Decision ID: 6bc996c9-1c3e-4e60-ba52-10367ef7842b
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1949, war bei der
Y._
AG
tätig und damit
ab
3
1.
Dezember 1998 bei der Pensionskasse der Schlatter-Gruppe
vorsorge
ver
sichert
, als er im April 2014 das ordentliche Pensionierungsalter von 65
Jahren erreichte (
Urk.
2/12).
Ab Mai 2014 richtete die
Pensionskasse der Schlatter-Gruppe
gestützt auf
ein
Altersguthaben von
Fr.
505‘932.90
und einen
regle
men
ta
rischen
Umwandlungssatz
von 6.3
% monatliche
Altersrenten
leistungen
von Fr.
2‘656.20 (jährlich
Fr.
31‘874.40) aus (
Urk.
2/15).
2.
Am
8.
Juli 2015 erhob
X._
Klage gegen die
Pensionskasse der Schlatter-Gruppe
mit dem Antrag,
es sei ab Mai 2014 eine
jährliche
Altersrente
von Fr.
39‘690.00 plus Zins zu 5
%
ab Klageerhebung zuzusprechen, unter Kosten und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten (
Urk.
1 S. 2).
Mit Klageantwort vom
4.
September 2015 schloss die Pensionskasse der Schlat
ter-Gruppe auf Abweisung der Klage unter Kostenfolge (
Urk.
8). Mit Replik vom
9.
Dezember 2015 (
Urk.
14) beziehungsweise Duplik vom 1
5.
Januar 2016 (
Urk.
18) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.
Von Amtes wegen wurden die Reglemente der Beklagten, Ausgabe 1999 und Ausgabe 2005 als
Urk.
21/1-2 zu den Akten genommen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
Der Kläger
begründete sein
e
Klage
damit, dass er 49 Jahre bei der Firma
Y._
tätig und davon 43 Jahre vorsorgeversichert gewesen sei. Die Arbeit
geberin habe ihre Angestellten anfänglich bei der "
Z._
"
vorsorgeversi
chert
. Per Ende 1998
sei
die Versicherungsdeckung aus beruflicher Vorsorge des Klägers in die Pensionskasse der Schlatter-Gruppe über
führt
worden
. Für die Mitarbei
ter, welche unter den Verträgen
der "
Z._
" versichert
gewesen seien
,
habe das Reglement der
Beklagten
von 1999 eine Übergangsregelung enthalten.
Gemäss d
ieser Übergangsregelung habe
die Pension
skasse der Schlatter-Gruppe das
projizierte Alterskapital bei der
Z._
-Ve
rsicherung (BVG- und Zusatzver
s
icherung zusammen) zum Stand 3
1.
Januar 1998
garantiert
.
In der PK-Mittei
lung
No
2/99 sei die Besitzstandswahrung versprochen und die Differenz zum alten Betrag ohne zeitliche Limitierung garantiert worden. Überdies sei in der Mitteilung
No
3/00 garantiert worden, dass die alten Versicherungsleistungen
solange aufgeführt
würden
, bis diese kleiner seien als die
Leistungen
der Beklagten und
es sei
auch
vermerkt worden
,
dass
es
sich hierbei
um einen “echten Besitzstand“
handle
.
Dieses
garantierte Alterskapital habe für den Kläger Ende 1998
Fr.
629'999.
--
betragen. Dieser Besitzstand sei dem Kläger mehr
fach
(u.a.
Leistungsausw
e
i
s 2000, 2001, 2002)
zugesicherte worden
. Der
Ver
siche
rungsausweis
des Jahres 2006 habe dann keine Hinweise mehr auf irgend
welchen Besitzstand enthalten, weshalb sich der Kläger 2006 an den
Stiftungs
rat
gewandt und die fehlenden
Besitzstände
moniert habe
. Dieser
habe erklärt
, die Besitzstände seien
aufgrund eines Beschluss
es
des Stiftungsrates
für alle
Mit
arbeiter gestrichen worden.
Ein gerichtliches Vorgehen habe der Kläger damals aus Angst vor negativen Konsequenzen an seinem Arbeitsplatz verscho
ben.
Seit
Ende April 2014 sei er pensioniert und erhalte eine jährliche Alters
rente von
Fr.
31'874.40
gestützt auf ein
Altersguthaben von
Fr.
505'932.90 und
einen
Umwandlungssatz von 6.3
%
. Dieser Umwandlungssatz sei in der Zwi
schenzeit gesenkt und nicht garantiert
worden
. Garantiert worden sei
hin
gegen das Alterskapital von Fr.
629'999.--
,
was beim Umwandlungssatz von 6.
3
%
einen Rentenans
pruch von
Fr.
39'690.--
ergebe
(
Urk.
1 S. 3 ff.).
Replicando
führte d
er Kläger
aus, er
sei
der
einzige Versicherte mit einer indi
vidu
ellen Zusicherung gewesen.
Ein
Sanierungskonzept
sei nicht
ersichtlich,
und es gehe
einzig um eine
Reglementsänderung
,
die nicht mitgeteilt worden sei und mit
welche
r der zugesicherte
Besitzstand
aufgehoben werden soll
t
e
, ohne dass die wirtsch
aftliche Notwendigkeit festgestanden habe oder feststehe
und
auch nicht
kommuniziert und belegt worden sei
.
