Decision ID: 435e3e78-ce27-4a78-929e-ec6371ad55a5
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. A._ besuchte in Deutschland eine dreijährige Maturitätsschule und studierte danach
an der Universität St. Gallen vom Herbstsemester 2006/07 bis Frühjahrssemester 2013
Volkswirtschaftslehre im Bachelorstudienlehrgang, welchen er mit dem Diplom
abschloss. Im Herbstsemester 2013/14 war er im Bachelorprogramm
„Rechtswissenschaften mit Wirtschaftswissenschaften“ eingeschrieben und studierte
seit dem Frühjahrssemester 2014 im entsprechenden Masterstudiengang. Mit
Verfügung vom 20. Februar 2014 sprach ihm die Abteilung Stipendien- und
Studiendarlehen des Bildungsdepartements des Kantons St. Gallen (nachfolgend:
Stipendienabteilung) für das Frühjahrssemester 2014 ein Stipendium von CHF 6‘500 zu
und teilte ihm gleichzeitig mit, dass er mit Abschluss des Frühjahrssemesters 2014 die
maximal beitragsberechtigte Ausbildungsdauer von 12 Jahren erreicht habe, weshalb
für das Herbstsemester 2014/15 und danach keine Beitragsberechtigung mehr
bestehe. Diese Verfügung zog die Stipendienabteilung mit einer weiteren Verfügung
vom 24. März 2014 insofern in Wiedererwägung, als sie A._ zusätzlich für das
Herbstsemester 2014/15 ein Stipendium von CHF 6‘500 in Aussicht stellte und
festhielt, dass dieses mit der Einreichung der Ausbildungsbestätigung zu beantragen
sei. Bei der Berechnung des Anspruchs ging sie von Eigenleistungen von CHF 3‘000
pro Semester bzw. CHF 6‘000 pro Jahr aus. Am 2. Oktober 2014 gab die
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Stipendienabteilung A._ bekannt, dass ihm für das Herbstsemester 2014/15 ein
Stipendium von CHF 6‘500 zugesprochen werde. Sie wies - wie bereits in den
Verfügungen vom 20. Februar und 24. März 2014 (act. G 6/7 und 6/9 [B 2017/32]) -
darauf hin, dass Änderungen in den massgebenden Verhältnissen innert 20 Tagen
mitzuteilen seien (act. G 6/14 [B 2017/32]).
b. Am 9. November 2014 stellte A._ der Stipendienabteilung einen Arbeitsvertrag vom
16. September 2014 betreffend eine Teilzeittätigkeit ab 15. September 2014 bei der S.
AG zu, wo er zuvor ein Praktikum absolviert hatte (act. G 6/16 [B 2017/32]). Am 16.
Februar 2015 reichte er eine Zusammenstellung der von ihm erzielten Löhne sowie der
Anzahl Arbeitstage für die Zeit vom 1. Februar 2014 bis 31. Januar 2015 ein (act. G
6/18 [B 2017/32]). Am 12. Mai 2015 zog die Stipendienabteilung die Verfügung vom 24.
März 2014 sowie die Mitteilung vom 2. Oktober 2014 in Wiedererwägung mit der
Begründung, dass sich aufgrund der Lohnabrechnungen der Stipendienanspruch für
das Frühjahr- und das Herbstsemester 2014/15 auf CHF 9‘900 reduziere. Der zu viel
ausbezahlte Betrag von CHF 3‘100 (2x CHF 6500 abzüglich CHF 9‘900) sei
zurückzuerstatten (act. G 16/1a/1 [B 2017/32 f.]). Den gegen diese Verfügung von A._
erhobenen Rekurs (act. G 16/1 [B 2017/32 f.]) wies das Bildungsdepartement mit
Entscheid vom 9. Februar 2017 ab (act. G 2/2 [B 2017/32]).
Die Rückforderung von CHF 3‘100 hatte die Stipendienabteilung mit einer weiteren
Verfügung vom 12. Mai 2015 mit dem (provisorischen) Stipendienanspruch für das
Frühjahrsemester 2015 verrechnet. Sie gab A._ gleichzeitig bekannt, dass er ab dem
Herbstsemester 2015/16 wegen Erreichens der maximal beitragsberechtigten
Ausbildungszeit von 12 Jahren keine Stipendien mehr erhalten werde (act. G 16/1a/2 [B
2017/32 f.]). Den gegen diese Verfügung von A._ erhobenen Rekurs (act. G 16/1 [B
2017/32 f.]) wies das Bildungsdepartement mit Entscheid vom 9. Februar 2017 ab,
soweit es darauf eintrat (act. G 2/2 [B 2017/33]).
Mit Verfügung vom 9. Juli 2015 hatte das Sicherheits- und Justizdepartement das für
die Rekursverfahren gestellte Gesuch von A._ um unentgeltliche Rechtspflege wegen
Aussichtslosigkeit der Verfahren abgelehnt (act. G 16/9 [B 2017/32 f.]). Eine gegen
diese Verfügung erhobene Beschwerde wies der Präsident des Verwaltungsgerichts St.
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Gallen mit Entscheid vom 13. Januar 2016 ab. Die hiergegen erhobene Beschwerde
wies das Bundesgericht am 29. Februar 2016 ab, soweit es darauf eintrat.
B.
a. Gegen die beiden Entscheide vom 9. Februar 2017 erhob Fürsprecher Gerrit Straub,
LL.M., Zürich, für A._ mit Eingaben vom 16. und 17. Februar 2017 Beschwerde (act. G
1 [B 2017/32 und B 2017/33]). In der Beschwerdeergänzung vom 27. März 2017 im
Verfahren B 2017/32 beantragte der Beschwerdeführer Aufhebung des Entscheids vom
9. Februar 2017 sowie der Verfügung vom 12. Mai 2015. Eventualiter seien der
Entscheid vom 9. Februar 2017 sowie die Verfügung vom 12. Mai 2015 aufzuheben
und die Stipendienabteilung aufzufordern, den Rückforderungsbetrag auf CHF 584 zu
reduzieren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Kantons St. Gallen
(act. G 6 [B 2017/32]). In der Beschwerdeergänzung vom 27. März 2017 im Verfahren
B 2017/33 beantragte der Beschwerdeführer Aufhebung des Entscheids vom 9.
Februar 2017. Es sei festzustellen, dass die Verfügung vom 12. Mai 2015 dahingehend
auszulegen sei, dass mit ihr der Antrag des Beschwerdeführers vom 16. Februar 2015
auf Stipendien für das Ausbildungsjahr 2015, d.h. für das Frühjahrssemester 2015 und
das Herbstsemester 2015/16 teilweise gutgeheissen worden sei, indem der
Stipendienanspruch für das Frühjahr 2015 gutgeheissen und für das Herbstsemester
2015/16 abgelehnt worden sei. Die Streitsache sei an die Vorinstanz zurückzuweisen
und sie sei zu verpflichten, auf den Rekurs 26. Mai 2015, insbesondere auf Antrag Nr.
4, einzutreten. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Kantons
(act. G 6 [B 2017/33]). Im Nachgang zur Aufforderung des
Verwaltungsgerichtspräsidenten vom 10. April 2017, die Beschwerde auf das
Wesentliche zu reduzieren (act. G 7 [B 2017/32 f.]), reichte der Beschwerdeführer die
Beschwerdeergänzungen am 12. Mai 2017 in angepasster Fassung und mit
unveränderten Anträgen ein (act. G 11 [B 2017/32 f.]).
b. Die Vorinstanz beantragte in den Vernehmlassungen vom 9. Juni 2017 Abweisung
der Beschwerden, unter Kostenfolge zulasten des Beschwerdeführers. Zur
Begründung verwies sie auf die Darlegungen im angefochtenen Entscheid und
verzichtete auf weitere Ausführungen (act. G 15 [B 2017/32 f.]).
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c. Der Beschwerdeführer reichte im Verfahren B 2017/33 eine weitere Stellungnahme
vom 3. Juli 2017 ein (act. G 18 [B 2017/33]).
d. Auf die Vorbringen des Beschwerdeführers in den Eingaben der vorliegenden

Verfahren wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die Vorinstanz erliess separate Entscheide für die streitige, von der
Stipendienabteilung am 12. Mai 2015 verfügte Rückforderung von Stipendien für das
Ausbildungsjahr 2014/15 einerseits und für die am selben Datum verfügte Verrechnung
dieser Rückforderung mit Stipendien für das Frühlingssemester 2015 sowie Ablehnung
des Stipendienanspruchs für das Herbstsemester 2015/16 anderseits. Nachdem die
vorliegend zu entscheidenden Fragen den Stipendienanspruch des Beschwerdeführers
zwar für unterschiedliche Zeiträume betreffen, jedoch im Wesentlichen auf demselben
Sachverhalt beruhen (vgl. BGE 135 II 260 E. 1.3.1), rechtfertigt es sich, die Verfahren,
für welche das Verwaltungsgericht getrennte Dossiers anlegte (B 2017/32 und B
2017/33), zu vereinigen und in einem einzigen Urteil zu erledigen (vgl. BGE 131 V 59
E. 1 mit Hinweis).
2. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in Verbindung
mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 16. und 17. Februar 2017 (act. 1
[B 2017/32 f.]) erfolgten rechtzeitig und entsprechen in Verbindung mit den
Beschwerdeergänzungen vom 12. Mai 2017 (act. G 11 [B 2017/32 f.]) formal und
inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1,
Art. 30 Abs. 1 VRP und Art. 145 Abs. 1 lit. b der Schweizerischen Zivilprozessordnung,
Zivilprozessordnung; SR 272, ZPO, sowie Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die
Beschwerden ist grundsätzlich einzutreten. Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde B
2017/32, soweit damit die Aufhebung der Verfügung vom 12. Mai 2015 beantragt wird,
da der angefochtene Rekursentscheid an deren Stelle getreten ist ("Devolutiveffekt",
BGE 134 II 142 E. 1.4 und BGer 1C_166/2013 vom 27. Juni 2013 E. 1.1). Die Frage des
bis
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Eintretens auf sein Feststellungsbegehren im Verfahren B 2017/33 (act. G 11 [B
2017/33] Dispositiv-Ziffer 2) ist in E. 4 zu prüfen.
3.
3.1.
3.1.1. Streitig ist vorliegend zum einen, ob die Vorinstanz in dem im Verfahren B
2017/32 angefochtenen Entscheid die Verfügung der Stipendienabteilung vom 12. Mai
2015 betreffend Rückforderung von Stipendien für das Frühjahr- und das
Herbstsemester 2014/15 gestützt auf nachgereichte Lohnabrechnungen (act. G 16/1a/
1 [B 2017/32 f.]) zu Recht bestätigte (Verfahren B 2017/32). Ausbildungsbeihilfen sind
von der Leistungsfähigkeit des Gesuchstellers und dessen Eltern abhängig (vgl. Art. 3
lit. c der Kantonsverfassung, sGS 111.1 [KV], Art. 1 Abs. 1 des Gesetzes über die
staatlichen Stipendien und Studiendarlehen vom 3. Dezember 1968, Stipendiengesetz;
sGS 211.5 [StipG]). Sie ergänzen den familiären Unterhalt, ohne an dessen Stelle zu
treten (M. Müller, Das Stipendienrecht des Kantons St. Gallen mit Berücksichtigung der
Stipendiengesetzgebung des Bundes, St. Gallen 1987, S. 16 ff.). Die Höhe der
Stipendien richtet sich im Einzelfall einerseits nach den Kosten der Ausbildung oder
Weiterbildung, der Reise zum Schul- oder Lehrort, der Unterkunft und der Verpflegung
und anderseits nach den finanziellen und familiären Verhältnissen des Empfängers und
seiner Eltern (Art. 9 Abs. 1 StipG). Als Eigenleistung werden die gesamten um die
steuerlich anerkannten Gewinnungskosten gekürzten Einkünfte und erhaltenen
Zuwendungen der gesuchstellenden Person und ihrer Ehegattin bzw. ihres Ehegatten
angerechnet (Art. 22 Abs. 1 der Stipendienverordnung, sGS 211.51 [StipV]). Der
gesuchstellenden Person wird ein Elternbeitrag nach dem Anhang zur StipV
angerechnet. Massgebend ist das Reineinkommen nach der Veranlagung für die
Staats- und Gemeindesteuern der Eltern (Art. 25 Abs. 1 StipV). Das Stipendium
entspricht dem Fehlbetrag zwischen den anrechenbaren Ausbildungs- und
Lebenshaltungskosten der gesuchstellenden Person einerseits sowie ihrer
angerechneten Eigenleistung und dem angerechneten Elternbeitrag anderseits (Art. 29
Abs. 1 StipV). Vorbehalten bleiben die Höchstansätze nach Art. 30 StipV (Art. 29 Abs. 2
StipV).
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3.1.2. Stipendien können ganz oder teilweise zurückgefordert werden, wenn sie auf
Grund unvollständiger oder wahrheitswidriger Angaben des Empfängers oder seines
Vertreters zu Unrecht bezogen wurden (Art. 15 lit. a StipG). Ganz allgemein fällt die
Wiedererwägung einer Verfügung in Betracht, wenn sich die Sach- und Rechtslage
gegenüber den der formell rechtskräftigen Verfügung zugrunde liegenden Umständen
wesentlich geändert haben bzw. wenn sich seit dem Erlass der früheren Verfügung eine
anspruchsbegründende neue Sach- oder Rechtslage ergeben hat (vgl. GVP 2007 Nr.
67; VerwGE B 2014/249 vom 28. April 2015, E. 2 www.gerichte.sg.ch).
3.2. Im angefochtenen Entscheid betreffend Stipendienrückforderung führte die
Vorinstanz aus, die Stipendienabteilung habe für die Berechnung der Eigenleistung
korrekterweise auf die Einkünfte gemäss den aktuellen Lohnabrechnungen abgestellt
(Art. 22 StipV) und nicht auf die Veranlagung der Staats- und Gemeindesteuern
betreffend den Beschwerdeführer; dies falle auch deshalb ausser Betracht, weil im
Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom 12. Mai 2015 keine
Veranlagungsberechnung der Steuerbehörde vorgelegen habe. Die Steuerveranlagung
sei lediglich für die Berechnung des Elternbeitrags massgebend (Art. 25 StipV). Weil
der Beschwerdeführer zudem am 18. April 2014 (richtig: 2015; act. G 6/20 [B 2017/32])
mitgeteilt habe, dass er keinen Mietvertrag für die Wohnung in Zürich vorzulegen
vermöge, habe die Stipendienabteilung die geltend gemachten Mehrkosten für
auswärtigen Wochenaufenthalt zu Recht nicht vom Nettoeinkommen abgezogen,
sondern den Grundbetrag für Wohnen im eigenen Haushalt von CHF 18‘300 in die
Stipendienberechnung eingesetzt. Dieser Betrag entspreche Art. 19 Abs. 1 lit. b StipV
in der Fassung vor dem III. Nachtrag zur StipV, wie er von der Stipendienabteilung „aus
Kulanzgründen“ noch immer angewendet worden sei. Gemäss der aktuell geltenden
Fassung betrage der Grundbetrag für Wohnen im eigenen Haushalt CHF 16‘700.--.
Sodann habe die Stipendienabteilung betreffend Reisekosten korrekterweise in
Anwendung von Art. 17 Abs. 2 StipV die Kosten für den günstigsten Fahrausweis für
öffentliche Verkehrsmittel in der Stipendienberechnung berücksichtigt. Die vom
Beschwerdeführer geltend gemachten Fahrkosten von insgesamt CHF 3‘468 (vgl. act.
G 6/6 und G 6/18 [B 2017/32) überstiegen bei Weitem die günstige Variante des
Generalabonnements für Studierende, welches 2014/15 CHF 2530 gekostet habe. Im
Weiteren habe die Stipendienabteilung bei der Berechnung der auswärtigen
Verpflegung (Mittagessen) gestützt auf die Wegleitung zur Steuererklärung 2014 korrekt
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den Betrag von CHF 15 pro Tag eingesetzt und CHF 1155 (CHF 15 x 77 Tage) vom
Nettoeinkommen abgezogen. Zusätzlich habe sie einen Kulanzbetrag von CHF 1‘000
zum Abzug gebracht. Insgesamt habe sie die Eigenleistung des Beschwerdeführers
und die übrigen Berufskosten gemäss Art. 39 Abs. 1 lit. c des Steuergesetzes (sGS
811.1, StG) richtig berechnet (act. G 2/2 S. 15-17 [B 2017/32]).
Am 16. September 2014, einen Tag vor Einreichung der Ausbildungsbestätigung bzw.
Stipendienantrags für das Herbstsemester 2014/15 (am 17. September 2014; act. G
6/13 [B 2017/32]), habe der Beschwerdeführer einen Arbeitsvertrag mit der S. AG
unterschrieben (act. G 16/19a/3 [B 2017/32 f.]). Weder bei Einreichung der
Ausbildungsbestätigung noch nach Erhalt der Mitteilung vom 2. Oktober 2014 (mit dem
Hinweis, dass Änderungen in den massgebenden Verhältnissen innert 20 Tagen
mitzuteilen seien; act. G 6/14 [B 2017/32]) oder beim ersten Arbeitseinsatz im Oktober
2014 habe der Beschwerdeführer die Stipendienabteilung über den Arbeitsvertrag bzw.
seine Erwerbstätigkeit informiert. Erst mit Schreiben vom 9. November 2014 habe er
eine Kopie des Arbeitsvertrags sowie der Lohnabrechnung für Oktober 2014 zugestellt
mit dem Hinweis, dass er seinen künftigen Verdienst nicht voraussagen könne, da die
Arbeitseinsätze nach Absprache mit der Arbeitgeberin erfolgen würden (act. G 6/16 [B
2017/32]). Anhand der vom Beschwerdeführer am 17. Februar 2015 nachgereichten
Lohnabrechnungen (act. G 6/18 [B 2017/32]) stehe fest, dass er im Ausbildungsjahr
2014/15 einen zu hohen Stipendienbetrag bezogen habe. Die zu hohe Auszahlung sei
wegen unvollständigen Angaben des Beschwerdeführers gegenüber der
Stipendienabteilung erfolgt. Gestützt auf den von ihm abgeschlossenen
Rahmenarbeitsvertrag habe er ein Einkommen erzielt, weshalb die Stipendienabteilung
zu Recht eine Neuberechnung durchgeführt habe. Die Stipendienabteilung habe den
Beschwerdeführer in ihren Verfügungen stets auf die Pflicht zur Mitteilung von
Änderungen in den massgebenden Verhältnissen hingewiesen (act. G 6/7, 6/9, 6/14 [B
2017/32]). Er habe erst am 17. Februar 2015 seine Einkünfte für die zwei
vorangegangenen Semester deklariert und dadurch seine Mitteilungspflicht verletzt.
Damit sei ihm auch bekannt gewesen, dass die Einkommensangaben im Gesuch vom
2. Dezember 2013 falsch gewesen seien. Seine Berufung auf den Vertrauensschutz
gehe deshalb fehl. Im Weiteren sei nicht ersichtlich, inwiefern das Mitwirkungsrecht des
Beschwerdeführers (Gehörsanspruch) verletzt sein solle, habe er doch die Grundlagen
(Lohnabrechnungen) für die Neuberechnung des Stipendienanspruchs selber
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eingereicht. Er habe in diesem Rahmen auch Gelegenheit gehabt, sich zu den
Einkünften und allfälligen Abzügen zu äussern. Als Student der Rechtswissenschaft,
der überdies schon seit einigen Jahren Stipendien bezogen und somit deren
Berechnungsmodalitäten gekannt habe, sei er in der Lage gewesen, den Inhalt der
Wiedererwägungsverfügung vorauszusehen bzw. nach deren Erhalt nachzuvollziehen.
Zudem sei der Verfügung ein Berechnungsblatt (als Teil der Verfügung) beigelegt
worden. Damit sei der Begründungspflicht Genüge getan worden (act. G 2/2 S. 18-21
[B 2017/32]).
3.3. Der Beschwerdeführer wendet unter anderem ein, er habe, den Praktikumsvertrag
erfüllend, vom 1. Juli bis 15. September 2014 als Wochenaufenthalter und Untermieter
von G.F. in Zürich gewohnt. Am Ende des Praktikums habe er mit der Arbeitgeberin
(lediglich) einen Rahmenarbeitsvertrag (mit Einsätzen auf Abruf) unterzeichnet. Er habe
keine Teilzeitstelle aufgenommen. Während des Herbstsemesters 2014/15 und des
Frühlingssemesters 2015 habe er aufgrund des Rahmenarbeitsvertrags unregelmässig
einzelne Arbeitseinsätze wahrgenommen; entsprechend habe die Höhe seines
Einkommens variiert. Ende Oktober 2014 sei der Lohn für den ersten Arbeitseinsatz
ausbezahlt worden. Die Lohnabrechnung habe er der Stipendienabteilung am 9.
November 2014 mit dem Rahmenvertrag zugesandt. Den Mietvertrag für die Wohnung
zum Wochenaufenthalt in Zürich habe er mündlich abgeschlossen. Nach der Lehre
(Müller, a.a.O., S. 238) habe sich die Rückforderung nach dem Verschulden des
Stipendienempfängers zu richten. Insbesondere eine Täuschungsabsicht des
Stipendienempfängers begründe die Rückforderung von Stipendien. Der Abschluss
eines Rahmenarbeitsvertrages habe keine Änderung in den massgeblichen
Verhältnissen bewirkt und sei daher nicht meldepflichtig gewesen. Er habe keine
unvollständigen Angaben gemacht. Es fehle eine Grundlage für die Rückforderung der
Stipendien. Ein Kausalzusammenhang zwischen der vermeintlichen Pflichtverletzung
und einem unrechtmässigen Stipendienbezug sei nicht ersichtlich. Auch habe ihm
jegliche Täuschungsabsicht gefehlt. Im Weiteren sei die Neuberechnung der Stipendien
hinsichtlich der anrechenbaren Eigenleistung (Kosten für Wochenaufenthalt,
Fahrkosten, übrige Berufskosten) fehlerhaft (act. G 11 [B 2017/32]).
3.4.
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3.4.1. Die zutreffende Feststellung des Beschwerdeführers, dass er die
Stipendienabteilung am 26. März 2014 über den Abschluss eines Praktikumsvertrags
mit der S. AG (vom 1. Juli bis 15. September 2014) informiert habe (act. G 11 S. 4 [B
2017/32]), vermag nichts daran zu ändern, dass er ihr erst mit Schreiben vom 9.
November 2014 eine Kopie des - einen Tag vor Einreichung des Stipendienantrags für
das Herbstsemester 2014/15 (am 17. September 2014; act. G 6/13 [B 2017/32])
abgeschlossenen - Rahmenarbeitsvertrags vom 16. September 2014 (act. G 16/19a/3
[B 2017/32 f.]) mit der Lohnabrechnung für Oktober 2014 zustellte (act. G 6/16 [B
2017/32]). Weder mit der Gesuchseinreichung noch nach Erhalt der Mitteilung vom
2. Oktober 2014 oder beim ersten Arbeitseinsatz im Oktober 2014 informierte er die
Stipendienabteilung über den Arbeitsvertrag bzw. seine Erwerbstätigkeit. Der
Abschluss des Rahmenarbeitsvertrags vom 16. September 2014 (mit Einsätzen auf
Abruf) stellte eine meldepflichtige Änderung der massgebenden Verhältnissen dar,
auch wenn eine daraus resultierende Einkommenserzielung vom Vorliegen eines
tatsächlichen Arbeitsabrufs (wie er bereits im Oktober 2014 erfolgte) abhängig war. Auf
die Pflicht zur Meldung von Änderungen der massgebenden Verhältnisse war der
Beschwerdeführer am 20. Februar, 24. März und 2. Oktober 2014 hingewiesen worden
(act. G 6/7, 6/9, 6/14 [B 2017/32]). Hätte der Beschwerdeführer die Stipendienabteilung
mit der Einreichung des Stipendienantrags für das Herbstsemester 2014/15 über den
Rahmenarbeitsvertrag informiert, wäre diese in der Lage gewesen, bei der
Leistungszusprechung einen entsprechenden Rückforderungsvorbehalt (für den Fall
einer Einkommenserzielung) in der Mitteilung vom 2. Oktober 2014 anzubringen oder
die Leistungszusprechung als provisorisch zu bezeichnen. Insofern waren seine
Angaben im ursprünglichen Gesuch („keines bis geringes“ Einkommen; act. G 6/6 [B
2017/32]) nicht (mehr) aktuell bzw. wurden durch die unterlassene Meldung der
erwerblichen Änderung unvollständig.
Aufgrund der nachträglich bekannt gewordenen Einkommenserzielung war die
Leistungszusprechung vom 24. März bzw. 2. Oktober 2014 - da auf Grund
unvollständiger Angaben des Beschwerdeführers teilweise zu Unrecht erfolgt (Art. 15
lit. a StipG) - in Wiedererwägung zu ziehen und eine entsprechende Rückforderung zu
verfügen. Eines vorwerfbaren Verhaltens (Verschuldens, Täuschungsabsicht) bedurfte
es hierfür entgegen der offenbaren Auffassung des Beschwerdeführers (act. G 2/2 S. 7
unten [B 2017/32]) nicht, zumal auch Art. 15 lit. a StipG keine solchen
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Tatbestandsmerkmale anführt. Diese Norm knüpft einzig am objektiven Tatbestand der
Unvollständigkeit von Angaben an. Die Hintergründe, welche die Unvollständigkeit der
Angaben bewirkten und zu einer zu hohen Leistungsausrichtung führten, spielen
dementsprechend keine Rolle. Der Rückforderungsanspruch bestünde im Übrigen
auch dann, wenn die Stipendienabteilung, wie der Beschwerdeführer geltend macht
(act. G 2/2 S. 6 [B 2017/32]), ihm telefonisch mitgeteilt hätte, dass die Unterlagen erst
bei Vollständigkeit derselben (und nicht in Form einzelner Lohnabrechnungen)
einzureichen seien. Die Frage, ob eine entsprechende Telefonnotiz hätte erstellt werden
müssen (act. G 2/2 S. 6 [B 2017/32]), ist daher nicht weiter zu untersuchen.
3.4.2. Hinsichtlich der Neuberechnung der Stipendien (vgl. act. G 2/2 S. 6 f. [B
2017/32]) blieb das von der Stipendienabteilung mit CHF 17‘074 ermittelte
Nettoeinkommen (Zeitraum Juli 2014 bis Januar 2015) unbestritten (act. G 11 [B
2017/32] S. 11 oben; vgl. auch act. G 5 [B 2017/32] S. 11 [Abbildung 3]); hiervon ist
nachstehend auszugehen. Mit Bezug auf die zu berücksichtigenden Abzüge ist
festzuhalten, dass betreffend die Kosten der Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsort
korrekterweise in Anwendung von Art. 17 Abs. 2 StipV die Kosten für den günstigsten
Fahrausweis für öffentliche Verkehrsmittel berücksichtigt wurden. Soweit die vom
Beschwerdeführer geltend gemachten Fahrkosten (vgl. act. G 6/6 und G 6/18 [B
2017/32]) höher sind als die günstigste Variante des Generalabonnements für
Studierende (2014/15 CHF 2530), fallen sie zum vornherein ausser Betracht. Sein
Vorbringen, er habe zu Beginn des Bemessungszeitraums (2014/15) nicht gewusst,
dass er ein Praktikum bei der S. AG absolvieren und anschliessend für dieselbe Bank
sporadisch auf Abruf tätig sein werde (mangelnde Voraussehbarkeit der Verhältnisse;
act. G 11 [B 2017/32] S. 12), hilft hier nicht weiter und vermag insbesondere an der
Regelung von Art. 17 Abs. 2 StipV nichts zu ändern.
Der Beschwerdeführer reichte auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren keinen
zureichenden Beleg für die von ihm für 2014 geltend gemachte Untermiete in einer
Wohnung in Zürich (act. G 2/2 S. 4 unten) ein. Ein vorübergehend (vom 14. Juli bis 6.
September 2014) gültiger Nachsendeauftrag der Post an eine Adresse in Zürich (act. G
12/12 Beilage [B 2017/32]) ist offensichtlich nicht geeignet, einen mündlichen
Untermietvertrag und gestützt darauf einen Wochenaufenthalt in Zürich plausibel zu
machen (geschweige denn nachzuweisen). Auch der Hinweis des Beschwerdeführers
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auf den aus seiner Sicht unzumutbar langen Arbeitsweg von St. Gallen nach Zürich und
die von ihm daraus abgeleitete Notwendigkeit eines Wochenaufenhaltes (act. G 11 [B
2017/32] S. 11) taugt nicht für den Nachweis eines Wochenaufenthalts, zumal ein
Arbeitsweg von je zwei Stunden noch als zumutbar zu erachten ist (vgl. Art. 16 Abs. 2
lit. f des Arbeitslosenversicherungsgesetzes, SR 837.0). Deshalb liess die Vorinstanz
die geltend gemachten Mehrkosten für auswärtigen Wochenaufenthalt (act. G 11 [B
2017/32] S. 11 f.) mangels Nachweises zu Recht nicht zum Abzug vom
Nettoeinkommen zu und bestätigte stattdessen die Einsetzung des Grundbetrags für
Wohnen im eigenen Haushalt von CHF 18‘300 (Art. 19 Abs. 1 lit b StipV in der Fassung
vor dem III. Nachtrag zur StipV) in die Stipendienberechnung.
Bei der Berechnung der auswärtigen Verpflegung (Mittagessen) bestätigte die
Vorinstanz den gestützt auf die Wegleitung zur Steuererklärung 2014 festgelegten
Betrag von CHF 15 pro Tag sowie den entsprechenden Abzug vom Nettoeinkommen
von CHF 1‘155 (CHF 15 x 77 Tage); dies blieb - wie auch der Abzug eines nicht näher
begründeten bzw. konkreten Kosten zugeordneten „Kulanzbetrages“ von CHF 1‘000 -
unbestritten. Zu der vom Beschwerdeführer beanstandeten Festlegung der übrigen
Berufskosten gemäss Art. 39 Abs. 1 lit. c StG (vgl. dazu Wegleitung zur
Steuererklärung 2014 S. 17 Ziff. 3.1) ist festzuhalten, dass er diese Kosten - ausgehend
von einem tieferen Nettoeinkommen wie von der Vorinstanz zugrunde gelegt - mit
CHF 1‘600 (CHF 700 + 0.1 x CHF 9‘000) berechnete (vgl. act. G 11 [B 2017/32] S. 13
unten mit Hinweis auf act. G 6/10 [beigelegtes Berechnungsblatt]). Demgegenüber
legte die Vorinstanz ihrer Rechnung ein durch Abzüge reduziertes Nettoeinkommen
von CHF 14‘919 zugrunde und errechnete so den Betrag von CHF 2‘191 (CHF 700 +
10% von CHF 14‘919; vgl. act. G 2/2 [B 2017/32] S. 7 unten). Korrekterweise wäre hier
- ausgehend vom Nettolohn (vgl. Wegleitung zur Steuererklärung 2014, S. 17 Ziff. 3.1)
von CHF 17‘074 - der Maximalbetrag von CHF 2‘400 einzusetzen gewesen (da tiefer
als die Summe von CHF 700 + CHF 1‘707). Die hieraus resultierende Differenz von
CHF 209 zulasten des Beschwerdeführers wird jedoch durch den zu seinen Gunsten
gewährten, nicht weiter begründeten Abzug eines „Kulanzbetrags“ von CHF 1‘000
mehr als ausgeglichen. Im Ergebnis lässt sich somit die im vorinstanzlichen Entscheid
bestätigte Berechnung der Eigenleistung (im Sinn von Art. 22 Abs. 1 StipV) nicht
beanstanden. Insgesamt ist festzuhalten, dass die Vorinstanz die Korrektheit der
Wiedererwägungs- und Rückforderungsverfügung vom 12. Mai 2015 mit einem
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Rückforderungsbetrag von CHF 3‘100 (ausbezahlter Betrag von 2x CHF 6‘500
abzüglich Stipendienanspruch von CHF 9‘900 für die Ausbildungsperiode 2014/15) zu
Recht bejahte.
4.
4.1. Unbestritten blieb im Verfahren B 2017/33 die in der Verfügung vom 12. Mai 2015
(act. G 16/1a/2 [B 2017/32 f.]) gestützt auf Art. 37 StipV erfolgte und von der Vorinstanz
bestätigte Verrechnung der Stipendienrückforderung für das Ausbildungsjahr 2014/15
(vgl. dazu vorstehende E. 3) mit Stipendien für das Frühlingssemester 2015 (vgl. act. G
18 [B 2017/33] S. 2 unten). Streitig ist demgegenüber der Stipendienanspruch für das
Herbstsemester 2015/16.
4.2.
4.2.1. In der Beschwerdeergänzung im Verfahren B 2017/33 beantragt der
Beschwerdeführer, es sei festzustellen, dass die Verfügung vom 12. Mai 2015 (act. G
16/1a/2 [B 2017/32 f.]) dahingehend auszulegen sei, dass mit ihr der Antrag des
Beschwerdeführers vom 16. Februar 2015 auf Stipendien für das Frühjahrssemester
2015 gutgeheissen und für das Herbstsemester 2015/16 abgelehnt worden sei (act. G
11 [B 2017/33]).
Feststellungsansprüche gelten praxisgemäss als subsidiär. Sie bestehen dann nicht,
wenn die gesuchstellende Person für die betreffende Frage ebenso gut - d.h. ohne
unzumutbare Nachteile - ein Gestaltungsurteil erwirken kann (BGE 137 II 199 E. 6.5 mit
Hinweisen; Bosshart/Bertschi, in: A. Griffel [Hrsg.], Kommentar zum
Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. Aufl. 2014, Rz. 26 zu § 19 VRG).
Das vom Beschwerdeführer in ein Feststellungsbegehren gekleidete Anliegen ist
vorliegend - wie sich nachstehend ergeben wird - im Rahmen eines rechtsgestaltenden
Entscheids zu prüfen. Er stellte denn auch in Antrag 3 der Beschwerdeergänzung (act.
G 11 [B 2017/33]) ein Rechtsgehren auf Behandlung seines Rekursantrags Nr. 4;
letzterer lautet auf Aufhebung der Verfügung vom 12. Mai 2015 und Zusprechung von
Stipendien für das Herbstsemester 2015. Auf sein in diesem Verfahren gestelltes
Feststellungsbegehren kann daher nicht eingetreten werden.
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4.2.2. In der Verfügung vom 12. Mai 2015 prüfte die Stipendienabteilung den
Stipendienanspruch des Beschwerdeführers für das Herbstsemester 2015/16 materiell
und lehnte ihn ab mit der Begründung, er habe die maximal beitragsberechtigte
Ausbildungszeit von 12 Jahren (Art. 10 StipG) ab dem Herbstsemester 2015/16
erreicht. Aus- und Weiterbildungen, für die keine Beiträge geleistet worden seien,
würden angerechnet (act. G 16/1a/2 [B 201732 f.]). Zu klären bleibt, ob die Vorinstanz
auf die in der Verfügung vom 12. Mai 2015 materiell geprüfte und verneinte Frage des
Stipendienanspruchs ab Herbst 2015 hätte eintreten und die Dauer der Ausbildungszeit
(vgl. dazu VerwGE B 2015/162 vom 26. Oktober 2016) vor dem Hintergrund der
Einwände des Beschwerdeführers hätte prüfen müssen. Sie begründete ihren
Nichteintretensentscheid damit, dass sich die Ablehnung des Anspruchs ab Herbst
2015 auf eine Ausbildungsperiode beziehe, für welche der Beschwerdeführer noch gar
kein Stipendiengesuch gestellt habe. Es handle sich dabei lediglich um eine
Vorabinformation, mit der noch nicht rechtsgültig in die Rechtsstellung des
Beschwerdeführers eingegriffen werde. Diese stelle keine Verfügung dar, womit auch
kein Anfechtungsobjekt vorliege. Zudem mangle es dem Beschwerdeführer für ein
Feststellungsbegehren am notwendigen Feststellungsinteresse. Er hätte für das
Herbstsemester 2015/16 bei der Stipendienverwaltung ein erneutes Stipendiengesuch
einreichen und damit auf dem ordentlichen Verfahrensweg eine entsprechende
Verfügung erwirken können (act. G 2/2 [B 2017/33] S. 14 f.).
Der Beschwerdeführer wendet unter anderem ein, der Nichteintretensentscheid der
Vorinstanz basiere auf falschen Sachverhaltsfeststellungen und einer falschen
Auslegung der Verfügung vom 12. Mai 2015. Er habe mit seiner Eingabe vom 16.
Februar 2015 einen Antrag für das Jahr 2015 gestellt. Mit seinem Rekurs vom 26. Mai
2015 habe er keine Feststellung seiner Stipendienberechtigung im Herbstsemester
2015/16 verlangt, sondern die Aufhebung der Verweigerung der Stipendien für das
Herbstsemester 2015/16 in der Verfügung vom 12. Mai 2015. Die Vorinstanz beziehe
sich hier auf einen Antrag, welcher von ihm nie gestellt worden sei. Bereits mit der
Verfügung vom 24. März 2014 seien ihm Stipendien für zwei Semester
rechtsgestaltend zugesprochen worden. Die Eingabefristen (zwei pro Jahr; Art. 35 und
38 StipV) hätten lediglich die Funktion einer Fristansetzung für Gesuche.
Schlussfolgerungen zum materiellen Inhalt von Verfügungen könnten aus einer
Fristansetzung nicht gewonnen werden. Unter Berücksichtigung sämtlicher
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Auslegungsmittel müsse geschlossen werden, dass die Stipendienabteilung in der
Verfügung vom 12. Mai 2015 dem Beschwerdeführer Stipendien für das
Herbstsemester 2015/16 verweigert habe. Er habe die Verfügung in gutem Glauben
nicht anders verstehen dürfen und müssen. Auch wegen Verletzung des Anspruchs auf
rechtliches Gehör sei der Nichteintretensentscheid aufzuheben und die Sache zur
weiteren Behandlung an die Vorinstanz zurückzuweisen (act. G 11 [B 2017/33]).
4.2.3. Die Begründung der Vorinstanz, dass der Beschwerdeführer für das
Herbstsemester 2015/16 bei der Verwaltung noch kein Gesuch gestellt habe, trifft
insofern nicht zu, als sich sein Antrag vom 16. Februar 2015 auf das „Ausbildungsjahr
2015“ (act. G 6/13 [B 2017/33]) bezog. Auch die Begründung des Gesuchs lässt nicht
den Schluss zu, dass der Beschwerdeführer lediglich Stipendien für das
Frühjahrssemester 2015 beantragte bzw. beantragen wollte. Das von ihm im Gesuch
angeführte Austauschsemester im Ausland schloss einen stipendienrechtlichen
Wohnsitz im Kanton St. Gallen (Art. 6 Abs. 1 StipG) bzw. die hierfür notwendige Absicht
des dauernden Verbleibens im Kanton nicht ohne Weiteres aus (vgl. hierzu auch Art. 17
Abs. 3 StipV). Der Beschwerdeführer durfte in guten Treuen von der Entgegennahme
seines Gesuchs für das ganze Jahr 2015 ausgehen. So prüfte auch die
Stipendienabteilung den Anspruch für das Herbstsemester 2015/16 in materieller
Hinsicht, wenn auch nur unter dem Aspekt des Erreichens der maximalen
beitragsberechtigten Ausbildungsdauer. Ihr Schluss, dass wegen Erreichens der
maximalen beitragsberechtigten Ausbildungszeit ab Herbstsemester 2015 kein
Anspruch mehr bestehe (act. G 16/1a/2 [B 2017/32 f.), kann angesichts der
offensichtlich erfolgten materiellen Prüfung nicht als blosse Vorabinformation gelten.
Eine Verfügung stellt nach Lehre und Praxis einen individuellen, an eine bestimmte
Person gerichteten Hoheitsakt dar, durch den eine verwaltungsrechtliche
Rechtsbeziehung gestaltend oder feststellend in verbindlicher oder erzwingbarer Weise
geregelt wird (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2.
Aufl. 2003, Rz. 536-551; Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht,
7. Aufl. 2016, Rz. 849). Die Verfügung vom 12. Mai 2015 („Ab Herbstsemester 2015
sind Sie nicht mehr beitragsberechtigt.“, act. G 16/1a/2 [B 2017/32 f.]) erfüllt diese
Merkmale augenscheinlich. Der Beschwerdeführer musste dementsprechend von der
materiellen Ablehnung seines Anspruchs für das Herbstsemester 2015 ausgehen.
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4.2.4. Der Umstand, dass die Bemessungsgrundlagen für Stipendien in der Regel auf
Jahresansätzen beruhen (vgl. unter anderen Art. 15 Abs. 1, 17 Abs. 3 und 23 Abs. 1
StipV), weist darauf hin, dass Gesuche ebenfalls für ein (ganzes) Jahr
entgegengenommen werden, wobei die Prüfung der Leistungsvoraussetzungen für
jedes Semester separat erfolgt. Die Stipendienabteilung teilte dem Beschwerdeführer
in diesem Sinn mit, dass die Anspruchsberechtigung für jedes Semester neu geprüft
werde und der Beitrag für das Herbstsemester bis 15. November des entsprechenden
Jahres zu beantragen sei. Dazu genüge die Einreichung einer Ausbildungsbestätigung,
ausgestellt nach Beginn des Herbstsemesters. Sie (die Stipendienabteilung) benötige
dafür kein neues Stipendiengesuch (vgl. Verfügung vom 24. März 2014, act. G 12/8).
Wenn somit - wie in E. 4.2.3. dargelegt - für das Ausbildungsjahr 2015 bereits ein
Stipendiengesuch des Beschwerdeführers vorlag, so erübrigte sich - entgegen der
Auffassung der Vorinstanz - ein erneutes Gesuch für das Herbstsemester 2015/16.
Hieran vermag der Auszahlungsmodus (halbjährlich; vgl. Art. 36 und 39 StipV) nichts zu
ändern. Sodann lässt sich auch aus dem Umstand, dass für das Herbstsemester
2015/16 vom Beschwerdeführer allenfalls noch weitere Belege einzureichen waren (vgl.
act G 2/2 [B 2017/33] S. 8 Mitte), nicht die Notwendigkeit eines erneuten Gesuchs
ableiten. Wenn die Vorinstanz ihren Nichteintretensentscheid im Weiteren damit
begründete, dass es dem Beschwerdeführer für ein Feststellungsbegehren am
notwendigen Feststellungsinteresse mangle (act. G 2/2 [B 2017/33, S. 14 unten und S.
15), ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer im Rekursverfahren gar kein
Feststellungsbegehren gestellt hatte. Vielmehr beantragte er unter anderem Aufhebung
der Verfügung (vom 12. Mai 2015) und Gewährung von Stipendien für das
Herbstsemester 2015/16 (Rekurs vom 26. Mai 2015, Dispositiv-Ziffer 4; act. G 16/1 [B
2017/32 f.]). Ein Anlass für einen Nichteintretensentscheid ergibt sich hieraus nicht.
Unter den dargelegten Umständen hätte die Vorinstanz auf die materielle Prüfung des
Anspruchs für das Herbstsemester 2015/16 eintreten und sich mit den Argumenten des
Beschwerdeführers (Rekurs vom 26. Mai 2015, zu Antrag 4; act. G 16/1 [B 2017/32 f.])
auseinandersetzen müssen. Eine materielle Prüfung dieser Frage im vorliegenden
Verfahren könnte eine vorgängige Prüfung im Rekursverfahren insofern nicht ersetzen,
als dadurch der Instanzenzug verletzt würde. Die Sache ist daher zur materiellen
Prüfung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die weitere Frage, ob die Vorinstanz das
rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzte, indem er aus seiner Sicht keine
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Möglichkeit hatte, sich zum Standpunkt der Vorinstanz, es sei für das Herbstsemester
2015/16 kein Gesuch gestellt worden und es bestehe diesbezüglich kein
Anfechtungsobjekt, vorgängig zu äussern (act. G 11 S. 15 f. [B 2017/33]), kann bei
diesem Ergebnis offenbleiben.
5.
5.1. Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde B 2017/32 (vgl. E. 3)
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Die Beschwerde B 2017/33 (vgl. E. 4) ist
unter Aufhebung des Rekursentscheids vom 9. Februar 2017 (betreffend Verrechnung
Stipendienrückforderung und Stipendienanspruch Herbstsemester 2015/16) teilweise
gutzuheissen, soweit darauf einzutreten ist. Die Sache ist zum Entscheid über den
Stipendienanspruch für das Herbstsemester 2015/16 an die Vorinstanz
zurückzuweisen. Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten
des Beschwerdeverfahrens zu einem Viertel zulasten des Staates und zu drei Vierteln
zulasten des Beschwerdeführers (Art. 95 Abs. 1 VRP). Angemessen erscheint eine
Entscheidgebühr von CHF 2'000 (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12). Der Anteil des Beschwerdeführers (CHF 1‘500) wird mit dem von ihm
geleisteten Kostenvorschüssen verrechnet; der verbleibende Betrag von CHF 500 wird
ihm zurückerstattet. Auf die Erhebung der Kosten (CHF 500) beim Staat wird verzichtet
(Art. 95 Abs. 3 VRP).
Die Kosten des dem Beschwerdeverfahren B 2017/33 zugrunde liegenden
Rekursverfahrens (betreffend Verrechnung Stipendienrückforderung und
Stipendienanspruch Herbstsemester 2015/16) von CHF 400 sind zur Hälfte dem Staat
(CHF 200) und zur Hälfte (CHF 200) dem Beschwerdeführer zu auferlegen.
5.2. Bei diesem Verfahrensausgang (kein mehrheitliches Obsiegen) besteht kein
Anspruch des Beschwerdeführers auf die Entschädigung von ausseramtlichen Kosten
(Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 98bis VRP; vgl. statt vieler VerwGE B 2014/115
vom 23. August 2016, E. 5.3.2 mit Hinweis). Die Vorinstanz hat keinen Anspruch auf
ausseramtliche Entschädigung (Art. 98 Abs. 1 VRP in Verbindung mit Art. 98bis VRP;
Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 829); ihr diesbezüglicher Antrag (act. G 15 [B 2017/32 f.]) ist
abzuweisen.
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