Decision ID: 6d35ce87-d2e0-52b8-865f-6710438f307c
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Mattias Dolder, Poststrasse 23, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
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Sachverhalt:
A.
A._ meldete sich am 2. Februar 2000 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Die
B._ gab der IV-Stelle am 14. Februar 2000 an, sie beschäftige die Versicherte als
Hilfsarbeiterin. Ohne den Gesundheitsschaden würde der Lohn ca. Fr. 3150.- betragen
(IV-act. 2-2/14). Dr. med. C._, Allgemeine Medizin FMH, berichtete am 16. Februar
2000, die Versicherte sei zu 50% arbeitsfähig. Die Diagnosen lauteten: Zustand nach
anteroseptalem Myocardinfarkt 1998, Zustand nach Diskushernienoperation L5/S1
1999, Zustand nach PMP-Blutung wegen Cervikalpolyp, Curettage wegen Blutung (IV-
act. 3). Die B._ teilte am 30. März 2000 ergänzend mit, die effektive Leistung der
Versicherten betrage höchstens noch 50% (IV-act. 5). Die IV-Stelle verglich ein
Valideneinkommen von Fr. 40'950.- mit einem zumutbaren Invalideneinkommen von Fr.
20'475.- und ermittelte so einen Invaliditätsgrad von 50% (IV-act. 6). Mit einer
Verfügung vom 26. Juni 2000 sprach sie der Versicherten eine halbe Invalidenrente zu
(IV-act. 10).
B.
Im Rahmen eines von Amtes wegen eröffneten Rentenrevisionsverfahrens gab die
B._ am 8. Oktober 2002 an, sie beschäftige die Versicherte zu 50%. Ohne den
Gesundheitsschaden würde die Versicherte ca. Fr. 3250.- verdienen (IV-act. 15). Die IV-
Stelle verglich ein Valideneinkommen von Fr. 42'250.- mit einem zumutbaren
Invalideneinkommen von Fr. 21'125.- und ermittelte so einen Invaliditätsgrad von 50%
(IV-act. 16). Am 14. Oktober 2002 teilte sie der Versicherten mit, dass weiterhin ein
Anspruch auf die halbe Invalidenrente bestehe (IV-act. 17). Die Versicherte füllte am
25. Oktober 2005 einen Fragebogen für die Rentenrevision aus (IV-act. 22). Die B._
gab am 2. November 2005 an, die Versicherte arbeite nach wie vor zu 50%. Ohne den
Gesundheitsschaden würde der Lohn der Versicherten ca. Fr. 3400.- betragen (IV-act.
24). Dr. C._ gab am 19. Dezember 2005 an, der Gesundheitszustand der
Versicherten sei unverändert (IV-act. 26). Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 25.
Januar 2006 mit, dass sie weiterhin die halbe Invalidenrente ausrichten werde (IV-act.
29).
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C.
Die Versicherte füllte am 10. März 2009 eine Anmeldung zum Bezug von IV-Leistungen
aus. Dabei gab sie an, sie sei seit August 2008 zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 34). Die
IV-Stelle forderte die Versicherte am 17. März 2009 auf, eine relevante Veränderung
des Invaliditätsgrads glaubhaft zu machen (IV-act. 35). Da die Versicherte darauf nicht
reagierte, trat die IV-Stelle am 23. April 2009 nicht auf das Rentenrevisionsgesuch ein
(IV-act. 37). Am 20. Juli 2009 liess die Versicherte erneut ein Revisionsgesuch stellen
und beantragen, es sei ihr eine ganze Invalidenrente zuzusprechen; eventualiter sei ein
interdisziplinäres Gutachten einzuholen und dann über die gesetzlichen Leistungen neu
zu befinden (IV-act. 45). Sie reichte einen Bericht von Dr. C._ vom 3. Juli 2009 und
einen Austrittsbericht der Klinik Gais vom 17. April 2009 ein. Laut diesem
Austrittsbericht hatte sie sich am 10. Dezember 2008 einer zweifachen AC-
Bypassoperation und einer PCTA und einem Stenting der hochgradigen RCX-Stenose
unterziehen müssen. Während des Klinikaufenthalts hatte sie regelmässig und
engagiert an einer Bewegungstherapie teilgenommen. Zuletzt war sie den
Anforderungen der drittstärksten von sechs Belastungsgruppen gewachsen gewesen
(IV-act. 47-2/5 bis 5/5). Dr. C._ führte in seinem Bericht aus, als der Versicherten am
31. Mai 2008 gekündigt worden sei, seien die körperlichen Beschwerden, insbesondere
die chronischen Rückenschmerzen und die Kniebeschwerden bds., wieder vermehrt in
den Vordergrund getreten. Die koronare und hypertensive Herzkrankheit habe sich
verschlechtert, so dass im Dezember 2008 ein Stent habe implantiert werden müssen.
Ausserdem sei die Versicherte ausgebrannt (seit dem 15. Altersjahr Fabrikarbeit,
Ehemann gesundheitlich nicht belastbar, Sohn mit einer Stoffwechselkrankheit,
weshalb speziell gekocht werden müsse). Das Verweigern einer Rentenerhöhung würde
zu einer schwierigen Akzentuierung der Burn-out-Problematik führen. Die Versicherte
sollte aufgrund der kardiovaskulären Risikofaktoren und der familiären Belastung zu
100% berentet werden (IV-act. 47-1/5). Dr. med. D._ vom RAD hielt dazu am 29. Juli
2009 fest, dass eine Verschlechterung des Gesundheitszustands eingetreten sei
(koronarer Bypass links 10.12.08, Stentimplantation rechts 19.12.08). Die funktionellen
Werte nach der stationären kardialen Rehabilitation in Gais sprächen nicht gegen eine
verwertbare Arbeitsfähigkeit. Dr. C._ habe IV-fremde Gründe angegeben (IV-act. 48).
D.
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Dr. C._ berichtete am 4. August 2009, die Versicherte sei in der bisherigen zu
75-100% arbeitsunfähig. Er gab die folgenden Diagnosen an: CHK Infarkt 1998,
Rückenschmerzen (St. n. DH Op. L5/S1 1999), Adipositas, Burn-out sowie - ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit - lat. Diabetes, Hyperurikämie, familiäre Belastung
(IV-act. 49-1/27 bis 3/27). Gleichzeitig bestätigte er aber, dass die Versicherte vier
Stunden täglich einer wechselbelastenden Tätigkeit nachgehen könne, wobei aber rein
stehende oder vorwiegend im Gehen auszuübende Tätigkeiten ausgeschlossen seien,
ebenso das Bücken, Über-Kopf-Arbeiten, Kauern, Knien, Rotieren im Sitzen/Stehen,
und auf Leitern/Gerüste Steigen (IV-act. 49-4/27). Er legte seinem Bericht u.a. ein
Schreiben von Dr. med. E._, Facharzt FMH für Kardiologie/Innere Medizin, vom 27.
April 2009 bei. Laut diesem Bericht waren nach zehn Jahren Beschwerdefreiheit im
Herbst 2008 wieder pektanginöse Beschwerden aufgetreten. Dr. E._ führte aus, die
invasive Abklärung habe eine Dreigefässerkrankung gezeigt. Daraufhin sei ein
Hybridverfahren mit zweifacher rein arterieller koronarer Revaskularisation und PCTA
mit Stentimplantation durchgeführt worden. Subjektiv gehe es der Versicherten nun
wieder gut. Sie sei deutlich leistungsfähiger. Sie gebe kaum pektanginöse
Beschwerden oder eine Dyspnoe an. Insgesamt sei die Versicherte mit ihrem Zustand
recht zufrieden. In der Ergometrie habe die Versicherte wieder ihren Sollwert mit
adäquatem Blutdruck- und Pulsverhalten geleistet (IV-act. 49-8/27). Prof. Dr. med.
F._, Chefarzt der Klinik für Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen,
hatte Dr. C._ am 2. September 2008 berichtet, von Seiten des Kniegelenks gehe es
der Versicherten nach der Knie-TP rechts vor einem Jahr sehr gut. Trotzdem klage sie
über starke Schmerzen lumbal und thorakal ohne Ausstrahlungen. Es bestehe der
Verdacht einer Osteoporose. Deshalb sollten Röntgenaufnahmen der LWS und der
BWS durchgeführt werden, um allfällige osteoporotische Frakturen festzustellen (IV-
act. 49-25/27). Dr. D._ vom RAD hielt am 17. August 2009 fest, die
Untersuchungsbefunde der Klinik Gais und die Nachkontrolle durch Dr. E._ zeigten
eine nachvollziehbare kompensierte kardiologische Situation (keine pektanginösen
Beschwerden, keine Dyspnoe/Herzinsuffizienzzeichen, normales Belastungs-EKG ohne
ST-Veränderungen oder Arrhythmiezeichen). Der Hausarzt habe eine zumutbare
Arbeitsfähigkeit adaptiert von 4 Std. pro Tag (Wechselbelastung, 10 kg Gewichtslimite,
ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule oder der Knie, kein Hocken oder
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Treppensteigen) bestätigt. Aufgrund der vollständigen kardialen Wiederherstellung sei
von einer Arbeitsfähigkeit von 50% auszugehen (IV-act. 50).
E.
Die IV-Stelle verglich ein Valideneinkommen von Fr. 46'103.- mit einem zumutbaren
Invalideneinkommen von Fr. 23'052.- und ermittelte so einen Invaliditätsgrad von 50%
(IV-act. 51). Mit einem Vorbescheid vom 31. August 2009 teilte sie der Versicherten mit,
dass sie beabsichtige, das Revisionsgesuch abzuweisen (IV-act. 54). Die Versicherte
liess am 16. September 2009 einwenden, gemäss dem Bericht von Dr. C._ vom
3. Juli 2009 bestehe keine Arbeitsfähigkeit mehr. Die IV-Stelle nehme nur eine
vorübergehende Verschlechterung an, wobei sie sich auf den RAD-Bericht vom 17.
August 2009 stütze. Dieser Bericht beruhe auf einer unvollständigen und von
unzutreffenden Annahmen ausgehenden Beurteilung. In diesem Bericht des RAD sei
angegeben worden, es bestehe keine Dyspnoe. Dr. E._ habe am 27. April 2009 aber
lediglich angegeben, die Versicherte habe deutlich weniger Dyspnoe als früher. Die
Versicherte liess weiter ausführen, die Schlussfolgerung im RAD-Bericht, wonach sie
wieder vollständig hergestellt sei, beziehe sich nur auf die kardiale Problematik. Diese
sei aber nicht die einzige. Sie leide auch an zunehmenden Beschwerden in den Knien
und im Rücken. Entsprechende Abklärungen seien unzulässigerweise unterblieben. Der
Burn-out und das Alter seien keine IV-fremden Faktoren. Von der höchstrichterlichen
Rechtsprechung sei das Alter als Umstand anerkannt worden, der dazu führen könne,
dass die Verwertung der verbliebenen Resterwerbsfähigkeit nicht mehr zumutbar sei.
Angesichts der zahlreichen Einschränkungen und angesichts des Alters könne sie
keinen Arbeitgeber mehr finden. Die verbliebene Arbeitsfähigkeit werde auf dem
Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt. Das Burn-out-Syndrom sei
eine psychosomatische Erkrankung, die hätte abgeklärt werden müssen. Vier
Arbeitsstunden pro Tag entsprächen nicht einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 50% und
im übrigen hätte ein "Leidensabzug" berücksichtigt werden müssen (IV-act. 51). Die
Eingliederungsberaterin hielt am 23. Dezember 2009 u.a. fest, sie könne die Frage, ob
die Versicherte leichte Arbeiten in einem Betrieb ausführen könne, nicht beantworten,
da sich diese nicht in der Lage fühle, in ein Einsatzprogramm oder nach G._ zu
gehen. Aus der Sicht der Eingliederung wären leichte Montagearbeiten unter
Berücksichtigung der vom RAD vorgegebenen Einschränkungen am Tisch sitzend im
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Wechsel stehend oder sitzend möglich (IV-act. 59-2/2). Mit einer Verfügung vom 4.
Januar 2010 wies die IV-Stelle das Rentenrevisionsgesuch ab. Sie machte geltend, die
Versicherte könne leichte Arbeiten ausführen. Ein Teilzeitabzug sei nicht erforderlich,
weil Teilzeitarbeit bei Hilfsarbeiterinnen im Verhältnis zur Vollzeitarbeit besser entlöhnt
werde (IV-act. 60).
F.
Die Versicherte liess am 20. Januar 2010 Beschwerde erheben und die Zusprache
einer ganzen Invalidenrente, eventualiter die Rückweisung der Streitsache an die
Beschwerdegegnerin zur Einholung eines interdisziplinären Gutachtens und zur
anschliessenden neuen Verfügung, beantragen. Zur Begründung wurde geltend
gemacht, der Anspruch auf rechtliches Gehör sei verletzt worden, weil die
Verfügungsbegründung unzureichend sei und weil die Beschwerdeführerin nicht vor
dem Erlass der angefochtenen Verfügung über die arbeitsmarktlichen Abklärungen
orientiert worden sei. Die Gehörsverletzung sei jedenfalls im Rahmen der
Kostenverlegung zu berücksichtigen. In materieller Hinsicht wurde ausgeführt, Dr.
C._ habe am 3. Juli 2009 sinngemäss angegeben, dass keine Arbeitsfähigkeit mehr
bestehe. Die Beschwerdegegnerin gehe trotzdem von einer vorübergehenden
Verschlechterung aus. Sie berufe sich auf den unvollständigen und auf unzutreffende
Annahmen abgestützten Bericht des RAD vom 17. August 2009. Entgegen der
Auffassung des RAD bestehe durchaus weiterhin eine Dyspnoe. Die gesundheitliche
Beeinträchtigung bestehe nicht nur aus der kardialen Problematik, denn die
Beschwerdeführerin habe auch Beschwerden in den Knien und im Rücken. Hier dränge
sich ein interdisziplinäres Gutachten auf. Burn-out und Alter seien keine IV-fremden
Faktoren. Die Beschwerdegegnerin habe gar keine arbeitsmarktlichen Abklärungen
vorgenommen. Am 23. Dezember 2009 habe die Eingliederungsverantwortliche
angegeben, sie könne die Frage, ob die Beschwerdeführerin leichte Tätigkeiten in
einem Betrieb ausführen könne, nicht beantworten. Trotzdem sei sie dann zum Schluss
gelangt, dass leichte Montagearbeiten möglich seien. Diese Widersprüchlichkeit
schliesse jeden Beweiswert aus. Die (bestrittene) Resterwerbsfähigkeit sei auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nicht mehr gefragt, weshalb auf jeden Fall ein Anspruch auf
eine ganze Rente bestehe. Eine tägliche Arbeitszeit von vier Stunden sei weniger als
50% und zudem müsse ein "Leidensabzug" berücksichtigt werden, so dass die
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laufende halbe Rente zu erhöhen sei, selbst wenn auf den RAD-Bericht vom 17. August
2009 abgestellt würde (act. G1).
G.
Dr. D._ vom RAD gab am 17. Februar 2010 an, die in der Beschwerde stark betonten
Rückenschmerzen seien im Bericht des Hausarztes nicht als Begründung angeführt
worden. Sie seien offensichtlich weder diagnostisch noch therapeutisch weiterverfolgt
worden. Sie seien im Hausarztbericht unter den subjektiven Angaben zusammen mit
"mag nicht mehr" und therapeutisch unter den medizinischen Massnahmen völlig
unspezifisch als "Rückenproblematik verbessern" erwähnt worden. Das sei
ausgesprochen wenig, um eine Begutachtung zu rechtfertigen. Da die
Rückenbeschwerden für den Hausarzt diagnostisch und therapeutisch kein
Schwerpunkt seien und er deshalb diesbezüglich inaktiv geblieben sei und da
Rückenschmerzen in der Bevölkerung relativ häufig beklagt würden, sei die
Offizialmaxime nicht verletzt worden, indem weitere medizinische Abklärungen
unterblieben seien (nicht nummeriert, nach IV-act. 67, vor IV-act. 1). Die
Beschwerdegegnerin beantragte am 25. Februar 2010 die Abweisung der Beschwerde.
Sie machte geltend, die angefochtene Verfügung enthalte eine kurze Stellungnahme
zum Einwand. Im übrigen wäre eine allfällige Gehörsverletzung praxisgemäss zu heilen.
Es stehe fest, dass eine kompensierte kardiologische Situation vorliege. Gemäss dem
Bericht des Kantonsspitals liege ein Jahr nach dem Einsetzen einer Knietotalprothese
ein unproblematischer Gesundheitszustand vor. Dr. C._ habe keine Abklärungen in
bezug auf den Verdacht auf eine Osteoporose vorgenommen. Das sei angesichts der
Anamnese nicht zu beanstanden. Die Rückenschmerzen schränkten die
Arbeitsfähigkeit höchstens in qualitativer Hinsicht ein, weshalb keine weiteren
Abklärungen notwendig seien, wie der RAD am 17. Februar 2010 zu Recht ausgeführt
habe. Für eine invalidisierende psychische Erkrankung fänden sich in den Akten keine
Hinweise. Deshalb sei von einer Arbeitsfähigkeit von 50% auszugehen. Der allgemeine
Arbeitsmarkt stellte geeignete Arbeitsplätze (z.B. Maschinenbedienung, Kontroll-,
Sortier-, Prüf- oder Verpackungsarbeiten) zur Verfügung. Das Valideneinkommen
belaufe sich auf Fr. 40'950.- (2000). Das zumutbare Invalideneinkommen sei
ausgehend vom massgebenden Tabellenlohn von Fr. 45'871.- zu ermitteln (ebenfalls
2000). Dieser Betrag sei bis zu einer positiven Differenz von 5% zu kürzen. Sämtliche
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von der Beschwerdeführerin angeführten invaliditätsfremden Faktoren seien durch
diese Parallelisierung abdeckt, so dass kein weiterer Abzug gerechtfertigt sei. Da die
Beschwerdeführerin nur noch leichte Arbeiten ausführen könne, sei ein sogenannter
"Leidensabzug" von 10% vorzunehmen. Das ergebe ein zumutbares
Invalideneinkommen von Fr. 19'349.-. Der Invaliditätsgrad belaufe sich somit auf 53%
(act. G4).
H.
Die Beschwerdeführerin liess am 16. März 2010 einwenden, die Beschwerdegegnerin
bestreite nicht, dass in bezug auf die arbeitsmarktlichen Abklärungen eine
Gehörsverletzung vorliege. Von einer neuen RAD-Stellungnahme vom 17. Februar
2010, auf welche die Beschwerdegegnerin verweise, habe sie bisher keine Kenntnis
gehabt. wenn die Beschwerdegegnerin behaupte, es fehlten Hinweise auf eine
psychische Erkrankung, so übersehe sie den Bericht von Dr. C._ vom 3. Juli 2009.
Dort seien im übrigen die Rückenbeschwerden noch vor der Herzkrankheit erwähnt
worden, was zeige, dass diese Beschwerden einen Schwerpunkt der Behandlung
darstellten. Die Beschwerdegegnerin gehe von einem zu tiefen Validen- und einem zu
hohen Invalideneinkommen aus. Insbesondere hätte ein "Leidensabzug" von 25%
erfolgen müssen (act. G7).
I.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 25. März 2010 auf eine Duplik (act. G9).

Erwägungen:
1.
Im Rentenrevisionsgesuch ist glaubhaft zu machen, dass sich der Invaliditätsgrad in
einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert habe (Art. 87 Abs. 3 IVV). Macht
der Gesuchsteller keine erhebliche Veränderung glaubhaft, darf die IV-Stelle nicht auf
das Gesuch eintreten. Die Beschwerdegegnerin ist konkludent auf das
Revisionsgesuch eingetreten. Das war korrekt, denn aufgrund der Angaben von Dr.
C._ vom 3. Juli 2009 war glaubhaft gemacht, dass der Invaliditätsgrad der
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Beschwerdeführerin in einem leistungsrelevanten Ausmass angestiegen war, auch
wenn die Begründung von Dr. C._ für die Erhöhung des Invaliditätsgrads weitgehend
Sachverhaltselemente betraf, die auf den ersten Blick invaliditätsfremd waren. Dr.
C._ gab nämlich auch an, dass im Jahr 2008 ein Stent habe implantiert werden
müssen. Dieser Umstand deutete auf eine Verschlimmerung der kardialen Situation hin,
was für sich allein bereits genügte, um eine leistungserhebliche Veränderung glaubhaft
zu machen.
2.
2.1 Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll
entsprechen (Art. 49 Abs. 3 Satz 2 ATSG). Die Begründung muss es dem
Verfügungsadressaten ermöglichen, die Verfügung sachgerecht anzufechten. Es
"müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich das
Sozialversicherungsorgan leiten liess und auf welche sich sein Entscheid stützt. Das
bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder behaupteten
Sachverhaltsdarstellung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss;
vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte
beschränken [...]. Weil die Sozialversicherungsorgane eine Vielzahl von Verfügungen zu
erlassen haben, dürfen an die Begründungsdichte vernünftigerweise keine hohen
Anforderungen gestellt werden" (Thomas Locher, Grundriss des
Sozialversicherungsrechts, 3.A., S. 459). Die Beschwerdegegnerin hat die
angefochtene Verfügung damit begründet, dass sich der Gesundheitszustand nur
vorübergehend verschlechtert habe und dass nach dem Therapieerfolg nun wieder der
frühere Arbeitsfähigkeitsgrad von 50% erreicht sei. Sie hat sich nicht im Einzelnen mit
den Einwendungen der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt, nämlich dass Dr.
C._ am 3. Juli 2009 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit angegeben und dass das
KSSG bereits am 2. September 2008 eine weitere Abklärung der Knie- und der
Rückenbeschwerden empfohlen habe. Zur Begründung gehört auch, was sich aus dem
Begründungswortlaut ableiten lässt. Aus der Aussage in der Verfügungsbegründung,
die Verschlechterung des Gesundheitszustands sei nur vorübergehend gewesen, kann
nur der Schluss gezogen werden, dass die Beschwerdegegnerin die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. C._ als nicht überzeugend gewürdigt hat, dass
sie in bezug auf die Knie- und Rückenbeschwerden bzw. deren Auswirkung auf die
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Arbeitsfähigkeit keinen weiteren Abklärungsbedarf gesehen hat und dass sie
vollumfänglich auf die Einschätzung des RAD vom 17. August 2009 abgestellt hat. Die
Verfügungsbegründung ist zwar sehr knapp ausgefallen, aber sie ist eindeutig und sie
hat die Beschwerdeführerin in die Lage versetzt, sachgerecht Beschwerde zu führen.
Es liegt also entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin in bezug auf die
massgebende Arbeitsunfähigkeit keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches
Gehör (in der Form einer ausreichenden Begründung) vor.
2.2 In der Stellungnahme vom 16. September 2009 zum Vorbescheid hat die
Beschwerdeführerin auch geltend gemacht, ihre allfällige Restarbeitsfähigkeit sei auf
dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt gar nicht mehr verwertbar. Dazu
hat die Beschwerdegegnerin im zweiten Teil der Verfügungsbegründung Stellung
genommen. Diesbezüglich wirft die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin - zu
Recht - keine Verletzung der Begründungspflicht vor. Sie macht aber geltend, ihr
Anspruch auf rechtliches Gehör sei verletzt worden, weil die Beschwerdegegnerin sie
vor dem Erlass der angefochtenen Verfügung nicht über die offenbar vorgenommenen
"arbeitsmarktrechtlichen Abklärungen", wie sie in der Verfügung erwähnt würden,
orientiert habe. Vorgeworfen wird der Beschwerdegegnerin also die Verletzung des
Anspruchs auf Akteneinsicht und auf eine Stellungnahme zu den neu produzierten
Akten. Tatsächlich haben aber weder berufsberaterische noch arbeitsmarktliche
Abklärungen stattgefunden. Der Beschwerdeführerin war bekannt, dass weder ein
Einsatzprogramm noch eine Abklärung in der Institution G._ stattgefunden hatte,
denn sie selbst hatte ja die Teilnahme verweigert. Die entsprechende Notiz der
Eingliederungsverantwortlichen hat also zwar ein neues Aktenstück produziert, aber
der darin festgehaltene Sachverhalt ist der Beschwerdeführerin bestens bekannt
gewesen, so dass ihr diese Notiz nicht mehr hat zur Kenntnis gebracht werden
müssen. Die Eingliederungsverantwortliche hat auch keine anderen
"arbeitsmarktlichen" Abklärungen vorgenommen. Diesbezüglich erweist sich der
Wortlaut der Verfügungsbegründung als falsch. Die Eingliederungsverantwortliche hat
lediglich einen allgemeinen Erfahrungssatz zum Ausdruck gebracht, indem sie notiert
hat, die Beschwerdeführerin könnte auf dem allgemeinen und ausgeglichenen
Arbeitsmarkt eine geeignete Arbeitsstelle (sitzende, leichte Montagetätigkeit) finden,
um ihre Restarbeitsfähigkeit zu verwerten. Demnach handelt es sich auch dabei nicht
um einen neuen Sachumstand, von dem die Beschwerdeführerin durch einen Einblick
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in die entsprechende Notiz der Eingliederungsverantwortlichen vom 23. Dezember
2009 hätte Einblick erhalten müssen. Die Beschwerdegegnerin hat also auch in dieser
Hinsicht den Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör nicht verletzt.
2.3 Die Beschwerdegegnerin hat am 17. Februar 2010, also nach dem Erlass der
angefochtenen Verfügung, aber vor der Erstattung der Beschwerdeantwort, eine
beratende Stellungnahme ihres RAD (Art. 49 Abs. 3 IVV) eingeholt. Sie hat diese
Stellungnahme dem Aktendossier beigelegt. Damit hat sie der Beschwerdeführerin
rechtzeitig einen Einblick in dieses Aktenstück ermöglicht. Die Beschwerdeführerin hat
dazu in ihrer Replik Stellung nehmen können. Auch in dieser Hinsicht liegt keine
Verletzung des Anspruchs der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör vor.
3.
3.1 Gemäss Art. 16 ATSG ist das Einkommen, das eine versicherte Person nach dem
Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
zu setzen zum Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn
sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Die Ermittlung des Validen- und
des zumutbaren Invalideneinkommens setzt die vorgängige Definition der Validen- und
der Invalidenkarriere voraus. Die Validenkarriere kann allerdings nur hypothetisch
bestimmt werden, da die versicherte Person nicht mehr "valid", sondern eben invalid
ist. Die Beschwerdeführerin ist ab Januar 1990 mit einem Beschäftigungsgrad von
100% als Hilfsarbeiterin bei der B._ tätig gewesen. Es gibt keinen Hinweis darauf,
dass sich daran etwas geändert hätte, wenn die Beschwerdeführerin nicht krank
geworden wäre. Die Validenkarriere der Beschwerdeführerin besteht deshalb in der
vollzeitlichen Tätigkeit als Hilfsarbeiterin für die B._. Bei der Rentenzusprache am 26.
Juni 2000 war die Beschwerdeführerin noch mit einem Beschäftigungsgrad von 50%
bei der B._ tätig. Die Invalidenkarriere bestand deshalb in der weiteren Tätigkeit für
den bisherigen Arbeitgeber. Damit entsprach auch das zumutbare Invalideneinkommen
dem effektiv erzielten Lohn. Im Mai 2008 ist das Arbeitsverhältnis mit der B._
aufgelöst worden. Die Beschwerdeführerin hat keine Erwerbstätigkeit mehr
aufgenommen. Das bedeutet, dass die Invalidenkarriere nicht mehr in der bisherigen
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Hilfsarbeit für die B._ bestehen kann. Vielmehr ist für den Fall, dass weiterhin eine
verwertbare Restarbeitsfähigkeit bestehen sollte, von irgendeiner der Behinderung
angepassten Erwerbstätigkeit auszugehen. Derartige Hilfsarbeiten werden in praktisch
allen Branchen geleistet. Die Invalidenkarriere der Beschwerdeführerin besteht also aus
einer durchschnittlichen, der Behinderung bestmöglich angepassten Hilfsarbeit.
3.2 Steht die Invalidenkarriere fest, ist als nächster Schritt zur Bemessung des
Invalideneinkommens die massgebende Arbeitsfähigkeit zu bestimmen. Der RAD hat
am 17. August 2009 (IV-act. 50) angegeben, es bestehe eine Arbeitsfähigkeit
"adaptiert" von 50%. Dagegen hat die Beschwerdeführerin eingewendet, Dr. C._
habe eine höhere Arbeitsunfähigkeit bzw. sogar eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
angegeben, was weit überzeugender sei. Die medizinischen Abklärungen seien
unvollständig, weil weder den Konsequenzen der Rücken- und der Kniebeschwerden
noch denjenigen des Burn-out-Syndroms für die Arbeitsfähigkeit nachgegangen
worden sei. Dr. C._ hat am 3. Juli 2009 (IV-act. 47) nur angegeben, die
Beschwerdeführerin sollte zu 100% berentet werden. Er hat dies neben den
verstärkten Herzbeschwerden auch mit Rückenbeschwerden, Kniebeschwerden bds.,
einem Burn-out-Syndrom und der familiären Belastungssituation begründet. Diese
Empfehlung einer 100%igen Berentung ist aus einer rein therapeutischen Sicht
abgegeben worden. Dr. C._ ist sich des Umstands offenbar bewusst gewesen, dass
die IV-relevante Arbeitsfähigkeit bei weitem nicht 100% betrug, denn im Bericht vom 4.
August 2009 (IV-act. 49-4/27) hat er auf die Frage, welche behinderungsadaptierten
Tätigkeiten noch zumutbar seien, die Arbeitsfähigkeit für eine wechselbelastende
Tätigkeit mit täglich vier Arbeitsstunden beziffert, wobei er trotz einer entsprechenden
Frage im vorgegebenen Berichtsformular für diese vier Stunden keine reduzierte
Leistungsfähigkeit angegeben hat. Der Bericht der Klinik Gais vom 17. April 2009 (IV-
act. 47-2/5 bis 4/5) stützt diese Einschätzung, denn die Ärzte haben keine
Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben, sondern erwähnt, dass die Beschwerdeführerin
eine "50%ige IV-Rente" beziehe, ohne dies in irgendeiner Form in Frage zu stellen.
Offenbar hat die Einschätzung der Beschwerdeführerin als zu 50% invalid die Ärzte der
Klinik Gais überzeugt, weil sie mit der von der Beschwerdeführerin während des
Rehabilitationsaufenthalts erreichten Leistungsfähigkeit übereingestimmt hat. Die
Beschwerdeführerin hat nämlich an verschiedenen Kräftigungs- und
Gymnastikprogrammen sowie an Halb- und Ganztageswanderungen in der
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dritthöchsten von sechs Belastungsgruppen teilgenommen. Der Bericht der Klinik
enthält weder eine rücken- oder eine kniebezogene Diagnose noch eine Bemerkung
über entsprechende Klagen der Beschwerdeführerin. Hätte diese während der
körperlich belastenden Rehabilitation in einem spürbaren Ausmass Knie- oder
Rückenschmerzen verspürt, so hätte sie das den Klinikärzten bei den Untersuchungen
auch angegeben. Offenbar hat Dr. C._ selbst den Rücken- und Kniebeschwerden
keine grosse Bedeutung beigemessen, denn es fehlt in den von ihm eingereichten
medizinischen Akten ein Hinweis darauf, dass nach der Knieoperation im Jahr 2008
(mit Ausnahme einer Nachkontrolle durch den Operateur) noch eine therapeutische
Anstrengung nötig gewesen wäre. In bezug auf die Rückenbeschwerden fehlt jeder
Beleg dafür, dass Dr. C._ je Abklärungen (bildgebend, spezialärztlich) eingeleitet oder
therapeutisch etwas unternommen hätte. Dasselbe gilt für die als Burn-out-Syndrom
bezeichneten Beschwerden. Mit Ausnahme einer Empfehlung des Arztes, der die
Beschwerdeführerin am Knie operiert hatte, dem Verdacht auf eine Osteoporose
nachzugehen (IV-act. 49-25/27), die offenbar von Dr. C._ nicht umgesetzt worden ist,
fehlt also jeder Hinweis darauf, dass die Arbeitsunfähigkeit nicht nur als Folge der
Verschlimmerung der Herzkrankheit (die nachweislich nur vorübergehend gewesen ist),
