Decision ID: 63e1f68c-1cb9-556d-acbb-26d57e6156fa
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1974 geborene
X._
war seit April 2006 als selbstän
diger Taxifahrer tätig, als er am 12. Februar 2009 einen Auffahrunfall erlitt (Urk. 7/3, Urk. 7/13/5). Am 20. April 2009 meldete er sich unter Hinweis auf ein Schleudertrauma sowie Rücken- und Nackenschmerzen bei der Invalidenversi
che
rung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3). In der Folge tätigte die
Sozialversi
cherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, erwerbliche (Urk. 7/6, Urk. 7/8,
Urk. 7/9, Urk. 7/10) sowie medizinische (Urk. 7/7, Urk. 7/14, Urk. 7/16, Urk. 7/22,
Urk. 7/27
, Urk. 7/40
)
Abklärungen
und liess den Versicherten durch
das
Y._
(
Dres
. med.
Z._
,
Spezialarzt Orthopädie FMH,
und
A._
,
Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie
)
begutachten (Gutachten vom 18. November 2010
, Urk. 7/34
). Im Rahmen des
Vor
be
scheid
verfahrens
(Vorbescheid vom 10. Februar 2011, Urk. 7/43; Einwand vom 14. März
2011, Urk. 7/49) holte sie den
Verlaufsbericht von
lic
. phil.
B._
und
Dr. med.
C._
,
FMH Psy
chiatrie und Psychotherapie, vom 22. August 2011
(Urk. 7/55) sowie die Stel
lungnahmen von Dr.
Z._
vom 11. November 2011
(Urk. 7/64) und Dr.
A._
vom 28. November 2011 (Urk. 7/65) ein. Mit Ver
fügung vom 23. Februar 2012 verneinte
die IV-Stelle
den Anspruch des Ver
sicherten auf eine Rente der Invalidenversicherung (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 26. März 2012 Beschwerde mit den Anträgen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und
es sei
ihm für die Zeit ab 1. Februar 2010 eine Rente der Invalidenversicherung auszurichten,
even
tu
aliter seien weitere Abklärungen durchzuführen und die Sache hierfür und
zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 9. Mai 2012
beantragte
die Beschwerdegegnerin Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 6).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die Akten ist, soweit für die
Entscheid
findung
erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung IVG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
ein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heit
lichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zu
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant
gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cher
ten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hin
weisen).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent An
spruch auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu be
stimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Inva
li
di
täts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem
sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des
strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen,
ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum
es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
ach
tens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der
gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Un
tersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Ex
per
te oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157
E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S.
24 f.).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Be
schwer
deführers auf eine Invalidenrente zu Recht verneint hat.
Dabei ist unbe
stritten und nach Lage der Akten ausgewiesen, dass das Wartejahr nach dem
Un
fall vom 12. Februar 2009 im
Februar
2010 abgelaufen ist und daher der Re
n
ten
anspruch ab diesem Zeitpunkt zu prüfen ist.
2.2
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Entscheid zusammengefasst damit, dass
dem Beschwerdeführer gestützt auf das orthopädisch-psychiatrische Gut
ach
ten des
Y._
die Ausübung der bisherigen Tätigkeit als Taxifahrer im Zeit
raum von Februar 2009 bis April 2010 im Umfang von 75 % zumutbar ge
wesen
sei, was einem Invaliditätsgrad von 25 % entspreche. Ab Mai 2010 be
stehe für die
Tätigkeit als Taxifahrer aus ärztlicher Sicht wieder eine volle Ar
beits
fähig
keit (Urk. 2. S. 1).
2.3
Dem hielt der Beschwerdeführer im Wesentlichen entgegen, dass auch bei einer angepassten Tätigkeit von 75 % als Taxifahrer eine Differenz von mehr als 40 % zum
Valideneinkommeen
als
Limousinenchauffeur
bestehe
(Urk. 1 S. 3 f.)
. Ausserdem komme dem
bidisziplinären
Gutachten des
Y._
kein Beweiswert zu (Urk.
1 S. 6 ff.).
3.
3.1
Der behandelnde Rheumatologe
Dr. med.
D._
,
Spezialarzt FMH für phy
si
kalische Medizin und Rehabilitation, spez. Rheumatologie, diagnostizierte im Bericht
vom 7. Juni 2009 (Urk. 7/7) ein
cervicovertebral
e
s
und
cervicocephales
Schmerz
syndrom
nach Halswirbelsäulen (HWS)-Distorsionstrauma (Urk. 7/7/2).
Die angestammte Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer
in einem zeitlichen Rah
men
von vier bis sechs Stunden mit reduzierter Leistung zumutbar. Am 8. Juni 2009 könne mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit zu 50 % ge
rechnet werden (Urk. 7/7/3) Am 11. November 2009 berichtete Dr.
D._
,
er habe den
Beschwerdeführer am 29. Juni 2009 gesehen. Damals seien die objek
tiven Be
funde
soweit zufriedenstellend gewesen, dass er ihm eine Arbeitsfähig
keit von 50 % attestiert habe. Da der Beschwerdeführer diese Mitteilung nicht akzeptiert habe und die Arbeitsfähigkeit nicht
in diesem Ausmass
habe
verwerten
wollen, habe er auf dessen
weitere Behandlung verzichtet (Urk. 7/14/6)
.
3.2
Im Bericht vom 28. Januar 2010 (Urk. 7/16) hielt der nachbehandelnde Rheu
ma
tologe Dr. med.
E._
,
Facharzt FMH Rheumatologie
und I
nnere Medi
zin, ein chronisches, belastungsbetontes zer
vi
kales- und
zervikocephales
wie auch
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom übergehen
d
in ein panvertebrales
Schmerz
syndrom
bei anamnestisch Status nach Auffahrunfall vom 12. Februar 2009
fest
. Der Beschwerdeführer stehe
seit dem 15. Juli 2009
in seiner Behand
lung
(Urk. 7/16/1). Als selbständiger
Limousinenfahrer
sei er seit dem
Unfaller
eignis
zu 90 % arbeitsunfähig (Urk. 7/16/2).
3.3
Vom 1. bis 27. Februar 2010 befand sich der Beschwerdeführer in der
F._
in stationärer Behandlung. Die behandelnden Ärzte vermerkten im Be
richt vom 17. März 2010 (Urk. 7/22) einen Status nach Verkehrsunfall (
Heck
auffahrkollision
) am 12. Februar 2009 mit HWS-Distorsionstrauma, ein persis
tierendes
zervikozephales
und
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom mit/bei
spon
dylogener
Ausstrahlung in alle Extremitäten links mehr als rechts ohne
Der
matombegrenzung
, komplexer Schmerzverarbeitung bei psychosozialer Belas
tung/Migrationshintergrund, zunehmender
Dekonditionierung
, einen funktio
nell
en Tinnitus, eine Anpassungsstörung, Angst und depressive Reaktion ge
mischt,
ICD-10 F43.22, sowie eine Adipositas (Urk. 7/22/6).
Sie empfahlen trotz Ausbleibens einer wesentlichen Befundverbesserung die Fortsetzung der thera
peutischen Bemühungen im Sinne aktivierender Massnahmen, da die Gefahr der
Chronifizierung
bei anhaltender Inaktivität erfahrungsgemäss noch grösser sei. Aufgrund dessen würden sie auch bei Persistenz der Beschwerden eine allmähli
che Steigerung der Arbeitsfähigkeit und dringend die Fortsetzung der ambu
lan
ten Psychotherapie empfehlen. Bei Austritt bestehe eine Arbeitsfähigkeit von
20 % für die vorbestehende Tätigkeit als Chauffeur für drei Wochen, anschlies
send sei eine weitere Steigerung alle zwei bis drei Wochen um je 10 % empfoh
len
(Urk. 7/22/10).
3.4
Im Bericht vom 20. Juli 2010 (Urk. 7/27) attestierte Dr.
E._
dem Be
schwerdeführer eine 20
%
ige
Arbeitsfähigkeit ab dem 1. März 2010 und eine
solche von 25 % ab dem 10. Mai 2010 (Urk. 7/27
/
3). Die Arbeitsfähigkeit als
Tax
i
chauffeur
habe
nicht entsprechend der Prognose der
F._
ge
steigert werden können (Urk. 7/27/5).
3.5
Im Gutachten des
Y._
vom 18. November 2010 (Urk. 7/34) sind als Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Zustand nach Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt, bestehend von Februar 2009 bis April 2010, ICD-10 F43.22, und als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Ar
beits
fähigkeit (1) eine
Cervicalgie
nach HWS-Distorsion im Februar 2009, (2) eine post
traumatische
Pseudolumboischialgie
beidseits, (3) eine Adipositas, (4) eine
lor
dosierte Brustwirbelsäule sowie (5) eine leichte laterale Bandinstabilität des
linken oberen Sprunggelenks festgehalten (Urk. 7/34/19-20). Die Arbeitsfä
hig
keit
in bisheriger Tätigkeit betrage gesamthaft bei voller Stundenpräsenz als Taxi
fah
rer von Februar 2009 bis April 2010 aufgrund der Anpassungsstörung mit Angst
und depressiver Reaktion gemischt und der daraus folgenden Beein
trächtigung der emotionalen Belastbarkeit, der geistigen Flexibilität und der
Dauerbelast
barkeit
75 %. Seit Mai 2010 bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit.
Für
leidens
an
ge
passte
Tätigkeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne
Stress
belastung
, ohne erforderliche geistige Flexibilität und ohne überdurchschnittli
che Dauerbe
las
tung habe von Februar 2009 bis April 2010 gesamthaft bei voller
Stunden
prä
senz
eine Arbeitsfähigkeit von 90 % bestanden (Urk. 7/34/20).
3.6
Lic
. phil.
B._
und Dr.
C._
diagnostizierten im Bericht vom
20. Januar
2011
(Urk. 7/40) neu den Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10
F43.1) nach Verkehrsunfall sowie eine leichte depressive Episode (ICD-10
F32.0) ohne somatisches Syndrom (Urk. 7/40/2). Der Beschwerdeführer stehe seit
dem 1. Juli 2010 in ihrer Behandlung.
Er habe einen Wiedereinstieg in die Täti
g
keit als regulärer Taxifahrer in einem
kleineren Wagen im August 2010 g
estar
tet
. Im Gegensatz zu Fahrten mit der Limousine könne er hier kürzere Fahrten an
nehmen und müsse kaum Gepäck heben. Die Erfüllung des 50
%-Pensums falle ihm schwer. Aufgrund der genannten Symptomatik sei eine Stei
gerung der Ar
beitsfähigkeit kaum möglich (Urk. 7/40/4).
Die bisherige Tätigkeit sei zu 40 % zumutbar
(Urk. 7/40/5).
Am 22. August 2011
(Urk. 7/55)
berichteten
lic
. phil.
B._
und Dr.
C._
von der Erhöhung des Pensums auf 60 % im August. Eine weitere Steigerung des Arbeitspensums sollte nicht forciert werden (Urk. 7/55/2). Nach wie vor bestehe aus medizinischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 40 % in bisheriger Tätigkeit (Urk. 7/55/3).
4.
4.1
Das Gutachten des
Y._
vom 18. November 2010 (Urk. 7/34) basiert auf or
tho
pädischen und psychiat
rischen Untersuchungen und wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben. Die Gut
achter haben detaillierte und nachvollziehbare Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und seinem Verhalten auseinandergesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zusammen
hänge und die me
dizinische Situation einleuchtend dargelegt und ihre Schluss
folgerungen nachvollziehbar begründet.
Nicht darzulegen vormochte der Be
schwer
deführer, weshalb der blosse Verweis auf ein Aktenverzeichnis sowie die
Zu
sammenfassung lediglich der fallrelevanten Vordokumente die Beweiskraft
des Gutachtens schmälern sollte. Weder ist ersichtlich, noch machte der Be
schwer
deführer geltend, dass das Gutachten gestützt auf eine unvollständige Aktenlage erstellt worden wäre. Welche Arztbericht
e
bei der Begutachtung re
le
vant sind, steht
im alleinigen fachärztlichen Ermessen der Gutachter.
Dem Gut
achten des
Y._
kommt somit grundsätzlich volle Beweiskraft zu (vgl.
Erwä
gung 1.4).
4.2
4.2.1
Im Gutachten des
Y._
wird nachvollziehbar dargelegt, dass und weshalb die vom Beschwerdeführer geklagten Schmerzen und Beschwerden im geltend ge
machten Ausmass aus somatischer Sicht nicht erklärt werden können. So stellte Dr.
Z._
fest, die seit dem Auffahrunfall vom 12. Februar 2009 persistie
renden therapieresistenten Nackenschmerzen und das Ausmass der abnormen Untersuchungsbefunde der Halswirbelsäule könnten bei altersentsprechend nor
malem MRI nicht plausibilisiert werden. An der neurologischen Klinik des
G._
sei 2009 ein
chronifiziertes
Schmerzsyndrom nach Auffahrunfall ohne fassbares Korrelat festgestellt worden
(vgl. Bericht des
G._
vom 8. Mai 2009, Urk. 7/7/13-14)
.
Die behandelnden Ärzte der
F._
hätten
2010 festgehalten
,
dass
beim Beschwerdeführer
insgesamt eine über die direkten Unfallfolgen hinausgehende komplexe Symptomatik be
stehe und ge
gen
wärtig offen bleiben müsse, inwieweit ein sekundärer
Krank
heitsgewinn
im Sinne einer Aggravation der Beschwerden eine Rolle spiele
(vgl. Bericht vom 15. März 2010, Urk. 7/22/13)
. Die seit dem Unfall bestehenden
therapieresi
sten
ten
lumbalen Schmerzen und die pathologischen objektiven Befunde der
Len
den
wirbelsäule
(LWS) könnten durch den mehr oder weniger altersentsprechenden normalen MRI-Befund der LWS mit moderater
Chondrose
und nicht kompri
mier
ender
Diskusprotrusion
L5/S1 ohne neurale Kompression, ohne
Diskus
her
nien
und ohne Facettenarthrosen nicht erklärt werden. Insbe
sondere könne bei radiologisch fehlender neuraler Kompression die Ausstrah
lung der Schmerzen in die Grosszehe links sowie in das rechte Kniegelenk nicht nachvollzogen werden (Urk. 7/43/7). Diese Feststellungen von Dr.
Z._
stehen mit den von ihm erhobenen detaillierten orthopädischen Be
funden und diversen Röntgenunter
suchungen (Urk. 7/34/5-6) in Einklang. Gleiches gilt für seine Beurteilung, wo
nach aus orthopädischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Taxifahrer bestehe, nachdem die Nacken- und lumbalen Schmerzen nicht hätten plausibilisiert werden können (Urk. 7/34/7).
4.2.2
Die Einwendungen des Beschwerdeführers
dagegen
sind nicht zu hören. Inso
fern
er geltend macht, das Gutachten des
Y._
widerspreche der Einschätzung
des
Dr.
E._
und
der behandelnden Ärzte
der
F._
,
ist vorab festzuhalten, dass
das Gericht
in Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Haus
ärzten sowie behandelnde
n
Ärztinnen und Ärzte
n
der Erfahrungstatsache Rechnung tragen darf und soll, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre
auf
tragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pati
entinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
Zum Bericht von Dr.
E._
ist auszuführen, dass dieser bezüglich der Befunde auf den Bericht der
H._
Klinik vo
m 27. Oktober 2009 (Urk. 7/16/5-
7)
verweist. Diesem sind durchgehend unauffällige Befunde zu ent
nehmen. Die behandelnden Ärzte hielten denn auch fest, es bestehe primär ein
chronifiziertes
Schmerzsyndrom mit
myofaszialen
Anteilen bei schlechter mus
kulärer Konditi
onierung.
A
us neurologischer Sicht
sei
keine
radikuläre
oder
peri
pher-neurolo
gische Reiz- oder Ausfallssymptomatik
objektivierbar
. Hinweise
für eine
zent
ralneurologische
Affektion ergäben sich jedenfalls nicht. Die ak
tuell im Vorder
grund stehenden Kopfschmerzen entsprächen einem
Spannungs
typ
kopfschmerz
primär
myofaszial
bedingt. Eine
somatoforme
Schmerzstörung sei aufgrund der Symptomausweitung und fehlenden objektivierbaren Infor
ma
tionen zu disku
tieren.
Bei dieser anhand objektiver Befunde erstatteten Beur
teilung ist daher die von Dr.
E._
wie auch
der
F._
atte
stier
te Arbeitsfähig
keit von zuerst lediglich 10 % und anschliessend ab März 2010 20 % in ange
stammter Tätigkeit nicht schlüssig
bzw. beruht wohl einer ihrem
Behandlungs
auftrag
entspringenden subjektivierten Betrachtungsweise
(E. 3.2-3.4
).
Bei dieser Sachlage bleibt die Dr.
E._
im Bericht vom 20. Juli
2010 unterlaufene Verwechslung von Arbeitsfähigkeit und Arbeitsunfähigkeit ohne Relevanz.
Kommt hinzu, dass der vormals behandelnde Rheumatologe Dr.
D._
dem Beschwerdeführer
bereits ab dem 8. Juni 2009 eine Arbeits
fähig
keit von 50 % attestierte (vgl. E.
3.1
)
. So ersah Dr. med.
I._
,
Fach
arzt Radiologie, in der Computertomografie (CT) der LWS vom 13. Februar
2009
(Urk. 7/7/8) weder eine posttraumatische Veränderung der LWS noch des
lum
bosakralen
Überganges. Insbesondere bestehe kein Hinweis auf eine Boden- oder
Deckplat
teninfraktion
oder eine
Fraktur der Wirbelbögen oder Gelenkfortsätze. Wahr
scheinlich sei eine vorbestehende f
l
achbogige
breitbasige
Protrusion
L5/S1 ohne Kontakt zu den abgehenden Nervenwurzeln S1 und zum Duralsack vor
han
den. Der Spinalkanal werde durch diesen Befund nicht eingeengt.
Der Be
fund
der übrigen LWS und des
thorakolumbalen
Überganges sei normal. Die
Illiosak
ral
gelenke
zeigten leichte degenerative Veränderungen. Dr. med.
J._
,
Fach
ärztin
FMH für Radiologie, konnte anhand des MR
I (
magnetic
resonance
ima
ging
)
der
HWS vom 26. Februar 2009 (Urk. 7/7/6-7) den Nachweis einer zer
vikalen Fehlhaltung mit Streckhaltung rechtskonvexer
skoliotischer
Stellung so
wie eine
minimale links betonte
Diskopathie
C3/4 und eine flache
foraminale
Diskusher
nie
C5/6 rechts, nicht jedoch eine
ossäre
Stres
sreaktion bei Status nach Trauma
erkennen. Entgegen dem Einwand des Beschwerdeführers konnte sie auch keine signifikante
Myelon
- oder Nervenwurzelbehinderung links in
Un
tersuchungs
stellung
nachweisen.
Prof. Dr. med.
K._
,
Facharzt Ra
dio
logie und Neuroradiologie führte am 18. Mai 2009 ein Schädel MRI durch
mit dem Re
su
ltat eines normalen Schädel MRI
s ohne intrakranielle
Trauma
folgen
.
Er be
urteilte die hochauflösende Abbildung der Schädelbasis und des Felsen
beins
als regelrecht ohne Anhaltspunkte für das Vorliegen vaskulärer Läsionen in Kon
takt mit dem Felsenbein und erhob als Nebenbefund eine nicht
raumfor
dernde
Arachnoidalzyste
der linken Kleinhirnbrückenwinkelzisterne
(Urk. 7/7/11).
In die
sem Sinne führte denn auch Dr.
Z._
in der Stellungnahme vom 11. November 2011 (Urk. 7/64) aus, Dr.
E._
beziehe seine
Arbeitsunfä
higkeitseinschätzung
auf unspezifische Diagnosen wie
cervicocephales
und
lumbovertebral
es
Syndrom und er habe keine MRI-
Untersuchung der Wirbel
säule durchführen lassen, um morphologische Schäden derselben darstellen zu
können. Entsprechend differiere seine Einschätzung massiv von
seiner sowie
de
r
jenigen des früher behandelnden Rheumatologen.
Unbehelflich
ist auch der
gänzlich
unsubstantiierte
Einwand des Beschwerde
füh
rers,
es wäre auch eine neuropsychologische und neurologische Begutach
tung
notwendig gewesen, zumal in der
F._
bereits neuropsycholo
gisch
e
Abklärungen
mit unauffälligem Ergebnis
durchgeführt
worden sind
(Urk. 7/22/8
) und solche gemäss Dr.
A._
nicht erforderlich waren, nachdem sich zum
Be
gutachtungszeitpunkt
keine psychopathologischen Symptome hätten erheben lassen
und
auch vom Beschwerdeführer keine Einschränkungen der kognitiven Leistungen beklagt worden seien (Urk. 7/65/3).
Zur Rüge, es hätte anstelle einer orthopädischen eine rheumatologische Begut
achtung durchgeführt werden müssen, ist festzuhalten
, dass
sich
Orthopäden mit Störungen und Anomalien in Form oder Funktion des Stütz- und Bewe
gungsapparates (vgl
.
Pschyrembel, Klinisches W
örterbuch,
260. Aufl., S. 1324)
be
fassen und daher grundsätzlich geeignet sind, die Arbeitsfähigkeit bei Na
cken-
und Rückenbeschwerden zu beurteilen.
4.3
4.3.1
Auch in psychiatrisch
er Hinsicht vermag das Gutachten
des
Y._
zu überzeu
gen. Nach den anamnestischen Angaben habe sich das psychische Zustandsbild seit Monaten gebessert und der Beschwerdeführer habe sich seit vier bis fünf Monaten in der Stimmungslage ausgeglichen gefühlt. Es hätten in Belastungs
situationen noch eine Neigung zu Unruhezuständen und leichter Erregbarkeit,
ausserdem beim Autofahren eine gewisse Unsicherheit ohne Krankheitswert be
standen. Damit
könne
seit Mai
2010 auch keine Einschränkung
der Arbeits
fähig
keit mehr angen
ommen werden. Für den Zeitraum Februar 2009 bis April 2010 habe eine Angst und depressive Reaktion gemischt diagnostiziert werden
könne
n
, wobei es sich dabei definitionsgemäss um eine leichte psychische Stö
rung handle. Damit habe eine 75%ige-Arbe
it
fähigkeit angenommen werden können.
Für schwerere psychische Störungen hätten keine Hinweise gefunden
werden können (Stellungnahme vom 28. November 2011, Urk. 7/65/2).
Diese Aus
führungen sind anhand der erhobenen Befunde und insbesondere auch der
vom Beschwerdeführer beschriebenen unauffälligen Tagesstruktur (Urk. 7/34/30)
nachvollziehbar.
4.3.2
Dem Beschwerdeführer kann nicht gefolgt werden, wenn er vorträgt, Dr.
A._
h
ätte die behandelnde Psychologi
n bzw. den behandelnden Psychi
ater um einen
Bericht ersuchen müssen, sind doch gemäss Rechtsprechung des Bundesge
richtes
Anfragen beim behandelnden Arzt unter anderem wertvoll, wenn sie erweiterte Auskünfte über Persönlichkeit und Compliance des Be
schwerdeführers erwarten
lassen (Urteil 8C_668/2010 vom 15. März 2011 E. 6.2). Solche Umstände werden
nicht vorgebracht und sind auch nicht ersicht
lich. Die von
lic
. phil.
B._
und Dr.
C._
attestierte Arbeitsfähigkeit von 40 % fusst auf der diagnostizierten posttraumatischen Belastungsstörung, welche be
reits deshalb nicht einleuchtend ist, weil diese gemäss ICD-10 voraussetzt, dass die Störung innerhalb von sechs
Mo
naten nach einem traumatisierenden Ereig
nis von aussergewöhnlicher Schwere
auftritt,
lic
. phil.
B._
und Dr.
C._
als Auslöser lediglich den bereits
fast zwei Jahre zurückliegenden Auffahrunfall anführten, während aber zuvor kein
entsprechender Befund erhoben
werden konnte
(vgl. Urteil des Bundes
ge
richts I 683/2006 vom 29. August 2007 E. 3.3 publiziert in SVR 2008 IV Nr. 23 S. 71 ff.). Davon abgesehen wirkt auch eine posttraumatische Belastungsstörung an sich nicht invalidisierend, sondern es muss dargelegt sein, inwiefern sie nicht durch zumutbare Willensanstrengung überwindbar sein soll (Urteil des Bundes
gericht 9C_554/2009 vom 18. August 2009 E. 6). Anhaltspunkte für eine Un
überwindbarkeit sind weder geltend gemacht worden noch bestehen nach Lage der Akten Anhaltspunkte dafür.
4.4
Aufgrund der überzeugenden Feststellungen im Gutachten
des
Y._
ist somit mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwie
gen
den Wahrscheinlichkeit erstellt
, dass es dem Beschwerdeführer bei Aufbie
tung allen guten Willens (BGE 131 V 49
Erw
. 1.2 S. 50 mit Hinwei
sen) und in
Nach
achtung
des allgemein geltenden Grundsatzes der
Schadenmin
derungs
pflich
t
zuzumuten
war und
ist, von Februar 2009 bis April 2010 zu 75 % und ab Mai 2010
mangels eines wesentlichen
Ge
sundheitsschadens
, der
versicherungs
medi
zinisch
betrachtet eine dauerhafte Li
mitierung der Arbeitsfähigkeit zeitigt,
zu 100 % seiner angestammten Tätigkeit als
Limousinenchauffeur
oder Taxifahrer nach
zu
gehen
,
nachdem weder darge
tan
ist
noch
sich
aufgrund der medi
zini
schen Akten ergibt, weshalb die Tätig
keit als
Limousinenchauffeur
medizinisch-theoretisch nicht mehr zumutbar sein sollte.
Weitere Beweiserhebungen er
scheinen daher unnötig (antizipierte
Be
weiswürdigung
; vgl. Urteil des Bundes
gerichtes 8C_468/ 2007 vom 6. Dezember 2006 E. 5.2.2 mit Hinweisen)
5.
Da dem Beschwerdef
ührer seine angestammte Tätigkeit als
Limousinenchauffeur
und Taxifahrer jederzeit zu mindestens 75 % zumutbar war, kann ein
Prozent
vergleich
vorgenommen werden.
Das ohne Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, wä
hrend das
Invaliden
einkommen
auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz
veran
schlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad er
gibt (BGE 114 V 313 mit Hinweisen). Der Invaliditätsgrad entspricht dem Grad der Arbeitsunfähigkeit (Urteil des Bundesgerichts vom 30
. Oktober 2007, 8C_130/2007, E
. 3.2 mit Hin
weisen).
Dies ergibt ein
en
rentenausschliessende
n
Invaliditätsgrad von 25 % ab Abschluss Wartejahr im Februar 2010 und einen solchen von 0 % ab Mai 2010.
Somit hat die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers auf ein
e Invalidenrente zu Recht verneint, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
rung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen
Versiche
rungsgericht
in Abweichung von Art. 61
lit
. a
ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und un
abhängig vom Streitwert im Rah
men von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt.
Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr. 600.-- als angemessen.
Aus
gangsgemäss
ist diese dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.