Decision ID: fb944220-70dd-59a0-b2ac-11d1a8e95735
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Anlässlich der Betriebsstrukturerhebung 2008 meldete A._ das Grundstück Grundbuch (GB) B._ Parzelle Nr. 94 unter Berufung auf einen Pachtvertrag zur Bewirtschaftung an und machte die damit verbundenen Ansprüche auf Direktzahlungen geltend.
B. Mit Schreiben vom 14. Januar 2009 teilte das Bau-, Umwelt- und  des Kantons Luzern, Dienststelle Landwirtschaft und Wald (lawa), Abteilung Landwirtschaft (im Folgenden: Vorinstanz) A._ mit, dass die bisherigen Bewirtschafter der Parzelle GB B._ Nr. 94 das Grundstück noch nicht abgemeldet hätten und aufgrund einer der Vorinstanz zur Kenntnis gebrachten Zivilklage  die Verpachtung des besagten Grundstücks die Mutation der Parzelle sistiert und die Direktzahlungen 2008 für dieses Grundstück gesperrt worden seien, bis ein zivilgerichtliches Urteil oder eine gültige Einigung in der Sache vorliege.
C. Auf Verlangen von A._ verfügte die Vorinstanz mit als "" bezeichneter Verfügung vom 2. Februar 2009 die  der Mutation der Parzelle GB B._ Nr. 94 und der damit verbundenen Direktzahlungen bis zum Vorliegen eines schriftlichen Entscheids durch einen Zivilrichter oder einer gültigen Einigung  die Verpachtung des besagten Grundstücks.
D. Gegen den Entscheid vom 2. Februar 2009 erhob A._ (im : Beschwerdeführerin) Beschwerde beim  mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es seien die mit ihrem ursprünglichen Gesuch beantragten  festzusetzen, eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, die beantragten  festzusetzen. Zur Begründung bringt sie im Wesentlichen vor, sie habe am 18. Dezember 2007 mit C._ einen  über das Grundstück Parzelle GB B._ Nr. 94 , der im Grundbuch vorgemerkt worden sei, und bewirtschafte  seit dem 1. Januar 2008 dieses Grundstück. Die  Bewirtschaftung werde mit dem Einstellungsentscheid des Amts-
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statthalteramts Willisau vom 8. Januar 2009 in der Strafsache gegen D._ betreffend Diebstahl und Sachbeschädigung hinreichend belegt. Im Übrigen erfülle sie auch die weiteren  für Direktzahlungen.
E. Mit Vernehmlassung vom 26. März 2009 beantragt die Vorinstanz die Gutheissung der Beschwerde, soweit die Aufhebung des  Entscheides beantragt wird. Die Dienststelle Landwirtschaft und Wald (lawa) sei anzuweisen, das ausgesetzte Verfahren fortzuführen. Mit der Zustellung des Urteils des Amtsstatthalters Willisau vom 8.  2009 hätten sich wichtige Hinweise zum Sachverhalt betreffend Bewirtschaftung des Grundstückes Parzelle GB B._ Nr. 94 ergeben.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. Ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und entsprechend auf die Beschwerde einzutreten ist, prüft das Bundesverwaltungsgericht von Amtes wegen und mit freier Kognition (BVGE 2007/6 E. 1 mit ).
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gestützt auf Art. 166 Abs. 2 des Landwirtschaftsgesetzes vom 29. April 1998 (LwG, SR 910.1) und Art. 31 und Art. 33 Bst. i des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) Beschwerden gegen  letzter kantonaler Instanzen gestützt auf das LwG und dessen Ausführungserlasse, mit Ausnahme kantonaler Verfügungen über Strukturverbesserungen, die mit Beiträgen unterstützt werden. Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich gemäss § 143 lit. c, § 148 lit. a und § 149 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 3. Juli 1972 (VRPG-LU, Systematische Rechtssammlung des Kantons Luzern [SRL] Nr. 40) um eine Verfügung einer letzten kantonalen  in Anwendung des LwG. Da keine Ausnahme vorliegt, ist das Bundesverwaltungsgericht sachlich und funktional für die Beurteilung der Beschwerde zuständig. Das Verfahren vor dem  bestimmt sich nach dem Bundesgesetz vom 20.  1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021),  das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG).
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1.2 Indem die Beschwerdeführerin vorbringt, mit der Festsetzung der Direktzahlungen dürfe nicht bis zum Vorliegen eines zivilgerichtlichen Urteils zugewartet werden, macht sie sinngemäss eine  geltend. Gemäss Art. 46a VwVG kann gegen das  Verweigern oder Verzögern einer anfechtbaren  Beschwerde geführt werden. Dies gilt auch, wenn die Behörde ohne hinreichenden Grund ein Verfahren sistiert (BGE 130 V 90 E. 1; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 5.19). Der angefochtene Sistierungsentscheid kann deshalb unbesehen davon, dass es sich um einen Zwischenentscheid handelt, der sich nicht abschliessend zum Anspruch auf Direktzahlungen der Beschwerdeführerin äussert, beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden.
1.3 Der Gegenstand des Verfahrens wird durch die Parteibegehren bestimmt, wobei der angefochtene Entscheid den möglichen  begrenzt (BGE 133 II 181 E. 3.3; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des , 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 403 f.). Vorliegend hat die Vorinstanz nicht über den materiellen Anspruch der Beschwerdeführerin auf  befunden, sondern angeordnet, es werde mit dem  bis zum Vorliegen eines zivilgerichtlichen Urteils oder einer  Einigung zugewartet. Gegenstand des vorliegenden  kann deshalb ausschliesslich die Frage bilden, ob die Vorinstanz das Verfahren zu Unrecht sistiert hat. Soweit die  darüber hinaus beantragt, das Bundesverwaltungsgericht habe die beantragten Direktzahlungen festzusetzen (und damit die  integral zu prüfen), kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden (vgl. PHILIPPE WEISSENBERGER, in: Bernhard Waldmann/Philippe Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, Zürich 2009, Art. 61 N. 10 in fine).
1.4 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren , ist vom angefochtenen Entscheid berührt und hat ein  Interesse an dessen Änderung oder Aufhebung (Art. 48 Abs. 1 Bst. a-c VwVG). Die Beschwerde erfolgte rechtzeitig (Art. 50 VwVG) und die Anforderungen an Form und Inhalt der  sind gewahrt (Art. 52 Abs. 1 VwVG). Zu beurteilen ist nach dem in E. 1.3 hiervor Gesagten der Eventualantrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheides und Anordnung an die Vorinstanz, die Direktzahlungen festzusetzen.
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2. Mit Vernehmlassung vom 26. März 2009 beantragt die Vorinstanz, die Beschwerde sei insoweit gutzuheissen, als die Aufhebung des Entscheides vom 2. Februar 2009 beantragt werde. Die verfügende Dienststelle sei anzuweisen, das ausgesetzte Verfahren fortzuführen. Damit unterzieht sich die Dienststelle Landwirtschaft und Wald den Begehren der Beschwerdeführerin, soweit auf diese einzutreten ist. Sie begründet dies damit, dass sich mit Kenntnisnahme des Urteils des Amtsstatthalters Willisau vom 8. Januar 2009 wichtige Hinweise zum Sachverhalt betreffend die Bewirtschaftung des Grundstückes Parzelle GB B._ Nr. 94 ergeben hätten.
2.1 Im Urteil des Amtsstatthalters Willisau vom 8. Januar 2009 wird in E. 7 festgestellt, dass die Beschwerdeführerin die Parzelle GB B._ Nr. 94 mit Vertrag vom 18. Dezember 2007 gepachtet hat und seit dem 1. Januar 2008 bewirtschaftet. Angesichts dieser  Tatsachenfeststellung scheint es ohne weiteres , dass die Vorinstanz nicht an ihrer Verfahrenssistierung . Aufgrund eines auf dem Urteil vom 8. Januar 2009 angebrachten Eingangsstempels ist davon auszugehen, dass das Urteil dem  der Beschwerdeführerin am 6. Februar 2009 zugegangen ist. Es handelt sich damit um ein echtes Novum, das von der  nicht früher ins Verfahren eingebracht werden konnte (vgl. zur Mitwirkungspflicht der Beschwerdeführerin im Verfahren vor der  § 55 VRPG-LU) und von der Beschwerdeinstanz mangels  spezialgesetzlicher Regelung zu berücksichtigen ist (OLIVER ZIBUNG/ELIAS HOFSTETTER, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], a.a.O., Art. 49 N. 36, mit Hinweisen, ebenso FRANK SEETHALER/FABIA BOCHSLER, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], a.a.O., Art. 52 N. 80). Damit  sich die Prüfung, ob die Vorinstanz nicht ohnehin gemäss § 53 VRPG-LU dazu verpflichtet gewesen wäre, die tatsächliche  des Grundstücks während des Jahres 2008 abzuklären.
2.2 Die Vorinstanz hätte unter den gegebenen Umständen die  gehabt, die Verfahrenssistierung gemäss Art. 58 VwVG in  zu ziehen und das Verfahren auf Festsetzung der  von sich aus fortzusetzen. Damit wäre die Beschwerde  geworden, soweit auf diese eingetreten werden kann. Da indessen keine Wiedererwägung erfolgt ist, ist die Vorinstanz  unter Aufhebung des Entscheides vom 2. Februar 2009 , das Verfahren betreffend die seitens der Beschwerdeführerin
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beantragten Direktzahlungen, soweit die Bewirtschaftung des  Parzelle GB B._ Nr. 94 in Frage steht, fortzusetzen.
3. Die Verfahrenskosten sind anteilmässig im Verhältnis von Obsiegen und Unterliegen zu verlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; MOSER/BEUSCH/, a.a.O., Rz. 4.39). Vorliegend obsiegt die Beschwerdeführerin mit ihrem Eventualantrag, während auf den Hauptantrag nicht  werden kann. Die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz sind damit als je zur Hälfte obsiegend und unterliegend anzusehen. Von den auf Fr. 700.- festzusetzenden Verfahrenskosten (Art. 63 Abs. 1 und 4bis VwVG, Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) sind der Beschwerdeführerin daher Fr. 350.- aufzuerlegen. Vorinstanzen werden gemäss Art. 63 Abs. 2 VwVG keine Verfahrenskosten auferlegt.
3.1 Die Beschwerdeführerin hat im Umfang ihres Obsiegens Anspruch auf eine Parteientschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen Kosten (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 und 2 VGKE). Die Kosten der Vertretung werden auf Grund der von der Beschwerdeführerin  Kostennote auf Fr. 3'467.70 (inkl. Auslagen und MWSt)  (Art. 14 Abs. 2 VGKE), wobei die Körperschaft, in deren  die Vorinstanz verfügt hat, diese zur Hälfte, d.h. mit Fr. 1733.85 (inkl. MWSt), zu ersetzen hat (Art. 64 Abs. 2 VwVG).