Decision ID: 7f9504ae-86ee-55c5-9156-e67dbfe93b37
Year: 2004
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ In St. Gallen-Winkeln soll ein neues Fussballstadion als Ersatz für das veraltete
Stadion Espenmoos entstehen. Das Gesamtprojekt umfasst neben dem Stadion auch
ein Einkaufszentrum, einen Fachmarkt und einen Freizeitbereich. Das Einkaufszentrum
und das Fussballstadion St. Gallen-West werden zu einer erheblichen Zunahme des
Individualverkehrs führen, der ohne entsprechende Gegenmassnahmen negative
Auswirkungen und zusätzliche Belastungen in den umliegenden Gebieten zur Folge
haben würde. Betroffen wären vor allem die Wohn- und Arbeitsorte westlich des
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Sittergrabens, also die Quartiere Winkeln, Kräzern, Russen und Geissberg sowie das
Gebiet Gründenmoos.
Im Umweltverträglichkeitsbericht werden die zu erwartenden Verkehrsbelastungen
dargestellt und die nötigen Massnahmen behandelt. Für die Bewältigung der
Verkehrsproblematik sind eine Kombination von Massnahmen, vor allem ein massiver
Ausbau des öffentlichen Verkehrs, eine Beschränkung der Parkplatzzahl, ein System
mit ständiger Ueberprüfung des Verkehrsaufkommens sowie Schutzmassnahmen für
die umliegenden Quartiere vorgesehen. Diese flankierenden Massnahmen sind gemäss
den Auflagen des Entscheids über die Umweltverträglichkeit zwingend vorgesehen und
bilden eine der Voraussetzungen für die Bewilligung des Projekts.
Bei den flankierenden Schutzmassnahmen für die Quartiere geht es darum, den
unerwünschten Ausweich-, Such- und Parkverkehr durch die betroffenen Quartiere zu
unterbinden und die übermässige Belastung der Quartierparkplätze durch Kunden und
Angestellte des Einkaufszentrums bzw. des Freizeitzentrums oder Besucher des
Stadions zu verhindern. Entsprechende Massnahmen gehören zur Vorsorge aufgrund
der Umweltschutzgesetzgebung im Hinblick auf die Begrenzung der Umweltbelastung
durch das Projekt Einkaufszentrum/Stadion.
Für das Vorhaben wurden eine Aenderung des Zonenplans sowie ein
Ueberbauungsplanverfahren durchgeführt. Im Rahmen des
Ueberbauungsplanverfahrens wurde u.a. eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP)
vorgenommen. Die öffentliche Auflage des Ueberbauungsplans fand vom 9. Dezember
2002 bis 8. Januar 2003 statt. In der Folge wurden gegen den Plan verschiedene
Rekurse beim Baudepartement des Kantons St. Gallen erhoben. Im Rahmen des vom
Verkehrsclub der Schweiz (VCS) geführten Rekursverfahrens schlossen die Beteiligten
am 5./14. April 2004 einen Vergleich, in den neben dem Rekurrenten die Stadion St.
Gallen AG, die Stadt St. Gallen und das Amt für Raumentwicklung als
Genehmigungsbehörde für den Ueberbauungsplan einbezogen wurden. Der Vergleich
beinhaltet unter anderem, dass verschiedene verkehrliche Schutzmassnahmen
spätestens auf den Baubeginn des Projekts in Kraft zu setzen sind, nämlich Sperren
mit mechanischer Unterstützung der Einmündung Kräzernstrasse/Zürcherstrasse sowie
der Herisauer Strasse nördlich der Einmündung Bildweiherstrasse sowie eine erweiterte
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blaue Zone mit Anwohnerbevorzugung (Montag bis Samstag) im Wohngebiet Russen/
Sturzenegg inkl. Kräzernstrasse ab Nr. 43 sowie Parkuhren mit Gebührenpflicht in den
Industriegebieten Geissberg, Breitfeldstrasse, Mövenstrasse, Herisauer Strasse Nord
südlich der Einmündung Bildweiherstrasse, Industriestrasse sowie östlicher Teil der
Letzistrasse. Aufgrund des Vergleichs zog der VCS seinen Rekurs gegen den
Ueberbauungsplan Stadion St. Gallen zurück. Die anderen Rekurse wurden
abgewiesen oder ebenfalls nach Abschluss eines Vergleichs zurückgezogen.
Am 14. April 2004 erliess der Stadtrat St. Gallen verschiedene Verkehrsanordnungen,
die am 23. April 2004 veröffentlicht wurden. Im einzelnen handelt es sich um folgende
Massnahmen:
Gebiet Kräzern/Sturzenegg/Russen (Begrenzung durch Sittergraben, Zürcherstrasse,
Kräzernstrasse, Kräzernweg und nördliche SBB-Linie)
Zonensignalisation (Signal Nr. 2.59.1) "Erweiterte Blaue Zone" (EBZ) mit
Anwohnerbevorzugung, Montag-Samstag 8.00-19.00 Uhr, mit ergänzender Angabe
"Mit Parkkarte Russen/Sturzenegg unbeschränkt" (Signal Nr. 4.18).
Kräzernstrasse
Aufhebung des Zusatztextes beim bestehenden Verbot für Motorwagen und
Motorräder (Signal Nr. 2.13) im Bereich der Einmündung in die Zürcher Strasse.
Mövenstrasse
Zonensignalisation (Signal Nr. 2.59.1) Parkverbot (Signal Nr. 2.50) mit ergänzender
Angabe "Innerhalb markierter Parkfelder gestattet".
Beschränken der Parkzeit auf den markierten Parkfeldern und Aufstellen von
Sammelparkuhren. Höchstparkierzeit: Montag-Samstag 8.00-19.00 Uhr, max. 5 Std.;
Gebühr CHF 1.--/Std. (Signal Nr. 4.20).
Bildweiherstrasse
Parkverbot beidseitig (Signal Nr. 2.50)
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Linksabbiegen (Signal Nr. 2.38) mit ergänzender Angabe "Linienbusse, Rettungs- und
Strassenunterhaltsfahrzeuge, Fahrräder und Motorfahrräder ausgenommen" bei der
Einmündung in die Herisauer Strasse.
Herisauer Strasse
Kunklerstrasse bis Industriestrasse, Parkverbot beidseitig (Signal Nr. 2.50), Verbot für
Motorwagen und Motorräder mit ergänzender Angabe "Linienbusse, Rettungs- und
Strassenunterhaltsfahrzeuge gestattet" zwischen Bildweiher- und Kunklerstrasse
(Signal Nr. 2.13).
Aufhebung des Linksabbiegeverbotes in die Kunklerstrasse, Aufhebung des
Vortrittsrechtes (Signal Nr. 3.02) für Linienbusse, Rettungs- und
Strassenunterhaltsfahrzeuge, Fahrräder und Motorfahrräder auf dem mit mechanischer
Absperrung versehenen Strassenstück zwischen Bildweiher- und Kunklerstrasse.
Bewirtschaften von zwei Parkfeldern Höhe Liegenschaft Nr. 60/62 mit einer
Sammelparkuhr, Höchstparkierzeit: Montag-Samstag 8.00-12.00 Uhr und 14.00-19.00
Uhr, max. 2 Std.; Gebühr CHF 1.--/Std. (Signal Nr. 4.20).
Bewirtschaften des Parkplatzes Höhe Liegenschaft Nr. 70 mit einem Ticketautomat,
Höchstparkierzeit: Montag-Samstag 8.00-12.00 Uhr und 14.00-19.00 Uhr, max. 2 Std.;
Gebühr CHF 1.--/Std. (Signal Nr. 4.20).
Rechtsabbiegen (Signal Nr. 2.37) mit ergänzender Angabe "Linienbusse, Rettungs- und
Strassenunterhaltsfahrzeuge, Fahrräder und Motorfahrräder ausgenommen" bei der
Einmündung in die Bildweiherstrasse.
Kunklerstrasse
Aufhebung der Signalisation Rechtsabbiegen bei der Einmündung in die Herisauer
Strasse, Aufhebung des Lastwagenparkfeldes und Signalisation Parkverbot beidseitig
(Signal Nr. 2.50). Abbiegen nach rechts verboten (Signal Nr. 2.42) mit ergänzender
Angabe "Fahrräder und Motorfahrräder gestattet" bei der Einmündung in die Herisauer
Strasse.
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Industriestrasse
Zonensignalisation (Signal Nr. 2.59.1) Parkverbot (Signal Nr. 2.50) mit ergänzender
Angabe "Innerhalb markierter Parkfelder gestattet".
Bewirtschaften der Parkfelder Höhe Liegenschaft Nr. 3 und 3a durch
Sammelparkuhren, Höchstparkierzeit: Montag-Samstag 8.00-12.00 Uhr und
14.00-19.00 Uhr, max. 2 Std.; Gebühr CHF 1.--/Std. (Signal Nr. 4.20).
Bewirtschaften der Parkfelder Höhe Liegenschaft Nr. 9-13 durch Sammelparkuhren,
Höchstparkierzeit: Montag-Samstag 8.00-19.00 Uhr, max. 5 Std.; Gebühr CHF 1.--/
Std. (Signal Nr. 4.20).
Letzistrasse
Zonensignalisation (Signal Nr. 2.59.1) Parkverbot (Signal Nr. 2.50) mit ergänzender
Angabe "Innerhalb markierter Parkfelder gestattet" zwischen der Herisauer Strasse und
dem Ast Letzistrasse Nr. 12 bis 22b.
Bewirtschaften der Parkfelder Höhe Liegenschaft Nr. 3 mit einem Ticketautomat,
Höchstparkierzeit: Montag-Samstag 8.00-12.00 Uhr und 14.00-19.00 Uhr, max. 2 Std.;
Gebühr CHF 1.--/Std. (Signal Nr. 4.20).
Bewirtschaften der Parkfelder Höhe Liegenschaft Nr. 5-15 durch Sammelparkuhren,
Höchstparkierzeit: Montag-Samstag 8.00-19.00 Uhr, max. 5 Std.; Gebühr CHF 1.--/
Std. (Signal Nr. 4.20).
Breitfeldstrasse
Zonensignalisation (Signal Nr. 2.59.1) Parkverbot (Signal Nr. 2.50) mit ergänzender
Angabe "Innerhalb markierter Parkfelder gestattet".
Bewirtschaften der Parkfelder mit Sammelparkuhren, Höchstparkierzeit: Montag-
Samstag 8.00-19.00 Uhr, max. 5 Std.; Gebühr CHF 1.--/Std. (Signal Nr. 4.20).
Piccardstrasse
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Bewirtschaften der markierten Parkfelder mit Sammelparkuhren, Höchstparkierzeit:
Montag-Samstag 8.00-19.00 Uhr, max. 5 Std.; Gebühr CHF 1.--/Std. (Signal Nr. 4.20).
Edisonstrasse
Bewirtschaften der markierten Parkfelder mit Sammelparkuhr, Höchstparkierzeit:
Montag-Samstag 8.00-19.00 Uhr, max. 5 Std.; Gebühr CHF 1.--/Std. (Signal Nr. 4.20).
B./ Gegen diese Verkehrsanordnungen wurden beim Justiz- und Polizeidepartement
mehrere Rekurse erhoben. Unter anderem reichten X., Herisauer Strasse xx, und Y.,
Herisauer Strasse yy, am 4. Mai 2004 Rekurs ein. In der Rekursergänzung ihres
Rechtsvertreters vom 7. Juni 2004 beantragten sie, der Stadtratsbeschluss vom 14.
April 2004 und die darin erlassenen flankierenden Schutzmassnahmen und
Verkehrsanordnungen für die umliegenden Quartiere seien in allen Teilen aufzuheben,
alle im Zusammenhang mit dem Projekt Einkaufszentrum/Stadion notwendigen
Verfahren und Bewilligungsvoraussetzungen, insbesondere die verkehrlichen
Schutzmassnahmen, die mit dem Projekt Einkaufszentrum/Stadion sachlich in
Zusammenhang stehenden Strassenbauten sowie der Massnahmenplan zur
Verkehrsreduktion bei Ueberschreiten der zulässigen Werte seien in einem einzigen,
koordinierten Verfahren durch die zuständige federführende Behörde zu prüfen und
alsdann als Gesamtentscheid mit einheitlichem Rechtsmittel zu eröffnen, eventualiter
sei auf jegliche bauliche Massnahme zwischen Bildweiherstrasse und Kunklerstrasse
zu verzichten, subeventuell sei eine Zufahrtsstrasse zum Industriequartier
Mövenstrasse entlang dem Neuhofweg/Neuhofbrücke zu erstellen.
Das Justiz- und Polizeidepartement wies den Rekurs von X. und Y. mit Entscheid vom
13. September 2004 ab, soweit es darauf eintrat. Es sprach den Rekurrenten die
Legitimation ab, soweit ihre Rügen ausschliesslich Drittinteressen betrafen und soweit
sich ihre Begehren ausserhalb des Anfechtungsobjekts bewegten. Weiter hielt das
Departement fest, die angefochtenen Verkehrsmassnahmen könnten ausschliesslich in
strassenverkehrsrechtlicher Hinsicht beurteilt werden. Einwände, die sich gegen das
Projekt Einkaufszentrum/Stadion bzw. die damit zusammenhängenden Bau- und
Planungsverfahren richteten, seien nicht zu hören. Die Rüge der Verletzung des
rechtlichen Gehörs sei unbegründet. Ebenso sei die Rüge der Verletzung der
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Koordinationspflicht unbegründet. Im weiteren kam das Departement zum Schluss, die
streitigen Verkehrsanordnungen lägen im öffentlichen Interesse und seien
verhältnismässig.
C./ Mit Eingabe vom 28. September 2004 erhoben X. und Y. durch ihren
Rechtsvertreter Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragten was folgt:
"1. In Gutheissung der vorliegenden Beschwerde seien der angefochtene Entscheid
des Justiz- und Polizeidepartements vom 13. September 2004 sowie der Stadtrats-
Beschluss Nr. 4557 vom 14. April 2004 und die darin erlassenen flankierenden
Schutzmassnahmen und Verkehrsanordnungen für die umliegenden Quartiere in allen
Teilen aufzuheben.
2. Alle im Zusammenhang mit dem Projekt Einkaufszentrum/Stadion notwendigen
Verfahren und Bewilligungsvoraussetzungen, insb. die verkehrlichen
Schutzmassnahmen, die mit dem Projekt Einkaufszentrum/Stadion sachlich im
Zusammenhang stehenden Stras-senbauten sowie der "Massnahmen-Plan zur
Verkehrsreduktion bei Überschreiten der zulässigen Werte" seien in einem einzigen,
koordinierten Verfahren durch die zuständige federführende Behörde zu prüfen und
alsdann als Gesamtentscheid mit einheitlichem Rechtsmittel zu eröffnen.
3. Eventualiter sei auf jegliche bauliche Massnahme zwischen Bildweiherstrasse und
Kunklerstrasse (insb. mechanische Absperrung Höhe West-Center) zu verzichten.
Stattdessen sei die nördliche Herisauer Strasse vor der Einmündung der
Bildweiherstrasse mittels einer für den Durchgang des öffentlichen Verkehrs und
Rettungsfahrzeuge (Linienbusse, Sanität etc.) ausgerüsteten, absenkbaren Absperrung
zu versehen.
Subeventuell sei eine Zufahrtsstrasse zum Industriequartier Mövenstrasse entlang dem
Neuhofweg/Neuhofbrücke zu erstellen.
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
In ihrer Beschwerdeergänzung vom 19. Oktober 2004 hielten die Beschwerdeführer an
ihrem Rechtsbegehren fest. Sie rügen im wesentlichen eine Verletzung des rechtlichen
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Gehörs sowie eine Missachtung der Koordinationspflicht. Sodann erheben sie den
Einwand, es sei eine antizipierte Interessenabwägung erfolgt, und die Aenderung der
Vorschriften zum Ueberbauungsplan seien unzulässig. Die verkehrlichen
Schutzmassnahmen seien völlig ungenügend und teilweise ungeeignet. Auf die
einzelnen Vorbringen in der Beschwerde wird, soweit wesentlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Das Justiz- und Polizeidepartement, die Stadt St. Gallen sowie die Stadion St. Gallen
AG beantragen in ihren Vernehmlassungen vom 8./9./10. November 2004, die
Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdeführer. Auf ihre Vorbringen wird, soweit
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen näher eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ a) Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts zur Behandlung der
Beschwerde gegen den Rekursentscheid des Justiz- und Polizeidepartementes ist
gegeben (Art. 59bis Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1,
abgekürzt VRP). Die Beschwerdeführer sind grundsätzlich zur Ergreifung des
Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die
Beschwerdeerklärung vom 28. September 2004 und ihre Ergänzung vom 19. Oktober
2004 wurden rechtzeitig eingereicht und enthalten einen Antrag, eine Sachdarstellung
und eine Begründung (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs.
1 und 2 VRP). Insoweit sind die Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt.
b) Nicht näher einzutreten ist auf die Beschwerde, soweit alle Eingaben der
Beschwerdeführer an das Justiz- und Polizeidepartement als integrierender Bestandteil
der Beschwerdebegründung bezeichnet werden. In der Beschwerdeschrift bzw. in der
Beschwerdebegründung ist im einzelnen darzulegen, inwiefern der angefochtene
Entscheid auf einer unrichtigen bzw. unvollständigen Sachverhaltsfeststellung oder
einer unrichtigen Rechtsanwendung beruht. Pauschale Verweisungen auf Eingaben
vorhergehender Verfahren genügen der Begründungspflicht bzw. der Rügepflicht nicht.
Dies ist insbesondere auch deshalb nicht zulässig, weil die Ueberprüfungsbefugnis des
Verwaltungsgerichts gegenüber jener der Rekursinstanz eingeschränkt ist (Art. 61 Abs.
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1 und 2 VRP). Es ist nicht Aufgabe des Verwaltungsgerichts, in den Eingaben der
Beteiligten an die Vorinstanz nach Gründen zu suchen, weshalb der angefochtene
Entscheid unrichtig sein könnte (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im
Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 921 mit Hinweisen). Einzutreten ist somit
grundsätzlich auf diejenigen Rügen, die in den Beschwerdeeingaben vom 28.
September und 19. Oktober 2004 erhoben werden.
c) Die Vorinstanz ist auf den Rekurs in zwei Punkten mangels Legitimation der
Beschwerdeführer nicht eingetreten. Im einzelnen betrifft dies Einwendungen gegen
das Parkverbot an der Herisauer Strasse, bei dem die Beeinträchtigung von Interessen
Dritter gerügt wurde, sowie um das Subeventualbegehren, es sei eine Zufahrtsstrasse
zum Industriequartier Mövenstrasse zu erstellen.
Nach Art. 45 Abs. 1 VRP ist zur Erhebung des Rekurses berechtigt, wer an der
Aenderung oder Aufhebung der Verfügung oder des Entscheides ein eigenes
schutzwürdiges Interesse dartut. Die Rechtsmittelbefugnis wird dagegen verneint,
wenn jemand mit der Prozessführung nicht eigene Interessen verfolgt, sondern
Interessen Dritter oder Allgemeininteressen (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 388).
Soweit im Rekurs Einwendungen gegen ein Parkverbot an der Herisauer Strasse
erhoben wurden, hielt die Vorinstanz fest, die Beschwerdeführer würden damit
Interessen Dritter geltend machen. Dies trifft zu; die Beschwerdeführer machten
geltend, einer bestimmten Liegenschaft bzw. deren Eigentümerin seien genügend
Parkplätze im Bereich der Herisauer Strasse zugesichert. Sie machten somit Interessen
jener Grundeigentümerin geltend, wozu ihnen gestützt auf Art. 45 Abs. 1 VRP die
Berechtigung nicht zustand. Die Beschwerdeführer setzen sich zudem mit den
vorinstanzlichen Erwägungen über das Fehlen ihrer Legitimation zu dieser Rüge nicht
auseinander. Die Beschwerde erweist sich daher in diesem Punkt als unbegründet.
Die Vorinstanz erwog zum Subeventualbegehren, es sei eine neue Zufahrtsstrasse zum
Industriegebiet Mövenstrasse entlang dem Neuhofweg/Neuhofbrücke zu erstellen, eine
solche Strasse sei nicht Gegenstand des Stadtratsbeschlusses vom 14. April 2004. Es
fehle daher an einem Anfechtungsobjekt. Fragen, welche nicht Gegenstand der
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angeordneten Verkehrsmassnahmen seien, könnten im Rechtsmittelverfahren nicht
Streitgegenstand werden.
Zwar trifft es zu, dass in einem Rechtsmittelverfahren nicht beliebig neue
Streitgegenstände aufgeworfen werden können, die nicht Teil der angefochtenen
Verfügung sind. Im vorliegenden Fall fragt es sich aber, inwieweit die Beschwerdeführer
im Rekursverfahren im Rahmen der Anfechtung einzelner Verkehrsmassnahmen nicht
Anträge stellen durften, es sei eine alternative Verkehrsregelung oder allenfalls der
Neubau einer Strasse vorzunehmen. Es erscheint jedenfalls fraglich, ob ein
Rechtsbegehren, das eine bisher nicht in Betracht gezogene Massnahme verlangt,
ungeachtet des Sachzusammenhangs mit dem Gegenstand der angefochtenen
Verfügung unzulässig ist.
In der Beschwerde wird dazu lediglich vorgebracht, das Koordinationsgebot und die
erforderliche Gesamtschau aller relevanten Aspekte hätten dazu führen müssen, dass
eine neue Zufahrt zum Industriegebiet Mövenstrasse über die Neuhofbrücke zu prüfen
und miteinzubeziehen sei. Es sei deshalb unbehelflich, wenn die Vorinstanz einwende,
es fehle diesbezüglich an einem Anfechtungsgegenstand. Wäre eine Gesamtschau und
Koordination erfolgt, wären derartige Massnahmen ebenfalls zu prüfen gewesen.
Mit der Rüge, ein Argument sei unbehelflich, wird indessen nicht konkret dargetan,
inwiefern der Entscheid auf einer fehlerhaften Tatsachenfeststellung oder
Rechtsanwendung beruht. In der Beschwerde werden jedenfalls keine konkreten
Gründe genannt, die den Verzicht auf eine neue Zufahrt zum Gebiet Mövenstrasse als
geradezu rechtswidrig erscheinen lassen. Soweit die Beschwerdeführer bemängeln,
diese neue Zufahrt hätte im Rahmen des Ueberbauungsplanverfahrens geprüft werden
müssen, sind sie zu dieser Rüge im vorliegenden Verfahren nicht befugt (vgl. unten
Erw. 3 e). Auch führen sie nicht näher aus, welche konkreten Aspekte in die nach ihrer
Auffassung erforderliche Gesamtschau hätten einbezogen werden müssen. Soweit also
dem Subeventualbegehren auf Erstellung einer neuen Zufahrt zum Gebiet
Mövenstrasse im Ergebnis nicht entsprochen wurde, erweist sich die Beschwerde bzw.
das darin wiederholte Subeventualbegehren als unbegründet.
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d) Der Stadtrat erliess eine Vielzahl von Verkehrs-anordnungen im betroffenen Gebiet.
Die Beschwerdeführer haben diese im Rekurs integral angefochten und deren
Aufhebung verlangt. Auch im Beschwerdeverfahren beantragen sie die Aufhebung
sämtlicher Verkehrsmassnahmen. Konkret wenden sie sich allerdings nur gegen die
vorgesehene Durchfahrtssperre zwischen Kunklerstrasse und Bildweiherstrasse sowie
deren Auswirkungen auf das Verkehrsaufkommen auf der Herisauer Strasse
(Beschwerde Ziff. 4.1 und 4.3). Die übrigen Rügen richten sich nicht gegen konkrete
Verkehrsmassnahmen, sondern bemängeln generell eine Verletzung des rechtlichen
Gehörs (Ziff. 1), eine Verletzung der Koordinationspflicht (Ziff. 2) sowie die
Aenderungen des Ueberbauungsplans im Rahmen des im Rekursverfahren
geschlossenen Vergleichs (Ziff. 3). Der Ueberbauungsplan als solcher und der im
entsprechenden Rekursverfahren abgeschlossene Vergleich sind indes nicht
Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Soweit die Beschwerdeführer diesen Plan
sowie Verfahrensmängel bei dessen Zustandekommen beanstanden, ist nicht weiter
darauf einzutreten. Zu prüfen sind indessen jene Einwendungen, die im
Zusammenhang mit der Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs und der
Koordinationspflicht erhoben werden.
2./ Die Beschwerdeführer rügen eine Verletzung ihres rechtlichen Gehörs. Sie hätten
sich zum Vergleich zwischen VCS, Stadion St. Gallen AG, Stadtrat St. Gallen und Amt
für Raumentwicklung nie äussern können. Die Auffassung des Stadtrates, wonach die
Verkehrsbeschränkung eine Allgemeinverfügung darstelle, welche keinen Anspruch auf
individuelle Anhörung gewähre, könne nicht geteilt werden. Die Beschwerdeführer
seien als sogenannte Spezialadressaten zu betrachten, welche durch die ergangene
Anordnung wesentlich schwerwiegender betroffen würden als die übrige Vielzahl der
Normadressaten und welche daher einen Anspruch auf individuelle Anhörung hätten.
Die Beschwerdeführer und weitere Spezialadressaten seien über den Vergleich und die
darin vereinbarten verkehrlichen Schutzmassnahmen völlig unzureichend informiert
worden. Die Orientierungsversammlung im Herbst 2003 sei unmerklich in der
Tageszeitung publiziert und bereits drei Tage später abgehalten worden. Der
Verfahrensfehler könne nicht durch nachträgliches Gewähren des rechtlichen Gehörs
geheilt werden, indem die Betroffenen die Möglichkeit hätten, ein
Rechtsmittelverfahren anzuheben.
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a) Nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV) haben die
Parteien in einem Verwaltungsverfahren Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche
Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, anderseits stellt es ein
persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher
in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu gehört insbesondere das Recht der
Betroffenen, sich vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur
Sache zu äus-sern und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken
oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den
Entscheid zu beeinflussen (vgl. statt vieler BGE 127 I 56 mit Hinweis; Cavelti/Vögeli,
a.a.O., Rz. 77).
b) Bei den angefochtenen Verkehrsanordnungen handelt es sich um sogenannte
Allgemeinverfügungen. Diese regeln zwar einen konkreten Gegenstand, wenden sich
aber an einen mehr oder weniger grossen, offenen oder geschlossenen
Adressatenkreis (vgl. etwa BGE 126 II 302, 125 I 317). Gegenüber
Allgemeinverfügungen besteht in der Regel kein Anspruch auf individuelle Anhörung;
solche Anordnungen werden diesbezüglich den Rechtssätzen gleichgestellt (BGE 119
Ia 150). Eine Ausnahme kann dann gelten, wenn einzelne Personen als sogenannte
Spezialadressaten durch die ergangene Anordnung wesentlich schwerwiegender
betroffen werden als die übrige Vielzahl der Normadressaten; ihnen muss Gelegenheit
zur Aeusserung gewährt werden (BGE 119 Ia 150 mit Hinweis auf Tobias Jaag, Die
Allgemeinverfügung im schweizerischen Recht, in: ZBl 85/1984, S. 448 f.; M. Albertini,
Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör im Verwaltungsverfahren des
modernen Staates, Diss. Bern 2000, S. 184 mit Hinweisen).
c) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes besteht bei
verkehrsbeschränkenden Anordnungen aufgrund von Art. 3 Abs. 3 und 4 des
Bundesgesetzes über den Strassenverkehr (SR 741.01, abgekürzt SVG) und Art. 107
Abs. 1 der Signalisationsverordnung des Bundes vom 5. September 1979 (SR 741.21)
kein Anspruch auf individuelle Anhörung. Nach diesen Bestimmungen werden
Verkehrsbeschränkungen durch die zuständige Behörde verfügt und mit