Decision ID: 45995432-0769-4858-9ee6-be51dfa0824d
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Oktober 2006 zum Bezug einer Rente der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Sie gab an, sie habe nach dem Abschluss der
Kantonsschule das Diplom zur Übersetzerin erlangt, anschliessend eine Ausbildung zur
Kundenberaterin bei einer Grossbank begonnen und diese Ausbildung im Juni 2006
fortgesetzt. Bei Beginn ihrer Ausbildung habe sie einen Lohn von 75’000 Franken
erhalten. Mit der Fortsetzung der Ausbildung sei der Lohn auf 72’000 Franken
gesunken. Während der letzten fünf Jahre sei sie vollständig „invalid“ gewesen. Sie
habe Leistungen der beruflichen Vorsorgeeinrichtung erhalten. Diese habe aber nun
darauf bestanden, dass sie sich „rückwirkend per Mai 2001“ zum Bezug einer Rente
der Invalidenversicherung anmelde. Der Hausarzt Dr. med. B._ berichtete im Oktober
2006 (IV-act. 6), die Versicherte leide seit dem Jahr 2001 an einem chronischen Ulcus
cruris prätibial links. In der Zeit von Juni 2004 bis und mit Mai 2006 sei sie vollständig
arbeitsunfähig gewesen. Bis auf weiteres sei sie zu 50 Prozent arbeitsfähig. Im Mai
2007 wies Dr. B._ darauf hin, dass zwischenzeitlich ein Morbus Crohn diagnostiziert
worden sei, der mit einem Erythema nodosum einher gehe (IV-act. 21). Der
Rheumatologe Dr. med. C._ hatte im Februar 2007 berichtet, die Versicherte leide –
wohl seit dem Jahr 1999 – an einem chronisch-rezidivierenden Erythema nodosum (IV-
act. 30–1 ff.).
A.b Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die ärztliches Begutachtungsinstitut (ABI) GmbH
am 11. August 2008 ein polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 29). Die Sachverständigen
führten aus, die Versicherte leide an einem chronischen Erythema nodosum, an einem
Status nach multiplen Tumorexzisionen und Folgeoperationen am linken Unterschenkel
in den Jahren 2001–2006 sowie – ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit – an einem
Morbus Crohn, der sich derzeit unter medikamentöser Therapie in Remission befinde,
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an einer Nierenagenesie links und an einer Amblyopie links. Angesichts eines im
Februar 2008 aufgetretenen akuten Schubs des Erythema nodosum liege kein stabiler
Gesundheitszustand vor. Aktuell sei die Versicherte aus rheumatologischer Sicht zu 50
Prozent arbeitsunfähig. Dies gelte in Bezug auf die derzeitige Tätigkeit als Assistentin
der Geschäftsleitung im Betrieb des Bruders wie auch für jede andere körperlich leichte
Tätigkeit. Die Folgen der Operationen am linken Bein würden die Arbeitsfähigkeit in
einer Bürotätigkeit für sich allein aus rheumatologischer Sicht nur zu 20 Prozent
einschränken. Aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte uneingeschränkt arbeits-
und leistungsfähig. In etwa einem Jahr sollte eine Verlaufsbegutachtung durchgeführt
werden. Am 5. September 2008 notierte Dr. med. D._ vom IV-internen regionalen
ärztlichen Dienst (RAD), das Gutachten der ABI GmbH sei überzeugend, weshalb
aktuell von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent für leidensadaptierte Tätigkeiten bei
einem allerdings instabilen Gesundheitszustand auszugehen sei (IV-act. 31). Am 4.
Februar 2009 berichtete Dr. C._ (IV-act. 46), der Gesundheitszustand der
Versicherten habe sich verschlechtert. Das Erythema nodosum habe sich im Sommer
2008 für etwa vier Wochen deutlich verbessert, sei am 15. August 2008 aber wieder
„stark“ aufgetreten. Das Erythema nodosum und die dauernde Übelkeit schränkten die
Leistungsfähigkeit der Versicherten erheblich ein. Die Arbeitsfähigkeit belaufe sich auf
vier Stunden pro Tag. Die medizinischen Massnahmen seien weitgehend ausgeschöpft.
