Decision ID: 7cf64994-9013-44d4-9be9-671b0bd3363d
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1961 geborene
X._
hat eine Ausbildung zur Luftver
kehrsangestellten absolviert und war
von
Oktober 2012 bis Mai 2015 bei der
Y._
,
Z._
, als Sachbearbeiterin in der Buchhaltung
angestellt (
Urk.
7/4, 7/26).
Unter Hinweis auf Erschöpfungszustände und eine depressive Episode meldete sie sich am
4.
Juni 2015 bei der Invalidenversicherung zum Leis
tungsbezug an (
Urk.
7/7).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte nebst aktuellen Auszügen aus dem
individuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
7/1, 7/24) insbesondere
einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
7/26), Berichte der behandelnden Ärzte (
Urk.
7/
27, 7/32, 7/39 f. und 7/46
) sowie die Akten des Kran
kentaggeldversicherers (
Urk.
7/28) ein.
Darüber hinaus gab sie bei
Dr.
med. A._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, ein psychiatrisches Gut
achten in Auftrag, welches am
9.
Januar 2016 vorgelegt wurde (
Urk.
7/49
)
.
Am 1
3.
Januar 2016 reichte
Dr.
A._
einen Nachtrag zum Gutachten ein (
Urk.
7/51).
Mit Schreiben vom 2
2.
Februar
2016
teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, dass sich ihr Gesundheitszustand seit Mitte Dezember 2015 wieder drastisch verschlechtert habe (
Urk.
7/56)
. Nach Eingang mehrerer ärztlicher Berichte (
Urk.
7/57, 7/62, 7/66 f. und 7/69/5 ff.
)
holte
die IV-Stelle beim B._
ein polydisziplinäres Gutachten ein (
B._
-Gutachten vom 1
6.
März 2017,
Urk.
7/89).
Mit Vorbescheid vom 1
8.
Mai 2017 stellte sie der Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
7/91), wogegen diese am 1
5.
Juni 2017 Einwand erhob (
Urk.
7/94). Am 1
8.
Juli 2017 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (
Urk.
7/98 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
1
4.
August 2
017 Beschwerde (
Urk.
1) mit dem
Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen.
Mit Beschwer
deantwort vom 1
0.
Oktober 2017 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), worüber die Versicherte mit Verfügung vom 1
1.
Oktober 2017 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
8).
Mit Eingabe vom 1
7.
Dezember 2018 (
Urk.
9) reichte jene
je
ein Schreiben
der behandelnden Ärztin sowie
der IV-Stelle vom
2.
respektive
5.
November 2018
ein (
Urk.
10/1-2).
Jeweils eine Kopie dieser Dokumente wird der IV-Stelle als Beilage zu diesem Urteil zugestellt.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch
nicht ohne W
eiteres
gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinwe
isen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
-
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2
017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1
.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 1
8.
Juli 2017
(
Urk.
2)
zog die Beschwerde
gegnerin im Wesentlichen in Erwägung, d
ie
umfassenden
Abklärungen hätten ergeben, dass die Arbeitsunfähigkeit der Versicherten hauptsächlich auf psycho
soziale Gründe wie die Überlastung am Arbeitsplatz und familiäre Umstände zurückzuführen sei.
Solche invaliditätsfremden Faktoren seien bei der Invalidi
tätsbemessung jedoch nicht zu berücksichtigen, weshalb kein Anspruch auf Leis
tungen der Invalidenversicherung bestehe.
2.2
Dagegen brachte die Versicherte in ihrer Beschwerdeschrift vom 1
4.
August 2017 (
Urk.
1) vor, dass sie vom
9.
März 2015 bis 3
1.
Mai 2016 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen sei. Trotzdem seien keine Massnahmen zur beruflichen Eingliederung
durchgeführt
worden.
Zudem habe die Beschwerdegegnerin die Berichte der behandelnden Ärzte zu Unrecht als nicht relevant eingestuft.
Unzutreffend sei schliesslich die von der IV-Stelle
unter Hinweis auf psychosoziale Faktoren
vor
genommene Unterscheidung zwischen invalidenversicherungsrechtlich relevan
ten und nicht relevanten Gesundheitsschäden.
3.
3.1
3.1.1
Ab Mitte September
2014 wurde
der Beschwerdeführerin seitens verschiedener Ärzte
eine Arbeitsunfähigkeit unterschiedlichen Grades attestiert (vgl.
Urk.
7/28/26 ff.). Mit Bericht vom 2
8.
Januar 2015
diagnostizierte
Dr.
med.
lic
. phil. C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1).
Die Versicherte
klage
über Schlafstörungen und Erschöpfungszustände, und es liege seit dem
5.
Januar 2015 eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit vor
(
Urk.
7/28/24).
Mit Bericht vom 2
6.
März 2015
hielt
Dr.
