Decision ID: 65d5a2ea-5977-5d2e-9d6f-77901a2ce59e
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Die Schweizerischen Bundesbahnen SBB, Bern, sind Eigentümer des Grundstücks
Nr. 1454 in Rorschach. Das Grundstück liegt südlich der Churerstrasse und bildet
zusammen mit dem ebenfalls den SBB gehörenden Grundstück Nr. 1455 eine Fläche
von über 9 Hektar. Diese Grundstücke bilden zusammen mit zwei angrenzenden
Liegenschaften auf dem Gebiet der Gemeinde Rorschacherberg ein Bahnareal mit
einer Gesamtfläche von rund 15 Hektar. Das Grundstück Nr. 1454 umfasst das Areal
des Hauptbahnhofs Rorschach mit dem Bahnhofgebäude, Nebengebäuden und
Gleisanlagen. Es ist im Zonenplan der Stadt Rorschach vom 5. September 1983 weiss
dargestellt.
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Am 25. Juni 2004 reichte die Swisscom Mobile AG, Bern, ein Baugesuch für die
Erstellung einer Mobilfunk-antennenanlage auf dem Grundstück Nr. 1454 ein. Diese
soll im westlichen Teil der Parzelle zwischen der Churerstrasse und den Gleisanlagen
errichtet werden. Die Anlage soll aus einem 25 m hohen Antennenmast und einer
westlich von diesem gelegenen Gerätekabine bestehen. Der Antennenmast soll mit
sechs Sektorantennen für die Funkdienste GSM-900, GSM-1800 und UMTS sowie drei
Richtfunkantennen ausgestattet sein. In den Baugesuchsunterlagen ist ein
Reservestandort für GSM-R-Antennen (GSM-Rail) optional vermerkt.
Am 30. Juni 2004 teilte das Amt für Umweltschutz (heute Amt für Umwelt und Energie,
AFU) dem Stadtrat Rorschach mit, die Ueberprüfung des Standortdatenblatts vom
20. Februar 2004 habe ergeben, dass die Berechnung korrekt und vollständig
ausgeführt sei; sowohl der Immissionsgrenzwert als auch der Anlagegrenzwert seien an
allen massgeblichen Orten eingehalten. Die Bestimmungen der Verordnung über den
Schutz vor nichtionisierender Strahlung (SR 814.710, abgekürzt NISV) seien
eingehalten, sofern im Umkreis von 76 m keine weitere Mobilfunkanlage rechtskräftig
bewilligt sei und der Situationsplan innerhalb dieses Kreises den aktuellen Stand der
Ueberbauung wiedergebe.
Das Baugesuch lag vom 9. bis 23. Juli 2004 öffentlich auf. Innert der Auflagefrist
wurden mehrere Einsprachen erhoben.
Am 25. Februar 2005 führte das Amt für Raumentwicklung (heute Amt für
Raumentwicklung und Geoinformation, AREG) einen Augenschein durch. Die
Verfahrensbeteiligten erhielten Gelegenheit, vor Ort Ausführungen zu machen und zum
Augenscheinprotokoll Stellung zu nehmen. In der Folge reichte die Swisscom Mobile
AG am 25. April 2005 Korrekturpläne ein. Nach diesen wird der Antennenmast im
Vergleich zu den Baugesuchsplänen um 1,1 m nach Süden verschoben, und anstelle
der westlich des Masts vorgesehenen Gerätekabine soll neu ein Geräteschrank östlich
des Masts erstellt werden. Dieser weist Grundrissmasse von 4,42 auf 1,4 m und eine
Höhe von 3 m auf. Ansonsten erfuhren die Baugesuchspläne keine Aenderungen. In
der Folge wurde das Verfahren bis zum Vorliegen eines Grundsatzentscheids des
Verwaltungsgerichts zur Frage der zonenrechtlichen Behandlung von Bahnarealen
sistiert. Das Verwaltungsgericht fällte am 21. März 2006 ein Urteil im Zusammenhang
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mit einer Mobilfunkantennen-anlage auf einem Bahnareal in St. Gallen-Winkeln (GVP
2006 Nr. 34; www.gerichte.sg.ch).
Mit Verfügung vom 21. April 2006 verweigerte das AREG die Zustimmung zur
Baubewilligung nach Art. 87bis des Baugesetzes (sGS 731.1, abgekürzt BauG). Zur
Begründung wurde im wesentlichen ausgeführt, das Verwaltungsgericht habe das
Bahnareal in St. Gallen-Winkeln als innerhalb der Bauzone liegend betrachtet. Dabei
habe es sich um eine kleine Restfläche neben den Gleisanlagen gehandelt, die von
Bauzonen umgeben sei. Im Unterschied dazu weise das Areal des Hauptbahnhofs
Rorschach allein auf dem Boden der Stadt Rorschach eine zusammenhängende Fläche
von insgesamt rund 100'000 m auf. Es könne sich deshalb nicht durchwegs um
Bauzone handeln und in das Belieben der SBB als Grundeigentümerin gestellt sein, Art
und Weise, Umfang und Nutzungsmöglichkeiten der "Bauzone" zu bestimmen.
Aufgrund der Dimensionen sei die kommunale Planungshoheit der Gemeinden zu
wahren. Das Areal des Hauptbahnhofs Rorschach sei daher als übriges
Gemeindegebiet und als Gebiet ausserhalb der ausgeschiedenen Bauzonen zu
betrachten. Zudem sei das Bauvorhaben weder zonenkonform noch negativ oder
positiv standortgebunden, und es handle sich auch nicht um eine teilweise Aenderung
einer bestehenden Baute oder Anlage.
Der Stadtrat Rorschach fällte am 23. Mai 2006 einen Gesamtentscheid und verweigerte
die Baubewilligung. Die Einsprachen wurden im Sinn der Erwägungen bezüglich
fehlender Zonenkonformität gutgeheissen und ansonsten abgewiesen, soweit sie nicht
durch Rückzug gegenstandslos geworden waren.
B./ Die Swisscom Mobile AG erhob durch ihren Rechtsvertreter mit Eingaben vom
13. Juni und 3. Juli 2006 Rekurs mit dem Antrag, die Entscheide des Stadtrats
Rorschach vom 23. Mai 2006 und des Amtes für Raumentwicklung vom 21. April 2006
seien aufzuheben und der Stadtrat Rorschach sei anzuweisen, die Einsprachen
abzuweisen und die Baubewilligung zu erteilen. Zur Begründung wurde vorgebracht,
der Standort der Mobilfunkantennenanlage befinde sich auf dem Bahnareal. Dieses
liege mitten im Siedlungsgebiet und sei weitgehend mit Anlagen für den Bahnbetrieb
überbaut. Die Nutzung widerspreche Sinn und Zweck des übrigen Gemeindegebiets.
Die Erstellung einer Mobilfunkantennenanlage auf dem Bahnareal sei nach der
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Eisenbahngesetzgebung möglich und erscheine sinnvoll. Entsprechend der geltenden
Praxis sei von einem Bauvorhaben innerhalb der Bauzone auszugehen, das keiner
Ausnahmebewilligung nach Art. 24 des Bundesgesetzes über die Raumplanung
(SR 700, abgekürzt RPG) bedürfe.
Die Regierung fällte ihren Entscheid am 5. Februar 2008. Sie wies den Rekurs der
Swisscom Mobile AG ab und verpflichtete diese sowie die SBB, eine Entscheidgebühr
von je Fr. 1'500.-- zu bezahlen. Die Regierung erwog, das Areal des Hauptbahnhofs
Rorschach sei im Gegensatz zum Bahnareal St. Gallen-Winkeln, welches Gegenstand
des Verwaltungsgerichtsurteils vom 21. März 2006 gewesen sei, nicht rundum und
auch nicht zum grössten Teil von Bauzonen umgeben. Im Norden grenze ein
beträchtlicher Teil des Bahnareals Rorschach an die Grünzone. An die Uferanlagen
schliesse der See an und auch südlich des Bahnareals erstrecke sich eine
langgezogene Grünzone. Daher liege das Bahnareal nicht inmitten des
Siedlungsgebietes und damit nicht innerhalb von Bauzonen. Zu berücksichtigen sei
sodann, dass das Bahnareal gesamthaft eine Fläche von über 154'000 m aufweise. Es
handle sich um ein sehr grossflächiges Areal, das nicht Bestandteil des
Siedlungsgebiets sei und nicht als Bauzone betrachtet werden könne. Daher sei davon
auszugehen, dass es sich bei der Mobilfunkantennenanlage um ein Bauvorhaben
ausserhalb der Bauzone handle. Das Bauvorhaben sei weder positiv noch negativ
standortgebunden und stelle keine teilweise Aenderung einer bestehenden
zonenwidrigen Baute oder Anlage dar. Deshalb sei die Baubewilligung zu Recht
verweigert worden.
C./ Mit Eingaben ihres Rechtsvertreters vom 25. Februar und 11. März 2008 erhob die
Swisscom (Schweiz) AG, Bern, als Rechtsnachfolgerin der Swisscom Mobile AG
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Rekursentscheid der
Regierung vom 5. Februar 2008 sei aufzuheben und die Vorinstanz bzw. der Stadtrat
Rorschach sei anzuweisen, das Baugesuch zu bewilligen, eventuell sei die Streitsache
zur materiellen Beurteilung an die Vorinstanz bzw. an den Stadtrat Rorschach
zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung wird im
wesentlichen vorgebracht, das Gebiet nördlich des Antennenstandorts zwischen
Bahnareal und Bodensee sei teilweise der Kurzone und teilweise der Zone für
öffentliche Bauten und Anlagen zugewiesen. In diesen Bereichen befänden sich das
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Seerestaurant, der grosse Jachthafen, ein riesiger Parkplatz und ein Liegeplatz für
Boote samt Hafengebäude. Westlich grenze das Bahnareal an die Kernzone sowie an
die Wohn-Gewerbe-Zone WG3, im Süden an die Wohnzone W3. Oest-lich würden
Perronanlagen und das Hauptbahnhofsgebäude an den Bereich anschliessen, in
welchen die umstrittene Anlage zu stehen komme. Der westliche Teil des
Bahnhofsareals mit dem geplanten Antennenstandort sei also auf drei Seiten
unmittelbar von Bauzonen und auf der vierten vom Bahnhofsgebäude und den
Perronanlagen eingeschlossen. Nördlich des Bahnhofsgebäudes, in einem Abstand
von mehr als 100 m vom Antennenstandort, schliesse zwischen der Churerstrasse und
dem Seeufer eine grossflächige Grünzone an, in deren Ostteil das Strandbad liege. Das
Strandbadareal gehöre zweifellos zum Siedlungsgebiet. Der Bereich der Grünzone
umfasse ehemalige Lagerschuppen der SBB, die heute zonenwidrig genutzt würden.
Den Schuppen vorgelagert seien ausgedehnte öffentliche Parkplätze und eine
Skateboardanlage. Die gesamte Grünzone erwecke den Eindruck einer gestalteten
Park- und Promenadenanlage. Solche Flächen gehörten funktionell zum Baugebiet.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 15. April 2008 die Abweisung
der Beschwerde. Sie hält unter anderem fest, die Grünzonen nördlich und südlich des
Bahnareals könnten nicht als Baugebiet betrachtet werden. Flächen von erheblicher
Grösse seien nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts eigenständig zu
beurteilen. Auch innerhalb des Siedlungsbereichs könnten Flächen bestehen, die
aufgrund ihrer Nutzung und Ausdehnung als Nichtbaugebiet einzustufen seien.
Der Stadtrat Rorschach beantragte in seiner Vernehmlassung vom 25. April 2008 unter
Hinweis auf die Vernehmlassung der Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde.
Die Schweizerischen Bundesbahnen SBB beantragten in ihrer Vernehmlassung vom
26. Mai 2008 unter Verweisung auf die Vorbringen der Beschwerdeführerin die
kostenfällige Gutheissung der Beschwerde.
Die Beschwerdeführerin erhielt Gelegenheit, sich zu den Stellungnahmen der
Vorinstanz und der Verfahrensbeteiligten zu äussern. In ihrer Vernehmlassung vom
6. Juni 2008 hielt sie an ihrem Rechtsbegehren fest.
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Die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten werden, soweit wesentlich, in den
nachstehenden Erwägungen dargelegt und gewürdigt.
Vor seinem Entscheid hat das Verwaltungsgericht an Ort und Stelle einen Augenschein
durchgeführt. Die Verfahrensbeteiligten wurden dazu eingeladen und erhielten
Gelegenheit, sich zu äussern.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die
Beschwerdeführerin ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 25. Februar und
11. März 2008 entsprechend zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2
VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Die geplante Mobilfunkantennenanlage soll auf dem Areal des Hauptbahnhofs
Rorschach errichtet werden und aus einem 25 m hohen Antennenmast und einem
Geräteschrank bestehen. Der Mast soll mit sechs Sektorantennen für die Funkdienste
GSM-900, GSM-1800 und UMTS sowie drei Richtfunkantennen ausgestattet werden.
Nicht Bestandteil der Anlage und des Standortdatenblattes und dementsprechend
nicht Gegenstand des Baugesuchs ist eine Antennenanlage für den Bahnverkehr (sog.
GSM-Rail-Antenne); diese ist lediglich als Reservestandort optional im Baugesuchsplan
vermerkt. Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, dient die projektierte
Mobilfunkantennenanlage somit nicht bzw. nicht überwiegend dem Bahnbetrieb. Es
handelt sich daher um eine Nebenanlage im Sinn von Art. 18m des Eisenbahngesetzes
des Bundes (SR 742.101, abgekürzt EBG), deren Errichtung nicht im
eisenbahnrechtlichen Plangenehmigungsverfahren gemäss Art. 18 EBG zu bewilligen
ist, sondern sich grundsätzlich nach kantonalem Recht richtet (Art. 18m Abs. 1 EBG).
Darüber bestehen im Beschwerdeverfahren keine Meinungsverschiedenheiten.
2.1. Das Verwaltungsgericht hat sich in einem kürzlich gefällten Urteil vom 21. März
2006 (GVP 2006 Nr. 34; www.gerichte.sg.ch) zur zonenrechtlichen Behandlung eines
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Bahngrundstücks geäussert. Die Verfahrensbeteiligten beziehen sich auf dieses
Präjudiz, welches unter Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
ergangen ist. Das Bundesgericht hielt im Urteil 1A.140/2003 vom 18. März 2004 fest,
dass die Nutzung eines dem Bahnareal zugehörigen Grundstücks nicht unbestimmt
sei, sondern dass es vielmehr bereits durch eisenbahnrechtliche Plangenehmigung
dem Eisenbahnverkehr gewidmet sei. Es rechtfertige sich deshalb, die Bestimmungen
hinsichtlich des übrigen Gemeindegebietes nicht anzuwenden. Die unterbliebene
Zuordnung zu einer bestimmten Nutzung und die weisse Darstellung im Zonenplan
ergäben sich aus der Zuständigkeitsordnung des Eisenbahngesetzes und seien nicht
als bewusster Ausschluss des Bahnhofareals aus der umgebenden Bauzone zu
verstehen. Zu Recht sei daher nicht allein auf die Darstellung im Zonenplan, sondern
auf weitere Kriterien wie bereits erfolgte Ueberbauung und Lage inmitten von Bauzonen
abgestellt worden. Es liege deshalb auch keine Missachtung der im RPG
vorgeschriebenen Entscheidfolge vor: Während bei einer Lücke im Nutzungsplan im
allgemeinen ein Handlungsbedarf für die Nutzungsplanung bestehe, sei eine
kommunale Planung des fraglichen Gebietes erst möglich, wenn der dortige
Bahnbetrieb einmal aufgegeben werden sollte. Bis dahin erscheine es aber sinnvoll,
Bahnareale, die im Siedlungsgebiet liegen, baulich zu nutzen; ein Interesse an der
Freihaltung solcher Areale bestehe nicht (BGE 1A.140/2003 vom 18. März 2004, E. 2.4).
Das Verwaltungsgericht beurteilte das Grundstück im Bahnareal St. Gallen-Winkeln
gleich. Dieses war im Zonenplan weiss dargestellt und keiner bestimmten Nutzung
zugeordnet. Nach dem kantonalen Richtplan war in einem Teil des Areals eine
Nutzungsreserve angemerkt. Der grösste Teil des Baugrundstücks war von Bauzonen
umgeben, so namentlich von einer Industriezone, einer Gewerbe-Industrie-Zone, einer
Wohn-Gewerbe-Zone und einer Kernzone. Es war zudem weitgehend zu Zwecken des
Bahnbetriebs überbaut. Das Verwaltungsgericht erachtete es als sinnvoll, das
Bahnareal, welches inmitten des Siedlungsgebietes lag, als Baugrundstück für die
Erstellung einer Mobilfunkantennenanlage zu nutzen, und entschied, das
Baudepartement habe zu Recht angenommen, es handle sich um ein Bauvorhaben
innerhalb einer Bauzone, welches keiner Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG
bedürfe.
2.2. Aufgrund der Rechtsprechung kann also bei der zonenrechtlichen Beurteilung von
Bahnarealen nicht ausschliesslich auf die farbliche Darstellung im Zonenplan abgestellt
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werden. Die Feststellung in Erw. A des angefochtenen Entscheids, das Grundstück
liege im übrigen Gemeindegebiet, ist daher unzutreffend. Auch Strassen sind übrigens
im Zonenplan weiss dargestellt, was ebenfalls nicht bedeutet, dass sie dem übrigen
Gemeindegebiet zugehörig sind.
Die Vorinstanz kam zum Schluss, das Areal des Hauptbahnhofs Rorschach sei im
Gegensatz zum Bahnareal St. Gallen-Winkeln nicht rundum und auch nicht zum
grössten Teil von Bauzonen umgeben. Die Vorinstanz berücksichtigte dabei die
gesamte Fläche des Grundstücks Nr. 1454.
Fest steht, dass westlich und südlich des Bahn-areals Bauzonen und überbaute
Gebiete liegen. Nördlich des Bahnareals befinden sich, von West nach Ost, der Hafen,
der Hafenbahnhof, eine Parkanlage (Grünzone), das Seerestaurant (Kurzone), ein
Jachthafen (teils Zone für öffentliche Bauten und Anlagen), eine Grünzone mit einem
weiteren Hafen sowie dem Strandbad und eine weitere Zone für öffentliche Bauten und
Anlagen sowie eine Gewerbe-Industrie-Zone GI B. Im Bereich jener Grünzone stehen
Lagerschuppen der SBB. Ausserdem befinden sich dort öffentliche Parkplätze, eine
Skateboardanlage, ein Grillplatz sowie Gehwege. Es handelt sich bei diesen Grünzonen
um weitgehend künstlich ge-staltete Gelände, die als Park und Promenadenanlage
genutzt werden. Solche Grünflächen sind, wie die Beschwerdeführerin zutreffend
festhält, den Siedlungsgebieten zuzurechnen (vgl. Juristische Mitteilungen des
Baudepartements 2002/II, Nr. 13, S. 11). Der Einwand der Vorinstanz, der Zweck der
nördlich und südlich des Bahnareals gelegenen Grünzonen sei im Zonenplan der Stadt
Rorschach nicht bezeichnet, weshalb sie nicht zum Baugebiet gehörend betrachtet
werden könnten, ist nicht stichhaltig. Vorliegend befinden sich in den Grünzonen
nördlich der Churerstrasse zahlreiche Bauten und Anlagen, welche nur zum Teil mit
dem Zweck der Zone, der Erholungs- und Freizeitnutzung, im Einklang stehen.
Insbesondere fallen die zahlreichen Lagerschuppen westlich des Strandbades als
Siedlungsbestandteile ins Gewicht. Im Uferbereich nördlich des Bahnareals wird das
Gelände intensiv genutzt. Namentlich das Seerestaurant, der Jachthafen sowie der
Parkplatz und die Hafengebäude lassen jenes Gebiet als Siedlungsgebiet erscheinen.
Auch die Funktion als Freizeit- und Erholungsraum kennzeichnen die Grünzonen als
Bestandteile des Siedlungsgebietes. Auch die Grünzone südlich des Bahnareals muss
funktional zum Siedlungsgebiet gehörend betrachtet werden. Es handelt sich um die
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Abgrenzung zweier unterschiedlicher Nutzungen, nämlich der Nutzung als Bahnareal
und der Wohnnutzung. Die Grünzone gliedert somit das Siedlungsgebiet und übt
zudem eine gewisse Schutzfunktion für die angrenzenden Wohngebiete aus. Das
Bahnareal selbst ist zumindest im westlichen und mittleren Bereich praktisch
flächendeckend überbaut, und zwar sowohl mit Betriebsgebäuden als auch mit
Geleiseanlagen. Einzig in dem Rorschacherberg zugehörigen östlich angrenzenden
Bereich befinden sich grössere Flächen, die gemäss Zonenplan nicht überbaut sind.
Auf einem Teil dieser als unüberbaut gekennzeichneten Flächen befinden sich gemäss
Luftaufnahmen (map.search.ch) Familiengärten. Sie weisen somit ebenfalls zumindest
teilweise den Charakter von Siedlungsgebiet auf. Der massgebende westliche Teil des
Bahnareals ist somit zumindest mehrheitlich bzw. zum grössten Teil von Bauzonen
bzw. überbauten Arealen umgeben. Auch das Bahngrundstück selbst ist im fraglichen
Bereich weitgehend überbaut.
2.3. Die Vorinstanz bringt weiter vor, es dürfe nicht nur der westliche Teil des
Bahnareals berücksichtigt werden. Es sei eine Gesamtbetrachtung des Bahnareals und
der anschliessenden Gebiete vorzunehmen, um den Zielen der Nutzungsplanung
gerecht zu werden. Diese ergebe, dass das grossflächige Bahnareal und die grossen
Grünflächen nicht Bestandteile des geschlossenen Siedlungsbereichs seien und damit
nicht zum Baugebiet gehörten. Eine allfällige vollständige oder teilweise Zuteilung
dieses Gebiets zur Bauzone müsse auf dem Weg der Nutzungsplanung der Stadt
Rorschach und der Gemeinde Rorschacherberg erfolgen.
Im vorliegenden Fall geht es nicht um eine Zuteilung des gesamten Bahnareals zur
Bauzone oder zu einem Nichtbaugebiet. Vielmehr ist lediglich in bezug auf das
geplante Bauvorhaben zu prüfen, ob dieses am vorgesehenen Standort im Bahnareal
als zonenkonform zu beurteilen ist. Dabei sind in erster Linie die gegenwärtige
Siedlungsstruktur und die planerischen Gegebenheiten im Bereich des Bauvorhabens
zu berücksichtigen. Der Antennenstandort befindet sich in demjenigen Teil des
Bahnareals, der praktisch vollständig überbaut ist und zum grössten Teil von Bauzonen
bzw. Baugebiet und Siedlungsgebiet umgeben ist. Die Gesamtnutzung des Bahnareals
wird dadurch nicht präjudiziert. Der Verweis der Vorinstanz auf BGE 121 II 424 f. ist
nicht stichhaltig. Wohl können auch innerhalb des Siedlungsgebiets Flächen bestehen,
die aufgrund ihrer Nutzung und Ausdehnung als Nichtbaugebiet einzustufen sind. Beim
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vorliegend massgebenden westlichen Teilgebiet des Grundstücks Nr. 1454 ist dies
aber nicht der Fall. Die Zuordnung des Antennenstandorts zum Baugebiet bedeutet
nicht, dass das gesamte Grundstück oder das gesamte Bahnareal als Bauzone zu
betrachten ist. Auch im Rahmen einer ordentlichen Nutzungsplanung können
grossflächige Grundstücke verschiedenen Zonen angehören. Im Streitfall ist
ausschliesslich der konkrete Antennenstandort im nordwestlichen Randbereich des
Grundstücks Nr. 1454 ausschlaggebend. Mit der Zuordnung dieses Standorts zum
Baugebiet wird die Nutzungsplanung des Bahnareals nicht präjudiziert, und
insbesondere wird der Beschwerdegegnerin die Planungshoheit über das Bahnareal
nicht entzogen.
2.4. Zusammenfassend gelangt das Verwaltungsgericht zum Schluss, dass die
Vorinstanz das streitige Objekt zu Unrecht als Bauvorhaben ausserhalb der Bauzone
betrachtet hat. Folglich ist die Beschwerde gutzuheissen und der angefochtene
Entscheid der Regierung vom 5. Februar 2008 aufzuheben. Da sämtliche übrigen
Voraussetzungen für die Erteilung einer Baubewilligung der Mobilfunkantennenanlage
innerhalb einer Bauzone erfüllt sind, ist die Angelegenheit zur Erteilung der Bewilligung
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zulasten des Staates (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 4'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Der
Beschwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 3'000.--
zurückzuerstatten.
Die amtlichen Kosten des Rekursverfahrens von Fr. 3'000.-- sind ebenfalls dem Staat
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3
VRP). Die von der Beschwerdeführerin und von den Schweizerischen Bundesbahnen
SBB bezahlten Kostenvorschüsse sind zurückzuerstatten.
Die Beschwerdeführerin und die SBB haben Anspruch auf eine ausseramtliche
Entschädigung (Art. 98bis VRP). Ihre Vertreter haben keine Kostennote eingereicht,
weshalb die Entschädigung ermessensweise festzusetzen ist (Art. 6 und 19 der
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Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, abgekürzt HonO).
Für das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren ist eine Entschädigung der
Beschwerdeführerin von Fr. 4'000.-- zuzügl. MWSt angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. a
und b HonO).
Die SBB hat im Beschwerdeverfahren lediglich eine knappe Vernehmlassung
eingereicht und im wesentlichen auf die Vorbringen der Beschwerdeführerin verwiesen.
Im Rekursverfahren hat sie demgegenüber eine ausführliche Vernehmlassung
eingereicht. Es rechtfertigt sich daher, der SBB für das Rekurs- und das
Beschwerdeverfahren eine ausseramtliche Entschädigung von Fr. 2'000.-- zuzügl.
MWSt zuzusprechen (Art. 22 Abs. 1 lit. a HonO).
Demnach hat das Verwaltungsgericht