Decision ID: 384f0858-64e3-4db7-84ee-377fe9a42360
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im Februar 2008 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1 und 3). Die ehemalige Arbeitgeberin der
Versicherten berichtete im April 2008 (IV-act. 27), diese sei vom 1. März 2005 bis zum
30. September 2007 in einem Vollpensum als Lagermitarbeiterin bei ihr angestellt
gewesen. Das Arbeitsverhältnis sei infolge der langdauernden krankheitsbedingten
Arbeitsunfähigkeit aufgelöst worden. Die Klinik B._ hatte im Auftrag der
Krankentaggeldversicherung im Juli 2007 ein psychiatrisches Gutachten erstattet
(Fremdakten). Der psychiatrische Sachverständige hatte eine mittelschwere bis
schwere depressive Episode mit einem somatischen Syndrom bei einer psychosozialen
Belastung diagnostiziert und eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Im Auftrag
der IV-Stelle erstattete das medizinische Gutachtenzentrum St. Gallen (MGSG) am 18.
Dezember 2008 ein bidisziplinäres, rheumatologisch-psychiatrisches Gutachten (IV-act.
51 f.). Der rheumatologische Sachverständige hielt fest, die Versicherte leide an einem
chronifizierten, lokalisatorisch ausgedehnten musculo-skelettalen Schmerzsyndrom
sowie an einem residuellen Knieschmerz links. Keine der beiden Diagnosen wirke sich
auf die Arbeitsfähigkeit aus. Aus rheumatologischer Sicht sei der Versicherten die
zuletzt ausgeübte Tätigkeit uneingeschränkt zumutbar. Der psychiatrische
Sachverständige führte aus, die Versicherte leide an einer postpartal ausgelösten, seit
etwa April 2007 bestehenden mittelgradigen bis schweren depressiven Episode mit
einem somatischen Syndrom. Sie sei deshalb aus psychiatrischer Sicht vollständig
arbeitsunfähig. Für eine ideal leidensadaptierte Tätigkeit könne höchstens ein
Arbeitsfähigkeitsgrad von 30 Prozent attestiert werden. Mit einer Verfügung vom 13.
Januar 2010 sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Wirkung ab dem 1. März 2008
A.a.
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eine ganze Rente der Invalidenversicherung bei einem Invaliditätsgrad von 70 Prozent
zu (IV-act. 97).
Im Mai 2014 beantragte die Versicherte eine Hilflosenentschädigung (IV-act. 114).
Sie wies auf Hüftbeschwerden sowie auf eine im Jahr 2012 erfolgte Operation an der
rechten Hüfte hin und sie machte geltend, sie benötige eine regelmässige erhebliche
Dritthilfe bei der Fortbewegung. Der Internist Dr. med. C._ berichtete im Juni 2014
über einen stationären Gesundheitszustand (IV-act. 117–1 f.). Er verneinte eine
relevante Hilfsbedürftigkeit. Den beigelegten Berichten liess sich entnehmen (IV-act.
117–3 ff.), dass der Versicherten im November 2012 eine Hüft-Totalendoprothese
implantiert worden war und dass der objektive klinische Befund bei einer
Verlaufskontrolle im März 2014 völlig unauffällig gewesen war. Im Auftrag der IV-Stelle
erstellten die Psychiaterin Dr. med. D._ und der Facharzt für orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates Dr. med. E._ am 14. Februar 2015 ein
bidisziplinäres Gutachten (IV-act. 141). Die Sachverständigen hielten fest, die
Versicherte leide an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit paranoid-
misstrauischen, passiv-aggressiven und emotional-instabilen Anteilen, an einem
chronischen Panvertebralsyndrom, an Hüftgelenksschmerzen rechts sowie – ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – an einer gegenwärtig weitgehend remittierten
rezidivierenden depressiven Störung, an einer beginnenden Coxarthrose links und an
beidseitigen Knieschmerzen. Aus bidisziplinärer Sicht sei eine leidensadaptierte
Tätigkeit grundsätzlich während sieben Stunden pro Tag zumutbar. Aufgrund der
Dekonditionierung seien Integrationsmassnahmen mit einem langsamen Arbeitseinstieg
und einer schrittweisen Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu empfehlen. Innert Jahresfrist
könne mit einer Arbeitsfähigkeit von mindestens 50 Prozent gerechnet werden.
Medizinisch-theoretisch sei eine Steigerung auf 100 Prozent möglich. Auf eine
Nachfrage der IV-Stelle hin führten die Sachverständigen im März 2015 ergänzend aus
(IV-act. 147), die Arbeitsfähigkeit für eine optimal leidensadaptierte Tätigkeit liege
aktuell bei 50 Prozent. Aufgrund der langjährigen Dekonditionierung seien aus
psychiatrischer Sicht Integrationsmassnahmen mit einem langsamen und schrittweisen
Aufbau der Arbeitsfähigkeit zu empfehlen.
A.b.
Im März 2015 teilte der Psychiater med. pract. F._ der IV-Stelle mit (IV-act. 148),
dass er die psychiatrische Behandlung der Versicherten übernommen habe. Seines
A.c.
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Erachtens sei die Versicherte weiterhin vollständig arbeitsunfähig. Ein Arzt des IV-
internen regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) empfahl der IV-Stelle im März 2015, auf
das bidisziplinäre Gutachten der Dres. D._ und E._ abzustellen und von einer
Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent, steigerbar auf 100 Prozent, auszugehen (IV-act. 150).
Eine Sachbearbeiterin der IV-Stelle notierte im April 2015 (IV-act. 152), im
bidisziplinären Gutachten der Dres. D._ und E._ fänden sich Hinweise auf eine
Verweigerung der Mitarbeit bei einer Testung. Die Versicherte habe offenbar einen
unmotivierten und abwehrenden Eindruck hinterlassen. Das Ergebnisprofil einer
anderen Testung sei höchst auffällig ausgefallen. Die im Gutachten beschriebene
undifferenzierte, hohe Symptombelastung könnte für gewisse Aggravationstendenzen
sprechen. Im Juni 2015 berichtete der behandelnde Psychiater F._ (IV-act. 154), er
hege den Verdacht, dass die Versicherte an einer schizo-affektiven Störung,
gegenwärtig depressiv, leide. Differentialdiagnostisch stehe eine organische
Erkrankung des Gehirns mit wahnhaften (schizophreniformen) und depressiven Anteil
zur Diskussion. Die Versicherte sei vollständig arbeitsunfähig. Sie könne nicht einmal in
einem geschützten Rahmen arbeiten, weil sie den Vorgesetzten und den Mitarbeitern
nicht zumutbar sei. Selbst eine stationäre oder eine tagesklinische Behandlung sei zum
Scheitern verurteilt, weil die Versicherte den behandelnden Ärzten, dem Pflegepersonal
und den übrigen Patienten nicht zumutbar sei.
Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte im Zeitraum vom 17. September
2015 bis zum 30. September 2015 durch die G._ observiert. Die G._ hielt in ihrem
Observationsbericht vom 9. Oktober 2015 fest (IV-act. 164), die Versicherte habe sich
ohne sichtbare Einschränkungen oder Beschwerden bewegt. In ihrem Bewegungsbild
hätten keine Schonhaltungen beobachtet werden können. Die Versicherte habe
aufmerksam, beweglich und fit gewirkt. Sie habe gelacht und sie sei kommunikativ
gewesen. Ein sozialer Rückzug habe nicht beobachtet werden können. Die Versicherte
sei täglich als Fahrzeuglenkerin unterwegs gewesen. Sie habe unter anderem Einkäufe
getätigt und dabei Lasten getragen. Die RAD-Ärztin Dr. med. H._ notierte im
November 2015 (IV-act. 167), allein schon die Beobachtung, dass die Versicherte
gemäss den Observationsergebnissen täglich als routinierte Fahrzeuglenkerin –
teilweise allein, teilweise mit den Kindern und teilweise mit dem Ehemann als Beifahrer
– unterwegs gewesen sei, könne mit den vom behandelnden Psychiater F._
A.d.
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beschriebenen Einschränkungen der Konzentration, der Auffassung und der
Verkennung von Situationen aufgrund eines psychotischen Geschehens nicht vereinbar
sein. Sicherlich würde es der Ehemann nicht zulassen, dass die Kinder im von der
Versicherten gelenkten Fahrzeug mitfahren, wenn sich die Versicherte in einem
derartigen Zustand befinden würde. Vermutlich würde er wohl auch nicht selbst als
Beifahrer einsteigen, wenn er den Verdacht auf derartige Beeinträchtigungen hätte. Bei
allen beobachteten Verrichtungen habe die Versicherte nicht nur zielorientiert und
effizient, sondern auch selbstsicher gewirkt. Sie habe sich in der Stadt unter fremden
Menschen entspannt und adäquat bewegt. Sie habe sich um ihre Kinder und um ihre
Eltern gekümmert. Mit der Familie habe sie an einem Anlass mit mehreren Personen
teilgenommen. Dabei habe sie gut gelaunt und kommunikativ gewirkt. Am 2. Dezember
2015 fand ein „Standortgespräch“ statt. Die Versicherte gab an (IV-act. 169), sie leide
unter starken Rücken- und Hüftschmerzen. Sie werde sich weiteren Operationen am
Rücken und an der linken Hüfte unterziehen müssen. Man werde ihr „überall Metall
rein“ operieren. Psychisch gehe es ihr sehr schlecht. Sie mache nichts. Sie trage nicht
einmal den Müll hinaus. Ihr Psychiater helfe ihr, eine Spitex-Hilfe zu finden. Die
Sachbearbeiter der IV-Stelle konfrontierten die Versicherte in der Folge mit den
Observationsergebnissen. Die Versicherte gab daraufhin zu, dass sie teilweise unwahre
Angaben gemacht habe und dass sie zum Beispiel durchaus in der Lage sei, ein
Fahrzeug zu lenken. Sie unterhalte auch Kontakte zur Verwandtschaft. Sie sei zwar
wirklich krank, aber sie habe befürchtet, dass man ihr das nicht glaube. Sie habe ihre
Krankheit verdeutlichen wollen.
Am 10. November 2016 erstatteten der Rheumatologe Dr. med. I._ und der
Psychiater PD Dr. med. J._ vom K._ im Auftrag der IV-Stelle ein bidisziplinäres
Gutachten (IV-act. 191 f.). Der rheumatologische Sachverständige führte aus, die
Versicherte leide an einem Status nach Implantation einer Hüft-Totalendoprothese
rechts und an chronischen Cervicalgien und Lumbalgien sowie – ohne Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit – an einer möglichen beginnenden Coxarthrose links. Die
Ergebnisse der körperlichen Untersuchung seien abgesehen von einer deutlichen
Fehlhaltung, einer ausgeprägt demonstrierten Insuffizienz der rumpfstabilisierenden
Muskulatur, einer Druckdolenz des leicht hypertonen Musculus glutaeus medius rechts
und leichten Verkürzungen der hinteren Bein- und der vorderen
A.e.
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Oberschenkelmuskulatur unauffällig gewesen. Auch der radiologische Befund müsse
als weitgehend unauffällig qualifiziert werden. Es bestehe folglich eine
Übereinstimmung zwischen den radiologischen Befunden, den objektiv klinischen
Befunden und den Observationsergebnissen. In Übereinstimmung mit dem
orthopädischen Sachverständigen Dr. E._ sei aufgrund der Implantation einer
Totalendoprothese der rechten Hüfte von einer leicht verminderten Belastbarkeit
auszugehen. Auch von Seiten der degenerativen, geringen Veränderungen der
Lendenwirbelsäule sei die Rückenbelastbarkeit geringgradig eingeschränkt.
Zusammenfassend seien ein häufiges, repetitives Heben, Tragen oder Hantieren von
Lasten über 7kg oder von gelegentlichen Einzellasten über 20kg zu vermeiden. Andere
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit könnten aus rheumatologischer Sicht nicht
attestiert werden. Im bisherigen zeitlichen Verlauf dürfte bis auf eine mehrmonatige
perioperative Phase im Jahr 2012 nie eine mehr als 20 Prozent betragende
Arbeitsunfähigkeit für körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten
bestanden haben. Der psychiatrische Sachverständige hielt fest, die Versicherte habe
in der Untersuchung eine ausgeprägte Leidenshaltung eingenommen und mehrfach
ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie sich besonders schmerzschonend bewegen
und halten müsse, um einigermassen zurecht zu kommen. Dieses Verhalten stehe in
einem erheblichen Kontrast zu jenem Verhalten, das in den Observationsvideos
beobachtet werden könne. Die in der Untersuchungssituation mehrfach wiederholte
Aussage der Versicherten, wenn sie mit ihren Kindern unterwegs sei, um etwas
einzukaufen, sei sie „nur am Schreien“, weil sie sich nicht beherrschen könne, lasse
sich anhand der Observationsvideos nicht validieren. Angesichts des sehr wesentlichen
Kontrastes zwischen dem in den Observationsvideos dokumentierten und dem in der
Untersuchung präsentierten Verhalten stelle sich die Frage nach der medizinischen
Authentizität der Beschwerdedarstellung. Die Versicherte habe in den
testpsychologischen Selbstbeurteilungsskalen Extremwerte angekreuzt. Der SFSS-
Test habe eine sehr erhebliche Beschwerdeverdeutlichungstendenz nachgewiesen.
Das stehe in Übereinstimmung mit dem klinischen Untersuchungsbefund. In der
Untersuchung habe die Versicherte verstimmt, ängstlich und angespannt gewirkt.
Während eines Teils der Untersuchung habe sie sich stark an den Unterarmen gekratzt;
sie habe emotional extrem angespannt gewirkt. Mehrfach habe sie sich ungehalten und
vorwurfsvoll geäussert. Sie habe dabei einen erheblich angespannt-aggressiven
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emotionalen Zustand gezeigt. Die Stimmung habe insgesamt sehr stark moros,
angespannt und gereizt gewirkt. Die Grundstimmung sei dysthym, aber nicht eigentlich
depressiv oder devitalisiert gewesen. Der Affekt sei praktisch nicht auslenkbar, aber
vital gewesen. Der Antrieb sei gehemmt und gesteigert gewesen. Im Übrigen sei der
klinische Untersuchungsbefund unauffällig ausgefallen. Insgesamt lasse sich auf dem
psychiatrischen Fachgebiet keine krankheitswertige Störung belegen, die einen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätte. Die Versicherte leide zwar an einer Dysthymia,
aber diese habe keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Aufgrund der Angaben der
Versicherten könnte eine gewisse Persönlichkeitsakzentuierung angenommen werden,
aber das ausschnitthaft dokumentierte Verhalten der Versicherten in den
Observationsvideos zeige ein ganz anderes Bild, sodass kein Grund zur Annahme einer
Persönlichkeitsakzentuierung oder einer Persönlichkeitsstörung bestehe. Bezüglich der
Diagnosen und der Arbeitsfähigkeitsschätzung bestehe eine weitgehende
Übereinstimmung zum psychiatrischen Teilgutachten von Dr. D._, in dem ebenfalls
eine überwiegend erhaltene Arbeitsfähigkeit attestiert worden sei. Die Versicherte sei
uneingeschränkt arbeitsfähig.
Am 24. Januar 2017 forderte die IV-Stelle PD Dr. J._ auf, Stellung zu den
Ausführungen des behandelnden Psychiaters F._ zu nehmen (IV-act. 194). Der
behandelnde Psychiater F._ hielt in einer Stellungnahme zum psychiatrischen
Teilgutachten von PD Dr. J._ fest (IV-act. 197), er könne die Schlussfolgerungen des
Sachverständigen nicht nachvollziehen. Die Versicherte zeige in den Sitzungen stets
ein sehr auffälliges Verhalten. Die Vorgutachter und auch PD Dr. J._ hätten dieses
sehr auffällige Verhalten ebenfalls festgestellt und beschrieben. Aus medizinischer
Sicht sei nicht nachvollziehbar, weshalb PD Dr. J._ den Observationsergebnissen ein
höheres Gewicht als den fachärztlichen Beurteilungen eingeräumt habe.
Rechtsprechungsgemäss dürfe Observationsmaterial ohnehin nicht verwertet werden.
Zu berücksichtigen sei auch, dass die Observationsergebnisse zufällig genau jene
Momente dokumentieren könnten, in denen es der Versicherten verhältnismässig gut
gegangen sei. Auch am Tag der Untersuchung durch PD Dr. J._ könnte sich die
Versicherte gerade in einer vorübergehenden Phase mit einer weniger starken
Ausprägung der depressiven Störung befunden haben. Da zwischenzeitlich weitere
anamnestische Angaben zur Kindheit und zur Jugend der Beschwerdeführerin
A.f.
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vorlägen, die ein auffälliges Verhalten dokumentierten, gehe er, der behandelnde
Psychiater F._, mittlerweile doch auch von einer Persönlichkeitsstörung aus. Dafür
sprächen auch die vielen, kurz dauernden Arbeitsverhältnisse. Die langjährige Ehe
spreche nicht gegen diese Diagnose, da sich ein Ehepartner auch an eine
Persönlichkeitsstörung gewöhnen könne. Zudem habe PD Dr. J._ dem auffälligen
Ergebnis eines Symptomvalidierungstests ein zu grosses Gewicht eingeräumt. Die
Aktenwürdigung sei unvollständig ausgefallen. Im Rahmen der Behandlung habe die
Versicherte immer wieder über eine häufige Reizüberflutung geklagt. Dieses Symptom
sei wohl im Rahmen eines ADHS zu sehen. Am 17. Juli 2017 nahm PD Dr. J._
Stellung zu den Ausführungen des behandelnden Psychiaters F._ (IV-act. 201). Er
hielt fest, das auffällige Verhalten der Versicherten in der Untersuchungssituation habe
keine krankheitswertigen Formen angenommen. Die Versicherte habe nur eine
ausgeprägt leidensorientierte Beschwerdedarstellung gezeigt. Sie sei kurz, aber heftig
erbost gewesen, als sie mit den Observationsergebnissen konfrontiert worden sei.
Darüber hinaus habe sie lediglich betont, wie elend und depressiv sie sich die ganze
Zeit über fühle und wie sehr sie sich schonen müsse. Das könne aus psychiatrischer
Sicht nicht als eine Persönlichkeitsstörung interpretiert werden. Zu bedenken sei auch,
dass eine Persönlichkeitsstörung nicht zwingend eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit zur Folge habe. Der behandelnde Psychiater F._ habe nicht
begründet, weshalb die Versicherte arbeitsunfähig sein solle. In der klinischen
Untersuchung habe jedenfalls ganz wegleitend der Eindruck einer erheblichen
Beschwerdeverdeutlichungstendenz bestanden. Die Ausführungen des behandelnden
Psychiaters F._ seien grundsätzlich nachvollziehbar, aber entscheidend sei, dass in
der klinischen Untersuchung keine objektiven Befunde hätten festgestellt werden
können, die ein Arbeitsunfähigkeitsattest hätten rechtfertigen können. An der
gutachterlichen Einschätzung ändere sich deshalb nichts. Die RAD-Ärztin Dr. H._
qualifizierte diese Ausführungen als überzeugend und empfahl der IV-Stelle deshalb,
auf das Gutachten abzustellen (IV-act. 202). Am 22. August 2017 berichtete der
behandelnde Psychiater F._ (IV-act. 204), bei einer weiteren neuropsychologischen
Testung habe das Vorliegen eines ADHS ausgeschlossen werden können. Die Testung
habe allerdings eine erhebliche Intelligenzminderung gezeigt, wobei aber zu
berücksichtigen sei, dass die Symptomvalidierung wiederum auffällige Resultate
geliefert habe. Im Bericht über die neuropsychologische Testung vom 19. Juli 2017 war
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auf hoch auffällige Befunde in den Symptomvalidierungsverfahren hingewiesen
worden, weshalb die Neuropsychologen festgehalten hatten, dass die objektivierten
Befunde sehr wahrscheinlich nicht das tatsächliche aktuelle kognitive
Leistungsvermögen widerspiegelten (IV-act. 205). Im Oktober 2017 notierte die RAD-
Ärztin Dr. H._, der nicht überzeugende Bericht des behandelnden Psychiaters stelle
das Gutachten des K._ nicht in Frage (IV-act. 209).
Mit einem Vorbescheid vom 26. Januar 2018 teilte die IV-Stelle der Versicherten
mit (IV-act. 213), dass sie die Aufhebung der Rente auf das Ende des der Zustellung
der noch zu erlassenden Verfügung folgenden Monats vorsehe. Zur Begründung führte
sie aus, gemäss dem überzeugenden Gutachten des K._ habe sich der
Gesundheitszustand der Versicherten kontinuierlich verbessert. Die Versicherte sei nun
uneingeschränkt arbeitsfähig, weshalb kein Rentenanspruch mehr bestehe. Dagegen
liess die Versicherte am 28. Februar 2018 einwenden (IV-act. 214), die
Observationsergebnisse seien nicht verwertbar. Selbst wenn sie verwertbar wären,
hätten sie den Sachverständigen nicht zur Verfügung gestellt werden dürfen. Das
Gutachten des K._ müsse aus dem Recht gewiesen werden, weil die
Sachverständigen unzulässigerweise die Observationsergebnisse in die Würdigung
hätten einfliessen assen. Die IV-Stelle hätte zudem vor der Rentenaufhebung
Wiedereingliederungsmassnahmen durchführen müssen. Mit einer Verfügung vom 22.
März 2018 hob die IV-Stelle die laufende Rente auf das Ende des der Zustellung der
Verfügung folgenden Monats auf (IV-act. 215). Bezugnehmend auf die Einwände der
Versicherten hielt sie fest, die Observationsergebnisse seien verwertbar und sie hätten
deshalb auch von den Sachverständigen gewürdigt werden müssen. Die Versicherte
habe angegeben, dass sie sich nicht arbeitsfähig fühle. Da sie über keine berufliche
Ausbildung verfüge, bestehe kein Anspruch auf eine Umschulung. Ein Anspruch auf
eine Arbeitsvermittlung bestehe ebenfalls nicht, weil keine
Gesundheitsbeeinträchtigung vorliege, die sich auf die Stellensuche auswirken würde.
Entgegen der Ansicht der Versicherten hätten deshalb vor der Rentenaufhebung keine
Eingliederungsmassnahmen durchgeführt werden müssen.
A.g.
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B.
Am 28. April 2018 liess die Versicherte (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) eine
Beschwerde gegen die Verfügung vom 22. März 2018 erheben (act. G 1). Ihr
Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die
Weiterausrichtung der bisherigen ganzen Rente sowie eventualiter die Rückweisung
der Sache an die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) zur Durchführung
von weiteren Abklärungen. Zur Begründung führte er aus (vgl. act. G 7), die
Beschwerdeführerin sei schon wegen ihrer Hüftprobleme nicht arbeitsfähig. Das
rheumatologische Teilgutachten des K._ sei im Verfügungszeitpunkt bereits
eineinhalb Jahre alt und deshalb nicht mehr aktuell gewesen. Rund drei Wochen nach
der Eröffnung der angefochtenen Verfügung seien von einem behandelnden
Orthopäden arthrotische Veränderungen der linken Hüfte festgestellt worden. Der
behandelnde Orthopäde habe die Aussichten auf die Wiedererlangung einer
Arbeitsfähigkeit mit Blick auf die bereits verminderte Belastbarkeit der operierten
rechten Hüfte als fraglich beurteilt. Die Klinik L._ habe eine Einschränkung bezüglich
der Belastbarkeit der rechten Hüfte attestiert. Die Beschwerdeführerin leide zusätzlich
aber auch an erheblichen psychischen Problemen. Der behandelnde Psychiater F._
habe überzeugend aufgezeigt, dass diese Probleme die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin massiv beeinträchtigen würden.
B.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 20. September 2018 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 9). Zur Begründung führte sie an, auf die Beurteilung des
behandelnden Psychiaters F._ könne angesichts der zahlreichen Hinweise in den
Akten auf eine Aggravation nicht abgestellt werden. Der behandelnde Psychiater habe
seine Diagnosen und seine Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht überzeugend begründet.
Mit seinen „teilweise wirr wirkenden Berichten“ lasse „sich nichts beweisen“.
B.b.
Am 26. Oktober 2018 wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche
Rechtspflege bewilligt (act. G 16).
B.c.
Die Beschwerdeführerin liess am 6. November 2018 an ihren Anträgen festhalten
(act. G 17). Ihr Rechtsvertreter machte geltend, der behandelnde Psychiater F._ habe
in einer Stellungnahme vom 3. Oktober 2018 (act. G 13.7) die Diagnosestellung und die
Arbeitsfähigkeitsschätzung nochmals ausführlich begründet. Die Beschwerdegegnerin
B.d.
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habe nichts vorgebracht, das Zweifel an der Beurteilung des Psychiaters F._ wecken
würde. Nachdem die Beschwerdeführerin im September 2018 an einem Programm
eines regionalen Arbeitsvermittlungszentrums teilgenommen habe, liege nun ein
weiterer Bericht vor, der die Einschränkungen und Ressourcen der Beschwerdeführerin
eindrücklich belege. Dem beigelegten Schlussbericht des regionalen
Arbeitsvermittlungszentrums vom 14. September 2018 liess sich entnehmen (act. G
17.1), dass die Beschwerdeführerin ein Einsatzprogramm mit einer „wirklich leichten“
Arbeit nach einer Woche abgebrochen hatte. Die Programmleitung hatte darauf
hingewiesen, dass der Abbruch infolge einer psychischen und physischen
Überforderung erfolgt sei und dass die Beschwerdeführerin angegeben habe, ihre
persönliche Situation sei noch genau gleich wie vor zwölf Jahren. Die
Beschwerdeführerin habe nur zwei Stunden pro Tag gearbeitet und sie habe sich von
ihrem behandelnden Arzt eine Arbeitsfähigkeit von 25 Prozent bescheinigen lassen. Am
21. November 2018 liess die Beschwerdeführerin einen Bericht des Rheumatologen Dr.
med. M._ vom 8. November 2018 einreichen (act. G 19 und G 19.1). Dieser hatte
festgehalten, dass der von ihm erhobene (detailliert beschriebene) objektive klinische
Status weitgehend unauffällig gewesen sei, obwohl die Beschwerdeführerin über
massive Schmerzen geklagt habe. Diagnostisch sei an ein Fibromyalgiesyndrom zu
denken.
Die Beschwerdegegnerin hielt am 4. Januar 2019 an ihrem Antrag fest (act. G 21).
Zur Begründung führte sie an, auch die Stellungnahme des behandelnden Psychiaters
F._ vom 3. Oktober 2018 „imponiere durch Unschärfe und Vagheit“. Die Angaben im
Bericht des regionalen Arbeitsvermittlungszentrums vom 14. September 2018 würden
in erster Linie die Selbsteinschätzung und die mangelnde Leistungsbereitschaft der
Beschwerdeführerin widerspiegeln. Aus dem Bericht von Dr. M._ ergebe sich nichts,
das die Rechtmässigkeit der angefochtenen Verfügung in Frage stellen würde.
B.e.
Am 16. Oktober 2019 liess die Beschwerdeführerin einen Kurzaustrittsbericht der
Klinik N._ vom 2. Oktober 2019 einreichen (act. G 23 und G 23.1). Laut diesem
Bericht war sie dort vom 30. Juli 2019 bis zum 2. Oktober 2019 stationär behandelt
worden. Die behandelnden Ärzte hatten eine rezidivierende depressive Störung mit
einer mittelgradigen Episode, eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren, eine posttraumatische Belastungsstörung sowie eine
B.f.
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kombinierte Persönlichkeitsstörung diagnostiziert und den Verdacht auf eine
Agoraphobie geäussert. Am 4. November 2019 liess die Beschwerdeführerin den
ausführlichen Austrittsbericht vom 24. Oktober 2019 nachreichen (act. G 25 und G
25.1).
Die Beschwerdegegnerin nahm am 13. November 2019 Stellung zu diesen
Berichten (act. G 27). Sie hielt fest, dass die stationäre Behandlung offenbar infolge
einer Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes erfolgt sei, weshalb
sich die Ausführungen zum Vorneherein nicht auf den Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin bei der Eröffnung der angefochtenen Verfügung beziehen könnten.
Zudem beruhten die Angaben im Wesentlichen auf den unzuverlässigen Selbstangaben
der Beschwerdeführerin.
B.g.
Am 20. Dezember 2019 liess die Beschwerdeführerin eine Stellungnahme des
behandelnden Psychiaters F._ vom 16. Dezember 2019 einreichen (act. G 31 und G
31.1). Dieser hatte den Austrittsbericht der Klinik N._ als überzeugend qualifiziert und
festgehalten, dass die Beschwerdeführerin vollständig arbeitsunfähig sei.
B.h.
Die Beschwerdegegnerin nahm am 20. Januar 2020 Stellung (act. G 32). Sie führte
aus, die im Bericht der Klinik N._ erwähnte Schilderung von sexuellen
Missbrauchserfahrungen in der Kindheit sei ein Novum. Selbst dem behandelnden
Psychiater F._ sei diese Tatsache offenbar völlig unbekannt gewesen. Entweder
habe dieser die Situation der Beschwerdeführerin über Jahre nicht richtig erfasst oder
aber die Beschwerdeführerin habe ihre Biographie nachträglich ergänzt, um ihr Leiden
noch eindrücklicher erscheinen zu lassen. Auch bezüglich der neusten Stellungnahme
des behandelnden Psychiaters F._ falle eine „frappante Vagheit der Formulierung“
auf.
B.i.
Am 30. Januar 2020 nahm der behandelnde Psychiater F._ Stellung zur Eingabe
der Beschwerdegegnerin vom 20. Januar 2020 (act. G 34.1). Am 19. März 2020
äusserte sich auch die Klinik N._ zur Eingabe der Beschwerdegegnerin vom 20.
Januar 2020, wobei sie allerdings im Wesentlichen nur auf ihren Austrittsbericht vom
24. Oktober 2019 verwies (act. G 38.1). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine
weitere Stellungnahme (act. G 40).
B.j.
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Erwägungen
1.
Bei der angefochtenen Verfügung vom 22. März 2018 handelt es sich um eine
Revisionsverfügung im Sinne des Art. 17 Abs. 1 ATSG, mit der die
Beschwerdegegnerin die am 13. Januar 2010 zugesprochene ganze Rente der
Beschwerdeführerin unter Hinweis auf eine wesentliche Verbesserung des
Gesundheitszustandes in den vergangenen Jahren mit Wirkung ex nunc et pro futuro
aufgehoben hat. Da dieses Beschwerdeverfahren die Überprüfung der angefochtenen
Verfügung auf deren Rechtmässigkeit bezweckt, muss sein Gegenstand jenem des mit
der angefochtenen Verfügung abgeschlossenen Verwaltungsverfahrens entsprechen.
Das bedeutet, dass in diesem Beschwerdeverfahren zu prüfen ist, ob nach dem 13.
Januar 2010 eine relevante Sachverhaltsveränderung eingetreten ist, die es erlaubt hat,
die laufende Rente aufzuheben.
2.
Vorab ist zu prüfen, ob die Observationsergebnisse verwertbar sind. Sollte diese Frage
zu verneinen sein, müssten nämlich alle mit der Observation im Zusammenhang
stehenden Dokumente und damit auch das bidisziplinäre Gutachten des K._, das
sich in einem relevanten Umfang auf das Observationsmaterial stützt, aus den Akten
entfernt werden, was wohl zur Folge hätte, dass die Sache ohne weiteres zur erneuten
medizinischen Sachverhaltsabklärung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen
werden müsste. Die Durchführung der Observation ist zwar gesetzwidrig gewesen, weil
keine ausreichende formalgesetzliche Grundlage dafür bestanden hat, aber nach der
bundesgerichtlichen Auffassung bedeutet das nicht, dass die Ergebnisse der
Observation zwingend unverwertbar wären und aus den Akten entfernt werden
müssten. Vielmehr soll die Frage nach der Verwertbarkeit von Observationsmaterial
anhand einer Abwägung zwischen den persönlichen Interessen der
Beschwerdeführerin und den öffentlichen Interessen der Beschwerdegegnerin
beantwortet werden (vgl. BGE 143 I 377). Vorliegend fällt ins Gewicht, dass die
Sachverständigen Dres. D._ und E._ in ihrem Gutachten vom 14. Februar 2015 auf
verschiedene Inkonsistenzen und Auffälligkeiten hingewiesen hatten, während der
damals neu behandelnde Psychiater F._ über schwerstwiegende
Gesundheitsbeeinträchtigungen berichtet hatte. Daraus kann zwar nicht abgeleitet
werden, dass eine Observation notwendig gewesen wäre, weil die Sachverständigen
Dres. D._ und E._ ja durchaus in der Lage gewesen waren, die Inkonsistenzen zu
erkennen und zu berücksichtigen. Die Observation hat aber wesentlich zur Klärung der
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medizinisch sehr unterschiedlich beurteilten Situation beitragen können. Zudem bejaht
das Bundesgericht erfahrungsgemäss die Verwertbarkeit von Observationsmaterial,
weshalb es das Observationsergebnis auch im vorliegenden Fall wohl als verwertbar
qualifizieren würde. Zu berücksichtigen ist auch, dass die Beschwerdeführerin damals
bereits seit Jahren Rentenleistungen bezogen hatte und dass sie im Zeitpunkt der
Rentenzusprache erst 30 Jahre alt gewesen war. Als dreifache Mutter hätte sie folglich
noch während eines langen Zeitraums hohe Rentenleistungen – Hauptrente und drei
Kinderrenten – bezogen. Die Beschwerdegegnerin hat also ein sehr grosses Interesse
an der umfassenden Sachverhaltsabklärung gehabt, weshalb auch das öffentliche
Interesse an der Observation der Beschwerdeführerin als hoch qualifiziert werden
muss. Es hat das persönliche Interesse der Beschwerdeführerin auf Wahrung ihrer
Privatsphäre klar überwogen, zumal die Observation nur an wenigen Tagen
durchgeführt und die Beschwerdeführerin nur auf öffentlichem Grund überwacht
worden ist. Nach der oben erwähnten bundesgerichtlichen Auffassung besteht deshalb
kein Anlass zur Entfernung des Observationsmaterials aus den Akten.
3.
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente
gemäss dem Art. 17 Abs. 1 ATSG für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt
oder aufgehoben. Für die Beantwortung der Frage, ob sich der massgebende
Sachverhalt seit der ursprünglichen Rentenzusprache erheblich verändert hat, ist der
Sachverhalt im Zeitpunkt des Abschlusses des Rentenrevisionsverfahrens mit jenem im
Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache zu vergleichen. Die ursprüngliche
rentenzusprechende Verfügung vom 13. Januar 2010 hat sich in medizinischer Hinsicht
massgebend auf das Gutachten der MGSG GmbH vom 18. Dezember 2008 gestützt,
laut dem die Beschwerdeführerin damals an einer mittel- bis schwergradigen
depressiven Störung gelitten hatte, weshalb ihr aus psychiatrischer Sicht eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden war. Für die Überprüfung der
angefochtenen Rentenrevisionsverfügung ist folglich massgebend, ob die
Beschwerdeführerin bei deren Erlass am 22. März 2018 noch immer wegen einer
mittel- bis schwergradigen depressiven Störung vollständig arbeitsunfähig gewesen ist.
3.1.
Angesichts der im Rentenrevisionsverfahren festgestellten Tendenz der
Beschwerdeführerin, ihre Beschwerden zu aggravieren oder gar zu simulieren, könnte
die Auffassung vertreten werden, dass das Gutachten der MGSG GmbH vom 18.
Dezember 2008 retrospektiv nicht zu überzeugen vermöge, weil sich die
Sachverständigen der MGSG GmbH nicht zu einer allfälligen Aggravation oder
Simulation geäussert haben und weil sie sich folglich möglicherweise über den
3.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/20
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damaligen wahren Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin haben täuschen
lassen. Selbst wenn das Gutachten der MGSG GmbH vom 18. Dezember 2008 als
nicht überzeugend qualifiziert werden müsste, würde sich in diesem
Beschwerdeverfahren die Frage stellen, ob die Beschwerdeführerin beim Erlass der
angefochtenen Rentenrevisionsverfügung vom 22. März 2018 noch immer wegen einer
mittel- bis schwergradigen depressiven Störung vollständig arbeitsunfähig gewesen ist.
Der für die Anwendung des Art. 17 Abs. 1 ATSG zwingende Sachverhaltsvergleich setzt
nämlich voraus, dass der reale Sachverhalt für beide Vergleichszeitpunkte mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht. Wenn das
nicht der Fall ist, liegt eine objektive Beweislosigkeit hinsichtlich des realen
Sachverhaltes im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache vor. Diese würde an
sich den Vergleich jenes Sachverhaltes mit dem aktuellen Sachverhalt im Zeitpunkt des
Abschlusses des Rentenrevisionsverfahrens verunmöglichen. Dadurch würde aber die
auf einem ungenügend abgeklärten Sachverhalt beruhende Rentenzusprache
„revisionsresistent“, denn jede Rentenrevision müsste zufolge der Unmöglichkeit des
Sachverhaltsvergleichs scheitern. Dies liefe offenkundig dem Sinn und Zweck des Art.
17 Abs. 1 ATSG zuwider. Folglich muss die Revision einer Rente auch dann zulässig
sein, wenn der Sachverhalt zum Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache nicht
mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht. In
einem solchen Fall muss der (überwiegend wahrscheinliche) Sachverhalt im Zeitpunkt
des Abschlusses des Rentenrevisionsverfahrens mit jener Sachverhaltsannahme
verglichen werden, die bei der ursprünglichen Rentenzusprache unter den gesetzlichen
Tatbestand subsumiert und damit der rentenzusprechenden Verfügung zugrunde
gelegt worden ist. Ein Revisionsgrund liegt in einem solchen Fall vor, wenn der aktuelle
Sachverhalt nicht mehr jener Sachverhaltsannahme entspricht, auf die die IV-Stelle bei
der ursprünglichen Rentenzusprache abgestellt hat (vgl. statt vieler den Entscheid IV
2018/14 des St. Galler Versicherungsgerichtes vom 27. April 2020, E. 2.1). Wenn also
für die Überprüfung der angefochtenen Revisionsverfügung vom 22. März 2018 nicht
auf das Gutachten der MGSG GmbH vom 18. Dezember 2008 abgestellt werden
könnte, wäre für den zwingend erforderlichen Sachverhaltsvergleich die der
ursprünglichen rentenzusprechenden Verfügung vom 13. Januar 2010 zugrunde
gelegte Sachverhaltsannahme massgebend, dass die Beschwerdeführerin damals
wegen einer mittel- bis schwergradigen depressiven Störung vollständig arbeitsunfähig
gewesen sei.
Die Beschwerdeführerin ist während des Rentenrevisionsverfahrens vom
rheumatologischen Sachverständigen Dr. I._ und vom psychiatrischen
Sachverständigen PD Dr. J._ begutachtet worden. Die beiden Sachverständigen
3.3.
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haben die Beschwerdeführerin umfassend persönlich untersucht und sie haben die
Vorakten eingehend gewürdigt. Sie sind mit dem für ihre medizinische Beurteilung
massgebenden Sachverhalt also vertraut gewesen. Sie haben einerseits die subjektiven
Klagen der Beschwerdeführerin und andererseits – klar davon abgegrenzt – die von
ihnen erhobenen objektiven klinischen Befunde ausführlich wiedergegeben. Auch für
den medizinischen Laien ist damit ohne Weiteres nachvollziehbar, worüber die
Beschwerdeführerin geklagt hat und welche der geklagten Beschwerden haben
objektiviert werden können.
In somatischer Hinsicht ist der von Dr. I._ detailliert festgehaltene objektive
klinische Befund weitgehend unauffällig gewesen: Aufgefallen sind nur eine deutliche
Fehlhaltung und eine ausgeprägt demonstrierte Insuffizienz der rumpfstabilisierenden
Muskulatur sowie eine Druckdolenz des leicht hypertonen Musculus glutaeus medius
rechts und leichte Verkürzungen der hinteren Bein- und der vorderen
Oberschenkelmuskulatur. Dieser weitestgehend unauffällige klinische Befund hat dem
ebenfalls unauffälligen radiologischen Befund sowie den im Observationsmaterial
gezeigten und beschriebenen unauffälligen Bewegungen der Beschwerdeführerin im
vermeintlich unbeobachteten Alltag entsprochen. Der rheumatologische
Sachverständige Dr. I._ hat zudem darauf hingewiesen, dass bereits der
orthopädische Sachverständige Dr. E._ in einem früheren Gutachten einen
weitgehend unauffälligen objektiven klinischen Befund erhoben hatte. Nach der
Eröffnung der angefochtenen Verfügung hat der Rheumatologe Dr. M._ ebenfalls
über einen weitestgehend unauffälligen objektiven klinischen Befund berichtet. Vor
dieser eindeutigen und mit den übrigen fachärztlichen Berichten übereinstimmenden
harmlosen Befundlage überzeugt die Schlussfolgerung des rheumatologischen
Sachverständigen Dr. I._, dass die Beschwerdeführerin für Tätigkeiten ohne häufiges,
repetitives Heben, Tragen oder Hantieren von Lasten über 7kg oder von gelegentlichen
Einzellasten über 20kg uneingeschränkt arbeitsfähig sei. Folglich steht mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die
Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Revisionsverfügung
aus somatischer Sicht für leidensadaptierte Tätigkeiten uneingeschränkt arbeitsfähig
gewesen ist.
3.4.
Der psychiatrische Sachverständige PD Dr. J._ hat auf einen erheblichen
Kontrast zwischen dem in der Untersuchung präsentierten und dem in den
Observationsvideos zu beobachtenden Verhalten der Beschwerdeführerin hingewiesen
und festgehalten, dass weder die in der Untersuchung eingenommene ausgeprägte
Leidenshaltung noch die Angaben der Beschwerdeführerin, sie müsse sich besonders
3.5.
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schmerzschonend bewegen und halten, um einigermassen zurecht zu kommen, und
wenn sie mit den Kindern unterwegs sei, um etwas einzukaufen, sei sie „nur am
Schreien“, authentisch gewirkt hätten, da sich in den Observationsvideos nicht einmal
ansatzweise etwas Entsprechendes habe beobachten lassen. Gemäss den
Ausführungen von PD Dr. J._ hat sich die fehlende Authentizität der
Beschwerdepräsentation auch in den von ihm durchgeführten Testverfahren gezeigt: In
den Selbstbeurteilungsskalen hat die Beschwerdeführerin unrealistische Extremwerte
angekreuzt; der zur Symptomvalidierung verwendete SFSS-Test hat eine sehr
erhebliche Beschwerdeverdeutlichungstendenz ergeben. Der psychiatrische
Sachverständige hat aus diesen Tatsachen den überzeugenden Schluss gezogen, dass
die Angaben und die Beschwerdepräsentation der Beschwerdeführerin keine geeignete
Grundlage für Schlussfolgerungen hinsichtlich der Diagnose und der
Arbeitsfähigkeitsschätzung bilden könnten. Der von PD Dr. J._ erhobene objektive
klinische Befund hat lediglich eine leicht auffällige Stimmungslage gezeigt, ansonsten
aber keine Hinweise auf eine wesentlich verminderte psychische Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin geliefert: Die Versicherte habe verstimmt, ängstlich und
angespannt gewirkt. Während eines Teils der Untersuchung habe sie sich stark an den
Unterarmen gekratzt; sie habe emotional extrem angespannt gewirkt. Mehrfach habe
sie sich ungehalten und vorwurfsvoll geäussert. Sie habe dabei einen erheblich
angespannt-aggressiven emotionalen Zustand gezeigt. Die Stimmung habe insgesamt
sehr stark moros, angespannt und gereizt gewirkt. Die Grundstimmung sei dysthym,
aber nicht eigentlich depressiv oder devitalisiert gewesen. Der Affekt sei praktisch nicht
auslenkbar, aber vital gewesen. Der Antrieb sei gehemmt und gesteigert gewesen. Im
Übrigen sei der klinische Untersuchungsbefund unauffällig ausgefallen. Der
psychiatrische Sachverständige PD Dr. J._ hat also insbesondere keine
Konzentrations- oder Aufmerksamkeitsstörungen festgestellt und ihm ist auch keine
vermehrte Erschöpfbarkeit aufgefallen. Das steht in Übereinstimmung mit den
Beobachtungen anlässlich einer späteren neuropsychologischen Testung, bei der sich
keine vermehrte Erschöpfbarkeit hat feststellen lassen, obwohl die Tests insgesamt
drei Stunden gedauert haben (vgl. IV-act. 205–2). Der psychiatrische Sachverständige
PD Dr. J._ hat aus den objektiven Ergebnissen überzeugend auf eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin geschlossen. Sein
Teilgutachten enthält keine Hinweise, die Zweifel an dieser Schlussfolgerung wecken
würden. Bleibt die Frage zu beantworten, ob die Berichte der behandelnden Ärzte
Zweifel am Gutachten von PD Dr. J._ wecken. Die vom behandelnden Psychiater
F._ in die Wege geleitete neuropsychologische Testung durch das Kantonsspital St.
Gallen hat keine verwertbaren Ergebnisse geliefert, weil die
Symptomvalidierungsverfahren hoch auffällige Resultate gezeigt haben. Das steht in
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Übereinstimmung mit der von PD Dr. J._ beschriebenen Tatsache, dass die
Beschwerdeführerin weder in ihren Angaben noch in ihrem Verhalten authentisch
gewesen ist. Der Austrittsbericht der Klinik N._ ist für dieses Beschwerdeverfahren
irrelevant, weil sich die Beschwerdeführerin erst nach einer (angeblichen)
Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes in die Behandlung begeben hatte, die
nach der Eröffnung der angefochtenen Verfügung (angeblich) eingetreten war. Der
Austrittsbericht weckt im Übrigen den Verdacht, dass die Ärzte der Klinik N._
unkritisch auf die Angaben der Beschwerdeführerin abgestellt haben dürften, zumal sie
offenbar keine Kenntnis von den relevanten Vorakten, insbesondere dem Gutachten
von PD Dr. J._, gehabt haben. Der behandelnde Psychiater F._ hat offenkundig
ebenfalls unkritisch auf die Angaben der Beschwerdeführerin abgestellt, obwohl ihm
bewusst gewesen ist, dass die Beschwerdeführerin bei einer Observation ein diametral
anderes Verhalten als in Untersuchungs- und Behandlungssituationen gezeigt hatte
und dass mehrere neuropsychologischen Testungen unverwertbare Ergebnisse
produziert hatten, weil es nie gelungen war, die Symptome zu validieren. Vor diesem
Hintergrund ist nicht nachvollziehbar, weshalb sich der behandelnde Psychiater F._
darauf versteift hat, die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin für bare Münze
zu nehmen. Noch weniger nachvollziehbar ist, dass er sogar so weit gegangen ist, zur
Verteidigung seines Attestes einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auf die Ergebnisse
der neuropsychologischen Testungen zurückzugreifen, obwohl er gewusst hat, dass
die Testergebnisse nicht verwertbar gewesen sind, weil die Symptomvalidierungstests
hoch auffällige Resultate gezeitigt hatten. Sein Einwand, die Observation sei
möglicherweise gerade in einem Zeitraum durchgeführt worden, an dem es der
Beschwerdeführerin ausnahmsweise viel besser als sonst gegangen sei, ist nicht
plausibel. Die Berichte und vor allem auch die zahlreichen Stellungnahmen im
Beschwerdeverfahren zeichnen insgesamt ein sehr einseitiges Bild der Sachlage und
weisen damit auf eine Befangenheit des behandelnden Psychiaters F._ zugunsten
der von ihm seit Jahren behandelten Beschwerdeführerin hin, die sich allein mit dem
therapeutischen Auftrag wohl nicht erklären lässt. Auf die Berichte und Stellungnahmen
des behandelnden Psychiaters F._ kann deshalb nicht abgestellt werden.
Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass die Schlussfolgerungen des
psychiatrischen Sachverständigen PD Dr. J._ weitgehend mit jenen von Dr. D._
übereinstimmen, die zu einem früheren Zeitpunkt ein psychiatrisches Gutachten
erstattet und darin auf eine teilweise gezeigte Aggravationstendenz und eine niedrige
Leistungsmotivation hingewiesen hatte (vgl. IV-act. 141–55). Auch Dr. D._ hatte
(mittelfristig) eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestiert. Zusammenfassend steht
also mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest,
dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen
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4.
Die Beschwerde ist abzuweisen. Die Gerichtskosten von 600 Franken wären an sich
der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Zufolge der Bewilligung der unentgeltlichen
Prozessführung ist sie von der Pflicht zur Bezahlung der Gerichtskosten befreit. Der
Staat hat dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eine Entschädigung
auszurichten, die 80 Prozent des erforderlichen Vertretungsaufwandes abdeckt (Art. 31
Abs. 3 AnwG). Der erforderliche Vertretungsaufwand ist als leicht überdurchschnittlich
zu qualifizieren, weshalb die Entschädigung praxisgemäss auf 80 Prozent von 4’000
Franken, also auf 3’200 Franken, festzusetzen ist. Sollten es ihre wirtschaftlichen
Verhältnisse dereinst gestatten, wird die Beschwerdeführerin zur Nachzahlung der
Gerichtskosten und zur Rückerstattung der Entschädigung für die unentgeltliche
Rentenrevisionsverfügung auch aus psychiatrischer Sicht uneingeschränkt arbeitsfähig
gewesen ist.
Der Vergleich zwischen dem medizinischen Sachverhalt im Zeitpunkt der Eröffnung
der angefochtenen Rentenrevisionsverfügung und der Sachverhaltsannahme, die der
ursprünglichen rentenzusprechenden Verfügung zugrunde gelegt worden ist, zeigt
damit eine erhebliche Verbesserung des Gesundheitszustandes der
Beschwerdeführerin nach der Rentenzusprache, weshalb die Beschwerdegegnerin die
laufende Rente zu Recht in Anwendung des Art. 17 Abs. 1 ATSG aufgehoben hat. Da
die Beschwerdeführerin vor dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung als
Hilfsarbeiterin tätig gewesen war und da ihr leidensadaptierte Hilfsarbeiten (wieder)
zumutbar sind, entspricht der Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren
Invalideneinkommens dem Valideneinkommen. Der Betrag kann bei der Berechnung
des Invaliditätsgrades folglich mathematisch keine Rolle spielen. Der Invaliditätsgrad ist
also anhand eines sogenannten Prozentvergleichs zu ermitteln, was bedeutet, dass er
dem Arbeitsunfähigkeitsgrad – allenfalls korrigiert um einen zusätzlichen Abzug aus
betriebswirtschaftlich-ökonomischen Gründen – entspricht. Der
Arbeitsunfähigkeitsgrad beträgt null Prozent. Ein Abzug aus betriebswirtschaftlich-
ökonomischen Gründen ist angesichts des Umstandes, dass die Symptome der
Beschwerdeführerin keinen organisatorischen oder anderen nur betriebswirtschaftlich
relevanten Konkurrenznachteil entstehen lassen, nicht gerechtfertigt. Der
Prozentvergleich ergibt folglich einen Invaliditätsgrad von null Prozent. Die
Beschwerdeführerin hat deshalb keinen Anspruch mehr auf eine Rente der
Invalidenversicherung gehabt, womit sich die angefochtene Verfügung als rechtmässig
erweist.
3.6.
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Rechtsverbeiständung verpflichtet werden können (Art. 99 Abs. 2 VRP i.V.m. Art. 123
ZPO).