Decision ID: c9fb5549-7e11-5097-8632-55df522c8f5f
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die Beschwerdeführenden – sri-lankische Staatsangehörige tamilischer
Ethnie – beantragten am 11. Juni 2018 bei der Schweizerischen Botschaft
in Bangkok (nachfolgend: Botschaft) die Erteilung humanitärer Visa.
B.
Mit Formularverfügungen vom 11. Juni 2018 wies die Botschaft diese Vi-
sumsanträge ab. Dagegen erhoben die Beschwerdeführenden mit Eingabe
vom 19. Juni 2018 gestützt auf Art. 6 Abs. 2bis AuG (Ausländergesetz, gültig
bis 31. Dezember 2018, ab 1. Januar 2019 Ausländer- und Integrationsge-
setz [AIG, SR 142.20]) Einsprache, welche von der Botschaft zuständig-
keitshalber dem SEM überwiesen wurde (Akten der Vorinstanz [SEM-
act.] 3, S. 113-118).
C.
Mit Entscheid vom 10. Oktober 2018 – eröffnet am 24. Oktober 2018 – wies
das SEM die Einsprache der Beschwerdeführenden ab.
Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, es sei trotz der
schwierigen Lebensumstände davon auszugehen, dass die Beschwerde-
führenden in Thailand nicht unmittelbar, ernsthaft und konkret an Leib und
Leben gefährdet seien. Auch die Bedingungen für die Ausstellung ordentli-
cher Schengen-Visa seien nicht erfüllt. Es müsse davon ausgegangen wer-
den, dass die Beschwerdeführenden die Absicht hätten, dauerhaft in der
Schweiz zu bleiben. Eine fristgerechte Ausreise nach Ablauf der Gültigkeit
des Visums sei nicht gewährleistet (SEM-act. 4, S. 120-124).
D.
Mit Eingabe vom 15. November 2018 erhoben die Beschwerdeführenden
gegen den Einspracheentscheid vom 10. Oktober 2018 Beschwerde, wel-
che die Botschaft zuständigkeitshalber dem Bundesverwaltungsgericht
überwies. Sie beantragten sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen
Verfügung und die Ausstellung der beantragten Visa.
Zur Begründung wurde namentlich geltend gemacht, dass der Beschwer-
deführer (Ehemann) sich im Immigration Detention Center (nachfolgend:
IDC) in (...) befinde und dort trotz gesundheitlicher Probleme keine medi-
zinische Versorgung erhalte. Ausserdem seien die Beschwerdeführerin
und ihre Kinder der ständigen Bedrohung und Verfolgung durch die
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«F._» ausgesetzt, weshalb sie sich an ihrem Wohnort nicht mehr
sicher fühlten (Akten des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer-act.] 1).
Auf die beigebrachten Beweismittel wird – soweit entscheidrelevant – in
den Erwägungen eingegangen.
E.
Mit Verfügung vom 30. November 2018 räumte der zuständige Instrukti-
onsrichter der Vorinstanz Gelegenheit ein, vor dem Hintergrund des Urteils
des Bundesverwaltungsgerichts F-6648/2016 vom 16. August 2017 zur Be-
schwerde Stellung zu nehmen, dies unter besonderer Berücksichtigung
des Umstands, dass die Beschwerdeführenden beim Flüchtlingskommis-
sariat der Vereinten Nationen (nachfolgend: UNHCR) registriert worden
seien (BVGer-act. 2).
F.
In ihrer Vernehmlassung vom 20. Dezember 2018 hielt die Vorinstanz voll-
umfänglich an den Erwägungen ihres Entscheids vom 10. Oktober 2018
fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde (BVGer-act. 3).
G.
Am 6. Februar 2019 ging beim Bundesverwaltungsgericht ein Schreiben
der Beschwerdeführerin vom 17. Januar 2019 ein, welches via die Bot-
schaft und das SEM übermittelt wurde. Das Gericht nahm diese Eingabe
als Replik entgegen (BVGer-act. 5).
Auf die Begründung der Eingabe wird – soweit rechtserheblich in den Er-
wägungen zurückgekommen.
Die Beschwerdeführerin reichte zur Untermauerung Kopien von ärztlichen
Terminvereinbarungen betreffend ihren Ehemann zu den Akten. Das
UNHCR habe sie informiert, dass der auf den 18. Januar 2019 verscho-
bene Termin komplett abgesagt worden sei.
H.
Mit Eingabe vom 27. Juni 2019 wandte sich die Beschwerdeführerin an das
Bundesverwaltungsgericht und schilderte nochmals die prekäre Situation
der Beschwerdeführenden. (BVGer-act. 8).
Auf die Begründung wird – soweit entscheidwesentlich – in den Erwägun-
gen eingegangen.
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I.
Am 25. Juni 2020 überwies die Vorinstanz dem Bundesverwaltungsgericht
zuständigkeitshalber eine bei ihr gleichentags per E-Mail eingegangene
Schilderung der Sachlage der Beschwerdeführerin (BVGer-act. 10).
Darauf wird – soweit entscheidrelevant – in den Erwägungen zurückge-
kommen.
J.
Auf den weiteren Akteninhalt wird – soweit rechtserheblich – in den Erwä-
gungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden gegen
Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer in Art. 33 VGG aufge-
führten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen unter anderem Verfü-
gungen beziehungsweise Einspracheentscheide des SEM, mit denen die
Erteilung eines Visums verweigert wird. In diesem Bereich entscheidet das
Bundesverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG).
1.2 Das Rechtsmittelverfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das
VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG).
1.3 Die Beschwerdeführenden sind zur Beschwerde legitimiert (Art. 48
Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist
einzutreten (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-
messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-
lichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49
VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdeverfahren
das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG
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an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Be-
schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheis-
sen oder abweisen (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m.H.).
3.
3.1 Als Staatsangehörige von Sri Lanka unterliegen die Beschwerdefüh-
renden für die Einreise in die Schweiz der Visumspflicht. Mit ihrem Gesuch
beabsichtigen sie einen längerfristigen Aufenthalt, weshalb nicht die Ertei-
lung eines Schengen-Visums, sondern eines humanitären Visums zu prü-
fen ist. Damit gelangt mit Art. 4 der Verordnung vom 15. August 2018 über
die Einreise und die Visumerteilung (VEV, SR 142.204) im Wesentlichen
nationales Recht zur Anwendung. Die revidierte VEV ersetzt die aufgeho-
bene Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visum-
erteilung (aVEV, AS 2008 5441). Gemäss der Übergangsbestimmung von
Art. 70 VEV kommt im vorliegenden Verfahren das neue Recht zur Anwen-
dung. Mit der Neufassung von Art. 4 Abs. 2 VEV hat der Gesetzgeber die
rechtliche Grundlage für den Anwendungsbereich der humanitären Visa für
einen längerfristigen Aufenthalt geschaffen, nachdem bis anhin diese Ge-
setzeslücke durch die bundesverwaltungsgerichtliche Rechtsprechung ge-
füllt wurde (BVGE 2018 VII/5 E. 3.5; m.H. auch zum Folgenden).
3.2 In Art. 4 Abs. 2 VEV wird nun ausdrücklich die bereits vor dem Erlass
der neuen Rechtsgrundlage geltende Praxis festgehalten, wonach ein hu-
manitäres Visum insbesondere dann erteilt werden kann, wenn die betref-
fende Person im Herkunftsstaat unmittelbar, ernsthaft und konkret an Leib
und Leben gefährdet ist. Demnach kann ausnahmsweise ein nationales
Visum aus humanitären Gründen erteilt werden, wenn bei einer Person
aufgrund des konkreten Einzelfalls offensichtlich davon ausgegangen wer-
den muss, dass sie sich im Heimat- oder Herkunftsstaat in einer besonde-
ren Notsituation befindet, die ein behördliches Eingreifen zwingend erfor-
derlich macht und es rechtfertigt, ihr – im Gegensatz zu anderen Personen
in derselben Lage – ein Einreisevisum zu erteilen. Dies kann etwa bei
akuten kriegerischen Ereignissen oder aufgrund einer konkreten individu-
ellen Gefährdung, die sie mehr als alle anderen Personen betrifft, der Fall
sein. Befindet sich die betroffene Person bereits in einem Drittstaat oder ist
sie nach einem Aufenthalt in einem solchen freiwillig in ihr Heimat- oder
Herkunftsland zurückgekehrt und hat sie die Möglichkeit, sich erneut in den
Drittstaat zu begeben, ist in der Regel davon auszugehen, dass keine Ge-
fährdung mehr besteht (vgl. Urteile des BVGer F-5492/2018 vom 25. Juni
2019 E. 3.2 m.H.; F-5607/2018 vom 25. September 2019 E. 4.2 und 4.3
m.H.).
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3.3 Das Visumsgesuch ist unter Berücksichtigung der aktuellen Gefähr-
dung, der persönlichen Umstände der betroffenen Person und der Lage im
Heimat- oder Herkunftsland sorgfältig zu prüfen. Dabei können auch wei-
tere Kriterien, wie das Vorliegen von Bindungen zur Schweiz und die hier
bestehenden Integrationsaussichten berücksichtigt werden (Urteil
F-5607/2018 E. 4.3).
4.
4.1 Zur Begründung ihres ablehnenden Entscheids führte die Vorinstanz
hauptsächlich aus, die Beschwerdeführenden befänden sich in Thailand in
einer schwierigen Lage. Es herrsche dort jedoch weder Krieg noch Bürger-
krieg oder eine Situation allgemeiner Gewalt. Es treffe zu, dass Thailand
das Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 28. Juli 1951
(FK, SR 0.142.30) nicht ratifiziert habe, sodass die Asylsuchenden und
Flüchtlinge in diesem Land keinen besonderen rechtlichen Status oder
Rechtsschutz geniessen würden. Gemäss der Botschaft könnten Perso-
nen in Thailand wegen illegaler Einreise und widerrechtlichem Aufenthalt
inhaftiert werden. Sie könnten, einmal in Haft, nicht mehr wie früher gegen
Bezahlung einer Kaution ihre Freilassung erwirken. Dass die Polizei den
Beschwerdeführer deshalb oder, gemäss den Aussagen der Beschwerde-
führerin, wegen einem Mann aus Sri Lanka ([...]) inhaftiert habe, sei in die-
sem Zusammenhang jedoch nachvollziehbar und könne nicht als Begrün-
dung für ein humanitäres Visum gelten gemacht werden. Die angeblich
auch gegen die Beschwerdeführerin stattfindende Verfolgung und ständige
Bedrohung durch einen Mann mit Verbindungen zur «F._» werde
nicht glaubhaft belegt. Zwar reiche sie verschiedene Zeitungsartikel ein,
diese würden sich aber auf sehr allgemein gehaltene Situationen in Thai-
land beziehen, jedoch nicht auf die persönliche Situation von ihr oder ihrer
Familie. Weder in der Einsprache vom 19. Juni 2018 noch im Visumsge-
such oder in den Einspracheunterlagen würden konkrete und gezielt gegen
die Beschwerdeführenden gerichtete Verfolgungsmassnahmen in Thailand
qualifiziert geltend gemacht, sondern pauschal und allgemein behauptet.
Obwohl die für sie schwierigen Lebensumstände keinesfalls zu verkennen
seien, würden die Beschwerdeführenden dadurch nicht in eine derartige
Notsituation gebracht, welche ein Eingreifen der schweizerischen Behör-
den zwingend erforderlich machen und die Erteilung eines Einreisevisums
rechtfertigen würde. Sie hielten sich seit längerer Zeit in Thailand auf und
könnten ihren Lebensunterhalt bestreiten. Sie befänden sich bereits in ei-
nem sicheren Drittstaat. Damit seien die Voraussetzungen für eine Ertei-
lung eines humanitären Visums nicht erfüllt. Gemäss Informationen der
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Botschaft seien zudem bisher keine zwangsweisen Rückführungen nach
Sri Lanka bekannt.
Zusammenfassend seien die Voraussetzungen für die Erteilung des Vi-
sums nicht erfüllt. Die Vertretung habe damit die Ausstellung der Sichtver-
merke zu Recht verweigert.
4.2 Dieser Argumentation wird in der Beschwerde im Wesentlichen entge-
gengehalten, der Beschwerdeführer leide unter einer psychischen Störung
und befinde sich im IDC, wo keine medizinische Versorgung gewährleistet
werde. Vor Kurzem seien im IDC zwei Flüchtlingsgefangene mangels me-
dizinischer Behandlung gestorben. In diesem Zusammenhang reichte die
Beschwerdeführerin einen Zeitungsartikel vom (...) ein (BVGer-act. 1, Bei-
lage 1). Der Beschwerdeführer sei bereits im Jahr (...) im IDC gefangen
gewesen, sei aber wegen seines schlechten Gesundheitszustandes mit
der Hilfe einer NGO auf Kaution freigelassen worden. Nun befinde er sich
wieder im IDC. Während seines ersten Aufenthalts im Jahr (...) habe man
versucht, ihn mittels Gift zu töten. Seit diesem Vorfall leide er an psychi-
schen Störungen. Er sei bereits während seiner früheren Gefangenschaft
geschlagen und misshandelt worden. Ausserdem wird angeführt, in der
Haft werde viel geraucht, was den Lungenzustand des Beschwerdeführers
als ehemaligen Tuberkulosepatienten sehr gefährde. Falls er sich erneut
mit Tuberkulose anstecken sollte, wäre er in Lebensgefahr. Aufgrund sei-
ner Atembeschwerden benötige er viel Freiraum mit genügend Sauerstoff.
Da er aber momentan in einem engen Raum mit vielen Personen gefangen
gehalten werde, fehle ihm der nötige Sauerstoff. Das UNHCR habe der
Beschwerdeführerin mitgeteilt, dass nichts unternommen werden könne,
da dies die Angelegenheit der Regierung sei. Die gleiche Antwort habe sie
im Jahr (...) bekommen.
Die Beschwerdeführerin machte weiter geltend, dass sie sich aufgrund der
Bedrohung durch die «F._» nur in Ausnahmefällen ausserhalb ihrer
Wohnung aufhalte. Ein Mann, der sie bedrohe, sei ein Mitglied der (...) und
habe eine Verbindung zum (...) ([...]). Zwar könne sie seine Mitgliedschaft
bei den (...) nicht beweisen. Sie verfüge jedoch über den vollständigen Na-
men und könne noch weitere Informationen über ihn einreichen. Zudem
wies die Beschwerdeführerin auf weitere Vorfälle, bei denen sie und ihr
Ehemann von Personen der (...) in (...) bedroht worden seien. Unter an-
derem berichtete sie von Telefonanrufen und einem Vorfall am (...), bei
dem sie auf dem Nachhauseweg von einem Supermarkt von zwei sri-lan-
kischen Männern mit einem Messer bedroht worden sei.
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Bei den Beschwerdeführenden handle es sich um keine Wirtschaftsflücht-
linge. Sie hätten nicht die Absicht, einfach so in die Schweiz einzureisen
und das humanitäre Visum zu missbrauchen. Die Abweisung ihres Ge-
suchs sei nicht gerecht, weil die Familie unmittelbar, ernsthaft und konkret
an Leib und Leben gefährdet sei. Es liege beim Ehemann eine besondere
Notsituation vor, welche ein behördliches Eingreifen zwingend erforderlich
mache.
4.3 Auf Vernehmlassungsstufe führte die Vorinstanz im Wesentlichen aus,
die Beschwerde enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweis-
mittel, welche eine Änderung des angefochtenen Entscheids rechtfertigen
könnten. Der Entscheid sei unter anderem erfolgt, weil die Beschwerdefüh-
rerin die gegen sie gerichteten Verfolgungsmassnahmen nicht glaubhaft
dargelegt habe und der von ihr geltend gemachte Sachverhalt Widersprü-
che aufweise. Trotz ihrer Vorbringen, wonach sie sich nicht ausserhalb ih-
rer Wohnung aufhalten könne, sei es ihr und dem Beschwerdeführer offen-
bar möglich gewesen, sich monatlich beim IDC zu melden und mehrmals
den Weg (...) zu bestreiten. Die Bedrohung durch einen Mann mit Verbin-
dungen zur «F._» und einen weiteren Mann mit Verbindungen zum
(...) in Sri Lanka sei nicht substantiiert belegt. Zudem solle sich der Mann
mit Verbindungen zur «F._» wieder in Sri Lanka befinden, weshalb
die behauptete Bedrohung durch ihn in Thailand offensichtlich nicht mehr
bestehen könne. Auch die von der Beschwerdeführerin angegebenen Da-
ten betreffend die Freilassung des Ehemanns seien widersprüchlich. Da-
rüber hinaus vermöchten die eingereichten Beweismittel (Bild, Zeitungsar-
tikel und Brief) ihre Aussagen nicht substantiiert zu belegen.
Die Vorinstanz habe bezüglich des Umstands, dass Staatsangehörige aus
Sri Lanka entweder als UNHCR-Flüchtlinge anerkannt oder beim UNHCR
registriert worden seien, umfassende Abklärungen mit der Botschaft und
einem UNHCR-Mitarbeiter in Thailand gemacht. Dieser Mitarbeiter habe
Kontakt mit sogenannten Beamten, die den UNHCR-Flüchtlingsstatus von
Migranten in Thailand bestimmen würden. Gemäss Abklärungen der Vor-
instanz basierten die Gründe, wonach Migranten in Bangkok vom UNHCR
den Flüchtlingsstatus erhielten, ausschliesslich auf mündlichen Erklärun-
gen und Beschreibungen der Antragsteller selber. Es würden keine vertief-
ten Nachforschungen angestellt. Zu erwähnen sei, dass das UNHCR eine
andere, viel breiter angelegte, Flüchtlingsdefinition habe als die FK und das
schweizerische Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31). Es sei
weitgehend unklar, ob es sich um Personen handle, die vom UNHCR den
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Flüchtlingsstatus erhalten hätten, oder um Personen, die vom UNHCR re-
gistriert worden seien. Auch gewähre die angebliche Registrierung kein ex-
plizites Recht auf Einreise, Aufenthalt und Verbleib in der Schweiz.
Es sei von der Beschwerdeführerin ausserdem nie substantiiert belegt wor-
den, inwiefern ihre Familie bei einer allfälligen Rückkehr nach Sri Lanka
einer unmittelbaren und ernsthaften Gefährdung für Leib und Leben aus-
gesetzt wäre. Gemäss den Abklärungen mit der Botschaft vom 24. Sep-
tember 2018 sei zudem das Risiko einer Deportation von Migranten in
Thailand als sehr gering einzuschätzen. Es gebe keine Anhaltspunkte, wo-
nach das Non-Refoulement-Gebot in Thailand missachtet werde, und es
seien keine Vollzüge nach Sri Lanka bekannt.
Der geltend gemachte schlechte physische und psychische Gesundheits-
zustand des Beschwerdeführers vermöge daran nichts zu ändern. Aus den
eingereichten Unterlagen sei ersichtlich, dass er in Thailand entsprechend
medizinisch versorgt worden sei, weshalb nicht gesagt werden könne, dass
keine Behandlungsmöglichkeiten bestehen würden. Der Umstand allein,
dass die Spitalinfrastruktur, das medizinische Fachwissen oder die Be-
handlungsmöglichkeiten in Thailand nicht dasselbe Niveau aufwiesen wie
in der Schweiz, könne noch keine Situation einer akuten, ernsthaften und
konkreten Gefährdung an Leib und Leben begründen.
Die Vorinstanz verkenne insgesamt nicht, dass die damaligen und heutigen
Lebensumstände der Beschwerdeführenden in (...) beziehungsweise in Sri
Lanka schwierig sein könnten. Jedoch bestehe für sie keine besondere
Notsituation, welche im Gegensatz zu anderen Personen ein behördliches
Eingreifen erforderlich machen würde.
Ungeachtet der Tatsache, ob die Beschwerdeführenden beim UNHCR re-
gistriert seien, könnten sie sich auch bei einer allfälligen konkreten Gefähr-
dung beim UNHCR melden. Hierbei bleibe hervorzuheben, dass es sich
vorliegend um ein humanitäres Visum handle, bei dem strengere Voraus-
setzungen als bei einem altrechtlichen Botschaftsasylgesuch gelten wür-
den. Das Beweismass einer entsprechenden Gefährdung werde gemäss
bundesverwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung (vgl. Urteile D-3367/2013
vom 12. Mai 2014 E. 4.4; D-3429/2014 vom 15. September 2014 E. 5.2)
unter dem Aspekt des humanitären Visums angehoben. Aufgrund der nun-
mehr strengeren Voraussetzungen könnten die Beschwerdeführenden aus
den in der Rechtsmitteleingabe erwähnten unzumutbaren Lebensum-
stände nichts zu ihrem Vorteil ableiten.
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4.4 Replikweise legte die Beschwerdeführerin die schwierige Situation dar,
in der sich insbesondere ihr Ehemann aufgrund seines gesundheitlichen
Zustandes befinde. Er werde sowohl von der Polizei als auch von den an-
deren im IDC Gefangenen geschlagen, misshandelt und beschimpft. Sie
habe sich mehrmals beim (...) über diese Situation beschwert, was bisher
keinen Erfolg mit sich gebracht habe.
4.5 Mit Eingabe vom 27. Juni 2019 führte die Beschwerdeführerin nament-
lich aus, ihr Ehemann, der sich seit (...) im IDC befinde, werde von seinen
Mitinsassen aufgrund seiner psychischen Probleme misshandelt. Bei ihm
seien schwere psychische Erkrankungen diagnostiziert worden (langjäh-
rige Schizophrenie), die ihn davon abhielten, seine Mahlzeiten und Medi-
kamente einzunehmen. Neulich sei er mehrmals von anderen Gefangenen
missbraucht worden, während das UNHCR und das Haftpersonal es ver-
säumt hätten, ihn zu schützen. Des Weiteren berichtete die Beschwerde-
führerin von einem kürzlich ereigneten Vorfall an ihrer Zimmertüre, bei dem
sie und ihre Kinder mitten in der Nacht von unbekannten Personen bedroht
worden seien. Sie würden sich aus Sicherheitsgründen den ganzen Tag im
Zimmer einschliessen. Sie habe den Kindern deshalb verboten, weiterhin
zur Schule zu gehen. Zurück nach Sri Lanka könne sie nicht gehen, da der
Ehemann ein Kriegsopfer sei. Er sei von sri-lankischen Streitkräften im
Zeitraum von (...) für (...) Monate im (...) festgehalten und während der
Haft grausam mit Waffen angegriffen und gefoltert worden. Aufgrund einer
Verletzung am Hinterkopf leide er an einer psychischen Störung. Weil nach
dem Ende des Waffenstillstandes im Jahr 2006 viele junge Männer und
Frauen durch das Militär und die «Tamil Armed Group» (EPDP) ermordet
worden seien, sei er nach Thailand geflohen. Er wolle aufgrund der erfah-
renen Folter nicht nach Sri Lanka zurückkehren.
4.6 In ihrer Eingabe vom 25. Juni 2020 machte die Beschwerdeführerin im
Wesentlichen geltend, ihr Ehemann habe sich durch den Konsum von ver-
unreinigtem Wasser und Essen im IDC eine Blutvergiftung zugezogen. Er
leide zudem an Schizophrenie und verweigere deshalb das Essen. Sein
Immunsystem befinde sich auf einem schwachen Level, weshalb er in ein
Spital eingewiesen worden sei. Dort sei er an sein Bett gefesselt gewesen
und man habe ihm nicht erlaubt, auf die Toilette zu gehen. Ausserdem sei
seine körperliche und geistige Verfassung sehr schlecht. Sie sei ebenfalls
psychisch angeschlagen, sodass sie sich nicht um ihre Kinder kümmern
könne. Zudem sei sie kürzlich von indischen Staatsangehörigen sexuell
missbraucht worden.
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Zur Untermauerung wurden ein in englischer Sprache verfasstes ärztliches
Attest betreffend den Spitalaufenthalt des Beschwerdeführers vom (...) bis
(...) und Fotos, welche den Beschwerdeführer im Spital zeigen, einge-
reicht.
5.
5.1 Gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts gilt
Thailand mit Blick auf Asylsuchende und Flüchtlinge nicht als sicherer Dritt-
staat. Das Gericht erwog, diese würden als illegale Immigranten angese-
hen und könnten deshalb inhaftiert werden. Das Land sei nicht Vertrags-
partei des Übereinkommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge und
missachte das Non-Refoulement-Gebot gerade auch bei der Ausschaffung
tamilischer Asylsuchender, selbst wenn sie vom UNHCR als Flüchtlinge re-
gistriert worden seien. Vielmehr seien diese Personen der regulären Im-
migrationsgesetzgebung Thailands unterworfen und müssten sich – wie
alle anderen ausländischen Personen auch – ein thailändisches Visum be-
schaffen. Gerade bei sri-lankischen Staatsangehörigen würden jedoch oft
Sicherheitsbedenken geltend gemacht, weshalb eine Verlängerung von
Visa nicht garantiert sei. Es gebe überdies keine Möglichkeit, in Thailand
eine Bewilligung für den dauernden Aufenthalt zu erlangen (vgl. Urteil des
BVGer F-5607/2018 E. 6.1 m.H. auf das Urteil des BVGer F-6882/2018
vom 27. März 2019 E. 4.3 m.H.).
5.2 Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass Asylsuchende und
Flüchtlinge in Thailand keinen effektiven und dauerhaften Schutz vor Ver-
folgung geniessen, weshalb die Gefahr einer Rückschiebung durch die
thailändischen Behörden in den Heimatstaat nicht generell ausgeschlos-
sen werden kann. Zu prüfen ist daher, ob im Einzelfall eine konkrete Gefahr
der Rückschiebung besteht und ob die betroffene Person der Gefahr einer
unmittelbaren und individuellen Gefährdung ausgesetzt wäre, würde sie in
ihren Heimatstaat zurückgeschickt (vgl. Urteil F-5607/2018 E. 6.2 m.H.).
6.
Zur Ausstellung von humanitären Visa müssten konkrete Anhaltspunkte für
das Bestehen einer unmittelbaren, ernsthaften und konkreten Gefährdung
der Beschwerdeführenden an Leib und Leben vorliegen, welche ein be-
hördliches Eingreifen im Gegensatz zu anderen Personen zwingend erfor-
derlich machen würde. Die Parteien sind sich darin einig, dass für die Er-
teilung humanitärer Visa strenge Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Un-
einig sind sie sich hingegen, ob die geltend gemachte Bedrohung, die Le-
bensumstände in Thailand und insbesondere der Gesundheitszustand des
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Seite 12
Beschwerdeführers eine Notlage im Sinne der Rechtsprechung begründen
(vgl. E. 3.2).
6.1 Die Beschwerdeführenden würden gemäss eigenen Angaben in Thai-
land mehrmals von der «F._» bedroht. Die konkret geltend gemach-
ten Vorbringen, wonach die Beschwerdeführerin namentlich auf dem Nach-
hauseweg von einem Supermarkt von zwei sri-lankischen Männern mit ei-
nem Messer bedrängt worden sei, sich durch Klopfen an ihrer Wohnungs-
tür oder Telefonanrufe bedroht gefühlt habe, werden nicht hinreichend sub-
stantiiert dargelegt. Zur Untermauerung der beschriebenen Situationen
kann die Beschwerdeführerin – wie sie in ihrer Beschwerdeschrift selbst
eingesteht – keine Beweismittel vorlegen. Auch das von ihr eingereichte
Foto (BVGer-act. 1, Beilage 4), welches unter anderem den Mann abbilden
soll, von dem sie im (...) in (...) bedroht worden sei, vermag an der fehlen-
den Glaubhaftigkeit ihrer Vorbringen nichts zu ändern. Es kann daraus –
entgegen anderslautender Einschätzung – nicht abgeleitet werden, dass
die Beschwerdeführerin und ihre Kinder in Thailand konkret und unmittel-
bar bedroht sind.
6.2 Während seines Aufenthalts in Thailand soll der Beschwerdeführer
zweimal, in den Jahren (...) und (...), im IDC in Gefangenschaft genommen
worden sein. Was seinen Gesundheitszustand anbelangt, führt die Be-
schwerdeführerin aus, leide er seit einem Vergiftungsversuch an einer psy-
chischen Störung, sei ehemaliger Tuberkulosepatient und sein allgemeiner
physischer und geistiger Zustand sei sehr schlecht. Die vorgebrachten Be-
schwerden würden im IDC nicht behandelt. Wie die im Beschwerdeverfah-
ren eingereichten Akten (diverse Fotos, medizinische Atteste) belegen,
wurde der Beschwerdeführer – entgegen den Ausführungen der Beschwer-
deführerin – bereits medizinisch versorgt. Es kann somit gerade nicht
glaubhaft dargelegt werden, dass keine entsprechende medizinische Ver-
sorgung gewährleistet sei. Die gemäss Schreiben vom 25. Juni 2020 erlit-
tene Blutvergiftung wurde ebenfalls behandelt (BVGer-act. 10, Beilagen 1-
4). Aus diesem Umstand kann davon ausgegangen werden, dass auch ge-
genwärtig eine medizinische Versorgung garantiert ist. Da der Beschwer-
deführer offensichtlich vom UNHCR registriert wurde (SEM-act. 1, S. 57),
hat er die Möglichkeit, sich bei allfälligen Schwierigkeiten, sei es in medizi-
nischer oder anderweitiger Hinsicht, an diese Organisation zu wenden.
Darüber hinaus ist er schon seit mehreren Jahren gesundheitlich beein-
trächtigt, sodass auch nicht von einer akuten medizinischen Notlage aus-
gegangen werden muss. Die erwähnten gesundheitlichen Probleme sind
zwar bedauernswert, eine unmittelbare, ernsthafte und konkrete Gefahr für
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Seite 13
Leib und Leben im Sinne von Art. 4 Abs. 2 VEV lässt sich daraus jedoch
nicht ableiten (vgl. E. 3.2). Der Vollständigkeit halber ist ausserdem darauf
hinzuweisen, dass auch die fehlende Erschwinglichkeit einer medizini-
schen Behandlung nicht geeignet wäre, eine Notlage zu begründen, wel-
che die Ausstellung von humanitären Visa rechtfertigen würde (vgl. Urteile
des BVGer F-5492/2018 E. 5.2; F-662/2019 vom 11. Juni 2019 E. 4.2).
Hinsichtlich der behaupteten Misshandlungen im IDC wurden keine Belege
beigebracht. Der mit Beschwerde eingereichte Zeitungsartikel vom (...)
handelt von einem (...) und einem (...), die tot in ihrer Zelle im IDC aufge-
funden wurden (BVGer-act. 1, Beilage 1). Das mit gleicher Eingabe beige-
legte Bild (a.a.O., Beilage 5), welches das Zimmer Nummer (...) der Haft-
anstalt zeigen soll, wo der Beschwerdeführer inhaftiert sein soll, stammt –
wie auch die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung festhielt – aus dem Inter-
net und wurde zu einem Zeitpunkt aufgenommen, in dem sich der Be-
schwerdeführer nicht im IDC befunden hat. Es kann weder aus dem Bild
noch aus dem Zeitungsartikel eine konkrete individuelle Gefährdung abge-
leitet werden. Gleich verhält es sich mit dem von der Beschwerdeführerin
eingereichten Brief eines angeblichen ehemaligen Freiwilligenarbeiters im
IDC in (...), worin dieser sich aufgrund der sehr schlechten Bedingungen
in der Haftanstalt für die Erteilung des humanitären Visums ausspricht
(BVGer-act. 1, Beilage 2). Das Schriftstück trägt im Übrigen keine Unter-
schrift, weshalb diesem zweifellos nur ein geringer Beweiswert zukommt.
6.3 Nach eingehender Prüfung der Akten ist in Übereinstimmung mit dem
SEM darauf zu schliessen, dass die Beschwerdeführenden nicht auf den
Schutz der Schweiz angewiesen sind, da es ihnen zuzumuten ist, in Thai-
land zu verbleiben. Ob sie bei einer allfälligen Rückkehr nach Sri Lanka
einer unmittelbaren und individuellen Gefährdung ausgesetzt sein könnten,
kann vorliegend offengelassen werden, weil – wie im Folgenden aufgezeigt
wird – gegenwärtig keine konkrete Gefahr einer Deportation nach Sri Lanka
besteht.
Nachdem sich die Beschwerdeführerin bereits seit mittlerweile rund zehn
Jahren, der Beschwerdeführer seit ungefähr 14 Jahren in Thailand aufhält,
ist eine Rückschiebung unwahrscheinlich. Die Gefahr einer solchen wird
im Übrigen von den Beschwerdeführenden auch nicht geltend gemacht,
sondern es wird nur behauptet, dass es nicht gehe, wieder nach Sri Lanka
zurückzukehren. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer bereits im Jahr
(...) beziehungsweise (...) auf Kaution aus dem IDC freigelassen worden
sein soll und schon damals nicht nach Sri Lanka überführt wurde, spricht
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gegen eine konkrete Gefährdung einer Rückschiebung. Auch die mit den
Verhältnissen vor Ort bestens vertraute Schweizerische Botschaft in Bang-
kok kennt bis heute keinen einzigen Fall von zwangsweisen Rückführun-
gen von Thailand nach Sri Lanka. Im Übrigen gilt es darauf hinzuweisen,
dass auch das Bundesverwaltungsgericht über keine Informationen zu
zwangsweise rückgeführten Personen tamilischer Ethnie nach Sri Lanka
aus Thailand in den letzten Jahren verfügt.
6.4 Zusammenfassend gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum Ergeb-
nis, dass die restriktiven Voraussetzungen für die Erteilung humanitärer
Visa nicht erfüllt sind. Aufgrund der Aktenlage kann nicht auf eine beson-
dere Notsituation geschlossen werden, die ein behördliches Eingreifen
zwingend erforderlich machen würde (vgl. E. 3.2). Die Beschwerdeführen-
den befinden sich nach dem Gesagten zweifellos in einer schwierigen Si-
tuation. Allerdings ist diese insgesamt mit jener vergleichbar, in der sich
letztlich zahlreiche illegale Immigranten in Thailand befinden. Eine unmit-
telbare Gefährdung der Beschwerdeführenden, welche, im Gegensatz zu
anderen Personen in einer vergleichbaren Lage, die Ausstellung von hu-
manitären Visa rechtfertigen würde, liegt somit nicht vor.
Bei dieser Sachlage kann darauf verzichtet werden, auf die weiteren Vor-
bringen und Beweismittel näher einzugehen.
7.
Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass der angefochtene
Entscheid Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt
richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 49 VwVG). Die
Beschwerde ist demnach abzuweisen.
8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich
den unterliegenden Beschwerdeführenden aufzuerlegen. In Beachtung der
besonderen Umstände kann jedoch in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in
fine VwVG und Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]) auf die Erhebung von Verfahrenskosten verzichtet
werden.
(Dispositiv nächste Seite)
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