Decision ID: f52027ba-d4d9-5a95-a185-89b18e74c259
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X erwarb den Führerausweis auf Probe für Personenwagen am 18. Juli 2007. In der
Rekrutenschule erhielt er am 28. Mai 2009 die militärische Fahrberechtigung für
schwere Motorwagen samt Anhänger, militärische Führerausweiskategorie 930E,
worauf ihm das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen,
Abteilung Administrativmassnahmen (nachfolgend: Strassenverkehrsamt), am 28. Mai
2009 den zivilen Führerausweis für schwere Motorwagen der Kategorie C erteilte. Als
Durchdienersoldat befand er sich vom 13. Juli 2009 bis 2. Januar 2010 im militärischen
Dienst in der Kaserne A. Aufgrund einer Kontrolle von Tachoscheiben stellte die
Militärpolizei fest, dass X im Zeitraum vom 20. August bis 10. September 2009 viermal
mit einem Militärlastwagen samt Anhänger auf der Autobahn A12 unterwegs war und
dabei zwischen Châtel-St-Denis und Echangeur de la Veyre in Richtung Vevey die
zulässige Höchstgeschwindigkeit für schwere Motorwagen und Anhängerzüge von 80
km/h um 25 km/h, 30 km/h und zweimal 35 km/h überschritten hatte. Am Montag, 21.
September 2009, war X mit dem Militärfahrzeug "Puch 230 GE", amtliches
Kennzeichen M+18695, in B ausserorts unterwegs. In einer S-Kurve verlor er die
Herrschaft über das Fahrzeug, worauf dieses kippte und auf der linken Seite zu liegen
kam.
B.- Mit Schreiben vom 13. November 2009 übermittelte das Strassenverkehrs- und
Schifffahrtsamt der Armee (nachfolgend: SVSAA) dem Strassenverkehrsamt die
Rapporte der Militärpolizei zu den eingangs genannten Vorfällen. Am 15. März 2010
teilte das SVSAA mit, dass X die militärische Fahrberechtigung entzogen worden sei.
Mit Schreiben vom 13. Juli 2010 eröffnete das Strassenverkehrsamt gegenüber X ein
Administrativmassnahmeverfahren und stellte ihm einen Warnungsentzug von
mindestens drei Monaten in Aussicht. Das Strassenverkehrsamt entzog X den
Führerausweis in der Folge mit Verfügung vom 9. August 2010 für die Dauer von sechs
Monaten. Gleichzeitig wurde die Probezeit um ein Jahr verlängert.
C.- Gegen die Verfügung vom 9. August 2010 erhob X durch seinen Rechtsvertreter mit
Eingabe vom 30. August 2010 und Ergänzung vom 24. September 2010 Rekurs bei der
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Verwaltungsrekurskommission mit den Anträgen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge sei die angefochtene Verfügung vollumfänglich aufzuheben und
dem Rekurrenten sei ein unbefristeter Führerausweis auszustellen, eventualiter sei die
Entzugsdauer auf höchstens einen Monat festzusetzen. Mit Vernehmlassung vom 25.
Oktober 2010 beantragte die Vorinstanz die kostenfällige Abweisung des Rekurses.
Ende August 2011 erhielt der Rekurrent vom Strassenverkehrsamt den definitiven
Führerausweis ausgestellt. Nachdem die Militärstrafverfahren mit Strafmandat vom
6. April 2011 und Urteil vom 13. September 2011 rechtskräftig abgeschlossen waren,
ergänzte die Vertreterin des Rekurrenten den Rekurs mit Eingabe vom 10. Januar 2012
und beantragte neu einen Führerausweisentzug von nicht mehr als drei Monaten, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge.
Auf die Ausführungen der Parteien zur Begründung ihrer Anträge wird, soweit
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 30. August 2010 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Er erfüllt zusammen mit den Ergänzungen vom 24. September
2010 und 10. Januar 2012 in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Die zu beurteilenden Verkehrsregelverletzungen wurden vom Rekurrenten im
Militärdienst begangen. Tritt im Militärdienst ein Grund für den möglichen Entzug des
Führerausweises ein, so verständigen entweder der Truppenkommandant oder die
Truppenkommandantin, die militärischen Polizeiorgane oder die Organe der
Militärjustiz das SVSAA (Art. 37 Abs. 2 der Verordnung über den militärischen
Strassenverkehr, SR 510.710, abgekürzt: VMSV). Das SVSAA benachrichtigt die zivilen
Administrativbehörden des Wohnsitzkantons (Art. 37 Abs. 3 VMSV). Dies geschah
vorliegend mit Schreiben vom 13. November 2009 (act. 7/4). Zuständig für den Entzug
bis
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des zivilen Führerausweises ist die Vorinstanz (Art. 22 Abs. 1 des
Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt: SVG, in Verbindung mit Art. 1 und 2
der Vollzugsverordnung zum eidgenössischen Strassenverkehrsgesetz, sGS 711.1).
3.- Gemäss Art. 16 Abs. 2 SVG wird nach Widerhandlungen gegen die
Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das Verfahren nach dem
Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 ausgeschlossen ist, der Lernfahr- oder
Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das Gesetz
unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG) und
schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine leichte Widerhandlung begeht, wer
durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer
hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG).
Ist die Verletzung der Verkehrsregeln grob und wird dadurch eine ernstliche Gefahr für
die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen, ist die Widerhandlung
schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer
durch Verletzung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft
oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Von einer mittelschweren
Widerhandlung ist immer dann auszugehen, wenn nicht alle privilegierenden Elemente
einer leichten und nicht alle qualifizierenden einer schweren Widerhandlung erfüllt sind
(vgl. Botschaft, in: BBl 1999 S. 4487).
4.- Die Vorinstanz hat dem Rekurrenten den Führerausweis wegen mehrfacher
schwerer Widerhandlung (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG) und einer mittelschweren
Widerhandlung (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG) für sechs Monate entzogen. Sie ging von
mehreren Geschwindigkeitsüberschreitungen auf der Autobahn um 35 bis 45 km/h und
einem Selbstunfall zufolge nicht angepasster Geschwindigkeit aus.
a) Der Rekurrent macht im Wesentlichen geltend, auch wenn die festgestellten
Geschwindigkeitsüberschreitungen in objektiver Hinsicht als grobe
Verkehrsregelverletzungen zu qualifizieren seien, könne daraus nicht automatisch
abgeleitet werden, dass eine hohe abstrakte Gefährdung für andere Verkehrsteilnehmer
geschaffen worden sei. Die Umstände des Einzelfalles seien in die Beurteilung
einfliessen zu lassen. Im Tatzeitpunkt sei das Verkehrsaufkommen sehr gering
gewesen, die Strassen seien trocken und die Sichtverhältnisse bestens gewesen. Ihm
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sei nicht bewusst gewesen, dass er sein Fahrzeug durch das Einlegen des Leerganges
betriebsunsicher gemacht haben könnte. Er habe sich auf die Aussagen seiner
Kollegen verlassen und sei der Meinung gewesen, dass dies zulässig sei, um Benzin zu
sparen. Er hätte die Bremse problemlos betätigen können. Das Fahrzeug sei jederzeit
unter Kontrolle gewesen. Hinzu komme, dass er den militärischen Führerausweis zum
Lenken schwerer Motorwagen erst rund drei Monate vor diesen Ereignissen erworben
und daher noch nicht über eine grosse Fahrpraxis verfügt habe. Er habe unbewusst
fahrlässig gehandelt, was nicht als grobe Fahrlässigkeit einzustufen sei. Das Ausmass
der Geschwindigkeitsüberschreitung sei ihm nicht bewusst gewesen. Er habe nicht auf
den Tacho geschaut. Aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens habe ihm die hohe
Geschwindigkeit auch nicht durch Vergleich mit anderen Fahrzeugen auffallen können.
Sein Verschulden sei somit gering. Bei den Vorfällen vom 25. August und 20.
September 2009 seien andere Verkehrsteilnehmer weder konkret noch abstrakt
gefährdet worden.
Beim Selbstunfall vom 21. September 2009 habe zu keiner Zeit eine Gefahr für die
Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer bestanden. Der Unfall habe sich frühmorgens
auf einer Nebenstrasse ereignet. Der Rekurrent sei ohne Mitfahrer unterwegs gewesen.
Es sei weder zu einer abstrakten noch zu einer konkreten Gefährdung gekommen. Er
habe die gefahrene Strecke gut gekannt und die Geschwindigkeit vor der
langgezogenen und gut übersichtlichen S-Kurve frühzeitig verlangsamt. Aus
unerklärlichen Gründen sei er ins Schleudern geraten. Die zulässige
Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h habe er mit gefahrenen 60–65 km/h zweifellos
eingehalten. Ihn treffe nur ein leichtes Verschulden. Er habe das Fahrzeug mit bestem
Wissen und Gewissen gelenkt. Wie immer habe er bei der Anfahrt auf die Kurve den
Fuss vom Gas genommen und in den dritten Gang geschaltet, um dadurch das
Fahrzeug abzubremsen. Es könne ihm nicht negativ angelastet werden, dass er sich zu
diesem Vorgehen entschieden habe, anstatt die Bremse zu betätigen. Ein
Fahrzeugführer, der von verschiedenen möglichen Massnahmen nicht diejenige
ergreife, welche bei nachträglicher Überlegung als die zweckmässigste erscheint, sei
entschuldbar. Das Unfallfahrzeug mit Teilautomatikgetriebe habe er erst seit kurzem
lenken dürfen.
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Die Vorinstanz hält dem entgegen, der Rekurrent habe mit verschiedenen
Anhängerzügen die Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h wiederholt massiv
überschritten. Beim fraglichen Autobahnteilstück handle es sich um eines der steilsten
der Schweiz. Mittels Hinweistafeln werde explizit auf die Besonderheiten und die
Gefahren der Strecke aufmerksam gemacht. Der Rekurrent habe sich zumindest
eventualvorsätzlich über Verkehrsvorschriften hinweggesetzt und angesichts des
hohen Betriebsgewichts von ca. 40 Tonnen eine erhebliche Verkehrsgefährdung
geschaffen. Der von ihm am 21. September 2009 verursachte Verkehrsunfall sei auf
das Nichtanpassen der Geschwindigkeit zurückzuführen. Es mache den Anschein,
dass der Rekurrent Mühe bekunde, sich an Geschwindigkeitslimiten zu halten bzw. die
Geschwindigkeit den Umständen anzupassen.
b) Nach Art. 32 Abs. 1 SVG ist die Geschwindigkeit stets den Umständen anzupassen,
namentlich den Besonderheiten von Fahrzeug und Ladung, sowie den Strassen-,
Verkehrs- und Sichtverhältnissen. Der Bundesrat beschränkt die Geschwindigkeit der
Motorfahrzeuge auf allen Strassen (Art. 32 Abs. 2 SVG). Gestützt darauf wurde die
Höchstgeschwindigkeit für schwere Motorwagen sowie Anhängerzüge auf 80 km/h
festgesetzt (Art. 5 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 und 2 der Verkehrsregelnverordnung, SR 741.11,
abgekürzt. VRV). Aus Gründen der Rechtsgleichheit hat das Bundesgericht für die
Beurteilung von Geschwindigkeitsüberschreitungen präzise Regeln aufgestellt.
Unabhängig von den konkreten Umständen liegt ein objektiv schwerer Fall unter
anderem dann vor, wenn die Geschwindigkeitsüberschreitungen jeweils mindestens 25
km/h innerorts, 30 km/h ausserorts oder 35 km/h auf einer Autobahn betragen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_83/2008 vom 16. Oktober 2008 E. 2.1). Bei einer
Überschreitung im Bereich zwischen 31 und 34 km/h auf der Autobahn liegt
praxisgemäss ein mittelschwerer Fall vor, in dessen Rahmen nur bei ungünstigen
Verhältnissen von einer groben Verkehrsregelverletzung im Sinn von Art. 90 Ziff. 2 SVG
auszugehen ist (BGE 124 II 259). Folglich ist bei einer Überschreitung der zulässigen
Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn im Bereich zwischen 26 und 30 km/h von
einer einfachen Verkehrsregelverletzung auszugehen. Bei
Geschwindigkeitsübertretungen bis und mit 25 km/h kommt das OBG zur Anwendung
(Ziff. 303.3 der Ordnungsbussenverordnung, SR 741.031). Diese Rechtsprechung gilt
analog auch für die Überschreitung fahrzeugbedingter Höchstgeschwindigkeiten.
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Art. 31 Abs. 1 SVG verlangt von jedem Fahrzeugführer, dass er das Fahrzeug ständig
so beherrscht, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Das Gebot, das
Fahrzeug zu beherrschen, verlangt vom Fahrzeugführer während der Benützung
öffentlicher Strassen, dass er alle relevanten Informationen über Strasse, Umwelt,
Verkehrsgeschehen und Fahrzeug sowie über sich selbst aufnimmt, verarbeitet und
sein Verhalten nötigenfalls rasch und zweckmässig ändert (R. Schaffhauser, Grundriss
des Schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Bd. I., Bern 2002, S. 245).
Nach konstanter Rechtsprechung darf die Verwaltungsbehörde von den tatsächlichen
Feststellungen im Strafurteil nur abweichen, wenn sie Tatsachen feststellt und ihrem
Entscheid zu Grunde legt, die dem Strafrichter unbekannt waren oder die er nicht
beachtet hat, wenn sie zusätzliche Beweise erhebt, deren Würdigung zu einem anderen
Entscheid führt, oder wenn die Beweiswürdigung durch den Strafrichter den
feststehenden Tatsachen klar widerspricht (hat sie hingegen keine zusätzlichen
Beweise erhoben, hat sie sich grundsätzlich an die Würdigung des Strafrichters zu
halten) oder schliesslich wenn der Strafrichter bei der Rechtsanwendung auf den
Sachverhalt nicht sämtliche Rechtsfragen abgeklärt hat, insbesondere die Verletzung
bestimmter Verkehrsregeln übersehen hat (BGE 124 II 103). Anders verhält es sich bei
der rechtlichen Würdigung des Sachverhalts. Diesbezüglich ist die Verwaltungsbehörde
grundsätzlich nicht an den Strafentscheid gebunden, es sei denn, die rechtliche
Würdigung hänge sehr stark von der Würdigung von Tatsachen ab, die das Strafgericht
besser kennt als die Verwaltungsbehörde, etwa wenn der Beschuldigte im
Strafverfahren persönlich einvernommen wurde.
c) Angesichts der Feststellungen im rechtskräftigen Strafmandat des Militärgerichts 5
vom 6. April 2011 (act. 22) bestreitet der Rekurrent zu Recht nicht, am 20. und 25.
August 2009 sowie am 8. und 10. September 2009 auf der Autobahn A12 zwischen
Châtel-St-Denis und Echangeur de la Veyre in Fahrtrichtung Vevey die für den von ihm
gelenkten schweren Motorwagen samt Anhänger zulässige Höchstgeschwindigkeit von
80 km/h um 25 km/h, 30 km/h und zweimal 35 km/h überschritten zu haben. Er hat
damit mehrfach gegen Art. 32 Abs. 1 und 2 SVG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 lit. a
Ziff. 1 und 2 VRV verstossen. Die Vorinstanz hat den in Art. 8 Abs. 2 lit. a der
Verordnung des Bundesamtes für Strassen (ASTRA) zur Strassenkontrollverordnung
(SR 741.013.1, abgekürzt: VSKV-ASTRA) vorgeschriebenen Sicherheitsabzug von
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10 km/h bei analogen Fahrtenschreibern ausser Acht gelassen und ist fälschlicherweise
von Überschreitungen von 35 km/h bis 45 km/h ausgegangen. Hinsichtlich des
Ereignisses vom 21. September 2009 in B bestreitet der Rekurrent in Übereinstimmung
mit dem Urteil des Militärgerichts 5 vom 13. September 2011(act. 23) ebenfalls nicht,
dass er zufolge Nichtbeherrschens des Fahrzeugs und Nichtanpassens der
Geschwindigkeit mit einem Puch einen Selbstunfall verursacht hat.
d) aa) Bei den Vorschriften über die Geschwindigkeit handelt es sich um grundlegende
Verkehrsregeln, die wesentlich für die Gewährleistung der Sicherheit des
Strassenverkehrs sind. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung stellen
Geschwindigkeitsüberschreitungen von 35 km/h auf der Autobahn, wie sie der
Rekurrent am 20. August und am 8. September 2009 begangen hat, ungeachtet der
konkreten Umstände grobe Verkehrsregelverletzungen im Sinn von Art. 90 Ziff. 2 SVG
dar. Gefährdung und Verschulden sind bei solchen Überschreitungen stets als schwer
einzustufen, es sei denn es liege eine Ausnahme- oder Notstandssituation vor (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 1C_263/2011 vom 22. August 2011 E. 2.6 mit Hinweisen auf
BGE 123 II 37 E. 1f und auf Urteil 1C_222/2008 vom 18. November 2008 E. 2.3). Es
spielt für die Beurteilung der Widerhandlung daher keine Rolle, ob der Rekurrent über
eine geringe Fahrpraxis verfügte, die Sicht- und Strassenverhältnisse einwandfrei
waren, eine konkrete Verkehrsgefährdung vorhanden war, der Rekurrent die
Geschwindigkeitsüberschreitung bemerkte, sich auf Aussagen von Kollegen verliess
oder Benzin sparen wollte. Diese Umstände stellen keine Ausnahmesituation dar. Der
Auditor, der den Rekurrenten im Militärstrafverfahren einvernommen hat und an dessen
rechtliche Erwägungen die Administrativmassnahmebehörde daher gebunden sind,
erwog im Strafmandat vom 6. April 2011, dem Rekurrenten sei trotz nicht allzu grosser
Fahrpraxis bewusst gewesen, dass das fragliche Autobahnteilstück mit einem
durchschnittlichen Gefälle von 6% für beladene schwere Motorwagen vergleichsweise
steil sei. Er wäre daher zu erhöhter Aufmerksamkeit verpflichtet gewesen, um mittels
regelmässiger Blicke auf den Tacho und sachgerechten Einsatzes der Bremsmittel
sicherzustellen, dass er die fahrzeugbedingte Höchstgeschwindigkeit unter keinen
Umständen überschreite. Indem er diese Verpflichtung mehrmals missachtet habe, sei
mindestens davon auszugehen, dass er grobfahrlässig gehandelt habe. Die Versuche,
sein Fehlverhalten mit Benzinknappheit, Zeitdruck und der Sorge um die Sicherheit
anderer Verkehrsteilnehmer zu begründen, erwiesen sich nicht als geeignet, um den
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Vorwurf der Grobfahrlässigkeit zu relativieren. Hinzu komme, dass der Rekurrent
jeweils mit einem Anhängerzug unterwegs gewesen sei, weshalb sich der Bremsweg
mit zunehmender Geschwindigkeit erheblich verlängert habe. Unter diesen Umständen
wäre er in geradezu qualifizierter Weise verpflichtet gewesen, die fahrzeugbedingte
Höchstgeschwindigkeit einzuhalten. Der Strafrichter sprach den Rekurrenten wegen
der zwei Geschwindigkeitsüberschreitungen von je 35 km/h gestützt auf Art. 90 Ziff. 2
SVG der mehrfachen groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig (act. 22). In
Übereinstimmung mit der rechtlichen Würdigung im Strafmandat ist hinsichtlich der
Fahrten vom 20. August und 8. September 2009 in subjektiver Hinsicht von
Grobfahrlässigkeit und damit von einem schweren Verschulden auszugehen. Das
Betriebsgewicht des Anhängerzugs betrug jeweils gegen 40 Tonnen (act. 7/2). Die
fragliche Strecke gilt aufgrund ihrer Topographie und Kurvenführung gerade für
schwere Motorwagen als sehr gefährlich. Zahlreiche Signaltafeln weisen auf das starke
Gefälle hin und fordern explizit dazu auf, die Geschwindigkeit zu verlangsamen und die
Motorbremse zu gebrauchen (act. 7/1). Dass der Rekurrent das Fahrzeug unter diesen
Umständen im Leerlauf rollen liess und auf die Bremswirkung des eingelegten Ganges
verzichtete, ist unverständlich und stellt ein schweres Verschulden dar.
Für die Geschwindigkeitsüberschreitungen vom 25. August 2009 und vom 10.
September 2009 wurde der Rekurrent vom Auditor gestützt auf Art. 90 Ziff. 1 SVG
wegen mehrfacher (einfacher) Verletzung von Verkehrsregeln verurteilt. Gemäss der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung stellt der erste Vorfall mit einer Überschreitung
von 30 km/h eine leichte Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften im
Sinn von Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG dar, während das andere Ereignis mit einer
Überschreitung von 25 km/h noch im Ordnungsbussenverfahren erledigt werden
könnte. Zu berücksichtigen ist indessen, dass aufgrund der konkreten Umstände
(besonders grosse Betriebsgefahr wegen des Gewichts der Fahrzeugkombination,
grosses Gefälle) nicht von einer besonders leichten Widerhandlung gemäss Art. 16a
Abs. 4 SVG, sondern von einer leichten Widerhandlung (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG)
auszugehen ist.
bb) In Anwendung von Art. 90 Ziff. 1 SVG wurde der Rekurrent wegen
Nichtbeherrschens des Fahrzeugs und Nichtanpassens der Geschwindigkeit vom
Militärgericht 5 mit Entscheid vom 13. September 2011 schuldig gesprochen. Im Urteil,
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das nach einer mündlichen Verhandlung erging, wird ausgeführt, dass der Rekurrent
zufolge Nichtbeherrschens des Fahrzeugs und nicht angepasster Geschwindigkeit in
einer S-Kurve von der Fahrbahn abgekommen, ins Rutschen geraten und infolge eines
Bremsmanövers auf die Seite gekippt sei (act. 23).
Für die Annahme eines leichten Falls im Sinn von Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG setzt das
Gesetz ausdrücklich ein geringes Ausmass der Gefährdung voraus. Im Recht der
Administrativmassnahmen liegen der gesetzlichen Kategorisierung der
Widerhandlungen gegen Strassenverkehrsvorschriften verschiedene
Gefährdungsstufen zugrunde. Von der konkreten Gefährdung der körperlichen
Integrität anderer Personen ist deren abstrakte Gefährdung zu unterscheiden, die
"einfach" oder "erhöht" sein kann. Die einfache abstrakte Gefährdung zieht kein
Administrativmassnahmeverfahren nach sich (vgl. Art. 16 Abs. 2 SVG). Eine solche
Gefährdung ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung aber nur dann
anzunehmen, wenn keine anderen Verkehrsteilnehmer vom Fehlverhalten des
Rekurrenten hätten betroffen werden können. Führt hingegen die Missachtung einer
Verkehrsregel zu einer Verletzung eines Rechtsguts, einer konkreten Gefährdung der
körperlichen Integrität oder zu einer erhöhten abstrakten Gefährdung dieses
Rechtsguts, hat dies eine Administrativmassnahme zur Folge (R. Schaffhauser, Die
neuen Administrativmassnahmen des Strassenverkehrsgesetzes, in: Jahrbuch zum
Strassenverkehrsrecht 2003, St. Gallen 2003, S. 181, Rz. 43 ff.). Für die Abstufung
innerhalb der erhöhten abstrakten Gefährdung ist auf die Nähe der Verwirklichung der
Gefahr abzustellen. Je näher die Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder
Verletzung liegt, umso schwerer wiegt die erhöhte abstrakte Gefährdung (vgl. BGE 118
IV 285 E. 3a).
Bei den Vorschriften zur Beherrschung des Fahrzeugs und zur Anpassung der
Geschwindigkeit handelt es sich um Grundregeln des Strassenverkehrs, deren
Beachtung eine unabdingbare Voraussetzung für das sichere Lenken eines Fahrzeugs
ist. Die Missachtung dieser Vorschriften führt erfahrungsgemäss immer wieder zu
Unfällen. Dies bestätigt der vorliegende Fall. Beim Selbstunfall des Rekurrenten
entstand Sachschaden am Fahrzeug. Drittpersonen wurden keine in Mitleidenschaft
gezogen. Die durch den Unfall geschaffene Gefährdung für Leib und Leben blieb damit
zwar abstrakt. Es ist aber lediglich dem Zufall zu verdanken, dass sich zum
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Unfallzeitpunkt keine weiteren Verkehrsteilnehmer in der Nähe der Unfallstelle
befanden. Ein Motorfahrzeug, das von seinem Lenker nicht mehr beherrscht wird, stellt
naturgemäss eine erhebliche Gefahr dar (VRKE IV-2010/109 vom 24. Februar 2011, in:
www.gerichte.sg.ch; GVP 1983 Nr. 92). Dies gilt umso mehr, als der Rekurrent mit
seinem Fahrzeug auf die Gegenfahrbahn geriet. Auch wenn keine ernstliche Gefahr für
die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer bestand, kann die vom Rekurrenten
geschaffene abstrakte Gefährdung nicht mehr als gering eingestuft werden, sodass
unabhängig vom Verschulden keine leichte Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften, sondern eine mittelschwere im Sinn von Art. 16b Abs. 1
lit. a SVG vorliegt. Der Strafrichter hat zutreffend ausgeführt, dass der Rekurrent vor
der Einfahrt in die S-Kurve die Bremse hätte betätigen und dadurch das Tempo stärker
reduzieren sollen. Er habe nicht damit rechnen dürfen, dass er diese Passage mit einer
Geschwindigkeit von 60–65 km/h gefahrlos werde befahren können, wenn er nur den
Fuss vom Gas nehme und das Automatikgetriebe in eine andere Übersetzung schalte.
Es entspreche einem pflichtgemässen und bei der Fahrschulung eingeübten Verhalten,
die Geschwindigkeit vor der Einfahrt in eine Kurve in erster Linie mittels Betätigens der
Bremsen zu reduzieren. Diese Verhaltensregel hätte dem Rekurrenten als militärisch
ausgebildetem Motorfahrzeugfahrer bekannt sein müssen. Zudem habe er gewusst,
dass es zur Zeit des Unfalls stark gewindet habe. Er habe daher mit möglicherweise
auftretenden Windböen rechnen müssen, weshalb er umso mehr zu erhöhter Vorsicht
und Reduktion der Geschwindigkeit angehalten gewesen wäre (vgl. act. 23, E. II.8 und
9). Der Rekurrent war folglich in pflichtwidriger Unvorsichtigkeit und damit fahrlässig
mit nicht angepasster Geschwindigkeit unterwegs und beherrschte sein Fahrzeug
nicht. Er hat Art. 31 Abs. 1 sowie Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1
VRV schuldhaft verletzt, auch wenn das Verschulden insgesamt nicht schwer wiegt. Es
ist von einer mittelschweren Widerhandlung im Sinn von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG
auszugehen.
5.- Die Vorinstanz hat dem Rekurrenten den Führerausweis für die Dauer von sechs
Monaten entzogen. Im Rekurs wird die Anordnung einer dreimonatigen Entzugsdauer
beantragt.
a) Bei der Festsetzung der Entzugsdauer sind gemäss Art. 16 Abs. 3 SVG die
Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, namentlich die Gefährdung der
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Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als Motorfahrzeugführer sowie die
berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen. Die Mindestentzugsdauer darf
jedoch nicht unterschritten werden. Der Führerausweis wird nach einer schweren
Widerhandlung für mindestens drei Monate (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG) und nach einer
mittelschweren Widerhandlung für mindestens einen Monat (Art. 16b Abs. 2 lit. a SVG)
entzogen. Nach einer leichten Widerhandlung wird der Führerausweis für mindestens
einen Monat entzogen, wenn in den vorangegangenen zwei Jahren der Ausweis
entzogen war oder eine andere Administrativmassnahme verfügt wurde (Art. 16a Abs. 2
SVG). Ansonsten wird die fehlbare Person verwarnt (Art. 16a Abs. 3 SVG). Gemäss
Art. 49 Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (SR 311.0, abgekürzt: StGB)
verurteilt das Gericht einen Täter, der durch eine oder mehrere Handlungen die
Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, zu der Strafe der schwersten
Straftat und erhöht diese angemessen. Art. 49 StGB ist analog anzuwenden, wenn
mehrere administrativrechtliche Führerausweisentzugsgründe nach Art. 16 Abs. 3 SVG
vorliegen (BSK Strafrecht I-Ackermann, Art. 49 N 40; Urteil des Bundesgerichts 6A.
74/2005 vom 15. März 2006, E. 5.3). Folglich ist nicht für jede Verkehrsregelverletzung
eine einzelne Massnahme anzuordnen. Vielmehr ist die für die schwerste Verletzung
verfügte Massnahme angemessen zu verschärfen, um so zu einer Gesamtsanktion zu
gelangen, welche allen Verfehlungen Rechnung trägt (Urteil des Bundesgerichts vom 8.
Januar 1999 in Sachen M.B., S. 4).
b) Die Vorinstanz hat die gegenüber der gesetzlichen Mindestentzugsdauer von drei
Monaten gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG verfügte Erhöhung der Entzugsdauer damit
begründet, dass der Rekurrent die fahrzeugbedingt erlaubte Höchstgeschwindigkeit
mehrfach massiv überschritten und eine hohe abstrakte Gefährdung für andere
Verkehrsteilnehmer geschaffen habe.
Der Rekurrent macht geltend, das im Strafrecht geltende Asperationsprinzip sei analog
anzuwenden. Bei der Würdigung des Verschuldens und der Gefährdung sei die
Verwaltungsbehörde nicht an die Beurteilung des Strafrichters gebunden. Eine
Erhöhung der Mindestentzugsdauer von drei Monaten sei nicht notwendig. Bereits ein
Entzug für die Dauer von drei Monaten erreiche die erforderliche erzieherische und
präventive Wirkung. Die vorangegangenen Strafverfahren und insbesondere die
Hauptverhandlung vor dem Militärgericht hätten bei ihm einen prägenden Eindruck
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hinterlassen; dasselbe gelte für den Umstand, dass ihm die militärische
Fahrberechtigung für alle Fahrzeugkategorien endgültig entzogen worden seien. Er
habe seine Fehler eingesehen und bereue seine Jugendsünden. Die Bezahlung der
Bussen habe zudem einen spürbaren Einschnitt in seine bescheidenen finanziellen
Verhältnisse dargestellt. Die Probezeit von zwei Jahren werde ebenfalls dazu führen,
dass er sich wohl verhalten werde. Im zivilen Bereich verfüge er über einen tadellosen
Leumund. Die Ausrutscher seien einzig im Rahmen des Militärdienstes passiert.
Damals habe ihm die nötige Erfahrung gefehlt, er sei sich der möglichen Folgen seines
Verhaltens nicht bewusst gewesen. Es liege daher kein Verschulden vor, das eine
Erhöhung der Mindestentzugsdauer erfordern würde.
c) Bei den Geschwindigkeitsüberschreitungen von je 35 km/h auf der Autobahn vom
20. August und 8. September 2009 liegen gemäss konstanter bundesgerichtlicher
Rechtsprechung eine schwere Gefährdung und ein schweres Verschulden vor. Zu
beachten ist jedoch, dass sich beide Vorfälle unmittelbar an der Grenze zur
mittelschweren Widerhandlung bewegen. Die Entzugsdauer für eine dieser
Geschwindigkeitsüberschreitungen würde drei Monate betragen; hinzu kommt die
zweite schwere Widerhandlung. Ebenfalls massnahmeerhöhend wirken sich die
mittelschwere Widerhandlung im Zusammenhang mit dem Selbstunfall aus und – wenn
auch nur geringfügig – die beiden leichten Widerhandlungen bei den Fahrten vom 25.
August 2009 und 10. September 2009.
d) Der Rekurrent ist im Administrativmassnahmenregister (ADMAS) nicht registriert. Er
erwarb den Führerschein der Kategorie B am 18. Juli 2007. Im Rekurs wird ausgeführt,
der gute automobilistische Leumund des Rekurrenten sei massnahmemindernd zu
berücksichtigen.
Nach der früheren bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist der seit mehr als fünf
Jahren ungetrübte automobilistische Leumund bei der Bemessung der Entzugsdauer
zu Gunsten des Betroffenen zu berücksichtigen. Diese Rechtsprechung ging davon
aus, dass das automatisierte Datensystem für Administrativmassnahmen (ADMAS)
zweimal jährlich auf den neuesten Stand gebracht wird, indem sämtliche Massnahmen,
die fünf Jahre und länger zurückliegen – bei Sicherungsentzügen und
Warnungsentzügen wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand sowie Vereitelung der
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Blutprobe nach zehn Jahren – im System gelöscht werden, wenn in der Zwischenzeit
keine neue Massnahme angeordnet worden ist (vgl. BGE 122 II 21 E. 1b). Die
Rechtslage hat sich seit diesem Entscheid insoweit geändert, als Verweigerungen,
Entzüge und Aberkennungen von Lernfahr-, Führer- oder Fahrlehrerausweisen sowie
Fahrverbote nicht mehr bereits nach fünf, sondern erst nach zehn Jahren nach ihrem
Ablauf oder ihrer Aufhebung und lediglich andere Massnahmen fünf Jahre nach
Eintreten der Rechtskraft aus dem ADMAS entfernt werden (vgl. Art. 104b Abs. 6 lit. b
SVG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 1 der Verordnung über das automatisierte
Administrativmassnahmen-Register; ADMAS-Register-Verordnung, SR 741.55). Diese
Rechtsänderung und die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Strafzumessung,
nach welcher die Vorstrafenlosigkeit als Normalfall gilt und neutral zu behandeln, also
nicht zwingend strafmindernd zu berücksichtigen ist (vgl. BGE 136 IV 1 E. 2.6.4),
rechtfertigen es, einen automobilistischen Leumund, der noch nicht seit mehr als zehn
Jahren ungetrübt erscheint, grundsätzlich nicht massnahmemindernd zu
berücksichtigen. Der Rekurrent ist zwar im ADMAS nicht verzeichnet. Dies zieht
allerdings keine Reduktion der Entzugsdauer nach sich, da er den Führerausweis erst
seit 18. Juli 2007 und damit im Zeitpunkt der Widerhandlungen noch nicht über einen
seit zehn oder mehr Jahren ungetrübten automobilistischen Leumund verfügte.
e) Eine beruflich bedingte Sanktionsempfindlichkeit wird nicht geltend gemacht. Eine
solche Angewiesenheit wird aus den Akten auch nicht ersichtlich.
f) Unter Berücksichtigung der Mindestentzugsdauer von drei Monaten, dem Ausmass
der Geschwindigkeitsüberschreitungen vom 20. und 25. August 2009, 8. und
10. September 2009, der erheblichen Gefahr und dem leichten Verschulden beim
Selbstunfall vom 21. September 2009, der Tatmehrheit und der fehlenden erhöhten
Sanktionsempfindlichkeit erscheint die von der Vorinstanz verfügte Entzugsdauer von
sechs Monaten im Ergebnis als angemessen. Wären diejenigen
Geschwindigkeitsüberschreitungen massgebend, von denen die Vorinstanz ohne
Berücksichtigung des Sicherheitsabzugs von 10 km/h ausgegangen ist, wäre eine
Entzugsdauer von sechs Monaten jedenfalls deutlich zu milde.
6.- Zusammenfassend ergibt sich damit, dass der Rekurs abzuweisen ist. Dem
Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
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aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.-- erscheint
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'200.-- ist zu verrechnen.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist keine ausseramtliche Entschädigung
zuzusprechen (Art. 98 VRP).