Decision ID: d7b8116e-d2b7-51fb-9f7b-0354075e70aa
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 2. Oktober 2012 über die Krankentaggeldversicherung zum
Bezug von IV-Leistungen an. Er leide an einer Depression (IV-act. 1 f.). Der Versicherte
war vom 16. April bis 25. Mai 2012, vom 7. bis 22. Juni 2012 und vom 13. bis 28.
September 2012 jeweils aufgrund einer schweren depressiven Episode ohne
psychotische Symptome mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.2) in stationärer
Behandlung in der Klinik B._. Des Weiteren bestand die Diagnose des Colon irritabile
(ICD-10: K58.9). Bei der Depression seien insbesondere chronobiologische Abläufe
gestört, weshalb der Versicherte auf keinen Fall weiterhin in Nachtschichten arbeiten
sollte. Ab dem 1. Oktober 2012 bestünde gemäss der Klinik B._ wieder eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 99-5 ff.).
A.b Gemäss Gesprächsprotokoll vom 25. Oktober 2012 zwischen der behandelnden
Ärztin des Versicherten, C._, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und
dem RAD-Arzt Dr. med. D._, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
beeinträchtige eine Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2) die Arbeitsfähigkeit des
Versicherten. Der Versicherte befand sich seit dem 5. Oktober 2011 in der Behandlung
von C._. Seit dem 1. Oktober 2012 bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit, unter
Adaption (kein Nachtdienst) schrittweise steigerbar bis aufs Vorniveau. Es bestehe ein
ausgeprägtes Defiziterleben mit somatoformen Beschwerden. Die beschriebene
Symptomatik sei somatoform überlagert (IV-act. 17).
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A.c Für die Zeit vom 9. Januar bis 12. Oktober 2013 sprach die IV-Stelle dem
Versicherten eine berufliche Abklärung bei der Stiftung E._ zu (IV-act. 29, 32, 46, 66,
83). Diese wurde vom 16. April bis 14. Mai 2013 aufgrund einer Knieoperation (IV-act.
54, 66), und vom 20. Juni bis 5. Juli 2013 aufgrund eines stationären Aufenthaltes in
der Klinik B._ wegen einer schweren depressiven Episode mit psychotischen
Symptomen und somatischem Syndrom (ICD-10: F32.3) unterbrochen. Es bestand ab
dem 8. Juli 2013 eine Arbeitsfähigkeit geschützt zu 50% bei der Stiftung E._ und ab
dem 5. August 2013 zusätzlich zu 50% für den Arbeitsversuch bei der F._ AG (IV-act.
99-1 bis 99-4). Schliesslich wurde wegen des instabilen Gesundheitszustandes die
Abklärung bei der Stiftung E._ per 9. August 2013 abgebrochen und die Prüfung des
Anspruchs auf Rentenleistungen angekündigt (IV-act. 89, 93). Vom 21. August bis 10.
Oktober 2013 war der Versicherte aufgrund einer generalisierten Angststörung mit
depressiver Symptomatik (ICD-10: F41.1) und einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10: F45.40) erneut in stationärer Behandlung in der Klinik B._
(IV-act. 138-16 ff.).
A.d C._ hielt im Arztbericht vom 29. August 2013 eine sich auf die Arbeitsfähigkeit
des Versicherten auswirkende rezidivierende depressive Episode mit somatischem
Syndrom, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.2) fest. Der Versicherte sei
in der angestammten Tätigkeit zu 50% (vier Stunden täglich) arbeitsfähig. Objektvierbar
sei eine maximal 50%ige Reduktion der Leistungsfähigkeit aufgrund der depressiven
Symptomatik. In der Stiftung E._ sei eine ganztägige Belastung bei reduziertem
Leistungsvolumen möglich gewesen. Das Belastungsprofil dürfte im geschützten
Rahmen geschätzt um 50% reduziert gewesen sein. Eine leichte, möglichst
wechselbelastende Tätigkeit in einem ruhigen, konfliktfreien Arbeitsumfeld mit geringen
körperlichen und kognitiven Anforderungen sei mit einer um 50% verminderten
Leistungsfähigkeit für vier Stunden pro Tag zumutbar (IV-act. 100).
A.e Am 26. September 2013 und 13. November 2013 wurde dem Versicherten
mitgeteilt, es werde eine polydisziplinäre (Allgemeine Innere Medizin,
Gastroenterologie, Orthopädie, Psychiatrie) Untersuchung durch das Zentrum für
medizinische Begutachtung (ZMB) durchgeführt (IV-act. 101, 106). Die Begutachtung
des Versicherten fand vom 6. bis 10. Januar 2014 statt. Dr. med. G._, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin und Gastroenterologie FMH, diagnostizierte im
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allgemeinmedizinischen und internistischen Teilgutachten einen Colon irritabile,
welcher die vom Versicherten ins Zentrum gestellte Schmerzsymptomatik ausreichend
erkläre. Diese Schmerzsymptomatik habe bezüglich der Arbeitsfähigkeit keine
Relevanz. Unter Berücksichtigung der Anamnese müsse versucht werden, mittels
Coping-Strategien die Schmerzsymptomatik des Versicherten zu bewältigen (IV-act.
114-13 f.). Gemäss rheumatologischem Teilgutachten von Dr. med. H._, Facharzt für
Rheumatologie und Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, fänden sich in der
aktuellen klinischen Untersuchung keine relevanten pathologischen Befunde. Die
Hauptbefunde beträfen die muskulären Dysbalancen am Schulter- und Beckengürtel,
die physiotherapeutisch im Sinne der Instruktion eines Heimprogrammes angegangen
werden könnten. Es bestünden weder qualitative noch quantitative Beeinträchtigungen
am Bewegungsapparat und kein Handlungsbedarf (IV-act. 114-17). Das
gastroenterologische Teilgutachten, wiederum durch Dr. G._ erstellt, stellte die
Diagnose eines Colon irritabile vom Diarrhoe-Typ. Dabei müsse festgehalten werden,
dass die Schmerzsymptomatik in einem klaren Zusammenhang mit der
Psychopathologie stehe und für sich allein keinen grossen Krankheitswert darstelle.
Belastungen, die im Zusammenhang mit der Lebensbewältigung, dem psychischen
Status wie auch dem sozialen Umfeld stünden, hätten einen ganz wesentlichen Anteil
auf die Modulation der Krankheitsintensität respektive die Ausprägung dieser
funktionellen gastrointestinalen Störungen. Die Arbeitsfähigkeit werde durch diese
Diagnose nicht wesentlich beeinflusst. Über eine adäquate Behandlung der
Depressionen müsse versucht werden, die Schmerzsymptomatik des Colon irritabile
auf ein erträgliches Mass zu modulieren (IV-act. 114-19 f.). Dr. med. I._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, diagnostizierte im psychiatrischen Teilgutachten
eine anhaltende somatoforme, autonome Funktionsstörung des oberen
Verdauungssystems (ICD-10: F45.31) mit Colon irritabile, hypochondrischer
Symptomatik und dissoziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen. Es habe sich
das Bild einer dominanten psychosomatischen, somatoformen Schmerzstörung mit
sekundären, vorwiegend dysphorisch-depressiven Symptomen geboten. Dabei handle
es sich um sekundär depressive Symptome bei schwieriger sozialer, psychologischer
Situation und auch bei deutlich vorhandener psychosomatischer Symptomatik. Damit
sei nicht auszuschliessen, dass der Versicherte auch in Zukunft wieder in vermehrtem
Masse depressiv und auch verstimmt und aggressiv sein könnte. Es bestehe weder
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eine schwere körperliche noch eine schwerwiegende psychiatrische Komorbidität zum
psychosomatischen Prozess. Die Betreuung durch die behandelnde Psychiaterin C._
und den Hausarzt sei sinnvollerweise weiterzuführen. Bezüglich allfälliger Fortschritte
sei die Prognose aufgrund mangelnder Introspektionsfähigkeit des Versicherten
zurückhaltend (IV-act. 114-23 bis 114-26). Im Konsens wurde die Diagnose der
anhaltenden somatoformen autonomen Funktionsstörung des oberen
Verdauungssystems - mit Colon irritabile, hypochondrischer Symptomatik,
dissoziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen, aktuell keine depressive
Symptomatik - mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit festgehalten. Im Vordergrund
der gesamten Symptomatik stehe ein Colon irritabile vom Diarrhoe-Typ, welcher dem
psychosomatischen Formenkreis zugeordnet werde. Deshalb werde diese unter die
anhaltende somatoforme autonome Funktionsstörung des oberen Verdauungssystems
subsumiert. Es fänden sich noch eine hypochondrische Symptomatik sowie
dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen in den unteren Extremitäten und
im Bauchbereich. Betreffend die in der Anamnese immer wieder beschriebene
depressive Symptomatik fände sich, anlässlich der bei der Begutachtung
durchgeführten Untersuchungen, keine relevante depressive Symptomatik. Der
Versicherte verstehe unter depressiv sein "Stress haben" und dies wegen seiner
körperlichen Beschwerden. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit bestehe keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Der Versicherte arbeite einzig aufgrund seiner
psychosomatischen Krankheit nicht. Damit bestehe internistisch, gastroenterologisch
und auch rheumatologisch keine Arbeitsunfähigkeit. Es bestehe auch keine
schwerwiegende psychiatrische Komorbidität im Sinne einer depressiven Störung von
schwerem oder mittelschwerem Ausmass. Affektive Zustände seien allerdings immer
schwankend und abhängig von der äusseren aktuellen Situation sowie dass es sich um
keine statischen Zustände handelt. Es handle sich aber nicht um eine eigenständige
Depression, sondern um eine Folge der psychosomatischen Beschwerden und der
sekundären sozialen Probleme. Damit sei der Versicherte auch aus psychiatrischer
Sicht nicht relevant in seiner Arbeitsfähigkeit - die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei
adaptiert - eingeschränkt. Weiter abgeklärt bzw. nachverfolgt werden sollte eine
anlässlich der Untersuchung festgestellte arterielle Hypertonie. Eventuell sei noch eine
hypnotische Behandlung der psychosomatischen Problematik zu prüfen. In Würdigung
der vorhandenen Arztberichte hielt das polydisziplinäre Gutachten fest, es stehe
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eindeutig das psychosomatische Geschehen im Vordergrund. Der Versicherte sei
anlässlich der Untersuchung nicht depressiv gewesen. Es habe eine gewisse Dysphorie
und Reizbarkeit festgestellt werden können, die vom Versicherten auf seine
körperlichen Probleme zurückgeführt worden seien. Zudem hätten keine die von C._
diagnostizierte Anpassungsstörung auslösenden Probleme festgestellt werden können
(IV-act. 114-27 ff.).
A.f Der Versicherte war vom 30. Januar bis 14. März 2014 erneut in stationärer
Behandlung in der Klinik B._. Die Diagnosen lauteten: anhaltende somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10: F45.40); generalisierte Angststörung (ICD-10: F41.1);
histologisch mikroskopische Kolitis (ED 2/2014); äussere Hämorrhoiden ohne
Komplikation (ICD-10: I84.5); Meniskusläsion links, Chondropathie Grad IV Kniegelenk
links. Die vorbekannte somatoforme Schmerzstörung habe zugenommen (IV-act.
138-23 bis 138-25).
A.g Mit Vorbescheid vom 19. März 2014 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten an,
der Anspruch auf eine Invalidenrente werde abgewiesen. Es habe kein
Gesundheitsschaden mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in jeglichen
Tätigkeiten ausgewiesen werden können (IV-act. 118 f.).
A.h Gegen diesen Vorbescheid erhob die Rechtsvertreterin des Versicherten am 5. Mai
2014 Einwand mit der Begründung, der Gesundheitszustand des Versicherten habe
sich seit der Begutachtung im ZMB vom Januar 2014 vor allem in psychiatrischer
Hinsicht verschlechtert (IV-act. 122).
A.i Vom 30. Juni bis 12. August 2014 war der Versicherte aufgrund der anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.40) und einer schweren depressiven
Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.2) in stationärer Behandlung in
der Klinik B._. Es wurde eine Zunahme der vorbekannten somatoformen
Schmerzstörung mit depressiver Symptomatik festgehalten. Die stationäre Behandlung
habe lediglich zu einer relativen Stabilisierung des Zustandes und einer leichten
Verbesserung des Schlafes geführt, subjektiv würde aber keine Verbesserung bemerkt.
Bei Entlassung sei der Versicherte zu 100% arbeitsunfähig für jegliche Form von
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Tätigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt. Eine geschützte Beschäftigung sei zumutbar und
auch sinnvoll (IV-act. 138-27 ff.).
A.j Vom 21. November bis 1. Dezember 2014 war der Versicherte im Spital J._, Klinik
für Innere Medizin, hospitalisiert. Es wurden langanhaltende linksseitige
Oberbauchschmerzen im Rahmen somatoformer Schmerzempfindungsstörungen, eine
generalisierte Angststörung mit depressiver Symptomatik, unklare thorakale
Schmerzen linksbetont, chronische Kopfschmerzen, ein diarrhoebetontes
Reizdarmsyndrom, eine subakute Prostatitis, rezidivierende Analfissuren, ein Vitamin D
Mangel und Hämmorrhoiden Grad I diagnostiziert. Bei schon mehrmaliger
Hospitalisation und ausgiebiger Abklärung - es sei niemals eine somatische Pathologie
nachgewiesen worden - sei auf eine weitere diagnostische Massnahme verzichtet
worden. Die Beschwerden seien am ehesten im Rahmen der bekannten somatoformen
Schmerzempfindungsstörung interpretiert worden. Trotz Einsatz diverser
Schmerzmittel sei es zu keinerlei symptomatischer Besserung gekommen. Am 1.
Dezember 2014 sei der Versicherte zur speziellen Schmerztherapie ins Spital K._
verlegt worden (IV-act. 150-1 f.).
A.k Der Versicherte war am 1. und 2. Dezember 2014 im Kantonsspital St. Gallen
(KSSG), Spital K._, im Palliativzentrum zum Schmerzmanagement bei anhaltenden
linksseitigen Oberbauchschmerzen im Rahmen einer somatoformen
Schmerzempfindungsstörung hospitalisiert. Es wurden folgende Diagnosen gestellt:
generalisierte Angststörung mit depressiver Symptomatik; anhaltende linksseitige
Oberbauchschmerzen, differenzialdiagnostisch somatoforme Schmerzstörung; unklare
thorakale Schmerzen linksbetont; chronisch rezidivierende Kopfschmerzen; subakute
Prostatitis; diarrhoebetontes Reizdarmsyndrom; rezidivierende Analfissuren; Vitamin D
Mangel; Hämorrhoiden Grad I; Tinnitus beidseits bei Hochtoninnenohrschwerhörigkeit;
Prostatahyperplasie. Aufgrund selbstgefährdender Tendenzen und bei schwerer
depressiver Symptomatik sei der Versicherte mit seinem Einverständnis zur
Stabilisierung in die Klinik B._ verlegt worden (IV-act. 150-9 ff.).
A.l Am 16. Januar 2015 wurde dem Versicherten durch die IV-Stelle mitgeteilt, dass die
Voraussetzungen für eine Hörgerätepauschale erfüllt seien (IV-act. 142).
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A.m Mit Arztbericht vom 21. Januar 2015 wurden durch den neu behandelnden Arzt,
Dr. med. L._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt: somatoforme autonome
Funktionsstörung des oberen Grastrointestinaltrakts (ICD-10: F45.31) seit 2008;
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische
Symptome (ICD-10: F33.2), seit 2011; Tinnitus aurium beidseits bei
Hochtoninnenschwerhörigkeit, Versorgung mit Tinnitus-Masker, seit 2011; Prostata
Hypertrophie und Zystitis akuta seit 2013. Aufgrund der Einschränkungen (Schmerzen
unter dem linken Rippenbogen, Tinnitus, bei stärkerer Ausprägung Kopfschmerz,
brennende Schmerzen mit ständigem Druck zum Urinieren, schlechte Konzentration
und Aufmerksamkeit, eingeschränktes Kurz- und Langzeitgedächtnis, emotionale
Instabilität mit erhöhter Reizbarkeit, reduzierte Entscheidungsfähigkeit, niedrige
Frustrationstoleranz) sei es dem Versicherten kaum möglich, einer Arbeitstätigkeit
länger als eine Stunde nachzugehen, weshalb die angestammte Tätigkeit nicht mehr
zumutbar sei und bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe (IV-act.
143).
A.n Mit Verfügung vom 13. Februar 2015 wies die IV-Stelle das Gesuch um
Rentenleistungen, gestützt auf eine RAD-Stellungnahme vom 12. Februar 2015 (IV-act.
145), ab. Es sei seit dem Zeitpunkt der Begutachtung insgesamt zu keiner dauerhaften
und IV-relevanten Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekommen. In der
Hospitalisation ab dem 30. Januar 2014 in der Klinik B._ sei über keine wesentlichen
Veränderungen berichtet worden. Hingegen werde im Arztbericht von Dr. L._ von
deutlichen Befunden einer depressiven Symptomatik berichtet, die zum Zeitpunkt der
Begutachtung wohl nicht vorgelegen hätten. Im Gutachten seien aber sowohl in der
Würdigung der Aktenlage als auch in der Beurteilung die schweren depressiven
Episoden abgehandelt worden - sie seien als sekundär depressive Symptome bei
schwieriger sozialer, psychologischer Situation und naturgemäss auch bei deutlich
vorhandener psychosomatischer Symptomatik beurteilt worden. Seit Sommer 2014 sei
allerdings eine stärkere Ausprägung der depressiven Symptome beschrieben worden.
Medizinisch-theoretisch könne bei depressiven Symptomen aber eine Therapierbarkeit
und zeitliche Limitierung bzw. eine Reduktion der Symptome innert nützlicher Frist
erwartet werden (IV-act. 146).
B.
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B.a Gegen die Verfügung vom 13. Februar 2015 richtet sich die durch den neu
beigezogenen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers erhobene Beschwerde vom 18.
März 2015 mit den Anträgen, die Verfügung sei aufzuheben und dem
Beschwerdeführer spätestens ab dem 19. April 2013 mindestens eine halbe
Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei ein psychiatrisches und
gastroenterologisches Obergutachten, subeventualiter ein Ergänzungsgutachten, sowie
ein neurologisches Gutachten einzuholen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Weiter sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Zur
Begründung führt der Beschwerdeführer aus, das gastroenterologische Teilgutachten
sei nicht vollständig. Es hätten eine Beurteilung und ausführliche Zusammenfassung
der Krankengeschichte, Therapieempfehlungen aus gastroenterologischer Sicht,
Hinweise zur beruflichen Eingliederung und eine Stellungnahme zu früheren
gastroenterologischen Einschätzungen bezüglich der Arbeitsfähigkeit gefehlt. Auch
hätte eine genügende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit/Arbeitsunfähigkeit aus
gastroenterologischer Sicht gefehlt. Des Weiteren hätte eine neurologische Abklärung
getätigt werden müssen. In den verschiedenen Arztberichten sei mehrfach festgehalten
worden, dass der Beschwerdeführer an Kopfschmerzen leide. Diese hätten mittels
neurologischer Begutachtung abgeklärt werden müssen. Ausserdem sei seit der
psychiatrischen Begutachtung eine wesentliche Verschlechterung des
Gesundheitszustandes eingetreten. Im Vergleich mit dem psychiatrischen
Teilgutachten sei diese Verschlechterung durch die Arztberichte der Klinik B._ vom
20. März 2014, 25. August 2014 und 4. Februar 2015 (nicht in den Akten) und des
Arztberichtes von Dr. L._ vom 21. Januar 2015 belegt. Selbst die
Beschwerdegegnerin halte in der angefochtenen Verfügung fest, in den letzten
Berichten werde von deutlichen Befunden einer depressiven Symptomatik berichtet,
welche zum Zeitpunkt der Begutachtung nicht vorgelegen hätten, so sei auch in der
Begutachtung keine aktuell vorliegenden depressiven Störungen diagnostiziert worden.
Eine Therapierbarkeit der depressiven Symptomatik und eine zeitliche Limitierung bzw.
Reduktion der Symptome innert nützlicher Frist könne nicht erwartet werden, wie der
erneute Aufenthalt des Beschwerdeführers in der Klinik B._ vom 2. Dezember 2014
bis 9. Januar 2015 zeige. Gemäss psychiatrischem Teilgutachten sei es dem
Beschwerdeführer zumutbar, seine Beschwerden zu überwinden. Darauf könne nicht
abgestellt werden. Die festgestellte somatoforme Schmerzstörung weise eine derartige
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Schwere auf, dass dem Beschwerdeführer die Verwertung seiner verbleibenden
Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt bei objektiver Betrachtung sozial-praktisch nicht
mehr zumutbar sei. In jedem Fall liege eine mitwirkende, psychisch ausgewiesene
Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer vor (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 4. Mai 2015 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung wird ausgeführt, der Beschwerdeführer
sei umfassend polydisziplinär untersucht worden. Das Gutachten sei ausführlich
abgefasst und dessen Schlussfolgerungen zusammen mit der
Arbeitsfähigkeitsschätzung erschienen als begründet. Das gastroenterologische
Teilgutachten stütze sich auf die aufgeführten Vorakten und die umfassende
Anamnese. Des Weiteren habe kein neurologisches Konsilium durchgeführt werden
müssen, da sich in den medizinischen Akten keine Hinweise für eine körperliche
Ursache der beklagten Kopfschmerzen finden würden. Alle vom Beschwerdeführer
geklagten Leiden seien schlüssig auf die bei ihm vorliegende anhaltende somatoforme
autonome Funktionsstörung zurückzuführen. Das Gutachten führe zu Recht aus, dass
es sich hierbei weder um eine körperliche noch um eine psychiatrische Pathologie
handle. Es liege vielmehr einzig ein psychosomatisches Geschehen ohne
invalidisierenden Krankheitswert vor. Betreffend die geltend gemachte
Verschlechterung des psychiatrischen Gesundheitszustandes führt die
Beschwerdegegnerin aus, dass sich keine Hinweise dafür ergäben. Bereits im 2.
Bericht (Arztbericht vom 5. Juli 2013) der Psychiatrie-Dienste, also vor dem ZMB-
Gutachten, sei eine volle Arbeitsunfähigkeit für den ersten Arbeitsmarkt attestiert
worden. Zudem würden die Berichte der behandelnden Psychiater keine objektiv
feststellbaren Gesichtspunkte, die im Rahmen einer Begutachtung unerkannt geblieben
und geeignet gewesen wären, um zu einer abweichenden Beurteilung zu führen,
enthalten, welche eine medizinische Administrativexpertise in Frage stellen könnten.
Die Ausführungen betreffend die Foersterkriterien durch das Gutachten seien
schlüssig. Es bestehe beim Beschwerdeführer kein nicht mehr beeinflussbarer
seelischer Konflikt im Sinne eines primären Kranheitsgewinns. Er sei noch in der Lage,
sein Verhalten willensmässig zu steuern und eine erhebliche Schmerzsymptomatik zu
präsentieren. Insgesamt sei die psychiatrische Befundlage beim Beschwerdeführer zu
wenig erheblich, um von einem irreversiblen seelischen Schaden auszugehen (act. G
7).
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B.c Die unentgeltliche Rechtspflege wurde am 13. Mai 2015 durch die
Verfahrensleitung bewilligt (act. G 8).
B.d Mit Replik vom 7. Juli 2015 führt der Beschwerdeführer aus, aus
gastroenterologischer Sicht müssten die in den Austrittsberichten vom 19. März 2015,
9. Juni 2015 und 16. Juni 2015 des Spitals J._ diagnostizierten linksseitigen
Oberbauchschmerzen beachtet werden. In diesen Berichten seien auch chronisch
rezidivierende Kopfschmerzen - keine neuen Beschwerden - diagnostiziert worden.
Neben den in der Beschwerde bereits genannten Arztberichten bestünden somit noch
weitere Berichte, aus denen hervorgehe, dass der Beschwerdeführer an
Kopfschmerzen leide. Dies hätte eines neurologischen Gutachtens bedurft. Betreffend
die Verschlechterung des Gesundheitszustandes führt der Beschwerdeführer aus, er
sei vom 19. März bis 9. Mai 2015 in der Psychiatrischen Klinik M._ aufgrund eines
Schmerzsyndroms, einer Depression und einer Suizidalität hospitalisiert gewesen.
Auch im Arztbericht vom 25. August 2014 der Klinik B._ sei die Suizidalität ein
Problem gewesen. Aufgrund dieser Verschlechterung des Gesundheitszustands müsse
ein neues psychiatrisches Gutachten eingeholt werden. Auch weil er seit dem ZMB-
Gutachten zweimal einer psychiatrischen Anstalt zugewiesen worden sei, beides Mal
wegen Suizidalität (act. G 12).
B.e Die Beschwerdegegnerin hat auf das Einreichen einer Duplik verzichtet (act. G 14).
B.f Mit Eingabe vom 20. Oktober 2015 legt der Beschwerdeführer den Austrittsbericht
des Spitals N._, Klinik für Innere Medizin, vom 8. Oktober 2015 ins Recht. Aus
diesem ist eine Hospitalisation des Beschwerdeführers vom 1. bis 7. Oktober 2015
ersichtlich (act. G 15.1).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
des Beschwerdeführers.
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1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie
aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG
besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%
invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine
halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein Anspruch auf eine
Viertelsrente.
1.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der
Ärztin oder des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Für das
gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
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medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
1.3 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben Gericht und Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (Urteil des
Bundesgerichts vom 1. April 2011, 8C_73/2011, E. 4.1). Wenn der entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt wurde, kann das Gericht die Angelegenheit zur
ergänzenden Sachverhaltsermittlung und zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz
zurückweisen.
2.
In einem ersten Schritt ist die Frage zu beantworten, ob der medizinische Sachverhalt
rechtsgenüglich abgeklärt worden ist. Der Beschwerdeführer bestreitet die Beweiskraft
des gastroenterologischen und psychiatrischen Gutachtens. Des Weiteren macht der
Beschwerdeführer geltend, es hätte zusätzlich eine neurologische Begutachtung
getätigt werden müssen. Gegen das übrige ZMB-Gutachten bringt er keine Mängel vor.
Solche sind auch nicht ersichtlich.
2.1 Der Beschwerdeführer bemängelt am gastroenterologischen Teilgutachten, dass
Dr. G._ nur eingeschränkt Stellung genommen habe. Es fehle eine Beurteilung und
ausführliche Zusammenfassung der Krankengeschichte, Therapieempfehlungen aus
gastroenterologischer Sicht, Hinweise zur beruflichen Eingliederung, eine
Stellungnahme zur Selbsteinschätzung des Versicherten bezüglich der Arbeitsfähigkeit,
eine Stellungnahme zu früheren gastroenterologischen Einschätzungen bezüglich der
Arbeitsfähigkeit sowie eine genügende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit/
Arbeitsunfähigkeit aus gastroenterologischer Sicht. Des Weiteren macht der
Beschwerdeführer geltend, dass aufgrund des Umstandes, dass er vom 21. November
bis 1. Dezember 2014, vom 8. bis 19. März 2015, vom 4. bis 9. Juni 2015 sowie vom
15. bis 16. Juni 2015 v.a. im Zusammenhang mit anhaltenden linksseitigen
Oberbauchschmerzen im Spital J._ hospitalisiert gewesen sei, diesbezüglich weitere
Abklärungen hätten getätigt werden müssen (act. G 1 Ziff. IV/3.1 f.; act. G 12 Ziff. III/1.).
Die Beschwerdegegnerin hingegen führt dazu aus, Dr. G._ habe sich bei seiner
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Beurteilung auf die im ZMB-Gutachten aufgeführten Vorakten und auch auf die
ausführliche Anamnese abstützen können. In den Vorakten fänden sich keine
Arztberichte, welche für die beklagten Oberbauchschmerzen ein körperliches Substrat
nachwiesen, weshalb Dr. G._ zu diesen Berichten keine Stellung habe nehmen
müssen. Insgesamt sei das polydisziplinäre Gutachten ausführlich abgefasst und
dessen Schlussfolgerungen zusammen mit der Arbeitsfähigkeitseinschätzung
erschienen als begründet (act. G 7 Ziff. III/3.1).
2.1.1 Im gastroenterologischen Teilgutachten des ZMB wurde zusätzlich zur
medizinischen Krankengeschichte und der ausführlichen Anamnese am Anfang des
polydisziplinären Gutachtens (IV-act 114-4 bis 114-12) eine fachspezifische
anamnestische Ergänzung festgehalten, in welcher die Symptomatik der
Abdominalschmerzen unter dem linken Rippenbogen im linken oberen Quadranten
zwar kurz, aber genügend dokumentiert ist. Zudem setzt sich Dr. G._ auch mit den
aktuellen Beschwerden auseinander (IV-act. 114-18). In den Vorakten wurde
durchgehend, wie auch in der gastroenterologischen Begutachtung, ein Colon irritabile
diagnostiziert (vgl. IV-act. 99 und 138-1 bis 138-18). Dr. G._ ist somit durch eigene
Untersuchungen zum gleichen Ergebnis gelangt. Damit erübrigte sich eine Beurteilung
der vorgängigen Arztberichte oder eine intensivere Auseinandersetzung mit diesen.
2.1.2 Betreffend die geltend gemachte fehlende Therapieempfehlung ist festzuhalten,
dass im gastroenterologischen Teilgutachten ausgeführt wurde, dass aufgrund der
engen Assoziation zur Psychopathologie über eine adäquate Behandlung der
Depression versucht werden müsse, die Schmerzsymptomatik des Colon irritabile auf
ein erträgliches Mass zu modulieren (IV-act. 114-20). Im Konsens des polydisziplinären
Gutachtens wird dann ausgeführt, dass bereits verschiedenste Therapieversuche
durchgeführt worden seien und keine neuen Vorschläge gemacht werden könnten (IV-
act. 114-29). Es ist somit ersichtlich, dass sich das gastroenterologische Teilgutachten
sowie auch das polydisziplinäre Gutachten insgesamt mit dieser Thematik
auseinandergesetzt haben.
2.1.3 Das gastroenterologische Gutachten äussert sich auch zur beruflichen
Eingliederung. Es führt explizit aus, dass keine Anpassungen erfolgen müssten, da die
Schmerzsymptomatik in keinem Zusammenhang mit der Ausübung des Berufes stehe
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(IV-act. 114-20). Auch hier wird im Konsens ausgeführt, dass berufliche Massnahmen
nicht empfohlen werden können (IV-act. 114-29).
2.1.4 Die fünf Arztberichte der Klinik B._ vor dem gastroenterologischen
Teilgutachten im Januar 2014 enthalten Angaben betreffend die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers. Nach den ersten vier Aufenthalten wurde immer wieder eine
100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert. Im letzten Arztbericht vor dem Gutachten wurde
dann bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit festgehalten (IV-act. 99 und
138-16). Das gastroenterologische Teilgutachten hält fest, dass die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers durch die Schmerzsymptomatik des Colon irritabile nicht
wesentlich beeinflusst sei (IV-act. 114-19). In der Konsensbeurteilung wird dann weiter
ausgeführt, dass selbst wenn man das Colon irritabile als nichtpsychosomatische
Krankheit ansehen würde, keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für die zuletzt
ausgeführte Tätigkeit bestehen würde (IV-act. 114-28). Es ist richtig, dass sich Dr.
G._ nicht explizit zur attestierten 100%igen Arbeitsunfähigkeit nach dem stationären
Aufenthalt vom 21. August 2013 bis 10. Oktober 2013 geäussert hat. Diese
Arbeitsunfähigkeit ist aber nicht aus gastroenterologischer Sicht aufgrund des Colon
irritabile attestiert worden, weshalb sich Dr. G._ auf seinem Fachgebiet zu dieser
Arbeitsunfähigkeit auch nicht äussern musste. Selbiges gilt auch für die Arztberichte
vom 20. März 2014 und 25. August 2014 der Klinik B._, in welchen die Diagnose des
Colon irritabile nicht einmal mehr aufgeführt ist. Des Weiteren fällt die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit bei Dr. G._ relativ knapp aus. Er führt jedoch aus, dass die
Schmerzsymptomatik des Colon irritabile in einem klaren Zusammenhang mit der
Psychopathologie stehe und für sich allein genommen keinen grossen Krankheitswert
darstelle, weshalb die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auch nicht wesentlich
beeinflusst werde (IV-act. 114-19). Diese Ausführungen sind schlüssig und
nachvollziehbar, weshalb auf die gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers aus gastroenterologischer Sicht abgestellt werden kann. Auch
nach dem ZMB-Gutachten sind keine Hinweise auf eine Veränderung der attestierten
vollen Arbeitsfähigkeit aus gastroenterologischer Sicht vorhanden.
2.1.5 Schliesslich führte auch der Arztbericht des Spitals J._ vom 2. Dezember 2014
nach der Hospitalisation des Beschwerdeführers vom 21. November bis 1. Dezember
2014 aus, es sei auf weitere diagnostische Massnahmen verzichtet worden, da bei den
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früheren Hospitalisationen niemals eine somatische Pathologie für die abdominellen
Schmerzen habe festgestellt werden können (IV-act. 150).
2.1.6 Sodann ist festzuhalten, dass im vorliegenden Verfahren einzig der
Gesundheitszustand bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung, d.h. bis 13. Februar
2015, zu überprüfen ist. Die Aufenthalte im Spital J._ vom 8. bis 19. März 2015, vom
4. bis 9. Juni 2015 und vom 15. bis 16. Juni 2015 sind für das vorliegende Verfahren
daher nicht relevant.
2.1.7 Insgesamt kann betreffend das gastroenterologische Teilgutachten kein Mangel
festgestellt werden. Es ist nicht ersichtlich, dass Dr. G._ den Beschwerdeführer nicht
umfassend untersucht und sich eingehend mit den medizinischen Akten befasst hätte.
2.2 Der Beschwerdeführer beantragt das Einholen eines neurologischen Gutachtens.
Es werde in verschiedenen Arztberichten festgehalten, dass er an Kopfschmerzen
leide, welche hätten abgeklärt werden müssen (act. G 1 Ziff. IV/4.). Die
Beschwerdegegnerin führt dazu aus, es hätten sich in den medizinischen Akten keine
Hinweise für eine körperliche Ursache der vom Beschwerdeführer beklagten
Kopfschmerzen finden können, weshalb das ZMB kein neurologisches Konsilium habe
durchführen müssen (act. G 7 Ziff. III/3.1).
2.2.1 Der Beschwerdeführer hatte bereits in der ersten stationären Behandlung von
April bis Mai 2012 in der Klinik B._ geklagt, er leide seit längerem unter
Kopfschmerzen. Zentral seien für den Beschwerdeführer jedoch die
Abdominalbeschwerden gewesen, welche mit Besserung der Depression und unter
medikamentöser Behandlung bei Austritt deutlich regredient gewesen seien (IV-act.
99-13 und 15). Bezüglich der Kopfschmerzen ist in den Akten nichts weiter ersichtlich.
Beim vierten stationären Aufenthalt in der Klinik B._ wurde im Arztbericht vom 5. Juli
2013 beschrieben, der Beschwerdeführer habe Schmerzen im linken Oberbauch,
welche über den Brust- und Rückenraum in den Kopf steigen würden. Insgesamt
wurde festgehalten, dass eine depressive Symptomatik mit im Vordergrund stehendem
Schmerzsyndrom vor dem Hintergrund einer als belastend erlebten
Arbeitsplatzsituation bestehe (IV-act. 99-2 und 4). Wiederum wurden die
Kopfschmerzen unter das Schmerzsyndrom subsumiert. Auch beim nächsten
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stationären Aufenthalt von August bis September 2013 wurde der vom Oberbauch
ausstrahlende Schmerz bis in den Kopf festgehalten. Nach Umstellung der Medikation
von Olanzipan auf Pregabalin sei eine Besserung erfolgt, die Bauchschmerzen seien
erträglicher geworden (IV-act. 138-17 f.). Das ZMB-Gutachten vom 4. März 2014 hat in
der Anamnese des Nervensystems Kopfschmerzen im rechten Hemikranium lokalisiert,
welche von okzipital nach frontal ausstrahlten. Diese Kopfschmerzen würden durch
Dafalgan behandelt. Weiter wurde eine Schwindelsymptomatik vor der Defäkation
beschrieben (IV-act. 114-10). Auch im psychiatrischen Teilgutachten hat der
Beschwerdeführer die Kopfschmerzen auf der rechten Kopfseite, welche er praktisch
jeden Tage habe, genannt (IV-act. 114-22). Insgesamt scheinen die Kopfschmerzen
gemäss den medizinischen Akten in Zusammenhang mit den beklagten
Oberbauchschmerzen zu stehen, welche genügend abgeklärt wurden.
2.2.2 Beim nächsten stationären Aufenthalt von Januar bis März 2014 in der Klinik
B._ wurden durch den Beschwerdeführer wieder Kopfschmerzen sowie Schmerzen
im Bauch und brennende Schmerzen in der Brust erwähnt. Die gastrointestinalen
Beschwerden könnten durch die im Spital J._ diagnostizierte mikroskopische Kolitis
erklärt sein, zu den Kopfschmerzen gibt es keine weiteren Ausführungen (IV-act.
138-20 f.). Im Austrittsbericht der Klinik J._ vom 2. Dezember 2014 sowie auch im
Austrittsbericht des Spitals K._ vom 4. Dezember 2014, in welchem der
Beschwerdeführer zur Schmerztherapie war, wurde als Diagnose chronisch
rezidivierende Kopfschmerzen, differentialdiagnostisch Spannungskopfschmerz/
Analgetika-induziert, genannt. Eine somatische Pathologie betreffend die Schmerzen
habe aber nie nachgewiesen werden können. Auch unter Einsatz diverser
Schmerzmittel sei es zu keiner symptomatischen Besserung gekommen (IV-act. 150).
Gemäss Arztbericht von Dr. L._ vom 21. Januar 2015 klage der Beschwerdeführer
über starke Schmerzen unter dem linken Rippenbogen, welche Richtung linkes
Schlüsselbein mit einem brennenden Charakter irradieren würden, und über einen
Tinnitus, welcher ihn kaum schlafen lasse und bei stärkerer Ausprägung in einen
Kopfschmerz übergehe. Müsse sich der Beschwerdeführer konzentrieren, bekäme er
nach einer halben Stunde Kopfschmerzen (IV-act. 143-4).
2.2.3 Zusammengefasst sind sowohl vor dem ZMB-Gutachten als auch danach keine
Hinweise für eine weitere körperliche Ursache der geklagten Kopfschmerzen
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ersichtlich. Es wurde mehrheitlich ausgeführt, es handle sich um eine depressive
Symptomatik mit Schmerzsyndrom, worunter auch die Kopfschmerzen zu subsumieren
sind. Zudem wurde als Differentialdiagnose ein Spannungskopfschmerz, welcher
Analgetika-induziert sei, gestellt. Die Kopfschmerzen sind folglich genügend abgeklärt,
weshalb kein neurologisches Gutachten notwendig war.
2.3 Des Weiteren ist festzuhalten, dass das polydisziplinäre Gutachten unter
Berücksichtigung der damaligen bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum Umgang
mit somatoformen Schmerzstörungen und vergleichbaren Beschwerdebildern (BGE
130 V 352) erstellt wurde.
2.3.1 Die Praxis des Bundesgerichts hat sich betreffend die pathogenetisch-
ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebilder ohne nachweisbare organische
Grundlage erheblich geändert. Die Überwindbarkeitsvermutung und der sich an den
Foersterkriterien orientierende Prüfungsraster wurden aufgegeben. Das bisherige
Regel/Ausnahme-Modell wurde durch ein "strukturiertes" Beweisverfahren ersetzt.
Nach der neuen Rechtsprechung hat die Invaliditätsbemessung bei
psychosomatischen Störungen den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu
berücksichtigen, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen
muss. Massgebend seien in Schweregrad und Konsistenz der funktionellen
Auswirkungen eingeteilte Standardindikatoren. Die Anerkennung eines
rentenbegründenden Invaliditätsgrads sei nur zulässig, wenn die funktionellen
Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im
Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit
(zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen seien (BGE 141 V 307 f.
E. 6; vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. September 2015, 8C_421/2015, E. 5.2).
2.3.2 Im psychiatrischen Teilgutachten werden insbesondere Ausführungen betreffend
die Foerster-Kriterien gemäss BGE 130 V 352 gemacht. So wird ausgeführt, es bestehe
weder eine schwere körperliche noch eine schwerwiegende psychiatrische
Komorbidität zum psychosomatischen Prozess. Selbstredend bestehe eine
Erfolglosigkeit in therapeutischen Bemühungen, die, soweit sie auf somatischer Ebene
erfolgen, weitgehend bei Psychogenie zum Scheitern verurteilt seien. Auch die
psychiatrischen Hospitalisationen hätten bei der einfachen Strukturiertheit des
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Beschwerdeführers und seiner mangelnden Introspektionsfähigkeit zu keinem Erfolg
geführt. Es bestehe ein partieller aber nicht vollständiger Rückzug im sozialen
Beziehungsnetz, er habe keine Hobbys mehr und verlasse das Haus nur in Begleitung
seiner Ehefrau. Betreffend eines innerseelischen Prozesses im Sinne eines verfestigten,
therapeutisch nicht mehr angehbaren innerseelischen Verlaufes einer an sich
missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer
Krankheitsgewinn, Flucht in die Krankheit) könne aufgrund der mangelnden
Introspektionsfähigkeit keine Aussage gemacht werden (IV-act. 114-25). In der
Konsensbeurteilung des ZMB-Gutachtens wird ausgeführt, dem Beschwerdeführer
könne insofern eine Willensanstrengung zugemutet werden, als dass er seine
Gesundheit durch die Ausübung seiner alten Tätigkeit mit Sicherheit nicht gefährden
würde (IV-act. 114-29). Den geänderten Anforderungen gemäss BGE 141 V 281 wird
das ZMB-Gutachten damit nicht vollumfänglich gerecht. Insbesondere im
psychiatrischen Teilgutachten fehlt es an einer umfassenden Ressourcen- und
insbesondere einer Konsistenzprüfung. Ressourcen sind beim Beschwerdeführer wohl
kaum noch vorhanden, da schon verschiedenste auch stationäre Therapien ohne
anhaltenden Erfolg durchgeführt wurden. Als fehlende Ressourcen zu berücksichtigen
sind auch die mangelnde Introspektionsfähigkeit und einfache Strukturiertheit des
Beschwerdeführers. Auch Dr. L._ hielt in seinem nach dem Gutachten erstellten
Arztbericht vom 21. Januar 2015 fest, dass der Beschwerdeführer kaum Ressourcen
habe, die man aktivieren könne (vgl. IV-act 143).
2.3.3 Insgesamt lässt sich aus dem Gutachten nicht herleiten, ob die
Sachverständigen dieselbe Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben hätten, wenn sie
sich nicht am BGE 130 V 352, sondern am BGE 141 V 281 orientiert hätten. Das
Gutachten der ZMB ist folglich ergänzungsbedürftig.
2.3.4 Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, seit dem Gutachtenszeitpunkt
habe sich sein Gesundheitszustand in psychiatrischer Hinsicht wesentlich
verschlechtert. Gemäss psychiatrischem Teilgutachten ist die Diagnose der
anhaltenden somatoformen autonomen Funktionsstörung des oberen
Verdauungssystems mit einem Colon irritabile und einer hypochondrischen
Symptomatik sowie dissoziativer Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen gestellt und
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit festgestellt worden (act. G 1 Ziff. IV/5. und 5.1).
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2.3.5 Zu beachten ist zunächst, dass es die unterschiedliche Natur von
Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und
Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits
nicht zulässt, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und
zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden medizinischen
Fachpersonen zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben
Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden
medizinischen Fachpersonen wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher
Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 27. Mai
2008, 9C_24/2008, E. 2.3.2 mit Hinweisen).
2.3.6 Der Arztbericht der Klinik B._ vom 20. März 2014 hielt aus psychiatrischer
Sicht eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und eine generalisierte
Angststörung fest. Die vorbekannte somatoforme Schmerzstörung habe zugenommen
(IV-act. 138-19 bis 138-21). Dieselben Diagnosen wurden bereits im Arztbericht der
Klinik B._ vom 24. Oktober 2013, vor dem ZMB-Gutachten, gestellt. Bei Austritt
hätten sich die Angst und depressive Symptomatik deutlich gebessert und die
somatoformen Schmerzen im Oberbauch hätten nachgelassen (vgl. IV-act. 138-16 bis
138-18). Nach der stationären Behandlung von August bis Oktober 2013 wurde somit
eine Verbesserung festgestellt und bei der nächsten stationären Behandlung von
Januar bis März 2014 wieder eine Verschlechterung.
2.3.7 Im Arztbericht der Klinik B._ vom 25. August 2014 wurden eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung und eine schwere depressive Episode ohne
psychotische Symptome diagnostiziert (IV-act. 138-27 ff.). Im Verhältnis zum
psychiatrischen Teilgutachten, in welchem keine depressive Störung diagnostiziert
wurde, ist dies eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes aus psychiatrischer
Sicht. In der RAD-Stellungnahme vom 12. Februar 2015 wird dazu ausgeführt, dass im
Gutachten die schwere depressive Episode sowohl in der Würdigung der Aktenlage als
auch in der Beurteilung abgehandelt worden sei - sie sei als sekundär depressives
Symptom bei schwieriger sozialer, psychologischer Situation und naturgemäss auch
bei deutlich vorhandener psychosomatischer Symptomatik beurteilt worden (IV-act.
145-3). Die anhaltende somatoforme Schmerzstörung (vgl. IV-act. 138-16) und die
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wiederholt auftretenden schweren depressiven Episoden ohne psychotische
Symptome (vgl. IV-act. 99) bestanden ohne Zweifel schon vor dem
Gutachtenszeitpunkt. Jedoch wird im obigen Arztbericht auch ausgeführt, bei Eintritt
des Beschwerdeführers in die Klinik B._ am 30. Juni 2014 sei die Psychomotorik und
der Antrieb vermindert gewesen, der Beschwerdeführer sei im Affekt deutlich
niedergestimmt und kaum schwingungsfähig gewesen. Es sei eine Affektstarre
beobachtbar gewesen (IV-act. 138-28). Auch Dr. L._ berichtete in seinem Arztbericht
vom 21. Januar 2015 von einer reduzierten Auffassung und Konzentration und einer
eingeschränkten Schwingungsfähigkeit (vgl. IV-act. 143). Zudem führt der RAD selbst
in seiner Stellungnahme vom 12. Februar 2015 aus, dass seit dem Sommer 2014 eine
stärkere Ausprägung der depressiven Symptome bezüglich der kognitiven
Einschränkungen und Affektstarre beschrieben worden sei. Jedoch könne bei
depressiven Symptomen eine Therapierbarkeit und zeitliche Limitierung bzw. eine
Reduktion der Symptome innert nützlicher Frist erwartet werden (IV-act. 145-3). Die IV-
Stelle hat sich ohne weitere Abklärung in ihrer rentenverneinenden Verfügung auf diese
Stellungnahme des RAD abgestützt.
2.3.8 Insgesamt sind vor Erlass der angefochtenen Verfügung in zwei Arztberichten
(vgl. IV-act. 138-27 ff.; IV-act. 143) objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht
worden, welche geeignet sind, zu einer vom Gutachten abweichenden Beurteilung zu
führen. Zwar hat der RAD in seiner Stellungnahme vom 12. Februar 2015 ausgeführt,
beim Beschwerdeführer sei es seit dem Gutachtenszeitpunkt trotz der erneut
aufgetretenen depressiven Symptomatik insgesamt zu keiner dauerhaften und IV-
relevanten Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekommen, da diese
Symptomatik im Gutachten bereits berücksichtigt und bewertet worden sei. Allerdings
hat der RAD auch explizit festgehalten, dass seit dem Sommer 2014 eine stärkere
Ausprägung der depressiven Symptomatik beschrieben worden sei (vgl. IV-act. 145-3).
Ohne weitere eigene Abklärungen ist der RAD von einer Therapierbarkeit und zeitlichen
Limitierung dieser Verschlechterung ausgegangen. Damit wurde der
Untersuchungsgrundsatz verletzt. Im Rahmen der Ergänzung des ZMB-Gutachtens
wird auch zur Frage, ob nach der Begutachtung eine Verschlechterung in
psychiatrischer Hinsicht eingetreten ist, Stellung zu nehmen sein.
3.
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Da sich gestützt auf die vorliegenden medizinischen Akten die Indikatoren hinsichtlich
funktionellem Schweregrad und Konsistenz der funktionellen Auswirkungen der
somatoformen Erkrankung des Beschwerdeführers nicht abschliessend beurteilen
lassen und eine bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung eingetretene
Verschlechterung des Gesundheitszustandes möglich erscheint, ist das vorliegende
ZMB-Gutachten ergänzungsbedürftig. Daher ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen
und die Verfügung vom 13. Februar 2015 aufzuheben. Die Sache ist zur ergänzenden
Begutachtung vor allem in psychiatrischer Hinsicht und zu neuer Verfügung im Sinne
der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Dazu wird die
Beschwerdegegnerin auch den noch ausstehenden Arztbericht der Klinik B._ vom 4.
Februar 2015 betreffend den achten stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers
vom 3. Dezember 2014 bis 9. Januar 2015 beizuziehen haben. Selbst wenn die
Abklärungen ergeben sollten, dass keine Therapieresistenz bzw. keine
Arbeitsunfähigkeit besteht, wird zu prüfen sein, ob angesichts der häufigen stationären
Aufenthalte allenfalls ein befristeter Rentenanspruch besteht.
4.
4.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegenden Angelegenheit als angemessen. Die Rückweisung zur
Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit
unterliegt die Beschwerdegegnerin vollumfänglich. Sie hat die gesamte Gerichtsgebühr
von Fr. 600.-- zu bezahlen.
4.2 Die obsiegende beschwerdeführende Partei hat Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--.
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4.2.1 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat am 22. Oktober 2015 eine
Honorarnote eingereicht, worin er eine Parteientschädigung von Fr. 3'931.20
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) geltend macht (act. G 17.1).
4.2.2 Vorweg ist darauf hinzuweisen, dass nicht der geltend gemachte, sondern nur
der notwendige Aufwand zu entschädigen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 25.
Februar 2009, 8C_140/2008, E. 11.4 mit Hinweisen). Bei einer Rechtsvertretung im
gesamten Beschwerdeverfahren wird in vergleichbaren
invalidenversicherungsrechtlichen Fällen praxisgemäss eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
gesprochen (vgl. etwa Entscheid des Versicherungsgerichts vom 25. März 2013, IV
2011/89, E. 4.3).
4.2.3 Mit Blick auf den zu beurteilenden Sachverhalt und die sich stellenden Fragen
kann von einem durchschnittlichen Fall gesprochen werden, der einen erfahrenen
Anwalt nicht vor besondere Schwierigkeiten stellt. Die Akten und die
Beschwerdeantwort (act. G 7) waren nicht umfangreich.
4.2.4 Der Bedeutung der Streitsache und dem notwendigen Aufwand angemessen
erscheint deshalb eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer). Ein weitergehender Aufwand kann nicht entschädigt
werden. Bei diesem Prozessausgang erübrigt sich die Festlegung einer Entschädigung
aus der gewährten unentgeltlichen Rechtsverbeiständung.