Decision ID: 1288bd2f-0477-415b-b77a-18b6944c18e8
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1958 geborene
X._
hat keinen Beruf erlernt
. Sie arbeitete
ab
Juni 1998
als Gemüserüsterin
bei der
Y._
(Urk.
10/1
/
1 ff.
, Urk. 10/7/1
)
, als sie sich
a
m 21. März 2005 nach einem Treppensturz
die rechte
Schulter
verlet
zte
. In der Folge
wurde
sie
wegen anhaltender Schulterbeschwer
den
zu 100 %
arbeitsunfähig
geschrieben
(Urk. 10/6/3, Urk. 10/6/40 ff.,
Urk. 10/6/70 f.)
.
Das Arbeitsverhältnis wurde vom Arbeitgeber per 30. April 2006 gekündigt (Urk. 10/6/50).
Am
28. Mai 2006
meldete sich
die Versicherte
unter Hinweis auf
die Folgen des Schulterunfalls bei der Invalidenversicherung
zum
Leistungsbezug
an (Urk. 10/1)
.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, traf berufliche Abklärungen (Urk.
10/7
),
zog die Akten des Unfallversich
erers bei (Urk. 10/6, Urk. 10/12-14
, Urk. 10/23, Urk. 10/30
),
holte bei den behandelnden Ärzten Berichte ein
(Urk. 10/11
, Urk. 10/29
)
und gab zwei medizinische Gutachten in Auftrag (Expertisen von Dr. med.
Z._
,
Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 11. August 2008 [Urk. 10/38
,
Urk. 10/42
]
sowie von Dr. med.
A._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 21. März 2009 [Urk. 10/48]
). Gestützt darauf sprach sie der Versicherten, nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens
(Urk. 10/19
,
Urk. 10/21-22
,
Urk. 10/24
, Urk. 10/49
),
mit Verfügung vom 10. September 2009
rückwirkend befristet
eine
ganze Rente für die Zeit vom 1. März 2006 bis
31. Juli 2007 zu
. Die Befristung begründete sie damit, der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich verbessert und sie sei deshalb seit April 2007 in der angestammte
n
Tätigkeit als Gemüserüsterin wieder zu 100 % arbeitsfähig
(Urk. 10/52, Urk. 10/55
).
Die Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.2
Am
30. Mai 2012 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf eine seit 2010 bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit wegen anhaltender Schulterbeschwer
den und Depressionen erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 10/58). Die IV-Stelle wies sie
am 8. Juni 2012
schriftlich darauf hin, sie
müsse
durch das Nach
reichen aktuelle
r Beweismittel
bis spätestens am 9. Juli 2012
glaubhaft machen
, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit Erlass der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten, damit auf ihre Neuanmeldung eingetreten werden könne (Urk. 10/60-62).
Die Versicherte reichte daraufhin den Bericht der behan
delnden Ärztin Dr. med.
B._
,
Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, vom 7. Juli 2012 ein (Urk. 10/63). Nach durchgeführtem Vorbe
scheidverfahren (Urk. 10/67-70) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 6. Feb
ruar 2013 auf die Neuanmeldung zum Leistungsbezug nicht ein (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch die Vereinigung
O._
handeln durch lic. iur.
C._
,
mit Eingabe vom 11. März 2013 Beschwerde und
beantragte, es sei ihr eine halbe Invalidenrente zuzusprechen, eventuell sei sie neu zu begutachten (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 10. Mai 2013 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (Urk. 9). Die Beschwer
deführerin
reichte innert
angesetzte
r
Frist
keine
Replik
ein, weshalb Verzicht darauf anzunehmen ist (Urk. 11-13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Der Untersuchungsgrundsatz, wonach das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklä
rung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen hat, spielt insoweit nicht (BGE 130 V 64 E. 5.2.5).
Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen (ZAK 1966 S. 279, vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen). Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungs
spielraum zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat (BGE 109 V 108 E. 2b).
Auch im Rahmen der
Neuanmeldung nach rückwirkend befristeter Zusprechung einer Invalidenrente sind die Vorau
ssetzungen gemäss Art. 87 Abs. 2 und 3
IVV zu berücksichtigen
(vgl. BGE 133 V 263 E. 6).
1.2
Mit Art. 87 Abs. 3 i.V.m. Abs. 2 IVV soll verhindert werden, dass sich die Verwal
tung nach vorangegangener rechtskräftiger Leistungsverweigerung immer wieder mit gleich lautenden und nicht näher begründeten, d. h. keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE 109 V 108 E. 2a, 264 E. 3).
1.3
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens
im Sinne des Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV
sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Tat
-
sachenänderung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353
E. 5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen (BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2 mit Hinweisen). Erheblich ist eine Sachverhaltsän
derung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Inva
lidenrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom 5. Juni 2013 E. 2.3 mit Hinweisen auf 8C_1009/2010 vom 7. April 2011 E.
2.2 und 9C_838/2011 vom 28. Februar 2012 E.
3.3.2
).
Liegt ein neuer Bericht von ärztli
chen oder anderen Fachleuten vor, auf deren Unterlagen die Verwaltung und das Gericht für die Invaliditätsbemessung angewiesen sind, genügt es für die Glaubhaftmachung einer erheblichen Sachverhaltsänderung nicht, dass im frag
lichen Bericht der bereits bekannte, im Zeitpunkt der ursprünglichen Renten
verfügung gegebene Sachverhalt anders bewertet wird und daraus andere Schlussfolgerungen gezogen werden als im früheren Verwaltungs- und/oder Beschwerdeverfahren. Vielmehr bedarf es neuer Elemente tatsächlicher Natur, die nach der ursprünglichen Rentenverfügung eingetreten und zu dem damals gegebenen Sachverhalt hinzugekommen sind oder diesen verändert haben
(Urteil des Bundesgerichts 8C_55/2007 vom
20. November 2007, E. 2.1).
Wenn die
der Neuanmeldung
beigelegten ärztlichen Berichte so wenig substanti
iert sind, dass sich eine neue Prüfung nur aufgrund weiterer Erkennt
nisse allenfalls rechtfertigen würde, ist die IV-Stelle zur Nachforderung weiterer Angaben nur, aber immerhin dann verpflichtet, wenn den - für sich allein genommen nicht Glaubhaftigkeit begründenden - Arztberichten konkrete Hin
weise entnommen werden können, wonach möglicherweise eine mit weiteren Erhebungen erstellbare rechtserhebliche Änderung vorliegt
(
Urteil des Bundes
gerichts 8C_1009
/2010 vom 7. April 2011 E. 2.3
mit Hinweisen).
2.
2.1
Auf
den Antrag der Beschwerdeführerin, es sei ihr
eine halbe Invalidenrente zuzusprechen, ist nicht einzutreten.
Die IV-Stelle ist mit der angefochtenen Verfügung auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin nicht eingetreten. Dementsprechend bildet der
Anspruch auf eine Invalidenrente nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung
. Damit kann dieser Anspruch auch nicht Streitge
genstand im gegen die Verfügung angehobenen Beschwerdeverfahren bilden (vgl.
das
Urteil des Bundesgerichts 8C_55/2007 vom 20. November 2007, E. 4 mit Hinweisen
).
2.2
Mit der Beschwerde reichte die Beschwerdeführerin einen Verlaufsbericht des behandelnden Psychiaters Dr. med.
D._
vom 8. März 2013 ein (Urk. 3/4). Der IV-Stelle kündigte sie im Verwaltungs
- respektive
Einwand
verfahren
aber
nicht an, weitere Beweismittel einreichen zu wollen
(vgl. Urk. 10/60-63,
Urk. 10/68-70)
, weshalb für diese kein Anlass bestand, mit dem Erlass der Verfügung zu
zuwarten
.
Hat die Verwaltung eine Neuanmeldung mit einer Nichteintretens
verfügung erledigt
, legen die Gerichte ihrer beschwerdeweisen Überprüfung den Sachverhalt zu Grunde, wie er sich der Verwaltung bot
(BGE 130 V 64 E. 5.2.5)
.
D
er neu eingereichte Verlaufsbericht des behandelnden Psychiaters Dr. med.
D._
vom
8. März 2013 (Urk. 3/4
; vgl. auch Urk. 1 S. 4
)
ist
deshalb
im vorlie
genden Verfahren unbeachtlich
.
Es bleibt der Beschwerde
-
führerin unbenommen, diesen Bericht der IV-Stelle im Rahmen einer weiteren Neuanmeldung einzu
reichen.
3
.
3.1
Die IV-Stelle begründete ihr Nichteintreten auf die Neuanmeldung damit,
die Beschwerdeführerin
habe nicht glaubhaft dargelegt, dass sich ihr Gesundheits
zustand seit Erlass der
rechtskräftigen
Verfügung vom 10. September 2009
in einem für den Rentenanspruch erheblichen Ausmass
verschlechtert habe
(Urk. 2).
Im eingereichten Kurzaustrittsbericht der
E._
vom 29. Dezember 2011
sei lediglich von einer mittel- bis schwergradigen depressiven Episode die Rede.
Im Bericht der Hausärztin Dr.
B._
vom 7. Juli 2012 würden weder neue Leiden diagnostiziert noch werde darin auf neue Untersuchungen hingewiesen.
Den eingereichten Unterlagen könnten auch keine konkreten Hinweise entnommen werden, wonach möglich
erweise eine mit weiteren Erhebungen erstellbare rechtserhebliche Änderung vorliege
(Urk. 9).
3
.2
Die Beschwerdeführerin macht
im Wesentlichen
geltend,
ihr Gesundheitszu
stand habe sich seit der Begutachtung durch Dr.
A._
vom 21. März 2009
, welche bereits vier Jahre zurückliege,
massiv
verschlechtert.
Eine
im Dezember 2011 eingeleitete
tagesklinische Behandlung
habe aufgrund der mittel- bis schwergradigen depressiven Symptomatik abgebrochen werden müssen.
Sie sei stark depressiv und werde durch ihre Schmerzen im täglichen Leben enorm beeinträchtigt
, so dass es ihr unmöglich sei, einer Erwerbstätigkeit nachzuge
hen. Für den Fall, dass das Gericht an dieser Darstellung zweifle, beantrage sie eine erneute Begutachtung, da die letzte Begutachtung sehr lange zurückliege und nicht ihren aktuellen gesundheitlichen Zustand wiedergebe
(Urk. 1).
4
.
4
.1
Zur Beurteilung der Auswirkung der somatischen Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit stellte die IV-Stelle
bei Erlass der in Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom 10. September 2009
auf
den Bericht des Versicherungsmedizi
ners des Unfallversicherers Dr. med.
F._
,
Facharzt für Physikalische Medi
zin und Rehabilitation,
vom 2. April 2007 ab
(vgl. das Feststellungsblatt der IV-Stelle vom 8. Oktober 2007 [Urk. 10/25])
.
Dr.
F._
diagnostizierte gestützt auf die Befunde der am gleichen Tag erfolgten klinischen Untersuchung, die medizinischen Vorakten und die Ergebnisse einer MRI-Untersuchung vom
16. Februar 2007 ein Schmerzsyndrom des rechten Schultergelenks nach Kontusion der rechten Schulter am 21. März 2005, eine AC-Gelenksarthrose rechts, ein degenerativ bedingtes HWS-Syndrom und LWS-Syndrom, eine arterielle Hyper
tonie, eine Adipositas und ein a
bnormes Krankheitsverhalten im Rahmen einer depressiven Anpassungsstörung. Weiter hielt Dr.
F._
fest, die von der Beschwerdeführerin geschilderten Beschwerden seien nicht mit den objekti
ven Befunden erklärbar. Es scheine eine ausgeprägte Selbstlimitierung vorzulie
gen. Da die Beschwerdeführerin eine Untersuchung des rechten Schultergelenks
so gut wie
nicht zugelassen
habe, könne die Beurteilung zumutbarer Tätigkeiten hinsichtlich des rechten Schultergelenks nur medizinisch-theoretisch vorge
nommen werden. Demnach seien Heben und Tragen bis Lendenhöhe von Gewichten von 10 bis 25 kg selten, 5 bis 10 kg manchmal und bis 5 kg oft zumutbar. Mittleres Hantieren mit Werkzeugen sei auf Tischebene oft möglich. Arbeiten über Kopfhöhe seien manchmal möglich. Beidhändiges Arbeiten sowie Arbeiten im Sitzen, Stehen und Gehen seien zumutbar
(Urk. 10/14/4 ff.)
.
Dr. med.
G._
vom Regionalen Ärztlichen Dienst RAD gelangte
in seiner Stellung
nahme vom 20. Juni 2007
zur Einschätzung, dass die Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung des von Dr.
F._
definierten Belastbarkeitsprofil
s
in ihrer bisherigen Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei.
Der Beurteilung von Dr.
B._
vom 23. August 2006,
wonach
die Beschwerdeführerin wegen der Schmerzen und Beeinträchtigung der rechten Schulter weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig
war
(Urk. 10/11),
folgte
er
demgege
nüber nicht (vgl. Urk. 10/25/
4).
Den psychischen Gesundheitszustand beurteilte die IV-Stelle
bei Erlass der Verfü
gung vom 10. September 2009
gestützt auf das Gutachten von Dr.
A._
vom 21. März 2009
(vgl. das Feststellungsblatt der IV-Stelle vom 17. Juni 2009 [Urk. 10/50])
. Dr.
A._
diagnostizierte
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) sowie eine Dy
sthymia (ICD-10: F34.1). D
er Gutachter
legte
dar, die Schmerzen hätten ihren Ausgangs
punkt in einem physiologischen Prozess beziehungsweise einer körperlichen Störung nach dem Treppensturz gehabt. Als psychische, die Schmerzen auf
rechterhaltende Faktoren seien ein dysfunktionales Krankheitskonzept und ein erheblicher Krankheitsgewinn – die Beschwerdeführerin sei von ihren berufli
chen und privaten Pflichten als Hausfrau und Mutter völlig entlastet - zu nen
nen.
Der Schmerz sei aber unter Berücksichtigung der von der Rechtsprechung aufgestellten Kriterien als überwindbar einzustufen und schränke die Arbeitsfä
higkeit nicht ein. Die Beschwerdeführerin hab
e sich im Rahmen der durchge
führten Tests als schwer depressiv beschrieben. Dies stehe in deutlicher Diskre
panz mit den objektivierbar
en depressiven Befunden:
Während der Untersu
chung hätten kaum depressive Symptome festgestellt werden können. Deshalb seien die Bedin
g
ungen für die Diagnose einer
erheblichen
depressiven
Störung
nicht erfüllt.
Es könne lediglich eine Dysthymia beziehungsweise maximal eine leichte depressive Episode diagnostiziert werden, welche die Arbeitsfähigkeit
medizinisch-theoretisch – unter Ausklammerung therapeutischer Gesichtspunkte und psychodynamischer Zusammenhänge -
aber nicht einschränkten
. Zwar sei eine Weiterführung der begonnenen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung zu empfehlen; dies ändere jedoch nichts daran, dass die Beschwer
deführerin aus psychiatrischer Sicht in der angestammten und in angepassten Tätigkeiten voll arbeitsfähig sei. Die ab
weichende
n
Beurteilung
en
der behan
delnden Ärzte
, welche
mitunter eine mittelgradige depressive Episode sowie eine schwere depressive Entwicklung diagnostiziert hätten, seien anhand der von diesen Ärzten dokumentierten Befunden nicht nachvollziehbar (Urk. 10/48 S. 1 ff. und 8 ff.)
.
4
.2
Laut dem
mit der Neuanmeldung zum Leistungsbezug eingereichten
Bericht
der Ärzte der
E._
vom 29. Dezember 2011 musste die eingeleitete tagesklinische Behandlung der Beschwerdeführerin nach weni
gen Probetagen abgebrochen werden. Grund dafür seien die schlechten Deutschkenntnisse, kombiniert mit der mittel- bis schwergradigen depressiven Symptomatik (Antriebsminderung, Interesse und Freudlosigkeit, ausgeprägte Regessionstendenz) gewesen (Urk. 10/57).
Die behandelnde Ärztin Dr.
B._
attestierte der Beschwerdeführerin in ihrem Verlaufsbericht vom 7. Juli 2012
weiterhin eine 100%ige Arbeits- und Ver
mittlungsunfähigkeit und führte dies hauptsächlich auf die chronifizierten Schulterbeschwerden zurück (Urk. 10/63).
4
.3
Im
Bericht von Dr.
B._
vom 7. Juli 2012 wird
im Vergleich zum Vorbericht vom 23. August 2006 (Urk. 10/11) unverändert eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit, hauptsächlich wegen der Schulterbeschwerden
, attestiert. Der Bericht vom 7. Juli 2012
enthält keine Hinweise auf eine wesentliche Verschlechterung des körperlichen Gesundheitszustands.
Die IV-Stelle durfte deshalb davon ausgehen, dass es sich bei der Arbeitsunfähigkeitseinschätzung von Dr.
B._
um die gleich gebliebene
,
andere Bewertung des unveränderten Gesundheitszustands durch die behandelnde Ärztin handelt. Eine Veränderung der
durch
Dr.
F._
am
2. April 2007
beurteilten körperlichen Verfassung w
i
r
d
mit ihrem Bericht nicht glaubhaft gemacht.
Die Beschwerdeführerin macht denn auch in erster Linie
geltend, ihr psychi
scher Gesundheitszustand habe sich
in der Zeit nach dem Erlass der rechtskräf
tigen Verfügung vom 10. September 2009
verschlechtert
.
Der IV-Stelle ist bei
zupflichten
, dass der von der Beschwerdeführerin eingereichte Kurzaustrittsbe
richt der Ärzte der
E._
vom 29. Dezember 2011
nicht geeignet ist, eine solche Sachverhaltsänderung glaubhaft zu machen. Zwar diagnostizierte Dr.
A._
in seinem Gutachten vom
21. März 2009
ledig
lich eine Dysthymie, während die Ärzte
der
E._
im Bericht vom 29. Dezember 2011 eine mittel- bis schwergradige depressive Symptomatik erwähnten.
Allerdings hatte sich bereits Dr.
A._
bei der Erstellung seines Gutachtens mit medizinischen Berichten behandelnder Ärzte auseinanderzusetzen, welche mittel- bis schwergradige depressive Symptome erwähnten. Dr.
A._
zeigte in überzeugender Weise auf, dass eine solche Bewertung der depressiven Symptomatik einer sorgfältigen Prüfung und Objek
tivierung mit Hilfe psychologischer Tests nicht stand
hielt
und hauptsächlich
der subjektiven Sichtweise der Beschwerdeführerin entsprach. Im Bericht der
E._
ist nirgends von einer Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes die Rede. Die Schlussfolgerung der Ärzte, es
lägen mittel- bis schwergradige depressive Symptome vor, ist zudem äusserst knapp und ohne Hinweis auf die Untersuchungsmethoden begründet. Deshalb kann davon ausgegangen werden, dass diese Ärzte, wie die vorbehandelnden Psychiater, den im Wesentlichen unverändert gebliebenen psychischen Gesund
heitszustand lediglich anders bewerteten als Dr.
A._
in seinem
Gutachte
n vom
21. März 2009
.
Mithin fehlen
im eingereichten Bericht
der
E._
vom 29. Dezember 2011
konkrete Hinweise, wonach möglicherweise eine mit weiteren Erhebungen erstellbare rechtserhebliche Ver
schlechterung des psychischen Gesundheitszustands vorliegt. Mangels glaubhaft gemachter wesentlicher Veränderung des Gesundheitszustandes und Invalidi
tätsgrads durfte die IV-Stelle die Neuanmeldung vom
30. Mai 2012
mit Nicht
eintreten erledigen. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5
.
Ausgangsgemäss gehen die Verfahrenskosten von Fr. 700.
--
zulasten der unterlie
genden Beschwerdeführerin (Art. 69 Abs. 1
bis
des
Bundesgesetz
es
über
die Invalidenversicherung [IVG]
).