Decision ID: 7ee37e61-a4b0-57de-879b-74921e5d7567
Year: 2010
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

gen der Sicherheitskräfte erfahren. Auch wenn er zu Beginn seiner  Aktivitäten noch nicht offiziell gesucht worden sei, müsse er nunmehr damit rechnen, dass die Behörden einen Vorwand hätten, um gegen ihn vorzugehen. Durch den Beizug eines Anwalts in der Türkei vor seiner Flucht hätte er seinen Aufenthaltsort preisgeben müssen, was mit einer Akzentuierung seiner Gefährdung verbunden gewesen wäre. Aktuell versuche er von der Schweiz aus, mittels eines Anwalts in der Türkei, abzuklären, ob ein ihn betreffendes Verfahren und ein Datenblatt existiere. Die Vorinstanz wäre gehalten gewesen,  den Sachverhalt mittels einer Botschaftsanfrage detailliert . Er habe sich entgegen der vorinstanzlichen Sichtweise  exponiert und sei dadurch zunehmend in den Fokus der  geraten. Entsprechende Beweismittel würden nachgereicht.  müsse er damit rechnen, bei der Rückkehr wegen des  Militärdienstes festgenommen zu werden. Auch in diesem Lichte besehen habe er begründete Furcht vor asylrelevanten  im Heimatland. Nach dem Gesagten würde ein allfälliger Vollzug der Wegweisung gegen die relevanten gesetzlichen Bestimmungen verstossen.
D. Mit Zwischenverfügung vom 20. Juni 2007 hiess das  das Gesuch im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Das Gesuch im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG wurde abgewiesen. Betreffend  nachgereichte Beweismittel wurde auf Art. 32 Abs. 2 VwVG .
E. Mit Vernehmlassung vom 6. Juli 2007 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde. Selbst wenn der Beschwerdeführer auf einer Fotografie in einer Zeitschrift als Kundgebungsteilnehmer  gewesen sein sollte, könne dadurch noch nicht auf  Furcht vor ernsthaften Nachteilen geschlossen werden.
F. Mit Replik vom 31. Juli 2007 hielt der Beschwerdeführer an seinen  Darlegungen fest. Als Belege für die Situation vor Ort  sein politisches Engagement gab er zwei bebilderte  samt Übersetzungen zu den Akten. Ferner ersuchte er um Einräu-
Seite 4
D-4080/2007
mung einer angemessenen Frist zur Nachreichung weiterer . Letzterem entsprach das Bundesverwaltungsgericht implizit.
G. Mit Eingabe vom 20. Mai 2008 gab der Beschwerdeführer die  und die Adresse seines in der Türkei mandatierten Anwalts . Gleichzeitig beantragte er erneut die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet endgültig über  gegen Verfügungen des BFM auf dem Gebiet des Asyls (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i.V.m. Art. 31 - 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige  des rechtserheblichen Sachverhalts und die  gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
2. Der Beschwerdeführer ist legitimiert; auf die frist- und formgerecht  Beschwerde ist einzutreten (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, Art. 50 und Art. 52 VwVG).
3. Sachlogisch ist vorab über den Kassationsantrag des  zu befinden. Seine Auffassung, das BFM wäre gehalten gewesen, mittels einer Botschaftsanfrage weitere Abklärungen vorzunehmen, kann indes nicht geteilt werden. Vielmehr hat das BFM in  und gemäss nachfolgenden Ausführungen zutreffenden  dargelegt, weshalb vorliegend eine begründete Furcht vor asylrelevanten Nachteilen zu verneinen sei. In Anbetracht der  ging das BFM zutreffenderweise von einem rechtsgenüglich  Sachverhalt aus, hatte der Beschwerdeführer doch – wenn
Seite 5
D-4080/2007
auch in Widerspruch zu anderen Aussagen – wiederholt dargelegt,  ihn sei kein Verfahren eingeleitet worden (A 1/10, S. 6; A 6/17, S. 9). Im Übrigen findet die behördliche Untersuchungsmaxime ihre Grenze in der Mitwirkungspflicht des Betroffenen; allein der Hinweis auf nunmehr allfällig bestehende Akten der Ermittlungsorgane vor Ort bedingt jedenfalls nicht schon zwingend Abklärungen der , da der Beschwerdeführer soweit zumutbar gehalten ist,  im Rahmen der Mitwirkungspflicht selber erhältlich zu machen (Art. 8 Abs. 1 Bst. d AsylG). Durch die blosse Angabe der Adresse  türkischen Anwalts ist der Mitwirkungspflicht aber offensichtlich nicht genüge getan worden beziehungsweise ergeben sich daraus  Anhaltspunkte, gegen den Beschwerdeführer sei tatsächlich ein Verfahren eröffnet worden. Nach dem Gesagten bestand  besteht weder im damaligen noch im jetzigen Zeitpunkt Anlass für die Asylbehörden, zusätzliche Abklärungen vorzunehmen. Der  auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz ist mithin mangels ersichtlicher Gehörsverletzung abzuweisen.
4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen  Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer  sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat,  Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie , die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft  oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender  für gegeben hält (Art. 7 AsylG). Vorbringen sind dann , wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in  Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen  widersprechen. Darüber hinaus muss die asylsuchende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der
Seite 6
D-4080/2007
Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte  abstützt (vgl. Art. 7 Abs. 3 AsylG), aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt oder unbegründet , mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige  verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im  zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Beschwerdeführers. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft , wenn der Richter von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftmachung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände  die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die Gründe, die für die  der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen.
4.3 Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid das politische  des Beschwerdeführers im geltend gemachten Ausmass für unglaubhaft erachtet. Diese Einschätzung, welche das BFM in  Erwägungen darlegte, teilt auch das . Es mag zwar zutreffen, dass der Beschwerdeführer  für die von ihm erwähnten Organisationen empfindet und an der  oder anderen Veranstaltung verbunden mit einer allfälligen  im Anschluss daran teilnahm. Dabei dürfte auch die  Bildaufnahme in einem Presseerzeugnis zustande gekommen sein. Dass er sich aber mehr als ein blosser Mitläufer engagiert haben sollte, erscheint entgegen den Beschwerdevorbringen in keiner Weise als plausibel. So war er auch auf wiederholtes Nachfragen nicht in der Lage, seine angebliche Beteiligung bei der Organisation und  einer Manifestation auch nur annähernd zu substanziieren (A 6/17, S. 8). Weitere eher stereotype und kaum mit Realkennzeichen versehene Aussagen vermitteln jedenfalls nicht das Bild eines  Politaktivisten (A 6/17, S. 10 und 14). Seine mutmassliche Nähe zu eher linksgerichteten Kreisen und Organisationen ist zwar nicht zu bestreiten. Hingegen kann den vorliegenden Akten nichts entnommen werden, was auf eine markante diesbezügliche Profilierung oder  schliessen lassen würde, zumal er unter anderem angab, nicht Mitglied einer Partei, Organisation oder Bewegung gewesen zu sein
Seite 7
D-4080/2007
(A 1/10, S. 6). In sich eher widersprüchlich erscheinen sodann die  zur angeblichen behördlichen Vorgehensweise gegen ihn. Einerseits brachte er bei der Summarbefragung vor, die  hätten seinetwegen zuhause Razzien durchgeführt. Wenig  legte er indes dar, es bestünden keine konkreten Hinweise für eine behördliche Suche (A 1/10, S. 5 f.). Dieses in sich unstimmige  wiederholte er anlässlich der Anhörung. Auch dort wusste er nicht, ob offiziell nach ihm gesucht werde; gleichzeitig  er aber wiederum Razzien bei ihm zuhause (A 6/17, S. 9). In Anbetracht dieser Ungereimtheiten ist jedenfalls nicht glaubhaft, dass die Behörden ein relevantes Verfolgungsinteresse gegen den  entwickelt haben. So hat er es denn bis zum heutigen Zeitpunkt trotz der ihm obliegenden Mitwirkungspflicht unterlassen, mit Hilfe des von ihm bezeichneten Anwalts in der Türkei allfällige Belege, welche die geltend gemachte Verfolgung erhärten würden, . Dies rechtfertigt aufgrund der Aktenlage den Schluss, dass auch im heutigen Zeitpunkt nicht aus politischen Gründen gegen ihn im  ein Verfahren anhängig gemacht wurde.
4.4 Im Weiteren stellen allfällige strafrechtliche Konsequenzen wegen Refraktion, Dienstverweigerung oder Desertion bei einer Rückkehr ins Heimatland grundsätzlich keine Verfolgung im Sinne des Asylgesetzes dar. Es ist ein legitimes Recht jedes Staates, seine Bürger zum  einzuberufen, weshalb strafrechtliche oder disziplinarische Massnahmen bei Pflichtverletzungen grundsätzlich nicht als politisch motivierte oder menschenrechtswidrige Verfolgungsmassnahmen zu betrachten sind. Allerdings stellt eine wegen Missachtung der  drohende Strafe dann eine asylrelevante Verfolgung dar, wenn der Wehrpflichtige wegen seines Verhaltens mit einer Strafe zu  hat, welche entweder aus Gründen nach Art. 3 AsylG  höher ausfällt oder an sich unverhältnismässig hoch ist. Ebenfalls illegitim und daher flüchtlingsrechtlich relevant ist eine Einberufung zum Militärdienst, wenn sie darauf abzielt, einem Wehrpflichtigen aus einem der in Art. 3 AsylG genannten Gründe erhebliche Nachteile  oder diesen in völkerrechtlich verpönte Handlungen zu . Beim Beschwerdeführer, welcher den Militärdienst als  anlässlich der Summarbefragung auch auf Nachfragen noch nicht angegeben hatte, bestehen indes nach dem Gesagten und  den Beschwerdevorbringen keine konkreten Anhaltspunkte , dass eine allfällige militärstrafrechtliche Sanktion relevant höher als üblich beziehungsweise diskriminierend ausfallen würde. Dies vor
Seite 8
D-4080/2007
allem deshalb, weil weder ein markantes politisches Profil des  noch eine relevante Vorverfolgung ersichtlich sind.
4.5 Dem Beschwerdeführer ist es demnach nicht gelungen,  oder glaubhaft zu machen, dass er in der Türkei aktuell  Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG haben muss. Die diesbezüglichen Erwägungen des BFM sind entgegen den Beschwerdevorbringen nicht zu beanstanden. Es  sich, auf weitere Beschwerdevorbringen oder die beigebrachten Presseartikel näher einzugehen, weil sie am Ergebnis nichts ändern können. Das Bundesamt hat das Asylgesuch zu Recht abgelehnt.
5. 5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).
5.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine  Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der  Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21).
6. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und  [AuG, SR 142.20]).
7. 7.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche  der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des  in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat  (Art. 83 Abs. 3 AuG).
So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie  läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden
Seite 9
D-4080/2007
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des  vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere , unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4.  1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
7.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem  nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in die Türkei ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des  noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall  Ausschaffung in die Türkei dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder  ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen  für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti- müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR, Bensaid gegen Grossbritannien, Urteil vom 6. Februar 2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff., und Saadi  Italien, Urteil vom 28. Februar 2008 [Application no. 37201/06]). Allein die Möglichkeit eines allfälligen militärstrafrechtlichen Verfahrens erfüllt diese Anforderungen nicht. Auch die allgemeine  in der Türkei lässt den Wegweisungsvollzug zum  Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.
Seite 10
D-4080/2007
8. 8.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder  auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). Diese Bestimmung wird vor allem bei Gewaltflüchtlingen angewendet, das heisst Ausländerinnen und , die mangels persönlicher Verfolgung weder die  der Flüchtlingseigenschaft noch jene des völkerrechtlichen Non-Refoulement-Prinzips erfüllen, jedoch wegen der Folgen von Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situation allgemeiner Gewalt nicht in  Heimatstaat zurückkehren können (BVGE 2008 Nr. 5).
8.2 Das Bundesverwaltungsgericht geht davon aus, dass die  Lage in der Türkei nicht durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allgemeiner Gewalt gekennzeichnet ist, aufgrund derer die Zivilbevölkerung als konkret gefährdet bezeichnet werden müsste. Der Vollzug der Wegweisung ist unter diesen Umständen nicht generell als unzumutbar zu bezeichnen.
8.3 Der Beschwerdeführer lebte gemäss seinen Aussagen vor der Ausreise in _ und verfügt dort über diverse soziale . Relevante gesundheitliche Probleme können den Akten nicht entnommen werden. Somit ist davon auszugehen, dass er in der Türkei nicht in eine existenzgefährdende Situation geraten wird.
8.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar.
9. Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der  Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).
10. Insgesamt ist der durch die Vorinstanz verfügte Vollzug der  zu bestätigen. Die Vorinstanz hat diesen zu Recht als zulässig,
Seite 11
D-4080/2007
zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine  der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).
11. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die  ist nach dem Gesagten abzuweisen.
12. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da das Gesuch im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Zwischenverfügung vom 20. Juni 2007 gutgeheissen wurde, ist von der Kostenauflage .
(Dispositiv nächste Seite)
Seite 12
D-4080/2007