Decision ID: c67f2b10-b255-4b58-b453-9d3330b19e98
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1971, war
gemäss ihren eigenen Angaben
bis 3
0.
November 2010 als Mitar
beiterin bei der
Y._
mit
einem Arbeitspensum von 100 % angestellt (
Urk.
7/1 S.
4
; vgl. jedoch Auszug aus dem individuellen Konto, Urk. 7/8
).
Am 2
3.
März 2012 meldete
sie sich unter Hinweis auf Muskelschmerzen und psychische Probleme bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug (
b
eruf
liche Integra
tion/Rente) an (
Urk.
7/1). Die IV-Stelle nahm
ein
en Auszug aus dem individuellen Konto der Versicherten zu den Akten (
Urk.
7/8), zog medizinische Berichte bei (Urk. 7/10, Urk. 7/11), führte mit der Versicherten zur Abklärung der berufli
chen Situation ein Gespräch (
Urk.
7/12 und
Urk.
7/16 S.
2) und
ge
währte ihr mit Verfügung vom 7. November 2012 (Urk. 7/14) Kostengutsprache für ein Aufbautraining vom 26. November
2012 bis 24. Mai
2013.
Mit Schrei
ben vom 2
0.
Juni 2013 (
Urk.
7/25) teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass die beruflichen Massnahmen ab
geschlossen w
ü
rden, da sie ihr Pensum anläss
lich des Aufbautrainings im Rah
men einer Integrationsmassnahme nicht auf dem Niveau von 50 % habe stabi
lisieren können (vgl. auch
Urk.
7/27). In der Folge gab die IV-Stelle eine
poly
disziplinäre
medizinische Untersuchung bei der Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS)
Z._
,
A._
(
A._
)
,
in Auftrag (vgl.
Urk.
7/33). Das Gutachten wurde am
1.
April 2014 erstattet (
Urk.
7/37/1-38).
Mit Vorbescheid vom 1
2.
Mai 2014 (
Urk.
7/40) stellte die IV-Stelle die Abwei
sung des Leistungsbegehrens in Aussicht, wogegen die Versicherte am 10. Juni 2014 beziehungsweise
4.
August
2014 (Urk. 7/43;
Urk.
7/45) Einwand erhob. Am 2
0.
Januar 2015 (Urk. 2) verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne.
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 1
7.
Februar 2015 Beschwerde mit den An
trägen, die Verfügung der IV-Stelle vom 2
0.
Januar 2015 sei aufzuheben und es sei die Angelegenheit zurückzuweisen, damit diese neu über die
Renten
be
rech
nung
entscheiden könne, eventualiter sei die Angelegenheit an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit diese ein erneutes psychiatrisches Gutachten in Auftrag gebe, bevor neu über die
Rentenzusprache
entschieden werde (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss am 2
5.
März 2015 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was der Beschwerdeführerin am 2
6.
März 2015 zur Kennt
nis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
). Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art
. 7 Abs. 1
ATSG
). Für die Beurteilung des Vorliegens
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychoso
ziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss
eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Be
funde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinn
e oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die
Ar
beits
- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein inva
lidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E.
3.2 mit Hinweisen).
1.4
Nach der Rechtsprechung werden leicht- bis mittelgradige Episoden einer De
pres
sion und selbst mittelgradige depressive Episoden regelmässig nicht als von
depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde De
pressi
on
im Sinne eines verselbständigten Gesundheitsschadens betrachtet
.
Da
ran ändert nichts, wenn die depressive Episode vor dem Hintergrund einer re
zidivierenden depressiven Störung diagnostiziert worden ist (Urteil des Bundes
gerichts 8C_104/2014 vom 2
6.
Juni
2014 E. 3.3.4 mit Hinweisen; vgl. auch Ur
teil 9C_856/2013 vom 8. Oktober 2014 E. 5.1.2).
E
ine invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Störung
ist
nicht schlechthin auszuschliessen, indes bedingt deren Annahme, dass eine kon
se
quente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist (Urteil des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom
3.
April 2014 E. 4.2 mit Hinweisen).
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist ent
scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderli
chen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person aus
einander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
ab
gegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussf
olgerungen der medizinischen Ex
per
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prü
fend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räu
mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U.
Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Gestützt auf das
A._
-Gutachten vom
1.
April 2014 verneinte die
Beschwer
de
gegnerin
den Leistungsanspruch der
Be
schwerdeführerin mangels eines inva
li
di
sierenden Gesundheitsschadens (Urk. 2
,
Urk. 6).
2.2
Demgegenüber brachte die Beschwerdeführerin verschiedene Gründe vor, wes
halb
gemäss dem
A._
-Gutachten ein invalidisiere
nder Gesundheitsschaden vor
liege
und die Angelegenheit aufgrund der Beurteilung des Gutachtens zur
Ren
tenberechnung
zurückzuweisen sei
(
Urk.
1).
3.
3.1
Hausärztin
Dr.
med.
B._
, Allgemein
m
edizin FMH,
welche die Beschwerde
füh
rerin seit September 2009 betreut,
diagnostizierte in ihrem Bericht vom
7.
Juni 2012 (
Urk.
7/10/1-4) mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit ein generalisiertes
myofasziales
Schmerzsyndrom mit psychoso
matischer
„
Betreuung
"
(bestehend
sei 2008; S.
1). Sie attestierte eine 100%ige Arbeitsunfä
higkeit vom
1.
Januar bis
1
5.
November 2009.
3.2
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, diagnosti
zierte in seinem Bericht vom 1
7.
Juli 2012 (
Urk.
7/11) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syn
drom (I
CD
-10 F32.10). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnosti
zierte er unter anderem eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4).
Er gab an, die Beschwerdeführerin sei seit 2
4.
September 2010 bei ihm in Be
handlung
.
Psychiat
rische Behandlungen vor ihm seien nicht bekannt. Zu Beginn
der Therapie
habe
die
Beschwerdeführerin
unter einer mittelschweren de
pressi
ven Episode
gelitten
. Mit der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung
habe
sich
ihr
Zu
stand
s
bild
im Juli 2011 zu einer leichten depressiven Episode
verbessert
. Im März 2012
hätten
sich die Symptome der Depression und Angst
verstärkt, da sie viele Absagen auf ihre Arbeitsanfragen bekommen habe. Im Mai
2012
habe
sich ihr Zustand
s
bild noch mehr
verschlechtert
, da die Zukunft der Familie sehr un
sicher
gewesen
sei
. Der psychische Zustand
hänge
davon ab, ob es gelinge
, sie wieder in
den Arb
eitsmarkt einzugliedern. Gelinge
eine Einglie
derung,
sei
mit einer Verbesserung der Symptome zu rechnen
(S.
3).
Versuchs
weise
attestierte er eine
80%
ige Arbeitsfähigkeit in einer Tätigkeit für die
Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess.
Dr.
C._
hielt weiter fest, die Arbeit
dürfe
körperlich nicht anstrengend sein. Die
Beschwerdeführerin
leide
immer noch an erhöhter Ermüdbarkeit, an Symptomen der Depression und Angst
. Sie
sei jedoch sehr gewillt, zu arbeiten. Mit der entsprechenden Behandlung und Unterstützung – Fortführen der bereits etablierten stützenden,
ressourcenorien
tierten
psychiat
risch-psychotherapeutischen Behandlung in Verbindung mit be
ruf
lichen
Integ
rationsmassnahmen
, beginnend mit einem Belastbarkeitstraining – sei mit einer Verbesserung der Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit in der Höhe von 80 % ab August 2012 zu rechnen (S. 4 f.).
Er bescheinigte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit von Juni 2009 bis 1
7.
Juli 2011
(wohl 2012;
S. 4).
3.3
Die zuständigen Personen von der
D._
hielten in ihrem
Abschlussbe
richt
vom 3
1.
Mai 2013 (
Urk.
7/27) fest, die Beschwerdeführerin sei während dem Aufbautraining (2
6.
November 2012 bis 2
4.
Mai 2013) insgesamt 18 Tage krankheitsbedingt abwesend gewesen. Vor allem ihre psychische Stabilität sei während des gesamten Zeitraumes des Aufbautrainings sehr unterschiedlich, eine zielgerichtete Zeit- und Ablaufplanung somit nicht gewährleistet gewesen. Sie sei in ihrem Alltag noch sehr von ihren Schmerzen und der daraus resultie
renden Depression
abhängig. Die Belastungen (Familie, Finanzen und
Arbeits
platzsuche
) hätten eine zielgerichtete Integration in den ersten Arbeitsmarkt verhindert. Mehr als vier Stunden an fünf Tagen in der Woche seien momentan nicht möglich. Aufgrund starker wiederkehrender Schmerzproblematik bestehe eine 20 bis 30%ige Leistungsfähigkeit (S. 2).
3.4
3.4.1
Die Ärzte
des
A._
nannten in ihrem Gutachten vom
1.
April
2014 (
Urk.
7/37/1-38) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 34):
Atypische Depression, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung ausgeprägten Grades
Vulnerable (akzentuierte) Persönlichkeitszüge
Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie nachstehende Diag
nosen:
Hepatitis C, Status nach Interferon-Therapie, 2011 ohne
Virusload
Alpha-
Thalassämia
minor
Hyperlipidämie
Verdacht auf arterielle Hypertonie
Übergewicht
Nickelallergie nach Aktenlage
Soziale Belastungssituation
Vitamin D-Mangel, aktuell substituiert
3.4.2
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin,
diagnostizierte in rheumatologischer Hinsicht ein diffuses
myalgisches
Schmerz
syndrom
an
den
oberen und unteren Extremitäten sowie im Bereich der ganzen Wirbelsäule psychosomatischer Genese (S. 19). Sie hielt unter anderem fest, bei der klinischen Untersuchung seien die Wirbelsäule und die Gelenke an
den
oberen und unteren Extremitäten normal beweglich gewesen. Auffällig sei eine Lendenwirbelsäule (LWS)-Hyperlordose. Ebenfalls fänden sich diverse
Druckdo
lenzen
im Bereich der angegebenen Hauptschmerzorte. Anhaltspunkte für eine entzündlich-rheumatologische Problematik im Sinne einer Kollagenose
,
einer Myositis/
Myopathie
oder Hepatitis C assoziierten Problematik hätten sich weder anamnestisch noch klinisch und auch nicht aufgrund früher und aktuell durch
geführter
Abklärungen wie diverser Laboruntersuchungen oder einer neuro
lo
gischen Standortbestimmung inklusive
Elektromyographie
ergeben. Die Schmer
zen und die erhobenen
Druckdolenzen
gingen über das klassisch defi
nierte
Fibromyalgiesyndrom
(ACR-Klassifikationskriterien von 1987) hinaus. Am ehesten handle es sich um psychosomatische Schmerzen. Funktionelle Ein
schränkungen an der Wirbelsäule
oder an peripheren Gelenken fehlten. Die im
Jahr
2011 erwähnten tieflumbalen
Diskusprotrusionen
seien aktuell ohne klini
sche Relevanz (S. 20).
Dr.
E._
gab weiter an, die im Stadtspital
F._
gestellten Diagnosen (gene
ra
lisier
tes
myofasziales
Schmerzsyndrom
mit Verdacht auf somatoforme
Schmerz
störung
sowie beginnende
cervicospondylogene
Schmerzen mit sekun
därer Generalisierung; vgl.
Urk.
7/10/7-11) bestätigten, dass keine relevanten struk
tu
rellen Veränderungen hätten gefunden werden können. Auch die
erstbe
urtei
lend
e
und behandelnde Rheumatologin
Dr.
G._
sei im Dezember 2009 von Myalgien im Bereich von Armen und Beinen unklarer Ätiologie aus
gegangen, differentialdiagnostisch im Rahmen einer sek
undären
Hypothyreose
oder eines
Vitamin D3 Mangels (S. 21; vgl. auch
Urk.
7/10/5-6). Der Ausschluss von Differentialdiagnosen als mögliche Ursache des
Schmerzsyndromes
unter
mauere die psychosomatische beziehungsweise somatoforme Schmerzgenese. Aus
rheumatologischer Sicht sei es sinnvoll, eine weitere
Dekonditionierung
zu
ver
meiden und die Beschwerdeführerin möglichst zu motivieren, sich wieder re
gel
mässig zu bewegen. Berufliche Einschränkungen bestünden nicht. Leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten seien einer schweren körperlichen Tätigkeit vorzuziehen (S. 22).
3.4.3
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt fest, dass die Beschwerdeführerin
als
zweites von zwei Mädchen in Paki
stan geboren
sei
. Sie sei ein
unerwünschtes
Kind gewesen, der Vater
habe
sich einen Jungen ge
wünscht. Sie habe deswegen eine schwierige Kindheit und Jugend durchge
macht, der Vater habe sie wegen nichts geschlagen, er habe die viereinhalb Jahre ältere Schwester sehr bevorzugt, diese
habe
sich „wie eine Prinzessin" aufführen können, alles sei an ihr (der
Beschwerdeführerin
) hängen geblieben
(S. 23). Der Vater
habe
sich neben den andau
ernden Schlägen auch im Emotio
na
l
en nicht für sie interessiert. Er h
abe nicht gewusst, in welchem Schuljahr sie stehe und so weiter. Er habe ihr eine Ausbildung zum Ingenieur verboten,
weil
dies kein Beruf für Mädchen
sei. D
eswegen habe sie eine Ausbildung in Biologie absolviert
(Bachelor) und später als Prima
rlehrerin gearbeitet. Die Schwester habe sich auf Geheiss
des Vaters verheiraten müssen und
sich
später
suizidiert
. Um der im Grunde von ihr nicht geschätzten Arbeit als Lehrerin zu entkommen, habe sie sich zur Fremdenführerin ausbilden lassen wollen. Deswegen habe sie in der Schweiz die d
eutsche Sprache erlernen wollen. Sie
sei in die Schweiz ge
kommen, um an der
I._
Schule Deutschkurse zu absolvieren. Hier habe sie ihren
späteren Gatten kennengelernt. S
ie sei von
i
hm schwanger geworden und sie hätten
geheiratet
. Seit dieser Zeit habe sie zu
ihren
Elt
ern quasi keinen Kon
takt mehr. Die Eltern hätten ihre Schwangerschaft, auch ihren Gatten, nie akze
p
tiert.
Auch wenn sie heute nach Pakista
n zurückreise, so halte sie sich nur sehr kurz bei ihren Eltern auf, diese machten ihr nur Vorwürfe. Sie habe sich ge
meinsam mit ihrem Gatten eine (
finanzielle) Zukunft aufgebaut. Z
unächst
hätten sie mit beweglichen Verkaufsständen gearbeitet, auch einen
Lebensmit
tel
l
aden
geführt und diesen hochgebracht. Beide hätten sie sehr viel gearbeitet. Schliesslich habe ihr Gatte die Möglichkeit gehabt,
ein Restaurant zu überneh
men. S
ie hätten dies
es
sehr erfolgreich mit neun Angeste
llten geführt und
da
neben noch di
e beiden beweglichen Verkaufsstä
nde gehabt. Ihr Gatte, welcher ein herzensguter Mensch sei, sei dann
aber von einem Bekannten mit undurch
sichtigen Manövern in den Ruin getrieben worden, schliesslich hätten sie ihr Restaurant a
bgeben müssen. Ihr
Mann arbeite heute als Taxifahrer, es bestün
den sehr hohe Schulden. Daneben habe sie vier Kinder
(drei Knaben und ein Mädchen) im Alter von vier, zehn, vierzehn und sechzehn Jahren. Di
esen gehe es gut, der Älteste
absolviere
eine KV-Ausbildung, die Kinder würden sie im Haush
a
lt enorm unterstützen (S. 24)
.
Dr.
H._
führte weiter aus, die Beschwerdeführerin wirke deprimiert und
verzweifelt
. I
m
Verlaufe des ungefähr
anderthalbstündigen Gespräches
habe
sie immer wieder zu weinen
begonnen. Eine t
iefe Verzweiflung
werde spürbar.
Nur
im Gespräch über die eigene Familie, dem
kürzlichen
Geburtstag des Sohns habe
sich
ihre
Stimmung
a
uf
gehellt. B
ei einfachen klinischen Tests
zeige sich
eine
Schwierigkeit, sich länger dauernd zu konzentrieren. Im Übrigen bestünden ke
ine
deutlichen kognitiven Störungen. Ihre Ausführungen liessen auf eine mindes
tens
durchschni
ttliche Intelligenz schliessen. Es bestünden k
eine opti
schen Hallu
zi
na
tionen. Im Affektiven
bestehe eine überwiegend
deutlich redu
zierte
Grund
stimmung
, mit zunächst im Sinne des Deprimierten
,
mit
insbesondere initial im Gespräch erloschener affektiver Schwingungsfähig
keit (S.
27)
.
Auf der Ebene der Persönlichkeit
bestünden
rigide Züge mit hohen Anforderungen an das eigene Selbst, Selbsthass
und
Selbstbestrafung
- m
asochistisch anmutende Ten
denzen mit sich
selber schlagen und die
Tendenz zu Selbstver
letzungen. Wes
ent
lich dabei sei,
dass die
Beschwerdeführerin durch das S
chlagen offen
sichtlich eine deutliche Abfuhr inner
psychischer Anspannung erfahre (
S. 28).
Ab etwa 2008, so Dr.
H._
weiter, habe die Beschwerdeführerin über Muske
l
schmerzen geklagt, deren Ätiologie im somatischen Bereich nicht habe ge
klärt werden können. Es habe eine psychosoziale Belastungssituation bestan
den, insbesondere in den späteren Jahren, sodass der Verdacht auf eine anhal
ten
de somatoforme Schmerzstörung geäussert worden sei.
Sie
zeige auch Zeichen ei
nes depressiven Zustandsbildes. S
päter
habe eine mit
telgradige de
pres
sive Epi
sode diagnostiziert werden
müssen
. Nach psychiatrischer Behand
lung und Bes
serung
sei eine Wiedereingl
iederung empfohlen
worden
(S. 28).
Bei der bestehenden mittelgradig depressiven Episode handle es
sich um ein atypisches depressives Syndrom mit
Hyperphagie
und
Hypers
omnie
und
darüber hinaus
um
eine
n
ausgeprägten Vitalitätsver
l
ust
– i
nsbesondere im Sinne
einer depressiven
Verstimmung
(
Verlust von Interesse und Freude,
nicht
im Sinne
einer
Antriebsverminderung
)
. Bei
der Beschwerdeführerin
besteh
e
seit langem eine erhebliche soziale, vor allem finanziell begründete Belastungssituation, welche sicherlich zur Entwicklung des h
eutigen
depressiven Leidens beigetragen habe. Diese Belastungssituation sei auch heute anhaltend. Die somatisch nicht erklärbaren Myalgien der Beschwerdeführerin, welche fast den ganzen Körper beträfen, seien heute im Sinne einer anhaltenden somatoformen
Schmerz
stö
rung
(
im Sinne einer psychosomatischen Entwicklung
)
zu sehen. Als solche seien sie auch Ausdruck des
depressiven Geschehens
und
Ausdruck der spezi
fisc
hen Symptomwahl
.
Ätiologisch wesentlich erscheine
dabei die deutlich
erschwerte Kindheit und Jugend
, welche von
der Beschwerdeführerin
heute sehr eindrück
lich im Sinne de
r
Verminderung des eigenen Selbstwertes bereits als Kind und Jugendliche geschildert
worden sei. Trotz dieses
sc
hwierigen Startes in der Ju
gend
sei es ihr – wohl auch aufgrund ihrer rigid-
depressiven, leistungs
orien
tierten Persönlichkeitszüge
–
gelungen, sich gemeinsam mit ihrem Gatten eine vielversprechende Existenz aufzubauen, bis es schliesslich aus
letztlich nicht ganz geklärten Gründen zu erheblichen finanziellen Schwierigkeiten gekommen sei. Die Beschwerdeführerin habe einerseits eine (Erschöpfungs-)De
pression und andererseits eine psychosomatische Symptomatik entwickelt (S. 29
).
Anlässlich der heutigen psychiatrischen Untersuchung träten die
Persönlich
keits
züge
der Beschwerdeführerin deutlicher in den Vordergrund. Auch wenn heute keine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert worden sei, so sei doch klar geworden, dass die unbewussten rigiden depressiven Züge der Beschwerdefüh
rerin mit andauernder Selbstentwertung für die aktuelle klinische Symptomatik mitentscheidend seien, was prognostisch als eher ungünstig angesehen werden müsse. Aktuell bestehe bei ihr in Anlehnung an die Mini-ICF-App eine Ein
schränkung in der Flexibilität und Durchhaltefähigkeit. Sie fühle sich sehr rasch überfordert und reagiere mit emotionalen oder psychosomatischen Beschwerden - mit einer Schmerzverstärkung oder einer Verstärkung des depressiven Gesche
hens. Einer Dauerbelastung und hohen Anstrengungen sei sie nicht gewachsen. Sie zeige selbstunsichere Züge mit Zweifel an eigenen Leistungen, möglicher
weise träten diese bei einer Besserung des depressiven Geschehens aber in den Hintergrund. Nicht eingeschränkt erscheine sie heute in der Anpassung an
Regeln und Routinen. Sie könne auch Aufgaben strukturieren, gleichzeitig
de
kom
p
ensiere
sie aber bei mehreren Aufgaben. Sie sei verkehrsfähig. Im privaten Bereich zeige sich sicherlich eine Verminderung der Selbstbehauptungsfähigkeit. Insgesamt beurteile er die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als in einer körperlich leichten Tätigkeit bei etwa zwei Mal zwei Stunden täglich liegend (S.
30).
3.4.
4
Die Fachärzte hielten zusammenfassend fest, im Vordergrund
stünden
eine
Mü
digkeit, ein fast generalisiertes muskuläres Schmerzsyndrom sowie ein de
pressi
ves Syndrom verbunden mit
Hyperphagie
. Dies führe zu wesentlicher Inaktivität in allen Belangen des täglichen Lebens. Klinisch
müsse
heute ein affektive
s Leiden diagnostiziert werden und k
linisch
psychopathologisch
habe
ein de
pres
sives Syndrom konstatiert werden
müssen
, dieses erschein
e
heute min
des
tens mittelgradig
ausgeprägt. Die
Beschwerdefüh
rerin
zeig
e
eine deutlich redu
zierte Grundstimmung, eine im Gespräch
erlo
schene
affektive
Schwingungs
fähigkeit
,
Freudever
lust und Antriebsstörung sowie etliche Zusatzsymptome des depres
siven
Syndromes
.
An der effek
tiven Auslenkung im Sinne des Depressiven bestehe heute kein Zweifel
(S. 34 f.)
.
Darüber hinaus müsse die Diagnose einer anhaltenden somatoformen
Schmerz
störung
gestellt werden. Es bestünden multiple Schmerzklagen ohne entspre
chende somatische Befunde. Die früher bereits gestellte Verdachtsdiagnose sei zu bestätigen und die Fibromyalgie sei unter das psychische Leiden zu subsu
mieren.
Ä
tiologisch
bestünden
für das Entstehen des heute bestehenden psychischen Leidens zwei wesentliche Faktoren: Einerseits klag
e
sie
über eine
schwierige Kindheit und Jugend sowie
Adoleszenz mit Nichtanerkennung und deutlicher Selbstwertverminderung bereits in der Kindheit. Andererseits
bestünden
- auch in der kulturellen Herkunft der
Beschwerdeführerin
begründete - wesentliche psychosoziale Belastungsfaktoren einerseits im Bereich der Ursprungsfamilie mit Nichtanerkennung der
Beschwerdeführerin
und ihrer Familie durch die Eltern, andererseits aber auch im Sinne einer psychosozialen Überlastungssituation mit erheblicher Verschuldung der Familie, deren Ursprünge
nicht vollständig
hätten
geklärt werden
können
. Es
sei
offensichtlich, dass
sie, die während Jahren
voll
schi
chtig
erwerbstätig
gewesen sei
und daneben ihre Kinder erzog
en habe
, sich dadurch auch in eine Erschöpfungss
i
tuation gebracht
habe
, welche mit
dem
Verlust der Arbeitsstelle und den daraus resultierenden psychosozia
l
en Belas
tungen (Verschuldung) in eine depressive Störung, wie sie
heute vorliege, und in ein somatoformes Schmerzleiden gemündet
habe
. Insgesamt sei sie heute aus psychischen Gründen in ihrer Arbeitsfähigkeit wesentlich eingeschränkt. Dazu sei zu sagen, dass sie keine sicheren Hinweise
für eine Aggravation oder gar Simulation beklagter Beschwerden
gezeigt habe
,
ihre
Angaben
seien
in sich und mit den Akten auch konsistent
gewesen
. Auch ein schmerzverdeutlichendes Verhalten
hätten sie
bei
ihr
nicht gesehen. Die von
ihr
angegebene Müdigkeit
sei
anlässlich der verschiedenen U
ntersuchungen nicht aufgefallen. D
iese Mü
dig
keit
sei vielmehr
im Sinne eines symbolischen Sich-Entziehens denn im Sinne einer effektiven somatisch fassbaren Müdigkeit/Erschöpfung
zu interpre
tieren
.
Sie gebe
aber an, sehr gut und sehr viel schlafen zu müssen,
wes
halb –
auch aufgrund der raschen Gewichtszunahme in den letzten Monaten
– die Diagnose einer at
ypischen Dep
ression mit
Hypersomnie
/
Hyperpha
gie
zu stellen sei. D
ifferentialdiagnostisch
sei
hier die Medikation zu erwähnen, welche mög
li
che
rweise für diese Faktoren auch
mit
verantw
ortlich
se
i (
Duloxetin
386nmol/l
)
.
Andere somatische Faktoren (Hypothyreose, Eisenmangel, Elektrolytstörungen oder
eine wesentliche Leberpathologie)
seien
laborchemisch
auszuschliessen
(S.
35 f.)
.
Abschliessend hielten die Experten fest, a
us heutiger Sicht
sei davon auszuge
h
en, dass die
Beschwerdeführerin
in der angestammten Tätigkeit seit
September
2011 keine vollschichtige Arbeitsfähigkeit
mehr
erlangt habe
.
I
n der zuletzt ausgeübten Tät
igkeit als Mita
rbeiterin in einem Restaurant
sei sie seit mindes
tens März 2012 als nicht arbeitsfähig zu erachten
. Aktuell
sei
sie
nicht belast
bar, sie
werde rasch überfordert und reagiere dann
mit einer Verstärkung des depressiven oder psy
chosomatischen Beschwerdebildes
.
M
edizinisch-theoretisch
sei die Beschwerdeführerin in e
iner körperlich leichten Tätigkeit
zwei Mal zwei
Stunden
täglich
arbeitsfähig, dabei besteh
e
eine verminderte Leistungsfähigkeit
von etwa
20
% (
bezogen auf
100 %), sodass
gesamthaft eine
Restarbeitsfähig
keit
von
40
%
vorliege
. Diese Restarbeitsfähigkeit
gelte
ab
dem
Gutachtens
datum
(1. April 2014; S. 36).
4.
4.1
Das
erwähnte
A._
-
Gutachten, welches vom Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienst
es
(RAD)
gestützt (vgl.
Urk.
7/39 S. 3) und von den Parteien anerkannt wird (vgl.
Urk.
1
Ziff.
2 S. 3;
Urk.
2 S. 1),
legt den medizinischen Sachverhalt in einer schlüssigen und nachvollziehbaren Weise dar, so dass grundsätz
lich da
rauf abgestellt werden kann. Einerseits
äussert
es
sich
umfassend, weshalb aus rheumatologischer Sicht keine beruflichen Einschränkungen bestehen – insbe
son
dere da an der Wirbelsäule oder an peripheren Gelenken funktionelle Ein
schränkungen fehlen –, eine leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätig
keit jedoch einer schweren körperlichen Tätigkeit vorzuziehen ist (vgl.
Urk.
7/37 S. 20 ff.). Dr.
E._
nahm Stellung zu den Vorberichten – so konnte er die psy
cho
somatische beziehungsweise somatoforme Schmerzgenese aufgrund des früh
eren Berichts von den Ärzten des Stadtspitals
F._
dank des Ausschlusses von Differentialdiagnosen als mögliche Ursache des Schmerzsyndroms unter
mau
ern (
Urk.
7/37 S. 21 f.)
–
und untersuchte die Beschwerdeführerin ausführ
lich, insbesondere berücksichtigte er auch die von ihr geklagten Beschwerden (
Urk.
7/37 S. 15 ff.).
Andererseits äussert sich das Gutachten auch umfassend zu den
psychischen Gesundheitsstörungen und deren Auswirk
ungen auf die Arbeitsfähigkeit.
Es basiert auf einer eingehenden psychiatrischen Untersuchung, berücksichtigt die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden und erging in Kennt
nis der medizinischen
Vorakten
(insbesondere setzte sich
Dr.
H._
auch mit
dem
medizinischen Bericht des
behandelnden
Psychiaters
Dr.
C._
auseinander;
Urk
. 7/37 S. 31)
. Weiter
wurde berücksichtigt, dass es der Beschwerdeführerin im Aufbautraining Ende 2012/Anfang 2013 nicht gelang, das Arbeitspensum auf einem Niveau von 50 % zu stabilisieren (vgl. E. 3.3
hievor
). Dr.
H._
zeigte auf,
dass es sich vorliegend um ein
eigenständig
es
Depres
sion
sgeschehen
handelt und von einem
chronifizierten
Krankheitsverlauf auszugehen ist (Urk. 7/37
S. 32). Insbesondere führte er in nachvollziehbarer Weise aus, dass d
ie somatisch nicht erklärbaren M
yalgien der Beschwerdeführerin in
einer an
haltenden somatoformen Schmerzstörung im Sinne einer psychosomatischen Entwicklung zu sehen
sind und die
Beschwerdeführerin
auf der einen Seite
eine (Erschöpfungs-)Depression und
auf der anderen Seite
eine psychosomatische Symptomatik entwickelt
hat und bei Überforderung mit e
motionalen oder psy
chosomatischen Beschwerden
–
Schmerzverstärkung oder Verstärkung des de
pressiven
Geschehens – reagiert (E. 3.4.
3
hievor
). Der Gutachter legte anhand der von ihm erhobenen Befunde in nachvollziehbarer und schlüssiger Weise dar, dass bei der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht eine
gesund
heitsbedingte
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit besteht. Die Expertise von Dr.
H._
beziehungsweise das Gutachten insgesamt entspricht damit den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische
Entscheidgrundlage
(vgl. E.
1.7
hievor
).
4.2
Es gilt jedoch zu beachten, dass ein Gutachten
zwar zur Arbeitsfähigkeit Stel
lung zu nehmen hat und diese Ausführungen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen bilden, es jedoch letztlich der rechtsanwendenden Behörde
–
der Verwaltung oder, im Streitfall, dem Ge
richt
–
obliegt, zu beurteilen, ob eine Invalidität im Rechtssinne, bejahen
den
falls
eine solche rentenbegründender Art eingetreten ist. Weil die Arbeitsfähigkeit somit keine rein medizinische, sondern letztlich auch eine juristische Frage ist, können sich Konstellationen ergeben, bei welchen von der in einem medizini
schen Gutachten festgestellten Arbeitsunfähigkeit abzuweichen ist, ohne dass dieses seinen Beweiswert verlöre (vgl. BGE 140 V 193 E.
3.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_651/2014 vom 23. Dezember 2014 E. 5.1 mit Hin
weisen).
5.
5.1
Das Bundesgericht hat eine mögliche invalidisierende Wirkung einer lege
artis
diagnostizierten leichten (ICD-10 F32.0) bzw. leichten bis mittelgradigen de
pres
siven Störung (ICD-10 F32.1) auch schon anerkannt (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_369/2014 vom 1
9.
November 2014). Dennoch gelten leichte bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis rechtsprechungsgemäss in der Regel als therapierbar (vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_836/2014 vom 2
3.
März 2015 E. 3.1 mit Hinweisen). Es trifft zwar zu, dass die Behandelbarkeit einer psychischen Störung, für sich allein betrachtet, nichts über deren invalidisierenden Charakter aussagt (BGE 127 V 294 E. 4c). Fehlt es aber an einer konsequenten Depressionstherapie, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweisen würde (Urteile des Bundesgerichts 9C_667/2013 vom 2
9.
April 2014 E. 4.3.2 und 9C_902/2012 vom 1
7.
Juli 2013 E. 4.1), kann daraus gefolgert werden, dass die psychische Beeinträchtigung keinen invalidi
sierenden Charakter aufweist.
5.2
Die
Beschwerdeführerin
konsultiert ihre Hausärztin
Dr.
B._
zweimal pro Monat
und geht
einmal wöchentlich
zu Dr.
C._
in psychotherap
eutische Behand
lung. Von Letzterem
wird
sie auch
mit A
ntidepressi
v
a
(
Saroten
/
Duloxetin
) be
handelt (
Urk.
7/37 S. 9 und S. 31; vgl. auch
Urk.
7/11 S. 3). Obschon sie bei
Dr.
B._
seit September 2009 und bei Dr.
C._
seit dem 24. September 2010 in Behand
lung ist, kam es nur vorübergehend zu einer Verbesserung des Gesund
heitszu
standes. Ab 2012 hat sich der Gesundheitszustand wie
der ver
schlech
tert.
Aus den Akten ist nicht ersichtlich, dass ein neuer Therapieansatz (beispielsweise psychosozi
ale Massnahmen zur Linderung de
r aktuellen Belas
tungssituation; vgl.
Urk.
7/37 S. 32) gewählt wurde oder eine Anpassung der Medikation erfolgte. Ebenso wenig hat ein Arztwechsel stattgefunden. Zudem begab sich die Beschwerdeführerin nie in stationäre Behandlung.
Aufgrund des Gesagten, insbesondere der fehlenden Behandlung in einem
teil
stationären
oder stationären Rahmen kann kaum von einer konsequenten Be
handlung gesprochen werden, die letztlich infolge Resistenz der Krankheit als gescheitert betrachtet werden müsste.
Folglich hat die Beschwerdeführerin noch
nicht
alle Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft, womit (noch) nicht aus
gewiesen ist, dass
d
ie
depressive Störung
b
ehandlungs
resistent wäre. Die psychische
Beeinträchtigung im Sinne der mittelgradigen depressiven Störung weist somit keinen i
nvalidisierenden Charakter auf.
5
.3
Die Angaben zum Tagesablauf der Beschwerdeführerin sind überdies dürftig. So kommt lediglich zum Vorschein, dass sie jeweils zwischen 10.00 Uhr und 11.00 Uhr aufsteht und den Haushalt vorwiegend mit Hilfe der ganzen Familie erle
digt. Sie gab an, den ganzen Tag über müde zu sein und immer wieder einzu
schlafen. Sie habe keine Lust zum Lesen, Radio und Musik hören oder
Fernseh
schauen
. Ausserhalb der Familie pflege sie sehr spärlichen Kontakt – sie habe
kein Interesse mehr, ihre Freundinnen zu treffen – und habe sich zurückgezo
gen
. Sie fahre aber noch Auto (
Urk.
7/37 S. 9 und S. 25 f.).
Gestützt auf diese Angaben
ist
nicht ersichtlich, inwiefern sie in ihrem Alltag
aufgrund
der diagnostizierten Depression
beeinträchtigt be
ziehungsweise ein
geschränkt ist
.
Zudem ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin
–
wie bereits erwähnt – vier Kinder hat
(
Urk.
7/37 S. 24
)
, womit
diesbezüglich doch zumindest von einem nicht unwesentlichen Betreu
ungsaufwand auszugehen
und den zu bewältigen sie offenbar ohne
Weiteres
in der Lage
ist
.
Weiter ist zwar nicht klar, wie oft sie mit dem Auto fährt und zu welchem Zweck sie dieses benutzt
(zum Beispiel für den Ein
kauf oder das Abholen der Kinder von der
Schule)
. Aufgrund
des Umstandes
, dass sie (noch ab und zu) Auto fährt
,
na
ch Pakistan reist (vgl. E. 3.4.3
hie
vor
) und keinen auffälligen Tagesablauf hat, erscheint eine massgebliche Arbeitsunfähigkeit nicht als konsistent mit den ge
schilderten geklagten Einschränkungen. Damit
ist eine
invalidenversicherungs
rechtlich
relevante Einschränkung der Ar
beitsfähigkeit
jedoch
nicht
als
über
wiegend wahrscheinlich zu betrachten (vgl. BGE 140 V 290 E. 3.3.2
und BGE 141 V 281 E. 2.1.2
).
5.4
Nach dem Gesagten und in Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin bleibt das psychische Leiden aufgrund der
gestellten Diagnose ohne invaliden
versicherungsrechtliche Relevanz und stellt keinen invalidisierenden
Gesund
heitsschaden
dar.
6.
6.1
Aus dem erwähnten
A._
-Gutachten
erhellt,
dass aufgrund
multiple
r
Schmerz
klagen ohne en
tsprechende somatische Befunde unter anderem eine
anhaltende somatoformen Schmerzstörung
diagnostiziert wurde, welche die Arbeitsfähig
keit einschränkt.
Mithin sind die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nach der
Rechtsprechung zum Symptomenkomplex der somatoformen Störun
gen be
ziehungsweise den unklaren Beschwerden zu beurteilen, wonach ein in
validi
sierender Charakter nur unter spezifischen Voraussetzungen angenommen wird (Urteil des Bundesgerichts 9C_75/2014 vom 1
0.
Juli 2014 E. 4.2.2).
6.2
6.2.1
F
ür
die Annahme eines invalidisierenden
Gesundheitsscha
dens
bedarf es
grund
sätzlich
einer fachärztlichen, lege
artis
auf die Vorgaben eines an
erkannten Klassifikationssystems abgestützten Diagnose (
BGE 130 V 396
E. 6). Somato
forme Schmerzstörungen und ähnliche Leidenszustände vermögen in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG füh
rende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu bewirken (BGE
130 V 352
E.
2.2.2 und 2.2.3).
6.2
.2
Mit
BGE 141 V 281
hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursa
che und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 u
nd an
schliessende Urteile) ange
passt und festgehalten, dass die Invaliditätsbemessung stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichti
gen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss. Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit bezweckte die durch BGE
130 V 352 begründete Rechtspre
chung die Sicherstellung eines gesetzmässigen
Ver
si
cherungsvollzuges
mittels der Regel/Ausnahme-Vorgabe beziehungsweise (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49)
der Überwindbarkeitsvermutung.
Das bishe
rige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein st
rukturier
tes
Beweis
ver
fahren
er
setzt. An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG – aus
schliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesundheitlichen Beeinträchti
gung und objek
tivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materieller Beweisl
ast der
rentenanspre
chen
den
Per
son (Art. 7 Abs. 2 ATSG) – ändert sich dadurch
nichts. An die Stelle des
bisherigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender somatoformer Schmerzstörung und
vergleichbaren psychosomatischen Leiden) treten im Re
gelfall beachtliche
Stand
ardindikatoren
. Diese lassen sich in die Ka
tegorien Schweregrad und Konsis
tenz der funktionellen Auswirkungen einteilen. Auf den Begriff des primären
Krank
heitsgewinnes
und die
Präponderanz
der psychiatri
schen Komorbidität ist zu verzichten. Der Prüfungsraster ist rechtlich
er Natur. Recht und Medizin wir
ken sowohl bei der Formulierung der
Standardindikato
ren
wie auch bei deren – recht
lich gebotener – Anwendung im Einzel
fall zu
sammen. Im Grunde konkre
ti
sieren die in E. 4 und 5 formulierten Beweisthemen und Vorgehensweisen für die Invaliditätsbemessung bei
psychosomatischen Leiden die gesetzgeberischen Anordnungen nach Art. 7 Abs. 2 ATSG. Die
Aner
kennung eines
rentenbegrün
denden
Invaliditätsgrades ist nur zulässig, w
enn die funktionellen Auswir
kun
gen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit
(zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nach
gewiesen sind. Fehlt es daran,
hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wi
e vor die materiell beweisbelas
tete versicherte Person zu tragen (E. 6).
Die im Regelfall beachtlichen
Stan
dardindikatoren
, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert wer
den können, umschreibt das Bundesgericht i
n
BGE 141 V 281
wie folgt:
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
(E. 4.4.2)
Die Antworten, welche die medizinischen Sachverständigen anhand der (im Ein
zel
fall relevanten) Indikatoren geben, ver
schaffen den Rechtsanwendern In
dizien, wie sie erforderlich sind, um den Beweisnotstand im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit bei psychosomatischen Störungen zu überbrücken (E. 4.1.3).
6.3
6.3.1
Aufgrund der vorliegenden medizinischen Akten ist neben der atypischen Depression, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode, und der vulnerablen
(ak
zen
tuierte) Persönlichkeitszüge von einer anhaltenden somatoformen
Schmerz
störung
ausgeprägten Grades auszugehen. Eine erhebliche Ausprägung der
di
agnoserelevanten
Befunde ist vorliegend nicht ersichtlich, da es sich bei
den vulnerablen Persönlichkeitszügen um eine Z-Diagnose handelt, welche nic
ht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens fällt und daher aus invaliden
versicherungsrechtlicher Sicht ohne Belang ist (vgl. Urteil des
Bundes
gerichts 8C_663/2010 vom 15. November
2010 E. 5.2.4 mit weiteren Hin
weisen).
A
us invalidenversicherungsrechtlicher Sicht
ebenfalls
irrelevant ist aus bereits dargelegten Gründen die diagnostizierte
Depression (
vgl. E. 5
hie
vor
). Damit reduzieren
sich die
massgebenden Befunde
auf die Schmerz
klagen.
6.3.2
Unter dem Titel „aktuelle Behandlungen“ ist
dem
Gutachten
zu entnehmen
,
dass
die Beschwerdeführerin zweimal pro Monat zu ihrer Hausärztin Dr.
B._
und einmal pro Woche zum Psychiater Dr.
C._
geht. Eine Physiotherapie be
sucht sie zurzeit
nicht. Zudem nimmt sie Medikamente ein (
Sa
rot
en
und
Dulo
xetin
; Urk. 7/37 S. 31
). Obschon
die Beschwerdeführerin
bereits mehrere Jahre
in psychotherapeutischer Behandlung ist (bei Dr.
C._
seit dem 24. Septem
ber 2010
; vgl. E.
3.2
hievor
)
, kam es
nicht zu einer Verbesse
rung
. Bezüglich einer entsprechend intensiven Therapie kann dem
Gutachten
sodann
nichts
entnommen werden. Dr.
H._
wies
sogar
darauf hin, dass die Behand
lungen gegebenenfalls angepasst werden sollten (vgl.
Urk.
7/37 S. 31). Ebenso empfahlen die Experten eine Intensivierung der ambulanten psy
chiatrischen
Behandlung, allenfalls auch eine intensive stationäre psychosoma
ti
sche Rehabi
li
tation (S.
36 f.).
Von gezielten medizinischen Behandlungen, wel
che das Leiden
als resistent ausweisen könnten, kann d
emnach nicht gespro
chen werden.
Hinsichtlich beruflicher Eingliederungsbemühungen kann den Akten entnom
men werden, dass es der Beschwerdeführerin – bei anfänglicher Motivation, mitzuwirken (vgl.
Urk.
7/27 S. 2) – bis Ende der Integrationsmassnahme per 2
4.
Mai 2013 nicht gelang, ihr Arbeitspensum auf einem Niveau von 50
% zu stabilisieren. Einerseits war sie durch körperliche Schmerzen, andererseits durch die private Schuldensituation belastet. Eine Steigerung von vier Stunden war
nicht möglich. Die Beschwerdeführerin wies darauf hin, dass die grösste
Schwierigkeit die massiven Geldsorgen und Schulden der Familie seien. Die In
te
gration in den ersten Arbeitsmarkt erschien gemäss den zuständigen Personen der
D._
zum damaligen Zeitpunkt aufgrund gesundheitlicher Defizite und persönliche
r
Schwierigkeiten nur schwer umsetzbar (Absenzen insgesamt 23 Tage
, davon fünf Tage Ferien
;
Urk.
7/27; vgl. auch
Urk.
7/37 S.
6).
Damit fasste die Eingli
ederungsresiste
nz massgeblich auf
psychsozialen
Faktoren, wes
halb die Beschwerdeführerin daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten kann.
6.3.3
Bei der Beurteilung der Komorbidität ist eine Gesamtbetrachtung der Wech
sel
wirkungen und sonstigen Bezüge der Schmerzstörung zu sämtlichen beglei
ten
den
krankheitswertigen Störungen vorzunehmen. Neben der somatoformen
Schmerz
störung
leidet die Beschwerdeführerin an keinen weiteren Erkrankun
gen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
.
Z
war besteht eine psychiatrische Komor
bidi
tät, jedoch ist die Depression vorliegend
ohne
invalidenversiche
rungs
recht
liche
Relevanz und stellt keinen invalidisierenden Gesundheitsschaden dar
.
Von einer Komorbidität ist bei die
se
r Sachlage nicht auszugehen.
6.3.4
Was die persönlichen und sozialen Ressourcen der Beschwerdeführerin betrifft, ist zu erwähnen, dass sie aus Pakistan stammt. Ihre Eltern leben noch immer dort.
Z
ur Familie (inklusive Geschwister)
pflegt sie gemäss eigenen
Angaben
keinen Kontakt
mehr. 1997 ist sie in die Schweiz eingereist und hat
hier
ihren
eb
enfalls aus Pakistan stammenden
Ehemann
kennengelernt.
1999
erfolgte die
H
eirat. Das Verhältnis zu ihrem Ehemann ist gut – sie bezeichnet ihn gar als herzensguter Mensch (vgl. E. 3.4.
3
hievor
). Mit ihrem Ehemann und den vier Kindern
(drei Knaben und ein Mädchen)
wohnt sie in
J._
in einer vier
einhalb Zimmer Wohnung. Die Familie lebt vom Einkommen des Eheman
nes, welcher (nun) als Taxichauffeur arbeitet (
Urk.
7/37 S. 7). Die Beschwerde
füh
rerin hat die Primar- und Sekundarschule sowie das College absolviert. Zu
dem verfügt sie über einen Bachelorabschluss in Biologie. 1994 bis 1996 war sie als Primarlehrerin in Pakistan tätig. Von 2003 bis 2010 war sie unter anderem als Mitarbeiterin bei einem Catering tätig, bewirtschaftete daneben zusammen mit ihrem Ehemann einen Lebensmittelladen und arbeitete später als Mitarbei
ter
in/
Allrounderin in einem Restaurant, welches sie gemeinsam mit ihrem Ehe
mann führte (
Urk.
7/37 S. 8).
Die Beschwerdeführerin verfügt demgemäss über verschiedene Ressourcen. So lebt sie in intakten Familienverhältnissen mit einem wohlwollenden Ehemann, welcher gar eigene Probleme nicht mit ihr teilt, um sie nicht zu belasten (Urk.
7/37 S. 26). Sodann bestehen erhebliche intellektuelle Ressourcen, absol
vierte die Beschwerdeführerin doch eine anspruchsvollere Ausbildung und stu
dierte an der Universität. Ihre in der psychiatrischen Untersuchung fest
ge
stellte Leistungsorientiertheit bewies sie nicht zuletzt durch das Führen eines Restau
rants zusammen mit ihrem Ehemann.
Somit sind bei der Beschwerdeführerin erhebliche persönliche und soziale Ressour
cen erkennbar, welche durch ihre psychischen Probleme nicht in Frage gestellt werden.
6.3.5
Bezüglich des sozialen Kontexts ist anzumerken, dass die Beschwerdeführerin über ein funktionierendes Familienleben verfügt, jedenfalls ist den Akten nichts anderes zu en
tnehmen. I
nsbesondere verfügt sie über eine gute Beziehung zu ihrem Ehemann (und den Kindern; vgl. E. 3.4.
3
hievor
) – der Haushalt funktio
niert ebenfalls.
6.3.
6
Hinsichtlich der gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen
ergibt sich
, dass die Beschwerdeführerin kein besonderes
Aktivitätsniveau aufweist und eher zurückgezogen lebt (
Urk.
7/37 S. 9
)
. D
eswegen kann
jedoch
(noch)
nicht von einem
sozialen
Rück
zug in allen Belangen des Lebens
gesprochen
werden.
Auch wenn die Beschwerdeführerin auf die Hilfe der
Familie angewiesen ist, ist
doch ausgewiesen
, dass sie die Kinderbetreuung und Haus
haltsführung so wahrnehmen kann, wie dies mit Kindern im entsprechenden Alter zu erwarten ist – etwas anders ist den Akten jedenfalls aufgrund der Beschreibung der Gestaltung des Alltags nicht zu entnehmen.
6.3.7
In Bezug auf den Leidensdruck ist
die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen zu berücksichtigen, was ein massgebender Indikator für den tatsächli
chen Leidensdruck darstellt (BGE 141 V 281 E. 4.4.2). Die Beschwerdefü
hrerin geht zwar in Behandlung
(Gesprächstherapie). Diese Therapie beziehungsweise Behandlungsmethode ist jedoch
–
angesichts de
s
Umstandes
, dass sich
die
Beschwerdeführerin
bis anhin nie einer
intensive
n
Schmerztherapie
unterzogen hat (obschon bezüglic
h Gesundheitsverbesserung kein
Fortschritt auszu
machen war) –
als ungenügend zu qualifizieren.
Ein
anderer Ansatz
wurde we
der ge
wählt noch in Betracht gezogen
, was gegen einen b
esonderen
Leidens
druck
spricht
.
6.4
Die Prüfung der verschiedenen Indikatoren ergibt, dass diese nicht in ausge
prägtem Umfang gegeben
sind
.
Insgesamt ist daher
nicht von
die Arbeits
fähig
keit
einschränkenden
Auswirkungen der
Schmerzproblematik
aus
zu
gehen
.
Damit ist der Beschwerdegegnerin zu folgen, welche nicht etwa am
Schmerz
geschehen
zweifelte, sondern – nach der überholten bisherigen Praxis – zum Ergebnis kam, dass die vorliegende Pathologie
invalidenversicherungs
rechtlich
nicht zu einer Leistungspflicht führt.
7.
Zusammenfassend – und in Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin – bleibt
das psychische Leiden
ohne
inva
liden
versi
cherungsrechtliche
Relevanz und stellt keinen invalidisierenden
Gesund
heits
schaden
dar.
Die
Beschwerde ist daher abzuweisen.
8.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.