Dafür, dass die
Opfer
symmetrie
verletzt
sei
, gebe es keine Anhaltspunkte oder Zahlen
und
für eine allfällige Unterdeckung seien die Geschäftsführung und Stiftungsräte verant
wortlich.
Dem Kläger sei
zwar ein projiziertes Alt
erskapital zum Stand
vom
3
1.
Januar 1998 garantiert worden. Das heisse
jedoch nicht, dass d
iese Garantie unter der Anna
hme
gestan
den habe
, dass die überne
hmende Pensionskasse (Beklagte)
sein Alterskapital regelmässig zu 4
%
hätte verzinsen
müssen.
In der Besitzstandswahrung
sei
ein Al
terskapital in einem Betrag von
Fr.
629'999.
--
garantiert
worden und
nicht eine Verzinsung.
Dies hange damit zusammen,
dass der Kläger bei der "
Z._
"
besser versichert gewesen
sei
.
Auch
sei
ihm später dieser Besi
tzstand individuell
und nicht ein Zinsverlauf
zugesichert wor
den
.
Der Kläger wolle für sich nicht einfach eine Besserstellung entgegen der Entwicklung seines Alterskapitals
,
sondern die Altersrente, welche sich aus dem individuell zugesicherten Besitzstand ergebe
.
Dazu habe er etwa auch Beiträge vor der Einführung des
Obligatoriums
1985 geleistet. Dafür sei er bei der "
Z._
" besser versichert gewesen. Die
sen Besitzstand hätte die "
Z._
" wohl auch erwirtschaftet. Er
sei
nicht verantwortlich dafür, dass es der Beklagten
angeblich nicht wie anderen Pensionskassen gelungen
sei
, eine solche Perfor
mance zu erreichen.
Die Beklagte könne sich somit n
icht auf die "
clausula
rebus
sic
stantibus
" berufen
.
Sie
berufe sich lediglich rückwirkend auf eine Unterde
ckung, mit welcher sie nie argumentiert habe und welche nicht belegt sei. Unabhängig vom Ausgang des
Verfahrens
seien deshalb die Kosten der Beklag
ten aufzuerlegen (
Urk.
14
).
1.2
Demgegenüber führte die Beklagte aus,
um die J
ahrtausendwende
habe sie sich
in einer signifikanten Unterdeckung
befunden und im
Zeitpunkt des Inkrafttre
tens der
Reglementsänderung
am
1.
Januar 2005
habe
die Vorsorgeeinrichtung
noch
einen Deckungsgrad von 93.
8
%
aufgewiesen
. V
om Stiftungsrat
seien des
halb
Sanierungsmass
nahmen ergriffen worden
. Die
Reglementsänderung
sei somit nicht in einer Situation
erfolgt
, in welcher die Vorsorgeeinrichtung
risi
kofähig
gewesen wäre
,
sondern
in einem Zeitpunkt
,
in
dem sie
über ke
inerlei Wertschwankungsreserven
oder freie Mittel verfügt
habe
.
Durch die Sanierungs
massnahmen mit einer Null- und Minderverzinsung
des
Alterskapi
tals
und der Altersguthaben hätten
sich
auch die
Altersguthaben des Klägers nicht mehr entsprechend der Annahme der 90
ig
er
Jahre entwickelt
, in denen
das projizierte Altersguthaben mit e
inem Zins von 4
%
berechnet worden sei
. P
er Datum des Altersrücktritts
habe das Altersguthaben des Klägers folglich auch nicht den projizierten Wert erreicht.
In der
Reglementsänderung
wie in der PK-Mitteilung vom September 2006 sei den Destinatären die Aufhebung der
Besitzstands
regelung
mitgeteilt worden
.
Von der Aufhebung dieser
Leistungs
garantie
seien alle ab diesem Zeitpunkt berenteten ehemaligen Angestellten der Stifterfirma betroffen
gewesen
wie auch die Angestellten,
die
bereits
im Jahr 2005
im Dienste der Stifterfirma
gestanden hätten
. Für sie alle
sei
aufgrund der Aufhe
bung der gegebenen Zusicherung eine Abweichung der
Kapitalent
wicklung
gegen
über dem projizierten Altersguthaben 1999 ein
getreten.
Der
Gleich
be
handlung
sei damit Rechnung getragen. Demgegenüber verlange d
er Kläger für sich eine Besserstellung gegenüber dem gesamten Versichertenbe
stand, nament
lich den aktiven sowie de
n
ab dem Jahr 2006 pensionierten Ver
sicherten
indem er verlange
, dass ihm zu Lasten aller anderen Versicherten die durch die Sanierungs
massnahmen nicht gutgeschriebenen Zinserträge nach
träglich über die Besitzstand
sgarantie doch noch zu Gute kommen sollen.
Wäre dies der Fall, hätte er überhaupt nicht
s
zur Sanierung der Vorsorgeeinrichtung beigetragen.
Auf die früher p
rognostizierten Werte, die als Besitzstand garan
tiert
worden seien
,
könne sich der K
läger nicht mehr berufen (
Urk.
8
S. 4
ff.
).
Duplicando
führte die Beklagte aus,
d
ie Zusicherung eines projizierten
Alters
kapi
tals
basiere immer auf der Annahme,
dass das Alterskapital entspre
chend bekannten B
eiträgen weiter aufgebaut
und ebenfalls mit entsprechend
bekann
ten Zinssätzen jeweils verzinst werde
. Bezüglich der Verzinsung
seien
Ver
änderungen
eingetreten
,
die
das oberste Organ vera
nlasst
hätten
, zur Wieder
herstellung
und Aufrechterhaltung des finanziellen
Gleichgewichts auf die gegeben
en
Zusagen zurückzukommen und diese aufzuheben.
Worauf die Unter
deckung der Beklagten zurückzuführen sei, interessiere hierbei nicht
.
Anhaltspunkte, dass die Unterdeckung
au
f Misswirtschaft zurückzuführen sei,
würden sich keine ergeben, weshalb die Behauptung, die auch
haftungsrechtli
che
Verantwortlichkeiten impliziere
,
zurückzuweisen
sei
.
Die Höhe der ausge
richteten Altersrente entspreche
dem vorhandenen Altersguthaben. Dieses sei
durch Beiträge und Verm
ögenserträge gebildet worden
. Für ein höheres
Alters
guthaben
best
ehe
weder ein Rechtsanspruch noch eine finanzielle Grundlage
(
Urk.
18)
.
2
.
2
.1
Zentraler Streitpunkt und für den Ausgang des v
orliegenden Verfahrens ent
schei
dend ist die Frage
, ob eine früher gegebene Zusicherung durch
ein spä
teres
Reglement
aufgehoben werden kann oder nicht.
2
.2
2
.2.1
In der Mitteilung der
Y._
AG
an alle Mitarbeitenden
vom 23.
Okto
ber 1998 wurde
festgehalten, dass
intensive Diskussionen und Beratun
gen im Zusammen
hang mit einer Neuausrichtung der eigenen Personalvorsorge
geführt worden seien
.
In diesem Zusammenhang hätten die
Expertenberichte gezeigt, dass die bisherige gesplittete Vorsorge aufgehoben und eine umhül
lende Lösung angestrebt werden sollte.
D
ie Mitglieder des Kassa
vorstandes und
des
Stiftungs
rates
hätten sich deshalb für
eine ei
gene autonome Pensionskasse
im Sinne einer
eigene
n
Stiftung
mit Rückversicherung der Risik
oleistungen
entschieden
.
Hierzu gehöre auch
die Erstellung eines neuen Vorsorgereglements, die genaue Überprüfung des bisherigen Risikoverlaufs und die Aufstellung eines neuen Leistungs- und Finanzierungsplans, wobei in diesem Punkt
der Grundsatz
gelte, dass das bisherig
e
Leistungsniveau beibehalten werde und die
Regle
ments
ände
rung
die erworbenen Rechte der Versicherten nicht schmälern dürfe
(
Urk.
15/4).
2.2.2
In d
er Übergangsregelung zum Reglement vom
1.
Januar 1999
(
Urk.
2/2)
wurde festgehalten,
dass
zusätzlich zu den Leistungen gemäss Reglement der Pensi
ons
kasse der Schlatter Gruppe vom
1.
Januar 1999 für Versicherte, welche am 3
1.
Dezember 1998 bei der Schlatter-Gruppe unter den Verträgen der
Z._
versichert gewesen
seien
,
die
folgende Rechte
gelte
n
:
„
1.
Falls bei der neuen Pensionskasse der Schlatter-Gruppe die Altersleistungen bei gleichem Lohn und gleichen Beschäftigungsverhältnissen im Zeitpunkt der
Pensionieru
ng tiefer sein sollten als das projizier
te Al
terskapital bei der
Z._
Versicherung (BVG- und Zusatzversicherung zusammen) Stand 3
1.
Januar 1998, so garantiert die Pensionskasse der Schlatter-Gruppe diese Differenz.
2.
Falls bei der neuen Pensionskasse der Schlatter-Gruppe die
Invaliden
leistun
gen
bei gleichem Lohn und gleichen Beschäftigungsver
hältnissen im Zeitpunkt der Invalidisierung tiefer sein sollten als die
Invali
denleistungen
bei der
Z._
Versicherung (BVG- und Zusatzversicherung zusammen) Stand 3
1.
Dezember 1998, so garantiert die Pensionskasse der Schlatter-Gruppe diese Differenz.
3.
Falls bei der neuen Pensionskasse der Schlatter-Gruppe die
Todesfall
leistun
gen
bei gleichem Lohn und gleichen Beschäftigungsver
hältnissen im Zeitpunkt der Pensionierung tiefer sein sollten als die
Todes
fallleistungen
bei der
Z._
Versicherung (BVG- und Zusatzversicherung zusammen) Stand 3
1.
Dezember 1998, so garantiert die Pensionskasse der Schlatter-Gruppe diese Differenz.
Diese Ü
bergangsregelung ist Bestandteil des Reglements vom
1.
Januar 1999.
“
2.2.3
In der PK-Mitteilung vom 1
6.
Februar 1999
wurde
ausgeführt
, im Zusammen
hang mit dem Übertritt von der alten Lösung in die neue
Pensionskasse
der Schlatter-Gruppe sei die Besitzstandwahrung versprochen worden. Es könne nun sein, dass bei einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der neuen Vorsorgelösung bei gleichem Lohn und bei gleichen Beschäftigungsverhältnis
sen entweder die aufgerechneten Altersleistungen oder die Invalidenleistungen gegenüber der bisherigen Variante tiefer seien. Aufgrund der
Besitzstand
wahru
ng
bedeute
dies
, dass die Pensionskasse der Schlatter-Gruppe bei Ein
treffen eines entsprechenden Ereignisses die Differenz zwischen dem alten und dem neuen Betrag garantiere
,
sodass
keine Leistungseinbusse bestehe
(
Urk.
2/4).
2.2.4
In d
er Zusammenstellung vom
1
0.
Februar 1999 der Pensionskasse der Schlat
ter
-
Gruppe
wurde
n
tabellarisch
die
Versicherungsleistungen
für den Kläger unter der
alten Vorsorgeeinrichtung
im Jahr
1998 den Leistungen
aufgrund des neuen Reglements
per
1999
gegenübergestellt. Z
um
Alterskapital
, das unter der alten Vorsorgeeinrichtung mit
Fr.
629‘99
9.
--
und neu nur noch mit
Fr.
620‘097.--
beziffert wurde
,
erfolgte der Vermerk
,
„Das alte Alterskapital wird garantiert“. Sodann
erfolgte der Hinweis
, die Angaben 1998 würden auf einer pro
visorischen Abrechnung der
Z._
Versicherungsgesellschaft
basieren (
Urk.
2/3
).
2.2.5
Gemäss
dem Vorsorge
ausweis
der Pensionskasse der Schlatter-Gruppe
wurde
n
das Kapital der Freizügigkeitsleistungen für den Kläger per
1.
Januar 2000 mit
einem Total von
Fr.
247‘109.--, das projizierten Kapital bei Pensionierung
bei
einem Zins von 4
%
mit
Fr.
621‘139.
--
und der Besitzstand
mit
Fr.
629‘
999.--
aufgeführt (
Urk.
2/7).
Im
Vorsorgeausweis
per
1.
Januar 2001 wurde
n
das
Alterskapital mit
Fr.
265‘973.--, das
projizierten Kapital bei
einem Zins von 4
%
mit
Fr.
623‘409.-- und wiederum ein Besitzstand mit
Fr.
629‘999.-- aufgeführt (
Urk.
2/8).
In einem weiteren
Ausweis per
1.
Januar 2002
wurde
n
das
Alterskapital mit
Fr.
285‘697.--, das projizierten Kapital bei einem Zins von 4
%
mit
Fr.
625‘594.-- und der Besitzstand mit
Fr.
629‘999.-- vermerkt (
Urk.
2/9).
Gemäss Ausweis
per
1.
Januar 2004
betrug
das Alterskapital
Fr.
315‘600.
--.
Unter
„Voraussichtlicher
Altersleistungen be
i Pensionierung im Alter von 65“
wurde das Alterskapital
mit
Fr.
431‘283.
--
(Besitzstand)
a
ngegeben
(
Urk.
2/10
/
2
und 2/11
).
Per
1.
Januar 2005
wurde
das aktuelle Alterskapital
am
3
1.
Dezember 2004 mit
Fr.
326‘368.85, das voraussichtliche Altersguthaben bei Pensionierung
im Alter 65 - jeweils mit dem Hinweis „Besitzstand“
-
mit Fr.
443‘830.--, das voraus
sicht
liche Guthaben bei einem Zins
satz
von 2
%
mit
Fr.
512‘930.-- und bei einem Zinss
atz von 3
%
mit
Fr.
551‘243.
--
aufgeführt
(
Urk.
2/12).
2.2.6
In der am
8.
September 2006 verfassten PK-Mitteilung an
die
Destinatäre der Pensions
kasse der Schlatter-Gruppe
wurde
unter
dem Titel
Besitzstände
auf die Einführung des Reglements 2005 per
1.
Januar 2005 hingewiesen
,
mit dem
sämtliche früheren Reglemente und Weisungen ersetzt worden seien. In dies
em Zusammenhang sei
auch die im Jahr 1999 gewährte Besi
tzstandsregelung
entfallen.
Es wurde festgehalten, dass
es
a
ufgrund der finanziellen Situation nicht möglich
sei
, die
Unterdeckung allein mit Hilfe der
Kapitalerträge
zu behe
ben
. D
er Stiftun
gsrat
habe deshalb Sanierungsmassnahme angeordnet,
sollte sich
die
finanzielle Lage
der Kasse nicht drastisch verbessern (
Urk.
2/13 S.
2 f.).
2.2.7
Im Schreiben vom 1
5.
Januar 2007 der Beklagten an den Kläger wurde auf eine Besprechung mit dem Kläger im Dezember 2006 und dessen Wunsch auf eine schriftliche Stellungnahme
Bezug genommen
.
Festgehalten wurde, dass i
n den Gesprächen, wie auch im Informations
schreiben, welche
s
an sämtliche
Destina
täre
gegangen sei,
erläutert
w
orden sei
, dass die
seinerzeitige
Übergangsrege
lung
als Bestandteil des Reglements
vom
1.
Januar
1999 deklariert wurde und diese
mit der Einführung des neuen Reglements per 1.
J
anuar 2005 ausser Kraft gesetzt worden sei.
Ferner
sei
darauf hin
zu
weisen, dass das g
ültige Reglement
jederzeit auch
gegenüber
Vorsorgeausweisen Vorrang habe
.
Gemäss
Art.
51 des Reglements 2005
seien mit dem
Ink
raft
treten
alle bish
erigen Reglemente und Weisungen
ersetzt worden
und
in
den
Vorsorgeausweis
en
sei der Hinweis erfolgt, dass die Angab
en zur Orientierung dienten und betreffend die
effektiven Leistungen
sowie dem
Kreis der Begünstigten
das zum Zeitpun
kt gültige Regle
ment massgebend sei.
Auch sei i
m Ausweis (2004/2005)
der Hinweis
erfolgt, dass d
ieser alle früheren Ausweise
ersetze und die
Grundlage das gültige Reglement
bilde
und
bei Abweichungen der auf d
em Ausweis gemachten Anga
ben
zum
Reglement
das
aktuelle Reglement
gelte
(
Urk.
9/2)
.
3.
3.1
Die berufliche Vorsorge beruht auf dem Kapitaldeckungsverfahren; eine
Vor
sorge
einrichtung
kann daher nicht (auf Dauer) Leistungen erbringen, die mit dem vorhandenen Kapital nicht finanzierbar sind (BGE 135 V 382 E. 10.5). Die Vorsorgeeinrichtungen müssen jederzeit Sicherheit dafür bieten, dass sie die übernommenen Verpflichtungen erfüllen können (
Art.
65
Abs.
1 des Bundes
gesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen und
Invaliden
vorsorge
, BVG). Bei Unterdeckung sind sie daher verpflichtet, Sanierungsmass
nahmen zu treffen (
Art.
65d
Abs.
1 BVG). Eine Unterdeckung besteht, wenn das verfügbare
Vor
sorgevermögen
das versicherungstechnisch notwendige
Vor
sorge
kapital
nicht d
eckt (vgl.
Art.
44
Abs.
1
der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinter
lassenen- und Invalidenvorsorge, BVV 2).
3.2
Massnahmen zur Behebung einer Unterdeckung müssen auf einer regle
mentari
schen Grundlage beruhen und der besonderen Situation der
Vorsorge
ein
rich
tung
, insbesondere den Vermögens- und
Verpflichtungs
strukturen
wie den
Vor
sorge
plänen
und der Struktur und der zu erwartenden Entwicklung des Bestandes der Versicherten sowie der Rentnerinnen und Rentner Rechnung tra
gen. Sie müssen verhältnismässig, dem Grad der Unterdeckung angemessen und Teil eines ausgewogenen Gesamtkonzeptes sein. Sie müssen zudem geeignet sein, die Unterdeckung innerhalb einer angemessenen Frist zu beheben (
Art.
65d
Abs.
2 BVG
; BGE 138 V 366 E. 3
).
3.3
Die Rechtsbeziehungen zwischen versichertem Arbeitnehmer und privater
Vor
sorge
einrichtung
werden im Bereich der weitergehenden beruflichen Vor
sorge durch den Vorsorgevertrag geregelt. Auf diesen von der Lehre und Recht
sprechung den
Innominatverträgen
sui generis zugeordneten Vertrag ist der Allgemeine Teil des Obligationenrechts anwendbar (
Art.
1-183 OR). Regle
ment oder Statuten stellen den vorformulierten Inhalt des Vorsorgevertrages dar, ver
gleichbar Allgemeinen Vertrags- oder Versicherungsbedingungen, denen sich
der Versicherte konkludent, durch Antritt des Arbeitsverhältnisses und unwidersprochen gebliebene Entgegennahme von Versicherungsausweis und
Vorsorge
reglement
, unterzieht. Bei der Anwendung von statutarischen und reglementa
rischen Bestimmungen im weitergehenden Vorsorgebereich ist zu berück
sichtigen, dass die Vorsorgeeinrichtungen in der Ausgestaltung der Leistungen und deren Finanzierung grundsätzlich autonom sind (
Art.
49 BVG). Dabei haben sie jedoch das Gebot der Rechtsgleichheit, das Willkürverbot und das
Ver
hältnismässigkeitsprinzip
zu beachten. Die Rechte der Versicherten dür
fen nur so weit beschränkt werden, als dies für die sachgerechte Durchführung des Vorsorgeverhältnisses erforderlich
ist
.
Das Reglement einer
Vorsorgeein
richtung
kann im weitergehenden Bereich nur dann einseitig, ohne Einver
ständnis des Destinatärs, abgeändert werden, wenn sie sich diese Möglichkeit in einer Klausel vorbehält, die vom Destinatär bei Abschluss des Vorsorgevertrags ausdrücklich oder stillschweigend gebilligt worden ist
(BGE 138 V 366 E. 4)
.
3.4
Eine Änderung von Statuten oder Reglement ist grundsätzlich zulässig, soweit die neue Regelung mit dem Gesetz vereinbar und nicht willkürlich ist, nicht zu einer ungleichen Behandlung der versicherten Personen führt sowie deren wohlerworbene Rechte nicht beeinträchtigt (BGE
138 V 366 E. 4,
137 V 105 E.
6.1 mit Hinweisen).
Als erworbene Rechte sind laufende Leistungen anzuse
hen, welche von der Vorsorgeeinrichtung fest zugesagt worden sind
(
Thomas
Geisser
/C
h
ristoph
Senti
,
in
:
Schneider/
Geisser
/
Gächter
, Handkommentar zum BVG und FZG,
Art.
91
Ziff.
26
)
.
Nicht erworben sind
demgegenüber
Ansprüche auf künftige Leistungen vor Eintritt des rentenbegründenden Ereignisse
s, die
etwa
als
blosse
Anwartschaften
von dem im gesamten Bereich des Privatrechts geltenden Grundsatz der Nichtrückwirkung nicht betroffen sind (Thomas
Geisser
/Christoph
Senti
,
a.a.O.
,
Ziff.
5 mit Hinweisen zu
Art.
1 und Art.
4 des Schlusstitels des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, ZGB).
4.
4.1
4.1.1
Aufgrund der von der Beklagten eingereichten Buchhaltungsunterlagen mit den Jahresabschlüssen 2002 bis 2007 und 2010 bis 2014 sind in Gegenüberstellung des vorhandenen Stiftungskapitals zum notwendigen Deckungskapital die fol
genden Deckungsgrade ak
t
en
kundig:
2002, 89.68
%
(
Urk.
9/3a S. 9); 2003, 93.89
%
(
Urk.
9/3b S. 9); 2004, 93.8
%
(
Urk.
9/3c S. 9); 2005, 9
7.5
%
(
Urk.
9/3d S. 16);
2006, 101.0
%
(
Urk.
9/3e S. 16);
2007, 101.2
%
(
Urk.
9/3f S. 16); 2009, 100.2
%
;
2010, 99.4
%
(
Urk.
9/4a S. 19);
2011, 96.1
%
(
Urk.
9/4b S. 20); 2012, 95.0
%
(
Urk.
9/4c S. 20); 2013, 93.8
%
(
Urk.
9/4d S. 22); 2014, 101.8% (
Urk.
9/4e S. 19).
4.1.2
Gemäss
Art.
47 des Reglements
der Beklagten
vom
1.
Januar 1999
kann
der Stiftungsrat
das Reglement jederzeit unter Wahrung der erworbenen Ansprüche der Versicherten, insbesondere an Änderungen der gesetzlichen und
aufsichts
rechtlichen
Bestimmungen, anpassen (vgl.
Urk.
21/1 S. 31).
Dieselbe
Bestim
mung
enthält das
Reglement
2005 in
Art.
5
0.
G
emäss
Art.
51
des Regle
ments 2005 tritt dieses per
1.
Januar 2005 in Kraft
und ersetzt
alle bisherigen Regle
mente und Weisungen
(
Urk.
21/2 S. 24 f.)
.
Gemäss
Art.
9
Ziff.
2 des Reglements 2005 ist bei einer Abweichung zwischen Vorsorgeausweis und dem Reglement das Reglement massgeben
d
(
Urk.
21/2 S. 8).
4.1.3
D
amit
ist erstellt
, dass mit dem neuen Reglement 2005 nicht nur das vorgängige
Reglement
1999
,
sondern auch die dazu gehörende Übergangsregelung zum Reglement vom
1.
Januar 1999 (E. 2.2.2) aufgehoben wurde
n.
Unbestritten ist, dass
das
an
sämtliche
Destinatäre gerichtete
Reglement
dem Kläger
bekannt war
.
Im Weiteren ist auch erstellt
, dass
dem Kläger
mit
Schreiben vom
8.
September 2006
(E.
2.2.6
)
einerseits
die
Tragweite des neuen
Reglements
in Bezug auf
den bisherigen
Besitzstand
verdeutlicht wurde und
er
anderseits
auf
grund der
Unterdeckung
der Vorsorgeeinrichtung
auch
darüber orientiert
wurde, dass
weitere
Sanierungsmassnahmen
durch den Stiftungsrat
in Aussicht gestellt werden
(vgl.
Urk.
1 S. 5
und E. 2.2.6 hiervor
).
4.1.4
D
ie Sicherstellung des finanziellen Gleichgewicht
s
der Vorgeneinrichtung (
Art.
65
Abs.
1 BVG)
gehört
zu den dauernden Aufgaben des Stiftungsrates und die Behebung von Unterdeckungen zu den vordringlich
st
en Massnahme
n (
vgl.
Weisungen des Bundesrates vom 2
7.
Oktober 2004 über Massnahmen zur Behe
bung von Unterdeckungen in der beruflichen Vorsorge
BBl
2004 6789
Ziff.
21).
Nachdem i
m Zeitpunkt
des Inkrafttretens des Reglements
2005
die Beklagte gemäss ihren
Buchhaltungsunterlagen
eine erhebliche
Unterdeckung
bereits in den Vorjahren
2002 bis 200
4
aus
ge
wies
en
hat
te
(vgl. E. 4.1
.1
hiervor
)
, waren
Sanierungsmassnahmen
nicht nur
notwendig
,
sondern die Vorsorgeeinrichtung verpflichtet
,
weitergehende
Massnahmen zu ergreifen
,
um die Unterdeckung zu beheben
.
Aufgrund der Abgabe der Informationsschreiben über die jeweiligen Jahresabschlüsse
und
der
PK-Mitteilungen
an die Destinatäre
sowie
aufgrund von
Intranet Publikationen
(vg
l.
Urk.
9/3b
S. 12
,
Urk.
9/3c S. 12
,
Urk.
9/3d S. 3
) musste
die
finanzielle
Lage der Vorsorgeeinrichtung
auch dem Kläger bekannt sein.
D
ie
von ihm
in
diesem Zusammenhang
geäusserten Zweifel an der Rich
tigkeit der einger
eichten Jahresabschlüsse
sind
nicht substantiiert
(vgl.
Urk.
14 S. 4)
.
A
nhaltspunkte, dass die geprüften und genehmigten Jahresabschlüsse
nicht die tatsächlichen Verhältnisse im
jeweiligen
Zeitpunkt widerspiegeln,
was, wie die Beklagte richtig ausführte,
letztlich
auf eine Verfälschung der Bilanz
(vgl.
Urk.
18 S. 3) mit entsprechenden rechtlichen –
auch strafrechtlichen
–
Kon
sequenzen
hinaus
liefe,
ergeben sich nicht.
Ein
e
Nachprüfung mittels Exper
tise rechtfertigt sich damit nicht.
4.2
Zusammenfassend ist damit der
Sachverhalt
insofern
erstellt,
dass d
en Destina
tären
und damit
auch dem Kläger bekannt sein
musste
, dass mit dem neuen Reglement 2005 das alte Reglement 1999
ersetzt
wurde
und
auch die
Über
gangsregelung
zum Reglement vom
1.
Januar 1999 (E. 2.2.2) betreffend den Besitzstand
dahingefallen war.
I
m Zeitpunkt des Inkrafttretens des n
euen Reg
lements
ab
1.
Januar 2005
war
auch
bekannt,
das
s das
Vorsorgevermögen das versicherungstechnisch notwendige Vorsorgekapital nicht deckt
e
und
die Beklagte aufgrund der erheblichen Unterdeckung
in den Vorjahren trotz ergrif
fener Massnahmen
verpflichtet war
,
weitere
Sanierungsmassnahmen zu ergrei
fen.
D
ie
Sanierungsmassnahmen
zeitigten
mit
Nullzins
und Minderverzinsung des gesamten
B
V
G
-Altersguthabens (vgl.
Urk.
9/3b S. 12,
Urk.
9/3c S. 12 und
Urk.
9/3d S. 4
u
nd
S. 11
)
,
aber auch aufgrund von Einschüssen der Arbeitgebe
rin (vgl.
Urk.
9/3c S. 7 und
Urk.
9/3d S.
3)
,
offensichtlich Wirkung
, betrug doch die Unterdeckung per Ende 2005
noch
97.5
%
und präsentierte sich
die Rechnung ab
2006
bis
2010 bei
einem Deckungsgrad von
knapp über 100
%
als ausgeglichen bis zu einem erneuten Einbruch
in den
Jahr
en
2011 bis 2013 (vgl. E. 4
.
1.1 hiervor
).
4.3
Die sachlich begründeten
grundlegenden und unverzichtbaren
Sanierungs
mass
nahmen
bewirkten
aber
auch
, dass
das
projizierte
Altersguthaben
des Klägers, welches in den 90-iger Jahren
aufgrund eines
höheren Zins
(4
%
)
fest
gelegt
wurde
,
nicht mehr
die erwartete
Höhe
erreichte und letztl
ich die Renten
leistun
gen auf d
em tieferen Altersguthaben ausgerichtet wurden
.
Ob die
Aufhe
bung des
Bes
itzstandes vor diesem Hintergrund
dem Gebot der Gleichbe
handlung
gemäss
Art.
1f BVV 2
stand hält
,
ist
im Weiteren
zu
prüfen.
4.4
Vorliegend führt de
r vor Inkrafttreten des Reglements 2005 gewährte Besitz
stand
auf
das
projizierte
Alterskapital
zu einer deut
lichen Besserstellung
der
unter dem alten Reglement eingetretenen Arbeitnehmer gegenüber
denjenigen
,
die
später hinzugekommen
sind
.
Diese
hätten
im Falle einer Unterdeckung eine überproportionale Last z
u derer
Behebung
zu
tragen
,
da sich
die
Sanierungs
massnahmen mit einer Null-
oder
Minderverzinsung
nur in ihrem
B
V
G
-Alters
guthaben
niederschlagen würde
n
,
und
da
die Destinatäre mit Besitzstand
fak
tisch keinen Beitrag zur Sanierung leisten
würden, hätten sie
auch
noch
diesen Ausfall mit
zu
tragen.
Mit Blick auf die allgemeine
Entwicklung der
Leistungs
grundlagen
in der beruflichen Vorsorge
(
kontinuierlich
sinkende
Umwand
lungssätze
ohne absehbares Ende
, rückläufige Lohnentwicklungen
,
vgl. BGE 138 V 366 E. 6.3.1
mit Hinweisen
)
,
ist es in hohem Masse stossend, wenn nicht alle Destinatäre gleichermassen zu einer gesunden Vorsorg
eeinrichtung beitragen
und
ein Teilkollektiv
zu Lasten aller anderen Destinatäre
übermässig pro
fitiert.
Dies ist
insbesondere
dann der Fall, wenn eine grundlegende Verschlechterung der Finanzierungsbasis dazu führt, dass eine andere Gruppe desselben
Versi
chertenkollektivs
im Ergebnis massgeblich zur Finanzierung von Privilegien bei
tragen muss, die ihr selber nicht zugutekommen.
D
as Bundesgericht
erkannte,
dass unter solchen Umständen
selbst ein wohlerworbenes Recht in eine unzulässige Ungleichbehandlung umschlagen
kann
und d
as Prinzip der Opfersymmetrie
verletzt
ist
,
wenn bei der Finanzierung der Altersleistungen erhebliche Ungleichgewichte zwischen den noch längere Zeit aktiven
und den bereits pe
nsionierten Destinatären besteht
(BGE 138 V 366
E. 6.3.2).
4.5
Gleich muss es sich auch vorliegend verhalten
, entspricht doch die Aufhebung der Bestimmung Anfang 2005
sowohl
dem Gebot der Gleichbehandlung der Destinatäre
als auch gesamthaft betrachtet
dem
Verhältnismässi
gkeitsprinzip
. Demgegenüber verletzt
e
eine
Aufrechterhaltung des „Besitzstandes“ die
Opfer
symmetrie
.
Kommt hinzu, dass als wohlerworben und vertrauensgeschützt
nur diejenigen Leistungen betrachtet werden können, welche die Versicherten mit ihren Beiträgen und denjenigen
ihrer Arbeitgeber finanziert haben
(
vgl. E. 3.4
und BGE 134 I 23 E. 7.2)
,
was vorliegend
bei einem
projizierte
n
Alterskapital, welches im Jahr 1998
unter ganz anderen Rahmenbedingungen und ver
schiedenen
u
ngewissen
Param
e
ter
mit Blick
auf
eine
Pensionierung im Jahr 2014
festgelegt wurde,
nicht
der Fall ist.
Auch
im Hinblick
auf den
zeitliche
n Ablauf kann der Kläger nichts zu seinen Gunsten ableiten. Die
Ä
nderung
respektive die Aufhebung des „Besitzstandes“
erfolgte
mit
I
n
k
rafttreten des neuen Reglements am
1.
Januar 2005,
die
persönliche Besprechung mit
dem Kläger
per Ende 2006 und die
schriftliche Erörterung
über die Tragweite
per
Anfang
2007 (E. 2.2.7 hiervor). In der Folge wurden die
Vorsorgeausweise mit Auskunft über die Höhe des angesammelten Altersguthaben
s
jährlich zugestellt
(
vgl.
Urk.
21/2 S. 9) und auf dieser Basis
letztlich
die Altersrente ab Mai 2014
ausgerichtet
, bevor die Klag
e
schliesslich
am
8.
Juli 2015 erhoben wurde
.
Dies obschon
der Kläger
bereits
im Frühjahr 2004 Di
skussionen
betreffend
den „Besitzstand“ und
das
hochprojizierte Altersguthaben
mit der Beklagten
führte
und
bereits damals auf
die
jährliche
n
Schwankungen aufgrund
von
Zinsan
passung
mit
Nullzinsrunden
hingewiesen
wurde
(vgl.
Email-Korrespondenz vom
2
5.
März 2004,
Urk.
2/10/4
und
Urk.
2/10/1
)
.
Dass
der Kläger, welcher gemäss d
er
vorstehenden
Korrespondenz verlangte
,
sein ho
ch
pro
jiziertes
Altersguthaben
sei mit dem aktuellen Zins von 2.25
%
aufzuführen
,
trotzdem
davon ausging
,
i
h
m stehe unabhängig von den Sanierungsmassnahmen nach wie vor ein garantiertes Alterskapital gemäss der Hochrechnung im Jahr 1999 von
Fr.
629‘999
.
--
zu
,
leuchtet damit nicht ein. Jedenfalls verlangte er keine
gerichtliche Klärung der Sachlage
,
die
es der
Beklagte
n
je nach Ausgang
des
Verfahrens
damals
auch
bzw. noch
ermöglicht hätte
,
weitere Massnahmen
,
wie Rückstellungen
in Betracht zu ziehen
.
V
ertrauensrechtliche
Erwartungen stellen sic
h in dieser Hinsicht,
wenn
überhaupt
,
auf Seiten
der Beklagten
,
nachdem der Kläger über Jahre
hin
die
Reglementsänderung
,
die Sanierungsmassnahmen
wie auch die Vorsorgeausweise unwidersprochen
gelten liess
.
Dies erklärt auch
,
weshalb
sich die
Beklagte
erst
in der Klageantwort einlässlich zum
Rechtsbe
gehren
des Klägers äusser
te
, respektive äussern konnte
.
Vor diesem Hintergrund ist
aber auch
d
er
Antrag, die Kosten seien
unabhängig vom Ausgang des Ver
fahrens
der Beklagten
aufzuerlegen
mit d
er Begründung, diese
berufe sich lediglich rückwirkend auf eine Unterdeckung, mit welcher sie nie argumentiert habe
(vgl.
Urk.
14
S. 10 f.
)
, nicht stichhaltig
.
Bei Kostenlosigkeit des Verfahrens erweist sich der Antrag ohnehin als obsolet.
Damit
ist die Klage
insgesamt
unbegründet und
abzuweisen
.
Ausgangsgemäss steht dem Kläger keine Prozessentschädigung zu.