Decision ID: 5f6e2920-56bb-5ca1-9021-d812267a1472
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Mit Schreiben vom 25. Juni 2019 reichte Dr. med. W._ beim Gesundheitsdepartement
ein Gesuch um Entbindung vom Berufsgeheimnis betreffend X._ ein, um gegenüber
der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Bezirk A._ Auskunft erteilen zu
können. Zur Begründung seines Gesuchs führte er aus, die KESB Bezirk A._ prüfe, ob
bei X._ weiterhin ein Unterstützungsbedarf in Form einer Beistandschaft vorhanden
sei bzw. ob allenfalls die Beistandschaft aufgehoben werden könne.
A.a.
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B.
X._ (Beschwerdeführer) reichte am 2. August 2019 Beschwerde gegen die Verfügung
des Gesundheitsrats (Vorinstanz) beim Verwaltungsgericht ein. Er beantragte
sinngemäss, die Verfügung sei aufzuheben und Dr. med. W._ sei nicht vom
Arztgeheimnis zu entbinden und seine Krankengeschichten dürfen nicht offen gelegt
werden.
Mit Vernehmlassung vom 9. September 2019 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der
Beschwerde und verwies auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid. Die KESB
Bezirk A._ (Beschwerdebeteiligte 1) liess sich mit Schreiben vom 12. September 2019
vernehmen und stellte ebenfalls den Antrag auf Abweisung der Beschwerde.
X._ teilte dem Gesundheitsdepartement mit E-Mail vom 28. Juni 2019 mit, dass er
keinesfalls eine Schweigepflichtentbindung erteilen werde. Am 2. Juli 2019 setzte das
Gesundheitsdepartement Dr. med. W._ über die E-Mail von X._ in Kenntnis. Zudem
gab es sowohl Dr. med. W._ als auch der KESB Bezirk A._ die Möglichkeit, zu dieser
E-Mail Stellung zu nehmen und nochmals detaillierter zu begründen, weshalb Dr. med.
W._ vom Berufsgeheimnis zu entbinden sei.
A.b.
Dr. med. W._ informierte das Gesundheitsdepartement am 4. Juli 2019 telefonisch,
dass er den Willen seines Patienten respektieren wolle. Die KESB Bezirk A._ reichte
am 9. Juli 2019 eine schriftliche Stellungnahme ein. Zusammengefasst teilte sie mit,
dass seit 16. Februar 2011 eine Beistandschaft bestehe. Aufgrund des
Wohnortwechsels von X._ haben dieser die Aufhebung der Vertretungsbeistandschaft
beantragt. Um genauere Abklärungen betreffend den Gesundheitszustand von X._
vornehmen zu können, seien die Auskünfte von Dr. med. W._ – und einem weiteren
Arzt – wichtig.
A.c.
Mit Verfügung vom 26. Juli 2019 ermächtigte der Gesundheitsrat Dr. med. W._, der
zuständigen KESB zwecks Abklärung hinsichtlich des Fortbestehens der
Vertretungsbeistandschaft für die Vermögensverwaltung sowie etwaiger weiterer
erwachsenenschutzrechtlicher Massnahmen alle erforderlichen Auskünfte zu erteilen,
die mit der Behandlung von X._ in Zusammenhang stehen würden, sowie Einsicht in
die vollständige Patientenakte von X._ zu gewähren.
A.d.
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Die von X._ verspätet eingereichte Eingabe vom 28. Oktober 2019 wurde mit
Schreiben des Abteilungspräsidenten vom 5. November 2019 aus dem Recht gewiesen
und ist für das Gericht unbeachtlich.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die
Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Der Beschwerdeführer
ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1
VRP). Die Beschwerde gegen die Verfügung der Vorinstanz vom 26. Juli 2019 wurde
mit Eingabe vom 2. August 2019 rechtzeitig erhoben und erfüllt formal und inhaltlich
die gesetzlichen Anforderungen an eine Laienbeschwerde (Art. 64 in Verbindung mit
Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
2.
Strittig ist die Entbindung des Beschwerdegegners von der beruflichen Schweigepflicht
gegenüber den Beschwerdebeteiligten. Die Vorinstanz erteilte die Erlaubnis zur
Auskunftserteilung zwecks Abklärung hinsichtlich des Fortbestehens der
Vertretungsbeistand für die Vermögensverwaltung sowie etwaiger weiterer
erwachsenenschutzrechtlicher Massnahmen in Bezug auf den Beschwerdeführer.
bis
Ärztliche Aufzeichnungen (insbesondere Krankengeschichten mit Anamnese-,
Diagnose- und Therapieverlaufsberichten) enthalten regelmässig sehr sensible
höchstpersönliche Informationen aus der Intim- und Privatsphäre von Patientinnen und
Patienten, die von Art. 13 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (SR 101, BV) und Art. 8 der Europäischen Konvention zum Schutze
der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) in besonderem Masse
geschützt sind (vgl. BGE 141 IV 77 E. 4.4 und 5.2 mit Hinweisen, BGer 2C_270/2018
vom 15. März 2019 E. 2.1). Dementsprechend wahren Personen, die einen
universitären Medizinalberuf selbständig oder unselbständig ausüben, nach Art. 44
Abs. 1 und Abs. 2 Satz 3 des Gesundheitsgesetzes (sGS 311.1, GesG) in Verbindung
2.1.
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mit Art. 40 lit. f des Bundesgesetzes über die universitären Medizinalberufe
(Medizinalberufegesetz; SR 811.11, MedBG) das Berufsgeheimnis nach Massgabe der
einschlägigen Vorschriften (siehe auch Art. 11 Abs. 1 der Standesordnung des Vereins
FMH Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte, www.fmh.ch unter: Über die
FMH/Statuten und Reglemente). Art. 40 lit. f MedBG enthält selber keine materiellen
Vorschriften über das Berufsgeheimnis, sondern verweist auf die massgebenden
anderen Vorschriften, so insbesondere auf Art. 321 des Schweizerischen
Strafgesetzbuchs (SR 311.0, StGB; vgl. Botschaft zum MedBG, in: BBl 2005 S. 229,
BGer 2C_1035/2016 vom 20. Juli 2017 E. 4.2). Auch die Bestimmungen zum Verfahren
vor den Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden behalten die (strafrechtlichen)
Vorschriften über das Berufsgeheimnis vor (vgl. Art. 443 Abs. 1 Satz 2 in Verbindung
mit Art. 390 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs [SR 210, ZGB]). Gemäss der
Lehre soll Art. 40 lit. f MedBG einen dynamischen Verweis auf die jeweils geltende
Schweizer Rechtsordnung darstellen (vgl. B. Etter, Medizinalberufegesetz, Bern 2006,
N 38 zu Art. 40 MedBG, BGer 2C_37/2018 vom 15. August 2018 E. 6.2.1).
Nach Art. 321 Ziff. 1 StGB werden Ärzte und ihre Hilfspersonen auf Antrag mit
Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wenn sie ein Geheimnis
offenbaren, das ihnen infolge ihres Berufs anvertraut worden ist oder das sie in dessen
Ausübung wahrgenommen haben. Der Täter ist nicht strafbar, wenn er das Geheimnis
auf Grund einer Einwilligung des Berechtigten oder einer auf Gesuch des Täters
erteilten schriftlichen Bewilligung der vorgesetzten Behörde oder Aufsichtsbehörde
offenbart hat (Art. 321 Ziff. 2 StGB). Vorbehalten bleiben die eidgenössischen und
kantonalen Bestimmungen über die Zeugnispflicht und über die Auskunftspflicht
gegenüber einer Behörde (Art. 321 Ziff. 3 StGB).
2.2.
Keine Verletzung der beruflichen Schweigepflicht liegt demnach vor, wenn der Arzt das
Geheimnis aufgrund einer auf Gesuch des Arztes erteilten schriftlichen Bewilligung der
vorgesetzten Behörde oder Aufsichtsbehörde offenbart (Art. 321 Ziff. 2 StGB). Dabei
lassen sich dem Gesetz keine Kriterien entnehmen, welche von der zuständigen
Behörde bei ihrem Entscheid über die Entbindung vom Berufsgeheimnis zu beachten
wären. Nach Rechtsprechung und Literatur ist dafür eine Rechtsgüter- und
Interessenabwägung vorzunehmen, wobei die Entbindung nur zu bewilligen ist, wenn
dies zur Wahrung überwiegender privater oder öffentlicher Interessen notwendig ist.
Angesichts der Bedeutung des Berufsgeheimnisses – namentlich des
Arztgeheimnisses, welches dem Schutz des besonderen Vertrauensverhältnisses
2.3.
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3.
Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, dass Abklärungsbedarf hinsichtlich des
Fortbestehens der Vertretungsbeistand für die Vermögensverwaltung sowie etwaiger
weiterer erwachsenenschutzrechtlicher Massnahmen bestehe. Vor dem Hintergrund
der Tatsachen und Feststellungen der KESB, wie dem Hinweis auf Fremd- und
Selbstgefährdung und dem Verdacht, dass der Beschwerdeführer Opfer von
Betrügereien, namentlich "Love Scamming" und "Money Mule", geworden sei, bestehe
Abklärungsbedarf. Um die notwendigen Abklärungen vornehmen zu können, sei die
zuständige KESB darauf angewiesen, vom Beschwerdegegner zu erfahren, wie der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei. Die zuständige KESB habe die
Interessen des Beschwerdeführers zu wahren. Folglich könne auch davon
ausgegangen werden, dass die Überprüfung der Notwendigkeit der
Vertretungsbeistandschaft für die Vermögensverwaltung oder weiterer
erwachsenenschutzrechtlicher Massnahmen grundsätzlich im Interesse des
Beschwerdeführers sei. Abgesehen vom Geheimhaltungsinteresse des
Beschwerdeführers seien keine weiteren privaten Interessen ersichtlich, die gegen eine
Entbindung des Beschwerdegegners vom Berufsgeheimnis sprechen würden.
Dagegen bringt der Beschwerdeführer zusammengefasst vor, dass die
Vertretungsbeistandschaft für die Vermögensverwaltung zu keinem Zeitpunkt
notwendig gewesen und per Ende März 2019 aufgehoben worden sei. Er bestreitet, an
einer Persönlichkeitsstörung zu leiden und selbst- oder fremdgefährdend zu sein. Die
Anschuldigungen, dass er Opfer eines "Love Scamming" geworden oder er ein "Money
Mule" sei, seien haltlos. Er werde auf keinen Fall erlauben, dass irgendwelche Daten,
also Informationen aus seiner Krankengeschichte entnommen werden dürften. Es seien
keine erwachsenenschutzrechtlichen Massnahmen gerechtfertigt.
4.
zwischen Arzt und Patient dient, – vermag nur ein deutlich überwiegendes öffentliches
oder privates Interesse eine Entbindung zu rechtfertigen (BGer 2C_270/2018 vom 15.
März 2019 E. 2.1.2, 2C_37/2018 vom 15. August 2018 E. 6.4.2; 2C_1035/2016 vom 20.
Juli 2017 E. 4.2.2, VerwGE B 2016/231 vom 20. Februar 2018 E. 3,
www.gerichte.sg.ch; N. Oberholzer, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar
Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, N 23 zu Art. 321 StGB).
Der Beschwerdegegner reichte am 25. Juni 2019 ein Gesuch um Entbindung des
Berufsgeheimnisses bei der KESB ein. Am 4. Juli 2019 liess er sich telefonisch
4.1.
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5.
vernehmen, dass er den Willen des Beschwerdeführers respektieren wolle. Ob der
Beschwerdegegner damit sein Gesuch um Entbindung vom Berufsgeheimnis
zurückziehen wollte, kann vorliegend offenbleiben, wie sich aus der nachstehenden
Erwägung ergibt.
Nach Art. 448 Abs. 2 ZGB sind unter anderem Ärztinnen und Ärzte nur dann zur
Mitwirkung verpflichtet, wenn die geheimnisberechtigte Person sie dazu ermächtigt hat
oder die vorgesetzte Behörde oder die Aufsichtsbehörde sie auf eigenes Gesuch oder
auf Gesuch der Erwachsenenschutzbehörde vom Berufsgeheimnis entbunden hat. Die
Entbindung der Medizinalperson kann demnach auch auf Gesuch der KESB hin
erfolgen und ist damit gegen den Willen der Medizinalperson möglich. Diese
Möglichkeit steht im Widerspruch zu Art. 321 Abs. 2 StGB, wonach die Bewilligung zur
Offenlegung "auf Gesuch des Täters" hin, erteilt wird. Der Wortlaut des jüngeren, auf
die spezielle Situation der KESB ausgerichteten Art. 448 Abs. 2 ZGB lässt aber keinen
Zweifel offen, dass die auf Gesuch der KESB erteilte Entbindung ebenfalls Gültigkeit
erlangt und zum Ausschluss der Strafbarkeit führt. Das Gesuch muss einen Antrag und
eine Begründung zur Darlegung der tatsächlichen Verhältnisse enthalten (Maranta/
Auer/Marti, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, 6. Aufl. 2018, N 13 zu
Art. 448 ZGB). Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, ersuchte die
Beschwerdebeteiligte 1 mit ihrer Stellungnahme vom 9. Juli 2019 implizit um
Entbindung vom Berufsgeheimnis des Beschwerdegegners. Zwar fehlt ein
ausdrücklicher Antrag, dies kann sich im vorliegenden Fall aber nicht nachteilig für die
Beschwerdebeteiligte 1 auswirken, da sie über das telefonische Gespräch zwischen
dem Beschwerdegegner und der Vorinstanz vom 4. Juli 2019 bzw. den möglichen
Rückzug des Gesuchs des Beschwerdegegners nicht informiert war. Ein Gesuch um
Entbindung vom Berufsgeheimnis liegt demnach vor, unabhängig davon, ob der
Beschwerdegegner sein Gesuch zurückziehen wollte oder nicht. Nachfolgend ist daher
eine Interessenabwägung vorzunehmen.
4.2.
Der Kindes- und Erwachsenenschutz wird von der Untersuchungsmaxime beherrscht.
Die Erwachsenenschutzbehörde hat den Sachverhalt damit von Amtes wegen zu
erforschen (Art. 446 Abs. 1 ZGB). Die in Art. 448 ZGB statuierte Mitwirkungspflicht
entlastet die Behörde. Denn ohne Unterstützung durch die Verfahrensbeteiligten und
Dritte wäre die Behörde oftmals gar nicht in der Lage, die tatsächlichen Umstände in
Erfahrung zu bringen (Maranta/Auer/Marti, a.a.O., N 1 zu Art. 448 ZGB). Im
5.1.
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vorliegenden Fall soll die Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht dazu dienen,
gegenüber der zuständigen KESB diejenigen Informationen offenzulegen, die es der
Behörde ermöglichen, die Situation des Beschwerdeführers besser zu beurteilen.
Gemäss dem Schreiben der Beschwerdebeteiligten 1 vom 9. Juli 2019 besteht seit
dem 16. Februar 2011 eine Vertretungsbeistandschaft für die Vermögensverwaltung.
Weiter führt die Beschwerdebeteiligte 1 darin aus, der Beschwerdeführer habe die
Aufhebung der Beistandschaft beantragt. Somit hat die Beschwerdebeteiligte 1
abzuklären, ob diesem Antrag stattgegeben werden kann oder inwiefern allfällige
weitere erwachsenenschutzrechtliche Massnahmen notwendig sind. Der
Beschwerdebeteiligten 1 ist bisher bekannt, dass der Beschwerdeführer laut einem
Gutachten vom 21. März 2012 an einer ICD-10 F61.9 Diagnose, also an einer
Persönlichkeitsstörung, die nicht die spezifischen Symptombilder der in F60.-
beschriebenen Störungen aufweist, leiden soll (https://www.dimdi.de unter:
Klassifikationen/ICD/Kode-Suche Onlinefassung). Des Weiteren liegt der
Beschwerdebeteiligten 1 ein Schreiben des Alters- und Pflegezentrum Kreuzstift vom
26. März 2018 vor, gemäss welchem eine mögliche Fremd- oder Selbstgefährdung
bestehe. In diesem Zentrum lebte der Beschwerdeführer in einer psychosozialen
Wohngruppe. Nach seinem Austritt könnte die Einnahme der notwendigen
Medikamente nicht mehr kontrolliert werden. Überdies wurden mittels
superprovisorischer Verfügung vom 25. und 27. Juni 2019 die Zugriffsrechte auf die
bestehenden Konti des Beschwerdeführers beschränkt bzw. gesperrt, da nicht
ausgeschlossen werden konnte, dass der Beschwerdeführer Opfer von Betrügern
wurde (vgl. act. Vorinstanz 6 und 7). Der Beschwerdeführer weist diese Angaben
allesamt von sich und behauptet, dass über ihn Lügen verbreitet würden. Er verweist
ausdrücklich auf das Arztgeheimnis, welches seine höchstpersönlichen Informationen
schützen soll.
Im vorliegenden Verfahren ist nicht zu prüfen, ob eine Hilfsbedürftigkeit seitens des
Beschwerdeführers besteht. Allerdings hat die Beschwerdebeteiligte 1 genügend
Hinweise aufgezeigt, die genauerer Abklärung bedürfen. Mit der Entbindung des
Beschwerdegegners von seinem Arztgeheimnis soll den Beschwerdebeteiligten daher
ermöglicht werden, Informationen über den aktuellen Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers einzuholen. Grundsätzlich ist die Abklärung über das Fortbestehen
der Vertretungsbeistandschaft für die Vermögensverwaltung auch im Interesse des
Beschwerdeführers, zumal er laut der Beschwerdebeteiligten 1 am 3. Februar 2019 ein
Gesuch um Aufhebung der Vertretungsbeistandschaft gestellt hat. Die Abklärungen
selbst und der spätere Entscheid der Beschwerdebeteiligten stellen ein separates
5.2.
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6.
In Streitigkeiten hat jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder
teilweise abgewiesen werden (Art. 95 Abs. 1 VRP). Es gilt der Grundsatz der
Kostentragung nach Massgabe des Obsiegens und Unterliegens (R. Hirt, Die Regelung
der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, St. Gallen 2004, S. 93
Verfahren dar. Der Beschwerdeführer wird im Rahmen dieser Abklärungen auch
anzuhören sein und kann zu diesen Abklärungen Stellung nehmen (Art. 447 Abs. 1
ZGB). Seine Privatsphäre bleibt durch das Amtsgeheimnis gemäss Art. 320 StGB
geschützt. Überdies steht ihm der Rechtsmittelweg gegen allfällige durch die KESB
angeordnete Massnahmen offen.
Zweck des Erwachsenenschutzverfahrens ist es, das Wohl und den Schutz
hilfsbedürftiger Personen sicherzustellen und die Selbstbestimmung der betroffenen
Person so weit wie möglich zu erhalten und zu fördern (Art. 388 ZGB). Es liegt im
öffentlichen Interesse, dass die Beschwerdebeteiligten das Abklärungsverfahren
durchführen können und an die für einen Entscheid notwendigen Informationen
gelangen. Der Beschwerdeführer selbst bringt ausser dem Geheimhaltungsinteresse
keine weiteren privaten Interessen vor, die einer Entbindung von der ärztlichen
Schweigepflicht des Beschwerdegegners entgegenstehen würden. Infolgedessen ist
die von der Vorinstanz vorgenommene Gewichtung der Interessen zugunsten des
Beschwerdegegners bzw. der Beschwerdebeteiligten nicht zu beanstanden.
Die Vorinstanz hielt in ihrem Entscheid zu Recht fest, dass die Lüftung des
Berufsgeheimnisses auf das erforderliche Mass zu beschränken sei. Dieses
erforderliche Mass bestimme sich nach dem Grund der Offenbarung. Hingegen
verfügte sie, dass der Beschwerdegegner Einsicht in die vollständige Patientenakte des
Beschwerdeführers zu gewähren habe. Mit dieser Formulierung wird die Einsicht in die
Patientenakten allerdings nicht mehr auf das erforderliche Mass beschränkt, ohne dass
für die vollständige Offenlegung eine Begründung ersichtlich wäre. Die Entbindung des
Beschwerdegegners von seinem Berufsgeheimnis erfolgte dementsprechend zu Recht,
jedoch ist die Einsicht in die Patientenakten ebenfalls auf das erforderliche Mass zu
beschränken. Die Beschwerde ist folglich teilweise gutzuheissen. Die Verfügung ist
dahingehend anzupassen, dass der Beschwerdegegner ermächtigt wird, der
zuständigen KESB zwecks Abklärung hinsichtlich des Fortbestehens der
Vertretungsbeistandschaft für die Vermögensverwaltung sowie etwaiger weiterer
erwachsenenschutzrechtlicher Massnahmen soweit notwendig Einsicht in die
Patientenakte zu gewähren und alle erforderlichen Auskünfte zu erteilen, die mit der
Behandlung des Beschwerdeführers in Zusammenhang stehen.
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und 96). Nach den konkreten Umständen obsiegt der Beschwerdeführer nur teilweise,
d.h. rund zu einem Drittel. Entsprechend erscheint es daher angemessen, die amtlichen
Kosten von CHF 1'500 (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12)
zu zwei Dritteln dem Beschwerdeführer und zu einem Drittel der Vorinstanz
aufzuerlegen. Der Kostenanteil des Beschwerdeführers von CHF 1'000 ist mit dem
geleisteten Kostenvorschuss von CHF 1'500 zu verrechnen; CHF 500 sind ihm
zurückzuerstatten. Gestützt auf Art. 95 Abs. 3 VRP ist auf die Erhebung des
Kostenanteils der Vorinstanz von CHF 500 zu verzichten.
Ausseramtliche Kosten sind bei diesem Verfahrensausgang nicht zu entschädigen
(Art. 98 Abs. 1 und Art. 98 VRP) und wurden auch von keiner Seite beantragt.