Decision ID: 7d92853c-3c9f-5976-bac6-9bfd9353897a
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Sutter, Haus Eden, Paradiesweg 2,
Postfach, 9410 Heiden,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a S._ (Jahrgang 1945) erlitt am 8. und 24. Dezember 2000 je einen Unfall an der
rechten Schulter. Mit Verfügung vom 22. Januar 2002 hat ihm die Schweizerische
Unfallversicherungsanstalt (Suva) eine Rente von 34% sowie eine
Integritätsentschädigung von 12.5% zugesprochen. Die Integritätsentschädigung hat
sie damit begründet, dass der Versicherte durch die Unfälle bleibend beeinträchtigt sei.
Leichtere Arbeiten an seinem bisherigen Arbeitsplatz in einer Schreinerei könne der
Versicherte wegen der Unfallfolgen am rechten Arm sowie an der rechten Schulter
noch zu 66% ausführen (IV act. 13 und 20). Diese Verfügung erwuchs in Rechtskraft.
A.b Der Versicherte meldete sich am 2. März 2002 zum Bezug von IV-Leistungen an. Er
gab an, er habe die Volksschule in Italien besucht und Schreiner gelernt. Seit
November 1997 arbeite er bei der Schreinerei Bach in Heiden und verdiene Fr. 5'150.--
pro Monat, wobei er seit dem 8. Dezember 2001 nur noch sechs Stunden pro Tag
arbeite. Weil er beide Schultern operieren müsse, sehe er keine Möglichkeit, je wieder
seinen Beruf als Schreiner ausüben zu können (IV act. 9).
A.c Die Arbeitgeberin berichtete der IV-Stelle des Kantons St. Gallen am 1. November
2002, der Versicherte erhalte auf Grund seiner Teilzeitarbeit von 66% seit dem 1.
Januar 2002 Fr. 3'432.-- pro Monat als Lohn. Ohne Gesundheitsschaden würde er
aktuell Fr. 5'200.-- pro Monat verdienen (IV act. 19). Im Arztbericht vom 7. November
2002 gab Dr. med. A._ folgende Diagnosen an: eine distale Bizepssehnenruptur
rechts (seit dem 8. Dezember 2000), eine Supraspinatussehnenruptur rechts (seit dem
24. Dezember 2000), eine Akromioplastik und Sehnennaht (seit dem 9. Februar 2001)
sowie eine Überlastung der linken Schulter mit Impingement und eine Arthroskopie der
linken Schulter (seit dem 16. September 2002). Ohne Auswirkung auf die
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Arbeitsfähigkeit bestehe eine Schmerzmittelunverträglichkeit. Dr. A._ attestierte dem
Versicherten eine seit dem 3. Juli 2002 bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit, weil
die Schulterbeschwerden zugenommen hätten. Für eine Arbeit ohne körperliche
Belastung sei der Versicherte theoretisch nicht eingeschränkt (IV act. 20).
A.d Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz empfahl in seiner Stellungnahme
vom 4. Juli 2003 eine orthopädische Begutachtung des Versicherten (IV act. 39). Am
18. Juli 2003 beauftragte die IV-Stelle Dr. med. B._, Orthopädie FMH, mit der
Begutachtung (IV act. 43). Dr. B._ gab in seinem Gutachten vom 18. Dezember 2003
die Diagnosen einer schmerzhaften Bewegungseinschränkung beider Schultern (nach
zweimaliger Naht der Supraspinatussehne rechts und subacrominalem Débridement
Schulter links), eines cervikovertebralen Schmerzsyndroms bei Osteochondrose und
Spondylarthrose der Halswirbelsäule, einer Pseudospondylolisthesis C3/4 und C4/5 mit
foraminaler Einengung sowie einer Ansatztendinose Plantaraponeurose der linken
Ferse an. Dazu führte Dr. B._ aus, die eingeschränkte Schulterfunktion führe dazu,
dass der Versicherte auf Grund dieser Beschwerden keine Überkopfarbeiten mehr
ausführen könne. Zusätzlich bestehe auch eine verminderte Stoss- und
Zugbelastbarkeit unterhalb der Horizontalen. Daraus resultiere vorwiegend wegen der
rechten Schulter eine zeitliche und qualitative Arbeitsunfähigkeit von 40% seit dem 28.
Mai 2001 (Abschluss der Rehabilitation nach dem ersten Eingriff). Auf Grund der
Zunahme der Beschwerden in der linken Schulter müsse ab 3. Juli 2002 eine
Arbeitsunfähigkeit von 50% als Schreiner attestiert werden. Für eine leichte Tätigkeit
ohne grossen Kraftaufwand und auf Tischhöhe bestehe eine ganztägige
Einsatzmöglichkeit. Allerdings dürfe man keine Zwangshaltungen mit Inklination des
Kopfes fordern. Bei dieser Einschätzung sei die geringe Behinderung durch die
Bizepssehnenruptur rechts und die gelegentlichen Knie- und Kreuzbeschwerden
mitberücksichtigt (IV act. 45). Auf Grund des fortgeschrittenen Alters des Versicherten
stellte die IV-Stelle auf die Arbeitsfähigkeitseinschränkung als Schreiner ab. Eine
adaptierte Tätigkeit könne er, nachdem er sein ganzes Leben als Schreiner gearbeitet
habe, nicht mehr finden, weil dazu die Anpassungsfähigkeit fehle (IV act. 47).
A.e Mit Verfügung vom 8. Juni 2004 sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine halbe
Rente ab 1. Juli 2003 zu. Zur Begründung führte sie aus, ihre Abklärungen hätten
ergeben, dass der Versicherte als Schreiner nur noch zu 50% arbeitsfähig sei. Das
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zumutbare Einkommen ohne Gesundheitseinschränkung betrage Fr. 67'600.-- pro
Jahr, mit Behinderung betrage es Fr. 33'800.--. Aus der Gegenüberstellung dieser
beiden Einkommen resultiere eine Erwerbseinbusse von Fr. 33'800.--, was einem
Invaliditätsgrad von 50% entspreche (IV act. 58).
A.f Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 30. Juni 2004 Einsprache. Er
beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 8. Juni 2004 und die Ausrichtung einer
ganzen Invalidenrente (IV act. 59). Am 23. Dezember 2004 reichte er zur Ergänzung
seiner Einsprache und als Nachweis seines schlechten Gesundheitszustandes einen
Arztbericht von Dr. med. C._, Orthopädie am Rosenberg, vom 6. Dezember 2004,
ein. Darin hatte Dr. C._ angegeben, die Regionale Arbeitsvermittlung (RAV) habe den
Versicherten unterdessen hinsichtlich der beruflichen Reintegration abgeklärt. Eine
adäquate Tätigkeit habe man nicht finden können. Einen Arbeitsversuch habe der
Versicherte auf Grund exazerbierender Schmerzen nach zwei Tagen abbrechen
müssen. Bei den Untersuchungen vom 11. Oktober und 21. Oktober 2004 habe der
Versicherte angegeben, aktuell stünden die polyartikulären Schmerzen in Händen und
Füssen sowie die Rücken- und Knieschmerzen links im Vordergrund. Dr. C._ führte in
seinem Bericht weiter aus, der Versicherte habe bei der Untersuchung leicht depressiv
gewirkt, der Kontakt sei aber adäquat gewesen. Ein MRI vom 14. Oktober 2004 habe
das Vorliegen eines erneuten Sehnendefekts im Supraspinatus bestätigt. Dr. C._
schloss daraus, dass eine ausgedehnte Rotatorenmanschettenruptur rechts vorliege.
Als Folge dieser Verletzung seien ein Kraftverlust und ein Funktionsverlust des
Supraspinatusmuskels entstanden. Trotz der ausgedehnten Akromioplastik sei der
Raum zwischen Schulterkopf und Schulterdach auf 5 mm reduziert, was die Funktion
der Rotatorenmanschette zusätzlich beeinträchtige (Impingement). Dr. C._
betrachtete den Versicherten rein mechanisch trotz der angeschlagenen Funktion als
Schreiner zu 50% arbeitsfähig. Überkopfarbeiten, Stoss- und Zugbelastungen
unterhalb der Horizontalen sowie forcierte Torsionsbelastungen seien aber nicht mehr
zumutbar. Weil diese Arbeiten bei einem Schreiner jedoch gerade gefordert seien, sei
die möglicherweise verbleibende Arbeitsfähigkeit von 50% gar nicht verwertbar,
weshalb der Versicherte als Schreiner vollumfänglich arbeitsunfähig sei. Eine nicht
belastende Tätigkeit wie zum Beispiel als Kurier oder Verkäufer sei seines Erachtens
mit dem Schulterleiden vereinbar. Allerdings kämen hier die nicht orthopädisch
bedingten Beschwerden des Versicherten (Rückenschmerzen, depressive Entwicklung
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mit psychosomatischen Beschwerden) als wesentliche Behinderung ins Spiel. Diese
würden vom behandelnden Arzt so eingeschätzt, dass auch in diesem Bereich eine
Arbeitsunfähigkeit von 70-75% resultiere (IV act. 69). Der Versicherte führte dazu aus,
Dr. C._ widerlege bzw. korrigiere in seinem detailliert begründeten Arztbericht die
Beurteilung von Dr. B._ überzeugend und nachvollziehbar. Dr. C._ habe seine
Einschätzung auf neueste radiologische Untersuchungen abstützen können. Gemäss
Dr. C._ sei die ihm verbliebene Restarbeitsfähigkeit als Schreiner nicht verwertbar. In
einer adaptierten Tätigkeit betrage die Arbeitsunfähigkeit 70-75%, weil hier nicht die
orthopädisch bedingten Beschwerden, sondern die Rückenschmerzen sowie die
depressive Entwicklung der psychosomatischen Beschwerden als wesentliche
Behinderung ins Spiel komme. Letztere würden von Dr. B._ in seinem Bericht
vernachlässigt, obwohl sie objektivierbar seien. Schliesslich beantrage er ein
Obergutachten, falls die nunmehr klare Lage nicht anerkannt werde (IV act. 69).
A.g Die IV-Stelle bat Dr. B._ am 18. Februar 2005, zum Arztbericht von Dr. C._
Stellung zu nehmen (IV act. 72). Dr. B._ erklärte am 11. März 2005, die Befunde der
MRI-Untersuchungsergebnisse stimmten überein. Bereits in seiner Untersuchung im
Dezember 2003 habe er eine Insuffizienz der Supraspinatusmuskulatur festgestellt. Die
Zunahme der Beschwerden müsse deshalb von den anderen Gelenken ausgehen. Er
halte weiterhin daran fest, dass dem Versicherten die zuletzt ausgeübte Arbeit im
Magazin ohne Montagen zu 50% zumutbar sei. Bei einer adaptierten Tätigkeit müsse
hingegen wegen der (von Dr. C._ festgestellten) Schmerzzunahme eine zeitlich
begründete Arbeitsunfähigkeit von 20% attestiert werden (IV act. 73).
A.h Weil sich Dr. B._ in seiner Stellungnahme auf die Ausführungen im Bericht von
Dr. C._ gestützt hatte, ohne den Versicherten nochmals selbst untersucht zu haben,
erachtete die IV-Stelle eine erneute Begutachtung als erforderlich (IV act. 76). Mit
Verfügung vom 12. Mai 2005 widerrief die IV-Stelle deshalb ihre Verfügung vom 8. Juni
2004. Sie stellte eine neue einsprachefähige Verfügung nach der Durchführung von
weiteren medizinischen Abklärungen in Aussicht. Zudem verfügte sie, die bereits
zugesprochene halbe Rente werde weiterhin ausgerichtet (IV act. 79). Mit Schreiben
vom 13. Mai 2005 informierte der Rechtsdienst die IV-Stelle, dass mit Widerruf der
Verfügung vom 8. Juni 2004 das Einspracheverfahren abgeschlossen sei (IV Act. 81).
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Der Versicherte erklärte sich am 20. Dezember 2005 sinngemäss mit diesem Vorgehen
einverstanden (IV act. 86).
A.i Am 17. Mai 2005 beauftragte die IV-Stelle die MEDAS Ostschweiz mit einer
interdisziplinären Begutachtung (IV act. 84). Am 6. Juli 2006 erstattete die MEDAS der
IV-Stelle ihr Gutachten. Hauptgutachter war Dr. med. D._, Innere Medizin /
Rheumatologie FMH, das Consiliargutachten wurde von Dr. med. E._, Eidg. Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie, erstellt. Als Hauptdiagnosen gaben die Fachärzte
einerseits eine Periarthropathia humeroscapularis beidseits mit einem Status nach
Akromioplastik und Sehnennaht der Supraspinatussehne rechts 02/01 und 12/01 sowie
ein arthroskopisches Débridement links 09/02, anderseits eine leichte depressive
Störung ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.00) an. Ohne wesentliche
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit lägen ein Alkoholabhängigkeitssyndrom bei
ständigem Substanzgebrauch (ICD-10 F10.25), ein rezidivierendes
zervikospondylogenes Syndrom bei degenerativen Veränderungen, eine leichte
Femoropatellararthrose sowie ein Status nach einer Kataraktoperation beidseits 04/06
und ein Status nach laparoskopischer Cholezystektomie 06/05 vor. Die Fachärzte
führten in ihrer Beurteilung aus, der Versicherte habe über die seit Jahren bestehenden
Schulterschmerzen geklagt, die momentan mehr linksseitig und vorwiegend beim
Hochheben der Arme oder beim "Draufliegen" bestünden. Ausserdem habe er
Beschwerden an den Knie- und Fingermittelgelenken sowie an den Fusssohlen
angegeben. Klinisch und radiologisch bestünden für die letzteren Beschwerden ausser
diskreten Arthrosezeichen am Patellaoberpol keine objektivierbaren Befunde. Die
Schultergelenke würden aktuell relativ ausgiebig bewegt mit einer Streckung und
Abduktion bis 120° bei Angabe eines schmerzhaften Bogens ab 60° sowie mit einer
mässigen Krepitation in beiden Schultergelenken bei bekannten degenerativen
Veränderungen vorwiegend der Supraspinatussehne und Ruptur der langen
Bizepssehne rechts. Bei der Untersuchung der BWS zeige sich eine diskret
angedeutete linksthorakale Skoliose mit leichtem Schulterhochstand rechts. Der
Versicherte gebe Druckdolenzen ab den Dornfortsätzen 10-12 sowie weitergehend
lumbal an. Sodann beklage er lumbale Beschwerden bei den einzelnen
Untersuchungen der LWS. Der PACT-Test zeige mit 81 von 200 möglichen Punkten
eine sehr tiefe Selbsteinschätzung der körperlichen Fähigkeiten, die auch nicht einer
leichten sitzenden Tätigkeit entsprechen würde. Hinsichtlich der
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Arbeitsfähigkeitsschätzung erachteten die Fachärzte die bisherige Schreinertätigkeit als
kaum mehr möglich, weil in diesem Beruf körperlich schwere Arbeit erforderlich sei, wie
sie der Versicherte nicht mehr ausführen könne. In einer körperlich leichten Tätigkeit
ohne grossen Kraftaufwand für die Arme, auf Arbeitstischhöhe und ohne
ausgesprochene Zwangshaltungen mit Inklination des Kopfes treffe die Beurteilung im
orthopädischen Gutachten von Dr. B._ vom 18. Dezember 2003 weiterhin zu. In einer
adaptierten Tätigkeit sei somit eine ganztägige Einsatzmöglichkeit zumutbar. Die
Leistungsfähigkeit sei auf Grund der psychiatrischen Faktoren, die wahrscheinlich
schon seit Jahren, sicherlich seit September 2005 bestünden, um 20% eingeschränkt.
Dr. C._ hingegen habe in seiner Arbeitsfähigkeitsbeurteilung Orthopädisch-
Fachliches (vorwiegend die Schulterproblematik) mit fachfremden Faktoren (depressive
Entwicklung mit psychosomatischen Beschwerden) vermischt. Diese Faktoren seien im
MEDAS-Gutachten aus fachärztlicher Sicht aufgeführt und in die Gesamtbeurteilung
integriert worden (IV act. 88, 89).
A.j Mit Vorbescheid vom 24. Januar 2007 stellte die IV-Stelle dem Versicherten eine
Viertelsrente entgegen der bisherig ausgerichteten halben Rente in Aussicht. Sie führte
dazu aus, nach der Einsprache seien weitere medizinische Abklärungen erfolgt. Diese
hätten ergeben, dass ihm eine körperlich leichte Tätigkeit noch zu 80% zumutbar sei.
Das Erwerbseinkommen ohne Behinderung betrage Fr. 69'854.--. Mit Behinderung
könne er gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2006 nach Abzug
von 20% auf Grund der reduzierten Leistung sowie mit einem zusätzlichen Abzug von
15% Fr. 39'657.-- verdienen. Aus der Gegenüberstellung dieser beiden Einkommen
resultiere ein Invaliditätsgrad von 43%. Bei einer Invalidität ab 40% bestehe Anspruch
auf eine Viertelsrente (IV act. 95, 98).
A.k Der Versicherte wandte am 14. Februar 2007 unter Beilage eines Arztberichts von
Dr. med. F._ ein, er sei mit der Zusprache einer Viertelsrente nicht einverstanden (IV
act. 102). Dr. F._ hatte in diesem Bericht vom 11. Februar 2007 erklärt, der
Gesundheitszustand des Versicherten habe sich verschlechtert. Es bestünden
chronische Beschwerden an den Schultergelenken beidseits, an der Lendenwirbelsäule
(LWS) und an der Brustwirbelsäule (BWS) sowie im Bereich des Abdomens, so dass
dem Versicherten in einer adaptierten Tätigkeit maximal eine Arbeitsfähigkeit von 25%
zuzumuten sei. Der RAD empfahl am 1. Mai 2007, die MEDAS zu den Einwänden des
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Versicherten sowie zur Beurteilung von Dr. F._ um eine Stellungnahme zu bitten (IV
act. 108). Die MEDAS wies am 15. Mai 2007 darauf hin, dass die von Dr. F._ geltend
gemachten Beschwerden, welche zu einer Verschlechterung geführt hätten, sämtliche
bereits im Gutachten erhoben worden seien. Es sei deshalb nicht davon auszugehen,
dass seit der Begutachtung eine Verschlechterung eingetreten sei, zumal sich der
Versicherte seit Jahren nicht mehr körperlich betätige (IV act. 111). Der Versicherte
liess seine Stellungnahme durch seinen Rechtsvertreter am 21. Mai 2007 ergänzen. Er
wandte ein, dass auf das MEDAS-Gutachten nicht abgestellt werden könne. Dieses sei
hinsichtlich der somatischen Beschwerden nicht durch einen Orthopäden erstellt
worden, was bei seinen Verletzungsfolgen aber erforderlich sei. Ein Rheumatologe
genüge dazu nicht. Es müsse deshalb erneut ein Gutachten in Auftrag gegeben
werden. Sodann sei bei ihm eine Anpassungsfähigkeit für eine andere Tätigkeit nicht
vorhanden (IV act. 112). Der RAD-Arzt Dr. G._ ging am 25. Mai 2007 auf Grund der
Stellungnahme der MEDAS davon aus, dass keine neuen medizinischen
Gesichtspunkte vorlägen, weshalb auf die Ergebnisse des MEDAS-Gutachtens vom 6.
Juli 2006 abgestellt werden könne (IV act. 113).
A.l Mit Verfügung vom 16. Juli 2007 sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine
Viertelsrente zu, weil die Gegenüberstellung der Einkommen mit und ohne Behinderung
einen Invaliditätsgrad von 43% ergeben hatte. Die IV-Stelle führte dazu aus, der
Versicherte habe keine neuen medizinischen Gesichtspunkte geltend gemacht. Sie
stütze sich nach wie vor auf die MEDAS-Abklärung ab. Nach Erlass der neuen
Verfügung werde sie die bisherige halbe Rente auf eine Viertelsrente herabsetzen (IV
act. 114).
B.
B.a Der Versicherte erhob am 28. August 2007 Beschwerde und beantragte die
Aufhebung der Verfügung vom 16. Juli 2007 sowie die Zusprache mindestens einer
halben Invalidenrente. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Vornahme weiterer
Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Der Beschwerdeführer
machte geltend, es könne nicht auf das MEDAS-Gutachten abgestellt werden, weil er
lediglich durch einen Rheumatologen und nicht durch einen Orthopäden untersucht
worden sei und weil diese Untersuchung erst noch sehr kursorisch erfolgt sei. So sei
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lediglich die Griffkraft als vermindert beschrieben worden. Zu welcher Kraftentwicklung
die Schultergelenke fähig seien und ob die Ruptur der Bizepssehne mit atrophem
Muskel zu einer Kraftminderung im Ellbogen führe, sei nicht untersucht worden. Damit
sei das Gutachten nicht geeignet, die abweichenden medizinischen Beurteilungen der
Dres. C._ und B._ zu würdigen bzw. zu begründen. Es bedürfe deshalb einer
erneuten Begutachtung durch einen Orthopäden im Sinne eines Obergutachtens (G
act. 1).
B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 20. September 2007 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie führte dazu aus, die
Beurteilung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers durch einen
Rheumatologen sei sachgerecht gewesen. Die MEDAS habe eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit als zumutbar erachtet. Die Reduktion der
Leistungsfähigkeit sei einzig psychisch begründet. Dr. C._ sei jedoch nicht
fachärztlich qualifiziert, den psychischen Gesundheitsschaden des Beschwerdeführers
zu beurteilen. Dem MEDAS-Gutachten komme diesbezüglich der grössere Stellenwert
zu, weil es den psychischen Gesundheitsschaden durch einen Psychiater habe
abklären lassen. Das Valideneinkommen betrage Fr. 67'600.-- (13 x 5'200.--). Das
Invalideneinkommen sei anhand der LSE-Tabellen zu berechnen. Für den
Beschwerdeführer geeignete Tätigkeiten seien etwa leichtere Maschinenbedienungs-,
Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten, leichtere Arbeiten bei Lager- und
Ersatzteilbewirtschaftung sowie Kurier- und leichtere Lieferdienste. Gemäss Anhang 2
der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, die sich auf die Tabellenlöhne
abstütze, betrage der entsprechende Wert für das Jahr 2002 Fr. 57'008.--. Der
Beschwerdeführer könne nur noch leichte Hilfstätigkeiten ausführen und sei zudem in
der Schulterbeweglichkeit eingeschränkt. Es rechtfertige sich daher, einen
sogenannten Leidensabzug von 20% vorzunehmen. Das Invalideneinkommen betrage
somit Fr. 36'485.-- (Fr. 57'000.-- x 0.8 x 0.8), woraus ein Invaliditätsgrad von 46%
resultiere. Der Beschwerdeführer habe Anspruch auf eine Viertelsrente. Die
angefochtene Verfügung sei rechtsmässig (G act. 4).
B.c In der Replik vom 4. Oktober 2007 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
fest. Er gab hinsichtlich der Begutachtung durch einen Rheumatologen der MEDAS an,
dass seine Beschwerden nicht nur einem Krankheitsbild entsprächen, sondern auch
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Unfallfolgen darstellten, weshalb der Beizug eines Orthopäden notwendig gewesen
wäre. Sodann sei eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes aktenkundig.
Einerseits habe Dr. B._ in seinem Bericht vom 11. März 2005 eine Zunahme der
Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 20% attestiert. Andererseits habe
Dr. F._ eine weitere Verschlechterung "in den letzten Monaten" beschrieben, die
nicht nur die Schulterproblematik, sondern auch die Beschwerden im Bereich der LWS,
der BWS und des Abdomens betreffen würden. Diesem Hinweis des Hausarztes im
Vorbescheidverfahren sei die Beschwerdegegnerin nicht gebührend nachgegangen.
Bei der Bemessung des Invalideneinkommens sei die Zumutbarkeit hinsichtlich der
persönlichen Verhältnisse unberücksichtigt geblieben. Da er aktuell 62-jährig sei, sei es
ihm kaum möglich, eine adaptierte Tätigkeit zu finden und eine Anpassungsfähigkeit für
eine andere Tätigkeit sei nicht mehr vorhanden (G act. 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 9. Oktober 2007 auf eine
Duplik (G act. 8).

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 Erw. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der angefochtenen Verfügungen vom 16. Juli 2007 eingetretenen Sachverhalt
abzustellen ist (BGE 121 V 366 Erw. 1b), sind die bis zum 31. Dezember 2007
geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.
1.2 Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 8. Juni
2004 eine halbe Rente zugesprochen. Dagegen hat der Beschwerdeführer Einsprache
erhoben. Die Beschwerdegegnerin hat mit Verfügung vom 12. Mai 2005 die
angefochtene Verfügung widerrufen und eine neue, einsprachefähige Verfügung in
Aussicht gestellt. Das Einspracheverfahren ist deshalb abgeschrieben worden. Der
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Beschwerdeführer hat sich mit Schreiben vom 20. Dezember 2005 sinngemäss mit
diesem Vorgehen einverstanden erklärt. Er hat denn auch weder gegen die
Widerrufsverfügung noch gegen die formlose Einstellung des Einspracheverfahrens
Beschwerde erhoben. Sowohl die Widerrufsverfügung vom 12. Mai 2005 als auch die
Abschreibung des Einspracheverfahrens sind somit in formelle Rechtskraft erwachsen.
Deshalb liegt kein Anwendungsfall der höchstrichterlichen Rechtsprechung gemäss
BGE 131 V 407 vor. Dort hatte die versicherte Person nämlich gegen die von der IV-
Stelle im Einspracheverfahren erlassene Widerrufsverfügung eine
Rechtsverweigerungsbeschwerde erhoben. Die in der Widerrufsverfügung vom 12. Mai
2005 zusätzlich verfügte Ausrichtung der halben Rente stellt eine Art von
Rentenbevorschussung dar. Auch diese Verfügung ist, obschon ohne rechtliche
Grundlage, in formelle Rechtskraft erwachsen. Mit der Verfügung vom 16. Juli 2007
endete die vorschussweise ausbezahlte Rente. Die Einstellung dieser vorschussweise
ausgerichteten Rente ist vorliegend nicht angefochten worden.
2.
Da die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine Invalidenrente zugesprochen
hat, gehört zum Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung
den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" (vgl. Kieser, ATSG-Kommentar,
Vorbemerkungen Rz. 33) beachtet und den Beschwerdeführer zu allfälligen geeigneten
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen angehalten hat. Denn wie sich aus Art. 16 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) ergibt, ist der Einkommensvergleich zur Bemessung des Invaliditätsgrads
erst nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen vorzunehmen. Sodann hat die versicherte Person die
Pflicht, wenn ohne berufliche Massnahmen ein Rentenanspruch droht, sich geeigneten
und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen zu unterziehen. Die Verwaltung ihrerseits
hat die Pflicht, vor dem Entscheid über die Rentenfrage von Amtes wegen alle
Eingliederungsmöglichkeiten zu prüfen und hierüber zu entscheiden (vgl. etwa das
Urteil IV 2006/111 des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. Juni 2007,
Erw. 2). Die Verfügung vom 16. Juli 2007 erwähnt die Eingliederungspflicht nicht. Das
muss so interpretiert werden, dass die Beschwerdegegnerin bereits in dieser
Verfügung – stillschweigend – jede Eingliederungsmassnahme verneint hat. Wäre das
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nicht der Fall, wäre die Rentenzusprache nämlich rechtswidrig. Der Beschwerdeführer
hat den Schreinerberuf erlernt und dann sein ganzes Leben diesen Beruf ausgeübt.
Deshalb war es ihm zu Beginn seiner Arbeitsunfähigkeit nicht zumutbar, in eine
Hilfsarbeit zu wechseln. Erst als absehbar war, dass er nie mehr voll als Schreiner
würde arbeiten können, hätte er im Rahmen seiner Schadenminderungspflicht einen
anderen Beruf erlernen oder eine weniger qualifizierte Hilfsarbeitertätigkeit annehmen
müssen (vgl. Ueli Kieser, Der praktische Nachweis des rechtserheblichen
Invalideneinkommens, in: Schaffhauser/Schlauri, Rechtsfragen der Invalidität in der
Sozialversicherung, St. Gallen, 1999, 54 ff.; zum zumutbaren Berufswechsel vgl. Urteil
I 11/00 des Bundesgerichts vom 22. August 2001 Erw. 5). Dem Beschwerdeführer ist,
wie unter Erw. 4.2 weiter unten ausgeführt wird, eine Hilfsarbeit in der
Holzverarbeitungsbranche zumutbar. In anderen Branchen könnte er seine verbliebene
Resterwerbsfähigkeit nicht mehr verwerten. Weiter ist festzuhalten, dass sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers auch hinsichtlich einer solchen Hilfsarbeit
verschlechtert hat. Unter Berücksichtigung der im MEDAS-Gutachten vom 6. Juli 2006
festgestellten Einschränkung von 20% in einer adaptierten Tätigkeit hätte der
Beschwerdeführer wahrscheinlich eine Erwerbseinbusse von über 20% zu erleiden,
weshalb ihm eine Anspruch auf Umschulung zustehen würde. Zum Zeitpunkt der
Begutachtung war der Beschwerdeführer mit Jahrgang 1945 aber bereits 61 Jahre alt.
Eine Umschulung auf einen anderen Beruf hätte er erst kurz vor seiner Pensionierung
beenden können, womit die verbleibende Aktivitätsdauer sehr kurz gewesen wäre. Dies
stellt deshalb keine verhältnismässige Eingliederungsmassnahme dar. Die Verneinung
jeder beruflichen Eingliederungsmöglichkeit erweist sich unter diesen Umständen als
rechtmässig. Die Verwaltung hat es allerdings unterlassen, in diesem Zusammenhang
die Frage der Ausrichtung von Einarbeitungszuschüssen zu prüfen.
3.
3.1 Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch
auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch
auf eine Viertelsrente.
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3.2 Die Höhe der behinderungsbedingten Erwerbseinbusse hängt vor allem von der
ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung ab, d.h. davon, in welchem Umfang für die
versicherte Person noch eine Tätigkeit in Betracht fällt (BGE 125 V 261 E. 4).
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Gutachtens ist nach der höchstrichterlichen
Rechtsprechung entscheidend, ob es für die streitigen Belange umfassend ist, auf
allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Gutachters begründet sind (vgl. BGE
125 V 351 E. 3a). Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt der Umstand allein, dass
eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in das Verfahren
eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert (ZAK 1986 S. 189 E. 2a in fine,
BGE 122 V 161 E. 1c).
3.3 Die Beschwerdegegnerin betrachtet die Arbeitsfähigkeitschätzung der MEDAS als
überzeugend, wonach dem Beschwerdeführer eine leichte Tätigkeit ohne grossen
Kraftaufwand für die Arme und auf Arbeitstischhöhe und ohne ausgesprochene
Zwangshaltungen mit Inklination des Kopfes bei einer Leistungseinschränkunkung von
20% ganztägig zumutbar sei. Der Beschwerdeführer stellt sich andererseits
hauptsächlich auf den Standpunkt, dass nicht auf das MEDAS-Gutachten abgestellt
werden könne, weil der Hauptgutachter Rheumatologe statt Orthopäde gewesen sei
und keine korrekte Untersuchung stattgefunden habe. Dr. D._ hat bei seiner
Untersuchung vom 6. Juni 2006 eine relativ aktiv bewegte Schulter mit einer Streckung
und Abduktion bis 120° bei Angabe eines schmerzhaften Bogens ab 60° sowie
mässiger Krepitation in beiden Schultergelenken gefunden. Die bekannten
degenerativen Veränderungen der Supraspinatussehne und die Ruptur der
Bizepssehne hat Dr. D._ nicht mehr im Detail aufgeführt. Als Diagnose hat Dr. D._
hauptsächlich eine Periarthropathia humeroscapularis beidseits angegeben. Aus den
Akten ergeben sich damit keine Indizien, dass Dr. D._ den Beschwerdeführer
unzureichend untersucht hätte. Dr. D._ ist als Rheumatologe im Bereich der
chronischen Krankheiten des Bewegungsapparates spezialisiert. Nachdem die
Operationen zur Rehabilitation der Unfallfolgen längere Zeit zurückliegen und die
Diagnose einer Periarthropathia humeroscapularis auf eine degenerative Krankheit
hinweist, ist die Untersuchung durch einen Spezialisten für chronische Krankheiten des
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Bewegungsapparates sachgerecht. Sodann fällt auf, dass sowohl Dr. C._ wie auch
Dr. D._ trotz ihrer jeweils anderen Fachrichtung übereinstimmend davon ausgehen,
dass der Beschwerdeführer auf Grund der erforderlichen körperlich schweren Arbeit im
angestammten Beruf die noch vorhandene Resterwerbsfähigkeit von 50% nicht mehr
umsetzen könne. Schliesslich wäre ein Rheumatologe ohne weiteres in der Lage, zu
beurteilen, ob ein Orthopäde für eine ausreichende Begutachtung hätte beigezogen
werden müssen. Dazu bestand nach den Akten kein Anlass. Auch aus diesem
Umstand erweist sich die Begutachtung durch einen Rheumatologen als sachgerecht.
3.4 Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. C._ hinsichtlich einer leidensangepassten
Tätigkeit ist mit 25-30% viel tiefer ausgefallen als diejenige der Fachärzte der MEDAS
mit 80%. In ihrem Gutachten vom 6. Juli 2006 haben letztere die erste Beurteilung von
Dr. B._ vom Dezember 2003 bestätigt und angegeben, dass dem Beschwerdeführer
eine körperlich leichte Arbeit ohne grossen Kraftaufwand für die Arme und auf
Arbeitstischhöhe und ohne ausgesprochene Zwangshaltung mit Inklination des Kopfes
ganztags zumutbar sei. Diese Leistungsfähigkeit werde nun durch eine einfache
depressive Störung um 20% vermindert. Hinsichtlich der Beurteilung von Dr. C._
weisen die MEDAS-Fachärzte darauf hin, dass diese nicht fachgerecht sei. Dr. C._
vermische in seiner Einschätzung Orthopädisch-Fachliches mit fachfremden Faktoren,
indem er eine depressive Entwicklung mit psychosomatischen Beschwerden in seiner
Leistungsbeurteilung berücksichtige. Damit hat man im Gutachten die abweichende
Beurteilung von Dr. C._ nachvollziehbar begründet. Hinsichtlich der Berücksichtigung
der psychischen Beschwerden durch Dr. C._ ohne entsprechende Fachausbildung
besteht tatsächlich ein grundlegender Mangel an seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung.
Aus seinem Arztbericht wird sodann nicht klar, ob er diese Beurteilung auf Angaben
des behandelnden Hausarztes abstützt oder sich selbst als behandelnden Arzt sieht.
Falls ersteres der Fall wäre, so fehlt es an einer entsprechenden Aktenquelle. Auf den
Arztbericht von Dr. C._ kann aus diesen Gründen nicht abgestellt werden.
3.5 Der Beschwerdeführer macht schliesslich geltend, dass sein Hausarzt in seinem
Bericht vom 11. Februar 2007 eine Verschlechterung der Situation attestiert habe,
welche auch die LWS und die BWS betreffe (IV-act. 103). Der Hausarzt hat diese
Aussagen gemacht, ohne sie jedoch im Detail zu belegen Die MEDAS hat dazu am 15.
Mai 2007 Stellung genommen und darauf hingewiesen, dass die vom Hausarzt
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aufgeführten Beschwerden umfassend im Gutachten erhoben worden seien. Der
Beschwerdeführer habe nämlich bereits gegenüber den Gutachtern Druckdolenzen ab
den Dornfortsätzen 10-12 sowie Schmerzen lumbal angegeben (IV-act. 111). In dieser
Situation wäre es jedoch sinnvoll gewesen, den Befund durch ein MRI weiter
abzuklären. Es rechtfertigt sich dennoch, da die MEDAS die Rückenprobleme
anerkannt hat, auf das Gutachten der MEDAS abzustellen. Dem Beschwerdeführer ist
somit gemäss dem Gutachten eine leidensangepasste Tätigkeit zu 80% zumutbar. Es
kann vorläufig dahingestellt bleiben, ob dieser Wert nicht zu optimistisch ist (vgl. Ziff.
5).
4.
4.1 Auf der Basis einer Arbeitsfähigkeit von 80% für eine leichte, leidensadaptierte
Tätigkeit ist im Folgenden der Invaliditätsgrad zu bemessen. Das Valideneinkommen
beläuft sich für das Jahr 2002 auf Fr. 67'600.-- (Fr. 5'200.-- x 13; vgl. IV act. 19), was
unbestritten ist.
4.2 Weil der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Verfügungserlasses nicht mehr
arbeitete, ist das Invalideneinkommen auf Grund der LSE-Tabellenlöhne zu bestimmen
(vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts vom 10. März 2008 [8C_119/2007] E. 5.2). Im
Gegensatz zur Beschwerdegegnerin kann dabei nicht auf das LSE-
Durchschnittseinkommen eines Mannes im tiefsten Anforderungsniveau (einfache und
repetitive Tätigkeiten) abgestellt werden. Wie die Beschwerdegegnerin nämlich bereits
im Jahr 2004 festgestellt hat, arbeitete der Beschwerdeführer sein ganzes Leben lang
als Schreiner. Bei der Zusprache einer halben Rente mit Verfügung vom 4. Juni 2008
wurde dem Beschwerdeführer eine Anpassungsfähigkeit für eine andere Tätigkeit nicht
mehr zugemutet (vgl. IV-act. 47 und 58). Daran kann sich nach Lage der medizinischen
Akten in der Zwischenzeit nichts geändert haben. Das Bundesgericht hat im
Zusammenhang mit dem Berufswechsel eines Selbständigerwerbenden bei der
Zumutbarkeit folgende Kriterien aufgestellt, welche auch hinsichtlich der Aufnahme
einer Hilfsarbeit angewendet werden können: Im Vordergrund stehen
rechtsprechungsgemäss bei den subjektiven Umständen die verbliebene
Leistungsfähigkeit sowie die weiteren persönlichen Verhältnisse, wie Alter, berufliche
Stellung, Verwurzelung am Wohnort ect. und bei den objektiven Umständen der
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ausgeglichen Arbeitsmarkt und die noch zu erwartende Aktivitätsdauer (Urteil des
Bundesgerichts vom 22. August 2001 i/S. P. [I 11/00] E. 5 a/bb). Aus subjektiver Sicht
ist dem Beschwerdeführer auf Grund seiner Arbeitsunfähigkeit aus psychischen
Gründen und den vorhandenen vielfältigen körperlichen Einschränkungen, seines
lebenslangen Berufs als Schreiner sowie seines fortgeschrittenen Alters von 62 Jahren
im Zeitpunkt der Verfügung vom 16. Juli 2007 eine Hilfsarbeitertätigkeit
vernünftigerweise nur noch in der ihm bekannten Holzverarbeitungsbranche zumutbar.
Objektiv fällt der Umstand ins Gewicht, dass dem Beschwerdeführer im vorliegend
massgeblichen Verfügungszeitpunkt noch eine Aktivitätsdauer von drei Jahren bis zur
Pensionierung zur Verfügung gestanden hätte und zusätzlich ein hoher Umstellungs-
und Einarbeitungsaufwand absehbar gewesen wäre. Dem Beschwerdeführer wäre es
im Sinne seiner Schadenminderungspflicht zumutbar gewesen, nach länger dauernder
Arbeitsunfähigkeit eine Hilfsarbeit in der Holzverarbeitung anzunehmen, wo er seine
vom bisherigen Beruf herrührenden Fertigkeiten noch am besten verwerten könnte.
Dazu ist er jedoch von der Beschwerdegegnerin abzumahnen. Dies ist sinngemäss
aber erst mit der Verfügung vom 16. Juli 2007 erfolgt. Für die verbleibende
Aktivitätsdauer ist dem Beschwerdeführer eine Einarbeitung in eine ihm fremde
Berufssparte nicht mehr zumutbar, wie dies die Beschwerdegegnerin bereits im 2004
festgestellt hat, weshalb auf das statistische Einkommen eines Arbeitnehmers in der
Holzverarbeitungsbranche abzustellen ist.
4.3 Im Jahr 2002 hat sich das durchschnittliche Monatseinkommen in der
Holzverarbeitungsbranche bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden pro
Woche auf Fr. 4'483.-- (Tabelle TA 1 der LSE 2002, S. 43) belaufen. Aufgerechnet auf
die damalige durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden ergibt sich ein
Jahreseinkommen von Fr. 56'082.--. Dieser Betrag ist um den Arbeitsunfähigkeitsfaktor
von 20% zu kürzen, was Fr. 44'866.-- ergibt.
4.4 Die Beschwerdegegnerin hat einen zusätzlichen Abzug von 20% vom statistischen
Einkommen anerkannt, weil der Beschwerdeführer nur noch leichte Hilfsarbeit
ausführen könne und zudem in der Schulterbeweglichkeit eingeschränkt sei. Der
oftmals als "Leidensabzug" bezeichnete Abzug hat nichts mit dem Leiden zu tun.
Vielmehr sollen damit jene Nachteile ausgeglichen werden, welche die versicherte
Person bei der statistischen Erhebung des Invalideneinkommens erleidet. Diese
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bewirkt – neben der Arbeitsunfähigkeit – auf den realen Arbeitsmarkt bezogen eine
zusätzliche Lohneinbusse. Denn die statistischen Tabellenlöhne werden auf der
Grundlage von Daten gesunder Arbeitnehmer erhoben. In BGE 126 V 75 neues Fenster
hat das Bundesgericht festgestellt, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass
Tabellenlöhne herabzusetzen seien, von sämtlichen persönlichen und beruflichen
Umständen des konkreten Einzelfalls (leidensbedingte Einschränkung, Alter,
Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) abhängig sei.
Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen sei nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, d.h. es sei nicht für jedes
Merkmal der entsprechende Abzug zu quantifizieren und die einzelnen Abzüge
zusammenzuzählen. Schliesslich sei der Abzug auf höchstens 25% zu begrenzen. Bei
der Überprüfung des gesamthaft vorzunehmenden Abzugs dürfe das
Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle
desjenigen der Verwaltung setzen; es müsse sich somit auf Gegebenheiten abstützen
können, die seine abweichende Ermessensausübung als nahe liegender erscheinen
liessen.
4.5 Vorliegend fällt ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer gegenüber einem
gesunden Konkurrenten für einen bestimmten Arbeitsplatz ein deutlich höheres
Krankheitsrisiko hat. Aus der Sicht eines ökonomisch denkenden Arbeitgebers senkt
dieses Risiko, dessen Verwirklichung die Gesamtlohnkosten des Betriebes erhöhen
würde, den "Wert" des Beschwerdeführers als Arbeitnehmer. Zudem ist er
behinderungsbedingt nicht oder nur sehr eingeschränkt in der Lage, bei Bedarf
Überstunden zu leisten. Um dies zu kompensieren und konkurrenzfähig zu bleiben,
müsste er mit einem entsprechend tieferen Lohn rechnen. Der Beschwerdeführer ist
körperlich und psychisch gegenüber einem gesunden Konkurrenten mit gleichem
Teilpensum klar benachteiligt, sodass er eine Lohneinbusse wird in Kauf nehmen
müssen. Ausserdem ist bei Männern im tiefsten Anforderungsniveau die Teilzeitarbeit
hochgerechnet auf ein Vollpensum statistisch gesehen schlechter entlöhnt als
Vollzeitarbeit (Tabelle T8* auf S. 28 der LSE 2002). Männer im tiefsten
Anforderungsniveau erzielten im Jahr 2002 mit einem zwischen 50% und 89%
liegenden Arbeitspensum aufgerechnet auf ein Vollpensum ein zwischen 8.5% und
10.4% tieferes Einkommen. Unter diesen Umständen rechtfertigt sich auf Grund der
bei den vorliegenden psychischen Beschwerden und der körperlichen Einschränkung
https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75
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zu erwartenden besonders ausgeprägten Nachteile sowie dem überproportionalen
Teilzeitnachteil den maximalen Abzug von 25%. Das Invalideneinkommen beläuft sich
demnach auf Fr. 33'649.--.
4.6 Bei einem Valideneinkommen von 67'600.-- und einem Invalideneinkommen von
Fr. 33'649.-- ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 50.2% Der Beschwerdeführer hat
somit Anspruch auf eine halbe Rente.
5.
Allerdings stellt sich ernsthaft die Frage, ob die Arbeitfähigkeitsschätzung der MEDAS
nicht zu optimistisch ausgefallen ist. Dr. B._ hat in seinem Aktengutachtens vom 11.
März 2005 angegeben, dass auf Grund der von Dr. C._ dokumentierten
Schmerzzunahme in anderen Gelenken als der Schulter eine Arbeitsunfähigkeit von
20% aus somatischen Gründen in einer adaptierten Tätigkeit begründet sei. Die
MEDAS-Ärzte haben aus somatischer Sicht keinerlei Einschränkung in einer
adaptierten Tätigkeit anerkannt und sich mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr.
B._ vom 11. März 2005 nicht auseinander gesetzt. Dies erstaunt insbesondere im
Hinblick auf die bereits früher erfolgte Beurteilung der Suva, welche eine
Einschränkung aus somatischer Sicht von 34% als begründet erachtet hatte, wobei der
Beschwerdeführer bereits damals nur noch leichte Arbeiten bei seiner letzten
Arbeitgeberin ausführte (IV-act. 20). Die Arbeitsfähigkeitsschätzung der MEDAS
erscheint deshalb zu optimistisch, weil zumindest ein vermehrter Pausenbedarf und
eine verminderte Belastbarkeit auf Grund der somatischen Einschränkungen
aktenmässig ausgewiesen ist (vgl. IV-act. 69 und 73). Dies deckt sich eigentlich mit der
Aussage des Hausarztes vom 11. Februar 2007, der eine Verschlechterung der
Situation beschreibt, ohne sie jedoch zu belegen (IV-act. 103). Es bestehen insgesamt
einige Gründe, die für eine Herabsetzung der Arbeitsfähigkeit sprechen könnten. Selbst
wenn man jedoch eine Arbeitsunfähigkeit von insgesamt 25-30% annehmen müsste,
wäre nicht mehr als eine halbe Rente gerechtfertigt. Bei diesem Ergebnis rechtfertigt es
sich nicht, auf Grund der Zweifel an der Arbeitsfähigkeitsschätzung der MEDAS eine
ergänzende Abklärung zu verlangen.
6.
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6.1 Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde gutzuheissen und die
angefochtene Verfügung vom 16. Juli 2007 dahingehend abzuändern, dass der
Beschwerdeführer ab dem 1. Juli 2003 Anspruch auf eine halbe Rente hat. Die Sache
wird zur Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten Leistung an die
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt. Da sie gemäss Art. 3
Abs. 1 lit. b des st. gallischen Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über die
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (sGS 350.1) Teil der
Sozialversicherungsanstalt und damit Teil einer selbständigen öffentlich-rechtlichen
Anstalt ist, kommt Art. 95 Abs. 3 VRP (Befreiung von der Pflicht zur Übernahme
amtlicher Kosten) nicht zur Anwendung (vgl. Urs Peter Cavelti/Thomas Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., 2003, Rz 792). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb
die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.
6.3 Die obsiegende beschwerdeführende Partei hat bei diesem Verfahrensausgang
einen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die Parteientschädigung bemisst sich
gemäss Art. 61 lit. g ATSG nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit
des Prozesses. Unter Berücksichtigung dieser Kriterien erweist sich eine
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG