Decision ID: c8a0bf0b-c375-53de-be69-52d8ebfe1659
Year: 2018
Language: de
Court: BE_VG
Chamber: BE_VG_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Am 17. September 2012 eröffnete die Steuerverwaltung des Kantons Bern gegen A._ ein Nachsteuer- und Hinterziehungsverfahren  die rechtskräftig veranlagten Steuerperioden 2004-2007. Mit  vom 13. Juli 2015 rechnete sie seinem Einkommen  nicht begründete Aufwendungen von Fr. 19'299.-- (2004), Fr. 55'334.-- (2005), Fr. 23'608.-- (2006) und Fr. 242'976.-- (2007) auf. Mit separaten Einspracheentscheiden gleichen Datums auferlegte sie A._ wegen vollendeter, eventualvorsätzlich bzw. teilweise grobfahrlässig begangener Steuerhinterziehungen für die Kantons- und Gemeindesteuern der Jahre 2004-2007 Steuerbussen in der Höhe von insgesamt Fr. 88'889.85.
B.
Am 10. August 2015 erhob A._ sowohl gegen die  als auch gegen die Strafsteuerentscheide Rekurs und Beschwerde bei der Steuerrekurskommission des Kantons Bern (StRK). Diese sistierte die Nachsteuerverfahren bis zum Abschluss der  (Verfügung vom 12.8.2015) und wies die Rechtsmittel betreffend die Steuerbussen ab, wobei sie mit Bezug auf ein Steuerjahr das Strafmass erhöhte (Entscheide vom 2.8.2016). Das Verwaltungsgericht hiess die dagegen erhobenen Beschwerden betreffend das Steuerjahr 2004 gut, weil mittlerweile die Verjährung eingetreten war; im Übrigen wies es die Beschwerden ab (Urteile vom 12.6.2018). Diese Urteile sind beim Bundesgericht angefochten. Wegen drohender Verjährung hatte die  der StRK mit Verfügung vom 4. Juni 2018 die Sistierung  und die Verfahren betreffend die Nachsteuern wieder . In seiner innert verlängerter Frist eingereichten Stellungnahme vom 27. Juni 2018 beantragte A._ vor der Vorinstanz, die Sistierung der Nachsteuerverfahren (eventualiter nur die Sistierung der  betreffend die Jahre 2005-2007) sei bis zum rechtskräftigen Ab-
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schluss der Strafsteuerverfahren aufrechtzuerhalten. Mit Verfügung vom 28. Juni 2018 wies die Vizepräsidentin der StRK das sinngemäss gestellte Gesuch um erneute Sistierung der Nachsteuerverfahren ab.
C.
In einer einzigen Rechtsschrift vom 20. Juli 2018 hat A._ dagegen Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Er beantragt, die  der StRK vom 28. Juni 2018 sei aufzuheben und die Sistierung der Nachsteuerverfahren sei bis zum rechtskräftigen Abschluss der  aufrechtzuerhalten bzw. (sinngemäss) wieder anzuordnen; eventualiter sei die Sistierung der Nachsteuerverfahren betreffend die Jahre 2005-2007 aufrechtzuerhalten bzw. wieder anzuordnen.
Mit Verfügung vom 23. Juli 2018 hat der Abteilungspräsident i.V. die  betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern sowie die direkte Bundessteuer vereinigt.
Die StRK hat in ihrer Eingabe vom 13. August 2018 darauf verzichtet,  zu stellen, während die Steuerverwaltung innert Frist keine  eingereicht hat.

Erwägungen:
1.
1.1 Der Entscheid in der Sache ist ebenso wie das Verfahren  auf den Streitgegenstand begrenzt. Dieser bezeichnet im  den Umfang, in dem das mit der angefochtenen  geregelte Rechtsverhältnis umstritten ist. Zur Bestimmung des  ist somit von der angefochtenen Verfügung, dem sog. , auszugehen. Dieses gibt den Rahmen des  vor, der nicht über das hinausgehen kann, was die Vorinstanz gere-
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gelt hat oder hätte regeln sollen (BVR 2017 S. 514 E. 1.2, 2011 S. 391 E. 2.1 mit Hinweisen; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum  VRPG, 1997, Art. 72 N. 6 f.).
1.2 Angefochten ist die Verfügung der StRK vom 28. Juni 2018, mit der sie das Gesuch um erneute Sistierung der bei ihr hängigen  2004-2007 abgewiesen hat. Gegenstand des vorliegenden  bildet damit entgegen den Ausführungen in der Beschwerde (Rz. A/1) nicht die Aufhebung der Sistierung – die entsprechende  ist unangefochten geblieben (vgl. vorne Bst. B) –, sondern die  der Vorinstanz, die Sistierung wieder anzuordnen. In Bezug auf die nachfolgend zu prüfenden Eintretensvoraussetzungen spielt indes keine Rolle, ob die Wiederaufnahme oder die ablehnte (erneute) Sistierung des Verfahrens angefochten ist.
1.3 Verfügungen über die Einstellung von Verfahren stellen  Zwischenverfügungen dar (vgl. Art. 151 des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] i.V.m. Art. 61 Abs. 1 Bst. c und Art. 38 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]). Sie sind als solche dann beim Verwaltungsgericht , wenn die Verwaltungsgerichtsbeschwerde in der Hauptsache zulässig ist (Umkehrschluss aus Art. 75 Bst. a VRPG), was hier zutrifft: Das  ist zur Beurteilung von Beschwerden betreffend Nachsteuern als letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 VRPG zuständig (vgl. auch Art. 201 Abs. 1 StG und Art. 145 des  vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11] sowie Art. 9 Abs. 3 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Vollzug der direkten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]).
1.4 Allerdings setzt die selbständige Anfechtung von , die nicht Fragen der Zuständigkeit oder des Ausstands bzw. der  beschlagen, voraus, dass die betreffenden Verfügungen entweder einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können oder aber die Gutheissung der Beschwerden sofort Endentscheide herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würden (Art. 74 Abs. 3 i.V.m. Art. 61 Abs. 2 und 3 VRPG). Falls keine dieser Voraussetzungen gegeben ist, sind sie nur ge-
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meinsam mit den Endentscheiden anfechtbar, soweit sich ihr Inhalt noch auf diese auswirkt (Art. 74 Abs. 3 i.V.m. Art. 61 Abs. 4 VRPG). Ein nicht wieder gutzumachender Nachteil wird praxisgemäss bejaht, wenn die  Person ein schutzwürdiges Interesse an der sofortigen  oder Abänderung der Zwischenentscheide hat, wobei kein  Schaden erforderlich ist. Ein hinreichendes Rechtsschutzinteresse an einer sofortigen Anfechtung ist bereits dann gegeben, wenn günstige  für die betroffene Person nicht jeden Nachteil zu beseitigen . Dabei genügt auch ein tatsächliches – etwa bloss wirtschaftliches – Interesse, soweit es für die betroffene Person nicht nur darum geht, eine Verteuerung oder eine aus wirtschaftlicher Sicht ungünstige Verlängerung des Verfahrens zu verhindern. Der nicht wieder gutzumachende Nachteil muss in jedem Fall dargetan sein, wobei das Glaubhaftmachen genügt (zum Ganzen BVR 2017 S. 205 E. 1.3, 2016 S. 237 E. 5.1).
1.5 Der Beschwerdeführer macht nicht geltend, die Gutheissung der Beschwerden würde sofort Endentscheide herbeiführen und damit  Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen. Er begründet die selbständige Anfechtbarkeit der angefochtenen Verfügung vielmehr damit, dass die Aufhebung der Sistierung bzw. die nicht angeordnete erneute Einstellung einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirke. Ein solcher liege insofern vor, als Erkenntnisse aus dem Nachsteuerverfahren das parallel laufende Strafsteuerverfahren zu seinen Ungunsten beeinflussen könnten, und zwar unabhängig davon, in welchem Verfahrensstadium sich letzteres derzeit befinde. Anders als das  sei das Nachsteuerverfahren grundsätzlich von der Mitwirkungspflicht der steuerpflichtigen Person beherrscht. Sofern die StRK im Nachsteuerverfahren den Sachverhalt gestützt auf diesen  ermittle, ohne der für das Strafsteuerverfahren und das kombinierte Verfahren geltenden Unschuldsvermutung Rechnung zu tragen, sei «die Wiederaufnahme der Nachsteuerverfahren geeignet [...], Endentscheide in der Sache herbeizuführen, welche sich für den Beschwerdeführer negativ auf das parallel laufende Steuerstrafverfahren auswirken und deshalb die [strafprozessualen] Verfahrensgarantien [...] verletzen» könnten (vgl.  insb. Rz. A/3 und A/18).
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1.6 Mit diesen Vorbringen vermag der Beschwerdeführer keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinn von Art. 74 Abs. 3 i.V.m. Art. 61 Abs. 3 VRPG glaubhaft zu machen. Beweismittel aus einem  dürfen in einem Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung nur dann verwendet werden, wenn sie weder unter Androhung einer  nach pflichtgemässem Ermessen noch unter Androhung einer Busse wegen Verletzung von Verfahrenspflichten beschafft wurden (Art. 227 Abs. 4 StG; Art. 183 Abs. 1bis DBG). Der Beschwerdeführer unterlässt es, seine Behauptung, allfällige (neue) Erkenntnisse aus dem wieder  Nachsteuerverfahren könnten entgegen diesem Grundsatz die vor dem Bundesgericht hängigen Strafsteuerverfahren zu seinen  beeinflussen, auch nur ansatzweise näher auszuführen und zu . Seine Befürchtung, die Wiederaufnahme der Nachsteuerverfahren könnte letztlich zu einer Verletzung der strafprozessualen  führen, erweist sich bei den hier interessierenden Gegebenheiten als haltlos, weshalb sich Weiterungen dazu erübrigen (vgl. etwa BGer 2C_802/2014 vom 23.9.2014 E. 2.1, 2C_175/2010 vom 21.7.2010 E. 2.4). Soweit der Beschwerdeführer der Steuerverwaltung vorwirft, sie habe bei der Sachverhaltsfeststellung die für kombinierte Verfahren geltenden Verfahrensvorschriften missachtet und insbesondere Art. 32 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV; SR 101) und Art. 6 Ziff. 1 der  Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) verletzt (vgl.  Rz. A/14 ff.), ist auf die entsprechenden Ausführungen im Urteil des Verwaltungsgerichts betreffend die Steuerbussen zu verweisen (VGE 2016/257/258 vom 12.6.2018 E. 3 und 4). Die zum wiederholten Mal vorgebrachten Rügen sind von vornherein nicht geeignet, einen Nachteil glaubhaft zu machen, der durch die angefochtene Verfügung bewirkt wird. Andere nicht wiedergutzumachende Nachteile sind weder glaubhaft gemacht noch ersichtlich. Die Voraussetzungen gemäss Art. 74 Abs. 3 i.V.m. Art. 61 Abs. 3 VRPG für die selbständige Anfechtung der Zwischenverfügung vom 28. Juni 2018 sind mithin nicht erfüllt. Auf die  ist deshalb nicht einzutreten.
1.7 Sind sowohl Entscheide bezüglich der Kantons- und  als auch der direkten Bundessteuer angefochten, so muss das  zwei Urteile fällen, zumal es sich um zwei verschiedene Steu-
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ern handelt, die unterschiedlichen Gemeinwesen zustehen und in  Verfahren veranlagt werden. Allerdings können die Entscheide in ein und derselben Urteilsschrift getroffen werden (vgl. BGE 135 II 260 E. 1.3.1, 130 II 509 E. 8.3).
1.8 Gemäss Art. 57 Abs. 2 Bst. b des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) fällt die Beurteilung von Beschwerden gegen  in die einzelrichterliche Zuständigkeit.
2.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende  die Kosten des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens zu tragen (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 1 DBG). Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 3 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 4 DBG und Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021]).