelständigen Langfinger. Beim Faustschluss werde 10 kg erreicht. Soda
nn bestehe ein Schmerz
zustand an Zeige- und Mittelfinger
. Schmerzen bestünden auch im Bereich der Spanentnahmestelle am Beckenkamm rechts, ohne klare klinisch fest
stellbare Pathologie. Aufgrund der Handverletzung wäre eine Wiedereingliede
rung zumutbar. Erschwerend für die Beurteilung sei aber die nicht klare, keiner Struktur
zuzuor
dnende Schmerzhaftigkeit von
Zeige
-
und Mittel
finger. Es müsse ange
n
ommen werden, dass die Psycho
pathologie für den Fingerschmerz
ebenfalls ein Co-Faktor sei (
Urk.
26/
118 S. 2).
3
.2.3
Nach den Angaben von
Dr.
C._
vom 1
5.
März 2006
stand
der Versicherte von 2001 bis 2003 bei
Dr.
Z._
in psychiatrischer Behandlung
. W
ahrscheinlich sei es doch möglich, dass
Dr.
Z._
einen Bericht über die psychische Situation des Versicherten erstellen könne (
Urk.
11/47
; vgl. auch
Urk.
26
/139
).
Dr.
Z._
berichtete am 1
5.
Mai 2006 von einem mehr o
der weniger stationären Zustand. Typisch für das Erleben des Versicherten sei das situationsbezogene, aber gleich
wohl häufige Wiedererleben des traumatischen (Unfall-)Geschehens vor Jahren. Als Folge davon bestünden dissoziative Zustände und die Entwicklung von phobischen Ängsten. Im Zusammenhang mit der gestörten Verarbeitung des Erlebens bestehe eine markante Beeinträchtigung des Selbstwertempfindens, der allgemeinen Autonomie sowie der Selbsteffizienz
.
Das Zustandsbi
ld entspreche auch aktuell noch -
trotz vorgängiger beziehungsweis
e erfolgter Behandlungs
versuche -
dem früheren. Die Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht sei auch weiterhin hoch; die Prognose sei ausgesprochen schlecht (
Urk.
11/48/3
; vgl. auch
Urk.
11/49/2
).
3
.2.4
Am 1
0.
Oktober 2006 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass unverändert Anspruch auf eine ganze Invalidenrente bestehe.
3
.3
3
.3.1
Für die Zeit nach dem 1
0.
Oktober 2006 liegen
-
teilweise neu
-
folgende Berichte vor:
Nach den Angaben von
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie, vom 1
3.
April 2007
(
Urk.
26/158)
, welcher von der Suva mit der Ein
schätzung der Schwere des Integritätsschadens beauftragt worden war,
litt
der Versicherte unter agoraphobischen und generalisierten Ängsten.
Sekundär habe er ein massives Vermeidungsverhalten mit Tag-/Nachtumkehr entwickelt. Zudem
beschreibe der Versicherte
dissoziativ anmutende Zustände in Einkaufsgeschäf
ten. Der objektiv
erhebbare
psychopathologische Befund sei bis auf ein auffäl
li
ges, zwanghaft anmutendes Verhalten weitgehend
bland
. Bei der diagnostischen Einordnung müsse er sich
vorwiegend auf die subjektiven Angaben des Ver
sicherten stützen. Diese würden jedoch vom behandelnden Hausarzt und vom behandelnden Psychiater bestätigt. Die Beurteilung des Schweregrades der psychischen Beeinträchtigung sei schwierig. Einerseits schildere der Versicherte eine massive Beeinträchtigung seiner Lebensqualität, ander
seits sei er jedoch in der Lage
,
mit dem Flugzeug nach Nigeria zu reisen. Zwischenzeitlich sei auch die psychotherapeutische Behandlung beendet
beziehungsweise
unterbrochen und vor circa 1,5 Jahren
wieder aufgenommen
worden. Die eher niederfrequent durchgeführte psychotherapeutische Behandlung beurteile er als Hinweis auf einen verminderten Leidensdruck. Es sei von einem knapp mittelschweren Aus
prägungsgrad der psychischen Störung auszugehen (
Urk.
26/158 S. 8).
3
.3.2
Sowohl
Dr.
C._
als auch
Dr.
Z._
berichteten am 1
3.
Februar 2008 beziehungsweise
am
1
3.
Mai 2008 von einem stationären Verlauf (
Urk.
11/55, 11/57).
3
.3.3
Gemäss dem Bericht von
Dr.
Z._
vom
4.
März 2016
leidet der Versicherte an einer posttraumatischen Belastungsstörung mit depressivem Einschlag sowie unter einer phobischen Angst mit Anzeichen eines Paniksyndroms
(
Urk.
11/104/5)
. Die therapeutischen Möglichkeiten seien inzwischen weitge
hend ausgeschöpft; eine weitere
Gesundung werde nicht zu erreichen sein. Die Einfüh
rung eines «Krankheitsmanag
e
ments» sei nicht in ganz umfassendem Sinn gelun
gen.
Die Beeinträchtigung und Verminderung der Verwendbarkeit der einen Hand durch die Verletzung bleibe eine Tatsache, die nicht nur Hinnahme, sondern auch Umstellung und Einschränkung bedeute.
«Gewinn» sei im Bereich der Schmerz
verarbeitung erzielt worden.
Andere Symptomausprägungen wie die Ängste,
die
Phobien und
die
Panikattacken würden dank einer Verhaltenssteuerung in weiten Bereichen unter Kontrolle gehalten
(
Urk.
11/104/5)
. Die Beruhigung im Leidens
zustand sei eine bedingte. Würde der Versicherte im Rahmen von beruflichen Anforderungen, - etwa solchen mit körperlichen Anforderungen – zu veränderten
Verhaltensweisen, namentlich zum Einsatz von Körperkräften und agileren Bewegungen gezwungen, wäre das Zustandsbild nicht mehr in dieser Art zu bewahren, wie es in den letzten Jahren
endlich
gelungen sei. Hilfreich in dieser Hinsicht seien Rückzug und eine relative soziale Isolation mit Schonung der Kräfte gewesen
(
Urk.
11/104/5 f.)
. Das aktuelle Gleichgewicht sei als Zustand aus
gesprochen anfällig für Störungen
. Es müsse daher von Wiedereingliederungs
versuchen beziehungsweise von Arbeitsversuchen beziehungsweise von jedem Aktionismus abgeraten werden
um die erreichten
therapeutischen Erfolge nicht zu gefährden
(
Urk.
11/
104/6). Eine Erwerbsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit sei auch weiterhin
eindeutig
nicht möglich (
Urk.
11/104/7
; vgl. hierzu auch die Stellungnahme von
dipl.
med.
G._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst der IV-Stelle,
Urk.
11/113/3-4
).
3
.3.4
Gemäss
dem Gutachten von
Dr.
A._
war der Psychostatus bei der Untersuchung vom 2
2.
August 2016 unauffällig. Namentlich die kognitiven Funktionen – Intelligenz, Auffassung, Konzentration, Gedächtnis – wie auch Affektivität und Emotionalität seien unauffällig gewesen. Die körperliche Haltung und das Ver
halten des Versicherten seien normal erschienen. Der Versicherte habe sich mit seinen Kindern zusammen locker gezeigt und viel auf offene Weise gelacht. Die Affektivität sei moduliert gewesen, in allen Aspekten quantitativ und qualitativ im normalen Rahmen. Der Versichert
e habe angegeben
,
Mühe zu haben
,
auf die rechte Körperseite zu liegen. Psychische Beschwerden habe er nicht spontan genannt und auf
suggestive
Nachfrage hin nicht mit bedeutsamen Aussagen geantwortet. Die Angaben über die Sch
merzen seien marginal geblieben. Er habe das Haus beschwingt verlassen, die Mappe mit seinen Dokumenten habe er am linken Zeigefinger schwingend getragen und den Arm recht gut mitgeschwungen (
Urk.
11/111/13 f.).
Dr.
A._
diagnostizierte eine Selbstwertproblematik o
hne Codierung (
Urk.
11/111/14) und hielt fest, d
ie Kriterien für eine posttraumatische Belas
tungsstörung halte er zum heutigen Zeitpunkt nicht als erfüllt. Weder das erlittene Trauma noch der Verlauf rechtfertigten diese Diagnose. Zumindest hätten bei der aktuel
l
en Untersuchung
weder emotionale
Belastungs- und Stress
symptome
noch ein definiertes Vermeidungsverhalten eruiert werden können. Eine anhaltende vegetative Stresssymptomatik wie bei einer posttraumatischen Belastungsstörung sei nicht bekannt. Die psychiatrische Untersuchung habe sich schwierig gestaltet, weil die Angaben des Versicherten teilweise inkonsistent und vage gewesen seien
(
Urk.
11/111/14)
.
Die beruflichen Anstellungen in der Schweiz hätten jeweils nur kurz gedauert und seien nicht existenzsichernd gewesen. Als Gründe für die Beendigung der
Arbeitsverhältnisse seien sprachliche und andere Kommunikationsschwierig
keiten genannt worden. Der Versicherte selbst habe sich nicht respektiert, sich gehetzt und unter Druck gefühlt. Wie neben dem behandelnden Psychiater
Dr.
Z._
auch
Dr.
Y._
beschrieben habe
,
sei es nach dem Unfall und den Behandlungen insbesondere um die körperliche Versehrtheit gegangen. Die körperlichen Unfall-und Operationsfolgen hätten also wie die Erfahrungen des Versicherten bei der Berufstätigkeit in der Schweiz eine Problematik bezüg
lich des Selbstwerts ausgelöst. Weder
Dr.
Y._
noch
Dr.
Z._
noch er selbst hätten auf der anderen Seite Anhaltspunkte fü
r psychische Störungen gefunden, welche die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung gerechtfertigt hätten
(
Urk.
11/111/15)
.
Psychodynamisch habe der Versicherten als Folge des Unfalls und der Operatio
nen beträchtliche Belastungen gehabt und innere Konflikte durchgemacht. Stich
worte hierzu seien Verarbeitungsschwierigkeiten,
die
Selbstwertproblematik, Schwierigkeiten wegen der empfundenen körperlichen Versehrtheit, persönliche Beeinträchtigungen und so weiter. Auf der klinischen psychiatrischen Ebene
und von aktuell aus gesehen
könne demgegenüber für den ganzen Krankheitsverlauf keine psychopathologische Symptomatik festgestellt werden, die in Bezug auf den Schweregrad und die Persistenz eine eindeutige Relevanz für die Invalidenver
sicherung gehabt hätte (
Urk.
11/111/16).
Dr.
Z._
beschreibe in seinem letzten Bericht
vom
4.
März 2016
, dass der Zustand weniger auffällig, der Versicherte gefasster und offen sei, dass die Befindlichkeit stabilisiert sei und sich das Leben weiterentwicke
lt habe. Eine manifeste psychopathologische Symptomatik führe er nicht an. Seine Diagnosen einer postt
raumatischen Belastungsstörung
mit depressivem Einschlag und vo
n Phobien und Anzeichen für ein
Paniksyndrom seien nicht begründet (
Urk.
11/111/16-17).
Bei seiner Untersuchung habe der Versicherte nur von Schmerzen und von Schlafstörungen gesprochen und habe beides nicht detailliert präzisieren und quantifizieren können. Beide Störungen schienen den Versicherten im Alltag nicht relevant zu beeinträchtigen. Sodann bestünden keine Hinweise auf Ängste und vegetative Stress
s
ymptome im Sinne einer generalisierten Angststörung. Ins
gesamt bestünden keine Anhaltspunkte für psychische Störungen mit einer Rele
vanz für die Invalidenversicherung
. Es bestünden keine Gründe für die Annahme einer IV-relevanten Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
11/111/17).
Der Gesundheitszustand habe sich seit der le
tzten Revision
ge
bessert (Urk.
11/111/18).
3
.3.5
Dr.
Z._
hielt
in seinem Sch
reiben vom 1
9.
Dezember 2016 fest
, es sei keine
B
esserung des Gesundheitszustands eingetreten, die die Einstellung der Beren
tung rechtfertige. Zwar habe der Versicherte sich mit seinen Beeinträcht
igungen
«
eingerichtet
»
, das heisse,
er habe Wege gefunden, diese im Alltag eingegrenzt und in ihren Auswirkungen niedrig zu halten; jedoch brauche es jeweils nur wenig, um ihn soweit anzustossen, dass er die ganze Schwere der hinter
gründigen Konfliktdynamik wieder nahe in seinem Erleben erfahre und besonders die Ängste – wohl die phobischen wie auch die freien – behelligend ins Bewusst
sein vorrückten und das Verhalten einschränkend bestimmen könnten
(
Urk.
11/129/1-2)
. Dass di
e Rente eingestellt werden soll
e, sei seiner Bericht
er
stattung vom März nicht zu entnehmen (
Urk.
11/129/4).
3
.3.6
Der Versicherte wurde am 2
2.
Juni 2017 von Suva-Kreisarzt
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Chirurgie, unter
sucht und beurteilt (
Urk.
26/335
).
Dieser diagnosti
zierte eine Restbeschwerdesymptomatik im Bereich des rechten Beckenkamms sowie im
3.
und
4.
Finger links (
Urk.
26/335 S. 5). Von chirurgischer Seite handle es sich um einen medizinisch stabilen Zustand und im Vergleich mit der Unter
suchung vom 2
6.
September
2003
bestehe aus rein symptomatischer Sicht keine Befundänderung (
Urk.
26/335 S. 5).
Bei der Untersuchung seien Inkonsistenzen festgestellt worden. Die beklagten Beschwerden des rechten Beckenkamms seien unter Würdigung der klinischen und operativen Befunde medizinisch nur zum Teil erklärbar, aber die Beschwer
deintensität sei medizinisch nicht nachvollziehbar. Auch die vom Versicherten gezeigte, fast komplette Kraftlosigkeit bei fehlenden neurologischen und nur minimalen muskulären Defiziten der linken Hand und fehlenden muskulären Defiziten des linken Arms seien medizinisch nicht nachvollziehbar und erklärbar.
Bei der klinischen Beobachtung hätten sich keine Hinweise für die angeblich sehr starke, maximale Schmerzsymptomatik des Versicherten gezeigt
(
Urk.
26/335 S.
6)
.
Aus rein somatischer Sicht sollte in einer angepassten körperlich sehr leichten bis leichten Tätigkeit unter folgenden Voraussetzungen eine ganztägige Arbeits
fähigkeit gegeben sein: Keine belastenden, repetitiven
Umwendbewegungen
des linken Unterarms und des linken Handgelenks mit mehr als 2,5 kg, keine Tätig
keiten, welche mit Schlägen und/oder Vibrationen für den linken Arm verbunden seien, keine Arbeiten unter schlechten Wetterverhältnissen wie Kälte oder Nässe, keine Tätigkeiten, welche ein kraftvolles Zupacken mit der linken
adominanten
Hand erforderten (
Urk.
26/335 S. 6).
4
.
4
.1
Aufgrund der Ausführungen von
Dr.
H._
vom 2
3.
Juni 2017 (
Urk.
26/335)
ist in somatischer Hinsicht von einem im Wesentlichen unveränderten Zustand seit 2003 und damit auch
seit
2006 auszugehen.
Bezüglich des psychischen Gesundheitszustands berichtete
Dr.
Z._
am
4.
März 2016 von teilweisen Verbesserungen und einer Sta
bilisierung der Situation (Urk.
11/104/2 ff.).
Gewisse Symptome wie die Ängste
, die Phobien und die Panikattacken
seien
in weiten Bereichen
unter Kontrolle
(
Urk.
11/104/5)
. Diese Stabilisierung des psychischen Gesundheitszustands ist auch daraus ersichtlich, dass der Versicherte es vermochte und es vermag
,
tagsüber für seine drei – mitt
lerweile für seine vier
(vgl.
Urk.
11/145)
–
kleineren K
inder zu sorgen
(Urk.
11/104/3)
.
Im Jahr 2008 w
ar
demgegenüber
noch
ein zwanghaftes Verhal
ten festgestellt worden; der
Versicherte
lebte
– namentlich um anderen Menschen auszuweichen
und nicht aufzufallen
-
in e
iner Tag
-/
Nachtumkehr
(vgl
. den Bericht
von
Dr.
F._
vom 1
3.
April 2007,
Urk.
26/158 S. 7)
. Diese
s
Verhalten ist
mittlerweile überwunden
(vgl.
Urk.
11/104/3
, 11/111
).
Auch der
Gutachter
Dr.
A._
schloss aufg
rund des feststellbaren Befunde
und nachgerade aufgrund der Ausführungen von
Dr.
Z._
auf eine Verbesserung der gesundheitlichen Situation (
Urk.
11/111
/
16 f
f.
). Auch
RAD-Ärztin
Dr.
G._
erkannte aus
den Ausführungen von
Dr.
Z._
eine Verbesserung der gesundheitlichen Situation
(
Urk.
11/113/3-4)
.
Aufgrund der eingetretenen Veränderung ist der
Rentenanspruch und der
Gesundheitszustand
umfassend zu prüfen
.
Dabei besteht keine Bindung an frühere Beurteilungen
.
4.2
Für die Beurteilung des somatischen Gesundheitszustands
und der Arbeitsfähig
keit aus somatischer Sicht
ist
– da keine
relevanten unfallfremden somatischen Leiden bestehen -
auf den Bericht von
Dr.
H._
vom 2
3.
Juni 2017 (
Urk.
26/335) abzustellen
. Der Beschwerdeführer liess in der
Stellungnahme zu den beigezogenen Suva-Akten
vom 2
2.
Oktober 2018
denn auch
nicht mehr aus
drücklich geltend machen, der physische Gesundheitszustand bedürfe ergänzen
der Abklärung (vgl.
Urk.
1 S. 6
und
Urk.
30
).
Dr.
H._
wies in seinem Bericht auf Inkonsistenzen hin, die sich zwischen den Schmerzangaben einerseits und dem
allgemeinen
Verhalten anderseits gezeigt hätten
; eine Schmerzverarbeitungsstörung vermutete er demgegenüber nicht
(
Urk.
26/335
S. 5 f.
). Aus somatischer Sicht sei der Versicherte vollzeitig arbeitsfähig unter Beachtung der beschriebenen Einschränkungen (vgl.
Urk.
26/335 S. 6; vgl. E. 3.3.6).
4.3
4.3.1
Für die Beurteilung des psyc
hischen Gesundheitszustands ist
auf das Gutachten von
Dr.
A._
vom 1
2.
September 2016
abzustellen. Dieses
erfüllt die von der Rechtsprechung beschriebenen Anforderungen
(
vgl.
BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialver
sicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
Namentlich zeigte der Gutachter in
nachvollziehbarer Weise das Ent
stehen der psychischen Problematik auf
(
Urk.
11/111/
15-16)
. Dass der Gutachter
dabei
teil
weise
die früheren ärztlichen
Diagnosen
und Einschätzungen
-
namentlich
die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung durch
Dr.
Z._
-
i
n Frage
stellt
e
,
fü
hrt nicht dazu, dass auf seine Beurteilung
nicht abgestellt werden könnte.
Auch
Dr.
Y._
hatte
bei der Untersuchung vom 2
3.
Mai 2002
die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung
als solche
nicht bestätigen können (
Urk.
11/30/28 ff.
, 11/30/2-3
).
Die von
Dr.
A._
festgehalte
nen Verarbeitungsschwierigkeiten, die Selbstwertproblematik, die Schwierigkei
ten wegen der empfundenen körperlichen Versehrtheit
nach dem Unfall
sind ent
gegen den Ausführungen des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
1 S.
4)
nicht mit der Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung gleichzusetzen.
Letztlich liess es der Gutachter offen, ob für die Vergangenheit von einer Arbeitsunfähig
keit auszugehen sei (
Urk.
11/111/17).
Bezüglich des aktuell gegebenen Gesundheitszustands ist jedenfalls
gestützt auf das Gutachten von
Dr.
A._
–
nachvollziehbarerweise
-
aufgrund der feststell
bar
en Befunde und Einschränkungen
nur
mehr von einer
Selbstwertproblematik auszugehen
, die ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ist
(
Urk.
11/111/17)
.
Was die vom Beschwerdeführer angegebenen Schmerzen betrifft, so sind diese teilweise objektivierbar (vgl. E.
3.3.6
). Weder
d
er begutachtende Psychiater Dr.
A._
noch
Dr.
H._
stellten Hinweise auf eine Schmerzverarbeitungs
störung fest.
4.3.2
Die
Angaben
von
Dr.
Z._
, der den Versicherten seit
2001 mit einem längeren Unterbruch betreut,
vermögen
an den
gutachterlichen Feststellungen
keine Zwei
fel zu wecken
.
Insoweit ist
denn auch
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen
, dass
behandelnde
Arztpersonen mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen und Patienten aussagen (BGE 135
V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/c;
Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
Im Wesentlichen ist sodann
auf die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen
(Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fach
medizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4)
hinzuweisen.
Dr.
Z._
führte
am
4.
März 2016
unter anderem
aus
, wäre der Versicherte im Rahmen von beruflichen Anforderungen
zum Einsatz von Körperkräften und agi
leren Bewegungen gezwungen, so wäre das aktuelle Zustandsbild wohl nicht mehr in dieser Art zu bewahren
. Er riet von Arbeitsversuchen ab
(
Urk.
11/104/5
ff.
).
Dr.
A._
beobachtete im Rahmen seiner Untersuchung
vom 2
2.
August 2016
jedoch einen unauffälligen Einsatz der linken Hand und
des linken Arms (Urk.
11/111/13 f.).
Gemäss den Angaben des Beschwerdeführers
vom 2
2.
Juni 2017
gegenüber
Dr.
H._
spielt
er
mit seinen Kindern
gerne Fussball (Urk.
26/335 S. 3).
Generell
habe sich
der Beschwerdeführer
-
insbesondere
sobald unbe
ob
achtet
–
(
somatisch und psychisch
)
nicht
(
wesentlich
)
eingeschränkt
gezeigt
(
Urk.
11/111/
13-
14, 26/335 S. 6).
Die Einschätzung von Dr.
Z._
, wonach der Druck für den Beschwerdeführer zu gross wäre, wenn er sich einer Arbeitstätigkeit zuwenden müsste
(vgl.
Urk.
11/104/7
, 11/129
)
,
vermag
ange
sichts dessen und
angesichts
der konkreten Lebensführung
mit der Betreuung von drei beziehungsweise vier kleineren Kindern
nicht zu überzeugen
.
Auch d
er Umstand, dass der Versicherte sich weiterhin regelmässig in lockeren Abständen zur Behandlung zu
Dr.
Z._
begibt, lässt
für sich
den Schluss einer
(fortbestehenden)
Einschränkung der Arbeit
s
fähigkeit nicht zu
(vgl.
Urk.
1 S.
5)
.
4.3.3
Insgesamt
bestehen keine begründeten Zweifel an den Einschätzungen von
Gutachter
Dr.
A._
.
Vielmehr ist auf dessen
ü
berzeugende Beurteilung
abzustel
len. Ein sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkendes psychisches Leiden liegt damit nicht (mehr) vor.
Eine
Indikatorenprüfung
ist
somit
obsolet.
5
.
5
.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Die Suva
berücksichtigte
in der Verfügung vom 2
8.
April 2017
bei der Invaliditätsbemessung die einzig verbleibenden somatischen Einschränkungen (vgl.
Urk.
26/342 S. 2).
Nach dem Gesagten ist auch im vorliegenden Verfahren nur von einer somatischen Beeinträchtigung ohne zusätzliche psychisch bedingte Einschränkungen auszugehen.
Die Suva ging für die Bestimmung des Invalideneinkommens vom statistischen Durchschnittseinkommen aus, welches Männer in einfachen Tätigkeiten körper
licher oder handwerklicher Art
im Dienstleistungssektor erziel
en, und nahm einen Abzug von 25
%
vor. Dieses Einkommen stellte sie dem durchschnittlichen Einkommen
aller
Männer gegenüber, die einfache Tätigkeiten
körperlicher oder handwerklicher Art
ausführen. So ermittelte sie einen Invaliditätsgrad von gerundet 30
%
(vgl. Verfügung vom 2
8.
August 2017,
Urk.
26/342).
Dieser von der Suva durchgeführte Einkommensvergleich blieb auch im vorliegenden Verfahren – zu Recht – unbeanstandet
(vgl.
Urk.
30)
und kann übernommen wer
den
.
Bei einem Invaliditätsgrad von 30
%
besteht kein Anspruch auf eine Invaliden
rente. Massnahmen zur Wiedereingliederung wurden
geprüft
und soweit möglich durchgeführt (vgl.
Urk.
11/138). Die Beschwerdegegnerin hat die Invalidenrente dementsprechend zu Recht per Ende März 2017 aufgehoben.
Die Beschwerde ist abzuweisen.
6
.
6
.1
Das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist bei
Streitig
keiten um die Bewilligung oder die
Verweigerung von Versicherungs
leis
tungen kostenpflichtig (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG)
. Die Kosten sind auf Fr. 8
00.-
fest
zusetzen und
dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sind sie einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6
.2
Bei diesem Ausgang ist der unentgeltliche Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Bernhard
Zollinger
, aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Die Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsvertreters bemisst sich nach der Bedeutung der Streit
sache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert (
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht,
GSVGer
).
Die Entschädigung ist
mangels Kostennote
ermessensweise
auf
Fr.
3’000
.-
(inklu
sive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzusetzen.