Decision ID: 122066d5-0316-4285-970d-54e51f9d2a8c
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend mehrfache Körperverletzung etc. und Widerruf
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 3. September 2015 (GG150158)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 18. Juni
2015 (Urk. 18) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
− der mehrfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB in
Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 6 StGB
− der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB in Verbin-
dung mit Art. 180 Abs. 2 lit. b StGB
− der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit
Art. 22 StGB
− der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB in
Verbindung mit Art. 126 Abs. 2 lit. c StGB sowie
− der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz (WG) im Sin-
ne von Art. 33 Ziff. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 7 WG und Art. 12
Abs. 1 lit. a WV in Verbindung mit Art 4 Abs. 1 lit. d und e WG.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 11 Monaten. Da-
von sind 106 Tage durch die vom Beschuldigten erstandene Polizeihaft und
Untersuchungshaft bereits verbüsst.
Der Beschuldigte wird ferner mit einer Busse von Fr. 700.-- bestraft.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfange von 5 Monaten und 15 Ta-
gen aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt.
Im Umfange von 5 Monaten und 15 Tagen wird die Freiheitsstrafe vollzogen.
Davon sind 106 Tage durch die vom Beschuldigten erstandene Haft bereits
verbüsst.
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4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft
nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 7 Tagen.
5. Die von der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat mit Strafbefehl vom
22. Januar 2015 ausgefällte teilbedingte Geldstrafe wird hinsichtlich des
aufgeschobenen Anteiles der Geldstrafe (60 Tagessätze zu Fr. 30.--, ent-
sprechend Fr. 1'800.--) für vollziehbar erklärt.
6. Die von der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich mit Verfügung vom
5. Juni 2015 beschlagnahmten Gegenstände (Teleskop Schlagstock, 49cm
Gesamtlänge [Asservaten-Nr. ...], Elektroschockwaffe in Form einer Ta-
schenlampe [Asservaten-Nr. ...]) werden eingezogen und nach Eintritt der
Rechtskraft der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung überlassen.
7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Schadenersatz in der
Höhe von Fr. 348.85 (Kosten für das Auswechseln des Zylinderschlosses)
zuzüglich 5% ab 29. März 2015 zu leisten.
8. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte aufgrund des unter Dossier 1 Zif-
fer 7 der Anklageschrift eingeklagten Sachverhaltes der Privatklägerin ge-
genüber dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist.
9. Der Beschuldigte wird seiner Anerkennung gemäss verpflichtet, der Privat-
klägerin Fr. 2'000.-- zuzüglich 5% ab 29. März 2015 als Genugtuung zu zah-
len.
Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin abgewie-
sen.
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10. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 1'600.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 2'800.00 Gebühr für das Vorverfahren,
Fr. 560.00 Kosten Kantonspolizei
Fr. 13'500.00 amtliche Verteidigung,
Fr. 6'000.00 unentgeltliche Rechtsvertretung der Privatklägerin
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden –
mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung und derjenigen der
unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin – dem Beschuldigten
auferlegt.
Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse
genommen. Eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt
vorbehalten.
Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin werden
auf die Gerichtskasse genommen.
12. Dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten wird für dessen Aufwendun-
gen und Barauslagen eine Entschädigung von Fr. 13'500.-- (inkl. MwSt.) zu-
lasten der Gerichtskasse zugesprochen.
13. Der unentgeltlichen Rechtsvertreterin der Privatklägerin wird für deren Auf-
wendungen und Barauslagen eine Entschädigung von Fr. 6'000.-- (inkl.
MwSt.) zulasten der Gerichtskasse zugesprochen.
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Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 59)
1. Die Ziffer 3 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 3. September
2015 sei aufzuheben.
2. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei vollumfänglich aufzuschieben.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen inkl. die Kosten der amt-
lichen Verteidigung zu Lasten der Staatskasse.
b) Der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich:
Keine Anträge.
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Erwägungen:
1. Verfahrensgang
1.1. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Bezirksge-
richts Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 3. September 2015 meldete der
Beschuldigte mit Eingabe vom 14. September 2015 rechtzeitig Berufung gemäss
Art. 399 Abs. 1 StPO an (Urk. 41). Das begründete Urteil der Vorinstanz wurde
ihm bzw. seinem Verteidiger am 11. November 2015 zugestellt (Urk. 44/2), worauf
der Beschuldigte am 13. November 2015 fristgerecht seine Berufungserklärung
einreichen liess (Urk. 46).
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1.2. Innert der ihnen angesetzten Frist gemäss Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO
(Urk. 49) liessen sich weder die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich noch
die Privatklägerin vernehmen.
1.3. Das vorliegende Urteil erging im Anschluss an die heutige Berufungsver-
handlung, zu welcher der Beschuldigte in Begleitung seines Verteidigers, Rechts-
anwalt lic. iur. X._, erschienen ist (Prot. II S. 3).
2. Prozessuales
2.1. Der Beschuldigte beschränkte seine Berufung im Sinne von Art. 399 Abs. 4
StPO auf die Regelung des Vollzugs der Freiheitsstrafe (Urk. 46 und Urk. 59;
Prot. II S. 3 f.).
2.2. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechtskraft
des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Es ist somit fest-
zustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung - Einzelge-
richt, vom 3. September 2015 bezüglich der Dispositivziffern 1 (Schuldpunkt),
2 (Strafe), 4 (Vollzug der Busse), 5 (Widerruf), 6 (Entscheid über die beschlag-
nahmten Gegenstände), 7 bis 9 (Zivilansprüche) sowie 10 bis 13 (Kosten- und
Entschädigungsdispositiv) unangefochten blieb und in diesem Umfang in Rechts-
kraft erwachsen ist.
3. Materielles
3.1. Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten zu einer Freiheitsstrafe von 11
Monaten und einer Busse von Fr. 700.–. Hinsichtlich des Vollzugs der Freiheits-
strafe kam sie zum Schluss, es könne nicht ohne weiteres davon ausgegangen
werden, eine vollumfänglich bedingt ausgesprochene Freiheitsstrafe werde den
Beschuldigten davon abhalten, in Zukunft erneut straffällig zu werden. Da aber
davon auszugehen sei, dass die Untersuchungshaft beim Beschuldigten einen
gewissen Eindruck hinterlassen habe und er bisher noch nie mit einer Freiheits-
strafe bestraft worden sei, erscheine es angebracht, die auszufällende Strafe im
Umfang von 5 Monaten und 15 Tagen für vollziehbar zu erklären und den Vollzug
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der restlichen 5 Monate und 15 Tage aufzuschieben und die Probezeit hinsichtlich
des aufgeschobenen Teils auf vier Jahre anzusetzen (Urk. 45 S. 38 f. und S. 45).
3.2. Der Beschuldigte ficht die von der Vorinstanz getroffene Vollzugsregelung
mit der Begründung an, eine Freiheitsstrafe von 11 Monaten könne nur unbedingt
oder "vollbedingt" ausgesprochen werden, ein teilbedingter Vollzug sei von Ge-
setzes wegen ausgeschlossen. Eine unbedingte Freiheitsstrafe sei aufgrund des
Verbots der reformatio in peius rechtlich nicht möglich, weshalb ein bedingter
Vollzug der Strafe anzuordnen sei (Urk. 59).
3.3. Nachdem die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich weder Berufung
noch Anschlussberufung erhoben hat, ist vorliegend das Verbot der reformatio in
peius zu berücksichtigen (Art. 391 Abs. 2 StPO). Demnach darf der vorinstanzli-
che Entscheid nicht zum Nachteil des Beschuldigten abgeändert werden, wenn
ausschliesslich dieser ein Rechtsmittel ergreift (BGE 139 IV 282, E. 2.6). Für die
Frage, ob eine unzulässige reformatio in peius vorliegt, ist allein das Dispositiv
des vorinstanzlichen Urteils massgebend.
Hinsichtlich der Frage des Vollzugs der von der Vorinstanz festgesetzten Frei-
heitsstrafe bedeutet dies, dass es bereits unter Berücksichtigung des Verbots der
reformatio in peius nicht zulässig ist, die Freiheitsstrafe in ihrem vollen Umfang für
vollziehbar zu erklären. Dies käme einer unzulässigen Schlechterstellung des Be-
schuldigten gleich. Der Vollzug der Freiheitsstrafe von 11 Monaten fällt daher
ausser Betracht.
3.4. Das Gericht schiebt den Vollzug einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs
Monaten und höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte
Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Ver-
brechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Für Freiheitsstrafen
von mehr als einem und höchstens drei Jahren sieht das Gesetz den teilbeding-
ten Vollzug vor, wenn dies notwendig ist, um dem Verschulden des Täters genü-
gend Rechnung zu tragen (Art. 43 Abs. 1 StGB). Dabei darf der unbedingt voll-
ziehbare Teil die Hälfte der Strafe nicht übersteigen (Art. 43 Abs. 2 StGB). Zudem
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muss sowohl der aufgeschobene wie auch der zu vollziehende Teil der Freiheits-
strafe mindestens 6 Monate betragen (Art. 43 Abs. 3 Satz 1 StGB).
Mit der Ausfällung einer Freiheitsstrafe von 11 Monaten ist die objektive Voraus-
setzung für einen teilbedingten Vollzug der Freiheitsstrafe entgegen den vor-
instanzlichen Erwägungen nicht erfüllt. Vielmehr stellt sich bei der Ausfällung ei-
ner Freiheitsstrafe in dieser Höhe einzig die Frage des vollen Strafaufschubes
bzw. im Falle einer ungünstigen Prognose des Vollzugs der gesamten Strafe.
Da - wie bereits erwähnt - der Vollzug der Freiheitsstrafe unter Berücksichtigung
des Verbots der reformatio in peius unter den gegebenen Umständen nicht zuläs-
sig ist, kann an dieser Stelle offen bleiben, ob die subjektive Voraussetzung für
die Gewährung des bedingten Vollzuges, das Fehlen einer ungünstigen Progno-
se, erfüllt ist. Vielmehr verbleibt im vorliegenden Fall nur die Möglichkeit, den
Vollzug der Freiheitsstrafe von 11 Monaten vollumfänglich aufzuschieben. Das
vorinstanzliche Urteil ist dahingehend zu korrigieren.
3.5. Schiebt das Gericht den Vollzug einer Strafe ganz oder teilweise auf, so
setzt es eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren fest (Art. 44 Abs. 1 StGB). Die
Bemessung der Probezeit richtet sich innerhalb des gesetzlichen Rahmens nach
den Umständen des Einzelfalls, insbesondere nach der Persönlichkeit und dem
Charakter des Verurteilten sowie der Rückfallgefahr. Je grösser diese Gefahr,
desto länger muss die Probezeit sein, damit der Verurteilte von weiteren Delikten
abgehalten wird. Ihre Dauer muss mit anderen Worten so festgelegt werden, dass
sie die grösste Wahrscheinlichkeit zur Verhinderung eines Rückfalls bietet (BGE
95 IV 121 E. 1; Urteil 6B_140/2011 vom 17. Mai 2011 E. 7.1 m.w.H.).
Die Vorinstanz hat zutreffend erkannt, dass der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt
bereits mehrfach vorbestraft war (Urk. 45 S. 31 f.). Gemäss aktuellem Strafregis-
terauszug weist er drei Vorstrafen auf (Urk. 56); die Staatsanwaltschaft
See/Oberland verurteilte ihn mit Strafbefehl vom 21. März 2007 wegen Angriffs zu
einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 30.– und setzte die Probe-
zeit auf zwei Jahre fest. Das Bezirksgericht Uster verurteilte den Beschuldigten
am 17. November 2009 wegen Diebstahls, Sachbeschädigung und Hausfriedens-
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bruchs zu einer bedingten Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu Fr. 40.– unter An-
setzung einer Probezeit von drei Jahren und widerrief den bedingten Aufschub
des Vollzugs der Geldstrafe vom 21. März 2007. Schliesslich sprach die Staats-
anwaltschaft Zürich-Limmat den Beschuldigten mit Strafbefehl vom 22. Januar
2015 wegen mehrfachen Betruges, mehrfacher Urkundenfälschung und Führens
eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, Entzug oder Aberkennung des Auswei-
ses schuldig und bestrafte ihn mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu
Fr. 30.–, wobei sie den Vollzug von 60 Tagessätzen bedingt aufschob und erneut
eine Probezeit von drei Jahren festsetzte. Wenngleich zwei der drei Vorstrafen
bereits längere Zeit zurückliegen und die Vorstrafen nur teilweise einschlägig
sind, zeigen sie dennoch auf, dass es sich bei den vorliegend zu beurteilenden
Taten nicht um ein einmaliges Ereignis handelt, sondern der Beschuldigte bereits
eine nicht unwesentliche kriminelle Vergangenheit aufweist und die bisher ausge-
sprochenen Strafen den Beschuldigten nicht dazu veranlassten, straffrei zu blei-
ben. Die diesem Verfahren zugrundeliegenden Straftaten beging er sogar wäh-
rend laufender Probezeit. Es ist daher von einer gewissen Rückfallgefahr auszu-
gehen, was sich nicht zuletzt auch im Umstand zeigt, dass der Beschuldigte am
9. Dezember 2015 und damit nach der erstinstanzlichen Verurteilung im vorlie-
genden Verfahren erneut straffällig wurde (Urk. 56 S. 2). Allein der deliktische Le-
benslauf des Beschuldigten rechtfertigt es, ihm eine längere Probezeit aufzuerle-
gen.
Dass die Zeit in Untersuchungshaft beim Beschuldigten einen gewissen Eindruck
hinterlassen haben dürfte und er bisher noch nie mit einer Freiheitsstrafe bestraft
wurde und demnach bereits die Ausfällung einer bedingten Freiheitsstrafe spezi-
alpräventive Wirkung zeitigen dürfte, mag zwar zutreffen, ändert aber nichts da-
ran, dass eine Probezeit von einer längeren Dauer als der Minimaldauer von zwei
Jahren angemessen ist.
Hinzukommend sind sowohl die beruflichen als auch die privaten Lebensumstän-
de des Beschuldigten nicht derart günstig, als dass sie eine minimale Probezeit
rechtfertigen würden. Zwar verfügt er seit Januar dieses Jahres über eine Festan-
stellung, eine Berufsausbildung hat er hingegen nicht (Prot. II S. 6 f.). Diese Um-
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stände führen jedenfalls nicht zu einer besonderen Reduktion der Rückfallgefahr
und damit der Probezeitdauer.
Insgesamt erweist es sich in Übereinstimmung mit der Vorinstanz als angemes-
sen, die Dauer der Probezeit im konkreten Fall insgesamt auf vier Jahre festzu-
setzen. Im Übrigen erhob denn auch die Verteidigung keine Einwendungen gegen
eine Probezeit von vier Jahren (Urk. 46, Urk. 59).
4. Kosten- und Entschädigungsfolgen
4.1. Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ih-
res Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO).
Der Beschuldigte obsiegt mit seiner Berufung vollumfänglich, weshalb die Kosten
des Berufungsverfahrens (inkl. diejenigen der amtlichen Verteidigung) auf die Ge-
richtskasse zu nehmen sind.
4.2. Für das Berufungsverfahren macht der amtliche Verteidiger Aufwendungen
in der Höhe von Fr. 1'971.– (inkl. Barauslagen und MwSt.; Urk. 58) geltend. Seine
Aufwendungen erweisen sich angesichts des beschränkten Umfangs der Beru-
fung als angemessen, weshalb er insgesamt mit Fr. 1'971.– (inkl. MwSt.) zu ent-
schädigen ist.
4.3. Der Beschuldigte erhob im Laufe des vorliegenden Verfahrens gegen die
Verfügungen des Zwangsmassnahmengerichts des Bezirks Zürich vom 4. Juni
2015 (Haftentlassung) und vom 24. Juni 2015 (Anordnung Sicherheitshaft) Be-
schwerde an die III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich (Ge-
schäfts-Nr.: UB150084 und UB150090). Die Beschwerden wurden mit Beschluss
vom 17. Juni 2015 bzw. 7. Juli 2015 abgewiesen, die Gerichtsgebühr für die Be-
schwerdeverfahren je auf Fr. 800.– festgesetzt und die Regelung der Kostenauf-
lage je dem Endentscheid vorbehalten (Urk. 11/14 S. 10, Urk. 23 S. 8).
Die Kostentragung im Beschwerdeverfahren folgt analog den Regeln von Art. 428
Abs. 1 und 2 StPO, sofern ein Verfahrensbeteiligter das entsprechende Gesuch
eingereicht hat (DOMEISEN, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozess-
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ordnung, 2. Auflage 2013, N 30 zu Art. 428 StPO). Nach Art. 428 Abs. 1 StPO
tragen die Parteien die Kosten im Rechtsmittelverfahren nach Massgabe ihres
Obsiegen und Unterliegens. Bei den obergerichtlichen Beschwerdeverfahren
handelt es sich um solche Rechtsmittelverfahren, bei welchen der Beschuldigte
zumindest teilweise unterlag und daher auch teilweise kostenpflichtig gewesen
wäre. Ihm kann jedoch der Umstand, dass die Vorinstanz es versäumte, über die
Kosten der Beschwerdeverfahren zu entscheiden, nicht zum Nachteil gereichen,
weil eine Kostenauflage im Berufungsverfahren gegen das Verbot der reformatio
in peius verstossen würde (Art. 391 Abs. 2 StPO). Die Kosten der Beschwerde-
verfahren UB150084 und UB150090 von je Fr. 800.– sind daher auf die Gerichts-
kasse zu nehmen.