Decision ID: 0cfb99d3-af15-445e-855e-4eec79f3e07e
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1962, arbeitete seit April 1989 als
Gärtner/Vorarbeiter
der
Y._
GmbH
(
Urk.
8/1)
und
war bei der Zürich-
Ver
si
cherungs
-Gesellschaft AG
(Zürich Versicherung)
gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfälle versichert. Am 2
0.
Februar 2007 stürzte er beim
Schnei
den eines Kastanienbaums
aus einer Höhe von vier bis fünf Me
tern von einer Leiter auf den Boden. Dabei erlitt er
am linken Oberschenkel
ei
ne mediale Schenkelhalsfraktur
Pauwel
s
Typ
III
(
Urk.
9/4). Die Zürich Versi
cherung er
brach
te die gesetzlichen Leistungen (Taggeld, Heilbehandlung). Mit Verfügung vom 1
6.
Dezember 2010 stellte sie die Taggeldleistungen und Heil
behandlungen per 2
8.
September 2009 ein, sprach
dem Versicherten eine
Integ
ritätsent
schä
digung
basierend auf einer
Interitätseinbusse
von 20 %
zu und verneinte einen Anspruch auf Rentenleistungen. Zur Begründung führte sie aus, der medizi
ni
sche Endzustand sei erreicht, die ärztli
che Behandlung sei seit 2
1.
August 2009 abgeschlossen und seit 2
9.
September 2009 sei der Versicherte unfallbedingt wieder arbeitsfähig (
Urk.
8/51). Dieser Entscheid blieb unangefochten.
1.2
Mit Schadenmeldung
sformular
vom 1
6.
Oktober 2012
ging bei der Zü
rich Versi
cherung eine Rückfall
meldung
mit Bezugnahme auf das Unfallereignis vom 2
0.
Februar 2007 ein
(
Urk.
8/55)
.
Die Zürich Versicherung holte
verschiedene
medizinische Berichte ein (
Urk.
9/46
ff.
) und erbrachte Taggeldleistungen
(
Urk.
8/66
f.).
Mit Schreiben vom
3.
Dezember 2013 teilte
sie
dem Versicherten
mit,
dass
spätestens ab
1.
Dezem
ber 2013 keine Taggeldleistungen mehr erbracht werden
könn
t
en
. Sie
begrün
dete dies damit, dass der Versicherte auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt voll arbeits- beziehungsweise vermittlungsfähig sei
(
Urk.
8/74).
Mit Verfügung vom 2
7.
Februar 2014 (
Urk.
8/79) verneinte die Zürich Versiche
rung das Vorliegen eines Rückfalls zum Unfall vom 2
0.
Februar 2007
sowie eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
und damit einen Leistungsanspruch
des Versicherten. Die dagegen erhoben
e
Einsprache vom 2
0.
März
2014 (
Urk.
8/83)
wies sie mit
E
ntscheid vom
8.
Oktober 2014 (
Urk.
2) ab.
2
.
Hiergegen erhob der Versicherte am
4.
November 2014 Beschwerde
mit den An
trägen
, die Zürich Versicherung sei zu verpflichten
,
eine Invalidenrente auszu
richten und zu diesem Zweck ein
en
Einkommensvergleich zu tätigen (
Urk.
1 S 2)
.
Die auf Abweisung schliessende Beschwerdeantwort
der
Zürich Versiche
rung
vom 1
0.
Dezember 2014
(
Urk.
7) wurde dem Versicherten am 1
9.
Dezember 2014
(
Urk.
10) zugestellt.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei
Be
rufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der
Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind,
in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
UVG
setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
li
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
–
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weite
ren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater
Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt er
scheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.
4
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (
Art.
11
der Verordnung über die Unfallversicherung, UVV
). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern ei
ner vermeintlich geheilten Krank
heit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Ar
beitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar ge
heiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit or
ganische oder auch psychische Ver
än
derungen bewirkt, die zu einem anders ge
arteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
1.5
Die Beweislast des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem früheren Unfall trägt der Leistungsansprecher. Mit ande
ren Worten hat er für die Beweislosigkeit einzustehen, wenn es trotz
Unter
suchungsgrundsatz
nicht gelingt diese Tatsache mit dem Beweisgrad der über
wiegenden
Wahrscheilnlichkeit
zu ermitteln (
Urteil des Bundesgerichts
U 468/00
vom 1
2.
Februar 2003
E. 2 mit
Hin
weis)
.
1.6
Gemäss einem allgemeinen Grundsatz des Sozialversicherungsrechts kann die Verwaltung formell rechtskräftige Verfügungen oder
Einspracheentscheide
, die nicht Gegenstand materieller richterli
cher Beurteilung waren, in
Wiedererwä
gung
ziehen, wenn sie zweifellos unrichtig sind und ihre Berichtigung von er
heblicher Bedeutung ist (
Art.
53
Abs.
2
des Bundesgesetzes über den Allgemei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts
, ATSG
). Dieses Zurückkommen liegt - beim Fehlen eigentlicher Revisionsgründe (vgl.
Art.
53
Abs.
1 ATSG) - im Er
messen des Versicherungsträgers. Es be
steht demnach kein ge
richtlich durch
setz
barer An
spruch auf Wiedererwägung. Verfü
gungen, mit denen das Ein
tre
ten auf ein Wiedererwägungsgesuch abge
lehnt wird, sind grund
sätz
lich weder
be
schwerde
- noch
einspracheweise
anfechtbar (BGE 133 V 50).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen (Invalidenrente) aus der obligatorischen Unfallversicherung aus dem gemeldeten Rückfall
vom 1
6.
Oktober 2012 zum Unfal
lereignis vom 2
0.
Februar 2007 und
auf
Wiedererwägung der Verfügung vom 1
6.
Dezember 2010.
2.2
Die Beschwerdegegnerin hielt
dafür,
dass
im Zeitpunkt des Verfügung
serlasses vom 1
6.
Dezember 2010
keine weiteren medizinischen unfallkausalen Behand
lungen mehr notwendig gewesen
sei
en
. Es treffe zu, dass der Beschwerdeführer ab Oktober 2012 arbei
tsunfähig geschrieben
worden sei
und
Unfalltag
geld
leis
tungen
erbracht
worden seien
.
In Bezug auf das Unfallereignis best
eh
e
jedoch
ein
sta
tischer Gesundheitszustand und
,
da
sich die medizinische Situation gegen
über dem Verfügungszeitpunkt nicht verändert habe, liege kein Rückfall vor
(
Urk.
7 S. 4
f
.
)
.
In Bezug auf d
ie
geltend gemachte
Wiede
rerwägung der Verfügung vom 16.
Dezember 2010
hielt die Beschwe
rdegegnerin fest, die Wiedererwägung
sei nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens (
Urk.
7 S.
5
.)
.
2.3
Dagegen brachte der Beschwerdeführer vor,
die
Verfügung vom 1
6.
Dezember 2010 sei aufgrund unvollständiger
medizinischer Akten, ohne Festlegung eines medizinischen Endzustandes erfolgt. Die Beschwerdegegnerin
hätte
es
damals
unterlassen abzuklären, in welcher Verweistätigkeit er auf
grund des
unfall
be
dingten
Gesund
heitsschadens noch erwerbstätig
sein könnte und ob eine Er
werb
s
unfähigkeit vorliege.
Er
arbeite wieder
in seiner Tätigkeit als Gärtner, könne diese Arbeit aber nicht aus
übe
n, da es zu
exazerbierenden
Beschwerden komme, welche nicht zumutbar seien und welche seine Arbeits- bezieh
ungs
weise Erwerbsfähigkeit einschränken würde
n
.
Ein Rückfall
und die natürliche und adäquate Kausalität zwischen Rückfall und Grundfall
seien
zu bejahen.
I
m Weiteren
hielt der Beschwerdeführer dafür, die Verfügung vom 16.
Dezem
ber 2012 sei zweifellos unrichtig
und das
Nichteintreten der
Be
schwerdegeg
ne
rin
auf die beantragte Wiedererwägung sei nicht zu schützen.
3
.
3.1
Der leitende Arzt PD
Dr.
med.
Z._
, und
der
Assistenzarzt
Dr.
med.
A._
am
B._
, Departement Chirurgie, Klin
i
k für Unfallchirurgie
beschrieben
im
Operationsbericht
vom 2
0.
Februar 2007 (
Urk.
9/3) einen Sturz des Beschwerdeführers von einer Leiter aus sechs Meter
n Höhe auf die linke Hüfte
. Sie diagnostizierten
eine mediale Schenk
elhalsfraktur (
Pau
wels
Typ
III)
links
und hielten die operative Versorgung mittels
offene
r
Reposition
und
kanülierte
r
Schraubenosteosyn
these fest
.
3.2
Klini
kdirektor
Dr.
med.
C._
,
Oberarzt
Dr.
med.
D._
und Assistenzarzt
E._
vo
m
B._
wiesen
in der Zusammenfassung der Krankengeschichte vom 2
5.
April 2007
(
Urk.
9/11
)
auf
mehrfache
Débridements
mit Vakuum-Behand
lungen
nach der
Diagnose eines tiefen Infekts
an der Hüfte
links
bei Statu
s nach offener Verschraubung d
er Schenkelhalsfraktur links am 2
0.
Februar 2007
hin
und
erwähnten eine
Übernahme des Beschwerdeführers zur weiteren stationären Beh
andlung durch die orthopädische
Klinik F._
.
3.3
Dr.
med.
G._
, O
rthopädische Chirurgie FMH
,
wies im
Konsiliumsbericht
vom 1
1.
Juli 2007 (
Urk.
9/13) zu Händen der Beschwerdegegnerin darauf hin, das Ziel
,
die Schenkelhalsfraktur an der linken Hüfte osteosynthetisch zu versorgen und das Hüftgelenk zu erhalten
,
habe
nach einem zusätzlichen tiefen Inf
ekt nicht erreicht werden können
. Er berichtete
,
der
Femurkopf
links habe entfernt we
rden müssen und hielt fest,
nach Ausheilung des
Infekts und einer
endopro
thetischen
Versorgung
könne
das Hüftgelenk wieder stabil und mobil gemacht werden
. Er wies darauf hin,
es sei
mit einem langen Heilungs- und
Rehabilitati
onsverlauf
zu rechnen
(S. 3 f.)
.
3.4
PD
Dr.
med.
H._
vo
n
der
Klinik F._
beschrieb
im Operationsbericht vom
27.
März 2008
(
Urk.
9/
21
) die am 1
8.
Dezember
2007 durchgeführte
Hüft
re
vision
mit Implantation einer
Hüfttotalendprotese
(Hüft-TP)
.
3.5
Oberarzt
PD
Dr.
med.
I._
vo
n
der
Klinik F._
äusserte sich
im Bericht vom
9.
April 2008 (
Urk.
9/25)
anlässlich der
Kontrolluntersuch
ung
dreieinhalb Monate nach durchgeführter
Implantation d
er Hüf
t-TP
. Er berichtete, der Be
schwerdeführer habe wieder angefangen zu arbeiten, sei weitgehend beschwer
defrei und nehme bei längeren Strecken ausserhalb des Hauses zwei Gehstöcke. Im Befund
wies
er
auf
ein flüssiges Gangbild unter Z
uhilfenahme von zwei Gehstöcken
,
ohne Stöcke
auf
ein
Duchenne
-H
inken
links und
ein knapp negati
ves Trendelenburgzeichen
hin
und
hielt eine Flexion
/Extension
der Hüfte von
85-0-0° und
eine
Innen
-
/Ausse
nrotation
von 20-0-35°
sowie eine Abduktion von
20° fest
.
Radiologisch
beschrieb
er eine noch nicht vollständig durchgebaute
Tro
chanterosteotomie
,
eine gebrochene
Drahtcerclage
und ansonsten
eine
un
ver
änderte
Implantatlage
. In
der
Beurteilung
vermerkte er
, der Beschwer
de
füh
rer sei bis zum 3
0.
April 2008 zu 50
%
arbeitsunfähig geschrieben
, wobei ins
besondere körperlich
belastende Arbeiten noch nicht fokussiert w
erden sollten
,
und wies auf
das Ziel
eines weitere
n
Belastungsaufbau
s bis zur
Vollbe
lastung
hin
.
3.6
PD
Dr.
H._
hielt
im Bericht vom 2
8.
Januar 2009 (
Urk.
9/30) einen regelrech
ten Verlauf
ein Jahr nach „zweiz
eitiger
“
Sanierung eines Hüft
infekts
fest
. Er be
richtete
,
im Moment seien keine Massnahmen mehr notwendig und eine klini
sche radiologische Kontrolle sei 5 Jahre nach Rekonstruktion, Ende 2012
,
sinn
voll.
3.7
Oberarzt
Dr.
med.
J._
und Assistenzarzt
Dr.
med.
K._
vo
n
der
Klinik F._
vermerkten
im Bericht vom 1
8.
Mai 2009 (
Urk.
9/36) die am
1
5.
Mai 2009
durchgeführte
Entfernung von
Osteosynthesematerial
(OSME der
Dra
ht
cerc
lagen
Trochanter links
, vgl. Operationsbericht
Urk.
9/33
).
Im
Austritts
befund
hielten die Ärzte einen problemlosen postoperativen Verlauf fest und wiesen auf die erlaubte Vollbelastung nach Massgabe der Beschwerden hin.
3.8
PD
Dr.
H._
beschrieb
im Bericht vom 1
6.
September 2009 (
Urk.
9/40) eine wei
tere Entfernung einer kleinen
Restcerclage
sowie eine
Trochanterrevision
a
m 2
1.
August 2009
.
3.9
Assistenzarzt
Dr.
med.
L._
vo
n der
Klinik F._
hielt
im Bericht vom 23.
März 2010
(
Urk.
9/43)
die Diagnosen und Behandlungen seit dem Ereignis
vom 2
0.
Februar 2007 sowie
die seither attest
ierten Arbeitsunfähigkeiten fest. A
uf dem Bericht
wurde h
andschriftlich
vermerkt
, seit der Operation vom 2
1.
August 2009
sei
der Beschwerdeführer nicht mehr in Behandlung
gewesen
, weshalb ab diesem Zeitpunkt keine Angaben gemacht werden könn
t
en.
3.10
Im Bericht des
M._
vom 1
7.
Oktober 2012 (
Urk.
9/47)
wurde
bildge
bend
(Lauenstein
-
und
a
nterior-posteriore
Darstellung) eine solide Verankerung der Hüft-TP links
ohne Lockerungszeichen
festgestellt
und
auf
grö
ssere
periartikuläre
Verkalkung
en
hingewiesen
mit Darstellung von
zwei
längliche
n
, fast 4 cm messende
n
Verkalkungen unter anderem auch
am
Trochanter
major
und eine
r
kleinere
n
Verkalkung an der Pfanne
.
3.11
KD
Dr.
med.
N._
und Assistenzarzt
Dr.
med.
O._
vo
n
der
Klinik F._
erwähnten
im Bericht vom 1
2.
Dezember 2012 (
Urk.
9/50)
,
der Be
schwerdeführer
weise
Schmerzen im Bereich der
Abduktorenmuskulatur
auf, einerseits
wahrscheinlich durch Vernarbungen nach multiplen Operationen, des Weiteren aber auc
h durch die beschriebenen
heterotopen
Ossifikationen.
Ei
ne
chirurgische Behandlung
der Ossifikationen
sei nicht zu empfehlen, da
einer
seits
keine ausreichende Sicherheit für eine Verbesserung der Symptomatik gege
ben sei
und anderseits ein erhöhtes Risiko eines Rezidives best
eh
e
.
Bezüglich der Arbeit al
s Gartenbauer hielten sie fest,
klar
sei
auf län
gere Sicht nicht mit einer Fortsetzung dieser körperlich bela
stenden Tätigkeit zu rechnen
, hingegen
werde
eine Arbeit in einer körperlich weniger be
lastenden Tätigkeit, vorzugsweise
sitzend, stehend, gehend zu 100
%
durch
führbar sein
.
Sie empf
a
hlen
eine
Ver
laufskontrolle
10 Jahre postoperativ, sprich im Jahr
2017
.
4.
4.1
Vorwegzuschicken ist, dass die Verfügung vom 1
6.
Dezember 2010
(
Urk.
8/51)
mit der unter anderem eine Rente der Unfallversicherung verneint w
o
rde
n war
,
keiner richterlichen Überprüfung unterzogen wurde und in Rechtskraft erwachs
en ist.
Die Wiedererwägung der Verfügung obliegt
dem
Ermessen des Versiche
rungsträgers
.
Ein gerichtlich durchsetzbarer Anspruch auf Wiedererwägung be
steht nicht (vgl. E.
1.5).
Diesbezüglich ist auf die Beschwerde nicht einzu
treten
.
4.2
Ändern sich die tatsächlichen Verhältnisse nach einem verfügten Fallabschluss
ohne
Rentenzusprache
, entfällt zwar die Möglichkeit einer Rentenrevision ge
mäss
Art.
17
Abs.
1 ATSG, weil sich diese Bestimmung auf die Revi
sion lau
fender Renten bezieht. Eine Anpassung an geänderte unfallkausale Ver
hältnisse kann im Unfallversicherungsrecht aber dadurch bewirkt werden, dass ein Rück
fall oder Spätfolgen des seinerzeit rechtskräftig beurteilten
Unfallereig
nisses
geltend gemacht werden (RKUV 1994 Nr. U 189 S.
139;
RumoJungo
/Holzer
,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversiche
rungsrecht
, Bundesge
setz
über die Unfallversicherung,
4.
Aufl., Zürich 2012, S.
7
9
).
4.3
Nach
rechtskräftigem Fallabschluss
steht
vorliegend
aufgrund
der
Rückfallmel
du
ng
vom 1
6.
Oktober 2012 (
Urk.
8/55)
der
an sich zulässige
Weg
der Neuan
meldung
offen
.
Dieser Weg kann a
ber nur dann und nur
in
soweit zum
Ziel führen, als veränderte tatsä
chliche Verhältnisse vorliegen.
Die Meldung eines Rückfalles
oder von Spätfolgen
kann
insbesondere
nicht dazu führen,
dass eine neue Überprüfung der
bereits im Zeitpunkt des Fal
labschlusses bestehenden Leiden
bezüglich der Unfallkausali
tät oder deren Auswirkungen auf
die Arbeits-
bzw. Erwerbsfähigkeit erfolgt
(
Urteil des Bundesgerichts
U
468/00 vom 1
2.
Febru
ar 2003 E
.
3.2
mit Hinweis
en
)
.
Im Folgenden ist deshal
b zu prü
fen, inwiefern sich der
Gesundheitszustand des Bes
chwerdeführers im
massge
blichen
Zeitpunkt des
Einspracheent
scheides
vom
8.
Oktober 2014
anders als im Zeitpunkt des
Fall
abschlusses
am
1
6.
Dezember 2010
darstellt. Nur soweit
auf
grund der medi
zinischen
Beurteilungen eine Änderung der
tatsächlichen Ver
hältnisse einge
treten ist, kann der Gesundheitszustand
des Be
schwerdeführers im vorliegenden
Verfahren hinsichtlich des
ursächlichen Zusammenhangs mit
dem
Unfaller
eig
nis
vom
20
.
Februar 2007
geprüft werden.
4.4
V
or
dem Falla
bschluss
vom 1
6.
Dezember 2010
unterbreitete
die
Beschwerde
gegnerin
die medizinischen Akten ihrem
Medical Support
Dr.
med.
P._
, F
ach
arzt Orthopäd
ische Chirurgie FMH
. In dem von ihm
mitunterzeichneten
Be
sprechung
sbericht
vom 1
0.
Dezember 2010 (
Urk.
9/44)
wurde
darauf hinge
wie
sen,
dass sich der Verlauf nach Versorgung mit einer Hüfttotalprothese regel
recht
gesta
lte
t habe, Mitte März 2008 die Arbeit im Büro teilweise aufge
nommen und im Mai 2009 das
Osteosynthesematerial
entfernt worden sei. W
eiter wurde festgehalten,
dass bei einer dislozierten Schenkelhals
frak
tur das Risiko bestehe,
dass sich eine posttraumatische
Arthrose entwickle und
früher oder später ei
ne Hüftimplantation nötig werde, diese
aber
b
eim Be
schwer
deführer bereits im
plantiert
worden
sei
und da er d
a
mals erst 46-jährig gewesen sei
, müsse da
mit gerechnet werden, dass diese nochmals
gewechselt werden müsse. Im Be
richt wurde
erwähnt
,
erfahrungsgemäss
betrage die Lebens
dauer
einer Prothese ca. 15
Jahre, bez
üglich des Infekts am Hüftgelenk, welcher durch die lange Be
hand
lung
habe saniert werden können, seien Spätfolgen (
wieder
auf
flackern
des Infekts und dadurch eventuell frühzeitiger Prothesenwechsel) nicht ausge
schlossen.
Im Zusammenhang mit der Rückfallmeldung
unterbreitete die
Beschwerdegeg
nerin
die Unterlagen erneut
Dr.
P._
. D
ieser
hielt
im Berich
t vom
7.
April 2013 (
Urk.
9/51)
unter Bezugnahme auf
die
medizinischen A
kten
fest
, es zeige sich ein
hinkfreies
Gangbild bei negativem Trendelenburg, reizlosen Narben mit
Druckdolenz
der
Abduktorenmuskulatur
und im Bereich des T
rochanters.
D
as von
ihm eingesehene Röntgen
zeige
einen regelrechten
TP-Sitz
ohne
Locke
rungs
zeichen
oder
Abrieb und eine
heterotope
Ossifi
k
a
tion im
Abduktorenbereich
Grad III
. Er
hielt fest, dieser Befund möge die
Belastungs
schmerzen
erklären
und
wies
darauf hin, dass er sich de
r
Beurteilung
des
F._
(vgl. E
.
3.11
)
an
schliesse
.
4.5
Aufgrund d
er
Berichte der behandeln
den Ärzte (vgl. vorstehend E
.
3
) und der Beurteilung des
Medical Support
s
der Beschwerdegegnerin
Dr.
P._
bestehen Hinweise
, dass sich das Beschwerdebild
zwischen dem ursprünglichen
Fallab
schluss
am
1
6.
Dezember 2010
und
dem Zeitpunkt des
Einspracheent
scheides
am
8.
Oktober 2014
tatsächlich veränder
t hat.
Denn d
ie heute im Vor
dergrund
stehende
n Schmerzen im Bereich der
Abduktorenmuskulatur
werden
primär
durch
eine
heterotope
Ossifikation Gra
d III
im Bereich der Abduktoren
be
grün
det
,
während
die früheren belastungsabhängigen Beschwerden
und
die
at
tes
tierte Arbeitsunfähigkeit in direktem Zusammenhang mit der
Rehabilitation
nach
der Versorgung des Beschwerdeführers mit einer
Hüft
t
otalend
o
prothese
so
wie
der Entfernung
von
Osteosynthesematerial
begründet
wurden.
Ossifika
tio
nen waren bis zur Leistungseinstellung nicht geschildert worden.
4.6
B
ei der gegenwärtigen Aktenlage
ist somit davon auszu
g
ehen
, dass
sich beim
Beschwerdeführer nach der Einstellung der Versicherungsleistungen im Dezem
ber 2010
aufgrund von organisch objek
tiv ausgewiesenen strukturel
len Verän
de
rungen
im Bereich des mit Prothese versorgten linken Hüftgelenks
Beschwer
den entwickelt haben
und
er
deshalb behandlungsbedürftig und ar
beitsunfähig wurde
.
Diesbezüglich fehlt
allerdings
eine
medizinische Beur
teilung
,
inwiefern
sich ein
bei
Hüftoperationen
bestehende
s
Risiko einer
schmerz
verursachenden
Verknöcherung
bereits im Zeitpunkt des Fallabschlusses im Dezember 2010
ver
wirk
licht
hat
und solche strukturellen Veränderungen bereits
damals
vorgelegen ha
ben
und das Beschwerdebild mitprägten
. Hierzu wurde weder in der Beurtei
lung des
M._
vom 1
7.
Oktober 2012,
welchem
keine
Voraufnahmen vorgelegen haben (
Urk.
9/47)
,
noch
in der
Akten
beurtei
lung
durch
Dr.
P._
(E. 4.4
)
Stellung genommen.
Damit bleibt die Frage zu beantworten, ob die Ossifikationen tatsächlich erst
neu
aufg
etr
eten sind und ob sie die Beschwerden zu erklären vermögen. Bejahendenfalls ist die
Beschwerde
geg
nerin
leistungspflichtig
.
4.7
Die Beschwerdegegnerin
, an welche die
Sache zurückzuweisen ist, wird die ge
nannten Unklarheiten zu klären und die hierzu not
wendigen Abklärungen zu veranlassen
und hernach
erneu
t über den Leistungsanspruch des Beschwer
de
führers zu verfügen haben.
4.8
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen, und der angefochtene
Ein
s
pracheentscheid
ist aufzuheben.
5.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 199/02 vom 1
0.
Februar 2004 E. 6 mit Hinweis auf BGE 110 V 54 E. 3a; SVR 1999 IV
Nr. 10 S. 28 E. 3), weshalb der vertretene Beschwerdeführer
Anspruch auf
eine Prozessentschädigung hat.
Diese ist gestützt auf
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) und
Art.
61
lit
. g ATSG ohne Rücksicht auf den Streitwert, aber unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwi
erigkeit des Pro
zesses auf
Fr.
1'7
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.