Decision ID: c96cc0c8-bf64-5a1d-8587-eb0ccb816737
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer ersuchte am 16. September 2020 in der Schweiz
um Asyl. Ein Abgleich mit der Fingerabdruck-Datenbank «Eurodac» ergab,
dass er am 31. Juli 2020 in Italien illegal in das Hoheitsgebiet der Dublin-
Staaten eingereist war.
Anlässlich der Befragung vom 28. September 2020 wurde dem Beschwer-
deführer das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintretensent-
scheid und der Möglichkeit einer Überstellung nach Italien gewährt, wel-
ches gemäss Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parla-
ments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und
Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines
von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitglied-
staat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfol-
gend: Dublin-III-VO), grundsätzlich für die Behandlung seines Asylgesuchs
zuständig sei. Die grundsätzliche Zuständigkeit dieses Mitgliedstaates
wurde vom Beschwerdeführer nicht bestritten. Er machte jedoch geltend,
die italienischen Behörden hätten ihn vor die Wahl gestellt, ein Asylgesuch
zu stellen oder zu gehen. Er habe kein Asylgesuch gestellt. In der Folge
habe er eine Wegweisungsverfügung erhalten, wonach er Italien innert sie-
ben Tagen verlassen müsse. Hiernach sei er über Mailand in die Schweiz
gelangt. Bei einer Rückkehr nach Italien würde er in Haft genommen und
in Quarantäne gesetzt. Ferner sei ihm die Einreise nach Italien für die
nächsten drei Jahre untersagt worden. Befragt nach gesundheitlichen
Problemen gab er an, er leide an Verdauungsproblemen und Magen-
schmerzen. Es seien ihm Medikamente verschrieben worden, doch er
habe nach wie vor Schmerzen.
B.
Am 22. September 2020 ersuchte die Vorinstanz die italienischen Behör-
den gestützt auf Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO um Übernahme des Be-
schwerdeführers. Dieses Gesuch blieb innert der in Art. 22 Abs. 1 Dublin-
III-VO vorgesehenen Frist unbeantwortet.
C.
Mit Verfügung vom 2. Dezember 2020 (eröffnet tags darauf) trat die Vor-
instanz in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das
Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein und verfügte die Überstellung
nach Italien, welches gemäss Dublin-III-VO für die Behandlung seines
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Asylgesuchs zuständig sei. Gleichzeitig verfügte die Vorinstanz den Voll-
zug der Wegweisung nach Italien und stellte fest, einer allfälligen Be-
schwerde gegen den Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu.
D.
Die zugewiesene Rechtsvertretung zeigte mit Schreiben vom 4. Dezember
2020 die Beendigung des Mandatsverhältnisses an.
E.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht vom 8. Dezember 2020
beantragte der Beschwerdeführer die Aufhebung der vorinstanzlichen Ver-
fügung und die Rückweisung zur Neubeurteilung an die Vorinstanz. In pro-
zessualer Hinsicht ersuchte er sinngemäss um Gewährung der unentgelt-
lichen Prozessführung unter Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-
schusses.
Als Beweismittel legte er nebst bereits aktenkundigen Dokumenten ein
Schreiben der zugewiesenen Rechtsvertretung vom 4. Dezember 2020 so-
wie Fotokopien seines Passes und seiner Tazkera ins Recht.
F.
Mit superprovisorischer Massnahme vom 9. Dezember 2020 setzte das
Bundesverwaltungsgericht den Vollzug der Überstellung per sofort einst-
weilen aus. Gleichentags trafen die elektronischen Akten der Vorinstanz
beim Bundesverwaltungsgericht ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend
– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwerde-
führer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art.
48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art.
108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten.
2.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend
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aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Be-
schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2
AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
3.
3.1. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3.2. Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1;
2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).
4.
