Decision ID: 09b103e6-7b22-473f-b102-82b9cff9334a
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1971 geborene
X._
, welcher in seinem Heimatland keine Berufsausbildung absolviert hatte, reiste im Jahr 1990 in die Schwei
z ein und war zuletzt ab
Januar 2010 als Bauarbeiter
(Schaler)
in einem Vollzeitpensum ange
stellt. Am 17. Dezember 2014 meldete er sich unter Hinweis auf einen am 20. November 2013 erlittenen Unfall mit Polytrauma bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invaliden
versicherung an (Urk. 6/2
und
Urk. 6/17). Die IV-Stelle tätigte beruflich-erwerb
liche und medizinische Abklärungen und zog die Akten des Unfallversicherers bei.
Da der Versicherte der IV-Stelle anlässlich des Erstgesprächs vom 8. Juni 2016 mitgeteilt hatte, er erhalte vom Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) Unterstützung bei der Stellensuche und sei mit dieser sehr zufrieden (Urk. 6/35/3), wurde ihm mit Schreiben vom 22. Juni 2016 mitgeteilt, die Arbeits
vermittlung werde abgeschlossen (Urk. 6/34). Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Vorbescheid vom 27. Dezember 2016 [Urk. 6/42], Einwand vom 13. März 2017 [Urk. 6/47]) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfü
gung vom 12. Juli 2018 ab (Urk. 2 [= Urk. 6/51]).
Den Akten des Unfallversicherers
kann
entnommen werden, dass dem Versicher
ten mit Verfügung vom 21. März 2016 ab dem 1. Mai 2016 eine Invalidenrente, ausgehend von einer Erwerbsunfähigkeit von 30 %, und eine Integritätsentschä
digung, ausgehend von einer Integritätseinbusse von 30 %, zugesprochen
wurde
(Urk. 6/25), dass der Versicherte dagegen mit Eingabe vom 25. April 2016 Ein
sprache erhob (Urk. 6/39/76-80), dass diese Einsprache mit Entscheid vom 12. August 2016 abgewiesen
wurde
(Urk. 6/48/15-22), dass dem Versicherten sodann mit Verfügung vom 24. Oktober 2016 eine Integritätsentschädigung aus ORL-fachärztlicher Sicht, ausgehend von einer Integritätseinbusse von 5 %, zugesprochen
wurde
(Urk. 6/48/74 f.), dass die dagegen erhobene Einsprache vom 24. November 2016 (Urk. 6/48/86-88) mit Entscheid vom 23. März 2017 abge
wiesen
wurde (Urk. 6/49/5-9), dass
der Versicherte
die
beim hiesigen Gericht gegen den
E
i
nspracheentscheid
vom 12. August 2016 erhobene Beschwerde (Urk. 6/48/49-54) nach Androhung einer
reformatio
in
peius
(
Beschluss vom
14.
September 2017,
Urk. 6/49/
50-54) mit Eingabe vom 13. Oktober 2017 (Urk. 6/49/56
f.)
zurückzog, dass das hiesige Gericht das Verfahren UV.2016.00217 mit Verfügung vom 16. Oktober 2017
zufolge Rückzugs der Beschwerde als erledigt abschrieb (Urk. 6/49/59 f.), dass das hiesige Gericht d
ie gegen den
Einspracheentscheid
vom 23. März 2017 erhobene Beschwerde
vom
11. Mai 2017
mit Urteil
UV.2017.00114
vom 19. Oktober 2017 ab
wies
(Urk. 6/49/61-70).
2.
Gegen die ablehnende Verfügung der
IV
-Stelle vom 12. Juli 2018
erhob der Ver
sicherte am 14. September 2018 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, den rechtserheblichen Sachverhalt abzuklären und die gesetzlichen Versicherungs
leistungen (Invalidenrente) auszurichten (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 18. Oktober 2018 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 19. Oktober 2018 ange
zeigt wurde (Urk. 7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
IVG
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung vom 12. Juli 2018, es lägen reine Unfallfolgen vor, weshalb auf die Beurteilung des Unfallver
sicherers abgestellt werde. Der Invaliditätsgrad betrage somit 30 %. Eingliede
rungsmassnahmen seien
keine durchgeführt worden, nachdem der Beschwerde
führer angegeben habe
, es bestehe kein Unterstützungsbedarf se
itens der Invali
denversicherung
. Der Beschwerdeführer könne sich jedoch jederzeit mit einem neuen Gesuch an die Beschwerdegegnerin wenden, sollte sich etwas ändern (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer rügte in seiner Beschwerde vom 14. September 2018 dem
gegenüber, die Beschwerdegegnerin habe keine eigenen Abklärungen getätigt. Die Spastik am linken Bein habe seit längerem zugenommen und betreffe nun auch den linken Arm. Der Beschwerdeführer sei hierdurch erheblich behindert
, was bereits im Einwand vorgebracht worden sei
.
Dennoch habe die Beschwerde
gegnerin dies nicht abgeklärt. Hinzu komme, dass der Beschwerdeführer psychi
sche Einschränkungen habe und
sich
in regelmässige
r psychiatrischer Behand
lung bei
Dr.
med. Y._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, befinde
. Dies sei vom Unfallversicherer mangels Adäquanz nicht berücksichtigt worden. Die Beschwerdegegnerin
habe
den Sachverhalt
auch
diesbezüglich
nicht abgeklärt
. Der Einkommensvergleich des Unfallversicherers könne sodann nicht einfach übernommen werden, es müssten die LSE-Löhne herangezogen werden und nicht die DAP-Löhne (Urk. 1).
3
.
3.1
Im
Austrittsbericht des
Z._
, Klinik für Unfallchirur
gie, über die
Hospitalisation
des Beschwerdeführers
vom 20. bis 27. November 2013
(Urk. 6/11/119-121)
wurden
die folgenden Diagnosen
aufgeführt
(Urk. 6/11/119):
-
Polytrauma nach Sturz am 20.11.2013 (Sturz aus 4 Metern Höhe von einem Baugerüst)
-
Leichtes Schädelhirntrauma
•
Laterale
Orbitawandfraktur
rechts
•
Anisokorie
(rechts > links)
•
Contusio
bulbi
mit
Hyphäma
, kein Anhalt für Perforation, Intra
okulardruck momentan im Normbereich, Schürfwunde bukkal rechts
•
Rissquetschwunde Unterlippe median
-
Dissektion
A. vertebralis links
•
Abgang aus dem Aortenbogen bei Normvariante
•
Weichteil- und Muskelhämatom Hals links
•
DD Muskelblutung, Blutung aus A. vertebralis links
•
Mesopharynxschwellung
, fraglich Trachealdeviation
•
Kontusion oberer Thorax ventral median
-
ISS 25
-
Verdacht auf vorbestehende OSG-Läsion rechts
-
Anamnestisch Orthese OSG rechts im SR
3
.2
In der neurologischen Aktenbeurteilung des Unfallversicherers vom 26. Oktober 2015 (Urk. 6/
21/47-52) hielt Dr. med.
A._
, Fachärztin für Neurologie FMH, Abteilung Versicherungsmedizin, fest, die fortbestehenden Schmerzen betont im Bereich der linken Schulter, des linken Armes und auch geringer im linken Bein, hätten im November 2014 Anlass für eine orthopädische Untersu
chung geboten. Im Januar 2015 sei eine neurologische Untersuchung in der
B._
erfolgt. Zu diesem Zeitpunkt sei erstmalig ein auffälliger Befund dokumentiert worden. Die Muskeleigenreflexe seien an den Armen links schwach bis mittellebhaft gegenüber rechts schwach auslösbar gewesen. Der Beschwerde
führer habe über eine Sensibilitätsstörung im Schulterbereich und Arm berichtet. Auch das linke Bein sei mit leichter Berührungshypästhesie beschrieben worden. Am 24. Juni 2015 sei eine Magnetresonanztomographie der Halswirbelsäule durchgeführt worden. Es habe sich eine Myelopathie, das heisst eine Läsion des Rückenmarks, in Höhe C4/5 dargestellt. Dieser radiologische Befund sei auch bei eigener Ansicht der Bilddokumente nachvollziehbar. Zusammenfassend könne festgestellt werden, dass der Beschwerdeführer durch den Sturz am 20. November 2013 eine erhebliche Krafteinwirkung auf den Kopf und den Hals bzw. den Tho
rax erlebt habe. Schmerzen im Bereich der linken Körperseite, betont im Bereich der linken Schulter, seien initial durch die Prellungen und die Weichteilverlet
zungen erklärt worden. Subjektiv habe der Beschwerdeführer eine Schwäche des linken Armes und des linken Beines berichtet. Objektivierbare neurologische Auf
fälligkeiten seien im Rahmen der neurologischen Untersuchungen in der
B._
ab Januar 2015 erhoben und dokumentiert worden. Eine Veri
fizierung der Ursachen der neurologischen Symptome, insbesondere auch der per
sistierenden Schmerzen, sei mit der Bildgebung im Juni 2015 erfolgt. Ursache sei eine Myelopathie. Zur Diskussion stehe der Zusammenhang zwischen dem Sturz vom 20. November 2013 und der circa anderthalb Jahre später nachgewiesenen Myelopathie. Dazu müsse festgestellt werden, dass eine vorbestehende zervikale knöcherne Enge bestanden habe. Knöcherne Verletzungen, d.h. Frakturen im Bereich der Halswirbelsäule seien im Rahmen des Sturzes jedoch nicht beschrie
ben worden. Unter Zusammenschau des Unfallmechanismus, der direkt nachge
wiesenen Unfallfolgen und dem klinischen Verlauf mit initial unspezifischen linksseitigen Beschwerden und im Verlauf Fokussierung der Symptomatik sei von einer überwiegend wahrscheinlich eingetretenen richtunggebenden Verschlim
merung einer eventuell vorbestehenden oder durch den Sturz eingetretenen Mye
lopathie im Bereich der Halswirbelsäule auszugehen. Die leichtgradige spastische sensomotorische Symptomatik links sei als Folge des Sturzes vom 21. November 2013 anzuerkennen.
Aufgrund der unfallbedingten neurologischen Symptomatik sei dem Beschwerdeführer keine Tätigkeit mehr auf unsicherem Boden, in Höhe beziehungsweise auf Gerüsten, mit vermehrtem Gehen, mit Heben und Tragen von Lasten zumutbar. Aufgrund der Schmerzen sei ihm keine Tätigkeit mit erhöhten Anforderungen an die Konzentrations- und Aufmerksamkeitsleistungen mehr zumutbar.
3
.3
Dr.
A._
hielt in ihrer neurologischen Aktenbeurteilung vom 22. Januar 2016 an ihrer Beurteilung vom 26. Oktober 2015 fest und ergänzte, dem Beschwerde
führer seien sehr leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeiten mit einer maximalen Belastung von 5 kg und intermittierend Gehstrecken von maximal 500 Metern in ebenem Gelände zumutbar (Urk. 6/21/13 f.).
3
.4
Betreffend die funktionel
le
Dysphonie
hielt Dr. med.
C._
, Fachärztin für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie FMH, in der versicherungsärztlichen Beurteilung vom 23. Februar 2016 fest, die Arbeitsfähigkeit als Schaler werde von der stimmlichen Pathologie nicht tangiert. Das Zumutbarkeitsprofil auf dem allgemeinen Arbeits
markt sei aus ORL-fachärztlicher Sicht nicht eingeschränkt (Urk. 6/22/3 f.).
3
.5
Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) gelangte am 28. September 2016 aufgrund der ihm vorgelegten Akten zum Schluss, es sei von reinen Unfallfolgen auszuge
hen. Aus medizinisch-theoretischer Sicht sei ab Juni 2015 von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen, sicherlich aber ab Oktober 2015, als die neurologische Beurteilung durch Dr.
A._
stattgefunden habe (Urk. 6/41/5 f.).
4.
4.1
Der Einschätzung des RAD kann gefolgt werden. Sowohl die Beurteilung von Dr.
A._
als auch
diejenige von Dr.
C._
vermag
zu überzeugen. Dr.
A._
setzte sich mit der
spastische
n
sensomotorische
n
Symptomatik link
s beziehungs
weise mit den
aus
fachärztliche
r Sicht dazu gewonnenen Erkenntnissen
(
vgl.
ins
besondere
die Berichte der
D._
,
E._
,
vom 12. N
ovem
ber 2014 [Urk. 6/11/12 f.] und vom
4.
Dezember 2014 [Urk. 6/11/7 f.] sowie die Berichte der
B._
vom 21. Januar 2015 [Urk. 6/21/181-185] und vom 25. Juni 2015 [Urk. 6/21/133-136]
)
eingehend auseinander und berücksich
tigte
diese Erkenntnisse
im Rahmen der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
hinrei
chend.
Mit dem RAD ist
daher
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ab Juni 2015 auszugehen, zumal
gemäss
Bericht der
B._
vom 25. Juni 2015 keine Hinweise auf eine Progression der Ausfälle
bestanden
(Urk. 6/21/135 f.).
4.2
Der Beschwerdeführer brachte
in seiner Beschwerde
vor
,
bereits Dr.
F._
habe in seinem Bericht vom 25. Juni 2015 auf intermittierende selbständige Zuckungen des linken Beins hingewiesen,
die
se
Spastik habe seit
längerem zugenommen und betreffe au
ch den linken Arm
. Dies
habe er bereits im Einwand geltend gemacht. Die Beschwerdegegnerin habe hierzu jedoch nichts ermittelt
(Urk. 1 S. 5).
Hierzu ist Folgendes festzuhalten.
Dr.
A._
lag
die Beurteilung von Dr.
F._
(
B._
)
vor; sie berücksichtigte wie gesagt
(E. 4.1)
dessen Erkennt
nisse.
Des Weiteren trifft es zwar zu, dass der Beschwerdeführer in seinem Ein
wand vom 13. März 2017 (Urk. 6/47)
auf eine Verschlechterung
hingewiesen hatte. Dieser Hinweis entsprach jedoch
wortwörtlich
dem Hinweis in der Beschwerde
vom 19. September 2016
(Urk.
6/48/49-54)
an das hiesige Gericht.
Das damit eingeleitete Beschwerdeverfahren UV.2016.00217 wurde
allerdings
zufolge Rückzugs der Beschwerde mit Verfügung vom 16. Oktober 2017 als erle
digt abgeschrieben (Urk. 6/49/59 f.), nachdem das Gericht dem Beschwerdeführer
mit Beschluss vom 14. September 2017
(Urk. 6/49/50-54)
unter anderem mitge
teilt hatte,
es sei i
m Rahmen einer ersten, summarischen und vo
rläufigen Prüfung des Falles
zur Auffassung gelangt, dass
Dr.
A._
die spastische sensomotorische Symptomatik link
s hinreichend berücksichtigt habe
und dem Beschwerdeführer gestützt auf ihre Einschätzu
ngen vom 26. Oktober 2015 und vom 22. Januar 2016
sehr leichte, vorwiegend im Sitzen auszuübende Tätigkeiten mit einer maximalen Belastung von fünf Kilogr
amm und intermittierend Gehstre
cken von maximal 500 Metern in ebenem Gelände ganztags zumutbar sein sollten
.
Nach Erhalt der Abschreibungsverfügung des hiesigen Gerichts vom 16. Oktober 2017 betreffend das Beschwerdeverfahren UV.2016.00217 durfte die Beschwer
degegnerin
daher
davon ausgehen, dass der Beschwerdeführer die Beurteilung von Dr.
A._
akzeptiert
hatte
und sich
damit
sein Hinweis
auf eine Verschlech
terung
erübrigte
.
Es
bestand
demzufolge
keine Veranlassung der Beschwerdegeg
nerin,
weitere Abklärungen
zu tätigen
, insbesondere auch deshalb nicht, weil ihr der Beschwerdeführer während des gesamten
Einwandverfahrens
, welches auf Antrag des Beschwerdeführers (Urk. 6/47/3 f.)
bis zum Vorliegen
des
Entscheids des hiesigen Gerichts betreffend die Unfallversicherung informell
sistiert worden war
, keine Eingabe zukommen liess, in welcher er auf eine im weiteren Verlauf eingetretene Verschlechterung
des
Gesundheitszustands hingewiesen h
at
.
Der Vorwurf, die Beschwerdegegnerin habe ihre Abklärungspflicht
verletzt, verfängt daher nicht.
Der
nach dem Untersuchungsgrundsatz erforderliche Abklärungsum
fang bestimmte sich vor dem Hintergrund der vorliegenden medizinischen Akten
. Diese boten keinen Anlass für weitere Überprüfungen im Hinblick auf eine all
fällige Verschlechterung
des Gesundheitszustands
bis zum Zeitpunkt des Verfü
gungserlasses
(BGE 110 V 48 E. 4a)
.
4.
3
4.3.1
Der Beschwerdeführer machte sodann geltend, er befinde sich seit Juni 2016 in psychiatrischer Behandlung. Der Sachverhalt sei diesbezüglich
ungeklärt
.
Es sei beim behandelnden Facharzt
Dr.
Y._
deshalb ein Bericht einzufordern
(Urk. 1 S. 5).
4.3.2
Der Beschwerdeführer
hatte
sich am 17. Dezember 2014 unter Hinweis auf das beim Sturz vom 20. November 2013 erlittene Polytrauma bei der Beschwerdegeg
nerin zum Leistungsbezug an
gemeldet
.
Psychische Beschwerden wurden
damals
nicht erwähnt (Urk. 6/2
/5
). In der Verfügung des Unfallversicherers vom 21. März 2016 wurde zwar festgehalten, es lägen psychogene Faktoren vor, welche nicht in einem
adäquatkausalen
Zusammenhang mit dem erlittenen Ereignis stünden (Urk. 6/25/2), in der dagegen erhobenen Einsprache vom 25. April 2016 wies der Beschwerdeführer jedoch darauf hin, dass «psychogene Faktoren», wie sie in der Verfügung vom 21. März 2016 erwähnt würden, soweit ersichtlich nicht akten
kundig seien. Es sei deshalb völlig unklar, was diese Ausführungen sollten. Rein vorsorglich werde jedoch bestritten, dass die Adäquanz nicht vorliegen solle (Urk. 6/39/79). Im
Einspracheentscheid
des Unfallversicherers vom 12. August 2016 wurde folglich keine Adäquanzprüfung im Zusammenhang mit allfälligen psychischen Beschwerden vorgenommen (Urk. 6/48/15-22), was vom Beschwer
deführer in der gegen den
Einspracheentscheid
erhobenen Beschwerde vom 19. September 2016 an das hiesige Gericht (Urk. 6/48/49-54)
auch
nicht bemän
gelt wurde.
4.3.3
Im Einwand vom 13. März 2017 gegen den Vorbescheid der Beschwerdegegnerin vom 27. Dezember 2016 brachte der Beschwerdeführer
wiederum
nicht vor, es lägen psychische Beeinträchtigungen vor (Urk. 6/47).
4.3.4
Aufgrund der vorbeschriebenen Aktenlage und mangels eines Hinweises des Beschwerdeführers im Verwaltungsverfahren, es lägen psychische Beeinträchti
gungen vor, bestand keine Veranlassung der Beschwerdegegnerin, Abklärungen in diese Richtung zu tätigen. Der Untersuchungsgrundsatz geht nicht so weit, dass die Invalidenversicherung verpflichtet wäre, vorauseilend jede
erdenkliche
gesundheitliche Einschränkung abzuklären
(vgl. auch dazu: BGE 110 V 48 E. 4a)
.
4.3.5
Der Beschwerdeführer erwähnte in seiner Beschwerdeschrift vom 14. September 2018 erstmals, dass er sich seit Juni 2016 in psychiatrischer Behandlung befinde (Urk. 1 S. 5). Auffällig ist
dabei
, dass
er k
einen Bericht des behandelnden Psychi
aters ein
reichte
, sondern sich darauf
beschränkte, auf einen «tel
efonischen Kurz
bericht» vom 14.
September 2018 Bezug zu nehmen.
Es erscheint daher fraglich, ob einer möglichen psychischen Symptomatik überhaupt Relevanz in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit zukommt. Dies ist hier aber ohnehin nicht zu prüfen, da der Beschwerdegegnerin wie gesagt keine Verletzung der Untersuchungspflicht vor
zuwerfen ist.
Es erübrigt sich damit auch, einen Bericht von Dr.
Y._
einzuholen.
4.4
Nach dem Gesagten ist mit dem Beweisgrad de
r überwiegenden Wahrscheinlich
keit erstellt, dass dem Beschwerdeführer
seit Juni 2015
sehr leichte, vorwiegend im Sitzen auszuübende Tätigkeiten mit einer maximalen Belastung von fünf Kilogr
amm und intermittierend Gehstre
cken von maximal 500 Metern in ebenem Gelände ganztags zumutbar
sind.
Nicht zumutbar sind Tätigkeiten auf unsiche
rem Boden, in Höhe beziehungsweise auf Gerüsten, mit vermehrtem Gehen, mit Heben und Tragen von Lasten oder mit erhöhten Anforderungen an die
Konzent
rations
- und Aufmerksamkeitsleistungen.
5.
5.1
Da eine invalidenversicherungsrechtlich rele
vante Einschränkung der Arbeits
fä
higkeit besteht (E. 4.4
), ist ein Einkom
mensvergleich durchzuführen (E.
1.3).
Frü
hestmöglicher Rentenbeginn ist im Jahr 20
15, nachdem sich der Beschwerde
füh
rer am
17. Dezember
2014 (Eingangsdatum)
zum Leistungsbezug ange
meldet hat (
Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG
).
5.2
Da
die bisherige Arbeitgeberin, die
G._
,
am 4. April 2016 im Handelsregister gelöscht wurde, nachdem das Konkursverfahren über die Gesellschaft mangels Aktiven eingestellt
worden war
(vgl.
SHAB Nr. 67 vom
7. April 2016
),
kann der bei der
G._
erzielte Lohn nicht zur Bemessung des
Valideneinkommens
herangezogen werden; es kann nicht davon ausgegangen werden, dass der
Beschwerdeführer
diese Arbeitsstelle auch ohne Gesundheitsschaden noch innehätte.
Zur Bemessung des
V
alideneinkommens
sind daher die Tabel
lenlöhne der Schweizerischen Lohnstru
kturerhebung (LSE) 2014 heranzuziehen. Abzustellen ist
auf den standardisierten Lohn der Tabelle
TA1_tirage_skill_level
, Ziff. 41-43
(
Baugewerbe)
, Kompetenzniveau 2, Männer, von monatlich
Fr. 5‘885.--.
Unter
Berücksichtigung der d
urchschnittlichen Arbeitszeit
im Jahr 2015
von 41,4
Stun
den pr
o Woche (vgl. Bundesamt für Sta
tistik, Betriebsübliche Arbeitszeit
nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008], in S
tunden pro Woche, 2004-2018
,
F 41-43
) sowie der
branchenspezifische
n
Nominallohnentwicklu
ng bei Männern bis ins Jahr 2015 (
vg
l. die Tabelle T1.1.10 [Nominal
loh
nindex, Männer, 2011-2018] F 41-43 von 102.8
[2014
] auf
10
2.5
[2015
]
Punkte
bei einem Index
2010=100)
erg
ibt
sich ein
V
alideneinkommen
von
Fr.
72
’
878.
--
(
Fr. 5‘885
.-- : 40 x 41,4
x 12 :
102.8
x
102.5
).
5.3
5.3.1
Da dem Beschwerdeführer die bisherige Arbeitstätigkeit
in der Baubranche nicht mehr zumutbar ist und er über keine in der Schweiz anerkannte und verwertbare Berufsausbildung
verfügt,
sind zur Bemessung des Invalideneinkommens
die Tabellenlöhne der Schweize
rischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2014 heranzu
ziehen
, wobei das
standardisierte monatliche Einkommen für männliche Hilfs
kräfte (LSE 2014, TOTAL in der Tabelle TA1, Kompete
nzniveau 1, Männer) von Fr.
5‘312.
-- heranzuziehen ist
. Dieses monatliche Einkommen ist unter Berück
sichtigung der durchschnit
tlichen Arbeitszeit im Jahr 2015
von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche, 2004-201
8
, TOTAL)
und unter Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklu
ng bei Männern bis ins Jahr 2015
(
Indexstand 2220 [2014
] auf
2226
[
2015]; vgl.
Bundesamt für Statistik, Schweizerischer
Lohnindex, Landesindex der Konsumentenpreise, T
39, Entwic
k
lung der Nominallöhne, der Konsumenten
preise und der
Reallöhne, 2010-2018
, Nominallöhne
, Männer)
auf ein Jahreseinkomme
n für eine 100
%ige Tätig
keit hochzurechnen, was Fr.
66
’633
.
-- ergibt (Fr.
5‘312.
-- x 12 : 40 x 41,7 : 2220 x 2226).
5.3.2
Der Beschwerdeführer beantragte die Gewährung eines maximalen Leidensab
zu
ges von 25 %, da er auch in einer angepassten Tätigkeit stark beeinträchtigt sei (Urk. 1 S. 6).
5.3.3
Mit dem Abzug vom Tabellenlohn nach BGE 126 V 75 soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Aus
mass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthalts
ka
tegorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben könne
n und
,
je nach Ausprägung
,
die versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeits
fähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unter
durch
schnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten k
ann (BGE 135 V 297 E. 5.2
). Der Abzug ist unter
Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen ges
amthaft zu schätzen und darf 25
% nicht übersteigen
(BGE 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc
).
5.3.4
Dass
dem Beschwerdeführer
nur noch
sehr
leichte
, wechselbelastende
Tätigkeiten zumutbar sind
und zusätzliche Einschränkungen betreffend Konzentrations- und Aufmerksamkeitsleistungen bestehen, rechtfertigt sich vorliegend ein leidensbe
dingter
Abzug
von 10 %.
Das Invalideneinkommen beträgt damit
Fr. 59’970
.
--
(
Fr.
66
’633
.
-- x 0.9)
.
5.4
Die aus dem
Einkommensvergleich resultierende Erwe
rbseinbusse beträgt
dem
nach
Fr.
12
’
908
.--
(
Valideneinkommen
von
Fr.
72
’
878.
--
abzüglich Invali
denein
kommen von
Fr. 59’970
.
--
), was einem
Invaliditätsgrad v
on gerundet 18
% ent
spr
icht
.
Selbst bei Vornahme eines
– aufgrund der Umstände nicht
gerechtfertigten – maximalen Abzugs vom Tabellenlohn resultiert kein rentenbegründender Invali
ditätsgrad von 40 %.
Diesfalls
ergäbe sich eine
Erwe
rbseinbusse von Fr.
22
’
903
.--
(
Valideneinkommen
von
Fr.
72
’
878.
--
abzüglich Invali
deneinkommen von
Fr.
49’975.-- [
Fr.
66
'633.--
x 0.75]
), was einem
Invaliditätsgrad von gerundet 31
% entspr
äche
.
6.
Demnach erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.
7.
Die Kos
ten des Verfahrens sind auf Fr.
600.
--
festzu
setzen
und ausgangsgemäss
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 69 Abs.
1
bis
IVG).