Decision ID: 75f05e94-ec36-40c5-bcb5-6edb9d5bf43c
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Am 26. August 2008 erliess der Gemeinderat der Politischen Gemeinde Uzwil
für das Gebiet entlang der A.-strasse zwischen dem B.-weg und der C.-strasse einen
Überbauungsplan und einen Teilstrassenplan (samt Strassenprojekt, act. 11a-9/1).
Letzterer sah vor, das Plangebiet für den Motorfahrzeugverkehr über die südlich
gelegene als Gemeindestrasse zweiter Klasse eingeteilte und bis zur A.-strasse
verlängerte C.-strasse und für den Langsamverkehr über den bisher ebenfalls als
Gemeindestrasse zweiter Klasse eingeteilten und im Abschnitt vor der Einmündung in
die A.-strasse neu in einen Gemeindeweg erster Klasse zurückzustufenden nördlich
gelegenen B.-weg zu erschliessen (act. 11a-9/3). Nachdem rund neunzig Personen aus
dem Quartier insbesondere gegen den Teilstrassenplan Einsprache erhoben hatten,
widerrief der Gemeinderat am 10. März 2009 die Pläne (act. 11a-9/4).
B. Am 5. Mai 2009 genehmigte der Gemeinderat für das Plangebiet sowohl einen
neuen Überbauungsplan als auch einen neuen Teilstrassenplan (samt Strassenprojekt,
act. 11a-9/8 und 9). Der Teilstrassenplan sieht die Erschliessung über den ausgebauten
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und weiterhin auf der gesamten Länge als Gemeindestrasse zweiter Klasse eingeteilten
B.-weg und zusätzlich für Fussgänger über eine als Gemeindeweg erster Klasse
einzuteilende, als Verlängerung des Trottoirs der C.-strasse unter anderem mit einer
Treppe auszubauende Verbindung zur A.-strasse vor. Überbauungs- und
Teilstrassenplan lagen vom 26. Mai bis 24. Juni 2009 öffentlich auf (act. 11a-9/6).
Gegen den Teilstrassenplan erhoben – neben anderen – 28 Personen gemeinsam
Einsprache mit dem Antrag, es sei auf den Fussweg zwischen der C.-strasse und der
A.-strasse zu verzichten. Der Gemeinderat wies die Einsprachen am 20. Oktober 2009
ab (act. 11a-9/14). Das anschliessende Rekursverfahren vor dem Baudepartement
(09-6463) wurde nach einem am 10. Juni 2010 durchgeführten Augenschein zur
Planung eines veränderten Ausbaus des Fussweges sistiert (act. 11a-15 und 16)
Der Gemeinderat reichte am 17. Juli 2010 für den geplanten Verbindungsweg eine
Variante ein, die eine zwei Meter breite Fortsetzung der C.-strasse ohne Treppe
vorsieht (act. 9a-17). Der Gemeinderat erliess am 21. Dezember 2010 die
entsprechende Änderung zum Teilstrassenplan (samt Strassenprojekt, act. 11b-8/3, 4
und 9). Innerhalb der Auflagefrist erhoben unter anderen 23 Personen gemeinsam
Einsprache wiederum mit dem Begehren, auf eine Verbindung zwischen der C.-strasse
und der A.-strasse für den Langsamverkehr sei zu verzichten (act. 11b-8/13). Der
Gemeinderat wies die Einsprachen am 22. März 2011 ab (act. 11b-8/14, 11a-33). Das
Baudepartement vereinigte den dagegen von 17 Personen erhobenen Rekurs (11-2106)
mit dem bereits 2009 anhängig gemachten Rekursverfahren, an welchem sämtliche 17
Personen ebenfalls beteiligt waren. Am 12. Februar 2013 trat es auf letzteren Rekurs
infolge Gegenstandslosigkeit (Ziffer 1a des Dispositivs), auf ersteren, soweit er von I.
und A.S., N.C., O.H., sowie W.D. und A.D., erhoben worden war, mangels
Rechtsmittelbefugnis nicht ein (Ziffer 2a des Dispositivs); im Übrigen wies es ihn ab
(Ziffer 2b des Dispositivs).
C. Sämtliche 28 Personen, welche im Jahr 2009 gegen den Teilstrassenplan
Rekurs erhoben hatten (Beschwerdeführer), wandten sich mit Eingabe ihres
gemeinsamen Rechtsvertreters vom 27. Februar 2013 gegen den Rekursentscheid des
Baudepartements (Vorinstanz) vom 12. Februar 2013 an das Verwaltungsgericht. Aus
der Beschwerdeergänzung vom 22. März 2013 ergab sich, dass T. und S.Y. sich am
Verfahren nicht mehr beteiligten und K.W. an die Stelle der weggezogenen N.C. trat.
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Die Beschwerdeführer beantragen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei der
angefochtene Entscheid aufzuheben und der Teilstrassenplan anzupassen, indem auf
den geplanten Fussweg zwischen der C.-strasse und der A.-strasse verzichtet werde;
eventuell seien der angefochtene Entscheid teilweise aufzuheben, an den Enden des
Fussweges Schranken einzubauen und die Politische Gemeinde Uzwil
(Beschwerdegegnerin) zu verpflichten, die Kosten des Rekursverfahrens 09-6463 zu
übernehmen und die Beschwerdeführer angemessen zu entschädigen.
Mit Vernehmlassung vom 8. Mai 2013 beantragte die Vorinstanz, die Beschwerde sei
abzuweisen. Die Beschwerdegegnerin beantragte durch ihren Rechtsvertreter mit
Vernehmlassung vom 31. Mai 2013, die Beschwerde sei abzuweisen und dem
Teilstrassenplan mit Ausnahme des umstrittenen Wegstückes vorweg die
Teilrechtskraft zu erteilen. Mit Verfügung vom 4. Juli 2013 genehmigte der Rechtsdienst
des Tiefbauamtes für die Vorinstanz deshalb den Teilstrassenplan "A.-strasse mit
Änderungen 1-3" unter dem Vorbehalt der Rechtskraft des zugrunde liegenden
Strassenbauvorhabens. Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur

Begründung ihrer Anträge und die Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen
eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 46 des
Strassengesetzes, sGS 732.1, StrG, in Verbindung mit Art. 59bis Abs. 1 des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP).
Zur Erhebung der Beschwerde ist gemäss Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP
berechtigt, wer an der Aufhebung des angefochtenen Entscheides ein eigenes
schutzwürdiges Interesse dartut. Am 27. Februar 2013 liessen 28 Personen, die alle
Adressaten des angefochtenen Rekursentscheides vom 12. Februar 2013 sind, eine
Beschwerdeerklärung abgeben. Die Beschwerdeergänzung vom 22. März 2013 erging
für 26 Personen, weil sich T. und S.Y. nicht mehr am Beschwerdeverfahren beteiligten.
Von den verbleibenden Personen, für welche am 27. Februar 2013 die
Beschwerdeerklärung abgegeben worden war, haben gemäss unbestrittener
Sachverhaltsfeststellung I. und A.S., N.C., O.H. sowie W.D. und A.D. den Wohnsitz
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während des Rekursverfahrens verlegt. Auf deren Beschwerden ist deshalb aufgrund
der weggefallenen besonderen Betroffenheit nicht einzutreten. Von allfälligen
Rechtsnachfolgern dieser Beschwerdeführer liegt einzig von K.W. eine
Beschwerdeerklärung vor, welche allerdings erst mit der Beschwerdebegründung vom
22. März 2013 und damit nach Ablauf der Beschwerdefrist erhoben wurde. Auf sie
kann deshalb wegen Verspätung nicht eingetreten werden. Da die geltend gemachten
Parteiwechsel nicht im Beschwerdeverfahren eingetreten sind und das
Verwaltungsgericht nur mit einer anhängig gemachten Beschwerde befasst ist, kann es
von vornherein nicht seine Aufgabe sein, Abklärungen zu treffen, ob die
Rechtsnachfolger an einer Beschwerdeerhebung interessiert waren (vgl. dazu auch
Erwägung 2). Die erforderliche räumliche Nähe zum geplanten Verbindungsweg ist
jedenfalls bei den an der C.-strasse 41 (F. und G.T.) und 43 (C. und D.Z.) sowie am D.-
weg 10 (E.Y.) wohnhaften Beschwerdeführern gegeben. Ob die weiteren
Beschwerdeführer vom umstrittenen Inhalt des Teilstrassenplanes in schutzwürdigen
Interessen betroffen sind, kann offen bleiben.
Die weiteren Eintretensvoraussetzungen sind erfüllt: Die Beschwerde wurde mit
Eingabe vom 27. Februar 2013 rechtzeitig erhoben und erfüllt zusammen mit der
Ergänzung vom 22. März 2013 formell und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen
(Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die
Beschwerde ist dementsprechend grundsätzlich (vgl. auch Erwägung 6) einzutreten,
soweit sie nicht I. und A.S., N.C., K.W., O.H. sowie W.D. und A.D. betrifft.
2. In der Beschwerde wird geltend gemacht, die Vorinstanz habe im
Rekursverfahren bei den neuen Grundeigentümern keinerlei Abklärungen getroffen, ob
sie in das Verfahren eintreten wollten. Es sei auch keine Aufforderung an die bisherigen
Grundeigentümer ergangen, diesbezüglich Klarheit zu schaffen. Die Abklärungen seien
nachzuholen
Der Beteiligtenwechsel infolge Singularsukzession ist im Gesetz über die
Verwaltungsrechtspflege nicht ausdrücklich geregelt und bei einer
Einzelrechtsnachfolge nicht zwingend (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit
im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 349). Im Anfechtungsverfahren gilt,
insbesondere was die Einleitung und Beendigung des Rechtsmittelverfahrens betrifft,
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die Dispositionsmaxime (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 580). Das Entstehen des
Prozessrechtsverhältnisses setzt deshalb vorab eine entsprechende Willenserklärung
des Betroffenen voraus (vgl. Art. 45 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP; Cavelti/Vögeli,
a.a.O., Rz. 911). Erst in der Folge gilt im Rekursverfahren der Untersuchungsgrundsatz,
der seine Grenze an der Mitwirkungspflicht der Parteien findet (vgl. Art. 58 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 12 Abs. 1 VRP; Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 598 ff.) und sich – wie
diese – entsprechend dem Randtitel ausschliesslich auf die Ermittlung des
Sachverhalts bezieht. Ein Parteiwechsel wird deshalb in der Regel auf Antrag hin als
zulässig betrachtet (vgl. M. Bertschi, in: A. Griffel [Hrsg.], Kommentar VRG, 3. Aufl.
2014, N 19 der Vorbemerkungen zu §§ 21-21a VRG-ZH; vgl. auch I. Häner, Die
Beteiligten im Verwaltungsverfahren und Verwaltungsprozess, Zürich 2000, Rz. 334).
Damit oblag es nicht der Rekursinstanz, Rechtsnachfolger und deren Willen, in den
Prozess einzutreten, zu eruieren.
Die Beschwerde erweist sich deshalb insoweit, als beanstandet wird, die Vorinstanz
hätte auf den Rekurs der nicht mehr berechtigten Rekurrenten nicht ohne Abklärung
des Rechtsmittelwillens der Rechtsnachfolger nicht eintreten dürfen, als unbegründet.
3. Der Leiter des Rechtsdienstes des Tiefbauamtes hat den Teilstrassenplan A.-
strasse am 4. Juli 2013 unter dem Vorbehalt der Rechtskraft des
Strassenbauvorhabens genehmigt (Art. 13 StrG und Art. 27 des
Staatsverwaltungsgesetzes, sGS 140.1, in Verbindung mit Nr. BD.A.23 des Anhangs
zur Ermächtigungsverordnung, sGS 141.41; act. 15). Mit Ausnahme des geplanten
Verbindungsweges zwischen der C.-strasse und der A.-strasse bestehen zwischen
Beschwerdeführern und Beschwerdegegnerin keine Streitpunkte. Deshalb stand die
vorliegende Beschwerde einer Umsetzung der unbestrittenen Teile des Strassenplanes
A.-strasse nicht entgegen. Mit der Erledigung des Beschwerdeverfahrens erübrigt sich
die Behandlung des Antrags der Beschwerdebeteiligten auf Erteilung der
Teilrechtskraft.
4. In der Beschwerde wird eine unvollständige Feststellung des Sachverhalts
gerügt. Im angefochtenen Entscheid werde nicht dargelegt, dass sich die
Ausgangslage seit der öffentlichen Auflage des Teilstrassenplanes insoweit verändert
habe, als neu eine Durchfahrt von der A.- zur E.-strasse möglich sein werde und damit
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niemand den Wendehammer am südlichen Ende der A.-strasse benützen werde. Es
werde nicht erwähnt, dass sich unter der geplanten Wegverbindung eine grosse
Wasserleitung befinde und sich die Beschwerdegegnerin mit dem strittigen Wegstück
den Zugriff auf diese Leitung sichern wolle.
Der Gemeinderat der Beschwerdegegnerin hat am 21. Dezember 2010 Änderungen
des Teilstrassenplanes A.-strasse, die unter anderem die Einteilung des
Verbindungsstückes zwischen der A.-strasse und der E.-strasse als Gemeindestrasse
dritter Klasse – anstelle Gemeindeweg erster Klasse – mit Signalisierung eines
Fahrverbots vorsehen, genehmigt (act. 11a-28) und die Planänderung vom 11. Januar
bis 9. Februar 2011 öffentlich aufgelegt (act. 11b-8/2). Auf die unter dem geplanten
Wegstück verlaufende Wasserleitung wies der Rechtsvertreter der
Beschwerdegegnerin anlässlich des Augenscheins vom 10. Juni 2010, an welchem
auch der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer teilnahm, hin (act. 11a-15 Seite 3).
Ging die Vorinstanz davon aus, dass diese beiden Tatsachen für den Entscheid nicht
relevant sind, war sie auch nicht gehalten, sie als Sachverhaltselemente anzuführen.
Abgesehen davon machten auch die Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren
nicht geltend, die beiden Tatsachen seien für die Beurteilung ihres Rekurses von
Bedeutung (act. 11b-5 und 17). Da die Rekursinstanz zwar den rechtserheblichen
Sachverhalt abzuklären hat, eine Sachverhaltsfestlegung jedoch nur dann unvollständig
ist, wenn entscheidrelevante Umstände nicht oder nicht ausreichend abgeklärt wurden
(Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 587), erweist sich die Rüge der unvollständigen
Sachverhaltsfeststellung als unbegründet.
5. In der Beschwerde wird beantragt, es sei auf das für den Langsamverkehr als
Gemeindeweg erster Klasse geplante Teilstück vom bisherigen Ende der C.-strasse bis
zur A.-strasse zu verzichten.
5.1. Wege werden gemäss Art. 1 Abs. 2 StrG als Strassen im Sinn des
Strassengesetzes behandelt, soweit keine besonderen Bestimmungen gelten. Gemäss
Art. 32 StrG werden Strassen gebaut, wenn die Zweckbestimmung (lit. a), die
Verkehrssicherheit (lit. b), das Verkehrsaufkommen (lit. c), der Schutz der schwächeren
Verkehrsteilnehmer (lit. d), die Interessen des öffentlichen Verkehrs (lit. e) oder der
Umweltschutz (lit. f) dies erfordern. Damit eine Strasse gebaut werden kann, muss
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mindestens eine dieser "Voraussetzungen" erfüllt sein (vgl. P. Schönenberger, in: G.
Germann [Hrsg.], Kurzkommentar zum st. gallischen Strassengesetz vom 12. Juni
1988, St. Gallen 1989, N 2 zu Art. 32 StrG). Insbesondere muss sich der Bau der
Strasse mit Blick auf die Voraussetzungen von Art. 32 StrG als notwendig erweisen. Ein
Strassenbauprojekt ist jedoch nicht erst dann notwendig, wenn eine Alternativlösung
(sowie allenfalls eine Nullvariante) zum vornherein ausscheidet, sondern bereits dann,
wenn der Bau als verkehrsplanerisch und im Lichte der Grundsätze von Art. 33 StrG als
sinnvoll und sachlich begründet erscheint (vgl. VerwGE B 2010/61 vom 9. November
2010 E. 2.1 mit Hinweis auf B 2009/197 vom 15. April 2010 E. 2.1,
www.gerichte.sg.ch). Nach Art. 33 StrG sind beim Strassenbau – mithin bei dessen
Planung, Projektierung und Ausführung — unter anderem der Schutz des Menschen
und seiner natürlichen Umwelt (lit. a), die Verkehrssicherheit (lit. b), der Schutz der
schwächeren Verkehrsteilnehmer, namentlich von Fussgängern, Radfahrern und
Behinderten (lit. c) sowie die anerkannten Grundsätze eines umwelt- und
siedlungsgerechten Strassenbaus (lit. f) besonders zu beachten. Die Aufzählung ist
nicht abschliessend (vgl. Schönenberger, a.a.O., N 1 zu Art. 33 StrG).
Ausgangspunkt für jeden Strassenbau ist die Zweckbestimmung gemäss Art. 32
Ingress und lit. a StrG. Für Gemeindestrassen und –wege richtet sie sich nach Art. 8-10
StrG (vgl. Schönenberger, a.a.O., Rz. 3 zu Art. 32). Wege im Sinn des Strassengesetzes
liegen abseits von öffentlichen Strassen und dienen nicht dem Motorfahrzeugverkehr
(vgl. Germann, a.a.O., N 1 zu Art. 9 StrG). Im Weiteren beurteilt sich die
Zweckbestimmung einer Strasse im Sinne von Art. 32 Ingress und lit. a StrG nach den
Zielen und Grundsätzen von Art. 1 und 3 des Bundesgesetzes über die Raumplanung
(SR 700, RPG) und Art. 33 StrG (vgl. Schönenberger, a.a.O., N 1 zu Art. 33 StrG;
VerwGE B 2010/7 vom 24. August 2010 E. 3.2. mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch).
Gemäss Art. 1 Abs. 1 RPG haben Bund, Kantone und Gemeinden dafür zu sorgen,
dass der Boden haushälterisch genutzt wird. Art. 3 RPG sieht sodann unter anderem
vor, dass Rad- und Fusswege zu erhalten beziehungsweise neu zu schaffen sind (Art. 3
Abs. 3 Ingress und lit. c RPG). In die gleiche Richtung geht auch das Bundesgesetz
über Fuss- und Wanderwege (SR 704, FWG), welches die Planung, die Anlage und
Erhaltung zusammenhängender Fuss- und Wanderwegnetze bezweckt (Art. 1 FWG)
und zur Verwirklichung dieses Zweckes statuiert, dass die Kantone dafür Sorge zu
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tragen haben, dass zusammenhängende Fusswege geplant, erstellt und erhalten
werden (Art. 4 ff. FWG).
Der Bau von Gemeindestrassen fällt in den Zuständigkeitsbereich der Politischen
Gemeinde (Art. 38 Abs. 1 StrG), weshalb ihr in diesem Bereich grundsätzlich
Autonomie zusteht. Allerdings wird die Autonomie dort eingeschränkt, wo das
kantonale Recht eine abschliessende Ordnung getroffen und damit die
Entscheidungsfreiheit der Gemeinde eingeschränkt hat (vgl. Art. 89 der
Kantonsverfassung, sGS 111.1; VerwGE B 2010/61 vom 9. November 2010 E. 2.1 mit
Hinweisen auf ZBl 102/2001 S. 199, BGE 124 I 226 E. 2b und 119 Ia 294 E. 4b). Der
zuständigen Verwaltungsbehörde kommt dabei bei der Beurteilung der qualitativen
Anforderungen an den Strassenbau gemäss Art. 32 StrG sowie der dazugehörigen
Interessenabwägung zwischen raumplanungs- und strassenrechtlichen Grundsätzen
ein erheblicher Ermessensspielraum zu. Solange der kommunale Entscheid den
massgebenden Rechtsnormen und Planungsgrundsätzen entspricht und zweckmässig
sowie sachgerecht ist, haben die Rechtsmittelinstanzen diesen Ermessensspielraum zu
respektieren (vgl. B. Heer, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, S. 23 ff.).
Dies gilt auch für das Verwaltungsgericht, das nach Art. 61 Abs. 1 VRP zur
Rechtskontrolle befugt ist und einen sachlich haltbaren und zweckmässigen
Strassenplanungsentscheid der Vorinstanz selbst dann nicht ändern darf, wenn es eine
andere Lösung als ebenso zweckmässig erachtet oder sogar bevorzugen würde
(VerwGE B 2007/120 vom 13. März 2008 E. 4.2 mit Hinweisen, B 2010/7 vom 24.
August 2010 E. 3.4, www.gerichte.sg.ch).
5.2. Die Beschwerdeführer bestreiten die Notwendigkeit der geplanten
Wegverbindung, weil rund zwanzig Meter südlich davon parallel bereits der als
Gemeindeweg zweiter Klasse eingeteilte D.-weg verlaufe. Die Vorinstanz hat die
Notwendigkeit des geplanten Verbindungsweges damit begründet, der D.-weg sei
zwischen der als Gemeindestrasse dritter Klasse eingeteilten Fortsetzung der C.-
strasse und der Einmündung in die A.-strasse auf einer Strecke von rund 130 Metern
nur zwischen 1,5 und 1,8 Meter breit und erfülle damit die für den normalen
Begegnungsfall Fussgänger – Fussgänger gemäss anerkannten Normen für eine
Fusswegverbindung erforderliche minimale Breite von zwei Metern (VSS Norm SN 640
201) nicht. In diesem Abschnitt sei der Weg zudem "uneinsichtig und eingewachsen",
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so dass sich potenzielle Nutzer unsicher fühlten. Im weiteren Verlauf, das heisst
zwischen der Fortsetzung der C.-strasse und dem Bahnhof Uzwil, sei der D.-weg
hingegen genügend breit und "einsichtig". Die geplante Verbindung schliesse eine rund
26 Meter lange Lücke zwischen dem neu zu erstellenden Wendeplatz der A.-strasse
und der bestehenden C.-strasse, deren Trottoir sie weiterführe. Mit dem neuen relativ
gerade und in einem Geländeeinschnitt verlaufenden Fussweg von zwei Metern Breite
werde eine attraktive und sichere Fusswegverbindung geschaffen. Die Vorinstanz
erachtete Art. 32 StrG sowie die Voraussetzungen von Art. 33 Ingress lit. b
(Verkehrssicherheit), lit. c (Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer, insbesondere
der Fussgänger), lit. e (Natur- und Heimatschutz), lit. g (sparsamer Bodenverbrauch)
und lit. f (siedlungsgerecht) als erfüllt. Die Beschwerdegegnerin habe ihren
Ermessensspielraum nach den massgebenden Rechtsnormen und
Planungsgrundsätzen und damit nach objektiven und anerkannten Kriterien
angewendet. Das Projekt erweise sich als zweckmässig und sachgerecht.
5.3. Der Umstand, dass in relativ geringer Entfernung zum geplanten neuen
Verbindungsstück für den Langsamverkehr zwischen der C.-strasse und der A.-strasse
mit dem D.-weg bereits ein Gemeindeweg besteht, schliesst die Erstellung eines
weiteren Weges nicht mangels Notwendigkeit im Sinn von Art. 32 StrG von vornherein
aus. Die Vorinstanz legt gestützt auf die Akten und die im Protokoll des Augenscheins
vom 10. Juni 2010 festgehaltenen Wahrnehmungen nachvollziehbar dar, dass der
bestehende D.-weg zwischen der in südöstlicher Richtung verlaufenden Fortsetzung
der C.-strasse und der A.-strasse den Ansprüchen an einen vollwertigen Weg für den
Langsamverkehr nicht in allen Teilen gerecht wird. Mit der zusätzlichen Verbindung
wird auf diesem Abschnitt für den Langsamverkehr eine parallel verlaufende Alternative
geschaffen, welche auf rund drei Vierteln der Strecke – das heisst auf dem Abschnitt
der bereits bestehenden, als Gemeindestrasse zweiter Klasse eingeteilten C.-strasse –
wesentlich bessere Bedingungen bietet als der D.-weg. Sie dient der Schaffung eines
variantenreichen, dichten, umwegfreien und sicheren Wegnetzes für den
Langsamverkehr, wie die Beschwerdegegnerin es in ihrem Richtplan anstrebt (vgl. dazu
Richtplan, Bereich V, Langsamverkehr, Objektblatt V 2). Indem sie die mit einer sechs
Meter breiten Fahrbahn und zwei Meter breiten Trottoirs gut ausgebaute, jedoch abrupt
endende C.-strasse fortsetzt, trägt sie dem Grundsatz, dass Sackgassen eine
Fortsetzung für den Langsamverkehr finden sollten, Rechnung (vgl. Amtsbericht des
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kantonalen Strasseninspektorats, act. 11/13). Für die Bewohner des südlichen Bereichs
der F.-strasse sowie des westlichen Endes der C.-strasse verbessert die Öffnung der
Sackgasse am westlichen Ende der C.-strasse die Erreichbarkeit des
Naherholungsgebiets A. Das Projekt ist geeignet, den Langsamverkehr zu fördern und
ergänzt das bestehende Wegnetz auf eine sinnvolle Art und Weise.
Die geplante Verbindung weist mit einem Gefälle von knapp 19 Prozent zwar eine
Neigung auf, welche den üblichen Ansprüchen an eine fussgängergerechte Verbindung
nicht gerecht wird. Verbindliche Normen über die maximal zulässige Steigung von
Wegstücken existieren allerdings nicht. Das Gefälle ist Folge einerseits der Topografie
zwischen dem Ende der C.-strasse und der A.-strasse und anderseits – den Anliegen
der Beschwerdeführer in einem untergeordneten Punkt nachkommend – dem Verzicht
auf die teilweise Überwindung der Höhendifferenz mittels Treppe. Die Steigung wird für
einzelne Verkehrsteilnehmer – namentlich für ältere Leute, Rollstuhlfahrer, Personen mit
Gehbehinderung oder mit Kinderwagen – nicht oder nur mit besonderer Anstrengung
zu überwinden sein. Den besonderen Gefahren bei winterlichen Verhältnissen hat die
Beschwerdegegnerin, welcher der Unterhalt von Wegen erster Klasse obliegt (Art. 54
Abs. 1 lit. a und Art. 72 Abs. 1 StrG), Rechnung zu tragen. In dieser Zeit steht dank der
geplanten Wegverbindung eine Alternative zur Verfügung, bei welcher auf dem
parallelen Abschnitt der weit überwiegende Teil auf dem Trottoir einer
Gemeindestrasse zweiter Klasse verläuft. Auch insoweit führt der geplante Weg zu
einer Verbesserung für den Langsamverkehr. Je dichter und variantenreicher das
Wegnetz für den Langsamverkehr ist, desto weniger fällt es aber ins Gewicht, wenn
einzelne Verbindungen nicht von allen Teilnehmern des Langsamverkehrs genutzt
werden können. Eine geringere Steigung müsste durch eine Verlängerung der Strecke
mittels Serpentinen realisiert werden. Dies hätte einen höheren Landbedarf zur Folge
und ginge damit zulasten des Grundsatzes des sparsamen Verbrauchs von Boden (Art.
33 Ingress und lit. g StrG). Dies zeigt auch der Umstand, dass andere vergleichbar
steile Fusswegverbindungen im gleichen Gebiet gleichwohl genutzt werden. Dass die
mit dem Verbindungsstück geschaffene neue Variante im Gegensatz zum bestehenden
D.-weg weitgehend auf dem Trottoir einer Gemeindestrasse zweiter Klasse verläuft
sowie insgesamt übersichtlicher und direkter ist, kann auch das Sicherheitsgefühl der
Nutzer verbessern und die Wahl eines umweltfreundlichen Verkehrsmittels und der
öffentlichen Verkehrsmittel begünstigen.
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5.4. Das konkrete Projekt trägt auch den in Art. 33 StrG verankerten Grundsätzen
Rechnung. Das geplante Verbindungsstück führt zu einer Trennung von
Motorfahrzeug- und Langsamverkehr und erhöht damit die Verkehrssicherheit und den
Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer, insbesondere von Fussgängern und
Radfahrern, im Sinn von Art. 33 Ingress und lit. b und c StrG. Die Neigung von knapp
19 Prozent ist zwar hoch, bewegt sich jedoch im gleichen Rahmen, wie jene des D.-
weges, welche streckenweise rund 25 Prozent beträgt (vgl. Höhenprofil nach
www.geoportal.ch). Der Weg verlängert unmittelbar die ausparzellierte C.-strasse und
verläuft auch im Übergangsbereich von Weg zu Strasse nicht über ein privates
Grundstück und insbesondere nicht über die Liegenschaft C.-strasse 43. Hier besteht
eine reguläre strassenmässige Erschliessung eines an eine klassierte Gemeindestrasse
angrenzenden Grundstücks, die von allen Strassenbenützern ein der konkreten
Situation angepasstes vorsichtiges Verhalten und von den Grundeigentümern eine
Gestaltung der Umgebung, welche der Übersichtlichkeit nicht abträglich ist, verlangt.
Damit schafft der Weg nicht eine ungewöhnliche zusätzliche Gefahr. Indem das Projekt
den Langsamverkehr fördert, dient es dem Schutz des Menschen und seiner
natürlichen Umwelt (Art. 33 Ingress und lit. a StrG). Mit der Schaffung eines vielfältigen
Wegnetzes setzt es einen anerkannten Grundsatz des siedlungsgerechten
Strassenbaus um (Art. 33 Ingress und lit. f StrG). Mit dem geraden Verlauf in einer
Geländemulde berücksichtigt es schliesslich das Anliegen eines sparsamen
Verbrauchs von Boden (Art. 33 Ingress und lit. g StrG).
6. Eventualiter beantragen die Beschwerdeführer am oberen und unteren Ende
des geplanten Weges den Einbau von Schranken. Von der Vorinstanz wurde –
entsprechend den damaligen Anträgen – einzig geprüft, ob die geplante Verbindung
wie geplant erstellt werden darf. Hinsichtlich der Verkehrssicherheit äusserte sich die
Vorinstanz – entsprechend den Rügen – zur Situation bei der Liegenschaft C.-strasse
43. Insoweit steht bezüglich der Frage, ob ein Einbau von Schranken im Interesse der
Verkehrssicherheit erforderlich ist, kein anfechtbarer Entscheid der Rekursinstanz vor.
Dementsprechend kann auf die Beschwerde insoweit nicht eingetreten werden.
Eventualiter beantragen die Beschwerdeführer sodann die Anpassung des
Kostenentscheides, soweit er den mit der neuen Gestaltung des Verbindungsweges
gegenstandslos gewordenen Rekurs 09-6463 betrifft. Die Gegenstandslosigkeit des
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Rekurses hat dessen Abschreibung – und nicht ein Nichteintreten – zur Folge. Bei
Gegenstandslosigkeit hat gestützt auf Art. 95 Abs. 1 VRP die Kosten zu tragen, wer die
Gegenstandslosigkeit verursacht hat, wobei ausschliesslich darauf abzustellen ist, in
welchem Mass dem Begehren der Beteiligten infolge der Gegenstandslosigkeit gefolgt
wird (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 773 f.). Mit der Überarbeitung des Teilstrassenplanes
hinsichtlich der Gestaltung des Verbindungsweges zwischen der C.-strasse und der A.-
strasse wurde dem Hauptbegehren der Beschwerdeführer – nämlich auf den Weg ganz
zu verzichten – nicht entsprochen. Insoweit ist es von vornherein nicht gerechtfertigt,
die gesamten amtlichen Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Mit Blick
darauf, dass der Plan in einem Punkt – nämlich dem Ersatz der Treppe durch einen
Weg – verändert wurde, den die Beschwerdeführer ebenfalls beanstandeten,
rechtfertigt es sich, die amtlichen Kosten des Rekursverfahrens 09-6463 je zur Hälfte
den Beschwerdeführern und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Bei dieser
Verlegung der amtlichen Kosten haben die Beschwerdeführer keinen Anspruch auf
Entschädigung ihrer ausseramtlichen Kosten im Rekursverfahren 09-6463 (vgl. Art.
98bis VRP; R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, St. Gallen 2004, S. 182 ff.).
7. Die Beschwerde ist, soweit auf sie eingetreten werden kann, teilweise
gutzuheissen. Sie erweist sich zwar weitgehend als unbegründet, jedoch ist Ziffer 1b
des angefochtenen Entscheides vom 12. Februar 2013 aufzuheben. Die amtlichen
Kosten des Rekursverfahrens 09-6463 von CHF 1'000 werden je zur Hälfte den
Beschwerdeführern und der Beschwerdegegnerin auferlegt. Die Beschwerdeführer
bezahlen ihren Anteil unter Verrechnung mit ihrem Kostenvorschuss von CHF 1'000.
Die Vorinstanz ist anzuweisen, den Beschwerdeführern CHF 500 zurückzuerstatten. Auf
die Erhebung des Kostenanteils der Beschwerdegegnerin wird verzichtet (Art. 95 Abs.
3 VRP). Ausseramtliche Kosten sind im Rekursverfahren 09-6463 nicht zu
entschädigen.
8. Dem Verfahrensausgang entsprechend – die teilweise Gutheissung ist
geringfügig – bezahlen die Beschwerdeführer die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens (Art. 95 Abs. 1 VRP; Hirt, a.a.O., S. 94). Eine Entscheidgebühr
von CHF 3'500 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/15
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St.Galler Gerichte
941.12). Sie ist mit dem von den Beschwerdeführern in gleicher Höhe geleisteten
Kostenvorschuss zu verrechnen.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens haben die Beschwerdeführer keinen Anspruch auf
Ersatz der ausseramtlichen Kosten (Art. 98bis VRP). Die Beschwerdegegnerin liess sich
zwar vertreten, hat aber – zu Recht (vgl. Hirt, a.a.O., S. 176 f.) – keinen Antrag auf
Entschädigung ihrer ausseramtlichen Kosten gestellt.