Decision ID: 792154a2-25f4-4ad1-984f-0937980524e6
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1982, gelernte Damen- und
Herrencoiffeuse
(Urk. 6/15), war seit dem 1. März 2006 bis zum 31. Dezember 2020 im
Gastronomiebetrieb
ihrer
Familie
(Restaurant
Z._
,
in A._
;
Urk. 6/10/2, Urk. 6/16/1)
und von Januar 2010 bis Oktober 2020 als Pilates-Instruktorin tätig (Urk. 6/16/2). Zuletzt war sie
seit Februar 2021 in einem 40 % Pensum als
Coiffeuse
angestellt
(Urk. 6/7/6). Am 25. Mai 2021 meldete sie sich unter Hinweis auf eine seit 10. März 2021 bestehende 60%ige Arbeitsunfähigkeit
im Beruf als
Coiffeuse
bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungs
bezug an (Urk. 6/7).
Die IV-Stelle führte ein Standortgespräch
(Urk. 6/9
-10
)
durch
und
klärte die erwerbliche (Urk. 6/12-16, 20)
sowie
medizinische (Urk. 6/22-23) Situation ab
. N
ach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 6. Oktober 2021 [Urk. 6/25], Einwand vom 28. Oktober 2021 [Urk. 6/26], ergänzende Begründung des Einwands vom 8. Dezember 2021 [Urk. 6/30])
lehnte sie das Leistungsbegehren der Versicherten
mit Verfügung vom 23. Februar 2022 ab (Urk. 2 = Urk. 8/33).
2.
D
agegen erhob
die Versicherte mit Eingabe vom 28. März 2022 Beschwerde
und beantragte
, es sei die Verfügung vom 23. Feb
ruar 2022 aufzuheben,
der Fall an die IV-Stelle zurückzuweisen
und diese zu verpflichten, den rechtserheblichen Sachverhalt vollumfänglich abzuklären und ihren Entscheid entsprechend zu begründen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 19. Mai 2022 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), worüber die Beschwerde
führerin am 23. Mai 2022 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben ge
mäss Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähig
keit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu er
halten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
1.
4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 140 V 193 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.5
Gemäss Art. 54a IVG stehen die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) den IV-Stellen für die Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungs
anspruchs zur Verfügung (Abs. 2). Sie legen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der versicherten Person für die Ausübung einer zumutbaren Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich fest (Abs. 3). Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Abs. 4). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüf
methoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Bei der Festsetzung der funktionellen Leistungsfähigkeit (Art. 54a Abs. 3 IVG) ist die medizinisch attestierte Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit und für an
gepasste Tätigkeiten unter Berücksichtigung sämtlicher physischen, psychischen und geistigen Ressourcen und Einschränkungen in qualitativer und quantitativer Hinsicht zu beurteilen und zu begründen (Abs. 1
bis
). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Ver
waltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu ent
scheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzu
nehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hin
weisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
erwog in der angefochtenen Verfügung, die medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass die Beschwerdeführerin an funktionellen Störungen leide, welche mit entsprechenden therapeutischen Massnahmen behandelbar seien.
Durch die berufliche Erfahrung als
Pilates
instruktorin
verfüge die Beschwerdeführerin über das nötige Wissen, die bestehenden Beschwerden angehen und verbessern zu können. Unter ent
sprechenden medizinischen Massnahmen sei davon auszugehen, dass jegliche Tätigkeiten in freier Wirtschaft wieder zumutbar seien. Zudem erweise sich die
zuletzt
ausgeübte Tätigkeit als Gesundheitstherapeutin als angepasst, wobei die Beschwerdeführerin ihr Pensum in der eigenen Praxis steigern und damit ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen könne. Entsprechend bestehe kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 2).
An diesem Standpunkt hielt die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort vom 19. Mai 2022 fest (Urk. 5).
2.2
Die Beschwerdeführerin
machte
demgegenüber
geltend
, ihr seien die an
gestammte Tätigkeit
als
Coiffeuse
sowie jene als
Serviceangestellte nicht mehr zumutbar. Sie sei somit zumindest von Invalidität bedroht, was grundsätzlich die Prüfung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen rechtfertige.
Der Verfügung der Beschwerdegegnerin lasse sich nicht entnehmen, mit welchen spezifischen Massnahmen und innert welcher Zeitdauer eine Verbesserung des
Gesundheits
zustandes erreicht werden könne. Die Beschwerdeführerin habe zwar mehrere Kurse im Bereich Gesundheitstherapie absolviert, jedoch verfüge sie weder über eine medizinisch anerkannte Ausbildung, noch könne von jeder im Gesundheits
bereich tätigen Person erwartet werden, ihre eigenen Beschwerden zu beheben. Im Übrigen
handle es sich bei der Tätigkeit als Gesundheitstherapeutin nicht um die zuletzt ausgeübte Tätigkeit. Vielmehr habe
sie
versucht, sich neben der Tätig
keit in der Gastronomie mit ihrer eigenen Praxis selbständig zu machen, wobei sie Letztere in der Zwischenzeit wieder habe schliessen müssen.
Ohnehin könnten
die im
Bereich Gesundheitstherapie
erworbenen Kursdiplome nicht mit einem eid
genössischen Fähigkeitszeugnis gleichgestellt werden, weshalb es an der Gleich
wertigkeit
mit
der ursprünglichen Ausbildung als
Coiffeuse
fehle
und ein An
spruch auf Umschulung zu prüfen sei. Insgesamt habe die Beschwerdegegnerin den Anspruch der Beschwerdeführerin auf
berufliche Massnahmen
ungenügend abgeklärt und deren Ablehnung nicht nachvollziehbar begründet (Urk. 2)
.
3.
3.1
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin,
attestierte der Beschwerdeführerin mit Zeugnis vom 6. April 2021 für die Zeit vom 10. März 2021 bis 27. April 2021 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % wegen einer Krankheit. 50 % beträfen den Beruf als
Coiffeuse
. In dem Leiden angepassten Tätigkeiten (wechselnd körperlich belastend, stehend und sitzend mit Vermeiden von Tragen von Lasten über 10 kg) bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
(Urk. 6/5/2)
.
Mit Zeugnis vom 12. Mai 2021 attestierte er der Beschwerdeführerin für die Zeit vom 13. Mai 2021 bis 9. Juni 2021
eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit wegen Krank
heit (Urk. 6/5/1).
3.2
Gemäss Bericht von
Dr. med.
C._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, vom 30. Juni 2021
beklage die Versicherte seit Jahre
n
bestehende Beschwerden im Bereich des Bewegungsapparates, vornehmlich im Bereich des Rückens wie auch in der Schulter-/Nackenregion und im Übergangsbereich zwischen Lendenwirbelsäule
(LWS)
und Becken. Die Beschwerden bestünden ständig, wären vielleicht mal weniger schlimm aber nicht besser oder gar ganz weg. Auch beklagt würden Beschwerden im
Bereich der
E
xtremitätengelenke
mit belastungsabhängiger Beschwerdeverstärkung. Zudem bestünden Schmerzen an beiden Fersen, weniger knöchern als im umgebenden Bereich. Die Beschwerden würden auch springen, wären mal mehr an dem einen als dem anderen Ort. Das Auftreten von Rötungen oder Schwellungen werde nicht beschrieben, aber eine deutliche, vor allem schmerzhafte Morgensteifigkeit der Hände.
Dr.
C._
berichtete
über
folgende Untersuchungsbefunde: Beckenstand gleich
seitig zu ebener Erde, SIPS und SIAS gleichsinnig,
Sacrumstand
unauffällig, seitengleiche Beweglichkeit der
Iliosakralgelenke
, keine Blockierungszeichen. Druckschmerzen über den Dornfortsätzen
der LWS
und vor allem beidseits para
vertebral. Insgesamt leichter
Ventralisierungsschmerz
der LWS. In der segmentalen Untersuchung keine lokalen Blockierungen. Keine Störungen an der übrigen Wirbelsäule. Hüftgelenke
artikulär
unauffällig, ebenso Knie- und Sprunggelenke wie auch Füsse. Unauffällige neurologische Untersuchung, keine Abschwächung sensibler, motorischer oder reflektorischer Qualitäten,
Lasègue
wie auch
Bragard
negativ, keine Pyramidenzeichen. Arterieller wie venöser Gefässstatus ohne Auffälligkeiten. Rumpfrotationen seitengleich, unauffällige
Beweglichkeiten
der oberen Extremitäten. Halswirbelsäule zu beiden Seiten in Rotation- und Seitneigung etwas eingeschränkt. In Rückenlage unauffällige knöcherne Landmarks, keine erkennbare anatomische oder funktionelle Bein
längendifferenz. Freie Beweglichkeit von Hüft- und Kniegelenken, wie auch von Sprunggelenken und Füssen. Abdomen weich und insgesamt unauffällig, keine Resistenzen, keine
Défense
. Thorax in seiner Form symmetrisch mit seiten
gleichen Atemexkursionen. Am gesamten Körper sehr schmerzhafte Druckpunkte im Bereich der
muskulotendinösen
Ansatzstellen, weniger über rein knöchernen Vorsprüngen wie Stirn,
Acromion
,
Olecranon
und
Tibiakopf
. Im Bereich des Sternums und beidseits parasternal
allerdings wiederum starke Druck
schmerz
haftigkeiten.
Die
Magentresonanztomografie
(MRT) der Halswirbelsäule (HWS) sowie der LWS ergab einen 11 mm grossen
hämangiomtypischen
Befund im Wirbelkörper L3, im Übrigen aber keine pathologischen Befunde, insbesondere keine Kompression neuraler Strukturen.
Gemäss
Dr.
C._
könnten ein chronisch entzündliches Geschehen wie auch eine
neurokompressiv
wirksame
,
bandscheibenbedingte Erkrankung ausgeschlossen werden. Bei der
Beschwerdeführerin
bestehe ein chronisches
myofasciales
Schmerzgesche
he
n, ausgelöst und verstärkt durch muskuläre Fehlspannungen auf dem Boden der bestehenden muskulären
Dysbalancen
. Therapeutisc
h not
wendig seien vor allem eigenständige
Übungen
,
um die vorhandenen Ungleich
gewichte nach Möglichkeit auszugleichen. Begleitend zu den Übungen seien sicher immer mal wieder
aktiv-aktivierende
physiotherapeutische Behandlungen
erforderlich. Medikamentös unterstützend könne
bedarfsadaptiert
Analgetika
ab
gegeben werden
. Weiter führte
Dr.
C._
aus, die geklagten und nachvollziehbaren Beschwerden würden zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Befindens und auch zu einer deutlichen Beeinträchtigung der körperlichen Belastbarkeit und des Leistungsvermögens führen. So seien die zuletzt ausgeübte
n
Tätigkeiten als
Coiffeuse
respektive als Servicekraft in der Gastronomie definitiv nicht leidens
gerecht. Mögliche, denkbare Tätigkeiten würden über die Möglichkeit zum freien Wechsel der Körperhaltung verfügen, seien frei von körperlichen Zwangs
haltungen und monoton eintönigen Bewegungsabläufen.
Das Heben und Tragen
von
mittelschwere
n und schweren
Lasten sowie auch das häufige Heben und Bewegen leichter Lasten sollten grundsätzlich nicht erfolgen. Angesichts der Situation der noch jungen
Beschwerdeführerin
sollte eine Umschulungs- respektive Weiterbildungsmassnahme erfolgen um sie für eine entsprechende leidensgerechte Tätigkeit zu qualifizieren
(Urk. 6/23).
3.
3
Im Bericht zuhanden der IV-Stelle vom 14. Juli 2021 verwies
Dr.
C._
ins
besondere auf
vorgenannten Bericht
vom 30. Juni 202
1.
Die erstmalige und ein
malige Behandlung der Versicherten durch ihn sei am
9.
Juni 2021 erfolgt, die Weiterbehandlung erfolge durch den Hausarzt.
Eine Arbeitsunfähigkeit habe er der V
ersicherten nicht attestiert.
Zur Prognose in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hielt
Dr.
C._
fest, d
as Leistungsvermögen in den zuletzt ausgeübten Berufen (
Coiffeuse
und Serviceangestellte Gastronomie) sei aufgehoben
. Eine
leidens
angepasste Tätigkeit sei der Versicherten demgegenüber vollschichtig zumutbar (Urk. 6/22).
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin macht
e
geltend, ihr
sei
weder ihre angestammte Tätigkeit als
Coiffeuse
noch jene als Serviceangestellte zumutbar und sie
sei
entsprechend zumindest von Invalidität bedroht (vgl. vorstehend E. 2.2). Diesbezüglich ist es zwar zutreffend, dass
Dr.
B._
ihr für die Zeit vom
10
.
März
bis
27. April 2021
eine 50%ige sowie für die Zeit vom
13.
Mai bis
9
.
Juni 2021 eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit im Beruf als
Coiffeuse
attestierte
(
E. 3.1
)
. Den entsprechenden Arbeitsunfähigkeitszeugnissen lässt sich allerdings keine B
egründung
dafür
ent
nehmen. Auch die von
Dr.
C._
postulierte
deutliche
Beeinträchtigung
der körperlichen Belastbarkeit und
des Leistungsvermögens der Beschwerdeführerin in den Tätigkeiten als
Coiffeuse
und Service
angestellte
(E. 3.2 und 3.3)
ist
nicht nachvollziehbar
. So erhob
dieser
durchwegs
unauffällige Befunde
und auch bild
gebend zeigten sich keine invalidenversicherungsrechtlich relevante
n
Patho
logien (E. 3.2).
Bei ausschliesslich auf muskuläre Fehlspannungen und
Dys
balancen
zurückzuführenden Beschwerden
(E. 3.2)
lässt sich eine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht begründen, wobei an dieser Stelle da
rauf hinzuweisen ist, dass Dr.
C._
der Beschwerdeführerin
denn auch
keine Arbeitsu
nfähigkeit attestierte (E. 3.3), sondern vielmehr ein eigenständiges Übungstraining für notwendig erachtete (E. 3.2). Seine prognostische Ein
schätzung eines in den zuletzt ausgeübten Berufen aufgehobenen Leistungs
vermögens (E. 3.2) gründet damit wohl einzig im Umschulungswunsch der Beschwerdeführerin. Hinweise auf pathologisch relevante Befunde sind jedenfalls nicht erkennbar.
Bei dieser Aktenlage ist die vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) am 3. August 2021
abgegebene
Beurteilung, wonach
die
Beschwerden der Beschwerdeführerin entsprechende
n
medizinischen Massnahmen
(Körperhaltung, Konditionierung) zugänglich
sind (Urk. 6/24/3), nachvollziehbar und
daher
nicht zu beanstanden. Darauf durfte die Beschwerdegegnerin abstellen.
4.2
Nach dem Gesagten ist kein Gesundheitsschaden ausgewiesen, welcher dauerhaft und in erheblichem Masse eine Einschränkung der Arbeitsfähigk
eit zu begründen vermag.
Mithin liegt keine Invalidität vor und die Beschwerde
führerin ist auch nicht von
Invalidität bedroht.
Bei dieser Ausgan
g
slage besteht von
v
ornherein kein Anspruch auf berufliche Massnahmen und auch kein R
entenanspruch. Weiterungen zu den Voraus
setzungen der einzelnen beruflichen Massnahmen erübrigen sich deshalb.
4.3
Vor diesem Hintergrund ist die Abweisung des Leistungsbegehrens der Beschwerdeführerin durch die Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden und die Beschwerde entsprechend abzuweisen.
5.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu beur
teilen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Sie sind ermessens
weise auf Fr.
6
00.-- anzusetzen und ausgangsgemäss
der
unterliegenden Beschwerde
führerin aufzuerlegen.