Decision ID: 61f6dbb9-88ee-5d4b-b747-8fd0394fccb6
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Der Beschwerdeführer ersuchte mit undatierter, der Schweizerischen Botschaft in Colombo am 3. Juli 2007 zugegangener Eingabe  um die Erteilung einer Einreisebewilligung in die Schweiz und Asylgewährung. Der Beschwerdeführer legte seiner  Eingabe diverse Dokumente bei.
B. Mit Schreiben vom 3. Juli 2007 teilte die Schweizerische Botschaft dem Beschwerdeführer mit, seine Eingabe werde als Asylgesuch  genommen. Gleichzeitig forderte die Botschaft den  auf, seine Vorbringen ("grievances") und allfällige  Beweismittel sowie Kopien von Identitätspapieren als letzte und bindende Eingabe ("your final and binding submission") bis zum 10. August 2007 einzureichen, sofern er nach wie vor an seinem  festhalten wolle.
C. Mit Eingabe vom 7. Juli 2007 ergänzte der Beschwerdeführer in  des Schreibens der Botschaft vom 3. Juli 2007 seine  und legte diesem nebst den bereits am 3. Juli 2007  Beweismitteln weitere Dokumente bei.
D. Der Beschwerdeführer machte in seinen beiden Eingaben im  geltend, er stamme aus B._, Jaffna. Im April 1996 sei er von den srilankischen Sicherheitskräften unter dem Verdacht, einer  Gruppierung zuzugehören, festgenommen, , zeitweise gefoltert und schliesslich Mitte April 1997 wieder  worden. Im April 2000 sei sein Haus in B._ im Zuge von Kampfhandlungen zwischen Einheiten der srilankischen Armee und den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) von einer Mörsergranate getroffen und dabei zerstört worden. Er selbst sei durch Granatsplitter schwer verletzt worden und sei während drei Monaten im Spital von C._ in D._ in ärztlicher Pflege gewesen. Daraufhin sei seine Familie nach E._, F._ weiter gezogen. Eines Tages habe er sich in F._ zufällig in der Nähe einer  befunden und sei daraufhin von Sicherheitskräften  und derart geschlagen worden, dass er hierbei verletzt worden
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sei. Im März 2006 habe die Armee verlauten lassen, dass sich ehemalige Häftlinge periodisch einer Meldepflicht unterziehen müssten. Dabei sei es auch zu Entführungen ehemaliger Häftlinge gekommen, die teilweise unter mysteriösen Umständen verschwunden seien. Eines Tages im Juli 2006 seien um Mitternacht bewaffnete Unbekannte in sein Haus eingedrungen, um ihn festzunehmen, wobei ihm rechtzeitig die Flucht geglückt sei. Nach diesem Ereignis hätten ihm Freunde und Verwandte geraten, die Halbinsel Jaffna zu verlassen, woraufhin er sich nach G._ begeben habe. Wann immer er dort auf Militärpersonen oder Angehörige paramilitärischer Streitkräfte treffe, würden ihn diese nach dem Grund für seine Anwesenheit in G._ fragen. Er fürchte, eines Tages Schlimmeres gewärtigen zu müssen und halte sich aus diesem Grunde mehr und mehr verborgen. Aus den dargetanen Gründen würde er seine Heimat gerne verlassen.
E. Mit Begleitschreiben vom 20. August 2007 überwies die  Botschaft dem BFM die vom Beschwerdeführer eingereichten Unterlagen (Eingang BFM: 28. August 2007). Sie merkte an, dieser habe trotz entsprechender Aufforderung der Botschaft vom 3. Juli 2007 seine Ausreisegründe in seiner Eingabe vom 7. Juli 2007 nicht vertieft dargelegt. Man habe auf die persönliche Anhörung des  letztlich auch deshalb verzichtet, weil seine Vorbringen die  für die Zuerkennung von Asyl nicht erfüllen würden.
F. Mit am 25. September 2007 via Schweizer Botschaft in Colombo an den Beschwerdeführer versandter Verfügung vom 18. September 2007 wies das BFM dessen Einreise- und Asylgesuch ab. Im Wesentlichen stützte es seinen Entscheid auf eine fehlende aktuelle, asylrechtlich relevante Gefährdung des Beschwerdeführers.
G. Mit an die Schweizer Botschaft gerichteter und von dieser am 24.  2007 zuständigkeitshalber an das Bundesverwaltungsgericht weitergeleiteter englischsprachiger Eingabe vom 3. Oktober 2007  der Beschwerdeführer sinngemäss, die vorinstanzliche  sei zu überprüfen. Der Eingabe waren mehrere Dokumente .
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das  Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des  vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das Bundesamt für Migration (BFM) gehört zu den  nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des . Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des  vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen  und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
1.3 Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht worden. Der Beschwerdeführer ist legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 50 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist mithin einzutreten. Das  hat dabei aus prozessökonomischen Gründen auf eine Rückweisung der englischsprachigen Beschwerde zur  in eine Schweizer Amtssprache verzichtet, da die  verständlich sowie begründet sind. Der vorliegende  ergeht indessen in deutscher Sprache (vgl. Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG).
2.
2.1 Über offensichtlich begründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten  beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
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2.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung des Schriftenwechsels verzichtet.
3. Gemäss Art. 19 Abs. 1 AsylG kann ein Asylgesuch im Ausland bei  schweizerischen Vertretung gestellt werden, welche es mit einem Bericht an das Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG).
Die schweizerische Vertretung führt mit der asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durch (Art. 10 Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]). Ist dies nicht möglich, so wird die asylsuchende Person von der  aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). Die schweizerische Vertretung überweist dem  das Befragungsprotokoll oder das schriftliche Asylgesuch  weitere zweckdienliche Unterlagen und einen ergänzenden , der ihre Beurteilung des Asylgesuchs enthält (Art. 10 Abs. 3 AsylV 1).
Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet  kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das Bundesamt Asylsuchenden die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein  Land auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann das  Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib und  oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe.
4.
4.1 Gemäss Praxis ist im Auslandverfahren die asylsuchende Person in der Regel zu befragen. Davon kann nur abgewichen werden, wenn eine Befragung faktisch oder aus organisatorischen oder  Gründen unmöglich ist. Falls die Befragung nicht  werden kann, muss die gesuchstellende Person - soweit möglich und notwendig - mittels eines individualisierten und konkretisierten
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Schreibens aufgefordert werden, ihre Gründe für das Asylgesuch schriftlich einzureichen. Dabei ist sie auf die allfällige Konsequenz  negativen Entscheids infolge Verletzung ihrer Mitwirkungspflicht aufmerksam zu machen. Ist der Sachverhalt schon aufgrund des  Asylgesuchs entscheidreif erstellt, kann sich eine  Befragung ebenfalls erübrigen; zeichnet sich ein negativer  ab, ist der asylsuchenden Person diesbezüglich das rechtliche Gehör zu gewähren. Das Bundesamt ist gehalten, den Verzicht auf eine Befragung im Ausland in der Verfügung zu begründen (vgl. zur Publikation vorgesehenes Urteil BVGE E-6148/2006 vom 27.  2007 E. 5 S. 7 ff.).
4.2 Vorliegend ist davon auszugehen, dass eine Befragung des  durch die Schweizerische Botschaft in Colombo  gewesen wäre. In der angefochtenen Verfügung wird darauf , dass der Sachverhalt zur Beurteilung des Asylgesuchs  geklärt sei, weshalb sich eine Anhörung des Beschwerdeführers erübrigt habe.
4.3 Das BFM hält in der angefochtenen Verfügung fest, die  des Beschwerdeführers könne aufgrund der Aktenlage abschliessend beurteilt werden. Selbst wenn diese Auffassung  wäre - dies kann erst nach der Gewährung des rechtlichen  zuverlässig beurteilt werden -, hätte das BFM dem  gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts das rechtliche Gehör zu dem sich abzeichnenden negativen Entscheid  müssen (vgl. vorstehend E. Ziff. 4.1), was indessen  wurde.
4.4 Aufgrund des oben Gesagten ergibt sich, dass die Vorinstanz dem Beschwerdeführer zu Unrecht das gemäss Rechtsprechung zwingend zu gewährende rechtliche Gehör nicht gewährte. Dieser Mangel ist auf Beschwerdeebene nicht zu heilen, zumal es nicht Sinn und Zweck des Beschwerdeverfahrens vor dem Bundesverwaltungsgericht ist,  diesem von der Vorinstanz unterlassene Verfahrenshandlungen nachzuholen.
5. Die Feststellung, dass das BFM dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör nicht gewährte, führt indessen nicht dazu, dass ihm die  in die Schweiz bereits aus diesem Grund zu bewilligen wäre. Aus dem Umstand, dass er bisher nicht befragt - respektive ihm das rechtli-
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che Gehör nicht gewährt - wurde, kann nicht geschlossen werden, dass ihm zur persönlichen Anhörung oder der Gewährung des  Gehörs die Einreise in die Schweiz bewilligt werden müsste.  der Aktenlage bestehen nicht genügend konkrete  für die Annahme, ihm wäre ein Verbleib in Sri Lanka für die Dauer der weiteren, noch erforderlichen Verfahrenshandlungen nicht zumutbar im Sinne von Art. 20 Abs. 2 AsylG.
6.
6.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz den  des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt hat. Da eine Heilung dieses Verfahrensmangels im Rahmen des  nicht möglich erscheint und jedenfalls nicht angebracht wäre, ist der angefochtene Entscheid aufzuheben und zur Gewährung des rechtlichen Gehörs sowie zur Neubeurteilung im Sinne der  an die Vorinstanz zurückzuweisen. Nach der Gewährung des rechtlichen Gehörs wird das BFM zudem zu beurteilen haben, ob sich gestützt auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts eine Befragung des Beschwerdeführers als notwendig erweist oder nicht.
6.2 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, die  Verfügung vom 18. September 2007 aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör zu gewähren, den rechtserheblichen Sachverhalt gegebenenfalls  vollständig festzustellen und in der Sache neu zu .
7.
7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten  (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG).
7.2 Da der Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren nicht  vertreten wurde, ist nicht davon auszugehen, ihm seien durch die Beschwerdeführung Kosten erwachsen. Daher ist ihm keine  zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG sowie Art. 7 ff. des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und  vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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