Decision ID: 499ab42c-0f6b-4f08-88a6-f3ef695aaa61
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1964, meldete sich am
10. Januar und
18.
Feb
ruar
2006
wegen einer durch einen Arbeitsunfall ausgelösten Depression bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zur Berufsberatung und zur Umschu
lung auf eine neue Tätigkeit an (
Urk.
9/3).
Mit Verfügung vom 16. Juli 2008 ver
n
einte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, den Anspruch auf berufliche Massnahmen (
Urk.
9/94). Das Sozialversicherungs
-
ge
richt
des Kantons Zürich wies die dagegen erhobene Beschwerde (
Urk.
9
/95) mit Urteil vom 30. November 2009 ab, wobei es von einer 100%igen Arbeitsfä
hig
keit in einer leidensangepassten Tätigkeit und von keiner Erwerbseinbusse aus
ging (
Urk.
9
/98).
Mit Beschluss vom 23. September 2010 ordnete die
Vor
mund
schaftsbehörde
der Stadt Zürich für den Versicherten eine Beistandschaft an (
Urk.
9/109).
Am 9. September 20
11 meldete der Versicherte sich
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zur beruflichen Integration und zum Rentenbezug an, wobei er auf Depressionen und Rückenprobleme hinwies (
Urk.
9/112). Die IV-Stelle nahm daraufhin erwerbliche und medizinische Abklärungen vor (
Urk.
9/121,
Urk.
9/122,
Urk.
9/123,
Urk.
9/128,
Urk.
9/129,
Urk.
9/131), insbe
sondere
gab
sie
beim Sanatorium
A._
ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag, welches am 30. April 2013 erstattet wurde (
Urk.
9/138).
Am
23. Juli 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass eine
polydiszipli
näre
(allgemeininternistisch, rheumatologisch, neuropsychologisch, neurolo
gisch, psychiatrisch) Begutachtung stattfinden werde (
Urk.
9/143). Der Versi
cherte teilte mit Email vom 20. September 2013 mit, dass er gegen ein erneutes Gut
achten „Einspruch“ erhebe, da bereits ein Gutachten des Sanatoriums
A._
vorliege (
Urk.
9/146). Mit Zwischenverfügung vom 27. September 2013 hielt die IV-Stelle fest, es sei eine interdisziplinäre Begut
achtung einer bisher nicht in den Behandlungsprozess involvierten
Gutachter
stelle
angezeigt (
Urk.
9/149).
Mit eingeschrieben versandtem Schreiben vom 7. Januar 2014 forderte die IV-Stelle den Versicherten auf, die Termine zur Begut
achtung wahrzunehmen, unter Androhung einer Entscheidung aufgrund der Akten im Falle einer Verweige
rung der Teilnahme (
Urk.
9/152). Der Versicherte erschien nicht zum
Begutach
tungstermin
(
Urk.
9/159
) und die
Gutachterstelle
Medas
teilte der IV-Stelle am 28. Januar 2014 mit, dass sie unter all den vom Versicherten genannten Rahmenbedingungen (Verfügbarkeit der Begleitperson, keine Begut
achtung am Vormittag) den Begutachtungsauftrag ablehnen müss
e
(
Urk.
9/162)
, woraufhin der Gutachtensauftrag
von der IV-Stelle storniert
wurde (
Urk.
9/164)
.
Mit Vorbescheid vom 19. Februar 2014 stellte die IV-Stelle eine Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, wobei sie festhielt, es sei kein anderer Ent
scheid möglich, da der Versicherte an zumutbaren Abklärungen nicht teilge
nommen habe (
Urk.
9/168).
Der Versicherte liess am 17. April
2014
Einwand erheben (
Urk.
9/170) und diesen am 27. Mai 2014
begründen
(
Urk.
9/173). Am 26. Juni 2014 entschied die IV-Stelle im Sinne ihrer Verfügung (
Urk.
2).
2.
Hiergegen liess der Versicherte, vertreten durch die Sozialen Dienst der Stadt Zürich, am 26. August 2014 Beschwerde erheben. Er beantragte, ihm sei eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Zudem stellte er das Gesuch, ihm s
ei
die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 6. Oktober 2014 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8). Mit Verfügung vom 8. Oktober 2014 wurde dem Versicherten die un
entgeltliche Prozessführung gewährt und ein zweiter Schriftenwechsel ange
ord
net (
Urk.
10). Der Versicherte liess am 5. November 2014 die Replik erstatten (
Urk.
11) und die IV-Stelle verzichtete am 1. Dezember 2014 auf eine Duplik (
Urk.
15).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung (
IVG
)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit
invalidenversicherungs
rechtlich
nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit,
welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verblei
bende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forder
baren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychi
scher Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähig
keit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.
2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforde
rli
chen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person aus
einander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen
Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräu
mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
1.
3
Gemäss Art. 43
Abs.
2 ATSG hat die versicherte Person sich ärztlichen oder fachli
chen Untersuchungen, die für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind, zu unterziehen.
Kommt die versicherte Person
dieser Verpflichtung nicht nach, so
kann der Versicherungsträger auf Grund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen. Er muss
die versicherte
Person
vorher schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hinweisen; ih
r
ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen
(Art. 43
Abs.
3 ATSG
).
2.
2.1
Die IV-Stelle verneinte mit Verfügung vom 16. Juli 2008 einen Anspruch auf berufliche Massnahmen (
Urk.
9/94). Nach dagegen erhobener Beschwerde
hielt das
Sozialversicherungsgericht im Urteil vom 30. November 2009 fest, dass der Versicherte in einer leidensangepassten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne Heben von schweren Lasten und ohne Arbeit in vornübergebeugter Haltung zu 100
%
arbeitsfähig
sei
und keine
behinderungsbedingte
Erwerbseinbusse erlitt
en habe
(
Urk.
9/98/13).
Insbesondere ging das Sozialversicherungsgericht gestützt auf die Einschätzung
des
behandelnden Psychiaters
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
seit
dem 1. Oktob
er 2006 aus (
Urk.
9/98/10).
Da nun das Vorhandensein eines Rentenanspruchs zu beurteilen ist
(vgl.
Urk.
2)
, während im damaligen Verfahren ein Anspruch auf berufliche Massnahmen verneint wurde
(
Urk.
9/9
4
,
Urk.
9/98)
, handelt es sich um keine Neuanmeldung
(vgl. Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 30-31
Rz
127 mit Hinweisen)
.
2.2
Dr.
med.
C._
, Spezialarzt für Chirurgie, Wirbelsäulenleiden,
Schleuder
trauma
und orthopädische Traumatologie, hielt in den Berichten vom 29. März und vom 1
2.
Dezember 2012 eine aus somatischer Sicht weiterhin bestehende 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit fest (
Urk.
9/123/5,
Urk.
9/131/4). Dies wird vom Beschwerdeführer anerkannt (
Urk.
1 S. 4)
und erscheint
auch
aufgrund der Aktenlage zutreffend
.
2.
3
Das behandelnde
Zentrum D._
hielt im Bericht vom 16. Januar 2012
als
Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
schwere
depressive
Episode ohne psychotische Symptome sowie eine seit 2004 bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit auch für angepasste Tätigkeiten fest (
Urk.
9/122/5).
Allerdings
enthält
dieser
Bericht
keine Auseinandersetzung mit erheblich abweichenden Graden der Arbeitsfähigkeit, wie sie sich aus anderen medizinischen Berichten ergeben haben, obwo
hl der Bericht s
ie erwähnt, bei
spielsweise
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
in den Jahren
2004 bis 2006 und
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
ab dem 30. Dezember 2007 (
Urk.
9/122/
6
). Die
se
abweichenden
Angaben zur Arbeitsfähigkeit wurden
im Bericht
des
Zentrums D._
vom 27. Oktober 2012
ohne Begründung
auf eine ab 2004 bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit
korrigiert
(
Urk.
9/129/6)
.
Anzumerken ist, dass das
Zentrum D._
dem Versicherten am 17. Juni 2008 eine bereits ab 1994 bestehende
„
praktische
“
Arbe
itsunfähigkeit besch
einigt hatte
, jedoch
eine
Umschulung zum Applikationsentwickler befürwortete (
Urk.
9/91), was ebenfalls nicht
schlüssig erscheint
.
2.4
Im
von der IV-Stelle in Auftrag gegebenen
psychiatrischen Gutachten des Sanato
riums
A._
vom
30. April 2013 wurden als Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit eine paranoide Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.0), eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige
Epi
sode (ICD-10 F33.1), eine chronische rezidivierende Lumbalgie und ein chroni
sches rezidivierendes
zervikozephales
Schmerzsyndrom genannt (
Urk.
9/138/23).
Dabei fällt auf, dass auch somatische Diagnosen gestellt wur
den, obwohl es sich um ein monodisziplinäres psychiatrisches Gutachten han
delt. Die Gutachter
schätzten
die
aktuelle
Arbeitsfähigkeit
sowohl für
die
bishe
rige Tätigkeit als Lagermitarbeiter als auch
für eine leidensangepasste Tätigkeit auf
0
%
ein
.
Die
komplette
Arbeitsunfähigkeit wurde von den Gutachtern damit begründet, dass der Versicherte seit mehreren Jahren keiner regelmässigen und andauernden Arbeit mehr nachgegangen sei, er gemäss verschiedener
fremd
anamnestischer
Angaben nicht in einem Team arbeiten könne und es an einer ausdauernden Konzentrationsfähigkeit zu mangeln scheine (
Urk.
9/138/27). Diese Begründung
der
Arbeitsunfähigkeit
ist
zu knapp
, um sie nachvollziehen zu können
. Insbesondere setzten die Gutachter sich nicht mit der Frage ausei
nander, ob der Versicherte Tätigkeiten nachgehen könnte, bei welchen er weder im
Team arbeiten müsste noch eine ausdauernde Konzentrationsfähigkeit benö
tigen würde. Zudem erscheint es problematisch, dass die Einschätzungen vor allem auf fremdanamnestischen Angaben beruhen. Es ist zwar zu begrüssen, dass die Gutachter
telefonische Anfragen beim
behandelnden Psychotherapeu
ten vom
Zentrum D._
sowie
bei
der
Beiständin
tätigten
(
Urk.
9/138/20-21), doch hätten deren Auskünfte durch die Gutachter nicht einfach übernommen, sondern über
prüft werden sollen.
Die Gutachter des Sanatoriums
A._
hielten
zum zeitlichen Verlauf
fest, es
sei
im Jahr
2004 erstmals eine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht diagnostiziert worden
. Es könne
jedoch
diskutiert werden, ob bei der bereits seit Kindheit bestehenden Depression sowie der sich wahrscheinlich schon früh ent
wickelten Persönlichkeitsstörung bereits vor 2004 eine Arbeitsunfähigkeit hätte
attestiert
werden können (
Urk.
9/138/27-28).
Die psychiatrischen Gutachter
führten weiter aus
, ab
dem Jahr
2008 sei von einer andauernden Arbeitsunfä
higkeit in der b
isherigen Tätigkeit auszugehen, wobei aus somatischer Sicht für eine angepasste Tätigkeit
eine
volle Arbeitsfähigkeit attestiert worden sei.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe seit März 2004 eine mindestens 20%ige Arbeits
unfähigkeit in angepasster Tätigkeit (
Urk.
9/138/30).
2.5
Auf
grund d
ieser
unvollständigen
Angaben zu
m zeitlichen Verlauf der
Arbeitsfä
higkeit, welche zudem die somatischen Beschwerden
möglicherweise
zum Teil
mitberücksichtigten, verlangte die IV-Stelle
im Rahmen einer Rückfrage
eine Äusserung zur Arbeitsfähigkeit ab dem Jahr 2004 aus rein psychiatrischer Sicht
(
Urk.
9/139)
.
In Ergänzung des Gutachtens
hielten die Gutachter
nunmehr am
7. Juni 2013 fest, gemäss den
ihnen zur Verfügung stehenden Akten sowie ihrer eigenen gutachterlichen Untersuchung scheine der Versicherte nach dem Arbeitsunfall vom Dezember 2003 ab mindestens 2004 bis zum jetzigen Zeit
punkt aus psychiatrischer Sicht in angestammter, jedoch auch in angepasster Tätigkeit
,
durchwegs zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen zu sein (
Urk.
9/141).
Die Festlegung der Arbeitsfähigkeiten durch das Sanatorium
A._
im Gutach
ten vom 30. April und
in
der Ergänzung vom 7. Juni 2013 widersprechen sich
demnach
, da im Gutachten eine ab 2004 bestehende Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20
%
aus psychiatrischer Sicht
festgehalten wurde (
Urk.
9/138/30) und in der Ergänzung eine solche von 100
%
(
Urk.
9/141/2)
. Zudem ist die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
nicht
nachvollziehbar begründet. Sie
steh
t
im Widerspruch zu den Erwägungen im Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom 30. November 2009, in welchen für den Zeitraum vom 1. Oktober 2006 bis zum damaligen Verfügungszeitpunkt vom 16. Juli 2008
(
Urk.
9/9
4
)
aufgrund der echtzeitlichen Arztberichte
eine aus psychiatrischer Sicht uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit festgehalten wurde (
Urk.
9/98/10). Dies
e Einschätzung
wurde
im
Urteil
vom 30. November 2009
überzeugend mit der Einschätzung des damals behandelnden Psychiaters
Dr.
B._
i
n dessen
Bericht
vom 13. Oktober 2006 begründet (
Urk.
9/18).
Die Gutachter des Sanatoriums
A._
kannten diesen Bericht von
Dr.
B._
(
Urk.
9/138/6-7,
Urk.
9/141/2). Sie hielten in ihrer Gutachtensergänzung
vom 7. Juni 2013
zwar fest, dass die Aktenlage betreffend Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht eindeutig sei (
Urk.
9/141/1), begründeten jedoch nicht, weshalb sie
statt
auf den Bericht von
Dr.
B._
auf die Berichte
d
e
s
Zentrums D._
abstellten (
Urk.
9/141/2), welche wie ausgeführt
in Bezug auf die Arbeitsfähigkeitseinschätzung
nicht überzeugend aus
gefallen waren
(vgl. E. 2.3 und
Urk.
9/98/
10
).
Was sich seit dem Jahr 200
6
am psychischen Zustand des Versicherten verschlechtert haben sollte, wurde
von den psychiat
rischen Gutachern
nicht dargetan
und es ist
nicht nachvollziehbar, weshalb die Arbeitsfähigkeit anders eingeschätzt werden sollte, als
in der Verfügung vom 16
. Juli 2008 (
Urk.
9/94) sowie i
m Urteil vom 30. November 2009 (
Urk.
9/98),
in
welche
n
diese 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit überzeu
gend begründet
ist
.
Es kann
daher
mangels schlüssiger Begründung der
voll
ständigen
Arbeits
un
fähigkeit
seit dem Jahr 2004
zur Bestimmung des
Invalidi
tätsgrads
nicht auf
das Gutachten sowie die Gutachtensergänzung des
Sanatoriums
A._
abgestellt werden.
Somit
kann offen gelassen werden, ob
wie von der IV-Stelle ausgeführt
(
Urk.
2 S. 2)
,
auch
deshalb
nicht auf dieses Gutachten abgestellt werden kann, da der Versicherte sich im Sanatorium
A._
in den Jahren 2006 und 2012
in Behandlung befand
(
Urk.
9/138/4-5,
Urk.
9/138/14-15).
2.5
Es ist festzuhalten, dass sich aus den vorliegenden ärztlichen Berichten und Gut
achten keine mit dem notwendigen Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit vo
rhandene psychisch
bedingte Arbeitsunfähigkeit
des Versicherten
herleiten
lässt
.
Vielmehr spricht einiges dafür, dass der Versicherte nach wie vor
zu
100
%
einer leidensangepassten Tätigkeit nachgehen kann
(vgl.
Urk.
9/98). Zu beantworten bleibt
die Frage, ob die IV-Stelle mit Verfügung vom 26. Juni 2014
(
Urk.
2)
zu Recht aufgrund der Akten über den Rentenan
spruch befand, ohne das ursprünglich geplante polydisziplinäre Gutachten erstellen zu lassen.
3.
3.1
Die IV-Stelle wollte eine polydisziplinäre (allgemeininternistisch, rheumatolo
gisch, neuropsychologisch, neurologisch, psychiatrisch) Begutachtung durch
führen lassen (
Urk.
9/143
) und ordnete eine solche
mit Zwischenverfügung vom 27. September 2013 an (
Urk.
9/149). Mit Schreiben vom 7. Januar 2014 wurde der Versicherte aufgefordert, d
ie
Begutachtungstermin
e vom 27. Januar,
29. Januar und 3. Februar 2014
bei der
Medas
wahrzunehmen, unter
der
Androhung
, dass
ansonsten gemäss Art. 43 ATSG in Verbindung mit Art. 69
Abs.
2
der Verordnung über die Invalidenversicherung
aufgrund der Akten
entschieden werde
(
Urk.
9/152).
Der Versicherte teilte der IV-Stelle am
9. Januar 2014 telefonisch mit, er wolle die Begutachtungstermine zeitlich ver
schieben, da er frühmorgens weder einen Arzttermin wahrnehmen noch
mit der Eisenbahn
fahren könne (
Urk.
9/153). Dies brachte er am 2
2.
Januar 2014 er
neut telefonisch vor (
Urk.
9/155). Die
Beiständin
des Versicherten teilte am
23. Januar
2014
telefonisch mit, der Bruder des Versicherten könne diesen zwischen dem 10. und 21. Februar 2014 zu einer Begutachtung begleiten (
Urk.
9/156). Am 24. Januar 2014 teilte die
Beiständin
der IV-Stelle per Email mit, sie habe eine Begleitperson gefunden, welche jedoch die vorgesehenen
Begutachtungs
termine
wegen
ihrer
Arbeitszeiten auch nicht einhalten könne. Die IV-Stelle antwortete
gleichentags
per Email
, dass es dem Versicherten aus medizinischen Gründen zumutbar sei, die vorgesehenen Begutachtungstermine wahrzunehmen
,
und ansonsten aufgrund der vorhandenen
Unterlagen
entschie
den werde (
Urk.
9/158).
Die
Medas
hielt am 28. Januar 2014
fest, dass nicht alle Termine auf den späten Vormittag beziehungsweise Nach
mittag gelegt wer
den könnten und sie den Begutachtungsauftrag daher ableh
nen müss
e
(
Urk.
9/162).
3.2
Die IV-Stelle hat dem Versicherten korrekt im Rahmen eines Mahn- und
Bedenk
zeitverfahrens
im Sinne
Art. 43
Abs.
3 ATSG
eine Entscheid
ung
auf
grund der Akten angedroht, sollte er die Begutachtungstermine nicht wahrneh
men
(vgl.
Urk.
9/152)
.
Es geht zwar aus den Akten hervor, dass der Versicherte gemäss seinen Angaben jeweils erst um 11 Uhr morgens aufsteht (
Urk.
9/138/19). Doch der Versicherte
belegte nicht
, dass er aus medizinischen Gründen nicht
ausnahmsweise
von dieser Gewohnheit abweichen
k
önne
.
Zudem
bl
ieb
es auch eine blosse Behauptung, dass er für
die Wahrnehmung der Begut
achtung zwingend eine Begleitung
benötig
e
.
Selbst in der Beschwerdeschrift wird eingestanden, dass den Akten nicht entnommen werden könne, ob ent
schuldbare krankheitsbedingte Gründe für die
Unflexibilität
des Versicherten vorl
ä
gen (
Urk.
1 S. 7).
Sind
gesundheitsbedingte Gründe vorhanden, so hätte der Versicherte diese im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht zu belegen gehabt, beispielsweise durch ein Arztzeugnis.
Es ist
daher festzuhalten
, dass der Versicherte
die
Begutachtungs
termine
hätte wahrnehmen können und müssen
, weshalb die IV-Stelle
zu Recht androhungsgemäss aufgrund der Akten ent
schieden
hat
.
3.3
Wie bereits ausgeführt,
kann aus den vorliegenden ärztlichen Berichten und Gutachten keine mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bestehende Arbeitsun
fähigkeit aus psychi
atri
scher Sicht
erstellt werden
.
Ist demnach aufgrund der vorliegenden Akten nach wie vor
eine
100%ige Arbeitsfähigkeit in einer den Rückenbeschwerden angepassten Tätigkeit
anzunehmen
, so besteht keine Erwerbseinbusse und
k
ein
e
Invalidität
,
wie dies
bereits
in den Erwägungen des Urteils vom 30. November 2009
in Bezug auf die gleiche Ausgangslage
darge
legt
wurde (
Urk.
9/98/13)
.
D
ie Beschwerde
ist daher abzuweisen.
4.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen der gesetzlichen Vorgabe (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG) auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge der ihm gewährten unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf
§
16
Abs.
4 des Geset
zes über das Sozialversicherungsgericht.