Decision ID: c8add2e6-a6f3-45f4-a21f-55ec05cee301
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
19
38
, meldete sich am
8. Oktober
2011 zum Be
zug von Zusatzleistungen zu seiner Altersrente an (Urk.
7
/
27
).
Die
Sozialversicherungs
anstalt
(SVA)
des Kantons Zürich, Zusatzleistungen zur AHV/IV
,
teilte dem Versicherten mit, dass weitere Unterlagen benötigt würden
und
forderte
ihn insbesondere auf,
die Vermögensverminder
ungen in den Jahren 200
1
bis 20
11
zu begründen
und die entsprechenden Belege zuzustellen
(
vgl. Schreiben vom 25. November 2011, Urk. 7/44, sowie 3. April 2012,
Urk.
7/64
).
Nach Eingang weiterer Unterlagen (vgl. Urk.
7
/6
6
-
68
)
verneinte
die SVA
Zürich
mit Verfügung vom
28. August 2012
(Urk.
7
/
74
) einen Anspruch
des Versicherten
auf Zusatz
leistungen mit Wirkung ab dem 1.
Oktober
2011
sowie ab dem 1. Januar 2012
, unte
r Anrechnung eines Vermögensver
zichts von Fr.
810
'000.
-- respektive Fr. 800'000.-- (vgl. Berechnungsblätter,
Urk.
7/78 und
Urk.
7/76).
Die dagegen vom Versicherten am 11. September 2012 erhobene Einsprache (Urk.
7/84
) wies die
SVA
Zürich, Zusatzleistungen zur AHV/IV
, mit Entscheid vom 24. Oktober 2012 ab (Urk. 7/
86 = Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
24. Oktober 2012
(Urk. 2) erhob der Versi
cherte mit Eingabe vom 22. November 2012 Beschwerde (Urk. 1) und bean
tragte, dieser sei aufzuheben, sein Gesuch um Gewährung von
Ergänzungsleis
tungen
gutzuheissen und die Sache zur neuen Leistungsberechnung an die SVA Zürich zurückzuweisen (S. 2 Ziff. 1). In prozessualer Hinsicht stellte er ein Ge
such um unentgeltliche Prozessführung und unentgeltliche Rechtsvertretung
(S. 2 Ziff. 3). Die
Beschwerdegegnerin
beantragte mit Vernehmlassung vom 18. Januar 2013 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6).
Ebenfalls am 18. Ja
nuar 2013 informierte der Beschwerdeführer über eine gleichentags eingereichte Strafanzeige (
Urk.
8-9).
Diese Eingabe
n wurden
der jeweiligen Gegenpartei
am
1
.
Febr
uar 201
3
zur Kennt
nis gebracht (Urk. 1
0
).
Mit E-Mail vom
10. Februar 2014
(
Urk.
12)
liess der Beschwerdeführer dem hiesigen Gericht ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 29. Januar 2014
betreffend Forderung
zukommen (
Urk.
13).
Mit Verfügung vom 1
2.
Februar 2014 wurde den Parteien angezeigt, dass dieses Urteil zu den Akten genommen wird (
Urk.
14).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Der Bund und die Kantone gewähren Personen, welche die gesetzlichen Voraus
setzungen nach Art. 4-6 des Bundesgesetzes über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) erfüllen, Zusatzleis
tungen zur Deckung ihres Existenzbedarfs (Art. 2 Abs. 1 ELG; §§ 1, 13, 15 und 20 Abs. 1 des Gesetzes des Kantons Zürich über die Zusatzleistungen zur Al
ters
, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung, ZLG, in den seit 1. Januar 2008 gültigen Fassungen).
1.2
Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkann
ten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG).
1.3
Die anrechenbaren Einnahmen werden nach Art. 11 ELG ermittelt. Als Einkom
men anzurechnen sind danach unter anderem auch Einkünfte und Vermögens
werte, auf die verzichtet worden ist (Art. 11 Abs. 1
lit
. g ELG).
Eine Verzichtshandlung liegt vor, wenn die leistungsansprechende Person ohne rechtliche Verpflichtung oder ohne adäquate Gegenleistung auf Einkünfte oder Vermögen verzichtet hat (BGE 131 V 329 E. 4.2 ff. mit Hinweisen). Wenn diese Voraussetzungen für die Annahme eines Verzichts nicht vorliegen, hat eine Vermögensanrechnung selbst dann nicht zu erfolgen, wenn die
leistungsanspre
chende
Person vor der Anmeldung zum Bezug der Ergänzungsleistungen über ihre Verhältnisse gelebt haben könnte. Das Ergänzungsleistungssystem bietet keine gesetzliche Handhabe dafür, eine wie auch immer geartete „
Lebensfüh
rungskontrolle
" vorzunehmen und danach zu fragen, ob ein Gesuchsteller in der Vergangenheit im Rahmen einer „Normalitätsgrenze" gelebt hat, die im Übrigen erst noch näher umschrieben werden müsste. Vielmehr haben die
Ergänzungs
leistungsbehörden
von den tatsächlichen Verhältnissen auszugehen, dass ein Gesuchsteller nicht über die notwendigen Mittel zur angemessenen Deckung des Existenzbedarfs verfügt, und nicht danach zu fragen, warum dem so ist (BGE 121 V 204 E. 4b mit Hinweisen).
