Decision ID: f84daed7-c7ad-5c85-808c-b4036fd849e5
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
O._,
Beschwerdeführer,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
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O._ war als Bauarbeiter bei der A._ angestellt und dadurch bei der Suva versichert,
als er am 27. August 2004 von einer umkippenden Schalungswand (2.4m x 2.7m; 450
kg) an der Lendenwirbelsäule getroffen und zu Boden geschleudert wurde. Die
Schalungswand prallte gegen eine ca. einen Meter hohe Metallkiste und blieb schräg
liegen (vgl. UV-act. 1, act. 28 S. 2 und act. 33). Im Bericht des Spitals Wil vom 6.
September 2004, wo der Versicherte bis zum 2. September 2004 hospitalisiert war,
wurde die Diagnose einer stabilen LWK 2 Vorderkantenfraktur sowie die Anwendung
von konservativer Therapie mit Physiotherapie bestätigt (UV-act. 8). Nach
Durchführung von Behandlungen und ärztlichen Abklärungen stellte die Suva die
Taggeldleistungen auf Ende Juni 2005 ein (UV-act. 60) und gab dem Versicherten mit
Verfügung vom 26. Juli 2005 auch bekannt, ab 1. August 2005 keine Heilkosten mehr
zu übernehmen (UV-act. 67). Nachdem der Versicherte gegen diese Verfügung
Einsprache hatte erheben lassen (UV-act. 71, 75), zog die Suva die Verfügung nach
Vornahme von weiteren Abklärungen am 18. Dezember 2006 zurück (UV-act. 103). Mit
Verfügung vom 27. September 2007 sprach sie dem Versicherten eine Invalidenrente
mit Wirkung ab 1. Juli 2005 auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 20% und eines
versicherten Jahresverdienstes von Fr. 65'170.-- zu. Die Voraussetzungen für die
Gewährung einer Integritätsentschädigung wurden als nicht gegeben erachtet. Im
weiteren verneinte die Suva mangels adäquater Kausalität eine Leistungspflicht für die
beim Versicherten bestehenden psychischen Beschwerden (UV-act. 144). Die gegen
diese Verfügung erhobene Einsprache wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 9.
April 2008 ab (UV-act. 151).
B.
B.a Gegen diesen Entscheid erhob der Versicherte mit Eingabe vom 28. April 2008
Beschwerde mit dem Antrag, der Entscheid sei aufzuheben, und es sei ihm eine
50 %ige Unfallrente und eine Integritätsentschädigung von 30 % zuzusprechen. Zur
Begründung führte er aus, vor dem Unfall sei er kerngesund gewesen und habe
problemlos die schwerste Arbeit verrichten können. Er habe sich durch den Unfall in
einem Masse psychisch verändert, dass ihn seine Familie kaum wiedererkenne. Er sei
vom 5. September bis 31. Oktober 2006 in stationärer psychiatrischer Behandlung
gewesen. Seither sei er in täglicher klinischer Behandlung. Er habe auch
Arbeitsversuche unternommen; leider ohne Erfolg. Er habe die Kündigung des
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Arbeitsverhältnisses erhalten. Es gehe um einen schweren Unfall, bei welchem er sofort
seinen Tod vor Augen gesehen habe. Im Spital Wil habe man ihn nicht ernst
genommen. Erst im Februar 2005 habe man festgestellt, dass Brustwirbel gebrochen
seien. Die jahrelange psychiatrische und somatische Behandlung habe keine
Besserung gebracht. Er sei daher der Meinung, dass die psychischen Beschwerden
unfallbedingt und bei der Festlegung der Rente und der Integritätsentschädigung zu
berücksichtigen seien.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 5. Juni 2008 beantragte die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des Einspracheentscheids vom 9. April
2008. Zur Begründung verwies sie im Wesentlichen auf die Darlegungen im
angefochtenen Entscheid.
B.c Mit Replik vom 12. Juli 2008 (act. G 5) und Duplik vom 7. August 2008 (act. G 7)
bestätigten die Parteien ihre Standpunkte.

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig ist, ob die beim Beschwerdeführer bestehenden psychischen Probleme in
einem adäquatkausalen Zusammenhang zum Unfall vom 27. August 2004 stehen. Als
Folge davon beanstandet der Beschwerdeführer auch den von der
Beschwerdegegnerin festgelegten Invaliditätsgrad sowie die Verneinung eines
Integritätsschadens. Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Entscheid
(Erwägungen 1, 3a, 5a, 6a) die rechtlichen Voraussetzungen des Vorliegens eines
natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und danach
auftretenden gesundheitlichen Störungen sowie die Grundlagen der Bemessung von
Rente und Integritätsentschädigung zutreffend dar; darauf ist zu verweisen.
1.2 Nachdem von Seiten des Spitals Wil zuhanden des früheren Hausarztes des
Beschwerdeführers Dr. med. B._ am 9. September 2004 ein Status nach LWK 2-
Fraktur sowie weiterbestehende Schmerzen lumbovertebral bestätigt worden waren
(UV-act. 10), vermerkte der nunmehrige Hausarzt Dr. med. C._, Facharzt FMH für
Allgemeinmedizin, im Bericht vom 2. Dezember 2004 zusätzlich eine HWS-Distorsion,
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sehr starke Schmerzen, unerträglichen Schwindel sowie Kopf- und Nackenschmerzen
(UV-act. 11; vgl. auch Beilage zu UV-act. 63). Kreisarzt Dr. med. D._, FMH für
Chirurgie, berichtete am 21. Dezember 2004 unter anderem, dass beim
Beschwerdeführer anlässlich der Untersuchung eine depressive Stimmungslage mit
Symptomausweitung bestanden habe (UV-act. 20). Im Austrittsbericht vom 14. Februar
2005 diagnostizierten die Ärzte der Rehaklinik Bellikon eine stabile LWK 2-
Vorderkantenfraktur, ein lumbovertebrales Schmerzsyndrom sowie eine länger
dauernde depressive Symptomatik im Rahmen einer subsyndromalen
Belastungsstörung, am ehesten zu codieren als Anpassungsstörung. Bei Austritt habe
volle Arbeitsunfähigkeit als Bauarbeiter bestanden, wobei die psychiatrische
Erkrankung eine wichtige Rolle spiele. Zumutbar sei (rein aus somatischer Sicht) eine
leichte bis selten mittelschwere wechselbelastende Arbeit ganztags (UV-act. 29). Dr.
med. E._, Spezialarzt FMH für Neurologie, diagnostizierte am 24. März und 2. Juni
2005 ein Zervikalsyndrom mit Instabilität C5/6 sowie ein Lumbovertebralsyndrom (UV-
act. 45 und 54). Suva-Arzt Dr. med. F._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie,
hielt in der Beurteilung vom 6. April 2005 unter anderem fest, es sei unwahrscheinlich,
dass die Bandscheibenveränderung C5/C6 etwas mit dem Unfallereignis zu tun habe.
Die Bandscheibenveränderung habe überdies mit hoher Wahrscheinlichkeit nichts mit
geklagten Symptomen wie Kopfweh, Schwindel usw. zu tun (UV-act. 55). Der
Orthopäde Dr. med. G._ kam im Bericht vom 13. Mai 2005 unter anderem zum
Schluss, die vermehrte Intensität in den oberen Bereichen LWK 2 im
Kernspintomogramm seien Ausdruck einer Knochenschädigung durch Kompression.
Die weiteren kernspintomographisch nachweisbaren Veränderungen seien
degenerativer Natur, sowohl an LWS als auch an HWS, und seien vermutlich bereits
vor dem Unfall vorhanden gewesen (UV-act. 50). Am 19. September 2005 äusserte Dr.
med. H._ den Verdacht einer gleichzeitig mit der LWK 2-Fraktur durchgemachten
BWK 2-Fraktur und bestätigte eine volle Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten
sowie die Unfallkausalität der beim Beschwerdeführer bestehenden gesundheitlichen
Probleme (UV-act. 146).
Im Nachgang zu einem stationären Aufenthalt mit neurologischer,
neuropsychologischer, orthopädischer und psychiatrischer Abklärung (Berichte vom 5.,
6. und 13. Juli sowie 29. August 2006; UV-act. 99-102) führten die Ärzte der Rehaklinik
Bellikon in der interdisziplinären Zusammenfassung aus, aus neurologischer Sicht
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ergäben sich derzeit keine Hinweise auf eine primär unfallbedingte Schädigung des
Nervensystems. Als Folge des Unfalls vom 27. August 2004 lägen auch keine
spezifischen neuropsychologischen Funktionsstörungen vor. Hingegen resultiere eine
psychiatrisch zu begründende Arbeitsunfähigkeit erheblichen Ausmasses. Hierbei
handle es sich überwiegend um die Folgen einer spezifischen
psychotraumatologischen Störung. Dem Beschwerdeführer seien in der Regel aus
psychiatrischer Sicht noch zwei Stunden ganz leichte Arbeiten täglich zumutbar, wobei
er allerdings an diversen Tagen gänzlich arbeitsunfähig sein dürfte, was die
wirtschaftliche Verwertung der Arbeitsfähigkeit in Frage stelle. Aus rein somatischer,
unfallkausaler Sicht könnten dem Patienten mindestens mittlere Tätigkeiten ganztags
zugemutet werden, unter Vermeidung von häufigen und regelmässigen repetitiven, die
LWS belastenden Tätigkeiten. Mit langfristigen psychischen Folgen sei zu rechnen;
allerdings könne zum jetzigen Zeitpunkt ein psychischer Integritätsschaden noch nicht
quantifiziert werden (UV-act. 102 S. 10-12). Eine MEDAS-Abklärung ergab gemäss
Gutachten vom 19. April 2007 unter anderem, dass die Tätigkeit als Bauarbeiter dem
Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar sei. Es bestehe (aus psychischen Gründen)
eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in leichten und auch mittelschweren Tätigkeiten, wenn
es sich nicht um eine ausschliesslich stehende Arbeit und nicht um eine solche mit
regelmässigem Heben von Lasten über 15 kg handle. Auch sei der Beschwerdeführer
von Arbeiten, die während längerer Zeit vorwiegend in starker lumbaler Extension
(verstärkte Hohlrückenbildung) ausgeführt werden müssten, zu dispensieren (UV-
act. 124 S. 18-20).
2.
2.1 Wenn der Unfallversicherer den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem
Unfall und einer Gesundheitsschädigung einmal anerkannt hat und entsprechende
Leistungen erbringt, so trägt er die Beweislast für den Wegfall der Kausalität (RKUV
2000 Nr. U 363 S. 45, 1994 Nr. U 206 S. 328 Erw. 3b). Dies gilt jedoch nur für
Verletzungen und Beschwerden, welche bei der ursprünglichen Anspruchsbeurteilung
zur Diskussion standen. Dagegen bedeutet diese Rechtsprechung nicht, dass der
Versicherer auch das Nichtbestehen einer Unfallkausalität von gesundheitlichen
Beeinträchtigungen zu beweisen hätte, welche ursprünglich nicht thematisiert worden
waren (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007:
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sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 15. März 2006 i/S P. [U 6/06],
Erw. 2.2).
2.2 Die Beschwerdegegnerin anerkannte ihre Leistungspflicht für die Folgen der beim
streitigen Unfall erlittenen LWK 2-Fraktur. Für die von Dr. C._ im Bericht vom 2.
Dezember 2004 erstmals als Folge des streitigen Unfalls angeführte HWS-Distorsion
(UV-act. 11) finden sich in den echtzeitlichen Akten, insbesondere im Bericht des
Spitals Wil im Nachgang zum stationären Aufenthalt (vgl. UV-act. 8), keine Hinweise.
Wenn der Beschwerdeführer gegenüber den Ärzten der Rehaklinik Bellikon anlässlich
des Aufenthalts vom 10. Januar bis 16. Februar 2005 erklärte, die Betonschalung sei
ihm auf den Rücken und den Kopf gefallen (UV-act. 29 S. 5 unten), so ist festzuhalten,
dass er eine Kopfkontusion kurze Zeit später (am 1. März 2005) nicht mehr geltend
machte, sondern lediglich die Lendenwirbelsäulenbeteiligung bzw. die
Rückenschmerzen anführte (UV-act. 33). Für eine Unfallbedingtheit der wenige Tage
darauf wiederum angeführten Schmerzen in der HWS (UV-act. 36) fehlt es an
zureichenden Anhaltspunkten (vgl. auch UV-act. 55). Spätere Abklärungen in der Klinik
Stephanshorn ergaben denn auch das Vorliegen einer medianen Diskushernie C5/6
und Protrusion der übrigen dorsalen Bandscheibenanteile C5/6 (UV-act. 32). In der
neurologischen Beurteilung der Rehaklinik Bellikon wurden im weiteren Hinweise auf
eine Hirnverletzung oder eine Schädigung des Nervensystems verneint (UV-act. 102 S.
10). Nach Lage der dargelegten Akten bestehen - unter Ausklammerung der
unfallunabhängigen Degenerationen an der HWS (vgl. UV-act. 42, 50 S. 2, 55, 57) -
überwiegend wahrscheinlich keine anderen organischen Unfallfolgen als die gut
abgeheilte und konsolidierte Fraktur im Bereich des LWK 2 (UV-act. 100 S. 9; UV-act.
124 [rheumatologisches Konsilium]). Es ist nicht Sache der Beschwerdegegnerin, das
Nichtbestehen einer (teilweisen) Unfallkausalität allfälliger HWS-Beschwerden zu
beweisen, zumal eine Einwirkung auf diesen Bereich beim Unfall in den echtzeitlichen
Akten nirgendwo erwähnt wird. Eine strukturelle Läsion im HWS-Bereich ist weder
behauptet noch aus den Akten ersichtlich. Sodann findet sich für den von Dr. H._
über ein Jahr nach dem Unfall geäusserten Verdacht einer gleichzeitig mit der LWK 2-
Fraktur durchgemachten BWK 2-Fraktur in den früheren Akten, insbesondere in den
unmittelbar nach dem Unfall erstellten, ebenfalls keine Anhaltspunkte, welche geeignet
wären, diesen Verdacht zu erhärten.
3.
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3.1 Hinsichtlich der psychischen Beschwerden lässt sich eine natürliche Unfall-
Teilkausalität aus den Akten ableiten (UV-act. 28 S. 3, UV-act. 99 S. 6f; UV-act. 124
[psychiatrisches Konsilium]). Gegenüber dem Psychiater der Rehaklinik Bellikon hatte
der Beschwerdeführer den Unfall dahingehend geschildert, dass im Moment, in
welchem das Schalungselement nach hinten zu kippen begonnen habe, er sofort
Todesangst und Hilflosigkeit verspürt und damit gerechnet habe, vom Element erdrückt
zu werden. Nach einer kurzen Amnesie habe er sich unter dem Element liegend
wahrgenommen und gesehen, dass ein eiserner Abfallkorb den Absturz des Element
bis in die horizontale Lage verhindert habe. Er sei in grosser Angst unter dem Element
hervorgerobbt, da er damit gerechnet habe, dass der Eisenkorb noch ganz nachgeben
werde (UV-act. 99 S. 4f). Im vorliegenden Verfahren legte der Beschwerdeführer dar, er
sei einige Minuten unter der Schalungswand gelegen und er habe gedacht, dies sei
sein Lebensende. Nachdem das Schalungselement auf ihn gestürzt sei, habe er sofort
seinen Tod vor Augen gesehen (act. G 1).
Rechtsprechung und Lehre haben schreckbedingte plötzliche Einflüsse auf die Psyche
seit jeher als Einwirkung auf den menschlichen Körper (im Sinne des geltenden
Unfallbegriffes) anerkannt und für ihre unfallversicherungsrechtliche Behandlung
besondere Regeln entwickelt. Danach setzt die Annahme eines Unfalls voraus, dass es
sich um ein aussergewöhnliches Schreckereignis, verbunden mit einem
entsprechenden psychischen Schock, handelt; die seelische Einwirkung muss durch
einen gewaltsamen, in der unmittelbaren Gegenwart des Versicherten sich
abspielenden Vorfall ausgelöst werden und in ihrer überraschenden Heftigkeit geeignet
sein, auch bei einem gesunden Menschen durch Störung des seelischen
Gleichgewichts typische Angst- und Schreckwirkungen (wie Lähmungen, Herzschlag
etc.) hervorzurufen. In jüngerer Zeit wurde diese Rechtsprechung bestätigt und dahin
gehend präzisiert, dass auch bei Schreckereignissen nicht nur die Reaktion eines
(psychisch) gesunden Menschen als Vergleichsgrösse dienen kann, sondern in diesem
Zusammenhang ebenfalls auf eine "weite Bandbreite" von Versicherten abzustellen ist
(BGE 129 V 177 Erw. 2.1; SVR 2008 UV Nr. 7 S. 22 Erw. 2.2). Die Beurteilung der
Adäquanz zwischen Schreckereignissen, bei welchen die versicherte Person zwar
(auch) körperliche Beeinträchtigungen davonträgt, letztere indessen nicht entscheidend
ins Gewicht fallen, und psychischen Schäden hat nach der allgemeinen
Adäquanzformel (gewöhnlicher Lauf der Dinge und allgemeine Lebenserfahrung) zu
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erfolgen (SVR 2008 UV Nr. 7 S. 22 Erw. 2.4 mit Hinweisen). An den adäquaten
Kausalzusammenhang zwischen Schreckereignissen und nachfolgenden psychischen
Beschwerden werden hohe Anforderungen gestellt. Andererseits ist der
Versicherungsschutz einer weiten Bandbreite von Versicherten zu gewähren (BGE 129
V 177 Erw. 3.3 mit Hinweisen). Damit sind die strengen Anforderungen insbesondere
an den Beweis der Tatsachen, die das Schreckereignis ausgelöst haben, und an die
Aussergewöhnlichkeit dieses Ereignisses sowie den entsprechenden psychischen
Schock zu stellen. Nach der Rechtsprechung besteht die übliche und einigermassen
typische Reaktion auf solche Ereignisse erfahrungsgemäss darin, dass zwar eine
Traumatisierung stattfindet, diese aber vom Opfer in aller Regel innert einiger Wochen
oder Monate überwunden wird (BGE 129 V 177, SVR 2008 UV Nr. 7 S. 22 E. 2.5, je mit
Hinweisen).
In den Berichten des erstbehandelnden Spitals Wil (UV-act. 2, 8, 10) wurden weder ein
psychischer Schock noch andere psychische Auffälligkeiten noch typische Angst- und
Schreckwirkungen beschrieben. Der Hinweis, dass der Patient einen depressiven
Eindruck mache, findet sich erstmals im Bericht des Kreisarztes Dr. D._ vom
21. Dezember 2004 (UV-act. 20). Die Ärzte der Rehaklinik Bellikon vermerkten sodann
im Bericht vom 20. Januar 2005, dass der Beschwerdeführer ängstliche Symptome im
Zusammenhang mit dem Unfallerlebnis zeige. Es würden Bewegungsängste
(Sturzängste), Schwindel, erhöhte Schreckhaftigkeit und Albträume resultieren (UV-act.
28 S. 3). Aufgrund dieser Berichte ist nicht von einem Schreckereignis mit den
qualifizierten Merkmalen eines Unfalls im dargelegten Sinn auszugehen. Allein aus den
erwähnten Angaben im Bericht der Rehaklinik Bellikon vom 20. Januar 2005 kann ein
Schreckereignis im Rechtssinne nicht bejaht werden. Aber selbst wenn ein
Schreckereignis im Rechtssinne vorläge, wäre die Adäquanz unter den gegebenen
Umständen zu verneinen. Zwar ist dem Unfallgeschehen eine gewisse Eindrücklichkeit
nicht abzusprechen und es ist auch nachvollziehbar, dass es vom Beschwerdeführer
subjektiv als sehr bedrohlich wahrgenommen wurde. Dennoch erscheint es nach der
allgemeinen Lebenserfahrung - auch unter Berücksichtigung einer "weiten Bandbreite"
von Versicherten - nicht geeignet, langjährige psychische Störungen mit vollständiger
Erwerbsunfähigkeit auszulösen, zumal an den adäquaten Kausalzusammenhang
zwischen psychischen Beschwerden und Schreckereignissen wie erwähnt hohe
Anforderungen gestellt werden (vgl. auch BGE vom
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3. September 2008 i/S S. [8C_720/2007] Erw. 7).
3.2 Zu prüfen ist somit die Adäquanz gemäss Rechtsprechung zu den psychischen
Unfallfolgen (BGE 115 V 133). Der in Frage stehende Unfall vom 27. August 2004 kann
aufgrund des Geschehensablaufs und der Verletzungen nicht als ausserordentlich
schweres, lebensbedrohliches Geschehen im Sinn der Praxis (dargestellt in RKUV
1995, 91) eingestuft werden (vgl. auch Urteile des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts vom 20. Juli 2005 [U 338/04] und vom 13. Juni 2005 [276/04]
Erw. 2.3]. Die Unterscheidung zwischen mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu
den schweren Unfällen und solchen im mittleren Bereich ist insofern von Bedeutung,
als bei Unfällen im mittelschweren Bereich nach der Praxis mehrere Zusatzkriterien
erfüllt sein müssen, um die Adäquanz bejahen zu können, wobei die Zahl um so
geringer sein kann, je näher das Ereignis bei den schweren Unfällen liegt (vgl. dazu
BGE 115 V 133 Erw. 6c/bb). Es erscheint vorliegend korrekt, von einem mittelschweren
Unfall auszugehen, allerdings nicht im Grenzbereich zu den schweren Ereignissen (vgl.
auch RKUV 1999, 122 Erw. 4b/bb letzter Abschnitt). Zwar war die potentielle
Verletzungsmöglichkeit im Zusammenhang mit der umkippenden Schalungswand an
sich gross. Hinsichtlich des hier massgebenden konkreten Ereignisses ist jedoch
festzuhalten, dass eine Metallkiste die Schalungswand in ihrem Fall aufhielt und so
glücklicherweise schlimmere Folgen verhinderte (UV-act. 28 S. 2 und act. 33). Der
Unfall wurde zwar als bedrohlich wahrgenommen, weshalb der Beschwerdeführer noch
wegzurennen versuchte (UV-act. 33). Hingegen waren die erlittenen Verletzungen nicht
besonders schwer oder von der Art, die erfahrungsgemäss geeignet sind, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen (vgl. auch Urteil des EVG vom 4. September 2003 i/S D.
[U 3/03] Erw. 3.5). Von einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung
kann bezüglich der somatischen Verletzungen nicht gesprochen werden. Sodann lagen
- aus somatischer Sicht - weder ein schwieriger Heilungsverlauf noch erhebliche
Komplikationen oder eine die Unfallfolgen erheblich verschlechternde ärztliche
Behandlung vor. Die konservativ behandelte LWK 2-Fraktur heilte innert weniger
Monate ab, und die späteren ärztlichen Bemühungen führten im Wesentlichen zur
Feststellung eines Schmerzsyndroms bzw. zu psychischen Befunden und
unfallfremden gesundheitlichen Aspekten (vgl. UV-act. 20, 29, 50, 55, 99-102). Die
Rehaklinik Bellikon bescheinigte am 14. Februar 2005 eine volle Arbeitsunfähigkeit als
Bauarbeiter, wobei sie hierfür der psychischen Erkrankung eine wichtige Rolle
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zuschrieb, sowie aus somatischer Sicht die ganztägige Zumutbarkeit einer leichten bis
mittelschweren, wechselbelastenden Arbeit (UV-act. 29 S. 3). Soweit aus den ärztlichen
Berichten eine Arbeitsunfähigkeit hervorgeht, ergingen diese Einschätzungen im
Wesentlichen unter Berücksichtigung der psychischen Beschwerden, die vorliegend
ausser Acht bleiben müssen. Nachdem das Schmerzempfinden durch die psychische
Komponente beeinflusst war, können körperliche Dauerschmerzen nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit bejaht werden. Unter diesen Umständen muss der
adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den psychischen
Beschwerden verneint werden.
4.
Aus somatischer Sicht sind dem Beschwerdeführer leichte bis mittelschwere
leidensangepasste Tätigkeiten zumutbar (UV-act. 102 S. 10-12; UV-act. 124 S. 18-20).
Auf dieser Grundlage nahm die Beschwerdegegnerin die Rentenfestlegung zu Recht
vor. Anhaltspunkte für eine unzutreffende Festlegung des Validen- und
Invalideneinkommens bzw. des IV-Grades von 20 % (Erw. 5b des angefochtenen
Entscheids) werden vom Beschwerdeführer weder geltend gemacht noch sind solche
aus den Akten ersichtlich. Dies gilt auch für die von der Beschwerdegegnerin
vorgenommene Prüfung des Integritätsschadens (Erw. 6b des angefochtenen
Entscheids mit Hinweis auf UV-act. 80). Der angefochtene Entscheid, welcher die
Zusprechung einer Rente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 20 % bestätigte
und einen Anspruch auf Integritätsentschädigung verneinte, lässt sich daher nicht
beanstanden.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG