Decision ID: 4e6503b7-9a52-5594-9aee-4721389128bf
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Eine von der Kantonspolizei am 9. September 2012 anhand eines automatischen
Verkehrsüberwachungsgeräts durchgeführte Geschwindigkeitskontrolle auf der
Staatsstrasse in der Gemeinde Niederbüren, Ortsteil Sorntal, ergab, dass der Lenker
des Personenwagens mit dem amtlichen Kennzeichen SG 000000 in Fahrtrichtung
Bischofszell die signalisierte Höchstgeschwindigkeit innerorts von 50 km/h nach Abzug
der Sicherheitsmarge um 21 km/h überschritten hatte. Nach seinen eigenen Angaben
vom 25. September 2012 hatte X.Y. das Fahrzeug gelenkt und die "Innerorts-Tafel" zu
spät gesehen (act. G 8/8 S. 3f). Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des
Kantons St. Gallen entzog ihm mit Verfügung vom 25. Oktober 2012 den
Führerausweis wegen einer mittelschweren Verkehrsregelverletzung für die Dauer eines
Monats und auferlegte ihm die Verfahrenskosten von Fr. 250.-- (act. G 8/2).
B./ Gegen diese Verfügung erhob X.Y. mit Eingabe vom 5. November 2012 Rekurs bei
der Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen mit dem Rechtsbegehren,
unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei die angefochtene Verfügung aufzuheben
und anstelle des Führerausweisentzugs sei eine Verwarnung auszusprechen. Mit
Entscheid vom 28. Februar 2013 wies die Verwaltungsrekurskommission den Rekurs
ab (act. G 3).
C./ Mit der gegen diesen Entscheid gerichteten Beschwerde vom 20. März 2013
beantragt X.Y., der Entscheid und die Verfügung vom 25. Oktober 2012 seien
aufzuheben; an Stelle des Führerausweisentzuges sei eine Verwarnung auszusprechen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Die Vorinstanz beantragt in der Vernehmlassung vom 3. April 2012 Abweisung der
Beschwerde und verwies zur Begründung auf die Darlegungen im angefochtenen
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Entscheid (act. G 7). Der Beschwerdegegner verzichtete auf eine Vernehmlassung (act.
G 9f).
Auf die Darlegungen der Parteien wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Nach Art. 16 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt SVG) wird
nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das
Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz (SR 741.03, abgekürzt OBG)
ausgeschlossen ist, der Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung
ausgesprochen. Das Gesetz unterscheidet in Art. 16a bis 16c SVG zwischen leichten,
mittelschweren und schweren Widerhandlungen. Eine leichte Widerhandlung begeht,
wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer
hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG).
Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln
eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit.
a SVG).
2.1. Der Beschwerdeführer hat am 9. September 2012 die Höchstgeschwindigkeit
innerorts von 50 km/h laut Anzeigerapport um 21 km/h überschritten (vgl. act. G 8/8 S.
3). Nachdem er am 25. September 2012 zu Protokoll gegeben hatte, dass er die
"Innerorts-Tafel" zu spät gesehen habe (act. G 8/8 S. 4) und die
Geschwindigkeitsmessung auch im vorinstanzlichen Verfahren nicht in Frage gestellt
hatte, macht er nunmehr erstmals geltend, weder im Anzeigerapport noch in der
Verfügung des Strassenverkehrsamtes werde festgehalten, welcher Art das
Verkehrsüberwachungsgerät (Typ und Nummer) gewesen sei. Da das Gerät
wahrscheinlich schon längere Zeit im Einsatz gestanden und die gefahrene
Geschwindigkeit wesentlich sei, könne er die ihm vorgehaltene Geschwindigkeit von 74
km/h nicht anerkennen. Er beantrage die Überprüfung des Gerätes bzw. verlange die
Edition der technischen Daten desselben und den Nachweis des Einsatzes des
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betreffenden Geräts am 12. September 2012 im Sorntal, die Bekanntgabe des Datums
der letzten Prüfung der Messgenauigkeit sowie die Vorlage des konkreten
Messprotokolls (act. G 1 S. 3). Die Bestreitungen in der Beschwerde erschöpfen sich in
allgemeinen Hinweisen über mögliche Ungenauigkeiten bei Radarmessungen und einer
pauschalen Infragestellung des Messgerät-Einsatzes am betreffenden Ort und Datum.
Soweit die Einwände erstmals im Beschwerdeverfahren erfolgen, können sie aufgrund
des Novenverbots (Art. 61 Abs. 3 VRP) nicht berücksichtigt werden. Im Übrigen werden
konkrete Umstände, welche Mängel an derjenigen Messung erkennen lassen, welche
Grundlage der dem Beschwerdeführer zur Last gelegten Widerhandlung ist, nicht
vorgebracht und sind aufgrund der Akten nicht ersichtlich. Daher ist auf weitere
Abklärungen zu verzichten, und es ist mit der Vorinstanz und in Übereinstimmung mit
der gestützt auf Art. 90 Ziff. 1 SVG ergangenen Bussenverfügung (vgl. act. G 3 S. 6 und
G 8/1 S. 3 und S. 5 Mitte) davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer die zulässige
Geschwindigkeit um 21 km/h überschritten hat (vgl. dazu auch VerwGE B 2009/124
vom 24. Februar 2010).
2.2. Nach der Rechtsprechung ist bei Überschreitung der allgemeinen
Höchstgeschwindigkeit innerorts von 50 km/h um 21 bis 24 km/h ohne Prüfung der
konkreten Umstände objektiv zumindest ein mittelschwerer Fall anzunehmen. Diese
Rechtsprechung befreit die Entzugsbehörde jedoch nicht von der Pflicht, die Umstände
des Einzelfalles genauer zu prüfen. Denn sie hat in allen Fällen des erwähnten
Geschwindigkeitsbereichs auch das Ausmass der Gefährdung und des Verschuldens
abzuklären und zu gewichten, damit sie entscheiden kann, ob allenfalls ein schwerer
Fall (Art. 16 Abs. 3 lit. a SVG) vorliegt und welche Entzugsdauer bei einem
mittelschweren beziehungsweise schweren Fall angemessen ist. Eine rein
schematische Beurteilung dieser Fragen lediglich aufgrund der festgestellten
Geschwindigkeitsüberschreitung würde ein pflichtwidriges Nichtausüben des
rechtserheblichen Ermessens und damit eine Verletzung von Bundesrecht darstellen.
Umgekehrt kommt ein leichter Fall in Betracht, wenn der Lenker aus nachvollziehbaren
Gründen gemeint hat, er befinde sich noch nicht oder nicht mehr im Innerortsbereich;
unter Umständen entfällt sogar jeder Schuldvorwurf (BGE 126 II 202 E. 1a mit Hinweis
auf BGE 124 II 97 E. 2c).
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2.3. Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid unter anderem zum Schluss,
unter Berücksichtigung der konkreten Umstände lägen keine nachvollziehbaren Gründe
vor, aus denen der ortskundige Beschwerdeführer habe annehmen dürfen, er habe sich
im Bereich der Messstelle nicht im Innerortsbereich befunden. An der Einordnung als
mittelschwere Widerhandlung ändere auch der Umstand nichts, dass er im
Strafverfahren wegen einfacher Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Ziff. 1 SVG
gebüsst worden sei. Die einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Ziff. 1 SVG
umfasse administrativrechtlich die leichte und mittelschwere Widerhandlung gemäss
Art. 16a und 16b SVG. Das straf- und das administrativrechtliche Sanktionensystem
seien insoweit nicht deckungsgleich. Von der strafrechtlichen Sanktion könne deshalb
nicht immer und ohne Weiteres auf die anzuordnende Verwaltungsmassnahme
geschlossen werden (act. G 3, E. 3b/bb mit Hinweis auf BGer 1C_259/2011 vom 27.
September 2011, E. 3.4, und 1C_282/2011 vom 27. September 2011, E. 2.4). Da die
Örtlichkeiten dem Gericht bekannt seien und der Beschwerdeführer zudem Fotos der
Einfahrt in den Ortsteil Sorntal eingereicht habe (act. G 8/13/1-2), erscheine ein
Augenschein nicht erforderlich (act. G 3 E. 3b/bb). Der Beschwerdeführer hält - wie
bereits im vorinstanzlichen Verfahren - fest, es handle sich vorliegend um eine leichte
Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften, weshalb die Übertretung nur
mit einer Verwarnung und nicht mit einem Führerausweisentzug zu ahnden sei. Bei
einer Geschwindigkeitsüberschreitung um 21 km/h handle es sich nicht ohne Weiteres
um eine mittelschwere Widerhandlung. Massgebend seien die Frage der Gefährdung
und das Verschulden des Autolenkers. Diese beiden Voraussetzungen seien in jedem
Einzelfall aufgrund der konkreten Verhältnisse zu beurteilen. Das
"Gefährdungspotential" sei im kleinen Ortsteil Sorntal nicht mit demjenigen im
"effektiven Innerortsbereich" des Dorfes Niederbüren gleichzusetzen. Eine
Geschwindigkeitsreduktion auf 70 km/h oder bestenfalls 60 km/h würden – wie dies
andernorts der Fall sei - auch im Sorntal genügen, um eine abstrakte Gefahr genügend
zu reduzieren. Die abstrakte Gefahr im Sorntal sei nicht so hoch einzustufen, dass sie
einer Innerorts-Situation gleichgesetzt werden könne. Die Höchstgeschwindigkeit von
50 km/h an dieser Stelle müsse eher als Schikane beurteilt werden als der
Verkehrssicherheit dienend. Dass die Polizei an dieser Stelle dazu auch noch einen
mobilen Geschwindigkeitsautomaten aufstelle, verdeutliche, dass es hier nicht so sehr
um die Verkehrssicherheit, sondern um die Erzielung möglichst vieler Bussgelder gehe.
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Unzulässig sei die Schlussfolgerung der Vorinstanz, dass er als Einwohner von
Oberbüren auch in Niederbüren ortskundig und ihm auch die Verkehrssignalisation im
Sorntal bekannt sei. Sein Arbeitsweg führe gerade in die entgegengesetzte Richtung
nach Uzwil und Wil. Die Meinung der Vorinstanz, dass eine gewisse Ansammlung von
Häusern die Signalisation "innerorts" und eine Temporeduktion auf 50 km/h
rechtfertige, sei mit den Beschwerdebeilagen 1-4 widerlegt. In Berücksichtigung der
Örtlichkeiten und der Tatsache, dass Sorntal nicht als "innerorts" anerkannt werden
könne und der Beschwerdeführer eher selten in Richtung Bischofszell fahre und ihm
deshalb die Signalisation im Sorntal nicht bekannt gewesen sei, rechtfertige es sich, in
Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine Ausnahme
bezüglich der Qualifikation als mittelschwerer Fall zu machen (act. G 1 S. 3-5). Es stelle
sich auch die Frage, ob ein Führerausweisentzug bei einem 64jährigen Fahrzeuglenker,
der seit 45 Jahren im Besitz des Führerausweises sei, im Durchschnitt jährlich
mindestens 30'000 Kilometer fahre und mit Ausnahme einer
Geschwindigkeitsüberschreitung vor 10 Jahren nie mit den
Strassenverkehrsvorschriften in Konflikt gekommen sei, die richtige und notwendige
Massnahme sei. Aufgrund des Alters und der langjährigen Fahrpraxis hätten die
Annahme eines leichten Falles und eine Verwarnung genügt, zumal seine
Sanktionsempfindlichkeit besonders hoch sei, da er auf seinen Führerausweis
angewiesen sei (act. G 1 S. 6-9).
2.4. Gemäss Art. 4a Abs. 1 lit. a der Verkehrsregelnverordnung (VRV) vom 13.
November 1962 (SR 741.11) beträgt die allgemeine Höchstgeschwindigkeit für
Fahrzeuge in Ortschaften unter günstigen Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen
50 km/h. Diese allgemeine Höchstgeschwindigkeit gilt im ganzen dicht bebauten
Gebiet der Ortschaft. Sie beginnt mit dem Signal "Höchstgeschwindigkeit 50 generell"
und endet beim Signal "Ende der Höchstgeschwindigkeit 50 generell". Für
Fahrzeugführer, die auf unbedeutenden Nebenstrassen (wie Strassen, die nicht
Ortschaften oder Ortsteile direkt verbinden, landwirtschaftliche Erschliessungsstrassen,
Waldwege und dergleichen) in eine Ortschaft einfahren, gilt sie auch ohne
Signalisation, sobald die dichte Überbauung beginnt (Art. 4a Abs. 2 VRV). Gemäss Art.
4a Abs. 5 VRV gehen abweichende signalisierte Höchstgeschwindigkeiten den
allgemeinen Höchstgeschwindigkeiten nach Absatz 1 der Norm vor. Auf Strassen
innerorts kann die Höchstgeschwindigkeit stufenweise um jeweils 10 km/h bis maximal
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80 km/h erhöht oder - ohne zahlenmässige Beschränkung - gesenkt werden (vgl. Art.
22 Abs. 2 und Art. 108 Abs. 5 lit. d der Signalisationsverordnung, SSV, vom
5. September 1979, SR. 741.21). Nach Art. 1 Abs. 4 SSV beginnt bzw. endet der
Innerortsbereich auf Haupt- bzw. Nebenstrassen mit den Signalen "Ortsbeginn" bzw.
"Ortsende".
2.5. Zum Vorbringen des Beschwerdeführers, er sei sich aufgrund des optischen
Eindrucks der Örtlichkeit nicht bewusst gewesen, sich im Sorntal innerorts zu befinden
(vgl. act. G 1 S. 5f.), ist festzuhalten, dass am Ortseingang eine Ortstafel "Sorntal" mit
Geschwindigkeitsbeschränkung "50 generell" angebracht ist (vgl. act. G 8/13/2). Er
kann sich in dieser von ihm selbst beschriebenen Situation (act. G 1 S. 7 Ziff. 8) nicht
zu Recht darauf berufen, dass er gemeint habe, sich nicht im Innerortsbereich zu
befinden, zumal Signale zu befolgen sind (Art. 27 Abs. 1 SVG) und er überdies vorerst
geltend gemacht hatte, die Innerorts-Tafel zu spät gesehen zu haben (act. G 8/8 S. 4).
Zu berücksichtigen ist hier, dass bei sich widersprechenden Aussagen die Darlegungen
in einem frühen Verfahrensstadium in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind
als spätere Darstellungen, die (in Rechtsmittelverfahren) bewusst oder unbewusst von
nachträglichen Überlegungen beeinflusst sein können (vgl. in anderem Zusammenhang
BGE 121 V 47 E. 2a mit Hinweisen). In diesem Sinn ist davon auszugehen, dass die
"Aussage der ersten Stunde", die Tafel zu spät gesehen zu haben, überwiegend
wahrscheinlich den zutreffenden Sachverhalt wiedergibt. In diesem Sinn hätte der vom
Beschwerdeführer mit 200m angegebene Abstand zwischen Signal und Messgerät (vgl.
act. G 1 S. 7 Ziff. 8) genügt, nach der ("zu späten") Sichtung (vgl. act. G 8/8 S. 4) der
Tafel die Geschwindigkeit auf das erlaubte Mass zu reduzieren. Wenn er dies nicht
getan hat, so geschah dies zumindest grobfahrlässig. Die Frage der "optischen
Erkennbarkeit des Innerorts-Bereichs" (act. G 1 S. 7 Ziff. 8) stellt sich in der
geschilderten Situation gar nicht bzw. wäre ohne Weiteres zu bejahen.
Der Beschwerdeführer kann sich auch nicht damit rechtfertigen, dass ihm die
Innerorts-Signalisation nicht bereits vorher bekannt gewesen bzw. er nicht ortskundig
gewesen sei (vgl. act. G 1 S. 4 Ziff. 5 und S. 7 Ziff. 8). Was sodann die von ihm zum
Vergleich angeführten und mit Fotos dokumentierten Orte mit Höchstgeschwindigkeits-
Signalisationen von 60 bzw. 70 km/h (act. G 2) betrifft, ist festzuhalten, dass auf den
eingereichten Bildern - soweit ersichtlich - überblickbare Strassenverhältnisse
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erkennbar sind. Insbesondere bestehen keine unvollständig einsehbaren bzw.
unübersichtlichen Ausfahrten, wie dies bei der konkret in Frage stehenden Örtlichkeit
mit Bepflanzungen (Hecke) zwischen Strasse und Wohnhäusern der Fall ist (vgl. act. G
8/13/2). Ein Augenschein, wie er vom Beschwerdeführer beantragt wird (act. G 1 S. 4),
würde hier zu keinen neuen bzw. "besseren" Erkenntnissen führen. Dies umso weniger,
als die von ihm aufgeworfene Frage der Angemessenheit der Signalisation als solche
nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden kann. Nach der Rechtsprechung
ist im Übrigen zu beachten, dass der Übergang vom Innerortsbereich zum
Ausserortsbereich häufig fliessend ist und es sich bei so genannten atypischen
Innerortsstrecken – wie vorliegend - meist nur um kurze bis sehr kurze Strassenstücke
handelt. Gerade auf solchen Strecken würden Fahrzeuglenker aber häufig zu
nachlassender Aufmerksamkeit bzw. Disziplin neigen, weshalb die Einhaltung der
signalisierten Höchstgeschwindigkeit besonders unerlässlich sei. Auch auf etwas
atypischen Innerortsstrecken erfordere die im Vergleich zu Strassen ausserhalb von
Ortschaften grundsätzlich erhöhte Gefahrenlage, eine grobe Verkehrsregelverletzung
schon bei Überschreitungen der signalisierten Höchstgeschwindigkeit um 25 km/h
ungeachtet der konkreten Verhältnisse anzunehmen (BGer 6S.99/2004 vom 25. August
2004, E. 2.4). Wer die Höchstgeschwindigkeit innerorts von 50 km/h um 21 km/h und
damit um mehr als 40% überschreitet, tut das in der Regel vorsätzlich, mindestens
aber grobfahrlässig. Das Verschulden des Beschwerdeführers wiegt daher nicht leicht.
Gemäss Art. 36 Abs. 2 der Verordnung über die Zulassung von Personen und
Fahrzeugen zum Strassenverkehr (VZV; SR 741.51) kann anstelle des (mindestens
einmonatigen) Ausweisentzugs nur eine Verwarnung verfügt werden. Konkret ist von
einem mittelschweren Fall auszugehen, auch wenn der automobilistische Leumund des
Beschwerdeführers ungetrübt ist. Besondere Umstände, wie sie in BGE 118 Ib 229
gegeben waren und gegebenenfalls auch bei einem mittelschweren Fall zum Verzicht
auf den Ausweisentzug führen können, liegen hier nicht vor. Es handelt sich im
Gegenteil um einen Durchschnittsfall. Von einem Führerausweisentzug kann nicht
abgesehen werden. Die Dauer des Entzuges hat die Vorinstanz auf das gesetzliche
Mindestmass festgesetzt (Art. 16b Abs. 2 lit. a und 16 Abs. 3 SVG).
3. (...).