1.4
Dass eine Vermögenshingabe gegen eine adäquate Gegenleistung oder aufgrund einer Rechtspflicht erfolgt ist, ist als anspruchsbegründende Tatsache von der leistungsansprechenden Person zu beweisen, wobei der Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit massgebend ist und sie die Folgen allfälliger
Be
weislosigkeit
zu tragen hat, und zwar in dem Sinne, dass sie sich das angeblich entäusserte Vermögen sowie den darauf entfallenden Ertrag (vgl. Art. 11 Abs. 1
lit
. b ELG) anrechnen lassen muss (BGE 121 V 204 E. 6a; AHI 1995 S. 167 E. 2b; Urteil des Bundesgerichts P 38/06 vom 11. Oktober 2007 E. 3.3.1).
1.5
Gemäss Art. 17a der Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV) wird der anzurechnende Be
trag von Vermögenswerten, auf die verzichtet worden ist (Art. 11 Abs. 1
lit
. g ELG), jährlich um Fr. 10'000.-- vermindert (Abs. 1). Der Wert des Vermögens im Zeitpunkt des Verzichts ist unverändert auf den 1. Januar des Jahres, das auf den Verzicht folgt, zu übertragen und dann jeweils nach einem Jahr zu vermin
dern (Abs. 2). Für die Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistung ist der verminderte Betrag am 1. Januar des Bezugsjahres massgebend (Abs. 3).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist
insbesondere
, ob die Beschwerdegegnerin dem Be
schwerde
führer bei der Berechnung der Zusatzleistungen zu Recht ein
Ver
zichtsvermögen
in der Höhe von Fr.
8
10'000
.--
respektive Fr.
8
0
0'000
.--
ange
rechnet hat.
2.2
Die Beschwerdegegnerin
hielt
im angefochtenen
Einspracheentscheid
(Urk. 2)
fest
,
sie gehe davon aus, dass der Vermögensverzicht mit der Handlung, das Geld im Jahr 2000 zu einem Zinssatz von 9 % anzulegen, stattgefunden habe (S. 3
Ziff.
3
h
).
Im vorliegenden Anlageprofil – welches jedoch nicht das endgül
tige sein könne, da es nur die Anlagewährung in Schweizer Franken vorsehe und weder ein Datum noch eine Unterschrift der
Y._
trage – sei festgehalten, dass das jährliche Einkommen
Fr.
80‘000.-- betragen solle, mithin eine Rendite von 9 % verspreche.
Dem Versprechen eines hohen Zinses sei unter diesen Umständen das massiv erhöhte Risiko eines Verlustes der hin
gegebenen Gelder und
damit des gesamten liquide
n Vermögens gegenüber ge
standen
(S. 2
Ziff.
3b
).
Massgebend sei die Abweichung von den im Jahr 2000 mit 3.6 % verzinsten Ka
ss
enobligationen. Die vereinbarte Rendite von 9 % entspreche dabei einer Abweichung von 5.4 %. Diese Abweichung sei massiv und daher spekulativ. Dem Beschwerdeführer habe bewusst sein müssen, dass eine solche Rendite, welche ihm in Aussicht gestellt worden sei, mit Risiken be
haftet sei und dass das Risiko sicherlich höher sei als ein „normales Risiko“ bei einer Geldanlage (S. 3
Ziff.
3
g
).
2.3
Der Beschwerdeführer stellte sich in der Beschwerde (Urk. 1) auf den Stand
punkt,
dass beim Abschluss des Vermögensverwaltungsvertrages im Jahr 2000 in keiner Weise absehbar gewesen sei, dass die Vermögenswerte nicht wieder erhältlich gemacht werden könnten (S. 6
Rz
21).
Er habe sich entschieden
, seine Altersvorsorge in Ka
pitalform zu beziehen und diese
konservativ und
sicher
heitsorientiert
professionell anlegen und verwalten zu lassen. Entsprechend habe er bei der
Y._
, einem
professionellen Vermögensverwal
ter, im November
2000 einen Vermögensverwaltungsvertrag abgeschlossen (S. 3
Rz
5 f.).
Bereits nach wenigen Jahren seien indessen erhebliche Verluste einge
treten. Ihm sei von der Vermögensverwalterin immer wieder und nachhaltig zu
gesichert worden, dass sich ein entsprechender Ausgleich herbeiführen lassen werde; dies sei jedoch nicht gelungen (S. 3 f.
Rz
7).
Von den anfänglich über
lassenen rund
Fr.
910‘000.--
seien
bei Beendigung des
Vermögensverwaltungs
mandates
nur noch
Fr.
19‘189.
--
übrig
gewesen
(S. 7
Rz
31).
Der eingetretene Vermögenszerfall sei auf gravierende Sorgfaltspflichtverletzungen seitens der Vermögensverwalterin
zurückzuführen. Entsprechend sei am Bezirksgericht Zü
rich eine Klage gegen die
Y._
sowie deren Geschäftsführerin pendent. In dieser Sache werde auch noch Strafanzeige eingereicht
(S. 4
Rz
8 f.; vgl. auch die nachgereichte
Strafanzeige in
Urk.
9).
Die vereinbarte Rendite von 9 % sei zwar bereits damals k
ein konservativer Wert gewesen,
sei jedoch vor dem damaligen Zinsumfeld zu sehen.
Im Jahr 2000 seien Kassenobligationen in der Grössenordnung von 3.7 % verzinst wor
den. Die
vereinbarte Rendite
habe damit das Zweieinhalbfache von konservati
ven Obligationenanlagen betragen (S. 6
Rz
22). Eine Rendite von 9 % im Jahr 2000 sei zwar nicht konservativ, aber auch
nicht hochspekulativ
gewesen. Vielmehr ergebe die Analyse der Vereinbarung, dass damit maximal eine
An
lage im mittleren Risikobereich
festgelegt worden sei
(
S. 6
f.
Rz
24
).
Ausserdem beanstandete
d
er
Beschwerdeführer
, dass in der Bedarfsberechnung ein
Fehler beim zu berücksichtigenden Mietzins
vorliege
(
S.
7
Rz
27).
3.
3.1
Dem umstrittenen Vermögensverzicht liegt folgender Sachverhalt zu Grunde:
Der Beschwerdeführer schloss am
2.
November 2000
mit
der
Y._
einen
Vermögensverwaltungsvertrag ab (
Urk.
7/66/72-74). Darin wurde die
Y._
ermächtigt, in Übereinstimmung mit dem Anlageprofil Anlagen in sämtlichen
Finanzmarktinstrumenten zu tätigen und sämtliche Transaktionen auszuführen, welche sie im Zusammenhang mit der Verwaltung der ihr anvertrauten Gelder für notwendig erachte (
Ziff.
1).
Dem Beiblatt „Aus
gangslage“ ist zu entnehmen,
dass ab April 2001 ein
Vermögen
von
Fr.
910‘000.-- (
Konti
bei der
Z._
und der
A._
, Aktien sowie das voraussichtliche Kapital des Altersguthabens von
Fr.
670‘000.--
) zur Verfügung
stünde und ab dann diversifizierte Anlagen mit Anlageziel gemäss Anlageprofil erfolgen
sollt
en (
Urk.
7/66/77).
Im mit „Anlegerpr
ofil“ be
titelten Beiblatt (Urk.
7/66/76) wurde unter der Rubrik „Anlageziele“ einerseits das Feld „Kapital-/Kaufkrafterhaltung“ und andererseits
das Feld „Einkommen“ angekreuzt, wobei Letzteres mit „
Fr.
80‘000.-- jährlich/
approx
. 9 % p.a.
“
er
gänzt wurde. Unter dem Titel „Orientierung“ wurde das Feld „ausgewogen“ markiert und als Anlagewährung Schweizer Franken definiert. Nähere Informa
tionen zum Anlageprofil sind nicht vorhanden.
Soweit die Beschwerdegegnerin geltend machte, dass es sich dabei nicht um das
endgültige Anlageprofil handeln könne, da es nur die Anlagewährung in
Schweizer Franken vorsehe und weder ein Datum noch eine Unterschrift der
Y._
trage
(
Urk.
2 S. 2 unten), vermag dies nicht zu überzeu
gen.
So bestehen keine Formerfordernisse für ein Anlageprofil
.
Des Weiteren schliesst eine Referenzwährung – vorliegend Schwe
izer Franken –
Anlagen in anderen Währungen
nicht
per se
aus
.
Somit ist davon auszugehen, dass das Anlageprofil Bestandteil des Vermögensverwaltungsvertrages vom
2.
November 2000 bildete.
3.2
Wie soeben dargelegt,
sollte ab April 2001 ein
zu verwaltendes Vermögen
von Fr. 910‘000.-- (inklusive Altersguthaben) zur Verfügung stehen (
Dokument „Ausgangslage November 2000“,
Urk.
7/66/77).
Vor diesem Hintergrund
nahm die Beschwerdegegnerin
–
mit der Handlung, das Geld im Jahr 2000 zu einem Zinssatz von 9 % anzulegen
(
vgl.
Urk.
2 S. 3 unten)
– einen Vermögensverzicht von
Fr.
910‘000.-- an
und berücksichtigte dementsprechend in der Berechnung
der Zusatzleistungen
ab Oktober 2011 ein Verzichtsvermögen von Fr. 810'000.-- sowie ab Januar 2012 ein solches von Fr. 800'000.-- (vgl. Berechnungsblätter,
Urk.
7/78 und
Urk.
7/76, sowie E. 1.5 zur Verminderung des
Verzichtsvermö
gens
).
Dies vermag bereits in
betraglicher
Hinsicht nicht zu überzeugen.
So
hat der Beschwerdeführer zwar den grössten Teil, nicht aber das gesamte, ursprünglich zu verwaltende Vermögen verloren.
Die Beschwerdegegnerin hat nicht berück
sichtigt, dass der Beschwerdeführer während der Dauer des
Vermögensverwal
tungsvertrages
Bezüge zur Bestreitung seines Lebensunterhaltes gemacht hat (vgl.
Urk.
1 S. 7
Rz
31). Diese wurden im Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 29. Januar 2014 mit insgesamt Fr. 215‘919.17 beziffert (vgl.
Urk.
13 S. 6
Ziff.
4 „Unbestrittener Sachverhalt“). Zudem zahlte die Vermögensverwalterin dem Beschwerdeführer in den Monaten Mai und Juni 2010 gesamthaft Fr. 9‘000.-- zurück (vgl.
Urk.
7/66/2-71 S. 12
Ziff.
32).
Schliesslich verblieb n
ach der Sal
dierung des D
epots im August 2010 (vgl. Urk.
3/20) ein Restbetrag von etwa
Fr.
19‘000.-- (
Urk.
1 S. 7
Rz
31; vgl. auch Urteil des Bezirksgerichts Zürich,
Urk.
13
S.
17
Ziff.
8
).
In diesem Umfang von
gesamthaft
etwa Fr. 244‘000.-- ist
gar kein Verlust eingetreten und liegt
somit
auch kein Vermögensverzicht vor. Angesichts der knapp 10jährigen Dauer der Vermögensverwaltung und der fi
nanziellen Lage
des
Beschwerdeführer
s ist nachvollziehbar, dass er
dieses Geld
zur Bestreitung seines Lebensunterhaltes gebraucht
hat
.
Nach dem Gesagten
kann
also
nicht von einem Vermögensverzicht in der Höhe von
Fr.
910‘000.-- ausgegangen werden
.
3.3
Zur Frage des Vermögensverzichts im Zusammenhang mit Geldanlangen nahm das
Bundesgericht mehrfach Stellung. Danach ist d
ie Anlage eines Vermögens
grund
sätzlich kein Vermögensverzicht (Urteil P 55/05 vom 26. Januar 2001
E. 3.2).
I
m Gegenteil
ist es normal
, dass Vermögen angelegt wird.
Dass das Risiko eines Totalverlusts bestand, stellt für sich allein keinen Vermögensverzicht dar. Denn ein solches Risiko besteht prinzipiell bei jeder Vermögensanlage; auch bei einer Leibrente kann der Schuldner in Konkurs fallen. Entscheidend für die
Risi
koabschätzung
ist die Wahrscheinlichkeit, mit der sich dieses Szenario verwirk
licht
(Urteil
des Bundesgerichts
9C_180/2010 vom 15. Juni 2010
E. 6).
V
on ei
nem
Verzichtstatbestand
ist
auszu
gehen,
wenn bei einer Geldanlage
unter den kon
kreten Umständen von Anfang an
mit sehr hoher Wahrscheinlich
keit mit dem Verlust des gesamten oder eines grossen Teils des Vermögens ge
rechnet werden musste, so dass kein vernünftiger Mensch eine solche Anlage getä
tigt hätte
(Urteil des Bundesgerichts 9C_904/2011 vom 5. März 2012 E. 4.1
mit Hinweis auf das Urteil 9C_180/2010 vom 15. Juni 2010 E. 5.2
und E. 6
)
.
Wird eine Drittperson mit der Anlage des Vermögens betraut, so gilt folgende Regel: Je weniger die Voll
macht diesbezügliche Einschränkungen und Weisungen enthält und der Auftrag
geber sich entsprechend wenig um den Geschäftsgang kümmert, umso eher hat er sich das Anlageverhalten des B
eauftragten anrechnen zu lassen
(Urteil
des Bun
desgerichts 9C_904/2011 vom
5
. März 2012 E. 4.1
).
Das Bundesgericht hat sich
auch
im Entscheid 9C_180/2010 vom 15. Juni 2010 mit der
Thematik des Vermögensverzichts
befasst und dabei auch auf verschie
dene frühere Entscheide verwiesen (E. 5.2 mit Hinweisen):
So wurde ein
Vermö
gensverzicht
bejaht, als eine EL-
Ansprecherin
ohne Rechtspflicht, ohne jede Si
cherheit und ohne adäquate Gegenleistung einer Privatperson ein grösseres Darlehen (
Fr.
240'000.--) gewährt hatte und dabei vollumfänglich zu Verlust kam; dies wurde namentlich mit Rücksicht auf die Tatsache, dass der
Hauptbe
trag
des Darlehens zu einem Zeitpunkt ausgehändigt wurde, als der
Rückzah
lungstermin
für den ersten Teil des Darlehens bereits verflossen war, als reines Vabanque-Spiel qualifiziert (Urteil
des Bundesgerichts
P 17/97 vom 30. Novem
ber 1998 E. 3). Ebenso wurde ein Vermögensverzicht bejaht, als der Geschäfts
führer und faktische Alleineigentümer einer Gesellschaft dieser kurz vor der Niederlegung der Geschäftsaktivitäten ein Darlehen gewährt hatte, um den
Ge
schäftsverlust
zu decken; denn dem über die Finanzen informierten Versicher
ten musste klar gewesen sein, dass die Darlehensgewährung einem Vabanque-Spiel gleichkam (Urteil
des Bundesgerichts
P 16/05 vom 26. April 2006 E. 4).
Dasselbe wurde angenommen, als eine Rentnerin unter mehreren Malen insge
samt rund
Fr.
115'000.-- an eine Privatperson
in Sri Lanka
angeblich zwecks Kaufs einer Teeplantage bezahlte, und Zahlungen auch noch tätigte, nachdem der Empfänger absprachewidrig das Geld weder vereinbarungsgemäss verwen
det noch zurückbezahlt hatte (Urteil
des Bundesgerichts
P 37/06 vom 2
2.
Februar 2007 E. 3). Ebenso wurde ein Vermögensverzicht bejaht, als eine Vollmacht erteilt wurde, das Vermögen ohne jede Einschränkung zu verwalten, und der Bevollmächtigte gestützt darauf das ganze Vermögen in Schuldver
schreibungen einer einzigen auf
den British Virgin Islands registrierten
, nicht börsenkotierten Gesellschaft investiert hatte, welche einen Zins von 12
%
ver
sprach. Insbesondere aus diesem hohen Zins (angesichts des damaligen niedri
gen Zinsniveaus) wurde geschlossen, dass das massiv erhöhte Risiko eines Ver
lusts bewusst gewesen sein musste, so dass von einem grobfahrlässigen Verhal
ten auszugehen sei (Urteil
des Bundesgerichts
P 12/06 vom
2.
Februar 2007
E. 3.1 und 3.4). Ebenso lag eine Verzichtshandlung vor in einem Fall, in welchem der Anspruchsteller auf das Konto verschiedener Personen Geld einbezahlt hatte, um als Gegenleistung illegal einen Anteil an den Hinter
-
lassenschaften
von Personen ohne bekannte Erben zu erhalten (Urteil
des Bundesgerichts
P 55/05 vom 26. Januar 2007 E. 4 und 5). Kein Vermögens
-
verzicht liegt demge
genüber vor, wenn eine erhaltene Erbschaft in die Einzel
-
unternehmung des Ehemannes investiert und in der Folge auf diese Forderung verzichtet wird, so
weit dies erforderlich ist, um die Firma zu sanieren (Urteil
des Bundesgerichts
P 43/03 vom 25. Juni 2004 E. 3).
Ebensowenig
kann ein
e auf strafbare Handlun
gen (beispielsweise
Betrug) zurückzuführende
Vermögensver
-
minderung als Vermögensverzicht qualifiziert werden; denn einer solchen
Vermögensvermin
derung
ist gerade eigen, dass sich
das Opfer der strafbaren Handlung des Aus
masses des Risikos der getätigten Investition nicht bewusst ist
beziehungsweise darüber arglistig getäuscht wird (Urteil
des Bundesgerichts
8C_567/2007 vom
2.
Juli 2008 E. 6.5).
3.4
Vorliegend war bei
Abschluss des Vermögensverwaltungsvertrages im Jahr 2000
nicht
absehbar, dass die Vermögenswerte nicht wieder
erhältlich gemacht werden könn
t
en
.
So hat der
in Finanzanlagen unerfahrene
Beschwerdeführer einen üblichen Vermögensver
waltungsauftrag erteilt
.
Beim
Vermögensverwal
tungsvertrag
wird das Vermögen unter Berücksichtigung der Richtlinien des Kunden gegen eine Gebühr selbständig zum Zweck der Erreichung eines
Anla
gezieles
verwaltet.
Der Vermögensverwalter
entscheidet
;
die
Anlagen beruhen
auf seinem Ermessen.
Umso wichtiger
sind Richtlinien respektive ein
Anlage
profil
, welches
die
Rahmenbedingungen
für die Vermögensverwaltung
festlegen soll.
V
orliegend
liegt ein
Anlageprofil
vor, welches indessen
nur rudimentär
ab
gefasst
ist
.
Mit dem Stichwort
„Kapital-/Kaufkrafterhaltung“
wird eine konser
vative Anlagestrategie umschrieben
;
wesentlich ist die langfristige Erhaltung der Vermögenswerte, die Risikobereitschaft ist niedrig.
Demgegenüber
weisen die Stichworte „Einkommen“ sowie „ausgewogen“ auf ein mittleres Anlagerisiko hin.
Definiert wurde ein
Einkommen von Fr. 80‘000.--, mithin eine Rendite von rund 9 %.
Diese Rendite
von rund 9 %
ist im damaligen Kontext zu sehen
.
Im Jahr 2000 wurden Kassenobligationen in der Gr
össenordnung von 3.7 % verzinst
(vgl. Bundesamt für Statistik, Tabelle „Rendite eidgenössischer Obligationen und d
urchschnittliche Verzinsung“, T
12.3.2)
.
Die Beschwerdegegnerin
stützte sich zur Begründung des Vermögensverzichts insbesondere auf die vereinbarte Ren
dite von 9 % und
machte geltend, dass
die Abweichung
von den
Zinsen von
Kassenobligationen massgebend sei;
diese Abweichung betrage
mehr als 5 % und
sei
daher hoch spekulativ (
Urk.
2
S. 3
Ziff.
3
g).
Dem Versprechen eines ho
hen Zinses sei das massiv erhöhte
Risiko eines Verlustes der Gelder
gegenüber gestanden (
Urk.
2 S. 2
Ziff.
3
b).
Demgegenüber
hielt der Beschwerdeführer fest
, die
vereinbarte Rendite
von 9 %
habe
im Jahr 2000
das Zweieinhalbfache von konservativen Obligationenanlagen betragen
; dies sei
nicht hochspekulativ
ge
wesen. Vielmehr ergebe eine Analyse der Vereinbarung, dass maximal eine
Anlage im mittleren Risikobereich
festgelegt worden sei
(
Urk.
1 S. 6
f.
Rz
22 ff.).
Soweit
die Zinssä
tz
e
von Kassenobligationen
zum Vergleich herangezogen wer
den
, ist darauf hinzuweisen, dass es sich dabei um speziell sichere Anlagen handelt.
Ein
Anlageziel von knapp 9 %
entsprach
zwar
auch damals
nicht einer konservativen Anlagestrategie – insofern besteht ein Widerspruch zur
ebenfalls im Anlageprofil festgehaltenen
Kapital-/Kaufkrafterhaltung –,
erscheint
ange
sichts des
früheren
Finanzumfeldes
indessen
nicht
als
unüblich.
Jedenfalls
han
delte es sich nicht um
ein ausgesprochenes Risikogeschäft, wie dies die
Be
schwerdegegnerin
annahm
(vgl.
Urk.
2 S. 2
Ziff.
3
b
).
Mit dem
Beschwerdeführer ist
somit
aufgrund des
Wortlautes des
Vermögensverwaltungsvertrages respek
tive des
Anlageprofils
maximal
von einer Anlage im mittleren Risikobereich auszugehen.
Eine solche muss
nicht von vornherein als wahrscheinlich verloren betrachtet werden.
Angesichts der zitierten Rechtsprechung
zum
Vermögensver
zicht
im Zusammenhang mit Geldanlangen
(vgl. E. 3.3)
kann nicht nur
in kon
servative Anlagen
wie Obligationen investiert werden
.
Vielmehr sind auch An
lagen mit einem wohl überdurchschnittlichen Risiko möglich – so lagen dem
Urteil
des Bundesgerichts
9C_180/2010 vom 15. Juni 2010
Investitionen in
Festgeldanlagen in Britischen Pfund
sowie
Optionen
auf Aktien erstklassiger Gesellschaften
zugrunde
–
und können jedenfalls nicht generell als Vabanque-Spiel betrachtet werden.
Ob ein mittleres Anlage
risiko
angesichts der Vermögensverhältnisse des Beschwer
deführers
indessen
angemessen war, ist
fraglich
, für das vorliegende Verfahren
jedoch
nicht
entscheid
end
.
Zu bemerken ist, dass im Urteil des Be
zirksgerichts Zürich vom 29. Januar 2014 festgehalten wurde, dass
die
Vermö
gensverwalterin
bereits bei Aufnahme der Geschäftsbeziehung die Ab- und Aufklärungspflicht missachtet habe
und vor dem konkreten Hintergrund des Beschwerdeführers eine konservative Strategie angezeigt gewesen wäre
(
Urk.
13 S. 15
f.
Ziff.
7.5.2
und
Ziff.
7.5.3
).
3.5
Im Unterschied zum Entscheid
des Bundesgerichts
P 12/06 vom
2.
Februar 2007 (vgl. E. 3.3)
lag vorliegend ein Vermögensverwaltungsvertrag inklusive
Anlage
profil
vor, womit gewisse Einschränkungen in der Verwaltung des Vermögens gegeben
waren
. Auch wenn das Anlageprofil nicht ganz klar
war
, kann immer
hin gesagt werden, dass hochriskante Anlagen damit nicht vereinbar
waren
. Demgegenüber wurde im zitierten Entscheid eine Vollmacht erteilt, das Vermö
gen ohne jede Einschränkung zu verwalten;
selbst
eine Zusatzermächtigung betreffend Anlagen mit besonderen Risiken wurde unterzeichnet (vgl. Urteil
des Bundesgerichts
P 12/06 vom
2.
Februar 2007 E. 3.1).
Auch
belief sich
der ver
sprochene
Zins von 12 % im Vergleich zur Rendite von Kassenobligationen
(von 2.98 % im Jahr 2003 und
2.57 % im Jahr 2004
,
vgl. Bundesamt für Statis
tik, Tabelle „Rendite eidgenössischer Obligationen und d
urchschnittliche Ver
zinsung“, T
12.3.2)
auf
mehr als
das Vierfache
, während die vereinbarte Rendite vorliegend – wie gesehen – knapp das Zweieinhalbfache der Zinsen von
Kas
senobligationen
betrug
.
Die hier zu beurteilende Konstellation ist somit nicht vergleichbar mit dem Sachverhalt, wie er dem Entscheid
des Bundesgerichts
P 12/06 vom
2.
Februar 2007 zugrunde lag.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung wurde der Tatbestand des
Vermö
gensverzichts
ursprünglich aufgenommen, um Fälle zu erfassen, in denen auf Werte verzichtet wurde, um Ergänzungsleistungen zu erwirken. Auf dieses sub
jek
tive Element wurde zwar später verzichtet, weil es oft schwierig festzustellen
ist. Gleichwohl gilt aber, dass das Ergänzungsleistungssystem in der Regel von den
tatsächlich vorhandenen Mitteln auszugehen hat und nicht danach zu fra
gen ist, ob der EL-Ansprecher in der Vergangenheit im Rahmen einer
Normali
tätsgrenze
gelebt hat („Lebensführungskontrolle“). Der Vermögensverzicht muss daher auf Sachverhalte beschränkt bleiben, in denen bewusst ein Vermögen weggegeben oder zumindest in fahrlässiger Weise eine risikoreiche Investition getätigt wurde, bei welcher ein (erheblicher) Verlust von Anfang an (im Zeit
punkt der Investition) sehr wahrscheinlich und damit absehbar war (Urteil
des Bundesgerichts
9C_180/2010 vom 1
5.
Juni 2010 E. 6).
Nach dem Gesagten ist vorliegend
a
ufgrund des
am
2.
November 2000
unter
-
zeich
neten V
ermögensverwaltungsvertrages
nicht von einem
Vermögens
verzicht
auszugehen
, kann doch
angesichts
des – zwar rudimentären und nicht ganz widerspruchsfreien – Anlageprofils höchstens auf ein mittleres
Anlageri
siko
geschlossen werden
.
Somit musste sicherlich nicht
von Anfang an
mit sehr hoher Wahrscheinlich
keit mit dem Verlust des gesamten oder eines grossen Teils des Vermögens ge
rechnet werden (vgl. E. 3.3).
Fehlt es an einem von Anfang an absehbaren Verlust, könnte auf die spätere Entwicklung höchstens dann abgestellt werden, wenn ein bevorstehender, be
trächtlicher Verlust für eine breite
Anlegerschaft
klar erkennbar geworden wäre und der Beschwerdeführer geradezu grobfahrlässig wirksame Vorkehren zum
Vermögensschutz unterlassen hätte, die jeder vernünftige Anleger in gleicher Lage
getroffen hätte (Urteil
des Bundesgerichts
9C_180/2010 vom 1
5.
Juni 2010 E. 6).
Eine solche Konstellation liegt hier nicht vor.
3.6
Festzuhalten bleibt, dass der Beschwerdeführer
keine
hochriskanten
Anlagen tätigen
wollte.
Soweit die
Vermögensverwalterin
tatsächlich
–
wie dies der Be
schwerdeführer
in seiner
Klageschrift an das Bezirksgericht Zürich vom
2
0.
Ja
-
nuar
2012 geltend machte
(
Urk.
7/66/2-71
S.
44 ff.
) –
grösstenteils
in Ak
tien investierte,
viele
Titel ausländischer Star
t-
up
-Gesellschaften
erwarb
,
in grossem Stil mit
Put
- und Call-Optionen handelte und in strukturierte Produkte investierte,
war dies mit dem
mittlere
n
Anlagerisiko gemäss
Anlageprofil
nicht
vereinbar
.
Soweit sich die Vermögensverwalterin nicht an die Vorgaben des Anlageprofils gehalten hat, muss sich der Beschwerdeführer
d
ies nicht anrech
nen lassen
.
Vielmehr verhält es sich ähnlich wie bei einer auf strafbaren Hand
lungen zurückzuführenden Vermögensverminderung, bei welcher sich
das Opfer der strafbaren Handlung des Ausmasses des Risikos der getätigten Investition nicht bewusst ist
(vgl. E.
3.3
). Ob im konkreten Fall tatsächlich strafbare Hand
lungen stattgefunden haben, was noch untersucht wird (vgl. Strafanzeige vom
18. Januar 2013,
Urk.
9), ist für den Ausgang des vorliegenden Verfahrens nicht
entscheid
end.
3.7
Zusammenfassend liegt bezüglich der aufgrund der Vermögensverwaltung
erlitte
nen Verluste keine Verzichtshandlung vor, womit die Anrech
nung
eines Vermögenverzichts ausser Betracht fällt.
4.
4.1
Die einzelnen Positionen der Berechnung der Zusatzleistungen stellen
Begrün
dungselemente
der Verfügung und allenfalls des
Einspracheentscheides
(Teil
as
pekte des verfügungsweise festgelegten Rechtsverhältnisses) dar. Nicht bean
standete Berechnungspositionen prüft das kantonale Versicherungsgericht nur, wenn
hiezu
aufgrund der Vorbringen in der Beschwerde oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 125 V
413 E. 2b und 2c).
4.2
Neben der
Anrechn
ung eines Verzichtsvermögens beanstandete der
Beschwer
-
de
führer
einzig
den in der Berechnung berücksichtigten Mietzins.
Er führte aus, dass er gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin ein 51⁄2-Zimmer-Ein
familienhaus bewohne, das der Lebenspartnerin gehöre. Seit seiner Pensionie
rung bezahle er ihr einen Mietzins von
Fr.
800.-- pro Monat (
Urk.
1 S. 12
Rz
60).
Die Beschwer
-
degegnerin
habe diesen
Mietzins von
monatlich Fr. 800.-- fälschlicherweise als Gesamtmiete betrachtet und ihm so nur die Hälfte der von ihm bezahlten Miete in die Bedarfsrechnung eingesetzt. Richtigerweise belaufe sich die zu berücksichtigende Jahresmiete nicht auf Fr. 4‘800.--
,
sondern auf
Fr.
9‘600.--
(
Urk.
1 S. 7
Rz
27).
Die Beschwerdegegnerin hielt dazu im Rahmen der Beschwerdeantwort fest, dass von einer hälftigen Aufteilung des Mietzinses auf die einzelnen Personen auszugehen sei; der Mietzins sei indessen nicht in konkreter Höhe bekannt (Urk. 6 S. 2
lit
. c
).
Neben dem Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf werden die Kosten des jährlichen Mietzinses als Ausgabe anerkannt, wobei für Alleinstehende maximal ein Mietzinsabzug von
Fr.
13‘200.-- berücksichtigt werden kann (vgl. Art. 10
Abs.
1
lit
. b ELG).
Auch Eigentümern ist ein Mietzins als Ausgabe anzuerkennen und zwar in der Höhe des Eigenmietwertes. Zusätzlich wird eine Pauschale für die Nebenkosten anerkannt (
Carigiet
/Koch, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV,
2.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009, S. 1
39 unten).
Werden Wohnungen oder Einfamilienhäuser auch von Personen bewohnt, welche nicht in die EL-Berech
nung eingeschlossen sind, dann ist der Mietzins auf die einzelnen Personen auf
zuteilen, wobei die Aufteilung grundsätzlich zu gleichen Teilen zu erfolgen hat (vgl. Art. 16c ELV).
Vorliegend erscheint d
er vom Beschwerdeführer
an seine Lebenspartnerin
geleis
tete Mietzins von monatlich
Fr.
800.
-- als
angemessen
, kann doch bei ei
nem 51⁄2-Zimmer-Einfamilienhaus ohne weiteres von einem Eigenmietwert von
Fr.
1‘600.-- ausgegangen werden
.
Somit ist
in der
Berechnung der Zusatzleis
tungen
ein jährlicher Mietzins von
Fr.
9‘600.
-- anstatt
Fr.
4‘800.-- als Ausgabe
zu berücksichtigen.
4.3
Nach dem Gesagten
hat
der Beschwerdeführer ab
dem
1. Oktober 2011
(
Zeit
punkt
der Anmeldung, vgl.
Art. 12 Abs. 1 ELG) Anspruch auf
Ergänzungsleis
tungen
.
Zur quantitativen Bestimmung des An
spruchs
(ohne
Anrech
nung
eines
Vermögenverzichts sowie unter Berücksichtigung eines jährlichen Mietzinses von
Fr.
9‘600.--)
ist die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zu überwei
sen, zumal die Ergänzungsleistungen gemäss Art. 23 Abs. 1 ELG
jähr
lich
zu re
vidieren sind.
Dies führt zur Aufhebung des angefochtenen Entscheides und zur Gutheissung der Be
schwerde.
5.
Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer gestützt auf § 34 Abs. 1 und 3 des Ge
setzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) Anspruch auf eine
Pro
zessentschädigung
. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsa
che und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr.
2‘
5
00
.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen.
A
ngesichts d
ies
es Verfahrensausgangs
erweist sich das
Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtsvertretung
(
Urk.
1 S. 2 Ziff. 3)
als
g
egenstandslos
.