Decision ID: 4a602383-39e7-4e7f-8716-86c543b6a28b
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1977, war bei der
Y._
befristet
angestellt und dadurch bei der Suva
obligatorisch unfall
versichert, als er am 9. August 2016 eine Treppe hinunterstürzte und sich verletzte (Urk. 8/1). Die Suva trat auf den Schaden ein und leistete Heilbehandlung und Taggeld.
Mit Verfügung vom 26. Juli 2017 stellte die
S
uva ihre Leistungen per 1. August 2017 ein
(Urk. 8/117). Die dagegen gerichtete Einsprache des Versicherten vom 7. September 2017 (Urk. 8/124) wies sie mit Entscheid vom 1. Februar 2018 ab (Urk. 2 = Urk. 8/145).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 1. Februar 2018
(Urk. 2)
erhob der Ver
si
cherte am 21. Februar 2018 Beschwerde und beantragte die Weiterausrichtung der gesetzlichen Leistungen über den 1. August 2017 hinaus (Urk. 1). Mit Be
schwerdeantwort vom 16. April 2018 schloss die
S
uva auf Abweisung der Be
schwerde (Urk. 7).
Mit Replik vom 6. Juli 2018 (Urk. 12) beziehungsweise Duplik vom 27. August 2018 (Urk. 16) hielten die Parteien an ihren Rechtsbegehren fest, was ihnen gegenseitig zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 18).
Am 4. März 2019 (Urk. 18) und 7. Mai 2019 (Urk. 20) reichte der Beschwerdefüh
rer weitere Arztberichte ein. Zu diesen nahm die Beschwerdegegnerin am 26. Juni 2019 Stellung (Urk. 26). Die Stellungnahme wurde dem Beschwerdeführer am 28. Juni 2019 zur Kenntnis gebracht (Urk. 28).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. No
vember 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
9. August 2016
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder te
ilweise arbeitsunfähig
, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfa
lles zu mindestens 10 % invalid
, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG).
1.3
1.3.
1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines
Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3.2
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des
Gesundheits
schadens darstellt.
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht.
In beiden Situationen
trifft
d
ies dann zu, wenn entweder der Ge
sundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (
s
tatus
quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Ver
lauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später einge
stellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entspre
chende Beweislast beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten mass
gebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
1.3.
3
Mit dem Erreichen des
s
tatus
quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Für die Beurteilung des Gesundheitszustandes und der rechtlichen Folgen sind Versicherungsträger und Gerichte auf Angaben ärztlicher Expertinnen und Ex
perten angewiesen. Diese Angaben bilden die ausschlaggebenden Beweismittel. Nach dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Be
weisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwer
deverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte ihre Leistungen per 1.
August 2017 mit der Be
gründung ein (Urk. 2), bereits die Erstbehandlung am Unfalltag habe keine gra
vierenden Verletzungen gezeigt und die bildgebenden Abklärungen hätten keine strukturellen Läsionen ergeben.
Di
e Ärzte des Kompetenzzentrums Versiche
rungsmedizin hätten sich mit den umfangreichen Akten und bildgebenden Ma
terialien eingehend befasst und seien in ihrer Beurteilung zum Schluss gekom
men, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit über den 1. August 2017
hinaus
keine strukturellen Läsionen vorlägen, die auf den Unfall zurückzuführen seien (S. 4 unten).
Mit Beschwerdeantwort machte sie des Weiteren geltend (Urk. 7), der Beschwer
deführer sei vor dem Unfallereignis
stationär in der
Z._
behandelt worden. Dort sei ein
lumbospondylogenes
und
residuelles
radikuläres
Reizsyn
drom S1 rechts sowie eine chronische Schmerzstörung mit somatischen
und
psy
chischen Faktoren diagnostiziert worden (Ziff. 10.1 S. 3). Er sei nach dem Unfall lediglich ambulant behandelt und in gutem Allgemeinzustand nach Hause ent
lassen worden, und es sei bloss eine Arbeitsunfähigkeit von
zwei
Tagen attestiert worden. Damit sei offensichtlich, dass er sich keine schweren Verletzungen zu
gezogen habe (Ziff. 10.3 S. 4). Bezüglich der geklagten Handgelenksbeschwerden sei elektrophysiologisch weder ein
Carpaltunnel-
noch ein
Sulcus
Ulnaris
-Syn
drom nachweisbar, und
bildgebende Abklärungen hätten einen unauffälligen Be
fund und weder degenerative noch traumatische
ossäre
Läsionen gezeigt (Ziff. 104 S. 4 f.).
Mit Duplik schliesslich führte sie aus (Urk. 16), es ergebe sich aus den neu aufge
legten Berichten keineswegs, dass die geklagten Beschwerden auf den Unfall zu
rückzuführen seien (Ziff. 2.1-2.7 S. 2 f.).
2.2
Dagegen wand
te
der Beschwerdeführer
zusammengefasst
ein (Urk. 1),
er
habe sich
durch den Unfall multipel verletzt, was nur schon die umfangreichen bild
gebenden Abklärungen im
A._
am Unfalltag bewiesen. Im Ver
lauf seien einige Verletzungen von verschiedenen Fachärzten objektiviert wor
den, wobei die Behandlungen und Beurteilungen am 1. August 2017 noch nicht abgeschlossen gewesen seien. Es sei nicht erstellt, dass sämtliche Unfallfolgen auf diesen Zeitpunkt dahingefallen seien. Im Gegenteil ergebe sich aus den diversen, nach Erlass der Verfügung verfassten Berichten der
B._
, dass er über den 1. August 2017 hinaus unter
behandlungsbedürftigen
Unfallfol
gen gelitten habe, welche auch weiterhin seine Arbeitsfähigkeit beeinträchtigten (S. 13).
Mit
Replik
brachte er weiter vor
(Urk. 12), aufgrund des Unfallablaufs seien die diversen Verletzungen sehr wohl nachvollziehbar, und die Ärzte der Notfallsta
tion hätten wohl kaum bildgebende Untersuchungen veranlasst, wenn sie dazu keinen Anlass gehabt hätten (S. 2 f.). Die Abklärungen der Ärzte der Notfallsta
tion seien nicht abschliessend gewesen (S. 3). Die Untersuchungsberichte des Handgelenks belegten nicht eine fehlende organische Ursache (S. 3). Es treffe zu, dass die schwere
Lendenwirbelsäulen
-Degeneration vorbestehend sei, der Unfall habe jedoch zu einer Verstärkung der Beschwerden geführt (S. 4 f.). Auch sei der Aussenmeniskusriss am Vorderhorn belegt, die Operation vom 30. Oktober 2017 habe nicht das erwünschte Resultat gezeigt, weshalb die Behandlung andauere (S. 5 f.). Im Übrigen bestünde auch
dann
eine Leistungspflicht, wenn der
M
enis
kusriss nicht durch den Unfall verursacht worden wäre, da eine unfallähnliche Kö
rperschädigung vorläge (S. 6).
2
.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin
zu Recht davon ausging, dass die anhaltenden Beschwerden des Beschwerdeführers nach dem 1. August 2017 nicht mehr auf den Unfall zurückzuführen waren und sie dementsprechend
die Versicherungsleistungen zu Recht per 1. August 2017 eingestellt hat.
3
.
3
.1
Im Austrittsbericht des
A._
, Klinik für Chirurgie, Traumatologie, vom 10. August 2016 (Urk. 8/21/2-3) wurden folgende Diagnosen gestellt (S. 1):
-
Contusio
capitis
-
stumpfes
Thoraxtrauma
-
stumpfes Wirbelsäulentrauma
-
Überlaufblase
-
Status nach Bandscheibenpr
o
theseneinlage Höhe L5/S1 vor Jahren
-
Extremitätentrauma
-
Kontusion Schulter beidseits
-
Kontusion Ellenbogen rechts
-
Kontusion Hände beidseits
-
Kontusion Knie beidseits
-
Kontusion OSG beidseits
-
Kontusion Fuss beidseits
Der Beschwerdeführer sei am 9. August
2016
über ein Kabel gestolpert und ca. 8-10 Stufen eine Treppe hinuntergestürzt. Es hätten ein Kopfanprall ohne Be
wusstlosigkeit und eine A
mn
esie zum Ereignis bestanden (S. 1). Es sei der kon
ventionell-radiologische,
sonogra
ph
ische
sowie
Computer
tomo
(CT)-graph
ische Ausschluss von
Traumafolgen
erfolgt
(vgl. Urk. 8/6)
. Bei stumpfem Wirbelsäu
lentrauma mit posttraumatischer Überlaufblase sei ein neurologisches Konsilium erfolgt. Via
transurethralem
Katheter seien 1.5 l Urin abgeleitet worden. Im Ver
lauf sei nach Entfernung des Blasenkatheters eine spontane Miktion problemlos möglich gewesen, sodass ein konservatives Vorgehen ohne weitere Diagnostik empfohlen worden sei. Der Beschwerdeführer sei in gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen worden (S. 2).
3
.2
Dr.
med. C._
, Facharzt für Neurologie, nannte im Bericht vom 23. August 2016 (Urk. 8/17) einen Verdacht auf Commotio
spinalis
zervikal im Rahmen eines Sturzes am 9. August 201
6.
Als Nebendiagnosen nannte er einen Stolpersturz mit Polytrauma am 9. August 2016 mit
Contusio
capitis
, stumpfem
Thoraxtrauma
, stumpfem Wirbelsäulentrauma mit Überlaufblase,
Contusio
Schulter beidseits, Ellbogen beidseits, Hände beidseits, Knie beidseits und Füsse beidseits (S. 1).
Elektrophysiologisch
habe
kein Nachweis eines
Carpaltunnel-Syndroms (
CTS
)
beidseits oder eines
Sulcus
Ulnaris
-Syndroms rechts erbracht werden
können
. Am ehesten erklärten sich die Beschwerden im Rahmen einer leichten zervikalen Commotio
spinalis
bei berichtetem Wirbelsäulentrauma, Schmerzen zervikal nach dem Trauma als auch vorübergehender Blasenentleerungsstörung nach dem Trauma.
Ausweislich des Berichts aus dem
A._
seien
Traumafol
gen
auch im Bereich der Wirbelsäule mittels CT ausgeschlossen. Somit könne aktuell auf eine weitere Abklärung insbesondere zervikale Bildgebung bei fehlen
den absehbaren Konsequenzen verzichtet werden. Eine weitere Rückbildung der Beschwerden im Verlauf von Wochen beziehungsweise wenigen Monaten sei zu erwarten. Die vom Beschwerdeführer angegebenen Schmerzen im Bereich der Handgelenke insbesondere bei Flexion und Extension der Handgelenke seien auf die vorbeschriebene Kontusion der Hände zurückzuführen (S. 3).
3
.3
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurochirurgie und Facharzt für
inter
ventionelle
Schmerztherapie, nannte im Bericht vom 2. September 2016 (Urk. 8/62) folgende Diagnosen (S. 1):
-
lumbospondylogenes
und
residuelles
radikuläres
Reizsyndrom S1 rechts bei
-
Status nach zweimaliger Diskushernien-Operation bei grossvolumiger Diskushernie L5/S1 rechts (März und Juni 2014) sowie
-
Status nach Implantation einer lumbalen Bandscheibenprothese L5/S1 (Dezember 2014)
-
Magnetresonanztomographie (MRI) der Lendenwirbelsäule (LWS)
vom 29. Oktober 2015:
-
rezessale
E
inengung L4/5 beidseits mit möglicher fluktuierender L5-Reizung beidseits bei
-
Status nach zweimaliger Diskushernien-Entfernung und Implanta
tion einer Bandscheibenprothese L5/S1
-
breitbasige
r
Bandscheibenprotrusion
mit Kontakt und möglicher Kompression der Nervenwurzel L5 rechts > links
-
Status nach Treppensturz am
9. August 2016 mit
Contusio
capitis
und stumpfem Thorax-Wirbelsä
u
len
(WS)
- und
Extremitätentrauma
Das MRI LWS vom 18. August 2016 zeige keine frischen
Traumafolgen
. Im We
sentlichen sei die Situation verglichen mit den Voraufnahmen unverändert. Die aktuelle Beschwerdesituation sei weitestgehend muskulär bedingt
(S. 2).
Mit Bericht vom 22. September 2016 (Urk. 8/70) stellte
Dr.
D._
fest, nach drei Wirbelsäulenoperationen und einer stationären Reha
bilitation
in
Z._
(vgl. Urk. 8/137)
sei der Beschwerdeführer wieder voll in den Arbeitsprozess
rein
tegriert
worden. Aufgrund des Traumas vom 9. August 2016 mit Treppensturz sei es zu einer erneuten rapiden Verschlechterung gekommen. Eine Reintegration in
«
diesen
»
Beruf sei aktuell nicht möglich.
3
.4
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Anäs
thesie
,
diagnostizierte im Bericht vom 4. Oktober 2016 (Urk. 8/34) ein Schmerzsyndrom nach multiplen Prellungen durch Treppensturz (S. 1). Nach der Besserung der Prellungen
klage
der Beschwerdeführer
über
Schmerzen in den Handgelenken, den Knien, im Rücken und im Bereich des unteren Sternums. An den angegebenen Stellen klage er über eine
Druckdolenz
. Es habe sich nun ein Schmerzsyndrom entwickelt, das mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer langen, d.h. mehrmonatigen Arbeitsunfähigkeit führe (S. 2).
3
.5
Dr.
med.
Dr.
sc.
n
at
.
F._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, stellte mit Bericht vom 28. Oktober 2016 (Urk. 8/46) folgende Diagnosen
(S. 1)
:
-
posttraumatische Handgelenksschmerzen beidseits mit Verdacht auf Teil
riss des
Scapholunarbandes
beidseits bei
-
Arbeitsunfall am 9. August 2016 mit
Treppensturz
unter multiplen Kontusionen, insbesondere leichtes Schädelhirntrauma und Hyperex
tensionstrauma
beide
r
Handgelenken
, Traumatisierung beide
r Knie
und
des
Rückenfuss
es
links sowie
der
Schulter links und
des
Oberarm rechts und der W
S
-
Status nach
Humerusfraktur
im Alter von 10 Jahren
mit
-
Status nach Osteosynthese mit Fixateur extern und Schraube
; e
ine Schraube
sei noch drin
-
Status nach Rückenoperation
Der
Arthro
-MRI-Befund rechts sei unauffällig
(vgl. Urk. 8/47
= 8/142
)
. Es sei
dem Beschwerdeführer
erklärt worden, dass auch ohne ker
nspintomographisch nach
weisbare
Läsionen, insbesondere des
Scap
ho
lunarbandes
, ein Bewegungs- und Belastungsschmerz 3-6 Monate andauern kön
n
e
, ohne dass es Hinweise auf eine zugrundeliegende schwere Läsion gebe. Momentan habe der Beschwerdeführer zunehmende Rückenschmerzen und könne während der Sprechstunde nicht sit
zen. Er sei zwischenzeitlich vom Kollegen bezüglich Knieschmerzen untersucht worden, wobei der klinische Befund unauffällig gewesen sei. Zur
z
eit habe der Beschwerdeführer auch starke Schmerzen im Handgelenk links, vor allem dorsal (S. 1).
3
.6
PD
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Plastische,
Rekonstruktive
und Äs
thetische Chirurgie
,
berichtete am 21. Dezember 2016 (Urk. 8/57), der Beschwer
deführer habe ihn wegen intensiven Kribbelparästhesien an beiden Händen am 1
9.
und 26. August aufgesucht. Es sei eine neurologische Beurteilung (vgl.
vor
stehende
E.
3
.2) in die Wege geleitet worden, anlässlich welcher ein CTS
beidseits
habe ausgeschlossen werden können.
Neurologischerseits
sei differenzialdiagnos
tisch eine
Contusio
spinalis
in Erwägung gezogen worden.
3
.7
Dr.
med. H._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, stellte
mit
Be
richt vom 11. Januar 2017 (Urk. 8/61) folgende Diagnosen:
-
Treppensturz am 9. August 2016
-
Contusio
capitis
-
stumpfes Thorax, WS- und
Extremitätentrauma
-
tieflumbale Rückenschmerzen L4/5 und im mittleren/unteren
Brustwir
belsäulen(
BWS
)
-Bereich, wahrscheinlich muskulär bedingt
-
persistierende Handgelenksschmerzen beidseits mit Verdacht auf Teil
riss des
Scapholunarbandes
beidseits
-
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom S1 rechts
-
Diskushernie L5/S1 rechts mit Ne
ur
okompression S1 rechts (MRI
Mai 2015
)
-
Status nach rechts
mediolateraler
Diskushernie S1 mit Reizsyndrom
November
2008 und leichte Segmentdegenerat
i
on
L5/S1
-
chronische
lumbogluteale
Schmerzen wechselseitig, mehrheitlich rech
t
s
-
Status nach
Hemilam
in
ektomie
,
Foraminotomie
,
Neurolyse
und Dis
kektomie L5/S1 rechts
(März 2014)
-
Status nach Re-
Hemilaminektomie
(Juli 2014)
-
Status nach ventraler Diskektomie und Prothesenimplantation L5/S1
wegen Rezidiv-Diskushernie L5/S1
(Januar 2015)
-
Facettengelenksinfiltration ohne Effekt
(Mai 2015)
-
epidurale
Kortikoid
-Infiltration L4/5
(September 2015)
-
MR LWS:
rezessale
Einengung LWK 4/5 beidseits mit möglicher
fluk
tuierender
L5-Reizung beidseits
(Oktober 2015)
-
neurologische Standortbestimmung: keine Hinweise für direkte Ner
venwurzelkompression
;
unklare, nicht
dermatombezogene
Sensibili
tätsminderung rechts unklaren Ursprungs
(November 2015)
-
lumbale Schmerzen
mit Ausstrahlung rechte Leiste über Oberschenkel bis
z
um Knie sowie thorakal
(Februar 2016)
-
Miktionsstörungen unklarer
Ä
tiologie
-
Verdacht auf
Z
ervikalgie
rechts
, radiologisch unauffällig
(Februar 2010)
-
Status nach Muskelriss M
brach
ia
lis
rechts
-
Status nach Operation einer
Humerusfraktur
rechts vor Jahren
-
St
at
us nach Nasenbei
n
fraktur
(Juli 2010)
-
Status nach
Septumdeviation
mit
Septumquerstand
und
empty
Colu
mella
-
Septo
-Rhinoplastik mit Rekonstruktion der
k
audalen
Septumkante
mit
autologem
Septumknorpel
am
(Dezember 2010)
Anlässlich der ersten Kontrolle habe der Beschwerdeführer über starke Schmerzen in beiden Handgelenken, im Knie rechts, im Bereich der Achillessehne rechts, im Bereich
der
Halswirbelsäule (
HWS
)
und auch lumbal geklagt. Klinisch seien keine Prellmarken oder Hämatome sichtbar gewesen, zudem hätten sich auch keine Weichteilschwel
lungen gezeigt. Ende August sei
en Kontrollen beim Ne
u
rochirur
gen
erfolgt
(vgl.
vorstehende E. 3.3)
. Zudem sei der Beschwerdeführer auf eigenen Wunsch beim Handspezialisten gewesen
(vgl. vorstehende E. 3.6)
.
B
ei persistie
renden Schmerzen in den Handgelenken seien im Oktober Kontrollen bei
Dr.
F._
erfolgt
(vgl. vorstehende E. 3.5)
. Zudem sei der Beschwerdeführer auf eige
nen Wunsch zur Kontrolle
zu
einem Neurochirurgen in M
a
iland gegangen. Dieser habe laut Beschwerdefüh
r
er die Qualität der Voroperation am Rücken in Frage gestellt. Als mögliches Procedere sei eine
Spondylodese
diskutiert worden.
Die aktuelle Situation sei schwierig, da der Beschwerdeführer weiterhin starke Schmerzen am Rücken angebe, was aufgrund der Anamnese nicht überrasche, und im Verlauf aber doch starke Diskrepanzen in der subjektiven Wahrnehmung und in den objektivierbaren Befunden bestünden (S. 2).
3
.8
PD
Dr.
med.
I._
, Chefarzt Wirbelsäulenchirurgie, und
Dr.
med. J._
, Oberarzt Wirbelsäulenchirurgie,
B._
, stellten im Be
richt vom 12. April 2017 (Urk. 8/92) die folgenden
, hier
verkürzt dargestellten
Diagnosen (S. 1):
-
chronische
Lumboischialgie
beidseits bei
-
recessaler
Stenose L5/S1 rechtsseitig
-
leichter Facettengelenksarthrose L4/5 rechtsbetont
-
Status nach Bandscheibenprothesenimplantation L5/S1 (Dezember 2014)
-
Status nach zweimaliger
Diskushernienoperation
bei grossvolumiger Diskushernie L5/S1 rechts (März und Juni 2014)
-
Status nach Treppensturz am 9. August 2016
unter anderem
mit
-
stumpfem Thorax-,
WS
- und
Extremitätentrauma
-
tieflumbale Rückenschmerzen L4/5 und im mittleren/unteren
Brustwir
belsäulen(
BWS
)
-Bereich, wahrscheinlich muskulär
bedingt
(September 2019)
Der Beschwerdeführer leide unter
einer ausgeprägten
Lumbalgie, welche medika
mentös nicht in den Griff zu bekommen sei. Grundsätzlich sei es schwierig zu sagen, welche Symptome
auf den Unfall zurückzuführen seien
. Es bestehe eine Degeneration der Facettengelenke L4/5 sowie auch L5/S1
und
eine
reces
sale
Ste
nose L5/S1 rechtsseitig
(S. 2).
Am 6. Juni 2017 (Urk. 8/110) berichteten die Ärzte, der Beschwerdeführer habe von
einer
Infiltration beider Facettengelenke (L4/5 und L5/S1
; vgl. Urk. 8/106-107
) profitiert.
Zurzeit sei «es» deshalb nicht spezifisch auf das Segment L4/5
zurückzuführen. Bezüglich der sternalen Schmerzen
sei
in der aktuellen CT-Untersuchung
(vgl. Urk. 8/103-104)
keine frische Fraktur gesichtet werden. Es zeigten sich jedoch als Zufallsbefund kleine intrapulmonale
Noduli
beidseits (S. 2).
3
.9
Dr.
med.
K._
, Oberarzt Orthopädie,
B._
,
nannte
mit
Bericht vom 19. Mai 2017
(Urk. 8/93)
folgende
, hier
leicht verkürzt dargestellten
Diagnosen (S. 1):
-
Läsion am
anterolateralen
Meniskus rech
ts und
parameniskale
Ganglien Knie rechts
-
seit Tr
e
ppensturz am 9. August 2016
-
Status nach Treppe
nsturz am 9. August 2016
-
chronische
Lumboischialgie
beidseits
Bei der klinischen Untersuchung sowie MRI-Untersuchung
(vgl. Urk. 8/105)
zeige sich eine Läsion im
anterolateralen
Meniskus mit
parameniskalen
Ganglien, wel
che einen Teil der Beschwerden und die
Einknicksymptomatik
erklären könnten. Es zeige sich jedoch auch eine ausgeprägte Druckschmerzhaftigkeit
periartikulär
rechts über dem medialen
Femorkondylus
und dem medialen
Tibiaplateau
, wel
che bei
varischer
Beinachse und MR-radiologisch wenigen Beg
leit
ödemen nicht allein durch die Bildgebung zu erklären seien
(S. 2)
.
Am 14. September 2017 (Urk. 8/128) berichteten
Dr.
K._
und
Dr.
med.
L._
, Assistenzarzt Orthopädie
, auf der linken Seite zeige sich im MRI (vgl. Urk. 8/
110
) ein
diskoider
Meniskus ohne klaren Riss. Links gebe der Be
schwerdeführer auch nur gelegentliche Schmerzen an. Deutlich beschwerdefüh
rend sei die rechte Seite, hier würden die Schmerzen weiterhin sowohl medial als auch lateral angegeben. Lateral bestehe der bekannte Meniskusriss und die Me
niskusganglien. Für die medialen Schmerzen fände sich kein Korrelat (S. 2).
Am 30. Oktober 2017 wurde
durch
Dr.
K._
eine komplikationslose Kniearthroskopie und
Teilmeniskektomie
(Vorderhorn und Pars
intermedia
zirka
30 %), Eröffnung der Ganglien lateral rechts du
r
chgeführt (vgl. Urk. 8/133).
Am 23. Jan
uar 2018 (Urk. 13/6) berichtete
Dr.
K._
, es bestehe eine schwierige Situation bei MR-radiologisch weiterhin nachweisbare
m
Ganglion im Bereich des
anterolateralen
Meniskus, auch wenn dieser zur Voruntersuchung
et
was
regredient
sei
. Bei Beschwerdepersistenz sei voraussichtlich langfristig noch einmal ein Versuch notwendig, die Ganglien zu rese
z
ieren und das Meniskusvor
derhorn zu versteppen. Es sei unsicher, ob dies die Beschwerden vollständig lin
dere
(S. 2)
.
3
.10
Prof.
Dr.
med. M._
und
Dr.
med. N._
, Handchirurgie,
B._
,
nannten
mit
Bericht vom 29. Mai 2017 (Urk. 8/99) persistierende Handgelenksschmerzen beidseits nach Treppensturz am 9. August 2016 mit den bekannten
Diagnosen
(S. 1). Das Röntgen Handgelenk
a
p
/seitlich beidseits ergebe keinen Hinweis auf
ossäre
Läsionen oder
eine
stattgehabte Frak
tur (S. 2).
Am 14. Dezember 2017 berichteten die Ärzte (
Urk. 3/4 =
Urk. 8/139), das
Arthro
-MRI des linken Han
d
gelenks vom 17. November 2017 (vgl. Urk. 8
/140
) habe eine leichte
Auffase
rung
des dorsalen
skapholunären
(SL)-
Ligaments,
j
edoch
ohne Nachweis einer Ruptur, ein
intaktes
palmares
SL-Ligament
sowie
iunotriquetra
les
(
LT
)
-Ligament dorsal und
palmar
und
eine leichte Läsion des
triangulären
fib
rokartiloginären
Komplexes (
TFCC
)
zentral ohne Hinweis auf eine vollständige Ruptur ergeben. Die Gelenksfläche radiokarpal sowie im
distalen
radioulnaren
Gelenk (
DRUG
)
erweise sich als intakt. Es gebe keinen Hinweis auf eine Arthrose (S. 2).
3
.11
Suva-Versicherungsmediziner
Dr.
med.
O._
, Facharzt für Chirurgie, er
klärte in seiner Stellungnahme vom 25. Juli 2017 (Urk. 8/112), es lägen nicht überwiegend wahrscheinlich strukturelle Läsionen vor, die auf den Unfall zurück
zuführen seien. Insgesamt habe der Beschwerdeführer lediglich Kontusionen er
litten, sodass spätestens mit dem MRI des Knies vom 7. Juni 2017 und Nachweis einer auch dort fehlenden unfallbedingten strukturellen Läsion der
status
quo sine erreicht sei. Eine richtunggebende Verschlimmerung sei nicht überwiegend wahrscheinlich.
3
.12
Suva-Versicherungsmedizin
er
Dr.
med.
P._
, Facharzt für Physika
lische Medizin und Rehabilitation
,
gab am 25. September 2017 seine Beurteilung ab (Urk. 8/
129
): Bei der Notfalluntersuchung sei als einziger verwertbarer Hinweis für einen voraus
gegangenen
Unfall eine Prellmarke am rechten Unterarm
bei
kei
nerlei äusseren Verletzungszeichen dokumentiert. Dennoch sei eine ausserge
wöhnliche umfangreiche Diagnostik durchgeführt worden. Keine der durchge
führten diagnostischen Massnahmen h
ab
e einen Hinweis auf eine unfallbe
dingte strukturelle Läsion ergeben. Deswegen sei davon auszugehen, dass es in den
ge
nannten Bereichen, in welchen der Beschwerdeführer Beschwerden ange
geben habe, allenfalls zu einer Kontusion gekommen sei.
Leichte Kontusionen
heilten in der Regel innerhalb von sechs Wochen vollständig und ohne Hinter
lassung von Residuen ab. Aus retrospektiver Sicht sei zu erwähnen, dass sechs Wochen nach dem Unfallereignis von einem
status
quo sine auszugehen sei
. So
fern man den Massstab anleg
e, dass alle angegebenen Beschwerden mittels MRT abgeklärt werden müssten, bis man von einem Status quo sine ausgehe,
könne bezüglich
status
quo sine der bisherigen Beurteilung von
Dr.
O._
gefolgt wer
den (S. 7).
3
.13
Suva-Versicherungsmediziner
PD
Dr.
med.
Q._
, Facharzt für Ortho
pädische Chirurgie
,
und
Dr.
med. R._
, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
,
hielten in der orthopädischen Beurteilung vom 30. Januar 2018 (Urk. 8/144) fest, der Beschwerdeführer habe sich anlässlich des Ereignisses vom 9. August 2016 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit multiple Prellungen und eine Schürfwunde am rechten Unterarm zugezogen. Möglicherweise sei es zu ei
ner Erschütterung des Rückenmarks und zu einer Zerrung beziehungsweise Teilruptur der Bandverbindung zwischen Kahn- und Mondbein beider Handwur
zeln gekommen. Abgesehen von der Abschürfung am rechten Unterarm hätten trotz aller Bemühungen keine unfallbedingten strukturellen Läsionen nachgewie
sen werden können. Die Verletzungen seien damit als leicht einzustufen. Unter Berücksichtigung der fachspezifischen prognostischen Einschätzungen vom 23. August 2016 (Neurologie) und 28. Oktober 2016 (Handchirurgie) seien die unfallbedingten Verletzungen bis spätestens zum 1. August 2017 folgenfrei ab
geheilt (S. 23).
3
.14
Prof.
Dr.
med.
S._
, Facharzt für Neurochirurgie, nannte im Bericht vom 24. Mai 2018 (Urk. 13/4) folgende
, hier
verkürzt dargestellten
Diagnosen (S. 1 f.):
-
chronisch
lumboischialgiformes
Schmerzsyndrom beidseits, DD offen
-
gravierende Miktions- und Potenzstörungen sowie hypogastrische Be
schwerden, mul
t
ifaktoriell
-
s
chwere LWS-Degeneration
-
Status nach Treppensturz (August 2016)
Di
e
im Vordergrund stehenden
ilio
-hypogastrischen und vegetativen Probleme (nach der Protheseneinlage im Januar 2015 erstmals und gering, nach Treppen
sturz bis heute unerträglich) seien neuroradiologisch weiter abgeklärt worden
,
und es sei hierbei keine persistierende
Cauda
equina
-Kompression gefunden wor
den (MRI vom 28. März 2018). Gr
undsätzlich könne es sich hier
um ein vegeta
tives Problem im Rahmen der Zugangswahl für die Prothese handeln, wobei dann die sekundäre Verschlechterung nach dem Treppenstur
z vollständig ungeklärt bleibe
(S. 3).
Die
ischialgiform
ausstrahlenden Schmerzen bilateral in die Beine seien ätiolo
gisch ungeklärt geblieben. Zwar könne man aufgrund der fun
k
tionstüchtigen Prothese eine allenfalls dynamisch verstärkte
Rezessusstenose
L5/S1 rechts im MRI sehen, wogegen die links ausstrahlenden Schmerzen bei bildgebend fehlen
der Neurokompression
linksseitig im
Spinalkanal/
F
oramina
ungeklärt blieben
.
Weitere chirurgische Massnahmen an diesem im Grunde unverständlichen Schmerzzustand seien zum Scheitern verurteilt (S. 3 f.).
3.15
Prof.
Dr.
med. T._
, Chefarzt Handchirurgie, und
Dr.
med. U._
, Assistenzarzt Orthopädie,
B._
,
berichteten am 29. März 2019 (Urk. 27/3), MR-tomogra
p
hisch (vgl. Urk. 27/2) zeige sich allein ein dorsales SL-Ganglion, welches als einziges denkbares Korrelat für die post
traumatisch persistierenden Beschwerden diene, bei ansonsten guten Knorpelver
hältnissen radiokarpal und
mediokarpal
.
Laut Operationsbericht vom 12. April 2019 (Urk. 21) führte Prof.
T._
bei unkla
ren posttraumatischen Handgelenksschmerzen link
s eine Handgelenksarthrosko
pie und
eine
Synovialektomie
/
Débridement
skapholunär
links
durch
. Als posto
perative Diagnose
wurden
2 (
osteo
)
chondrale
Läsionen an
Triquetrum
und
Ha
matum
,
ungefähr
4 mm Durchmesser, nicht in den artikulierenden Gelenkantei
len, ansonsten Knorpel und Ligamente intakt
genannt
. Beide Knorpeldefekte er
schienen relativ frisch und s
eien
nicht von relevantem Narbenmaterial überzogen (S. 2).
3.16
Dr.
Q._
und
Suva-Versicherungsmedizinerin
Dr.
med.
V._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa
rates
,
kamen in der orthopädisch-handchirurgischen Beurteilung vom 19. Juni 2019 (Urk. 27/1) zum Schluss, dass es mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch das Geschehen vom 9. August 2016 zu keinen strukturellen Verletzungen beider Handgelenke gekommen sei. Unfallfolgen
hätte
n
wahrscheinlich bereits zum Zeitpunkt der Behandlung bei
Dr.
F._
, spätestens aber am 1. August 2017 nicht mehr vor
gelegen
. Die von Prof.
T._
arthroskopisch
am 12. April 2019 als blutig beschriebenen und damit nachvollziehbar als relativ frisch beur
teilten Läsionen
seien
mit weit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht auf einen zwei Jahre und acht Monate zuvor erlebten Treppensturz zurückzuführen
(S. 9 f.)
.
4.
4.1
Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (E. 4.1)
haben Versicherungs
träger und Sozialversicherungsrichter die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass der Sozialversicherungsrichter alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be
urteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf er bei ei
nander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum er auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Aus
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gege
benen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 122 V 160 f. E. 1c mit Hinweisen).
Insoweit der Beschwerdeführer der Beurteilung von
Dr.
Q._
und
Dr.
R._
(E. 3.13) den Beweiswert einer blossen Parteibehauptung beimessen will, ist ihm mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung nicht zu folgen.
4.2
Laut Bericht von
Dr.
E._
(E. 3.4) vom 4. Oktober 2016 gab der Beschwerde
führer in der Anamnese an, dass er wegen
Rückenproblemen in der
Z._
behandelt
worden sei
. In der Einsprache vom 7. September 2017 wies er auf Vorzustände hin (Urk. 8/124 S. 4 Ziff. 2.2.1)
. Der
Austrittsbericht
der
Z._
vom
24. Februar 2016 (Urk. 8/137) wurde
ihm
gemäss Mitteilungs
satz ausgehändigt und musste ihm bekannt sein.
Überdies
haben
Dr.
Q._
und
Dr.
R._
den Bericht in der Aktenzusammenfassung
und in der Krankheits
vorgeschichte zitiert
,
bei
der
medizinische Würdigung
stützten sie sich indessen nicht auf diesen.
Bei dieser Sachlage liegt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor.
4.3
Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers ist - auch wenn einer der in Art.
9 Abs.
2
lit
.
a bis
h UVV unter dem Titel
«
unfallähnliche Schädigungen
»
aufgeführten Befunde erhoben wird - nur gegeben, wenn die Verletzung wie in Art.
4
des Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechte (
ATSG
)
vor
gesehen auf eine plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines äusseren Faktors zurückzuführen ist. Bei den unfallähnlichen Körperschädigun
gen im Sinn von Art.
9 Abs.
2 UVV entfällt im Vergleich zu den eigentlichen Unfällen nach Art.
4 ATSG einzig das Tatbestandselement der Ungewöhnlichkeit des auf den Körper einwirkenden äusseren Faktors (BGE 139 V 327 E. 3.1 S. 328, 129 V 466 E. 2.2 S. 467, 123 V 43 E. 2b S. 44 f.).
Der Beschwerdeführer behauptet, die Meniskusverletzung aufgrund des Treppen
sturzes erlitten zu haben. Mit dem Treppensturz lag eine Ungewöhnlichkeit des auf den Körper einwirkenden äusseren Faktors vor
, womit das Vorliegen einer unfallähnlichen Schädigung ausgeschlossen ist.
5
.
5
.1
Fest steht, dass
die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht aufgrund des vom Beschwerdeführer erlittenen Treppensturzes anerkannt hat
und
der Beschwerde
führer nach wie vor über die nach dem
Sturz
aufgetretenen Beschwerden an
Rü
cken, Knien und Händen klagt.
Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungen trotz der geltend gemachten Beschwerden per 1. August 2017
wie nachfolgend gezeigt
zu Recht verneint
.
5
.2
Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversi
cherungsrechts, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahms
weise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann eine Diskushernie betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädi
gung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie (ver
tebrales oder
radikuläres
Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfä
higkeit auftreten (SVR 2009 UV Nr. 1 S. 1, 8C_677/2007 E. 2.3; RKUV 2000
Nr. U 379 S. 192, U 138/99 E. 2a; Urteil des Bundesgerichts U 159/95 vom 2
6.
August 1996 E. 1b). Bezüglich der Verschlimmerung eines vorbestehenden Gesundheits
schadens gelten dieselben Kriterien, was dazu führt, dass eine Unfallkausalität nur ausnahmsweise und insbesondere nur dann in Frage kommt, wenn der Unfall auch geeignet gewesen wäre, eine gesunde Bandscheibe zu verletzen (Urteile des Bundesgerichts U 555/06 vom 1
0.
Dezember 2007 E. 4.2.2; U 163/05 vom
3.
Ok
tober 2005 E. 3.1; U 441/04 vom 1
3.
Juni 2005 E. 3.1).
Ist die Diskushernie bei degenerativem Vorzustand durch den Unfall nur aktiviert, nicht aber verursacht worden, so hat die Unfallversicherung nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen. Nach derzeitigem medizinische
n
Wissensstand kann das Erreichen des Status quo sine bei posttraumatischen Lumbalgien und
Lumboischialgien
nach drei bis vier Monaten erwartet werden, wogegen eine allfällige richtungge
bende Verschlimmerung röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der al
tersüblichen Progression abheben muss; eine traumatische Verschlimmerung ei
nes klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abge
schlossen zu betrachten
(Urteil 8C_679/2010 vom 1
0.
November 2010 E. 3.3; vgl. auch SVR 2009 UV Nr. 1 S. 1, 8C_677/2007 E. 2.3 und 2.3.2 mit Hinweisen).
5
.
3
Hinsichtlich der Rückenbeschwerden ist vorab darauf hinzuweisen, dass sich der Beschwerdeführer vor dem Unfall bei
einer grossvolumigen Diskushernie L5/S1
mehrmals
einer
Rückenoperation
unterziehen
lassen musste (vgl. E. 3.3, 3.7
, 3.8, 3.14). Laut
Austrittsbericht des
A._
(E. 3.1) konnte
n
nach dem Unfall
durch die bildgebenden
Untersuchungen Frakturen ausgeschlossen werden und gemäss
Dr.
D._
(E. 3.3) zeigte das MRI
der
LWS vom 18. August 2016 keine frischen
Traumafolgen
und im Wesentlichen eine verglichen mit den Vor
aufnahmen unveränderte Situation.
Dr.
H._
(E. 3.7) wies darauf hin, dass anlässlich der ersten Kontrolle (
am 12. August 2016; vgl. Urk. 8/5/3
) klinisch keine Prellmarken oder Hämatome sichtbar gewesen und auch keine Weichteil
schwellungen vorhanden waren.
Angesichts dessen ist davon auszugehen, dass es sich beim Treppensturz nicht um ein besonders schweres
Unfallereignis
handelte und die traumatische Ver
schlimmerung des Vorzustandes nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten ist.
Allein der Umstand, dass
Dr.
I._
und
Dr.
J._
(E. 3.8) es grundsätzlich als schwierig erachteten
,
zu
beurteilen
, welche Symptome auf den Unfall zurückzuführen seien, ändert daran nichts, fanden auch sie in der CT-gesteuerten Untersuchung keine frische Fraktur.
5
.4
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvoll
ziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit b
estehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinter
nen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen; Urteil 8C_348/2016 vom
9.
De
zember 2016 E. 2.4).
5
.
5
Dr.
P._
(E. 3.12) erwog in seiner Beurteilung, obwohl ausser einer Prell
marke am rechten Unterarm keine äusseren Verletzungszeichen vorhanden wa
ren,
s
ei
dennoch eine aussergewöhnlich umfangreiche Diagnostik durchgeführt worden, wovon keine einen Hinweis auf eine unfallbedingte strukturelle Läsion ergeben habe. Tatsächlich aber diagnostizierte
Dr.
K._
(E. 3.9) eine Lä
sion am
anterolateralen
M
eniskus rechts
und
parameniskale
Ganglien am rechten Knie, und Prof.
M._
und
Dr.
N._
(E. 3.10) berichteten, dass das
Arthro
-MRI des linken Handgelenks eine leichte
Auffaserung
des dorsalen
skapholunären
Ligaments, ohne Nachweis einer Ruptur, und eine leichte Läsion des TFCC
zentral ohne Hinweis auf eine vollständige Ruptur gezeigt habe. Hierzu ist der Beurtei
lung von
Dr.
P._
nichts zu entnehmen, weshalb seine Einschätzung, dass leichte Kontusionen
im Regelfall in sechs Wochen vollständig und ohne Hinter
lassung von Residuen ausheilen, nicht nachvollziehbar
ist
.
5
.
6
Dr.
Q._
und
Dr.
R._
(E. 3.13) erwähn
t
en, dass sich im von
Dr.
K._
(E. 3.9) veranlassten MRI des rechten Kniegelenks vom 18. Mai 2017 eine horizontal verlaufende Signalauffälligkeit zeige. Das sich am rechten Aussenmeniskus darstellende morphologische Bild entsp
r
eche eher einer soge
nan
nten
Meniskopathie
. Hierbei handle es sich um eine allmählich im Laufe des Lebens als Ergebnis des normalen Alterns entstehende Texturstörung des Menis
kusgewebes.
Dr.
K._
(E. 3.9) beschrieb zwar eine seit dem Unfall beste
hende Läsion des Aussenmeniskusvorderhorns mit
parameniskalen
Ganglien bei insgesamt wenig degenerativen Veränderungen und geringem Gelenkserguss
, kann
je
doch
seinem Bericht nicht entnommen werden, dass diese traumatisch be
dingt ist
.
Aus der Aussage
allein
, dass die Läsion seit dem Treppensturz bestehe, kann
jedoch
nicht
geschlossen werden, dass sich der Beschwerdeführer die Läsion des Aussenmeniskus beim Unf
all
zugezogen hat
, sondern
dass die durch die Lä
sion entstanden Beschwerden seit dem Unfall bestehen
.
E
ine gesundheitliche Schädigung
gilt indessen nicht
schon dann
als durch den Unfall verursacht
, weil sie nach diesem aufgetreten ist (
vgl.
BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
.;
Urteil des Bundes
gerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Dies gilt vorliegend umso mehr, als
Dr.
K._
auch darauf hinwies, dass nur ein Teil der geklagten Schmerzen überhaupt auf die Meniskusläsion zurückzuführen sind und die aus
geprägte Druckschmerzhaftigkeit
periartikulär
rechts über dem medialen
Femur
kondylus
und über dem medialen
Tibiaplateau
durch die Bildgebung nicht zu erklären sei. Damit vermögen die Berichte von
Dr.
K._
die Einschätzung von
Dr.
Q._
und
Dr.
R._
nicht in Zweifel zu ziehen.
5
.
7
Bezüglich des rechten Handgelenks
gingen
Dr.
Q._
und
Dr.
R._
(E. 3.13) davon aus, dass sich der Verdacht auf einen
Teilriss
der Bandverbindung zwi
schen den Handwurzelknochen Kahn- und Mondbein beidseits durch die MR-
Arthrographie
nicht erhärtet habe (S. 20). Am linken Handgelenk habe sich das klinische Bild im Verlauf geändert. Erstmals sei im Vergleich zum Vorbefund am 14. Dezember 2017 auch ein Schmerz im Bereich des körperfernen Gelenkes zwi
schen Elle und Speiche
(DRUG) sowie im Bereich des sogenannten TFCC erwähnt worden. Da der Beschwerdeführer zuvor mehrfach handchirurgisch untersucht worden sei, sei davon auszugehen, dass diese Schmerzlokalisationen mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit neu aufgetreten seien und damit in keinem ursäch
lichen Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 9. August 2016 stünden (S. 21).
Betreffend das linke Handgelenk ergab das
Arthro
-MRI gemäss Bericht von Prof.
M._
und
Dr.
N._
(E. 3.10) eine leichte
Auffaserung
des dorsalen
skapho
lunären
Ligaments, jedoch ohne Nachweis einer Ruptur, und ein intaktes
palma
res
SL-Ligament sowie LT-Ligament dorsal
sowie
palmar
und eine leichte Läsion des TFCC zentral ohne Hinweis auf eine vollständige Ruptur.
Damit bestätigte sich der von
Dr.
F._
gestellte Verdacht auf einen
Teilriss
des
Scapholunar
bandes
nicht.
Im Operationsbericht vom 12. April 2019 hielt
Dr.
T._
(E. 3.15)
fest, radiologisch und kernspintomographisch finde sich keine Erklärung für die Handgelenksschmerzen, ausser einem kleinsten Handgelenksganglion dorsal über dem SL-Band
.
Dass dieses auf den Unfall zurückzuführen sei, erwähnte er nicht.
Als postoperative Diagnose stellte er zwei (
osteo
)
chondrale
Läsionen an
Triquet
rum
und
Hamatum
, welche relativ fris
ch
erschienen und nicht von relevantem Narbenmaterial überzogen seien.
Hierzu äusserten sich
Dr.
Q._
und
Dr.
V._
(E. 3.16) in ihrer Stellungnahme, dass die als blutig beschriebenen und damit nachvollziehbar als relativ frisch beurteilten Läsionen nach über 2 1/2 Jahren kaum mehr auf den Treppensturz zurückzuführen seien
.
Damit vermögen auch die Berichte der Ärzte der Handchirurgie der
B._
die Beurteilung von
Dr.
Q._
und
Dr.
R._
nicht in Zweifel zu ziehen.
6.
Nach dem Dargelegten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen per 1. August 2017 eingestellt hat. Folglich ist die Beschwerde abzuweisen.