Decision ID: ef9f7ccd-fe7e-52f7-a9e7-caba584434a4
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war aufgrund seiner Tätigkeit als Hauswart der
B._ bei der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend:
Mobiliar) obligatorisch unfallversichert, als er am 24. Oktober 2016 mit dem Fahrrad
stürzte (UV-act. 2/1). Die Erstbehandlung fand am 31. Oktober 2016 durch Dipl. med.
C._, Fachärztin Allgemeine Innere Medizin und Geriatrie, statt, die als Befunde eine
Rötung und Schwellung am linken distalen Unterschenkel mit einem grossflächigen
Hämatom erhob, ein altes prätibiales Hämatom Unterschenkel links nach Fahrradsturz
(24. Oktober 2016) sowie eine Prellung diagnostizierte und eine medikamentöse
Schmerztherapie veranlasste. Eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigte sie nicht (UV-act. 3/
M4).
A.a.
Am 7. November 2016 erfolgte eine Notfallkonsultation des Versicherten im Spital
D._, dessen Ärzte nach einer klinischen und röntgenologischen Untersuchung des
linken Unterschenkels und linken Knies sowie einer sonographischen Untersuchung
des linken Unterschenkels die Diagnosen altes prätibiales Hämatom Unterschenkel
links und Verdacht auf Innenbandläsion Knie links stellten, das Hämatom punktierten
und eine MRI-Untersuchung des linken Knies veranlassten (UV-act. 3/M2; vgl. auch
UV-act. 3/M1). Die MRI-Untersuchung wurde am 8. November 2016 durchgeführt und
brachte eine trikompartimentelle Gonarthrose, medialbetont mit mehrfacher
Chondropathie Grad III bis IV, eine fortgeschrittene Degeneration des Innenmeniskus
mit Volumenreduktion des Innenmeniskushinterhorns und komplexem Riss am
Hinterhorn, eine höhergradige, femoralseitig betonte MCL-Läsion (Ligamentum
A.b.
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collaterale mediale = Innenband des Knies) mit signalangehobenen elongierten
Bandstrukturen, einen moderaten Kniegelenkserguss, eine leichte Zerrung des
vorderen Kreuzbandes sowie ein ausgeprägtes Weichteilödem in der Kniekehle und
medialbetont zur Darstellung (UV-act. 3/M3, 3/M9). Die untersuchenden Ärzte des
Spitals D._ stellten anlässlich einer Sprechstunde vom 11. November 2016 anhand
von klinischen Untersuchungsergebnissen und den Angaben des Versicherten einen
erfreulichen Verlauf fest und empfahlen ihm, das betroffene linke Bein regelmässig zu
schonen und hochzulagern, um die endgültige Resorption des ursprünglichen
Hämatoms am prätibialen distalen Unterschenkel links zu beschleunigen. Aufgrund des
MRI-Befunds wurde die Möglichkeit einer operativen Versorgung mittels
Kniearthroskopie oder Knieendoprothese erörtert. In Anbetracht der fehlenden Klinik
wurde jedoch gemeinsam entschieden, eine solche erst bei erneuter
Beschwerdezunahme nochmals zu diskutieren (UV-act. 3/M3). Am 2. Mai 2017 reichte
Dipl. med. C._ der Mobiliar das Arztzeugnis über die Arbeitsunfähigkeit ein, laut
welchem der Versicherte letztmals am 1. Februar 2016 (richtig: 1. Februar 2017) bei ihr
in Behandlung gewesen war, bei unauffälligem lokalem Befund noch unter
belastungsabhängigen Knieschmerzen links gelitten hatte und mit Physiotherapie
behandelt worden war (UV-act. 3/M5; vgl. auch UV-act. 1/5).
Nach Vorlage des Schadenfalls bei ihrem beratenden Arzt Dr. med. E._,
Facharzt für Chirurgie (UV-act. 3/M6), teilte die Mobiliar dem Versicherten mit
Schreiben vom 31. Mai 2017 mit, es müsse davon ausgegangen werden, dass die
Beschwerden ab Februar 2017 nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im
Zusammenhang mit dem Ereignis vom 24. Oktober 2016 stünden und deshalb ein
Anspruch auf Versicherungsleistungen ab dem 1. Februar 2017 abgelehnt werden
müsse (UV-act. 1/6 f.).
A.c.
Nachdem sich der Versicherte mit Schreiben vom 6. Juni 2017 mit der Leistungs
ablehnung nicht einverstanden erklärt und die Vergütung weiterer
Heilbehandlungskosten sowie die Übernahme der Reisekosten zu drei ärztlichen
Untersuchungen ins Spital D._ und 18 Fahrten zur Physiotherapie beantragt hatte
(UV-act. 1/9 f.), hielt die Mobiliar mit Verfügung vom 13. Juni 2017 an ihrer
Leistungsablehnung ab dem 1. Februar 2017 fest. Betreffend Reisekosten bis zum 1.
Februar 2017 ersuchte sie den Versicherten um eine Aufstellung der konkreten Reisen
A.d.
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(Strecke, Datum, Kilometer). Diese würden dann zu Fr. 0.60/km entschädigt (UV-act.
1/12 f.). Gegen die Verfügung vom 13. Juni 2017 erhob der Versicherte am 19. Juni
bzw. 12. Juli 2017 Einsprache (UV-act. 1/16, 1/28). Zusammen mit einem Schreiben
vom 18. September 2017 (UV-act. 1/35) reichte der Versicherte Bestätigungen der
F._ vom 15. und 18 September 2017 betreffend die bei ihm durchgeführten
Physiotherapiebehandlungen ein (UV-act. 1/32 ff.). Mit Einspracheentscheid vom 27.
September 2017 wies die Mobiliar die Einsprache des Versicherten vom 19. Juni bzw.
12. Juli 2017 ab. Für entstandene Reisekosten bis zum 31. Januar 2017 bestehe bei
einem Kilometer-Entschädigungsansatz von Fr. 0.60/km ein Leistungsanspruch in der
Höhe von Fr. 156.60. Dieser Betrag sei dem Versicherten überwiesen worden (UV-act.
1/36 ff.).
Die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde vom 10. Oktober 2017 (UV-
act. 1/69) wurde mit Entscheid des st. gallischen Versicherungsgerichts vom 11. März
2019 (UV 2017/82, UV-act. 1/100 ff.) insofern teilweise gutgeheissen, als dass der
Einspracheentscheid vom 27. September 2017 aufgehoben und die Streitsache zu
ergänzenden Abklärungen im Sinne der Erwägungen und anschliessend neuer
Verfügung an die Mobiliar zurückgewiesen wurde.
A.e.
Inzwischen hatte Dr. med. G._, Praktischer Arzt, Oto-Rhino-Laryngologie, dem
Versicherten am 31. August 2018 bei der Diagnose "St. n. Velosturz 10/2016 mit
Knieverletzung links und Kontusion US links, aktuell rezidivierende Gonalgie links" eine
Verordnung für eine Physiotherapie bei H._ ausgestellt (UV-act. 3/M7). Am 8. April
2019 schrieb Dr. G._ der Mobiliar, dass der Versicherte am 24. Oktober 2016 einen
Velosturz erlitten und sich dabei eine Knieverletzung links sowie eine Kontusion des
linken Unterschenkels zugezogen habe. Seither beklage er eine rezidivierende Gonalgie
links. Aus diesem Grund habe er auf Wunsch des Versicherten am 31. August 2018
eine Physiotherapieverordnung ausgestellt. Der Versicherte sei seither nicht mehr in
seiner Sprechstunde gewesen (UV-act. 3/M14).
A.f.
Am 24. Juni 2019 beauftragte die Mobiliar zur Beurteilung ihrer Leistungspflicht
Dr. E._ mit der Beantwortung verschiedener Fragen (UV-act. 3/M15-26), zu welchen
dieser am 4. Juli 2019 Stellung nahm (UV-act. 3/M15-27 ff.). Gestützt auf diese
Beurteilung teilte die Mobiliar dem Versicherten mit Schreiben vom 17. Juli 2019 mit, es
A.g.
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B.
Mit Einspracheentscheid vom 16. Oktober 2019 (UV-act. 1/169 ff.) wies die Mobiliar die
Einsprache des Versicherten vom 10. bzw. 15. September 2019 (UV-act. 1/149 ff.,
1/159 f.) gegen die Verfügung vom 13. August 2019 ab.
C.
müsse davon ausgegangen werden, dass die Beschwerden ab dem 1. Februar 2017
nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit dem Ereignis
vom 24. Oktober 2016 stünden und deshalb ein Anspruch auf Versicherungsleistungen
ab dem 1. Februar 2017 abgelehnt werden müsse (UV-act. 1/135 f.).
Nachdem sich der Versicherte mit Schreiben vom 1./5. August 2019 mit der
Leistungseinstellung per 1. Februar 2017 nicht einverstanden erklärt hatte (UV-act.
1/141 f.), hielt die Mobiliar am 13. August 2019 verfügungsweise an ihrer
Leistungseinstellung per vorgenanntem Zeitpunkt fest (UV-act. 1/143 ff.).
A.h.
Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 10. November 2019 (Postaufgabe) Beschwerde
mit dem sinngemässen Antrag, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben
und es seien ihm über den 1. Februar 2017 hinaus die gesetzlichen Leistungen
auszurichten (act. G1, vgl. auch act. G 2).
C.a.
In der Beschwerdeantwort vom 18. Dezember 2019 beantragte die Mobiliar
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde in Bestätigung
des Einspracheentscheids vom 16. Oktober 2019 (act. G 4).
C.b.
Mit Replik vom 20. Januar 2020 (Postaufgabe) erneuerte der Beschwerdeführer
sinngemäss seinen Beschwerdeantrag (act. G 6).
C.c.
Mit Schreiben vom 28. Januar 2020 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die
Einreichung einer Duplik und verwies auf ihre bisherigen Ausführungen und das
gestellte Rechtsbegehren (act. G 8).
C.d.
Am 18. Mai 2020 (Postaufgabe) reichte der Beschwerdeführer eine weitere
Eingabe ein (act. G 10). Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 26.
Mai 2020 auf eine Stellungnahme (act. G 12).
C.e.
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Erwägungen
1.
Strittig und zu prüfen ist im vorliegenden Fall, ob die Beschwerdegegnerin mit dem
angefochtenen Einspracheentscheid vom 16. Oktober 2019 (UV-act. 1/169 ff.) zu Recht
einen Anspruch des Beschwerdeführers auf Versicherungsleistungen über den 31.
Januar 2017 hinaus abgelehnt hat. Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin,
dass der Beschwerdeführer am 24. Oktober 2016 einen Unfall im Sinne von Art. 4 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) erlitten und sich dabei am linken Unterschenkel und am linken Knie verletzt
hatte. Gestützt auf die Beurteilung von Dr. E._ vom 4. Juli 2019 (UV-act. 3/M15) geht
sie jedoch davon aus, die Unfallverletzungen seien am 31. Januar 2017 ausgeheilt
gewesen und fortdauernde Beschwerden des Beschwerdeführers stünden nicht mehr
in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfall. Laut Arztzeugnis von Dipl.
med. C._ vom 2. Mai 2017 war der Beschwerdeführer letztmals am 1. Februar 2016
(richtig: 1. Februar 2017) bei ihr in Behandlung gewesen, hatte bei einem unauffälligen
lokalen Befund noch unter belastungsabhängigen Knieschmerzen links gelitten und war
mit Physiotherapie behandelt worden (UV-act. 3/M5). In der Beschwerde vom 11.
November 2019 (Postaufgabe [act. G 2]) und Replik vom 20. Januar 2020 (Postaufgabe
[act. G 6]) macht der Beschwerdeführer geltend, seit dem Unfall Tag und Nacht unter
Knieschmerzen zu leiden. Aktenkundig ist sodann, dass der Beschwerdeführer nach
dem Leistungseinstellungszeitpunkt im Zeitraum vom 3. Februar bis 6. März 2017 in
der F._ neun Physiotherapiebehandlungen hatte (UV-act. 1/34) und vom 10.
September bis 13. Dezember 2018 bei H._ in physiotherapeutischer Behandlung
gewesen ist (UV-act. 1/96). Für letztere hatte ihm Dr. G._ anlässlich einer
Konsultation am 31. August 2018 eine Physiotherapieverordnung ausgestellt (UV-act.
3/M7, 3/M14).
2.
Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) hat der Unfallversicherer bei Vorliegen eines Unfalls (Art. 4 ATSG) für einen
Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser in einem
natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht
(BGE 129 V 181 E. 3.1 f.; André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser
[Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen
Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 63 ff.
2.1.
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zu Art. 6: Ghislane Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurz Pärli [Hrsg.],
Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG];
Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Der Beweis des
natürlichen Kausalzusammenhangs (bzw. des Wegfalls desselben) wird in erster Linie
mittels Angaben der medizinischen Fachpersonen geführt (Urteil des Bundesgerichts
vom 1. September 2008, 8C_522/2007, E. 4.3.2; KOSS UVG-Nabold, a.a.O., N 53 zu
Art. 6; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55). Bei
physischen Unfallfolgen spielt indessen die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der
aus dem natürlichen Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des
Unfallversicherers praktisch keine Rolle (BGE 135 V 250 E. 4 mit Hinweisen, 118 V 291
f. E. 3.a, 117 V 365 mit Hinweisen; SVR 2000 Nr. 14 S. 45). Das Vorliegen eines
natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung
von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
verneint werden können bzw. nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich
fehlender Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (Thomas Locher/Thomas Gächter,
Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, § 70 N. 58 f.; Rumo-Jungo/
Holzer, a.a.O., S. 4).
Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a mit Hinweisen;
vgl. BGE 130 I 183 E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im
Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess
tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit
der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen
Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Beim Nachweis des Dahinfallens jeder kausalen
Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens handelt es sich
um eine leistungsaufhebende Tatfrage. Die entsprechende Beweislast liegt hier -
anders als bei der Frage, ob im Grundfall oder auch bei Rückfällen ein (erneuter)
leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der
versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2
mit Hinweisen, 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b mit Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O.,
S. 4, 79).
2.2.
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Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss, zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, 130 zu Art. 61). Hinsichtlich
des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
Fachperson begründet sind. Den Berichten und Gutachten, welche die Versicherungen
während des Administrativverfahrens von ihren eigenen bzw. beratenden Ärzten und
Ärztinnen einholen, kann rechtsprechungsgemäss ebenfalls Beweiswert beigemessen
werden (BGE 135 V 467 ff. E. 4 und BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). Art. 8
der Bundesverfassung (BV; SR 101) und Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen
Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) geben keinen formellen Anspruch auf
versicherungsexterne Begutachtung, wenn Leistungsansprüche streitig sind. Erachtet
das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen
Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den
Prozess ohne Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens -
abschliessen. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge
Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit
und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 471 E. 4.7; RKUV 1997 Nr. U 281
E. 1a S. 281 f.). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass auch eine reine Beurteilung
aufgrund der Akten, wie sie vorliegend von Dr. E._ am 4. Juli 2019 erstellt wurde (UV-
act. 3/M15), beweiskräftig sein kann, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im
Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden
medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der
versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom 18. Juni
2014, 9C_196/2014, E. 5.1.1). Angesichts der obigen Darlegungen sprechen keine
formell-rechtlichen Gründe gegen den Einbezug der ärztlichen Aktenbeurteilung von Dr.
E._. In seiner Beurteilung vom 4. Juli 2019 gibt dieser auch die Akten an, auf denen
seine Beurteilung basiert. Ob letztlich auf die Beurteilung des beratenden Arztes
abgestellt werden kann, ist im Rahmen der nachfolgenden materiell-rechtlichen
Beweiswürdigung zu prüfen.
2.3.
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3.
Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine
strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares
Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die mittels apparativer
Untersuchungsmethoden (wie Röntgen, Sonographie, Kernspintomographie,
Computertomographie, Arthroskopie) erhoben worden sind (vgl. BGE 134 V 121 E. 9,
134 V 232 E. 5.1 mit Hinweisen, 117 V 363 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4
mit Hinweisen [U 479/05]; Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2008,
8C_806/2007, E. 8.2 mit zahlreichen Hinweisen).
3.1.
Beim Beschwerdeführer wurde am 8. November 2016 und damit in zeitlicher Nähe
zum Unfall vom 24. Oktober 2016 eine MRI-Untersuchung des linken Knies
durchgeführt, welche strukturelle Gesundheitsschäden (eine höhergradige MCL-Läsion
und eine leichte Zerrung des vorderen Kreuzbandes), einen moderaten
Kniegelenkserguss und ein ausgeprägtes Weichteilödem in der Kniekehle und medial
betont zur Darstellung brachte (UV-act. 3/M3). Was die vorgenannten
Gesundheitsschäden betrifft, geht Dr. E._ unangefochten von primären
traumatischen Verletzungen aus (UV-act. 3/M6). Die diesbezügliche Leistungspflicht
des Unfallversicherers entfällt, sobald diese Unfallverletzungen verheilt sind.
3.2.
Anlässlich der Untersuchung im Spital D._ vom 7. November 2016 war
ausserdem ein altes prätibiales Hämatom im Bereich des linken Unterschenkels
diagnostiziert worden (UV-act. 3/M2; vgl. auch UV-act. 3/M3). Diesbezüglich hat das
Versicherungsgericht im Entscheid vom 11. März 2019 (UV 2017/82, UV-act. 1/100 ff.,
Erwägung 6) ausgeführt und begründet, weshalb mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit von einer Heilung des Weichteilödems spätestens
im Leistungseinstellungszeitpunkt ausgegangen werden kann. Der Beschwerdeführer
macht denn auch in den Eingaben des vorliegenden Beschwerdeverfahrens lediglich
Kniebeschwerden geltend (act. G1, G 2, G 6, G 10).
3.3.
3.4.
Kernspintomographisch wurde sodann am 8. November 2016 im linken Knie eine
trikompartimentelle Gonarthrose mit vor allem medial betonten Chondropathieschäden
Grad III - IV (UV-act. 3/M3) festgestellt. Eine Arthrose kann definitionsgemäss keine
primäre Unfallverletzung, sondern einzig eine degenerative Erkrankung sein. Im
Regelfall entsteht sie im Rahmen des normalen Alterungsprozesses oder durch
Überbeanspruchung, kann aber im Einzelfall auch als sekundärer unfallkausaler
3.4.1.
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Gesundheitsschaden in Form einer Spätfolge einer primären Verletzung - hauptsächlich
nach einer schlecht verheilten intraartikulären Fraktur, geheilt ohne anatomisch exakte
Reposition; nach Verletzungen von Gelenkweichteilstrukturen (z.B. Menisci) oder des
Gelenkknorpels - auftreten (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische
Chirurgie, 4. Aufl. 2005, S. 579 ff., S. 700 f., S. 735; Pschyrembel, Klinisches
Wörterbuch, 267. Aufl. 2017, S. 152 f.; Roche Lexikon, Medizin, 5. Aufl. 2003, S. 134 f.).
Der Beschwerdeführer erlitt zwar strukturelle Verletzungen im Bereich des Kniegelenks
(vgl. Erwägung 3.2). Angesichts des kurzen Zeitraums zwischen dem Unfall und der nur
einige Tage später radiologisch erhobenen weit fortgeschrittenen und ausgedehnten
(trikompartimentellen) Gonarthrose geht jedoch Dr. E._ in seinen Beurteilungen vom
24. Mai 2017 (UV-act. 3/M6) und 4. Juli 2019 (UV-act. 3/M15) nachvollziehbar von
einem Vorzustand aus. Auch in den übrigen medizinischen Akten wird eine
unfallbedingte (sekundäre) Arthrose in Bezug auf den Unfall vom 24. Oktober 2016
nicht diskutiert.
Im Entscheid vom 11. März 2019 (UV 2017/82, UV-act. 1/100 ff., vgl. Erwägung
5.3.2) führte das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen aus, dass eine
unfallkausale Gesundheitsschädigung in diesem Fall höchstens als vorübergehende
oder richtungsgebende Verschlimmerung eines Vorzustandes in Betracht komme (vgl.
dazu Rumo-Junog/Holzer, a.a.O., S. 54), wobei eine richtungsgebende
Verschlimmerung ausgeschlossen wurde (vgl. Erwägung 7.1). Die lediglich
vorübergehende unfallbedingte Verschlimmerung eines Vorzustandes basiert auf dem
Wissen, dass es im Unfallversicherungsrecht Fälle gibt, bei denen die Unfallfolgen bzw.
deren Anteil an einer Gesundheitsschädigung im Rahmen des posttraumatischen
Verlaufs nie konkret beschrieben bzw. radiologisch als strukturelle Verletzung der
Gelenke oder Knochen sichtbar gemacht werden können. Dennoch wird bei einem
adäquaten Ereignis in einer ersten Phase von einer schädigenden Einwirkung auf den
Körper ausgegangen. Die in der Folge aufgetretenen bzw. ausgelösten Beschwerden
werden allerdings nach einem bestimmten Zeitraum - trotz ihres möglichen
Fortdauerns - aufgrund einer medizinischen Erfahrungstatsache nicht mehr dem Unfall
angelastet. Die Unfallversicherung übernimmt in diesen Fällen nur den durch das
Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub, d.h. sie hat bis zum Erreichen des
Status quo sine vel ante Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem
Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen (vgl. nachfolgende Erwägung 4; vgl.
Urteile des Bundesgerichts vom 26. Februar 2013, 8C_423/2012, E. 5.3, vom 9. Januar
2012, 8C_601/2011, E. 3.2, und vom 24. Juni 2008, 8C_326/2008, E. 3.2 und 4; vgl.
auch Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55 f.). Als Beispiele dafür gelten insbesondere
3.4.2.
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4.
Weichteilverletzungen in Form einer Zerrung oder Kontusion. Ihre Diagnosen definieren
eine schädigende Einwirkung des Unfalls auf den Körper, die insbesondere anhand
klinischer Befunde - wie Hämatome, Schwellungen, Druckdolenzen,
Bewegungseinschränkungen, Muskelverhärtungen - objektiviert wird (vgl. dazu
Debrunner, a.a.O., S. 412; Roche Lexikon, S. 357, 441; Pschyrembel, a.a.O., S. 420).
Der Unfallversicherer übernimmt die Leistungen bis zur Heilung dieser spezifischen
Kontusions- bzw. Distorsionsverletzungen und/oder bis zur Heilung des durch ein
Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschubs (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54).
Im vorliegenden Beschwerdeverfahren legte die Beschwerdegegnerin die ärztliche
Beurteilung ihres beratenden Arztes Dr. E._ vom 4. Juli 2019 vor (UV-act. 3/M15).
4.1.
4.2.
Dr. E._ hielt darin zunächst - wie bereits im Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 11. März 2019 anerkannt - fest, dass es mit dem Ereignis
vom 24. Oktober 2016 zur temporären Aktivierung der unfallvorbestehenden
trikompartimentären Gonarthrose gekommen sei. Spätestens drei Monate nach dem
Ereignis habe diese ihre Bedeutung verloren, so dass von einem Status quo sine
auszugehen sei. Die Folgen der temporären Aktivierung der trikompartimentären
Gonarthrose seien abgeklungen. Wiederauftretende Beschwerden, die fast zwei Jahre
nach dem Unfall zur erneuten Verordnung einer Physiotherapie führten, könnten nicht
mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit dem Ereignis begründet werden. Die
medial bereits fortgeschrittene Gonarthrose beinhalte unfallunabhängig ein hohes
Krankheitsrisiko und sei zwangsläufig progredient mit entsprechendem Crescendo-
Charakter. Es bestünden tiefgreifende Knorpelschäden. Dementsprechend sei es
bereits zur Gelenkspaltverschmälerung gekommen. Die unzureichende
Stossdämpferfunktion beschleunige die Entwicklung der Gonarthrose, so dass
weiterhin zunehmende Beschwerden zu erwarten seien, dies aber unfallunabhängig.
4.2.1.
Auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren gilt immer noch die damalige
versicherungsgerichtliche Feststellung im Entscheid vom 11. März 2019 (UV 2017/82,
UV-act. 1/100 ff., Erwägung 7.3), dass sich ein allfälliger Beschwerdeanteil infolge einer
weiterdauernden vorübergehenden Verschlimmerung der Gonarthrose nur schwer oder
kaum beurteilen oder von den unfallbedingen Verletzungen abgrenzen lassen dürfte.
Das Versicherungsgericht liess damals offen, ob der von Dr. E._ festgelegte
Zeitpunkt für das Dahinfallen der Unfallkausalität in Bezug auf die traumatisch
4.2.2.
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vorübergehend verschlimmerte Gonarthrose spätestens nach drei Monaten
anzunehmen sei oder eine solche Heilungsdauer zu optimistisch erscheine. Wie bereits
erwähnt, stellte Dr. G._ dem Beschwerdeführer am 31. August 2018 eine
Physiotherapieverordnung mit der Diagnose "St. n. Velosturz 10/2016 mit
Knieverletzung links und Kontusion US links, aktuell rezidiviernde Gonalgie links" aus
(UV-act. 3/M7) und erklärte auch in seinem Schreiben vom 8. April 2019 (UV-act. 3/
M14), dass der Beschwerdeführer seit dem Unfall eine rezidivierende Gonalgie links
beklage. Er habe die Physiotherapieverordnung aus diesem Grund ausgestellt. Vor
diesem Hintergrund besteht kein Anlass mehr für die Annahme, dass explizit über den
Leistungseinstellungszeitpunkt hinaus die überwiegend wahrscheinlich ursprünglich
durch den Unfall symptomatisch gewordene Gonarthrose weiter Beschwerden
gemacht hätte. Dies bedeutet nicht, dass die basierend auf der
Physiotherapieverordnung vom 31. August 2018 therapierten Kniebeschwerden nicht
im Zusammenhang mit der Gonarthrose standen. Gerade davon gehen Dr. G._ und
Dr. E._ überzeugend und schlüssig aus. Doch beinhalten eben diese konkreten
Beschwerden keinen unfallkausalen Beschwerdeanteil mehr, sondern sind nur noch
rein degenerativ bedingt. Soweit der Beschwerdeführer beschreibt, dass er vor dem
Unfall rein gar keine Arthrosebeschwerden gespürt habe, andernfalls er seine Arbeit
nicht hätte ausüben können (vgl. act. G 1, G 6), so erklärt diese Argumentation nicht
automatisch das Vorliegen einer immer noch andauernden unfallkausalen
vorübergehenden Verschlimmerung der Gonarthrose (vgl. dazu die beweisrechtlich
untaugliche Formel "post hoc ergo propter hoc" z.B. in: BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 67
zu Art. 6; Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. 1989, S.
460 Fn 1205).
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Das Versicherungsgericht erachtete jedoch in seinem Entscheid vom 11. März
2019 (UV 201/82, Erwägung 8) den Beweis des Dahinfallens einer unfallkausalen
Ursächlichkeit der Kniebeschwerden in Bezug auf die unbestrittenermassen
unfallbedingten Bänderläsionen im linken Knie sowie das Weichteilödem in der
Kniekehle und medialbetont nicht als überwiegend wahrscheinlich erbracht. Zu
beurteilen bleibt mithin die Frage, ob nun mit der ärztlichen Beurteilung von Dr. E._
vom 4. Juli 2019 (UV-act. 3/M15) eine zuverlässige medizinische Beurteilungsgrundlage
für die Frage des Wegfalls der Unfallkausalität in Bezug auf die vorgenannten
Unfallverletzungen im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (1. Februar 2017) vorliegt und
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit von einer Heilung
derselben ausgegangen werden kann (vgl. Erwägung 3.2).
4.3.
Dr. E._ hält diesbezüglich fest, dass es beim Ereignis vom 24. Oktober 2016 zu
einer Zerrung/Partialruptur des medialen Kollateralbandes gekommen sei, welche
folgenlos abgeheilt sei. Es sei nicht zu einer vollständigen Ruptur gekommen.
Desgleichen sei es auch zu einer Restitutio ad integrum des diskret gezerrten vorderen
Kreuzbandes gekommen. Die Reparaturprozesse seien pathophysiologisch adäquat
gelaufen über vier bis zwölf Wochen. Eine Instabilität resultiere daraus nicht. Später
wieder auftretende Beschwerden seien nicht mehr Folgen des ehemals lädierten
medialen Seitenbandes. Auch das leicht gezerrte vordere Kreuzband führe nicht zu
späteren Unfallfolgen. Eine Instabilität sei damit ausgeschlossen. Das Gelenk sei nach
dem mehrwöchigen Reparaturprozess wieder stabil geführt. Der Kniegelenkserguss sei
im Rahmen des Heilungsverlaufs resorbiert. Es sei beim Ereignis vom 24. Oktober 2016
nicht zu irreversiblen strukturellen Schäden des linken Kniegelenks gekommen (UV-act.
3/M15).
4.3.1.
Mit Blick auf die Ausführungen in Erwägung 4.2.2 ist mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die von Dr. G._ am
31. August 2018 verordnete Physiotherapie nur noch der Behandlung der Gonarthrose
diente. Jedenfalls gibt es in den Akten keine Hinweise dafür, dass in diesem Zeitpunkt
noch eine Heilbehandlung der fraglichen Bandläsionen stattgefunden und eindeutig
diese dem Beschwerdeführer Beschwerden gemacht hätten. Dr. E._ stellt in
Übereinstimmung mit den MRI-Befunden vom 8. November 2016 (UV-act. 3/M9)
zutreffend fest, dass sich beim Beschwerdeführer infolge des Unfalls vom 24. Oktober
2016 keine vollständigen Rupturen, sondern (nur) Bänderzerrungen haben nachweisen
lassen, welche konservativ, ohne Operation behandelt wurden (vgl. UV-act. 3/M1 ff.).
Bänderzerrungen können, wie bereits erwähnt (vgl. Erwägung 3.4.2), laut medizinischer
Literatur unter Schutz vor weiterer Überdehnung folgenlos ausheilen (Debrunner,
4.3.2.
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a.a.O., S. 412, 1092 f., 1097). Von einem solchen Heilungsverlauf ist grundsätzlich auch
beim Beschwerdeführer auszugehen. Seine Aussage in der Eingabe vom 18. Mai 2020
(Postaufgabe [act. G 10]) - Dr. med. I._, FMH Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, habe bei ihm einen Kreuzbandriss am linken
Knie diagnostiziert, worüber alle anderen Ärzte nie gesprochen hätten; dies sei ein
absoluter Unfallschaden - und dass Dr. I._ eine gegenüber dem MRI-Befund vom 8.
November 2016 schwerwiegendere Kreuzbandverletzung diagnostizierte hätte, belegte
der Beschwerdeführer nicht mit einem entsprechenden Arztbericht. Es wurde nie in
Abrede gestellt, dass er beim Unfall vom 24. Oktober 2016 nicht auch eine strukturelle
Läsion des vorderen Kreuzbandes erlitten hat (vgl. UV-act. 3/M9; Erwägung 3.2). Als
unzutreffend zu bezeichnen wäre jedoch die allfällige Diagnose einer vollständigen
Ruptur und damit eine zumindest schwergradige Bandverletzung. Die Läsion des
Kreuzbandes des Beschwerdeführers wurde im Radiologiebericht vom 8. November
2016 explizit als leicht bezeichnet (UV-act. 3/M9). Entgegen den Einwänden des
Beschwerdeführers und unter Verweis auf die Ausführungen in Erwägung 4.2 ist
festzuhalten, dass die degenerativ bedingte und vor allem bereits deutliche
trikompartimentelle Gonarthrose (UV-act. 3/M9), wie von Dr. E._ überzeugend und
schlüssig dargelegt, die fortdauernd beklagten Knieschmerzen des Beschwerdeführers
allein zu erklären vermag. Zwar wird in der medizinischen Literatur der angeblich beim
Beschwerdeführer nicht vorliegende Anlaufschmerz als typische Beschwerde für eine
Arthrose erwähnt, doch wird die Arthrose generell als schmerzhaft und in
verschiedenen Schmerzformen auftretend beschrieben. Sie kann durchaus auch zu
Dauerschmerzen führen (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 586; Pschyrembel, a.a.O., S.
153; Roche Lexikon, a.a.O., S. 134). Anhaltspunkte dafür, dass die vom
Beschwerdeführer beschriebenen, Tag und Nacht andauernden Schmerzen nicht auf
seine ausgeprägte Gonarthrose zurückzuführen sind, liegen keine vor.
Damit bleibt jedoch immer noch die vom Versicherungsgericht im Entscheid vom
11. März 2019 als ungeklärt betrachtete Frage unbeantwortet, ob die höhergradig
eingestufte MCL-Läsion mit dem zusätzlich erhobenen ausgeprägten Weichteilödem in
der Kniekehle sowie die leichte Zerrung des vorderen Kreuzbandes bereits im
Zeitpunkt der Leistungseinstellung ausgeheilt waren. Bezüglich dieser Frage liefert
auch die ärztliche Beurteilung von Dr. E._ vom 4.Juli 2019 keine überzeugende
Begründung. Der von Dr. E._ festgestellte zeitgerechte Reparationsprozess (UV-act.
3/M15) wurde bereits in Erwägung 8.1 des Entscheids des Versicherungsgerichts vom
11. März 2019 (UV 2017/82, UV-act. 1/100 ff.) als nicht stichhaltig bezeichnet. Die
Umstände, dass der Beschwerdeführer laut eigenen Angaben bei der Untersuchung
4.3.3.
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5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 16. Oktober 2019 (UV-act. 1/169 ff.) insofern gutzuheissen,
als die Beschwerdegegnerin zu verpflichten ist, dem Beschwerdeführer über den
31. Januar 2017 hinaus die Kosten für die Physiotherapie bei der F._ vom 3. Februar
2017 bis 6. März 2017 zu vergüten. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).