Decision ID: c782f88e-bf4c-5433-8f9d-34231f7b657e
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer suchte am 10. September 2020 in der Schweiz
um Asyl nach und wurde in der Folge dem Bundesasylzentrum (BAZ) der
Region B._ zugewiesen. Am 22. September 2020 bevollmächtigte
er die ihm zugewiesene Rechtsvertretung.
A.b Anlässlich der Personalienaufnahme vom 24. September 2020 und
der Anhörung vom 7. Oktober 2020 führte er im Wesentlichen an, er sei
rumänischer Staatsangehöriger und stamme aus der Stadt C._ (im
gleichnamigen Kreis). Ab seinem (...) Lebensjahr bis zur Ausreise habe er
hauptsächlich in der Gemeinde D._ (Kreis E._) gelebt. Auf-
grund seines ungarischen Nachnamens und insbesondere seiner Homo-
sexualität sei er seit seiner Jugend von verschiedenen Personen – Mit-
schülern, Arbeitskollegen, Nachbarn und Dorfbewohnern – diskriminiert,
verbal belästigt und teils auch körperlich angegriffen worden. Ausserdem
habe er in den Jahren 2008 und 2011 zwei sexuelle Übergriffe erlitten, die
er nicht zur Anzeige gebracht habe. Den ersten Übergriff habe er unter an-
derem nicht angezeigt, weil es für seine Familie peinlich gewesen wäre und
den zweiten, weil er den dafür verantwortlichen Mann nicht namentlich ge-
kannt habe. Hinsichtlich der verbalen Belästigungen habe er sich im Jahr
2012 an den örtlichen Dorfpolizisten gewandt, der ihm die Hilfe verweigert
und lediglich empfohlen habe, gewisse Örtlichkeiten oder Personen zu
meiden. Darüber hinaus habe er im Jahr 2014 körperliche Leiden entwi-
ckelt, welche falsch diagnostiziert worden seien, da sich der behandelnde
Arzt aufgrund seiner Homosexualität geweigert habe, ihn gründlich zu un-
tersuchen. Aus demselben Grund hätten ihm mehrere Hausärzte die Be-
handlung seiner psychischen Leiden ([...]) verweigert. Vor diesem Hinter-
grund und der ohnehin schlechten wirtschaftlichen Situation in Rumänien
habe er seinen Heimatstaat am 8. September 2020 verlassen.
A.c Zum Beleg seiner Identität reichte er seine Identitätskarte im Original
zu den Akten.
B.
B.a Am 14. Oktober 2020 übermittelte das SEM den ablehnenden Verfü-
gungsentwurf – zusammen mit den editionspflichtigen Akten – an den Be-
schwerdeführer zur Stellungnahme.
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B.b In seiner Stellungnahme vom 15. Oktober 2020 machte der Beschwer-
deführer – handelnd durch die zugewiesene Rechtsvertretung – im We-
sentlichen geltend, das SEM habe es unterlassen, auf die spezifische Si-
tuation von Homosexuellen in Rumänien einzugehen. Es lege nicht dar,
inwiefern ein gerichtliches Vorgehen von Angehörigen der Gemeinschaft
der sog. LGBT («Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender; Lesben, Schwule,
Bisexuelle, Transgender») in der Praxis möglich und der Zugang zum Ge-
richt gewährleistet sei. Darüber hinaus habe das SEM den medizinischen
Sachverhalt unvollständig abgeklärt. Aus dem beiliegenden Arztbericht
vom 9. Oktober 2020 – der seiner Rechtsvertretung erst am heutigen Tag
zugegangen sei – gehe hervor, dass er an (...) und (...) leide und die Me-
dikamente (...) und (...) verschrieben bekommen habe. Dem Arztbricht sei
zudem zu entnehmen, dass er eine psychiatrische Begutachtung wünsche.
Aufgrund der langen Wartefristen habe eine solche noch nicht stattfinden
können. Eine abschliessende Beurteilung seiner psychischen Leiden sei
deshalb gegenwärtig nicht möglich. Schliesslich sei auf Entscheide des
SEM zu verweisen (N [...], N [...], N [...], N [...]), in denen bei Bürgern ei-
nes EU-Staates von der Verfügung der Wegweisung entsprechend den
Bestimmungen des Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgenos-
senschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mit-
gliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (Freizügigkeitsabkommen
[FZA], SR 0.142.112.681) abgesehen worden sei. Somit gebiete der
Grundsatz der Rechtsgleichheit, dass bei ihm als rumänischem Staatsan-
gehörigem und somit Bürger eines EU-Staates ebenfalls von der Verfü-
gung der Wegweisung abgesehen werde.
B.c Der Eingabe lag der oben zitierte Arztbericht von med. pract.
F._ ([...]) vom 9. Oktober 2020 bei.
C.
Mit Verfügung vom 22. Oktober 2020 – gleichentags eröffnet – stellte das
SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht,
lehnte sein Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und
ordnete den Vollzug an.
D.
Am 22. Oktober 2020 teilte die zugewiesene Rechtsvertretung dem SEM
die Beendigung des Mandatsverhältnisses mit.
E.
Mit Eingabe vom 23. November 2020 (Datum des Poststempels) erhob der
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Beschwerdeführer gegen die vorinstanzliche Verfügung beim Bundesver-
waltungsgericht Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung
sei aufzuheben und ihm unter Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft
Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Unzumutbarkeit des Wegweisungs-
vollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. Subeven-
tualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuwei-
sen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der un-
entgeltlichen Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines
Kostenvorschusses.
Der Beschwerde beigelegt waren – nebst einer Kopie der angefochtenen
Verfügung – ein Dokument zur medizinischen Behandlung des Beschwer-
deführers in Rumänien (datiert vom 17. Dezember 2014), drei Konsultati-
onsberichte von G._ (Fachärztin Allgemeine Innere Medizin; [...])
vom 2./9./16. November 2020 sowie ein Sprechstundenbericht vom 3. No-
vember 2020 der Klinik für (...) des Stadtspitals (...).
F.
Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am
24. November 2020 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG
[SR 142.31]).
G.
Mit Zwischenverfügung vom 25. November 2020 wies der Instruktionsrich-
ter den Beschwerdeführer darauf hin, dass die Beschwerde keine Unter-
schrift entsprechend den Anforderungen nach Art. 52 Abs. 1 VwVG ent-
halte, und setzte gemäss Art. 110 Abs. 1 AsylG eine dreitägige Nachfrist
zur Verbesserung der Beschwerde an.
H.
Am 27. November 2020 reichte der Beschwerdeführer fristgemäss eine
Beschwerdeverbesserung (unterschriebene Beschwerdekopie) ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-
lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig
und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-
gend – endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG).
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1.2 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-
rung legitimiert (Art. 48 VwVG).
1.3 Die Vorinstanz hat ihre Verfügung vom 22. Oktober 2020 mit einer feh-
lerhaften Rechtsmittelbelehrung versehen (30-tägige anstatt 5-tägiger
Frist, vgl. Art. 108 Abs. 3 AsylG). Dem Beschwerdeführer darf hieraus aber
kein Rechtsnachteil erwachsen, da er in guten Treuen von der richtigen
Mitteilung der Behörde ausgehen durfte. Demnach ist auf die frist- und
formgerecht (Art. 52 VwVG) eingereichte Beschwerde einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Ver-
fahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten
Richters respektive einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne
Weiterungen und mit summarischer Begründung zu behandeln (Art. 111a
Abs. 1 und 2 AsylG).
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
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Seite 6
5.
5.1 Die Vorinstanz gelangte in der angefochtenen Verfügung zum Schluss,
die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die
Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand.
Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, der Bundesrat habe Ru-
mänien als verfolgungssicheren Staat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a
AsylG bezeichnet. Entsprechend bestehe die gesetzliche Regelvermutung,
dass asylrelevante staatliche Verfolgung nicht stattfinde und Schutz vor
nichtstaatlicher Verfolgung gewährleistet sei. Der Beschwerdeführer ver-
möge diese Regelvermutung nicht umzustossen. Die vorgebrachten Prob-
leme seien zwar bedauerlich, stellten aber Übergriffe beziehungsweise
Versäumnisse Dritter dar. So sei hinsichtlich der geltend gemachten sexu-
ellen Übergriffe festzustellen, dass es der Beschwerdeführer unterlassen
habe, sich in diesem Zusammenhang an die zuständigen Strafverfolgungs-
behörden zu wenden, die schutzwillig und schutzfähig seien. Was die üb-
rigen Übergriffe durch Drittpersonen und seinen diesbezüglich erfolglosen
Besuch beim örtlichen Behördenvertreter anbelange, wäre es ihm auch
diesbezüglich möglich und zumutbar gewesen, an die heimatlichen Behör-
den respektive an die nächst höhere Instanz zu gelangen. Ferner hätte ihm
auch in Bezug auf die geltend gemachte fehlende beziehungsweise fal-
sche medizinische Behandlung seiner gesundheitlichen Beschwerden der
Rechtsweg offen gestanden. Bezüglich der geltend gemachten Schwierig-
keiten betreffend die wirtschaftliche Situation in Rumänien sei schliesslich
festzuhalten, dass dieses Vorbringen flüchtlingsrechtlich nicht relevant sei,
da es sich um Nachteile im Zusammenhang mit den allgemeinen Lebens-
bedingungen der rumänischen Bevölkerung handle und nicht um eine Ver-
folgung im Sinne von Art. 3 AsylG.
Zur Stellungnahme zum Verfügungsentwurf erwog die Vorinstanz, dass da-
mit keine Tatsachen oder Beweismittel vorgelegt worden seien, welche
eine Änderung des dargelegten Standpunktes rechtfertigen könnten. Die
Rügen der unrichtigen und unvollständigen Sachverhaltsfeststellung seien
nicht nachvollziehbar. Insbesondere könne den unterdessen aktenkundi-
gen gesundheitlichen Problemen auch in Rumänien begegnet werden und
die Wegweisung führe nicht zu einer medizinischen Notlage. Des Weiteren
falle der Wegweisungsentscheid vorliegend nicht in die Zuständigkeit der
kantonalen Behörden. Praxisgemäss ordne das SEM auch bei Gesuchen
von EU-Bürgern die Wegweisung an, da das Stellen eines Asylgesuches
den Schluss zulasse, dass sich die asylsuchende Person gerade nicht aus
einem der im FZA genannten Gründen (Tourismus, Arbeitssuche etc.) in
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der Schweiz aufhalte. Was die zitierten Fälle von anderen Gesuchstellern
aus dem EU-Raum betreffe, bei welchen von einem Wegweisungsvollzug
abgesehen worden sei, sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer dar-
aus keine Rechte ableiten könne, da es sich stets um eine Einzelfallbeur-
teilung handle.
5.2 In seiner Rechtsmitteleingabe brachte der Beschwerdeführer – unter
Wiederholung des Sachverhalts – vor, konkrete und substantiierte Erleb-
nisse geschildert zu haben, welche geeignet seien, die gesetzliche Regel-
vermutung umzustossen. Es sei der Vorinstanz zwar dahingehend zu fol-
gen, dass die dargelegten Vorfälle überwiegend Übergriffe und Versäum-
nisse Dritter darstellten. Der rumänische Staat sei aber nie in der Lage oder
willig gewesen, ihn vor den beschriebenen Diskriminierungen und Belästi-
gungen verschiedener Art zu schützen, obwohl die Diskriminierung auf-
grund der sexuellen Orientierung in Rumänien gesetzlich verboten sei.
Dass er die sexuellen Übergriffe nicht angezeigt habe, hänge denn auch
mit der begründeten Furcht zusammen, dass allfällige rechtliche Schritte
aufgrund seiner Homosexualität gar nicht beurteilt worden wären oder zu
weiteren Belästigungen durch die Behörden geführt hätten. So seien in Ru-
mänien die Rechte von Homosexuellen stark eingeschränkt und die eigent-
lich unter Strafe gestellte Diskriminierung werde strafrechtlich wenig bis gar
nicht verfolgt. Hinsichtlich der entsprechenden Gefährdungslage verweise
er auf Berichte von Amnesty International («Report 2009»), der UNO («Na-
tional Report Romania» vom 3. Dezember 2012), von ILGA (The Interna-
tional Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association; «Annual Re-
port 2013») und des U.S. Department of State («2019 Country Reports on
Human Rights Practices»). Sodann verweise er auf das Urteil des Bundes-
verwaltungsgerichts E-4834/2014 vom 6. Dezember 2014 (E. 4.3.1), wo-
nach der Verzicht auf das Ergreifen von Rechtsmitteln einem Asylsuchen-
den nicht vorgehalten werden könne, sofern das Ergreifen von Rechtsmit-
teln aufgrund der vorherrschenden ablehnenden Haltung gegenüber Ho-
mosexualität und der diskriminierenden Handlungen von Staatsträgern in
einem Land als aussichtslos angesehen werden müsse, selbst wenn Ho-
mosexualität formell nicht unter Strafe stehe. Ihm könne folglich nicht vor-
geworfen werden, dass er die zahlreichen Übergriffe auf seine Person nicht
angezeigt habe, habe er das systemische Versagen der rumänischen Be-
hörden doch am eigenen Leib erfahren. Nach dem Gesagten drohten ihm
daher auch in Zukunft asylrelevante Nachteile aufgrund seiner sexuellen
Orientierung.
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Betreffend den Wegweisungsvollzug führte der Beschwerdeführer aus,
dass es ihm aufgrund der dargelegten systematischen und staatlich gedul-
deten gewalttätigen Diskriminierung von Homosexuellen nicht zumutbar
sei, nach Rumänien zurückzukehren. Mithin sei er aufgrund einer Situation
allgemeiner Gewalt konkret gefährdet. Des Weiteren drohe ihm in Rumä-
nien auch eine medizinische Notlage. Gemäss den beiliegenden Arztbe-
richten seien bei ihm (...) und (...) diagnostiziert worden. Es sei aktenkun-
dig, dass ihm eine entsprechende Behandlung in Rumänien aufgrund sei-
ner Homosexualität mehrfach verweigert worden sei. Sodann gehe aus
denselben Arztberichten hervor, dass er am (...) erkrankt sei. Auch hier
gelte abzuwarten, wie sich sein Gesundheitszustand entwickle, bevor eine
Wegweisung angeordnet werden könne. Im Übrigen zeige der Laborbericht
des Stadtspitals (...) auf, dass die in Rumänien erstellte Diagnose ([...])
falsch gewesen sei.
6.
6.1 In der Beschwerde werden formelle Rügen erhoben, welche vorab zu
beurteilen sind, da sie gegebenenfalls geeignet sind, eine Kassation der
vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Der Beschwerdeführer rügt (teil-
weise sinngemäss) eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör
sowie eine unvollständige und unrichtige Abklärung des rechtserheblichen
Sachverhalts.
6.2 Die Rüge des Beschwerdeführers, dass die Vorinstanz die geltend ge-
machten Asylgründe nicht genügend untersucht und unzureichend gewür-
digt habe, ist unbegründet. Die Vorinstanz hatte gestützt auf die Vorbringen
keinen Anlass, weitere Abklärungen – so zum Beispiel hinsichtlich des Zu-
gangs zu einem fairen Gerichtsverfahren – vorzunehmen. Sodann wür-
digte die Vorinstanz die Fluchtvorbringen des Beschwerdeführers und
nahm eine Subsumtion vor. In diesem Zusammenhang ist festzuhalten,
dass sich die verfügende Behörde nicht ausdrücklich mit jeder tatbestand-
lichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen
muss, sondern sich auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken darf
(BGE 143 III 65 E. 5.2). Alleine der Umstand, dass die Vorinstanz nach
Würdigung der Parteivorbringen zu einem anderen Schluss als der Be-
schwerdeführer kommt, spricht weder für eine ungenügende Sachverhalts-
feststellung noch für eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör.
6.3 Soweit der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit seinem Gesund-
heitszustand eine Verletzung der Untersuchungspflicht rügt, ist festzuhal-
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Seite 9
ten, dass die Aktenlage im Zeitpunkt des Ergehens der angefochtenen Ver-
fügung eine hinreichende Beurteilungsgrundlage darstellte (vgl. Verfügung
des SEM vom 22. Oktober 2020, Ziff. III/2.). In Anbetracht der Dauer des
vorinstanzlichen Verfahrens (rund eineinhalb Monate), in welchem der Be-
schwerdeführer Gelegenheit gehabt hätte, weitere Berichte einzureichen,
und der Mitwirkungspflicht gemäss Art. 8 AsylG, war die Vorinstanz nicht
verpflichtet, weitere konkrete Sachverhaltsabklärungen zu treffen. Sodann
spricht auch der Umstand, dass die Vorinstanz in ihrer Einschätzung zur
gesundheitlichen Versorgung in Rumänien zu einem anderen Ergebnis
kommt, als vom Beschwerdeführer vertreten, nicht für eine ungenügende
Sachverhaltsfeststellung.
6.4 Nach dem Gesagten besteht keine Veranlassung, die angefochtene
Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache an die Vor-
instanz zurückzuweisen. Der entsprechende Subeventualantrag ist abzu-
weisen.
7.
7.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten so-
dann in materieller Hinsicht zum Schluss, dass die Vorinstanz in ihren Er-
wägungen zutreffend festgehalten hat, die Vorbringen des Beschwerdefüh-
rers genügten den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft im Sinne
von Art. 3 AsylG nicht. Auf die betreffenden Ausführungen in der angefoch-
tenen Verfügung (vgl. die Zusammenfassung der entsprechenden Erwä-
gungen in E. 5.1 des vorliegenden Urteils) kann mit den nachfolgenden Er-
gänzungen verwiesen werden. Die Ausführungen auf Beschwerdeebene
führen zu keiner anderen Betrachtungsweise.
7.2 Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, hat der Bundesrat Rumänien
als verfolgungssicheren Staat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG be-
zeichnet (vgl. dazu Anhang 2 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999
[AsylV 1, SR 142.311]). Die Bezeichnung eines Staates als "Safe Country"
beinhaltet die Regelvermutung, dass eine flüchtlingsrechtlich bedeutsame
staatliche Verfolgung nicht stattfindet und der behördliche Schutz vor nicht-
staatlicher Verfolgung gewährleistet ist. Es handelt sich dabei um eine re-
lative Verfolgungssicherheit. Im Einzelfall kann die besagte Regelvermu-
tung somit aufgrund konkreter und substanziierter Hinweise umgestossen
werden, wobei die Beweislast des Gegenteils der asylsuchenden Person
obliegt (vgl. BVGE 2013/10 E. 7.4.3).
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Der Beschwerdeführer vermag mit seinen Vorbringen die vorgenannte Re-
gelvermutung nicht umzustossen. Es wird zwar nicht bestritten, dass Ho-
mosexuelle in Rumänien verschiedenen Benachteiligungen im Alltag aus-
gesetzt sein können, indessen hat der Beschwerdeführer selber vorge-
bracht, hinsichtlich der geltend gemachten Vorfälle – abgesehen von der
Anzeige der verbalen Belästigungen beim örtlichen Dorfpolizisten (vgl.
SEM-Akte 1074863-19/17; nachfolgend A19, F49-50, F62-63) – nicht den
Versuch unternommen zu haben, Schutz bei den lokalen Behörden res-
pektive einer höheren (gerichtlichen) Instanz zu erlangen (vgl. A19 F58,
F62-64). Damit hat er die Schutzsuche in Rumänien offensichtlich nicht
ausgeschöpft, wozu er jedoch gehalten gewesen wäre. Aufgrund der Sub-
sidiarität des Asyls hätte er sich an die zuständigen Behörden in Rumänien
wenden müssen, bevor er in der Schweiz um Schutz ersucht hat. Insbe-
sondere ist der pauschale Hinweis auf Beschwerdeebene, dass der staat-
liche Schutz vor Verfolgung und Diskriminierung Homosexueller durch pri-
vate Dritte in Rumänien selbst im Falle formeller Anzeigen «reine Theorie»
sei und nicht der Realität entspreche, keine hinreichende Rechtfertigung
dafür, dass er es nicht zumindest hätte versuchen müssen. Etwas anderes
ergibt sich im Übrigen auch nicht aus dem in der Beschwerde angerufenen
früheren Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts, zumal es sich um ei-
nen anders gelagerten Fall handelte, welcher sich nicht auf einen als ver-
folgungssicher bezeichneten Staat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG
bezog. Auch die in der Beschwerde zitierten Berichte vermögen die be-
schriebene Regelvermutung der bestehenden Schutzfähigkeit und -willig-
keit der rumänischen Behörden nicht umzustossen, zumal sie keinen kon-
kreten Bezug zur Person des Beschwerdeführers und dessen individuellen
Asylvorbringen aufweisen. Dem Beschwerdeführer gelingt es unter diesen
Umständen nicht darzulegen, dass ihm die zuständigen staatlichen Organe
den erforderlichen Schutz – namentlich aufgrund seiner sexuellen Orien-
tierung – verweigert hätten oder in Zukunft verweigern würden.
7.3 Die Vorinstanz hat demzufolge die Flüchtlingseigenschaft des Be-
schwerdeführers zu Recht verneint und das Asylgesuch folgerichtig abge-
lehnt.
8.
8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
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Seite 11
8.2 Von dieser Regel wird dann abgewichen, wenn die asylsuchende Per-
son im Besitz einer gültigen ausländerrechtlichen Aufenthalts- oder Nieder-
lassungsbewilligung ist (vgl. Art. 32 Bst. a AsylV1). Praxisgemäss wird die
Wegweisung auch dann nicht verfügt, wenn eine asylsuchende Person
grundsätzlich über einen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilli-
gung verfügt und diesbezüglich ein Gesuch bei der zuständigen kantona-
len Ausländerbehörde bereits hängig ist (vgl. statt vieler Urteil des BVGer
D-6806/2019 vom 8. Januar 2020 E. 6.2). Im Falle des Beschwerdeführers
ist indessen weder der eine noch der andere Grund für den Verzicht auf
die Anordnung der Wegweisung erfüllt. Zur Vermeidung unnötiger Wieder-
holungen kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz in der an-
gefochtenen Verfügung (vgl. die Zusammenfassung der entsprechenden
Erwägungen in E. 5.1 des vorliegenden Urteils) verwiesen werden. Dem-
entsprechend ist die angeordnete Wegweisung aus der Schweiz zu bestä-
tigen.
9.
9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz – namentlich Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkom-
mens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), Art. 25
Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen
Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-
lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und Art. 3 EMRK – einer Weiterreise der
Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG).
9.2.1 Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend da-
rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur
Personen schützt, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem
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Seite 12
Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-
dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG
verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren
keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den
Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
9.2.2 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerde-
führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer
Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit
einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-
lung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes
für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses
müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-
sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter
oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR
Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06,
§§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Ru-
mänien lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als
unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegwei-
sung sowohl im Sinne der landes- als auch der völkerrechtlichen Bestim-
mungen zulässig.
9.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
9.3.1 Zusammen mit der Einstufung als «Safe Country» bezeichnete der
Bundesrat Rumänien auch als Heimat- oder Herkunftsstaat, in den eine
Rückkehr in der Regel zumutbar ist (vgl. Art. 83 Abs. 5 AIG; Anhang 2 der
Verordnung über den Vollzug der Weg- und Ausweisung sowie der Lan-
desverweisung von ausländischen Personen [VVWAL, SR 142.281]). Die
Bezeichnung von Staaten, in welche die Wegweisung prinzipiell zumutbar
ist, setzt unter anderem politische Stabilität (namentlich das Fehlen von
Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situation allgemeiner Gewalt) sowie das Vor-
handensein einer medizinischen Grundversorgung voraus (Art. 18 Abs. 1
Bst. a und b VVWAL). Auch diese Regelvermutung kann aufgrund konkre-
ter und substanziierter Hinweise widerlegt werden.
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Seite 13
9.3.2 Mit dem nicht weiter substantiierten Vorbringen auf Beschwerde-
ebene, dass aufgrund der angeblich systematischen und staatlich gedul-
deten gewalttätigen Diskriminierung von Homosexuellen in Rumänien eine
Situation allgemeiner Gewalt vorliege, gelingt es dem Beschwerdeführer
nicht, die vorgenannte Regelvermutung zu wiederlegen.
9.3.3 Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, sind auch keine indivi-
duellen Vollzugshindernisse gegeben.
9.3.3.1 Der Beschwerdeführer verfügt über einen obligatorischen Schulab-
schluss, mehrjährige Berufserfahrung als (...) und sehr gute Kenntnisse
der englischen Sprache (vgl. SEM-Akte 1074863-11/5 Ziff. 1.17.03; A19
F17, F19-24). Es ist deshalb davon auszugehen, dass ihm bei einer Rück-
kehr nach Rumänien eine Erwerbsmöglichkeit zur Verfügung stehen wird.
Mit seinen (...) kann er zudem auf ein tragfähiges Beziehungsnetz im Hei-
matstaat zurückgreifen (vgl. A19 F25-26). Sodann konnte er vor seiner
Ausreise im Bedarfsfall auf deren finanzielle Unterstützung zählen (vgl.
A19 F21, F69). Bei einer Rückkehr ist davon auszugehen, dass er nötigen-
falls erneut auf die finanzielle Unterstützung seitens seiner (...) zurückgrei-
fen kann.
9.3.3.2 Im Zuge mehrerer Konsultationen zwischen dem 9. Oktober 2020
und 16. November 2020 wurden beim Beschwerdeführer diverse Erkran-
kungen diagnostiziert ([...]; [...]; [...]; [...]; [...]). Den Konsultationsberichten
von G._ (Fachärztin Allgemeine Innere Medizin; [...]) vom
2./9./16. November 2020 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer
eine psychiatrische Begutachtung wünsche und gegenwärtig insbesondere
auf das Medikament (...) angewiesen sei. Betreffend die (...) ist dem
Sprechstundenbericht vom 3. November 2020 der Klinik für (...) des Stadt-
spitals (...) zu entnehmen, dass die (...)-Werte in Ordnung seien und zu-
künftig regelmässige Kontrollen stattfinden würden.
Auf Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs aus medizinischen Grün-
den ist nach Lehre und konstanter Praxis nur dann zu schliessen, wenn
eine notwendige medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur Verfü-
gung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden
Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes führen würde. Dabei wird als
wesentlich die allgemeine und dringende medizinische Behandlung erach-
tet, welche zur Gewährleistung einer menschenwürdigen Existenz notwen-
dig ist. Unzumutbarkeit liegt jedenfalls nicht vor, wenn im Heimat- oder Her-
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kunftsstaat eine nicht dem schweizerischen Standard entsprechende me-
dizinische Behandlung möglich ist (vgl. etwa BVGE 2011/50 E. 8.3 und
2009/2 E. 9.3.1 je mit weiteren Hinweisen).
Nach Durchsicht der Akten schliesst sich das Gericht der Einschätzung der
Vorinstanz an, dass die gesundheitlichen Probleme des Beschwerdefüh-
rers – entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht – keine Unzu-
mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs im Sinne der obgenannten Recht-
sprechung begründen können und es dem Beschwerdeführer angesichts
der in Rumänien bestehenden medizinischen Infrastruktur offen steht, sich
in seinem Heimatstaat (weiter-)behandeln zu lassen. Soweit er eine psy-
chiatrisch-psychologische Unterstützung wünscht, ist er sodann auf die
medizinischen Institutionen in seinem Heimatland zu verweisen. Entgegen
den unsubstantiierten Beschwerdevorbringen liegen insbesondere keine
konkreten Hinweise vor, wonach Rumänien dem Beschwerdeführer eine
adäquate medizinische Behandlung verweigert hätte oder zukünftig ver-
weigern würde, zumal er auf Beschwerdeebene ein medizinisches Doku-
ment aus Rumänien zu den Akten reichte (vgl. Prozessgeschichte, Bst. E.).
Dass die damals erhaltene Behandlung nach Ansicht des Beschwerdefüh-
rers falsch gewesen sein soll, kann ebenso wenig zur Annahme führen,
ihm komme im Heimatstaat keine adäquate medizinische Behandlung zu-
teil. Bei einer allfälligen vorübergehenden Einschränkung ist der Beschwer-
deführer im Übrigen anzuweisen, sich an die in Rumänien zuständigen
staatlichen Instanzen zu wenden. Schliesslich steht es ihm im Rahmen der
Rückkehr offen, vor der Ausreise bei der Vorinstanz einen Antrag auf indi-
viduelle medizinische Rückkehrhilfe zu stellen, die unter anderem in der
Mitgabe von Medikamenten bestehen kann (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d
AsylG; Art. 75 AsylV2).
9.3.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch
als zumutbar.
9.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-
sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE
2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu
bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
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10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist
(Art. 106 Abs. 1 AsylG und Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen.
11.
11.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Aufgrund der vorstehenden Erwä-
gungen ergibt sich, dass seine Begehren als aussichtslos zu gelten haben.
Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen nicht gege-
ben, weshalb das Gesuch ungeachtet der geltend gemachten Mittellosig-
keit abzuweisen ist.
11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt
Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]). Das Gesuch um Erlass des Kostenvorschusses
ist mit vorliegendem Direktentscheid gegenstandslos geworden.
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