Decision ID: b1b6889c-6d80-5e06-adce-083548e802d7
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
D._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Sutter, Haus Eden, Paradiesweg 2,
Postfach, 9410 Heiden,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a D._ (Jahrgang 1951) meldete sich am 25. März 2000 erstmals zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an. Sie gab an, Mutter von vier Kindern zu sein,
die 1977, 1978, 1980 und 1989 geboren worden sind. Sie sei Hausfrau. In einem Kurs
der Arbeitslosenversicherung habe sie etwas Schreiben und Lesen gelernt. Dr. med.
A._ berichtete am 18. September 2000, die Versicherte leide an einer chronischen
Pneumopathie mit Bronchiektasen und St. n. Lungen-Tuberkulose sowie einem
Schmerzsyndrom. Wie aus dem beiliegenden Bericht von Dr. med. B._, Stv. Chefarzt
Medizin, Kantonales Spital Rorschach, hervorgehe, sei in der Untersuchung vom 29.
Juli 2000 eine Ateminvalidität von 60% festgestellt worden. Dr. B._ hatte in dieser
Untersuchung die Diagnosen einer chronisch rezidivierenden, purulenten Bronchitis UL
rechts (mit/bei dringendem Verdacht auf chronische Bronchiektasen und chronische
rezidivierende Hämoptoe [seit 1993]) sowie eines St. n. alter Lungen-Tbc beidseits (mit/
bei ausgedehnten postspezifischen Veränderungen radiologisch, fibrotischen
Veränderungen UL mit Mediastinalverlagerung nach rechts, Zwerchfellhochstand und
schwerer restriktiver Ventilationsstörung) angegeben. Er hatte zudem ausgeführt, dass
die Versicherte praktisch nur Kosovo-albanisch spreche und ihr Sohn die Übersetzung
übernehme. Sodann hatte er angegeben, dass die spirometrischen Messwerte eine
schwere restriktive Ventilationsstörung anzeigten, obwohl diese bei der sicher
schwierigen Compliance der Versicherten nicht als absolut betrachtet werden könnten.
Dr. A._ schätzte in seinem Arztbericht an die IV-Stelle vom 18. September 2000 die
Arbeitsfähigkeit für Hilfsarbeiten auf 50% und im Haushalt auf etwa 25%.
A.b Am 13. Dezember 2000 fand eine Abklärung an Ort und Stelle im Haushalt statt.
Dabei gab die Versicherte an, ohne Behinderung würde sie zu 50% als Raumpflegerin
arbeiten. Hätte man auf das Ergebnis der Haushaltsabklärung abgestellt, so wäre
daraus ein 100%iger Invaliditätsgrad resultiert, weil eine volle Einschränkung in einer
50%igen Erwerbstätigkeit sowie eine volle Einschränkung in der 50%igen Tätigkeit als
Hausfrau angenommen worden waren. Dr. B._ ergänzte am 5. Oktober 2001 zu
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Handen der IV-Stelle seinen Bericht vom 29. Juli 2000 mit einer
Arbeitsfähigkeitschätzung. Dr. B._ gab dabei an, dass er die Versicherte aus
Compliance-Gründen spirometrisch nicht korrekt hätte untersuchen können. Er führte
weiter aus, der Versicherten sei die Tätigkeit im Haushalt mit der Einschränkung des
Tragens von schweren Lasten zu 100% zumutbar. Für einfache, sitzende Hilfsarbeiten
ohne Staubbelastung in der Umgebungsluft sei die zumutbare Arbeitsfähigkeit ohne
akute Infektexazerbationen auf rund 80% zu veranschlagen.
A.c Mit Verfügung vom 8. Februar 2002 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren der
Versicherten ab, weil die Abklärungen ergeben hätten, dass diese wegen ihrer Leiden
sowohl in ihrem Aufgabenbereich als Hausfrau (50%) als auch als Erwerbstätige (50%)
nicht eingeschränkt sei. Diese Verfügung erwuchs in Rechtskraft.
B.
B.a Am 2. Februar 2005 meldete sich die Versicherte erneut bei der
Invalidenversicherung an und teilte mit, sie leide seit ca. 10 Jahren an einer
chronischen schweren Lungenkrankheit. Sie habe vier Jahre lang in ihrer Heimat die
Schule besucht und Landwirtin (ohne Abschluss) gelernt. Sie habe zuletzt von Mai bis
August 2004 in einem Weinbau gearbeitet. Im Arbeitgeberbericht vom 1. März 2005
bestätigte E._, dass die Versicherte von Juni bis Oktober 2003 und von April bis
Oktober 2004 leichte Arbeiten im Rebbau zu einem Stundenlohn von Fr. 12.-- verrichtet
habe. Er führte dazu aus, die saisonbedingte Arbeit sei abgeschlossen gewesen,
weshalb keine Kündigung erforderlich gewesen sei. Die Versicherte habe keine
krankheitsbedingten Absenzen gemeldet. Ihm sei aufgefallen, dass sie beim
Treppensteigen Atemnot erlitten habe, d.h. sie habe mehrmals anhalten müssen. Sie
sei nicht die schnellste, aber eine zuverlässige Teilzeitarbeitskraft gewesen. Dr. A._
legte in seinem Arztbereicht vom 5. September 2005 dar, dass er die Versicherte
jeweils bei Infektexazerbationen antibiotisch behandelt habe. Er habe die Versicherte
dabei wegen Aggravation (Verdeutlichungstendenz) kaum untersuchen können. Durch
forciertes Exspirium sei eine Spastik der Lunge betont worden. Objektive Befunde habe
er nur selten finden können. Er glaube, eine 50%ige Leistung sei für die Versicherte
zumutbar. Weil er dies zu wenig beurteilen könne, empfehle er eine vertiefte Abklärung.
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B.b Die IV-Stelle verlangte am 8. Februar 2005 einen Arztbericht vom behandelnden
Facharzt des Kantonalen Spitals Rorschach. In seinem Bericht vom 12. Juni 2006 gab
Dr. B._ folgende Hauptdiagnosen an:
- St. n. alter Lungen-Tbc beidseits:
- radiologisch ausgedehnte, postspezifische Veränderungen pleural und pulmonal
beidseits rechts mehr als links
- Pleuro-pulmonale Vernarbungen, kleine, tubuläre Bronchiektasen,
Bronchialwandverdickungen Oberlappen rechts posterior
- Schrumpfung des rechten Lungenunterlappens chronisch-fibrös konsolidiert
- tubuläre, gegen postero-basal rechts zunehmend zynische Bronchiektase (1.5 cm Ø),
zusätzlich Verkalkungen
- Mediastinalverlagerung nach rechts
- pleuro-pulmonale Vernarbungen (ML rechts, OL apico-posterior links)
- Chronische, mässig deformierende Bronchitis (COPD) mit
- chronischem Husten
- rezidivierenden broncho-pulmonalen Infekten
- St. n. Hämoptoe und akuter Bronchopneumonie UL rechts (3/00)
- St. n. Pneumokokken-Pneumonie UL rechts (11/04)
- leichte Atempartialinsuffizienz.
Dazu kamen (ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) die folgenden Diagnosen:
- Arterielle Hypertonie
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- Belastungsinkontinenz
- Drehschwindel
- Laterale Halszyste rechts (ED 11/04)
- Depression
Dr. B._ führte dazu aus, der Gesundheitszustand der Versicherten sei stationär bis
sich langsam verschlechternd. Die spirometrischen Untersuchungswerte würden für
eine konklusive Beurteilung nicht ausreichen, weil kein akzeptabler Versuch hätte
durchgeführt werden können. Im Vergleich zu Voruntersuchungen hätten sich
diesbezüglich keine nennenswerten Verschlechterungen gezeigt. Die Versicherte
mache einen depressiven Eindruck. Zur Frage der Arbeitsfähigkeit gab Dr. B._ an,
dass sich infolge der restriktiven Ventilationsstörung im Rahmen des
Zwerchfellhochstandes rechts und der narbigen/fibrotischen Veränderungen im Bereich
des rechten Lungenunterlappens bei gleichzeitiger Pleuraschwarte mit einer bleibenden
bis zunehmenden Anstrengungsintoleranz infolge Dyspnoe zu rechnen sei. Dies sei
insbesondere deshalb anzunehmen, weil im Rahmen der chronisch-entzündlichen
broncho-pulmonalen Veränderungen mit Bronchiektasen auch rasch wechselnde
Ventilations-/Perfussionsstörungen auftreten könnten. Die körperliche Anstrengung mit
Gehen und Stehen im steilen und weitläufigen Rebberggelände sei der Versicherten
deshalb nicht mehr zumutbar. Sodann seien ihr das Heben und das Tragen von
schweren Lasten und das Arbeiten in Räumen mit geringer Frischluftzufuhr mit Nikotin,
Rauch oder Feinstaubbelastung nicht mehr zumutbar. Die Versicherte könne leichte
Arbeiten an vier Stunden am Tag bei fünf Tagen in der Woche ausführen. In einer
adaptierten Tätigkeit sei sie zu maximal 50% arbeitsfähig. Die Leistungsfähigkeit sei
dabei eingeschränkt, weil eine chronisch deformierende Bronchitis mit/bei
Bronchiektasen immer wieder zu verstärkten Ventilations-/
Perfussionsstörungen führen könne. Schliesslich hielt Dr. B._ fest, dass die
Untersuchungen und Kontrollen zeitweise einen theatralischen, demonstrativen und
auch appellativen Charakter aufgewiesen hätten. Die Langzeitbeurteilung zeige aber
klar, dass die Versicherte eine Teilinvalidität aus pulmonalen Gründen aufweise.
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B.c Auf Anfrage hielt der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz am 19. Juli 2006
fest, dass die Leistungsbeurteilung durch Dr. B._ aus lungenärztlicher Sicht ohne
Messwerte für eine "konklusive Beurteilung" mutig sei. Diese sei jedoch sach- und
fachlich sowie für die Belange der Kostenträger nicht ausreichend. Um verlässliche
Messwerte zu erhalten und der Abklärungspflicht zu genügen, empfahl der RAD-Arzt
Dr. med. C._, Facharzt für Innere Medizin / Pneumologie / Arbeits- und
Sozialmedizin, eine pneumologische RAD-Untersuchung mit einem Dolmetscher.
B.d Am 20. Dezember 2006 erstattete RAD-Arzt Dr. C._ den Bericht. Er gab als
Diagnosen ein posttuberkulöses Syndrom mit leichter chronisch-obstruktiver Bronchitis
(ICD-10 J44.9) sowie eine arterielle Hypertonie an. Er führte aus, dass
Anamneseerhebung, Untersuchung und Lungenfunktionsprüfung von einer sehr
schlechten Kooperation der Versicherten und dem deutlichen Eindruck einer
ausgeprägten Selbstlimitierung gekennzeichnet gewesen seien. Die Versicherte habe in
der Sozialanamnese angegeben, sie wohne zusammen mit ihrer ganzen Familie
inklusive Schwiegertöchter und ihrem pensionierten Ehemann in einem Haus. Sie lege
sich nach dem Aufstehen wieder hin und mache im Haushalt seit zwei bis drei Jahren
gar nichts mehr. Sie unternehme mit ihrem Ehemann Spaziergänge in der Umgebung,
am Abend sei sie "pflegebedürftig". Dr. C._ gab weiter an, dass die Versicherte einen
sehr leidenden Eindruck vermittelt habe, dass der Affekt aber sicher nicht deutlich
herabgestimmt gewesen sei. Antrieb und Psychomotorik seien unauffällig gewesen. Die
Spirometrie und Bodyplethysmographie mit Bronchospasmolyse seien unter sehr
eingeschränkten Untersuchungsbedingungen (etliche Messversuche) durchgeführt
worden. Diese Lungenfunktionsprüfung habe keinen Anhalt für eine restriktive
Ventilationsstörung ergeben, jedoch habe sich eine leichte obstruktive
Ventilationsstörung mit Überblähungszeichen der Lunge gezeigt. Der 6-Minuten-
Gehtest sei ohne einen eindeutigen Nachweis einer Belastungshypoxämie verlaufen.
Die Gehstreckenleistung sei bei schlechter Mitarbeit unterdurchschnittlich gewesen.
Die Ausbelastungs-Herzfrequenz sei bei weitem nicht erreicht worden. Hingegen habe
sich eine sehr schwere Luftnot gezeigt. Der HbO -Sättigungsgrad sei nämlich
signifikant abgefallen und erst bei der Aufforderung, wieder normal zu ventilieren,
wieder angestiegen. Die Tätigkeit im Rebberg mit der Notwendigkeit, grössere
Höhendifferenzen zu überwinden, sei der Versicherten deshalb nicht mehr zumutbar.
Für leidensangepasste Tätigkeiten dürfte die Leistungsfähigkeit bei etwa 70% liegen.
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Hierbei sollte es sich um Tätigkeiten mit leichter körperlicher Arbeit in Wechselhaltung
ohne Exposition gegenüber Kälte, Nässe und Zugluft, in ausreichend temperierten
Räumen, ohne Exposition gegenüber hohen Konzentrationen von atemwegsreizenden
Stäuben, Dämpfen und Rauchen und ohne die Notwendigkeit, grössere
Höhendifferenzen oder Gehstrecken zurücklegen zu müssen, handeln. Es sollte auch
die Möglichkeit zu vermehrten betriebsunüblichen Pausen bestehen.
B.e Mit Vorbescheid vom 16. Januar 2007 stellte die IV-Stelle der Versicherten eine
Abweisung des Leistungsgesuchs in Aussicht. Sie betrachtete die Versicherte dabei
wie bereits im ersten Verfahren weiterhin zu 50% als Teilerwerbstätige und zu 50% als
im Haushalt Tätige. Sie führte dazu aus, ihre Abklärungen hätten ergeben, dass die
Versicherte weder als Hausfrau noch als Hilfsarbeiterin eingeschränkt sei. In Bezug auf
den Einkommensvergleich verwendete die IV-Stelle die Tabellen der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung (LSE) 2006. Das zumutbare Erwerbseinkommen betrage pro
Jahr mit oder ohne Behinderung Fr. 23'730.--. Es sei der Versicherten zumutbar, eine
leidensangepasste Tätigkeit zu 70% auszuüben, weshalb bei einer 50%igen
Erwerbstätigkeit keine Invalidität bestehe. Die Tätigkeit im Haushalt sei der
Versicherten uneingeschränkt zumutbar. Gesamthaft bestehe somit kein
Rentenanspruch, weil der Gesamtinvaliditätsgrad 0% betrage. Die Versicherte liess am
11. April 2007 einwenden, aus medizinischer Sicht liege lediglich eine Beurteilung
durch den RAD vor. Diese wäre anhand einer externen Begutachtung zu
plausibilisieren, zumal es offenbar schwierig scheine, die tatsächlichen Beschwerden
von gewissen subjektiven Befindlichkeiten abzugrenzen. Überdies stelle sich wohl
zusätzlich die Frage, ob nicht auch psychische Auffälligkeiten invalidisierenden
Charakter hätten. In administrativer Hinsicht falle auf, dass die Statusfrage nicht neu
geprüft worden sei. Die Versicherte würde heute auf Grund des Alters ihrer Tochter zu
mehr als 50% arbeiten. Die erforderlichen Abklärungen seien deshalb nachzuholen.
B.f Mit Verfügung vom 4. Juli 2007 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren der
Versicherten ab. Sie führte in der Begründung aus, dass im Rahmen der RAD-
Untersuchung keine depressive Verstimmtheit feststellbar gewesen sei. Eine externe
Begutachtung sei aus medizinischer Sicht nicht angezeigt. Der Versicherten sei eine
Arbeitsfähigkeit von 70% zumutbar. Für die Teilerwerbstätigkeit und für die Tätigkeit im
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Haushalt von je 50% resultiere deshalb kein Invaliditätsgrad (0%), somit bestehe auch
kein Rentenanspruch.
C.
C.a Gegen diese Verfügung richtete sich die Beschwerde vom 31. August 2007. Die
Beschwerdeführerin beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 4. Juli 2007 und die
Zusprache einer Invalidenrente. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Vornahme
weiterer medizinischer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur
Begründung gab die Beschwerdeführerin an, sie habe sich wegen einer
Verschlechterung ihrer schweren Lungenkrankheit erneut bei der Invalidenversicherung
angemeldet. Die Beschwerdegegnerin sei auf das Gesuch eingetreten. In medizinischer
Hinsicht sei zunächst die Ätiologie des Leidens nicht bekannt gewesen. Im zweiten
Verfahren sei dann erstmals eine Verdeutlichungstendenz erkennbar gewesen, welche
es insbesondere Dr. B._ erschwert habe, das wirkliche Leiden vom subjektiv
empfundenen zu trennen. Sie sei unbestrittenermassen in ihrer Erwerbsfähigkeit
eingeschränkt, jedoch sei das Ausmass der Einschränkung unklar. Dr. A._ und Dr.
B._ seien von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen. RAD-Arzt Dr. C._ habe
die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit jedoch auf 70% eingeschätzt. Wie Dr.
C._ zu diesem Wert gefunden habe, sei allerdings nicht erkennbar. Er habe sich in
seiner Beurteilung auch nicht mit der abweichenden Einschätzung von Dr. A._ und
Dr. B._ auseinandergesetzt. Die im RAD-Bericht umschriebene Psyche sei nicht
völlig unauffällig. Weil der Psychostatus nicht von einem Facharzt erhoben worden sei,
dränge sich eine polydisziplinäre Abklärung auf. Schliesslich seien auch die
administrativen Abklärungen ungenügend, indem die Beschwerdegegnerin dem
Hinweis, dass die Beschwerdeführerin auf Grund des Alters der Tochter heute ohne
gesundheitliche Beeinträchtigung eine volle Erwerbstätigkeit ausüben würde, nicht
nachgegangen sei.
C.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 12. Oktober 2007 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie machte geltend, aus den
medizinischen Akten gehe nicht hervor, dass eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin nach der rechtskräftigen
Rentenabweisung vom 8. Februar 2002 eingetreten sei. Dagegen spreche auch, dass
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die Beschwerdeführerin erstmals 2003 und 2004 einer Teilerwerbstätigkeit
nachgegangen sei. Die Beschwerdegegnerin hätte deshalb auf das neue Gesuch nicht
eintreten dürfen. Selbst wenn man davon ausgehe, dass die Beschwerdegegnerin zu
Recht auf das neue Gesuch eingetreten sei, habe die Beschwerdeführerin keinen
Rentenanspruch. Nachdem diese sich bereits fünfzehn Jahre lang in der Schweiz
aufgehalten habe, habe sie lediglich 2003 und 2004 stundenweise Erwerbsarbeit
geleistet. Deshalb sei bereits ein Pensum von 50% eine grosse Steigerung. Es
erscheine deshalb nicht als glaubhaft, dass die Beschwerdeführerin als völlig Gesunde
mehr als 50% erwerbstätig wäre. Ob die Beschwerdeführerin in der Lage wäre, in einer
adaptierten Tätigkeit eine Leistung von 50% oder 70% zu erbringen, könne offen
bleiben, weil sie so oder so keine Erwerbseinbusse erleide. Betreffend die Tätigkeit im
Haushalt seien sich alle Mediziner einig, dass die Beschwerdeführerin kaum
eingeschränkt sei und sich die Aufgabenbereiche einteilen könne. Zudem sei die
Mitwirkungspflicht der Familienangehörigen zu berücksichtigen. Sodann dränge sich
keine weitere medizinische Abklärung auf Grund der Angaben der behandelnden Ärzte
auf. Gemäss der gemischten Methode ergebe sich deshalb sowohl bei der
Teilerwerbstätigkeit wie auch bei der Tätigkeit im Haushalt keine Einschränkung.
Mangels Invalidität habe die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Rente.
C.c In der Replik vom 5. November 2007 hielt die Beschwerdeführerin an ihren
Anträgen fest. Auf ihre Argumente wird, soweit entscheidrelevant, in den Erwägungen
eingegangen.
C.d Am 9. November 2007 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine Duplik.

Erwägungen:
1.
1.1 Vorliegend ist die Verfügung vom 4. Juli 2007 der Beschwerdegegnerin zu
beurteilen, weshalb die auf den 1. Januar 2008 mit der 5. IV-Revision in Kraft
getretenen Änderungen nicht anwendbar sind.
1.2 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin das
Leistungsgesuch der Beschwerdeführerin vom 2. Februar 2005 (Neuanmeldung)
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abgewiesen. In der Beschwerdeantwort macht die Beschwerdegegnerin nun geltend,
dass sie auf dieses Gesuch gar nicht hätte eintreten dürfen, weil keine
Verschlechterung glaubhaft gemacht worden sei. Vor der materiellen Prüfung eines
allfälligen Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin ist deshalb die Frage des
Eintretens auf die Neuanmeldung vom 2. Februar 2005 zu beurteilen.
1.3 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird
gemäss Art. 87 Abs. 4 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV;
SR 831.201) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs. 3 erfüllt sind. Nach jener Bestimmung muss in einem Revisionsgesuch glaubhaft
gemacht werden, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch
erheblichen Weise geändert hat. Mit dieser Eintretenshürde soll verhindert werden,
dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleich lautenden und nicht näher
begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen
befassen muss (BGE 133 V 112 E. 5.3.1; BGE 117 V 200 E. 4b ). Weil die versicherte
Person mit der Neuanmeldung die massgeblichen Tatsachen glaubhaft machen muss,
gilt der Untersuchungsgrundsatz insoweit nicht. Die versicherte Person muss die
Indizien liefern. Wird in der Neuanmeldung kein Eintretenstatbestand glaubhaft
gemacht, ist der versicherten Person eine angemessene Frist zur Einreichung der
zweckdienlichen Beweismittel anzusetzen. Dies rechtfertigt sich sowohl unter dem
Aspekt von Treu und Glauben als auch deshalb, weil es sozialversicherungsrechtlich
atypisch ist, dass die versicherte Person für das Vorliegen eines
Eintretungstatbestandes beweisführungsbelastet ist (vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2.5). Das
Glaubhaftmachen stellt niedrigere Beweisanforderungen als die im
Sozialversicherungsrecht im Allgemeinen massgebende Beweisführung mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Es genügt, wenn gewisse
Anhaltspunkte dafür sprechen, dass der geltend gemachte Sachverhalt tatsächlich
eingetreten sei, selbst wenn noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, dies werde sich
bei einer eingehenden Abklärung nicht bestätigen lassen (vgl. Entscheid des
Bundesgerichts i/S E. vom 20. März 2003 [I 238/02] E. 2.2 zum Revisionstatbestand).
1.4 Die Beschwerdeführerin hat in ihrer Neuanmeldung vom 2. Februar 2005 nicht
dargetan, inwiefern sich ihr Gesundheitszustand seit Erlass der Verfügung vom 8.
Februar 2002 verschlechtert habe. Dazu hatte sie mangels eines entsprechenden
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Hinweises im Anmeldeformular auch keinen Anlass. Die Beschwerdegegnerin hätte ihr
zur Ergänzung ihrer Anmeldung eine Frist ansetzen müssen, um entsprechende
Arztberichte nachzureichen. Stattdessen hat die Beschwerdegegnerin im Rahmen der
Eintretensprüfung solche aber selbst eingeholt. Diese Vorgehensweise ist nach der
Praxis des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen zulässig (unveröffentlichter
Entscheid vom 19. Juni 2006 i/S. G.F; Entscheid vom 10. März 205 i/S. A.D. mit
weiteren Hinweisen). Aus dem Bericht von Dr. A._ vom 5. September 2005 geht
hervor, dass dieser gleich wie in seinem Bericht vom 18. September 2000 eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit als zumutbar erachtet hat. Über die zumutbare Tätigkeit im Haushalt
hat sich Dr. A._ im aktuellen Bericht nicht mehr geäussert, und zur Frage einer
Verschlechterung hat er nicht abschliessend Stellung nehmen wollen. Stattdessen hat
er auf eine fachärztliche Abklärung hingewiesen. Dr. B._ hingegen hat in seinem
ausführlichen Arztbericht vom 12. Juni 2006 eine Verschlechterung attestiert und
angegeben, dass die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Arbeit nicht mehr zu
80%, sondern nur noch zu 50% arbeitsfähig sei. Damit ist eine Verschlechterung
rechtsgenüglich glaubhaft gemacht worden, und die Beschwerdegegnerin ist zu Recht
auf die Neuanmeldung vom 2. Februar 2005 eingetreten.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20 [in der bis 31. Dezember 2007 geltenden Fassung]) besteht der Anspruch
auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %,
derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente. Gemäss
Art. 28 Abs. 2 IVG (in der bis 31. Dezember 2007 geltenden Fassung) i.V.m. Art. 16 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) ist die Invalidität grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu
ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem
Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und zumutbaren
Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in
Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Bei nicht erwerbstätigen Versicherten im
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Sinne von Art. 5 Abs. 1 IVG – so namentlich bei im Haushalt tätigen Personen – wird
hingegen für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Mass eine
Behinderung besteht, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28 Abs.
2 IVG [in der bis 31. Dezember 2007 geltenden Fassung] i.V.m. Art. 27 IVV). Als
Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Personen gilt unter anderem die übliche
Tätigkeit im Haushalt sowie die Erziehung der Kinder (Art. 27 IVV). Bei versicherten
Personen, die nur zum Teil erwerbstätig wären, wird die Invalidität diesbezüglich nach
Art. 16 ATSG festgelegt. Wären sie daneben in einem Aufgabenbereich tätig, so wird
die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der bis 31. Dezember
2007 geltenden Fassung) festgelegt. In diesem Fall sind die Anteile der Erwerbstätigkeit
und der Tätigkeit im anderen Aufgabenbereich festzustellen und der Invaliditätsgrad ist
entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28 Abs. 2 Abs.
1 IVG [in der bis am 31. Dezember 2007 gültigen Fassung]). Diese Art der
Invaliditätsbemessung wird als gemischte Methode bezeichnet.
2.2 Tritt die Verwaltung auf eine Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell
abzuklären und sich zu vergewissern, ob die behauptete Invalidität auch tatsächlich
vorliegt (vgl. Entscheid des Bundesgerichts i/S M. vom 20. April 2005, I 797/04). Sie hat
dabei das neue Leistungsbegehren in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht allseitig zu
prüfen (Entscheid des Bundesgerichts i/S J. vom 9. März 2005, I 23/05; vgl. BGE 130 V
77 E. 3.2.3). Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 ATSG). Danach haben
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie unfassend und pflichtgemäss zu würdigen.
Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach
zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des
streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Gutachtens
ist nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung entscheidend, ob er für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des
Gutachters begründet sind (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a).
bis
bis
ter
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2.3 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie sei gemäss der
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. A._ und Dr. B._ nur zu 50% arbeitsfähig. Die
Beurteilung von Dr. C._ sei dagegen nicht begründet. Wie aus den medizinischen
Akten hervorgeht, ist die Höhe der zumutbaren Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin hauptsächlich abhängig von verlässlichen Messwerten aus den
spirometrischen Untersuchungen, also der Lungenkapazität der Beschwerdeführerin.
Auf die Beurteilung von Dr. A._ kann nicht abgestellt werden, weil er keine solchen
Tests durchgeführt hat. Dr. B._ hat zur Lungenfähigkeitsprüfung festgehalten, dass
die Beschwerdeführerin zu Beginn der Untersuchungen vom 8. Mai 2005 keine
Spirometrie habe mitmachen wollen, weil ihre Lungenfunktion zu schlecht gewesen sei.
Gleiche Probleme habe er auch bei früheren Untersuchungen beobachten können.
Schliesslich habe die Beschwerdeführerin aber in die Untersuchung eingewilligt.
Formal habe sich dabei das Bild einer mittelschweren restriktiven Ventilationsstörung
mit Zeichen einer zusätzlichen obstruktiven Komponente im Bereich der kleinen
Atemwege gezeigt. Weil jedoch kein akzeptabler Versuch habe durchgeführt werden
können, hätten die Messwerte für eine konklusive Beurteilung nicht ausgereicht.
Dennoch hat Dr. B._ in seinem Bericht vom 12. Juni 2006 eine
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung abgegeben und die Beschwerdeführerin zu 50% als
arbeitsfähig eingeschätzt. Auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung darf aber nicht abgestellt
werden, denn die Beschwerdeführerin hat in der spirometrischen Untersuchung ihre
Leistungsfähigkeit gar nicht gezeigt. Darauf hat auch Dr. C._ in seiner Stellungnahme
vom 19. Juli 2006 hingewiesen.
2.4 Dr. C._ hat zwar in seinem Arztbericht vom 20. Dezember 2006 angegeben, dass
es auch bei seiner Untersuchung vom 12. Dezember 2006 schwierig gewesen sei, weil
die Beschwerdeführerin schlecht kooperiert habe. Im Gegensatz zu Dr. B._ hat er
jedoch die Tests solange wiederholt, bis vergleichbare Ergebnisse resultiert haben.
Dabei hat er eine höhere Leistungsfähigkeit nachweisen können, als bis dahin möglich
gewesen war. Als gesundheitliche Einschränkungen hat Dr. C._ unter anderem eine
leichte Ventilationsstörung sowie beim 6-Minuten-Gehtest eine schwere Luftnot
feststellen können. Betreffend die Arbeitsfähigkeitsschätzung hat Dr. C._ angegeben,
dass der Beschwerdeführerin die Arbeit im Rebberg auf Grund der zu überwindenden
Höhendifferenzen nicht mehr zumutbar sei. Für eine leidensangepasste Tätigkeit dürfte
die Leistungsfähigkeit bei 70% liegen. Zudem habe der Arbeitsplatz klimatologische
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Bedingungen zu erfüllen: Keine hohe Konzentration von Staub, Dampf oder Rauch,
welche die Atemwege reizen könnten. Sodann seien grössere Höhendifferenzen oder
Gehstrecken zu vermeiden und vermehrte Pausen zu ermöglichen. Diese Einschätzung
berücksichtigt die gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin, sie ist
nachvollziehbar und schlüssig und sie beruht insbesondere auf verwertbaren
Messergebnissen. Die Einschränkung der Leistungsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit von 30% stimmt sodann auch mit der Langzeitbeobachtung von Dr. B._
überein, der eine Teilinvalidität aus pulmonalen Gründen bejaht hat. Die
Beschwerdeführerin macht geltend, sie müsse erneut untersucht werden, weil die
vorliegenden Untersuchungen nicht ausreichen würden. Es ist aber nicht davon
auszugehen, dass weitere Lungenfunktions-Tests zu präziseren Erkenntnissen führen
würden, als sie durch Dr. C._ erhoben worden sind. Bei spirometrischen Tests wird
nämlich das Ausmass der Leistungsfähigkeit der Lunge und somit die maximalen
Leistungsgrenzen gemessen. Bei Dr. C._ ist die Beschwerdeführerin an ihre
Leistungsgrenzen gegangen, weil dieser in seiner Untersuchung darauf beharrt hat. Die
Beschwerdeführerin hat anlässlich der Anamneseerhebung durch Dr. C._ am 12.
Dezember 2006 angegeben, dass sie seit mehreren Jahren im Haushalt nichts mehr
mache und am Abend "pflegebedürftig" sei. Diese Selbsteinschätzung ist im Vergleich
zur objektiv zumutbaren Arbeitsfähigkeitsschätzung von 70% als gering einzustufen.
Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass eine erneute spirometrische
Untersuchung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit wieder Ergebnisse liefern würde,
die wegen der fehlenden Kooperation der Beschwerdeführerin nicht mit der tatsächlich
möglichen Leistungsfähigkeit übereinstimmen würden. Auf die begründete
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. C._ kann deshalb abgestellt werden.
2.5 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, es fehle an einer fachärztlichen
psychiatrischen Untersuchung, weshalb eine weitere Abklärung vorzunehmen sei.
Nach den medizinischen Akten sind tatsächlich Anzeichen für psychische
Beschwerden vorhanden. Dr. B._ hat nämlich in seinem Bericht vom 12. Juni 2006
eine Depression ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert. Der RAD-Arzt
Dr. C._ hat diese Diagnose von Dr. B._ nicht bestätigen können. Er hat
festgehalten, dass die Beschwerdeführerin einen leidenden Eindruck mache, jedoch im
Antrieb nicht auffällig und im Affekt nicht deutlich herabgestimmt gewesen sei. Dr.
C._ ist nicht nur Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie, sondern er verfügt
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auch über besondere Kenntnisse und Erfahrungen im gesamten Bereich der Arbeits-
und Sozialmedizin. Als solcher ist er auch darin befähigt, den Bedarf für weitere
medizinische Fachabklärungen zu erkennen. Bei der Beschwerdeführerin hat er keinen
Bedarf für eine psychiatrische Abklärung gesehen. Aus der Beschreibung des
Psychostatus zum Zeitpunkt der Untersuchung vom 20. Dezember 2006 ist keine
depressive Verstimmtheit erkennbar. Die Beschwerdeführerin hat damals auch keine
Psychopharmaka eingenommen. Dass Dr. C._ einen Psychostatus übersehen hätte,
welcher einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätte, ist nicht zu erwarten. Daraus folgt,
dass es nicht erforderlich war, die Beschwerdeführerin auch psychiatrisch durch einen
Facharzt abklären zu lassen. Es ist deshalb davon auszugehen, dass keine
Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen vorliegt.
3.
3.1 Für die Bemessung des Invaliditätsgrades verlangt die Beschwerdeführerin eine
erneute Abklärung, weil ihre jüngste Tochter weniger Betreuungsaufwand benötige und
sie deshalb ohne gesundheitliche Beeinträchtigung vollzeitig erwerbstätig wäre.
Sinngemäss verlangt die Beschwerdeführerin damit die Bemessung des
Invaliditätsgrades anhand der Einkommensvergleichsmethode anstelle der gemischten
Methode. Der Beschwerdeführerin ist darin zuzustimmen, dass die Haushaltsabklärung
vom 13. Dezember 2000 als Grundlage für die Beurteilung der Statusfrage in der
Verfügung vom 4. Juli 2007 veraltet ist. Sodann fällt auf, dass in dieser Abklärung eine
100%ige Einschränkung sowohl im Erwerbsbereich wie im Haushaltsbereich
angenommen worden ist, die sich nur auf die Angaben der Beschwerdeführerin
abgestützt hat. Dies ist nicht einmal der Beschwerdegegnerin glaubhaft erschienen,
weshalb sie bezüglich der Einschränkungen in einer adaptierten Tätigkeit oder der
Tätigkeit im Haushalt ausschliesslich auf die ärztlichen Beurteilungen abgestellt hat.
Daraus folgt, dass der Haushaltsabklärungsbericht als Ganzes nicht als Beweismittel in
diesem Verfahren verwendet werden kann. Es ist deshalb zu prüfen, ob genügend
Indizien für eine vollzeitige Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall vorhanden sind. Dies ist
der Fall, denn zum Verfügungszeitpunkt (4. Juli 2007) war die jüngste Tochter bereits
volljährig und der Ehemann der Beschwerdeführerin war pensioniert. Die
Beschwerdeführerin hätte somit verschiedene Gründe, einer vollzeitigen
Erwerbstätigkeit nachzugehen, wenn sie gesund wäre. Einerseits müsste sie ihre
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Tochter nicht mehr betreuen und andererseits hätte sie auf Grund der vermutlich eher
bescheidenen Renteneinkünfte des Ehemannes etwas zum gemeinsamen Einkommen
beitragen können. Die Beschwerdegegnerin wendet dagegen ein, dass sich die
Beschwerdeführerin schon über 15 Jahren in der Schweiz aufhalte und lediglich im
2003 und 2004 in einer saisonalen Teilzeitstelle tätig gewesen sei. Es erscheine
deshalb nicht als glaubhaft, dass die Beschwerdeführerin als völlig Gesunde zu mehr
als 50% erwerbstätig wäre. Damals waren die Kinder jedoch noch betreuungsbedürftig
und der Ehemann noch nicht pensioniert. Man kann deshalb nicht von der
Vergangenheit auf die Zukunft schliessen. Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin, die
gemischte Methode anzuwenden, war deshalb nicht zulässig. Das bedeutet, dass der
Invaliditätsgrad mittels eines reinen Einkommensvergleichs zu bemessen ist.
3.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist auf die Tabellenlöhne abzustellen,
weil die Beschwerdeführerin vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens nicht einer
Erwerbstätigkeit nachgegangen ist und somit keine früheren Lohneinkommen als
Referenzwerte vorweisen kann. Mit der gesundheitlichen Beeinträchtigung hat sie nur
im 2003 und 2004 eine Erwerbstätigkeit ausgeführt und zwar ist sie saisonal im Rebbau
bei einem Stundenlohn von Fr. 12.-- tätig gewesen. Wenn man diesen nur saisonal
erzielten Lohn rein hypothetisch auf ein Jahreseinkommen bei einer Jahresstundenzahl
von 2112 Stunden aufrechnet, ergibt dies für das Jahr 2004 Fr. 25'344.--. Unter
Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 1.1% für das Jahr 2005 und 1.3%
für das Jahr 2006 (T1.2.93 [Lohnentwicklung 2006, S. 31]) resultiert ein hypothetisches
Einkommen von Fr. 25'955.90. Dagegen beträgt das durchschnittlichen Einkommen
einer Hilfsarbeiterin gemäss den LSE-Tabellen Fr. 52'068.-- (TA 1, Privater Sektor,
Niveau 4, Total Frauen [LSE-Tabellen 2006, S. 25]). Dieses basiert auf einer Arbeitszeit
von 40 Wochenstunden. Umgerechnet auf die durchschnittliche Arbeitszeit im Jahr
2006 von 41.7 Stunden ergibt sich ein Jahreslohn von Fr. 54'280.90. Dieser Betrag liegt
weit über dem Einkommen, welches die Beschwerdeführerin mit ihrer
Gesundheitsbeeinträchtigung erzielt hat. Dazu kommt, dass die Beschwerdeführerin
die Tätigkeit im Rebberg lediglich zwei Saisons lang ausgeübt hat, so dass nicht von
einer Invalidenkarriere ausgegangen werden kann. Das Invalideneinkommen ist deshalb
anhand von statistischen Zahlen zu bestimmen, d.h. Validen- und Invalideneinkommen
sind ausnahmsweise ausgehend vom selben Tabellenlohn zu berechnen. Die genaue
Ermittlung der Vergleichseinkommen erübrigt sich daher. Damit ist ein Prozentvergleich
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zu tätigen; der Invaliditätsgrad entspricht unter solchen Verhältnissen dem Grad der
Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines zuzüglichen "Leidensabzuges" vom
Tabellenlohn (Entscheide des Bundesgerichts i/S M. vom 8. Juni 2005, [I 552/04] E. 3.4
und i/S Z. vom 19. November 2003 [I 479/03] E. 3.1). Der Invaliditätsgrad bemisst sich
anhand der zumutbaren Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von 70%. Sodann ist
ausgehend vom unterproportionalen Teilzeitnachteil als Vorteil (vgl. T2* [LSE 2006, S.
16]) ein zuzüglicher Abzug von höchstens 10% vorzunehmen, weil die
Beschwerdeführerin über eine geringe Bildung verfügt, einen erhöhten Pausenbedarf
aufweist und ein erhöhtes Risiko für Krankheitsabsenzen hat. Gesamthaft resultiert in
der Anwendung des reinen Einkommensvergleichs ein Invaliditätsgrad von 37%. Damit
wird der Mindestinvaliditätsgrad von 40% nicht erreicht, weshalb die
Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Rente hat.
3.3 Selbst wenn man die gemischte Methode (50% Erwerbstätigkeit / 50% Tätigkeit
im Haushalt) anwenden wollte, fehlt es für die Beurteilung der Einschränkungen in der
Tätigkeit im Haushalt an entsprechenden Aussagen der Ärzte. Dr. C._ hat in seiner
Arbeitsfähigkeitsschätzung lediglich die Einschränkung in einer adaptierten Tätigkeit
beurteilt. Ebenso wenig hat Dr. B._ zu allfälligen Einschränkungen in der Tätigkeit im
Haushalt Angaben gemacht, welche hilfsweise herbeigezogen werden könnten. Wollte
man Dr. C._s Beurteilung der Leistungsfähigkeit nicht nur zur Beurteilung der
Teilerwerbstätigkeit, sondern auch auf die Tätigkeit im Haushalt anwenden, würde
daraus gemäss der gemischten Methode, wie sie nach der (nach wie vor fragwürdigen
und nicht nachvollziehbaren) Praxis des Bundesgerichts auszuführen ist, folgendes
Ergebnis resultieren: Die Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 30% beim
Vergleich des Erwerbseinkommens mit und ohne Behinderung bei einer 50%igen
Tätigkeit würde nicht berücksichtigt. Für den Erwerbsteil bestünde demgemäss keine
Invalidität. In der 50%igen Tätigkeit im Haushalt würde eine Teilinvalidität von 15% (die
Hälfte von 30%) resultieren. Diese Gesamteinschränkung läge also ebenfalls unter dem
Mindestinvaliditätsgrad von 40% und würde nicht zu einer Invalidenrente berechtigen.
Gemäss der fatalen Logik der gemischten Methode bedürfte es bei einer 50%igen
Tätigkeit im Haushalt einer Einschränkung von 80% oder mehr, damit ein Anspruch auf
eine Rente gegeben wäre. Was allfällige Einschränkungen in der Tätigkeit im Haushalt
betrifft, so liegen keine Indizien vor, welche den Schluss erlauben würden, dass die
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Beschwerdeführerin darin zu 80% oder mehr eingeschränkt wäre. Auch in Anwendung
der gemischten Methode resultiert also kein Rentenanspruch.
3.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin einen
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin mangels rentenbegründender Invalidität im
Ergebnis zu Recht verneint hat.
4.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Als unterliegende Partei hat die Beschwerdeführerin die
Gerichtskosten zu bezahlen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP). Mit dem von ihr geleisteten
Kostenvorschuss im Verfahren IV 2007/322 in gleicher Höhe ist die geschuldete
Gerichtsgebühr getilgt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG