Decision ID: aa8273c8-47b9-470c-8ad1-e6887d7b5aab
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Hochreutener, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft, Bundesgasse 35, Postfach,
3001 Bern,
Beschwerdegegnerin,
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vertreten durch Fürsprecherin Barbara Künzi-Egli, Thunstrasse 84, Postfach 18,
3074 Muri b. Bern,
betreffend
Versicherungsleistungen aus UVG
Sachverhalt:
A.
A.a B._, geboren 1946, war als Betriebsführer der familieneigenen A._ tätig und
dadurch bei der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft (Mobiliar)
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 9. Juni 2000 hatte er sich
den rechten Fuss vertreten (UV-act. 1). Die Mobiliar erbrachte die gesetzlichen
Leistungen und kam insbesondere auch für die Versteifung des oberen Sprunggelenks
(OSG-Arthrodese) auf, die in der Folge nötig wurde. Mit Verfügung vom 30. Oktober
2007 sprach sie dem Versicherten eine Integritätsentschädigung von 15% im Betrag
von Fr. 16'020.-- zu und verweigerte ihm eine Invalidenrente, da das mögliche
Invalideneinkommen von Fr. 78'781.60 über dem Valideneinkommen von Fr. 75'407.--
liege (UV-act. 97). Die dagegen erhobene Einsprache wies die Mobiliar mit Entscheid
vom 7. März 2008 ab und bestätigte ihre Verfügung vom 30. Oktober 2007 (act. G 1.1
zum Verfahren UV 2008/47).
A.b Die dagegen erhobene Beschwerde vom 25. April 2008 hiess das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 21. April 2009 unter
Aufhebung des Einspracheentscheids vom 7. März 2008 gut und wies die Sache zur

Vornahme der nötigen Abklärungen im Sinn der Erwägungen und anschliessend zu
neuer Verfügung über den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente
nach der ausserordentlichen Bemessungsmethode an die Beschwerdegegnerin zurück
(Verfahren UV 2008/47).
B.
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Die Mobiliar erhob gegen diesen Entscheid am 19. Mai 2009 Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten ans Bundesgericht und beantragte die Aufhebung des
Entscheids und die Bestätigung ihres Einspracheentscheids vom 7. März 2008. Mit
Urteil 8C_449/2009 vom 19. November 2009 hiess das Bundesgericht die Beschwerde
in dem Sinne gut, dass der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen vom 21. April 2009 aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz
zurückgewiesen wurde, damit sie, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen,
über die Beschwerde neu entscheide.
Erwägungen:
1.
Ausgehend von Erwägung 5, besonders Erwägung 5.3.3, des
Bundesgerichtsentscheids vom 19. November 2009 ist durch das Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen lediglich noch zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer ein
Berufswechsel zumutbar ist und welches seine rein unfallbedingten gesundheitlichen
Einschränkungen sind, die bei der Bestimmung seines Invalideneinkommens (mit oder
ohne Berufswechsel) zu berücksichtigen sind. Über die übrigen Eckdaten seiner
allfälligen Erwerbseinbusse bzw. seines allfälligen Rentenanspruchs hat das
Bundesgericht ausdrücklich oder implizit entschieden: Die Prüfung des
Rentenanspruchs per 1. März 2007 ist gemäss Erwägung 4.3 nicht zu beanstanden. Es
ist ein Einkommensvergleich vorzunehmen (Erwägung 5.3.2). Art. 28 Abs. 4 der
Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) findet keine Anwendung
(Erwägung 4). Als Valideneinkommen des Jahres 2006 ist laut Erwägung 5.3.2,
ausgehend vom AHV-pflichtigen Einkommen des Jahres 2000 von Fr. 72'000.--, der
von der Beschwerdegegnerin errechnete Betrag von Fr. 75'407.-- einzusetzen. Der
vereinbarte versicherte Verdienst von Fr. 97'200.-- kann gemäss Erwägung 5.1
höchstens als Grundlage für die Bemessung der Invalidenrente dienen, indem damit
der berufs- und ortsübliche Lohn im Sinn von Art. 22 Abs. 2 lit. c UVV festgehalten
wird.
2.
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2.1 Der Entscheid, ob einer versicherten Person für die Bestimmung ihres
Invaliditätsgrads ein Berufswechsel zugemutet werden kann, richtet sich nach Art. 16
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) und der bisherigen einschlägigen Rechtsprechung zu Art. 28 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung in der bis 31. Dezember 2002 gültigen
Fassung (aIVG; AS 1959, 827), die gemäss U. Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009,
N 23 zu Art. 16, weiterzuführen ist. Nach dieser Rechtsprechung sind die gesamten
subjektiven und objektiven Gegebenheiten des Einzelfalls zu berücksichtigen (vgl. BGE
109 V 25 E. 3c S. 27f.; SVR 2002 IV Nr. 8 [I 11/00] E. 5a/bb mit Hinweisen). Als
subjektive Kriterien gelten das Alter, der bisherige Beruf, die soziale Stellung oder die
Verwurzelung am Wohnort, als objektive der Zugang zum in Betracht gezogenen
Verweisungsberuf (vgl. Kieser, a.a.O. mit Hinweisen). Das Bundesgericht erwähnt in
seiner nicht abschliessenden Aufzählung in Erwägung 5.3.3 zusätzlich die Ausbildung,
die Möglichkeiten der betrieblichen Reorganisation zur besseren Verwertung der
Restarbeitsfähigkeit sowie die Schadenminderungspflicht und die Natur der in Frage
stehenden Leistung (Rente).
2.2 Der Beschwerdeführer hatte nach der ordentlichen Primar- und
Sekundarschulzeit 1971 eine zweijährige Berufslehre als Landschaftsgärtner
abgeschlossen. Danach war er als Gärtner und Vorarbeiter tätig, zunächst als
Angestellter, ab 1974 als Selbständigerwerbender (IV-act. 12f.). 1988 gründete er die
Familien-Aktiengesellschaft, bei der er als Betriebsführer und mitarbeitender
Landschaftsgärtner arbeitete (IV-act. 4 und 74). Der Betrieb befand sich spätestens seit
1988 in F._ und eine Zweigniederlassung in E._, unmittelbar an der Gemeindegrenze
zu F._, auf dem betriebseigenen Grundstück (vgl. Handelsregistereintrag der Firma
A._). Im Zeitpunkt der Verrentung per 1. März 2007 war der Beschwerdeführer 60
Jahre und 2 Monate, bei Erlass des Einspracheentscheids vom 7. März 2008 und damit
im Zeitpunkt, der für die richterliche Beurteilung massgebend ist (vgl. BGE 121 V 362
E. 1b S. 366), 61 Jahre und zwei Monate alt. Er hatte sich im Rahmen seiner
Möglichkeiten, die ihm mit den unfall- und krankheitsbedingten Einschränkungen (vgl.
UV-act. 78) verblieben, im familieneigenen Betrieb selbst eingegliedert. Ein
Berufswechsel ist ihm bei dieser Ausgangslage zu diesem Zeitpunkt 3 Jahre und knapp
10 Monate vor der Pensionierung nicht mehr zumutbar. Vielmehr ist er als
Geschäftsführer im familieneigenen Betrieb am flexibelsten einsetzbar und damit am
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besten eingegliedert. Dies gilt auch im Hinblick auf die hier nicht zu berücksichtigenden
unfallfremden Einschränkungen an beiden Händen und Knien.
3.
3.1 Im Urteil vom 21. April 2009 hatte das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen die Beschwerdegegnerin verpflichtet, die rein unfallbedingten
Gesundheitsbeeinträchtigungen des Beschwerdeführers näher abzuklären (Erwägung
[4.2 und] 4.3). Dagegen hatte diese in ihrer Beschwerde ans Bundesgericht vom
19. Mai 2009 (Art. 4) eingewendet, Dr. med. C._, Facharzt FMH für Chirurgie, habe
bereits im Gutachten vom 27. Oktober 2003 die Arbeitsunfähigkeit infolge Unfalls auf
30% festgesetzt und halte auch im Gutachten vom 25. August 2005 an 30% fest. Die
erste Feststellung habe er gemacht, ohne vom Invaliditätsgrad Kenntnis zu haben, den
die IV errechnet habe. Die Aussage, dass die Abgrenzung zwischen Krankheits- und
Unfallfolgen schwierig sei, vermöge die durchwegs einheitlichen Aussagen von
Dr. C._ (zur unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit) nicht umzustossen. Dieser habe sich
klar ausgedrückt (BGer-act. 4). - Der Beschwerdeführer nahm in der Vernehmlassung
vom 13. Juli 2009 ans Bundesgericht zur Kenntnis, dass die Beschwerdegegnerin Wert
auf die Feststellung lege, die Aussagen des von ihr eingesetzten Gutachters seien
schlüssig und korrekt. Er leitete daraus ab, gestützt auf das Gutachten von Dr. C._
vom 25. August 2005 und die Bemessung seines Invaliditätsgrads durch die IV müsse
von der Unfallversicherung ebenfalls eine Invalidität anerkannt werden (BGer-act. 16). -
Das Bundesgericht nahm im Urteil vom 19. November 2009 weder zur Frage Stellung,
ob die Feststellung des Sachverhalts bezüglich der rein unfallbedingten
Gesundheitsbeeinträchtigungen des Beschwerdeführers unrichtig sei, noch hielt es
fest, welches diese seien. Es machte aber unmissverständlich klar, dass bei der
Bemessung der unfallversicherungsrechtlichen Invalidität einzig auf die rein
unfallbedingten Gesundheitsbeeinträchtigungen des Beschwerdeführers abzustellen
sei (vgl. Erwägung 5.3.3).
3.2 Dr. med. D._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates, der am 6. November 2001 die OSG-Arthrodese
durchgeführt hatte (UV-act. 31), hatte ab 1. Oktober 2002 eine Arbeitsunfähigkeit von
25% festgelegt und diese mit Bericht vom 19. Mai 2003 bestätigt (UV-act. 36 und 38).
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Die Prognose vom Oktober 2002, die Arbeitsfähigkeit könne wahrscheinlich weiter
gesteigert werden, nahm er dabei zurück. Mit Bericht vom 29. März 2005 bestätigte
Dr. D._ seine frühere Einschätzung einer 75%igen Arbeitsfähigkeit seitens des
rechten Sprunggelenks (UV-act. 67). Dr. C._ hatte seit November 2000 den
Beschwerdeführer mehrfach untersucht und der Beschwerdegegnerin wiederholt über
ihn berichtet (vgl. UV-act. 10f., 24f. und 30). Am 20. August 2003 wurde Dr. C._ zur
neuerlichen Untersuchung des Beschwerdeführers aufgefordert und dabei gefragt, wie
er die bestehende bzw. bleibende 25%ige Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit
dem oberen Sprunggelenk beurteile (UV-act. 45f.). Im Gutachten vom 27. Oktober 2003
(UV-act. 54) beantwortete Dr. C._ diese Frage wie folgt: "Ich sehe hier eher eine
Arbeitsunfähigkeit von 30%, da Herr B._ im Rahmen seiner Landschaftsgärtnerei
doch deutlich weniger einsatzfähig ist. Er kann in unebenem Gelände, wie er es bei
Gartenanlagen im Allgemeinen vorfindet, nur deutlich reduziert einsatzfähig sein." Ein
detaillierter Beschrieb der beruflichen Tätigkeit des Beschwerdeführers lag Dr. C._
für diese Beurteilung nicht vor; er stützte sich ausschliesslich auf dessen subjektive
Angaben. Die Beschwerdegegnerin rechnete in der Folge die Taggelder auf der Basis
der 30%igen Arbeitsunfähigkeit ab, womit auch der Beschwerdeführer einverstanden
war (UV-act. 57f.). Für das Schlussgutachten vom 25. August 2005 (UV-act. 78) wurden
Dr. C._ auch die IV-Akten zur Verfügung gestellt, die mit act. 29-1/15 bis 29-8/15
bzw. act. 75 bis 68 den Abklärungsbericht der IV-Stelle vom 13. Juni 2003 enthalten
mit einem Tätigkeitsbeschrieb ("Betätigungsvergleich" IV-act. 69 bzw. 29-7/15;
Gutachterauftrag vom 22. Juni 2005, UV-act. 75). Gestützt auf die Unterlagen und
seine eigenen Erhebungen gelangte Dr. C._ im Gutachten vom 25. August 2005 zum
Schluss, die Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit betrage 30%, so wie es bis
anhin der Fall gewesen sei. Die Versteifung verhindere eine bessere Beweglichkeit und
damit einen guten Stand respektive Gangsicherheit in unebenem Gelände, so wie es
Herr B._ als Landschaftsgärtner haben müsste (Antwort auf Frage 8, UV-act. 78). Die
rein unfallbedingte Einschränkung der Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als
geschäftsführender Landschaftsgärtner im familieneigenen Betrieb beträgt somit
ausgewiesen 30%. Dieser Prozentsatz steht auch nicht im Widerspruch zu den
Angaben von Dr. D._ im Bericht vom 22. Februar 2006 (UV-act. 80): Er ging darin -
offenbar unter Berücksichtigung aller Gesundheitsschäden (krankheits- und
unfallbedingt) - von einer Arbeitsfähigkeit von 20% in einer adaptierten Tätigkeit aus.
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4.
4.1 Im ursprünglichen Verfahren vor Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen (UV
2008/47) hatte der Beschwerdeführer auch einen leidensbedingten Abzug vom
Invalideneinkommen von 20% geltend gemacht (Ziffer 29 der Beschwerde vom
25. April 2008). Die Beschwerdegegnerin hatte im Einspracheentscheid vom 7. März
2008 die Verweigerung eines leidensbedingten Abzugs, wie in der Verfügung vom
30. Oktober 2007 erfolgt, bestätigt. An dieser Position hatte die Beschwerdegegnerin
auch mit Beschwerdeantwort vom 3. Juni 2008 und mit Duplik vom 22. August 2008
festgehalten.
4.2 Der sogenannte Leidensabzug hat nicht direkt mit dem Leiden zu tun. Vielmehr
sollen damit jene Nachteile ausgeglichen werden, welche die versicherte Person bei
der statistischen Erhebung des Invalideneinkommens erleidet. Diese bewirken – neben
einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit –, auf den realen Arbeitsmarkt bezogen, eine
zusätzliche Lohneinbusse. Denn die statistischen Tabellenlöhne werden auf der
Grundlage von Daten gesunder Arbeitnehmer erhoben. In BGE 126 V 75 hat das
Bundesgericht festgestellt, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne
herabzusetzen seien, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des
konkreten Einzelfalls (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/
Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) abhängig sei. Der Einfluss sämtlicher
Merkmale auf das Invalideneinkommen sei nach pflichtgemässem Ermessen
gesamthaft zu schätzen, d.h. es sei nicht für jedes Merkmal der entsprechende Abzug
zu quantifizieren und die einzelnen Abzüge zusammenzuzählen. Schliesslich sei der
Abzug auf höchstens 25% zu begrenzen. Bei der Überprüfung des gesamthaft
vorzunehmenden Abzugs dürfe das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht
ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es müsse sich
somit auf Gegebenheiten abstützen können, die seine abweichende
Ermessensausübung als nahe liegender erscheinen liessen.
4.3 Die Beschwerdegegnerin hatte die Verweigerung eines leidensbedingten Abzugs
im Einspracheentscheid vom 7. März 2008 damit begründet (bzw. die Verfügung vom
30. Oktober 2007 diesbezüglich für richtig befunden), dass das biologische Alter des
Beschwerdeführers nicht zu berücksichtigen sei. Er habe vom Faktor Dienstjahre in
https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75
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seiner bisherigen Tätigkeit nicht profitiert, da sein Einkommen nicht massgeblich von
seinen Dienstjahren, sondern hauptsächlich vom Geschäftsgang beeinflusst worden
sei. Nationalität und Aufenthaltskategorie würden sowieso keine Rolle spielen, weil der
Versicherte Schweizer sei. Da die Beschwerdegegnerin von der Anwendbarkeit von
Art. 28 Abs. 4 UVV und damit von einem Beschäftigten im mittleren Alter ausging, der
mit einem versteiften Fuss keine Einschränkung des Arbeitspensums auf sich nehmen
müsse, ging sie von einer vollen Leistungsfähigkeit in einer Verweisungstätigkeit aus
und verneinte auch diesbezüglich einen Anspruch auf eine Herabsetzung des
(theoretischen) Invalideneinkommens (Ziffer III.10 des Einspracheentscheids vom
7. März 2008 S. 8f.). Da die Beschwerdegegnerin somit von einem andern, hier nicht
massgebenden Tatbestand ausging, ist das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen bei der Überprüfung dieses Gesichtspunkts frei und sein Entscheid
bezüglich Vornahme und Höhe eines leidensbedingten Abzugs nicht auf die Korrektur
eines Ermessensmissbrauchs oder einer Ermessensüber- oder -unterschreitung durch
die Vorinstanz beschränkt.
4.4 Ein leidensbedingter Abzug ist aus folgenden Gründen gerechtfertigt:
4.4.1 Der Beschwerdeführer ist 30% arbeitsunfähig, womit von Teilzeittätigkeit
auszugehen ist. Bei Männern wird in allen Anforderungsniveaus Teilzeitarbeit
(hochgerechnet auf ein Vollpensum) tiefer entlöhnt als Vollzeitarbeit. Laut Tabelle T2*
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2006 S. 16 (LSE, herausgegeben vom
Bundesamt für Statistik BFS 2008), betrug 2006 die Lohneinbusse teilzeitbeschäftigter
Männer in den Anforderungsniveaus 1 und 2 bei einem Beschäftigungsgrad zwischen
75% und 89% 4,21% (Fr. 7'577.-- gegenüber Fr. 7'896.--) und bei einem
Beschäftigungsgrad zwischen 50% und 74% 11,79% (Fr. 7'063.-- gegenüber
Fr. 7'896.--). Für Teilzeitarbeit ist somit auf jeden Fall ein leidensbedingter Abzug
gerechtfertigt.
4.4.2 Da der Beschwerdeführer im bisherigen Betrieb verbleibt, sind keine
weiteren Aspekte ersichtlich, die einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug vom
Tabellenlohn rechtfertigen würden. Insbesondere muss er sich nicht in
fortgeschrittenem Alter auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt behaupten und hat keinen
Einarbeitungsaufwand, was weitere Abzüge rechtfertigen würde (vgl. Urteil des
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Bundesgerichts 9C_677/2008 vom 30. September 2008, mit dem der maximale Abzug
von 25% bei einem gut 63-Jährigen, gemäss Entscheid des st. gallischen
Versicherungsgerichts vom 31. Juli 2008 [IV 2007/249], geschützt wurde).
4.4.3 Zusammengefasst ist ein leidensbedingter Abzug auf dem Tabellenlohn
gerechtfertigt. Dieser ist bei einer unfallbedingt verbleibenden Arbeitsfähigkeit und
entsprechendem Teilzeitpensum von 70% mit 10% gerechtfertigt und angemessen.
5.
5.1 Der Invaliditätsgrad berechnet sich gemäss Art. 16 ATSG durch Vergleich der
(mutmasslichen) Einkommen mit und ohne Invalidität. Als Valideneinkommen ist laut
Urteil des Bundesgerichts Fr. 75'407.-- einzusetzen (vgl. Erwägung 5.3.2 am Ende).
Das Invalideneinkommen ist - ebenfalls nach den Vorgaben des Bundesgerichts -
aufgrund des statistischen Werts gemäss Schweizerischer Lohnstrukturerhebung des
Bundesamts für Statistik zu bestimmen: Der Tabellenlohn im Gartenbau betrug für
2006 im Anforderungsniveau 1+2 Fr. 5'255.-- monatlich (Tabelle TA1 der 2008
erschienenen Statistik für 2006). Für Vollzeittätigkeit errechnet sich ein Lohn von
Fr. 65'740.05 (Fr. 5'255.-- x 12 : 40h x 41.7h). 70% von Fr. 65'740.05, reduziert um den
Leidensabzug von 10%, betragen Fr. 41'416.25 als Invalidenlohn. Verglichen mit dem
Valideneinkommen von Fr. 75'407.-- beträgt die Einbusse 45,076% bzw. gerundet
45%.
5.2 Die Invalidenrente der Unfallversicherung beträgt in Anwendung von Art. 20
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) beim
ermittelten Invaliditätsgrad von 45% 80% x 45% des versicherten Verdiensts von
offenbar Fr. 97'000.--. Der Beschwerdeführer hat daneben auch Anspruch auf eine
Invalidenrente der IV. Gemäss Art. 20 Abs. 2 UVG hat er demnach Anspruch auf eine
Komplementärrente, die höchstens dem oben genannten Betrag entspricht (80%
x 45% von Fr. 97'000.--). Wird durch die Rente der IV auch eine nicht nach UVG
versicherte Invalidität entschädigt, wie es beim Beschwerdeführer der Fall ist, ist nach
der Sonderregelung von Art. 32 Abs. 1 UVV nur derjenige Teil der Rente der IV zu
berücksichtigen, der seine obligatorisch unfallversicherte Tätigkeit abgilt. Die
Berechnungsgrundlagen für die Komplementärrente sind in den Akten, die dem Gericht
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vorliegen, nicht enthalten: Einerseits fehlt der Betrag der IV-Invalidenrente 2007, der für
die Berechnung der Komplementärrente per 1. März 2007 massgebend ist. Auch das
Ergebnis der IV-Rentenrevision, die gemäss IV-act. 179 am 4. November 2005
eingeleitet wurde und am 20. März 2007 noch pendent war, ist in den (IV-)Akten nicht
dokumentiert und hatte allenfalls rückwirkend Auswirkungen auf die Rente der IV.
Andererseits ist aufgrund der Akten, die dem Gericht vorliegen, die Aufteilung der IV-
Invalidenrente nach krankheits- und unfallbedingtem Anteil nicht klar. Dr. C._ gab
dazu im Gutachten vom 25. August 2005 den Hinweis, dass die zugesprochene
Invalidität zu mehr als der Hälfte den arthritischen und degenerativen Beschwerden im
Handgelenk respektive beiden Knien zuzuschreiben sei, ohne eine (prozent)genaue
Aufteilung zu machen (UV-act. 78, Antwort auf Frage 5 nach dem Vorzustand). Zur
Vornahme dieser Abklärungen sowie zur Berechnung und Abrechnung der
Komplementärrente ist die Streitsache an die Beschwerdegegnerin zu überweisen.
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist dem Beschwerdeführer eine Invalidenrente
aufgrund eines Invaliditätsgrads von 45% zuzusprechen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Hingegen hat der Beschwerdeführer bei diesem
Verfahrensausgang Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Diese
ist, wie in gleichartigen Verfahren ohne mündliche Verhandlung, auf pauschal
Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. Eine
höhere Entschädigung erscheint nicht ausgewiesen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG