Decision ID: c6585bdf-7fb1-43a0-b388-b4dd5538b86a
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1994,
wurde am 10. Oktober 1994 aufgrund des Geburtsgebrechens Nr. 459
(
C
ystische
Fibrose
)
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug angemeldet (Urk. 7/1; Urk. 7/4-5). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
, IV-Stelle,
übernahm in der Folge die Kosten für medizinische Massnahmen (vgl. Urk. 7/5, Urk. 7/9
, Urk. 7/11, Urk. 7/14, Urk. 7/38, Urk. 7/55, Urk. 7/58
, Urk. 7/66, Urk. 7/72, Urk. 7/78, Urk. 7/90-91
),
Hilflosentschädigung
(Urk. 7/16, Urk. 7/32, Urk. 7/33),
Kinderspitex
(Urk. 7/49, Urk. 7/53
)
und
sprach
mit Verfügung vom 11. März 2016 bei einem Invaliditätsgrad von 50 % eine halbe
Rente ab 1. Oktober 2015 zu (Urk. 7/114 und Urk. 7/112 [Verfügungsteil 2]).
1.2
Nachdem die Versicherte am
16. November 2017 mitgeteilt hatte, das
s
sie ab
dem
1. Oktober 2017 für ihr 60%-Pensum einen höheren Lohn erziele (Urk. 7/
121), holte die IV-Stelle
Auskünfte beim Arbeitgeber ein (Arbeitgeberfragebogen, Urk. 7/124; telefonische Auskunft, Urk. 7/125)
, erstellte einen Einkommensver
gleich (Urk.
7/128
)
und hob nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/130
, Urk. 7/137, Urk. 7/145) mit Verfügung vom 13. Juli 2018 die bisher ausgerichtete Rente
auf
(Urk. 7/148 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
13. September 2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom 13. Juli 2018 (Urk. 2) und beantragte, diese sei
in der Weise abzuändern, dass ihr statt wie bisher eine halbe neu eine
Viertelsrente
auszurichten sei (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 18. Oktober 2018 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin
am
23. Okto
ber 2018 zur Kenntnis gebracht (Urk. 8).
Mit Verfügung vom 5. April 2019 (Urk. 9) wurde die AXA Stiftung Berufliche Vor
sorge zum Prozess beigeladen. Mit Eingabe vom 15. Mai 2019 (Urk. 11) ver
zichtete die Beilgeladene auf die Teilnahme am Verfahren.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
ge
brechen, Krankheit oder Unfall sein (
[
Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
,
IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich geblie
be
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
ga
benbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hin
weisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wes
ent
lichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
acht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
li
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bin
dung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs.
2
IVG
).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbs
einkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
über
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1
.4
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange
passten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rech
net werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten
persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
1.5
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
be
nen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3
, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu ver
wenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
1.6
Zur Bestimmung des
Einkommens
auf der Grundlage der LSE kann – aus
nahmsweise – der Lohn eines einzelnen Sektors («Produktion» oder «Dienst
leis
tungen») oder gar einer bestimmten Branche herangezogen werden, wenn es als sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen, namentlich bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit im betreffenden Bereich tätig ge
wesen waren und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt (SVR 2008 IV Nr. 20 S. 63, Urteil des Bundesgerichts 9C_237/2007 vom 24. August 2007 E. 5.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_667/2013 vom 29. April 2014 E. 5.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Entscheid (Urk. 2) damit, dass die Beschwerdeführerin ab Oktober 2017 eine Lohnerhöhung erhalten habe, weshalb ein Einkommensvergleich vorgenommen worden sei. Sie stellte einem Validen
einkommen von Fr. 59'439.75 ein Invalideneinkommen von Fr. 45'240.
--
gegen
über und berechnete einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 24 %.
2.2
Die Beschwerdeführerin
beantragte in der Beschwerde (Urk. 1) eine
Viertelsrente
(S.
2).
Sie
beanstandete den
von der Beschwerdegegnerin
vorgenommenen Ein
kom
mensvergleich
.
Es sei ein Prozentvergleich und nicht ein Einkommens
ver
gleich vorzunehmen. Sie arbeite seit Oktober 2017 im Versandhandel und nicht mehr
(wie ursprünglich)
als eig
entliche Pharma-Assistentin in einem Pensum von (weiterhin) 60
%
und sei aus medizinischer Sicht zu 40 % eingeschränkt. Daraus resultiere ein Invaliditätsgrad von 40
%
und damit Anspruch auf eine
Viertels
rente
(S. 4 ff.).
Mit dem von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
n
Einkommensvergleich
sei
der eigentliche Tätigkeitswechsel nicht berücksichtigt worden.
Für d
as Ver
gleich
s
einkommen sei das
jenige
einer kaufmännischen Sachbearbeiterin heranzuziehen
, mithin
der
Tabellenlohn der
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
im Sektor 3 Dienstleistungen, Kom
petenzniveau 3, womit unter Berücksichtigung der Lohnentwicklung ein Invalidi
tätsgrad von 43 % resultiere (S. 6 f. Ziff. 3).
2.3
Zu prüfen ist
die Einstellung der Invalidenrente und damit die Frage des
An
spruch
es
der Beschwerdeführerin
auf eine Invalidenrente,
wobei einzig
die Inva
lidi
tätsbemessung
strittig ist (
vgl. Urk. 1; Urk. 2
). Der medizinisc
he Sachverhalt ist unbestritten, ebenso
,
dass bei einer Veränderung der erwerblichen Kompo
nente ein Revisionsgrund gegeben ist (vgl. vorstehend E. 1.2).
3.
3.1
In medizinischer Hinsicht stützte sich die Beschwerdegegnerin
bei der
Renten
zusprache
auf
die Berichte des
Y._
, vom 8. Juni (Urk. 7/101) und 4. November 2015 (Urk. 7/103).
Gemäss
den be
handelnden Ärzten
leide die Beschwerdeführerin an einer
Cystischen
Fibrose
(CF) mit einer schweren CF-
Pneumopathie
, einer schweren obstruktiven Ventilations
störung und einer chronischen pulmonalen Infektion mit
Staphylococcus
aureus
und den Problemkeimen
Pseudomonas
aeruginosa
und nicht-tuberkulösen Myko
bakterien
(vgl. Urk. 7/101 Ziff. 1.1 und Urk. 7/103 S. 1). In der Verlaufsperiode habe sich seit Juni 2015 ein stabiler Verlauf gezeigt, wobei dazu die konsequente Durchführung der etablierten und bereits weit ausgebauten Therapie notwendig sei.
Hinsichtlich der Prognose sei aufgrund der Erkrankung und des bisherigen Verlaufs allerdings von einer weiteren Progression der Erkrankung auszugehen. Aufgrund der Lungenfunktion bestehe bei der Beschwerdeführerin unverändert eine medizinisch-theoretische Ateminvalidität von 50 %, dies sei
unabhängig von der ausgeübten Tätigkeit. Die differenzierte und motivierte Beschwerdeführerin arbeite weiterhin in einem Pensum von 60 %, dies sei medizinisch vertretbar. Aufgrund des progredienten Verlaufs der
Cystischen
Fibrose
und dem schweren pulmonalen Befall sei nicht mit einer Erhöhung der Leistungsfähigkeit zu rechnen (Urk. 7/103 S. 1).
3.2
Gestützt auf diese Berichte ging die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen
Verfügung von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der akt
u
ell ausgeübten Arbeitstätigkeit aus (
Urk. 2
). Dies wurde seitens der Be
schwer
deführerin nicht beanstandet und erscheint angesichts der Aktenlage als zu
treffend.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin hat a
b Oktober 2017 einen Einkommensvergleich
(vgl.
vor
steh
end E. 1.3
) auf der Basis
des als Pharma-Assistentin im Jahr 2015 bei der
Z._
erzielten Gehalts für das Valideneinkommen (vgl. Urk. 7/95 Ziff. 5.4, Urk. 7/94/2, Urk. 7/106, Urk. 7/128)
respektive dem
seit Oktober 2017
bei der
Z._
erzielten Gehalt für das Invalideneinkommen (Urk.
7/128
)
und keinen Prozentvergleich
vorgenommen
(Urk. 2).
Zu prüfen ist, ob die Invalidität durch sogenannten P
rozentvergleich zu bemessen ist
bzw.
die beschwerdegegnerische Festlegung des Valideneinkommens.
4.2
Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen
ziffernmässig
möglichst genau er
mitt
elt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Ein
kom
mens
differenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt
(vgl. vorstehend E. 1.3)
.
Dieser ist durch Prozentvergleich zu ermitteln
, wenn
Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit
unverhältnismässig
grossem
Aufwand festlegen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung der nach
Massgabe
der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen bewerteten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Resultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die konkreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwi
schen Validen- und Invalideneinkommen die für den Umfang des Renten
an
spruchs
massgebenden
Grenzwerte von 70, 60, 50 und 40 Prozent (Art
. 28 Abs.
2 IVG) eindeutig über- oder unterschreitet (statt vieler: Urteile
des Bundesgerichts 9C_492/2018 vom 24. Januar 2019 E. 4.3.2 und 8C_367/2018 vom 25.
September 2018 E.
4.3, je mit Hinweis auf
BGE 114 V 310
E.
3a
).
Der Invaliditätsgrad stimmt alsdann grundsätzlich mit der prozentualen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit überein. Dies ist auch dann der Fall, wenn, wie hier, für das Validen- und Inva
lideneinkommen der gleiche Ansatz gilt, weil eine
teilinvalide
Person in der ange
stammten Beschäftigung bestmöglich eingegliedert ist resp. wäre (so etwa Urteil
des Bu
ndesgerichts 8C_32/2013 vom 19.
Juni 2013 E. 4 [SVR 2013 IV Nr. 29 S.
85]).
4.3
Nach Lage der Akten arbeitet
e
die Beschwerdeführerin seit Januar 2014 als Pharma-Assistentin bei der
Z._
(Urk. 7/124 Ziff. 1 und Ziff. 2
.2).
Der Arbeitgeber berichtete über eine sehr engagierte Arbeitnehmerin, die seit jeher in einem
Pensum von
60 % arbeitet (vgl. Urk. 7/125; Urk.
3/4
) und
schon
die Lehre in diesem Betrieb absolviert hat (Urk. 7/73)
.
Aufgrund der Tatsache, da
ss
die Beschwerdeführerin
aus medizinischer Sicht in der Lage ist,
ihre
ausgeübte Tätigkeit
im Umfang von 6
0 % auszuüben und auch in einer angepassten Tätig
keit keine höhere Arbeitsfähigkeit besteht
(aus medizinischer Sicht gar nur 50 %; vgl. vorstehend E. 3.1)
, genügt für die Ermittlung des Invaliditätsgrades die Ge
gen
überstellung
blosser
Prozentzahlen (
Prozentvergleich
,
vgl. vorstehend E. 4.2)
. Daraus resultiert ei
n Invaliditätsgrad von maximal 4
0 % und damit ein Anspruch auf eine
Viertelsrente
.
4.4
Selbst
wenn nicht auf das ausserordentliche Invaliditätsbemessungsverfahren des Prozentvergleichs
zu schliessen wäre, ergäbe ein vorgenommener Einkommens
vergleich kein anderes Resultat.
Die Beschwerdegegnerin ging beim Valideneinkommen unverändert von einer Anstellung als Pharma-Assistentin aus und ermittelte
für das Jahr 2017
einen angepassten Nominallohn von Fr. 59'439.75 (Urk. 7/128).
Dies widerspricht hingegen den Ausführungen des Arbeitgebers, welcher in seine
n
Stellungnahme
n vom 11. Januar (Urk. 7/125) und
11. September 2018 (Urk. 3/4)
auf einen Funktionswechsel
mit zusätzlich administrativen Arbeiten
hinwies. Namentlich
habe er die Beschwerdeführerin
, da sie überaus exakt und verantwortungsbewusst arbeite,
aus der Funktion als Pharma-Assistentin heraus
ge
nommen und sie seit Oktober 2017
erfolgreich im kaufmännischen Bereich der
Versandhandelabteilung
eingesetzt. Dieses neue Tätigkeitsfeld unterscheide sich von dem einer Pharma-Assistentin
. Einhergehend mit der neuen Funktion, der
damit verbundenen
höheren Ve
rantwortung und im Vergleich zum Ausbildungs
standard der
in der gleichen Tätigkeit angestellten Mitarbeiterin
, sei die
Be
zah
lung
neu festgesetzt worden, welche
nun
auf
dem
Einkommen einer kauf
män
ni
schen Sachbearbeiterin be
ruhe (
Urk. 3/4
S. 1
f.)
.
Diese Ausführungen erschei
nen glaubwürdig, zumal auch von Seiten der Beschwerdegegnerin nichts dagegen ein
gewendet wird.
In Beachtung des eigentlichen Funktionswechsels müsste
beim Validenein
kom
men das seit der Funktionsänderung deutlich grössere Spektrum der Erwerbs
möglichkeiten betrachtet werden, weshalb
mit der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 6)
das
jährliche
Valideneinkommen anhand der vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (
LSE 2014, Tabelle
TA1_tirage_skill_le
vel Ziff. 45-96 Sektor 3 Dienstleistungen, Kompetenzniveau 3
)
und unter Anpassung an die wöchentliche Arbeitszeit und an die Nominal
lohn
entwicklung
auf Fr.
79'282.--
festzulegen
wäre (vgl. Berechnung Urk. 1 S. 7 mit Bezug auf Urk. 7/128
; vgl. auch vorstehend E. 1.6
)
.
Dieser Betrag entspricht auch in etwa demjenigen, welcher aus der Aufrechnung des
Einkommens im
jetzigen Pensum auf eine Vollzeitstelle resultieren würde
(Fr. 75'400.--; vgl. Urk. 7/124 Ziff. 5.1), weshalb
auch aus diesem Grund
d
em von der Beschwerdegegnerin
ermittelte Valideneinkommen von Fr. 59'439.75 (Urk. 2 S. 2) nicht gefolgt w
erden kann
.
Schöpft die Beschwerdeführerin bei
der
Z._
d
ie ihr noch zumutbare Arbeitsfähigkeit von 60
%
aus (vgl.
vorstehend E. 3
) und bestehen überdies ein stabiles Arbeitsverhältnis und keine Anzeichen für einen Soziallohn (vgl. zur
Publ
. vorgeseh
enes Urteil 8C_253/2018 vom 19. Februar 2019 E.
5.4 mit Hinweis), so ist für das Invalideneinkommen der dabei erzielte Verdienst (
2017: Fr. 45‘240, vgl. Urk. 7/124 Ziff. 5
)
massgeblich
, was von keiner Seite in Abrede gestellt wird.
Aus der Gegenüberstellung mit dem von der Beschwerdeführerin im 60
%-Pen
sum e
rzielten Invalideneinkommen (Fr. 45‘240.--
)
würde
ein Invaliditätsgrad von rund 43
% ([Fr.
79‘282.-- minus
Fr.
45‘240.--
] :
Fr. 79‘282.--
x 100)
resultieren
und
somit
ebenfalls
einen
Anspruch auf eine
Viertelsrente
.
4.5
Folglich hätte anstelle
der vorgenommenen Rentenaufhebung eine Renten
herab
setzung erfolgen müssen.
Die Beschwerde ist begründet.
Nach dem Gesagten
ist
die angefochtene Verfügung vom
13. Juli 2018 (Urk. 2)
in
Gutheissung
der Beschwerde
mit der Feststellung aufzuheben
, dass di
e Be
schwerdeführerin ab dem 1. September 2018 Anspruch auf eine
Viertelsrente
hat
.
5
.
5
.1
Die Kosten
gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 700.
--
fest
zusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5
.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine angemessene Prozessentschädigung auszurichten (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht). Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses wird diese beim
praxisgemässen
Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüg
lich Mehrwertsteuer) auf Fr. 2‘0
00.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festgelegt.