Decision ID: 81af8b8a-675a-5691-a491-a242d93ac417
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. E._ (geboren am 10. Juni 2010) ist die gemeinsame Tochter von B. und C._. Im
Schuljahr 2015/2016 besuchte sie den Kindergarten in der Schulgemeinde x (seit
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1. Januar 2017 Einheitsgemeinde), nachdem sie ein Jahr vom Kindergartenantritt
zurückgestellt worden war. Ab Dezember 2015 fand an drei Vormittagen pro Woche
eine Begleitung durch eine Klassenassistenz statt. Im Juni 2016 wurde E._ vom
Schulpsychologischen Dienst des Kantons St. Gallen (SPD) abgeklärt. Mit Bericht vom
24. Juni 2016 empfahl der SPD ab Schuljahr 2016/2017 eine vollumfängliche
Klassenassistenz, vorläufig befristet für ein Jahr, sowie den Wechsel des Kindergartens
innerhalb von X. Am 26. Juni 2016 teilten die Eltern dem Schulrat mit, von der
Privatschule „Schule A._“ für E._ die definitive Zusage für einen Platz in der
Basisstufe erhalten zu haben, wobei ebenfalls eine vollumfängliche Klassenassistenz
vorgeschlagen worden sei. Gleichzeitig beantragten sie, dass sich die Schulgemeinde
x an den Kosten der privaten Klassenassistenz im Rahmen der gemäss Bericht des
SPD von E._ benötigten Regelkindergarten-Klassenassistenz in X beteilige. Mit
Verfügung vom 7. Juli 2016 beschloss der Schulrat, dass die Schulgemeinde x die
Klassenassistenz mit einem Ansatz von CHF 31.15 pro Lektion für 12 Lektionen pro
Woche mitfanziere, befristet bis Ende Dezember 2016. Zur Begründung brachte er im
Wesentlichen vor, dass diese auch in der Regelklasse gesprochen werden müsste. In
der Folge besuchte E._ ab 15. August 2016 die Basisstufe der Privatschule „Schule
A._“. Die Finanzierung der Klassenassistenz wurde mit Schreiben vom 16. Dezember
2016 bis am 3. Februar 2017 verlängert.
B. Mit Bericht vom 22. Dezember 2016 empfahl der SPD, E._ bis zum Ende des
Schuljahres 2016/2017 weiterhin in der „Schule A._“ zu beschulen. Am 17. Januar
2017 beantragten B. und C._ beim Schulrat X eine Kostenbeteiligung in der Höhe von
CHF 30‘000 pro Jahr für den Integrationsplatz der Tochter in der „Schule A._“;
zusätzlich ersuchten sie um Unterstützung bei der Beantragung einer zusätzlichen
Kostenübernahme durch den Kanton im Umfang von 50 Prozent der Kosten für die
Schulassistenz. Mit Verfügung vom 20. Januar 2017 wies der Schulrat die Gesuche ab.
Gleichzeitig teilte er mit, im Sinn einer Besitzstandswahrung bereit zu sein, einmalig
und befristet bis am 7. Juli 2017 die Kosten für eine Klassenassistenz an der „Schule
A._“ in der Höhe von CHF 31.15 pro Lektion für 12 Lektionen pro Woche zu
übernehmen; ab dem Schuljahr 2017/2018 übernehme die Schule X keinerlei Kosten
mehr für eine Beschulung von E._ an der Privatschule „Schule A._“.
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C. Gegen den Entscheid des Schulrats X vom 20. Januar 2017 rekurrierten B. und C._
am 6. Februar 2017 an das Bildungsdepartement. Wegen geplanter
Vergleichsgespräche mit der Gemeinde x wurde das Verfahren bis 7. April 2017 sistiert.
Mit Rekursergänzung vom 7. April 2017 teilten die Eltern von E._ mit, dass das
beabsichtigte Einigungsgespräch nicht innert nützlicher Frist geführt werden könne,
weshalb das Rekursverfahren fortzusetzen sei. Nach einer weiteren Abklärung durch
den SPD im Mai 2017 (Bericht vom 16. Juni 2017) wies das Bildungsdepartement den
Rekurs mit Entscheid vom 16. Januar 2018 ab.
D. Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 30. Januar 2018 und Ergänzung vom
23. Februar 2018 erhoben B. und C._ (Beschwerdeführer) gegen den Rekursentscheid
des Bildungsdepartements (Vorinstanz) Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem
Antrag, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen sei der angefochtene Entscheid
aufzuheben und der Schulrat der Gemeinde x sei anzuweisen, die Kosten für den
Integrationsplatz zuzüglich Klassenassistenz von sechs Halbtagen pro Woche für die
Beschulung von E._ an der Privatschule „Schule A._“, für das zweite Semester des
Schuljahres 2016/2017 zu übernehmen; allenfalls sei der angefochtene Entscheid
aufzuheben und es sei der Schulrat der Schulgemeinde x anzuweisen, die Kosten für
die Klassenassistenz von sechs Halbtagen pro Woche für das zweite Semester des
Schuljahres 2016/2017 zu übernehmen. Weiter sei der Schulrat anzuweisen, die
Verfügung, dass ab dem Schuljahr 2017/2018 keinerlei Kosten für die Beschulung von
E._ an der Privatschule „Schule A._“ übernommen werde, aufzuheben, wobei der
Schulrat zu verpflichten sei, die Kosten für die Beschulung an der „Schule A._“ fürs
Schuljahr 2017/2018 zu übernehmen. Die Vorinstanz und der Schulrat der politischen
Gemeinde x (Beschwerdegegnerin) beantragten in ihren Vernehmlassungen vom 16.
bzw. 26. März 2018, die Beschwerde sei abzuweisen, wobei sie auf weitere
Ausführungen verzichteten und zur Begründung auf den angefochtenen Entscheid
verwiesen. Die Beschwerdeführer wandten sich am 28. Mai und 2. Juli 2018 mit
weiteren Eingaben an das Verwaltungsgericht und reichten unter anderem einen
aktuellen Bericht des SPD vom 14. Juni 2018 ein. Sie teilten ausserdem mit, dass E._
ab dem Schuljahr 2018/2019 im Haus K._ in P._, beschult werde.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten, den angefochtenen Entscheid und die
Akten ist – soweit notwendig – in den nachstehenden Erwägungen einzugehen.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Als gesetzliche
Vertreter (vgl. Art. 304 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, SR 210, ZGB)
sind die Eltern von E._ zur Ergreifung des Rechtsmittels sowohl in eigenem als auch in
ihrem Namen grundsätzlich legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP;
BGer 2C_433/2011 vom 1. Juni 2012 E. 1.2; VerwGE B 2014/247 vom 30. Juni 2015
E. 1.2 und B 2014/113 vom 27. November 2015 E. 1, www.gerichte.sg.ch). Die
Beschwerdeeingabe vom 30. Januar 2018 erfolgte rechtzeitig und erfüllt zusammen mit
der Ergänzung vom 23. Februar 2018 formal und inhaltlich die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP).
Auf die Beschwerde ist somit grundsätzlich einzutreten.
Da der angefochtene Rekursentscheid an die Stelle der ihm zugrundeliegenden
Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 20. Januar 2017 getreten ist
(„Devolutiveffekt“, BGE 134 II 142 E. 1.4; BGer 1C_166/2013 vom 27. Juni 2013 E. 1.1
und 2C_204/2015 vom 21. Juli 2015 E. 1.2), kann auf die Beschwerde, soweit mit dem
Antrag, gegenüber dem Schulrat seien diverse Anweisungen zu erlassen, formell die
Aufhebung der Verfügung der Beschwerdegegnerin beantragt wird, nicht eingetreten
werden.
2. Die Beschwerdeführer stellen die Beweisanträge, die Schulleiterin und den
ehemaligen Schulratspräsidenten als Zeugen einzuvernehmen sowie den
Beschwerdeführer als Partei zu befragen. Darauf kann verzichtet werden. Die
vorliegend entscheidrelevanten tatsächlichen Verhältnisse ergeben sich aus den
Verfahrensakten (vgl. zur antizipierten Beweiswürdigung BGer 8C_649/2017 vom
4. Januar 2018 E. 7.6.2 mit Hinweisen).
3.
3.1. Art. 19 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101,
BV) und Art. 2 lit. m der Verfassung des Kantons St. Gallen (sGS 111.1, KV)
bis
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gewährleisten den Anspruch auf ausreichenden und unentgeltlichen
Grundschulunterricht. Diese Normen begründen den rechtlich durchsetzbaren
verfassungsmässigen Individualanspruch auf eine positive staatliche Leistung im
Bildungsbereich. Sie umschreiben damit ein soziales Grundrecht. „Schulpflichtige“ in
diesem Sinne und Träger des Rechtsanspruchs sind Kinder und Jugendliche vom
Kindergarten, soweit dieser obligatorisch ist, bis und mit der Sekundarstufe (vgl. BGE
140 I 153 E. 2.3.1 mit Hinweisen). Für das Schulwesen sind die Kantone zuständig
(Art. 3 und Art. 62 Abs. 1 BV). Sie müssen in organisatorischer, fachlicher und
finanzieller Hinsicht für einen ausreichenden Grundschulunterricht sorgen, der allen
Kindern offensteht (Art. 62 Abs. 2 Satz 1 BV). Dieser muss angemessen und geeignet
sein; er soll genügen, um die Schüler sachgerecht auf ein selbstverantwortliches Leben
im modernen Alltag vorzubereiten. Der verfassungsrechtliche Anspruch umfasst nur ein
angemessenes, erfahrungsgemäss ausreichendes Bildungsangebot an öffentlichen
Schulen. Ein darüber hinausgehendes Mass an individueller Betreuung, das theoretisch
immer möglich wäre, kann mit Rücksicht auf das staatliche Leistungsvermögen nicht
eingefordert werden. Der verfassungsmässige Anspruch auf unentgeltlichen
Grundschulunterricht gebietet mit anderen Worten nicht die optimale bzw. geeignetste
überhaupt denkbare Schulung eines Kindes (vgl. BGE 141 I 9 E. 3.2 f. mit Hinweisen).
Der Grundschulunterricht ist obligatorisch und untersteht staatlicher Leitung oder
Aufsicht. An öffentlichen Schulen ist er unentgeltlich (Art. 62 Abs. 2 Satz 2 und 2 BV).
Ergänzend zur Regelschule (Art. 62 Abs. 2 BV) obliegt den Kantonen eine vergleichbare
Pflicht zum Betrieb der erforderlichen Sonderschulen. Gemäss Art. 62 Abs. 3 BV haben
sie für eine ausreichende Sonderschulung aller behinderten Kinder und Jugendlichen
bis längstens zum vollendeten 20. Altersjahr zu sorgen (vgl. hierzu auch Art. 197 Ziff. 2
BV und Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Beseitigung von
Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen,
Behindertengleichstellungsgesetz, SR 151.3, BehiG, und Art. 3 lit. b KV; vgl. zum
Ganzen VerwGE B 2017/59 vom 23. März 2018 E. 6.1, B 2014/132 vom 19. Juli 2016
E. 3.1, www.gerichte.sg.ch).
3.2. Die Verfassung des Kantons St. Gallen gewährleistet das Recht, Privatschulen zu
gründen, zu führen und zu besuchen (Art. 3 Ingress und lit. a KV). Der Besuch einer
Privatschule beruht auf einem privatrechtlichen Schulvertrag zwischen den Eltern und
der Privatschule. Die Eltern wählen den Privatschulbesuch aus freiem Entschluss und
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angesichts des flächendeckenden und verfassungsrechtlich ausreichenden öffentlichen
Schulangebots ohne Not. Der Entschluss der Eltern, ihr Kind an Stelle der öffentlichen
Volksschule eine anerkannte Privatschule besuchen zu lassen, ist grundsätzlich
unteilbar: Mit der Privatschule wird deren ganzes Angebot gewählt und auf das
gesamte Angebot der öffentlichen Volksschule verzichtet. Die Schulgemeinde bleibt
indessen jederzeit bereit bzw. verpflichtet, ein aus der Privatschule zurückkehrendes
Kind wieder in den unentgeltlichen öffentlichen Unterricht aufzunehmen. Auf
Privatschulen findet der Grundsatz der Unentgeltlichkeit keine Anwendung. Aus Art. 19
und Art. 62 Abs. 2 Satz 3 BV ergibt sich zudem kein Anspruch auf staatliche
(Mit-)Finanzierung des privaten Grundschulunterrichts, jedenfalls so lange nicht, als an
öffentlichen Schulen ein ausreichender Unterricht angeboten wird. Ferner kann ein
Anspruch auf fallweise Übernahme des Schulgeldes durch den Staat bejaht werden,
wenn dem betreffenden Schulkind aufgrund schwerwiegender individueller Probleme
der ausreichende Grundschulunterricht an keiner öffentlichen Schule gewährt werden
kann, so dass als ultima ratio nur der Besuch einer spezialisierten privaten
Bildungseinrichtung den grundrechtlichen Anspruch von Art. 19 BV einlösen kann (vgl.
VerwGE B 2017/59 vom 23. März 2018 E. 6.2, B 2014/132 vom 19. Juli 2016 E. 3.2,
jeweils mit weiteren Hinweisen, www.gerichte.sg.ch).
3.3. Die anerkannten privaten Sonderschulen sind Teil der öffentlichen Volksschule
(Art. 1 Abs. 1 VSG). Kinder mit besonderem Bildungsbedarf, namentlich mit
Schulschwierigkeiten, Verzögerungen oder Beeinträchtigungen in der Entwicklung,
Behinderungen oder besonderen Begabungen werden durch sonderpädagogische
Massnahmen unterstützt (Art. 34 Abs. 1 VSG). „Besonderer Bildungsbedarf“ ist ein
Oberbegriff, an den einzelfallbezogen sonderpädagogische Massnahmen geknüpft
werden. Gemäss Art. 35 VSG orientieren sich sonderpädagogische Massnahmen am
Bedarf der Kinder in Erfüllung des Erziehungs- und Bildungsauftrags, unter
Berücksichtigung des Aufwandes von Schule und Kanton (Abs. 1). Einem Kind mit
ausgewiesenem Bedarf steht eine ausgewiesene Massnahme zu (Abs. 2). Massgebend
für den Entscheid, welche (Sonder-)Schule in Frage kommt, ist vorab das Wohl des
Kindes. Schülerinnen und Schüler mit besonderem Bildungsbedarf besuchen eine
Sonderschule, wenn sie die Voraussetzungen für die Regel- oder Kleinklasse nicht
erfüllen (Art. 35 Abs. 1 und 3 VSG). Laut Art. 51 VSG hat das im Kanton St. Gallen
wohnhafte Kind das Recht, jene öffentliche Schule oder anerkannte private
bis
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Sonderschule zu besuchen, die seinen Fähigkeiten entspricht und deren
Anforderungen es erfüllt. Die Schülerin oder der Schüler hat die öffentliche Schule am
Ort zu besuchen, wo sie oder er sich aufhält (Art. 52 VSG). Wenn es besondere Gründe
rechtfertigen, kann ein auswärtiger Schulbesuch gestattet oder angeordnet werden
(Art. 53 Abs. 1 VSG; vgl. VerwGE B 2017/59 vom 23. März 2018 E. 6.3, B 2014/132
vom 19. Juli 2016 E. 3.3, jeweils mit weiteren Hinweisen, www.gerichte.sg.ch).
4. Die Beschwerdeführer beantragen, die Kosten für die Beschulung (Integrationsplatz
zuzüglich Klassenassistenz) von E._ an der Privatschule „Schule A._“ für das zweite
Semester des Schuljahres 2016/2017 seien von der Beschwerdegegnerin zu
übernehmen; allenfalls seien lediglich die Kosten für die Klassenassistenz zu
übernehmen (nachfolgend E. 4.1). Weiter stellen sie den Antrag, dass die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten sei, die Kosten für die Beschulung von E._ an der
Privatschule „Schule A._“ für das Schuljahr 2017/2018 zu übernehmen (nachfolgend
E. 4.2).
4.1. Die Beschwerdeführer anerkannten zunächst, die Kosten für die Privatschule
selbst tragen zu müssen, weshalb sie mit Schreiben vom 26. Juni 2016 lediglich um
Übernahme der Kosten für jene Leistungen, die ihrer Tochter (auch) beim Besuch der
öffentlichen Schule zugesprochen worden wären, ersuchten (vgl. act. 9/15a/3). Weiter
steht fest und ist aufgrund der Akten belegt, dass die mittlerweile achtjährige Tochter
von ihren Eltern ab dem 15. August 2016 in der vom Kanton bewilligten (vgl.
Verzeichnis der Privatschulen, www.sg.ch/home/bildung/volksschule/
privatschulen.html, und Art. 1 Abs. 2 und Art. 115 ff. VSG), jedoch nicht als
Sonderschule anerkannten (vgl. Verzeichnis der Sonderschulen, www.sg.ch/home/
bildung/volksschule/sonderpaedagogik/sonderschulung/sonderschulen_
kanton_sg.html) Privatschule „Schule A._“ angemeldet und bis Ende Schuljahr
2017/2018 beschult wurde.
Am 24. Juni 2016 lag der SPD-Bericht vor. Daraus geht unter anderem hervor, dass die
Beschwerdeführer schon zu diesem Zeitpunkt eine Beschulung in der „Schule A._“ in
Betracht zogen (vgl. act. 9/15a/2 S. 3). Bereits am 26. Juni 2016 teilten sie sodann der
Beschwerdegegnerin mit, eine Zusage für einen Platz an der „Schule A._“ erhalten zu
haben (act. 9/15a/3). Soweit die Beschwerdeführer bestreiten, ihren Entscheid für die
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Privatbeschulung schon Mitte Juni 2016 gefällt zu haben, kann ihnen daher nicht
gefolgt werden, wie bereits die Vorinstanz zu Recht erkannte (vgl. E. 5c des
angefochtenen Entscheids). Die Beschwerdegegnerin musste aufgrund dieser
Umstände bzw. spätestens seit der am 5./8. Juli 2016 von den Beschwerdeführern
vorgenommenen Anmeldung bei der Privatschule „Schule A._“ (vgl. act. 6/9) daher
die im SPD-Bericht vom 24. Juni 2016 aufgeführten Anträge – eine vollumfängliche,
vorläufig auf ein Jahr befristete Klassenassistenz ab Schuljahr 2016/2017 sowie einen
Kindergartenwechsel innerhalb von X – nicht mehr prüfen. Mit der eigenmächtig
vorgenommenen Anmeldung verzichteten die Beschwerdeführer auf das gesamte
Angebot der öffentlichen Volksschule und entzogen der Beschwerdegegnerin die
Möglichkeit, die Anordnung allfälliger sonderpädagogischer Massnahmen im Sinn von
Art. 36 lit. a VSG zu prüfen. Weiter führte die Beschwerdegegnerin vor Vorinstanz
glaubhaft aus, dass gemäss Statistik per Stichtag 26. Juni 2016 fünf weitere
Kindergärten weniger als 24 Kinder – die maximale Klassengrösse – in den Klassen
gehabt hätten (act. 9/15 lit. F mit Verweis auf act. 9/15a/4). Der Bericht des SPD vom
24. Juni 2016 schliesst überdies eine Beschulung in der Regelschule nicht aus,
sondern erachtet lediglich eine vollumgängliche Unterrichtsassistenz zur
Gewährleistung eines annehmbaren Beschulungssettings als notwendig; eine
Sonderbeschulung sei in Anbetracht der intellektuellen und sprachlichen Leistungen
jedoch nicht passend, da der Betreuungsbedarf alleine dies nicht rechtfertige. Ein
Kindergartenwechsel wurde sodann lediglich deshalb empfohlen, weil das gegenseitige
Vertrauen und die Ausdauer für die Zusammenarbeit zwischen den Eltern und der
Schule nicht mehr gegeben sei (vgl. act. 9/15a/2). Damit ist nicht gesagt, dass ihrer
Tochter an der öffentlichen Schule kein individuell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes
Angebot an sonderpädagogischen Massnahmen zur Verfügung stünde (vgl. zur
Zuständigkeit der Schulgemeinde zur Durchführung der sonderpädagogischen
Massnahmen der Regelschule: Art. 38 Abs. 1 VSG). Die Vorinstanz weist zudem zu
Recht darauf hin, dass Kanton und Gemeinden für die Erfüllung ihres
verfassungsmässigen Schulauftrags nicht auf Privatschulen angewiesen sind
(J. Raschle, Schulrecht der Volksschule im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2008, S. 177).
Daran ändert auch nichts, dass der SPD im Bericht vom 22. Dezember 2016 die
Weiterbeschulung von E._ in der „Schule A._“ bis zum Ende des Schuljahres
2016/17 empfahl (vgl. act. 9/15a/8). Bereits damals wurde die Weiterbeschulung
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sowohl von der Privatschule als auch von den Eltern in Frage gestellt, da der Wechsel
in eine kleinere Schülergruppe nicht die vom SPD erhoffte Entspannung gebracht habe.
Aus diesem Grund ersuchte die Privatschule „Schule A._“ die Beschwerdegegnerin
auch lediglich, den Kostenbeitrag für die Schulassistenz bis Ende Semester zu
übernehmen (vgl. act. 9/15a/6), welchem Anliegen die Beschwerdegegnerin
entsprochen hat.
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass für das zweite Semester des Schuljahres
2016/2017 kein Rechtsanspruch auf Anordnung des Besuchs der Privatschule „Schule
A._“ und Übernahme des Schulgeldes durch die Beschwerdegegnerin samt
Klassenassistenz von E._ an der Privatschule „Schule A._“ besteht.
4.2. Wie dargelegt stellt die Privatschule „Schule A._“ selbst die weitere Beschulung
von E._ in ihrer Einrichtung in Frage. Der Schluss der Vorinstanz, wonach fraglich sei,
ob die besagte Privatschule mit ihrem pädagogischen Konzept und ihrer Philosophie
die für E._ geeignete Schule sei bzw. ob diese den besonderen schulischen
Bedürfnissen des Mädchens überhaupt entspreche (vgl. Erwägung 5d des
angefochtenen Entscheids, auf welche verwiesen werden kann), ist nicht zu
beanstanden. Nach einer erneuten Untersuchung hielt der SPD am 16. Juni 2017 denn
auch fest, dass E._ ein Anrecht habe auf eine Beschulung in einer Schule für
verhaltensauffällige Kinder, in welcher ihr der nötige Betreuungsrahmen geboten
werden könne. Für eine interne Sonderschulung bestehe weder die Notwendigkeit auf
familiärer Ebene, noch wäre eine solche zielführend. Die nächst gelegene Sonderschule
mit verfügbaren externen Plätzen auf das nächste Schuljahr wäre das Schulhaus Z._.
Die Eltern hätten sich jedoch aufgrund des sozialen Gefüges auf der Tagesgruppe und
des täglichen Fahrwegs von knapp einer Stunde für eine weitere Beschulung in der
„Schule A._“ entschieden (vgl. act. 9/23a/1). Im Bericht vom 14. Juni 2018 empfiehlt
der SPD erneut eine externe Sonderschulung in einer Schule für Kinder mit
schwerwiegenden Lern- und Verhaltensschwierigkeiten (act. 17). Durch diese Berichte
wird nicht belegt, dass die öffentliche Schule nicht in der Lage gewesen wäre, die
Tochter der Beschwerdeführer an einer staatlichen anerkannten privaten
Tagessonderschule – eine grosse Regelklasse oder ein Internat stehen nicht zur
Diskussion – angemessen zu beschulen. Im Gegenteil, für das Schuljahr 2017/2018
wäre gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung für soziale Einrichtungen
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(sGS 381.31, IVSE) – Zweck der Vereinbarung ist, die Aufnahme von Personen mit
besonderen Betreuungs- und Förderungsbedürfnissen in geeigneten Einrichtungen
ausserhalb ihres Wohnkantons ohne Erschwernisse zu ermöglichen – eine Beschulung
in dem vom Kanton Graubünden als Sonderschule anerkannten (vgl. www.gr.ch)
Schulhaus Z._ möglich gewesen (vgl. auch die zutreffenden Ausführungen in
Erwägung 4 Absatz 2 des angefochtenen Entscheids). Die Beschwerdeführer haben
sich jedoch aus freiem Willen dafür entschieden, ihre Tochter weiterhin in der
Privatschule „Schule A._“ zu belassen. Auch wenn die Gründe hierfür zwar
nachvollziehbar erscheinen, gebietet der verfassungsmässige Anspruch auf
unentgeltlichen Grundschulunterricht jedoch nicht die optimale bzw. geeignetste
überhaupt denkbare Schulung eines Kindes, zumal diese in der „Schule A._“ gerade
nicht gegeben scheint. Damit besteht auch kein Rechtsanspruch auf Kostenübernahme
für das Schuljahr 2017/2018 für die Beschulung von E._ an der Privatschule „Schule
A._“.
4.3. Zusammenfassend ergibt sich, dass für die Beschwerdegegnerin weder für das
zweite Semester des Schuljahres 2016/2017 noch für das Schuljahr 2017/2018 eine
Verpflichtung bestand, sich an den Kosten für die Beschulung von E._ in der
Privatschule „Schule A._“ zu beteiligen bzw. die Kosten zu übernehmen. Die
Vorinstanz hat daher den Rekurs gegen die Verfügung der Beschwerdegegnerin zu
Recht abgewiesen. Die Beschwerde gegen den angefochtenen Entscheid vom
16. Januar 2018 ist demnach abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
5. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten von den
Beschwerdeführern zu bezahlen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von
CHF 2‘000 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12). Diese ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu
verrechnen. Ausseramtliche Kosten sind nicht zuzusprechen (vgl. Art. 98 Abs. 1 und
Art. 98 VRP). Der Vorinstanz steht kein Kostenersatz zu (vgl. VerwGE B 2017/59 vom
23. März 2018 E. 7 mit Hinweis auf R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st.
gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Lachen/St. Gallen 2004, S. 176 ff.,
www.gerichte.sg.ch). Die Beschwerdegegnerin war weder berufsmässig vertreten noch
belegt und begründet sie zu entschädigende Auslagen. Soweit ihr Rechtsbegehren –
„unter Kostenfolge“ – einen Antrag auf ausseramtliche Entschädigung mitenthalten
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sollte, kann ihr deshalb weder eine Partei- noch eine Umtriebsentschädigung
zugesprochen werden (vgl. 98 VRP in Verbindung mit Art. 95 Abs. 3 des
Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zivilprozessordnung; SR 272, sowie vgl.
VerwGE B 2017/59 vom 23. März 2018 E. 7 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Damit
erübrigt sich vorliegend auch die Frage, ob der Beschwerdegegnerin überhaupt ein
Anspruch auf die Entschädigung ausseramtlicher Kosten zustehen würde.