C._
bei unveränderter Diagnose fest, dass sich der psy
chische Zustand nach einem zunächst erfreulichen Verlauf nach der Rückkehr an den Arbeitsplatz wieder rapide verschlechtert habe, weshalb
in
Bezug auf diese Tätigkeit
seit dem
9.
März 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe
(
Urk.
7/28/16).
Mit Bericht vom 2
9.
Juni 2015 attestierte sie sodann eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche erwerbliche Tätigkeit
(
Urk.
7/27).
3.1.2
Vom 2
9.
Juni bis
4.
September 2015
befand si
ch die Versicherte in der D._
in stationärer Behandlung. Dabei wurde
n
eine
rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig
mittelgradige
Episode (ICD-10 F33.0),
und
his
trionisch-narzisstische
Persönlichkeitszüge
(ICD-10 Z73)
, diagnostiziert.
Nebst einer gedrückten Stimmung, einer Verminderung des Antriebs, ein
er massiv erhöhten Ermüdbarkeit und
vermindertem Selbstvertrauen habe namentlich eine leichtgradig verminderte Konzentrationsfähigkeit
festgestellt werden können
.
Ferner
hätten ein
schwergradiges
Grübeln bezüglich der Zukunft und eine
mäs
siggradig
verminderte Schwin
g
ungsfähigkeit vorgelegen.
Die Versicherte
impo
niere auch dadurch
, dass sie Frustrationen oder
Enttäuschungen nur schwerlich ertragen könne
.
Es sei ihr aktuell zumutbar, für zwei Stunden pro Tag an fünf Tagen pro Woche einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (
Urk.
7/39/1 f.).
3.1.3
Dr.
C._
attestierte mit Bericht vom 1
0.
November 2015 wiederum eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
. Dies gelte sowohl für die angestammte Tätigkeit als Buchhalterin, als auch
für andere Tätigkeiten
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Es liege nach wie vor eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) vor (
Urk.
7/46).
3.
2
Dr.
A._
nannte
in ihrem psychiatrischen Gutachten vom
9.
Januar 2016
fol
gende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/49/28):
-
histrionisch
-narzisstische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.4).
Demgegenüber hätten folgende (Differential-)Diagnosen keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
-
akzentuierte,
histrionisch
-narzisstische Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73)
,
-
Status nach psychosozialen
,
depressiv-
neurasthenieformen
Anpassungs-störungen (ICD-10 F43.9) nach beruflicher Belastung, im Rahmen der Hauptdiagnose.
Anlässlich
der psychiatrischen Exploration
habe
sich die Versicherte ausführlich zur Entwicklung ihres psychischen Leidens
geäussert
.
Im Rahmen ihrer beruf
lichen Tätigkeit sei es
im Jahr 2014
zu einer starken Überlastung gekommen, da ihr Vorgesetzter krankheitsbedingt ausgefallen sei und sie dessen Aufgaben habe übernehmen müssen.
Sie habe darauf zunächst mit stressbedingtem Erbrechen reagiert. Darüber hinaus hätten sich Zukunftsängste um ihre Arbeit und eine Angst vor damit verbundenen finanziellen Problemen entwickelt. Die damals bereits seit zehn Jahren bestandenen Schlafstörungen hätten sich ebenfalls ver
schlimmert
. In der Folge sei es zu mehreren Klinikaufenthalten gekommen; auch habe sie versucht, ihr Leiden mit verschiedenen Medikamenten anzugehen. Inzwischen schlafe sie wieder besser, was sie jedoch eher auf
die seit September 2015
in Anspruch genommene
Kinesiologie und Akupunktur zurückführe.
Ihre Stimmung habe sich wieder stabilisiert und seit Anfang November 2015 hätten sich auch ihre Energie und Vitalität deutlic
h gebessert (
Urk.
7/49/12 ff.).
Zum Psychostatus führte
Dr.
A._
insbesondere
aus, dass sich keine
Hinweise für Bewusstseins- oder Orientierungsstörungen gezeigt hätten.
Sowohl Konzent
ration als auch Aufmerksamkeit und Gedächtnis seien objektiv nicht einge
schränkt gewesen.
Grübeln habe die Versicherte verneint; jedoch habe sie von negativen Zukunftsgedanken, Existenzängsten und einem geringen Selbstwert
gefühl berichtet, wobei es ihr in dieser Hinsicht seit Anfang November 2015 bes
ser gehe.
Anhaltspunkte für Zwangsgedanken
oder
-handlungen, eine Wahn
symptomatik oder für Ich-Störung
en
hätten sich nicht ergeben.
