Decision ID: 2a1f5556-9712-4edd-8a69-1802f7559c70
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964, meldete sich nach einem am 10. Mai 2001 erlittenen Unfall
(vgl.
Urk.
11/16/111)
am 26. Juni 2002 bei der
Invalidenversi
cherung zum Leistungsb
ezug an (Urk.
11/
1). Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
sprach ihm mit
Einspracheentscheid
vom 30. Novem
ber 2004 ab Mai 2002 eine Rente zu (Urk.
11/
43). Diesen hob das hiesige Gericht mit Urteil vom 13. März 2006 im Verfahren Nr. IV.2005.00065 auf und verneinte einen Rentenanspruch (Urk.
11/
57). Ein diesbezügliches Fristwiederherstellungs
gesuch wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 18. März
2008 im Verfahren Nr.
IV.2008.00146 (Urk.
11/
85) ab.
Am 18. August 2008 meldete sich der Versicherte wiederum bei der IV-Stelle an (Urk.
11/
87). Diese holte unter anderem ein
bidisziplinäres
Gutachten ein, das am 12. November 2009 erstattete wurde (Urk.
11/
97), und sprach dem Ve
rsi
cherten mit Verfügung vom 29
. März
2010 ab Januar 2008 eine halbe Rente zu (Urk.
11/
1
09).
2012 holte
die IV-Stelle
unter anderem ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am 1. November
201
3 erstattet wurde (Urk. 11/164),
und m
it Verfügung vom 27. Mai 2014 hob
sie
die bisher ausgerichtete Rente auf (Urk.
11/
177).
Dies wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil vom
7.
September 2015 im Verfahren Nr.
IV.2014.00691 bestätigt (
Urk.
11/190). Auf eine dagegen erhobene Be
schwer
de trat das Bundesgericht mit Urteil vom 2
8.
Oktober 2015 nicht ein (
Urk.
11/192).
1.2
Am 1
5.
Februar 2017 meldete sich der Versicherte wiederum an (
Urk.
11/197). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
11/206,
Urk.
11/208/1-2) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom
5.
September 2017 auf das erneute Leistungs
begehren nicht ein (
Urk.
11/212 =
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am
4.
Oktober 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom
5.
September 2017 (
Urk.
2) und beantragte, die Beschwerdegegnerin sei zu ver
pflichten, auf das Gesuch einzutreten (
Urk.
1 S. 1 unten
Ziff.
1), und es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen (
Urk.
1 S. 1 unten
Ziff.
2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
8.
November 2017 (
Urk.
10) die Abweisung der Beschwerde. Auf Nachfrage des Gerichts reichte der Beschwer
deführer ein Schreiben seiner Rechtschutzversicherung vom
6.
Februar 2018 ein, mit welchem eine Kostenübernahme infolge Aussichtslosigkeit abgelehnt wurde (
Urk.
16)
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen
Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invali
denversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, das
s sich der Grad der Invalidität
der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat.
1.
2
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Tatsachen
änderung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheb
lichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen (BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2 mit Hinweisen). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der
Anspruch auf eine (höhere) Invalidenrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.3 mit Hinweisen auf 8C_1009/2010 vom
7.
April 2011 E. 2.2 und 9C_838/2011 vom 2
8.
Februar 2012 E. 3.3.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus,
mit der erneuten Anmeldung sei nicht glaubhaft gemacht worden, dass sich die berufliche oder medizinische Situation des Beschwerdeführers seit der letzten Verfügung vom 2
7.
Mai 2014 wesentlich geändert hätte (S. 1 unten). Aus den neu eingereichten Berichten ergäben sich keine neuen Diagnosen und eher eine Ver
besserung des Gesundheitszustandes (S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), in den von ihm angeführten ärztlichen Berichten würden zahlreiche Diagnosen ge
stellt und eine Verschlechterung eingehend begründet (S. 2 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin mangels glaubhaft gemach
ter Verschlechterung zu Recht nicht auf die erneute Anmeldung eingetreten ist.
3.
3.1
Der gerichtlich bestätigten Verfügung vom 2
7.
Mai 2014 lagen die folgenden me
dizinischen Berichte zugrunde:
Med.
pract
.
Y._
,
Z._
, berichtete am 4. Dezember 2012 (Urk. 1
1
/144), der Gesundheitszustand habe sich ver
schlechtert; 2009 sei als zusätzliche Diagnose ein Diabetes mellitus hinzugetreten, Schmerzen und Depression seien stationär (Ziff. 3). Seit 2009 finde eine tageskli
nische Behand
lung statt, aktuell 1 x monatlich (Ziff. 2).
3
.2
Med.
pract
.
Y._
und Dr.
phil. A._
,
Klinischer Psychologe und Super
visor,
Z._
, nannten in ihrem Bericht vom 8. Januar 2013 (Urk. 1
1
/146/5-8) fol
gende - hier verkürzt angeführte - Diag
nosen (Ziff. 1.1):
-
mittelgradige depressive Episode
-
posttraumatische Belastungsstörung
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung
-
lumbovertebrales
Syndrom
-
cervikocephales
Syndrom
Sie führten unter anderem aus, aus näher genannten Gründen sei der Patient auch für angepasste Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig (Ziff. 1.7).
3
.3
Dr. med.
B._
, Fachärztin für
Allgemeine Innere Medizin
, führte in ihrem Bericht vom 25. Januar 2013 (Urk. 1
1
/147
/1
-4
) aus, sie behandle den Beschwer
deführer seit dem 9. Januar 2006 (Ziff. 1.2). Als Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie (Ziff. 1.1):
-
lumbovertebrales
Syndrom (seit 2001)
-
cervikocephales
Syndrom (seit 2009)
-
posttraumatische Belastungsstörung (seit 2001)
Sie attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % seit dem 10. Mai 2001 (Ziff. 1.6). Als Einschränkungen nannte sie belastungsabhängige Rücken
schmer
zen; es sei nur leichte körperliche Arbeit zumutbar (Ziff. 1.7). Mit einer Wieder
aufnahme der beruflichen Tätigkeit oder Erhöhung der Einsatzfähigkeit könne nicht gerechnet werden (Ziff. 1.9).
3
.4
Dr. med. C._
, Spezialarzt für Chirurgie (sowie - laut Briefkopf - Wirbelsäulenleiden, Schleudertrauma und orthopädische Traumatologie), nannte i
n seinem Bericht vom 2
1.
Juni 2
013 (
Urk.
11/157)
die folgenden, hier etwas ver
kürzt anführten Diagnosen (
Ziff.
1.1):
-
lumbovertebrales
Syndrom
-
cervico-cephales
Syndrom
-
anhaltende
somatoforme Schmerzstörung
(
F45.4)
-
mittelgradige depressive Episode
(F32.1)
-
posttraumatische Belastungsstörung
(F43.1
Er
führte unter anderem aus, die Prognose könne noch nicht abschliessend beur
teilt wer
den (Ziff. 1.4). Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % seit dem Unfall von 2001 (Ziff. 1.6) und führte aus, in der angestammten Tätigkeit (Gleis
bau) sei der Patient zurzeit und bis auf weiteres (permanent) zu 100 % arbeitsun
fä
hig. Für leichte, wechselbelastende Arbeit mit wahlweise Sitzen oder Stehen und - insbesondere ohne Heben von schweren Lasten (nicht mehr als 5 kg kurz
fristig und 2 kg längerfristig), Überkopfarbeit, Arbeit in
vornübergeneigter
Hal
tung - wäre der Patient aus somatischer Sicht teilweise arbeitsfähig (Ziff. 1.7).
3
.5
Die Ärzte des
D._
erstatte
ten
am 1. November
2013 ein
Gutachten im Auftrag der
Beschwerdegegnerin (Urk. 11
/164/1-32), dies nach Untersuchungen am 30. August und 11. Okto
ber
2013 (S. 1) sowie gestützt auf die ihnen überlassenen Akten (S. 4 ff.) und die Angaben des Beschwerdeführers (S. 18 ff.).
Die Gutachter nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit in der letzten Tätigkeit (S. 25 Ziff. E.1):
-
rezidivier
ende depressive Störung (
F33.0)
-
cervicospondylogenes
und
cervicovertebrales
Schmerzsyndrom mit/bei
-
im aktuellen MRI vom 5. September 2013 beschriebenen degenerati
ven Aufbrauchbefunden im
cervicalen
Bewegungssegment C6/7 und im Be
reich des
cervicothorakalen
Überganges
-
lumbospondylogenes
und
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom mit/bei
-
im aktuellen
MRI
dokumentierten
bisegmentalen
degenerativen Verän
derungen der lumbalen Bewegungssegmente L4/5 und L5/S1
-
rumpfmuskulärer Grobinsuffizienz als Folge einer
Langzeitdekon
ditio
nierung
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in der letzten Tätigkeit nannten sie (S. 26 Ziff. 2) einen Status nach Arbeitsunfall am 10. Mai 2001, einen
tablettenpflichtigen Diabetes mellitus (anamnestisch) und eine arterielle Hyper
tonie (anamnestisch).
Betreffend zusammenfassendes Belastungsprofil (aus allen Fachgebieten) führ
ten sie aus, rückenadaptierte, leichte wechselbelastende Arbeiten seien möglich; keine Arbeiten in Zwangshaltungen wie vornüber gebeugt stehend, kniend, hockend, kauernd und einhergehend mit repetitiven Bewegungsanforderungen an die HWS und die Lendenwirbelsäule (LWS). Das Heben, Tragen und Bewegen von Lasten sei mit 5 bis maximal 10 kg beziehungsweise 10-15 kg limitiert (S. 27 unten).
Die Gutachter führten unter anderem aus, aus somatischer Sicht lägen Auf
brauch
befunde im Bereich der Wirbelsäule und des Rumpfes vor, welche einen über zwölf Jahre anhaltenden und therapieresistent verlaufenden Beschwerde
zu
stand auch nur angedeutet nachvollziehbar erscheinen liessen. Rückenbedingt resultiere in einer wie beschrieben angepassten Tätigkeit eine Minderung des Ar
beitstempos, entsprechend einer Minderung der Leistungsfä
higkeit von 20 % (S.
27 oben).
Die vom Versicherten beklagten Beschwerden könnten allenfalls im Lichte der psychiatrischen Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung teilweise eine Erklärung finden. Es sei die im Vordergrund stehende psychosoziale Des
in
tegration, insbesondere in der Rolle des Versicherten als Ehemann und Ernährer der Familie, dokumentiert. Diese begründe Rückzugstendenzen. Aller
dings handle es sich nicht um einen vollständigen Rückzug aus allen Belangen des sozialen Lebens und auch nicht um eine Flucht in die Krankheit; soziale Kompetenzen seien durchaus erhalten (S. 27 Mitte).
Rein orthopädisch somatisch sei für eine dem genannten Profil angepasste Tätig
keit von einer globalen Restarbeitsfähigkeit von 80 % (volles Pensum, Minderung der Leistungsfähigkeit um 20 %) auszugehen. Vorliegend
überwiegten
die psy
chia
tri
schen Befunde und die psychiatrisch erklärte Restarbeitsfähigkeit von nur noch 70 %. Die im psychiatrischen Vorgutachten
2009 geschil
derten Diagnosen und Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit mit 60 % seien nachvollzieh
bar und konsistent; inzwischen sei eine Besserung eingetreten, so dass die Ar
beits
fähig
keit psychiatrisch und auch zusammenfassend 70 % betrage (S. 27).
3
.6
Im psychiatrischen Teilgutachten
(
Urk.
11/164/33-40)
wurden die Angaben des Beschwerdeführers (S. 34 f.) und der erhobene Befund (S. 36 f.) dargelegt und als einzige relevante Diagnose eine rezidivierende depressive Störung (F33.0) ge
nannt (S.
38 Ziff. 3); eindeutige Hinweise auf eine manifeste posttraumatische Belastungs
störung seien nicht zu sehen, auch keine eigenständige somatoforme Schmerz
störung (S. 38 Ziff. 4). Die depressiven Störungen wurden als leicht bis mittel
gradig von 2001 bis 2006, mittelgradig ab 2007 bis 2013 und aktuell leicht
gradig eingestuft (S. 38 unten).
3
.7
Med.
pract
.
Y._
und Dr.
A._
,
Z._
, nahmen am 28. April 2014 Stellung (Urk. 1
1
/175
/3-5
), dies im Sinne von Einwänden gegen den psychiatrischen Teil des
D._
-Gutachtens (S. 1 f.). Sie führten unter anderem aus, warum ihres Erachtens die Kriterien für die Diagnose einer posttraumatischen Belastungs
stö
rung, einer mittelgradigen Depression und einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung erfüllt seien (S. 2 Ziff. 3). Im Gutachten werde der Grad der Arbeitsfähigkeit (richtig: Arbeitsunfähigkeit) von den Gutach
tern «aufgrund der fal
schen Diagnosen»
mit 30 % angegeben. Der Patient sei, wie bereits früher aus
führlich begründet, weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig bei progredienter Symp
tomatik; eine Besserung sei nicht eingetreten (S. 2 Ziff. 4).
3.8
Im Urteil des hiesigen Gerichts vom
7.
September 2015 (
Urk.
11/190) wurde in Würdigung der Arztbericht
e
unter anderem ausgeführt, hinsichtlich
der postu
lierten posttraumatischen Belastungsstörung und anhal
ten
den somatoformen Schmerzstörung
könne
den Einwänden nicht gefolgt werden.
2009 sei bereits in einem
Gutachten weder die eine noch die andere Diagnose genannt
worden
, obwohl sie auch damals von behandelnder Seite angeführt
gewesen seien. I
m
D._
-
Gutachten
sei
nach ausführlicher Befundschilderung ausdrücklich festge
halten
worden
, dass sich keine ausreichenden Hinweise für die eine oder die andere Diagnose er
geben hätten. Solche fä
nden sich auch in der
Z._
Stellung
nahme nicht, denn darin
seien
einzelne Diagnosekriterien lediglich auf
gelistet
worden
, ohne die damit ver
bundene Behauptung, sie seien erfüllt, be
fundmässig nachvollziehbar abgestützt zu haben
(S. 10 E. 5.2)
.
Dass im Begutachtungszeit
punkt (August 2013) die mittlerweile zu diagnostizie
rende rezidivierende depressive Störung als leichtgradig eingestuft wurde, stell
e
im Längs
schnitt betrachtet kein Novum dar: Schon zwischen 2001 und 2006
seien
leichtgradig ausgeprägte Episoden aufgetreten. Zudem gehör
e
es definitionsge
mäss zur Diagnose der rezidivierenden depressiven Störung (F33), dass depres
sive Episoden - auch solche unterschiedlichen Schweregrades - auf einander folg
t
en.
Nachdem die gestellte Diagnose auch befundmässig nachvollziehbar abgestützt
sei
,
sei
sachverhaltsmässig
von einer leichten Episode der rezidivierenden Depres
sion im Begutachtungs- und im Verfügungszeitpunkt auszugehen
(S. 11 E. 5.3)
.
Im Gutachten
sei
- für angepasste Tätigkeiten - eine Arbeitsfähigkeit von 70 % attestiert
worden
. Was in der
Z._
-Stellungnahme dagegen vorgebracht
worden sei, vermöge
nicht
zu
überzeugen. Denn von dieser Seite
sei
seit jeher eine volle Arbeitsunfähigkeit postuliert
worden
und dieser Einschätzung
sei
schon bei der
Rentenzusprache
im März 2010 nicht gefolgt
worden
. Anhaltspunkte, dass den
Z._
-Beurteilungen zwischenzeitlich ein grösseres Gewicht beizumessen wäre,
seien
nicht ersichtlich.
Vielmehr erschein
e
das durchgängige Attestieren einer vollständigen Arbeits
unfä
higkeit dem Umstand geschuldet, dass be
handelnde Ärztinnen und Ärzte in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur versicherten Person stehen und sich in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren
ha
ben
. Ihre Berichte verfolg
t
en daher nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaub
enden objekti
ven Beurteilung des Gesundheits
zustandes und erfüll
t
en deshalb kaum je die materiellen Anfor
de
rungen, welche die Rechtsprechung für Gutachten entwickelt hat (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a). Aus diesen Gründen und aufgrund der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte
beziehungsweise regelmässig behandelnde Spezialärzte (vgl. Urteil des Bun
des
gerichts I 551/06 vom
2.
April 2007 E. 4.2)
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussag
t
en (BGE 125 V 351 E. 3b/cc), komm
e
im Streitfall ein direktes Abstellen einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte nur selten in Frage
(
S. 11 f. E. 5.4
).
Somit
sei
auf das
D._
-Gutachten, das alle praxisgemässen Kriterien
vollum
fänglich erfülle
, abzustellen
und d
er Sachverhalt
sei
dahingehend erstellt, dass die Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit im Begutachtungs- und im Verfügungszeitpunkt 70 %
betragen habe (S. 12 E. 5.5)
.
4.
4.1
Dr.
C._
führte in seinem Bericht vom 1
2.
Dezember 2016 (
Urk.
11/207/3-6) die gleichen Diagnosen auf, die kurz darauf im Bericht der Fachleute des
Z._
genannt wurden (nachstehend E. 4.2). Zur Arbeitsfähigkeit führte er aus, in einer näher umschriebenen angepassten Tätigkeit wäre der Patient aus somatischer Sicht zu 50
%
arbeitsfähig (S. 3 unten).
4.2
Die Fachpersonen des
Z._
nannten in ihrem a
m 1
2.
Januar 2017 erstatteten Be
richt (
Urk.
11/196/1-8
=
Urk.
11/207/11-18)
zuerst die bis 1
5.
August 2014 vor
bestehenden Diagnosen (S. 1), wobei die Liste wesentlich umfangreicher ausfiel als
in ihren 2013 und 2014 erstatteten
Beri
chten (vgl. vorstehend E. 3.2 und 3.7). Als neue Diagnosen ab 1
5.
August 2014 (S. 2) listeten sie die
gleichen
Diagnosen noch einmal auf, ergänzt um vier neue Einträge, nämlich je eine Präzisierung zum
lumbovertebralen
und zum
cervikozephalen
Syndrom, eine rezidivierende depressive Episode gegenwärtig mittelgradige Episode (F33.1) und einen Status nach Harnblasentumor 2014 mit drei Operationen.
Zur Arbeitsfähigkeit führten sie wiederum aus, es bestehe im Beruf als Gleisbauer und in angepasster Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit 100
%
(S. 7 unten).
4.3
Med.
pract
.
Y._
und
Dr.
A._
,
Z._
, führten in ihrem Bericht vom 2
3.
Januar 2017 (
Urk.
11/196/9-12 =
Urk.
11/207/7-10) die gleichen Ergän
zun
gen der gestellten Diagnosen an (S. 3 f.) und führten aus, der Zustand habe sich seit 2013 deutlich verschlechtert, eine leichte Depression sei nicht mehr aufrecht zu erhal
ten und zusätzlich bestehe heute eine klare posttraumatische Belastungsstörung (S. 4 Mitte).
4.4
Dr.
med. E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in seiner Beurteilung vom
6.
Juni
2017 (
Urk.
11/205 S. 2 unten) unter anderem aus,
die neu eingereichten Berichte führ
ten objektiv keine neuen die Arbeitsfähigkeit verschlechternden Befunde an. Psy
chiatrisch habe sich die Hamilton-Skala (HAMD) sogar von 29 im Jahr 2014 auf nur noch 24 vermindert. Es lägen keine relevanten Veränderungen vor, und wenn, dann eher eine leichte Verbesserung.
5.
Die vorliegenden Berichte vermögen keine anspruchsrelevante Verschlechterung glaubhaft zu machen:
Dr.
C._
(vorstehend E. 4.1) begründete nicht, weshalb in Abweichung von der Einschätzung durch die
D._
-Gutachter in einer ange
passten Tätigkeit lediglich eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestehe. Weiter stützte
Dr.
C._
seine Einschätzung auch auf psychiatrische Diagnosen, womit er sein Fachgebiet verliess. Letzteres gilt auch für die Fachpersonen des
Z._
, die ihre Einschätzung auch auf somatische Diagnosen stützten. Die von ihnen wei
terhin gestellte Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung als Folge des Unfalls ist nicht nachvollziehbar, fehlt es doch klar an einem auslösenden trau
matischen Ereignis im Sinne der ICD-10 Definition. Selbst wenn mit dem Beweis
mass des Glaubhaftmachens im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden
sind, sind aufgrund der eingereichten Berichte somit keine genügenden Anhaltspunkte ersichtlich, die eine eingehende Abklärung rechtfertigen würden.
Mit der Nachvollziehbarkeit der
Z._
-Berichte verhält es sich noch immer wie im Urteil von 2015 festgehalten (vorstehend E.
3.8), und der RAD-Beurteilung (vor
stehend E. 4.4) ist nicht
s
hinzuzufügen. Eine wesentliche Veränderung des Ge
sundheitszustands oder der Arbeitsfähigkeit im Vergleich zu 2014 ist nicht aus
zumachen.
Damit erweist sich das Nichteintreten als rechtens und die dagegen erhobene Be
schwerde ist abzuweisen.
6.
6.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
6.2
Die unentgeltliche Rechtspflege kann nur gewährt werden, wenn die Rechtsvor
kehr nicht aussichtslos ist. Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten (ex ante betrachtet) beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Ge
winnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb an
strengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 133 III 614 E. 5 mit Hinweisen).
6.3
Angesichts der überaus klaren Aktenlage (vgl. vorstehend E. 5) ist die erhobene Beschwerde als aussichtslos zu taxieren, was zur Abweisung de
s
Gesuchs um un
entgeltliche Prozessführung führt.
6.4
Die Verfahr
enskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Inva
lidenversicherung (IVG) sind ermessensweise auf
Fr.
600.-- festzusetzen und aus
gangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.