Decision ID: 37122abb-2615-46fa-9a95-aca4a5143567
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 11.12.2012 EL-Berechnung für einen volljährigen Bezüger einer IV-Rente, der in einer (Dritt-) Familie lebt. Angefochten ist die Berechnung als Nichtheimbewohner mit einem Mietzins in der Höhe eines Drittels der Pensionskosten.Es wird für den Fall, dass sich eine behinderungsbedingte Heim- bzw. Betreuungsbedürftigkeit des Beschwerdeführers erweisen sollte, ausserdem abzuklären sein, ob die Heimbedürftigkeit in der betreffenden Familie adäquat aufgefangen wird. Dann EL-Berechnung als Heimbewohner. (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. Dezember 2012, EL 2012/16).Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 9C_51/2013.Präsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug undLisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Fides HautleEntscheid vom 11. Dezember 2012in SachenA._Beschwerdeführer,vertreten durch B._, Regionale Amtsvormundschaft G._,gegenSozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,Beschwerdegegnerin,betreffendErgänzungsleistung zur IVSachverhalt:
A.
A.a A._ wurde am 18./21. November 2011 durch die Amtsvormundschaft zum Bezug
von Ergänzungsleistungen zur IV angemeldet (act. 22 ff.). Er bezieht gemäss einer IV-
Verfügung vom 2. November 2011 seit August 2011 eine ganze ausserordentliche
Rente (vgl. Vermerk vom 19. Januar 2012 auf act. 23-1 und act. 1-1 oben) aufgrund
einer IV-Anmeldung vom 3. November 2009 (vgl. Vermerk auf act. 23-1). In der EL-
Anmeldung gab der Vertreter des EL-Ansprechers unter anderem an, dieser wohne in
einem Heim. Im Begleitschreiben vom 18. November 2011 (act. 25) erklärte der
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Vertreter, es handle sich um eine über die Institution C._ betreute Pflegefamilie. Der
Ansprecher arbeite in einer geschützten Werkstatt.
A.b Am 19. Januar 2012 (act. 13) erkundigte sich die Sozialversicherungsanstalt des
Kantons St. Gallen bei der zuständigen AHV-Zweigstelle nach einer Kopie des Pflege
vertrages und danach, ob bereits ein definitiver Heimeintritt erfolgt sei.
A.c Am 6. Februar 2012 (act. 12) ging bei der Sozialversicherungsanstalt die Kopie
eines Schreibens der C._, vom 25. Juli 2011 an die Amtsvormundschaft ein, wonach
der EL-Ansprecher bereits seit Ende 2008 die Ferien und die Wochenenden bei der
betreffenden Familie verbringe und wonach er seine Ausbildung Ende Juli 2011
beenden und ab August 2011 im Sinn der Dauerplatzierung bei der Familie wohnhaft
sein werde. Der Tagesansatz für Dauerplatzierungen liege im Normalfall bei Fr. 160.--.
Da die Finanzierung für den Betroffenen schwierig sei, könne dieser Ansatz auf
unbestimmte Zeit auf den tiefstmöglichen Wert von Fr. 130.-- pro Tag reduziert
werden.
A.d Mit Verfügung vom 15. Februar 2012 (act. 6) sprach die Sozialversicherungsanstalt
dem Ansprecher ab 1. August 2011 (abgestufte ordentliche und ausserordentliche)
Ergänzungsleistungen zu (für August 2011 Fr. 1'384.--, für September bis Dezember
2011 Fr. 1'396.-- und ab Januar 2012 Fr. 1'396.-- ordentliche EL; jeweils mit Fr. 219.--
ausserordentlichen EL). Es wurde erläutert, dass ein Drittel der Tagestaxe als
Mietzinsanteil in die Berechnung (als Nichtheimbewohner) aufgenommen worden sei
(ein Drittel von 365x Fr. 130.--; somit Fr. 15'917.--).
A.e Am 23. Februar 2012 gab die C._ im Formular "Beiblatt 2
(Heimaufenthalt)" (act. 5-2) an, der EL-Bezüger sei am 1. August 2011 ins Heim
eingetreten. Betreuungsleistungen würden keine anfallen. Die Pensionskosten machten
pro Tag Fr. 130.-- aus. Die Institution sei nicht der IVSE angeschlossen.
A.f Die Regionale Amtsvormundschaft erhob am 24. Februar 2012 Einsprache (act. 3)
gegen die Verfügung vom 24. Februar 2012. Beantragt wird sinngemäss die Aufhebung
der Verfügung und Ausrichtung einer kostendeckenden Ergänzungsleistung. Nach der
Beendigung der Ausbildung im D._ Ende Juli 2011 und angesichts der kurz davor
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eingetretenen Volljährigkeit habe eine neue, der Behinderung des EL-Bezügers
adäquate Wohn- und Arbeitsstruktur aufgebaut werden müssen. Aufgrund seiner
besonderen Betreuungsanforderungen und -bedürftigkeit sei er in einer spezialisierten
Pflegefamilie platziert. Es handle sich nicht um eine gewöhnliche Familienplatzierung,
sondern um eine der Behinderung entsprechende Unterbringung über eine
professionell begleitende Organisation, ähnlich einer Heimplatzierung. Diese habe sich
seit bereits drei Jahren bewährt. Der behandelnde Psychotherapeut könnte die
Notwendigkeit und Angemessenheit dieser Form der Lebens- und Betreuungsstruktur
sicherlich bestätigen. Die gefundene Betreuungsform schone die Finanzen der
Sozialversicherung, denn andernfalls müsste eine institutionelle Lösung gesucht
werden, welche annähernd doppelt so viel kosten würde. Die Tagespauschale sei
zugunsten des EL-Bezügers reduziert worden. Die angefochtene Verfügung nehme
selbst auf diese effektiven Kosten keine Rücksicht, sondern rechne lediglich einen
Drittel davon als Mietkosten an. Damit würden die notwendigen Lebenskosten nicht
gedeckt. Die Organisation C._ habe unter anderem für den Geltungsbereich
Kriseninterventionen für Kinder und Jugendliche und Betreuungsleistungen für Klienten
und Kontaktfamilien erfolgreich die BSV-IV-Zertifizierung abgeschlossen. Sie verfüge
seit mehreren Jahren über eine NIF-Kennziffer der zentralen Ausgleichsstelle in Genf
und sei als Rechnungsstellerin gegenüber den AHV-/IV-Stellen anerkannt. Im Übrigen
habe die Sozialversicherungsanstalt in einem ähnlichen Zusammenhang die
Tagespauschale der Organisation für die Dauer der Ausbildung als
Unterbringungskosten anerkannt, wie die Beilagen zeigten. F._ habe in diesem
Zusammenhang folgende Überlegungen angestellt: Mit den Ergänzungsleistungen solle
sichergestellt werden, dass alle erforderlichen Lebenshaltungs-, Betreuungs- und
Unterkunftskosten gedeckt werden könnten und die anspruchsberechtigten Personen
nicht zusätzlich auf die finanzielle Sozialhilfe angewiesen seien. Nach einem Entscheid
des Bundesgerichts (P 10/03) sei es kaum vorstellbar, dass zusätzlich Fürsorgegelder
zu entrichten seien. Mit einer nicht kostendeckenden Ergänzungsleistung werde der
verfassungsrechtlich gebotene und gesetzlich vorgeschriebene Existenzbedarf nicht
eingehalten. Da mit den im Kanton St. Gallen angewendeten Ansätzen (von
allgemeinem Lebensunterhalt und Mietzinsanteil) die für die notwendige Unterbringung
und Betreuung in einer Pflegefamilie erforderlichen Kosten nicht gedeckt würden,
bestehe für den kantonalen Gesetzgeber Handlungsbedarf. Im Kanton Zürich dagegen
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werde der Existenzbedarf in solchen Fällen vollumfänglich sichergestellt, da bei einem
Aufenthalt eines berechtigten Kindes oder Jugendlichen in einer Pflegefamilie die
Heimfinanzierung zum Tragen komme, wobei Heimtaxen von maximal Fr. 250.--
angerechnet würden. Auch der Kanton Thurgau gewähre deutlich höhere
Ergänzungsleistungen als der Kanton St. Gallen. Bei Aufenthalt in einer gewöhnlichen
Pflegefamilie betrage die maximale Tagestaxe Fr. 120.--, bei einem solchen in einer
professionellen Pflegefamilie maximal Fr. 205.--.
A.g In einer Stellungnahme des Fachbereichs vom 22. März 2012 (act. 1) wurde fest
gehalten, eine EL-Berechnung, welche die vollen Platzierungskosten berücksichtigen
könnte, ergäbe sich nach Art. 10 Abs. 2 ELG. Diese setze aber einen Aufenthalt in
einem anerkannten Heim oder Spital voraus. Der Heimbegriff werde in Art. 25a ELV
definiert. Die Organisation C._ sei nicht auf die dauerhafte Platzierung von Er
wachsenen ausgerichtet. Es handle sich um eine Beratungsunternehmung eines T._.
Über diese Beratungsunternehmung könnten für Kinder und Jugendliche im Sinn einer
Krisenintervention Plätze in Pflegefamilien gefunden werden. Die Organisation sei
durch den Kanton nicht als Heim anerkannt, so dass die Anwendung von Art. 25a
Abs. 1 ELV ausser Betracht falle. Der Bund habe (seit der Neugestaltung des
Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen, NFA, ab
1. Januar 2008) keine Kompetenz, im Bereich der Langzeitplatzierung Vorschriften zu
erlassen. Es gehe somit nicht an, dass der Bund den Kantonen via IV-Stelle und
Art. 25a Abs. 2 ELV Vorschriften im Bereich der Heimdefinition und -finanzierung
mache. Die IV-Stellen behandelten Personen mit Aufenthalt in einer Pflegefamilie
ohnehin nicht als Heimbewohner. Das komme auch im IV-Rundschreiben Nr. 305 des
Bundesamtes für Sozialversicherungen (im Zusammenhang mit der
Hilflosenentschädigung für Minderjährige) zum Ausdruck. Es sei demnach eine EL-
Berechnung nach Art. 10 Abs. 1 ELG vorzunehmen. Da es sich um einen entgeltlichen
Aufenthalt bei Dritten handle und der auf den Mietzins entfallende Teil nicht bekannt
sei, sei gemäss Rz 3237.01 der vom Bundesamt für Sozialversicherungen
herausgegebenen Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV (WEL) ein
Drittel der Pensionskosten als Mietzins (einschliesslich Nebenkosten) zu
berücksichtigen.
A.h Mit Entscheid vom 11. April 2012 wies die Sozialversicherungsanstalt des Kantons
St. Gallen die Einsprache unter Hinweis auf die Stellungnahme des Fachbereichs ab.
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B.
Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die vom Beistand B._, Regionale
Amtsvormundschaft G._, für den betroffenen EL-Bezüger am 25. April 2012
erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beantragt, der
angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und sinngemäss, die
Ergänzungsleistungen für den Beschwerdeführer seien unter Berücksichtigung der
Kosten von Fr. 130.-- pro Tag für die Unterbringung in der professionellen Pflegefamilie
zu berechnen, eventualiter sei die Weisung zu erteilen, Art. 25a ELV entsprechend zu
ergänzen und sei eine Bewilligung im Einzelfall für die Unterbringung zu erteilen. Der
Beschwerdeführer habe praktisch die ganze Schul- und Lehrzeit im Heim D._
verbracht. Weil er leider keine tragfähige Struktur in der Herkunftsfamilie erleben könne,
sei er während der Wochenend- und Ferienzeiten aufgrund seiner Behinderung auf eine
professionelle Familienplatzierung angewiesen und bei der Pflegefamilie E._
aufgenommen gewesen. Nach dem behinderungsbedingten Abbruch einer Attestlehre
im Heim habe er in jener Familie eine erprobte Beziehungsstruktur mit tragfähigem
Vertrauensverhältnis gefunden. Er benötige wegen seiner Behinderungen eine stabile
Fortsetzung der professionellen Betreuungssituation am Wohn- und am Arbeitsplatz.
Mit der aktuellen Lebens- und Betreuungsstruktur sei eine solide, wirksame,
zweckmässige und vor allem auch wirtschaftliche Lösung im Interesse des
Beschwerdeführers gefunden worden. Die Fortsetzung sei indessen durch die
ungenügende Finanzierung gefährdet. Infolge der willkürlichen Einschätzung der
Beschwerdegegnerin, wonach die Organisation
C._ mit ihren professionellen Strukturen für die Bereitstellung und Begleitung von
professionellen Familienplätzen den Kriterien gemäss Art. 25a ELV nicht genüge,
entstehe ein jährlicher Fehlbetrag von rund Fr. 13'000.--. Entsprechende Anträge habe
die Beschwerdegegnerin bis anhin abgelehnt, und zwar im Unterschied zur Praxis der
Nachbarkantone Zürich und Thurgau. In zwei ähnlich gelagerten Fällen habe die
Beschwerdegegnerin allerdings während der Berufsausbildung die Kostenübernahme
in zwei Pflegefamilien der Organisation C._ gutgeheissen. Schon 2003 habe die
Organisation die NIF-Kennziffer erhalten. Die Ablehnung der tatsächlichen Kosten fusse
auf einer Lücke in Art. 25a ELV, da Pflegeplätze mit professioneller Führung und
Begleitung im Kanton St. Gallen bis anhin nicht als einem Aufenthalt in einer
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Heimstruktur vergleichbare Platzierungen für behinderte Personen anerkannt würden.
Es bestehe dringender Handlungsbedarf, weil so der Verfassungs- und
Gesetzesauftrag der Existenzsicherung gemäss Art. 2 Abs. 1 ELG nicht erfüllt werde.
Für eine private Familienplatzierung könnten Auslagen von Fr. 19'050.-- für den
allgemeinen Lebensbedarf und Fr. 15'817.-- (ein Drittel der Tagestaxe) für den Mietzins
durchaus genügen. Der Notwendigkeit einer professionellen Familienplatzierung mit
ihrem Mehraufwand an enger Begleitung und Überwachung und dem Bedarf an
differenzierten Betreuungsqualitäten, wie sie die betroffene Pflegefamilie zur Verfügung
stelle, sei damit aber nicht genügend Rechnung getragen. Unberücksichtigt sei auch
der Umstand, dass die Pflegeeltern in ihrer sehr anspruchsvollen Aufgabe regelmässig
professionell begleitet und beraten würden. In den vergangenen drei Jahren und
besonders ab dem 1. August 2011 habe die spezialisierte Pflegefamilie bewiesen, dass
sie die Betreuungsanforderungen erfülle, wie es vorher das Heim D._ getan habe. Die
Lösung sei daher in der Qualität vergleichbar, jedoch mit dem Vorteil eines familiären
Anschlusses verbunden.
C.
Die Beschwerdegegnerin beantragt am 4./7. Mai 2012 die Abweisung der Beschwerde.
D.
Auf Ersuchen hat die Regionale Amtsvormundschaft G._ am 24. Juli 2012 die
Zustimmung der Vormundschaftsbehörde zur Prozessführung durch den Beistand vom
5. Juli 2012 eingereicht.

Erwägungen:
1.
Im Streit liegt der Entscheid vom 11. April 2012, mit welchem die Beschwerdegegnerin
eine Einsprache gegen ihre Verfügung vom 15. Februar 2012 abgewiesen hat. Sie hatte
dem Beschwerdeführer (erstmals) ab 1. August 2011 (im Zeitablauf abgestufte)
Ergänzungsleistungen zugesprochen. Bei deren Berechnung hatte sie nebst dem
Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf für Nichtheimbewohner von Fr. 19'050.--
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unter anderem einen Mietzins von Fr. 15'817.-- eingesetzt und Fr. 13'200.-- davon bei
den ordentlichen und die restlichen Fr. 2'617.-- bei den ausserordentlichen
Ergänzungsleistungen pro Jahr berücksichtigt. Bei diesem Mietzins handelt es sich um
einen Drittel der Pensionskosten, welche der Beschwerdeführer der C._ AG für den
Aufenthalt bei Familie E._ entrichtet. Der Beschwerdeführer lässt die Übernahme der
vollen Kosten von Fr. 130.-- pro Tag für den Aufenthalt und die Betreuung in der
"Pflegefamilie" beantragen.
2.
2.1 Nach Art. 112a der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
(BV, SR 101) richten Bund und Kantone Ergänzungsleistungen aus an Personen, deren
Existenzbedarf durch die Leistungen der Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung nicht gedeckt ist (Abs. 1). Das Gesetz legt den Umfang der
Ergänzungsleistungen sowie die Aufgaben und Zuständigkeiten von Bund und
Kantonen fest (Abs. 2).
2.2 Gestützt auf (unter anderem) Art. 112a Abs. 2 BV ist das Bundesgesetz über
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung vom
6. Oktober 2006 (ELG, SR 831.30; in Kraft ab 1. Januar 2008; Totalrevision im Rahmen
der Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und
Kantonen, NFA) erlassen worden. Gemäss Art. 2 Abs. 1 ELG gewähren der Bund und
die Kantone Personen, welche die Voraussetzungen nach den Art. 4 bis 6 erfüllen,
Ergänzungsleistungen zur Deckung ihres Existenzbedarfs. Die Ergänzungsleistungen
bestehen nach Art. 3 Abs. 1 ELG aus der jährlichen Ergänzungsleistung (lit. a) und der
Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten (lit. b). Anspruch auf
Ergänzungsleistungen haben Personen mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in
der Schweiz, wenn sie unter anderem Anspruch haben auf eine Rente der
Invalidenversicherung (vgl. Art. 4 Abs. 1 lit. c ELG). Die jährliche Ergänzungsleistung
entspricht gemäss Art. 9 Abs. 1 ELG dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben
die anrechenbaren Einnahmen übersteigen.
2.3 Als Ausgaben werden nach Art. 10 ELG bei Personen, die nicht dauernd oder
längere Zeit in einem Heim oder Spital leben (zu Hause lebende Personen; Abs. 1), als
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Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf pro Jahr bei alleinstehenden Personen
Fr. 19'050.-- (lit. a Ziff. 1) und ausserdem der Mietzins einer Wohnung und die damit
zusammenhängenden Nebenkosten (lit. b) anerkannt. - Nach Rz 3237.01 der vom
Bundesamt für Sozialversicherungen herausgegebenen, ab 1. April 2011 geltenden
Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV (WEL) kann bei entgelt
lichem Aufenthalt bei Dritten (ohne nahe Verwandte und Heime), wenn der auf die
Miete entfallende Kostenanteil nicht bekannt ist, ein Drittel der Pensionskosten als
Mietzins (einschliesslich Nebenkosten) berücksichtigt werden.
2.4 Bei Personen, die dauernd oder längere Zeit in einem Heim oder Spital leben (in
Heimen oder Spitälern lebende Personen), wird nach Art. 10 Abs. 2 ELG als Ausgabe
nebst einem vom Kanton zu bestimmenden Betrag für persönliche Auslagen (lit. b) die
Tagestaxe anerkannt; die Kantone können die Kosten begrenzen, die wegen des Auf
enthaltes in einem Heim oder Spital berücksichtigt werden; sie sorgen dafür, dass
durch den Aufenthalt in einem anerkannten Pflegeheim in der Regel keine Sozialhilfe-
Abhängigkeit begründet wird (lit. a).
2.5 Der Bundesrat bestimmt die Definition des Heimes (Art. 9 Abs. 5 lit. h ELG). In dem
ab 1. Januar 2008 eingeführten Art. 25a der Verordnung über die Ergänzungsleistungen
zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV, SR 831.301) ist
diesbezüglich bestimmt worden: Als Heim gilt jede Einrichtung, die von einem Kanton
als Heim anerkannt wird oder über eine kantonale Betriebsbewilligung verfügt (Abs. 1).
Hat die IV-Stelle eine versicherte Person im Zusammenhang mit der Gewährung einer
Hilflosenentschädigung als Heimbewohnerin im Sinn von Art. 42 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) eingestuft, so gilt sie
auch für den Anspruch auf Ergänzungsleistungen als Heimbewohnerin (Abs. 2).
2.6 Anspruch auf ausserordentliche Ergänzungsleistungen haben Bezüger ordentlicher
Ergänzungsleistungen gemäss Art. 5 des Ergänzungsleistungsgesetzes des Kantons
St. Gallen (ELG/SG, sGS 351.1), wenn die um die ordentlichen Ergänzungsleistungen
erhöhten Einnahmen die Ausgaben nicht decken (lit. a) und das Reinvermögen drei
Viertel der Grenze für die Anrechnung eines Vermögensverzehrs nach
Bundesgesetzgebung nicht erreicht. Der bundesrechtlich festgelegte Freibetrag für
selbstbewohnte Liegenschaften wird nicht angerechnet (lit. b).
ter
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3.
3.1 Strittig ist, ob der Beschwerdeführer als Heimbewohner im Sinn des Ergänzungs
leistungsrechts zu betrachten ist (oder ob er entgeltlich bei Dritten lebt). Er wohnt bei
einer Familie (act. 12-3).
3.2 Der Beschwerdeführer ist nach der Aktenlage Bezüger einer ganzen ausser
ordentlichen Rente der Invalidenversicherung. Bis Juli 2011 hatte er nach Angaben in
der Beschwerde im Heim D._ gelebt, hatte dort die Schule besucht und (bis zur
Hälfte, d.h. während eines Jahres) eine Attestlehre gemacht. Seit August 2008 ist er
vollzeitlich in der Werkstatt einer Stiftung in geschütztem Rahmen angestellt. Es
besteht eine Vermögensbeistandschaft auf eigenes Begehren (act. 31-1). Nach
Angaben seines Rechtsvertreters steht der Beschwerdeführer in psychotherapeutischer
Behandlung und lebt behinderungsbedingt bei Dritten, da er eine professionelle
Betreuungssituation am Wohn- wie am Arbeitsort braucht. Gemäss der Bescheinigung
der C._ AG vom 23. Februar 2012 werden zwar weder Pflege- noch
Betreuungsleistungen in Rechnung gestellt. Ein Pensionsvertrag liegt nicht bei den
Akten. Über die behinderungsbedingte Heim- bzw. Betreuungsbedürftigkeit des
Beschwerdeführers geben die vorhandenen Akten keinen genügenden Aufschluss. Sie
erschiene danach aber durchaus als plausibel. Diesbezüglich sind ergänzende
Abklärungen erforderlich.
3.3 Für den Fall, dass der Beschwerdeführer behinderungsbedingt unfähig ist, einen
eigenen Haushalt zu führen, und er aus demselben Grund einer Betreuung (und allen
falls weiterer Leistungen wie Pflege) bedarf, dass er also in diesem Sinn
"heimbedürftig" (vgl. dazu Ralph Jöhl, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in:
Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Bd. XIV, Ulrich Meyer [Hrsg.], Soziale
Sicherheit, 2. A., 1709) ist, ist zu entscheiden, ob er für die
Ergänzungsleistungsberechnung als Heimbewohner zu betrachten ist.
4
4.1 Unter dem Aspekt von Art. 25a Abs. 1 ELV fragt sich zunächst, ob die Familie, bei
welcher der Beschwerdeführer lebt, vom Kanton St. Gallen als Heim anerkannt wird
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oder ob sie über eine kantonale Betriebsbewilligung im Sinn dieser Verordnungs
bestimmung verfügt.
4.2 Als Heime anerkannt sind im Kanton St. Gallen die Leistungserbringer, welche in
die gestützt auf Art. 39 KVG (im Hinblick auf Pflege, medizinische Betreuung und
Rehabilitation von Langzeitpatienten) besetzte Pflegeheimliste (vgl.
Regierungsbeschluss über die Pflegeheimliste, sGS 381.181, Liste im Anhang)
aufgenommen sind.
4.3 Welche Einrichtungen eine Betriebsbewilligung für das Betreiben eines privaten
Betagten- oder Pflegeheims mit mehr als fünf Plätzen gemäss Art. 32 des Sozialhilfe
gesetzes des Kantons St. Gallen (sGS 381.1; vgl. die Verordnung über private Be
tagten- und Pflegeheime, VBP, sGS 381.18) erhalten haben, wird aus einem Ver
zeichnis des Departements des Inneren des Kantons St. Gallen (Amt für Soziales) er
sichtlich (vgl. http://www.soziales.sg.ch/home/alter/betagten-_und_pflegeheime/_jcr_
content/Par/downloadlist_0/DownloadListPar/download.ocFile/Verzeichnis%20der
%20privaten%20Betagten-%20und%20Pflegeheime.pdf). - Für Einrichtungen der
Heimpflege von Unmündigen und Kindern unter zwölf Jahren auf der Grundlage von
Art. 3 und 13 ff. der eidgenössischen Verordnung über die Aufnahme von Kindern zur
Pflege und zur Adoption (PAVO; SR 211.222.338) führt der Kanton St. Gallen gemäss
der Verordnung über Kinder- und Jugendheime (KJV, sGS 912.4) ein Verzeichnis der
Kinder- und Jugendheime sowie sozial- und heilpädagogischen Pflegefamilien mit
Betriebsbewilligung (http://www.soziales.sg.ch/home/Kinder_und_Jugendliche/kinder-
_und_jugendheime/_jcr_content/Par/downloadlist/DownloadListPar/download.ocFile/
Verzeichnis%20der%20Kinder-%20und%20Jugendheime.pdf). - Auf der Grundlage
der KJV wird ferner vom Bildungsdepartement des Kantons St. Gallen (Amt für
Volksschule, Abteilung Sonderpädagogik) ein Verzeichnis der besonderen
Einrichtungen mit internem Schulangebot mit Betriebsbewilligung geführt (vgl. http://
www.sg.ch/home/bildung/volksschule/kinder_mit_behinderung/
sonderschulung/sonderschulen_kanton_sg/_jcr_content/Par/downloadlist/
DownloadListPar/download.ocFile/A%20Verzeichnis%20Sonderschulen
%2001.08.12.pdf).
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4.4 Über eine kantonale Bewilligung können schliesslich private Behinderten
einrichtungen verfügen. Der Grosse Rat des Kantons St. Gallen hat den Kantonsrats
beschluss über Einrichtungen für Menschen mit Behinderung (sGS 387.4) erlassen, der
am 10. Januar 2002 rechtsgültig wurde und vom 1. Januar 2002 bis 31. Dezember
2012 (vgl. Art. 6) angewendet wird. Wer eine private Behinderteneinrichtung betreibt, in
der dauernd wenigstens drei erwachsene behinderte Personen untergebracht, gepflegt
oder beschäftigt werden können, bedarf gemäss Art. 1 des Kantonsratsbeschlusses
einer Bewilligung. Eine Bewilligungspflicht besteht gemäss Art. 2 sodann auch für
Betreiber einer privaten Einrichtung, in der wenigstens eine erwachsene behinderte
Person und wenigstens zwei weitere Personen untergebracht, gepflegt oder
beschäftigt werden können, deren Eigenschaft für eine Bewilligung nach den
besonderen Vorschriften über Kinder- und Jugendheime, Alters- und Pflegeheime oder
die Aufnahme von Pflegekindern massgebend ist (Abs. 1). Die Bewilligungspflicht nach
diesem Beschluss besteht nicht, wenn eine Bewilligung nach den besonderen
Vorschriften vorliegt oder erforderlich ist (Abs. 2). Einzelheiten regelt die Verordnung
über Behinderteneinrichtungen (sGS 387.41). Das Departement des Inneren (Amt für
Soziales) führt ein entsprechendes "Verzeichnis der Einrichtungen für Menschen mit
Behinderung; Wohnangebote und Wohnangebote mit Beschäftigung" (vgl. http://
www.soziales.sg.ch/home/behinderung/wohnen_und_tagesstaetten.
Par.0004.DownloadListPar.0004.File.tmp/Verzeichnis%20Wohnangebote%20und
%20Wohnangebote%20mit%20Besch%C3%A4ftigung%20f%C3%BCr
%20Menschen%20mit%20Behinderung%20im%20Kanton%20St.Gallen.pdf). -
Bewilligungsfähig in diesem Sinn sind private, auch kleine Einheiten im Sinn von
"heimähnlichen" Einrichtungen, wie etwa eine (in das erwähnte Verzeichnis
aufgenommene) Grossfamilie.
4.5 Es zeigt sich aufgrund dieser diversen Listen, dass die Familie, bei welcher der
Beschwerdeführer wohnt, weder als Heim anerkannt ist noch über eine kantonale Be
triebsbewilligung verfügt. Es ist nach der Aktenlage nicht anzunehmen, dass sie die
Voraussetzungen für eine Betriebsbewilligung nach dem Kantonsratsbeschluss über
Einrichtungen für Menschen mit Behinderung (u.a. Mindestzahl betreuter Personen)
erfüllte, denn dann wäre die Betreuung bewilligungspflichtig. Für den massgeblichen
Beurteilungszeitraum bestand jedenfalls keine Bewilligung in diesem Sinn.
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4.6 Ebenfalls nicht anzunehmen ist nach der Aktenlage (bis anhin wird offenbar keine
Hilflosenentschädigung ausgerichtet), dass der Beschwerdeführer im Sinn von
Art. 42 Abs. 2 IVG als Heimbewohner betrachtet wird (oder betrachtet werden
könnte).
4.7 In einem Heim nach Art. 25a Abs. 1 ELV lebt der Beschwerdeführer demnach
nicht.
5.
5.1 Was den Kanton St. Gallen betrifft, zeigt sich nach dem Dargelegten, dass eine
Institution oder Familie, welche nur eine oder zwei Personen betreut, von einer Be
willigung(spflicht) ausgeschlossen ist. Entsprechende Grossfamilien (mit drei oder mehr
betreuten Personen) dagegen fallen unter die Bewilligungspflicht.
5.2 Das erscheint unter dem Setzungszweck des Schutzes von Polizeigütern grund
sätzlich als durchaus zweckmässige, als solche wohl ausreichende Abgrenzung. Mit
dem Kantonsratsbeschluss über Einrichtungen für Menschen mit Behinderung sollten
und wollten aber nicht etwa Heime und heimähnliche Institutionen im EL-rechtlichen
Sinn definiert sein.
5.3 Zur Frage, ob nebst diesen aus polizeilichen Gründen der Bewilligungspflicht
unterstellten Institutionen oder Familien unter dem Gesichtspunkt des
Ergänzungsleistungsrechts weitere Einheiten als heimähnliche Institutionen anerkannt
(bzw. bewilligt) werden müssten, hat der Kanton St. Gallen bislang nicht legiferiert,
obwohl die Abgrenzung dort grosse Bedeutung hat. Denn ob die Ergänzungsleistung
nach der Methode für Heimbewohner oder nach jener für Nichtheimbewohner
berechnet wird, hat erhebliche unterschiedliche finanzielle Konsequenzen (vgl. unten
E. 7.3 ff.) für den Bezüger, dem aber in beiden Fällen der Schutz des
Existenzminimums durch Rente und Ergänzungsleistung zugesichert ist.
5.4 Bei diesen Gegebenheiten fragt sich, ob es rechtmässig sei, dass der Heimbegriff
(und damit die Anwendung der Heimberechnung) vom Bestehen einer kantonalen
Heimanerkennung oder kantonalen Betriebsbewilligung für Institutionen abhängig ge
macht wird, wie es Art. 25a ELV tut. Was als Heim gilt, ergibt sich gemäss der Ver
ter
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ordnungsbestimmung allein aus dem kantonalen Recht. Zu entscheiden ist, ob eine so
offene Weiterdelegation mit der Folge, dass es vollständig jedem Kanton überlassen
ist, die entsprechenden Voraussetzungen zu definieren, rechtmässig sei.
6.
6.1 Art. 25a ELV ist auf den 1. Januar 2008 eingeführt worden, und zwar durch die
Verordnung über Anpassungen des Verordnungsrechts an die Neugestaltung des
Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen vom 7.
November 2007. Nach Art. 13 Abs. 2 ELG übernimmt seither der Bund bei in Heimen
oder Spitälern lebenden Personen fünf Achtel der jährlichen Ergänzungsleistungen,
soweit die Beträge für den allgemeinen Lebensbedarf nach Art. 10 Abs. 1 lit. a Ziff. 1,
für den höchstmöglichen Mietzins nach Art. 10 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 und für die
anerkannten Ausgaben nach Art. 10 Abs. 3 durch die anrechenbaren Einnahmen nicht
gedeckt sind; die mit dem Heim- oder Spitalaufenthalt in direktem Zusammenhang
stehenden Einnahmen werden dabei nicht berücksichtigt. Den Rest tragen die
Kantone. - Dieser Aspekt für sich allein betrachtet hätte grundsätzlich die Frage
aufwerfen können, ob die Abgrenzung zwischen Heimbewohnern und
Nichtheimbewohnern den Kantonen zu übertragen sei. Das ELG sieht indessen vor,
dass der Bundesrat die Heimdefinition bestimmt. Die Kantone haben stattdessen von
Gesetzes wegen die Möglichkeit, die Heimkosten (Tagestaxe) zu begrenzen (vgl. Art. 10
Abs. 2 lit. a ELG), was aber nicht ohne weiteres auch bedeuten kann, dass sie frei
zwischen Übernahme der durch Heimberechnung ermittelten Kosten und Übernahme
der nach dem Modus für Nichtheimbewohner berechneten Kosten wählen könnten.
6.2 Gemäss den Erläuterungen des Bundesamtes für Sozialversicherungen zu
Art. 25a ELV (NFA: Erläuterungen ELV 1.1.2008, auf http://www.bsv.admin.ch/themen/
ergaenzung/00035/index.html?lang=de) sprachen für die gewählte Verordnungslösung,
welche auf ein formales, kantonales Kriterium (Anerkennung/Bewilligung) abstellt und
im Ergebnis 26 unterschiedliche Möglichkeiten zulässt, aber
Praktikabilitätsüberlegungen. Es war als Problem erkannt worden, dass die EL-
Durchführungsstellen nicht geeignet seien, die vom Bundesgericht (bis 31. Dezember
2006 Eidgenössisches Versicherungsgericht; wohl im Entscheid BGE 118 V 142)
geforderten Abklärungen - nämlich, ob die fragliche Institution Kriterien auf
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organisatorischer, infrastruktureller und personeller Ebene erfülle - zu machen.
Praktisch unmöglich werde das, wenn es um die Abklärung in einem anderen Kanton
gehe. Es wurde ausserdem damit gerechnet, dass ausserkantonale Abklärungen
zunehmen würden.
6.3 Diesbezüglich ist nun zu bedenken, dass das Bundesgericht in dem genannten
BGE 118 V 142 im Jahr 1992 - somit vor 2008, und damit noch zu einer Zeit, da der
Begriff des Heims weder im Gesetz noch in der ELV umschrieben war - eine Regelung
des Bundesamtes für Sozialversicherungen von 1987 (EL-Mitteilungen Nr. 78 vom
10. Juli 1987, Rz 228 Ziff. 6) ausdrücklich als rechtswidrig bezeichnet hatte, welche für
Pflege und Betreuung durch heimähnliche Einrichtungen (z.B. Pflegefamilie, heilpäda
gogische Grossfamilie, Invaliden-Wohngemeinschaft usw.) eine Heimberechnung (mit
sinngemässer Anwendung der von den Kantonen festgesetzten Heimtaxen) nur unter
der Voraussetzung vorgesehen hatte, dass diese die notwendige kantonale oder
kommunale Bewilligung für Pflege und Betreuung von Drittpersonen besassen. Das
Bundesgericht hatte damals dargelegt, es wäre mit dem bundesrechtlichen Charakter
der gemäss ELG für Heimbewohner geltenden Regelung nicht vereinbar, den
Heimbegriff im Sinn des EL-Rechts ausschliesslich von einem formalen Kriterium des
kantonalen Heim- bzw. Fürsorgerechts abhängig zu machen. Die vorinstanzliche
Gerichtspraxis sehe daher zu Recht vor, dass eine Qualifikation als Heim oder
heimähnliche Institution im Sinn des EL-Rechts unter bestimmten Voraussetzungen
auch dann erfolgen könne, wenn es an einer Anerkennung nach kantonalem Heimrecht
fehle. Bei heimähnlichen Institutionen, die aus formellen Gründen (beispielsweise
mangels einer bestimmten Zahl von betreuten Personen) vom Anwendungsbereich der
kantonalen Heimgesetzgebung nicht erfasst würden, sei entscheidend auf die der
betreuten Person sowie darauf abzustellen, ob die in Frage stehende Institution die
Heimbedürftigkeit in adäquater Weise zu befriedigen vermöge. Dies beurteile sich
vorab danach, ob die hierfür erforderlichen organisatorischen, infrastrukturellen und
personellen Voraussetzungen gegeben seien. Nicht entscheidend sei die Zahl der
betreuten Personen; sie könne jedoch ein Indiz dafür bilden, dass es sich bei einer
Einrichtung um ein Heim oder eine heimähnliche Institution gemäss ELG und ELV
handle. Der damals schon vorgebrachte Einwand verfahrensmässiger Schwierigkeiten
führte das Bundesgericht nicht zu einem andern Ergebnis; Abklärungsaufträge wurden
bei Zweifeln als möglich bezeichnet. In BGE 122 V 12 bestätigte das Bundesgericht,
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dass der Begriff des "Heims" nach ELG ausschliesslich bundesrechtlich sei. Eine
Ungleichbehandlung je nachdem, ob ein von einem nicht anerkannten Heim erhobener
Pensionspreis oder ein Tarif eines anerkannten Heimes vorliege, rechtfertige sich nicht.
6.4 Hieran hat sich mit dem ELG von 2006 (ab 2008) im Rahmen der Neugestaltung
des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen nichts
geändert, auch wenn der Bundesanteil für Heimbewohner wie erwähnt nun von
vornherein (auf einen täglichen Grundbedarf, vgl. Botschaft BBl 2005 6230) beschränkt
ist (vgl. Art. 13 Abs. 2 ELG). Das Bundesgesetz delegiert die Definition des Heims an
den Bundesrat. In der Botschaft vom 7. September 2005 zum entsprechenden Art. 9
Abs. 5 lit. h ELG (vgl. BBl 2005 6228) wurde ausdrücklich festgehalten, es müsse
einheitlich definiert sein, was ein Heim ist. Das sei wesentlich bei Kantonswechseln der
EL-beziehenden Person. Wichtig sei auch eine Koordination mit der
Invalidenversicherung. Wenn nach IFEG (Bundesgesetz über die Institutionen zur
Förderung der Eingliederung von invaliden Personen, SR 831.26) ein Heim vorliege,
solle es auch gemäss ELG als Heim gelten.
6.5 Die Heimdefinition in der Verordnung den Kantonen weiter zu delegieren und ihnen
dabei gänzlich freie Hand zu lassen, ohne wenigstens grobe Rahmenbedingungen zu
setzen, kann bei dieser gesetzgeberischen Vorgabe nicht angehen. Es würde damit in
Kauf genommen, dass auch äusserst restriktive kantonale Regelungen toleriert würden,
mit denen der verfassungsmässige Anspruch auf Existenzsicherung unterschritten
würde. Das ist gesetzwidrig.
7.
7.1 Da die ELV die bundesrechtlich erforderliche Definition des Begriffs des Heims
nicht in ausreichender/gesetzmässiger Art leistet, hat die Rechtsprechung dies modo
legislatoris zu tun. Die Leitlinien, welche das Bundesgericht in BGE 118 V 142
vorgegeben hat, sind für eine Abgrenzung nach wie vor tauglich. Wesentlich sind die
"Heimbedürftigkeit" der betreuten Person und die Fähigkeit der Institution, diese
Heimbedürftigkeit adäquat aufzufangen. Heimbedürftig im
ergänzungsleistungsrechtlichen Sinn ist wie oben für die konkrete Situation erwähnt,
wer alters-, behinderungs- oder durch eine andere objektive Beeinträchtigung bedingt
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unfähig ist, einen eigenen Haushalt zu führen, und auf Betreuungsleistungen (sowie
allenfalls weitere Leistungen wie Pflege) angewiesen ist. Ob beim Beschwerdeführer
eine Heimbedürftigkeit in diesem Sinn besteht, ist wie erwähnt abzuklären.
7.2 Nach dem allgemeinen Sprachgebrauch sind Heime Einrichtungen, die für die
dauernde Betreuung und Unterkunft zahlreicher Menschen geeignet sind und einem
bestimmten Zweck dienen. Anerkanntermassen können aber auch kleinere "Ein
richtungen" als Heim im Sinn des EL-Rechts gelten. Das Bundesgericht hat die er
wähnten Kriterien gerade mit dem Hinweis auf das Beispiel der Konstellation
entwickelt, dass heimähnliche Institutionen mangels einer Mindestzahl von betreuten
Personen vom Anwendungsbereich der kantonalen Heimgesetzgebung nicht erfasst
werden. Das Erfordernis der organisatorischen, infrastrukturellen und personellen
Voraussetzungen lässt dennoch eher an "Institutionen" denken. Das Bundesgericht
erachtete die Zahl der betreuten Personen als nicht ausschlaggebend, aber doch
immerhin als Indiz für den Heimcharakter. Eine "heimähnliche Einrichtung" mit nur
einem Bewohner ist gewiss eine Extremform (welche nach einer Lehrmeinung - Ralph
Jöhl, 1710 mit Fn 360 - vom EL-Heimbegriff ausgeschlossen ist, so beispielsweise eine
Pflegefamilie, die jeweils nur ein Kind für längere Zeit aufnimmt).
7.3 Zu berücksichtigen ist im Gegenzug, dass eine (risikobedingt, d.h. durch ein bei
AHV und IV versichertes Risiko verursacht) längere Zeit in einer Pflegefamilie lebende
Person auch nicht typischerweise als Nichtheimbewohner betrachtet werden kann.
Nichtheimbewohner sind "zu Hause lebende Personen" (vgl. Art. 10 Abs. 1 ELG). Das
System der anerkannten Krankheits- und Behinderungskosten erfasst entsprechend
diverse Ausgaben für notwendige Hilfe, Pflege und Betreuung zu Hause sowie in
Tagesstrukturen. Gemäss der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Verordnung
über die Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten bei den Ergänzungs
leistungen (ELKV; vgl. auch den bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Art. 3d
Abs. 1 lit. b ELG) konnten damals unter anderem noch Kosten für Leistungen privater
Träger für Hilfe, Pflege und Betreuung, die infolge Alter, Invalidität, Unfall oder
Krankheit notwendig war, von Bundesrechts wegen vergütet werden, soweit sie den
Kosten öffentlicher oder gemeinnütziger Träger entsprachen (Art. 13 Abs. 4 in
Verbindung mit Abs. 1). Seit der Aufhebung dieser Verordnung bleibt in diesem
Zusammenhang auf Bundesebene noch Art. 14 ELV, wonach die Kantone den
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Bezügerinnen und Bezügern einer jährlichen Ergänzungsleistung ausgewiesene, im
laufenden Jahr entstandene Kosten unter anderem für Hilfe, Pflege und Betreuung zu
Hause sowie in Tagesstrukturen (Abs. 1 lit. b) vergüten. Nach Art. 14 Abs. 2 ELV
bezeichnen die Kantone die Kosten, die nach Abs. 1 vergütet werden können. Der
Kanton St. Gallen hat in seiner Verordnung über die Vergütung von Krankheits- und
Behinderungskosten bei den Ergänzungsleistungen vom 11. Dezember 2007 (sGS
351.53) unter anderem ausgewiesene Kosten für die notwendige Hilfe und Begleitung
im Haushalt durch anerkannte Spitexorganisationen oder durch eine Person, die nicht
im gleichen Haushalt lebt oder nicht durch eine anerkannte Spitexorganisation
eingesetzt wird, mit einem Kostenansatz pro Stunde berücksichtigt (vgl. Art. 9; gemeint
ist gemäss dem Titel hauswirtschaftliche Hilfe und Begleitung zu Hause). Für Kosten für
Pflege und Betreuung, die infolge Alter, Invalidität, Unfall oder Krankheit notwendig
sind und von einer anerkannten Spitexorganisation erbracht werden, ist ebenfalls eine
Vergütung vorgesehen (Art. 10). Des Weiteren werden Kosten für direkt angestelltes
Personal für den Teil der Pflege und Betreuung anerkannt, der Personen mit Anspruch
auf eine Hilflosenentschädigung für schwere oder mittelschwere Hilflosigkeit nicht
durch eine anerkannte Spitexorganisation erbracht werden kann (Art. 11). Geregelt sind
ferner die Pflege und Betreuung durch Familienangehörige (Art. 12) und die Pflege und
Betreuung in Tagesstrukturen (Art. 13).
7.4 Kosten für einen risikobedingten, dauernden stationären Aufenthalt bei Dritten
hatte man bei der Normierung der Krankheits- und Behinderungskosten gerade nicht
vor Augen. Von regelmässig anfallenden Kosten für risikobedingt notwendige
dauerhafte stationäre Aufenthalte wurde vielmehr angenommen, dass sie unter den
Heimaufenthalt fielen. Dies erscheint auch sachgerecht und erfordert eine
entsprechende Umschreibung des Heimbegriffs.
7.5 Sind dagegen Einrichtungen mit nur einem oder zwei Betreuten vom Heimbegriff
nach ELG generell ausgeschlossen, wie es sich bei der gegebenen Gesetzeslage im
Kanton St. Gallen ergibt, so bleiben die Kosten, obwohl wegen Krankheit, Alter,
Hinterlasseneneigenschaft oder Invalidität (d.h. infolge eines versicherten Risikos; hier:
Behinderung) notwendig und bei einer den Bedarf adäquat deckenden Einheit
entstanden und im Vergleich zu den in einer grösseren Institution zu erwartenden
äquivalenten Kosten in geringfügigerer Höhe zu erwarten, unter dem Aspekt der
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Ergänzungsleistungen ungedeckt. Grundsätzlich sollen solche Kosten aber (innerhalb
von Grenzsätzen) von den Ergänzungsleistungen übernommen werden. Denn
Ergänzungsleistungen werden von Verfassungs wegen ausgerichtet, um Bezügerinnen
und Bezügern von Renten der Alters- und Hinterlassenen- oder der
Invalidenversicherung das Existenzminimum zu gewährleisten, ohne dass die
Versicherten Sozialhilfe beziehen müssen; mit ihnen soll der Grundbedarf gedeckt
werden (BGE 127 V 368 E. 5a S. 369 f.).
7.6 Die kleine Zahl der betreuten Personen an einem Betreuungsplatz erscheint dem
nach insgesamt nicht als geeignetes Merkmal für die ergänzungsleistungsrechtliche
Unterscheidung zwischen Heimbewohnern und Nichtheimbewohnern. Für die Unter
scheidung sind ausschlaggebend und genügen (entgegen einer allgemeinen Termino
logie, welche auch an eine gewisse Betriebsgrösse denken lässt) die Kriterien der
Heimbedürftigkeit und deren adäquater Deckung in stationärem Rahmen, wie sie
BGE 118 V 142 vorgezeichnet hat.
7.7 Auch beim behinderungsbedingten Bedarf eines Erwachsenen, bei Dritten zu
wohnen und dort in gewissem Mass betreut zu werden, fallen alle regelmässig an
fallenden Kosten für Wohnen, Ernährung, Pflege, Betreuung usw. im Übrigen ohnehin
in Form einer "Tagestaxe" an. - Unter solchen Verhältnissen handelt es sich nicht um
Wohnen bei Dritten in Form einer gewöhnlichen Pension, sondern um einen behinde
rungsbedingt weiterreichenden Bedarf. Die Voraussetzungen für die Anerkennung als
heimähnliche Institution dürfen einer Einrichtung (Familie, Pflegefamilie) mit nur einem
oder zwei betreuten Personen unter dem Aspekt der Ergänzungsleistungen von Bun
desrechts wegen nicht generell (einzig infolge des Fehlens einer kantonalen Aner
kennung oder Bewilligung und weil beispielsweise der Kanton - bis anhin - nur
grössere Einheiten einer Bewilligungspflicht unterworfen hat) abgesprochen werden.
7.8 Da sich der Beschwerdeführer nicht bei einer eigentlichen Pflegefamilie (im Sinn
der PAVO; mit entsprechend gesetzlich geregelter Bewilligung und Aufsicht) aufhält,
sind vorliegend auch zu ihrer Fähigkeit, die allfällige "Heimbedürftigkeit" des
Beschwerdeführers im oben erwähnten Sinn aufzufangen, ergänzende Abklärungen
erforderlich.
8.
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Wird im Übrigen - allerdings für den Bereich der eigentlichen Pflegefamilien - ein Ver
gleich mit den Regelungen anderer Kantone gemacht, zeigt sich Folgendes: Der
Kanton Zürich hat der "Betriebsgrösse" offenbar ebenfalls keine massgebende
Bedeutung zugemessen, hat er doch in § 1 lit. e der Zusatzleistungsverordnung (ZLV;
LS 831.31) vom 5. März 2008 Pflegefamilien mit Bewilligung gemäss § 5 seiner
Verordnung über die Pflegekinderfürsorge vom 11. September 1969 als anerkannte
Heime im Sinne von Art. 25a Abs. 1 ELV bezeichnet. Voraussetzung bildet gemäss
jenem § 5, dass die Pflegefamilie für zweckmässige Unterkunft, Pflege und Erziehung
des Kindes Gewähr bietet. - Der Kanton Thurgau hat in § 6 der Verordnung des
Regierungsrates zum Gesetz über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen-
und Invalidenversicherung vom 11. Dezember 2007 (RB 831.31) Tagestaxen
vorgesehen für Aufenthalt in einer inner- oder ausserkantonalen Institution einerseits in
Form eines Kinderheims oder einer heimähnlichen Institution wie einer Pflegefamilie,
die eine professionelle Betreuung von Kindern garantiert (Ziff. 1), und anderseits in
Form einer anderen Pflegefamilie (Ziff. 2). - Eine EL-Qualifikation einer solchen
eigentlichen Pflegefamilie als Heim wurde auch im Kanton Schwyz gerichtlich
befürwortet. Im Entscheid VGE II 2009 20 vom 18. Juni 2009 (in Entscheide 2009 der
Gerichts- und Verwaltungsbehörden des Kantons Schwyz, B 2.1, 54 ff.) legte das
Gericht dar, die im Rahmen der Bundesgesetzgebung zu gewährenden
Ergänzungsleistungen müssten nach einheitlichen Kriterien ermittelt werden. Der
Bundesrat sei dem Auftrag, das Heim zu definieren, mit Art. 25a ELV nicht
nachgekommen, so dass jene Regelung unbeachtlich bleibe. Stattdessen sei weiterhin
auf die Gerichtspraxis (BGE 118 V 142) abzustellen.
9.
9.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass vorliegend abzuklären sein wird, ob der
Beschwerdeführer heimbedürftig im oben erwähnten Sinn sei, und gegebenenfalls
hernach, ob seine Heimbedürftigkeit in der Familie E._ adäquat aufgefangen wird. Ist
beides zu bejahen, so ist seine Ergänzungsleistung nach der Berechnungsart für
Heimbewohner (mit Tagestaxe) festzusetzen.
9.2 Die Kompetenz zur Begrenzung der bei Aufenthalt im Heim oder Spital anrechen
baren Tagespauschalen hat der st. gallische Gesetzgeber gemäss Art. 4 ELG/SG an
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die Regierung delegiert. Gemäss Art. 1 Abs. 1 lit. a der Verordnung über die nach ELG
anrechenbare Tagespauschale vom 4. Dezember 2007 (in den ab 1. Januar 2008 und
leicht geändert vom 1. Januar 2009 bis 31. Dezember 2011 gültig gewesenen
Fassungen; sGS 351.52) beträgt die höchstens anrechenbare Tagespauschale für
Personen ohne Pflegebedürftigkeit und für Betagte in stationären Einrichtungen, die
nicht auf einer kantonalen Pflegeheimliste nach Art. 39 KVG aufgeführt sind, Fr. 180.--.
Die weiteren Literae legen die Ansätze nach BESA-Pflegestufen fest. Art. 1 Abs. 3 der
Verordnung setzt die Tagespauschale bei Aufenthalt in einem Invalidenwohnheim auf
höchstens Fr. 270.-- fest. - Für die (in den polizeigüterrechtlich motivierten
Verordnungen) nicht als Heime erfassten kleinen Einheiten (wie einer Familienbetreuung
mit weniger als drei Betreuten) gibt es in der Verordnung über die nach ELG
anrechenbare Tagespauschale entsprechend keine Regelung (zur Begrenzung der
Ansätze). Der Kanton könnte eine solche Limite allenfalls noch einfügen. Unter der
anwendbaren Rechtslage rechtfertigt es sich aber, für solche heimähnliche Familien,
die eine erwachsene behinderte Person (ohne BESA-Pflegebedürftigkeit) aufnehmen,
analog von der Tageshöchstpauschale nach Art. 1 Abs. 1 der Verordnung für Personen
ohne Pflegebedürftigkeit in Heim oder Spital von Fr. 180.-- auszugehen. Denn es ist
anzunehmen, dass die Kosten in einer Pflegefamilie regelmässig unter dieser für
Spitäler und Heime mit entsprechender grösserer Infrastruktur und angestellten
Fachkräften geschaffenen Limite bleiben.
10.
10.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
angefochtenen Einspracheentscheids vom 11. April 2012 teilweise zu schützen. Die
Sache ist zu ergänzenden Abklärungen im Sinn der Erwägungen und zu ent
sprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
10.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht