Decision ID: c9f73055-6686-5c0b-b684-842d2734d480
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. August W. Stolz, Neugasse 7, 9620 Lichtensteig,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente und berufliche Massnahmen
Sachverhalt:
A.
A.a A._, geboren 19_, wurde am 22. September 2009 von seiner Arbeitgeberin, der
B._ AG, zur Früherfassung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen angemeldet.
Gemäss einer Unfallmeldung an die zuständige Unfallversicherung Suva hatte sich der
Versicherte am 29. Oktober 2008 beim Wechseln der Messer am "Blitz"
Schnittverletzungen an den Fingern der linken Hand zugezogen (IV 2012/19, IV-act. 2).
Nach einem Bericht des Spitals C._ vom 3. November 2008 hatte eine
Schnittverletzung der Dig. II - V an der linken Hand vorgelegen. An den Dig. II und IV
war eine Beugesehnennaht und an den Dig. III und V eine Wundversorgung
vorgenommen worden (IV 2012/19, Fremdakten G 5.2). Es wurde seitens der
Arbeitgeberin festgehalten, dass der Versicherte seit dem 1. Oktober 2008 mit einem
100%-Pensum in der Brätschafferei tätig gewesen sei. Nach dem Unfall leide der
Versicherte an Bewegungseinschränkungen und einem Kältegefühl der Finger an der
linken Hand. Ab dem 29. Oktober 2008 sei der Versicherte zu 100% arbeitsunfähig
gewesen, ab dem 4. Mai 2009 noch zu 80% und ab dem 8. Juni 2009 zu 70% (IV
2012/19, IV-act. 1). Gemäss einem Gesprächsprotokoll der IV-Stelle vom 25.
September 2009 gab der Versicherte an, ab ca. August 2009 wieder 4 Stunden am Tag
zu arbeiten (IV 2012/19, IV-act. 3).
A.b Nach einem Bericht von Prof. Dr. med. D._, Chefarzt der Klinik für Hand-,
Plastische- und Wiederherstellungschirurgie am Kantonsspital St. Gallen, vom 23. Feb
ruar 2009 litt der Versicherte an einem aktiven Beugedefizit der Proximalen Interphalan
geal (PIP)- und Distalen Interphalangeal (DIP)- Gelenken Dig. II - V links bei Status nach
Beugesehnennaht Dig. II und IV (Zone 2) und Wundversorgung Dig. III und V links am
29.10.2008. Prof. D._ hielt fest, dass eine aktive Beugefunktion des PIP oder DIP
Dig. II - IV zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich sei. Eine Tenolyse sei in der Regel
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sechs Wochen postoperativ indiziert. Sollte sich die Beugefunktion in keiner Weise
verbessern, wäre eine vorzeitige Tenolyse angezeigt. Es bestehe eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% (IV 2012/19, Fremdakten G 5.2).
A.c Dr. med. E._ von der handchirurgischen Abteilung der Orthopädie am Rosen
berg
untersuchte den Versicherten im Auftrag der Unfallversicherung am 31. August 2009. In
seinem Bericht vom 8. September 2009 nannte er folgende Diagnosen: aktive
Flexionsausfälle PIP- und DIP-Gelenke II - V links, Zustand nach Beugesehnennaht
Zone IV Dig. II und Zone II Dig. IV, Verdacht auf Nervenläsionen distal DIP-Gelenke II
und V sowie radial Dig. IV sowie ein Rehabilitationsdefizit und Adhäsionen. Zur
Beurteilung führte er aus, der Versicherte sei durch die eingeschränkte Flexion der
Interphalangealgelenke der Langfinger der linken adominanten Hand gestört. Störend
seien ebenfalls die schlechte Sensibilität sowie die ziehenden Beschwerden und die
Kälteüberempfindlichkeit. Der Versicherte sei von verschiedenen Handchirurgen
begutachtet worden. Eine erste Begutachtung sei am 23. Februar 2009 durch Prof.
D._ erfolgt, welcher die gleichen Diagnosen gestellt und nach einer intensiven
Therapiephase eine Tenolyse vorgeschlagen habe. Die Indikation für eine Tenolyse sei
von nachfolgend beurteilenden Handchirurgen wieder verworfen worden. Zum jetzigen
Zeitpunkt sei die linke adominante Hand nur als Hilfshand einsetzbar. Durch eine
Verbesserung der aktiven Beweglichkeit der proximalen Interphalangealgelenke sollte
die Handfunktion wesentlich verbessert werden, wobei eine volle Beweglichkeit
sämtlicher Gelenke nie mehr möglich sein werde. Das Ziel der Behandlung sei eine
freie Beweglichkeit der Metacarpo-Phalangeal (MP)-Gelenke, d.h. die Erhaltung der
guten Beweglichkeit sowie eine aktive Verbesserung der Flexion im Bereich der PIP-
Gelenke. Er empfehle eine Tenolyse des Beugesystems sämtlicher Langfinger. Zwar
könne eine Verbesserung nicht garantiert werden, jedoch sei eine Verschlechterung
des Handzustandes wenig wahrscheinlich. Bei ausbleibender Therapie werde der
Versicherte wahrscheinlich zu 50% arbeitsunfähig bleiben (IV 2012/19, IV-act. 21).
A.d Auf Aufforderung der IV-Stelle meldete sich der Versicherte am 16. Oktober 2009
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV 2012/19, IV-act. 5).
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A.e Der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. F._, Allgemeinmedizin FMH, gab
gemäss einem Gesprächsprotokoll des IV-internen Regionalen Ärztlichen Dienstes
(RAD) vom 2. November 2009 folgende Diagnose an: Status nach komplexer
Handverletzung links 10/08 mit postoperativer Algodystrophie. Er teilte mit, es bestehe
eine anhaltende schmerzhafte Bewegungseinschränkung der linken Hand, der
Faustschluss sei nicht möglich, die Kraft sei reduziert und die Kälteempfindlichkeit sei
hoch. Die Verletzung sei im Prinzip funktionell austherapiert. Die Physio- und
Ergotherapie würden fortgesetzt und auf Veranlassung der Unfallversicherung
zusätzlich eine Schmerztherapie durchgeführt. Im Weiteren würden medikamentöse
Analgetika verabreicht. In der bisherigen Tätigkeit sei der Versicherte derzeit halbtags
zu 50% an einem Schonarbeitsplatz tätig, wobei sich der Arbeitgeber sehr
entgegenkommend zeige. Die Prognose sei unklar (IV 2012/19, IV-act. 8).
A.f Auf Veranlassung der Unfallversicherung begab sich der Versicherte beim Thera
peuten G._ in Behandlung (IV 2012/19, Fremdakten G 5.2). Am 4. Januar 2010 teilte
dieser mit, dass er den Versicherten ein Mal wöchentlich mit myofaszialer- sowie
Frequenztherapie behandle. Es würden ein dauerhafter schmerzfreier Zustand sowie
eine vollständige Integration in das berufliche und soziale Leben angestrebt. Durch die
Behandlung sei es bereits zu einer Verbesserung gekommen und es könne mit
weiteren anhaltenden Besserungen gerechnet werden (IV 2012/19, IV-act. 23). In einem
Verlaufsbericht vom 18. März 2010 beschrieb G._ eine weitere Verbesserung seit
dem letzten Bericht. Er hielt insbesondere fest, dass sich Reaktionen mit einer klaren
Flexion der ersten zwei Fingergelenke aller involvierten Finger auf die durchgeführte
Behandlung der Wirbelsäule gezeigt hätten. Aufgrund dieser Feststellung könne davon
ausgegangen werden, dass einerseits die Flexion der vier Finger der linken Hand noch
vollständig vorhanden sei und dass andererseits die momentan noch vorhandenen
Empfindungsstörungen/Schmerzen von den behandelten Wirbelsegmenten ausgingen
(IV 2012/19, Fremdakten G 5.2).
A.g Die Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle hielt in einem Assessmentprotokoll
vom 22. April 2010 fest, dass das Arbeitsverhältnis bei der B._ AG weiterhin bestehe
und nicht gefährdet sei. Nach erfolglosen Eingliederungsversuchen als Staplerfahrer
sowie als Mitarbeiter in der Gebindewäscherei arbeite der Versicherte seit dem
16. November 2009 an seinem früheren Arbeitsplatz in der Wursterei, wobei er keine
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schweren Tätigkeiten ausführen müsse. Er bespicke die Anlagen und schiebe die
Rollwagen gefüllt mit Waren (ca. 200 kg) in den Gefrierschrank hinein und hinaus. Beim
Stossen und Ziehen könne der Versicherte die linke Hand nur als Hilfshand einsetzen.
Aufgrund familiärer Probleme (die Ehefrau sei aufgrund einer psychischen Erkrankung
IV-berentet und kümmere sich kaum um die Kinder und den Haushalt) sei der
Versicherte nicht bereit gewesen, das Pensum zu steigern (IV 2012/19, IV-act. 26). Mit
einer Mitteilung vom 23. April 2010 sprach die IV-Stelle dem Versicherten Beratung und
Unterstützung beim Erhalt des derzeitigen Arbeitsplatzes zu. Nach der anstehenden
kreisärztlichen Untersuchung durch die Unfallversicherung werde das weitere Vorgehen
besprochen (IV 2012/19, IV-act. 27).
A.h Kreisarzt Dr. med. H._, Facharzt FMH für Chirurgie, speziell Allgemein- und
Unfallchirurgie, untersuchte den Versicherten am 4. Mai 2010 und stellte folgende
Diagnose: Verbliebene erhebliche Bewegungs- und Belastungseinschränkung mit nicht
organischer Überlagerung nach Beugesehnenverletzung Profundus Dig. II Höhe
Endphalanx und Dig. IV Höhe Mittelphalanx sowie Dig. III Schnittwunde ohne
Sehnenverletzung und Dig. V Schnittverletzung mit mehrheitlich vorhandener
Profundussehne am Ansatz (Sehnennaht Dig. II und IV sowie Wundversorgung Dig. III
und V mit vorübergehender Kirschnerdraht-Arthrodese Dig. V und Entfernung am
10.12.2008). Zur Beurteilung hielt Dr. H._ fest, dass der Versicherte bei Aufforderung
zum Faustschluss die Finger II bis V nur in den Metacarpophalangealgelenken bewege.
Diese erhebliche Bewegungseinschränkung der vier Finger sei in dem Ausmass
schlecht mit den organisch-strukturellen Läsionen aus den Unfallfolgen zu erklären. Die
erhobenen Befunde korrelierten auch nicht mit den von Dr. E._ festgestellten
besseren Untersuchungsbefunden. Auch zeige sich sowohl in der Physiotherapie als
auch bei Herrn Syzpura offenbar eine bessere Bewegungsmöglichkeit. Zu einer
Tenolyse könne er sich nicht äussern, da aufgrund der Gesamtsituation mit
organischen und nicht organischen Komponenten eine operative Intervention mit
äusserster Zurückhaltung zu evaluieren sei. Es gebe im Übrigen keine Anhaltspunkte
für eine durchgemachte Dystrophie. Die Anordnung von weiteren medizinischen
Massnahmen zur Verbesserung des Zustandes erachte er als nicht gerechtfertigt.
Einzig zur Optimierung der Analgetikatherapie sei allenfalls ein kurzer stationärer
Aufenthalt in Bellikon angezeigt, wo auch mittels einer handrehabilitativen Evaluation
der funktionellen Leistungsfähigkeit vielleicht konkretere Aussagen betreffend die
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Möglichkeiten des Einsatzes der linken Hand gemacht werden könnten. Diese sehe er
dahingehend, dass der Versicherte Tätigkeiten unter längerem Kälteeinfluss vermeiden
sollte. Weiter seien Vibration und hämmernde Einflüsse an der linken Hand sowie
Greiffunktionen zu vermeiden. Rein aufgrund der strukturellen Läsionen dürfte die linke
Hand etwas mehr als eine Hilfshand eingesetzt werden können, in idealer Umgebung
vollschichtig. Dabei könnten Gewichte auch mit der Palma manus gehalten und
gestossen werden (IV 2012/19, Fremdakten G 5.2).
A.i Am 21. Mai 2010 berichtete G._, dass die Behandlung infolge Ausschöpfung
aller Möglichkeiten abgeschlossen werde. Die allgemeinen energetischen Messwerte
zeigten sich seit Wochen sehr stabil und in einem normalen homogenen Ausmass.
Weiter zeige der Versicherte nach der durchgeführten Frequenztherapie keine
nennenswerten Veränderungen im energetischen Muster des Gesamtorganismus.
Subjektiv habe sich der Versicherte über die empfundenen Schmerzen stets mit einer
konstant gleichen Schmerzwahrnehmung geäussert. Das Empfinden sei während der
gesamten Behandlung sehr schwankend gewesen mit einem Grundton einer leichten
demotivierten/depressiven Stimmung. Aufgrund des momentanen Zustands gehe er
von einer psychosomatischen Störung oder einer Störung im Bereich des mentalen
Gefüges aus (IV 2012/19, Fremdakten G 5.2).
A.j Die Eingliederungsverantwortliche hielt am 20. Juli 2011 abschliessend fest, dass
der Versicherte noch immer zu 50% in der Wursterei eingesetzt werde. Damit er die
Wurstständer besser ziehen und stossen könne, sei eine spezielle Handmanschette
zusammen mit einem Arbeitsergonomen angefertigt worden, welche der Versicherte
nach einigen Detailanpassungen während der ganzen Arbeitszeit von 4,1 Stunden
trage. Zu einer Steigerung des Pensums sei der Versicherte nie bereit gewesen.
Anlässlich einer Abschlussbesprechung im Betrieb habe ihm die Unfallversicherung
mitgeteilt, dass sie von einer 100%igen leidensadaptierten Arbeitsfähigkeit ausgehe
und den Fall abschliesse. Da sich der Versicherte nicht mehr als zu 50% arbeitsfähig
fühle, habe ihm der Betrieb per Mai 2011 einen Änderungsvertrag mit einem 50%-
Pensum angeboten, welchen der Versicherte unterzeichnet habe. Beim RAV habe er
sich aufgrund seiner Selbsteinschätzung nicht gemeldet (IV 2012/19, IV-act. 35).
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A.k Der RAD stellte am 16. September 2011 fest, es sei von einem stabilen Gesund
heitszustand auszugehen. In seiner früheren Tätigkeit bei der B._ AG sei der Ver
sicherte ständiger Kälte und Nässe ausgesetzt gewesen und habe laut Arbeitgeber
bericht oft Gewichte bis 25 kg bewegen müssen. Diese Arbeit könne der Versicherte
seit dem Unfall vom Oktober 2008 nicht mehr ausüben. In einer leidensadaptierten
Tätigkeit liege ab Mai 2010 zu den Konditionen gemäss dem kreisärztlichen Bericht
eine vollständige Arbeitsfähigkeit vor. Die Handverletzung sei austherapiert. Bezüglich
der vom Kreisarzt erwähnten "nicht organischen Überlagerung" und dem "depressiven
Eindruck", welchen der Versicherte offenbar wiederholt hinterlassen habe, sei
anzumerken, dass die psychosoziale Belastungssituation des Versicherten mit einer
psychisch schwer kranken Ehefrau bereits vorbestehend gewesen sei. Zudem habe der
Hausarzt am 27. Oktober 2010 von einer Mal-Compliance hinsichtlich der begonnenen
medikamentösen Therapie mit einem Antidepressivum berichtet, was auf einen
geringen Leidensdruck des Versicherten schliessen lasse. Weitere medizinische
Abklärungen seien nicht notwendig (IV 2012/19, IV-act. 38).
A.l Mit einer Mitteilung vom 3. Oktober 2011 lehnte die IV-Stelle einen Anspruch auf
berufliche Massnahmen ab (IV 2012/19, IV-act. 40).
A.m Mit einem Vorbescheid vom 26. Oktober 2011 stellte die IV-Stelle dem
Versicherten die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Zur Begründung führte
sie an, die Abklärungen hätten ergeben, dass der Versicherte nach dem Arbeitsunfall
massgeblich in seiner bisherigen Tätigkeit als Betriebsmitarbeiter bei der B._ AG
eingeschränkt sei. In einer leidensadaptierten Tätigkeit ohne repetitives Greifen der
linken Hand, ohne längeren Kälteeinfluss und ohne Vibrationen bzw. hämmernde
Einflüsse auf die linke Hand könne ab Mai 2011 (gemeint: 2010) eine volle
Arbeitsfähigkeit attestiert werden. Aus dem Einkommensvergleich ergebe sich, dass es
dem Versicherten möglich sei, ab Mai 2010 ein rentenausschliessendes Einkommen zu
erzielen (IV 2012/19, IV-act. 43). Dagegen wendete der Versicherte, vertreten durch
Rechtsanwalt A. W. Stolz, am 4. November 2011 im Wesentlichen ein, es seien vor
einem Entscheid über den Rentenanspruch zunächst Eingliederungsmassnahmen
durchzuführen. Er sei grundsätzlich bereit, seine Stelle bei der B._ AG im Umfang
von 50% aufzugeben und eine adaptierte Tätigkeit mit einem 100%-Pensum
anzunehmen. Es müsse jedoch zuerst abgeklärt werden, was er für eine Tätigkeit
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ausüben könne und dies sei Aufgabe der IV-Stelle. Es seien trotz des bestehenden
Arbeitsvertrags mit der B._ AG Eingliederungsmassnahmen durchzuführen. Erst nach
deren Beendigung könne dann ein Rentenentscheid gefällt werden (IV 2012/19, IV-act.
44).
A.n Mit einer Verfügung vom 15. Dezember 2011 lehnte die IV-Stelle das Rentenbe
gehren des Versicherten ab. Zum Einwand vom 4. November 2011 hielt sie fest, es
seien keine neuen medizinischen Unterlagen eingereicht worden, womit sie sich
weiterhin auf die Einschätzung einer 100%igen adaptierten Arbeitsfähigkeit stütze. Es
sei dem Versicherten daher zuzumuten, ein rentenausschliessendes Einkommen zu
erzielen. Mit einer separaten Mitteilung werde die Abteilung für berufliche Massnahmen
beauftragt, Eingliederungsmassnahmen nochmals zu prüfen (IV 2012/19, IV-act. 47).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 18. Januar 2012. Der
Beschwerdeführer beantragte, die Verfügung vom 15. Dezember 2011 sei aufzuheben,
es sei ihm eine 50%-Rente auszurichten, eventualiter sei die IV-Stelle zu verpflichten,
vor einem Rentenentscheid berufliche Massnahmen durchzuführen. Der
Rechtsvertreter führte zur Begründung an, dass die von der Beschwerdegegnerin
angenommene 100%-ige Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers anhand der
medizinischen Akten nicht nachvollzogen werden könne. Sowohl Dr. E._ als auch
Kreisarzt Dr. H._ gingen von einer relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus.
Eingliederungsmassnahmen seien von der Beschwerdegegnerin zu Unrecht mit der
Begründung verweigert worden, dass der Beschwerdeführer sich für eine 50%-Stelle
entschieden habe. Der Beschwerdeführer habe den Änderungsvertrag der B._ AG
mit einem 50%-Pensum gezwungenermassen unterschrieben, um seinen bisherigen
Arbeitsplatz zu sichern. Unabhängig von diesem Arbeitsvertrag seien dem
Beschwerdeführer seitens der Beschwerdegegnerin im Rahmen von
Eingliederungsmassnahmen praktisch Tätigkeiten aufzuzeigen, in welchen er ein
100%-Pensum erfüllen und ein rentenausschliessendes Einkommen erreichen könne.
Solange die möglichen Tätigkeiten nicht abgeklärt seien, mache auch eine Anmeldung
beim RAV für die offenen 50% keinen Sinn (IV 2012/19, act. G 1).
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B.b Am 17. Februar 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde. Sie stellte sich auf den Standpunkt, für die Annahme einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers könne auf die Einschätzung von Dr. H._
abgestellt werden. Bezüglich der möglichen Tätigkeiten seien die Angaben von Dr.
H._ ausreichend konkret. Ausgehend von einem hypothetischen ausgeglichenen
Arbeitsmarkt seien genügend Arbeitsstellen für den Beschwerdeführer wie etwa
leichtere Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, oder Prüfarbeiten vorhanden. Wie
in der angefochtenen Verfügung mitgeteilt, werde die Möglichkeit der Durchführung
von Eingliederungsmassnahmen nochmals geprüft. Da der Beschwerdeführer in einer
adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig und bisher als Hilfsarbeiter tätig gewesen sei,
komme als einzige Massnahme Arbeitsvermittlung in Betracht. Dies hindere einen
Entscheid über die Rente nicht (IV 2012/19, act. G 5).
B.c Mit einer Replik vom 24. April 2012 hielt der Beschwerdeführer an seinen Be
schwerdeanträgen fest. Der Rechtsvertreter hielt fest, aus dem Bericht von Dr. H._
könne nicht geschlossen werden, dass der Beschwerdeführer zu 100% arbeitsfähig
sei. Weiter fehlten jegliche Hinweise, was für eine Arbeit den gestellten medizinischen
Anforderungen entsprechen würde. Die gescheiterten Versuche bei der B._ AG
zeigten die Schwierigkeit, eine solche Arbeitsstelle zu finden. Offenbar sei auch die
Beschwerdegegnerin nicht in der Lage, konkrete Beispiele aufzuzeigen. Ausserdem
seien die Stellungnahmen des RAD nicht nachvollziehbar. Kurz vor dem Bericht von
Dr. H._ sei die RAD-Ärztin noch von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen.
Weiter habe sie das Behandlungsziel des Schmerztherapeuten, eine vollständige
Arbeitsfähigkeit wieder zu erlangen, als sehr optimistisch bezeichnet. Die Annahme
einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit stehe auch im Widerspruch zu der Einschätzung von
Dr. E._. Zudem sei es dem Therapeuten G._ trotz der monatelangen Behandlung
nicht möglich gewesen, eine Prognose bezüglich des Heilungsverlaufs abzugeben. Der
Beschwerdeführer habe nach wie vor Beschwerden an der linken Hand. Er könne die
Hand nur als Zug-, Stoss- oder Drückinstrument einsetzen, wobei er vermehrt
Schmerzen habe. Der Beschwerdeführer nutze die verbliebene Arbeitsfähigkeit von 4
bis 5 Stunden pro Tag vollständig aus. Für die Einschränkung von 50% sei ihm eine
halbe Invalidenrente zu gewähren (IV 2012/19, act. G 9).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (IV 2012/19,
act. G 11).
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C.
C.a In der angefochtenen Verfügung vom 15. Dezember 2011 hatte die IV-Stelle dem
Beschwerdeführer mitgeteilt, dass nochmals Eingliederungsmassnahmen geprüft
würden (IV 2013/94, IV-act. 51). Gemäss einem Verlaufsprotokoll der Eingliederungs
verantwortlichen arbeitete der Versicherte weiterhin zu 50% in der Wursterei der B._
AG. Der Versicherte gab laut Protokoll an, dass es ihm nicht wesentlich besser gehe. Er
würde gerne 100% arbeiten, könne sich aber konkret keine Tätigkeit ausserhalb der
B._ AG vorstellen. Die Eingliederungsverantwortliche hielt fest, dass sich der
Versicherte weiterhin nicht mehr als zu 50% arbeitsfähig fühle und somit keine
Eingliederungsmassnahmen durchgeführt werden könnten (IV 2013/94, IV-act. 65). Der
Versicherte reichte ein Arztzeugnis seines Hausarztes Dr. F._ ein, welcher ihm eine
50%ige Arbeitsunfähigkeit ab 10. Oktober 2011 attestierte (IV 2013/94, IV-act. 62).
Dazu hielt der RAD am 16. Oktober 2012 fest, es lägen keine Hinweise dafür vor, dass
sich die medizinische Situation relevant verändert habe. Bei der hausärztlichen
Bestätigung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit seit Oktober 2011 ohne zusätzliche oder
aktuelle medizinische Informationen handle es sich offenbar um eine abweichende
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei unveränderter Sachlage (IV 2013/94, IV-act. 64).
C.b Mit einem Vorbescheid vom 5. Dezember 2012 stellte die IV-Stelle dem
Versicherten die Abweisung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen in Aussicht.
Zur Begründung hielt sie fest, es bestehe in einer adaptierten Tätigkeit eine
Arbeitsfähigkeit von 100%. Aktuell arbeite der Versicherte 50% in einer angepassten
Tätigkeit bei seinem bisherigen Arbeitgeber. Für ein höheres Pensum fühle er sich
subjektiv nicht arbeitfähig. Bei der Stellensuche bestehe keine Einschränkung, womit
diesbezüglich das RAV zuständig sei (IV 2013/94, IV-act. 68). Dagegen wendete der
Rechtsvertreter des Versicherten am 19. Dezember 2012 ein, dass der Versicherte
bereit sei, eine Tätigkeit auszuüben, welche ihm die Erzielung eines
rentenausschliessenden Einkommens ermögliche. Eine solche Tätigkeit sei jedoch
nicht in Sicht, so dass der Versicherte verständlicherweise an seiner bisherigen 50%-
Stelle festhalte. Neben der fordernden Tätigkeit bei der B._ AG sei es dem
Versicherten nicht möglich, eine weitere Tätigkeit auszuüben. Falls er jedoch eine
andere, körperlich weniger stark beanspruchende Tätigkeit hätte, könne er diese auch
über einen längeren Zeitraum ausüben, so dass sich das Invalideneinkommen
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entsprechend erhöhen würde. Nach dem Unfall habe sich die IV-Stelle bei der
Wiedereingliederung einseitig auf den bisherigen Arbeitgeber und dessen
Arbeitsmöglichkeiten konzentriert. Erforderlich seien aber auch berufliche Abklärungen
in anderen Branchen und Tätigkeiten. Zudem sei eine Evaluation der funktionalen
Leistungsfähigkeit vorzunehmen. Ausserdem sei abzuklären, ob der Versicherte die
Voraussetzungen für eine Umschulung erfülle (IV 2013/94, IV-act. 70). Mit einer
Verfügung vom 22. Januar 2013 wies die IV-Stelle einen Anspruch auf berufliche
Massnahmen ab (IV 2013/94, IV-act. 71).
D.
D.a Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 20. Februar 2013 Be
schwerde und beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 22. Januar 2013 sowie die
Durchführung von beruflichen Massnahmen (IV 2013/94, act. G 1).
D.b Am 11. April 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Be
schwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Beschwerdeantwort betreffend Rente
vom 17. Februar 2012. Zudem hielt sie fest, dass die Beschwerde betreffend berufliche
Massnahmen im Widerspruch zur Beschwerde gegen den Rentenentscheid stehe.
Solange letztere nicht zurückgezogen werde, gebe der Beschwerdeführer konkludent
kund, dass er sich nicht voll arbeitsfähig sehe (IV 2013/94, act. G 3).
D.c Mit einer Replik vom 13. Mai 2013 hielt der Beschwerdeführer an seinen Be
schwerdeanträgen fest. Der Rechtsvertreter führte als Begründung an, dass sich der
Beschwerdeführer bei seiner gegenwärtigen Tätigkeit bei der B._ lediglich zu 50%
arbeitsfähig sehe. Er sei jedoch bereit, eine andere ihm mögliche und zumutbare
Tätigkeit anzunehmen, mit welcher er ein 100%-iges Einkommen erzielen könne. Die
Tätigkeit bei der B._ sei nur eine "Notmassnahme", um wenigstens über ein Teilein
kommen zu verfügen. Bevor der Beschwerdeführer diese aufgebe, müsse er wissen,
für welche Stellen er sich bewerben könne, um ein höheres Einkommen zu erzielen
(IV 2013/94, act. G 5).
D.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (IV 2013/94,
act. G 7).
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Erwägungen:
1.
Streitgegenstand der Verfügung vom 15. Dezember 2011 im Beschwerdeverfahren
IV 2012/19 ist der Rentenanspruch. Im Verfahren IV 2013/94 ist der Anspruch des Be
schwerdeführers auf berufliche Massnahmen entsprechend der Verfügung vom 22. Ja
nuar 2013 zu beurteilen. Da an beiden Verfahren die gleichen Parteien beteiligt sind,
ihnen derselbe Sachverhalt zugrunde liegt und sich die gleichen Rechtsfragen stellen,
rechtfertigt es sich, sie zu vereinigen und in einem einzigen Urteil zu erledigen (vgl.
etwa BGE 128 V 124 E. 1).
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente. Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die
Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die
ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen).
2.2 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige Ab
klärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a); in
diesem Sinn trifft die Verwaltung grundsätzlich auch die Beweisführungslast. Rechts
erheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen
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Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungs
behörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen stets dann
vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder
anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht
(BGE 117 V 282 E. 4a). In beweisrechtlicher Hinsicht gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten oder der Expertin begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
3.
3.1 Zu klären ist vorerst die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsge
nügende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt.
3.2 Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einschätzung von Dr. H._ abgestellt und ist
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer leidensan
gepassten Tätigkeit ausgegangen. Dessen Rechtsvertreter hat dagegen vorgebracht,
aus dem Wortlaut des Berichts von Dr. H._ könne nicht geschlossen werden, dass
der Beschwerdeführer vollständig arbeitsfähig sei. Dazu ist festzuhalten, dass der
Bericht von Dr. H._ sprachlich einige unklare Formulierungen enthält. Am Ende der
Beurteilung hat er Folgendes festgehalten: "Diese dürften aus reinen strukturellen
Läsionen die linke Hand etwas mehr als eine Hilfshand eingesetzt werden können in
idealer Umgebung vollschichtig" (vgl. IV 2012/19, Fremdakten G 5.2 [Kreisärztliche
Untersuchung vom 4. Mai 2010, S. 3 unten des Berichts]). Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers hat daraus geschlossen, dass sich der Ausdruck "vollschichtig"
nicht auf die Arbeitsfähigkeit, sondern lediglich auf den Einsatz der linken Hand
beziehe, welche in idealer Umgebung etwas mehr als eine Hilfshand eingesetzt werden
könne. Dies führe jedoch nicht dazu, dass die verminderte Arbeitsfähigkeit aufgehoben
werde. Dass Dr. H._ von einer eingeschränkten Arbeitsfähigkeit ausgehe, zeige sich
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auch dadurch, dass er aufgrund von dauernden und erheblichen Unfallfolgen eine
Integritätsentschädigung als begründet erachte (vgl. IV 2012/19, act. G 9). Unter
Berücksichtigung des gesamten Kontextes kann der Interpretation des
Rechtsvertreters nicht gefolgt werden. Dr. H._ hat den Beschwerdeführer auf
Veranlassung der Unfallversicherung untersucht. Dies u.a. mit dem Auftrag, die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu beurteilen. Falls Dr. H._ zum Schluss
gekommen wäre, dass in einer leidensadaptierten Tätigkeit eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit vorläge, ist davon auszugehen, dass er das Ausmass dieser
Einschränkung quantifiziert hätte. Eine Bestätigung der vom Beschwerdeführer
subjektiv empfundenen 50%igen Arbeitsunfähigkeit kann in seiner Beurteilung
jedenfalls nicht gesehen werden. Er hat vielmehr Ausführungen dahingehend gemacht,
dass die vom Beschwerdeführer in dem Ausmass geklagten Beeinträchtigungen der
Handfunktion und die daraus folgende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht
nachvollziehbar seien. Dr. H._ hat schliesslich festgehalten, dass der
Beschwerdeführer Tätigkeiten, bei welchen er länger der Kälte ausgesetzt wäre, mit
Vibration und hämmernden Einflüssen auf die linke Hand sowie mit repetitiven
Greiffunktionen vermeiden solle. In idealer Umgebung könne die linke Hand
vollschichtig etwas mehr als eine Hilfshand eingesetzt werden, wobei auch mit der
Palma manus (Handfläche) Gewichte gehalten und gestossen werden könnten (vgl.
IV 2012/19, Fremdakten G 5.2). Auch wenn sich "vollschichtig" auf den Einsatz der
linken Hand bezieht und keine explizite Arbeitsfähigkeitsschätzung vorliegt, ergibt sich
aus dem Kontext sowie aus den Ausführungen im Bericht, dass Dr. H._ von einer
vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer ideal leidensadaptierten Tätigkeit ausgegangen
ist. Diese Annahme steht nicht im Widerspruch dazu, dass er aufgrund von dauernden
und erheblichen Unfallfolgen eine Integritätsentschädigung als begründet erachtet. Wie
aus dem Bericht hervorgeht, ist die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in
qualitativer Hinsicht eingeschränkt, da er die linke Hand nur etwas mehr als eine
Hilfshand einsetzen kann. Auch wenn sich dieser Umstand in einer leidensadaptierten
Tätigkeit nicht quantitativ auswirkt, so ist er dennoch geeignet, eine
Integritätsentschädigung zu begründen.
3.3 Der Beschwerdeführer hat mit zunehmender Heilung der Folgen des Unfalls vom
29. Oktober 2008 sein Pensum bei der B._ AG zunächst konstant gesteigert. So ist er
nach einer anfänglich vollständigen Arbeitsunfähigkeit ab 4. Mai 2009 wieder zu 20%
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und ab 8. Juni 2009 zu 30% arbeitstätig gewesen (vgl. IV 2012/19, IV-act. 1). Ab
August 2009 hat der Beschwerdeführer wieder vier Stunden am Tag, also ca. 50%
gearbeitet (vgl. IV 2012/19, IV-act. 3). Eine weitere Steigerung ist nicht möglich
gewesen, so dass der Beschwerdeführer nach Einstellung der Leistungen der
Unfallversicherung einen Änderungsvertrag der B._ AG für ein 50%-Pensum per Mai
2011 unterschrieben hat (vgl. IV 2012/19, IV-act. 35). Dr. E._ hat am 8. September
2009 berichtet, dass die linke Hand derzeit nur als Hilfshand einsetzbar sei. Durch eine
Verbesserung der aktiven Beweglichkeit der proximalen Interphalangealgelenke sollte
sich die Handfunktion wesentlich verbessern, wobei eine volle Beweglichkeit sämtlicher
Gelenke nie mehr möglich sein werde. Das Ziel einer Behandlung sei eine freie
Beweglichkeit der MP-Gelenke sowie eine aktive Verbesserung der Flexion im Bereich
der PIP-Gelenke. Bei ausbleibender Therapie werde der Beschwerdeführer
wahrscheinlich zu 50% arbeitsunfähig bleiben (vgl. IV 2012/19, IV-act. 21-5 f.). Somit
ist Dr. E._ im September 2009 von der Möglichkeit einer wesentlichen Verbesserung
des Gesundheitszustandes und damit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit bei
entsprechender Therapie ausgegangen. Die von ihm empfohlene Tenolyse ist nicht
durchgeführt worden. Stattdessen hat sich der Beschwerdeführer auf Veranlassung der
Unfallversicherung bei G._ in Behandlung begeben. Dieser hat am 4. Januar 2010
bereits von einer Verbesserung durch die beim Beschwerdeführer einmal wöchentlich
durchgeführte Frequenztherapie berichtet. Es hätten sich Anzeichen einer langsamen
Regeneration der auffallenden Muskeldegeneration und der starken Unterdurchblutung
der ersten zwei Gelenkssegmente der Finger gezeigt. Weiter sei es zu einer deutlichen
Steigerung der arteriellen Durchblutung sowie einer leichten Zunahme des
Gewebevolumens gekommen. Zusätzlich hätte sich eine deutliche Verbesserung der
Druckempfindlichkeit der betroffenen Fingerspitzen gezeigt (vgl. IV 2012/19, IV-act. 23).
Gemäss dem folgenden Verlaufsbericht vom 18. März 2010 haben sich weitere
Verbesserungen eingestellt. G._ hat ausgeführt, dass sich aufgrund der vorhandenen
Besserungen ein objektiver Vergleich zum Zeitpunkt des Behandlungsbeginns ziehen
lasse. Die Druckempfindlichkeit der Finger der linken Hand hätten sich zu ca. 30 - 50%
verbessert. Die gesamte Gewebehomogenität der involvierten Finger zeige sich
gegenüber der Gewebestruktur der gesamten Hand sehr ausgeglichen ohne grosse
visuelle Unterschiede. Dies deute auf eine starke Durchblutungszunahme sowie eine
geförderte nervale Versorgung der Fingersegmente hin. Während der letzten zwei
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Behandlungen der Wirbelsegmente T1/C7/T6 habe sich eine sehr deutliche
Ausstrahlung in die linke Hand gezeigt. Weiter seien während der Behandlung
Reaktionen mit einer klaren Flexion der ersten zwei Fingergelenke aller involvierten
Finger zu sehen gewesen. Aufgrund dieser Feststellung könne davon ausgegangen
werden, dass einerseits die Flexion der vier Finger der linken Hand noch vollständig
vorhanden sei und dass andererseits die momentan noch vorhandenen
Empfindungsstörungen/Schmerzen von den erwähnten Wirbelsegmenten ausgingen.
Er werde die weitere Behandlung nun auf die Wirbelsegmente im thorakal-zervikalen
Übergang fokussieren (vgl. IV 2012/19, Fremdakten G 5.2). Im Abschlussbericht vom
21. Mai 2010 hat G._ festgehalten, dass er nach der kompletten Ausschöpfung der
Behandlungsmöglichkeiten den Behandlungsabschluss eingeleitet habe. Die
allgemeinen energetischen Messwerte zeigten sich seit Wochen sehr stabil und in
einem normalen homogenen Ausmass. Die anfänglich deutlich wahrzunehmende
Halswirbelblockade im zervikalen/thorakalen Bereich präsentiere sich seit mehreren
Wochen gelöst und in einem normal funktionierenden Status. Somit zeigten sich auf
der physischen und der gesamtenergetischen Ebene keine wahrzuehmenden Defizite
sowie Blockaden, die manuell und energetisch gelöst werden könnten. Aufgrund des
momentanen Status beim Beschwerdeführer gehe er von einer psychosomatischen
Störung oder Störung im Bereich des mentalen Gefüges aus. Bezüglich des
subjektiven Empfindens des Beschwerdeführers hat G._ festgehalten, dass sich
dieses während der gesamten Behandlung sehr schwankend mit einem Grundton einer
leichten demotivierten/depressiven Stimmung gezeigt habe. Der Beschwerdeführer
habe sich stets mit der konstant gleichen Schmerzwahrnehmung über die
empfundenen Schmerzen geäussert (vgl. IV 2012/19, Fremdakten G 5.2).
3.4 Gemäss den Ausführungen von G._ haben sich im Verlauf der Behandlung
objektiv nachweisbare Verbesserungen des Zustandes der linken Hand gezeigt, womit
eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit gegenüber der Beurteilung von Dr. E._ zu
erwarten gewesen wäre. Auffallend ist, dass der Beschwerdeführer während der
ganzen Behandlungsdauer subjektiv keinerlei Verbesserung der Schmerzsituation
wahrgenommen hat. Der Beschwerdeführer hat sich selbst seit August 2009 nur zu
50% arbeitsfähig eingeschätzt und ist nicht bereit gewesen, das Arbeitspensum zu
steigern. Gemäss einem Protokoll der Eingliederungsverantwortlichen vom 22. April
2010 sind die Gründe dafür auch in den familiären Problemen zu sehen. Die
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Eingliederungsverantwortliche hat festgehalten, dass die Ehefrau des Versicherten eine
ganze IV-Rente aufgrund einer schweren depressiven Entwicklung beziehe. Sie
kümmere sich kaum um den Haushalt und die Kinder, so dass trotz Hilfe aus dem
sozialen Umfeld vieles auf dem Beschwerdeführer laste (vgl. IV 2012/19, IV-act. 26-2).
Auch am 20. Juli 2011 hat die Eingliederungsverantwortliche ausgeführt, dass sich der
Beschwerdeführer nicht mehr als zu 50% arbeitsfähig fühle, weshalb er den
Änderungsvertrag der B._ AG mit einem 50%-Pensum unterzeichnet habe. Für die
restlichen 50% habe er sich aufgrund seiner Selbsteinschätzung nicht beim RAV
gemeldet (vgl. IV 2012/19, IV-act. 35). Im Einwand vom 4. November 2011 heisst es
jedoch, der Beschwerdeführer sei bereit, seine 50%-Stelle aufzugeben und eine
leidensadaptierte Tätigkeit mit einem 100%-Pensum anzunehmen (vgl. IV 2012/19, IV-
act. 44). Offenbar sieht sich der Beschwerdeführer spätestens ab diesem Zeitpunkt
doch in der Lage, eine angepasste Tätigkeit zu 100% auszuüben. Damit stimmt die
subjektive Einschätzung mit der von Dr. H._ festgestellten medizinisch-theoretisch
vollständigen Arbeitsfähigkeit spätestens ab November 2011 überein.
3.5 Der RAD ist gestützt auf den Bericht von Dr. H._ bereits ab Mai 2010 von einer
100%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ausgegangen (vgl. IV 2012/19,
IV-act. 38). Der Bericht von Dr. H._ erscheint nachvollziehbar und schlüssig. Seine
Beurteilung basiert auf einer fundierten Befunderhebung und bezieht die früheren
medizinischen Akten mit ein. Die Schlussfolgerung einer aus somatischer Sicht
100%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit, bei der die linke Hand etwas
mehr als eine Hilfshand eingesetzt werden kann, leuchtet ein. Daneben ist Dr. H._
jedoch auch von einer nicht organischen Überlagerung der Beschwerden
ausgegangen, da er die vom Beschwerdeführer gezeigten erheblichen Bewegungs-
und Belastungseinschränkungen in diesem Ausmass keinem organischen Korrelat hat
zuordnen können. Zudem hat er eine nicht erklärbare Verschlechterung zwischen
seinen erhobenen Befunden und denen von Dr. E._ festgestellt (vgl. IV 2012/19,
Fremdakten G 5.2). Auch G._ ist von nicht organischen Komponenten in Form einer
psychosomatischen Störung oder einer Störung im Bereich des mentalen Gefüges
ausgegangen (vgl. IV 2012/19, Fremdakten G 5.2). Der RAD hat zu den Vermutungen
einer nicht organischen Überlagerung am 16. September 2011 festgehalten, dass die
psychosoziale Belastungssituation des Versicherten mit einer psychisch schwer
kranken Ehefrau vorbestehend gewesen sei. Zudem habe der Hausarzt von einer Mal-
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Compliance hinsichtlich der begonnenen medikamentösen Therapie mit einem
Antidepressivum berichtet, was auf einen geringen Leidensdruck des
Beschwerdeführers schliessen lasse (vgl. IV 2012/19, IV-act. 38). Aufgrund der
vorliegenden medizinischen Akten ist nicht davon auszugehen, dass beim
Beschwerdeführer eine psychische Erkrankung mit relevanten Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit vorliegt. Wie auch die Eingliederungsverantwortliche festgestellt hat, ist
der Beschwerdeführer durch die Situation mit seiner kranken Ehefrau, welche sich
kaum um die beiden Kinder und den Haushalt kümmern kann, stark belastet. Damit
lässt sich die von G._ beschriebene demotivierte/ depressive Stimmung hinreichend
erklären. Auch die vom Hausarzt erwähnte Mal-Compliance hinsichtlich der Einnahme
eines Antidepressivums (vgl. IV 2012/19, Fremdakten G 5.2 [Besprechungsrapport vom
27. Januar 2010]) sowie die Tatsache, dass sich der Beschwerdeführer gemäss seinen
Ausführungen im Einwand vom 4. November 2011 in einer leidensadaptierten Tätigkeit
zu 100% arbeitsfähig einschätzt, sprechen gegen das Vorliegen einer psychischen
Störung. Weitere diesbezügliche Abklärungen erscheinen vor diesem Hintergrund nicht
erforderlich. Somit kann mit dem RAD überwiegend wahrscheinlich ab dem Zeitpunkt
der Untersuchung durch Dr. H._ am 4. Mai 2010 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers in einer leidensadaptierten Tätigkeit angenommen werden.
4.
4.1 Im Folgenden ist der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers mittels eines Ein
kommensvergleichs zu berechnen. Betreffend die Bestimmung des
Valideneinkommens wird in der Regel am zuletzt erzielten Einkommen angeknüpft
(BGE 134 V 322 E. 4.1). Gemäss Arbeitgeberbericht der B._ AG vom 12. November
2009 hat der monatliche Lohn des Beschwerdeführers für ein volles Pensum seit dem
1. Oktober 2008 Fr. 4'800.-- betragen. Ein 13. Monatslohn ist nicht ausbezahlt worden.
Das Jahreseinkommen, welches als Valideneinkommen heranzuziehen ist, beträgt
somit Fr. 57'600.-- (Fr. 4'800.-- x 12). Für die Festlegung des Invalideneinkommens ist
auf die statistischen durchschnittlichen Löhne gemäss den Lohnstrukturerhebungen
(LSE) des Bundesamtes für Statistik zurückzugreifen, da der Beschwerdeführer nur zu
50% erwerbstätig ist und damit die ihm medizinisch zumutbare Arbeitsfähigkeit von
100% nicht ausschöpft. Einen Beruf hat er entsprechend seinen Angaben in der
Anmeldung vom 16. Oktober 2009 nicht erlernt und ist in den letzten drei Jahren als
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Hilfsarbeiter bei der B._ AG tätig gewesen. Es ist daher auf die für Hilfsarbeiter
durchschnittlichen Löhne abzustellen. Im Jahr 2008 verdienten Männer in
Hilfstätigkeiten ein durchschnittliches Jahreseinkommen in Höhe von Fr. 59'979.-- (vgl.
Anhang 2 [Lohnentwicklung] zu der von der Informationsstelle AHV/IV
herausgegebenen Gesetzestextausgabe 2012). Im Vergleich mit dem effektiv erzielten
Einkommen zeigt sich, dass der Beschwerdeführer unterdurchschnittlich verdient hat.
Da keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass er sich freiwillig mit einem
unterdurchschnittlichen Einkommen begnügt hat, ist nach bundesgerichtlicher
Rechtsprechung das Valideneinkommen heraufzusetzen und dem durchschnittlichen
Hilfsarbeiterlohn (bis auf eine Aussparungsdifferenz von 5%) anzupassen (BGE 134 V
322 E. 4.1; 135 V 297 E. 6.1.2). Damit sind die beiden Vergleichseinkommen (die
Differenz von 5% ausser Acht gelassen) gleich hoch. Daraus folgt, dass dem
Beschwerdeführer aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen keine
Erwerbseinbusse entsteht, womit der Invaliditätsgrad bei 0% liegt. Vor diesem
Hintergrund erübrigt sich die Durchführung eines eigentlichen Einkommensvergleichs.
4.2 Ein unter 40% liegender Invaliditätsgrad begründet keinen Rentenanspruch (Art.
28 Abs. 2 IVG). Folglich hat die Beschwerdegegnerin das Rentengesuch des
Beschwerdeführers mit der Verfügung vom 15. Dezember 2011 zu Recht abgelehnt.
5.
5.1 Gegenstand der angefochtenen Verfügung vom 22. Januar 2013 ist die Ablehnung
des Anspruchs auf berufliche Massnahmen. Auch dieser bildet – wie bereits erwähnt –
Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens.
5.2 Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Ver
sicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und ge
eignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraus
setzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Die
Eingliederungsmassnahmen bestehen u.a. in Massnahmen beruflicher Art:
Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung
sowie Kapitalhilfe (Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG). In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die
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dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht
aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren (BGE 110 V
102 E. 2). Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als
diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 124 V 110 E. 2a mit
Hinweisen).
5.3 Eine Umschulung gemäss Art. 17 Abs. 1 IVG kommt vorliegend nicht in Betracht,
da der Beschwerdeführer den für eine Umschulung rechtsprechungsgemäss
vorausgesetzten Mindestinvaliditätsgrad von 20% (ZAK 1984 S. 91) nicht erreicht (vgl.
E. 4.1). Weitere Abklärungen betreffend die gemäss seinen Angaben im Kosovo
absolvierte Ökonomieausbildung (vgl. IV 2013/94, IV-act. 5-6) erübrigen sich damit.
5.4 Der Beschwerdeführer lässt im Wesentlichen vorbringen, dass die Beschwerde
gegnerin den Sachverhalt in beruflicher Hinsicht ungenügend abgeklärt habe. Aus
einem Verlaufsprotokoll der Eingliederungsverantwortlichen geht hervor, dass die Be
schwerdegegnerin versucht hat, den Beschwerdeführer innerhalb der B._ AG wieder
einzugliedern. Die Eingliederungsverantwortliche hat festgehalten, dass die
vorgesehene Tätigkeit als Staplerfahrer wegen der Verletzungsfolgen an der Hand nicht
möglich gewesen sei. Zudem habe es an der Motivation des Beschwerdeführers
gefehlt. Bei einem weiteren Einsatzversuch in der Gebindewäscherei habe sich die
Kälte negativ auf die Schmerzen ausgewirkt. Ab dem 16. November 2009 sei der
Beschwerdeführer wieder in der Wursterei, seinem früheren Arbeitsplatz, tätig. Dabei
müsse er aber keine schweren Tätigkeiten mehr ausführen (vgl. IV 2013/94, IV-act.
26-3). Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer am 23. April 2010 Beratung
und Unterstützung beim Erhalt seines bisherigen Arbeitsplatzes zugesprochen (vgl. IV
2013/94, IV-act. 27). Im Schlussbericht vom 20. Juli 2011 hat die
Eingliederungsverantwortliche festgehalten, dass dem Beschwerdeführer für seine
Tätigkeit in der Wursterei mit einem Arbeitergonomen eine spezielle Handmanschette
angefertigt worden sei. Sein bisheriges Pensum von 50% habe er dennoch nicht
steigern können bzw. wollen. Da der Beschwerdeführer sich nur zu 50% arbeitsfähig
fühle, habe er den von der B._ AG angebotenen Änderungsvertrag mit einem 50%-
Pensum angenommen und sich für die verbliebenen 50% nicht beim RAV gemeldet (IV
2013/94, IV-act. 35). Mit der Begründung, dass unter diesen Umständen keine
erfolgsversprechenden Eingliederungsmassnahmen durchgeführt werden könnten, hat
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die Beschwerdegegnerin in der Folge mit einer Mitteilung vom 3. Oktober 2011 einen
Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen abgelehnt (vgl. IV
2013/94, IV-act. 40). Nachdem der Beschwerdeführer im Einwand vom 4. November
2011 betreffend Rente vorgebracht hat, dass er bereit sei, seine 50%-Stelle bei der
B._ AG aufzugeben und eine adaptierte Tätigkeit mit einem 100%-Pensum
anzunehmen, hat die Beschwerdegegnerin die nochmalige Prüfung von
Eingliederungsmassnahmen veranlasst (vgl. IV 2013/94, IV-act. 47). Die
Eingliederungsverantwortliche hat am 25. September 2012 festgehalten, dass sich der
Beschwerdeführer noch immer nicht in der Lage sehe, mehr als 50% zu arbeiten. Er sei
auf die B._ AG fixiert und könne sich keine Tätigkeit ausserhalb des Betriebs
vorstellen. Eingliederungsmassnahmen könnten daher nicht durchgeführt werden
(IV 2013/94, IV-act. 65-3). Dementsprechend ist der Anspruch auf berufliche Mass
nahmen am 22. Januar 2013 erneut abgelehnt worden (vgl. IV 2013/94, IV-act. 71).
5.5 Aufgrund dieser Aktenlage ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin ihre Ein
gliederungsbemühungen auf den bisherigen Arbeitsplatz bei der B._ AG konzentriert
hat, wo der Beschwerdeführer aber schliesslich nur ein Pensum von 50% ausübt. Der
Beschwerdeführer hat geltend gemacht, er sei bereit, eine leidensadaptierte Tätigkeit
zu 100% auszuüben. Neben seiner jetzigen 50%-Stelle bei der B._ AG, sei ihm
jedoch keine zusätzliche Erwerbstätigkeit möglich, da ihn diese Arbeit körperlich sehr
beanspruche (vgl. IV 2013/94, IV-act. 70). Dazu ist festzuhalten, dass der
Beschwerdeführer gemäss Angaben der Eingliederungsverantwortlichen an seinem
Arbeitsplatz in der Wursterei geschont wird und keine schweren Tätigkeiten ausführen
muss. Er bespicke die Anlagen und schiebe die Rollwagen gefüllt mit Waren (ca.
200 kg) in den Gefrierschrank hinein und hinaus. Dabei setze er die linke Hand nur als
Hilfshand ein (vgl. IV 2013/94, IV-act. 26). In medizinischer Hinsicht erscheint diese
Tätigkeit als den Leiden des Beschwerdeführers angepasst. Entsprechend dem von
Dr. H._ erstellten negativen Tätigkeitsprofil ist der Beschwerdeführer bei seiner
Tätigkeit keinem längerdauernden Kälteeinfluss ausgesetzt. Weiter ist die linke Hand
nicht durch Vibration, hämmernde Einflüsse oder auszuführende Greiffunktionen
belastet. Die Tätigkeit des Beschwerdeführers beinhaltet insbesondere das Schieben
von Rollwagen, was gemäss Dr. H._ mit der linken Handfläche möglich sein sollte
(vgl. IV 2013/94, Fremdakten G 5.2). Aus medizinischer Sicht ist es daher nicht
erklärbar, weshalb der Beschwerdeführer nie bereit gewesen ist, das Pensum zu
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steigern. Womöglich ist dieser Entscheid auf die vorhandenen familiären Probleme,
wodurch der Beschwerdeführer neben der Arbeit zusätzlich mit dem Haushalt und der
Kinderbetreuung belastet gewesen ist, zurückzuführen. Ausgehend von der vorliegend
massgebenden medizinischen Zumutbarkeit einer 100%igen leidensadaptierten
Tätigkeit, lässt es der Beschwerdeführer an der erforderlichen
Eingliederungsbereitschaft fehlen, wenn er seine Tätigkeit bei der B._ AG nur zu 50%
ausübt und nicht bereit ist, sein Pensum zu steigern. Falls eine Steigerung nicht
möglich wäre, so wäre der Beschwerdeführer angehalten, sich für die restlichen 50%
beim RAV zu melden. Es erscheint widersprüchlich, wenn der Beschwerdeführer
Eingliederungsmassnahmen neben seiner aktuellen Tätigkeit verlangt, obwohl er seine
Leistungsfähigkeit durch diese als vollumfänglich erschöpft ansieht. Angesichts dieser
Situation ist die Beschwerdegegnerin nicht verpflichtet gewesen, weitergehende
berufliche Abklärungen und Eingliederungsbemühungen – auch ausserhalb der B._
AG – vorzunehmen.
5.6 Auch der Anspruch auf Arbeitsvermittlung gemäss Art. 18 Abs. 1 lit. a IVG setzt
notwendigerweise die subjektive Eingliederungsbereitschaft des Beschwerdeführers
voraus (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 22. Dezember
2004, I 412/04). Soweit die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf Arbeitsvermittlung
jedoch mit der Begründung ablehnt, dass der leidensadaptiert 100% arbeitsfähige
Beschwerdeführer bei der Stellensuche gesundheitlich nicht eingeschränkt sei und
daher das RAV zuständig sei, kann ihr nicht gefolgt werden. Wie der Botschaft des
Bundesrats zur 5. IV-Revision zu entnehmen ist, sieht Art. 18 IVG vor, dass alle
stellenlosen Personen, die ihre bisherige Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht
mehr ausüben können, Anspruch auf Arbeitsvermittlung durch die IV haben, somit auch
Hilfsarbeiterinnen und Hilfsarbeiter, die in einer angepassten Hilfstätigkeit noch voll
arbeitsfähig sind. Durch die Ausweitung des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung der
Invalidenversicherung, die auf die Vermittlung von gesundheitlich eingeschränkten
Personen spezialisiert ist, können die Eingliederungsinstrumente für unqualifizierte
Versicherte verbessert werden. Dabei ist eine enge Zusammenarbeit mit dem RAV
vorgesehen (BBl 2005 4522 und 4524). Der Bundesrat bezeichnete in der Botschaft
das frühere System in Bezug auf Arbeitsvermittlung als unzureichend. Ein Anspruch auf
Arbeitsvermittlung sei bisher nur gegeben gewesen, wenn die versicherte Person bei
der Suche einer geeigneten Arbeitsstelle wegen ihres Gesundheitszustands
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Schwierigkeiten habe oder invaliditätsbedingt spezielle Anforderungen an den
Arbeitsplatz oder den Arbeitgeber stelle. Die Invalidenversicherung sei bisher nicht für
andere Gründe der erschwerten Stellensuche, wie Stellenmangel auf dem
Arbeitsmarkt, eingetreten. Angesichts des angespannten Arbeitsmarkts fänden jedoch
gesundheitlich eingeschränkte Hilfskräfte nur schwer eine neue, der Behinderung
angepasste Stelle, was oft zur Aussteuerung bei der Arbeitslosenversicherung und
durch die lange Arbeitslosigkeit zu einer Verstärkung der ursprünglichen
gesundheitlichen Probleme bzw. zu zusätzlichen psychischen Schwierigkeiten führe
(BBl 2005 4522). Art. 18 Abs. 1 IVG wurde vom Parlament unverändert angenommen
und somit auch die vom Bundesrat vorgeschlagene Interpretation (vgl. Protokoll der
Nationalratssitzung vom 21. März 2006 S. 28 sowie Protokoll der Ständeratssitzung
vom 25. September 2006 S. 3, Amtliches Bulletin 05.052). Damit ist die bisherige
Praxis, die voll arbeitsfähigen Hilfsarbeitern einen Anspruch auf Arbeitsvermittlung
verwehrte, als unzureichend beurteilt worden. Folglich haben auch in der
angestammten Tätigkeit gesundheitsbedingt eingeschränkte Hilfsarbeiter, die in einer
adaptierten Tätigkeit vollumfänglich arbeitsfähig sind, Anspruch auf Arbeitsvermittlung;
gesundheitlich bedingte Schwierigkeiten bei der Stellensuche sind ebenfalls kein An
spruchserfordernis (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
vom 4. April 2011, IV 2010/96 E. 6.1).
5.7 Somit hat der Beschwerdeführer aufgrund der ausgewiesenen Handbeschwerden
auch bei einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit grundsätzlich
einen Anspruch auf Arbeitsvermittlung. Aufgrund der fehlenden subjektiven Eingliede
rungsbereitschaft ist die Verneinung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen vom
22. Januar 2013 dennoch nicht zu beanstanden. Dem Beschwerdeführer steht es frei,
sich bei entsprechendem Bedürfnis erneut bei der Beschwerdegegnerin zu melden und
berufliche Abklärungen sowie Arbeitsvermittlung zu beantragen.
6.
6.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen sind die Beschwerden abzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
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Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- er
scheint bei dem vorliegenden durchschnittlichen Beurteilungsaufwand angemessen.
Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 600.--
aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP/
sGS 951.1]). Mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- sind die Ge
richtskosten beglichen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP