Decision ID: e1f82b28-3d8d-5a1a-8f5a-b16bbcc7ae36
Year: 2006
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X.Y. besitzt den Führerausweis der Kategorie B seit dem 25. September 1998.
Wegen Rechtsüberholens und zu geringen Abstandes beim Hintereinanderfahren auf
der Autobahn, begangen am 17. Juni 2003, und wegen Überschreitens der zulässigen
Höchstgeschwindigkeit innerorts von 50 km/h um 20 km/h, begangen am 6. Dezember
2004, entzog das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen X.Y.
den Führerausweis mit Verfügung vom 29. März 2005 für die Dauer von zweieinhalb
Monaten. Die Massnahme wurde vom 5. August bis und mit 19. Oktober 2005
vollzogen.
B.- Am Samstag, 24. Dezember 2005, um 8.16 Uhr, stellte eine Patrouille der
Kantonspolizei Zürich mittels Nachfahrmessung fest, dass X.Y. auf der Autobahn A1 in
V. im Bereich des "A-kreuzes" in Fahrtrichtung C. die signalisierte
Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h nach Abzug einer Sicherheitsmarge von 24 km/h
um 32 km/h überschritten hatte.
Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen, Abteilung
Personenzulassung, erhielt von diesem Vorfall am 11. Januar 2006 Kenntnis und leitete
mit Schreiben vom 18. Januar 2006 unter gleichzeitiger Anordnung eines vorsorglichen
Führerausweisentzugs und Entzug der aufschiebenden Wirkung eines dagegen
erhobenen Rekurses gegen X.Y. ein Verfahren zur Abklärung seiner Fahreignung ein.
Den gegen den vorsorglichen Führerausweisentzug erhobenen Rekurs hiess der
zuständige Abteilungspräsident mit Entscheid vom 28. Februar 2006 (Versand: 10.
März 2006) gut.
Mit Zwischenverfügung vom 25. April 2006 ordnete das Strassenverkehrs- und
Schifffahrtsamt eine verkehrspsychologische Untersuchung an und entzog einem
dagegen erhobenen Rekurs die aufschiebende Wirkung.
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C.- Gegen diese Zwischenverfügung erhob X.Y. durch seinen Vertreter mit Eingabe
vom 4. Mai 2006 und Ergänzung vom 29. Mai 2006 Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission mit dem Rechtsbegehren, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge sei dem Rekurs die aufschiebende Wirkung zu erteilen, die
angefochtene Verfügung aufzuheben und die Streitsache zur Anordnung eines
Warnungsentzugs an die Vorinstanz zurückzuweisen.
Mit Vernehmlassung vom 16. Juni 2006 beantragte die Vorinstanz die Abweisung des
Rekurses. Mit Verfügung vom 22. Juni 2006 (Versand: 4. Juli 2006) entsprach der
zuständige Abteilungspräsident der Verwaltungsrekurskommission dem Gesuch um
Erteilung der aufschiebenden Wirkung.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird, soweit
notwendig, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 4. Mai 2006 ist rechtzeitig eingereicht
worden. Er erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 29. Mai 2006 in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 24 Abs. 1 des
Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt: SVG; Art. 41 lit. e, 45, 47 und 48 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den
Rekurs ist einzutreten.
2.- Im Rekurs ist umstritten, ob die Vorinstanz zu Recht an der Fahreignung des
Rekurrenten zweifelte und mit der angefochtenen Zwischenverfügung eine
verkehrspsychologische Untersuchung anordnete.
a) Die Vorinstanz begründet die Verfügung damit, die am 24. Dezember 2005
begangene Überschreitung der signalisierten Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h um
32 km/h stelle eine mittelschwere Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften dar. Der Rekurrent sei damit bereits zwei Monate nach
Ablauf des letzten Führerausweisentzugs erneut und insgesamt zum dritten Mal
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verkehrsauffällig geworden. Es bestünden Zweifel an der Fahreignung. Auch im Urteil
der Verwaltungsrekurskommission vom 28. Februar 2006 werde festgehalten, es
bestünden Bedenken an der charakterlichen Fahreignung des Rekurrenten und eine
gewisse Uneinsichtigkeit und Unbelehrbarkeit könne ihm nicht abgesprochen werden.
Im Rekurs wird demgegenüber vorgebracht, bei der Geschwindigkeitsüberschreitung
vom 6. Dezember 2004 habe es sich um einen leichten Fall gehandelt. In jenem
Zeitpunkt sei dem Rekurrenten das Urteil des Kantonsgerichts betreffend den Vorfall
vom 17. Juni 2003 noch nicht zugestellt gewesen. Bei der
Geschwindigkeitsüberschreitung vom 24. Dezember 2005 handle es sich um einen
mittelschweren Vorfall. Nach der bisherigen Praxis seien drei Vorfälle innert zwei Jahren
geeignet, Zweifel an der Fahreignung des Lenkers entstehen zu lassen. Diese
Voraussetzung sei vorliegend nicht erfüllt, weshalb keine berechtigten Zweifel an der
Fahreignung des Rekurrenten bestehen dürften. Insbesondere der leichte Fall vom 6.
Dezember 2004 dürfe nicht überbewertet werden. Ähnliches gelte auch für den Vorfall
vom 24. Dezember 2005. Zum Vorfall vom 17. Juni 2003 habe die Beifahrerin des
Anzeigers ausgesagt, der Rekurrent habe weder für sie noch für andere eine
gefährliche Situation heraufbeschworen. Die Verwaltungsrekurskommission habe im
Fall eines Autolenkers, der innerhalb von knapp 22 Monaten drei
Verkehrsregelverletzungen (Rechtsüberholen auf Autobahn, Missachtung der
zulässigen Höchstgeschwindigkeit um 40 km/h und um 26 km/h) begangen habe, keine
ausreichenden Zweifel angenommen (VRKE IV vom 7. Juli 2004 in Sachen D.C.).
Zudem dürfe nicht ausser Acht gelassen werden, dass der Rekurrent für die Ausübung
seiner beruflichen Tätigkeit auf den Führerausweis angewiesen sei. Er lege pro Jahr
überdurchschnittlich viele Kilometer mit dem Personenwagen zurück.
b) Nach Art. 16 Abs. 1 SVG sind Ausweise zu entziehen, wenn festgestellt wird, dass
die gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung nicht mehr bestehen. Das ist gemäss
Art. 14 Abs. 2 lit. d SVG unter anderem der Fall, wenn der Betroffene nach seinem
bisherigen Verhalten nicht Gewähr bietet, dass er als Motorfahrzeugführer die
Vorschriften beachten und auf die Mitmenschen Rücksicht nehmen wird. Anzeichen
hierfür bestehen, wenn Charaktermerkmale des Betroffenen, die für die Eignung im
Verkehr erheblich sind, darauf hindeuten, dass er als Lenker eine Gefahr für den
Verkehr darstellt. Für den Sicherungsentzug aus charakterlichen Gründen ist die
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schlechte Prognose über das künftige Verhalten als Motorfahrzeugführer massgebend.
Die Behörden dürfen gestützt hierauf den Ausweis verweigern oder entziehen, wenn
hinreichend begründete Anhaltspunkte vorliegen, dass der Führer rücksichtslos fahren
wird. Die Frage ist anhand der Vorkommnisse (unter anderem Art und Zahl der
begangenen Verkehrsdelikte) und der persönlichen Umstände zu beurteilen; in
Zweifelsfällen ist ein verkehrs¬psychologisches oder psychiatrisches Gutachten
gemäss Art. 11b Abs. 1 lit. b der Verordnung über die Zulassung von Personen und
Fahrzeugen zum Strassenverkehr (SR 741.51, abgekürzt: VZV) anzuordnen (BGE 125 II
492 E. 2a mit Hinweisen).
In Ziff. II/6 des Leitfadens "Verdachtsgründe fehlender Fahreignung" der
Expertengruppe Verkehrssicherheit des Eidgenössischen Departements für Umwelt,
Verkehr, Energie und Kommunikation vom 26. April 2000 (nachfolgend: Leitfaden) wird
betreffend charakterlichen Defiziten festgehalten, dass Fahrzeuglenker über eine Reihe
minimaler charakterlicher Eigenschaften verfügen müssten, so Risikobewusstsein,
Tendenz zu Vermeidung hoher Risiken, geringe Impulsivität, geringe
Aggressionsneigung, reife Konfliktverarbeitung, Stressresistenz, soziales
Verantwortungsbewusstsein, soziale Anpassungsbereitschaft, Flexibilität im Denken
und psychische Ausgeglichenheit. Aufgrund dieser Anforderungen begründen gemäss
Leitfaden das vorsätzliche Herbeiführen einer schweren konkreten Verkehrsgefährdung
(Ziff. 6.1), drei polizeilich registrierte Unfälle oder Verletzungen der Verkehrsregeln, die
zu einer Administrativmassnahme führen, innert rund zwei Jahren (Ziff. 6.2), strafbare
Handlungen, die auf Rücksichtslosigkeit schliessen lassen (Ziff. 6.3), oder
Aggressivität/Verlust der Selbstkontrolle (Ziff. 6.4) einen Verdacht auf mangelnde
Fahreignung von Fahrzeuglenkern wegen verkehrsrelevanter charakterlicher Defizite.
c) Im vorliegenden Fall ist der Rekurrent innerhalb von rund zweieinhalb Jahren drei Mal
verkehrsauffällig geworden. Damit sind die Voraussetzungen gemäss Ziff. 6.2 des
Leitfadens in zeitlicher Hinsicht nicht erfüllt. Hinzu kommt, dass dem Rekurrenten
gegenüber bis anhin lediglich eine Administrativmassnahme ausgesprochen und
vollzogen wurde, nämlich ein Entzug des Führerausweises für die Dauer von
zweieinhalb Monaten, vollzogen vom 5. August bis und mit 19. Oktober 2005. Auch
diesbezüglich entspricht die Situation des Rekurrenten nicht den Vorstellungen der
Expertengruppe, wie sie in Ziff. 6.2 des Leitfadens zum Ausdruck gekommen ist, weil
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der Rekurrent die dritte Verkehrsregelverletzung nicht nach dem Vollzug zweier früherer
Administrativmassnahmen begangen hat (vgl. dazu VRKE IV vom 7. Juli 2004 in
Sachen D.C., S. 6).
d) Die Richtlinien des Leitfadens sind für die Verwaltungs- und Gerichtsbehörden nicht
verbindlich, geben aber Hinweise auf auffällige Verhaltensweisen im Verkehr, die im
Hinblick auf die Fahreignungsprüfung dienlich sein können (vgl. BGE vom 16. August
2001, 6A.57/2001, E. 4a). Dementsprechend können ausreichende Zweifel für die
weitere Abklärung der Fahreignung auch dann vorliegen, wenn die Richtlinien eine
solche nicht vorsehen. Diesbezüglich sind die konkreten Umstände des Einzelfalls zu
würdigen. Entscheidend fällt dabei ins Gewicht, ob sich der Betroffene der Gefährdung
des Strassenverkehrs durch seine Verkehrsregelverletzungen überhaupt bewusst ist.
aa) Bezüglich des ersten Vorfalls haben es die Strafbehörden als erwiesen erachtet,
dass der Rekurrent mit seinem Personenwagen am Dienstag, 17. Juni 2003, um 15.52
Uhr auf der Stadtautobahn in D. zwischen den Anschlüssen N. und S. bei einer
Geschwindigkeit von rund 100 km/h einerseits einen anderen Personenwagen rechts
überholt und anderseits anschliessend auf der Überholspur sehr nah auf einen weiteren
Personenwagen aufgeschlossen hat. Beide Regelverstösse wurden als grobe
Verletzung der Verkehrsregeln im Sinn von Art. 90 Ziff. 2 SVG behandelt. Die gegen
einen entsprechenden Schuldspruch des Einzelrichters des Kreisgerichts D. vom 7.
Juni 2004 erhobene Berufung wies die Strafkammer des Kantonsgerichts mit Entscheid
vom 1. Dezember 2004 ab. Der Einzelrichter hat das Verhalten des Rekurrenten in
subjektiver Hinsicht sowohl bezüglich des Rechtsüberholens als auch bezüglich des
Einhaltens eines ungenügenden Abstandes als rücksichtslos und grob fahrlässig
eingestuft.
Angesichts des Umstandes, dass dem Rekurrenten wohl beide Verkehrsregeln bekannt
waren, kann davon ausgegangen werden, dass er deren Verletzung vorsätzlich
begangen hat. Dieser erste Vorfall lastet dem Rekurrenten Rücksichtslosigkeit und
damit eine Eigenschaft an, die auch als charakterliche Eigenschaft aufgefasst werden
kann, welche an der Fahreignung in charakterlicher Hinsicht zweifeln lässt. Eine
gewisse Unbelehrbarkeit und Uneinsichtigkeit kommt auch in verschiedenen
Äusserungen des Rekurrenten bezüglich dieser groben Verkehrsregelverletzungen zum
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Ausdruck. Insbesondere hat er mittels nachträglich geltend gemachten Alibis versucht,
sich aus der Verantwortung zu ziehen, nachdem er zunächst nicht in Abrede gestellt
hatte, er habe zur Tatzeit sein Auto gelenkt und implizit auch zugegeben hatte, am
Tatort gewesen zu sein. Er bestritt zudem, das Fahrzeug des Anzeigers rechts überholt
zu haben (vgl. Entscheid der Strafkammer des Kantonsgerichts St. Gallen vom 1.
Dezember 2004, E. II/2a). Diese Vorbringen wurden als unglaubwürdig eingeschätzt
und deuten damit darauf hin, dass der Rekurrent nicht bereit ist, zu seinem fehlerhaften
Verhalten zu stehen. Dieses Vorgehen weckt Zweifel an der für eine Besserung
notwendigen selbstkritischen Einstellung des Rekurrenten. Indessen sind die
Verkehrsregelverletzungen vom 17. Juni 2003 die einzigen schweren
Verkehrsregelverletzungen des Rekurrenten. Er fiel erst rund eineinhalb Jahre später
wieder auf, und zwar mit einer leichten Widerhandlung. Die erste und gleichzeitig
schwerste Verkehrsregelverletzung liegt zudem rund zweieinhalb Jahre vor der dritten
aktenkundigen und als mittelschwer einzustufenden Verkehrsregelverletzung zurück.
Die erheblichen zeitlichen Abstände zwischen den einzelnen Auffälligkeiten und deren
abnehmende Schwere deuten darauf hin, dass die dem Rekurrenten bezüglich des
ersten Vorfalls vorgeworfene Rücksichtslosigkeit sich nicht als bleibende
Charaktereigenschaft ausgeprägt hat.
bb) Die Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit innerorts von 50 km/h
um 20 km/h vom 6. Dezember 2004 stellt nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung für sich betrachtet einen leichten Fall dar, der zu einer Verwarnung
führt. Das Verschulden des Rekurrenten kann in diesem Fall deshalb noch als leicht
bezeichnet werden.
cc) Die Überschreitung der signalisierten Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h um 32
km/h auf der Autobahn stellt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine
mittelschwere Widerhandlung dar, welche einen Entzug des Führerausweises zur Folge
hat (vgl. BGE 128 II 131 E. 2b). Dazu ist festzuhalten, dass sich die vom Rekurrenten
begangene Überschreitung nicht auf die auf Autobahnen geltende allgemeine
Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h, sondern auf eine tiefere signalisierte
Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h bezog. Die relative Überschreitung ist
entsprechend höher. Das Verschulden des Rekurrenten wiegt zwar erheblich, jedoch
kann sein Verhalten nicht als geradezu rücksichtslos bezeichnet werden.
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dd) Ist aufgrund der Einstellung eines Betroffenen nicht ausgeschlossen, dass er eine
weitere Verkehrsregelverletzung begeht, genügt dies allein noch nicht, generell an der
charakterlichen Eignung zu zweifeln. Für die Möglichkeit eines charakterlichen Mangels
ist vorab der zeitliche Abstand zwischen den Auffälligkeiten insbesondere dann von
zentraler Bedeutung, wenn der Betroffene eine regelmässige und intensive Fahrpraxis
aufweist. In diesem Zusammenhang ist zudem festzustellen, dass dem Rekurrenten
innerhalb der vom Leitfaden vorgesehenen Zweijahresfrist keine schwere
Verkehrsgefährdung mehr vorzuwerfen war. Damit kann nicht gesagt werden, dass die
frühere Sanktion ohne jede Wirkung geblieben ist. Erscheinen die einzelnen
Auffälligkeiten jedoch als Einzelfälle, ist davon auszugehen, dass die bisher
ungenügende Beachtung der Verkehrsregeln mittels Warnungsmassnahmen,
nötigenfalls auch länger dauernden (vgl. das Kaskadensystem gemäss Art. 16a Abs. 2
SVG bei der leichten, Art. 16b Abs. 2 lit. b, c und d SVG bei der mittelschweren und
Art. 16c Abs. 2 lit. b und c SVG bei der schweren Widerhandlung), ihn zu einem
verkehrsregelkonformen Verhalten veranlassen wird.
Hätte der Rekurrent sämtliche Widerhandlungen unter der Geltung des neuen Rechts
begangen, müsste die als mittelschwere Widerhandlung im Sinn von Art. 16b Abs. 1 lit.
a SVG einzustufende Geschwindigkeitsüberschreitung vom 24. Dezember 2005
angesichts der schweren Widerhandlung im Sinn von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG vom 17.
Juni 2003 in Anwendung von Art. 16b Abs. 2 lit. b SVG mit einem Entzug des
Führerausweises für die Dauer von mindestens vier Monaten belegt werden. Nach dem
bis zum 31. Dezember 2004 geltenden Recht (AS 1959 S. 679, abgekürzt: aSVG),
welches angesichts von Abs. 2 der Schlussbestimmungen der Änderung vom 14.
Dezember 2001 im vorliegenden Fall hinsichtlich der Bemessung der Dauer des
Warnungsentzugs anzuwenden wäre, ergäbe sich zwar gemäss Art. 17 Abs. 1 lit. a
aSVG eine minimale Dauer des Warnungsentzugs von lediglich einem Monat. Indessen
würden der getrübte automobilistische Leumund des Rekurrenten und die
Wirkungslosigkeit des lediglich kurz vor der erneuten Widerhandlung abgelaufenen
Vollzugs eines Warnungsentzugs verlängernd auf die Entzugsdauer wirken. Dass eine
angemessene Entzugsdauer den Rekurrenten, der geltend macht, für die Ausübung
seines Berufs auf den Führerausweis angewiesen zu sein, zu regelkonformem
Verhalten führen wird, erscheint nicht als unwahrscheinlich.
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Zusammenfassend ergibt sich dementsprechend, dass keine ausreichenden
Anhaltspunkte dafür vorliegen, an der charakterlichen Eignung des Rekurrenten zum
Führen von Motorfahrzeugen zu zweifeln. Dementsprechend ist der Rekurs
gutzuheissen und die angefochtene Zwischenverfügung der Vorinstanz vom 25. April
2006 aufzuheben.
e) Die Streitsache ist antragsgemäss zum neuen Entscheid an die Vorinstanz
zurückzuweisen. Würde die Verwaltungsrekurskommission selbst über einen
Warnungsentzug und insbesondere über dessen Dauer befinden, würde dem
Rekurrenten der Instanzenzug in einer unzulässigen Weise abgeschnitten. Die
Vorinstanz hat ein Verfahren zur Abklärung der Fahreignung in die Wege geleitet und
keine Abklärungen im Hinblick auf einen Warnungsentzug getroffen. Damit erscheint
die Streitsache vor der Vorinstanz im Wesentlichen als ungeprüft, was ebenfalls für eine
Rückweisung spricht (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St.
Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 1032).
3.- In Streitigkeiten hat jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz
oder teilweise abgewiesen werden (Art. 95 Abs. 1 VRP).
Vorliegend dringt der Rekurrent mit seinem Antrag, die angefochtene Verfügung sei
aufzuheben und die Streitsache zur Anordnung eines Warnungsentzugs an die
Vorinstanz zurückzuweisen, vollumfänglich durch. Dem Verfahrensausgang
entsprechend sind die amtlichen Kosten daher vom Staat zu tragen. Eine
Entscheidgebühr von Fr. 1'200.-- - darin eingeschlossen die Kosten der Verfügung vom
22. Juni 2006 - ist angemessen (vgl. Ziff. 361 und 362 Gerichtskostentarif, sGS 941.12).
Die Finanzverwaltung ist anzuweisen, dem Rekurrenten den geleisteten
Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- zurückzuerstatten.
Gemäss Art. 98 Abs. 2 VRP werden im Rekursverfahren ausseramtliche Kosten
entschädigt, soweit sie aufgrund der Rechts- und Sachlage als notwendig und
angemessen erscheinen. Im vorliegenden Fall war im Hinblick auf Fragen im
Zusammenhang mit der Einholung eines verkehrspsychologischen Gutachtens der
Verzicht auf den Beizug eines Rechtsvertreters im Rekursverfahren nicht zumutbar.
Eine Kostennote ist nicht eingereicht worden. Das Honorar ist deshalb nach Ermessen
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festzulegen. Vor Verwaltungsrekurskommission gilt grundsätzlich der Pauschaltarif (Art.
22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS
963.75, abgekürzt: HonO). Angesichts der nicht sehr umfangreichen Akten und des
Aufwands für die Rekurseingabe samt Ergänzung erscheint ein Honorar von Fr.
1'200.-- angemessen (Art. 19 HonO). Hinzu kommen Barauslagen (4% = Fr. 48.--, Art.
29bis HonO) und Mehrwertsteuer (7.6% = Fr. 94.85, Art. 28 HonO). Die ausseramtliche
Entschädigung wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Unterliegen
auferlegt (Art. 98bis VRP). Angesichts des Verfahrensausgangs sind dem Rekurrenten
die ausseramtlichen Kosten vollständig, d.h. mit Fr. 1'342.85 (davon Mehrwertsteuer
Fr. 94.85) zu entschädigen (Art. 98ter VRP; GVP 1983 Nr. 56). Kostenpflichtig ist der
Staat.