Decision ID: f46dfe36-972e-4543-86b6-9c9cbd9a8888
Year: 2012
Language: de
Court: BL_KG
Chamber: BL_KG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

H. In der Stellungnahme vom 17. August 2011 hielt die Rechtsvertreterin namens und im Auftrag des Versicherten an ihren bisherigen Rechtsbegehren und Ausführungen fest. Zudem beantragte sie die Durchführung einer gerichtlichen medizinischen Oberexpertise, falls das  zum Schluss komme, der Sachverhalt sei nicht genügend abgeklärt.
I. Die IV-Stelle schloss in ihrer Eingabe vom 31. August 2011 unter Hinweis auf die  von Dr. med. E._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler ärztlicher Dienst (RAD), weiterhin auf Abweisung der Beschwerde.
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J. Am 12. September 2011 stellte sich das Kantonsgericht auf den Standpunkt, dass die vom Versicherten vorgebrachten Einwände gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens der C._ vom 28. Juni 2010 sowie deren Stellungnahme vom 4. Februar 2011 nicht von der Hand zu weisen seien. Da die übrigen medizinischen Berichte auch keine verlässliche  bildeten, sei zur abschliessenden Klärung der medizinischen Sachlage ein Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben. Es ordnete in der Folge ein polydisziplinäres Gutachten bei der F._ an.
K. Mit Abklärungsbericht vom 2. Mai 2012 informierte die behandelnde Ärzteschaft der G._, dass der Versicherte vom Juli 2006 bis Juli 2010 in der G._  behandelt worden sei und sich nun seit 20. Februar 2012 im  befinde.
L. In ihrem Gutachten vom 12. Juli 2012 hielten die Experten der F._ als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine schwergradige depressive Episode, eine extensive , überwiegend nicht authentische, formal leichte bis schwere neuropsychologische Defizite und eine medialbetonte Gonarthrose fest. Aufgrund dieser Leiden sei der Versicherte weder in seiner angestammten noch in einer Verweistätigkeit arbeitsfähig. Eine Arbeitsfähigkeit bestehe nach Durchführung bestimmter medizinischer Massnahmen nur im Rahmen eines .
M. Die IV-Stelle führte am 8. August 2012 aus, dass die durch die Gutachter der F._ vorgenommene aktuelle Einschätzung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit nachvollzogen werden könne. Einzig die Beurteilung des Beginns der Arbeitsfähigkeit seit Juni 2005 sei zu pauschal, ungenau und nicht ausreichend begründet. Unter Verweis auf den  vom 3. August 2012 stellte sie sich auf den Standpunkt, dass im Juni 2005 noch keine schwere, sondern allenfalls eine leichte bis mittelgradige depressive Störung vorgelegen habe.
N. Mit Eingabe vom 29. August 2012 machte die Rechtsvertreterin des Versicherten , dass dieser gestützt auf das Gutachten der F._ vom 12. Juli 2012 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente ab 1. Juni 2006 habe.

Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g :
1. Vorliegend ist zu prüfen, ob der Versicherte Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
1.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die  (IVG) vom 1. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare  wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
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vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder  Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der , geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer  und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind Art. 7 Abs. 2 ATSG  die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine  liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu  40 % invalid ist.
2.1 Ausgangspunkt der Ermittlung eines Rentenanspruchs bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen  ist. Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der , geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2).
2.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der  der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher  die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen,  und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt  noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER-BLASER, Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der , St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen).
2.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den  gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle  Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle , unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
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statten. Bei der Beurteilung der Frage, ob und allenfalls in welchem Umfang bei einer  Person eine Arbeitsunfähigkeit besteht beziehungsweise wie die verbleibende  verwertet werden kann, sind die Gerichte regelmässig auf entsprechende fachärztliche  und Stellungnahmen angewiesen. Widersprechen sich medizinische Berichte, darf das Gericht den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die  Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der  Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten  sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c).
2.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. So führte das Bundesgericht zu den Gerichtsgutachten aus, dass das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von den  des medizinischen Experten abweicht, dessen Aufgabe es ist, seine  der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt  zu erfassen (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa). Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes  in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Abweichende  kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des  in Frage zu stellen, sei es, dass er die Überprüfung durch einen Oberexperten für  hält, sei es, dass er ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens  Schlussfolgerungen zieht (BGE 118 V 290 E. 1b, 112 V 32 f. mit Hinweisen).
3.1. Vorliegend stellte das Kantonsgericht im Instruktionsverfahren am 12. September 2011 fest, dass die medizinische Aktenlage insbesondere das Gutachten der C._ vom 28. Juni 2010 keine verlässliche Entscheidgrundlage für die Beurteilung des Rentenanspruchs des  bilde. Es beauftragte deshalb die F._ mit der Begutachtung des Versicherten. In der Folge wurde der Versicherte bei der F._ in mehreren Fachrichtungen (internistisch, , orthopädisch, neurologisch und neuropsychologisch) begutachtet. In ihrem  vom 12. Juli 2012 hielten die Experten als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine schwergradige depressive Episode, eine extensive Tagesmüdigkeit, wahrscheinlich  Genese, überwiegend nicht authentische, formal leichte bis schwere  Defizite, möglicherweise auf dem Boden leichter echter kognitiver Minderleistungen und eine medialbetonte Gonarthrose fest. Aufgrund der psychischen Beeinträchtigungen, der  kognitiven Belastbarkeit und der vermehrten Tagesmüdigkeit sei er weder in seinem angestammten Beruf als Chauffeur noch in einer alternativen Tätigkeit auf dem freien  arbeitsfähig. Diese Arbeitsunfähigkeit bestehe seit Juli 2005.
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3.2 Das Gutachten der F._ vom 12. Juli 2012 erfüllt grundsätzlich sämtliche  Voraussetzungen an ein Gutachten. Es weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 2.3 hiervor) - für die  Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die  Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Beschreibung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen  ein und es ist in den Schlussfolgerungen überzeugend. Es enthält eine ausführliche  und eingehende Würdigung der medizinischen Aktenlage. Da keine zwingenden Gründe zu erblicken sind, von den Schlussfolgerungen der Experten der F._ abzuweichen, kommt dem vom Gericht angeordneten Gutachten voller Beweiswert zu (vgl. Erwägung 2.4).
3.3 Die IV-Stelle bestreitet die Diagnosestellung und ihre Auswirkungen auf die  des Versicherten nicht. Strittig ist dagegen der von den Gutachtern der F._  Beginn der Arbeitsunfähigkeit per Juni 2005. Im Gutachten der F._ wurde in der  dazu ausgeführt, es sei davon auszugehen, dass das Zusammentreffen der durch die FSME bedingten Einschränkungen, der vorbestehenden Problemen (Müdigkeit,  Minderleistungen) und der massiven psychosozialen Überforderung (Übernahme der Betreuung der dementen Mutter im eigenen Haushalt) zu einer in Form einer negativ  Spirale zunehmenden depressiven Entwicklung geführt habe, welche die  seit Juni 2005 im freien Arbeitsmarkt aufgehoben habe. Der entsprechenden  Beurteilung von Dr. med. H._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ist zu , dass der Versicherte durch die FSME ein postenzephalitisches Syndrom entwickelt habe, welches mit einer Residualsymptomatik bis heute noch anhalte. Diese zeige sich in einer  Ermüdbarkeit und Langsamkeit sowie starken Konzentrations- und . Die früh eingetretene depressive Symptomatik stehe in Wechselwirkung mit dem postenzephalitischen Syndrom. Die IV-Stelle stellte sich gestützt auf den RAD-Bericht von Dr. E._ vom 3. August 2012 auf den Standpunkt, dass die durch die Gutachter der F._ vorgenommene retrospektive Einschätzung des Beginns der Arbeitsunfähigkeit zu pauschal und deshalb nicht nachvollziehbar sei. Insbesondere seien psychosoziale Belastungsfaktoren berücksichtigt worden, welche für die Begründung der Arbeitsunfähigkeit nicht einzubeziehen seien. Gestützt auf das Gutachten der C._ vom 28. Juni 2010 müsse davon ausgegangen werden, dass im Juni 2010 keine schwere, sondern höchstens eine leichte bis mittelgradige depressive Störung vorgelegen habe.
3.4.1 Entgegen der Ansicht der IV-Stelle erweisen sich die Ausführungen der Gutachter der F._ zum Beginn der Arbeitsunfähigkeit nicht als undifferenziert. Dr. H._ beschreibt den Krankheitsverlauf seit den Zeckenbissen im Mai 2005 ausführlich in seinem psychiatrischen Teilgutachten vom 14. Juni 2012. In der Gesamtschau wird deutlich, dass der Versicherte  an den Folgen der erlittenen FSME leidet. Zu Beginn standen vorwiegend starke , Fieber und ausgeprägte Müdigkeit im Vordergrund. Aufgrund dieser Beschwerden erfolgten Hospitalisationen im I._ (Aufenthalte vom 5. bis 9. Juni 2005 und vom 27. Juni bis 26. Juli 2005) und unmittelbar danach ein Rehabilitationsaufenthalt im J._ vom 26. Juli bis 28. September 2005. Dabei zeigten sich neuropsychologische Defizite mit schwerer  der Aufmerksamkeitsflexibilität, grosse Konzentrationsschwankungen und starke Müdig-
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keit mit Schlafstörungen. Aufgrund der Leistungsdefizite im Bereich der Aufmerksamkeit und des Gedächtnisses sowie der vermehrten Müdigkeit bestand keine Arbeitsfähigkeit (vgl.  des I._ vom 28. Juli 2005 und des J._ vom 11. Juli 2005 [neuropsychologischer ] und 20. Juli 2005). Mit dem stationären Rehabilitationsaufenthalt verbesserten sich die kognitiven Einschränkungen leicht. Nach wie vor bestanden aber eine mittelschwer  retroaktive Interferenzneigung und eine eingeschränkte Fähigkeit im längerfristigen verbalen Wiedererkennen. In psychischer Hinsicht wurde erstmals eine reaktive Depression . Eine Arbeitsfähigkeit war nicht gegeben (vgl. Berichte des J._ vom 12. und 20.  2005). In der Folge wurde der Versicherte für eine weitere neuropsychologische und  Betreuung in die Tagesklinik der D._ überwiesen (vgl. Berichte des J._ vom 12. Oktober 2012 und der D._ vom 20. Oktober 2012). Auch die Ärzteschaft der D._ stellte die Diagnosen einer FSME mit neuropsychologischen Defiziten und eine depressive  (Berichte der D._ vom 20. Dezember 2005 und 21. Februar 2006), welche die  des Versicherten zu 100 % einschränkten. Die depressive Symptomatik verdeutlichte sich zunehmend und erschwerte die neurologische Rehabilitation (vgl. Berichte der D._ vom 1. September 2006 und 20. Februar 2007). Die behandelnde Ärztin der G._ stufte die  Störung seit Behandlungsbeginn per 26. Juni 2006 als mittelgradige depressive  ein. Sie empfahl einen stationären Aufenthalt in der D._, welcher vom 20. Oktober 2006 bis 17. November 2006 stattfand. Anschliessend wurde die Betreuung im Neurologischen  in der D._ wieder aufgenommen (vgl. Berichte der G._ vom 11. Oktober 2006 und der D._ vom 27. November 2006).
3.4.2 Da vor Behandlungsbeginn in den G._ den medizinischen Akten keine Angaben zum Schweregrad der Depression zu entnehmen sind, mag es zutreffen, dass gemäss der  der IV-Stelle nach den Zeckenbissen im Mai 2005 lediglich eine leichte bis mittelgradige depressive Störung bestand. In dieser Zeitspanne hinderten den Versicherten aber vor allem die neuropsychologischen Einschränkungen wie die psychomotorische Verlangsamung, die Hypersomnolenz, die verstärkte Reizbarkeit und die Funktionsbeeinträchtigung sowie starke Befindlichkeitsschwankungen, einer regelmässigen Tätigkeit nachzugehen. Dies zeigt sich auch darin, dass sämtliche Arbeitsversuche abgebrochen werden mussten. Während sich die  Beschwerden verbesserten, verschlechterte sich im Laufe der Zeit das  Beschwerdebild, so dass heute eine schwergradige depressive Störung vorliegt. Dr. H._ sprach von einer Wechselwirkung zwischen der depressiven Symptomatik und dem postenzephalitischen Syndrom, welche die Leistungsfähigkeit des Versicherten einschränke. Er erklärte, dass der Versicherte nachgewiesenermassen an einem postenzephalitischen Syndrom leide, welches mit einer Residualsymptomatik (deutliche Ermüdbarkeit und Langsamkeit sowie starke Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen) noch heute anhalte. Aus  Sicht bestehe eine schwergradige depressive Episode, welche die Arbeitsfähigkeit hochgradig beeinträchtige. Differentialdiagnostisch sei entsprechend der Vorerkrankung eine organische, schwere depressive Episode in Erwägung zu ziehen. Die Aufhebung der , die ausgeprägte Lärmempfindlichkeit und die affektive Labilität seien auffällig und wegweisend für eine Organizität einer psychiatrischen Erkrankung. In diesem Zusammenhang ist hier erklärend anzuführen, dass unter einer organische Depression ein Krankheitsbild zu verstehen ist, das ursprünglich mit einer Hirnfunktionsstörung im Zusammenhang steht. Dabei
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ist bekannt, dass eine Enzephalitis das Risiko für das Auftreten depressiver Störung erhöht (vgl. INTERNATIONALE KLASSIFIKATION PSYCHISCHER STÖRUNGEN, ICD-10 Kapital V,  Leitlinien, Bern 2011, S. 93 ff.). Aufgrund der Ausführungen von Dr. H._ ist zu schliessen, dass die im Mai 2005 erlittene FSME und deren Folgen sowie die depressive  verantwortlich für die heutigen psychischen Einschränkungen des Versicherten sind. Ob es sich nun um eine organische Depression oder eine Wechselwirkung zwischen dem postenzephalitischen Syndrom und der depressiven Störung handelt, ist unerheblich. In beiden Fällen ist davon auszugehen, dass nach den Zeckenbissen zu Beginn die  Beeinträchtigungen die Arbeitsfähigkeit des Versicherten vollständig aufhoben,  die psychischen Einschränkungen damals noch im Hintergrund standen. Erst als sich die neuropsychologische Symptomatik zurückzubilden begann, nahmen die psychischen  zu und beeinflussten die Arbeitsfähigkeit immer stärker. Aufgrund dieses Verlaufs gelang es dem Versicherten nicht, eine Arbeitstätigkeit auszuüben. So attestierten die  Ärzte der G._ und der D._ stets eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Unter diesen Umständen kann der Auffassung der IV-Stelle bzw. des zuständigen RAD-Arztes Dr. E._, dass die von der F._ bestimmte 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit Juni 2005 nicht begründet sei, nicht gefolgt werden.
3.4.3 Daran ändert auch der Hinweis von Dr. E._ auf die Feststellungen der Gutachter des C._ vom 28. Juni 2010 nichts. Dr. H._ setzte sich auf Seite 10 seines Teilgutachtens ausführlich und kritisch mit der Zumutbarkeitsbeurteilung des C._ auseinander. So wies er überzeugend darauf hin, dass die Einschätzung der Experten der C._, wonach der  aufgrund der von ihnen diagnostizierten Neurasthenie als Chauffeur nicht mehr arbeitsfähig sei, aber in einer Verweistätigkeit uneingeschränkt zu 70 % ausüben könne, widersprüchlich sei. Bei der Neurasthenie würden die Gutachter eine vermehrte Müdigkeit nach geistiger , häufig verbunden mit abnehmender Arbeitsleistung oder Effektivität bei der  täglicher Aufgaben, eine geistige Ermüdbarkeit mit starker Konzentrationsschwäche und ein allgemein ineffektives Denken beschreiben. Es sei nicht nachvollziehbar, dass der  mit dieser Symptomatik in seiner angestammten Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig sei, aber in einer Verweistätigkeit eine 70%ige Arbeitsfähigkeit bestehen sollte. Den von Dr. H._ geäusserten Zweifeln ist zuzustimmen. Die Ausführungen des RAD-Arztes sind somit nicht , die ausschlaggebende Beweiskraft des Gutachtens der F._ in Zweifel zu ziehen.  ist festzustellen, dass der Versicherte seit Juni 2005 zu 100 % in seiner Arbeitsfähigkeit  ist und demnach der Beginn des nach Ablauf eines Jahres einsetzenden  (Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG) auf den 1. Juni 2006 zu setzen ist.
3.4.4 Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine  Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet (Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 21. August 2006, I 831/05, E. 4.1.1, vom 7. November 2003, I 246/02, vom 26. Mai 2003, I 462/02, und vom 4. April 2002, I 401/01). In Gutheissung der Beschwerde ist demgemäss festzustellen, dass der Versicherte ab 1. Juni 2006 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100 % Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat.
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4.1 Gemäss Art. 26 Abs. 2 ATSG werden die Sozialversicherungsträger für ihre Leistungen nach Ablauf von 24 Monaten nach der Entstehung des Anspruchs, frühestens aber 12 Monate nach dessen Geltendmachung verzugszinspflichtig, sofern die versicherte Person ihrer  vollumfänglich nachgekommen ist. Dieser im ATSG geregelte Grundsatz ist im  in Frage stehenden Sozialversicherungszweig nur anwendbar, wenn dieser dessen  nicht ausdrücklich ausschliesst. Das IVG schliesst die Anwendbarkeit von Art. 26 Abs. 2 ATSG nicht aus, weshalb für den Leistungsbereich eine Verzugszinspflicht besteht. Die Auslegung von Art. 26 Abs. 2 ATSG ergibt, dass mit der Angabe des Zeitpunktes von 24 Monaten der Fälligkeitstermin festgesetzt wird. Damit tritt mit dem Fälligkeitstermin für  in diesem Zeitpunkt noch nicht ausgerichteten Leistungen eine Verzugszinspflicht ein,  Zinssatz gemäss Art. 7 Abs. 1 der Verordnung über den Allgemeinen Teil des  (ATSV) vom 11. September 2002 5 % pro Jahr beträgt (vgl. UELI KIESER, ATSG-Kommentar, Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 26 N 17 ff.).
4.2 Im vorliegenden Fall sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, wonach der Versicherte  Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen wäre. Da er seit 1. Juni 2006 rentenberechtigt ist, hat ihm die IV-Stelle auf den Invalidenleistungen ab 1. Juni 2008 einen Verzugszins von 5 % zu bezahlen.
5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die  von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die  werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonalen Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 in der Regel in  Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt; gegenüber den Vorinstanzen bzw. den  Behörden werden indessen grundsätzlich keine Verfahrenskosten auferlegt. Da  die IV-Stelle unterlegen ist, ist auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.
5.2 Gemäss bundesgerichtliche Rechtsprechung sind die Kosten für ein Gerichtsgutachten als ordentliche Abklärungskosten zu behandeln, welche der IV-Stelle aufzuerlegen sind. Das Bundesgericht führte im BGE 137 V 210 in Erwägung 4.4.2 zur Begründung aus, dass Art. 45 Abs. 1 ATSG und Art. 78 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 eine Kostentragung der IV-Stelle auch für Abklärungsmassnahmen vorsehe, welche die IV-Stelle zwar nicht angeordnet habe, welche jedoch für die Beurteilung des  unerlässlich seien (vgl. dazu auch IV-Rundschreiben Nr. 314). Diese  ist vorliegend gegeben, nachdem das Kantonsgericht mit Beschluss vom 12.  2011 zum Schluss kam, dass eine abschliessende Beurteilung gestützt auf die bis zu jenem Zeitpunkt vorgelegene Aktenlage nicht möglich sei. Die Bemühungen des F._ für das  Gerichtsgutachten belaufen sich gemäss Honorarrechnung vom 12. Juli 2012 auf Fr. 9'000.-- (inkl. Rechnung des Universitätsspitals Zürich vom 30. Dezember 2011 in Höhe von Fr. 165.--), welche demgemäss der IV-Stelle zu überbinden sind.
5.3 Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist dem  deshalb eine Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Seine
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Rechtsvertreterin wies in ihrer Honorarnote vom 9. Oktober 2012 einen Stundenaufwand von insgesamt 22 Stunden sowie Auslagen von Fr. 367.50 aus, was umfangmässig nicht zu  ist. Ihre Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen für  Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Damit ist dem Versicherten für das vorliegende Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 6'336.90 (22 Stunden à Fr. 250.-- und zuzüglich Auslagen in der Höhe von Fr. 367.50 und 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen.
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