Decision ID: a13d78e4-13be-441b-b316-94c290fa2703
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (im Folgenden: Versicherte), war seit dem 22. Oktober 2009 wegen
Depressionen in Behandlung bei Dr. med. B._, Psychiatrie / Psychotherapie (IV-
act. 44). Die damalige Arbeitgeberin der Versicherten, die C._, kündigte am
1. Dezember 2009 das Arbeitsverhältnis auf den 31. März 2010 und verwies dabei auf
ein Telefongespräch im Oktober 2009 (IV-act. 20-8). Am 24. April 2010 zog sich die
Versicherte eine dislozierte Radiusfraktur mit Abriss des Processus styloideus zu,
welche tags darauf durch Dr. med. D._, Oberarzt orthopädische Klinik Spital E._,
operativ versorgt wurde (offene Reposition und Osteosynthese) (IV-act. 62-14, 13; IV-
act. 62-27, 30).
A.b Die Versicherte meldete sich am 4. Mai 2010 bei der Schweizerischen
Invalidenversicherung (IV) zur Früherfassung und am 25. Mai 2010 zum Leistungsbezug
an. Sie gab dabei an, aufgrund einer Depression sowie eines am 24. April 2010
erlittenen Bruchs des linken Arms arbeitsunfähig zu sein (IV-act. 1, 2, 12, 13).
A.c Im Auftrag des Unfallversicherers erstellte Dr. med. F._, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, am 24. Juli 2010 ein psychiatrisches Gutachten. Er
diagnostizierte eine Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2), welche vermutlich neben den
sonstigen innerfamiliären Belastungsfaktoren auf den Unfall von Ende April
zurückzuführen sei. Er könne diese nicht genauer differenzieren, weil er aufgrund der
fremdanamnestischen Angaben Zweifel an der Verlässlichkeit der Angaben der
Versicherten hege und bei dieser Aggravationstendenzen vermute. Eine mittelgradige
bis schwere depressive Episode könne er aufgrund des Untersuchungsbefundes mit
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grösster Wahrscheinlichkeit ausschliessen. Der psychiatrisch diagnostizierten Störung
komme ab Untersuchungszeitpunkt keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr zu
(act. G 4.2.41).
A.d Dr. G._, Allgemeine Medizin FMH und Hausarzt der Versicherten, hielt in einem
Verlaufsbericht zuhanden der IV am 5. August 2010 fest, der Gesundheitszustand habe
sich verschlechtert. Als neue Diagnose nannte er eine offene Reposition und palmare,
winkelstabile Osteosynthese am 25. April 2010 bei Radiusfraktur links mit komplex
regionalem Schmerzsyndrom. Bezüglich Migräne und Kopfschmerzen seien die
Befunde unverändert. Der rechte (richtig wohl: linke) Arm könne nicht gebraucht
werden. Die allgemeine Leistungsfähigkeit sei wegen chronischer Kopfschmerzen und
psychischer Probleme eingeschränkt. Die Versicherte leide unter derart starken
Schmerzen der rechten (wohl: linken) Hand und müsse dermassen viele Analgetika
einnehmen, dass sie im Moment keine vorstellbare Arbeit ausführen könne (IV-act. 34).
A.e Am 20. Oktober 2010 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, aufgrund des
Gesundheitszustandes seien zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen
möglich (IV-act. 43).
A.f Dr. B._ vermerkte in einem von der IV-Stelle eingeholten Arztbericht vom
30. Oktober 2010 die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10:
F33.1), einer generalisierten Angststörung (ICD-10: F41.1), einer Migräne und eines
Status nach Vorderarmfraktur links am 24. April 2010. Er behandle die Versicherte seit
dem 22. Oktober 2009. Während der Schwangerschaft sei sie wegen Komplikationen
seit Februar 2009 krankgeschrieben gewesen. Nach der Geburt ihres Sohnes (H._,
geboren 20_, IV-act. 23-3) sei die Versicherte stark depressiv geworden. In ihrer
bisherigen Tätigkeit als Laborantin sei sie seit dem 22. Oktober 2009 und bis auf
Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig. Die Versicherte könne die linke Hand nicht
benutzen. Psychisch sei sie niedergeschlagen, ängstlich, im Antrieb vermindert, sehr
angespannt. Es bestehe auch eine leichte Störung der kognitiven Funktionen.
Konzentrationsvermögen, Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit seien eingeschränkt.
Im Moment sei auch eine behinderungsangepasste Tätigkeit nicht möglich (IV-act. 44).
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A.g Dr. med. I._, Facharzt für Neurologie, erhob in seinem Bericht vom
15. Dezember 2010 im Wesentlichen folgende Diagnosen: chronifizierter Kopfschmerz
mit Migränekopfschmerzen, aber auch Spannungskopfschmerzen, begleitendes
depressives Syndrom, verstärkt durch Arbeitsplatzverlust und psychosoziale
Belastung, muskuloligamentäres Schmerzsyndrom im Schulter-Nackenbereich und
Status nach distaler Unterarmfraktur links am 24. April 2010 mit operativer
Massnahme, differenzialdiagnostisch CRPS. Die Kopfschmerzen seien im
Gesamtzusammenhang mit dem generalisierten Schmerzsyndrom zu sehen. Es sei ein
neuropathisches Schmerzsyndrom linker Unterarm und Hand posttraumatisch
aufgetreten, am ehesten im Sinne eines CRPS. Es bestehe schon seit längerem eine
schwierige psychosoziale Belastungssituation durch die Krankheit des Ehemannes (IV-
act. 62-12 und 62-16 f.).
A.h Dr. med. J._, Leitender Arzt Handchirurgie, Kantonsspital E._, berichtete der
IV-Stelle am 1. Februar 2011 auf Anfrage, als wesentliche Diagnosen bestehe ein CRPS
linke Hand, ein Verdacht auf TFCC-Läsion links sowie ein Status nach distaler
intraartikulärer bzw. extraartikulärer Radiusfraktur links. Als wesentliche
Nebendiagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhob er einen chronifizierten
Kopfschmerz mit Migränekopfschmerzen und Spannungskopfschmerzen,
begleitendem depressivem Syndrom sowie einem muskuloligamentären
Schmerzsyndrom im Schulter-Nackenbereich. Nach der operativen Versorgung der
Radiusfraktur habe sich ein Schmerzsyndrom des linken Vorderarmes entwickelt, das
bis anhin noch kaum kontrollierbar sei. In der bisherigen Tätigkeit sei die Versicherte
seit November 2009 primär aufgrund einer Depression und seit 24. April 2010 aufgrund
der Radiusfraktur mit konsekutivem Schmerzsyndrom 100 % arbeitsunfähig. Diese sei
nicht mehr zumutbar. Körperlich bestehe eine Einschränkung durch die
Gebrauchsunfähigkeit des linken Armes und psychisch durch die Depression. Die
Auswirkungen einer geplanten stationären Schmerzbehandlung auf die Arbeitsfähigkeit
seien noch nicht vorhersagbar. Das Heben und Tragen von Lasten sei nicht mehr
zumutbar, die Belastbarkeit sei eingeschränkt, der linke Arm könne nicht eingesetzt
werden (IV-act. 45). Bereits in einem vorgängig von der IV eingeforderten Bericht vom
12. Oktober 2010 hatte Dr. J._ grundsätzlich dieselben Diagnosen aufgeführt und
mitgeteilt, die Versicherte sei seit dem 16. September 2010 bei ihm in Behandlung (IV-
act. 40; zum postoperativen Verlauf vgl. IV-act. 62-18 ff).
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A.i Med. prakt. K._, Oberarzt mbF, Leiter Psychosomatik Kantonsspital L._,
diagnostizierte am 29. Dezember 2011 aufgrund einer einmaligen Konsultation vom
2. März 2011 eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion (ICD-10: F43.21),
differenzialdiagnostisch eine leichte depressive Episode (ICD-10: F32.0), sowie eine
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10:
F45.51). Die Stimmungslage sei depressiv ausgelenkt, jedoch bei vorhandener
Schwingungsfähigkeit. Es zeigten sich starke Existenzängste sowie Verunsicherungen
die Krankheit betreffend. Hier beständen eine zunehmende depressive Auslenkung und
Katastrophisierungsideen. Bei bestehendem CRPS I der linken Hand sei es mittlerweile
zu einer Anpassungsstörung mit reaktiver depressiver Verarbeitung gekommen.
Aufgrund der Zeitkriterien sei der Übergang in eine leichte depressive Episode zu
erwägen. Des Weiteren bestehe eine Generalisierungstendenz im Rahmen einer
psychiatrischerseits chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen
Faktoren (IV-act. 73).
A.j PD Dr. med. M._, FMH Handchirurgie und orthopädische Chirurgie,
diagnostizierte am 22. März 2011 eine Allodynie nach Osteosynthese einer
Radiusfraktur links (IV-act. 62-6) und entfernte am 28. März 2011 die Metallplatte und
legte den Ramus palmaris Nervus medianii von Narbengewebe frei (IV-act. 62-5, 7 f.).
A.k Am 1. Juni 2011 trat die Versicherte eine Stelle als biomedizinische Analytikerin
HF mit einem Beschäftigungsgrad von 50 % im Spital N._ (Spitalregion O._) an (IV-
act. 46 ff.).
A.l In einem Bericht zuhanden der IV-Stelle (Posteingang 30. August 2011) führte
PD Dr. M._ im Wesentlichen aus, die Versicherte klage über massivste Schmerzen,
die durch die Tätigkeit (am neuen Arbeitsplatz) eingetreten seien, und es sei nicht
sicher, ob sie diese aushalten werde. In der aktuellen Tätigkeit sei sie zu knapp 50 %
arbeitsfähig. Eine Mehrbelastung sei nicht denkbar. Es bestehe eine reduzierte
Leistungsfähigkeit wegen der Schmerzen, der Neigung zur Ödembildung bzw.
Schwellung und wegen Mangels an Kraft. Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr
zumutbar (IV-act. 62-1 ff.).
A.m Am 12. April 2012 teilte die IV-Stelle der in der Zwischenzeit erneut schwangeren
Versicherten mit, es bestehe kein Anspruch auf berufliche Massnahmen (IV-act. 84).
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A.n Die Versicherte wurde im Auftrag des Unfallversicherers durch das IB-Bern
(Interdisziplinäre Begutachtungen P._) begutachtet (Gutachten vom 10. Dezember
2012, act. G 4.2.92), wobei sich die IV-Stelle mit Zusatzfragen und an den Kosten
beteiligte (IV-act. 88 und 100). Die Gutachter diagnostizierten einen Zustand nach
Synkope und Sturz mit Zuzug einer distalen extraartikulären Radiusfraktur links mit
Abriss des Processus styloideus ulnae mit Plattenosteosynthese am 25. April 2010 und
Metallentfernung am 28. März 2010 (richtig: 2011), die Entwicklung körperlicher
Symptome mit Ausbildung einer Pseudodystrophie der linken oberen Extremität aus
psychischen Gründen (ICD-10: F68.0, "Rentenneurose"), und unfallfremd eine
Dysthymie, entsprechend einer chronifizierten Anpassungsstörung bei anhaltenden
erheblichen psychosozialen Belastungen (ICD-10: F34.1), eine generalisierte
Angststörung (ICD-10: F41.1), sowie Migräne. Aus polydisziplinärer Sicht könne
aufgrund der diagnostizierten leichten anhaltenden depressiven Störung (Dysthymie)
und der generalisierten Angststörung eine leichte Beeinträchtigung der
Leistungsfähigkeit in einem Umfang von maximal 20 % in der bisherigen oder in einer
ihrer Ausbildung und Konstitution entsprechenden Verweistätigkeit postuliert werden.
Grund dafür sei die damit einhergehende, vermehrt nach innen gerichtete
Aufmerksamkeitslenkung und Selbstwahrnehmung. Im Haushalt entfalle diese
Einschränkung aufgrund flexibler Einteilbarkeit und Unterstützung durch Angehörige
weitestgehend (act. G 4.2.92 S. 38, 42, 46).
A.o Mit Verfügung vom 14. Februar 2013 bzw. Einspracheentscheid vom 12. August
2013 stellte der Unfallversicherer seine Leistungen wegen nicht mehr vorhandener
natürlicher Kausalität zwischen dem schädigenden Ereignis und den aktuellen
Beschwerden per 31. Dezember 2012 ein (act. G 4.2.97 und 4.3). Eine dagegen
gerichtete Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit
Entscheid vom 21. Januar 2015 ab (Verfahren UV 2013/63). Dieser Entscheid ist
rechtskräftig.
B.
Nach entsprechendem Vorbescheid (IV-act. 104) wies die IV-Stelle mit Verfügung vom
16. Mai 2013 das Leistungsbegehren bei einem Invaliditätsgrad von 0 % ab. Aus ver
sicherungsmedizinischer Sicht bestehe sowohl in der angestammten als auch in einer
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adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100 %. Aus somatischer Sicht bestehe
kein Korrelat für einen anhaltenden, organischen Gesundheitsschaden. Aus
psychiatrischer Sicht hätten nur Diagnosen aufgrund von psychosozialen Faktoren
erhoben werden können. Dies seien IV- fremde Faktoren, die für die
Invaliditätsbemessung nicht berücksichtigt würden und keine Invalidität begründeten
(act. G 1.1).
C.
C.a Mit Beschwerde vom 11. Juni 2013 beantragt A._, vertreten durch
Rechtsanwalt Dr. iur. K. Glavas, die Verfügung vom 16. Mai 2013 sei unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen aufzuheben und es sei ihr eine halbe Rente zu gewähren.
Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, neue medizinische und
erwerbliche Abklärungen vorzunehmen und gestützt darauf neu zu entscheiden. Sie
macht im Wesentlichen geltend, die Beschwerdegegnerin habe sich auf ein Gutachten
verlassen, das die Unfallversicherung in Auftrag gegeben habe und das namhafte
Mängel aufweise. Insbesondere bestünden aufgrund seines Alters Zweifel an der
Verlässlichkeit der Ausführungen von Dr. Q._. Die Gutachter hätten die Diagnose des
Sudeck bzw. CRPS entgegen allen anderen Ärzten nicht diagnostiziert oder bestätigt,
weshalb diesbezüglich ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten einzuholen sei.
Entgegen dem gutachterlichen Befund bestehe zwischen den beiden oberen
Extremitäten ein Temperaturunterschied und sei der linke Arm ständig geschwollen,
reagiere auf Temperaturunterschiede und Wetterveränderungen und sondere mehr
Schweiss ab. Das aktuelle Arbeitspensum von 50 % könne nicht mehr erhöht werden.
Das Valideneinkommen sei aufgrund einer Vollerwerbstätigkeit zu berechnen, da die
Beschwerdeführerin ihr Arbeitspensum aus medizinischen Gründen auf 80 % reduziert
habe. Zudem könnte die Beschwerdeführerin als Gesunde in grösserem Umfang
Überstunden und Samstagsarbeit leisten. Diesbezüglich seien die Verhältnisse durch
einen Augenschein und durch Befragung der Arbeitgeberin abzuklären (act. G 1;
act. G 1.3).
C.b Die Beschwerdeführerin legt unter anderem einen Bericht des Kantonsspitals
St. Gallen, Schmerzzentrum, vom 7. Mai 2013 ins Recht. Die Hauptdiagnose lautet auf
CRPS Hand links bei Status nach distaler intraartikulärer Radiusfraktur links April 2013
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(richtig: 2010) und aktueller Allodynie. Die medikamentöse Schmerztherapie sei gemäss
Angaben der Beschwerdeführerin nach dem Abstillen durch den Handchirurgen wieder
aufgebaut bzw. ergänzt worden. Leider habe damit die Schmerzsituation nicht
wesentlich gebessert werden können. Die Beschwerdeführerin wirke nervös und
gestresst. Sie leide an persistierenden starken neuralgieformen Schmerzen im Bereich
der Narbe radialis links, welche seit etwa drei Jahren aufträten und zunähmen
(act. G 1.8).
C.c In ihrer Beschwerdeantwort vom 23. August 2013 schliesst die
Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Im Wesentlichen bringt sie vor,
auf das Gutachten des IB-Bern sei abzustellen. Aus somatischer Sicht liege bei der
Beschwerdeführerin kein Korrelat für einen anhaltenden organischen
Gesundheitsschaden vor. Somatischerseits sei deshalb - abgesehen von einigen
Wochen der posttraumatischen/postoperativen Phase nach der Fraktur im April 2010
sowie für einige Wochen nach der Metallentfernung im März 2011 - von einer
vollständigen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Die diagnostizierte Angststörung sei eine
Begleiterscheinung der depressiven Symptomatik, welche ihrerseits durch langjährige
psychosoziale Faktoren mitbestimmt und aufrecht erhalten werde. Ein nach
sozialversicherungsrechtlichen Kriterien invalidisierender psychischer
Gesundheitsschaden bzw. eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit liege nicht
vor. Die Beschwerdeführerin sei, in Abweichung vom Gutachten, auch in psychischer
Hinsicht in der angestammten Tätigkeit vollständig arbeitsfähig. Somit bestehe wegen
fehlender Invalidität kein Rentenanspruch (act. G 4).
C.d In ihrer Replik vom 17. September 2013 lässt die Beschwerdeführerin ausführen,
im Gutachten sei eine extraartikuläre Radiusfraktur diagnostiziert worden, während
namentlich das Kantonsspital St. Gallen und R._ von einer intraartikulären
Radiusfraktur berichteten. Der Gutachter Dr. Q._ sei daher von einer falschen
Grunddiagnose ausgegangen und habe (bezüglich Folgen) die falschen Schlüsse
gezogen. Weiter habe er als einziger der beteiligten Mediziner keinen Sudeck
diagnostiziert und die Allodynie nicht als Traumafolge thematisiert. Die Begutachtung
sei daher zu wiederholen (act. G 6).
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C.e Als Beilage zur Replik reicht die Beschwerdeführerin einen Konsultationsbericht
von Dr. M._ vom 21. Januar 2013 ein. Er erwähnt als Diagnose eine Allodynie im
linken Arm nach Fraktur des Radius distal links. Diese Diagnose sei im Gutachten
erwähnt, aber nicht diskutiert worden. Im Gutachten sei lediglich die Dystrophie
erwähnt und die Tegumente als normal beschrieben worden. Entgegen den Gutachtern
sei die Bandage nicht zwecklos. Die Einschätzung einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit
verkenne die Schmerzproblematik und sei unhaltbar. Seines Erachtens sei ein
Gegengutachten einzuholen (act. G 6.1).
C.f Mit Verzicht der Beschwerdegegnerin auf eine Duplik am 10. Oktober 2013 ist
der Schriftenwechsel abgeschlossen (act. G 8; act. G 9).

Erwägungen
1.
Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet das Rentenbegehren der
Beschwerdeführerin.
1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
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1.3 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
medizinischen Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
1.4 Im Sinne einer Richtlinie ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/
bb). Sofern ein Gutachten lege artis erstellt wurde, kann es nicht angehen, dieses stets
dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die
behandelnden Ärzte zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an vorgängig
geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich hingegen,
wenn die behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, welche
im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben und die geeignet sind, zu einer
abweichenden Beurteilung zu führen (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 18. April 2006, I 783/05, E. 2.2 mit Verweis).
1.5 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a); in
diesem Sinn trifft die Verwaltung grundsätzlich auch die Beweisführungslast.
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
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streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Gestützt auf den
Untersuchungsgrundsatz hat der Versicherer den Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass
er über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit entscheiden kann. Ein Anspruch auf eine "second opinion" zum
bereits in einem Gutachten festgestellten Sachverhalt besteht nicht. Die Notwendigkeit
der Anordnung eines weiteren Gutachtens ergibt sich aus der Beantwortung der Frage,
ob bereits bei den Akten liegende Gutachten die inhaltlichen und beweismässigen
Anforderungen an eine zu erstattende ärztliche Expertise erfüllen (Urteil des
Bundesgerichts vom 29. Mai 2007, U 571/06, E. 4.1 und 4.2). Von weiteren
Abklärungen kann sodann abgesehen werden, wenn Behörde und
Sozialversicherungsgericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung
gelangen, die weiteren Abklärungen seien nicht geeignet, neue entscheidrelevante
Erkenntnisse zu vermitteln (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 162 E. 1d mit
Hinweisen).
2.
Vorliegend ist somit zu beurteilen, ob das vom Unfallversicherer in Auftrag gegebene
Gutachten beweistauglich und beweiskräftig ist, und ob aufgrund der Akten die für die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und des Invaliditätsgrades erforderlichen
medizinischen Tatsachen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erwiesen sind.
3.
3.1 Das Gutachten der IB Bern ist nach einer eingehenden psychiatrischen und
chirurgisch-traumatologischen Untersuchung der Beschwerdeführerin am
13. November 2012 sowie einer neurologischen Untersuchung am 22. November 2012
ergangen. Es ist in Kenntnis der Vorakten erstellt worden und berücksichtigt die
geklagten Beschwerden. Es sind keine Hinweise ersichtlich, dass das Alter von
Dr. Q._ Auswirkungen auf die Qualität seiner Einschätzungen gehabt hätte. Der
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Gutachter begründet schlüssig und nachvollziehbar, dass keine Anzeichen mehr für ein
CRPS vorhanden waren (act. 4.2.92 S. 31 ff.). Weder die chirurgisch-traumatologische
noch die neurologische Untersuchung ergab objektive, somatisch-strukturell erklärbare
Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit (act. 4.2.92 S. 40). Entsprechend hat das
Versicherungsgericht im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren das Gutachten als
schlüssig und nachvollziehbar beurteilt und ihm Beweiswert zuerkannt (Urteil vom
21. Januar 2015, UV 2013/63, E 3.3 und 3.4). In Ergänzung dazu kann darauf
hingewiesen werden, dass auch keine Pseudodystrophiezeichen erkennbar waren, was
gegen ein anhaltendes und konsequentes Ausschalten bzw. Hängenlassen des linken
Arms, sondern für eine partielle Selbstlimitierung spricht (act. 4.2.92 S. 32). Sodann
ergab die Bestimmung der Medikamentenspiegel in einer Blutprobe, dass entgegen
der Aussagen der Beschwerdeführerin die verordneten Analgetika und das
Psychopharmakon aller Wahrscheinlichkeit nach mehrere Tage vor der Untersuchung
nicht eingenommen worden waren (act. 4.2.92 S. 34). Damit übereinstimmend hielt die
begutachtende Psychiaterin fehlende Anzeichen auf eingenommene Opioidanalgetika
fest (act. G 4.2.92 S. 34). Dr. med. S._, Facharzt für Innere Medizin und Rehabilitation
FMH, RAD, erwähnte als weitere Unstimmigkeit, dass einhändiges Autofahren auch mit
einem Auto mit Automatikgetriebe schwierig und nicht zu verantworten wäre.
Zusammenfassend könne festgestellt werde, dass aus somatischer Sicht kein Korrelat
für einen anhaltenden organischen Gesundheitsschaden vorliege. Daher beschränke
sich die Arbeitsunfähigkeit auf die posttraumatische/postoperative Phase nach der
Fraktur im April 2010 für einige Wochen und nach der Metallentfernung im März 2011
für ca. einen Monat. Es habe demnach zu keinem Zeitpunkt eine rentenbegründende
Arbeitsunfähigkeit bestanden, weder als Laborantin noch in einer anderen adaptierten
Tätigkeit (IV-act. 99-2 f.). Zur von Dr. Q._ gestellten Diagnose der extraartikulären
Radiusfraktur (act. G 4.2.92 S. 38) ist zu erwähnen, dass auch der erstbehandelnde
Dr. D._ (IV-act. 62-22 ff.) eine solche diagnostizierte. Erst Dr. J._ berichtete von
einer intraartikulären Radiusfraktur, allerdings nicht durchgehend (IV-act. 62-18 ff.; vgl.
IV-act. 45-2); diese Diagnose scheint vom RAD (IV-act. 69-1) und von den weiteren
behandelnden Ärzten übernommen worden zu sein. Selbst wenn es sich dennoch um
eine intraartikuläre Fraktur handeln sollte, widerlegt dies die gutachterliche
medizinische Beurteilung hinsichtlich Anzeichen für ein CRPS nicht, denn das
Gutachten stellt nicht auf die Art der Fraktur ab.
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3.2 Rückblickend äussert das Gutachten, ein CRPS sei diagnostiziert und mehrfach
bestätigt worden. Entsprechende klinische Zeichen wie Schwellung, Rötung oder
Überwärmung seien - bei Angabe starker Schmerzen und Funktionsstörung -
überhaupt nicht bzw. nur sehr diskret beschrieben worden (vermehrtes Nagel- und
Haarwachstum, allerdings an beiden Händen). Die Diagnose eines CRPS sei daher
anhand der dokumentierten Befunde nicht zuverlässig nachvollziehbar (act. G 4.2.92
S. 29). Ausgehend von einem typischen Verlauf eines CRPS müsste zudem inzwischen
ein so genanntes Stadium III (dystrophes Stadium) vorliegen. Kennzeichnend wären
eine pergamentartig wächserne Haut, dystrophe Störungen der Nägel und der
Behaarung sowie Unterschiede in Temperatur und Umfang (act. 4.2.92 S. 31). Dr. D._
und Dr. J._ beschreiben in ihren Berichten vom 24. August 2010 und vom 4. Oktober
2010 zwar eine deutlich vermehrte Behaarung im Bereich des distalen Unterarms. In
späteren Berichten ist jedoch davon nicht mehr die Rede. Dr. I._ berichtete am
15. Dezember 2010, es sei keine Schwellung oder Rötung des linken Unterarms oder
der linken Hand feststellbar (IV-act. 62-12, 16). PD Dr. M._ erwähnte in seinem
Bericht vom 30. August 2011 eine Neigung zu Ödemen und/oder Schwellung (IV-
act. 62-2), wobei aus dem Bericht nicht hervorgeht, ob dieser Vermerk auf seiner
eigenen Wahrnehmung oder auf Angaben der Beschwerdeführerin beruhte. Die
behandelnden Ärzte des Schmerzzentrums des Kantonsspitals St. Gallen und Dr. T._
erwähnen in ihren Berichten vom 7. Mai 2013 (act. G 1.8) bzw. 6. November 2012
(act. G 1.9) zwar die Diagnose des CRPS, beschreiben aber nebst den Schmerzen
keine diagnosespezifischen Befunde. Aufgrund dieser Befundlage erscheint der
Schluss der Gutachter und von Dr. S._ nachvollziehbar, dass längerfristig - ausser
den angegebenen starken Schmerzen - keine klinischen Hinweise auf ein CRPS
vorgelegen haben. Bestärkt wird diese Beurteilung dadurch, dass im September 2011
wegen der Schwangerschaft die Analgetika abgesetzt wurden und die
Beschwerdeführerin dennoch im zuvor ausgeübten Pensum von 50 % arbeitsfähig
blieb (act. G 4.2.92 S. 29).
3.3 In Anbetracht der sich mit Bezug auf Schmerzen naturgemäss ergebenden
Beweisschwierigkeiten genügen subjektive Schmerzangaben alleine für die
Begründung einer (teilweisen) Arbeitsunfähigkeit nicht. Sie müssen durch korrelierende,
fachärztlich schlüssig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sein (BGE 130 V 399
E. 5.3.2 mit weiteren Verweisen). Dies war vorliegend nicht mit überwiegender
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Wahrscheinlichkeit während längerer Zeit der Fall. Es ist daher davon auszugehen,
dass keine somatischen Beschwerden vorlagen, welche die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin über einen längeren Zeitraum massgeblich einschränkten.
4.
4.1 Zu prüfen bleibt, ob aus psychiatrischer Sicht eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit zu bejahen ist.
4.2
4.2.1 Dr. B._ berichtete am 30. Oktober 2010, die Beschwerdeführerin sei nach
der Geburt des Sohnes (20_, IV-act. 23-2) stark depressiv geworden. Sie sei sehr
niedergeschlagen, ängstlich, innerlich angespannt und zeitweise suizidal gewesen. Aus
diesem Grunde sei sie am 22. Oktober 2009 in seine Behandlung gekommen. Als sie
sich dann bei einem Sturz am 24. April 2010 eine Fraktur des linken Vorderarms
zugezogen habe, habe sich ihr psychischer Zustand erneut verschlechtert. Sie habe
sich ganz hilflos gefühlt und Schuldgefühle ihrem Sohn gegenüber gehabt, weil sie sich
nicht um ihn kümmern konnte, und sei durch innere Spannungen ganz erschöpft
gewesen. Trotzdem sei sie von hartnäckiger Schlaflosigkeit geplagt worden, habe
Albträume gehabt und sich nicht beruhigen können. Sie habe die ganze Zeit Angst
gehabt, dass ihren Kindern etwas zustossen könnte, und sei deswegen immer sehr
unruhig gewesen. Die Beschwerdeführerin sei niedergeschlagen, ängstlich, im Antrieb
vermindert, sehr angespannt. Es bestehe auch eine leichte Störung der kognitiven
Funktionen. Sie könne sich nicht gut konzentrieren, sei etwas verlangsamt, die
Aufmerksamkeit sei reduziert, sie werde schnell müde. Er stellte die Diagnosen einer
rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10: F33.1) sowie einer generalisierten
Angststörung (ICD-10: F41.1) (IV-act. 44). Vorgängig hatte Dr. F._ in seinem
Gutachten vom 24. Juli 2010 den Denkprozess als ohne ein depressionstypisches
Zeichen wie etwa Hemmung, Verlangsamung oder Blockaden, inhaltlich recht stark
selbstbezogen und stark auf die Überzeugung des eigenen Noch-Krankseins
eingefahren beschrieben. Die beklagte Vergesslichkeit habe sich nicht gezeigt. Die
Grundstimmung sei hilflos-verunsichert, die Haltung ausgesprochen klagsam. Die
affektive Schwingungsfähigkeit erscheine unfrei (vermutlich beträchtliche bewusste
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Kontrolle), der emotionale Ausdruck rollenangepasst und grundsätzlich unecht.
Depressive Schwere habe nicht im Raum gelegen. Suizidale Gedanken habe die
Beschwerdeführerin schluchzend bejaht, ohne konkreter darauf einzugehen. Dr. F._
hatte befunden, die vorliegenden psychopathologischen Befunde liessen sich nicht mit
einem noch bestehenden relevanten Zustandsbild in Übereinstimmung bringen
(act. G 4.2.41 S. 5 f.). Er hatte eine vermutlich neben den sonstigen innerfamiliären
Belastungsfaktoren auf den Unfall von Ende April 2010 zurückzuführende
Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2) diagnostiziert. Diese könne er nicht genauer
differenzieren, weil er aufgrund fremdanamnestischer Angaben der ehemaligen
Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin Zweifel an der Verlässlichkeit der Angaben der
Beschwerdeführerin habe. Eine mittelgradige bis schwere depressive Episode könne er
aufgrund des Untersuchungsbefundes mit grösster Wahrscheinlichkeit ausschliessen
(act. G 4.2.41 S. 11). Dr. I._ diagnostizierte am 15. Dezember 2010 ein begleitendes,
depressives Syndrom, postpartal auftretend, verstärkt durch Arbeitsplatzverlust und
psychosoziale Belastung. Bei der Beschwerdeführerin bestehe schon seit längerem
eine schwierige psychosoziale Belastungssituation mit Krankheit des Ehemannes, die
sich letztlich ungünstig auf den Heilungsverlauf auswirke (IV-act. 62-12, 17). In einem
Bericht vom 7. Dezember 2011 zuhanden des Unfallversichereres hielt Dr. B._ die
Diagnosen einer mittelgradigen depressiven Störung (ICD-10: F32.2) im Rahmen einer
Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2) sowie einer generalisierten Angststörung fest
(ICD-10: F41.1) (act. G 4.2.80). Med. prakt. K._ hatte die Beschwerdeführerin bereits
am 2. März 2011 untersucht. Am 29. Dezember 2011 beschrieb er seine damals
gemachten Beobachtungen als eine zunehmend depressiv ausgelenkte Stimmungslage
und starke Existenzängste, Verunsicherungen und Katastrophisierungsideen die
Krankheit betreffend. Bei bestehendem CRPS I der linken Hand sei es mittlerweile zu
einer Anpassungsstörung mit reaktiver depressiver Verarbeitung gekommen. Aufgrund
der Zeitkriterien sei der Übergang in eine leichte depressive Episode zu erwägen. Des
Weiteren bestehe eine Generalisierungstendenz im Rahmen einer psychiatrischerseits
chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Er stellte die
Diagnosen einer Anpassungsstörung mit reaktiver depressiver Verarbeitung und einer
chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10:
F45.41) sowie die Differenzialdiagnose einer leichten depressiven Episode (ICD-10:
F32.0) (IV-act. 73).
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4.2.2 Anlässlich der über drei stündigen psychiatrischen Begutachtung schilderte
die Beschwerdeführerin auf Nachfrage Einschlafstörungen wegen der Schmerzen und
wegen Zukunftssorgen und -ängsten, diffuse Angstgefühle (Druck- und Engegefühl,
"Herzklopfen"), Albträume, Stimmungsschwankungen, Gereiztheit, Nervosität und
innere Unruhe. Klinisch fielen eine psychomotorische Unruhe, Besorgnis, Anspannung,
Nervosität und dysphorische Herabgestimmtheit auf. Das Spektrum affektiver
Tönungen war zum depressiven Pol hin verschoben. Es zeigte sich ein leichtgradig
ausgeprägtes ängstlich-depressiv gefärbtes Zustandsbild mit zusätzlicher
Beeinträchtigung anderer Gefühlsqualitäten (act. 4.2.92 S. 33 f.). Die Gutachterin hielt
fest, die Bestimmung der Medikamentenspiegel in einer Blutprobe habe ergeben, dass
ein Nachweis der Einnahme der Schmerzmittel und des Antidepressivums fehle.
Zudem seien demonstrative Tendenzen aufgefallen. Die diagnostischen Kriterien für
eine mittelgradige depressive Störung seien gegenwärtig nicht erfüllt; die geforderten
Symptome lägen weder in der Zusammensetzung noch in nötiger Ausprägung vor.
Psychopathologisch fehle es an einer depressiven Denkverlangsamung oder -
hemmung, an einer Antriebshemmung oder -verminderung und einer Affektstarre oder
-verminderung. Der Längsverlauf der depressiven Symptomatik - diese habe vor dem
Hintergrund langjähriger erheblicher psychosozialer Belastungen sehr wahrscheinlich
schon seit mehreren Jahren bestanden und sei anhaltender Natur - lasse allerdings den
typischen episodischen Charakter vermissen. Die von Dr. B._ gestellte Diagnose
einer rezidivierenden depressiven Störung sei deshalb nicht ausreichend abgestützt.
Die Diagnose der generalisierten Angststörung hätte gemäss ICD-10-Kriterien gar nicht
gleichzeitig mit derjenigen einer depressiven Episode / Störung gestellt werden dürfen.
Anamnestisch stehe die Angstsymptomatik gegenüber der depressiven Symptomatik
deutlich im Vordergrund. Die geschilderten und beobachteten Symptome passten zu
einer generalisierten Angststörung, welche reaktiv sei und sehr wahrscheinlich auf die
psychosozial belastenden Jahre vor dem Unfall zurückgehe. Die angegebene
ängstlich-depressive Symptomatik lasse sich am ehesten als Anpassungsstörung mit
längerer depressiver Reaktion bei anhaltender psychosozialer Belastungssituation
verstehen. Die psychosoziale Belastungssituation bestehe seit vielen Jahren und sei
erheblich. Zu nennen sei die Schizophrenie des Ehemannes mit aggressiven
Zuständen. Diese habe zur temporären Trennung des Ehepaares geführt; die
Beschwerdeführerin sei in dieser Zeit alleinerziehend und vollzeitlich arbeitstätig
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gewesen. Das Ehepaar habe dann wieder zusammen gefunden, und kurz darauf sei die
Beschwerdeführerin ungeplant mit ihrem zweiten Kind schwanger geworden. Der
Ehemann sei IV-Rentner, und es bestünden auch finanzielle Sorgen. Die Symptomatik
sei nicht abgeklungen bzw. habe sich verstärkt, wenn die psychosozialen Belastungen
sich zugespitzt oder die Umstände sich geändert hätten (ungeplante Schwangerschaft
und Geburt des zweiten Kindes, Kündigung der Arbeitsstelle). Dr. F._ und
med. prakt. K._ hätten im Juli 2010 bzw. im März 2011 noch eine
Anpassungsstörung diagnostiziert. Erst fast zwei Jahre nach dem Unfall seien die
psychischen Beschwerden in den Vordergrund gerückt. Dem fortdauernden und
anhaltenden leichten depressiven Zustand entspreche die Diagnose der Dysthymie,
wobei diese Störung aus der unfallunabhängigen, vorbestehenden Anpassungsstörung
infolge der langjährigen, anhaltenden psychosozialen Belastungen hervorgegangen sei.
Mit Blick auf das chronische Schmerzsyndrom sei eine chronische Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren denkbar. Diese sei eine Unterform der
somatoformen Schmerzstörung und beruhe auf einer psychischen Fehlverarbeitung
von Schmerzen mit somatischem Ausgangspunkt. Gegen diese Diagnose sprächen
allerdings die (im Zusammenhang mit den somatischen Beschwerden erörterten)
deutlichen Hinweise auf eine willkürlich, bewusstseinsnah und zielgerichtet gesteuerte
Selbstlimitierung im Rahmen der Begutachtung. Am wahrscheinlichsten sei im
Zusammenhang mit langjährigen und erheblichen psychosozialen Belastungen und der
vorbestehenden psychischen Störung (Depression, Angst) und mit den fortgesetzten
ärztlichen Behandlungen und Diagnosen eine psychische Fehlverarbeitung eingetreten.
Diese sei durch den sekundären Krankheitsgewinn weiter gefördert und
aufrechterhalten worden. Als Diagnose liege eine Entwicklung körperlicher Symptome
(Ausbildung einer Pseudodystrophie der linken oberen Extremität) aus psychischen
Gründen (ICD-10: F68.0) vor. Mit dieser könne keine Leistungsminderung begründet
werden (act. 4.2.92 S. 34 ff.). Aufgrund der Dysthymie und der generalisierten
Angststörung bestehe eine Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit von 20 %
(act. G 4.2.92 S. 33 ff.). Dr. med. U._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
FMH nahm am 25. Januar 2013 für den RAD Stellung. Das psychiatrische Gutachten
sei umfassend, in Kenntnis der Vorakten erstellt worden, berücksichtige die geklagten
Beschwerden und sei in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge, der
medizinischen Schlussfolgerungen und der Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar. Es könne
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darauf abgestellt werden. Ab dem 20. Juli 2010 (Begutachtung Dr. F._) habe gemäss
der Aktenlage keine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen
mehr bestanden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit könne ab spätestens März 2011 eine
durchgehende 20 %ige Leistungsverminderung als ausgewiesen gelten (IV-act. 99-4).
4.3 Das psychiatrische Teilgutachten von Dr. V._ beruht auf einer umfassenden,
mehr als dreistündigen Untersuchung (act. G 4.2.92 S. 33 f.). Es setzt sich mit den
anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin und den medizinischen Akten
ausführlich auseinander und begründet die Diagnosen schlüssig und nachvollziehbar.
Auf das psychiatrische Teilgutachten ist somit abzustellen, d.h. zum Zeitpunkt der
Begutachtung lagen keine rentenrelevanten psychischen Beeinträchtigungen der
Arbeitsfähigkeit vor. Retrospektiv äussert sich das Gutachten zwar nicht direkt zur
Arbeitsfähigkeit. Die Gutachterin zeigt jedoch überzeugend auf, dass bzw. weshalb die
Diagnosen von Dr. B._ nicht hinreichend fundiert sind (fehlendes episodisches
Auftreten, gegenseitiger Ausschluss gestellter Diagnosen), und dass Dr. F._ und
med. prakt. K._ entsprechend eine Anpassungsstörung und nicht eine Depression
diagnostizierten. Auch hat sie festgestellt, dass sich die depressiven Beschwerden
anamnestisch bereits während der Schwangerschaft mit dem im August 20_
geborenen Sohn verstärkt hätten, weshalb keine klassische (episodische) postpartale
Depression vorgelegen habe (act. 4.2.92 S. 28). Andererseits begab sich die
Beschwerdeführerin erst im Oktober 2009 in psychiatrische Behandlung; zu diesem
Zeitpunkt hatte sie offenbar auch von der beabsichtigten Kündigung des
Arbeitsverhältnisses durch ihre damalige Arbeitgeberin erfahren (IV-act. 20-8). Das
Gutachten von Dr. F._ berücksichtigt die anamnestischen Angaben der
Beschwerdeführerin und die vorhandenen Akten und ist schlüssig und nachvollziehbar.
Der Bericht von med. prakt. K._, der die Beschwerdeführerin ebenfalls untersucht
und die depressive Beeinträchtigung als im Rahmen einer Anpassungsstörung
bestehend und differenzialdiagnostisch als leicht beurteilte, ist plausibel. Dafür, dass
sich eine depressive Störung bzw. Episode erst nach der Begutachtung durch Dr. F._
am 24. Juli 2010 bis zur Berichterstattung von Dr. B._ am 30. Oktober 2010
entwickelt bzw. verstärkt hätte und zwischen diesem Bericht von Dr. B._ und der
Untersuchung durch med. prakt. K._ am 2. März 2011 wieder abgeklungen wäre,
ergeben sich aus der Anamnese keine Hinweise. Dies legt nahe, dass die Beurteilungen
von Dr. B._ - verständlicherweise - von seiner Sicht als Behandler geprägt sind (vgl.
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Urteil des Bundesgerichts vom 29. September 2009, 9C_661/2009, E. 3.2; BGE 125 V
351 E. 3b/cc). Auf die Arbeitsfähigkeitsschätzungen von Dr. B._ bzw. auf seine
Diagnosestellung kann daher nicht abgestellt werden. Vielmehr ist überwiegend
wahrscheinlich erstellt, dass nach der Begutachtung durch Dr. F._ keine
massgeblichen längerfristigen psychischen Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit
(mehr) vorgelegen haben, insbesondere nicht eine mittelschwere oder schwere
depressive Episode oder Störung. Die von Dr. V._ attestierte und vom RAD
bestätigte 20 %ige Arbeitsunfähigkeit wegen Dysthymie und einer generalisierten
Angststörung vermag keinen Rentenanspruch zu begründen.
5.
5.1 Zusammenfassend ist somit auf das Gutachten des IB Bern abzustellen. Der
medizinische Sachverhalt ist damit rechtsgenügend geklärt, so dass sich weitere
medizinische Abklärungen erübrigen. Die Beschwerde ist nach dem Gesagten
abzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die
Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden.
Angesichts des vollen Unterliegens der Beschwerdeführerin sind ihr die Gerichtskosten
unter Anrechnung des von ihr in selbiger Höhe geleisteten Kostenvorschusses
gesamthaft aufzuerlegen.
5.3 Aufgrund des Ausgangs des Verfahrens ist der Beschwerdeführerin keine
Parteientschädigung zuzusprechen.