Decision ID: eda116fc-a1ba-5127-b860-1cc7c746a333
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Korinna Fröhlich, Freiestrasse 11, 8610 Uster,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a B._ (Jahrgang 1957) meldete sich am 28. November 2004 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an. Dabei gab er an, er habe nach der Realschule
die Ausbildung als Schreiner in Algerien abgeschlossen. Seit 1980 lebe er in der
Schweiz. Er habe chronische Schmerzen an der linken Hüfte, Kieferschmerzen und die
Nierenfunktion sei nicht gut. In den letzten drei Jahren sei er arbeitsunfähig gewesen.
Davor sei er als Selbständiger erwerbstätig gewesen (IV-act. 119). Aus dem Auszug
des Individuellen Kontos ist ersichtlich, dass der Versicherte bis 1995 verschiedenen
Tätigkeiten bei verschiedenen Firmen der Möbelbranche nachgegangen war und
dazwischen immer wieder Arbeitslosentaggeld bezogen hatte. Von 1995 bis 2001 war
er selbständigerwerbend (IV-act. 111).
A.b Dr. med. A._ berichtete der IV-Stelle am 26. Januar 2005, der Versicherte habe
sich am 19. September 1998 bei einem Autounfall ein Polytrauma zugezogen: er habe
eine Hüftluxation links mit Flake-Fraktur (Teilausbruch aus der Gelenkpfanne), eine
mehrfragmentäre Unterkieferfraktur, ein Thoraxkontusionstrauma sowie eine Commotio
cerebri erlitten. Vor allem die Hüftgelenksverletzung habe sich im Verlauf als kompliziert
erwiesen, indem es nach Entwicklung einer Femurkopfnekrose zum
Hüftgelenkstotalersatz (09/02) sowie zur Reoperation (Schaftwechsel 07/03) gekommen
sei. Zusätzlich zu dieser Problematik leide der Versicherte an einer koronaren
Herzkrankheit. Auf Grund eines akuten Myocardinfarkts (10/02) sei zweimal eine PTCA
mit Stent-Implantation (10/02 respektive 12/03) vorgenommen worden. Im Weiteren
bestünde eine chronische Niereninsuffizienz bei St. n. Nephrektomie rechts bei Reflux-
Nephropathie (09/88). Der Versicherte leide nach wie vor an chronischen
Hüftbeschwerden und sei seit 29. März 2003 100% arbeitsunfähig. 2004 sei er wegen
Rückenproblemen stationär behandelt worden. Die bisherige Tätigkeit als Zügelmann
sei nicht mehr zumutbar, insbesondere das Tragen von schweren Möbeln und
Gegenständen. Eine leichte körperliche Tätigkeit ohne die Notwendigkeit, schwerere
Gewichte zu heben, länger zu stehen oder stereotype Bewegungen ausführen zu
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müssen, sei theoretisch vier bis fünf Stunden am Tag denkbar, praktisch aber schwer
realisierbar (IV-act. 108). Dr. med. C._ von der Klinik für Orthopädische Chirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen gab der IV-Stelle am 26. April 2005 an, funktionell liege ein
gutes Resultat des linken Hüftgelenks vor. Für körperlich schwere Arbeit bestehe keine
Arbeitsfähigkeit mehr, leichte Arbeiten ohne grossen Körpereinsatz würden durch das
Hüftleiden links nicht limitiert (IV-act. 97). Die IV-Stelle holte weitere Arztberichte
betreffend Herz- und Nierenleiden ein (IV-act. 94 und 95). Der Regionale Ärztliche
Dienst (RAD) Ostschweiz hielt in seiner Stellungnahme vom 27. Juni 2005 fest, der
Versicherte leide massgeblich an einer orthopädischen Problematik der Hüfte und des
Rücken. Diese seien ausreichend fachärztlich beurteilt worden. In einer
leidensangepassten Tätigkeit sei von einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit
auszugehen (IV-act. 92).
A.c Die IV-Stelle verneinte am 31. August 2005 einen Anspruch auf Arbeitsvermittlung,
weil der Versicherte an keinen gesundheitsbedingten Einschränkungen bei der
Stellensuche leide (IV-act. 84). Gleichentags wies sie den Anspruch auf eine
Invalidenrente ab. Nach den ihr zur Verfügung stehenden Unterlagen sei der
Versicherte in einer leidensangepassten Tätigkeit vollumfänglich arbeitsfähig. Weil der
ermittelte Invaliditätsgrad von 10% unter 40% liege, habe er keinen Anspruch auf eine
Rente (IV-act. 83). Gegen diese Verfügungen liess der Versicherte am 1. Oktober 2005
Einsprache erheben und verlangte die Durchführung eines polydisziplinären
Gutachtens (IV-act. 75). Die IV-Stelle widerrief am 17. Oktober 2005 ihre Verfügungen
vom 31. August 2005 und stellte weitere Abklärungen in Aussicht (IV-act. 65). Am
27. Oktober 2005 beauftragte die IV-Stelle die MEDAS Ostschweiz mit der
polydisziplinären Begutachtung (IV-act. 53).
A.d Die MEDAS erstattete am 13. Dezember 2006 das Gutachten. Der Versicherte war
am 2., 5. und 18. Oktober 2006 internistisch, orthopädisch und psychiatrisch
untersucht worden. Die Ärzte gaben folgende Diagnosen mit Einschränkung der
zumutbaren Arbeitsfähigkeit an:
1. Chronische Hüftbeschwerden links nach unfallbedingter dorsaler Hüftluxation links
mit intraartikulärem Flake am 19. September 1998
- St. n. Hüft-TP-Implantation 09/02
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- St. n. Schaft- und Inlaywechsel wegen Beinlängenunterschied 07/03
2. Rezidivierendes lumbovertebrales Schmerzsyndrom
- Spondylolyse L5, kleinvolumige Diskushernie L5/S1
3. Restbeschwerden nach Derotationsosteotomie Humerus links am 3. September
1991 wegen habitueller Luxation
4. Koronare Herzkrankheit
- St. n. akutem koronarem Syndrom am 23. Oktober 2002 mit minimaler
Myokardnekrose
- St. n. PTCA und Stenteinlage in den RIVA am 28. Oktober 2002
- St. n. PTCA und Stenteinlage RCA am 9. Dezember 2003
- stenosefreie Koronarangiographie am 8. April 2005
- CVRF: Nikotinabusus, Hyperlipidämie, familiäre Belastung
5. Psychogene Überlagerung seiner multiplen körperlichen Beschwerden bei
zugrundeliegender narzisstischer Persönlichkeitsstörung.
Als Nebendiagnosen (ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit) wurden
angegeben:
1. Leichte Niereninsuffizienz Stadium II
- St. n. Nephrektomie rechts am 5. September 1988 wegen pyelonephritischer
Schrumpfniere
- arterielle Hypertonie
- Chronische dysurische Beschwerden unklarer Aetiologie
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2. St. n. osteosynthetischer Versorgung einer Malleolarfraktur Weber B rechts am
26. April 2000
3. St. n. Lefort-I-Osteotomie zur Korrektur der Occlusionstörung, OSM-Entfernung und
Kinnosteotomie nach osteosynthetisch/intramaxillärer Fixation nach traumatischer
Paramedianfraktur des Unterkiefers und beidseitiger Kieferköpfchenfraktur am
19. September 1998
4. St. n. Polypektomie 08/04 (tubuläres Adenom)
5. Stammbetontes Übergewicht (BMI 28.4 kg/m2)
6. Leichtgradige Leukozytose (11.44 G/l, N 3.5-10.0).
Die Ärzte führten aus, der Versicherte habe die selbständige Tätigkeit 2000/2001
aufgeben müssen. Davor habe er verschiedene Tätigkeiten meist in der Möbelbranche
ausgeübt. Er leide seit der Hüftprothesenoperation an Schmerzen im Bereich des
linken Gesässes bis zum Fuss ziehend. Im Sitzen stünden lumbale Schmerzen im
Vordergrund, beim Stehen und Gehen die Beinschmerzen. Wegen finanzieller Probleme
sei die Medikamentenbeschaffung und Einnahme gefährdet. Der Psychiater
diagnostizierte eine psychogene Überlagerung der multiplen körperlichen
Beschwerden, die mit ängstlichen Erwartungen verbunden seien und Verstimmungen
auslösten. Dem liege eine narzisstische Persönlichkeitsstörung zu Grunde, indem sich
der Versicherte schnell gekränkt und abgelehnt fühle, in einer Ambivalenz lebe,
einerseits seinen Stolz zu bewahren und andererseits auch, Hilfe annehmen zu
müssen. Die Arbeitsfähigkeit sei dadurch um 30% eingeschränkt. Der Orthopäde gab
an, auf Grund der Befunde sei eine deutlich höhere Belastbarkeit des Kunstgelenks zu
erwarten. Die Konsequenz für die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit liege darin, dass
eine Hüftgelenksprothese nicht übermässig belastet werden sollte. Somit sei der
Einsatz als Zügelmann nicht zumutbar. Vollschichtig möglich sei eine Tätigkeit, wo
nicht wiederholt Lasten über 20 kg gehoben werden müssten und Wechselpositionen
zwischen Sitzen, Stehen und Gehen möglich seien. Vorstellbar wären Tätigkeiten im
Handel ohne Auslieferung. Aus internistischer Sicht ergäben sich zusätzlich qualitative
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit, indem schwere körperliche Arbeiten nicht mehr
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zumutbar seien, ebenso Tätigkeiten unter Dauerstress (Fliessbandarbeiten) und
Dreischichtwechsel nicht empfohlen werden könnten. Ebenso sollten lufthygienisch
akzeptable Bedingungen bestehen, da gemäss Angaben des Versicherten eine Staub-/
Holzallergie bestehe, die ihn zu einem Berufswechsel bewogen hätte (eine
Nichteignungsverfügung der Suva liege nicht vor). Ein Wiedereinsatz als Schreiner sei
deshalb kaum zu empfehlen oder müsste zumindest mittels Expositionsversuchs
geprüft werden. Insgesamt betrage die Arbeitsunfähigkeit auf Grund der Polymorbidität
40%. Diese dürfte seit dem Schaftwechsel 07/03 bestehen, wobei vor und nach
diesem Zeitpunkt volle Arbeitsunfähigkeiten infolge entsprechender Hospitalisationen
berücksichtigt werden müssten (IV-act. 47). Der RAD erachtete das MEDAS-Gutachten
vom 13. Dezember 2006 als sehr umfassend, in sich widerspruchsfrei, konsistent und
nachvollziehbar (IV-act. 45).
A.e Vom 1. Mai bis 31. Juli 2007 führte die IV-Stelle im Zentrum D._ eine berufliche
Abklärung durch. Gemäss Schlussbericht vom 26. Juli 2007 habe sich gezeigt, dass
der Versicherte die zumutbare Arbeitsfähigkeit von 60% idealerweise als Fahrer, bei
der Wartung von Verpflegungsautomaten, bei der Erledigung von Kurierdiensten im
Bereich von Hygienepapiere und Wäschereien einsetzen könnte. Der Versicherte wolle
sich jedoch nicht um eine Arbeitsstelle bewerben, bevor nicht das Ergebnis weiterer
gesundheitlicher Untersuchungen bekannt sei. Weil der Versicherte im Besitz von
Bewerbungsunterlagen sei, werde seitens der IV der Fall abgeschlossen (IV-act. 28).
A.f Im Verlaufsbericht vom 28. August 2007 wurde dem Versicherten von der
Orthopädischen Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit attestiert. Berufliche
Massnahmen seien angezeigt (IV-act. 23). Der RAD erachtete diese
Arbeitsfähigkeitsschätzung als unzutreffend, da im Vergleich zur MEDAS-Begutachtung
keine Änderung des Gesundheitszustandes eingetreten sei (IV-act. 19).
A.g Am 25. Februar 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung des
Rentengesuchs in Aussicht. Sie gab an, ihre Abklärungen hätten ergeben, dass die
Tätigkeit als selbständigerwerbender Zügelmann nicht mehr zugemutet werden könne.
Bei dieser Tätigkeit habe er durchschnittlich ein Erwerbseinkommen von Fr. 10'914.--
erzielt. Angepasst an die Nominallohnentwicklung bis 2007 betrage das
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Valideneinkommen Fr. 11'898.--. In einer dem Leiden adaptierten Tätigkeit bestehe
weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 60%. Bei Verwertung dieser Arbeitsfähigkeit wäre es
ihm möglich, bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage ein Einkommen von Fr. 35'417.-- zu
erzielen. Daraus resultiere keine Einkommenseinbusse und deshalb auch kein
Invaliditätsgrad, weshalb er keinen Anspruch auf eine Rente habe (IV-act. 16). Dagegen
liess der Versicherte einwenden, es sei auf sein durchschnittliches Einkommen bis
1994 abzustellen. Beim Invalideneinkommen sei ein Leidensabzug von 20% zu
berücksichtigen. Insgesamt resultiere ein Invaliditätsgrad von 56.24%. Sodann seien
die dem MEDAS-Gutachten vorangehenden vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeiten zu
berücksichtigen. Er habe deshalb Anspruch auf eine ganze Rente bis Ende 2005 und
anschliessend auf eine halbe Rente (IV-act. 12).
A.h Mit Verfügung vom 1. Juli 2008 wies die IV-Stelle den Rentenanspruch des
Versicherten ab. Zu seinen Einwänden gab sie an, weil keine Buchhaltungsunterlagen
vorliegen würden, sei auf das durchschnittliche Einkommen gemäss IK-Auszug vor
Eintritt des Gesundheitsschadens abzustellen. Die Geschäftsaufbauphase sei in der
Regel nach drei Jahren erledigt. Der Gesundheitsschaden sei erst im Jahr 2002
eingetreten. Seit dem Unfall bis zur Geschäftsauflösung sei der Versicherte zwar
wiederholt zu mindestens 50% arbeitsunfähig gewesen, er hätte dazwischen jedoch
weiterhin Aufträge akquirieren und einen Kundenstamm ausbauen und betreuen
können. Das Valideneinkommen sei deshalb korrekt ermittelt worden. Betreffend
Invalideneinkommen betrage auch bei Annahme eines Leidensabzuges von 10% der
Invaliditätsgrad 0%. Der Versicherte habe deshalb keinen Anspruch auf eine Rente (IV-
act. 6).
B.
B.a Gegen diese Verfügung lässt der Beschwerdeführer am 16. Juli 2008 Beschwerde
erheben. Er beantragt die Aufhebung der Verfügung vom 1. Juli 2008, die Zusprache
einer ganzen Rente ab 28. November 2003 bis Ende 2005 und einer halben Rente ab
1. Januar 2006. Das Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und
der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung wurde am 15. September 2008 bewilligt
(G act. 7). Der Beschwerdeführer gibt an, er habe bis 1994 in diversen Betrieben
gearbeitet und sei oftmals arbeitslos gewesen, weshalb sein Einkommen schwankend
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gewesen sei. 1995 habe er sich selbständig gemacht. Zum Zeitpunkt des Autounfalls
1998 sei er immer noch mit dem Aufbau des Geschäfts beschäftigt gewesen. Seit dem
Unfall leide er an gesundheitlichen Problemen, weshalb seine Arbeitsfähigkeit zwischen
50 und 100% eingeschränkt gewesen sei. Sein Geschäft habe nicht mehr weiter
aufgebaut werden können, sondern habe im Jahr 2000/2001 aufgelöst werden müssen.
Aus diesen Gründen könne nicht auf das effektiv erzielte Einkommen seit 1998 für die
Ermittlung des Valideneinkommens abgestellt werden, weil dies nicht ein freiwillig tiefes
Einkommen darstelle. Massgebend sei die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit als
gesunder Mann, weshalb das Valideneinkommen aus dem Durchschnitt der
Einkommen für die Jahre 1990 bis 1994, aufgerechnet auf das Jahr 2004, zu
bestimmen sei. Dies ergebe ein monatliches Valideneinkommen für das Jahr 2004 von
Fr. 5'234.05. Das Invalideneinkommen betrage bei einem 60% Pensum gemäss den
Tabellenlöhnen im Anhang zur LSE Fr. 2'862.91 pro Monat. Sodann sei ein
Leidensabzug von 20% vorzunehmen. Der Beschwerdeführer könne nicht mehr
Schicht arbeiten und erleide einen Teilzeitnachteil. Sodann erreiche er als Ausländer
den Durchschnittslohn gemäss LSE nicht. Das Invalideneinkommen betrage deshalb
Fr. 2'290.33 pro Monat. Werde dieses dem Valideneinkommen gegenübergestellt,
resultiere ein Invaliditätsgrad von 56.24%. Bis Ende 2005 sei auf Grund der vielen
Operationen von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen, weshalb der
Beschwerdeführer bis dahin Anspruch auf eine ganze Rente habe. Danach bestehe
Anspruch auf eine halbe Rente (G act. 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in ihrer Beschwerdeantwort vom
24. September 2008 die Abweisung der Beschwerde. Weil sich der Beschwerdeführer
erst am 7. Dezember 2004 zum Bezug von IV-Leistungen angemeldet habe, käme eine
Rentenzusprache frühestens ab Dezember 2003 in Frage. Die geltend gemachte
100%ige Arbeitsunfähigkeit auf Grund verschiedener Operationen betreffe die
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit. Für die Rentenprüfung sei jedoch die
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit zu berücksichtigen, die gemäss MEDAS-
Gutachten seit Juli 2003 60% betrage. Frühester Rentenbeginn sei deshalb Juli 2004.
Für die Ermittlung des Valideneinkommens könne nicht auf die Einkommen bis 1994
abgestellt werden, weil die Einschränkung der Gesundheit erst 1998 begonnen habe.
Andererseits sei das Einkommen in der Aufbauphase des eigenen Geschäfts auch nicht
wirklich aussagekräftig. Der Beschwerdeführer habe ausser in den Jahren 1990 bis
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1993 kaum ein Einkommen über Fr. 40'000.-- im Jahr erzielt. Diese tiefen Einkommen
aus selbständiger Erwerbstätigkeit würden nicht mit der gesundheitlichen Entwicklung
korrespondieren, weshalb davon ausgegangen werden müsse, dass der
Beschwerdeführer jahrelang auf ein höheres Einkommen verzichtet habe. Auch wenn
man von einem Valideneinkommen von Fr. 55'000.-- ausgehe, sei dem
Beschwerdeführer bei einem Pensum von 60% ein Invalideneinkommen von Fr.
36'000.-- gemäss LSE Tabellen 2007 zumutbar, woraus ein Invaliditätsgrad von 34%
resultiere. Der Beschwerdeführer habe deshalb keinen Anspruch auf eine Rente.
Abschliessend sei zu bemerken, dass kein Leidensabzug in Frage käme, da der
Beschwerdeführer leichte bis mittelschwere Tätigkeiten verrichten könne und seine
Arbeitsfähigkeit ganztags verwertbar sei (G act.5).
B.c In der Replik vom 3. Oktober 2008 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
fest. Auf die weiteren Ausführungen wird, soweit entscheidrelevant, in den Erwägungen
eingegangen (G act. 8).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 13. Oktober 2008 sinngemäss auf eine
Duplik (G act. 10).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 1. Juli
2008 ergangen. Dennoch ist ein Sachverhalt zu beurteilen, der vor dem Inkrafttreten
der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat.
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Daher und auf Grund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über die
noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals
geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-
Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006 [I 428/04] E. 1). Für die Invaliditätsbemessung ergibt
sich dadurch keine substanzielle Änderung. Neu normiert wurde hingegen der
Zeitpunkt des Rentenbeginns, der, sofern die entsprechenden
Anspruchsvoraussetzungen gegeben sind (Art. 28 Abs. 1 IVG), gemäss Art. 29 Abs. 1
IVG frühestens sechs Monate nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach
Art. 29 Abs. 1 ATSG entsteht. Es fragt sich, ob und unter welchen Voraussetzungen bei
Verfügungen unter neuem Recht für den Anspruchsbeginn dennoch die bisherigen
Bestimmungen anzuwenden sind. Der Gesetzgeber hat keine diesbezügliche
Übergangsbestimmung erlassen. Das Bundesamt für Sozialversicherungen hat im
Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007 vorgesehen, grundsätzlich auf den
Zeitpunkt des Eintritts des Versicherungsfalls abzustellen, aber auch für Sachverhalte
mit Eintritt des Rentenfalls im Jahr 2008 altes Recht anzuwenden. Das Bundesgericht
hat gestützt auf das Rundschreiben, wenn der Rentenanspruch vor dem 1. Januar
2008 entstanden wäre, altes Recht angewendet (etwa Urteile des Bundesgerichts i/S S.
vom 28. August 2008 [8C_373/2008] und i/S P. vom 9. März 2009 [8C_491/08]).
Bezüglich des allfälligen Rentenbeginns rechtfertigt es sich vorliegend, angesichts der
IV-Anmeldung vom 28. November 2004 und des Eintritts der anhaltenden
Arbeitsunfähigkeit seit September 2002, die bis zum 31. Dezember 2007 gültig
gewesenen Bestimmungen (im Folgenden angeführt) anzuwenden.
2.
2.1 Streitig und im vorliegenden Verfahren zu beurteilen ist, ob der Beschwerdeführer
Anspruch auf eine Invalidenrente hat. Umstritten ist dabei insbesondere die
Invaliditätsbemessung. Die Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen Verfügung
entsprechende Leistungen abgelehnt, der Beschwerdeführer lässt im Gerichtsverfahren
einzig eine Rente beantragen. Ergäbe sich allerdings, dass ohne
Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in Frage steht, so gehörte zum
Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz
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"Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht des Beschwerdeführers zu
Massnahmen korrekt in Anspruch genommen hat.
2.2 Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente,
wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente. Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG i.V.m.
Art. 16 ATSG ist die Invalidität durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei
wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der
Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und zumutbaren
Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in
Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Der Einkommensvergleich hat in der
Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden; sie
können aber auch nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzt
werden (AHI 1998 S. 119). Es kann ferner auch eine Gegenüberstellung blosser
Prozentzahlen genügen (Prozentvergleich; vgl. BGE 114 V 312 E. 3a). Lassen sich die
beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen,
so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige (aArt. 28
Abs. 2 IVG; Art. 27 IVV) ein Betätigungsvergleich anzustellen und der Invaliditätsgrad
nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in
der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen (vgl. BGE 128 V 30 f. E. 1; AHI
1998 S. 119).
2.3 Die Höhe der behinderungsbedingten Erwerbseinbusse hängt vor allem von der
ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung ab, d.h. davon, in welchem Umfang für die
versicherte Person noch eine Tätigkeit in Betracht fällt (BGE 125 V 261 E. 4). Gemäss
der überzeugenden und schlüssigen Einschätzung des MEDAS-Gutachtens vom 13.
Dezember 2006 ist der Beschwerdeführer in einer leidensadaptierten Tätigkeit seit Juli
2003 zu 60% arbeitsfähig. Qualitativ ist zu beachten, dass eine solche Tätigkeit
Wechselpositionen zwischen Sitzen, Stehen und Gehen ermöglicht und Dauerstress
(Fliessbandarbeit) sowie Dreischichtwechsel vermieden werden. Sodann ist die
bis
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allenfalls vorhandene Staub-/Holzallergie zu berücksichtigen. Die Arbeitsunfähigkeit
von 40% resultiert aus der 30%igen Einschränkung aus psychischer Sicht, weil der
Beschwerdeführer an einer psychogenen Überlagerung seiner multiplen körperlichen
Beschwerden bei zugrundeliegender narzisstischer Persönlichkeitsstörung leidet sowie
der 10%igen Erhöhung auf Grund der Polymorbidität (IV-act. 47). Die verbliebene
Leistungsfähigkeit hat der Beschwerdeführer in einer beruflichen Abklärung im Zentrum
D._ unter Beweis gestellt. Für konkrete Bewerbungsmassnahmen konnte er jedoch
auf Grund einer bevorstehenden medizinischen Untersuchung nicht motiviert werden
(IV-act. 28). Über berufliche Massnahmen ist nicht abschliessend entschieden worden.
2.4 Wie dem IK-Auszug zu entnehmen ist, war der Beschwerdeführer von 1995 bis
2001 als Selbständigerwerbender tätig. Die Beschwerdegegnerin hat den
Beschwerdeführer deshalb als Selbständigerwerbenden betrachtet und das gegenüber
der Ausgleichskasse abgerechnete Erwerbseinkommen der Jahre 1995 bis 2001 von
Fr. 10'914.-- als Valideneinkommen verwendet (IV-act. 17). Der Beschwerdeführer
verlangt dagegen, dass man auf seine Leistungsfähigkeit als Gesunder abstellt und
deshalb den Durchschnitt der Einkommen von 1990 bis 1994 heranziehe. Angepasst
an die Entwicklung bis 2004 betrage das Valideneinkommen deshalb Fr. 62'808.-- (G
act. 1). Gemäss der bundesgerichtlichen Praxis ist für die Ermittlung des
Valideneinkommens entscheidend, was der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des
frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunder verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt
erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es der empirischen Erfahrung entspricht, dass
die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen
müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 mit
Hinweisen). Zur Bestimmung des Valideneinkommens ist deshalb vom Zeitpunkt des
frühestmöglichen Rentenbeginns auszugehen.
2.5 Der Beschwerdeführer war vom 19. September bis 21. Dezember 1998 100%
arbeitsunfähig und ab 22. Dezember 1998 bis 31. Juli 1999 50% arbeitsunfähig erklärt
worden (IV-act. 120). Eine durchgehende Arbeitsunfähigkeit ist für die folgende Zeit
nicht belegt. Für die Zeit September/Oktober 1999, April/Mai 2000 und September bis
November 2002 sind Arbeitsunfähigkeitszeugnisse für eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
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vorhanden. Seit Dezember 2002 ist der Beschwerdeführer 50% und ab 27. Januar
2003 100% arbeitsunfähig erklärt worden. Unbestritten ist sodann, dass seit Juli 2003
(Hüftoperation) die von der MEDAS attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der
bisherigen Tätigkeit sowie eine 60%ige Arbeitsfähigkeit für eine leidensadaptierte
Tätigkeit gilt. Eine durchgehende 40%ige Arbeitsunfähigkeit war somit gemäss
Aktenlage seit September 2003 erfüllt (vgl. aArt. 29 Abs. 1 lit. a IVG). Zu dieser Zeit hat
der Beschwerdeführer seine selbständige Tätigkeit bereits aufgegeben und lebte von
der Unterstützung von Freunden. Sozialhilfe wollte er nicht in Anspruch nehmen. Unter
diesen Umständen ist weiter zu prüfen, ob der Beschwerdeführer als
Selbständigerwerbender zu betrachten ist.
2.6 Aus dem IK-Auszug ist ersichtlich, dass der Beschwerdeführer als
Selbständigerwerbender mit eigenem Geschäft 1995 Fr. 24'387.--, 1996 Fr. 14'300.--
und 1997 Fr. 20'600.-- als Einkommen angegeben hat. In den neun Monaten bis zum
Unfall 1998 hat er ein Einkommen von Fr. 13'736.-- erzielt, was hochgerechnet auf ein
Jahr Fr. 20'604.-- ergäbe. Einkommen in der Aufbauphase eines eigenen Geschäfts
sind in der Regel nicht aussagekräftig für die Leistungsfähigkeit einer versicherten
Person, wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort grundsätzlich zu
Recht ausgeführt hat. Einfluss auf das Einkommen haben dabei neben dem
Leistungspotential auch Faktoren wie die Konkurrenzlage, der Erfolg des Marketings
oder auch der Geschäftsidee an und für sich. Das Einkommen in selbständiger
Erwerbstätigkeit vor dem Unfall lag mehr als die Hälfte unter dem zuvor
erwirtschafteten Einkommen als unselbständig Erwerbender von durchschnittlich Fr.
44'908.-- gemäss IK-Auszug 1990 bis 1994. Der Beschwerdeführer ist seit 1995
geschieden und Vater von vier Kindern (geboren zwischen 1980 und 1985). Gemäss
MEDAS-Gutachten ist er zu Alimentenzahlungen verpflichtet, kann jedoch für seine
Familie nicht aufkommen (IV-act. 47-29/34). Das Einkommen während des
Geschäftsaufbaus hat somit kaum den eigenen Lebensbedarf gedeckt, geschweige
denn für die Erfüllung der familienrechtlichen Unterhaltsverpflichtungen ausgereicht.
Bei weiterhin gleich tiefem Einkommen hätte der Beschwerdeführer auch ohne die
gesundheitliche Einschränkung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Anstellung
suchen müssen. Jedenfalls kann beim Finanzbedarf des Beschwerdeführers nicht
davon ausgegangen werden, dass er sich mit einem Einkommen von durchschnittlich
Fr. 20'000.-- begnügt hätte. Insbesondere können die Einkommen nach dem Unfall im
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Jahr 1998 nicht als repräsentativ für die Leistungsfähigkeit gelten, brachen sie doch
ein. Demgemäss liegt kein Fall einer versicherte Person vor, die sich ohne
gesundheitliche Beeinträchtigung voraussichtlich dauernd mit einer bescheidenen
Erwerbstätigkeit begnügt hätte (vgl. BGE 125 V 157 E. 5c/bb mit Hinweisen), weil das
erzielte Einkommen vor dem frühestmöglichen Rentenbeginn 2003 weit
unterdurchschnittlich und nicht existenzsichernd war (vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 9. November 2005 i.S. W. [I 347/05] E. 5.1). Dass der Beschwerdeführer sich von
Freunden unterstützen liess und keine Sozialhilfe in Anspruch genommen hat (vgl. IV-
act. 27 und 47), ändert an diesem Ergebnis nichts. Somit ist nicht auf den zuletzt
erzielten Verdienst, sondern auf dasjenige Einkommen abzustellen, das der
Beschwerdeführer auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt hätte verdienen können, wenn er
nicht invalid geworden wäre (vgl. ZAK 1992 S. 92, E. 4b).
2.7 Das von 1990 bis 1994 vor der Selbständigkeit erwirtschaftete Einkommen war
sehr starken Schwankungen ausgesetzt, weil der Beschwerdeführer immer wieder
arbeitslos geworden war. Sodann liegt es weit zurück. Deshalb erscheint es
gerechtfertigt, für die Ermittlung des Valideneinkommens auf die Tabellenlöhne gemäss
LSE abzustellen. Der Beschwerdeführer hat zwar eine Ausbildung als Schreiner
genossen, hat in der Schweiz jedoch als Hilfsarbeiter gearbeitet. Er ist deshalb für die
Ermittlung des Valideneinkommens als Hilfsarbeiter zu betrachten. Weil der
Beschwerdeführer keiner Tätigkeit mehr nachgeht, ist auch für das
Invalideneinkommen auf die Tabellenlöhne abzustellen, wobei der Beschwerdeführer
auch hier als Hilfsarbeiter zu betrachten ist (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts vom
10. März 2008 [8C_119/2007] E. 5.2). Gemäss den Tabellen im Anhang der LSE 2002
verdiente ein Hilfsarbeiter durchschnittlich Fr. 4'557.-- pro Monat. Aufgerechnet auf die
damalige durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden ergibt sich ein
Jahreseinkommen von Fr. 57'008.--. Weil der Beschwerdeführer nur noch 60%
arbeitsfähig ist, ist für das Invalideneinkommen dieser Betrag um 40% zu kürzen, was
Fr. 34'205.-- entspricht.
2.8 Der Beschwerdeführer verlangt die Berücksichtigung eines zusätzlichen Abzuges
in der Höhe von 20%. Der oftmals als "Leidensabzug" bezeichnete Abzug hat nichts
mit dem Leiden zu tun. Vielmehr sollen damit jene Nachteile ausgeglichen werden,
welche die versicherte Person bei der Anwendung statistischer Daten für das
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Invalideneinkommen erleidet. Die Invalidität bewirkt – neben der Arbeitsunfähigkeit –
auf den realen Arbeitsmarkt bezogen eine zusätzliche Lohneinbusse. Denn die
statistischen Tabellenlöhne werden auf der Grundlage von Daten gesunder
Arbeitnehmer erhoben. Solche Werte erreicht der invalide Arbeitnehmer im Allgemeinen
nicht. Vielmehr muss er in der Entwicklung des Invaliditätseinkommens
beziehungsweise der Invalidenkarriere mannigfaltige Nachteile gewärtigen (vgl.
BGE 126 V 75 neues Fenster zum Leidensabzug). Der Beschwerdeführer ist körperlich
und psychisch gegenüber einem gesunden Konkurrenten angesichts seiner vielfältigen
Gesundheitsstörungen erheblich benachteiligt, weil er mehr Krankheitsabwesenheiten
haben sowie für Überstundentätigkeit weniger verfügbar sein wird. Er wird deshalb eine
gewisse Lohneinbusse in Kauf nehmen müssen. Sodann ist bei Männern im tiefsten
Anforderungsniveau die Teilzeitarbeit hochgerechnet auf ein Vollpensum statistisch
gesehen schlechter entlöhnt als Vollzeitarbeit (Tabelle T8* auf S. 28 der LSE 2002).
Männer im tiefsten Anforderungsniveau erzielten im Jahr 2002 mit einem zwischen
50% und 89% liegenden Arbeitspensum aufgerechnet auf ein Vollpensum ein zwischen
8.5% und 10.4% tieferes Einkommen. Auch bei theoretisch ganztags anwesenden
Teilarbeitsfähigen ist zu berücksichtigen, dass der Arbeitsplatz nicht voll ausgelastet
wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 8. Januar 2008 [9C_603/07]). Insgesamt
erscheint unter diesen Umständen ein Abzug von 15% als angemessen.
2.9 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 57'008.-- und einem Invalideneinkommen
von Fr. 29'074.-- ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 49%. Der Beschwerdeführer hat
somit Anspruch auf eine Viertelsrente.
3.
3.1 Art. 16 ATSG schreibt vor, dass der Einkommensvergleich zur Bemessung des
Invaliditätsgrades erst nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen vorzunehmen ist. Da sich ohne
Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch ergibt, muss beurteilt werden, ob vor
der Rentenzusprache zumutbare Eingliederungsmassnahmen in Frage kommen. Der
Beschwerdeführer hat in der MEDAS-Begutachtung angegeben, er wolle arbeiten,
frage sich aber wie. Gemäss seinen Angaben hat er in Algerien 11 Jahre lang die
Schule besucht und eine Schreinerlehre abgeschlossen. Im Alter von 20 Jahre sei er in
https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75
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die Schweiz gekommen und habe zuerst als Schreiner gearbeitet. Wegen einer
Stauballergie und nach einem Unfall habe er gewechselt und eine Stelle als
Möbelmonteur angenommen. 1994 habe er sich die Pensionskassengelder auszahlen
lassen und sich selbständig gemacht (IV-act. 47). Die anschliessend an die
Begutachtung durchgeführte berufliche Abklärung war vorerst erfolgreich. Gemäss
Schlussbericht vom 26. Juli 2007 könne die attestierte Arbeitsfähigkeit von 60% am
besten als Fahrer, in der Wartung von Verpflegungsautomaten und für Kurierdienste im
Bereich Hygienepapiere und Wäschereien eingesetzt werden. Um dieses Ziel erreichen
zu können, sei der Beschwerdeführer EDV mässig geschult und im Umgang mit
modernen Kommunikationsmitteln trainiert worden. Als in der Zwischenauswertung das
Bewerbungsverfahren festgelegt worden sei, um den Beschwerdeführer wieder in die
freie Wirtschaft integrieren zu können und mit Eingliederungszuschüssen weiter zu
begleiten, habe sich die Haltung des Beschwerdeführers geändert. Er habe das
Bewerbungsdossier nicht abschicken wollen, sondern auf anstehende medizinische
Untersuchungen im Kantonsspital St. Gallen verwiesen. Vor diesem Hintergrund könne
keine Arbeitsvermittlung durchgeführt werden. Trotz positivem Abklärungsergebnis
beharre der Beschwerdeführer auf einer Durchführung der Rentenprüfung (IV-act. 27).
Eine die beruflichen Massnahmen abschliessende Verfügung ist nicht erlassen worden.
Offensichtlich ging die Beschwerdegegnerin davon aus, bei fehlendem
Rentenanspruch könne der Beschwerdeführer auf eine Wiedereingliederung verzichten.
Nachdem ein Rentenanspruch besteht, ist dieser Annahme der Boden entzogen, und
es ist entsprechend dem Grundsatz "Eingliederung vor Rente" vorzugehen.
3.2 Gemäss Verlaufsbericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 28. August 2007 sind
berufliche Massnahmen angezeigt (IV-act. 24). Der Beschwerdeführer mit Jahrgang
1957 hat anfänglich kooperativ bei der beruflichen Abklärung mitgewirkt. Gemäss
seinem Lebenslauf ist Arabisch seine Muttersprache, dazu habe er gute mündliche und
schriftliche Kenntnisse in Deutsch, Französisch, Englisch und Italienisch (IV-act. 30).
Die Begutachtung konnte denn auch problemlos in deutscher Sprache durchgeführt
werden (IV-act. 47). Der Beschwerdeführer hat ursprünglich eine Berufsausbildung
absolviert und ist mit Jahrgang 1957 noch jahrelang erwerbstätig. Er hat sich auch
EDV-mässig neu weiterbilden können. Damit liegen allenfalls sogar die
Voraussetzungen für eine Umschulung eines Hilfsarbeiters vor. Aus den Akten ist nicht
ersichtlich, ob die Frage einer allfälligen Umschulung des Beschwerdeführers geprüft
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worden ist. Sodann ist nach wie vor unbestätigt geblieben, ob eine Tätigkeit in einer
Schreinerei ausgeschlossen sei, weil der Beschwerdeführer an einer Stauballergie
leide. Bevor eine Rente ausgerichtet werden kann, ist deshalb der Anspruch auf
berufliche Massnahmen inklusive Arbeitsvermittlung umfassend zu prüfen. Die Sache
ist deshalb zur Abklärung und allfälliger Durchführung von beruflichen Massnahmen an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.
4.1 Im Sinn der vorstehenden Ausführungen ist die angefochtene Verfügung vom
1. Juli 2008 in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Die Sache ist im
Sinn der Erwägungen zur neuen Entscheidung über das Rentengesuch nach
Durchführung von beruflichen Massnahmen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt. Da sie gemäss Art. 3
Abs. 1 lit. b des st. gallischen Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über die
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (sGS 350.1) Teil der
Sozialversicherungsanstalt und damit Teil einer selbständigen öffentlich-rechtlichen
Anstalt ist, kommt Art. 95 Abs. 3 VRP (Befreiung von der Pflicht zur Übernahme
amtlicher Kosten) nicht zur Anwendung (vgl. Urs Peter Cavelti/Thomas Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., 2003, Rz 792). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb
die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.
4.3 Bei diesem Verfahrensausgang ist praxisgemäss von einem vollen Obsiegen
auszugehen (vgl. etwa ZAK 1987 S. 266 E. 5a), weshalb der Beschwerdeführer einen
Anspruch auf eine Parteientschädigung hat. Die Parteientschädigung bemisst sich
gemäss Art. 61 lit. g ATSG nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit
des Prozesses. Unter Berücksichtigung dieser Kriterien erweist sich eine
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
bis
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angemessen. Bei diesem Verfahrensausgang wird die bereits bewilligte unentgeltliche
Prozessführung gegenstandslos.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG