Decision ID: 21269e7c-40b8-4fab-b4f7-e02ccc26708f
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1962 geborene X._ war zuletzt bis Ende März 2017 als IT-Manager bei der A._ AG tätig (Urk. 9/17). Am 26. Juli 2017 (Ein
gangsdatum) meldete er sich bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf Depressionen, einen Suizidversuch und eine Suchterkrankung zum Leistungsbezug an (Urk. 9/7). Diese tätigte in der Folge medizinische (Urk. 9/22, 9/29) und erwerbliche (Urk. 9/13-15, 9/17) Abklärungen und zog die Akten des Taggeldversicherers (Urk. 9/18, 9/25) bei. Mit Vorbescheid vom 5. Februar 2018 (Urk. 9/33) stellte sie die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, wogegen der Versicherte keinen Einwand erhob. Am 19. März 2018 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinn und wies das Leistungsbegehren ab (Urk. 2 [=Urk. 9/37]).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 3. Mai 2018 (Urk. 1) Beschwerde und bean
tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es seien ihm die gesetz
lichen Leistungen, insbesondere berufliche Massnahmen und eine Rente der Invalidenversicherung zu gewähren. Es sei ein polydisziplinäres Gerichtsgutach
ten einzuholen; eventuell sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ein ver
waltungsexternes Gutachten einzuholen. In prozessualer Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung in der Person von Rechtsanwalt Samuel Teindel. Die Beschwer
degegnerin schloss in der Beschwerdeantwort vom 11. Juni 2018 (Urk. 8) auf Abweisung der Beschwerde. Mit Schreiben vom 15. Juni 2018 (Urk. 11) liess der Beschwerdeführer weitere Akten zu seinem Gesuch um Gewährung der unent
geltlichen Rechtspflege (Urk. 12/1-15) auflegen.
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meine Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Sie kann Folge von Geburts
ge
brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumut
barer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausge
gliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheits
schaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Auf
bietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbs
einkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E.
5.4).
1.4
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach
)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunfts
ängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vorder
grund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträch
tigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Ver
stimmungs
zuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedi
zinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidens
zustand. Solche von der soziokulturel
len Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklä
rung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
1.5
Nach der Rechtsprechung führt Drogensucht (wie auch Alkoholismus und Medi
kamentenmissbrauch) als solche nicht zu einer Invalidität im Sinne des Gesetzes. Dagegen wird sie im Rahmen der Invalidenversicherung relevant, wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetre
ten ist, oder wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheits
schadens ist, dem Krankheitswert zukommt (BGE 124 V 265 E. 3c). Aus letzterem Leitsatz folgt nicht, dass die Auswirkungen einer Drogensucht, die ihrerseits auf einen Gesundheitsschaden zurückgeht, per se invaliditätsbegründend sind. Die zitierte Praxis setzt vielmehr den Grundsatz um, dass funktionelle Einschränkun
gen nur anspruchsbegründend sein können, wenn sie sich als Folgen selbständi
ger Gesundheitsschädigungen darstellen (Art. 6 ff. ATSG und Art. 4 Abs. 1 IVG). Insofern verhält es sich ähnlich wie im Verhältnis zwischen psychosozialen oder soziokulturellen Umständen und fachärztlich festgestellten psychischen Störun
gen von Krankheitswert (BGE 127 V 294 E. 5a): Wo die Gutachter im Wesentli
chen nur Befunde erheben, welche in der Drogensucht ihre hinreichende Erklä
rung finden, gleichsam in dieser aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben. Dies trifft zu, wenn davon auszugehen ist, dass sich beispielsweise ein depressives Zustandsbild bei einer (angenommenen) positiven Veränderung der suchtbedingten psychosozialen Problematik wesentlich bessern (und die damit verbundene Beeinträchtigung des Leistungsvermögens sich ent
sprechend verringern) würde (Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 2.2.1 unter Hinweis auf 8C_580/2014 vom 11. März 2015 E. 2.2.1 und 9C_856/2012 vom 19. August 2013 E. 2.2.1).
