Decision ID: aa5aa243-9005-417c-8f88-3b9c43595b3b
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Am 5. Juli 2004 reiste A._, geboren 1948, Staatsangehöriger der Volksrepublik China,
zusammen mit seiner damaligen Ehefrau M._, geboren 1970, und seinem Sohn S._,
geboren 1994, in die Schweiz ein. Einen Tag später ersuchten A._ unter falscher
Identität, X._, geboren 1948, und seine mitgereiste Familie bei der Empfangsstelle
Kreuzlingen um Asyl. Am 14. Oktober 2004 lehnte das Bundesamt für Flüchtlinge
(heute Staatssekretariat für Migration) die Asylgesuche der Familie ab und verfügte
deren Wegweisung aus der Schweiz (vgl. Vorakten, S. 93 ff.). Die Familie kam der
Ausreisepflicht nicht nach und hielt an ihren Angaben fest. Nachdem ein zweites
Asylgesuch am 9. August 2010 ebenfalls abgewiesen worden war (vgl. Vorakten, S.
244 ff.), reichte die Familie am 21. September 2010 beim Migrationsamt ein Gesuch um
vorläufige Aufnahme bzw. Erteilung einer Härtefallbewilligung ein (vgl. Vorakten, S. 320
ff.). Alle drei Familienmitglieder erhielten daraufhin am 7. März 2011 eine humanitäre
Aufenthaltsbewilligung (vgl. Vorakten, S. 378 ff.). Weil die Bemühungen von A._, unter
dem Namen X._ heimatliche Schriften zu erlangen, erfolglos blieben (vgl. Vorakten,
S. 408/419 und S. 441/444), stellte ihm das Bundesamt (heute Staatssekretariat) für
Migration einen vom 17. November 2014 bis 16. November 2019 gültigen Pass für eine
schriftenlose ausländische Person aus (vgl. Vorakten, S. 462, 485 und 619). Die
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Aufenthaltsbewilligung von A._ alias X._ wurde letztmals bis 3. März 2019 verlängert
(vgl. Vorakten, S. 636).
B.
Am 8. August 2018 wurde das Migrationsamt mittels anonymer Nachricht in Kenntnis
gesetzt, dass die wahre Identität von X._, geboren 1948, A._, geboren 1948, sei. Er
sei im Juli 2004 mit gültigem Touristenvisum über Malta in die Schweiz gelangt. Dort
habe er seinen Reisepass und alle weiteren Dokumente vernichtet. So seien den
Schweizer Behörden von Anfang an falsche Informationen vermittelt worden, um an
eine Bewilligung zu gelangen. In Wirklichkeit verfüge A._ alias X._ über einen gültigen
chinesischen Reisepass und eine gültige ID lautend auf den Namen "A._". Sowohl in
der Schweiz wie auch in China erhalte er hohe Altersrenten und besitze dort sogar ein
Haus. Zudem gebe er finanzielle Garantien ab, um chinesischen Frauen Visa zu
besorgen und deren illegalen Verbleib in der Schweiz zu ermöglichen (vgl. Vorakten, S.
481 ff.). Bereits kurz zuvor, am 30. Juni 2018, wurde X._ von der Flughafenpolizei
Zürich mit einem gültigen chinesischen Pass lautend auf seinen richtigen Namen "A._"
aufgegriffen (vgl. Vorakten, S. 487). Anlässlich einer darauffolgenden Befragung gab er
zu, dass er falsche Personalien angegeben habe und dass er im Juli 2004 mit einem
gültigen Touristenvisum über Malta in die Schweiz eingereist sei (vgl. Vorakten, S. 519
ff.). Das SEM entzog ihm mittels Verfügung vom 12. Oktober 2018 das schweizerische
Ersatzdokument umgehend (vgl. Vorakten, S. 503 ff.).
C.
Nachdem A._ das rechtliche Gehör gewährt worden war, verlängerte das
Migrationsamt dessen Aufenthaltsbewilligung mit Verfügung vom 13. Juni 2019 nicht
mehr und wies ihn an, die Schweiz spätestens 60 Tage nach Rechtskraft der Verfügung
zu verlassen (act. 20, 1.2). Grund der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung
war, dass er die Schweizer Behörden bewusst und mehrfach getäuscht und damit
gegen das Ausländerrecht in schwerer Weise verstossen hatte. Zudem sei es im
öffentlichen Interesse, bei Kenntnis eines derartig gravierenden Verstosses keine
weitere Aufenthaltsbewilligung mehr auszusprechen. Auch eine Ausreise sei ihm
zuzumuten, da er den grössten Teil seines Lebens in China verbracht habe und noch
rege Kontakte in sein Heimatland pflege, insbesondere zu seiner in China wohnhaften
Lebenspartnerin. Auch sei der Kontakt zu seinem in der Schweiz lebenden Sohn von
China aus möglich und seine adäquate gesundheitliche Versorgung in China
sichergestellt. Gegen diesen Entscheid erhob A._ am 20. Juni 2019 Rekurs mit dem
sinngemässen Antrag, dass ihm die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern sei. Er
begründete seinen Antrag unter anderem damit, dass seine beiden Namen echt seien
und ein Leben in China ihm nicht zugemutet werden könne (act. 20, 1.1).
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D.
Mit Strafbefehl vom 7. Juli 2020 wurde A._ wegen mehrfacher Täuschung von
Behörden nach Art. 118 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und
Ausländer und über die Integration (SR 142.20, AIG) sowie wegen Vergehens gegen
das Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung (SR 831.30, ELG) nach Art. 31 Abs. 1 lit. a ELG schuldig
gesprochen und zu einer bedingten Geldstrafe von 130 Tagessätzen und einer Busse
von CHF 300 verurteilt (act. 20, 9.1). Das Untersuchungsamt St. Gallen gelangte zum
Ergebnis, dass A._ aufgrund der falschen Angabe seines Namens ("X._") sowie der
falschen Angabe seines Geburtsdatums (1948) die Behörden während des
Bewilligungsverfahrens willentlich getäuscht habe. Sodann habe er die Behörden bis
ins Jahr 2019 bei jeder Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung erneut getäuscht,
indem er wesentliche Tatsachen verschwiegen habe. Zudem habe er bei der jährlichen
Abgabe des ausländerrechtlichen Formulars angegeben, dass er ohne Schriften in
China sei, was nicht zugetroffen habe. So habe sich während einer Kontrolle der
Flughafenpolizei vom 30. Juni 2018 gezeigt, dass er einen chinesischen Reisepass,
lautend auf seinen richtigen Namen "A._" (chinesische ID Nr. 000_) besass (vgl.
Vorakten, S. 511 ff., S. 538 ff., S. 582 sowie S. 633). Das Untersuchungsamt St. Gallen
stellte überdies fest, dass er gegenüber der Sozialversicherungsanstalt des Kantons
St. Gallen (SVA) unwahre und unvollständige Angaben gemacht hatte, so weil er unter
anderem absichtlich verschwiegen hatte, dass er in China eine Rente in der Höhe von
monatlich zwischen 1'012 und 4'720 Chinesischen Renminbi Yuan (umgerechnet
CHF 135.64 bis CHF 632.62) erhielt. Mit der Folge, dass ihm in der Schweiz zu hohe
Ergänzungsleistungen periodisch ausbezahlt wurden, obwohl er darauf - zumindest
teilweise – gar keinen Anspruch gehabt hätte.
Das Sicherheits- und Justizdepartement wies mit Entscheid vom 28. September 2020
den Rekurs von A._ ab mit der Begründung, dass der Widerrufsgrund von Art. 62
Abs. 1 lit. a AIG erfüllt sei und das öffentliche Interesse an der Fernhaltung von A._
dessen privaten Interesse überwiege. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung
sei verhältnismässig und die Voraussetzung für eine vorläufige Aufnahme nach Art. 83
AIG nicht gegeben. A._ habe daher die Schweiz innert 60 Tagen ab Rechtskraft der
Verfügung des Migrationsamts zu verlassen (act. 2).
E.
A._ (Beschwerdeführer) erhob beim Sicherheits- und Justizdepartement (Vorinstanz)
gegen dessen am 28. September 2020 versandten Entscheid mit Eingaben vom
2. Oktober 2020 und vom 4. Oktober 2020 Beschwerde. Die Vorinstanz übermittelte die
Eingaben sowie ein weiteres, nicht datiertes Schreiben des Beschwerdeführers
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zuständigkeitshalber dem Verwaltungsgericht. Der Beschwerdeführer ergänzte die
Beschwerde am 20. Oktober 2020. Er beantragt sinngemäss, der vorinstanzliche
Entscheid sei aufzuheben. Er macht geltend, dass er die mit dem Strafbefehl vom
7. Juli 2020 ausgefällte Geldstrafe beglichen habe und damit die Angelegenheit erledigt
sein sollte. Ausserdem sei ihm eine Ausreise innert 60 Tagen nicht möglich, da er ein
älterer Mann sei und mit vielen Krankheiten zu kämpfen habe (act. 1). Seinem Gesuch
um unentgeltliche Rechtspflege entsprach der zuständige Abteilungspräsident mit
verfahrensleitender Verfügung vom 20. Oktober 2020.
Mit Vernehmlassung vom 22. Oktober 2020 verwies die Vorinstanz auf die Erwägungen
im angefochtenen Entscheid und beantragte, die Beschwerde sei abzuweisen. Der
Beschwerdeführer wandte sich am 21. Dezember 2020 und am 29. Dezember 2020 mit
verschiedenen weiteren Eingaben ans Gericht.
Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen des
Beschwerdeführers zur Begründung seines Antrags sowie die Akten wird, soweit
entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Der Beschwerdeführer
ist Adressat des angefochtenen Entscheids und hat ein eigenes schutzwürdiges
Interesse an dessen Aufhebung (Art. 64 VRP i.V.m. Art. 45 Abs. 1 VRP). Die
Beschwerde gegen den am 28. September 2020 versandten Entscheid wurde mit
Eingaben vom 2. Oktober 2020 (Poststempel: 1. Oktober 2020) und 4. Oktober 2020
rechtzeitig erhoben und erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 20. Oktober 2020 in
formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 sowie Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist
somit einzutreten.
2.
Am 1. Januar 2019 ist die Revision des (vormaligen) Bundesgesetzes über die
Ausländerinnen und Ausländer ([Ausländergesetz]; SR 142.20, AuG), welches neu
Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration
([Ausländer- und Integrationsgesetz]; SR 142.20, AIG) heisst, in Kraft getreten. Gemäss
Art. 126 Abs. 1 AIG bleibt das bisherige materielle Recht auf Gesuche anwendbar, die
vor Inkrafttreten des neuen Rechts eingereicht worden sind. Ob die Eröffnung des
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Verfahrens auf Gesuch hin oder von Amtes wegen erfolgte, ist unerheblich (M.
Spescha, in: Spescha et al., Kommentar Migrationsrecht, 5. Aufl. 2019, N 1 zu Art. 126
AIG). Der Beschwerdeführer reichte das – beim Migrationsamt am 16. Januar 2019
eingegangene und schliesslich abgewiesene – Gesuch um Verlängerung seiner
Aufenthaltsbewilligung nach dem 1. Januar 2019 – die Verfallsanzeige, auf welcher er
ohne Angabe von Ort und Datum um Verlängerung ersuchte, datiert vom 2. Januar
2019 – ein (vgl. Vorakten, S. 583/584). Mithin richtet sich das Gesuch nach den am
1. Januar 2019 in Kraft getretenen Bestimmungen des Ausländer- und
Integrationsgesetzes.
3.
Umstritten ist, ob die Aufenthaltsbewilligung, welche dem Beschwerdeführer erstmals
am 7. März 2011 erteilt wurde, erneut zu verlängern ist. Als Grund einer
Nichtverlängerung kommt der Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 1 lit. a AIG i.V.m.
Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG in Frage. Hat der Ausländer einen Widerrufgrund gesetzt und
stellt er eine hinreichende schwere und gegenwärtige Gefährdung der öffentlichen
Ordnung, Sicherheit oder Gesundheit dar, ist die Verhältnismässigkeit eines Widerrufs
bzw. einer Nichtverlängerung der Bewilligung zu prüfen (vgl. Art. 96 Abs. 1 AIG). Dies
erfordert eine Abwägung der privaten – und gegebenenfalls öffentlichen – Interessen an
einem weiteren Verbleib des Beschwerdeführers in der Schweiz einerseits und der
öffentlichen Interessen an der Beendigung seines Aufenthalts anderseits unter
Berücksichtigung aller wesentlichen Umstände des Einzelfalls (vgl. dazu BGer
2C_468/2019 vom 18. November 2019 E. 3.2).
Nach Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG liegt ein Widerrufsgrund vor, wenn die betroffene Person
absichtlich, mit dem Willen eine Aufenthaltsbewilligung zu erschleichen, falsche
Angaben gemacht oder wesentliche Tatsachen verschwiegen hat. Ausländerinnen und
Ausländer sind nach Art. 90 AIG verpflichtet, an der Feststellung des massgebenden
Sachverhalts mitzuwirken; sie müssen insbesondere zutreffende und vollständige
Angaben über die für die Regelung des Aufenthalts wesentlichen Tatsachen machen
(lit. a), die erforderlichen Beweismittel unverzüglich einreichen oder sich darum
bemühen, sie innerhalb einer angemessenen Frist zu beschaffen (lit. b) und ein –
gültiges heimatliches – Ausweispapier beschaffen oder bei dessen Beschaffung durch
die Behörden mitwirken (lit. c; Art. 89 und Art. 13 Abs. 1 AIG). Für die Feststellung des
Sachverhalts ist die zuständige Behörde regelmässig auf die Mitwirkung der
ausländischen Person angewiesen.
3.1.
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Der Beschwerdeführer ist am 5. Juli 2004 zusammen mit seiner Familie in die Schweiz
eingereist. Einen Tag nach seiner Einreise ersuchte er bei der Empfangsstelle in
Kreuzlingen um Asyl. Bei der Erstbefragung gab er an, nie über einen chinesischen
Pass verfügt zu haben, sondern nur über eine Identitätskarte. Diese sei ihm jedoch
bereits in China von den Schleppern abgenommen worden (vgl. Vorakten, S. 24).
Ferner gab er an, sein Name sei X._ und er sei 1948 in China geboren (vgl. Vorakten,
S. 13 ff.). Nach der Ablehnung zweier Asylgesuche wurde der Beschwerdeführer
schliesslich mit einer humanitären Aufenthaltsbewilligung am 7. März 2011 vorläufig in
der Schweiz aufgenommen. Im Zusammenhang mit der Verlängerung seiner
Aufenthaltsbewilligung hat der Beschwerdeführer jeweils ebenfalls unter Angabe des
Namens X._ heimatliche Schriften zu erlangen versucht. Weil diese Bemühungen
erfolglos blieben, stellten ihm die zuständigen Schweizer Behörden schliesslich im
November 2014 einen Pass für einen schriftenlosen Ausländer aus (Vorakten, S. 619).
Bereits am 9. Juli 2015 war das Generalkonsulat der Volksrepublik China in Zürich
dann indes doch in der Lage, dem Beschwerdeführer einen gültigen, auf den Namen
"A._" lautenden chinesischen Reisepass auszustellen (vgl. act. 24.3), welcher –
ebenfalls durch das Generalkonsulat in Zürich – am 29. März 2018 erneuert wurde
(Vorakten, S. 487). Mit diesem Pass wies sich der Beschwerdeführer anlässlich einer
Kontrolle gegenüber der Flughafenpolizei Zürich am 30. Juni 2018 aus (vgl. Vorakten,
S. 531 und S. 536 ff.). Mittels anonymer Nachricht vom 8. August 2018 wurde dem
Migrationsamt mitgeteilt, dass die wahre Identität des Beschwerdeführers "A._" sei
und er seit Beginn des Bewilligungsverfahren in der Schweiz den Behörden falsche
Informationen vermittle, um an Bewilligungen zu gelangen (Vorakten, S. 481 ff.).
Während der Einvernahme durch die Kantonspolizei St. Gallen vom 13. November
2018 gab der Beschwerdeführer zu, den Behörden in der Schweiz falsche Personalien
angegeben zu haben (Vorakten, S. 520). Die Aufenthaltsbewilligung des
Beschwerdeführers wurde unter anderem am 2. März 2016 bis 3. März 2017 (Vorakten,
S. 472), am 20. Januar 2017 bis 3. März 2018 (Vorakten, S. 475) und – letztmals – am
17. Januar 2018 bis 3. März 2019 (Vorakten, S. 478) verlängert. Weder auf den diesen
Verlängerungen zugrundeliegenden Gesuchsformularen (Vorakten, S. 470/471,
S. 473/474, S. 476/477) noch auf dem am 16. Januar 2019 eingegangen – letztlich
abgewiesenen – Gesuch (Vorakten, S. 583/584) machte der Beschwerdeführer – wie
auf den Formularen jeweils verlangt – Angaben zur Nummer seines chinesischen
Passes, über den er seit 9. Juli 2015 verfügte und der am 29. März 2018 erneut
verlängert worden war, oder zu dessen Gültigkeitsdauer.
Damit steht fest, dass der Beschwerdeführer im Bewilligungsverfahren falsche und –
unbestrittenermassen – unvollständige Angaben im Sinn von Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG
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gemacht und wesentliche Tatsachen – insbesondere den Besitz eines am 9. Juli 2015
ausgestellten und am 29. März 2018 erneuerten offiziellen chinesischen Passes –
verschwiegen hat. Durch dieses Vorgehen ist der Beschwerdeführer seiner ihn
treffenden Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AIG nicht nachgekommen. Seine
Darstellung, es handle sich bei dem Namen "X._" um seinen Lieblingsnamen und viele
Chinesen würden im Ausland andere Namen benutzen (vgl. Vorakten, S. 519 ff.),
vermag daran nichts zu ändern. Zwar erscheint im chinesischen Reisepass, den das
chinesische Generalkonsulat in Zürich für den Beschwerdeführer am 9. Juli 2015
ausstellte, unter dem Titel "OBSERVATIONS" der Hinweis "The name of this passport
bearer may also be spelled as X._" (Vorakten, S. 567). Das Ausstelldatum für den
chinesischen Pass – kurz nach Ausstellung eines CH-Passes für eine schriftenlose
ausländische Person in der Schweiz aufgrund der angeblichen Unmöglichkeit,
chinesische Schriften zu erlangen – sowie der Umstand, dass der Beschwerdeführer zu
diesem Zeitpunkt bereits seit mehreren Jahren unter dem – falschen – Namen in der
Schweiz aufgetreten war, lässt ohne Weiteres den Schluss zu, dass es sich dabei nicht
um einen in chinesischen Verhältnissen üblichen Zweit- oder Drittnamen, sondern
vielmehr um eine vom Beschwerdeführer bei der Ausstellung ausdrücklich gewünschte
zusätzliche Angabe handelt. Mit Blick auf die ausführliche Erklärung der hiesigen
Behörden, jegliche Informationen während des Bewilligungsverfahrens darzulegen, ist
die Bemerkung des Beschwerdeführers, er habe ausschliesslich den Zweitnamen
aufgrund der verständlicheren Ausspracheform genannt, nicht schlüssig (vgl. Vorakten,
S. 837 ff.) und auch nicht relevant. Die Unterschiede der beiden Namen gehen im
Übrigen über blosse Abweichungen in der Aussprache oder in der Schreibweise weit
hinaus. Dem Beschwerdeführer konnte und musste vielmehr bewusst sein, dass er
lediglich unter seinem – richtigen – Namen "A._" heimatliche Identitätspapiere
erlangen konnte und nicht unter dem in der Schweiz verwendeten Namen "X._". Das
Vorliegen eines Widerrufsgrundes kann entsprechend zweifellos bejaht werden.
Zu prüfen ist damit die Verhältnismässigkeit der streitigen Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit gemäss Art. 5 Abs. 2
BV – wie er auch nach Art. 8 Abs. 2 der Konvention zum Schutz der Menschenrechte
und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) zur Gewährleistung des Privatlebens des sich
zwischenzeitlich seit mehr als zehn Jahren in der Schweiz aufhaltenden
Beschwerdeführers zu beachten ist – verlangt, dass eine behördliche Massnahme für
das Erreichen des im öffentlichen oder privaten Interesse liegenden Ziels geeignet und
erforderlich ist und sich für den Betroffenen in Anbetracht der Schwere der
Grundrechtseinschränkung als zumutbar erweist. Erforderlich ist dabei eine vernünftige
3.2.
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Zweck-Mittel-Relation. Eine Massnahme ist unverhältnismässig, wenn das angestrebte
Ziel mit einem weniger schweren Grundrechtseingriff erreicht werden kann (vgl. dazu
BGer 1B_119/2016 vom 21. März 2017 E. 3.4.1 mit Hinweis auf BGE 140 I 353 E. 8.7).
Die öffentlichen Interessen an der Verweigerung einer ausländerrechtlichen Bewilligung
müssen die ihnen gegenüberstehenden privaten – und gegebenenfalls auch
öffentlichen – Interessen an deren Erteilung in dem Sinn überwiegen, dass sich der
Eingriff als notwendig erweist (BGE 139 I 145 E. 2.2; 135 I 153 E. 2.2.1). Bei der
Interessenabwägung sind namentlich die Schwere des Verschuldens, der Grad der
Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die der betroffenen
Person und ihrer Familie drohenden Nachteile zu beachten (BGE 139 I 31 E. 2.3.3 mit
Hinweisen BGE 135 II 377 E. 4.3).
Der Beschwerdeführer lebt zwischenzeitlich seit fast 17 Jahren (Einreise am 5. Juli
2004) in der Schweiz, was jedoch im Kontext mit seinem Alter von 72 Jahren (geb.
1948) nicht als lebensprägender Aufenthalt einzustufen ist. Der Inhalt seiner in
deutscher Sprache verfassten Eingaben an das Gericht lässt sich zuweilen nicht
eindeutig erfassen. Dieser Umstand kann indessen kulturell bedingt sein. Immerhin
scheint der Beschwerdeführer über einen elementaren Wortschatz und grundlegende
grammatikalische Kenntnisse der deutschen Sprache zu verfügen, was – zusammen
mit den von ihm absolvierten aus- und weiterbildenden Kursen – auf eine gewisse
sprachliche Integration schliessen lässt. Wie vom Beschwerdeführer dargestellt, pflegt
er in der Schweiz vor allem regen Kontakt zu seinem ebenfalls hier lebenden
erwachsenen Sohn, S._, geboren 1994 (vgl. act. 20, 1.1 sowie Vorakten, S. 837).
Sonstige in der Schweiz erwähnenswerte gesellschaftliche Verflechtungen oder andere
nennenswerte sozialen Beziehungen sind beim Beschwerdeführer nicht auszumachen
und werden von ihm auch nicht angeführt, was insgesamt eher auf einen schwachen
Integrationswillen hindeutet (vgl. dazu BGer 1D_1/2017 vom 24. Mai 2017 E. 7.4.2).
Demgegenüber pflegt der Beschwerdeführer eine wesentliche persönliche Beziehung
mit seiner in China lebenden Partnerin, die er dort denn auch besucht und trifft (vgl.
Vorakten, S. 771 ff.). Der Beschwerdeführer ist bereits 72 Jahre alt und klagt über
körperliche Gebrechen (vgl. Nervosität, Magenbeschwerden, Rheuma, Schlaflosigkeit
sowie Appetitlosigkeit). Inwiefern diese – nicht unüblichen Altersgebrechen wirklich
vorhanden sind, lässt sich aufgrund der Akten nicht schlüssig beantworten, da hierzu
keine ärztlichen Atteste vorliegen. Ebenso, ob er die behaupteten chinesischen
Medikamente, welche er offenbar in beträchtlichen Mengen in die Schweiz einführt
oder einführen lässt, selbst braucht oder sie an andere Personen vermittelt. Eigenen
Angaben zufolge kann er diese Medikamente ausschliesslich in China erhalten.
Letztlich übersieht er damit aber, dass dieser Umstand im Gegensatz zu dem von ihm
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angestrebten Verbleib in der Schweiz eher für eine Ausreise in sein Heimatland spricht
(vgl. Vorakten, S. 718 ff.). Strafrechtlich fällt der Strafbefehl vom 7. Juli 2020 wegen
mehrfacher Täuschung von Behörden nach Art. 118 Abs. 1 AIG und wegen Vergehens
nach Art. 31 Abs. 1 lit. a ELG ins Gewicht, weil er zur Erlangung persönlicher und
finanzieller Vorteile verschiedene Behörden mit zahlreichen unwahren Aussagen
getäuscht hat. Dass der Beschwerdeführer darüber hinaus während seines längeren
Aufenthalts in der Schweiz sowohl strafrechtlich – abgesehen von seiner damaligen
Auffassung nach auch in der Schweiz zulässigen, gegenüber seinem Sohn in der Zeit
zwischen August 2006 und November 2007 begangenen Tätlichkeiten (vgl. Vorakten,
S. 237 f.) – als auch schuldbetreibungsrechtlich nicht weiter aufgefallen ist, kann nicht
als ausserordentliche Bemühung um Integration qualifiziert werden, sondern ist
vielmehr auch von in der Schweiz lebenden Ausländerinnen und Ausländern zu
erwarten. Insgesamt betrachtet ist das dem Beschwerdeführer im Strafbefehl vom
7. Juli 2020 angelastete Verschulden ausländerrechtlich als schwer zu bezeichnen.
Dies umso mehr, als er während vielen Jahren willentlich gegenüber den Behörden
falsche Angaben zu seiner Person machte und so nicht nur mehrere (u.a.
ausländerrechtliche) Bewilligungen und einen CH-Pass für schriftenlose Personen
sowie zu hohe Ergänzungsleistungen unrechtsmässig erhielt, sondern im Wissen um
seine wahre Identität über Jahre beträchtlichen Aufwand für die hiesigen Behörden und
die mit ihm befassten Stellen verursachte. Sobald der Beschwerdeführer über einen
CH-Pass als schriftenloser Ausländer verfügte, war es ihm – entgegen aller früheren
Beteuerungen und Behauptungen – umgehend möglich, sich ein gültiges chinesisches
Reisepapier ausstellen zu lassen und danach mehrfach in sein Heimatland zu reisen.
Auch das vordergründig unterwürfige, gleichzeitig aber auch fordernde und
widersprüchliche Auftreten des Beschwerdeführers gegenüber den Behörden weist auf
ein fehlendes Schuldbewusstsein hin und zeigt vielmehr dessen unbedingten Willen,
mit allen – selbst unrechtmässigen Mitteln – in der Schweiz verbleiben zu wollen (vgl.
Vorakten, S. 10 ff.). Ebenso wirken die von ihm immer wieder an die Behörden
gestellten hohen Geldforderungen (CHF 55'000 in act. 7, CHF 60'000 in act. 12),
welche seine Ausreisewilligkeit beflügeln sollten, äusserst dreist und entkräften
gleichzeitig seine Behauptung, aufgrund seiner körperlichen Gebrechlichkeit nicht nach
China ausreisen zu können. Wie der anonymen Nachricht vom 8. August 2018 zu
entnehmen ist (vgl. Vorakten, S. 481 ff.), soll der Beschwerdeführer zudem finanzielle
Garantien an Frauen in China abgegeben haben, um deren Verbleib in der Schweiz
ermöglichen zu können. Ob diese Behauptung den Tatsachen entspricht oder nicht,
lässt sich anhand der Akten nicht klären, weshalb es für den Ausgang des vorliegenden
Verfahrens ausser Acht zu lassen ist. Abschliessend bleibt noch festzuhalten, dass der
Beschwerdeführer auch bei einer Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und der
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4.
Mit dem Hinweis auf sein Alter und seinen Gesundheitszustand beanstandet der
Beschwerdeführer die von der Vorinstanz festgesetzte Frist zur Ausreise von sechzig
Tagen nach Rechtskraft der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung als zu kurz.
Gemäss Art. 64d Abs. 1 AIG ist mit der Wegweisungsverfügung eine angemessene
Ausreisefrist zwischen sieben und dreissig Tagen anzusetzen. Eine längere
Ausreisefrist ist anzusetzen oder die Ausreisefrist wird verlängert, wenn besondere
Umstände wie die familiäre Situation, gesundheitliche Probleme oder eine lange
Aufenthaltsdauer dies erfordern. Die Erstreckung der Ausreisefrist weit über den
gesetzlichen Regelrahmen von sieben bis dreissig Tage hinaus darf indes nicht dazu
dienen, der weggewiesenen Person faktisch eine Bewilligungsverlängerung zu
gewähren. Im Zusammenhang mit der Frage der Angemessenheit der Ausreisefrist ist
von Bedeutung, ab wann die ausländische Person damit hat rechnen müssen, dass sie
das Land in Zukunft möglicherweise zu verlassen haben wird. Diese Möglichkeit hat sie
bereits ab dem Zeitpunkt des erstinstanzlichen Wegweisungsentscheids in Betracht zu
ziehen. Allerdings wird vor Eintritt der Rechtskraft von ihr nicht erwartet, dass sie nicht
rückgängig zu machende organisatorische Massnahmen trifft (vgl. BGer 2C_487/2020
vom 17. August 2020 E. 6.3.1 mit Hinweisen auf weitere Rechtsprechung). Die
Möglichkeit der ausnahmsweisen Verlängerung oder Erstreckung über die Frist von
dreissig Tagen hinaus dient auch nicht dazu, den Ausländer, für den rechtskräftig
festgestellt ist, dass er keinen gültigen Anwesenheitstitel (mehr) hat und ausreisen
muss, erst auf den Zeitpunkt zur Ausreise zu verpflichten, da er alle hiesigen
Angelegenheiten abschliessend geregelt hat und etwa eine allenfalls vielmonatige
Kündigungsfrist für die Auflösung eines langjährigen Mietvertrags mit langen
Kündigungsfristen einhalten kann (vgl. BGer 2C_634/2018 vom 5. Februar 2019
E. 8.3.1 mit Hinweis auf 2D_36/2017 vom 24. Oktober 2017 E. 2.4).
Den Akten ist zu entnehmen, dass Reisen für den Beschwerdeführer – insbesondere
auch in sein Heimatland China – nicht etwas Aussergewöhnliches sind. Es mag sein,
dass die Reisevorbereitungen aufgrund seines Alters möglicherweise etwas mehr Zeit
in Anspruch nehmen. Soweit Fragen im Zusammenhang mit der Beendigung seines
bald siebzehnjährigen und damit langen (vgl. dazu BGer 2C_200/2017 vom 14. Juli
2017 E. 4.3) Aufenthalts in der Schweiz zu klären sind, liegt es nahe, dass ihn der in der
damit verbundenen Rückkehr nach China mit Blick auf die elektronischen
Kommunikationsmittel und die heutigen internationalen Reisemöglichkeiten die
Beziehung zu seinem in der Schweiz lebenden erwachsenen Sohn pflegen und
aufrechterhalten kann.
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Schweiz lebende und integrierte Sohn bei den Vorbereitungen soweit erforderlich
unterstützen kann. Ein Arbeitsverhältnis ist – soweit ersichtlich – nicht aufzulösen.
Besondere Umstände bei der Auflösung des Mietverhältnisses bringt der
Beschwerdeführer nicht vor. Die behaupteten gesundheitlichen Einschränkungen
belegt der Beschwerdeführer nicht. Sie würden im Übrigen auch nicht eine Planung der
Übertragung der medizinischen Betreuung in sein Heimatland erfordern. Die
verwaltungstechnischen Verhältnisse in China sind dem Beschwerdeführer bekannt.
Den Umgang mit chinesischen Behörden – wie sich in der Beschaffung eines
Reisepasses beim chinesischen Generalkonsulat in Zürich zeigt – ist er gewohnt. Die
Vorinstanz hat diesen besonderen Umständen ohne Verletzung des ihr zustehenden
Ermessensspielraums Rechnung getragen, indem sie die maximale Frist von dreissig
Tagen, die das Gesetz für den Regelfall vorsieht, verdoppelt hat. Soweit dem Vollzug
vorübergehend pandemiebedingte Hindernisse entgegenstehen sollten, ist es der
Vollzugsbehörde unbenommen, die Ausreisefrist entsprechend zu verlängern (vgl. BGer
2C_270/2020 vom 14. April 2020 E. 4.2.4).
5.
Der Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG ist gegeben. Das öffentliche Interesse
an der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung, und die damit gesicherte
öffentliche Ordnung, überwiegt die privaten Interessen des Beschwerdeführers an
seinem Verbleib in der Schweiz deutlich. Die Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung tangiert den Beschwerdeführer zwar schwer, jedoch besteht
weder ein besonders achtenswertes privates Interesse noch ein engerer Bezug des
Beschwerdeführers zur Schweiz, welche dessen Verbleib rechtfertigen würde. Die
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung ist vorliegend geeignet und erforderlich,
um das Asylwesen in der Schweiz zu schützen und die vom Beschwerdeführer
unrechtmässig erlangte Bewilligung zu entziehen. Dem Beschwerdeführer ist nach
Prüfung der Einzelheiten ohne Weiteres zuzumuten, sich in China wiedereinzugliedern,
da er auch während seines Aufenthalts in der Schweiz den kulturellen Bezug zu seinem
Heimatland nicht verloren hat, was eine Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung
für den Beschwerdeführer zumutbar macht. Die dem Beschwerdeführer angesetzte
Ausreisefrist von sechzig Tagen trägt den besonderen Umständen ausreichend
Rechnung. Die Beschwerde ist damit vollumfänglich abzuweisen.
6.
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von
CHF 2'000 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung; sGS
941.12). Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gehen die Kosten
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/13
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zulasten des Staates (Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 122 Abs. 1 lit. b der
Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zivilprozessordnung, SR 272, ZPO). Auf die
Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).