Decision ID: 92cbe370-4d9b-46ee-9cc2-f64f17feac16
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1965,
a
rbeitete
in der Schweiz
als ungelernter Garten
arbeiter (Urk.
7/10 und
7/55/1
)
. A
m 8. März 2016
schnitt er sich
beim Absägen eines Astes mit einer kleinen Mo
torsäge in den linken Unterarm
(Urk.
7/3/47
, Sachverhalt). Er wurde gleichentags im
Y._
operiert. Dabei zeigten sich eine vollständige Durchtrennung des Ellennervs, des Mittel
arm
nervs und der Ellenarterie sowie eine Durchtrennung der
tenomuskulären
Übergänge zum tiefen
und
zum oberflächlichen Fingerbeuger II bis IV, zum ellen
seitigen Handbeuger und zum langen Hohlhandmuskel (Urk.
7/3/26)
.
1.2
Im
März 2016 e
rging eine Schadenmeldu
ng an den Unfallversicherer
, die
Suva (Urk.
7/3/4
).
Im September 2016 meldete sich der Versicherte
zudem
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk.
7/4
).
Nach einer
berufliche
n
Standortbestimmung in der
Z._
im Januar 2017
(Urk.
7
/
23
)
wurde
vom 25. April bis 22. Mai 2017 gleichenorts eine berufliche Grundabklärung
durchgeführt
(
Urk. 7/86/9 ff.
).
Am 5.
Oktober 2017 leistete die IV-Stelle
sodann
Kostengutsprache für eine
«Arbeitsvermittlung Plus» (Urk. 7/48
)
. M
it Schreib
en vom 14. Dezember 201
7
erklärte sie die Einglie
derungsmassnahmen für beendet
(Urk. 7/59
).
1.3
Inzwischen hatte di
e Suva den Versicherten am 17. November 2017
erneut
kreis
ärztlich untersuchen lassen
(vgl. auch Kreisarztbericht vom 5. Dezember 2016, Urk. 7/17)
. Per 31. Dezember 2017 stellte sie die
vorübergehenden Leistungen ei
n und sprach ihm m
it Verfügung vom 15. Januar 2018 ab 1. Januar 2018 eine Inva
lidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 20 % sowie eine Integritäts
ent
schä
digung bei einer Integritätseinbusse von 14 % zu (Urk. 7/72). Die
vom Ver
sicherten
dagegen erhobene Einsprache wies sie am 12. Juli 2018 ab (Urk. 7/89).
Währenddessen stellte
die IV-Stelle dem Versicherten mit Vor
bescheid vom
22.
Dezember 2017 die Verneinung eines Rentenanspruchs in Aussicht (U
rk. 7/67
)
. Au
f den
Einwand
des Versicherten hin
(Urk. 7/83)
gab d
ie IV-Stelle ein poly
dis
ziplinäres Gutachten bei der
A._
in Auftrag (Urk. 7/95).
Das chirurgische, internistische, neurologische und psychiatrische Gutachten
wurde am
5. Januar 2019
erstattet
(Urk. 7/106)
. Die IV-Stelle legte es dem
Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD)
zur Prüfung vor (Urk. 7/114/6 f.)
und liess den Versicherten dazu Stellung nehmen
(Urk. 7/111 f.).
Mit Verfügung vom 1. April 2019 verne
inte sie sodann einen Renten
anspruch
(Urk. 2)
.
2.
Gegen diese Verfügung
erhob der Versicherte am
14. Mai 2019
B
eschwerde mit dem Antrag, ihm die gesetzlichen Leistungen zu gewähren (Urk.
1
S. 2
). Die
IV-Stelle
schloss in der Beschwerdeantwort vom
21. Juni 2019
auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
6)
. In der Replik vom
27. August 2019
hielt der Versicherte an seine
m
Antrag
fest
(Urk.
9
)
. Die IV-Stelle verzichtet
e am 24. September 2019
auf eine Duplik (
Urk.
1
1
), wovon dem Versicherten mit Verfügung vom 25. September 2019 Kenntnis gegeben wurde (Urk. 12).
3
.
Die vom Beschwerdeführer gegen den
Einspracheentscheid
der Suva vom 12. Juli 2018 (Urk. 7/89)
beim hiesigen Gericht erhobene Beschwerde bildet
Gegenstand des Prozesses
UV.2018.00185
und wurde mit Urteil heutigen Datums abgewiesen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialv
ersicherungsrechts,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens setzt dabei eine psychia
trische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festge
stellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grund
sätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach
einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleis
tung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht zudem, dass grundsätzlich sämt
liche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisver
fahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensa
tions
potentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig
und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrschein
lich
keit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweis
belastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6
ATSG
) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu
bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung, gestützt auf die Abklärungen des Unfallversicherers sowie das polydisziplinäre Gutachten bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit in einer
somatisch
angepassten Tätigkeit
.
Unter Be
rück
sichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 15 %
wegen
Einhändigkeit
resultiere ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 15 % (Urk. 2).
2.2
D
er Beschwerdeführer
hielt
in der Beschwerde
dafür,
d
ie somatischen,
vorab
chronischen neuropathischen
und
die psychischen Beschwerden
führten zu einer Arbeitsunfähigkeit von
mindestens 50
% in jedweder Tätigkeit
(Urk. 1
Rz
5 f.).
Dem
diagnoseinhärente
n
Schweregrad
und der Therapieresistenz komme
heute
keine ausschlaggebende Bedeutung mehr zu.
Das
psychiatrische Teilgutachten
sei
gemäss
den
behandelnden Ärzte
n
auch fachlich
zu beanstanden, womit sich
die Beschwerdege
gnerin nicht auseinandergesetzt
habe. E
benso wenig
habe sie
die
Erwerbsunfähigkeit
bei Ablauf des Wartejahres
berücksichtigt
(Urk. 1
Rz
8 ff.).
B
eim
Valideneinkommen
sei
die Nominallohnentwicklung aufzure
chnen. Beim Invalideneinkommen sei
auf den sachgerechten
Dienstleistungssektor abzustellen
und ein maximaler leidensbedingter Abzug zu gewähren
(Urk. 1 Ziff. 13 ff.).
2.3
In der
Beschwerdeantwort
ergänzte die Beschwerdegegnerin
,
e
ine
Anpassungs
störung vermöge als definitionsgemäss vorübergehendes Leiden keine dauernde Erwerbunfähigkeit im Sinne von Art. 8 ATSG zu begründen (Urk. 6
Rz
2).
Andere aktenkundige Diagnosen hätten sich in der Begutachtung nicht bestätigen lassen,
neue Diagnosen seien seither nicht
genannt worden
(Urk. 6
Rz
4 ff.).
Die
Indi
ka
torenprüfung
bestätige die gutachterliche Einschätzun
g.
Die objektiven Be
funde seien nicht schwer. Der Beschwerdeführer nehme
auch
nur
Trimip
r
amin
ein und besuche lediglich zweimal pro Monat den Psych
iater. Stationär sei er
nicht
be
handelt worden.
Zudem
spielten psychosoziale Faktoren (Arbeitslosigkeit, mang
elnde Deutschkenntnisse und finanzielle Sorgen) eine Rolle.
Von den
Behand
lungspersonen seien vor und nach der Begutachtung schwere
re
Befunde
erhoben
worden
. Es handle sich
dabei
um eine abweichende Beurteilung des gleichen Gesundheitszustandes
,
wobei dem Gutachten
ein
höhere
r
Beweiswert zukomme (Urk. 6
Rz
4).
2.4
In der Replik betonte der Beschwerdeführer, der begutachtende Psychiater habe nicht alle Komorbiditäten mit ressourcenhemmend
er Wirkung berücksichtigt
.
Die Kündigung sei ausserdem Folge der Berufsunfähigkeit, weshalb zumindest zu prüfen sei, ob sich diese mittelbar invaliditätsbegründend auswirke (Urk. 9).
3.
3.1
In der
Konsensbeurteilung des polydisziplinären G
utachtens der
A._
vom 5.
Januar 201
9
wurden beim Beschwerdeführer folgende Diagnosen mit Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt:
-
Status nach
Kreissägenverletzung
am Unterarm
palmar
im mittleren Drittel links (
adominant
) mit einem Status nach vollständiger Durchtrennung des
Nervus
ulnaris
, des
Nervus
medianus
und der
Arteria
ulnaris
, mit Durch
trennung der
tenomuskulären
Übergänge FDP und FDS II bis IV, FCU und
Palmaris
longus
sowie aktuell mit
grösserer
Teilreinnervation
des
Nervus
medianus
als des
Nervus
ulnaris
nach
epineuraler
Koadapt
at
ion
am Unfalltag
-
Anpassungsstörung mit emotionaler Symptomatik (längere depressive Reak
tion) im Sinne von ICD-10: F43.2 (Urk. 7/106/13).
3.2
Die Gutachter schlussfolgerten,
beim Beschwerdeführer
bestehe
aus interdis
zi
plinärer Sicht eine
volle Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätig
keit. In einer Verweistätigkeit
besteh
e
seit dem 1. November 2017
n
och eine solche von 20 %, bedingt durch die psychischen Beschwerden
. Es gelte das im handchi
rurgischen Teilgutachten definierte Fähigkeitsprofil.
R
etrospektiv sei eine abschliessende Überprüfung der echtzeitlich erhobenen Be
funde und
der gestützt darauf vorgenommenen
Diagnosen und Arbeitsfähig
keits
einschätzungen nicht möglich. Aufgrund der aktuellen Befunde und Diagnosen seien
jedoch die als wesentlich erachteten Beurteilung
en
nachvollziehbar. Nach dem Unfall vom 8. März 2016 möge sich eine Anpassungsstörung eingestellt haben, die heute noch geringfügig, diskret Symptome und Auswirkungen zeitige, so dass von einer länger währenden Reaktion zu sprechen sei. Sollte – wie in verschiedenen Arztberichten aufgeführt –
eine schwere depressive Symptomatik bestanden habe, so könne eine ausgeprägte Arbeitsunfähigkeit
vorgelegen
haben. Es frage sich allerdings, weshalb der Beschwerdeführer
diesfalls
nicht hospita
lisiert worde
n sei und keine
psychopharmakotherapeutische
Intervention erfolgt sei.
Die Beurteilung
psychiatrischerseits
gelte für die nächsten 12 Monate. Danach dürfe angenommen werden, dass aus psychiatrischer Sicht keine Reduktion de
r Arbeitsfähigkeit mehr bestehe. Aus handch
ir
urgischer Sicht sollte zunächst eine Arbeitserprobung im geschützten Rahmen erfolgen. Nach entsprechender Einar
bei
tung mit einer Teilbelastung
,
beginnend
mit
50 %
,
könne die Arbeitsbelastung auf 100 % erfolgen
(Urk. 7/106/16
f.
).
3.3
D
em handchirurgischen Teilgutachten der
A._
vom 17. November 2018
ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer
über eine Kraftlosigkeit der linken Hand
klagte
. Er könne maximal Gegenstände bis zu einem Gewicht von 1 kg anheben. Es falle ihm
schwer, etwas von der Tischplatte aufzuheben oder die Gabel festzuhalten. Er habe nicht wirklich Kontrolle über die linke Hand und benütze diese nur unterstützend. In den Fingern IV und V habe er kein
e
Gefühl
e
mehr. Diese Gefühllosigkeit setze sich bis zum Unterarm im Bereich der
ulnaren
Kante fort. Die Empfindung in den Fingern I bis III sei deutlich vermindert. Diese Gefühllosigkeit dehne sich an der Unterarmoberseite bis zum proximalen Drittel aus. Weiter bestünden einstrahlende Schmerzen im Bereich der linken Schulter bis zu den
S
pitzen der Finger I bis III. Diese würden überwiegend am Nachmittag auftreten, ca. 45 Minuten dauern und einen Wert von 6 bis 8 auf der visuellen analogen Schmerzskala erreichen. Vier- bis fünfmal pro Woche sei
dadurch
auch die Nachtruhe gest
ört
. Er wache
dann
auf und nehme ein Schmerzmittel ein.
Ferner
leide er an einem unkontrollierten
,
quälenden Juckreiz in den Schmerz
arealen (Urk. 7/106/47).
Der
begutachtende Chirurg
kam zum Schluss,
in seinem Beruf als Landschafts
gärtner sei der Beschwerdeführer ab Unfalldatum vollständig arbeitsunfähig. An die linke Hand könnten keine grossen Ansprüche in Bezug auf Kraftentfaltung, Funktionalität und Feinmotorik gestellt werden. Diese könne für eine beidhändige Tätigkeit nur als gering unterstützende Hand für die rechte Hand eingesetzt werden. Zunächst sollte eine Arbeitserprobung im geschützten Rahmen erfolgen. Nach entsprechender
Einarbeitung mit einer Teilbelastung beginnend bei 50 % könne
eine
Arbeitsbelastung
von
100 % erfolgen. Während der Anwesenheit bestehe keine Leistungsminderung (Urk.
7/106/
63 f.
).
3.4
Gemäss dem
neurologischen Teilgutachten der
A._
vom 15. Dezember 2018
gab der Beschwerdeführer an, von der Schnittstelle am linken Unterarm nach oben bis zur Schulter und nach unten bis in die Finger hineinziehend Schmerzen zu haben. An Klein- und Ringfinger habe er kein Gefühl mehr, am Daumen und Mittelfinger sei das Gefühl vermindert. Er könne durchaus einen Faustschluss machen, habe aber keine Kraft, um etwa ein Kilo Zucker oder anderes Schweres zu heben. Schmerzen habe er sowohl in Ruhe wie auch beim Tragen. Es strahle von der Verletzung aus in die Finger und bis zum Ellbogen, manchmal auch bis zur Schulter.
Er müsse den Arm immer wieder in eine andere Position bringen. Wenn er diesen im Sitzen auf dem Oberschenkel auflege, sei es
ganz gut. Wenn er ihn nach oben halte, könne er dies nur für kurze Zeit tun, dann
werde die Hand wie betäubt.
Manchmal sei die Hand
auch
geschwollen, wes
halb er einen Handschuh trage. Nachts trage er einen verlängerten Hand
schuh, der bis über den Ellbogen gehe.
Er wechsle den Handschuh je nach Schmerzgrad und Schwellung. Die linke Hand sei auch kälteempfindlich (Urk. 7/106/95).
Er gehe gegen 22 Uhr zu
Bett und stehe gegen 7 Uhr auf. Der S
chlaf
werde
drei- bis viermal durch Schmerzen in Hand und Arm unterbrochen. Manchmal müsse er
d
en Arm
auch
umlegen (Urk. 7/106/96).
Der begutachtende Neurologe hob hervor, dass der
Untersuchungsbefund Inkon
sistenzen
enthalte
, unter anderem mit der zirkulären Begrenzung der Sensibi
litätsstörung am linken Unterarm, den weitgehend fehlenden Muskelatrophien und fehlenden trophischen Störungen im jeweiligen Nervenversorgungsgebiet bei willentlich verstärkter Schonung und demonstrativem Nichteinsatz der linken Hand. Es ergebe sich der Eindruck, dass der Beschwerdeführer am Funktions
nive
au der ursprünglich stärker geschädigten Hand festhalte. Das klinisch-neurolo
gische Bild entspreche nicht einem vollständigen
Ulnaris
-Ausfall. Für den
Nervus
medianus
zeige sich bei der Untersuchung ein Teilausfall, der über zwei Jahre nach dem Unfall einem Endzustand entsprechen könnte. Schmerzen würden ganz überwiegend im Läsions-/Operationsgebiet angegeben und zu einer zusätzlichen Einschränkung der Beweglichkeit der Hand führen. Sensibel bestehe ein Schwel
lungsgefühl der linken Hand, das den Beschwerdeführer zum Tragen unterschied
licher Handschuhe veranlasse (Urk.
7/106/102
).
Bei der elektrophysiologischen Untersuchung am 26. November 2018 (vgl. Urk.
7/106/109
) habe sich das Bild einer hochgradigen, aber nicht (mehr) kom
pletten Schädigung von
Nervus
medianus
und
Nervus
ulnaris
der linken Hand gezeigt. Dies bedeute, dass die chirurgische Nervennaht zu einer partiellen
Rein
nervation
der von diesen Nerven versorgten Handmuskeln geführt habe. Ein wes
entlicher Unterschied zwischen den beiden Nerven zeige sich nicht, d.h.
media
nus
- und
u
l
narisversorgte
Muskeln seien elektrophysiologisch in etwa gleicher Schwere betroffen. Von beiden Nerven lasse sich noch kein sensibles Aktions
potenzial ableiten. Der elektrophysiologische Befund entspreche somit der klini
schen Einschätzung insoweit die motorischen Fasern beider Nerven (wieder) elektrisch stimulierbar seien und sich von entsprechenden Muskeln beider Nerven willkürlich generierte Aktionspotentiale ableiten liessen (Urk.
7/106/102-104
).
Der Umgang des Beschwerdeführers mit den vorhandenen Defiziten sei noch sehr passiv; bei aktiverer Herangehensweise sollte eine höhere Arbeitsfähigkeit er
reich
bar sein. Aus neurologischer Sicht könne er in der zuletzt ausgeübten Tätig
keit vollschichtig anwesend sein. Eine Einschränkung der Leistung bestehe durch die
höhergradige
Ulnarisschädigung
, geringer auch durch die zusätzlich vorhan
dene geringer ausgeprägte
Medianus
-Schädigung der gleichen
Hand. Hierdurch resultiere eine Einschränkung der Leistung von 30 %. Als optimal angepasste Tätigkeiten kämen leichte handwerkliche oder administrative Tätigkeiten in Be
tracht, bei denen der linken Hand der Part einer Hilfshand zukomme. Auch der Einsatz in einer Bibliothek (wo sich der Beschwerdeführer kürzlich vorgestellt habe) erscheine leidensgerecht. Die Arbeitsfähigkeit in einer solchen Tätigkeit im freien Arbeitsmarkt werde bezogen auf ein 100%-Pensum auf 100 % geschätzt (Urk.
7/106/105
).
3.5
Die psychiatrische Begutachtung
in
der
A._
fand am 10. Oktob
er 2018 statt (Urk. 7/106/112).
Im
psychischen Befund
fänden sich
leichte Auffälligkeiten im Bereich der Psychomotorik mit Angespanntheit und etwas motorischer Unruhe
sowie im Bereich der Affektivität mit einer sorgenvollen Herabgestimmtheit, etwas
dysthymer
Grundgestimmtheit
,
wobei die Schwierigkeiten (richtig
wohl
: Schwingungsfähigkeit
,
Urk. 7/106/125) erhalten sei
.
Es habe sich
eine leichte Belastung gezeigt, als der Beschwerdeführer über den Unfallhergang berichtet habe, so dass insgesamt noch von einer diskret Trauma-assoziierten Belastung aus
gegangen werden könne. Diese
sei
am einfachsten mit der Diagnose einer Anpassungsstörung mit emotionaler Reaktion zu fassen. Die Reaktion dürfe als verlängert aufgefasst werden.
Entsprechend der Definition der ICD-10-Kodierung dürfte die Anpassungsstörung im Begriff sein
abzuheilen.
Eine eigentliche de
pressive Symptomatik habe sich nicht abgezeichnet und auch testpsychiatrisch (HAMD17) nicht aufzeigen
lassen
(Urk. 7/106/129)
.
Die gestellte Diagnose entspreche derjenigen des psychosomatischen
Konsils
der
Z._
vom 21. Juni 2016
(vgl. Urk. 7/3/142 f.)
. Eine mittelgradige depressive Episode, wie im Bericht der
B._
vom 11.
Januar 2017
(vgl. Urk. 7/21)
, oder gar eine mittelgradig
e
bis schwere de
pressive Episode ohne psychotische Symptome
,
entsprechend den Berichten der Schmerzsprechstunde des
Y._
vom 22. Januar
(vgl. Urk. 7/79)
und
26. April 2018
(vgl. Urk. 7/86/1-8)
,
sei nicht feststellbar gewesen und schwer als vorbe
steh
end zu explorieren.
Leichte und mittelgradige depressive Episoden seien ohne
hin nicht geeignet, eine
(in ihrem Ausmass
rentenbegründende
)
Arbeitsun
fähig
keit
auf Dauer
zu bedingen. Zusätzlich seien depressive Störungen prinzipiell behandelbar und hätten eine gute Prognose. Dies scheine auch beim Beschwerde
führer der Fall zu sein. Sollte zuvor eine schwerere depressive Störung bestanden haben, dürf
t
e diese zumindest als gebessert bezeichnet werde.
Im Bericht der
Z._
vom 30. Mai 2017
(vgl. Urk. 7/86/9-16)
werde
die psychische Situation während
der beruflichen Grundabklärung
als stabil bezeichnet.
Sollte
eine s
chwerere depressive Symptomatik
bestanden haben, müsste
zudem
die
Frage aufgeworfen werden, weshalb der Beschwerdeführer nie hospitalisiert wor
den
und
mit Ausnahme einer doch eher niedrig dosierten, am ehesten schlaf
anstossenden Medikation
(
25 mg
Trimipramin
zur Nacht
)
keine
psychop
h
armako
therapeutische
Intervention
erfolgt sei
(Urk. 7/106/129 f.).
Mit Sicherheit ausgeschlossen werden könne eine posttraumatische Belastungs
störung
(PTBS)
, wie sie in den Berichten der
B._
vom 11. Januar 2017 oder der Schmerzsprechstunde vom 22. Januar 2018
(vgl. Urk. 7/79)
angeführt worden sei. Mit Blick auf die ICD-10-Kodierung fehle es an den notwendigen Auslösekriterien und es lasse sich
(
auch vorbestehend
)
keine Symptomatik ausmachen
, wie sie die Diagnose einer deutlichen
Traumafolgestörung
bedingen würde. Der häufige Gebrauch des Begriffs PTBS lasse auf eine unkritische und unpräzise Handhabung der diagnostischen Kriterien schliessen
(Urk. 7/106/130).
An wesentlichen Kriegs
handlungen sei der Beschwerdeführer nicht beteiligt gewesen. Für ihn habe auch keine eigentliche Bedrohung bestanden (Urk. 7/106/131 und 7/106/121).
Auch eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakto
ren, wie im Bericht der Schmerzsprechstunde des
Y._
vom 22. Januar 2018 angeführt, sei nicht feststellbar gewesen und lasse sich auch vorbestehend so nicht explorieren. Es fehle an den entsprechenden Diagnose-Kriterien, wie etwa der hohen Behandlungsaktivität oder der dauernden Beschä
ftigung
mit einem ständig
vorhandenen
,
quälenden Schmerz. Insgesamt lasse sich keine Diag
n
ose aus dem somatoformen Diagnose-Spektrum feststellen (Urk. 7/106/130).
Die Prognose erscheine soweit günstig. Es sei davon auszugehen, dass die Rest-Symptomatik in den nächsten zwölf Monaten vollständig abklingen werde (Urk.
7/106/130). Der Beschwerdeführer habe über viele Jahre hinweg trotz psychosozialer Belastungsfaktoren den an ihn gestellten sozialen Erwartungen entsprochen. Er habe einen Platz im Alltag und Leben auch in der
Schweiz ge
funden, die Sprache weitgehend erlernt und ein soziales Netzwerk aufgebaut. Durch das Unfallereignis vom März 2016 habe er einen Einbruch in der Konti
nuität seines Lebens erfahren. Es sei eine Veränderung, die ihn belaste und zwinge, seine Lebensgestaltung einschliesslich seiner Arbeitstätigkeit zu ändern. Es müsse jedoch von Ressourcen ausgegangen werden, so dass anzunehmen sei, er könne die aktuellen Umstände bewältigen. Es dürfe auch nochmals auf die doch als günstig zu bezeichnende Prognose der auf psychiatrische
m
Fachgebiet zu stellenden Diagnosen hingewiesen werden (Urk. 7/106/133 f.).
4.
4.1
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a).
4.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen um
fassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die ge
klagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehl
ent
wicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinan
der
setz
ung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medi
zinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechts
an
wendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, und ob der Experte oder die Expertin nicht
auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls de
utlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
4.3
Das Gutachten
der
A._
erfüllt
die
se
b
eweisrechtlichen Anforderungen.
Es ist für die streitigen Belange umfassend
und
berücksic
htigt sämtliche geklagten Beschwerden. So werden vom Beschwerdeführer keine anderen Beschwerden res
pek
tive Leiden als die untersuchten geltend gemacht und er fordert einzig die Wiederholung der psychiatrischen Begutachtung, aber keine ergänzenden Abklä
rungen, etwa in einem zusätzlichen Fachgebiet. Bestandteil
–
insbesondere des psychiatrischen Teilgutachtens
–
bildet
zudem
eine einlässliche Auseinander
setzung mit den
Vorakten
. Schliesslich erweist sich das Gutachten – wie nach
folgend aufzuzeigen ist - auch unter Berücksichtigung der übrigen medizinischen Unter
l
agen als schlüssig begründet.
5.
5.1
Bezüglich der somatischen Beschwerden hielt
Dr. med.
C._
, Facharzt für Plastische,
Rekonstruktive
und Ästhetische Chirurgie und Oberarzt der Klinik für Hand- und Plastische Chirurgie des
Y._
, im Bericht vom 11. Oktober 2017 fest, eine handwerkliche Tätigkeit sei aufgrund der fehlenden Sensibilität im
Ulnaris
-Gebiet sowie der fehlenden Kraft und damit verbunden der [fehlenden] Sicherheit im Umgang mit schweren Gegenständen mit der linken Hand nicht möglich. Leichte handwerkliche Arbeiten beziehungsweise einhändige handwerkliche Arbeiten, bei welchen die linke Hand als Hilfshand dazu genommen werden müsse, seien denkbar. Es sei davon auszugehen, dass man mittlerweile nahezu den Endzustand erreicht habe.
W
eitere chirurgische Massnahmen oder Interven
tionen zur Verbesserung der Funktion seien nicht indiziert (Urk.
7/52/2
)
.
5.
2
Die Ergotherapeutin
nen
erläuterte
n
im Bericht
zum Behandlungsverlauf bis Oktober 2017,
die Beweglichkeit der Fingergelenke und des Handgelenks
habe sich
über den gesamten Verlauf gesehen verbessert. Die Hauptschwierigkeit sei die Kraft in der Hand. Durch die Atrophien seien
etwa
der Pinzetten- und der Dreipunktegriff sehr schwierig, weshalb sich dort die Kraft kaum verbessert habe. Der Beschwerdeführer greife hauptsächlich im Lateralgriff, weshalb sich hier die Kraft leicht verbessert habe. Die Handkraft allgemein habe sich über den ge
samten Zeitraum nur leicht verbessert.
Tatsache sei, dass
sich
der jetzige Zustand
sein
er Hand nicht mehr gross verändern werde. So habe man den Fokus der Therapie auf die Bewältigung von Alltagsaktivitäten im Hinblick auf ressourcen
orientierte Massnahmen gelegt,
wie
das Halten des Bestecks
, und
mache die letzte Verordnung in grösseren Abständen begleitend fertig (Urk.
7/
80
).
5.
3
Zudem
wurde der Beschwerdeführer am 17. November 2017 von
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Neurochirurgie, kreisärztlich untersucht.
Gemäss Verfügung (Urk.
7/72/3) und
Einspracheentscheid
(Urk. 7/89/3) der Suva gelangte sie her
nach ebenfalls zum Schluss, dass dem Beschwerdeführer d
ie angestammte Tätig
keit als Hilfsgärtner nicht mehr vollumfänglich zumutbar
sei
. In einer ange
passten Tätigkeit sei ihm wieder ein ganztä
g
iger Arbeitseinsatz zumutbar. Ein
e
solche umfasse alle Tätigkeiten, bei der die linke Hand nur als Hilfshand ein
gesetzt werden müsse. Einschränkungen für die rechte Hand ergäben sich nicht. Weder kraftaufwendige noch feinmotorische handwerkliche Tätigkeiten seien mit der
linken Hand noch möglich
.
5.
4
Demnach ist als Zwischenfazit festzuhalten, dass die gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im Zusammenhang mit den somatischen Beschwerden der einhelligen Meinung in den aktenkundigen medizinischen Berichten entspricht.
Sowohl der behandelnde Chirurg als auch die Ergotherapeutin
nen
und
(bei defi
nitiver Einsch
ätzung der Arbeitsfähigkeit ebenso
)
die Kreisärztin
gingen
über
ein
stimmend mit den Gutachtern der
A._
davon aus
, dass der Endzustand des Hand-/Armleidens im Oktober beziehungsweise November 2017 erreicht
war
.
Darüber hinaus sind sich Dr.
C._
und Dr.
D._
auch darin mit den Gutachtern der
A._
einig, dass der Beschwerdeführer die linke Hand aufgrund der eingeschränkten Motorik sowie der fehlenden Kraft und Sensibilität nur noch als Hilfshand einsetzen kann.
Dabei kam
Dr.
D._
wie die Gutachter der
A._
zum Schluss
, dass dem Beschwerdeführer eine entsprechend angepasste Tätigkeit vollzeitig bei voller Leistungsfähigkeit zumutbar
sei, während als Hilfsgärtner
keine massgebliche Arbeitsfähigkeit mehr bestehe. Der Beurteilung von Dr.
C._
ist nichts Gegenteiliges zu entnehmen. Er führte einzig Funktionsdefizite an und erwähnte keine weitergehende Leistungseinbusse, etwa im Rahmen eines zeitli
chen Limits, eines erhöhten Pausenbedarfs oder eines verlangsamten Arbeits
tempos.
Es
sei angefügt, dass auch der RAD
-Arzt
die vorstehende Einschätzung
etwa
in seinen
Aktenbeurteilungen vom 7. Februar 2017 (Urk. 7/24/2
: Endzustand voraussichtlich Ende 2017
erreicht
)
und 21. Januar 2019 (Urk. 7/114/6 f.: be
weiskräftiges Gutachten)
teilte.
5.5
Zu ergänzen bleibt, dass
die Sozialversicherungen
bereits
ab
Anfang
2017
Mass
nahmen an die Hand nahmen, um den Beschwerdeführer beruflich abzuklären und einzugliedern
(vgl. Urk. 7/60)
.
D
er Stellvertreter des behandelnden Chirurgen, Dr. med.
E._
,
begrüsste diese Evaluation des Berufsweges im Bericht vom 19. April 2017.
Dabei beurteilte er die Resultate nach der Verletzung als recht erfreulich
und wies bereits damals d
arauf hin, dass die Funktion der Hand gege
benenfalls auch für leichte Tätigkeiten ohne feinmotorischen Anteil ausreichen dürfte (Urk. 7/33/2).
Der Beschwerdeführer selbst berichtete
schliesslich
am 3. Oktober 2017 über einen recht stationären Befund (Urk. 7/52/1).
Anhaltspunkte für eine wesentliche
Veränderung
der
somatischen Beschwerden
zwischen Ablauf des Wartejahres (Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG) im März 2017 und Behand
lungsab
schluss im Oktober/November 2017
bestehen somit nicht. Mit anderen Worten ist für diesen Zeitraum keine höhere Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen, als im Gut
achten der
A._
für den Zeitraum ab 1. November 2017 angegeben.
6.
6.1
Wie bereits vom begutachtenden Psychiater der
A._
zutreffend dargelegt, steht seine Beurteilung
des psychischen Leidens alsdann
im Einklang mit der
je
ni
gen im Rahmen des psychosomatischen
Konsils
während der stationären Reha
bilitation in der
Z._
. In jenem
B
ericht vom 21. Juni 2016
wurde
e
rörtert
, der Beschwerdeführer wirke
zu Beginn
motorisch unruhig.
Sein
Bericht über den Unfallhergang wirke zeitweise belastend,
jedoch
für
ihn
aushaltbar. Es
ergäben sich Hinweise auf unfallassoziiertes Vermeidungsverhalten (
er bitte
da
ru
m
, keinen roten Stift zu ben
u
tzen) und gedankliche
Rumination
bezü
glich zukunfts
gewandter Sorgen.
Die Konzentrationsfähigkeit wirke reduziert
. Ebenfalls leicht reduziert wirkten di
e
e
motionale Modulationsfähigkeit und der Antrieb
.
D
er Be
schwerdeführer habe
somit
vor dem Hintergrund eines schweren Arbeitsunfalles und zukunftsgewandter Sorgen bezüglich der beruflichen Situation eine Anpas
sungsstörung entwickelt – mit einer ängstlich-depressiven Symptomatik, wozu auc
h traumaassoziierte Symptome, wie Vermeidungsverhalten, gehörten.
Hin
weise auf eine vollwertige PTBS fehlten. I
m Behandlungsverlauf äussere sich die Ängstlichkeit in einer Neigung zu Schonhaltungen der verletzten Hand
, was sich auf den
Therapiefortschritt
auswirke
. Man habe
verschieden
e
psycho
-
pharma
kologische Herangehensweisen erprobt und mit
Surmontil
die beste
n
Erfahrun
g
en
gemacht. Dieses sei auf 75 mg hochdosiert worden
(Urk.
7/3/142 f.).
6.2
6.2.1
Die Behandlungspersonen der
B._
diagnostizierten i
n ihrem ersten Bericht
v
om 11. Januar 2017
eine
m
ittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) und
eine
PTBS (ICD-10: F43.1). Ein Arbeitsversuch von zu Beginn dreimal wöchentlich zwei Stunden sei sinnvoll. Eine Arbeitsfähigkeit sei nicht gegeben, bevor nicht eine sinnvolle, machbare Tätigkeit gefunden sei (Urk. 7/21).
6.2.2
Aufgrund der im mehrmonatigen Behandlungsverlauf dazu gewonnenen Erkennt
nisse wurden die Befunde
, die
Diagnose
n
und die
Einschätzung der Arbeits
fähig
keit i
m Verlaufsbericht
der
B._
vom 8. September 2017
relativiert. Mit dem psy
chiatrischen Gutachten der
A._
gut vereinbar wurde
nurmehr
eine a
ktuell
leichtgradige dep
ressive Episode diagnostiziert
und festgehalten, s
eit
der Behand
lungsübernahme
im November 2016
zeige sich
ein überwiegend depressives Zustandsbild. Dieses trete überwiegend in Form einer Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemis
cht in Erscheinung. Im Februar
und im
Juni 2017 habe sich
(
bei
fehlender Unterstützung
durch die Versicherungen
respektive
verunsichernde
r
Rückmeldung
aus der beruflichen Abklärung)
eine Dekompen
sation in Richtung einer
leichten bis mittelgradigen
depressiven Episode
gezeigt.
Im Vordergrund stünden
mittelgradige Z
ukunftsängste und
Insuffizienzgefühle, eine mittelgradige Niedergestimmtheit
,
eine klinisch unauffällige,
allerdings
den Beschwerdeführer
beeinträchtigende leichtgradige Konzentrations- und Gedächt
nis
störung
, eine
leichtgradig erhöhte Reizbarkeit
, die sich im Rapport
mit der Referentin
nicht bemerkbar mache,
und
ein leichtgradig verminderter Antrieb. Der Schlaf sei gut
. Eine
erhöhte Schreckhaftigkeit, Flashbacks oder eine emo
tio
nale Abgestumpftheit würden
vom Beschwerdeführer
verneint.
Nicht
s
zu seinen Gunsten kann dieser aus dem Umstand ableiten, dass ihm im Verlaufsbericht der
B._
immer noch ein
e
im Vergleich zur Expertise
geringfügig höhere, vor allem leistungsbezogene Einschränkung von 40 % a
ufgrund der kognitiven Einschränkung
attestiert wurde. Diese erweist sich als deutlich zu wohlwollend, wurde si
e
doch
ausdrücklich
mit der
subjektive
n, gemäss Befund klinisch aber unauffälligen
Konzentrations-
und
Gedächtnisstörung
und
ansons
ten einzig mit
Zukunfts-
und
Versagensängste
n begründet
.
Weiter wurde im Ver
laufsbericht der
B._
, wie später auch vom begutachtenden Psychiater, auf bei Bedarf bestehende Optionen zur Intensivierung der Therapie hingewiesen.
D
a
für
diesen
die somatischen Symptome
im Vordergrund stünden
und
er durch
die
für ihn widersprüchlichen Aussagen im Helfernetz
und
den nicht nachvollziehbaren
Abbau
der Handtherapien
verunsichert sei
, nehme das E
rarbeiten eines psycho
therapeutischen Zugangs
Monate in Anspruch.
Eine
Sitzungsfrequenz
von
zwei
mal [
statt
wie
bis dahin einmal]
monatlich
sei denkbar. D
er Einsatz einer Medi
kation sei je nach Ausprägung des depressiven Schweregrades indiziert. Derzeit habe man der
in der Schmerztherapie
verordnete
n
Medikation
von
Su
rmontil
25
mg und
Lyrica
150
mg
nichts zugefügt (Urk. 7/53)
.
6.3
6.3.1
Ab Januar 2017 nahm der Beschwerdeführer
im Schmerzzentrum des
Y._
eine
Schmerztherapie
wahr, ab
September 2017 übernahm dieses
auch die
psycho
logische Begleitung
(Urk. 7/53/3)
.
I
n den
praktisch
identischen
Bericht
en
vom 22.
Januar
(Urk. 7/79) und 26.
April
2018
(Urk.
7/86
/2-
4
),
unterzeichnet von einem Psychiater, einer Psychologin
und
einer Fachärztin für Anästhesiologie
,
w
urden
die
Diagnosen
mittelgradige bis schwere depressive Episode ohne psycho
tische Symptome (ICD-10: F32.3) und chronische Schmerzstörung mit soma
tischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41)
gestellt
.
Es wurden
Gedächtnis
probleme
und
eine eingeschränkte
Konzentration
erhoben
. Berichtet
worden seien
auch
Intrusionen, spontan und bei akustischen Reizen.
Weitere
Befunde seien
starkes Grübeln mit Gedankenkreisen, deutliche depressive Symptomatik, Niedergestimmtheit, Freud
-
und
H
offnungslosigkeit, verminderter Antrieb, eingeschränkte
Schwingungsfähigkeit, schnell eintretende Müdigkeit nach leichter Anstrengung, Zukunfts
-
und
katastrophisierende
Ä
ngste, zeitweise keinerlei Zuversicht, fehlende Selbstwirksamkeit, innere Unruhe, Gereiztheit
und
zeitweilige Übererregung,
di
e
sich
in
erhöhter Reizbarkeit
,
Schlafstörungen, Schreckhaftigkeit und mangelnde
r
Affekttoleranz äussere,
sozialer Rückzug,
deutliche Insuffizienzgefühle, Ein-
und
Durchschlaf
störungen
sowie
Albträume
(Urk. 7/86/4)
.
Aus somatischer Sicht
leide
der Beschwerdeführer
seit dem Unfall
unter über
wiegend neuropathischen Schmerzen und Funktionseinschränkungen.
In einer
Zusammenschau der Akten
, d.h.
des
Verlaufsbericht
s
von Dr.
C._
vom Oktober 2016
,
de
s
ergoth
erapeutische
n
Bericht
s
vom Oktober 2017
und de
s
B
ericht
s
der beruflichen Fachleute
vom Mai 2017
,
ergebe sich, d
ass
keine
auf dem ersten Arbeitsmarkt verwertbare Arbeitsleistung
bestehe und diese aufgrund fehlender nervlicher Verbindung nicht verbessert werden könne
(Urk. 7/86/4 f.)
.
Die
Medi
kation
(
Lyrica
und
Surmontil
)
werde
als Erstlinienbehandlung bei Nerven
schmer
zen
empfohlen und
habe
zentralnervöse Nebenwirkungen, wie Müdigkeit und
Beeinträchtigung der
Konzentration
(Urk. 7/79/2)
.
Die
depressive Symptomatik
habe sich
n
ach der
Kündigung
[der Arbeitsstelle]
im September 2017
deutlich verschlechtert
.
Der Beschwerdeführer habe dadurch seine Identität als Familienoberhaupt und Berufsmensch verloren. Es bestünden verstärkte Ängste, verbunden mit einer ausgeprägt geringen Selbstwirksamkeit.
Die
Selbsteinschätzung
habe damals Hinweise auf eine
schwere depressive Epi
sode
ergeben
.
Die Angstsymptome und das Vermeidungsverhalten
enthielten
eine
traumaspezifische
Symptomatik
. Durch den Unfall seien
die
traumatische
n
Kriegs-
und Fluchterfahrungen
(Morden und Bedrohungen im Dorf;
die
Ehefrau habe
mitangesehen, wie der 11⁄2
-jährige Sohn aus dem 1. Stock geschubst worden sei
;
Gewalt
auf der Flucht
)
reaktiviert worden
. B
ei klinischen Symptomen wie Wi
e
der
erinnern mit Flashbacks, Vermeidung und
Hyper
a
rousel
habe sich in der
Selbst
einschätzung
vom Oktober 2017
das Vorliegen einer PTBS bestätigt
(Urk. 7/79/4)
.
6.3.2
Im
jüngeren
der
beiden erwähnten
Berichte
wurde ergänz
t
,
die Arbeitsfähigkeit sei in einem mehrmonatigen Arbeitstraining im Sinne einer Integrations
mass
nahme im zweiten Arbeitsmarkt einzuschätzen. Aktuell bestehe eine solche von 50
% auf dem zweiten Arbeitsmarkt.
Ein
Probetag
im
F._
sei gescheitert
.
Gemäss telefonischer Aus
kunft der
Mitarbeiterin des
G._
habe diese
ihren Auftrag
, die
Eingliederung in den ersten Arbeitsma
rkt, nicht erfüllen können und
eine integrative Eingliederung und Tätigkeit im zweiten Arbeitsmarkt als zielführend erachtet. Die Stellensuche verunsichere den Beschwerdeführer, da keine Arbeitsfelder sichtbar seien und er nur eingeschränkt arbeitsfähig sei. Die somatische Belastbarkeit sei ungeklärt, die psychische deutlich eingeschränkt.
Die
Konzentration
sei
ab zwei Stunden vermindert.
Die
Durchhaltefähigkeit,
die
Flexibilität
, die
Umstellungsfähigkeit
sowie die Fähig
keit
zur Planung und Struk
turierung von Aufgaben seien eingeschränkt. Es best
ünden
ein Mangel an Selbst
wirksamkeit und eine tiefgreifende Verunsicherung (Urk. 7/86/5-7).
6.3.3
I
m
Verlaufsbericht
des
Y._
vom 21. März 2019
lag das Augenmerk auf den chro
nischen, neuropathischen Schmerzen.
S
olche seien
mit grosser Wahrschein
lichkeit
oder gar
Sicherheit gegeben.
Die
Haupts
chmerzlokalisation
finde sich
in einem neuroanatomisch plausiblen Areal, dem Innerva
tionsgebiet des
Mittelarm
nervs
.
Es liege zudem eine
durch einen diagnostischen Test bestätigte
relevante
Läsion des somatosensorischen Systems vor,
nämlich
eine
durch die Elektrophy
sio
logie vom
26. November 2018 erwiesene
Nervendurchtrennung
.
Es
gebe nega
tive (Hypästhesie) u
nd positive (Kältehyperästhesie
/-hyperalgesie, Parästhesien) Befunde. S
ensibilitätsstörungen bestünden auch ausserhalb
des
Innervationsge
biet
s
von
Ellen- und Mittelarmnerv
,
möglicherweise
in jenem
der Nervi
cutanei
,
antebrachii
medialis
und
later
a
lis
nach Verletzung
derselben
. Eine genaue Zuord
nung sei schwierig und
lasse
die Sensibilitätsstörungen diffus erscheinen
. Die nicht nur belastungsabhängigen, sondern auch spontanen Schmerzverstärkungen
trügen
wesentlich zur Invalidisierung bei.
Ferner
spezifizierten die Behan
d
lungspersonen
d
ie Symptome der schweren de
pressiven Epi
sode nach Erhalt der Kündigung
(ausgeprägte
Freudlosigkeit, Inte
res
senverlust, Antriebslosigkeit, schnelle Ermüdung, Gedankenkreisen mit nega
ti
ver Gedankenspirale, Beeinträchtigung
von
Konzentration und Gedächtnis
,
ver
minderte
s
Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
sowie
Zukunftsängste
)
. D
ie
Depression
habe sich
heute
klinisch leicht stabilisiert, sei aber nach wie vor in mittel
gradiger Ausprägung vo
rhanden.
Die
verzögerte Angstreaktion, die
trau
maspezifischen
Symptome, die Intrusionen (letztmals berichtet im Januar 2019), die Albträume und das Vermeidungsverhalten liessen sich mit der durch den Unfall reaktivierten Traumatisierung
während Krieg und Flucht
erklären.
Den starken, übertriebenen Ängsten, der ängstlichen Verarbeitung des Schmerzes, den Stresssymptomen, der geringen Selbstwirksamkeit, dem niedrigen Selbstwert, der Hilflosigkeit und den Ohnmachtsgefühlen sei eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung und Exazerbation des Schmerzes beizumessen.
Es bestehe
ein
Teufelskreis, indem sich Ängste, Depression, Stress und Schmerz
gegenseitig verstärkten. Der Schmerz verursache in klinisch bedeutsamer Weise Leiden sowie berufliche und soziale Beeinträchtigungen: Verlust der Rolle des Berufstätigen und der Identität als Familienoberhaupt, finanzielle Sorgen, Schlafstörungen, einen Verlust des sozialen Kontextes und eine Depression.
Es wurde geschlussfolgert, i
m
Gutachten der
A._
würden die psychischen Unfallfolgen ungenügend exploriert und ihre Rolle bei der Aufrechterhaltung und Exazerbation des Schmerzes nicht berücksichtigt. Die Diskrepanzen
in den Be
funden seien
so erheblich, dass man den Beschwerdeführer
beinahe nicht
erkannt habe. Die Kündigung als einschneidendes, destabilisierendes Ereignis werde nicht einmal erwähnt. Die Schwere der psychischen Krankheit, die biographischen Belastungen, die Folgen, wie sie sich in der Verarbeitung des Unfalls und der Schmerzen zeigten, die vielzähl
ig
en und stark ausgeprägten psychischen Symp
tome und die starken
Funktionseinschränkungen
sprächen deutlich gegen
eine
Anpassungsstörung
(Urk. 7/113/1-3).
6.3.4
Im Bericht vom 26. März 2019
attestierten
die
behandelnde
Psychologin und die
behandelnde
Fachärztin für Anästhesiologie
des
Y._
dem Beschwerdeführer
erneut
eine Arbeitsfähigkeit von maximal 50 % auf dem zweiten Arbeitsmarkt
wegen
der geringen psychischen Belastbarkeit sowie den chronischen neuropa
thi
schen Schmerzen. Im Sinne einer Arbeitsintegrationsmassnahme könne man das Pensum, beginnen
d
mit 20 bis 30 %, bei gutem
Verlauf steigern (Urk.
7/113/5).
6.4
6.4.1
D
em psychiatrischen
Konsil
vom Juni 2016, der
abschliessenden B
eurteilung der
B._
vom September 2017 und der
gutachterlichen Einschätzung
vom Oktober 2018
stehen somit die Berichte des
Schmerzzentrums des
Y._
gegenüber.
In diesen wurde
eine deutlich grössere Anzahl
und stärkere Ausprägung von
psychi
sche
n
Symptome
n
festgestellt, was zu einer abweichenden Diagnosestellung führte
.
Es ist vorab anzumerken, dass die Einnahme von
Surmontil
und
Lyrica
keine
Erklärung für die unterschiedliche Beurteilung der kognitiven Einschränkung
en
bietet
, da
diese
über den gesamten Zeitraum
verordnet
wurde
n
. Zudem deutet nichts auf einen stark fluktuierenden Krankheitsverlauf hin
.
Einerseits wurden im Verlaufsbericht der
B._
nur leichte,
vorübergehende
Verschlechterungen im Zu
sammenhang mit belastenden Momenten bei der beruflichen Abklärung
erörtert (ferner auch Urk. 7/86/10 zum stabilen psychischen Zustand während der beruf
lichen Grundabklärung).
Andererseits finden sich im V
erlaufsbericht
des Schmerz
zentrums des
Y._
, verfasst ein halbes Jahr nach der
umstrittenen psychia
tri
schen
Begutachtung,
keine Hinweise auf Phasen mit massgeblicher Remission der depressiven Symptomatik. Vielmehr wurde diese als nur leicht stabilisiert, aber nach wie vor
mittelgradig
a
us
ge
präg
t
beschrieben.
6.4.2
Im
Wesentlichen
handelt es sich
somit
um
unterschiedliche
Beurteilung
en
des gleichen Sachverhalts
.
Es gilt
daher
zu beachten,
dass d
ie medizinische Folge
n
abschätzung notgedrungen eine hohe Variabilität auf
weist
und unausweichlich Ermessenszüge
trägt
(BGE 140 V 193 E. 3.1; 137 V 210 E. 3.4.2.3). Die psy
chiatrische Exploration eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_851/2018 vom 23. Mai 2019 E. 4.2.2 mit Hinweisen
).
Vorliegend s
trittig
sind
vorab
die Ausprägung und damit
verbunden die
diagnostische Einordnung
der psy
chischen Leiden
,
di
e natu
rgemäss mit Ermessen verbunden sind
. Der begut
achtende Psychiater
der
A._
hat
dabei
d
ie
selbst erhobenen und akten
kundigen
Befunde
anhand der
diagnostischen Kriterien der ICD-10-
Klassifikation
nachvollziehbar gewürdigt
und die
in den
Vorakten
genannten
schwer
er
en
Diag
nosen
schlüssig
verworfen.
6.4.3
Betreffend PTBS ist festzuhalten, dass diese
gemäss ICD-10-Klassifikation als eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmasses
entsteht
, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Hierzu gehören Naturereignisse oder von Menschen verursachte Katastrophen, Kampf
handlungen, ein schwerer Unfall oder Zeuge des gewaltsamen Todes anderer oder selbst Opfer von Folterung, Terrorismus, Vergewaltigung oder anderen Verbre
chen zu sein. Die Latenzzeit zwischen initialer Belastung und Auftreten der Störung beträgt wenige Wochen bis (sechs) Monate. Bei grösserem zeitlichem Abstand ist die Diagnose noch «wahrscheinlich» - vorausgesetzt, die klinischen Merkmale sind typisch und es kann keine andere Diagnose (etwa eine depressive Episode) gestellt werden. Der Verlauf einer PTBS ist wechselhaft, in der Mehrzahl der Fälle ist eine Heilung zu erwarten. Progrediente Entwicklungen widersprechen dem zu erwartenden degressiven Charakter (vgl.
Weltgesundheitsorganisation,
Inter
nationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien,
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.], 10. Aufl. 2015,
S. 207 f.; ausführlich: BGE 142 V 342 E. 5 und Urteil des Bundesgerichts 9C_298/2017 vom 4. September 2017 E. 4.2 je mit Hinweisen).
Konkrete Anhaltspunkte
dafür
, d
ass der Beschwerdeführer vor seiner Einreise in die Schweiz im Jahr 1999 (vgl. Urk. 7/4/3) ernsthaft bedroht wurde, Gewalt erfuhr oder Zeuge von exzessiver Gewalt an anderen wurde,
sind
nicht
aktenkundig
(vgl. auch seine Angaben in der Begutachtung, Urk. 7/106/121)
.
Weiter wurden im
Bericht der
B._
vom 11. Januar 2017
zwar
neben
den
psychischen Beschwerden
infolge
der
postoperativen
Aufklärung über das Verletzungsausmass
auch
ca. vier Wochen nach dem Unfall aufgetretene, überwiegend nächtliche Flashbacks in Form von Alpträumen und Wacherinnerungen an das Unfallereignis
erwähnt
, die mehrere Monate angehalten hätten. Im Befund
erhoben wurden jedoch nur noch
ausgeprägte Schlafstörungen (Urk. 7/21/1). Im Verlaufsbericht der
B._
vom 8. September 2017 wurde der Schlaf als gut beschrieben und
ausdrücklich ver
merkt,
dass der Beschwerdeführer eine Schreckhaftigkeit, F
l
ashbacks oder eine emotionale
Abgestumpftheit verneine (Urk. 7/53/1).
In der psychiatrischen Begut
achtung
selbst
beklagte
er
nur s
chmerzbedingte Schlafstörungen und eine unfall
bedingte Abneigung gegen Lärm (Urk. 7/106/118-120).
Der
in den Berichten
des
Schmerzzentrums des
Y._
nach
Übernahme der Be
handlung
etwa
eineinhalb Jahre nach dem Unfall
skizzierte, in diesem Sinne progressive
Verlauf mit neu Intrusionen von fast zwei Jahrzehnten
zurück
liegen
den, nicht spezifizierten Kriegserlebnissen nach zunächst vollständigem Abklin
gen der traumaassoziierten Symptomatik
einzig mit Bezug auf das Unfallereignis
und
bei
Vorliegen eines davon unabhängigen depressiven Zustandsbildes
vermag
daher nicht
zu überzeugen.
6.4.4
Im Unterschied zur somatoformen Schmerzstörung (ICD-10
:
F45.40), bei
d
er ein andauernder, schwerer und quälender Schmerz im Vordergrund steht, wird
mit
der
in den Berichten des Schmerzzentrums
des
Y._
ebenfalls
diagnostizierten
chro
nischen Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren (ICD-10:
F45.41)
nur
ein über sechs Monate bestehender Schmerz in mehreren anatomi
schen Regionen beschrieben. Letzterer fehlt damit ein Bezug zum Schweregrad
.
Die Diagnose setzt
nur,
aber immerhin voraus, dass der Schmerz «in klinisch bedeutsamer Weise» Leiden und Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen und anderen wichtigen Funktionsbereichen he
rvorruft (
vgl.
BGE 143 V 418 E. 5.1).
Die von den Behandlungspersonen des
Y._
angeführten
Beeinträchtigungen
haben
ihren Ursprung
allerdings
in de
n
funktionellen Einschränkungen der linken Hand
. Weder verlor der Beschwerdeführer seine Arbeitsstelle aufgrund einer
Schmerz
verarbeitungsstörung, noch stellt das depressive Zustandsbild eine B
egleit
er
scheinung
zu einer s
olchen dar. Die psychischen Beschwerden bestehen seit
der Aufklärung über das Verletzungsausmass durch den Chirurgen
und
ihre Ausprä
gung hängt
gemäss den Berichten der Behandlungspersonen
in erster Linie
von psychosozialen Faktoren
(Kündigung, Rückmeldung der beruflichen Abklärung)
ab
.
Der
Beschwerdeführer
nannte
in der Begutachtung auch
keine massgeblichen,
schmer
z
bedingte
n
Einschränkungen im Alltag
oder
bei der
Arbeitssuche
mit Aus
nahme der Schlafstörungen. Er schwimmt
, spaziert,
trinkt
g
elegentlich mit Be
kann
ten einen Kaffee,
lenkt für kurze Strecken ein Auto, hilft im Haushalt,
verfügt über ein stabiles soziales Umfeld in
ner-
und ausserhalb der Familie
,
folgt einem geregelten Tagesablauf
und bewirbt sich als Lagerist oder Nachtportier
, wobei sich bei der Stellensuche
vorab die fehlende Ausbildung als problematisch
erweis
e
(vgl. Urk. 7/106/11
9-122)
.
Im Bericht des
Y._
wurde daher zu
R
echt keine somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert. Zudem
ist nachvollziehbar, dass der
begutachtende Psychiater
auch
eine
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
unter Hinweis auf die geringe
n
Behandlungs
bemühungen
vernein
t
e. Die von den Behandlern
nachträglich
in den Berichten
aus dem Jahr 2019
aufgezeigten
Aus
wirkungen vermögen keine Schmerzverarbeitungsstörung
zu plausibilisieren
.
6.4.5
Es bleibt zu ergänzen, dass
aufgrund der regelmässig über den gesamten Krank
heitsverlauf von verschiedenen Fachärzten
einhellig
diagnostizierten Anpas
sungs
störung
, der soeben erläuterten Angaben des Beschwerdeführers zu seinen Akti
vitäten im Zeitpunkt der Begutachtung und dem Umfang der psychothera
peu
tischen/-pharmakologischen Therapie
erhebliche
Zweifel an einer von September 2017 bis März 2019 andauernde
n
mittelgradigen bis
s
chweren depressiven
Episode
bestehen
. Darüber hinaus sind
soziale B
elastungen,
die direkt
negative
funktionelle Folgen
zeitigen,
vom medizinischen Leiden
auszuklammern
.
Selbst wenn somit aufgrund der im September 2017 ausgesprochenen Kündigung vor
übergehend eine krankheitswertige depressive Störung vorgelegen hätte,
ver
möcht
e diese keinen invalidisierenden Gesundheitsschaden zu begründen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_674/201
5
vom 2. Februar 2016 E. 4.2
mit Hinweis insbesondere auf
BGE 127 V 294 E. 5a).
6.4.
6
Schliesslich
ist
auf die selektive Zusammenstellung von
Angaben
unter dem Aspekt «Somatisch»
in den
Y._
-Berichten hin
zuweisen
.
Diese suggeriert eine aufgrund der körperlichen Einschränkungen im ersten Arbeitsmarkt nicht ver
wert
bare Arbeitsleistung
, was indessen
den
einhelligen fachärztlichen
Einschätz
ungen
bei Behandlungsabschluss im Herbst 2017
klar
widerspricht (vgl. E. 5
).
Ergänzend ist zu betonen
, dass Dr.
E._
im Bericht vom 19. April 2017 auf
grund der Angaben des Beschwerdeführers zum Schluss kam, dieser sei auf eine adäquate Basis- und neuropathische Schmerzmedikation eingestellt, mit der er gut
zurecht komme
. Die Schmerzen am Unterarm im Bereich der Narbe hätten deutlich nachgelassen, so dass dort nun auch Berührungen möglich seien.
Die Hand setz
e er im Alltag zunehmend auch für leichtere Tätigkeiten ein (Urk.
7/33/1). Der Beschwerdeführer selbst
berichtete
am 3. Oktober 2017
alsdann
über einen recht stationären Befund (Urk. 7/52/1).
Nach d
er Rechtsprechung
i
st die Frage nach den noch zumutbaren Tätigkeiten und Arbeitsleistungen nach Massgabe der objektiv feststellbaren Gesundheits
schädigung in erster Linie durch die Ärzte und nicht durch die Eingliede
rungs
fachleute auf der Grundlage der von ihnen erhobenen, subjektiven Arbeitsleis
tung zu beantworten
(Urteile des Bundesgerichts 9C_396/2014 vom 15. April 2015 E. 5.4 und 9C_401/2014 vom 26. November 2014 E. 4.2.2; je mit Hinweis). Dies hat umso mehr zu gelten, wenn die Experten
– wie hier
etwa der begut
achtende Neurologe mit Hinweisen auf ein Schonverhalten
und Inkonsistenz
en
in der Untersuchung
(vgl. E. 3.4)
–
selbstlimitierendes Verhalten feststellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_646/2015 vom
19. Mai 2016 E. 4.4).
Dass eine berufliche Eingliederung bisher scheiterte,
ändert daran
nichts
.
Einer
seits
bestehen
auch
invaliditätsfremde
Faktoren, welche
die Stellensuche er
schwe
ren
(
etwa
mangelhafte
schriftliche Deutsch
-/Computer
kenntnisse).
Wieder
holt
thematisiert wurde
hierbei
auch
die bis anhin f
ehlende Motivation
,
die
ab
wartende Haltung
respektive das
fehlende Interesse
des Beschwerdeführers (Urk.
7/23/3,
7/55/3
,
7/60/
11 und 7/60/
16)
.
Andererseits wurden
bereits im Be
richt zur
beruflichen Grundabklärung
vom 30. Mai 2017
mögliche Tätigkeits
gebiete erörtert (visuelle Kontrollen, einhä
n
d
ige Arbeiten, Schliessdienst und
Gebäudeschut
z,
Urk. 7/86/13).
In
der psychiatrischen Begutachtung
gab der Be
schwer
deführer selbst an, dass die Stellensuche aufgrund der fehlenden Aus
bildung schwierig sei und er sich bisher erfolglos als Lagerist oder Nach
t
portier beworben habe
(Urk. 7/106/122).
6.5
Die Berichte des Schmerzzentrums des
Y._
erweisen sich somit in
verschiedener
Hinsicht als zu wohlwollend,
was
der Erfahrungstatsache
entspricht
, dass behan
delnde Arztpersonen
und Therapiekräfte mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
D
ie unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Be
gutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ander
seits (BGE 124 I 170 E. 4)
lässt es
nicht zu, ein Administrativgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die Behandlungspersonen zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehal
ten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpre
tation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 29. Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u
nter anderem
auf SVR 2008 IV Nr. 15 S.
43 E. 2.2.1 [I 514/06])
. Weder die
von den Behandlungspersonen des
Y._
ange
führte
Kün
digung noch die erwähnten Kriegs- und Fluchterlebnisse noch die angeblich schwerere
Ausprägung der Befunde stellen solche Aspekte dar.
Die übrigen medizinischen Unterlagen stützen das psychiatrische Teilgutachten.
7.
7.1
Aus medizinischer Sicht
ist
daher vollumfänglich auf das Gutachten der
A._
ab
zustellen
mit der Ergänzung, dass die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus polydisziplinärer Sicht bereits bei Ablauf des Wartejahres
galt
(E. 5.5).
W
ie eingangs dargelegt, ist bei einer teilweisen Arbeitsunfähigkeit infolge psychischer Beschwerden
sodann
ein strukturiertes Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 durch
zuführen
(vorstehend E.
1.3
)
. Gemäss der Rechtsprechung des Bundesge
richts ist dieses
auch
nicht entbehrlich, wenn aus medizinischer Sicht nur eine geringfügige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert wurde, die von vorn
herein keinen rentenrelevanten Invaliditätsgrad zu begründen vermag (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 8C_309/2018 vom 2. August 2018 E. 5.3.2).
7.2
Die erste Kategorie «funktioneller Schweregrad» umfasst die Komplexe «Gesund
heitsschädigung», «Persönlichkeit» und «sozialer Kontext» (BGE 141 V 281 E. 4.3). Zunächst ist hervorzuheben, dass der begutachtende Psychiater klinisch und test
psychiatrisch keine eigentliche depressive Symptomatik aufzeigen konnte
. Eben
so wurde
im Verlaufsbericht der
B._
nur eine vorübergehende Verschlech
terung in Richtung einer leichten respektive leichten bis mittelgradigen depressiven Epi
sode postuliert.
Daher ist auch
von einem guten Ansprechen auf die psycho
therapeutische Begleitung auszugehen.
Eine psychiatrische Komorbidität im Sinne einer Schmerzverarbeitungsstörung oder posttraumatischen Belastungs
stö
rung
liess sich
gutachterlich
nicht bestätigen
(vgl. E. 3.5
; ferner auch
E. 6.2.2)
.
Die Berichte des Schmerzzentrums des
Y._
vermögen keine Zweifel daran zu wecken, dass insgesamt nur ein geringfügiges psychisches Leiden besteht
(vgl. E.
6.4)
. E
ine Wechselwirkung zwischen den funktionellen Einschränkungen der linken
Hand und den
neuropathischen Schmerzen
einerseits sowie den psychi
schen Beschwerden andererseits
, wie sie in den Berichten des
Y._
dargelegt wurde
(vgl. E. 6.3.3)
,
mag bes
t
ehen
.
Deren ressourcenhemmende Wirkung ist allerdings
insofern
zu relativieren,
als
das handchirurgische Resultat
letztlich
erfreulich und der Beschwerdeführer
schmerz
medikamentös zufriedenstellend eingestellt
ist
(vgl. E. 6.4.6)
.
Es
fehlen auch
Hinweise auf eine misslungene
Aufdosierung
oder Um
stellung der
schmerztherapeutischen
Medikamente.
E
ine in der Persönlichkeits
struktur d
es
Beschwerdeführers begründete
Diagnose
steht nicht zur Diskussion.
V
ielmehr wurden seine sozialen Kompetenzen
, die Erfüllung der sozialen Er
war
tungen trotz psychosozialer Belastungsfaktoren
in der Vergangenheit
,
die selbst
gegebene
Tagesstruktur
und das unterstützende soziale Umfeld (Urk. 7/106/122 f.:
gute Ehe, gelegentliches Kaffeetrinken mit Bekannten)
vom begutachtenden Psy
chiater
(Urk. 7/106/123 und 7/106/133)
und
auch
von den
Eingliederungs
f
ach
leuten (Urk. 7/55/3) positiv bewertet.
Nachdem während
der
beruflichen Einglie
derung
zudem
noch
wiederholt
die (nicht krankheitswertige)
fehlende Motivation beziehungsweise das fehlende Interesse an Neuem bemängelt wurden, hat der Beschwerdeführer die Stellensuche inzwischen
auch
selbst an die Hand ge
nommen (vgl. E. 6.4.6).
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Gesichtspunkt der «Kon
si
stenz» (BGE 141 V 281 E. 4.4).
D
as
soziale Umfeld de
s
Beschwerdeführer
s
stellt
in diesem Zusammenh
ang eine Ressource dar. So ist sein familiäres Umfeld stabil und unterstützend (Urk. 7/106/122). Zudem ist unter Hinweis auf das bereits in
E. 6.4.6 Ausgeführte zu wiederholen, dass keine massgeblichen psychisch bedin
g
ten Einschränkungen im Alltag des Beschwerdeführers ersichtlich sind
.
Er pflegt
weiterhin Hobbies und Bekanntschaften
und beteiligt sich
im Rahmen seiner körperlichen
Möglichkeiten
an der Hausarbeit
(Urk. 7/106/123).
Bei
diesem Indi
kator
besonders zu beachten ist
ferner
, dass soziale Belastungen, soweit
diese direkt negative funktionelle Folgen
zeitigen, ausgeklammert bleiben
(BGE 141 V 281 E 4.3.3). Aus den Berichten der
B._
und des Schmerzzentrums des
Y._
wird deutlich, dass
das Ausmass der Beschwerden v
or
ab durch die
Sorge um die berufliche und
die
finanzielle Zukunft
bestimmt wird
.
Schliesslich
wurden die Behandlungsoptionen nicht ausgeschöpft und zeigte
sich der Beschwerdeführer
während der Eingliederung nur bedingt motiviert, so dass weder behandlungs- noch eingliederungsanamnestisch ein massgeblicher Leidensdruck
ausgewiesen
ist
.
7.3
Der Beschwerdeführer argumentiert
e
zwar
rechtlich zutreffend, dass
in Bezug auf die invalidisierende Wirkung eines psychischen Leidens
nicht allein der fehlende diagnoseinhärente Mindestschweregrad oder der fehlende Nachweis einer Thera
pie
resistenz ausschlaggebend
sind
. Er übers
ah
jedoch, dass
es
der begutachtende Psychiater
n
icht
d
abei bewenden liess
, sondern sich
durchaus
mit den Befunden und deren Ausprägung, den Ressourcen
, d
en
Einschränkungen im
sozialen Kon
takt und
im
Privatleben
sowie mit dem
behandlungsanamnestischen Leidens
druck auseinandersetz
t
e. Demnach
lässt
sich anhand der Standardindikatoren ge
mäss BGE 141 V 281 – und damit auch aus der Optik des Rechtsanwenders, der die ärztlichen
Einschätzungen und Schlussfolgerungen auf ihre sozialversiche
rungsrechtliche Relevanz und Tragweite hin zu prüfen hat –
höchstens
eine leicht reduzierte Arbeitsfähigkeit
in einer Hilfstätigkeit
bestätigen.
Es
wurde
n
zwar
seit dem Unfall
durchwegs
psychische
Beschwerden
festgestellt
und
in
der regel
mässi
gen
Beanspruchung einer psychologischen Begleitung
mit
zuverlässige
r Medika
menteneinnahme
(vgl. Urk. 7/106/127)
widerspiegelt sich
auch ein gewisser Lei
dens
druck. Dieser wirkt sich jedoch
bei guten Ressourcen
im Alltagsleben kaum merkbar aus
(
vgl. auch
Urteil des Bundesgerichts
9C_668/2018
vom 5. April 2019 E. 4.2
bei gleicher Diagnose und
ähnlichem
Ergebnis der
Indikatorenprüfung
)
.
7.4
Nach dem Gesagten ist
eine invalidisierende Wirkung
der psychischen Störung nicht gänzlich von der Hand zu weisen, weshalb im Folgenden die erwerblichen
Auswirkungen der 20%igen Arbeitsunfähigkeit in einer Verweistätigkeit zu prü
fen ist.
Offen bleiben
kann aufgrund der nachstehenden
Ausführungen
zum Einkom
men
s
vergleich die von der Beschwerdegegnerin aufgeworfene Frage, ob die Anpas
sungs
störung als definitionsgemäss vorübergehend
e Gesundheitsbeeinträchti
gung
überhaupt invalidisierend sein kann.
8.
8.1
Wie das Bundesgericht in seinem Urteil 8C_811/2018 vom 10. April 2019 E.
4.4.2.
abermals bestätigt hat,
bestehen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt recht
sprechungsgemäss genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten für Personen, die funktionell als Einarmige zu betrachten sind und überdies nur noch leichte Arbeit verrichten können (Urteile
des Bundesgerichts
8C_227/2018 vom 14. Juni 2018 E. 4.2.1; 8C_37/2016 vom 8. Juli 2016 E. 5.1.2 mit Hinweis). Es entspricht der Praxis, selbst bei faktischer
Einhändigkeit
zwar eine erheblich erschwerte Ver
wertbarkeit der Arbeitsfähigkeit anzunehmen, gleichwohl aber sogar bei Versi
cherten, die ihre dominante Hand - was hier nicht zutrifft - gesundheitlich be
dingt nur sehr eingeschränkt (z.B. als unbelastete
Zudienhand
) einsetzen können, einen hinreichend grossen Arbeitsmarkt mit realistischen Betätigungsmöglich
keiten zu unterstellen (Urteil
des Bundesgerichts
9C_396/2014 vom 15. Ap
ril 2015 E. 5.2 mit Hinweisen).
Längst nicht alle im Arbeitsprozess im weitesten Sinne notwendigen Aufgaben und Funktionen im Rahmen der Überwachung und Prüfung werden durch Com
puter und automatisierte Maschinen ausgeführt. Abgesehen davon müssen solche Geräte auch bedient und ihr Einsatz ebenfalls überwacht und kontrolliert werden. Zu denken ist etwa an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie an die
Bedienung und Überwachung von (halb-) automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten, die keinen Einsatz der linken Hand voraussetzen (vgl. dazu SVR 2017 IV Nr. 12 S. 29;
zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts
8C_37/2016 vom 8. Jul
i 2016 E. 5.1.2 mit Hinweisen).
8
.2
Unter Berücksichtigung des
von Dr.
D._
, Dr.
C._
und den Gutachtern der
A._
definierten Zumutbarkeit
s
profils
, wonach die
adominante
Hand noch als Hilfshand eingesetzt werden kann
(vgl. E.
5
), ist deshalb von einer voll
ständigen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
auf dem - hier einzig massgeblichen - ausgeglichenen Arbeit
smarkt
auszugehen. Zudem sind keine Gründe ersichtlich, weshalb dem Beschwerdeführer nach dem soeben Ausgeführten keine Tätigkeiten im Produktionssektor zumutbar sein sollen (vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 8C_811/2018 vom 10. April 2019 E. 5 für Tätig
keiten unter Ausschluss der linken Hand und 8C_227/2018 vom 14. Juni 2018 E.
4.2.1 für Tätigkeiten bei
Einarmigkeit
). Wie der Lebenslauf des Beschwerde
führers zudem zeigt, vermochte er sich bereits in der Vergangenheit wiederholt beruflich neu zu orientieren (vgl. Urk.
7/106/77 f.
: Wirtschaftsstudium, Pflegebe
reich, Koch/Angestellter/Geschäftsführer in der Gastronomie, Gartenbau).
8.3
Konkret vermag
eine faktische
Einhändigkeit
oder Beschränkung der dominanten Hand als
Zudie
nhand
gemäss der Rechtsprechung einen Abzug von 20 bis 25
% zu rechtfertigen (Urteile
des Bundesgerichts
8C_744/2017 vom 14. Mai 2018 E.
5.2; 8C_527/2012 vom 21.
November
2012 E.
4.2.2.3; 9C_418/2008 vom
17.
September 2008 E. 3.3.2 und 3.3.3; 8C_811/2018 vom 10. April 2018 E. 5.4-5)
.
Allerdings hat
das Bundesgericht bei funktioneller
Einarmigkeit
oder
Ein
händig
keit
auch schon Abzüge von 10 % als angemessen bezeichnet (Urteile
des Bun
desgerichts
9C_783/2015 vom 7. April 2016 E. 4.6 und 8C_971/2008 vom
23. März 2009 E. 4.2.6.2, f
erner
8C_471/2017 vom 16.
April 2018 E. 5
).
Unter Be
rücksichtigung des ausgeglichenen Arbeitsmarktes kann gegebenenfalls auch von einem Abzug abgesehen werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_495/2019 vom 11.
Dezember 2019 E. 4.2.2).
Entscheidend sind die gesamten Umstände des kon
kre
ten Falles (zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 8C_800/2017 vom 21. Juni 2018 E. 6
).
Der Beschwerdeführer kann seine dominante rechte Hand uneingeschränkt ein
setzen, die linke dient ihm
immerhin
als Hilfshand
. Insofern
ist
der leidens
bedingte Abzug von 15 % als im Ermessen der Beschwerdegegnerin stehe
nd
nicht zu beanstanden
. Eine relevante
Leistungseinbusse ist
gutachterlich
nicht ausge
wiesen.
Dem Alter kommt im Zusammenhang mit dem Leidensabzug nur beschränkte Bedeutung zu. So fällt der Umstand, dass die Stellensuche altersbedingt erschwert sein mag, als invaliditätsfremder Faktor regelmässig ausser Betracht. Ausserdem steht fest, dass sich das Alter bei Männern im Alterssegment von 50 bis 64/65 bei Stellen ohne Kaderfunktion eher lohnerhöhend auswirkt (vgl.
Urteil des 8C_552/2017 vom 18. Januar 2018 E. 5.4.1 mit diversen Hinweisen
).
Abgesehen davon, steht dem Beschwerdeführer mit Jahrgang 1965 noch eine
eher lange Erwerbsdauer bevor.
Der Beschwerdeführer verfügt sodann über gute mündliche Deutschkenntnis
se
, nur
die schriftlichen erweisen sich als bestenfalls für betriebsinterne Notizen ge
nügend (Urk. 7/60/11; vgl. auch Urk. 7/106/124: Therapiesprache Deutsch). Für die in Betracht kommenden Hilfstätigkeiten sind diese somit ausreichend.
Den psychischen Beschwerden
wird
beim Belastungsprofil mit einer Leistungseinbu
sse von 20 % Rechnung
ge
tragen. Diese können nicht doppelt berücksichtigt werden.
Damit sind ausser den Beeinträchtigungen der linken Hand keine weiteren Gründe für einen leidensbedingten Abzug ersichtlich.
8.4
Die Beschwerdegegnerin ging vom
im Unfallzeitpunkt laut
Schadenmeldung UVG
effektiv
erzielten Monatslohn von Fr. 5'140.-- aus (Urk. 7/3/4, Urk. 7/114/2) und bezifferte das
ohne Gesundheitsschaden erzielte E
inkommen
auf
Fr. 66'820.-- (
Fr.
5'140.-- x 13;
Urk. 2).
U
nter Berücksichtigung der vom Beschwerdeführer
zu Recht
geltend gemachten Nominallohnentwicklung
(
Stand 2239 im Jahr 2016, Stand 2249 im Jahr 2017; Tabelle
T39 Entwicklung der Nominallöhne, der Kon
sumentenpreise und der Reallöhne, 2010-2018
)
resultiert ein
Valideneinkommen
von
Fr.
67'118.-- (Fr. 66'820.
-- :
2239 x 2249) i
m Jahr 2017.
Anhand der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohn
strukturerhebung (LSE) für das Jahr 2016 (Tabelle
TA1_tirage_skill_level
, Privater Sektor, Kompetenzniveau 1
[
Zentralwert für Hilfsarbeiten
]
) beträgt der Monatslohn von Männern Fr. 5'340.--
; a
ngepasst an die genannte Nominal
lohn
entwicklung sowie die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden
errechnet sich ein
Einkommen
von
Fr. 67'102.-- (Fr. 5'340.-- x
12 :
2239 x 2249 : 40 x 41.7)
im Jahr 2017
. Angesichts der
psychisch bedingten Leistungseinbusse von 20 %
sowie
eines leidensbedingten Abzugs von 15 % b
eträgt das
massgebende
Invalideneinkommen
Fr.
45'629.--. Bei einer Erwerbseinbusse von Fr. 21'489.-- (Fr. 67'118.
-- .
/. Fr. 45'629.--)
resultiert
ein nicht rentenbegründe
nder Invalidi
tätsgrad von
gerundet
32 %.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
9.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rens
aufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.
--
fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Sie sind auf Fr.
1’0
00.-- festzusetzen und ent
sprechend dem Verfahrensausgang vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzu
er
legen
.