In affektiver Hin
sicht seien reduzierte Vitalgefühle sowie eine gedankliche Einengung auf die psy
chische und berufliche Situation vorhanden gewesen. Im Kontakt sei die Ver
sicherte anfangs sehr misstrauisch, vorwurfsvoll und nicht schwingungsfähig
gewesen
. Ferner habe sie über ein schwankendes depressives Gefühl geklagt. Psychomotorisch habe sie sich normal bis etwas lebhafter verhalten. Hinweise für Suizidalität oder Fremdgefährdung hätten sich nicht ergeben (
Urk.
7/49/17).
Angesichts der relativ
blanden
Befunde lägen aus rein versicherungspsychiatri
scher Sicht keine Gründe für eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor. Wäh
rend der Begutachtung seien allerdings ein manipulatives Verhalten und ein
his
trionisches
Interaktion
smuster aufgefallen.
Klinisch sei von einer deutlichen
his
trionisch-narzisstischen
Persönlichkeitsakzentuierung auszugehen, welche sich in einer von der Ve
rsicherten selbst bestimmten und
nicht leitliniengerechten Behandlung
,
in
den aus psychiatrischer Sicht kaum nachvollziehbaren heftigen Reaktionen auf verschiedene Medikamente
sowie in den teilweise sehr schwie
rigen Beziehungen zu den Therapeuten widerspiegle
(
Urk.
7/49/21 f.).
Ursache der leicht- bis mittelgradig depressiven Krise seit Herbst 2014 seien wiederholte Krän
kungserlebnisse mit resultierenden Stellenwechseln und aktueller Arbeitslosig
keit
. Es handle sich dabei weniger um eine Depression im engeren Sinne, als vielmehr um eine psychische Krise mit depressiv-ängstlichen Erschöpfungssymp
tomen im Rahmen der Persönlichkeitsproblematik und der psychosozialen Belas
tungsfaktoren wie Alter oder Angst vor erneuten Konflikten mit Vorgesetzten (
Urk.
7/49/25).
Im Ergebnis
bestehe für die Tätigkeit als Sekretärin respektive Sachbearbeiterin in verantwortungsvoller Stellung (Direktionsassistentin, Kassiererin etc.) vorerst eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der psychischen Problematik. Weitere Konflikte
mit Vorgesetzten seien sehr wahrscheinlich. Diese Einschätzung gelte seit Herbst 201
4.
Als einfache Sekretärin beziehungsweise Mitarbeiterin der Administration sei die Versicherte zu 100
%
arbeitsfähig. Ein spezielle
s
Belas
tungstraining sei weder sinnvoll noch indiziert
. Eine
leidens
a
daptierte
Tätigkeit umfasse einfache administrative Arbeiten wie beispielsweise in der Datenver
arbeitung und in anderen Bereichen wie Reinigung, Hauswirtschaft, Wäscherei, Gärtnerei oder Industrie. Diese seien seit Abschluss der Schullaufbahn - abge
sehen von den Zeiten einer mittelschweren depressiven Symptomatik - zu 100
%
zumutbar gewesen
(
Urk.
7/49/31).
An dieser Beurteilung hielt
Dr.
A._
auch in ihrem Gutachtensnachtrag vom 1
3.
Januar 2016 fest (
Urk.
7/51/2).
3.3
3.3.1
Mit Bericht vom 1
5.
Februar 2016 äusserte sich
Dr.
med. E._
, Fach
ärztin für Allgemeine Innere Medizin, dahingehend, dass sich der Gesundheits
zustand der Versicherten seit Mitte Dezember 2015 verschlechtert habe. Diese sei psychisch und physisch absolut erschöpft, weshalb es ihr unmöglich sei, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (
Urk.
7/57/3 f.).
Mit Bericht vom
6.
Juni 2016 teilte
Dr.
E._
sodann mit, dass
sich die Situation seit Mitte Mai 2016 leicht gebessert habe und in naher Zukunft
mit einer stundenweisen Arbeitsfähigkeit gerechnet werden könne (
Urk.
7/62).
3.3.2
Dr.
med. F._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
diagnosti
zierte mit Bericht vom 1
5.
Februar 2016 eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode (ICD-10 F33.2). Seit Anfang Januar 2016 seien bei der Versicherten namentlich schwere Konzentrations- und Erinnerungs
störungen vorhanden, welche
wiederum
auf schwere Schlafstörungen zurückzu
führen seien. Ausserdem sei das formale Denken durch starkes Grübeln gestört. Die Versicherte sei des Weiteren gereizt, innerlich unruhig,
klagsam
sowie antriebsarm und berichte von sozialem Rückzug. Morgens würden undifferen
zierte Suizidideen auftreten, ohne konkrete Selbstgefährdung. Vor diesem Hin
tergrund liege bis auf Weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor (
Urk.
7/57/1 f.).
Mit Berichten vom 2
8.
Juni und 1
5.
Juli 2016
ging
Dr.
F._
von einer leich
ten Besserungstendenz der depressiven Erkrankung aus, wobei sie jeweils eine Arbeitsfähigkeit von
30
%
für die angestammte Tätigkeit attestierte (
Urk.
7/66 f.).
3.3.3
Dr.
med. G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte in seinem Bericht vom
4.
September 2016 die Diagnose einer langgezoge
nen depressiven Episode,
aktuell mittelschweres bis schweres depressives Zustandsbild (ICD-10 F32.2). Seit Februar 2016 habe sich eine schrittweise Bes
serung der depressiven Symptomatik eingestellt.
Es sei zu einer deutlichen Stim
mungsaufhellung, einer Rückkehr der Interessen und einer zögerlichen Besserung der schweren Antriebsstörung gekommen.
Die Versicherte
habe
anlässlich des letzten Kontrolltermins
von einer guten psychischen Verfassung berichtet. Aus ihrer Sicht bestünden keine depressiven Symptome mehr; körperlich sei sie aber aufgrund erhöhten Körpergewichts sehr viel leichter erschöpfbar.
Insgesamt sei die
Beschwerdeführerin
aufgrund der anhaltend erhöhten Erschöpfbarkeit weiter
hin nur reduziert belastbar. Seit Mitte Juli 2016 bestehe eine 30%ige Arbeits
fähigkeit, wobei ab Oktober 2016 eine Erhöhung auf ein 40%-Pensum geplant sei (zum Ganzen
Urk.
7/69/6 ff.).
3.4
Dem polydisziplinären
B._
-Gutachten vom 1
6.
März 2017 sind folgende Diag
nosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (
Urk.
7/89/33):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (Rest
symptomatik chronische Müdigkeit) bei Status nach schwerer depressiver Episode,
-
akzentuierte Persönlichkeitszüge (narzisstisch-
histrionisch
).
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien demgegenüber eine chronische Insomnie im Rahmen der depressiven Störung sowie ein Verdacht auf ein bilate
rales Carpaltunnelsyndrom.
Gegenüber
Dr.
med. H._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, habe die Versicherte angegeben, sich nicht mehr depressiv, aber ausgeprägt erschöpft zu fühlen. Trotz genügend Schlaf leide sie an einer Müdigkeit,
welche sie auf eine Nebenniereni
nsuffizienz zurückführe. Ausserdem
verspüre sie leichte lumbale
Rückenschmerzen sowie Schmerzen im linken Knie (
Urk.
7/89/14).
Aus internis
tischer Sicht hätten sich keine relevanten Pathologien und damit in Verbindung stehende Funktionsstörungen eruieren lassen. Anhaltspunkte für eine internis
tische Ursache der Müdigkeit beziehungsweise der raschen Erschöpfbarkeit
hätten sich nicht ergeben. Diese könne in Anbetracht der durchwegs normalen Laborbe
fu
nde nicht auf eine Nebenniereni
nsuffizienz oder eine Schilddrüsenfunktions
störung zurückgeführt werden (
Urk.
7/89/15 f.).
Im Rahmen der Untersuchung durch
Dr.
med. I._
, Facharzt für Neuro
logie,
habe die Beschwerdeführerin ihre chronische Müdigkeit in den Vorder
grund gestellt, wodurch sie in ihrer Lebensführung eingeschränkt sei. Im Weiteren habe sie von nächtlichen
Sensibilitätsstörungen an beiden Händen mit wechseln
der Seitenbetonung berichtet. Diese seien wohl durch eine ungünstige Lagerung während des Schlafes bedingt und würden sich im Tagesverlauf nicht manifes
tieren (
Urk.
7/89/18 f.).
Aus neurologischer Sicht seien weder
hirnfokale Symp
tome noch Hinweise auf eine spinale respektive auf eine peri
pher-neurogene Läsion vorhanden
. Eine schlafmedizinische Abklärung im Juni 2015 habe eine normale objektive Einschlafneigung ohne Hinweise auf eine Narkolepsie ergeben. Die aktuell geklagte Müdigkeit sei überwiegend wahrscheinlich als Residuum der depressiven Episode zu werten.
Die geklagten nächtlichen Sensibilitätsstörungen an beiden Händen würden stark für ein Carpaltunnelsyndrom sprechen, wobei sich aktuell keine klinischen Hinweise darauf ergeben hätten. Auch im Übrigen bestünden angesichts der durchwegs unauffälligen somatischen Untersuchungs
befunde keine Anhaltspunkte für ein neurologisches Leiden (
Urk.
7/89/21).
Anlässlich der psychiatrischen Exploration durch
Dr.
med. J._
, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
habe die Versicherte ebenfalls über die chronische, schwere Müdigkeit geklagt. Weitere Beschwerden habe sie auf ent
sprechende Nachfrage hin verneint (
Urk.
7/89/25).
