Decision ID: 20fed316-1182-4b71-9520-0e797a2592b8
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1971 geborene
X._
war von Januar 2011 bis
Februar
2018 als Bahnstewardess bei der
Y._
in einem 60 % P
ensum angestellt (Urk
. 7/2/6
, 7/
12+
17
). Am 21. September
2016 erlitt sie eine
Verletzung am linken Fuss (Unfallmeldung der Arbeitgeberin, Urk. 7/10/3-4)
, woraufhin d
ie Suva
als zuständiger Unfallversicherer
die gesetzlichen Versicherungsleistungen
erbrachte
(Urk. 7/10/8).
Am 31. Juli 2017 (Eingangsdatum) meldete sich die Ver
sicherte bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf die Folgen dieses Unfalls zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2). Die IV-Stelle zog die Akten der Suva
(Urk.
7/10/1-108
)
und der Krankentaggeld
ver
sicherung
(Urk. 7/7/1-10)
bei, führte
mit der Versicherten ein Standortgespräch durch (Urk. 7/8) und tätigte
erwerbliche (Urk. 7/12/1-9) sowie medizinische (Urk.
7/22,
7/24
) Abklärungen.
Das Arbeitsverhältnis mit der
Y._
wurde mit Schreiben vom 14. N
ovember 2017 seitens der Arbeit
geberin per 28. Februar 2018 gekündigt (Urk. 7/17/1-2).
Mit Mitteilung vom 22. Februar 2018 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, die Arbeitsvermittlung werde abgeschlossen und über die Rente werde separat verfügt (Urk. 7/25).
Mit Vorbescheid vom 28. März 2018 wurde der
Versicherten
die Ablehnung
ihres Begehrens
in Bezug auf
Ren
tenleistungen
in Aussicht gestellt (Urk. 7/29)
, wogegen sie am 20.
April
2018 Einwand erhob (Urk. 7/39)
.
Nachdem die Versicherte mit
E-Mail vom 4. April 2018 um Gewährung von Eingliederungsmassnahmen (Urk. 7/32)
ersucht hatte, wies die IV-Stelle
das
Leistungsbegehren
bezüglich
der
Arbeitsvermittlung
mit Verfügung vom
7. August 2018 ab (Urk. 7/53).
1.2
Die dagegen beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich erhobene Be
schwerde vom 4. September 2018 (
Prozess Nr. IV.2018.00711,
Urk. 7/5
7/7) wurde mit
Verfügung
vom
6. November 2018 (
Urk.
7/69)
als gegenstandslos
geworden
abgeschrieben, nachdem die IV-Stelle die Verfügung vom 7. August 2018
am
25. Oktober 2018
(Urk. 7/65)
in Wiedererwägung gezogen hatte.
D
ie IV-Stelle
tätigte sodann
weitere Abklärungen
(Urk. 7/73, 7/78) und
teilte der Versicherten mit Mitteilung vom 9. Mai 2019 wiederum den Abschluss der Eingliederungs
beratung mit (Urk. 7/77).
Nach Aktualisierung der medizinischen Akten
lage
(Urk. 7/83
, 7/92
)
und
erneuter Einholung der Akten der
Krankentaggeld
ver
siche
r
ung
(Urk. 7/90/1-63)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
29. Oktober
2019
einen Anspruch der Versicherten
auf Rentenleistungen
(Urk. 7/94 [= Urk
. 2]).
2.
Gegen die Verfügung vom 29. Oktober 2019 (Urk. 2) erhob die Versicherte am 12. November 2019 Beschwerde und beantragte, es sei die Verfügung aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. Mit Beschwerde
ant
wort vom 27. Januar 2020 (Urk. 6) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abwei
sung der Beschwerde, worüber die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 29. Januar 2020 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
4.
Zu ergänzen ist, dass die Suva ihr
e
Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen mit Verfügung
8. August 2018 per 28. Februar 2017 eingestellt hat. Daran hielt sie mit
Einspracheentscheid
vom
19. Oktober 2018 fest. Die von der Beschwerde
füh
rerin dagegen beim Sozialversicherungsgericht erhobene Beschwerde ist Gegen
stand des Verfahrens Nr. UV.2018.00274 und wurde mit Urteil heutigen Datums abgewiesen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozi
alversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines
Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
hielt
in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf die medizinische Aktenlage
fest
, dass die Beschwerdeführerin aufgrund
des
Unfalls
vom
21. September 2016 arbeitsunfähig
gewesen sei
. Sie sei daher mit beruflichen Eingliederungsmassnahmen in Form von Arbeitsplatzerhalt unter
stützt worden. Für d
ie bisherige Tätigkeit als Bahns
tewardess bestehe zwar wei
terhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit; für eine rein sitzende Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin jedoch voll
umfänglich
arbeitsfähig. Aufgrund
dieser unein
geschränkten
Arbeitsfähigkeit
in einer leidensangepassten Tätigkeit
bestehe kein Anspruch auf Rentenleistungen.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend,
sie sei seit dem Unfall
vom
21. September 2016 in einer sitzenden Tätigkeit
nur
eingeschränkt arbeits
fähig; in der bisherigen Tätigkeit sei sie voll
ständig
arbeitsunfähig. Sie bemühe
sich seit Beginn ihrer Arbeitslosigkeit trotz Einschränkungen eine Arbeit zu finden
. Sie sei weiterhin in Behandlung, die Beeinträchtigungen würden ihren Tagesab
lauf wie auch die Arbeitssuche erschweren, weshalb sie Anspruch auf die ge
setzlichen Leistungen habe (Urk. 1).
3.
3.1
Der
nach dem Unfallereignis vom 21. September 2016
erstbehand
elnde Arzt Dr. med. Z._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie,
diagnostizierte eine Ruptur Ligamentum
talofib
ulare
an
terius
links sowie eine
Plantarfasziitis
beidseits. Das Röntgenbild habe keine frische oder ältere Fraktur und
keinen
Fer
sensporn
gezeigt
(Urk.
7/10/19-20).
Gemäss Bericht vom 21. November 2016
habe
das MRI des Rückfusses links vom 17. November 2016 deutliche Zeichen einer ausgeprägten
Plantarfasziitis
mit kleiner Par
t
ialläsion ansatznah und ausgeprä
g
tem plantarem Fersensporn gezeigt. Dr.
Z._
erklärte, die
ligamentären
Struk
turen seien ausgeheilt;
sowohl die
Plantarfasziitis
als auch der Fersensporn
seien
als Krankheit zu werten (Urk. 7/10/47-48).
3.2
Am 12. Dezember 2016 führte Dr. med.
A._
, Fachärztin Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
Kreisärztin
der Suva, eine Untersuchung durch. Sie diagnostizierte eine Ruptur des Ligamentum
talofibulare
anterius
link
s
bei
Status nach OSG-Distorsion links
vom
21. Septem
ber 2016 sowie eine nicht unfallkausale
Plantarfasziitis
beidseits. Die mit dem Unfall verbundene Läsion im Bereich des Ligamentum
talofibulare
anterius
sei nach einem Zeitraum von maximal vier bis sechs Monaten ausgeheilt, was auch mit den MRI-Befunden vom 17. November 2016 korrespondiere. Die Arbeits
fähig
keit der Beschwerdeführerin liege bis Ende 2016 bei rund 50 %, nach einem
Übergang zu 75 %
sei die Beschwerdeführerin per Februar 2017 voraussichtlich voll arbeitsfähig
.
In der Untersuchung habe die Beschwerdeführerin auch von einer subjektiven Verbesserung der Stabilität berichtet, dennoch
verspüre
sie immer wieder Schmerzen im Bereich des gesamten linken Beines. Seit Jahren habe die Beschwerdeführerin Beschwerden im Bereich der Füsse, weswegen beid
seits Einlagenversorgungen veranlasst worden seien, welche die Beschwerdefüh
rerin auch
während der
Arbeit
getragen habe
(Urk. 7/10/8
4-87
).
3.
3
3.3.1
Dr. med.
B._
, leitende Ärztin Fusschirurgie in der
C._
, nannte im Bericht vom 26. Mai 2017 bei persistierenden Beschwerden an der Fussaussenseite links bei Status nach OSG-
Supi
n
ationstrauma
links vom 21.
September 2016 einen Verdacht auf Tendinitis/
Peritendi
ni
tis
, Differential
diag
nose einer Teilruptur
Peroneus
brevis
-Sehne Fuss lin
k
s sowie eine
Fasciitis
plantaris
links, Diffe
re
ntialdiagnose eine
s
Entrapment
des
Nervus
baxter
. Seit dem 17. März 2017 bis voraussichtlich am 23. Juni 2017 sei die Beschwerde
führerin in der Tätigkeit an Bord eines fahrenden Zuges 100 % arbeitsunfähig. Eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe hingegen für eine Bürotätigkeit, eine sitzende Tätigkeit sowie
eine
Tätigkeit
mit
Laufen auf ebenem festen Boden
(Urk. 7/7/8
)
.
3.3.2
Mit Bericht vom 8. Juni 2017 hielt Dr.
B._
fest, im neuen MRI vom linken
Rückfuss
seien
Hinweise auf eine Distorsion im unteren Sprunggelenk mit narbigen Veränderungen der Bänder im Sinus
tarsi
ersichtlich. Lateral seien die Strukturen der
Peronealsehnen
und der
Peronealseh
n
enscheiden
unauffällig. Es
hätten
sich jedoch ein leichtes subkutanes
perimalleoläres
Ödem medial, lateral sowie am Fussrücken und eine leicht aktive
Fasciitis
plantaris
gezeigt
. Klinisch würden
keine
Dystrophie-Zeichen und auch kein
e
Hinweis
e
auf ein CRPS I
bestehen
(Urk. 7/22/11
-12
).
3.3.3
Am
5. Dezember 2017
notierte
Dr.
B._
, dass die bisherigen Abklärungen kein sicheres anatomisches Korrelat für die starken Schmerzen der Beschwerdeführerin
hätten
nachweisen
können
(Urk. 7/22/13-14).
Nachdem ein
Spect
-CT angefertigt
worden war
, erklärte Dr.
B._
, die Anreicherung finde sich im Bereich des
plan
tarseitigen
Fersensporns als Zeichen einer mechanischen Überbelastung. Hin
weise auf eine
Arthropathie
oder sonstige posttraumatische Veränderungen hätten
sich jedoch nicht gezeigt (Urk. 7/22/3).
Mit weiteren Zeugnissen bestätigte
Dr.
B._
, der Beschwerdeführerin sei aus medizinischer Sicht das Arbeiten in einem fah
renden Zug mit instabilem Boden nicht möglich. In einer
angepassten Tätigkeit sei sie hingegen
100 % arbeitsfähig (Urk. 7/90/53-58).
3.3.4
Am
13. August 2018
berichtete Dr.
B._
, die Beschwerdeführerin habe weiterhin belastungsabhängige Schmerzen, Ruheschmerzen sowie intermittierend auftre
tende heftige Schwellungszustände am linken Fuss. Eine überwiegend sitzende Tätigkeit mit nur gelegentlichem Gehen und Stehen sei der
Beschwerdeführerin im 40 %-Pensum möglich (Ur. 7/59). Am
8.
Februar 2019 hielt
Dr.
B._
dafür, sitzende Tätigkeiten seien ab sofort mit einem Pensum von 60
%
zumutbar (
Urk.
7/83/9), während sie am 1
8.
März 2019 eine angepasste Beschäftigung bloss für 50
%
als möglich erachtete (
Urk.
7/83/7). Die Beschwerdeführerin selber erklärte am
7.
Mai 2019, zu 60
%
in angepasster Tätigkeit arbeitsfähig zu sein (
Urk.
7/78/7). Während sodann
Dr.
B._
mit Zeugnis vom 2
8.
Mai 2019 eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
für sitzende Tätigkeiten vom 2
9.
Mai bis zum
5.
Juli 2019 attestierte (
Urk.
7/80), erachtete die Ärztin am
2.
Juli 2019 jegliche Tätig
keiten - auch eine leidensangepasste - gestützt auf die Angaben der Beschwerde
führerin für derzeit nicht möglich (
Urk.
7/83/1-2).
3.3.5
Mit Bericht vom 9. Oktober 2019 bestätigte Dr.
B._
die Diagnose Status nach OSG-
Supinationstrauma
links mit Zerrung des
Nervus
peroneus
superficialis
, Differentialdiagnose Sinus
tarsi
-Syndrom. Die bisherige Tätigkeit wie auch eine andere gehende oder stehende Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin nicht mehr zumutbar. Die Beschwerdeführerin sei aber in der Lage
,
eine sitzende Tätigkeit in einem 50 %-Pensum auszuüben (Urk. 7/92/1
-2
).
3.
4
Mit Stellungnahme vom 27. Januar
2020 erklärte Dr. med.
D._
, Fachärztin Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, RAD, mit Ausnahme des Fersensporns sei seit Anfang 2017
kein pathologisch
er Befund mehr objektivier
bar
gewesen
.
Nach
ihrer
Einschätzung seien die weiteren Diagnosen als Arbeits
hypothesen zu verstehen, um bei den klinisch und radiologisch unspezifischen Befunden eine Zuordnung der beklagten Beschwerde
n
zu den anatomischen Strukturen zu finden. Eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit sei aus versicherungs
medizinischer Sicht bei Fersensporn und Status nach Bagatell-Unfall nicht nachvollziehbar begründet, weshalb für eine angepasste Tätigkeit überwiegend im Sitzen keine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit
bestehe. Die angestammte Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin hingegen aufgrund des Fersensporns nicht mehr zu
mutbar (Urk. 7/96/2).
4.
4.1
Aus medizinischer Sicht ist aktenkundig und unbestritten, dass die Beschwerde
führerin aufgrund der
Plantarfasziitis
sowie des Fersensporn
s
beidseits in ihrer
bisherigen Tätigkeit als Bahns
tewardess nicht mehr arbeitsfähig ist (Urk.
1 S. 2; Urk. 2 S. 2; Urk.
7/83/9
, 7/96
)
.
Strittig und zu prüfen ist jedoch die Frage der Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit.
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit insbesondere
auf die Angaben der behandelnden Ärzte.
Dr.
B._
attestierte der Beschwerdeführerin
bis im
Oktober
2017
noch eine Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer
angepassten
Tätigkeit
(sitzend, Laufen auf
ebenem festen Boden, Urk. 7/90/53)
.
Zu Beginn der Behandlung ging Dr.
B._
vo
n einem Status nach OSG-
Supi
n
ationstrauma
links bei Verdacht auf Tendinitis/
Peritendi
ni
tis
, Differentialdiagnose einer Teilruptur
Peroneus
brevis
-Sehne Fuss lin
k
s
,
sowie
von
eine
r
Fasciitis
plantaris
Fuss links, Differentialdiagnose eine
s
Entrapment
des
Nervus
baxter
,
aus (E. 3.3
.1
)
. Im weiteren Verlauf der Behandlung
konnten jedoch keine
rlei
objektivierbare Befunde erhoben werden, welche die
Ver
dachtsdiagnose einer Tendinitis/
Peritendi
ni
tis
oder einer anderweitigen Patho
logie
hätten bestätigen können.
Eine Läsion des
Nervus
peroneus
superficialis
liess sich ausschliessen (Urk. 7/68/6).
Aus dem Bericht von Dr.
B._
vom 2. Juli 2019 geht sodann hervor, dass die Leistungs
fähigkeit
insbesondere aufgrund der anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin beurteilt wurde.
Dr.
B._
hielt fest, d
ie Beschwerdeführerin habe
derart
starke, dauerhafte Schmerzen
angege
ben
,
dass
sie weder in der Lage sei
eine gehende
noch eine
stehende
oder
sitzende Tätigkeit auszuüben.
Infolgedessen attestierte
Dr.
B._
eine Arbeitsunfähigkeit von
100 % (Urk. 7/83/1-2). Diese Einschätzung
ist
nicht nachvollziehbar, sind doch
keine
objektivierbare
n
Befunde erhoben worden
, welche einer Tätigkeit in sitzender Position entgegenstehen würden
.
So führte
Dr.
B._
auch
aus, die Abklärungen hätten kein sicheres anatomische
s
Korrelat für die Schmerzen der Beschwerdeführerin gezeigt.
Objektiv
ierbare
Befunde
, die auf eine
neurologische
Erkrankung hindeute
te
n,
konnten durch die bildgebenden Untersuchungen eben
falls nicht erhoben werden
.
Dr.
B._
ging
noch
im
Oktober
2017 von einer voll
ständigen
Arbeitsfähi
gkeit in einer angepassten weitgehend sitzenden Tätigkeit aus.
Befunde, welche im weiteren Verlauf eine Verschlechterung des Gesundheitszu
standes dergestalt belegen würden, dass selbst in einer sitzenden Tätigkeit eine Leistungseinschränkung bestünde, sind nicht aktenkundig. Vielmehr drängt sich die Vermutung auf, dass sich die behandelnde Ärztin aufgrund ihrer auftrags
rechtlichen Vertrauensstellung hinsichtlich Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einzi
g von den Klagen der Beschwerdeführerin leiten liess, was
Dr.
B._
denn im Bericht vom
2.
Juli 2019 auch bestätigte (vgl. vorstehend). Anders wäre es ferner nicht erklärbar, weshalb innert kürzester Zeit voneinander abweichende Einschätz
ungen der Arbeitsfähigkeit abgegeben wurden (vgl. E. 3.3.4). Zusammenfassend ist mithin gestützt auf die Aktenlage und in Übereinstimmung mit RAD-Ärztin
Dr.
D._
(E. 3.4) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die von
Dr.
B._
bis Ende 2017 attestierte Arbeitsfähigkeit von 100
%
in angepasster Tätigkeit unverändert andauert.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die 100%ige Arbeitsfähigkeit in
angepasster
Tätigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
5.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er
werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
5.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hin
weisen auf die Rechtsprechung).
5.5
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4
der Verordnung über
die Invalidenver
siche
rung (IVV)
per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätigkeit richtet sich nach
Art.
16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teiler
werbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV) und die pro
zentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im
Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäftigungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
5.6
Die Beschwerdeführerin war bis zur Kündigung im Februar 2018 bei der
Y._
in einem Pensum von 60 % angestellt.
Ihr
wurde ohne Angabe von Gründen gekündigt, jedoch ist
anzunehmen
, dass
das Arbeitsverhältnis
aus
gesundheit
lichen
Gründen
aufgelöst wurde
, zumal die Arbeitgeberin bereits mit Bericht vom 18. September 2017 angegeben hatte, dass keine
Umplatzierungsmöglichkeiten
bestehen würden (vgl. Urk. 7/12/1). Es ist daher mit überwiegender Wahrschein
lichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
im Gesundheitsfall
wei
terh
in bei der
Y._
als Bahns
tewardess
(mindesten) in einem 60 %-Pen
sum
tätig wäre.
Damit kommt zur Festlegung des Invaliditätsgrades grundsätzlich die gemischte Methode zur Anwendung (E. 5.5; Urk. 7/2/3).
Vorliegend kann – wie die nachstehenden Erwägungen zeigen werde
n
– der Beschwerdegegnerin folgend, auf die Festlegung der Behinderung im Aufgabenbereich
jedoch
verzichtet werden.
5.7
Gemäss Angaben der Arbeitgeberin hätte die
Beschwerdeführerin
in ihrem 60 %-Pensum
im Jahr 2017
ein Jahreseinkommen von
rund
Fr.
30
'
576
.--
erzielt
(Urk. 7/
12/2
).
Aufgerechnet auf ein Vollzeitp
ensum
wäre von einem Jahresein
kommen von
Fr.
50
'9
60
.-- im Jahr 201
7
auszugehen.
Mithin
ist
ein
Validen
ein
kommen
von Fr.
50
'
960
.
--
für das Jahr 2017 zugrunde zu legen
.
5.8
Die Beschwerdeführerin
war
seit der Kün
digung durch die frühere Arbeit
geberin nicht
in einem Anstellungsverhältnis
. Für die Berechnung des Invalidenein
kommens ist daher auf die Tabellenlöhne der LSE abzustellen (vgl. E. 5.4).
Dabei
ist
der
monatliche Bruttolohn (Zentralwert), alle Wirtschaftszweige, Total Frauen, LSE 2016 im Kompetenzniveau 1
heranzuziehen
. Das
monatliche Einkommen von Fr. 4'363
.-- ist unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 201
7
von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche, 2004-2018) sowie der
Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 201
7
(Indexst
and 2'709 [2016] auf 2'719 [2017
]) auf ein Jahreseinkommen hoch
zurechnen. Es ergibt sich daraus
ein
Invalidenei
nkommen im Jahr 201
7
von Fr.
54
'
783
.--
(Fr. 4'
363
.
-
-
:
40 x
41,7
x 12 : 2'709 x 2'719
).
5.9
Aus dem Einkommensvergleich ist ersichtlich, dass keine Einkommenseinbusse resultiert. Es
kann daher
offen bleiben
, ob die Beschwerdeführerin in ihrem Auf
gabenbereich eingeschränkt ist, da nur bei einer 100%igen Einschränkung im Aufgabenbereich ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von 40 % resultieren würde,
wofür
vorliegend
keinerlei Anhaltspunkte ersichtlich sind
. Die Beschwer
deführerin hat daher keinen Anspruch auf eine Invalidenrente. Die Beschwerde ist abzuweisen.
6
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig.
Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Die Kosten des Verfahrens sind
ermessensweise
auf Fr. 600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuer
legen.