Decision ID: cb147cd7-1e69-4115-9837-dd5771ae07fc
Year: 2021
Language: de
Court: VS_TC
Chamber: VS_TC_001
Canton: VS
Region: Région lémanique
Law Area: 

in Sachen
W _ und X _, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt
M _,
gegen
STAATSRAT DES KANTONS WALLIS, 1950 Sitten, Vorinstanz,
STADTGEMEINDE A _,
Y _ und Z _, Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwalt
N _,
(Bauwesen)
Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid vom 16. September 2020.
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Sachverhalt
A. Y _ und Z _ reichten bei der Stadtgemeinde A _
(fortan: Gemeinde) am 2. April 2019 ein Abänderungsgesuch für den Neubau eines Ein-
familienhauses auf der Parzelle GBV Nr. xx1, Plan Nr. xxx im Orte genannt
"B _" ein, welches im Kantonalen Amtsblatt Nr. xxx vom xxx 2019 veröffentlicht
wurde. Gegen dieses Bauprojekt sprachen W _ und X _ am 10. Mai
2019 bei der Gemeinde ein. Am 28. Mai 2019 bewilligte die Gemeinde das Bauprojekt
mit diversen Auflagen und wies die Einsprache ab.
B. W _ und X _ reichten gegen den Entscheid der Gemeinde am
12. September 2019 ein Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung und am
4. Oktober 2019 eine Verwaltungsbeschwerde beim Staatsrat ein. Am 16. September
2020 wies der Staatsrat die Beschwerde ab und schrieb das Gesuch um Erteilung der
aufschiebenden Wirkung in Folge Gegenstandslosigkeit ab.
C. Gegen den Entscheid des Staatsrates erhoben W _ und X _ (Be-
schwerdeführer) am 21. Oktober 2020 Verwaltungsgerichtsbeschwerde bei der öffent-
lichrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts und stellten folgende Rechtsbegehren:
" Es sei der vom Staatsrat Wallis am 16. September 2020 gefällte Entscheid wegen unrichtiger Rechtsanwendung, Willkür und Verweigerung des rechtlichen Gehörs an die Vorinstanz .
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beschwerdegegners (zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer auf die Entschädigung)."
Die Beschwerdeführer rügten vorab eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Ge-
hör. Die Vorinstanz habe sich mit diversen Rügen nicht auseinandergesetzt. Zudem
habe sie den rechtlich relevanten Sachverhalt nicht vollständig festgestellt. Sie führten
zudem aus, der Staatsrat habe zwei sich widersprechende Entscheide gefällt: Sie hätten
betreffend das Bauprojekt auf Parzelle Nr. xx1 von Y _ und Z _ und
das Bauprojekt auf der Parzelle Nr. xx2 von C _ jeweils geltend gemacht, der
Grenzabstand von drei Metern zu ihrer Parzelle Nr. xx3 sei nicht eingehalten. Der Staats-
rat habe betreffend die Parzelle Nr. xx2 die Beschwerde gutgeheissen, da der Grenzab-
stand nicht eingehalten sei, betreffend die Parzelle Nr. xx1 jedoch die Beschwerde ab-
gewiesen, obwohl der Grenzabstand gemäss den Plänen ebenfalls nicht eingehalten sei.
Zudem machten die Beschwerdeführer eine willkürliche Auslegung von Art. 20 Abs. 3
des Bau- und Zonenreglements der Stadtgemeinde A _ vom 22. Mai 2006
(letzte Änderung genehmigt durch den Staatsrat am 23. Juni 2010; fortan: BZR) geltend.
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Gemäss dieser Bestimmung müsse jede Garage den Abstand von 5 m einhalten, es
dürfe keine Schnittfläche aus zwei Grundstücken gebildet werden. Daran ändere auch
die Löschung der Dienstbarkeit zu Gunsten der Parzelle Nr. xx2 nichts. Die Beschwer-
deführer kritisierten ausserdem, die Vorinstanz habe Art. 11a der Verordnung über elekt-
rische Leitungen vom 30. März 1994 (LeV; SR 734.31) falsch angewandt: Die Gemeinde
hätte vor Erteilung der Baubewilligung die Betreiberin der Hochspannungsleitung anhö-
ren müssen, da die magnetische Flussdichte der 220 kV-Hochspannungsleitung beim
projektierten Einfamilienhaus den vorsorglichen Anlagegrenzwert wahrscheinlich über-
schreite.
D. Der Staatsrat verzichtete am 10. November 2020 auf eine Stellungnahme und bean-
tragte mit Verweis auf den angefochtenen Entscheid die vollumfängliche und kosten-
pflichtige Abweisung der Beschwerde.
E. Die Gemeinde reichte am 26. November 2020 eine Stellungnahme ein und bean-
tragte die kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde. Sie führte aus, der Neubau des
Einfamilienhauses Y-Z _ und der Neubau der Garage C _ seien zwei
verschiedene Verfahren und die Gemeinde habe zwei verschiedene Bauverfügungen
erlassen. Das Bauprojekt C _ sei nicht Gegenstand des vorliegenden Verfah-
rens. Die von der Gemeinde angeordneten Änderungen im Situationsplan und im Um-
gebungsplan seien in der Baubewilligung verfügt und in den Plänen eingezeichnet wor-
den. Die Garage weise zur Parzellengrenze und zur Zufahrtsstrasse mehr als 10 m Ab-
stand auf, damit sei Art. 20 BZR eingehalten. Alle die Parzelle Nr. xx3 vereinbarten
Dienstbarkeiten seien eingehalten. Ein Wenderecht zu Gunsten der Parzelle Nr. xx3
gebe es nicht. Auf die Privatstrasse sei Art. 11 des Strassengesetzes vom 3. September
1965 (StrG; SGS/VS 725.1) nicht anwendbar. Die Bauzone sei vor Inkrafttreten der LeV
ausgeschieden worden. Die Stützmauer sei nicht höher als Art. 43 BZR erlaube bzw.
halte den Abstand ein.
F. Y _ und Z _ (Beschwerdegegner) reichten ebenfalls am 26. No-
vember 2020 eine Stellungnahme ein und beantragten die Abweisung der Beschwerde,
sofern darauf eingetreten werde. Ihr Bauvorhaben halte sämtliche baurechtlichen Vor-
schriften ein. Die Beschwerdeführer würden rein appellatorische Kritik üben. Ihr Projekt
habe mit dem Bauvorhaben von C _ nichts zu tun, beide Projekte seien unab-
hängige Bauvorhaben. Die Stützmauer halte den Abstand von 3 m ein, was auch im Plan
handschriftlich eingetragen worden sei. Die D _ AG habe sich in der E-Mail
vom 16. Mai 2018 positiv zum Projekt geäussert.
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G. Die Beschwerdeführer replizierten am 27. Januar 2021 und hielten an ihrem Antrag
fest. Sie bestritten erneut, dass das Projekt alle baurechtlichen Vorschriften einhalte. Ihre
Kritik sei nicht appellatorisch, sie hätten sich mit den Erwägungen der Vorinstanz ausei-
nandergesetzt. Die Gemeinde dürfe Korrekturen der Baupläne nicht selbst vornehmen,
es sei Aufgabe der Bauherrschaft, die Baupläne zu überarbeiten. Die Bauprojekte
Y-Z _ und C _ seien eng miteinander verbunden. Würden die Grenz-
abstände eingehalten, so könnten nicht beide Projekte gleichzeitig realisiert werden. Be-
treffend die Hochspannungsleitung sei nicht auf die E-Mail der D _ AG vom
16. Mai 2018 abzustellen, sondern auf die Stellungnahme der kantonalen Dienststelle
für Umwelt (DU) vom 29. Mai 2018, wonach die magnetische Flussdichte beim projek-
tierten Haus den vorsorglichen Anlagegrenzwert wahrscheinlich überschreiten werde.
Die Schlussfolgerung des Staatsrats, die Immissionsgrenzwerte seien eingehalten, sei
willkürlich und aktenwidrig. Die magnetische Flussdichte hätte vor Erteilung der Baube-
willigung durch eine Fachstelle abgeklärt werden müssen. Für den zeitlichen Aufwand
seien die Beschwerdegegner selbst verantwortlich, sie hätten bereits das dritte Bauge-
such eingereicht.
Der Gemeinde entgegneten die Beschwerdeführer, auch bei zwei separaten Verfahren
seien gleiche Sachverhalte - wie Grenzabstände - gleich zu behandeln. Da eine Vielzahl
von Dienstbarkeiten wie Näher-, Grenzbau-, Durchgangs- und Durchfahrtsrechte be-
stünden, müssten die Eigentümer der Nachbargrundstücke und die Gemeinde der Auf-
hebung einer zivilrechtlichen Dienstbarkeit zu Lasten der Parzelle Nr. xx1 und Zuguns-
ten der Parzelle Nr. xx4 zustimmen. Die Zufahrt zur Garage C _ sei durch die
Löschung nicht mehr gewährleistet. Die Gemeinde verkenne, dass jede einzelne Garage
Art. 20 Abs. 3 BZR einhalten müsse, es sei keine gemeinsame Zufahrts- und Wendeflä-
che vorgesehen.
H. Das Kantonsgericht forderte die Gemeinde am 5. Februar 2021 auf, bis zum 22. Feb-
ruar 2021 die von den Parteien erwähnte Stellungnahme der D _ AG vom
16. Mai 2018 einzureichen.
I. Die Beschwerdegegner duplizierten am 22. Februar 2021 und bestritten die Tatsa-
chenbehauptungen der Beschwerdeführer.
K. Die Gemeinde reichte am 22. Februar 2021 eine Duplik ein und hielt an ihren Rechts-
begehren fest. Sie führte aus, der angepasste Fassadenplan 1:1000 mit Ansicht der
Stützmauer sei den Beschwerdeführern mit der Bauverfügung zugestellt worden, der
Staatsrat habe die Rückweisung der Angelegenheit zwecks Anpassung des Plans als
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prozessualen Leerlauf bezeichnet. Zudem sei Art. 43 BZR eingehalten. Die Privatstrasse
sei nicht dem Gemeingebrauch unterstellt und es habe nie ein allgemeiner Wendeplatz
bestanden. Entlang einer Privatstrasse könne auf jedem Grundstück gewendet werden.
Ausserdem reichte die Gemeinde weitere Akten ein und führte aus, es handle sich bei
der Stellungnahme vom 16. Mai 2018 um Korrespondenz zwischen dem Architekturbüro
der Beschwerdegegner und der D _ AG im Rahmen des ersten Baugesuch-
verfahrens der Beschwerdegegner. Dieses Baugesuch sei inzwischen zurückgezogen
worden, in der Sache sei keine Verfügung erlassen worden und die Unterlagen dieses
Baudossiers seien nicht mehr Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Die Gemeinde
habe keine Korrespondenz mit der D _ AG geführt, Letztere sei über das Bau-
projekt informiert gewesen. Der Abstand der Leitung betrage mehr als 20 m zur Parzel-
lengrenze bzw. mehr als 28 m zum Bauvorhaben. Die Gemeinde habe sich auf die po-
sitive Stellungnahme der DU verlassen. Die DU habe zum abgeänderten Baugesuch
keine neue Stellungnahme abgegeben und auf ihre Stellungnahme aus dem ersten Ver-
fahren verwiesen.

Erwägungen
1. Der angefochtene Entscheid des Staatsrats stellt eine letztinstanzliche Verfügung im
Sinne von Art. 72 des Gesetzes über das Verwaltungsverfahren und die Verwaltungs-
rechtspflege vom 6. Oktober 1976 (VVRG; SGS/VS 172.6) dar, die mangels Ausschlus-
ses in den Art. 74 bis Art. 77 VVRG der Verwaltungsgerichtsbeschwerde unterliegt. Die
Beschwerdeführer sind als Adressaten des angefochtenen Staatsratsentscheids und als
Miteigentümer eines an die Bauparzelle grenzenden Grundstücks durch diesen berührt
und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Änderung oder Aufhebung, so dass
sie gemäss Art. 80 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 44 Abs. 1 lit. a VVRG zur Beschwerdeführung
legitimiert sind. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist
deshalb einzutreten (Art. 80 Abs. 1 lit. b und c i.V.m. Art. 46 und Art. 48 VVRG).
2. Das Gericht hat die Angelegenheit nicht unter allen Gesichtspunkten zu überprüfen,
sondern kann sich im Wesentlichen auf die gerügten Punkte beschränken (Art. 48 Abs. 2
i.V.m. Art. 80 Abs. 1 lit. c VVRG). Es können zudem nur Rechtsverletzungen, ein-
schliesslich Überschreitungen oder Missbrauch des Ermessens, sowie die unrichtige o-
der unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geltend gemacht
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werden. Die Unzweckmässigkeit der Verfügung kann jedoch nur in Fällen, die hier nicht
zutreffen (Art. 78 VVRG), überprüft werden.
3. Das Kantonsgericht hat die von den Beschwerdeführern eingereichten Beilagen zu
den Akten genommen. Der Staatsrat hat am 10. November 2020 die Akten des Verwal-
tungsbeschwerdeverfahrens und der Gemeinde eingereicht. Am 26. November 2020
und am 22. Februar 2021 hat die Gemeinde weitere Dokumente hinterlegt. Es wurden
keine weiteren Beweismittel beantragt. Die vorhandenen Akten enthalten mithin die ent-
scheidrelevanten Sachverhaltselemente und genügen, wie die nachfolgenden Erwägun-
gen zeigen, zur Beurteilung der rechtserheblichen Fragen. Deshalb wird auf zusätzliche
Beweisabnahmen verzichtet.
4. Die Beschwerdeführer rügen eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, welche zur Auf-
hebung des angefochtenen Entscheids und zur Rückweisung der Sache an die Vo-
rinstanz zur Neubeurteilung führen müsse. Sie kritisieren, dass der Staatsrat sich mit
mehreren in der Verwaltungsbeschwerde und der Replik vorgebrachten Punkten nicht
auseinandergesetzt habe. Insbesondere habe sich die Vorinstanz nicht zur Entwässe-
rung der Verkehrsfläche, zu den feuerpolizeilichen Abstands-Vorschriften betreffend
Wald und Unterholz, zur Thematik der Wertverminderung der Liegenschaft der Be-
schwerdeführer und zum Abstand zur Parzelle des Klosters geäussert. Ausserdem sei
in der Replik gerügt worden, die Beschwerdegegner und ihr Rechtsanwalt hätten ein
Foto des Einfamilienhauses der Beschwerdeführer samt Fahrzeug und Kennzeichen
eingereicht, was Art. 13 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
vom 18. April 1999 (BV; SR 101), Art. 179quater des Schweizerischen Strafgesetzbuchs
vom 21. Dezember 1937 (StGB; SR 311.0) und die anwaltlichen Standesregeln verletze,
worauf die Vorinstanz mit keinem Wort eingegangen sei. Schliesslich habe die Vo-
rinstanz kein Beweisverfahren durchgeführt, obwohl dieses zur Klärung des rechtlich er-
heblichen Sachverhalts unabdingbar sei.
4.1 Aus dem in Art. 29 Abs. 2 BV garantierten verfassungsrechtlichen Anspruch auf
rechtliches Gehör fliesst unter anderem die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid
zu begründen. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wird von der Behörde
verlangt, dass sie die Vorbringen der Betroffenen tatsächlich hört, ernsthaft prüft und in
ihrer Entscheidfindung angemessen berücksichtigt. Dies gilt für alle form- und fristge-
rechten Äusserungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung der konkreten Streitfrage
geeignet und erforderlich erscheinen. Die Begründung des Entscheids muss die wesent-
lichen Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die
sie ihren Entscheid stützt und so abgefasst sein, dass der Betroffene die Tragweite des
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Entscheids erkennen und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiter-
ziehen kann. Die Behörde muss sich nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich aus-
einandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen (vgl. zum Gan-
zen BGE 143 III 65 E. 5.2; 142 III 433 E. 4.3.2; 141 III 28 E. 3.2.4; 136 I 184 E. 2.2.1;
133 III 439 E. 3.3; 123 I 31 E. 2c).
4.2 Der Staatsrat hat im angefochtenen Entscheid (S. 410 ff.) zuerst den Ablauf des
Beschwerdeverfahrens dargelegt und hat sich anschliessend mit dem gegen den Ar-
chitekten der Gemeinde gestellten Ausstandsbegehren befasst und dieses als unbe-
gründet abgewiesen. Ferner hat er sich in den Erwägungen 5 und 6 eingehend mit den
Rügen der nicht reglementskonformen Profilierung und der Rüge der Verletzung der
Grenzabstände befasst. Schliesslich hat die Vorinstanz in den Erwägungen 7 und 8 die
Rüge der Verletzung von Dienstbarkeiten und Durchgangsrechten bzw. des Verunmög-
lichens des Zugangs zum Römerweg behandelt. Weiter hat der Staatsrat ausgeführt,
dass die Parzelle Nr. xx2 nicht Gegenstand des Verfahrens sei und die Richtlinien be-
treffend Abstellplätze gemäss Art. 19 BZR eingehalten seien. Die Rüge betreffend Lärm
durch die Luft-Wasser-Wärmepumpe hat der Staatsrat in Erwägung 9 abgehandelt. Ent-
gegen der Behauptung der Beschwerdeführer hat sich der Staatsrat in Erwägung 10 zur
Rüge der fehlenden Entwässerung der Verkehrsfläche geäussert und ist zum Schluss
gelangt, dass das Bauvorhaben entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer die Ent-
sorgung des Oberflächenwassers vorsehe. In Erwägung 11 hat sich der Staatsrat
schliesslich mit dem Abstand des Bauprojekts zur Hochspannungsleitung befasst.
4.3 Auf dem von den Beschwerdegegnern mit ihrer Stellungnahme vom 7. November
2019 eingereichten Foto der Parkplätze mit Absperrung vor dem Haus der Beschwerde-
führer ist zwar ein Fahrzeug zu erkennen, das Nummernschild ist jedoch nicht lesbar
und es sind keine Personen auf dem Foto zu sehen (S. 329). Der Staatsrat bezieht sich
in seinem Entscheid nicht auf dieses Foto. Dem Staatsrat kommt weder Aufsichtsfunk-
tion über die Rechtsanwälte zu (die disziplinarische Aufsicht über die Anwälte wird aus-
geübt durch die Aufsichtskammer der Anwälte [Art. 13 Abs. 1 des Gesetzes über den
Anwaltsberuf zur Vertretung von Parteien vor den Gerichtsbehörden vom 6. Februar
2001 [AnwG; SGS/VS 177.1]) noch ist er eine Strafgerichts- oder Strafverfolgungsbe-
hörde (Art. 12 ff. der Schweizerischen Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 [StPO;
SR 312.0]; Art. 6 ff. des Gesetzes über die Rechtspflege vom 11. Februar 2009 [RPflG;
SGS/VS 173]). Folglich hat für die Vorinstanz kein Anlass bestanden, sich zu dem im
Verwaltungsbeschwerdeverfahren rechtlich nicht relevanten Foto zu äussern. Zudem ist
auf den vorhandenen Plänen ersichtlich, dass das umstrittene Bauprojekt nicht an den
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Wald grenzt und sowohl das Wohnhaus als auch der Velounterstand einen Abstand von
mindestens 3 m zur Grenze der Parzelle des Klosters Nr. xx5 einhalten (S. 66 ff.). Die
Vorinstanz ist nicht verpflichtet gewesen, jede rechtlich nicht relevante Tatsachenbe-
hauptung und jedes unbegründete Argument der Beschwerdeführer zu widerlegen. Er
hat in seinen Erwägungen ausführlich dargelegt, weshalb er die Rügen der Beschwer-
deführer als unbegründet abgewiesen hat. Die Beschwerdeführer sind in der Lage ge-
wesen, den Entscheid anzufechten und darzulegen, inwiefern sie diesen für falsch hal-
ten. Damit hat der Staatsrat der Begründungspflicht genüge getan.
4.4 Nach Art. 17 Abs. 1 VVRG ermittelt die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen,
ohne an die Vorbringen und Beweisanträge der Parteien gebunden zu sein. Die Parteien
sind berechtigt, am Beweisverfahren teilzunehmen und Beweismittel anzubieten. Diese
werden berücksichtigt, soweit sie zur Abklärung des Sachverhalts geeignet erscheinen
(Art. 17 Abs. 2 VVRG).
4.5 Die Beschwerdeführer haben in ihrer Verwaltungsbeschwerde vom 4. Oktober 2019
die Edition der Akten der Vorinstanz beantragt (Ziffer 4 der Rechtsbegehren, S. 311).
Die Gemeinde hat die Akten des Bauverfahrens am 7. November 2019 bei der für die
Verfahrensleitung zuständigen Dienststelle für innere und kommunale Angelegenheiten
(DIKA) eingereicht (S. 337 ff.). Die von den Beschwerdeführern eingereichten Belege
Nr. 1 bis Nr. 21 sind zu den Akten genommen worden (S. 283 ff. und S. 355 ff.), wozu
auch ein als "Feststellungsverfügung" bezeichnetes, von den Beschwerdeführern selbst
erstelltes Protokoll der Ortsschau vom 21. März 2019 gehört (Beilage Nr. 10 zur Verwal-
tungsbeschwerde, S. 283). Die Beschwerdeführer konnten, wie sie selbst ausführen, an
der von der Gemeinde durchgeführten Ortsschau teilnehmen. Sie legen nicht dar, wel-
che zusätzlichen Beweismittel der Staatsrat hätte erheben sollen. Eine Verletzung von
Art. 17 VVRG oder des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist nicht ersichtlich.
5. Die Beschwerdeführer machen geltend, der Staatsrat habe betreffend die Baupro-
jekte Y-Z _ und C _, welche eng miteinander verbunden seien, zwei
sich widersprechende Entscheide gefällt.
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5.1 Gemäss Art. 34 des Baugesetzes vom 15. Dezember 2016 (BauG; SGS/VS 705.1)
sind die Errichtung, Umgestaltung, Erweiterung, Erneuerung, Zweckänderung und der
Abbruch sämtlicher künstlich geschaffenen und auf Dauer angelegten Einrichtungen, die
eine Auswirkung auf die Raumplanung, den Umweltschutz oder das Baupolizeiwesen
haben, baubewilligungspflichtig. Erfordert die Errichtung einer Baute Verfügungen meh-
rerer Behörden, so sind die Bewilligungen formell und materiell zu koordinieren. Dieser
Koordinationsgrundsatz ist in Art. 25a des Bundesgesetzes über die Raumplanung vom
22. Juni 1979 (RPG; SR 700) verankert. Die Koordinationspflicht erstreckt sich auf Bau-
ten oder Anlagen, die nicht nur einer Bewilligung, sondern Verfügungen mehrerer Be-
hörden bedürfen (hierzu und nachfolgend René Wiederkehr, Ausgewählte Fragen der
Koordinationspflicht nach Art. 25a RPG aus der Sicht der Praxis, AJP 2015, S. 599 ff.,
S. 600). Die Rechtsanwendung muss materiell koordiniert, d. h. inhaltlich abgestimmt
erfolgen, wenn zwischen den verschiedenen Bewilligungen bzw. den anzuwendenden
materiell-rechtlichen Vorschriften ein derart enger Sachzusammenhang besteht, dass
sie nicht getrennt und unabhängig voneinander angewendet werden dürfen (BGE 137 II
182 E. 3.7.4.1, BGE 126 II 26 E. 5d; Urteile des Bundesgerichts 1C_242/2019 vom 7.
April 2020 E. 2.1 und 1C_236/2013 vom 4. Februar 2014 E. 3.1; Peter Hänni, Planungs-
, Bau- und besonderes Umweltrecht, 5. A., Bern 2008, S. 459; Bernhard Waldmann/Pe-
ter Hänni, Raumplanungsgesetz, 2006, Art. 25a RPG N. 32 f.). Das Erfordernis des en-
gen Sachzusammenhanges wird bejaht, wenn Rechtsfragen derart untrennbar miteinan-
der verbunden sind, dass eine verfahrensrechtlich getrennte Behandlung zu sachlich
unhaltbaren Ergebnissen führen könnte (BGE 117 Ib 35 E. 3e). Ohne Koordination die-
ser materiellen Fragen besteht die Gefahr, dass widersprüchliche Entscheide ergehen
könnten, was einer willkürlichen Rechtsanwendung gleich käme (BGE 137 II 182 E.
3.7.4.1; Urteil des Kantonsgerichts A1 17 216 vom 11. Oktober 2019 E. 4.3.1). Spezial-
bewilligungen von untergeordneter Bedeutung, die separat erteilt werden können, fallen
dagegen nicht unter die Koordinationspflicht. Das ist dann der Fall, wenn eindeutig fest-
steht, dass die Bewilligungen mit den übrigen Entscheiden nicht abgestimmt werden
müssen, die Rechte des Baugesuchstellers und der Drittbetroffenen nicht tangiert wer-
den und die Abtrennung aufgrund des kantonalen Rechts zulässig ist (Andreas
Baumann, in: Baumann/van den Bergh/Gossweiler/ Häuptli/Sommerhalder/Forestier
[Hrsg.], Kommentar zum Baugesetz des Kantons Aargau, Bern 2013, N. 6 f. zu § 64
BauG/AG mit Hinweis).
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5.2 Vorliegend handelt es sich um zwei verschiedene Bauprojekte, welche beide an die
Parzelle der Beschwerdeführer angrenzen. Weder die Tatsache, dass es sich um drei
benachbarte Parzellen handelt, noch die Tatsache, dass die Beschwerdeführer gegen
beide Bauvorhaben jeweils Einsprachen und Beschwerden eingereicht haben, stellt ei-
nen derart engen Sachzusammenhang dar, dass die beiden Bauvorhaben nicht getrennt
voneinander beurteilt werden können. Jedes Bauprojekt kann unabhängig vom jeweils
anderen realisiert werden. Der Staatsrat hat folglich mit Recht festgehalten, dass nur der
Bauentscheid der Gemeinde betreffend den Neubau des Einfamilienhauses auf der Par-
zelle Nr. xx1 Anfechtungsobjekt sei und auf Rügen betreffend das Bauprojekt auf der
Parzelle Nr. xx2 nicht eingetreten werden könne (vgl. E. 8 ff. des angefochtenen Ent-
scheids).
5.3 Soweit die Beschwerdeführer sich auf das Bestehen verschiedener Dienstbarkeiten
zwischen den drei benachbarten Parzellen beziehen, kann auf die Erwägungen des an-
gefochtenen Entscheids verwiesen werden, wonach durch das geplante Bauprojekt
keine Dienstbarkeiten verletzt werden (S. 410 ff.). Die Beschwerdeführer legen diesbe-
züglich nicht substantiiert dar, inwiefern die Ausführungen der Vorinstanz Recht verlet-
zen sollten.
6. Die Beschwerdeführer kritisieren weiter, die Gemeinde sei nicht berechtigt gewesen,
die Planänderung betreffend den Grenzabstand der Mauer selbst vorzunehmen.
6.1 Gemäss Art. 42 Abs. 3 BauG kann für unbedeutende Arbeiten und Projektänderun-
gen, die keine Interessen Dritter betreffen, von einer öffentlichen Auflage abgesehen
werden. Der Gesuchsteller wird über den Verzicht auf die öffentliche Auflage schriftlich
benachrichtigt.
6.2 Die Gemeinde hat in Ziffer 5.8 der Baubewilligung betreffend die Stützmauer Nord
verfügt, dass die Pläne wie folgt angepasst werden (S. 215): "Zur Grenze der Parzelle
Nr. xx3 ist ein Abstand von 3.0 m einzuhalten. Der Bereich zwischen der Parzellen-
grenze und der Stützmauer ist zu böschen." Diese Änderung ist in den von der Ge-
meinde bewilligten Plänen eingezeichnet worden (S. 71 und 74). Der Staatsrat hat dazu
erwogen, es handle sich um eine Planänderung von geringer Bedeutung und eine Rück-
weisung der Angelegenheit an die Gemeinde zur Ergänzung des Situationsplanes durch
die Beschwerdegegner wäre überspitzt formalistisch und würde einen prozessualen
Leerlauf bedeuten (E. 6.3 des angefochtenen Entscheids).
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6.3 Eine erneute öffentliche Auflage der Pläne aufgrund dieser unbedeutenden Ände-
rung, welche zudem einzig im Interesse der Beschwerdeführer vorgenommen wurde, ist
gemäss Art. 42 Abs. 3 BauG nicht zwingend. Die zuständige Baubewilligungsbehörde
kann einen Mangel durch eine Bedingung oder Auflage beheben (Aldo Zaugg/Peter Lud-
wig, Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. A., 2020, N. 15 zu Art. 9/10). Eine solche
Auflage hat die Gemeinde vorliegend betreffend den Abstand der Stützmauer Nord ver-
fügt. Dem Staatsrat ist zuzustimmen, dass eine Rückweisung der Angelegenheit an die
Gemeinde zur Anpassung bzw. Neuauflage der Pläne einen formalistischen Leerlauf be-
deuten würde.
7. Die Beschwerdeführer machen eine Verletzung von Art. 11a LeV geltend.
7.1 Art. 11a LeV regelt den Schutz vor nichtionisierender Strahlung bei bestehenden
Leitungen. Die für die Erteilung einer Baubewilligung oder die Genehmigung von Nut-
zungsänderungen von Grundstücken zuständige kommunale oder kantonale Behörde
muss nach Art. 11a LeV vor der Erteilung einer Baubewilligung oder der Genehmigung
einer Nutzungsänderung die Betreiberin einer Hochspannungsleitung anhören, wenn die
zulässige Nutzung von Flächen in bestehenden Bauzonen so erweitert oder geändert
wird, dass neue Orte mit empfindlicher Nutzung (Art. 3 Abs. 3 Bst. a und b der Verord-
nung vom 23. Dezember 1999 über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung [NISV;
SR 814.710]) entstehen können innerhalb des Bereiches um eine bestehende Hoch-
spannungsleitung, in welchem der Anlagegrenzwert (Anhang 1 Ziff. 14 NISV) im mass-
gebenden Betriebszustand (Anhang 1 Ziff. 13 NISV) erreicht oder überschritten ist, oder
wenn Gebäude so erstellt oder geändert werden, dass neue Orte mit empfindlicher Nut-
zung (Art. 3 Abs. 3 Bst. a und b NISV) innerhalb des Bereiches um eine bestehende
Hochspannungsleitung entstehen, in welchem der Anlagegrenzwert (Anhang 1 Ziff. 14
NISV) im massgebenden Betriebszustand (Anhang 1 Ziff. 13 NISV) erreicht oder über-
schritten ist.
7.2 Die DU hat am 29. Mai 2018 eine positive Vormeinung unter Auflagen und Bedin-
gungen zum Bauprojekt abgegeben, an der sie am 27. Mai 2019 festgehalten hat (S. 198
ff.). Die DU führt betreffend nichtionisierende Strahlung aus, das Projekt befinde sich in
einer Bauzone, welche vor Inkrafttreten der NISV ausgeschieden worden sei und als
bestehend zu betrachten sei. Das geplante Einfamilienhaus befinde sich in einem Ab-
stand von ca. 28 m zur 220 kV-Hochspannungsleitung E _- F _-
G _. Weiter legt die DU dar, die NISV enthalte keine speziellen Vorschriften
für NIS-belastete Neubauten innerhalb von vor dem 1. Februar 2000 ausgeschiedenen
Bauzonen. Allenfalls seien die Anforderungen von Art. 13 NISV einzuhalten; gemäss
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Anhang 2 zur NISV müssten die Immissionsgrenzwerte (IGW) überall eingehalten wer-
den, wo sich Menschen aufhalten können. Gemäss Vollzugshilfe des BAFU seien die
IGW für die magnetische Flussdichte bzw. für die elektrische Feldstärke bei allen Leitun-
gen mit tieferen Spannungen als 220 kV eingehalten. Potentiell erreicht oder überschrit-
ten werden könne hingegen der IGW für die elektrische Feldstärke bei 380 kV Freilei-
tungen sowie bei 220 kV Freileitungen, die vor dem Inkrafttreten der LeV genehmigt
wurden; wobei erfahrungsgemäss Orte mit kurzfristigem Aufenthalt (OKA) im Freien di-
rekt unter den Leitern kritisch seien. Vorliegend könne angenommen werden, dass die
Vorschriften von Art. 13 NISV in Anbetracht der Abstände zu den mit dem Projekt ver-
bundenen OKA eingehalten würden. Unter Auflagen und Bedingungen führt die DU be-
treffend die nichtionisierende Strahlung zwei Punkte auf: Zum einen werden die Bauge-
suchsteller und die Vollzugsbehörde darauf aufmerksam gemacht, dass die magneti-
sche Flussdichte der nächststehenden 220 kV-Hochspannungsleitung beim projektier-
ten Einfamilienhaus den vorsorglichen Anlagegrenzwert wahrscheinlich überschreitet.
Zum anderen müsse unter diesen Umständen und gemäss Art. 11a LeV die für die Er-
teilung der Baubewilligung zuständige kommunale Behörde vor der Erteilung der Bau-
bewilligung die Betreiberin der oben erwähnten Hochspannungsleitung anhören.
7.3 Der Staatsrat hat hierzu auf die aus Art. 21 Abs. 1 RPG folgende Planbeständigkeit
verwiesen: Gemäss dem BZR der Gemeinde sei das Grundstück der Beschwerdegeg-
ner der Wohnzone W2 zugewiesen und eine Überprüfung des Nutzungsplans sei nicht
angezeigt. Die DU habe sich mit den Folgen der nichtionisierenden Strahlung auf der
Parzelle Nr. xx1 auseinandergesetzt und eine positive Vormeinung abgegeben. Die DU
komme zum Schluss, dass sich das Projekt ca. 27 m von der 220 kV Hochspannungs-
leitung E _- F _- G _ sowie in einer Bauzone befinde, wel-
che vor dem Inkrafttreten der NISV bestanden habe. Für NIS-belastete Neubauten in
bestehenden Bauzonen gebe es keine speziellen Vorschriften in der NISV. Art. 13 NISV
sei eingehalten.
7.4 Wenn eine Bauzone angrenzend an eine Leitung beim Inkrafttreten der NISV bereits
rechtmässig ausgeschieden war, macht die NISV für diese Parzellen – mangels gesetz-
licher Grundlage im Umweltschutz- und Raumplanungsgesetz – keine Einschränkung
an die zulässigen Bauten (Bundesamt für Umwelt BAFU, Hochspannungsleitungen: Voll-
zugshilfe zur NISV vom Juni 2007, Ziff. 3.3 S. 36). In der Vollzugshilfe wird weiter fest-
gehalten, dass aus Sicht der NISV auf einer solchen Parzelle ein Gebäude errichtet wer-
den darf, selbst wenn darin der Anlagegrenzwert überschritten sein wird. Weder die Bau-
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herrschaft noch der Leitungsinhaber müssen um eine Ausnahmebewilligung nachsu-
chen. Für den Inhaber der Leitung besteht einzig die Pflicht, die Phasenbelegung zu
optimieren. Schliesslich weist die Vollzugshilfe darauf hin, es sei wünschbar, auch in
diesem Fall durch die geeignete Anordnung der Baute und der einzelnen Räume und
allenfalls durch technische Massnahmen am neuen Gebäude die Magnetfeldbelastung
an den neuen OMEN unter den Anlagegrenzwert zu reduzieren. Dies liege jedoch allein
in der Verantwortung der Bauherrschaft.
7.5 Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer schreibt die NISV für die Errichtung
von Bauten, welche sich in bei Inkrafttreten der NISV bestehenden Bauzonen befinden
und an eine Leitung angrenzen, keine Anlagegrenzwerte vor. Die Beschwerdegegner
sind folglich auch nicht verpflichtet gewesen, zusätzliche Messungen zu veranlassen.
Die DU hat die kommunale Baubehörde in ihrer positiven Vormeinung vom 29. Mai 2018
mit Verweis auf Art. 11a LeV angewiesen, die Betreiberin der Hochspannungsleitung vor
der Erteilung der Baubewilligung anzuhören, was die Gemeinde unterlassen hat. Dieses
Versäumnis kann jedoch mangels gesetzlicher Grundlage (vgl. oben E. 7.4) nicht zur
Verweigerung der Baubewilligung führen, zumal die Beschwerdegegner die
D _ AG im Rahmen des ersten, abgebrochenen Baubewilligungsverfahrens
selbst kontaktiert haben: Gemäss E-Mail-Nachricht vom 16. Mai 2018 hat die
D _ AG dem Architekturbüro der Beschwerdegegner mitgeteilt, dass auf ihrer
bereits vor dem Jahr 2000 eingezonten Parzelle lediglich ein Mindestabstand von 5 m
gemäss Art. 38 LeV einzuhalten sei (S. 533). Aus den Bauplänen geht hervor, dass das
Bauvorhaben diesen Abstand einhält.
8. Die Beschwerdeführer rügen schliesslich eine willkürlich falsche Auslegung von
Art. 20 Abs. 3 BZR durch die Vorinstanz.
8.1 Willkür in der Rechtsanwendung liegt nach ständiger Rechtsprechung des Bundes-
gerichts vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tat-
sächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen
Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken
zuwiderläuft; dass eine andere Lösung ebenfalls als vertretbar oder gar zutreffender er-
scheint, genügt nicht; zudem ist erforderlich, dass der Entscheid nicht nur in der Begrün-
dung, sondern auch im Ergebnis willkürlich ist (BGE 144 III 368 E. 3.1; 144 I 113 E. 7.1;
142 V 513 E. 4.2; 140 III 16 E. 2.1; 140 I 201 E. 6.1; 138 I 49 E. 7.1).
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8.2 Nach Art. 20 Abs. 3 BZR müssen Garagen mit Ausfahrt gegen die Strasse einen
Vorplatz von mindestens 5.00 m Tiefe, gemessen vom Strassen-, respektive Trottoirrand
aufweisen. Längs einer Nebenstrasse kann diese Distanz auf 4 m reduziert werden. Im
Übrigen gelten die einschlägigen Bestimmungen des kantonalen Strassengesetzes (Art.
20 Abs. 4 BZR).
8.3 Gemäss den Bauplänen soll die Garage im südlichen Erdgeschoss erstellt werden
und die Ausfahrt ist nach Süden über die Zufahrtsstrasse am westlichen Rand der Par-
zelle Nr. xx3 vorgesehen (S. 66 ff). Es besteht keine Garagenausfahrt zum xxxweg (Par-
zelle Nr. xx6) im Norden der Parzelle Nr. xx1. Bei der Zufahrtstrasse auf der Parzelle
Nr. xx3 handelt es sich gemäss Aktenlage nicht um eine Strasse im Gemeingebrauch
(vgl. Art. 1 Abs. 1 und Art. 11 StrG). Da Art. 20 Abs. 4 BZR auf das StrG verweist und
vorliegend keine Garagenausfahrt gegen eine Strasse im Sinne des StrG besteht, ist Art.
20 Abs. 3 BZR gar nicht einschlägig. Art. 20 Abs. 3 BZR verlangt entgegen der Auffas-
sung der Beschwerdeführer nicht, dass Garagen in jedem Fall einen Mindestabstand
von 4 bzw. 5 m zu Privatstrassen oder zu Parzellengrenzen einhalten müssen, die Will-
kürrüge geht fehl. Im Übrigen weist der Vorplatz ohnehin mehr als das Doppelte der in
Art. 20 Abs. 3 BZR verlangten Tiefe auf: Auf dem Plan im Massstab 1:500 (S. 74) und
dem Plan "GR_E98 Umgebung-A4" (S. 71) ist ersichtlich, dass der Vorplatz zwischen
der Garagenausfahrt und der Strasse auf der Parzelle Nr. xx3 mehr als 12 Meter misst.
8.4 In der Verwaltungsbeschwerde vom 4. Oktober 2019 (S. 283 ff.) wird eine Verlet-
zung von Art. 20 BZR gerügt (S. 313). In der Replik vom 12. Januar 2020 an den Staats-
rat wird ausgeführt, der Vorplatz zu einer Garage müsse 4 m "frei sein" (S. 391). Der
Staatsrat hat sich im angefochtenen Entscheid eingehend mit den Grenz- und Gebäu-
deabständen befasst (siehe oben E. 4.3), er hat sich jedoch nicht zu Art. 20 BRZ geäus-
sert. Dies ist nicht zu beanstanden; da diese Bestimmung nach dem Gesagten nicht
einschlägig ist, musste sich die Vorinstanz damit auch nicht auseinandersetzen (siehe
oben E. 6.2).
9. Die Beschwerde wird nach dem Gesagten vollumfänglich abgewiesen. Dieser Aus-
gang des Verfahrens bestimmt nach Art. 89 VVRG die Kostentragung und ist nach
Art. 91 VVRG für den Entscheid über die Zusprechung einer Parteientschädigung mas-
sgebend.
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9.1 Im Beschwerdeverfahren hat in der Regel die unterliegende Partei die Kosten zu
tragen (Art. 89 Abs. 1 VVRG). Ausnahmsweise können die Kosten ganz oder teilweise
erlassen werden (Art. 89 Abs. 2 VVRG). Vorliegend bestehen keine Gründe, von der
Grundregel abzuweichen, weshalb die Beschwerdeführer die Gerichtsgebühr bezahlen
müssen. Gemäss Art. 3 des Gesetzes betreffend den Tarif der Kosten und Entschädi-
gungen vor Gerichts- oder Verwaltungsbehörden vom 11. Februar 2009 (GTar; SGS/VS
173.8) setzen sich die Kosten aus den Auslagen der Entscheidbehörde sowie der Ge-
richtsgebühr zusammen. Die Gerichtsgebühr für Beschwerdeverfahren vor der öffent-
lichrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts beträgt in der Regel zwischen Fr. 280.--
und Fr. 5 000.-- (Art. 25 GTar). Aufgrund der Bedeutung des Falles sowie seines Um-
fangs und Schwierigkeitsgrads wird die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 1 500.-- fest-
gesetzt und den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftbarkeit auferlegt.
9.2 Die Beschwerdeführer haben als unterliegende Partei keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung (Art. 91 Abs. 1 VVRG e contrario). Die Beschwerdeinstanz gewährt
der ganz oder teilweise obsiegenden Partei auf Begehren die Rückerstattung der not-
wendigen Kosten, die ihr entstanden sind (Art. 91 Abs. 1 VVRG). Die Entschädigung
wird im Dispositiv beziffert und der Staats- oder Gemeindekasse auferlegt, soweit sie
aus Billigkeitsgründen nicht der unterliegenden Partei auferlegt werden kann (Art. 91
Abs. 2 VVRG). Sie ist global festzusetzen und umfasst die Entschädigung an die berech-
tigte Partei sowie ihre Anwaltskosten (Art. 4 GTar) die in Anwendung der Art.27 ff. GTar
festzusetzen sind und im Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren zwischen Fr. 1 100.-
- und Fr. 11 000.-- betragen (Art. 39 GTar). Aufgrund des Umfangs, des geschätzten
Aufwands, der Bedeutung und der Schwierigkeit des Falles wird den anwaltlich vertrete-
nen Beschwerdegegnern eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2 000.-- zuge-
sprochen (Mehrwertsteuer inklusive), die den Beschwerdeführern auferlegt wird.
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