Decision ID: 221c4a05-057a-5055-b7a0-3865b6dc32e2
Year: 2015
Language: de
Court: BE_VG
Chamber: BE_VG_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der 1959 geborene A._ (nachfolgend Versicherter bzw. Beschwerdeführer) reichte der ÖKK Kranken- und Unfallversicherung AG (ÖKK bzw. Beschwerdegegnerin) am 2. September 2013 einen Antrag zur obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) mit Versicherungsbeginn ab 1. September 2013 ein (Akten der ÖKK, Antwortbeilage [AB] 19 f.), worauf ihm die ÖKK die ab dem 1. September 2013 gültige Versicherungspolice zustellte (AB 4 und 5).
Nach mehreren erfolglosen Rechnungsstellungen (AB 36, 39, 42, 45), Zahlungserinnerungen (AB 37, 40, 43, 46) und Mahnungen (AB 38, 41, 44, 47) leitete die ÖKK am 15. Oktober 2014 beim Betreibungsamt , Dienststelle Oberaargau, die Betreibung für ausstehende Prämien betreffend die Monate September 2013 bis und mit Juni 2014 in der Höhe von Fr. 1‘966.70, zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 25. Februar 2014, Mahnspesen von Fr. 80.-- und Bearbeitungsgebühren von Fr. 50.-- ein (AB 7). Der Versicherte erhob gegen den Zahlungsbefehl mit Schreiben vom 27. Oktober 2014 (AB 9) Rechtsvorschlag. Mit Verfügung vom 30. Oktober 2014 (AB 10) hob die ÖKK den Rechtsvorschlag im Gesamtbetrag von Fr. 2‘236.45 (inklusive Kosten des Zahlungsbefehls) auf. Diese mit eingeschriebener Postsendung zugestellte Verfügung holte der Versicherte nicht ab (AB 11). Die ÖKK liess ihm daraufhin die Verfügung am 18. November 2014 mit A-Post Plus Sendung nochmals zukommen (AB 12). Die gegen die Verfügung erhobene Einsprache vom 8. Dezember 2014 (AB 14) wies die ÖKK mit Entscheid vom 19. Dezember 2014 (AB 15) ab. Da der Versicherte auch diesen Entscheid nicht abholte (AB 16), sandte ihm die ÖKK diesen am 6. Januar 2015 ebenfalls mit A-Post Plus Sendung erneut zu (AB 17).
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Mai 2015, KV/15/152, Seite 3
B.
Gegen den Einspracheentscheid erhob der Versicherte mit an das Regionalgericht Emmental-Oberaargau (Regionalgericht) adressierter Eingabe vom 4. Februar 2015 Beschwerde, welche das Regionalgericht mit Schreiben vom 13. Februar 2015 an das Verwaltungsgericht des Kantons Bern weiterleitete. Der Beschwerdeführer beantragte sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Entscheides. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, weder bestehe noch habe ein Vertrag zwischen ihm und der Beschwerdegegnerin bestanden. Es bestünden daher auch keine Ansprüche der Beschwerdegegnerin.
Mit Beschwerdeantwort vom 30. März 2015 beantragte die Beschwerdegegnerin sinngemäss, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, eventualiter, die Beschwerde sei abzuweisen. Zur Begründung des Hauptbegehrens machte sie geltend, die Beschwerde sei verspätet erfolgt.
Im Verlaufe des Verfahrens machte der Beschwerdeführer diverse Eingaben; weiter holte der Instruktionsrichter bei den Parteien Auskünfte ein (prozessleitende Verfügung vom 14. April 2015).

Erwägungen:
1.
1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Mai 2015, KV/15/152, Seite 4
Verfahren mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 ATSG) und die Bestimmungen über die Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) sind eingehalten. Unerheblich ist dabei, dass die Eingabe des Beschwerdeführers vom 4. Februar 2015 nicht als Beschwerde bezeichnet ist. Die Bezeichnung des (formellen) Rechtsmittels als Beschwerde ist nicht notwendig (vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] vom 2. September 2003, P 61/02, E. 2.3 mit Hinweisen). Wesentlich ist vielmehr der Inhalt der entsprechenden Eingabe bzw. der daraus hervorgehende Wille. Der Eingabe ist unmissverständlich zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer mit dem die Verfügung vom 30. Oktober 2014 (AB 10) bestätigenden Einspracheentscheid vom 19. Dezember 2014 (AB 15) nicht einverstanden ist.
1.2
1.2.1 Gegen Einspracheentscheide oder Verfügungen, gegen welche eine Einsprache ausgeschlossen ist, kann Beschwerde erhoben werden (Art. 56 Abs. 1 ATSG). Die Beschwerde ist innerhalb von 30 Tagen nach der Eröffnung des Einspracheentscheides oder der Verfügung, gegen welche eine Einsprache ausgeschlossen ist, einzureichen; die Artikel 38 – 41 ATSG sind sinngemäss anwendbar (Art. 60 Abs. 1 und 2 ATSG).