Decision ID: e6a947ab-e365-4695-ab5d-8d1fff1e922c
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich erstmals im Mai 1995 wegen Fussbeschwerden rechts zum Bezug
von IV-Leistungen an (IV-act. 2 und 5). Sie gab an, sie habe den Beruf der
kaufmännischen Angestellten erlernt. Nachdem sie eine Festanstellung als Telefonistin/
am Empfang gefunden hatte, wurden die beruflichen Eingliederungsbemühungen
eingestellt (IV-act. 9). Im September 2002 meldete sich die Versicherte bei der
Invalidenversicherung zur Umschulung und Arbeitsvermittlung an (IV-act. 10). Sie gab
an, an starken Fuss- und Rückenschmerzen zu leiden. Die IV-Stelle wies das
Leistungsgesuch am 19. Februar 2003 mit der Begründung, dass die Versicherte in
ihrem erlernten Beruf als kaufmännische Angestellte zu 100 % arbeitsfähig sei, ab (IV-
act. 26). Im Juni 2003 meldete sich die Versicherte zum dritten Mal zum Bezug von IV-
Leistungen (Berufsberatung, Umschulung, Hilfsmittel) an (IV-act. 27). Sie verwies
wiederum auf Fussprobleme rechts (Schmerzen, Lähmung), die seit einer Hallux-valgus
Operation 1985 resp. seit einer missglückten Schraubenentfernung 1987 bestünden
(vgl. auch IV-act. 5-4). Am 20. Januar 2004 erliess die IV-Stelle eine
Nichteintretensverfügung (IV-act. 49).
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B.
B.a Im April 2013 meldete sich die Versicherte mit Verweis auf eine
Schulterproblematik erneut zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 79). Sie gab an,
neben der kaufmännischen Lehre eine Ausbildung zur Rotkreuz-Pflegehelferin
absolviert zu haben. Derzeit arbeite sie im Sinne eines Zwischenverdienstes (RAV) zu
20-60 % als Haushaltshilfe für die B._. Die gesundheitliche Beeinträchtigung bestehe
seit dem 30. Oktober 2012. Am 18. April 2013 werde sie operiert werden. Dr. med.
C._, Facharzt für Allgemeinmedizin, hatte der Unfallversicherung am 2. April 2013
berichtet (IV-act. 80), dass die Versicherte an einer traumatischen
Rotatorenmanschettenruptur bei Status nach einem Sturz auf die rechte Seite am 30.
Oktober 2012 leide. Sie sei seit dem 30. Oktober 2012 und bis auf weiteres zu 100 %
arbeitsunfähig.
B.b Der Vertrauensarzt Dr. med. D._, Facharzt für Innere Medizin, nahm am 11. April
2013 im Auftrag der Unfallversicherung Stellung zum Unfallereignis vom 30. Oktober
2012 (Fremdakten, nicht nummeriert). Er erklärte, dass die im Rahmen einer
Heckauffahrkollision vom 12. Oktober 2012 zugezogene HWS-Distorsion und die LWS-
Kontusion bei fehlenden objektivierbaren traumatischen Läsionen und bei einer bereits
am 30. Oktober 2012 nachgewiesenen freien HWS-Beweglichkeit per Ende 2012 als
folgenlos geheilt betrachtet werden müssten. Nach der vorgeschlagenen
Schulterarthroskopie mit Rotatorenmanschettenrekonstruktion werde weiterhin eine
100 %ige Arbeitsunfähigkeit von ca. 3 bis 4 Monaten bestehen. Dies sei jedoch
abhängig vom Operationsbefund, der Therapiewahl und dem anschliessenden
Rehabilitationsverlauf. Da die Versicherte einer körperlichen Tätigkeit nachgehe, könne
die Arbeitsunfähigkeit auch durchaus 6 Monate betragen. Am 18. April 2013 führte Dr.
med. E._, Orthopädie F._, die angekündigte Schulterarthroskopie mit
arthroskopischer subacromialer Dekompression rechts und die
Supraspinatussehnennaht und Bizepstenodese Schulter rechts durch (Fremdakten).
B.c Die B._ berichtete der IV-Stelle am 30. April 2013 (IV-act. 86), dass sie die
Versicherte seit dem 21. Januar 2011 als Haushelferin beschäftige. Die Arbeitszeit sei
unregelmässig. Der Stundenlohn betrage netto Fr. 18.10. Seit dem 12. Oktober 2012
sei die Versicherte zu 100 % arbeitsunfähig.
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B.d Am 24. Mai 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass aufgrund des
Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich
seien (IV-act. 91).
B.e Dr. E._ berichtete der Unfallversicherung am 12. Juli 2013 (Fremdakten), dass
die Behandlung der rechten Schulter noch nicht abgeschlossen sei. Die 100 %ige
Arbeitsunfähigkeit werde voraussichtlich bis ca. August 2013 andauern. Derselbe Arzt
berichtete der IV-Stelle am 16. September 2013 (IV-act. 99), dass sich die Versicherte
aktuell in einer postoperativen Rehabilitation mit einer deutlichen Verbesserung des
Kraft- und Bewegungsumfanges befinde. Aktuell sei die bisherige Tätigkeit der
Versicherten noch nicht zumutbar. Der Hausarzt der Versicherten, Dr. C._, gab in
seinem Bericht vom 8. November 2013 zuhanden der IV-Stelle (IV-act. 103) an, dass
die Versicherte an andauernden belastungsabhängigen Schulter-/Armschmerzen
rechtsbetont, an belastungsabhängigen Rückenschmerzen, an einer
Antriebsminderung, an einer fehlenden Ausdauer und an
Grundstimmungsschwankungen leide. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit sei sie seit
dem 30. Oktober 2012 und bis auf weiteres zu 100 % arbeitsunfähig. Auch
behinderungsadaptierte Tätigkeiten seien ihr nicht zumutbar. Die Prognose sei
schlecht. Dr. E._ berichtete der Unfallversicherung am 14. November 2013
(Fremdakten), dass sich bei der letzten Kontrolle am 4. November 2013 eine deutliche
Verbesserung der Schmerzen sowie der Beweglichkeit gezeigt habe. Voraussichtlich
bestehe weiterhin ein verzögerter Verlauf. Als bleibender Nachteil sei möglicherweise
eine Belastungs- und Bewegungseinschränkung am operierten Schultergelenk zu
erwarten. Im Verlaufsbericht vom 20. Dezember 2013 bezeichnete Dr. E._ den
Gesundheitszustand als stationär (IV-act. 104-4 ff.). Er erklärte, dass der Versicherten
die bisherige Tätigkeit derzeit nicht zumutbar sei. In einer Tätigkeit ohne körperliche
Belastung des rechten Schultergürtels und Armes (Tragen von Lasten bis 2 kg, kein
Heben des Armes über die Horizontale) wäre sie aber theoretisch ganztags zu 100 %
arbeitsfähig. RAD-Ärztin Dr. med. G._ notierte am 6. Januar 2014 (IV-act. 115), dass
der Versicherten eine adaptierte Tätigkeit mindestens zu 50 % steigerbar zumutbar sei.
B.f Die Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle hielt am 23. Januar 2014 fest (IV-
act. 116-4), dass die Versicherte beim Assessmentgespräch vom Vortag gesundheitlich
stark angeschlagen gewirkt habe. Zum jetzigen Zeitpunkt sei sie nicht vermittelbar. Am
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5. Februar 2014 fand ein Strategiegespräch zwischen der IV-Sachbearbeiterin, der
Eingliederungsverantwortlichen und der RAD-Ärztin Dr. G._ statt (IV-act. 117). Die IV-
Sachbearbeiterin protokollierte, dass die Versicherte in der Stellensuche nicht
eingeschränkt sei. Ein Arbeitsplatzerhalt bzw. eine Umplatzierung beim bisherigen
Arbeitgeber B._ seien zu prüfen. Weitere Massnahmen seien nicht angezeigt.
B.g Am 3. März 2014 wurde die Versicherte im Auftrag der Unfallversicherung durch
Dr. med. H._, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
orthopädisch-chirurgisch begutachtet (Gutachten vom 14. April 2014, Fremdakten). Die
Diagnosen lauteten u.a.:
• Therapieresistente Schmerzen am rechten Schultergelenk mit leichter
Bewegungseinschränkung
• wechselnde HWS-Funktionsstörungen mit Schmerzen bei degenerativen
Veränderungen, Gelenksverschleiss im Segment C7/Th 1 (= Spondylarthrose)
• wechselnde spondylogene und diskogene Lumbalbeschwerden bei fortgeschrittenen
degenerativen Veränderungen, leichter Hohl-Rundrückentendenz, geringer
linkskonvexer LWS-Skoliose und muskulärer Dysbalance
• ausgeprägte Hallux-Varus-Fehlstellung nach Operation wegen Hallux valgus mit
ausgeprägter Grosszehengrundgelenksarthrose rechts und Zustand nach
Hammerzehen-Operation II rechts
• Hallux valgus links und weniger ausgeprägte Grosszehengrundgelenksarthrose
rechts bei beidseitigem Senkspreizfuss und Arthrose des Talonavikulargelenks bds.
Dr. H._ erklärte, dass die Beweglichkeit im rechten Schultergelenk zwar aktiv und
passiv wieder relativ gut hergestellt sei; insgesamt bestünden aber noch einzelne
Symptome im Sinne einer Rotatorenmanschettenschädigung, die offenbar noch
anhaltende, wechselhaft intensive Beschwerden am rechten Schultergelenk
begründeten. Die Überprüfung der vorgelegten Röntgendokumente habe an allen drei
Wirbelsäulenabschnitten im Laufe des Lebens eingetretene Aufbrauch- und
Umformungsveränderungen sowohl an den Wirbelkörpern als auch an den
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Zwischenwirbelscheiben und den kleinen Wirbelgelenken in mehreren Etagen ergeben.
Dies mache wiederholt auftretende Funktionsbeschwerden vorwiegend im Bereich der
HWS und der LWS plausibel und sollte grundsätzlich durch − die Rumpfmuskulatur
aufbauende − Trainingsmassnahmen beantwortet werden. Sicherlich nicht
unproblematisch sei der Zustand nach Hallux-Valgus-Korrekturoperation mit einem
ungünstigen Ergebnis rechts. Die dort vorgefundenen Aufbrauch- und
Umformungsveränderungen seien aber als lokales Problem anzusehen. Die HWS-
Schleudertrauma-Symptomatik sei bereits nach 14 Tagen deutlich rückläufig gewesen,
sodass ab dem 30. Oktober 2012 ein Arbeitsversuch mit 50 % habe erfolgen sollen.
Dies spreche für einen regelhaften Heilungsprozess nach einem sog.
"Schleudertrauma" mit leichten bis mittleren Auswirkungen. Der Status quo sine sei im
Bereich der Wirbelsäule spätestens Ende Dezember 2012 erreicht gewesen. Das
Sturzereignis vom 30. Oktober 2012 habe offenbar zur Bewusstwerdung struktureller
Veränderungen im Bereich des rechten Schultergelenks geführt, die mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit bereits vor dem Unfallereignis vorgelegen hätten. Bezüglich des
Unfalls vom 30. Oktober 2012 wäre der Status quo spätestens Ende Oktober 2013
eingetreten, wenn der Heilungsprozess nicht durch den operativen Eingriff vom 18.
April 2013 unterbrochen worden wäre. Die weitere Entwicklung im Bereich des rechten
Schultergelenks wie auch der drei Wirbelsäulenabschnitte hänge wesentlich vom
Gesamtverhalten der Versicherten sowie von ihrer gesundheitlichen Situation in
anderen Bereichen ab. Durch das zunehmende Alter seien die üblicherweise zu
beobachtenden allmählichen Verschlechterungen als natürliche weitere Entwicklung
anzusehen. Nicht unerheblich erscheine aber auch das Selbstverständnis der
Versicherten und ihrer Wahrnehmung der körperlichen Einschränkungen.
Gegebenenfalls sollte von hausärztlicher Seite überprüft werden, ob eine
psychologische bzw. psychosomatische Behandlung geeignet wäre, weitere
Fortschritte zu erreichen.
B.h RAD-Ärztin Dr. G._ notierte am 3. Juni 2014 (IV-act. 129), dass an der bisherigen
medizinischen Beurteilung festgehalten werden könne. Gemäss Dr. H._ bestehe rein
unfallbedingt keine Arbeitsunfähigkeit mehr. Weitere krankheitsbedingte Diagnosen
habe er nicht gestellt. Zur Gesamtarbeitsfähigkeit habe er nicht Stellung genommen.
Am 16. Juli 2014 (IV-act. 132) teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass die
beruflichen Eingliederungsmassnahmen abgeschlossen würden. Zur Begründung hielt
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sie fest, dass bei B._ kein angepasster Arbeitsplatz zur Verfügung stehe. Zudem sei
die Versicherte von ihrem Arzt weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben.
B.i Dr. E._ berichtete der IV-Stelle am 2. Dezember 2014 (IV-act. 136), dass sich bei
der Kontrolle am 26. November 2014 eine Verbesserung des aktiven
Bewegungsumfangs bei einer Persistenz diffuser Schmerzen im Bereich der Schulter,
insbesondere bei belasteten Bewegungen, gezeigt habe. Die bisherige Tätigkeit sei der
Versicherten nicht mehr möglich. Tätigkeiten ohne den Einsatz des rechten Arms mit
Belastungen über 2 kg und ohne Überkopftätigkeiten seien der Versicherten
theoretisch zu 100 % zumutbar. Zu beachten sei, dass zusätzlich Rückenbeschwerden
bestünden, sodass eine möglichst wechselhafte Tätigkeit mit Sitzen, Gehen und
Stehen ideal wäre. Dr. C._ bezeichnete den Gesundheitszustand am 7. Dezember
2014 als stationär bis verschlechtert (IV-act. 137). Er führte aus, dass seiner Meinung
nach auch für leidensadaptierte Tätigkeiten maximal eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit
bestehe. Die Prognose sei ungewiss, eher schlecht. RAD-Ärztin Dr. G._ notierte am
5. Januar 2015 (IV-act. 142), dass eine Belastungseinschränkung der rechten Schulter
nach einer Rotatorenmanschettenruptur und Wirbelsäulenbeschwerden bei
degenerativen Veränderungen bestünden. Ausserdem leide die Versicherte an
Fussbeschwerden bei einem Hallux valgus und Arthrosen. Einschränkungen bestünden
für Tätigkeiten mit Heben und Tragen über 2 kg repetitiv für den rechten Arm sowie für
Arbeiten über Kopf mit dem rechten Arm. Die Rückenbelastbarkeit für Arbeiten in
Wirbelsäulenzwangshaltungen und einseitigen Wirbelsäulenhaltungen sei
eingeschränkt. Aufgrund der Fussbeschwerden bestehe eine Einschränkung für
längeres Stehen und Gehen. Die angestammte Tätigkeit als Haushaltshilfe sei der
Versicherten seit dem 12. Oktober 2012 nicht mehr zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit
adaptiert betrage seit dem 20. Dezember 2013 100 %.
B.j Im von der Versicherten am 15. Januar 2015 unterzeichneten Fragebogen zur
Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt (IV-act. 144) war vermerkt
worden, dass die Versicherte ohne Behinderung heute in einem Pensum von 80-100 %
als Haushaltshilfe/Reinigungsfachfrau tätig wäre. Auf der gleichen Zeile war mit einem
anderen Stift (und ev. sogar einer anderen Handschrift) vermerkt worden, dass das
Arbeitspensum ohne Gesundheitsschaden 100 % betragen würde. Ein IV-
Sachbearbeiter notierte am 21. April 2015 (IV-act. 146), dass aufgrund der bisherigen
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Erwerbstätigkeit nicht von einer Vollerwerbstätigkeit ausgegangen werden könne. Die
Versicherte habe sich beim RAV mit einer Vermittelbarkeit von 80 % angemeldet (vgl.
IV-act. 87-2); dies werde als realistischer Wert betrachtet. Im Haushalt werde eine
Einschränkung von 20 % angenommen. Da aufgrund der vollen Arbeitsfähigkeit kein
Rentenanspruch entstehen könne, werde auf eine Abklärung an Ort und Stelle
verzichtet.
B.k Mit Vorbescheid vom 21. April 2015 kündigte die IV-Stelle der Versicherten bei
einem IV-Grad von 4 % die Abweisung des Rentengesuchs an (IV-act. 147). Zur
Begründung hielt sie fest, dass die Versicherte ohne Gesundheitsschaden zu ca. 80 %
als Haushaltshilfe tätig wäre; die restlichen 20 % entfielen auf den Aufgabenbereich
(eigener Haushalt). Eine adaptierte Tätigkeit sei der Versicherten zu 100 % zumutbar. In
einer solchen Tätigkeit könnte sie − wie als Gesunde − ein Bruttoeinkommen von Fr.
41'155.-- erzielen. Im eigenen Haushalt sei die Versicherte zu 20 % eingeschränkt. Der
IV-Grad im Erwerb betrage folglich 0 % und jener im Haushalt 4 %. Dagegen liess die
Versicherte am 27. April 2015 einwenden (IV-act. 148), dass die massiven
Fussprobleme nicht berücksichtigt worden seien. Stehende oder gehende Tätigkeiten
seien ihr nicht mehr möglich. Den jahrelang ausgeübten Beruf als Haushaltshilfe könne
sie nicht mehr ausüben. Eine adaptierte Tätigkeit werde sie aufgrund ihres Alters nicht
mehr finden.
B.l Mit Verfügung vom 2. Juli 2015 (IV-act. 149) wies die IV-Stelle das Rentengesuch
wie angekündigt bei einem IV-Grad von 4 % ab. Zum Einwand hielt sie fest, dass die
Versicherte keine neuen, medizinisch begründbaren wesentlichen Änderungen der
Befunde oder Symptome mitgeteilt habe.
C.
C.a Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am
27. August 2015 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter beantragte die
Aufhebung der Verfügung und die Zusprache einer ganzen Rente. Zur Begründung
machte er geltend, dass die Beschwerdeführerin unter drei verschiedenen, aber im
Gesamtkontext zusammenspielenden gesundheitlichen Einschränkungen leide. Die
operierte Schulter könne nicht mehr vollumfänglich eingesetzt werden, die Füsse seien
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vor kurzem operiert worden und es bestünden Restbeschwerden in der HWS und
Beschwerden an der übrigen Wirbelsäule. Dr. E._ habe bei seiner
Arbeitsfähigkeitsschätzung die Fussbeschwerden nicht berücksichtigt. Stehende oder
gehende Tätigkeiten seien nicht mehr realistisch. Trotzdem habe der RAD auf die
Beurteilung von Dr. E._ vom 20. Dezember 2013 abgestellt. Die RAD-Beurteilung sei
daher nicht zuverlässig und nicht schlüssig. Die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit sei im Übrigen nicht mehr verwertbar: Kein Arbeitgeber würde den
absehbaren Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand bei einer 62-Jährigen auf sich
nehmen.
C.b Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 19. Oktober 2015
die Abweisung der Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung hielt sie fest, dass der RAD
bei seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung sämtliche Gesundheitsschäden berücksichtigt
habe. Auf dessen Einschätzung sei vollumfänglich abzustellen. Es treffe nicht zu, dass
es für die Beschwerdeführerin auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt keine Arbeitsstelle
mehr gebe. Geeignete Tätigkeiten seien etwa leichtere Maschinenbedienungs-,
Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten und leichtere Arbeiten bei der
Lager- und Ersatzteilbewirtschaftung. Der ausgeglichene Arbeitsplatz enthalte zudem
Nischenarbeitsplätze, an denen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen des
Arbeitgebers rechnen könnten. Die Beschwerdeführerin sei zum Zeitpunkt der
Arbeitsfähigkeitsschätzung des RAD, auf die es bei der Beurteilung der
Restarbeitsfähigkeit infolge des Alters ankomme, 61-jährig gewesen. Zudem liege ein
stabiler Gesundheitszustand vor. Die angefochtene Verfügung sei rechtmässig.
C.c Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragte am 29. Oktober 2015
anstelle einer schriftlichen Replik eine mündliche Verhandlung (act. G 6). Das Gericht
informierte die Parteien, dass der Termin für die mündliche Verhandlung rechtzeitig
bekannt gegeben werde (act. G 7).
C.d Die Beschwerdegegnerin reichte am 3. Juni 2016 weitere Unterlagen der
Unfallversicherung betreffend den Unfall vom 30. Oktober 2012 ein (act. G 8). Die
Beschwerdeführerin war am 20. April 2015 im Auftrag der Unfallversicherung durch Dr.
med. I._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
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Bewegungsapparates, Klinik J._, untersucht worden (act. G 8.1.1). Die Diagnosen
lauteten:
• Residuelle Funktionseinschränkung der rechten Schulter posttraumatisch nach Sturz
mit konsekutiver SSP-Sehnen-Partialruptur
• Status nach transossärer Reinsertion der RM mit Tenodese der LB-Sehne rechts am
18. April 2013
• AC-Gelenksarthrose, Ganglionzyste im Tuberculum majus
• degenerative HWS-Veränderungen mit Status nach HWS-Beschleunigungstrauma
am 12. Oktober 2012
• Hallux Valgus Deformität mit Status nach Vorfusskorrektur am 25. Februar 2015 links
mit Status nach Schraubenentfernung Metatarsale I am 10. April 2015.
Dr. I._ hatte erklärt, dass die beklagten Beschwerden durch die klinischen Befunde
durchaus erklärbar seien. Die RM-Rekonstruktion scheine gelungen, die
Beschwerdeführerin sei auch ohne Medikation weitgehend schmerzfrei und die
Beweglichkeit sei aktiv wie passiv wieder weit über die Horizontale gegeben. Im
Vordergrund stehe eine Kraftminderung, die zum einen durch die leichte
Muskelatrophie des M. Supraspinatus, welcher sich bekanntlich auch postoperativ
nach einer Sehnenrekonstruktion nicht vollumfänglich wieder erholen könne, bedingt
sei. Zum anderen sei die Kraftminderung auch auf den leichten Schaden der
Deltamuskulatur zurückzuführen. Dr. I._ war zum Schluss gekommen, dass die
mittels Arthro-MRT am 12. März 2013 dokumentierte RM-Ruptur der SSP-Sehne mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem
Unfall vom 30. Oktober 2012 stehen dürfte. Der Heilungsverlauf dürfte nach inzwischen
zwei Jahren weitgehend abgeschlossen sein; man könne von einem Endresultat
ausgehen. Für die Tätigkeit als Haushelferin sei für das bisherige Pensum von 7-9
Stunden pro Woche von einer bleibenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von max.
10 % auszugehen. In einer Verweistätigkeit, unter Berücksichtigung der
eingeschränkten Belastbarkeit der rechten Schulter mit einer Gewichtslimite von rund
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20 kg bis Lendenhöhe bzw. 15 kg bis Brusthöhe dürfte eine vollzeitige Arbeitstätigkeit
zumutbar sein.
C.e Am 6. Juni 2017 forderte das Gericht Dr. E._ auf (act. G 9) anzugeben, ob am 1.
Oktober 2013 für adaptierte Tätigkeiten immer noch eine teilweise Arbeitsunfähigkeit
bestanden habe und falls ja, wie sich der Arbeitsfähigkeitsgrad für adaptierte
Tätigkeiten bis Ende Dezember 2013 entwickelt habe. Dr. E._ antwortete am 19. Juni
2017 (act. G 10), dass am 1. Oktober auch für adaptierte Tätigkeiten keine
Arbeitsfähigkeit bestanden habe. Auf Nachfrage hin ergänzte er am 6. Juli 2017, dass
zwischen dem 1. Oktober 2013 und dem 20. Dezember 2013 für eine adaptierte
Tätigkeit als Haushaltshilfe keine Arbeitsfähigkeit bestanden habe.
C.f Am 24. Juli 2017 teilte das Gericht dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
mit (act. G 14), dass seinem Antrag auf eine mündliche Erstattung der Replik nicht
stattgegeben werden könne. Es setzte ihm eine Frist zur Einreichung einer schriftlichen
Replik.
C.g In seiner Replik vom 4. September 2017 machte der Rechtsvertreter ergänzend
geltend (act. G 15), der RAD habe in seiner Stellungnahme vom 6. Januar 2014
akzeptiert, dass eine adaptierte Tätigkeit zu mindestens 50 % steigerbar zumutbar sei.
Auch Dr. C._ habe der Beschwerdeführerin für adaptierte Tätigkeiten eine maximal
50 %ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt. Dr. E._ habe bei seiner Einschätzung nur die
Schulter- und Armprobleme, nicht jedoch die Rücken- und Fussprobleme
berücksichtigt. Der RAD habe seinen Gesinnungswandel, d.h. weshalb auf einmal nicht
mehr eine 50 %ige, sondern eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit bestehen solle, nicht
begründet. Dr. H._ habe sich in erster Linie mit unfallbedingten Verletzungen befasst.
Alle übrigen krankheitsbedingten Leistungseinschränkungen habe er in seinem Bericht
stiefmütterlich behandelt. Zudem habe er keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit für
adaptierte Tätigkeit gemacht. Da die Beschwerdeführerin eine typische Drei-Etagen-
Behinderung habe, sei die optimistische und durch keine medizinischen Akten
gedeckte Angabe einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit in einer
behinderungsangepassten Tätigkeit einfach nicht glaubwürdig. Ein interdisziplinäres
Gutachten würde möglicherweise mehr kosten als eine retrospektive halbe Rente. Der
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Beschwerdeführerin sei daher eine volle, eventualiter mindestens eine halbe Rente,
zuzusprechen.
C.h Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 16).

Erwägungen
1.
Vorab ist zu prüfen, ob die Beschwerde rechtzeitig erhoben worden ist. Gemäss Art. 60
Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG, SR 830.1) ist die Beschwerde innerhalb von 30 Tagen nach der Eröffnung der
Verfügung einzureichen. Die angefochtene Verfügung datiert vom 2. Juli 2015, die
Beschwerde ist aber erst am 27. August 2015 erhoben worden. Die Verfügung ist
gemäss dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am 3. Juli 2015 zugestellt
worden. Die Frist hat somit am 4. Juli 2015 zu laufen begonnen. Gesetzliche oder
behördliche Fristen, die nach Tagen oder Monaten bestimmt sind, stehen vom 15. Juli
bis und mit dem 15. August still (Art. 38 Abs. 4 lit. b ATSG). Der 27. August 2015 ist
daher erst der 23. Tag der Frist gewesen. Der Rechtsvertreter hat also rechtzeitig
Beschwerde erhoben. Auf die Beschwerde ist folglich einzutreten.
2.
2.1 Die Beschwerdeführerin hatte sich bereits in den Jahren 1995, 2002 und 2003 zum
Bezug von IV-Leistungen angemeldet. Das Leistungsbegehren war letztmals mit
Verfügung vom 19. Februar 2003 rechtskräftig abgewiesen worden. Auf die Anmeldung
vom Juni 2003 ist die Beschwerdegegnerin nicht eingetreten. Bei der Anmeldung vom
April 2013 handelt es sich somit um eine sogenannte Wiederanmeldung.
2.2 Gemäss Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV, SR
831.201) wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn darin glaubhaft gemacht wird,
dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert
hat. Die Beschwerdeführerin hat der IV-Anmeldung einen Bericht ihres Hausarztes vom
2. April 2013 zuhanden der Unfallversicherung beigelegt. Diesem war zu entnehmen,
dass sich die Beschwerdeführerin bei einem Sturzereignis am 30. Oktober 2012 eine
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traumatische Rotatorenmanschettenruptur zugezogen habe und seither arbeitsunfähig
sei. Die Beschwerdeführerin hat mit dem eingereichten Arztbericht somit eine
gesundheitliche Verschlechterung glaubhaft gemacht. Die Beschwerdegegnerin ist
daher zu Recht auf die Wiederanmeldung eingetreten.
2.3 Mit der angefochtenen Verfügung vom 2. Juli 2015 hat die Beschwerdegegnerin
dann allerdings einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bei einem IV-Grad von
4 % verneint.
3.
3.1 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG).
3.2 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad
grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
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3.3 Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin − unter der hypothetischen
Annahme, dass sie nicht an gesundheitlichen Beeinträchtigungen leiden würde − als zu
80 % erwerbstätig und als zu 20 % im Aufgabenbereich (eigener Haushalt) tätig
eingestuft. Die Beschwerdeführerin hat im Fragebogen vom 15. Januar 2015
angegeben, dass sie ohne Behinderung in einem Pensum von 80-100 % erwerbstätig
wäre. Die Beschwerdeführerin ist seit 1990 geschieden und alleinstehend. Selbst wenn
davon ausgegangen würde, dass sie ohne Behinderung in ihrem erlernten Beruf als
kaufmännische Angestellte tätig wäre, so würde sie kein hohes Einkommen erzielen, da
sie zuletzt im Jahr 2003 auf diesem Beruf gearbeitet hat. Wäre die Beschwerdeführerin,
wenn sie gesund wäre, lediglich zu 80 % erwerbstätig, könnte sie wegen der knappen
finanziellen Mittel nur ein sehr bescheidenes Leben führen. Da die Beschwerdeführerin
alleinstehend ist, fehlt es zudem an einer familiären Notwendigkeit für einen reduzierten
Beschäftigungsgrad. Demzufolge ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt,
dass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Einschränkungen zu 100 %
erwerbstätig wäre. Der IV-Grad ist folglich anhand eines reinen Einkommensvergleichs
zu berechnen.
4.
4.1 Um das Invalideneinkommen ermitteln zu können, muss die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
feststehen. Die Beschwerdeführerin beklagt insbesondere Rückenbeschwerden,
Fussbeschwerden und Schulterbeschwerden rechts.
4.1.1 Der Vertrauensarzt der Unfallversicherung, Dr. D._, und der von der
Unfallversicherung beauftragte orthopädische Gutachter Dr. H._ sind davon
ausgegangen, dass das beim Auffahrunfall vom 12. Oktober 2012 erlittene HWS-
Schleudertrauma per Ende 2012 folgenlos abgeheilt sei. Dr. H._ hat die geltend
gemachten Funktionsbeschwerden vorwiegend im Bereich der HWS und der LWS
aufgrund der an allen drei Wirbelsäulenabschnitten bestehenden Aufbrauch- und
Umformungsveränderungen sowohl an den Wirbelkörpern als auch an den
Zwischenwirbelscheiben und den kleinen Wirbelgelenken in mehreren Etagen als
plausibel erachtet. Hinweise für eine radikuläre Symptomatik sind seinem Gutachten
nicht zu entnehmen. Bezüglich der Rückenbeschwerden hat er lediglich die
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Rumpfmuskulatur aufbauende Trainingsmassnahmen empfohlen. Der behandelnde
Orthopäde Dr. E._ hat den belastungsabhängigen Rückenbeschwerden in seinem
Bericht vom 2. Dezember 2014 keinen quantitativen (d.h. zeitlichen), sondern lediglich
einen qualitativen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen, indem er eine
wechselbelastende Tätigkeit als ideal bezeichnet hat. Die RAD-Ärztin Dr. G._ hat
diese Einschätzung als plausibel erachtet und ergänzend bemerkt, dass die
Rückenbelastbarkeit für Arbeiten in Wirbelsäulenzwangshaltungen und in einseitigen
Wirbelsäulenhaltungen eingeschränkt sei. Angesichts der objektivierbaren
degenerativen Veränderungen im HWS-, LWS- und BWS-Bereich überzeugen die
Einschätzungen von Dr. E._ und der RAD-Ärztin, laut denen eine verminderte
Belastbarkeit des Rückens besteht, die aber nur einen qualitativen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit hat.
4.1.2 Seit einer missglückten Hallux-Valgus-Operation im Jahr 1985 mit
Schraubenentfernung im Jahr 1987 leidet die Beschwerdeführerin an
Fussbeschwerden rechts mit Arthrosen. Links besteht ebenfalls ein Hallux valgus mit
Arthrose. Die Beurteilung der RAD-Ärztin vom 5. Januar 2015, dass der
Beschwerdeführerin Tätigkeiten, die längeres Stehen und Gehen erfordern, nicht mehr
zumutbar sind, leuchtet daher ein. Gründe, weshalb die Fussbeschwerden in einer
adaptierten Tätigkeit eine zeitliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirken sollten,
sind nicht ersichtlich. In Bezug auf die Fussbeschwerden kann daher auf die
Einschätzung der RAD-Ärztin abgestellt werden.
4.1.3 Die Beschwerdeführerin hat sich beim Sturz am 30. Oktober 2012 eine SSP-
Sehnen-Partialruptur rechts zugezogen (siehe z.B. Gutachten von Dr. I._). Die
Schulteroperation ist erst Monate später, nämlich am 18. April 2013, erfolgt. Dr. D._
ist in seiner Stellungnahme vom 11. April 2013 davon ausgegangen, dass nach der
Operation für ca. 3 bis 4 Monate, für körperliche Arbeiten möglicherweise sogar für 6
Monate, weiterhin eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit bestehen werde. Der Operateur Dr.
E._ hat in einem Bericht vom 12. Juli 2013 erklärt, dass die 100 %ige
Arbeitsunfähigkeit voraussichtlich bis ca. August 2013 andauern werde. Am 16.
September 2013 hat er dann jedoch berichtet, dass sich die Beschwerdeführerin
weiterhin in der postoperativen Rehabilitation befinde. Am 14. November 2013 hat er
darauf hingewiesen, dass ein verzögerter Verlauf bestehe. Schliesslich hat Dr. E._ der
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Beschwerdeführerin am 20. Dezember 2013 für eine adaptierte Tätigkeit ohne
körperliche Belastung des rechten Schultergürtels und Armes (Tragen von Lasten bis 2
kg, kein Heben des Armes über die Horizontale) wieder eine volle Arbeitsfähigkeit
bescheinigt. Die bisherige Tätigkeit als Haushaltshilfe hat er weiterhin als nicht
zumutbar erachtet. Auf Rückfrage des Gerichts hin hat Dr. E._ am 19. Juni/6. Juli
2017 bestätigt, dass bis zum 20. Dezember 2013 für jegliche Tätigkeiten eine volle
Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Dass sich der postoperative Heilungsverlauf im
vorliegenden Fall verzögert hat, ist plausibel, zumal Dr. E._ im September 2013 und
im November 2013, d.h. 5 respektive 7 Monate nach der Operation, noch über
deutliche Verbesserungen der Schulterproblematik berichtet hat. Auch die RAD-Ärztin
hat es für nachvollziehbar erachtet, dass für adaptierte Tätigkeiten erst ab dem 20.
Dezember 2013 wieder eine volle Arbeitsfähigkeit bestanden hat (siehe Stellungnahme
vom 5. Januar 2015, IV-act. 142-3). Angesichts der degenerativen Veränderungen im
Rückenbereich, der persistierenden Restbeschwerden im rechten Schultergelenk und
der Fussbeschwerden überzeugt auch die Einschätzung von Dr. E._ und der RAD-
Ärztin, dass die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Haushaltshilfe der Beschwerdeführerin
seit Oktober 2012 andauernd nicht mehr zumutbar gewesen ist, da diese Tätigkeit
körperlich fordernde Arbeiten wie Staubsaugen, Böden feucht aufnehmen, Fester
putzen, Wäsche aufhängen und schwere Einkaufstaschen tragen beinhaltet hat (act. G
8.1.2).
4.2 Der Hausarzt Dr. C._ hat in seinem Bericht vom 8. November 2013 unter
anderem als Diagnose eine "psychische Erkrankung mit Depression" angegeben und
eine Antriebsminderung, eine fehlende Ausdauer und Grundstimmungsschwankungen
erwähnt (IV-act. 103). Der orthopädische Gutachter Dr. H._ hat im Gutachten vom 14.
April 2014 erklärt, dass gegebenenfalls von hausärztlicher Seite überprüft werden
sollte, ob eine psychologische bzw. psychosomatische Behandlung geeignet wäre,
weitere Fortschritte zu erreichen. Und gegenüber dem orthopädischen Gutachter Dr.
I._ hat die Beschwerdeführerin am 20. April 2015 angegeben, dass sie sich durch die
Vermittlung einer neuen Erwerbstätigkeit wünsche, aus ihrem "psychischen Loch"
herauszukommen (act. G 8.1.1 S. 7). Aus den Akten geht allerdings nicht hervor, dass
die Beschwerdeführerin je auf eine psychiatrische oder psychotherapeutische
Behandlung angewiesen gewesen wäre. Insgesamt liegen keine ausreichenden Indizien
dafür vor, dass die Beschwerdeführerin an einer psychiatrischen Erkrankung leiden
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könnte, die die Arbeitsfähigkeit beeinflusst. Die Beschwerdegegnerin hat ihre
Untersuchungspflicht somit nicht verletzt, indem sie diesbezüglich keine weiteren
Abklärungen getätigt hat. Etwas anderes hat die Beschwerdeführerin resp. ihr
Rechtsvertreter auch nicht geltend gemacht.
4.3 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat moniert, dass nicht auf die
Einschätzung des RAD abgestellt werden könne, da diese widersprüchlich sei.
Tatsächlich hat RAD-Ärztin Dr. G._ in einer Stellungnahme vom 6. Januar 2014 (IV-
act. 115) angegeben, dass der Beschwerdeführerin eine adaptierte Tätigkeit
mindestens zu 50 % steigerbar zumutbar sei. Diese Beurteilung ist jedoch nicht im
Rahmen der Rentenprüfung, sondern im Rahmen der beruflichen Eingliederung erfolgt.
Arbeits- und Belastbarkeitstrainings werden in der Regel nicht in jenem Pensum
gestartet, welches der versicherten Person medizinisch-theoretisch zumutbar wäre.
Kaum bestritten sein dürfte, dass ein Wiedereinstieg in die Arbeitswelt nach einer
monate- oder sogar jahrelangen Absenz vom Arbeitsmarkt wegen der damit
einhergehenden Dekonditionierung optimalerweise abgestuft erfolgt. Bei der
Festlegung des medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeitsgrades sind demgegenüber
nur die direkten Folgen des Gesundheitsschadens auf die Arbeitsfähigkeit zu
berücksichtigen, wozu eine − durch zumutbare Trainingsmassnahmen überwindbare −
Dekonditionierung nicht gehört. Der für den Beginn von beruflichen
Eingliederungsmassnahmen festgelegte Arbeitsfähigkeitsgrad kann daher nicht mit
dem medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeitsgrad gleichgesetzt werden. Die
Stellungnahme der RAD-Ärztin vom 6. Januar 2014 steht somit nicht in Widerspruch zu
jener vom 5. Januar 2015.
4.4 Der Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr. C._, hat die Arbeitsfähigkeit auch für
leidensadaptierte Tätigkeit andauernd lediglich auf maximal 50 % geschätzt (Bericht
vom 7. Dezember 2014). Weshalb die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der
Beschwerdeführerin eine derart hohe Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in zeitlicher
Hinsicht begründen sollten, hat er jedoch nicht näher erläutert. Der Beweiswert der
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. C._ wird auch dadurch geschmälert, dass er als
Facharzt für Allgemeinmedizin im Gegensatz zu Dr. E._ nicht über orthopädische
Fachkenntnisse verfügt und daher den Einfluss der gesundheitlichen
Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit weniger gut einschätzen kann als ein
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Facharzt. Insgesamt mangelt es der Arbeitsfähigkeitsschätzung des Hausarztes daher
an der notwendigen Beweiskraft.
4.5 Aus den im Beschwerdeverfahren nachgereichten Unterlagen der
Unfallversicherung geht hervor, dass sich die Beschwerdeführerin am 25. Februar 2015
− und damit noch vor Verfügungserlass am 2. Juli 2015 − am linken Fuss wegen eines
Hallux Valgus hat operieren lassen (act. G 8.1.1 S. 9). Diese Operation hat jedoch mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit lediglich eine kurzfristige Arbeitsunfähigkeit zur
Folge gehabt, zumal für die Beschwerdeführerin ohnehin keine lang anhaltenden
stehenden und gehenden Tätigkeiten in Betracht kommen. Die Hallux-Operation vom
25. Februar 2015 hat daher keinen Einfluss auf den Rentenentscheid.
4.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführerin die zuletzt
ausgeübte Tätigkeit als Haushaltshilfe seit Oktober 2012 andauernd nicht mehr
zumutbar ist. Von Oktober 2012 bis Dezember 2013 hat auch für adaptierte Tätigkeiten
eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ab dem 1. Januar 2014 ist die
Beschwerdeführerin für körperlich adaptierte Tätigkeiten mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit wieder voll arbeitsfähig gewesen.
4.7 Gemäss Art. 7 Abs. 1 ATSG liegt eine Erwerbsunfähigkeit erst vor, wenn sich die
versicherte Person einer zumutbaren Behandlung und Eingliederung unterzogen hat. In
Übereinstimmung damit sieht Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG vor, dass ein Rentenanspruch
erst entsteht, wenn die Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare − medizinische oder
berufliche − Eingliederungsmassnahmen wieder hergestellt, erhalten oder verbessert
werden kann (siehe auch Art. 16 ATSG). Eine Arbeitsunfähigkeit vermag somit so lange
keine Invalidität zu begründen, als die andauernde medizinische Behandlung noch
eingliederungsrelevant ist, d.h. wenn nach Abschluss der therapeutischen
Massnahmen eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten ist. Das
Bundesgericht nimmt denn auch in ständiger Rechtsprechung an, dass leichte bis
mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis nur als invalidisierend zu
werten sind, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr) angehbar sind, was
voraussetzt, dass keine therapeutischen Optionen mehr und somit eine
Behandlungsresistenz besteht (siehe z.B. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juli 2017,
8C_222/2017 E. 5.2; diese Rechtsprechung ist allerdings insoweit zu kritisieren, als der
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Begriff der Behandelbarkeit massiv überdehnt wird). Da das Gesetz nicht zwischen
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschäden unterscheidet, ist die
grundsätzliche Überlegung des Bundesgerichts, dass eine Arbeitsunfähigkeit so lange
keine Invalidität zu begründen vermag, als die andauernde medizinische Behandlung
eingliederungsrelevant ist, unter Berücksichtigung des Gleichbehandlungsgrundsatzes
im Sinne einer Präzisierung der Rechtsprechung auf alle Arten von
Gesundheitsschäden anzuwenden. Die Ursache der vollständigen Arbeitsunfähigkeit
von Oktober 2012 bis Dezember 2013 ist die Rotatorenmanschettenruptur vom 30.
Oktober 2012 gewesen. Die Rehabilitationsphase nach der Schulterarthroskopie vom
18. April 2013 hat bis Dezember 2013 angedauert. Die vollständige Arbeitsunfähigkeit
für jegliche Tätigkeiten, die während der Behandlungszeit von Oktober 2012 bis
Dezember 2013 bestanden hat, ist nach dem Gesagten also nicht geeignet, eine
Invalidität und damit einen Rentenanspruch zu begründen. Zwar entsteht der
Beschwerdeführerin dadurch eine Leistungslücke. Das Gericht kann jedoch keine
Leistungen zusprechen, wenn der Gesetzgeber solche nicht vorgesehen hat, auch
wenn dies im Fall der Beschwerdeführerin zugegebenermassen zu einem
unbefriedigenden Ergebnis führt. Demnach könnte erst ab 1. Januar 2014 eine
anspruchsrelevante Invalidität vorgelegen haben.
5.
5.1 Als Nächstes ist der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Einkommensvergleich zu überprüfen. Die Beschwerdeführerin verfügt über eine
Ausbildung als kaufmännische Angestellte. Allerdings hat sie zuletzt von Dezember
2000 bis Oktober 2003 eine kaufmännische Tätigkeit ausgeübt. In der Folgezeit haben
sich eher kurzfristige Einsätze in diversen Bereichen (Küchenmitarbeiterin, Allrounderin,
Raumpflegerin etc.) mit längeren Phasen von Arbeitslosigkeit abgewechselt (vgl. IK-
Auszug und Lebenslauf, IV-act. 82 und 88). Als Haushaltshilfe bei B._ ist die
Beschwerdeführerin erst seit Januar 2011 tätig gewesen. Im Anmeldeformular hat sie
angegeben, dass es sich hierbei um einen Zwischenverdienst handle. Dies ist
nachvollziehbar, da das Arbeitspensum klein (20-60 %) und unregelmässig und die
Entlöhnung schlecht gewesen ist. Die Beschwerdeführerin wäre aber als alleinstehende
Person auf ein regelmässiges und insbesondere auch höheres Erwerbseinkommen
angewiesen gewesen, um ihren Lebensunterhalt selbständig bestreiten zu können. Im
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Übrigen hat selbst die Arbeitgeberin angegeben, dass es sich um ein
Sozialzeitenengagement mit einer Arbeitszeit von höchstens 9 Stunden pro Woche
gehandelt habe (IV-act. 130-2). Die Tätigkeit als Haushaltshilfe entspricht somit
offensichtlich nicht der Validenkarriere. Ob die Validenkarriere in einer kaufmännischen
Tätigkeit oder in einer Hilfsarbeit besteht, kann offen bleiben. Die Beschwerdeführerin
ist durch ihre gesundheitlichen Beeinträchtigungen nämlich weder bei der Ausübung
einer kaufmännischen Tätigkeit noch bei der Ausübung einer körperlich angepassten
Hilfsarbeit eingeschränkt. Die Invalidenkarriere entspricht somit in beiden Fällen der
Validenkarriere, weshalb sich eine ziffernmässig Festlegung der Vergleichseinkommen
erübrigt und der IV-Grad anhand eines sogenannten Prozentvergleichs berechnet
werden kann (vgl. BGE 114 V 310 E. 3a). Bei einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit ist kein
Abzug vom Tabellenlohn angezeigt. Bei gleich hohem Validen- und
Invalideneinkommen resultiert somit ein IV-Grad von 0 %.
5.2 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, dass die
Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit nicht verwerten könne, da aufgrund des
fortgeschrittenen Alters der Beschwerdeführerin kein Arbeitgeber den absehbaren
Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand auf sich nehmen würde. Ob eine versicherte
Person die verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
noch verwerten kann, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern
hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend sind beispielsweise das
Alter, die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der
absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang
auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung,
beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem
angestammten Bereich. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren
Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
30. Juli 2014, 9C_272/2014 E. 2.1 mit Hinweisen; siehe auch Urteil vom 1. März 2017,
8C_678/ 2016 E. 2.1 mit Hinweisen). Die Beschwerdeführerin ist im Januar 2014, als sie
für adaptierte Tätigkeiten eine vollständige Arbeitsfähigkeit wiedererlangt hatte, 61
Jahre alt gewesen. Zu diesem Zeitpunkt wären ihr also lediglich noch knapp drei Jahre
Restaktivitätsdauer bis zur ordentlichen Pensionierung verblieben. Auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt sind Tätigkeiten vorhanden, die dem Anforderungsprofil
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der Beschwerdeführerin entsprechen. Der Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand ist
bei Hilfsarbeiten klein, da deren Ausübung keine speziellen Berufskenntnisse
voraussetzt. Einen positiven Effekt auf die Stellensuche hätte zudem die Tatsache
gehabt, dass die Beschwerdeführerin über viel Berufserfahrung in diversen Bereichen
verfügt. Unter Berücksichtigung aller Umstände und insbesondere der Tatsache, dass
die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist, ist die
Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit zu bejahen. Bei einem IV-Grad von 0 % hat die
Beschwerdeführerin somit keinen Anspruch auf eine IV-Rente.
5.3 Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.
6.
6.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Die Gerichtsgebühr ist durch den von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.--
gedeckt.
6.2 Zu klären bleibt, wem die Kosten für die Rückfrage des Gerichts an den
behandelnden Arzt Dr. E._ in der Höhe von Fr. 30.-- aufzuerlegen sind (act. G 10).
Art. 69 IVG enthält keine Anweisungen an die kantonalen Gerichte zur Verlegung der
Gerichtskosten. Diese beurteilt sich daher nach den einschlägigen kantonalen
Bestimmungen (vgl. Entscheid des Bundesgerichts vom 23. Oktober 2008,
9C_672/2008 E. 5.2.1; MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts
zum IVG, N 8 zu Art. 69). Gemäss Art. 95 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRP, sGS 951.1) gehen Kosten, die ein Beteiligter durch
Verletzung wesentlicher Verfahrensvorschriften veranlasst, zu seinen Lasten (sog.
Verursacherprinzip). Die Einholung eines Berichts bei Dr. E._ ist unerlässlich
gewesen, da aus den Akten des Verwaltungsverfahrens nicht klar hervorgegangen ist,
in welchem Zeitpunkt die Beschwerdeführerin für leidensadaptierte Tätigkeiten eine
volle Arbeitsfähigkeit wiedererlangt hat. Indem die Beschwerdegegnerin den
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medizinischen Sachverhalt ungenügend abgeklärt hat, hat sie den ihr obliegenden
Untersuchungsgrundsatz nach Art. 43 Abs. 1 ATSG verletzt. Die Kosten für die
Rückfrage in der Höhe von Fr. 30.-- sind daher der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.3 Die Beschwerdeführerin hat bei diesem Verfahrensausgang keinen Anspruch auf
eine Parteientschädigung.