Decision ID: 5308d84e-f743-5f77-ba30-f017ee279f5a
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner Bodenmann, Waisenhausstrasse 17,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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St.Galler Gerichte
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich im Dezember 2010 zum Leistungsbezug bei der IV-Stelle (IV-
act. 1). Er leide seit 2008 an zunehmend starken Rückenschmerzen, die sich in den
letzten Monaten vor der Anmeldung deutlich verstärkt hätten. Sein Rechtsvertreter
legte der Anmeldung einen Bericht des behandelnden Hausarztes, Dr. med. B._,
Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, bei. Dieser gab an, der Versicherte stehe seit
2008 aufgrund eines Lumbovertebralsyndroms mit Ischialgien in Behandlung. Seines
Erachtens habe sich aber der Zustand des Versicherten im Vergleich zu September
2008 weiter verschlechtert. Daher sei dessen Arbeitsfähigkeit deutlich eingeschränkt.
Er beurteile den Versicherten als in einer adaptierten Tätigkeit zu höchstens 30-40%
arbeitsfähig. Der Versicherte stehe unter regelmässiger medikamentöser Therapie und
es sei eine weitere Untersuchung in der Neurochirurgie geplant (IV-act. 3).
A.b In einem Frühinterventionsgespräch mit dem zuständigen Arzt des Regionalen
Ärztlichen Dienstes Ostschweiz (RAD) am 31. Dezember 2010 gab Dr. B._ folgende
Diagnosen an (IV-act. 9, unterzeichnetes und ergänztes Protokoll vom 5.01.2011, IV-
act. 11):
"Lumbovertebralsyndrom mit Ischialgien, keine radikulären Ausfälle, Lasègue positiv,
MRI LWS 10/10 zeigt Diskusprotrusionen L4/5 und ausgeprägter L5/S1;
08/08 wurde eine Funktionsmyelographie durchgeführt: Spinalkanalstenose L3 bis L5,
relative Operationsindikation". Er führte weiter aus, der Versicherte stehe in
medikamentöser und physiotherapeutischer Behandlung. Es bestehe keine
Operationsbereitschaft des Versicherten, da dieser Angst vor einer Operation habe.
Körperlich leichte, rückenadaptierte Tätigkeiten, könne der Versicherte maximal
halbtags ausführen; die Arbeitsfähigkeit schätzte Dr. B._ auf höchstens 40-50%.
Auch nach einer Operation wäre keine vollständige Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Der
Versicherte weise nur eine geringe Belastbarkeit auf. Der beigelegte Bericht der
radiologischen Untersuchung vom 28. Oktober 2010 wies die vom Hausarzt
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geschilderten Befunde aus. Ansonsten zeigte sich ein reguläres lumbales
vertebrospinales Kernspintomogramm ohne Nachweis eines neural
kompromittierenden Prozesses (IV-act. 11-8). Bereits bei der radiologischen
Untersuchung im März 2008 hatte sich keine Wurzelkompression gezeigt (IV-act. 11-7).
Ein Bericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 10. September 2008 hält fest, dass sich
im Kernspintomogramm vom März 2008 ein kleiner Bandscheibenvorfall L5/S1 links
sowie eine relative Spinalkanalstenose in den Höhen L3/4 und L4/5 gezeigt hatten. Weil
der Versicherte seit längerem über linksseitige Lumboischialgien geklagt habe, sei am
21. Juli 2008 eine Nervenwurzelinfiltration durchgeführt worden (IV-act. 11-5).
A.c Am 12. Januar 2011 reichte der Rechtsvertreter des Versicherten der IV-Stelle
weitere Unterlagen, darunter einen Bericht des ehemaligen Arbeitgebers zu Handen der
Arbeitslosenkasse vom 10. November 2008, ein (IV-act. 14). Darin waren dem
Versicherten die Gründe für die Kündigung dargelegt worden (IV-act. 16-10): Der
Versicherte habe die leichteste Arbeitsverrichtung in seiner Abteilung erhalten, dennoch
habe er sich wiederholt über Schmerzen beklagt und so einen schlechten Einfluss auf
das Betriebsklima gehabt. Im Vorfeld sei durch den SWICA-Arzt abgeklärt worden, ob
der Versicherte diese Arbeit auch tatsächlich bewältigen könne. Dabei sei der
Versicherte als arbeitsfähig eingestuft worden (IV-act. 16-9). Nachdem der Versicherte
aber mitgeteilt habe, dass er nicht mehr arbeiten könne und er anschliessend auch die
Arbeit verweigert habe, sei keine andere Lösung geblieben, als ihm die Kündigung
auszusprechen. Vom 17. September 2008 bis 19. Oktober 2010 war der Versicherte als
arbeitslos gemeldet, wobei er eine 100% Stelle suchte (IV-act 21).
A.d Am 14. April 2011 führte der Eingliederungsverantwortliche ein
Frühinterventionsgespräch mit dem Versicherten (IV-act. 23). Im Protokoll hielt er fest,
die Bereitschaft für einen Arbeitsversuch sei vorhanden. Er sehe allerdings keine
Aussicht auf Erfolg, da bereits die letzte Tätigkeit des Versicherten eine adaptierte
Tätigkeit gewesen sei und der Versicherte diese aufgrund seiner starken Schmerzen
habe aufgeben müssen.
A.e In einem Assessmentgespräch am 16. Mai 2011 gab der Versicherte an, er würde
gerne 100% arbeiten, falls er gesund wäre. Als er beim RAV gemeldet gewesen sei,
habe er über 150 Bewerbungen geschrieben, habe aber mit der Begründung, er sei zu
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alt oder habe keine Ausbildung, nur Absagen erhalten. Da seine Frau und seine Tochter
arbeiteten, werde die Familie nicht vom Sozialamt unterstützt. Er wäre froh, wenn man
ihm eine Stelle finden würde, er wolle auf jeden Fall einen Arbeitsversuch machen. Eine
Operation lehne er ab, da es keine Garantie gebe, dass es ihm nachher besser gehe.
Die RAD-Ärztin gab zu Protokoll, dass eine orthopädische Untersuchung nötig sei. Die
Besprechung endete mit dem Ergebnis, dass derzeit keine beruflichen Massnahmen
angezeigt seien, da die orthopädische Untersuchung abgewartet werden müsse (IV-
act. 22).
A.f Gestützt auf die Berichte des Hausarztes und der Neurochirurgie des Kantons
spitals St. Gallen schätzte die RAD-Ärztin den Versicherten mit Stellungnahme vom
6. Januar 2011 provisorisch als zu 50% arbeitsfähig ein. Am 28. April 2011 ergänzte
sie, der Versicherte habe beim Assessmentgespräch einen schmerzgeplagten Eindruck
hinterlassen. Der angegebene tägliche Analgetikakonsum sei hoch, zur definitiven
Festlegung der Arbeitsfähigkeit sei daher eine orthopädische Untersuchung nötig (IV-
act. 24).
A.g Am 17. Mai 2011 wurde dem Versicherten mitgeteilt, dass er keinen Anspruch auf
berufliche Massnahmen habe, da eine medizinische Abklärung angezeigt sei (IV-
act. 27).
A.h Die orthopädische Begutachtung erfolgte am 11. Juli 2011 durch Dr. med. C._,
Facharzt für orthopädische Chirurgie FMH. Das Gutachten datiert vom 13. Juli 2011
(IV-act. 32). Der Gutachter hielt fest, der Versicherte habe angegeben, er könne
aufgrund seiner Schmerzen in der Nacht nur zwei bis drei Stunden schlafen. Nach einer
Gehstrecke von einem Kilometer verspüre er eine Kraftminderung und müsse sich
hinsetzen. Zwei- bis dreimal täglich müsse er sich hinlegen. Liegen auf dem Bauch
oder dem Rücken sei schlecht möglich, die Seitenlage sei besser. Der Gutachter stellte
die Diagnosen: "Spinalkanalstenose L3/4 und L4/5, moderate Spondylarthrose L4 bis
S1, Osteochondrose L3 bis S1". In Anbetracht der radiologischen Untersuchungen
müssten die geäusserten Beschwerden als sehr ausgeprägt angesehen werden und
liessen sich in diesem Ausmass nicht erklären. Da zu langes Sitzen ungünstig sei, sei
der Versicherte auf Wechselpositionen angewiesen. Die zuletzt ausgeübte Arbeit
müsse gemäss Beschreibung als sehr leicht angesehen werden. Diese könne der
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Versicherte in einem zeitlichen Umfang von 60% ausüben. Die restlichen 40% gingen
zu Lasten vermehrter Pausen und verlangsamter Tätigkeit. Diese Arbeit müsse
gleichzeitig auch als adaptiert angesehen werden, eine günstigere Tätigkeit finde sich
nicht. Eine vorwiegend stehende Tätigkeit sei wegen der Zeichen einer
Spinalkanalstenose nicht zumutbar.
A.i Am 5. August 2011 nahm die RAD-Ärztin Stellung zum Gutachten (IV-act. 35). Es
liege ein Gesundheitsschaden bei stabilem Gesundheitszustand vor. Die lumbalen
Veränderungen führten zu schmerzbedingten Einschränkungen der Belastbarkeit des
Versicherten, daher sollten insbesondere rein stehende und gehende Tätigkeiten sowie
Gewichtsbelastungen vermieden werden. Für die zuletzt ausgeübte körperlich leichte,
überwiegend sitzende Tätigkeit, bestätige der Gutachter eine 60%ige Arbeitsfähigkeit
bei höherer zeitlicher Präsenz für die erforderlichen Erholungspausen und bei
verlangsamtem Arbeitstempo. Diese Beurteilung könne aus medizinischer Sicht
nachvollzogen werden und weiche weder von der hausärztlichen Beurteilung noch von
der provisorischen RAD-Beurteilung wesentlich ab. Der Beginn könne auf August 2008
festgelegt werden. Die subjektiven Beschwerden könnten durch die erhobenen
Befunde nicht überzeugend erklärt werden. Es sei insbesondere nicht nachvollziehbar,
wieso der Versicherte die sehr leichte Tätigkeit am Schonarbeitsplatz nicht habe
ausführen können. Es drängten sich keine therapeutischen Massnahmen auf, durch
welche eine signifikante Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten wäre (IV-
act. 35).
A.j Am 15. September 2011 führte der Eingliederungsverantwortliche ein weiteres
Gespräch mit dem Versicherten. Er teilte dem Versicherten mit, dass er ihm
Arbeitsvermittlung anbieten könne. Dieser schilderte aber, dass er bereits 150-200
Bewerbungen geschrieben habe; ohne Erfolg. Er frage auch bei Firmen nach und habe
Freunde und Bekannte informiert, dass er eine Arbeit suche. Er halte es für nicht mehr
realistisch, dass er noch eine Stelle finde; er werde sich aber auch weiterhin bewerben.
Der Versicherte verzichtete auf Arbeitsvermittlung (IV-act. 39).
A.k Am 21. November 2011 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, er habe keinen
Anspruch auf berufliche Massnahmen (IV-act. 44).
A.l Ein Röntgenuntersuchungsbericht vom 5. Januar 2012 zeigte folgenden Befund:
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"Im Verlauf im Wesentlichen stationäre Befundkonstellation. Leichte- bis mittelgradige
Spondylarthrose der kaudalen LWS. Breitbasige, etwas rechts lateral akzentuierte
Diskusprotrusion L4/5 mit moderater rezessaler Einengung beidseits. Im Niveau L5/S1
kleinvolumige breitbasige, median akzentuierte Diskushernie ohne
Nervenwurzelkompression. Weiterhin keine höhergradige Einengung des Spinalkanals
oder Neurofamina. Wie in der Voruntersuchung, insbesondere im Niveau L3/L4 etwas
vermehrt Flüssigkeit im ISG beidseits." (IV-act. 45-10).
A.mAm 13. Januar 2012 hielt der Hausarzt fest, der Versicherte sei körperlich nur
äusserst minimal belastbar. Eine sehr leichte körperliche Tätigkeit wäre ihm höchstens
für drei Stunden täglich zumutbar. Zusammenfassend sei der Zustand des Versicherten
eindeutig schlechter geworden. Auch ohne körperliche Belastung habe er ständig
Schmerzen, teils lumbal, teils im Schulternackenbereich. Seit März 2011 leide er auch
an einem Halswirbelsäulensyndrom. Mit einer Besserung könne man nicht rechnen. Es
sei unvorstellbar, dass der Versicherte mehr als 40% Leistung erbringe (IV-act. 45).
A.n Am 1. Februar 2012 nahm ein RAD-Arzt zur Situation des Versicherten Stellung.
Da der Hausarzt schreibe, es bestünden seit Jahren heftige Lumboischialgien, könne
davon ausgegangen werden, dass solche starken Schmerzen auch bereits vor dem
Gutachten aufgetreten seien. Es gebe auch keine Hinweise im Verlaufsbericht, dass
neu stärkere Analgetika notwendig gewesen oder neu eingesetzt worden wären. Seiner
Ansicht nach beruhten die divergierenden Angaben des Hausarztes und des
Gutachters zur Arbeitsfähigkeit auf einer unterschiedlichen Bewertung eines ähnlichen
medizinischen Sachverhaltes. Die gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
habe nach wie vor Gültigkeit. Der Gesundheitszustand könne
versicherungsmedizinisch als stabil bezeichnet werden (IV-act. 46).
A.o Mit Vorbescheid vom 6. März 2012 zeigte die IV-Stelle bei einem Invaliditätsgrad
von 37% die Abweisung des Rentengesuchs an (IV-act. 50). Dagegen liess der Ver
sicherte am 23. April 2012 Einwand erheben (IV-act. 51). Es sei ihm eine Invalidenrente
basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% zuzusprechen, eventualiter
seien weitere medizinische Abklärungen in die Wege zu leiten. Der Gutachter lege nicht
nachvollziehbar dar, weshalb der Einschätzung des Hausarztes nicht gefolgt werden
könne. Weiter wurde die Berechnung des Invaliditätsgrades beanstandet. Die IV-Stelle
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gehe von einem falschen Valideneinkommen aus. Im Jahre 2006 sei es zu einem
Einbruch im Einkommen des Versicherten gekommen, weshalb nicht einzig auf das
Einkommen aus dem Jahr 2007 abgestellt werden dürfe. Ansonsten würde sich ein
verzerrtes Bild ergeben. Aus dem Fragebogen für Arbeitgebende gehe hervor, dass der
Versicherte ab Januar 2006 ein monatliches Einkommen von Fr. 4'150.-- habe erzielen
können. Unter Berücksichtigung eines 13. Monatslohnes ergebe sich ein
Jahreseinkommen von Fr. 53'950.-- und nicht nur von Fr. 49'366.--, wie von der IV-
Stelle berücksichtigt. Der Versicherte habe sich in der Vergangenheit bereits
regelmässig auf Stellen beworben und sei motiviert, wieder eine Arbeitstätigkeit
aufzunehmen. Aufgrund seiner gesundheitlichen Beschwerden sei der Versicherte in
seiner Arbeitstätigkeit aber verlangsamt. Hinzu komme, dass er bereits knapp 61 Jahre
alt sei. Daher rechtfertige sich ein Abzug auf dem Invalideneinkommen von 15%,
woraus ein Invaliditätsgrad von 51% resultiere.
A.p Die IV-Stelle hielt in der Folge an ihrem Entscheid fest und verfügte am 20. Juni
2012 die Ablehnung des Rentenanspruchs (IV-act. 52). Zur Begründung führte sie an,
es sei der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte eher
zugunsten ihrer Patienten aussagten. Es werde auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung im
Gutachten (60%) abgestellt. Ein zusätzlicher Leidensabzug auf dem
Invalideneinkommen rechtfertige sich, wenn eine Person nur leichte Hilfstätigkeiten
ausführen könne. Da die zuletzt ausgeübte Tätigkeit des Versicherten bereits einer
körperlich leichten Tätigkeit entsprochen habe, rechtfertige sich vorliegend ein
Leidensabzug nicht. Das Alter einer versicherten Person sei IV-fremd. Für das
Valideneinkommen sei auf das Einkommen aus dem Jahr vor Eintritt der
gesundheitlichen Beeinträchtigung abzustellen.
B.
B.a Die Beschwerde vom 19. Juli 2012 richtet sich gegen oben genannte Verfügung
vom 20. Juni 2012 (act. G 1). Es wird beantragt, die Verfügung aufzuheben und dem
Beschwerdeführer eine Rente basierend auf einem IV-Grad von mindestens 50%
zuzusprechen. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, weitere
medizinische Abklärungen in die Wege zu leiten. Zur Begründung wird angeführt, es sei
zu betonen, dass sich der Gutachter nicht mit der abweichenden Einschätzung des
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Hausarztes auseinandersetze. Das Gutachten müsse insgesamt als äusserst knapp
und rudimentär bezeichnet werden. Offenbar hätten dem Gutachter nur wenige
Vorakten vorgelegen. Das Gutachten überzeuge nicht und dürfe nicht als Grundlage für
die Verfügung herbeigezogen werden. Es möge zwar richtig sein, dass ein Hausarzt
eher dazu neige, die Angaben eines Versicherten zu übernehmen als ein unabhängiger
Gutachter. Dennoch sei festzuhalten, dass die Einschätzung des Hausarztes nicht allzu
weit entfernt von der Einschätzung des Gutachters liege. Es könne daher dem Hausarzt
nicht vorgeworfen werden, er habe die Angaben des Beschwerdeführers unbesehen
übernommen. Vielmehr habe er die Arbeitsfähigkeitsschätzung offensichtlich gestützt
auf die langjährige Begleitung des Beschwerdeführers getätigt. Vor diesem Hintergrund
müsse es als willkürlich bezeichnet werden, wenn die Beschwerdegegnerin die
Einschätzung des Hausarztes unberücksichtigt lasse und sich stattdessen auf das
nicht nachvollziehbare Gutachten stütze. Weiter wird die Berechnung des IV-Grades,
v.a. die Festsetzung des Valideneinkommens beanstandet. Es sei festzuhalten, dass
der Beschwerdeführer in den Jahren 2006 und 2007 aufgrund von Erkrankungen
wiederholt arbeitsunfähig geschrieben gewesen sei. Deshalb seien seitens des
Beschwerdeführers die Einkünfte aus den Jahren 2001 bis 2005 beigezogen worden
(obwohl der Beschwerdeführer bereits im Jahr 2005 wiederholt arbeitsunfähig gewesen
sei). Für diese fünf Jahre ergebe sich daraus ein durchschnittliches Einkommen von
Fr. 51'430.60. Es sei nochmals darauf hinzuweisen, dass gemäss
Arbeitgeberfragebogen der Beschwerdeführer ab Januar 2006 ein Bruttoeinkommen
von monatlich Fr. 4'150.-- habe erzielen können. Diese Angaben seien auch in den
Personallohnblättern ausgewiesen. Der Berechnung müsse danach ein
Valideneinkommen in der Höhe von mindestens Fr. 53'950.-- zugrunde gelegt werden.
