Decision ID: 3264511b-025b-4ae4-9e1a-07ea22d276da
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1966 geborene
X._
absolvierte
eine kaufmännische Ausbildung
und
war
mit unterschiedlichen
Teilzeitpensen
bei verschiedenen Arbeitgebern (
Urk. 9/
8,
Urk. 9/10,
Urk. 9/12)
tätig. Sie arbeitete zudem
als
selbständig erwer
bende Treuhänderin
und
bezog zwischendurch
Arbeitslosenentschädi
gungen
(Urk. 9/22-24 und
Urk.
9/68)
.
Am
25
. Februar 2002
(Eingangsdatum)
meldete sie sich
unter Hinweis auf eine körperliche und psychische Überlastung
, Depressionen und Angstzustände
erstmals bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Rentenbezug an (Urk. 9
/2).
Die IV-Stell
e klärte die erwerblichen und medizi
ni
schen Verhält
nisse ab.
Mit Verfügung vom 3. August 2005 wies
sie
das
Leistungsbegehren der
Versicherten
ab. Wegen
der
fehlen
de
n
Mitwirkung
der Versicherten
wurde aufgrund der Akten ent
schieden (
Urk. 9/42
).
Die
Ver
fügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.2
Am 2
9
. Dezember 2010
(Eingangsdatum)
meldete sich
die Versicherte
bei der IV-Stelle
unter Hinweis auf eine Erschöpfungsdepression (Burnout) sowie jah
relange schwere Schlafstörungen
erneut zum
Rentenbezug
an (
Urk. 9
/60
).
Die IV-Stelle zog daraufhin einen
IK-
Auszug (Urk. 9/68
),
die
Arztberichte
von Dr. med.
Y._
,
Facharzt
FMH
für
Allge
meinmedi
zin, vom 18. Januar 2011
(Urk. 9/69/5
), des
Z._
vom 28.
Februar 2011 (Urk. 9/83/6 ff.
) sowie
des
A._
vom 18. März 2011
(Urk. 9/84/5
) bei und holt
e
Arbeit
geberbe
richte
(Urk. 9/67/9, Urk. 9/71 und Urk. 9/78
; vgl. auch
Urk.
9/93/1-7
) sowie die
Akten des
Kran
kentag
geld
versich
erers
AXA Winterthur (Urk. 9/81/1-19
) ein.
Diese Akten legte sie ihrem Regio
nalen Ärzt
lichen Dienst (RAD) zur
Stellungnahme
vor (Urk. 9/85
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Vorbescheid vom 22. März 2011
[
Urk. 9/86
] und Einwand vom 19. April 2011 [Urk. 9/96]
)
wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom
18. Mai 2011
abermals ab (Urk. 9/101
).
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 17. Juni 2011 Beschwerde beim hiesigen Gericht (Urk. 9/105/3
ff.
),
welches
mit Urteil vom 3
0.
Mai 2012
die Beschwerde
guthiess und die Sache an die IV-Stelle zurück
wies, damit diese nach
ergänzenden
Abklärungen über den Leistungsanspruch neu verfüge (Urk. 9/107
; Verfahren IV.2011.
00
689
).
1.3
Nach der Rückweisung zog die IV-Stelle
den
Arztbericht des
Z._
vom 12. November 2012 (Urk. 9/115/6 ff.
, unter Beilage eines Berichtes
vom 20. Mai 2010
[
Urk. 9/115/10 ff.
]
)
sowie
einen
IK-Auszug bei (Urk. 9/119) und veranlasste eine polydisziplinäre Begutachtung der Versi
cherten (Urk. 9/120 f.). Das Gutachten
des
B._
wurde am 3
. Juli 2013 erstattet (Urk. 9/132).
Mit Vorbescheid vom 6. September 2013 kündigte die IV-Stelle an, das
Leistungsbegehren abzuwei
sen (Urk. 9/136). Nachdem die Versicherte am 29. November 2013 Einwand erhoben hatte (Urk. 9/145; vgl. auch das Fristerstreckungsgesuch vom 9. Oktober 2013 [Urk. 9/142]), holte die IV-Stelle einen aktuellen IK-Auszug (Urk. 9/149) sowie die
Akten
des
Krankentag
geld
versicherers
Atupri
Kranken
kasse ein (Urk. 9/151).
Mit Verfügung vom 14. Juli 2014 wies sie das
Leis
tungsbegehren
ab (Urk. 2 [= Urk. 9/153]).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 11. September 2014 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen beziehungsweise
es sei ihr
eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventuell sei ein Zweit- beziehungsweise
Ober
gutachten
einzuholen. Subeventuell sie die Sache für ergänzende Abklärungen und zu neuem Entscheid an die
Be
schwerdegegnerin
zurückzu
wei
sen (Urk. 1 S. 2). In prozessualer Hinsicht beantragte die Beschwerdeführerin die Gewäh
rung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1 S. 2).
Mit Eingabe vom 18. September 2014 (Urk. 4) reichte die Beschwerdeführerin einen Bericht von
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Pneumologie, Schlafmedizin und Innere Medizin
,
vom 15. September 2014 (Urk. 5) ein.
Mit
Beschwerde
ant
wort
vom
23. Oktober
2014 (Urk. 8) schloss die
Be
schwerde
gegnerin
auf Abweisung der Be
schwerde.
Mit Verfügung vom
9. Januar 2015 wurde der
Beschwerdeführerin
die unentgeltliche Rechtspflege gewährt
, und es wurde ihr das Doppel der Beschwerdeantwort zugestellt
(Urk. 17).
Mit Eingabe vom 18. Juni 2015 reichte die Beschwerdeführerin weitere ärztliche Berichte ein (Urk. 19 und Urk. 20
/1-7
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversiche
rungs
rechts
[
ATSG
]
).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
1.6
Für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung ist für das Sozialversicherungsgericht in der Regel der Sachverhalt massgebend, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwaltungsaktes gegeben war. Tatsa
chen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung bilden (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis). Sie können indessen, unter Wahrung des rechtlichen Gehörs, berücksichtigt werden, wenn sie kurze Zeit nach dem Erlass des angefochtenen Entscheids eingetreten sind, sich ihre Beachtung aus prozessökonomischen Gründen unbedingt aufdrängt und sie hinreichend klar feststehen (BGE 105
V
156 E. 2d; ZAK 1984 S. 349 E. 1b). Dies ist der Fall, wenn sie mit dem Streitge
genstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurtei
lung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beeinflussen (BGE 99 V 98 E.
4 mit Hinweisen).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin, die Abklärungen hätten ergeben, dass kein IV-relevanter Gesundheitsschaden vorliege. In der angestammten Bürotätigkeit sowie in anderen körperlich leichten, angepassten Tätigkeiten bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit. Es sei kein dauernder
Gesund
heitsschaden
mit Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit ausgewiesen (Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend, das Gutachten, auf wel
ches sich die Beschwerdegegnerin stütze, sei inhaltlich teilweise falsch und/oder unvollständig sowie in entscheidenden Punkten und im Ergebnis nicht nach
vollziehbar (Urk. 1 S. 5 ff.). Nicht nachvollziehbar sei, weshalb der psychiatri
sche Gutachter, abweichend von sämtlichen behandelnden Ärzten, lediglich eine leichte depressive Symptomatik diagnostiziert habe und keine mittel
schwere bis schwere (Urk. 1 S. 10 f.). Mangelhaft an der psychiatrischen Unter
suchung und am Ergebnis sei zudem, das die Entwicklung der Depression und die über längere Zeit hinzugetretenen auslösenden Faktoren sowie die Dauer der Krankheit und die Verfestigung seit Ende 2009 nicht berücksichtigt worden seien (Urk. 1 S. 11
). Im Gutachten fehle es auch an einer Zusammenschau der einzelnen Fachdisziplinen. Vielmehr sei auf
die Einschätzung der Ärzte des
Z._
vom 20. November 2013 abzustellen (Urk. 1 S. 12). Die Beschwerdegegnerin sei zudem auf die Einwände der Beschwerde
führerin im
Vorbescheidverfahren
nicht beziehungsweise nur pauschal und theoretisierend eingegangen, womit sie deren Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt habe (Urk. 1 S. 13).
2.3.
Die Rüge der rechtlichen Gehörsverletzung ist aufgrund ihrer formellen Natur vorweg zu behandeln (vgl. BGE 118
Ia
18
Erw
. 1a).
Das Recht auf eine Begrün
dung eines Entscheides ist ein Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör, wie er neben den speziellen gesetzlichen Regelungen in
Art.
42 ATSG und
Art.
57a
Abs.
1 IVG auch in
Art.
29
Abs.
2 der Bundesverfassung (BV) garan
tiert wird (vgl. BGE 124 V 181
Erw
. 1a). Die Begründungspflicht soll verhin
dern, dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und soll dem Betroffenen ermöglichen, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anzufech
ten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können. Es muss für sie nachvollziehbar sein, inwieweit die Einwände gewürdigt wurden. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre Verfügung stützt. Die Verwaltung darf sich nicht darauf beschränken, die vom Versicherten im
Vorbescheidverfahren
vorgebrachten Einwände tatsächlich zur Kenntnis zu nehmen und zu prüfen; sie hat ihre Überlegungen dem Betroffenen gegenüber auch namhaft zu machen und sich dabei ausdrücklich mit den (
entscheidwe
sentlichen
) Einwänden auseinanderzusetzen oder aber zumindest die Gründe anzugeben, weshalb sie gewisse Gesichtspunkte nicht berücksichtigen kann. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder
tatbeständli
chen
Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 124 V 181 ff.
Erw
. 1a und
Erw
. 2b mit Hinweisen, 126 V 80
Erw
. 5b/
dd
; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom
3.
Oktober 2006 in Sachen J., I 614/06,
Erw
. 3.2). Nach der Rechtsprechung kann eine - nicht besonders schwerwiegende - Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, wenn der Betroffene die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwer
deinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei über
prüfen kann. Die Heilung eines - allfälligen - Mangels soll aber die Ausnahme bleiben (BGE 12
4 V 183
Erw
. 4a mit Hinweisen).
Im angefochtenen Entscheid vom
14. Juli 2014
(Urk. 2)
wurden die Überlegun
gen genannt, von denen sich die Beschwerdegegnerin in ihrem Entscheid hat leiten lassen und auf die sich der Entscheid stützt. Auch
ging
die
Beschwerde
gegnerin
im Wesentlichen auf die
Einwände
der Beschwerdeführerin
vom 29. November 2013
(
Urk. 9/145)
ein; dabei musste
sie
sich
nicht
mit jedem
ein
zelnen Einwand
auseinandersetzen. Selbst wenn eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorläge, wiegte diese jedoch nicht schwer.
Denn die
Beschwerdeführer
in
vermochte den Entscheid dennoch sachger
echt anzufechten und konnte ihr
Anliegen vor einer Beschwerdeinstanz vortragen, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei übe
rprüft (vgl. BGE 127 V 431
Erw
.
3d/
aa
S. 437).
Eine allfällige Verletzung wäre daher jedenfalls als geheilt zu betrachten.
Von einer Rückweisung aus formellen Gründen ist aber auch aus prozessökonomischen Gründen und mit Blick auf das gebotene einfache und rasche Verfahren (vgl. BGE 132 V 387
Erw
. 5.1 S. 390 mit Hinweis) abzusehen, nachdem die Sache bereits
einmal
an die Vorinstanz zurückgewiesen worden ist
(vgl. E. 1.2)
.
2.4
Auf die
weiteren
Vorbringen der Parteien sowie die Akten ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den Erwägungen einzugehen. Vorab ist darauf hinzuweisen, dass die in
Neuanmeldungsver
fahren
grundsätzlich zu prüfende Frage, ob eine für den Rentenanspruch rele
vante Änderung in den gesundheitli
chen oder erwerblichen Grundlagen einge
treten ist, vorliegend entfallen muss, da die rentenabweisende Verfügung vom 3. August 2005 aufgrund einer man
gelhaften Aktenlage erfolgte (vgl. die im Urteil vom 30. Mai 2012 des hiesigen Gerichts
hierzu
enthaltenen Erwägungen
[
Urk. 9/107 E. 2.3 mit weiteren Hin
weisen
]
). Zufolge der Rückweisung durch das hiesige Gericht (vgl. E. 1.2)
ist ein allfälliger Anspruch der
Beschwerdeführerin auf Rentenleistungen
aufgrund
der Zweitanmeldung vom 2
9
. Dezember 2010
(Urk. 9/60)
zu prüfen. Ein allfälliger
Rentenanspruch
entstünde
gemäss
Art.
29
Abs. 1
IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach
dieser erneuten
Geltendmachung des
Leistungsan
spruchs
, mithin frühestens im Juni 201
1.
3.
3.1
Das Gutachten des
B._
vom 3. Juli 2013 beruht auf internistischen, orthopädi
schen, neurologischen, dermatologischen
und psychiatrischen
Untersuchungen (Urk. 9/131/1
und
Urk.
9/132/2
). In der interdisziplinären Zusammenfassung wurden die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf
geführt
(Urk. 9/132 S. 25):
Chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5/Z98.8)
Status nach mikrochirurgischer Entfernung einer Diskushernie LWK 5/SWK 1 links am 12.7.2011 (
Dr.
D._
,
E._
)
r
adiologisch kein Hinweis für
Rezidivhernie
sowie gegenüber der Vor
untersuchung unveränderte kleine Raumforderung
intradural
auf Niveau LWK 1 (DD
Ependymom
/
Neurinom
)
(
MRI 23.6.2011 und 7.5.2012)
g
eringe Bewegungseinschränkung der lumbalen Wirbelsäule
Chronische Polyarthralgie im Fingerbereich beidseits (ICD-10 M19.4)
Symptomatischer
Hallux
valgus
links bei Spreizfuss (ICD-10 M21.87/M21.07)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden die folgenden genannt:
Leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0)
Undifferenzierte
Somatisierungsstörung
(ICD-10 F45.1)
Chronischer ventraler Knieschmerz beidseits (ICD-10 M79.66)
Restle
s
s
-
Legs
-Syndrom (ICD-10 G25.81)
Atopische
Dermatitis (ICD-10 L20.8)
Rhinokonjunktivitis
allergica
(ICD-10 J30.1)
Belastungsasthma bei
atopischer
Diathese (ICD-10 J45.0)
Atherom hochparietal (ICD-10 L72.1)
Hypochrome,
mikrozytäre
Anämie (ICD-10 G64.9)
Multiple Nahrungsmittelallergien anamnestisch (ICD-10 T78.1)
Im Gutachten wurde festgehalten,
aus polydisziplinärer Sicht bestehe bei der Beschwerdeführerin für körperlich andauernd mittelschwere und schwere Tätig
keiten keine zumutbare Arbeitsfähigkeit. Für die angestammte Bürotätigkeit sowie für andere körperlich leichte, angepasste Tätigkeiten bestehe eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100 %. Im Anschluss an die am 12. Juli 2011 durchgeführte Bandscheidenoperation dürfte eine vollständige Arbeitsunfähig
keit bestanden haben. Spätestens sechs Monate postoperativ könne von einer zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit ausgegangen werden. Ansonsten bestünden keine Hinweise für eine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit im Ver
lauf (Urk. 9/132 S. 27).
3.2
3.2.1
Das polydisziplinäre Gutachten des
B._
vom 3. Juli 2013 basiert auf fachärztli
chen Untersuchungen, wurde in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
sowie insbesondere auch unter Berücksichtigung der geklag
ten Beschwerden erstattet. Die Gutachter haben die
medi
zinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen nachvoll
ziehbar begründet. Das Gutachten erfüllt demnach alle
recht
spre
chungsgemäs
sen
Kriterien für eine beweistaugliche medizinische
Entschei
dungsgrundlage
, weshalb ihm grundsätzlich voller Beweiswert zukommt (vgl. E. 1.5).
3.2.2
Die
formellen Rügen der Beschwerdeführerin gegen das
Gutachten
vermögen dessen grundsätzliche Beweistauglichkeit nicht in Frage zu stellen.
Allfällige
Flüchtigkeitsfehler
hinsichtlich der familiären Erkrankungen (vgl. Urk. 1 S. 7),
sind d
afür
von vornherein nicht geeignet, denn
daraus
zogen die
Gutachter
keine
Schlussfolgerungen, die sich auf die Beurteilung des Gesundheitsschadens und der Leistungsfähigkeit auswirkten.
Weshalb die Gutachter bewusst oder unbewusst falsche Angaben hätten machen sollen, ist ebenfalls nicht ersichtlich. Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, vereinzelte Angaben im Gutachten entsprächen nicht den Tatsachen beziehungsweise gäben nicht ihre Schilderun
gen wieder (vgl. Urk. 1 S. 7 ff.), ist somit nicht zielführend. Auch ist nicht nachvollziehbar, weshalb die Unterredung beim Psychiater zu kurz hätte sein
sollen,
damit
der psychiatrische Verlauf in der Begutachtung seriös hätte beur
teilt werden können (Urk. 1 S. 7). Die Beschwerdeführerin verzichtete nach dem Gespräch mit dem psychiatrischen Gutachter von über einer Dreiviertelstunde von sich aus auf Ergänzungen (Urk. 9/132 S. 12).
Die Beschwerdegegnerin wies sodann zu Recht darauf hin, dass der Aussagegehalt einer Expertise primär davon abhängt, ob sie inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichtes 9C_671/2012 vom 1
5.
November 2012
E.
4.5).
Dass eine Beurteilung der Gu
tachter in der Gesamtschau fehlt
(Urk. 1 S. 13), trifft sodann nicht zu. Die Konklusion des Gutachtens wurde durch einen interdisziplinären Konsensus mit allen unterzeichnenden Gu
tachtern erarbeitet (Urk. 9/132 S.
26).
3.3
3.3.1
Zunächst ist auf die im Gutachten aus somatischer Sicht attestierte Arbeitsfä
higkeit von 100 % einzugehen.
3.3.
2
Im Gutachten wurde aus allgemeininternistischer Sicht ausgeführt, die Unter
-
su
chung
sei unauffällig gewesen. Bei den Laboruntersuchungen sei eine
mikro
zytäre
,
hyperchrome
Anämie mit einem leicht erniedrigten
Hb
-Wert von 10,5 g/dl festgestellt worden. Die Anämie sei
leichtgradig
ausgeprägt und vermöge nicht die von der Beschwerdeführerin beklagten invalidisierenden Beschwerden zu erklären. Diese klage auch über eine Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust, der BMI-Wert liege jedoch im oberen Normbereich. Es könn
t
en keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden und es bestehe für die bis
herige Tätigkeit eine 100%ige Arbeits- und Leistungs
-
fähigkeit. Auch im Verlauf könne aus allgemeininternistischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähig
keit für die bisherige Tätigkeit attestiert werden. Als
medizinische Massnahme empfahl der internistische Gutachter
dringend eine Eisensubstitution (Urk. 9/132 S. 9 f.).
3.3.
3
Gemäss orthopädischem Gutachter
können die von der Beschwerdeführerin beklagten Beschwerden durch die klinischen und radiologischen Befunde kei
nesfalls vollständig begründet werden. Nachvollziehbar seien eine gewisse Restsymptomatik nach lumbalem Bandscheibeneingriff vor knapp zwei Jahren sowie gewisse Einschränkungen an den Fingergelenken beider Seiten sowie der linken Grosszehe. Das als invalidisierend geschilderte Ausmass der sehr wech
selhaft ausgeprägten Schmerzen sei dabei nicht nachvollziehbar. Insgesamt bestünden klare Hinweise für eine Schmerzausweitung (Urk. 9/132 S. 20).
3.3.
4
Der neurologische Gutachter hielt fest,
die
aktuellen Angaben
der Beschwerdefüh
rerin
hinsichtlich der
lumbalen Rückenschmerzen seien etwas schwierig nachvollziehbar. Sie berichte, dass jegliche monotone Körperhaltung,
aber auch sämtliche Tätigkeiten mit bereits leichter körperlicher Belastung zu einer massiven Zunahme der Schmerzen führten. Sie sei deshalb auch im
Haus
haltsbereich
erheblich behindert. Später berichte sie jedoch, dass sie regelmäs
sige sportliche Aktivitäten ausführe (Velofahren oder Inlineskating). Bei der kli
nischen Untersuchung sei keinerlei Schonverhalten erkennbar.
Radikuläre
Schmerzausstrahlungen würden nicht beschrieben. Somit könnten aus neurolo
gischer Sicht die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten
höhergradigen
Einschränkungen im alltäglichen Leben nicht objektiviert werden. Zusätzlich beschreibe die Beschwerdeführerin
insomnische
Beschwerden aufgrund einer
Restless
-
Legs
-Symptomatik. Die
Medikamente, welche der Beschwerdeführerin aufgrund ihrer psychischen Problematik verschrieben worden seien,
Seroquel
und
Prazine
, führten oftmals zu einer
Verstärkung von
Restless
-
legs
-
Sympto
men. Die bestehende
neuroleptische
Therapie sollte kritisch hinterfragt werden. Die aktuelle
Benzodiazepinmedikation
sei zwar geeignet, um
Restless
-
Legs
-Beschwerden zu behandeln. In dieser Situation wäre jedoch eine Ums
tellung auf
Rivotril
zu empfehle
n (Urk. 9/132 S. 22 f.).
3.3.
5
Der dermatologische Gutachter
kam zum Schluss,
dass aktuell aus dermatologi
scher Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe. B
ei der Tätigkeits-Auswahl müsse lediglich Rücksicht auf die bestehenden Sensibilisierungen genommen werden, was bedeute, dass keine Tätigkeiten mit Tieren oder in der freien Natur ausgeübt werden sollten. Jegliche Büroarbeiten könnten uneingeschränkt aus
geübt werden. Aktuell bestehe eine leichte Dermatitis im Gesichtsbereich, die im Zusammenhang mit der
atopischen
Diathese stehe. Am Rücken und im
Schul
terbereich
seien einzelne
exzematische
Effloreszenzen mit Kratzerartefakten erkennbar, welche auf einen Juckreiz hindeuteten. Die Veränderungen seien mild ausgeprägt. Die bekannten Nahrungsmittelallergien würden durch eine entsprechende Diät kompensiert. Ebenfalls bestehe kein Anhalt für ein beruflich bedingtes Kontaktekzem oder weitere beruflich bedingte Sensibilisierungen. Die Beschwerdeführerin berichte aktuell über keine Beschwerden bezüglich der
Rhi
nokonjunktivitis
oder Asthma bronchiale (Urk. 9/132 S. 24).
3.3.
6
In Anbetracht der
obgenannten
Erwägungen
wurde von den Gutachtern für die angestammte Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Treuhänderin eine
andau
ernde
somatisch bedingte Arbeits
un
fähigkeit schlüssig verneint.
Dies steht auch nicht im Widerspruch zu den
Beurteilungen
der behandelnden Ärztinnen und Ärzte, zumal diese
entweder keine Angaben
zur
Arbeitsfähigkeit
mach
t
en
(
vgl.
Berichterstattungen des
E._
vom 23.
Juni 2011 [
Urk. 9/132/63
]
,
7. Mai 2012
[Urk. 9/132/62
]
und vom
28. Oktober 2014 [Urk. 20/2 f.
]
, von
Dr.
med.
F._
, Fachärztin FMG für Gastro
enterologie und Innere Medizin, vom 23. September 2014 [Urk. 20/6]
sowie von Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Pneumologie,
Schlafmedizin und Innere Medizin vom 15. September 2014 [Urk. 5]
)
oder keine isolierte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht
vornahmen
:
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin und ehemaliger Hausarzt der Beschwerdeführerin (Urk. 9/114), attestiert
e in seinem
Bericht vom 18. Januar 2011
(Urk. 9/69/5)
beziehungsweise im ärztlichen Zeugnis vom 7. April 2011
(Urk. 9/95/1)
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, welche er ausschliesslich mit einer psyc
hiatrischen Diagnose begründete
.
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin und ehemaliger Hausarzt der Beschwerdeführerin (Urk. 9/114), attestierte ebenfalls eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit,
dies unter Berücksichtigung der Diagnosen
eine
r
mittelschwere
n
depressive
n
Episode mit Erschöpfungszustand
und eines Eisenmangels
(Urk. 9/151/8 f
f
.).
Eine v
or
übergehende Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit
d
er
mikrochi
rurgischen
Entfernung einer Diskushernie L5/S1 links
am 12. Juli 2011
ist
aus
gewiesen
. In den Akten befinden sich zwei Arbeitsunfähigkeitszeugnisse vom 24. Juni 2011 (Urk. 9/132/40) und vom 14. Juli 2011 (Urk. 9/132/39) sowie
ein provisorischer Austrittsbericht des
E._
vom 14. Juli 2011
(Urk. 9/132/52); darin wird der
Beschwerdeführerin
insgesamt
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom
20. Juni
bis 13. September 2011 attestiert
.
Dies steht der Einschätzung der Gutachter,
wonach
spätestens sechs Monate nach der Bandschei
b
enoperation wieder von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen sei (Urk. 9/132 S. 27), nicht entgegen.
Dass
das chronische Asthma der Beschwerdeführerin bei der Begutachtung übersehen wurde, wie ihr Anwalt in der Eingabe vom 18. September 2014 behauptet (Urk. 4), erweist sich offenkundig als falsch. Im Gutachten wurde die Diagnose eines Belastungsasthmas bei
atopischer
Diathese (ICD-10 J45.0) gestellt (Urk. 9/132 S. 25). Ausserdem berichtete die Beschwerdeführerin zu diesem Zeitpunkt über keine Beschwerden bezüglich des Asthmas (vgl. E. 3.3.
5
). Erst im Bericht der Klinik
H._
vom 15. September 2014 (Urk. 5) wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin beklage, seit circa drei Monaten an starker Dyspnoe zu leiden, dies bei Anstrengung und bei Kontakt mit Tabakrauch. Inwiefern eine Anstrengungsdyspnoe sowie ein retrosternales
Oppressionsgefühl
bei Kontakt mit Tabakrauch
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als
Treuhänderin zu begründen vermöchte
, ist indessen nicht
einsichtig
. Der Bericht enthält denn auch keine Angaben über eine Arbeitsunfä
higkeit (Urk. 5).
3.4
3.4.1
Gemäss psychiatrischem Gutachter
des
B._
ha
t
die Beschwerdeführerin das Untersuchungszimmer mit normalem Gang betreten. Während des Gesprächs
habe sie wiederholt geweint. Sie habe auch aus ihrer mitgebrachten
Mineral
wasserflasche
getrunken. Nach dem Gespräch von über einer Dreiviertelstunde habe sie nichts beizufügen gehabt. Folgender Befund wurde festgehalten: Der affektive Kontakt sei gut herste
llbar, die Stimmung depressiv. D
ie Beschwerde
führerin spreche mit normaler Stimme, ihre Mimik und Gestik seien normal ausgeprägt. Die affektive Modulation sei eingeschränkt. Sie sei durchwegs in leidender Haltung und trauriger Gestimmtheit geblieben. Sie gebe erhöhte Ermüdbarkeit am Tag und Schlafstörungen in der Nacht an. Hinweise auf manifeste Ängste mit vegetativen Symptomen bestünden nicht. Die Vigilanz sei nicht gestört. Die Beschwerdeführerin sei bewusstseinsklar und allseits orien
tiert. Ihre Angaben bezüglich der beruflichen Karriere stimmten nicht genau mit den Angaben in den Akten überein. Zeitgitterstörungen bestünden nicht. Die Aufmerksamkeit, die Auffassung und das Gedächtnis seien nicht beeinträchtigt. Das Denken sei formal geordnet
,
und inhaltlich bestünden keine Wahnideen, Sinnestäuschungen, Halluzination und Ich-Störungen. Sie gebe Schwierigkeiten am Morgen mit dem Aufstehen an. Hinweise auf Suizidalität bestünden nicht.
Die Realitätsprüfung und die Urteilsbildung seien intakt. Die Beschwerdeführe
rin gebe normale Kontakte an. Die Affektsteuerung sei etwas vermindert mit raschem Weinen ohne Hinweise auf Impulskontrollstörungen. Anamnestisch gebe sie auch aggressive Gestimmtheit an. Der Antrieb sei herabgesetzt mit erhöhter Ermüdbarkeit bei erhaltener Intentionalität. Die Selbstwertregulation sei erhalten. Die Abwehrmechanismen seien nicht deutlich auffällig (Urk. 9/132 S. 12 f.).
Unter dem Titel „Psychiatrische Beurteilung“ hielt der psychiatrische Gutachter im Wesentlichen fest, dass bei der Beschwerdeführerin diagnostisch eine leichte depressive Episode mit depressiven Verstimmungen, erhöhter Ermüdbarkeit, Antriebsstörung, Morgentiefs und Schlafstörungen sowie eine undifferenzierte
Somatisierungsstörung
mit somatischen Beschwerden wie vor allem Schmerzen, aber auch Müdigkeit und allgemeiner Leistungsintoleranz bestünden. Es bestün
den lebensgeschichtliche Belastungen mit einem brutalen Vater, der sie wieder
holt geschlagen und auch sexuelle Übergriffe getätigt habe, bis es zur Trennung der Mutter von ihm gekommen sei, einer gescheiterten Ehe, Enttäuschungen durch die Cousine, bei welcher sie sich lange um deren Kinder gekümmert habe. Der geliebte Stiefvater sei 1988 nach fünfjähriger Krankheit an Alzheimer ver
storben, die Schwester, die ihr viel im Haushalt geholfen habe, sei im letzten Jahr an Brustkrebs erkrankt. Es bestehe eine finanziell angespannte Situation. Auch sei die Staatsanwaltschaft involviert, wodurch sie sehr belastet sei. Sie könne es sich kaum vorstellen zu arbeiten und begründe dies mit ihren Depres
sionen, die sie auch auf ihre lebensgeschichtlichen Belastungen zurückführe (
Urk.
9/132 S. 13).
Die leichte depressive Episode wirke sich nicht einschränkend auf die Arbeitsfä
higkeit aus. Die Beschwerdeführerin leide nicht unter deutlichen
Konzentrati
onsstörungen
und sei nicht suizidal. Es bestehe zwar ein chronischer Verlauf. Es bestehe aber kein schweres psychisches Leiden, das therapeutisch nicht günstig beeinflusst werden könnte. Ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beein
flussbarer Verlauf bei einer zwar entlastenden, aber missglückten
Konfliktbe
wältigung
sei nicht erwiesen. Die therapeutischen Möglichkeiten seien theore
tisch nicht ausgeschöpft. Die Achse-2-Diagnose einer Persönlichkeitsstörung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit könne nicht gestellt werden. Der Beschwerdeführerin könne es aus psychiatrischer Sicht zugemutet werden, einer ihren körperlichen Einschränkungen angepassten Tätigkeit ganztags und ohne Leistungseinschränkung nachzugehen (
Urk.
9/132 S. 13-14).
Die Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin könne durch die psychiatrischen Befunde nicht objektiviert werden. Im Untersuchungsgespräch habe sie sich durchaus konzentrieren können. Sie habe normale Kontakte in ihrem Umfeld angegeben. Ein sozialer Rückzug sei nicht deutlich stark und in allen Bereichen ihres Lebens ausgeprägt. Sie erhalte in ihrem Haushalt Hilfe, jetzt von einer Bekannten. Sie verrichte im Haushalt aber durchaus körperlich angepasste Tätigkeiten. Sie sei in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung. Auf
grund des Medikamentenspiegels bestehe aber keine optimale Compliance. Aus psychiatrischer Sicht könne nicht begründet werden, warum ihr eine ihren Fähigkeiten entsprechende und körperlich angepasste Tätigkeit nicht zugemutet werden könne (
Urk.
9/132 S. 14).
3.4.2
Die Ärzte des
Z._
, bei welchen die Beschwerdefüh
rerin seit April 2010 in ambulanter psychiatrischer Behandlung steht, attestierten ihr
mit Ausnahme der Zeit von Februar bis Juni
2012 (vgl. dazu auch die Bestätigungen des
Z._
vom 18. August 2012 [Urk. 3/5] und 2. Oktober 2013 [Urk. 3/
6
]
an den Rechtsver
treter der Beschwerdeführerin
)
in sämtlichen, sich in den Akten befind
lichen
Berichten
(an die
Beschwerdegegnerin
, die
Krankentaggeldversicherung
en
oder an die Beschwerdeführerin
beziehungsweise deren
Rechtsvertreter
)
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(vgl. Urk. 9/81/12 ff., Urk. 9/83/6 ff., Urk. 9/105/19 ff., Urk. 9/115/6 ff., Urk. 9/132/49 ff. und Urk. 9/151/6 f.).
D
er Bericht vom 20. Mai 2010 enthält hingegen keine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
(Urk. 9/81/17 ff.
)
. Als
psychiatrische
Diagnose wurde
seitens der Ärzte des
Z._
von 2010
bis zur Begutachtung
(
April/Mai 2013
)
durchgehend eine mittelgradige depressive
Episode festgehalten
(
Urk. 9/81/13, Urk. 9/81/17
, Urk. 9/83/6
,
Urk. 9/105/22, Urk. 9/115/6, Urk. 9/132/49 und Urk. 9/151/6
)
.
Nebst dieser Diagnose wurde in fünf Berichten vom 23.
Juni 2010 (Urk. 9/132/49
), vom
4. Oktober 2010 (Urk. 9/81/13
), vom 28.
Februar 2011 (Urk. 9/83/6
), vom 21.
März 2011 (Urk. 9/151/6
)
und vom 12. November 2012 (Urk. 9
/115/6
) sodann ein psychophysisches
Erschöpfungs
syndrom
(Burnout-Syndrom, Z73.0) und in einem Bericht vom
16. Juni 2011 (Urk. 9/105/22
) ein Status nach sexuellem Missbrauch (
ICD-10
Z6.4) festgehal
ten.
Im Bericht vom 12. November 2012 wurde
zudem
ein Verdacht auf eine
Somatisierungsstörung
(ICD-10 F45.0) diagnostiziert.
Nach Erhalt des
Vorbescheides vom
6.
September
2013
(
Urk.
9/136)
holte
der
Rechts
vertreter
der Beschwerdeführerin
bei den behandelnden Ärzten des
Z._
eine Stellungnahme
zu
demselben
sowie zum
B._
-Gutachten vom
3.
Juli 2013
ein
(
Stel
lungnahme vom 20. November 2013,
Urk. 9/144)
. Darin
wurde
n
aus psychiatrischer Sicht eine
schwere dep
ressive Episode (ICD-10 F32.2) sowie ein
Status nach sexuellem Missbrauch (
ICD-10
Z6.4)
diagnostiziert.
3.4.3
Dr. med.
I._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte in seinem vertrauensärztlichen Bericht vom 13. Dezember 2010 zuhanden der Krankentaggeldversicherung (Urk. 9/105/29) eine ängstlich-ver
meidende Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6) sowie eine anhaltende depres
sive „Episode“ mittelgradiger Ausprägung mit deutlich ausgeprägtem somati
schem Syndrom (ICD-10 F32.11). Die derzeitige Arbeitsfähigkeit dürfte zwi
schen 10 und 20
%
schwanken.
3.5
3.5.1
Die Beurteilung des psychiatrischen Gutachters, wonach im Zeitpunkt der Begut
achtung (April 2013) eine leichte depressive Symptomatik sowie eine
Somatisierungsstörung
bestanden hätten, erscheint aufgrund der von ihm erho
benen Befunde grundsätzlich nachvollziehbar.
3.5.2
Hinsichtlich der von den Ärzten des
Z._
in den genannten Berichten gemachten Angaben ist zunächst
darauf hinzuweisen, dass behandelnde Ärzte und Ärztinnen mitunter im Hin
blick auf ihre
auftragsrechtli
che
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). In diesem Zusammenhang fä
llt insbesondere auf, dass von den Ärzten des
Z._
erst
mals in der
Stellungnahme
vom 2
0.
November 2013 (
Urk.
9/144)
die Diag
nose einer schweren depre
ssiven Episode gestellt wurde
, während
zu
vor durch
gehend eine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert worden war.
Diese - laut den Angaben in der genannten Stellungnahme (
Urk.
9/144/3) auf einer ausführlicheren Beurteilung
nach 85 Therapiesitzungen beruhende und für das Jahr 2013 geltende – Änderung der Diagnose erfolgte dabei ohne entsprechende Begründung und ohne Hinweis auf eine relevante Verschlechterung für die weiterführende Zeit. Insbesondere wurden keine objektiven Befunde angeführt, welche darauf schliessen liessen, dass sich der psychische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der Begutachtung im April 2013 massgeblich ver
schlechtert hat. Sodann ist nicht ersichtlich, dass die angebliche Verschlechte
rung der depressiven Symptomatik eine Intensivierung der therapeutischen Bemühungen nach sich gezogen hätte (vgl. E. 3.6). Generell entsteht der Ein
druck, dass die vorliegenden Beurteilungen der Ärzte des
Z._
massgeblich auf den – weitgehend unkritisch übernommenen - Beschwerdeschilderungen der Beschwerdeführerin basieren. So
wurde in der Stellungnahme vom
2
0.
November 2013 zu den gutach
terlichen Feststellungen zum
Medikamentenspiegel (vgl. dazu auch
E.
3.5.6) wörtlich festgehalten (
Urk.
9/144/2-3): „Am 16.07.2012 wurde von uns ein Medikamentenspiegel für
Trazadon
(
Trittico
) erhoben, dieser Spiegel war ebenfalls zu tief (0,57mcmol/l,
Ref
. 1.88-2.69). Am 28.02.2012 wurde auch das
Quetiapin
gemessen, auch die
ser Medikamentenspiegel ist zu tief (<50,
Ref
. 180-450). Es ist aber davon aus
zugehen, dass die Medikamente gemäss den Anweisungen eingenommen wer
den. Damit handelt es sich wohl um ein medizinisches Problem, welches bei den nicht wirksamen Eisen-Tabletten bereits schon erkannt wurde.“ In früheren Berichten wurden etwa „Schlafstörungen (10 Jahre kaum Schlaf, jetzt medika
mentös besser)“ erhoben.
Wenn die Beschwerdeführerin - wie in den Berichten des
Z._
vom 16. Juni 2011 (Urk. 9/105/21) und vom 20. November 2013 festgehalten (Urk. 9/144/3) – um 07.00 Uhr aufsteht und bereits um 19.00 Uhr wieder zu Bett geht, kann nicht von Schlafs
törungen gesprochen werden, nur weil
sie über Einschlafstörungen von 2-3 Stunden klagt. Der Durchschlaf beträgt immerhin sechs Stunden.
Die Beurteilungen der Ärzte des
Z._
vermögen daher nicht ohne
Weiteres
zu überzeugen. Ebenso verhält es sich bei derjenigen von
Dr.
I._
, zumal auch diese massgeblich auf den von der Beschwerdeführe
rin ihm sowie den Ärzten des
Z._
gegenüber gemachten Angaben zu den - subjektiv empfundenen - Einschränkungen beruht (zur von ihm diagnostizierten Persönlichkeitsstörung s. nachstehend E. 3.5.9).
3.5.3
Sowohl der psychiatrische Gutachter als auch die Ärzte des
Z._
und
Dr.
I._
gaben zwar als Diagnose eine (leichte resp. mit
telschwere resp. schwere) depressive „Episode“ an. Ihre weiteren Feststellungen lassen jedoch darauf schliessen, dass sie von einem chronischen Verlauf resp. einem (seit 2005) anhaltenden depressiven Zustandsbild, mithin einer depressi
ven Störung, ausgehen.
3.5.4
Die invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven „Störung“ ist nach der Rechtsprechung
zwar
nicht schlechthin auszuschliessen. Deren Annahme bedingt indessen jedenfalls, dass es sich dabei um ein selbständiges,
von allfälligen psychosozialen
Belastungs
faktoren
losgelöstes depressives Lei
den handelt (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_651/2014 vom 23. Dezember 2014 E. 5.2 und 9C_140/2014 vom 7. Januar 2015 E. 3.3, je mit Hinweisen; vgl. auch das zur Publikation bestimmte Urteil des Bundesgerichtes 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015 E. 4.3.3 unter Hinweis auf BGE 127 V 294 E. 5a).
Überdies ist erforderlich, dass eine konsequente
Depressionsthera
pie
befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom 3. April 2014 E. 4.2 und 9C_454/2013 vom 29. Oktober 2013 E. 4.1).
3.
5.5
Bei der Beschwerdeführerin scheinen psychosoziale Belastungsfaktoren
bei der Entstehung und Unterhaltung des depressiven Beschwerdebildes durchaus eine massgebliche Rolle gespielt zu haben resp. zu spielen.
So hielt
Dr.
I._
in seinem vertrauensärztlichen Bericht vom 1
3.
Dezember 2010 unter anderem fest, die Beschwerdeführerin habe sich seit 2005 nur noch mit Hilfe einer medikamentösen antidepressiven Therapie stabil halten können. Seit Herbst 2008 sei es zu einer zuerst schleichend sich entwickelnden ängst
lich-depressiven Entwicklung insbesondere im Gefolge der konflikthaften und erzwungenen Trennung von den Kindern einer Cousine, um die sie sich stark gekümmert habe und die für sie so etwas wie einen Familienersatz dargestellt hätten, gekommen. Seit dem 1
7.
Dezember 2009 sei die Beschwerdeführerin krank geschrieben mit den Diagnosen einer mittelgradigen depressiven Episode und einem psychophysischen Erschöpfungssyndrom („Burnout“). Im Som
mer/Herbst sei es anamnestisch zu einer Verschlechterung des Zustandes
gekommen, nachdem sie vorübergehend in U-Haft gesetzt worden sei unter einem Verdacht, von dem sie mittlerweile entlastet sei, was für sie eine stark belastende und beängstigende Erfahrung gewesen sei (
Urk.
9/105/29).
Im Bericht des
Z._
vom 20. Mai 2010
wurde erwähnt, aus Sicht der Beschwerdeführerin würden die Beschwerden mit beruf
licher Überlastung in Zusammenhang stehen (Urk. 9/81/17
, vgl.
Urk.
9/151/3
). Dies erklärt die wiederholte Diagnose eines psychophysischen
Erschöpfungssyn
droms
(Burnout-Syndrom, Z73.0)
in den Berichten des
Z._
(E. 3.4.3). Ein „
Burn
out“ fällt
als solches
jedoch
nicht unter den Begriff der invaliditätsrechtlich erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigungen; es stellt grundsätzlich keinen invalidisierenden Gesundheitsschaden dar (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.1 mit Hinweisen).
Im Bericht des
Z._
vom 28. Februar 2011
(Urk. 9/83/7)
wurde unter anderem festgehalten,
die Beschwerdeführerin beklage, unter depressiven Symptomen zu leiden. D
ie
se hätten sich durch die
zwei Aufenthalte der Beschwerdeführerin in der Untersuchungshaft (2010) sta
r
k verschlimmert. Es bestünden finanzielle Schwierigkeiten wegen der Blockierung der
Bankkonti
durch die Staatsanwaltschaft. Psychosozial be
lastet sei die Beschwerdeführerin sodann
durch Konflikte mit der Schwester, den Verlust der Bezugsfamilie der Cousine mit den Kindern im Jahr 2008 und den Tod der Grossmutter im Jahr 200
5.
Wegen der anhaltenden Belastungen und dem unge
nügenden Erfolg der bisherigen Therapien sei die Prognose als vorsichtig nega
tiv zu beurteilen. Aufgrund der aktuellen Entwicklung sei nicht mit einer kurz
fristigen Steigerung des psychischen Zustandes zu rechnen. Anhaltende
Belas
tungsfaktoren
(Gerichtsverhandlungen) verunmöglichten eine weitere Genesung (
Urk.
9/83/7). Exakt die gleichen Angaben finden sich auch im Bericht des
Z._
an die Beschwerdegegnerin vom 1
2.
November 2012 (
Urk.
9/115/7).
Angesichts dieser Angaben von
Dr.
I._
sowie der Ärzte des
Z._
ist zumindest unklar, ob das depressive Zustandsbild der Beschwerdeführerin – wie von den Ärzten des
Z._
in der Stellungnahme vom 1
2.
August 2014 (
Urk.
3/8) postuliert – tatsäch
lich von den genannten belastenden Lebensumständen verselbständigt ist.
3.5.6
Entscheidend hinzukommt, dass die Beschwerdeführerin die ihr zumutbaren Behandlungsmöglichkeiten bislang keinesfalls optimal und nachhaltig ausge
schöpft hat. Wohl nahm sie gemäss ihren Angaben schon seit 2005 – von ihrem Hausarzt verordnete (vgl.
Urk.
9/95/1 und
Urk.
9/81/10) - Antidepressiva ein. In eine fachärztliche psychiatrische Behandlung begab sie sich aber erstmals im April 2010 beim
Z._
. Daraufhin erfolgten dort zwar psychotherapeutische
Einzelgespräche – einmal pro Woche (Berichte des
Z._
vom 2
3.
Juni 2010 und 2
8.
Februar 2011,
Urk.
9/151/4 und
Urk.
9/83/7); zwei- bis dreimal pro Monat (Bericht vom 2
1.
März 2011,
Urk.
9/151/6); zweiwöchentlich (Bericht vom 1
2.
November 2012,
Urk.
9/115/8) resp. alle ein bis zwei Wochen (Gutachten vom
3.
Juli 2013,
Urk.
8/132 S. 8) sowie eine antidepressive Medikation. Die vom
B._
im April 2013 durchgeführten Laboruntersuchungen ergaben jedoch einen deutlich zu tiefen Medikamentenspiegel (
Urk.
8/132 S. 9 und S. 15). Wie bereits erwähnt, hatte sich gemäss den Angaben der Ärzte des
Z._
auch bereits im Februar und Juli 2012 ein zu tiefer Medikamentenspiegel gezeigt. Daraus ist mit dem psychiatrischen Gutachter (
Urk.
8/132 S. 15) – ent
gegen ihrer Auffassung – durchaus auf eine schlechte Compliance hinsichtlich der Einnahme der Antidepressiva zu schliessen (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_719/2010 vom
2.
Dezember 2010 E. 2.2.1). Dass offenbar – auch - die orale Eisensubstitution bei der Beschwerdeführerin den Eisengehalt im Blut nicht im gewünschten Umfang hat ansteigen lassen, ändert jedenfalls nichts daran, dass bei allen aktenkundigen Messungen der Medikamentenspiegel weit unter dem therapeutischen Bereich lag. Gleichwohl waren die depressiven Symptome offensichtlich nie so ausgeprägt, dass eine Intensivierung der ambulanten Psy
chotherapie (Gespräche und Medikamente), eine stationäre Behandlung oder gar Krisenintervention notwendig gewesen wären. Mithin fehlt es an einer konse
quenten Depressionstherapie, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist.
3.5.7
Aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht ist dem depressiven Leiden der Beschwerdeführerin daher selbst dann keine invalidisierende Wirkung beizu
messen, wenn gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärzte angenommen wird, dass dieses bis zur Begutachtung im
B._
(April 2013) einen mittleren Schweregrad aufwies.
3.
5.8
In Bezug auf die
undifferenzierte
Somatisierungsstörung
(ICD-10 F54.1
), welche
der psychiatrische
Gutachter als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit nannte (Urk. 9/132 S. 25), ist auf den zur Publikation vorgesehenem Entscheid 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015 des Bundesgerichts hinzuweisen. Dieses hat von der Rechtsprechung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ähnliche Störungen und ihre Folgen vermutungsweise mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind
(BGE 130 V 352, 131
V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3), Abstand genommen und eine neue Basis für die Beurteilung
somatoformer
Schmerzstörungen und ihrer Auswirkungen auf die juristisch zu beurteilende Arbeitsunfähigkeit begründet.
In sinn
gemässer Anwendung auf die nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem ein
zelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder gerichtli
chen Sachverständigen
gutachten - gegebe
nenfalls im Kontext mit weiteren
fachärztlichen Berichten - eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgebli
chen Indikatoren erlauben oder nicht
(
Ent
scheid 9C_492/2014 vom
3.
Juni 2015
E. 8., mit Hinweis)
.
Die Gutachter attestierten weder aus somatischer noch aus psychiatrischer Sicht eine länger andauernde Arbeitsunfähigkeit. Vorliegend erhellt sich aus dem Gutachten hinreichend, dass die Ausprägung der psychischen und somatischen diagnoserelevanten Befunde nicht stark ins Gewicht fällt.
Die Diagnose einer
Somatisierungsstörung
wurde von den Ärzten des
Z._
erstmals im Bericht vom 1
2.
November 2012 als – blosse -
Ver
dachtsdiagnose
angegeben
(
Urk.
9/115/6) und dauerte demnach im Zeitpunkt der Begutachtung noch nicht lange an. In somatischer Hinsicht bestanden die Behandlungsbemühungen gemäss den Aussagen der Beschwerdeführerin gegenüber den Gutachtern in Physiotherapie und in der Einnahme von Voltaren bei Bedarf, wobei sie offenbar nicht hatte angeben können, wann sie letztmals Physiotherapie absolviert hatte und angab, das letzte Voltaren vor einer Woche eingenommen zu haben (
Urk.
9/132 S. 16-17; vgl. demgegenüber Urk. 9/132/8, wo von Physiotherapie alle ein bis zwei Wochen die Rede ist). In den Jahren 2000 und 2001 unterzog sie sich je einer stationären Therapie (drei resp. fünf Wochen) in der
J._
zur Behandlung der Dermatitis (
Urk.
9/105/24). Weitere stationäre Therapien sind nicht aktenkundig. In psy
chischer Hinsicht beschränkten sich die Behandlungsbemühungen, wie erwähnt, auf eine ambulante Psychotherapie und antidepressive Medikation, wobei von einer schlechten Compliance ausgegangen werden muss (vgl. E. 3.5.6).
Einglie
derungsbemühungen
sind abgesehen von einem 4-monatigen Arbeitsversuch im Jahr 2012 (vgl.
Urk.
3/6) nicht aktenkundig. Die Behandlungs- und
Integrati
onsbemühungen
weisen demnach nicht auf einen erheblichen Leidensdruck hin. Die Kriterien für eine Persönlichkeitsstörung gemäss ICD-10 sind nicht erfüllt (vgl. E. 3.5.9). Auszuklammernde psychosoziale Belastungsfaktoren sind fraglos vorhanden (vgl. E. 3.5.5).
Ferner ergibt sich aus den Schilderungen der Beschwerdeführerin
gegenüber den Gutachtern
, dass
sie noch imstande ist, kleine Sachen einzukaufen und einen Teil des Haushaltes selber zu erledigen. Sodann betreibt sie regelmässig sportliche Aktivitäten wie Velofahren oder Inlineskating und wird von einem Kollegen sporadisch zum Essen abgeholt. An Weihnachten 2012 verbrachte sie zudem zusammen mit ihrem ehemaligen Freund und Geschäftspartner Wellnessferien in
K._
(
Urk.
9/132 S. 12
)
. D
as Aktivitätsniveau
er
scheint
demnach
nur leicht
eingeschränkt zu sein. Bei dieser Sachlage ergeben sich auch unter Berücksich
tigung der beachtlichen Standardindikatoren keine erheblichen
Einschränkungen. Insbesondere kann eine Behandelbarkeit nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit verneint werden (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_283/2015 vom 2
4.
Juni 2015 E. 4.2.2 mit Hinweis).
3.5
.9
Die Diagnose einer ä
ngstlich-vermeidende
n
Persönl
ichkeitsstörung (ICD-10 F60.6) wurde einzig
von
Dr.
I._
gestellt
(Urk. 9/105/29). Weder die behan
delnden Ärzte des
Z._
noch
der psychiatrische
Gutachter konnten diese Diagnose bestätigen.
Dieser
wies darauf hin, dass es der Beschwerdeführerin früher möglich gewesen sei, mit voller Leistung zu arbeiten beziehungsweise einen Lebensunterhalt zu erwirtschaften, ohne auf unterstützende Leistungen angewiesen zu sein. Es sei zwar möglich, dass ängst
lich-vermeidende Persönlichkeitszüge vorlägen, eine Persönlichkeitsstörung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit könne aber nicht diagnostiziert werden (Urk. 9/132 S. 15). Diese Begründung erweist sich als schlüssig.
3.6
Objektive Anhaltspunkte dafür, dass sich der Gesundheitszustand und die Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin seit der Begutachtung im
B._
im April/Mai 2013 bis zum massgeblichen Zeitpunkt (vgl. E. 1.6) der angefochte
nen Verfügung vom 1
4.
Juli 2014 (
Urk.
2) massgeblich verschlechtert haben könnten, liegen nicht vor und ergeben sich nach dem Gesagten insbesondere auch nicht aus den Stellungnahmen des
Z._
vom 2
0.
November 2013 und 1
2.
August 2014 (
Urk.
9/144 und Urk. 3/8). Der Bericht des
Z._
vom 25. Mai 2015 (Urk. 20/1), welchen die Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren einreichte, ist bei der Über
prüfung des angefochtenen Entscheids an sich nicht mehr zu berücksichtigen (E. 1.6). Gleichwohl ist dazu anzumerken, dass auch dieser Bericht nicht auf eine objektive Verschlechterung der gesundheitlichen Situation hindeutet. Gemäss diesem Bericht hatte die Beschwerdeführerin im Mai 2015 100
Thera
piesitzungen
absolviert, laut der Stellungnahme vom 20. November 2013 waren es damals deren 85 (
Urk.
9/144). Demnach ist die Behandlungsfrequenz sogar gesunken (15 Sitzungen in 17 Monaten [Dezember 2013 bis April 2015]; vgl. demgegenüber E. 3.5.6). Die verordneten Psychopharmaka sind ebenfalls tiefer dosiert als im Zeitpunkt der Begutachtung (
Urk.
9/132 S. 8 und 20/1/2). Dies lässt fraglos nicht auf eine Zunahme des psychischen Leidensdruckes schliessen.
3.
7
Zusammenfassend
ist festzuhalten, dass de
n
bei der
Beschwerdeführer
in
bestehen
den
psychischen Leiden jedenfalls
aus rechtlicher Sicht keine invalidi
sierende Wirkung beizumessen ist.
Eine weitere Begutachtung ist nicht ange
zeigt.
Mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ist der Beschwerdeführerin in der ange
stammten Bürotätigkeit sowie in anderen körperlich leichten, angepassten
Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitstätigkeit zumutbar.
Eine massgebliche
invali
ditätsbedingte
Einschränkung ist deshalb nicht anzunehmen.
Die Beschwerde erweist sich demnach als unbegründet und ist abzuweisen
.
4.
4.1
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
rung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen
Versiche
rungsgericht
in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rah
men von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt.
Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr. 600.-- als angemessen.
Ausgangsgemäss
ist diese der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, zufolge Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung in der Verfügung vom 9. Januar 2015 (Urk. 17) jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.
4.2
4.2.1
Rechtsanwalt Dieter Aebi mac
hte mit seiner Honorarnote vom 20. Aug
ust 2015 einen Aufwand von 10.92
S
tunden und Barauslagen
von Fr. 223.50 vom 9. September
bis 17. Dezember 2014
sowie einen
Aufwand von 1.2
5
Stunden und Barauslagen von Fr. 2.
-- für das Jahr 2015
geltend
(Urk. 2
2
/1)
.
4.2.2
Rechtsanwalt Dieter
Aebi
waren die Akten bereits aus dem
Verwaltungsver
fah
ren
bekannt
; er vertrat die Beschwerdeführerin zudem schon im letzten Beschwerdeverfahren (IV.2011.00689).
Aufgrund der Aktenkenntnis
sowie de
s Umstands, dass sich
die Hälfte der Beschwerdeschrift (
7
von
14 Seiten der
Beschwerde
schrift;
ohne
Deckblatt)
in der Wiedergabe der Eingabe vom 29. November 2013
(Einwand)
erschöpft (vgl. Urk. 1 S. 5 ff.),
sind für das Abfassen der
Beschwerdeschrift
anstelle der
insgesamt
geltend gemachten 7
,5
Stunden (vgl. die Pos
itionen „Beschwerde/an
Kl
“
und „v
Kl
/Fertigstellung Beschwerde“
) ledig
lich
4
Stunden zu entschädigen. Für das Jahr 2014 rechtfer
tigt
sich somit ein Aufwand von
7.42
Stunden (
10.92
Stunden abzüglich 3.5
Stunden), was
unter Be
rück
sichtigung des gerichtsüblichen Ansatzes von Fr. 200.--
zuzüglich einer
Ausla
genpauschale
von 3 % auf Fr.
1
‘
484
.-- (= Fr. 44.50)
und einer Mehr
wertsteuer von 8 % auf Fr.
1‘528.50
(= Fr. 122.30)
eine Parteientschädigung von Fr.
1
‘
650.80 ergibt
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Für das Jahr 2015 (1.25 Stunden)
ergibt sich
u
nter Berücksichti
gung des gerichtsüblichen Ansatzes von Fr. 220.-- zuzüglich einer Auslagenpauschale von 3 % auf Fr.
275
.-- (Fr. 8.25)
und einer Mehr
wertsteuer von 8 % auf Fr.
283.25
(= Fr. 22.66)
eine Parteientschädigung von Fr.
305.90
(inklusive
Bar
auslagen
und Mehrwertsteuer).
4.2.3
D
em
mit Verfügung vom 9. Januar 2015 (Urk. 17)
bestellten un
ent
geltlichen Rechtsvertreter
ist somit
eine Entschädigung in Höhe von Fr.
1
‘
956.7
0
(
Fr.
1
‘650.80 plus
Fr.
305.90;
inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) aus de
r Gerichtskasse zuzusprechen
.
Die Beschwerdeführerin ist auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das
Sozialversi
che
rungsgericht
(
GSVGer
) hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Gerichts
kosten und der Entschädigung an Rechtsanwalt Dieter Aebi verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.