Decision ID: 9a41fbe7-9d4f-533e-8fe9-a2e2dd2c446b
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. B._, geboren 1989, iranischer Staatsangehöriger, reiste am 14. Mai 2012 illegal in
die Schweiz ein und stellte hier ein Asylgesuch (Akten Migrationsamt, nachfolgend
Dossier, S. 5 ff.). Wie sich im Nachhinein herausstellte, reichte er mit seinem
Asylgesuch ein gefälschtes Beweismittel ein. Nachdem das Bundesamt (heute
Staatssekretariat) für Migration sein Asylgesuch gutgeheissen und ihn als Flüchtling
anerkannt hatte, wurde ihm eine ordentliche Aufenthaltsbewilligung erteilt.
B. Am 10. Juni 2015 leitete das Staatssekretariat für Migration nach einer Anzeige
durch Drittpersonen eine amtsinterne Überprüfung des im Asylverfahren eingereichten
besagten Dokuments ein, die ergab, dass es sich beim eingereichten Dokument um
eine Totalfälschung handelte. Das Staatssekretariat für Migration aberkannte B._
deshalb mit Verfügung vom 28. Oktober 2015 die Flüchtlingseigenschaft und widerrief
das ihm gewährte Asyl. Die dagegen erhobene Beschwerde wurde vom
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Bundesverwaltungsgericht am 15. Juli 2016 abgewiesen (D 7686/2015). Der
Asylwiderruf und die Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft sind rechtskräftig.
C. Aufgrund dessen widerrief das Migrationsamt B._ am 3. Februar 2017 die
Aufenthaltsbewilligung und wies ihn aus der Schweiz weg (act. 7/1b). Gegen diese
Verfügung erhob B._ mit undatierter Eingabe (Eingang: 20. Februar 2017) Rekurs beim
Migrationsamt, welches das Rekursschreiben zuständigkeitshalber dem Sicherheits-
und Justizdepartement übermittelte (act. 7/1–1a). Das Sicherheits- und
Justizdepartement wies den Rekurs am 13. September 2017 ab.
D. Mit Schreiben vom 31. Oktober 2017 reichte B._ (Beschwerdeführer) durch seinen
Rechtsvertreter Beschwerde beim Verwaltungsgericht ein und verwies auf seine
Beschwerde vom 17. Oktober (richtig: September) 2017 (act. 3), die von den Instanzen,
welche dieses Schreiben erhalten hätten, nicht an das Verwaltungsgericht
weitergeleitet worden sei, obwohl er sich offensichtlich gegen den Entscheid des
Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) vom 13. September 2017 habe
wehren wollen (vgl. act. 1). Er beantragte, es sei die Rechtzeitigkeit der Beschwerde
festzustellen, eventualiter die Beschwerdefrist wiederherzustellen. Entsprechend der
verfahrensleitenden Verfügung vom 2. November 2017 ergänzte der Beschwerdeführer
die Beschwerde am 25. Januar 2018 und beantragte in der Sache, es sei unter Kosten-
und Entschädigungsfolge der angefochtene Entscheid beziehungsweise die ihm
zugrunde liegende Verfügung des Migrationsamtes aufzuheben und die
Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers ordentlich zu verlängern, eventualiter
die Angelegenheit zur Prüfung der Erteilung einer F-Bewilligung an das Migrationsamt
zurückzuweisen. Der zuständige Abteilungspräsident entsprach am 29. Januar 2018
dem Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
und -verbeiständung im Beschwerdeverfahren.
Mit Vernehmlassung vom 5. Februar 2018 verwies die Vorinstanz auf Erwägungen in
ihrem Entscheid und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers verzichtete am 22. Februar 2018 auf eine Stellungnahme und
reichte dem Gericht eine Kostennote ein, welche der Vorinstanz am 23. Februar 2018
zur Kenntnis gebracht wurde.
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Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen des
Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge sowie die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Als Adressat des
angefochtenen Entscheids ist der im Rekursverfahren unterlegene Beschwerdeführer
zur Ergreifung der Beschwerde berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1
VRP). Die Beschwerde gegen den vorinstanzlichen Entscheid vom 13. September 2017
wurde mit Eingabe vom 17. September 2017 (Eingang 22. September 2017) an das
„Migrationsamt, Ausländerabteilung, F. Fässler, Webergasse 8“ gesandt. Darin hat der
Beschwerdeführer ausreichend zum Ausdruck gebracht, er sei mit dem Entscheid nicht
einverstanden und wünsche eine Neubeurteilung. Sie kann entsprechend als rechtzeitig
erhoben gelten (vgl. Art. 11 Abs. 3 und Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs.1 VRP;
VerwGE B 2012/258 vom 12. März 2013 E. 4.1, www.gerichte.sg.ch). Sie erfüllt
zusammen mit den Ergänzungen vom 31. Oktober 2017 und 25. Januar 2018 formal
und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1
und Art. 48 Abs. 1 und VRP). Auf die Beschwerde ist deshalb grundsätzlich einzutreten.
Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde, soweit der Beschwerdeführer beantragt, die
Verfügung des Migrationsamts sei aufzuheben. Diese erstinstanzliche Verfügung ist
durch den angefochtenen Entscheid ersetzt worden beziehungsweise gilt inhaltlich als
mitangefochten (Devolutiveffekt, BGer 2C_249/2014 vom 27. März 2015 E. 1.3 mit
Hinweis auf BGE 138 II 169 E. 3.3).
2. Art. 62 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (SR
142.20, AuG) besagt, dass die zuständige Behörde eine Aufenthaltsbewilligung
widerrufen beziehungsweise nicht verlängern kann, wenn der Ausländer oder sein
Vertreter im Bewilligungsverfahren falsche Angaben gemacht oder wesentliche
Tatsachen verschwiegen hat. Dabei ist erforderlich, dass der Betroffene wissentlich
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falsche Angaben gemacht oder wesentliche Tatsachen verschwiegen hat, in der
Absicht, gestützt darauf den Aufenthalt bewilligt beziehungsweise verlängert zu
erhalten. Der Widerrufsgrund ist im Zusammenhang mit der Mitwirkungspflicht des
Ausländers gemäss Art. 90 lit. a AuG zu betrachten. Auch nach Art. 8 Abs. 1 des
Asylgesetzes (SR 142.31, AsylG) ist der ausländische Asylsuchende verpflichtet,
wahrheitsgetreue und vollständige Angaben über die für die Regelung des Aufenthalts
wesentlichen Tatsachen zu machen (vgl. dazu BGer 2C_878/2013 vom 13. Februar
2014 E. 1.3.1). Selbst bei falschen Angaben wird ein Widerruf der Bewilligung jedoch
als unverhältnismässig erachtet, wenn der Bewilligungsanspruch auch bei richtigen und
vollständigen Angaben bestanden hätte (M. Spescha et al., Kommentar
Migrationsrecht, 4. Aufl. 2015, N 4 zu Art. 62 AuG mit weiteren Hinweisen). Je weiter
der verschwiegene Sachverhalt zurückliegt, desto weniger wird man ihm für spätere
Bewilligungsentscheide eine relevante kausale Bedeutung zumessen können.
3. Das Bundesverwaltungsgericht führte in seinem Entscheid aus, dass sich die
Wahrheitspflicht im Rahmen der Mitwirkungspflicht bei der Feststellung des
Sachverhalts auch auf den Inhalt und die Echtheit eingereichter Beweismittel beziehe
und der Beschwerdeführer diesbezüglich mindestens eine Mitverantwortung trage (vgl.
BVGer D 7686/2015 vom 15. Juli 2016 E. 4.1.1 ff., www.bvger.ch). Dem ist
zuzustimmen und zu ergänzen, dass der Beschwerdeführer als Betroffener des
Gerichtsentscheids gewusst haben muss, wie in etwa das Original des Entscheids
gelautet haben muss, zumindest in den Grundzügen. Es wäre ihm somit bei
angemessener Sorgfalt (und diese wäre aufgrund seiner Wahrheits- und
Mitwirkungspflicht anzuwenden gewesen) zumindest möglich gewesen, die Fälschung
als solche zu erkennen. Dass er dies nicht erkannte beziehungsweise erkennen wollte,
deutet zumindest darauf hin, dass er eine solche zumindest in Kauf genommen hat.
Dass er die Fälschung nicht nur in Kauf genommen, sondern sogar beabsichtigt hat,
erscheint allerdings als wahrscheinlicher, zumal er nach den Ausführungen des
Bundesverwaltungsgerichts in Bezug auf den Inhalt bereits anlässlich der Anhörung im
Asylverfahren gelogen hatte und sich diese Fälschung mit seiner Lüge deckte. Dass
das Bundesverwaltungsgericht aufgrund dessen seine Glaubwürdigkeit als fragwürdig
erachtet, ist deshalb nachvollziehbar. Auf eine entsprechende Absicht deutet auch hin,
dass der Beschwerdeführer behauptet, dem Vater sei die Beschaffung des
Originalurteils aufgrund befürchteter Repressalien nicht möglich gewesen (act. 12 S. 6).
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Wäre dies aber tatsächlich der Fall gewesen, wäre dies bei der Einreichung des
Dokuments mitzuteilen gewesen; das Unterlassen einer solchen Mitteilung deutet auf
eine Missbrauchsabsicht hin. Gemäss Bundesverwaltungsgericht wurde der
Beschwerdeführer nur deshalb als Flüchtling anerkannt, weil angesichts der von ihm
geltend gemachten Verurteilung zu einer langjährigen Freiheitsstrafe aufgrund lediglich
eines Verdachts auf eine Straftat auf einen Politmalus geschlossen wurde. Die vom
Beschwerdeführer gemachten Angaben waren laut Bundesverwaltungsgericht kausal
für die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft sowie die Asylgewährung. Demzufolge
ist logisch, dass dem Beschwerdeführer auch aufgrund der eingereichten Fälschung
die Aufenthaltsbewilligung erteilt worden war. Denn nur aufgrund des gutgeheissenen
Asylgesuchs und der Anerkennung als Flüchtling war das Migrationsamt gehalten, dem
Beschwerdeführer auch eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen und jährlich zu
verlängern. Damit ist der Widerrufsgrund von Art. 62 lit. a AuG erfüllt.
Das erhebliche öffentliche Interesse am Widerruf beziehungsweise der
Nichtverlängerung durch Täuschung erlangter Aufenthaltsbewilligungen überwiegt
vorliegend das private Interesse des Beschwerdeführers deutlich, zumal dieser im Alter
von 23 Jahren in die Schweiz einreiste und damit noch nicht lange hier ist und seine
prägenden Schul- und Jugendjahre im Iran verbrachte. Zudem hat er trotz seiner
weitreichenden Mitwirkungspflicht keine besondere Integration in sozialer oder
beruflicher Hinsicht dargetan. Seinen behaupteten grossen Bekanntenkreis in der
Schweiz (act. 12 S. 6) spezifiziert er in keiner Weise; es ist somit unklar, aus wie vielen
Personen welcher Nationalität dieser Bekanntenkreis besteht. In wirtschaftlicher
Hinsicht ist der Beschwerdeführer erst seit kurzer Zeit im zu erwartenden Normalmass
(Anstellung ohne Sozialhilfe; act. 12 S. 6) integriert, bezog er doch neben seiner 50-
Prozent-Teilzeitanstellung noch längere Zeit Sozialhilfe (Dossier, S. 25 ff.). Eine
besondere Integrationsleistung ist alleine aufgrund der Tatsache, dass er aktuell
offenbar ohne Sozialhilfe auskommt, nicht dargetan. In rechtsstaatlicher Hinsicht ist
zudem erwähnenswert, dass er bereits mit drei Verurteilungen aufgefallen ist, wenn
diesen auch Bagatellcharakter zukommt. Alleine die Tatsache, dass er nach seiner
Behauptung der deutschen Sprache mächtig sei (act. 12 S. 6), reicht für eine
besondere Integration nicht aus. Seine Familie lebt in seiner Heimat. Aus den
aufgeführten Gründen ist ihm die Rückreise dorthin zumutbar. Seine Behauptung, dass
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er in seiner Heimat ernsthafte Probleme beziehungsweise gar den Tod zu befürchten
habe, sind trotz seiner weitreichenden Mitwirkungspflicht nach wie vor unsubstantiiert.
4. Der Beschwerdeführer beantragt eventualiter die Rückweisung der Angelegenheit an
das Migrationsamt zur Prüfung der „Erteilung einer F Bewilligung“.
Den „Ausweis F“ erhalten gemäss Art. 71a Abs. 1 lit. c der Verordnung über Zulassung,
Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (SR 142.201, VZAE) vorläufig Aufgenommene bis zur
Aufhebung dieser Massnahme nach Art. 41 Abs. 2 AuG. Danach erhalten vorläufig
Aufgenommene (Art. 83 AuG) einen Ausweis, der ihre Rechtsstellung festhält. Gemäss
Art. 83 AuG verfügt das Staatssekretariat für Migration die vorläufige Aufnahme, wenn
der Vollzug der Weg- oder Ausweisung nicht möglich, nicht zulässig oder nicht
zumutbar ist (Abs. 1); die vorläufige Aufnahme kann von kantonalen Behörden
beantragt werden (Abs. 4).
Das Migrationsamt, das im Übrigen zur „Erteilung einer F Bewilligung“ ohnehin nicht
zuständig wäre, sondern eine solche lediglich bei der zuständigen Bundesbehörde
beantragen könnte, hat in der Verfügung vom 3. Februar 2017 festgehalten, die
Rückkehr des Beschwerdeführers in sein Heimatland sei möglich, zulässig und
zumutbar, und hat dementsprechend zusammen mit dem Widerruf der
Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 64 Abs. 1 lit. c AuG die Wegweisung unter
Ansetzung einer Ausreisefrist und Androhung des zwangsweisen Vollzugs nach deren
Ablauf verfügt. Die Vorinstanz hat den Widerruf beziehungsweise die Nichtverlängerung
der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers unter anderem auch deshalb als
verhältnismässig beurteilt, weil ihm die Rückkehr nach der erst kurzen Abwesenheit
vom Heimatland, wo noch seine Mutter sowie sein Vater mit der neuen Familie sowie
weitere Verwandte lebten, zumutbar sei und weil seine Vorbringen, er habe im Iran
ernsthafte Probleme oder gar den Tod zu befürchten, aufgrund der nachträglich
entdeckten Fälschung des eingereichten Gerichtsurteils bereits von den zuständigen
Bundesbehörden als unglaubwürdig beurteilt worden und nicht substantiiert seien
(Erwägung 4b des angefochtenen Entscheides). Sie ist deshalb zum Schluss
gekommen, Gründe, welche die Wegweisung im Sinn von Art. 83 AuG als nicht
möglich, nicht zulässig oder nicht zumutbar erscheinen liessen, seien nicht ersichtlich,
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nachdem die Flüchtlingseigenschaft rechtskräftig aberkannt und das Asyl aufgehoben
worden seien (Erwägung 5 des angefochtenen Entscheides).
Die Beschwerde enthält keine besondere Begründung zum Antrag, es sei die vorläufige
Aufnahme zu prüfen. Vielmehr beschränkt sie sich darauf, im Zusammenhang mit der
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung geltend zu machen, die Tatsache, dass
es sich beim eingereichten Urteil um eine Totalfälschung gehandelt habe, schliesse
nicht aus, dass der Beschwerdeführer das Urteil für echt gehalten habe und die
Möglichkeit wesentlicher und unrechtmässiger Repressalien gegen seine Freiheit sowie
körperliche Integrität bestehe. Diese Einwendungen sind im Rahmen der Prüfung der
Verhältnismässigkeit der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung geprüft und als
unbehelflich beurteilt worden. Die Beschwerde erweist sich damit, auch insoweit als sie
den Eventualantrag betrifft, als unbegründet. Dementsprechend erweist sich der
Entscheid der Vorinstanz als recht- und verhältnismässig, weshalb die Beschwerde
abzuweisen ist.
5. Dem Verfahrensausgang entsprechend hat der Beschwerdeführer die Kosten des
Beschwerdeverfahrens zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von
CHF 2‘000 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12). Die amtlichen Kosten gehen infolge Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege zulasten des Staates (Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 122
Abs. 1 lit. b der Schweizerischen Zivilprozessordnung, SR 272, ZPO). Auf die Erhebung
wird verzichtet (Art. 95 Abs. 3 VRP).
Wird vor Verwaltungsgericht die unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt (vgl.
Art. 99 Abs. 1 VRP), ist bei der Bemessung der Entschädigung auf die staatliche
Honorarordnung für die Vorbereitung und Durchführung des Verfahrens der
Verwaltungsrechtspflege abzustellen (Art. 30 lit. b Ziff. 2 des Anwaltsgesetzes; sGS
963.70, AnwG). Bei unentgeltlicher Prozessführung wird das Honorar um einen Fünftel
herabgesetzt (siehe Art. 31 Abs. 3 AnwG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Verwaltungsgericht pauschal CHF 1'000 bis CHF 12'000 (vgl. Art. 22 Abs.
1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten; sGS 963.75, HonO).
Innerhalb des für eine Pauschale gesetzten Rahmens wird das Grundhonorar nach den
besonderen Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der
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Schwierigkeit des Falles und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten,
bemessen (Art. 19 HonO). Der Rechtsvertreter hat auf der Grundlage eines
Zeitaufwandes von 15 Stunden zu je CHF 250 zuzüglich vier Prozent pauschale
Barauslagen gekürzt um einen Fünftel auf einen Stundenansatz von CHF 200 eine
Kostennote eingereicht (act. 19). Eine solche Entschädigung erscheint mit Blick auf die
in ausländerrechtlichen Beschwerdeverfahren üblicherweise zugesprochene pauschale
ausseramtliche Entschädigung von CHF 1‘600 (CHF 2‘000 um einen Fünftel reduziert)
zuzüglich CHF 80 Barauslagen (vier Prozent von CHF 2‘000, Art. 28 Abs. 1 HonO)
und Mehrwertsteuer als überhöht. Die Angelegenheit erweist sich sowohl in
tatsächlicher als auch in rechtlicher Hinsicht nicht als überdurchschnittlich aufwendig.
Dementsprechend ist der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers für das
Beschwerdeverfahren ausseramtlich mit CHF 1‘680 (zuzüglich 8 % bzw. 7,7 %
Mehrwertsteuer auf je CHF 840 – entsprechend der Aufteilung des Aufwandes des
Rechtsvertreters auf die Zeit bis 31. Dezember 2017 bzw. ab 1. Januar 2018 (Art. 29
HonO, Ziff. 2.1 der MWST-Info 19 zur Steuersatzänderung per 1. Januar 2018,
www.estv.admin.ch) – das heisst CHF 67.20 bzw. CHF 64.70 (insgesamt somit CHF
131.90 Mehrwertsteuer) zu entschädigen.