Decision ID: 55a354cf-9047-57e3-afbe-86362df59d26
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 4. Juli 2014 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum
(RAV) zur Arbeitsvermittlung an (act. G 4.1/A1). In der Folge reichte die Versicherte die
monatlichen Nachweise der persönlichen Arbeitsbemühungen ein. Betreffend die
Kontrollperiode April 2015 gab die Versicherte an, acht schriftliche/elektronische
Bewerbungen getätigt zu haben, nämlich bei der B._ GmbH, C._ AG, D._ AG,
E._ ag, F._ AG, G._ ag, H._ sowie der I._ AG. Anlässlich einer Kontrolle
dieser Angaben im Mai 2015 bei allen acht Unternehmen gaben die F._ AG und die
C._ AG an, keine Bewerbungen der Versicherten erhalten zu haben. Die E._ ag gab
an, keine Bewerbung per E-Mail erhalten zu haben. Ob eine schriftliche Bewerbung auf
dem Postweg eingegangen sei, sei nicht überprüfbar. Die I._ AG teilte mit, dass
schriftlich keine Bewerbung eingegangen sei. Ob eine telefonische Bewerbung erfolgt
sei, sei nicht überprüfbar. Die G._ ag und die B._ GmbH teilten mit, dass es nicht
überprüfbar sei, ob sich die Versicherte beworben habe. Von den Unternehmen H._
und D._ AG hat das RAV keine Rückmeldung erhalten (act. G 4.1/ A69; A77-A80 und
A83-A85).
A.b Mit Schreiben vom 26. Mai 2016 informierte das RAV die Versicherte über das
Ergebnis der Kontrolle der Arbeitsbemühungen und über die Möglichkeit, dazu Stellung
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zu nehmen sowie die aufgeführten Bewerbungen mit überprüfbaren Dokumenten zu
belegen (act. G 4.1/A85). Mit Stellungnahme vom 31. Mai 2015 erklärte die Versicherte,
sie habe sich bei den Unternehmen C._ AG, E._ ag sowie F._ AG über den im
Internet bereitgestellten Link beworben. Dabei habe sie ihre Unterlagen in sogenannte
Felder eingefügt und verschickt. Danach sei nichts mehr passiert. Sie habe von keinem
der genannten Unternehmen eine Antwort oder eine Eingangsbestätigung erhalten.
Ihrer Stellungnahme legte die Versicherte die jeweiligen Bewerbungsschreiben bei (act.
G 4.1/A90). Mit Verfügung vom 16. Juli 2015 stellte das RAV die Versicherte, beginnend
ab 1. Mai 2015, für 49 Tage in der Anspruchsberechtigung ein, da sie bezüglich ihrer
Arbeitsbemühungen vom April 2015 unwahre Angaben gemacht habe (act. G 4.1/
A113).
A.c Betreffend die Kontrollperiode vom Mai 2015 gab die Versicherte an, acht
schriftliche/elektronische Bewerbungen getätigt zu haben, nämlich bei den
Unternehmen J._, K._, L._, M._ AG, N._ AG, O._AG, P._ sowie Q._.
Anlässlich einer Kontrolle dieser Angaben im Juni 2015 bei allen acht aufgeführten
Unternehmen gaben die Unternehmen J._, L._, O._AG, K._ und P._ an, keine
Bewerbung der Versicherten erhalten zu haben. Q._ gab an, keine Bewerbung über
das Online-Portal erhalten zu haben. Ob eine Bewerbung per Post eingegangen sei,
könne nicht überprüft werden. Von der M._ AG und der N._ AG hat das RAV keine
Rückmeldung erhalten (act. G 4.1/ A89; A100; A102-A105 und A107-A108).
A.d Mit Schreiben vom 23. Juni 2015 informierte das RAV die Versicherte über das
Ergebnis der Kontrolle der Arbeitsbemühungen und über die Möglichkeit, dazu Stellung
zu nehmen sowie die aufgeführten Bewerbungen mit überprüfbaren Dokumenten zu
belegen (act. G 4.1/A107). Mit Stellungnahme vom 10. Juli 2015 erklärte die
Versicherte, sie habe die Bewerbungen online verschickt, jedoch keine Antwort von
den Unternehmen erhalten. Es könne sein, dass ihr Computer einen Virus oder etwas
Ähnliches habe. Ausserdem habe sie die Unternehmen per E-Mail angeschrieben, aber
auch keine Antwort erhalten. Als sie die Unternehmen telefonisch kontaktiert und nach
ihren Unterlagen gefragt habe, hätten diese ihr gesagt, dass man die Unterlagen
vielleicht direkt gelöscht oder nie erhalten habe. Die Versicherte habe keine bessere
Antwort für das RAV und hoffe auf einen positiven Entscheid (act. G 4.1/A111). Mit
Verfügung vom 16. Juli 2015, stellte das RAV die Versicherte, beginnend ab 1. Juni
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2015, für 60 Tage in der Anspruchsberechtigung ein, da sie bezüglich ihrer
Arbeitsbemühungen vom Mai 2015 unwahre Angaben gemacht habe (act. G 4.1/A112).
B.
B.a Gegen die zwei Verfügungen vom 16. Juli 2015 erhob der Rechtsvertreter namens
und im Auftrag der Versicherten am 14. September 2015 Einsprache. Die Versicherte
machte erneut geltend, sie habe sich primär elektronisch über einen bereitgestellten
Link beworben und dabei keine Empfangsbestätigung erhalten. Zudem habe ihr
Computer einen Virus oder etwas Ähnliches gehabt. Ferner betone die E._ ag, dass
pro Tag um die 50 Bewerbungen einträfen und der April schon zu weit weg wäre. Auch
die G._ AG habe angegeben, es seien sehr viele Bewerbungen eingegangen, wobei
nicht alle hätten erfasst werden können. Es sei daher fraglich, wie die übrigen
Stellenvermittlungsbüros so genau wissen wollten, wann sie von wem für welche Stelle
welche Bewerbungen erhalten hätten. Auch wenn es der Versicherten nicht möglich
sei, einen schlüssigen Beweis für die getätigten Arbeitsbemühungen zu erbringen, so
gebe es doch ernsthafte Anhaltspunkte, dass sie sich den Vorschriften entsprechend
beworben habe. Die Antworten der angefragten Unternehmen legten nahe, dass keine
nachvollziehbare Ordnung in Bezug auf die Stellenausschreibungen vorhanden sei.
Selbst im Eventualfall seien die Einstellungen völlig übertrieben (act. G 4.1/A123).
B.b Mit Entscheid vom 4. November 2015 wies das RAV die Einsprache ab. Insgesamt
könne die Versicherte nicht beweisen, dass sie sich beworben habe. Es liege somit
Beweislosigkeit vor, deren Folgen sie selber zu tragen habe (act. 4.1/A128).
C.
C.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vom Rechtsvertreter namens und im
Auftrag der Beschwerdeführerin eingereichte Beschwerde vom 4. Dezember 2015 mit
dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Eventualiter sei die
Einstellungsdauer auf 3 bis 8 Tage zu reduzieren. Zudem beantragt die
Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege (act. G 1).
C.b Der Beschwerdegegner beantragt mit Schreiben vom 13. Januar 2016 die
Abweisung der Beschwerde (act. G 4).
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C.c Mit Replik vom 17. März 2016 verweist die Beschwerdeführerin wiederum auf die
Problematik im Zusammenhang mit elektronisch getätigten Bewerbungen. Sie habe
von K._ und Q._ eine Absage wegen ungenügenden Deutschkenntnissen erhalten.
Dies sei auch so im prozessorientierten Beratungsprotokoll des RAV für den Mai 2015
aufgeführt. Somit sei davon auszugehen, es handle sich dabei um überprüfte Angaben.
Nun habe aber gerade K._ angegeben, es sei keine Bewerbung der
Beschwerdeführerin erfolgt, was zweifellos falsch sei. Insoweit zeige aber gerade das
prozessorientierte Beratungsprotokoll, dass bezüglich den Bewerbungen keine
Kontrolle existiere. Ausserdem sei die Beschwerdeführerin mit dem Schreiben vom 26.
Mai 2015 auf die Ungereimtheiten der aufgeführten Bewerbungen aufmerksam
gemacht worden. Es sei mit grösster Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen, dass sie
nach dem besagten Schreiben Bewerbungen eintragen würde, die nicht erfolgt seien.
Zusammenfassend könne sie nachweisen, dass zumindest ein Teil der eingeholten
Auskünfte bei den Unternehmen nicht zutreffend sein könne, womit ebenso erwiesen
sei, dass auch die übrigen Nachprüfungen Fragen aufwerfen würden (act. G 11).
C.d Der Beschwerdegegner hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 13).

Erwägungen
1.
1.1 Die versicherte Person, die Versicherungsleistungen beanspruchen will, muss mit
Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um
Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Insbesondere ist sie verpflichtet,
Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb des bisherigen Berufes. Sie muss ihre
Bemühungen nachweisen können (Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0]). Gemäss
Art. 30 Abs. 1 lit. e AVIG ist eine versicherte Person in der Anspruchsberechtigung
einzustellen, wenn sie unwahre oder unvollständige Angaben gemacht oder in anderer
Weise die Auskunfts- und Meldepflicht verletzt hat. Der Einstellungstatbestand von Art.
30 Abs. 1 lit. e AVIG ist stets erfüllt, wenn eine versicherte Person die der Kasse, dem
RAV oder der kantonalen Behörde einzureichenden Formulare nicht wahrheitsgetreu
oder unvollständig ausfüllt. Der Einstellungsgrund von Art. 30 Abs. 1 lit. e AVIG umfasst
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somit jede Verletzung der Pflicht der versicherten Person zu wahrheitsgemässer und
vollständiger Auskunft sowie zur Meldung aller leistungsrelevanten Tatsachen.
Unerheblich ist, ob die falschen oder unvollständigen Angaben für die Ausrichtung der
Versicherungsleistungen oder deren Bemessung kausal sind (BGE 123 V 151 E. 1b;
ARV 1993/1994 Nr. 3 S. 21 E. 3b). Auch eine fahrlässige Meldepflichtverletzung erfüllt
den Tatbestand von Art. 30 Abs. 1 lit. e AVIG; Absicht ist nicht vorausgesetzt (vgl. dazu
JACQUELINE CHOPARD, Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Zürich, 1998,
S. 53).
1.2 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30
Abs. 3 AVIG) und beträgt je Einstellungsgrund 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30
Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 2
der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
Insolvenzentschädigung [AVIV, SR 837.02]).
2.
2.1 Vorliegend wird der Beschwerdeführerin vorgeworfen, sie habe die Formulare
„Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen“ (PAB) für die Kontrollperioden April
und Mai 2015 nicht wahrheitsgemäss ausgefüllt.
2.2 Zunächst ist festzustellen, dass die Beweislast für eine getätigte Bewerbung bei
der versicherten Person liegt. Die Beschwerdeführerin hat als Versicherte eine
Schadenminderungspflicht zu erfüllen. Diese besteht namentlich darin, Stellen zu
suchen und sich zu bewerben. Macht sie gegenüber den Organen der
Arbeitslosenversicherung geltend, dieser Pflicht nachgekommen zu sein, indem sie
sich bei bestimmten Unternehmen beworben habe, hat sie dies nachzuweisen (Art. 17
Abs. 1 AVIG). Mithin haben die Angaben über die genannten Unternehmen so genau zu
sein, dass eine Überprüfung möglich ist. Die blosse Möglichkeit, eine Bewerbung
könnte wie auf dem Formular angegeben erfolgt sein, genügt nicht. Bezüglich des
Vorliegens von falschen Angaben trägt jedoch die Verwaltung die Beweislast: Nur wo
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststeht, dass die versicherte Person falsche
Angaben gemacht hat, darf sie deswegen in der Anspruchsberechtigung eingestellt
werden.
