Decision ID: e3fdbad5-62a5-570f-8ed7-9508d0b178a5
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im April 2005 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung
an und beantragte eine Rente. Es schmerzten ihn Kopf, Rücken und Füsse, ausserdem
Finger und Hand; letztere würden ihm auch einschlafen; ausserdem habe er Probleme
mit der Haut (IV-act. 1). Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH, gab im Arztbericht
vom 15. April 2005 (IV-act. 10-7; unter Beilage eines Arztberichts von Dr. med. C._,
Neurologie FMH, vom 7. März 2005) an, der Versicherte leide an diffusen Hand-/
Armparästhesien ungewisser Ursache, teilweise bei Karpaltunnelsyndrom rechts <
links, einem chronischen generalisierten Schmerzsyndrom und einem
Panvertebralsyndrom bei Wirbelsäulenfehlstellung. Ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit seien eine Adipositas und ein Kleinwuchs unbekannter Ursache. Dem
Versicherten sei jegliche körperlich leichtere bis mittelschwere Arbeit mindestens
halbtags zumutbar. Er arbeite zurzeit in einem Arbeitsprogramm. Er sei nicht motiviert,
länger als halbtags zu arbeiten. Für die Beschwerden bestehe mit Ausnahme des
Karpaltunnelsyndroms kein organisches Korrelat. Noch könne nicht definitiv Stellung
zur Arbeitsfähigkeit genommen werden. - Die MEDAS Zentralschweiz bezeichnete in
ihrem Gutachten vom 14. Dezember 2006 (IV-act. 22) als (Haupt-) Diagnosen ein
chronifiziertes, therapierefraktäres, diffuses Ganzkörperschmerzsyndrom ohne
adäquates organisches Korrelat am Bewegungsapparat und eine schmerzhafte
plantare Hyperkeratose beidseits. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien ein
linksbetontes Karpaltunnelsyndrom, der Kleinwuchs mit Adipositas und die Albträume
bei schmerzbedingten Schlafstörungen. Die während 20 Jahren ausgeübte, körperlich
offenbar mittelschwere bis schwere Tätigkeit als K._ in einer L._ könne der
Versicherte nicht mehr erbringen (limitierend seien die rheumatologischen und
dermatologischen Befunde). Körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere,
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vorwiegend im Sitzen auszuübende Tätigkeiten seien ihm hingegen ohne zeitliche und
leistungsmässige Einschränkungen zumutbar. - Daraufhin wies die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Gesuch des
Versicherten mit Verfügung vom 2. April 2007 (IV-act. 31) ab. Eine invaliditätsbedingte
Erwerbseinbusse bestehe nicht. Die dagegen erhobene Beschwerde (IV-act. 40) wies
das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 24. Juni 2009 (IV
2007/191; IV-act. 61) ab.
B.
Am 20. August/9. September 2009 (IV-act. 63 f.) meldete sich der Versicherte erneut
zum Bezug von IV-Leistungen (namentlich einer Rente) an. Er gab an, chronische
Nacken-, Kopf- und Rückenschmerzen zu haben und an einer Depression mit
Schlafstörungen zu leiden. Sein Rechtsvertreter stellte in Aussicht, die
Verschlechterung des Gesundheitszustands mit medizinischen Berichten innert einer
bestimmten Frist glaubhaft zu machen. Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle drohte
mit Schreiben vom 15. September 2009 (IV-act. 65) ein Nichteintreten an, falls solche
Nachweise nicht fristgemäss erbracht würden. Am 18. Januar 2010 (IV-act. 70) liess
der Versicherte der IV-Stelle einen Bericht von Dr. med. D._, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, vom 28. September 2009 (IV-act. 71) zugehen. Darin hatte die
Ärztin dargelegt, der Versicherte befinde sich seit dem 21. November 2008 bei ihr in
psychiatrischer Behandlung. Er leide an einer anhaltenden depressiven Störung mit
andauernden generalisierten muskuloskelettalen Schmerzen und einer Störung der
Vitalgefühle. Er habe Insuffizienz- und Einsamkeitsgefühle, intensive nächtliche Ängste,
Schlafstörungen mit Albträumen sowie Gedanken des Lebensüberdrusses. Zudem sei
eine leichte Intelligenzminderung vorhanden. In deren Folge vermöge er sich nur
ungenügend an die Anforderungen des alltäglichen Lebens anzupassen. Ausserdem
beeinträchtige ihn die depressive Störung. Dadurch seien seine Möglichkeiten, auf die
ohnehin schon reduzierten Ressourcen (verminderte sprachliche
Kommunikationsmöglichkeiten, eingeschränkte Krankheitskonzepte, geringer
Ausbildungsstand) zurückzugreifen, begrenzt und es sei ihm verunmöglicht, sich neue
Fähigkeiten anzueignen. Auf dem freien Arbeitsmarkt sei der Versicherte
arbeitsunfähig. Der Zustand lasse sich therapeutisch nicht relevant verbessern. - Mit
Schreiben vom 15. März 2010 (IV-act. 73) liess der Versicherte die Zusprechung einer
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ganzen Invalidenrente ab wann rechtens beantragen. Die depressive Symptomatik
habe sich verschlechtert. Entsprechend höher sei die Medikation. Die Intelligenz sei
sehr tief. Allenfalls sei ein Intelligenztest durchzuführen. - Nachdem der Regionale
Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung festgehalten hatte, der
Gesundheitszustand des Versicherten habe sich nicht anhaltend die Arbeitsfähigkeit
tangierend verschlechtert (IV-act. 74), trat die IV-Stelle schliesslich mit Verfügung vom
1. Juli 2010 (IV-act. 79) auf das Leistungsgesuch nicht ein. - Eine Beschwerde
hiergegen vom 6. Juli 2010 (IV-act. 80) wies das Versicherungsgericht des Kantons St.
Gallen am 8. August 2011 (nicht veröffentlichter Entscheid IV 2010/276, IV-act. 109) ab.
C.
C.a Am 3. Mai 2011 (IV-act. 97) hatte der Rechtsvertreter des Versicherten der IV-Stelle
eine Verschlechterung dessen Gesundheitszustands (je nach Ausgang des
Beschwerdeverfahrens im Sinn einer Neuanmeldung oder eines Anpassungsgesuchs)
angezeigt, die er noch mit medizinischen Berichten glaubhaft machen werde. Am 9.
Mai 2011 (IV-act. 100) hatte er (wie im damals hängigen Gerichtsverfahren) Berichte
des Psychiatrischen Zentrums E._ vom 28. Dezember 2010 (IV-act. 99-1 ff.) und vom
18. März (recte wohl: 16. März) 2011 (IV-act. 99-4 ff.) eingereicht. Am 13. Mai 2011 (IV-
act. 102) hatte der Rechtsvertreter ferner einen Bericht von Dr. med. F._, Facharzt
FMH für Allgemeinmedizin, vom 10. Mai 2011 (IV-act. 103) übermittelt, wonach sich
seit Juli 2010 nichts verändert habe. Der Versicherte leide noch immer an chronischen,
völlig therapieresistenten Rückenschmerzen und einer ausgeprägten Depression in
Folge seiner sozialen Isolation und sei noch immer nicht arbeitsfähig, jedenfalls nicht
vermittelbar. - Am 14. September 2011 (IV-act. 111) reichte der Rechtsvertreter ein
Gesprächsprotokoll von Dr. med. G._, Praktischer Arzt, Klinik H._, vom 11. April
2011 (Notiz vom 13. April 2011; IV-act. 112) ein, am 27. September 2011 (IV-act. 113)
ein Schreiben von Dr. F._ vom 17. September 2011 (IV-act. 114). - Der RAD hielt am
6. Oktober 2011 (IV-act. 115) dafür, eine Verschlechterung des Gesundheitszustands
des Versicherten gegenüber dem Zustand gemäss dem MEDAS-Gutachten von 2006
sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen. Es sei unverändert von
voller Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit auszugehen. Die Vorbringen von Dr.
F._, die zunächst an das Vorliegen eines Gilles-de-la-Tourette-Syndroms beim
Versicherten denken liessen, hätten keine neuen Gesichtspunkte zutage gebracht.
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C.b Auf den Vorbescheid eines Nichteintretens vom 20. Oktober 2011 (IV-act. 118 f.)
hin liess der Versicherte das Eintreten und weitere Abklärungen sowie die Zusprechung
der gesetzlich vorgesehenen Leistungen beantragen, je nach Abklärungsergebnis auch
wiedererwägungsweise (IV-act. 120). - Der RAD stellte sich am 4. Januar 2012 (IV-act.
125) auf den Standpunkt, es sei nicht vom Vorliegen eines Gilles-de-la-Tourette-
Syndroms auszugehen. Ein solches Syndrom würde aber ohnehin nicht per se eine
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit implizieren. - Mit Verfügung vom 6. Januar 2012
(IV-act. 126) trat die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen auf
das Leistungsgesuch des Versicherten vom Mai 2011 nicht ein. - Eine am 30. Januar
2012 gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde (IV-act. 129) hiess das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen am 21. August 2012 (IV-act. 139) gut,
soweit es darauf eintrat, und wies die Sache zur Behandlung der Neuanmeldung an die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle zurück.
C.c Dr. F._ teilte in einem IV-Arztbericht vom 8. November 2012 (IV-act. 144) mit, der
Versicherte leide an einem chronischen Zervikozephal- und Lumbovertebral-Syndrom,
an einer depressiven Entwicklung mit zunehmender Vereinsamung und an
neuropsychologischen Auffälligkeiten. Schon im Sommer 2010 sei der Versicherte in
einem gesundheitlichen Zustand gewesen, der jede auch nur einigermassen
verwertbare Arbeit ausgeschlossen habe. Seither habe sich sein psychischer Zustand
verschlechtert; er sei depressiver und einsamer geworden. Mittlerweile bestünden mit
einer Ausnahme (Haushaltshilfe) keine sozialen Kontakte mehr. In der Beilage fand sich
unter anderem ein psychologischer Bericht der Klinik I._ vom 6. August 2012 über
eine neuropsychologische Testuntersuchung (IV-act. 144-7 ff., samt
fremdanamnestischen Angaben).
C.d Die Klinik Teufen (Dr. G._, Dr. med. J._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH) gab im IV-Arztbericht vom 12. Dezember 2012 (IV-act. 147)
bekannt, es bestehe beim Versicherten eine anhaltende depressive Störung. Wegen
körperlicher und geistiger Erschöpfung und Konzentrations-, Psychomotorik- und
Antriebsstörungen sei der Versicherte als Fabrikangestellter und Maschinenschlosser
seit 11. April 2011 voll arbeitsunfähig. Andere Tätigkeiten seien ihm zumutbar; zur
weiteren Abklärung sei ein Arbeitstraining im geschützten Rahmen, anfänglich zu 50 %,
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zu empfehlen. Nach einer RAD-Stellungnahme vom 13. März 2013 (IV-act. 152) wurde
eine polydisziplinäre Begutachtung in Auftrag gegeben (IV-act. 158).
C.e Im Gutachten vom 10. Juni 2014 (IV-act. 172) erklärte das Ärztliche
Begutachtungsinstitut (ABI), Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit lägen nicht
vor. Ohne Auswirkung seien eine leichte depressive Episode, eine chronische
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren bei unspezifischem
multilokulärem Schmerzsyndrom, eine arterielle Hypertonie, unter medikamentöser
Behandlung kompensiert, und Kleinwuchs (wahrscheinlich familiär bedingt) mit
Adipositas. Der Versicherte sei für je¬liche der körperlichen Konstitution angepassten
Tätigkeiten voll arbeits- und leistungsfähig. - Der RAD schloss sich dem Ergebnis an
(IV-act. 177).
C.f Am 30. Juni 2014 (IV-act. 179) wandte sich Dr. J._ an den RAD und hielt dafür,
dem Gutachter der Psychiatrie seien offenbar die produktiven psychotischen
Symptome, die seit einem Jahr vorhanden seien, nicht aufgefallen. Es liege eindeutig
eine schizoaffektive Störung mit Phasen der gehobenen und gedrückten Stimmung vor.
Auch gegenwärtig seien produktive psychotische Symptome im Sinn von
Wahnvorstellungen und Halluzinationen festzustellen. Es sei dem Versicherten eine
erneute psychiatrische Abklärung, unter Umständen auch beim RAD, zu ermöglichen.
C.g Das ABI nahm auf Vorlegen des Berichts von Dr. J._ hin am 17. September 2014
(IV-act. 183) eine erneute, ergänzende psychiatrische Begutachtung vor. Im
Ergänzungsgutachten vom 20. Oktober 2014 (IV-act. 184) wurde als Diagnose ohne
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine schizoaffektive Störung, gegenwärtig depressiv,
angegeben. Eine solche sei vordiagnostiziert worden. Mit dem Wahn, der bei der
Untersuchung festgestellt worden sei, sei das nach ICD-10 hierfür erforderliche
schizophrene Symptom gegeben. Die Störung sei nicht schwer ausgeprägt. Der
Versicherte sei voll arbeitsfähig.
C.h Mit Vorbescheid vom 9. Januar 2015 (IV-act. 188) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Rechtsvertreter eine Abweisung des
Anspruchs des Versicherten in Aussicht. Dieser sei für eine adaptierte Tätigkeit voll
arbeitsfähig.
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C.i Am 11. Februar 2015 (IV-act. 191) reichte der Rechtsvertreter des Versicherten
einen Bericht von Dr. J._ vom 3. Februar 2015 (IV-act. 192) ein. Der Arzt hatte
dafürgehalten, es sei unter besonderen Umständen inzwischen vielleicht möglich, dass
jemand unter produktiven psychotischen Zeichen bzw. Wahnvorstellungen arbeitsfähig
sein könne. Hingegen sei nicht nachvollziehbar, dass ein psychotischer Mitarbeiter mit
schweren Wahrnehmungsstörungen, Störungen der sozialen Interaktionen und sogar
verminderter Zurechnungsfähigkeit einem Arbeitgeber zumutbar sei. Der RAD sei
ersucht, den ABI-Bericht gründlich zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen.
C.j Der RAD hielt am 18. Februar 2015 (IV-act. 194) fest, an der Einschätzung der
Arbeits-/Leistungsfähigkeit des Versicherten ändere sich durch das Schreiben von Dr.
J._ vom 3. Februar 2015 nichts. Die medizinischen Erkenntnismöglichkeiten seien
ausgeschöpft.
C.k Mit Verfügung vom 27. Februar 2015 (IV-act. 198) wies die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen einen Anspruch auf eine
Rente ab.
D.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng für den
Betroffenen am 23. März 2015 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers beantragt, die angefochtene Verfügung vollumfänglich aufzuheben
und dem Beschwerdeführer eine ganze Invalidenrente ab wann rechtens, spätestens
ab Dezember 2011, zuzusprechen, eventualiter das Verfahren unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung zur Vornahme weiterer Abklärungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Dem Beschwerdeführer sei ausserdem die
unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und er sei bezüglich seiner
gesundheitlichen Beschwerden an Schranken persönlich zu befragen. Wie Dr. J._,
der den Beschwerdeführer seit April 2011 ambulant und stationär behandle, im
beigelegten Bericht vom 13. März 2015 ausführe, verletze das ABI-Gutachten
zweifellos die SIM-Prinzipien der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Es sei nicht
nachvollziehbar, dass einem erfahrenen Psychiater wie dem ABI-Gutachter nicht
aufgefallen sei, dass sich beim Beschwerdeführer eine wahnhafte Störung mit
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inhaltlichen Denkstörungen, wahndeterminiertem Verhalten mit Realitätsverlust und
Störungen der sozialen Interaktion manifestiere. Die wahnhafte Erkrankung sei in der
Zwischenzeit chronifiziert. Bei der Zusatzuntersuchung habe der Gutachter die ihm
vorher entgangene Krankheit zwar festgestellt, habe aber im Gegensatz zum
behandelnden Arzt deren Ausmass nicht erkannt. Der RAD-Arzt dagegen habe den
Beschwerdeführer nicht persönlich untersucht. Auch ihm, dem Rechtsvertreter, seien
die Wahrnehmungsstörungen des Beschwerdeführers seit beträchtlicher Zeit
aufgefallen, ohne dass er Arzt oder Facharzt der Psychiatrie sei. Spätestens bei einer
persönlichen Anhörung werde sich das Versicherungsgericht davon überzeugen
können, dass die Beurteilung von Dr. J._ zutreffe. Eine Anhörung erübrige sich für
den Fall, dass ohnehin eine Oberbegutachtung unumgänglich sei. Ein psychotischer
Versicherter wie der Beschwerdeführer mit schweren Wahrnehmungsstörungen,
Störungen der sozialen Interaktion und sogar verminderter Zurechnungsfähigkeit sei
keinem Arbeitgeber zumutbar. Bereits bei der Anmeldung vom Mai 2011 sei der
Beschwerdeführer seit mindestens sechs Monaten gesundheitlich so stark
eingeschränkt gewesen, dass er keiner Erwerbstätigkeit mehr habe nachgehen können.
Selbst wenn man diese Ansicht nicht teilen sollte, wäre er spätestens seit Juni 2013
langandauernd krank, so dass ab Juli 2014 Anspruch auf eine ganze Rente bestehe.
E.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 4. Mai 2015 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Im Gegensatz zu behandelnden Ärzten folge das ABI
strikt versicherungsmedizinischen Prämissen, es klammere also geltend gemachte
Leiden ohne Krankheitswert bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung aus. Der
Beschwerdeführer sei umfassend polydisziplinär untersucht worden. Mit dem
polydisziplinären Ansatz sei gewährleistet, dass medizinischen Einzeldisziplinen bei der
Arbeitsfähigkeitsschätzung kein zu grosses Gewicht zukomme, sondern eine
Gesamtbetrachtung stattfinde. Die Schlussfolgerungen würden begründet erscheinen.
Es gebe keine Hinweise, dass wichtige Aspekte übersehen oder falsch gewichtet
worden wären. Der psychiatrische Befund gemäss den beiden Gutachten sei
verhältnismässig harmlos. Die pessimistische Sichtweise von Dr. J._ überzeuge
nicht. Obwohl er die psychotischen Wahnvorstellungen in den Vordergrund rücke, habe
er im ersten Schreiben einzig eine anhaltende depressive Störung diagnostiziert. Die
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Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. J._ gemäss seinem erstem Schreiben sei nicht
nachvollziehbar. Das zweite Schreiben sei rudimentär und enthalte nicht einmal
psychiatrische Befunde. Der Arzt dramatisiere die Auswirkungen der vorhandenen
schizoaffektiven Störung milder Ausprägung.
F.
Am 19. Mai 2015 hat die Gerichtsleitung dem Gesuch um Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) entsprochen.
G.
Mit Replik vom 17. Juni 2015 bringt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vor,
Dr. J._, gerichtsnotorisch ein sehr erfahrener Facharzt, dessen Einschätzungen ein
hohes Mass an fachlicher Kompetenz aufwiesen, habe keinen Grund, die Störung des
Beschwerdeführers zu dramatisieren. Auf seinen Einwand hin habe der ABI-Gutachter
die ursprünglich nicht erkannte schizoaffektive Störung mit Phasen der gehobenen und
gedrückten Stimmung bestätigt. Dass er sie unter diesen Umständen bagatellisiere,
liege auf der Hand. Andernfalls hätte er sich die Frage stellen müssen, weshalb er den
ganz wesentlichen Aspekt unberücksichtigt gelassen habe. Es bestehe ein Grund, von
den Ergebnissen des ABI abzuweichen.
H.
Die Beschwerdegegnerin hat von der ihr eingeräumten Möglichkeit, zur Replik Stellung
zu nehmen, keinen Gebrauch gemacht.
I.
Anlässlich der mündlichen Verhandlung vom 20. Februar 2018 erklärt der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, es bestehe das Anliegen, dass das Gericht
den Beschwerdeführer anhöre und sich ein Bild mache. Es liege eine Aktenlage mit
diametral entgegengesetzten medizinischen Berichten der Gutachter einerseits und
des behandelnden Arztes anderseits vor. Er selber kenne den Beschwerdeführer seit
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nunmehr elf Jahren. Die Beurteilung des ABI erscheine nicht nachvollziehbar; jene der
behandelnden Ärzte sei viel zuverlässiger und passe viel eher zu seinen Erfahrungen.
Der Beschwerdeführer habe geäussert, er wolle "bis aufs Blut kämpfen". Er nehme
regelmässig ein Mittel gegen Schizophrenie. Dieser selber bringt vor, er wünsche sich
Gesundheit, ansonsten eine Rente. Er leide an Schmerzen, verkrampften Muskeln,
eingeschlafenen Händen, Rückenschmerzen. Es werde mit der Gesundheit immer
schlechter. Es sei alles wahr und stimme, was er und die [behandelnden] Ärzte sagten.
Seit sechs Jahren sei er in H._ in Behandlung; der "Kopf" sei nicht gut. Er habe
Angst. Er werde immer überwacht. Er habe die Medikamente immer genommen,
Seroquel 25 [mg]. Er sei klein und habe keine Chance. Geschieden sei er seit 20_. Die
geschiedene Ehefrau wolle nicht mehr mit ihm leben, sie habe wieder geheiratet, sie
habe genug Geld. Seither sei sein Leben kaputt. Aber er sei schon bei der Heirat klein
gewesen. Vor der Scheidung sei alles gut gewesen. Die Frage, was er den Tag
hindurch tue, ist unbeantwortet geblieben.

Erwägungen
1.
Mit der angefochtenen Verfügung vom 27. Februar 2015 hat die Beschwerdegegnerin
das Leistungsgesuch des Beschwerdeführers vom 3./4. Mai 2011 abgewiesen. Es
handelt sich dabei um eine (dritte) Anmeldung, nachdem die Beschwerdegegnerin nach
einer Leistungsabweisung im April 2007 auf ein neues Gesuch vom September 2009
mit Verfügung vom 1. Juli 2010 - gerichtlich beurteilt - nicht eingetreten war. Auf das
Gesuch vom Mai 2011 ist die Beschwerdegegnerin schliesslich eingetreten. Tritt die
Verwaltung auf eine Neuanmeldung ein, so hat sie das neue Leistungsgesuch in
tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht allseitig zu prüfen (vgl. BGE 130 V 253 E. 3.3).
2.
2.1 Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
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besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann einerseits nur relevant sein, wenn
sie Folge einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Gesundheitsbeeinträchtigung
ist (vgl. Bundesgerichtsentscheid 9C_125/2015 E. 5.3, BGE 130 V 396). Wesentlich ist
jedoch anderseits die Arbeits(un)fähigkeit. Es sind die funktionellen Folgen der
Gesundheitsschädigung qualitativ zu erfassen und quantitativ einzuschätzen (vgl. BGE
141 V 281 E. 3.1). Denn die diagnostische Einordnung einer psychischen Störung allein
legt das (dennoch) objektiv bestehende tatsächliche Leistungsvermögen nicht fest (zur
Publikation vorgesehenes Bundesgerichtsurteil vom 30. November 2017, 8C_130/2017
E. 4.1.2).
2.3 Für die Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens sind gemäss BGE 141 V
281 (vom 3. Juni 2015, also nach den vorliegend relevanten Gutachten von 2014
entwickelt) in der Regel diverse Standardindikatoren beachtlich, die in zwei Kategorien
systematisiert werden, nämlich einerseits in der Kategorie des funktionellen
Schweregrads und anderseits in jener der Konsistenz. Nach der jüngsten
bundesgerichtlichen Rechtsprechung (zur Publikation vorgesehenes
Bundesgerichtsurteil vom 30. November 2017, 8C_130/2017 E. 7.1 f.) sind
grundsätzlich (bei Ausnahmen nach dem jeweiligen Beweisbedarf) sämtliche
psychischen Erkrankungen einem solchen strukturierten Beweisverfahren nach BGE
141 V 281 zu unterziehen. Vor BGE 141 V 281 erstattete medizinische Gutachten
verlieren ihren Beweiswert aber nicht per se. Vielmehr ist in jedem einzelnen Fall zu
prüfen, ob die Sachverständigengutachten, gegebenenfalls im Kontext mit weiteren
fachärztlichen Berichten, eine schlüssige Beurteilung im Licht der massgeblichen
Indikatoren erlauben oder nicht (vgl. BGE 141 V 281 E. 8; vgl. Bundesgerichtsentscheid
vom 18. Mai 2017, 8C_842/2016).
3.
Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers war im Dezember 2006 erstmals
begutachtet worden. Trotz des diffusen Ganzkörperschmerzsyndroms ohne adäquates
organisches Korrelat am Bewegungsapparat und einer schmerzhaften plantaren
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Hyperkeratose beidseits war der Beschwerdeführer gemäss dem Gutachten für eine
angepasste Tätigkeit voll arbeitsfähig. Im November 2008 begab er sich in
psychiatrische Behandlung und die behandelnde Ärztin diagnostizierte bei ihm im
September 2009 eine anhaltende depressive Störung mit andauernden generalisierten
muskuloskelettalen Schmerzen und eine Störung der Vitalgefühle.
4.
4.1 Aufgrund der (vorliegend massgeblichen) dritten Anmeldung, die mit
verschiedenen psychiatrischen Berichten gestützt wurde, ist im Juni 2014 eine weitere
polydisziplinäre Begutachtung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers
erfolgt. Diagnosen, welche seine Arbeitsfähigkeit einschränken würden, liegen nach
dem Ergebnis des ABI-Gutachtens nicht vor.
4.2 In somatischer Hinsicht ergab sich Folgendes: Allgemeininternistisch waren eine
arterielle Hypertonie und der Kleinwuchs festzustellen. - Bei der orthopädischen
Untersuchung wurde ein unspezifisches multilokuläres Schmerzsyndrom (ohne Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit) gefunden. Zwischen den Schmerzschilderungen und den
objektivierbaren Befunden bestand eine erhebliche Diskrepanz. - Auch neurologisch
wurde kein die Arbeitsfähigkeit tangierendes Leiden festgestellt. Ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit seien eine Symptomausweitung und ein Verdacht auf eine
somatoforme Schmerzstörung. In objektiver Hinsicht sei der Befund völlig unauffällig.
Mit den (früheren) neurologischen Berichten stimme er (der Gutachter) überein. Mit
dem neuropsychologischen Bericht bestehe begrenzte Übereinstimmung; darin sei
aber zu Recht schon auf die nur bedingte Verwertbarkeit der Testergebnisse
hingewiesen worden. - Bei der neuropsychologischen Untersuchung hatte ein Status
nicht erhoben werden können, weil der Beschwerdeführer defizitorientiert gearbeitet
hatte. Der Verlauf der Testungen wurde im Gutachten beschrieben (vgl. IV-act. 172-22
f.) und ist als auffällig zu bezeichnen. - Das Gutachten erscheint, was die somatische
Seite betrifft, umfassend. Es lässt sich festhalten, dass entgegen der subjektiven
Empfindung des Beschwerdeführers gestützt auf das überzeugende Ergebnis der
Abklärung im ABI keine für eine der körperlichen Konstitution angepasste Tätigkeit
relevante Beeinträchtigung der Gesundheit besteht.
4.3 Was den psychiatrischen Aspekt betrifft, zeigte sich was folgt:
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4.3.1 Bei der ersten Begutachtung vom 14. Januar 2014 wurden als Befunde eine
leicht depressive Stimmung, eine leicht beeinträchtigte Konzentration mit
Schwierigkeiten bei der genauen Angabe von Lebensdaten und ein etwas verminderter
Selbstwert mit Insuffizienzgefühlen, auch wegen der schwierigen psychosozialen
Situation des Beschwerdeführers, gefunden. Das Denken sei formal geordnet und es
hätten inhaltlich keine Wahnideen, Halluzinationen oder Ich-Störungen bestanden. Der
Zustand wurde diagnostisch mit einer leichten depressiven Episode mit leichten
depressiven Verstimmungen, leichten Konzentrationsstörungen, Insuffizienzgedanken,
vermindertem Appetit ohne relevante Gewichtsabnahme, Schlafstörungen mit
Albträumen und einer chronischen Schmerzstörung erfasst (vgl. IV-act. 172-12 f.). Es
bestünden psychosoziale Faktoren wie ein Migrationshintergrund, eine gescheiterte
Ehe, das Alleinleben und eine finanziell angespannte Situation durch Abhängigkeit vom
Sozialamt. Deutlich schwere psychosoziale oder emotionale Belastungsfaktoren, die
als hauptsächliche ursächliche Einflüsse auf die Schmerzen gelten könnten, lägen nicht
vor, weshalb keine anhaltende somatoforme Schmerzstörung bestehe. Ein deutliches
selbstlimitierendes Verhalten bestehe ebenfalls nicht. Die Diagnose einer
Schmerzverarbeitungsstörung sei nicht gegeben. Es bestehe aber eine etwas nach
aussen gerichtete Beschwerdedarstellung. Auch eine Entwicklung körperlicher
Symptome aus psychischen Gründen (Rentenneurose) liege nicht vor. Der Gutachter
der Psychiatrie schloss, dass sich die leichte depressive Episode und die
Schmerzstörung nicht einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten. Es bestünden
weder eine schwere psychische Störung noch ein schweres körperliches Leiden. Der
Verlauf sei chronisch, die therapeutischen Möglichkeiten seien allerdings nicht
ausgeschöpft. Ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer
innerseelischer Verlauf bei einer zwar entlastenden, aber missglückten
Konfliktbewältigung sei nicht erwiesen. Es bestehe ein deutlicher sozialer Rückzug,
doch ein emotionaler Rückzug mit Abstumpfung gegenüber der Umgebung liege nicht
vor. Deutlich auffällige Persönlichkeitszüge für die Achse II Diagnose einer
Persönlichkeitsstörung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien nicht vorhanden;
gegen eine anderslautende Annahme spreche vor allem auch der Verlauf mit normaler
Sozialisation und voller Leistungsfähigkeit vor der Erkrankung. Der Gutachter befasste
sich auch mit den abweichenden psychiatrischen Stellungnahmen von Dr. D._ von
2009, des Psychiatrischen Zentrums von 2010 und der Klinik H._ von 2011 und 2012.
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Namentlich wurde erklärt, das Attest voller Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers
seit 2011 durch die Klinik H._ könne aufgrund der Diagnosen nicht nachvollzogen
werden.
4.3.2 Bei der zweiten Untersuchung durch den ABI-Gutachter vom 17. September
2014 war die Stimmung des Beschwerdeführers gemäss Psychostatus nach AMDP
wiederum leicht depressiv. Der Antrieb sei herabgesetzt gewesen mit erhöhter
Ermüdbarkeit bei erhalten gebliebener Intentionalität. Es habe etwas Gedankendrängen
bestanden, indem der Beschwerdeführer auf die Fragen teilweise etwas ausufernde
Antworten gegeben habe. Inhaltlich hätten im Denken wahnhaft anmutende Gedanken
mit der Überzeugung bestanden, von Landsleuten beobachtet und beim Sozialamt
schlecht gemacht zu werden. Der Beschwerdeführer hatte dem Gutachter berichtet, er
werde von den eigenen Leuten ausspioniert, die Meldung an das Sozialamt machten,
dass er herumspaziere und noch stolz darauf sei, dass er Geld beziehe und nicht
arbeite. Diese Leute seien nur eifersüchtig. Der Gutachter schloss, mit diesem Wahn
bestehe ein schizophrenes Symptom; die Diagnose einer schizoaffektiven Störung
könne daher bestätigt werden. Die Störung sei aber leicht ausgeprägt.
4.3.3 Im Gutachten sind diverse Aspekte zur Einschätzung des Schweregrads und der
Auswirkungen des Leidens berücksichtigt worden (vgl. dazu die Foerster'schen
Kriterien gemäss damaligem BGE 130 V 352). Das Ausmass der recht ausgeweiteten
Schmerzen im Bewegungsapparat lasse sich durch die somatischen Befunde nicht
hinreichend objektivieren. Es bestünden diverse psychosoziale Faktoren, die
mitwirkten. Ein deutliches selbstlimitierendes Verhalten bestehe nicht, hingegen lägen
eine etwas nach aussen gerichtete Beschwerdedarstellung und eine deutlich
ausgeprägte Krankheits- und Behinderungsüberzeugung vor. Die Selbsteinschätzung
einer vollen Arbeitsunfähigkeit könne nicht objektiviert werden. Der Gutachter
berücksichtigte auch das Verhalten des Beschwerdeführers im Alltag. Er hielt fest, der
Medikamentenspiegel des Antidepressivums sei über dem therapeutischen Bereich
gelegen, derjenige des atypischen Neuroleptikums Seroquel darunter (zum Ganzen vgl.
IV-act. 172-12 ff. und IV-act. 184). - Des Weiteren war bei der übrigen Begutachtung
eine erhebliche Symptomausweitung angegeben worden (IV-act. 172-20) bzw. waren
diverse Anhaltspunkte für nicht-organische Beschwerden zu verzeichnen gewesen (IV-
act. 172-24 und 25). Bei der neurologischen Anamneseerhebung war der
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Beschwerdeführer sehr kooperativ gewesen, was sich bei der körperlichen
Untersuchung fast schlagartig geändert hatte (dann laute Geräusche, Nichtdurchführen
von Aufgabenstellungen; vgl. IV-act. 172-26), bei der orthopädischen Untersuchung
waren massivste Schmerzäusserungen und ebensolches Gegenspannen erfolgt (vgl.
IV-act. 172-16). Die Bewegungseinschränkungen waren nicht reproduzierbar. Vier von
fünf Waddell-Zeichen waren positiv (vgl. IV-act. 172-24). Eine krankheitsbedingte
Ursache für solches Verhalten ist nach dem Gutachten nicht anzunehmen.
5.
5.1 Der Beschwerdeführer beruft sich für seine vom Gutachten abweichende
Einschätzung des psychiatrischen Leidens auf Dr. J._, ebenfalls Spezialist und sein
behandelnder Arzt. Dieser schilderte zuletzt im Bericht vom 13. März 2015 eine
inhaltliche Denkstörung, ein wahndeterminiertes Verhalten mit Realitätsverlust und
Störungen der sozialen Interaktionen seines Patienten, derentwegen dieser zu 100 %
arbeitsunfähig und einem Arbeitgeber nicht zumutbar sei. Im Bericht vom 3. Februar
2015 hatte er den Beschwerdeführer als psychotische Person mit schweren
Wahrnehmungsstörungen, Störungen der sozialen Interaktionen und verminderter
Zurechnungsfähigkeit geschildert. - Der Rechtsvertreter berichtet seinerseits, auch als
medizinischer Laie entsprechende Feststellungen gemacht zu haben.
5.2 Dr. J._ beschreibt sehr schwerwiegende psychiatrische Befunde. Es kann
zunächst mit Bestimmtheit angenommen werden, dass Befunde so weitreichenden und
ausgeprägten Schweregrads von einem Facharzt der Psychiatrie - erst recht einem
Gutachter - nicht zu übersehen gewesen und nicht übersehen worden wären. Der
Gutachter hat den Beschwerdeführer zweimal befragt und fachärztlich untersucht. Die
von ihm erhobenen psychiatrischen Befunde sind gemäss den beiden Berichten
leichter Natur (die somatischen sind im Übrigen gar weitgehend unauffällig). Die
gutachterliche Einschätzung erscheint nachvollziehbar.
5.3 Bereits bei der ersten Begutachtung hatte sich der Gutachter der Psychiatrie
zudem wie erwähnt (unter anderem) mit der abweichenden Auffassung der Klinik H._
(von 2011 und 2012) befasst, bei der zweiten war er in Kenntnis des Standpunkts von
Dr. J._, wie dieser ihn am 30. Juni 2014 dem RAD gegenüber abgegeben hatte. Dr.
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J._ hatte damals schon eine schizoaffektive Störung des Beschwerdeführers mit
Phasen der gehobenen und gedrückten Stimmung sowie produktive psychotische
Symptome im Sinn von Wahnvorstellungen und Halluzinationen beschrieben. Der
Gutachter hielt schliesslich die Überzeugung des Beschwerdeführers, von Landsleuten
beobachtet und beim Sozialamt schlecht gemacht zu werden, für "wahnhaft
anmutend".
5.4 Die psychiatrische Begutachtung in diesen zwei Explorationen erfolgte nicht nur
nach einer Kenntnisnahme von den Vorakten und nach einer Aufnahme der Anamnese
und der Angaben des Beschwerdeführers zu seinem aktuellen Leiden sowie auf der
Grundlage der Erhebung der psychopathologischen Befunde, sondern umfasste
demnach auch eine Auseinandersetzung mit der abweichenden ärztlichen Beurteilung.
Es sind bei der Beurteilung keine Gesichtspunkte unberücksichtigt geblieben, so dass
unter diesem Gesichtspunkt keine konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit der
Expertise sprechen (vgl. hierzu Bundesgerichtsurteil vom 14. Dezember 2017,
8C_616/2017 E. 6.2.2; BGE 137 V 210 E. 2.2.2 und 1.3.4).
5.5 Das Ergebnis der ABI-Beurteilung, das Attest voller Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers, ist im Übrigen nicht allein durch den Psychiater zustande
gekommen, sondern im Zusammenwirken mehrerer mit dem Beschwerdeführer
befasster medizinischer Gutachter der verschiedenen Disziplinen, was ihm einen
besonderen Stellenwert verschafft. Dass alle Gutachter eine psychische
Gesundheitsschädigung übersehen hätten, die so schwerwiegend wäre, dass sie volle
Arbeitsunfähigkeit und Unzumutbarkeit des Beschwerdeführers für einen Arbeitgeber
bewirkte, oder dass sie alle eine solche Beeinträchtigung vollständig unzutreffend
gewürdigt hätten, ist wie erwähnt nicht anzunehmen.
5.6 Dazu kommt, dass der Beschwerdeführer von den behandelnden Ärzten bereits
seit längerem aufgrund schwerer Befunde voll arbeitsunfähig geschrieben worden war,
von der Klinik H._ am 12. Dezember 2012 bereits seit 11. April 2011 (vgl. IV-act. 147).
Als die Leistungsfähigkeit einschränkend waren damals eine körperliche und geistige
Erschöpfung und Konzentrations-, Psychomotorik- und Antriebsstörungen genannt
worden. Hinweise für Wahn- oder Ich-Störungen waren nicht gefunden worden,
hingegen paranoide Gedanken (alle seien gegen ihn), die aber damals leicht
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zurückgebildet gewesen seien. Der Beschwerdeführer habe den Tagesablauf nicht
selbständig strukturieren können. Schon im April 2011 (IV-act. 112) war festgehalten
worden, dass der Beschwerdeführer formales Denken mit sprunghaftem Redefluss
aufweise. Paranoide Gedanken (alle sind gegen mich) sollten weiter exploriert werden. -
Relevante Veränderungen im Zeitablauf lassen sich nicht feststellen. Schon im
Gutachten 2006 waren ähnliche Befunde erhoben worden (vgl. IV-act. 22-24 ff.), ohne
dass eine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden wäre.
6.
Der begründeten und überzeugenden Einschätzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers durch die Gutachter ist - zusammenfassend - gegenüber jener
der behandelnden Ärzte ein höherer Beweiswert zuzugestehen.
7.
Angesichts der vollen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers für adaptierte
Tätigkeiten, von deren Verwertbarkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
auszugehen ist, ist die angefochtene Verfügung vom 27. Februar 2015, welche
Rentenleistungen ablehnte, nicht zu beanstanden.
8.
8.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
8.2 Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Der
Beschwerdeführer ist im Verfahren unterlegen, weshalb ihm die Gerichtskosten in der
Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen sind. Zufolge der Bewilligung der unentgeltlichen
Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) am 19. Mai 2015 ist er jedoch von deren Bezahlung zu befreien.
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8.3 Der Staat ist aufgrund der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu verpflichten,
für die Kosten seiner Rechtsvertretung aufzukommen. Der Bedeutung der Streitsache
und dem Aufwand (samt mündlicher Verhandlung) angemessen erscheint eine
Parteientschädigung von Fr. 4'250.-- (Fr. 3'500.-- zuzüglich Fr. 750.--; einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer). Diese ist in Anwendung von Art. 31 Abs. 3 des st.
gallischen Anwaltsgesetzes (sGS 963.70) um einen Fünftel auf Fr. 3'400.-- zu
reduzieren.
8.4 Wenn seine wirtschaftlichen Verhältnisse es ihm gestatten, kann der
Beschwerdeführer zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Auslagen für die
Vertretung verpflichtet werden (vgl. Art. 123 ZPO i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).