Decision ID: 08628ab6-87d2-413c-96e3-c152f51a55a3
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im Mai 2017 unter Hinweis auf einen Lymphdrüsenkrebs zum
Bezug eines Hilfsmittels in der Form einer Perücke bei der IV-Stelle des Kantons St.
Gallen an (IV-act. 1). Diese erteilte am 28. Juni 2017 eine Kostengutsprache für eine
Perücke (IV-act. 4). Im August 2017 meldete sich der Versicherte zur Früherfassung an
(IV-act. 5). Nach einem Früherfassungsgespräch forderte die Eingliederungsberaterin
der IV-Stelle den Versicherten auf, eine Anmeldung für berufliche Massnahmen und/
oder eine Rente einzureichen (vgl. IV-act. 7). Am 15. August 2017 meldete sich der
Versicherte mittels des dafür vorgesehenen Formulars zum Leistungsbezug an (IV-act.
8). Mit einer Mitteilung vom 22. Dezember 2017 sprach die IV-Stelle dem Versicherten
Frühinterventionsmassnahmen in der Form eines „Job-Coachings“ für die Zeit bis Ende
Oktober 2018 zu (IV-act. 46). Im März 2018 unterzeichnete der Versicherte einen
Eingliederungsplan für Integrationsmassnahmen bei einem Arbeitgeber für die Zeit bis
Ende Juli 2018 (IV-act. 49). Am 14. März 2018 erging eine Mitteilung, mit der die IV-
Stelle eine entsprechende Kostengutsprache erteilte (IV-act. 56).
A.a.
Im November 2018 erfuhr die IV-Stelle, dass sich die gesundheitliche Situation des
Versicherten unerwartet verschlechtert hatte (IV-act. 73). Am 9. Februar 2019 meldete
sich der Versicherte bei der IV-Stelle (IV-act. 75), nachdem er offenbar ein Schreiben
einer anderen Versicherung erhalten hatte (nicht bei den Akten). Er erkundigte sich, ob
er sich erneut zum Leistungsbezug anmelden müsse oder ob seine Anmeldung „vom
letzten Mal immer noch gültig“ sei. Die Eingliederungsberaterin der IV-Stelle antwortete
ihm, dass er sich nicht erneut anmelden müsse, da sein Dossier „immer noch weiter
bei uns“ laufe. Im März 2019 wurde ein weiterer Eingliederungsplan unterzeichnet, der
Integrationsmassnahmen für die Zeit bis Ende Juli 2019 vorsah (IV-act. 80). Am 25.
A.b.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 3/8
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März 2019 erging eine entsprechende Mitteilung der IV-Stelle (IV-act. 84). Aufgrund
eines weiteren Rückfalls mussten der Eingliederungsplan und die Kostengutsprache im
Juni 2019 angepasst werden (IV-act. 98 und 101). Ab dem 1. November 2019 konnte
der Versicherte wieder uneingeschränkt im erlernten Beruf arbeiten (vgl. IV-act. 126).
Mit einer Mitteilung vom 8. Januar 2020 wies die IV-Stelle das Begehren um berufliche
Massnahmen ab (IV-act. 127). Zur Begründung führte sie an, dass der Versicherte
wieder angemessen eingegliedert sei, weshalb weitere berufliche Massnahmen nicht
angezeigt seien. Die Mitteilung enthielt zudem den Hinweis, dass bezüglich des
Rentenbegehrens „später eine separate Verfügung“ ergehen werde. Mit einem
Vorbescheid vom 24. Januar 2020 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie die
Abweisung seines Rentenbegehrens mangels eines rentenbegründenden
Invaliditätsgrades vorsehe (IV-act. 131). Mit einer Verfügung vom 12. März 2020 wies
sie das Rentenbegehren des Versicherten ab (IV-act. 132).
Am 15. September 2020 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf einen
weiteren Rückfall erneut zur Früherfassung an (IV-act. 133). Am 16. September 2020
forderte eine Sachbearbeiterin der IV-Stelle den Versicherten unter Bezugnahme auf
eine telefonische Besprechung auf, ein Anmeldeformular auszufüllen und dieser
„Wiederanmeldung“ ein Schreiben beizulegen, das den Rückfall belege (IV-act. 134).
Am 22. September 2020 meldete sich der Versicherte mittels des ihm von der IV-Stelle
abgegebenen Formulars zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-
act. 138). Er hielt fest: „Es wäre schön, wenn sie uns wieder unterstützen könnten“. Am
30. September 2020 bestätigte die IV-Stelle dem Versicherten den Eingang seiner
Anmeldung zum Leistungsbezug (IV-act. 139). Am 6. November 2020 erkundigte sich
der Versicherte nach dem Stand des Verfahrens (IV-act. 151), wobei er ausdrücklich
Bezug auf seine IV-Anmeldung vom September und die Bestätigung vom Rückfall
nahm. Die IV-Stelle antwortete ihm am 11. November 2020, sie habe die
Wiederanmeldung erhalten und deren Eingang bestätigt. Zur Zeit tätige sie
Abklärungen bezüglich des medizinischen Sachverhaltes. In der Zeit zwischen dem 1.
Februar 2021 (IV-act. 153 f.) und dem 28. Mai 2021 (IV-act. 177 und 181) erkundigte
sich eine „Case Managerin“ bei der IV-Stelle angesichts des unmittelbar
bevorstehenden Endes der Leistungspflicht der Krankentaggeldversicherung mehrfach
nach allfälligen Möglichkeiten betreffend die Zusprache einer rückwirkenden oder aber
A.c.
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B.
einer vorübergehenden Invalidenrente. Die IV-Stelle wies in ihren Antworten unter
anderem darauf hin, dass eine Rentenzusprache frühestens sechs Monate nach der
Anmeldung zum Leistungsbezug in Frage kommen könne.
Am 30. Juni 2021 liess der nun anwaltlich vertretene Versicherte (nachfolgend: der
Beschwerdeführer) eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 24. Januar 2020 (recte:
12. März 2020) erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der
angefochtenen Verfügung und die Zusprache einer ganzen Rente für die Zeit vom 1.
August 2018 bis zum 28. Februar 2019 sowie für die Zeit ab dem 1. September 2020.
Bezüglich der Eintretensfrage führte er aus, der Beschwerdeführer habe sowohl die
Verfügung vom 12. März 2020 als auch den Vorbescheid vom 24. Januar 2020 nie
erhalten. Nach der Mandatierung am 28. Mai 2021 habe der Rechtsvertreter die IV-
Akten am 1. Juni 2021 erhalten. Erst in diesem Zeitpunkt habe der Beschwerdeführer
(respektive dessen neu mandatierter Vertreter) Kenntnis von der abweisenden
Verfügung vom 12. März 2020 erhalten. Folglich sei die Beschwerdefrist gewahrt.
B.a.
Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 28. Juli 2021
das Nichteintreten auf die Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie an, sowohl
der Vorbescheid vom 24. Januar 2020 als auch die Verfügung vom 12. März 2020 seien
korrekt adressiert gewesen. Keine der beiden Sendungen sei als unzustellbar
retourniert worden. Es sei höchst unwahrscheinlich, dass gleich zwei Sendungen
verloren gegangen sein sollten. Der Beschwerdeführer habe sich im Laufe des ersten
Verwaltungsverfahrens einmal danach erkundigt, ob er sich erneut zum Leistungsbezug
anmelden müsse, woraufhin ihm erklärt worden sei, dies sei nicht notwendig, weil das
Verfahren noch hängig sei. Im September 2020 habe er sich dann ohne eine weitere
Rückfrage erneut zur Früherfassung angemeldet. Im anschliessenden Telefongespräch
müsse er erfahren haben, dass das erste Verfahren bereits rechtskräftig abgeschlossen
gewesen war. Alle Indizien deuteten darauf hin, dass der Beschwerdeführer Kenntnis
von der Abweisungsverfügung vom 12. März 2020 gehabt habe, weshalb die
Beschwerde verspätet erhoben worden sei.
B.b.
Der Beschwerdeführer liess am 2. November 2021 an seinen Anträgen festhalten
und geltend machen (act. G 11), er sei „aus allen Wolken gefallen“, als ihm der neu
B.c.
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Erwägungen
1.
Gemäss dem Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG ist eine Verfügung einer kantonalen IV-Stelle in
Abweichung von den Art. 52 und 58 ATSG direkt beim Versicherungsgericht am Ort der
IV-Stelle anzufechten. Die Beschwerdefrist beträgt nach Art. 60 Abs. 1 ATSG 30 Tage,
wobei vom Tag der Zustellung der Verfügung an zu rechnen ist. Die Beschwerdefrist ist
eingehalten, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag dieser Frist dem Ver
sicherungsgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post über
geben worden ist (Art. 60 Abs. 2 ATSG i.V.m. Art. 39 Abs. 1 ATSG). Nach der
Auffassung des Bundesgerichtes ist im Bereich des Sozialversicherungsrechtes ganz
allgemein der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausreichend, was
bedeutet, dass selbst Tatsachen, in Bezug auf die ein strikter Beweis geführt werden
könnte, nur mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen
sein müssen (vgl. etwa die zahlreichen Nachweise bei Ueli Kieser, ATSG-Kommentar,
4. Aufl. 2020, Art. 61 N 129). Sowohl die Zustellung einer Verfügung als auch die
rechtzeitige Erhebung einer Beschwerde müssen folglich für die Rechtsanwendung nur
überwiegend wahrscheinlich und nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit
feststehen.
2.
mandatierte Rechtsvertreter nach der Einsichtnahme in die Akten mitgeteilt habe, dass
sein erstes Rentenbegehren rechtskräftig abgewiesen worden sei. Es sei nicht seine
Aufgabe, darüber zu spekulieren, was in den administrativen Abläufen der
Beschwerdegegnerin schief gelaufen respektive welche Fehler allenfalls der Post bei
der Zustellung unterlaufen seien. Die angefochtene Verfügung habe das Haus der
Beschwerdegegnerin möglicherweise nie verlassen. Der Beschwerdeführer sei davon
ausgegangen, dass das Verfahren noch weiter laufe. Bekanntlich vergingen oft Monate,
in denen Versicherte keine Nachricht der Beschwerdegegnerin erhielten.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 13).B.d.
Der Beschwerdeführer hat sich im August 2017 erstmals zum Bezug von
Eingliederungsmassnahmen und/oder einer Rente der Invalidenversicherung
angemeldet. Sein Gesundheitszustand ist instabil gewesen, hat sich aber im Verlauf
des Jahres 2019 stabilisiert. Mithilfe eines von der Beschwerdegegnerin finanzierten
2.1.
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„Job Coachings“ hat der Beschwerdeführer am 1. November 2019 eine Vollzeitstelle im
erlernten Beruf antreten können. Mit einer Mitteilung vom 8. Januar 2020 hat die
Beschwerdegegnerin deshalb die beruflichen Eingliederungsmassnahmen
abgeschlossen. Diese Mitteilung hat den Hinweis enthalten, dass in nächster Zeit eine
Verfügung betreffend das Rentenbegehren ergehen werde. Mit einem Vorbescheid vom
24. Januar 2020 hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer sodann die
Abweisung seines Rentenbegehrens angekündigt. Der Beschwerdeführer hat weder
auf die Mitteilung vom 8. Januar 2020 noch auf den Vorbescheid vom 24. Januar 2020
reagiert. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht geltend gemacht hat, ist das nicht
weiter verwunderlich gewesen, da der Beschwerdeführer damals im erlernten Beruf
wieder uneingeschränkt arbeitsfähig gewesen ist und die begründete Hoffnung auf eine
bleibende Heilung vom Krebsleiden hat hegen können. Knapp zwei Monate später, am
12. März 2020, hat die Beschwerdegegnerin die nun angefochtene Verfügung erlassen,
mit der sie das Rentenbegehren des Beschwerdeführers abgewiesen hat. Auch darauf
hat der Beschwerdeführer zunächst nicht reagiert. Mehr als ein Jahr später, nämlich in
der am 30. Juni 2021 erhobenen Beschwerde, hat der Beschwerdeführer geltend
gemacht, er habe sowohl den Vorbescheid vom 24. Januar 2020 als auch die
Verfügung vom 12. März 2020 nie erhalten. Weil die Beschwerdegegnerin weder den
Vorbescheid noch die Verfügung mittels einer eingeschriebenen Sendung versandt
hatte, kann der Zustellnachweis nicht mithilfe der Daten der Schweizerischen Post
geführt werden. Beweismittel, die die Zustellung belegen könnten, liegen nicht vor.
Abklärungsmassnahmen, die es erlauben würden, den Zustellnachweis nachträglich
doch noch zu führen, sind nicht erkennbar. Müsste die Zustellung der Verfügung vom
12. März 2020 strikt nachgewiesen sein, läge damit eine objektive Beweislosigkeit vor,
deren Folgen rechtsprechungsgemäss die Beschwerdegegnerin tragen müsste. Auf die
Beschwerde wäre folglich einzutreten.
Nach der Auffassung des Bundesgerichtes genügt es allerdings (vgl. E. 1), wenn
die Zustellung der Verfügung vom 12. März 2020 überwiegend wahrscheinlich
feststeht. Das bedeutet, dass der Zustellnachweis nicht strikt geführt werden muss,
sondern dass es ausreicht, wenn die Zustellung anhand sämtlicher Umstände als
überwiegend wahrscheinlich erscheint. Während des ersten Verwaltungsverfahrens hat
der Beschwerdeführer offenbar ein Schreiben einer anderen Versicherung erhalten, mit
dem diese ihn wohl aufgefordert hat, sich zum Bezug von IV-Leistungen anzumelden,
falls er dies nicht bereits getan habe. Am 9. Februar 2019 hat er deshalb bei der
Beschwerdegegnerin nachgefragt, ob er nun tatsächlich nochmals ein ausgefülltes
Anmeldeformular einreichen müsse. Die Beschwerdegegnerin hat ihm geantwortet,
dass dies nicht notwendig sei, weil das Verwaltungsverfahren noch hängig sei. Dem
2.2.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 7/8
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Beschwerdeführer ist also bekannt gewesen, dass er sich nicht erneut zum
Leistungsbezug hat anmelden müssen, solange das (erste) Verwaltungsverfahren noch
hängig gewesen ist. Etwa ein halbes Jahr nach dem Abschluss des (ersten)
Verwaltungsverfahrens hat der Beschwerdeführer erfahren, dass sich sein
Gesundheitszustand unerwartet wieder stark verschlechtert hatte. Diese Tatsache hat
er umgehend der Beschwerdegegnerin gemeldet. Allerdings hat er dies nicht – wie
während des gesamten früheren Verwaltungsverfahrens – per E-Mail getan, sondern er
hat von sich aus ein Formular zur Früherfassung eingereicht. Am Folgetag hat ein
Sachbearbeiter der IV-Stelle ihn telefonisch kontaktiert und ihm mitgeteilt, dass er sich
erneut mittels des entsprechenden Anmeldeformulars zum Bezug von
Eingliederungsmassnahmen und/oder einer Rente anmelden müsse, was der
Beschwerdeführer dann auch getan hat. Dieses Verhalten des Beschwerdeführers lässt
sich nicht mit seiner Behauptung in Einklang bringen, er habe damals gar nicht
gewusst, dass das (erste) Verwaltungsverfahren abgeschlossen gewesen sei, denn es
wäre unsinnig gewesen, sich neu anzumelden, wenn ihm noch gar keine abweisende
Verfügung eröffnet worden wäre. Zudem hatte die Beschwerdegegnerin den
Beschwerdeführer ja bereits in der Mitteilung vom 8. Januar 2020, deren Erhalt dieser
nie bestritten hat, darüber informiert, dass demnächst eine Verfügung betreffend das
Rentenbegehren ergehen werde. Hätte der Beschwerdeführer sowohl den Vorbescheid
vom 24. Januar 2020 als auch die Verfügung vom 12. März 2020 nicht erhalten, wie er
behauptet hat, hätte er sich spätestens im Zuge der Wiederanmeldung im September
2020 nach dem angekündigten Entscheid über sein Rentenbegehren erkundigt, zeigt
doch sein Verhalten im Rahmen des ersten Verwaltungsverfahrens, dass er bei
Unklarheiten immer wieder bei der Beschwerdegegnerin nachgefragt hatte. Hinzu
kommt, dass der Beschwerdeführer im Frühjahr 2021 angesichts des bevorstehenden
Endes seines Anspruchs auf Krankentaggeldleistungen versucht hat, die
Beschwerdegegnerin zur Ausrichtung von „Überbrückungsleistungen“ zu bewegen,
was diese mit dem Hinweis verwehrt hat, die Zusprache einer Rente komme auf jeden
Fall nicht vor dem Ablauf der im Art. 29 Abs. 1 IVG vorgesehenen Frist von sechs
Monaten seit der (Wieder-) Anmeldung in Frage. Ende Mai 2021 ist dem – offenbar sehr
um seine finanzielle Situation besorgten (vgl. den Spendenaufruf auf <https://(...)/>,
aufgerufen am 24. November 2021) – Beschwerdeführer also klar geworden, dass er
angesichts des Abschlusses des ersten Verwaltungsverfahrens und der erst im
September 2020 erfolgten Wiederanmeldung jedenfalls vor dem 1. März 2021 keine
Rentenleistungen erhalten werde und dass er nur dann einen Anspruch auf
Rentenleistungen für die Zeit vor dem 1. März 2021 haben könnte, wenn die erste
Anmeldung vom August 2017 nach wie vor „gültig“ wäre. Umgehend nach dem Erhalt
dieser Information hat der Beschwerdeführer einen Rechtsvertreter mandatiert, der
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 8/8
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3.
Die angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes auf 600 Franken festzu
setzenden Gerichtskosten sind dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Sie sind durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss von 600 Franken gedeckt.
Der unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.