Bei Berücksichtigung des von der Beschwerdegegnerin eingesetzten
Invalideneinkommens von Fr. 31'101.-- ergebe sich damit bereits ein IV-Grad von über
40%, womit der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Viertelsrente habe. Die
Beschwerdegegnerin habe willkürlich gehandelt, indem sie von einem deutlich zu tiefen
Valideneinkommen ausgegangen sei. Weiter sei es falsch, dass das Alter bei der Frage,
ob ein Leidens- oder Teilzeitabzug gerechtfertigt sei, nicht berücksichtigt werden
könne und widerspreche offensichtlich der gängigen Rechtsprechung. Der
Beschwerdeführer könne in der bisherigen Tätigkeit nicht mehr arbeiten, was bedeute,
dass er einen neuen Arbeitgeber finden müsse. Angesichts seines Alters, seiner
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Beschwerden und der mangelenden Erfahrung sei davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer im Vergleich zu anderen, gesunden, jüngeren Arbeitnehmern ein
unterdurchschnittlich geringes Einkommen erzielen würde, weshalb es sich rechtfertige
einen Leidens- und Teilzeitabzug von mindestens 15% vorzunehmen.
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 12. September 2012 beantragt die
Beschwerdegegnerin, die Beschwerde abzuweisen. Eventualiter seien weitere
medizinische Abklärungen durchzuführen. Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den
Standpunkt, den Berichten Dr. B._s kämen keine ausschlaggebende Bedeutung zu,
da er fachärztlich nicht qualifiziert sei, die Rückenbeschwerden des Beschwerdeführers
zu beurteilen. Überdies gehe aus dem Gesprächsprotokoll hervor, dass er seine
Einschätzung schwergewichtig auf die Schilderungen des Beschwerdeführers abstütze.
Zudem sei der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte
aufgrund ihrer Vertrauensstellung eher zugunsten ihrer Patienten aussagten. Es sei
Aufgabe eines Gutachters, die Arbeitsfähigkeit eines Versicherten gestützt auf eine
eigene Untersuchung unter Beachtung der Anamnese und der relevanten Vorakten zu
bestimmen; dies habe der Gutachter vorliegend getan. Die Befunderhebung und die
Diagnosestellung seien schlüssig, die Arbeitsfähigkeitsschätzung erscheine
demgegenüber als zu grosszügig. Da beim Beschwerdeführer keine neurologischen
Ausfälle, keine Instabilitäten und keine ausgeprägte Fehlstatik im Rückenbereich
vorliegen würden, dürfte seine Arbeitsfähigkeit höchstens in qualitativer Hinsicht
eingeschränkt sein. Es werde im Gutachten nicht schlüssig dargelegt, wieso der
Beschwerdeführer nur noch 60% arbeitsfähig sein sollte. Gemäss dem Bericht des
Kantonsspitals habe der Beschwerdeführer keinen grossen Leidensdruck gehabt, er
nehme auch keine Schmerzmittel ein. Gestützt auf die Selbsteingliederungs- und
Schadenminderungspflicht habe er in einem zumutbaren Ausmass Schmerzmittel
gegen seine Rückenbeschwerden einzunehmen. Weil aufgrund der relativ harmlosen
Befunde keine plausibel begründbare Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
ersichtlich sei, könne in dieser Hinsicht vom Gutachten abgewichen werden, ohne
damit dem restlichen Teil (Befunderhebung und Diagnosestellung) den Beweiswert
abzusprechen. Es sei daher in einer adaptierten Tätigkeit von einer vollen
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auszugehen. Insofern als der
Beschwerdeführer ein Valideneinkommen von Fr. 51'431.-- geltend mache, erscheine
dies gestützt auf das individuelle Konto plausibel, weshalb darauf abzustellen sei. Da
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der Beschwerdeführer nicht mehr arbeite, könne das Invalideneinkommen anhand der
Lohnstrukturerhebung (LSE, Tabellenlöhne) berechnet werden. Der entsprechende
Tabellenlohnwert für das Jahr 2005 betrage Fr. 58'389.--. Weil dieser Betrag höher sei
als das Valideneinkommen, sei der entsprechende Betrag bis zu einer Differenz von
5% zu kürzen, da nicht davon ausgegangen werden könne, dass sich der
Beschwerdeführer freiwillig mit diesem bescheidenen Einkommen begnügen wollte.
Sämtliche vom Beschwerdeführer aufgeführten invaliditätsfremden Faktoren seien
bereits bei der Parallelisierung berücksichtigt worden, weshalb sich kein weiterer
Abzug rechtfertige. Da der Beschwerdeführer nur noch leichte Hilfstätigkeiten ausüben
könne, sei ein sogenannter Leidensabzug von 10% vorzunehmen. Ein höherer Abzug
sei nicht gerechtfertigt, da der Beschwerdeführer keine bedeutenden weiteren,
gesundheitlich bedingten Einschränkungen des Leistungsvermögens vorweise. Bei
einem Invalideneinkommen von Fr. 48'602.-- resultiere daraus ein Invaliditätsgrad von
5%, womit der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf einen IV-Rente habe.
B.c Mit Replik vom 29. Oktober 2012 hält der Beschwerdeführer an seinen Begehren
fest. Die Argumentationsweise der Beschwerdegegnerin müsse als willkürlich
zurückgewiesen werden. Es sei äusserst befremdlich, wenn sich die
Beschwerdegegnerin, solange es darum gehe, von der Einschätzung des Hausarztes
abzuweichen, auf das Gutachten stütze, sobald es aber um die Schätzung des
Arbeitsfähigkeitsgrades gehe, dieses Gutachten als nicht schlüssig bezeichne. Es dürfe
nicht gestützt auf diese widersprüchliche Argumentation von einer vollen
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer adaptierten Tätigkeit ausgegangen
werden.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik.

Erwägungen:
1.
Angefochten und zu prüfen ist die Verfügung vom 20. Juni 2012, worin die
Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers verneinte.
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1.1 Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG,
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch
auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine
Viertelsrente. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist
gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar. Danach wird für die
Bestimmung des Invaliditätsgrads das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person
nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Der
Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden
hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und
einander gegenübergestellt werden; ferner kann auch eine Gegenüberstellung blosser
Prozentzahlen genügen (Prozentvergleich; vgl. BGE 114 V 312 E. 3a).
1.2 Für die Bemessung des Invaliditätsgrades sind die zuständige Behörde und später
das Gericht auf von den Ärzten zur Verfügung zu stellende Unterlagen angewiesen.
Aufgabe der Ärzte ist es denn auch, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit weiteren Hinweisen). Im
Rahmen der freien Beweiswürdigung dürfen sich Verwaltung und Gericht weder über
die medizinischen Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sind die ärztlichen
Einschätzungen zur Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer sozialversicherungsrechtlichen
Tragweite zu übernehmen.
2.
Nachfolgend ist daher zunächst zu prüfen, ob die medizinische Aktenlage eine
zuverlässige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt.
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2.1 Im Rahmen der orthopädischen Begutachtung des Beschwerdeführers am 11. Juli
2011 wurde eine Spinalkanalstenose L3/4 und L4/5, eine moderate Spondylarthrose L4
bis S1 und eine Osteochondrose L3 bis S1 festgestellt (IV-act. 32-3). Aufgrund seiner
lumbalen Beschwerden sei der Beschwerdeführer bei seiner Tätigkeit auf
Wechselpositionen angewiesen. Seine früher ausgeübte Tätigkeit, die er vorwiegend im
Sitzen habe erledigen können (mit der Möglichkeit aufzustehen und herumzugehen),
müsse bereits als adaptiert betrachtet werden. Diese Tätigkeit könne der
Beschwerdeführer in einem zeitlichen Umfang von 60% ausüben, wobei die restlichen
40% zulasten vermehrter Pausen und verlangsamter Tätigkeit gingen.
2.2 Die Beschwerdegegnerin geht in ihrer Beschwerdeantwort davon aus, der
Beschwerdeführer habe in einer adaptierten Tätigkeit als zu 100% arbeitsfähig zu
gelten. In dieser Hinsicht will sie vom Gutachten abweichen, hält es insgesamt aber für
plausibel. Damit verhält sie sich widersprüchlich. Dass der Beschwerdeführer keinen
Leidensdruck haben soll und keine Schmerzmittel nehme, ist denn auch aktenkundig
widerlegt. So hielt sein Hausarzt mit Bericht vom 13. Januar 2012 fest, der Versicherte
klage über heftige Kreuzschmerzen und teilweise über heftige Ischialgien. Er stehe
weiterhin unter medikamentöser Therapie und Physiotherapie (IV-act. 45-5). Auch der
Gutachter hielt fest, der Beschwerdeführer nehme täglich Dafalgan und bei starken
Schmerzen Tramadol-Tropfen ein (IV-act. 32-2). Der Ansicht der Beschwerdegegnerin
kann deshalb nicht gefolgt werden.
2.3 Das Gutachten erscheint insgesamt plausibel und nachvollziehbar. Der Gutachter
erstellte seine Diagnose nach eigener Untersuchung und gestützt auf die Anamnese
und die massgeblichen Vorakten. Es sind keine Gründe ersichtlich, wieso dieser
Einschätzung nicht gefolgt werden sollte. Seine Beurteilung weicht denn auch nicht
wesentlich von der Einschätzung des Hausarztes ab, der den Beschwerdeführer für zu
40% arbeitsfähig erachtete. Die RAD-Ärztin schätzte den Beschwerdeführer zunächst
als zu 50% arbeitsfähig ein. Alles in allem erscheint eine verbleibende Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers von 60% bei den erhobenen Befunden als überzeugend. Auch
RAD-Arzt Dr. Wunderlin beurteilte das Gutachten als aus medizinischer Sicht
nachvollziehbar und erklärte, dass darauf abgestellt werden könne. Der gutachterlichen
Arbeitsfähigkeitsschätzung kann gefolgt werden; weitere medizinische Abklärungen
sind nicht angezeigt.
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3.
3.1 Nachdem der gutachterlichen Einschätzung einer 60%igen Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers zu folgen ist, gilt es den Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers zu
bestimmen.
3.2 Der Beschwerdeführer will für die Berechnung des Invaliditätsgrades ein
Valideneinkommen von Fr. 53'950.-- berücksichtigt haben. Alternativ könne auch auf
das Durchschnittseinkommen aus den Jahren 2001 bis 2005 abgestellt werden. Da er
bereits in den Jahren 2006 und 2007 vermehrt krankgeschrieben gewesen sei, dürfe
auf den Verdienst dieser Jahre nicht abgestellt werden. Nachdem die
Beschwerdegegnerin ihre Berechnung zunächst auf das Jahreseinkommen des
Beschwerdeführers aus dem Jahr 2007 abgestützt hatte, erklärte sie sich in der
Beschwerdeantwort bereit, auf das Durchschnittseinkommen aus den Jahren 2001 bis
2005 in der Höhe von Fr. 51'430.60 abzustellen.
3.3 Die diversen Krankschreibungen des Beschwerdeführers in den Jahren 2007 und
2006 und auch bereits im Jahr 2005 sind ausgewiesen (IV-act. 16-16). Dem
Beschwerdeführer ist daher zuzustimmen, dass sein zuletzt erzieltes Einkommen nicht
aussagekräftig ist. Aufgrund seiner wiederholten Absenzen erscheint es daher auch
nicht sinnvoll, auf den Durchschnitt der im individuellen Konto (IK) verbuchten
Einkommen abzustellen, da diese Einkommen offensichtlich nicht dem erzielbaren
Valideneinkommen entsprechen. Lässt sich das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung
realisierbare Einkommen aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse nicht hinreichend
genau beziffern, kann auf statistische Werte zurückgegriffen werden, sofern dabei die
für die Entlöhnung im Einzelfall relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren
mitberücksichtigt werden (BGE 139 V 30, E. 3.3.2). Es rechtfertigt sich damit, für die
Berechnung des Valideneinkommens auf statistische Lohnangaben abzustellen. Dabei
ist vom Zentralwert der Löhne aller männlichen Hilfsarbeiter für alle Branchen
auszugehen, da der Beschwerdeführer über keinen in der Schweiz anerkannten
Berufsabschluss verfügt und da er in verschiedenen Branchen als Hilfsarbeiter tätig
gewesen ist. Dieser Zentralwert belief sich gemäss der Lohnstrukturerhebung (LSE)
2010 des Bundesamtes für Statistik, Tabelle TA1, bei 40 Wochenarbeitsstunden auf
Fr. 4'901.--. Umgerechnet auf den schweizerischen Durchschnitt im Jahr 2010 von
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41,6 Wochenarbeitsstunden resultiert ein Betrag von Fr. 5'097.-- bzw. ein Jahreslohn
von Fr. 61'164.--.
3.4 Seit dem Verlust seiner letzten Stelle geht der Beschwerdeführer keiner Erwerbs
tätigkeit mehr nach. Sein letzter Arbeitsplatz würde zwar seinen Anforderungen an eine
behinderungsadaptierte Tätigkeit entsprechen, ist aber inzwischen nicht mehr frei.
Seine Arbeitgeberin teilte überdies mit, es sei nicht möglich, die Stelle nur zu 60% zu
besetzen, und sie könne dem Beschwerdeführer auch keine andere reduzierte Tätigkeit
anbieten. In dieser Situation, in der kein effektives Erwerbseinkommen des
Beschwerdeführers gegeben ist, namentlich weil er nach Eintritt des
Gesundheitsschadens keine ihm an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit
aufgenommen hat, können nach der Rechtsprechung statistische Werte
(Tabellenlöhne) für die Berechnung des Invalideneinkommens beigezogen werden
(BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
3.5 Der Beschwerdeführer macht zu Recht geltend, er sei in seiner Leistungsfähigkeit
eingeschränkt, was einen entsprechenden Abzug vom verwendeten Tabellenlohn
rechtfertige. Es sei davon auszugehen, dass er aufgrund seines Alters, seiner
gesundheitlichen Beschwerden und der mangelnden Erfahrung gegenüber gesunden,
jüngeren, Arbeitnehmern benachteiligt wäre. Daher möchte er einen Abzug von 15%
(Leidens-und Teilzeitabzug) berücksichtigt wissen.
3.6 Beim Invalideneinkommen ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts in
Form eines entsprechenden Abzugs vom massgebenden statistischen
Durchschnittseinkommen der Tatsache Rechnung zu tragen, dass persönliche und
berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre,
Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die
Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 323, E. 3b/aa) und je nach Ausprägung die
versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg
verwerten kann (BGE 126 V 80, E. 5b/aa). Dabei ist der Abzug unter Würdigung der
Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen,
wobei er 25% nicht übersteigen darf (BGE 134 V 327 E. 5.2). Der Beschwerdeführer
weist aufgrund seiner Gesundheitsbeeinträchtigung einen Konkurrenznachteil
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gegenüber gesunden, mit einem Beschäftigungsgrad von 60% tätigen Hilfsarbeitern
auf. Dazu gehört etwa die Gefahr überdurchschnittlicher Krankheitsabsenzen, die
Notwendigkeit besonderer Rücksichtnahme bezüglich Pausen, Arbeitsplatzgestaltung,
Konstanz der Arbeitsleistung etc. Diese Nachteile stellen betriebswirtschaftlich
betrachtet zusätzliche Lohnkosten dar, die der Beschwerdeführer mit einem
unterdurchschnittlichen Lohn kompensieren müsste, um dieselben Chancen auf eine
Arbeitsstelle zu haben wie seine gesunden Konkurrenten für einen geeigneten
Arbeitsplatz. Praxisgemäss ist in dieser Situation ein Tabellenlohnabzug von 10%
angemessen. Somit resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 33'028.--, was verglichen
mit dem Valideneinkommen von Fr. 61'164.-- zu einem Invaliditätsgrad von 46% führt.
Der Beschwerdeführer hat somit einen Anspruch auf eine Viertelsrente.
4.
Zu prüfen bleibt der Beginn des Rentenanspruchs.
4.1 Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Anspruch auf eine Invalidenrente frühes
tens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruches.
Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausgerichtet, in dem der Anspruch entsteht
(Art. 29 Abs. 3 IVG).
4.2 Nachdem sich der Beschwerdeführer im Dezember 2010 zum Leistungsbezug
anmeldete, kann sein Rentenanspruch gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG nach einer Wartefrist
von sechs Monaten, frühestens also am 1. Juni 2011, entstanden sein.
4.3 Zum Beginn der gesundheitlichen Einschränkung und der 40%igen
Arbeitsunfähigkeit/Leistungseinbusse hat sich der Gutachter nicht geäussert. Die RAD-
Ärztin hat den Zeitpunkt auf August 2008 festgelegt. Da der Beschwerdeführer seine
Arbeitsstelle im August 2008 aus gesundheitlichen Gründen verloren hatte, erscheint
dieser Zeitpunkt als überzeugend. Im Juni 2011 war das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs.
1 lit. b also erfüllt. Der Beschwerdeführer hat demnach ab 1. Juni 2011 einen Anspruch
auf eine Viertelsrente.
5.
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5.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend beurteilten Angelegenheit als angemessen. Diese Gebühr ist
von der unterliegenden Beschwerdegegnerin zu bezahlen.
5.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungs
gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und
nach der Schwierigkeit des Prozesses festgesetzt. Die Honorarpauschale beträgt in der
Verwaltungsrechtspflege vor Versicherungsgericht Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.-- (Art. 22
Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten; sGS 963.75).
Im vorliegenden Fall erscheint praxisgemäss eine Pauschalentschädigung von
Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen, welche die
unterliegende Beschwerdegegnerin zu bezahlen hat.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP