Decision ID: 18c3bd6b-1088-4b1d-9eb2-eee466c0f972
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ war vom 1. Januar 2006 bis 31. März 2007 im Anwaltsbüro Dr. iur. D._ im
Rahmen eines Rechtspraktikums angestellt und dadurch bei der BVG-Sammelstiftung
C._ berufsvorsorgerechtlich versichert (vgl. act. G1.2, G11.1 f., G11.4). Ab 1. Februar
2007 war der Versicherte zu 100% arbeitsunfähig (act. G1.17, act. G11.5). Vom 7. April
bis 7. Mai 2007 befand er sich stationär in der Psychiatrischen Klinik E._. Die
behandelnden Ärzte diagnostizierten eine bipolare affektive Störung, gegenwärtig
manische Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10: F31.2) und erachteten ihn
nach Austritt aus der Klinik noch für ca. einen Monat als zu 100% arbeitsunfähig
(Austrittsbericht vom 7. Mai 2007; act. G1.19). Dr. med. F._, Psychiatrie und
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Psychotherapie, bestätigte gegenüber dem beratenden Arzt der C._ die Diagnose am
11. Mai 2007. Er berichtete, die ersten Symptome seien in den Tagen vor der
Einweisung in die Psychiatrische Klinik E._ am 7. April 2007 aufgetreten. Während
der Praktikantenzeit in der Kanzlei von Dr. D._ sei es zu einem psychophysischen
Erschöpfungszustand mit Krankschreibung ab 1. Februar 2007 bis Ende der
Praktikumszeit gekommen. Der Versicherte sei bis auf weiteres zu 100% arbeitsunfähig
(act. G1.17). Die C._ verneinte mit Schreiben vom 9. Oktober 2007 einen Anspruch
auf Invaliditätsleistungen, da der Versicherte innerhalb der vertraglich vereinbarten
Wartefrist von drei Monaten wieder voll arbeitsfähig geworden sei (act. G1.18).
A.b Ab 1. Mai 2008 war der Versicherte bei der G._ beschäftigt und dadurch bei der
Pensionskasse der B._ berufsvorsorgerechtlich versichert (act. G1.1c, G1.3 ff.). Dr.
med. H._, Innere Medizin FMH, Vertrauensarzt der G._, war nach einer
Untersuchung am 1. April 2008 der Ansicht, der Versicherte könne ohne Vorbehalt in
die PK B._ aufgenommen werden (act. G1.20 f.). Dr. med. I._, Spezialarzt FMH
Innere Medizin, hatte am 4. April 2008 ausgeführt, aufgrund der vorliegenden
Unterlagen sei ein Vorbehalt gerechtfertigt. Er hatte als Entscheid festgehalten: “1/3
Leistungsreduktion für Invalidität bei psychiatrischen Erkrankungen samt Ursachen und
Folgen. Todesfall zu normalen Bedingungen. Keine Revision.“ (act. G1.22). Die PK
B._ hatte dem Versicherten diesen Vorbehalt am 2. Mai 2008 mitgeteilt und
festgehalten, der Leistungsvorbehalt gelte für fünf Jahre. Der Vorbehalt gelte nicht für
Leistungen gemäss BVG, respektive nicht auf dem Vorsorgeschutz, der mit den
eingebrachten Freizügigkeitsleistungen erworben werde. Ausserdem sei er beschränkt
auf die beim Eintritt bereits bekannten Krankheiten und Behinderungen. Er gelange
somit nicht zur Anwendung, wenn das Versicherungsereignis durch eine andere
Ursache ausgelöst werde (act. G12.5). Vom 3. November 2008 bis 31. Januar 2009 war
der Versicherte aus psychischen Gründen zu 100%, vom 1. Februar bis 31. März 2009
zu 40%, vom 1. April bis 31. Mai 2009 zu 20% und ab 2. Juni 2009 wieder zu 100%
arbeitsunfähig (vgl. act. G12.3). Die G._ kündigte das Arbeitsverhältnis per 31.
Dezember 2009 (act. G1.5).
A.c Dr. F._ berichtete der IV-Stelle am 22. Januar 2010 über eine seit 1987
bestehende bipolare affektive Störung, gegenwärtig hypomanische Episode mit
psychotischen Symptomen (ICD-10: F31.20). Er erachtete den Versicherten seit 3.
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November 2008 im obgenannten Ausmass (E. A.b) als arbeitsunfähig. Die Erfahrungen
im Lauf der Jahre hätten gezeigt, dass der Versicherte mit einem 100% Pensum
überfordert sei und auf psychosoziale Belastungen und Stressoren am Arbeitsplatz mit
einer psychischen Dekompensation reagiere. Seines Erachtens sei langfristig gesehen
ein 60% Pensum die oberste Grenze der möglichen Belastbarkeit. Gegenwärtig
bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G12.3). Mit Verlaufsbericht vom 31. Mai
2010 attestierte Dr. F._ dem Versicherten seit 1. April 2010 eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit, da die psychotischen Symptome nicht mehr vorhanden seien (act.
G12.8). Ab 1. Juni 2010 war der Versicherte in einem 50% Pensum als Jurist bei der
J._ bzw. ab 1. Dezember 2010 bei einer Anwaltskanzlei tätig (vgl. IV-act. 101). Dr.
F._ befand am 7. März 2011, mit einem höheren Pensum wäre der Versicherte
überfordert (act. G12.9).
A.d Im März 2012 wurde der Versicherte im Auftrag der IV-Stelle von Dr. med.
K._, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, Klinik L._, untersucht. In seinem
Gutachten vom 17. April 2012 diagnostizierte dieser eine bipolare affektive Störung,
gegenwärtig remittiert (ICD-10: F31.7). Er beurteilte, der Versicherte habe 17-jährig die
erste psychische Krise erlebt, die sich mit einer Manie manifestiert habe. Seitdem habe
er mehrere manische Phasen begleitet von kurzdauernden Wahnvorstellungen gehabt.
Der Versicherte sei vom 3. November 2008 bis 31. Januar 2009 zu 100%, vom 1.
Februar bis 31. März 2009 zu 40%, vom 1. April bis 31. Mai 2009 zu 20%, vom 2. Juni
2009 bis 31. Mai 2010 zu 100% und seit 1. Juni 2010 zu 50% arbeitsunfähig gewesen
(act. G12.2).
A.e Mit Verfügung vom 15. Oktober 2012 sprach die IV-Stelle dem Versicherten per 1.
Mai 2010 eine Dreiviertelsrente zu (IV-act. 139). Auf die von der PK B._ dagegen
erhobene Beschwerde mit dem Antrag, es sei der Beginn der einjährigen Wartezeit auf
ein Datum vor 1. Mai 2008 festzusetzen (IV-act. 148), trat das Versicherungsgericht St.
Gallen mit Entscheid vom 2. Dezember 2014 mangels schutzwürdigen Interesses
hinsichtlich des Feststellungsbegehrens nicht ein (IV-act. 170). Nachdem der
Gesundheitszustand des Versicherten sich verschlechtert hatte (vgl. IV-act. 177, 184),
sprach ihm die IV-Stelle per 1. April 2013 eine ganze Rente zu (Verfügung vom 4.
Dezember 2015; IV-act. 198 f.).
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A.f Am 22. April 2015 ersuchte der Versicherte die PK B._ um Festsetzung und
Ausrichtung der versicherten Invalidenleistungen (act. G1.14). Mit Schreiben vom 24.
April 2015 verneinte die PK B._ ihre Leistungspflicht (act. G1.1). Nachdem der
Versicherte die C._ am 29. Juni 2015 um Prüfung ihrer Leistungspflicht für
Invalidenleistungen gebeten hatte (act. G1.15), wies auch die C._ mit Schreiben vom
9. Dezember 2015 einen Anspruch auf Versicherungsleistungen ab (act. G1.2).
B.
B.a Mit Klage vom 23. Juni 2016 beantragt der Versicherte (nachfolgend: Kläger) es
seien ihm die gesetzlichen und vertraglichen Invalidenleistungen aus der beruflichen
Vorsorge der PK B._ (nachfolgend: Beklagte 1), eventualiter der C._ (nachfolgend:
Beklagte 2), ohne Vorbehalt zuzusprechen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Er
macht geltend, er sei zwar vor dem Arbeitsverhältnis bei der B._ zeitweise wegen
einer erstmals in der Jugendzeit diagnostizierten bipolaren Störung arbeitsunfähig
gewesen. Er sei jedoch bei der G._ während sechs Monaten uneingeschränkt
arbeits- und leistungsfähig gewesen und habe objektiv entsprechende
Qualifikationsresultate erzielt. Nach einer dreimonatigen Arbeitsunfähigkeit habe er
seine Arbeit wieder in einem Teilpensum aufgenommen und bis Ende Mai 2009 habe
die Wahrscheinlichkeit der Wiedererlangung der vollen Arbeits- und Leistungsfähigkeit
bestanden. Der Vorsorgefall sei somit in der bei der Beklagten 1 versicherten Zeit
eingetreten. Die Anforderungen an einen gesundheitlichen Versicherungsvorbehalt
seien nicht erfüllt, eine Verweigerung von Leistungen aus dem überobligatorischen
Bereich deshalb nicht zulässig. Der Vorbehalt der Beklagten 1 vom 4. April 2008 sei
nicht nur zu wenig präzise, sondern auch unklar und widersprüchlich (act. G1).
B.b Die Beklagte 1 beantragt in ihrer Klageantwort vom 7. November 2016 die
Abweisung der Klage; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Sie führt aus, das
psychiatrische Gutachten von Dr. K._ vom 17. April 2012 zeige eindrücklich, dass die
seit vielen Jahren regelmässig auftretenden psychischen Krisen in einem engen
Zusammenhang zu der beruflichen Belastung stünden. Auch während des
Arbeitsverhältnisses mit Dr. D._ sei er vom 1. Februar bis 31. März 2007 zu 100%
arbeitsunfähig gewesen. Gemäss IV-Anmeldung sei er in der Zeit der Arbeitslosigkeit
vom 1. April 2007 bis 20. April 2008 ebenfalls zumindest zum Teil arbeitsunfähig
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gewesen und wegen bipolarer affektiver Störung vom 7. April bis 7. Mai 2007 stationär
behandelt worden. Die Anstellung bei der G._ könne lediglich als Arbeitsversuch
gewertet werden, da der Kläger auf psychosoziale Belastungen und Stressoren am
Arbeitsplatz mit einer psychischen Dekompensation reagiere und auch die Anstellung
bei der G._ deshalb früher oder später habe scheitern müssen. Die relevante
Arbeitsunfähigkeit sei nicht während der Anstellung bei der G._ sondern bereits
früher eingetreten. Selbst wenn zu Unrecht davon ausgegangen würde, dass die zur
Invalidität führende Arbeitsunfähigkeit während der bei der Beklagten 1 versicherten
Zeit eingetreten wäre, müsste diese ohnehin keine Leistungen aus der
überobligatorischen Versicherung leisten. Allein der durch Vertrauensarzt Dr. I._
festgelegte Vorbehalt bei Aufnahme in die Vorsorgeeinrichtung sei entscheidend
gewesen, nicht der Antrag von Dr. H._. Gemäss Reglement gelte der Vorbehalt für
fünf Jahre. Er sei damit inhaltlich und zeitlich ausreichend eingeschränkt und gültig
(act. G12).
B.c In ihrer Klageantwort vom 7. November 2016 beantragt die Beklagte 2 die
Abweisung der Klage, soweit diese sie betreffe; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Sie bringt vor, der Kläger sei vom 1. April 2007 bis 2. November
2008 voll arbeitsfähig gewesen und habe während über sechs Monaten bei der B._
eine 100%ige Arbeitsleistung erbracht. Damit sei der zeitliche Zusammenhang
zwischen der Arbeitsunfähigkeit im Februar/März 2007 und der späteren Invalidität
unterbrochen worden (act. G11).
B.d Mit Replik vom 12. Januar 2017 hält der Kläger an seinen Anträgen fest. Er bringt
vor, er habe in seiner IV-Anmeldung deshalb angegeben, er sei in der Zeit vom 1. April
2007 bis 30. April 2008 zum Teil arbeitsunfähig gewesen, weil er sich vom 7. April bis 7.
Mai 2007 in der psychiatrischen Klinik E._ befunden habe. Dies heisse jedoch nicht,
dass er während der ganzen Zeit teilweise arbeitsunfähig gewesen sei. Nachdem er
sich mit dem Verfassen einer Dissertation befasst gehabt habe, habe er sich ab August
2007 für Arbeitsstellen beworben (s. dazu act. G16.1). Die Beklagte 1 vermöge ihre
Annahme der Arbeits- und Vermittlungsunfähigkeit vom Frühling 2007 bis Frühling
2008 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen und sei somit
leistungspflichtig. Bezüglich Vorbehalt sei die Einschätzung von Dr. H._, welcher den
Kläger persönlich untersucht habe, zuverlässig. Die spätere Aktenbeurteilung durch Dr.
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I._ stelle eine andere Beurteilung desselben Sachverhalts dar, ohne sich mit der
Beurteilung von Dr. H._ auseinanderzusetzen. Auch der Wortlaut des Vorbehaltes sei
irreführend und widersprüchlich (act. G16).
B.e Die Beklagte 2 verzichtet mit Schreiben vom 25. Januar 2017 auf das Einreichen
einer Duplik (act. G18).
B.f In ihrer Duplik vom 9. Februar 2017 hält die Beklagte 1 an ihren Anträgen fest. Sie
macht geltend, die nur vereinzelten Bewerbungen in der Zeit der Arbeitslosigkeit
deuteten darauf hin, dass der Kläger während der ganzen Zeit oder zumindest während
eines Grossteils davon arbeits- und vermittlungsunfähig gewesen sei. Der Kläger
begründe nicht nachvollziehbar, weshalb er sich nicht bei der Arbeitslosenversicherung
gemeldet habe. Es erscheine vielmehr naheliegend, dass er gesundheitlich nicht in der
Lage gewesen sei, der Pflicht zur Stellensuche nachzukommen. Die Stelle bei der
G._ müsse als Arbeitsversuch gewertet werden. Dr. H._ sei nicht befugt gewesen,
über den Gesundheitsvorbehalt zu entscheiden und die Beklagte 1 habe sich auf den
nachvollziehbaren Entscheid von Dr. I._ stützen dürfen (act. G19).

Erwägungen
1.
Gemäss Art. 73 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen-
und Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40) bezeichnet jeder Kanton ein Gericht, das als
letzte kantonale Instanz über Streitigkeiten u.a. zwischen Vorsorgeeinrichtungen und
Anspruchsberechtigten entscheidet. Im Kanton St. Gallen ist nach Art. 65 Abs. 1 lit.
ebis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRP; sGS 951.1) das
Versicherungsgericht zuständig für Streitigkeiten nach Art. 73 BVG. Gerichtsstand ist
nach Art. 73 Abs. 3 BVG der Sitz oder Wohnsitz des Beklagten oder der Ort des
Betriebes, bei dem der Versicherte angestellt wurde. Vorliegend ist die örtliche
Zuständigkeit des angerufenen Versicherungsgerichts zu bejahen, weil der Kläger die
Tätigkeit, aufgrund derer er bei der Beklagten 1 versichert war, in St. Gallen ausgeführt
hat (act. G1, vgl. act. G1.6 ff.). Infolge der vorliegenden passiven subjektiven
Klagenhäufung besteht ein einheitlicher Gerichtsstand und die örtliche Zuständigkeit ist
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bezüglich der Klage gegen die Beklagte 2 ebenfalls zu bejahen (vgl. BGE 133 V 488, E.
4). Da auch sämtliche übrigen prozessualen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die
Klage einzutreten.
2.
Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch des
Klägers auf eine Invalidenrente gegenüber der Beklagten 1, eventualiter der Beklagten
2.
2.1 Nach Art. 23 lit. a BVG hat (im Obligatoriumsbereich) Anspruch auf
Invalidenleistungen der beruflichen Vorsorge, wer im Sinne der Invalidenversicherung
zu mindestens 40 % invalid ist und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache
zur Invalidität geführt hat, versichert war. Nach Art. 24 Abs. 1 BVG setzt der Anspruch
auf eine volle Invalidenrente eine mindestens 70%-ige Invalidität im Sinn der IV voraus
(lit. a). Eine Dreiviertelsrente kommt zur Ausrichtung bei mindestens 60%-iger
Invalidität (lit. b). Eine halbe Rente wird bei mindestens hälftiger Invalidität (lit. c) und
eine Viertelsrente bei mindestens 40%-iger Invalidität ausgerichtet (lit. d). Gemäss Art.
46 des Leistungsreglements (Januar 2009) der Beklagten 1 und Art. 5 Abs. 2 des
Reglements (gültig ab 1. Januar 2005) der Beklagten 2 besteht ein Anspruch auf
Invalidenrente bei einer Invalidität von mindestens 25% (act. G1.1b, act. G11.3).
2.2 Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung
geschuldet, welcher der Ansprecher bei Eintritt des versicherten Ereignisses
angeschlossen war. Dieser Zeitpunkt fällt mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit
zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat. Die Versicherteneigenschaft muss
nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise
auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der Invalidität. Für eine
einmal - aus während der Versicherungsdauer aufgetretenen Arbeitsunfähigkeit -
geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrichtung leistungspflichtig, selbst
wenn sich nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert (Art.
26 Abs. 3 BVG e contrario; BGE 123 V 263 f. E. 1a, 118 V 45 E. 5). Damit die frühere
Vorsorgeeinrichtung leistungspflichtig bleibt, ist allerdings nicht nur erforderlich, dass
die Arbeitsunfähigkeit zu einer Zeit einsetzte, als die versicherte Person ihr
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angeschlossen war, sondern auch, dass zwischen dieser Arbeitsunfähigkeit und der
Invalidität sowohl ein sachlicher als auch ein zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE
123 V 264 f. E. 1c, 120 V 117 ff. E. 2c/aa f. mit Hinweisen).
3.
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der
Invalidenversicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich,
dass die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (Art. 6
BVG) grundsätzlich an die Feststellungen der IV-Organe gebunden sind. Wie das
Versicherungsgericht St. Gallen bereits im Entscheid vom 2. Dezember 2014, IV
2012/433, E. 1.3, erwog, entfällt jedoch vorliegend infolge der verspäteten Anmeldung
bei der IV-Stelle eine Bindung der Beklagten 1 und 2 an die Feststellung der IV-Stelle,
wonach die einjährige Wartezeit am 3. November 2008 begonnen habe (IV-act. 170,
vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 30. Mai 2014, 9C_12/2014, E. 2.3).
4.
Der sachliche Zusammenhang ist gegeben, wenn der invalidisierende
Gesundheitsschaden der gleiche ist, wie er sich bereits während der Zugehörigkeit zur
Vorsorgeeinrichtung manifestierte (BGE 123 V 264 f. E. 1c, 120 V 117 ff. E. 2c/aa f. mit
Hinweisen). Eine bipolare affektive Störung charakterisiert sich durch wenigstens zwei
Episoden, in denen Stimmung und Aktivitätsniveau des Betroffenen deutlich gestört
sind. Diese Störung besteht einmal in gehobener Stimmung, vermehrtem Antrieb und
Aktivität (Hypomanie oder Manie), dann wieder in einer Stimmungssenkung und
vermindertem Antrieb und Aktivität (Depression) (vgl. ICD-10-GM Version 2017,
Einleitung zu F31.-, abrufbar unter www.dimdi.de/static/de/klassi/icd-10-gm/
kodesuche/onlinefassungen/htmlgm2017/block-f30-f39.htm, besucht am 19. Februar
2018). Die bipolare affektive Störung, welche beim Kläger schliesslich zur Invalidität
geführt hat, trat anscheinend bereits 1987 erstmals in Erscheinung (act. G12.3, 12.7).
Seither kam es immer wieder zu (hypo)manischen Phasen, so auch während der
vorliegend interessierenden Arbeitsverhältnisse (act. G1.17, G12.2, G12.3). Der
sachliche Zusammenhang ist damit zu Recht nicht umstritten.
5.
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5.1 Die zeitliche Konnexität setzt voraus, dass zwischen der früheren
Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität bzw. deren Verschlimmerung keine
längere Periode der Arbeitsfähigkeit liegt. Dabei sind die gesamten Umstände des
Einzelfalls zu würdigen, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen
prognostische ärztliche Beurteilung und die Beweggründe, welche die versicherte
Person zur Wiederaufnahme der Arbeit veranlassten (BGE 123 V 264 f. E. 1c, 120 V 117
ff. E. 2c/aa f. mit Hinweisen). Zu den für die Beurteilung des zeitlichen Konnexes
relevanten Umständen zählen auch die in der Arbeitswelt nach aussen in Erscheinung
tretenden Verhältnisse, wie etwa die Tatsache, dass ein Versicherter über längere Zeit
hinweg als voll vermittlungsfähiger Stellensuchender Taggelder der
Arbeitslosenversicherung bezieht (Urteile des EVG vom 26. Mai 2003, B 100/02, E. 4.1,
und vom 18. Oktober 2006, B 18/06, E. 4.2.1 in fine mit Hinweisen). Für Zeiträume
ohne formal ausgewiesene Arbeitsunfähigkeit darf eine solche nur angenommen
werden, wenn besondere Umstände vorliegen. Hierbei ist auch die Eigenart des
gesundheitlichen Geschehens massgebend. Bei Schubkrankheiten, zu denen bipolare
affektive Störungen eine gewisse Ähnlichkeit aufweisen können, ist zu prüfen, ob eine
länger als drei Monate dauernde, isoliert betrachtet unauffällige Phase von
Erwerbstätigkeit tatsächlich mit der Perspektive einer dauerhaften Berufsausübung
verbunden war. Selbst eine längerdauernde Phase der Erwerbstätigkeit zeigt keine
gesundheitliche Erholung mit weitgehender Wiederherstellung des
Leistungsvermögens an, wenn jegliche berufliche Belastung nach einer gewissen Zeit
regelhaft zu schweren Krankheitssymptomen mit erheblicher Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit führt (Urteil des Bundesgerichts vom 9. November 2016, 9C_142/2016,
E. 7.1). Der zeitliche Zusammenhang kann auch bei einer länger als drei Monate
dauernden Tätigkeit gewahrt sein, wenn eine dauerhafte berufliche
Wiedereingliederung unwahrscheinlich war, etwa weil die Tätigkeit (allenfalls auch erst
im Rückblick) als Eingliederungsversuch zu werten ist (BGE 134 V 20 E. 3.2.1; Urteil
des Bundesgerichts vom 9. November 2016, 9C_142/2016, E. 3.2). Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei Schubkrankheiten kein allzu strenger
Massstab anzuwenden und den gesamten Umständen des Einzelfalls kommt
besondere Bedeutung zu (Urteile des EVG vom 12. November 2003, B 12/03, E. 3.2.1,
und vom 4. Februar 2008, B 95/06, E. 3.4; Urteile des Bundesgerichts vom 13. August
2013, 9C_126/2013, E. 4.1, und vom 23. Juli 2014, 9C_61/2014, E. 5.3.1).
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5.2 Arbeitsfähigkeitsschätzungen vor 2007 sind nicht aktenkundig. Gegenüber Dr.
K._ führte der Versicherte jedoch aus, er habe erstmals 1987 eine psychische Krise
gehabt, die medikamentös behandelt worden sei. Die Symptome hätten sich innerhalb
von zwei Monaten zurückgebildet, und sein Zustand sei über ein Jahr stabil geblieben.
Im August/September 1988, 1990 sowie 1994 seien weitere manische Phasen
aufgetreten und er sei 1994 erstmals für drei Wochen in der Psychiatrischen Klinik
E._ gewesen. Unter der Medikation mit Lithium sei er über die nächsten 10 Jahre
ruhig gewesen und ambulant psychiatrisch behandelt worden. Vor seiner mündlichen
Lizentiatsprüfung 2004 sei die manische Krise erneut aufgetreten, er habe die Prüfung
aber nach Austritt aus der Psychiatrischen Klinik E._ (Aufenthalt dort vom 9. bis 25.
Februar 2005; vgl. act. G1.19) absolvieren können. Dann sei er eine Zeit lang (bis 2007)
stabil gewesen (act. G12.2, S. 5). Vor dem Praktikum bei Dr. D._ hatte der Kläger
also bereits mehrere manische Phasen hinter sich, hatte sich dazwischen aber jeweils
wieder erholt und war in der Lage, eine Ausbildung zum eidg. dipl. Bankfachmann
sowie ein Studium der Rechtswissenschaften abzuschliessen und scheinbar ohne
wesentliche Einschränkungen beruflich tätig zu sein, so insbesondere während 11
Jahren bei einer Bank (act. G12.2, act. G1.19; vgl. Lebenslauf in act. G16.1).
5.3 Während des Praktikums bei Dr. D._ war der Kläger sodann ab 1. Februar 2007
zu 100% arbeitsunfähig (act. G1.17). Vom 7. April bis 7. Mai 2007 befand er sich
stationär in der Psychiatrischen Klinik E._. Die dort behandelnden Ärzte berichteten
am 7. Mai 2007, während des Aufenthalts habe sich die psychotische Symptomatik
weitgehend zurückgebildet, die Stimmung habe sich etwas stabilisieren können, er sei
jedoch noch weiterhin deutlich manisch gewesen. Der Kläger sei nach einer Probe-
Beurlaubung von drei Tagen gegen ihre Empfehlung aus der stationären Therapie
ausgetreten. Aus ihrer Sicht wäre der Kläger noch ca. für einen Monat zu 100%
arbeitsunfähig (act. G1.19). Dr. F._ hielt in seinem Bericht vom 11. Mai 2007 fest,
während der Praktikantenzeit sei es zu einem psychophysischen Erschöpfungszustand
mit Krankschreibung ab 1. Februar 2007 gekommen. Die ersten Symptome der
manischen Episode seien kurz vor Klinikeintritt aufgetreten. Er attestierte dem Kläger
zwar vom 1. Februar 2007 bis auf weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 100%, ging aber
offenbar davon aus, dieser befinde sich noch für rund zwei Wochen in der
Psychiatrischen Klinik E._ (act. G1.17). In seinem Bericht vom 22. Januar 2010 listete
er sodann eine Arbeitsunfähigkeit von 100% vom 1. Februar bis 31. März 2007 auf. Als
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langjährig behandelnder Psychiater hielt er eine Arbeitsunfähigkeit von 0% vom 1. April
2007 bis 2. November 2008 und eine solche von 100% ab 3. November 2008 fest (act.
G12.3). Auch Dr. K._ legte den Beginn der Arbeitsunfähigkeit auf 3. November 2008
fest. Zwar hatte er sich entsprechend dem Auftrag der IV-Stelle insbesondere zur
Arbeitsfähigkeit im Verlauf seit etwa 2008 zu äussern, es lassen sich dem Gutachten,
welches sich mindestens anamnestisch mit der gesamten Krankheitsentwicklung seit
1987 befasst, jedoch auch keine Hinweise auf eine Arbeitsunfähigkeit zwischen dem
Frühjahr 2007 und November 2008 entnehmen (act. G12.2). Der Kläger gab in seiner
IV-Anmeldung vom 23. November 2009 an, er sei im letztgenannten Zeitraum
arbeitslos und zumindest zum Teil arbeitsunfähig gewesen. Eine
Arbeitslosenentschädigung habe er nicht beantragt (act. G12.4). In seiner Replik führte
er diesbezüglich aus, die Angabe “zumindest z.T. arbeitsunfähig“ sei dahingehend zu
verstehen, dass er während einem Teil der Zeit, nämlich bis zum Klinikaustritt am 7.
Mai 2007 arbeitsunfähig gewesen sei. “Zum Teil“ beziehe sich also nicht auf eine
teilweise Arbeitsunfähigkeit während der ganzen Zeit (act. G16, zu Randziffer 5). Dies
ist insofern nachvollziehbar, als für den Zeitraum von spätestens Anfang Juni 2007 bis
2. November 2008 nicht nur keine Arbeitsunfähigkeitsatteste vorliegen, sondern sich
der Beschwerdeführer nachweislich nach Austritt aus der Psychiatrischen Klinik E._
zuerst mit dem Verfassen einer Dissertation befasst und dann ab August 2007 für
juristische Stellen für ein Pensum von bis zu 100% beworben hat (act. G1.16.1). Wie
die Beklagte 1 zwar zu Recht geltend macht, liegen nur 12 Bewerbungen vor, von
denen der Kläger vier zurückzog. Mindestens einige der Rückzüge sind mit der Zusage
der G._ erklärbar. Aus den Tatsachen, dass er sich nicht bei der
Arbeitslosenversicherung meldete und nur eine beschränkte Zahl von Bewerbungen in
den Akten liegt, kann jedoch nicht ohne weiteres geschlossen werden, dass der Kläger
im Zeitraum von Frühjahr 2007 bis 1. Mai 2008 durchgehend (teilweise) arbeitsunfähig
gewesen wäre. Der Kläger war nicht verpflichtet, sich bei der Arbeitslosenversicherung
zu melden und musste dementsprechend auch nicht die von dieser üblicherweise
geforderte Anzahl an monatlichen Bewerbungen (vgl. act G19.1) erfüllen. Für den
Zeitraum spätestens ab Juni 2007 bis 30. April 2008 ist eine Arbeitsunfähigkeit somit
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Während seiner Tätigkeit
bei der G._ vom 1. Mai bis 2. November 2008 war der Kläger unbestritten voll
arbeitsfähig. Es kann damit erst ab 3. November 2008 von einer durchgehend
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bestehenden Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden. Auch RAD-Arzt M._ führte am
3. Januar 2013 aus, eine bipolare Störung führe grundsätzlich nicht immer zu einer
anhaltenden Arbeitsunfähigkeit, sondern verlaufe vielmehr – nicht selten – in Phasen
mit recht unterschiedlicher Ausprägung der Arbeitsfähigkeit. Dies sei offensichtlich
beim Kläger bis November 2008 der Fall gewesen. Seitdem sei infolge einer erneuten
akuten Verschlechterung von einem eher chronischen Verlauf mit dauerhaft
verminderter Arbeitsfähigkeit auszugehen (IV-act. 153). Der Beizug weiterer
medizinischer Einschätzungen zur Arbeitsfähigkeit während der Arbeitslosigkeit
erübrigt sich, zumal keine echtzeitlichen Berichte existieren und der Beweiswert einer
rückwirkenden Beurteilung mit Zurückhaltung beurteilt werden müsste.
5.4 Entgegen der Ausführungen der Beklagten 1 (vgl. act. G12, G19) ist auch nicht
davon auszugehen, dass es sich bei der Tätigkeit bei der G._ lediglich um einen
Arbeitsversuch gehandelt habe. Der Kläger wurde von der G._ zu den üblichen
Bedingungen unbefristet angestellt und überstand die Probezeit problemlos (act. G1.3
f.). In seinen Arbeitszeugnissen bescheinigte die G._ ihm unter anderem eine
strukturierte und ausgesprochen sorgfältige Arbeitsweise mit qualitativ und quantitativ
jederzeit guten Leistungen, die ihren hohen Anforderungen und Erwartungen in jeder
Hinsicht entsprochen hätten (act. G1.7, G1.12). Dr. F._ erachtete in seinem Bericht
vom 11. Mai 2007 die Prognose bei strikter Beibehaltung der Medikation für nicht
ungünstig (act. G1.17). Er hielt also eine Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit
mindestens für möglich und sah sie im Nachhinein als bis zum 2. November 2008
gegeben an (act. G12.3). Die Beklagte 1 weist zu Recht darauf hin, dass die in der
Vergangenheit aufgetretenen psychischen Krisen teilweise in einem Zusammenhang
mit beruflicher (oder schulischer) Belastung standen (act. G12). So hielt auch Dr. F._
am 22. Januar 2010 fest, die Erfahrungen im Laufe der Jahre hätten gezeigt, dass der
Kläger mit einem 100% Pensum überfordert sei und auf psychosoziale Belastungen
und Stressoren am Arbeitsplatz mit einer psychischen Dekompensation reagiere (act.
G12.3). Daraus kann jedoch entgegen den Ausführungen der Beklagten 1 (vgl. act.
G12) nicht geschlossen werden, die Anstellung bei der G._ habe ohnehin früher oder
später scheitern müssen. Seit dem Ausbruch seiner psychischen Krankheit 1987 und
bis zur Aufnahme der Tätigkeit bei der G._ war der Kläger dank fachärztlicher
Behandlung in der Lage gewesen, ohne wesentliche Einschränkungen rund 11 Jahre
lang bei einer Bank zu arbeiten, mehrere Ausbildungen abzuschliessen und zwei
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juristische Praktika zu absolvieren. Es kam dabei zwar zu manischen Phasen, diese
führten jedoch lediglich zu kurzen Verzögerungen in der Ausbildung sowie anlässlich
des Praktikums bei Dr. D._ zu einer rund 4-monatigen Arbeitsunfähigkeit. Auch der
Umstand, dass die Beklagte 1 gestützt auf die Beurteilung von Dr. I._ bei Aufnahme
des Klägers als Vorbehalt nur (aber immerhin, s. E. 6) eine 1/3 Leistungsreduktion für
Invalidität bei psychiatrischen Erkrankungen festhielt und eine Leistungspflicht für
diesen Fall nicht komplett ausschloss, spricht dafür, dass sie eine Arbeitsunfähigkeit
wohl in Betracht zog, jedoch nicht geradezu damit rechnete (vgl. act. G1.22, G12.5).
Die Anstellung bei der G._ ist damit objektiv gesehen nicht als Arbeitsversuch zu
werten, die Perspektive einer dauerhaften Berufsausübung war vorhanden. Der
zeitliche Zusammenhang zwischen der während dem Vorsorgeschutz der Beklagten 2
eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität ist folglich unterbrochen.
5.5 Ab 3. November 2008 war der Kläger sodann ununterbrochen zwischen 20% und
100% arbeitsunfähig (act. G12.2 f., G12.8 f., IV-act. 121, IV-act. 184). Der zeitliche
Zusammenhang zwischen der während dem Vorsorgeschutz bei der G._
eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität ist damit offensichtlich
gegeben.
5.6 Die Beklagte 1 ist folglich leistungspflichtig. Ihr Reglement verweist zur
Invaliditätsgradbemessung sinngemäss auf die IV-Gesetzgebung bzw. eine Verfügung
der IV (act. G1.1b, vgl. insbesondere Art. 46 f.). Die Berechnung des Invaliditätsgrads
durch die IV-Stelle wurde von den Parteien nicht in Frage gestellt und ist nach Lage der
Akten nicht zu beanstanden. Die Rechtsprechung hat festgehalten, dass die 6-Monats-
Frist des Art. 29 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) auch in der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge zu beachten ist und der
Anspruch nicht bereits mit einem allfälligen früheren Ablauf der Wartezeit nach Art. 28
Abs. 1 lit. b IVG beginnt (BGE 140 V 470 E. 3.2 f.; vgl. auch die vom Bundesamt für
Sozialversicherungen herausgegebenen Mitteilungen über die Berufliche Vorsorge Nr.
107 vom 12. August 2008). Bei einer IV-Anmeldung des Klägers am 23. November
2009 (vgl. act. G12.4) entstand der Invalidenrentenanspruch aus beruflicher Vorsorge
damit wie der IV-Rentenanspruch am 1. Mai 2010. Folglich hat der Kläger gegenüber
der Beklagten 1 ab 1. Mai 2010 einen Anspruch auf eine Rente basierend auf einem
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Invaliditätsgrad von 68% sowie ab 1. April 2013 basierend auf einem Invaliditätsgrad
von 70% (vgl. IV-act. 139, 198).
6.
Schliesslich ist der von der Beklagten 1 geltend gemachte Vorbehalt (vgl. act. G12,
G12.5) zu prüfen. Der Kläger stellt sich auf den Standpunkt, dieser sei nicht gültig.
6.1 Gemäss Art. 331c des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches (OR; SR 220) dürfen Vorsorgeeinrichtungen für die
Risiken Tod und Invalidität einen Vorbehalt aus gesundheitlichen Gründen machen.
Dieser darf höchstens fünf Jahre betragen. Vorbehalte dürfen nur im
überobligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge angebracht werden (HANS-
ULRICH STAUFFER/BASILE CARDINAUX, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Die berufliche Vorsorge, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2013, S.
361). Beim Vorbehalt handelt es sich um eine individuelle, konkrete und zeitlich
begrenzte Einschränkung des Versicherungsschutzes in Einzelfällen. Der
gesundheitliche Vorbehalt muss somit explizit ausformuliert und datumsmässig
festgesetzt sein sowie der versicherten Person mit der Aufnahme in die
Vorsorgeeinrichtung mitgeteilt werden (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialversicherungsrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 24. November 2003, B 110/01, B111/01, E. 4.3).
Laut Art. 18 des Leistungsreglements der Beklagten 1 hat der zu versichernde
Arbeitnehmer eine schriftliche Erklärung über seinen Gesundheitszustand abzugeben
und zu bestätigen, dass er bereit ist, sich einer Untersuchung durch den von der
Pensionskasse bezeichneten Vertrauensarzt zu unterziehen und gegebenenfalls
Leistungsvorbehalte anzuerkennen. Allfällige Vorbehalte und deren Dauer werden dem
Versicherten schriftlich mitgeteilt und sind beschränkt auf die vom Arzt festgestellten
gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Vorbehalte und Leistungskürzungen erstrecken
sich nicht auf die Leistungen gemäss BVG bzw. nicht auf den Vorsorgeschutz, der mit
den eingebrachten Freizügigkeitsleistungen erworben wird. Tritt die Invalidität oder der
Tod des Versicherten während der Vorbehaltsdauer aufgrund einer Ursache ein, die zu
einem Vorbehalt führte, so gilt der Ausschluss für die ganze Laufzeit der Leistung. Nach
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fünfjähriger Zugehörigkeit zur Pensionskasse fallen Leistungsvorbehalte weg (act.
G1.1b).
6.2 Vorliegend wurde der Kläger am 31. März 2008 durch Vertrauensarzt Dr. H._
untersucht. Dieser kreuzte am 1. April 2008 auf einem Formular der G._ an, der
Kläger könne gestützt auf das Ergebnis der ärztlichen Untersuchung ohne Vorbehalt in
die Pensionskasse aufgenommen werden (act. G1.21). Weitere Akten von Dr. H._,
insbesondere eine Begründung dieser Angabe oder ein Untersuchungsbericht, sind
nicht aktenkundig. So ist unklar, ob Dr. H._ als Arzt für Innere Medizin FMH auch die
psychiatrische Anamnese des Klägers erhob bzw. ob ihm diesbezügliche medizinische
Akten bekannt waren. Zudem fällte Dr. H._ im Gegensatz zu Dr. I._ keinen
eigentlichen Entscheid über die vorbehaltlose Aufnahme. Letzterer entschied am 4.
April 2008 aufgrund der vorliegenden Unterlagen sei ein Vorbehalt für psychiatrische
Erkrankungen gerechtfertigt (act. G1.22). Dies widerspricht der Aussage von Dr. H._
insofern nicht, als Dr. I._ neben dem Untersuchungsergebnis von Dr. H._
offensichtlich auch psychiatrische Vorakten bekannt waren. Gestützt auf den Entscheid
von Dr. I._ teilte die Beklagte 1 dem Kläger am 2. Mai 2008 folgenden Vorbehalt mit:
“1/3 Leistungsreduktion für Invalidität bei psychiatrischen Erkrankungen samt
Ursachen und Folgen. Todesfall zu normalen Bedingungen.“ Der Leistungsvorbehalt
gelte für 5 Jahre und falle nach Ablauf dieser Frist weg. Der Vorbehalt gelte nicht für die
Leistungen gemäss BVG, resp. nicht auf dem Vorsorgeschutz, der mit den
eingebrachten Freizügigkeitsleistungen erworben werde. Ausserdem sei er beschränkt
auf die beim Eintritt bereits bekannten Krankheiten und Behinderungen (act. G12.5).
Dem Kläger wurde nur dieses Schreiben als definitiver Entscheid zugestellt, so dass
trotz vorheriger abweichender Meinung von Dr. H._ nicht ersichtlich ist, inwiefern
dieses gegen den Grundsatz von Treu und Glauben verstossen sollte (vgl. act. G1, S.
17). Wie die Beklagte 1 zu Recht vorbringt (act. G19), hat sich der Kläger gegen das
Schreiben vom 2. Mai 2008 auch nicht gewehrt. Der mitgeteilte Vorbehalt ist klar
verständlich und detailliert genug. Die Beschränkung auf fünf Jahre und die
vorbestehenden psychiatrischen Erkrankungen, zu denen die bipolare Störung gehört,
ergibt sich daraus ohne weiteres. Da der Kläger weniger als fünf Jahre der Beklagten 1
zugehörte und die Invalidität zudem während der Vorbehaltsdauer eintrat, gilt der
Ausschluss gemäss Art. 18 Abs. 4 und 5 des Leistungsreglements der Beklagten 1 für
die ganze Laufzeit der Leistung.
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7.
Praxisgemäss sind die kantonalen Berufsvorsorgegerichte nicht gehalten, die
Rentenberechnung detailliert vorzunehmen, sondern es reicht aus, wenn sie nur dem
Grundsatz nach über den Leistungsanspruch entscheiden und die Sache zur Ermittlung
des Rentenbetrags an die zuständige Vorsorgeeinrichtung überweisen. Dies hat das
Bundesgericht insbesondere mit Hinweis auf die Gebote der Einfachheit und Raschheit
des Verfahrens nach Art. 73 Abs. 2 BVG begründet, wobei es auch die Nähe zum
Sozialversicherungsprozess betont hat (BGE 129 V 450 E. 3.4). Die Sache ist damit zur
Festsetzung der Rentenbeträge an die Beklagte 1 zu überweisen.
8.
8.1 Nach dem Gesagten ist die Klage insofern teilweise gutzuheissen, als dass der
Kläger gegenüber der Beklagten 1 ab 1. Mai 2010 Anspruch auf eine Invalidenrente
basierend auf einem Invaliditätsgrad von 68% und ab 1. April 2013 basierend auf
einem Invaliditätsgrad von 70% hat, wobei die Leistungen unter Vorbehalt auszurichten
sind. Die Sache ist zur Rentenberechnung an die Beklagte 1 zu überweisen. Die Klage
gegen die Beklagte 2 ist abzuweisen.
8.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG).
8.3 Dem Verfahrensausgang entsprechend sind dem teilweise obsiegenden Kläger in
Anwendung von Art. 98 Abs. 1 und Art. 98bis des st. gallischen Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRP; sGS 951.1) die Parteikosten teilweise von der
unterliegenden Beklagten 1 zu erstatten. Das Versicherungsgericht des Kantons St.
Gallen spricht in BVG-Prozessen gestützt auf Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung
für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) bei vollem Obsiegen
regelmässig eine pauschale Entschädigung zwischen Fr. 2'500.-- und Fr. 4'500.-- zu.
Wie die Beklagte 1 zu Recht vorbringt, hat der Kläger einen Teil der Argumente bereits
im IV-Beschwerdeverfahren vorgebracht (vgl. act. G19). Da er damals noch nicht
anwaltlich vertreten war (vgl. IV-act. 163), rechtfertigt sich deshalb jedoch keine
Kürzung des Honorars. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint bei
teilweisem Obsiegen des Klägers eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'000.--
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(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Die Beklagten 1 und 2
haben als mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betraute Versicherungen keinen
Anspruch auf Parteientschädigung (vgl. BGE 118 V 169 f. E. 7). Ihre Anträge auf eine
solche sind daher abzuweisen (vgl. act. G11 f.).