sondern als Folge der Knie-, der Rücken- oder anderer Beschwerden dauernd und auf
längere/unbestimmte Zeit auf mehr als 50% angestiegen wäre. Selbst wenn derartige
Beschwerden tatsächlich in einem ausgeprägten Ausmass bestünden, wären sie
jedenfalls nicht geeignet, die bereits aufgrund der kardiologischen Probleme
bestehende Arbeitsunfähigkeit von 50% weiter anzuheben. Die bestehende
Arbeitsunfähigkeit wäre nämlich - neben der Beschränkung auf wechselbelastende,
leichte Tätigkeiten - durchaus geeignet, auch Knie-, Rücken- oder andere
Beschwerden oder die Folgen eines Burn-out-Syndroms abzudecken. Zu den
kardiologischen Problemen hinzutretende Beschwerden, die tatsächlich eine
Arbeitsunfähigkeit zur Folge hätten, würden also - entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin - nicht dazu führen, dass diese Arbeitsunfähigkeit ohne weiteres
zu der bestehenden Arbeitsunfähigkeit von 50% hinzuaddiert werden müsste. Diese
anderen Beschwerden müssten nämlich sehr stark ausgeprägt sein, um die
Arbeitsunfähigkeit auf über 50% ansteigen zu lassen. Dafür fehlt jeder Hinweis, was
zum Schluss zwingt, dass Dr. C._ mit der Angabe einer zumutbaren täglichen
Arbeitszeit von vier Stunden der objektiv bestehenden Arbeitsunfähigkeit von 50%
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Rechnung getragen hat. Dass eine Tagesarbeitszeit von vier Stunden im Vergleich zu
einer durchschnittlichen Tagesarbeitszeit von knapp 8,4 Std. etwas weniger als 50%
ausmacht, kann entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht so verstanden
werden, dass Dr. C._ einen Arbeitsfähigkeitsgrad von 47,6% statt von 50% angeben
wollte. Aus medizinischer Sicht wäre eine solche Differenz nämlich gar nicht erkennbar.
Zusammenfassend ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass die
vorliegenden medizinischen Akten mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit einen Arbeitsfähigkeitsgrad der Beschwerdeführerin in einer der
Behinderung angepassten Erwerbstätigkeit von (wieder) 50% belegen. Es besteht kein
weiterer Abklärungsbedarf, insbesondere keine Notwendigkeit einer interdisziplinären
Abklärung unter Beizug u.a. eines Psychiaters. Die Eingliederungsverantwortliche der
Beschwerdegegnerin hat zu Recht angenommen, dass die verbliebene Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin auf dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt
verwertet werden könnte, denn die gesundheitliche Situation ist nicht anders als vor
der vorübergehenden Verschlimmerung der Herzkrankheit. Damals hat die
Beschwerdeführerin bei der B._ zu 50% mit voller Leistung arbeiten können, d.h. sie
hat keinen Soziallohn bezogen.
3.3 Die Sachverhaltsveränderung betrifft nicht die Arbeitsfähigkeit, sondern direkt
den Einkommensvergleich. Bei der ursprünglichen Rentenzusprache ist nämlich von
einem zumutbaren Invalideneinkommen in der Höhe des bei der B._ bei einem
Beschäftigungsgrad von 50% effektiv erzielten Lohns ausgegangen worden. Das ist
nun nicht mehr möglich, weil die Beschwerdeführerin diesen Arbeitsplatz verloren hat.
Das zumutbare Invalideneinkommen muss daher anhand statistischer
Durchschnittslöhne ermittelt werden. Diese - erwerbliche - Veränderung zwingt dazu,
trotz des unverändert 50% betragenden Arbeitsfähigkeitsgrads einen
Einkommensvergleich anzustellen. Gemäss Art. 88bis Abs. 1 lit. a IVV erfolgt eine
revisionsweise Erhöhung der laufenden Invalidenrente von dem Moment an, in dem
das Revisionsbegehren gestellt worden ist. Im vorliegenden Fall datiert das
Revisionsbegehren vom 20. Juli 2009 (IV-act. 45). Eine allfällige Erhöhung der
laufenden halben Invalidenrente könnte also frühestens per 1. Juli 2009 erfolgen. Der
Anstieg der Arbeitsunfähigkeit auf mehr als 50% als Folge der Verschlimmerung der
Herzkrankheit muss auf jeden Fall noch im Jahr 2008 erfolgt sein, denn die
Beschwerdeführerin ist im Dezember 2008 operiert worden. Der genaue Zeitpunkt des
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Anstiegs der Arbeitsunfähigkeit ist irrelevant, da eine rückwirkende Erhöhung der
Invalidenrente ja ausgeschlossen ist. Die Rehabilitation in Gais hat am 29. Januar 2009
geendet. Ab diesem Zeitpunkt hat die Arbeitsfähigkeit wieder das frühere Mass von
50% betragen. Auch diese Veränderung liegt vor dem frühestmöglichen
Revisionstermin. Der Einkommensvergleich hat somit auf der Grundlage einer
Arbeitsfähigkeit von 50% zu erfolgen. Massgebend sind das Validen- und das
zumutbare Invalideneinkommen per 1. Juli 2009. Die letzte Auskunft der B._ zum
Lohn der Beschwerdeführerin stammt von 2. November 2005. Die Beschwerdeführerin
hätte damals bei einer Arbeitsfähigkeit von 100% Fr. 3400.- bzw. Fr. 44'200.- verdient.
Gemäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnentwicklung 2009,
Anhang Tabelle T1.05, ist der Nominallohn in der Branche 19,23-25 von 100% im Jahr
2005 auf 108,7% im Jahr 2009 angestiegen. Die Beschwerdeführerin hätte im Jahr
2009 als "Valide" also Fr. 48'045.- verdient. Da dieses Arbeitsverhältnis aufgelöst
worden und die Beschwerdeführerin seither keiner Erwerbstätigkeit mehr
nachgegangen ist, muss das zumutbare Invalideneinkommen anhand der vom
Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebung (Anhang Tabelle TA1)
ermittelt werden. Die Beschwerdeführerin könnte in praktisch allen Branchen eine der
Behinderung angepasste Erwerbstätigkeit ausüben, weshalb der Zentralwert der
Hilfsarbeiterinnenlöhne aller Branchen massgebend ist. Dieser Zentralwert belief sich
im Jahr 2008 auf Fr. 4198.-, umgerechnet von 40 Arbeitsstunden pro Woche auf den
schweizerischen Durchschnitt von 41,7 Arbeitsstunden pro Woche auf Fr. 4376.41
bzw. auf Fr. 52'517.-. Der Nominallohnerhöhung für 2009 angepasst ergibt das einen
Betrag von Fr. 53'618.-. Die Beschwerdeführerin hätte bei der B._ also einen Lohn
erzielt, der - umgerechnet auf 100% - deutlich tiefer als der schweizerische
Durchschnitt der Hilfsarbeiterinnenlöhne gewesen wäre. Würde man das zumutbare
Invalideneinkommen mit dem weit unter dem statistischen Durchschnittseinkommen
(Zentralwert) liegenden Valideneinkommen vergleichen, ergäbe das Resultat nicht den
Invaliditätsgrad, d.h. den behinderungsbedingten Verlust an erwerblicher
Leistungsfähigkeit, sondern eine Erwerbseinbusse, die teils auf die Behinderung und
teils auf die Differenz zwischen dem effektiven Lohn und dem schweizerischen
Durchschnittslohn zurückzuführen wäre. Massgebend kann aber nach dem Sinn und
Zweck des Art. 16 ATSG nur der behinderungsbedingte Teil der Erwerbseinbusse sein.
Das bedeutet, dass der "Störfaktor" ausgeschaltet werden muss. Am einfachsten
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geschieht das dadurch, dass auch die (hypothetische) Validenkarriere ausgewechselt
und das Valideneinkommen nicht anhand des zuletzt effektiv erzielten Lohns, sondern
anhand des schweizerischen Durchschnittslohns irgendeiner
behinderungsangepassten Erwerbstätigkeit ermittelt wird (zumal die
Beschwerdeführerin bereits vor dem Eintritt der Behinderung in der Lage gewesen
wäre, einen solchen Durchschnittslohn zu erzielen). Das Valideneinkommen und das
Ausgangseinkommen zur Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens betragen
deshalb beide Fr. 53'618.-. Bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 50% reduziert sich
dieses Einkommen auf Fr. 26'809.-. Die Beschwerdegegnerin hat zu Recht geltend
gemacht, dass teilzeitbeschäftigte Hilfsarbeiterinnen einen unterproportionalen
Lohnnachteil aufweisen, d.h. bei einem Beschäftigungsgrad von 50% beträgt der Lohn
nicht 50%, sondern 53% des Lohns einer vollzeitlich tätigen Hilfsarbeiterin (vgl. die
Lohnstrukturerhebung 2006, S. 16, Tabelle T2*). Nun weist die Beschwerdeführerin
gegenüber gesunden, zu 50% beschäftigten Hilfsarbeiterinnen aber
Konkurrenznachteile auf, die sich für einen ökonomisch denkenden Arbeitgeber als
zusätzliche Lohnkosten niederschlagen. Dazu gehören etwa die Gefahr
überdurchschnittlicher Krankheitsabsenzen, die Unfähigkeit, bei dringendem Bedarf
Überstunden zu leisten bzw. für eine beschränkte Zeit zu mehr als 50% tätig zu sein,
die Unfähigkeit, bei Bedarf vorübergehend an einem nicht behinderungsangepassten
Arbeitsplatz tätig zu sein, die Notwendigkeit besonderer Rücksichtnahme in bezug auf
allgemeine (nicht behinderungsadaptierte) Arbeiten wie z.B. die Reinigung des
Arbeitsplatzes. Diese Nachteile rechtfertigen praxisgemäss einen zusätzlichen Abzug
vom statistischen Durchschnittseinkommen im Umfang von 10%, wobei der
Teilzeitvorteil unberücksichtigt bleiben kann. Den direkt behinderungsbedingten
Nachteilen wie beispielsweise der Unfähigkeit, auf Leitern zu stehen, wird durch die
"qualitative Arbeitsunfähigkeit", d.h. durch die Beschränkung auf die
behinderungsadaptierten Hilfsarbeiten, vollumfänglich Rechnung getragen. Der Betrag
von Fr. 26'809.- ist deshalb zur Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens um
10% auf Fr. 24'128.- zu reduzieren. Die Erwerbseinbusse von Fr. 29'490.- entspricht
einem Invaliditätsgrad von 55%. Die Beschwerdegegnerin hat also im Ergebnis zu
Recht das Gesuch der Beschwerdeführerin, ihr revisionsweise eine Dreiviertels- oder
eine ganze Rente zuzusprechen, abgewiesen.
4.
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Im Sinn der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Da die
Beschwerdeführerin unterliegt, ist auch das Begehren um die Zusprache einer
Parteientschädigung abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69
Abs. 1 IVG). Da der Verfahrensaufwand als durchschnittlich zu betrachten ist, erweist
sich eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- als angemessen. Diese Gerichtsgebühr ist durch
den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP