Decision ID: 05f3412d-3363-4692-af35-ac0f1ccf85b5
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. X.Y., geboren 1988, mazedonischer Staatsangehöriger albanischer Ethnie, reiste am
7. September 2002 zusammen mit seiner Mutter und seinem Bruder im
Familiennachzug zu seinem Vater in die Schweiz ein, wo ihm eine
Niederlassungsbewilligung erteilt wurde. Er wohnt nach wie vor bei seinen Eltern, ist
ledig und kinderlos. Er verfügt über keine Berufsausbildung und war eigenen Angaben
gemäss seit dem Abschluss der dritten Oberstufenklasse zunächst in einer Fabrik und
dann auf dem Bau als Hilfsarbeiter tätig (Vorakten Migrationsamt X.Y. [fortan: Dossier],
S. 10 f., 14, 16, 18 Frage 8 f., 23, 31, 50, 187 f., 221, 257, 263, 266 f., 316, act. 8, Ziff.
III/3, act. 9, act. 15).
B. X.Y. trat in der Schweiz folgendermassen strafrechtlich in Erscheinung:
- Mit Verfügung vom 1. September 2009 wurde er vom Untersuchungsamt Gossau
wegen Ungehorsams im Betreibungsverfahren zu einer Busse von CHF 150, bei
schuldhaftem Nichtbezahlen ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von zwei Tagen
verurteilt (Dossier, S. 24 f.).
- Mit Entscheid des Kantonsgerichts St. Gallen vom 19. Februar 2015 resp., soweit
vom Kantonsgericht nicht aufgehoben, mit Entscheid des Kreisgerichts Wil vom
26. Februar 2014 wurde er wegen qualifizierten Betäubungsmittelhandels sowie
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mehrfachen Betäubungsmittelkonsums zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten
verurteilt. Davon waren 12 Monate vollziehbar, unter Anrechnung der
Untersuchungshaft von 122 Tagen. Bei 24 Monaten wurde der Vollzug aufgeschoben
mit einer Probezeit von drei Jahren. Ausserdem wurde er zu einer Busse von CHF 100,
bei schuldhafter Nichtbezahlung zu einer Freiheitsstrafe von einem Tag verurteilt
(Dossier, 109-149, S. 161-200).
- Mit Strafbefehl vom 17. August 2015 wurde er vom Untersuchungsamt Gossau
wegen mehrfacher Übertretung des Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel und
die psychotropen Stoffen (Betäubungsmittelgesetz; SR 812.121, BetmG) und
mehrfachen Ungehorsams des Schuldners im Betreibungs- und Konkursverfahren zu
einer Busse von CHF 1‘000, bei schuldhafter Nichtbezahlung zu einer
Ersatzfreiheitsstrafe von zehn Tagen verurteilt (Dossier, S. 205 f.).
- Mit Strafbefehl vom 19. Juli 2017 wurde er vom Untersuchungsamt Gossau wegen
mehrfachen Ungehorsams im Betreibungsverfahren zu einer Busse von CHF 200, bei
schuldhafter Nichtbezahlung zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von zwei Tagen verurteilt
(act. 18).
Vom 18. Februar 2013 bis 19. Juni 2013 und vom 19. Februar 2014 bis 10. April 2014
wurde X.Y. in Untersuchungshaft genommen (Dossier, S. 32, 72, 207). Am
17. November 2015 trat er die Freiheitsstrafe in der Strafanstalt Gmünden im
Normalvollzug an (Dossier, S. 222 f., 225 f., 228 f.). Am 9. Februar 2016 verweigerte
ihm das Amt für Justizvollzug die Bewilligung eines Arbeitsexternats (Dossier, S. 308
f.). Am 27. Mai 2016 wurde er aus dem ordentlichen Strafvollzug entlassen (act. 8, Ziff.
III/2).
C. Mit Verfügung vom 12. April 2016 widerrief das Migrationsamt die
Niederlassungsbewilligung von X.Y. und ordnete seine Wegweisung auf den Tag seiner
Entlassung aus dem Strafvollzug an (Beilage zu act. 12/1). Dagegen rekurrierte X.Y. am
22. April 2016 an das Sicherheits- und Justizdepartement (act. 12/1). Mit Entscheid
vom 30. August 2016 (expediert am 2. September 2016) wies das Departement den
Rekurs ab und wies das Migrationsamt an, X.Y. eine neue Ausreisefrist anzusetzen
(act. 2).
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D. Gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) erhob
X.Y. (Beschwerdeführer) durch seinen Rechtsvertreter am 19. September 2016
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, es sei der
angefochtene Entscheid unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben. Auf den
Widerruf der Niederlassungsbewilligung sei zu verzichten (act. 1). Am 14. Oktober 2016
ergänzte er seine Beschwerde mit einer Begründung (act. 8). Mit Vernehmlassung vom
25. Oktober 2016 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde (act. 11). Am
13. Dezember 2016 reichte der Beschwerdeführer einen Arbeitsvertrag mit der
Q. GmbH, S., ein (act. 14 f., www.zefix.ch).
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die

Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2. Der Beschwerdeführer stellt nicht in Abrede (act. 8 Ziff. IV), dass er mit seiner
Verurteilung durch das Kantonsgericht St. Gallen vom 19. Februar 2015 zu einer
Freiheitsstrafe von 36 Monaten den Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art.
62 lit. b des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (Ausländergesetz;
SR 142.20, AuG, in der bis am 30. September 2016 geltenden, vorliegend noch
massgebenden Fassung, vgl. BGer 2C_828/2016 vom 17. Juli 2017 E. 3.1 mit Hinweis
auf BGE 139 I 31 E. 2.1 sowie VerwGE B 2015/167 vom 20. Januar 2017 E. 4,
www.gerichte.sg.ch) gesetzt hat.
3. Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt (act. 8 Ziff. IV/2 ff.), der
Widerruf der Niederlassungsbewilligung sei im konkreten Fall nicht verhältnismässig. Er
lebe seit seinem 14. Lebensjahr mit seiner Familie in der Schweiz und habe sich
grundsätzlich gut integriert. Die Beziehung zu seiner Familie sei sehr eng, habe er doch
bereits vor sowie nach dem Strafvollzug bei seinen Eltern gewohnt. Er habe sich im
Alter von 24 und 25 Jahren am Drogenhandel mit 1‘200 g Kokain beteiligt. Er sei somit
als eher junger Erwachsener straffällig geworden. Die überwiegende Mehrheit der stark
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delinquenzbelasteten Jugendlichen und jungen Erwachsenen würde ihre
Delinquenzkarriere als Erwachsene abbrechen. Es bestünden verschiedene konkrete
Anzeichen dafür, dass er aus seiner Verurteilung vom 19. Februar 2015 und der
Verbüssung der teilbedingten Freiheitsstrafe von 12 Monaten eine charakterliche
Reifung durchgemacht habe. Während dem Strafvollzug habe er sich stets vorbildhaft
verhalten und sich bereits dort um eine Arbeitsstelle nach der Entlassung bemüht.
Nach seiner Entlassung aus dem Strafvollzug habe er per 18. Juli 2016 eine Stelle bei
der A AG, W., antreten können und arbeite immer noch dort. Dies zeige, dass er mit
seiner kurzen kriminellen Karriere abgeschlossen habe und der Ausstieg aus der
Delinquenz nachhaltig gelungen sei. Der Strafvollzug habe bei ihm einen
bemerkenswerten Resozialisierungsprozess in Gang gesetzt. Er sei gewillt und fähig,
sich an die Schweizer Rechtsordnung zu halten. Es könne von einer positiven
Legalprognose ausgegangen werden. Zwangsmassnahmen dürften grundsätzlich nicht
ohne Verwarnung angeordnet werden. Aus dem Bundesgerichtsurteil 2C_378/2012
vom 1. November 2012 Erwägung 3.4.1 ergebe sich im Umkehrschluss, dass vor
Anordnung einer Zwangsmassnahme zuerst eine mildere Massnahme anzuordnen sei.
Dies hätte auch im vorliegenden Fall erfolgen müssen, da es sich bei seinem
Drogendelikt klar um keinen besonders schweren Straffall handle. Eine qualifizierte
Widerhandlung gegen das BetmG sei weder als speziell verwerflich zu qualifizieren
noch betreffe diese besonders hochwertige Rechtsgüter. Nicht ohne Grund würden
sich bei Drogendelikten eigentlich nie Geschädigte oder Opfer finden. Das Verfahren
finde einzig zwischen dem Staat und dem Beschuldigten statt. In der Praxis würden
verhältnismässig hohe Strafen ausgefällt, wo hingegen bei Gewalt- und Sexualdelikten
verhältnismässig milde Strafen gesprochen würden. Im Gegenteil zu den
Drogendelikten würden sich bei Gewaltdelikten auch immer direkt Betroffene, sei es ein
Opfer oder ein Angehöriger eines Opfers, finden lassen. Darum bewirkten Gewalt- oder
Sexualdelikte in ausländerrechtlicher Hinsicht ein klar höheres Schutzbedürfnis als
Drogendelikte.
3.1. Nach Art. 63 Ingress AuG kann die Niederlassungsbewilligung widerrufen werden.
Der Widerruf einer Niederlassungsbewilligung muss stets verhältnismässig sein, was
aus Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR
101, BV) hervorgeht und im Anwendungsbereich des Ausländergesetzes von Art. 96
Abs. 1 AuG verdeutlicht wird. Greift ein Widerruf der Niederlassungsbewilligung in das
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von Art. 13 Abs. 1 BV und Art. 8 Ziff. 1 EMRK geschützte Privat- oder Familienleben
ein, ergibt sich das Erfordernis einer Verhältnismässigkeitsprüfung zudem aus Art. 36
Abs. 3 BV und Art. 8 Ziff. 2 EMRK. In diesem Rahmen stellen das Bundesgericht und
der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte auf die gleichen Aspekte ab. Zu
beachten sind zum einen Art und Schwere der vom Betroffenen begangenen
Straftaten, wobei sich das migrationsrechtliche Verschulden - ausgehend von der
verfahrensauslösenden Verurteilung - erst aus einer Gesamtbetrachtung des
deliktischen Verhaltens bis zum angefochtenen Urteil ergibt. Dabei spielt das Alter der
betroffenen Person bei der (jeweiligen) Tatbegehung ebenso eine Rolle wie die Art,
Anzahl und Frequenz der Delikte. Ins Gewicht fallen zum anderen die Dauer des
Aufenthalts im Land, die seit der Tatbegehung verstrichene Zeit und das Verhalten des
Betroffenen während dieser, die sozialen, kulturellen und familiären Bindungen zum
Aufenthaltsstaat und zum Herkunftsland, der gesundheitliche Zustand des Betroffenen
sowie die mit der aufenthaltsbeendenden Massnahme verbundene Dauer der
Fernhaltung. Während die Niederlassungsbewilligung der ausländischen Person, die
sich schon seit langer Zeit in der Schweiz aufhält, nur mit besonderer Zurückhaltung
widerrufen werden soll, ist diese Massnahme bei wiederholter bzw. schwerer
Delinquenz selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn die ausländische Person hier
geboren ist und sie ihr ganzes bisheriges Leben im Land verbracht hat (vgl. BGer
2C_26/2017 vom 25. April 2017 E. 3.2 mit Hinweisen).
Bei schweren Straftaten, wozu auch Drogendelikte aus rein finanziellen Motiven
gehören können, muss zum Schutz der Öffentlichkeit ausländerrechtlich selbst ein
geringes Restrisiko weiterer Beeinträchtigungen der dadurch gefährdeten Rechtsgüter
(Gesundheit; Leib und Leben usw.) nicht in Kauf genommen werden. Das
Bundesgericht stuft – in Übereinstimmung mit der in Europa vorherrschenden
Auffassung – diesbezüglich das öffentliche Interesse an der Wegweisung bzw. an der
Fernhaltung eines entsprechenden Täters hoch ein (vgl. BGE 139 I 31 E. 2.3.2 mit
Hinweisen). Nach der Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte
überwiegt bei Betäubungsmitteldelikten (ohne Konsum) das öffentliche Interesse an der
Ausweisung, falls keine besonderen persönlichen oder familiären Bindungen im
Aufenthaltsstaat bestehen. Ist die betroffene Person ledig und kinderlos, setzt sich
tendenziell das auf spezialpräventive Gründe gestützte öffentliche Interesse an der
Aufenthaltsbeendigung durch, sofern das Strafmass drei Jahre Freiheitsstrafe erreicht
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oder weitere erhebliche Delikte hinzukommen (vgl. Zünd/Hugi Yar,
Aufenthaltsbeendende Massnahmen im schweizerischen Aufenthaltsrecht,
insbesondere unter dem Aspekt des Privat- und Familienlebens, in: EuGRZ 2013/, S. 1
ff., dort N 28, siehe auch Art. 121 Abs. 3 BV und Art. 66a Abs. 1 lit. o des
Schweizerischen Strafgesetzbuches, SR 311.0, StGB, wonach der Drogenhandel eine
der Anlasstaten ist, welche, wäre sie nach dem 1. Oktober 2016 begangen worden,
grundsätzlich zu einer obligatorischen strafrechtlichen Landesverweisung geführt
hätte).
Bei jugendlichen Straftätern, welche im Gaststaat sozialisiert wurden, besteht bei
überwiegend nicht gewalttätigen Delikten grundsätzlich nur wenig Raum für die
Rechtfertigung einer Aufenthaltsbeendigung. Es bedarf in der Regel "sehr gewichtiger
Gründe", um die aufenthaltsbeendende Massnahme bei dieser Ausgangslage nicht als
konventionswidrig erscheinen zu lassen. Das Wohl des Jugendlichen und dessen
Wiedereingliederungschancen, die gefährdet erscheinen, wenn die familiären und
sozialen Banden aufgelöst werden und er im Gaststaat seine Wurzeln verliert, ist bei
der Interessenabwägung jeweils von besonderem, aber nicht allein
ausschlaggebendem Gewicht, falls den Jugendlichen mit seinem Heimatstaat mehr
verbindet als lediglich (noch) seine reine (weitgehend nicht mehr gelebte)
Staatsbürgerschaft (vgl. BGer 2C_224/2013 vom 27. November 2013 E. 2.3, BGer
2C_896/2014 vom 25. April 2015 E. 2.3 sowie BGer 2C_406/2014 vom 2. Juli 2015 E.
5.4 je mit Hinweisen).
3.2. Gemäss dem Entscheid des Kantonsgerichts vom 19. Februar 2015 (Dossier, S.
161-200, S. 174 f. und 186-189) beteiligte sich der Beschwerdeführer während sechs
Monaten, von September 2012 bis zu seiner Festnahme am 18. Februar 2013, als
Mitglied einer Bande (Hierarchiestufe 4: Verkauf an Endverbraucher, Exposition gegen
aussen, keine selbständige und direkte Verfügungsgewalt über grössere Mengen
Betäubungsmittel, Sicherheitsvorkehrungen gegen Enttarnung, mehrfache
Qualifikation) am Drogenhandel. Als Bandenmitglied müsse er sich die gesamte
umgesetzte Drogenmenge von 1‘270 g Kokaingemisch anrechnen lassen, was für seine
Hierarchiestufe stattlich sei. Gegenüber einem seiner Mittäter habe er gewisse
Weisungsbefugnisse inne gehabt. Zudem habe er teilweise für diesen gesorgt und ihn
in die Drogenszene eingeführt. Vom Kopf der Bande habe er Weisungen
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entgegengenommen. Sein Verschulden erachtete das Kantonsgericht als beachtlich,
wenn auch nicht ganz so schwer wie beim Anführer der Bande. Es hielt fest, dass der
Beschwerdeführer nicht aus finanzieller Not heraus delinquierte. Er habe gearbeitet und
einen guten Lohn erzielt, über den er weitgehend habe verfügen können, da er noch in
seinem Elternhaus gewohnt habe und nur ca. CHF 700 bis CHF 800 für Wohnen und
Essen habe abgeben müssen. Die persönlichen Verhältnisse wirkten sich weder positiv
noch negativ auf die Strafzumessung aus. Der Beschwerdeführer sei nicht
drogenabhängig gewesen, auch wenn er Kokain konsumiert habe, was strafmildernd
zu berücksichtigen sei. Er habe sich nur zu einem Teilgeständnis durchringen können.
Er habe versucht die Ergebnisse der Untersuchung mittels verharmlosenden
Eingeständnissen herabzumindern. Von echter Einsicht und Reue könne nicht die Rede
sein. Immerhin hielt das Kantonsgericht dem Beschwerdeführer zugute, dass er nicht
vorbestraft sei, in stabilen Verhältnissen lebe, seit August 2014 keine Drogen mehr
konsumiert und eine Kehrtwende in seinem Leben vollzogen habe.
Wie die Vorinstanz in Erwägung 3a/bb des angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 6 f.)
vor diesem Hintergrund mit Recht festgehalten hat, wiegt das Verschulden des
Beschwerdeführers angesichts der ausgefällten Freiheitsstrafe von drei Jahren in
ausländerrechtlicher Hinsicht schwer. Obwohl er selbst nicht drogenabhängig war und
über ein festes Arbeitseinkommen verfügte, hat er in einer Bande ohne Not wissentlich
und willentlich sowie aus rein finanziellen Motiven die Gesundheit einer Vielzahl von
Konsumenten gefährdet. Soweit er unter diesen Umständen mit Verweis auf Gewalt-
und Sexualdelikte glauben machen will, dass es sich nicht um einen „speziell
verwerflichen Straffall“ handelt und keine „besonderen hochwertigen Rechtsgüter“
betroffen seien, grenzt seine Argumentation an eine grobe Verharmlosung der von ihm
begangenen Delikte. Ein solches Verhalten zeugt von Unbelehrbarkeit und
Geringschätzung der hiesigen Rechtsordnung. Negativ ins Gewicht fällt weiter, dass
die verfahrensauslösende Verurteilung nicht die erste und auch nicht die letzte Strafe
gegen den Beschwerdeführer darstellt. Er liess sich von der Vorstrafe mit warnendem
Charakter im Jahr 2009 und der Eröffnung eines Strafverfahrens im September 2012
gegen ihn (Dossier, S. 232-236) von weiteren Straftaten nicht abhalten, sondern
steigerte seine Delinquenz im Gegenteil drastisch. Sodann musste er nach seiner
Verurteilung am 19. Februar 2015 am 17. August 2015 – unter anderem wegen
mehrfacher Übertretung des BetmG – und am 19. Juli 2017 erneut strafrechtlich
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belangt werden. Dies spricht gegen die vom Kantonsgericht beschriebene
„Kehrtwende“, selbst wenn er seit August 2014 keine Drogen mehr konsumiert haben
will. Im Übrigen lebte er vor und während seiner Drogendelinquenz in stabilen
Verhältnissen. Die „Kehrtwende“ fällt im ausländerrechtlichen Verfahren ferner kaum ins
Gewicht. Strafrecht und Ausländerrecht verfolgen unterschiedliche Ziele und sind
unabhängig voneinander anzuwenden. Der Straf- und Massnahmenvollzug hat nebst
der Sicherheitsfunktion eine resozialisierende bzw. therapeutische Zielsetzung; für die
Fremdenpolizeibehörden steht demgegenüber das Interesse der öffentliche Ordnung
und Sicherheit im Vordergrund, woraus sich ein im Vergleich mit den Straf- und
Strafvollzugsbehörden strengerer Beurteilungsmassstab ergibt (vgl. BGE 137 II 233
E. 5.2.2 mit Hinweisen). Entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers bestehen
begründete Zweifel daran, dass er sich künftig wohlverhalten und Verantwortung für
sein Handeln übernehmen wird. Daran ändert nichts, dass er sich während dem
Strafvollzug angeblich stets vorbildhaft verhalten haben will. Dies ist nicht als
besondere Leistung zu würdigen, zumal die im Strafvollzug vorhandene,
verhältnismässig engmaschige Betreuung keine verlässlichen Rückschlüsse auf das
Verhalten in Freiheit zulässt (vgl. BGer 2C_749/2015 vom 10. September 2015 E. 2.4
mit Hinweisen). Das Risiko, dass er weitere Drogendelikte begehen wird, muss
ausländerrechtlich nicht hingenommen werden. Der Beschwerdeführer war zur Zeit der
Tat 24 Jahre alt war. Die zur Diskussion stehenden Tatbeiträge, welche von erheblicher
krimineller Energie zeugen, gehen eindeutig über blosse Sozialisationsschwierigkeiten
während der Adoleszenz hinaus. Im Weiteren darf ausserhalb des Geltungsbereichs
des Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der
Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die
Freizügigkeit (SR 0.142.112.681, FZA) auch generalpräventiven Gesichtspunkten
Rechnung getragen werden (vgl. BGer 2C_28/2014 vom 21. Juli 2014 E. 6.6.3).
Insgesamt besteht ein erhebliches öffentliches Interesse am Widerruf der
Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers, welches nur durch entsprechend
gewichtige private Interessen aufgewogen werden kann.
3.3. Der gesunde, kinderlose und ledige Beschwerdeführer reiste am 7. September
2002 im Alter von 14 Jahren in die Schweiz ein. Er hält sich mithin seit über 15 Jahren
und damit rund die Hälfte seines Lebens hierzulande auf, weshalb er ein gesteigertes
Interesse an einem weiteren Verbleib in der Schweiz hat. Als in der Schweiz besonders
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gut integriert oder gar verwurzelt kann er aber nicht betrachtet werden. Trotz des
langen Aufenthalts hat er es nicht geschafft, sich der herrschenden Rechtsordnung
anzupassen. Die ihm gebotenen Chancen wusste er nicht zu nutzen. Im Alter von 24
Jahren hat er mindestens ein halbes Jahr lang ohne Not – er ging einer geregelten
Arbeit auf dem Bau nach – und trotz seiner familiären Verankerung (sein Bruder und
seine Eltern leben in der Schweiz) als nichtsüchtiger Händler bandenmässig mit Kokain
gehandelt. Anhaltspunkte dafür, dass er sich ausserfamiliär nennenswert in die
Schweizer Gesellschaft eingebracht hätte, finden sich nicht. Es sind keine Hinweise auf
einen schweizerischen Bekanntenkreis aktenkundig. Auch hat der Beschwerdeführer in
Verletzung seiner weitreichenden Mitwirkungspflicht (Art. 90 AuG) nicht dargetan, ob er
nach wie vor eine intakte Beziehung zu seiner Freundin K. (Dossier, S. 221, 267 und
317 Ziff. 4) unterhält und ob diese über ein gefestigtes Aufenthaltsrecht in der Schweiz
verfügt, falls sie sich hierzulande aufhält. Weiter ist nicht ersichtlich und wird von ihm
nicht weiter substantiiert, dass er keinerlei Beziehungen zu seinem Heimatland
Mazedonien unterhielte und ihm die dortigen Verhältnisse nicht mehr vertraut wären,
obgleich er dort die prägende Kindheit und teilweise die Jugend verbracht hat. Es kann
nicht gesagt werden, dass ihn nur noch die Staatsbürgerschaft mit Mazedonien
verbinde. Dies zeigt sich etwa daran, dass er Weihnachten 2012 in Mazedonien
verbrachte (Dossier, S. 120). Überdies ist er seiner Heimat sozial verbunden, lebt doch
ein Teil seiner Verwandtschaft („Onkel und so“) dort (Dossier, S. 258). Er spricht eine
der dortigen Amtssprachen. Sein in der Schweiz erworbenes Wissen wird es ihm
erlauben, in der Heimat mit Unterstützung von Verwandten und Freunden Fuss zu
fassen. Er wird in seiner Heimat nicht auf unüberwindbare Integrationsschwierigkeiten
stossen, selbst wenn ihm sein Heimatland nicht die gleichen beruflichen Perspektiven
bieten kann wie die Schweiz. Durch die Anwesenheitsbeendigung wird keine objektiv
feststellbare positive Persönlichkeitsentwicklung beeinträchtigt. Seine
verwandtschaftlichen Beziehungen in der Schweiz kann er über die Grenzen hinweg
besuchsweise und via moderne Kommunikationsmittel pflegen. Gesamthaft betrachtet
kam die Vorinstanz in Erwägung 3c des angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 9) zu
Recht zum Schluss, dass das öffentliche Interesse an der Rückkehr des
Beschwerdeführers nach Mazedonien seine privaten Interessen an einem weiteren
Verbleib in der Schweiz überwiegt. Nachdem der Beschwerdeführer nach seiner
Verurteilung am 19. Februar 2015 am 17. August 2015 und 19. Juli 2017 erneut
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straffällig wurde, fällt im Übrigen eine Verwarnung, welche zumindest bei Vorliegen
einer schweren Delinquenz einem Bewilligungswiderruf nicht zwingend vorangehen
muss (vgl. BGer 2C_446/2014 vom 5. März 2015 E. 4.1 mit Hinweisen), als mildere
Massnahme ausser Betracht. Der vom Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang
angerufene Entscheid BGer 2C_378/2012 vom 1. November 2012, welcher ein
Tierhalteverbot betraf, ist vorliegend nicht einschlägig. Der Widerruf der Niederlassung
erweist sich als verhältnismässig. Die Beschwerde ist abzuweisen.
4. (...).