Decision ID: 78435cb3-32d2-4ece-9193-832aae6e9c44
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Hermann Lei, Thomas-Bornhauser-Strasse 33,
8570 Weinfelden,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ gelernter Maler, meldete sich am 6. Juli 2004 zum Bezug von IV-Leistungen
an (IV-act. 1). Er beantragte eine Umschulung zum Lastwagenchauffeur. Dr. med.
B._, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, berichtete der IV-Stelle am 28. September
2004 (IV-act. 12), er habe die folgenden Diagnosen erhoben: Chronisches
Überlastungssyndrom der Hand und der Daumengrundgelenke, grosse mediane bds.
paramedianreichende Diskushernie L4/5 mit Nervenwurzelkompression L5 links, aktuell
beschwerdefrei sowie - ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit - lumbosakrales
Übergangssegment, kleine Diskushernie Höhe L3/4 median, Hyperlordose der LWS
und St. n. tiefer Phlebothrombose des Unterschenkels rechts im mittleren Drittel. Dr.
B._ führte weiter aus, zeitweise seien gewisse Körperteile aufgrund der Arbeit als
Maler überlastet. Die Schmerzen heilten ab, wenn der entsprechende Körperteil unter
Antiphlogistika ruhiggestellt werde. Langfristig sei die Situation für den Versicherten als
Maler ungünstig. Dr. med. C._ vom RAD hielt am 15. Dezember 2004 fest (IV-act. 14),
der angegebene langfristige Zeitraum entspreche keiner drohenden Invalidität. Mit einer
Verfügung vom 5. Januar 2005 wies die IV-Stelle das Umschulungsgesuch ab (IV-act.
17). Der Versicherte meldete sich am 26. März 2007 erneut zum Bezug von IV-
Leistungen an (IV-act. 22). Gemäss dem beiliegenden Lohnausweis des Malergeschäfts
D._ hatte der Bruttolohn 2004 Fr. 73'705.- und im ersten Quartal 2005 Fr. 19'595.-
betragen (IV-act. 23-1,2). Der Versicherte reichte am 26. Mai 2007 verschiedene
Arztberichte ein (IV-act. 32). Dr. med. E._ von der Orthopädie M._, St. Gallen, hatte
am 9. Mai 2007 angegeben (IV-act. 33-3), der Versicherte leide seit einigen Jahren an
Schulterschmerzen rechts im Sinn eines Impingements. Deshalb habe er den
Malerberuf aufgeben bzw. unterbrechen müssen. In der Pause sei es wohl zu einer
Besserung gekommen, aber der Versicherte sei nicht beschwerdefrei geworden.
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Mehrere Steroidinfiltrationen subacromial hätten jeweils nur befristet eine Besserung
bewirkt. Physiotherapie und antiphlogistische Therapie seien praktisch erfolglos
geblieben. Am 18. Mai 2007 hatte Dr. E._ dann berichtet (IV-act. 33-2), das Arthro-
MRI zeige eine AC-Arthrose mit Kapselschwellung und Oedembildung ohne
nennenswerte Einengung des Subacromialraumes. Es bestehe eine leichtgradige
Ansatztendinose des Supraspinatus. Mit einer AC-Resektion bestehe ev. eine Chance,
dass der Versicherte als Maler weiterarbeiten könne. Ansonsten sollte der Versicherte
in einen leichteren Beruf umgeschult werden. Dr. med. F._, Facharzt Allgemeine
Medizin FMH, teilte 29. Mai 2007 mit (IV-act. 35), der Versicherte sei wegen der
Schulterbeschwerden seit dem 23. Mai 2007 als Maler zu 100% arbeitsunfähig.
Daneben bestehe eine Limbusläsion und ein Os acetabuli mit femoro-acetabulärem
Impingement im Bereich des rechten Hüftgelenks. Seit einer Steroid/Carbostesin-
Infiltration seien die Beschwerden rückläufig. Der längerfristige Verlauf bleibe
abzuwarten, ebenso der Verlauf der intermittierenden Rückenbeschwerden. Der
Versicherte sollte umgeschult werden. Dr. med. G._ vom RAD hielt am 7. Juni 2007
fest (IV-act. 36), als Maler sei der Versicherte nicht mehr arbeitsfähig. In einer
leidensangepassten Tätigkeit dürfe von einer vollen Leistungsfähigkeit ausgegangen
werden. Adaptiert wäre eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit mit der Möglichkeit
des Wechsels zwischen Sitzen, Stehen und Gehen,ohne Zwangspositionen der
Wirbelsäule, ohne häufiges Niederknien oder Niederhocken, ohne Überkopfarbeiten,
ohne grobmanuelle Belastung, ohne weite Gehstrecken und ohne Überwinden von
Höhendifferenzen (Treppe, Leiter, Gerüst). Der Gesundheitszustand habe sich seit dem
5. Januar 2005 verschlechtert.
A.b Der Berufsberater der IV-Stelle empfahl am 30. August 2007 (IV-act. 48) eine
berufliche Abklärung in den Bereichen Industrielackierer oder Arbeitsagoge im Z._.
Diese Abklärungsstelle berichtete am 30. Oktober 2007 (IV-act. 55), der Versicherte sei
in der Industrieabteilung eingesetzt worden. Er habe entgraten, spachteln, schleifen
und lackieren müssen. Nach wenigen Tagen habe er über Schmerzen im
Schulterbereich geklagt. Daraufhin habe er in den Montagebereich gewechselt.
Bohrarbeiten an Kunststoffteilen und Bestückungsarbeiten mit Schrauben und Muttern
hätten die Schmerzen nicht gelindert. Auf Wunsch des Versicherten sei die Abklärung
am 26. Oktober 2007 abgebrochen worden. Dr. F._ berichtete am 12. November
2007 (IV-act. 60), Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten die schwere AC-Arthrose linke
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(richtig: rechte) Schulter, die Limbusläsion und das Os acetabuli im Bereich der rechten
Hüfte, die rez. Vertebralgien und die belastungsabhängigen
Daumengrundgelenksbeschwerden. Er führte weiter aus, beim Arbeitsversuch habe der
Versicherte den ganzen Tag schleifen und spachteln müssen. Dadurch sei es zu
zunehmenden muskulären Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich
gekommen. Der Versicherte sollte eine leichte Tätigkeit ausüben, die nur Bewegungen
bis auf Nabelhöhe oder darunter benötige. Dr. G._vom RAD hielt dazu am 19.
November 2007 fest (IV-act. 62), die im Z._ durchgeführte Abklärung habe körperlich
nicht der von ihm beschriebenen adaptierten Tätigkeit entsprochen. Ihm habe eine
Arbeit im beraterischen oder kontrollierenden Sektor vorgeschwebt. In einer solchen
Tätigkeit bestehe keine Einschränkung. Dr. med. J._ vom Wirbelsäulenzentrum
M._, St. Gallen, berichtete dem Hausarzt am 28. November 2007 (IV-act, 71), der
Versicherte weise radiologisch deutlich über den Altersdurchschnitt hinausgehende
degenerative Veränderungen lumbal auf. Er empfehle eine Physiotherapie und, wenn
diese nicht nütze, eine Infiltration der Facettengelenke L3/4 und L4/5. Der Versicherte
liess am 3. Januar 2008 mitteilen, er sei grundsätzlich bereit, an einer BEFAS-
Abklärung teilzunehmen (IV-act. 73). Dr. G._ vom RAD notierte am 10. Januar 2008
(IV-act. 74), es liege auch ein Rückenproblem vor. Trotzdem bestehe in einer
adaptierten Tätigkeit immer noch eine volle Arbeitsfähigkeit. Allerdings sollte im
Hinblick auf die Dekonditionierung ein schrittweiser Aufbau erfolgen, wobei am Anfang
vermehrt Pausen möglich sein sollten. Die Anforderungen an eine leidensadaptierte
Tätigkeit seien unverändert. Der Berufsberater empfahl am 23. Januar 2008 eine
BEFAS-Abklärung (IV-act. 75). Dr. J._ berichtete dem Hausarzt am 27. Februar 2008
(IV-act. 85), kernspintomographisch sei am 1. Februar 2008 eine grosse medio rechts
nach kaudal sequestrierende Diskushernie L3/4 (wohl eher L4/5) mit rechtsrezessaler
Stenose und rechtsforaminaler Hernie L4/5 (wohl eher L5/S1) festgestellt worden. In
beiden Bereichen bestehe eine Kompression der L4- (wohl eher L5-) Nervenwurzel
rechts, durchaus mit den vom Versicherten angegebenen Beschwerden. Die Situation
habe sich seit November 2007 verschlechtert. Bevor operiert werde, sollten alle
konservativen Massnahmen ausgeschöpft werden. Dazu sollte die berufliche
Massnahme zurückgestellt werden. Grundsätzlich sei er mit der vom RAD
beschriebenen leidensangepassten Tätigkeit einverstanden. Allerdings sollte die
maximale Arbeitshöhe aufgrund der Schulterbeurteilung nicht über dem Bauchnabel
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sein. Am 2. April 2008 berichtete Dr. J._ (IV-act. 92), die Fazetteninfiltrationen L4/5
vom 29. Februar und vom 14. März 2008
hätten eine deutliche Besserung gebracht. Die Physiotherapie werde voraussichtlich
Ende April 2008 abgeschlossen. Eine Tätigkeit mit Wechselbelastung zwischen sitzen,
stehen und gehen, ohne Gewichtsbelastung über 10 kg, ohne Arbeiten in vorgeneigter
Position oder in einer anderen Zwangshaltung und ohne Arbeiten über Brusthöhe sei
vollschichtig zumutbar.
A.c Die IV-Stelle ordnete am 28. April 2008 eine BEFAS-Abklärung in H._ an (IV-act.
97). Diese Institution hielt in ihrem Austrittsbericht vom 10. Juli 2008 fest (IV-act. 102),
berufsrelevant sei eine verminderte körperliche Belastbarkeit. Im Vordergrund stehe ein
belastungsabhängiges Lumbovertebralsyndrom mit rezidivierend lumbospondylogenen
Schmerzausstrahlungen rechtsbetont. Die beiden Facettengelenksinfiltrationen seien
erfolgreich gewesen. Während der Beobachtungszeit in H._ seien keine radikulären
Reizsymptome festzustellen gewesen. Bei der Eintrittsuntersuchung sei ein
leichtgradiges Impingement der Supraspinatussehne rechts festzustellen gewesen. Die
früher diagnostizierte, belastungsabhängig schmerzhafte Funktionseinschränkung der
Daumengrundgelenke und der Handgelenke sei während des BEFAS-Aufenthalts nicht
manifest geworden bzw. beeinträchtigend in Erscheinung getreten. Die Abklärung sei
u.a. bei Diskrepanz zwischen der medizinisch-theoretisch 100%igen Arbeitsfähigkeit
behinderungsangepasst und der subjektiv empfundenen Arbeitsunfähigkeit erfolgt. Dr.
F._ habe am 3. Juni 2008 mitgeteilt, dass der Versicherte mit Tryptizol behandelt
werde, um der zunehmend situativ bedingten Entwicklung Richtung Depression
entgegen zu wirken. Bereits beim Eintritt in H._ habe der Versicherte erfreulich auf
diese Behandlung angesprochen. Gestützt auf die aktuelle medizinische Situation und
die konkreten Abklärungsresultate könne dem Versicherten ein zeitlich
uneingeschränktes ganztägiges Tätigsein zugemutet werden, sofern die Vorgaben an
eine behinderungsadaptierte Arbeit erfüllt seien. Insbesondere müsse die Arbeit
körperlich und speziell den Rücken und die Gelenke wenig belastend sein. Bei
gelegentlich mittelschwer belastenden Arbeitseinsätzen habe der Versicherte im
Tagesverlauf vermehrt vom Kreuz ausgehende Schmerzen angegeben. Bei grösseren
Kraftaufwendungen der Hände seien auch leichtere Schmerzen im Bereich der
Daumengrundgelenke rechts aufgetreten. Der Versicherte wolle als Berater im Bereich
Farben oder als Betreuer in einer Behindertenwerkstätte tätig werden. An anderen
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zumutbaren Tätigkeiten habe er sich nicht interessiert gezeigt. Dr. I._, hatte am 4. Juli
2008 mitgeteilt, bei der Untersuchung vom 30. Juni 2008 sei ein massives
Schmerzsyndrom einerseits im Hals-Schulter-Arm-Bereich und andererseits im
lumbalen Wirbelsäulenbereich mit Ausstrahlungen in die unteren Extremitäten
festzustellen gewesen. Die Beweglichkeit und die Funktion im rechten Schulterbereich
seien deutlich eingeschränkt gewesen. Das sei offensichtlich beim Versuch einer
leichteren Tätigkeit in H._ aufgetreten. Es frage sich, wie sinnvoll es sei, den
Versicherten in den Arbeitsprozess zu integrieren, weil jedesmal eine akute
Schmerzproblematik auftrete, wenn er eine leichte manuelle Tätigkeit ausübe.
A.d Der Berufsberater hielt am 19. September 2008 fest (IV-act. 110), der Versicherte
habe nach der Abklärung in H._ eine vertiefte Abklärung im sozialen Bereich
gewünscht. Er habe eine Praktikumsstelle im K._ gefunden. Die Rückmeldungen von
Seiten der Praktikumsleitung seien positiv zu werten. Der gesundheitliche Zustand sei
weitgehend stabil. In der täglichen Arbeit sei der Versicherte nicht eingeschränkt. Er
benötige jedoch längere Pausen und er benütze die Mittagspause dazu, sich
hinzulegen. Auf diese Weise leiste der Versicherte ein konstantes Arbeitspensum von
75%. Die praktische Eignungsabklärung habe aber nur ansatzweise erfolgen können.
Dr. J._ berichtete dem Hausarzt am 24. September 2008 (IV-act. 116), der
Versicherte habe zwar seinen Traumjob gefunden, aber er klage wieder über deutlich
mehr lumbale Rückenschmerzen. Das 70%-Pensum überlaste ihn eindeutig. Er könne
zwischen Sitzen und Stehen wechseln, aber nur wenig Gehen. Die
Gewichtsbelastungen gingen bis 15 kg. Die Präsenz sollte auf 50% reduziert werden,
damit der Versicherte noch mehr Pausen machen könne. Im Schlussbericht des K._
vom 14. November 2008 wurde ausgeführt, die Massnahme sei am 31. Oktober 2008
vorzeitig abgebrochen worden. Der Versicherte habe mehrmals täglich zusätzliche
Pausen gemacht, um sich von seinen Schmerzen zu erholen. Er habe die Möglichkeit
der Wechselbelastung (Stehen, Gehen, Sitzen) benötigt und auch benützt. Die
gesundheitlichen Einschränkungen hätten einen grossen Einfluss auf die
Leistungsfähigkeit und auf die Einsatzmöglichkeiten gehabt. Während der kurzen Zeit
sei eine Verschlechterung des Gesundheitszustands zu beobachten gewesen. Der
Versicherte habe anfangs kurze Alurohre bearbeitet. Bereits nach kurzer Zeit habe er
das wegen der Schmerzen im Schulterbereich aufgeben müssen. Während dieser
kurzen Zeit sei es nicht möglich gewesen, berufliche Abklärungsschritte vorzunehmen.
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Die Präsenzzeiten seien derart kurz oder lückenhaft gewesen, dass initiierte
Abklärungsprozesse nie richtig in Gang gekommen seien. Es sei dem Versicherten
kaum möglich gewesen, eine Stunde durchzuarbeiten, ohne den Arbeitsplatz zu
verlassen. Anfänglich sei er sehr motiviert gewesen und er habe fast täglich mitgeteilt,
wie sehnlichst er sich eine soziale Ausbildung wünsche. Der Berufsberater notierte am
28. November 2008 (IV-act. 120), der Versicherte wünsche die Prüfung der
Rentenfrage, da er sich im Moment nicht fähig sehe, an weiteren beruflichen
Massnahmen teilzunehmen. Dr. G._ vom RAD hielt am 28. Januar 2009 fest (IV-act.
120), es sei schwierig nachvollziehbar, warum der Versicherte in einer adaptierten
Tätigkeit nicht zu deutlich mehr als 50% arbeitsfähig sei. Er empfahl eine
rheumatologische (orthopädische) und psychiatrische Abklärung.
A.e Im Gutachten der Klinik L._, vom 3. Dezember 2009 (IV-act. 150) wurde
berichtet, im Rahmen der muskuloskelettalen Untersuchung habe der Versicherte
angegeben, er wisse, dass er sicher nicht mehr arbeiten könne. Er möchte den Alltag
geniessen und keine Existenzängste mehr haben. Er wünsche, in Ruhe gelassen zu
werden. Er wolle keinen Druck mehr von Seiten der IV in dem Sinn, dass man ihn für
arbeitsfähig halte. Zum Ergebnis der muskuloskelettalen Abklärung führte die
zuständige Sachverständige aus, die lumbalen Schmerzen strahlten gluteal bds. sowie
in den Ober- und den Unterschenkel bds., rechts bis in die Grosszehe aus. Nach
intensiver physiotherapeutischer Behandlung und intraartikulären Infiltrationen der
tieflumbalen Facettengelenke mit Corticosteroiden habe keine zufriedenstellende
Besserung erreicht werden können. Der Versicherte leide zudem unter inguinalen
Schmerzen rechts (besonders beim Auf-/Abwärtsgehen und beim Tragen von
Gewichten mit der rechten Hand), unter rechtsseitigen Schultergelenksbeschwerden
(insbesondere bei Verrichtungen über Kopfhöhe und beim Heben von Gewichten mit
der rechten Hand) und unter Schmerzen der Daumengrundgelenke sowie im Verlauf
auch des MCP-Gelenks II der linken Hand (bei starken Belastungen intermittierend mit
Schwellungen, keine Morgensteifigkeit). Die chronischen lumbospondylogenen
Beschwerden bds. seien mechanisch bedingt. Aufgrund der klinischen Bilder eines
diskogenen und Facettengelenksyndroms lägen multisegmentale degenerative
Veränderungen zugrunde. Es sei nicht auszuschliessen, dass zusätzlich zum
spondylogenen Schmerz auch eine intermittierende radikuläre Reizsymptomatik eine
Rolle spiele. Sowohl anamnestisch als auch kernspintomographisch handle es sich am
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ehesten um die Nervenwurzel L5 rechts. Klinisch sei aber keine radikuläre Reiz- oder
motorische Ausfallsymptomatik zu finden gewesen. Insbesondere sei das
Lasèguezeichen negativ gewesen. Zur Zeit gebe es keine sicheren Hinweise für eine
entzündliche Krankheit aus dem rheumatologischen Formenkreis, insbesondere nicht
für eine psoriatische Spondylarthritis. Die ausgeprägten degenerativen
Wirbelsäulenveränderungen und die nicht auszuschliessende radikuläre
Beeinträchtigung rechts bedingten eine erhebliche Verminderung der statischen und
dynamischen Belastung der unteren Wirbelsäule. Die belastungsabhängigen
Leistenschmerzen rechts seien auf eine beginnende Coxarthrose zurückzuführen
(femoro-acetabuläres Impingement des rechten Hüftgelenks und dafür klare
kernspintomographische Zeichen einer Labrumläsion und einer beginnenden
Knorpeldegeneration). Die beginnende Coxarthrose bedinge eine verminderte
Belastbarkeit der rechten Hüfte und schränke dadurch die Gehfunktion und
insbesondere das Treppen- und Leiternsteigen ein. Die hauptsächlich bei
Verrichtungen über Kopfhöhe störenden Schulterschmerzen rechts seien einer
Periarthropathia humeroscapularis und einem subacromialen Impingement-Syndrom
zuzuordnen. Wahrscheinlich spiele auch eine AC-Gelenksdysfunktion eine Rolle bei
kernspintomographischen und skelettszintigraphischen Zeichen einer aktivierten
Arthrose. Aufgrund der Periarthropathie sei die Gelenksfunktion insbesondere bei
Verrichtungen über Kopfhöhe und beim Heben von Lasten über Taillenhöhe
beeinträchtigt. Die Arthralgien der Daumengrundgelenke und im Verlauf des MCP-
Gelenks II links seien unklar geblieben. Die klinischen und die bildgebenden
Untersuchungen hätten keine Korrelate dafür ergeben. Insbesondere habe die
Skelettszintigraphie keine Anhaltspunkte für eine zugrundeliegende Psoriasisarthritis
geliefert. Eine funktionelle Einschränkung lasse sich aus den Befunden nicht ableiten.
Aufgrund der Untersuchungsbefunde und der EFL sei die angestammte Tätigkeit als
Maler nicht mehr zumutbar. Für eine leichte, angepasste Tätigkeit bestehe eine
Arbeitsfähigkeit von 100%. Es sollte sich um eine Arbeit handeln, bei der ein Wechsel
zwischen Stehen und Sitzen möglich sei, das Gehen höchstens zwei Stunden pro Tag
ausmache und das Treppen- und Leiternsteigen, Verrichtungen über Schulterhöhe und
das Heben von Lasten über Taillenhöhe nur selten erforderlich seien. Einschränkungen
der Handfunktionen bestünden nicht. Im Bericht vom 14. Juli 2009 über die Evaluation
der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) war ausgeführt worden, der Versicherte habe
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eine gute Leistungsbereitschaft gezeigt. Er sei bereit gewesen, sich über die
Schmerzen hinaus bis zu einem beobachtbaren funktionellen Maximum belasten zu
lassen. Die Konsistenz bei den Tests sei gegeben gewesen. Die körperliche
Belastbarkeit sei am zweiten Tag deutlich geringer gewesen. Gemäss der
demonstrierten körperlichen Leistungsfähigkeit sei der Versicherte für eine leichte bis
mittelschwere Arbeit zu 100% arbeitsfähig. Er sei allerdings überzeugt davon, nicht
mehr arbeiten zu können. Den Haushalt zuhause könne er ohne grössere Probleme
führen. Seine Hausmanntätigkeit mache ihn zufrieden und überfordere ihn nicht. Die
psychiatrische Sachverständige hatte in ihrem Bericht vom 8. Juni 2009 angegeben,
nach einer Zusammenschau der erhobenen Befunde und der anamnestisch erhobenen
Daten könne aus psychiatrischer Sicht nur eine Anpassungsstörung mit einer kurzen
depressiven Reaktion von ca. vier Wochen Dauer im Jahr 2008 erhoben werden.
Auffällig sei eine gewisse Fixierung auf die finanzielle Entschädigung, die nach der
Enttäuschung über die fehlgeschlagenen Wiedereingliederungsversuche begonnen
habe. Der Versicherte habe eine ausgeprägt negative Selbstprognose und er zeige im
Hinblick auf die körperlichen Beschwerden eine gewisse Selbstlimitierung. Diese
schränke subjektiv den Einsatz auch bei körperlich wenig anstrengenden Tätigkeiten
ein. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Arbeitsunfähigkeit (Ausnahme: 20%ige
Arbeitsunfähigkeit während vier Wochen im Februar 2008). Die Gesamtdiagnose
lautete: Chronisches lumbospondylogenes Syndrom bds. (klinisch V. a. diskogenes
und Facettengelenk-Syndrom tieflumbal, intermittierende radikuläre Reizsymptomatik
rechts nicht ausgeschlossen, rechtskonvexe lumbale Skoliose, erosive
Osteochondrosen LWK3-5 Typ Modic I und LWK5/SWK1 Typ Modic I-II, medio-
laterale, nach kaudal luxierte Diskushernie LWK5/SWK1 mit Kompression der
Nervenwurzel L5 rechts, lumbosakrale Übergangsanomalie mit partieller Lumbalisation
von SWK1), beginnende Coxarthrose rechts (femoro-acetabuläres Impingement rechts
mit Labrumläsion bei Os Acetabuli und diskreten Gelenkknorpel-Irregularitäten apico-
lateral), chronische Periarthropathia humero-scapularis rechts (subacromiales
Impingementsyndrom, AC-Gelenksdysfunktion bei beginnender Arthrose),
anamnestisch Anpassungsstörung, kurze depressive Reaktionen für einen Zeitraum
von maximal vier Wochen im Februar 2008. Die gemeinsame
Arbeitsfähigkeitsschätzung der beteiligten Sachverständigen ergab für eine adaptierte
Tätigkeit keine Einschränkung. Die Sachverständigen stellten ausdrücklich fest, dass
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dem Versicherten die Willensanstrengung zumutbar sei, die bei einer körperlich
mindestens leichten, angepassten Tätigkeit auftretenden Schmerzen zu überwinden.
Abschliessend hielten die Sachverständigen der Klinik L._ fest, ihre
Arbeitsfähigkeitsschätzung weiche nicht relevant von derjenigen der BEFAS H._ ab.
Die Abweichung zur Einschätzung der Orthopädie M._ sei damit zu erklären, dass
diese sich allein auf die Aussagen des Versicherten, die klinische Untersuchung und die
bildgebenden Verfahren abgestützt habe. Die aktuelle Untersuchung stütze sich
demgegenüber auch auf die EFL und die Beobachtung des Versicherten bei der Arbeit.
A.f Die IV-Stelle prüfte einen Rentenanspruch des Versicherten. Sie stellte einem
Valideneinkommen als Maler im Jahr 2009 von Fr. 87'569.- einen anhand der
Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik ermitteltes durchschnittliches
Hilfsarbeitereinkommen von Fr. 61'468.- gegenüber. Es resultierte ein Invaliditätsgrad
von aufgerundet 30% (IV-act. 152). Mit einem Vorbescheid vom 6. Januar 2010 teilte
die IV-Stelle dem Versicherten mit (IV-act. 153), dass sie beabsichtige, sein
Rentenbegehren abzuweisen. Der Rechtsvertreter des Versicherten wandte am 4.
Februar 2010 sinngemäss ein (IV-act. 155), der Versicherte habe engagiert und
motiviert IV-Umschulung, Arbeitsversuche und medizinische Abklärungen absolviert.
Sein Leistungs- und Arbeitswille sei nirgends in Zweifel gezogen worden. Dennoch
hätten alle Arbeitsversuche abgebrochen werden müssen, weil sich sein
Gesundheitszustand während der Einsätze jeweils extrem verschlechtert habe.
Mehrere unabhängige Ärzte hätten Erwerbs- und Arbeitsunfähigkeiten zwischen 50%
und 100% diagnostiziert. Dr. J._ vom Orthopädischen Wirbelsäulenzentrum M._
habe am 27. Februar 2008 erklärt, der Versicherte dürfe keine Tätigkeiten über Kopf
durchführen; die maximale Arbeitshöhe sollte nicht über dem Bauchnabel sein. Damit
bestehe eine erhebliche Diskrepanz zu den Befunden im Gutachten. Die Klinik L._
habe sich auf lediglich acht Zeilen mit den abweichenden Einschätzungen
auseinandergesetzt. Sie habe sich dabei nur auf die EFL gestützt. Damit seien die
Anforderungen, die Lehre und Rechtsprechung an die Auseinandersetzung mit
abweichenden ärztlichen Aussagen stellten, nicht erfüllt. Die Klinik L._ habe sich
auch kaum auf bildgebende Verfahren stützen können. Die mitgebrachten Bilder seien -
mit Ausnahme derjenigen des Rückens - nicht gebraucht und angeschaut worden. Im
Gutachten fehle zudem eine Auseinandersetzung damit, dass die Arbeitsversuche als
Spritzlackierer und als Arbeitsagoge hätten abgebrochen werden müssen. Die
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Bemerkung im Gutachten, der Versicherte wolle in Ruhe gelassen werden und keinen
Druck von Seiten der IV mehr erleben, sei falsch verstanden worden. Der Versicherte
habe nur Existenzängste geäussert, die ihn wegen seiner gesundheitlichen Situation
plagten. Bei der EFL habe er am zweiten Tag nicht einmal mehr sitzend eingesetzt
werden können. Damit widerspreche sich der entsprechende Bericht selbst, wenn
angegeben werde, der Versicherte könne eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit
ausüben. Der Arbeitsversuch als Arbeitsagoge, der eine leichte, wechselbelastende
Arbeit gewesen sei, habe abgebrochen werden müssen, weil der Versicherte regelrecht
zusammengebrochen sei, obwohl er sich nichts sehnlicher gewünscht habe, als in
diesem Bereich arbeiten zu können. Tatsächlich sei es ihm nicht möglich, eine leichte,
wechselbelastende Tätigkeit während mehr als insgesamt eineinhalb Stunden pro Tag
auszuüben. Das gelte auch für die Tätigkeit im eigenen Haushalt. Der Versicherte
decke den Tisch, koche, räume etwas auf und lüfte das Haus. Mehr sei ihm nicht
möglich. Der Versicherte sei das Opfer seiner Abneigung, Schmerzen und Unvermögen
gegen aussen zu tragen. Als zumutbares Invalideneinkommen hätte der Betrag von Fr.
57'576.- angerechnet werden müssen. Damit wäre der Invaliditätsgrad höher
ausgefallen. Der Stellungnahme lag ein Bericht von Dr. med. O._ von der
Wirbelsäulenchirurgie vom 12. Januar 2010 bei. Dr. O._ hatte angegeben, aufgrund
der Bilder und des Schmerzbildes komme eine Bandscheibenoperation L2/3, L3/4 und
L4/5 in Frage. Alternativ wäre eine Stabilisierungsoperation möglich (IV-act. 155-14).
Dr. med. H. Wetzel vom RAD hielt dazu am 24. Februar 2010 fest (IV-act. 156), die
Diskrepanz zwischen der Einschätzung durch die Sachverständigen der Klinik L._
und derjenigen der behandelnden Ärzte überrasche angesichts der unterschiedlichen
Aufträge (Behandlung vs. Begutachtung) nicht. Die Beurteilungen durch die
behandelnden Ärzte seien von der Sachverständigen gewertet worden. Es seien
umfangreiche bildgebende Verfahren durchgeführt worden. Bei der EFL müsse mehr
zwischen der subjektiven Einschätzung des Versicherten und dessen objektiver
Leistungsfähigkeit unterschieden werden. Die objektive Leistungsfähigkeit sei am
zweiten Tag geringer gewesen. Sie sei aber keineswegs minimal gewesen, sondern
habe immer noch im Bereich einer körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit
gelegen. Der Bericht von Dr. O._ enthalte keine neuen Funktionseinschränkungen
und ändere nichts an der Beurteilung. Mit einer Verfügung vom 25. Februar 2010 wies
die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten ab (IV-act. 157).
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B.
Der Versicherte liess am 24. März 2010 Beschwerde erheben (act. G1) und die
Zusprache einer vollen (richtig: ganzen) Invalidenrente ab dem 23. März 2005
beantragen; eventualiter sei die Sache mit weiteren geeigneten Abklärungen zu
überprüfen. Zur Begründung führte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers - in
weitgehender Wiederholung der Stellungnahme zum Vorbescheid - aus, der
Arbeitsversuch in der Umschulung (Industrielackierer) und die Abklärung in der BEFAS
H._ hätten zu eigentlichen Zusammenbrüchen geführt. Auch der Arbeitsversuch im
K._ habe nach kurzer Zeit abgebrochen werden müssen. Zuletzt habe der
Beschwerdeführer dort noch ca. eineinhalb Stunden pro Tag arbeiten können. Er sei
auch dort wegen der Schmerzen zusammengebrochen. Dr. I._ von der Orthopädie
M._ habe am 16. April 2009 festgestellt, dass der Beschwerdeführer manuell nicht
arbeitsfähig sei. Am 29. September 2008 habe er einen Berentungsgrad von 50% als
angemessen bezeichnet. Die "Problematik Hausärzte/behandelnde Ärzte" könne für
sich allein nicht genügend sein, um die Diskrepanz zu den Befunden der Klinik L._ zu
erklären. Deshalb hätte im Gutachten detailliert auf die abweichenden Einschätzungen
eingegangen werden müssen. Da das unterblieben sei, sei entweder die
Erwerbsfähigkeit anders zu beurteilen oder es seien erneute Abklärungen
vorzunehmen. Wenn der RAD davon spreche, dass die EFL-Ergebnisse im Bereich
einer leichten bis mittelschweren Erwerbstätigkeit gelegen hätten, so sei darauf
hinzuweisen, dass unklar sei, ob die Testergebnisse vom ersten oder vom zweiten Tag
stammten. Offenbar seien nur die Hebetests auch am zweiten Tag durchgeführt
worden. Ob die guten oder die schlechten Resultate Eingang in die Tabellen gefunden
hätten, sei unklar. Zu vermuten sei, dass die Resultate der meisten anderen Test vom
ersten, "guten" Tag stammten. Damit widerspreche sich der Bericht über die EFL
selbst, wenn in der Schlussbemerkung angegeben werde, der Versicherte könne eine
leichte, wechselbelastende Tätigkeit etc. ausüben. Das Gutachten der Klinik L._ halte
eine wechselbelastende Arbeit, z.B. als Arbeitsagoge, für zumutbar. Tatsächlich habe
ein entsprechender Arbeitsversuch aber abgebrochen werden müssen. Das Gutachten
sei deshalb widersprüchlich. Überwachungsarbeiten kämen nicht in Frage, weil der
Beschwerdeführer sehr lange Pausen benötige.
C.
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Die Beschwerdegegnerin hielt in einer Telephonnotiz vom 5. Mai 2010 fest, sie habe
am 14. April 2010 eine anonyme Mitteilung erhalten, laut welcher der
Beschwerdeführer beobachtet worden sei, wie er sich an seinem Haus handwerklich
engagiert habe, wie er mit einem schweren Gartenschlauch das Grundstück gewässert
habe und wie er seinen Kaninchenstall vergrössert habe. Er habe nicht ausgesehen,
wie wenn er Rückenschmerzen hätte (IV-act. 166). Dr. P._ vom RAD hielt am 7. Mai
2010 u.a. fest (IV-act. 167), mit der Bandscheibenersetz-OP könne bloss eine
Verbesserung der gesundheitlichen Situation erzielt werden, aber eine Veränderung der
gutachterlich evaluierten Arbeitsfähigkeit sei nicht plausibel.
D.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 27. Mai 2010 die Abweisung der Beschwerde
(act. G4). Sie machte zur Begründung geltend, der Beschwerdeführer sei in der Klinik
L._ rheumatologisch und psychiatrisch untersucht worden. Zudem habe eine EFL
stattgefunden. Mit diesem polydisziplinären Ansatz sei gewährleistet gewesen, dass
die einzelnen medizinischen Disziplinen bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung kein zu
grosses Gewicht erhalten hätten, sondern dass eine Gesamtbetrachtung stattgefunden
habe. Das Gutachten sei ausführlich abgefasst und die Schlussfolgerungen wie auch
die Arbeitsfähigkeitsschätzung erschienen als begründet. Entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers sei die Arbeitsfähigkeit in der ursprünglichen Tätigkeit und in der
Tätigkeit als Industrielackierer irrelevant. Massgebend sei einzig eine zumutbare
Tätigkeit. Dr. J._ habe in seinem Verlaufsbericht angegeben, der Beschwerdeführer
sei in einer adaptierten Tätigkeit bei einer Vermeidung von Arbeiten über Brusthöhe
völlig arbeitsfähig. Die vom Beschwerdeführer behauptete Beschränkung auf Arbeiten
bis zur Höhe des Bauchnabels bestehe also gar nicht. Die Klinik L._ habe bei der
Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht auf die - angeblich falsch verstandenen - Angaben
des Beschwerdeführers, sondern auf die erhobenen Befunde abgestellt. Es sei der
Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte aufgrund ihrer
auftragsrechtlichen Stellung zugunsten ihrer Patienten aussagten. Beim
Beschwerdeführer lägen im wesentlichen einzig ätiologisch-pathogenetisch
unerklärliche syndromale Leidenszustände vor, denen infolge der fehlenden
Objektivierbarkeit keine invalidisierende Wirkung zukomme. Das Valideneinkommen
betrage Fr. 74'570.-, das zumutbare Invalideneinkommen Fr. 53'277.- (Fr. 59'197.-
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abzüglich 10%, da nur noch leichte Hilfsarbeiten ausgeführt werden könnten). Der
Invaliditätsgrad betrage somit 29%.
E.
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers wandte in der Replik vom 4. Juli 2010 u.a.
sinngemäss ein (act. G6), der Beschwerdeführer sei sehr wohl zu einer Umschulung
motiviert gewesen. Er habe den Vorschlag für einen Arbeitsversuch in der Z._
gemacht und er habe die Stelle im K._ gefunden. Im Gutachten der Klinik L._ sei
eine Beschränkung auf Heben von Lasten nicht über Taillenhöhe angegeben worden.
Das sei einschränkender als die von Dr. J._ am 27. Februar 2008 angegebene
Beschränkung auf Arbeiten bis zur Höhe des Bauchnabels. Am 15. August 2010 werde
eine Operation erfolgen (Einsatz von drei künstlichen Bandscheiben). Die Implantate
seien nur schmerzmildernd. Der "Leidensabzug" beim Einkommensvergleich hätte 25%
ausmachen müssen. Bestenfalls wäre der Beschwerdeführer nämlich noch für
leichteste Arbeiten einsetzbar.
F.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 26. Juli 2010 auf eine Duplik (act. G8).
G.
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte am 27. Mai 2011 (act. G10) einen
Bericht von Dr. O._ von der Wirbelsäulenchirurgie Ostschweiz vom 19. Mai 2011 ein
(act. G10.1). Laut diesem Bericht hatte sich der Beschwerdeführer wegen einer
linksseitigen Lumboischialgie gemeldet. Das "Kontroll-Röntgen" (bei St. n.
Prothesenimplantation L2/3, L3/4 und L4/5 bei postoperativ gutem Verlauf seit knapp
zehn Monaten) habe seitlich unveränderte Stellungsverhältnisse gezeigt. Im ap.-Bild
habe sich aber eine leicht vermehrte skoliotische Fehlhaltung L4/5 gezeigt. Klinisch sei
der Lasègue links endständig positiv. Sonst bestünden keine sensomotorischen
Defekte. Es liege eine mögliche Radikulopathie S1 links bei konventionell
radiologischer vermehrter skoliotischer Fehlhaltung L4/5 unklarer Ursache vor.

Erwägungen:
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1.
In dem am 26. März 2007 ausgefüllten Anmeldeformular (vgl. IV-act. 22) hat der
Beschwerdeführer nur berufliche Eingliederungsmassnahmen als beanspruchte
Leistungen angekreuzt. Das anschliessende Verwaltungsverfahren hat sich denn auch
zunächst auf die Prüfung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten beschränkt. Erst
nach dem Scheitern der Abklärung im K._ hat der Beschwerdeführer am
28. November 2008 "die Prüfung der Rentenfrage in den Vordergrund gestellt" (vgl. IV-
act. 120). Bei dieser Aussage des Beschwerdeführers gegenüber dem Berufsberater
der Beschwerdegegnerin hat es sich nicht um eine formell korrekte Anmeldung zum
Bezug einer Invalidenrente gehandelt. Vielmehr hat der Beschwerdeführer damit auf die
formell korrekte Anmeldung vom 26. März 2007 zurückgegriffen. Diese umfasste
nämlich bei einer korrekten, dem Erklärungswillen des Beschwerdeführers Rechnung
tragenden Interpretation nicht nur die ausdrücklich angekreuzten drei Arten von
beruflichen Eingliederungsmassnahmen, sondern auch das Gesuch um die Ausrichtung
einer Invalidenrente, falls eine rentenausschliessende berufliche Eingliederung
misslingen sollte. Deshalb ist es im Lichte des Anmeldeerfordernisses (Art. 29 ATSG)
grundsätzlich zulässig gewesen, in das laufende Verwaltungsverfahren, das bis zum
Abbruch der Abklärungsmassnahme im K._ nur auf die berufliche Eingliederung
ausgerichtet gewesen ist, auch die Prüfung des Rentenanspruchs einzubeziehen, d.h.
zu untersuchen, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine Invalidenrente
habe. Das bedeutet nicht, dass von diesem Zeitpunkt an nur noch die Prüfung der
Rentenberechtigung Gegenstand des Verwaltungsverfahrens gebildet hätte. Die
berufliche Eingliederung des Beschwerdeführers ist vielmehr immer noch hängig.
Entgegen ihrem Wortlaut hat die Verfügung vom 8. Dezember 2008 nämlich nicht die
berufliche Eingliederung an sich, sondern nur die berufliche Abklärung im K._
abgebrochen. Abschliessend verfügt worden ist deshalb nur über die
Rentenberechtigung, weshalb auch nur diese gerichtlich überprüft werden kann.
Unabhängig vom Ausgang dieses Beschwerdeverfahrens wird die
Beschwerdegegnerin das Verwaltungsverfahren zur beruflichen Eingliederung des
Beschwerdeführers aber weiterführen und durch eine Verfügung abschliessen.
2.
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Der Beschwerdeführer hat in der Anmeldung vom 26. März 2007 nur eventualiter, für
den Fall des Scheiterns der von ihm damals angestrebten beruflichen Eingliederung,
ein Rentenbegehren gestellt. Aus seiner Sicht ist die berufliche Eingliederung dann mit
dem Abbruch der Abklärung im K._ definitiv gescheitert. Die Beschwerdegegnerin
hat in der Folge tatsächlich einen Einkommensvergleich angestellt und sie hat über das
Rentenbegehren verfügt. Sie hat allerdings nicht begründet, weshalb sie so
vorgegangen ist. Es gibt zwei mögliche Gründe: Entweder ist die Beschwerdegegnerin
ebenfalls der Auffassung gewesen, es sei keine weitere berufliche Eingliederung
möglich, oder sie hat den Einkommensvergleich und die Verfügung über das
Rentenbegehren nur als einen Schritt auf dem Weg zu einer nach wie vor möglichen
beruflichen Eingliederung betrachtet. Der erste mögliche Grund für das Vorgehen der
Beschwerdegegnerin scheidet ohne weiteres aus, da das von der Beschwerdegegnerin
als massgebend betrachtete Gutachten der Klinik L._ keine Arbeits- bzw.
Eingliederungsunfähigkeit, sondern im Gegenteil eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Erwerbstätigkeit - und damit auch eine
uneingeschränkte Eingliederungsfähigkeit in eine adaptierte Erwerbstätigkeit -
angegeben hatte. Die Beschwerdegegnerin hat also keine Veranlassung gehabt, die
Auffassung des Beschwerdeführers zu teilen, d.h. von einer objektiven
Eingliederungsunfähigkeit auszugehen und aus diesem Grund über das
Rentenbegehren zu verfügen. Demnach muss der zweite Grund der richtige sein. Das
bedeutet, dass es der Beschwerdegegnerin mit der Abweisung des Rentenbegehrens
darum gegangen ist, die Eingliederungsbereitschaft des Beschwerdeführers wieder zu
wecken, indem sie ihm zeigt, dass seine Erwartung, eine Invalidenrente zu erhalten,
nicht zutrifft. Die Beschwerdegegnerin hat die Verfügung über das Rentenbegehren des
Beschwerdeführers also "vorgezogen", um den Beschwerdeführer zur Weiterführung
der beruflichen Eingliederung zu motivieren. Selbst wenn die Beschwerdegegnerin
nicht in diesem Sinn über das Rentenbegehren hätte verfügen wollen, wäre es doch
unumgänglich gewesen, einen Einkommensvergleich anzustellen. Verweigert eine
versicherte Person nämlich die Mitwirkung bei der beruflichen Eingliederung, stellt sich
die Frage, ob Art. 21 Abs. 4 ATSG zur Anwendung kommen muss. Die Antwort auf
diese Frage hängt davon ab, ob eine Eingliederungspflicht (i.S. einer IV-spezifischen
Schadenminderungspflicht) oder nur ein Eingliederungsanspruch zur Diskussion steht.
Eine Eingliederungspflicht liegt dann vor, wenn ohne die Eingliederung ein
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rentenbegründender Invaliditätsgrad von 40% oder mehr bestünde. Würde der
Invaliditätsgrad auch ohne Eingliederung bereits weniger als 40% betragen, besteht
nur ein Eingliederungsanspruch, so dass kein Anwendungsfall des Art. 21 Abs. 4 ATSG
vorliegt. Es muss also ein Einkommensvergleich zur Ermittlung des vorläufigen
Invaliditätsgrades erfolgen. Vorläufig ist dieser Invaliditätsgrad, weil die Validenkarriere
zwar fest steht, aber die Invalidenkarriere noch nicht definitiv ist. In dieser Phase ist
nämlich noch damit zu rechnen, dass die Invalidenkarriere durch eine berufliche
Eingliederung "verbessert", d.h. dass durch eine qualifizierte Berufsausbildung ein
höheres Lohnniveau erreicht werden kann. Die Invalidenkarriere, auf die zur Ermittlung
des vorläufigen Invaliditätsgrades abgestellt werden muss, ist in aller Regel - wie im
vorliegenden Fall - eine adaptierte Hilfsarbeit, weil ohne berufliche Eingliederung keine
qualifizierte Erwerbstätigkeit ausgeübt werden kann. Auch der vorläufige
Einkommensvergleich muss auf einem Sachverhalt beruhen, der mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt ist. Die Beschwerdegegnerin hat den
Einkommensvergleich auf den im Gutachten der Klinik L._ angegebenen
Arbeitsfähigkeitsgrad (100% in einer adaptierten Erwerbstätigkeit) abgestellt. Dieser
Einkommensvergleich hat einen vorläufigen Invaliditätsgrad von weniger als 40%
ergeben, so dass keine Eingliederungspflicht besteht und deshalb kein Anwendungsfall
von Art. 21 Abs. 4 ATSG vorliegt. In dieser Situation verwandelt sich der vorläufige
Invaliditätsgrad in einen definitiven Invaliditätsgrad, da unabhängig davon, ob noch
eine berufliche Eingliederung erfolgt, die Invalidenkarriere also noch "verbessert" wird,
kein Rentenanspruch bestehen kann. Sollte die gerichtliche Beurteilung ergeben, dass
die Arbeitsfähigkeitsschätzung im Gutachten der Klinik L._ überwiegend
wahrscheinlich richtig ist, wird die verfügte definitive Abweisung des Rentenbegehrens
bestätigt werden. Sollte sich allerdings herausstellen, dass eine Arbeitsunfähigkeit in
einer adaptierten Hilfsarbeit besteht, die einen vorläufigen Invaliditätsgrad von 40%
oder mehr ergibt, so wird das Gericht - entgegen der vom Beschwerdeführer
vertretenen Auffassung - keine Rente zusprechen können. Damit wäre nämlich die IV-
spezifische Schadenminderungspflicht (Eingliederung vor Rente) verletzt, denn vorab
müsste - allenfalls in Anwendung von Art. 21 Abs. 4 ATSG - versucht werden, den
Beschwerdeführer dazu zu bringen, sich einer beruflichen Eingliederung zu
unterziehen, um anschliessend ein Invalideneinkommen erzielen zu können, das die
Arbeitsunfähigkeit - wenn möglich rentenausschliessend - kompensieren würde. Sollte
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das Gericht die Abweisung des Rentenbegehrens nicht bestätigen können, müsste die
Sache also zur Weiterführung des Verwaltungsverfahrens bzw. zur Durchsetzung der
Eingliederungspflicht des Beschwerdeführers an die Beschwerdegegnerin
zurückgewiesen werden.
3.
Der vorläufige Einkommensvergleich erfolgt in weitgehend analoger Anwendung von
Art. 16 ATSG, indem das Einkommen, das der Beschwerdeführer erzielen könnte, wenn
er nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum
Erwerbseinkommen, das der Beschwerdeführer nach dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung, aber vor der Durchführung von
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihm zumutbare Hilfsarbeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (vorläufiges Invalideneinkommen). Ausgangspunkt der
Bemessung des vorläufigen Invalideneinkommens ist die Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Hilfsarbeit. Gemäss den Angaben im Gutachten der Klinik L._ besteht
keine psychiatrische Gesundheitsbeeinträchtigung, so dass aus psychiatrischer Sicht
keine Arbeitsunfähigkeit vorliegt. Das ist vom Beschwerdeführer - zu Recht - nicht in
Frage gestellt worden. Die qualitative und allenfalls quantitative Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit ist also nur auf Beeinträchtigungen der körperlichen Gesundheit
zurückzuführen. Dabei handelt es sich gemäss der Diagnosenliste im Gutachten um
drei Bereiche, nämlich das chronische lumbospondylogene Syndrom bds., die
beginnende Coxarthrose rechts und die chronische Periarthropathia humero-scapularis
rechts. Die Beeinträchtigung der Wirbelsäule beschränkt den Beschwerdeführer
gemäss den Angaben der Sachverständigen der Klinik L._ durch die Unfähigkeit,
statisch-monotone Haltungen einzunehmen und durch die Beschränkung beim Heben
von Lasten. Die verminderte Belastbarkeit der rechten Hüfte hat Einschränkungen beim
Heben und insbesondere beim Treppen- und Leiternsteigen zur Folge und die
Beeinträchtigung der rechten Schulter verunmöglicht das Heben von Lasten über
Taillenhöhe und Verrichtungen über Schulterhöhe. Nach der Einschätzung der
Sachverständigen haben diese Gesundheitsbeeinträchtigungen zwar eine qualitative,
aber keine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zur Folge, m.a.W. der
Ausschnitt aus dem Markt für Hilfsarbeiten, der für den Beschwerdeführer als adaptiert
noch in Frage kommt, ist zwar behinderungsbedingt stark verengt, aber bei der
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Ausübung einer zu diesem Ausschnitt gehörenden adaptierten Hilfsarbeit kann der
Beschwerdeführer eine uneingeschränkte Arbeitsleistung erbringen. Der
Beschwerdeführer hat sinngemäss geltend gemacht, ein Hilfsarbeiter, der seine Hände
nur bis maximal auf Nabelhöhe anheben könne und der sowieso nur höchstens
eineinhalb Stunden pro Tag arbeiten könne, sei auf dem freien Arbeitsmarkt nicht mehr
einsetzbar. Das erste Argument bezieht sich auf die qualitative, das zweite auf die
quantitative Arbeitsfähigkeit. Selbst wenn der Beschwerdeführer darauf beschränkt
wäre, seinen rechten Arm nur bis zur Höhe des Bauchnabels einzusetzen, wäre seine
Arbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt noch verwertbar. Tatsächlich kann der
Beschwerdeführer seinen rechten Arm gemäss den überzeugenderen Angaben im
Gutachten der Klinik L._ aber noch bis zur Schulterhöhe einsetzen. Zu prüfen bleibt,
ob der Beschwerdeführer tatsächlich, wie er selbst angibt, nur noch an maximal
eineinhalb Stunden täglich einer adaptierten Erwerbstätigkeit nachgehen könnte (womit
seine Restarbeitsfähigkeit dann wohl tatsächlich wirtschaftlich nicht mehr verwertbar
wäre). Der Beschwerdeführer beruft sich auf die Angaben seiner behandelnden Ärzte,
um seine Behauptung zu belegen, dass er auch in einer adaptierten Erwerbstätigkeit zu
annähernd 100% arbeitsunfähig sei. Dr. F._ hat am 29. Mai 2007 (vgl. IV-act. 35) eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% im angestammten Beruf als Maler angegeben. Die
Ursache bestand damals noch allein in Schulter-, Hüft- und intermittierenden
Rückenbeschwerden. Dr. F._ hat damals eine Umschulung empfohlen, d.h. er ist
noch von einer Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Erwerbstätigkeit ausgegangen. Am
12. November 2007 (vgl. IV-act. 60) ist Dr. F._ nach wie vor davon ausgegangen,
dass eine Umschulung in einen adaptierten Beruf sinnvoll sei, ohne aber zur
Arbeitsfähigkeit in diesem Beruf Stellung zu nehmen. Der mit der Behandlung des
Rückenleidens betraute Dr. J._ hat in seinem Bericht vom 28. November 2007 (vgl.
IV-act. 71) keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit gemacht.
Auch am 27. Februar 2008 (vgl. IV-act. 85) hat sich Dr. J._ nicht zur Arbeitsfähigkeit
in einer adaptierten Erwerbstätigkeit geäussert. Er hat nur eine qualitative
Einschränkung vorgebracht. Am 2. April 2008 hat Dr. J._ erstmals eine
Arbeitsfähigkeitsschätzung für eine adaptierte Tätigkeit abgegeben: Vollschichtig
zumutbar (vgl. IV-act. 92-2). Am 24. September 2008 (vgl. IV-act. 116-2), also zwei
Tage nach Beginn der Abklärung im K._, hat Dr. J._ erstmals eine reduzierte
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Erwerbstätigkeit angegeben, nämlich 50%. Die
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dabei verwendete Formulierung zeigt deutlich, dass Dr. J._ damit nur die
Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers übernommen hat. Dieser hatte Dr. J._
angegeben, der Beschäftigungsgrad von 70% in seinem Traumjob überlaste ihn; er
glaube, dass er im Moment nur eine 50%ige Leistung erzielen könne. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. J._ hat sich mit dem Abbruch der Abklärung im
K._ parallel zur Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers entwickelt. Am 17.
November 2008 hat Dr. J._ angegeben (vgl. IV-act. 122-4), berufliche Massnahmen
stünden aktuell nicht mehr zur Diskussion; es müssten Überlegungen in Richtung
Rente gemacht werden. Dr. J._ hat also offenkundig den Sinneswandel des
Beschwerdeführers (statt berufliche Eingliederung eine Rente) mitgemacht. Der
Umstand, dass schliesslich eine Prothesen-Implantation L2 bis L5 stattgefunden hat,
kann die auffällige Parallele zwischen der zunehmend negativen Selbsteinschätzung
des Beschwerdeführers und der sich parallel ändernden Arbeitsfähigkeitsschätzung
durch Dr. J._ nicht als objektiv gerechtfertigt erscheinen lassen, denn die
übereinstimmenden Resultate der klinischen und bildgebenden Untersuchung in der
Klinik L._ und des dort durchgeführten EFL sprechen einheitlich gegen eine relevante
Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Erwerbstätigkeit. Entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers vermögen die Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden
Ärzte - trotz des späteren massiven operativen Eingriffs an der LWS - die vom
Beschwerdeführer behauptete nahezu 100% betragende Arbeitsunfähigkeit in einer
adaptierten Erwerbstätigkeit nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu belegen. Es muss zwar tatsächlich davon ausgegangen werden,
dass sich das Wirbelsäulenleiden allmählich verschlimmert hat. Bis zum Zeitpunkt des
Erlasses der angefochtenen Verfügung war damit wohl eine Zunahme der Schmerzen
verbunden, aber diese konnten mit einer zumutbaren Willensanstrengung noch
ertragen werden, so dass der Beschwerdeführer uneingeschränkt einer adaptierten
Erwerbstätigkeit hätte nachgehen können. Damit bleibt zu prüfen, ob die
Arbeitsfähigkeitsschätzung der Sachverständigen der Klinik L._ mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit korrekt ist. Die Sachverständigen haben über die der
Beschwerdegegnerin bis zum Begutachtungszeitpunkt zugegangenen Arztberichte
verfügt. Ihnen hat ausserdem eine (z.T. selbst ergänzte) umfassende Bildgebung aller
Problembereiche zur Verfügung gestanden. Es ist eine detaillierte klinische
Untersuchung erfolgt und es ist eine EFL durchgeführt worden. Entgegen den
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Einwänden des Beschwerdeführers deutet nichts darauf hin, dass die
Sachverständigen in einem oder mehreren dieser vier Teilbereiche der Begutachtung
einen Fehler in der Erhebung oder in der gutachterlichen Würdigung begangen hätten.
Insbesondere sind die Vorwürfe haltlos, die Sachverständigen hätten nicht über die
relevanten Bilder verfügt und über das Ergebnis der zweitägigen EFL sei nicht korrekt
berichtet worden, indem die am zweiten Tag erschöpfungs- und schmerzbedingt
deutlich schlechtere Leistung weitgehend ausgeblendet worden sei. Dem Verdacht des
Beschwerdeführers, die Sachverständigen der Klinik L._ hätten die Ergebnisse ihrer
Abklärungen bewusst zu seinen Ungunsten verfälscht, fehlt jede Grundlage. Das
Gutachten beruht auf einer umfassenden und sorgfältigen Abklärung, die beteiligten
Sachverständigen haben über die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen verfügt,
um das Abklärungsergebnis korrekt würdigen zu können, und sie haben dieses
Abklärungsergebnis folgerichtig und auch für Laien nachvollziehbar dargestellt. Das
Gutachten weist weder Widersprüche noch Ungereimtheiten oder gar Lücken auf. Es
erfüllt somit alle Anforderungen, die an ein medizinisches Sachverständigengutachten
zu stellen sind. An seiner Überzeugungskraft vermag keiner der Vorwürfe des
Beschwerdeführers etwas zu ändern. Zu klären bleibt einzig, warum die behandelnden
Ärzte eine völlig andere Arbeitsfähigkeitsschätzung als die Sachverständigen der Klinik
L._ abgegeben haben. Dabei ist zu beachten, dass behandelnde Ärzte aufgrund ihrer
auftragsrechtlichen Bindung an ihre Patienten nicht als medizinische Sachverständige
(Art. 55 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 12 lit. e VwVG), sondern als Auskunftspersonen (Art. 55
Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 12 lit. c VwVG) mit medizinischen Fachkenntnissen berichten.
Diese rein formale Betrachtungsweise vermindert die Überzeugungskraft der
Arbeitsfähigkeitsschätzung eines behandelnden Arztes noch nicht. Etwas anderes gilt
für den Umstand, dass behandelnde Ärzte bei der Abgabe von
Arbeitsfähigkeitsschätzungen erfahrungsgemäss zugunsten ihrer Patienten aussagen,
denn sie sind meist über längere Zeit mit der im Alltag konsequent umgesetzten
pessimistischen Selbsteinschätzung des Patienten (vorliegend also beispielsweise mit
den Klagen über die starken Schmerzen während der Abklärungsmassnahmen, die
schliesslich immer dazu geführt haben, dass die Massnahme hat abgebrochen werden
müssen) konfrontiert gewesen, ihre langdauernden und umfassenden
Therapiebemühungen sind oftmals praktisch wirkungslos geblieben oder haben
zumindest das angestrebte Ziel nicht erreicht, die soziale Situation des Patienten wird
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immer prekärer usw. Im vorliegenden Fall deutet zudem die von Dr. J._ angegebene
zunehmende Stärke der durch die Rückenbeschwerden bedingten Arbeitsunfähigkeit
und der Eskalation in der - an sich adaptierten - Abklärung im K._ darauf hin, dass
die Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung des Beschwerdeführers die ärztliche Einschätzung
erheblich beeinflusst hat. Da den Angaben von Dr. J._ (und der anderen
behandelnden Ärzte) also mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die nötige Objektivität
fehlt, sind sie nicht geeignet, Zweifel an der Richtigkeit der Arbeitsfähigkeitsschätzung
der Sachverständigen der Klinik L._ zu wecken. Das gilt auch für den Umstand, dass
die Abklärungsmassnahmen gescheitert sind. Es steht deshalb mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer in einer adaptierten
Erwerbstätigkeit zu 100% arbeitsfähig ist. Bei dieser klaren Beweislage besteht keine
Veranlassung, den bei der Beschwerdegegnerin eingegangenen anonymen Hinweis zu
würdigen.
4.
Gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG hat das sogenannte Wartejahr mit dem Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit als Maler am 23. Mai 2007 (vgl. IV-act. 33) zu laufen begonnen. Da
sich der Beschwerdeführer bereits am 26. März 2007 zum Bezug von IV-Leistungen
angemeldet hat, würde sowohl nach dem geltenden Art. 29 Abs. 1 IVG (Entstehung des
Rentenanspruchs frühestens sechs Monate nach Anmeldung) als auch nach dem
übergangsrechtlich allenfalls weiterhin anwendbaren aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG
(Entstehung des Rentenanspruchs mit dem Ablauf des Wartejahres) frühestens ab
2008 ein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehen. Der Einkommensvergleich hat
deshalb anhand der Einkommenszahlen des Jahres 2008 zu erfolgen. Der
Beschwerdeführer ist zuletzt im ersten Quartal des Jahres 2005 als Maler tätig
gewesen. Gemäss dem entsprechenden Lohnausweis (IV-act. 23-2) hat er dabei Fr.
19'595.-, umgerechnet auf ein Jahr also Fr. 78'380.- verdient. Die
Nominallohnentwicklung im Baugewerbe (2005: 100%; 2008: 104,9%, vgl. die Tabelle
T1.05 im Anhang zu der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen
Lohnentwicklung 2009) hat zur Folge, das für das Jahr 2008 von einem Jahreslohn des
Beschwerdeführers als Maler von Fr. 82'220.- auszugehen ist. Dieser Betrag ist als
Valideneinkommen in den Einkommensvergleich einzusetzen. Der Beschwerdeführer
könnte seine vollumfänglich erhaltene Arbeitsfähigkeit für adaptierte Hilfsarbeiten in
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praktisch allen Branchen verwerten. Dies rechtfertigt es, auf den Durchschnittslohn
(Zentralwert) aller Branchen abzustellen. Dieser Durchschnittslohn hat sich gemäss der
Tabelle T1 im Anhang zu der ebenfalls vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen
Lohnstrukturerhebung 2008 auf Fr. 4935.-, umgerechnet von 40
Wochenarbeitsstunden auf den schweizerischen Durchschnitt von 41,6 Std. auf Fr.
5132.40 bzw. Fr. 61'589.- belaufen. Obwohl der Beschwerdeführer vollzeitlich tätig sein
könnte, wäre er nicht in der Lage, einen Jahreslohn von Fr. 61'589.- zu erzielen, da er
gegenüber gesunden Konkurrenten für einen adaptierten Arbeitsplatz in den Augen
eines potentiellen Arbeitgebers verschiedene indirekt behinderungsbedingte Nachteile
aufweisen würde. Ein potentieller Arbeitgeber hätte Angst vor überdurchschnittlich
hohen Krankheitsabsenzen des Beschwerdeführers und er wäre sich bewusst, dass er
den Beschwerdeführer auch bei dringendem Bedarf nicht an einem anderen, nicht
adaptierten Arbeitsplatz einsetzen könnte, dass der Beschwerdeführer kaum
Überstunden machen könnte und zudem besonderer Rücksichtnahme seitens der
Vorgesetzten und der Kollegen benötigte. Ein potentieller Arbeitgeber würde diese
Nachteile nur in Kauf nehmen, wenn er den Beschwerdeführer zu einem
unterdurchschnittlichen Lohn beschäftigen könnte. Diesem Lohnnachteil ist mit einem
ermessensweise auf 5% zu veranschlagenden zusätzlichen Abzug ausreichend
Rechnung getragen. Der Durchschnittslohn von Fr. 61'589.- ist deshalb zur Ermittlung
des zumutbaren Invalideneinkommens um diesen Prozentsatz auf Fr. 58'510.- zu
reduzieren. Diesem zumutbaren Invalideneinkommen steht ein Valideneinkommen von
Fr. 82'220.- gegenüber. Die Erwerbseinbusse von Fr. 23'710.- entspricht einem
Invaliditätsgrad von (aufgerundet) 29%. Da der Mindestinvaliditätsgrad von 40% (Art.
28 Abs. 2 IVG) nicht erreicht ist, hat die Beschwerdegegnerin den vorläufigen
Einkommensvergleich zu Recht in einen definitiven verwandelt und das
Rentenbegehren abgewiesen.
5.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die angefochtene Verfügung rechtmässig ist,
so dass die Beschwerde abgewiesen werden muss. Da der Beschwerdeführer
vollumfänglich unterliegt, ist sein Begehren um die Zusprache einer
Parteientschädigung abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist in IV-Sachen
kostenpflichtig. Die Gerichtsgebühr bemisst sich nach dem Verfahrensaufwand (Art. 69
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Abs. 1 IVG). Da es sich diesbezüglich um einen Durchschnittsfall handelt, ist die
Gerichtsgebühr praxisgemäss auf Fr. 600.- festzusetzen. Diese Gerichtsgebühr ist
durch den unterliegenden Beschwerdeführer zu bezahlen. Sie ist durch den vom
Beschwerdeführer im gleichen Betrag geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP