Decision ID: 33cdb280-f075-5717-9bed-e7ff29ee6de5
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ A. B.-C., geboren am 3. August 1982, Staatsangehörige von Serbien, heiratete am
26. September 2006 in Presevo den in der Schweiz niedergelassenen Landsmann L.
B., geboren am 11. April 1984. L. B. hatte dem Gesuch um Familiennachzug seiner
Ehefrau einen Mietvertrag für eine Wohnung an der B-strasse 45 in F. beigelegt. Dank
dem günstigen Mietzins von Fr. 333.-- waren die finanziellen Voraussetzungen für den
Familiennachzug seiner Ehefrau erfüllt. A. B.-C. reiste am 14. März 2007 in die Schweiz
ein, und es wurde ihr eine Aufenthaltsbewilligung erteilt, welche letztmals bis zum 13.
März 2010 verlängert wurde.
B./ Am 3. Februar 2010 widerrief das Ausländeramt die Aufenthaltsbewilligung von A.
B.-C. und wies sie an, die Schweiz bis 13. April 2010 zu verlassen. Die Verfügung wird
im Wesentlichen damit begründet, es bestehe kein Ehewille mehr. A. B.-C. gehe seit
dem 25. August 2008 in Zürich einer Erwerbstätigkeit nach und seither finde kein
eheliches Zusammenleben mehr statt. Sodann habe das Ehepaar die Sommerferien im
Jahr 2009 getrennt verbracht.
C./ Am 18. Februar 2010 erhob A. B.-C., vertreten durch A. M., Rechtsagent, G., gegen
die Verfügung des Ausländeramtes vom 3. Februar 2010 Rekurs beim Sicherheits- und
Justizdepartement. Sie beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es
sei ihr der Aufenthalt in der Schweiz zu bewilligen.
Das Sicherheits- und Justizdepartement wies den Rekurs am 16. Juli 2010 ab und lud
das Ausländeramt ein, A. B.-C. eine neue Frist zur Ausreise zu setzen. Der Entscheid
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wird im Wesentlichen damit begründet, es seien keine wichtigen beruflichen Gründe
ersichtlich, die getrennte Wohnorte erforderlich machen würden. Sodann sei fraglich,
ob eine Familiengemeinschaft bestehe.
D./ Am 25. August 2010 erhob A. B.-C., vertreten durch Rechtsanwalt B. K., M., gegen
den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements vom 16. Juli 2010 Beschwerde
beim Verwaltungsgericht. Sie stellte das Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid
und die Verfügung des Ausländeramtes vom 3. Februar 2010 seien aufzuheben und
das Ausländeramt sei anzuweisen, ihr die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern. Die
Beschwerde wird damit begründet, wichtige berufliche Gründe würden eine Ausnahme
vom Erfordernis des Zusammenwohnens rechtfertigen und die Familiengemeinschaft
mit ihrem Ehemann bestehe weiter.
Das Sicherheits- und Justizdepartement verzichtete am 27. September 2010 auf eine
Stellungnahme und beantragte, die Beschwerde sei abzuweisen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Sodann
ist A. B.-C. zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung
mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Im Weiteren erfüllen die Beschwerdeeingabe vom 25. August
2010 und ihre Ergänzung vom 17. September 2010 die gesetzlichen Anforderungen in
zeitlicher, sachlicher und inhaltlicher Hinsicht (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47
Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP).
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2./ Die Aufenthaltsbewilligung ist nach Art. 33 Abs. 3 des Ausländergesetzes (SR
142.20, abgekürzt AuG) befristet und kann verlängert werden, wenn keine
Widerrufsgründe nach Artikel 62 vorliegen. Die Aufenthaltsbewilligung der
Beschwerdeführerin war bis zum 13. März 2010 gültig. Zu diesem Zeitpunkt war das
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Rekursverfahren hängig. Die Vorinstanz hat deshalb mit Recht geprüft, ob die
Aufenthaltsbewilligung verlängert werden könne.
3./ Nach Art. 43 Abs. 1 AuG haben ausländische Ehegatten von Personen mit
Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Sinn und Zweck
dieses Anspruchs ist es, das familiäre Zusammenleben in der Schweiz zu ermöglichen.
Bedingung des Nachzugsrechts ist demzufolge eine gemeinsame
Wohnung (M. Spescha, in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli, Kommentar Migrationsrecht,
Ausgabe 2008, N 2 zu Art. 42). Das Erfordernis des Zusammenwohnens besteht
ausnahmsweise nicht, wenn für getrennte Wohnorte wichtige Gründe geltend gemacht
werden und die Familiengemeinschaft weiterbesteht (Art. 49 AuG). Wichtige Gründe für
eine Ausnahme vom Erfordernis des Zusammenwohnens können nach Art. 76 der
Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (SR 142.201, VZAE)
insbesondere durch berufliche Verpflichtungen oder durch eine vorübergehende
Trennung wegen erheblicher familiärer Probleme entstehen. Von einer bestehenden
Familiengemeinschaft ist sodann auszugehen, wenn das Getrenntleben, für das
wichtige Gründe nachgewiesen sind, vorübergehender Natur ist. Bei anhaltendem
Getrenntleben, d.h. etwas über eine Dauer von sechs bis zwölf Monaten hinaus, ist
aufgrund der Art der ehelichen Kontakte zu eruieren, ob die Trennung definitiv und die
Familiengemeinschaft als aufgelöst zu betrachten ist. Regelmässige eheliche Kontakte,
namentlich auch der Besuch einer Ehetherapie, sprechen - trotz Getrenntlebens - für
einen Weiterbestand der ehelichen Gemeinschaft (Spescha, in: a.a.O., N 3 zu Art. 49
AuG).
Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101, abgekürzt EMRK)
und Art. 13 der Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV) gewährleisten das Recht auf
Achtung des Privat- und Familienlebens. Die Garantien verschaffen kein Recht auf
Anwesenheit, können aber verletzt sein, wenn einer Ausländerin oder einem Ausländer
mit Familienangehörigen in der Schweiz die Anwesenheit untersagt und damit das
Familienleben vereitelt wird (BGE 130 II 285 E. 3.1 mit zahlreichen Hinweisen).
4. Die Beschwerdeführerin beruft sich darauf, nach dem Abkommen zwischen der
Schweiz und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten über die
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Freizügigkeit (SR 0.142.112.681, abgekürzt FZA) tangiere die Auflösung des
gemeinsamen Haushalts den Aufenthaltsanspruch des Familienangehörigen
grundsätzlich nicht. Weil andernfalls eine rechtsungleiche Behandlung zwischen
Familienangehörigen von Vertragsstaaten und Familienangehörigen anderer Ausländer
entstehe, sei die Ausnahmeregelung von Art. 49 AuG in dem Sinn grosszügig
auszulegen, als eine Auflösung der Ehegemeinschaft erst nach länger dauerndem
Getrenntleben samt Kontaktabbruch anzunehmen sei.
Zutreffend ist, dass die Ehegatten nach dem FZA nicht notwendigerweise dauernd
zusammenwohnen müssen. Das Bundesgericht hat seine Praxis aber wiederholt
bestätigt, wonach es rechtsmissbräuchlich ist, sich nach der Trennung der Ehegatten
auf Art. 3 Abs. 1 Anhang I FZA zu berufen, wenn die Ehe vollständig inhaltslos
geworden ist und nur noch der Erlangung einer Aufenthaltsgenehmigung eines der
Ehegatten dienen soll. Die staatsvertragliche und die gesetzliche Regelung wollen die
Führung des Familienlebens in der Schweiz - allenfalls auch in einer vorübergehenden
Krisensituation - ermöglichen und absichern, nicht jedoch einem missbräuchlichen,
ausschliesslich ausländerrechtlich motivierten Festhalten an einer Ehe Vorschub leisten
(Urteil des Bundesgerichts vom 7. Oktober 2004 2A.569/2004 E. 2 mit Hinweis auf BGE
130 II 113 ff.). Entscheidend ist indessen, dass sich die Beschwerdeführerin, die mit
einem hier niedergelassenen serbischen Staatsangehörigen verheiratet ist, nicht auf
das FZA berufen kann. Sodann rechtfertigt es die Tatsache, dass das FZA bezüglich
des Zusammenwohnens von Ehegatten weniger hohe Anforderungen stellt als das
innerstaatliche Recht, nicht, die Ausnahmeregelung von Art. 49 AuG extensiv
auszulegen.
5. Zu prüfen ist, ob ein wichtiger Grund im Sinn von Art. 49 AuG vorliegt, der eine
Ausnahme vom Erfordernis des Zusammenwohnens der Beschwerdeführerin und ihres
Ehemannes ermöglicht.
5.1. Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin unter der Woche bei ihrem Bruder
und dessen Familie in Zürich und ihr Ehemann mit seinen Eltern und zwei Schwestern
in einer Wohnung in F. lebt. Gemäss eigenen Angaben arbeitet die Beschwerdeführerin
in Zürich für verschiedene Arbeitgeber in Teilzeit als Reinigungsangestellte (act. 9, 10
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der Beschwerdeführerin, act. 14 und 113 L. B.). Ihr Ehemann ist als Fahrzeugpfleger in
St. Margrethen tätig (act. 115 L. B.).
5.2. Was wichtige Gründe anbetrifft, die eine Ausnahme vom Erfordernis des
Zusammenwohnens rechtfertigen können, führt die Beschwerdeführerin aus, es treffe
zwar zu, dass weder sie noch ihr Ehemann eine qualifizierte Tätigkeit ausüben würden
und deshalb auf keinen bestimmten Arbeitgeber angewiesen seien. Dies sei indessen
weder nach Art. 49 AuG noch nach Art. 76 VZAE erforderlich und führe zu einer
Diskriminierung und Ungleichbehandlung weniger gut ausgebildeter Personen.
Abgesehen davon, dass auch eine qualifizierte Tätigkeit nur dann eine Ausnahme von
der Regel rechtfertigt, wenn die betreffende Person auf einen bestimmten Arbeitgeber
angewiesen ist, können auch andere Lebensumstände eines Ehepaars, so zum Beispiel
Krankheit und erhebliche familiäre Probleme, einen wichtigen und nachvollziehbaren
Grund im Sinn von Art. 49 AuG darstellen. Sodann behauptet die Beschwerdeführerin
nicht, sie habe sich im Umkreis des Wohnorts ihres Ehemannes ernsthaft aber erfolglos
um Arbeit als Reinigungsangestellte bemüht bzw. sie sei deshalb gezwungen, im Raum
Zürich einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und die Woche über von ihrem Ehemann
getrennt zu leben. Die Beschwerdeführerin führt einzig aus, sie müsse sich vorwerfen
lassen, dass sie "verfrüht" Stellen in Zürich angenommen habe, statt sich im Raum
Ostschweiz/St. Gallen intensiv und ernsthaft nach einer Erwerbsmöglichkeit
umzusehen. Sodann habe sie keine Möglichkeit, im nachhinein nachzuweisen, dass sie
auf dem Ostschweizer Arbeitsmarkt keine Chance habe, weil sie vorerst froh gewesen
sei, überhaupt einer Erwerbstätigkeit nachgehen zu können, und weil es ihrem
Arbeitgeber gegenüber unbillig gewesen wäre, schnellstmöglich zu kündigen. Die
Tatsache allein, dass die Beschwerdeführerin seit August 2008 im Raum Zürich einer
Erwerbstätigkeit nachgeht und dass sie froh gewesen ist, überhaupt Arbeit zu finden,
hätte sie indessen nicht daran hindern dürfen, sich im Hinblick auf das eheliche
Zusammenleben mit ihrem Ehemann in F. ernsthaft nach Arbeitsstellen in diesem
geographischen Raum umzusehen, zumal das Ausländeramt ihren Ehemann am
5. Oktober 2009 aufgefordert hatte, Nachweise über die Stellensuche seiner Ehefrau in
der Ostschweiz einzureichen (act. 110 L. B.). Spätestens ab diesem Zeitpunkt hätte der
Beschwerdeführerin und L. B. bewusst werden müssen, dass der Beschwerdeführerin
die Aufenthaltsbewilligung nicht vorbehaltlos, sondern im Hinblick darauf, dass sie mit
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ihrem Ehemann zusammenwohnen könne, erteilt worden ist und dass sie, wenn sie
einer Erwerbstätigkeit nachgehen will, alles daran setzen muss, ihren Arbeitsort so zu
wählen, dass ein Zusammenwohnen mit L. B. möglich ist. Ihr Einwand, sie habe nicht
gewusst, dass das Ausländeramt bezüglich des Getrenntlebens "eine derart strenge
Praxis" verfolge, ist deshalb unbehelflich. Erst am 4. November 2009 teilte L. B. dem
Ausländeramt mit, man habe bei der P. AG in F. bezüglich einer Stelle für die
Beschwerdeführerin nachgefragt, dies sei aber schon länger her. Weitere Nachweise
über Bemühungen, eine Arbeitsstelle zu finden, seien leider nicht vorhanden, weil sie
bei der V. AG in Dietikon zu arbeiten begonnen habe (act. 123 L. B.). Zutreffend ist
zwar, dass die Beschwerdeführerin in der Folge vier handschriftliche Bewerbungen
eingereicht und Listen zu den Akten gegeben hat, wonach sie sich in den Monaten
Dezember 2009 und Februar 2010 mehrheitlich telefonisch um Arbeitsstellen im
Umkreis des Wohnorts ihres Ehemannes beworben hat. Damit hat sie indessen nicht
dargetan, dass sie trotz intensiver Bemühungen auf dem Ostschweizer Arbeitsmarkt
keine Chance hat. Abgesehen davon, dass zu bezweifeln ist, ob sich die
Beschwerdeführerin ernsthaft darum bemüht hat, in vernünftiger Distanz zu F. eine
Stelle zu finden, ist offen, ob und wenn ja wie viele Absagen eingegangen sind. Hinzu
kommt, dass ohnehin nicht anzunehmen ist, es sei der Beschwerdeführerin nicht
möglich, im Umkreis des Wohnortes ihres Ehemanns als Reinigungshilfe zu
Bedingungen zu arbeiten, die mit denjenigen vergleichbar sind, die sie bei der V. AG
hat, wo sie im Stundenlohn angestellt ist (gemäss Arbeitsvertrag vom 27. August 2008
durchschnittlich 20 Stunden je Woche zu Fr. 18.24 brutto; vgl. act. 121 L. B.).
5.3. Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, in Anbetracht der grossen Varietät
ernsthafter Beziehungsformen sei auch ein glaubhaft begründetes "living apart
together" ein wichtiger Grund im Sinn von Art. 49 AuG, zumindest dann, wenn das
Getrenntleben vorübergehender Natur sei. Diese Voraussetzungen seien erfüllt,
weshalb die Vorinstanz und das Ausländeramt ihr Ermessen überschritten hätten.
Zutreffend ist, dass ein alternatives Lebensmodell als wichtiger und nachvollziehbarer
Grund denkbar ist, solange der Ehewille trotzdem vorhanden ist und solange das
Getrenntleben vorübergehender Natur ist (Spescha, in: a.a.O., N 2 und 3 zu Art. 49
AuG mit Hinweisen). Ein glaubhaft begründetes "living apart together" setzt allerdings
voraus, dass die getrenntlebenden Ehepartner die wenige Zeit, die sie zusammen
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verbringen, bewusst gestalten und erleben und für gemeinsame Erlebnisse sorgen
(VerwGE vom 18. März 2010 i.S. L. und M., in: www.gerichte.sg.ch). Die
Beschwerdeführerin verzichtet darauf, zu begründen, warum dieses Lebensmodell und
nicht ein anderer Grund Anlass gegeben haben soll, dass sie seit geraumer Zeit im
Raum Zürich arbeitet und dort einen von ihrem Ehemann getrennten Wohnort
begründet hat. In Betracht fällt weiter, dass das Ehepaar B. keine eigene Wohnung
mehr zur Verfügung hat, wie dies ursprünglich an der Bahnhofstrasse 45 in F. der Fall
war, sondern dass der Ehemann der Beschwerdeführerin in Wohngemeinschaft mit
seinen Eltern und zwei Geschwistern in einer 4-1/2-Zimmer-Wohnung in F. lebt, deren
Miete von seiner Mutter bezahlt wird (act. 15 der Beschwerdeführerin). In Anbetracht
der prekären Platzverhältnisse erscheint es zumindest schwierig, dort eine intakte
"Wochenendehe" zu führen. Aktenkundig ist weiter, dass die Beschwerdeführerin am
Samstag, 12. September 2009, als L. B. zu den Wohnverhältnissen befragt wurde, in F.
nicht anwesend war, weil sie alleine zwei Wochen Ferien bei ihren Angehörigen in der
Heimat verbrachte. Zutreffend ist zwar, dass die Tatsache, dass Eheleute Ferien
getrennt verbringen, an sich nicht dagegen spricht, dass der Wille, eine
Familiengemeinschaft zu führen, besteht. Im vorliegenden Fall, wo die Eheleute
getrennte Wohnorte haben und die Möglichkeit, persönliche Kontakte zu pflegen,
deshalb zeitlich beschränkt ist, erstaunt es indessen, dass die Beschwerdeführerin ihre
freie Zeit in Form von Ferien nicht zusammen mit ihrem Ehemann verbringen will.
Schliesslich fällt ins Gewicht, dass keine Anhaltspunkte bestehen, wonach das
Getrenntleben nur "eine vorübergehende Phase" sein könnte, wie die
Beschwerdeführerin behauptet, zumal sie unbestrittenermassen seit August 2008 im
Raum Zürich arbeitet und dort bei ihrem Bruder und dessen Familie lebt. Die
Beschwerdeführerin ist offensichtlich nicht gewillt, sich von den arbeitsvertraglichen
Verpflichtungen, die sie im Raum Zürich eingegangen ist, zu lösen und auf den von
ihrem Ehemann getrennten Wohnort zu verzichten. Von einem glaubhaft begründeten
"living apart togehter" kann in Anbetracht all dieser Umstände deshalb nicht
gesprochen werden.
5.4. Zusammenfassend ergibt sich, dass keine wichtigen Gründe im Sinn von Art. 49
AuG vorliegen, die es erforderlich machen, dass die Beschwerdeführerin und ihr
Ehemann getrennte Wohnorte haben. Selbst wenn es der Beschwerdeführerin nicht
möglich gewesen sein sollte, im Raum Ostschweiz Arbeit zu finden, würde im übrigen
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kein Grund für den ausnahmsweisen Verzicht auf das gesetzliche Erfordernis des
Zusammenwohnens bestehen. Die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann hätten auch
während der Dauer des Verfahrens noch Anstrengungen unternehmen können, um eine
eheliche Wohnung an einem Ort zu suchen und zu finden, der für beide vergleichbare
zumutbare Arbeitswege ermöglicht hätte. An dieser Beurteilung ändert nichts, dass es
aus Sicht der Beschwerdeführerin eine "perfekte Situation" ist, wenn sie und ihr
Ehemann unter der Woche einer Arbeit nachgehen und gleichzeitig günstig bei ihren
Familien leben können. Bei dieser Sachlage kann offen bleiben, ob die Auffassung der
Vorinstanz zutrifft, wonach es der Beschwerdeführerin zuzumuten wäre, keiner
Erwerbstätigkeit nachzugehen, weil das Erwerbseinkommen ihres Ehemannes für die
Bestreitung des Lebensunterhalts der Eheleute ausreiche.
6. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann seit
August 2008 nicht zusammenwohnen, ohne dass ein wichtiger Grund dafür ersichtlich
ist. Die Beschwerdeführerin hat deshalb weder gestützt auf Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art.
13 BV noch gestützt auf Art. 43 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 49 AuG einen Anspruch
auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung.
7. Zu prüfen bleibt, ob die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung
verhältnismässig ist.
Der Widerruf bzw. die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung rechtfertigt sich
nur, wenn die jeweils im Einzelfall vorzunehmende Interessenabwägung die
Massnahme als verhältnismässig erscheinen lässt. Die zuständigen Behörden
berücksichtigen bei der Ermessensausübung die öffentlichen Interessen und die
persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der Integration des Ausländers (Art. 96 Abs.
1 AuG). Es besteht ein öffentliches Interesse, dass Ausländer, bei denen nach kurzem
Aufenthalt in der Schweiz die familiären Voraussetzungen für die Erteilung der
Aufenthaltsbewilligung wegfallen, das Land wieder verlassen (VerwGE vom 25. Januar
2005 i.S. D.H. und vom 8. Juni 2006 i.S. A.R., beide in: www.gerichte.sg.ch).
Die Beschwerdeführerin hält sich seit dem 14. März 2007 in der Schweiz auf und lebt
seit längerer Zeit bei ihrem Bruder und seiner Familie im Raum Zürich. Sie hat bis zum
Alter von 25 Jahren in der Heimat gelebt, wo sie Familie hat, mit der sie Beziehungen
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pflegt. Besonders enge Beziehungen zur Schweiz werden nicht geltend gemacht und
sind auch nicht ersichtlich. Sodann ist die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung aus
arbeitsmarktlicher Sicht nicht geboten. Somit ist es der Beschwerdeführerin zumutbar,
in die Heimat zurückzukehren.
8. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 7, Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Sie wird mit dem geleisteten
Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet.
Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98 Abs. 1 VRP in
Verbindung mit Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht