Decision ID: e454ed7c-7f8b-4426-adbb-56c049f6bf5c
Year: 2007
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Y.Y., geb. 1955, ist türkischer Staatsangehöriger. Er reiste 1980 in die Schweiz ein.
Im selben Jahr heiratete er in R. seine Landsfrau Emine U. 1981, 1983 und 1986
wurden die Kinder A., B. und C. geboren. Am 21. Januar 2004 reichten die Eheleute Y.
dem Kreisgericht Rheintal ein gemeinsames Scheidungsbegehren ein. Mit Entscheid
vom 3. August 2004 wurde die Ehe geschieden. Die Eheleute Y. verzichteten
gegenseitig auf Unterhaltsbeiträge. Der Sohn C. wurde in der gemeinsamen elterlichen
Sorge belassen, und er wohnte bei der Mutter. Y.Y. verpflichtete sich, die IV-
Zusatzrente für C. vollumfänglich an diesen auszuzahlen.
Am 25. August 2005 heiratete Y.Y. in der Türkei seine Landsfrau Sengül Y., geboren
1969. Am 4. Januar 2006 stellte Y.Y. beim Ausländeramt ein Gesuch um
Familiennachzug für seine Ehefrau. Mit Verfügung vom 3. Oktober 2006 wies das
Ausländeramt dieses Gesuch ab mit der Begründung, es bestehe die Gefahr einer
fortgesetzten und erheblichen Fürsorgeabhängigkeit.
B./ Mit Eingaben seines Rechtsvertreters vom 18. Oktober und 14. November 2006
erhob Y.Y. Rekurs, der vom Justiz- und Polizeidepartement mit Entscheid vom 23.
März 2007 abgewiesen wurde.
C./ Mit Eingaben seines Rechtsvertreters vom 23. April und 10. Mai 2007 erhob Y.Y.
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Rekursentscheid vom 23.
März 2007 sei aufzuheben und der Familiennachzug für seine Ehefrau Sengül Y. sei zu
bewilligen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung wird im
wesentlichen vorgebracht, der Beschwerdeführer habe einen Rechtsanspruch, mit
seiner Ehefrau in der Schweiz zusammenleben zu können. Es bestehe keine
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Fürsorgeabhängigkeit. Der Beschwerdeführer sei seinen finanziellen Verpflichtungen
immer nachgekommen und habe bewiesen, dass er bereit und in der Lage sei, auch
mit bescheidenen Einkünften auszukommen. Er beziehe eine ganze Invalidenrente der
IV, welche durch Ergänzungsleistungen ergänzt werde. Die Sicherung des
Existenzbedarfs mit Ergänzungsleistungen erfolge auf einem höheren Niveau als
dasjenige durch die Sozialhilfe. Die IV-Rente decke zusammen mit den
Ergänzungsleistungen von Verfassungs wegen den Existenzbedarf. Auf die einzelnen
Vorbringen in der Beschwerde wird, soweit wesentlich, in den nachstehenden

Erwägungen eingegangen.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 16. Mai 2007 unter Hinweis auf
die Erwägungen des angefochtenen Entscheids auf Abweisung der Beschwerde.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 23. April und 10.
Mai 2007 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen
(Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die
Beschwerde ist einzutreten.
2. Der Beschwerdeführer verfügt über eine Niederlassungsbewilligung. Nach Art. 17
Abs. 2 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (SR
142.20, abgekürzt ANAG) hat daher seine Ehefrau grundsätzlich Anspruch auf Erteilung
und Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung, solange die Ehegatten zusammen
wohnen.
2.1. Der in Art. 17 Abs. 2 ANAG verankerte Anspruch auf Familiennachzug erlischt,
wenn der Anspruchsberechtigte gegen die öffentliche Ordnung verstossen hat (Art. 17
Abs. 2 letzter Satz ANAG). Der Familiennachzug kann auch dann verweigert werden,
wenn ein Ausweisungsgrund besteht. Ein solcher liegt u.a. vor, wenn nach Art. 10 Abs.
1 lit. d ANAG konkret die Gefahr einer fortgesetzten und erheblichen
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Fürsorgeabhängigkeit besteht (BGE 122 II 8). Die Voraussetzungen für ein Erlöschen
des Anspruchs sind bei Ehen von Ausländern weniger streng als im Fall des
ausländischen Ehegatten eines Schweizers, bei dem nach Art. 7 Abs. 1 ANAG ein
Ausweisungsgrund vorliegen muss (BGE 122 II 390). Auch bei einem Anspruch nach
Art. 17 Abs. 2 ANAG genügen aber bloss finanzielle Bedenken für die Abweisung eines
Gesuchs um Familiennachzug nicht; es muss konkret die Gefahr einer fortgesetzten
und erheblichen Fürsorgeabhängigkeit im Sinn von Art. 10 Abs. 1 lit. d ANAG gegeben
sein (BGE 125 II 641 mit Hinweisen auf frühere Urteile).
Im weiteren gewährleisten Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention
(SR 0.101, abgekürzt EMRK) und Art. 13 Abs. 1 der Schweizerischen
Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV) die Achtung des Privat- und Familienlebens.
Auch aufgrund dieser Bestimmungen kann ein Niedergelassener den Nachzug des
Ehegatten beanspruchen. Besteht eine erhebliche und fortgesetzte Gefahr einer
Fürsorgeabhängigkeit, so lässt sich die Verweigerung des Familiennachzugs auf Art. 8
Ziff. 2 EMRK stützen, wonach das Recht auf Privat- und Familienleben unter anderem
dann eingeschränkt werden kann, wenn es für das wirtschaftliche Wohl eines Landes
notwendig ist. Dies ist der Fall, wenn aufgrund des Familiennachzugs die konkrete
Gefahr einer erheblichen und fortgesetzten Fürsorgeabhängigkeit besteht.
Bei der Beurteilung der Gefahr einer Fürsorgeabhängigkeit ist von den aktuellen
Voraussetzungen auszugehen; die wahrscheinliche finanzielle Entwicklung ist aber auf
längere Sicht abzuwägen (BGE 122 II 8). Dabei darf nicht einzig auf das Einkommen
des hier anwesenden Familienangehörigen abgestellt werden, sondern es sind - dem
Gesetzeszweck der Vereinigung der Gesamtfamilie entsprechend - die finanziellen
Möglichkeiten aller Familienmitglieder über eine längere Sicht abzuwägen (BGE 122 II
8). Das Einkommen des Angehörigen, der an die Lebenshaltungskosten der Familie
beitragen soll, ist daran zu messen, ob und in welchem Umfang es tatsächlich
realisierbar ist. In diesem Sinn müssen die Erwerbsmöglichkeit und das damit
verbundene Zusatzeinkommen konkret belegt und mit gewisser Wahrscheinlichkeit auf
mehr als nur kurze Frist erhärtet sein, um Berücksichtigung zu finden (BGE 122 II 9).
2.2. Nach den unbestrittenen Feststellungen im angefochtenen Entscheid erhält der
Beschwerdeführer eine Invalidenrente von Fr. 1'506.-- sowie Ergänzungsleistungen von
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Fr. 1'176.-- pro Monat, womit ihm für den Lebensunterhalt Fr. 2'682.-- pro Monat zur
Verfügung stehen. Das Ausländeramt ermittelte einen monatlichen Bedarf im Fall des
Familiennachzugs von Fr. 3'379.75 (Wohnung Fr. 970.--, Grund- und Ergänzungsbedarf
für zwei Personen Fr. 1'869.--, Krankenversicherung Fr. 540.75). Daraus ergibt sich ein
monatlicher Fehlbetrag von Fr. 697.75, um den der Bedarf das Einkommen des
Beschwerdeführers übersteigt.
2.3.
2.3.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, die IV-Rente decke mit den
Ergänzungsleistungen von Verfassungs wegen den Existenzbedarf
(Uebergangsbestimmung zu Art. 112 BV), wobei darunter nicht ein Existenzminimum
verstanden werde, unter dessen Grenzen ein Mensch an Leben und Gesundheit
bedroht wäre, sondern ein den heutigen Gegebenheiten entsprechender höherer
Betrag, der erforderlich sei, um einen einfachen, aber menschenwürdigen Lebensstil zu
ermöglichen. Die Sicherung des Existenzbedarfs mit den Ergänzungsleistungen erfolge
auf einem höheren Niveau als diejenige durch die Sozialhilfe, welche das unterste Netz
des sozialen Sicherheitssystems darstelle, in dem grundsätzlich alle Hilfsbedürftigen
aufgefangen werden müssten.
Diese Ausführungen sind nachvollziebar, solange sie sich allein auf den
Beschwerdeführer beziehen, der eine volle IV-Rente sowie Ergänzungsleistungen
erhält. Nach Art. 112 Abs. 2 lit. b BV haben die AHV/IV-Renten den Existenzbedarf
angemessen zu decken. Die Uebergangsbestimmung zu Art. 112 BV regelt die
Ausrichtung von Bundesbeiträgen an die Kantone für die Finanzierung der
Ergänzungsleistungen, solange die AHV/IV den Existenzbedarf nicht deckt. Vorliegend
ist aber entscheidend, ob unter Berücksichtigung des Nachzugs der Ehefrau von einer
fortgesetzten und erheblichen Gefahr der Fürsorgeabhängigkeit auszugehen ist. Der
Bedarf der Ehegattin des Beschwerdeführers wird nicht vollumfänglich von Leistungen
der IV und von Ergänzungsleistungen gedeckt. Nach den Angaben der
Sozialversicherungsanstalt würde bei einem Nachzug der Ehefrau für diese ein
hypothetisches Einkommen angerechnet, womit eine Reduktion der
Ergänzungsleistungen eintreten würde. Unter diesen Umständen kann nicht geltend
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gemacht werden, die IV-Rente und die Ergänzungsleistungen deckten von Verfassungs
wegen den gemeinsamen Bedarf der Ehegatten.
2.3.2. Im weiteren ist es nach der Rechtsprechung zulässig, bei der Ermittlung der
Lebenshaltungskosten von den SKOS-Richtlinien für die Bemessung von
Sozialhilfeleistungen abzuweichen. Die SKOS-Richtlinien wurden auf 2006 modifiziert,
indem gewisse Pauschalansätze im Hinblick auf den Anreiz für die Aufnahme einer
Erwerbstätigkeit festgelegt wurden. Das Ausländeramt hat nicht Richtlinien für die
Ausrichtung von Sozialhilfeleistungen zu erlassen oder zu übernehmen, sondern das
künftige Fürsorgerisiko zu beurteilen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine erhöhte
Gefahr der Fürsorgeabhängigkeit besteht, wenn der Familiennachzug bei Personen
bewilligt wird, die aus eigener Kraft ein genügendes Einkommen nur mit Mühe
erreichen können oder deren Einkommen die Grenze zum Existenzminimum nur
geringfügig übersteigt. In diesen Fällen besteht die Gefahr, dass schon relativ kleine
Schwankungen des Einkommens oder der Auslagen zur Folge haben, dass der
Unterhalt der Familie nicht mehr bestritten werden kann (vgl. VerwGE B 2006/48 vom
16. September 2006 mit Hinweisen auf frühere Urteile, in: www.gerichte.sg.ch). Es ist
daher zulässig, bei der Bemessung des Lebensunterhalts von höheren Ansätzen
auszugehen, als sie in den SKOS-Richtlinien festgelegt sind. Insbesondere ist aufgrund
der angeführten Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts auch die Berufung auf die
im Jahr 2001 geltende Praxis unbehelflich. Der Einwand des Beschwerdeführers, er sei
seinen finanziellen Verpflichtungen immer nachgekommen und habe bewiesen, dass er
auch mit bescheidenen Einkünften auskommen könne, geht an der Sache vorbei. Diese
Ausführungen mögen für den Beschwerdeführer allein zutreffen. Zu berücksichtigen ist
aber wie erwähnt, dass die künftigen Verhältnisse zu beurteilen sind, und zudem lebte
der Beschwerdeführer während längerer Zeit mit seinem Sohn zusammen. Auf den 1.
Mai 2006 mietete er eine Wohnung an der L-strasse 25. In der Beschwerde gab er als
Adresse aber wieder L-strasse 19 an, wo seine Söhne zwei Wohnungen besitzen. Ob
er aus finanziellen Gründen wieder zu seinem Sohn zurückkehrte, ist offen, aber
naheliegend. Ueber die Wohnungen der Söhne wurde übrigens ein
betreibungsamtliches Steigerungsverfahren eröffnet (ABl 2007, S. 1716 f.).
2.3.3. In der Beschwerde wird weiter geltend gemacht, die Anrechnung eines
entsprechenden Eigenverdienstes der Ehefrau dürfe im ausländerrechtlichen Verfahren
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nicht unterbleiben, wenn die Sozialversicherungen von einem zumutbaren
Eigenverdienst der Ehefrau ausgehen würden. Zwar verfüge die Ehefrau des
Beschwerdeführers bis heute über keine Arbeitsstelle, was ohne weiteres dadurch
erklärbar sei, dass sie nicht über eine Aufenthaltsbewilligung verfüge. Sie sei aber
bereit, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, sobald sie regulär in der Schweiz bleiben
und arbeiten dürfe.
Wie erwähnt, muss die Erwerbsmöglichkeit und das damit verbundene
Zusatzeinkommen der nachzuziehenden Person zumindest konkret belegt und mit
einer gewissen Wahrscheinlichkeit erhärtet sein, um Berücksichtigung zu finden (BGE
122 II 9). Die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens bei der
Sozialversicherung erfolgt ungeachtet der konkreten Aussichten des nachzuziehenden
Ehegatten auf Erzielung eines Einkommens. Die Anrechnung eines hypothetischen
Einkommens im Bereich der Sozialversicherung hat daher nicht zur Folge, dass ein
solches generell auch im ausländerrechtlichen Verfahren anerkannt werden muss. Ob
im vorliegenden Fall die Ehefrau des Beschwerdeführers ein nennenswertes
Zusatzeinkommen erzielen kann, ist fraglich. Die Ehefrau lebte noch nie in der Schweiz.
Es ist daher nicht anzunehmen und wird in der Beschwerde auch nicht geltend
gemacht, dass sie der deutschen Sprache mächtig ist. Sodann ist nicht ersichtlich,
dass sie über eine Berufsausbildung verfügt. Damit hat sie nur geringe Aussichten, eine
Arbeitsstelle zu finden. Weiter ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer eine
volle IV-Rente bezieht und somit gesundheitlich erheblich beeinträchtigt ist. Er ist nach
eigenen Angaben nicht imstande, zu kochen und den Haushalt zu führen und hielt fest,
er habe mehrere Operationen hinter sich und sei auf einige Hilfen angewiesen. Dies
bedeutet, dass die Ehefrau in erheblichem Masse mit der Betreuung des
Beschwerdeführers und der Führung des Haushalts beschäftigt sein wird. Hinzu
kommt, dass die Ehefrau weder ein Gesuch um Erteilung einer provisorischen
Bewilligung zum Stellenantritt eingereicht noch eine Zusicherung eines Arbeitgebers für
eine Anstellung im Falle der Bewilligung des Familiennachzugs vorgelegt hat. Unter
diesen Umständen kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Ehefrau konkrete
und hinreichend wahrscheinliche Aussichten für die Erzielung eines nennenswerten
zusätzlichen Erwerbseinkommens während längerer Zeit hat.
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Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass beim Beschwerdeführer im Falle
eines Nachzugs der Ehefrau davon ausgegangen werden muss, dass die notwendigen
Lebenshaltungskosten der Eheleute die voraussichtlichen Einkünfte um rund Fr. 700.--
pro Monat überschreiten werden und keine hinreichenden Aussichten bestehen, dass
die Ehefrau künftig dauernd ein nennenswertes Einkommen erzielen kann oder die
Ergänzungsleistungen wesentlich erhöht werden. Bei dieser Sachlage ist es im Lichte
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zulässig, den Familiennachzug aufgrund
einer konkreten Gefahr einer fortgesetzten und erheblichen Fürsorgeabhängigkeit zu
verweigern (BGE 2A.443/2006 vom 26. Oktober 2006).
2.3.4. Selbst wenn aufgrund des Zuzugs der Ehefrau eine gewisse Erhöhung der
Ergänzungsleistungen gewährt würde, vermöchte dies an der konkreten Gefahr einer
fortgesetzten und erheblichen Fürsorgeabhängigkeit nichts zu ändern. Nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung erfasst der Begriff der "öffentlichen
Wohltätigkeit" gemäss Art. 10 Abs. 1 lit. d ANAG nur Fürsorgeleistungen im
"technischen Sinn", nicht aber Sozialversicherungsleistungen, zu denen auch die
Ergänzungsleistungen zählen (BGE 2A.443/2006 vom 26. Oktober 2006; BGE 2P.
101/2006 vom 16. Mai 2006 mit Hinweis auf BGE 2A.397/2001 vom 17. Januar 2002
und BGE 2A.495/2005 [richtig: 2004] vom 13. Januar 2005). Eine Begründung für diese
Unterscheidung findet sich in den genannten Urteilen sowie im dort angeführten
Schrifttum (A. Zünd, in: Uebersax/Münch/Geiser/Arnold, Ausländerrecht, Basel 2002,
Rz. 6.31) nur insoweit, als mitunter hervorgehoben wird, dass auf Sozialversicherungs-
und Ergänzungsleistungen ein gesetzlicher Anspruch bestehe. Das Kriterium des
gesetzlichen Anspruchs kann aber aufgrund der heutigen Rechtslage nicht mehr von
entscheidender Bedeutung sein. Art. 12 BV verschafft einer Person, die in Not gerät
und nicht selbst in der Lage ist, für sich zu sorgen, einen individuellen und richterlich
durchsetzbaren Anspruch auf Hilfe und Betreuung in Notlagen. Auch in Art. 9 des
Sozialhilfegesetzes (sGS 381.1) ist der Anspruch auf finanzielle Leistungen für
Personen, die für ihren Lebensunterhalt nicht hinreichend aufkommen können,
gesetzlich verankert. Zudem sind sowohl Ergänzungsleistungen als auch
Sozialhilfeleistungen grundsätzlich bedarfsabhängig. Das Kriterium des
Rechtsanspruchs ist daher nicht geeignet, um bei der Anwendung von Art. 10 Abs. 1
lit. d ANAG zwischen bedarfsdeckenden Ergänzungsleistungen und ebenfalls
bedarfsabhängiger Sozialhilfe zu differenzieren. Eine solche Unterscheidung würde bei
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der Beurteilung der Gefahr einer fortgesetzten und erheblichen Fürsorgeabhängigkeit
im Rahmen der Behandlung von Gesuchen um Bewilligung des Familiennachzugs nach
Art. 17 Abs. 2 ANAG zu einer stossenden Ungleichbehandlung führen. Gesuchsteller,
die wie der Beschwerdeführer eine volle Invalidenrente sowie Ergänzungsleistungen
beziehen und deren anerkannte Ausgaben somit durch Leistungen aus
Sozialversicherungswerken gedeckt sind, würden gegenüber Gesuchstellern
privilegiert, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen und deren Einkommen nicht
ausreicht, um die Alltagsbedürfnisse in der Schweiz zu decken (sog. Working poor) und
die deshalb regelmässig auf Sozialhilfeleistungen angewiesen sind (vgl. VerwGE
2006/48 vom 14. September 2006 i.S. N. und D.A.). Das Bundesgericht hat zwar wie
erwähnt festgehalten, dass der Begriff der öffentlichen Wohlfahrt im technischen Sinn
zu verstehen sei und dies bedeute, dass darunter die traditionelle Sozialhilfe unter
Ausschluss der Leistungen der Sozialversicherung, wie Arbeitslosengelder, zu
verstehen sei (BGE 2A.11/2001 vom 5. Juni 2001). Gleichzeitig erwog es jedoch, es sei
den gesamten Umständen Rechnung zu tragen und es sei die finanzielle Situation auf
längere Sicht zu prüfen, um abzuklären, ob jemand der öffentlichen Wohlfahrt zur Last
falle (BGE 2A.11/2001 E. 3a). Während zudem die Unterscheidung zwischen
Sozialhilfe- und Sozialversicherungsleistungen bei Arbeitslosengeldern oder
ordentlichen AHV/IV-Leistungen gerechtfertigt erscheinen mag, weil diese in der Regel
eigene Beiträge des Versicherten voraussetzen, kommt dieses
Unterscheidungskriterium bei den bedarfsabhängigen Ergänzungsleistungen nicht zum
Tragen.
2.4. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen hat die Vorinstanz das Vorliegen einer
konkreten Gefahr einer erheblichen und fortgesetzten Fürsorgeabhängigkeit zu Recht
bejaht.
2.5. Weiter prüfte die Vorinstanz, ob es für den Beschwerdeführer zumutbar wäre, mit
seiner Ehefrau in die Türkei zurückzukehren.
Dem Beschwerdeführer wird durch die Verweigerung des Familiennachzugs der
Aufenthalt in der Schweiz nicht untersagt. Aufgrund seiner finanziellen Verhältnisse
durfte er nicht damit rechnen, dass er seine in der Türkei geheiratete Ehefrau, die in der
Schweiz nicht über eine Aufenthaltsbewilligung verfügt, ohne weiters nachziehen kann.
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Zu Recht hielt die Vorinstanz ausserdem fest, dass die Heirat Zeichen der
Verbundenheit mit dem Herkunftsstaat ist und trotz des langjährigen Aufenthalts in der
Schweiz eine Rückkehr nicht als unzumutbar betrachtet werden kann. Es fragt sich
vielmehr, ob nicht eine Rückkehr nach der Türkei für den Beschwerdeführer viel eher
zumutbar ist als eine Uebersiedlung der Ehefrau von der Türkei in die Schweiz, denn
die Ehefrau lebte bisher noch nie in der Schweiz, während der Beschwerdeführer die
ersten 25 Jahre seines Lebens in der Türkei verbrachte und noch heute Kontakte mit
der Türkei pflegt.
2.6. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde als unbegründet abzuweisen
ist.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98bis VRP).