1.6
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funkti
onelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbs
tätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
beurteilen die RAD die medi
zinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmetho
den können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allge
meinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Unter
suchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Sie stehen den IV-Stellen der Region beratend zur Verfügung (Abs. 3).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
gewisser
massen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwal
tung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entschei
den haben
den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
1.7
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid (Urk. 2) erwog die Beschwerdegegnerin, die Abklä
rungen hätten ergeben, dass der Beschwerdeführer im Falle einer Alkoholabsti
nenz in der bisherigen Tätigkeit zu 80 bis 100 % arbeitsfähig sei. Die geplante Karpaltunneloperation löse keine längerfristige Arbeitsunfähigkeit aus. Es sei daher kein längerdauernder Gesundheitsschaden ausgewiesen, welcher den Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit als Informatiker beeinträchtigen würde. Infolgedessen wies sie das Leistungsbegehren ab.
2.2
Demgegenüber brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor (Urk. 1), die Beschwerdegegnerin habe den
Sachverhalt ungenügend abgeklärt. Es
liege noch nicht einmal
eine offizielle Anfrage an den regionalen ärztlichen Dienst (RAD) vor. Dieser sei lediglich im Rahmen einer Besprechung beigezogen worden. Da nicht ersichtlich sei, welchen Facharzttitel der dabei anwesende Vertreter des RAD habe, bestehe ausserdem eine Verletzung der Aktenführungspflicht. Die Akten seien darüber hinaus nicht vollständig, da
die
anfangs 2018 begonnene
stationäre Behandlung nicht dokumentiert sei. Ohnehin müssten an der Aussage des RAD, es bestünde kein langdauernder Gesundheitsschaden, erhebliche Zweifel erhoben werden, da sie den Berichten der behandelnden Ärzte entgegen
stehe
. Die Alko
holabstinenz bestehe, entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin, nicht uneingeschränkt, sondern lediglich im geschützten Rahmen. Ausserdem habe zumindest zu Beginn der Behandlung in der Klinik
B._
eine krankheitswertige Depression bestanden. Ob es sich bei der Suchterkrankung um eine primäre oder sekundäre Sucht handle, sei nicht abgeklärt worden. Ebenso wenig sei abgeklärt worden, welche Auswirkungen die somatischen Beschwerden oder die Karpal
tunneloperation auf seine Arbeitsfähigkeit hätten. Auch sein Gesuch um berufli
che Massnahmen sei ohne weitere Prüfung abgelehnt worden, obschon die behandelnden Ärzte einen
abgestuften Wiedereinstieg empfohlen hätten.
3.
3.1
Im Austrittsbericht der psychiatrischen Klinik C._ vom 10. März 2017 (Urk. 9/25/13 f.) wurde festgehalten, der Beschwerdeführer sei zur Entzugsbehandlung vom 15. Februar bis 10. März 2017 stationär hospitalisiert worden. Diagnostisch bestünden ein schädlicher Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.1), eine depressive Episode (ICD-10 F32.9) sowie eine koronare Gefässer
krankung, eine chronische Hepatitis C, ein Diabetes mellitus Typ II und eine arterielle Hypertonie.
3.2
Im Bericht der C._ vom 14. März 2017 (Urk. 9/18/12-14) wurde notiert, beim Beschwerdeführer bestehe eine seit mindestens 2012 bekannte Alkoholab
hängig
keit. Der Beschwerdeführer sei aufgrund einer psychosozialen Belastungs
situation (Kündigung der Arbeitsstelle) rückfällig geworden, weshalb eine akute Entzugs
behandlung und eine Entwöhnungstherapie durchgeführt worden seien. Ausser
dem bestehe auch eine depressive Episode. Beide Diagnosen würden die Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers beeinflussen. Dieser sei am 10. März 2017 aus der Klinik entlassen und zur Weiterbehandlung an die Klinik B._ verwiesen worden.
3.3
Dr. D._, Oberärztin in der Klinik B._, berichtete am 3. November 2017 (Urk. 9/22) über die ambulante (teilstationäre) Behandlung des Beschwerdeführers seit dem 23. März 2017. Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führte sie insbesondere ein derzeit (in geschützter Umgebung) abstinentes Alkoholabhängigkeitssyndrom, eine remittierte depressive Erkran
kung und eine Persönlichkeitsakzentuierung auf. Weiter notierte sie diverse somatische Diagnosen sowohl mit als auch ohne Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit des Beschwerdeführers. Im Jahr 2012 sei der Alkoholkonsum des Beschwerdeführers aufgrund seiner Arbeitslosigkeit und da sein Vater gestorben sei, exazerbiert und er habe ein depressives Syndrom entwickelt. Dabei sei es auch zu einem Suizidversuch gekommen. Nach einer Entwöhnungsbehandlung Ende 2012 habe er als Seminarleiter gearbeitet und anschliessend eine IT-Tätigkeit innegehabt. Nachdem ihm diese Tätigkeit im Februar 2017 gekündigt worden sei, habe er seine Trinkmenge wiederum massiv gesteigert, was zur Einweisung durch den Hausarzt in die C._ und dem nachfolgenden Aufenthalt in der Klinik B._ geführt habe. Seit dem Alkoholentzug habe der Beschwerdeführer eine deutliche Aufhellung seines Affekts beschrieben. Ab dem 23. März 2017 und bis auf Weiteres (voraussichtlich Anfang 2018) bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Ein gestufter Wiedereinstieg in eine berufliche Tätigkeit sei zu empfehlen.
3.4
Dr. E._, Praktischer Arzt FMH, Hausarzt des Beschwerde
führers, berichtete am 18. Dezember 2017 (Urk. 9/29), beim Beschwerdeführer bestünden eine Depression, ein Alkoholabusus und ein Karpaltunnelsyndrom. Für eine Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit verwies Dr. E._ auf die Fachärzte der C._ und der Klinik B._.
3.5
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens wurde der Bericht der Klinik B._ vom 24. April 2018 (Urk. 3) aufgelegt. Darin wurden die Diagnosen eines gegenwärtig (in geschützter Umgebung) abstinenten Alkohol- sowie Tabak
abhängigkeits
syn
droms, einer gegenwärtig remittierten depressiven Erkrankung und einer Persön
lichkeitsakzentuierung aufgeführt. Nach seinem Austritt aus der Klinik im November 2017 habe der Beschwerdeführer im Dezember 2017 wieder mit punk
tuellem Alkoholkonsum begonnen. Während der Weihnachtsfeierlichkeiten sei die Trinkmenge wieder angestiegen und er habe die Kontrolle über den Konsum verloren. Deshalb sei der Beschwerdeführer am 22. Januar 2018 zu einer Entzugs
behandlung in die Klinik B._ eingetreten. Am 8. Februar 2018 sei ein Übertritt auf die Entwöhnungsstation erfolgt. Im Laufe der Entwöhnungs
behandlung habe sich die zu Beginn noch depressive Stimmung (im Sinne einer leichten depressi
ven Episode) gebessert und es sei diesbezüglich zu einer Remission gekommen. Sowohl in Bezug auf Alkohol als auch Tabak seien die Kriterien für eine Abhän
gigkeit erfüllt. Im Rahmen des stationären Aufenthalts bestehe gegenwärtig jedoch eine Abstinenz. Der Beschwerdeführer habe in der Vergangenheit bereits depressive Phasen erlebt. Diese seien im Zusammenhang mit Belastungssi
tuationen (insbesondere finanzielle und familiäre Belastungen) verstärkt aufge
treten. 1996 sei eine Behandlung aufgrund eines Burnouts erfolgt. 2012 habe sich aufgrund der Arbeitslosigkeit des Beschwerdeführers und da sein Vater gestorben sei erneut eine depressive Stimmung entwickelt; nachdem ein berufliches Projekt gescheitert sei, habe der Beschwerdeführer einen Suizidversuch unternommen. Nach der Kündigung 2017 seien sodann erneut Suizidgedanken aufgekommen, es hätten jedoch keine entsprechenden Handlungen stattgefunden. Es bestehe eine Persönlichkeitsakzentuierung mit Tendenz zu überhöhten Selbstansprüchen bei ausgeprägter Selbstunsicherheit, narzisstischer Abwehr und polarisierter Selbst- und Fremdwahrnehmung. Diese Persönlichkeitsakzentuierung übe einen Einfluss auf die depressive Störung und das Alkoholabhängigkeitssyndrom aus. Während der stationären Behandlung sei der Beschwerdeführer zu 100 % arbeits
unfähig. Bei Aufrechterhaltung der Alkoholabstinenz sei mit einer Wiedererlan
gung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen, wobei ein stufenweiser Wiedereinstieg in die Arbeitstätigkeit empfohlen werde.
4.
4.1
Den aufliegenden Akten kann entnommen werden, dass beim Beschwerdeführer eine (nicht versicherte) Alkoholsucht vorliegt, welche die behandelnden Ärzte auf psychosoziale Belastungsfaktoren zurückführten. So notierten die Ärzte der C._, der Beschwerdeführer sei aufgrund psychosozialer Belastungsfaktoren in seiner Alkoholabhängigkeit rückfällig geworden (E. 3.2). Dr. D._ führte aus, der Beschwerdeführer sei 2012 aufgrund seiner Arbeitslosigkeit und des Todes seines Vaters in eine Alkoholabhängigkeit gefallen und habe ein depressi
ves Syndrom entwickelt (E. 3.3). Gemäss ihren Angaben begann der Beschwerde
führer bereits 2015 wieder (zunächst kontrolliert) mit dem Konsum von Alkohol, was er jedoch unter erhöhtem Druck bei der Arbeit steigerte. Ausgelöst durch die Kündigung der letzten Arbeitsstelle steigerte er die Trinkmenge in der Folge wiederum
massiv, was erneut einen Alkoholentzug nach sich zog (Urk. 9/22/3
, E. 3.3)
. Der neuste Rückfall wurde im Rahmen der Weihnachtsfeierlichkeiten 2017 ausgelöst und führte wiederum zu einer Entzugsbehandlung (Urk. 3).
Nach Ansicht von Dr. D._ ist die Prognose denn auch abhängig davon, ob es gelingt, den Beschwerdeführer in das Arbeitsleben zu reintegrieren und damit seinen Selbstwert zu stabilisieren und eine Perspektive zu entwickeln (Urk. 9/22/4).
Was die depressive Störung anbelangt, ist diese seit Beginn des letzten Alkohol
entzuges remittiert (E. 3.5), weshalb deren Relevanz zur Begründung einer Inva
lidität ohnehin entfällt. Im Übrigen trat dieselbe jeweils nur im Zusammenhang mit dem Alkoholkonsum auf und war mithin von diesem abhängig, was beispiels
weise aus der Behandlung in der Klinik B._ vom 23. März bis 17. November 2017 hervorgeht, wo bei erfolgtem Alkoholentzug über einen sich deutlich auf
hellenden Affekt berichtet und die depressive Störung als remittiert bezeichnet wurde (E. 3.3). Desgleichen bestand auch in der Entzugsbehandlung anfangs 2018 zu Beginn eine depressive Symptomatik, welche sich aber im Verlaufe des Alkoholentzuges verbesserte und schliesslich erneut remittierte (E. 3.5). Da sich die depressive Störung jeweils besserte, sobald der
Alkoholkonsum eingestellt wurde,
handelte es sich nicht u
m eine ei
genständige Erkrankung
. Vielmehr ist sie im Zusammenhang mit der Alkoholsucht und als Ausfluss derselben zu sehen
.
Ein eigenständiger Krankheitswert käme ihr mithin nicht zu (vgl. E. 1.5). Selbst wenn es sich bei der depressiven Störung um eine eigenständige Erkrankung handeln würde, fehlte ihr in casu aufgrund ihres Ursprunges in
psychosozialen Belastungsfaktoren (vgl.
E.
3.5, wo die Klinik
B._
notierte, dass der Beschwer
deführer bereits früher im Zusammenhang mit Belastungssituationen, insbeson
dere finanziellen oder familiären Ursprungs, de
pressive Phasen durchlebt habe)
die invalidenversicherungsrechtliche Relevanz.
Ein solch psychosozial bedingtes Beschwerdebild vermag zwar eine medizinische Diagnose, nicht jedoch eine Invalidität im Sinne des
i
nvalidenversicherungsrechtes zu begründen (vgl. E. 1.4). Soweit soziale Belastungen direkt negative funktionelle Folgen zeitigen, bleiben sie mithin ausser Betracht (Urteil des Bundesgerichts 8C_329/2018 vom
7.
Sep
tember 2018 E. 5.2.3.2).
Zur diagnostizierten Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 Z73) ist festzuhalten, dass es sich hierbei um eine sogenannte Z-Diagnose handelt.
Die Diagnosen aus der Z-Kategorie (Kapitel XXI) des ICD-10 Systems sind für Fälle vorgese
hen, in denen Sachverhalte als «
Diagnosen
» oder «
Probleme
»
angegeben sind, die nicht als Krankheit, Verletzung oder äussere Ursache unter den Kategorien A00-Y89 klassifizierbar sind. Diese Belastungen fallen als solche nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens (Urteil des Bundesgerichtes 9C_894/2015 vom 25. April 2016 E. 5.1 mit Hinweis auf 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.1 mit weiteren Hinweisen).
Akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) vermögen keinen rechtserheblichen Gesundheitsschaden zu begründen (Urteil des Bundesgerichts 8C_558/2015 vom 22. Dezember 2015 E. 4.2.4 mit Hinweis auf 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.1).
Weder bei der depressiven Störung noch bei der Persönlichkeitsakzentuierung handelt es sich daher um eine ausreichend schwere Gesundheitsstörung, welche geeignet gewesen wäre, die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit in einem versiche
rungsrechtlich relevanten Mass zu beeinträchtigen oder die Alkoholsucht zu begründen. Die Alkoholabhängigkeit des Beschwerdeführers erweist sich dem
nach nicht als Folge eines krankheitswertigen und die Arbeits- und Erwerbsfä
higkeit beeinträchtigenden körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens, weshalb nach ständiger Rechtsprechung im Sinne des Gesetzes keine Invalidität vorliegt (E. 1.4). Da kein im Sinne des Invalidenversicherungsrechtes relevanter Gesundheitsschaden vorliegt, erübrigt sich eine indikatorengeleitete Überprüfung des geltend gemachten Leidens (Urteil des Bundesgerichts 8C_858/2017 vom 17. Mai 2018 E. 3.2).
Hieran vermögen auch die Einwände des Beschwerdeführers nichts zu ändern:
4.2
Der Beschwerdeführer brachte vor, die Beschwerdegegnerin habe den Sachverhalt ungenügend abgeklärt und damit ihre Abklärungspflicht verletzt. Er selbst gab gegenüber der Beschwerdegegnerin als behandelnde Ärzte seinen Hausarzt, Dr. E._ (vgl. Urk. 9/7/7) sowie die Klinik B._ (vgl. Urk. 9/10/5) an. Von diesen holte die Beschwerdegegnerin jeweils einen Arztbericht (Urk. 9/22 und 9/29) ein. Ausserdem zog sie die Akten des Taggeldversicherers bei (Urk. 9/18 und 9/25), welche in medizinischer Hinsicht Arztberichte der C._ (Urk. 9/25/13 f. und 9/18/12-14) enthielten. Die vorgenannten ärztlichen Berichte befassten sich mit den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden (Depression, Suizid
versuch, Suchterkrankung, Urk. 9/7/6). Hinweise auf andere Leiden mit Krank
heitswert im invalidenversicherungsrechtlichen Kontext ergaben sich nicht, zumal die weiteren von der Klinik B._ im Bericht vom 3. November 2017 (Urk. 9/22) aufgeführten Diagnosen allesamt seit mehreren Jahren bestehen (zuletzt wurde 2013 das Schlafapnoe-Syndrom diagnostiziert) und mehrheitlich einen «Zustand nach» beschreiben. Der Beschwerdeführer war zwischenzeitlich trotz seiner teilweise seit längerer Zeit bestehenden Diagnosen in der Lage, eine Erwerbstätigkeit (wie beispielsweise zuletzt als IT-Manager bei der A._ AG in den Jahren 2016/2017, vgl. Urk. 9/17 und zuvor jahrzehntelange Berufstätigkeit, vgl. Urk. 9/14 und 9/15)
auszuüben.
Dr. E._
, als Hausarzt des Beschwerdeführers, erwähnte in seinem Bericht mit Ausnahme des Karpaltunnel
syndroms keine somatischen Beschwerden. Da er zur Einschätzung der Arbeits
fähigkeit auf die Fachärzte der Psychiatrie verwies, mass er dem Karpaltunnel
syndrom offensichtlich keine
(langandauernde)
Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit bei (vgl. E. 3.4). Auch der im Rahmen des Beschwerdeverfahrens aufgelegte Bericht über die anfangs 2018 durchgeführte Entzugsbehandlung (E.
3.5) bestä
tigt lediglich, was sich bereits aus den vorgängigen Akten ergibt
,
ohne neue Befunde zu nennen
.
Nachdem die
aufliegenden Akten keine Hinweise auf invali
denversicherungsrechtlich relevante Pathologien
erg
a
ben,
waren
weitere Abklä
rungen
oder
die Einholung zusätzlicher Berichte durch die Beschwerdegegnerin nicht
angezeigt. Die Beschwerdegegnerin kam
damit
ihrer Abklärungspflicht voll
umfänglich nach. Dass
die Beschwerdegegnerin einen invalidenversicherungs
rechtlich relevanten Gesundheitsschaden zu recht ausschloss,
wird im Übrigen
auch
dadurch bestätigt, dass der Beschwerdeführer seit dem 2
8.
Mai 2018 in seiner angestammten Tätigkeit wieder vollzeitlich erwerbstätig ist (Urk. 12/1).
Nachdem die Beschwer
degegnerin bei Ärzten und Taggeld
versicherer Auskünfte und Akten eingeholt hatte, führte sie am 1
0.
Januar 2018 eine interne Bespre
chung durch. Gemäss entsprechender Protokollnotiz im Feststellungsblatt (
Urk.
9/31/3) nahm dabei unter anderem
F._
(Facharzt für Arbeits
medizin)
als Vertreter des RAD teil
, wobei dessen Fachrichtung unerwähnt blieb
.
Aufgabe des RAD ist es gemäss Art. 49 Abs. 3 IVV unter anderem, den IV-Stellen beratend zur Verfügung zu stehen (vgl. E. 1.6). Indem F._ den
medizinischen Laien in der Verwaltung
anlässlich der gemeinsamen Besprechung
mit seinem Fachwissen zur Verfügung
stand, wurde diese Aufgabe korrekt umgesetzt. Dass darüber hinaus weitere Abklärungen unter Einbezug des RAD notwendig gewesen wären, ist angesichts der eindeutigen Sachlage zu verneinen. Auch die Fachrichtung des beigezogenen RAD Arztes ist angesichts seiner Funktion als Berater nicht von Relevanz, zumal das
Bundesge
richt in seinem Urteil 9C_149/2008 vom 27. Oktober 2008 fest
hielt
, dass ein Arzt unabhängig seiner Fachrichtung grundsätzlich in der Lage
ist
, die Kohärenz des Berichts eines Kollegen zu beurteilen
. Im Übrigen wäre es dem Beschwerdeführer unbenommen gewesen, die Fachrichtung des RAD-Arztes im Medizinalberufe
register abzufragen oder bei der Beschwerdegegnerin in Erfahrung zu bringen, trifft diese doch im Rahmen der rechtlichen Gehörs
gewährung eine
entsprechende Auskunftspflicht (vgl. Meyer/Reichmuth, Recht
sprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Auflage, Art.
59
Rz
7 mit weiteren Hinweisen). Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (E. 2.2)
ist weder eine Verletzung der Akten
führungs
pflicht noch des Unt
ersuchungsgrundsatzes erkennbar und wurden seine Ver
fahrensrechte gewahrt.
4.3
Da kein versicherter Gesundheitsschaden im Sinne der invalidenversiche
rungs
rechtlichen Gesetzgebung und Rechtsprechung vorliegt, besteht weder Anspruch auf eine Rentenleistung der Invalidenversicherung noch auf die Durchführung beruflicher Massnahmen. Dies wird auch durch die vollzeitliche Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers in seiner angestammten Tätigkeit seit dem 28. Mai 2018 (Urk. 12/1) bestätigt, womit es dem Begehren um Durchführung beruflicher Massnahmen ohnehin an einem aktuellen Rechtschutzinteresse fehlt.
5.
Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Prozess
führung und Rechtsvertretung (Urk. 1 S. 2). Der Beschwerdeführer reichte mit der Beschwerde am 3. Mai 2018 das ausgefüllte Formular zur Abklärung der pro
zessualen Bedürftigkeit (Urk. 5) samt Beilagen (Urk. 6/1-4) ein. Am 15. Juni 2018 liess er weitere Beilagen (Urk. 12/1-15) auflegen.
6.1.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche Verbeistän
dung notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Bedürftig im Sinne von Art. 64 BGG ist eine Per
son, wenn sie ohne Beeinträch
tigung des für sie und ihre Fa
milie nötigen Lebensunterhaltes nicht in der Lage ist, die Prozesskosten zu bestreiten (BGE 128 I 225 E. 2.5.1). Massgebend sind die wirtschaftlichen Verhältnisse im Zeitpunkt, in dem das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (§ 28 lit. a GSVGer i.V.m. Art. 119 ZPO) eingereicht wird (BGE 120 Ia 179 E. 3a), oder – bei seither eingetretenen Veränderungen – auch in demjeni
gen der Entscheidfindung (BGE 108 V 265 E. 4). Bei der Beurteilung der Bedürf
tigkeit ist das Einkommen (BGE 115 Ia 193 E. 3a, 108 Ia 9 E. 3) wie auch das Vermögen beider Ehegatten zu berücksichtigen.
6.1.2
Der für die prozessuale Bedürftigkeit massgebende monatliche Bedarf des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau setzt sich im Zeitpunkt der Entscheidfin
dung wie folgt zusammen:
Grundbetrag Ehepaar
Fr.
1'700.00
Wohnungskosten
Fr.
1'235.00
Heizkosten
Fr.
64.00
Krankenkassenprämien (Grundversicherung)
Fr.
650.20
Unumgängliche Berufsauslagen (Fahrt zum Arbeitsplatz)
Fr.
125.00
Steuern (Staat und Bund)
Fr.
478.70
Total
Fr.
4'
252.90
Dem verheirateten Beschwerdeführer ist der Grundbetrag für ein Ehepaar im Umfang von
Fr.
1'700.-- anzurechnen. Dieser enthält Ausgaben für Nahrung Kleidung und Wäsche, einschliesslich deren Instandhaltung, Körper- und Gesundheitspflege,
Unterhalt der Wohnungseinrichtung, Kulturelles sowie sämt
liche Energiekosten
, jedoch noch keine Heizkosten (vgl. Kreisschreiben der Ver
waltungskommission des Obergerichtes des Kantons Zürich an die Bezirksge
richte und die Betreibungsämter betreffend Richtlinien für die Berechnung des betrei
bungsrechtlichen Existenzminimums vom 16. September 2009).
Die Mietkosten belaufen sich gemäss Mietvertrag (Urk. 12/2) auf monatlich Fr. 1'200.--, hinzu kommen Fr. 15.-- für Warmwasser und Fr. 20.-- für Hauswar
tung, womit total Wohnkosten von Fr. 1'235.-- anzurechnen sind.
Für Heizkosten werden gemäss Mietvertrag (Urk. 12/2) Fr. 50.-- als Akonto
zahlung erhoben. Der Beschwerdeführer führte im Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (Urk. 5) Fr. 64.-- als Heizkosten auf, ohne dies zu belegen. Da sich Heizkosten erfahrungsgemäss auf einen höheren Betrag belau
fen, als sie mit Akontobeiträgen eingefordert werden, können dem Beschwerde
führer Fr. 64.-- als Heizkosten angerechnet werden.
Die Krankenkassenprämien für die obligatorische Krankenpflegeversicherung des Beschwerdeführers belaufen sich auf Fr. 389.10 (Urk. 12/5). Zur Begleichung derselben erhält er Fr. 128.-- (Fr. 1536.-- / 12, Urk. 12/6) an individueller Prämi
enverbilligung ausbezahlt. Die Krankenkassenprämien für die obligatorische Krankenpflegeversicherung der Ehefrau des Beschwerdeführers belaufen sich ebenfalls auf Fr. 389.10 (Urk. 12/7). Insgesamt sind dem Beschwerdeführer daher Fr. 650.20 an seinen Bedarf anzurechnen.
Im Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (Urk. 5) machte der Beschwerdeführer Fr. 125.-- an Berufsauslagen geltend. Der Beschwerdeführer wohnt in G._, sein Arbeitsort befindet sich in G._ und Zürich. Gemäss Zonenplan und Tarifbestimmung des Zürcher Verkehrsverbundes belau
fen sich die Kosten für ein Monatsabonnement in Zürich und G._ (drei Zonen) a
uf monatlich Fr. 125.--, weshalb dieser Betrag an den Bedarf des Beschwerdeführers anzurechnen ist, die zusätzliche Berücksichtigung für die Kosten eines Parkplatzes (Urk. 12/3) jedoch ausser Betracht fällt.
Weiter machte der Beschwerdeführer im Formular zur Abklärung der prozessua
len Bedürftigkeit (Urk. 5) monatliche Unterhaltsbeiträge an nicht im eigenen Haushalt lebende Kinder im Umfang von € 500.-- respektive rund Fr. 600.-- gel
tend. Diese Unterhaltszahlungen werden durch den Beschwerdeführer nicht belegt. Auch seinen Kontoauszügen (Urk. 6/4) können keinerlei Zahlungen an seine Kinder entnommen werden. Hingegen leistete der Beschwerdeführer mehr
fach Zahlungen im Umfang von € 500.-- oder € 600.-- an seine Ehefrau (vgl. Urk. 6/4 Zahlung vom 3. April 2018, 1. März 2018, 30. Januar 2018, 28. No
vem
ber 2017, 31. Oktober 2017, 2. Oktober 2017, 2. August 2017). Diese Zahlungen können jedoch nicht berücksichtigt werden, da der Beschwerdeführer an seine Ehefrau keine Unterhaltszahlungen zu leisten hat und deren Bedarf auch bereits im gemeinsamen Grundbetrag von Fr. 1'700.-- enthalten ist.
Dass Zahlungsverpflichtungen bestünden, für deren Tilgung der Beschwerde
führer aktuell Einkünfte aufwendet, machte er weder geltend, noch legte er ent
sprechende Belege auf, wofür der Hinweis auf nicht getilgte Verlustscheine (Urk. 6/1) jedenfalls nicht genügt.
An Steuerauslagen machte der Beschwerdeführer im Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (Urk. 5) monatlich Fr. 455.-- geltend. Gemäss Steuer
rechnung (Urk. 12/8) belief sich der jährliche Steuerbetrag für die Kantons- und Gemeindesteuern des Beschwerdeführers im Jahr 2016 auf Fr. 5'164.80. Die direkten Bundessteuern wurden mit jährlich Fr. 579.55 veranlagt (Urk. 12/13). Insgesamt belaufen sich die monatlich anrechenbaren Steuern damit auf Fr. 478.70 (Fr. 5'164.80 + Fr. 579.55 / 12).
Insgesamt ergeben sich damit monatlich anrechenbare Ausgaben im Umfang von Fr. 4'252.90.
6.1.3
Der Beschwerdeführer erzielt ein monatliches Bruttoeinkommen von Fr. 6'500.-- (Urk. 12/1). Abzüglich der üblichen Sozialversicherungsbeiträge (6.225% für Beiträge des Arbeitnehmers an die 1. Säule, mind. 9% für Arbeitnehmerbeiträge [über 55-jährige Arbeitnehmer] an die 2. Säule) ergibt dies ein Nettoeinkommen von rund Fr. 5'510.--. Im Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (Urk. 5) gab der Beschwerdeführer an, seine Ehefrau sei technische Ökonomin, verfüge derzeit jedoch über keine Anstellung. Ein Nachweis ihrer Vermögens
werte wurde nicht eingereicht; insbesondere wurde lediglich der Kontoauszug eines Kontos des Beschwerdeführers ins Recht gelegt, aus welchem darüber hin
aus ersichtlich ist, dass seine Ehefrau ebenfalls ein Konto besitzen muss, da er dieser regelmässig Zahlungen überwies. Ob die Ehefrau des Beschwerdeführers über Vermögenswerte verfügt, welche sie im Rahmen der ehelichen Beistands
pflicht zur Bestreitung der Prozesskosten des Beschwerdeführers einzusetzen hätte, kann an dieser Stelle offen bleiben, da dem Beschwerdeführer bereits aus seinen eigenen Einkünften ein Überschuss resultiert.
6.1.4
Aus dem Vergleich der Einnahmen von Fr. 5'510.-- und der Ausgaben von Fr. 4'252.90 resultiert ein Überschuss von rund Fr. 1'257.--. Nach Abzug des gerichtsüblichen Freibetrags von Fr. 600.-- für Ehepaare ergibt sich ein monatli
cher Überschuss von Fr. 657.--.
Mit einem monatlichen Überschuss in dieser Höhe ist es dem Beschwerdeführer zuzumuten, die Kosten des vorliegenden Verfahrens sowie diejenigen einer adä
quaten, für invalidenversicherungsrechtliche Fragen notwendigen juristischen Unterstützung – allenfalls in Raten – innert nützlicher (Jahres-)Frist zu bezahlen, womit es an der Bedürftigkeit fehlt. Damit ist das Gesuch um unentgeltliche Pro
zessführung und Rechtsverbeiständung bereits aus diesem Grund abzuweisen.
6.2
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenver
siche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens
aufwand und
unab
hän
gig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt
.
Die Kosten des Verfahrens sind vorliegend auf Fr. 700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzu
erlegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).