Decision ID: f2a1c798-fbfd-5bce-a94d-d2bafb07bde8
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Juni 2014 erneut zum Bezug von Ergänzungsleistungen zu
ihrer IV-Rente an (EL-act. 46), nachdem ein Anspruch auf Ergänzungsleistungen im
Jahr 2011 abgewiesen worden war (EL-act. 54, 60). Aus den mit dem Anmeldeformular
eingereichten Unterlagen ergab sich, dass die Versicherte Ende 2011 ein Vermögen in
Höhe von Fr. 388'887.-- und Ende 2012 in Höhe von Fr. 213'328.-- gehabt hatte (EL-
act. 43, 49-7). Ende 2013 hatte sie laut der Veranlagungsberechnung zur Kantons- und
Gemeindesteuer 2013 Bargeld und Gold in Wert von Fr. 121'961.-- besessen (EL-act.
47 S. 2, 49-19). Auf ihrem Konto bei der Bank B._ hatte sie ein Vermögen von Fr.
11'626.50 gehabt (EL-act. 48-10) und ihr Konto bei der Bank C._ hat ein Saldo zu
ihren Lasten in Höhe von Fr. 114.44 aufgewiesen (EL-act. 48-1). Am 2. September 2014
liess die Versicherte auf Nachfrage der EL-Durchführungsstelle hin Belege betreffend
den Nachweis ihres Vermögensverzehrs in den letzten Jahren einreichen und
ausführen, dass die Erbstreitigkeit mit ihrer Schwester nach dem Tod ihrer Mutter im
Jahr 2009 Anwaltskosten in Höhe von Fr. 137'653.-- mit sich gebracht habe (EL-act. 41
f.). Mit einer Verfügung vom 6. Dezember 2014 rechnete die EL-Durchführungsstelle
der Versicherten aufgrund ihres Vermögensstands per 31. Dezember 2013 ein
Vermögen in Höhe von Fr. 133'473.-- an und wies darauf hin, dass
Vermögensrückgänge aufgrund übermässiger Anschaffungen künftig nicht mehr
akzeptiert würden. Unter der Berücksichtigung der übrigen Einnahmen und Ausgaben
der Versicherten ergab sich ab dem 1. Juni 2014 ein Ausgabenüberschuss in Höhe von
jährlich Fr. 1'053.--. Dies hätte zu einem EL-Anspruch von monatlich Fr. 88.-- geführt.
Aufgrund der sogenannten Mindestgarantie in Höhe der IPV-Pauschale von jährlich Fr.
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4'272.-- hatte die Versicherte einen Anspruch auf Ergänzungsleistungen in Höhe von
monatlich Fr. 356.-- (EL-act. 34). Ab dem 1. Januar 2015 hatte die Versicherte bei
einem Ausgabenüberschuss von Fr. 1'303.-- einen Anspruch auf die Mindestgarantie in
Höhe der neuen IPV-Pauschale von jährlich Fr. 4'488.--, also monatlich auf Fr. 374.--
(EL-act. 31 f.).
A.b Am 21. Juli 2015 liess die Versicherte die EL-Durchführungsstelle darauf
hinweisen, dass ihr Sparguthaben/ihre Wertschriften in der EL-Berechnung den
tatsächlichen Gegebenheiten angepasst werden müssten (EL-act. 25). Gemäss dem
eingereichten Kontoauszug betrug das Vermögen auf dem Privatkonto der Versicherten
am 8. Juli 2015 Fr. 0.75 (EL-act. 24). Daraufhin forderte die EL-Durchführungsstelle am
10. August 2015 alle Kontoauszüge per 31. Juli 2015 sowie eine Bestätigung über das
Bargeldvermögen per 31. Juli 2015 an (EL-act. 23). Hierzu liess die Versicherte
Kontoauszüge ihres Privatkontos und eine Saldierungsbestätigung ihres Kontos bei der
Bank B._ per 29. September 2014 einreichen und festhalten, per 31. Juli 2015 über
kein Bargeldvermögen mehr zu verfügen (EL-act. 22). Die EL-Durchführungsstelle
stellte am 25. August 2015 fest, dass sich das Vermögen der Versicherten vom 31.
Dezember 2013 bis 31. Juli 2015 um Fr. 133'472.-- vermindert habe, wobei der Verzehr
von Fr. 10'472.-- nachvollziehbar sei. Für den Nachweis des Verbrauchs der übrigen Fr.
123'000.-- habe die Versicherte Aufstellungen und Belege einzureichen (EL-act. 21).
Am 30. September 2015 teilte die EL-Durchführungsstelle der Versicherten mit, dass
vom während der Periode vom 31. Dezember 2013 bis 31. Juli 2015 verbrauchten
Vermögen in Höhe von Fr. 133'472.-- Fr. 10'472.-- als nachvollziehbarer
Vermögensverzehr akzeptiert und somit Fr. 123'000.-- als Verzicht angerechnet
würden. Die Versicherte sei mit der Verfügung vom 6. Dezember 2013 darauf
aufmerksam gemacht worden, dass künftig keine Vermögensrückgänge infolge
übermässiger Anschaffungen mehr akzeptiert werden könnten. Die zugesandten
Bundesordner sende sie zurück. Allfällige saubere und nachvollziehbare Auflistungen
könnten nachgereicht werden (EL-act. 19).
A.c Am 21. Oktober 2015 liess die Versicherte erklären, sie könne alle Ausgaben
belegen. Die Zusammenstellung der Ausgaben im Jahr 2014 und 2015 zeige, dass sie
das Geld für sich ausgegeben habe und weder Geld verschenkt noch über ihre
Verhältnisse gelebt habe. Insbesondere habe sie keine übermässigen Anschaffungen
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getätigt, sondern lediglich ihre eigene Wohnung eingerichtet bzw. renoviert. Dies sei
legitim (EL-act. 18).
A.d Mit einer Verfügung vom 19. November 2015 rechnete die EL-Durchführungsstelle
der Versicherten schliesslich einen Vermögensverzicht in Höhe von Fr. 113'738.50 an.
Sie führte aus, in der Periode vom 31. Dezember 2013 bis 31. Juli 2015 habe sich ein
Vermögensverbrauch von Fr. 133'472.-- ergeben. Abzüglich des Vermögensverzehrs
von Fr. 10'526.-- ergebe sich ein hypothetisches Vermögen von Fr. 122'946.25. Davon
könne noch der erhöhte (in der EL nicht gedeckte) Mietzins von Fr. 7'410.-- sowie die
erhöhte (in der EL nicht gedeckte) Prämie aus der KVG/VVG von Fr. 1'797.75 als
Verbrauch akzeptiert werden. Ausserdem rechnete sie einen hypothetischen Zins von
0.18%, also Fr. 204.-- an. Ab dem 1. August 2015 hatte die Versicherte einen EL-
Anspruch auf Fr. 374.-- (EL-act. 17).
A.e Am 1. Dezember 2015 liess die Versicherte Einsprache erheben und die
Aufhebung der Verfügung vom 19. November 2015 und die Neuberechnung der
Ergänzungsleistungen ohne die Anrechnung eines Vermögensverzichts beantragen. Zur
Begründung liess sie ausführen, sie habe alle Ausgaben belegen können. Weil sie zu
marktüblichen Preisen Kleider, Nahrungsmittel, Mobiliar etc. gekauft und somit stets
eine adäquate Gegenleistung erhalten habe, dürfe ihr kein Vermögensverzicht
angerechnet werden (EL-act. 11).
A.f Mit einem Einspracheentscheid vom 1. Juni 2016 wies die EL-Durchführungsstelle
die Einsprache der Versicherten ab. Zur Begründung führte sie aus, die Versicherte
beziehe bereits Ergänzungsleistungen und sei bereits mit der Verfügung vom 6.
Dezember 2014 auf die Schadenminderungspflicht hingewiesen worden, nach welcher
vom Grundsatz auszugehen sei, dass einem EL-Bezüger Massnahmen zuzumuten
seien, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er
keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Die Versicherte hätte also wissen müssen,
dass sie von ihrem Vermögen künftig nur noch gemässigt zehren dürfe. Selbst wenn
die Versicherte somit ihr Vermögen für adäquate Gegenleistungen ausgegeben habe,
könne der Vermögensrückgang in Hinblick auf die Schadenminderungspflicht nicht
akzeptiert werden (EL-act. 5).
B.
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B.a Am 29. Juni 2016 liess die Versicherte (nachfolgend Beschwerdeführerin) dagegen
eine Beschwerde erheben. Sie liess die Aufhebung der Verfügung vom 19. November
2015 und die Berechnung des EL-Anspruchs ohne die Berücksichtigung eines
Verzichtsvermögens, eventualiter höchstens die Anrechnung des hälftigen
Verzichtsvermögens (Fr. 56'869.--) beantragen. Ergänzend zu ihren bisherigen
Ausführen liess sie erklären, die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend
Beschwerdegegnerin) habe zwar darauf hingewiesen, dass künftig keine übermässigen
Ausgaben mehr akzeptiert würden, habe es jedoch unterlassen anzugeben, ab wann
von übermässigen Ausgaben gesprochen werde. Sie habe somit nicht wissen können,
wie hoch ihre Ausgaben nach Ansicht der Beschwerdegegnerin hätten sein dürfen (act.
G 1).
B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 25. Juli 2016 liess die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde beantragen. Zur Begründung verwies sie auf die
Erwägungen im Einspracheentscheid (act. G 3).
B.c Am 22. September 2017 wies das Gericht die Beschwerdeführerin darauf hin, dass
ein Urteil allenfalls zu ihren Ungunsten ausfallen könne und gab ihr die Möglichkeit zur
Stellungnahme und zum Beschwerderückzug. Gehe innert der gesetzten Frist weder
eine Stellungnahme noch ein Beschwerderückzug ein, werde die Beschwerde beurteilt
(act. G 5). Die Beschwerdeführerin zog innert erstreckter Frist weder die Beschwerde
zurück noch nahm sie zum Schreiben vom 22. September 2017 Stellung.

Erwägungen
1.
1.1 Im Rahmen einer Revision nach Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (SR 830.1; ATSG) hat die
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit einer Verfügung vom 19. November
2015 per August 2015 ein Verzichtsvermögen in Höhe von Fr. 113'738.-- angerechnet,
weil die Beschwerdeführerin in der Periode vom 31. Dezember 2013 bis 31. Juli 2015
einen Vermögensverbrauch von Fr. 133'472.-- gehabt hatte (EL-act. 16). Die jährliche
Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben die
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anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [SR
831.30; ELG]). Gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. c i.V.m. Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG sind
Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist, als Einnahmen anzurechnen. Diese
Vermögenswerte bilden als so genanntes hypothetisches Vermögen Teil des gemäss
Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG anrechenbaren Vermögens. Der eigentliche Verzicht besteht in
der Preisgabe der Möglichkeit, die Substanz der Vermögenswerte, auf die verzichtet
wird, zum Zwecke der Finanzierung des Lebensbedarfs zu verbrauchen. Praxisgemäss
ist unter anderem von einem Vermögensverzicht auszugehen, wenn ein EL-Ansprecher
ohne rechtliche Verpflichtung und ohne adäquate Gegen¬leistung auf Vermögen
verzichtet (RALPH JÖHL, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: Schweizerisches
Sozialversicherungsrecht, Band XIV Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, Rz 176 mit
Hinweisen). Die sich am häufigsten stellende Frage ist diejenige nach der Adäquanz
bzw. der Gleichwertigkeit der Gegenleistung für die Vermögenshingabe. Adäquat ist
nach der Auffassung des Bundesgerichts (vgl. ZAK 1990 S. 353) nicht nur jene
Gegenleistung, die den Stand des Vermögens wahrt oder sogar mehrt, sondern jede
Gegenleistung, die ökonomisch gleichwertig ist. Der Vermögensverbrauch soll selbst
dann nicht als Vermögensverzicht zu werten sein, wenn der EL-Bezüger für kurze Zeit,
bis das Vermögen aufgebraucht ist, ein luxuriöses Leben führt, so dass der effektive
Vermögensverzehr weit über dem fiktiven Vermögensverzehr liegt, der gemäss Art. 11
Abs. 1 lit. c ELG ausgehend vom ursprünglichen Vermögensstand anzurechnen wäre.
Diese rein ökonomische Definition des Gleichwertigkeitserfordernisses hätte zur Folge,
dass bei einer "Vermögensverschwendung" kein Vermögensverzicht anzunehmen
wäre. Hingegen soll von einem Vermögensverzicht auszugehen sein, wenn das
Vermögen in Erfüllung einer sittlichen Pflicht oder für wohltätige Zwecke verbraucht
wird, denn hier fehle es, anders als bei der "Verschwendung" durch den Erwerb und
Verbrauch von Konsumgütern, an einer ökonomisch gleichwertigen und damit materiell
adäquaten Gegenleistung (JÖHL, a.a.O., Rz 177 mit Hinweisen). Würde eine
Gegenleistung jedoch nicht mehr nur dann als adäquat gelten, wenn sie den bisherigen
Vermögensstand - und damit das bisherige Potential an anrechenbaren Einnahmen -
wahrt, sondern auch dann, wenn sie - rein betragsmässig betrachtet - den dafür
hingegebenen Vermögensbetrag wert gewesen ist, würde der Gedanke, das Vermögen
müsse erhalten bleiben, um zur Bestreitung des Existenzbedarfs verzehrt werden zu
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können, aufgegeben. Es wäre zudem unhaltbar, wenn die Verschwendung des
Vermögens für Luxusreisen etc. keinen Verzicht nach Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG darstellen
würde, eine Spende an eine bedürftige Person hingegen schon, da eine (ökonomisch)
adäquate Gegenleistung fehlt. Zweck des Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG ist es nicht, eine
versicherte Person daran zu hindern, sich ihres Vermögens zu entäussern oder es zu
verschwenden. Diese Freiheit bleibt vollumfänglich gewahrt. Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG
soll lediglich diejenige Person, die sich ihres Vermögens entäussert oder es
verschwendet hat, daran hindern, den entsprechenden Ausfall an anrechenbaren
Einnahmen durch Ergänzungsleistungen kompensieren und damit die Verantwortung
für die Folgen ihrer Lebensführung auf die Allgemeinheit überwälzen zu können. Eine
Gegenleistung kann somit nur dann adäquat sein, wenn sie das Einnahmenpotential
des Vermögens und damit dessen Vorsorgecharakter wahrt (JÖHL, a.a.O., Rz 203).
1.2 Die Beschwerdeführerin hat geltend machen lassen, sie sei nicht genügend über
den Umfang der ihr obliegenden Schadenminderungspflicht aufgeklärt worden (vgl.
act. G 1). In der Verfügung vom 6. Dezember 2014 hat die Beschwerdegegnerin die
Beschwerdeführerin mit Blick auf den hohen Vermögensverzehr unmittelbar vor der EL-
Anmeldung darauf aufmerksam gemacht, dass sie künftig keine Vermögensrückgänge
aufgrund übermässiger Anschaffung mehr akzeptieren werde (EL-act. 34). Die
Beschwerdeführerin hat im Jahr 2012 Fr. 175'559.-- und im Jahr 2013 Fr. 75'990.--
ihres Vermögens verzehrt. Zunächst ist festzuhalten, dass der Hinweis der
Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 6. Dezember 2014 an sich gar nicht nötig
gewesen wäre, weil es nämlich für jede versicherte Person in der finanziellen Situation
der Beschwerdeführerin ohne Weiteres erkennbar ist, dass es nicht möglich ist, das
eigene Vermögen ungehemmt aufzubrauchen und sich anschliessend den
Lebensunterhalt durch die Allgemeinheit finanzieren zu lassen. Sowohl die
Schadenminderungspflicht selbst als auch deren Umfang ergeben sich also für einen
vernünftig denkenden Menschen von allein. Es ist nämlich selbstverständlich, dass ein
EL-Bezüger, der noch über ein Vermögen verfügt, damit möglichst sparsam umgeht,
um die Allgemeinheit nicht unnötig zu belasten. Ausserdem hätte die Formulierung der
Beschwerdegegnerin, es könnten "zukünftig keine solchen Vermögensrückgänge (...)
akzeptiert werden" selbst versicherte Personen, die nicht dazu in der Lage sind, den
gesunden Menschenverstand walten zu lassen, mindestens zu dem Schluss führen
müssen, dass sie nicht, wie die Beschwerdeführerin im Jahr 2013, jährlich Fr. 75'990.--
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verbrauchen dürfen. Dennoch hat die Beschwerdeführerin trotz einer Ermahnung der
Beschwerdegegnerin innerhalb von 1,5 Jahren Fr. 133'472.--, davon nach eigenen
Angaben Fr. 109'211.26 im Jahr 2014, verbraucht (vgl. EL-act. 18-11). Ihr Einwand, sie
sei nicht über den Umfang der Schadenminderungspflicht aufgeklärt worden, ist
deshalb nicht stichhaltig.
1.3 Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin ab dem 1. August 2015
einen Vermögensverzicht in Höhe von Fr. 113'738.-- angerechnet (EL-act. 17). Dabei ist
sie davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin vom 31. Dezember 2013 bis 31.
Juli 2015 einen Vermögensverbrauch in Höhe von Fr. 133'472.-- gehabt habe. Indem
die Beschwerdegegnerin jedoch einen jährlichen Vermögensverzehr in Höhe von Fr.
10'526.--, den mit der EL nicht gedeckten Teil des Mietzinses in Höhe von Fr. 7'410.--
und den ebenfalls nicht mit der EL gedeckten Teil der KVG/VVG-Prämie in Höhe von
Fr. 1'797.75 als Vermögensverbrauch akzeptiert hat, ist sie auf das genannte
Verzichtsvermögen gekommen, auch wenn die Beschwerdeführerin die dafür
erhaltenen ökonomischen Gegenleistungen hat belegen können. Obwohl die einzelnen
Ausgaben der Beschwerdeführerin nachgewiesenermassen grösstenteils auf für sich
ökonomisch adäquaten Gegenleistungen beruht haben, hat die Beschwerdegegnerin
diese nicht ohne Weiteres akzeptiert, sondern berücksichtigt, dass eine Gegenleistung
nur dann adäquat sein kann, wenn sie das Einnahmenpotential des Vermögens und
damit dessen Vorsorgecharakter wahrt. Deshalb sind die Ausgaben der
Beschwerdeführerin zu überprüfen und im Falle eines verschwenderischen Lebensstils
trotz erhaltenen adäquaten Gegenleistungen als Verzicht anzurechnen. Die
Beschwerdeführerin ist bereits am 6. Dezember 2014 darauf hingewiesen worden, dass
sie ihren Vermögensverzehr tief zu halten habe (EL-act. 34). Weil sie die ganze Zeit
über Ergänzungsleistungen bezogen hat, gilt ihr Lebensstil als EL-Bezügerin bereits
dann als verschwenderisch, wenn sie mehr verbraucht, als Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG
vorsieht. Sie hat nämlich als EL-Bezügerin mit dem dort definierten Existenzbedarf
auszukommen, um nicht missbräuchlich auf Kosten der Solidarität der Allgemeinheit zu
leben. Ausserdem hätte sie, bzw. der zur Einkommensverwaltung Bevollmächtigte (vgl.
EL-act. 28), dessen Handeln ihr anzurechnen ist, erkennen müssen, dass sie kaum
über Einnahmen verfügte und ihr Vermögen daher je nach Lebensstil rasch
aufgebraucht sein konnte (vgl. dazu den Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 9. Januar 2018, EL 2016/57, E 3.3).
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1.4 Im konkreten Fall hat die Beschwerdeführerin per 31. Dezember 2013 ein
Sparguthaben in Höhe von Fr. 133'473.-- sowie ein Darlehen an Dritte von Fr. 3'750.--
gehabt (EL-act. 49-19). Davon hätte sie gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG im Jahr 2014
Fr. 6'648.-- verbrauchen dürfen (Fr. 137'223.-- - Fr. 37'500.-- × 0.0666666). Ihr
Vermögen hätte also per 31. Dezember 2014 mindestens noch Fr. 130'575.--
(Sparguthaben: Fr. 126'825.-- und Darlehen an Dritte Fr. 3'750.--) betragen müssen. Im
Jahr 2015 hätte sie dann gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG Fr. 6'205.-- verbrauchen
können (bis Juli Fr. 3'619.60). Insgesamt hätte sie also von Januar 2014 bis Juli 2015
ein Vermögen von Fr. 10'267.60 verzehren dürfen. Die Beschwerdeführerin hat jedoch
am 21. Juli 2015 gemeldet, per 8. Juli 2015 (EL-act. 24 f.) bzw. per 30. Juli 2015 (EL-
act. G 22-4) nur noch über ein Sparguthaben von Fr. 0.75 verfügt zu haben. Sie hat
somit innerhalb von knapp 1,5 Jahren Fr. 133'472.25 verzehrt. Dabei hat sie für
Ausgaben in Höhe von Fr. 109'211.26 (2014) und von Fr. 6'666.35 (Januar bis Juli
2015) ökonomisch adäquate Gegenleistungen nachweisen können (EL-act. 18-3 f.). Im
Jahr 2014 hat die Beschwerdeführerin Einnahmen in Höhe von Fr. 33'432.-- gehabt (IV-
Rente, Unterhaltszahlungen ihres Ex-Mannes, Ergänzungsleistungen im Umfang der
EL-rechtlich anerkannten IPV-Pauschale). Sie hat daher Fr. 75'779.26 ihres Vermögens
verzehren müssen, um die aufgezeigten Ausgaben in Höhe von Fr. 109'211.26 decken
zu können (Fr. 109'211.26 - Fr. 33'432.--). Im Jahr 2015 hat die Beschwerdeführerin
von Januar bis Juli 2015 Einnahmen in Höhe von Fr. 19'670.-- (Fr. 17'232.-- + Fr.
12'000.-- + Fr. 4'488.--) gehabt. Zusätzlich zu den mit Quittungen für Januar bis Juli
2015 nachgewiesenen Ausgaben in Höhe von Fr. 6'666.35 hat die Beschwerdeführerin
auch ihren Mietzins (Fr. 10'430.--), die erhöhte KVG/VVG-Prämie (Fr. 5'487.-- ÷ 12 × 7
= Fr. 3'200.75.--; vgl. EL-act. 15, 29-15), die AHV-Beiträge (Fr. 294.--) und ihren EL-
rechtlich anerkannten allgemeinen Lebensbedarf (Fr. 11'252.50) in Höhe von insgesamt
Fr. 25'177.25 decken müssen. Damit sie die von Januar bis Juli 2015 nachgewiesenen
Ausgaben in Höhe von insgesamt Fr. 31'843.60 trotz ihrer Einnahmen von lediglich Fr.
19'670.-- hat decken können, hat sie Fr. 12'173.60 ihres Vermögens verbrauchen
müssen. Insgesamt hat die Beschwerdeführerin nachweislich Vermögen inHöhe von Fr.
87'952.86 verzehrt. Gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG ist jedoch für den konkreten
Zeitraum lediglich ein Vermögensverzehr in Höhe von Fr. 10'267.60 zu akzeptieren. Die
Ausgaben, die den Betrag von Fr. 10'267.60 übersteigen, also insgesamt Fr. 77'685.26,
gelten deshalb - sollten sie auch noch so minutiös belegt werden können - als
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übermässiger Vermögensverzehr und sind deshalb als Vermögensverzicht, also als
hypothetisches Vermögen anzurechnen. Es besteht kein Grund, zusätzlich zu dem im
konkreten Fall gesetzlich vorgesehenen Vermögensverzehr in Höhe von Fr. 10'267.60
auch noch den von der EL nicht gedeckten Mietzinsanteil von Fr. 7'410.-- und die
ebenfalls nicht gedeckte KGV/VVG-Prämie in Höhe von Fr. 1'797.75 zu akzeptieren,
denn diese Kosten sind ohne Weiteres durch den akzeptierten Vermögensverzehr in
Höhe von Fr. 10'267.60 gedeckt. Die Beschwerdeführerin hat geltend machen lassen,
dass sie ihre Wohnung renoviert und neue Möbel gekauft habe und dass dies legitim
sei (EL-act. 18). Dazu ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin in einer
Mietwohnung gelebt hat. Die auf eigene Kosten am fremden Eigentum
vorgenommenen wertsteigernden bzw. werterhaltenden Massnahmen können nicht als
existenziell notwendig erachtet werden, weil der Vermieter in diesem Fall verpflichtet
gewesen wäre, diese selbst vorzunehmen oder die Beschwerdeführerin für ihr
Tätigwerden zumindest entsprechend zu entschädigen. Weil die Rennovationskosten
also nicht den durch die EL zu deckenden Existenzbedarf der Beschwerdeführerin
betroffen haben, können sie nicht als zusätzlicher, notwendiger Vermögensverzehr
akzeptiert werden. Auch in Bezug auf den Kauf der neuen Wohnungseinrichtung stellt
sich die Frage, ob es sich dabei um notwendige Ausgaben gehandelt hat. Die
Beschwerdeführerin hat offenbar einen Grossteil ihrer Einrichtung ersetzen bzw.
erneuern lassen (Kosten "Wohnstudio", Teppiche, Neubezug Polstermöbel, Bett und
Sessel, Tisch, Stühle, Lampen, EL-act. 18-16 f.). Es ist jedoch zu bezweifeln, dass ihre
gesamte Einrichtung derart abgenutzt gewesen ist, dass es für sie unzumutbar
gewesen wäre, weiterhin damit zu leben. Auch die Kosten für die Neumöblierung der
Wohnung können somit nicht als notwendiger Vermögensverzehr qualifiziert werden.
Weiter hat die Beschwerdeführerin angegeben, im Jahr 2014 Arztkosten in Höhe von
Fr. 3'010.96 gehabt zu haben. Krankheits- und Behinderungskosten werden jedoch im
Rahmen des Art. 14 ELG übernommen und können nicht über den Vermögensverzehr
abgegolten werden. Indem die Beschwerdeführerin also die gemäss Art. 15 lit. a ELG
geltende Frist von 15 Monaten ab Rechnungsstellung nicht eingehalten hat, hat sie i.S.
von Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG auf die Vergütung der erwähnten Arztkosten aus dem Jahr
2014 über die Krankheits- und Behinderungskosten verzichtet. Deshalb müssen vom
von Januar 2014 bis Juli 2015 nachweislich verzehrten Vermögen in Höhe von
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insgesamt Fr. 87'952.86 ab dem 1. August 2015 Fr. 77'685.26 als Verzichtsvermögen
angerechnet werden (Fr. 87'952.86 - Fr. 10'267.60).
1.5 Die Beschwerdeführerin hat belegen können, dass sie von Januar 2014 bis Juli
2015 Fr. 141'054.85 (Fr. 109'211.25 + Fr. 31'843.60) ausgegeben und somit unter der
Berücksichtigung ihrer Einnahmen in Höhe von insgesamt Fr. 53'102.-- (Fr. 33'432.-- +
Fr. 19'670.--) Fr. 87'952.86 ihres Vermögens verzehrt hat (vgl. E 1.4). Dass sie die
übrigen Fr. 45'520.90 ihres ursprünglich im Dezember 2013 vorhandenen Vermögens
von Fr. 133'473.-- verzehrt hat, hat sie nicht belegen können. Fehlt der Nachweis der
Vermögenshingabe selbst, d.h. liefert die Sachverhaltsabklärung nur einen tieferen,
aktuellen Vermögensstand, aber keinen Nachweis für die Ursache der Verminderung,
so kann nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad feststehen, dass ein EL-Bezüger nun
tatsächlich über weniger Vermögen verfügt. In diesem Fall hat die materielle
Beweislastverteilung zum Nachteil eines EL-Ansprechers zur Folge, dass von einem
nach wie vor effektiv vorhandenen Vermögen und nicht von einem hypothetischen
Verzichtsvermögen auszugehen ist (vgl. JÖHL, a.a.O., Rz 178). Weil keine Belege o.ä.
vorliegen, die beweisen könnten, dass die Beschwerdeführerin auch den Betrag in
Höhe von Fr. 45'520.90 tatsächlich ausgegeben hat und bereits sämtliche denkbare
Lebenshaltungskosten als Ausgaben berücksichtigt worden sind (vgl. E 1.4), ist nicht
ersichtlich, inwiefern die Beschwerdeführerin die Fr. 45'520.90 hätte ausgeben sollen.
Weil es somit als überwiegend wahrscheinlich erscheint, dass die Beschwerdeführerin
diesen Betrag nicht ausgegeben, sondern beispielsweise in einem Safe aufbewahrt und
gespart hat, ist ihr ein tatsächliches Vermögen in Höhe von Fr. 45'521.-- anzurechnen,
auf welches der Art. 17 Abs. 1 ELV nicht anwendbar ist.
2.
Indem der Beschwerdeführerin ab dem 1. August 2015 ein tatsächliches Vermögen von
Fr. 45'521.-- und (gemäss Art. 17a ELV ein amortisierbares) hypothetisches Vermögen
von Fr. 77'685.-- angerechnet werden muss und dieses auch jeweils zinstragend
angelegt werden kann resp. angelegt werden könnte, ist ihr neben einem
Verzichtsvermögen auch ein (hypothetischer) Vermögensertrag anzurechnen. Gemäss
der aktuellen EL-Wegleitung beträgt der für die Vermögenserträge in den EL-
Berechnungen des Jahres 2015 relevante Zinssatz 0,4% (vgl. dazu: Wegleitung über
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die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV [WEL], gültig ab 01.04.2011; Stand:
01.01.2016, Rz 3482.10 f.). Damit sind der Beschwerdeführerin für das Jahr 2015 ein
Vermögensertrag von Fr. 182.-- und ein hypothetischer Vermögensertrag von Fr. 311.--
anzurechnen.
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin hat stets einen Anspruch auf den Mindestbetrag gemäss
Art. 26 ELV gehabt. Daran ändern die im Rahmen dieses Entscheides vorgenommenen
Korrekturen nichts, da nach wie vor ab dem 1. August 2015 ein Ausgabenüberschuss
besteht (Fr. 37'482.-- - Fr. 35'689.-- = Fr. 1'793.--). Dennoch wird die
Beschwerdeführerin mit diesem Entscheid im Ergebnis schlechter gestellt, als sie es
mit dem angefochtenen Einspracheentscheid gewesen wäre, weil ihr anstelle eines
reinen Vermögensverzichts auch nach wie vor ein tatsächlich vorhandenes Vermögen
angerechnet werden muss, welches sich nicht jährlich gemäss Art. 17a ELV um Fr.
10'000.-- vermindern wird. Diese reformatio in peius ist zulässig, da der
Beschwerdeführerin vorgängig angekündigt worden ist, dass im Zusammenhang mit
dem Vermögensverzicht eine Schlechterstellung möglich ist.
3.2 Demnach ist der Einspracheentscheid vom 1. Juni 2016 aufzuheben und der
Beschwerdeführerin ist ab dem 1. August 2015 ein Vermögen von Fr. 45'521.--, ein
Verzichtsvermögen von Fr. 77'685.--, ein Vermögensertrag von Fr. 182.-- und ein
hypothetischer Vermögensertrag von Fr. 311.-- anzurechnen. Die Sache ist zur
Berechnung und zur verfügungsweisen Festsetzung der EL ab dem 1. August 2015 an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3.3 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).