Decision ID: 7a2984ea-5466-5d3f-8689-3dff98c56a17
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ war als Zimmermann bei der von ihm geführten B._ AG tätig und dadurch
bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von
Unfällen versichert. Am 20. Januar 2012 erlitt er einen Verkehrsunfall mit
Frontalkollision (Fremd-act. 1-127, vgl. auch den Polizeirapport der Kantonspolizei St.
Gallen vom 1. Februar 2012, Fremd-act. 1-59 ff.). Die behandelnden Ärzte des Spitals
C._, in das der Versicherte am Unfalltag eingeliefert worden war, diagnostizierten
eine mehrfragmentäre Calcaneusfraktur links. Diese wurde am 25. Januar 2012
operativ versorgt (offene Reposition und winkelstabile Plattenosteosynthese; Fremd-
act. 1-121 f.), und der Versicherte war bis am 6. Februar 2012 hospitalisiert (vgl. den
Austrittsbericht des Spitals C._ vom 3. Februar 2012, Fremd-act. 1-116 f.).
A.b Vom 20. März bis 5. April 2012 war der Versicherte aufgrund einer
Wundheilungsstörung mit Infektion und Osteomyelitis erneut im Spital C._
hospitalisiert (Fremd-act. 1-39). Am 21. März 2012 wurde das Osteosynthesematerial
entfernt und u.a. eine Biopsie-Entnahme und bakteriologische Analyse durchgeführt
(vgl. den Operationsbericht vom 27. März 2012, Fremd-act. 1-42). Im Kantonsspital St.
Gallen (KSSG) wurden eine Pseudoarthrose Calcaneus links mit pathologischem
Rückfussvalgus sowie eine beginnende posttraumatische USG-Arthrose diagnostiziert
(vgl. den Bericht des KSSG vom 21. November 2012, Fremd-act. 4-52 f.).
A.c Am 9. August 2012 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle des Kantons St.
Gallen zum Leistungsbezug an (IV-act. 6). Am 21. August 2012 teilte die IV-Stelle dem
Versicherten mit, dass keine berufliche Massnahmen angezeigt seien, da er seine
selbständige Tätigkeit als geschäftsführender Zimmermann nicht aufgeben wolle (IV-
act. 15).
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A.d Am 9. Dezember 2013 wurde in der Uniklinik Balgrist eine subtalare
Distraktionsarthrodese links durchgeführt, wobei es in der Folge erneut zu einer
Wundheilungsstörung mit persistierender Sekretion und oberflächlichem Hautdefekt
kam (vgl. die Berichte der Uniklinik Balgrist vom 16. und 20. Dezember 2013, Fremd-
act. 9-57 ff., sowie vom 7. und 22. Januar und 25. Februar 2014, Fremd-act. 9-55 f.,
9-49 f., 9-45 f.).
A.e Anlässlich der Verlaufskontrollen vom 24. Juni und 23. September 2014 stellten die
behandelnden Ärzte der Uniklinik Balgrist die Diagnosen Non-Union subtalar und Ulcus
Achillessehne links und erachteten eine Revisionsoperation als indiziert (vgl. Fremd-act.
9-18 f., 12-5 f.). Am 4. Februar 2015 wurde das Osteosynthesematerial entfernt und ein
ausgiebiges Débridement USG links mit mehrfacher Biopsieentnahme und Spülung
durchgeführt (Fremd-act. 16-23 f., vgl. auch den Austrittsbericht vom 19. Februar 2015,
Fremd-act. 16-20 ff.). Die postoperativ durchgeführten Verlaufskontrollen ergaben
einen regelrechten Verlauf (vgl. Fremd-act. 16-7 f., 18-2 f., 18-8 f.).
A.f Am 31. August 2015 wurde der Versicherte von Suva-Kreisarzt Dr. med. E._,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
untersucht. Dieser hielt im Bericht vom 1. September 2015 fest, dass von einem
Endzustand auszugehen sei. Dem Versicherten sei die frühere Tätigkeit als
Geschäftsinhaber einer Zimmerei mit aktiver Mitarbeit zweifellos nicht mehr zumutbar.
Zumutbar sei eine überwiegend sitzende Tätigkeit unterbrochen von kurzen
Gehstrecken ohne Gewichtsbelastung bzw. von kurzen Stehepisoden. In einer solchen
Tätigkeit erachtete Dr. E._ den Versicherten als ganztags einsetzbar. Den
Integritätsschaden schätzte er auf 15% (Fremd-act. 22-18 ff.).
A.g Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) hielt am 28. Oktober 2015 unter Verweis auf
die kreisärztliche Untersuchung vom 31. August 2015 fest, dass der
Gesundheitszustand des Versicherten als vollumfänglich stabilisiert erachtet werden
könne. In Übereinstimmung mit der Suva ging der RAD von einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten, überwiegend sitzenden Tätigkeit, unterbrochen
von kurzen Gehstrecken ohne Gewichtsbelastung bzw. von kurzen Stehepisoden, aus.
Die angestammte Tätigkeit als Geschäftsinhaber einer Zimmerei mit aktiver Mitarbeit
sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar (IV-act. 59).
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A.h Mit Vorbescheid vom 29. Oktober 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Leistungsbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 0% in Aussicht mit
der Begründung, dass er in seiner angestammten Tätigkeit in den Jahren 2010 und
2011 ein durchschnittliches Jahreseinkommen von Fr. 47‘955.00 erzielt habe und
gemäss Lohnstrukturerhebungen (LSE) des Bundesamtes für Statistik unter
Berücksichtigung des Minderverdienstes das gleiche Jahreseinkommen erzielen könne
(IV-act. 62).
A.i Dagegen wandte der Versicherte am 23. November 2015 und am 18. August 2016
im Wesentlichen ein, dass beim Valideneinkommen von einem massgeblichen
Einkommen von Fr. 81‘250.00 auszugehen sei. Darüber hinaus führte er an, dass ihm
die Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit nicht mehr zumutbar sei und deshalb eine
vollständige Erwerbsunfähigkeit vorliege (IV-act. 66, 90).
A.j Mit Verfügung vom 2. November 2016 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des
Versicherten gemäss Vorbescheid ab (IV-act. 96).
B.
B.a Dagegen erhob der Versicherte am 22. November 2016 Beschwerde und
beantragte, die Verfügung vom 2. November 2016 sei aufzuheben und es sei ihm ab
Januar 2013 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Er machte im Wesentlichen das
bereits im Vorbescheidverfahren Dargelegte geltend und bestritt insbesondere die
Zumutbarkeit der Aufnahme einer unselbständigen Tätigkeit (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 13. Februar 2017 beantragte die
Beschwerdegegnerin mit Verweis auf den Einspracheentscheid der Suva vom 10.
Januar 2017 die Abweisung der Beschwerde bei einem Invaliditätsgrad von 21%. Sie
reichte zudem die Suva-Akten betreffend das Unfallereignis vom 20. Januar 2015 als
Fremdakten ein (act. G 4, vgl. auch act. G 7).

Erwägungen
1.
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1.1 Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der
Rentenanspruch des Beschwerdeführers gegenüber der Invalidenversicherung.
1.2 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20).
1.3 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1). Sie kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4).
2.
In medizinischer Hinsicht ist aufgrund der vorliegenden Akten erstellt, dass der
Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Zimmermann nicht mehr
arbeitsfähig ist. In einer überwiegend sitzenden Tätigkeit unterbrochen von kurzen
Gehstrecken ohne Gewichtsbelastung und kurzen Stehepisoden ist der
Beschwerdeführer gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung vom 31. August 2015
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(Fremd-act. 22-18 ff.) hingegen zu 100% arbeitsfähig. Es sind den Akten keine
Anhaltspunkte zu entnehmen, aufgrund derer diese nachvollziehbare und unbestritten
gebliebene Zumutbarkeitsbeurteilung in Zweifel zu ziehen wäre. Damit ist vorliegend
davon auszugehen, dass in adaptierten Tätigkeiten medizinisch-theoretisch eine
100%ige Arbeitsfähigkeit besteht.
3.
3.1 Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten ist der
Invaliditätsgrad zu ermitteln.
3.2 Bei der Festlegung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns – vorliegend am 1. Oktober
2015 – nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde
tatsächlich verdient hätte (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28. April 2015,
8C_612/2014, E. 4.2.2.1 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer war seit dem Jahr 1970
in der als Familienbetrieb geführten Zimmerei als Zimmermann und ab 1988 zusätzlich
als Geschäftsführer tätig (IV-act. 73, 75, vgl. auch den Handelsregisterauszug, IV-act.
78). Die Suva ging im Einspracheentscheid vom 10. Januar 2017 gestützt auf die
Angaben des Beschwerdeführers davon aus, dass er ohne Unfallfolgen ein
Jahreseinkommen von Fr. 81‘250.00 (Fr. 6‘250.00 x 13) erzielen könnte (vgl. E. 5b des
genannten Entscheids, bei den Fremd-Akten). Weder aus den vorliegenden
betriebswirtschaftlichen bzw. erwerblichen Unterlagen (vgl. IV-act. 49 ff., 56; Fremd-
act. 22-4 ff., 25-11 ff.) noch aus den Ausführungen des Beschwerdeführers ergeben
sich Hinweise darauf, dass er vor dem Unfallereignis ein höheres Einkommen erzielt
hat. Es ist gerechtfertigt, davon auszugehen, dass dieses Einkommen seine
Erwerbsfähigkeit bzw. sein Erwerbspotential ohne Gesundheitsbeeinträchtigung
zuverlässig wiederspiegelt. Das von der Suva festgesetzte und von der
Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 13. Februar 2017 (act. G 4)
anerkannte Valideneinkommen von Fr. 81‘250.00 ist deshalb nicht zu beanstanden.
3.3
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3.3.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er seinen Betrieb aufgrund der
Unfallfolgen Anfang 2015 an seinen Sohn habe übergeben müssen. Seine Arbeitskraft
als Arbeitnehmer werde realistischerweise insbesondere aufgrund seines Alters und
der kurzen Aktivitätsdauer nicht mehr nachgefragt. Damit fehle es an einer
wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbfähigkeit und es liege eine vollständige
Erwerbsunfähigkeit vor (vgl. act. G 1 S. 3, S. 6 ff.).
3.3.2 Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgeblich, ob eine invalide Person
unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig,
ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein
Gleichgewicht von Angebot an und Nachfrage nach Arbeitskräften bestünde
(ausgeglichener Arbeitsmarkt, Art. 16 ATSG). An der Massgeblichkeit des theoretisch
ausgeglichenen Arbeitsmarktes vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass es
für die versicherte Person im Einzelfall schwierig oder gar unmöglich ist, im
tatsächlichen Arbeitsmarkt eine entsprechende Stelle zu finden. Der ausgeglichene
Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und
Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von
Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Eine Unverwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit ist hingegen in denjenigen Fällen anzunehmen, in denen die
zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der
ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem
Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden
einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil
des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 2 und E. 3.3.1 mit
Hinweisen).
3.3.3 Der Beschwerdeführer war im massgeblichen Zeitpunkt der kreisärztlichen
Beurteilung vom 31. August 2015 (vgl. dazu BGE 138 V 457 E. 3.3 und 3.4) _ Jahre alt.
Dass eine versicherte Person lediglich zufolge ihres Alters keine ihrer gesundheitlichen
Beeinträchtigung angepasste Arbeit mehr findet, ist ein Problem der Arbeitslosigkeit
und nicht der Invalidität. In der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wird das
fortgeschrittene Alter, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, jedoch als
Kriterium anerkannt, das zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen
Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene
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Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht
mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die
Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Gemäss der Rechtsprechung lässt
sich der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene
Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, nicht nach
einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalls
ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und
seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem
Zusammenhang auch die Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und
Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von
Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 22. März 2012, 9C_153/2011, E. 3.1 mit Hinweisen).
3.3.4 Das Alter des Beschwerdeführers schliesst für sich allein die Verwertbarkeit
seiner Restarbeitsfähigkeit somit nicht aus. Im Falle des Beschwerdeführers ist
zusätzlich zu berücksichtigen, dass er in medizinischer Hinsicht in einer adaptierten
Tätigkeit voll arbeitsfähig ist und der ausgeglichene Arbeitsmarkt auch unter
Berücksichtigung der kreisärztlich aufgestellten Adaptionskriterien (vorwiegend
sitzende Tätigkeit unterbrochen von kurzen Gehstrecken und Stehepisoden; vgl.
vorstehende E. 2) ein hinreichend grosses Angebot an Betätigungsmöglichkeiten
bietet. Dies umso mehr, als an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und
Verdienstaussichten praxisgemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen sind
(vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichtes vom 18. Februar 2009, 9C_941/2008, E.
3.5). Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer über eine fundierte Berufsausbildung
und über gute sprachliche und intellektuelle Ressourcen verfügt und durch seine
langjährige Tätigkeit in seiner Zimmerei vertiefte fachliche Kenntnisse erworben hat.
Insgesamt ist damit im vorliegenden Fall trotz des fortgeschrittenen Alters des
Beschwerdeführers von einer Verwertbarkeit seiner Restarbeitsfähigkeit auszugehen.
Diesbezüglich ist anzumerken, dass, obwohl der Beschwerdeführer als Berufsmann
grundsätzlich einen Anspruch darauf hätte, Umschulungsmassnahmen aufgrund seines
Alters als unverhältnismässig zu erachten sind und damit ausser Betracht fallen.
Dennoch ist es dem Beschwerdeführer im Rahmen der ihm obliegenden
Schadenminderungspflicht zumutbar, eine leidensadaptierte Hilfsarbeit aufzunehmen.
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Zwar ist dies beruflich mit einem Abstieg verbunden; dies ist jedoch in Kauf zu nehmen
bzw. nicht durch Invalidenleistungen zu verhindern.
3.4
3.4.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist
kein tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich
zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so ist auf Erwerbstätigkeiten
abzustellen, die der versicherten Person angesichts ihrer Ausbildung und ihrer
physischen sowie intellektuellen Eignung zugänglich wären. Rechtsprechungsgemäss
werden hierzu in der Regel LSE-Tabellenlöhne herangezogen (BGE 135 V 297 E. 5.2
mit Hinweisen).
3.4.2 Während die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 2.
November 2016 von einem Invalideneinkommen von Fr. 47‘955.00 ausging, stützte sie
sich in der Beschwerdeantwort vom 13. Februar 2017 auf das von der Suva festgelegte
Invalideneinkommen (vgl. act. G 5). Die Unfallversicherung zog bei der Bemessung des
Invalideneinkommens den Durchschnittslohn gemäss Tabelle TA1, Kompetenzniveau 2,
Total, Männer, LSE 2014 von Fr. 5‘560.00 heran und errechnete unter Berücksichtigung
der Nominallohnentwicklung bis 2015 sowie eines Tabellenlohnabzugs von 10% ein
Invalideneinkommen von Fr. 63‘981.00. Das Abstellen auf das Kompetenzniveau 2
(Praktische Tätigkeiten wie Verkauf, Pflege, Datenverarbeitung, Administration,
Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten, Sicherheitsdienst, Fahrdienst) ist
vorliegend jedoch nicht überzeugend begründbar (vgl. diesbezüglich den ähnlich
gelagerten Fall eines Plattenlegers, Urteil des Bundesgerichtes vom 14. Juni 2018,
8C_227/2018, E. 4.2.2, bzw. den Entscheid des Versicherungsgerichtes des Kantons
St. Gallen vom 25. Januar 2018, UV 2016/69, E. 5.3; vgl. auch Urteil des
Bundesgerichtes vom 11. Oktober 2017, 8C_457/2017, E. 6.3). Aus den Akten geht
hervor und wird zudem vom Beschwerdeführer plausibel darlegt, dass er vor Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung in seiner eigenen Unternehmung hauptsächlich auf dem
Bau und in der Werkstatt, mithin handwerklich tätig war und lediglich im Rahmen von
etwa 10% Büroarbeiten ausführte. Aus den Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte
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dafür, dass der Beschwerdeführer über die übliche Geschäftsführertätigkeit in einem
Kleinbetrieb hinausgehende betriebswirtschaftliche Kenntnisse erworben hätte, die er
in einer Arbeitnehmertätigkeit nutzbringend einsetzen könnte (vgl. den
Arbeitgeberfragebogen vom 2. Mai 2016, IV-act. 73, vgl. auch vgl. IV-act. 66, Fremd-
act. 1-6, 1-26 f.). Es rechtfertigt sich deshalb entgegen der von der
Beschwerdegegnerin übernommenen Argumentation der Suva, beim
Invalideneinkommen auf das Kompetenzniveau 1 abzustellen. Danach ergibt sich ein
Invalideneinkommen von Fr. 66‘653.00 (LSE 2014, TA 1, Männer, Fr. 5‘312.00 x 12,
angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit und die
Nominallohnentwicklung bis 2015). Der von der Suva vorgenommene
Tabellenlohnabzug von 10% ist angemessen, da auf der einen Seite zwar offenkundig
ein Konkurrenznachteil gegenüber gesunden Arbeitnehmern besteht, auf der anderen
Seite die gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers aber im
Wesentlichen bereits in das Zumutbarkeitsprofil und damit die
Arbeitsfähigkeitsschätzung eingeflossen sind. Nach dem Gesagten kann somit weder
auf das von der Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 2. November 2016
festgelegte noch auf das von der Suva errechnete Invalideneinkommen abgestellt
werden, sondern es ist von einem Invalideneinkommen von Fr. 59‘969.70 auszugehen.
3.5 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 81‘250.00 und einem Invalideneinkommen
von Fr. 59‘969.70 resultiert ein Invaliditätsgrad von 26% und damit grundsätzlich kein
Rentenanspruch.
3.6 Zu prüfen bleibt jedoch, ob dem Beschwerdeführer eine befristete Rente
zuzusprechen ist, da er nach dem Unfallereignis vom 20. Januar 2012 über längere Zeit
unbestrittenermassen in allen Tätigkeiten zu 100% arbeitsunfähig war. Aus
medizinischer Sicht war die Zumutbarkeit einer adaptierten Tätigkeit erst ab dem
Zeitpunkt der kreisärztlichen Beurteilung vom 31. August 2015 ausgewiesen (vgl. auch
E. 2). Im vorliegenden Fall konnte und musste der Beschwerdeführer indes aufgrund
seiner jahrzehntelangen Selbständigkeit von sich aus nicht wissen, dass es ihm
zugemutet wird, eine solche adaptierte Tätigkeit aufzunehmen. Mit anderen Worten
konnte von ihm nicht verlangt werden, dass er sich ohne explizite Aufforderung der
Beschwerdegegnerin um eine seiner Gesundheitsbeeinträchtigung angepasste
Tätigkeit bemüht. Vielmehr hätte es sich im vorliegenden Fall aufgedrängt, dass die
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Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer unter Hinweis auf seine
Schadenminderungspflicht dazu auffordert, seine selbständige Erwerbstätigkeit
aufzugeben und eine leidensadaptierte Tätigkeit zu suchen. Dies ist allerdings nicht
geschehen; nach Lage der Akten erlangte der Beschwerdeführer erst mit Erhalt des
Vorbescheids vom 29. Oktober 2015 Kenntnis davon, dass ihm die Aufnahme einer
adaptierten Tätigkeit zugemutet wird. Erst ab diesem Zeitpunkt konnte es dem
Beschwerdeführer zugemutet werden, sich selbständig um eine angepasste Tätigkeit
zu bemühen. Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer bei Anmeldung im August
2012 ab 1. Februar 2013 (ein Jahr nach dem Unfall vom 20. Januar 2012; vgl. Art. 28
Abs. 1 lit. b IVG) einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Dabei ist praxisgemäss
in Anwendung von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV;
SR 831.201) eine dreimonatige Übergangsfrist zu gewähren und die Rente auf den 31.
Januar 2016 zu befristen. Demnach hat der Beschwerdeführer für den Zeitraum vom 1.
Februar 2013 bis zum 31. Januar 2016 einen befristeten Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente.
4.
4.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde teilweise
gutzuheissen, die Verfügung vom 2. November 2016 aufzuheben und dem
Beschwerdeführer ab 1. Februar 2013 bis 31. Januar 2016 eine ganze Invalidenrente
auszurichten. Zur Festsetzung der Rentenhöhe ist die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr.
1‘000.00 festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.00
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Da die
Zusprache einer auf drei Jahre befristeten Rente bei der beantragten unbefristeten
Rente als teilweises Obsiegen zu würdigen ist, rechtfertigt es sich, die Gerichtskosten
hälftig auf die Parteien zu verlegen. Vom geleisteten Kostenvorschuss ist dem
Beschwerdeführer damit der Betrag von Fr. 300.-- zurückzuerstatten.
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4.3 Da der Beschwerdeführer teilweise obsiegt, hat er einen reduzierten Anspruch auf
eine Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen und
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht pauschal Fr.
1'000.-- bis Fr. 12'000.-- (Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO; sGS 963.75). Mit Blick auf
vergleichbare Fälle ist der Vertretungsaufwand aufgrund der eingeschränkten
Streitfrage und wegen der Fallkenntnis in der unfallversicherungsrechtlichen Streitigkeit
(Entscheid des Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen, UV 2017/14, vom 11.
September 2018) als unterdurchschnittlich zu qualifizieren. Deshalb wäre bei
vollständigem Obsiegen eine Parteientschädigung von Fr. 2'500.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) gesprochen worden. Aufgrund des teilweisen
Obsiegens ist dem Beschwerdeführer damit eine Parteientschädigung von Fr. 1'250.--
zuzusprechen.