Decision ID: 386ef46f-a2f8-4697-a4c0-ba8eaf68c3ff
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_HG
Chamber: ZH_HG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Bauhandwerkerpfandrecht
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Rechtsbegehren der Klägerin: (act. 1a S. 1 ff. und act. 1b, sinngemäss)
1. Das Grundbuchamt D._ sei anzuweisen, zugunsten der  die folgenden Pfandrechte für den Forderungsbetrag von CHF 121'916.80 zuzüglich 5 % Zinsen für sechs Monate (CHF 3'047.92) vorläufig im Grundbuch einzutragen:
auf Liegenschaft Kat. Nr. ..., GBBl. 1 (154/1000 Miteigentum an Grundbuch Blatt ...), C._strasse 78, D._ für eine Pfandsumme von CHF 19'244.57;
auf Liegenschaft Kat. Nr. ..., GBBl. 2 (141/1000 Miteigentum an Grundbuch Blatt ...), C._strasse 78, D._ für eine Pfandsumme von CHF 17'620.03;
auf Liegenschaft Kat. Nr. ..., GBBl. 3 (156/1000 Miteigentum an Grundbuch Blatt ...), C._strasse 78, D._ für eine Pfandsumme von CHF 19'494.50;
auf Liegenschaft Kat. Nr. ..., GBBl. 4 (156/1000 Miteigentum an Grundbuch Blatt ...), C._strasse 78, D._ für eine Pfandsumme von CHF 19'494.50;
auf Liegenschaft Kat. Nr. ..., GBBl. 5 (163/1000 Miteigentum an Grundbuch Blatt ...), C._strasse 78, D._ für eine Pfandsumme von CHF 20'369.25;
auf Liegenschaft Kat. Nr. ..., GBBl. 6 (163/1000 Miteigentum an Grundbuch Blatt ...), C._strasse 78, D._ für eine Pfandsumme von CHF 20'369.25;
auf Liegenschaft Kat. Nr. ..., GBBl. 7 (12/1000 Miteigentum an Grundbuch Blatt ...), C._strasse 78, D._ für eine Pfandsumme von CHF 1'499.58;
auf Liegenschaft Kat. Nr. ..., GBBl. 8 (5/1000 Miteigentum an Grundbuch Blatt ...), C._strasse 78, D._ für eine Pfandsumme von CHF 624.82;
auf Liegenschaft Kat. Nr. ..., GBBl. 9 (1/10 Miteigentum an Grundbuch Blatt ...), C._strasse 78, D._ für eine Pfandsumme von CHF 624.82;
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auf Liegenschaft Kat. Nr. ..., GBBl. 10 (1/10 Miteigentum an Grundbuch Blatt ...), C._strasse 78, D._ für eine Pfandsumme von CHF 624.82;
auf Liegenschaft Kat. Nr. ..., GBBl. 11 (1/10 Miteigentum an Grundbuch Blatt ...), C._strasse 78, D._ für eine Pfandsumme von CHF 624.82;
auf Liegenschaft Kat. Nr. ..., GBBl. 12 (1/10 Miteigentum an Grundbuch Blatt ...), C._strasse 78, D._ für eine Pfandsumme von CHF 624.82;
auf Liegenschaft Kat. Nr. ..., GBBl. 13 (1/10 Miteigentum an Grundbuch Blatt ...), C._strasse 78, D._ für eine Pfandsumme von CHF 624.82;
auf Liegenschaft Kat. Nr. ..., GBBl. 14 (1/10 Miteigentum an Grundbuch Blatt ...), C._strasse 78, D._ für eine Pfandsumme von CHF 624.82;
auf Liegenschaft Kat. Nr. ..., GBBl. 15 (1/10 Miteigentum an Grundbuch Blatt ...), C._strasse 78, D._ für eine Pfandsumme von CHF 624.82;
auf Liegenschaft Kat. Nr. ..., GBBl. 16 (1/10 Miteigentum an Grundbuch Blatt ...), C._strasse 78, D._ für eine Pfandsumme von CHF 624.82;
auf Liegenschaft Kat. Nr. ..., GBBl. 17 (1/10 Miteigentum an Grundbuch Blatt ...), C._strasse 78, D._ für eine Pfandsumme von CHF 624.82;
auf Liegenschaft Kat. Nr. ..., GBBl. 18 (1/10 Miteigentum an Grundbuch Blatt ...), C._strasse 78, D._ für eine Pfandsumme von CHF 624.82;
2. Die Eintragung gemäss Ziff. 1 sei superprovisorisch anzuordnen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
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Rechtsbegehren der Beklagten: (act. 11 S. 2)
" 1. Es sei festzustellen, dass die Beklagte hinreichende Sicherheit für die von der Klägerin angemeldeten Forderungen geleistet hat;
2. Das Grundbuchamt D._ sei anzuweisen, die aufgrund der Verfügung vom 2. März 2015 vorläufig zugunsten der Klägerin auf der Liegenschaft Kat.-Nr. ..., GB D._, eingetragenen  vollumfänglich zu löschen;
3. Der Klägerin sei Frist für die Einreichung der Klage auf  der von der Beklagten geleisteten Sicherheit anzusetzen, unter der Androhung, dass im Säumnisfall Verzicht auf die  angenommen wird und die Beklagte die Freigabe der  verlangen kann;
4. Die Kosten dieses Verfahrens seien von der Klägerin zu beziehen unter Vorbehalt der endgültigen Entscheidung des Gerichtes im ordentlichen Verfahren; für den Fall, dass die Klägerin die Klage auf Beanspruchung der von der Beklagten geleisteten Sicherheit nicht innert der angesetzten Frist einreicht, sei ihr die  definitiv aufzuerlegen;
5. Die Regelung der Entschädigungsfolgen sei dem Gericht im  Verfahren vorzubehalten; für den Fall, dass die  die Klage auf Beanspruchung der von der Beklagten  Sicherheit nicht innert der angesetzten Frist einreicht, sei der Beklagten eine angemessene Parteientschädigung ."

Das Einzelgericht zieht in Erwägung:
1. Prozessverlauf
Die Klägerin machte ihr Gesuch um (superprovisorische) vorläufige Eintragung
eines Bauhandwerkerpfandrechts am 2. März 2015 (hierorts gleichentags über-
bracht) anhängig (act. 1a; act. 1b). Gleichentags ordnete das Einzelgericht des
Handelsgerichts des Kantons Zürich mit Verfügung vom 2. März 2015 die vorläu-
fige Eintragung des Pfandrechts im Grundbuch an und setzte der Beklagten Frist
zur schriftlichen Stellungnahme zum klägerischen Begehren an (act. 3). Innert er-
streckter Frist reichte die Beklagte die Zahlungsgarantie Nr. ... der ... Kantonal-
bank vom 15. April 2015 für den Betrag von CHF 124'964.72 ein (act. 12) und
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stellte unter anderem den Antrag auf Feststellung der Leistung einer hinreichen-
den Sicherheit durch die Beklagte für die von der Klägerin angemeldeten Forde-
rungen und auf Löschung der mit Verfügung vom 2. März 2015 vorläufig zuguns-
ten der Klägerin eingetragenen Bauhandwerkerpfandrechte. Im Übrigen verzichte-
te die Beklagte für das vorliegende Verfahren (und nur für dieses) ausdrücklich
auf Einwendungen und Einreden gegen den vorläufigen Eintrag der behaupteten
Pfandrechte bzw. nunmehr gegen die Beanspruchung der hinreichenden Sicher-
heit (act. 11 S. 2 ff.). In ihrer fristgerecht erfolgten Stellungnahme vom 26. Mai
2015 beanstandete die Klägerin einzig die in der Zahlungsgarantie vom 15. April
2015 enthaltene Klausel lit. b auf Seite 2 (oben) und führte diesbezüglich einen
Verbesserungsvorschlag an (act. 16 S. 2 f.). Hierzu brachte die Beklagte in ihrer
darauffolgenden Stellungnahme vom 1. Juni 2015 zwar vor, dass die von der Klä-
gerin geäusserten Bedenken unbegründet seien (act. 20 S. 3), reichte indessen
gleichwohl die neue Zahlungsgarantie Nr. ... der ... Kantonalbank vom 29. Mai
2015 ein, welche bezüglich der Klausel lit. b auf Seite 2 (oben) entsprechend dem
Verbesserungsvorschlag der Klägerin angepasst wurde (act. 21).
2. Wahrung der Eintragungsvoraussetzungen
2.1. Gemäss Art. 837 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB besteht ein Anspruch auf Errich-
tung eines gesetzlichen Grundpfandrechts für Forderungen von Handwerkern und
Unternehmern, die zu Bauten oder anderen Werken auf einem Grundstück Mate-
rial und Arbeit oder Arbeit allein geliefert haben. Ein Anspruch besteht auch für
reine Materiallieferungen, allerdings nur, wenn der Baustoff für das betreffende
einzelne Bauwerk aufgrund einer individuellen Bestellung eigens hergestellt wird.
Der Anspruch auf Errichtung eines Bauhandwerkerpfandrechts richtet sich gegen
den jeweiligen Eigentümer des Grundstücks, auch wenn die Leistungen nicht in
seinem Auftrag erbracht worden sind (siehe BGE 92 II 227; SCHUMACHER, Das
Bauhandwerkerpfandrecht, 3. Aufl., N. 299 ff. und 869 ff.). Die Eintragung ins
Grundbuch hat bis spätestens vier Monate nach der Vollendung der Arbeiten zu
geschehen (Art. 839 Abs. 2 ZGB).
2.2. Vorliegend teilte die Beklagte mit ihrer Eingabe vom 29. April 2015
fristgerecht mit, dass sie für das vorliegende summarische Verfahren auf Einwen-
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dungen und Einreden gegen den vorläufigen Eintrag der behaupteten Pfandrech-
te (bzw. nunmehr gegen die Beanspruchung der hinreichenden Sicherheit) ver-
zichte (act. 11 S. 4), womit im vorliegenden summarischen Verfahren unbestritten
ist, dass die Klägerin für die eingetragene Pfandsumme auf dem Grundstück der
Beklagten (Prot. S. 2; act. 2/1) im Sinne von Art. 837 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB Material
geliefert hat (act. 1a S. 3; act. 2/2-9), ein Betrag in der Höhe der eingetragenen
Pfandsumme bisher unbezahlt geblieben ist (act. 1a S. 3; act. 2/10-25), die Vier-
monatsfrist gemäss Art. 839 Abs. 2 ZGB mit der vorläufigen Eintragung gewahrt
wurde (act. 1a S. 4; act. 2/4) und Zinsen von 5 % für sechs Monate (entsprechend
CHF 3'047.92) geschuldet sind. Demgemäss steht der vorläufigen Eintragung des
Bauhandwerkerpfandrechts im mit Verfügung vom 2. März 2015 verfügten Um-
fang (act. 3) nichts entgegen.
3. Hinreichende Sicherheit
3.1. Der Beklagten geht es im vorliegenden Verfahren jedoch um die Ablö-
sung des Bauhandwerkerpfandrechts durch Leistung einer hinreichenden Sicher-
heit (act. 11 S. 2 f.; act. 20 S. 2 ff.).
Gemäss Art. 839 Abs. 3 ZGB kann die Eintragung eines Bauhandwerkerpfand-
rechts nicht verlangt werden, wenn der Eigentümer oder ein Dritter für die ange-
meldete Forderung hinreichende Sicherheit leistet. Ein bereits eingetragenes
Pfandrecht ist in diesem Fall zu löschen. Sofern der Unternehmer die Sicherheit
nicht als genügend anerkennt, stellt das Gericht fest, ob die Sicherheit für die an-
gemeldete Forderung hinreichend im Sinne von Art. 839 Abs. 3 ZGB ist (vgl.
SCHUMACHER, a.a.O., N. 1314 f.). Inhaltlich ist die Sicherheit dann hinreichend,
wenn sie die Forderung voll und ganz sichert. Die Vergütungsforderung umfasst
in der Regel einen Kapitalbetrag und Verzugszinsen. Letztere sind ohne zeitliche
Beschränkung pfandberechtigt (SCHUMACHER, a.a.O., N. 1254 ff.).
Wird die Sicherheit wie vorliegend in einem Zivilverfahren ohne vorgängige Eini-
gung mit der Unternehmerin geleistet, ist der Unternehmerin das rechtliche Gehör
zu gewähren und ihr Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben, ob nach ihrer An-
sicht die geleistete Sicherheit hinreichend oder ungenügend sei. Sollte sie der
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Meinung sein, die Sicherheit sei nicht hinreichend, hat sie substantiiert darzule-
gen, weshalb die Sicherheit nicht hinreichend ist; eine pauschale und unbegrün-
dete Ablehnung der Garantie ist eine ungenügende Bestreitung. Das Gericht hat
keine über die substantiierten Einwände hinausgehende Prüfung der Sicherheit
vorzunehmen (vgl. SCHUMACHER, a.a.O., N. 1314).
3.2. Vorliegend beanstandete die Klägerin einzig die in der Zahlungsgaran-
tie Nr. ... der ... Kantonalbank vom 15. April 2015 (act. 12) enthaltene Klausel lit. b
auf Seite 2 (oben). Ansonsten bringt sie keine Beanstandungen vor. Nachdem die
Beklagte die Verbesserung der entsprechenden Klausel (lit. b, Seite 2 oben) ge-
mäss des von der Klägerin geäusserten Verbesserungsvorschlags vorgenommen
hat, erweist sich somit die von der Beklagten eingereichte Zahlungsgarantie Nr. ...
der ... Kantonalbank vom 29. Mai 2015 als hinreichende Sicherheit im Sinne von
Art. 839 Abs. 3 ZGB.
Entsprechend ist es der Beklagten gelungen, mit der Zahlungsgarantie Nr. ... der
... Kantonalbank vom 29. Mai 2015 (act. 21) eine hinreichende Sicherheit zu stel-
len, weshalb die Löschung des vorläufig eingetragenen Bauhandwerkerpfand-
rechts anzuordnen ist. Demgemäss ist das Grundbuchamt D._ anzuweisen,
das vorläufig eingetragene Bauhandwerkerpfandrecht – nach unbenutztem Ablauf
der Rechtsmittelfrist – zu löschen.
4. Folgen der Sicherheitsleistung
Mit Leistung einer hinreichenden Sicherheit wird der Streit nur dann beendet,
wenn die Sicherheit definitiv bestellt wird. Im vorliegenden Fall leistete die Beklag-
te die Sicherheit nur zur Ablösung des vorläufig eingetragenen Bauhandwerker-
pfandrechts. Die Beklagte wies ausdrücklich darauf hin, dass sie nur für das vor-
liegende summarische Verfahren auf Einwendungen und Einreden verzichte, und
beantragte im Weiteren die Fristansetzung für die Einreichung der Klage auf Be-
anspruchung der von der Beklagten geleisteten Sicherheit (act. 11 S. 2 ff.).
Somit ist der Klägerin Frist anzusetzen, um beim zuständigen Gericht auf definiti-
ve Bestellung der Sicherheit zu klagen.
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Die Prosequierungsfrist ist praxisgemäss auf 60 Tage festzulegen, wobei allfällige
Gerichtsferien berücksichtigt werden. Eine Verlängerung dieser Frist ist möglich,
bedarf aber eines gesonderten und begründeten Gesuches (Art. 144 Abs. 2
ZPO); dieses wird in einem kostenpflichtigen Nachverfahren behandelt. Als zu-
reichende Gründe für eine Fristerstreckung gemäss Art. 144 Abs. 2 ZPO werden
nur entweder die Zustimmung der Gegenpartei oder von der Partei nicht vorher-
sehbare oder nicht beeinflussbare Hinderungsgründe anerkannt.
5. Kosten- und Entschädigungsfolgen
Die Höhe der Gerichtsgebühr wird nach der Gebührenverordnung des Oberge-
richts bestimmt (Art. 96 ZPO i.V.m. § 199 Abs. 1 GOG) und richtet sich in erster
Linie nach dem Streitwert bzw. nach dem tatsächlichen Streitinteresse (§ 2 Abs. 1
lit. a GebV OG). Vorliegend ist von einem Streitwert von CHF 124'964.72 auszu-
gehen. Die Gerichtsgebühr ist in Anwendung von § 4 Abs. 1 sowie § 8 Abs. 1
GebV OG auf CHF 3'500.– festzusetzen.
Über den Pfand- bzw. Sicherstellungsanspruch der Klägerin ist noch nicht definitiv
entschieden. Es wird im ordentlichen Verfahren erst noch festzustellen sein, ob
die Klägerin endgültig obsiegt. Daher rechtfertigt es sich, im vorliegenden Verfah-
ren lediglich eine einstweilige Kostenregelung zu treffen. Gemäss Praxis des
Handelsgerichtes des Kantons Zürich werden die Gerichtskosten im Verfahren
betreffend die vorläufige Eintragung des Pfandrechts von der Klägerin bezogen,
wobei der endgültige Entscheid des Gerichts im ordentlichen Verfahren vorbehal-
ten bleibt.
Auch der Entscheid betreffend die Entschädigungsfolgen wird dem ordentlichen
Verfahren vorbehalten. Für den Fall, dass die Klägerin ihren Anspruch nicht pro-
sequieren sollte, ist der Beklagten in Anwendung von § 4 Abs. 1 sowie § 9 Anw-
GebV OG eine Parteientschädigung von CHF 3'000.– zuzusprechen.
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