Decision ID: b9c48579-6eec-53b0-b01c-7457ee3cf68d
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die Beschwerdeführenden, iranische Staatsangehörige, stellten am
4. Februar 2020 am Flughafen (...) Asylgesuch.
B.
Im Rahmen des ihnen durch das SEM am 4. Februar 2020 erteilten recht-
lichen Gehörs zur Einreiseverweigerung und Zuweisung in den Transitbe-
reich des Flughafens reichte die Rechtsvertretung keine fristgerechte Stel-
lungnahme ein.
Das SEM verfügte am 6. Februar 2020, dass den Beschwerdeführenden
die Einreise in die Schweiz vorläufig verweigert und ihnen für die Dauer
von maximal 60 Tagen der Transitbereich des Flughafens Zürich als Auf-
enthaltsort zugewiesen werde.
C.
Am 14. Februar 2020 fanden deren Befragungen zur Person (BzP; SEM-
Akten 1061299-25 und 28, nachfolgend A25 und A28) statt.
D.
Am 17. Februar 2020 wurde die Einreise der Beschwerdeführenden in die
Schweiz zur Prüfung ihrer Asylgesuche bewilligt und sie wurden dem Bun-
desasylzentrum (BAZ) (...) zugewiesen.
E.
Am 16. respektive 17. März 2020 wurden die Beschwerdeführenden ein-
lässlich zu den Asylgründen angehört (SEM-Akten 1062083-8 und 9, nach-
folgend B8 und B9). Sie gaben zusammengefasst im Wesentlichen Folgen-
des zu Protokoll:
Sie würden beide aus C._ stammen, wo sie seit ihrer Heirat am (...)
([...] August 2016) zusammengelebt hätten. Die Beschwerdeführerin habe
ein (...)studium absolviert und im (...) gearbeitet. Der Beschwerdeführer
habe eine (...)-Fachausbildung absolviert, ein Diplom als (...) erworben
und sei zuletzt für die «(...)»-Organisation, welche dem (...) unterstehe, als
stellvertretender Leiter der Abteilung für Dokumentation und Behördenkor-
respondenz tätig gewesen.
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Am 24. Aban 1398 (15. November 2019) habe der Beschwerdeführer in
D._, Iran, an den Protesten gegen die Erhöhung des Erdöl- bezie-
hungsweise Benzinpreises teilgenommen. Am darauffolgenden Tag habe
er eine SMS von der Präventionspolizei der Provinz E._ erhalten,
in welcher ihm mitgeteilt worden sei, dass eine weitere Teilnahme an Pro-
testen Konsequenzen nach sich ziehen würde. Daraufhin habe er sich ent-
schlossen, nicht mehr an Protesten teilzunehmen.
Ungefähr eine Woche später hätten sich die Beschwerdeführenden ent-
schieden, Christen zu werden. Während etwa sechs Wochen hätten sie
ein- bis zweimal wöchentlich eine Hauskirche besucht. Am 27. Dey (17. Ja-
nuar) hätten sie einen Anruf erhalten, dass die Hauskirche samt ihrer Na-
men aufgeflogen sei und sie fliehen sollten. Noch am selben Tag hätten sie
sich zu einem Freund begeben und Iran schliesslich am 2. Bahman 1398
(22. Januar 2020) auf legalem Weg per Flugzeug verlassen.
Sie reichten Kopien ihrer abgelaufenen und aktuellen iranischen Reise-
pässe sowie ihre iranischen Identitätskarten im Original zu den Akten. Fer-
ner reichten sie Kopien ihrer Geburtsurkunden und Heiratsurkunde, den
Ausdruck des Screenshots einer Droh-SMS, sowie gefälschte griechische
Identitätsdokumente ein.
F.
Das SEM unterbreitete der Rechtsvertretung der Beschwerdeführenden
am 23. März 2020 einen Entwurf des vorgesehenen Asylentscheides.
Diese liess sich am 24. März 2020 dazu vernehmen.
G.
Mit gleichentags eröffneter Verfügung vom 25. März 2020 stellte das SEM
fest, dass die Beschwerdeführenden die Flüchtlingseigenschaft nicht erfül-
len, lehnte ihre Asylgesuche ab und ordnete die Wegweisung sowie den
Vollzug an. Zudem wurden ihnen die editionspflichtigen Akten gemäss Ak-
tenverzeichnis ausgehändigt.
H.
Ebenfalls am 25. März 2020 beendete die Rechtsvertretung ihr Mandats-
verhältnis.
I.
Gegen die Verfügung des SEM vom 25. März 2020 erhoben die Beschwer-
deführenden mit Eingabe vom 2. April 2020 (Poststempel: 3. April 2020)
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Beschwerde. Dabei beantragten sie die Aufhebung der angefochtenen Ver-
fügung, die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft sowie die Gewährung
von Asyl; eventualier sei die Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmög-
lichkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Auf-
nahme anzuordnen; subeventualiter sei die angefochtene Verfügung auf-
zuheben und die Sache zur vollständigen Abklärung des Sachverhalts an
die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht stellten sie ein
Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und um Beiordnung eines un-
entgeltlichen Rechtsbeistands, beziehungsweise mindestens um Verzicht
auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.
J.
Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 6. Ap-
ril 2020 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 1 AsylG).

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-
ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-
son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht
vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die
Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben
ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
und Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf
die Beschwerde ist einzutreten.
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2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
5.
5.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres Entscheids im Wesentli-
chen aus, dass am Wahrheitsgehalt der Vorbringen der Beschwerdefüh-
renden erhebliche Zweifel anzubringen seien, da ihre Angaben insgesamt
vage, wenig substantiiert und teilweise widersprüchlich ausgefallen seien.
So hätten sie anlässlich der BzP angegeben, gemeinsam an den Protesten
Mitte November 2019 teilgenommen zu haben, bei der Bundesanhörung
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führten sie hingegen aus, dass nur der Beschwerdeführer teilgenommen
habe. Beide hätten zum Inhalt der daraufhin erhaltenen Droh-SMS ange-
geben, sich nicht an den genauen Wortlaut zu erinnern. Die Beschwerde-
führerin habe angegeben, nicht zu wissen, an wen die SMS gerichtet ge-
wesen sei. Weiter habe der Beschwerdeführer keine konkreten Angaben
machen können, woher der Absender der SMS seine Nummer gehabt
habe. Betreffend den Absender hätten sich die Beschwerdeführenden so-
dann widersprüchlich geäussert und erklärt, man würde anhand der Num-
mer erkennen, dass es sich beim Absender um eine staatliche Behörde
handle, seien jedoch nicht in der Lage gewesen, diese Behauptung schlüs-
sig zu erklären. Die Nummer auf dem eingereichten Beweismittel beginne
ferner mit «+98», womit es sich – gemäss den Angaben des Beschwerde-
führers – um eine gewöhnliche Nummer handeln dürfte. Er habe weiter
erklärt, dass keine Möglichkeit bestehe, den Absender zu kontaktieren und
niemand aus seinem Umfeld eine solche SMS bekommen habe, weshalb
er davon ausgegangen sei, dass es sich um eine echte SMS handle. Dies
sei eine wenig plausible Erklärung auf die Frage, ob er versucht habe, die
Echtheit der SMS zu verifizieren. Dem eingereichten Ausdruck des
Screenshots der SMS komme nur geringer Beweiswert zu, zumal weder
erkenntlich sei, dass die SMS an das Telefon des Beschwerdeführers ge-
sendet worden sei, noch dem Text der SMS sein Name zu entnehmen sei.
Der Beschwerdeführer habe schliesslich ausgeführt, sein Name stehe auf
der schwarzen Liste des Landes, zumal er so eine SMS erhalten habe.
Nebst dieser SMS habe er dafür keine konkreten Hinweise.
Das fehlende Wissen zum christlichen Glauben hätten die Beschwerdefüh-
renden damit begründet, dass sie Neulinge seien. Sie hätten jedoch, selbst
unter Berücksichtigung dieses Einwands und allfälliger ihnen anders be-
kannten Begriffe für christliche Feiertage, insgesamt deutlich weniger und
in wesentlichen Punkten lückenhaftes Wissen zum Christentum aufweisen
können, als dies von ihnen zu erwarten gewesen wäre, hätten sie sich tat-
sächlich mit einem Glaubenswechsel auseinandergesetzt beziehungs-
weise diesen vollzogen. Es entstehe nicht der Eindruck, dass sie sich ein-
gehend mit dieser Religion befasst hätten. Auch ihre Begründungen, wes-
halb sie ihren Glauben gewechselt hätten, seien oberflächlich und stereo-
typ ausgefallen. Ferner hätten sie sich widersprüchlich zur Rolle ihres
Freundes F._ für den Glaubenswechsel geäussert. Sie hätten we-
der die Strömung des christlichen Glaubens noch den Ort ihrer Hauskirche
wiedergeben können. Ferner seien die Angaben des Beschwerdeführers
zum Anruf, zum Inhalt des Gesprächs und zu seiner Reaktion vage und
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wenig substantiiert ausgefallen. Auch die Ereignisse nach der Ausreise hät-
ten sie wenig konkret geschildert. Sie wüssten nicht, wer sich bei ihnen
zuhause nach ihnen erkundigt habe. Konkrete Hinweise, dass zwischen
ihren Problemen und der Tatsache, dass jemand nach ihnen gesucht habe,
ein Zusammenhang bestehe, habe der Beschwerdeführer verneint. Es sei
somit nicht nur unklar, wer sich nach ihnen erkundigt habe, sondern auch,
was die Absichten dieser Person gewesen sein könnten.
Ihre Vorbringen würden demnach den Anforderungen an die Glaubhaf-
tigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhalten, so dass deren Asylrelevanz
nicht geprüft werden müsse und ihre Asylgesuche abzulehnen seien. An
dieser Einschätzung würden auch die Ausführungen der Rechtsvertretung
in ihrer Stellungnahme nichts ändern. Der Sachverhalt sei auch ohne ver-
tiefte Glaubhaftigkeitsprüfung der einzelnen Hauskirchenbesuche als er-
stellt anzusehen. Den Beschwerdeführenden sei ausreichend Gelegenheit
gegeben worden, sich zu ihren Vorbringen zu äussern und diese glaubhaft
zu machen. Auf das Ersuchen der Rechtsvertretung, den Sachverhalt ver-
tieft im Rahmen eines erweiterten Verfahrens abzuklären, werde deshalb
nicht eingetreten.
5.2 In ihrer Rechtsmitteleingabe führten die Beschwerdeführenden aus,
ihre Leben seien im Iran in grosser Gefahr. Sie seien nie mit dem irani-
schen Regime einverstanden gewesen. Die SMS-Drohnachricht hätten sie
nicht als Beweismittel auf dem Mobiltelefon gespeichert behalten, da das
Risiko, dass die Behörden diese bei der Ausreise entdeckt und sie nicht
ausreisen lassen hätten, zu gross gewesen sei. Auch bezüglich der Haus-
kirche hätten sie keine Beweismittel. Da deren Existenz in den Augen des
iranischen Regimes nicht willkommen sei, hätten sie (bei deren Besuch) so
wenig Spuren wie möglich hinterlassen. In den Anhörungen seien ihnen
teilweise sehr präzise und auf die Geschichte fokussierte Fragen zum
Christentum gestellt worden. Als Neulinge sei jedoch ihr Wissen noch nicht
breitgefächert und hätten sie sich nicht als erstes solchen Detailfragen,
sondern den grundsätzlicheren Elementen gewidmet. Es sei nicht gerecht-
fertigt, ihnen ein Unwissen oder nicht ausreichendes Wissen über die
christliche Religion vorzuwerfen, nur, weil sie gewisse sehr präzise Frage
nicht hätten beantworten können. Die Ausführungen und Erklärungen in
der Stellungnahme der Rechtsvertretung seien im Asylentscheid der Vor-
instanz nicht ernsthaft geprüft und nur kurz gewürdigt worden. Sie seien
den iranischen Behörden ein Dorn im Auge. Seit ihrer Flucht hätten zwei-
mal Leute bei ihnen zuhause nach ihnen gefragt. Damit sei klar, dass die
iranischen Sicherheitskräfte sie suchen würden. Bei einer Rückkehr in den
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Iran würden sie von der Polizei oder anderen Sicherheitskräften umgehend
festgenommen und müssten Konvertiten zum Christentum mit willkürlichen
und fatalen Unterdrückungsmassnahmen rechnen. Der Beschwerdeführer
sei den Behörden zusätzlich aufgrund seines politischen Engagements im
Rahmen der Demonstration gegen die Benzinpreiserhöhung bekannt und
bereits vorgewarnt worden. Die Beschwerdeführenden reichten zur Stüt-
zung ihrer Vorbringen mit ihrer Beschwerde Kopien von zwei gerichtlichen,
fremdsprachigen, nicht übersetzten Vorladungen zu den Akten, gemäss
welchen der Beschwerdeführer bis zum (...) Februar 2020 beziehungs-
weise etwa Mitte März 2020 wegen "Kooperation mit nichtmuslimischen
Gruppierungen" vor Gericht hätte erscheinen müssen. Die erste Vorladung
sei dem Vater des Beschwerdeführers wahrscheinlich am 25. Februar 2020
ausgehändigt worden, die zweite datiere vom (...) März 2020. Beide seien
ihnen am (...) April 2020 vom Vater per Whatsapp zugestellt worden; die
Originale könnten angesichts des eingeschränkten Postwesens (mangels
Flüge in der Folge der COVID-19 Pandemie) zurzeit nicht eingereicht wer-
den.
Schliesslich sei es ihnen unzumutbar und unmöglich, aufgrund der prekä-
ren Lage ausgelöst durch die COVID-19-Pandemie, in den Iran zurückge-
schickt zu werden.
6.
Vorab ist der Eventualantrag, die Verfügung sei aufzuheben und zur voll-
ständigen Abklärung des Sachverhalts an das SEM zurückzuweisen, zu
prüfen. Dieser wird unter Ziff. 7 der Beschwerde damit begründet, das SEM
habe die Ausführungen und Erklärungen in der Stellungnahme der Rechts-
vertretung (betreffend die Notwendigkeit weiterer Abklärungen zu ihrer
Konversion) nicht ernsthaft geprüft und nur kurz gewürdigt. Die Vorinstanz
hat in der angefochtenen Verfügung ausführlich dargelegt, weshalb sie die
Vorbringen der Beschwerdeführenden als nicht glaubhaft qualifiziert. Sie
hat der Stellungnahme der Rechtsvertretung im angefochtenen Entscheid
ausreichend Rechnung getragen und dargelegt, weshalb sie weitere Ab-
klärungen als nicht notwendig erachtet. Auch eine sachgerechte Anfech-
tung war – wie die Beschwerde zeigt – ohne weiteres möglich. Soweit die
Beschwerdeführenden betreffend die Konversion zu einem anderen
Schluss gelangen, liegt darin keine Verletzung der Begründungspflicht.
Vielmehr betrifft dies eine Frage der rechtlichen Würdigung des Sachver-
haltes, auf welche im Rahmen der materiellen Prüfung näher einzugehen
ist. Aus den Akten ergeben sich ferner keine Hinweise darauf, dass der
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Beschwerdeführerin im Rahmen der Anhörungen nicht ausreichend Gele-
genheit geboten wurde, ihre Konversion und die Ausübung ihres Glaubens
im Iran – insbesondere mittels Schilderung eines Besuchs der Hauskirche
– in der nötigen Ausführlichkeit darzulegen. Aus dem Protokoll ergibt sich
vielmehr, dass sowohl die zuständige Mitarbeiterin des SEM als auch die
anwesende Rechtsvertretung bemüht darum waren, dass die Beschwer-
deführerin ihre Vorbringen konkretisierte (B9 F159 ff.). Ihr wurde sodann
die Möglichkeit gegeben, vorhandene Unstimmigkeiten in ihren Vorbringen
zu plausibilisieren (vgl. exemplarisch B9 F106 ff.).
Die formelle Rüge erweist sich damit als unbegründet. Es besteht somit
kein Anlass, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das Eventualbegehren
ist abzuweisen.
7.
7.1 Eine Prüfung der Akten ergibt, dass die vorinstanzlichen Erwägungen
zu bestätigen sind. Die Beschwerdeführenden konnten keine asylrechtlich
relevanten Vorverfolgungshandlungen beziehungsweise begründete
Furcht vor Vorverfolgungshandlungen nachweisen oder zumindest glaub-
haft machen. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann auf die zutreffen-
den und sorgfältig begründeten Erwägungen in der angefochtenen Verfü-
gung (sowie die Zusammenfassung in E. 5.1) verwiesen werden. Ergän-
zend zur zutreffenden Würdigung der Vorinstanz ist das Folgende zu be-
merken:
7.1.1 Hinsichtlich der angeblich erhaltenen Droh-SMS ist nicht nachvoll-
ziehbar, wie Behördenmitglieder oder der Geheimdienst aufgrund einer Ka-
meraaufnahme, die anlässlich der Demonstration erfolgt sein soll, noch am
selben Tag (B8 F155) die Personalien und Telefonnummer des Beschwer-
deführers hätten in Erfahrung bringen sollen. Dies auch unter dem Aspekt,
dass der Beschwerdeführer angab, wegen früherer Demonstrationsteilnah-
men keine Nachteile erlitten zu haben (B8 F88), weshalb er nicht als Re-
gimekritiker registriert gewesen sein dürfte. Gemäss Stellungnahme der
ehemaligen Rechtsvertretung, mit Verweis auf Ausführungen des US De-
partment of State, wurden im Nachgang zu den Demonstrationen im No-
vember 2019 zahlreiche Teilnehmende willkürlich verurteilt, verhaftet und
mit Bestrafung bedroht. Vor diesem Hintergrund erscheint ebenfalls wenig
wahrscheinlich, dass die Behörden den Beschwerdeführer zwar mittels
Überwachungskamera identifiziert, sich jedoch damit begnügt hätten, ihn
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per SMS zu kontaktieren und zu verwarnen. Des Weiteren ist nicht nach-
vollziehbar, dass die Beschwerdeführenden vom iranischen Staat gesucht
worden sein sollen, gleichzeitig aber problemlos legal mit ihren eigenen
Ausweispapieren aus dem Iran ausreisen konnten. Hätten die iranischen
Behörden tatsächlich ein Interesse an ihnen gehabt, wären sie am Flugha-
fen zurückgehalten worden. Die auf Beschwerdeebene eingereichten Ge-
richtsvorladungen aus dem Iran, mit welchen die Beschwerdeführenden
ihre Vorfluchtgründe belegen wollen, vermögen zu keiner anderen Ein-
schätzung zu führen. Es handelt sich lediglich um Kopien, die über keinerlei
Sicherheitsmerkmale verfügen. Beweismittelkopien haben infolge der ver-
hältnismässig einfachen Möglichkeit zur Fälschung jedoch bloss einen ge-
ringen Beweiswert. Zwar dürfte sich die Beschaffung der Originale, auf-
grund der aktuellen und aussergewöhnlichen Lage wegen der COVID-19-
Pandemie tatsächlich als schwierig erweisen. Es stellt sich jedoch die
Frage, warum es den Beschwerdeführenden erst jetzt, und nicht bereits im
Verlaufe des vorinstanzlichen Verfahrens möglich war, diese Beweismittel
einzureichen, zumal diese auf Ende Januar oder Anfang Februar 2020 und
Anfang März 2020 datieren dürften, hätte der Beschwerdeführer sich doch
– gemäss Beschwerdeschrift – am (...) Februar 2020 bei den Behörden
melden müssen. Auch gaben die Beschwerdeführenden sowohl anlässlich
der BzP am 14. Februar 2020 als auch den Anhörungen Mitte März 2020
zu Protokoll, damals regelmässigen Kontakt zur ihren Familien im Iran zu
haben (A25 Ziff. 1.16.04; B8 F 29 ff.; B9 F10 ff.) Schliesslich erstaunt, dass
der Vater des Beschwerdeführers die erste Vorladung erst am 25. Februar
2020 hätte erhalten sollen, sei der Termin für den Beschwerdeführer doch
am (...) Februar 2020 gewesen. In antizipierender Beweiswürdigung (vgl.
BGE 136 I 229 E. 5.3 m.w.H.) sind die Originale der Beweismittel folglich
nicht abzuwarten.
7.1.2 Die Beurteilung der Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Konver-
sion zu einer neuen Religion kann vorliegend offen bleiben, auch wenn er-
staunt, dass die Beschwerdeführenden, die sich offenbar bereits seit ihrer
Heirat mit einer allfälligen Konversion beschäftigt haben wollen (A28
Ziff. 7.02), nichts Substantielleres dazu haben aussagen können. Auch er-
scheint nicht kohärent, dass sie zum einen ihre Namen und Adresse beim
ersten Hauskirchenbesuch angegeben haben wollen (B8 F152) und zum
andern in der Beschwerde (Ziff. 4) ausführen, so wenig "Spuren" wie mög-
lich hinterlassen zu haben. Hinzuweisen ist weiter darauf, dass die asylsu-
chende Person in jedem Fall mit ihren Aussagen den Behörden gegenüber
glaubhaft machen können muss, dass sie sich aufgrund ihrer inneren Über-
zeugung zum einen von ihrer früheren Religion ab- und zum anderen einer
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neuen Religion zugewandt hat. Eine lediglich formelle Konversion (z.B.
durch die Taufe) ohne Hinweise auf eine innere Überzeugung reicht für die
Glaubhaftmachung in der Regel nicht aus (Urteil des BVGer D-4952/2014
vom 23. August 2017 E. 6.2 [als Referenzurteil publiziert]). Gemäss der
Praxis der schweizerischen Asylbehörden führt überdies allein der Übertritt
vom muslimischen Glauben zum Christentum grundsätzlich zu keiner (in-
dividuellen) staatlichen Verfolgung im Iran. Eine christliche Glaubensaus-
übung vermag gegebenenfalls dann flüchtlingsrechtlich relevante Mass-
nahmen auszulösen, wenn sie aktiv und sichtbar nach aussen praktiziert
wird und im Einzelfall davon ausgegangen werden muss, dass das heimat-
liche Umfeld von einer solchen aktiven, allenfalls gar missionierende Züge
annehmenden Glaubensausübung erfährt. Eine Verfolgung durch den ira-
nischen Staat kommt somit erst dann zum Tragen, wenn der Glaubens-
wechsel aufgrund aktiver oder missionierender Tätigkeiten bekannt wird
und zugleich Aktivitäten des Konvertiten vorliegen, die vom Regime als An-
griff auf den Staat angesehen werden. Bei Konversionen im Ausland muss
daher bei der Prüfung im Einzelfall neben der Glaubhaftigkeit der Konver-
sion auch das Ausmass der öffentlichen Bekanntheit für die betroffene Per-
son in Betracht gezogen werden (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.3.4 f.; Urteile des
BVGer D-7222/2013 vom 31. Oktober 2014 E. 6.5, D-2496/2018 vom
22. Mai 2018 E. 5.5, D-2407/2019 vom 27. Juni 2019 E. 7.2). Regelmäs-
sige Kirchenbesuche und Treffen als einfache Mitglieder der christlichen
Gemeinschaft stellen keine aktive und von den iranischen Behörden als
potentiell staatsgefährdend betrachtete Glaubensausübung dar (vgl. bei-
spielsweise Urteile des BVGer E-6175/2017 vom 28. Mai 2019 E. 6.2.3, D-
490/2017 vom 7. Mai 2019 E. 5.7.2, E-3795/2018 vom 14. Februar 2019
E. 5.3.3). Angesichts der angeblich wenigen Besuche einer Hauskirche ist
nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführenden in den Augen der
iranischen Behörden als potentiell staatsgefährdend betrachtet werden,
dies auch nicht nach den in der Schweiz erfolgten Gottesdienstteilnahmen
(B8 F111; B9 F159 f.). Aus diesem Grund ist eine allfällig erfolgte "innere"
Konversion als flüchtlingsrechtlich nicht relevant zu erachten.
7.2 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerenden
keine asylrechtlich relevante Verfolgungssituation nachweisen oder glaub-
haft machen konnten. Das SEM hat demzufolge ihre Flüchtlingseigen-
schaft zu Recht verneint und ihre Asylgesuche abgelehnt.
8.
8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/28 http://links.weblaw.ch/BVGer-D-7222/2013 http://links.weblaw.ch/BVGer-D-2496/2018 http://links.weblaw.ch/BVGer-E-6175/2017 http://links.weblaw.ch/BVGer-D-490/2017 http://links.weblaw.ch/BVGer-D-490/2017 http://links.weblaw.ch/BVGer-E-3795/2018
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Seite 12
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
8.2 Die Beschwerdeführenden verfügen insbesondere weder über eine
ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf
Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu
Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
9.
9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG).
So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-
gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund
nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-
reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl.
ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-
stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember
1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-
gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3
EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender
Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
9.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-
rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur
Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den
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Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-
fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5
AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Ver-
fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführenden
in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG recht-
mässig.
Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführenden
noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus-
schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-
ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung
ausgesetzt wären. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für
Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses
müssten die Beschwerdeführenden eine konkrete Gefahr ("real risk") nach-
weisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschiebung
Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des
EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer
37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssitu-
ation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeit-
punkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug
der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen
Bestimmungen zulässig.
9.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
9.4.1 Die Vorinstanz verweist darauf, dass im Iran weder die herrschende
politische Situation noch andere Gründe gegen die Zumutbarkeit der Rück-
führung sprechen würden. Die Beschwerdeführenden seien jung und ge-
sund, würden beide über einen Hochschulabschluss sowie Arbeitserfah-
rung verfügen und seien bis zu ihrer Ausreise arbeitstätig gewesen. Zudem
würden sie auf die Unterstützung ihrer Familien als auch auf diejenige von
weiteren Bekannten und Verwandten zählen können.
9.4.2 Das Gericht teilt die Ansicht der Vorinstanz. Die vorinstanzlichen Aus-
führungen sind zu bestätigen, zumal die Beschwerdeführenden diesen auf
Beschwerdeebene nichts entgegenhalten. Im Iran herrscht weder Krieg
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oder Bürgerkrieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt, aufgrund derer
eine Rückkehr generell unzumutbar wäre (vgl. Urteile des BVGer E-
3169/2019 vom 23. August 2019 E. 8.3; E-353/2019 vom 22. März 2019
E. 10.4.1). Ihre Familien wissen von der Konversion der Beschwerdefüh-
renden und hätten diese akzeptiert (B8 F113 ff.; B9 F163). Zudem waren
beide vor ihrer Ausreise berufstätig. Vor diesem Hintergrund ist davon aus-
zugehen, dass die Beschwerdeführenden sich ohne weiteres wirtschaftlich
und sozial wieder in seinem Heimatstaat integrieren können.
Auch die Beschwerdeausführungen zur Corona-Krise lassen den Vollzug
der Wegweisung nicht als unzumutbar erscheinen, zumal diese die Weg-
weisungsvollzugsmodalitäten betreffen. Es ist davon auszugehen, dass
das SEM die Entwicklungen und Bedürfnisse im Zusammenhang mit dem
Corona-Virus bei der Organisation der Rückreise berücksichtigen wird.
Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als
zumutbar.
9.5 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, sich bei der zustän-
digen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen
Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch
BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-
lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
9.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
11.
11.1
Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wird
mit dem vorliegenden Urteil gegenstandslos.
11.2 Die Beschwerdeführenden ersuchten um Gewährung der unentgeltli-
chen Prozessführung und um Beiordnung eines unentgeltlichen Rechts-
beistands (Art. 102m AsylG). Aufgrund der vorstehenden Erwägungen
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ergibt sich, dass ihre Begehren als aussichtlos zu gelten haben. Damit ist
eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen gemäss Art. 65 Abs. 1
VwVG nicht gegeben, weshalb die Gesuche abzuweisen sind.
11.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwer-
deführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt
Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]).
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