Berufliche Massnahmen dürften zu keiner Erhöhung der Arbeitsfähigkeit führen. Die
Versicherte sei in ihrem Tätigkeitsfeld im Familienbetrieb optimal integriert. Mit einer
Verfügung vom 3. Juli 2009 sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Wirkung ab dem
1. Oktober 2005 (aufgrund einer sogenannt verspäteten Anmeldung) eine ganze, mit
Wirkung ab dem 1. September 2006 eine halbe und mit Wirkung ab dem 1. Oktober
2007 eine Viertelsrente zu (IV-act. 53 und 59 ff.).
A.c Dagegen liess die nun anwaltlich vertretene Versicherte am 4. September 2009
eine Beschwerde erheben, mit der ihr Rechtsvertreter die Zusprache mindestens einer
halben Rente für die Zeit ab dem 1. Oktober 2007 beantragte (vgl. IV-act. 67). Mit
einem Entscheid vom 6. April 2011 wies das Versicherungsgericht des Kantons St.
Gallen die Sache in Aufhebung der Verfügung vom 3. Juli 2009 zur weiteren Abklärung
an die IV-Stelle zurück (IV 2009/300; vgl. IV-act. 87). Das Gericht führte aus, die
Versicherte habe ihre Ausbildung zum vollwertigen Advisor bei einer Grossbank
krankheitsbedingt abbrechen müssen, weshalb in Anwendung des Art. 26 Abs. 2 IVV
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das Einkommen eines Advisors als Valideneinkommen – inklusive allfälliger
Bonuszahlungen – herangezogen werden müsse. Die Invalidenkarriere entspreche nicht
zwingend der aktuell ausgeübten Tätigkeit im Familienbetrieb. Naheliegender für die
Versicherte wäre es gewesen, wenn sie wieder im erlernten Beruf als diplomierte
Übersetzerin tätig geworden wäre. Angesichts der beruflichen Qualifikationen der
Versicherten sei nur diese (die Kriterien für eine ideal leidensadaptierte Tätigkeit
erfüllende) Tätigkeit sinnvoll gewesen, denn die Versicherte verfüge nicht über jene
berufliche Ausbildung, die sie als Assistentin der Geschäftsleitung eigentlich benötigen
würde. Dies zeige sich darin, dass eine andere Assistentin der Geschäftsleitung im
selben Betrieb beruflich wesentlich besser qualifiziert sei. Die Frage, ob die Versicherte
als Assistentin der Geschäftsleitung oder als diplomierte Übersetzerin ein höheres
Erwerbseinkommen erzielen könnte, lasse sich nicht mit dem erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit beantworten, denn es sei weder
bekannt, welches Einkommen die Versicherte als Übersetzerin erzielen könnte, noch
stehe fest, dass der effektiv bezogene Lohn ein reiner Leistungslohn sei. Diesbezüglich
seien die Angaben der Arbeitgeberin widersprüchlich. Die IV-Stelle habe bezüglich des
zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens weitere Abklärungen zu tätigen und
dabei zu berücksichtigen, dass als dritte Möglichkeit die Umschulung der Versicherten
in einen Beruf in Frage komme, in dem diese trotz ihrer Arbeitsunfähigkeit einen Lohn
erzielen könnte, der die behinderungsbedingte Erwerbseinbusse auf unter 40 Prozent
sinken lassen würde. In medizinischer Hinsicht sei von einer Arbeitsunfähigkeit von
durchschnittlich mindestens 70 Prozent für die Zeit bis Ende August 2006 auszugehen.
Für die Zeit danach werde dem Einkommensvergleich ein Arbeitsunfähigkeitsgrad von
50 Prozent zugrunde gelegt werden müssen. Die IV-Stelle werde auch zu prüfen haben,
ob der Invaliditätsgrad der Versicherten im Laufe des Jahres 2009 auf 60 Prozent oder
mehr angestiegen sei, nachdem Dr. C._ auf eine entsprechende Verschlechterung
des Gesundheitszustandes hingewiesen habe. Im Sinne eines obiter dictum sei darauf
hinzuweisen, dass die Verrechnung der Nachzahlung der Rente mit den
Vorschussleistungen der beruflichen Vorsorgeeinrichtung, wie sie in der angefochtenen
Verfügung vorgesehen gewesen sei, wohl rechtmässig gewesen sein dürfte.
A.d Am 22. Juni 2011 berichtete Dr. C._ (IV-act. 96), der Zustand der Versicherten
habe sich seit April 2009 verschlechtert. Verschiedene medikamentöse
Behandlungsversuche des Erythema nodosum hätten nur einen unbefriedigenden
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Erfolg gezeitigt. Der Verdacht, dass die Versicherte an einem Morbus Crohn leide, habe
nicht erhärtet werden können. Entsprechende Beschwerden hielten aber weiter an. In
den letzten Monaten seien auch noch starke lumbale Schmerzen, jedoch ohne eine
radiculäre Symptomatik, aufgetreten. Die Versicherte sei nicht einmal mehr in der Lage,
halbtags zu arbeiten. Sie falle immer wieder aus und könne durchschnittlich nur noch
zwei bis vier Stunden pro Tag arbeiten. Die medikamentösen
Behandlungsmassnahmen seien weitgehend ausgeschöpft, weshalb von
medizinischen Massnahmen keine wesentliche Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu
erwarten sei. Die aktuelle Tätigkeit sei optimal auf die Möglichkeiten der Versicherten
zugeschnitten, weil diese ihre Arbeitszeit frei einteilen könne und nur Büroarbeiten
durchführen müsse. Der RAD-Arzt Dr. D._ notierte am 15. September 2011 (IV-act.
98), die Angaben von Dr. C._ seien sehr präzis und in jeder Hinsicht medizinisch
nachvollziehbar. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung sei angesichts der täglich
schwankenden Leistungen realistisch gemittelt. Die bisherige Tätigkeit sei optimal
leidensadaptiert; die Arbeitsleistung liege bei 30 Prozent. Über viele Jahre hinweg
könnte der Morbus Crohn spontan ausheilen. Am 26. April 2012 hielt Dr. D._ fest (IV-
act. 101), rückblickend stelle sich die Frage, ob die Versicherte ab Juli 2009 zu 50
Prozent arbeitsfähig gewesen sei, wie Dr. C._ zunächst angegeben habe, oder ob die
Arbeitsfähigkeit schon im Juli 2009 nur noch (gemittelt) 30 Prozent betragen habe, wie
Dr. C._ später ausgeführt habe. Diese Widersprüchlichkeit der Angaben von Dr.
C._ könne mittels einer Rückfrage an den behandelnden Gastroenterologen geklärt
werden. Am 17. Juli 2012 berichtete der Gastroenterologe PD Dr. med. E._ vom
Stadtspital Triemli Zürich (IV-act. 108), der Gesundheitszustand der Versicherten sei
seit Februar 2009 stationär. In den letzten paar Monaten hätten sich die Beschwerden
laut den Angaben der Versicherten aber deutlich intensiviert. Am 30. August 2012
führte er ergänzend aus, die Befunde seien stabil schlecht; der Arbeitsunfähigkeitsgrad
liege bei mindestens 50 Prozent (IV-act. 112). Am 6. September 2012 notierte der RAD-
Arzt Dr. D._, dass angesichts dieser ergänzenden Angaben von einer
„überlappenden“ Arbeitsfähigkeit von lediglich noch 30 Prozent ab Juli 2009
auszugehen sei (IV-act. 113).
A.e Bereits am 31. Mai 2012 hatte die Arbeitgeberin der Versicherten angegeben (IV-
act. 103), dass das Arbeitspensum schwankend sei. Seit Herbst 2011 arbeite die
Versicherte lediglich noch zu etwa 20 Prozent. In den Jahren 2008–2012 seien die
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folgenden Löhne ausgerichtet worden: 46’800 Franken (2008), 48’100 Franken (2009),
48’100 Franken (2010), 49’400 Franken (2011), 49’660 Franken (2012). Dabei habe der
Soziallohnanteil seit dem Jahr 2008 stetig zugenommen. Angesichts der häufigen
krankheitsbedingten kurzfristigen Absenzen, der zahlreichen Arztbesuche und des
Umstands, dass die Arbeitseinsätze weder regelmässig erfolgten noch planbar seien,
würde der Leistungslohn wesentlich tiefer ausfallen und nur etwa 20 Prozent betragen.
Ebenfalls am 31. Mai 2012 hatte die frühere Arbeitgeberin der Versicherten angegeben
(IV-act. 104), nach dem erfolgreichen Abschluss der Umschulung hätte die Versicherte
als Junior Advisor für Privatkunden einsteigen können. Die Salärbandbreite für den
Jahresgrundlohn habe damals 62’100 Franken bis 84’000 Franken betragen. Für die
Essensentschädigung hätte die Versicherte einen Lohnzusatz von 140 Franken
erhalten. Danach hätte sie sich zum Advisor für Privatkunden weiter entwickeln können,
wofür sie einen Zeithorizont von etwa zwei bis drei Jahren benötigt hätte. Die
Salärbandbreite hätte dann 72’300 Franken bis 97’800 Franken betragen. Die
Essensentschädigung wäre unverändert geblieben. Für den Bonus könne kein Betrag
angegeben werden, da es sich um eine freiwillige Leistung handle.
A.f Mit einem Vorbescheid vom 26. März 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit
(IV-act. 116), dass sie vorsehe, ihr mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2005 eine ganze, ab
dem 1. September 2006 eine halbe und ab dem 1. Oktober 2009 eine Dreiviertelsrente
zuzusprechen. Zur Begründung führte sie aus, angesichts der verspäteten Anmeldung
im Oktober 2006 falle eine Rentenzusprache vor dem 1. Oktober 2005 nicht in
Betracht. Für das Jahr 2005 sei von einem Valideneinkommen von 79’050 Franken
auszugehen. Für das Jahr 2006 sei ein Valideneinkommen von 79’999 Franken zu
berücksichtigen. Das zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen liege angesichts
einer Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent bei 40’000 Franken. Für das Jahr 2009 sei von
einem Valideneinkommen von 82’509 Franken auszugehen. Berufliche Massnahmen
kämen nicht in Frage. Ab dem 1. Juli 2009 sei von einer Arbeitsfähigkeit von 30 Prozent
auszugehen. Das Invalideneinkommen belaufe sich dementsprechend auf 28’406
Franken. Am 14. Mai 2013 liess die Versicherte einwenden (IV-act. 118), dass der
Bonus bei der Berechnung des Valideneinkommens zwingend berücksichtigt werden
müsse. Zudem müsse dem Soziallohnanteil, den die Versicherte erhalte, Rechnung
getragen werden. Für die Zeit ab dem 1. Oktober 2011 sei eine ganze Rente
geschuldet. Auf eine Anfrage der IV-Stelle hin führte die frühere Arbeitgeberin am 17.
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Juli 2013 aus (IV-act. 121), in den Jahren 2010–2012 hätten die Bonuszahlungen an
Mitarbeiter in einer vergleichbaren Funktion zum Advisor für Privatkunden
durchschnittlich 3’300, 2’600 beziehungsweise 3’100 Franken betragen. Ohne der
Versicherten diese Abklärungsergebnisse mitzuteilen oder ihr die Möglichkeit zur
Stellungnahme einzuräumen, sprach die IV-Stelle ihr mit einer Verfügung vom 18.
Dezember 2013 (IV-act. 124 ff.) mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2005 eine ganze, ab
dem 1. September 2006 eine halbe und ab dem 1. Oktober 2009 eine Dreiviertelsrente
zu. Bezugnehmend auf die Einwände der Versicherten führte sie aus, sie sei für die
Berechnung des Invaliditätsgrades von einer zumutbaren Arbeitsleistung von 30
Prozent ausgegangen, was ein höheres Invalideneinkommen als den effektiv (bei einer
Arbeitsleistung von 20 Prozent) bezogenen Leistungslohnanteil ergeben habe. Für den
ab dem Oktober 2009 massgebenden Einkommensvergleich habe sie einen Bonus von
3’000 Franken berücksichtigt, was sich aber nicht wesentlich auf das Ergebnis
ausgewirkt habe.
B.
B.a Am 31. Januar 2014 liess die Versicherte (nachfolgend: die Beschwerdeführerin)
eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 18. Dezember 2013 erheben (act. G 1). Ihr
Rechtsvertreter beantragte die Zusprache einer ganzen Rente für die Zeit ab dem 1.
Oktober 2011. Zur Begründung führte er aus, die lediglich noch stundenweise
ausgeübte Tätigkeit im Familienbetrieb diene eigentlich nur noch dazu, der
Beschwerdeführerin eine Tagesstruktur zur Verfügung zu stellen. Die Tätigkeit sei
optimal adaptiert, weil die Beschwerdeführerin ihre Arbeitszeit einteilen könne und nur
Büroarbeiten verrichten müsse. Die Arbeitgeberin habe festgehalten, dass der
Leistungslohnanteil seit Herbst 2011 nur noch 20 Prozent betrage. Angesichts der
unspezifischen Angabe („Herbst 2011“) müsse vom astronomischen Herbstanfang im
Jahr 2011, also vom 23. September 2011, ausgegangen werden. Folglich habe die
Beschwerdeführerin ab dem 1. Oktober 2011 einen Anspruch auf eine ganze Rente.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 20. März 2014 die Abweisung der
Beschwerde, wobei sie auf eine ausführliche Beschwerdeantwort verzichtete (act. G 4).
B.c Die Beschwerdeführerin liess am 19. Mai 2014 an ihrem Antrag festhalten (act. G
6). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 8).
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B.d Am 28. Juni 2016 wies das Versicherungsgericht die Beschwerdeführerin darauf
hin (act. G 10), dass die angefochtene Verfügung möglicherweise auf einem
unzureichend abgeklärten Sachverhalt beruhe. Die Beschwerdegegnerin habe nämlich
trotz einer entsprechenden Anweisung im Urteil des Versicherungsgerichtes vom 6.
April 2011 keine Abklärungen zu möglichen alternativen Invalidenkarrieren getätigt. Bei
einer Rückweisung zur weiteren Abklärung könnte letztlich ein tieferer Rentenanspruch
und damit im Ergebnis eine reformatio in peius resultieren, weshalb der
Beschwerdeführerin die Möglichkeit eingeräumt werde, die Beschwerde
zurückzuziehen. Von dieser Möglichkeit machte die Beschwerdeführerin keinen
Gebrauch. Sie nahm auch keine Stellung zum Schreiben des Versicherungsgerichtes.

Erwägungen
1.
Wie der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zu Recht ausgeführt hat, muss das
Rechtsverhältnis als ein einheitlicher Streitgegenstand qualifiziert werden (vgl. BGE 131
V 164), was bedeutet, dass die Verfügungen vom 18. Dezember 2013, auf die die
Beschwerdegegnerin die Rentenzusprache aufgeteilt hat, mit Blick auf den Gegenstand
des Beschwerdeverfahrens als eine Einheit zu verstehen sind. Selbstverständlich
bedeutet dies, dass gerade nicht nur ein Teil der Rentenzusprache angefochten
werden kann. Warum der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zur Auffassung
gelangt ist, aus der Einheit des Streitgegenstandes lasse sich die Möglichkeit ableiten,
nur einen Teil der Rentenzusprache anzufechten, ist nicht nachvollziehbar. Den
Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens bildet jedenfalls der Rentenanspruch
insgesamt, das heisst für die Zeit ab Oktober 2005. Entgegen dem Begehren der
Beschwerdeführerin kann also nicht nur der Rentenanspruch für die Zeit ab Oktober
2011 strittig sein. Mit der Beschwerdeerhebung hat die Beschwerdeführerin ihren
Rentenanspruch gemäss der angefochtenen Verfügung insgesamt angefochten.
2.
Auch wenn der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin dies nicht gerügt hat, ist zu
prüfen, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch der Beschwerdeführerin auf
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rechtliches Gehör (Art. 42 ATSG) verletzt hat, indem sie dieser die Ergebnisse der nach
der Eröffnung des Vorbescheides getätigten Abklärungen zum Valideneinkommen nicht
zur Kenntnis- und Stellungnahme zugestellt hat. Da diese ergänzenden Abklärungen
auf entsprechende Einwände der Beschwerdeführerin hin durchgeführt worden waren,
hätten deren Ergebnisse zwingend der Beschwerdeführerin zur Kenntnis- und
Stellungnahme zugestellt werden müssen. Indem die Beschwerdegegnerin dies nicht
getan hat, hat sie der Beschwerdeführerin die Möglichkeit genommen, sich zum
Beweisergebnis zu äussern, wodurch der Anspruch der Beschwerdeführerin auf
rechtliches Gehör verletzt worden ist. Mit dieser Gehörsverletzung ist eine Verletzung
der Vorbescheidspflicht als IV-spezifischer Pflicht zur Gewährung des rechtlichen
Gehörs (Art. 57a IVG) einher gegangen. Die angefochtene Verfügung ist folglich in
einem rechtswidrigen Verfahren zustande gekommen. Diese Rechtswidrigkeit kann
grundsätzlich nur dadurch beseitigt werden, dass das Verfahren – nun korrekt –
nochmals durchgeführt und mit einer Verfügung abgeschlossen wird. Die
Beschwerdeführerin hat allerdings die materielle Behandlung und damit die „Heilung“
des formellen Fehlers wählen können. Ob ihre Vorgehensweise im
Beschwerdeverfahren so zu interpretieren ist, kann offen bleiben, da es auch aus
materiellen Gründen zu einer Rückweisung an die Beschwerdegegnerin kommt.
3.
3.1 Eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die
während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, hat gemäss dem Art. 28 Abs. 1 IVG einen
Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung. Für die Bemessung der Invalidität
ist laut dem Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. dem Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das
die versicherte Person nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung und nach
der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei einer
ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu jenem
Erwerbseinkommen zu setzen, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund wäre.
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3.2 Für die Bezifferung des Valideneinkommens ist von der Berufskarriere auszugehen,
die die Beschwerdeführerin hätte einschlagen können, wenn sie gesund geblieben
wäre. Diese Karriere ist bereits im Entscheid IV 2009/300 vom 6. April 2011 definiert
worden: Die Beschwerdeführerin hat nach der Erlangung der Matura ein Diplom als
Übersetzerin erlangt. Sie hat im Anschluss daran allerdings nie als Übersetzerin
gearbeitet, sondern eine Karriere bei einer Grossbank eingeschlagen. Dort hat sie eine
Ausbildung zum Junior Advisor begonnen, die sie krankheitsbedingt hat abbrechen
müssen. Wäre sie gesund geblieben, hätte sie ihre begonnene Ausbildung wohl
abgeschlossen und anschliessend einen Aufstieg zum Advisor angestrebt, wobei nichts
dagegen spricht, dass ihr dies nach einigen Jahren gelungen wäre. Die Ausbildung zum
Junior Advisor hätte sie im Jahr 2006 abgeschlossen. Gemäss den Angaben der
früheren Arbeitgeberin hätte sie zwei oder drei Jahre später zum Advisor aufsteigen
können. Als Validenkarriere ist also grundsätzlich die Tätigkeit als Advisor
heranzuziehen. Da die Beschwerdeführerin die bankinterne Ausbildung allerdings nicht
vor dem frühestmöglichen Rentenbeginn hätte abschliessen können, muss für die Zeit
der – fiktiven – beruflichen Ausbildung der Lohn als Valideneinkommen angerechnet
werden, den die Beschwerdeführerin bei einem planmässigen Verlauf erhalten hätte.
Folglich muss bei der rückwirkenden Invaliditätsbemessung der Art. 17 Abs. 1 ATSG
analog angewendet werden, damit der Entwicklung der Validenkarriere – Ausbildung
zum Junior Advisor, Tätigkeit als Junior Advisor, Aufstieg zum Advisor – Rechnung
getragen werden kann. Möglicherweise wird die rückwirkende Rente entsprechend
abgestuft zugesprochen werden müssen (vgl. zum Ganzen den Entscheid IV 2009/300
vom 6. April 2011). Für die Bezifferung des entsprechenden Valideneinkommens kann
nicht auf die von der früheren Arbeitgeberin angegebene Salärbandbreite von 62’100–
84’000 Franken für die Tätigkeit als Junior Advisor beziehungsweise von 72’300–
97’800 Franken für die Tätigkeit als Advisor abgestellt werden, denn die
Beschwerdeführerin hat bereits beim Beginn ihrer Ausbildung zum Junior Advisor ein
Salär von 75’000 Franken erhalten. Dieser Lohn ist höher als das arithmetische Mittel
der von der früheren Arbeitgeberin angegebenen Bandbreite für einen Arbeitnehmer mit
einer bereits abgeschlossenen Ausbildung zum Junior Advisor. Da die
Beschwerdeführerin aber diesen „zu hohen“ Lohn effektiv bezogen hat, kann die
Bandbreitenangabe der früheren Arbeitgeberin nicht zuverlässig sein. Zudem könnte
innerhalb einer Bandbreite kein Betrag ohne weiteres für sich in Anspruch nehmen, das
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überwiegend wahrscheinlich richtige Valideneinkommen zu sein. Nach wie vor steht
das Valideneinkommen also noch nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest. Die angefochtene Verfügung beruht
diesbezüglich auf einem ungenügend abgeklärten Sachverhalt. Sie ist somit in
Verletzung der Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ergangen, weshalb sie als
rechtswidrig aufzuheben ist. Die Beschwerdegegnerin wird bezüglich des
Valideneinkommens und dessen Entwicklung innerhalb der Zeit bis zum Aufstieg zum
Advisor weitere Abklärungen zu tätigen haben. Dafür ist die Sache erneut an sie
zurückzuweisen.
3.3
3.3.1 Die Beschwerdeführerin hat nach dem Abbruch ihrer Ausbildung zum Advisor
eine Stelle als Assistentin der Geschäftsleitung im Familienbetrieb angetreten. Sie
verfügt aber gar nicht über jene berufliche Ausbildung, die sie als Assistentin der
Geschäftsleitung eigentlich benötigen würde. Eine andere Assistentin der
Geschäftsleitung im Familienbetrieb ist beruflich besser qualifiziert als die
Beschwerdeführerin. Aus der Sicht der IV-spezifischen Schadenminderungspflicht wäre
die effektiv ausgeübte Tätigkeit als Assistentin der Geschäftsleitung nur dann sinnvoll,
wenn die Beschwerdeführerin damit trotz der fehlenden beruflichen Qualifikation ein
höheres Erwerbseinkommen als in jeder anderen Tätigkeit erzielen könnte. Dies dürfte
wohl nicht der Fall sein. Laut den aktuellsten Angaben der Arbeitgeberin erbringt die
Beschwerdeführerin praktisch keine verwertbare Arbeitsleistung mehr. Wäre sie nicht
im Familienbetrieb tätig, wäre das Arbeitsverhältnis wohl gekündigt worden. Die
Beschwerdeführerin bezieht also praktisch einen reinen Soziallohn, das heisst das
Arbeitsverhältnis mit dem Familienbetrieb ist weitgehend nur noch eine
Beschäftigungstherapie, wie auch der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
eingeräumt hat. Beim „geschützten“ Arbeitsplatz im Familienbetrieb kann es sich
folglich nicht um jene Tätigkeit handeln, mit der die Beschwerdeführerin ihre zumutbare
Resterwerbsfähigkeit optimal ausnützt (sog. Invalidenkarriere). Das bedeutet, dass das
zumutbare Invalideneinkommen entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin
nicht auf der Grundlage der Erwerbstätigkeit im Familienbetrieb bemessen werden
kann.
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3.3.2 Wie bereits im Entscheid IV 2009/300 vom 6. April 2011 festgehalten worden ist,
ist kein Grund ersichtlich, der – allenfalls nach einer Auffrischung der früher erworbenen
beruflichen Kenntnisse – gegen eine Rückkehr in den erlernten Beruf als Übersetzerin
sprechen würde. Die Beschwerdegegnerin hat es trotz der Anweisung des
Versicherungsgerichtes, dass sie den Lohn zu ermitteln habe, den die
Beschwerdeführerin als diplomierte Übersetzerin erzielen könnte, versäumt,
entsprechende Abklärungen zu tätigen. Deshalb steht nach wie vor nicht mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, wie hoch das
zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen ist. Die Beschwerdegegnerin wird in
Erfahrung zu bringen haben, welchen Lohn die Beschwerdeführerin als diplomierte
Übersetzerin. Hierfür ist die Sache erneut an sie zurückzuweisen.
3.3.3 An sich bestünde – wie schon im Entscheid IV 2009/300 vom 6. April 2011
festgehalten – die Möglichkeit, die noch junge Beschwerdeführerin umzuschulen,
wobei aufgrund des Umstandes, dass die Beschwerdeführerin über die Matura verfügt,
grundsätzlich eine akademische Ausbildung in Frage käme, die es der
Beschwerdeführerin erlauben könnte, selbst bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 30
Prozent ein so hohes Einkommen zu erzielen, dass der Invaliditätsgrad auf unter 40
Prozent zu stehen käme. Das Versicherungsgericht hat die Beschwerdegegnerin
deshalb angehalten, Abklärungen zum aktuellen Gesundheitszustand und zur
Eingliederungsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu tätigen. Diese hat sich dann aber
damit begnügt, auf einen Verlaufsbericht von Dr. C._ vom 22. Juni 2011 abzustellen,
eine Arbeitsfähigkeit von durchschnittlich lediglich noch 30 Prozent anzunehmen und
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin nicht mehr eingliederungsfähig sei.
Bei dieser dürftigen Aktenlage steht aber nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad fest,
dass eine Eingliederung in einen anderen Beruf ausgeschlossen sei. Die
Beschwerdegegnerin hat auch diesbezüglich ihre Untersuchungspflicht verletzt. Die
Sache ist erneut an sie zurückzuweisen, um weitere Abklärungen zu tätigen. Sie wird
umfassende medizinische Abklärungen durchzuführen, das heisst ein
Verlaufsgutachten einzuholen haben. Gestützt auf die Ergebnisse dieser Abklärungen
wird sie prüfen, ob eine Umschulung in Frage kommt, denn es gilt der Grundsatz
„Eingliederung vor Rente“ (vgl. UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015,
Vorbemerkungen N 81 ff., mit Hinweisen), der bei dieser Sachlage auch die
Eingliederung in einen einkommensmässig „höherwertigen“ akademischen Beruf
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erlauben dürfte. Kommt eine Umschulung in Frage, wird die Beschwerdegegnerin eine
solche in die Wege zu leiten haben. Sollte dies nicht der Fall sein, wird sie das
zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen ausgehend von der Annahme, die
Beschwerdeführerin würde wieder als diplomierte Übersetzerin arbeiten, zu berechnen
haben.
4.
Rechtsprechungsgemäss gilt die Rückweisung einer Sache zur weiteren Abklärung
hinsichtlich der Kosten- und Entschädigungsfolgen als ein vollständiges Obsiegen der
beschwerdeführenden Partei. Vorliegend hat deshalb die Beschwerdegegnerin die
Gerichtskosten zu bezahlen, die angesichts des durchschnittlichen
Verfahrensaufwandes auf 600 Franken festzusetzen sind. Der Beschwerdeführerin wird
der von ihr bezahlte Kostenvorschuss von 600 Franken zurückerstattet. Der
Vertretungsaufwand ist als deutlich unterdurchschnittlich zu qualifizieren, da nach der
Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärungen nur wenige neue Akten zu studieren
gewesen sind. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin deshalb eine
Parteientschädigung auszurichten, die auf 2’000 Franken (einschliesslich Barauslagen
und Mehrwertsteuer) festgesetzt wird.