Decision ID: 1a221e43-19f2-529f-86e7-c680696b1503
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner Bodenmann, Waisenhausstrasse 17,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 23. November 2005 zum Bezug einer Rente der
Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an. Sie leide unter
Hypertonie, Beinödemen, Schwindel, Rückenschmerzen und Beinschmerzen beidseits,
2008 habe zudem eine Hysterektomie durchgeführt werden müssen; in ihrer
Leistungsfähigkeit sei sie seit Beginn des Jahres 2003 eingeschränkt (IV-act. 1). Der
Anmeldung lag ein Arztzeugnis von Dr. med. B._, Facharzt FMH für
Allgemeinmedizin, vom 11. November 2005 bei, gemäss welchem die Versicherte für
schwere Arbeit zu 100 % und für leichte Arbeit zu 50 % arbeitsunfähig sei, beides ab
dem 11. November 2005 und bis auf weiteres (IV-act. 2).
A.b Dr. B._ erstattete am 3. Dezember 2005 einen Arztbericht. Er diagnostizierte
eine seit 1999 bestehende Fibromyalgie. Die Versicherte leide seit Jahren unter diffusen
Schmerzen am ganzen Körper, maximal im Bereich der Lendenwirbelsäule und mit
Druckdolenzen an den typischen Fibromyalgiepunkten, an einem lumbovertebralen
Syndrom ohne neurologische Ausfälle sowie an ungenügend behandelter Hypertonie.
Aufgrund der Schmerzen könne sie lediglich noch 50 % in Teilzeit (mit voller Leistung)
arbeiten (IV-act. 10 – 1 ff.). Dem Arztbericht von Dr. B._ lag ein undatierter Bericht
von Dr. med. C._, Facharzt FMH für Neurologie, betreffend eine klinisch-
neurologische und elektroencephalographische Untersuchung vom 12. Juni 2004 bei.
Die Untersuchungen seien weitgehend unauffällig ausgefallen, bei relativ schwachem
Achillessehnenreflex empfehle sich aber eine nochmalige Überprüfung von Glykämie,
Folsäure, B12 und Schilddrüsenfunktion. Aus neurologischer Sicht bestehe volle
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 10 – 5 f.).
A.c Im Auftrag der IV-Stelle führte Dr. med. D._, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, am 30. Oktober 2007 eine psychiatrische Begutachtung durch. Im
entsprechenden (Teil-) Gutachten vom 17. Februar 2008 diagnostizierte er eine leichte
depressive Episode sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Aus
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psychiatrischer Sicht sei die Versicherte in der bisherigen Tätigkeit zu 30 % und in
einer angepassten Tätigkeit zu 20 % in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt (IV-act. 39).
Am 15. Januar 2008 wurde die Versicherte sodann von Dr. med. E._, Facharzt FMH
für Innere Medizin und Rheumatologie, untersucht. Im entsprechenden Gutachten vom
3. September 2008, welches nebst dem von Dr. E._ angefertigten rheumatologischen
Teilgutachten auch das Teilgutachten von Dr. D._ vom 17. Februar 2008 mit
einschliesst, werden im Wesentlichen eine leichte depressive Episode, eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung, ein chronifiziertes multilokuläres Schmerzsyndrom mit
teilweise unklarer Ursache, eine allgemeine Dekonditionierung sowie eine arterielle
Hypertonie diagnostiziert. Aus rheumatologischer Sicht sei die Versicherte in der
bisherigen Tätigkeit zu 30 % und in einer angepassten Tätigkeit zu 20 % in ihrer
Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Die Einschränkungen aus psychiatrischer und
rheumatologischer Sicht seien nicht additiv zu verstehen, weshalb auch gesamthaft
eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % (angestammt) bzw. 20 % (angepasst) vorliege (IV-
act. 38).
A.d Mit Vorbescheid vom 3. Dezember 2008 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit,
bei einem Invaliditätsgrad von 30 % sei die Abweisung des Rentengesuchs vorgesehen
(IV-act. 44 f.).
A.e Dagegen erhob die Versicherte am 20. Januar 2009 Einwand. Sie beantragte die
Ausrichtung einer Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens
50 % und die Durchführung weiterer medizinischer Abklärungen zum
Arbeitsfähigkeitsgrad. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, das Gutachten
der Dres. E._ und D._ sei widersprüchlich; sodann halte Dr. B._ gemäss
Arztzeugnis vom 15. Dezember 2008 dafür, dass die Versicherte aufgrund eines
schweren Zervikal-Syndroms, einer Schmerzhaftigkeit des rechten Unterschenkels und
Fusses sowie eines Reizdarms vollständig arbeitsunfähig sei (IV-act. 49); schliesslich
sei auch zu bemängeln, dass bei der Ermittlung des Invalideneinkommens kein Abzug
vom Tabellenlohn vorgenommen worden sei (IV-act. 48).
A.f Am 30. Januar 2009 nahm Prof. Dr. med. F._, Facharzt FMH für Chirurgie, vom
IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD) Stellung zu den Einwänden der
Versicherten, soweit diese medizinische Fragen betrafen. Er hielt im Wesentlichen fest,
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das vom Hausarzt eingereichte dreizeilige Schreiben vom 15. Dezember 2008 schildere
keine Funktionsausfälle, welche eine derart hohe Arbeitsunfähigkeit begründen würden.
Der schwer fassbare Gesundheitsschaden eines Reizdarmes, der neu diagnostiziert
würde, sei in der Population weit verbreitet und führe bei den angegebenen
Symptomen nicht zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die
Untersuchungsergebnisse des Gutachtens der Dres. E._ und D._ liessen sodann
nicht auf ein schweres Zervikal-Syndrom schliessen. Der Hausarzt bringe mithin keine
neuen Tatsachen vor, sondern lediglich eine unterschiedliche Wertung (IV-act. 50).
A.g Mit Verfügung vom 30. Januar 2009 wies die IV-Stelle das Leistungsgesuch der
Versicherten ab. Hinsichtlich der medizinischen Einwände wurde auf die Stellungnahme
des RAD-Arztes Prof. Dr. F._ vom 30. Januar 2009 verwiesen, in Bezug auf einen
Abzug vom Tabellenlohn wurde ausgeführt, ein solcher sei nicht angezeigt, da die
Erzielung des ermittelten Invalideneinkommens im Betrag von Fr. 23’283.-- zumutbar
sei (IV-act. 51).
B.
B.a Am 4. März 2009 erhob die Beschwerdeführerin Beschwerde gegen die
Verfügung vom 30. Januar 2009. Sie beantragte die Zusprache einer Invalidenrente
basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % sowie die Durchführung
weiterer medizinischer Abklärungen. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus,
das Gutachten der Dres. E._ und D._ stelle keine genügende Grundlage für die
Bemessung des Invaliditätsgrads dar, zumal die Gutachter selbst weitere fachärztliche
Abklärungen empfohlen hätten und der langjährige Hausarzt der Beschwerdeführerin
von einem schweren Zervikal-Syndrom ausgehe, auf welches im Gutachten vom
3. September 2008 nicht eingegangen werde. Schliesslich sei bei der Bemessung des
Invalideneinkommens ein Abzug vom Tabellenlohn von mindestens 15 % vorzunehmen
(act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 14. April 2009 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass
das Gutachten vom 3. September 2008 eine genügende Grundlage für die Bemessung
des Invaliditätsgrads darstelle. Daran ändere auch das Arztzeugnis von Dr. B._ vom
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15. Dezember 2008 nichts. Schliesslich läge der Invaliditätsgrad auch bei
Berücksichtigung eines Abzuges vom Tabellenlohn von 10 % bei lediglich 37 % und
erreiche damit nicht ein rentenergründendes Ausmass (act. G 3).
B.c Am 8. Mai 2009 erstattete die Beschwerdeführerin Replik. Sie hielt an den mit
Beschwerde vom 4. März 2009 gestellten Anträgen fest (act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 8).

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Rente der
Invalidenversicherung hat.
2.
2.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. Der
zu beurteilende Sachverhalt beschlägt teilweise den Zeitraum vor Inkrafttreten der
5. IV-Revision. Da sich die Definition der Invalidität und die damit zusammenhängenden
Begriffe mit dieser Revision nicht geändert haben, werden nachfolgend die seit dem
1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen wiedergegeben.
2.2 Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern
können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 % arbeitsunfähig im Sinn von Art. 6 ATSG gewesen sind, und nach
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid im Sinn von Art. 8 ATSG sind (Art. 28
Abs. 1 IVG). Invalidität im Sinn von Art. 8 ATSG ist die voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist
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der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des
Invaliditätsgrads wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
2.3 Um den Grad der Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität
bemessen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten
die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
3.
Zunächst ist die medizinische Aktenlage zu würdigen.
3.1 Den bei den Akten liegenden medizinischen Berichten lässt sich übereinstimmend
entnehmen, dass keine neurologischen Gesundheitsbeeinträchtigungen vorliegen,
welche sich auf die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin auswirken würden; am
deutlichsten äussert sich hierzu der Neurologe Dr. C._ in seinem Bericht betreffend
die Untersuchung vom 12. Juni 2004 (IV-act. 10 – 5 f.). Zwar äussert Dr. E._ den
Verdacht, die Beschwerdeführerin leide allenfalls an einem Restless Legs-Syndrom
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oder aber an einer beginnenden Polyneuropathie. Gleichzeitig führt er aber an, dass
weder ein Restless Legs-Syndrom noch eine beginnende leichtgradige
Polyneuropathie die Arbeitsfähigkeit länger anhaltend wesentlich beeinträchtigen
würden. Eine entsprechende fachärztliche Abklärung wird deshalb einzig mit Blick auf
die subjektiv starke Störung im Alltag und die mögliche Linderung der Beschwerden
unter adäquater medikamentöser Therapie empfohlen, nicht aber im Hinblick auf die
Klärung der Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit (IV-act. 38 – 8). Was sodann das im
Arztzeugnis von Dr. B._ vom 15. Dezember 2008 angeführte „schwere Zervikal-
Syndrom“ betrifft (IV-act. 49), so legt der RAD-Arzt Prof. Dr. F._ überzeugend dar,
dass sich den vorliegenden medizinischen Akten keinerlei Anhaltspunkte für eine
entsprechende relevante Gesundheitsbeeinträchtigung entnehmen lassen (IV-act 50),
insbesondere auch nicht dem fachärztlichen Bericht von Dr. C._ (IV-act. 10 – 5 f.) und
dem bidisziplinären Gutachten vom 3. September 2008 (IV-act. 38). Daher drängen sich
diesbezüglich auch keine weiteren Abklärungen auf.
3.2 Im Arztzeugnis von Dr. B._ vom 15. Dezember 2008 (IV-act. 49) wird sodann ein
Reizdarm-Syndrom erwähnt. Allerdings führt Dr. B._ weder aus, inwiefern sich dieses
auf die Arbeitsfähigkeit auswirken soll (es wird lediglich festgehalten, das schwere
Zervikal-Syndrom, die grosse Schmerzhaftigkeit des rechten Unterschenkels und
Fusses sowie das Reizdarm-Syndrom würden seiner Meinung nach gesamthaft zu
einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit führen), noch, mit welchen Beschwerden und
Befunden dieses einher geht. Offensichtlich wurde die Beschwerdeführerin
diesbezüglich bislang weder fachärztlich untersucht noch entsprechend behandelt. Vor
diesem Hintergrund hat der RAD-Arzt Prof. Dr. F._ in seiner Stellungnahme vom
30. Januar 2009 festgehalten, der schwer fassbare Gesundheitsschaden eines
Reizdarms führe bei den angegebenen Symptomen zu keiner Arbeitsunfähigkeit (IV-
act. 50). Diese Beurteilung ist nachvollziehbar. Es ist deshalb davon auszugehen, dass
sich das Reizdarm-Syndrom nicht massgebend auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt.
3.3 Im Bericht von Dr. B._ vom 3. Dezember 2005 (IV-act. 10 – 1 ff.) wird als einzige
die Arbeitsfähigkeit einschränkende Gesundheitsbeeinträchtigung ein Fibromyalgie-
Syndrom diagnostiziert. Das Vorliegen eines solchen Syndroms konnte jedoch
anlässlich der Untersuchung durch den Rheumatologen Dr. E._ am 15. Januar 2008
(IV-act. 38) nicht verifiziert werden: Lediglich neun von 18 möglichen Fibromyalgie-
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Tenderpoints waren positiv; vier von sechs bei Fibromyalgie in der Regel negativen
Kontrollpunkten waren ebenfalls positiv. Das Vorliegen eines Fibromyalgie-Syndroms
ist angesichts dessen zu verneinen.
3.4 Was schliesslich die im bidisziplinären Gutachten vom 3. September 2008 (IV-
act. 38 f.) diagnostizierten Gesundheitsbeeinträchtigungen betrifft, so legten die beiden
Gutachter ausführlich und nachvollziehbar dar, weshalb sie die entsprechenden
Diagnosen gestellt haben. Dabei würdigten sie nebst den Befunden der eigenen
Untersuchungen auch die früheren medizinischen Berichte und die geklagten
Beschwerden. Grundsätzlich kann daher auf die Schlussfolgerungen dieses
Gutachtens abgestellt werden. Weitere Beeinträchtigungen sind, wie oben (E. 3.1–3.3)
dargelegt, nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt.
3.5 Die Beschwerdeführerin stellt sich indessen auf den Standpunkt, das Gutachten
sei in sich nicht widerspruchsfrei.
3.5.1 So bemängelte sie zunächst, dass auf S. 11 eine Arbeitsfähigkeit von 70 %,
auf S. 13 hingegen eine Arbeitsfähigkeit von 80 % attestiert werde (vgl. IV-act. 48).
Dabei handelt es sich indessen nicht um einen Widerspruch, attestieren die Gutachter
doch auf S. 11 gesamthaft eine Arbeitsfähigkeit von 70 % bezogen auf die bisherige
Tätigkeit und auf S. 13 eine solche von 80 % bezogen auf eine andere, adaptierte
Tätigkeit.
3.5.2 Sodann bemängelte die Beschwerdeführerin eine mangelnde
Auseinandersetzung mit den früheren ärztlichen Berichten und Zeugnissen,
insbesondere mit dem Bericht von Dr. B._ vom 3. Dezember 2005 (vgl. IV-act. 48).
Diese Rüge ist unbegründet, hatte doch Dr. B._ in jenem Bericht einzig ein
Fibromyalgie-Syndrom diagnostiziert, welches anhand der massgebenden Kriterien in
der Begutachtung durch Dr. E._ klar nicht bestätigt werden konnte, und ist insofern
im Gutachten nachvollziehbar begründet, weshalb diesbezüglich der Einschätzung von
Dr. B._ nicht gefolgt werden kann.
3.5.3 Schliesslich wies die Beschwerdeführerin darauf hin, dass die Gutachter
selbst weitere fachärztliche Abklärungen hinsichtlich der Beinschmerzen und des
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Bluthochdrucks empfohlen hätten (vgl. act. G 1), mithin der medizinische Sachverhalt
nicht genügend abgeklärt sei. Dabei verkennt die Beschwerdeführerin allerdings, dass
diese Abklärungen nicht im Hinblick auf die Klärung der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin, sondern mit Blick auf eine Linderung der Beschwerden im Alltag
empfohlen wurden (vgl. E. 3.1). Gemäss den Ausführungen der Gutachter ist es
nämlich unwahrscheinlich, dass das mögliche Restless Legs-Syndrom oder die
beginnende Polyneuropathie eine massgebende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
nach sich ziehen. Diese empfohlenen Abklärungen beschlagen somit nicht den
rechtserheblichen Sachverhalt und sind für das vorliegende Verfahren daher nicht
relevant.
3.5.4 Die Einwände der Beschwerdeführerin gegen die Zuverlässigkeit des
Gutachtens vom 3. September 2008 erweisen sich demnach als nicht stichhaltig.
4.
Gestützt auf die medizinische Aktenlage ist der Invaliditätsgrad zu berechnen.
Diesbezüglich ist im Sinne einer Vorbemerkung festzustellen, dass die
Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin zu Recht als (im hypothetischen
Gesundheitsfall) voll erwerbstätig qualifiziert und die Berechnung des Invaliditätsgrades
deshalb korrekterweise gestützt auf die allgemeine Methode des
Einkommensvergleichs gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG vorgenommen
hat, was denn auch von der Beschwerdeführerin nicht beanstandet wird.
4.1 Da die Beschwerdeführerin nicht aus freien Stücken unterdurchschnittlich
verdient hat, kann für das Valideneinkommen und für den Ausgangspunkt zur
Bestimmung des Invalideneinkommens vom selben Wert ausgegangen werden. Der
Invaliditätsgrad entspricht demnach dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter
Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (vgl. Entscheid I 552/04 des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 8. Juni 2005, E. 3.4).
4.2 Der Beschwerdeführerin ist gemäss den massgebenden medizinischen
Einschätzungen eine 70%ige Leistungsfähigkeit in der angestammten bzw. eine
80%ige Leistungsfähigkeit in einer optimal adaptierten Tätigkeit zumutbar. Die
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Beschwerdegegnerin hat den Invaliditätsgrad unter Berücksichtigung einer 70%igen
Leistungsfähigkeit ermittelt. Gründe dafür, dass die 80%ige Leistungsfähigkeit in einer
den gesundheitlichen Einschränkungen optimal angepassten Tätigkeit nicht verwertbar
wäre bzw. dass geeignete Arbeitsplätze auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht
vorhanden wären, sind indessen nicht ersichtlich, weshalb der Invaliditätsgrad unter
Berücksichtigung dieser 80%igen Leistungsfähigkeit festzulegen ist.
4.3 Mit einem Abzug vom Tabellenlohn von maximal 25 % soll dem Umstand
Rechnung getragen werden, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen das
statistische Lohnniveau, das auf der Grundlage von Daten gesunder Arbeitnehmer
ermittelt wird, nicht erreichen (vgl. BGE 126 V 75). Vorliegend ist diesbezüglich zu
berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin gegenüber einer gesunden Konkurrentin
insofern benachteiligt ist, als sie weniger flexibel sein dürfte (beispielsweise in Bezug
auf Überstunden). Weitere Konkurrenznachteile sind nicht ersichtlich, weshalb
höchstens ein Abzug vom Tabellenlohn im Umfang von 10 % zur Anwendung kommen
kann, wie auch die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort ausführt (vgl.
act. G 3).
4.4 Der Invaliditätsgrad liegt demnach bei höchstens 28 % (= 100 % – 80 % × 90 %),
womit kein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung besteht.
5.
5.1 Die angefochtene Verfügung vom 30. Januar 2009 erweist sich damit als
rechtens; die Beschwerde ist abzuweisen.
5.2 Der Beschwerdeführerin wurde am 20. April 2009 die unentgeltliche
Prozessführung (unentgeltliche Rechtspflege und unentgeltliche Rechtsverbeiständung)
bewilligt. Wenn es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse gestatten, kann sie jedoch zur
Nachzahlung der Gerichtskosten und der Auslagen für die Vertretung verpflichtet
werden (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m.
Art. 288 Abs. 1 der Zivilprozessordnung des Kantons St. Gallen [ZPO/SG] i.V.m. Art. 99
Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).
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5.3 Der unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von
Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung
zu befreien.
5.4 Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die
Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin aufzukommen. Der
Rechtsvertreter reichte keine Kostennote ein. Die Entschädigung ist deshalb pauschal
auf Fr. 3’500.-- festzulegen und gemäss Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes (AnwG;
sGS 963.70) um einen Fünftel zu kürzen. Somit hat der Staat den Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin mit Fr. 2’800.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu
entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP