Decision ID: a67c572b-ad29-4c62-93fa-d63d1465520d
Year: 2017
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- der deutsche Staatsangehörige A. vom Amtsgericht Bad Salzungen mit Ur-
teil vom 22. September 2009 der versuchten Herstellung von Betäubungs-
mitteln (Methamphetamin) schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe
von zehn Monaten verurteilt wurde, wobei die Vollstreckung dieser Strafe zur
Bewährung ausgesetzt wurde (act. 5.3);
- das Amtsgericht Bad Salzungen die gewährte Strafaussetzung zur Bewäh-
rung mit Beschluss vom 16. November 2010 widerrief (act. 5.3);
- das Thüringer Justizministerium das Bundesamt für Justiz (nachfolgend
«BJ») am 18. August 2015 um Auslieferung von A. zwecks Vollstreckung der
erwähnten Freiheitsstrafe ersuchte (act. 5.2);
- A. am 10. und 14. September 2015 zum Auslieferungsersuchen einvernom-
men wurde (act. 5.6, 5.8), das Thüringer Justizministerium mit Schreiben
vom 7. März 2016 ergänzende Angaben zum Auslieferungsersuchen machte
(act. 5.23-5.26) und A. durch seinen Rechtsanwalt am 22. Oktober 2015 und
am 1. April 2016 schriftlich zum Auslieferungsersuchen Stellung nahm
(act. 5.15, 5.28);
- das BJ am 6. Februar 2017 die Auslieferung von A. an Deutschland für die
dem Auslieferungsersuchen des Thüringer Justizministeriums vom 18. Au-
gust 2015 zugrunde liegenden Straftaten bewilligte (act. 1.1);
- A. hiergegen mit Eingabe vom 8. März 2017 bei der Beschwerdekammer des
Bundesstrafgerichts Beschwerde erhob (act. 1);
- das BJ der Beschwerdekammer am 14. März 2017 die Akten des Ausliefe-
rungsverfahrens übermittelte (act. 5).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- für den Auslieferungsverkehr zwischen der Schweiz und Deutschland primär
die einschlägigen Staatsverträge, namentlich das Europäische Ausliefe-
rungsübereinkommen vom 13. Dezember 1957 (EAUe; SR 0.353.1), mass-
gebend sind;
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- gegen Auslieferungsentscheide des BJ innert 30 Tagen seit der Eröffnung
des Entscheides bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Be-
schwerde geführt werden kann (Art. 55 Abs. 3 i.V.m. Art. 25 Abs. 1 IRSG;
Art. 50 Abs. 1 VwVG);
- der Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde im Wesentlichen geltend
macht, seine Auslieferung an Deutschland sei unverhältnismässig, und er
schon dankbar wäre, wenn er seine Freiheitsstrafe in der Schweiz verbüssen
könnte (act. 1);
- gemäss Art. 37 Abs. 1 IRSG die Auslieferung zwar abgelehnt werden kann,
wenn die Schweiz die Vollstreckung des ausländischen Strafentscheides
übernehmen kann und dies im Hinblick auf die soziale Wiedereingliederung
des Verfolgten angezeigt erscheint;
- eine Auslieferung allerdings nach ständiger Rechtsprechung in Fällen, in
welchen wie vorliegend das EAUe Anwendung findet, nicht gestützt auf
Art. 37 Abs. 1 IRSG verweigert werden kann (BGE 129 II 100 E. 3.1; 123 II
279 E. 2d S. 283; 122 II 485 E. 3a, b; vgl. zuletzt u. a. den Entscheid des
Bundesstrafgerichts RR.2016.259 vom 14. Dezember 2016, E. 4.2);
- die Übernahme der Vollstreckung des Urteils des Amtsgerichts Bad Salzun-
gen vom 22. September 2009 durch die Schweiz schon nur ein entsprechen-
des Ersuchen Deutschlands voraussetzen würde (vgl. Art. 94 Abs. 1 IRSG);
- Deutschland kein solches Ersuchen um Übernahme der Vollstreckung
stellte, sondern vielmehr an seinem Auslieferungsersuchen festhält;
- sich die Beschwerde nach dem Gesagten zum vornherein als unbegründet
erweist und sich aus den Akten auch anderweitig keine Auslieferungshinder-
nisse ergeben;
- die Beschwerde demnach ohne Durchführung eines Schriftenwechsels ab-
zuweisen ist (Art. 57 Abs. 1 VwVG e contrario);
- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und die Gerichtsgebühr auf
Fr. 500.– festzusetzen ist (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG sowie
Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a des Reglements des Bundesstrafgerichts vom
31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bun-
desstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]);
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