Decision ID: 2b749cba-e31d-4a0e-bfcc-c300c52d0e7e
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Ausweisung
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes im summarischen Verfahren des Bezirksgerichtes Hinwil vom 6. Mai 2014 (ER140006)
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Rechtsbegehren: (act. 1)
"Die beklagte Partei sei unverzüglich aus der 4 1⁄2-Zimmer-Wohnung, inkl. Parkplatz und Bastelraum an der ... [Adresse] auszuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der beklagten Partei. Im Unterlassungsfall sei die Zwangsvollstreckung anzuordnen."
Urteil des Einzelgerichtes im summarischen Verfahren des Bezirksgerichtes Hinwil vom 6. Mai 2014:
(act. 13 S. 4-5)
1. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, die 4 1⁄2-Zimmer-Wohnung im 2. OG
rechts (Nr. ...), den Parkplatz Nr. ... in der Tiefgarage (UG 1) sowie den
Bastelraum ... (UG 2 Haus ...) an der ... [Adresse] unverzüglich zu räumen
und der Gesuchstellerin ordnungsgemäss zu übergeben, unter Androhung
der Zwangsvollstreckung im Unterlassungsfall.
2. Das Gemeindeammannamt Hinwil wird angewiesen, diesen Befehl auf
erstes Verlangen der Gesuchstellerin zu vollstrecken, nötigenfalls unter
Beizug der Polizei.
Die Gesuchstellerin hat die Kosten der Vollstreckung vorzuschiessen, doch
sind sie ihr vom Gesuchsgegner zu ersetzen.
3. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'200.– festgesetzt.
4. Die Kosten werden dem Gesuchsgegner auferlegt, aber aus dem von der
Gesuchstellerin geleisteten Kostenvorschuss bezogen. Der Gesuchsgegner
wird verpflichtet, der Gesuchstellerin diesen Betrag zu ersetzen.
5. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
6./7. (Mitteilungen / Rechtsmittel)
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Berufungsanträge:
des Gesuchsgegners und Berufungsklägers (act. 14 sinngemäss):
Das Urteil des Einzelgerichtes im summarischen Verfahren des Bezirksgerichtes Hinwil vom 6. Mai 2014 sei aufzuheben und die Auszugsfrist bis 30. Juni 2014 zu verlängern.

Erwägungen:
1. a) Die Vermieterin B._ AG (Gesuchstellerin und Berufungsbeklagte,
nachfolgend Berufungsbeklagte) stellte mit Gesuch vom 10. März 2014
(Poststempel) obenerwähntes Ausweisungsbegehren gegen den Mieter
A._ (Gesuchsgegner und Berufungskläger, nachfolgend
Berufungskläger) beim Bezirksgericht Hinwil (act. 1). Die Berufungsbeklagte
stützte ihr Begehren auf die per 28. Februar 2014 ausgesprochene
ordentliche Kündigung. Mit Urteil vom 6. Mai 2014 hiess das Einzelgericht im
summarischen Verfahren des Bezirksgerichtes Hinwil das
Ausweisungsbegehren gut und verpflichtete A._ die 4 1⁄2-Zimmer-
Wohnung im 2. OG rechts (Nr. ...), den Parkplatz Nr. ... in der Tiefgarage
(UG 1) sowie den Bastelraum 3 (UG 2 Haus ...) an der ... [Adresse]
unverzüglich zu räumen und der Gesuchstellerin ordnungsgemäss zu
übergeben, unter Androhung der Zwangsvollstreckung im Unterlassungsfall
(act. 13 S. 4, Dispositiv Ziffer 1).
b) Mit Beschwerde vom 21. Mai 2014 (Poststempel) verlangte A._
sinngemäss die Aufhebung dieses Entscheides und eine Fristverlängerung
für den Auszugstermin bis 30. Juni 2014 (act. 14). In seiner
Beschwerdeschrift führte er zur Begründung Folgendes aus (act. 14):
"Wie in der Eingabeschrift erwähnt, wurde gleichzeitig mit der Mahnung mit
einer 30-tägigen Zahlungsfrist die Kündigung angedroht und mit gleichem
Datum die Kündigung ausgesprochen gemäss Art. 257d. Dieser Sachverhalt
ist zu gewichten.
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Ich erkläre mich bereit und habe eine entsprechende Mietwohnung per 01.
Juli 2014 gefunden und werde das Objekt per 30. Juni 2014 verlassen."
2. Da sich die Berufung als offensichtlich unbegründet erweist, kann auf die
Einholung einer Berufungsantwort verzichtet werden (Art. 322 Abs. 1 ZPO)
3. a) Die Vorinstanz führt aus, gemäss den Mietverträgen (act. 3/1-3) sei eine
Kündigung dreimonatlich im Voraus auf Ende eines jeden Monats ausser
Dezember möglich. Die Kündigung sei dem Gesuchsgegner
unbestrittenermassen am 26. November 2013 zugestellt worden (act. 8/3).
Mit einer Kündigung per 28. Februar 2014 sei die Kündigungsfrist daher
eingehalten. In seiner schriftlichen Stellungnahme verkenne der
Gesuchsgegner, dass die Gesuchstellerin am 22. November 2013 nicht eine
ausserordentliche Kündigung im Sinne von Art. 257d OR ausgesprochen
habe, sondern eine ordentliche Kündigung. Zwar treffe es zu, dass die
Gesuchstellerin gleichzeitig mit der ordentlichen Kündigung eine
Kündigungsandrohung im Sinne von Art. 257d OR mit entsprechender 30-
tätgiger Zahlungsfrist ausgesprochen habe, welche sie in der Folge aber
nicht weiterverfolgt habe. Dies ändere jedoch nichts an der Gültigkeit der
ordentlichen Kündigung. Es sei klar, dass der Mietvertrag aufgelöst sei,
weshalb der Gesuchsgegner die Wohnung gemäss Art. 267 Abs. 1 OR in
Verbindung mit Art. 641 Abs. 2 ZGB der Gesuchstellerin zurückzugeben
habe. Dem Ausweisungsbegehren sei somit zu entsprechen (act. 13 Erw. 3,
S. 2-3).
b) Mit diesen Erwägungen setzte sich der Berufungskläger nicht
auseinander. Wie aus seiner Berufungsschrift hervorgeht, beanstandete er
den Zeitpunkt der Ausweisung. Auf seine diesbezüglichen Vorbringen wird
nachstehend unter Ziffer 5a eingegangen.
4. a) Hinsichtlich der allgemeinen Ausführungen zum Rechtsschutz in klaren
Fällen nach Art. 257 ZPO kann auf die Erwägungen der Vorinstanz
verwiesen werden (act. 13 Erw. 3, S. 2). Es gibt keine Hinweise für eine
Nichtigkeit der ordentlichen Kündigung per 28. Februar 2014 (3/6). Es wurde
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dem Berufungskläger form-, frist- und termingerecht gekündigt (act. 3/6, act.
8/3 und act. 17, act. 3/1-3). Diesbezüglich kann auf die vorinstanzlichen
Erwägungen (act. 13 Erw. 3, S. 2-3) verwiesen werden.
b) Der Berufungskläger leistete der Vorladung zur mündlichen
Stellungnahme zum Ausweisungsbegehren keine Folge und blieb der
Verhandlung vom 6. Mai 2014 unentschuldigt fern (Protokoll Vorinstanz S.
5). In seiner schriftlichen Vernehmlassung vom 5. Mai 2014 (Poststempel)
stellte er sich auf den Standpunkt, die Kündigung sei nicht rechtens, da die
eingeschriebene Mahnung vom 22. November 2013 gleichzeitig mit der
Kündigung geschickt worden sei (act. 9). In seiner Berufungsschrift geht er
wiederum davon aus, die Kündigung sei ausserordentlich wegen
Zahlungsrückstandes (Art. 257d OR) ausgesprochen worden. Wie bereits
die Vorinstanz erwähnte, wurde ihm seitens der Vermieterschaft mit
Schreiben vom 22. November 2013 ordentlich gekündigt (act. 3/6).
Gleichzeitig, mit separatem Schreiben, sprach die Berufungsbeklagte eine
Kündigungsandrohung im Sinne von Art. 257d OR mit entsprechender 30-
tätgiger Zahlungsfrist aus (act. 3/5). Eine Kündigung wegen
Zahlungsrückstandes gestützt auf Art. 257d OR, was eine ausserordentliche
Kündigung wäre, sprach aber die Berufungsbeklagte in der Folge nicht aus.
Das Vorgehen der Berufungsbeklagten ist im Übrigen nicht zu beanstanden,
wäre es doch auch zulässig gewesen, die Mietverträge gleichzeitig
ordentlich und ausserordentlich zu künden (vgl. dazu MRA I/13 S. 24,
insbes. S. 37-38).
5. a) Wie bereits erwähnt, beanstandet der Berufungskläger den
Ausweisungszeitpunkt. Sinngemäss macht er eine vorübergehende
Obdachlosigkeit bis zum Einzug in die neue Wohnung, am 1. Juli 2014,
geltend. Dieser Einwand ist persönlicher Natur und unbehelflich.
b) Gemäss Art. 12 BV hat, wer in Not gerät und nicht in der Lage ist, für sich
zu sorgen, Anspruch auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel, die für ein
menschenwürdiges Dasein unerlässlich sind. Daraus kann aber der
Berufungskläger keinen direkten Anspruch auf ein Verbleiben in dieser
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Wohnung ableiten. Vielmehr hätte sich der Berufungskläger, sollten ihm
Kontakte oder Mittel fehlen, um für die kurze Zeit andernorts
unterzukommen, an die zuständige Sozialbehörde seiner Wohngemeinde zu
wenden.
c) Demzufolge fehlt es dem Berufungskläger seit 1. März 2014 an einer
Berechtigung über die Mietobjekte weiterhin zu verfügen. Der
Ausweisungsbefehl wurde zu Recht erteilt. Die Berufung erweist sich damit
als unbegründet und ist abzuweisen.
6. Ausgangsgemäss wird der Berufungskläger für das zweitinstanzliche
Verfahren kostenpflichtig (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Ausgehend von einem
Streitwert von sechs Bruttomietzinsen (6 x Fr. 1'767.–, act. 8/5), nämlich
Fr. 10'602.–, ist gestützt auf § 12 Abs. 1 und 2 i.V.m. § 4 Abs. 1 und 2 sowie
§ 8 Abs. 1 GebV OG eine Entscheidgebühr von Fr. 500.– angemessen. Der
Berufungsbeklagten ist mangels Umtrieben keine Entschädigung
zuzusprechen.