Decision ID: ac082083-bb29-4f69-bfa8-0c43873e06ca
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
1. A.F._,
2. B.F._,
3. C.F._,
4. D.F._,
Rekurrenten,
alle vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Gmür, Obere Bahnhofstrasse 11,
Postfach 253, 9501 Wil SG 1,
gegen
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St.Galler Gerichte
Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons
St. Gallen, Moosbruggstrasse 11, 9001 St. Gallen,
Vorinstanz,
betreffend
Vorschuss nach OHG
Sachverhalt:
A.
A.a Am _ fand in Y._ zwischen B.F._, E.F._ (Söhne des F.F._ und
Zwillingsbrüder) und F.F._ einerseits und G.K_, H.K._, I.K._ (Brüder des
G.K._), J.K._ (Sohn des G.K._) sowie K.K._ (Neffe des G.K._) eine
Auseinandersetzung auf der Kreuzung X._strasse - W._strasse statt. Im Rahmen
dieses Aufeinandertreffens wurden E.F._ und F.F._ getötet (nachfolgend: E.F._
sel. und F.F._ sel.; vgl. zum Ganzen und zur Vorgeschichte Schlussbericht der
Kantonspolizei St. Gallen vom 7. Juli 2009, act. G 1.2 [nachfolgend: Schlussbericht],
sowie Anklageschrift der Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen vom
10. November 2010, act. G 5.13 [nachfolgend: Anklageschrift]).
A.b A.F._(Ehefrau von F.F._ sel. und Mutter von E.F._ sel.), B.F._, C.F._
(Tochter von F.F._ sel. und Schwester von E.F._ sel.) sowie D.F._ (Tochter von
F.F._ sel. und Schwester von E.F._ sel.) stellten am 21. September 2010 wegen
des Tötungsdelikts vom _ ein vorläufig beziffertes Gesuch um Entschädigung/
Vorschuss auf Entschädigung und Genugtuung nach OHG (act. G 5.1).
A.c In der Anklageschrift vom 10. November 2010 wurden dem Hauptangeschuldigten
G.K._ folgende Delikte vorgehalten: mehrfacher Mord, evtl. mehrfache vorsätzliche
Tötung zum Nachteil von F.F._ sel. und E.F._ sel.; evtl. versuchter Mord bzw.
versuchte vorsätzliche Tötung zum Nachteil von B.F._; Raufhandel sowie mehrfacher
verbotener Waffenerwerb und mehrfaches verbotenes Waffentragen. Die
Staatsanwaltschaft beschuldigte B.F._ des Raufhandels. Weiter habe er mehrere
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SVG-Delikte begangen (vgl. hierzu sowie zu den gegen die übrigen Angeschuldigten
erhobenen Anklagen, act. G 5.13, S. 1 ff.).
A.d In der Verfügung vom 22. Dezember 2010 wies das Sicherheits- und
Justizdepartement des Kantons St. Gallen die Vorschussbegehren ab. Es setzte den
Gesuchstellern zur abschliessenden Bezifferung und Begründung ihrer
Entschädigungs- und Genugtuungsbegehren eine Frist bis 1. Dezember 2011. Unter
Hinweis auf die Anklageschrift stellte es sich auf den Standpunkt, dass die Getöteten
selbst die Auseinandersetzung vom _ eingeleitet hätten, indem sie den grünen
Ford Fiesta mit den Insassen I.K._ und H.K._ nach einem Überholmanöver im
Bereich der Kreuzung X._strasse - W._strasse zum Anhalten gezwungen hätten,
ausgestiegen und auf diese mit Schlagwerkzeugen los gegangen seien. Mit diesem
Verhalten hätten die Verstorbenen ohne zwingenden Grund eine Situation höchster
Lebensgefahr für sich und ihre Kontrahenten geschaffen. Dieses Verhalten sei als
besonders gravierendes Mitverschulden zu qualifizieren, was dazu führe, dass kein
Schadenersatz geschuldet sei. Die Gesuchsteller hätten sich das Verhalten der
Getöteten anrechnen zu lassen (act. G 1.1).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich der vorliegende Rekurs vom 6. Januar 2011.
Die Rekurrenten beantragen unter Kosten- und Entschädigungsfolge deren
vollumfängliche Aufhebung. Ihnen seien die Leistungen im Sinn des bei der Vorinstanz
eingereichten Gesuchs vom 21. September 2010 auszurichten. Eventualiter sei das
Verfahren zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Zur Begründung
bringen die Rekurrenten vor, die Aussage der Vorinstanz laute im Klartext, dass
jemand, der einem anderen mit dem Auto vorausfahre, ihn zum Anhalten zwinge und
auf ihn losgehe, selbst schuld sei, wenn er erschossen werde. Abgesehen davon, dass
der Sachverhalt so nicht zutreffend sei, sei diese Schlussfolgerung ungeheuerlich. Die
Vorinstanz mache damit nichts anderes als die Opfer zu den Tätern (act. G 1). In der
ergänzenden Eingabe vom 27. Januar 2011 rügen die Rekurrenten die von der
Vorinstanz vor allem gestützt auf die Anklageschrift vorgenommene
Sachverhaltsdarstellung. So entspreche denn auch die Schilderung im polizeilichen
Schlussbericht keineswegs der Auffassung, wie sie in der Anklageschrift vertreten
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werde, ohne dass sich jedoch die Version in der Anklageschrift hinreichend belegen
lasse oder auch nur als wahrscheinlicher bezeichnet werden könnte. Die Polizei führe
im Schlussbericht aus: "Die Ermittlungsergebnisse ergaben schliesslich klar eine
umgekehrte Situation, nämlich dass die Mitglieder der Familie K._ nicht nur mit
Fahrzeugen, sondern auch personell in der Mehrzahl waren und eine Konfrontation
suchten". Vor diesem Hintergrund könne den Getöteten und B.F._ kein
Mitverschulden vorgeworfen werden. Des Weiteren halten es die Rekurrenten für nicht
zulässig, unter Annahme eines Mitverschuldens die Vorschussbegehren vollumfänglich
abzuweisen. Es bestehe weder ein natürlicher noch ein adäquater
Kausalzusammenhang zwischen dem Verhalten der Getöteten und dem tödlichen
Ausgang, zumal gemäss polizeilichem Schlussbericht die Familie K._ die späteren
Opfer gesucht habe und ein Zusammentreffen auf Dauer unausweichlich gewesen
wäre. Der Schaden wäre daher - früher oder später - auch ohne das von der Vorinstanz
als Mitverschulden taxierte Handeln eingetreten. Selbst wenn davon ausgegangen
würde, dass die Beteiligten der Familie F._ angesichts des seit längerer Zeit
schwelenden Konflikts ein gewisses - wenn auch nicht gerade tödliches - Risiko in
Kauf genommen hätten (was bestritten werde), würde dies keinesfalls eine vollständige
Ablehnung der opferhilferechtlichen Vorschussbegehren rechtfertigen. Die Rekurrenten
weisen im Übrigen darauf hin, dass der Hauptangeschuldigte den Geschädigten bereits
eine Zahlung akonto Genugtuung in der Höhe von Fr. 10'000.-- ausgerichtet habe,
worin eine Haftungsanerkennung zu erblicken sei (act. G 3).
B.b Die Vorinstanz beantragt in der Vernehmlassung vom 3. März 2011 unter
Kostenfolge die Abweisung des Rekurses. Sie führt aus, die Rekurrenten hätten bei
ihrer Argumentation übersehen, dass das als Mitverschulden bezeichnete Handeln
nicht nur aus dem "Anhalten von F.F._ mit seinem Mercedes vor den Fahrzeugen der
Familien K._ an der X._strasse", sondern insbesondere auch aus dem "Losgehen
mit Schlagwerkzeugen" bestehe. Würde ferner wider Erwarten der
Sachverhaltsdarstellung der Rekurrenten gefolgt, wonach der Schaden sowieso
eingetreten wäre, so gälte es Folgendes zu beachten: Die Figur der hypothetischen
Kausalität setze zwei Kausalketten voraus, die unabhängig voneinander den gleichen
Schadenseintritt bewirkten, wobei nur eine der beiden Ketten tatsächlich zum Schaden
führe. Selbst wenn man neben der tatsächlichen Kausalkette noch eine hypothetische
Kausalkette erblicken würde, so wäre dem Grundsatz zu folgen, dass die
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hypothetische Kausalität unberücksichtigt zu bleiben habe. Was die von G.K._
akonto geleistete Genugtuung anbelange, so sei festzuhalten, dass in der
angefochtenen Verfügung lediglich über den Entschädigungsanspruch entschieden
worden sei. Wie es sich mit den Genugtuungsforderungen verhalte, sei offen gelassen
worden. Ohnehin sei die Akontozahlung im vorliegenden Verfahren in keiner Weise
bindend (act. G 5).
B.c In der Replik vom 13. April 2011 halten die Rekurrenten unter Hinweis, dass
G.K._ bislang insgesamt Fr. 15'000.-- zu Handen der Opfer gezahlt habe (act. G 9),
und in der Duplik vom 9. Mai 2011 hält die Vorinstanz unverändert an ihren Anträgen
fest (act. G 11).

Erwägungen:
1.
Der vorliegend zu beurteilende Sachverhalt ereignete sich am _, weshalb die
Parteien mit Blick auf die Übergangsbestimmung von Art. 48 lit. a des Bundesgesetzes
über die Hilfe an Opfer von Straftaten (OHG; SR 312.5; in der seit 1. Januar 2009
gültigen Fassung) zu Recht von der Anwendbarkeit der bis zum 31. Dezember 2008
gültigen Bestimmungen ausgehen.
2.
In formeller Hinsicht bringen die Rekurrenten vor, indem die Vorinstanz in der
angefochtenen Verfügung vom 22. Dezember 2010 für die Begründung der
Entschädigung und Genugtuung Frist bis 1. Dezember 2011 gesetzt hätte, habe sie
das entsprechende Verfahren zu Unrecht sistiert (act. G 9, S. 12 f.). Diese Rüge ist
unberechtigt. Denn der Rechtsvertreter war zu diesem Zeitpunkt selbst noch nicht in
der Lage, die entsprechenden Schadens- bzw. Genugtuungspositionen genauer zu
beziffern bzw. zu begründen (Gesuch vom 21. September 2010, act. G 5.1, S. 11). Im
Übrigen durfte die Vorinstanz damals noch davon ausgehen, dass das Kreisgericht
zeitnah einen Entscheid fällen würde (vgl. die Telefonnotiz vom 1. Dezember 2010,
wonach der verfahrensleitende Kreisrichter angab, die Gerichtsverhandlung sei im April
2011 geplant, act. G 5.14).
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3.
3.1 Nach Art. 2 Abs. 1 und 11 Abs. 1 aOHG kann jede Person, die Opfer einer Straftat
ist und dadurch in ihrer körperlichen, sexuellen oder psychischen Integrität unmittelbar
beeinträchtigt worden ist, im Kanton, in dem die Tat verübt wurde, eine Entschädigung
oder Genugtuung geltend machen. Die Entschädigung, die höchstens Fr. 100'000.--
beträgt (Art. 13 Abs. 3 aOHG; Art. 4 Abs. 1 der bis 31. Dezember 2008 gültigen
Verordnung vom 18. November 1992 über die Hilfe an Opfer von Straftaten [OHV;
SR 321.51]) wird nach der Höhe des erlittenen Schadens und den Einnahmen des
Opfers bemessen; sie kann herabgesetzt werden, wenn das Opfer durch ein
schuldhaftes Verhalten wesentlich zur Entstehung oder Verschlimmerung des
Schadens beigetragen hat (Art. 13 Abs. 1 und 2 aOHG). Gemäss Art. 15 aOHG wird ein
Vorschuss aufgrund einer summarischen Prüfung des Entschädigungsgesuchs
gewährt, wenn: das Opfer sofortige finanzielle Hilfe benötigt (lit. a), oder die Folgen der
Straftat kurzfristig nicht mit hin-reichender Sicherheit festzustellen sind (lit. b). Ein
Anspruch auf Vorschuss besteht nur für Entschädigungsleistungen, nicht aber für
Genugtuungsleistungen (Peter Gomm, in: Peter Gomm/Dominik Zehntner [Hrsg.],
Opferhilfegesetz, Bern 2005, Rz 2 zu Art. 15). Der Vorschuss hat
Überbrückungsfunktion. Dem Entscheid über den Vorschuss kommt daher lediglich
vorläufiger Charakter zu. Er hat namentlich keine präjudizierende Wirkung bezüglich
der Entschädigung (BGE 121 II 118 E. 1b/cc). Wird das Entschädigungsgesuch später
ganz abgewiesen oder nur teilweise gutgeheissen, so hat das Opfer den Vorschuss
bzw. die Differenz zwischen Vorschuss und Entschädigung zurückzuerstatten (Art. 5
Abs. 1 und 2 aOHV).
3.2 In der angefochtenen Verfügung vom 22. Dezember 2010 lehnte die Vorinstanz
einen Anspruch auf Bevorschussung einer Entschädigungsleistung gemäss Art. 15
aOHG ab (act. G 1.1). Gegenstand der angefochtenen Verfügung bildet somit lediglich
der Anspruch auf Vorschuss, nicht jedoch der eigentliche Anspruch auf Entschädigung
oder auf Genugtuung gemäss Art. 11 aOHG. Soweit die Rekurrenten
Genugtuungsleistungen und über den Anspruch auf Vorschuss hinaus
Entschädigungsleistungen geltend machen (act. G 1 und G 3), ist auf den Rekurs
mangels Anfechtungsgegenstands nicht einzutreten.
4.
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Die Vorinstanz trat auf das Vorschussgesuch der Rekurrenten ein, da sie die
Voraussetzungen an die Opfereigenschaft gemäss Art. 2 aOHG und an den Vorschuss
gemäss Art. 15 lit. b aOHG als erfüllt betrachtete. Aus den Akten ergibt sich keine
Veranlassung, welche diese Sichtweise in Zweifel zu ziehen vermöchte. Es verbleibt
damit die summarische Überprüfung der Anspruchsberechtigung der Rekurrenten auf
Schadenersatz gegenüber den Tätern (vgl. Art. 2 Abs. 2 lit. c aOHG).
4.1 In der angefochtenen Verfügung lehnte die Vorinstanz die Gewährung eines
Vorschusses mit der Begründung ab, dass das Verhalten der Getöteten als besonders
gravierendes Mitverschulden zu qualifizieren sei. Dies führe in Anwendung von Art. 44
Abs. 1 des Obligationenrechts (OR; SR 220) dazu, dass kein Schadenersatz geschuldet
sei (act. G 1.1, S. 5).
4.2 Gemäss Art. 44 Abs. 1 OR kann das Gericht die Ersatzpflicht ermässigen oder
gänzlich von ihr entbinden, wenn die geschädigte Person in die schädigende Handlung
eingewilligt hat, oder Umstände, für die sie einstehen muss, auf die Entstehung oder
Verschlimmerung des Schadens eingewirkt oder die Stellung der ersatzpflichtigen
Person sonst erschwert haben. Die Ersatzpflicht ist gestützt auf das Institut des
Mitverschuldens/Selbstverschuldens in dem Umfang herabzusetzen, in dem die
geschädigte Person für das Schadenereignis mit verantwortlich ist. Dieser Grundsatz
folgt aus dem Verantwortlichkeitsprinizip: "Wer mit seinen eigenen Rechtsgütern
nachlässig umgeht oder haftbar machende Gefahren in den Verkehr bringt, die sich
auch gegen den Eigenbereich richten können, muss zumindest einen Teil der Folgen
tragen, wenn sich die von ihm geschaffenen Risiken wie auch immer verwirklichen".
Mitverschulden bedeutet mithin Mitverantwortung (Vito Roberto, Schweizerisches
Haftpflichtrecht, Zürich 2002, Rz 874 mit Hinweisen auf die Literatur). Die geschädigte
Person muss sich ein Mitverschulden vorwerfen lassen, wenn sie nicht genügend
Sorgfalt und Umsicht zu ihrem eigenen Schutz aufgewendet hat. Dies gilt namentlich in
jenen Fällen, in denen die geschädigte Person ihre Rechtsgüter freiwillig einer Gefahr
aussetzt, die sie kennt oder kennen sollte, oder in denen sie es unterlässt,
angemessene Sicherungsvorkehrungen zu treffen (Roberto, a.a.O., Rz 875 mit
Hinweisen). Ein Mitverschulden der geschädigten Person oder Umstände, für die sie
einzustehen hatte, rechtfertigen auch eine Kürzung der Entschädigung an die
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anspruchstellenden Angehörigen (Roland Brehm, Berner Kommentar zu Art. 41 - 61
OR, Bern 2006, Rz 5b zu Art. 44).
4.3 Diese Gesichtspunkte sind auch im Rahmen des Opferhilferechts zu
berücksichtigen, allerdings sah dieses in der bis 31. Dezember 2008 gültigen Fassung
lediglich bei "wesentlichem" Selbst- bzw. Mitverschulden die Möglichkeit der
Herabsetzung der Entschädigungspflicht vor (Art. 13 Abs. 2 aOHG). Eine Verweigerung
von Entschädigungsleistungen gestützt auf Art. 13 Abs. 2 aOHG ist
rechtsprechungsgemäss unzulässig (BGE 128 II 51 f. E. 3.1 = Praxis 2002, Nr. 36,
S. 192). Das der von der Straftat direkt betroffenen Person angerechnete
Mitverschulden ist auch bei der Bemessung der Entschädigung für die Angehörigen zu
beachten, da diese dem Opfer gemäss Art. 2 Abs. 1 aOHG gleichgestellt werden
(Gomm, a.a.O., Rz 33 zu Art. 13).
4.4 Wie sich aus den nachfolgenden Ausführungen ergibt (vgl. nachstehende E. 4.5 f.),
erreicht das Mitverschulden der Getöteten und von B.F._ im Rahmen einer
summarischen Prüfung nicht eine derartige Schwere, dass von einem alleinigen
(Selbst-)Verschulden auszugehen ist, welches eine gänzliche Entbindung des
Schädigers von der Schadenersatzpflicht gemäss Art. 44 Abs. 1 OR rechtfertigen
würde. Dies umso weniger als das Verschulden des Schädigers vorliegend schwer
wiegt (vgl. nachstehende E. 4.6.1 ff.).
4.5 Im Rahmen einer lediglich summarischen Prüfung des Mitverschuldens geht das
Gericht vorläufig von folgendem Sachverhalt aus (wobei die Klärung des Sachverhalts
und die strafrechtliche Würdigung im Strafverfahren erfolgen wird):
4.5.1 Aus der Vorgeschichte ergibt sich, dass es zwischen den Mitgliedern der
Familie F._ und K._ mehrere Male zu Streitigkeiten gekommen ist, teilweise
verbunden mit Tätlichkeiten und Körperverletzungen (vgl. Schlussbericht, act. G 1.2,
S. 39 ff. sowie Anklageschrift, act. G 5.13, S. 7 ff. Die Polizei ging im Schlussbericht
davon aus, dass sich "ab und an" auch F.F._ sel. "in die Gehässigkeiten eingemischt
oder mit eingebracht" habe; act. G 1.2, S. 40). 2 Tage vor dem Ereignis kam es am
_ zu einer weiteren Konfrontation zwischen den Mitgliedern der beiden Familien in
einem Restaurant. Über den Eskalationsgrad dieses Zusammentreffens bestehen
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widersprüchliche Aussagen der daran Beteiligten (vgl. hierzu Anklageschrift, act.
G 5.13, S. 8 ff.). Der Wirt sah sich dabei zumindest gezwungen, die beiden Parteien zu
trennen. Ferner gab er an "Es war in meinem Interesse, dass es Frieden zwischen
beiden gibt. [...] Ich bin beiden dankbar, dass der drinnen [F.F._ sel.] nichts getan hat
und die draussen [Mitglieder der Familie K._] auch nicht" (Anklageschrift, act. G 5.13,
S. 8). Gemäss Aussagen des Schwiegersohns von F.F._ sel. beschuldigte letzterer
die Mitglieder der Familie K._ eines "beschämenden" Verhaltens ("Es sei
beschämend, wenn dann die Älteren [gemeint Familienmitglieder] die Jugendlichen
schlagen würden und sich in diese Angelegenheiten einmischen würden",
Anklageschrift, act. G 5.13, S. 10; zur "heftigen Reaktion" von F.F._ sel. vgl. auch
Schlussbericht, act. G 1.2, S. 42). Im Licht dieser Umstände ist davon auszugehen,
dass die Konfrontation vom _ die bisher bereits angespannte Situation weiter
verschärft haben dürfte.
4.5.2 Das Aufeinandertreffen an der Kreuzung X._strasse - W._strasse vom
_ wurde durch das abrupte Anhalten des von F.F._ sel. gefahrenen Mercedes
nach dessen Überholmanöver um 18:00 Uhr (nach den polizeilichen Ermittlungen fand
das Tötungsdelikt zwischen 18:04 und 18:08 Uhr statt, was von keinem der Beteiligten
in Frage gestellt wird; Schlussbericht, act. G 1.2, S. 1) eingeleitet. Hinter dem Mercedes
waren zwei Autos (zuerst ein Ford und dann ein Mitsubishi; vgl. Anklageschrift, act.
G 5.13, S. 16), worin sich Mitglieder der Familie K._ befanden. Durch das Manöver
des Mercedes sah sich insbesondere das unmittelbar danach folgende Fahrzeug zum
sofortigen Anhalten gezwungen (zu den von einem unbeteiligten Dritten
wahrgenommenen "quietschenden Reifen" vgl. Schlussbericht, act. G 1.2, S. 24; zur
inmitten des Kreuzungsbereichs zum Stillstand gekommenen Fahrzeug bzw. auf der
Strasse neben einem besetzten Parkfeld angehaltenen Mercedes vgl. die von einer
unbeteiligten Drittperson erstellte Skizze im Schlussbericht, act. G 1.2, S. 26; in der
Anklageschrift ist von einem "nötigenden" Verhalten seitens F.F._ sel. die Rede, act.
G 5.13, S. 12).
4.5.3 Nach dem Stillstand der Fahrzeuge stiegen B.F._, E.F._ sel. und F.F._
sel. aus dem Mercedes aus. Der Kofferraum des Mercedes wurde geöffnet. Daraus
entnahmen E.F._ sel. einen schwarzen Schlagstock und F.F._ sel. eine
Abschleppstange (Schlussbericht, act. G 1.2, S. 46; zu den entsprechenden DNA-
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Spuren vgl. Anklageschrift, act. G 5.13, S. 19 f. und Schlussbericht, act. G 1.2, S. 36).
Gemäss Schlussbericht ging danach alles "unheimlich schnell" und es habe nicht
geklärt werden können, wer von den Beteiligten zuerst handgreiflich geworden sei (act.
G 1.2, S. 46). Im Rahmen der stattgefundenen Auseinandersetzung wurden Mitglieder
der Familie K._ leicht verletzt (vgl. zu den entsprechenden durch stumpf-
mechanische Gewalteinwirkung verursachten Befunde bei I.K._ K.K._ und G.K._
Schlussbericht, act. G 1.2, S. 38 und 46).
4.5.4 Der genaue Vorgang des von G.K._ eingestandenen
Schusswaffengebrauchs lässt sich aufgrund der eingereichten Akten und der
diesbezüglich uneinheitlichen Aussagen der Beteiligten aufgrund einer summarischen
Prüfung nicht zuverlässig beurteilen, was aber für das vorliegende Verfahren auch nicht
entscheidend ist. Denn aus den Akten ergibt sich und ist im Wesentlichen auch von
keinem der Beteiligten bestritten, dass der tödliche Schusswaffengebrauch kurz nach
Beginn der gewalttätigen Auseinandersetzung, aber erst im Verlauf des Raufhandels
erfolgte (vgl. Anklageschrift, act. G 5.13, S. 16 und S. 18, sowie Schlussbericht, act.
G 1.2, S. 46).
4.6 Im Licht der genannten, im Rahmen einer summarischen Prüfung gewonnenen
Erkenntnisse (vgl. vorstehende E. 4.5.1 ff.) ist einstweilen von einem Mitverschulden
von B.F._, E.F._ sel. und F.F._ sel. auszugehen, da sie sich auf einen Raufhandel
ein-liessen bzw. sie es zumindest auf eine Konfrontation ankommen liessen. Entgegen
der Auffassung der Rekurrenten erscheint es mit Blick auf den Konfrontationshergang
(vgl. vorstehende E. 4.5.2 f.) nicht wahrscheinlich, dass ein Tötungsdelikt "früher oder
später" unabhängig vom Verhalten der Mitglieder der Familie F._ begangen worden
wäre (act. G 3, S. 6), weshalb sich Weiterungen hierzu erübrigen.
4.6.1 Entgegen der Auffassung der Vorinstanz wiegt das Mitverschulden indessen
nicht derart schwer, dass G.K._ von der Schadenersatzpflicht zivilrechtlich
vollständig zu entbinden wäre, mithin das Mitverschulden der Familie F._ zu einer
vollständigen Exkulpation von einer Schadenersatzpflicht führt. Es ist somit auch nicht
derart schwer, dass es den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen der Straftat
und dem Schaden zu unterbrechen vermöchte.
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4.6.2 Das Verhalten von G.K._, der unbestrittenermassen im Verlauf des
Handgemenges die Schusswaffe hervorholte und unter hektischen Verhältnissen
mehrmals einsetzte, bleibt im Geschehensablauf und bei der Schuldbeurteilung ein
sehr bedeutendes Element, das nicht - wie es die Vorinstanz getan hat - einfach
übergangen werden kann, zumal der Gebrauch einer Schusswaffe jedenfalls für die
Beteiligten der Familie F_ nicht voraussehbar war. Dass eine Entbindung G.K._'s
von einer Schadenersatzpflicht den Umständen nicht angemessen wäre, geht im
Übrigen auch aus den von ihm bereits geleisteten Zahlungen von bislang Fr. 15'000.--
hervor (act. G 1.5 und G 9), worauf die Rekurrenten zu Recht hinweisen. Zwar hatten
nach Angaben von B.F._ "alle" der Familie K._ "Waffen in den Händen so
Schlagstöcke usw." (Einvernahmeprotokoll, act. G 1.3, S. 7). Ob die Mitglieder der
Familie K._ tatsächlich schon beim Aussteigen die genannten Gegenstände trugen
oder nicht, ist letztlich nicht entscheidend, denn auch wenn der Darstellung von
B.F._ gefolgt würde, hätten die Beteiligten der Familie F._ nicht mit dem Einsatz
und dem Gebrauch von Schusswaffen rechnen müssen. Dies umso weniger, als solche
in den bisherigen konfliktreichen Auseinandersetzungen nicht zum Einsatz kamen. Dem
steht grundsätzlich auch nicht entgegen, dass allenfalls J.K._ ungefähr eine Stunde
vor dem Tötungsdelikt beim Vorbeifahren an E.F._ sel. und B.F._ "mit dem Finger
ein Pistole" gezeigt habe (Aussage von B.F._ anlässlich der Einvernahme, act. G 1.3,
S. 6). Diese Drohgebärde hat B.F._ gemäss seinen eigenen Angaben später, als er im
Mercedes sass, seinem Vater gezeigt (Einvernahmeprotokoll, act. G 1.3, S. 6: "Zeichen
für eine Knarre"). Obschon diese Drohgebärde bei F.F._ sel., E.F._ sel. und B.F._
die Ernsthaftigkeit und ein hohes Eskalationspotenzial der Situation aufgezeigt hat bzw.
hätte aufzeigen müssen, mussten sie letztlich nicht gleich ernsthaft damit rechnen,
dass die Familie K._ tatsächlich eine Schusswaffe mitführte, geschweige denn eine
solche im Rahmen eines allfälligen Raufhandels todbringend einsetzen würde. Diese
Sichtweise findet ihre Bestätigung darin, dass die Schusswaffe schliesslich erst im
Verlauf des Raufhandels für die Mitglieder der Familie F._ wahrnehmbar wurde (nach
Angaben von B.F._ hatten die Beteiligten der Familie K._ bei Beginn der
Konfrontation lediglich Schlagstöcke usw. in den Händen, Einvernahmeprotokoll, act.
G 1.3, S. 7).
4.6.3 Zu Lasten der Beteiligten der Familie F._ fällt ins Gewicht, dass sie die
Auseinandersetzung vom _ trotz des ihnen bekannten Eskalationspotenzials
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aufgrund des abrupten Verkehrsmanövers (vgl. vorstehende E. 4.5.2) mit provozierten
und durch das Mitführen von Schlagwerkzeugen zu einer weiteren Eskalation beitrugen
(vgl. vorstehende E. 4.5.3). Es darf mit Blick auf die gesamten Umstände davon
ausgegangen werden, dass die Beteiligten der Familie F._ zumindest in Kauf
nahmen, sich in einen Raufhandel mit der Familie K._ zu begeben, zumal
entsprechende Handgreiflichkeiten in der Vergangenheit schon stattgefunden hatten
und solche offenbar nach dem Aussteigen aus den Fahrzeugen "nicht lange auf sich
warten liessen" (Schlussbericht, act. G 1.2, S. 46). Sie hätten sich somit bewusst sein
müssen, dass die direkte Konfrontation eine hohe Gefahr von Körperverletzungen barg
und auch lebensgefährliche Verletzungen aufgrund der selbst eingesetzten und der von
den Mitgliedern der Familie K._ getragenen Schlagwerkzeugen nicht ausgeschlossen
werden konnten.
4.6.4 Obschon B.F._, F.F._ sel. und E.F._ sel. letztlich mit dem Einsatz von
Schusswaffen und dem dadurch verursachten tödlichen Ausgang, zumindest beim
Beginn des Raufhandels (noch) nicht ernsthaft zu rechnen brauchten, kann ihnen nach
dem Gesagten (vgl. vorstehende E. 4.6.3) - bei allem Verständnis für die Situation und
den schmerzhaften Verlust der Angehörigen von F.F._ sel. und E.F._ sel. - der
Vorwurf eines schweren gemäss Art. 13 Abs. 2 aOHG zu berücksichtigenden
Mitverschuldens im Rahmen einer summarischen Prüfung nicht erspart bleiben.
B.F._, F.F._ sel. und E.F._ sel. haben sich, teilweise bewaffnet mit
Schlagwerkzeugen, in eine für sie erkennbare kritische und konfliktgeladene Situation
begeben und mit ihrem Verhalten einen wesentlichen Beitrag zur Auseinandersetzung
und zur Eskalation geliefert. Diese Umstände können bei der Bemessung der
Entschädigungspflicht nicht ausser Acht gelassen werden. Mit Blick auf das schwere
Mitverschulden erscheint bei der Bemessung des Vorschusses einstweilen im Rahmen
einer vorläufigen Betrachtungsweise eine 50%ige Kürzung angemessen.
Abschliessend sei nochmals darauf hingewiesen, dass diesem Entscheid und der darin
vorgenommenen Sachverhaltswürdigung keine präjudizierende Wirkung bezüglich der
Entschädigung zukommt (vgl. vorstehende E. 3.1).
4.7 Die Vorinstanz hat bislang keine Abklärungen und Feststellungen bezüglich des
Umfanges eines möglichen Vorschusses vorgenommen. Insbesondere wurde nicht
abgeklärt, ob die einzelnen Rekurrenten keine oder nur ungenügende Leistungen von
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Dritten erhalten (vgl. Art. 1 aOHV) bzw. ob mit Blick auf die finanziellen Verhältnisse der
Rekurrenten eine sofortige Hilfestellung im Rahmen der überbrückenden
Bevorschussung von Entschädigungsleistungen gerechtfertigt ist (vgl. zu dem
entsprechenden auch bei der Anwendung von Art. 15 lit. a aOHG zu beachtenden
Erfordernis Gomm, a.a.O., Rz 1 zu Art. 15, mit weiteren Ausführungen in Rz 59 zu
Art. 14; zum Charakter des Vorschusses als sofortige Hilfestellung bzw. zu dessen
Überbrückungsfunktion vgl. BGE 121 II 118 f. E. 1b/cc). Die Sache ist daher zu
weiteren Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen. Bei bejahter sofortiger
Hilfsbedürftigkeit wird sie hernach den Umfang der Vorschüsse unter Berücksichtigung
der Reduktion wegen Mitverschuldens festzulegen haben. Was die geltend gemachten
Schadenspositionen anbelangt, so ist darauf hinzuweisen, dass der Wegfall von
Ergänzungsleistungen wohl kaum als Versorgerschaden anerkannt werden kann (vgl.
zu den Vorbringen der Rekurrenten act. G 5.1, S. 6), da sich die Ergänzungsleistungen
grundsätzlich am konkreten Bedarf orientieren und die Ehefrau bzw. Mutter der
Verstorbenen als Witwe grundsätzlich auch weiterhin Anspruch auf
Ergänzungsleistungen hätte. In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass
die Ehefrau bzw. Mutter der Verstorbenen ihre BVG-Witwenrente in Kapitalform im
Umfang von Fr. 133'059.10 ausbezahlt erhalten hat (vgl. act. G 5.1, S. 10). Diese gibt
zwar an, dieses Geld für Schuldentilgung verwendet zu haben (act. G 5.1, S. 16). Hierzu
fehlen aber Belege. Des Weiteren sind die geltend gemachten Bestattungskosten von
Fr. 46'282.-- (act. G 5.1, S. 11) grundsätzlich zu überprüfen und auch durch sämtliche
Erben zu tragen. Bei der Bemessung einer allfälligen Bevorschussung werden zudem
die bereits geleisteten Zahlungen des Haupttäters anzurechnen sein. Ferner wird die
Vorinstanz Massnahmen für die Sicherstellung der Ansprüche der Opferhilfebehörde
gegenüber den allenfalls in den Genuss eines Vorschusses kommenden Rekurrenten
vorzukehren haben, da eine Subrogation nur bei Zusprache einer Entschädigung, nicht
aber bei der Zusprache von Vorschussleistungen stattfindet (vgl. hierzu Eva Weishaupt,
Finanzielle Ansprüche nach Opferhilfegesetz [Fortsetzung], in: SJZ 98 [2002], S. 355,
sowie Gomm, Rz 60 zu Art. 14).
5.
Der Vollständigkeit halber ist hinsichtlich der Rechtsmittelerhebung beim
Bundesgericht darauf hinzuweisen, dass es sich beim vorliegenden Entscheid um
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einen Zwischenentscheid handelt. Die Rechtsprechung zum bis 31. Dezember 2006
gültigen Bundesgesetz über die Organisation der Bundesrechtspflege (aOG) ging
davon aus, dass es sich beim Entscheid über die Gewährung eines OHG-Vorschusses
um einen Zwischenentscheid handelt, der einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil
bewirkt und daher grundsätzlich mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde angefochten
werden kann (BGE 121 II 119 E. 1b/cc sowie Urteil des Bundesgerichts vom 31. Mai
2006, 1A.38/2006, E. 1.1). Daran hat das Inkrafttreten des Bundesgesetzes über das
Bundesgericht (1. Januar 2007; BGG; SR 173.110) nichts geändert. Bei der
Anwendung von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG ist der nicht wieder gutzumachende Nachteil
im Sinn der bisherigen Praxis zur Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu
verstehen (BSK BGG-Uhlmann, Rz 4 zu Art. 93).
6.
6.1 Im Sinn der Erwägungen ist der Rekurs betreffend den Anspruch auf Vorschuss
unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 22. Dezember 2010 teilweise
gutzuheissen und die Sache an die Vorinstanz zu weiteren Abklärungen und neuer
Verfügung zurückzuweisen. Bezüglich des Anspruchs auf Entschädigungs- und
Genugtuungsleistungen ist auf den Rekurs nicht einzutreten.
6.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 16 Abs. 1 OHG).
6.3 Die Rekurrenten haben bei diesem Verfahrensausgang einen Anspruch auf eine
Parteientschädigung, die dem lediglich teilweisen Obsiegen entsprechend zu
reduzieren ist (Art. 98 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP;
sGS 951.1]). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte
und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Mit
Blick auf den eingeschränkten Anfechtungsgegenstand (Vorschuss von
Entschädigungsleistungen) und dem vom Rechtsvertreter in diesem Zusammenhang
gehabten Aufwand, erscheint eine Entschädigung von Fr. 3'000.-- bei vollem Obsiegen
als angemessen. Aufgrund des lediglich teilweisen Obsiegens rechtfertigt sich eine
hälftige Kürzung der Parteientschädigung auf Fr. 1'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht