Decision ID: 0ef2c8ff-e5fb-4e0b-acfe-a03323cbc9ee
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 19
60
, war als
Filialleiter
im Verkauf (Urk. 8/
A
3, Urk. 8/
A
16)
bei der
Y._
AG
obli
gatorisch bei der
AXA Versicherungen AG
(nachfol
gend:
AXA
) gegen die Folgen von Unfällen ver
sichert, als er am
11. Dezember 2011
während des
Silvester
laufes
in
Z._
angestossen wurde, mit dem linken Fussgelenk umknickte und sich
am linken oberen Sprun
g
gelenk (OSG)
verletzte
(Urk.
8/
A
1)
.
Bei der glei
chentags durchgeführten ambu
lanten Erst
ver
sorgung in der Klinik für Unfallchirurgie des
A._
w
urde die Diagnose einer
Weber-A-Fraktur links bei Status nach Weber-A-Fraktur links
an derselben Stelle
(Unfall vom 27. November 2007
, Dossier der AXA Nr. 1.378.413/95
; Urk.
8/M7 S. 1
, Urk. 8/M58 S. 1
)
gestellt
(Bericht vom 1
1
.
Dezember
201
1
, Urk.
8/M3
).
Am 2
1.
Dezember 2011 wurde der Versicherte im
A._
am linken Fussgelenk mittels einer
Zug
gurtungs
osteosynthese
Malleolus
lateralis
links operiert (Urk. 8/M6
) und her
nach bei verzögertem Heilungsverlauf konservativ behandelt (Urk. 8/M10 S. 2).
Die AXA erstattete die gesetzlichen Leistungen (Heilbehand
lung, Taggeld).
Der Versicherte wurde
ab
dem Unfall
vom 11. Dezember 2011
zu 100 % (Urk. 8/M5
, Urk. 8/M7 S. 2
, Urk. 8/M8m Urk. 8/M15
)
und
ab dem 2
3.
Februar 2012
schrittweise zu 75
%
(Urk. 8/M10),
zu
50
%
und ab dem 1
2.
März 2012 zu 25
%
(Urk. 8/M16)
arbeitsunfähig geschrieben
. Wegen
der
anhaltenden
Be
schwerden
wurde das Arbeitspensum
kurz darauf
wieder auf 50
% reduziert (Urk. 8/M21, Urk. 8/M26)
. Na
ch der Entfernung des
Schrauben
materials
am 8. Mai 2012 (Urk. 8/M29) be
i Verdacht auf beginnende
Algodystrophie
des Fusses links (Urk. 8/M30 S. 1) wurde kurzfristig
eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit attestiert (Urk. 8/M26, Urk. 8/M30 S. 3). Im Juli 2012 arbeitete der Versi
cherte
schliess
lich wieder
zu 100
%
als Verkäufer, jedoch
attestierten die Ärzte des
A._
wegen der
be
lastungs
abhängigen
Restbeschwerden
eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit vom 20. Juli bis
16. September
2012 (Urk. 8/M31 S. 2
, Urk. 8/M35
).
Im Bericht vom 23.
November 2012 stellten die Ärzte des
A._
schliesslich
die Diagnose einer posttraumatischen OSG-Arthrose bei kons
o
li
dierter Weber-A-Fraktur links bei persistierenden Restbeschwerden und mittler
weile 100%iger Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/M43).
1.2
Am
2
2.
November 2013
nahm
Dr. med.
B._
, Facharzt für Physi
ka
lische Medizin und Rehabilitation
und
Facharzt für
Innere Medizin sowie Leiter des Medizinischen Dienstes der AXA
, zur Aktenlage Stellung
(Urk. 8/M58).
Ausserdem
hielt Dr.
B._
mit dem
Versicherten
auf dessen Wunsch hin
am
23. Dezem
ber 2013 eine Sprechstunde mit einer kurzen Untersuchung ab
(
Bericht gleichen Datums,
Urk. 8/M61).
Gestützt auf die Einschätzung von Dr.
B._
stellte die
AXA
ihre Leistungen mit Verfügung vom
6. März 2014
per
1. Februar 2014
mit der Begründung
ein
, es sei von der Fortführung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung mehr zu erwarten, für weitere Heilbehandlung sei nicht mehr aufzukommen und es liege keine dauernde Einschränkung der Integrität vor
(Urk.
8/A157
).
Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom 16. März 2014
(Urk. 8/A166), ergänzt mit Schreiben vom 24. März 2014
(Urk. 8/A171) Einsprache, welche die AXA mit
Einspracheentscheid
vom 29. Juli 2014
„im Sinne der Erwägungen“
abwies (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
16. August 2014
Be
schwerde und beantragte
unter Beilage des Berichts der
C._
zur
Bewe
gungsanalyse
vom 1
7.
Januar 2014 (Urk. 3)
sinngemäss
, der
Einsprache
ent
scheid
vom
29. Juli 2014
sei
aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu ver
pflich
ten,
ihm weiterhin die unfallversicherungsrechtlichen Leistungen, namentlich die
Kosten
vergütung
für Heilbehandlungen seiner unfallbedingten Beschwerden zu erbringen
(Urk.
1
). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Beschwerdeantwort vom
20. Oktober 2014 auf
Abwei
sung der Beschwerde (Urk.
7
0 S. 2).
Im zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien sinngemäss an ihren Anträgen fest (Replik vom 18. Januar 2015, Urk. 12 S. 2; Duplik vom 16. Februar 2015, Urk. 15).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Ver
siche
rungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1). Für die Leistungspflicht eines
Unfallver
sicherers
setzt das UVG nebst dem Vor
liegen eines Unfalls (Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) oder einer
un
fallähnlichen
Körper
schä
digung
(Art. 6 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfall
versicherung, UVV) voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem einge
tretenen Schaden ein natür
licher und ein adäqua
ter Kausal
zusammenhang be
steht.
1.2
Als natürlich
kausale
Ursachen für einen gesundheitlichen Schaden
gelten alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Dabei genügt es, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige In
tegrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Wor
ten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hin
weisen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adä
quater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen orga
nischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weit
gehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.4
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung der Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat sie ausserdem An
spruch auf ein Tag
geld (Art. 16 Abs. 1 UVG).
Ein weiterer Anspruch auf die vorübergehenden UV-Leistungen Heilbehandlung (
Art.
10 UVG
) und Taggeld (Art. 16
f. UVG) setzt nach Gesetz und Praxis voraus, dass von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine nam
hafte Besserung des - unfallbedingt beeinträchtigten - Gesundheitszustandes er
wartet werden kann oder dass noch
Eingliederungsmassnahmen
der IV laufen. Trifft beides nicht (mehr) zu, hat der Versicherer den Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen
abzuschliessen
und den Anspruch auf eine Inva
li
denrente und auf ein
e
Integritätsentschädigung zu prüfen (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 134 V 109 E. 4). Der Taggeldanspruch erlischt auch beim Wegfall seiner Anspruchsvoraussetzung der Arbeitsunfähigkeit, somit im Zeitpunkt der vollen Wiedererlangung der Fähigkeit, im bisherigen oder in einem anderen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten (Art. 16 Abs. 1 und 2 UVG
in Verbindung mit
Art.
6 ATSG
;
BGE 137 V 199
E. 2.1
).
1.5
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine Invali
denrente. Invalidität ist die voraus
sichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbs
unfähigkeit (Art. 8 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der In
validität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein
gliede
rungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbs
einkom
men
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG; vgl. BGE 130 V 121).
1.6
Mit der Festsetzung einer Invalidenrente (Art. 19 Abs. 1 UVG)
oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendi
gung der ärztlichen Behandlung ist
eine angemessene Integritätsentschädigung festzulegen, sofern die versicherte Person
durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geisti
gen oder psychischen Integrität erlitten hat
(Art. 24 UVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
auf den Standpunkt,
gemäss den
Stellungnahmen
von
Dr.
B._
vom 22.
N
o
vember und 23.
Dezember 2013
sei
von
einer
Fortsetzung der bean
tragten Physiotherapie keine namhafte Verbesserung des Gesundheits
zustandes mehr zu erwarten.
Die geltend gemachten Rücken- und Hüftbeschwerden würden nicht im Zusammenhang mit dem Unfall vom 11. Dezember 2011 stehen.
Mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit sei
ab dem
Erreichen der vollen Arbeitsfähigkeit per
17.
September 2012
der
Endzustand
der Unfall
folgen
am linken OSG
er
reicht gewesen
, weshalb der Anspruch auf weitere Heilbehandlung entfalle.
Die Leistungseinstellung per Ende Januar 2014 sei damit zu Recht erfolgt.
Die Frage der Invalidität stelle sich angesichts der vollen Arbeitsauf
nahme nicht, auch seien die Voraus
setzungen von Art. 21 Abs. 1 UVG, nament
lich der An
spruch auf eine Rente, nicht erfüllt.
Ein
Integritäts
schaden
werde
derzeit (noch) nicht
fällig
(Urk. 2 S. 3
f.
).
2.2
Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein,
eine Heilbehandlung der Unfall
fol
gen der am 11.
Dezember 2011 erlittenen Weber-A-Fraktur sei gemäss den Fachärzten des
A._
und des
D._
weiter
hin indiziert.
Insbesondere zur Verbesserung der Beweglichkeit des linken Fussgelenkes sei Physiotherapie unumgänglich.
B
ezüglich der früheren, bei einem identischen Unfall
vom 27.
November 2007 zugezogenen Weber-A-Fraktur
habe die
Be
schwerdegegnerin
die Hei
l
behandlungen
während drei Jahren und zehn Mona
ten, mithin ein Jahr und acht Monate länger vergütet.
Damals sei der Fall im September 2011
(ebenfalls)
trotz weiterhin bestehender Beschwerden beim Gehen und Treppensteigen abgeschlossen worden. Beim Röntgen nach dem Unfall vom 11. Dezember 2011 habe sich herausgestellt, dass die Weber-A-Fraktur vom November 2007 noch nicht verheilt gewesen und nochmals an der
selben Stelle gebrochen sei. Schon damals habe die Beschwerdegegnerin die
Arbeitsin
tegration
eindeutig zu früh gefordert.
Zudem sei e
s nur be
schränkt richtig, dass er im
Voll
pensum
bei
Y._
AG arbeite. Denn das erwartete Pensum von 42 Stunden pro Woche könne er meist nicht erfülle
n, weil um zirka 14 Uhr oder 16
Uhr das operierte Gelenk zu lahmen beginne. Er sei wegen seiner
Arbeits
pensen
letzthin von der Personalchefin gerügt worden.
Nunmehr sei er wegen de
r
anhaltenden körperlichen Beschwerden firmenintern
hinunter
gestuft
und in eine kleinere Filiale am Stadtrand
umgeteilt
worden. Dennoch leide er regel
mässig an Schmerzen im linken OSG, die zu einer Schonhaltung und auch zu einer Überlastung des rechten Fusses führe.
Es könne weder in der Freizeit noch bei der Arbeit von einem
hinkfreien
Gang die Rede sein.
In der
E._
sei er beim Joggen am
9.
Februar 2014
gefilmt worden. Auf dieser Aufnahme sei deutlich ein Hinken im linken Fussgelenk feststellbar.
Durch die Operation im Dezember 2011 habe sich der Winkel des OSG beim Strecken verkleinert und das Sitzen auf den Knien falle links schwerer, da dort das OSG schmerze oder spanne, was nach der ersten Weber-A-Fraktur nicht so gewesen sei. Dies verursache ihm vor allem Probleme beim Einräumen der unteren Regale
,
und auch das Treppensteigen falle ihm äusserst schwer.
Es
treffe nicht zu, dass er wieder an Marathonläufen teilnehme, letztmals sei dies im April 2007 gewesen. Er könne bis heute
als erfahrener Ausdauerläufer nicht mehr als drei Kilometer
beschwerdefrei
joggen.
Die Ärzte seiner Kranken
versi
cherung CSS hätten ihn darauf hingewiesen, dass vor allem die diversen Beschwerden wie vermehrte
Arthrose
bildung
im rechten Fuss
, insbesondere im
rechten Grosszehengrundgelenk,
und die dokumentierten Rücken- und
Hüftbe
schwerden
eindeutig auf die noch nicht richtig verheilte Weber-A-Fraktur
im linken OSG
zurückzuführen seien. Er müsse derzeit gegen seine anhaltenden Be
schwerden und Schmerzen aufgrund der körperlichen Schieflage regelmässig
Mydocalm
und
Ecofenac
CR75 einnehmen. Ausserdem
sei
die eingeschränkte Beweglichkeit des operierten Fusses mit Videoaufnahmen bei
E._
und bei
C._
dokumentiert worden und könne dort auch einge
sehen werden
. Seit September 2014 sei er an vier Tagen an einem neuen
Ver
kaufsort
, an dem
er
täglich 30 bis 50 mal 15 Stufen bewältig
en
und s
chwere Podeste und Waren herum
tragen müsse. Dies führe zu neuen Beschwerden. Dies könne nicht der endgültige Gesundheitszustand nach einer einfachen Weber-A-Fraktur sein. Er habe wegen der Kosten die Physiotherapie seit über zwei Monaten (zirka seit Anfang November 2014) nicht mehr besucht. Es habe sich nun wegen der nicht behandelten
Dysbalance
im Grundgelenk des rech
t
en
Zehens
eine akute Arthrose gebildet, welche durch eine Operation mit einer
Synthus
Fusion
splatte behandelt werden müsse. Zudem sei eine gleich hohe Integritätsentschädigung geschuldet, wie sie nach dem ersten, identischen Unfall vom 11. Dezember 2011 ausbezahlt worden sei
(Urk. 1
, Urk. 12 S. 3 ff.
).
2.3
Unstrittig ausgewiesen ist, dass der Beschwerdeführer durch den Unfall vom
11. Dezember 2011
erneut
eine
Weber-A-
Fraktur
am linken OSG erlitten hat
(Urk. 8/M3)
, nachdem er an derselben Stelle
am linken Fussgelenk
bereits
beim
Unfall vom 27. November 2007 eine solche Verletzung erlitten hatte (Urk. 8/M58
S. 1
).
D
ie Beschwerdegegnerin
hat
ihre
gesetzliche
Leistungspflicht
für beide Unfälle anerkannt
. Den ersten Fall betreffend den Unfall vom
27. No
vember 2007 hatte sie bereits abge
schlossen, als sich
der Unfall vom 11.
De
zember 2011 ereignete.
Strittig und zu prüfen ist, ob
die Beschwerdegegnerin die Leistungen für die gesundheitlichen Folgen des Unfalls vom 11. De
zember 2011 zu Recht per Ende Januar 2014 einstellte und
falls ja,
ob sie nach
diesem
Fallabschluss zu Recht
den Anspruch auf
weitere gesetzliche Leistungen, namentlich eine Invaliden
rente und eine Integritätsentschädigung
verneinte.
3.
3.1
Gemäss dem Bericht der Klinik für Unfallchirurgie des
A._
vom 2
3.
November 2012 hatte der Beschwerdeführer noch über persistierende Beschwerden am OSG
geklagt
, welche sich als Anlaufschmerz am Morgen beziehungsweise als
be
lastungsabhängiger
Schmerz im Verlauf des Tages am linken OSG äussere
n würden
. Er fühle sich insbesondere in seinem Leistungssport als Marathonläufer deutlich eingeschränkt und könne dies beinahe nicht mehr durchführen. Sport
liche Wettkämpfe als Radsportler seien hingegen noch gut möglich.
Aufgrund der sportlichen Ambitionen fühle er sich in seiner Lebensqualität doch deutlich eingeschränkt. Als Diagnose
wurde
eine posttraumatische OSG-Arthros
e bei
konso
lidierter Weber-A-Fraktur links
gestellt
. Die Arbeitsun
fähig
keit wurde mit 0 % angegeben. Aufgrund des erhöhten Leidensdruckes werde
der Beschwerde
führer bei der posttraumatischen OSG-Arthrose
an die Kollegen der
D._
überwiesen zur Beurteilung und Festlegung der weiteren
Therapie
optio
nen
. Es werde dringendst die Fortsetzung der Physio
therapie empfo
h
len, da zunächst die konservative
Arthrosebehandlung
Vorrang habe (Urk. 8/M43).
Die Ärzte der Orthopädie der
D._
untersuchten den Beschwerde
führer
gemäss dem Bericht vom 7.
Januar 2013 am 27. Dezember 2012 und stellten die Diagnose einer posttrau
matischen OSG-Arthrose mit/bei
o
steo
chon
draler
Läsion an der medialen
Talusschulter
bei Status nach Weber-A-Fraktur links 2007 konservativ behandelt und Status nach
Zuggurtungs
osteo
synthese
am 11. Dezember 2012 (richtig: 21. Dezember 2011) sowie Status nach
Metall
entfernung
am 8. Mai 201
2.
Sie empfahlen
neben dem Fortfahren der Physio
therapie zur Steigerung des Bewegungsausmasses eine Infiltration ins OSG mit Lokalanästhetikum und Kortison sowie probeweise Ruhigstellung bei der Arbeit mit
Künzli-St
a
bilschuhen
(Urk. 8/M45).
Dem Bericht der Orthopädie der
D._
vom 1
1.
April 2013 ist zu entnehmen, dass die Infiltration in das linke OSG zu einer deutlichen Beschwerdereduktion geführt habe. Der Be
schwerde
führer sei nahezu schmerz
frei und wieder sportlich aktiv, er jogge (Urk. 8/M50).
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin,
der den Be
schwerdeführer am 19.
August 2013 untersucht hatte
, hielt im Bericht vom 21. August 2013 fest,
der Beschwerdeführer sei durch die einmalige
Stereoid
infiltr
ation
mittlerweile schmerzfrei, jedoch noch kompromittiert sowohl in der alltäglichen Bewegung als auch in der Sportfähigkeit als Läufer und Velofahrer (Urk.
8/M53). Gemäss dem Bericht von Dr.
F._
vom 1
8.
Dezember 2013 habe sich unter der Physiotherapie eine Kraftsteigerung im linken Fuss gezeigt, so dass
Einbeinsprünge
auf der linken Seite wieder möglich seien.
Es bestehe nun noch eine Fussfehlstellung mit Hohlfusstendenz links mehr als rechts sowie ein Sichelfuss rechts mehr als rechts, so dass er ihm noch ein Rezept für spezifische orthopädische Einlagen ausgestellt habe. Zusätzlich habe sich neu auf der rech
ten Seite ein Kraftdefizit des rechten Fusses eingestellt.
Klinisch zeige sich bei symmetrischem Reflexbild und beidseits nicht auslösbarem Achillessehnenreflex
ein verzögerter
Einbeinsprung
auf der rechten Seiten gegenüber links sowie eine leichte Abschwächung der Grosszehenextension rechts gegenüber links. Dies
be
züglich sei am
e
hesten ein Nervenkompressionssyndrom, entweder lokal oder
diskogen
zu vermuten (Urk. 8/M60).
3.
2
Angesichts dieser Berichte
, welche eine erhebliche Beschwerdebesserung mit einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausweisen,
ist es nachvollziehbar, dass der
Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin
Dr.
B._
in der Stellungnahme vom 22.
November 2013 zum Schluss kam, dass von einer weiteren medizi
nischen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes
(im Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG)
zu erwarten sei (Urk. 8/M58 S. 2), was er auch nach der Kon
sultation vom 23.
Dezember 2012 bestätigte (Bericht desselben Datum, Urk. 8/M61 S. 2).
Auch
ist nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerde
gegnerin
daraus schloss
, dass
von der Fort
setzung der ärztlichen Behandlung der somatischen Leiden keine namhafte, ins Gewicht fallende Steigerung der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers erwartet werden könne.
Denn wi
e die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid zutreffend ausführte (
Urk.
2 S. 3), ist f
ür den rechtmässigen Zeitpunkt des Fallabschlusses nach Art. 19 Abs. 1 UVG - nebst der hier nicht durchgeführten Eingliederungs
mass
nah
men der Invalidenversicherung - allein die Frage nach der namhaften Ver
bes
serung des unfallbedingten Gesundheits
zu
standes durch die Fortsetzung der ärztlichen Behandlung mit Auswirkung auf die Arbeits
fä
hig
keit ent
scheidend (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 134 V 109 E. 4).
Ob eine namhafte Bes
serung noch möglich ist, bestimmt sich
somit
nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffes "namhaft" durch den Gesetzgeber, dass die durch weitere Heilbe
handlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (Urteil
e des Bundesgerichts
8C_
265/2009 vom 5.
Oktober 2009 E.
5.1
und
8C_744/2009 vom
8.
Januar 2010
E. 8.1
).
Für
den Fallabschluss
nicht gefordert ist demnach
,
dass keine
Restbeschwerden
mehr
bestehen und
dass
der Gesundheitszustand, wie er vor dem Unfall bestanden hatte, wieder hergestellt ist
.
Da dem Beschwerdeführer ab dem 17. September 2012 bis zum Erlass des
ange
fochtenen
Einspracheentscheides
vom 29. Juli 2014 (Urk. 2), der
recht
spre
chungs
gemäss
die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildet (BGE 132 V 215
E. 3.1.1
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_688/2011
vom 15.
Juni 2012
E. 3.2.3),
wegen der unfallbedingten OSG-Verletzung keine Arbeitsunfähigkeit mehr attestiert wurde (Urk. 8/1, Urk. 8/M43 S. 2),
kann folgerichtig eine allfällige ärztliche
Behandlung auch keine nam
hafte Besserung im Sinne des Gesetzes bewirken. Hinzu kommt, dass die vom Beschwerdeführer insbesondere geltend gemachte
Notwendigkeit zur
Fortfüh
rung der Physio
therapie keine ärztliche Behandlung
im Sinne von Art. 19 Abs.
1 UVG darstellt
, die gegen den Fallabschluss sprechen würde (vgl.
Urteil
des Bundesgerichts
8C_377/2013
vom 2.
Oktober 2013
E.
7.2).
Sämtliche übri
ge
n
Vorbringen des Beschwerdeführers führen zu keiner anderen Be
trach
tungs
weise.
Somit ist der Fallabschluss
per Ende Januar 2014
(
Urk.
2 S. 4)
nicht zu bean
standen (BGE 134 V 109
E.
4
und E.
6.1).
Sollte später
eine Verschlechterung des unfallbedingten Gesundheitszustandes und allenfalls eine
weitere Operation des linken OSG
notwendig werden, wird eine Leistungspflicht unter dem Titel des Rückfalls oder der Spätfolge (Art. 11 UVV) zu prüfen sein.
3.3
Die vom Beschwerdeführer aufgeworfene
und von der Beschwerdegegnerin ver
neinte
Frage
, ob
die
von ihm
anlässlich der
Konsul
tation vom 23.
Dezember 2013
gegenüber
Dr.
B._
angegebenen
Be
schwerden am rechten
Fuss
, insbesondere am
grossen
rechten Zehen
,
an den Knien
,
am Rücken und an den Hüften
sowie
die
Kribbel
parästhesie
am rechten Arm
(
Urk. 8/M61
) als
(zu
min
dest indirekte Teil-)
Folge der (zwei
maligen) Ver
letzung am linken
OSG
und daher als
unfall
kausal
zu gelten haben, kann
und muss
hier
nicht
abschliessend
beurteilt werden.
Zwar hat
Dr.
B._
in seinem Konsultationsbericht vom
23. Dezember 2013 dazu erklärt, dass die diversen geklagten Beschwerden nur in einem mög
lichen, mithin nicht in einem überwiegend wahrscheinlichen Kausalzu
sam
men
hang zum Unfallereignis stünden (Urk. 8/M61 S. 1) und dass die Kausa
lität der Beschwerden
ausserhalb
des (linken) OSG nicht nachvoll
ziehbar
sei
(Urk. 8/M61 S. 2)
Jedoch begründete Dr.
B._
diese Einschätzung nicht weiter. Auch erfolgte sie aufgrund einer nur rudimentären und oberflächlichen Untersu
chung, welche überdies
- soweit ersichtlich -
auf die
Füsse
beschränkt war (
Urk.
8/M61).
Zudem lag Dr.
B._
der Bericht der
D._
vom 24. Juli 2014
(Urk. 8/M66) noch nicht vor, in welchem zu den einzelnen Beschwerdebereichen detaillierte Diag
nosen aufgeführt wurden.
Auch d
en
übrigen Akte
n
ist
keine Stellungnahme zur Frage der Kausalität dieser Be
schwerden
zu entnehmen.
Damit ist die
Kau
salitäts
beurteilung
bezüglich der Beschwerden am Rücken, an der Hüfte und an der rechten unteren Extre
mität von Dr.
B._
nicht ausreichend, weshalb hier darauf nicht
ab
schliessend
abgestellt werden kann, zumal
an die
Beweis
würdigung
ver
sicherungsinterne
r
ärztliche
r
Fest
stellungen
strenge Anfor
derungen zu stellen sind
(BGE 135 V 465 E. 4.4).
Ohne Abklärung
mit spezifischer fachärztlicher Untersuchung
und Beurteilung der Kausalität kann bei gegebener Aktenlage
und angesichts des Umstandes, dass der Beschwerdeführer bereits im November 2007 das linke OSG verletzt hatte,
jedenfalls nicht ausgeschlossen werden, dass es sich bei
den zusätzlichen
Beschwerden
am Rücken, an den Hüften und
am
rechten
Fuss
ebenfalls
um unfallbedingte Beschwerden handelt, zumal es
gemäss
der höchstrichterlichen Recht
sprechung durchaus Fälle gibt, in denen eine unfallbedingte Fehlbelastung nachweislich zu Rückenbeschwerden führen
kann
(Urteil des Bundesgerichts
U
38/01 vom
5.
Juni 2003 E. 5.2.2 mit Hinweisen; vgl. auch Urteile des Bundes
gerichts 8C_487/2015 vom 3
0.
November 2015
E. 4.1.2 und 8C_78/2011 vom 26.
Mai 2011 E. 6.2).
Auch
ist es für die Bejahung des natürlichen Kausal
zu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittel
bare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereig
nis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität des Versicherten beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 1
19 V 335 E.
1 mit Hinweisen; Urteil des Bun
desgerichts U 38/01 vom
5.
Juni 2003 E. 5.2.2).
Auch wenn damit entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin nicht
ab
schlies
send
gestützt auf den Bericht von Dr.
B._
über die
Unfallkau
sa
lität
der zusätzlich geklagten Beschwerden am Rücken, an der Hüfte und an der rechten unteren Extre
mität
be
funden werden kann, so ist von ergän
zenden Abklärungen
- zumindest im Rahmen dieses Verfahrens -
abzusehen.
D
iese Frage kann
hier
offen bleiben, weil
die zusätzlichen Beschwerden
jedenfalls
im hier zu beurteilenden Zeitraum bis zum Erlass des angefochtenen Entscheides vom 29. Juli 2014 (Urk. 2) keine Arbeits
unfähigkeit
verursachten
.
Es ist daher festzuhalten, dass d
er Fallabschluss per Ende Januar 2014
auch unter diesem Gesichtspunkt nicht zu beanstanden ist
.
Auf den Zeitpunkt des
Fallabschluss
es hin
ist
nachfolgend
zu prüfen, ob ein Anspruch auf eine Rente und/oder eine Integrität
sentschädigung
besteht (Art. 19 Abs. 1 UVG, Art. 24 Abs. 2 UVG).
4.
4.1
D
er Anspruch auf eine Rente ist erst a
b einem Invaliditätsgrad von 10
%, mit
hin einer
Erwerbseinbusse
in diesem Umfang geschuldet (Art.
18 Abs.
1 UVG; vgl. E. 1.5 hiervor).
Gemäss
der
Telefon
notiz
vom 28. Juli 2014 (Urk.
8/A188
) erfolgte der Wechsel vom Filialleiter zum Verkäufer laut Auskunft der Arbeit
ge
berin nicht als Folge des Unfalls und ohne
Einkommens
einbusse
. Im Ver
gleich mit dem in der Unfallmeldung angegebenen respektive vor dem Unfall erzielten Einkommen von Fr. 3‘400.-- pro Monat (
Urk.
8/1) habe sich das Ein
kom
men per 1. Januar 2013 dennoch auf Fr. 3‘500.-- pro Monat erhöht (Urk.
8/A188
). Da die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers bei
Fallab
schluss
nicht mehr einge
schränkt war
und
das Einkommen
sich bis im Februar 2014
somit
nicht redu
ziert hat
, resultieren
keine
Erwerbseinbusse
und
kein
e rentenbegründende
Inva
lidität
.
Die Beschwerdegegnerin verneinte den Anspruch auf eine In
validen
rente
daher
zu Recht.
4.2
Mangels Rentenansp
ruchs des Ver
sicherten
ist
auch keine Heilbehandlung nach Art. 21 Abs. 1 UVG zu erbringen, wie die
Beschwerdegegnerin
richtig erkannt hat.
Damit fehlt es für das Erbringen weiterer Kostenvergütung für die Heilbe
handlung
des OSG links
, mithin auch für Physiotherapie an einer gesetzlichen Grundlage.
5.
5
.1
Gestützt auf Art. 24 und Art. 25 UVG besteht Anspruch auf eine
Integritätsent
schädigung
, wenn die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erheb
liche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität er
leidet. Die Höhe der Entschädigung, die als Kapitalleistung ausgerichtet wird, richtet sich nach der Schwere des Integritätsschadens und wird aufgrund der Richtlinien bemes
sen, die der Bundesrat im Anhang 3 zur UVV aufgestellt hat. Diese Richtlinien sind von der
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva)
in Tabellen ver
feinert worden, welche die Rechtsprechung im Sinne von Richt
werten als anwendbar er
klärt hat (vgl. BGE 124 V 29 E.
1c, 116 V 156 E. 3a).
Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsentschädigungen aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die
Integritäts
ent
schädi
gung
nach der gesamten Beeinträchtigung festgesetzt (Art. 36 Abs. 3 UVV).
Die den einzelnen Schädigungen entsprechenden Prozentzahlen werden
in diesen Fällen
selbst dann zusammengezählt, wenn eine, mehrere oder alle davon für sich die Schwelle von 5
%
nicht erreichen; die Entschädigung ist ge
schuldet, sobald die Summe der Prozentzahlen die
Erheblichkeitsgrenze
von 5
%
über
steigt (RKUV 1988 Nr. U 48 S. 236 E
. 2b;
BGE 116 V 156
E. 3b).
Von verschie
denen Integritätsschäden ist auszugehen, wenn die Beeinträchtigungen sich medizinisch eindeutig feststellen und in ihren Auswirkungen
voneinander klar unterscheiden lassen. Klar unterscheidbare und sich gegenseitig nicht beein
flussende Integritätsschäden sind grundsätzlich zu addieren (SVR 200
8 UV Nr.
10 S. 32, U 109/06 E. 6). Bei einer gegenseitigen Überlagerung ver
schie
de
ner Beeinträchtigungen darf der Gesamtwert indessen nicht dazu führen, dass ein Teil der Beeinträchtigungen doppelt entschädigt wird. Umge
kehrt kann sich eine Erhöhung rechtfertigen, wenn sich die verschiedenen Beein
trächtigungen in ihrer Wirkung verstärken (
Urteil
des Bundesgerichts
8C_826/2012 vom 28.
Mai 2013
E. 3.2
).
5
.2
Gemäss der internen Notiz der Beschwerdegegnerin
an den medizinischen Dienst
vom 1
3.
November 2013
wurde bezüglich de
s
ersten
Unfalls mit Weber-A-Fraktur am linken OSG vom 27. Dezember 2011 (Dossier Nr. 1.378.413/95) keine Integritätsentschädigung zugesprochen. Eine solche, und zwar in der
Höhe von 5 % habe der Beschwerdeführer indes für einen weiteren Unfall auf
grund einer Daumenverletzung erhalten (Dossier Nr. 1.378.413/109; Urk. 8/M58 S. 1
; vgl. auch den Bericht des
A._
vom 29. November 2011: Fraktur des
Os metacarpale
Dig
. 1 rechts im Februar 2011, Urk. 8/M7 S. 1
).
Letztere ist für den hier zu beurteilenden Fall aufgrund der klar unter
scheid
baren Beschwerdebilder nicht relevant. Entgegen der Ansicht des Be
schwerde
führers (Urk. 12 S.
5
) steht ihm bei gegebener Sach- und Rechtslage somit nicht eine
Integritäts
entschä
digung
in derselben Höhe zu, wie jen
e, die er bereits erhalten hat; dies im Übrigen selbst dann nicht, wenn für die erste Weber-A-Fraktur am linken OSG vom 27. Dezember 2011 eine Integritätsentschädigung zugesprochen wor
den wäre. Vielmehr ist
eine allfällige
Inte
gritätsentschädi
gung nach der gesam
ten Beeinträchtigung am OSG links festzusetzen (Art. 36 Abs. 3 UVV).
5.
3
5.3.1
In der Verfügung vom 6. März 2014 hatte die Beschwerdegegnerin den An
spruch auf eine Integritätsentschädigung
als Folge des Unfallereignisses vom 11. Dezember 2011 noch
explizit verneint (Urk. 8/
A157
S. 2
).
Im angefochtenen
Ein
spracheentscheid
vom
29. Juli 2014 wurde dagegen
nunmehr
festgehalten, es sei derzeit nicht klar, in welchem Umfang mit einer Zunahme der derzeit be
gin
nenden Arthrose zu rechnen sei, weshalb zum aktuellen Zeitpunkt keine
Inte
gritätsentschädigung
fällig werde. Mit Verweis auf das Rückfallmelderecht sei dies zum gegebenen Zeitpunkt zu prüfen (Urk. 2 S. 4
)
.
5.
3.2
Auch wenn
die
Integritätsentschädigung
(
Art. 24 und Art. 25 UVG)
regel
mässig
gleichzeitig mit der Invalidenrente festzusetzen ist (Art. 24 Abs. 2 UVG), so handelt es sich bei der Integritätsentschädigung und bei der Invalidenrente um zwei deutlich voneinander zu trennende Ansprüche, über die grundsätzlich auch getrennt entschieden werden kann
(Urteil des Bundesgerichts
8C_281/2007
vom 18.
Ja
nuar 2008
E. 1.3).
Vom Prinzip der gleichzeitigen Festsetzung der
Inte
g
ritäts
entschädigung
mit dem Rentenanspruch Art. 24 Abs. 2 UVG kann
recht
spre
chungs
gemäss
indes nur
ausnahmsweise abgesehen werden
. Dies ist dann der Fall
, wenn
sich die ent
sprechen
den Anspruchsvoraussetzungen erst nach Erlass der
Renten
ver
fügung
zuver
lässig beurteilen lassen (
BGE 113 V 48
E. 3.b
;
Urteil
des Bun
des
gerichts
8C_836/2013 vom 27.
März 2014
E. 4.5).
5.3.3
Dr.
B._
bejahte in der Stellungnahme vom 22. November 2013 die Frage, ob
als Folge des Unfalles vom 15.
Dezember 2011
eine dauernde erhebliche Schä
digung der körperlichen Integrität gegeben sei mit der Bemerkung „Ja, in Zukunft OSG-Arthrose“
. Zurzeit sei erst eine
beginnende Arthrose radiolo
gisch dokumentiert (keine ak
t
uellen Röntgenbilder). In Zukunft sei von einer Zu
nahme der Arthrose auszugehen. Zurzeit sei keine Integritätsentschädigung fällig. Zukünftig werde
gemäss
der Suva-Tabelle 5.2 eine
Integritätsentschädi
gung
von 10
%
bei Entwicklung einer OSG-Arthrose
mässigen
Grades voraus
sichtlich fällig werden (Urk. 8/M58 S. 2). Im Bericht vom 23. Dezember 2013 erklärte Dr.
B._
dazu lediglich
noch
, eine Arthrose
grösseren
Ausmasses
sei bisher nicht bekannt (Urk. 8/M61 S. 2).
5.3.4
Angesichts dieser Ausführungen kann nicht gesagt werden, dass noch nicht absehbar
gewesen
sei, ob die Voraussetzungen für eine
Integritätsent
schä
di
gung
, nament
lich
eine dauernde erheb
liche Schädigung der körperlichen Integ
rität
,
ein
treten werden. Denn es ist mit dem Entscheid darüber nicht zuzu
war
ten, wenn
- wie hier -
eine voraussichtliche Entwicklung mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit absehbar ist.
Bei der Festsetzung der
Integritätsentschädi
gung
werden voraus
sehbare Ver
schlim
merungen des Integritätsschadens nach Art. 36 Abs. 4 UVV
vielmehr
angemessen berücksichtigt, und Revisionen sind nur im Aus
nahme
fall möglich, wenn die Verschlimmerung von grosser Trag
weite ist und nicht voraussehbar war. Eine voraussehbare Verschlimmerung im Sinne von Art. 36 Abs. 4 Satz 1 UVV, die bei der Bemessung des
Integritäts
schadens
zu berück
sichtigen ist, setzt voraus, dass die Verschlimmerung im Zeitpunkt der Fest
setzung der Integritätsentschädigung als wahrscheinlich prognostiziert wird, wogegen die blosse Möglich
keit einer Verschlimmerung nicht genügt (Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2013 vom 2
3.
Juli 2013, E. 3.4.1 mit Hinweisen).
Da die beginnende posttraumatische OSG-Arthrose mittels
Magnetresonanz
tomo
graphie
bereits
am 2. August 2012 bildgebend festgestellt worden war (Urk. 8/M34; vgl. auch Bericht der
D._
vom 7. Januar 2013
,
Urk.
8/M45
) spricht nichts gegen die
Feststellung
von
Dr.
B._
, der in Anwendung der
massgeblichen
Suva-Tabelle 5.2
nachvollziehbar
eine
Integri
tätsentschädi
gung
von 10
% bei Entwicklung einer OSG-Arthrose
mässigen
Grades
abschätze
(Urk. 8/M58 S. 2).
Für eine Abweichung von
Art.
24
Abs.
2 UVG
bleibt kein Raum.
Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Integritätsentschädigung von 10 % für die Beeinträchtigung am linken OSG hat.
Ob überhaupt und wann in Zukunft ein Gelenksersatz oder eine
Arthrodese
nötig sein wird respektive ob
eine
anspruchserhebliche
Verschlimmerung von grosser Tragweite
ein
treten
wird
,
wird gegebenenfalls im Rahmen einer Revision zu beurteilen sein.
6
.
Im Ergebnis ist der
angefochtene
Einspracheentscheid
vom
29. Juli 2014
(Urk.
2) in teilweiser Gutheissung der Beschwerde dahingehend abzu
ändern, als festzustellen ist, dass
der Beschwerdeführer Anspruch auf
eine
Inte
gritäts
ent
schädigung
von 10 % für die Beeinträchtigung am linken OSG
hat.
Im Übrigen ist die Beschwerde abzu
wei
sen.