Decision ID: 28fdfada-a65e-52b8-b152-41dec18fe72f
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend Versicherter bzw. Kläger), war über seine Arbeitgeberin, die
B._ AG, St. Gallen (nachfolgend Arbeitgeberin), bei der AXA Versicherungen AG,
Winterthur (nachfolgend Versicherung bzw. Beklagte), der kollektiven
Krankentaggeldversicherung angeschlossen (Policen-Nr.: XXXXXX; act. G 1.2 - G 1.4).
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A.b Der Versicherte trat seine Arbeitsstelle als Chief Technology Officer bei der
Arbeitgeberin am 1. Februar 2007 an. Per 1. September 2007 wurde er zum Chief
Executive Officer (CEO) ernannt (act. G 1.5, G 1.19). Im Januar 2009 kam für den
Versicherten unerwartet die Kündigung der Arbeitsstelle und praktisch gleichzeitig mit
der Freistellung ein gesundheitlicher Zusammenbruch (act. G 1.6 S. 14). Das
Arbeitsverhältnis endete per 31. Oktober 2009 (act. G 1.19).
A.c Vom 23. Januar bis 7. Dezember 2009 war der Versicherte in stationärer
Behandlung und danach bis 23. Dezember 2009 in ambulanter Behandlung
(Tagesklinik) im Max-Planck-Institut für Psychiatrie (act. G 1.9, G 1.10). Am 20. Oktober
2009 erfolgte im Auftrag der Versicherung eine psychiatrische Begutachtung des
Versicherten durch Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FHM.
Im Gutachten vom 31. Oktober 2009 stelle der Facharzt die Diagnose schwere
depressive Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10: F 32.3; Der Versicherte sei
sicher noch mindestens bis zum Klinikaustritt voll arbeitsunfähig; act. G 1.6).
A.d Gemäss den Arztberichten vom 26. Februar und 6. April 2010 von Klinikarzt E._,
FA für psychotherapeutische Medizin und Psychiatrie, F._ GmbH, war der
Versicherte vom 29. Dezember 2009 bis 5. Februar 2010 und vom 10. bis 20. März
2010 in stationärer psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung (act. G 1.7 f.).
A.e Weitere Hospitalisationen im Max-Planck-Institut für Psychiatrie erfolgten vom 1.
bis 21. Juli und vom 16. November bis 23. Dezember 2010 (act. G 1.10 S. 5 f.). Im
Arztbericht vom 1. September 2010 nahm Dr. med. G._, Oberarzt, Max-Planck-
Institut für Psychiatrie, zu den Fragen der IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden Stellung
(act. G 1.9). Der Versicherte leide an einer schweren depressiven Episode mit
psychotischen Merkmalen (ICD-10: F32.3), bestehend seit Januar 2009. Für die zuletzt
ausgeübte Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender bestehe eine Arbeitsunfähigkeit (bzw.
Leistungsminderung) von 80% seit 23. Januar 2009 in voller Ausprägung. Die bisherige
Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar. Im Arztbericht vom 25.
Februar 2011 nahm Dr. G._ Stellung zu den Fragen der Versicherung (act. G 1.11).
Der Facharzt ging von einer täglich zumutbaren Arbeitsintensität von 2 Stunden bzw.
von einer Arbeitsunfähigkeit von 80% aus, wobei nur Tätigkeiten möglich seien, die
deutlich unter der Verantwortungsintensität eines Vorstandes lägen.
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A.f Mit Verfügung vom 14. Juni 2011 sprach die IV-Stelle für Versicherte im Ausland,
Genf (nachfolgend IV-Stelle), dem Versicherten auf Basis einer 80%igen Invalidität eine
ganze Rente sowie zwei Kinderrenten ab 1. Dezember 2010 zu (act. G 7.35).
A.g Am 6./7. Juni 2012 schlossen der Versicherte und die Arbeitgeberin eine
Vergleichsvereinbarung zur Regelung der gegenseitigen Ansprüche aus dem
beendeten Arbeitsverhältnis ab (act. G 1.19, G 7.48). Die Vereinbarung beinhaltet u.a.
Krankentaggelder für den Monat Oktober 2009 und Bonuszahlungen für die Jahre 2008
und 2009. Im Weiteren wurde ein Teilverzicht auf das direkte Forderungsrecht
gegenüber der Versicherung vereinbart. Ausgenommen wurden der Zeitraum vom 1.
November 2009 bis 8. Januar 2011, der Taggeldanspruch aus einer mehr als 80%igen
Arbeitsunfähigkeit im Zeitraum vom 1. November 2009 bis 8. Januar 2011 und jenen
aus einer allfälligen Erhöhung des massgeblichen Verdienstes in der Höhe von Fr.
382'000.-. Die Vereinbarung wurde vom Kreisgericht St. Gallen mit Entscheid vom 7.
Juni 2012 genehmigt (act. G 7.48).
A.h Im Arztbericht vom 12. Juni 2012 ging Dr. med. H._, Oberarzt Max-Planck-
Institut für Psychiatrie, von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus (act. G 1.12). Mit
Arztbericht vom 9. Juli 2012 erläuterte Dr. G._ seine früheren
Arbeitsfähigkeitseinschätzungen. Beim Versicherten bestehe hinsichtlich der bisherigen
Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit über den
gesamten Zeitraum (act. G 1.13). Mit Schreiben vom 1. Juli 2013 nahm Dr. H._ zu
den Fragen des Rechtsanwalts des Versicherten, lic. iur. Th. Schönenberger, St.
Gallen, Stellung. Der Facharzt ging für jenen Zeitpunkt von einer gänzlichen
Arbeitsunfähigkeit aus (act. G 7.32).
B.
B.a In der Klage vom 8. Dezember 2014 stellte der Rechtsvertreter des Ansprechers,
Dr. iur. Eugen Mätzler, St. Gallen, die folgenden Rechtsbegehren (act. G 1): 1. Die
Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger Fr. 442'364.10 nebst Zins zu 5% seit 1.
Januar 2010 zu bezahlen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der
Beklagten.
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B.b In der Klageantwort vom 17. März 2015 beantragte die Beklagte, die Klage vom 8.
Dezember 2014 sei vollumfänglich abzuweisen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers (act. G 7).
B.c In der Replik vom 14. September 2015 änderte der Kläger das Rechtsbegehren
wie folgt (act. G 24): "Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger Fr. 256'998.20 nebst
Zins zu 5% seit 1. Januar 2010 zu bezahlen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge
zulasten der Beklagten." Die Reduktion der Forderung sei erfolgt, weil die Beklagte
nebst den Zahlungen an den Kläger von rund Fr. 370'000.- weitere rund Fr. 114'000.-
direkt an die ehemalige Arbeitgeberin geleistet habe sowie wegen der anteilsmässigen
Anrechnung des Bonus 2009 gemäss Vergleichsvereinbarung vom 6./7. Juni 2012.
B.d In der Duplik vom 11. Januar 2016 hielt die Beklagte an ihren Anträgen
vollumfänglich fest (act. G 32).

Erwägungen
1.
1.1 Das vorliegende Verfahren beschlägt Leistungen aus einer Zusatzversicherung zur
sozialen Krankenversicherung. Die Taggeldversicherung wurde abgeschlossen
zwischen der Versicherungsträgerin, der Winterthur Versicherungen AG, Winterthur
(Rechtsnachfolgerin: AXA Versicherungen AG, Winterthur; nachfolgend Beklagte), und
der Versicherungsnehmerin, die B._ AG, St. Gallen. Unbestritten ist, dass der Kläger
während des eingeklagten Zeitraumes bei der Beklagten für das Risiko der
Arbeitsunfähigkeit in Folge Krankheit kollektivversichert war. Die
Versicherungsbedingungen und -leistungen richten sich insbesondere nach der
Versicherungspolice Nr. XXXXXX (act. G 1.2), der Ergänzung zur Versicherungspolice
betreffend versicherter Höchstlohn vom 27. Juli 2009 (act. G 1.3) und den Allgemeinen
Vertragsbestimmungen für die „Die Krankentaggeldversicherung für das Personal“,
AVB Ausgabe 07.2006 (act. G 1.4, nachfolgend AVB).
1.2 Gemäss Art. F7 AVB kann die versicherte Person an ihrem schweizerischen
Arbeitsort Klage erheben. Der Kläger hatte seinen Arbeitsort in I._, womit die örtliche
Zuständigkeit des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen gegeben ist. Das Ver-
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sicherungsgericht entscheidet gemäss Art. 9 des Einführungsgesetzes zur
Schweizerischen Zivilprozessordnung (EG-ZPO; sGS 961.2) in Verbindung mit Art. 7
der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) als einzige kantonale Instanz
über Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach
dem Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10). Darunter werden
praxisgemäss auch Zusatzversicherungen subsumiert, auf die das Bundesgesetz über
den Versicherungsvertrag (VVG; SR 221.229.1) zur Anwendung gelangt (vgl. etwa BGE
138 III 2 E. 1.1). Damit ist vorliegend auch die Voraussetzung der sachlichen
Zuständigkeit erfüllt.
1.3 Vor der Klageanhebung beim Versicherungsgericht ist kein Schlichtungsverfahren
gemäss Art. 197 ff. ZPO durchzuführen (vgl. BGE 138 III 558 E. 4.6).
1.4 Die Eintretensvoraussetzungen sind erfüllt. Auf die Klage ist einzutreten.
2.
2.1 Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung unterstehen gemäss Art.
12 Abs. 2 und 3 KVG dem VVG. Streitigkeiten aus solchen Versicherungen sind
privatrechtlicher Natur (BGE 133 III 439 E. 2.1). Nach Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO gilt für
vermögensrechtliche Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen
Krankenversicherung nach KVG ohne Rücksicht auf den Streitwert das vereinfachte
Verfahren.
2.2 Da der Kläger anwaltlich und die Beklagte durch Mitarbeitende im eigenen
Rechtsdienst vertreten ist und der Kläger in der begründeten Klageschrift die
Tatsachenbehauptungen hinreichend substantiiert vorgebracht hat, zog die
Verfahrensleitung anstelle einer mündlichen Verhandlung einen doppelten
Schriftenwechsel in Betracht (vgl. Art. 246 Abs. 2 ZPO). Diese Absicht wurde den
Parteien mit Schreiben vom 18. März 2015 mitgeteilt und ihnen die Möglichkeit
eröffnet, innert angesetzter Frist dagegen zu opponieren, ansonsten ohne ihren
Gegenbericht davon ausgegangen werde, dass sie mit dem Verzicht auf die
Durchführung einer mündlichen Verhandlung einverstanden seien (vgl. act. G 8). Der
Rechtsvertreter des Klägers verzichtete mit Schreiben vom 31. März und 22. April 2015
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auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung (act. G 11, G 13). Die Beklagte
nutzte die ihr eröffnete Möglichkeit, gegen den Verzicht auf die Durchführung einer
mündlichen Verhandlung zu opponieren, nicht (act. G 16). Es ist daher von einem
einvernehmlichen Verzicht auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung
auszugehen (vgl. BGE 140 III 450). Die Klage wird daher basierend auf dem doppelten
Schriftenwechsel beurteilt.
2.3 Art. 247 Abs. 2 ZPO sieht vor, dass das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen
feststellt. Diese sogenannte abgeschwächte oder soziale Untersuchungsmaxime
gebietet es dem Gericht zwar, den Sachverhalt mit eigenen Mitteln abzuklären und mit
vertretbarem Aufwand zu einem hinreichend sicheren Beweisergebnis zu gelangen. Es
ist dabei nicht an die Beweisanträge gebunden und kann von sich aus Beweis erheben.
Die Parteien werden dadurch jedoch nicht von der Mitwirkung an der Erhebung der
Beweise und der Erstellung des Sachverhalts entbunden. Sie bleiben mitverantwortlich
für die Beweisführung und haben insbesondere die Beweismittel zu benennen und
beizubringen (vgl. PETER GUYAN in: KARL SPÜHLER/LUCA TENCHIO/DOMINIK
INFANGER [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2.
Aufl., Basel 2013, Art. 153 N 3 ff., insbes. N 9; FRANZ HASENBÖHLER in: THOMAS
SUTTER-SOMM/FRANZ HASENBÖHLER/CHRISTOPH LEUENBERGER [Hrsg.], ZPO
Kommentar, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013 [nachfolgend ZPO Kommentar], Art. 153
N 5 ff.; BERND HAUCK in: ZPO Kommentar, Art. 247 N 33; BGE 125 III 231 E. 4a und
107 II 233 E. 2c). Die Untersuchungsmaxime ändert auch nichts an der Beweislast.
Kann etwa das Bestehen einer entscheiderheblichen Tatsache durch das Gericht
weder bejaht noch verneint werden, entscheidet es gemäss Art. 8 des Schweizerischen
Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) nach Beweislastgesichtspunkten (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 28. Juli 2000, 4C.283/1999, E. 2b; HAUCK in: ZPO Kommentar,
Art. 247 N 37).
2.4 Im Zivilprozess gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 157 ZPO). Das
Gericht hat bei der Bewertung der erhobenen Beweise unabhängig von abstrakten
Regeln nach seiner eigenen Überzeugung darüber zu befinden, ob es eine behauptete
Tatsache als wahr oder unwahr einstuft. Dabei bleibt es dem Gericht überlassen, die
Kraft eines Beweismittels nach seiner Überzeugung festzulegen. Aus Sicht der ZPO
sind die verschiedenen Beweismittel gleichwertig (vgl. HASENBÖHLER in: ZPO
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Kommentar, Art. 157 N 8 f.). Erachtet das Gericht die rechtserheblichen tatsächlichen
Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den
Prozess ohne Weiterungen abschliessen (vgl. auch THOMAS WEIBEL in: ZPO
Kommentar, Art. 183 N 8 ff.).
3.
3.1 Der Kläger machte in der Klage vom 8. Dezember 2014 weitergehende
Taggeldansprüche im Umfang von Fr. 442'364.10 nebst Zins zu 5% seit Januar 2010
geltend (act. G 1). In der Replik reduzierte er die Forderung auf Fr. 256'998.20 nebst
Zins zu 5% seit Januar 2010 (act. G 24). Zur Begründung der Forderung führt der
Kläger insbesondere aus, dass bei der Krankentaggeldberechnung der zugrunde
gelegte Verdienst nicht korrekt ermittelt bzw. nicht sämtliche Lohnbestandteile
berücksichtigt worden seien. Zudem sei nicht von einer 80%igen, sondern von einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (act. G 1, G 24). Die Beklagte vertritt den
Standpunkt, dass sie keine weiteren Taggelder schulde (act. G 7, G 32). Zur
Begründung führt sie insbesondere an, dass nicht von einer 100%igen, sondern nur
von einer 80%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Zudem müsse sich der Kläger
aufgrund der Schadensminderungspflicht anrechnen lassen, was er in einer
leidensangepassten Tätigkeit hätte verdienen können. Hinsichtlich des versicherten
Verdienstes sei nicht auf den in der Versicherungspolice genannten versicherten
Höchstlohn, sondern auf den AHV-Lohn abzustellen. Dieser setze sich zusammen aus
dem Grundgehalt (Fr. 297'600.-), dem Bonus für das Jahr 2008 (Fr. 84'800.-) und dem
Privatanteil an der Nutzung des Geschäftswagens (Fr. 8'518.-), insgesamt Fr.
390'918.-. Nicht zu berücksichtigen seien die Repräsentationsspesen (Fr. 20'400.-) und
die weitere Bonuszahlung von Fr. 106'000.-. Der Taggeldanspruch betrage Fr.
479'815.- (Taggeldansatz [Fr. 390'918.- x 0.8 / 365 Tage] x Anspruchsdauer [700 Tage]
x Arbeitsunfähigkeitsgrad [80%]). Da bereits Fr. 484'756.80 an Taggeldern ausbezahlt
worden seien, habe der Kläger keinen weiteren Taggeldanspruch gegenüber der
Beklagten (vgl. act. G 7.46).
3.2 Die krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit des Klägers begann
unbestrittenermassen am 9. Januar 2009 (act. G 7.2). Gemäss Versicherungspolice
sind Krankentaggelder während maximal 730 Tagen abzüglich einer Wartefrist von 30
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Tagen versichert (act. G 1.2 f.). Der taggeldrelevante Zeitraum umfasst folglich die Zeit
vom 8. Februar 2009 bis 8. Januar 2011.
3.3 Gemäss Schreiben vom 2. Oktober 2013 bezahlte die Beklagte Krankentaggelder
im Betrag von Fr. 370'786.60 (act. G 1.14). Dieser Betrag setzt sich aus folgenden
Teilzahlungen zusammen (vgl. act. G 7.46): Fr. 153'284.00 (Buchungsdatum:
24.11.2009), Fr. 34'570.35 (07.04.2011), Fr. 162'711.25 (08.08.2011) und Fr. 20'221.00
(24.02.2012). Am 13. Juni 2012 zahlte die Beklagte weitere Taggelder im Umfang von
Fr. 113'970.20 an die Versicherungsnehmerin (act. G 7.47). Die bisher ausbezahlten
Taggelder belaufen sich somit auf insgesamt Fr. 484'756.80 (act. G 7 S. 18, G 24 S.
14).
3.4 Streitig und damit zu prüfen ist der Anspruch des Klägers auf weitere bzw. höhere
Taggelder für die Zeit vom 8. Februar 2009 bis 8. Januar 2011.
4.
4.1 Der Kläger begründet seine (weitergehende) Taggeldforderung insbesondere
damit, dass er während dem versicherungstechnisch relevanten Zeitraum zu 100%
arbeitsunfähig gewesen sei, was durch ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen
belegt sei (act. G 1 S. 4, G 1.6 - G 1.13).
4.2 Der Anspruch auf Taggelder setzt eine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit
voraus. Diese muss ärztlich festgestellt sein und im Ausmass mindestens 25%
betragen (Art. C1 Abs. 1 AVB). Bei voller Arbeitsunfähigkeit wird das in der
Versicherungspolice aufgeführte Taggeld bezahlt. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit
richtet sich die Höhe nach dem Ausmass der Arbeitsunfähigkeit; weniger als 25%
ergeben jedoch keinen Anspruch (vgl. Art. C2 Abs. 1 f. AVB). Ab Beginn der
Auszahlung einer IV-Rente entspricht das Taggeld maximal dem
Erwerbsunfähigkeitsgrad des IV-Entscheids (Art. C2 Abs. 3 AVB).
4.3 Der Kläger macht geltend, seit 9. Januar 2009 an einer depressiven Erkrankung zu
leiden, was von der Beklagten anerkannt wird. Im Arztbericht vom 9. April 2009 stellten
Dr. med. J._, Oberarzt, und Dr. med. K_, Assistenzärztin, Max-Planck-Institut für
Psychiatrie, die Diagnose schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen
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(ICD-10: F32.3; act. G 7.6). Der psychiatrische Gutachter Dr. D._ stellte im Gutachten
vom 31. Oktober 2009 gleichfalls die Diagnose schwere depressive Episode mit
psychotischen Symptomen (ICD-10: F32.3; act. G 1.6 S. 16). Facharzt E._ ging in
den Arztberichten vom 26. Februar und 6. April 2010 von einer schweren depressiven
Episode (ICD-10: F32.2; act. G 1.7) bzw. von einer depressiven Episode, gegenwärtig
remittiert (ICD-10: F32.4; act. G 1.8) aus. Dr. G._ nannte in den Arztberichten vom 1.
September 2010 und 25. Februar 2011 als Diagnose mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit eine schwere depressive Episode, mit psychotischen Merkmalen
(ICD-10: F32.3; act. G 1.9, G 1.11). Bei den gestellten Diagnosen handelt es sich um
Krankheiten im Sinne von Art. B1 Abs. 1 AVB.
4.4 Uneinig sind sich die Parteien hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeit des Klägers.
4.4.1 Folgende Arztberichte äussern sich zur Arbeitsunfähigkeit:
Aussteller Datum Arbeitsunfähigkeit des
Klägers act.
Dr. J._,
Dr. K_ 09.04.2009 100% seit mindestens
23.01.2009 G 7.6
Dr. D._ 31.10.2009 100% für alle
Tätigkeiten G 1.6 S. 18
Dr. G._, Dr. L._
07.04.2010 100% mindestens bis zum Klinikaustritt am
23.12.2009 G 7.11
Dr. G._ 16.07.2010 100% als
Vorstandsvorsitzender G 7.16
Dr. G._ 01.09.2010 80% als Vorstandsvorsitzender;
Leistungsfähigkeit 20%; bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar; seit Jan.
2009 G 1.9 S. 2 f.
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Dr. G._ 15.11.2010 80% Leistungsminderung um
80%; diverse Einschränkungen wie keine Bildschirmarbeit, benötigt Hilfe am
Arbeitsplatz; seit 21.01.2009 G 7.19
Aussteller Datum Arbeitsunfähigkeit des
Klägers act.
Dr. G._ 25.02.2011 80% kann die Funktion als
Vorstandsvorsitzender nicht mehr ausüben; nur Arbeiten mit weniger Verantwortung
sind noch möglich G 1.11 S. 3
Dr. G._ 12.05.2011 100% seit
23.01.2009 G 7.25
Dr. H._ 12.06.2012
100% G 1.12
Dr. G._ 09.07.2012 100% bezogen auf die bisherige
Tätigkeit;
80%ige AUF für "einfachere" Tätigkeiten; seit
23.01.2009 G 1.13
Folgende Klinikaufenthalte sind aktenkundig:
Dauer (von, bis)
Klinik Art act.
23.01.2009 21.08.2009 Max-Planck-Institut
stationär G 1.10
23.08.2009 28.08.2009 Max-Planck-Institut
stationär G 1.10
31.08.2009 22.09.2009 Max-Planck-Institut
stationär G 1.10
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24.09.2009 07.12.2009 Max-Planck-Institut
stationär G 1.10
07.12.2009 11.12.2009 Max-Planck-Institut
Tagesklinik G 1.10
14.12.2009 18.12.2009 Max-Planck-Institut
Tagesklinik G 1.10
21.12.2009 23.12.2009 Max-Planck-Institut
Tagesklinik G 1.10
29.12.2009 05.02.2010 F._
stationär G 1.7
10.03.2010 20.03.2010 F._
stationär G 1.8
15.06.2010 17.06.2010 Max-Planck-Institut
Tagesklinik G 1.10
21.06.2010 25.06.2010 Max-Planck-Institut
Tagesklinik G 1.10
28.06.2010 30.06.2010 Max-Planck-Institut
Tagesklinik G 1.10
01.07.2010 21.07.2010 Max-Planck-Institut
Stationär G 1.10
16.11.2010 23.12.2010 Max-Planck-Institut
Stationär G 1.10
4.4.2 Im versicherungstechnisch relevanten Zeitraum vom 9. Januar 2009 bis 8.
Januar 2011 war der Kläger während rund 15 Monaten in stationärer bzw.
tagesklinischer Behandlung. Da die Behandlungsbedürftigkeit ausgewiesen ist und
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diese von der Beklagten auch nicht bestritten wird, ist an Tagen mit Klinikaufenthalt
(stationär oder Tagesklinik) von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit des Klägers
auszugehen, da selbst eine allfällige Restarbeitsfähigkeit nicht bzw. nicht in zumutbarer
Weise wirtschaftlich hätte verwertet werden können.
4.4.3 Hinsichtlich der Zeitspannen ohne Hospitalisation bzw. Tagesklinikaufenthalt
des Klägers ist festzuhalten, dass lediglich in drei Fällen diese länger als einen Monat
dauerten (6. Februar bis 9. März 2010, 21. März bis 14. Juni 2010 und 22. Juli bis 15.
November 2010) und für diese Zeitabschnitte ebenfalls ärztliche
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen vorliegen. In Würdigung der medizinischen
Aktenlage (vgl. Erwägung 4.4.1) ist festzustellen, dass der Kläger wegen seiner
depressiven Erkrankung die bisherige Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender bzw. CEO
auch während der Zeitabschnitte ohne Hospitalisation bzw. Tagesklinikaufenthalt nicht
mehr wirtschaftlich bzw. nutzbringend (für einen potentiellen Arbeitgeber) hätte
einsetzen können, weil die Zeitabschnitte ohne Klinikaufenthalt jeweils nur wenige
Wochen bzw. Monate umfassten, die Zeiten mit Klinik¬aufenthalt deutlich überwogen
und eine Leistungsfähigkeit von (höchstens) 20% bei dieser anspruchsvollen
Führungsfunktion zu gering ist, denn um den Anforderungen des Betriebes (und den
Erwartungen der Kunden) gerecht werden zu können, muss doch ein
Vorstandsvorsitzender bzw. CEO in hohem Masse (auch kurzfristig) verfügbar und
leistungsfähig sein. Vorliegend ist jedoch davon auszugehen, dass der Kläger
insbesondere anspruchsvolle Aufgaben wie die Wahrnehmung der
Führungsverantwortung, die strategische Geschäftsentwicklung und die Akquisition
und Pflege von Gross-/Schlüssel¬kunden nicht mehr hätte (gebührend bzw.
ausreichend) wahrnehmen können. So führt die Beklagte in der Klageantwort selbst
aus (act. G 7 S. 11): "Denn es ist offensichtlich, dass bei einer Arbeitsunfähigkeit von
80% die vertragsgemässe Ausübung einer Funktion als CEO eines Unternehmens nicht
oder nur beschränkt möglich ist und einem Patienten auch nicht zwingend zugemutet
werden kann." Vorliegend muss zudem aufgrund der schweren depressiven
Erkrankung und in Anbetracht der häufigen und längeren Klinikaufenthalte mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass eine allfällige
geringe Arbeitsfähigkeit auch nicht in zumutbarer Weise in einer anderen Tätigkeit bzw.
in einem anderen Beruf hätte wirtschaftlich verwertet werden können (vgl. Art. B4 Abs.
1 AVB). So ist denn auch weder aktenkundig noch wird von der Beklagten geltend
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gemacht, dass sie den Kläger aufgefordert und gemahnt hat, seine Restarbeitsfähigkeit
in einem anderen Beruf oder Aufgabengebiet zu verwerten. Dementsprechend ist auch
hinsichtlich einer Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabengebiet von einer
gänzlichen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (vgl. Art. B4 Abs. 1 i.V.m. Art. D1 Abs. 3 f.
AVB; act. G 7 S. 14).
4.5 Im Weiteren macht die Beklagte geltend, dass das Taggeld gemäss Art. C2 Abs. 3
AVB nach dem Erwerbsunfähigkeitsgrad gemäss dem Entscheid der
Invalidenversicherung zu bemessen sei. Während die Beklagte in der Klageantwort
wegen der verspäteten IV-Anmeldung die Anwendung des Erwerbsunfähigkeitsgrades
von 80% gemäss IV-Entscheid vom 14. Juni 2011 ab dem 23. Januar 2010 forderte,
machte sie in der Duplik die Anwendbarkeit nur noch ab Beginn der Auszahlung der IV-
Rente, d.h. ab dem 1. Dezember 2010, geltend (act. G 7 S. 13, G 32 S. 11).
4.5.1 Zur Abstellung auf den Erwerbsunfähigkeitsgrad gemäss IV-Entscheid ist
grundsätzlich festzustellen, dass eine entsprechende Regelung in der Vertragspolice
bzw. den inkludierten AVB aufgrund der privatrechtlichen Vertragsfreiheit grundsätzlich
statthaft ist. Speziell im vorliegenden Fall ist, dass dem Kläger eine ganze IV-Rente auf
der Basis eines Invaliditätsgrades von 80% zugesprochen worden war, was dazu führt,
dass eine selbständige Anfechtung der Rentenverfügung in Bezug auf den
Invaliditätsgrad rechtsprechungsgemäss am fehlenden Rechtsschutzinteresse scheitert
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 17. Mai 2011, 9C_858/2010, E. 2.3.2). Da der
Versicherungsnehmer (und der Kläger als Anspruchsberechtigter) beim Abschluss des
Versicherungsvertrages nicht mit der fehlenden gerichtlichen Überprüfbarkeit in dieser
speziellen Konstellation rechnen musste, kann bei Zusprache einer ganzen IV-Rente
nicht unbesehen auf den Invaliditätsgrad gemäss IV-Entscheid abgestellt werden,
weshalb - zumindest bei entsprechend begründeten Begehren des
Anspruchsberechtigten - im Rahmen der Leistungsprüfung eine Überprüfung des
Erwerbsunfähigkeitsgrades bzw. des Arbeitsunfähigkeitsgrades (Art. B 4 AVB)
vorzunehmen ist, bzw. dieser im Falle der Klage der gericht¬lichen
Überprüfungsbefugnis unterliegt.
4.5.2 Da vom Kläger gestützt auf ärztliche Zeugnisse ein Arbeitsunfähigkeitsgrad
(Art. B 4 AVB) von 100% geltend gemacht wird, kann nicht unbesehen auf den
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Invaliditätsgrad von 80% gemäss IV-Entscheid abgestellt werden, sondern es ist (auch)
für die Zeit ab Zahlung der Invalidenrente die Arbeitsfähigkeit des Klägers zu
bestimmen. In krankentaggeldrechtlicher Hinsicht ist aufgrund der vorliegenden
Arztberichte, des stationären Klinik¬aufenthaltes von 23. November bis 23. Dezember
2010 sowie in Anbetracht der fehlenden wirtschaftlichen bzw. unzumutbaren
Verwertbarkeit einer allfälligen geringen Restarbeitsfähigkeit (vgl. Erwägung 4.4) auch
für die Zeit vom 1. Dezember 2010 bis 8. Januar 2011 von einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
4.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass während des gesamten
taggeldrelevanten Zeitraumes vom 8. Februar 2009 bis 8. Januar 2011 grundsätzlich
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit des Klägers auszugehen ist.
5.
Im Weiteren ist zu klären, welcher Schaden von der Taggeldversicherung gedeckt ist
bzw. wonach sich der Leistungsanspruch des Klägers im Schadensfall bemisst.
5.1 Gemäss Art. C3 AVB wird der Schaden nach dem versicherten Lohn bemessen.
Als Grundlage für die Bemessung der Taggelder gilt gemäss Abs. 1 dieser Bestimmung
der letzte vor Krankheitsbeginn im versicherten Betrieb bezogene AHV-Lohn, welcher
auf ein volles Jahr umgerechnet und durch 365 geteilt wird (Abs. 4). Noch nicht
bezahlte Lohnbestandteile, auf die ein Rechtsanspruch besteht, werden berücksichtigt
(Abs. 3). Unterliegt der Lohn starken Schwankungen, so wird auf einen angemessenen
Durchschnittslohn pro Tag abgestellt (Abs. 5).
5.2 Vorliegend ist daher von einer Schadensversicherung auszugehen, denn der
Versicherer, der für die effektiven Kosten einer Gesundheitsschädigung - wie den
Verdienstausfall - aufkommt, deckt einen Schaden, indem er die dem Versicherten
durch das Ereignis entstandene Vermögenseinbusse ausgleicht (BGE 104 II 44 ff.; vgl.
Art. 48 ff VVG). Danach ist die Leistungspflicht auf den wirtschaftlichen Schaden
beschränkt, der dem Anspruchsberechtigten durch das schädigende Ereignis
entstanden ist; der Anspruchsberechtigte soll aus dem Schadensereignis keinen
wirtschaftlichen Vorteil ziehen können (JÜRG NEF, in: Honsell et al., Kommentar zum
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Schweizerischen Privatrecht, VVG, Basel 2001 [nachfolgend VVG-Kommentar],
Vorbemerkungen zu Art. 48 Rz 2). Dass die AVB für die Feststellung des Schadens
zwar auf eine vergangene Grösse (letztes Erwerbseinkommen) abstellen, welche
möglicherweise nicht dem durch das versicherte Ereignis tatsächlich eingetretenen, nur
hypothetisch berechenbaren Schaden entspricht, liegt im Rahmen der privatrechtlichen
Vertragsfreiheit und ist nicht zu beanstanden.
5.3 Während der Kläger den Standpunkt vertritt, dass die Taggelder auf der Basis
eines Jahreslohns von Fr. 530'000.- zu ermitteln seien (vgl. act. G 1 S. 6 ff., G 24 S. 8
ff.), geht die Beklagte davon aus, dass gemäss Art. C3 Abs. 1 AVB auf den AHV-Lohn
abzustellen sei, denn bei dem in der Versicherungspolice genannten Betrag von Fr.
530'000.- handle es sich nur um den maximal versicherten Lohn (act. G 7 S. 16 f., G 32
S. 6 ff.). Festzustellen ist diesbezüglich, dass gemäss den Zusatzvereinbarungen zur
Versicherungspolice in Abweichung zum allgemein versicherten Jahreshöchstlohn von
Fr. 250'000.- (vgl. Art. C3 Abs. 7 AVB) dieser für den Kläger auf Fr. 400'000.- und ab 1.
Juli 2009 auf Fr. 530'000.- erhöht worden war (act. G 1.2 S. 3, G 1.3, G 7.45). Aufgrund
der verwendeten Formulierungen "abweichender Jahreshöchstlohn 400'000" (act. G
1.2 S. 3) und "versicherter Höchstlohn CHF 530'000 pro Person und Jahr" (act. G 1.3)
sowie den weiteren Versicherungsbestimmungen, dass die "effektiven Löhne"
versichert seien (vgl. Art. 56 Ziff. 4 EVB: "Massgebend für die Lohndeklaration sind die
Löhne bis zum versicherten Höchstlohn", act. G 1.2 S. 4, G 1.3 S. 1), ist davon
auszugehen, es sei die Absicht der Vertragsparteien gewesen, dass sich der
versicherte Verdienst nach dem effektiv vergüteten Lohn bzw. dem AHV-Lohn richtet
und es sich bei den genannten Beträgen von Fr. 400'000.- und Fr. 530'000.- um eine
obere Begrenzung des versicherten Lohnes handelt, ansonsten nicht der
Wortbestandteil "höchst" (Höchstlohn bzw. Jahreshöchstlohn) verwendet worden wäre.
Anzumerken ist, dass ohne diese abweichende Vereinbarung zugunsten des Klägers
dessen Lohn nur bis Fr. 250'000.- versichert gewesen wäre (vgl. Art. C3 Abs. 7 AVB).
Die vertragliche Vereinbarung zur Begrenzung des versicherten Höchstlohnes ist denn
auch keine ungewöhnliche Vertragsbestimmung und aus versicherungstechnischer
Sicht durchaus zweckmässig und zielführend zur Haftungslimitierung. Die vom Kläger
angerufene Bestimmung, dass für Personen, die in der Police namentlich aufgeführt
sind, der Jahreslohn gilt, der mit der Versicherungsträgerin im Voraus vereinbart wurde
(vgl. Art. C3 Abs. 6 Satz 1 AVB), ist vorliegend nicht von Relevanz, denn bei den
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vereinbarten Beträgen von Fr. 400'000.- bzw. Fr. 530'000.- handelt es sich nicht um
einen im Voraus vereinbarten Jahreslohn, von welchem im Schadensfall - unbesehen
des effektiv erzielten Lohns - auszugehen wäre (Summenversicherung), sondern - wie
zuvor dargelegt - lediglich um eine Begrenzung des maximal versicherten Lohns.
5.4 Nachfolgend ist der versicherungstechnisch relevante AHV-Lohn des Klägers im
Jahr vor der Erkrankung zu bestimmen.
5.4.1 Gemäss der Zielvereinbarung vom 31. Januar 2008 zwischen Kläger und
Arbeitgeberin (act. G 1.15) setzt sich der Lohn des Klägers zusammen aus dem fixen
Grundlohn (monatliche Teilzahlungen) und zwei von der Zielerreichung abhängigen
Beträgen (Variable 1: pers./qualitative Zielerreichung; Variable 2: EVA "earnd value
added") sowie Pauschalspesen. Das Verhältnis zwischen fixem Grundlohn und den
variablen Bonuszahlungen liegt gemäss Zielvereinbarung bei rund 60% zu 40%.
5.4.2 Unbestritten ist, dass der fixe Grundlohn in der Höhe von Fr. 297'600.- pro
Jahr zum versicherten Lohn zählt (act. G 1 S. 8, G 1.15, G 7 S. 14)
5.4.3 Hinsichtlich der variablen Lohnzahlungen ist festzustellen, dass eine
Bonuszahlung (Provision) in der Höhe von Fr. 80'000.- im Mai 2008 ausbezahlt wurde
(act. G 1.17, G 7.39; G 24.1, E-Mail vom 9. Mai 2008). Weitere Bonuszahlungen in der
Höhe von Fr. 84'800.- und Fr. 106'000.- wurden nach Erledigung der arbeitsrechtlichen
Auseinandersetzung ausbezahlt (vgl. Vergleichsvereinbarung vom 6./7. Juni 2012, act.
G 1 S. 8, G 1.19). Während der Kläger den Standpunkt vertritt, dass die beiden
erstgenannten Boni das Jahr 2008 und letzterer das Jahr 2009 betreffen (act. G 1 S. 8;
G 1.20), stimmte die Beklagte erst in der Duplik dieser Zuordnung der Boni zu (act. G 7
S. 14 f., G 7.42, G 32 S. 9). Vor dem Hintergrund von Art. C3 Ziff. 5 AVB erscheint es
gerechtfertigt, auf die effektiven Einkommenszahlen für das Jahr 2008 abzustellen,
zumal für das Jahr 2009 aufgrund des frühen Eintritts der Arbeitsunfähigkeit keine
repräsentativen Zahlen vorliegen. Dementsprechend ist, basierend auf den
Bonuszahlungen für das Jahr 2008 von Fr. 80'000.- und Fr. 84'800.-, von einem
versicherten variablen Lohn von Fr. 164'800.- auszugehen.
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5.4.4 Im Weiteren ist unbestrittenermassen der Privatanteil an der Nutzung des
Geschäftswagens in der Höhe von Fr. 8'518.- pro Jahr beim versicherten Lohn zu
berücksichtigen (act. G 1 S. 9, G 7 S. 16).
5.4.5 Unterschiedlicher Ansicht sind die Parteien bezüglich der Berücksichtigung
der pauschalen Spesenentschädigung von jährlich Fr. 20'400.-. Gemäss Art. C3 AVB
ist nur der AHV-Lohn versichert. Die Berücksichtigung von Zahlungen als AHV-Lohn
bestimmt sich nach Art. 7 ff. der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung [AHVV; SR 831.101]. So gehören
Unkostenentschädigungen nicht zum massgebenden Lohn (Art. 7 AHVV). Als Unkosten
gelten Auslagen, die dem Arbeitnehmer bei der Ausführung seiner Arbeit entstehen
(Art. 9 Abs. 3 AHVV; vgl. dazu auch die Wegleitung über den massgebenden Lohn in
der AHV, IV und EO des Bundesamtes für Sozialversicherungen BSV, gültig ab 1.
Januar 2008, Rz. 3001 ff.). Von den ausbezahlten fixen Spesen von Fr. 1'700.- pro
Monat (Fr. 20'400.- pro Jahr) wurden denn auch keine AHV-Beiträge abgezogen (vgl.
bspw. act. G 1.16, G 7.40). Der Kläger hat auch nicht dargetan, dass es sich bei den
Pauschalspesen um einen Lohn im Rechtssinne, mithin um ein Entgelt für erbrachte
Leistung im Sinne von Art. 319 OR handelt. Gemäss der Bemerkung im Lohnausweis
des Jahres 2008 vom 26. Januar 2009 wurde das Spesenreglement der B._ AG
durch den Kanton St. Gallen am 25. September 2007 genehmigt (act. G 1.17), weshalb
mangels gegenteiliger Indizien davon auszugehen ist, dass die ausgerichtete pauschale
Spesenentschädigung lediglich eine Vergütung für die dem Kläger bei der Ausführung
seiner Arbeit entstandenen Auslagen ist. Da die pauschale Spesenentschädigung
folglich kein Bestandteil des AHV-Lohnes ist, gehört sie gemäss den anwendbaren
AVB auch nicht zum versicherten Lohn. Daran vermag der Einwand des Klägers, dass
die Beklagte im Schreiben vom 11. März 2013 (act. G 7.31) die Pauschalspesen als
versicherten Lohn einstufte, nichts zu ändern, denn diese Aussage ist nicht als
Schuldanerkennung (ohne Rechtsgrund) zu sehen (vgl. Art. 17 OR), zumal die
Rechtsvertreter der Parteien damals Vergleichsverhandlungen vorbereiteten bzw.
führten (vgl. act. G 1.14).
5.4.6 Der versicherungstechnisch relevante AHV-Lohn des Klägers beträgt folglich
Fr. 470'918.- (Fr. 297'600.- + Fr. 164'800.- + Fr. 8'518.-).
6.
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6.1 Gemäss der Versicherungspolice entspricht das bei 100%iger Arbeitsunfähigkeit
entrichtete Krankentaggeld grundsätzlich 80% des versicherten Lohnes. Vorliegend ist
die vertragliche Begrenzung des versicherten jährlichen Höchstlohnes (Fr. 400'000.- bis
30. Juni 2009 und Fr. 530'000.- ab 1. Juli 2009) zu beachten (vgl. act. G 1.2 S. 3, G 1.3,
G 7.45). Der Taggeldansatz bei 100%iger Arbeitsunfähigkeit beträgt demzufolge bis 30.
Juni 2009 Fr. 876.70 (Fr. 400'000.- / 365 Tage x 0.8) und ab 1. Juli 2009 Fr. 1'032.15
pro Tag (Fr. 470'918.- / 365 Tage x 0.8).
6.2 Der Taggeldanspruch des Kläger beläuft sich bei 100% Arbeitsunfähigkeit für die
Zeit vom 8. Februar 2009 bis 8. Januar 2011 auf Fr. 700'275.65 (8. Februar bis 30. Juni
2009: 143 Tage zu Fr. 876.70 und 1. Juli 2009 bis 8. Januar 2011: 557 Tage zu Fr.
1'032.15).
6.3 Nachfolgend sind die von der Beklagten geltend gemachten Leistungskürzungen
zu prüfen.
6.3.1 Die Beklagte macht eine Leistungskürzung wegen verspäteter IV-Anmeldung
im Umfang von Fr. 2'532.- geltend (G 7 S. 6 f., G 32 S. 11 Rz. 27). Gemäss Art. D1 Abs.
1 AVB ist der Versicherte verpflichtet, einen voraussichtlichen Leistungsanspruch bei
der IV anzumelden. Verweigert er nach Aufforderung der Versicherung die Anmeldung
bei der IV, werden die Taggeldleistungen ab dem 365. Tag seit Beginn der
Arbeitsunfähigkeit um den Betrag der maximalen einfachen IV-Rente gekürzt. Die
Beklagte forderte den Kläger mit Brief vom 27. Juli 2009 und Erinnerungsschreiben
vom 9. September 2009 zur Anmeldung bei der Invalidenversicherung auf (act. G 7.36
f.). Mit Schreiben vom 15. Januar 2010 informierte die Beklagte den Kläger, dass sie
wegen der verspäteten IV-Anmeldung die Leistungen ab 1. Januar 2010 um die
maximale IV-Rente kürzen werde (act. G 7.21, G 7.38). Trotz wiederholter Aufforderung
meldete sich der Kläger erst am 14. Juni 2010 zum Bezug von Leistungen bei der
Invalidenversicherung an (act. G 7.35). Der Kläger erhielt infolgedessen nicht bereits ab
dem 1. Januar sondern erst ab dem 1. Dezember 2010 eine Rente der
Invalidenversicherung. Die Beklagte ist daher grundsätzlich berechtigt, die
Versicherungsleistungen ab 8. Januar 2010 um den Betrag der maximalen einfachen
IV-Rente zu kürzen. Die maximale einfache IV-Rente betrug im Jahr 2010 Fr. 2'280.-
pro Monat. Demzufolge könnte die Beklagte die zu leistenden Taggelder im Zeitraum
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vom 8. Januar 2010 bis 30. November 2010 um Fr. 24'565.15 kürzen (Januar 2010:
1'765.15 [2'280.- / 31 x 24]; Februar bis November 2010: Fr. 22'800.- [10 x 2'280.-]).
Zudem könnte sie gemäss Art. C4 Abs. 1 AVB ihre Taggelder im Zeitraum vom 1.
Dezember 2010 bis 8. Januar 2011 um die dem Kläger ausgerichtete IV-Rente von Fr.
261.45 kürzen (Dezember 2010: Fr. 207.-, 1. bis 8. Januar 2011: Fr. 54.45 [Fr. 211.- / 31
x 8]; vgl. IV-Verfügung vom 14. Juni 2011, act. G 7.35). Die Beklagte könnte folglich die
zu leistenden Taggelder im Zeitraum vom 8. Januar 2010 bis 8. Januar 2011 um
insgesamt Fr. 24'826.60 (Fr. 24'565.15 + Fr. 261.45) kürzen. Sie hat eine
Leistungskürzung wegen verspäteter IV-Anmeldung jedoch nur in der Höhe von Fr.
2'532.- geltend macht. Dies muss dahingehend interpretiert werden, dass sie ihre
Leistungskürzungsberechtigung gemäss Art. D1 Abs. 1 und Art. C4 Abs. 1 AVB
selbstgewählt auf den Betrag beschränkt hat, welcher der Kläger bei rechtzeitiger IV-
Anmeldung als Rente erhalten hätte. Da dies im Ermessen der Beklagten liegt, ist die
zu berücksichtigende Leistungskürzung auf den geltend gemachten Betrag von Fr.
2'532.- zu beschränken (vgl. act. G 7 S. 7 Rz. 17, act. G 32 S. 11 Rz. 27).
6.3.2 Im Weiteren verlangt die Beklagte die Anrechnung der Boni (Fr. 106'000.- und
Fr. 84'800.- abzüglich Fr. 1'858.65 [anteilsmässige Kürzung für die Zeit vom 1. bis 8.
Januar 2009, als der Kläger noch nicht krank war]) im Umfang von Fr. 188'941.35 (act.
G 32 S. 10). Der Kläger vertritt diesbezüglich den Standpunkt, dass nur der Bonus von
Fr. 106'000.- im Umfang von 80% und entsprechend der Anzahl Tage mit
Taggeldanspruch (335 Tage, 8. Februar bis 31. Dezember 2009) zu berücksichtigen sei
(act. G 1 S. 9). Diesbezüglich ist festzustellen, dass sich die Anrechenbarkeit von Boni
an den Taggeldanspruch aus der Versicherungspolice und insbesondere den AVB
ergibt, denn die Grundlage der Entschädigungspflicht ist der wirtschaftliche Schaden
bzw. der entgangene versicherte Verdienst (vgl. Art. A1 AVB). Folglich reduziert sich der
Schaden (vgl. Erwägung 5) um die trotz Arbeitsunfähigkeit vom Arbeitgeber erhaltenen
Leistungen, wie vorliegend die Boni (Provisionen). Relevant bei der zeitlichen
Zuordnung von Boni ist nicht wann, sondern für welchen Zeitraum bzw. für welches
Kalenderjahr diese ausgerichtet worden sind (vgl. Art. C3 Abs. 3 AVB). Der Bonus von
Fr. 84'800.- ist vorliegend unbeachtlich, da dieser dem Geschäftsjahr 2008 zuzuordnen
ist. Der Bonus von Fr. 106'000.- ist - entsprechend der Vergleichsvereinbarung vom
6./7. Juni 2012 zwischen dem Kläger und der Arbeitgeberin (act. G 1.19) - dagegen
dem Geschäftsjahr 2009 zuzuordnen und im Verhältnis zu den Tagen ohne
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Taggeldanspruch zu kürzen. Die Beklagte leistete Taggelder erst für die Zeit nach der
vereinbarten Wartezeit, d.h. ab dem 8. Februar 2009 (vgl. Art. C6 Abs. 1 i.V.m. Art. C8
AVB, act. G 1.2 f., G 32 S. 10). Während der Wartezeit war denn auch der Arbeitgeber,
da die vereinbarte Wartefrist mehr als drei Tage beträgt, zur Lohnfortzahlung
verpflichtet. Der vom versicherten Verdienst (vgl. Erwägung 5.4.6 und 6.1) in Abzug zu
bringende Bonusanteil - da der Bonus trotz Arbeitsunfähigkeit entrichtet wurde -
beträgt demzufolge Fr. 94'964.40 (Fr. 106'000.- / 365 x [365 - 8 - 30]). Wird dieser
Betrag nicht mit dem versicherten Verdienst, sondern direkt mit dem Taggeldanspruch
verrechnet und entspricht das Taggeld nicht 100%, sondern wie vorliegend 80% des
versicherten Verdienstes, so ist der in Abzug zu bringende Bonusanteil entsprechend
zu reduzieren (vgl. act. G 1.2 f.). Folglich beträgt der vom Taggeldanspruch in Abzug zu
bringende Betrag Fr. 75'971.50 (Fr. 94'964.40 x 0.8).
7.
7.1 Der Taggeldanspruch des Kläger für die Zeit vom 8. Februar 2009 bis 8. Januar
2011 beläuft sich nach vorgenommener Kürzung wegen der verspäteten IV-Anmeldung
(Fr. 2'532.-; vgl. Erwägung 6.3.1) und nach Abzug des Bonusanteils (Fr. 75'971.50; vgl.
Erwägung 6.3.2) auf Fr. 621'772.15. Die Beklagte hat bisher Taggelder in der Höhe von
Fr. 484'756.80 ausbezahlt (vgl. Erwägung 3.3). Folglich besteht ein Anspruch des
Klägers auf weitergehende Taggelder im Umfang von Fr. 137'015.35 (Fr. 621'772.15 -
Fr. 484'756.80).
7.2 Auf den Taggeldnachzahlungen macht der Kläger seit 1. Januar 2010
Verzugszinsen von 5% geltend (act. G 1).
7.2.1 Die in erster Linie anwendbaren AVB enthalten keine Bestimmungen zum
Verzug und zur allfälligen Pflicht der säumigen Partei, Verzugszinsen zu bezahlen. In
diesem Fall richtet sich die Verzugszinspflicht insb. nach Art. 102 ff. des
Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches
(Fünfter Teil: Obligationenrecht, OR; SR 220; vgl. BGE 119 V 135 E. 4c, Urteile des
Bundesgerichts vom 2. August 2011, 9C_334/2011, E. 4.1, und vom 9. Juli 2007, B
136/06, E. 6.2). Nach Art. 41 Abs. 1 VVG wird die Forderung aus dem
Versicherungsvertrag mit dem Ablauf der Deliberationsfrist von vier Wochen von dem
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Zeitpunkt an gerechnet fällig, in dem der Versicherer Angaben erhalten hat, aus denen
er sich von der Richtigkeit des Anspruchs überzeugen kann. Nach der herrschenden
Lehre wird mit dieser Regelung allein kein Verfalltag statuiert, der eine Mahnung
entbehrlich macht, da es eine Auslegungsfrage ist, wann der Versicherer alle
notwendigen Auskünfte und Belege erhalten hat. So gerät der Versicherer denn auch
erst mit einer Mahnung in Verzug, ausser er lehnt seine Leistungspflicht definitiv ab.
Dann treten Fälligkeit und Verzug sofort ein (JÜRG NEF, in: Basler Kommentar zum
Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag, Basel 2001, Art. 41 Rn 20).
7.2.2 Die vom Kläger eingeklagte Forderung bezieht sich auf höhere als die bereits
ausbezahlten Taggelder von Fr. 484'756.80 (act. G 1, G 7 S. 18, G 24 S. 14; vgl.
Erwägung 3.3). Hinsichtlich der eingeklagten höheren Taggelder lässt sich den Akten
nicht entnehmen, dass die Beklagte vom Kläger - nach Vorliegen der zur Prüfung des
(weitergehenden) Taggeldanspruches erforderlichen Akten - gemahnt worden wäre.
Anzumerken ist, dass noch im Jahr 2012 - basierend auf der Vereinbarung zwischen
dem Kläger und der Arbeitgeberin vom 6./7. Juni 2012 - Gehaltszahlungen
(Bonuszahlungen) für die Jahre 2008 und 2009 ausgerichtet wurden (vgl. Erwägung
5.4.3; act. G 7.48). Im Jahr 2013 wurden zudem Vergleichsverhandlungen zwischen
Kläger und Beklagten geführt (vgl. act. G 1.14; G 24.1, Schreiben vom 2. und 28.
Oktober 2014). Da der Kläger die Beklagte weder früher betrieben noch Klage gegen
sie eingereicht hat, hat diese die ausstehenden Leistungen ab dem Datum der das
vorliegende Verfahren einleitenden Klage vom 8. Dezember 2014 gemäss Art. 104 Abs.
1 OR mit 5% pro Jahr zu verzinsen.
8.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Klage dahingehend gutzuheissen, dass
die Beklagte dem Kläger für die Zeit vom 8. Februar 2009 bis 8. Januar 2011 zusätzlich
zu den bisherigen Zahlungen Taggelder in der Höhe von Fr. 137'015.35 nebst Zins zu
5% seit 8. Dezember 2014 zu bezahlen hat.
9.
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9.1 Die Prozesskosten werden gemäss Art. 106 Abs. 2 ZPO nach dem Ausgang des
Verfahrens verteilt, wenn keine Partei vollständig obsiegt. Prozesskosten sind gemäss
Art. 95 Abs. 1 ZPO die Gerichtskosten (lit. a) und die Parteientschädigung (lit. b).
9.1.1 Gemäss der schweizerischen Zivilprozessordnung wird der Streitwert durch
das Rechtsbegehren bestimmt. Zinsen und Kosten des laufenden Verfahrens sowie
allfällige Eventualbegehren werden nicht hinzugerechnet (Art. 91 Abs. 1 ZPO). Das
Rechtsbegehren in der Klage lautete auf Fr. 442'364.10. In der Replik reduzierte der
Kläger den eingeklagten Betrag auf Fr. 256'998.20. Dabei handelt es sich um eine
Klageänderung nach Art. 227 Abs. 3 ZPO im Sinne einer quantitativen Beschränkung
der Klage. Der teilweise Klagerückzug ab Eintritt der Fortführungslast, welche mit
Zustellung der Klageschrift an die beklagte Partei begann, hat im entsprechenden
Umfange die Wirkung einer Klageabweisung (vgl. Art. 241 Abs. 2 ZPO). Der
Argumentation des Klägers, dass die durch die Reduktion des Klagebegehrens
resultierenden Partei- und Gerichtskosten nicht zu seinen Lasten gehen, kann nicht
gefolgt werden, denn der Kläger hatte vor Einreichung der Klage am 8. Dezember 2014
Kenntnis von den zur Rechtfertigung angeführten Sachverhalten (vgl. act. G 24 S. 2 f.).
Folglich hat der Kläger entsprechend die Prozesskosten zu tragen (Art. 106 Abs. 1
ZPO).
9.1.2 Auszugehen ist deshalb von der ursprünglich eingeklagten Forderung in der
Höhe von Fr. 442'364.10 und den zugesprochen zusätzlichen Taggeldern in der Höhe
von Fr. 137'015.35. Dies entspricht einem teilweisen Obsiegen im Umfang von 31%.
Für den entsprechenden Anteil an der Parteientschädigung ist der Kläger durch die
Beklagte zu entschädigen.
9.1.3 Gerichtskosten sind gemäss Art. 114 lit. e ZPO keine aufzuerlegen.
9.1.4 Der teilweise obsiegende, anwaltlich vertretene Kläger hat eine
Parteientschädigung beantragt. Diese spricht das Gericht nach den kantonalen Tarifen
zu (Art. 105 Abs. 2 i.V.m. Art. 96 ZPO). Das mittlere Honorar im Zivilprozess beträgt
nach Art. 14 Abs. 1 lit. d der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten
(HonO; sGS 963.75) Fr. 9'100.- bei einem Streitwert von Fr. 100'000.- bis Fr. 500'000.-,
wobei 3.3% des Streitwerts hinzuzuzählen sind. Der Streitwert richtet sich laut Art. 13
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Abs. 1 HonO nach den Bestimmungen der ZPO. Gemäss Art. 91 ZPO wird der
Streitwert durch das Klagebegehren bestimmt. Beim Streitwert von Fr. 442'364.10
resultiert ein mittleres Honorar von Fr. 23'698.- (Fr. 9'100.- + 3.3% von Fr. 442'364.10).
Seit einiger Zeit hat das Versicherungsgericht die Parteientschädigung in Streitigkeiten
nach Art. 7 ZPO in sinngemässer Anwendung von Art. 15 HonO um einen Fünftel
erhöht, weil es anstelle des Kantonsgerichts als erste Instanz entscheidet. Daran ist
nicht länger festzuhalten. Zwar ist auch in Streitigkeiten nach Art. 7 ZPO nur ein
einstufiges kantonales Verfahren vorgesehen. Allerdings gelangt in diesen Prozessen
das vereinfachte Verfahren zur Anwendung und der Sachverhalt ist durch das Gericht
von Amtes wegen festzustellen (Art. 247 Abs. 2 i.V.m. Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO), was
den Rechtsvertretern in aller Regel prozessuale Erleichterungen bringt. Der Wortlaut
von Art. 15 HonO erwähnt zudem das Versicherungsgericht nicht. Folglich ist auf die
Erhebung eines entsprechenden Zuschlags zu verzichten (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 9. November 2016, KV-Z 2015/7, E. 6.3.2). Unter
Berücksichtigung des teilweisen Obsiegens im Umfang von 31% beläuft sich die durch
die Beklagte auszurichtende Parteientschädigung auf Fr. 7'346.40 (31% von Fr.
23'698.-; vgl. Art. 106 Abs. 2 ZPO). Gemäss Art. 28bis Abs. 1 HonO besteht Anspruch
auf den pauschalen Ersatz für Barauslagen von 4% des Honorars, höchstens Fr.
1‘000.-. Beim Honorar von Fr. 7'346.40 beträgt diese Fr. 293.85. Die Mehrwertsteuer
von 8% wird zum Honorar und zu den Barauslagen hinzugerechnet (Art. 29 HonO) und
beträgt vorliegend Fr. 611.20. Die ungekürzte Entschädigung inkl. Barauslagen und
Mehrwertsteuer beträgt somit Fr. 8'251.45.
9.1.5 Die teilweise obsiegende Beklagte hat die Abweisung der Klage unter Kosten-
und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin beantragt. Da das Verfahren von
einem Angestellten des Rechtsdiensts der Beklagten geführt wurde, der nicht als
berufsmässiger Vertreter im Sinn von Art. 95 Abs. 3 lit. b ZPO gilt (vgl. VIKTOR RÜEGG
in: Basler Kommentar zur ZPO, Art. 95 N 18 und BENEDIKT A. SUTER/ CRISTINA VON
HOLZEN in: ZPO Kommentar, Art. 95 N 38 und N 42, je mit Hinweisen), besteht daher
unter diesem Titel kein Anspruch auf eine Parteientschädigung. Es liegt auch kein
begründeter Fall gemäss Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO vor, wonach der Beklagten eine
angemessene Umtriebsentschädigung zuzusprechen wäre. Ersatz für notwendige
Auslagen gemäss Art. 95 Abs. 3 lit. a ZPO wird ebenfalls nicht geltend gemacht. Die
Beklagte hat daher keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 25/25
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