Decision ID: a4769d91-7e0b-4610-8932-d2ec29faaf9b
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 15.04.2013 Art. 44 ATSG, Art. 17 Abs. 1 ATSG: Wenn die Begutachtungsanordnung nicht von der Namensnennung der involvierten Gutachter begleitet war, liegt zwar ein Formfehler vor, doch muss die betroffene Explorandin spätestens mit dem konkreten Aufgebot zu einer Begutachtung die Bekanntgabe der Gutachternamen einfordern. Wo diese rechtzeitige Reaktion unterblieben ist und die Begutachtung trotz des Formfehlers durchgeführt wurde, kann die Explorandin aus der unterlassenen rechtzeitigen Nennung der Gutachternamen nichts mehr für sich ableiten. Ergibt die Sachverhaltsabklärung im Rahmen des Rentenrevisionsverfahrens einen Arbeitsfähigkeitsgrad, der höher ist als derjenige, von dem bei der ursprünglichen Rentenzusprache ausgegangen worden ist, obwohl sich der Gesundheitszustand inzwischen tendenziell eher verschlechtert hat, so liegt kein Revisionsgrund, sondern nur eine abweichende Beurteilung eines medizinischen Sachverhalts vor, der sich nicht in anspruchsrelevanter Richtung (Verbesserung/Verschlechterung) entwickelt hat (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St.Gallen vom 15. April 2013, IV 2011/61).
Präsidentin Karin Huber-Studerus, a.o. Versicherungsrichterin Gertrud Condamin-
Voney, Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Sibylle Betschart
Entscheid vom 15. April 2013
in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
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vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Duri Poltera, Hadwigstrasse 6a, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 26. Mai 1997 erstmals zum Bezug von IV-Leistungen
(Rente) an, da sie seit 1981 an Rückenbeschwerden leide (IV-act. 1-1 ff.). Gestützt auf
das polydisziplinäre Gutachten des Zentrums für Medizinische Begutachtung in Basel
(ZMB) vom 16. Juni 1998, in welchem der Versicherten eine Arbeitsfähigkeit von sechs
Stunden pro Tag für eine mittelschwere Tätigkeit in wechselnder Position attestiert
worden war (IV-act. 10-1 ff.), wies die IV-Stelle das Rentengesuch mit Verfügung vom
6. Januar 1999 ab, wobei sie einen Invaliditätsgrad von 29 % ermittelte (IV-act. 19-1
ff.). Einen hiergegen erhobenen Rekurs hiess das Versicherungsgericht des Kantons St.
Gallen mit Entscheid vom 24. April 2001 (IV 1999/28) gut. Es erachtete das ZMB-
Gutachten als überzeugend, stellte jedoch einen anderen Einkommensvergleich an als
die IV-Stelle, berücksichtigte dabei zusätzlich einen 25 %igen Leidensabzug und
ermittelte so einen Invaliditätsgrad von 46 %. Es stellte fest, dass die Versicherte
Anspruch auf eine Viertelsrente habe, und wies die Sache zur Festsetzung des

Rentenanspruchs im Sinn der Erwägungen (und damit verbunden u.a. zur Prüfung der
Voraussetzungen für die Auszahlung einer Härtefallrente) an die IV-Stelle zurück (IV-act.
26-1 ff.). In der Folge sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 12.
Dezember 2001 ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 46 % und infolge Vorliegens
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eines wirtschaftlichen Härtefalls mit Wirkung ab 1. Juni 1997 eine halbe (Härtefall)Rente
zu (IV-act. 32-1 ff.).
A.b Am 4. Juli 2003 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug (Rente)
an bzw. stellte ein Revisionsgesuch. Mit Verfügung vom 9. Oktober 2003 lehnte die IV-
Stelle die beantragte Erhöhung der Invalidenrente ab, wobei sie neu einen Invaliditäts
grad von 50 % ermittelte. Aufgrund der vorhandenen Unterlagen sei der Versicherten
"weiterhin" eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit zumutbar (IV-act.
50-1 f.). Diese Verfügung erwuchs in der Folge unangefochten in Rechtskraft.
A.c Im September 2006 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen ein
Revisionsverfahren ein. Der Regionale Ärztliche Dienst der Invalidenversicherung (RAD)
Ostschweiz empfahl eine orthopädische Begutachtung (IV-act. 57-1 f.). Diese erfolgte
am 13. März 2007 durch Dr. med. B._, Orthopädie FMH; das Gutachten erstellte er
am 22. März 2007 (IV-act. 61-1 ff.). Gestützt auf das Gutachtensergebnis teilte die IV-
Stelle der Versicherten am 14. Mai 2007 mit, dass weiterhin Anspruch auf eine halbe
Invalidenrente bestehe (IV-act. 65). Mit Schreiben vom 18. Juni 2007 gelangte die Ver
sicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Duri Poltera, an die IV-Stelle und ersuchte
sie, den Fall nochmals zu prüfen und/oder ihr eine beschwerdefähige Verfügung zu
kommen zu lassen (IV-act. 69-1 f.). Mit Vorbescheid vom 3. August 2007 stellte die IV-
Stelle der Versicherten in Aussicht, dass sie auf ihr neues Leistungsbegehren nicht ein
treten werde, da sie keine neuen Tatsachen geltend mache (IV-act. 73). Hiergegen er
hob der Vertreter der Versicherten am 28. August 2007 Einwand (IV-act. 75-1 ff.). Mit
neuerlichem Vorbescheid vom 9. Oktober 2007 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, dass ihre Invalidenrente nicht erhöht werde (IV-act. 82-1 ff.). Gegen diesen
Vorbescheid erhob der Vertreter der Versicherten wiederum Einwand (IV-act. 83-1 f.).
Mit Verfügung vom 12. Februar 2008 lehnte die IV-Stelle eine Erhöhung der Invaliden
rente ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 50 % ab (IV-act. 84-1 ff.). Mit Eingabe
vom 14. März 2008 erhob der Vertreter der Versicherten Beschwerde (IV-act. 86-2 ff.).
In der Folge hiess das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die Beschwerde
mit Entscheid vom 3. September 2009 (IV 2008/144) gut, indem es die Verfügung vom
12. Februar 2008 aufhob und die Sache zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung
an die IV-Stelle zurückwies (IV-act. 96-1 ff.). Der Entscheid wuchs unangefochten in
Rechtskraft.
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B.
B.a Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Ärztliche Begutachtungsinstitut (ABI) GmbH
in Basel am 5. Mai 2010 ein polydisziplinäres Gutachten nach ambulanter
Untersuchung am 24. März 2010 (IV-act. 103-3 ff.). Die Gutachter diagnostizierten mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine Gonarthrose beidseits (ICD-10 M17.0) mit
degenerativen Veränderungen unter Betonung der linken Seite, einem Status nach
arthroskopischem Knorpel- und Synovialshaving links am 24. November 2004, einem
Status nach arthroskopischem Trochlea- und Synovialshaving rechts am 20. Februar
2006 und intraoperativ beidseits deutlichen arthrotischen Veränderungen trochlear,
weniger auch retropatellär; auf der linken Seite zusätzlich mässige
Knorpelveränderungen des medialen Kompartiments, sowie ein chronisches
lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Ausfälle (ICD-10 M54.5) mit
multisegmentären Spondylophytenbildungen, fraglich beginnender Osteochondrose
LWK3-SWK1 und auf Höhe des thorakolumbalen Übergangs sowie weitgehend freier
Beweglichkeit sämtlicher Wirbelsäulenabschnitten. Keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit erkannten die Gutachter den folgenden Diagnosen zu: Anhaltende
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), Hyperventilationsanfälle (ICD-10
F45.33), inkomplettes metabolisches Syndrom (ICD-10 E88.9) mit arterieller
Hypertonie, bekannt seit mindestens 1999 (ICD-1010/10), Adipositas permagna, BMI
47 kg/m (ICD-10 E66.0), Verdacht auf diabetische Stoffwechsellage bei leicht
erhöhtem HbA1C-Wert von 6.8 % (ICD-10 R73.9), ferner anamnestisch chronisch
rezidivierende Kopfschmerzen, am ehesten vom Spannungstyp (ICD-10 G44.2), leichter
Hirsutismus (ICD-10 L68.0) und Status nach Dekompression des Karpalkanals links am
17. Februar 2010 bei Karpaltunnelsyndrom (Dr. C._, Spital X._; ICD-10 Z98.8).
Körperlich leichte, adaptierte Tätigkeiten seien der Versicherten mit einer Arbeits- resp.
Leistungsfähigkeit von 80 %, ganztägig umsetzbar, zuzumuten.
B.b Der RAD Ostschweiz hielt am 1. Juni 2010 in einer internen Stellungnahme fest,
der Gesundheitszustand habe sich seit der medizinischen Referenzsachlage verändert,
insbesondere durch das Hinzukommen von Gonarthrosen beidseits. Die
Arbeitsfähigkeit hingegen habe sich nicht verschlechtert (und auch nicht verbessert), so
dass medizinisch keine Revisiongründe vorlägen (IV-act. 104-2).
2
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B.c Mit Vorbescheid vom 2. September 2010 stellte die IV-Stelle bei einem
Invaliditätsgrad von 50 % die Abweisung des Rentenerhöhungsgesuchs in Aussicht
(IV-act. 107-1 f.).
B.d Die Versicherte liess am 27. September 2010 Einwand gegen den Vorbescheid
erheben. Sie beantragte, eine nochmalige MEDAS-Begutachtung in Auftrag zu geben.
Danach sei die halbe IV-Rente dem Gutachtensergebnis entsprechend zu erhöhen (IV-
act. 108-1 f.).
B.e Der RAD Ostschweiz hielt am 24. November 2010 in einer internen Stellungnahme
zusammenfassend fest, die vom Gericht gestellten medizinischen Fragen seien im ABI-
Gutachten beantwortet worden. Der Gesundheitszustand habe sich in der oben be
schriebenen Weise verändert. Dies wirke sich jedoch lediglich qualitativ auf die Arbeits
fähigkeit aus. Bezüglich zumutbarem Pensum gelte die bisherige Arbeitsfähigkeits
beurteilung (IV-act. 109-1 f.).
B.f Mit Verfügung vom 10. Januar 2011 wies die IV-Stelle das
Rentenerhöhungsgesuch der Versicherten ab (IV-act. 110-1 ff.).
C.
C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die am 8. Februar 2011 erhobene
Beschwerde. Darin wird beantragt, es sei die Verfügung vom 10. Januar 2011
aufzuheben, eine erneute MEDAS-Verlaufsbegutachtung anzuordnen und der
Beschwerdeführerin je nach Ergebnis der Begutachtung und unter Berücksichtigung
eines Leidensabzugs eine höhere IV-Rente auszurichten. Zur Begründung wird im
Wesentlichen ausgeführt, da die ABI GmbH es unterlassen habe, den Rechtsvertreter
korrekt und im Voraus über die Gutachternamen zu informieren, liege ein
formaljuristischer Fehler vor. Dieser führe zur Ungültigkeit der ABI-Begutachtung. In
erster Linie sei jedoch zu rügen, dass die ABI GmbH die ihm gestellte Aufgabe aus
folgenden Gründen nicht ansatzweise richtig erfüllt, sondern aus juristischer Sicht
komplett verfehlt habe. Laut Versicherungsgericht hätte die ABI GmbH eine
Verlaufsbegutachtung vornehmen müssen. Überhaupt nicht verlangt gewesen sei also,
dass die ABI GmbH die früheren Begutachtungen und Spitalberichte, also jene, die zur
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IV-Verfügung vom 9. Oktober 2003 geführt hätten, in Frage stelle und eine völlig neue
Beurteilung vornehmen. Dem ABI-Gutachten könne zudem überhaupt nicht
entnommen werden, inwiefern sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
seit dem 9. Oktober 2003 konkret verändert habe, weil die ABI GmbH auftragswidrig
eine völlig neue, unrealistisch strenge Begutachtung vorgenommen habe. Die ABI
GmbH liefere denn auch eine Neu- und nicht eine Verlaufsbegutachtung ab. Unter
Ignorierung der früheren medizinischen Einschätzungen kämen die Gutachter zum
völlig neuen Ergebnis, dass die Beschwerdeführerin zu 80 % arbeitsfähig sei. Im
Weiteren falle der internistische Teil im Gutachten unglaublich kurz und nichtssagend
aus, obwohl gemäss Versicherungsgericht genau dieser für die Verlaufsbegutachtung
wichtig gewesen wäre. Im Übrigen habe im Revisionsverfahren eine (abweichende)
Zweitbeurteilung eines früher bereits beurteilten Sachverhaltes nichts zu suchen. Das
Gutachten müsse daher als klar mangelhaft bezeichnet werden. Schliesslich sei bei
einer 50 %igen Arbeitsunfähigkeit vom Invalideneinkommen ein 25 %iger
Leidensabzug vorzunehmen, da nur in diesem Fall dem verschlechterten
Gesundheitszustand angemessen Rechnung getragen würde. Folge davon wäre eine
Dreiviertels- anstelle der halben Rente (act. G 1).
C.b Mit der Beschwerdeantwort vom 6. April 2011 beantragt die Beschwerde
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie aus, es leuchte
jedem medizinischen Laien ein, dass eine massiv übergewichtige Frau eine schlechtere
Beweglichkeit und Belastungsfähigkeit habe, als wenn sie nur halb so schwer wäre.
Selbstverständlich verstärke das massive Übergewicht die Knie- und Rücken
schmerzen. Adipositas sei jedoch nicht per se invalidisierend; dieser Zustand sei
zudem reversibel. Die ABI GmbH habe die vom Versicherungsgericht verlangte
polydisziplinäre (Verlaufs-)Begutachtung durchgeführt. Eine Veränderung des
Gesundheitszustandes sei seit der letzten Verfügung aus dem Jahr 2003 zwar
eingetreten, der IV-Grad habe sich jedoch nicht in rentenmassgeblichem Ausmass
verändert. Die ungelernte Beschwerdeführerin könne nach wie vor einer Hilfsarbeit
nachgehen. Die Anforderungen an eine adaptierte Hilfstätigkeit seien nicht besonders
hoch, es müsse sich lediglich um eine leichte Tätigkeit handeln. Auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt sei eine grosse Anzahl leichter Tätigkeiten für
Hilfsarbeiterinnen vorhanden. Die Beschwerdeführerin würde somit in einer leichten
Hilfstätigkeit kaum eine Erwerbseinbusse erleiden. Der IV-Grad habe sich folglich nicht
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wesentlich verändert. Die Revisionsvoraussetzungen seien nicht erfüllt, die Rentenhöhe
bleibe unverändert. Die angefochtene Verfügung sei nicht zu beanstanden (act. G 4).
C.c Die Beschwerdeführerin verzichtet auf eine Replik (act. G 6).
Erwägungen:
1.
1.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin
für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]). Der Veränderung des Invaliditätsgrades ist – mit Blick auf Art. 17 Abs. 2
ATSG – stets dann mittels Rentenerhöhung, Rentenherabsetzung oder
Rentenaufhebung Rechnung zu tragen, wenn sich der der Leistung zu Grunde liegende
Sachverhalt nachträglich erheblich verändert hat. Bei der Anpassung einer
Invalidenrente im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG geht es mithin darum, eine
ursprünglich tatsächlich und rechtlich korrekte formell rechtskräftige Verfügung über
eine Dauerleistung (Rente) an nach Eintritt der formellen Rechtskraft eingetretene
Veränderungen tatsächlicher Natur anzupassen, das heisst eine nachträglich
eingetretene tatsächliche Unrichtigkeit der formell rechtskräftigen Verfügung zu
beheben.
1.2 Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen
Änderung des Invaliditätsgrads ist bei der Prüfung eines Gesuchs um Erhöhung der
Rente wie auch bei der Prüfung einer Rentenanpassung von Amtes wegen die letzte
rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs
mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs beruht (vgl. BGE 133 V 108).
2.
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Vorliegend gab die Beschwerdegegnerin nach Erlass des in Rechtskraft erwachsenen
Entscheids des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. September 2009
(IV 2008/144), welcher als zeitlichen Ausgangspunkt für die Beurteilung einer an
spruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrads die Verfügung vom 9. Oktober
2003 (IV-act. 50) erachtete (IV-act. 96-10), ein ABI-Gutachten mit einem Fragekatalog
(IV-act. 101-2 f., 101-4) in Auftrag. Der RAD Ostschweiz hielt den
Gesundheitszustandes für verändert, was sich aber lediglich qualitativ auf die
Arbeitsfähigkeit auswirke; bezüglich zumutbarem Pensum gelte die bisherige
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung. Demgegenüber beanstandet die Beschwerdeführerin das
ABI-Gutachten vom 5. Mai 2010 und hält eine erneute MEDAS-Verlaufsbegutachtung
für unumgänglich.
3.
Die Beschwerdeführerin wendet sich zunächst aus formellen Gründen gegen das ein
geholte ABI-Gutachten, weil die Begutachtungsanordnung nicht von der Nennung der
involvierten Gutachter begleitet war. Die Unterlassung der Mitteilung erscheint zwar als
Formfehler, der auch nicht einfach hinzunehmen ist. Freilich muss die betroffene Ex
plorandin spätestens mit dem konkreten Aufgebot zu einer Begutachtung bei der zu
ständigen IV-Stelle die Bekanntgabe der Gutachternamen verlangen. Tut sie dies in
diesem Zeitpunkt und verweigert die IV-Stelle die Information, so kann sie sich zur
Durchsetzung ihres Anspruchs an den Richter wenden und die Begutachtungsvorkehr
ohne Nachteil vorderhand verweigern. Wo indessen diese rechtzeitige Reaktion unter
blieben ist und die Begutachtung trotz des Formfehlers durchgeführt wurde, kann die
Explorandin aus der unterlassenen rechtzeitigen Nennung der Gutachternamen nichts
mehr für sich ableiten. Sie hat sich - bei Notwendigkeit - mit der Möglichkeit zu - recht
zeitigen - Ausstandsbegehren oder zu Einwendungen gegen bestimmte Gutachter im
Rahmen der materiellen Fallbeurteilung bzw. Beweiswürdigung zur Wehr zu setzen
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. Dezember 2008,
IV 2007/380, E. 1; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_438/2011 vom 31. Juli 2012
E. 3.2). Mithin ist das ABI-Gutachten nicht aus formellen Gründen aufzuheben, zumal
zu keinem Zeitpunkt gesetzliche Ausstands- und Ablehnungsgründe bezüglich der am
Gutachten beteiligten Personen geltend gemacht wurden.
4.
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Zu prüfen ist im Weiteren, ob die im Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen vom 3. September 2009 aufgeworfenen Fragen in medizinischer Hinsicht im
ABI-Gutachten schlüssig beantwortet wurden, unter Mitberücksichtigung dieser Ant
worten eine erhebliche Veränderung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin
vorliegt und eine solche die Arbeitsfähigkeit relevant beeinflusst.
4.1 Die Verfügung vom 12. Februar 2008 (IV-act. 84-1 ff.), welche sich in
medizinischer Hinsicht unter anderem auf das Gutachten von Dr. B._ vom 22. März
2007 stützt, wurde gemäss besagtem Entscheid des Versicherungsgerichts
aufgehoben. Dies mit der Begründung, Dr. B._ habe sich mit den internistischen
Beschwerden der Beschwerdeführerin ebensowenig wie mit dem Bericht des Spitals
X._ vom 29. Juli 2003 auseinandergesetzt. Unter diesen Umständen könne nicht auf
dessen Arbeitsfähigkeitsschätzung abgestellt werden, beruhe diese doch nicht auf
allseitigen Untersuchungen. Auch seien die Ausführungen von Dr. B._ zur Adipositas
wenig erhellend. Im Weiteren sei im ZMB-Gutachten vom 16. Juni 1998 das massive
Übergewicht der Beschwerdeführerin als abklärungsbedürftig bezeichnet und (auch im
Zusammenhang mit dem beginnenden Hirsutismus) der Verdacht auf eine mögliche
hormonale Störung geäussert worden. Gleichzeitig sei im ZMB-Gutachten erklärt
worden, dass nur bei einer erheblichen Gewichtsreduktion "möglicherweise" die
Arbeitsfähigkeit "etwas" verbessert werden könne. Entsprechende Abklärungen seien
in der Folge offenbar nie durchgeführt worden. Offen geblieben sei auch, ob bzw.
wieweit eine Gewichtsreduktion die Arbeitsfähigkeit tatsächlich verbessern und ob eine
solche Massnahme der Beschwerdeführerin (noch) zugemutet werden könne. All diese
Fragen seien nur im Rahmen einer polydisziplinären (Verlaufs)Begutachtung zu klären
(IV-act. 96-11).
4.2 Das Gutachten des ABI vom 5. Mai 2010 stützt sich unter anderem auf eine
internistische, eine psychiatrische und eine orthopädische Untersuchung. Die Angaben
zur internistischen Untersuchung am 24. März 2010 finden sich unter Ziff. 3.3 (IV-act.
103-10). Sie sind im Vergleich zu den Berichten über die psychiatrische und die ortho
pädische Exploration kürzer gehalten. Es wird ersichtlich, dass eine Laboruntersuchung
stattgefunden hat. In die Gesamtbeurteilung der Arbeitsfähigkeit, welche im Rahmen
einer multidisziplinären Konsens-Besprechung (mit Dr. med. D._, Facharzt für All
gemeine Innere Medizin, Dr. med. E._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und
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Dr. med. F._, FMH Orthopädische Chirurgie) getroffen wurde, ist der internistische
Aspekt miteinbezogen worden. Es wird dazu festgehalten, dass die allgemein-
internistischen Diagnosen die Arbeitsfähigkeit der Explorandin in adaptierten
Tätigkeiten nicht zusätzlich einschränkten. Die von der Explorandin geschilderten
Episoden mit einer inneren Unruhe, einem aufsteigenden Hitzegefühl und
gleichzeitigem Herzrasen seien, ebenso wie die rezidivierenden Hyperventilationen, am
ehesten als Ausdruck der psychiatrischen Diagnosen zu interpretieren. In den
bisherigen Abklärungen hätten ebenfalls keine somatischen Ursachen der
geschilderten Anfälle eruiert werden können. Eine Orthostasereaktion habe anlässlich
der Untersuchung nicht nachgewiesen werden können. Aus psychiatrischer Sicht
bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die anhaltende somatoforme
Schmerzstörung und die Hyperventilation schränkten die Arbeitsfähigkeit nicht ein. Der
Explorandin könne es aus psychiatrischer Sicht zugemutet werden, trotz der geklagten
Beschwerden die nötige Willensanstrengung aufzubringen, um ganztags einer ihren
körperlichen Einschränkungen angepassten Tätigkeit nachgehen zu können. Aus
orthopädischer Sicht bestehe aufgrund der objektivierbaren Befunde für körperlich
mittelschwere und schwere, ebenso wie für überwiegend stehende Tätigkeiten eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit. Für körperlich leichte Tätigkeiten unter
Wechselbelastung liege dagegen aus rein orthopädischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit
von 80 % bei ganztägigem Pensum mit um 20 % reduzierter Leistung aufgrund des
erhöhten Pausenbedarfs vor. Insgesamt könne somit aus polydisziplinärer Sicht eine
volle Arbeitsunfähigkeit für körperlich mittelschwer und schwer belastende, ebenso wie
für überwiegend stehende Tätigkeiten festgestellt werden. Körperlich leichte, adaptierte
Tätigkeiten seien der Explorandin mit einer Arbeits- respektive Leistungsfähigkeit von
80 %, ganztägig umsetzbar, zuzumuten(IV-act. 103-22).
4.3 Es ist zusammenfassend festzustellen, dass das ABI-Gutachten, das in Kenntnis
der Vorakten und der geklagten Beschwerden sowie nach Erheben der Anamnese, bei
welcher auch der Bericht des Spitals X._ vom 29. Juli 2003 genannt wurde (IV-
act. 103-7), abgegeben worden ist, demnach auf umfassenden Kenntnissen des Sach
verhalts basiert und im Zusammenwirken der verschiedenen betroffenen Disziplinen
zustande gekommen ist, also auf allseitigen Untersuchungen beruht. Insgesamt ist
auch das Ergebnis des ABI-Gutachtens nicht zu beanstanden. Die im Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 3. September 2009 aufgeworfenen Fragen wurden im Gut
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achten schlüssig beantwortet. So erfolgte sowohl eine Untersuchung über
internistische Beschwerden wie auch eine Auseinandersetzung mit den
Einschätzungen des behandelnden Hausarztes Dr. med. Y._, FMH Allgemeinmedizin,
in dessen Bericht vom 27. September 2006 und den Ausführungen im ZMB-Gutachten
vom 16. Juni 1998 (IV-act. 103-20, 103-23). In allgemein-internistischer Hinsicht wird
im Gutachter ausgeführt, dass die Explorandin in erster Linie durch ihr starkes
Übergewicht eingeschränkt werde. Eine Gewichtsreduktion im Rahmen der
Schadenminderungspflicht sei ihr medizinisch-theoretisch zumutbar (IV-act. 103-22).
Der orthopädische Gutachter vermerkte zur Adipositas, dass den betreffenden
Ausführungen von Dr. B._ vom 22. März 2007 aufgrund der orthopädischen
Untersuchung vom 24. März 2010 insgesamt klar zugestimmt werden könne: Das
Übergewicht sei der Hauptgrund für eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit, rein
stehende Tätigkeiten seien auch nur halbtags nicht zumutbar. Bei der Möglichkeit,
zwischen Sitzen und Stehen zu wechseln, könne jedoch nach wie vor ein Einsatz von
zweimal drei Stunden täglich zugemutet werden. Eine Gewichtsabnahme dürfe von der
Explorandin durchaus erwartet werden, womit die Restarbeitsfähigkeit mit Sicherheit
gesteigert werden könne und auch die Gelenksituation profitieren würde. Der
vermehrte Pausenbedarf sollte gemäss orthopädischem Gutachter allerdings bei
ganztägigem Arbeitseinsatz realisiert werden, um somit häufigere Unterbrechungen zu
gewährleisten (IV-act. 103-20). Diese Ausführungen lassen mithin darauf schliessen,
dass der Beschwerdeführerin auch ohne Gewichtsabnahme eine Arbeitsfähigkeit von
mindestens 70 % (zweimal drei Stunden täglich) zugemutet werden kann. In der
Laboruntersuchung vom 24. März 2010 wurde zudem festgestellt, dass sich das TSH
im Normalbereich befinde (IV-act. 103-10); eine hormonelle Abklärung fand somit statt.
Dr. Y._s Bericht vom 11. Februar 2011 enthält einen Hinweis für eine Ver
schlechterung. Wenn er auch nach der angefochtenen Verfügung ausgestellt wurde, so
bezieht er sich doch auf die "letzten Monate", mithin auch auf die Zeit vor der ange
fochtenen Verfügung.
4.4 Wenn die ABI-Gutachter der Beschwerdeführerin nun anstelle der der Revisions
verfügung vom 9. Oktober 2003 zugrunde liegenden Arbeitsfähigkeit von 50 % eine
solche von 80 % bescheinigen, so bedeutet dies nicht, dass sich ihr
Gesundheitszustand seit der Verfügung vom 9. Oktober 2003 in rentenbeeinflussender
Weise verbessert hat. Im Gegenteil sprechen die im aktuellen Gutachten gestellten
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Diagnosen insofern für eine Verschlechterung, als nun eine beidseitige Gonarthrose mit
degenerativen Veränderungen unter Betonung der linken Seite erhoben wurde,
während der Allgemeinmediziner Dr. Y._ im Bericht vom 18. Juli 2003 (IV-act. 43-1)
hinsichtlich der Kniegelenke noch ausschliesslich für die linke Seite eine Chondropathia
patellae diagnostiziert hatte. Auch wird die somatoforme Schmerzstörung nun als
anhaltend bezeichnet und werden in psychiatrischer Hinsicht neu auch
Hyperventilationsanfälle angeführt, während in den verwaltungsinternen Feststellungen
der IV-Stelle vom 24. September 2009 (IV-act. 47) noch von einer beginnenden
somatoformen Schmerzstörung die Rede gewesen war, wobei für deren Beginn
entsprechend dem Gutachter des ZMB vom 16. Juni 1998 (IV-act. 10-12) allerdings
bereits das Jahr 1998 angegeben worden war und die unterschiedliche
Charakterisierung daher nicht für eine Verstärkung der somatoformen Schmerzstörung
spricht. Auch bezüglich des nunmehr diagnostizierten chronischen lumbovertebralen
Schmerzsyndroms ist darauf hinzuweisen, dass Dr. med. Z._, leitender Arzt des
Spitals X._, dieses bereits im Bericht vom 29. Juli 2003 (IV-act. 45) unter der
Diagnose chronisches spondylogenes Syndrom lumbal mit pseudoradikulärer Irritation,
mindestens seit 1991 bestehend, aufgeführt hatte. Von den übrigen Diagnosen, die im
Gutachten des ABI genannt werden, erweist sich einzig diejenige des Status nach
Dekompression des Karpalkanals links am 17. Februar 2010 als neu. Die
Beschwerdeführerin machte bei der gutachterlichen Abklärung geltend, nach der
kürzlich erfolgten Operation sei die linke Hand immer noch eingeschränkt und in den
nächsten Wochen werde auch die rechte Hand operiert (IV-act. 103-9). Dass diese
Beschwerden jedoch anhaltend und invalidisierend waren, kann aufgrund des üblichen
Verlaufs nach derartigen Operationen ausgeschlossen werden und wird im Übrigen
weder in der Beschwerde noch im nachträglichen Bericht von Dr. Y._ vom
11. Februar 2011 (IV-act. 111) geltend gemacht. Demnach hat sich aufgrund der im
ABI-Gutachten erhobenen Befunde und der gestellten Diagnosen der Sachverhalt in
revisionsrechtlicher Hinsicht insofern verändert, als rechtsseitige Kniebeschwerden
hinzugekommen sind und sich inzwischen in beiden Kniegelenken eine Gonarthrose
entwickelt hat. Diese Verschlechterung ist indes in revisionsrechtlicher Hinsicht nicht
erheblich, da die ABI-Gutachter in Abweichung von den früheren ärztlichen
Beurteilungen der Beschwerdegegnerin nur eine 20 %ige Einschränkung in einer
angepassten Tätigkeit zugestehen, was entgegen der in der Beschwerde vertretenen
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Auffassung nicht zu beanstanden ist. Einerseits besteht kein Grund, die gutachterliche
Zumutbarkeitsbeurteilung in Zweifel zu ziehen. Denn die Diskrepanz zu der der
Revisionsverfügung vom 9. Oktober 2003 zugrunde liegende 50 %igen
Arbeitsunfähigkeit erklärt sich in erster Linie damit, dass sich die von der
Beschwerdeführerin angegebenen, völlig diffusen Beschwerden laut der aktuellen
orthopädischen Beurteilung weder durch die klinischen und radiologischen Befunde
noch durch die Operation vollständig begründen lassen, das unablässige Stöhnen
während der gesamten körperlichen Untersuchung, die massiven Inkonsistenzen und
das fehlende Ansprechen auf wiederholte konservative Therapiemassnahmen sowie
die langdauernde Arbeitskarenz als erheblicher Hinweise für eine im Vordergrund
stehende nicht-organische Beschwerdekomponente betrachtet und somit der von
psychiatrischer Seite weiterhin bestätigten somatoformen Schmerzstörungen
zugeordnet werden (IV-act. 103-19). Andererseits ist darauf hinzuweisen, dass die
Gutachter an die den früheren Renten-und Rentenrevisionsentscheiden zugrunde
liegenden Einschätzungen der Auswirkungen der damaligen Gesundheitsstörungen auf
die Arbeitsfähigkeit ebenso wenig gebunden sind wie die Verwaltung, ist diese doch im
Rahmen einer materiellen Revision verpflichtet, das neue Leistungsbegehren in
tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht allseitig, das heisst nicht nur mit Bezug auf jenes
Sachverhaltssegment, in welchem eine Änderung glaubhaft gemacht worden ist, zu
prüfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_813/2008 vom 8. April 2009 E. 4.1 mit
Hinweisen). Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die vor der Begutachtung im
ABI eingetretene gesundheitliche Verschlechterung den Rentenanspruch nicht zu
beeinflussen vermag. Ob danach, das heisst in den Monaten vor Dr. Y._s Schreiben
vom 11. Februar 2011 (IV-act. 111) die Beweglichkeit und Belastungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin durch Zunahme der Gonarthrose beidseits und durch das
chronische lumbospondylogene Schmerzsyndrom weiter eingeschränkt wurde, kann
offen gelassen werden. Denn eine derartige Verschlimmerung würde nicht
grundsätzlich gegen die von den ABI-Gutachtern attestierte Arbeitsfähigkeit in einer
leichten, namentlich nicht stehenden Tätigkeit, sondern höchstens für eine geringfügige
Verminderung des Arbeitsunfähigkeitsgrades sprechen, der mit der laufenden halben
Rente bei weitem Rechnung getragen wird.
5.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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Demnach ist die Beschwerde abzuweisen. Die Beschwerdeführerin hat deshalb
gemäss Art. 69 Abs. 1 IVG die Gerichtsgebühr, die angesichts des durchschnittlichen
Aufwands auf Fr. 600.-- festgelegt wird, zu bezahlen, wobei diese durch den in gleicher
Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt ist. Ein Anspruch auf Parteientschädigung
besteht nicht.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP