Decision ID: b32f9196-7c1b-4ba1-889c-ed5b3d411084
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch seine Eltern,
diese wiederum vertreten durch Advokat lic. iur. Martin Boltshauser, c/o procap,
Froburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,
gegen
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Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons
St. Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Ergänzungsleistung zur IV
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 28. Oktober 2009 zum Bezug von Ergänzungsleistungen
(EL) zu seinem IV-Taggeld an (EL-act. 21). Am 5. Januar 2009 habe er eine Ausbildung
als Schauspieler am Theater B._ begonnen (EL-act. 14-20/47 f.). Der Versicherte ist
seit seiner Geburt behindert und nach Erreichen seiner Volljährigkeit unter die elterliche
Sorge seiner Eltern gestellt worden (Präsidialverfügung der Vormundschaftsbehörde
C._ vom 25. September 2009; EL-act. 25). Die Mutter des Versicherten
unterzeichnete deshalb als seine Vertreterin die EL-Anmeldung mit.
A.b Die EL-Durchführungsstelle des Kantons St. Gallen verlangte in der Folge weitere
Unterlagen über die Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Eltern des
Versicherten sowie des Versicherten selbst ein (EL-act. 8, 10 und 15).
A.c Am 5. April 2010 gab die Mutter des Versicherten der EL-Durchführungsstelle an,
ihr Haus in C._ werde als Einfamilienhaus bewohnt. Zur Zeit wohnten alle drei
Personen in allen Wohnungen. Für die buchhalterische Berechnung könne man
annehmen, dass der Versicherte in der Wohnung 3 lebe, sie selbst in der Wohnung 2
und der Vater in der Wohnung 1. Alle Wohnungen würden gleich hoch eingeschätzt
(EL-act. 9-1/22). Gemäss der beiliegenden Verfügung der
Gebäudeversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen vom 5. September 2009 über die
Gebäudeklassierung und Versicherungswerte beträgt der Verkehrswert der
Liegenschaft in C._ Fr. 441'000.-- und der Eigenmietwert insgesamt Fr. 24'180.--.
Die Wohnungen im 1. und im 2. Obergeschoss haben je einen Mietwert von Fr.
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6'660.--, die Wohnung im 3. Obergeschoss hat einen Mietwert von Fr. 7'110.-- (EL-act.
9-3/22 f.). Gemäss Veranlagungsberechnung für die Steuerperiode 2008 besitzen die
Eltern des Versicherten weitere Liegenschaften, die zum Teil vermietet oder unbewohnt
sind (EL-act. 7-10/30 f.). Der Vater des Versicherten verdiente im Jahr 2008 netto Fr.
129'120.-- (EL-act. 9-22) und im Jahr 2009 Fr. 130'982.-- (EL-act. 14-47/47).
A.d Der Versicherte hat im Jahr 2009 gemäss seiner Steuererklärung ein Einkommen
(Lohn) von Fr. 1'460.-- erzielt und IV-Leistungen (Taggelder) von Fr. 2'958.-- erhalten.
Die Zinserträge betrugen Fr. 320.-- (EL-act. 7-15/30). Ab 1. Juni 2009 wohnte der
Versicherte während der Woche in D._ und bezahlte für seine Wohnung Fr. 610.-- im
Monat (EL-act. 14-7/47). Mit Verfügung vom 25. Februar 2010 sprach die IV-Stelle des
Kantons D._ dem Versicherten mit Wirkung ab 1. September 2009 eine
Hilflosenentschädigung mittleren Grades zu (EL-act. 13-1/8).
A.e Die EL-Durchführungsstelle führte eine Überschussberechnung der Eltern des
Versicherten durch. Dabei ergab sich bei Ausgaben von Fr 73'983.-- und Einnahmen
von Fr. 205'407.-- für das Jahr 2009 ein Einnahmenüberschuss von Fr. 131'424.--,
ohne dass das Vermögen in die Berechnung mit einbezogen wurde (EL-act. 5). Für das
Jahr 2010 ermittelte die IV-Stelle bei Ausgaben von Fr. 74'679.-- und Einnahmen von
Fr. 203'701.-- einen Einnahmenüberschuss von Fr. 129'022.-- (EL-act. 6).
A.f Bei der EL-Berechnung für den Versicherten für das Jahr 2009 berücksichtigte die
EL-Durchführungsstelle als Ausgaben Krankenkassenprämien von Fr. 804.--, den
maximalen Ansatz für die Mietzinskosten von Fr. 13'200.-- (bei effektiven
Mietzinskosten von Fr. 15'940.-- für die Wohnungen in D._ und C._) und einen
Lebensbedarf von Fr. 18'720.--, insgesamt Fr. 32'734.--. Als Einnahmen rechnete sie
ein Einkommen von Fr 1'460.--, IV-Taggelder von Fr. 11'856.--, einen Zinsertrag von
Fr. 266.-- sowie den Überschuss aus der EL-Rechnung der Eltern von Fr. 131'424.--
pro Jahr an, also insgesamt Fr. 145'006.--. Dies führte zu einem Einnahmenüberschuss
von Fr. 112'282.-- (EL-act. 4).
A.g Mit Verfügung vom 29. April 2010 wies die EL-Durchführungsstelle den EL-
Anspruch des Versicherten mit Wirkung ab 1. Januar 2010 ab. Bei für das Jahr
ermittelten Ausgaben von Fr. 34'992.-- und Einnahmen von Fr. 143'344.-- resultiere ein
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Einnahmenüberschuss von Fr. 108'352.-- (EL-act. 1). In der EL-Anspruchsberechnung
für das Jahr 2010 berücksichtigte die EL-Durchführungsstelle Krankenkassenprämien
in der Höhe von Fr. 3'072.--, einen Höchstmietzins von Fr. 13'200.-- und einen
Lebensbedarf von Fr. 18'720.--. Bei den Einnahmen rechnete sie einen
Vermögensverzehr von Fr. 387.--, ein Erwerbseinkommen von Fr. 1'460.-- (abzüglich
Fr. 1'000.-- Freibetrag und berücksichtigt zu 2/3), IV-Taggelder von Fr 11'856.--,
Zinserträge von Fr. 313.-- sowie den Überschuss der Eltern von Fr. 130'482.-- an (EL-
act. 1-2/2).
A.h Dagegen erhoben die Eltern des Versicherten am 23. Mai 2010 Einsprache und
machten geltend, das Einkommen des Versicherten sei falsch berechnet worden. Der
Versicherte habe keinen Anspruch auf das Einkommen, das in der Berechnung der
Eltern als Einnahmenüberschuss ermittelt worden sei, weshalb es in seiner Berechnung
nicht berücksichtigt werden dürfe. Verwandtenunterstützung nach Art. 328 bis 330 des
Zivilgesetzbuchs würde gemäss Art. 11 Abs. 2 lit. a ELG nicht angerechnet. Seit
September 2009 erhalte der Versicherte keinen Lehrlingslohn mehr. Die Verfügung sei
daher aufzuheben und der Antrag des Versicherten auf EL gutzuheissen (act. G 16).
A.i Mit Einspracheentscheid vom 17. August 2010 wies die EL-Durchführungsstelle
die Einsprache ab. Die Unterhaltsleistungen der Eltern an ihre volljährigen, sich in
Ausbildung befindenden Kinder seien voll anzurechnen. Dabei spiele es keine Rolle, ob
es sich um Geld oder Naturalleistungen handle (Wegleitung über die
Ergänzungsleistungen zur AHV und IV [WEL] RZ 2125ff.). Da der Versicherte seine
Ausbildung noch nicht abgeschlossen habe, hätten seine Eltern für den Unterhalt
aufzukommen, weshalb eine Überschussberechnung der Eltern vorgenommen worden
sei. Dabei sei lediglich das Einkommen der Eltern berücksichtigt worden, nicht jedoch
deren Vermögen. Auch ohne Anrechnung des Lehrlingslohns des Versicherten würde
bei einem Einnahmenüberschuss von Fr. 108'352.-- ein Überschuss verbleiben. Daher
bestehe kein EL-Anspruch (act. G 1.1).
B.
B.a Gegen diesen Entscheid liess der Versicherte, vertreten durch seine Eltern bzw.
diese vertreten durch procap am 17. September 2010 Beschwerde erheben und die
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nochmalige Prüfung der EL-Berechnung beantragen (act. G 1). Am 18. Oktober 2010
liess der Beschwerdeführer seine Begründung ergänzen. Es sei unbestritten, dass
effektiv geleistete Unterhaltsbeiträge als Einkommen in die EL-Berechnung einbezogen
werden müssten. Im vorliegenden Fall wohne der Beschwerdeführer als Volljähriger
noch bei seinen Eltern und werde von diesen unterstützt und betreut. Die
Beschwerdegegnerin habe keine Abklärung betreffend die effektiven Unterhaltsbeiträge
vorgenommen, sondern das ganze Einkommen der Eltern in die EL-Berechnung
einbezogen. Damit schiesse die Beschwerdegegnerin weit über das gesetzliche Ziel
der Anrechnung effektiver Unterhaltsbeiträge hinaus. Im umgekehrten Fall von Eltern
als EL-Bezügern und im gleichen Haushalt lebenden Kindern sehe das Gesetz vor,
dass der Einbezug der Kinder nicht nur bei den Einnahmen, sondern auch bei den
Ausgaben erfolge. So wie die Beschwerdegegnerin die Berechnung nun vorgenommen
habe, nehme sie von den Eltern das gesamte Einkommen in die Berechnung auf, ohne
aber die entsprechenden Abzüge zuzulassen. Die EL-Berechnung habe daher erneut
zu erfolgen (act. G 3).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom 25. Oktober
2010 die Abweisung der Beschwerde. Bei der Vergleichsberechnung der Eltern
resultiere ein Überschuss von Fr. 131'424.-- aus den Ausgaben von Fr. 73'983.-- und
den Einnahmen von Fr. 205'407.--. Dabei habe man das Nettovermögen von
Fr. 888'652.-- ausser Acht gelassen. Die EL-Berechnung für den Sohn sei korrekt (act.
G 5).
B.c In der Replik vom 11. Januar 2011 hielt der Beschwerdeführer an seinem Antrag
fest. Die von der Beschwerdegegnerin angewandte Berechnungsmethode führe zwar
zu einer Gleichstellung zwischen Eltern mit Kindern mit und ohne gesundheitliche
Beeinträchtigung. Doch werde nicht berücksichtigt, dass insbesondere beispielsweise
bei Kindern mit einer Lernbeeinträchtigung der Aufwand für die Betreuung
unverhältnismässig höher sei. Eltern verzichteten unter Umständen für die Betreuung
der Kinder auf eine Berufstätigkeit oder den Ausbau einer Berufstätigkeit. Ferner
könnten in dieser Zeitspanne Kinder ohne gesundheitliche Beeinträchtigung bereits mit
einem eigenen Erwerbseinkommen zur Finanzierung ihres Unterhalts beitragen. Daher
wäre es sinnvoller, die anzurechnenden familienrechtlichen Unterhaltsleistungen
gestützt auf Rz 2128 i.V.m. Rz 2067 der WEL zu bestimmen. Naturalleistungen würden
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anhand eines fixen Pauschalbetrags bestimmt, der im Fall des Beschwerdeführers für
volle Unterkunft und Verpflegung Fr. 11'880.-- pro Jahr betrage (act. G 12).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 14. Januar 2011 auf eine Duplik (act.
G 14).

Erwägungen:
1.
Auf 1. Januar 2008 ist ein neues Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG; SR 831.30) in Kraft getreten. Dieses
ersetzt das Gesetz vom 19. März 1965 in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen
Fassung. Seit dem 1. Januar 2011 sind weitere Gesetzesänderungen in Vollzug. Die
vorliegend umstrittene Frage der Anrechnung von elterlichen Unterhaltsleistungen bei
der EL-Berechnung ist davon nicht betroffen; diesbezüglich ist die materielle
Rechtslage unverändert.
2.
2.1 Gemäss Art. 4 Abs. 1 ELG ist Personen mit Wohnsitz und gewöhnlichem
Aufenthalt in der Schweiz, die ununterbrochen während mindestens sechs Monaten ein
Taggeld der IV beziehen (Art. 4 Abs. 1 lit. c ELG), ein Anspruch auf
Ergänzungsleistungen einzuräumen, wenn die von diesem Gesetz anerkannten
Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG). Die
anerkannten Ausgaben und die anrechenbaren Einnahmen, worin in bestimmtem
Umfang auch das Vermögen einbezogen ist, werden nach den in Art. 10 und 11 ELG
sowie Art. 11 bis 18 der Verordnung über Ergänzungsleistungen zur Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV; SR 831.301) festgelegten
Bestimmungen ermittelt. Als Einnahmen zu berücksichtigen sind unter anderem nach
Art. 11 Abs. 1 lit. h ELG familienrechtliche Unterhaltsbeiträge.
2.2 Der Beschwerdeführer, der am 3. August 2009 volljährig geworden ist, befand
sich seit 5. Januar 2009 in einer von der IV finanzierten erstmaligen beruflichen
Ausbildung zum Schauspieler (IV-act. 14-20/47 f.). Da der Taggeldanspruch erst mit
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Eintritt der Volljährigkeit auf 1. September 2009 bestand (Art. 22 Abs. 4 IVG), erhielt der
Beschwerdeführer für Januar bis August 2009 einen Lehrlingslohn in der Höhe von Fr.
1'460.-- (EL-act. 7-18/30). Die Ausbildung zum Schauspieler dauerte bis am 4. Januar
2011 (Taggeldverfügung vom 30. September 2009; EL-act. 22-1/6). Als Bezüger eines
IV-Taggeldes über eine Dauer von mehr als sechs Monaten ist der Beschwerdeführer
grundsätzlich EL-anspruchsberechtigt (Art. 4 Abs. 1 lit. c ELG). Die
Beschwerdegegnerin hat bei der EL-Berechnung des Beschwerdeführers den
Einnahmenüberschuss der Eltern einbezogen. Sie hat dies mit der Unterhaltspflicht der
Eltern gegenüber ihrem Sohn in erstmaliger Ausbildung begründet. Die Eltern und
gesetzlichen Vertreter des Beschwerdeführers verlangen statt der Anrechnung des
Einnahmenüberschusses die Berücksichtigung eines effektiv berechneten
Unterhaltsbeitrags beziehungsweise einer Pauschale für Unterkunft und Verpflegung in
Höhe von Fr. 11'880.--.
2.3 Die Anmeldung vom 28. Oktober 2009 ist bei der Beschwerdegegnerin am
12. November 2009 eingegangen (EL-act. 21-1/10). Nach Art. 12 Abs. 1 ELG besteht
der Anspruch auf eine jährliche EL ab Beginn des Monats, in dem die Anmeldung
eingereicht worden ist, sofern sämtliche gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Wird die Anmeldung für eine EL innert sechs Monaten seit der Zustellung der
Verfügung über eine Rente der AHV oder der IV eingereicht, so beginnt der EL-
Anspruch mit dem Monat der Anmeldung für die Rente, frühestens jedoch mit der
Rentenberechtigung (Art. 22 Abs. 1 ELV). Diese Regelung gilt sinngemäss auch für den
EL-Anspruch zur IV-Hilflosenentschädigung und zum IV-Taggeld. Die
Beschwerdegegnerin hat daher zu Recht den Anspruch des Beschwerdeführers ab
1. September 2009 geprüft.
2.4 Die Beschwerdegegnerin hat in der EL-Berechnung für das Jahr 2009 (EL-act. 4)
Krankenkassenprämien von Fr. 804.-- berücksichtigt. Dies entspricht dem Betrag der
individuellen Prämienverbilligung für das Jahr 2009. Diese betrug für Kinder im Jahr
2009 Fr. 804.--. Da der Beschwerdeführer am Stichtag vom 1. Januar 2009 noch nicht
volljährig war, ist ihm der Betrag von Fr. 804.-- als Krankenkassenprämie für das ganze
Jahr angerechnet worden. Bei einem EL-Anspruch ist ab 1. September 2009 jedoch die
höhere Krankenkassenprämie von Fr. 2'652.-- zu berücksichtigen, die der
Beschwerdeführer mit Erreichen der Volljährigkeit zu bezahlen hatte (Art. 25 Abs. 1 lit. c
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ELV). Für die Berechnung ab 1. Januar 2010 ist dann, wie dies die
Beschwerdegegnerin korrekt aufgeführt hat, die höhere individuelle Prämienverbilligung
für junge Erwachsene in der Höhe von Fr. 3'072.-- zu berücksichtigen (EL-act. 1-2/2).
2.5 Die Mietkosten hat die Beschwerdegegnerin folgendermassen ermittelt: Für die
Wohnung in C._ hat sie zum Eigenmietwert des Hauses von Fr. 24'180.-- eine
Nebenkostenpauschale von Fr. 1'680.-- hinzugezählt und durch drei geteilt, was
Fr. 8'620.-- ergibt. Diesem Betrag von Fr. 8'620.-- hat sie die Mietzinskosten von
Fr. 7'320.-- für D._ (12 x Fr. 610.--) hinzugerechnet, wo der Beschwerdeführer sich
während der Woche aufhielt. Dies ist sachgerecht, da für den monatlichen EL-
Anspruch die Kosten auf ein Jahr hochzurechnen sind. Insgesamt beträgt der
Mietzinsaufwand Fr. 15'940.--. Dabei ist nach Art. 10 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 ELG nur ein
Höchstmietzins von Fr 13'200.-- zu berücksichtigen. Zusammen mit einem
Lebensbedarf von Fr. 18'720.-- bei alleinstehenden Personen (Art. 10 Abs. 1 lit. a Ziff. 1
ELG) betragen die anrechenbaren Ausgaben des Beschwerdeführers für das Jahr 2009
insgesamt Fr. 34'572.-- und für das Jahr 2010 insgesamt Fr. 34'992.--.
2.6 Bei den Einnahmen hat die Beschwerdegegnerin das Einkommen des
Beschwerdeführers im Jahr 2009 (EL-act. 4) von Fr. 1'460.-- voll angerechnet. Da diese
Entschädigung mit dem Beginn der erstmaligen beruflichen Ausbildung durch die IV-
Taggelder abgelöst wurde, fällt sie für die EL-Anspruchsberechnung ab 1. September
2009 ausser Betracht. Hingegen ist das IV-Taggeld hochgerechnet auf das ganze Jahr
2009 von insgesamt Fr. 11'856.--zu berücksichtigen. Zudem hat die
Beschwerdegegnerin einen Zinsertrag von Fr. 266.-- sowie den Einnahmenüberschuss
der Eltern von Fr. 131'424.-- angerechnet (EL-act. 4). Für das Jahr 2010 hat sie den
Lohn von Fr. 1'420.-- zum Betrag von Fr. 387.-- angerechnet, obwohl dieser nicht zu
berücksichtigen ist, wie bereits ausgeführt. Sodann hat sie einen Zinsertrag von Fr.
313.-- sowie den Einnahmenüberschuss der Eltern von Fr. 130'482.-- bei den
Einnahmen angerechnet (EL-act. 1). Dass die Beschwerdegegnerin die
Hilflosenentschädigung bei den Einnahmen nicht berücksichtigt hat, ist nicht zu
beanstanden (Art. 11 Abs. 3 lit. d ELG).
2.7 Umstritten ist die Berücksichtigung des Einnahmenüberschusses aus der EL-
Berechnung der Eltern. Die Beschwerdegegnerin beruft sich dabei auf die Wegleitung
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des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV). Das BSV hat in der Wegleitung über
die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV (WEL) die Anrechnung von
familienrechtlichen Unterhaltsleistungen näher umschrieben (Rz. 2125 ff. in der hier
massgebenden, bis zum 31. Dezember 2010 gültigen Fassung). Verwaltungsweisungen
des BSV sind verbindliche Vorschriften an die Durchführungsorgane über die Art und
Weise, wie sie ihre Aufgaben zu erfüllen haben. Sie sind aber keine Rechtssätze,
sondern geben den Standpunkt des BSV über die Anwendung solcher wieder, d.h. die
Weisungen bedürfen keiner gesetzlichen Grundlage (ZAK 1984, S. 487; ZAK 1989,
S. 27; BGE 109 V 207; BGE 117 Ib 231). Sie können daher im Einzelfall vom Gericht
überprüft werden (ZAK 1989, S. 27). Gemäss Rz 2125 der WEL gehören zum voll
anrechenbaren Einkommen familienrechtliche Unterhaltsleistungen insbesondere im
Sinn der Artikel 125, 126 (sofern es sich um periodische Leistungen und nicht um in
einem oder mehreren Beträgen ausbezahltes Kapital handelt), 137, 163, 173, 176, 276,
277 und 285 ZGB. Unbestrittenermassen sind Unterhaltsleistungen der Eltern an ihre
volljährigen, sich in Ausbildung befindenden Kinder anzurechnen (Art. 277 Abs. 2 ZGB),
wie dies auch in Art. 11 Abs. 1 lit. h ELG festgehalten ist. Nicht als Unterhaltsbeiträge
gelten hingegen Verwandtenunterstützungen nach Art. 328 bis 330 ZGB. Diese sind
nach Art. 11 Abs. 3 lit. a ELG in der EL-Berechnung nicht zu berücksichtigen.
2.8 Die Beschwerdegegnerin hat den als Unterhaltsleistung eingesetzten Betrag
bestimmt, indem sie in Anlehnung an Art. 7 Abs. 2 ELV eine hypothetische "EL-
Berechnung" für die Eltern allein vorgenommen und den Überschuss festgesetzt hat.
Diesen Überschuss hat sie in der EL-Berechnung des Beschwerdeführers beim übrigen
Einkommen eingesetzt. Dabei ist zu beachten, dass der Beschwerdeführer im
Zeitpunkt der EL-Gesuchstellung bereits volljährig war und auch keinen Anspruch auf
eine Kinderrente begründete. Die Vorschriften über die Berechnung der
Ergänzungsleistung für Kinder (Art. 10. Abs. 1 lit. a und Art. 9 Abs. 5 lit. a ELG und
Art. 7 ELV) können demnach keine Anwendung finden. Es geht daher nicht an, auf die
von der Beschwerdegegnerin vorgesehene Weise den EL-rechtlich bestimmten
Einnahmenüberschuss der Eltern zu berechnen und diesen Einnahmenüberschuss
ohne weiteres voll als geschuldeten Unterhaltsbeitrag in dessen Rechnung
einzubeziehen. Denn auf diese Weise würde die Leistungsfähigkeit der Eltern
berechnet, indem ihnen im Hinblick auf den Unterhalt eines mündigen Kindes eine
Einschränkung bis auf das Existenzminimum nach ELG zugemutet würde. Es bliebe
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unberücksichtigt, dass die elterliche Unterhaltspflicht bei den EL nicht dafür in
Anspruch genommen werden kann, einen invaliditätsbedingt höheren Bedarf des
Kindes - der auch nicht bereits durch die Leistungen der Invalidenversicherung
ausgeglichen ist, welche für die invaliditätsbedingten (Mehr-) Kosten vorgesehen sind -
bis zum Existenzminimum nach ELG aufzufangen. Nach der Rechtsprechung zu
aArt. 3c Abs. 1 lit. h ELG, der identisch mit Art. 11 Abs. 1 lit. h ELG ist, ergibt sich, dass
die EL gegenüber den familienrechtlichen Unterhaltspflichten (im Gegensatz zu den
Unterstützungspflichten) subsidiäre Bedeutung haben (vgl. BGE 100 V 48). Die EL
bezwecken eine angemessene Deckung des Existenzbedarfs und sollen bedürftigen
Rentnern der AHV und IV ebenso wie Bezügern eines IV-Taggeldes oder einer
Hilflosenentschädigung der IV ein regelmässiges Mindesteinkommen sichern. Die
gesetzlichen Einkommensgrenzen (nun: der Lebensbedarf für Nichtheimbewohner)
haben die doppelte Funktion einer Bedarfslimite und eines garantierten
Mindesteinkommens (BBl 1964 II 691; BGE 113 V 280 mit Hinweisen). Daher kann
diese Subsidiarität der EL nicht so weit gehen, dass ein durch Invalidität bedingter
(erhöhter) Unterhaltsbedarf (beispielsweise bewirkt durch einen invaliditätsbedingten
Ausfall an Einnahmen) eines Kindes auf die zivilrechtliche Unterhaltspflicht der Eltern
abgewälzt wird. Invaliditätsbedingt notwendigen Mehraufwand der Eltern kann das
System der EL bei der vorfrageweisen Festsetzung des anrechenbaren
Unterhaltsanspruchs nicht in Anspruch nehmen. Werden dem EL-Ansprecher solche
Leistungen erbracht, so sind sie als Unterstützungsleistungen (vgl. Art. 328 ff. ZGB) zu
betrachten, vor welchen die Ergänzungsleistung Priorität hat (vgl. Art. 11 Abs. 3 lit. a
ELG) und die deshalb nicht angerechnet werden (vgl. auch den Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 3. Juli 2001 [EL 2000/17], E.3 f.). Der Ausgabenüberschuss
des Beschwerdeführers präsentiert sich daher ohne Berücksichtigung des
Einnahmenüberschusses der Eltern für das Jahr 2009 mit Fr. 22'450.-- (Fr. 34'572.-- ./.
Fr. 11'856.-- ./. Fr. 266.--) und für das Jahr 2010 mit Fr. 22'823.-- (34'992.-- ./.
Fr. 11'856.-- ./. Fr. 313.--). Umgerechnet auf einen Monat sind dies Fr. 1'870.--
beziehungsweise Fr. 1'901.--.
2.9 Gemäss Art. 276 Abs. 1 ZGB haben die Eltern für den Unterhalt des Kindes
aufzukommen, inbegriffen die Kosten von Erziehung, Ausbildung und
Kindesschutzmassnahmen. Der Unterhalt wird durch Pflege und Erziehung oder, wenn
das Kind nicht unter der Obhut der Eltern steht, durch Geldzahlung geleistet (Art. 276
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Abs. 2 ZGB). Der Unterhalt erfolgt unmittelbar (etwa durch Gebrauch oder Verbrauch
von Sachen, oder auch durch Heranziehung Dritter zu Sach- und Dienstleistungen)
oder mittelbar (durch Geldleistungen; vgl. Hegnauer, Berner Kommentar, 1997, N 23 f.
und 25 sowie N 85 zu Art. 276 ZGB). Die Eltern haben dem Kind, insbesondere auch
dem körperlich oder geistig gebrechlichen, eine angemessene, seinen Fähigkeiten und
Neigungen soweit möglich entsprechende allgemeine und berufliche Ausbildung zu
verschaffen (Art. 302 Abs. 2 ZGB). Das behinderte Kind hat Anspruch auf die
Ausbildung, die ihm nach seinen körperlichen und geistigen Fähigkeiten das
sinnvollerweise erreichbare Mass an Selbständigkeit und Lebensqualität ermöglicht
(vgl. Hegnauer, a.a.O., N 33 zu Art. 277 ZGB). Die Unterhaltspflicht der Eltern dauert
nach Art. 277 Abs. 1 ZGB bis zur Mündigkeit des Kindes. Hat es dann noch keine
angemessene Ausbildung, so haben die Eltern, soweit es ihnen nach den gesamten
Umständen zugemutet werden darf, für seinen Unterhalt aufzukommen, bis eine
entsprechende Ausbildung ordentlicherweise abgeschlossen werden kann (Art. 277
Abs. 2 ZGB). Der Unterhaltsbeitrag hat grundsätzlich den wirtschaftlichen Verhältnissen
des Unterhaltspflichtigen zu entsprechen (vgl. BGE 132 III 209; BGE 118 II 98). Die
Unterhaltspflicht nach der Mündigkeit setzt somit voraus, dass einerseits das Kind bei
Eintritt der Mündigkeit noch keine angemessene Ausbildung hat und dass anderseits
weitere Leistungen den Eltern zumutbar sind. Unter dem Aspekt der Zumutbarkeit hat
sie Ausnahmecharakter (vgl. Hegnauer, a.a.O., N 23 und 25 zu Art. 277 ZGB).
2.10 Der Beschwerdeführer war bei der EL-Anmeldung bereits volljährig und befand
sich in einer durch die IV unterstützten Ausbildung zum Schauspieler. Aufgrund der
Aktenlage ist allerdings nicht davon auszugehen, dass die gesundheitliche
Beeinträchtigung des Beschwerdeführers eine wesentliche Verzögerung in seiner
schulischen und beruflichen Ausbildung bewirkt hätte. Auch gesunde Kinder im
gleichen Alter befinden sich noch in der Berufsausbildung. Gemäss dem Bundesamt
für Statistik sind Jugendliche, welche die Schule verlassen, um eine Berufsbildung zu
beginnen, im Mittel 16 1⁄2 Jahre alt (Tabelle "Durchschnittsalter der Eintretenden nach
Vorbildung, 1990-2008", http//www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/15/04/
ind4.indicator.40703.407.html?open=1#1). Zudem dauert die berufliche
Grundausbildung in bei den meisten Lehrlingen drei Jahre. Der Beschwerdeführer hat
seine Ausbildung mit 17 1⁄2 Jahren begonnen und - soweit ersichtlich - mit 19 1⁄2 Jahren
abschliessen können. Sie dauerte also nicht länger als bei anderen Jugendlichen.
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Sodann ist das Mieten eines Zimmers oder einer Wohnung am Ausbildungsort auch bei
nicht Behinderten durchaus üblich. Der invaliditätsbedingte Mehraufwand an
Betreuung und Pflege wird durch die Hilflosenentschädigung abgegolten. Mit dem IV-
Taggeld ist der Beschwerdeführer auch einkommensmässig einem nicht behinderten
Auszubildenden, der einen Lehrlingslohn erhält, gleichgestellt. Sein Unterhaltsbedarf
präsentiert sich daher auch nicht höher als jener eines nicht behinderten jungen
Mannes, der sich in einer erstmaligen beruflichen Ausbildung befindet. Es stellt sich
damit die Frage, ob seinen Eltern eine Unterhaltsleistung im Umfang des
Ausgabenüberschusses gemäss EL-Berechnung (Fr. 22'450.-- für das Jahr 2009 und
Fr. 22'823.-- für das Jahr 2010) zuzumuten ist. Dies ist zu bejahen, weisen sie doch für
das Jahr 2008 gemäss Steuerveranlagung ein Reineinkommen von Fr. 120'951.-- und
ein Reinvermögen von Fr. 949'652.-- aus (EL-act. 7-10/30 f.). Die Beschwerdegegnerin
hat daher einen EL-Anspruch des Beschwerdeführers im Ergebnis zu Recht verneint.
3.
Die Beschwerde ist abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a
ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht