Decision ID: c706a215-2fd9-49b8-bd86-f361e8395667
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1954 geborene
X._
meldete sich am
2.
Dezember 2008 (
Urk.
7/1) aufgrund von Herzbeschwerden, Bluthochdruck, einer HIV-Infektion sowie psychischen Beschwerden zum Bezug von Leistungen der Invalidenversi
cherung an. Sie
gab an, bis anhin Hausfrau gewesen zu sein
(
Urk.
7
/1/5). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizini
schen und erwerblichen Verhältnisse ab und
verneinte mit Mitteilung
vo
m 17. April 2009
den Anspruch auf berufliche Eingliederungs
massnahmen
(
Urk.
7
/12
)
.
Sodann
, insbesondere gestützt auf das psychiatrische Gutachten von
Dr.
med.
Z._
,
Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, vom 17. Oktober 2010 (Urk. 7/37, Urk. 7/41/3),
wies sie das Rentenbegehren mit Verfügung vom 6. April 2011 ab. Dies
mit der Begründung, es liege kein psychischer Gesundheitsschaden vor, der die Versicherte im Aufgabenbereich als Hausfrau einschränke
n würde
(Urk. 7/42)
.
Dagegen liess die Versicherte am
17. Mai 2011
Beschwerde erheben (Urk.
7/
43/3-9
). Mit Urteil
IV.2011.00541
vom
25. September
2012 hob das hiesige Gericht die angefochtene Verfügung vom
6. April 2011
auf und wies die Sache an die IV-Stelle zurück, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, neu
über den Rentenanspruch
verfüge (
Urk.
7/
46/9
).
1.2
Daraufhin nahm die IV-Stelle weitere medizinische Berichte (
Urk.
7/
51
, Urk.
7/
54
) und
einen aktuellen Auszug aus dem individuellen Konto der Versi
cherten
(
IK-Auszug,
Urk.
7/
52
) zu den Akten und
stellte
Dr.
Z._
in
Ergänzung zu dessen Gutachten
Fragen (Urk. 7/55), welche dieser am 18. Juli 2013 beantwortete
(Urk. 7/56)
. Gestützt d
arauf
sowie
auf die Stellungnahme
des
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
vom
2.
August
2013 (
Urk.
7/57/
3
) stellte die IV-Stelle
der Versicherten
mit Vorbescheid vom
7. August
2013 die Abwei
sung des Rentenbegehrens in Aussicht (
Urk.
7/59). Hiergegen liess die Versi
cherte am
13. August
2013
, ergänzt am 19. September 2013,
Einwand erheben (
Urk.
7/
60, Urk. 7/
62). Nach Rücksprache mit
dem RAD
(
Urk.
7/
63
) verfügte die IV-Stelle am
21. Oktober
2013 im angekündigten Sinne (
Urk.
7/
64
=
Urk.
2).
2.
Hiergegen liess die Versicherte mit Eingabe vom
14. Nove
mber 2013 Be
schwerde erheben und
beantragen, die Verfügung vom 21. Oktober 2013 sei aufzuheben und es sei abzuklären, in welchem Umfang sie bei guter Gesundheit einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Des Weiteren sei bei ihr eine
Haus
haltsabklärung
durchzuführen. Hernach sei ihr Rentenanspruch erneut zu prü
fen und ihr eine Invalidenrente zuzusprechen (Urk. 1 S. 2).
In der
Beschwerde
antwort
vom
13. Dezem
ber 2013 (
Urk.
6) schloss die IV-Stell
e auf Abweisung der Beschwerde,
was der Beschwerdeführerin
mit Schreiben vom 17. Dezember
2013 mitgeteilt wurde (
Urk.
8
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit beziehungsweise - bei Versicherten, die vor der Beeinträchtigung ihrer Gesundheit nicht erwerbstätig waren - die Unmög
lichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig und daneben im Aufgabenbe
reich tätig sind, wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a
Abs.
2 IVG festgelegt. Danach wird darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. In diesem Fall sind der Anteil der Er
werbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt,
ihre Abklärungen hätten erneut ergeben, dass bei der Beschwerde
führerin kein Gesundheitsschaden im Sinne der Invalidenversicherung vorliege. Gemäss den Angaben des Gutachters
Dr.
Z._
sei sie im Haushalt nicht eingeschränkt und in sämtlichen bisherigen und angepassten Tätigkeiten voll arbeitsfähig (Urk. 2).
In der Beschwerdeantwort ergänzte die
Beschwerdegegne
rin
, in Bezug auf die Berichte der behandelnden Ärzte müsse der Erfahrungs
tatsache Rechnung getragen werden, dass deren Beurteilung aufgrund der
auf
tragsrechtlichen
Stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten ausfalle (Urk. 6 S. 2).
2.2
Di
e Beschwerdeführerin führte hin
gegen im Wesentlichen an, es bestünden keine Anzeichen dafür, dass die Aussagen des Gutachters ein höheres Mass an Objektivi
t
ät aufweisen würden als diejenigen des behandelnden Psychiaters
. Im Übrigen habe die Beschwerdegegnerin keine Haushaltsabklärung durchgeführt, wie der Gutachter dies empfohlen habe. Zudem sei unberücksichtigt geblieben, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall seit ihrer Scheidung Anfang 2008 wieder zu 80
%
erwerbstätig wäre
(
Urk.
1)
.
3.
3.1
Das
hiesige
G
ericht hatte
im
Urteil
IV.2011.00541
vom
2
5.
September
2012
die damals vorhandenen ärztlichen Beurteilungen zusammengefasst (
vgl. U
rk. 7/46/5-7, E. 3) und
festgehalten, dass
die IV-Stelle von
Dr.
Z._
eine Ergänzung zu
dess
e
n
Gutachten einzuholen habe, da er sich nicht mit den ab
weichenden ärztlichen Einschätzungen auseinandergesetzt und sich nicht zur Arbeitsfähigkeit in einer Erwerbstätigkeit geäussert habe. Weiter habe die IV-Stelle abzuklären, ab welchem Zeitpunkt und in welchem Umfang die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsbeeinträchtigung einer Erwerbstätigkeit nachginge und je nach dem Ergebnis der Abklärungen sei eine
Haushaltsab
klärung
durchzuführen (Urk. 7/46/7-9
, E. 4).
3.2
In der Folge
holte die Beschwerdegegnerin bei der
Hausärztin
Dr.
med.
A._
,
Fachärztin für Innere Medizin, de
n Bericht vom 20. März 2013
ein. Die Ärztin nannte
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine psychotisch anmutende Störung mit Halluzinationen, wahnhaften und pa
ranoiden
Gedanken, sozialem Rückzug und Panikattacken sowie eine mittel
schwere depressive Episode, all
di
es bestehend seit 1956. Die somatischen
Ge
sundheitsbeeinträchtigungen
schätzte sie weiterhin als ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein (Urk. 7/51/2). Der Zustand der Beschwerdeführerin sei über die Jahre gesehen stabil, jedoch komme es immer wieder zu Episoden, in denen sie sich sehr zurückziehe und Termine nicht wahrnehmen könne. Die Beschwer
deführerin sei sehr misstrauisch
Ärzten und anderen Personen
gegenüber. Oft seien ihre Beschwerden schwierig einzuordnen. Sie sei mit dem Alltag überfor
dert, verlasse oft tagelang die Wohnung nicht, könne nicht einkaufen gehen oder
sich genügend ernähren. Der Umg
ang mit Geld sei problematisch, es komme öfter zu finanziellen Engpässen. Ohne die
Unterstützung
der Aids-Hilfe könnte die Beschwerdeführerin ihre administrativen Aufgaben nicht erfüllen. Aktuell wirke sie sehr verwirrt und überfordert. Sie berichte, dass die Umgebung an ihr vorbeiziehe und sie mitziehe. Sie er
trage keinen Lärm und
keine Men
schen. Panikattacken würden aufkommen und
es bestehe ein sozialer Rückzug. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit sei sie zu 100
%
arbeitsunfähig
(Urk. 7/51/3).
3.3
Der behandelnde Psychiater
Dr.
med.
B._
,
Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, führte in seinem Bericht vom 5. Juni 2013 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine bipolare affektive Störung, ge
genwärtig gemischte Episode (ICD-10: F31.6), eine Zwangserkrankung (ICD-10: F42.2) sowie sexuelle Missbrauchserfahrungen in der Kindheit oder der Jugend (ICD-10: F61.4) auf, äusserte den Verdacht auf eine
schizoaffektive
Störung (ICD-10: F25.2) und wies darauf hin, dass die Beschwerdeführerin HIV-positiv sei und die diesbezügliche medikamentöse Behandlung nun beginne (Urk. 7/54/1).
Zum Verlauf seit seinem Bericht vom 20. April 2010 führte er aus, es würden sich weiterhin Phasen mit depressiver oder euphorischer Stimmungs- und Antriebslage in hoher Frequenz abwechseln oder fast gleichzeitig auftreten. Unter der Medikation sei die manische Symptomatik in ihrer Ausprägung deut
lich zurückgegangen; diese Beruhigung werde von der Beschwerdeführerin als angenehm empfunden. In den ebenfalls schwächer gewordenen depressiv ge
prägten Phasen ziehe sie sich über längere Zeit zurück und vermeide soziale Kontakte noch mehr als sonst schon.
In letzter Zeit berichte die Beschwerdeführerin oft über die Wahrnehmung von inneren Stimmen, vorwiegend jenen verstorbener Familienmitglieder, mit wel
chen sie Gespräche führe. Das Auftreten dieser Stimmen könne sie steuern und in deren Anwesenheit fühle sie sich dann nicht allein, sondern aufgehoben und getröstet. Sie sei dann aber vom äusseren Leben und in ihren Tätigkeiten abge
lenkt. Auch visuelle Halluzinationen und ein
Derealisationsgefühl
bewirkten
eine starke Ablenkbarkeit. Zwangsideen und -handlungen sowie Panikzustände würden sie ebenfalls bei den Haushaltsverrichtungen behindern. Insgesamt sei sie oft nicht in der Lage, den Haushalt zu bewältigen. Sie halte sich zuweilen an Details auf oder sei einfach überfordert (Urk. 7/54/2).
Bei den ärztlichen Befunden führte
Dr.
B._
aus,
die Beschwerdeführerin sei in der Begegnung mal schwungvoll-dynamisch, mal introvertiert-nachdenk
lich und wenig kommunikativ
. Im Gespräch sei sie allseits orientiert,
bewusst
seinsklar
, aufmerksam, manchmal etwas ausschweifend, aber sie komme immer spontan wieder auf das ursprüngliche Anliegen zurück (Urk. 7/54/2). Es sei weiterhin keine Berufstätigkeit möglich und die Beschwerdeführerin sei auch in den Haushaltsverrichtungen eingeschränkt. Dies wegen der geschilderten An
triebs- und Stimmungsschwankungen mit entsprechenden Symptomen und we
gen der Halluzinationen und
Derealisationsgefühle
. Es bestehe weder eine Kon
stanz des Zustands noch eine Regelmässigkeit der Schwankungen (Urk. 7/54/3).
3.4
Dr.
Z._
setzte sich in der Folge mit diesen beiden Arztberichten auseinan
der und beantwortete die ihm
von der Beschwerdegegnerin
zusätzlich gestellten Fragen am 18. Juli 2013 (Urk. 7/56).
Er gab an, d
ie attestierte Ar
beitsfähigkeit resultiere daraus, dass die bipolare affe
k
tive Störung gegenwärtig nicht beziehungsweise nicht gravierend symptomatisch, sondern in Remission sei. Im Rahmen der psychopathologischen Befunderhebung hätten sich keine gravierenden Auffälligkeiten gezeigt, lediglich die Grundstimmung sei
leicht
gradig
ängstlich-unsicher, die affektive Schwingungsfähigkeit ebenfalls
leicht
gradig
einge
schränkt und der Antrieb reduziert. Das Ausmass der aktuell vorlie
genden depressiven Symptomatik sei
leichtgradig
(Urk. 7/56/5).
Gegen eine gra
vierende depressive Störung sprächen das gepflegte äussere Erscheinungsbild und
die
klinisch intakte
n
kognitive
n
Funktionen. Die von den behandelnden Ärzten zusätzlich gestellten Diagnosen könne er nicht bestätigen, da die dafür erforderlichen ICD-Kriterien nicht erfüllt seien.
Die Diskrepanz zwischen seiner Beurteilung und derjenigen der behandelnden Ärzte se
i
möglicherweise
auch
auf die Unterschiede zwischen therapeutischem und
versicherungsmedizini
schem
Denkansatz zurückzuführen.
Zudem liege es in der Natur des Fachbe
reichs Psychiatrie, dass die diagnostische Einschätzung und Bewertung allfälli
ger psychischer Erkrankungen
durch verschiedene
Psychiater bei derselben Person variieren könne. Daher komme dem „Instrument“ ICD-Klassifikation eine zentrale Rolle zu, da es insbesondere dem Psychiater bei der Diagnosestellung erlaube, psychopathologische Befunde, Anamneseerhebung und Verhaltensbe
obachtungen mit den ICD-Kriterien abzugleichen und er dadurch dem Anspruch nach Objektivität gerechter werden könne (Urk. 7/56/6-7).
Insgesamt bestehe nach seiner Einschätzung für die bisherigen beruflichen Tätig
keiten eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit, da keine psychische Erkran
kung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliege (Urk. 7/56/7).
Die von der Versicherten und den behandelnden Ärzten beschriebenen massiven Schwierigkeiten bei der Alltagsbewältigung sollten mittels einer
Haus
haltsab
klärung
abgeklärt werden (Urk. 7/56/7).
4.
4.1
Dr.
Z._
standen die medizinischen
Vorakten
zur Verfügung (Urk. 7/
37/1-3,
Urk.
7/56/1-5
).
Er berücksichtigte die persönliche Leidensschilderung de
r
Beschwerdeführer
in
(Urk. 7/
37/6-7
). Er erhob die Anamnese und die Befunde (Urk. 7/
37/
3-8
).
Sodann nahm er in der ergänzenden Stellungnahme vom 18. Juli 2013
zu den abweichenden Einschätzungen der behandelnden Ärzte Stellung (Urk. 7/56/5-8).
Die Diagnose im Sinne des Fehlens eine
s
relevanten psychischen
Leidens
, und die Schlussfolgerungen im Sinne des Fehlens einer sich erwerblich auswirkenden Beeinträchtigung aus psychiatrischer Sicht, sind vor dem Hintergrund der im Gutachten aufgeführten
Beurteilungs
grundlagen
nachvollziehbar. Der Gutachter vermochte namentlich keine
Einbussen bei
den
Gedächtnisfunktionen, bei der Konzentration, der
Aufmerksamkeit und
der Intelligenz sowie
auch keine
Zwangsgedanken oder -handlungen, Ich-Störun
gen, Wahrnehmungsstörungen oder Halluzinationen, akzentuierte
Persönlich
keitszüge
oder inhaltliche Denkstörungen mit wahnhaftem Erleben
festzustellen.
Er fand die Beschwerdeführerin bewusstseinswach sowie
zur Zeit
, zur eigenen Person, zum Ort und zur Situation orientiert vor und ein Rapport zu ihr war gut herstellbar. Eine
leichtgradige
Einschränkung bemerkte er bei der affektiven Schwingungsfähigkeit. Ebenso war die Grundstimmung
leichtgradig
ängstlich-unsicher.
Zur Erwähnung Anlass gab
zudem, dass das Antriebsverhalten redu
ziert war und die Beschwerdeführerin psychomotorisch
leichtgradig
unruhig war (Urk. 7/37/7-8).
Insgesamt genügt das Gutachten den
Beweisvoraussetzun
gen
gemäss Judikatur und Schrifttum
(vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351
E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
4.
2
Zur Divergenz zwischen der Beurteilung von
Dr.
Z._
und derjenigen der behandelnden Ärzte ist anzumerken, dass e
ine psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen
kann
. Sie eröffnet dem be
gutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, in
nerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen mög
lich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegan
gen ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_15/2013 vom 2
2.
Mai 2013, E. 5.1 mit Hinweis)
.
In Bezug auf Berichte von Hausärzten und behandelnden Spezialärzten darf und soll das Gericht
zudem
der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc,
135 V 465 E. 4.5).
Dies
e
Richtlinie
ist
als solche mit dem Grund
satz der freien Beweiswürdigung
vereinbar
. Sie
allein
darf jedoch nicht dazu führen, dass die Einschätzung des Hausarztes oder des behandelnden
Spezial
a
rztes von vornherein als unbeachtlich einzustufen wäre.
Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärun
gen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschät
zungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige
und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende
Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt
oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_278/2011 vom 26. Juli 2011, E. 5.3 mit Hinweisen).
Als
sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende
Einschränkungen
gab Dr.
B._
namentlich grosse Stimmungsschwankungen mit
Antriebs
minde
rung
oder aber -steigerung in einem manischen Ausmass mit entsprechenden Problemen (Konzentrationsmangel, Ablenkung, Schwierigkeiten zur Beendigung von Tätigkeiten) an
(Urk. 7/
33/5).
Weiter nannte er mangelnde Konstanz des Zustands und fehlende Regelmässigkeit der Schwankungen sowie auditive und visuelle Halluzinationen und
Derealisationsgefühle
(Urk. 7/
54/3).
Diese Einschränkungen konnte
Dr.
Z._
nicht oder nicht in gravierendem Ausmass bestätigen. Er stellte zwar nicht
in Frage
, dass die Beschwerdeführerin gewisse Anteile verschiedener Krankheiten aufweise, jedoch wies er darauf hin, dass die entsprechenden ICD-Kriterien einzig bei der Diagnose der bipolaren affektiven Störung (ICD-10: F
31.7
) erfüllt seien, dass diese Störung jedoch
unter
psychopharmakologischer Behandlung gegenwärtig remittiert sei
. Zudem
diag
nostizierte er anamnestisch multiplen Substanzmissbrauch (Cannabis und Kokain), aktuell kein Konsum (ICD-10: F19.1).
Mit dem anamnestischen gele
gentlichen Cannabis- und Kokain-Konsum liessen sich in der Vergangenheit
aufgetretene psychische
Auffälligkeiten erklären
(U
rk. 7/
56/6,
Urk.
7/36/
8
)
.
Die
Remission der bipolaren affektiven Störung
ist bei den von
Dr.
Z._
er
hobenen Befunden nachvollziehbar. Zusätzlich
wird
sie
dadurch untermauert, dass
Dr.
A._
ebenfalls eine deutliche Beruhigung der Situation unter
Einnahme von
Neuroleptika beschrieb
(Urk. 7/
5
1
/
3) und
auch
Dr.
B._
ausführte, unter der Medikation sei die manische Symptomatik in ihrer Ausprä
gung deutlich zurückgegangen, was von der Beschwerdeführerin als angenehm empfunden werde, und die depressiv geprägten Phasen seien ebenfalls schwä
cher geworden
(Urk. 7/
54/2).
Dass
Dr.
Z._
den verminderten Antrieb nicht als derart ausgeprägt erach
tete, dass er deswegen eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert hätte, stimmt damit überein, dass die Beschwerdeführerin
ohne direkte Not
wendigkeit infolge einer Arbeitsstelle
–
einen geregelten Tagesablauf hat
(Urk. 7/
37/6)
,
und dass sie ein gepflegtes äusseres Erscheinungsbild aufweist
(Urk. 7/
37/7).
Bezüglich der
im Bereich der
geklagten
Wahrnehmungsstörungen im Vorder
grund stehenden auditiven Halluzinationen
ist anzumerken, dass die Beschwer
de
führerin deren Auftreten steuern kann und sie
diese
nutzt, um sich nicht al
lein zu fühlen
(Urk. 7/
54/2).
Im Übrigen erhob auch
Dr.
B._
keine gravierenden Befunde. Er führte im Wesentlichen aus, die Beschwerdeführerin trete mal schwungvoll-dynamisch und humorvoll, mal introvertiert-nachdenklich und wenig kommunikativ auf. Im Gespräch sei sie allseits orientiert, bewusstseinsklar und aufmerksam.
Manchmal antworte sie etwas ausschweifend, sie komme jedoch immer spontan wieder auf das ursprüngliche Anliegen zurück und verliere den Faden nicht
(Urk. 7/
33/4,
Urk.
7/54/2).
Gestützt auf das zusammen mit der Ergänzung vom 18. Juli 2013 (Urk. 7/56) beweiskräftige Gutachten von
Dr.
Z._
vom 17. Oktober 2010 (Urk. 7/37)
steht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
fest,
dass die Beschwerdeführerin weder im Haushalt noch in einer der bisher von ihr ausgeübten Erwerbstätig
keiten in relevantem Ausmass
eingeschränkt
ist und auch nie über einen län
geren Zeitraum war (Urk. 7/
7-8)
.
Da die Beschwerdeführerin weder in der Haushaltsführung noch in den bisher von ihr ausgeübten Erwerbstätigkeiten (vgl. dazu die Aufzählung des Gutachters
in Urk. 7/56/7) eingeschränkt ist, erübrigen sich weitere Abklärungen darüber, ob und in welchem Umfang sie im Gesundheitsfall einer Erwerbstätigkeit nach
gehen würde.
4.3
Weiter weist die Beschwerdeführerin auf die Problematik hin, dass entgegen der
von
Dr.
Z._
abgegebenen Empfehlung
keine Haushaltsabklärung durch
geführt worden sei (Urk. 1 S. 2 und 5).
Der
Haushaltab
klärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Er
mittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zuge
schnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkun
gen erfahren kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Grundsätzlich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, d.h. wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht (AHI 2004 S. 137 E. 5.3). Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stel
lungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die
Haushaltsab
klärung
, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschrän
kungen zu erkennen (Urteil des Bundesgerichts 9C_631//2009 vom 2. Dezember 2009 E. 5.1.2 mit Hinweisen).
Da mit Bezug auf psychische Leiden der ärztli
chen Stellungnahme prioritäre Bedeutung zukommt und ein psychisches Leiden mit Krankheitswert respektive mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aus ärztlicher Sicht ausdrücklich nicht besteht, war trotz der Empfehlung von
Dr.
Z._
eine Haushaltabklärung nicht nötig. Auch der körperliche Zu
stand der Beschwerdeführerin - diesbezüglich besteht ebenfalls keine
krank
heitsbedingte
Einschränkung - machte eine Haushaltabklärung entbehrlich.
Zusammenfassend ergibt sich, dass der Entscheid der Beschwerdegegnerin, die den Anspruch auf eine Invalidenrente verneinte, nicht zu beanstanden ist. Demgemäss ist die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.
5.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von
L
eistungen
der Invalidenversicherung
. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
8
00.
--
anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten
der Beschwer
deführerin
aufzuerlegen.