Decision ID: db286ba4-d8e7-4779-957f-f2207a31f9f0
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.a A._ meldete sich am 15. Juli 2003 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1).
Er gab u.a. an, in B._ eine Ausbildung zum Verkäufer (Detailhandel) absolviert zu
haben. Zuletzt habe er als Bodenleger gearbeitet. Seit dem 27. September 2002 sei er
wegen eines lumbovertebralen Schmerzsyndroms und einer depressiven Entwicklung
zu 100 % arbeitsunfähig. Die C._ AG berichtete am 12. August 2003 (IV-act. 11), sie
habe den Versicherten von Januar 1994 bis September 2003 als Bodenleger
(Akkordarbeit) beschäftigt. Der letzte effektive Arbeitstag sei der 26. September 2002
gewesen. Ohne Gesundheitsschaden würde der monatliche Lohn heute ca. Fr. 7'000.--
betragen. Der Versicherte habe im Jahr 2000 einen Lohn von Fr. 91'273.-- und im Jahr
2001 einen solchen von Fr. 86'889.-- erzielt.
A.b Am 18. Oktober 2004 wurde der Versicherte von der ABI GmbH polydisziplinär
(internistisch, orthopädisch und psychiatrisch) untersucht (Gutachten vom 14.
Dezember 2004, IV-act. 54). Als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gaben
die Sachverständigen ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom an ohne
radikuläre Symptomatik bei/mit
- mittelgradigen degenerativen Veränderungen L4-S1,
- Diskusprotrusion L4/5 mit Rezessuseinengung rechtsbetont,
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- Diskusprotrusion L5/S1 ohne wesentliche Rezessuseinengung,
- Schmerzverarbeitungsstörung.
Die Sachverständigen (Dr. med. D._, Dr. med. E._ und Dr. med. F._) kamen zum
Schluss, dass dem Versicherten die angestammte, körperlich schwere Tätigkeit als
Akkordarbeiter im Baugewerbe aufgrund der degenerativen Veränderungen im Bereich
der unteren Wirbelsäule aus orthopädischer Sicht seit September 2002 nicht mehr
zumutbar sei. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit, da der Versicherte lediglich an einer geringgradigen
Schmerzverarbeitungsstörung leide. Aus polydisziplinärer Sicht liege für leichte bis
mittelschwere Tätigkeiten, bevorzugt in wechselnder Position und ohne Zwangshaltung
der unteren Wirbelsäule, keine Arbeitsunfähigkeit vor. Mit Verfügung vom 18. Februar
2005 wies die IV-Stelle das Rentengesuch bei einem Invaliditätsgrad von 36 % ab (IV-
act. 88). Am 2. Juni 2005 widerrief sie diese Verfügung und kündigte weitere
Abklärungen an (IV-act. 93).
A.c Am 21. Mai 2007 wurde der Versicherte zum zweiten Mal polydisziplinär
(internistisch, orthopädisch und psychiatrisch) durch die ABI GmbH untersucht
(Gutachten vom 25. Juni 2007, IV-act. 116). Der orthopädische Sachverständige Dr.
E._ führte aus, dass sich im Vergleich zur letzten Begutachtung im Jahr 2004 auf
somatischer Ebene keine objektivierbaren Veränderungen ergeben hätten. Der
Versicherte habe bei der Untersuchung des Rumpfes eine erhebliche Selbstlimitation
gezeigt. Auch die Kopfrotation sei bei expliziter Untersuchung beidseits deutlich
eingeschränkt gewesen, wohingegen in abgelenkter Situation eine rasche und
endgradig uneingeschränkte Rotation möglich gewesen sei. Trotz der mehrjährigen
Abstinenz vom Arbeitsmarkt habe die Muskulatur der oberen Extremitäten nach wie vor
schön konfiguriert gewirkt. Dr. med. G._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
konnte, wie schon Dr. F._ bei der ersten Begutachtung, nur die Diagnose einer
Schmerzverarbeitungsstörung stellen. In der Gesamtbeurteilung hielten die
Sachverständigen fest, dass aus psychiatrischer und internistischer Sicht keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe. In einer körperlich leichten bis
mittelschweren Tätigkeit mit einer Hebe- und Traglimite von 15 kg, die in wechselnder
Position und ohne Zwangshaltungen der unteren Wirbelsäule durchgeführt werden
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könne, betrage die zumutbare Arbeitsfähigkeit 100 %. In der Folge kündigte die IV-
Stelle mit Vorbescheid vom 22. April 2008 bei einem Invaliditätsgrad von 38 % die
Abweisung des Rentengesuchs an (IV-act. 130). Am 14. Oktober 2008 teilte sie dem
Rechtsvertreter des Versicherten mit, dass aufgrund seines Einwandes gegen den
Vorbescheid eine psychiatrische Verlaufsbegutachtung durch die ABI GmbH erfolgen
werde (IV-act. 150).
A.d Am 21. April 2009 wurde der Versicherte von der ABI GmbH zum dritten Mal
internistisch, orthopädisch und psychiatrisch begutachtet (Gutachten vom 18. Mai
2009, IV-act. 163). Die Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit lauteten:
1. Leichte depressive Episode;
2. anhaltende somatoforme Schmerzstörung;
3. chronisches lumbovertrebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Ausfälle bei
- Diskusprotrusion LWK 4/5 und LWK5/SWK1 ohne Neurokompression (MRI vom
16. Mai 2006);
- beginnender Osteochrondrose LWK4/5, im Verlauf unverändert (Röntgen 21. April
2009 bzw. 7. Dezember 2004);
4. chronische Zervikozephalgie ohne radikuläre Ausfälle bei
- freier Beweglichkeit der HWS;
- altersentsprechend regelrechtem kernspintomographischem Befund der HWS (MRI
vom 16. Mai 2006).
Der psychiatrische Sachverständige Dr. H._ gab in seiner Beurteilung an, dass eine
psychische Überlagerung angenommen werden müsse, da sich das Ausmass der
Schmerzen und die subjektive Krankheitsüberzeugung, nicht mehr arbeiten zu können,
durch die somatischen Befunde nicht hinreichend objektivieren liessen. Die Ehefrau sei
ebenfalls krank und in ambulanter psychiatrischer Behandlung. Zudem sei die
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Abhängigkeit von der Sozialfürsorge für den Versicherten sehr belastend, da er sich als
"Schmarotzer" fühle. Die psychosozialen und emotionalen Belastungsfaktoren seien
deutlich ausgeprägt und drückten sich durch die psychische Überlagerung auch in den
Schmerzen aus. Aus psychiatrischer Sicht bestehe wegen der leichten depressiven
Episode und der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit von 20 % (Leistungseinbusse von 20 % bei ganztägigem Pensum). Die
Leistungseinbusse bestehe frühestens seit November 2007, mit Sicherheit aber seit
April 2009. Die leichte depressive Episode äussere sich in depressiven Verstimmungen,
leichten Konzentrationsstörungen, einer erhöhten Ermüdbarkeit, einer leichten
Antriebsstörung und Schlafstörungen. Die nächtlichen Schlafschwierigkeiten würden
allerdings dadurch verstärkt, dass sich der Versicherte am Tag hinlege und schlafe. Der
orthopädische Sachverständige Dr. med. I._ gab an, dass der Versicherte aus
orthopädischer Sicht in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei. Die
Sachverständigen wiesen weiter darauf hin, dass eine deutliche Diskrepanz zwischen
der gutachterlichen Einschätzung und der Selbsteinschätzung des Versicherten
bestehe, welcher sich auch in einer orthopädisch adaptierten Tätigkeit überhaupt nicht
mehr arbeitsfähig fühle. Die Ursache für diese Diskrepanz sei IV-fremd. Sie sei durch
die ausgeprägte Selbstlimitierung, wie sie oft im Rahmen von anhaltenden
somatoformen Schmerzstörungen beobachtet werden könne, durch die ausgeprägte
subjektive Krankheitsüberzeugung und die fehlende Motivation, sich beruflich wieder
einzugliedern, zu begründen. Ausserdem seien bei der Anamneseerhebung und der
klinischen Untersuchung deutliche Inkonsistenzen aufgefallen. Bei der Erhebung der
aktuellen Anamnese habe der Versicherte gegenüber den drei Untersuchern jeweils
unterschiedliche Angaben gemacht. Entgegen den Angaben gegenüber den
Untersuchern nehme er auch seine antidepressive Medikation nur sehr unregelmässig
ein (sehr tiefe und weit subtherapeutische Wirkstoffkonzentrationen). Zudem sei er in
der Lage, Strecken bis zu 20 km mit dem Auto zurückzulegen und während den
Sommerferien mit dem Bus nach B._ zu fahren. Und bei der orthopädischen
Untersuchung seien u.a. Diskrepanzen zwischen den Befunden bei der fokussierten
Untersuchung und der spontan unter Ablenkung möglichen Beweglichkeit aufgefallen.
Mit Verfügung vom 26. Februar 2010 (IV-act. 186) sprach die IV-Stelle dem
Versicherten bei einem IV-Grad von 41 % ab 1. November 2008 eine Viertelsrente zu.
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A.e Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde hiess das kantonale
Versicherungsgericht mit Entscheid vom 9. November 2010 teilweise gut. Es hob die
Verfügung auf und wies die Sache zur weiteren Abklärung und zur neuen Verfügung an
die IV-Stelle zurück (IV 2010/122, IV-act. 207). Das Gericht erwog, dass die zuletzt
ausgeübte Akkordtätigkeit nicht als Validenkarriere angesehen werden könne, da der
Versicherte der Akkordbelastung auch ohne die nun eingetretene
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht bis zu seiner Pensionierung gewachsen gewesen
wäre. Das Valideneinkommen entspreche daher demjenigen Einkommen, das ein
ungelernter, erfahrener Bodenleger erzielen würde, wenn er nicht im Akkord tätig wäre.
Die IV-Stelle werde die Höhe des Lohnes noch ermitteln müssen (Erw. 1.1). Die
Einschätzung der ABI GmbH, dass der Versicherte in einer adaptierten Tätigkeit zu 80
% arbeitsfähig sei, sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit richtig, weshalb bei der
Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens eine Arbeitsfähigkeit von 80 %
zugrunde zu legen sei (Erw. 1.3.3). Die IV-Stelle werde noch ermitteln müssen, ob der
Versicherte die Restarbeitsfähigkeit im erlernten Beruf als Detailhandelsverkäufer
verwerten könne und falls ja, welchen Lohn er an einer geeigneten Arbeitsstelle erzielen
könnte. Für den Fall, dass er seine Restarbeitsfähigkeit nicht im Detailhandel verwerten
könne oder das in dieser Branche erzielbare Einkommen unter dem durchschnittlichen
Einkommen eines Hilfsarbeiters liege, sei für die Bemessung des Invalideneinkommens
auf den Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne aller Branchen gemäss der
Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) abzustellen.
A.f Gegen diesen Entscheid liessen der Versicherte und die IV-Stelle je eine
Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten erheben. Mit Urteil vom 25.
Februar 2011 wies das Bundesgericht die Beschwerden ab, soweit es darauf eintrat
(8C_958/2010 und 8C_1039/2010, IV-act. 228). Das Gericht erwog, im kantonalen
Entscheid sei mit überzeugender Begründung erkannt worden, dass der Versicherte in
somatischer Hinsicht in einer adaptierten Tätigkeit in seiner Arbeitsfähigkeit nicht
eingeschränkt sei (Erw. 6.2.1). In psychischer Hinsicht sei nach Lage der Akten davon
auszugehen, dass mit der durch die ABI-Gutachter neben der anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung diagnostizierten leichten depressiven Episode eine
psychische Komorbidität vorliege. Was deren Erheblichkeit betreffe, bestünden
indessen gewisse Zweifel. Die in der Expertise der ABI GmbH einlässlich dargelegte
psychiatrische Krankengeschichte des Versicherten, namentlich der Umstand, dass er
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sich seit geraumer Zeit in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung befinde,
sich vom 24. Februar bis 8. Mai 2009 während fünf Tagen pro Woche teilstationär in
der psychiatrischen Tagesklinik des Psychiatrischen Zentrums J._ aufgehalten habe
und sich einer regelmässigen antidepressiven Medikation unterziehe, deute jedoch auf
einen nicht unerheblichen graduellen Schweregrad des psychischen Leidens hin.
Insbesondere die dadurch verursachten leichten Konzentrationsstörungen, die erhöhte
Ermüdbarkeit, die Antriebsstörung sowie die Schlafstörungen liessen es mit der
Vorinstanz und den Gutachtern als glaubhaft erscheinen, dass die zumutbare
Willenskraft, derer es für eine Schmerzüberwindung bedürfe, vermindert bzw. der zu
überwindende Widerstand erhöht sei. Eine 20 % übersteigende Beeinträchtigung der
Arbeitsfähigkeit bestehe jedoch nicht, da sich die geschilderten Auswirkungen des
Krankheitsbildes durch eine geänderte Lebensführung teilweise minimieren liessen und
überdies auch invaliditätsfremde psychosoziale Belastungsfaktoren (ebenfalls erkrankte
Ehefrau, belastende finanzielle Situation, Abhängigkeit vom Sozialamt etc.) die
depressive Störung mitbestimmten. Selbst wenn mit dem kantonalen Gericht eine
chronische körperliche Begleiterkrankung bzw. ein mehrjähriger, chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne länger
dauernde Rückbildung zu bejahen wäre, führte dies nicht dazu, dass die zumutbare
Schmerzbewältigung eine Behinderung von mehr als 20 % erfahren würde (Erw. 6.2.2).
B.
B.a Mit Schreiben vom 18. Juli 2011 teilte der Rechtsvertreter des Versicherten der IV-
Stelle mit (IV-act. 235), bei der Ermittlung des Valideneinkommens müsse
berücksichtigt werden, dass der Versicherte in seiner letzten Tätigkeit als Bodenleger
die Position eines Gruppenchefs innegehabt habe; er verwies hierzu auf ein beigelegtes
Arbeitszeugnis der C._ AG vom 16. Februar 2004 (IV-act. 236). Zudem machte der
Rechtsvertreter geltend, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten seit der
Begutachtung im Mai 2009 verschlechtert habe.
B.b Auf interne Anfrage hin teilte ein Berufsberater am 5. August 2011 mit (IV-act. 237),
dass ein ungelernter Bodenleger mit Berufserfahrung gemäss dem Verband Y._
einen Jahreslohn in der Höhe von Fr. 65'000.-- erwirtschaften könne. Die C._ AG
habe angegeben, dass der Bodenleger-Gruppenchef die eigentliche "Knochenarbeit"
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ausübe, während die übrigen Teammitglieder (in der Regel drei Personen) die
"Zudienerarbeiten" leisteten. Der Gruppenchef werde entsprechend höher entlöhnt. Es
sei absolut realistisch, dass der Versicherte in der Funktion eines Bodenleger-
Gruppenchefs einen Jahreslohn von Fr. 78'000.-- erwirtschaften könnte. Der
Berufsberater gab weiter an, dass es dem Versicherten nicht möglich sei, seine
Arbeitskraft im Detailhandel zu verwerten, da er seine Detailhandelsausbildung vor über
25 Jahren abgeschlossen habe und über keine spezifische Berufserfahrung verfüge.
B.c Dr. med. K._, Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 3.
November 2011 (IV-act. 244), dass sich der Gesundheitszustand verschlechtert habe.
Der Versicherte sei seit Dezember 2009 in allen Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig.
Neue Untersuchungen hätten eine starke Verschlechterung der körperlichen
Beschwerden gezeigt (fortgeschrittene Osteochondrose). Es sei eine Rückenoperation
geplant. Die Schmerzen hätten sich sehr intensiviert und der Versicherte sei häufig über
einige Tage hinweg ganz immobil gewesen. Dadurch habe sich auch die Depression
"vertieft". Dr. med. L._, Allgemeinmedizin FMH, berichtete am 28. Dezember 2011
ebenfalls über eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes (IV-act. 246). Als neue
Diagnosen gab er ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit/bei
Osteochondrose L4/5 und L5/S1 mit Spondylarthrosen und Mikroinstabilität, eine
rezidivierende mittelgradige depressive Störung mit somatischem Syndrom und eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung an. Eine adaptierte Tätigkeit sei dem
Versicherten in einem geschützten Rahmen zu Beginn ca. 3 Stunden pro Tag
zumutbar. Er habe den Versicherten zur Rückenoperation an die Neurochirurgie des
KSSG überwiesen.
B.d Am 27. April 2012 reichte der Rechtsvertreter weitere medizinische Berichte ein
(IV-act. 252). Dr. med. M._, Neurochirurgie des KSSG, hatte am 14. Februar 2011
berichtet (IV-act. 253), dass der Versicherte an einer ausgeprägten Depression und
einer chronischen Lumbago mit pseudoradikulären Schmerzen ausstrahlend in beide
Beine bei osteochondrotischer Degeneration der Bandscheibenfächer L4/5 und L5/S1
sowie Spondylarthrosen leide. Erst wenn der Versicherte von Seiten der IV eine
Perspektive für eine Umschulung und Arbeitsvermittlung erhalte, könne eine
verbindliche Indikation bezüglich einer lumbalen Spondylodese gestellt werden. Die
Psychosomatik des KSSG hatte am 11. März 2011 berichtet (IV-act. 254), dass der
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Versicherte an einer mittelschweren bis schweren Episode einer rezidivierenden
depressiven Störung leide. Aus psychiatrischer Sicht sei die Depression keine
Kontraindikation für eine operative Intervention. Angesichts des hohen
Chronifizierungsgrades des Schmerzsyndroms, der deutlichen sozialen Regression, der
fehlenden Tagesstruktur, der spärlichen Ressourcen und der angespannten finanziellen
Situation sei der zu erwartende Benefit aber wohl eher gering. Die Tatsache, dass der
Versicherte mit 200 mg retardiertem Tramal relativ schmerzfrei sei, untermauere diese
Annahme. Umso wichtiger seien deshalb eine ganz eindeutige Operationsindikation
und ein klar definiertes Behandlungsziel. Dr. med. N._, Facharzt für Neurochirurgie,
hatte am 24. April 2012 berichtet (IV-act. 257-8), der Versicherte leide an einer
chronischen Lumbago bei vorangeschrittenen osteochondrotischen Veränderungen
L4/5 und L5/S1, Spondylarthrosen und einer Depression. Er habe ihm eine Operation
mit Spondylodesen L4/5 und L5/S1 empfohlen.
B.e Am 27. Juni 2012 teilte der Rechtsvertreter mit, dass der Versicherte am 23.
August 2012 an der Wirbelsäule operiert werde (IV-act. 261). Nach Rücksprache mit
der ABI GmbH und RAD-Arzt Dr. O._ (IV-act. 265) informierte die IV-Stelle den
Rechtsvertreter am 6. Juli 2012 darüber, dass an der Verlaufsbegutachtung vom 11.
Juli 2012 festgehalten werde (IV-act. 267).
B.f In der Folge wurde der Versicherte am 11. Juli 2012 von der ABI GmbH zum
vierten Mal internistisch, orthopädisch und psychiatrisch untersucht (Gutachten vom
10. September 2012, IV-act. 268). Die Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
lauteten:
1. Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode;
2. anhaltende somatoforme Schmerzstörung;
3. chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik;
radiologisch Diskusprotrusion LWK4/5/SWK1 ohne Neurokompression, im Verlauf
unverändert (MRI vom 16. Mai 2006, 20. Januar 2010 und 8. Mai 2012);
4. chronisch intermittierende Zervikozephalgie ohne radikuläre Symptomatik; radio
logisch altersentsprechender Befund der HWS (MRI vom 16. Mai 2006).
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Der psychiatrische Sachverständige Dr. F._ befand, dass die Stimmung bei der
Untersuchung herabgesetzt und leicht depressiv gewesen sei. Die Psychomotorik sei
unauffällig gewesen. Er habe keine Antriebsstörungen feststellen können. Der
Versicherte habe einen wachen Eindruck gemacht und während der ganzen
Untersuchung nie Zeichen einer Konzentrationsschwäche gezeigt. Die Merkfähigkeit
und die Gedächtnisleistungen seien intakt gewesen. Das Denken sei nicht eingeengt
gewesen. Aus den Schilderungen des Versicherten hätten sich keine Hinweise auf
Veränderungen der Stimmung und des Antriebs im Laufe des Tages ergeben. Er habe
einen Lebensüberdruss erwähnt, Suizidgedanken oder Suizidphantasien jedoch
verneint. Dr. F._ kam zum Schluss, dass sich die Arbeitsunfähigkeit aus
psychiatrischer Sicht seit der letzten ABI-Begutachtung nicht verändert habe und somit
weiterhin 20 % betrage. Er begründete dies mit einer herabgesetzten Stimmung, einer
psychisch leicht verminderten Belastbarkeit und einem verminderten Selbstwertgefühl.
Mit Bezug auf die früheren ärztlichen Einschätzungen hielt Dr. F._ fest, dass der
Versicherte vor allem über seine körperlichen Beschwerden und über die angespannte
wirtschaftliche Situation geklagt habe. Er habe keine Hinweise darauf gefunden, dass
der Versicherte während längerer Zeit an einer mittelgradigen oder schweren
depressiven Störung gelitten hätte. Beispieleise sei bis anhin nie eine stationäre
psychiatrische Behandlung notwendig gewesen. Der Versicherte leide auch nicht unter
schweren Schlafstörungen; er habe morgens keine Mühe, aufzustehen, unternehme
Spaziergänge, habe einen guten Kontakt mit seiner Familie und treffe sich regelmässig
mit Freunden. Die Ausführungen von Dr. K._ vom 3. November 2011 könnten daher
nicht bestätigt werden. Der orthopädische Sachverständige Dr. I._ gab in seinem
Teilgutachten an, dass er die im ABI-Gutachten vom Mai 2009 festgehaltenen Angaben
einschliesslich der zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für
körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten unter Wechselbelastung aufgrund der
aktuellen Untersuchung klar bestätigen könne. Zwischenzeitlich sei keine relevante
Veränderung auf der Ebene des Bewegungsapparates eingetreten. Bei der
Untersuchung seien massive Inkonsistenzen und klare Hinweise für eine massive nicht-
organische Beschwerdekomponente aufgefallen. Es sei nicht klar zum Ausdruck
gekommen, wie gross der Leidensdruck durch die somatischen Beschwerden effektiv
sei. Obwohl die voraussehbare Belastung mit dem Anreiseweg aus der Ostschweiz und
der bevorstehenden körperlichen Untersuchung als überdurchschnittlich hoch zu
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betrachten gewesen sei, habe der Versicherte berichtet, am Untersuchungstag
keinerlei Analgetika zu sich genommen zu haben. Dr. I._ wies weiter darauf hin, dass
die Einschätzung von Dr. M._ von der Neurochirurgie des KSSG vom 14. Februar
2011 angesichts der nun vierten ABI-Begutachtung grotesk anmute: Ganz
offensichtlich bestehe auf somatischer Ebene keine Indikation für einen operativen
Eingriff; vielmehr sei durch einen solchen eine erhebliche Beschwerdezunahme zu
erwarten. Der ganz offensichtlich demotivierte Versicherte würde seine Einstellung
hinsichtlich beruflicher Eingliederungsmassnahmen durch eine Spondylodese kaum
ändern. Auch die Einschätzung von Dr. N._ erstaune angesichts der heutigen
Untersuchung überaus. Das offensichtlich demonstrative Schmerzverhalten könne
durch den geringen radiologischen, keinesfalls verschlechterten Befund nicht erklärt
werden. Es bleibe völlig schleierhaft, wie aus den objektivierbaren Befunden eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten sowie die Indikation für eine
Spondylodese abgeleitet werden könnten. Schliesslich wiesen die Sachverständigen
noch darauf hin, dass das Medikament Tramal retard und das Antidepressivum
Trimipramin (<34 nmol/l) nur subtherapeutisch bzw. gar nicht hätten nachgewiesen
werden können. Die Angaben des Versicherten zur Medikamenteneinnahme müssten
daher zumindest in Frage gestellt werden.
B.g RAD-Arzt Dr. med. P._ erklärte in einer Stellungnahme vom 8. November 2012
(IV-act. 271), aus dem Verlaufsgutachten vom September 2012 gehe nachvollziehbar
hervor, dass sich der Gesundheitszustand aus somatischer und psychischer Sicht seit
der Begutachtung im Mai 2009 nicht wesentlich und anhaltend verändert habe. Die
20 %ige Leistungseinbusse ergebe sich aus der leicht verminderten psychischen
Belastbarkeit.
B.h Mit Vorbescheid vom 12. November 2012 kündigte die IV-Stelle bei einem
Invaliditätsgrad von 37 % die Ablehnung des Rentengesuchs an (IV-act. 275). Zur
Begründung führte sie an, dass der Versicherte ohne Gesundheitsschaden ein
Jahreseinkommen von Fr. 78'000.-- erzielen könnte. Mit Behinderung könne er eine
Hilfsarbeitertätigkeit mit einer Leistungseinschränkung von 20 % ausüben. Das
Invalideneinkommen betrage folglich Fr. 49'421.--.
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B.i Dagegen liess der Versicherte am 20. Dezember 2012 einwenden (IV-act. 276),
das Valideneinkommen sei anhand des zuletzt erzielten Einkommens zu berechnen und
betrage folglich Fr. 95'874.--. Zudem hätte die IV-Stelle einen Tabellenlohnabzug von
15 % vornehmen müssen. Der Versicherte habe deshalb Anspruch auf eine halbe IV-
Rente. In einem beigelegten Bericht vom 4. Dezember 2012 (IV-act. 276-11) erklärte Dr.
K._, dass er den Versicherten seit Jahren psychiatrisch betreue und sich dieser stets
sehr kooperativ und therapiemotiviert gezeigt habe. Er könne sich gar nicht vorstellen,
dass der Versicherte die Medikamente nicht eingenommen habe. Vielmehr vermute er,
dass die ABI GmbH bei der Messung einen Fehler begangen habe. Gemäss einer
Bestätigung der Klinik Q._ vom 24. November 2012 wurde der Operationstermin auf
den 10. Januar 2013 festgesetzt (IV-act. 276-10).
B.j Die zuständige IV-Sachbearbeiterin notierte am 5. Februar 2013 (IV-act. 277),
dass laut RAD-Arzt Dr. P._ nach einer Operation grundsätzlich von einer
Verbesserung des Gesundheitszustandes auszugehen sei. Ohne grosse
Komplikationen sei postoperativ nach einer Spondylodese mit einer
Rekonvaleszenzzeit von maximal drei Monaten zu rechnen.
B.k Mit Verfügung vom 6. Februar 2013 wies die IV-Stelle das Rentengesuch aus den
im Vorbescheid angegebenen Gründen ab (IV-act. 278). Zum Einwand führte sie an,
dass aufgrund der vollschichtigen Präsenzzeit kein Tabellenlohnabzug angezeigt sei.
C.
C.a Gegen diese Verfügung liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am
11. März 2013 Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die
Aufhebung der Verfügung und die Zusprache einer halben IV-Rente ab 1. November
2008; eventualiter sei dem Beschwerdeführer eine Viertelsrente zu gewähren;
subeventualiter sei die Sache zur Durchführung weiterer Abklärungen und zur neuen
Verfügung an die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen. Zur
Begründung machte der Rechtsvertreter geltend, dass die Validenkarriere der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit als Bodenleger-Akkordarbeiter entspreche. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung der ABI GmbH werde nicht bestritten. Das
Invalideneinkommen sei anhand von Tabellenlöhnen zu berechnen. Mit Blick auf die
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somatischen Einschränkungen, die Benachteiligung durch die überdurchschnittlichen
Krankheitsabsenzen sowie die Beschränkung auf lediglich leichte, angepasste Arbeiten
erscheine ein Tabellenlohnabzug von mindestens 10 % sachgerecht und angemessen.
Sollte das Gericht nicht auf den vor Eintritt des Gesundheitsschadens effektiv erzielten
Lohn abstellen, müsse es zumindest auf den Durchschnittslohn eines erfahrenen
Bodenlegers mit Führungsaufgaben abstellen. Dieser habe gemäss der Auskunft der
Arbeitgeberin vom 12. August 2003 im Jahr 2001 Fr. 7'000.-- pro Monat betragen. Aus
den Akten gehe nicht hervor, gestützt auf welche Kriterien das von der
Beschwerdegegnerin errechnete Valideneinkommen ermittelt worden sei. Eine in einer
Aktennotiz festgehaltene telefonische Auskunft sei gemäss der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung nur für blosse Nebenpunkte ein taugliches Beweismittel, weshalb die
genannte Aktennotiz nicht beweistauglich sei. Sollte das Gericht dem nicht folgen,
wäre die Sache bereits wegen der Gehörsverletzung zur neuen Beurteilung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
C.b Am 22. Mai 2013 bestätigte die C._ AG schriftlich, es sei realistisch, dass ein
Bodenleger-Gruppenchef einen Jahreslohn in der Höhe von Fr. 78'000.--
erwirtschaften könne (IV-act. 286).
C.c Die Beschwerdegegnerin beantragte am 28. Mai 2013 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 6). Zur Begründung führte sie an, das Gericht habe bereits im
Rückweisungsentscheid vom 9. November 2010 festgehalten, dass die Akkordarbeit im
Valideneinkommen nicht berücksichtigt werden dürfe. Das Bundesgericht habe in
seinem Entscheid vom 25. Februar 2011 ausgeführt, dass sich der Beschwerdeführer
einer regelmässigen antidepressiven Medikation unterziehe und insbesondere dadurch,
dass leichte Konzentrationsstörungen, eine erhöhte Ermüdbarkeit, eine Antriebsstörung
sowie Schlafstörungen vorlägen, glaubhaft erscheine, dass die zumutbare
Willensanstrengung zur Schmerzüberwindung eingeschränkt sei. Diese
Rechtsprechung habe keine Bestätigung gefunden und das Bundesgericht habe in
einem späteren Entscheid unweigerlich festgehalten, dass eine leichte depressive
Störung keine Komorbidität von erheblicher Schwere und Dauer darstelle. Der
psychopathologische Befund habe sich gegenüber der letzten Begutachtung
verbessert. Das aktuelle ABI-Gutachten halte fest, dass der Beschwerdeführer nie
Zeichen von Konzentrationsschwäche gezeigt habe. Auch Antriebsstörungen hätten
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nicht mehr festgestellt werden können. Zudem habe er einen wachen Eindruck
gemacht, womit auch die erhöhte Ermüdbarkeit widerlegt sei. Auch nehme der
Beschwerdeführer die ihm verordneten Medikamente nur subtherapeutisch ein. Auf die
Einnahme des Antidepressivums Trimipramin verzichte er ganz. Dies spreche dafür,
dass der Beschwerdeführer sich selbst als nicht besonders depressiv oder sonstwie
psychisch beeinträchtigt erlebe. Die Kriterien, die zur Bejahung einer psychischen
Komorbidität geführt hätten, seien mehrheitlich nicht mehr erfüllt. Gesamthaft sei ein
veränderter Gesundheitszustand spätestens ab dem Untersuchungszeitpunkt am 11.
Juli 2012 ausgewiesen. Der Beschwerdeführer sei somit spätestens seit dem 11. Juli
2012 aus psychiatrischer Sicht zu 100 % arbeitsfähig. Gründe für einen
Tabellenlohnabzug seien keine auszumachen. Somatische Einschränkungen gebe es in
adaptierten Tätigkeiten keine. Allfällige überdurchschnittliche Krankheitsabsenzen
seien gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht als Abzugsgrund
anerkannt. Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers seien ihm nicht nur
leichte, sondern auch mittelschwere Tätigkeiten zumutbar.
C.d Mit Replik vom 27. Juni 2013 (act. G 9) brachte der Rechtsvertreter ergänzend vor,
dass auch aus der schriftlichen Bestätigung der ehemaligen Arbeitgeberin vom 22. Mai
2013 nicht hervorgehe, welche konkreten Fragen in welcher Form unterbreitet worden
seien. Die Abklärungen der Beschwerdegegnerin zur Höhe des Valideneinkommens
seien daher als ungenügend zu bewerten. Weiter hätten die ABI-Sachverständigen eine
psychische Komorbidität explizit bejaht. Der Beschwerdeführer bestreite, die ihm
verordneten Medikamente nur subtherapeutisch einzunehmen. Des Weiteren
rechtfertige allein die Tatsache, dass der Beschwerdeführer keine schweren Lasten
mehr tragen dürfe, einen Abzug von mindestens 10 %. Ebenfalls sei ein Teilzeitabzug
von 10 % gerechtfertigt, da teilzeitarbeitende Männer statistisch gesehen weniger gut
entlöhnt würden als Männer mit einem Vollpensum.
C.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 11).
C.f Am 18. Dezember 2013 informierte die neue Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers über einen kanzleiinternen Mandatswechsel (act. G 12).
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C.g Am 2. April 2015 stellte der Abteilungsvizepräsident den Sachverständigen der
ABI GmbH vier Fragen zum vierten Gutachten vom 10. September 2012 (act. G 13).
Erstens wollte er wissen, ob die Diagnose einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung überhaupt gestellt werden könne, wenn die betroffene Person derart
massive Inkonsistenzen zeige. Zweitens fragte er, ob die diagnostizierte depressive
Störung, gegenwärtig leichte Episode, tatsächlich als erhebliche psychische
Komorbidität qualifiziert werden könne. Die dritte Frage lautete, ob es sich bei der
depressiven Störung um ein eigenständiges Leiden handle und die vierte Frage, ob die
ABI GmbH weiterhin an ihrer Arbeitsfähigkeitsschätzung festhalte.
C.h Am 7. Mai 2015 antworteten Dr. F._ und Dr. D._ von der ABI GmbH (act.
G 15), dass die betroffene Person im Rahmen der somatischen Untersuchung
Inkonsistenzen zeige, bedeute nicht, dass die Diagnose einer somatoformen
Schmerzstörung nicht gestellt werden könne. Im Gegenteil seien diese Inkonsistenzen
bzw. funktionellen Überlagerungen diagnoseimmanent. Aufgrund der depressiven
Störung sei der Beschwerdeführer vermindert in der Lage, mit den geklagten
Schmerzen umzugehen. Es bestehe also eine psychische Komorbidität. Bei der
diagnostizierten rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte Episode,
handle es sich um ein eigenständiges psychisches Leiden, welches eine
Teilarbeitsunfähigkeit begründe. Abschliessend erklärten Dr. F._ und Dr. D._, an
ihrer Einschätzung festzuhalten. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers nahm
am 9. Juni 2015 Stellung zu den Antworten der ABI GmbH (act. G 17). Sie führte aus,
dass die Ausführungen der ABI GmbH nachvollziehbar und schlüssig seien. Zudem
wies sie darauf hin, dass ein Tabellenlohnabzug von mindestens 10 % zu gewähren
sei.
C.i Am 13. Juli 2015 forderte das Gericht die Parteien auf, zur
Rechtsprechungsänderung bezüglich der invalidenversicherungsrechtlichen
Behandlung diagnostizierter anhaltender somatoformer Schmerzstörungen und
vergleichbarer Leiden Stellung zu nehmen (act. G 19)
C.j Auf Anfrage vom 13. Juli 2015 (act. G 20) teilte der Verband Y._ dem Gericht am
3. August 2015 mit (act. G 21), dass seine telefonische Auskunft vom August 2011 an
einen IV-Berufsberater korrekt gewesen sei. Der Verband empfehle für einen
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ungelernten Bodenleger mit Berufserfahrung bzw. Vorgesetztenfunktion einen
Jahreslohn von brutto Fr. 65‘000.--. Hierbei handle es sich um eine Mindestlohn-
Empfehlung. Wie die Situation im Jahr 2008 ausgesehen habe, sei schwierig zu
beurteilen. Gute Arbeitskräfte seien aber wegen der enorm hohen Bautätigkeit bereits
damals sehr gesucht gewesen. Es sei daher realistisch, dass der Beschwerdeführer,
wäre er nicht invalid geworden, damals wie auch heute einen Jahressalär von Fr.
78‘000.-- hätte erzielen können bzw. erzielen könnte, wenn er nicht invalid geworden
wäre und er sehr gute Arbeit geleistet hätte bzw. leisten würde.
C.k Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers nahm am 30. September 2015
Stellung zum Schreiben des Verbands und zur Rechtsprechungsänderung (act. G 25).
Sie erklärte, dass ihrer Ansicht nach weiterhin auf das vor dem Eintritt des
Gesundheitsschadens tatsächlich erzielte Einkommen, d.h. den Akkordlohn,
abzustellen sei. Bezüglich der Rechtsprechungsänderung führte sie aus, dass die
Auswirkungen der Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung auf die
Arbeitsfähigkeit anhand der neuen Kriterien zu prüfen seien. Im Übrigen habe sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der letzten Begutachtung erheblich
verändert. Am 10. Januar 2013 habe er sich einer LWS-Operation und am 3. April 2014
einer Revisionsoperation unterziehen müssen. Zudem habe sich der psychische
Gesundheitszustand seit September 2012 stark verschlechtert. Da das ABI-Gutachten
inzwischen über drei Jahre alt sei, rechtfertige sich eine neue Begutachtung. Der
Stellungnahme lagen diverse neue medizinische Berichte bei (act. G 25.1). Dr. N._
hatte am 24. Januar 2013 berichtet (act. G 25.1.1), dass am 10. Januar 2013
dorsolaterale beidseitige transpedikuläre Spondylodesen L4, L5 und S1 erfolgt seien.
Die Operation sei komplikationslos verlaufen und der Beschwerdeführer werde immer
mobiler. Am 2. Mai 2014 berichtete derselbe Arzt (act. G 25.1.2), dass auf den
Röntgenbildern vom März 2013 keine Anzeichen für eine Lockerung zu sehen seien.
Auf den Röntgenbildern, die im Dezember 2013 gemacht worden seien, zeige sich
jedoch ein Lockerungssaum um die Schraube L4. Am 3. April 2014 sei deshalb eine
Revision der transpedikulären Spondylodesen L4-S1 bds., interkorporelle
Spondylodesen mit Cages L4/5, L5/S1 durchgeführt worden. Der Verlauf sei insgesamt
komplikationslos gewesen.
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C.l Dr. K._ hatte in seinem Bericht vom 28. September 2015 angegeben (act.
G 25.1.5), dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der ABI-
Untersuchung im September 2012 stark verschlechtert habe. Es sei mehrmals zum
Ausbruch einer Depression gekommen.
C.m Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stellungnahme (act. G 26).

Erwägungen:
1.
1.1 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf
dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Die
Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung einen Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente verneint. Bereits mit Verfügung vom 5.
November 2009 ist der Anspruch auf berufliche Massnahmen abgelehnt worden.
Nichts deutet darauf hin, dass sich der Sachverhalt mit Bezug auf die
Eingliederungsfähigkeit seither verändert hätte. So haben die Gutachter im jüngsten
ABI-Gutachten vom 10. September 2012 erklärt, dass sie berufliche
Eingliederungsmassnahmen aufgrund der ausgeprägten subjektiven
Krankheitsüberzeugung nicht empfehlen könnten. Daher hat die Verfügung vom 5.
November 2009 nach wie vor Gültigkeit. Nachfolgend ist deshalb der Rentenanspruch
ohne Rücksicht auf den Grundsatz „Eingliederung vor Rente“ zu prüfen.
1.2 Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist
der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
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verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.3 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad
grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
2.
2.1 Die Höhe des Invalideneinkommens hängt u.a. von der Arbeitsfähigkeit der
versicherten Person ab. Zunächst ist daher zu prüfen, ob der Beschwerdeführer aus
gesundheitlichen Gründen in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist.
2.2 Mit dem vom Bundesgericht bestätigten Rückweisungsentscheid vom
9. November 2010 hat das kantonale Gericht die Arbeitsfähigkeitsschätzungen der ABI
GmbH vom 14. Dezember 2004 (1. ABI-Gutachten), vom 25. Juni 2007 (2. ABI-
Gutachten) und vom 18. Mai 2009 (3. ABI-Gutachten) als überwiegend wahrscheinlich
richtig qualifiziert. Damit steht fest, dass dem Beschwerdeführer die angestammte
Tätigkeit als Bodenleger seit September 2002 nicht mehr zumutbar ist. Hingegen ist er
in körperlich leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeiten ohne
Zwangshaltungen der unteren Wirbelsäule als vollständig arbeitsfähig zu betrachten. In
psychiatrischer Hinsicht hat die ABI GmbH die Arbeitsfähigkeit ab frühestens
November 2007, mit Sicherheit ab April 2009, auf 80 % geschätzt. Im
Rückweisungsentscheid ist nicht darauf eingegangen worden, ob die 20 %ige
Arbeitsunfähigkeit nun ab November 2007 oder ab April 2009 gilt. Obwohl die
Arbeitsfähigkeit mit dem Rückweisungsentscheid bis 26. Februar 2010
(Verfügungserlass) verbindlich festgelegt worden ist, ist diese Frage daher noch zu
prüfen. Für den Zeitraum zwischen der 2. und 3. Begutachtung (Mai 2007 und April
2009) liegen nur ein Bericht von Dr. K._ vom 20. Mai 2008 (IV-act. 142) und ein
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Bericht der Klinik Q._ vom 21. Oktober 2008 (IV-act. 153) im Recht. Der Bericht von
Dr. K._ ist für die Festlegung des Beginns der 20 %-igen Arbeitsunfähigkeit nicht
geeignet, da dieser dem Beschwerdeführer bereits ab Anfang 2006 eine 70 %ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert hat. Die Klinik Q._ hat in ihrem Bericht erklärt, dass der
Beschwerdeführer wegen einer leichten depressiven Episode und einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung zu ca. 30 % arbeitsunfähig sei. Gestützt auf dieselben
Diagnosen hat die ABI GmbH im Mai 2009 die 20 %ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt.
Aufgrund der übereinstimmenden Diagnosen und der ähnlich hohen
Arbeitsfähigkeitsschätzungen ist − in Übereinstimmung mit dem RAD (siehe IV-
act. 164-2) − mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die
20 %ige Einschränkung bereits seit November 2007 bestanden hatte. Somit gilt als
erwiesen, dass der Beschwerdeführer bis 31. Oktober 2007 in einer körperlich
adaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig gewesen ist. Vom 1. November 2007 bis
26. Februar 2010 ist er in einer körperlich adaptierten Tätigkeit aus psychischen
Gründen zu 20 % in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen. Nachfolgend ist
somit lediglich noch die Arbeitsfähigkeit ab 27. Februar 2010 bis zum Erlass der
angefochtenen Verfügung (6. Februar 2013) zu ermitteln.
2.3 Im Juli 2012 ist der Beschwerdeführer zum vierten Mal von der ABI GmbH
untersucht worden. In somatischer Hinsicht ist festgehalten worden, dass gegenüber
den früheren Beurteilungen der ABI GmbH keine relevante Veränderung auf der Ebene
des Bewegungsapparates eingetreten sei, so dass an der Arbeitsfähigkeitsschätzung
vom 18. Mai 2009 festgehalten werden könne. Der orthopädische Gutachter hat weiter
angegeben, dass sich massive Inkonsistenzen und klare Hinweise für eine massive
nicht-organische Beschwerdekomponente gefunden hätten. Wie sehr der
Beschwerdeführer im Alltag tatsächlich eingeschränkt sei, sei nicht klar zum Ausdruck
gekommen. Ausgerechnet am Untersuchungstag habe er keine Analgetika
eingenommen. Dieser Einschätzung steht diejenige des Neurochirurgen Dr. N._
gegenüber, welcher dem Beschwerdeführer am 10. Dezember 2010 eine 100 %ige
Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten attestiert und ihm zu einer Versteifung der LWS
geraten hatte (IV-act. 216-54 ff.). Der orthopädische ABI-Gutachter hat erklärt, ihm sei
völlig schleierhaft, wie aus den objektivierbaren Befunden eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit und eine Indikation für eine Spondylodese abgeleitet werden
könnten. Bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung aus somatischer Sicht sind nur diejenigen
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funktionellen Einschränkungen zu berücksichtigen, die ein medizinisches Korrelat
aufweisen. Dr. N._ hat sich in seinem Bericht vom 10. Dezember 2010 nicht damit
auseinandergesetzt, wieweit die vom Beschwerdeführer geltend gemachten
Beschwerden durch die objektiven Befunde erklärbar sind. Deshalb besteht der
Verdacht, dass die grosse Diskrepanz zwischen der Arbeitsfähigkeitsschätzung des
ABI-Gutachters und derjenigen von Dr. N._ daher rührt, dass letzterer bei seiner
Einschätzung weitgehend nur auf die beklagten und/oder demonstrierten Beschwerden
abgestellt hat. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. N._ vermag daher keine
ernsthaften Zweifel an der Arbeitsfähigkeitsschätzung des orthopädischen ABI-
Gutachters zu wecken. Aus somatischer Sicht ist der Beschwerdeführer daher mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit in einer adaptierten Hilfsarbeitertätigkeit
(wechselbelastende, körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit) über den 26.
Februar 2010 hinaus weiterhin voll arbeitsfähig gewesen. Daran ändert auch die
Wirbelsäulenoperation im Januar 2013 nichts, denn gemäss Dr. N._ ist diese
Operation komplikationslos verlaufen. Der RAD hat erklärt, dass bei einer
Spondylodese von einer Rekonvaleszenzzeit von maximal drei Monaten auszugehen
sei (IV-act. 277-2). Der operative Eingriff hat somit gestützt auf Art. 88a IVV keine
zwischenzeitliche Erhöhung des IV-Grads zur Folge, da eine solche mindestens drei
Monate dauern muss. Den Berichten von Dr. N._ ist zudem nicht zu entnehmen, dass
sich der Gesundheitszustand direkt im Anschluss an die Rekonvaleszenzzeit
gegenüber jenem vor der Operation wesentlich verschlechtert hätte. So ist auf den
Röntgenbildern vom März 2013 noch keine Schraubenlockerung ersichtlich gewesen.
Eine solche hat sich erst auf den Röntgenbildern vom Dezember 2013 gezeigt. Für das
vorliegende Verfahren ist jedoch lediglich der Gesundheitszustand bis und mit
Verfügungserlass, d.h. bis am 6. Februar 2013, relevant.
2.4 Zu prüfen bleibt, ob sich die Arbeitsfähigkeit in psychiatrischer Hinsicht verändert
hat. Der psychiatrische ABI-Gutachter hat die Arbeitsfähigkeit im 4. ABI-Gutachten
weiterhin auf 80 % geschätzt. Als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat er
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (vormals leichte
depressive Episode) und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung angegeben.
Als leistungseinschränkende Faktoren hat er eine herabgesetzte Stimmung, eine
psychisch leicht verminderte Belastbarkeit und ein vermindertes Selbstwertgefühl
genannt. Auf Nachfrage des Gerichts hat die ABI GmbH zudem das Fehlen von
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Zukunftsperspektiven und einen Lebensüberdruss erwähnt. Gemäss den Gutachtern
vermindert diese psychische Beeinträchtigung die Fähigkeit des Beschwerdeführers,
mit den geklagten Schmerzen umgehen zu können. Bei der depressiven Störung
handelt es sich zudem um ein eigenständiges Leiden. Der behandelnde Psychiater Dr.
K._ hat dem Beschwerdeführer im November 2011 wegen einer rezidivierenden
mittel- bis schwergradigen depressiven Störung sowie eines chronifizierten
Schmerzsyndroms ab Dezember 2009 für jegliche Tätigkeiten eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit attestiert (IV-act. 244). Bereits ab November 2003 hatte er dem
Beschwerdeführer eine psychisch bedingte 70 %ige Arbeitsunfähigkeit in seiner
angestammten Tätigkeit und im Mai 2008 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in
jeglicher Tätigkeit bescheinigt. Er hat die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers also
bereits früher viel tiefer eingeschätzt als die ABI-Gutachter. Seine
Arbeitsfähigkeitsschätzung vom November 2011 überzeugt allein schon aus diesem
Grund nicht. Hinzu kommt, dass er lediglich erklärt hat, dass die depressiven
Symptome enorm zugenommen hätten, ohne diese Aussage mit
psychopathologischen Befunden zu unterlegen. Der psychiatrische ABI-Gutachter hat
im Juli 2012 keine Hinweise für eine mittelgradige oder schwere depressive Störung
finden können. Da er keine schwerwiegenden Befunde hat erheben können, überzeugt
seine Einschätzung. Dr. K._ hat in seinem Bericht vom 28. September 2015 erklärt,
dass sich der gesundheitliche Zustand seit der letzten ABI-Untersuchung erneut stark
verschlechtert habe. Es sei mehrmals zum Ausbruch der Depression gekommen.
Zudem habe sich der körperliche Zustand verschlechtert. Einerseits ist wiederum
darauf hinzuweisen, dass Dr. K._ im ganzen Krankheitsverlauf von viel stärkeren
psychischen Einschränkungen ausgegangen ist als die ABI-Gutachter. Andererseits hat
er in seinem Bericht nicht erklärt, wann genau in der Zeit zwischen der Begutachtung
(Juli 2012) und seinem Bericht (September 2015) die Verschlechterung eingetreten sein
soll: Immerhin handelt es sich um eine Zeitspanne von über drei Jahren. Es ist davon
auszugehen, dass der behandelnde Psychiater bzw. der Beschwerdeführer selbst bei
einer wesentlichen, sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden Verschlechterung die
Beschwerdegegnerin sofort und nicht erst Monate oder Jahre später informiert hätte.
Demzufolge ist überwiegend wahrscheinlich, dass bis zum Verfügungszeitpunkt, d.h.
am 6. Februar 2013, keine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes
im Vergleich zu jenem bei der ABI-Untersuchung im Juli 2012 eingetreten ist.
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2.5
2.5.1 Das Bundesgericht hat mit dem Entscheid BGE 141 V 281 seine
Rechtsprechung zur Frage, ob eine diagnostizierte anhaltende somatoforme
Schmerzstörung oder ein vergleichbares psychosomatisches Leiden zu einer ganzen
oder teilweisen Arbeitsunfähigkeit führen kann, geändert. Die bisherige Vermutung,
dass der versicherten Person eine Willensanstrengung zuzumuten ist, mit welcher die
Folgen einer somatoformen Schmerzstörung überwunden werden können, ist mit
diesem Entscheid aufgegeben worden (vgl. Erw 3.3.1 und Erw. 3.6). Neu hat eine
ergebnisoffene symmetrische Beurteilung anhand eines Kataloges von Indikatoren des
tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens zu erfolgen (Erw. 3.6). Die Handhabung
des Katalogs muss stets den Umständen des Einzelfalls gerecht werden; es handelt
sich nicht um eine "abhakbare Checkliste" (Erw. 4.4.1). Die im Regelfall beachtlichen
Standardindikatoren sind (Erw. 4.1-4.4):
1. Funktioneller Schweregrad:
- Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome;
- Behandlungserfolg oder -resistenz;
- Komorbiditäten;
- "Persönlichkeit" (Persönlichkeitsentwicklung und-struktur, grundlegende
psychische Funktionen);
- sozialer Kontext.
2. Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens):
- Gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren
Lebensbereichen (sozialer Rückzug, Ressourcen);
- Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen;
- Verhalten im Rahmen der beruflichen (Selbst-)Eingliederung.
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Der rechtliche Anforderungskatalog beschränkt sich auf einen Grundbestand von
normativ massgeblichen Gesichtspunkten. Innerhalb dieses Rahmens muss die
Begutachtungspraxis durch konkretisierende Leitlinien der medizinischen
Fachgesellschaften angeleitet werden (Erw. 5.1.2). Nach dem alten Verfahrensstandard
eingeholte Gutachten verlieren aber nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im
Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen
Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes
Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält. In jedem
einzelnen Fall ist zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder
gerichtlichen Sachverständigengutachten ‒ gegebenenfalls im Kontext mit weiteren
fachärztlichen Berichten ‒ eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen
Indikatoren erlauben oder nicht (Erw. 8).
2.5.2 Da die Arbeitsfähigkeit für die Zeit bis und mit Februar 2010 mit dem
Rückweisungsentscheid vom 9. November 2010 verbindlich festgelegt worden ist, ist
nachfolgend lediglich noch zu prüfen, ob das 4. ABI-Gutachten eine schlüssige
Beurteilung im Lichte der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung erlaubt und falls
ja, ob die Arbeitsfähigkeitsschätzung aus psychiatrischer Sicht auch in Anwendung der
neuen Rechtsprechung überzeugt. Der orthopädische Gutachter hat im 4. ABI-
Gutachten angegeben, dass eine massive nicht-organische Beschwerdekomponente
vorliege. Wie gross der Leidensdruck durch die somatischen Beschwerden effektiv sei,
sei bei der Untersuchung jedoch nicht klar zum Ausdruck gekommen; ausgerechnet
am Untersuchungstag habe der Beschwerdeführer keine Analgetika zu sich
genommen. Des Weiteren hat der orthopädische Sachverständige massive
Inkonsistenzen festgestellt. Der Beschwerdeführer steht seit Jahren in regelmässiger
psychotherapeutischer Behandlung, die jedoch nicht zu einer Verbesserung der
gesundheitlichen Situation geführt hat. Der psychiatrische Sachverständige hat im 4.
ABI-Gutachten angegeben, dass sich die ausgeprägte subjektive
Krankheitsüberzeugung durch eine psychiatrische Behandlung kaum beeinflussen
lasse, weshalb keine weiteren medizinischen Massnahmen empfohlen werden könnten.
Allerdings ist bei der 4. Begutachtung auch festgestellt worden, dass der
Beschwerdeführer die antidepressive Medikation nur unregelmässig einnimmt und die
Medikamente dadurch keine therapeutische Wirkung entfalten können. In somatischer
Hinsicht hat der Beschwerdeführer die Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft. Der
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orthopädische Sachverständige hat festgehalten, dass er keine Therapievorschläge
machen könne, ausser dass die erhebliche Analgetikaeinnahme beendet werden sollte.
Eine Operationsindikation hatte er ausdrücklich verneint. Trotzdem hat sich der
Beschwerdeführer am 10. Januar 2013 an der Wirbelsäule operieren lassen. Am 24.
Januar 2013 hat der Operateur Dr. N._ berichtet, dass der Verlauf insgesamt
komplikationslos gewesen sei und der Beschwerdeführer zunehmend mobiler werde.
Letztere Aussage muss sich angesichts der Tatsache, dass dieser Bericht bereits zwei
Wochen nach der Operation verfasst worden ist, auf den Genesungsprozess beziehen;
ob sich der Gesundheitszustand durch die Operation längerfristig wesentlich
verbessern würde, hat in diesem Zeitpunkt noch nicht beurteilt werden können. Aus
den weiteren Berichten von Dr. N._ geht nicht hervor, dass durch die Operation eine
wesentliche Verbesserung des Beschwerdebildes hätte erzielt werden können. Als
psychische Komorbidität ist die eigenständige rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig leichte Episode, zu berücksichtigen. Eine physische Komorbidität liegt in
Form eines chronischen lumbovertebralen Schmerzsyndroms und einer chronisch
intermittierenden Zervikozephalgie, beide ohne radikuläre Symptomatik, vor. Bezüglich
des sozialen Kontexts ist zu erwähnen, dass sich die Ehefrau ebenfalls seit Jahren in
psychiatrischer Behandlung befindet (wobei der Grund nicht bekannt ist) und seit April
2011 arbeitslos ist; gemäss den ABI-Gutachtern empfindet der Beschwerdeführer die
prekäre finanzielle Situation bzw. die seit Jahren bestehende Sozialhilfeabhängigkeit
als Belastung. Ein sozialer Rückzug ist gestützt auf die Akten nicht ausgewiesen. So
hat der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben regelmässig Kontakt mit
Freunden, macht Urlaub in der Heimat und ist in der Lage, selbständig kleinere
Einkäufe zu tätigen (IV-act. 268-20). Unter Berücksichtigung der genannten Aspekte ist
eine psychisch bedingte leichte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar.
Insbesondere ist davon auszugehen, dass die ABI-Gutachter die bei den
Begutachtungen festgestellten Inkonsistenzen bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung
berücksichtigt haben. Auf die von den ABI-Gutachtern geschätzte 20 %ige
Leistungsverminderung kann daher trotz der Rechtsprechungsänderung abgestellt
werden.
2.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer seit September
2002 in seiner angestammten Tätigkeit als Bodenleger vollständig arbeitsunfähig ist. In
einer körperlich leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit ist er aus
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somatischer Sicht jedoch stets zu 100 % arbeitsfähig gewesen. In psychiatrischer
Hinsicht ist der Beschwerdeführer seit November 2007 in einer körperlich adaptierten
Tätigkeit zu 20 % arbeitsunfähig (20 % Leistungsverminderung bei 100 % Pensum).
3.
3.1 Somit bleibt noch der Einkommensvergleich vorzunehmen. Der Beschwerdeführer
hat sich im Juli 2003 zum Bezug von IV-Leistungen angemeldet. Gemäss Art. 29 Abs. 1
IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach der
Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Zu prüfen wäre demnach ein
Rentenanspruch ab dem 1. Januar 2004. Nun ist aber nach dem (lückenfüllend
geschaffenen) Übergangsrecht der 5. IV-Revision die altrechtliche Regelung des
Rentenbeginns weiter anzuwenden, sofern das Wartejahr vor dem Zeitpunkt des
Inkrafttretens (1. Januar 2008) zu laufen begonnen hat und die Anmeldung bis
spätestens Ende Juni 2008 erfolgt ist (vgl. das vom Bundesamt für
Sozialversicherungen herausgegebene IV-Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember
2007 sowie die Modifikation in BGE 138 V 475). Dies ist vorliegend der Fall, weshalb
die altrechtliche Regelung des Rentenbeginns anwendbar ist. Nach aArt. 29 Abs. 1 lit.
b IVG entsteht der Rentenanspruch ‒ unabhängig vom Datum der Anmeldung ‒
unmittelbar mit der Erfüllung des Wartejahres. Ein Anspruch auf Nachzahlung besteht
grundsätzlich nur für die zwölf der Anmeldung vorangehenden Monate (aArt. 48 Abs. 2
IVG). Der Beschwerdeführer ist in seiner angestammten Tätigkeit seit September 2002
zu 100 % arbeitsunfähig, weshalb das Wartejahr zu diesem Zeitpunkt zu laufen
begonnen hat. Da er sich innert zwölf Monaten nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zum
Leistungsbezug angemeldet hat (Juli 2003), würde ein allfälliger Rentenanspruch
frühestens ab dem 1. September 2003 entstehen.
3.2 Im Rückweisungsentscheid vom 9. November 2010 hat das Gericht ausführlich
begründet, weshalb die Validenkarriere des Beschwerdeführers der Tätigkeit als
Bodenleger ohne Akkordarbeit entspricht. Soweit der Rechtsvertreter bzw. die
Rechtsvertreterin erneut geltend gemacht haben, dass die Akkordarbeit bei der
Bemessung des Valideneinkommens berücksichtigt werden müsse, sind sie nicht zu
hören. Der Rechtsvertreter hat allerdings zu Recht geltend gemacht, bei der Ermittlung
des Valideneinkommens müsse berücksichtigt werden, dass der Beschwerdeführer
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zuletzt als Bodenleger-Gruppenchef tätig gewesen sei (vgl. IV-act. 236). Der Verband
Y._ hat im August 2011 gegenüber der Berufsberatung der Beschwerdegegnerin
angegeben, dass ein ungelernter Bodenleger mit Berufserfahrung einen Jahreslohn von
Fr. 65'000.-- verdienen könnte. Demgegenüber hat die ehemalige Arbeitgeberin zur
selben Zeit erklärt, dass der Beschwerdeführer in der Funktion eines Bodenleger-
Gruppenchefs einen Jahreslohn von Fr. 78'000.-- erzielen könnte. Auf Nachfrage hat
der Verband Y._ am 3. August 2015 geantwortet, dass der angegebene Jahreslohn
von Fr. 65‘000.-- als Mindestlohnempfehlung zu verstehen sei. Dem Verband seien
zahlreiche Betriebe bekannt, die aufgrund des Fachkräftemangels selbst für ungelernte
Bodenleger einen Jahreslohn von Fr. 78‘000.-- oder sogar noch höher bezahlen
müssten. Wie die Situation im Jahr 2008 ausgesehen habe, sei schwierig zu beurteilen.
Schon damals sei die Bautätigkeit jedoch enorm hoch und gute Arbeitskräfte seien
sehr gesucht gewesen, weshalb bei sehr guter Arbeitsleistung ein Jahressalär von
Fr. 78‘000.-- realistisch sei. Die Angabe der ehemaligen Arbeitgeberin vom August
2011, welche im Mai 2013 noch schriftlich bestätigt worden ist (IV-act. 286), ist somit
als plausibel zu erachten, weshalb für die Bestimmung des Valideneinkommens auf
ihre Auskunft abzustellen ist. Fraglich ist, in welchem Jahr der Lohn Fr. 78‘000.--
betragen hat und ob er der Nominallohnentwicklung anzupassen ist. Es ist davon
auszugehen, dass sich die Auskunft der ehemaligen Arbeitgeberin vom August 2011
auf das Jahr 2011 bezogen hat. Zwar hat der Verband Y._ angegeben, dass ein
Jahreslohn von Fr. 78‘000.-- für das Jahr 2008 wie auch für das Jahr 2015 realistisch
sei. Allerdings hat er auch angegeben, dass heute (d.h. im Jahr 2015) teilweise noch
höhere Löhne ausbezahlt würden, da der Fachkräftemangel zugenommen habe. Vor
diesem Hintergrund ist der von der ehemaligen Arbeitgeberin für das Jahr 2011
angegebene Jahreslohn von Fr. 78‘000.-- an die Nominallohnentwicklung anzupassen.
Im Jahr 2003 hätte das Valideneinkommen (ohne Berücksichtigung eines
Mehrverdiensts wegen Akkordarbeit) somit Fr. 70‘596.--, im Jahr 2004 Fr. 70‘879.--, im
Jahr 2005 Fr. 71‘668.--, im Jahr 2006 Fr. 72‘465.--, im Jahr 2007 Fr. 73‘643.--, im Jahr
2008 Fr. 75‘146.--, im Jahr 2009 Fr. 76‘679, im Jahr 2010 Fr. 77‘220.--, im Jahr 2011
Fr. 78‘000.--, im Jahr 2012 Fr. 78‘546.-- und im Jahr 2013 Fr. 78‘939.-- betragen (siehe
Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik [LSE] 2005, T1.1.93, LSE 2007, T
1.1.05, LSE 2010, T1.1.05 und LSE 2013 T.1.1.10, jeweils Nominallohnindex, Männer,
Baugewerbe).
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3.3 Gemäss der Auskunft der Berufsberatung der Beschwerdegegnerin kann der
Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit in seinem erlernten Beruf als
Detailhandelsangestellter nicht verwerten. Dies ist nachvollziehbar, da er die Lehre in
seiner Heimat absolviert, die Ausbildung bereits im Jahr 1985 abgeschlossen und
gemäss eigenen Angaben nie auf diesem Beruf gearbeitet hat. Daher ist für die
Bemessung des Invalideneinkommens auf den durchschnittlichen Lohn eines
Hilfsarbeiters gemäss der LSE abzustellen. Da sich der Nominallohn im Baugewerbe
anders entwickelt hat als in einer durchschnittlichen Hilfsarbeit, ist für jedes Jahr
(2003-2013) ein eigener Einkommensvergleich vorzunehmen. Der durchschnittliche
Hilfsarbeiterlohn hat im Jahr 2003 Fr. 57‘745.--, im Jahr 2004 Fr. 57‘258.--, im Jahr
2005 Fr. 58‘389.--, im Jahr 2006 Fr. 59‘197.--, im Jahr 2007 Fr. 60‘167.--, im Jahr 2008
Fr. 59‘979.--, im Jahr 2009 Fr. 61‘240.--, im Jahr 2010 Fr. 61‘164.--, im Jahr 2011 Fr.
61‘910.--, im Jahr 2012 Fr. 65‘177.-- und im Jahr 2013 Fr. 65‘654.-- betragen (jeweils
angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.6 resp. 41.7
Stunden; Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgaben 2010
und 2015). Zu prüfen bleibt, ob ein Tabellenlohnabzug zu gewähren ist. Beim
Tabellenlohn handelt es sich um einen statistischen Durchschnittswert. Basis für den
Tabellenlohn eines Hilfsarbeiters bilden die in dieser Branche tatsächlich bezahlten
Löhne. Die Höhe der tatsächlich bezahlten Löhne hängt von unterschiedlichen
betriebswirtschaftlichen bzw. ökonomischen Faktoren ab. Diese Faktoren müssen
daher auch bei der Ermittlung des Invalideneinkommens berücksichtigt werden, sofern
dafür Tabellenlöhne herangezogen werden. Aufgabe der medizinischen
Sachverständigen ist es, die zumutbare Arbeitsleistung aus medizinischer Sicht
festzustellen. In der Arbeitsfähigkeitsschätzung werden also nur die direkten Folgen der
gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Erwerbsmöglichkeiten berücksichtigt.
Denn die medizinischen Sachverständigen verfügen offensichtlich nicht über das
Fachwissen, um auch die indirekten, d.h. die ökonomisch-betriebswirtschaftlichen
Folgen der Gesundheitsbeeinträchtigung auf die Einkommenshöhe abschätzen zu
können. Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens sind daher einerseits indirekte
krankheitsbedingte Nachteile, andererseits jedoch auch qualifizierende Eigenschaften
der versicherten Person, die sich auf die Lohnhöhe auswirken, zu berücksichtigen. Bei
einer Person, die wie der Beschwerdeführer an einer rezidivierenden depressiven
Störung und einer somatoformen Schmerzstörung leidet, besteht nach der allgemeinen
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Lebenserfahrung die Gefahr, dass sie häufiger krank ist und auch öfters zum Arzt muss
als ein gesunder Arbeitnehmer. Weshalb das Bundesgericht dies regelmässig verneint,
hat es, soweit ersichtlich, bisher nicht hinreichend erklärt (siehe z.B. Urteil 20. Februar
2014, 8C_672/2013 E. 3.3.). Ein potentieller Arbeitgeber wird diesem erhöhten
Ausfallrisiko bzw. dem Risiko der dadurch anfallenden zusätzlichen Kosten dadurch
Rechnung tragen, dass er den Beschwerdeführer nur zu einem unterdurchschnittlichen
Lohn einstellt. Lohnerhöhend wird sich im vorliegenden Fall demgegenüber auswirken,
dass der Beschwerdeführer als Bodenleger-Gruppenchef Erfahrung in der
Organisation, Kontrolle und der Führung von Arbeitnehmern gesammelt hat. Hierbei
handelt es sich um überdurchschnittliche Hilfsarbeiterqualitäten, die er durch seine
gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht verloren hat. Unter Abwägung der
Konkurrenznachteile und der Konkurrenzvorteile rechtfertigt sich für die Zeit ab
1. November 2007 ein Tabellenlohnabzug von 10 %.
3.4 Das Invalideneinkommen beträgt für das Jahr 2003 folglich Fr. 51‘971.--, für das
Jahr 2004 Fr. 51‘532.--, für das Jahr 2005 Fr. 52‘550.--, für das Jahr 2006 Fr. 53‘277.--
und für das Jahr 2007 Fr. 54‘150.-- (90 % vom in Erw. 3.3 angegebenen
durchschnittlichen Hilfsarbeitereinkommen). Für das Jahr 2008 ist das
Invalideneinkommen auf Fr. 43‘185.-- festzusetzen, für das Jahr 2009 auf Fr. 44‘093.--,
für das Jahr 2010 auf Fr. 44‘038.--, für das Jahr 2011 auf Fr. 44‘575.--, für das Jahr
2012 auf Fr. 46‘927 und für das Jahr 2013 auf Fr. 47‘271.-- (jeweils 72 % [90 % von 80
%] vom in Erw. 3.3 angegebenen durchschnittlichen Hilfsarbeitereinkommen).
Demnach betragen die IV-Grade bei einem Tabellenlohnabzug von 10 % für die Jahre
2003 und 2007 26 % und für die Jahre 2004 bis 2006 gerundet 27 %. Für den Zeitraum
1. September 2003 bis 31. Oktober 2007 besteht somit kein Rentenanspruch.
3.5 Bleibt noch der Rentenanspruch ab 1. November 2007 zu prüfen. Zwar ist der
Beschwerdeführer seit September 2002 in seiner angestammten Tätigkeit zu 100 %
arbeitsunfähig. Es wäre ihm jedoch objektiv möglich und zumutbar gewesen, nach
Eintritt der Arbeitsunfähigkeit eine adaptierte Hilfsarbeitertätigkeit auszuüben, in der er
damals voll arbeitsfähig gewesen wäre. Daher ist für den Beginn des Wartejahres
bezüglich der im November 2007 eingetretenen psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit
nicht der Eintritt der Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Bodenleger,
sondern der Eintritt der psychisch bedingten teilweisen Arbeitsunfähigkeit in einer
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körperlich adaptierten Tätigkeit relevant. Das Wartejahr hat somit am 1. November
2007 zu laufen begonnen und ist am 31. Oktober 2008 abgelaufen. Der
Rentenanspruch entsteht also am 1. November 2008. Für die Jahre 2008 bis 2011
resultieren IV-Grade von aufgerundet 43 % und für die Jahre 2012 und 2013 solche
von abgerundet 40 %. Der Beschwerdeführer hat folglich ab dem 1. November 2008
Anspruch auf eine Viertelsrente.
3.6 Demnach ist die Beschwerde gutzuheissen und dem Beschwerdeführer
rückwirkend ab 1. November 2008 eine Viertelsrente zuzusprechen. Die Sache ist zur
Ermittlung des Rentenbetrags an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.
4.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Diese ist
um die Kosten für die Rückfrage des Gerichts an die ABI GmbH vom 2. April 2015 von
Fr. 257.60 zu erhöhen (act. G 15.1). Der unterliegenden Beschwerdegegnerin sind
somit Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 857.60 aufzuerlegen. Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.
4.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Diese wird vom Versicherungsgericht
festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache
und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege
beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS
963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Die Rechtsvertreterin hat keine
Honorarnote eingereicht. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer deshalb mit
Fr. 3‘500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.