Decision ID: b2e4ec36-88d7-452d-aeec-5aa11694333e
Year: 2016
Language: de
Court: BL_SG
Chamber: BL_SG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: public_law

Sachverhalt:
1. Mit Veranlagungsverfügung der Staatssteuer 2013 vom 25. Juni 2015 wurde der Pflich-
tige zu einem steuerbaren Einkommen von Fr. 67‘678.-- bei einem satzbestimmenden Ein-
kommen von Fr. 33‘970.-- veranlagt.
2. Mit Eingabe vom 8. Juli 2015 erhob der Pflichtige Einsprache u.a. mit dem sinngemäs-
sen Begehren, auf die Aufrechnung des in der Veranlagungsverfügung der Staatssteuer 2013
ausgewiesenen Nettoliegenschaftsertrags der in B._ gelegenen Liegenschaft in Höhe von
Fr. 1‘050.-- sei zu verzichten. Zur Begründung führte er u.a. aus, der Nettoliegenschaftsertrag
des Elternhauses in B._ sei bereits vom italienischen Fiskus besteuert worden. Aufgrund
der Steuerhoheit Italiens und aufgrund des Doppelbesteuerungsverbotes dürfe die Schweiz den
Nettoliegenschaftsertrag lediglich satzbestimmend berücksichtigen. Dasselbe gelte auch für die
Vermögenssteuer.
3. Mit Einsprache-Entscheid vom 25. April 2016 wies die Steuerverwaltung die Einsprache
in diesem Punkt ab. Hinsichtlich der ausländischen Liegenschaft sei es korrekt, dass der ent-
sprechende Wert lediglich für die Bestimmung des anwendbaren Steuersatzes massgebend
sei. Der entsprechende Betrag sei nach Italien ausgeschieden worden.
4. Mit Eingabe vom 25. Mai 2016 erhob der Pflichtige gegen den Einsprache-Entscheid
Rekurs und beantragte sinngemäss, es sei auf die Aufrechnung des in der Veranlagungsverfü-
gung der Staatssteuer 2013 ausgewiesenen Nettoliegenschaftsertrags der in B._ gelegenen
Liegenschaft in Höhe von Fr. 1‘050.-- zu verzichten. Zur Begründung führte er aus, im steuerba-
ren Einkommen sei der Eigenmietwert der italienischen Liegenschaft in Höhe von Fr. 1‘050.--
enthalten, womit eine unzulässige Doppelbesteuerung vorliege.
5. Mit Vernehmlassung vom 5. Juli 2016 beantragte die Steuerverwaltung die Abweisung
des Rekurses. Zur Begründung verwies sie vollumfänglich auf die Ausführungen im Einsprache-
Entscheid vom 25. April 2016 und führte ergänzend aus, die korrekte Steuerausscheidung sei
bei genauerer Betrachtung klar ersichtlich.
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Der Präsident des Steuergerichts zieht in Erwägung:
1. Das Steuergericht ist gemäss § 124 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteu-
ern (Steuergesetz) vom 7. Februar 1974 (StG) zur Beurteilung des vorliegenden Rekurses zu-
ständig. Gemäss § 129 Abs. 1 StG werden Rekurse, deren umstrittener Steuerbetrag wie im
vorliegenden Fall Fr. 2'000.-- pro Steuerjahr nicht übersteigt, vom Präsidenten des Steuer-
gerichts als Einzelrichter beurteilt.
Da die in formeller Hinsicht an einen Rekurs zu stellenden Anforderungen erfüllt sind, ist
ohne weitere Ausführungen darauf einzutreten.
2. Strittig ist vorliegend, ob die Ausscheidung der Einkünfte aus der Liegenschaft in Italien
korrekt erfolgt ist.
a) Gemäss § 6bis Abs. 1 StG ist die Steuerpflicht bei persönlicher Zugehörigkeit
von natürlichen Personen unbeschränkt; sie erstreckt sich aber nicht auf Geschäftsbetriebe,
Betriebsstätten und Grundstücke ausserhalb des Kantons.
Bei wirtschaftlicher Zugehörigkeit beschränkt sich die Steuerpflicht auf die Teile
des Einkommens und Vermögens, für die gemäss diesem Gesetz eine Steuerpflicht im Kanton
besteht. Sie erfasst auch jene Einkünfte, die sich bei Beendigung der Steuerpflicht ergeben (Li-
quidationsgewinne und ähnliches) (Abs. 2).
Die Abgrenzung der Steuerpflicht für Geschäftsbetriebe, Betriebsstätten und
Grundstücke von natürlichen Personen erfolgt im Verhältnis zu anderen Kantonen und zum
Ausland nach den Grundsätzen des Bundesrechts über das Verbot der interkantonalen Dop-
pelbesteuerung. Wenn ein Unternehmen Verluste aus einer ausländischen Betriebsstätte mit
inländischen Gewinnen verrechnet hat, innert der folgenden 7 Jahre aber aus dieser Betriebs-
stätte Gewinne verzeichnet, so ist im Ausmass der im Betriebsstättestaat verrechenbaren Ge-
winne eine Revision der ursprünglichen Veranlagung vorzunehmen; die Verluste aus dieser
Betriebsstätte werden in diesem Fall in der Schweiz nachträglich nur satzbestimmend berück-
sichtigt. In allen übrigen Fällen sind Auslandsverluste ausschliesslich satzbestimmend zu be-
rücksichtigen (Abs. 3).
b) Natürliche Personen unterliegen im Sinne von Art. 6 Abs. 1 DBG und Art. 3 Abs.
1 StHG bei persönlicher Zugehörigkeit (steuerrechtlicher Wohnsitz und Aufenthalt) der unbe-
schränkten Steuerpflicht. Diese umfasst grundsätzlich das weltweite Einkommen und Vermögen
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aus inländischen und ausländischen Quellen, wobei ausländische Grundstücke ausdrücklich
vom Gesamteinkommensprinzip ausgenommen sind. Einkünfte aus im Ausland belegenem
unbeweglichem Vermögen können somit bereits nach unilateralem Aussensteuerrecht in dem
Staat besteuert werden, in dem das Vermögen liegt. Für die Bestimmung des auf das weltweite
Einkommen anwendbaren Steuersatzes werden im Sinne von Art. 7 Abs. 1 DBG diese Einkünf-
te mitberücksichtigt (Progressionsvorbehalt). Einkünfte aus ausländischem unbeweglichem
Vermögen sind somit in der Schweiz nur von der Bemessungsgrundlage ausgenommen. Die
Abgrenzung der Steuerpflicht für ausländische Grundstücke erfolgt nach den Grundsätzen des
Bundesrechts über das Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung. Das Steuersubstrat
wird zwischen der Schweiz und dem ausländischen Staat aufgeteilt, das heisst es wird eine
Steuerausscheidung vorgenommen. Die Steuerausscheidung erfolgt aufgrund eines direkten
Verweises (in Art. 6 Abs. 3 DBG) nach den Regeln des interkantonalen Steuerrechts. Im inter-
kantonalen Steuerrecht begründet Grundeigentum ein Spezialsteuerdomizil, indem derjenige
Kanton bzw. diejenige Gemeinde Einkünfte aus Grundeigentum besteuern darf, in welchem das
Grundstück liegt. Gewinnungskosten gehen dabei direkt zu Lasten der Liegenschaftserträge.
Entstehen Gewinnungskostenüberschüsse, sind diese vom Hauptsteuerdomizil - der Steuerho-
heit der unbeschränkten Steuerpflicht - zu übernehmen. Im internationalen Verhältnis werden
Einkünfte aus unbeweglichem Vermögen abzüglich der mit diesen Einkünften in Zusammen-
hang stehenden Gewinnungskosten der ausländischen Steuerhoheit zur Besteuerung zugewie-
sen. Entsteht ein Gewinnungskostenüberschuss im Ausland, kann dieser von der schweizeri-
schen Bemessungsgrundlage nicht in Abzug gebracht werden, wird bei der Ermittlung des
Steuersatzes aber berücksichtigt. Dasselbe gilt für Schuldzinsenüberschüsse, welche nur vom
satzbestimmenden Einkommen in Abzug gebracht werden können. Bei der Staatssteuer sind
Gewinnungskosten- und Schuldzinsenüberschüsse in der Regel so zu übernehmen, wie sie
auch im interkantonalen Verhältnis getragen werden müssen. In der Schweiz unbeschränkt
Steuerpflichtige mit Grundeigentum im Ausland können damit Schuldzinsen- und Gewinnungs-
kostenüberschüsse aus ausländischem Grundeigentum sowohl vom satzbestimmenden wie
auch vom steuerbaren Einkommen in Abzug bringen (Vgl. Natalie Peter, in: Zwei-
fel/Besuch/Matteotti (Hrsg.) Kommentar zum internationalen Steuerrecht, Art. 6 OECD-MA N
1ff.).
Die Schulden- und Schuldzinsverlegung richtet sich nach innerstaatlichen Nor-
men. Gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zum interkantonalen Doppelbesteue-
rungsverbot wendet die Schweiz im Verhältnis zum Ausland grundsätzlich eine proportionale
Schulden und Schuldzinsverlegung an. Schulden werden gemäss den interkantonalen Grund-
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sätzen nach Lage der Gesamtaktiven verlegt, Schuldzinsen im Verhältnis der Vermögenserträ-
ge (vgl. Simonek, a.a.O., Art.23 A, B OECD-MA N 84f.).
3. a) Der Rekurrent besitzt vorliegend eine Liegenschaft in B._ (Italien). Daraus
folgend wurde diesem in der Veranlagung zur Staatssteuer 2013 vom 25. Juni 2015 ein Betrag
von Fr. 1‘050.-- aufgerechnet und die Aufrechnung im Einsprache-Entscheid vom 25. April 2016
bestätigt. Dabei verfügte die Vorinstanz unter Ziff. 2. „Das steuerbare Gesamteinkommen wird
von Fr. 67‘941 auf Fr. 65‘014 reduziert“. Nach Ansicht des Rekurrenten wurde die Ausschei-
dung der Einkünfte aus der italienischen Liegenschaft nach Italien aber nicht umgesetzt, son-
dern zur Besteuerung mit dem übrigen Einkommen an seinen Wohnsitz in der Schweiz zuge-
wiesen.
b) Festzustellen ist zunächst, dass im Einsprache-Entscheid vom 25. April 2016 die
Formulierung unter Ziff. 2 des Dispositivs insofern nicht korrekt ist, als dass es sich beim Betrag
von Fr. 65‘014.-- nicht um das steuerbare, sondern um das satzbestimmende Einkommen (oh-
ne Berücksichtigung Vollsplitting) handelt. Den interkantonalen Ausscheidungsregeln folgend,
wurde jedoch der Eigenmietwert betreffend die ausländische Liegenschaft bereits in der Veran-
lagung lediglich satzbestimmend und nicht auch im steuerbaren Einkommen berücksichtigt. Der
komplette Liegenschaftsertrag beläuft sich auf Fr. 28‘500.--. Davon wurden Fr. 27‘000.-- dem
Wohnsitzstaat (Schweiz) zugewiesen und Fr. 1‘500.-- nach Italien ausgeschieden. Eine Dop-
pelbesteuerung liegt damit nicht vor.
c) Nicht erwähnt wurde zudem im Einsprache-Entscheid vom 25. April 2016, dass
sich das Vermögen nach Umlagerung gemäss § 31 des Dekrets zum Steuergesetz vom 19.
Februar 2009 (Dekret) erhöht. Veranlagt wurden in der Veranlagungsverfügung vom 25. Juni
2015 satzbestimmend und steuerbar Fr. 8‘389.--. Nach Berücksichtigung eines Reinvermögens
von Fr. 173‘051.-- und unter Berücksichtigung des Sozialabzugs nach § 50 Abs. 1 lit. a StG in
Höhe von Fr. 150‘000.-- verbleibt im Kanton Basel-Landschaft ein steuerbares Vermögen von
Fr. 23‘051.--. Das satzbestimmende Vermögen beträgt unverändert Fr. 8‘389.--. Für ein Vermö-
gen welches nach § 51 StG satzbestimmend sowie steuerbar unter Fr. 10‘000.-- liegt, fällt keine
Vermögenssteuer an. Eine solche wird erst ab einem steuerbaren sowie satzbestimmenden
Vermögen von Fr. 10‘000.-- erhoben. Insofern wird das Vermögen zwar betragsmässig erhöht,
zeitigt aber keine Auswirkungen zu Lasten des Rekurrenten, weshalb sich daraus keine Verän-
derung zu Ungunsten des Steuerpflichtigen ergibt.
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Hinsichtlich der Schuldzinsverlegung ist festzuhalten, dass diese ebenfalls nicht
zu beanstanden ist und korrekt vorgenommen wurde.
d) Nach dem Gesagten ist das satzbestimmende Einkommen gemäss dem Ein-
sprache-Entscheid vom 25. April 2016 von Fr. 65‘014.-- unter Berücksichtigung des Splittingta-
rifs auf Fr. 32‘507.-- festzulegen. Das steuerbare Einkommen reduziert sich von Fr. 67‘678.--
gemäss Veranlagung vom 25. Juni 2015 um Fr. 2‘926.-- auf Fr. 64‘752.--. Diese Differenz ergibt
sich aus dem Anteil der Fahrtkosten in selbiger Höhe, welche bereits im Einsprache-Entscheid
berücksichtigt werden konnten. Das steuerbare Vermögen ist auf Fr. 23‘051.-- festzusetzen.
Damit erweist sich der Rekurs als begründet und ist teilweise gutzuheissen.
4. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind dem Rekurrenten reduzierte Verfah-
renskosten in Höhe von Fr. 200.-- aufzuerlegen (§ 130 StG i.V.m. § 20 des Gesetzes über die
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung vom 16. Dezember 1993 [VPO]).
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