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2.3 Vorliegend gibt die Beschwerdeführerin an, sie habe sich vorwiegend elektronisch
über den bereitgestellten Link beworben, allerdings keine Bestätigung für ihre
Bewerbungen erhalten. Ebenso verfüge sie nicht über Absageschreiben, die eine
tatsächliche Bewerbung belegen könnten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass bei einer
Online-Bewerbung kein Bestätigungsschreiben, beziehungsweise bei einer allfälligen
Nichtberücksichtigung der Bewerbung, kein entsprechendes Absageschreiben
verschickt wird. Bloss weil allfällige Bestätigungen und Absageschreiben fehlen, kann
somit noch nicht geschlossen werden, dass die Beschwerdeführerin sich nicht wie
angegeben beworben habe. Allerdings sind die Angaben der Beschwerdeführerin hier
widersprüchlich, hat sie doch im Formular PAB vom Mai 2015 angegeben, von J._
und K._ je eine Absage erhalten zu haben („Stelle vergeben“). Auch im Formular PAB
vom April 2015 erwähnt sie zwei Absagen. Von den insgesamt sechzehn Unternehmen,
die um Rückmeldung gebeten wurden, haben die F._ AG, C._ AG, J._, L._,
O._AG, K._ und P._ angegeben, die Beschwerdeführerin habe sich nicht
beworben. Die I._ AG gab an, es sei keine schriftliche Bewerbung erfolgt. Ob
hingegen eine telefonische Bewerbung erfolgt sei, sei nicht überprüfbar. Da die
Beschwerdeführerin angegeben hat, sie habe sich bei der I._ AG schriftlich/
elektronisch beworben (act. G 4.1/A69), ist diese Einschränkung vorliegend jedoch
irrelevant. Hierzu wendet die Beschwerdeführerin ein, die Angaben der angefragten
Unternehmen seien falsch. Dies würden die im prozessorientierten Beratungsprotokoll
notierten und folglich überprüften Absagen von K._ und Q._ beweisen. Weshalb
die Beschwerdeführerin hier von überprüften Angaben ausgeht, ist allerdings nicht
nachvollziehbar, zumal im prozessorientierten Beratungsprotokoll steht, dass die
Beschwerdeführerin darauf hingewiesen wurde, Bewerbungsschreiben und
Absagebriefe seien jeweils mitzuschicken (act. G 4.1/A120). Gerade dies zeigt, dass die
RAV-Beraterin die Angaben eben nicht überprüfen konnte. Aus den Angaben im
prozessorientierten Beratungsprotokoll zu schliessen, die Rückmeldung von K._ sei
sicher falsch, um dann pauschal davon auszugehen, ein Teil der eingeholten Auskünfte
bei den Unternehmen sei nicht richtig und die übrigen Nachprüfungen würden ebenfalls
Fragen aufwerfen, erscheint nicht schlüssig. Gleiches gilt für den in der Einsprache
vom 14. September 2015 vorgebrachten Einwand im Zusammenhang mit der E._ ag
und der B._ GmbH, welche angegeben haben, es sei nicht überprüfbar, wer sich
beworben habe, weil derart viele Bewerbungen eingetroffen seien. Gestützt darauf den
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übrigen Unternehmen zu unterstellen, sie könnten dies auch nicht überprüfen, ist nicht
zulässig. Den Ausführungen der Beschwerdeführerin ist zudem entgegenzuhalten, dass
es sich bei diesen Rückmeldungen um eine standardisierte Form der Abklärung
handelt, die grundsätzlich geeignet ist, den von der Verwaltung geforderten Nachweis
von falschen Angaben zu liefern. So werden die angeschriebenen Unternehmen im
Formular ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine falsch negative Meldung zu
ungerechtfertigten Leistungskürzungen führen könne, weshalb bei unsicherer
Beurteilungsgrundlage „nicht überprüfbar“ anzukreuzen sei. Eine solche Rückmeldung
wird von der Verwaltung denn auch nicht zu Ungunsten der versicherten Person
gewertet. Sodann ist nicht davon auszugehen, dass für die angeschriebenen
Unternehmen ein Anreiz besteht, falsche Angaben zu machen. Im Übrigen würden sich
die zuständigen Personen unter Umständen gemäss Art. 106 AVIG strafbar machen.
Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass den Durchführungsorganen der
Arbeitslosenversicherung kein besonderer Aufklärungsapparat zur Verfügung steht und
deshalb keine überhöhten Anforderungen an die Abklärungspflicht gestellt werden
dürfen. Solange die Angaben der kontaktierten Unternehmen nicht als unglaubwürdig
oder sonst wie mangelhaft erscheinen, darf die Verwaltung darauf vertrauen, dass die
Formulare betriebsintern von kompetenten Personen wahrheitsgemäss bearbeitet
wurden. Vorliegend besteht kein Anlass, an der Richtigkeit der Angaben der
angeschriebenen Unternehmen zu zweifeln. Somit sind die Rückmeldungen der acht
vorstehend genannten Unternehmen grundsätzlich geeignet, den Beweis zu erbringen,
dass sich die Beschwerdeführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dort nicht
beworben hat. Dies trifft umso mehr zu, als bei Vorliegen von acht solchen
Rückmeldungen nicht mehr von einem Versehen eines einzelnen Unternehmens oder
einem Verlust der Bewerbung auf dem Versandweg ausgegangen werden kann.
2.4 Der Beschwerdeführerin steht der Gegenbeweis offen. Diesbezüglich führt sie in
der Replik aus, es sei ja bekannt, dass sie ihre Bewerbungen zusätzlich noch schriftlich
eingeschickt habe, nachdem sie auf die Probleme mit den elektronischen
Bewerbungen gestossen sei (act. G 11). In der Stellungnahme vom 10. Juli 2015 ist
allerdings einzig davon die Rede, dass die Beschwerdeführerin die Firmen nachträglich
per E-Mail angeschrieben habe (act. G 4.1/A111). Dass die Beschwerdeführerin ihre
Bewerbungen „zusätzlich noch schriftlich eingereicht habe“ wird somit in der Replik
erstmals behauptet und ist in keiner Art und Weise belegt. Auch die in der Einsprache
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vom 14. September 2015 geltend gemachten Probleme bei der elektronischen
Bewerbung sowie die eingereichten Stelleninserate und Bewerbungsschreiben
vermögen nicht den Nachweis der Arbeitsbemühungen zu erbringen. Gleiches gilt für
den erstmals in der Stellungnahme vom 10. Juli 2015 erwähnten Computervirus sowie
die erstmals im Einspracheverfahren vorgebrachten Einwände, der Ehemann der
Beschwerdeführerin habe die Unterlagen bei einer Aufräumaktion am 26. Mai 2015
entsorgt und die angefragten Unternehmen hätten bezüglich der Bewerbungen keine
nachvollziehbare Ordnung (act. G 4.1/A111 und A123). Wie eingangs erwähnt, genügt
nämlich die blosse Möglichkeit, eine Bewerbung könnte wie im Formular angegeben
erfolgt sein, keineswegs. Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass von den zwölf
Unternehmen, von denen eine Rückmeldung erfolgt ist, keines eine Bewerbung
bestätigen konnte. Ausserdem konnte die Beschwerdeführerin kein einziges
Absageschreiben vorlegen. Insgesamt vermag die Beschwerdeführerin somit in
tatsächlicher Hinsicht keine Umstände darzulegen, welche die behaupteten
Bewerbungen belegen könnten. Stattdessen beschränkt sie sich auf Ausführungen, die
zu einer für sie günstigen Verteilung der Beweislast führen sollen. In Würdigung
sämtlicher Umstände ist mit dem Beschwerdegegner davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin in den PAB-Formularen für die Monate April und Mai 2015 objektiv
falsche Angaben gemacht hat. Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung gemäss
Art. 30 Abs. 1 lit. e AVIG ist somit zu Recht erfolgt.
2.5 Für diesen Fall beantragt die Beschwerdeführerin im Eventualantrag, die
Einstellung sei zu reduzieren. Die Einstellungsdauer im vorgenommenen Umfang sei
nicht gerechtfertigt. Insbesondere könne wegen der zu wenig stringenten Absicherung
der getätigten Bewerbungen zum Nachweis gegenüber dem Beschwerdegegner von
einer Obliegenheitsverletzung gesprochen werden, welche aber eine Einstellung
höchstens im Umfange von 3 bis 8 Tagen rechtfertige (act. G 1). Zunächst ist
festzustellen, dass auch in Bezug auf eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung
wegen unwahrer Angaben auf den konkreten Einzelfall abzustellen ist und nicht in
jedem Fall von einem schweren Verschulden auszugehen ist (Urteil des Bundesgerichts
vom 2. Mai 2007, C 23/07, E. 3.3). Eine Einstellung wegen schweren Verschuldens
erscheint daher nur bei vorsätzlich falschen Angaben, etwa um die Erfüllung der
Schadenminderungspflicht vorzutäuschen, angemessen. Ferner ist festzustellen, dass
die Beweislast für das Vorliegen einer Täuschungsabsicht und damit eines schweren
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Verschuldens – wie bereits für den objektiven Tatbestand – bei der Verwaltung liegt.
Hierbei ging der Beschwerdegegner in den Verfügungen vom 16. Juli 2015 sowie im
angefochtenen Einspracheentscheid vom 4. November 2015 von einem schweren
Verschulden aus, ohne näher auf die Frage der Täuschungsabsicht einzugehen. Eine
Aufhebung des Einspracheentscheids wegen mangelnder Begründung erscheint
jedoch vorliegend nicht angemessen. Indessen ist auf die konkreten Umstände der
Falschangaben einzugehen. Die Beschwerdeführerin hat im Laufe des Verfahrens mit
immer neuen und abenteuerlicheren Ausführungen (Computervirus, Aufräumaktion
Ehemann) zu begründen versucht, warum nicht eine einzige in den Monaten April und
Mai 2015 aufgeführte Bewerbung belegt werden kann. Sämtliche Umstände sprechen
dafür, dass die Beschwerdeführerin bewusst ihre Arbeitsbemühungen gegenüber dem
Beschwerdegegner vortäuschen wollte. Auffallend ist überdies, dass einerseits acht
Unternehmen angegeben haben, dass keine Bewerbung erfolgt sei, und andererseits
keine einzige Bewerbung oder Absage nachgewiesen werden konnte. Unter diesen
konkreten Umständen erscheint daher das Vorliegen in Täuschungsabsicht gemachter
unwahrer Angaben mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen. Es rechtfertigt sich damit, von einem schweren Verschulden
auszugehen.
2.6 Sodann stellt sich die Frage, ob die Einstellungen in der Anspruchsberechtigung
für den April und Mai 2015 zu Recht separat verfügt wurden. Beim Zusammentreffen
gleichartiger Einstellungsgründe hat für jeden Tatbestand eine besondere
Einstellungsverfügung in der Anspruchsberechtigung zu erfolgen (ARV 1993/94 Nr. 26
S. 184 E. 2c). Beruht hingegen das Zusammentreffen gleichartiger Einstellungsgründe
auf einem einheitlichen Willensentschluss der versicherten Person, so rechtfertigt es
sich, über die Einstellung in der Anspruchsberechtigung nur einmal zu befinden und
das Verschulden gesamthaft zu würdigen (ARV 1988 Nr. 3 S. 26). Demnach gilt es
zunächst zu prüfen, ob vorliegend ein einheitlicher Willensentschluss bezüglich der
unwahren Angaben im April und Mai 2015 vorliegt. Es stellt sich die Frage, ob die
Beschwerdeführerin in Bezug auf die unwahren Angaben in den zwei Monaten
gesamthaft einen einheitlichen Willensentschluss hatte. Das PAB-Formular vom Mai
2015 hat die Versicherte erst nach dem Schreiben des Beschwerdegegners vom 26.
Mai 2015 abgegeben (act. G 4.1/A89). Im Wissen darum, dass bei den Angaben vom
April 2015 Ungereimtheiten festgestellt worden waren, hat sich die Beschwerdeführerin
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offenbar entschlossen, erneut ein PAB-Formular mit unwahren Angaben abzugeben.
Daher ist ein einheitlicher Willensentschluss für die unwahren Angaben im April und Mai
2015 zu verneinen. Somit hat der Beschwerdegegner zu Recht zwei separate
Einstellungen verfügt. Im Übrigen ist jedoch nicht für jedes einzelne Unternehmen, das
pro PAB-Formular falsch angegeben wurde, eine Einstellung vorzunehmen.
Diesbezüglich ist nämlich von einem jeweils einheitlichen Willensentschluss
auszugehen, wurden doch die PAB-Formulare jeweils an einem bestimmten Tag
unterschrieben und anschliessend verschickt (act. G 4.1/A69 und A89).
2.7 Anschliessend ist zu beurteilen, ob die Einstellung von 49 Tagen für den April 2015
sach- und schuldangemessen ist. Für die Bemessung der Einstellungsdauer ist neben
dem Verschulden jeweils auch der spezifische Schutzzweck der einzelnen Tatbestände
des Art. 30 Abs. 1 AVIG zu berücksichtigen. Die Dauer der Einstellung nach Art. 30
Abs. 1 lit. e AVIG leitet sich - ihrer Zweckbestimmung gemäss - von Art und Ausmass
des im Einzelfall vorhandenen objektiven Schadensrisikos ab, wie es sich durch die
unwahren oder unvollständigen Angaben oder durch andere Verletzungen der
Auskunfts- und Meldepflichten ergeben hat. Die subjektive Vorwerfbarkeit des
betreffenden Verhaltens beeinflusst das Mass der Sanktion dagegen nur insoweit, als
deren Berücksichtigung in einem angemessenen Verhältnis zum gesetzlichen
Schutzzweck steht. Denn auch beim Einstellungstatbestand des Art. 30 Abs. 1 lit. e
AVIG handelt es sich nicht um eine Massnahme mit dem Charakter einer Strafe (Urteil
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilung des Bundesgerichts] vom 25. Juni 2004, C 152/03, E. 2.2 f.; a.M. CHOPARD,
a.a.O., S. 35). Entgegen den Ausführungen im angefochtenen Einspracheentscheid
enthält das Kreisschreiben des Seco AVIG-Praxis ALE keine Bestimmung, dass bei
erstmalig unwahren Angaben eine Einstellungsdauer von 45 Tagen zu verfügen wäre.
Massgebend ist vielmehr das Verschulden je nach Einzelfall (AVIG-Praxis ALE D72). Im
vorliegenden Fall ist zu beachten, dass die Beschwerdeführerin nicht zum ersten Mal in
der Anspruchsberechtigung eingestellt wurde. Am 21. August 2014 wurde sie für zwei
Tage wegen eines Nichtantritts zu einem Kurs in der Anspruchsberechtigung eingestellt
(act. G 4.1/A18). Am 10. November 2014 folgte eine Einstellung in der
Anspruchsberechtigung für fünf Tage wegen verspäteter Abgabe des PAB-Formulars
(act. G 4.1/A38). Schuldmindernd zu berücksichtigen ist, dass die Beschwerdeführerin
zuvor nie wegen unwahrer Angaben bezüglich der Arbeitsbemühungen eingestellt
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wurde. Sie wurde von ihren RAV-Beratern als motiviert und zielorientiert beschrieben
sowie für die Verbesserung ihrer Deutschkenntnisse gelobt (act. G 4.1/A120). Eine
Einstellungsdauer von 49 Tagen erscheint daher im vorliegenden Fall nicht
verhältnismässig. Vielmehr ist von einer Einstellungsdauer im unteren Bereich des
schweren Verschuldens auszugehen und diese unter Berücksichtigung der
Einstellungen der letzten zwei Jahre angemessen zu erhöhen (Art. 45 Abs. 5 AVIV). In
Würdigung der gesamten Umstände erscheint folglich eine Einstellungsdauer von 42
Tagen als sach- und schuldangemessen.
2.8 Sodann ist zu beurteilen, ob die Einstellung von 60 Tagen für den Mai 2015 sach-
und schuldangemessen ist. Die höhere Einstellungsdauer für den Mai 2015 wurde
dadurch begründet, dass die Versicherte zusätzlich bereits für den April 2015 wegen
unwahrer Angaben bezüglich der Arbeitsbemühungen in der Anspruchsberechtigung
eingestellt wurde. Hier ist jedoch zu beachten, dass beide Einstellungsverfügungen am
16. Juli 2015 verschickt wurden. Die Einstellungstatbestände sind ein Instrument der
Schadenminderung, indem sie – neben dem generalpräventiven Schutz der
Arbeitslosenversicherung vor missbräuchlichen Verhaltensweisen – der vorbeugenden
Verhaltenssteuerung im Einzelfall dienen (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts vom 7. August 2006, C 90/06, E. 3.2). Vorliegend hatte die
Beschwerdeführerin aufgrund der gleichentags erfolgten Einstellungen keine Chance
zur Besserung. Eine Erhöhung der Einstellungsdauer auf 60 Tage ist daher nicht
gerechtfertigt. Vielmehr erscheint eine Einstellung von ebenfalls 42 Tagen für den Mai
2015 als sach- und schuldangemessen.
3.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde unter Abänderung des angefochtenen
Einspracheentscheids vom 4. November 2015 teilweise gutzuheissen. Die
Einstellungsdauer von 49 Tagen für die unwahren Angaben im Monat April 2015 ist auf
42 Tage zu reduzieren. Die Einstellungsdauer für die unwahren Angaben im Monat Mai
2015 ist ebenfalls auf 42 Tage zu reduzieren. Gerichtskosten sind keine zu erheben
(Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
4.
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4.1 Die teilweise obsiegende beschwerdeführende Partei hat Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS
963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Bei vollständigem Obsiegen wäre der
Beschwerdeführerin mit Blick auf die Bedeutung der Streitsache und den Aufwand eine
Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
zugesprochen worden. Wegen des nur teilweisen Obsiegens erscheint eine
Parteientschädigung von Fr. 1‘000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
angemessen.
4.2 Des Weiteren ist über das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu
befinden, welches der Rechtsvertreter namens und im Auftrag der Beschwerdeführerin
mit der begründeten Beschwerde eingereicht hat. Mit Schreiben vom 9. Februar 2016
wurde das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung formlos abgewiesen. In
der Folge reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin weitere Unterlagen
bezüglich der finanziellen Verhältnisse ein und hielt an seinem Gesuch um
unentgeltliche Rechtsverbeiständung fest. Mit Schreiben vom 22. April 2016 teilte die
Verfahrensleitung dem Rechtsvertreter mit, dass über das Gesuch im Rahmen des
Beschwerdeentscheides befunden werde (act. G 1; G 5; G 6; G 10 und G 13).
4.3 Gemäss Art. 61 lit. f ATSG wird der beschwerdeführenden Partei, wo die
Verhältnisse es rechtfertigen, ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt. Abzustellen
ist auf die finanzielle Bedürftigkeit, die Abwägung betreffend die Aussichten des
Verfahrens und darauf, ob die Vertretung notwendig ist oder nicht (Urteil des
Bundesgerichts vom 7. März 2014, 9C_606/2013). Aufgrund der eingereichten
Unterlagen präsentiert sich die praxisgemäss nach den Richtlinien des
Kantonsgerichtes zur unentgeltlichen Rechtspflege (abrufbar unter www.gerichte.sg)
vorzunehmende Berechnung wie folgt (act. G 6):
Grundbetrag Ehepaar Fr. 1'780.--
Grundbetrag Tochter R._ Fr. 290.--
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Zwischentotal Fr. 2'070.--
Zuschlag 30% Fr. 621.--
Hypozins/Unterhalt Fr. 577.60
obligatorische Krankenkassenprämie Ehepaar Fr. 621.--
obligatorische Krankenkassenprämie Tochter Fr. 80.20
Steuern ca. Fr. 400.--
Schuldzinsen ca. Fr. 397.50
Bedarf total Fr. 4'767.30
Bei den Steuern gilt zu berücksichtigen, dass die aktuelle Steuerbelastung angesichts
der klar tieferen Einkommen des Ehepaars in der Zwischenzeit stark gesunken sein
muss. Es handelt sich um eine Schätzung, massgebend wären ohnehin nur effektiv
bezahlte Steuern. Bei den Schuldzinsen für den Kleinkredit wurde auf die
Steuerveranlagung 2014 abgestellt, obwohl nicht ausgewiesen ist, dass diese
Schuldzinsen auch 2016 noch effektiv in dieser Höhe bezahlt werden. Insgesamt
ergeben sich anrechenbare Ausgaben von Fr. 4‘767.30. Gemäss Steuererklärung und -
veranlagung 2014 erzielte das Ehepaar A._ im Jahr 2014 Miet- und Pachtzinsen von
total Fr. 12'815.--, was einem monatlichen Ertrag von Fr. 1'068.-- entspricht (ohne
Eigenmietwert). Zusammen mit der durchschnittlichen Arbeitslosenentschädigung von
Fr. 4‘100.--, die der Ehepartner der Beschwerdeführerin erhält, ergibt sich somit ein
monatliches Nettoeinkommen von Fr. 5'168.--, womit ein monatlicher Überschuss von
Fr. 400.70 resultiert. Mit diesem Überschuss sollte es der Beschwerdeführerin möglich
sein, die anfallenden Anwaltskosten ratenweise innerhalb eines Jahres zu tilgen. Die
Beschwerdeführerin stützt sich beim Einwand, sie und ihr Ehemann haben Miet- und
Pachtzinsen von nur Fr. 5‘700.-- erzielt und die Werte in der Steuerveranlagung 2014
seien demnach falsch, auf einen Mietvertrag, der am 6. Dezember 2013 abgeschlossen
wurde (act. G 10.2). Dem ist entgegenzuhalten, dass – selbst wenn man annimmt, die
Steuerveranlagung 2014 würde tatsächlich nicht den Tatsachen entsprechen und es
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würde kein Überschuss resultieren – immer noch zu prüfen bliebe, ob es der
Beschwerdeführerin beziehungsweise ihrem Ehemann zumutbar wäre, für die
Anwaltskosten die hypothekarische Belastung der Liegenschaft zu erhöhen. Gemäss
Steuererklärung liegt der Steuerwert der Liegenschaft bei Fr. 302'000.--, während die
hypothekarische Belastung zurzeit offenbar bei Fr. 207'708.55 liegt. Hierzu macht die
Beschwerdeführerin geltend, die Erhöhung der Hypothek für einen „Konsumartikel“
würde angesichts der unsicheren Einkommenssituation zweifellos nicht erlaubt werden
(act. G 10). Da dieser Einwand jedoch durch nichts belegt ist, ist anhand der
vorliegenden Unterlagen zu entscheiden. Demzufolge ist davon auszugehen, dass auch
bei einem fehlenden Überschuss wegen tieferer Mietzinseinnahmen die Möglichkeit
bestünde, die Hypothek um die erforderlichen Fr. 2‘000.-- zu erhöhen. Die finanzielle
Bedürftigkeit ist daher zu verneinen und das Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung abzuweisen.