Objektiv sei sie in ihrer Affek
tivität noch in leichtem Masse - vorwiegend apathisch-gehemmt und leicht
dys
phorisch
- eingeschränkt gewesen
. Subjektiv erlebe sich die Beschwerdeführerin allerdings nicht mehr als depressiv. Bezüglich der kognitiven Leistungsfähigkeit habe sie eine Einschränkung der Konzentrationsfähigkeit und ein Nachlassen der Orientierungsfähigkeit angegeben. Objektiv sei sie jedoch sowohl örtlich als auch zeitlich und autopsychisch voll orientiert und bei klarem Bewusstsein gewesen.
Erfragte Daten und Fakten habe sie ohne Probleme
ekphoriert
. Klinisch-psychi
atrisch und anamnestisch bestehe kein Verdacht auf eine organisch bedingte kog
nitive Leistungseinbusse. Möglich sei, dass es infolge des Alters allmählich zu Problemen in Bezug auf das Abrufen von Gedächtnisinhalten komme. Im Übrigen seien die formalen und inhaltlichen Gedankengänge unauffällig gewesen
. Hin
weise auf Phobien sowie Ich- oder Wahrnehmungsstörungen seien ebenfalls nicht vorhanden gewesen
(
Urk.
7/89/27).
Gesamthaft
handle es sich bei der Versicher
ten um eine etwas narzisstisch strukturierte Persönlichkeit mit starkem Charakter und gewissen
histrionischen
Persönlichkeitszügen. Es
sei davon auszugehen, dass
sie
unter einer schweren depressiven Erkrankung gelitten habe beziehungsweise unter einer rezidivierend depressiven Störung leide. Aktuell sei die Depression weitgehend abgeklungen; die geklagte chronische Ermüdbarkeit und rasche Erschöpfbarkeit
könne noch als Restsymptomatik interpretiert werden. Durch diese sei die Versicherte derzeit noch wenig belastbar und die Fähigkeit zur Struk
turierung und Planung von Aufgaben sei beeinträchtigt. Leicht eingeschränkt sei ausserdem die Durchhaltefähigkeit sowie die Fähigkeit, sich an Routinen und Regeln anzupa
ssen (
Urk.
7/89/28 f.).
Im interdisziplinären Konsens gelangten die Gutachter zur Auffassung, dass die Beschwerdeführerin
aufgrund ihrer psychischen Beeinträchtigungen durch
schnittlich seit Oktober 2014 zu 50
%
in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei, wobei sich die retrograde Beurteilung als sehr schwierig gestalte. Ab Juni 2017 könne von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Diese Beurteilung gelte sowohl für die angestammte als auch für eine leidensadaptierte Tätigkeit (
Urk.
7/89/36).
4.
4.1
Zwischen den Parteien ist strittig, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Rent
e der Invalidenversicherung hat (vgl. E. 2.1 f.). Zwecks Abklärung der gesundheitlichen Situation der Versicherten gab die IV-Stelle zwei Gutachten in Auftrag (
Urk.
7/49, 7/89)
, weshalb
vorab
auf deren Beweiswert einzugehen ist.
Die Expertisen basieren auf umfassenden psychiatrischen und - bezogen auf das
B._
-Gutachten - internistischen sowie neurologischen Abklärungen. Sie wurden in detaillierter Kenntnis der
Vorakten
erstellt (
Urk.
7/49/3 ff., 7/89/
4 ff.).
Die Beschwerdeführerin konnte gegenüber den einzelnen Gutachtern ihre Beschwer
den schildern und wurde von diesen jeweils - soweit fachspezifisch erforderlich - eingehend befragt (
Urk.
7/49/8 ff., 7/89/10 ff., 7/89/17 ff. und 7/89/23 ff.).
Die geklagten Leiden fanden sodann im Rahmen der Feststellung der Diagnosen Berücksichtigung, wobei sowohl diese als auch die aus medizi
nischer Sicht resul
tierenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit dargelegt und erläutert wurden (
Urk.
7/49/28 ff., 7/89/
15 f., 7/89/20 ff., 7/89/28 f. und
7/89/33 ff.). Soweit mög
lich erfolgte ausserdem eine Auseinandersetzung mit vorangegangenen ärzt
lichen Beurteilungen (
Urk.
7/49/23 ff., 7/89/16, 7/89/22 und 7/89/30 f.). Insge
samt erfüllen
somit
beide Gutachten die formalen Kriterien für beweiswerte medizinische Expertisen
(vgl. E. 1.4).
4.2
Unbestritten
und mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt
ist
, dass die
Arbeitsfähigkeit der Versicherten in ihrer angestammten Tätigkeit als Sachbear
beiterin in der Buchhaltung
aus rein somatischer Sicht nicht eingeschränkt ist. So s
ind
weder dem internistischen
noch dem neurologischen Teil
gutachten des
B._
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (
Urk.
7/89/15 f., 7/89/
20 ff.). In Bezug auf körperliche Leiden nimmt die Versicherte denn auch - soweit ersichtlich - keine regelmässigen medizinischen Behandlungen in Anspruch.
4.3
4.3.1
Zwischen den Parteien besteht jedoch Uneinigkeit darüber, ob die Arbeitsfähig
keit der Beschwerdeführerin aufgrund psychischer Erkrankungen eingeschränkt war respektive immer noch ist.
Die Versicherte führt in diesem Zusammenhang grundsätzlich zutreffend an, dass auch ein psychischer Gesundheitsschaden einen Leistungsanspruch gegenüber der Invalidenversicherung begründen kann (
Urk.
1 S. 2).
Allerdings können sich gemäss bundesgerichtlicher Praxis prinzipiell nur schwere psychische Störungen invalidisierend auswirken (BGE 143 V 418 E. 5.2.2).
Ferner
muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krank
heitswert umso ausgeprägter vorhanden sein, je stärker psychosoziale und sozi
okulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwer
debild bestimmen (BGE 127 V 294 E. 5a).
Im Übrigen
ist im Zuge der
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
bei grundsätzlich sämtlichen psychischen Leiden eine Prü
fung der vom Bundesgericht festgelegten St
andardindikatoren durchzuführen
(vgl.
E. 1.3), wobei nach altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten in diesem Zusammenhang nicht per se ihren Beweiswert verlieren. Entscheidend ist viel
mehr, ob sie eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (BGE 141 V 281 E. 8).
4.3.2
Dr.
A._
konnte
im Rahmen ihrer Untersuchung kaum
mehr
eine nennenswert leistungsbeeinträchtigende depressive Symptomatik feststellen. Sie vertrat die Auffassung, dass es sich bei der
histrionisch
-narzisstischen Persönlichkeits-akzentuierung um das eigentliche Problem handle. Im Ergebnis ging sie von kei
nen
relevanten Einschränkungen
der Leistungsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit als Sekretärin beziehungsweise Sachbearbeiterin ohne grössere
Verant
wortung
aus
(
Urk.
7/49/26, 7/49/31).
Die
B._
-Gutachter attestierten demgegen
über aufgrund einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte Episode, sowie
der
narzisstisch-
histrionischen
Persönlichkeitszüge für den Zeit
raum von Oktober 2014 bis Juni 2017 eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von 50
%
(
Urk.
7/89/36).
Zu prüfen ist somit,
welche
diese
r
divergierenden
Beur
teilungen mit Blick auf die massgeblichen Standardindikatoren zu überzeugen verm
ag
.
Zum
K
omplex
„
Gesundheitsschädigung
“
ist festzuhalten, dass
beide
psychiat
rischen Gutachter keine schwer ausgeprägten
diagnoserelevanten Befunde und Symptome
feststellen konnten (vgl.
Urk.
7/49/17 ff., 7/49/2
5 f.
, 7/89/25 ff. und 7/89/35
; vgl. ferner auch
Urk.
7/69/9
).
Im
Gegenzug finden sich jedoch
zahlreiche Hinweise auf das Beschwerdebild bestimmende invaliditätsfremde Faktoren
, wel
che es auch im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens zu berücksichtigen gilt (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_616/2015 vom 2
0.
Mai 2016 E. 3.2)
.
So führte die Beschwerdeführerin
ihre psychische Problematik selbst auf eine schwierige
und monatelang anhaltende
Überlastungssituation am damaligen Arbeitsplatz zurück
. Gleichzeitig
waren
Erziehungsprobleme mit der Tochter auf
getreten
(
Urk.
7/49/12, 7/49/21 und 7/89/25
; vgl. zudem
Urk.
7/7/5, 7/32/1
und 7/39/3
).
Im Weiteren ist in Bezug auf den Indikator
„
Behandlungs- und Einglie
derungserfolg oder -resistenz
“
darauf hinzuweisen, dass von einem Scheitern von indizierten und lege
artis
durchgeführten Therapien nicht die Rede sein kann.
Dr.
A._
hielt gar fest, dass bis zum Zeitpunkt ihrer Begutachtung keine leit
liniengerechte psychiatrische Behandlung durchgef
ührt worden sei
(
Urk.
7/49/28 f.).
Dr.
J._
sprach sich für eine Weiterführung der psychiatrischen Therapie aus (
Urk.
7/89/31).
Zum Indikator
„
Komorbiditäten
“
bleibt anzumerken, dass weder schwerwiegende körperliche noch psychische Begleiterkrankungen zur depressi
ven Störung hinzutreten. Insbesondere die akzentuierten Persönlich
keits
züge
, welche gemäss bundesgerichtlicher Praxis keinen rechtserheblichen Gesundheits
schaden zu begründen vermögen, sind nicht als Komorbidität einzustufen (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 sowie Urteil des Bundesgerichts 8C_558/2015 vom 2
2.
Dezember
2015 E. 4.2.4).
Die
histrionisch
-narzisstischen Persönlichkeitszüge sind jedoch im
Komplex
„
Per
sönlichkeit
“
zu berücksichtigen.
Es
liegt nahe, dass dadurch
gewisse Einschrän
kungen in der Beziehungsgestaltung bestehen (vgl.
Urk.
7/49/17).
Ausreichend
Anhaltspunkte für eine eig
entliche Persönlichkeitsstöru
ng, welche sich im Gegensatz zu
Persönlichkeitsakzentuierungen grundsätzlich invalidisierend aus
wirken kann
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_880/2015 vom 30. März 2016 E. 4.2.5 mit Hinweisen
), liegen allerdings nicht vor.
Dr.
A._
sprach sich im Ergebnis eher für akzentuierte Persönlichkeitszüge aus (vgl.
Urk.
7/49/23 ff.).
Diese Ansicht vertraten sodann auch
Dr.
J._
und einzelne behandelnde Fach
kräfte (vgl.
Urk.
7/39/1
, 7/89/35).
Zum Komplex
„
sozialer Kontext
“
ist anzumerken, dass
die Beschwerdeführerin
insbesondere gegenüber den behandelnden Ärzten
von einem
sozialen Rückzug
berichtet hat (vgl. etwa
Urk.
7/27/2, 7/28/24
, 7/39/1 und 7/57/1).
Gleichwohl geht aus
den Gutachten hervor, dass die
Versicherte über ein intaktes Beziehungsnetz verfügt, welches
unter anderem ihre Tochter
sowie verschiedene Freunde umfasst (
Urk.
7/49/12
, 7/89/11).
Dr.
J._
ging denn auch von einer guten sozialen Integration aus (
Urk.
7/89/29).
Vor diesem Hintergrund
kann nicht auf einen erheblichen krankheitsbedingten sozia
len Rückzug geschlossen werden.
Einzugehen bleibt auf den beweisrechtlichen entscheidenden Aspekt der Konsis
tenz. In diesem Zusammenhang ist
zunächst
festzuhalten, dass
ein Leidensdruck behandlungsanamnestisch nur bedingt ausgewiesen ist.
Wie bereits ausgeführt, unterzog sich
die Versicherte
jedenfalls bis zum Zeitpunkt der Begutachtung durch
Dr.
A._
keiner leitliniengerechten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung, sondern legte Wert auf alternative Medizin
. Die Gutachterin
führte dies jedoch auch auf ein
mangelndes Introspektions- und Selbstreflexionsvermö
gen zurück, was es zu berücksichtigen gilt
(
Urk.
7/49/22
, 7/49/28 f.
).
Auch nach der von ihr geltend gemachten Verschlechterung des psychischen Zustands im Februar 2016 (
Urk.
7/56) nahm die Versicherte jedoch
bereits nach vergleichs
weise kurzer Zeit
nur
mehr
ein bis zwei Mal pro Monat Termine bei den behan
delnden Fachärzten wahr (vgl.
Urk.
7/62/2
,
7/66/2, 7/
67/2 und 7/69/10).
Ein erheblicher Leidensdruck liegt in Anbetracht dieser Umstände nicht nahe. Ein Blick auf das Aktivitätsniveau der Versicherten spricht ebenfalls nicht dafür; je
denfalls ist keine gleichmässige Einschränkung in allen vergleichbaren Lebens
bereichen erkennbar.
Die Beschwerdeführerin war
grundsätzlich
in der Lage, ihren
Haushalt selbst zu besorgen, Kontakte zu pflegen, einen Personenwagen zu führen, einer geregelten Tagesstruktur nachzugehen sowie eine neue Arbeitsstelle zu suchen und dieser Tätigkeit ab Juni 2016 in einem 30%-Pensum nachzugehen
. Zum Zeitpunkt der Begutachtung durch
das
B._
war sie
zu 40
%
erwerbs
tätig, wobei sie zudem
Leistungen
der Arbeitslosenversicherung bezog (
Urk.
7/49/12, 7/89/11 ff.).
Demzufolge erachtete sie sich offenbar selbst als vermittlungsfähig und damit gesundheitlich in der Lage, ein höheres
Arbeitspensum zu absolvieren
, als sie ta
tsächlich ausgeübt hat.
4.3.3
Gesamthaft ergibt die detaillierte Prüfung der Standardindikatoren
und deren Gesamtwürdigung, dass die Beschwerdeführerin bei Ausschöpfung ihrer vorhan
denen Ressourcen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in der Lage ist, ihrer angestammten Tätigkeit als Sachbearbeiterin in der Buchhaltung in leistungsaus
schliessendem Ausmass nachzugehen. Dafür sprechen nebst den weitgehend unauffälligen objektiven Befunden namentlich
die erheblichen
(invaliditätsfrem
den)
psychosozialen Belastungsfaktoren, die fehlende Therapieresistenz, die nicht vorhandenen
Komorbiditäten, das intakte soziale Umfeld sowie die nicht gleich
mässige Einschränkung in allen vergleichbaren Lebensbereichen. Als nur leicht ressourcenhemmend sind die Persönlichkeitsstruktur und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Introspektions- und Selbstreflexionsfähigkeit einzuordnen. Ein
rechtsgenüglicher
Bezug zwischen den
gestellten Diagnosen und deren funk
tionellen Auswirkungen im Sinne einer eingeschränkten Arbeitsfähigkeit ist ins
gesamt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht ausgewiesen, weshalb die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen zu tr
agen hat (vgl. BGE 141 V 281 E.
6).
Mit anderen Worten kann auf die seitens der
B._
-Gutachter attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50
%
nicht abgestellt werden.
4.4
Abschliessend bleibt auf die Rüge der Versicherten einzugehen, wonach statt auf die
beiden
Gutachten vielmehr auf
die Berichte der behandelnden Ärzte abzustel
len sei, welche von der
Beschwerdegegnerin
unabhängig seien (
Urk.
1 S. 2).
Soweit die Beschwerdeführerin damit die
Unabhängigkeit
beziehungsweise
Unvoreingenommenheit der versicherungsexternen
Gutachter in Frage
zu
stellen
beabsichtigt
, ist darauf hinzuweisen, dass
Ausstands- oder Ablehnungsgründe gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung so früh wie möglich geltend gemacht werden müssen. Es verstösst gegen Treu und Glauben, Einwendungen dieser Art erst im Rechtsmittelverfahren vorzubringen, wenn dies schon vorher möglich und zumutbar gewesen wäre. Wird eine sachverständige Person nicht unverzüglich als befangen abgelehnt, wenn die betroffene Person vom Ablehnungsgrund Kenntnis erhält, verwirkt sie den Anspruch auf spätere Anrufung dieser Verfah
rensgarantie (BGE 137 V 210 E. 6.1.1 mit Hinweisen). Überdies ist mit Blick auf das
B._
-Gutachten darauf hinzuweisen, dass sich
Ausstandsbegehren
stets nur gegen eine bestimmte Person, nicht aber gegen eine Gutachterstelle richten kön
nen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_91/2016 vom 1
4.
März 2016 mit Hinweis).
Soweit die Versicherte geltend machen will, die Berichte der behandelnden Ärzte seien den Gutachten vorzuziehen, ist dem ebenfalls zu widersprechen.
In diesem Kontext
ist auf die Erfahrungs
tatsache hinzuweisen, dass
behandelnde Arztper
sonen respektive Therapiekräfte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Ein Administra
tiv- oder Gerichtsgutachten ist nicht stets in Frage zu stellen, wenn die
behan
delnden Fachkräfte
zu anderslautenden Einschätzungen gelangen.
Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige
–
und nicht
rein subjektiver Interpre
tation entspringende
–
Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil
des Bundesgerichts
8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2
mit Hinweisen, u.a. auf
SVR 2008 IV Nr
. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]
).
Eben solche Aspekte sind im konkreten Fall nicht ersichtlich und werden von der Versicherten auch nicht substantiiert vorgebracht.
Darüber hin
aus verfügten die Gutachter über detaillierte Kenntnis der vorangegangenen ärzt
lichen Einschätzungen und zogen diese in ihre Beurteilung mit ein (vgl. E. 4.1).
Schliesslich
bleibt
anzumerken, dass auf die Berichte von
Dr.
E._
(
Urk.
7/40/1 ff., 7/57/3 f. und 7/62)
ohnehin
nicht abgestellt werden kann,
weil
sie als Fach
ärztin für Allgemeine Innere Medizin nicht über die notwendige fachliche Quali
fikation im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie verfügt. Dies ist in Bezug auf den Beweiswert ihrer Ausführungen zum psychischen Status der Versicherten von erheblicher Bedeutung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_547/2010 vom 2
6.
Januar 2011 E. 2.2 mit Hinweisen).
An dieser Beurteilung vermag im Übrigen auch das Schreiben von
Dr.
E._
vom
2.
November 2018 (
Urk.
10/2) nichts zu ändern.
5.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin den Rentenan
spruch der Versicherten in der angefochtenen Verfügung vom 1
8.
Juli 2017 (
Urk.
2) zu Recht verneint hat.
Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ist davon auszugehen,
dass die Beschwerdeführerin trotz ihrer psychischen Beschwerden ihrer angestammten Tätigkeit in rentenausschliessendem Ausmass nachgehen kann.
Dementsprechend
erweist sich die angefochtene Verfügung als korrekt, weswegen
die
dagegen erhobene
Beschwerde abzuweisen
ist
.
6
.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gericht
s
kosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
8
00.-- festzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.