Decision ID: 48dda88e-9c35-4793-8ea4-f40abfaf03cd
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend
Urkundenfälschung etc. und Widerruf
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf, II. Abteilung, vom 15. Juni 2012 (DG110013)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 23. September
2011 (Urk. 30) ist diesem Urteil beigeheftet.
Entscheid der Vorinstanz: (Urk. 57 S. 53 ff.)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte A._ wird freigesprochen von den Vorwürfen
− der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 Abs. 1, 2 und 3
StGB zum Nachteil der Firma B._ (Anklageziffer 3),
− der mehrfachen Urkundenfälschung und des versuchten Betrugs im
Sinne von Art. 251 Ziff. 1 Abs. 1, 2 und 3 bzw. Art. 146 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB zum Nachteil der C._ AG (An-
klageziffer 4) sowie
− der mehrfachen Urkundenfälschung und des versuchten Betrugs im
Sinne von Art. 251 Ziff. 1 Abs. 1, 2 und 3 bzw. Art. 146 Abs. 1 in Ver-
bindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB zum Nachteil der D._ AG (Ankla-
geziffer 5).
2. Der Beschuldigte A._ ist schuldig
− der Urkundenfälschung und des versuchten Betrugs im Sinne von
Art. 251 Ziff. 1 Abs. 1, 2 und 3 bzw. Art. 146 Abs. 1 in Verbindung mit
Art. 22 Abs. 1 StGB zum Nachteil von E._ (Anklageziffer 1),
− der Urkundenfälschung und des versuchten Betrugs im Sinne von
Art. 251 Ziff. 1 Abs. 1, 2 und 3 bzw. Art. 146 Abs. 1 in Verbindung mit
Art. 22 Abs. 1 StGB zum Nachteil der F._ AG (Anklage-ziffer 2),
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− der Urkundenfälschung und des versuchten Betrugs im Sinne von
Art. 251 Ziff. 1 Abs. 1, 2 und 3 bzw. Art. 146 Abs. 1 in Verbindung mit
Art. 22 Abs. 1 StGB zum Nachteil der Firma G._ (Anklageziffer 6),
− des Fahrens ohne Fahrzeugausweis im Sinne von Art. 96 Ziff. 2 SVG
in Verbindung mit Art. 63 Abs. 1 SVG (Anklageziffer 7),
− des Missbrauchs von Ausweisen und Schildern im Sinne von Art. 97
Ziff. 1 Abs. 1 SVG (Anklageziffer 7) sowie
− weiterer Widerhandlungen im Sinne von Art. 99 Ziff. 3 SVG in Verbin-
dung mit Art. 10 Abs. 4 SVG (Anklageziffer 7).
3. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 25. Juni 2008
ausgefällte bedingte Strafe von 30 Tagessätzen Geldstrafe zu Fr. 40.– wird
widerrufen.
4. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten
sowie mit einer Busse von Fr. 50.–.
5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 6 Monaten aufge-
schoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (6 Monate)
wird die Freiheitsstrafe vollzogen. Die Busse ist zu bezahlen.
6. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle
eine Ersatzfreiheitsstrafe von 1 Tag.
7. Vom Rückzug der Schadenersatzforderung des Privatklägers wird Vormerk
genommen.
8. Die Genugtuungsforderung des Privatklägers wird abgewiesen.
9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 4'500.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 3'600.00 Gebühr für die Führung der Strafuntersuchung
Fr. amtl. Verteidigung (ausstehend)
Fr. 8'100.00
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Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
10. Die Kosten des Verfahrens werden dem Beschuldigten zu zwei Drittel
auferlegt und im Übrigen auf die Staatskasse genommen. Die Kosten der
amtlichen Verteidigung werden auf die Staatskasse genommen.
11. (Mitteilung)
12. (Rechtsmittel)"
Berufungsanträge: (Prot. II. S. 4 f.)
a) der Verteidigung des Beschuldigten
(Urk. 72 S. 2 f.)
1. Die den Appellanten bereits freisprechenden Anklagepunkte im Urteil,
nämlich Urteil
- Punkt 2.3. "Zum Nachteil der Firma B._ (ND2)", - Punkt 2.4. "Zum Nachteil der C._ AG in Cham (ND6)", - und Punkt 2.5. "Zum Nachteil der D._ AG in Aarburg (ND14)", sei-
en als Freisprüche zu bestätigen.
2. Betreffs Urteil
- Punkt 2.1. "Zum Nachteil des Geschädigten E._ (HD), - Punkt 2.2. "Zum Nachteil der Geschädigten F._ AG, H._
(ND1)", - sowie Punkt 2.6. "Zum Nachteil des G._ in I._ (ND8)", sei der Appellant von Schuld und Strafe freizusprechen.
3. Das vorinstanzliche Urteil sei betreffs der SVG-Delikte in den Punkten
- 2.7. "Missbrauch von Ausweisen und Schildern, etc. (ND13)", - sowie 2.8. "Fahren ohne Fahrzeugausweis" sowie weitere Widerhand-
lungen gegen die Strassenverkehrsgesetzgebung, vollumfänglich zu bestätigen.
4. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 25.06.2008
ausgesprochene bedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 40.--, sei
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nur im Fall eines Schuldspruches betreffend Anklagepunkt 6. (Neben-
dossier 8, Fall I._) zu widerrufen.
5. Eventualiter, im Falle eines Schuldspruchs in den vorstehend beantragten
Freisprüchen,
a) sei der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von nicht mehr als 6 Monaten zu bestrafen, sowie mit einer Busse von Fr. 50.--.
b) Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei bedingt aufzuschieben, unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren.
6. Die Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten im proportionalen Verhältnis
zum Verfahrensgang aufzuerlegen.
b) der Staatsanwaltschaft
(Urk. 66)
Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheids.

Erwägungen:
1. Prozessgeschichte
1.1. Hinsichtlich des Verfahrensganges bis zum Abschluss des erstinstanzli-
chen Verfahrens kann vollumfänglich auf die vollständigen und zutreffenden
Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 57 S. 3 ff.;
Art. 82 Abs. 4 StPO).
1.2. Mit vorstehend wiedergegebenem Urteil vom 15. Juni 2012 wurde der
Beschuldigte hinsichtlich der Anklageziffern 1, 2 und 6 jeweils der Urkunden-
fälschung sowie des versuchten Betruges schuldig gesprochen. Weiter erfolgten
hinsichtlich Anklageziffer 7 Schuldsprüche wegen Fahrens ohne Fahrzeug-
ausweis sowie wegen Missbrauchs von Ausweisen und weiterer Widerhandlun-
gen gegen die Strassenverkehrsgesetzgebung. Die Vorinstanz bestrafte den
Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten sowie mit einer Busse von
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Fr. 50.-- und schob den Vollzug der Freiheitsstrafe im Umfang von 6 Monaten auf,
wobei sie die Probezeit auf 4 Jahre festsetzte. Vom Rückzug der Schadenersatz-
forderung des Privatklägers wurde Vormerk genommen. Schliesslich wurden die
Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens dem Beschuldigten
auferlegt (Urk. 57 S. 53 ff.).
1.3. Gegen dieses Urteil liess der Beschuldigte durch seinen amtlichen Ver-
teidiger am 20. Juni 2012 fristgerecht Berufung anmelden (Urk. 53) und nach
Zustellung des begründeten Urteils (am 4. Februar 2013: Urk. 55; Urk. 56/1-3) am
22. Februar 2013 ebenfalls fristgerecht dem Obergericht die Berufungserklärung
einreichen (Urk. 59). Auf entsprechende Aufforderung hin teilte die Anklage-
behörde mit Eingabe vom 26. März 2013 mit, sie verzichte auf die Erhebung einer
Anschlussberufung und beantrage die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils
(Urk. 66). Auf das Stellen von Beweisanträgen wurde allseits verzichtet.
1.4. In der Folge wurde auf den 10. Juni 2013 zur Berufungsverhandlung vor-
geladen (Urk. 69).
1.5. Zu Beginn der heutigen Berufungsverhandlung, zu welcher der Beschuldig-
te und seinen Verteidiger erschienen sind, waren weder Vorfragen zu entscheiden
noch Beweise abzunehmen (Prot. II S. 5 f.). Das vorliegende Urteil erging im
Anschluss an die Berufungsverhandlung (Prot. II S. 7).
2. Umfang der Berufung
2.1. Die Verteidigung beantragt, der Beschuldigte sei vom Vorwurf der
Urkundenfälschung und des versuchten Betruges zum Nachteil der Geschädigten
E._ (Anklageziffer 1), F._ AG (Anklageziffer 2) und Firma G._ (An-
klageziffer 6) vollumfänglich freizusprechen. Im Eventualstandpunkt beanstandet
die Verteidigung die Strafzumessung (Urk. 59 S. 2 f.).
2.2. Demnach sind im Berufungsverfahren folgende Dispositivziffern des Urteils
vom 15. Juni 2012 (Urk. 57) nicht mehr angefochten:
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− Freisprüche betreffend die Anklageziffern 3, 4 und 5 gemäss Urteils-
dispositivziffer 1
− Schuldsprüche betreffend des Fahrens ohne Fahrzeugausweis gemäss
Anklageziffer 7, des Missbrauchs von Ausweisen und Schildern
gemäss Anklageziffer 7 und der Widerhandlung im Sinne von Art. 99
Ziff. 3 SVG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 4 SVG gemäss Anklage-
ziffer 7, allesamt gemäss Urteilsdispositivziffer 2
− Vormerknahme des Rückzugs der Schadenersatzforderung gemäss
Urteilsdispositivziffer 7
− Abweisung der Genugtuungsforderung des Privatklägers gemäss
Urteilsdispositivziffer 8
− Kostenfestsetzung gemäss Urteilsdispositivziffer 9
Nach dem Gesagten ist vorab festzuhalten, dass das angefochtene Urteil in
diesem Umfang bereits in Rechtskraft erwachsen ist (Art. 404 Abs. 1 StPO). Auf
diese Punkte ist im Folgenden nicht mehr weiter einzugehen.
3. Formales
3.1. Der Einfachheit halber wird nachfolgend weitestgehend an der Systematik
des angefochtenen Entscheides festgehalten respektive darauf aufgebaut.
3.2. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des angeklagten
Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies
jeweils in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne, dass dies jeweils
explizit Erwähnung findet.
4. Sachverhalt
4.1. Glaubwürdigkeit des Beschuldigten sowie von J._
4.1.1. Die Vorinstanz hat sich sozusagen vorfrageweise mit der Frage der Glaub-
würdigkeit des Beschuldigten und mit jener von J._ auseinandergesetzt.
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4.1.2. In Bezug auf J._ kamen die Vorderrichter zum Schluss, insbesondere
aufgrund seiner deliktischen Vergangenheit und seiner als Einzeltäter an den Tag
gelegten Vorgehensweisen zeige sich zweifelsfrei, dass seine Darstellung, wo-
nach er sozusagen das Opfer des Anstifters A._ gewesen sei, unhaltbar sei.
Hinzu komme, dass er im Laufe der Untersuchung seine Aussagen immer wieder
dem momentanen Stand der Ermittlungen angepasst und zugegebenermassen
verschiedentlich die Unwahrheit gesagt habe. Seine Aussagen seien, soweit sie
den Beschuldigten belasteten, mit höchster Vorsicht zu "geniessen" (Urk. 57 S. 9
ff.). Dieser Schlussfolgerung der Vorinstanz ist nichts hinzuzufügen, auf die ent-
sprechenden Erwägungen kann verwiesen werden.
4.1.3. Hinsichtlich der Glaubwürdigkeit des Beschuldigten setzte sich die
Vorinstanz ebenfalls gründlich mit dessen deliktischer Vergangenheit auseinan-
der. Sein in der Vergangenheit an den Tag gelegtes Verhalten spreche ebenso
wenig für dessen Glaubwürdigkeit, wie sein Aussageverhalten im vorliegenden
Verfahren. Zudem dürfe nicht ausser Acht gelassen werden, dass der Beschuldig-
te selbstverständlich ein grosses Interesse daran habe, die Dinge in einem für ihn
günstigen Licht erscheinen zu lassen (Urk. 57 S. 12). Auch diese gründlichen und
durchwegs zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz können ohne Weiteres
übernommen werden.
4.1.4. In Ergänzung zu den erwähnten Ausführungen der Vorinstanz ist schliess-
lich darauf hinzuweisen, dass man sich bei eingehender Betrachtung der
Befragungsprotokolle des Beschuldigten und von J._ mitunter des
Eindrucks nicht erwehren kann, dass aufgrund ihres doch schon fortgeschrittenen
Alters - der Beschuldigte steht im 79. Lebensjahr, J._ steht im 74. Altersjahr -
das Erinnerungsvermögen teilweise eingeschränkt sein dürfte, was in Bezug auf
deren Glaubwürdigkeit ebenfalls zu beachten ist.
4.2. Urkundenfälschung und versuchter Betrug zum Nachteil des Geschädigten
E._ (Hauptdossier)
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4.2.1. Die Vorinstanz hat den Anklagevorwurf unter Ziff. 2.1.1. zutreffend wieder-
gegeben und unter Ziff. 2.1.2. den unbestrittenen Sachverhalt ebenfalls korrekt
zusammengefasst. Darauf kann verwiesen werden.
4.2.2. Zur Sachverhaltsermittlung stellten die Vorderrichter einerseits auf die
Aussagen der beiden Hauptbeteiligten und andererseits auf die Aussagen des
Geschädigten E._ ab. Weiter erachteten sie den Check, welcher dem
Geschädigten E._ übergeben wurde sowie den Untersuchungsbericht der
Kriminaltechnischen Abteilung der Kantonspolizei Zürich vom 30. Juni 2008
ebenso als beweiserheblich, wie diverse Belege, welche sich als Urkunden 5/1-6
bei den Akten befinden.
4.2.2.1. Hinsichtlich der Aussagen der Hauptbeteiligten gilt es zunächst festzu-
halten, dass die Anklagebehörde am 11. Januar 2011 den Mitbeschuldigten
J._ im Beisein des Beschuldigten und seines Verteidigers einvernommen
hat. Anlässlich dieser Einvernahme wurde der Beschuldigte mit den Aussagen
J._'s konfrontiert und er hatte Gelegenheit Ergänzungsfragen zu stellen
(Urk. 7/15). Zudem wurde J._ von der Vorinstanz als Zeuge vorgeladen und
im Rahmen der Hauptverhandlung einlässlich zur Sache befragt. Auch hier wurde
dem Beschuldigten und seinem Verteidiger die Möglichkeit eingeräumt,
Ergänzungsfragen zu stellen (Urk. 42). Damit wurden die Teilnahmerechte des
Beschuldigten in Bezug auf die Aussagen von J._ vollumfänglich gewahrt,
weshalb diese uneingeschränkt als Beweismittel verwendet werden können
(Art. 147 Abs. 1 und 4 StPO). Anders verhält es sich mit den Aussagen des
Geschädigten E._. Dieser wurde lediglich einmal polizeilich einvernommen
(Urk. 8/1). Der Beschuldigte wurde mit dem Geschädigten nie konfrontiert. Unter
diesen Umständen dürfen die Aussagen des Geschädigten E._ in Nach-
achtung der relevanten Bestimmung der damals geltenden Zürcher Strafprozess-
ordnung (§ 15 i.V.m. § 14 Abs. 1 StPO ZH) nicht zum Nachteil des Beschuldigten
verwertet werden.
4.2.2.2. Bei den Akten befindet sich weiter ein Untersuchungsbericht der Kriminal-
technischen Abteilung der Kantonspolizei Zürich vom 30. Juni 2008 (Urk. 11/1).
Diesem Bericht lässt sich entnehmen, dass er durch einen polizeilichen Sachbe-
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arbeiter (Fw K._) in Auftrag gegeben wurde. Bei dem betreffenden
Bericht handelt es sich nicht um ein sachverständigen Gutachten im Sinne von
§ 109 ff. StPO ZH. Einerseits wurde es nicht durch die zuständige Stelle in
Auftrag gegeben und andererseits ist nicht ersichtlich, ob der Hinweis auf die
Straffolgen eines falschen Gutachtens nach Art. 307 StGB (§ 113 StPO ZH)
erfolgte. Unterbleibt die Inpflichtnahme, stellt das Ergebnis der Sachverständigen-
tätigkeit kein verwertbares Gutachten dar (Donatsch in: Donatsch/Schmid,
Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Zürich, N 8 zu § 113). Der
Bericht ist daher unter Verletzung von Gültigkeitsvorschriften erhoben worden,
was dessen Unverwertbarkeit nach sich zieht.
4.2.2.3. Was die weiteren Urkunden (Urk. 5/1-6) anbelangt, so spricht im Grunde
nichts gegen deren Verwertbarkeit, allerdings ist auch nicht ersichtlich, inwiefern
diese zur Sachverhaltsermittlung beitragen könnten.
4.2.3. Die Vorinstanz kam zusammengefasst zum Schluss, den Aussagen der
beiden Hauptbeteiligten könne aufgrund der Vielzahl von Widersprüchen nicht viel
Erhellendes entnommen werden. Immerhin habe sich aber J._ konstant da-
hingehend geäussert, dass er und der Beschuldigte vorab beschlossen hätten,
dass man mit unlauteren Geschäften habe zu Geld kommen wollen. Sie hätten
versucht, mittels ungedeckter Checks bei diversen Händlern Fahrzeuge aller Art
zu kaufen, die man anschliessend habe gewinnbringend verkaufen wollen. Beim
Beschuldigten sei demgegenüber als eigentliche Kernaussage nur die konstante
Bestreitung seiner Mittäterschaft erkennbar, ansonsten habe auch er bei jeder
fast denkbaren Gelegenheit in seinen Aussagen Widersprüche produziert. Wo es
nicht anders gegangen sei, habe er im Sachverhalt gelegentlich Zugaben
gemacht, welche er aber immer sogleich erklärt habe. Seine Mittäterschaft habe
er dabei stets in Abrede gestellt. Entscheidend für die Sachverhaltserstellung
seien jedoch eine Vielzahl von Indizien, welche insgesamt keinen anderen
Schluss zuliessen, als eben jenen, dass der Beschuldigte im eingeklagten
Umfang an den strafbaren Handlungen von J._ beteiligt gewesen sei
(Urk. 57 S. 14 ff.).
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4.2.4. Vor Vorinstanz stellte sich die Verteidigung zusammengefasst auf folgende
Standpunkte (Urk. 49 S. 4 ff.): Zunächst sei festzuhalten, dass ausschliesslich
J._ mit dem Geschädigten in Kontakt getreten sei. Allein aufgrund des Um-
standes, dass der Beschuldigte seinen Kumpel und Partner J._ nach
L._ chauffiert und diesem in seinem Wohnwagen seine Schreibmaschine zur
Verfügung gestellt habe, lasse sich weder ein Mitwissen, noch eine Tatbeteiligung
herleiten. Es sei zwar für den Beschuldigten nicht gerade schmeichelhaft, dass er
J._ einen Blankocheck der Sparkasse M._ übergeben habe, dies habe
er jedoch nur getan, damit J._ sehe, wie die Checks dereinst aussehen wür-
den, die er selber von der Bank erhalte. Der Beschuldigte habe seine Kontonum-
mer abgedeckt, weil er einerseits kein Konto mehr bei der Sparkasse gehabt habe
und der Check entsprechend auch nicht gedeckt gewesen sei. Von den inneren
tatbeständlichen Vorgängen auf Seiten von J._ habe der Beschuldigte kei-
nerlei Kenntnis gehabt. J._ habe das betreffende Geschäft ganz alleine und
ohne Wissen des Beschuldigten geplant und durchgeführt.
Die Verteidigung wiederholte die bereits vor Vorinstanz vorgebrachten Argumente
weitestgehend auch im Berufungsverfahren. So stellte sie sich namentlich erneut
auf den Standpunkt, der Beschuldigte habe von den inneren tatbeständlichen
Vorgängen auf Seiten von J._ keine Kenntnis gehabt. Er habe insbesondere
nicht gewusst, dass J._ beim Geschädigten ein Fahrzeug der Marke
Ssangyong habe kaufen und dieses mit einem gefälschten Bankcheck in Höhe
von Euro 4'000.-- habe bezahlen wollen. Ebenso habe der Beschuldigte keine
Kenntnis davon gehabt, dass der übergebene Check auf den Namen von
N._ gelautet habe. Die Vorinstanz habe aus dem Umstand, dass sich die de-
liktischen Tätigkeiten in der "geschäftlichen Heimat" des Beschuldigten ereignet
hätten, den Schluss gezogen, dies stelle ein Indiz für die Mittäterschaft des
Beschuldigten dar. Mit dieser Folgerung verfalle die Vorinstanz beinahe in Willkür.
Richtig sei, dass der Beschuldigte J._ in sein berufliches Umfeld integriert
habe, damit dieser dort Geschäfte habe machen können. Daraus könne man
jedoch ebenso wenig eine Beteiligung konstruieren, wie aus dem Umstand, dass
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der Beschuldigte J._ seine Schreibmaschine zum Gebrauch überlassen ha-
be (Urk. 72 S. 5 ff.).
4.2.5. Zunächst ist mit der Vorinstanz darauf hinzuweisen, dass J._
aufgrund des eingeklagten Sachverhaltes rechtskräftig wegen versuchten
Betruges sowie wegen Urkundenfälschung schuldig gesprochen wurde (Urteil des
Bezirksgerichts Zürich vom 3. März 2011 im Verfahren DG100509 sowie Urteil
des Obergerichts des Kantons Zürich vom 25. Oktober 2011 im Verfahren
SB110444).
4.2.6. Die Vorinstanz hat sich gründlich und ausführlich mit den vorhandenen
Beweismitteln auseinandergesetzt und eine eingehende Beweiswürdigung vorge-
nommen. Auch wenn wie vorstehend ausgeführt, der Untersuchungsbericht der
Kriminaltechnischen Abteilung der Kantonspolizei Zürich vom 30. Juni 2008 sowie
die Aussagen des Geschädigten E._ nicht als Beweismittel zum Nachteil des
Beschuldigten verwendet werden dürfen, ist die vorinstanzliche Beweiswürdigung
im Ergebnis nicht zu beanstanden. Die nachfolgenden Erwägungen verstehen
sich daher lediglich als Ergänzung. Unbestrittenermassen hat sich J._ am
12. Februar 2008 auf dem Handelsplatz des Geschädigten E._ in
L._ eingefunden, um von diesem einen Gebrauchtwagen der Marke
"Ssanyong" für Fr. 6'400.-- zu erwerben. Zwecks Bezahlung des Kaufpreises
übergab J._ dem Geschädigten einen auf den Namen N._ lautenden
Verrechnungs-Check über Euro 4'000.-- der Sparkasse M._. Nachdem der
Beschuldigte zunächst kategorisch in Abrede stellte, etwas mit dem fraglichen
Check zu tun zu haben (Urk. 6/2 S. 3 ff.), gestand er schliesslich ein, der Check
stamme von ihm. Er habe zu einem früheren Zeitpunkt bei der Sparkasse
M._ ein Konto geführt, welches aber zwischenzeitlich bereits aufgelöst ge-
wesen sei. Nach Angaben des Beschuldigten will er J._ einen "Blanko-
Check" ausgehändigt haben, damit dieser auf die Bank gehen und sich so selber
Checks beschaffen könne. Er habe gewusst, dass der Check nicht gedeckt gewe-
sen sei und dass J._ das Auto bei E._ damit habe bezahlen wollen. Er
habe J._ aber nie einen entsprechenden Auftrag erteilt. Er habe diesen
Check entgegen den Aussagen von J._, auch nicht verfälscht (Urk. 6/7 S. 4
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f). An anderer Stelle gab der Beschuldigte zu Protokoll, er habe J._ den
Check nur deshalb ausgehändigt, damit dieser einmal sehe, wie so ein Check
aussehe (Urk. 6/4 S. 3 f.). In der darauffolgenden staatsanwaltschaftlichen Ein-
vernahme gab der Beschuldigte dann jedoch zu Protokoll, J._ habe ja nicht
bloss einmal falsche Checks verwendet (Urk. 6/7 S. 5). Anlässlich der vorinstanz-
lichen Hauptverhandlung räumte der Beschuldigte dann ein, er habe seine Refe-
renz- und Kontonummer auf dem Check abgedeckt und von diesem eine Kopie
hergestellt. Damit habe er zu seinem Schutz sicherstellen wollen, dass aus dem
Check kein Hinweis auf ihn hervorgehe und dass J._ den Check nicht mit
seinen Angaben herausgeben könne. Auf Ergänzungsfrage des Verteidigers er-
gänzte der Beschuldigte, er habe nicht gewollt, dass J._ seinen Check ver-
wende und er habe auch keine Ahnung gehabt, was dieser im Schilde führe (Urk.
41 S. 6 ff.). J._ dagegen belastete den Beschuldigten dahingehend, dass
dieser ihm gestützt auf den gemeinsamen Plan mit dem Check ausgeholfen habe.
Dies deshalb, weil seine eigenen Checks, welche er nach der Kontoeröffnung bei
der Sparkasse M._ hätte erhalten sollen, noch nicht verfügbar gewesen sei-
en. Diese Schilderungen von J._ erscheinen im Gegensatz zu den doch
reichlich absurden Erklärungsversuchen des Beschuldigten, als durchaus glaub-
haft. Nach anfänglichen Bestreitungen machte J._ in Bezug auf die Herkunft,
die Verfälschung und die Verwendung des fraglichen Checks konstante Angaben,
welche einerseits lebensnah und detailreich geschildert wurden und welche
schliesslich über weite Teile auch durch den Beschuldigten selbst bestätigt wur-
den. Demgegenüber erscheinen die Erklärungsversuche des Beschuldigten im
Zusammenhang mit der Aushändigung des Checks als vollends unglaubhaft. Wie
bereits die Vorinstanz ausführlich und in nicht zu beanstandender Art und Weise
erwog, macht es schlicht keinen Sinn, dass der Beschuldigte J._ den Check
aushändigt, damit dieser sehe, wie dessen zukünftige Checkformulare dereinst
aussehen würden. Einerseits machte der Beschuldigte nämlich selbst geltend,
J._ habe bereits bei anderer Gelegenheit falsche Checks verwendet (Urk.
6/7 S. 5). Entsprechend wäre also J._ nach Darstellung des Beschuldigten
an den Umgang mit Checks gewohnt gewesen und es hätte damit kein Grund be-
standen, ihm einen Check auszuhändigen, damit dieser sich ein Bild davon ma-
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chen könne. Andererseits ist unbestritten, dass es der Beschuldigte selbst war,
welcher den Check dergestalt manipulierte, dass keine Rückschlüsse mehr auf
ihn gezogen werden konnten. Für dieses Verhalten gibt es nur eine Erklärung,
nämlich jene, dass der Beschuldigte sehr wohl wusste, zu welchem Zweck
J._ den Check verwenden wollte und dass er dieses Vorhaben mittels Aus-
händigung des Checks unterstützen wollte. Vollkommen zu Recht hat die Vo-
rinstanz darüber hinaus auf weitere Indizien hingewiesen, welche bei einer ge-
samthaften Betrachtung keinen Zweifel mehr an der Teilnahme des Beschuldigten
an den strafbaren Handlungen des J._ aufkommen lassen. Diesbezüglich
kann vollumfänglich auf die Erwägungen der Vorinstanz unter dem Untertitel
2.1.3. "Indizien" verwiesen werden. Eine Wiederholung dieser überzeugenden Ar-
gumente der Vorinstanz erübrigt sich.
Ob J._, wie in der Anklageschrift geschildert, "im Auftrag" des Beschuldigten
handelte, lässt sich nicht erstellen. Ohne Zweifel hat er jedoch in Absprache mit
diesem gehandelt. Entgegen seinen Beteuerungen wusste der Beschuldigte, dass
J._ den von ihm fabrizierten Blanko-Check zur Bezahlung des Autos ver-
wenden wollte und er wusste nach eigenen Angaben auch, dass der manipulierte
Check nicht gedeckt war, gab er doch selber zu Protokoll, dass das
betreffende Konto bereits zuvor aufgelöst wurde. Gegenüber dem Staatsanwalt
räumte er unverblümt ein, er habe gewusst, dass der Check nicht gedeckt ge-
wesen sei (Urk. 6/7 S. 5). Anlässlich der Hauptverhandlung vor Bezirksgericht gab
der Beschuldigte hierzu an, der Check sei im Zeitpunkt der Aushändigung an
J._ sowieso nicht mehr gültig gewesen. Er hätte ihn auch wegschmeissen
können, weil er bei der Bank ohnehin kein Konto mehr gehabt habe (Urk. 41 S. 7).
J._ hat konstant zu Protokoll gegeben, er habe den Check vom Beschuldig-
ten erhalten. Dieser habe daraufhin eine Schreibmaschine geholt und er
- also J._ - habe mit dieser dann den Absendernamen N._ auf den
Check geschrieben (Urk. 7/10 S. 4; Urk. 7/14 S. 2 f.). Anlässlich einer Einvernah-
me als Auskunftsperson vom 11. Januar 2011 konnte sich
J._ nicht mehr genau daran erinnern, wo und womit er den Check ausfüllte.
Immerhin aber gab er erneut und dezidiert zu Protokoll, er sei es gewesen, der
den Check ausgefüllt habe. Es könne sein, dass er den Check beim Beschuldig-
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ten ausgefüllt habe. Jedenfalls hätten weder er noch der Beschuldigte Geld ge-
habt, um das Auto zu bezahlen (Urk. 7/15 S. 7 f.). Der Beschuldigte selbst
gestand einerseits ein, eine Schreibmaschine zu besitzen. Andererseits bestätigte
er, dass J._ einmal etwas auf seiner Schreibmaschine geschrieben habe.
Was er geschrieben habe, wisse er allerdings nicht. Er selber - also der Beschul-
digte - habe auf seiner eigenen Schreibmaschine noch nie etwas geschrieben
(Urk. 6/7 S. 5). Schliesslich stellte auch die Verteidigung nicht in Abrede, dass der
Beschuldigte J._ die Schreibmaschine zum Gebrauch überlassen habe (Urk.
72 S. 10). Auch hier fällt auf, dass der Beschuldigte, der zunächst überhaupt
nichts vom Check wissen wollte, aufgrund der belastenden Aussagen von
J._, schrittweise Zugeständnisse machte und schliesslich immerhin einge-
stand, dass J._ auf seiner Schreibmaschine und in seiner Küche einmal et-
was geschrieben habe (Urk. 6/7 S. 4 f.). Aufgrund der in diesem Punkt überzeu-
genden und durchwegs konstanten Aussagen von J._ - welcher sich damit
immerhin selber der Urkundenfälschung bezichtigte - steht fest, dass der Be-
schuldigte vom Vorgehen J._s Kenntnis hatte und dieses insofern unterstütz-
te, als er diesem zum Ausfüllen des Checks seine Schreibmaschine zur Verfü-
gung stellte.
4.2.7. Zusammenfassend kann damit mit Verweis auf die betreffenden vorinstanz-
lichen Erwägungen festgehalten werden, dass der unter Anklageziffer 1. A) und
B) umschriebene Sachverhalt als erstellt zu betrachten ist. Davon ist im Rahmen
der rechtlichen Würdigung auszugehen.
4.3. Urkundenfälschung und versuchter Betrug zum Nachteil der Geschädigten
Firma F._ AG (Nebendossier 1)
4.3.1. Die Anklagbehörde wirft dem Beschuldigten was folgt vor: Am 3. März
2008, um ca. 11:00 Uhr, sei J._ im Auftrag und in Absprache mit dem
Beschuldigten bei der geschädigten Firma F._ AG an der ...strasse ... in ...
H._ erschienen, um von dieser einen Wohnwagen der Marke TEC Travel
King 720 RDK (Chassis-Nr. ...; Stamm-Nr. ...) zum Preis von Fr. 34'000.-- zu er-
werben. Wie der Beschuldigte gewusst habe, habe sich J._ als N._
ausgegeben und habe unter Verwendung dieses Namens einen Kaufvertrag über
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besagten Wohnwagen abgeschlossen. Anschliessend habe er dem Geschäftsfüh-
rer der Geschädigten, F1._, einen über den Betrag von EUR 20'800.-- er-
stellten und auf die Sparkasse M._ gezogenen Verrechnungscheck, lautend
auf J._ übergeben. Der Beschuldigte und J._ hätten gewusst, dass der
Check nicht gedeckt gewesen sei. Zudem hätten sie gewusst, dass sie weder die
Geldmittel noch die Absicht gehabt hätten, besagtes Fahrzeug je zu bezahlen. Sie
hätten angenommen, dass auch keine andere Person, insbesondere auch
N._ nicht die Absicht gehabt hätten, das Fahrzeug je selber zu bezahlen,
was sie dem Geschädigten jedoch bei Übergabe des Checks verschwiegen hät-
ten. Am 25. März 2008, sei J._ wiederum im Auftrag und in Absprache mit
dem Beschuldigten, erneut bei der geschädigten Firma F._ AG an der
...strasse ... in ... H._ erschienen, um von dieser besagten Wohnwagen
(Marke TEC Travel King 720 RDK [Chassis-Nr. ...; Stamm-Nr. ...]) zum Preis von
Fr. 34'000.-- zu erwerben. Dabei habe er dem Geschäftsführer der Geschädigten,
F1._, eine abgestempelte Postquittung über den Betrag von Fr. 39'000.--
übergeben. Der Beschuldigte und J._ hätten dabei gewusst, dass sie die
fragliche Postquittung kurz zuvor selbst hergestellt hatten, indem der Beschuldigte
auf die Postquittung einen Datumstempel gesetzt und J._ den Namen
N._ eingesetzt und die Quittung unterschrieben habe. Zudem hätten beide
gewusst, dass niemand den auf der Postquittung aufgeführten Betrag einbezahlt
habe. Auch hätten sie gewusst, dass sie weder die Geldmittel noch die Absicht
gehabt hätten, je besagtes Fahrzeug zu bezahlen. Schliesslich hätten sie beide
angenommen, dass auch keine andere Person, insbesondere auch N._ nicht
die Absicht gehabt hätten, das Fahrzeug je selber zu bezahlen, was sie der Ge-
schädigten respektive deren Geschäftsführer jedoch bei Übergabe der Postquit-
tung verschwiegen hätten. Der Beschuldigte und J._ hätten jeweils gewusst,
dass die Geschädigte die innere Zahlungsbereitschaft nicht habe überprüfen kön-
nen und sie hätten darauf vertraut, dass die Geschädigte nicht überprüfen würde,
ob die Postquittung der Wahrheit entspreche. Sie hätten zudem gewusst, dass
solche Überprüfungen bei einem derartigen Geschäft nicht immer vorgenommen
würden. Durch ihr Verhalten hätten sie die Geschädigte, respektive deren Ge-
schäftsführer F1._ über die Zahlungsbereitschaft und den wahren Käufer
- 17 -
täuschen wollen, um die Geschädigte auf diese Weise zur Herausgabe des
Wohnwagens zu veranlassen, was diese bei Kenntnis der wahren Sachlage nicht
getan hätte. Der Beschuldigte und J._ hätten in der Absicht gehandelt, sich
einen finanziellen Vorteil zu verschaffen, indem sie unentgeltlich zu einem Wohn-
wagen hätten kommen wollen, um diesen unentgeltlich zu gebrauchen. Nur weil
der Geschäftsführer der Geschädigten den Check und die Postquittung habe
überprüfen lassen, sei die Übergabe des Wohnwagens nicht zustande gekom-
men. Bei Zustandekommen des Geschäftes wäre der Geschädigten ein Schaden
in der Höhe von rund Fr. 34'000.-- entstanden, um welchen Betrag sich der Be-
schuldigte und J._ hätten bereichern wollen (Urk. 30 S. 4 f.).
4.3.2. Die Vorinstanz kam zusammengefasst zum Schluss, die Darstellung von
J._ sei insgesamt überzeugend. Es sei der Beschuldigte gewesen, der im
Hintergrund die Fäden gezogen habe. Er habe genau gewusst und mitgeplant,
was zu tun gewesen sei und er sei es auch gewesen, der bei Bedarf aktiv
- beispielsweise bei der Beschaffung des Stempels - eingegriffen habe. Damit sei
die Mittäterschaft des Beschuldigten erstellt (Urk. 57 S. 18 ff.).
4.3.3. Die Verteidigung führte vor Vorinstanz zusammengefasst aus, der Beschul-
digte habe J._ im Rahmen eines Freundschaftsdienstes zur Geschädigten
nach H._ gefahren. J._ habe die Absicht gehabt, sich einen Wohnwa-
gen anzuschaffen, wofür er in Luzern bereits einen Standplatz in Aussicht gehabt
habe. Was J._ mit dem Geschäftsführer be- respektive abgesprochen
habe, wisse der Beschuldigte nicht. Davon habe er draussen in seinem Auto
wartend nichts mitbekommen. Er habe namentlich keine Kenntnis davon gehabt,
dass sich J._ als N._ ausgegeben habe und eben so wenig gewusst,
dass er einen auf den Namen von N._ lautenden Check der Sparkasse
M._ habe ausstellen und damit habe zahlen wollen. Was die gefälscht Post-
quittung angehe, so handle es sich dabei um eine reine Räubergeschichte des
J._. Der Beschuldigte habe damit rein gar nichts zu tun. Weder habe er ei-
nen entsprechenden Stempel besessen, noch habe er bei der Fälschung der
Quittung mitgewirkt. Auch die Übergabe der gefälschten Postquittung habe einzig
und alleine J._ bewerkstelligt. Der Beschuldigte sei in keiner Art und Weise
- 18 -
daran beteiligt gewesen. Er habe mit diesen Vorwürfen nichts zu tun (Urk. 49
S. 12).
Im Rahmen der Berufungsverhandlung brachte die Verteidigung keine neuen
Argumente mehr vor, sondern wiederholte im Wesentlichen das, was bereits vor
Vorinstanz eingewendet wurde (Urk. 72 S. 15 ff.).
4.3.4. Vorab ist auch bezüglich dieses Anklagesachverhaltes darauf hinzuweisen,
dass J._ in dem gegen ihn geführten Strafverfahren den Sachverhalt als zu-
treffend anerkannte und entsprechend schuldig gesprochen wurde (Urteil des Be-
zirksgerichts Zürich vom 3. März 2011 im Verfahren DG100509 sowie Urteil des
Obergerichts des Kantons Zürich vom 25. Oktober 2011 im Verfahren SB110444).
4.3.5. Die Anklagebehörde stützt sich im wesentlichen auf die Aussagen von
J._, welcher aussagte, das Vorgehen basiere auf der Idee des Beschuldig-
ten. Dieser habe die Geschädigte bereits gekannt, weil er früher selbst mit Wohn-
wagen gehandelt habe. Der Beschuldigte habe ihm gesagt, welches Modell er
kaufen und welches Zubehör er nachträglich noch bestellen solle. Sie hätten
beide Geld machen wollen. Der Beschuldigte habe sich im Wohnwagengeschäft
von seiner früheren Tätigkeit her gut ausgekannt und genau gewusst, welche
Fahrzeuge sich am besten weiterkaufen liessen. Ebenso habe der Beschuldigte
gewusst, dass er - also J._ - kein Geld gehabt habe und mit einem unge-
deckten Check bezahlen würde. Der Beschuldigte sei es auch gewesen, der mit
ihm auf die Bank gegangen sei, um sich dort Checks zu beschaffen. Den Check
habe man erneut gemeinsam im Wohnwagen/Büro des Beschuldigten ausgefüllt
und mit dem Namen "N._" versehen. Der Beschuldigte habe nach dem ge-
scheiterten ersten Versuch auch darauf bestanden, dass J._ es noch einmal
versuche. Deshalb hätten sie wiederum gemeinsam im Wohnwagen die Postquit-
tung erstellt wobei der Beschuldigte einen kleinen Stempel gehabt habe, der wie
ein Poststempel ausgesehen habe. Dabei habe es sich um eine Fälschung ge-
handelt. Damit sei die Quittung abgestempelt worden. Den „Haken“ (Unterschrift)
habe J._ auf der Quittung angebracht (Urk. 7/14 S. 8 ff.). Anlässlich seiner
Einvernahme vom 11. Januar 2011 bestätigte J._ seine zuvor gemachten
Aussagen im Beisein des Beschuldigten (Urk. 7/15 S. 13 ff.). Schliesslich bestä-
- 19 -
tigte J._ seine Aussagen auch als Zeuge vor Vorinstanz, wobei sein Erinne-
rungsvermögen teilweise etwas getrübt war (Urk. 42 S. 8 ff.). Im Kern sind jedoch
die Aussagen von J._ kongruent. Sie sind ohne weiteres nachvollziehbar und
weisen keine nennenswerten Strukturbrüche auf. Bemerkenswert ist in diesem
Zusammenhang auch, dass sich J._ mit seinen Aussagen über weite Teile
selber belastete, was schliesslich auch zu seiner Verurteilung führte. Anzeichen
dafür, dass er bemüht war, den Beschuldigten in ein besonders schlechtes Licht
zu rücken bestehen nicht. Insgesamt können die Aussagen von J._ in Bezug
auf diesen Anklagesachverhalt durchaus als weitestgehend glaubhaft bezeichnet
werden. Dies umso mehr, als verschiedene Indizien bestehen, welche die Schil-
derungen von J._ stützen und mit diesen zusammen bei einer gesamthaften
Betrachtung ein in sich stimmiges Bild ergeben. Die Vorinstanz hat diese Indizien
ausführlich dargetan, weshalb sie an dieser Stelle - mit Verweis auf die Erwägun-
gen unter Ziffer 2.2.2. des angefochtenen Entscheides (Urk. 57 S. 20 ff.) nur noch
zusammenfassend zu erwähnen sind.
Zunächst fällt auf, dass just J._, welcher selbst nach Angaben des
Beschuldigten, von Wohnwagen keine Ahnung hatte (Urk. 41 S. 4), sich mit der
Anschaffung eben eines solchen Wohnwagens befasste. Dies notabene bei
einem Wohnwagenhändler im zürcherischen Unterland - also sozusagen in den
Stammlanden des Beschuldigten -, mit welchem der Beschuldigte nach eigenen
Angaben verschiedentlich Geschäfte gemacht hatte (Urk. 4/2 S. 8). Entsprechend
war der Beschuldigte mit dem Geschäftsführer der Geschädigten persönlich
bekannt. Ungeachtet dieses Umstandes, hat der Beschuldigte J._ zwar zur
Geschädigten gefahren, ist dann jedoch nicht mit hinein gegangen, weil er nach
seiner Darstellung "mit dieser Firma nichts mehr zu tun gehabt habe". Diese
Darstellung des Beschuldigten wirkt vollkommen unglaubhaft. Was für einen
Grund sollte der Beschuldigte gehabt haben, seinen Bekannten J._ nicht in
das Geschäft der Geschädigten zu begleiten, nachdem er zuvor angab, dieser im
Rahmen von geschäftlichen Beziehungen "sehr viele Aufträge" gegeben zu
haben? Ein derartiges Vorgehen lässt sich vernünftigerweise und im Lichte der
Aussagen von J._, nur damit begründen, dass der Beschuldigte eben bei der
Geschädigten keinesfalls in Erscheinung treten wollte. Auffällig ist in diesem Zu-
- 20 -
sammenhang auch, dass der im Caravan-Geschäft spezialisierte Beschuldigte,
J._ bei der Anschaffung des Wohnwagens sozusagen seinem Schicksal
überliess und diesem nicht beratend zur Seite stand. Dies umso mehr, als
J._ gegenüber dem Geschäftsführer der Geschädigten, F1._, dergestalt
sonderbar auftrat, dass dieser offenbar misstrauisch wurde (Urk. 44 S. 4).
Nachdem J._ F1._ eine Visitenkarte einer gewissen O._ AG prä-
sentierte, sah sich letzterer dadurch offenbar veranlasst, Recherchen betreffend
diese Gesellschaft zu tätigen. Im Internet wurde er fündig und konnte so aus ei-
genen Stücken eine Beziehung zwischen J._ und dem Beschuldigten her-
stellen. Diesbezüglich gab der Zeuge F1._ zu Protokoll, er habe das Gefühl
gehabt, dass da etwas sein könnte. Er habe gewusst, dass der Beschuldigte et-
was mit einer solchen Firma zu tun gehabt habe. Er habe vermutet, dass der Be-
schuldigte hinter der Sache stecken könnte. Wie sonst - so fragte sich der Zeuge
F1._ - hätte J._ einen Bezug zu der Firma im Tessin haben können.
Wenn jemand Erfahrung im Wohnwagenbereich habe, dann sei es bestimmt der
Beschuldigte (Urk. 44 S. 8). Der Beschuldigte machte hinsichtlich der verwende-
ten Visitenkarte der O._ AG geltend, J._ habe ihm die entsprechenden
Dokumente aus seinem Wohnwagen gestohlen (Urk. 41 S. 8). Gegen diesen
Einwand des Beschuldigten spricht namentlich der Umstand, dass J._ einer-
seits über eine Fülle von Detailkenntnissen betreffend die O._ AG verfügte
und andererseits, dass eine vom Beschuldigten unterschriebene Vollmacht der
O._ AG zugunsten von J._ bei den Akten liegt, aus welcher unter ande-
rem hervorgeht, dass Letzterem "alle Akten der O._ übergeben wurden"
(Urk. 43/3). Im Lichte dieser Umstände erweist sich der vom Beschuldigten be-
hauptete Aktendiebstahl als reine Schutzbehauptung.
Schliesslich stellt auch der für die Fälschung der Postquittung verwendete
Stempel (Urk. ND 1/2/11) ein klares Indiz für die Tatbeteiligung des Beschuldigten
dar. Die Vorinstanz hat hierzu gründlich und ausführlich dargetan, dass die Stem-
pelfirma P._ AG in Q._ eine Geschäftsbeziehung des Beschuldigten
darstellte, mit welcher dieser bereits im Oktober 2007 - mithin bevor J._ mit
dem Beschuldigten in Kontakt trat - Geschäfte tätigte (Urk. ND 1/2/12). Wenn sich
- 21 -
der Beschuldigte in diesem Zusammenhang auf den Standpunkt stellt, er habe mit
dem Stempel nichts zu tun, sondern J._ habe diesen bei der P._ AG in
Q._ bestellt, so erscheint dies absolut unglaubhaft. Wohl verhält es sich so,
dass J._ bei der P._ AG einen Stempel bestellt hatte. Allerdings han-
delte es sich dabei um einen solchen mit dem Schriftzug "3001 Bern 1", welcher
offenkundig in Anlehnung an den "8001 Zürich 1 " Stempel in Auftrag gegeben
wurde. J._s Stempel wurde schliesslich nach Angaben der P._ AG auch
an den Beschuldigten zu Handen von J._ herausgegeben, was mit der Vo-
rinstanz dafür spricht, dass der Beschuldigte zusammen mit J._ bei der
Stempelfirma in Q._ in Erscheinung getreten ist. Der Beschuldigte selbst
liess durch seinen Verteidiger vor Vorinstanz ausführen, er sei von der Geschäfts-
führerin der P._ AG angerufen und darauf aufmerksam gemacht worden,
J._ haben den Stempel noch nicht abgeholt. Darauf sei er selbst nach
Q._ gefahren, um den Stempel dort in Empfang zu nehmen (Urk. 49 S. 12).
Genau das wurde von J._ auch bestätigt. Auch in Bezug auf die Geschäfts-
verbindung zur P._ AG und die Beschaffung der fraglichen Stempel erweisen
sich daher seine Aussagen, im Gegensatz zu jenen des Beschuldigten, als glaub-
haft.
4.3.6. Zusammenfassend ist unter Verweis auf die vorinstanzlichen Erwägungen
festzuhalten, dass der unter Anklageziffer 2. A) und B) umschriebene Sachverhalt
als erstellt zu betrachten ist. Davon ist im Rahmen der rechtlichen Würdigung
auszugehen.
4.4. Urkundenfälschung und versuchter Betrug zum Nachteil des Geschädigten
G._ (Nebendossier 8)
4.4.1. Die Anklagebehörde wirft dem Beschuldigten folgendes vor (Urk. 30 S. 9 f.):
Zu einem nicht mehr genauer bestimmbaren Zeitpunkt im Januar 2009 sei
J._ im Auftrag und in Absprache mit dem Beschuldigten bei der geschädig-
ten Firma G._ in I._ erschienen, um von dieser ein Wohnmobil zum
Preis von Fr. 30’500.-- zu erwerben. Wie der Beschuldigte gewusst habe, habe
J._ dabei einen auf den Betrag von Fr. 30'500.-- erstellten und auf die
O._ AG gezogenen, mit „O1._“ unterzeichneten Wechsel übergeben,
- 22 -
welchen J._ kurz zuvor ohne Wissen und Einverständnis der O._ AG
oder von O1._, aber in deren Namen hergestellt habe. Der Beschuldigte und
J._ hätten gewusst, dass besagter Wechsel nicht gedeckt gewesen sei. Zu-
dem hätten sie gewusst, dass sie weder die Geldmittel noch die Absicht gehabt
hätten, besagtes Fahrzeug je zu bezahlen. Schliesslich hätten sie angenommen,
dass auch keine andere Person, insbesondere auch die O._ AG oder
O1._ nicht die Absicht gehabt hätten, das Fahrzeug je selber zu bezahlen,
was sie der Geschädigten respektive dem zuständigen Sachbearbeiter jedoch bei
Übergabe des Wechsels verschwiegen hätten.
Der Beschuldigte und J._ hätten gewusst, dass die Geschädigte die innere
Zahlungsbereitschaft nicht habe überprüfen können und sie hätten darauf
vertraut, dass die Geschädigte nicht überprüfen werde, ob der Wechsel tatsäch-
lich gedeckt sei. Der Beschuldigte und J._ hätten darauf vertraut, dass
solche Überprüfungen bei einem derartigen Geschäft nicht immer vorgenommen
würden und sie hätten versucht, sich diesen Umstand zu Nutze zu machen. Durch
ihr Verhalten hätten sie die Geschädigte respektive deren zuständigen Sach-
bearbeiter über die Zahlungsbereitschaft getäuscht und versucht dadurch zu
erreichen, dass die Geschädigte das Fahrzeug übergebe, was diese bei Kenntnis
der wahren Sachlage nicht getan hätte.
Der Beschuldigte und J._ hätten in der Absicht gehandelt, sich einen
finanziellen Vorteil zu verschaffen, indem sie unentgeltlich zu einem Wohnmobil
hätten kommen wollen, welches sie in der Folge hätten weiterverkaufen wollen.
Weil die Geschädigte den Wechsel habe überprüfen lassen, sei die Übergabe des
Fahrzeugs nicht zustande gekommen. Wäre das Geschäft vollzogen worden,
wäre der Geschädigten ein Schaden in der Höhe von rund Fr. 30'500.-- ent-
standen, um welchen Betrag sich der Beschuldigte und J._ hätten
bereichern wollen.
4.4.2. Die Vorinstanz kam zusammengefasst zum Schluss, es sei wiederum fast
müssig, auf die Aussagen des Beschuldigten und von J._ abstellen zu
wollen, da beidseits die Widersprüche zu gross seien. Immerhin habe J._ in
seinen Befragungen Detailkenntnisse über das Verhältnis A._-O._ AG-
- 23 -
O1._ angegeben, die er nur haben könne, wenn er instruiert gewesen sei.
Die Aussage des Beschuldigten, J._ habe ihm diese Unterlagen gestohlen,
sei jedoch klar falsch. Hierzu könne auf die von ihm unterschriebene Vollmacht
abgestellt werden, wo er erkläre, J._ diese Unterlagen zu übergeben. Ein
mehr als schlechtes Licht werfe hier auch der Umstand auf den Beschuldigten,
dass dieser sich noch zu Beginn des Jahres 2009 als Vertreter der O._ AG
ausgegeben und ganz offensichtlich auch noch über einen Stempel dieser Firma
verfügt habe, den er auch eingesetzt habe (vgl. den Stempel auf Urk. 43/3). Vor
diesem Hintergrund wirke seine Bestreitung, er habe nicht über den Stempel mit
der Unterschrift von O1._ verfügt, unglaubwürdig [recte: unglaubhaft]. Es sei
hier ganz klar der Darstellung von J._ der Vorzug zu geben. Glaubwürdig
[recte: Glaubhaft] wirke auch, wenn J._ angebe, das Motiv des
Beschuldigten habe darin gelegen, den Namen der O._ AG und damit von
O1._ zu missbrauchen und diesem gewissermassen die Zahlung des
ertrogenen Wohnwagens "anzuhängen". Als J._ von diesem Motiv in
seinen früheren Befragungen erzählt habe, habe er noch nicht wissen können,
was für eine Rolle dieses Indiz einmal spielen würde. Dass ein solches Motiv aber
tatsächlich bestand habe, hätten der Beschuldigte und O1._ anlässlich der
Hauptverhandlung selbst in optima forma dem Gericht präsentiert. Es sei
daher offensichtlich, dass J._ vom Beschuldigten über die O._ AG,
O1._ und dessen Verhältnis zum Beschuldigten instruiert worden sei. Eben-
so sei für das Gericht offensichtlich, dass der Beschuldigte als Mittäter
gehandelt hat (Urk. 57 S. 28 ff.).
4.4.3. Hierzu führte die Verteidigung vor Vorinstanz zusammengefasst aus, der
Beschuldigte habe weder den Geschädigten gekannt, noch habe er vom Vor-
haben des J._ Kenntnis gehabt. J._ sei aus eigenem Antrieb nach
I._ gefahren und habe mit dem Geschädigten Verhandlungen betreffend den
Kauf des alten Zirkuswagens geführt. Es liege auf der Hand, dass J._ alleine
die Motivation und die Initialzündung zu diesem Betrugsversuch gehabt habe,
vom Beschuldigten seien diese jedenfalls nicht ausgegangen. Wie J._ zu ei-
nem Stempel von O1._ gekommen sei, wisse der Beschuldigte nicht. Er
könne es sich nur so erklären, dass er eventuell im Zusammenhang mit der Aus-
- 24 -
händigung der O._ AG Unterlagen durch den Beschuldigten, an einen Blan-
kocheck gekommen sei. Allenfalls habe sich J._ auch einen derartigen
Stempel eigens anfertigen lassen. Wenn man sich die deliktische Vergangenheit
von J._ vor Augen führe, dann werde augenscheinlich, dass dieser die ver-
meintlichen Überredungskünste und Motivationsanregungen des Beschuldigten
für seine Betrügereien gebraucht habe. Der Beschuldige werde jedenfalls voll-
kommen zu Unrecht belastet, er habe mit diesem Vorfall in keiner Art und Weise
etwas zu tun (Urk. 49 S. 19 ff.).
Die Verteidigung wiederholt im Rahmen der Berufungsverhandlung im Wesentli-
chen die Argumente, welche sie bereits vor Vorinstanz vorbrachte (Urk. 72
S. 25 ff.).
4.4.4. Auch bezüglich dieses Anklagesachverhaltes ist darauf hinzuweisen, dass
J._ in dem gegen ihn geführten Strafverfahren den Sachverhalt als zu-
treffend anerkannte und antragsgemäss schuldig gesprochen wurde (Urteil des
Bezirksgerichts Zürich vom 3. März 2011 im Verfahren DG100509 sowie Urteil
des Obergerichts des Kantons Zürich vom 25. Oktober 2011 im Verfahren
SB110444).
4.4.5. Die Anklagebehörde stützt sich auch bezüglich dieses Anklagesach-
verhaltes im Wesentlichen auf die Aussagen von J._. Dieser wurde am
16. August 2010 durch die Anklagebehörde als Angeschuldigter zur Sache ein-
vernommen. Damals gab er zu Protokoll, es treffe zu, dass er im Januar 2009 bei
der Firma G._ in I._ mit einem gefälschten Wechsel über
Fr. 30'500.-- versucht habe, ein Wohnmobil zu erwerben, ohne dieses zu bezah-
len. Den Wechsel habe er von der Bank erhalten. Er habe ihn ausgefüllt und der
Beschuldigte habe ihn mit O1._ abgestempelt. O1._ sei der
VR-Präsident der O._ AG. O1._ habe weder vom Wechsel noch vom
Wohnwagenkauf Kenntnis gehabt. Der Beschuldigte habe gesagt, er solle den
Wechsel auf die O._ AG respektive auf O1._ ausstellen, weil ihm dieser
noch Fr. 50'000.-- schulde. Der Beschuldigte habe gesagt, sie müssten schauen,
dass sie das Geld von O1._ bekommen würden. J._ gab weiter an, er
habe den Wechsel nicht alleine gefälscht. Wohl habe er die Daten darauf ge-
- 25 -
schrieben. Abgestempelt habe ihn aber der Beschuldigte. Das Ganze sei im
Wohnwagen des Beschuldigten geschehen. Den Stempel habe der Beschuldigte
noch von der Firma gehabt. Über Geld zur Bezahlung des Wohnwagens hätte
weder er noch der Beschuldigte verfügt (Urk. 7/14). Am 11. Januar 2011 als Aus-
kunftsperson befragt, bestätigte J._ seine zuvor gemachten Angaben vollum-
fänglich (Urk. 7/15 S. 19 ff.). Bekanntlich wurde J._ anlässlich der Hauptver-
handlung durch die Vorderrichter eingehend als Zeuge zur Sache einvernommen.
Die Vorinstanz hat die entsprechenden Äusserungen ebenso vollständig und in-
haltlich korrekt zusammengefasst, wie jene des Beschuldigten. Auf die vorinstanz-
lichen Erwägungen unter Ziff. 2.6.3.1 (Aussagen J._) und Ziff. 2.6.6.2. (Urk.
57 S. 30 f.) kann daher zwecks Vermeidung von unnötigen Wiederholungen voll-
umfänglich verwiesen werden. Auch in Bezug auf diesen Anklagesachverhalt ist
augenscheinlich, dass es der Beschuldigte bei seinen Aussagen mit der Wahrheit
nicht allzu genau zu nehmen scheint. Soweit er beispielsweise behauptet,
J._ habe die Geschäftsunterlagen zur O._ AG gestohlen, so lässt sich
diese Behauptung wie bereits erwähnt, durch die Vollmacht vom 2. Januar 2009
(Urk. 43/3) ohne Weiteres widerlegen. Darin erklärt der Beschuldigte nämlich
eigenhändig folgendes: "Alle Akten der O._ wurden Hr. J._ übergeben".
Diese Aussage bestätigte der Beschuldigte unterschriftlich und verwendete im
Kopf der Vollmacht sowie bei der Unterschriftenzeile zweimal einen Stempel mit
der Firmenbezeichnung "O._ AG, ... [Adresse]". Damit ist erstellt, was
J._ auch so ausführte, nämlich, dass der Beschuldigte ihm die entsprechen-
den Unterlagen ausgehändigt hat. Von einem Diebstahl kann daher keine Rede
sein. Vielmehr kommt in dieser Schutzbehauptung des Beschuldigten seine Dreis-
tigkeit exemplarisch zum Ausdruck. Um nämlich den Verdacht von sich zu lenken,
schreckte er nicht davor zurück, J._ wider besseren Wissens eines delikti-
schen Verhaltens zu bezichtigen. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang
auch der Umstand, dass der Beschuldigte unter Verwendung eines Firmenstem-
pels der O._ AG in deren Namen noch im Januar 2009 eine Vollmacht
zeichnete, dies obwohl er gemäss Handelsregisterauszug mindestens seit Sep-
tember 2006 für die O._ AG keine Zeichnungsbefugnis mehr inne hatte. Ob
er überhaupt jemals für die O._ AG zeichnungsberechtigt war, lässt sich zu-
- 26 -
mindest dem elektronischen Handelsregisterauszug nicht entnehmen (...).
O1._ war unbestrittenermassen ein ehemaliger Geschäftspartner und damit
ein Bekannter des Beschuldigten. Weiter bestritt der Beschuldigte nicht, dass er
und O1._ im Streit auseinandergegangen seien und ihm dieser noch einen
grösseren Geldbetrag schulde. Nach Darstellung des Beschuldigten soll nun
J._ die Unterlagen der O._ AG gestohlen haben, um damit sozusagen
an Stelle des Beschuldigten und ohne dessen Wissen, O1._ eins auszuwi-
schen und bei dieser Gelegenheit noch ein Geschäft mit dem Verkauf des Wohn-
wagens zu machen (Urk. 41 S. 15 ff.). Dass die von J._ geschilderte Sachla-
ge um einiges plausibler ist, musste selbst der Beschuldigte auf entsprechenden
Vorhalt der Vorderrichter konstatieren (Urk. 41 S. 17). Mit Verweis auf die über-
zeugenden vorinstanzlichen Erwägungen kann festgehalten werden, dass die tat-
sächlichen Schilderungen von J._ im Zusammenhang mit dem hier interes-
sierenden Anklagevorwurf überzeugen. Dass er detaillierte Kenntnisse von den
Verhältnissen zwischen dem Beschuldigten, O1._ und der O._ AG hat-
te, lässt sich vernünftigerweise nur damit erklären, dass er vom Beschuldigten
entsprechend instruiert wurde. Dass das Tatmotiv darin gründete, dass der Be-
schuldigte O1._ die Bezahlung des Wohnwagens "anzuhängen" versuchte
um sich an diesem - nach Meinung des Beschuldigten - für dessen Geschäftsge-
baren zu rächen und auf diese Weise die offenen Schulden einzutreiben, wurde
von J._ überzeugend, widerspruchslos und konstant dargetan. Auf seine
Aussagen ist daher abzustellen, was die Vorinstanz richtigerweise erkannte.
4.4.6. Zusammenfassend ist nach dem Gesagten mit der Vorinstanz festzuhalten,
dass der unter Anklageziffer 6. A) und B) umschriebene Sachverhalt als erstellt zu
betrachten ist. Davon ist im Rahmen der rechtlichen Würdigung auszugehen.
5. Rechtliche Würdigung
5.1. Die Vorinstanz kam bezüglich der Anklageziffern 1 (zum Nachteil von
E._), 2 (zum Nachteil der F._ AG) und 6 (zum Nachteil der Firma
G._) im Rahmen ihrer rechtlichen Würdigung zum Schluss, der
Beschuldigte habe sich als Mittäter des J._ jeweilen der Urkundenfälschung
sowie des versuchten Betruges im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 Abs. 1, 2 und 3 und
- 27 -
Art. 146 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gemacht. Bei ihrer
rechtlichen Subsumtion stützte sich die Vorinstanz im Wesentlichen auf die ein-
schlägigen und rechtskräftigen Verurteilungen des J._ (Urk. 57 S. 18, 23 und
33).
5.2. Die Verteidigung äusserte sich vor Vorinstanz nicht zur rechtlichen Würdi-
gung durch die Anklagebehörde. Ihrem Eventualstandpunkt zur Strafzumessung
legte die Verteidigung aber immerhin die Annahme einer Verurteilung wegen
mehrfach versuchten Betruges und mehrfacher Urkundenfälschung zugrunde,
worin wohl eine implizite Anerkennung der rechtlichen Würdigung zu erblicken
sein dürfte (Urk. 49 S. 33).
Auch im Rahmen der Berufungsverhandlung äusserte sich die Verteidigung nicht
zur rechtlichen Würdigung der Vorinstanz (Urk. 72 S. 39 ff.).
5.3. Die rechtliche Würdigung durch die Vorinstanz ist unbestritten, im Ergebnis
korrekt und daher nicht zu beanstanden. Entsprechend ist der vorinstanzliche
Schuldspruch betreffend die Anklageziffern 1, 2 und 6 vollumfänglich zu bestäti-
gen. Schuldausschluss- und/oder Rechtfertigungsgründe liegen keine vor.
6. Strafzumessung
6.1. Die Vorinstanz hat den Strafrahmen korrekt ermittelt und zur Straf
zumessung im allgemeinen das Nötige ausgeführt, darauf kann verwiesen werden
(Urk. 57 S. 36 ff.).
6.2. Weiter hat die Vorinstanz zutreffende und vollständige Ausführungen zum
objektiven und subjektiven Tatverschulden hinsichtlich der Straftatbestände
Betrug und Urkundenfälschung gemacht. Wenn die Vorderrichter zusammen-
fassend zum Schluss kommen, das Tatverschulden des Beschuldigten sei insge-
samt als keineswegs mehr leicht einzustufen, weshalb eine Einsatzstrafe von
12 Monaten resultiere, so ist anzumerken, dass die Einsatzstrafe gemessen am
festgestellten Tatverschulden und angesichts des Strafrahmens von bis zu
5 Jahren Freiheitsstrafe, wohl zu tief angesetzt wurde. Angemessen wäre unter
diesen Umständen eine Einsatzstrafe von rund 20 Monaten Freiheitsstrafe.
- 28 -
6.3. Die Verteidigung äussert sich zur Frage der Strafzumessung dahingehend,
dass sie im Eventualstandpunkt mit Verweis auf das hohe Alter, das geringe
objektive Tatverschulden und den tadellosen persönlichen Eindruck des Beschul-
digten eine milde Freiheitsstrafe von 6 Monaten sowie eine Busse von Fr. 50.--
beantragt (Urk. 72 S. 40).
6.4. Die Vorinstanz macht weiter korrekte Ausführungen zum Tatverschulden
hinsichtlich der SVG-Delikte. Insbesondere ist ihr insofern zuzustimmen, als diese
Delikte im Vergleich zum Hauptanklagepunkt von untergeordneter Bedeutung
sind. Der Schluss der Vorinstanz, nämlich für den Missbrauch von Ausweisen und
Schildern sowie für das Fahren ohne Fahrzeugausweis, überhaupt keine
Erhöhung der Einsatzstrafe vorzunehmen, ist hingegen nicht angängig. Zudem ist
der Vollständigkeit halber darauf hinzuweisen, dass das diesbezügliche Geständ-
nis des Beschuldigten und die ihm attestierte Reue nicht unter dem Titel "Tat-
komponente" sondern beim Nachtatverhalten zu berücksichtigen sind. Insgesamt
wäre die Einsatzstrafe für die Hauptdelikte aufgrund der SVG-Delikte und unter
Berücksichtigung des Asperationsprinzips um 1 Monat zu erhöhen gewesen.
6.5. Unter dem Titel Täterkomponente hat die Vorinstanz zunächst die persön-
lichen Verhältnisse des Beschuldigten und dessen Werdegang vollständig dar-
getan und richtigerweise festgehalten, dass sich daraus keine strafzumessungs-
relevanten Faktoren ergeben. Darauf kann vollumfänglich verwiesen werden. Zu
keinen weiteren Erörterungen Anlass gibt auch die Einschätzung der Vorinstanz
im Hinblick auf die Vorstrafen des Beschuldigten. Unter Berücksichtigung des
Umstandes, dass beide Vorstrafen - obwohl einschlägig - verhältnismässig weit
zurückliegen, würde mit der Vorinstanz eine leichte Straferhöhung als ange-
messen erscheinen. Wie die Vorderrichter weiter zutreffend erwogen haben, hat
der Beschuldigte während laufender Probezeit und trotz laufender Strafunter-
suchung erneut delinquiert. Diese Umstände erachtete die Vorinstanz als leicht
straferhöhend. Dieser Auffassung kann nicht ohne Weiteres gefolgt werden. In
diesem Verhalten des Beschuldigten kommt eine Haltung zum Ausdruck, welche
auf eine doch bedenkliche Unverfroren- und Gleichgültigkeit schliessen lässt.
- 29 -
Zudem legt der Beschuldigte eine Unbelehrbarkeit an den Tag, welche sich nicht
bloss leicht, sondern merklich straferhöhend hätte auswirken müssen.
6.6. Die Verteidigung reklamierte für den Beschuldigten vor Vorinstanz und
auch im Berufungsverfahren eine Strafminderung wegen der erhöhten Straf-
empfindlichkeit (Urk. 49 S. 33, Urk. 72 S. 40). Diesem Ansinnen kam die
Vorinstanz nach und attestierte dem Beschuldigten aufgrund seines hohen Alters
und der geltend gemachten Knieprobleme eine erhöhte Strafempfindlichkeit, was
zu einer leichten Strafminderung führte (Urk. 57 S. 44). Die vorinstanzlichen
Erwägungen stehen im Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
wonach bei fortgeschrittenem Alter von einer erhöhten Strafempfindlichkeit
auszugehen ist (BGE 92 IV 204 f.). Der Beschuldigte steht im 79. Altersjahr
weshalb mit Fug von fortgeschrittenem Alter die Rede sein kann. Die dem
Beschuldigten im angefochtenen Entscheid zugestandene, leichte Strafminderung
unter diesem Titel ist daher ohne Weiteres zu bestätigen.
6.7. In Bezug auf das Nachtatverhalten des Beschuldigten hat die Vorinstanz
das Nötige ausgeführt. Mit Ausnahme seines Geständnisses hinsichtlich der
SVG-Delikte und der ihm zuerkannten Reue diesbezüglich, spricht nichts für eine
Strafminderung. Unter dem Titel Nachtatverhalten ist ihm daher hinsichtlich der
SVG-Delikte eine lediglich marginal Strafminderung zuzubilligen.
6.8. Die Vorinstanz kommt gesamthaft zum Schluss, die unter dem Titel "Täter-
komponente" aufgezählten Zumessungsgründe würden sich gegenseitig auf-
heben, so dass keine Anpassung der Einsatzstrafe zu erfolgen habe. Sie be-
strafte den Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten. Diese Straf-
zumessung erweist sich insgesamt als sehr milde. Ausgehend von einer Einsatz-
strafe von 20 Monaten und der Erhöhung derselben um 1 Monat infolge der SVG-
Delikte sowie unter Berücksichtigung einer leichten Erhöhung wegen der Vor-
strafen, einer merklichen Erhöhung wegen der Delinquenz während laufender
Probezeit und angehobener Strafuntersuchung sowie einer leichten Strafminde-
rung wegen der altersbedingten Strafempfindlichkeit und einer marginalen Straf-
minderung wegen des Nachtatverhaltens hinsichtlich der SVG-Delikte, hätte eine
Freiheitsstrafe im Bereich von 24 Monaten resultieren müssen. Aufgrund des
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Verbots der reformatio in peius (Art. 391 Abs. 2 StPO) muss es jedoch
im Ergebnis bei der durch die Vorinstanz festgesetzten Freiheitsstrafe von
12 Monaten sein Bewenden haben.
6.9. Die Vorinstanz fällte als Sanktion für die vom Beschuldigten zu verant-
wortende Übertretung (Anklageziffer 7, fahrlässiges Nichtmitführen des
Führerausweises auf einer Motorradfahrt) eine Busse in der Höhe von Fr. 50.--
aus und setzte die Ersatzfreiheitsstrafe für den Fall der schuldhaften Nichtbezah-
lung auf 1 Tag Freiheitsstrafe fest (Urk. 57 S. 45). Weder der Beschuldigte, noch
die Verteidigung beanstandeten die ausgefällte Busse, weshalb sie alleine schon
aufgrund des Verschlechterungsverbotes zu bestätigen ist.
7. Widerruf
7.1. Die Vorinstanz hat die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-
Limmat vom 25. Juni 2008 ausgefällte bedingte Strafe von 30 Tagessätzen zu
40 Franken widerrufen und für vollziehbar erklärt (Urk. 57 S. 47 f.).
7.2. Die Verteidigung stellte den Widerruf für den Fall einer Verurteilung des
Beschuldigten betreffend Anklageziffer 6 (zum Nachteil der Firma G._,
I._) nicht in Abrede (Urk. 72 S. 2).
7.3. Die Erwägungen der Vorinstanz zur Frage des Widerrufs sind vollständig,
inhaltlich nicht zu beanstande und daher vollumfänglich zu übernehmen. Entspre-
chend ist der Widerruf der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
vom 25. Juni 2008 ausgefällte bedingte Strafe von 30 Tagessätzen zu 40 Franken
zu bestätigen.
8. Vollzug
8.1. Freiheitsstrafe
8.1.1. Die Vorinstanz kam zusammengefasst zum Schluss, beim Beschuldigten
bestünden Bedenken hinsichtlich seiner Bewährung. Wie bereits in der Vergan-
genheit, so zeige sich auch im Zusammenhang mit den vorliegenden Tatvorwür-
fen, dass er sich um Recht und Gesetze grundsätzlich foutiere. Es sei bei ihm
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darüberhinaus keinerlei Einsicht festzustellen und er habe hartnäckig jede Beteili-
gung an den gemeinsam verübten Delikten bestritten. Nur mit grössten Bedenken
und daher auch nur teilweise, nämlich im Umfang von 6 Monaten sei der Vollzug
der Strafe aufzuschieben. Die restlichen 6 Monate seien zu vollziehen. Die
Probezeit für den aufgeschobenen Teil der Freiheitsstrafe sei auf 4 Jahre
anzusetzen (Urk. 57 S. 47).
8.1.2. Die Verteidigung führte hierzu anlässlich der Berufungsverhandlung aus,
der Beschuldigte sei heute sichtlich geläutert. Von ihm gehe keinerlei Gefahr
mehr aus, je wieder straffällig zu werden. In Bezug auf seine Bewährung bestün-
den aufgrund der gesamten Lebensumstände keine Bedenken mehr und es recht-
fertige sich daher, ihm im Sinne einer allerletzten Chance den bedingten Strafvoll-
zug zu gewähren. Es bestünde vorliegend kein zwingender Grund, den bald
79jährigen Beschuldigten mit einer unbedingten Freiheitsstrafe zu belegen
(Urk. 72 S. 41).
8.1.3. Der Vollzug einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten und
höchstens zwei Jahren ist in der Regel aufzuschieben, wenn eine unbedingte
Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer
Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Wurde der Täter
innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat zu einer bedingten oder unbedingten
Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten oder zu einer Geldstrafe von
mindestens 180 Tagessätzen verurteilt, so ist der Aufschub nur zulässig, wenn
besonders günstige Umstände vorliegen (Art. 42 Abs. 2 StGB). In objektiver
Hinsicht ist heute eine dem bedingten Strafvollzug zugängliche Freiheitsstrafe von
einem Jahr auszufällen (Art. 42 Abs. 1 StGB). Der Angeklagte weist wie bereits
dargetan zwei Vorstrafen auf. Letztere datiert vom 25. Juni 2008. Da der
Beschuldigte damals lediglich zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen
zu Fr. 30.-- verurteilt wurde, ändert dies nichts am Umstand, dass die Gewährung
des bedingten Vollzugs vorliegend nicht an besonders günstige Umstände
geknüpft werden muss (Art. 42 Abs. 2 StGB). Die Gewährung des bedingten
Strafvollzugs setzt voraus, dass keine Befürchtung besteht, der Täter werde sich
in Zukunft nicht bewähren. Es genügt mithin das Fehlen einer ungünstigen
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Prognose. Im Bereich von Freiheitsstrafen zwischen einem und zwei Jahren bildet
der bedingte Strafvollzug die Regel, der teilbedingte Vollzug die Ausnahme. Eine
teilbedingte Strafe kommt nur dann in Betracht, wenn der Aufschub wenigstens
eines Teils der Strafe aus spezialpräventiver Sicht erfordert, dass der andere
Strafteil unbedingt ausgesprochen wird, das heisst, wenn im Bereich einer höchst
ungewissen Prognose die Warnwirkung des Teilaufschubes angesichts des
gleichzeitig angeordneten Teilvollzuges für die Zukunft eine weitaus bessere
Prognose erlaubt (BGE 134 IV 6, 14 f.). Der Beschuldigte steht heute im
79. Lebensjahr und seine persönlichen Verhältnisse haben sich seit der Tatbe-
gehung offenbar nicht verändert. Er lebt nach wie vor mit seiner Ehefrau zusam-
men, welche durch ihre Erwerbstätigkeit und Unterstützung einen massgeblichen
Beitrag zum Unterhalt des Beschuldigten leistet. Wie bereits vor Vorinstanz, so
zeigte sich der Beschuldigte auch im Berufungsverfahren uneinsichtig und man
kann sich des Eindrucks kaum erwehren, dass ihm jedes Unrechtsbewusstsein
auf die ihm vorgeworfene Delinquenz vollends abgeht. Die Vorinstanz weist im
Zusammenhang mit der Prognosebildung zu Recht darauf hin, dass der Beschul-
digte bereits im Jahre 2001 wegen einschlägiger Delinquenz verurteilt wurde, die
betreffende Verurteilung liegt jedoch schon lange zurück. Negativ fällt zwar ins
Gewicht, dass der Beschuldigte noch im Januar 2009 delinquierte, obwohl er zu
jenem Zeitpunkt bereits wusste, dass er in ein Strafverfahren involviert war und
Ermittlungen gegen ihn angehoben wurden, seit gut vier Jahren ist der Beschul-
digte jedoch nicht mehr straffällig geworden. Ausserdem ist heute der bedingte
Vollzug einer Geldstrafe zu widerrufen, was für den Beschuldigten in seinen doch
engen finanziellen Verhältnisses eine Einschränkungen darstellen und wohl
Warnung genug sein wird, um nicht mehr zu delinquieren. Dem Beschuldigten
kann vorliegend gerade noch einmal der bedingte Vollzug gewährt werden. Die
ausgesprochene Freiheitsstrafe von 1 Jahr ist daher aufzuschieben, wobei die
durch die Vorinstanz festgesetzte Probezeit von 4 Jahren zu bestätigen ist. In
Bezug auf die Dauer der Probezeit fällt auf, dass die Verteidigung noch vor
Vorinstanz ebenfalls die Anordnung einer 4-jährigen Probezeit beantragte
(Urk. 49 S. 2), während sie sich im Berufungsverfahren auf den Standpunkt
stellte, eine Probezeit von 2 Jahren sei ausreichend (Urk. 72 S. 2).
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8.2. Busse
Dass die Busse zu vollziehen ist, ergibt sich aus dem Gesetz (Art. 105 Abs. 1
StGB) und bedarf keiner weiterer Erläuterungen mehr.
9. Kosten
Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien nach Massgabe ihres
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt
hinsichtlich seiner Anträge vollumfänglich. Damit hat er auch die Kosten des
Berufungsverfahrens zu tragen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind
einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, wobei die Rückzahlungspflicht
gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO besteht.
Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.-- anzusetzen.