Decision ID: af2e78ce-ff83-4899-adc7-8c84dbf05d3c
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1957, arbeitete ab August 2003 vollzeitlich als Maurer bei der
Y._
AG (Angaben im Frage
bogen für
Arbeitgebende
vom 19.
März 2009, Urk. 7/13).
Am 16. Februar 2007 stürzte
X._
bei der Arbeit von einer Leiter und erlitt dabei eine Deckplattenimpressionsfraktur des Lendenwirbelkörpers (LWK) 1 und eine Pfählungsverletzung des linken Knies (Schadenmeldung UVG vom 22. Februar 2007, Urk. 23/1; Arztzeugnis UVG des
Spitals Z._
vom 16. März 2007, Urk. 23/7). Der Wirbelbruch wurde konservativ behandelt
, und am linken Knie wurde im
Spital Z._
eine Arthroskopie mit partieller medialer
Meniskektomie
durchgeführt (Operationsbericht in Urk.
23/18). Nach
dem der Kreisarzt
Dr.
med.
A._
, Spezialarzt für orthopädische Chirurgie,
X._
am 10. Oktober 2007 untersucht hatte (Urk. 23
/35)
, eröffnete ihm die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), welche bis dahin Taggel
der auf der Basis einer durchgehen
d
100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgerichtet hatte, mit
Verfügung vom 27.
November/11.
Dezember 2007, dass er ab dem
1.
November 2007 wieder zu 50 % und ab dem 1. Dezember 2007 zu
100 % arbeitsfähig sei (Urk. 23/46 und Urk. 23
/48).
X._
, vertreten durch Rechtsanwalt Dr.
Kreso
Glavas
, liess
gegen diese Verfügung
Einsprache erheben
, welche die
Suva
in der Folge
mit Entscheid vom 23. Januar 2008 ab
wies
(Urk.
23
/61). Der Entscheid blieb unangefochten.
Per Ende Februar 2008 löste die
Y._
AG das Arbeitsverhältnis mit
X._
auf (vgl. Urk. 7/13/2).
X._
meldete sich daraufhin
b
ei der Arbeitslosenversicherung
an
und erhielt
vom 3.
März
bis zum 1
2.
Juli
2008
Arbeitslosentaggelder
(vgl. die Angaben
der Arbeitslosenkasse
im Fragebogen zuhanden der Invalidenversicherung vom 6. April 2009, Urk. 7/18/1).
1.2
In der Nacht vom 4. auf den 5. August 2008 war
X._
im Ausland von einem Autounfall betroffen, bei dem der Wagen, in dem er als Beifahrer sass, gegen den Strassenrand prallte (Schadenmeldung UVG
für arbeitslose Personen
vom 3. Oktober 2008, Urk.
24
/1
; Arztzeugnis UVG von
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, vom 5. September 2008,
Urk.
24/5
).
In der Folge stand
X._
in der Behandlung von
Dr.
med.
C._
, Spezial
arzt für Chirurgie,
Wirbelsäulenleiden, Schleudertrauma
und orthopädische Traumatologie, d
er
ein Halswirbelsäulentraum
a
mit Kopfanprall diagnostiziert
e
(Berichte von
Dr.
C._
an die Suva vom 31. Oktober 2008,
Urk.
23/83, und vom 25. April 2009,
Urk.
24/38)
. Ausserdem absolvierte
X._
auf Zuweisung von
Dr.
C._
hin in
der Zeit von Ende November 2008 bis Anfang März 2009 ein achtwöchiges tagesklinisches Rehabilitationsprogramm im
D._
, Rehabilitationszentrum für Psychoso
matik (Berichte
des
D._
vom 14.
Oktober 2008,
Urk.
23/82,
vom 26. Februar 2009, Urk. 2
4
/29
, und vom 27. April 2009,
Urk.
24/44
.0-6
). Des Weiteren wurde er ab
Mitte 2008 von
Dr.
med.
E._
, Spezialärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
ambulant
behandelt (Bericht
e
von
Dr.
E._
an die Suva
vom 4. Dezember 2008,
Urk.
23/85
, und vom 30. März 2009, Urk. 24/35).
Nach einer kreisärztlichen Untersuchung durch
Dr.
A._
vom
23. Juni 2009
(
Urk.
24/46) einschliesslich von Magnetresonanztomographien des Schädels und der Hals- und
Len
denwirbelsäule
(Bericht der
Klinik F._
vom 16. Juli 2009, Urk.
24
/53)
und einer Aktenbeurteilung von
Dr. med.
G._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2. Juli 2009
im Auftrag der Suva
(Urk. 2
4/55) hielt die Suva m
it Verfügung vom 14. Januar 2010
fest,
dass sie für die seit dem 13. Juni 2008 anhaltende und den Unfall vom 4. August 2008 überdauernde Arbeitsunfähi
gkeit keine Taggelder erbringe, dass d
ie Kos
ten für die Behandlung der psychischen Beschwerden, für die sie nach dem Unfall vom 4. August 2008 zunächst aufgekommen sei, ab dem 6. März 2009 zulasten der Krankenkasse gingen und dass generell die Versicherungsleistun
gen per Ende Januar 2010 eingestellt würden (Urk.
24/65).
Mit Entscheid vom 28. April 2010 hiess die Suva die Einsprache des Versicherten teilweise gut und sprach ihm aufgrund des Unfalls vom 4. August 2008 Taggelder zu (Urk. 2
4
/87). Der
Einspracheentscheid
wurde nicht angefochten, und
die
Suva
leistete
dem Versicherten für die Zeit vom 7. August 2008 bis zum 31. Januar 2010 durch
gehend Taggelder auf der Basis einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
. Danach blieben die Leistungen der Suva eingestellt
(Schreiben der Suva vom 28. Juni 2010, Urk.
24
/94).
2.
2.1
Am 14. Februar 2009 hatte sich
X._
bei der Invalidenversicherung ange
meldet (
Urk.
7/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle, hatte die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin eingeholt (
Urk.
7/13) und die Berichte der behandelnden medizinischen Fachpersonen erstellen las
sen, nämlich den Bericht von Dr.
E._
vom 23. März 2009 (Urk. 7/14), den Bericht des
D._
vom 25. April 2009 (Urk. 7/21) und den Bericht von Dr.
C._
vom 4. Juni 2009 (Urk. 7/24). Ausserdem hatte sie d
en Austrittsbericht der
Klinik H._
vom 17. März 2010 zu den Akten genommen, wo der Versicherte im Januar/Februar 2010 während vier Wochen hospitalisiert gewesen war
(
Urk.
7/34), und hatte von der Suva Akten beigezogen (
Urk.
7/30 und
Urk.
7/38).
Nachdem der Versicherte der IV-Stelle
den Bericht
des
D._
vom 10. Januar 2011
über die interdisziplinäre Schmerzbehandlung
hatte zukommen lassen (
Urk.
7/45), holte
jene
dort sowie bei
Dr.
E._
und
Dr.
C._
aktuelle Berichte ein (Bericht v
on Dr.
E._
vom 1.
März 2011,
Urk.
7
/48
; Bericht
des
D._
vom 24.
März 2011,
Urk.
7/49; Bericht
von Dr.
C._
vom 23.
April 2011,
Urk.
7
/50).
Anschliessend liess die IV-Stelle den
Versicherten durch das
I._
poly
disziplinär begutachten
(
Untersuchung vom November 2011 und
Gutachten vom 18. Januar 2012 von Dr. med.
J._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, Dr. med.
K._
, Spezialarzt für Orthopädi
sche Chirurgie, und Dr. med.
L._
, Spezialarzt für Psy
chiatrie und Psy
chotherapie, Urk.
7
/55)
.
2.2
Die IV-Stelle holte
danach
die Stellungnahme des RAD-Arztes
Dr.
med.
M._
, Spezialarzt für Anästhesie, vom 9. Februar 2012 ein (
Urk.
7/60/
6-
7) und teilte dem Versicherten daraufhin mit
Vorbescheid vom 28. Februar 2012
mit
, dass sie seinen Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von lediglich 34 % zu ver
neinen gedenke (Urk.
7
/62
;
Einkommensvergleich vom 20. Februar 2012,
Urk.
7/59, und
Feststellungsblatt
in
Urk.
7/60
). Der Versicherte, der sich
in die
ser Zeit -
vom 21. Februar bis zum 19. April 2012
-
im
N._
, Privatklinik für Psychiatrie und Psychot
herapie, aufhielt
(vorläufiger
Austritts
bericht
vom 19. April 2012, Urk.
7
/74),
liess durch Rechtsanwalt Dr.
Kreso
Glavas
m
it den Eingaben vom 2. März und vom 18. April 2
012 Einwendungen erheben
(Urk.
7
/64 und Urk.
7/70). Die IV-Stelle holte den Bericht des
N._
vom 7. März 2013 ein (
Urk.
7/82)
und - auf den Antrag des Versicherten vom 15. März 2013 hin (
Urk.
7/85/1) - den Bericht der
O._
, Tages
k
linik des Zentrums für Soziale Psychi
atrie, vom 16. April 2013 (
Urk.
7/87); der Versicherte
war
dort
von
Mitte
Juli
2012
bis
Anfang
April 2013
an zwei halben Tagen pro Woche
in der
Tages
klinik
psychiatrisch behandelt
worden
(Urk.
7/87/2-3).
Ausserdem erhielt die IV-Stelle
Kenntnis vom Urteil des Sozialversicherungsgericht
s
vom 28. Februar 2013, mit welchem dem Vers
icherten für die Zeit ab dem 1.
Dezember 2007 Taggelder der
Atupri
Krankenkasse zugesprochen
worden waren (
Urk.
7/85/2-21
; Eingabe des Versicher
ten vom 27. November 2012, Urk.
7/85/1
). Die IV-Stelle unterbreitete die neuen Akten dem
I._
zur Stellungnahme (Schreiben des
I._
vom 29. Mai 2013,
Urk.
7/89).
Nachdem die IV-Stelle von einer Rückenoperation des Versicherten vom April 2013 erfahren hatte (provisorischer Schnellb
ericht vom 15. April 2013, Urk.
7/91) und
den
Austrittsbericht des
N._
vom 18. Juli 2013
(
Urk.
7/99)
sowie den Austrittsbericht
der
O._
vom 26. August 2013
über die
tagesklinische Behandlung von Mitte
Juli
2012 bis
Anfang
April 2013
erhalten hatte (
Urk.
7/95),
holte sie bei
Dr.
L._
des
I._
das psychiatrische Verlaufsgu
tachten vom 28. April 2014 ein (Untersuchung vom 25. November 2013;
Urk.
7/101/1-11,
m
itunterzeichnet von
Dr.
P._
).
Das Verlaufsgutachten bezog
auch
Unterlagen
über eine
Hos
pitalisation
in der
Q._
vom Oktober 2013 ein (Urk.
7/101/
16-23).
Nachdem die IV-Stelle nochmals eine Stellungnahme des RAD-Arztes
Dr.
M._
vom 6.
Mai 2014 eingeholt hatte (Urk.
7/105/4) und
der Versicherte Gelegenheit gehabt hatte, mit Eingabe vom 26. Mai 2014 zu den neuen Unterlagen Stellung zu nehmen (
Urk.
7/104), entschied die IV-Stelle mit Verfügung vom 14. Juli 2014 im Sinne ihres Vorbescheids
und verneinte den Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente bei einem errechneten
Inva
lidit
ätsgrad
von 34
%
(
Urk.
2 = Urk.
7/106
; Fest
st
ellungsblatt in
Urk.
7/105
).
3.
Gegen die Verfügung vom 14. Juli 2014 liess
X._
durch Rechtsanwalt
Dr.
Kreso
Glavas
mit Eingabe vom
4. August 2014 Beschwerde erheben (
Urk.
1) und beantragen, die Verfügung sei aufzuheben und ihm sei mindestens eine halbe Rente zu gewähren, eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und es sei eine polydisziplinäre aktuelle Abklärung unter Einschluss sämtlicher Beschwer
den erstellen zu lassen, worauf neu zu entscheiden sei (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 9. September 2014 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). In der Replik vom 20. Oktober 2014 hielt der Ver
sicherte an den Vorbri
ngen in der Beschwerde fest
(
Urk.
10). Des Weiteren liess er einen Bericht des
Z._
vom 1
2.
September 2014 über eine Kniearthroskopie rechts mit
Teilmeniskektomie
einreichen (
Urk.
11), und am
30. Oktober 2014 (
Urk.
13) liess er d
em Gericht die Berichte von Dr.
med.
U
._
, Spezialarzt für Neurochirurgie, über die Rückenoperation vom April 2013 zukommen (
Urk.
14/1 und
Urk.
14/2). Die IV-Stelle
beantragte
in der Duplik vom 3. Dezember 2014
weiterhin die Abweisung der Beschwerde
(
Urk.
18).
Mit Verfügung vom 21. Januar 2016 (
Urk.
20) zog das Gericht die Akten der Suva zu den Unfällen vom 16. Februar 2007 und vom 4.
/5. August 2008 bei (
Urk.
23/1-90
und
Urk.
24/1-98). Der Versicherte liess dazu mit Eingabe vom 1
2.
Februar 2016 Stellung nehmen (
Urk.
26) und reichte Berichte über einen weiteren
Aufenhalt
in der
Q._
(heute:
R._
) von Anfang Oktober bis Anfang November 2015 ein (Urk
.
27/1-3).
Die IV-Stelle verzichtete mit Eingabe vom 26. Februar 2016 auf eine Stellungnahme (
Urk.
29).
Sodann gab das Gericht den Parteien m
it Verfü
gung vom
9. Juni 2016
Gelegenheit, unter dem Blickwinkel der neuen Recht
sprechung des Bundesgerichts zu den Auswirkungen der
sogenannten
pathoge
netisch-ätiologisch
unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweis
bare organische Grundlage Stellung zu nehmen
(
Urk.
31). Der
Versicherte liess sich mit Eingabe vom
27. Juni
2016
vernehmen (
Urk.
33); die
IV-Stelle
erstat
tete ihre Stellungnahme am 8. August 2016 (
Urk.
35
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung [IVG])
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächti
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den aus
geglichenen Arb
eitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen
(Art. 7 Abs. 2 Satz 1 ATSG)
. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überw
indbar ist (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG).
1.
2
1.2.1
Im Hinblick auf das Erfordernis in Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG hatte das Bundesge
richt die Arbeitsunfähigkeit bei bestimmten Leiden seit dem Jahr 2004 nach besonderen Grundsätzen beurteilt. Es hatte diese Leiden unter dem Begriff der p
athogenetisch
-ätiologisch unklare
n
syndromale
n
Beschwerdebilder ohne nachweisbare organische Grundlage
zusammengefasst und festgestellt, es seien dies Störungen,
die sich hinsichtlich ihrer invalidisierenden Wirkung einer objektiven Beurteilung weit
gehend entzögen
, weil sie
in erster Linie
auf den Angaben der Patienten basier
t
en
(BGE 139 V 547 E. 5.9). Das Bundesgericht war weiter zum Schluss gelangt, dass solche Störungen keinen
direkten Nach
weis einer anspruchsbegründen
den Arbeitsunfähigkeit erlaubten und der Nach
weis daher indirekt, gestützt auf Indizien, zu erbringen sei, wobei bei Beweis
-
losigkeit vermutet werde, dass sich der geklagte Gesundheitsschaden nicht invali
disierend auswirke (
BGE 139 V 547 E. 7.2 und E. 8.1).
Für diesen Nachweis hatte das Bundesgericht in Anlehnung
an eine bestimmte medizinisch
e Lehrmeinung
(vgl. BGE 139 V 547 E. 3.2.3 mit Hinweis auf Klaus Foerster, Begutachtung und Erwerbsfähigkeit bei Patienten mit psychogenen Störungen, SZS 1996 S. 486 ff.) besondere Kriterien aufgestellt, die in gewisser Ausprägung und Zahl erfüllt sein mussten (BGE 137 V 64 E. 4.1). Als
Hauptkri
terium
hatte das Bundesgericht
eine psychische Komorbidität
genannt
, also die Diagnose einer weiteren, von der
pathogenetisch
-ätiologisch
unklaren Störung
zu unterscheidenden psychischen Krankheit von erheblicher Schwere, Ausprä
gung und Dau
er. Für den Fall des Fehlens einer
psychischen Komorbidität
hatte das Bundesgericht
weitere Faktoren
bezeichnet
, die bei entsprechender Intensi
tät auf eine Beeinträchtigung der Arbeits
fähigkeit hatten hinweisen können
, nämlich chronische körperliche Begleiterkrankungen und ein
en mehrjährigen
Krankheitsverlauf bei unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne län
ger dau
ernde Rückbildung, ein
en ausgewiesenen sozialen
Rückzug in allen Belangen des Lebens, ein
en verfestigten
, the
rapeutisch nicht mehr angehbaren innerseelischen
Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (sogenannter primärer Krankheitsgewinn, "Flucht in die Krankheit") sowie unbefriedigende Ergebnisse trotz konsequent durchgeführter ambulanter oder stationärer Behandlungs- oder Rehabilitationsbemühungen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung der versic
herten Person (BGE 139 V 547 E. 9.1.1, 137 V 64
E. 4.1, 131 V
49 E. 1.2, 130 V 352 E.
2.2.3).
Ursprünglich hatte das Bundesgericht diese Kriterien für die Diagnose der
anhal
tenden somatoformen Sch
merzstörung
(Code F45.4 der Internationalen
Klassifikation psychischer Störungen der Weltgesundheitsorganisation, ICD-10)
entwickelt, später hatte es sie auf alle p
athogenetisch
-ätiologisch unklare
n
Beschwerdebilder im dargelegten Sinne ausgedehnt (vgl. die Kasuistik in BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3, 139 V 547 E. 2.2). Das
Bundesgericht hatte den Kriterien normativen Charakter zugeschrieben und dazu festgehalten, der ursprüngliche Katalog fachpsychologischer Prognosekriterien habe sich zu einem rechtlichen Anforderungsprofil verselbständigt (vgl. BGE 139 V 547 E. 3.2.3 und E. 7.2).
1.
2.2
Im Grundsatzurteil vom 3. Juni 2015 (BGE 141 V 281) hat das Bundesgericht entschieden, an der bisherigen Rechtsprechung zu den
pathogenetisch
-ätiolo
gisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage nicht länger festzuhalten und die sogenannte
Überwindbarkeitsver
mutung
aufzugeben. Stattdessen hat das Bundesgericht unter Aufstellung von Standardindikatoren
einen neuen
Prüfungsraster entwickelt, anhand dessen die Auswirkungen solcher Beschwerdebilder zu ermitteln sind. Er präsentiert sich wie folgt (BGE 141 V 281 E. 4.1.3 und E. 6):
Kategorie „fu
nktioneller Schweregrad"
Komplex „Gesundheitsschädigung"
Ausprägung der diagnos
erelevanten Befunde
Behandlungs- und Eingliederungserf
olg oder –
resistenz
Komorbiditäten
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, p
ersönliche Res
sourcen
)
Kompl
ex „Sozialer Kontext"
Kategorie „Konsistenz" (Gesich
tspunkte des Verhaltens)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivit
ätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewi
esener
Lei
dens
druck
Dieser Raster verzichtet insbesondere auf den
Begriff des primären
Krank
heitsge
winnes
und
auf die Bedeutung
der psychiatrische
n Komorbidität als Hauptkriterium (vgl. BGE 141 V 281 E. 6). Hingegen schreibt das Bundesge
richt dem neuen Raster wiederum normativen Charakter zu, weist jedoch darauf hin, dass es die Aufgabe der medizinischen Fachpersonen sei, innerhalb der ein
schlägigen Indikatoren das Leistungsvermögen einzuschätzen (vgl. BGE 141 V 281 E. 5.1 und E. 5.2). Des Weiteren müssen d
ie
funktionellen Einschränkun
gen nach wie vor m
it überwiegender Wahrsc
heinlichkeit nachgewiesen sein
nunmehr anhand der neuen Standardindikatoren -, und es ist die versicherte Person, welche die Beweislast dafür trägt (vgl. BGE 141 V 281 E. 6).
Was die Beweismittel betrifft, so verlieren Gutachten, die vor der dargelegten Rechtsprechungsänderung eingeholt worden sind, gemäss den Ausführungen
des Bundesgerichts nicht zwangsläufig ihren Beweiswert. Vielmehr soll im ein
zelnen Fall geprüft werden, ob diese Gutachten, allenfalls zusammen mit
wei
te
ren fachärztlichen Berichten
,
eine schlüssige Beurteilung im Lichte der mass
ge
b
lichen In
dikatoren erlaub
en
(
vgl. BGE 141 V 281 E.
8).
1.3
1.3.1
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 % invalid s
ind
.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG (in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes
Invaliden
ein
kommen
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkom
men
).
1.3.2
Der Rentenanspruch entsteht nach Art. 28 Abs. 1 IVG frühe
stens in dem Zeit
punkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig war (
lit
. b), sofern sie nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid ist (
lit
. c). Zu
sätzlich kann der Rentenans
pruch gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG
nicht vor Ablauf von sechs Mona
ten nach der Geltendmachung entstehen.
D
ie Rente wird vom Beginn des Mo
nats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Abs. 3).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist,
ob und gegebenenfalls ab welchem Zeitpunkt und in welcher Höhe der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
Die Beschwerdegegnerin verneinte diesen Anspruch
gestützt
auf das
polydis
-
zipli
näre
Gutachten des
I._
vom
18. Januar 2012 (
Urk.
7/55) und auf das psychiatrische Verlaufsgutachten d
es
I._
vom 28. April 2014 (Urk.
7/101/1-11).
Das
I._
erachtete
den Beschwerdeführer im Januar 2012 aus polydisziplinärer Sicht für die angestammte Tätigkeit als Maurer und für jede andere körperlich mittelschwer oder schwer belastende Tätig
keit als arbeitsun
fähig
,
attestierte
ihm hing
e
gen für körperlich leichte, adaptierte Tätigkeiten eine uneingeschränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit
(Urk.
7/55/
22-
24). Im
Ver
laufsgutachten
vom April 2014 sodann
hielt
das
I._
fest, das psychiatrische Zustandsbild
habe sich seit der letzten Begut
achtung nicht wesentlich verändert und es bestehe nach wie vor keine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht (
Urk.
7/101/10). Demgegenüber lässt der Beschwerdeführer geltend machen, die Beurteilung der Gutachter des
I._
berücksichtigten die Feststellungen der behandelnden medizinischen Fachpersonen zu wenig beziehungsweise wider
sprächen diesen (
Urk.
1 S.
3 ff.,
Urk.
10 S. 2).
2
.2
2.2.1
Über die
körperlichen Befunde
, soweit sich diese bildgebend darstellen liessen,
und über deren Interpretation finden sich in den vorhandenen medizinischen Unterlagen keine Diskrepanzen.
2.2.2
In Bezug auf
den Wirbelbruch vom
Februar 2007
beschrieb
das behandelnde
Z._
schon in seinen Berichten vom 9. Juli und vom 3. Oktober 2007 stabile Verhältnisse und zurückgegangene Beschwerden (
Urk.
23/20 und
Urk.
23/34), und
auch
bei der kreisärztlichen Untersuchung durch
Dr.
A._
vom
Oktober 2007
gab
der Beschwerdeführer
keine
namhaften Beschwerden
mehr
im Bereich der
Frakturstelle des LWK 1
an
(
vgl.
Urk.
23
/35 S. 4).
Im Ein
klang damit steht, dass die
Klinik
S._
die Deckplattenimpressionsfraktur des LWK 1
im Bericht über
eine
Magnetresonanztomographie
der
Lendenwir
belsäule
vom 9. April 2008
(Urk.
7/55/33-34)
a
ls lediglich leicht bezeichnete
.
Hingegen brachte
die
Magnetresonanztomographie
vom April 2008
zahlreiche degenerative Veränderungen im Bereich zwischen L2 bis S1 und insbesondere eine mässige Spinalkanalstenose und eine Einengung des
Neuroforamens
L4/L5 zu Tage (
Urk.
7
/55/
33-34)
. Die nachfolgende
Magnetresonanztomographie, welche die
F._
im Juli 2009 anfertigte, reproduzierte diese Veränderungen - die Klinik nannte
Diskusprotrusionen
auf der Höhe L2/L3, L3/L4 und L5/S1, eine mittelgrosse mediane Diskushernie auf der Höhe L4/L5
,
Osteochondrosen
, Spondylosen
und
Fazettengelenksarthrosen
sowie e
ine mittelschw
ere zentrale Spinalkanalstenose
und
foraminale
Stenosen
, jedoch
ohne
Nervenwurzelkompressionen
(Urk. 24/53).
In einem
Berich
t des
T._
an
Dr.
C._
über eine weitere
Magnetresonanzunter
suchung
der Lendenwirbelsäule vom 13. April 2010
wurde d
ie spina
le Enge sogar als hochgradig eingestuft, und zusätzlich wurden
Irritationen von
Ner
venwurzeln
an verschiedenen Stellen (L4, L5 und S1)
beschrieben
(
Urk.
7/55/25)
. Im Jahr 2013 stellte
Dr.
U._
dann die Indikation für ope
rative Dekompressionen in den Bereichen L4/
L
5 und L5/S1 (vgl. Urk
.
14/2), nachdem
er die Nervenwurzeln L5 und
S1 anhand der Analyse de
r
Magnetreso
nanztomographien
von 2008 und 2010 schon in einem Bericht vom Juni 2010 als komprimiert beurteilt hatte
(
Urk.
7/55/29-30); er hielt anschliessend im Austrittsbericht vom 15. April 2013 fest, nach der Operation sei keine
radikuläre
Symptomatik mehr aufgetreten (
Urk.
14/1 S. 2).
2.2.3
Was die Halswirbelsäule betrifft, so zeigte die Magnetresonanztomographie der
F._
vom
J
uli 2009 als mässig bezeichnete degenerative Veränderungen mit einer Einengung des
Foramen
intervertebrale auf der Höhe C6/
C
7 und einer möglichen Irritation der Nervenwurzel C7
, und im Übrigen wurden normale Verhältnisse
beschrieben
(
Urk.
24/53
).
2.2.4
Im linken, beim Unfall vom Februar 2007 verletzten Knie
ergab
eine
Bilda
uf
nahme
vom September 2010 gemäss der Beschreibung im Bericht von
Dr.
C._
vom 23. April 2011
den Befund
eine
r
medi
al betonte
n
Gonarthrose und eines
leichten Gelenkserguss
es
mit Schwellung (
Urk.
7/50/3)
. Das rechte Knie wurde im September 2014 operiert, nachdem mit aktueller
Magnetreso
nanzaufnahme
Risse im Hinter- und im Vorderhorn des Innenmeniskus und frei
e
Gelenkskörper festgestellt worden waren (
Urk.
11).
2.3
2.3.1
Was die klinische Relevanz der dargelegten somatischen Befunde und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit betrifft, so besteht unter den medizinischen Fachleuten Einigkeit
darüber, dass der Beschwerdeführer
aufgrund
der degene
rativen Befunde in
der Lendenwirbelsäule
eingeschränkt ist.
Dr.
C._
als behandelnder Wirbelsäulenspezialist mutete dem Beschwerdefüh
rer in den beiden Berichten a
n die Beschwerdegegnerin vom 4.
Juni 2009 und vom 23. April 2011 die angestammte Tätigkeit als Maurer seit dem Unfall vom Februar 2007 nicht mehr zu (
Urk.
7/24/4,
Urk.
7/50/4), und die Gutachter des
I._
teilten diese Beurteilung gest
ützt auf die Erhebungen von Dr.
K._
(
Urk.
7/55/20+23+24).
Dass sich durch die Operation vom April 2013 (
Urk.
14/1 und
Urk.
14/2) daran etwas geändert hätte, ist nicht ersichtlich, denn auch wenn gewisse Verengungen
in der Lendenwirbelsäule
dekomprimiert wer
den konnten, so waren die erheblichen degenerativen Veränderungen damit nicht rückgängig gemacht.
2.3.2
Im Gegensatz zur Arbeitsunfähigkeit als Maurer erachtete
Dr.
K._
den Beschwer
deführer nach Ablauf von längstens sechs Monaten nach dem Unfall vom Februar 2007 für körperlich leichte Tätigkeiten unter Wechselbelastung als zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkt arbeitsfähig, wobei das wieder
holte Heben und Tragen von Lasten über 10 kg vermieden werden sollte (Urk.
7
/55
/20
).
Eine vergleichbare
Beurteilung
gab in den Berichten
vom 4. J
uni 2009 und vom 23. April 2011
Dr.
C._
ab, wenn er festhielt,
dem
Beschwerdeführer
zumutbar seien körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkei
ten in wirbelsäulenadaptierten Wechselpositionen mit der Möglichkeit zum Wechsel zw
ischen Sitzen, Stehen und Gehen, wogegen
insbesondere das Heben von schweren Lasten
zu vermeiden sei
, sodass kurzfristig nicht mehr als 15 kg und längerfristig nicht mehr als 4 kg getragen werden sollten (
Urk.
7
/24
/4
und
Urk.
7/50/4).
Die
se
Beurteilung von
Dr.
C._
berücksichtigt
e
überdies, wie auch die Beurteilung durch
Dr.
K._
, nicht lediglich die Befunde in der
Len
denwirbelsäule
, sondern auch den Zustand der Halswirbelsäule und des linken Knies. Denn
Dr.
C._
gab in beiden genannten Berichten auch
dazu
seine Untersuchungsergebnisse wieder und nannte als somatische Diagnose mit Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
n
eben dem
lumbospondylogene
n
Syndrom
auch die Verletzung des linken Knies. Wenn er umgekehrt in Bezug auf die
Halswirbelsäule, die er als nur
endphasisch
schmerzhaft in der Beweglichkeit b
efand (
Urk.
7/24 und Urk.
7/50), keine Diagnose stellte, so ist daraus abzulei
ten, dass er den dortigen Befunden keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu
schrieb.
Dies gilt ungeachtet dessen, dass er es gewesen war,
welcher de
r
Suva am 31. Oktober 2008 und am 25. April 2009 vom
Halswirbelsäulentrauma mit Kopfanprall
berichtet h
atte (
Urk.
23
/83
S. 2,
Urk.
24
/38 S. 2).
2.3.3
Damit kann von Seiten der somatischen Befunde für die Zeit bis zur Begutach
tung im
I._
Ende 2011/
Anfang 2012 auf die dortige
Arbeitsfähigkeitsbeurtei
lung
abgestellt werden.
Für die Zeit danach ist bis zum Erlass der
angefochtenen Verfügung vom 14.
Juli 2014 keine Verschlechterung des körperlichen Zustands belegt. Insbe
sondere führte die Wirbelsäulenoperation
vom April 2013 (
Urk.
14/1 und
Urk.
14/2) eher zu einer Verbesserung.
Demgemäss ist eine zusätzliche Unter
suchung durch einen Rückenspezialisten, wie
Dr.
L._
sie dem Beschwerde
führer gemäss den Vorbringen in der Replik bei der Verlaufsbegutachtung offenbar in Aussicht gestellt hatte (
Urk.
10 S. 1 f.), für die
Sachverhaltsbeurtei
lung
nicht erforderlich. Des Weiteren erfolgte
die Operation des rechten Knies erst im September 2014 und liegt somit ausserhalb des hier zu beurteilenden Zeitraums. Der Bericht d
es
Z._
vom 12.
September 2014 zeigt auch, dass die Beschwerden, aufgrund derer die Operation nötig wurde,
Ende August 2014
nach einer ungünstigen Bewegung akut auftraten
(
Urk.
11); es ist also unwahrscheinlich, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers schon im Zeitpunkt des Verfügungserlasses durch eine Problematik im linken Knie zusätzlich beeinträchtigt war. Somit ist in somatischer Hinsicht auch für die Zeit von Anfang 2012 bis Mitte 2014 die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung des
I._
be
ziehungsweise diejenige von Dr.
C._
massgebend.
2.4
2.4.1
Die behandelnden und begutachtenden medizinischen Fachpersonen
waren
sich sodann einig darüber, dass neben den körperlichen Befunden auch eine psychische
Problematik vorhanden ist.
2.4.2
So führte
Dr.
C._
im Bericht an die Suva vom 31. Oktober 2008 aus, der Beschwerdeführer habe im Laufe der Zeit psychische Beschwerden mit einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und einer mittelgradigen depressi
ven Episode entwickelt (
Urk.
23/83 S. 2)
, und dementsprechend wurde dem Beschwerdeführer von November 2008 bis März 2009 eine achtwöchige
tages
klinische
Rehabilitation im
D._
ermöglicht. In den beiden Berichten
vom 26. Februar und vom 27. April 2009
über diese Behand
l
ung
sowie im Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 25. April 2009
bestätigte das
D._
die Diagnosen einer an
haltenden somato
formen Schmerzs
törung
(
ICD-10 Code F45.4
)
und einer mittelgradigen depressi
ven Episode
(ICD-10 Code F32.1)
aus psych
otherapeutischer Sicht (Urk.
24/29
S. 1
,
Urk.
24/44
.0
und
Urk.
7/21
/7
)
, und die
se Diagnosen figurieren wieder
im späteren Bericht des
D._
an die
Beschwerdegeg
nerin
vom 24. März 2011 (
Urk.
7/49
/5
).
Dr.
E._
sodann
, die den Beschwerdeführer
ab
Mitte 2008 behandelte, nannte in den Berichten an die Suva
vom 4. Dezember 2008 und vom 30. März 2009 die Diagnose einer mittelschweren depressiven Episode ebenfalls und ord
nete
ihr ein somatisches Syndrom zu (ICD-10 Code F32.11),
des Weiteren beo
bachtete sie Merkmale einer Persönlichkeitsstörung
(ICD-10 Code F60.8)
, und
ausserdem äusserte sie im zweitgenannten Bericht ebenfalls d
en Verdacht auf eine anhaltende somatoforme
Schmerzst
örung (
Urk.
23/85 S. 1 und Urk.
24/35 S. 1).
Bei dieser Diagnostik blieb
Dr.
E._
auch in den Berichten an die Beschwerdegegnerin vom 23. März 2009 und vom 1. März 2011 (
Urk.
7/14/2 und
Urk.
7/
48/1
).
In der Zeit nach der Begutachtung im
I._
von Ende 2011/Anfang 2012 fand von Februar bis April 2012 die stationäre Behandlung im
N._
statt,
das
in den Berichten vom 7. März
und
vom 18. Juli 2013
unter den Diag
nosen ebenfalls
eine mittelgradige depressive
Episode mit somatischem Syn
drom,
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und Merkmale einer
Per
sönlichkeitsstörung
aufführte
(
Urk.
7/82/1 und
Urk.
7/99/1)
. Die
O._
schliesslich stellte in ihren Berichten vom 16. April und vom 26. August 2013 über die tagesklinische Behandlung von Mitte
Juli
2012 bis
Anfang
April 2013 wie
Dr.
E._
die Diagnosen einer mittelgra
digen depressiven Episode mit somatischem Syndrom und einer
Persönlich
keitsstörung
, hingegen nicht die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (
Urk.
7/87/2 und
Urk.
7/95/1).
2.4.3
Anders als die behandelnden Fachpersonen der Psychiatrie und Psychologie
führte der Psychiater
Dr.
L._
im
Gutachten des
I._
vom Januar 2012
aus, e
r
vermöge
keine depressive Störung
zu diagnostizieren
, und bestätigte lediglich die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
(Urk.
7/55/12
14).
Im Verlaufsgutachten vo
m April 2014 beurteilte Dr.
L._
das psychiatrische Zustandsbild al
s weit
gehend unverändert im Vergleich zur Erstbegutachtung
(
Urk.
7/101/10)
. Er anerkannte zwar, dass der Beschwerde
führer im Jahr 2012, als er
während zwei Monaten
im
N._
stationär behandelt worden war, an einer Depression gelitten hatte, gelangte jedoch
aufgrund der Berichterstattung der
Klinik zum Schluss, sein Zustand habe sich dort gebessert
, und schloss weiter aus dem Austrit
t
sbericht der
O._
vom 26. August 2013, die
Besserung habe während der
dortigen
tagesklinischen Behandlung
von Mitte
Juli
2012 bis
An
fang
Apri
l 2013 angehalten (
Urk.
7/101/
7+
8+10). Ebenso wenig konnte
Dr.
L._
Merkmale einer Persönlichkeitsstörung ausmachen
(Urk.
7/101/
10). Nach wie vor hielt er demgegenüber an der Diagnose einer anhaltenden soma
toformen Schmerzstörung fest (
Urk.
7/101/7).
2.4.4
Korrespondi
erend mit den Divergenzen in den psychiatrischen
Diagnose
n
beur
teilten die behandelnden Fachpersonen auch die psychisch bedingten Ein
schränkungen des Beschwerdeführers in der Arbeitsfähigkeit
anders als Dr.
L._
.
Das
D._
attestierte dem
Beschwerdeführer in den
Bericht
en
an die Beschwerdegegnerin vom
25. April 2009
und vom 24. März 2011
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und ging davon aus, dass er auch für eine angepasste Tätigkeit
in diesem Ausmass
arb
eitsunfähig bleiben werde (Urk.
7/21/7+9
und
Urk.
7/49/5-7).
Dr.
E._
sodann hielt in ihren Berich
ten vom 23. März 2009 und vom 1. März 2011 für die Zeit ab dem Mai 2009 noch eine 30%ige Arbeitstätigkeit (mit einer 30%igen Leistungsminderung) in einer angepassten Tätigkeit für möglich (
Urk.
7/14/
4
und
Urk.
7/48/3), und die
O._
gab im Bericht vom 16. April 2013 gegenüber der Beschwerdegegnerin an, sie glaube nicht, dass bei dem in
zwischen deutlich
chronifizierten
psychiatrischen Zustandsbild mittelfristig eine Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt zu erreichen sei (
Urk.
7/87/5).
Im Vergleich dazu
attestierte
Dr.
L._
dem Beschwerdeführer in den beiden Gutac
hten vom Januar 2012 und vom
April 2014 mangels entsprechender Diagnose keine depressionsbedingte Arbeitsunfähigkeit, und der anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung
schrieb
er
keine Auswirkungen auf die Arbeits
fähigk
eit zu (
Urk.
7/55/12-13,
Urk.
7/101/
7-9).
2.5
2.5.1
Im Folgenden ist zu
prüfen
, auf welche der divergierende
n
Beurteilungen abzu
stellen ist.
2.5.2
Eine mittelschwere depressive Episode bewirkt gemäss der Definition in der ICD (F32.1), dass der Patient nur unter erheblichen Schwierigkeiten soziale, häusli
che und berufliche Aktivitäten fortsetzen kann
.
In beruflicher Hinsicht ist bekannt, dass der Beschwerdefüh
r
er seine ange
stammte Stelle bei der
Y._
AG per
Ende Februar 2008 verlor (Urk.
7/13/2) und dass ihm die Wiederaufnahme einer Arbeit als Maurer wegen seines Wirbelsäulenleidens nicht mehr zumutbar war.
Er
hatte
jedoch
keine Gelegenheit, seine Leistungsfähigkeit in einer angepassten beruflichen Tätigkeit zu erproben,
und es
ist daher keine
unmittelbare
Aussage dazu möglich, wie sich sein psychisch
er Zustand dabei ausgewirkt hat
. Hingegen
befragte Dr.
L._
den
Beschwer
deführer ausführ
lich zu seinen Aktivitäten im Haus
halt und
zu seinem sozialen Leben
. Dabei gab der
Beschwerdeführer an,
er
führe den Haushalt insoweit selbständig, als er
regelmässig Einkäufe
tätige
und koche
,
wogegen er bei schwereren Putzarbeiten und dem Erledigen der Wäsche Hilfe einer Verwandten beanspruche,
er treffe
sich täglich
für zwei bis drei Stunden
mit einem Kollegen, je nach dessen Arbeitsschicht am Vormittag, am Nachmit
tag oder am Abend,
gelegentlich in einem Restaurant,
er verbringe
die Abende meisten
s in einer Art Club
, wo
vor allem
V._
verkehrten und
F
ussballspiele übertragen würden, und er unterhalte sich generell gerne über Sport und schaue sich gerne Sportsendungen im Fernsehen an (
Urk.
7/55/10-11,
Urk.
7/101/
5-6).
Dr.
L._
ist da
rin zu folgen (vgl.
Urk.
7/55/13-14 und Urk.
7/101/9
)
, dass der so geschilderte Tagesablauf gegen eine
mittelschwere Depression im definierten Sinne spric
ht.
Einleuchtend sind auch die weiteren Umstände, die
Dr.
L._
gegen eine m
ittel
schwere Depression anführt
e
. Zum einen ist dies der unmittelbare Ein
druck während der Abklärung,
nämlich die ausgeglichene und zuweilen heitere Stimmungslage bei der Untersuchung vom November 2011
beziehungsweise die
zwar etwas herabgesetzte Stimmung
, aber doch lebhafte Mimik und Gestik mit gutem affektivem Kontakt zum Dolmetscher und zum Untersucher
bei der Untersuchung vom November 2013
(
Urk.
7/55/11 und Urk.
7/101/7
+8
). Zum andern ist dies der Hinweis
von
Dr.
L._
auf die
gute Kooperation des Beschwerdeführers
während des stationären Aufenthalts im
N._
und während der anschliessenden tagesklinischen Behandlung in der
O._
(
Urk.
7/101/8).
Davon b
erichteten nicht nur diese beiden Institutionen (vgl.
Urk.
7/99/3 und
Urk.
7/95/3
;
entgegen der Darstellung in der Beschwerd
eschrift [
vgl.
Urk.
1 S.
4]
hatte sich die Antriebs- und Stimmungslage nicht im Zuge des Aufenthalts in
N._
verschlechtert, sondern
eine solche Verschlechterung
war
der Zuweisungsgr
und gewesen
[
vgl.
Urk.
7/99/1
]
). Vielmehr
waren
b
ereits während des achtwö
chigen Rehabilitationsprogramms des
D._
von November 2008 bis März 2009
die aktive und regelmässige Teilnahme des Beschwerdeführers an den therapeutischen Sitzungen und
der Nutzen der sozialen Kontakte für ihn vermerkt worden (
Urk.
24/44
.2
),
und
die
H._
hatte im März 2010 ebenfalls berichtet, der Beschwerdeführer habe regelmässig und sehr moti
viert und reflektiert an der Schmerzbewältigungsgruppe und an den klinisch-psychologischen Ei
nzelgesprächen teilgenommen,
habe
davon
deutlich profi
tieren können und eine grosse Sozialkompetenz und Gewissenhaftigkeit gezeigt (
Urk.
7/34/3)
. Später erwähnte auch
die
Q._
im Bericht über den Aufenthalt des Beschwerdeführers vom Oktober 2013 die sehr aktive Teilnahme a
n den Therapien (
Urk.
7/101/21)
und
führte
im Bericht über den
zweiten
Aufenthalt vom Oktober/November 2015 aus, der Beschwerdeführer habe in der Gruppentherapie erfahren dürfen, dass er leistungsfähig sei, habe Freude an der kreativen Arbeit gehabt und habe die Schmerzen in den Hinter
grund treten lassen können (
Urk.
27/1 S. 3).
Daneben
fällt auf, dass der Beschwerdeführer sowohl in den Gesprächen mit den behandelnden medizinischen Fachpersonen als
auch mit dem
psychiat
rischen
Gutachter immer wieder die Trennung von der Ehefrau im Jahr 2009 und
sei
ne
von Behörden und Versicherungen mitverursachten
finanziellen Schwierigkeiten sowie den mit beidem verbundenen Ausschluss von früheren Aktiv
i
täten hervorhob (vgl.
das
D._
in Urk.
24/44.2,
Dr.
E._
in
Urk.
7/14/3 und
Urk.
7/48/2, das
N._
in
Urk.
7/82/2
und
Urk.
7/99/1
+2
, die
O._
in
Urk.
7/95/1, die
H._
in
Urk.
7/34/3, die
Q._
in
Urk.
7/101/21+22 u
nd
Urk.
27/1 S. 3, Dr.
L._
in
Urk.
7/55/10-11 und
Urk.
7/101/
6-7
).
Di
es ist - a
ngesichts der
dargelegten
Akti
vitäten im Haushalt,
der
Teilnahme am sozialen Leben und
des
aktiven Ein
satz
es
der Ressourcen in der therapeutischen Situation
- ein gewichtiger Hin
weis darauf, dass die
niedergedrückte Stimmungslage in wesentlichem Mass durch eine ausgeprägte psychosoziale Problematik bestimmt wird und sich
durch
Zuwendung und Beschäftigung positiv beeinflussen lässt.
Dieser Umstand wiederum vermag die Beurteilung von
Dr.
L._
, es sei keine Depression im
eigentlichen, krankheitswertigen Sinn zu diagnostizieren, zu stützen. Es kann daher darauf abgestellt werden.
2.5.3
Dr.
L._
kann auch darin gefolgt werden, dass
er keine
Persönlichkeitsstö
rung
mit Krankheitswert diagnostizierte. Entsprechend seinen Ausführungen (vgl.
Urk.
7/101/10) trifft zu, dass die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung in den Berichten des
N._
und der
O._
wohl aufgeführt (
Urk.
7/82/
1 und Urk.
7/99/1
sowie
Urk.
7/87/2 und
Urk.
7/95/1), jedoch nicht näher erläutert wurde. Es ist daher davon auszu
gehen, dass diese beiden Institutionen die betreffende Diagnose aus dem
Diag
nosekatalog
von
Dr.
E._
übernahmen, ohne sie jedoch durch eigene Beobachtungen zu verifizieren.
Dr.
E._
ihrerseits
sprach in ihrem Bericht vom 1. März 2011 im Zusammenhang mit der Persönlichkeitsstörung von einer Anspruchshaltung mit
Grandiositätsschema
und einer Persönlichkeitsstruktur mit depressiv-
dysphorischer
Symptomatik mit narzisstischen Krisen und suizi
dalen Einengungen und führte aus, dies habe in der Therapie kaum aufgefangen werden können (
Urk.
7/48/2). Die vorstehend
beschriebene
durchwegs gute
,
aktive
und auch gewinnbringende
Teilnahme bei sämtlichen durchlau
fenen Therapieprogrammen spricht allerdings geg
en diese Darstellung von Dr.
E._
. Wenn der Beschwerdeführer das Gelernte, wie
Dr.
E._
schrieb, nicht im Alltag einsetzen konnte (
Urk.
7/48/2), so kann dies deshalb nicht
einleuchtenderweise
auf eine klinisch relevante Persönlichkeitsstörung zurückgeführt werden.
Dr.
E._
sprach denn an anderer Stelle ihres Berichts vom 1. März 2011 auch nur von einer Persönlichkeitsakzentuierung (
Urk.
7/48/2 Ziffer 1.4 am Ende) und hatte die Persönlichkeitsstörung zudem in ihrem
ersten Bericht vom 23. März 2009 noch unter den Diagnosen ohne
Aus
wirkung
auf die Arbeitsfähigkeit
aufgeführt
(
Urk.
7/14/2).
2.5.4
Was schliesslich die Diagnose der
anhaltende
n
somatoforme
n
Schmerzstörung
betrifft,
so beurteilte
Dr.
L._
deren Auswirkungen sowohl im Gutachten vom Januar 2012 als auch im Verlaufsgutachten vom April 2014 anhand der damals massgebend gewesenen Kriterien der Rechtsprechung (
Urk.
7/55/13
und
Urk.
7/101/9
). Diese sind
unterdessen
ersetzt
worden
durc
h die dargeleg
ten In
dikatoren, die auf alle im Zeitpunkt der Rechtsprechungsänderung noch hängi
gen Fälle anwendbar sind (vgl. BGE 141 V 281 E. 8).
Aus den nachfolgenden Gründen lassen indessen die vorhandenen medizinischen Unterlagen eine Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nach den neuen Indikatoren zu, sodass
entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (
Urk.
33)
keine ergänzenden Abklärun
gen erforderlich sind.
In der Kategorie „funktioneller Schweregrad“
sind für den Komplex
„
Gesund
-
heits
schädigung
“
die
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde,
der
Behandlungs
- und Eingliederungs
erfolg und
die
Komorbiditäten zu ermitteln
(BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1-E. 4.3.1.3)
. Hierbei ist darauf hinzuweisen, dass auf der einen Seite ein Teil des Schmerzbildes bereits durch das körperliche Rückenleiden
erklärt werden kann und
dort berücksichtigt worden ist und dass auf der anderen Seite dem orthopädischen Teilgutachter des
I._
auch
verschie
dene
Anzeichen überzeichnete
r
Schmerzangaben auffielen
, so eine
wesentlich
höhere Beweglichkeit der Wirbelsäule
und des linken Knies
ausserhalb der Untersuchungssituation
,
ein g
rotesk anmutendes Gangbild, das
sich im Rück
wärtsgang nicht reproduzieren liess und im Gegensatz zum nur leichten
Schon
hinken
auf dem Weg
zur psychiatrischen Untersuchung
stand, sowie die Fähig
keit, während einer Dreiviertelstunde ruhig und ohne Einnehmen einer
Schon
haltung
zu sitzen (
Urk.
7/55/11+16+17+19). Damit
sind die B
efunde einer somatoformen
Schmerzstörung
nicht sehr ausgeprägt.
Ein Eingliederungserfolg
sodann
konnte nicht erzielt werden;
da hingegen in den einzelnen
Behand
lungsprogrammen
, wie schon dargelegt, immer wieder
auch
Fo
rtschritte zu ver
zeichnen waren,
ist es wahrscheinlich, dass für den mangelnden
Eingliede
rungserfolg
auch krankheitsfremde Gründe
verantwortlich waren
. An Komorbi
ditäten ist zweifellos das organische Rückenleiden vorhanden, hingegen fehlt es
, wie dargelegt,
an einer psychischen Komorbidität
. Zum Komplex „Persönlich
keit“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.2) kann ebenfalls auf das bereits
Dargelegte ver
wiesen werden, wonach die Persönlichkeitszüge des Beschwerdeführers ihn nicht daran gehindert haben, sich in den durchlaufenen Therapieprogrammen aktiv
und reflektierend
einzusetzen und davon zu profitieren. Was schliesslich den Komplex „Sozialer Kontext“ anbelangt (BGE 141 V 281 E. 4.3.3), so wurde die schwierige psychosoziale Situation mit
Trennung von der Ehefrau und
finanziellen Schwierigkeiten
bereits erörtert, gleichermassen dargelegt wurde aber
auch
, dass der Beschwerdeführer zum einen über soziale Ressourcen in Form der regelmässigen Beziehung zu einem Kollegen und einem Kollegenkreis in einem Club verfügt und dass ihm zum andern von den behandelnden medi
zinischen Fachpersonen
eine gute Sozialkompetenz sowie die Eigenschaft
bescheinigt wurde,
von
soziale
n
Kontakten zu profitieren (
Klinik H._
in
Urk.
7/34/3,
D._
in
Urk.
24/44.2). Bei diesen Gegebenheiten kann nicht von einer somatoformen Schmerzstörung erheblichen funktionellen Schweregrades gesprochen werden.
Bei der
Prüfung
der Kategorie
„Konsistenz"
sodann (Vergleich der
Aktivi
-
t
ätenni
veaus
der verschiedenen Lebensbereiche und Leid
ensdruck; BGE 141 V 281 E. 4.4)
ist
in Übereistimmung mit der Beschwerdegegnerin (
Urk.
35)
nochmals darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer sowohl im Haushalt als auch im sozialen Leben Aktivitäten zeigt und dass insbesondere seine Fähigkeit, mit einer gewissen Unterstützung bei schwereren Arbeiten, seinen Haushalt zu führen
, für die Fähigkeit spricht, auch eine leichtere Berufsarbeit zu verrichten.
Dies gilt ungeachtet dessen, dass ein gewisser Leidensdruck dadurch glaubhaft ist, dass der Beschwerdeführer in regelmässigen Abständen an
Reha
bilitationsprogrammen
teilnahm.
Zusammengefasst
lässt sich somit die Beurteilung von
Dr.
L._
, die anhal
tende somatoforme Schmerzstörung wirke sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus, auch anhand der neuen Indikatoren der Recht
sprechung stützen.
2.5.5
Damit ist in psychiatrischer Hinsicht auf die
Arbeitsfähigkeitsb
eurteil
ung von
Dr.
L._
abzustellen und davon auszugehen, dass keine psychischen Befunde vorliegen, welche die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers über die körper
lich bedingten Einschränkungen hinaus beeinträchtigen.
2.6
2.6.1
Zu beurteilen bleibt, wie sich die körperlich bedingten Einschränkungen auf die Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirken.
2.6.2
Die Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit als Maurer besteht
gemäss
der
übereinstimmenden
Beurteilung von
Dr.
C._
und der Ärzte des
I._
seit Februar 2007. Das Wartejahr nach Art. 28
Abs.
1
lit
. b IVG
lief somit im Februar 2008 ab. Der
mutmassliche
Rentenanspruch
des Beschwerdeführers
kann hingegen gestützt auf
Art. 29
Abs.
1 IVG erst nach Ablauf von sechs Monaten seit der Anmeldung vom
14. Februar 2009 (
Urk.
7/1) entstehen. Bei einem rentenerheblichen Invaliditätsgrad stünde dem Beschwerdeführer die Rente daher ab August 2009 zu (vgl. Art. 29
Abs.
3 IVG).
Mithin sind
die hypothetischen Einkommensverhältnisse des Jahres 2009 für die
Invali
ditäts
bemessung
massgebend
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_554/201
3 vom 1
4.
November 2013 E. 2.1) und
entgegen dem Vorbringen in der Beschwerde
schrift (vgl.
Urk.
1 S. 5)
nicht aktuellere
Za
hlen
.
2.6.3
Gemäss
den Angaben vom 1
9.
März 2009 im Fragebogen für den Arbeitgeber hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2009 bei guter Gesundheit einen Monats
lohn von brutto
Fr.
6‘300.-- beziehungsweise einen Jahreslohn von brutto
Fr.
81‘900.-- (13 x
Fr.
6‘300.--) erhalten (
Urk.
7/13/3). Dieser Wert ist als
Vali
deneinkommen
einzusetzen.
2.6.4
Was das mutmassliche Invalideneinkommen be
trifft, so ist in der vom Bun
des
amt für Statistik herausgegebenen Schweizeri
schen Lohnstrukturerhebung (LSE)
des Jahres 2008 (S. 26 Tabelle TA1) für Arbeitnehmer des Anforderungsniveaus 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) im Privaten Sektor ein Bruttomonatslohn von Fr. 4‘806.-- angegeben (Lohn, über dem beziehungsweise un
ter dem sich 50 % aller Lohnangaben befinden [sogenannter Zentralwert], unter anteilsmäs
siger Berücksichtigung des 13. Monatslohnes und standardisiert auf 40 Wochenstunden). Umgerechnet auf die im Jahr 2009 betriebsüb
liche wö
chent
liche Arbeitszeit
von
41,6
Stunden
(vgl. BFS
- Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit [BUA], Tabelle T 03.02.03.01.04.01)
und
unter Berücksichtigung der Teuerung
(für Männer um 2,1
%
; vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex aufgrund der Daten der Sammelstelle für Statistik der Unfallver
sicherung [SSUV]
, Tabelle T1.1.05
) ergibt sich für das Jahr 2009 bei voller Leistungsfähigkeit ein Monatslohn von
Fr.
5‘103.-- beziehungsweise ein
Jah
reslohn
von
Fr.
61‘236.-- (12 x
Fr.
5‘103.--).
Rechtsprechungsgemäss
ist sodann durch eine Herabsetzung des tabella
risch ermittelten Lohnes um maximal 25 % dem Umstand Rechnung zu tragen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen auch bei der Verrichtung einer an sich angepassten Tätigkeit in gewissem Masse eingeschränkt und dadurch
er
fah
rungsgemäss
gegenüber voll leistungsfähigen Arbeitnehmern
lohnmässig
benachteiligt sind; darüber hinaus dient eine solche Reduktion der Berücksichti
gung von weiteren persönlichen und beruflichen Merkmalen, die sich auf die Lohnhöhe auswirken können, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
Die Beschwerdegegnerin nahm einen Abzug von 10
%
vor (
Urk.
7/59)
, wogegen der Beschwerdeführer einen wesentlich höheren Ab
zug angewendet haben will (Urk.
1 S. 6)
.
Das Bundesgericht hat in einem ak
t
uellen Entscheid auf seine Rechtsprechung hingewiesen, wonach zur Bemessung des Invalideneinkommens insbesondere dann ein
Abzug
vom Tabellenlohn vorzunehmen ist
, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leis
tungsfähigkeit eingeschränkt
ist
, dass hingegen dort, wo
leichte bis mittel
schwere Arbeiten zumutbar
sind
, allein deswegen auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit noch kein Abzug gerechtfertigt
ist
, weil der Tabellenlohn im Anforderungsniveau 4 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigk
eiten umfass
t
(
Urteil des Bundesgerichts 9C_808/2015
vom 2
9.
Februar 2016
E. 3.2).
Dem Beschwerdeführer ist nach der Formulierung im Gutachten des
I._
, wo im Gesamtgutachten die Beurteilung von
Dr.
K._
übernommen wurde
(
Urk.
7/55/20+23)
,
eine körperlich leichte, nach der Formulierung von
Dr.
C._
(
Urk.
7/24/4 und
Urk.
7/50/4) eine
körperlich leichte bis mittel
schwere Tätigkeit zumutbar. In Anwendung der dargelegten Rechtsprechung is
t
daher
wegen
des Erfordernisses der beruflichen Umstellung auf eine körperlich weniger anspruchsvolle Tätigkeit höchstens
ein
niedriggradiger
Abzug zuge
lassen
.
Da es dem Beschwerdeführer
ferner
zuzumuten ist, eine angepasste Tätigkeit vollzeitlich zu verrichten, ist auch keine Erhöhung des Abzugs wegen schlechter bezahlter Teilzeitarbeit vorzunehmen. Des Weiteren hat das Bundes
gericht
festgehalten, Hilfsarbeiten würden auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt altersunabhängig nachgefragt,
weshalb der Faktor Alter sich nicht zwingend lohnsenkend auswirke,
und
die Bedeutung der Dienstjahre sinke mit der Abnahme des
Anforderungsniveau
s, weshalb eine längere Abwesenheit vom Arbeitsmarkt ebenfalls
nicht
zwangsläufig abzugsrelevant sei
(
Urteile des Bun
desgerichts 9C_808/2015 vom 2
9.
Februar 2016 E. 3.4.2 und 9C_366/2015 vom 22. September 2015 E. 4.3.2)
.
Die Tatsachen, dass der Beschwerdeführer bei Rentenbeginn schon über 50 Jahre alt war und dass er seit dem Verlust der angestammten Stelle keine Arbeit mehr aufgenommen hat, führen
demnach
ebenfalls höchstens zu einem geringfügigen Lohnabzug.
Der Beschwerdeführer ist sodann Inhaber der Aufenthaltsbewilligung der Kategorie C (Niederlassung
; vgl.
Urk.
7/2)
und ist daher wegen seines Ausländerstatus nicht in einem Mass benachteiligt, das einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigt (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2011 vom 2
8.
März 2011 E. 4.3). Was schliesslich die Sprachkenntnisse betrifft, so war bei der Begutachtung im
I._
zwar teilweise ein Dolmetscher anwesend; zumindest bei der orthopädischen
Untersuchung traten gemäss Dr.
K._
jedoch bei der direkten Unterredung mit dem Beschwerdeführer keine Verständigungsprobleme auf (
Urk.
7/55/14). Es ist des
halb davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei der Verrichtung einer angepassten Tätigkeit des Anforderungsniveaus 4 gegenüber besser Deutsch sprechenden Kollegen
nicht lohnmässig benachteiligt ist
.
Unter Berücksichtigung aller dieser Faktoren erscheint der von der
Beschwerde
gegnerin
gewählte Abzug von 10
%
als angemessen. Er ergibt ein jährliches Invalideneinkommen von
Fr.
55‘112.--.
2.6.5
Aus der Gegenüberstellung des
Valideneinkommens
von
Fr.
81‘900.-- und des Invalideneinkommens von
Fr.
55‘112.-- resultiert ein Invaliditätsgrad von auf
gerundet 33
%
, was einen Anspruch auf eine Rente ausschliesst.
Immer noch e
in rentenausschliessendes Invalideneinkommen
ergäbe sich
im Übrige
n auch bei einem Abzug von 15
%
. Es beliefe sich auf
Fr.
52‘051.-- und hätte einen Invaliditätsgrad von abgerundet 36
%
zur Folge.
2.7
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
3.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.