Der Beschwerdeführer rügt zunächst eine Verletzung seines Anspruchs auf
rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV), weil die Vorinstanz ihn im Rahmen
der Anhörung vom 28. September 2020 lediglich zu einer allfälligen Weg-
weisung nach Italien befragt habe und er seine Asylgründe nicht habe dar-
legen können. Diese Rüge erweist sich als unbegründet, da es im Dublin-
Verfahren einzig darum geht, die Zuständigkeit eines Mitgliedstaates für
die Durchführung des Asylverfahrens festzustellen. Die Fragen der Aner-
kennung der Flüchtlingseigenschaft und der Gewährung von Asyl bilden
nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens, weshalb die Vorinstanz
auch nicht gehalten war, diesbezüglich eine Befragung durchzuführen.
5.
5.1. Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung dieses Staates prüft das SEM die
Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO. Führt diese Prüfung zur
Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die Durchführung des Asyl-
gesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betreffende Mitglied-
staat einer Überstellung oder Rücküberstellung zugestimmt hat, auf das
Asylgesuch nicht ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2).
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5.2. Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem
einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als
zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zu dessen Bestimmung
wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag ge-
stellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO).
Im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) sind
die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort
aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien;
vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden, und es ist von der Situation
im Zeitpunkt, in dem der Antragsteller erstmals einen Antrag in einem Mit-
gliedstaat gestellt hat, auszugehen (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO).
5.3. Wenn ein Antragsteller, aus einem Drittstaat kommend, die Land-,
See- oder Luftgrenze eines Mitgliedstaates illegal überschritten hat, ist die-
ser Staat gemäss Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO für die Prüfung des Antrags
auf internationalen Schutz zuständig. Die Zuständigkeit endet gemäss die-
ser Norm zwölf Monate nach dem Tag des illegalen Grenzübertritts.
5.4. Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller in den eigentlich zu-
ständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für die
Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für
Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische Schwachstellen aufwei-
sen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behand-
lung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen
Union (2012/C 326/02, nachfolgend: EU-Grundrechtecharta) mit sich brin-
gen, ist zu prüfen, ob aufgrund dieser Kriterien ein anderer Mitgliedstaat
als zuständig bestimmt werden kann. Kann kein anderer Staat bestimmt
werden, wird der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat zuständig (Art. 3
Abs. 2 Dublin-III-VO).
5.5. Der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat ist verpflichtet,
einen Antragsteller, der in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag ge-
stellt hat, nach Massgabe der Art. 21, 22 und 29 Dublin-III-VO aufzuneh-
men (Art. 18 Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO).
5.6. Jeder Mitgliedstaat kann abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO
beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-
tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn
er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-
fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintritts-
recht).
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6.
6.1. Ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der «Eu-
rodac»-Datenbank ergab, dass er am 31. Juli 2020 in Italien illegal in das
Hoheitsgebiet der Dublin-Staaten eingereist war. Die Vorinstanz ersuchte
deshalb die italienischen Behörden am 22. September 2020 um Über-
nahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO.
Diese liessen das Ersuchen innert der in Art. 22 Abs. 1 Dublin-III-VO vor-
gesehenen Frist unbeantwortet, womit sie ihre Zuständigkeit implizit aner-
kannten (Art. 22 Abs. 7 Dublin-III-VO). Die grundsätzliche Zuständigkeit
Italiens ist somit gegeben und wird vom Beschwerdeführer auch nicht be-
stritten.
6.2. Im Lichte von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO ist zu prüfen, ob es wesentli-
che Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Aufnahmebe-
dingungen für Asylsuchende in Italien würden systemische Schwachstellen
aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden
Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU-Grundrechtecharta mit sich
bringen würden.
Italien ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. Dezem-
ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder ernied-
rigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens
vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK,
SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967
(SR 0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Ver-
pflichtungen nach. Es darf davon ausgegangen werden, dieser Staat aner-
kenne und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richt-
linien des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26.
Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberken-
nung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie
2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Auf-
nahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnah-
merichtlinie) ergeben. Unter diesen Umständen ist die Anwendung von
Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt.
6.3. Der Beschwerdeführer hat kein konkretes und ernsthaftes Risiko dar-
getan, die italienischen Behörden würden sich weigern, ihn aufzunehmen
und seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der Regeln
der Verfahrensrichtlinie zu prüfen. Den Akten sind denn auch keine Gründe
für die Annahme zu entnehmen, Italien werde in seinem Fall den Grundsatz
des Non-Refoulement missachten und ihn zur Ausreise in ein Land zwin-
gen, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund
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nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde,
zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden. Ausserdem hat
der Beschwerdeführer nicht geltend gemacht, die ihn bei einer Rückfüh-
rung erwartenden Bedingungen in Italien seien derart schlecht, dass sie zu
einer Verletzung von Art. 4 der EU-Grundrechtecharta, Art. 3 EMRK oder
Art. 3 FoK führen könnten.
Der Beschwerdeführer hat weiter keine konkreten Hinweise für die An-
nahme dargelegt, Italien würde ihm dauerhaft die ihm gemäss Aufnahme-
richtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen vorenthalten. Bei ei-
ner allfälligen vorübergehenden Einschränkung könnte er sich im Übrigen
nötigenfalls an die italienischen Behörden wenden und die ihm zustehen-
den Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg einfordern (vgl. Art. 26
Aufnahmerichtlinie).
Seine gesundheitlichen Probleme sind nicht derart gravierend, als dass
eine Überstellung nach Italien eine tatsächliche Gefahr (real risk) einer Ver-
letzung von Art. 3 EMRK mit sich bringen würde (vgl. BVGE 2011/9 E. 7
mit Hinweisen auf die Rechtsprechung des EGMR sowie Urteil des EGMR
P. gegen Belgien vom 13. Dezember 2016 [Nr. 41738/10]). Gemäss dem
medizinischen Datenblatt für interne Arztbesuche im (...) vom 17. Novem-
ber 2020 leidet der Beschwerdeführer an Magenbrennen, Fersenschmer-
zen sowie einer ekzematösen Hauterkrankung. Die Beschwerden werden
medikamentös behandelt (vgl. Akten der Vorinstanz [SEM act.] 28/5). An-
sonsten klage er über keine weiteren gesundheitlichen Probleme (SEM
act. 26/1). Damit handelt es sich bei ihm nicht um eine besonders verletz-
liche Person.
Für einen Selbsteintritt der Schweiz gemäss Art. 29a Abs. 3 AsylV1 in Ver-
bindung mit Art. 17 Dublin-III-VO besteht demnach keine Veranlassung.
Eine Ermessenunterschreitung seitens des SEM in seiner Verfügung vom
2. Dezember 2020 liegt nicht vor. Der Vollständigkeit halber ist festzuhal-
ten, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den
ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch BVGE
2010/45 E. 8.3).
6.4. Allfällige Verzögerungen aufgrund der herrschenden Situation im Zu-
sammenhang mit der COVID-19-Pandemie stellen – gemäss aktuellem
Kenntnisstand – lediglich temporäre Vollzugshindernisse dar und vermö-
gen am Ausgang des vorliegenden Verfahrens nichts zu ändern (vgl. Urteil
des BVGer F-1829/2020 vom 9. April 2020 E. 5.2).
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7.
Die Vorinstanz ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1
Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten.
Da er nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Niederlassungsbewil-
ligung ist, wurde die Überstellung nach Italien in Anwendung von Art. 44
AsylG ebenfalls zu Recht angeordnet (Art. 32 Bst. a AsylV 1).
8.
Das Fehlen von Überstellungshindernissen ist bereits Voraussetzung des
Nichteintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG, weshalb
allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20)
unter diesen Umständen nicht mehr zu prüfen sind (vgl. BVGE 2015/18
E. 5.2 m.w.H.).
9.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen und die Verfügung
der Vorinstanz zu bestätigen.
Das Beschwerdeverfahren ist mit vorliegendem Urteil abgeschlossen, wes-
halb sich der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-
ses als gegenstandslos erweist.
10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-
rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– fest-
zusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]). Das sinngemässe Gesuch um Gewährung der unentgelt-
lichen Prozessführung (vgl. Art. 65 Abs. 1 VwVG) ist unbesehen der finan-
ziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers abzuweisen, da die Be-
schwerde gemäss den vorstehenden Erwägungen als aussichtslos zu be-
zeichnen ist.
11.
Mit dem vorliegenden Urteil fällt der am 9. Dezember 2020 verfügte Voll-
zugsstopp dahin.
(Dispositiv nächste Seite)
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