Decision ID: 6e756b34-4c05-4ba9-be66-da870f1faf60
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1979 geborene X._ besuchte aufgrund eines Entwicklungs
rück
standes infolge einer Intelligenzschwäche von 1994 bis 1996 die Sonderschule Y._. Eine finanzielle Unterstützung dieser Massnahme wurde seitens der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) auf Gesuch hin abgelehnt (vgl. Urk. 8/1-12). Vom 15. Januar bis 2. Februar 1996 sowie vom 19. August 1996 bis 10. August 1999 wurden dem Versicherten beruf
liche Massnahmen im Sinne von Probewochen im Rahmen der Berufswahl sowie einer zweijährigen BIGA-Anlehre als Holzarbeiter inklusive einem vorausgeh
en
den Berufsvorbereitungsjahr gewährt. Nach erfolgreichem Abschluss seiner An
lehre konnte der Versicherte rentenausschliessend eingegliedert werden, worauf
hin die beruflichen Massnahmen abgeschlossen wurden (Urk. 8/13-33).
1.2
Am 14. Januar 2008 meldete sich X._ unter Hinweis auf einen am 25. Februar 2006 erlittenen Skiunfall erneut bei der IV zum Leistungsbezug (Arbeits
vermittlung) an (Urk. 8/39). Zuletzt war der Versicherte bis am 31. Mai 2007 bei der Z._ AG als Lager
mitarbeiter angestellt (Urk. 8/49 S. 77, 8/54). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, leitete daraufhin Abklärungen in erwerblicher so
wie medizinischer Hinsicht in die Wege, die Akten der Suva wurden beige
zo
gen. Mit Mitteilung vom 3. September 2008 (Urk. 8/74) wurde der Versicherte darüber infor
miert, dass ihm gemäss Abklärungen der IV aufgrund des Gesund
heitszu
stan
des keine beruflichen Eingliederungsmass-nahmen zumutbar seien und der Anspruch auf eine Rente geprüft werde.
Am 4. Februar 2009 (Urk. 8/81) erstattete Dr. med. A._, Facharzt für Psychia
trie und Psychotherapie, im Auftrag der IV-Stelle ein Gutachten. Nach Aufer
le
gung einer Schadenminderungspflicht im Sinne des Besuchs einer nachhaltigen fachärztlichen Psychotherapie (Urk. 8/89) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügungen vom 26. August 2009 (Urk. 8/95, 8/110) gestützt auf einen ermittelten Invaliditätsgrad von 61 % rückwirkend ab 1. Februar 2007 eine
Drei
viertelsrente
zu. Eine am 18. Juni 2010 eingeleitete Revision der Invalidenrente zeigte keine Veränderung (Urk. 8/120-131).
1.3
Im Jahre 2013 leitete die IV-Stelle eine weitere revisionsweise Überprüfung der Invalidenrente von X._ ein (Urk. 8/133). Wiederum wurden medizi
ni
sche sowie erwerbliche Abklärungen getätigt. Mit Vorbescheid vom 24. Juni 2013 (Urk. 8/138 f.) stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Einstellung seiner bis
herigen Invalidenrente in Aussicht. Die dagegen erhobenen Einwände (Urk. 8/140,
8/142-146) führten zu weiteren Abklärungen. Am 9. April 2015 (Urk. 8/181) erstat
tete die Begutachtungsstelle B._, im Auftrag der IV-Stelle ein poly
disziplinäres Gutachten. Mit Vorbescheid vom 19. April 2016 (Urk. 8/189) stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Einstellung seiner Invalidenrente gestützt auf
lit
. a Abs. 1 der am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 2011 des
Bundesgesetz
es
über
die Invalidenversicherung (6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket; kurz:
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG 6. IV-Revision
) in Aussicht. Im Rahmen des
Einwandverfahrens
gingen weitere medi
zinische Berichte bei der IV-Stelle ein. Mit Verfügung vom 14. März 2017 (Urk. 2) stellte die IV-Stelle die bisherige
Dreiviertelsrente
des Versicherten ein.
2.
Gegen die Verfügung vom 14. März 2017 erhob der Versicherte mit Eingabe vom 2. Mai 2017 (Urk. 1) Beschwerde und stellte folgende Anträge:
«1.
Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben.
2.
Dem Beschwerdeführer sei weiterhin eine 3⁄4-IV-Rente zuzusprechen.
3.
Eventualiter sei die Sache zur erneuten Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
4.
Der Beschwerde sei aufschiebende Wirkung zu gewähren.
5.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
6.
Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung durch mich zu gewähren.»
Am 30. Mai 2017 stellte der Beschwerdeführer dem Gericht die Bestätigung seiner Wohnsitzgemeinde betreffend die finanzielle Unterstützung durch die Sozialhilfe zu (Urk. 5-6).
In ihrer Beschwerdeantwort vom 7. Juni 2017 (Urk. 7) beantragte die Beschwer
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.
Mit Verfügung vom 9. Juni 2017 (Urk. 9) wurde das Gesuch um Wiederher
stel
lung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde abgewiesen. Am 8. August 2017
(Urk. 11) reichte der Beschwerdeführer eine schriftliche Bestätigung vom 12. Juli 2017 (Urk. 12) ein, wonach er über keine Rechtsschutzversicherung ver
füge.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG 6. IV-Revision
werden Renten, die bei pathoge
ne
tisch-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare
orga
nische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkraf
t
treten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Artikel 7 des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Vor
aussetzungen von Artikel 17 Absatz 1 ATSG nicht erfüllt sind. Diese Bestim
mung ist verfassungs- und EMRK-konform (BGE 139 V 547 E. 3).
Vom Anwendungsbereich von
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG 6. IV-Revision ausge
schlossen sind Personen, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung das 55. Altersjahr zurückgelegt haben oder im Zeitpunkt, in dem die Überprüfung eingeleitet wird, seit mehr als 15 Jahren eine Rente der Invalidenversicherung beziehen (
lit
. a Abs. 4).
Die in
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision
vorgesehene Rentenherabsetzung beziehungsweise -aufhebung ist nicht auf vor dem
1.
Januar 2008 zugesprochene Renten beschränkt. Erging die fragliche
Rentenzusprache
aber bereits in Beach
tung der jeweils relevanten Rechtsprechung zu pathogenetisch-ätiologisch unkla
ren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage, bleibt kein Raum für ein Rückkommen unter dem Titel der Schlussbestimmung (BGE 140 V 8 E. 2).
1.2
1.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung
allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbsein
kommen
zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzel
fall
muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
geh
end objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im
Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
1.2.3
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das
Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest
, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schä
d
igung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz aus
zuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittel
gradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es –
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits
und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben, das tat
sächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 28
1 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzu
nehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom 7. März 2018 E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesund
heit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig
und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrschein
lich
keit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweis
belastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung vom 14. März 2017 (Urk. 2) dahingehend, dass die Überprüfung der Invalidenrente gemäss den Schlussbe
stimmungen ergeben habe, dass die vorliegenden Diagnosen, welche zur
Renten
zusprache
geführt hätten, zu den ätiologisch-pathogenetisch unklaren
syndro
malen
Zustandsbildern ohne nachweisbare organische Grundlage gehörten. Am 9. April 2015 sei im B._ eine polydisziplinäre Begutachtung erstellt worden, deren Diagnosestellung nachvollziehbar sei. Die Ausschlussgründe seien aufge
zeigt, diskutiert und berücksichtigt worden. Dem Gutachten sowie den übrigen Akten liessen sich weiter genügend Informationen entnehmen, damit eine Prü
fung im Sinne von BGE 141 V 281 vorgenommen werden könne. Aus somatischer Sicht könne allenfalls eine qualitative Einschränkung formuliert werden. Diese lasse sich
zumindest für körperlich schwere Arbeiten aufgrund der radiomor
phologisch festzustellenden beginnenden degenerativen Veränderungen, aufgrund
der zweifellos vorhandenen muskulären
Dekonditionierung
und der chronifi
zier
ten perzipierten Beschwerdesymptomatik begründen. Die quantitativen Ein
schrän
kungen seien vor allem aus psychiatrischer Sicht zu beurteilen bei einer leichten depressiven Episode mit somatischem Syndrom. Aus neuropsy
cholo
gi
scher Sicht ergäben sich keine Hinweise, dass das aktuelle kognitive Leis
tungs
niveau eine Verschlechterung erfahren habe. Die kognitiven Einschränkungen führten damit insbesondere zu einer qualitativen Einschränkung in Bezug auf das Profil der Tätigkeiten. Der Beschwerdeführer sei in der Vergangenheit jedoch in der Lage gewesen, mit diesen Defiziten erfolgreich im Berufsalltag zu bestehen. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Lagerist sowie die erlernte Tätigkeit als Schreiner in Anlehre seien nicht mehr zumutbar. Für eine angepasste Tätigkeit bestehe jedoch eine 70%ige Arbeitsfähigkeit (S. 2 f.). In Anwendung der Schwei
zerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) für Validen- und Invalideneinkommen ermittelte die Beschwerdegegnerin einen ren
ten
ausschliessenden Invaliditätsgrad von 30 % (S. 3 f.).
In ihrer Beschwerdeantwort vom 7. Juni 2017 (Urk. 7) machte die Beschwerde
gegnerin ergänzend geltend, gemäss gutachterlicher Einschätzung liege aus psy
chiatrischer Sicht einzig eine leichte depressive Episode mit somatischem Syn
drom vor. Diese würde für sich alleine aus rechtlicher Sicht mangels erheblicher Schwere kein invalidisierendes Leiden darstellen, womit die attestierte Einschrän
kung von 30 % nicht beachtlich sei.
2.2
Dagegen brachte der Beschwerdeführer mit Beschwerdeschrift vom 2. Mai 2017 (Urk. 1) im Wesentlichen vor, im Gutachten seien die Diagnosen von Dr. med. C._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, nicht berücksichtigt worden. Dies gelte auch für seine Medikamentenunverträglichkeit. Es resultiere daher eine geringere als 70%ige Arbeitsfähigkeit. Er könne eine Arbeitsfähigkeit von 70 % nicht umsetzen. Von einem ordentlichen Aktivitätsniveau könne - entgegen den
Ausführungen im Vorbescheid - keine Rede sein. Weiter seien ihm Eingliede
rung
s
massnahmen zu gewähren, bevor über den Anspruch auf Invalidenrente ent
schie
den werde. Diesbezüglich habe die Beschwerdegegnerin nichts unternom
men. Schliesslich sei das
Valideneinkommen
gestützt auf seinen letzten Lohn zu er
mitteln und bei der Festsetzung des Invalideneinkommens sei der verminderte Intelligenzquotient des Beschwerdeführers von 50 bis 69 zu berücksichtigen und ein Abzug von mindestens 15 % vorzunehmen. Dies ergebe «einen Invaliditäts
grad von 41 %», weshalb eine Invalidenrente in der bisherigen Höhe, mindestens aber
eine
Viertelsrente
, zuzusprechen sei. Schliesslich sei der Beschwerdeführer nicht in der Lage, die Rechtsvertretung selber zu finanzieren. Aufgrund der Kom
plexität der Materie sei er auf einen Anwalt angewiesen und die Beschwerde sei nicht aussichtslos (S. 2 f.).
3.
3.1
Der Beschwerdeführer war bei Inkrafttreten der Schlussbestimmungen am 1. Januar 2012 32 Jahre alt (Urk. 8/4 S. 1) und bezog im Zeitpunkt der Einleitung der Rentenrevision am 1. März 2013 (Urk. 8/130 S. 3, 8/133) seit rund sechs Jahren eine
Dreiviertelsrente
(Urk. 8/95, 8/110). Er fällt damit nicht unter die Ausnahmebestimmung von
lit
. a Abs. 4
SchlB
IVG 6. IV-Revision. Die
Renten
zusprache
erfolgte am 26. August 2009 sodann nicht unter Berücksichtigung der Rechtsprechung zu pathogenetisch-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwer
de
bildern ohne nachweisbare organische Grundlage (Urk. 8/87/5-6, 8/95).
Medizinische Grundlage für die
Rentenzusprache
bildete das am 4. Februar 2009 erstattete Gutachten von Dr. A._ (Urk. 8/81). Darin wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine dissoziative Bewegungsstörung der linken Schulter (ICD-10 F44.4), eine reaktive depressive Entwicklung, gegen
wär
tig leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0), sowie ein chronisches Schmerz
syndrom mit somatischer und somatoformer Komponente im Sinne einer anhal
tend somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) festgehalten. Dr.
A._
führte
aus, die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Lagerist sei nicht mehr zumutbar. Für eine den körperlichen Beschwerden angepasste Tätigkeit bestehe aus psychiatrischer Sicht medizinisch-theoretisch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (S. 12). Damit erfolgte die
Rentenzusprache
unbestrittenermassen gestützt auf pathogenetisch-ätiolo
gisch unklare
syndromale
Beschwerdebilder ohne nachweisbare organische Grund
lage. Dieser Schluss wird gestützt durch die im Gutachten zitierten medi
zinischen
Vorakten
(S. 1-5), namentlich den Bericht vom 6. März 2007, in dem der Kreisarzt die Beschwerden nicht durch die initial festgestellten Verände
rungen zu erklären vermochte (S. 2), den Bericht der Klinik D._ vom 25. August 2008, wonach kein Hinweis auf eine strukturelle Pathologie im Bereich des Schultergelenks vorliege (S. 5), und die Beurteilung durch den RAD-Arzt Dr. med. E._, Facharzt für Allgemeinmedizin, der am 18. November 2008 von fehlenden IV-relevanten Korrelaten an der linken Schulter und der Wirbel
säule sprach (Urk. 8/87/4).
Festzuhalten ist dabei, dass rechtsprechungsgemäss nicht nur die somatoforme Schmerzstörung
(BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3, 142 V 342),
sondern auch die von den befassten Ärzten erwähnte dissoziative
Bewegungsstörung
als
syndromales
Be
schwerdebild zu fassen ist
(
Urteil des Bundesgerichts 9C_903/2007 vom 30. April 2008 E. 3.4)
.
Die diagnostizierte depressive Entwicklung wurde seitens Dr. A._
insbesondere als reaktiv zu psychosozialen Problemen beschrieben (S. 11) und stellte
somit keinen eigenständigen Gesundheitsschaden dar; ebenso wenig war die leichte depressiven Episode geeignet, eine leistungsspezifische Invalidität zu
begründen (Urteil des Bundesgerichts 9C_506/2014 vom 10. November 2014 E. 4
.2).
3.2
Mit Blick auf das Dargelegte ist eine Überprüfung der Invalidenrente des Be
schwerdeführers gestützt auf die Schlussbestimmungen somit zulässig (E. 1.1). Zu prüfen bleibt, ob die bisherige
Dreiviertelsrente
zu Recht aufgehoben wurde.
4.
4.1
Die Aufhebung der Invalidenrente mit Verfügung vom 14. März 2017 (Urk. 2) stützte sich auf das am 9. April 2015 erstattete B._-Gutachten (Urk. 8/181). Darin wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ge
nannt: ein chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom mit nicht-radikulärer Schmerzausstrahlung mehr ins linke als ins rechte Bein (klinisch allseitig, mus
kulär durch
Gegeninnervationen
eingeschränkte Lendenwirbelsäulen [LWS]-Be
weg
lichkeit ohne radikuläre Zeichen, diffuse
Weichteildolenzen
; radiologisch regulärer LWS-Aspekt [Röntgen vom 4. Februar 2015], magnetresonanz
tomo
gra
phisch Bandscheibenprotrusion L4/5 ohne Wurzelkompression, mediane breite Diskushernie L5/S1 mit Wurzelkontakt S1 beidseits ohne Verdrängung [Magnet
resonanztomographie {MRI} vom 7. Oktober 2013]), chronische Schulterschmer
zen links (Status nach Schulterkontusion links bei
Skisturz
am 25. Februar 2006, Status nach ossären Kontusionszeichen am distalen
Klavikulaköpfchen
und
Sehn
en
ansatzödem am Tuberculum majus links mit Sehnen-Signalstörung,
regre
dient
im Verlauf [MRI vom 7. März 2008 RIW und vom 21. August 2008 Klinik D._
], Status nach Beschreibung einer kleinen Hill-Sachs-Läsion am Humerus
kopf mit
ligamentärer
Signalstörung glenohumeral [MRI vom 12. Oktober 2006], im Verlauf nicht mehr identifizierbar [Klinik D._ 21. August 2008], klinisch aktuell inkonstantes Schonungsverhalten, passiv fast freie
Beweglichkeiten
mit
Gegeninnervationen
, sonographisch aktuell unauffäl
lige Verhältnisse beidseits [funktioneller Ultraschall, Dr. F._ vom 3. Februar 2015], möglicherweise im Rahmen eines ehemals durchgemachten Komplexen Regionalen Schmerzsyn
droms
[CRPS]1/neurogener Schmerkomponente [G62.9], aktuell keine Hinweise für Aktivität eines CRPS, mögliche dissoziative Bewe
gungsstörung), ein chroni
sches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5;
ohne radikuläre Aus
fallsymptomatik, bei degenerativer Veränderung im Bereich der LWS ohne Nerven
wurzelkompression), eine leichte depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.01; nach Anpassungsstörung nach Sportun
fall 2006, unter spezifi
scher psychiatrischer Behandlung, bestehend seit 2007) sowie eine leichte bis mittelschwere neuropsychologische Störung, leichte Intelli
genzminderung IQ 50 bis 69, ICD-10 F70 bei anamnestisch Entwicklungs
ver
zögerung mit leichter Intelligenzminderung (ICD-10 F70), chronischer Schmerz
be
lastung (
lumboverte
brales
Schmerzsyndrom, Schulterschmerzen), leichter
depres
siver Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.01) nach Anpas
sungs
störung nach Sportunfall 2006 sowie ein Verdacht auf Symptomverdeutlichung (S. 46 f.).
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Lagerist sei, unter Annahme einer
musku
loskelettär
belastenden Tätigkeitscharakteristik in diesem Beruf, bleibend kein Reintegrationspotenzial zu erkennen. Derzeit bestehe eine 70%ige Arbeitsfähig
keit in angepasster Tätigkeit. Aus isoliert
muskuloskelettärer
Sicht bestehe spätes
tens ab jetzigem Gutachtenszeitpunkt ein (theoretisch) hohes Reintegra
tionspo
tential für entsprechend biomechanisch angepasste Tätigkeiten (S. 53): Zumutbar seien Arbeiten körperlich leichter Charakteristik, ohne wiederholtes Heben, Stossen oder Ziehen von Lasten von mehr als drei bis fünf kg, ohne ausgeprägt über Kopf, gebückt, kauernd oder kniend zu verrichtende Tätigkeits
anteile, ohne Notwendigkeit zu wiederholten ausgreifenden Bewegungen mit den Armen, ohne Notwendigkeit zu repetitivem Fassen von Lasten oder Gewichten von mehr als fünf bis sieben kg, ohne kniende oder wiederholt Treppen- oder Leitern-be
nutzende Tätigkeitsanteile (ventrale Knieschmerzen) und ohne Über
kopf
tätig
keits
anteile. Derartige Tätigkeiten wären zu 80
%
zuzumuten, eine
etwas v
ermin
derte
L
eistun
g
sgeschwindigkeit bei Schmerzen und
Dekonditionierung
wären
in
Rechnung
zu stellen
(S. 53 f.)
.
Diese 80%ige Arbeitsfähigkeit sei auch aus neuropsychologischer Sicht möglich. Die Leistungseinschränkung begründe sich mit der verminderten mentalen Be
last
barkeit und erhöhten Ermüdung und es spielten hier die Schmerzprob
lematik und die psychiatrische Symptomatik mit hinein. Eine den Defiziten und Res
sourcen angepasste Tätigkeit umfasse kognitiv einfache und klar strukturierte Aufgabenstellungen. Die Arbeitsgestaltung solle eine angemessene Flexibilität hinsichtlich der Arbeitszeiten und des Arbeitstaktes ermöglichen. Die primär praktischen Aufgabenstellungen sollten weitgehend überlernt und automatisiert
sein, könnten aber auch einen rein repetitiven Charakter haben. Die Arbeits
schritte sollten serieller Art sein. Vermieden werden sollten das simultane Erledi
gen von Aufgaben und Arbeitssituationen, bei denen gleichzeitig verschie
dene Teil
aufgaben zu beachten seien. Die kognitiven Voraussetzungen für die Organi
sation und Planung von Arbeitsprozessen seien nur sehr eingeschränkt vorhan
den. Anforderungen an die Flexibilität und Umstellfähigkeit gelte es ge
ring zu halten.
Der Beschwerdeführer sei grundsätzlich in der Lage, bei angepasstem Anfor
de
rungsniveau neues Fachwissen und insbesondere neue Arbeitsschritte respektive Arbeitsprozesse zu lernen, doch sei dieses Lernen wahrscheinlich mit einem deutlichen Mehraufwand verbunden. Eine umfassende und gut betreute Einar
beitung in ein neues Tätigkeitsfeld sei unabdingbar. Aufgrund der zusätzlichen psychiatrischen Einschränkungen sei eine solche Tätigkeit aktuell nur zu 70 % umsetzbar.
Die verminderte Leistungsfähigkeit sei bedingt durch eine Verlangsamung des Arbeitstempos infolge verstärkter Ermüdbarkeit und ein damit verbundener ver
mehrter Pausenbedarf sei inkludiert. Der Beschwerdeführer müsse für die Arbeit eine gewisse Willensanstrengung vollbringen und ermüde rascher. Die Team
fähig
keit sei heute als leichtgradig vermindert einzustufen. Die Tätigkeit sollte in kleine, in sich abgeschlossene Teiltätigkeiten gegliedert sein und keine ausge
prägten «Stosszeiten», also Zeitabschnitte mit hohem Stressaufkommen, bein
halten. Schichtarbeiten, unregelmässige Arbeitszeiten und Wochenenddienste sollten vermieden werden. Vom beruflichen Führen von Fahrzeugen, Beschäfti
gung an gefährlichen Maschinen und der Benutzung gefährlicher Werkzeuge sollte ebenso abgesehen werden, wie von Arbeiten über Boden. Solche Aufgaben könnten Ängste auslösen und zur Verstärkung der Symptome führen. Zu berück
sichtigen sei ebenfalls die bekannte Stauballergie, entsprechende Arbeitsumge
bungen seien vorausgesetzt (S. 54).
4.2
4.2.1
Der Beschwerdeführer wurde durch die B._ Gutachter allseitig (internistisch,
psychiatrisch, rheumatologisch, neurologisch, neuropsychologisch) und umfassend
untersucht (Urk. 8/181). Die Gutachter nahmen ihre Beurteilung in Kenntnis der Aktenlage (S. 1 ff., S. 113 ff.) sowie der geklagten Beschwerden (S. 26 f., S. 65 f., S. 88 f., S. 104 f., S. 123 f., S. 126) vor, die Krankengeschichte des Beschwerde
führers wurde eingehend diskutiert (S. 48 ff.). In diesem Zusammenhang ist ins
besondere darauf hinzuweisen, dass die aktenkundigen Berichte der behandeln
den Psychiaterin Dr. C._ berücksichtigt wurden (S. 20 ff.). Dr. med. G._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, diskutierte - entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers - auch die seitens der behandelnden Psychiaterin gestellten Diagnosen (S. 79). Seine Diagnose stellte er nach eingehender Unter
suchung des Psychostatus des Beschwerdeführers, differenzialdiagnostische Über
le
gungen legte er in schlüssiger Weise dar. Dabei begründete er insbesondere, wes
halb er - entgegen der Beurteilung von Dr. C._ - nicht auf eine anhal
tende somatoforme Schmerzstörung oder eine Somatisierungsstörung schloss und auch nicht von einer dissoziativen Störung oder einer Wahnstörung ausging (S. 71 ff., S. 76 ff.). Auch in den übrigen Fachdisziplinen erfolgten eingehende klinische Untersuchungen respektive neuropsychologische Testungen, wobei teils auch Diskrepanzen festzustellen waren (S. 28 f., S. 90 ff., S. 99 f., S. 107 f.,
S. 125 ff.). Die Medikamentenunverträglichkeit des Beschwerdeführers wurde durch
die Gutachter mitberücksichtigt und als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgehalten, was nicht zu beanstanden ist (S. 47, S. 88 f., S. 96). So hat auch der Hausarzt des Beschwerdeführers die Medikamenten
unver
träg
lich
keit als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beurteilt
(Urk. 8/170 S. 1). Die gutachterlich-diagnostischen Würdigungen erscheinen w
eiter mit Blick auf die erhobenen Befunde schlüssig. Aufgrund des Dargelegten ist das B._-Gutachten als beweiswertig im Sinne der bundesgerichtlichen Recht
sprechung (E. 1.3) zu qualifizieren.
Zwar erscheint fraglich, ob der aus psychiatrischer Sicht aufgrund der Diagnose
einer
leichten depressiven Episode
mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.01)
attestierten 30%igen Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
8/181 S.
76, S. 54
)
mit Blick auf die praxisgemäss
auch für psychische Leiden
erforderliche struk
turierte, ergebnisoffene Beurteilung anhand der Standardindikatoren
(
BGE
143 V 418)
und die grundsätzlich nicht invalidisierende Wirkung dieser Diagnose (vgl. vorstehende E. 3.1)
aus rechtlicher Sicht gefolgt werden kann (vgl. E. 1.2). Dies kann jedoch offengelassen werden, wie nachfolgend aufzuzeigen
sein wird
(E. 5.)
. Mit den Gutachtern ist somit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Erstattung des Gutachtens am 9. April 2015 (Urk. 8/181 S. 1) in leidensangepasster Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig war.
4.2.2
In den Akten liegen betreffend den Zeitraum nach der Gutachtenserstattung weitere Berichte:
In ihrer Stellungnahme vom 20. April 2016 (Urk. 8/190) wies Dr. C._ auf ihre von den Gutachtern divergierende medizinische Beurteilung der Sachlage hin. Aspekte, welche durch die B._-Gutachter unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind, nannte sie jedoch keine.
Ihre unter Hinweis auf die Chronifizierung des Leidens
und
die
Komorbidität geübte Kritik an der
damals geltenden
Schmerz
recht
sprechung ist nicht mehr von Belang, verlangt doch die jüngere bundes
ge
richtliche Rechtsprechung bei den
syndromalen
wie auch bei psychischen Be
schwerdebildern eine strukturierte, ergebnisoffene Beurteilung mittels der neuge
schaffenen Standa
rdindikatoren (BGE
143 V 418
, 141 V 281 E. 3.6 und E.
6, 141 V 585 E. 5.3).
Sodann wurden auch die neuropsychologischen Einschränkungen des Beschwerdeführers angemessen berücksichtigt und fanden als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit Eingang in die gutachterlichen Schlussfol
gerungen (vgl. E. 4.1, 4.2.1). Ob es aus psychiatrischer Sicht zu einer Verbesse
run
g des Gesundheitszustandes gekommen ist oder nicht, ist weiter mit Blick auf den vorliegend zur Anwendung gelangenden
Rückkommenstitel
der Schlussbe
stim
mungen (E. 3) nicht von Bedeutung, weshalb auf diese Kritik der behandelnden Psychiaterin nicht weiter einzugehen ist. Damit vermag die Stellungnahme der behandelnden Psychiaterin keine Zweifel am B._-Gutachten zu begründen (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 29. Oktober 2014 E. 7.2 mit Hin
weisen).
Anlässlich einer MRI-Untersuchung der Halswirbelsäule (HWS) vom 15. Septem
ber 2015 (Urk. 8/193) zeigte sich folgender Befund: Mittelgrosse
rezessal
rechts gelegene Diskushernie C5/6, so dass eine Reizung der Nervenwurzel C6 rechts zwanglos erklärt wäre. Kleine nicht
neurokompressive
mediane Diskushernie C6/7. Leichte nicht aktivierte
Osteochondrose
C6/7. Eine spezifische fachärztlich-neurologische Behandlung hat dieser Befund offenbar nicht nach sich gezogen (Urk. 8/200). Alleine gestützt auf die rund sieben Monate nach neurologischer Untersuchung des Beschwerdeführers im Rahmen der Begutachtung (Urk. 8/181 S. 103) durchgeführte Bildgebung ist daher nicht überwiegend wahrscheinlich auf eine relevante Verschlechterung zu schliessen. Dieser Schluss rechtfertigt sich im Übrigen auch mit Blick auf die Einschätzung des Hausarztes des Beschwerde
führers, Dr. med. H._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, der am 10. Dezember 2016 in Kenntnis dieses Befundes von einer im Wesentlichen unveränderten Symptomatik
ausging und dementsprechend die Beschwerdebilder als chronisch bezeichnete (Urk. 8/202 Ziff. 1.1 und Ziff. 1.4).
Im Bericht der Notfallpraxis des Kantonsspitals I._ vom 24. August 2016 (Urk. 8/199) wurden als Diagnose stärkste Kopfschmerzen temporal, am ehesten Migräneanfall, festgehalten (S. 1). Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass die Kopfschmerzen bereits durch die Gutachter berücksichtigt wurden und als episo
dische Migräne ohne Aura (ICD-10 G43.0) im Sinne einer Diagnose ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit in ihre Beurteilung Eingang fanden (Urk. 8/181
S. 47). Von einer relevanten Verschlechterung in dieser Hinsicht - etwa einer Häufung der Migräneanfälle im Vergleich zum Zeitpunkt der Begutachtung oder von stärkeren Schmerzen (vgl. Urk. 8/181 S. 105) - kann aufgrund dieses einma
ligen Vorkommnisses, das nach einer
Sonnenexposion
von sechs Stunden aufge
treten war, nicht ausgegangen werden. Damit bleibt es auch für den Zeitraum nach der Begutachtung bei der gutachterlichen Würdigung.
Im Arztbericht zuhanden der IV vom 10. Dezember 2016 (Urk. 8/202 S. 1 ff.) trug Dr. med. H._ die Diagnosen aus den einzelnen Fachdisziplinen zusammen (S. 1). Diesbezüglich ist festzuhalten, dass aus psychiatrischer Sicht im Wesent
lichen die gleichen Diagnosen genannt wurden, wie auch bereits vor der Begut
achtung (Urk. 8/133 S. 4 f., 8/147 f.; Urk. 8/202 S. 11 f.). Hinsichtlich der Proble
matik an der linken Schulter (Urk. 8/202 S. 1) hielt Dr. med. F._, Facharzt für Rheumatologie und Physikalische Medizin, nach funktioneller Ultraschall
unter
suchung vom 5. Januar 2016 fest, beim (festgestellten) Weichteilplus handle es sich
um ein bekanntes Lipom
interscapulär
links. Abgesehen von einer kleinen Ver
kalkung am Ansatzbereich der Supraspinatussehne linksseitig liege
sonomor
pho
logisch
ein unauffälliger Befund vor. Die Beschwerden seien aus sonogra
phischer Sicht nicht erklärbar (Urk. 8/202 S. 19). Im Zusammenhang mit der Problematik an der Lendenwirbelsäule (LWS) ist gemäss Bildgebung vom 24. November 2016 von einem unveränderten Status auszugehen (Urk. 8/202 S. 18). Bezüglich des zervikalen Schmerzsyndroms wird auf die Ausführungen weiter oben verwiesen. Schliesslich bleibt an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass auch der Hausarzt festhielt, es gebe «nichts Neues». Der Beschwerdeführer leide weiterhin an Nacken-, Kopf-, Schulter- und Kreuzschmerzen, weshalb er auch häufig nicht schlafen könne. Die Symptomatik sei unverändert (S. 2).
In ihrer Stellungnahme vom 21. Februar 2017 (Urk. 8/206) wiederholte Dr. De
C._
schliesslich im Wesentlichen ihre Beurteilung, wonach der Beschwerde
führer zu 100 % arbeitsunfähig sei.
4.3
Insgesamt ist damit der Beweiswert des B._-Gutachtens aufgrund der nach Gutachtenserstattung verfassten Berichte nicht in Frage zu stellen und es kann auch nicht auf eine seither eingetretene relevante Veränderung des Gesundheits
zustandes geschlossen werden. Somit durfte auch im Zeitpunkt des Verfügungs
erlasses am 17. März 2017 (Urk. 2) noch auf die beweiswertige gutachterliche Beurteilung der B._ abgestellt werden. Eine Rückweisung zwecks Durchführung weiterer Abklärungen (Urk. 1 S. 1) erübrigt sich damit (antizipierte Beweiswür
digung: BGE 124 V 94 E. 46, 122 V 157 E. 1d). Zu prüfen bleibt der gestützt auf die gutachterliche Beurteilung resultierende Invaliditätsgrad.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 des IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person na
ch Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behand
lung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
5.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
5.2.2
Dem Beschwerdeführer wurde seine letzte Anstellung bei der Z._ gemäss An
gaben im Fragebogen für
Arbeitgebende
vom 13. März 2008 (Urk. 8/54) aus ge
sundheitlichen Gründen gekündigt (S. 2). Das
Valideneinkommen
ist damit - wie
der Beschwerdeführer zu Recht vorbringt - entgegen dem Vorgehen der Be
schwer
degegnerin (Urk. 2 S. 3) auf Grundlage des letzten Lohnes des Beschwerde
führers zu ermitteln. Die ehemalige Arbeitgeberin gab an, dass der Beschwerde
führer im damaligen Zeitpunkt ohne Gesundheitsschaden Fr. 4'800.
- pro Monat verdient hätte (S. 3). Dies entspricht für das Jahr 2008 einem
Valideneinkommen
von Fr. 62'400.-- (Fr. 4'800.-- x 13 [vgl. Urk. 8/49 S. 182).
Aufindexiert
auf das Jahr 2014 (die Angaben aus dem Jahr 2016 waren im Zeitpunkt des
Ver
fü
gungserlasses noch nicht veröffentlicht [vgl.
https://www.bfs.ad
min.ch/bfs/
de/
home/aktuell/me
dienmitteilungen.assetdetail.5226936.html
, zuletzt besucht am 29. Januar 2019], weshalb grundsätzlich die Werte aus dem Jahr 2015 mass
gebend wären. Da das Invalideneinkommen jedoch - wie nachfolgend zu zeigen sein wird - auf statis
tischen Werten zu erheben ist und diese lediglich alle zwei Jahre veröffentlicht werden, kann auch für das
Valideneinkommen
auf das Jahr 2014 ab
ge
stell
t
werden) resultiert hieraus ein
Valideneinkommen
von Fr. 66'218.-- (Fr. 62'400.--
x 2220/2092 [T39, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsu
men
tenpreise
und der Reallöhne, Männer, 1976-2016]).
5.3
5.3.1
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch reali
sierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeits
leistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom BFS periodisch herausgegebenen LSE herangezo
gen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten ver
öffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Ver
wendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Inva
lideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, IVG, 3. Aufl. 2014, N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.3.2
Der Beschwerdeführer übt seit seiner Berentung keine Erwerbstätigkeit mehr aus. Zur Bemessung seines Invalideneinkommens ist daher auf die statistischen Werte gemäss LSE abzustellen. Aufgrund der gesamten Umstände ist vom Kompetenz
niveau 1, Total, der Tabelle TA1, Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschafts
zweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, auszugehen. Im Jahr 2014
verdienten Männer im Kompetenzniveau 1 durchschnittlich Fr. 5'312.
. Dies entspricht einem Jahreseinkommen von Fr. 63'744.-- (Fr. 5'312.-- x 12), respektive bei einem zumutbaren Pensum von 70 % gemäss gutachterlicher Beur
teilung (E. 4) einem Einkommen von Fr. 44'620.80 (Fr. 63'744.-- x 0.7).
5.3.2.1
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) alle
n
falls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per
sön
liche und berufliche
Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebens
alter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die
Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Auf
grund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeits
fähig
keit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unter
durchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör
per
lich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbe
dingten Abzugs ein
fliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
Die Beschwerdegegnerin hat sich mit der Frage des Leidensabzuges überhaupt nicht auseinandergesetzt (Urk. 2).
5.3.2.2
Der Beschwerdeführer machte die Gewährung eines leidensbedingten Abzuges in der Höhe von mindestens 15 % geltend (Urk. 1 S. 3).
Diesbezüglich ist vorab festzuhalten, dass die Intelligenzminderung des Besch
wer
de
führers ihn nicht daran hinderte, bei der Z._ eine Stelle als Lagerist zu finden. Der Lohn entsprach dabei der Arbeitsleistung (Urk. 8/54 S. 3), es wurde somit kein Soziallohn ausbezahlt. Aufgrund der Aktenlage ist weiter nicht ersicht
lich, dass es diesbezüglich - insbesondere seit der
Rentenzusprache
- zu einer relevanten Verschlechterung gekommen wäre (Urk. 8/181 S. 132). Die gut
achterliche Aussage, wonach es vielen Erwachsenen trotz Intelligenzminderung möglich sei zu arbeiten (Urk. 8/181 S. 76, S. 131), muss daher als auf den Be
schwerdeführer zutreffend erachtet werden, hat er dies doch bereits unter Beweis gestellt. Im Übrigen wurde dieser Einschränkung bereits mit der um 20 % redu
zierten Arbeitsfähigkeit Rechnung getragen (vgl. E. 4.1). Eine doppelte Berück
sichtigung unter dem Aspekt des leidensbedingten Abzuges kommt daher nicht in Frage (E. 5.3.2.1).
Was die weiteren Merkmale angeht, so ist festzuhalten, dass der Beschwerde
führer Schweizer ist (Urk. 8/181 S. 67). Schweizer ohne Kaderfunktion verdienten im Jahr 2014 leicht überdurchschnittlich (TA12, Monatlicher Bruttolohn, Schwei
zer/innen und Ausländer/innen, nach beruflicher Stellung und Geschlecht, Privater Sektor, 2014), so dass sich unter diesem Titel kein Abzug rechtfertigt. Männer ohne Kaderfunktion mit einem Pensum von 70 % verdienten im Jahr 2014 sodann leicht unterdurchschnittlich (T18, Monatlicher Bruttolohn nach Beschäftigungsgrad, beruflicher Stellung und Geschlecht, Privater und öffent
licher Sektor zusammen, 2014) so dass sich unter diesem Titel kein Abzug recht
fertigt.
Die Bedeutung des Kriteriums der Dienstjahre nimmt
im privaten Sektor
ab
, je niedriger das Anforderungsprofil ist. Mit Blick auf das Kompe
tenz
niveau 1 (bis LSE 2010 Anforderungsniveau 4) kommt diesem Aspekt keine ins Gewicht fallende Bedeutung zu (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.2 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.3 unter Hinweis auf 8C_351/2014 vom 14. August 2014 E. 5.2.4.2).
Hinsichtlich des Alters ist schliesslich festzuhalten, dass Hilfsarbeiten auf dem
massgebenden aus
geglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt werden
(Urteile des Bun
desgerichts 8C_403/2017 vom 25. August 2017 E. 4.4.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.3).
5.3.2.3
Damit verbleiben als mögliche Gründe für einen Abzug vom Tabellenlohn die qualitativen Einschränkungen bei der Arbeitsausübung (E. 4.1). Diese sind indes - bezogen auf die ohnehin nurmehr in Frage kommende leichte Tätigkeit - nicht in einer Weise ausgeprägt, als dass der Beschwerdeführer mit einem massgeblich verminderten Lohn rechnen müsste. Jedenfalls erscheint die faktische Ermessens
ausübung der Beschwerdegegnerin nicht als unangemessen, weshalb kein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen ist.
5.4
Bei einer Gegenüberstellung von
Valideneinkommen
und Invalideneinkommen
resultiert eine Einkommenseinbusse von Fr. 21'597.20 (Fr. 66'218.-- - Fr. 44'620
.80), was einem Invaliditätsgrad von 32.6 % entspricht. Ein fort
dau
ernder Anspruch auf eine Invalidenrente ist damit zu verneinen.
Anzufügen bleibt, dass selbst bei einem Abzug von 10 % (ein höherer Abzug ist unter keinem Titel denkbar) kein Anspruch mehr auf eine Rente der Inva
lidenversicherung resultieren würde. Das Invalideneinkommen reduzierte sich auf Fr. 40'158.70 (Fr. 44'620.80 x 0.9), was zu einer Einkommenseinbusse von Fr. 26'059.30 und einem Invaliditätsgrad von 39.35 % führte (vgl. zur Rundung BGE 130 V 121). Ein Anspruch auf Weiterausrichtung einer Rente ist auch unter dieser Annahme nicht gegeben.
6.
Zum Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach vor der Einstellung der Inva
lidenrente berufliche Massnahmen hätten geprüft werden müssen, ist festzu
hal
ten, dass gemäss
lit
. a Abs. 2
SchlB
IVG 6. IV-Revision die Bezügerin oder der Bezüger im Falle der Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente Anspruch auf Massnahmen zur Wiedereingliederung nach Art. 8a IVG hat. In diesem Fall wird die Rente bis zum Abschluss der Massnahmen, längstens aber während zwei Jahren ab dem Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung der Invalidenrente weiter ausgerichtet (Abs. 3).
Entsprechend dem Willen des Gesetzgebers ist praxis
gemäss
- anders als in (ordentlichen Revisions-) Fällen, in welchen gege
benenfalls erst nach beruflichen Abklärungen über die Rentenaufhebung zu befinden ist - bei der Rentenreduktion beziehungsweise -aufhebung gemäss den
SchlB
IVG über die Rentenrevision zu entscheiden, bevor Massnahmen zur Eingliederung stattgefunden haben (Urteile des Bundesgerichts 8C_637/2017 vom 14. März 2018 E. 7.1 und 9C_64/2015 vom 27. April 2015 E. 4.1).
Mit Blick auf die dargelegten Bestimmungen kann die Rentenaufhebung vorliegend somit erfol
gen, ohne dass zuvor berufliche Massnahmen geprüft worden wären. Der Beschwerdeführer kann diesbezüglich jedoch jederzeit ein Gesuch bei der Be
schwer
degegnerin stellen -
wie im Übrigen auch in der Verfügung vom 14. März 2017 festgehalten (Urk. 2 S. 4).
7.
7.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Der Beschwerdeführer
beantragte
mit
Beschwerde
schrift
vom 2. Mai 2017
(Urk. 1) die
unentgeltliche
Rechtspflege unter Bestellung von
Georg
Engeli
, Winterthur,
als
unentgeltliche
n
Rechtsvertreter
. Die Prozessführung
er
sch
ei
n
t
nicht aussicht
los, die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ist ausgewiesen (Urk. 6/1-2, Urk. 11-12)
und eine
Rechtsverbeiständung
geboten.
Ihm
ist daher die
unentgeltliche
Rechtspflege unter Bestellung von
Rechtsanwalt Georg
Engeli
, Winterthur
, als
un
entgeltliche
n
Rechtsbeista
nd zu gewähren.
7.2
D
ie Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind auf Fr. 800.-- festzuset
zen. Diese sind ausgangsgemäss
dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen, infolge der bewilligten
unentgeltliche
n
Prozessführung jedoch einstweilen auf die Ge
richtskasse zu nehmen.
Der Beschwerdeführer
ist auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hinzuweisen.
7.3
Die Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsvertreters, Rechtsanwalt Georg
Engeli
, ist nach Einsicht in seine Kostennote vom 8. Februar 2019 (Urk. 13/1) und ausgehend vom üblichen Stundenansatz von Fr. 220.-- auf Fr. 2'092.-- festzu
legen.
Der Beschwerdeführer
ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach
er
zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern
er
dazu in der Lage ist.