Decision ID: 166d3a76-d3eb-4238-8a63-a86726559486
Year: 2011
Language: de
Court: ZH_VG
Chamber: ZH_VG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
hat sich ergeben:
I. Mit tags darauf ausgehändigter Verfügung vom 10. Juni 2010 lehnte die Sicherheitsdirektion (Migrationsamt) des Kantons Zürich Gesuche ab, die Aufenthaltsbewilligungen von A.1, eines 1974 geborenen ausländischen Staatsangehörigen, seiner Ehe- und Landsfrau A.2, geboren 1985, sowie der gemeinsamen Kinder A.3, geboren 2004, und A.4, geboren 2006, zu verlängern; zugleich forderte sie die vier Petenten auf, die Schweiz bis spätestens 15. September 2010 zu verlassen, und nannte als Weiterzugsmöglichkeit den Rekurs, welcher binnen 30 Tagen ab Zustellung beim Regierungsrat auf Deutsch mit einem begründeten Antrag einzureichen sei.
Der am (Dienstag,) 6. Juli 2010 in dieser Angelegenheit bevollmächtigte Vertreter der Familie A ersuchte das Migrationsamt durch Einschreiben vom nämlichen Tag, das am Donnerstag jener Woche beim Adressaten einging, um Zur-Verfügung-Stellen der "Akten innert nützlicher Frist zwecks Akteneinsicht". Das Migrationsamt entsprach dem mit Begleitbrief vom folgenden Freitag, welche Sendung laut Schilderung des Vertreters bei demselben am (Montag,) 12. Juli 2010 gegen Mittag einlangte.
II.
Die Eheleute A sowie ihre beiden Kinder hatten am 6. Juli 2010 auch – beim Regierungsrat am 8. bzw. 9. jenes Monats eintreffenden – Rekurs erheben und beantragen lassen, ihnen in Aufhebung der Verfügung vom 10. Juni 2010 sowie unter Entschädigungsfolge zu Lasten der Staatskasse die Aufenthaltsbewilligungen zu verlängern und umfassende unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren; im Übrigen beschränkte sich diese Eingabe nebst dem Verweis auf Vollmacht und angefochtene Verfügung als Beilagen auf Folgendes: "Die Rekurrenten haben heute ihren Rechtsvertreter über den Entscheid der Rekursgegnerin in Kenntnis gesetzt. Da derzeit dem Rechtsvertreter noch keine Akten vorliegen – Akteneinsicht wurde ebenfalls mit Datum vom 6.07.2010 gestellt -, ist es zurzeit nicht möglich eine rechtsgenügende Begründung zum Rekurs ins Recht zu legen. Ich bitte Sie daher höflich, die Frist zur Begründung nach Akteneinsicht neu anzusetzen".
Die Staatskanzlei lud die Sicherheitsdirektion mit Eingangsanzeige gleichermassen vom (Freitag,) 9. Juli 2010 zur freigestellten Rekursantwort innert 30 Tagen und zur Akteneinreichung ein, worüber sie ebenso den Vertreter der Rekurrierenden in Kenntnis setzte; dieser wie auch das Migrationsamt empfingen das einschlägige Papier wiederum am 12. Juli 2010. Mit Eingabe vom 16./17. Juli 2010 folgte die Rekursbegründung. Die Rekurrierenden nützten am 15. September 2010 die ihnen durch die Staatskanzlei eingeräumte Frist, sich zur Frage der formellen Gültigkeit und Rechtzeitigkeit ihres Rechtsmittels zu äussern.
Mit kostenfälligem Beschluss vom 27. Oktober 2010 trat der Regierungsrat auf den Rekurs nicht ein, weil die begründungslose Eingabe vom 6. Juli 2010 formell mangelhaft sowie die begründete vom 16./17. nämlichen Monats wegen Ablaufs der Rechtsmittelfrist am dazwischen liegenden (Montag,) 12. verspätet sei, und verweigerte sowohl unentgeltliche Rechtspflege als auch Parteientschädigung. Der Entscheid wurde am 9. November 2010 eröffnet.
III.
Die Eheleute A und ihre beiden Kinder liessen beim Verwaltungsgericht am 2./6. Dezember 2010 Beschwerde führen mit den Begehren, unter Entschädigungsfolge zu Lasten der Staatskasse sowie in Aufhebung des regierungsrätlichen Beschlusses ihre Aufenthaltsbewilligungen zu verlängern, eventualiter die Sache zum Eintreten auf den Rekurs zurückzuweisen, dem Rechtsmittel sodann aufschiebende Wirkung zu erteilen und ihnen schliesslich Kostenfreiheit sowie in der Person ihres Vertreters unentgeltlichen Rechtsbeistand zu gewähren. Mit Eingaben vom 13./12. Dezember 2010 und vom 8./9. Februar 2011 wurden Unterlagen zur früheren Fürsorgeabhängigkeit der Familie A sowie zu den gegenwärtigen Einkommensverhältnissen nachgereicht.
Während die Staatskanzlei sich im Auftrag des Regierungsrats am 14. Dezember 2010 mit dem Schluss hatte vernehmen lassen, das Rechtsmittel abzuweisen, verzichtete die Sicherheitsdirektion stillschweigend auf eine Beschwerdeantwort.

Die Kammer erwägt:
1. Der Regierungsrat hat als Vorinstanz gewirkt. Schon deshalb muss das Rechtsmittel kraft § 38 Abs. 1 in Verbindung mit §§ 38a Abs. 1 und 38b Abs. 3 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) gerichtsintern in Dreierbesetzung erledigt werden.
Gemäss § 70 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 VRG prüft das Verwaltungsgericht seine Zuständigkeit als solches von Amtes wegen. Diese ist betreffend Rekursentscheide auf dem vorliegenden Gebiet des Ausländerrechts nach §§ 41–44 in Verbindung mit §§ 19 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 f. sowie 19a Abs. 1 VRG gegeben. Die übrigen Eintretensvoraussetzungen erscheinen ebenso ohne Weiteres erfüllt (vgl. auch oben II Abs. 3 und III Abs. 1).
Das Gesuch, der Beschwerde aufschiebende Wirkung zu erteilen, zielte von Anfang an ins Leere, weil diese dem Rechtsmittel mangels Entzugs durch die Vorinstanz laut § 55 in Verbindung mit § 25 Abs. 1–3 VRG ohnehin eignete; ansonsten verlöre es jedenfalls mit dem jetzigen Endentscheid seinen Gegenstand.
Das Gesuch, der Beschwerde aufschiebende Wirkung zu erteilen, zielte von Anfang an ins Leere, weil diese dem Rechtsmittel mangels Entzugs durch die Vorinstanz laut § 55 in Verbindung mit § 25 Abs. 1–3 VRG ohnehin eignete; ansonsten verlöre es jedenfalls mit dem jetzigen Endentscheid seinen Gegenstand.
2. 2.1 Zu Recht unbestritten ist, dass die 30-tägige Rekursfrist hier am 12. Juli 2010 endete und zwar nicht der Antrag, wohl aber die Begründung des Rekurses an sich erst – um fünf Tage – zu spät erfolgte (vgl. §§ 11 und 22 VRG; oben I Abs. 1, II Abs. 1 f.). Die Kontroverse dreht sich zunächst nur darum, ob die Vorinstanz trotz solch grundsätzlicher Säumnis auf den Rekurs hätte eintreten müssen. Gilt es diese Frage zu verneinen, muss die Beschwerde in der Hauptsache abgewiesen werden.
2.2 Gemäss § 23 Abs. 1 Satz 1 VRG braucht die Rekursschrift im Sinn eines Gültigkeitserfordernisses einen Antrag und dessen Begründung (Alfred Kölz/Jürg Bosshart/Martin Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. A., Zürich 1999, § 23 N. 1, 6, 12, 16 und 19). An Letzterer fehlt es in der Eingabe vom 6. Juli 2010 ausser für das Gesuch um Ansetzen einer Begründungsfrist gänzlich, was allerdings insofern nicht hilft (siehe Kölz/Bosshart/Röhl, § 23 N. 18). Zwar bedarf es keiner detaillierten Auseinandersetzung mit den vorinstanzlichen Erwägungen und genügt eine summarische Motivierung; von einer solchen lässt sich jedoch nicht absehen (Kölz/Bosshart/Röhl, § 23 N. 3, 16 und 26). Denn das Rekursverfahren dient nicht dazu, die angefochtene Verfügung von Amts wegen zu überprüfen, ohne dass die Rechtsmittelbehörde wenigstens in Umrissen erkennen könnte, warum die rekurrierende Partei mit dieser Verfügung (die ihrerseits ja die Vorinstanz hat begründen müssen; vgl. § 10 Abs. 2 [frühere Fassung: OS 54, 268 ff., 269 und 290] bzw. Abs. 1 [aktuelle Version] VRG) nicht einverstanden sei (zum Ganzen und den beiden folgenden Absätzen VGr, 27. Mai 2009, VB.2009.00205, E. 6.1 – 29. Juli 2010, VB.2010.00226, E. 2.3 – 26. August 2010, VB.2010.00232, E. 1.4 – 21. Oktober 2010, VB.2010.00569, E. 3.2 – 12. Januar 2011, VB.2010.00480, E. 2 f.).