Decision ID: c68d2090-f108-463e-a388-6baa43cc60e9
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Am 4. September 1992 meldete sich A._ (damals noch B._), damals als
Spitalgehilfin tätig gewesen, unter Angabe einer Arthrose im Segment L4/5 erstmals
zum Bezug von IV-Leistungen an und beantragte Berufsberatung sowie die
Umschulung auf eine neue Tätigkeit (IV-act. 3). Dr. med. C._, Ärztin für Allgemeine
Medizin, diagnostizierte mit Bericht vom 14. November 1992 insbesondere eine
Hyperlordose der LWS mit sekundärer Überlastungsspondylarthrose L4/5 (IV-at. 7-2).
Mit Verfügung vom 1. Februar 1993 sprach ihr die IV-Stelle die erste Phase der
Umschulung zur Aktivierungstherapeutin zu (IV-act. 13). Da sie nach Beendigung dieser
ersten Phase nicht in die entsprechende Schule aufgenommen wurde (vgl. IV-act.
14-1), sprach ihr die IV-Stelle vom 1. Januar 1994 bis 15. August 1997 eine
Umschulung zur Bandagistin zu (Verfügung vom 11. Februar 1994; IV-act. 22-1). Der
Lehrvertrag wurde aus gesundheitlichen Gründen per 31. Juli 1994 aufgelöst (IV-act.
26). Am 1. April 1995 trat die Versicherte eine Stelle als Betreuerin in einem Wohnheim
an (IV-act. 35-2). Mit Verfügung vom 8. August 1999 sprach ihr die IV-Stelle Zürich
berufliche Massnahmen im Sinne einer berufsbegleitenden Ausbildung zur
Sozialpädagogin mit Schwerpunkt im Behindertenbereich vom 16. August 1999 bis 15.
August 2002 zu (IV-act. 42). Am 4. Dezember 1999 wurde die Versicherte wegen
akuten sensiblen Reiz- und Ausfallssyndroms L5 und S1 rechts bei teils verkalkter
lumbaler Diskushernie L5/S1 rechts operiert (Bericht des Universitätsspitals Zürich vom
24. August 2000; IV-act. 53-4). Aufgrund gesundheitlicher Probleme, Prüfungsangst
und infolge nicht bestandener Fachprüfung unterbrach die Versicherte ihre Ausbildung
per 27. Juni 2000, worauf die IV-Stelle Zürich die Verfügung vom 8. August 1999
aufhob (IV-act. 50). Im Mai 2001 wurde sodann eine Hyperparathyreoidektomie
durchgeführt und ein Magenbypass eingesetzt (IV-act. 53-11 f.), worauf sich die
Versicherte am 6. August 2001 zum Bezug einer IV-Rente anmeldete (IV-act. 51). Nach
Vorbescheid vom 23. Oktober 2001 (IV-act. 57) sprach ihr die IV-Stelle Zürich mit
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Wirkung ab 1. September 2001 eine halbe Rente zu (Verfügung vom 6. Februar 2002,
IV-act. 69). Aufgrund ihrer Heirat und eines Wohnsitzwechsels kündigte die Versicherte
ihre Anstellung als Betreuerin per 29. Februar 2004 (IV-act. 81). Nach Prüfung von
Rentenrevisionen bestätigte die IV-Stelle die bisherige IV-Rente am 20. April 2004 (IV-
act. 82) und 20. November 2007 (IV-act. 95).
A.b Dr. med. D._, Rheumatologie FMH, nannte mit Bericht vom 9. Mai 2011 als
derzeitige Hauptprobleme paravertebrale Schmerzen sowie Gelenksschmerzen, ein
chronisches Lumbovertebralsyndrom, eine ausgeprägte Meralgia parästhetica, eine
knapp 1cm messende Bauchwandhernie, degenerative Veränderungen der HWS und
BWS, eine 3.5cm grosse, zystoide Formation im kleinen Becken und eine Leukozytose
unklarer Ätiologie (IV-act. 99-2 f.). Mit Schreiben vom 10. Mai 2011 teilte Dr. D._ mit,
bei der Versicherten sei es seit Januar 2011 zu einer erheblichen gesundheitlichen
Verschlechterung gekommen. Gemäss ihrer Einschätzung bestehe seit Januar 2011
eine Arbeitsunfähigkeit von 75% bzw. 100%. Sie bitte deshalb um eine Rentenrevision
(IV-act. 97, IV-act. 99-1). Auf Nachfrage der IV-Stelle (vgl. IV-act. 100) beantragte die
Versicherte ihrerseits eine Rentenrevision (IV-act. 102). Mit Stellungnahme vom 30. Mai
2011 führte RAD-Arzt Dr. E._ aus, Dr. D._ beurteile lediglich einen seit dem
Referenzzeitpunkt unveränderten medizinischen Sachverhalt anders (IV-act. 104). Mit
Vorbescheid vom 15. Juni 2011 stellte die IV-Stelle der Versicherten ein Nichteintreten
auf das Leistungsbegehren in Aussicht (IV-act. 108).
A.c Dagegen erhob die Versicherte am 20. Juni 2011 Einwand und beantragte, es sei
festzustellen, dass ihr Invaliditätsgrad mindestens 70% betrage, weshalb ihr eine ganze
IV-Rente zuzusprechen sei; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Es sei ein
medizinisches Gutachten zu den Fragen einzuholen, ob sich ihr Gesundheitszustand
seit anfangs 2011 verschlechtert und ob die Verschlechterung Auswirkungen auf ihre
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hätten (IV-act. 110).
A.d Auf Veranlassung der IV-Stelle (vgl. IV-act. 112) nahm die Versicherte am 11. und
13. Oktober 2011 an einer polydisziplinären Begutachtung durch Ärzte der MEDAS
Ostschweiz teil (IV-act. 117). Diese diagnostizierten mit Gutachten vom 18. April 2012
mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit ein chronisches
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom (IV-act. 117-36). Für die zuletzt ausgeübte
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Tätigkeit als Betreuerin erachteten sie die Versicherte mit qualitativen Einschränkungen
als zu 100% arbeitsfähig. Auch für eine optimal adaptierte Tätigkeit bestehe eine
Arbeitsfähigkeit von 100%. Bei Verdacht auf ein Dumping-Syndrom mit allfälligen prä-
und synkopalen Zuständen mit zu berücksichtigender eingeschränkter Vigilanz seien
Tätigkeiten mit potentieller Gefahr der Selbst- oder Fremdverletzung sowie mit
Sturzgefahr jedoch zu vermeiden. Insbesondere wegen des erhöhten Zeitbedarfs
aufgrund des Managements des Dumping-Syndroms sei von einer 10-20%igen
Einschränkung der Leistungsfähigkeit in den zuletzt ausgeübten Tätigkeiten
auszugehen. Die adaptierte Tätigkeit sei in der freien Wirtschaft umsetzbar, die
zumutbare Willensanstrengung sei aus psychiatrischer Sicht gegeben (IV-act. 117-36,
IV-act. 117-42 f.). RAD-Arzt Dr. E._ bezeichnete das Gutachten am 4. Mai 2012 als
umfassend und widerspruchsfrei. Die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten,
modifizierten Tätigkeit betrage 80%, spätestens ab dem Zeitpunkt des Gutachtens. Für
eine adaptierte Tätigkeit sei die Versicherte ebenfalls zu 80% arbeitsfähig (IV-act. 118).
A.e Mit Vorbescheid vom 4. Dezember 2012 stellte die IV-Stelle die
wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom 6. Februar 2002 (vgl. IV-act. 69),
den Verzicht auf die Rückforderung der zu Unrecht bezogenen Rentenleistungen und
die Aufhebung der Rente nach Zustellung der Verfügung auf Ende des folgenden
Monats in Aussicht (IV-act. 123). Dagegen erhob die Versicherte am 24. Januar 2013
Einwand und beantragte, von einer wiedererwägungsweisen Aufhebung der Verfügung
vom 6. Februar 2002 sei abzusehen. Es sei festzustellen, dass ihr Invaliditätsgrad
mindestens 70% betrage, weshalb ihr eine ganze IV-Rente zuzusprechen sei. Weiter
sei ein medizinisches Obergutachten zu ihrer Arbeits- und Erwerbsfähigkeit einzuholen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Sie brachte vor, das Gutachten der MEDAS
Ostschweiz sei unvollständig, fehlerhaft und widersprüchlich. Zudem stehe es in
Widerspruch zu sämtlichen anderen aktenkundigen ärztlichen Berichten (IV-act. 125).
A.f Am 22. März 2013 wurde bei der Versicherten in der Klinik F._, wegen
hyperinsulinämischer Hypoglykämien nach Magenbypass bei morbider Adipositas eine
laparoskopische Pouchrevision und eine Magenbypassneuanlage mit Anlegen eines
Fobibandes durchgeführt (IV-act. 137-1, vgl. IV-act. 149-3 ff.). Aufgrund einer erneuten
Hypoglykämie-Symptomatik wurde sie vom 31. März bis 1. April 2013 im Spital G._
hospitalisiert (IV-act. 139-22 f.). Vom 1. bis 14. April 2013 befand sich die Versicherte
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zur Rehabilitation im Kurhaus H._ (IV-act. 139-12 ff.). Dr. E._ beurteilte am 21. Juni
2013, die medizinische Situation der Versicherten habe sich nicht in einer für den
Anspruch erheblichen Weise verschlechtert, die Arbeitsfähigkeit liege bei 80%. Unter
der berechtigten Annahme, dass die Dumping-Symptomatik sich nach der im März
2013 durchgeführten Reduktion des Magenpouches zurückgebildet habe, könne von
einer Verbesserung (Arbeitsfähigkeit = 100%) ausgegangen werden (IV-act. 140). Mit
Schreiben vom 15. Juli 2013 hielt die IV-Stelle am bisherigen Entscheid, wonach der
Versicherten keine Rente zustehe, fest (IV-act. 143). Nach Durchführung eines
Gesprächs mit der Versicherten, deren Rechtsvertreter und Mitarbeitern der IV-Stelle
(vgl. IV-act. 152, IV-act. 144 f.), der Einreichung diverser Arztberichte (IV-act. 149) und
einer Auflistung von Blutzuckerkontrollen (IV-act. 157-4 ff.) sowie Stellungnahmen des
RAD (IV-act. 153, IV-act. 159) bat die IV-Stelle die Gutachter der MEDAS Ostschweiz
am 12. November 2013 um erneute Beurteilung der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
durch die Dumpingproblematik (IV-act. 160). Auf Empfehlung der MEDAS Ostschweiz
(vgl. IV-act. 161) veranlasste die IV-Stelle eine weitere polydisziplinäre Begutachtung
(IV-act. 162, IV-act. 166, IV-act. 170, vgl. IV-act. 164).
A.g Im März 2014 wurde die Versicherte von Ärzten der MEDAS Zentralschweiz
polydisziplinär begutachtet. Diese diagnostizierten in ihrem Gutachten vom 29. August
2014 mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit ein chronisches
lumbovertebragenes und lumbospondylogenes Syndrom mit residueller radikulärer
Symptomatik S1 rechts bei ausgeprägter Fehlstatik mit Hohl-Rundrücken, mit
erheblicher Haltungsinsuffizienz, mit muskulärer Dysbalance und Dekonditionierung,
bei leichter, flachbogiger linkskonvexer Skoliose der Wirbelsäule und bei
Dauerbelastung infolge Adipositas sowie ein Spät-Dumping-Syndrom mit
rezidivierenden Hypoglykämien (IV-act. 176-53). Sie beurteilten, als Krankenpflegerin
sei die Versicherte nicht mehr arbeitsfähig. In ihrer derzeitigen Tätigkeit als Hausfrau
und Pflegemutter erachteten sie sie als zu 80% arbeitsfähig. In anderen körperlich
leichten und mittelschweren Tätigkeiten sei sie unter Berücksichtigung näher genannter
einschränkender Kautelen zu 80% arbeitsfähig (IV-act. 176-54 f.)
A.h Nach Einholung einer Stellungnahme von Dr. E._ (IV-act. 179) stellte die IV-Stelle
der Versicherten mit Vorbescheid vom 28. November 2014 die Abweisung des
Rentenerhöhungsgesuchs in Aussicht und ersetzte damit den Vorbescheid vom 4.
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Dezember 2012 (IV-act. 185-12). Dagegen erhob die Versicherte am 20. Januar 2015
Einwand und beantragte, es sei ihr rückwirkend seit dem 24. Mai 2011 eine ganze,
eventualiter eine Dreiviertelsrente zuzusprechen; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge (IV-act. 185). Mit Verfügung vom 29. Mai 2015 wies die IV-Stelle
das Rentenerhöhungsgesuch ab, da eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nicht ausgewiesen sei (IV-act. 197).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 29. Mai 2015 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 1. Juli 2015. Der Rechtsvertreter der Versicherten (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) beantragt darin deren vollumfängliche Aufhebung. Der
Beschwerdeführerin seien die gesetzlichen Leistungen gemäss IVG auszurichten,
insbesondere sei ihr, rückwirkend seit dem 24. Mai 2011, eine ganze Invalidenrente,
eventualiter, rückwirkend seit dem 24. Mai 2011, eine Dreiviertelsrente zuzusprechen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Der Rechtsvertreter bringt vor, die im
Gutachten der MEDAS Zentralschweiz aufgeführten Einschränkungen für eine
Verweistätigkeit seien zahlreich. Es sei völlig unrealistisch, dass ein durchschnittlicher
Arbeitgeber mit jemandem einen Arbeitsvertrag schliesse, der so vielen
Einschränkungen unterliege. Hinzu komme, dass der Arbeitgeber der
Beschwerdeführerin wegen des Dumping-Syndroms eine 10-20%ige Einschränkung
zugestehen müsse. So eine Arbeitsgelegenheit existiere nicht und das abstrakte
Kriterium des ausgeglichenen Arbeitsmarktes sei deshalb nicht anwendbar. Daher sei
ihr eine ganze Rente zuzusprechen. Eventualiter sei der Invaliditätsgrad in der
angefochtenen Verfügung falsch berechnet. Es rechtfertige sich ein Tabellenlohnabzug
von 25%, womit sich ein Invaliditätsgrad von 62,5% ergebe (act. G1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 14. August 2015 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Sie führt aus, die zumutbare Restarbeitsfähigkeit sei
erwerblich verwertbar. Der Beschwerdeführerin stünden rückenschonende
Hilfstätigkeiten im Gesundheits- und Sozialwesen, wie auch in Industrie und Gewerbe
offen. Es sei ein Tabellenlohnabzug von 10% gerechtfertigt, womit ein Invaliditätsgrad
von aufgerundet 54% resultiere. Die Beschwerdeführerin habe somit weiterhin
Anspruch auf eine halbe Rente (act. G4).
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B.c Die Beschwerdeführerin verzichtete mit Schreiben vom 29. September 2015 auf
die Einreichung einer Replik (act. G8).
B.d Mit Eingabe vom 28. April 2016 liess die Beschwerdeführerin mitteilen, es gehe ihr
gesundheitlich sehr schlecht. Aufgrund von Komplikationen mit dem Magen-Bypass
sowie einer Dehydrierung sei sie am 18. April 2016 notfallmässig ins Spital transportiert
worden. In absehbarer Zeit werde eine Operation durchgeführt und sie sei derzeit zu
100% arbeitsunfähig. Sie ersuchte um Berücksichtigung dieser neuen Tatsache und
um Abwarten mit dem Entscheid über die Beschwerde bis zur Klärung der Arbeits- und
Erwerbsfähigkeit (act. G12). Das Versicherungsgericht teilte mit Schreiben vom 3. Mai
2016 mit, die Eingabe werde nicht als förmliches Gesuch um Verfahrenssistierung
betrachtet und eine solche auch nicht als angezeigt erachtet. Im vorliegenden
Verfahren bilde der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen
Verfügung zugetragen habe, grundsätzlich die zeitliche Grenze der richterlichen
Überprüfung. Eine allfällig nach diesem Zeitpunkt eingetretene relevante
Verschlechterung des Gesundheitszustands wäre wiederum als Revisionsgesuch im
Verwaltungsverfahren geltend zu machen (act. G13).

Erwägungen
1.
Die im vorliegenden Verfahren zu überprüfende Verfügung ist eine Revisionsverfügung,
die sich sinngemäss auf Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) stützt. Nachdem die IV-Stelle mit
Vorbescheid vom 4. Dezember 2012 eine Wiedererwägung der Verfügung vom 6.
Februar 2002 in Aussicht gestellt hatte (IV-act. 123), ersetzte sie diesen Vorbescheid
am 28. November 2014 und stellte stattdessen eine Abweisung des
Rentenerhöhungsgesuchs in Aussicht (IV-act. 185-12). Die IV-Stelle nahm folglich
bewusst Abstand vom ursprünglichen Vorhaben und verzichtete auf eine
Wiedererwägung. Eine substituierte Begründung der Wiedererwägung fällt damit selbst
unter Berücksichtigung der höchstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. BGE 125 V 369 E.
3, Urteile des Bundesgerichts vom 5. Juli 2010, 9C_303/2010 E. 4 und vom 29. April
2008, 9C_11/2008) von Vornherein nicht in Betracht.
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2.
2.1 Unter Invalidität wird laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden.
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG). Volljährige, die vor der Beeinträchtigung ihrer körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit nicht erwerbstätig waren und denen eine Erwerbstätigkeit
nicht zugemutet werden kann, gelten als invalid, wenn eine Unmöglichkeit vorliegt, sich
im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 8 Abs. 3 ATSG; siehe auch Art. 5 Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Bei nicht
erwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die
Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in
welchem Mass sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2
IVG). Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig (gewesen) sind, wird die Invalidität
für diesen Teil nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im
Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Absatz 2
festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der
Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ist in beiden
Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG).
2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens
zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine
Viertelsrente. Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Der Veränderung des
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Invaliditätsgrads ist immer dann mittels Rentenerhöhung, Rentenherabsetzung oder
Rentenaufhebung Rechnung zu tragen, wenn sich der der Leistung zu Grunde liegende
Sachverhalt nachträglich erheblich verändert hat. Bei der Anpassung einer
Invalidenrente im Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG geht es darum, eine ursprünglich
tatsächlich und rechtlich korrekte formell rechtskräftige Verfügung über eine
Dauerleistung (Rente) an nach Eintritt der formellen Rechtskraft eingetretene
Veränderungen tatsächlicher Natur anzupassen, das heisst eine nachträglich
eingetretene tatsächliche Unrichtigkeit der formell rechtskräftigen Verfügung zu
beheben. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Ob eine solche Änderung
eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der
letzten, der versicherten Person eröffneten rechtskräftigen Verfügung vorlag, die auf
einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs beruht, mit demjenigen zur Zeit der
streitigen Revisionsverfügung (BGE 133 V 108 E. 5.4). Dabei stellt die bloss
unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert
gebliebenen Gesundheitszustands auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen
keinen Revisionsgrund im Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (BGE 112 V 372 E. 2b mit
Hinweisen).
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin kündigte ihre letzte Stelle als Betreuerin in einem
Behindertenheim wegen Heirat und Wegzugs, mithin aus gesundheitsfremden
Gründen, im Jahr 2004 (IV-act. 81-4). Seither geht sie keiner ausserhäuslichen Tätigkeit
mehr nach, sondern führt teilweise den Haushalt, hat einen Pflegesohn und kümmert
sich um mehrere Tageskinder (IV-act. 176-33). Trotz der entgeltlichen Betreuung des
Pflegekindes (vgl. IV-act. 117-30) ist dies nicht als Erwerbstätigkeit zu betrachten. Vor
dem Hintergrund dessen, dass die Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin das
versicherte Gut darstellt (vgl. SVR 2016 IV Nr. 50, Urteil des Versicherungsgerichts St.
Gallen vom 19. Juli 2016, IV 2014/37, mit weiteren Hinweisen, abrufbar unter
www.gerichte.sg.ch, Dienstleistungen, Rechtsprechung, Versicherungsgericht), ist
jedoch nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin
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wie bei der ursprünglichen Rentenzusprache noch immer als Vollerwerbstätige
qualifiziert.
3.2 Die ursprüngliche Verfügung vom 6. Februar 2002 ging im Wesentlichen gestützt
auf die Einschätzung von Dr. med. I._, Allgemeine Medizin FMH, von einer
Arbeitsunfähigkeit von 50% für die angestammte Tätigkeit als Betreuerin aus (IV-act.
69, vgl. auch IV-act. 65).
3.2.1 Dr. I._ beurteilte am 13. Oktober 1998, die Beschwerdeführerin könne
wegen chronischer Rückenbeschwerden keine rückenbelastenden Arbeiten mehr
ausführen. Eine der Behinderung angepasste Tätigkeit sei ab sofort zu 100% zumutbar
(IV-act. 44). Am 16. August 2001 berichtete er sodann, die Beschwerdeführerin sei in
ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit seit 10. Juli 2001 bis auf weiteres zu 50%
arbeitsunfähig. Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine
depressive Stimmungslage, ein chronisches Lumbovertebralsyndrom, einen Status
nach Diskushernienoperation L5/S1 rechts, eine Adipositas per magna und einen
Status nach proximalem Magen¬bypass im Mai 2001. Sie sei aufgrund der depressiven
Stimmungslage, einer verminderten körperlichen Arbeitsfähigkeit wegen der
Rückenproblematik, Asthma bronchiale und Übergewicht in ihren physischen und
psychischen Funktionen eingeschränkt. Vorderhand sei nicht mit einer Erhöhung der
Arbeitsfähigkeit zu rechnen, ob dies in einigen Monaten möglich sei, werde der weitere
Verlauf zeigen. Vor allem sei wichtig, was die Gewichtsreduktion in Bezug auf die
Rückensymptomatik, das Asthma und die psychische Problematik bringe. Die
bisherige Berufstätigkeit sei halbtags möglich (IV-act. 53-11 ff.).
3.2.2 Dr. med. J._, Universitätsspital Zürich, diagnostizierte mit Bericht vom 14.
September 2001 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach
Mikrodiskektomie L5/S1 rechts bei teils verkalkter lumbaler Diskushernie L5/S1 rechts
im Dezember 1999 bei akutem sensiblem Reiz- und Ausfallssyndrom L5/S1 rechts, ein
lumbospondylogenes Syndrom bei degenerativen Veränderungen der LWS, einen
Verdacht auf eine Meralgia parästhetica beidseits mit Hypästhesien im Bereich beider
Oberschenkel, ein CTS beidseits und eine Adipositas per magna. Gemäss Arztbrief
vom 26. Januar 2000 sei ihr empfohlen worden, die Tätigkeit als Betreuerin in einem
Behindertenheim ab Februar 2000 zunächst zu 50% wieder aufzunehmen und sie
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anschliessend sukzessive auf 100% zu steigern (vgl. dazu den Bericht von Dr. med.
K._; IV-act. 53-6). Seit dem 25. September 2000 seien keine Kontrollen im
Universitätsspital mehr erfolgt, weshalb unklar bleibe, inwieweit sich die derzeitigen
Beschwerden auf ihre Arbeitsfähigkeit auswirkten. Es bestünden aus Sicht des
Universitätsspitals keine psychischen Defizite, welche die Einschränkung jedweder
Tätigkeit nötig machten. Aufgrund der genannten Diagnosen bestünden deutliche
Einschränkungen in Bezug auf die physischen Funktionen der Versicherten. Diese
beträfen insbesondere schwere körperliche Arbeit, welche langfristig zu vermeiden sei.
Sollte sie nach wie vor als Betreuerin in einem Behindertenheim arbeitstätig sein,
bestünden lediglich geringe Einschränkungen in Bezug auf starke körperliche
Anstrengungen. Eine berufliche Umstellung sei nicht notwendig. Nach Durchführung
näher umschriebener medizinischer Massnahmen bestehe in der bisherigen
Berufstätigkeit sowie in behinderungsangepassten Tätigkeiten eine ganztägige
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 53-1 ff.).
3.3 Die Beschwerdegegnerin stützt sich in der angefochtenen Verfügung vom 29. Mai
2015 (vgl. IV-act. 197) in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das Gutachten der
MEDAS Zentralschweiz vom 29. August 2014 (vgl. IV-act. 176).
3.3.1 Die Gutachter der MEDAS Zentralschweiz diagnostizierten mit wesentlicher
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbovertebragenes und
lumbospondylogenes Syndrom mit residueller radikulärer Symptomatik S1 rechts bei
ausgeprägter Fehlstatik mit Hohl-Rundrücken, mit erheblicher Haltungsinsuffizienz, mit
muskulärer Dysbalance und Dekonditionierung, bei leichter, flachbogiger linkskonvexer
Skoliose der Wirbelsäule und bei Dauerüberlastung infolge von Adipositas sowie ein
Spät-Dumping-Syndrom mit rezidivierenden Hypoglykämien (IV-act. 176-53). Sie
erachteten die Beschwerdeführerin als Krankenpflegerin als nicht mehr arbeitsfähig.
Die Arbeitsfähigkeit als Betreuerin im Wohnheim konnten sie offenbar wegen unklarem
Schweregrad der körperlichen Anforderungen nicht quantifizieren. In ihrer derzeitigen
Tätigkeit als Hausfrau und Pflegemutter erachteten sie sie als zu 80% arbeitsfähig. In
einer körperlich leichten und mittelschweren Tätigkeit sei sie zu 80% arbeitsfähig, wenn
einschränkend berücksichtigt werde, dass eine Minderbelastbarkeit des Achsenorgans
auf lumbalem Niveau bestehe, insbesondere für erhöhte statische oder dynamische
Krafteinwirkungen vor allem ausserhalb der Körperachse; der Beschwerdeführerin
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könnten diesbezüglich keine körperlichen Schwerarbeiten wie auch keine Arbeiten in
explizit rückenbelastenden Arbeitspositionen wie zum Beispiel Tätigkeiten mit häufig
vorgeneigtem oder abgedrehtem Oberkörper zugemutet werden. Weiter seien wegen
der latenten Hypoglykämiegefahr Vorsichtsmassnahmen zu berücksichtigen. So müsse
die Beschwerdeführerin die Möglichkeit zum Essen und Trinken am Arbeitsplatz haben;
es komme keine ständige Arbeit an Geräten in Frage, welche längere kontinuierliche
Aufmerksamkeit und Konzentration erfordere ohne Möglichkeit zu Pausen; es komme
kein berufsmässiges Führen von Fahrzeugen in Frage und Autofahren sei generell nur
dann möglich, wenn die Beschwerdeführerin vor dem Einsteigen den Blutzucker
kontrolliere und Glukose oder ein anderes Kohlenhydrat in Reserve mitführe (IV-act.
176-54 f., vgl. auch das in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit ähnliche Ergebnis des
Gutachtens der MEDAS Ostschweiz vom 18. April 2012; IV-act. 117).
3.4 Seit der Rentenzusprache im Februar 2002 ist insofern eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin eingetreten, als inzwischen
unbestritten ein Spät-Dumping-Syndrom mit rezidivierenden Hypoglykämien vorliegt
(IV-act. 176-53). Hingegen ist aufgrund der Entlastung durch die nach dem Einsetzen
eines Magenbypasses im Mai 2001 (vgl. IV-act. 53-11) sowie der Pouchrevision und
einer Magenbypassneuanlage im März 2013 (vgl. IV-act. 137-1) erreichten
Gewichtsreduktion (vgl. IV-act. 149-13, IV-act. 176-41) und der besseren Adaptation an
die Rückenschmerzen tendentiell von einer Verbesserung der Rückenbeschwerden
auszugehen. Dr. I._ berichtete im August 2001 von einer depressiven Stimmungslage
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-act. 53-11 ff.), die MEDAS-Gutachter
stellten im August 2014 jedoch keine relevanten psychischen Probleme mehr fest;
solche werden von der Beschwerdeführerin denn auch nicht geltend gemacht (IV-act.
176-53 f.). Insgesamt bleibt eine Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin auf unter 50% (vgl. IV-act. 65-2, IV-act. 69) damit beweislos.
Obwohl im Revisionsverfahren eine Arbeitsfähigkeit von 80% ermittelt wurde, während
bei der ursprünglichen Rentenzusprache von einer solchen von 50% ausgegangen
worden war, ist auch eine Verbesserung des Gesundheitszustandes nicht überwiegend
wahrscheinlich erstellt. Denn es ist nicht erwiesen, dass die Arbeitsunfähigkeit bei der
Verfügung 2002 in einem relevanten Umfang psychisch bedingt gewesen ist (vgl. auch
Bericht von Dr. J._ vom 14. September 2001, welcher keine relevanten psychischen
Defizite feststellte; IV-act. 53). Die MEDAS-Gutachter beurteilten damit nur einen
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insgesamt nicht relevant veränderten Gesundheitszustand anders und schätzten die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin basierend darauf höher ein. Dies kann im
Revisionsverfahren aber nicht relevant sein. Es besteht somit kein medizinisch
bedingter Revisionsgrund und es ist weiterhin von einer Arbeitsfähigkeit von 50%
auszugehen.
3.5 Hinsichtlich des Valideneinkommens ist keine Sachverhaltsänderung eingetreten,
weshalb sich diesbezüglich keine Neufestsetzung rechtfertigt. Wie schon bei der
ursprünglichen Verfügung ist (nach mehrjähriger Anstellung) die Tätigkeit als Betreuerin
als Validenkarriere zu betrachten, da die Beschwerdeführerin als Gesunde überwiegend
wahrscheinlich noch immer dieser Tätigkeit nachgehen würde. Der
(gesundheitsfremde, vgl. IV-act. 81) Wegfall der Tätigkeit als Betreuerin in einem
Wohnheim ist im Übrigen keine Sachverhaltsänderung, die sich auf das
Invalideneinkommen auswirkt. Denn es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass die
Beschwerdeführerin vor der Heirat einen nicht leistungsgerechten Lohn erzielt hätte.
Das Erwerbspotential der Beschwerdeführerin als Betreuerin ist mit Blick auf das
Gutachten der MEDAS Zentralschweiz (IV-act. 176-54) jedenfalls nicht kleiner, als es
2001 war. Als einziger Revisionsgrund käme damit ein veränderter Tabellenlohnabzug
in Betracht. Bei der Verfügung vom 6. Februar 2002 gewährte die IV-Stelle des Kantons
Zürich keinen Tabellenlohnabzug. Doch selbst wenn unterdessen ein Abzug zu
gewähren wäre (allfällige Vergrösserung des Konkurrenznachteils der
Beschwerdeführerin aufgrund des höheren Alters, der langen Absenz vom Arbeitsmarkt
und gesundheitsbedingten Einschränkungen), wäre ein Abzug von über 15%
offensichtlich nicht angezeigt, sodass es bei der halben Rente sein Bewenden hat
(Prozentvergleich: 50% + (50% x 15%) = 57.5%).
4.
Weiter umstritten und zu prüfen ist, ob die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwertbar ist. Während die Beschwerdegegnerin
dies bejaht (act. G4), verneint die Beschwerdeführerin eine Verwertbarkeit (act. G1).
4.1 Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare
Einkommen ist bezogen auf den ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln. Ein solcher
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Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot
und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten
auf und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen
Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (SVR 2008 IV Nr. 62,
S. 203, BGE 110 V 276 E. 4b, ZAK 119 S. 321 E. 3b). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt
umfasst selbst sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote,
bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des
Arbeitgebers rechnen können (Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2007,
9C_95/2007 E. 4.3). Daraus folgt, dass für die Invaliditätsbemessung nicht darauf
abzustellen ist, ob ein Invalider unter den konkreten Arbeitsverhältnissen vermittelt
werden kann, sondern einzig darauf, ob er die ihm verbliebene Arbeitskraft noch
wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an
Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 291).
4.2 Zwar wird das der Beschwerdeführerin noch offen stehende Spektrum an
möglichen leichten bis mittelschweren Tätigkeiten durch die genannten
Einschränkungen eingeengt. Dennoch lassen die qualitativen Einschränkungen nicht
bloss noch Nischenarbeitsplätze zu. Vielmehr ist mit der Beschwerdegegnerin (vgl. act.
G4) davon auszugehen, dass auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt leichte bis
mittelschwere rückenschonende Hilfstätigkeiten etwa im Gesundheits- und
Sozialwesen oder in Industrie und Gewerbe bestehen, die den gesundheitlichen
Anforderungen der Beschwerdeführerin Rechnung tragen. Entgegen den Ausführungen
der Beschwerdeführerin kamen die MEDAS-Gutachter nicht zum Schluss, eine
Tätigkeit mit vorgeneigten oder abgedrehten Oberkörper sei nicht zumutbar. Solche
Haltungen dürfen lediglich nicht häufig gefordert werden und die Arbeitspositionen
müssen generell nicht explizit rückenbelastend sein (vgl. IV-act. 176-54 f.). Auch die
wegen der latenten Hypoglykämie zu beachtenden Vorsichtsmassnahmen lassen eine
erwerbliche Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit nicht als unrealistisch erscheinen.
An vielen Arbeitsplätzen ist es erfahrungsgemäss möglich, kurze Verpflegungspausen
einzulegen. Wie die Beschwerdegegnerin richtig vorbringt (vgl. act. G4), ist bei der
Mehrzahl der für die Beschwerdeführerin offenstehenden Tätigkeiten nicht mit allzu
hohen Anforderungen an Konzentration und Aufmerksamkeit zu rechnen, welche
wegen der Hypoglykämiegefahr beeinträchtigt sein könnten. Durch die von Gutachter
Dr. med. L._ vorgeschlagenen Massnahmen und Verhaltensweisen, insbesondere
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bezüglich Ernährung und Medikation, lässt sich das Risiko zudem weiter senken (vgl.
IV-act 176-92 f.). Die qualitativen Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit erweisen sich
damit nicht als derart gravierend, dass selbst auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt,
der sich durch einen Fächer verschiedenartigster Tätigkeiten auszeichnet, keine
Tätigkeiten oder blosse Nischenarbeitsplätze zumutbar wären. Dass ein potentieller
Arbeitgeber, wie von der Beschwerdeführerin vorgebracht (act. G1), allenfalls aufgrund
der Tätigkeit ihres Ehemannes als “streitbar bekannter Rechtsanwalt“ Bedenken wegen
eines bei Nichtbeachten der Fürsorgepflicht oder einer körperlichen Verletzung bei der
Arbeit drohenden Klage bzw. Strafuntersuchung hätte, spricht sodann nicht gegen die
Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Zudem ist
darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin der Schadenminderungspflicht
unterliegt (Art. 7 Abs. 1 IVG). Es wäre ihr insbesondere zumutbar, auch ausserhalb ihrer
Wohnregion eine Stelle anzutreten (vgl. dazu auch die Praxis des Bundesgerichts
wonach das hypothetische Invalideneinkommen gestützt auf die nationale
Lohnstrukturerhebung und nicht in Anwendung “regionaler“ statistischer Daten zu
ermitteln ist; SVR 2007 UV Nr. 17 E. 8.1 ff.).
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin
anzurechnen.
5.3 Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.