Decision ID: 65485cd6-9782-5aa3-b4de-9ba17a9d1792
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. E. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21,
Postfach 27, 9004 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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IV-Leistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Nach einer erstmaligen Abweisung eines Gesuchs um berufliche
Eingliederungsmassnahmen bzw. eine Invalidenrente am 22. März 2005 (IV-act. 28)
füllte A._ am 18. Juni 2008 erneut eine Anmeldung zum Bezug von IV-Leistungen aus
(IV-act. 35). Sie gab an, sie beantrage Massnahmen für die berufliche Eingliederung.
Mit dieser Anmeldung reichte die Versicherte diverse medizinische Berichte ein. Die
Klinik Valens hatte am 13. Dezember 2007 über einen stationären Aufenthalt der
Versicherten berichtet (IV-act. 46) und dabei folgende Diagnosen angegeben:
Hypermotilitätssyndrom (Haltungsinsuffizienz mit Skoliose und BWS-Hypokyphose
resp. Rundrücken mit muskulären Dysbalancen, beginnende Spondylarthrosen L4/5,
weniger L5/S1 bds. Hyperlaxizität), Morbus Basedow (mit/bei zeitweise
hyperthyreotischer Stoffwechsellage, rez. Globusgefühl unklarer Genese, DD: Globus
hystericus) und Femoropatellararthrosen bds. (St. n. Mehrfacheingriff). Die Ärzte der
Klinik Valens hatten dazu ausgeführt, die Versicherte habe sich einer intensiven Physio-
und Ergotherapie und einem Muskelkräftigungsprogramm unterzogen. Sie habe in dem
sehr aktiv gehaltenen Therapieprogramm eine gute Motivation und Eigenengagement
gezeigt. Sie habe zwar vom muskulären Aufbau profitieren können, aber das habe die
Schmerzproblematik nur marginal beeinflusst. Die Hypermotilität erkläre die
Schmerzproblematik im Sinn einer myofaszialen Reaktion ausreichend. Der
Hyperlaxizität könne nur mittels einer weiterführenden ambulanten medizinischen
Trainingstherapie und einem entsprechenden Muskelaufbau gegengesteuert werden.
Tendenziell habe sich ein verselbständigtes maladaptives Schmerz-Coping entwickelt.
Das Departement Innere Medizin, Rheumatologie und Rehabilitation, des
Kantonsspitals St. Gallen hatte am 27. Mai 2008 (IV-act. 49) berichtet, die Versicherte
leide an einer systemischen Sklerose, an einer kompensierten Basedow-
Hyperthyreose, an Femorpatellararthrosen bds., an einem Hypermobilitätssyndrom und
anamnestisch an einem St. n. Analgetikaentzug 2007. Bei starken Schmerzen (wobei
die Versicherte aber kaum Schmerzmittel einnehme) sei mit einer Steroidtherapie
begonnen worden. Die IV-Stelle erkundigte sich bei Dr. med. B._, Arzt für Allgemeine
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Medizin FMH, nach dem aktuellen Gesundheitszustand der Versicherten. Er gab am 8.
Juli 2008 telephonisch an (IV-act. 64, 68), die Versicherte leide an einer systemischen
Sklerose (M. Raynaud, Myalgie, Muskelschwäche, Morgensteifigkeit, Mikrostomie
fraglich, Gelenk- und Muskelschmerzen, Dysphagie, kein Herz- und Lungenbefall,
insbesondere keine pulmonal arterielle Hypertonie) und an einem M. Basedow mit
Ophthalmopathie (unter Medikation rückläufig). Die Sklerose werde mit Methotrexat
behandelt. In Bezug auf eine Erwerbstätigkeit seien zur Zeit (noch) keine Ressourcen
vorhanden. Relevant seien dabei die Gelenk- und Muskelschmerzen. Die C._ AG
teilte der IV-Stelle am 23. Juli 2008 mit (IV-act. 69), sie beschäftige die Versicherte seit
dem 20. Juli 2006 als Verkäuferin im Tankstellenshop. Nach dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung im Juli 2007 sei die Versicherte im Januar/Februar 2008
probeweise nochmals ihrer Arbeit nachgegangen. Der Lohn (inklusive
Ferienentschädigung und Entschädigung für den 13. Monatslohn) betrage werktags Fr.
23.33 und am Wochenende Fr. 24.49. Dr. B._ berichtete am 28. November 2008 (IV-
act. 73), die Versicherte habe schlecht auf Methotrexat angesprochen. Wegen
anhaltender Schmerzen seien wieder Opiate eingesetzt worden. Als Folge einer
Anpassungsstörung mit depressiver Stimmung sei eine psychiatrische Therapie
begonnen worden. Trotz einer Therapie mit Remeron und Saroten halte die Depression
an. Es sei nicht sicher, dass die Beschwerden ausschliesslich somatisch bedingt seien.
Das schlechte Ansprechen auf Psychopharmaka und das gute Ansprechen auf Opiate
lasse aber vermuten, dass die somatische Komponente im Vordergrund stehe. Am 29.
Januar 2009 berichtete Dr. B._ u.a. (IV-act. 80-2), die Versicherte sei ab 30. Juli 2007
bis 11. Dezember 2007 zu 100%, ab 12. Dezember 2007 bis 3. Februar 2008 zu 70%,
ab 4. Februar 2008 bis 11. März 2008 zu 50% arbeitsunfähig gewesen. Seither sei sie
wieder zu 100% arbeitsunfähig. Eine Haushaltabklärung ergab (act. 87-3), dass die
Versicherte, wäre sie gesund, zu 100% einer Erwerbstätigkeit nachginge. Dr. B._ gab
am 30. Juli 2009 weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit der Versicherten als
Tankwartin an (IV-act. 89-2). Zur Frage nach der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit machte er keine Angaben. Dr. med. D._, FMH Innere Medizin, speziell
Rheumatologie, berichtete der IV-Stelle im Oktober 2009 (IV-act. 92), die Diagnosen
lauteten: Progressive systemische Sklerose (milde Hautsklerose, Arthralgien, Myalgien,
Morgensteifigkeit, sekundäres Renophänomen der Hände und Füsse, chronifiziertes
Schmerzsyndrom mit Myalgien und Arthralgien), Hyperthyreose vom Typ Basedow (zur
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Zeit kompensiert, Erstdiagnose 08/2008 mit passagerer medikamentöser
thyreostatischer Therapie), und rez. Patellaluxationen (multiple operative Eingriffe an
beiden Knien). Psychisch bestehe ein belastender Einschlag durch die Diagnose der
Sklerodermie. Dr. D._ gab weiter an, die Versicherte sei auch in einer adaptierten
Erwerbstätigkeit arbeitsunfähig. Dr. med. E._ vom RAD notierte am 16. November
2009 (IV-act. 93-2) unter Bezugnahme auf den Bericht des Palliativzentrums des
Kantonsspitals St. Gallen, es erstaune, dass sich die Schmerztherapeuten nicht zur
Arbeitsfähigkeit geäussert hätten, nachdem es ihnen offenbar gelungen sei, die
Versicherte zu Velofahrten von 15-20 km zu animieren. Das Velofahren belaste die
Handgelenke nämlich insbesondere beim Bremsen stark. Deshalb könne davon
ausgegangen werden, dass die Arthralgien in der Zwischenzeit erheblich abgeklungen
sein müssten. Insgesamt gewinne er den Eindruck, dass über die Grundkrankheit
hinaus eine Schmerzverarbeitungsstörung in Form einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung vorliege. Angesichts der eindrücklichen Fahrradleistungen sei davon
auszugehen, dass die Versicherte immer noch über eine beträchtliche Arbeitsfähigkeit
verfüge. Dr. E._ empfahl eine rheumatologische und psychiatrische Begutachtung.
Die Rehaklinik F._ hatte am 4. März 2010 berichtet (IV-act. 99-63 ff.), die Versicherte
sei zur stationären Rehabilitation bei Verdacht auf eine systemische Sklerose
eingetreten. Es seien zwar Symptome festzustellen gewesen, die mit einer
systemischen Sklerose vereinbar gewesen wären. Aber es habe keine Raynaud-
Symptomatik vorgelegen und auch sonst hätten sich im Handstatus keine
sklerodermiespezifischen Veränderungen gezeigt. Die Kontrolle der ANA (antinukleäre
Antikörper) sei negativ gewesen und die Kapillarmikroskopie der Nagelfalzkapillaren
habe keine Pathologica aufgewiesen. Deshalb habe die Diagnose einer systemischen
Sklerodermie nicht bestätigt werden können. Die Therapie mit Methotrexat und
Folsäure sei sistiert und die Spiricort-Dosis reduziert worden. Bei der Versicherten sei
es zu einer allgemeinen Verunsicherung gekommen. Die psychische Situation sei aber
unter intensiver Psychotherapie kompensiert geblieben.
A.b Die Sachverständigen der ABI Ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH in Basel
berichteten in ihrem Gutachten vom 5. Mai 2010 (IV-act. 99), die Versicherte habe
angegeben, sie sei kürzlich erstmals bei Dr. med. G._, FMH Psychiatrie und
Psychotherapie, gewesen. Es sei eine Gesprächstherapie geplant. Seitens des
M. Basedow und des Asthmas sei sie beschwerdefrei. Sie stehe morgens um sechs
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Uhr auf, nehme mit der Familie das Frühstück ein, erledige kleinere Haushaltarbeiten
und bereite dann das Mittagessen zu, was mehrere Stunden beanspruche. Am
Nachmittag nehme sie Therapiesitzungen wahr und sie gehe eine Stunde spazieren.
Gegen sechs Uhr werde das Nachtessen eingenommen. Sie schlafe regelmässig nach
acht Uhr vor dem Fernseher ein. Der psychiatrische Sachverständige der ABI GmbH
berichtete, es könne nur die Diagnose einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung gestellt werden. Hinweise auf unbewusste Konflikte fehlten. Ein
primärer Krankheitsgewinn sei somit nicht erwiesen. Die komplexen Ich-Funktionen
seien nicht deutlich gestört. Es bestünden auch keine auffälligen Persönlichkeitszüge,
die auf eine Persönlichkeitsstörung schliessen liessen. Trotzdem fühle sich die
Versicherte nicht arbeitsfähig. Sie leide aber nicht unter deutlichen
psychopathologischen Symptomen und es hätten auch keine psychopathologischen
Befunde für die Diagnose einer psychischen Störung mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit erhoben werden können. Allerdings bestünden lebensgeschichtliche
und psychosoziale Belastungen. Auf dem Hintergrund dieser Belastungen komme es
zu einer psychischen Überlagerung und die vorliegende krankheitswertige
Schmerzstörung entstehe. Die Versicherte verrichte durchaus Haushaltarbeiten, auch
wenn sie dafür mehr Zeit benötige. Sie fahre kurze Strecken mit dem Auto, was eine
gute Konzentrationsfähigkeit voraussetze. Da sie auf Antidepressiva paradox reagiere,
nehme sie keine solchen Medikamente ein. Auch das spreche gegen eine schwere
psychische Störung. Aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte voll arbeitsfähig. Der
rheumatologische Sachverständige der ABI GmbH stellte fest, seine klinischen
Abklärungen hätten keine Zeichen einer systemischen Sklerose aufgezeigt. Aufgrund
aller bisher durchgeführten Untersuchungen könne festgehalten werden, dass es keine
Anhaltspunkte für eine systemische Autoimmunopathie gebe. Die angegebene
allgemeine Müdigkeit und Kraftlosigkeit sei ein unspezifisches Symptom, das
beispielsweise auch im Rahmen einer chronischen Schmerzerkrankung auftreten
könne. Aufgrund der Knieproblematik bestehe eine Einschränkung in der körperlichen
Belastbarkeit von mindestens mässiggradigem Ausmass. Im Vordergrund stünden
subjektiv die Rückenschmerzen von der unteren BWS bis zur gesamten Lumbalregion
und über den Glutealbereich bis zum dorsalen proximalen Oberschenkel bds.
Vorgängig durchgeführte radiologische Abklärungen hätten im Bereich der BWS und
der LWS keine relevanten Auffälligkeiten gezeigt. Ein MRI der LWS (09/2009) habe bis
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auf mögliche Überlastungszeichen der lumbalen Intervertebralgelenke durchwegs
normale Befunde bei auch fehlenden Hinweisen für eine ISG-Arthritis ergeben. Im
aktuellen klinischen Status hätten sich durchwegs normale neurologische Verhältnisse
ohne Hinweise für ein lumboradikuläres Syndrom ergeben. Die festgestellte
Symptomatik entspreche einem unspezifischen lumbalen Rückenschmerz ohne
Nachweis eines organisch-strukturellen Korrelats. Funktionell sei die Belastbarkeit der
Wirbelsäule nur leichtgradig vermindert. Aufgrund der konstitutionell nur schwach
ausgeprägten Muskulatur liege insgesamt eine mässiggradig eingeschränkte
körperliche Belastbarkeit vor. Die Diagnosen lauteten: Chronisches lumbalbetontes
Panvertebralsyndrom, intermittierende Knieschmerzen bds., Sicca-Syndrom und
konstitutionelle Beschwerden. Für eine körperlich leichte Tätigkeit mit einer nur leichten
Rückenbelastung, der Möglichkeit zu Wechselpositionen, ohne langes Stehen und
Gehen und ohne monoton-repetitive Haltungen oder Bewegungen sei die
Arbeitsfähigkeit nicht relevant vermindert. Dabei sei der Problematik der Kniegelenke
Rechnung getragen. Diese Beurteilung gelte mindestens seit der Hospitalisation Ende
2007 in der Klinik Valens. Mangels einer organischen Schmerzursache sollte die
Medikation mit einem Morphin-Derivat möglichst ausgeschlichen werden.
A.c Die IV-Stelle verglich ein Valideneinkommen von Fr. 16'684.-- (Verkäuferin
Tankstellenshop) mit einem zumutbaren Invalideneinkommen bei einem
Arbeitsfähigkeitsgrad von 100% von Fr. 51'368.-- (Durchschnittslohn der
Hilfsarbeiterinnen) und ermittelte so einen Invaliditätsgrad von 0% (IV-act. 101). Mit
einem Vorbescheid (betitelt: Kein Anspruch auf eine Invalidenrente) teilte die IV-Stelle
der Versicherten mit, dass sie beabsichtige, das Leistungsbegehren abzuweisen, denn
der Invaliditätsgrad liege unter 40%, so dass kein Anspruch auf eine Rente bestehe.
Die Versicherte wandte am 17. September 2010 u.a. ein (IV-act. 107), sie habe nur
psychiatrische Hilfe in Anspruch genommen, weil sie die Fehldiagnose habe
verarbeiten müssen. Die entsprechende Therapie sei aber schon nach wenigen
Sitzungen abgebrochen worden, weil die Chemie nicht gestimmt habe. Sie sei von
ihrem Vater nicht misshandelt worden. Ihre finanzielle Lage sei gar nicht so
angespannt. Sie sei sehr wohl überzeugt, noch arbeiten zu können. Sie habe lediglich
um Geduld gebeten, um noch ein wenig vorwärts kommen zu können. Zur Bemerkung
"schlechte Prognose wegen Krankheitsüberzeugung" fehlten ihr die Worte. Sie wolle
wieder etwas leisten und nicht nur zuhause herumlümmeln. Sie wolle mit ihren Freund
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und ihrem Sohn wieder tollere Sachen unternehmen als Spazieren oder Velofahren.
Natürlich fahre sie nicht jeden Tag 15-20 km mit dem Velo. Sie sei auf keinen Fall ab
2007 fähig gewesen, eine leichte Tätigkeit zu 100% auszuüben, denn sie sei
vollgestopft gewesen mit 1000 Medikamenten, die Hormone hätten gesponnen,
Schmerzen ohne Ende, ewiger Druck im Hals vom Schleimknoten, Gliederschmerzen,
Müdigkeit, Schlaflosigkeit, trockene und brennende Augen, stets trockener Mund,
Magenkoliken, unansprechbar über Wochen, monatelang im Haus und teilnahmslos am
Tisch gesessen. In einem solchen Zustand könne man nicht arbeiten. Der Lohn von
Fr. 16'684.-- sei das Krankentaggeld gewesen. Es müsse auf 100% hochgerechnet
und der Teuerung angepasst werden. Sie sei bereit, an Eingliederungsmassnahmen
teilzunehmen, beginnend mit einem kleinen Pensum. Der psychiatrische
Sachverständige wies in seiner Stellungnahme vom 3. November 2010 zu diesen
Vorbringen der Versicherten insbesondere darauf hin, dass letztere Kleinigkeiten rüge,
die an der Richtigkeit der medizinischen Beurteilung nichts ändern könnten. Mit einer
Verfügung vom 15. November 2010 (ebenfalls überschrieben mit "Kein Anspruch auf
eine Invalidenrente") wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren der Versicherten ab (IV-
act. 111).
B.
B.a In einem dem Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen zugestellten, mit
"2. Versuch Richtigstellung Schreiben ABI" betitelten Schreiben vom 3. Dezember 2010
(act. G 1) brachte die Versicherte erneut vor, die Angaben im Gutachten der ABI GmbH
seien falsch. Selbstverständlich habe sie um eine Rente angesucht. Inzwischen liege
ihre Arbeitsfähigkeit bei 50%. Die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung sei
falsch. Die Gerichtsleitung betrachtete diese Eingabe als gegen die Verfügung vom
15. November 2010 gerichtete Beschwerde. In der Folge beauftragte die
Beschwerdeführerin einen Rechtsanwalt mit ihrer Vertretung. Dieser beantragte in
seiner Beschwerdeergänzung die Ausrichtung einer vollen (richtig: ganzen)
Invalidenrente; eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, in der
Ostschweiz an einem seriösen Institut eine neue Begutachtung durchzuführen. In der
Beschwerdebegründung machte der Rechtsvertreter sinngemäss geltend, die
Hypermobilität habe Myalgien und Arthralgien zur Folge, wie sie bei der
Beschwerdeführerin diagnostiziert worden seien. Das führe zu Schmerzen in der
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Muskulatur und in den Gelenken. Die Sachverständigen hätten eine Hypermobilität
verneint, ohne zu begründen, weshalb sich alle Ärzte, die diese Diagnose früher gestellt
hätten, geirrt haben sollten. Weiter sei anzunehmen, dass der M. Basedow trotz
Rückläufigkeit oder medikamentöser Einstellung Schmerzen im Bewegungsapparat
und in den Muskeln getriggert habe. Die standardmässige und dümmliche Diagnose
der somatoformen Schmerzstörung sei die Folge einer unsorgfältigen Begutachtung
durch die ABI GmbH, wie man aus leider unzähligen Beispielen wisse. Der
psychiatrische Sachverständige habe die Aussagen der Beschwerdeführerin falsch
interpretiert und falsch wiedergegeben und er habe sie nicht ernst genommen, denn
sonst hätte er keine antidepressive Medikation empfohlen. Dr. med. G._, Psychiatrie
und Psychotherapie FMH, Buchs, habe am 5. März 2010 angegeben, gemäss einem
Persönlichkeitstest FPI-R sei die Beschwerdeführerin belastbar, mutig, gelassen,
zurückhaltend, lebenszufrieden und emotional stabil. Im Gespräch wirke sie aber
emotional labil und ängstlich. Das könnte ein Hinweis auf eine somatische Ursache der
psychischen Auffälligkeiten sein. Eine MRI-Untersuchung vom 20. April 2010 habe eine
zystische Läsion median im posterioren Anteil der Hypophyse ergeben. Diese und ihre
Folgen seien im Gutachten der ABI GmbH nicht einmal diskutiert worden, obwohl das
Blutbild - bei angeblich erfolgreich eingestellter Schilddrüsenunterfunktion – patho
logisch gewesen sei. Im Weiteren sei eine organische Schlafstörung diagnostiziert
worden. Das sei als PLMS-Syndrom zu qualifizieren. Die Ursache könne auch in einer
Hypothyreose bestehen. Der psychiatrische Sachverständige der ABI GmbH habe
versucht, mit gezielten Fragen eine somatoforme Schmerzstörung
herbeizudiagnostizieren. Die Beschwerdeführerin sei zur Beschwerdegegnerin
gegangen, weil sie sich eine Umschulung auf einen kaufmännischen Beruf erhofft habe.
B.b Dr. E._ vom RAD führte in einem Kommentar vom 14. April 2011 zur
Beschwerdeergänzung sinngemäss aus (IV-act. 123), der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin folge einem landläufigen Trend, wonach es schick sei, die
Gutachten der ABI GmbH zu diskreditieren, ohne sie sorgfältig auf ihren Inhalt geprüft
zu haben. Die Sachverständigen der ABI GmbH hätten keine Fehldiagnose gestellt, da
die systemische Sklerose nur im Zusammenhang mit der Würdigung der Akten erwähnt
worden sei. Wenn der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin die kompensierte
Basedow-Hyperthyreose als Ursache der Schmerzen bezeichne, beweise er, dass er
sich mit dieser Krankheit nicht auskenne. Bei der Zyste im hypophysären Pars
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intermedia handle es sich um einen Zufallsbefund, dem kein Krankheitswert zukomme.
Der Exkurs des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin über die endokrinen Achsen,
auf denen die funktionellen Interaktionen zwischen der Hypophyse und den
Zielorganen stattfinde, sei an Laienhaftigkeit nicht zu überbieten. Dabei habe der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin sogar die Basedow-Hypothyreose mit einer
Schilddrüsenunterfunktion verwechselt. Was folge, sei eine chaotische,
unsystematische Auflistung von Hypophysenhormonen und von Symptomen i.V.m.
deren möglichen Zielorganen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ziehe den
unbegründeten Schluss, dass sämtliche hypophysären Hormone unterdrückt würden
und deshalb im Organismus in einer pathologisch tiefen Konzentration vorkämen. Das
sei nicht einzusehen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin konstruiere eine
Vielzahl von möglichen Funktionsstörungen, die nie vorgeherrscht hätten und die für
die postulierten Symptome nicht verantwortlich sein könnten. Dieser Ausflug in die
Endokrinologie sei an den Haaren herbeigezogen und ziele an der Realität vorbei. Die
Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung stehe fest. Einer neurologischen
Beurteilung aufgrund einer gar nicht vorhandenen Hypophysenläsion bedürfe es nicht.
Wenn eine solche Krankheit vorläge, wäre eine endokrinologische Abklärung
notwendig. Die Beschwerdegegnerin beantragte am 18. April 2011 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 14). Sie verwies auf die Stellungnahme von Dr. E._ vom RAD.
Weiter machte sie geltend, die Diagnose einer Hyperlaxizität sei von der Klinik Valens
gestellt und in späteren medizinischen Berichten einfach übernommen worden.
Dasselbe sei mit der Diagnose der systemischen Sklerose geschehen. Es sei irrelevant,
ob eine Hypermobilität vorliege, denn dieser Diagnose könne kein Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit zugebilligt werden.
B.c In der Replik vom 14. Juni 2011 (act. G 20) führte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin aus, sein beratender Neurologe sei der Auffassung, dass neben
der endokrinologischen auch eine neurophysiologische Untersuchung erfolgen müsste,
denn das nun festgestellte Restless legs-Syndrom sei ein neurologischer Befund. Im
Gutachten der ABI GmbH fehle eine neurologische Untersuchung. Die Hypermobilität
sei nicht einfach ein abzuschreibender Befund, denn sie sei ja in entsprechenden
Rehakliniken behandelt worden. Dort seien auch die chronische Müdigkeit, die
Gliederschmerzen und das Muskelbrennen als Problem festgehalten worden. Der RAD-
Arzt habe sich nicht zum Restless legs-Syndrom geäussert. Das Gutachten sei somit
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unvollständig und nicht nachvollziehbar. Die Diagnosekriterien für eine somatoforme
Schmerzstörung seien offensichtlich nicht erfüllt.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 17. Juni 2011 auf eine Stellungnahme
(act. G 22).
B.e Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin stellte dem Gericht am 27. Oktober
2011 die Lohnabrechnungen für das erste Halbjahr 2011 zu (act. G 24). Er machte
geltend, die Beschwerdeführerin arbeite im Rahmen des Möglichen. Am 8. Oktober
2012 reichte er seine Honorarnote ein (act. G 27). Die Forderung belief sich auf Fr.
7'417.45.

Erwägungen:
1.
1.1 Die an das Versicherungsgericht adressierte Beschwerde vom 3. Dezember 2010
(vgl. act. G 1), der Post übergeben am 7. Dezember 2010, wurde von der
Beschwerdeführerin selbst verfasst. Dieser Eingabe lässt sich der Wille erkennen, die
Verfügung vom 15. November 2010 gerichtlich überprüfen zu lassen. Indessen fehlt es
ihr an der als Eintretensvoraussetzung ebenfalls erforderlichen gedrängten
Sachverhaltsdarstellung und an einem Rechtsbegehren. Mit der Beschwerdeergänzung
vom 3. März 2011 (vgl. act. G 12) hat der in der Zwischenzeit mandatierte
Rechtsvertreter diese Mängel behoben. Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
1.2 Zum Streitgegenstand ist Folgendes anzumerken: Im Anmeldeformular hat die
Beschwerdeführerin am 18. Juni 2008 nur die Massnahmen für die berufliche
Eingliederung angekreuzt. Die Beschwerdegegnerin hat diese Anmeldung aber von
Anfang an so interpretiert, dass auch eine Invalidenrente beantragt sei. Die
durchgeführten Abklärungsmassnahmen in medizinischer Hinsicht können zwar noch
der Prüfung sowohl eines Anspruchs auf berufliche Eingliederungsmassnahmen als
auch eines Anspruchs auf eine Rente gedient haben. Aber nach dem Eingang des
Gutachtens der ABI GmbH hat das Verwaltungsverfahren nur noch die Abklärung eines
allfälligen Rentenanspruchs zum Gegenstand gehabt. Das Gesuch um die Gewährung
beruflicher Eingliederungsmassnahmen ist völlig ausgeblendet worden. Die berufliche
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Eingliederung ist auch nicht auf dem Umweg über den Grundsatz "Eingliederung vor
Rente" (vgl. U. Kieser, ATSG-Kommentar, 2. A., Vorbemerkungen N. 47) wieder Thema
des Verwaltungsverfahrens geworden, denn die Beschwerdegegnerin ist gestützt auf
die Arbeitsfähigkeitsschätzung im Gutachten der ABI GmbH davon ausgegangen, dass
keine rentenbegründende Invalidität vorliege, so dass auch keine Pflicht zur beruflichen
Eingliederung bestehen könne. Die angefochtene Verfügung muss also - ihrem
Wortlaut gemäss - so interpretiert werden, dass sie nur einen Rentenanspruch hat
verneinen wollen. Das Gesuch um die Gewährung beruflicher
Eingliederungsmassnahmen ist somit immer noch bei der Beschwerdegegnerin hängig.
Der Beschwerdeantrag, es sei eine ganze Rente zuzusprechen, hat also den gesamten
Verfügungsinhalt abgedeckt. Gegenstand des Beschwerdeverfahrens und damit vom
Versicherungsgericht zu prüfen ist also nur eine allfällige Rentenberechtigung der
Beschwerdeführerin.
2.
Zur Bestimmung des für den Rentenanspruch massgebenden Invaliditätsgrads (Art. 28
Abs. 2 IVG) ist laut Art. 16 ATSG das Einkommen, das die versicherte Person nach dem
Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
zu setzen zum Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn
sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
2.1 Grundlage der Bemessung des Valideneinkommens bildet jene erwerbliche
Situation, in der sich die versicherte Person befinden würde, wenn sie nicht krank
geworden wäre. Diese hypothetische erwerbliche Situation wird als Validenkarriere
bezeichnet. Ausgehend von dieser Validenkarriere wird das Valideneinkommen
ermittelt. Die Beschwerdegegnerin hat die von der Beschwerdeführerin zuletzt
ausgeübte Tätigkeit als Verkäuferin in einem Tankstellenshop als Validenkarriere
betrachtet und deshalb das Valideneinkommen nach dem dort effektiv erzielten Lohn
festgelegt. Diese Tätigkeit hat aber nicht den beruflichen Qualifikationen bzw. den
Erwerbsmöglichkeiten der Beschwerdeführerin im fiktiven "Gesundheitsfall"
entsprochen. Diese hatte nämlich in der Anmeldung zum Leistungsbezug angegeben,
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sie habe 1985/86 eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau und 1986 bis 1988 eine
Ausbildung zur Bürokauffrau absolviert. Es ist zwar davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin, wäre sie gesund geblieben, im erlernten Beruf einen höheren
Lohn hätte erzielen können als mit der Tätigkeit als Verkäuferin in einem
Tankstellenshop oder in einer anderen Hilfsarbeit. Nun hat die Beschwerdeführerin
aber zumindest nach ihrer Einreise in die Schweiz im Jahr 2001 keine qualifizierte
kaufmännische Tätigkeit mehr ausgeübt. Vielmehr ist sie einer Vielzahl von "Jobs"
nachgegangen, die Hilfsarbeiten gewesen sind und keine oder nur rudimentäre
kaufmännischen Kenntnisse vorausgesetzt haben. Es ist zu vermuten, dass die
Beschwerdeführerin bereits vor der Einreise in der Schweiz in dieser Art erwerbstätig
gewesen ist. Führt man sich vor Augen, dass die EDV im kaufmännischen Bereich in
den letzten zwanzig Jahren gewaltige Veränderungen erfahren hat, dann muss man
davon ausgehen, dass die Beschwerdeführerin ihren erlernten Beruf - auch bei fiktiv
erhaltener Gesundheit - nicht wieder hätte ausüben können, ohne sich vorher einer
Wiedereinschulung zu unterziehen. Die nicht krankheitsbedingte lange
Berufsabwesenheit hat also zur Folge, dass die Validenkarriere nicht im erlernten Beruf
der Bürokauffrau bestehen kann. Sie besteht aber auch nicht in der zuletzt ausgeübten
Tätigkeit als Verkäuferin in einem Tankstellenshop, denn der häufige Stellenwechsel
auch in der Zeit vor dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung lässt darauf
schliessen, dass die Beschwerdeführerin bei erhaltener Gesundheit auch diesen "Job"
nicht längere Zeit ausgeübt, sondern sich bald wieder eine andere Hilfsarbeit gesucht
hätte. Die Validenkarriere besteht deshalb in einer durchschnittlichen - und damit auch
durchschnittlich entlöhnten - Hilfsarbeit in irgendeiner Branche. Das Valideneinkommen
entspricht deshalb dem durchschnittlichen Einkommen der Hilfsarbeiterinnen aller
Branchen. Da die Beschwerdeführerin trotz ihrer durch die
Gesundheitsbeeinträchtigung bewirkten Beschränkung auf körperlich leichte, den
Rücken nicht belastende, kein langes Stehen oder Gehen und keine monoton-
repetitiven Bewegungen umfassenden Arbeiten in praktisch jeder Branche einer
behinderungsgerechten Hilfsarbeit nachgehen könnte, sind das Valideneinkommen und
das zumutbare Invalideneinkommen ausgehend von ein und demselben statistischen
Einkommen, nämlich dem Zentralwert der Löhne der Hilfsarbeiterinnen aller Branchen
gemäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebung
2008, Anhang Tabelle TA1, zu ermitteln. Demnach kann der Einkommensvergleich auf
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einen sogenannten Prozentvergleich beschränkt werden. Allerdings muss dabei
berücksichtigt werden, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer
Gesundheitsbeeinträchtigung auch an einem (grundsätzlich durchschnittlich
entlöhnten) behinderungsgerechten Arbeitsplatz gewisse indirekt
behinderungsbedingte Nachteile (z.B. die Angst eines potentiellen Arbeitgebers vor
überdurchschnittlich hohen Krankheitsabsenzen, die Unfähigkeit, bei Bedarf
vorübergehend an einem anderen, nicht behinderungsgerechten Arbeitsplatz
eingesetzt zu werden usw.) aufweisen würde, die sich in einem unterdurchschnittlichen
Lohn niederschlagen würden. Diese Nachteile wären aber offenkundig so geringfügig,
dass von einer Lohnreduktion von lediglich 5% ausgegangen werden kann. Im
Prozentvergleich ist also zusätzlich zu einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit ein
"Tabellenlohnabzug" von 5% zu berücksichtigen.
2.2 Die Beschwerdegegnerin hat sich bei der Ermittlung der verbliebenen
Arbeitsfähigkeit auf die Angaben im Gutachten der ABI GmbH abgestützt. Die
Beschwerdeführerin hat diese Angaben als falsch bezeichnet und damit der
Beschwerdegegnerin vorgeworfen, sie habe den massgebenden Sachverhalt nicht mit
dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen.
Sie hat geltend gemacht, entgegen der Auffassung der Sachverständigen der ABI
GmbH habe der Morbus Basedow mit seinen Symptomen einen erheblichen Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit. Dr. E._ vom RAD hat in seiner Stellungnahme überzeugend
dargelegt, weshalb diese (seit längerer Zeit erfolgreich behandelte) Krankheit die
behaupteten oder als möglich bezeichneten Symptome gar nicht haben und deshalb
auch keine Arbeitsunfähigkeit bewirken kann. Dasselbe gilt für die von der
Beschwerdeführerin als mögliche (Teil-) Ursache der Arbeitsunfähigkeit behauptete
Zyste in der Hypophyse, so dass keine Notwendigkeit besteht, in dieser Hinsicht
weitere Abklärungen endokrinologischer und/oder neurologischer Natur vorzunehmen.
Die Erkrankung beider Knie ist nicht arbeitsfähigkeitsrelevant, da sie bei einer
behinderungsadaptierten Arbeit keine relevante Beeinträchtigung bewirken kann.
Aufgrund der Angaben im Gutachten der ABI GmbH ist nämlich davon auszugehen,
dass die entsprechenden Beschwerden mittels einer zumutbaren Willensanstrengung
ertragen werden, ohne dass die objektive Arbeitsfähigkeit darunter leiden würde. In
Bezug auf die von der Beschwerdeführerin als im Vordergrund stehend bezeichneten
Rückenbeschwerden ist eine umfassende bildgebende Abklärung erfolgt. Diese hat
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keine Erklärung für das Ausmass der geklagten Beschwerden geliefert. In
Übereinstimmung damit hat auch die klinische Untersuchung keinen Hinweis auf ein
lumboradikuläres Syndrom geliefert. Die Untersuchung des Rückens hat einen
unspezifischen lumbalen Schmerz ohne Nachweis eines organisch-strukturellen
Substrats ergeben. Daran vermag die von der Beschwerdeführerin als eigentliche
Ursache der Schmerzen betonte Hypermobilität nichts zu ändern. Für die
Rückenschmerzen wie für die Kniebeschwerden gilt nämlich, dass die
Beschwerdeführerin durch sie in einer adaptierten Erwerbstätigkeit keine
Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit erleiden würde. Ob die Diagnose eines Restless
legs-Syndroms richtig ist, kann nicht beurteilt werden, da die Beschwerdeführerin
gegenüber den Sachverständigen der ABI GmbH offenbar keine Symptome geschildert
hat, die diese Diagnose nahegelegt hätten. Selbst wenn die Beschwerdeführerin
tatsächlich an einem Restless legs-Syndrom leiden sollte, ist nicht einzusehen, dass
die entsprechenden Symptome in einer adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit
bewirken sollten. Dr. G._, der die Beschwerdeführerin vorübergehend behandelt hat,
hat in seinem Bericht vom 5. März 2010 keine psychiatrische Diagnose angegeben. Er
dürfte davon ausgegangen sein, dass die von der Beschwerdeführerin geklagten
Beschwerden rein somatischer Natur seien. Das ist wohl der Grund dafür, dass er
keine anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert hat. Gemäss der
Einschätzung von Dr. E._ vom RAD steht die Diagnose einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung fest. In der Tat findet sich im Gutachten eine
überzeugende Begründung für diese Diagnose. Die generelle Kritik der
Beschwerdeführerin an der Arbeit der Sachverständigen der ABI GmbH ist haltlos und
völlig unbegründet. Insbesondere ist die Hyperlaxizität, entgegen der Behauptung der
Beschwerdeführerin, gewürdigt worden. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung der
Sachverständigen der ABI GmbH hat sich zudem weitgehend mit der Auffassung der
Ärzte der Klinik Valens (Arbeitsfähigkeit adaptiert 40-70%, prognostiziert ab 1. Januar
2008 100%) gedeckt. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die
Arbeitsfähigkeitsschätzung im Gutachten der ABI GmbH mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit richtig ist, zumal in Bezug auf die anhaltende somatoforme
Schmerzstörung - einer langjährigen und konsequenten höchstrichterlichen
Rechtsprechung (vgl. etwa BGE 130 V 352 ff., 131 V 49 ff.) gemäss - immer zu
vermuten ist, dass diese Krankheit (ohne psychische Komorbidität) keine
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Arbeitsunfähigkeit bewirken könne, weil die aus ihre fliessende Überzeugung der
versicherten Person, wegen der Schmerzen ganz oder teilweise arbeitsunfähig zu sein,
durch eine zumutbare Willensanstrengung überwindbar sei. Demnach ist dem
Prozentvergleich ein Arbeitsfähigkeitsgrad in einer adaptierten Erwerbstätigkeit von
100% zugrunde zu legen. Als Folge des pauschalen Tabellenlohnabzugs von 5%
resultiert demnach ein Invaliditätsgrad von 5%.
2.3 Zu prüfen bleibt, ob das Ergebnis dieses Prozentvergleichs auch für die Zeit vor
der Begutachtung zutrifft. Die Beschwerdeführerin hat in ihrem persönlichen
Beschwerdeschreiben ausgeführt, sie sei aktuell zu 50% arbeitsfähig, aber in den
vergangenen drei Jahren sei sie nicht fähig gewesen, einer Erwerbstätigkeit
nachzugehen. In ihrer Stellungnahme zum Vorbescheid hat sie dies im Detail
begründet, indem sie ihre gesundheitliche Befindlichkeit in dieser Zeit aus ihrer rein
subjektiven Sicht dargelegt hat. Wie bereits oben dargelegt hat die Klinik Valens hat
bereits am 13. Dezember 2007 für die Zeit ab 1. Januar 2008 eine Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin als Tankwartin von 100% angegeben. Dies deckt sich mit dem
Ergebnis der Untersuchung durch den rheumatologischen Sachverständigen der ABI
GmbH. Da das sogenannte Wartejahr (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) erst im Lauf des Jahres
2008 hätte erfüllt sein können, so dass ein Rentenanspruch ab 2008 zur Diskussion
steht, kann für die massgebende Zeit davon ausgegangen werden, dass die
Beschwerdeführerin an keiner somatischen Beeinträchtigung gelitten hat, die in einer
adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit bewirkt hätte. Es ist zwar nachvollziehbar,
dass die Beschwerdeführerin angesichts des Schicksals ihrer Mutter, die an einer
systemischen Sklerose gestorben ist, durch die bei ihr selbst zunächst ebenfalls
gestellte Diagnose einer solchen Krankheit emotional stark beeinträchtigt gewesen ist.
Eine arbeitsfähigkeitsrelevante psychische Krankheit ist aber für diese Zeit nicht
nachgewiesen. Die Sachverständigen der ABI GmbH haben anhand der ihnen
vorliegenden medizinischen Akten feststellen können, dass die Beschwerdeführerin nie
in einem relevanten Ausmass arbeitsunfähig gewesen ist. Die Beschwerdegegnerin ist
deshalb im Ergebnis zu Recht auch für die Zeit zwischen der potentiellen Erfüllung des
Wartejahrs im Jahr 2008 und der Begutachtung davon ausgegangen, dass die
Beschwerdeführerin nicht in einem anspruchsbegründenden Ausmass arbeitsunfähig
und damit invalid gewesen ist. Die Abweisung des Rentenbegehrens erweist sich somit
als rechtmässig.
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3.
Dementsprechend ist die Beschwerde abzuweisen. Die unterliegende
Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung und sie ist
grundsätzlich verpflichtet, die Gerichtskosten zu tragen. Nun ist ihr aber die
unentgeltliche Rechtspflege bewilligt worden. Deshalb übernimmt der Staat die Kosten
des Rechtsbeistands, gemäss Art. 31 Abs. 3 des st. gallischen Anwaltsgesetzes aber
nur 80% der Parteientschädigung. Die vom Rechtsbeistand der Beschwerdeführerin
geltend gemachte Parteientschädigung von Fr. 7'417.45 ist übersetzt und muss
deshalb gekürzt werden. Dabei ist von einem durchschnittlichen Vertretungsaufwand
auszugehen, der praxisgemäss eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) rechtfertigt. Dieser Betrag ist um einen Fünftel zu
kürzen. Der Staat hat den Rechtsbeistand der Beschwerdeführerin also mit Fr. 2'800.--
zu entschädigen. Der Verfahrensaufwand ist ebenfalls als durchschnittlich zu werten,
so dass an sich eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu erheben wäre. Zufolge
unentgeltlicher Rechtspflege ist die Beschwerdeführerin aber von der Bezahlung dieser
Gerichtsgebühr zu befreien. Die Beschwerdeführerin wird darauf hingewiesen, dass sie
zur Nachzahlung der Gerichtsgebühr bzw. zur Rückzahlung der ihrem Rechtsbeistand
ausgerichteten Entschädigung verpflichtet werden kann, wenn sich ihre
wirtschaftlichen Verhältnisse entsprechend entwickeln sollten (Art. 123 Abs. 1 ZPO
i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP