Decision ID: 83d748dd-5f7d-4ac4-9a1e-ea30558b7fa6
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Ehescheidung / Scheidung auf Klage
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Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes im ordentlichen Verfahren des Bezirksgerichtes Andelfingen vom 5. Februar 2016; Proz. FE120006
Rechtsbegehren:
Rechtsbegehren der Klägerin (act. 388 S. 1 f.):
1. Die Ehe der Parteien sei gemäss Art. 114 ZGB zu scheiden. 2. Die Tochter C._, geb. tt.mm.2005, sei unter die alleinige
elterliche Sorge der Klägerin zu stellen; eventualiter sei die Tochter C._, geb. tt.mm.2005, unter die gemeinsame  Sorge zu stellen.
3. Die Tochter C._ sei unter die Obhut der Klägerin zu .
4. Dem Beklagten sei ein angemessenes Besuchsrecht .
5. a) Es sei die gemäss Urteil vom 18. Juli 2014 angeordnete Besuchsbeistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB  und für solange weiterzuführen, als die zuständige KESB dies für notwendig erachtet.
b) Es sei die gemäss Urteil vom 30. März 2015 angeordnete Erziehungsbeistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 ZGB  und für solange weiterzuführen, als die zuständige KESB dies für notwendig erachtet.
6. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin für die Tochter C._ monatlich im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge von Fr. 700.– zzgl. allfälligen vertraglichen oder gesetzlichen Kinderzulagen zu entrichten, zahlbar bis zum Abschluss einer angemessenen Ausbildung, auch über die Mündigkeit hinaus, solange die Tochter in deren Haushalt lebt oder keine  Ansprüche stellt bzw. keine anderen Zahlungsempfänger bezeichnet; die Unterhaltsbeiträge seien gerichtsüblich zu .
7. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin persönlich  monatlichen Unterhaltsbeitrag im Sinne von Art. 125 ZGB im Betrag von Fr. 1'000.– zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den 1. eines jeden Monats bis 30. Oktober 2021; die Unterhaltsbeiträge seien gerichtsüblich zu .
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8. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Parteien  auseinandergesetzt sind.
9. Es sei die Teilung der Austrittsleistungen nach Art. 122 ZGB vorzunehmen.
10. alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8 % MwSt) zulasten des Beklagten.
Rechtsbegehren des Beklagten (act. 389; Prot. S. 184):
1. Die Ehe der Parteien sei zu scheiden. 2. Es seien die Nebenfolgen der Scheidung zu regeln. 3. Es sei C._ unter die Obhut und alleinige elterliche Sorge
des Beklagten zu stellen. 4. Es sei der Klägerin ein Besuchsrecht an C._ jeden 2.
Samstag von 09.00 bis 18.00 Uhr zuzusprechen, unter  an die Klägerin, C._ unter allen Umständen von D._ fernzuhalten.
5. Ein Ferienbesuchsrecht an C._ mit Übernachtungen bei der Klägerin sei der Klägerin nicht zuzusprechen.
6. Die Klägerin sei zu verpflichten, angemessene  an die Beklagten für C._ und an den Beklagten für C._ bis zu deren abgeschlossene Erstausbildung zu .
7. Die Parteien seien zu verpflichten, die Gesundheitskosten für C._, soweit nicht von Dritten getragen, je zur Hälfte zu übernehmen.
8. Die klägerischen Pensionskassen-Guthaben seien zwischen den Parteien hälftig zu teilen, aufgerechnet auf die  des Scheidungsurteils.
9. Eine Beistandschaft sei nicht anzuordnen. 10. In güterrechtlicher Hinsicht sei die Klägerin zu verpflichten,
dem Beklagten die folgenden Gegenstände herauszugeben: Bettgestell Ikea; 2 Lättliroste für Betten Ikea; 2 Matratzen Ikea; Eckschrank Ikea; Matratzenschoner Ikea, Bettgestell und Matratze; Schrank, 2-türig, Conforama; 2 Lättliroste  (act. 391 S. 16 und act. 392).
11. Es seien die klägerischen Anträge 1–3 in der Eingabe vom 21. Oktober 2015 vollumfänglich abzuweisen.
12. Die klägerischen Anträge Ziff. 2, 3, 4, 5a und b, 6 und 7 seien vollumfänglich abzuweisen.
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Urteil des Bezirksgerichtes Andelfingen vom 5. Februar 2016 (act. 474):
1. Die Ehe der Parteien wird geschieden.
2. Die Tochter C._, geb. tt.mm.2005, wird unter der gemeinsamen elterli-
chen Sorge der Parteien belassen. Die elterliche Sorge wird im Rahmen der
nachstehenden Dispositivziffer 7 eingeschränkt.
Die abweichenden Anträge der Parteien werden abgewiesen.
3. Die Obhut für die Tochter C._, geb. tt.mm.2005, wird dem Beklagten
zugeteilt.
Der abweichende Antrag der Klägerin wird abgewiesen.
4. Die Klägerin wird berechtigt erklärt, die Tochter C._ bis Ende Septem-
ber 2016 jeweils am ersten und dritten Samstag eines jeden Monats jeweils
von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Be-
such zu nehmen.
Die Klägerin wird berechtigt erklärt, die Tochter C._ ab Oktober 2016
jeweils am ersten und dritten Samstag und Sonntag eines jeden Monats je-
weils von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr, ohne Übernachtungen, auf eigene Kos-
ten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen.
Die Klägerin wird berechtigt erklärt, die Tochter C._ ab April 2017 je-
weils am ersten und dritten Wochenende eines jeden Monats jeweils von
Samstag 09.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr, mit jeweils einer Übernachtung,
auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. Die Er-
mächtigung der Übernachtungen von C._ bei der Klägerin steht unter
dem nachstehenden Vorbehalt (Dispositivziffer 4 Abs. 5). Sollten im Rahmen
des nachstehenden Vorbehaltes (Dispositivziffer 4 Abs. 5) keine Übernach-
tungen möglich sein, wäre die Klägerin weiterhin berechtigt, die Tochter
C._ jeweils am ersten und dritten Samstag und Sonntag eines jeden
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Monats jeweils von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr, ohne Übernachtung, auf eigene
Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen.
Die Klägerin wird berechtigt erklärt, die Tochter C._ ab Oktober 2017
jeweils am ersten und dritten Wochenende eines jeden Monats jeweils von
Freitag 18.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr, mit Übernachtungen, auf eigene
Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. Die Ermächtigung der
Übernachtungen von C._ bei der Klägerin steht unter dem nachstehen-
den Vorbehalt (Dispositivziffer 4 Abs. 5). Sollten im Rahmen des nachste-
henden Vorbehaltes (Dispositivziffer 4 Abs. 5) keine Übernachtungen mög-
lich sein, wäre die Klägerin weiterhin berechtigt, die Tochter C._ jeweils
am ersten und dritten Samstag und Sonntag eines jeden Monats jeweils von
09.00 Uhr bis 18.00 Uhr, ohne Übernachtungen, auf eigene Kosten zu sich
oder mit sich auf Besuch zu nehmen.
Bei der Frage, ob C._ bei der Klägerin übernachtet, ist auf die aus-
drücklich geäusserten Wünsche von C._ Rücksicht zu nehmen. Falls
sich C._ weigern sollte, bei der Klägerin zu übernachten, ist in Zusam-
menarbeit mit den Eltern, mit C._ und der in diesem Zeitpunkt psycho-
therapeutisch betreuenden Fachperson von C._ die Situation abzuklä-
ren und bis zum Vorliegen der Ergebnisse und je nach Ergebnis von Über-
nachtungen abzusehen, bis C._ für Übernachtungen bereit ist. Sollte es
zu keiner Einigung zwischen den Eltern, C._ und der in diesem Zeit-
punkt psychotherapeutisch betreuenden Fachperson von C._ kommen,
müsste gegebenenfalls die KESB über die Frage des Übernachtens ent-
scheiden.
C._ wird jeweils im E._ Restaurant, ... [Adresse], an die Klägerin
übergeben und an der ... Tankstelle an der A..., ... [Ort], vom Beklagten
wieder abgeholt.
Das Besuchsrecht der Klägerin wird bis und mit November 2016 unter An-
drohung von Art. 292 StGB mit der Auflage verbunden, dass C._ wäh-
rend der Besuchsrechtsausübung nicht mit Herrn D._ zusammentrifft.
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Vorbehalten bleiben zufällige kurzfristige Begegnungen ausserhalb der
Wohnung der Klägerin. Art. 292 StGB lautet wie folgt: "Wer der von einer
zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf
die Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassenen Verfügung nicht Folge
leistet, wird mit Busse bestraft." Ab Dezember 2016 fällt die Androhung nach
Art. 292 StGB weg.
Ab Dezember 2016 kann D._ jeweils zwei Stunden pro Besuchswo-
chenende ausserhalb der Wohnung der Klägerin zu den Besuchen dazu-
kommen. Die Besuche stehen unter dem nachstehenden Vorbehalt (Dispo-
sitivziffer 4 Abs. 9) . Ab Februar 2017 kann D._ auch in der Wohnung
der Klägerin jeweils zwei Stunden pro Besuchswochenende zu den Besu-
chen dazukommen. Die Besuche stehen unter dem nachstehenden Vorbe-
halt (Dispositivziffer 4 Abs. 9). Die Maximalbesuchszeit beträgt auf jeden Fall
zwei Stunden pro Besuchswochenende.
Bei der Frage, ob D._ bei Besuchen von C._ bei der Klägerin ab
Dezember 2016 dazukommen kann, ist auf die ausdrücklich geäusserten
Wünsche von C._ Rücksicht zu nehmen. Falls sich C._ weigern
sollte, ist in Zusammenarbeit mit den Eltern, mit C._ und der in diesem
Zeitpunkt psychotherapeutisch betreuenden Fachperson von C._ die
Situation abzuklären und bis zum Vorliegen der Ergebnisse und je nach Er-
gebnis von Besuchen von D._ abzusehen, bis C._ für solche Be-
suche bereit ist. Sollte es zu keiner Einigung zwischen den Eltern, C._
und der in diesem Zeitpunkt psychotherapeutisch betreuenden Fachperson
von C._ kommen, müsste gegebenenfalls die KESB über diese Frage
entscheiden.
Die abweichenden Anträge der Parteien zum Besuchsrecht werden abge-
wiesen.
5. Die Klägerin und C._ sind berechtigt auch während der Woche und an
den Wochenenden ohne Besuchsrecht mittels Telefon, SMS, Mail miteinan-
der Kontakt zu haben.
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6. Die Klägerin wird sodann berechtigt erklärt, die Tochter C._ für vier
Wochen in den Frühlings-, Sommer- oder Herbstferien sowie während der
Hälfte der Weihnachts-/Neujahrsferien auf eigene Kosten mit sich in die Fe-
rien zu nehmen. Die Klägerin wird verpflichtet, die Ausübung des Ferienbe-
suchsrechts mindestens drei Monate im Voraus dem Beklagten anzumel-
den. Zudem hat die Klägerin dem Beklagten mitzuteilen, in welcher Gegend
/ Ortschaft sie die Ferien mit C._ verbringen will. Die Ausübung des Fe-
rienbesuchsrechts ist sodann für solange, als C._ bei der Ausübung
des ordentlichen Besuchsrechts nicht bei der Klägerin an der F._-
Strasse ... in G._ übernachtet, mit der Auflage verbunden, dass die
Klägerin auch während der Ausübung des Ferienbesuchsrechts auf Über-
nachtungen von C._ an der F._-Strasse ..., G._, verzichtet.
Die abweichenden Anträge der Parteien zum Ferienbesuchsrecht werden
abgewiesen.
7. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Klägerin und der Beklagte ihre
Zustimmung zum Eintritt von C._ in die Tagesschule H._, I._,
erteilt haben.
Ein Widerruf der Zustimmung für die Einschulung von C._ in die
H._, I._, durch einseitige Erklärung der Eltern ist ausgeschlossen.
Von einem Eintritt von C._ in die H._, I._, ist nur in folgenden
Fällen abzusehen: Nichtaufnahmeentscheid der Leitung der H._, feh-
lende Finanzierung durch die Schule J._, je nach Zuständigkeit: richter-
licher Entscheid oder Entscheid der zuständigen KESB.
Der Übertritt von C._ hat direkt von der Tagesklinik I._ in die
H._, I._, zu erfolgen. Auf Schulferien der Institutionen ist Rücksicht
zu nehmen.
Ein Austritt von C._ aus der H._, I._, ist unter folgenden Vo-
raussetzungen möglich:
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Ablauf der vorgesehenen Schulzeit, Freistellung durch die Leitung der
Tagesschule H._, fehlende Finanzierung durch die zuständige Schul-
gemeinde, je nach Zuständigkeit: richterlicher Entscheid oder Entscheid der
zuständigen KESB. Ein Austritt von C._ aus der Tagesschule H._
durch einseitige Erklärung der Eltern von C._ gegenüber der Tages-
schule H._ ist ausgeschlossen. In diesem Sinne wird die elterliche Sor-
ge der Parteien eingeschränkt.
Sollten sich die Parteien nach der Schulzeit von C._ in der H._
über eine allenfalls weitere notwendige Institution für C._ nicht einigen,
müsste gegebenenfalls die KESB darüber entscheiden.
8. Die gemäss Verfügung des Einzelgerichts im summarischen Verfahren des
Bezirkes Andelfingen vom 5. Oktober 2009, Dispositivziffer 4., angeordnete
Beistandschaft zur Überwachung des persönlichen Verkehrs im Sinne von
Art. 308 Abs. 2 ZGB wird weitergeführt (bestätigt mit Entscheiden des Ober-
gerichtes des Kantons Zürich vom 18. Juli 2014 und 20. August 2015). Der
Beistand wird mit der Aufgabe betraut, als neutrale Drittperson das Besuchs-
recht zu überwachen, positiv auf die Eltern einzuwirken sowie als deren
Ratgeber und Vermittler zu amten. Ferner wird dem Beistand die Kompetenz
erteilt, die für die korrekte Durchführung des Besuchsrechts erforderlichen
Einzelheiten – soweit nicht schon in diesem Entscheid geregelt – verbindlich
festzulegen. Dem Beistand wird das Recht eingeräumt, die im jeweiligen
Zeitpunkt zuständige Behörde (KESB oder Gericht) bei Problemen der Be-
suchsrechtsausübung zu informieren und gegebenenfalls weitergehende
Massnahmen und Befugnisse bei der zuständigen Stelle zu beantragen.
Die zuständige KESB wird ersucht, den Auftrag an den Beistand entspre-
chend anzupassen und zu ergänzen.
Der abweichende Antrag der beklagten Partei wird abgewiesen.
9. Die mit Verfügung vom 30. März 2015 angeordnete Erziehungsbeistand-
schaft nach Art. 308 Abs. 1 ZGB, Dispositivziffer 5., wird weitergeführt (be-
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stätigt mit Entscheid des Obergerichtes des Kantons Zürich vom 20. August
2015). Der Beistand wird mit den nachfolgenden Aufgaben betraut:
- Die Eltern in ihrer Sorge um C._ mit Rat und Tat zu unterstützen,
- die Eltern – soweit es C._ betrifft – bei Bedarf zu Sitzungen mit
Behörden und dergleichen zu begleiten,
- dafür zu sorgen, dass C._ weiterhin eine professionelle kinder-
und jugendpsychologische / jugendpsychiatrische Unterstützung erhält,
wobei davon Vormerk genommen wird, dass C._ bislang bei
Dr. med. K._, I._, in psychotherapeutischer Behandlung war,
- abzuklären, ob die Gespräche von C._ bei Frau L._, Zentrum
M._, noch sinnvoll sind, wenn ja: unter welchen Voraussetzungen
diese wieder aufgenommen werden können und diese - soweit möglich
- neu zu implementieren,
- Einzelberatungen für die Klägerin und den Beklagten bei einer Fach-
person zu implementieren, bei welchen die Bedürfnisse von C._ in
den Fokus zu stellen sind, das elterliche Konfliktniveau im Sinne von
C._ vermindert werden soll und solange und in Abständen weiter-
zuführen, wie dies der Beistand als notwendig erachtet,
- die im jeweiligen Zeitpunkt zuständige Behörde (KESB oder Gericht)
bei Problemen der Ausübung der Erziehungsbeistandschaft zu infor-
mieren und gegebenenfalls weitergehende Massnahmen und Befug-
nisse bei der zuständigen Stelle zu beantragen.
Die zuständige KESB wird ersucht, den Auftrag an den Beistand entspre-
chend anzupassen und zu ergänzen.
Der abweichende Antrag der beklagten Partei wird abgewiesen.
10. Der Antrag der klägerischen Partei auf Bestellung eines Kindsvertreters wird
abgewiesen.
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11. Die Klägerin wird verpflichtet, dem Beklagten an den Unterhalt und die Er-
ziehung der Tochter C._ monatlich im voraus, jeweils auf den Ersten
eines jeden Monats, Kinderunterhaltsbeiträge von Fr. 360.–, zuzüglich Fami-
lien-, Kinder- und/oder Ausbildungszulagen, zu bezahlen, zahlbar ab
Rechtskraft des Scheidungsurteils bis und mit November 2016. Ab Dezem-
ber 2016 wird die Klägerin verpflichtet, dem Beklagten an den Unterhalt und
die Erziehung der Tochter C._ monatlich im voraus, jeweils auf den
Ersten eines jeden Monats, Kinderunterhaltsbeiträge von Fr. 440.–, zuzüg-
lich Familien-, Kinder- und/oder Ausbildungszulagen, zu bezahlen, bis zum
Abschluss einer angemessenen Erstausbildung der Tochter C._, auch
über deren Mündigkeit hinaus, zahlbar an den Beklagten, solange die Toch-
ter C._ in dessen Haushalt lebt bzw. nicht eigene Ansprüche an die
Klägerin stellt oder eine andere Zahlstelle bezeichnet.
Die abweichenden Anträge der Parteien werden abgewiesen.
12. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositivziffer 11. basieren auf dem Lan-
desindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand En-
de Dezember 2015, von 97.3 Punkten (Basis Dezember 2010 = 100 Punk-
te). Sie sind jeweils auf den 1. Januar eines jeden Jahres, erstmals auf den
1. Januar 2017, dem Stand des Indexes per Ende November des Vorjahres
anzupassen. Die Anpassung erfolgt nach folgender Formel:
Neuer Unterhaltsbeitrag = alter Unterhaltsbeitrag x neuer Index
97.3
13. Die Klägerin wird verpflichtet, die Hälfte der Kosten der Zahnbehandlung von
C._ bei Dr. N._ zu übernehmen, nachdem der Beklagte ihr die
entsprechenden Rechnungen sowie eine Bescheinigung vorgelegt hat, dass
diese Kosten nicht durch Dritte übernommen worden sind.
14. Die Parteien werden gestützt auf Art. 286 Abs. 3 ZGB verpflichtet, ausseror-
dentliche notwendige Gesundheitskosten für C._ nach vorgängiger Ab-
sprache zwischen den Parteien je zur Hälfte zu übernehmen, soweit die
Kosten nicht von dritter Seite übernommen werden.
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15. Es wird keiner der Parteien ein nachehelicher Unterhalt nach Art. 125 ZGB
zugesprochen.
Die abweichenden Anträge der Parteien werden abgewiesen.
16. Die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 10 vorstehend basiert
auf folgenden Grundlagen:
− Erwerbseinkommen klagende Partei (80 % Pensum; inkl. 13. ; Sozialversicherung und Quellensteuer abgezogen; exkl. -, Kinder- und/oder Ausbildungszulagen, exkl.  von Fr. 300.– bis Fr. 400.–): Fr. 2'701.– netto;
− Erwerbseinkommen klagende Partei (100 % Pensum; inkl. 13. ; Sozialversicherung und Quellensteuer abgezogen; exkl. Familien- , Kinder- und/oder Ausbildungszulagen, exkl. Arbeitslosenzahlungen): Fr. 3'379.– netto;
− Erwerbseinkommen beklagte Partei (hypothetisch; exkl. Familien-, - und/oder Ausbildungszulagen): Fr. 3'000.– netto;
− Bedarf klagende Partei (ohne C._): Fr. 2'935.–; − Bedarf beklagte Partei (mit C._): Fr. 3'332.35.–.
17. Der Antrag des Beklagten auf Herausgabe der von ihm aufgeführten Ge-
genstände (Bettgestell Ikea; 2 Lättliroste für Betten Ikea; 2 Matratzen Ikea;
Eckschrank Ikea; Matratzenschoner Ikea, Bettgestell und Matratze; Schrank,
2-türig, Conforama; 2 Lättliroste Lipo-Möbelposten) wird abgewiesen. Im üb-
rigen wird davon Vormerk genommen, dass die Parteien in güterrechtlicher
Hinsicht auseinandergesetzt sind.
18. Die Pensionskasse der Klägerin wird angewiesen, mit Rechtskraft des
Scheidungsurteils vom Vorsorgekonto der Klägerin (AHV-Nummer ...; Versi-
chertennummer ...; ... Versicherten-Nummer ...) Fr. 12'000.– auf ein vom Beklagten noch zu bezeichnendes Freizügigkeitskonto zu überweisen.
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19. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 19'500.00 ; die weiteren Gerichtskosten betragen
Fr. 1'987.50 Dolmetscher;
Fr. 21'317.00 Gutachten;
Fr. 1'318.75 Zeugen
Fr. 44'123.25 Total
20. Die Kosten (einschliesslich Kosten für Gutachten, Zeugenentschädigungen
und Dolmetscher) werden der Klägerin und dem Beklagten je zur Hälfte auf-
erlegt, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und
Rechtsverbeiständung einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die in
Art. 123 ZPO umschriebene Nachzahlungspflicht für die Gerichtskosten
(einschliesslich Kosten für Gutachten, Zeugenentschädigungen und Dolmet-
scher) und die Aufwendungen der unentgeltlichen Rechtsbeistände bleibt
vorbehalten.
21. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
22. Schriftliche Mitteilung dieses Urteils an
− die Parteien, gegen Empfangsschein,
sowie nach Eintritt der Rechtskraft
− mit Formular an das Zivilstandsamt des Bezirkes Andelfingen, per A-
Post,
− an das Migrationsamt des Kantons Zürich, im Dispositiv, gegen Emp-
fangsschein,
− an die Kindesschutzbehörde Winterthur / Andelfingen, im Auszug Dis-
positiv-Ziffer 1.–10. mit Auszug aus der Begründung (Erwägung IV.),
gegen Empfangsschein,
− an den Beistand, im Auszug Dispositiv-Ziffer 1.–10. mit Auszug aus der
Begründung (Erwägung IV.), gegen Empfangsschein,
− die Gemeinde J._ ..., im Auszug nach § 136a GOG, per A-Post,
− an die ...-Pensionskasse, ... [Adresse], im Auszug Dispositiv-Ziffern 1. und 18. des Urteils, gegen Empfangsschein.
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23. Eine Berufung gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der  an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Oberge-
richt des Kantons Zürich, Zivilkammer, Postfach 2401, 8021 Zürich, erklärt
werden. In der Berufungsschrift sind die Anträge zu stellen und zu begrün-
den. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen.
Berufungsanträge:
der Klägerin (act. 471):
ln materieller Hinsicht:
"1. Es seien die Dispositivziffern 2 bis 4, 6, 10 bis 13, 15, 16, 20 und 21 des Urteils des Bezirksgerichtes Andelfingen vom 5. Februar 2016 vollumfänglich aufzuheben;
2. ln Abänderung der Dispositivziffer 2 des Urteils des  Andelfingen vom 5. Februar 2016 sei die Tochter C._, geb. tt.mm.2005, unter die alleinige elterliche Sorge der Klägerin zu stellen;
Eventualiter Die Tochter C._, geb. tt.mm.2005, sei unter der  elterlichen Sorge der Parteien zu belassen unter  der Erziehungsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 ZGB gemäss Dispositiv-Ziffern 9 des Urteils des Bezirksgerichtes  vom 5. Februar 2016 sowie unter Neuregelung der  des Beistandes; das Aufenthaltsbestimmungsrechts sei der Klägerin zuzuweisen;
3. ln Abänderung der Dispositivziffer 3 und 9 des Urteils des  Andelfingen vom 5. Februar 2016 sei die Obhut über die Tochter C._ auf die Klägerin zu übertragen unter Weiterführung der Erziehungsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 ZGB gemäss Dispositiv-Ziffern 9 des Urteils des Bezirksgerichtes Andelfingen vom 5. Februar 2016 sowie unter Neuregelung der Aufgaben des Beistandes;
Eventualiter
ln Abänderung der Dispositivziffer 3 des Urteils des  Andelfingen vom 5. Februar 2016 sei die Tochter C._ vorübergehend - bis zur Obhutsübernahme durch die Klägerin - fremd zu platzieren und in einer späteren Phase unter die Obhut der Klägerin zu stellen;
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4. ln Abänderung der Dispositivziffer 4 des Urteils des  Andelfingen vom 5. Februar 2016 sei dem Beklagten ein angemessenes Besuchsrecht einzuräumen; es sei die Übergabe der Tochter C._ für die Ausübung des Besuchsrechts neu zu regeln; unter Weiterführung der Beistandschaft zur Überwachung des persönlichen Verkehrs im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB gernäss Dispositiv Ziffern 8 des Urteils des Bezirksgerichtes  vom 5. Februar 2016 sowie unter Neuregelung der  des Beistands;
Eventualiter Im Falle der Obhutszuteilung an den Beklagten sei die  4 des Urteils des Bezirksgerichtes Andelfingen vom 5.  2016 wie folgt abzuändern: Die Klägerin wird berechtigt erklärt, die Tochter C._ bis Ende März 2016 jeweils am ersten und dritten Samstag eines jeden Monats von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr, zu sich oder mit sich auf  Kosten zu Besuch zu nehmen; Die Klägerin wird berechtigt erklärt, die Tochter C._ ab April 2016 jeweils am ersten und dritten Samstag und Sonntag eines jeden Monats von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr, ohne Übernachtung, zu sich oder mit sich auf eigene Kosten zu Besuch zu nehmen; Die Klägerin wird berechtigt erklärt, die Tochter C._ ab Juni 2016 jeweils am ersten und dritten Wochenende eines jeden  von Samstag, 9.00 Uhr bis Sonntag, 18.00 Uhr, mit , zu sich oder mit sich auf eigene Kosten zu Besuch zu nehmen; Die Klägerin wird berechtigt erklärt, die Tochter C._ ab  2016 jeweils am ersten und dritten Wochenende eines  Monats von Freitag, 18.00 Uhr bis Sonntag, 18.00 Uhr, mit Übernachtungen, zu sich oder mit sich auf eigene Kosten zu  zu nehmen; Die Übergabe der Tochter C._ für die Ausübung des  sei neu zu regeln; Sollte die Wahrnehmung eines Besuchswochenendes wegen Krankheit der Tochter C._ nicht möglich sein, wird der  verpflichtet, innert drei Arbeitstagen nach dem  Besuchswochenende ein aussagekräftiges Arztzeugnis des Hausarztes der Klägerin und dem Beistand zuzustellen (Datum des Poststempels); Dem Beklagten wird unter Androhung von Art. 292 StGB , die Tochter C._ zur Ausübung des Besuchsrechts  obenstehender Regelung ab März 2016 der Klägerin ; Weiter wird dem Beklagten unter Androhung von Art. 292 StGB befohlen, bei krankheitsbedingtem Ausfall eines
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Besuchsrechts gemäss vorstehenden Regelungen den  Personen und Amtsstellen innert Frist ein aussagekräftiges Arztzeugnis des Hausarztes zuzustellen; Art. 292 StGB lautet wie folgt: "Wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassene Verfügung nicht Folge leistet, wird mit Busse bestraft."
5. ln Ergänzung der Dispositivziffer 5 des Urteils des  Andelfingen vom 5. Februar 2016 sei die Klägerin und C._ berechtigt zu erklären, auch unter der Woche (an freien Tagen der Klägerin) Kontakt in Form von Besuchen zu haben;
6. ln Abänderung der Dispositivziffer 6 des Urteils des  Andelfingen vom 5. Februar 2016 sei dem Beklagten ein angemessenes Ferienbesuchsrecht einzuräumen;
Eventualiter Im Falle der Obhutszuteilung an den Beklagten sei die  6 des Urteils des Bezirksgerichtes Andelfingen vom 5.  2016 wie folgt abzuändern: Die Klägerin wird berechtigt erklärt, die Tochter C._ für vier Wochen in den Frühlings-, Sommer- oder Herbstferien sowie während der Hälfte der Weihnachts- / Neujahrsferien auf eigene Kosten mit sich in die Ferien zu nehmen. Die Klägerin wird verpflichtet, die Ausübung des  mindestens zwei Monate im Voraus dem Beklagten  sowie mitzuteilen, in welcher Gegend / Ortschaft sie die Ferien verbringen will.
7. ln Abänderung der Dispositivziffer 10 des Urteils des  Andelfingen vom 5. Februar 2016 sei der Tochter C._ für das Berufungsverfahren einen Kindsvertreter zu bestellen;
8. ln Abänderung der Dispositivziffer 11 und 12 des Urteils des  Andelfingen vom 5. Februar 2016 sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin für die Tochter C._ einen  im Voraus zahlbaren Unterhaltsbeitrag von CHF 1'000 zzgl. allfälligen vertraglichen oder gesetzlichen Kinderzulagen zu entrichten, zahlbar ab Obhutszuteilung an die Klägerin bis zum Abschluss einer angemessenen Ausbildung, auch über die  hinaus, solange die Tochter in deren Haushalt lebt oder keine eigenen Ansprüche stellt bzw. keine anderen  bezeichnet; die Unterhaltsbeiträge seien gerichtsüblich zu indexieren;
9. ln Abänderung der Dispositivziffer 15 und 16 des Urteils des  Andelfingen vom 5. Februar 2016 sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin nacheheliche Unterhaltsbeiträge im Sinne von Art. 125 ZGB in der Höhe von monatlich CHF 930 zu
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leisten, zahlbar monatlich zum Voraus jeweils auf den 1. eines  Monats, ab Obhutszuteilung an die Klägerin bis Ende  2021; der Unterhaltsbeitrag sei gerichtsüblich zu indexieren;
10. ln Abänderung der Dispositivziffer 20 des Urteils des  Andelfingen vom 5. Februar 2016 seien die Prozesskosten dem Beklagten zu zwei Drittel und der Klägerin zu einem Drittel aufzuerlegen;
11. ln Abänderung der Dispositivziffer 21 des Urteils des  Andelfingen vom 5. Februar 2016 sei der Beklagte zu , dem unentgeltlichen Rechtsvertreter der Klägerin eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen;
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen {zzgl. 8.0 % MwSt} zu Lasten des Beklagten."
ln prozessualer Hinsicht:
"1. Es sei der Gesuchsgegner/Beklagter zu verpflichten, der Gesuch-
stellerin/Klägerin einen Prozesskostenvorschuss in Höhe von CHF 10'000 zu bezahlen;
Eventualiter sei der Gesuchstellerin/Klägerin die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und ihr in der Person des unterzeichnenden Rechtsanwalts ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen;
2. ln Abänderung der Dispositivziffer 10 des Urteils des  Andelfingen sei der Tochter C._ für das  ein Kindsvertreter zu bestellen;
3. Es seien die Akten der Verfahren EE090005, FE120006-B, ER140006-B des Bezirksgerichtes Andelfingen sowie der  LY140013, LY150023-0, PF140043-0 des Obergerichts des Kantons Zürich und des vor Obergericht hängigen  gegen die Verfügung des Bezirksgerichtes Andelfingen vom 18. November 2015 beizuziehen; es seien die  beizuziehen;
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen [zzgl. 8.0 % MwSt] zu Lasten des Gesuchsgegners/Beklagten."
An der Anhörung gestellte Anträge (act. 918): In materieller Hinsicht:
" 1. Es seien die Dispositivziffern 2, 3 und 4, 6, 11 und 12,16, 20 und 21 des Urteils des Bezirksgerichtes Andelfingen vom 5. Februar 2016 vollumfänglich aufzuheben;
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2. Dispositivziffer 2 (des Urteils des Bezirksgerichtes Andelfingen vom 5. Februar 2016) sei dahingehend abzuändern, als die  elterliche Sorge nicht eingeschränkt sei;
3. In Abänderung der Dispositivziffer 3 (des Urteils des  Andelfingen vom 5. Februar 2016) sei die Tochter C._ weiterhin in der Fremdplatzierung im Kinder- und  zu belassen;
4. In Abänderung der Dispositivziffer 4 (des Urteils des  Andelfingen vom 5. Februar 2016) seien die , welche C._ nicht im Kinder- und  zu verbringen habe, gleichberechtigt je hälftig auf die Klägerin und den Beklagten zu verteilen unter Weiterführung der Besuchsrechtsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB gemäss Dispositiv-Ziffer 8 des vorinstanzlichen Urteils; Die Klägerin sei zudem für berechtigt zu erklären, C._ jeden zweiten Mittwoch von Mittwochmittag bis Mittwochabend zu sich oder mit sich auf eigene Kosten zu Besuch zu nehmen;
Eventualiter: Im Falle der Obhutszuteilung an den Beklagten sei die  4 (des Urteils des Bezirksgerichtes Andelfingen vom 5.  2016) wie folgt abzuändern: Die Klägerin sei für berechtigt zu erklären, die Tochter C._ ab dem Zeitpunkt der Rückplatzierung für die ersten drei Monate jeden zweiten Samstag von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr zu sich oder mit sich auf eigene Kosten zu Besuch zu nehmen; Die Klägerin sei für berechtigt zu erklären, die Tochter C._ für die Monate vier bis sechs nach der Rückplatzierung jedes zweite Wochenende von Samstag, 9.00 Uhr bis Sonntag, 18.00 Uhr, zu sich oder mit sich auf eigene Kosten zu Besuch zu ; Die Klägerin sei für berechtigt zu erklären, die Tochter C._ ab dem siebten Monat nach der Rückplatzierung jedes zweite Wochenende von Freitag, 18.00 Uhr bis Sonntag, 18.00 Uhr, zu sich oder mit sich auf eigene Kosten zu Besuch zu nehmen; Zusätzlich zu den vorgenannten Besuchstagen sei die Klägerin ab dem Zeitpunkt der Rückplatzierung für berechtigt zu erklären, C._ jeden zweiten Mittwoch von Mittwochmittag bis  zu sich oder mit sich auf eigene Kosten zu Besuch zu nehmen; Es sei die Besuchsrechtsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB gemäss Dispositiv-Ziffer 8 weiterzuführen; Sollte die Wahrnehmung eines Besuchswochenendes wegen Krankheit der Tochter C._ nicht möglich sein, sei der Beklag-
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te zu verpflichten, innert drei Arbeitstagen nach dem  Besuchswochenende ein aussagekräftiges Arztzeugnis des Hausarztes der Klägerin und dem Beistand zuzustellen (Datum des Poststempels); Dem Beklagten sei unter Androhung von Art. 292 StGB zu , die Tochter C._ zur Ausübung des Besuchsrechts  obenstehender Regelung der Klägerin herauszugeben; Weiter sei dem Beklagten unter Androhung von Art. 292 StGB zu befehlen, bei krankheitsbedingtem Ausfall eines Besuchsrechts gemäss vorstehenden Regelungen den genannten Personen und Amtsstellen innert Frist ein aussagekräftiges Arztzeugnis des Hausarztes zuzustellen; Art. 292 StGB lautet wie folgt: "Wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassene Verfügung nicht Folge leistet, wird mit Busse bestraft." Für den Fall der Rückplatzierung zum Beklagten sei beim  eine hochfrequente, aufsuchende Familienbegleitung zu , welche die Tochter und den Vater im Hinblick auf die Besuche zwischen Mutter und Tochter unterstützt und die  für ein übliches, beantragtes Besuchsrecht schafft; für den Fall der Zusammenarbeitsverweigerung zwischen Beklagten und der Familienbegleitung sei die C._ umgehend erneut ; Der Beklagte sei für den Fall der Rückplatzierung zu verpflichten, sicherzustellen, dass C._ regelmässig die Therapie bei Dr. O._ besucht; für den Fall des Abbruchs der Therapie sei C._ umgehend erneut fremdzuplatzieren;
5. In Abänderung der Dispositivziffer 6 (des Urteils des  Andelfingen vom 5. Februar 2016) sei die Klägerin für  zu erklären, die Tochter C._ für zwei Wochen in den Frühlings-, Sport-und/oder Herbstferien sowie für drei Wochen in den Sommerferien auf eigene Kosten mit sich in die Ferien zu nehmen; Die Klägerin sei für berechtigt zu erklären, die Tochter C._ jeweils über die Neujahrstage vom 30. Dezember bis 2. Januar zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen; die Feiertage Ostern und Pfingsten seien gleichberechtigt auf die Parteien zu verteilen;
6. Der Antrag Nr. 7 betreffend die Aufhebung der Dispositivziffer 10 (Bestellung einer Kindsvertreterin) sei als gegenstandslos ;
7. In Abänderung der Dispositivziffer 11 und 12 (des Urteils des  Andelfingen vom 5. Februar 2016) sei festzuhalten, dass die Klägerin infolge mangelnder Leistungsfähigkeit nicht
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verpflichtet werden kann, der zuständigen Gemeinde für die Tochter C._ einen Unterhaltsbeitrag zu entrichten;
Eventualiter: Im Falle der Obhutszuteilung an den Beklagten sei festzuhalten, dass die Klägerin infolge mangelnder Leistungsfähigkeit nicht zur Bezahlung von Unterhalt für die Tochter C._ verpflichtet werden kann;
8. Vom Rückzug des Antrages Nr. 9 betreffend nachehelichen  in Dispositivziffer 15 sei Vormerk zu nehmen;
9. In Abänderung der Dispositivziffer Nr. 16 seien die Grundlagen zur Festsetzung der Unterhaltsbeiträge neu festzulegen;
10. In Abänderung der Dispositivziffer 20 (des Urteils des  Andelfingen vom 5. Februar 2016) seien die  dem Beklagten zu zwei Drittel und der Klägerin zu einem  aufzuerlegen;
11. In Abänderung der Dispositivziffer 21 (des Urteils des  Andelfingen vom 5. Februar 2016) sei der Beklagte zu verpflichten, dem unentgeltlichen Rechtsvertreter der Klägerin  angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen;
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen [zzgl. 7.7 % MwSt]  des Beklagten."
des Beklagten (act. 485/471): "1. Es sei Dispositiv Ziff. 2 des angefochtenen Urteils vollumfänglich
aufzuheben und die Tochter C._, geb. tt.mm.2005 unter die alleinige, uneingeschränkte elterliche Sorge des Beklagten zu stellen Es sei Dr. K._, ... [Adresse] zur Frage der elterlichen Sorge als Zeuge anzuhören
2.a) Es seien von Dispositiv Ziff. 4 die Absätze 3, 4, 5, 8 und 9 
b) Es sei Dispositiv Ziff. 4 wie folgt zu ergänzen: Den Zeitpunkt, ab wann Übernachtungen bei der Klägerin für C._ möglich sind, bestimmt allein C._.
3. Es sei Ziff. 7 - ausgenommen 1. Absatz (Vormerknahme) -  aufzuheben
4. Es seien die Dispositiv 8 und 9 vollumfänglich aufzuheben 5. Es sei dem Beklagten für das Berufungsverfahren die unentgeltli-
che Rechtspflege zu gewähren und es sei ihm in der Person von RA Y1._ ein unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen
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Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin und Beschwerdegegnerin"

Erwägungen:
I. Übersicht:
1. Urteil der Vorinstanz
Wie oben dargestellt sprach das Einzelgericht im ordentlichen Verfahren
des Bezirksgerichtes Andelfingen mit Urteil vom 5. Februar 2016 zwischen den
Parteien die Scheidung aus und regelte die damit verbundenen Nebenfolgen, ins-
besondere die Belange von C._, ihrer (einzigen) Tochter (act. 474 [=
act. 468]): Es beliess die Tochter unter der elterlichen Sorge beider Eltern, teilte
dem Vater die Obhut über C._ zu (was bereits seit Trennung der Eltern im
Jahre 2007 bzw. 2009 galt), regelte den persönlichen Verkehr zwischen C._
und der Mutter (erstmals ohne bezüglich Übernachtungen eine verbindliche An-
ordnung zu treffen), hielt an der bestehenden Besuchs- und Erziehungsbeistand-
schaft fest und verpflichtete die Mutter zur Zahlung von Unterhaltsbeiträgen für
C._.
Über das aufwändig geführte Verfahren vor Vorinstanz gibt das angefoch-
tene Urteil umfassend Auskunft (act. 468 S. 4-8); hierauf kann verwiesen werden.
2. Berufungsverfahren
Vorab ist festzuhalten, dass die Klägerin anlässlich der Anhörung vom
31. Oktober 2018 ihren ursprünglich gestellten Berufungsantrag, der Kläger sei
zur Zahlung von nachehelichem Unterhalt zu verpflichten (vgl. act. 471 S. 7 Zif-
fer 9) zurückgezogen hat (act. 918 S. 5 Ziffer 8). Dies ist vorzumerken.
Im Sinne einer Kurzübersicht werden nachfolgend einige Themen summa-
risch aufgelistet, welche im Verlaufe des Berufungsverfahrens zu zahlreichen
Zwischenentscheiden geführt haben. Soweit erforderlich werden die dabei aufge-
worfenen Fragen nachfolgend ausführlich behandelt und beurteilt werden.
- 21 -
2.1. strittige Punkte
Gegen das Urteil des Bezirksgerichtes Andelfingen haben beide Parteien
Berufung erklärt. Ihre Berufungsanträge sind oben wiedergegeben. Kurz gefasst
sind fast sämtliche Kinderbelange und damit zusammenhängende Aspekte strittig
(act. 471 und act. 485/471).
Die nicht angefochtenen Teile des erstinstanzlichen Urteils sind am 1. Juli
2016 rechtskräftig geworden. Dies wurde mit Beschluss der Kammer vom 8. No-
vember 2016 festgestellt (act. 600).
2.2. veränderte Verhältnisse im Berufungsverfahren / Platzierung von C._
Seit Erlass des erstinstanzlichen Urteils haben sich die C._ betreffen-
den tatsächlichen Verhältnisse mehrfach und erheblich verändert. Nachdem ein
Behördenmitglied der KESB Winterthur Andelfingen am 12. Mai 2016 den Eltern
das Aufenthaltsbestimmungsrecht superprovisorisch entzogen und C._ im
Kantonsspital Winterthur platziert hatte (act. 475), wurde diese im nachfolgenden
bestätigenden vorsorglichen Massnahmeentscheid vom 27. Mai 2016 bei einer
Pflegefamilie untergebracht (act. 491). Mit zunächst superprovisorischer Anord-
nung vom 10. April 2017 (act. 680) und anschliessend bestätigendem vorsorgli-
chen Massnahmeentscheid der Kammer vom 2. Mai 2017 (act. 687) wurde
C._ per sofort und bis auf weiteres im Kinder- und Jugendheim P._ in
I._ untergebracht. Vorgängig dieser Umplatzierung hörte der Referent
C._ persönlich an (vgl. Prot. S. 28-34). In besagter Institution hält sich
C._ heute noch auf. Geregelt wurde in der Folge der Kontakt C._s zu
Vater und Mutter (act. 710). Weitere Entscheide in diesem Zusammenhang betra-
fen zusätzliche Kontakte C._s zum Vater, so beispielsweise ihren Wunsch,
am 13. Juli 2017 ihren Vater an ein ...-Essen zu begleiten (vgl. act. 736, 757; vgl.
weiter act. 780, 841, 851).
2.3. Begutachtung
Die Vorinstanz hatte in ihrem Verfahren zur Frage der elterlichen Sorge, zur
Obhut, zum persönlichen Verkehr und zu allfälligen Kindesschutzmassnahmen
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beim KJPD Winterthur ein Gutachten eingeholt, welches am 31. August 2015 er-
stattet worden war (act. 351). Gestützt hierauf teilte die Vorinstanz dem Vater die
Obhut zu und regelte den persönlichen Kontakt von C._ zur Mutter.
Mit Beschluss der Kammer vom 24. Mai 2017 wurde die Ergänzung dieses
Gutachtens angeordnet (act. 700). Dieses wurde am 6. August 2018 erstattet
(act. 879) und umfasste zudem ergänzend vom 10. August 2018 je ein Fachpsy-
chiatrisches Gutachten betreffend beide Elternteile (act. 881 und 882). Diese Gut-
achten wurden den Parteien zur Kenntnis gebracht (act. 883). Mit Verfügung vom
4. September 2018 wurde den Parteien und der Kindesvertreterin Frist angesetzt,
um sich zu diesen Gutachten zu äussern (act. 888). Die Kindesvertreterin äusser-
te sich mit Zuschrift vom 24. September 2018 (act. 908), die Klägerin innert er-
streckter Frist mit Eingabe vom 12. Oktober 2018 (Poststempel: 15. Oktober
2018) (act. 914), der Beklagte ebenfalls innert erstreckter Frist am 12. Oktober
2018 (act. 913). Ferner erstatteten die beiden Beistände mit Eingabe vom
24. September 2018 ihren Bericht über die Besuchskontakte C._s zu ihren
Eltern (act. 906 und 907/1-4). Diese Eingaben wurden je der Gegenpartei und der
Kindsvertreterin zur Kenntnisnahme zugestellt (act. 915/1-3).
2.4. Kindes-/Rechtsvertretung der Parteien
Die anfänglich zur Kindesvertreterin ernannte Rechtsanwältin lic. iur.
Z1._ (act. 486) wurde am 11. Juli 2016 durch Rechtsanwältin lic. iur. Z._
ersetzt (act. 519).
Mit Beschluss vom 18. Juni 2018 wurde die bisherige unentgeltliche Rechts-
vertreterin des Beklagten, Rechtsanwältin lic. iur. Y1._, von ihren Aufgaben
entbunden (act. 868) und neu Rechtsanwalt lic. iur. Y._ zum neuen unent-
geltlichen Rechtsvertreter bestimmt (act. 871).
2.5. mündliche Verhandlung
Eine ursprünglich auf den 17. November 2016 angesetzte Hauptverhand-
lung (vgl. Prot. S. 11) konnte nicht stattfinden (Prot. S. 21). Eine Anhörung der
Parteien zwecks Wahrung des allseitigen "letzten Wortes" fand am 31. Oktober
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2018 statt (Prot. S. 89-108). Dabei konnten sie sich und ihre Rechtsvertreter ab-
schliessend zum Verfahren äussern (vgl. Prot. 89-91; Prot. S. 91-94 und S. 103-
106; act. 918 und Prot. S. 95/96 sowie S. 108; act. 919 und Prot. S. 96-103 sowie
S. 108; act. 920 und Prot. S. 106-107 sowie S. 108), desgleichen die Beistände
und die Rechtsvertreterin C._s (Prot. S. 93, S. 94/95, S. 104 und S. 107-108;
act. 921 und Prot. S. 106-107).
2.6. Diverses
Zu behandeln war ferner ein Ausstandsbegehren des Beklagten gegen den
Referenten, welches mit Beschluss vom 27. September 2016 abgewiesen wurde
(act. 574). Einer Beschwerde gegen diesen Entscheid war vor Bundesgericht kein
Erfolg beschieden (act. 669 resp. 694).
Wegen Beschwerden an das Bundesgericht standen die Akten mehrmals für
längere Zeit nicht zur Verfügung; desgleichen für die Zeit der Begutachtung.
Das Verfahren erweist sich nunmehr als spruchreif. Auf die Vorbringen und
Beweisanträge der Parteien ist nachfolgend im jeweiligen Sachzusammenhang
soweit erforderlich näher einzugehen.
II. Prozessuale Vorbemerkungen
1. Mit der Berufung geltend gemacht werden kann die unrichtige Rechtsan-
wendung (Art. 310 lit. a ZPO) oder die unrichtige Feststellung des Sachverhaltes
(Art. 310 lit. b ZPO). Die Berufung ist sodann schriftlich einzureichen und hat An-
träge zu enthalten, aus denen hervorgehen muss, wie die Berufungsinstanz ent-
scheiden soll. In dem Sinne ist es ungenügend, wenn lediglich die Aufhebung des
angefochtenen Entscheides beantragt wird. Daneben muss in der Berufungs-
schrift dargelegt werden, weshalb der erstinstanzliche Entscheid in den angefoch-
tenen Punkten unrichtig sein soll, d.h. der Berufungskläger muss sich in seiner
Berufungsschrift mit der Begründung des erstinstanzlichen Entscheides ausei-
nandersetzen (Reetz/Theiler: in Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO-
Komm., 3. Auflage, Art. 311 N 32-36). Wird eine Berufung nicht begründet oder
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genügt sie auch minimalen Anforderungen an eine Begründung nicht, wird auf sie
nicht eingetreten. Mit der Berufungsschrift können echte und ausnahmsweise
auch unechte Noven vorgebracht werden; diese müssen aber ohne Verzug vor-
gebracht werden und sind nur zulässig, wenn sie trotz zumutbarer Sorgfalt nicht
schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Dies
bedeutet, dass Tatsachenbehauptungen und Beweismittel grundsätzlich und voll-
ständig vor erster Instanz vorzubringen sind.
Die Berufungsschriften beider Parteien enthalten Anträge und Begründun-
gen (act. 471 und act. 485/471). Einem Eintreten auf die Berufungen steht inso-
fern nichts entgegen.
2. In Kinderbelangen in familienrechtlichen Angelegenheiten erforscht das Ge-
richt den Sachverhalt von Amtes wegen, d.h. es gilt der uneingeschränkte Unter-
suchungsgrundsatz (Art. 296 Abs.1 ZPO). Das Sammeln des Prozessstoffes
bleibt zwar grundsätzlich Sache der Parteien, indes muss das Gericht von sich
aus tätig werden, auch wenn kein entsprechender Antrag vorliegt (Schweighauser
in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO-Komm., 3. Auflage, Art. 296
N 8, N 10). Zudem entscheidet das Gericht ohne Bindung an die Parteianträge,
d.h. das Gericht kann Entscheide auch ohne entsprechende Anträge treffen
(Art. 296 Abs. 3 ZPO; a.a.O. N 10).
III. Strittige Punkte
A. Elterliche Sorge / Obhut (Aufenthaltsbestimmungsrecht) / Kontaktregelung
C._
1. elterliche Sorge
1.1. Die Vorinstanz beliess entgegen den diametral entgegenstehenden Anträ-
gen der Parteien diesen die elterliche Sorge für C._ gemeinsam (act. 474
S. 17 lit. 3). Dabei stützte sie sich im Wesentlichen auf die Ausführungen im von
ihr eingeholten Gutachten (act. 351 S. 51). Dieses hielt beide Elternteile für erzie-
hungsfähig (a.a.O. S. 51 Ziff. 5). Diese Ansicht teilen die Gutachter auch im von
ihnen aktuell erstellten Gutachten (act. 879 S. 104). In Bezug auf die Themenbe-
- 25 -
reiche "Schule" und "Gesundheit" erachten sie hingegen eine Übertragung wei-
tergehender Befugnisse an die Beistände für angezeigt, falls sich die Eltern dies-
bezüglich nicht einigen können sollten (a.a.O.). Hierauf wird zurückzukommen
sein.
In ihren Berufungsschriften wenden sich beide Parteien gegen diese vor-
instanzliche Anordnung und beanspruchen je für sich im Hauptstandpunkt die al-
leinige elterliche Sorge (act. 471 S. 2; act. 485/471 S. 2).
In ihrer schriftlichen Stellungnahme zum jüngsten Gutachten äussert sich die
Klägerin nicht mehr zu diesem Punkt (act. 914). Der Beklagte seinerseits bean-
standet in seiner Stellungnahme diese Anordnung der Vorinstanz nicht, sondern
wendet sich einzig gegen die von den Gutachtern vorgeschlagene Einschränkung
bezüglich Gesundheitsfragen und Schule (act. 913 S. 2/3 Rz 5). Die Kindesvertre-
tern äussert sich in ihrer Stellungnahme nicht zu dieser Thematik (act. 908).
Während die Klägerin an der Anhörung vom 31. Oktober 2018 ihren ur-
sprünglichen Antrag auf Übertragung der Alleinsorge an sie zurückzog und sich
lediglich gegen die Einschränkung der elterlichen Sorge aussprach (act. 918
S. 7), beanspruchte der Beklagte nach wie vor die Alleinsorge, ebenfalls unter
Aufhebung der bisherigen Einschränkungen (act. 920 S. 5 Rz 1.3. und S. 6
Rz 1.10).
1.2. Die gemeinsame elterliche Sorge bildet im Scheidungsfall die Regel; die
Übertragung der alleinigen Sorge stellt die Ausnahme dar und kommt nur in Fra-
ge, wenn zwischen den Eltern in Bezug auf die Belange des Kindes unüberwindli-
che Divergenzen bestehen bzw. die gemeinsame elterliche Sorge dem Wohl des
Kindes zuwiderläuft (BSK ZGB I-Schwenzer/Cottier, Art. 298 N 12 ff.). Die Partei-
en sind in einen langwierigen und überaus heftig geführten Scheidungsprozess
verstrickt, welcher für C._ einen psychischen Risikofaktor darstellt, durch den
die Parteien C._ in einen Loyalitätskonflikt brachten und immer noch bringen
(vgl. act. 879 S. 103 unten Ziffer 4). Die Gutachter machen denn auch deutlich,
dass diese Situation für C._ die Gefahr beinhaltet, den Kontakt zu einem El-
ternteil zu verlieren, was wiederum deren Entwicklung deutlich beeinträchtigen
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würde (a.a.O. S. 103/104). Trotz dieser schon mehrere Jahre andauernden und
gleichwohl an Intensität kaum abgenommenen Konfliktsituation ist nicht zu sehen,
dass diese durch die Zuteilung der alleinigen elterlichen Sorge an den einen oder
andern Elternteil entschärft werden könnte, wie dies die Klägerin anzunehmen
schien (act. 471 S. 26 Rz 78). Sie bringt denn auch keinerlei Argumente für ihren
Standpunkt vor, inwiefern die von ihr verlangte alleinige elterliche Sorge zu einer
Entspannung führen sollte. Mittlerweile ist sie von dieser Position ausdrücklich
abgerückt (act. 918 S. 7 Rz 3). Soweit der Beklagte die Konfliktsituation und die
fehlende Kooperations- und Kommunikationsbereitschaft der Klägerin hervorhebt
(act. 485/471 S. 3-9, act. 920 S. 5/6 Rz 1.6.-Rz.18 und Prot. S. 99 E.13 und E.14),
ist ihm entgegenzuhalten, dass er dabei die Feststellung im Erstgutachten über-
geht, das auch der Klägerin Erziehungsfähigkeit attestiert. Daneben legt er nicht
weiter dar, inwiefern die Alleinsorge dem Wohl von C._ zuträglicher sein soll-
te als die gemeinsame elterliche Sorge (a.a.O.). Er beschränkt sich vielmehr da-
rauf vorzubringen, es liege im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ein
erheblicher und chronischer Konflikt vor und nicht bloss ein isolierter Streit, um
beizufügen, zwar wäre die gemeinsame elterliche Sorge aus seiner Sicht durch-
aus wünschenswert, sei aber leider unrealistisch und zum Scheitern verurteilt. Sie
hätte nur dann Erfolg, wenn auch die Kindsmutter sich effektiv mehr um die Toch-
ter kümmern, auf diese eingehen würde (act. 920 S. 5/6 Rz. 1.6. und 1.7.). Richtig
ist, dass ein heftiger und langanhaltender Konflikt zwischen den Parteien besteht.
Unzutreffend und das sprichwörtliche Pferd am Schwanz aufgezäumt ist es hin-
gegen, wenn der Beklagte der Klägerin vorwirft, sie kümmere sich nicht ausrei-
chend um C._ (a.a.O. S. 6 Rz 1.7. und Prot. S. 99 E.13), da er es ist, der seit
langem mit allen Mitteln versucht, den Kontakt C._s zur Mutter zu unterbin-
den. Darauf wird noch zurückzukommen sein. An dieser Stelle ist jedoch anzufü-
gen, dass die Klägerin in Thailand beruflich erfolgreich gewesen ist (vgl. act. 881
S. 1/12 und S. 23). Während der Ehe mit dem Beklagten hat die Klägerin zudem
durch ihre berufliche Tätigkeit massgeblich zum Lebensunterhalt der Familie bei-
getragen, wurde ihr von der Vorinstanz im Zusammenhang mit der Verpflichtung
zur Leistung von Kinderunterhaltsbeiträgen im Gegensatz zum Beklagten ein rea-
les und nicht bloss hypothetisches Einkommen angerechnet und wurde sie dar-
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über hinaus anders als der Beklagte zur Zahlung einer Ausgleichssumme aus ih-
rer beruflichen Vorsorge verpflichtet (act. 474 S. 92 Dispositiv Ziffer 16 und 18).
Bei solchen Umständen ist es unangebracht, der Klägerin vorzuwerfen, sie küm-
mere sich bzw. habe sich bis anhin zu wenig um C._ gekümmert, auch wenn
es nicht alltäglich sein mag, dass die Mutter mehr als der Vater die finanzielle Last
trägt und der Vater mehr als die Mutter sich um die Betreuung und Erziehung der
Kinder und den Haushalt kümmert. Im Übrigen hält auch das aktuelle Gutachten
beide Eltern für erziehungsfähig (act. 879 S. 104). Mit den Gutachtern ist sodann
zu betonen, dass C._ für ihre Identitätsentwicklung dringend darauf ange-
wiesen ist, ihre Wurzeln kennen und verstehen zu lernen; für diesen Prozess
braucht sie beide Elternteile (a.a.O.). Die vom Beklagten für sich beanspruchte al-
leinige Sorge scheint mehr von seinem Willen getragen zu sein, die Scheidungsa-
rena als Sieger zu verlassen als vom Bestreben, C._ einen unbeschwerten
Umgang mit beiden Elternteilen zu ermöglichen. Bei Zuteilung der Alleinsorge an
den Beklagten wäre vielmehr zu befürchten, dass er sich gewissermassen als
Gewinner und die Klägerin sich als Verliererin verstünde, was der Überwindung
der vehement geführten Auseinandersetzung um die Belange von C._ kaum
dienlich wäre, sondern diese zusätzlich verschärfte. Dies gilt es auf jeden Fall zu
vermeiden, da C._ Vater und Mutter hat und für ihr gedeihliches Aufwachsen
auch beide braucht; diese Verantwortung obliegt den Eltern gemeinsam und es ist
ihre Verpflichtung, diese auch zum Wohle von C._ wahrzunehmen, auch
wenn die Eltern dies bis anhin kaum einzusehen und danach zu handeln ver-
mochten. Da im Übrigen beide Elternteile erziehungsfähig sind, ist der vorinstanz-
liche Entscheid, den Parteien die gemeinsame elterliche Sorge zu belassen, zu
bestätigen.
Was die Einschränkung der elterlichen Sorge anbetrifft, ist darauf weiter un-
ten in Ziffer B.1. näher einzugehen.
2. Obhut (Aufenthaltsbestimmungsrecht)
2.1. Die Vorinstanz übertrug die Obhut über C._ dem Vater (Beklagter). Als
hauptsächlichstes Argument führte sie die Kontinuität an, da C._ bereits seit
dem Eheschutzentscheid vom 5. Oktober 2009 beim Vater gelebt hatte (act. 474
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S. 4 und S. 18). Diese Regelung musste indessen im Mai 2016 wegen vom Vater
geäusserter Suizidgedanken geändert und C._ zunächst im Kantonsspital
Winterthur, danach in einer Pflegefamilie und später im Kinderheim P._ in
I._ platziert werden. Zu den Hintergründen dieser von der KESB Winterthur
Andelfingen getroffenen, vom Bezirksrat Winterthur und von der Kammer
schliesslich bestätigten Massnahme kann auf die entsprechenden ausführlichen
Erwägungen im Entscheid der Kammer vom 5. Oktober 2016 im Verfahren
PQ160049 (PQ160049 act. 31 S. 18-37) verwiesen werden. Wie oben unter I/2.2.
erwähnt lebt C._ nach wie vor im Kinderheim P._. Zu prüfen und zu ent-
scheiden ist die Frage, wo C._ inskünftig leben soll.
2.2. In ihren Berufungsschriften beanspruchen die Parteien je für sich die Obhut
über C._ (act. 471 S. 57 Rz 177 ff; act. 485/471 S. 3 ff). In ihrer schriftlichen
Stellungnahme zu den aktuellen Gutachten befürwortet die Klägerin dagegen die
Fortführung der Fremdplatzierung C._s (act. 914 S. 17 Rz 58). Den gleichen
Standpunkt vertritt sie auch mit ihrem neu an der Anhörung vom 31. Oktober 2018
gestellten Antrag (act. 918 S. 2 Ziffer 3). Der Beklagte demgegenüber beantragt
unverändert die Zuteilung der Obhut an sich (act. 913 Rz 2 f.; act. 920 S. 6
Rz 2.1.). Die Kindesvertreterin stellt in ihrer Stellungnahme keinen ausdrücklichen
Antrag, macht aber nachdrücklich geltend, dass alle Bedenken (an die Adresse
des Vaters), die vor Jahren schon und immer wieder geäussert wurden, nach wie
vor bestünden (act. 908). Nicht aus Überzeugung sondern aus Resignation, wie
sie selber ausführt, schliesst sie sich der Auffassung der Beistände (act. 906 S. 5)
an, welche trotz grösster Bedenken die Weiterführung der Fremdplatzierung nicht
für verhältnismässig erachten (act. 921 S. 8).
2.3. Die im Verlaufe des Jahres 2016 angeordnete Fremdplatzierung von
C._ war mit ein Grund für die Einholung der neuen Gutachten bzw. die Aktu-
alisierung des bereits erstellten Gutachtens (vgl. act. 700). Mit diesem Gutachten
sollte insbesondere die Befähigung beider Elternteile zur Betreuung, Pflege und
Erziehung von C._ geklärt werden; geklärt werden sollte ferner die Frage, ob
C._ psychisch oder physisch von einem Elternteil oder durch äussere Le-
bensumstände gefährdet wird (vgl. act. 879 S. 4).
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2.4. Soweit die Klägerin die vorinstanzlichen Ausführungen, welche sich bei ih-
rem Entscheid, die Obhut dem Vater zu übertragen, massgeblich auf das von der
Vorinstanz eingeholte Gutachten stützte, kritisiert (act. 471 S. 57-63), ist ihr vorab
und generell entgegenzuhalten, dass sich seit dem angefochtenen Urteil wegen
des zwischenzeitlich angeordneten Entzugs des Aufenthaltsbestimmungsrechts
gegenüber beiden Eltern und der Unterbringung von C._ im Kinder- und Ju-
gendheim P._ die Umstände massgeblich geändert haben; zu prüfen ist
nunmehr, ob eine Rückkehr von C._ zu einem der Elternteile in ihrem Inte-
resse liegt. Die Wiedererteilung des Aufenthaltsbestimmungsrechtes ist dann an-
zuordnen, wenn die Voraussetzungen des Entzugs des Aufenthaltsbestimmungs-
rechtes nicht mehr gegeben sind und die Fremdplatzierung nicht mehr geboten ist
bzw. deren Aufrechterhaltung nicht mehr verhältnismässig wäre.
2.5. In tatsächlicher Hinsicht ist zunächst festzuhalten, dass C._ im Zuge
des Eheschutzentscheides vom 5. Oktober 2009 unter die Obhut des Vaters ge-
stellt worden war. Im Rahmen vorsorglicher Massnahmen im Scheidungsverfah-
ren wurde diesbezüglich nichts geändert. Dies bedeutet, dass C._ jedenfalls
seit sie vierjährig ist, in der Hauptsache bei ihrem Vater gelebt hat und von ihm
betreut worden ist. Einen Abbruch erfuhr diese Betreuungsregelung im Mai 2016,
als den Eltern das Aufenthaltsbestimmungsrecht entzogen und C._ fremd-
platziert wurde. Insgesamt hatte C._ zuvor rund 5 3⁄4 Jahre bei und mit ihrem
Vater gelebt. Seit nunmehr gut 2 1⁄2 Jahren lebt sie ausserhalb des väterlichen
Haushaltes. Mittlerweile ist C._ 13jährig und steht entwicklungsmässig am
Anfang einer Umbruchphase, dem Beginn der Pubertät, dem Übergang vom Kind
zur Jugendlichen und zur Frau. Der Kontakt C._s zur Mutter verlief in den
vergangenen 9 Jahren überaus wechselvoll und war geprägt von Unter- resp. Ab-
brüchen.
2.6. In der Beantwortung der gerichtlichen Fragestellungen referieren die Gut-
achter einerseits ihre im Gutachten vom 31. August 2015 festgehaltenen Erkennt-
nisse und stellen diese anderseits den neuerdings gewonnenen Erkenntnissen
gegenüber.
- 30 -
Das Gutachten vom 6. August 2018 kommt zum Schluss, dass beide Eltern
erziehungsfähig sind (act. 879 S. 104). In dem Sinne kommen prinzipiell beide El-
tern in Frage, C._ in ihre Obhut zu nehmen. Die Parteien äussern sich nicht
ausdrücklich zu diesem Aspekt. Indirekt hält die Klägerin den Beklagten allerdings
nicht für erziehungsfähig (act. 914) bzw. hält die Voraussetzungen für eine Rück-
platzierung zum Beklagten derzeit für noch nicht gegeben (act. 918 S. 7-9 Rz 7-
14). Der Beklagte seinerseits thematisiert die Erziehungsfähigkeit der Klägerin
weder in seiner Stellungnahme zu den Gutachten (act. 913) noch in seinen an der
Anhörung vom 31. Oktober 2018 gemachten Ausführungen (act. 920 S. 6
Rz 2.1.); er weist lediglich darauf hin, dass nicht einmal bei der Fremdplatzierung
die Obhutszuteilung an die Mutter zum Thema gemacht worden sei und dies auch
nicht mehr beantragt werde (a.a.O. S. 7 Rz 2.4.). Die Kindesvertreterin ihrerseits
führt gegen die Erziehungsfähigkeit des Beklagten etliche Gründe ins Feld
(act. 908); an der Anhörung erneuert resp. aktualisiert sie diese unter Hinweis auf
kurz zurückliegende Vorkommnisse (act. 921). Auf diese Vorbringen ist nachfol-
gend soweit notwendig näher einzugehen.
2.6.1. In Bezug auf den Vater halten die Gutachter fest, dieser sei grundsätzlich
fähig, die Pflege, Betreuung und Erziehung von C._ zu gewährleisten. Er ver-
füge über die Fähigkeit, C._ Zuneigung und emotionale Wärme zu schenken
und sei in der Lage, seiner Tochter entwicklungsgemäss Anregungsbedingungen
bereit zu stellen. 2015 sei die Bindungstoleranz des Vaters nicht ausreichend ge-
wesen; daran habe sich nichts geändert. So informiere er C._ über die Kon-
flikte mit der Mutter, was wiederum die Beziehung von C._ zur Mutter beein-
trächtige. Auch könne er in Anwesenheit von Fachpersonen, die seine Meinung
nicht teilten, barsch und ungeduldig reagieren und dabei die Anwesenheit
C._s übersehen. Er unterstütze C._ bei der Inanspruchnahme einer
Psychotherapie und sorge sich um deren Wohlergehen. Er zeige sich ihr gegen-
über geduldig und sei in der Lage, C._s soziales Umfeld zu erhalten und
Kontakt namentlich zu Verwandten aus seinem Kreis aufrechtzuerhalten. Sehr
fraglich bleibe, inwieweit er den Kontakt C._s zur Mutter unterstützen könne
und zukünftig werde; diesbezüglich sei ein Kontaktabbruch zu befürchten. Bezüg-
lich Kooperationsfähigkeit mit Drittpersonen zeige er einerseits hoch impulsive in-
- 31 -
adäquate Verhaltensweisen und suche und schätze anderseits die Beratung bei
einzelnen Fachpersonen (act. 879 S. 98-101). Weiter wird im Gutachten ausge-
führt, der Vater sei in der Lage, C._ ihrem Alter entsprechend persönlich o-
der mit Hilfe von Dritten (Hort, Grosseltern, Bruder) zu betreuen (a.a.O. S. 102).
Die Beziehung von C._ und dem Vater beruhe auf einer gegenseitigen emo-
tionalen Tragfähigkeit und sei geprägt von adäquater körperlicher Nähe-Distanz,
aber auch von den elterlichen Konflikten bei gleichzeitiger Sorge des Vaters um
die Tochter. Auch diese sorge sich immer wieder um den Vater. Sie fühle sich bei
diesem wohl, "zu Hause". C._ habe auch eine tragende und vertrauensvolle
Beziehung zu den Grosseltern väterlicherseits und verstehe sich auch mit der
neuen Partnerin des Vaters gut.
Während die Gutachter 2015 zwischen der Mutter und C._ eine herzli-
che Beziehung festgestellt und ausgeführt hatten, die Mutter versuche, das Mäd-
chen in seiner Entwicklung zu fördern, indem sie ihr ihre thailändischen Wurzeln
näher bringe und den Kontakt zur mütterlichen Familie, insbesondere den beiden
Halbschwestern unterstützte, zeige sich in der aktuellen Interaktionsbeobachtung
zwischen Mutter und C._ eine zugewandte Beziehung, wobei C._ sich
anfänglich zurückhaltend verhalten habe. Wie schon vor drei Jahren sei die ge-
meinsame Reise nach Thailand zwischen den beiden ein zentrales Thema gewe-
sen, wobei beide freudig und aufeinander bezogen von den damaligen Erlebnis-
sen berichtet hätten. C._ habe die damalige Reise zu den Grosseltern sehr
positiv erlebt und verinnerlicht. Zugleich habe sich jedoch auch gezeigt, dass es
wenige zurückliegende und aktuelle Momente gebe, in denen Gemeinsamkeit
zwischen der Mutter und C._ gelebt werden konnte und könne. Ob die Mut-
ter, falls C._ bei ihr lebte, den Kontakt zum Vater eher zulassen könnte als
dieser, lasse sich schwer einschätzen, da der Konflikt mit dem Vater die Mutter
stark belaste und ihr eine grösstmögliche Distanzierung zum Vater wichtig sei. Die
Mutter könne die Perspektive C._s einnehmen, erlebe diese als belastet und
versuche den Druck zu nehmen, dass C._ sie als Mutter sehen müsse, und
mache ihr zugleich adäquate Beziehungsangebote. Bei den Besuchen dränge sie
weder noch reagiere sie ungeduldig, sondern warte ab, was C._ erzähle, um
darauf einzugehen. Der Kontakt zwischen der Mutter und C._ sei aktuell ge-
- 32 -
ring und erweise sich als schwierig. Gleichzeitig sei deutlich, dass die Mutter
grosses Interesse an C._ habe und über den gesamten Gutachtenszeitraum
in regelmässigem Austausch und Kontakt mit dem Kinderheim P._ gestan-
den habe, um sich nach C._ zu erkundigen. Es bestehe die Gefahr eines er-
neuten Kontaktabbruchs, da C._ geäussert habe, die Mutter bei den Besu-
chen im Kinderheim P._ nicht mehr treffen zu wollen. Ob und inwieweit die
Mutter C._ Stabilität und räumliche Kontinuität bieten könne, falls C._
bei ihr lebe, sei nicht einschätzbar, da keine ausreichenden Informationen hätten
erhoben werden können. Die Mutter befinde sich in einer neuen Partnerschaft und
habe die Absicht geäussert, bald in das Haus ihres Partners zu ziehen, das sich
in einem anderen Kanton befinde. Ihr Partner sei bereit, C._ aufzunehmen;
die Mutter habe allerdings nicht gewollt, dass ihr Partner an einem Gutachtens-
termin teilnehme. Bezüglich Stabilität zu wichtigen Personen könne die Mutter die
Kontakte zu C._s Halbschwestern fördern und unterstützen, habe sie
C._ zusammen mit einer Halbschwester im Heim P._ besucht. Die Ko-
operationsfähigkeit der Mutter mit Dritten erachten die Gutachter für gegeben, ko-
operiere sie doch kontinuierlich mit den Mitarbeitenden des Kinderheims und den
Beiständen (vgl. act. 879 S. 101/102). Die Gutachter gehen davon aus, dass die
Mutter C._ entsprechend ihrer Tätigkeit persönlich oder mit Dritthilfe be-
treuen könnte. Offene Fragen bestünden allerdings bezüglich der neuen Partner-
schaft der Mutter (a.a.O. S. 102/103). Die Beziehung C._s und der Mutter sei
durch Ambivalenzen geprägt. Einerseits bestehe eine wohlwollende gegenseitige
Zugewandtheit und anderseits wenig gelebte Gemeinsamkeit. Die Mutter sei sehr
um C._ bemüht und mache ihr adäquate Beziehungsangebote und lasse
dieser Freiraum, das Angebot anzunehmen oder abzulehnen. Sie zeige grosses
Interesse an ihrer Tochter und möchte ihr ihre thailändischen Wurzeln näher brin-
gen. Sie unterstütze die Beziehung zwischen den Halbschwestern, wobei diese
eine wichtige Rolle für C._ einnähmen, insbesondere die Schwester
Q._, welche sie im Heim P._ mit der Mutter besucht habe, sei ein wich-
tiges Familienmitglied. C._ habe auch den Wunsch geäussert, dass sie ihre
Grosseltern mütterlicherseits gerne wieder sehen möchte (a.a.O. S. 103).
- 33 -
2.6.2.1. Im über den Vater eingeholten fachpsychiatrischen Gutachten stellt die
Gutachterin zunächst die getätigten Erhebungen dar, gefolgt von den Befunden,
der Diagnose, der diagnostischen Beurteilung, Zusammenfassung und Fragenbe-
antwortung (vgl. act. 882 S. 3). Dabei führt die Gutachterin aus, der Vater verfüge
über Grundkenntnisse über die Entwicklung des Kindes, um ihm altersentspre-
chend begegnen zu können und im Allgemeinen gelinge ihm eine altersentspre-
chende Kommunikation ausserhalb von Krisensituationen gut. Auch vermöge er
die kindlichen Signale und Bedürfnisse seiner Tochter zu erkennen. Allerdings
überfordere er C._ durch ihre Einbeziehung in den Rechtsstreit und die Ab-
gabe der juristischen Dokumente an sie. Ausserhalb von krisenhaften Situationen
sei er fähig, C._ kognitive und soziale Erfahrungsmöglichkeiten und ihr über-
schaubare, konsistente erzieherische Leitlinien zur Förderung der kindlichen
Selbstkontrolle und Autonomie anzubieten. Die Gutachterin hält den Vater im
Umgang mit der Tochter insgesamt für berechenbar, ihr konsistent zugewandt
und nicht überbehütend. Des weiteren weist die Gutachterin auf die ambivalente
Haltung des Vaters der Mutter gegenüber hin, die aktuell bestehende psychosozi-
ale Belastung durch das Verfahren, die anscheinend nicht vollständige Verarbei-
tung der Trennung von der Mutter, seine Betroffenheit über die Anzeige wegen
"Stalking", welche sich in Wut umwandle, was momentan seine einzige Bewälti-
gungsstrategie sei, mit Enttäuschung/Kränkung umzugehen (act. 882 S. 33/34).
Die Gutachterin weist sodann darauf hin, dass im Rahmen der Exploration bei der
Thematisierung der Erziehungs- und Betreuungsfähigkeit, der Evaluation des
Hilfsbedarfs, des Verhältnisses zum Helfernetzwerk bzw. den involvierten Behör-
den sowie den Veränderungswünschen phasenweise ein misstrauisch-
argwöhnisches und abweisendes Kontaktverhalten auffällig gewesen sei. Trotz
gewisser Defizite in der kritischen und differenzierten Auseinandersetzung mit
seinen dysfunktionalen Verhaltensmustern, bagatellisierenden Tendenzen und
Defiziten in der Introspektionsfähigkeit bestehe die Einsicht in die Notwendigkeit
zur Kooperation mit Behörden, Ärzten und professionellen Helfern. Das Gutach-
ten attestiert dem Vater eine ausreichende psychosoziale Leistungsfähigkeit und
somit Betreuungs- und Erziehungsfähigkeit, wobei gleichzeitig festzuhalten sei,
dass die Introspektionsfähigkeit und die Fähigkeit die Bedürfnisse der Tochter
- 34 -
wahrzunehmen und adäquat zu reagieren, zeitweise bei subjektiv extremer Über-
forderung einige Mängel aufweise. Es gelte daher Missverständnisse und Ohn-
machtsgefühle zu vermeiden (a.a.O. S. 34/35).
2.6.2.2. Das über die Mutter erstellte fachpsychiatrische Gutachten folgt den sel-
ben Parametern wie dasjenige über den Vater, ergänzt um Angaben zum thailän-
dischen kulturellen Hintergrund der Mutter (act. 881 S. 3 und S. 23). In der Zu-
sammenfassung und Beurteilung attestiert die Gutachterin der Mutter über
Grundkenntnisse über die Entwicklung des Kindes zu verfügen, um ihm altersent-
sprechend begegnen zu können. Wie dem Vater gelinge ihr ausserhalb von Kri-
sensituationen eine altersentsprechende Kommunikation recht gut; wichtig sei, die
kulturellen Unterschiede zu beachten. So sei das Aufwachsen in einem Familien-
kollektiv aus traditionellen und wirtschaftlichen Gründen notwendig und bedeute
nicht zwangsläufig ein fehlendes Interesse am Kind. Auch sei diese Form der
Fürsorge nicht per se schädlich für das Kind, solange die Bezugspersonen kon-
stant blieben. Die Mutter erkenne die kindlichen Signale und Bedürfnisse. Eine
emotionale Überforderung C._s erfolge durch den mütterlichen Wunsch,
dass diese ihre Freunde akzeptiere und sie dadurch in einen Loyalitätskonflikt mit
dem Vater gerate. Ausserhalb von juristischen Krisensituationen sei die Mutter in
der Lage, C._ kognitive und soziale Erfahrungsmöglichkeiten anzubieten so-
wie überschaubare, konsistente erzieherische Leitlinien zur Förderung der kindli-
chen Selbstkontrolle und Autonomie zu bieten. Eine Feindseligkeit gegenüber
C._ liege nicht vor, wie auch beim Vater nicht. Im grossen und ganzen sei
eine konsistente Zuwendung erfolgt, solange diese nicht durch den Vater unter-
bunden worden sei. Im Umgang mit C._ insgesamt sei die Mutter berechen-
bar und überbehüte das Kind nicht. Auch versuche die Mutter, C._ aus dem
Konflikt mit dem Vater herauszuhalten und spreche aktuell nicht mit dieser dar-
über. Die juristische Auseinandersetzung bleibe C._ jedoch nicht verborgen.
Beide Elternteile würden sich gegenseitig vorwerfen, sich in der Vergangenheit
nicht ausreichend um C._ gekümmert zu haben, und beide Elternteile beton-
ten die Wichtigkeit C._s in ihrem Leben. Während beim Vater eine Anpas-
sungsstörung diagnostiziert wird (act. 882 S. 32), wird bei der Mutter eine leicht-
gradig depressive Symptomatik festgehalten (act. 881 S. 36).
- 35 -
2.6.3. Weiter halten die Gutachter im C._ betreffenden Gutachten fest, der
anhaltende elterliche Konflikt stelle für C._ einen psychischen Risikofaktor
dar, durch welchen die Eltern C._ in einen Loyalitätskonflikt gebracht hätten
und brächten. Dieser stelle eine Gefahr dar, dass C._ den Kontakt zu einem
Elternteil verliere, was sie wiederum in ihrer Entwicklung deutlich beeinträchtigen
würde. Für C._s Identitätsentwicklung sei es dringend notwendig, ihre Wur-
zeln zu kennen und zu verstehen lernen. Dafür benötige sie beide Elternteile, die
einerseits versuchen, ihr den jeweils eigenen Teil ihrer Herkunft näher zu bringen
und anderseits, den anderen Teil ihrer Herkunft zu akzeptieren (act. 879
S. 103/104). Weiter halten es die Gutachter aufgrund der strittigen Vorgeschichte
für sehr unwahrscheinlich, dass sich die Eltern in Bezug auf die Obhut einigen
könnten. Obschon bereits im Gutachten 2015 deutlich festgehalten worden sei,
dass der Vater die Besuche bei der Mutter kontinuierlich zu unterstützen habe
und die Beziehung zwischen der Mutter und Tochter nicht wegen Streitigkeiten
gefährden dürfe, zeige der Entwicklungsverlauf jedoch, dass eine kontinuierliche
Beziehung zwischen Mutter und Tochter kaum aufrechterhalten werden könne
und die Beziehung durch Kontaktabbrüche gekennzeichnet sei, da C._ die
Streitigkeiten und das elterliche Spannungsfeld nicht aushalten könne und eine
Allianz mit dem Vater eingehe. C._s Ambivalenz werde darin sehr deutlich,
dass sie im Gutachten 2015 ausgeführt habe, darunter zu leiden, die Mutter so
wenig zu sehen und sie aufgrund des Loyalitätskonfliktes aktuell äussere, die
Mutter im Kinderheim P._ nicht mehr sehen zu wollen. Es sei für C._ ein
"lebbarer" und aushaltbarer Zugang zur Beziehungsgestaltung mit der Mutter an-
zustreben, um einen neuerlichen längeren Kontaktabbruch zu vermeiden. Die
Gutachter empfehlen daher, die Beziehung zwischen C._ und der Mutter in
der Weise zu stärken, indem sie gemeinsame Ferien, gegebenenfalls mit der
Halbschwester Q._ in Thailand verbringen können sollten. Weiter halten sie
stundenweise Treffen unter der Woche für realistisch (a.a.O. S. 104/105).
2.7.1.1. In ihrer Stellungnahme zu den Gutachten gibt die Vertreterin von C._
vorab zu bedenken, dass diese trotz ihres beträchtlichen Umfangs keine neuen
Erkenntnisse enthielten, insbesondere seien die Bedenken, welche seit Jahren
und an diversesten Stellen geäussert worden seien, nach wie vor nicht zerstreut
- 36 -
(act. 908 S. 2). Konkret beanstandet die Kindesvertreterin, dass im Ergänzungs-
gutachten der Beklagte grundsätzlich für fähig erachtet werde, die Pflege, Betreu-
ung und Erziehung von C._ zu gewährleisten, wohingegen im fachpsychiatri-
schen Gutachten die Auffassung vertreten werde, es sei beim Beklagten bloss ei-
ne ausreichende psychosoziale Leistungsfähigkeit und damit Erziehungs- und Be-
treuungsfähigkeit festzustellen. Namentlich weise der Beklagte Mängel in der Int-
rospektionsfähigkeit auf, der Fähigkeit, die Bedürfnisse seiner Tochter wahrzu-
nehmen und adäquat zu reagieren. Bei der Klägerin liege hingegen keine Ein-
schränkung der psychosozialen Leistungsfähigkeit vor (a.a.O. S. 12). Die Kindes-
vertreterin bemängelt weiter, dass die beim Beklagten beschriebene Anpas-
sungsstörung und die akzentuierten narzisstischen Persönlichkeitszüge keinen
Niederschlag fänden in der Beurteilung, obschon sich diese Züge seit Jahren
deutlich manifestierten, was sich etwa daran zeige, dass der Beklagte unverrück-
bar daran festhalte, C._ müsse über alles informiert sein, oder wenn er sich
nicht scheue, die Klägerin vor C._ aufs Schlimmste zu beschimpfen; da fehle
jedes Einfühlungsvermögen (a.a.O. S. 12/13). Zu Tage trete auch seit Jahren und
zwar unverändert die Abwertung anderer Personen und die gleichzeitige Selbst-
überschätzung. Unkritisch gesehen werde im Gutachten auch die Betreuung
C._s durch den Beklagten; es werde dabei ausser Acht gelassen, dass
C._ erzähle, der Vater bringe sie zu den Grosseltern und gehe selber nach
Hause, da er nicht so gerne bei seinen Eltern sei und die Grosseltern miteinander
"verrückt" seien und er mit der Tante Streit gehabt habe. Weiter beanstandet die
Kindesvertreterin, dass die Lebensumstände der Klägerin einseitig negativ bewer-
tet würden, weil sich deren Partner nicht zu einem Gespräch bereit erklärt habe;
die Partnerin des Beklagten sei diesbezüglich nicht einbezogen worden. Dass
C._ sich über die Partnerin des Vaters nur positiv äussere, verstehe sich von
selbst, da sie es niemals wagen würde, etwas Anderes zu sagen (a.a.O. S. 13).
Sodann weist die Kindesvertreterin darauf hin, dass der Beklagte weiterhin klar
gegen Kontakte von C._ zur Mutter sei, und zwar unabhängig davon, ob die-
se alleine oder in einer Partnerschaft lebe. Die Kindesvertreterin beanstandet fer-
ner, die bereits im Erstgutachten beschriebenen Defizite des Beklagten im Erken-
nen von C._s Bedürfnissen, würden lediglich bagatellisierend erwähnt, indem
- 37 -
einzig das Einbeziehen C._s in den Rechtsstreit angeführt werde. Nicht be-
rücksichtigt werde, dass der Beklagte nach wie vor resp. erneut versuche,
C._s Therapeuten zu manipulieren und von diesen zu erfahren, was C._
erzähle. Es sei aber schon früher gefordert worden, dass C._ bei einer Per-
son in Therapie sein müsse, die nur für sie da sei, wo sie Gelegenheit habe, offen
zu reden, ohne Angst haben zu müssen, irgendetwas werde dem Vater zugetra-
gen (a.a.O. S. 14). Nichts geändert habe sich hinsichtlich der Bindungstoleranz
des Beklagten, welche im Erstgutachten für nicht ausreichend gegeben bezeich-
net worden sei. Sodann weist die Kindesvertreterin darauf hin, dass der Beklagte
mit C._ "Konsum-Unternehmungen" mache, die wohl wenig geeignet seien,
Nähe und Vertrautheit zu schaffen; es erstaune daher nicht, dass C._ und ihr
Vater nicht in der Lage gewesen seien, einen Ausflug zu planen (a.a.O. S. 15).
Sie vermisst daher eine In-Bezug-Setzung dieses Umstandes mit der Feststellung
im Gutachten, der Beklagte sei in der Lage, mit C._ Gemeinsamkeiten zu le-
ben (ebenda). Sodann weist die Kindesvertreterin mit Nachdruck und unter Anga-
be eines konkreten Vorfalles darauf hin, dass C._ von ihrem Vater instru-
mentalisiert und gar zum Lügen angestiftet werde (a.a.O. S. 15/16). Abschlies-
send wirft die Kindesvertreterin den Gutachtern vor, alle Bedenken, die vor Jahren
schon und immer wieder geäussert wurden, bloss unverändert zu erwähnen, aber
in keiner Weise kritisch zu kommentieren, geschweige denn in ihre Beurteilung
einfliessen zu lassen (a.a.O. S. 16).
2.7.1.2. An der Anhörung vom 31. Oktober 2018 berichtet die Kindesvertreterin
einerseits über die aktuelle Situation von C._ (act. 921 S. 1-3) und legt in ih-
rem Fazit nochmals die wichtigsten Bedenken dar (a.a.O. S. 3-8 und Prot. S. 106-
107), um abschliessend zu bemerken, es herrsche nicht nur bei ihr, sondern auch
bei der Klägerin und den Beiständen in erster Linie Resignation vor und nicht et-
wa die Überzeugung, zum Schluss doch noch die bestmögliche Lösung gefunden
zu haben. Gleichwohl hoffe sie für C._, dass die jahrelangen Streitigkeiten
endlich aufhörten und sie Ruhe finden und zufrieden aufwachsen könne (act. 921
S. 8).
- 38 -
2.7.2.1. Die Klägerin beantragt in ihrer Stellungnahme die Ergänzung des Nach-
tragsgutachtens (act. 914 S. 2 Ziff. 1). Namentlich will sie die Ursachen des er-
neuten Kontaktabbruches zwischen ihr und C._ seit Mai 2018 und dessen
Bedeutung für die künftigen Kontakte gutachterlich abgeklärt haben (a.a.O. lit. a).
Weiter wirft sie die Frage auf, ob die Ausweitung des Besuchsrechtes des Beklag-
ten im April und Mai 2018 in einem Konnex zur Verweigerungshaltung stehe
(lit. b). Sodann will sie geklärt haben, ob die Fortdauer der Fremdplatzierung dem
Kindeswohl entspreche und diese für die Entwicklung von C._ und den Kon-
takt zu beiden Elternteilen die geeignetere Massnahme darstelle als die Obhuts-
zuteilung an den Beklagten (lit. c). Des weiteren soll ergänzend dargelegt werden,
welche Massnahmen bei der Verweigerung der Empfehlungen getroffen werden
sollten (lit. d). Sodann wirft die Klägerin die Frage auf, ob der Beklagte bei einer
Obhutszuteilung an ihn die Kontaktregelung, insbesondere auch die längeren Fe-
rien C._s mit der Mutter in Thailand zulassen werde (lit. e) bzw. wie bei einer
Verweigerung damit umgegangen werden müsste (lit. f) und ob längere Ferien
auch ohne vorgängige regelmässige Besuchskontakte durchsetzbar wären (lit. g).
Endlich will sie den im Gutachten verwendeten Begriff "Familienhilfe" erklärt ha-
ben (lit. h).
In ihrer Begründung hält die Klägerin fest, die Hauptproblematik habe sich
nicht verändert. Der Beklagte vermöge wegen der überaus engen "Allianz" zu
seiner Tochter die Verhaltensweisen der in das Verfahren involvierten Personen
bis zu einem gewissen Grad zu steuern. Je mehr Kontakt er zu seiner Tochter
habe, desto grösser sei sein Einfluss, so dass die Chancen eines tragfähigen und
nachhaltigen Kontakts zwischen Mutter und Tochter direkt von der künftigen Zu-
teilung der Obhut abhingen (a.a.O. S. 4 Rz 1). Als Mutter könne und wolle sie für
ihre Tochter da sein, aber jedes Mal, wenn gute Fortschritte gemacht würden,
ziehe der Vater sprichwörtlich die Schlinge etwas enger und die Kontaktwilligkeit
seitens von C._ gehe verloren (a.a.O. Rz 2). Im Folgenden schildert sie den
letzten gravierenden Rückschritt in der Mutter-Tochter-Beziehung, für den sie die
Gutachter insofern verantwortlich macht, als diese eine Ausweitung der Besuchs-
kontakte zum Vater angeregt hatten, welchem Antrag die Kammer gefolgt war
(a.a.O. S. 5-7 Rz 3-12). Sie bemängelt, dass die Gutachter sich mit den bis heute
- 39 -
andauernden negativen Folgen ihres Experimentes in ihrem eigenen Gutachten
überhaupt nicht auseinandersetzten, was nachzuholen sei (a.a.O. S. 7 Rz 13).
Bezüglich der Frage der Obhutszuteilung kritisiert die Klägerin, die Gutach-
ter empfählen aus Gründen der Kontinuität, Stabilität und des stabilen Willens
C._s, dass die Obhut beim Beklagten liegen sollte; dabei äusserten sie sich
nicht zur Frage, ob eine (vorübergehende) Fremdplatzierung dem Kindswohl ent-
spräche resp. ob dies für die Entwicklung des Kindes, insbesondere für den Kon-
takt zu beiden Elternteilen eine geeignetere Massnahme darstellte (ebenda S. 8
Rz 15/16). Im Weiteren bringt die Klägerin vor, der Beklagte sei nicht bereit, län-
gerfristig Unterstützungsmassnahmen anzunehmen, wenn sie von ihm nicht sel-
ber gutgeheissen würden (a.a.O. S. 9 Rz 19-21). Sodann äussert sie die Befürch-
tung, ein künftiges Setting müsse wieder alleine auf den Beklagten abgestimmt
werden, ohne Rücksichtnahme auf die wichtigen Kontakte C._s zu ihr (a.a.O.
S. 10 Rz 22-26). Die Klägerin weist ferner darauf hin, dass es angesichts des in
der Vergangenheit gezeigten Verhaltens des Beklagten und angesichts seiner
Umgangsformen mit Personen, die seine Meinung nicht teilten, fraglich sei, ob
sich eine Familienhilfe tatsächlich installieren lassen werde (a.a.O. S. 11/12
Rz 27-31). Ein offenes Geheimnis sei, dass der Beklagte C._ in den vergan-
genen Jahren übermässig in die verschiedenen Verfahren einbezogen habe und
dies weiterhin tue. Seitens der Heimleitung seien konkrete Beobachtungen berich-
tet worden, dass der Beklagte C._ instrumentalisiere. Vor dieser Problematik
schienen die Gutachter zu kapitulieren, fehle es doch im Gutachten für diese
Problematik an Lösungsansätzen (a.a.O. S. 12 Rz 32-35). Für nicht nachvollzieh-
bar hält die Klägerin, dass im Gutachten lediglich von einem Risiko des Kontakt-
abbruchs gesprochen werde, sei ein solcher doch tatsächlich im Mai 2018 erfolgt;
dies werde im Gutachten ausgeblendet (a.a.O. S. 13 Rz 37). Die Klägerin kritisiert
weiter, das Gutachten befasse sich nicht mit der Frage, ob der Beklagte die von
ihnen empfohlenen stundenweise Besuche überhaupt zulassen würde. Auch be-
fasse sich das Gutachten nicht konkret mit der Frage der Umsetzbarkeit ihrer
Empfehlungen, obschon in der Vergangenheit die Ausübung des Besuchsrechts
entweder an der Mitwirkung des Beklagten oder an seiner Beeinflussung der
Tochter gescheitert sei (a.a.O. S. 13/14 Rz 40/41). Sie bemängelt des weiteren,
- 40 -
dass sich die Gutachter nicht zur Umsetzung ihrer Empfehlungen äusserten; es
wäre zu erwarten, dass sie sich mit dieser Problematik auseinandersetzten und
konkrete Massnahmen aufzeigten, wie aus ihrer Sicht vorzugehen wäre, wenn
sich der Beklagte nicht an die vorgeschlagene Regelung des persönlichen Ver-
kehrs hielte. Das Gutachten sei daher zu ergänzen (a.a.O. S.s 14 Rz 43-44). Das
Gutachten versäume es überdies, ihrer ausserordentlich schwierigen Situation
angemessen Rechnung zu tragen: Unterstützungsmassnahmen für den Beklag-
ten werde viel Raum eingeräumt, während Massnahmen zu ihrer Stärkung über-
haupt nicht erwähnt würden, obschon die vergangenen Jahre sehr an ihren Kräf-
ten gezehrt hätten. Es sei dringend erforderlich ihre Rolle als Mutter gegenüber
C._ zu stärken; dies müsse aus einem Gerichtsentscheid deutlich hervorge-
hen (a.a.O. S. 15 Rz 45-49).
Als Fazit hält die Klägerin fest, angesichts des derzeitigen Zustandes (Ver-
weigerung der Besuchskontakte durch C._) und der bisherigen Erfahrungen
müsse sie davon ausgehen, C._ nicht mehr zu sehen, bis diese auf eigenen
Beinen stehe, allenfalls bis zur Volljährigkeit. Ein fehlender Kontakt zur Mutter lie-
ge allerdings gemäss einstimmiger Meinung der Fachpersonen nicht im Wohl von
C._. Eine Obhutszuteilung an den Beklagten könne daher nicht in Frage
kommen (a.a.O. S. 16 Rz 54). Sie befürworte daher eine Fortführung der
Fremdplatzierung, da diese etliche positive Aspekte beinhalte, und sie sich sicher
sei, dass eine neuerliche Annäherung an ihre Tochter einzig in diesem Rahmen
möglich sei (a.a.O. S. 17 Rz 58).
2.7.2.2. An der Anhörung vom 31. Oktober 2018 wiederholt die Klägerin ihren
Vorwurf an die Gutachter, sich mit den vorhandenen Problemen in Bezug auf die
Erziehungsfähigkeit des Beklagten grösstenteils nicht auseinandergesetzt zu ha-
ben. Es gebe ausreichend Zweifel, dass eine Rückplatzierung zum Beklagten
dem Kindeswohl entspreche (act. 918 S. 7 Rz 7). Es werde ihm nur eine ausrei-
chende Erziehungs- und Betreuungsfähigkeit attestiert; es lägen Defizite im Er-
kennen der Bedürfnisse des Kindes und im gemeinsamen Planen mit ihr vor, die
Bindungstoleranz werde als nicht ausreichend beurteilt und es fehle die Bereit-
schaft zur längerfristigen Annahme von Hilfe Dritter (a.a.O. S. 8 Rz 8). Ungeklärt
- 41 -
sei die Wohn- und Betreuungssituation (a.a.O. S. 8 Rz 9-11). Abklärungen zum
Umfeld des Beklagten fehlten, was eine Rückplatzierung entgegenstehe (a.a.O.
S. 9 Rz 12). So stehe dem Beklagten die bisherige Wohnung in R._ nicht
mehr zur Verfügung (Prot. S. 95/96). Dem Beklagten sei es seit der Fremdplatzie-
rung C._s nicht gelungen, sich zu stabilisieren; unverändert sei die Situation
in Bezug auf die Annahme Hilfe Dritter oder die Förderung der Besuche der Mut-
ter (act. 918 S. 9 Rz 14). Eine Rückplatzierung würde den Beklagten rasch über-
fordern, so dass er vehement Unterstützung von Dritten fordern, aber nicht bereit
sein werde, diese mittel- bis langfristig anzunehmen (a.a.O. S. 9 Rz 15). Die Wei-
terführung der Platzierung beinhaltete dagegen die Chance, die aufgebauten Kon-
takte C._s zur Mutter fortführen zu können, was nicht ausser Acht gelassen
werde dürfe. Dass die Beistände eine Platzierung nicht als verhältnismässig er-
achteten, zeige, dass sie letztlich vor dem Beklagten kapitulierten (a.a.O. S. 9/10
Rz 16). Zu berücksichtigen sei, dass es bis im Mai 2018 kleine, aber doch beacht-
liche Fortschritte der Kontakte zwischen Mutter und Tochter gegeben habe, wel-
che dann allerdings wegen der Interventionen der Gutachter (Antrag
auf/Bewilligung der Besuchsausdehnung zu Gunsten des Vaters) zu Nichte ge-
macht worden seien. Nach Auffassung der Klägerin hoffen alle Fachpersonen,
dass sich der Schaden, welcher der Beklagte bei seiner Tochter anrichten könnte,
in Grenzen halten werde (a.a.O. S. 10 Rz 19). Ihrer Ansicht nach sei es heute
noch zu früh, die Obhut an eine der beiden Parteien zu übertragen (a.a.O. S. 10
Rz 20).
2.7.3.1. Der Beklagte trägt in seiner Stellungnahme zu den Gutachten vor, er ver-
folge nach wie vor das Ziel, mit Tochter C._ endlich und nunmehr rasch wie-
der als Familie im Alltag zusammengeführt zu werden, indem ihm die Obhut zuge-
teilt werde resp. bei ihm alleine verbleibe. Dieses Ansinnen entspreche dem über
allem stehenden Kindeswohl von Tochter C._ und lasse sich den drei Gut-
achten denn auch nicht erst nach deren eingehenden Studium entnehmen
(act. 913 S. 2 Rz 2). Er sei gemäss Gutachten vom 31. August 2015 und auch ak-
tuell bestätigt grundsätzlich befähigt, für die Pflege, Betreuung und die Erziehung
von Tochter C._ zu sorgen. Dies habe er auch vor deren Fremdplatzierung
über Jahre, teilweise unter Einbezug seiner Eltern, gewährleistet. Er habe damals
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für eine geregelte Tagesstruktur, für eine therapeutische Begleitung und die me-
dizinische Versorgung der Tochter gesorgt und wolle dies auch in Zukunft wieder
tun (a.a.O. S. 2 Rz 3). Die während der Begutachtung ausgedehnten Besuche
hätten gezeigt, dass C._ gerne zu ihm gehe und sich freute, wenn er sie je-
weils abgeholt habe. Auch sei sie gut gelaunt von den Besuchswochenenden zu-
rückgekehrt und habe sich rasch wieder in die Gruppe und den Alltag einleben
können. Sie habe über das Erlebte von durchaus altersadäquaten Sachen berich-
tet. Auch werde der Kontakt von C._ zu seiner Lebenspartnerin als herzlich
und nah qualifiziert. Auch sorge sich C._ immer wieder um sein Wohlerge-
hen, sie fühle sich bei ihm Zuhause (a.a.O. S. 2 Rz 4). Da er stets selbst und in-
nert nützlicher Frist für Lösungen etwa hinsichtlich psychologischer Hilfe für sich
und die Tochter gesorgt und stets in gutem und regelmässigen Kontakt zur Schu-
le von C._ gestanden habe, halte er die Einschränkung der elterlichen Sorge
bezüglich Gesundheits- und Schulfragen für nicht angebracht; solches sollte nur
in Ausnahmefällen angeordnet werden (a.a.O. S. 2/3 Rz 5). Zur Unterstützung
und Begleitung von Tochter C._ in deren Autonomieentwicklung und Zuge-
hörigkeit zu sozialen Peergroups setze er sich regelmässig mit den Fachpersonen
Dr. K._ und Facharzt O._ auseinander. Er schätze diese Beratung und
wolle diese auch aufrechterhalten. Auch unterstütze er die Therapie von Tochter
C._ beim Facharzt O._. Er sei aber auch in der Lage, der Tochter klare
Regeln und Grenzen zu setzen, und dabei die nötige Geduld aufzubringen. So-
dann könne er deren soziales Umfeld und deren Kontakte zu anderen bedeutsa-
men Personen (Grosseltern und weitere Familie väterlicherseits sowie Freunde)
aufrechterhalten; auch biete er räumliche Kontinuität, was in C._s Entwick-
lungsphase sehr zentral und relevant sei (a.a.O. S. 3 Rz 6.1., 6.2.). Entgegen an-
derslautender Vermutungen zumindest der Gutachter wolle er sich auch bemü-
hen, zum Wohle seiner Tochter deren Verhältnis zur und Kontakte mit der Mutter
zu stärken und zu fördern; dies gelte auch für allfällige Ferien von C._ mit der
Mutter in Thailand. Wichtig sei jedoch, dass das Mutter-Tochter-Verhältnis durch
einen sanften, abgestuften Aufbau der Besuchskontakte samt Unterstützung und
Begleitung durch eine sozialpädagogische Familienhilfe/-begleitung aufgegleist
und spannungsfrei gelebt werden könne (a.a.O. S. 3 Rz 7.1.). Diese Unterstüt-
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zungsmassnahme solle nicht nur ihm selbst dienen, sondern auch der Kindsmut-
ter (a.a.O. S. 3/4 Rz 7.2.). Er sei bereit, mit einer solchen erfahrenen Fachperson
ein gemeinsames konstruktives Arbeitsbündnis einzugehen; solches Verhalten
habe er leider im Tun der eingesetzten Beistände stets vermisst, vielmehr sei er in
unverständlicher Weise immer auf kategorische Ablehnung seiner Ansinnen ges-
tossen. Zudem seien Beistände aus zeitlichen Gründen mit solchen Aufgaben
meist überfordert (a.a.O. S. 4 Rz 7.3.). Ferner sei es ihm möglich, Tochter
C._ ihrem Alter entsprechend persönlich und mit Hilfe von Drittbetreuung
(Hort, Mittagstisch, Grosseltern, Bruder und Lebenspartnerin) zu betreuen. Die
Rückführung solle rasch erfolgen, da eine langsame, stufenweise Rückführung zu
ihm eher schädliche Auswirkungen zeitigen würde (a.a.O. S. 4 Rz 8). Angesichts
der gutachterlichen Erkenntnisse sei evident, dass die Obhut bei ihm liegen soll,
zumal er erziehungs- und betreuungsfähig sei. Dies entspreche auch dem
Wunsch der Tochter (ebenda S. 4-6 Rz 9-11). Er behalte sich vor, kritisch gegen-
über Personen und Behörden zu bleiben, welche nicht im Sinne des Kindeswohls
von C._ kooperieren und handeln, sondern eigenmächtige, nicht kindsge-
rechte Meinungen vertreten und entsprechende Entscheidungen treffen wollten
(a.a.O. S. 5/6 Rz 11).
2.7.3.2. An der Anhörung vom 31. Oktober 2018 lässt der Beklagte vorbringen,
die Obhut sei ihm zuzuteilen, da dies doch den bis auf die Fremdplatzierung von
C._ gelebten Verhältnissen entspreche, er deren Hauptbetreuungsperson
sei, was denn auch zum erstinstanzlichen Entscheid bezüglich Obhutszuteilung
an ihn geführt habe (act. 920 S. 6 Rz 2.1.). Zum Wohl von C._ sei auch ins-
besondere auf deren eigenen Willen abzustützen; sie habe sich grundsätzlich
stets für eine Verbleib bzw. für eine Rückkehr zu ihm ausgesprochen. Schon im
ersten Gutachten habe Frau S._ festgehalten, C._ sei in der Lage, ihre
Wünsche in Bezug auf die elterliche Sorge, die Obhut und die Besuchsrechtsre-
gelung frei und unverfangen zu äussern (a.a.O. S. 6/7 Rz 2.2.). Es sei daher ein-
zig zu prüfen, ob dies auch in objektiver Hinsicht ein guter, tragfähiger Entscheid
für C._ sei, ob dies tatsächlich ihrem Wohl entspreche (ebenda S. 7 Rz 2.3.).
Nicht im Vordergrund zu stehen habe die Frage, ob diese Zuteilung dem Mutter-
Tochter-Kontakt abträglich sei, diesem gar schade (a.a.O. S. 7 Rz 2.5.). Wenn
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dies nebst allfälligen weniger wichtigen Bedenken der einzige wichtige Problem-
punkt sei, dürfe dies nicht zu einer Weiterführung der Fremdplatzierung führen
(a.a.O. S. 7 Rz 2.6.).
2.8. Würdigung
Ausgehend von den Erkenntnissen in den eben dargestellten Gutachten,
den Darlegungen der Parteien und der Kindesvertreterin und den tatsächlichen
Geschehnissen seit Anhängigmachung des Berufungsverfahrens, insbesondere
seit dem Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechtes gegenüber den Eltern im
Sommer 2016 ergeben sich grundsätzlich drei Möglichkeiten der zukünftigen Un-
terbringung und Betreuung von C._. Zu diskutieren und entscheiden ist, ob
eine weitere Fremdplatzierung, d.h. die Aufrechterhaltung des Entzuges des Auf-
enthaltsbestimmungsrechtes notwendig und verhältnismässig oder ob eine Rück-
platzierung zum Vater oder zur Mutter möglich ist und im Wohl und Interesse von
C._ liegt. Vorauszuschicken ist, dass alle drei Varianten Chancen bieten und
Risiken beinhalten. Zu prüfen und abzuwägen ist, was für C._ am günstigs-
ten bzw. am wenigsten schädlich erscheint.
2.8.1. Eine Fremdplatzierung ist aufzuheben, wenn ihre Voraussetzungen entfal-
len sind (vgl. oben E. 2.4.). Hintergrund und unmittelbarer Anlass des Entzugs
des Aufenthaltsbestimmungsrechtes im Frühsommer 2016 war die vom Vater zu-
vor geäusserte Suizidandrohung, worin eine Gefährdung von C._s Wohl ge-
sehen wurde (vgl. in PQ160049 act. 5). Mit zur Überforderung des Vaters trug
damals C._s anhaltende Weigerung bei, die Schule zu besuchen, in wel-
chem Zusammenhang der Vater aus seiner Sicht und in seinem Empfinden von
den Behörden im Stich gelassen wurde. Anhand der vorliegenden aktuellen Gut-
achten besteht beim Vater keine Suizidalität. Nach seiner Darstellung habe er die
damalige Äusserung gemacht, damit sich die KESB bewege, und nicht, weil er
sich habe umbringen wollen, was denn auch funktioniert habe. Er habe nie ernst-
hafte Selbstmordgedanken oder lebensmüde Gedanken gehabt, davor habe er
eher Angst. Hoffnungslosigkeit und Gefühle des Ungenügens kenne er nicht
(act. 882 S. 16). Festzuhalten ist, dass der Beklagte nicht bloss einmal (Selbst)-
Tötungsabsichten äusserte (vgl. in PQ160049 KESB act. 229, 243/A/1, 330 und
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331); immerhin sah sich die Primarschule J._ ... veranlasst, mit Schreiben
vom 23. September 2015 bei der Kammer eine Gefährdungsmeldung betreffend
C._ zu deponieren, weil sie befürchtete, C._ selber könnte getötet wer-
den (vgl. in PQ160049 KESB act. 241 Anhang). Inwieweit diese nunmehr vom
Beklagten geäusserten Erklärungen auch seinen damaligen Empfindungen und
Gefühlen entsprachen, lässt sich nicht abschliessend beurteilen. Sein aktuelles
Vorbringen, er kenne das Gefühl der Hoffnungslosigkeit nicht, vermag nicht wirk-
lich zu überzeugen, da er die fragliche Suizidandrohung vom Frühsommer 2016
gerade deshalb geäussert haben will, weil er sich dadurch Hilfe und Unterstüt-
zung durch die KESB erhoffte, weil er selber mit der Weigerungshaltung
C._s nicht mehr zu recht kam und sich insofern in einer ausweglosen Situati-
on befand. Dies entsprach auch der seinerzeitigen Einschätzung von Dr. med.
K._, welcher anlässlich eines Gespräches mit T._, Mitglied der KESB
Winterthur Andelfingen, am 12. Mai 2016 erklärt hatte, es gehe Herr B._
nicht gut, er sei am Limit; er wolle nun eine Lösung für C._, er könne so nicht
mehr weitermachen, sie (die Behörden) sollen sich um C._ kümmern (vgl.
PQ160048 KESB act. 360). Gleich lautete auch die Zusammenfassung der Ereig-
nisse vom 12. Mai 2016 im tags darauf verfassten Schreiben von Dr. med.
K._ an den Beklagten (PQ160048 KESB act. 379). Die Kammer hielt denn
auch in ihrem Entscheid vom 5. Oktober 2016 fest, der Beklagte sei ab Herbst
2015 an die Grenze seiner Belastbarkeit gelangt (PQ160049 act. 31 S. 27). Wenn
der Beklagte den Gutachtern gegenüber nunmehr vorträgt, seine Äusserung habe
beim ersten Mal funktioniert und die Behörde habe sich endlich bewegt (act. 882
S. 16), mutet dies einigermassen merkwürdig an, weil die Reaktion der Behörde
im Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechtes und der Fremdplatzierung
C._s bestand; dass dies seine Absicht gewesen sein soll, lässt sich kaum
nachvollziehen. Trotz dieser Merkwürdigkeiten darf festgehalten werden, dass
sich seitdem keinerlei Anzeichen für ein selbstschädigendes Verhalten des Vaters
gezeigt haben, was sich negativ auf C._ auswirken bzw. diese gefährden
könnte. Unter diesem Aspekt lässt sich der Entzug des Aufenthaltsbestimmungs-
rechtes nicht aufrechterhalten.
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2.8.2.1. Nicht zu übersehen ist allerdings, dass der Beklagte in Situationen, in de-
nen er sich unverstanden und ungerecht behandelt fühlt bzw. in denen ihm Wi-
derstand entgegengebracht wird, verbal überaus unbeherrscht, ausfällig und aufs
Gröbste unflätig agiert und dies auch in Anwesenheit C._s. Dies wird im
Gutachten illustrativ beschrieben: so wird etwa erwähnt, dass die Verantwortli-
chen des Kinderheims die Zusammenarbeit mit ihm als sehr schwierig beurteilen;
er beschimpfe permanent in jedem Telefonat die Mitarbeiter oder andere betroffe-
ne Beteiligte, auch wenn es ihm manchmal gelinge zu sagen, es habe nichts mit
dem Personal des Heims zu tun. Manchmal drohe er auch vorbeizukommen oder
dass er sich umbringe. Andeutungen präzisiere er auf Nachfragen nicht oder
nehme diese manchmal wieder zurück. Bei einer Termininformation erzähle er,
was alles falsch gelaufen sei, denunziere alle beteiligten Personen und benutze
Kraftausdrücke, insbesondere gegen die Beiständin und weitere Personen. Zwar
könne er unterscheiden, dass die Mitarbeiter des Heims für den Alltag zuständig
seien, gleichzeitig seien sie Mitpartei aufgrund der Platzierung. In der Interaktion
könne er positiv sein, wenn sein Gegenüber die gleiche Meinung habe wie er (vgl.
act. 879 S. 93/94). Vergleichbares findet sich auch im fachpsychiatrischen Gut-
achten, in welchem u.a. erwähnt wird, er sei zwischendurch in Beschimpfungen
der Behörden verfallen, was eher ohnmächtig und hilflos als bedrohlich gewirkt
habe. Es sei der Eindruck entstanden, er weise eine Neigung zur Bagatellisierung
und Unterschätzung seines Einflusses auf die Tochter auf; auch hätten sich mäs-
sige Defizite in der Introspektionsfähigkeit und Mitteilung intrapsychischer Vor-
gänge sowie in der Erfassung, Beschreibung und kritischen Hinterfragung motiva-
tionaler Verhaltensweisen sowie deren Auswirkungen und Tragweite gezeigt
(act. 882 S. 26). Letzteres zeigt sich augenfällig daran, dass er auch in Anwesen-
heit C._s das Gegenüber barsch und ungeduldig angehen kann (act. 879
S. 100). Ähnliches lässt sich auch dem Bericht der Beistände vom 24. September
2018 entnehmen, in welchem konkret ausgeführt wird, der Beklagte habe sich am
25. März 2018 im Verlaufe der Diskussion im Beisein von C._ äusserst nega-
tiv und despektierlich gegenüber der Mutter geäussert (act. 906 S. 2 oben). Im
Protokoll der Standortbesprechung, welche am 1. Oktober 2018 in Anwesenheit
des Vaters erfolgte, wird ausgeführt, die Zusammenarbeit mit ihm gestalte sich
- 47 -
nach wie vor schwierig, da der Beklagte in den Gesprächen mit den Erwachsenen
immer wieder laut, destruktiv und teilweise aggressiv reagiere. In einzelnen Mo-
menten gelinge es ihm, die Meinungen der Mitarbeitenden zu akzeptieren und ein
konstruktives Gespräch zu führen. Weiter wird erwähnt, dass sich der Beklagte
nach dem Vorfall vom 25. März 2018 an die Anweisungen gehalten habe, auf der
Wohngruppe keine unpassenden und destruktiven Diskussionen mehr zu führen,
da sonst der Übergabeort für C._ wieder auf dem Parkplatz stattfinden werde
(vgl. act. 919/78 S. 3 sub Ziffer 9). Durch sein Verhalten brachte und bringt der
Beklagte C._ jeweils in eine für sie kaum ertrag- und aushaltbare Lage, was
er aber offensichtlich beharrlich zu übersehen scheint, da sich an dieser Haltung
des Beklagten in den vergangenen Jahren grundsätzlich nichts geändert hat,
auch wenn er nach dem erwähnten aktuellsten Standortgesprächsprotokoll sich
beim Abholen und Bringen von C._ seit Ende März 2018 soweit anpassen
oder beherrschen konnte, dass die Übergaben nicht auf dem Parkplatz stattfinden
mussten. Letzteres ist für ein Kind äusserst beschämend und demütigend und
sollte auch dem Beklagten klar sein. Die unmittelbare Auswirkung seiner verbalen
Ausfälligkeiten erläutert das Gutachten, welches eine telefonische Auskunft von
C._s Therapeut wiedergibt, wonach C._ entsetzt und anhänglich ihm
gegenüber sei, wenn der Beklagte in Anwesenheit seiner Tochter laut sei und
ausser sich gerate (act. 879 S. 91). In der Stellungnahme zum Gutachten behält
sich der Beklagte ausdrücklich das Recht vor, sich kritisch gegenüber Personen
und Behörden zu verhalten, welche nicht im Sinne des Kindeswohls von C._
kooperierten und handelten (act. 913 S. 6 Rz 11). Damit unterstreicht er seinen
Hang zur Rechthaberei. Er stellt denn auch das bisherige Handeln der Beistands-
personen als mangelhaft dar und betont stattdessen seine Bereitschaft für ein
gemeinsames, konstruktives Arbeitsbündnis (a.a.O. S. 4 Rz 7.3.). Dieses Vorbrin-
gen mutet angesichts seines bisher an den Tag gelegten Verhaltens gegenüber
all jenen Personen, die nicht seinen Ansichten oder Ansinnen folg(t)en, zynisch
an, übergeht er doch geflissentlich seine barschen Umgangsformen und seine
verbalen Anwürfe gegenüber Personen, welche ihm Widerstand entgegensetzen.
Nüchtern betrachtet legt der Beklagte eine grenzenlose Erwartungs- und
Anspruchshaltung gegenüber Fachpersonen, Institutionen und Behörden an den
- 48 -
Tag und verabsolutiert seine eigene Sicht der Dinge als alleingültige Wahrheit, die
von den Angesprochenen gefälligst zur Kenntnis genommen und befolgt werden
soll. Dies zeigt sich beispielhaft daran, dass er im Verlaufe des Verfahrens immer
wieder Gerichtspersonen telefonisch und/oder per e-mail kontaktierte (vgl. z.B.
act. 518, 582, 628, 657, 738, 770, 804, 809, 814, 861, 904) und die an ihn gerich-
tete Aufforderung, dies zu unterlassen, ignorierte (vgl. act. 637, 905). Seine un-
zimperliche Art gegenüber Fachpersonen demonstrierte er beispielsweise mit der
am 29. September 2016 gegen die Beiständin U._ beim Friedensrichteramt
I._ erhobene Klage wegen Persönlichkeitsverletzung (act. 589) und die ihr
gegenüber mit e-mail vom 21. November 2016 (act. 628) und vom 28. November
2016 (act. 639) angekündigten rechtlichen Schritte wegen falscher Angaben. In
der e-mail vom 21. November 2016 erbat er sodann, "Frau U._, Frau
Z._ und Herr X._ unter Strafandrohung zu verpflichten stets die Wahr-
heit getreuen Aussagen in ihren Eingaben und Aussagen zu verpflichten, ein sol-
cher hinweis würde mit Sicherheit die Verleumdungen dieser Personen ein-
schränken" (vgl. act. 628). Eine reine Schikane gegenüber der missliebigen Bei-
ständin U._ ist die vom Beklagten gegen diese am 22. November 2016 ein-
geleitete Betreibung (act. 645).
Gewissermassen als Kehrseite dieser seiner quasi als Weisungen an die mit
der Scheidung befassten Behörden und Institutionen vorgebrachten Ansinnen hat
sich der Beklagte bis anhin nicht erkennbar darum bemüht, den nunmehr seit Jah-
ren dauernden Streit mit seiner mittlerweile längst geschiedenen Ehefrau, dessen
Thematik ihm wohl kaum mehr klar sein dürfte, zum Wohle von C._ zu been-
den und ihr einen unbeschwerten Umgang mit der Mutter zu ermöglichen. Statt-
dessen blendet er in seiner schriftlichen Stellungnahme zu den Gutachten
(act. 913) und seinen Ausführungen an der Anhörung vom 31. Oktober 2018
(act. 920) die Existenz von C._s Mutter und deren wichtige Bedeutung im
Leben von C._ weitestgehend aus. Unverrückbar hält er auch an der Vorstel-
lung fest, C._ über den Fortgang des Verfahrens auf dem laufenden halten
zu müssen (act. 879 S. 72). Dass C._ mittlerweile die Meinung vertritt, es gut
zu finden, wenn ihr der Beklagte erzähle, was die Klägerin über ihn geschrieben
habe (a.a.O. S. 100), stimmt sehr bedenklich, da C._ dadurch vom Beklagten
- 49 -
offensichtlich in den elterlichen Konflikt aktiv einbezogen wird. Er vermag offen-
kundig nicht zu erkennen, dass sein Streit mit der Klägerin, der insoweit bizarre
Züge angenommen hat, da kaum erkennbar ist, worum es tatsächlich geht, eine
Angelegenheit der Erwachsenen ist und von C._ möglichst fernzuhalten wä-
re. Insoweit ist der Befund im Gutachten, das wie bereits ausgeführt beide Eltern
grundsätzlich für fähig hält, für C._ zu sorgen, diese zu erziehen und zu be-
treuen, namentlich deren Bedürfnisse zu erkennen und altersentsprechend auf sie
einzugehen, bezüglich des Beklagten deutlich zu relativieren. Vielmehr stellt das
Gebaren des Beklagten, namentlich der Einbezug C._s in den Elternstreit
und das Unterbinden des Kontaktes von C._ zur Mutter, eine Gefährdung für
die Entwicklung C._s dar. Entgegen der vom Beklagten im Gutachten wie-
dergegebenen Auffassung, es obliege C._ zu entscheiden, ob sie ihre Mutter
sehen und treffen wolle (act. 879 S. 73/74), was er auch an der Anhörung wieder-
holen liess (act. 920 S. 8 Rz 4.2.), ist es Pflicht der Eltern, ihrem gemeinsamen
Kind den Kontakt zum andern Elternteil zu ermöglichen, diesen zu fördern und
das Kind aktiv dazu anzuhalten. Wenn er in der Stellungnahme zum Gutachten
ausführen lässt, er wolle sich darum bemühen, das Verhältnis der Tochter zur und
Kontakte mit der Mutter zu stärken und zu fördern (act. 913 S. 3 Rz 7.1.), und an
der Anhörung vortragen lässt, er akzeptiere die empfohlenen Besuchskontakte,
wobei sich weisen werde, wie sich die Zukunft gestalte (act. 920 S. 4 Rz 5.5.), so
kann dies nicht anders als leeres Versprechen bezeichnet werden, hat er in all
den Jahren des Ehekrieges den Tatbeweis für diese angebliche Bereitschaft nicht
ansatzweise erbracht, im Gegenteil alles dafür getan, dass C._ den Kontakt
zur Mutter meidet. Die Kindesvertreterin weist denn auch ausdrücklich, eindrück-
lich und nachdrücklich auf diese vehement ablehnende Haltung des Beklagten
hin, der seiner Tochter vorgebe, was sie zu sagen habe (act. 921 S. 3), und die
ihre Freude an Treffen mit der Mutter nicht zeigen dürfe, weil dies den Vater er-
zürne (a.a.O. S. 5/6), und der trotz aller Empfehlungen nicht den Hauch einer Be-
reitschaft zeige, an seinem ablehnenden Verhalten etwas zu ändern bzw. von
seinen absurden Forderungen abzurücken, wenn die Klägerin keinen Mann an ih-
rer Seite hätte, würden die Kontakte besser laufen (a.a.O. S. 6). Im Übrigen kon-
trastiert seine im Gutachten wiedergegebene Darstellung, er habe C._ ver-
- 50 -
schiedentlich streng aufgefordert, der Mutter zu telefonieren (act. 879 S. 74), ekla-
tant zu den im Gutachten ebenfalls erwähnten Äusserungen C._s vom
1. November 2017, sie habe Angst, wenn sie die Mutter treffe, könne sie nicht
mehr zum Papa nach Hause, wobei sie auf Nachfrage berichtet habe, der Vater
habe diese Angst geäussert, nämlich dass C._ nicht zu ihm zurückkommen
könne, wenn sie die Mutter treffe (act. 879 S. 84; S. 85 oben). Der Kindesvertrete-
rin soll C._ in der Woche vor der Anhörung zudem erklärt haben, sie befürch-
te, wenn sie die Mutter regelmässig sähe, habe dies zur Folge, dass das Gericht
ihr die Obhut zuteile, was der Vater ihr gesagt habe (act. 921 S. 5). Seine implizite
Behauptung, er befürworte die Kontakte von C._ zur Mutter, erweist sich
demnach als leere Worthülse. Im Übrigen zeigt sich an diesen Äusserungen
C._s gegenüber der Kindsvertreterin mit aller Deutlichkeit das Bemühen des
Beklagten, C._ unter seiner Kontrolle und insbesondere vom allfälligen Ein-
fluss der Mutter fern zu halten und ihr zumindest indirekt vorzugeben, was sie der
Kindsvertreterin zu sagen hat.
An den sprichwörtlichen Haaren hergezogen ist die Behauptung des Beklag-
ten, C._ mache sich Sorgen bzw. habe Angst um ihn, weil die Klägerin ihn in
der Vergangenheit geschlagen und einmal mit dem Messer auf ihn losgegangen
sei (act. 879 S. 76, S. 74) und sich hiefür schon lange hätte entschuldigen müs-
sen (a.a.O. S. 73). In einem Schreiben vom 18. Februar 2013 an den damaligen
Beistand V._ schildert der Beklagte den von der Klägerin gegen ihn geführ-
ten Messerangriff: die Klägerin soll anfangs 2006 ein Küchenmesser nach ihm
geworfen haben, als er Klein-C._ auf dem Arm gehalten habe. Er habe sich
noch rechtzeitig umdrehen können, sonst hätte das Messer C._ getroffen. So
habe das Messer in seinem Rücken gesteckt (act. 72/13 S. 2). Auch im folgenden
Jahr 2007 sei sie mehrmals wütend mit dem Messer auf ihn losgegangen (a.a.O.
S. 3). Zum Zeitpunkt dieser behaupteten Attacken der Klägerin gegen den Be-
klagten war C._ wenige Monate bis allenfalls zwei Jahre alt (!). Es ist unter
diesen Umständen schlechterdings ausgeschlossen, dass C._ an diese Vor-
fälle, so sie denn stattgefunden haben, eine eigene Erinnerung hat. Wenn
C._, wie die Kindesvertreterin ausführt, ihr gegenüber geltend macht, die
Mutter habe vor Jahren den Vater mit einem Messer bedroht, was die Mutter ab-
- 51 -
gestritten, sie also angelogen habe, und sie könne ihr nicht verzeihen, weil sie
das getan habe, um Geld von ihm zu erpressen, also ohne von ihm provoziert o-
der angegriffen worden zu sein, mithin ohne entschuldbares oder zumindest ver-
ständliches Motiv (act. 921 S. 2), so ist in diesen Worten der Vater zu hören, denn
es ist, selbst wenn man annähme, einer 13jährigen Jugendlichen seien als Säug-
ling oder Kleinkind zugestossene oder erlebte Ereignisse erinnerlich, ausge-
schlossen, dass sie als Kleinstkind die Motivation für den Messerangriff erkennen
und verstehen und Jahre später wieder geben könnte. Diese aktuelle Begeben-
heit zeigt mit aller Deutlichkeit, dass der Beklagte C._ nach wie vor mit nega-
tiven Informationen über ihre Mutter "füttert", um von dieser ein unvorteilhaftes
Bild zu entwerfen bzw. aufrechtzuerhalten, damit C._ davon abgehalten wird,
den Kontakt zur Mutter zuzulassen. Wenn der Beklagte unter Bezugnahme auf
das Gutachten vorträgt, auch C._ sorge sich immer wieder um sein Wohler-
gehen (act. 913 S. 2 Rz 4), so beschreibt er zudem damit eine Umkehr der Rol-
len: Eltern haben sich um ihre Kinder zu sorgen und sich für deren Wohlergehen
einzusetzen, und nicht umgekehrt (jedenfalls nicht minderjährige Kinder). Wenn
sich C._ wegen behaupteter Angriffe der Mutter gegen den Vater um diesen
sorgt, so kann dies nicht anders erklärt werden, als dass der Vater ihr darüber
immer wiederkehrend berichtet und sie dies mittlerweile als eigene Erlebnisse
empfindet. Anders lässt sich denn auch nicht erklären, dass C._ anlässlich
des Besuches der Mutter vom 3. Juli 2018 dieser vorwarf, sie habe dem Vater ein
Messer an den Hals gehalten, sie habe vom Vater nur Geld gewollt und sei nie für
sie da gewesen (act. 907/3). Offen bleiben muss, ob C._ diese Vorhaltungen
gestützt auf bisherige Erzählungen des Vaters von sich aus oder gar auf dessen
Geheiss hin gemacht hat. Ein solches Einbeziehen eines Kindes in den elterlichen
Konflikt kann für dieses in jedem Fall nicht anders als überaus schädlich bezeich-
net werden, und stellt einen massiven Missbrauch bzw. eine ganz erhebliche
Kindswohlgefährdung dar.
2.8.2.2. Dass C._ bei einer Rückplatzierung zum Vater der klaren Gefahr
ausgesetzt ist, den Kontakt zur Mutter gänzlich zu verlieren, ist für ihre gedeihli-
che Entwicklung zweifellos schädlich, was die Gutachter auch mit aller Deutlich-
keit festhalten (a.a.O. S. 104). Dass der Vater in Zukunft Gewähr bieten wird, den
- 52 -
Kontakt C._s zur Mutter zu ermöglichen und wohlwollend zu unterstützen
und zu fördern, was Aufgabe eines Erziehungsverantwortlichen ist, muss vor dem
Hintergrund seines bisherigen Verhaltens stark bezweifelt bzw. kann nicht ernst-
haft angenommen werden. Wenn er ausführen lässt, er habe nichts gegen Kon-
takte von C._ zur Mutter, wenn die Tochter dies aus freien Stücken wolle und
nicht von der Mutter negativ beeinflusst werde und dies könne er einfordern, so-
fern er selbst auch auf jegliche negative Beeinflussung der Tochter hinsichtlich
der Mutter verzichte (act. 920 S. 8 Rz 4.2.;vgl. auch Prot. S. 100 E.17), verkennt
der Beklagte seine Rolle und Verantwortung als Vater, dem Mädchen einen un-
gehinderten Kontakt zur Mutter nicht bloss zu erlauben, dessen Pflicht es ist, aktiv
für einen solchen besorgt zu sein und diesen ebenso aktiv zu fördern. Es ist nicht
Sache eines Kindes über den Kontakt zum abwesenden Elternteil zu befinden,
dies ist die Verantwortung des Elternteils, bei dem das Kind hauptsächlich lebt.
Des weiteren ist es eine eklatante Verkennung der Tatsachen, wenn der Beklagte
Besuche bei der Mutter davon abhängig machen will, dass die Mutter C._
nicht negativ beeinflusst. Abgesehen davon, dass er keine solchen Beeinflus-
sungsversuche durch die Mutter zu nennen vermag, ist - wie gezeigt - er es, der
C._ seit Jahren negativ über die Mutter beeinflusst.
Die Gutachter halten fest, die Bindungstoleranz des Vaters gegenüber dem
Erstgutachten von 2015 habe sich nicht verbessert. So spreche er vor C._
schlecht über die Mutter oder Drittpersonen und halte dies für richtig. Diese Erfah-
rung wurde auch im Heim P._ gemacht (vgl. act. 906 S. 2). Laut Gutachten
informiert er C._ über die Konflikte mit der Mutter, was die Beziehung
C._s zur Mutter beeinträchtige. So berichte C._, es gut zu finden, wenn
der Vater ihr erzähle, was die Mutter über ihn geschrieben habe. Ihr sei es wichtig
dies zu wissen; die wichtigen Sachen merke sie sich, die anderen Dinge vergesse
sie. Wenn sie so etwas vom Vater höre, werde sie auf die Mutter wütend, dass sie
so etwas über den Vater schreibe (act. 879 S. 99/100). Diese Haltung, welche
C._ letztlich eine eigenständige Beziehung zur Mutter erschwert oder gar
verunmöglicht, steht in krassem Gegensatz zur im Gutachten beschriebenen Fä-
higkeit des Vaters, C._ beispielsweise bei der Inanspruchnahme einer Psy-
chotherapie zu unterstützen, mit ihr Gemeinsamkeiten zu erleben, soziale Kontak-
- 53 -
te zu erhalten und sich ihr gegenüber geduldig zu zeigen (a.a.O. S. 100). Inwie-
weit C._ diese väterliche Haltung von Ablehnung der Mutter selber bereits
unverrückbar verinnerlicht hat, lässt sich nicht abschliessend beurteilen; immerhin
ist zu hoffen, dass sie im Zusammenhang mit der einsetzenden Pubertät und dem
damit verbundenen Streben nach Autonomie und Abgrenzung fähig wird, sich ein
vom Vater unabhängiges Bild von der Mutter zu machen. Hierzu bedarf sie aller-
dings der Möglichkeit, mit der Mutter regelmässig zu verkehren, sie als Person zu
erleben und eigene Erfahrungen mit ihr machen zu können. Dazu beitragen dürfte
der Umstand, dass die Klägerin vierzehntäglich einige Stunden im Kinderheim
P._ verbringt und in dieser Zeit für die ganze Wohngruppe, in welcher
C._ lebt, das Abendessen kocht und mit den Anwesenden, darunter
C._, isst (act. 918 S. 11 Rz 23 und 24; Prot. S. 89/90). Diese Möglichkeit er-
laubt Mutter und Tochter sich gewissermassen in einer alltäglichen Lebenssituati-
on zu begegnen, ohne dabei auf sich alleine gestellt zu sein, sondern sich in einer
Gruppe von Personen zu befinden, aber zugleich Kontakt aufnehmen zu können,
was C._ nach Darstellung der Mutter zeitweise auch tut, bis sie realisiere,
dass sie aus ihrer Rolle gefallen sei und sich von ihr entferne (act. 918 S. 11
Rz 24). Gleichartiges Verhalten beschreibt auch die Kindsvertreterin in ihrem Be-
richt an der Anhörung vom 31. Oktober 2018, in welchem sie ausführt, das Kon-
strukt eingetrichterter Antworten sei wie ein Kartenhaus zusammengefallen, wenn
sie C._ auf Widersprüche hingewiesen habe oder wenn aus verschiedenen
Antworten Schlüsse gezogen werden könnten, die nicht ins Schema passten
(act. 921 S. 3). Wenn der Beklagte geltend macht, die Klägerin sei ihrer Tochter
gegenüber gleichgültig (act. 920 S. 5 Rz 1.6.) und sie müsse sich effektiv mehr
um ihre Tochter kümmern und eben nicht nur mit ihr kochen und sie besuchen,
sondern sich in den wesentlichen Belangen mehr einbringen (Prot. S. 99 E. 13),
so ist dies reiner Zynismus, da er damit einmal mehr den Umstand übergeht, dass
er alles daran setzt, C._ von der Mutter fernzuhalten. Diese bemüht sich
ganz offensichtlich in rührender Weise, Kontakt zu ihrer Tochter herstellen zu
können und nimmt die verabredeten Besuchstermine zuverlässig wahr, wobei sie
immer wieder die Erfahrung machen muss, dass C._ sich von ihr abwendet
(act. 906 S. 2 f., act. 918 S. 11-12 Rz 22-26; act. 917 S. 1 unten/2 oben,
- 54 -
act. 919/78 S. 1 sub 1. und S. 3 sub 9.). Selbst diese wenigen und kurz dauern-
den Kontakte scheinen dem Beklagten ein Dorn im Auge zu sein, da er sich ge-
mäss Bericht der Beistände bei diesen über die ausserordentlichen Besuche der
Mutter unter der Woche mehrmals beschwerte und den Beiständen vorwarf, sich
nicht rechtskonform zu verhalten (act. 906 S. 3/4).
Unterstützung in diesem Prozess der Wiederannäherung, Kontaktaufnahme
und Festigung der Bande zur Mutter benötigt C._ zweifellos durch eine re-
gelmässige Psychotherapie, in welcher sie sicher sein kann, dass ihre allenfalls
kritisch ausfallenden Äusserungen über ihre Eltern diesen nicht zugetragen wer-
den. Wenn der Beklagte vorträgt, er tausche sich regelmässig auch mit C._s
Therapeut aus und er schätze diese Beratung bzw. Besprechung über das, was in
der Therapie gemacht worden sei und wie weit C._ in der Therapie sei
(act. 913 S. 3 Rz 6.1.; Prot. S. 93), so ist mit der Kindesvertreterin (act. 908 S. 14
lit. f) nachdrücklich darauf hinzuweisen, dass Herr O._ C._s Therapeut
ist und sich der Beklagte grundsätzlich aus dieser Behandlung fern zu halten hat,
auch wenn Eltern bei der Behandlung ihrer Kinder teilweise einbezogen werden
(müssen). Der Beklagte will offenkundig auch im Rahmen der Therapie C._s
über diese die Kontrolle beibehalten. Damit schränkt er sie in ihrer Entfaltungs-
möglichkeit ein und nimmt ihr die Gewissheit, sich in einem geschützten Rahmen
frei und unbefangen zu äussern. In diesem Zusammenhang ist sicherzustellen,
dass C._ vom Vater weder zu den Therapiestunden begleitet noch von ihm
abgeholt wird, sondern einzig auf ausdrückliche Einladung des Therapeuten an
als Standortgesprächen deklarierten Treffen mit dem Therapeuten teilnimmt. Die
Beistände sind daher zu beauftragen, in Zusammenarbeit mit den Verantwortli-
chen des Heims P._ dafür zu sorgen, dass der Beklagte ausser bei vom
Therapeuten O._ ausdrücklich angeordneten Standortgesprächen C._
weder zu den Therapiegesprächen begleitet noch von diesen abholt. Inwieweit
der Beklagte versucht, C._s Therapeut zu manipulieren, wie die Kindesver-
treterin vorträgt (act. 908 S. 14 lit. f), muss offen bleiben; auffällig ist allerdings,
dass der frühere Therapeut von C._, Dr. K._, nunmehr offenbar den Be-
klagten behandelt oder zumindest berät (act. 913 S. 3 Rz 6.1.). Ungünstig ist fer-
ner, dass der Vater in Anwesenheit von Fachpersonen, die seine Meinung nicht
- 55 -
teilen, sich barsch, ungeduldig und unbeherrscht zeigt, dabei die Anwesenheit
C._s ignoriert und sie auch diesbezüglich in seine Konflikte mit einbezieht
(act. 879 S. 100).
2.8.2.3. Die Gutachter attestieren dem Vater anderseits auch die Bereitschaft, Be-
ratung bei einzelnen Fachpersonen zu suchen und auch zu schätzen. Soweit er-
kennbar bzw. vom Beklagten ausdrücklich erwähnt, handelt es sich dabei um den
früheren und aktuellen Therapeuten von C._ (act. 913 S. 3 Rz 6.1.), was wie
erwähnt überaus problematisch erscheint, da dadurch der geschützte therapeuti-
sche Raum C._s durch den Vater (mit-)besetzt wird. Auch soll er sich den
Gutachtern gegenüber bereit erklärt haben, fachliche Hilfe in Anspruch zu neh-
men, falls C._ zu ihm zurück kehren sollte (a.a.O. S. 100). Diese Bereitschaft
bekundet der Beklagte auch in seiner Stellungnahme zum Gutachten (act. 913
S. 3 Rz 6.1.) und ebenso anlässlich der Anhörung vom 31. Oktober 2018
(act. 920 S. 4/5 Rz 5.8.). Konkrete Vorstellungen entwickelt er allerdings nicht.
Inwiefern es sich dabei um echtes Bemühen oder bloss um ein Lippenbekenntnis
handelt, lässt sich schwerlich abschätzen. Konkrete Angaben bzw. Vorstellungen
fehlen bis anhin jedenfalls gänzlich, er meint einzig, es müsse mit dem klägeri-
schen Rechtsvertreter das geeignete Setting gefunden werden, und zwar für die
gesamte Familie, auch für die Kindsmutter (a.a.O.). Was das heissen soll, lässt er
allerdings offen. Zudem ist letztlich wenig einsehbar resp. erscheint widersprüch-
lich, zu welchem Zweck der Beklagte Unterstützung benötigt bei einer Rückkehr
C._s in seinen Haushalt (a.a.O. S. 4 Rz 5.8.), ist er doch zugleich der An-
sicht, er sei ausreichend erziehungsfähig und es lägen keine wichtigen Bedenken
gegen ihn vor (act. 920 S. 7 Rz 2.6.). Grundsätzlich ist bei vorhandener Erzie-
hungsbefähigung von Eltern nicht von einer Notwendigkeit auszugehen, diese
durch irgendwelche psychosoziale Beratung oder Begleitung zu unterstützen. Zu-
dem kann nicht übersehen werden, dass der Beklagte in seinen Augen in den
vergangenen Jahren stets auf unfähige, inkompetente Personen gestossen ist,
welche ihn nicht zu unterstützen vermochten, sondern ihm Steine in den Weg ge-
legt haben sollen (act. 879 S. 72 und S. 74/75; act. 913 S. 4 Rz 7.3.). Im Gegen-
satz dazu habe er sehr viele Leute um sich mit grossem Fachwissen, die er be-
frage und die nur den Kopf schütteln würden. Es sei sehr traurig, dass diese Leu-
- 56 -
te wie Herr K._ nicht angehört werden würden, auch Herr O._, der
Therapeut von C._, schüttle nur den Kopf. Es gebe nun seelische Schäden,
sowohl bei C._ als auch bei ihm, insbesondere, wenn er beschuldigt werde.
Die Beiständin habe die Hilfe verweigert und sei nicht bereit gewesen, Menschen
zu helfen, was nichts damit zu tun habe, dass er einen übermässigen Hilfebedarf
habe. Es sei nicht seine Schuld, dass es eskaliert sei, als C._ nicht mehr ha-
be in die Schule gehen wollen; er habe sich Hilfe geholt, was ihm versagt worden
sei. Es sei schrecklich, dass man für sein Recht kämpfen müsse; er wolle nur mit
C._ wie früher zusammenleben, ohne dass ihn die Kindsmutter bedrohe oder
er von ihr verleumdet werde. Sonst gehe der Kampf weiter bis C._ volljährig
sei (act. 879 S. 74). Ein Ansatz von Selbstkritik lässt sich einer solchen Haltung
nicht entnehmen; vielmehr zeugen diese Äusserungen von Selbstmitleid. Wenn er
ausführen lässt, er wolle mitreden und kritisieren können, er wolle, dass auf seine
Kritik eingegangen werde, so dass die Situation gar nicht eskalieren müsse
(Prot. S. 101 sub E.22), heisst dies im Klartext nichts anderes, als dass er die Fä-
den in der Hand halten und bestimmen will, was getan oder unterlassen werden
soll, ansonsten die Lage ausser Kontrolle gerate. Die Kindsvertreterin meinte
denn auch treffend, auch wenn sie den Kindeswillen zu erforschen und kundzutun
habe, es sei nicht ihre Aufgabe, einer Marionette gleich die Hände zu heben oder
mit dem Kopf zu wackeln, wenn dies so verlangt werde, vielmehr habe sie die
Frage nach dem Kindswohl sorgfältig zu klären (act. 921 S. 3/4).
Auch wenn es durchaus vorkommen mag, dass die Zusammenarbeit mit ei-
nem Beistand schwierig sein kann, weil beispielsweise gänzlich unterschiedliche
Wertvorstellungen aufeinanderprallen oder schlicht und einfach die "Chemie"
nicht stimmt und keine gegenseitige Sympathie herrscht, ist schwer bzw. nicht
vorstellbar, dass alle bisherigen Beistände, die mit dem Beklagten zu tun hatten,
unfähig gewesen sein sollen. Festzustellen ist nämlich, dass die Beistände
W._ und V._ vom Zentrum M._ in R._ ihre Funktion zurückga-
ben und letzterer der KESB Winterthur Andelfingen in seinem Rechenschaftsbe-
richt per Ende März 2014 die Aufhebung der Beistandschaft beantragte, weil die-
se wegen der schwierigen Zusammenarbeit mit den Eltern nicht mehr geführt
werden könne (vgl. in PQ160049 KESB act. 101). Mit Entscheid vom 11. Juli 2014
- 57 -
der KESB Winterthur Andelfingen wurde stattdessen AA._ zum neuen Bei-
stand gewählt (a.a.O. KESB act. 132). Gegen die Ernennung von U._ zur
Beiständin wehrte sich der Beklagte (a.a.O. KESB act. 367). Und auch aktuell
scheint der Beklagte von der Tätigkeit der Beistände nicht viel zu halten (vgl.
act. 920 S. 6 Rz 1.8., S. 11 Rz 6.3.). Vor diesem Hintergrund kann nicht mit Fug
angenommen werden, in Zukunft werde sich zwischen dem Beklagten und Bei-
standspersonen bzw. Personen der Familienbegleitung eine fruchtbare Zusam-
menarbeit ergeben.
2.8.2.4. Der Beklagte betont wiederholt, bei Aufhebung der Fremdplatzierung keh-
re C._ in ein ihr vertrautes örtliches und soziales Umfeld zurück bzw. er habe
vor deren Fremdplatzierung für eine geregelte Tagesstruktur, für eine therapeuti-
sche Begleitung und die medizinische Versorgung gesorgt und werde dies auch
inskünftig wieder tun (act. 913 S. 3 Rz 6.2.; act. 920 S. 10/11 Rz 6.2). Die Kinds-
vertreterin äussert zu diesen Aspekten mehrere Bedenken: so bringt sie in ihrer
Stellungnahme zu den Gutachten vor, es werde in diesen übergangen, dass der
Beklagte C._ jeweils zu seinen Eltern bringe und meistens nach Hause gehe,
da er nicht so gerne bei seinen Eltern sei resp. er und seine Eltern miteinander
"verrückt" seien und er mit der Tante Streit gehabt habe (act. 908 S. 13). An der
Anhörung wiederholt sie diese Bedenken, weist auf das junge Alter der neuen
Partnerin des Beklagten hin und äussert Zweifel am Vorhaben, C._ durch die
Grosseltern und/oder die Freundin des Beklagten betreuen zu lassen (act. 921
S. 5). In diesem Zusammenhang erwähnt die Kindsvertreterin auch die unklaren
Wohnverhältnisse des Beklagten: nach Darstellung C._s habe der Beklagte
die Wohnung in R._ verlassen müssen und lebe zur Zeit bei seinen Eltern.
Zu den Plänen ihres Vaters habe C._ nichts zu sagen vermocht (a.a.O. S. 2).
Demgegenüber will der Beklagte nach wie vor in R._ wohnen, was von der
Kindsvertreterin und der Klägerin bezweifelt wird (Prot. S. 106 und S. 95/96); al-
lerdings werde er mit seiner Partnerin per Ende Jahr in R._ umziehen (Prot.
S. 103/104). Aus einem Faxschreiben der Heimleitung an die beiden Bestände
vom 30. Oktober 2018 lässt sich hingegen entnehmen, aus Gesprächen mit dem
Beklagten sei hervorgegangen, dass er nach wie vor oft im Kreis ... der Stadt Zü-
- 58 -
rich verkehre und er sich bezüglich seiner Lebensgestaltung (Beruf, Wohnort, fi-
nanzielle Einkünfte) absolut bedeckt halte (act. 917).
C._ lebt seit 12. Mai 2016, d.h. seit nunmehr 2 1⁄2 Jahren nicht mehr
beim Vater (vgl. in PQ160048 KESB act. 361). Sie hat inzwischen die Primarschu-
le verlassen, welche sie in der H._ in I._ besucht hatte, und ist nach den
Sommerferien 2018 regulär in die 1. Sekundarklasse eingetreten (Prot. S. 91).
Bereits unter diesen Aspekten kehrte C._ nicht in ein ihr gewohntes schuli-
sches Umfeld zurück. Vertraut ist ihr hingegen die Herkunftsfamilie des Vaters,
insbesondere die Grosseltern, zu denen sie offenkundig eine gute emotionale Be-
ziehung hat. Die Aufhebung der Fremdplatzierung und Wiederherstellung des sta-
tus quo ante bedeutete die Rückkehr C._s in den väterlichen Haushalt. Wo
sich dieser befindet, ist allerdings nicht klar auszumachen, da die Angaben des
Beklagten und C._s auseinander gehen. C._ ist schulpflichtig und
braucht insofern eine feststehende Wohnsituation. Diese scheint zumindest aktu-
ell fraglich zu sein. Wenig stabil erscheinen auch die persönlichen Verhältnisse
des Beklagten. Nach seiner eigenen Darstellung hält sich seine Partnerin nur
zeitweise bei ihm auf (Prot. S. 105). Insofern kann nicht davon ausgegangen wer-
den, sie könnte/würde ihn bei der Betreuung C._s unterstützen. Inwiefern die
Grosseltern dazu einen substantiellen Beitrag leisten könnten, muss offen blei-
ben, da diese in AB._ wohnen und der Beklagte angeblich in R._ wohnt
oder wohnen wird.
2.8.3. Klar festzuhalten ist, dass C._ immer wieder den Wunsch geäussert
hat, wiederum beim Vater leben zu können (act. 879 S. 86). Darauf weisen auch
die Beistände hin (act. 906 S. 5). Zugleich machen sie klar, dass dieser von
C._ geäusserte Wille vom Vater beeinflusst sei (a.a.O.). Auch die Kindsver-
treterin hat an der Anhörung unmissverständlich erklärt, C._ habe unverän-
dert den Wunsch geäussert, dass sie gerne zum Vater zurückkehren würde. Sie
fände es schön, wieder bei ihm, wieder mit den Kolleginnen von früher, wieder mit
den Grosseltern zusammen zu sein (act. 921 S. 1). C._ ist in einem Alter, in
dem ein Kind grundsätzlich für befähigt gehalten wird, seine eigene Situation zu
erkennen und trotz der äusseren Einflüsse eine eigene Meinung zu bilden (vgl.
- 59 -
BGE 131 III 334). Diese vom Bundesgericht zwar in anderem Zusammenhang
gemachten Erwägungen können auch auf den hier vorliegenden Fall übertragen
werden, geht es doch darum, die Problematik einer Rückkehr in den väterlichen
Haushalt bzw. den damit wohl verbundenen Verlust der Beziehung zur Mutter zu
erkennen. Diesbezüglich muss berücksichtigt werden, dass C._ über mehre-
re Jahre im Haushalt des Vaters gelebt und den Streit mit der Mutter immer wie-
der hautnah miterlebt und vom Vater bis heute (vgl. act. 921 S. 1, S. 6) immer
wieder über den Fortgang der andauernden Auseinandersetzung orientiert und in
diese aktiv einbezogen wird. Vor diesem Hintergrund ist schlicht undenkbar, dass
C._ sich - soweit überhaupt möglich - eine vom Vater unabhängige Meinung
und Vorstellung über die Mutter bilden konnte. Ihre Ambivalenz im Verhältnis zur
Mutter wird im Gutachten denn auch immer wieder erwähnt (act. 879 S. 103/104)
und zeigt sich auch deutlich im Verhalten der Mutter gegenüber bei deren Besu-
chen (vgl. act. 906 S. 3 und 907/3). So berichtete C._ den Gutachtern im
Februar 2018, sie freue sich sehr auf den bevorstehenden Besuch ihrer Halb-
schwester. Ein halbes Jahr zuvor erzählte sie den Gutachtern, die Mutter sei nicht
so nett zum Papi, sie lasse die Kinder immer bei den Vätern, so sei das auch bei
ihren Halbschwestern gewesen; auch wolle sie immer Geld, früher vom Vater. Sie
wolle die Mutter eigentlich nicht sehen, weil sie ihr Angst gemacht habe, als sie
dem Vater das Messer an den Hals gehalten habe (vgl. 879 S. 83/84). Demge-
genüber wird im Bericht der Beistände festgehalten, C._ habe nach dem Be-
such der Mutter vom 6. April 2018 geäussert, mehr Kontakt zur Mutter zu wün-
schen (act. 906 S. 3). Die am 14. Juli 2018 aufgenommenen Fotos der Mutter mit
C._ zeigen eine fröhliche Frauenrunde (vgl. act. 907/4/1) und vermitteln nicht
den Eindruck, C._ fühle sich im Kreise ihrer Mutter und Schwester unwohl
oder lehne diese ab. Allerdings verliefen die weiteren Besuche harzig bzw.
C._ weigerte sich meist, mit der Mutter zu sprechen, abgesehen vom Besuch
vom 3. Juli 2018, bei welchem C._ weinte und sagte, sie habe unter den
Streitereien der Eltern sehr gelitten, und der Mutter vorwarf, dem Vater ein Mes-
ser an den Hals gehalten zu haben, was die Mutter ruhig dementiert und geant-
wortet habe, es habe Streitigkeiten gegeben, weil der Vater kein richtiger Mann
sei und nicht richtig gearbeitet habe (act. 907/3). Diese Herabsetzung des Beklag-
- 60 -
ten ist unpassend; angesichts des vom Beklagten immer wieder gezeichneten
Bildes einer unfähigen, auf sich selbst bezogenen und an C._ nicht interes-
sierten Mutter (vgl. act. 920 S. 6 Rz 1.7., Prot. S. 99), des Einbezuges von
C._ in den ehelichen Streit, die in Anwesenheit C._s unbeherrschten
verbalen Attacken gegenüber Drittpersonen und des Unterbindens des Kontaktes
von C._ zur Mutter und der damit einhergehenden andauernden Demütigung
der Mutter wiegt diese mündliche Entgleisung leicht bzw. ist einfühlbar.
Wie bereits oben unter Ziffer 2.6. und 2.7.1. angesprochen verlief der Kon-
takt C._s zu ihrer Mutter in den vergangenen Jahren sehr wechselvoll und
war geprägt von Unterbrüchen/Abbrüchen. An dieser Situation hat sich auch in
den vergangenen 2 1⁄2 Jahren und damit seit der Fremdplatzierung C._s
nichts Grundsätzliches geändert. Allerdings ist unter Verweis auf den Bericht der
Beistände über die Besuchskontakte C._s zu ihrer Mutter seit ihrer
Fremdplatzierung im Kinderheim P._ festzustellen, dass diese seit Septem-
ber 2017 einigermassen regelmässig stattgefunden haben und von C._ an-
fänglich freudig erlebt wurden. So sei C._ nach dem Besuch vom 1. Septem-
ber 2017 glücklich und zufrieden erlebt worden wie noch nie zuvor. Gegenüber
den Betreuern im Heim soll sie aber auch klar geäussert haben, Angst zu haben,
nicht mehr zum Vater gehen zu dürfen, wenn sie mehr Kontakt mit der Mutter ha-
be (act. 906 S. 2). Dies zeigt eindrücklich das seelische Dilemma C._s, die
ihre Verbundenheit mit der Mutter nicht zeigen und leben darf aus Furcht vor der
väterlichen Reaktion. Der Bericht der Beistände macht darüber hinaus deutlich,
dass der Vater die Kontakte C._s zur Mutter strikt ablehnt, was hinwiederum
zu einer ablehnenden Haltung C._s gegenüber der Mutter führt (a.a.O.
S. 3/4). Die Beistände weisen denn auch darauf hin, dass die Fortführung der
Platzierung die Chance beinhaltete, dass die aufgebauten Kontakte von C._
zur Mutter weitergeführt werden könnten (a.a.O. S. 5). Umgekehrt weisen die Bei-
stände darauf hin, dass der hinderliche Einfluss des Vaters bezüglich der Mutter-
Tochter-Kontakte sich auch nicht durch Beratung habe unterbinden lassen bzw.
der Vater keine Einsicht in die verheerende Dynamik zeige. Anderseits äussere
C._ klar, zum Vater zurück kehren zu wollen, und auch wenn diese Äusse-
rung auf Beeinflussung des Vaters zurückzuführen sei, sei es der geäusserte Wil-
- 61 -
le C._s. Schliesslich weisen die Beistände darauf hin, dass die Indikation für
die Fremdplatzierung, die suizidale Äusserung des Vaters, hinfällig zu sein schei-
ne (a.a.O. S. 5). Verhaltensweisen der Klägerin, die das Wohl C._s bei einer
Unterbringung bei der Mutter ernstlich in Frage stellten, sind nicht aktenkundig,
und werden auch im Gutachten nicht beschrieben. Anders als beim Beklagten ist
der Klägerin zuzugestehen, dass sie Kontakte C._s zum Vater nicht ablehnt.
Allerdings kann nicht ausser Acht gelassen werden, dass C._ seit rund 9
Jahren nicht mehr mit der Mutter zusammenlebt, sondern mit dieser seitdem sehr
wechselvolle Zeiten erlebt hat und der Kontakt zur Mutter zeitweise auch ganz un-
terbrochen war. Eine emotional stabile Beziehung besteht insofern nicht und
konnte auch während des nunmehr rund 1 1⁄4 Jahre dauernden Heimaufenthaltes
nicht dauerhaft vertieft und gefestigt werden. Die Klägerin führt diesen Umstand
auf die auf Veranlassung der Gutachter ausgedehnteren Besuchszeiten beim Va-
ter zurück. Diese hätten dazu geführt, dass sich C._ wiederum von der Mut-
ter abgewendet habe. Weiter wirft die Klägerin in diesem Zusammenhang wie
oben dargestellt den Gutachtern vor, sich in ihrem Gutachten nicht mit den bis
heute andauernden negativen Folgen ihres Experimentes auseinander zu setzen,
was nachzuholen sei (act. 914 S. 7 Rz 7). Anhand des von den Beiständen einge-
reichten Berichtes über den Kontaktverlauf der Klägerin mit C._ ergibt sich,
dass in den Monaten April und Mai 2018 insgesamt 5 Besuche stattfanden, wobei
diese nur von kurzer Dauer waren und C._ sich zumeist distanziert bis ab-
weisend verhielt und nur wenig mit der Mutter sprach (vgl. act. 907/3). Dieses
Verhalten kontrastiert deutlich mit den Aufzeichnungen des Heims über die zuvor
stattgefundenen Besuche von Februar bis Mitte April 2018 und namentlich auch
über das erste Zusammentreffen von Mutter und Tochter vom 1. September 2017
(act. 906 S. 2 und S. 3). Der Bericht der Beistände macht aber auch deutlich,
dass sich C._ im Nachgang zum Besuch vom 1. September 2017 nachdenk-
lich gezeigt und geäussert habe, sie habe Angst davor, nicht mehr zum Vater ge-
hen zu dürfen, wenn sie mehr Kontakt zur Mutter habe. Zudem werde ihr Vater
nicht erfreut sein, wenn er vom Besuch der Mutter erfahre. Auch habe sie nicht
den Mut, mit dem Vater über die Besuche der Mutter zu sprechen, da er manch-
mal sehr wütend werde und in diesem Situationen sehr laut herumschreie
- 62 -
(act. 906 S. 2). Trotz dieser Bedenken wurde der Vater anlässlich eines Standort-
gespräches vom 9. April 2018 über die Kontakte von Mutter und Tochter infor-
miert (a.a.O. S. 3). Diese Information erfolgte in etwa zeitgleich mit dem Be-
schluss der Kammer vom 21. März 2018, mit welchem die mit Beschluss der
Kammer vom 1. Juni 2017 getroffene Kontaktregelung C._s zu ihren Eltern
(vgl. act. 710) auf Antrag der Gutachter während der Begutachtungsdauer für eine
begrenzte Zeitspanne zu Gunsten des Vaters ausgedehnt worden ist und
C._ insbesondere beim Vater übernachten konnte (act. 841). Zudem wurde
dem Vater anlässlich des erwähnten Standortgespräches erlaubt, C._ zu den
Therapiebesuchen zu begleiten (act. 906 S. 3 sub 9. April 2018). In dem Sinne
wurde dem Beklagten in zweierlei Hinsicht die Möglichkeit der direkten Einfluss-
nahme auf C._ erweitert, was sich im Nachhinein als ungünstig erweist, weil
C._ sich klarerweise nicht gegen ihren Vater stellen kann. Klar festgehalten
wurde im fraglichen Beschluss allerdings auch, dass ab dem 27. Mai 2018 wiede-
rum die bisherige Regelung gültig sei (a.a.O. Dispositiv Ziffer 2), der nach Darstel-
lung des Beklagten auch nachgelebt wird (Prot. S. 91).
Im Gutachten wird deutlich gemacht, dass die Beziehung zwischen C._
und der Mutter durch Ambivalenzen geprägt ist. So bestehe einerseits eine wohl-
wollende gegenseitige Zugewandtheit und andererseits wenig gelebte Gemein-
samkeit bei gleichzeitiger elterlicher Hochstrittigkeit (act. 879 S. 103). Die Bezie-
hung zwischen Tochter und Mutter hat sich in den vergangenen Jahren kaum ge-
festigt. Vor diesem Hintergrund ist nicht erstaunlich, dass in jüngster Zeit kaum
gemeinsame Erlebnisse zu verzeichnen sind, welche die Beziehung stärken
konnten. Dieser Umstand ist in erster Linie dem Verhalten des Beklagten ge-
schuldet, der den Kontakt C._s zur Mutter entgegen seinen anderslautenden
Vorbringen strikt ablehnt. Das Verhältnis C._s zur Mutter ist nach wie vor
sehr ambivalent, obschon C._ seit ihrer Heimunterbringung in einer ge-
schützten, neutralen Umgebung lebt. Die stattgefundenen Besuche beschränkten
sich auf wenige Stunden, soweit C._ diese überhaupt wahrnahm (vgl.
act. 907/3). Es versteht sich von selbst, dass derart kurze Besuche gemeinsames
Erleben erschweren, wenn nicht gar verunmöglichen. Hieraus darf indes nicht auf
ein Unvermögen der Klägerin in Bezug auf die Bindungstoleranz geschlossen
- 63 -
werden. Vielmehr muss ihr zugute gehalten werden, dass sie trotz dieser für sie
zweifellos äusserst schwierigen Situation Besuchstermine immer wieder wahrge-
nommen und damit C._ die Möglichkeit geboten hat, den Kontakt aufrecht-
zuerhalten. Dass die Weigerungshaltung C._s auf den bestehenden Loyali-
tätskonflikt zurückzuführen ist und für sie die derzeit einzige Möglichkeit darstellt,
diesen auszuhalten, um die Allianzbildung mit dem Vater nicht zu gefährden (vgl.
act. 879 S. 106), ist äusserst bedenklich, da C._ dadurch eines wichtigen
Aspektes ihres Lebens, nämlich der Beziehung zur Mutter und deren Herkunft,
verlustig zu gehen droht. Eine Einschätzung der aktuellen Bindungstoleranz der
Mutter können die Gutachter nicht abgeben, da die Mutter durch den Konflikt mit
dem Vater sehr belastet und für sie eine grösstmögliche Distanzierung zu ihm nö-
tig ist. Keine Einschätzung vermögen die Gutachter abzugeben bezüglich Stabili-
tät und räumlicher Kontinuität, sollte C._ bei der Mutter leben, da diesbezüg-
lich keine ausreichenden Informationen vorlägen. Die Mutter lebe in einer neuen
Partnerschaft und habe geäussert, bald in das Haus des Partners zu ziehen, das
in einem anderen Kanton liege. Ihr Partner sei bereit, C._ in seinem Haushalt
aufzunehmen. Bezüglich Stabilität zu wichtigen Personen könne die Mutter die
Kontakte zu C._s Halbschwestern fördern und unterstützen. Sie habe auch
mit einer Tochter C._ im Heim besucht. Die Kooperationsfähigkeit der Mutter
mit Drittpersonen wird von den Gutachtern als gegeben eingestuft (a.a.O.
S. 101/102). Gleiches ergibt sich auch aus dem Bericht der beiden Beistände
(act. 906 S. 2/3). Danach habe die Mutter in der Zeit von Dezember 2017 bis En-
de Januar 2018, als keine Besuche stattgefunden hätten, regelmässig telefoniert.
2.8.4. In Würdigung dieser verschiedenen und sich teilweise widersprechenden
Aspekten lässt sich eine Unterbringung von C._ beim Vater nicht verantwor-
ten, auch wenn dies dem geäusserten Willen C._s entspricht. Anzunehmen
ist, dass eine Unterbringung C._s beim Vater den Totalverlust der noch be-
stehenden losen Beziehung zur Mutter zur Folge hätte, da der Vater offensichtlich
nicht gewillt ist, C._ den Kontakt zur Mutter zu erlauben, geschweige denn zu
fördern und zu unterstützen. Eine derart strikt ablehnende Haltung des Vaters ge-
genüber der Beziehung C._s zur Mutter liegt klarerweise nicht im Wohl des
Kindes, da dieses dadurch in seiner Identitätsfindung und gesunden psychischen
- 64 -
Entwicklung gehemmt und behindert wird. Eine solche Haltung ist kindeswohlge-
fährdend, da sie das elementare Bedürfnis eines Kindes, mit beiden Elternteilen
eine eigenständige Beziehung pflegen zu dürfen, aufs Gröbste missachtet. Nicht
zu übersehen ist, dass sich C._ in den vergangenen Jahren deutlich mit dem
Vater solidarisiert, identifiziert und mit ihm verbündet hat und sich wünscht, zum
Vater zurückkehren zu dürfen. Auch wenn dies ihr geäusserter Wille ist, wie die
Beistände in ihrem Bericht festhalten (act. 906 S. 5), kann nicht darüber hinweg-
gesehen werden, dass dieser Wille nicht Ausdruck selbständiger Überlegungen
ist, sondern vor dem Hintergrund des langjährigen elterlichen Konflikts, dem
C._ ausgesetzt ist, entstanden ist.
Nicht in Frage kommt aber auch eine Unterbringung C._s bei der Mut-
ter, da die Beziehung C._s zur Mutter als zu ambivalent, zu wenig gefestigt
und zu wenig tragfähig erscheint, und darüber hinaus dem erklärten Willen
C._s diametral widerspricht. Vor diesem Hintergrund erschiene eine Unter-
bringung C._s bei der Mutter unvereinbar mit dem weiterhin zu verfolgenden
Ziel, das Mutter-Tochter-Verhältnis nachhaltig und dauerhaft zu stärken, was für
eine gedeihliche Entwicklung C._s unabdingbar ist.
Klar festzuhalten ist, dass der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechtes
gegenüber den Eltern ein massiver Eingriff in deren Rechte ist und grundsätzlich
nur als sogenannte ultima ratio in Frage kommt. Vom Idealbild, dass ein Kind
auch trotz erfolgter Scheidung der Eltern zu beiden Elternteilen eine einigermas-
sen harmonische Beziehung leben und pflegen darf und darin von beiden Eltern-
teilen auch aktiv unterstützt wird, ist die vorliegende Familienkonstellation resp.
Streitsituation scheinbar unüberwindbar weit entfernt, und es ist auch nicht zu se-
hen, dass sich daran in einem überblickbaren Zeitraum etwas ändern könnte. Bei
der Aufrechterhaltung der Unterbringung C._s im Heim P._ ist gewähr-
leistet, dass C._ zu ihrem Vater Kontakt pflegen kann, aber auch die Bezie-
hung zu ihrer Mutter aufrechterhalten und allenfalls im Verlauf der Zeit intensivie-
ren und vertiefen kann. Dies entspricht auch dem Fazit der Beistände in ihrem Be-
richt, auch wenn sie zugleich einräumen, es sei ihnen nur bedingt gelungen, die
bestehende Platzierung als Chance zu nutzen, um die Beziehung von C._
- 65 -
zur Mutter nachhaltig aufzubauen. Vom gewünschten angeordneten Umfang des
Besuchsrechts sei man weit entfernt, diesbezüglich hätten sie kapitulieren müs-
sen. Und wenn die Beistände kritisch ausführen, es sei ihnen nicht gelungen, die
Beeinflussung des Kinderwillens durch den Vater einzuschränken oder ganz zu
unterbinden und es sei zu keinem Zeitpunkt gelungen, die Einsicht des Vaters zu
gewinnen, seine eigene stark ablehnende Haltung gegenüber Frau A._ zu-
rückzunehmen und zu Gunsten von C._s Recht und Bedürfnis, ihr eine ge-
lebte Beziehung zur Mutter zu ermöglichen, und es habe zu keinem Zeitpunkt
Hinweise gegeben, dass der Vater die Beziehung von C._ zur Mutter gutge-
heissen hätte oder aktive und konstruktive Versuche unternommen hätte, diesen
Kontakt zu unterstützen oder zu fördern (act. 906 S. 4/5), so ist schlechterdings
nicht vorstellbar, dass das bisher selbst in einem geschützten Rahmen fast Un-
mögliche, nämlich C._ eine Beziehung zur Mutter frei von Angst zu ermögli-
chen, bei einer Unterbringung C._s beim Vater quasi problemlos möglich
werden sollte. Hervorzuheben ist, dass die Unterbringung C._s im Heim
P._ immerhin einen minimalen Kontakt von ihr zur Mutter erlaubt hat. Die im
Gutachten empfohlenen stundenweisen Kontakte (act. 879 S. 105) lassen sich of-
fensichtlich ausschliesslich im Rahmen der Fremdplatzierung realisieren. Nicht
auszuschliessen ist, dass die im Gutachten ausdrücklich angesprochene Möglich-
keit, mit der Mutter Ferien in Thailand bei ihren dort lebenden Grosseltern ver-
bringen zu können, was sich C._ wünscht (act. 879 S. 105), dereinst realisie-
ren lässt. Anhand von Äusserungen C._s darf sodann auch angenommen
werden, dass sie sich im Kinderheim eingelebt hat und wohl fühlt, auch wenn sie
grundsätzlich beim Vater leben möchte.
Der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechtes gegenüber beiden Eltern ist
damit aufrechtzuerhalten, wenn auch aus gänzlich unterschiedlichen Gründen.
Bei dieser Sachlage erübrigen sich die von der Klägerin beantragten Ergän-
zungen der Gutachten.
- 66 -
3. Kontaktregelung C._s zu den Eltern
Da den Eltern das Aufenthaltsbestimmungsrecht weiterhin entzogen bleibt,
ist für beide Elternteile eine Kontaktregelung zu treffen. Der Beklagte stellte in
seiner Stellungnahme zum Gutachten für den von ihm anvisierten Fall, die Obhut
über C._ zugeteilt zu erhalten, keinerlei Anträge betreffend Kontaktregelung
zur Mutter (act. 913). Keine Anträge stellte er für den Fall der Aufrechterhaltung
der Fremdplatzierung C._s bezüglich seiner Kontakte zu ihr. Gleiches gilt
auch für die Klägerin (act. 914). Auch die Kindesvertreterin äusserte sich nicht
konkret zu einer Kontaktregelung C._s zu ihren Eltern (act. 908).
An der Anhörung vom 31. Oktober 2018 beantragt die Klägerin die hälftige
Aufteilung der Wochenenden auf die Eltern, soweit C._ diese nicht im Heim
zu verbringen habe. Ferner will die Klägerin berechtigt sein, C._ an jedem
zweiten Mittwoch noch Mittwochnachmittag bis Mittwochabend zu sich oder mit
sich auf eigene Kosten zu Besuch zu nehmen (act. 918 S. 2 Ziffer 4). Der Beklag-
te macht bei einer Obhutszuteilung C._s an ihn einen phasenweise abgestuf-
ten Vorschlag zur Besuchsregelung, allerdings unter der Prämisse, dass C._
dies will und die involvierten Fachpersonen zustimmen (act. 920 S. 8 Rz 4.1.).
3.1. Im Zuge der Unterbringung C._s im Heim P._ regelte die Kammer
mit Beschluss vom 10. April 2017 vorerst superprovisorisch die Kontakte
C._s zu ihren Eltern (act. 680). Diese Regelung wurde hernach mit Be-
schluss vom 1. Juni 2017 grundsätzlich bestätigt, wobei in Ergänzung weiterge-
hende Ferienbesuchsrechte verweigert wurden (act. 710). Konkret wurde folgen-
des angeordnet:
− C._ verbringt immer ein vollständiges Wochenende pro Monat im Kinder- und Jugendheim P._.
− Die verbleibenden Wochenenden (Samstag und Sonntag, ohne ) werden alternierend unter beiden Elternteilen aufgeteilt. Die Besuche finden jeweils von 10:00 bis 18:00 Uhr statt. Die konkreten Daten werden nach Rücksprache mit den Eltern und dem Kinder- und Jugendheim P._ von den Beiständen festgelegt.
− Verpasste Besuche können nicht kompensiert werden und gehen  ans Kinder- und Jugendheim P._.
- 67 -
− Während des Sommer- und Sportlagers des Kinder- und Jugendheims P._ finden keine Besuche statt. Diese können nicht kompensiert werden.
− Es werden keine weitergehenden Ferienbesuchsrechte zugesprochen. − Der Kontakt von C._ zur Mutter ist unter Berücksichtigung der Be-
dürfnisse von C._ und nach Rücksprache mit dem Kinder- und Jugendheim P._ in einem der Situation angemessenen Umfang von den Beiständen konkret festzulegen und nötigenfalls mit  oder sozialpädagogischer Unterstützung begleiten zu lassen.
− Zudem werden beide Eltern für berechtigt erklärt, mit C._ einmal pro Woche für eine halbe Stunde zu telefonieren.
(vgl. act. 710 S. 15 Dispositiv Ziffer 1b).
Mit Beschluss vom 21. März 2018 wurde diese Regelung vorübergehend für
die Dauer vom 7. April 2018 bis zum 27. Mai 2018 modifiziert und zugleich fest-
gehalten, dass nach dem 27. Mai 2018 wiederum die bisherige Regelung gelte
(vgl. act. 841). Dem wird nach Darstellung des Vaters auch nachgelebt (act. 920
S. 7 Rz 3.2.)
3.2. Die Vorinstanz hat wie oben dargestellt die Kontakte C._s zur Mutter
detailliert geregelt und diese anfänglich auf zwei Samstage pro Monat, hernach
auf zwei Samstage und Sonntage ohne Übernachtung monatlich und schliesslich
auf zwei Wochenende pro Monat festgelegt (act. 474 S. 85 Dispositiv Ziffer 4). Die
Umsetzung dieser Regelung kam nie wirklich zum Tragen, ebenso wenig die An-
ordnung der Kammer während der Fremdplatzierung C._s. Gleichwohl ist es
notwendig, die Kontakte C._s zu ihrer Mutter und deren Familie zu regeln, da
wie auch im Gutachten ausdrücklich festgehalten die Beziehung C._s zur
Mutter und deren Familie für die Selbstfindung und gesunde seelische Entwick-
lung C._s notwendig ist. Entsprechend empfehlen die Gutachter, die Bezie-
hung zwischen C._ und ihrer Mutter zu stärken. Für realistisch halten sie
stundenweise Treffen in der Woche (act. 879 S. 105). Kein Thema sind im Gut-
achten Kontakte C._s zum Vater, da dieses von einer Rückkehr C._s in
den väterlichen Haushalt ausgeht.
3.3. Um den wenn auch erst zaghaft wieder in Gang gekommenen Kontakt
C._s zur Mutter zu stärken und den Kontakt zu beiden Elternteilen zu för-
- 68 -
dern, sind beide Eltern grundsätzlich in demselben Umfang zu berechtigen,
C._ zu besuchen oder mit sich auf Besuch zu nehmen. Dabei ist eine Rege-
lung zu treffen, die dem Bedürfnis C._s entspricht und die es ihr ermöglicht,
den engen Kontakt zum Vater und dessen Herkunftsfamilie, insbesondere den
Grosseltern väterlicherseits, weiterhin zu pflegen. Zugleich ist aber auch zeitlich
ausreichend Raum zu lassen, um den Kontakt zur Mutter zu vertiefen. Übernach-
tungen beim Vater gab es abgesehen von der Zeit zwischen dem 7. April 2018
und 27. Mai 2018 keine. Diese Kontakte sind laut Bericht der Beistände gut ver-
laufen (a.a.O.). Gleiches lässt sich auch dem Gutachten entnehmen, das sich
diesbezüglich auf Angaben der Leitung des Kinderheims P._ stützt (act. 879
S. 94 und S. 95/96). Kontakte C._s zur Mutter fanden dagegen zweimal mo-
natlich statt und dauerten zeitlich weit kürzer als beim Vater, soweit C._ die-
se überhaupt wahrnahm (act. 906 S. 2-4 und 907/3).
Die Beziehung von Mutter und Tochter ist derzeit noch sehr fragil und kei-
neswegs gefestigt. Um sie zu erhalten und möglichst zu vertiefen, gilt es alles zu
unterlassen, was dem entgegenstehen oder diese gefährden könnte. Dazu ist der
väterliche Einfluss soweit möglich zu begrenzen, da sich dieser letztlich verhee-
rend auswirkt und C._ einer eigenen Beziehung zur Mutter beraubt. Ander-
seits ist nicht zu übersehen, dass C._ gerne zu ihrem Vater geht und auch
am liebsten bei ihm leben möchte, sich ihm aber auch nicht entgegenstellen kann.
Vor diesem Hintergrund besteht kein Anlass, die mit Beschluss vom 1. Juni 2017
getroffene Regelung abzuändern. Dies erlaubt C._ und dem Vater einen re-
gelmässigen persönlichen Kontakt und ermöglicht anderseits die bisher stattge-
fundenen Kontakte C._s zur Mutter weiterzuführen resp. nach Möglichkeit
allmählich auszubauen. Insbesondere sind die Beistände befugt, von C._
verweigerte Kontakte an Wochenenden auf einen Wochentag zu verschieben.
Die Klägerin beantragt darüber hinaus, C._ nach deren Rückplatzierung
an jedem zweiten Mittwochnachmittag mit sich oder zu sich auf Besuch zu neh-
men (act. 918 S. 3 Mitte). Da C._ fremdplatziert bleibt, ist von einer erweiter-
ten Besuchsregelung für die Klägerin abzusehen; dieser Antrag ist daher abzu-
weisen.
- 69 -
Beizubehalten ist sodann pro Woche ein halbstündiger telefonischer Kontakt
zwischen Mutter und Tochter sowie zwischen Vater und Tochter. Dass C._
und ihr Vater ausserdem über Whatsapp Kontakt unterhalten (vgl. Prot. S. 91),
dürfte kaum zu kontrollieren resp. unterbinden sein; allerdings haben solche Kon-
takte im Rahmen der Hausordnung des Kinderheims P._ zu geschehen.
Dem Kinderheim P._ ist daher die Befugnis zu erteilen, diese Kontakte auf
das übliche Mass zu beschränken.
4. Ferien- und Feiertagsregelung
4.1. Die Vorinstanz regelte die Ferien einzig für die Mutter, da dem Vater die Ob-
hut zugeteilt worden war (act. 474 S. 88). Da den Eltern das Aufenthaltsbestim-
mungsrecht entzogen bleibt, ist nunmehr für beide Elternteile eine Ferienregelung
zu treffen. Die Klägerin beantragt diesbezüglich, C._ für zwei Wochen in den
Frühlings-, Sport- und/oder Herbstferien sowie für drei Wochen in den Sommerfe-
rien auf eigene Kosten mit sich in die Ferien zu nehmen (act. 918 S. 4/5 Ziffer 5).
Dieser Antrag steht unter der Annahme der Rückplatzierung C._s zum Vater
(a.a.O. S. 2). Da C._ fremdplatziert bleibt, ist für die Ferienzeit ab 2019 eine
grundsätzlich paritätische Regelung zu treffen. Dabei ist vorab festzuhalten, dass
das Kinderheim P._ ein Sport- und Sommerferienlager anbietet; diese Frei-
zeitmöglichkeit ist C._ weiterhin offen zu halten und zu ermöglichen. In Wür-
digung der konkreten Verhältnisse, namentlich unter Berücksichtigung der Feri-
enaktivitäten im Kinderheim P._ sind die Ferien wie folgt festzulegen:
Mutter gerade Kalenderjahre: 1 Woche Frühjahrsferien
1 Woche Sommerferien
1 Woche Herbstferien
Mutter ungerade Kalenderjahre: 1 Woche Winter-/Sportferien
2 Wochen Sommerferien
Vater gerade Kalenderjahre: 1 Woche Winter-/Sportferien
2 Wochen Sommerferien
Vater ungerade Kalenderjahre: 1 Woche Frühjahrsferien
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1 Woche Sommerferien
1 Woche Herbstferien.
4.2. Die Vorinstanz hat keine Feiertagsregelung getroffen. Dies ist nachzuholen.
Die Klägerin stellt für den Fall der Rückplatzierung C._s zum Vater den An-
trag, C._ jeweils über die Neujahrstage vom 30. Dezember bis 2. Januar zu
sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen; die Feiertage Oster und Pfingsten sei-
en gleichberechtigt auf die Parteien zu verteilen (act. 918 S. 5 oben).
Auch diesbezüglich ist eine die Bedürfnisse C._s einigermassen befrie-
digende Lösung zu treffen. Konkret in Frage stehen die Oster-, Pfingst- und
Weihnachtsfeiertage sowie Sylvester und Neujahr ab dem Jahr 2019.
Mutter gerade Kalenderjahre: Pfingstsamstag, 10:00 Uhr bis Pfingstmon-
tag, 18:00 Uhr
Heiligabend, 16:00 Uhr bis 26. Dezember,
18:00 Uhr
Mutter ungerade Kalenderjahre: Karfreitag, 16:00 Uhr bis Ostermontag,
18:00 Uhr
Sylvester, 16:00 Uhr, bis Neujahr, 18:00 Uhr
Vater gerade Kalenderjahre: Karfreitag, 16:00 Uhr bis Ostermontag,
18:00 Uhr
Sylvester, 16:00 Uhr, bis Neujahr, 18:00 Uhr
Vater ungerade Kalenderjahre: Pfingstsamstag, 10:00 Uhr bis Pfingstmon-
tag, 18:00 Uhr
Heiligabend, 16:00 Uhr bis 26. Dezember,
18:00 Uhr.
4.3. Zu regeln sind sodann die Geburtstage von C._ und ihren Eltern
- 71 -
4.3.1. Den Eltern ist sodann zu ermöglichen, den Geburtstag ihrer Tochter mit
dieser feiern zu können. Der Mutter ist daher in geraden Kalenderjahren gestattet,
C._ an deren Geburtstag (tt.mm.) im Kinderheim P._ zu besuchen. Dem
Vater ist in ungeraden Kalenderjahren gestattet, C._ an deren Geburtstag
(tt.mm.) im Kinderheim P._ zu besuchen. Fällt der tt.mm. auf einen Samstag
oder Sonntag, ist der zum Geburtstagsbesuch berechtigte Elternteil berechtigt,
C._ an diesem Tag von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr zu sich oder mit sich auf
Besuch zu nehmen, unabhängig resp. in Abweichung von der üblichen Kontaktre-
gelung.
4.3.2. Den Eltern ist ferner zu ermöglichen, ihre eigenen Geburtstage mit C._
begehen zu können. Die Mutter ist somit berechtigt, C._ an ihrem Geburtstag
(tt. Juli) im Kinderheim P._ zu besuchen. Der Vater ist berechtigt, C._
an seinem Geburtstag (tt. Oktober im Kinderheim P._ zu besuchen). Fallen
der tt. Juli und der tt. Oktober auf einen Samstag oder Sonntag, ist der zum Ge-
burtstagsbesuch berechtigte Elternteil berechtigt, C._ an diesem Tag von
10:00 Uhr bis 18:00 Uhr zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen, unabhängig
resp. in Abweichung von der üblichen Kontaktregelung.
4.4. Schliesslich ist klar festzuhalten, dass über diese Kontaktregelung hinaus
keine weiteren persönlichen Kontakte namentlich zwischen dem Beklagten und
C._ angezeigt sind, insbesondere auch nicht die Begleitung C._s durch
den Vater zu ihren Therapiegesprächen, gilt es doch zu verhindern, dass der Be-
klagte sich diesbezüglich einmischt und seinen Einfluss geltend zu machen ver-
sucht und C._ zugleich die Möglichkeit genommen wird, dem Therapeuten
gegenüber angstfrei und unbesorgt von ihren Nöten berichten zu können, und sie
nicht befürchten muss, ihr Vater werde davon erfahren.
B. Kindesschutzmassnahmen - Beschränkung der elterlichen Sorge
1. Beschränkung der elterlichen Sorge
1.1. Die Vorinstanz bestätigte in ihrem Entscheid vom 5. Februar 2016 früher er-
gangene Entscheide betreffend Weiterführung einer Besuchs- und Erziehungs-
- 72 -
beistandschaft und übertrug den Beiständen eine Reihe von Aufgaben (act. 474
S. 89-90 Dispositiv Ziffern 8 und 9). Hinsichtlich der Beschulung von C._ be-
schränkte die Vorinstanz die elterliche Sorge der Parteien insoweit ausdrücklich,
als ein Austritt C._s aus der Tagesschule H._ durch einseitige Erklärung
der Eltern ausgeschlossen wurde (ebenda S. 89 Dispositiv Ziffer 7). Eine sinnge-
mässe Beschränkung der elterlichen Sorge nahm die Vorinstanz sodann bezüg-
lich der kinderpsychologischen Unterstützung von C._ vor, indem der Bei-
stand beauftragt wurde, für die betreffende Betreuung zu sorgen (a.a.O. S. 90
Dispositiv Ziffer 9 3. Spiegelstrich).
1.2. Die Klägerin verlangt die Aufhebung der beschränkten elterlichen Sorge
(act. 918 S. 1 Ziffer 2), desgleichen der Beklagte (act. 920 S. 6 Rz 1.10. und
Prot. S. 96 sub E.1).
1.3. Der von den Parteien anhaltend heftig geführte Paarkonflikt verstellt ihnen
den Blick auf die Interessen und Bedürfnisse C._s immer wieder. C._
wird dadurch überfordert und in eine Rolle (Verbündete des Vaters) gedrängt, die
ihr als Kind nicht zukommen sollte, da dies ihr unbeschwertes Aufwachsen stört
und gefährdet. C._ befindet sich bei Dr. O._ in psychotherapeutischer
Behandlung. Diese Begleitung und Stützung C._s ist auch in Zukunft weiter
zu führen, damit C._ weiterhin die Möglichkeit hat, in einem geschützten
Rahmen und möglichst frei von elterlicher Einflussnahme mit einer ihr vertrauten
Person über ihre Sorgen und Nöte zu sprechen, und zugleich einen Weg finden
kann, mit dem elterlichen Konflikt, in den sie hineingezogen wird, umzugehen.
Ferner ist der Beklagte wie ausgeführt nur bedingt gewillt, C._ einen eigenen
uneingeschränkten Zugang zu einer Psychotherapie zu gewähren. Zur Sicherstel-
lung der Weiterführung dieser Therapie ist die elterliche Sorge in diesem Umfang
einzuschränken, und es ist der Beistand zu beauftragen dafür zu sorgen, dass
C._ diese Unterstützung weiterhin beanspruchen kann und die Finanzierung
gesichert ist.
An der Anhörung vom 31. Oktober 2018 beklagt der Vater, das Protokoll
über den Schulübertritt, welcher automatisch erfolgt sei, von der "netten" Beistän-
din nicht erhalten zu haben (Prot. S. 92). Dass er sich selber danach erkundigt
- 73 -
oder darum bemüht hätte, geht aus seinen Ausführungen dagegen nicht hervor.
Immerhin scheint er über C._s schulische Leistungen informiert zu sein
(Prot. S. 92). Über allfällige bei ihm ausgeübte Freizeitaktivitäten C._s äus-
sert sich der Beklagte ebensowenig. Insbesondere nimmt er nicht zum Umstand
Stellung, dass C._ kurz vor den Sommerferien ohne erkennbaren Grund den
Besuch des Fussballtrainings verweigert hat, obschon sie nach Darstellung der
Heimverantwortlichen nach wie vor gerne auf dem internen Areal Fussball spiele
(vgl. act. 919/78 S. 2 sub Ziff. 5).
Im Zusammenhang mit schulischen und medizinischen/therapeutischen Be-
langen für C._ gab es in der Vergangenheit Unstimmigkeiten resp. Unsicher-
heiten. Wenn der Beklagte an der Anhörung vorbringt, er habe in der Vergangen-
heit vollumfänglich für C._s Bedürfnisse die erforderlichen Vorkehren getrof-
fen (act. 920 S. 10 Rz 6.2.), ist ihm entgegen zu halten, dass er es gemäss Proto-
koll des Standortgespräches vom 1. Oktober 2018 bislang versäumt hat, für
C._ sowohl einen Termin beim Kieferorthopäden als auch beim Hausarzt zur
Behandlung einer Warze am Fuss zu organisieren (vgl. act. 919/78).
Die Schulverweigerung C._s, welche sie damit begründete, sie habe ih-
ren Vater gewissermassen vor der Mutter schützen und daher zu Hause bleiben
müssen (act. 879 S. 86), und die darauf vom Vater geäusserte Suiziddrohung
führte schliesslich zum Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechtes gegenüber
den Eltern. Allerdings war bereits früher festgestellt worden, dass C._ in
schulischen Belangen eine enge Begleitung benötigt und auf einen stark individu-
alisierten und unterstützenden schulischen Rahmen mit einer kleinen Klassen-
grösse angewiesen ist (vgl. act. 474 S. 39). C._ besuchte denn in der Folge
die Schule in der H._ in I._. Mittlerweile hat sie dort die Primarschule
abgeschlossen und besucht seit dem Schuljahresbeginn 2018/2019 die öffentli-
che Sekundarschule in .... Dort fühlt sie sich laut dem Beklagten wohl und er-
bringt gute schulische Leistungen (Prot. S. 92).
Bei diesen Umständen ist zur Sicherstellung der medizinischen und thera-
peutischen sowie schulischen Belange und zur Gestaltung der Freizeitaktivitäten
C._s die elterliche Sorge einzuschränken, dem Beklagten gegenüber, weil er
- 74 -
entgegen seinen Beteuerungen keine Gewähr dafür bietet, dass C._ jene
Behandlung und Betreuung zu teil wird, die sie benötigt, bzw. sie in schulischen
Belangen und in ihrem Freizeitverhalten in ihr angemessener Weise gefördert
wird; die Klägerin ihrerseits hat lediglich einen losen Kontakt zu ihrer Tochter,
welche ihrerseits offensichtlich grösste Vorbehalte gegen sie hegt; es ist daher
nicht angezeigt, der Klägerin die uneingeschränkte elterliche Sorge zu belassen,
da damit die Gefahr einer weiteren Verhärtung von C._s Haltung bestünde.
Die mit der eingeschränkten elterlichen Sorge verbundenen Befugnisse bezüglich
medizinische und therapeutische Behandlung, schulische Belange (Teilnahme an
schulischen Besprechungen, Erteilung von Bewilligungen z.B. für ein Schullager)
und Gestaltung der Freizeit sind dem Beistand zu übertragen.
2. Beistandschaften
2.1. Bezüglich Besuchsbeistandschaft stellt die Klägerin weder in ihrer Beru-
fungsschrift (act. 471 S. 2) noch an der Anhörung (act. 918 S. 3 Mitte) einen ge-
genüber dem vorinstanzlichen Urteil abweichenden Antrag. Die Erziehungsbei-
standschaft beantragt sie weiterzuführen (act. 471 S. 3). Der Beklagte seinerseits
beantragt in seiner Berufungsbegründung die vollumfängliche Aufhebung der bei-
den genannten Dispositiv Ziffern 8 und 9, da diese nichts Positives bewirkt, son-
dern lediglich für Konfusion gesorgt hätten (act. 485/471 S. 2; S. 19/20). An der
Anhörung stellt sich der Beklagte nicht gegen eine Besuchsrechtsbeistandschaft
(act. 920 S. 4/5 Rz 5.8.), will aber keine Erziehungsbeistandschaft (a.a.O. S. 9
Rz 5.1.).
2.2. In ihrer Stellungnahme vom 24. September 2018 beantragen die beiden
Beistände AC._ und U._ auf eine Erziehungsbeistandschaft zu verzich-
ten, die Besuchsrechtsbeistandschaft hingegen weiterzuführen resp. einzurichten.
Anstelle der Erziehungsbeistandschaft schlagen sie vor, eine Anfrage resp. einen
Auftrag des Vaters für eine Erziehungsberatung gutzuheissen (act. 906 S. 5/6).
Dabei gehen sie von einer Rückplatzierung C._s zum Vater aus (a.a.O.).
2.3. Da C._ weiterhin fremdplatziert bleibt, ist die Besuchsrechtsbeistand-
schaft selbstredend weiterzuführen zwecks konkreter Regelung der bereits in die-
- 75 -
sem Entscheid festgelegten Modalitäten. Namentlich gilt dies in Bezug auf die Fe-
rienregelung für beide Elternteile, welche im Einzelfall anhand der dannzumal ge-
gebenen tatsächlichen Gegebenheiten zu konkretisieren sein wird. Weiterzufüh-
ren ist wegen der den Eltern entzogenen Befugnisse ihrer elterlichen Sorge die
bereits bestehende Erziehungsbeistandschaft. Dem damit betrauten Erziehungs-
beistand wird auch die Aufgabe zukommen, die Finanzierung des Heimaufenthal-
tes von C._ zu regeln.
2.4. Was die von den Beiständen erwähnte allfällige Bewilligung einer Erzie-
hungsberatung für den Beklagten anbetrifft (act. 906 S. 6 oben), ist es diesem an-
heimgestellt, die von ihm begonnenen therapeutischen Gespräche weiterzufüh-
ren. Diesbezüglich ist aktuell nichts anzuordnen und es ist auch keine förmliche
Weisung zu erteilen.
2.5. Der Beklagte beantragt sodann eine sozialpädagogische Familienbegleitung
(act. 920 S. 4/5 Rz 5.8. und S. 10 Rz 5.2.). Dabei geht er von einer Rückplatzie-
rung C._s zu ihm aus. Da diesbezüglich ein anderer Entscheid ergeht, ist ei-
ne solche Familienbegleitung unnötig und der entsprechende Antrag ist abzuwei-
sen. Gleiches gilt auch für den vom Beklagten an der Anhörung aufgebrachte
Vorschlag einer Gesprächstherapie im Rahmen einer Familienhilfe (act. 920
S. 4/5 Rz 5.8.).
C. Kinderunterhaltsbeiträge
1. Die Vorinstanz verpflichtete die Klägerin, dem Beklagten an den Unterhalt
und die Erziehung C._s bis und mit November 2016 indexiert monatlich
Fr. 360.00, danach Fr. 440.00 zu bezahlen, zuzüglich Kinderzulagen. Ferner wur-
de die Klägerin zur hälftigen Übernahme der ungedeckten Zahnbehandlungskos-
ten C._s bei Dr. N._ verpflichtet (act. 474 S. 91 Dispositiv Ziffer 11 und
13).
In ihrer Berufungsschrift verlangt die Klägerin vom Beklagten die Ausrich-
tung monatlicher Unterhaltsbeiträge für C._ an sich (act. 471 S. 6). Dabei
geht sie von ihrem Hauptstandpunkt, der Übertragung der Obhut über C._ an
- 76 -
sich aus. Für den Fall der Obhut C._s beim Vater stellt die Klägerin keinen
Antrag. An der Anhörung beantragt sie in jedem Fall das Absehen von Unter-
haltszahlungen mangels Leistungsfähigkeit (act. 918 S. 5 Ziffer 7).
Der Beklagte ficht die vorinstanzliche Unterhaltsregelung nicht an
(act. 485/471 S. 1/2), stellt allerdings einzelne Bedarfspositionen der Klägerin in
Frage (Prot. S. 103).
2. Da den Eltern das Aufenthaltsbestimmungsrecht über C._ entzogen
bleibt, besteht kein Raum für die Bezahlung von Unterhaltsbeiträgen an den einen
oder andern Elternteil durch den jeweilig anderen. Inwieweit sich die Eltern an den
Kosten der Unterbringung C._s im Kinderheim P._ zu beteiligen haben,
wird Sache des damit beauftragten Erziehungsbeistandes resp. der Wohnge-
meinden der Eltern sein. An dieser Stelle ist diesbezüglich nichts zu entscheiden
bzw. es ist davon abzusehen, (einseitig) die Klägerin zur Bezahlung des ihr von
der Vorinstanz auferlegten Unterhaltsbeitrages an die finanzierende Gemeinde zu
verpflichten. Diese wird anhand der dazu geltenden Richtlinien selbständig zu be-
finden haben. Gleiches gilt auch für den Beklagten. Es kann daher offen gelassen
werden, ob die Parteien finanziell in der Lage sind, einen Beitrag an C._s
Unterbringung zu leisten.
IV. Kosten- und Entschädigungsregelung
1. Erstinstanzliches Verfahren
Die Vorinstanz hat die Kosten ihres Verfahrens den Parteien je hälftig auferlegt,
zufolge je gewährter unentgeltlicher Rechtspflege auf die Staatskasse genom-
men, und gegenseitig keine Prozessentschädigungen zugesprochen (act. 474
S. 93 Dispositiv Ziffer 19-21).
1.1. Die Klägerin ficht die Kostenauflage und die Nichtzusprechung einer Pro-
zessentschädigung an sie an (act. 471 S. 2; act. 918 S. 6 Ziffer 10 und 11). Zur
Begründung bringt sie vor, der hohe Aufwand des erstinstanzlichen Verfahrens
sei in erster Linie dem Verhalten des Beklagte zuzuschreiben, der bei jeder sich
bietenden Gelegenheit den Erlass (super-)provisorischer Massnahmen beantragt
- 77 -
und dadurch die Kosten in die Höhe getrieben habe. Die festgesetzte Gebühr be-
wege sich zwar noch gerade im Rahmen des Angemessenen; ihr sei aber ledig-
lich die Hälfte des durch den Gebührentarif gedeckten Maximalbetrages von
Fr. 13'000.00 aufzuerlegen, mithin ein Drittel der Gebühr von Fr. 19'500.00, somit
Fr. 6'500.00. Bezüglich Prozessentschädigung macht sie geltend, es sei ihr keine
andere Möglichkeit geblieben, als auf sämtliche Vorbringen mit Hilfe ihres
Rechtsbeistandes zu reagieren. Die Häufigkeit und Komplexität der Eingaben des
Beklagten hätten die Kosten in die Höhe getrieben. Sie verlangt daher eine Par-
teientschädigung von Fr. 15'000.00 (act. 474 S. 87/88, act. 918 S. 18/19 sub C).
Der Beklagte beantragt in seiner Berufungsantwort die Abweisung dieser Anträge
(act. 503) und bestreitet querulatorisches Verhalten; vielmehr sei seinen (super)-
provisorischen Begehren 2014/2015 vollumfänglich stattgegeben worden, und der
Zeitaufwand des gegnerischen Rechtsvertreters resultiere alleine aus übertrieben
langen Eingaben (a.a.O. S. 28/29). Im Übrigen stellt der Beklagte keinen aus-
drücklichen von der vorinstanzlichen Regelung abweichenden Antrag
(act. 485/471). An der Anhörung lässt der Beklagte ausführen, er überlasse den
Entscheid bezüglich Kosten- und Entschädigungsfolgen dem Gericht, sehe aber
nicht, weshalb vom Grundsatz des Obsiegens und Unterliegens abgewichen wer-
den sollte; die verlangten Fr. 15'000.00 Entschädigung würden bestritten
(Prot. S. 103).
1.2. Wie bereits mehrfach erwähnt führen die Parteien ihr Scheidungsverfahren
mit grosser Vehemenz und Härte. Das Verfahren vor Vorinstanz dauerte insge-
samt vier Jahre, was angesichts der einfach zu regelnden finanziellen Verhältnis-
se aussergewöhnlich lange ist. Die vor Vorinstanz divergenten Anträge und Auf-
fassungen der Parteien beschränkten sich im Wesentlichen auf die Frage, bei
welchem Elternteil C._ aufwachsen soll, mithin um Kinderbelange. Alle übri-
gen strittigen Punkte, soweit sie nicht damit (in)-direkt zusammenhängen, waren
von untergeordneter Bedeutung. Es ist beiden Eltern zuzubilligen, dass ihre Sorge
C._ galt und sie ihre Anträge aus ihrer Sicht zum Wohl von C._ gestellt
haben. Ein gegenseitiges Aufrechnen (un)-berechtigter Anträge und/oder (über)-
langer Eingaben ist daher nicht zielführend. Vielmehr ist mit der Vorinstanz an der
langjährigen Praxis festzuhalten, wonach in Kinderbelangen die Kosten hälftig
- 78 -
aufzuerlegen sind (vgl. act. 474 S. 83). Der anderslautende Antrag der Klägerin ist
daher abzuweisen.
2.1. Für das Berufungsverfahren beantragen die Parteien wechselseitig die Kos-
tenauflage an die Gegenpartei und die Zusprechung einer Prozessentschädigung
an sich selber (act. 471 S. 7 und act. 918 S. 6; act. 485/471 S. 3).
Was für die gegenläufigen Anträge der Parteien vor Vorinstanz galt, gilt auch
im Berufungsverfahren. Auch aktuell ist Hauptstreitpunkt die Frage, wo resp. bei
welchem Elternteil C._ in Zukunft aufwachsen soll und wie die Kontakte zum
andern Elternteil geregelt werden sollen. Dies sind klassischerweise Kinderbelan-
ge. Auch für das Berufungsverfahren ist es müssig, aufschlüsseln zu wollen, wel-
cher der beiden Elternteile mehr Aufwand verursacht hat, da nach wie vor beiden
Eltern zugute zu halten ist, dass sie in Sorge um C._ sind und ihnen deren
Wohl am Herzen liegt und sie nur das Beste für C._ wollen, auch wenn ein
kürzeres Verfahren und ein wohlwollender und wertschätzender Umgang der El-
tern miteinander C._ wohl am besten dienen würde. Die Kosten des Beru-
fungsverfahrens sind daher den Eltern ebenfalls hälftig aufzuerlegen und die Par-
teientschädigungen wettzuschlagen. Angesichts des ausserordentlich hohen Auf-
wandes für das Berufungsverfahrens ist die zweitinstanzliche Gebühr auf
Fr. 19'500.00 festzusetzen.
2.2. Hinzu kommen die Kosten für die Gutachten, der Dolmetscherin und der
Kindesvertreterin. Diese reichte mit Zuschrift vom 12. November 2018 eine Auf-
stellung ihrer Bemühungen ein (vgl. act. 922 und 923/1-2). Die Entschädigung der
Kindesvertreterin richtet sich grundsätzlich nach § 5 Abs. 1 AnwGebV, welcher
bei nicht vermögensrechtlichen Streitigkeiten eine Grundgebühr nach Verantwor-
tung und dem notwendigen Zeitaufwand der Anwältin und nach der Schwierigkeit
des Falles vorsieht und welche in der Regel Fr. 1'400 bis Fr. 16'000 beträgt. Die
Grundgebühr deckt die Erarbeitung der Begründung oder Beantwortung der Klage
oder des Rechtsmittels und deckt auch den Aufwand für die Teilnahme an der
Hauptverhandlung ab (§ 11 Abs. 1 AnwGebV). Für weitere notwendige Rechts-
schriften und/oder Teilnahme an zusätzlichen Verhandlungen kann die Grundge-
bühr erhöht werden (Abs. 2). In Anbetracht des äusserst aufwendig und strittig ge-
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führten Scheidungsverfahrens der Parteien und der damit verbundenen über-
durchschnittlich hohen Verantwortung der Kindesvertreterin ist die Grundgebühr
auf den Maximalbetrag von Fr. 16'000.00 festzulegen. Hinzu kommen Zuschläge
für die zahlreich notwendig gewordenen Rechtsschriften der Kindesvertreterin
sowie die Teilnahme an der zweiten Verhandlung vom 19. November 2018. Dies
rechtfertigt Zuschläge in Höhe von Fr. 11'000.00. Die Kindesvertreterin ist daher
mit insgesamt Fr. 27'000.00, darin eingeschlossen Barauslagen und Mehrwert-
steuer, zu entschädigen.
3. Die Parteivertreter werden nach Eingang ihrer Aufwandzusammenstellungen
mit separatem Beschluss zu entschädigen sein.