Decision ID: a050a76b-e1f5-4504-ae3c-cc07448be0c4
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend mehrfacher Pfändungsbetrug etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Hinwil vom 2. Juli 2019 (DG180030)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 18. Oktober 2018 ist
diesem Urteil beigeheftet (Urk. 47).
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 81 S. 48 ff.)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
− des mehrfachen Pfändungsbetrugs im Sinne von Art. 163 Ziff. 1 StGB − der mehrfachen qualifizierten groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne
von Art. 90 Abs. 3 SVG und teilweise Art. 90 Abs. 4 SVG i.V.m. − Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 32 Abs. 2 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. d VRV − Art. 35 Abs. 1 SVG und Art. 36 Abs. 5 VRV − Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV
− des mehrfachen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB − der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB − der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 StGB − der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB sowie − der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von
Art. 33 Abs. 1 lit. a WG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. e und lit. f WG, Art. 7 Abs. 1 WG und Art. 12 Abs. 1 lit. a WV.
2. Vom Vorwurf der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB wird der
Beschuldigte freigesprochen.
3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 46 Monaten, wovon
194 Tage durch Haft erstanden sind.
4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.
5. Von der Anordnung einer Landesverweisung im Sinne von Art. 66abis StGB wird
abgesehen.
6. Die folgenden, mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom
31. Mai 2018 sowie vom 17. August 2018 beschlagnahmten Gegenstände werden
definitiv eingezogen und in den Akten beibehalten:
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− 1 Fahrzeugschlüssel für einen Personenwagen Mercedes Benz E 55 AMG (8), (Asservaten-Nr. A007'978'463)
− 1 Fahrzeugschlüssel für einen Personenwagen Audi (24), (Asservaten-Nr. A007'979'046)
− 1 Fahrzeugschlüssel für einen Personenwagen, Marke unbekannt (25), (Asservaten-Nr. A007'979'057)
− 1 Zinsbestätigung der B._ AG, lautend auf C._ (4), (Asservaten-Nr. A007'979'228)
− 1 Mahnung der D._ AG betreffend Konto BMW53 vom 5. August 2014 (5), (Asservaten-Nr. A007'978'327)
− 1 Rechnung der Garage E._ AG an F._ AG, A._ (6), (-Nr. A007'978'361)
− 1 Kuvert mit Schreiben der G._ H._ [Ortschaft] vom 30. Juni 2014 (9), (Asservaten-Nr. A007'978'510)
− 2 Mietverträge zu I._-Strasse ... in H._ (10), (Asservaten-Nr. A007'978'510)
− 1 Darlehensvertrag über Fr. 160'000.– Franken zwischen A._ und der Firma J._ GmbH (11), (Asservaten-Nr. A007'978'521)
− 1 Betreibungsankündigung: Gläubiger J._ GmbH vom 23. Oktober 2014 (12), (Asservaten-Nr. A007'978'587)
− 1 Rechnung der Firma K._ AG vom 20. Juni 2014 (13), (Asservaten-Nr. A007'978'601)
− 1 Bankbeleg betr. Zahlungserfassung der L._ [Bank] ... [Region] vom 8 Juli 2014 (14), (Asservaten-Nr. A007'978'612)
− 1 Kopie Mietvertrag für Gewerbeliegenschaft lautend auf M._ GmbH (15), (Asservaten-Nr. A007'978'634)
− 1 Quittung über Fr. 9'000.– zwischen A._ und N._ (16), (-Nr. A007'978'656)
− 4 Post-Empfangsscheine (17), (Asservaten-Nr. A007'978'769) − 1 Übergabeprotokoll vom 6. November 2014, 1 Schreiben der O._ AG an
die Firma M._ AG vom 6. November 2014, 1 Kontoauszug der O._ AG für die Firma M._ GmbH vom 4. November 2014, 1 Schreiben der O._ AG an die P._ GmbH vom 6. November 2014, 1  für den Personenwagen VW Tiguan 2.0TDI (18), (Asservaten-Nr. A007'978'850)
− 1 Kaufvertrag / Rechnung zwischen P._ GmbH und der O._ AG vom 5. November 2014 (18a),
− 1 Rechnung der P._ GmbH an die Firma B._ vom 10. November 2014 (18b),
− 2 Vergütungsaufträge der Q._ [Bank] H._ (18c), − 1 Fahrzeugausweis für einen Personenwagen Audi Quattro RS 6 Avant, aus-
gestellt am 11. Oktober 2010 (18d),
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− 2 Rechnungen des Strassenverkehrsamtes des Kantons Zürich an die Firma M._ GmbH (20), (Asservaten-Nr. A007'978'894)
− 1 Leasingvertrag zwischen der M._ GmbH und der P._ GmbH (21), (Asservaten-Nr. A007'978'996)
− 1 Kaufvertrag über einen Mercedes-Benz AMG C63 S zu Fr. 139'500.– lautend auf die Firma R._ AG (22), (Asservaten-Nr. A007'979'002)
− 1 Bankbeleg betreffend Zahlungserfassung der L._ ... vom 19.  2014 (23), (Asservaten-Nr. A007'979'035)
− 1 USB-Stick Verbatim (26), (Asservaten-Nr. A007'979'080) − 1 Quittung Einnahmebeleg (27), (Asservaten-Nr. A007'979'104) − 1 Kontoauszug der L._ ..., lautend auf A._ vom 31. Dezember 2014
(28), (Asservaten-Nr. A007'979'115) − 1 Nutzungsvereinbarung zwischen der M._ GmbH und S._ (29),
(Asservaten-Nr. A007'979'126) − 1 Ordnungsbussenzettel vom 24. Februar 2015 der Stadtpolizei Uster (30),
(Asservaten-Nr. A007'979'137) − 2 Fahrzeugschlüssel BMW − 1 Fahrzeugschlüssel Audi − 1 Cornercard OK
7. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom
31. Mai 2018 beschlagnahmten Gegenstände werden definitiv eingezogen und ver-
nichtet:
− 1 Mobiltelefon der Marke "Nokia", Typ C2-01 (19), (Asservaten-Nr. A007'978'872)
− 1 Festplatte Western Digital 80 GB, − 1 Festplatte Fujitsu 100 GB, − 1 Mobiltelefon der Marke "Apple iPhone 6S", (Asservaten-Nr. A009'457'992) − 1 Mobiltelefon der Marke "Nokia 225", (Asservaten-Nr. A009'458'042) − 1 Mobiltelefon der Marke "Samsung Si Nr. 8", (Asservaten-Nr. A009'458'053)
8. Die folgenden, mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom
22. Februar 2017 sowie vom 31. Mai 2018 beschlagnahmten Waffen werden defini-
tiv eingezogen und der Kantonspolizei zur Vernichtung überlassen:
− 1 Elektroschockwaffe schwarz, (Asservaten-Nr. A007'978'452) − 1 Elektroschockwaffe, (Asservaten-Nr. A009'859'852) − 1 Co2-Druckpistole und Holster, (Asservaten-Nr. A011'808'358 und
A011'808'369)
9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 5, T._, Fr. 200.– zuzüglich
5 % Zins ab 2. April 2016 als Genugtuung zu bezahlen.
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10. Auf die Schadenersatzforderung und das Genugtuungsbegehren des Privat-
klägers 1, U._, wird nicht eingetreten.
11. Auf die Schadenersatzforderungen des Privatklägers 3, V._, des Privatklägers
4, W._, und des Privatklägers 5, T._, wird nicht eingetreten.
12. Die Privatklägerin 2, C._, und der Privatkläger 6, AA._, werden mit ihren
Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
13. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 5'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 7'000.– Kosten Vorverfahren
Fr. 6'855.– Auslagen Gutachten
Fr. 50.– Kapo Zürich, EDV-Datensicherung
Fr. 450.– Kapo Zürich, Auswertung Mobiltelefon
Fr. 30.– Auslagen Veröffentlichung Amtsblatt
Fr. 36'390.50
Kosten amtliche Verteidigung RA X1._ (bereits  im Umfang von Fr. 6'584.20) und RA X2._ (bereits entschädigt im Umfang von Fr. 2'459.80) inkl. Barauslagen und MwSt
14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, mit Ausnahme
derjenigen für die amtliche Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.
Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse
genommen. Vorbehalten bleibt die Rückzahlungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4
StPO.
15. (Mitteilungen)
16. (Rechtsmittel)"
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Berufungsanträge: (Prot. II S. 5)
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 126 S. 1 f.)
1. Es sei vorab Vormerk zu nehmen, dass Ziff. 2 (Freispruch), Ziff. 5 (Absehen
von einer Landesverweisung), Ziff. 6, Ziff. 7, Ziff. 8, Ziff. 9, Ziff. 10, Ziff. 11,
Ziff. 12, Ziff. 13 und Ziff. 14 des vorinstanzlichen Urteils in Rechtskraft
erwachsenen sind.
2. In Korrektur der Berufungserklärung des früheren amtlichen Verteidigers
(act. [recte: Urk.]: 83 und 92) sei weiter Vormerk zu nehmen, dass auch
Ziff. 1 des angefochtenen Urteils in Rechtskraft erwachsen ist.
3. Ziffern 3 und 4 des angefochtenen Urteils seien aufzuheben.
4. Der Beschuldigte sei in Gutheissung seiner Berufung mit einer Freiheits-
strafe von maximal 31 Monaten zu bestrafen, wovon bis heute 194 Tage
durch Haft erstanden sind. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei teilweise
aufzuschieben, mindestens im Umfang, dass der noch zu vollziehende Teil
in Halbgefangenschaft verbüsst werden kann.
5. Eventualiter wäre vor Festsetzung der Strafe der Beschuldigte psychiatrisch
zu begutachten; dabei wäre durch einen Sachverständigen abzuklären, ob
und in welchem Umfang beim Beschuldigten zu den Tatzeiten eine Spiel-
sucht (oder andere psychische Störung) vorgelegen hat, ob der Beschuldig-
te deswegen nur teilweise schuldfähig gewesen ist und in welchem Grad die
Schuldfähigkeit vermindert gewesen ist.
6. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen.
b) Der Staatsanwaltschaft:
(schriftlich, Urk. 96)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
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Erwägungen:
1. Prozessgeschichte
1.1. Das vorstehend wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom
2. Juli 2019 wurde den Parteien schriftlich im Dispositiv zugestellt (Urk. 81
S. 52 f., Prot. I S. 25 ff., Urk. 72). Gegen das Urteil meldete der Beschuldigte frist-
gerecht Berufung an (Urk. 73). Am 12. November 2019 (Datum Poststempel)
reichte der Beschuldigte ebenfalls fristgerecht die Berufungserklärung ein
(Urk. 83). Mit Präsidialverfügung vom 2. Dezember 2019 wurde dem Beschuldig-
ten Frist angesetzt, um seine Berufungserklärung zu verdeutlichen und insbeson-
dere anzugeben, ob das erstinstanzliche Urteil ganz oder in welchen Teilen bzw.
bezüglich welcher Dispositivziffern das vorinstanzliche Urteil angefochten wird
(Urk. 86). Mit Eingabe vom 23. Dezember 2019 reichte die Verteidigung – nach
Gewährung einer Notfrist (Urk. 88, 90) – die ergänzte Berufungserklärung ein
(Urk. 92). Mit Präsidialverfügung vom 27. Dezember 2019 wurde in Anwendung
von Art. 400 Abs. 2 und 3 StPO die eingegangene Berufungserklärung samt
Ergänzung der Staatsanwaltschaft und den Privatklägern 1-6 übermittelt, um
gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder ein Nichteintreten auf die
Berufung zu beantragen (Urk. 94). Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf eine
Anschlussberufung und beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils
(Urk. 96). Mit Eingabe vom 9. Januar 2020 erklärte die Privatklägerin 2, C._,
in dieser Sache keine Schreiben mehr zu wünschen (Urk. 98). Die weiteren Pri-
vatkläger liessen sich nicht vernehmen.
1.2. In der Folge wurde am 29. Januar 2020 auf den 16. April 2020 zur
Berufungsverhandlung vorgeladen (Urk. 100). Die Verhandlung musste wegen
der Corona Pandemie verschoben werden (Urk. 103). Am 12. Juni 2020 erfolgte
die Vorladung zur Berufungsverhandlung auf den 20. August 2020 (Urk. 104).
Aufgrund eines Verteidigerwechsels musste die Berufungsverhandlung erneut
verschoben werden (Urk. 108 und Urk. 114).
1.3. Mit Beschluss vom 19. August 2020 wurde der ehemalige amtliche Ver-
teidiger des Beschuldigten aus der Gerichtskasse entschädigt (Urk. 117). Am
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21. Januar 2021 wurde zur Berufungsverhandlung auf den 15. April 2021 vorge-
laden (Urk. 121).
1.4. Zur Berufungsverhandlung erschienen sind der Beschuldigte und seine
Verteidigung (Prot. II S. 5). Vorfragen waren anlässlich der Berufungsverhandlung
keine zu entscheiden (Prot. II S. 5). Der Beschuldigte liess eventualiter den An-
trag auf eine Begutachtung zur Schuldfähigkeit stellen, sofern das Gericht ohne-
hin nicht von einer verminderten Schuldfähigkeit aufgrund seiner Spielsucht aus-
gehe (Prot. II S. 7). Wie noch zu zeigen sein wird, attestiert die hiesige Kammer
dem Beschuldigten bei Delikten, welche einen Zusammenhang zur (mutmass-
lichen) Spielsucht des Beschuldigten haben, eine leicht verminderte Schuldfähig-
keit, weshalb auf eine Begutachtung des Beschuldigten verzichtet werden kann.
2. Umfang der Berufung
2.1. Berufung erhoben hat einzig der Beschuldigte. Hinsichtlich der Schuld-
sprüche (Dispositivziffer 1) akzeptiert er die Verurteilungen wegen mehrfachen
Pfändungsbetrugs, mehrfacher qualifizierter grober Verletzung der Verkehrsre-
geln, versuchter Nötigung, mehrfacher Drohung sowie mehrfacher Widerhandlung
gegen das Waffengesetz. Hingegen verlangte er in der Berufungserklärung zu-
sätzlich zum Freispruch vom Vorwurf der Veruntreuung einen Freispruch von den
Vorwürfen der Urkundenfälschung sowie des mehrfachen Betrugs (Urk. 83 und
93). Anlässlich der Berufungsverhandlung machte der Beschuldigte einen teilwei-
sen Berufungsrückzug und beschränkt seine Berufung nunmehr ausschliesslich
auf die Dispositivziffern 3 und 4 (Strafzumessung und Vollzug) (Prot. II S. 6;
Urk. 126).
2.2. Nicht angefochten und in Rechtskraft erwachsen sind demnach die Dis-
positivziffer 1 (Schuldsprüche) sowie Dispositivziffer 2 (Freispruch vom Vorwurf
der Veruntreuung), 5 (Absehen von einer Landesverweisung), die Dispositiv-
ziffern 6 - 8 (Einziehungen), 9 - 12 (Entscheid über Zivilforderungen) sowie 13-14
(Kostendispositiv) (Prot. II S. 6, Art. 399 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 402 und
Art. 437 StPO). Das ist vorab vorzumerken.
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3. Sanktion
3.1. Per 1. Januar 2018 ist eine Teilrevision des Sanktionenrechts in Kraft
getreten. Diese betrifft unter anderem eine Neuregelung von Geldstrafen und
Freiheitsstrafen im Bereich bis zu einem Jahr sowie die Strafzumessung bei
Nichtbewährung gemäss Art. 46 StGB. Grundsätzlich ist ein Täter gemäss Art. 2
Abs. 2 StGB auch für Taten vor dem Jahr 2018 nach dem geänderten Recht zu
beurteilen, wenn dieses für ihn milder ausfällt.
3.2. Da vorliegend, wie nachstehend zu zeigen ist, für den mehrfachen
Pfändungsbetrug, den mehrfachen Betrug und die mehrfache qualifizierte grobe
Verletzung der Verkehrsregeln eine mehrjährige Freiheitsstrafe auszusprechen
ist, tangiert die Gesetzesnovelle die vorliegend auszufällende Freiheitsstrafe
nicht. Ebenso wenig wirkt sich die Neuregelung von Geldstrafen auf die hier aus-
zusprechende Geldstrafe aus. Das neue Sanktionenrecht erweist sich im kon-
kreten Fall somit nicht als milderes Recht (Art. 2 Abs. 2 StGB), weshalb das bis
31. Dezember 2017 geltende Sanktionenrecht für die nachstehende Straf-
zumessung anwendbar ist.
3.3. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten des mehrfachen Pfändungsbetrugs,
der mehrfachen qualifizierten groben Verkehrsregelverletzung, des mehrfachen
Betrugs, der Urkundenfälschung, der versuchten Nötigung, der mehrfachen
Drohung und der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz zu einer
Freiheitsstrafe von 46 Monaten verurteilt (Urk. 81 S. 33 ff., 49). Da einzig der
Beschuldigte Berufung erhoben hat, kommt aufgrund des Verschlechterungs-
verbotes lediglich eine Reduktion der Strafe sowie grundsätzlich eine Änderung
der Strafart in Betracht (Art. 391 Abs. 2 StPO).
3.4. Die Verteidigung beantragt für den mehrfach begangenen Pfändungs-
betrug als schwerstes Delikt und als Ausgangspunkt der Strafzumessung eine
hypothetische Einsatzstrafe von maximal 15 Monaten vorzusehen, da der
Beschuldigte spielsüchtig und deswegen eingeschränkt schuldigfähig gewesen
sei. Zudem würden die Pfändungsbetrüge teils schon mehrere Jahre zurück-
liegen. Der Beschuldigte habe nach der Haftentlassung wegen der Spielsucht
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eine Therapie begonnen und verhalte sich seit Jahren geradezu mustergültig. Im
Weiteren habe er aufrichtige Reue gezeigt und nicht nur den Privatklägern 1 und
3 den Schaden ersetzt. Es würden Verhandlungen mit sämtlichen Gläubigern
stattfinden (Urk. 126 S. 5 ff.). Für die versuchte Urkundenfälschung sei eine
Asperation von maximal zwei Monaten, für die mehrfache grobe Verletzung der
Verkehrsregelung eine Asperation um weitere acht Monate und für den mehr-
fachen Betrug maximal nochmals eine Asperation um drei Monate vorzunehmen.
Für die übrigen Delikte könne eine kumulative Geldstrafe ausgefällt werden. Ins-
gesamt erscheine eine Gesamtstrafe von maximal 31 Monaten dem Verschulden
und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten angemessen, welche bei
einer kumulierten Geldstrafe tiefer anzusiedeln wäre (Urk. 126 S. 9 f.). Zudem
werde der teilbedingte Vollzug der Strafe beantragt. Objektiv sei die Gewährung
des teilbedingten Strafvollzuges möglich. Der Beschuldigte habe sich wohlver-
halten und arbeite, weshalb die Reststrafe nach Abzug der erstandenen Haft in
Halbgefangenschaft verbüsst werden könnte (Urk. 126 S. 10 f.).
3.5. Zur Strafart erwog die Vorinstanz, es komme nur eine Gesamtfreiheits-
strafe in Betracht. Sie begründete dies damit, gemäss Strafregisterauszug
(Urk. Allg. A/11/1/8) seien gegen den Beschuldigten in der Vergangenheit eine
bedingte Freiheitsstrafe und gemeinnützige Arbeit verhängt worden. Die erneute
Straffälligkeit während laufender Probezeit zeige deutlich, dass sich der Beschul-
digte durch die bedingte Freiheitsstrafe nicht habe beeindrucken lassen. Unter
diesen Umständen erscheine die Ausfällung einer Geldstrafe als zwecklos und
der Beschuldigte sei deshalb mit einer Gesamtfreiheitsstrafe zu sanktionieren
(vgl. Urk. 81 S. 34). Laut dem aktuellen Auszug aus dem Schweizerischen Straf-
register vom 9. April 2021 (Urk. 123) weist der Beschuldigte nur noch eine Vor-
strafe auf: Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom
22. März 2012 wurde er wegen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz
und Vergehens gegen das Waffengesetz zu 360 Stunden gemeinnütziger Arbeit
verurteilt. Nach Art. 369 Abs. 7 StGB dürfen aus dem Strafregister entfernte Ver-
urteilungen in einem neuen Strafverfahren weder bei der Strafzumessung noch
bei der Prognosebeurteilung zu Lasten des Betroffenen verwendet werden (BGE
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135 IV 87 E. 2.4 f.; Urteile 6B_509/2019 vom 29. August 2019 E. 2.2 und
6B_281/2017 vom 17. Oktober 2017 E. 2.4.1).
Kommt das Gericht nach der sog. konkreten Methode im Rahmen der Strafzu-
messung bei der (gedanklichen) Festsetzung selbständiger Einzelstrafen für den
einzelnen Normverstoss (nach dem hier anwendbaren alten Sanktionenrecht) auf
"360 Strafeinheiten" oder weniger – was vorliegend der Fall ist – , ist ausser einer
Freiheitsstrafe auch die Ausfällung einer Geldstrafe möglich (Art. 34 Abs. 1
aStGB). Das Gericht hat sich bei der Gesamtstrafenbildung zur Wahl der jewei-
ligen Strafart für die konkreten Delikte zu äussern und im Hinblick auf das Gebot
der Verhältnismässigkeit zu begründen, wenn es nach Festlegung der Einsatz-
strafe für das schwerste Delikt auch für die weiteren Taten eine Freiheitsstrafe für
erforderlich hält (Art. 41 Abs. 2 StGB; Art. 50 StGB; Urteil des Bundesgerichts
6B_210/2017 vom 25. September 2017 E. 2.2.1 mit Hinweisen). Im überschnei-
denden Bereich gilt das Primat der Geldstrafe. Der Täter soll so wenig Strafe als
möglich, aber so viel wie nötig erfahren (BGE 144 IV 217 E. 3.5.2). Eine Frei-
heitsstrafe wiegt immer schwerer als eine Geldstrafe, unabhängig von der Dauer
der Freiheitsstrafe bzw. der Höhe des Geldstrafenbetrages (BGE 144 IV 217
E. 3.3.3 und 3.4.1 je mit Hinweisen).
Wesentliche Kriterien für die Wahl der Strafart sind die Zweckmässigkeit der
Sanktion, die Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie die
präventive Effizienz (BGE 134 IV 82 E. 4.1 S. 85; BGE 134 IV 97 E. 4.2 S. 100). Zu berücksichtigen ist deshalb namentlich das Vorleben des Täters. Vorstrafen,
v.a. einschlägige, und ausgefällte Freiheitsstrafen sprechen meist dafür, dass die
nötige präventive Wirkung durch eine blosse Geldstrafe nicht erzielt werden kann.
Dem Verhältnismässigkeitsprinzip folgend, gebührt wie erwähnt der Geldstrafe im
Zweifel der Vorrang. Die Freiheitsstrafe wird denn auch als ultima ratio bezeich-
net. Hält das Gericht im Rahmen der Gesamtstrafenbildung für einzelne Delikte
im konkret zu beurteilenden Fall unter Beachtung des Verhältnismässigkeits-
prinzips eine Geldstrafe nicht mehr für schuldangemessen und zweckmässig, hat
es dies wie erwähnt zu begründen.
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3.6. Mit der Verteidigung ist hinsichtlich der weniger gewichtigen Taten wie der
mehrfachen Drohung, versuchten Nötigung, Urkundenfälschung und der qualifi-
zierten Widerhandlung gegen das Waffengesetz eine Sanktionierung mit einer
kumulativen Geldstrafe vorzunehmen. Der Beschuldigte macht(e) eine Therapie
wegen seiner (mutmasslichen) Spielsucht und befindet sich aktuell immer noch in
Behandlung im AB._ in Zürich (Urk. 124/1+2). Zudem arbeitet der Beschul-
digte und erzielt ein regelmässiges Erwerbseinkommen (Urk. 124/6). Im Weiteren
bemüht er sich um seine Schuldensanierung (Urk. 124/7).
3.7. Ausgangspunkt der Strafzumessung bildet mit der Vorinstanz und der
Verteidigung der mehrfache Pfändungsbetrug. Es ist grundsätzlich nicht zu be-
anstanden, wenn die Vorinstanz für den mehrfachen Pfändungsbetrug – aller-
dings nach Würdigung der Tat- und Täterkomponenten – als schwerstes Delikt
eine Einsatzstrafe von 22 Monaten festsetzt und diese dann unter Berücksichti-
gung der weiteren Delikte (mehrfache qualifizierte grobe Verletzung der Verkehrs-
regeln [+ 8 Mte.], mehrfacher Betrug [+ 9 Mte.]) asperiert (Urk. 81 S. 35 ff.). Die
nachfolgenden Erwägungen sind als Ergänzung und teilweise Korrekturen an der
vorinstanzlichen Strafzumessung zu verstehen.
3.8. Beim mehrfachen Pfändungsbetrug ist zusätzlich im Rahmen der
subjektiven Tatschwere zu berücksichtigen, dass begründete Anhaltspunkte dafür
vorliegen, dass der Beschuldigte an einer Spielsucht litt. Die Verteidigung reichte
dafür ein ärztliches Attest vom 14. April 2021 der Praxis AC._ sowie ein
Behandlungsbericht des AB._s in Zürich vom 12. April 2021 ins Recht
(Urk. 124/1+2). Entsprechend ist die hypothetische Einsatzstrafe zu reduzieren
und auf 19 Monate festzusetzen. Dasselbe gilt für den mehrfachen Betrug, der
ebenfalls einen Zusammenhang zur Spielsucht aufweist. Gerechtfertigt erscheint
eine Asperation um 7 Monate.
3.9. Unzutreffend ist die Rüge der ehemaligen Verteidigung, wonach die
Vorinstanz die Desinteresseerklärungen der Privatkläger 1 und 3 in Bezug auf
den mehrfachen Betrug nicht strafmindernd berücksichtigt habe. Vielmehr hat die
Vorinstanz diesen Umstand strafreduzierend gewürdigt, auch wenn das Ausmass
der von der Vorinstanz vorgenommenen Strafminderung in der Urteilsbegründung
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nicht quantifiziert oder näher umschrieben wurde (Urk. 81 S. 41). Vor dem Hinter-
grund der mehrfachen Tatbegehung und des beträchtlichen Deliktsbetrages von
insgesamt über Fr. 100'000.– (Fr. 36'200.– + Fr. 40'000.– + Fr. 34'200.–; vgl.
Urk. 47 S. 16 ff. und 35 f.) erscheint eine Asperation um 7 Monate angesichts des
weiten abstrakten Strafrahmens von bis zu 5 Jahren auch unter der Berücksich-
tigung der Desinteresseerklärungen keineswegs als zu hoch.
3.10. Indem die Vorinstanz für die mehrfache qualifizierte grobe Verletzung der
Verkehrsregeln die Einsatzstrafe asperationsweise um 8 Monate Freiheitsstrafe
erhöht, geht sie angesichts der gemäss Art. 90 Abs. 3 SVG vorgesehenen
Strafandrohung von mindestens einem Jahr von einem Verschulden im mindest-
möglichen Bereich aus. Angesichts der mehrfachen Tatbegehung und vor dem
Hintergrund, dass auch das Verschulden nicht am untersten Rand anzusiedeln
ist, erscheint dies nicht angebracht. Zumindest in Bezug auf zwei der drei Fälle
hat der Beschuldigte gar die Geschwindigkeiten nach Art. 90 Abs. 4 SVG – wenn
auch nur zu einem gewissen Zeitpunkt innerhalb der Beschleunigungsrennen (vgl.
dazu Urk. 81 S. 27, 29) – überschritten. Negativ ins Gewicht fällt mit der
Vorinstanz sodann, dass zur Abendzeit, als die Rennen abgehalten wurden, eher
reger Verkehr herrschte und der Beschuldigte während den Beschleunigungs-
rennen zwei unbeteiligte Verkehrsteilnehmer überholte (Urk. 81 S. 27, 40). Es ist
daher eine Asperation um 10 Monate vorzunehmen, zumal die hier kein
Zusammenhang zur Spielsucht des Beschuldigten zu erkennen ist.
3.11. Hinsichtlich der Täterkomponenten, welche von der Vorinstanz un-
richtigerweise (nur) im Zusammenhang mit dem Pfändungsbetrug und nicht im
Anschluss an die gesamte Tatkomponente gewertet wurden, ist hingegen zu be-
rücksichtigen, dass im angefochtenen Urteil eine Vorstrafe zu viel berücksichtigt
wurde (Urk. 81 S. 37; Urk. Allg. A/11/1/8). Wie dem Schweizerischen Strafregis-
terauszug vom 9. April 2021 (vgl. Urk. 123) entnommen werden kann, ist die von der Vorinstanz erwähnte Vorstrafe vom 10. November 2008 inzwischen gelöscht
(Urk. 85), was aufgrund der 10-Jahresfrist bereits im Zeitpunkt des erstinstanz-
lichen Urteils im Juli 2019 der Fall gewesen sein muss (Art. 369 Abs. 3 StGB). Sie
darf dem Beschuldigten deshalb gemäss Art. 369 Abs. 7 StGB nicht mehr entge-
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gengehalten werden. Verschuldenserhöhend – und zwar in Bezug auf sämtliche
zu beurteilenden Straftaten – zu berücksichtigen ist hingegen die Vorstrafe vom
22. März 2012 wegen Vergehens gegen das Betäubungsmittel- und das Waffen-
gesetz, mit welcher der Beschuldigte zu 360 Stunden gemeinnütziger Arbeit ver-
urteilt wurde. Spürbar strafmindernd auszuwirken hat sich – mit der Vorinstanz
(Urk. 81 S. 37 ff., 41) – dann jedoch das weitgehende Geständnis des Beschul-
digten. Im Übrigen darf es als selbstverständlich gelten, dass sich der Beschuldig-
te seit seiner letzten Haftentlassung Ende April 2018 soweit bekannt nichts mehr
zuschulden kommen liess. Ein Wohlverhalten während laufendem Strafverfahren
wirkt sich daher nicht strafreduzierend aus .
3.12. Zusammengefasst resultiert für den mehrfachen Pfändungsbetrug, den
mehrfachen Betrug und die mehrfache qualifizierte grobe Verletzung der Ver-
kehrsregeln unter Berücksichtigung sämtlicher strafzumessungsrelevanter Grün-
de eine Freiheitsstrafe von 36 Monaten. Der Anrechnung der erstandenen Unter-
suchungshaft im Umfang von 194 Tagen steht nichts entgegen (Art. 51 StGB).
3.13. Im Weiteren ist eine kumulative Geldstrafe für die qualifizierte Widerhand-
lung gegen das Waffengesetz, die mehrfache Drohung, die versuchte Nötigung
und die Urkundenfälschung festzulegen, wobei die Gewichtung der objektiven und
subjektiven Tatschwere und das jeweils vorgenommene Verschuldensprädikat
der Vorinstanz nicht zu beanstanden (vgl. Urk. 81 S. 38 ff.) und unter Verweis auf
die Erwägungen der Vorinstanz zu übernehmen ist. Bei diesen Delikten ist kein
unmittelbarer Zusammenhang zur Spielsucht zu erkennen.
3.14. Für die qualifizierte Widerhandlung gegen das Waffengesetz erscheint eine
Geldstrafe von 60 Tagessätzen angemessen. Für die versuchte Nötigung ist eine
Asperation um 30 Tagessätze, für die Urkundenfälschung um 60 Tagessätze und
für die mehrfache Drohung um 60 Tagessätze vorzunehmen. Insgesamt resultiert
demnach eine kumulative Geldstrafe von 210 Tagessätzen.
3.15. Bezüglich der Höhe des Tagessatzes ist zu berücksichtigen, dass der
Beschuldigte einen Bruttolohn von Fr. 4'600.– erzielt (Urk. 124/6) und Schulden
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von etwa einer halben Million hat (Urk. 125 S. 3). Der Tagessatz ist deshalb auf
das gesetzliche Minimum von Fr. 30.– (Art. 34 Abs. 2 aStGB) festzulegen.
4. Strafvollzug
4.1. Gemäss Art. 43 aStGB (in der bis Ende 2017 geltenden und vorliegend
anwendbaren Fassung) kann das Gericht unter anderem den Vollzug einer Frei-
heitsstrafe von mindestens einem Jahr und höchstens drei Jahren nur teilweise
aufschieben, wenn dies notwendig ist, um dem Verschulden des Täters genügend
Rechnung zu tragen. Der unbedingt vollziehbare Teil darf die Hälfte der Strafe
nicht übersteigen und sowohl der aufgeschobene als auch der zu vollziehende
Teil müssen mindestens sechs Monate betragen.
Die subjektiven Voraussetzungen des teilbedingten Vollzugs richten sich nach
denselben Kriterien, die für den vollbedingten Vollzug gemäss Art. 42 aStGB gel-
ten (BGE 139 IV 270 E. 3.3 S. 277; 134 IV 1 E. 5.3.1 S. 10; Urteil 6B_1005/2017
vom 9. Mai 2018 E. 4.2.1;). Auch die teilbedingte Strafe im Sinne von Art. 43
aStGB setzt eine begründete Aussicht auf Bewährung voraus. Wenn und soweit
die Legalprognose nicht schlecht ausfällt, muss der Vollzug jedenfalls eines Teils
der Strafe auf Bewährung ausgesetzt werden. Andererseits ist bei einer schlech-
ten Prognose auch ein bloss teilweiser Aufschub der Strafe ausgeschlossen.
Bemessungsregel bei der Festsetzung des aufzuschiebenden und des zu vollzie-
henden Strafteils bildet das Ausmass des Verschuldens. Das Verhältnis der Straf-
teile ist so festzusetzen, dass darin die Wahrscheinlichkeit der Legalbewährung
des Täters einerseits und dessen Einzeltatschuld anderseits hinreichend zum
Ausdruck kommen.
4.2. Mit der Verteidigung liegen die objektiven Voraussetzungen für einen
teilbedingten Strafvollzug vor. Die Vorstrafe des Beschuldigten datiert vom
22. März 2012 wurde mit gemeinnütziger Arbeit sanktioniert (Urk. 123). Es ist
zudem eine gewisse Stabilisierung der Lebensverhältnisse des Beschuldigten und
eine Integration ins gesellschaftliche und berufliche Leben zu erkennen. Der Be-
schuldigte hat sich in Casinos offenbar auch sperren lassen (Ordner 1, Urk. Allg.
A/2/9/1 S. 50 F/A 105). Die Verteidigung beruft sich zu Recht auf eine veränderte
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familiäre und berufliche Situation und leitet daraus eine günstige Prognose ab.
Dem Beschuldigten ist daher der teilbedingte Strafvollzug zu gewähren, wobei der
zu vollziehende Teil auf 12 Monate und der bedingt aufgeschobenen Teil auf
24 Monate festzusetzen ist. Den bestehenden Restbedenken ist durch eine
Probezeit von 5 Jahren Rechnung zu tragen. Zudem ist die kumulative Geldstrafe
von 210 Tagessätzen zu vollziehen, zumal der Beschuldigte auch trotz laufenden
Strafuntersuchungen unbeeindruckt weiterdelinquierte.
5. Kosten- und Entschädigungsfolgen
Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Berufung des Beschul-
digte richtete sich ursprünglich teilweise auch gegen den Schuldspruch. Der
erfolgte Rückzug an der Berufungsverhandlung kommt einem Unterliegen gleich.
Dem Beschuldigten sind demnach die Kosten des Berufungsverfahrens zur Hälfte
aufzuerlegen und zur Hälfte auf die Gerichtskasse zu nehmen. Im Weiteren ist
davon Vormerk zu nehmen, dass der Beschuldigte auf die Zusprechung einer
Prozessentschädigung für das Berufungsverfahren verzichtete (Prot. II S. 8).