Decision ID: cea86a4e-ac1d-5ef9-8c5f-35a3bf66b0f7
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Walter Fritsche, Unterer Althof 1, 8854 Siebnen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ war seit 1. Februar 2004 als Chauffeur bei der B._, tätig und dadurch bei
der Schweizerischen Unfallversicherungsgesellschaft (Suva) obligatorisch gegen die
Folgen von Unfällen und Nichtberufsunfällen versichert. Laut Einvernahmeprotokollen
und Polizeirapport der Kantonspolizei St. Gallen vom 21. bzw. 25. Januar 2011 sowie
Unfallmeldung vom 25. Januar 2011 (UV-act. 1, 11) begleitete der Versicherte am 17.
Januar 2011 den Lernfahrer, C._, als Beifahrer. Dieser lenkte den Personenwagen
des Versicherten auf der Strasse D._ in Richtung E._, wo er gemäss eigenen
Aussagen in einer Rechtskurve vermutlich die Kontrolle über das Lenkrad verlor,
daraufhin nach links über die Sicherheitslinie auf die Gegenfahrspur und über den
dortigen Strassenrand geriet und schliesslich ungebremst mit ca. 50 km/h frontal mit
einem unmittelbar neben der Strasse stehenden Baum kollidierte. Der Versicherte erlitt
durch den Aufprall eine geschlossene dislozierte intraartikuläre Tibiakopffraktur rechts,
einen knöchernen Ausriss an der Eminentia intercondylaris tibiae links bzw. eine Ruptur
des hinteren Kreuzbandes sowie eine geschlossene intraartikuläre Mittelphalanx-Basis-
Fraktur Dig III Fuss links (UV-act. 13). Die genannten Gesundheitsschäden erforderten
Heilbehandlungen und hatten eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge (UV-act. 1, 7, 8).
A.b Mit Verfügung vom 17. Februar 2011 kürzte die Suva ihre Taggeldleistungen um
20%. Der Versicherte habe sich einem alkoholisierten Lenker eines Motorfahrzeugs
anvertraut, was er bei gehöriger Aufmerksamkeit hätte erkennen müssen. Er habe
damit grobfahrlässig einen Nichtberufsunfall herbeigeführt (UV-act. 12).
B.
Mit Einspracheentscheid vom 17. Juni 2011 hielt die Suva an der verfügten
Leistungskürzung fest. In der Begründung führte sie aus, es sei erstellt, dass der
Versicherte unaufmerksam und von der Situation überfordert gewesen sei, keine
wirkliche Reaktion gezeigt und ein falsches Reaktionsverhalten an den Tag gelegt
habe, indem er nur geschrien, jedoch nicht mit einem Herumreissen des Steuers oder
mit einer Bremsung ins ungenügende Fahrverhalten des Lernfahrers korrigierend
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eingegriffen habe. Beim Versicherten sei eine Blutalkoholkonzentration von 0.54
Promille festgestellt worden. Seine damit alkoholbedingte Beeinträchtigung der
Fahrfähigkeit sei als adäquate Ursache des Schadensereignisses zu werten (UV-act.
29).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Walter
Fritsche, Siebnen, für den Versicherten am 20. Juli 2011 erhobene Beschwerde mit
dem Antrag, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und die
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer ein volles Taggeld
ohne Leistungskürzungen auszurichten, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G
1).
C.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 2. September 2011 beantragt die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
C.c Mit Replik vom 28. Oktober 2011 hält der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
am gestellten Rechtsbegehren unverändert fest (act. G 7).
C.d Die Beschwerdegegnerin hat auf das Einreichen einer Duplik verzichtet (act. G 9).
C.e Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt
der übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die dem
Beschwerdeführer zustehenden Taggeldleistungen zu Recht wegen grobfahrlässiger
Herbeiführung des Unfalls um 20% gekürzt hat.
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1.2 In der Verfügung vom 17. Februar 2011 (UV-act. 12) begründete die
Beschwerdegegnerin die zur Leistungskürzung der Taggeldleistungen in der Höhe von
20% Anlass gebende Grobfahrlässigkeit damit, dass sich der Beschwerdeführerin
einem alkoholisierten Motorfahrzeuglenker anvertraut habe und er dies bei gehöriger
Aufmerksamkeit hätte erkennen müssen. Im angefochtenen Einspracheentscheid vom
17. Juni 2011 (UV-act. 29), welcher vorgenannte Verfügung ersetzt hat, hält die
Beschwerdegegnerin an der verfügten Leistungskürzung fest, begründet die
Grobfahrlässigkeit nun aber damit, dass der Beschwerdeführer als Begleiter des
Lernfahrers C._ und als solcher - der bundesgerichtlichen Praxis entsprechend - als
Fahrzeugführer zu betrachten und ihm eine - mittels Atemlufttest ermittelte -
Angetrunkenheit von 0.54‰ vorzuwerfen sei, was als elementare
Verkehrsregelverletzung zu werten sei.
1.3 Im vorliegenden Verfahren gilt es die Frage nach der Richtigkeit der
Leistungskürzung zu prüfen. Das Gericht hat sich dabei grundsätzlich mit allen
rechtlich zutreffenden Begründungen einer Leistungskürzung auseinanderzusetzen.
2.
2.1 In der Versicherung der Nichtberufsunfälle werden die Taggelder, die während der
ersten zwei Jahre nach dem Unfall ausgerichtet werden, gekürzt, wenn der Versicherte
den Unfall grob fahrlässig herbeigeführt hat (Art. 37 Abs. 2 Satz 1 des Bundesgesetzes
über die Unfallversicherung [UVG; SR. 832.20]). Hat der Versicherte den Unfall bei
Ausübung eines Verbrechens oder Vergehens herbeigeführt, so können die
Geldleistungen gekürzt oder in besonders schweren Fällen verweigert werden (Art. 37
Abs. 3 Satz 1 UVG). Wird der Unfall gleichzeitig grobfahrlässig und bei Ausübung eines
Verbrechens oder Vergehens herbeigeführt, findet Art. 37 Abs. 3 UVG als lex specialis
Anwendung. Ist eine strafbare Handlung jedoch lediglich als Übertretung zu
qualifizieren und wurde der Unfall grobfahrlässig herbeigeführt, gelangt Art. 37 Abs. 2
UVG zur Anwendung (A. Rumo-Jungo, Die Leistungskürzung oder -verweigerung
gemäss Art. 37-39 UVG, Freiburg 1993, S. 170 [nachfolgend: A. Rumo-Jungo,
Leistungskürzung]; BGE 120 V 227 E. 2c).
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2.2 Grobfahrlässig handelt, wer elementare Vorsichtsgebote unbeachtet lässt, die
jeder verständige Mensch in der gleichen Lage und unter den gleichen Umständen
befolgt hätte, um eine nach dem natürlichen Lauf der Dinge vorhersehbare Schädigung
zu vermeiden (BGE 118 V 306 E. 2a mit Hinweisen, 114 V 190 E. 2a, 111 V 189 E. 2c;
RKUV 1990 Nr. U 87 S. 56 E. 2a, 1987 Nr. U 20 S. 323, 1986 Nr. U 9 S. 346 E. 2). Um
zu beurteilen, ob das Verhalten einer versicherten Person als grobfahrlässig im Sinn
von Art. 37 Abs. 2 UVG sowie der darauf gründenden Rechtsprechung und Literatur
einzustufen ist, sind die verschiedenen Argumente, die für oder gegen eine
Grobfahrlässigkeit sprechen, gewissenhaft gegeneinander abzuwägen. Zu beachten ist
hierbei, dass sich die im Einzelfall gebotene Sorgfalt nach objektiven Kriterien bemisst,
die sich entweder geschriebenen Normen und Satzungen, d.h. einer durch objektives
Recht existierenden Verhaltenspflicht, oder einem von der Praxis entwickelten
objektivierten Massstab des Handelns entnehmen lassen (RKUV 2002 Nr. U 459 S.
227, 1994 Nr. U 198 S. 220).
2.3 Nach ständiger Rechtsprechung ist der Begriff der groben Fahrlässigkeit im
Zusammenhang mit Verkehrsunfällen nach Art. 37 Abs. 2 UVG weiter zu fassen als
derjenige der groben Verletzung von Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 2 des
Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01), welcher ein rücksichtsloses oder sonst
schwerwiegend regelwidriges Verhalten voraussetzt. Bei Fehlverhalten im
Strassenverkehr ist grobe Fahrlässigkeit im Sinne von Art. 37 Abs. 2 UVG in der Regel
dann anzunehmen, wenn in ursächlichem Zusammenhang mit dem Unfall eine
elementare Verkehrsvorschrift oder mehrere wichtige Verkehrsregeln schwerwiegend
verletzt wurden. Nicht jede pflichtwidrige und unfallkausale Missachtung einer
Verkehrsvorschrift bedeutet demgemäss eine grobe Fahrlässigkeit, ansonsten die
Abgrenzung gegenüber der leichten Fahrlässigkeit entfiele. Auch die Verletzung einer
elementaren Verkehrsvorschrift führt nicht notwendigerweise zur Annahme einer
groben Fahrlässigkeit, da nicht allein auf den Tatbestand der verletzten Vorschrift
abzustellen ist. Vielmehr sind die gesamten Umstände des konkreten Falls zu würdigen
und ist zu prüfen, ob subjektiv oder objektiv bedeutsame Entlastungsgründe vorliegen,
die das Verschulden in einem milderen Licht, somit die Verkehrsregelverletzung nicht
als schwerwiegend erscheinen lassen (RKUV 1990 Nr. U 87 S. 57 E. 2b, 1987 Nr. U 20
S. 324 E. 1 mit Hinweisen; A. Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
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Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. Aufl., Zürich
2003, S. 200 f. [nachfolgend A. Rumo-Jungo, Rechtsprechung]).
2.4 Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht
dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen
überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern
das Gesetz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem im Sozialversicherungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse
Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt diesen Beweisanforderungen nicht.
Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen
möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E.
5b, 125 V 195 E. 2; RKUV 2001 Nr. U 413 S. 86 E. 5b). Ist dies nicht möglich, greift die
Beweisregel Platz, wonach sich die Beweislosigkeit zu Ungunsten derjenigen Partei
auswirkt, welche aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte für sich
ableiten will (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). Im Rahmen von Art. 37 Abs. 2 UVG
wären die Folgen der Beweislosigkeit von der Beschwerdegegnerin zu tragen, die
wegen der behaupteten Grobfahrlässigkeit den Leistungsanspruch kürzen will.
Grobfahrlässigkeit darf nicht vermutet werden (A. Rumo-Jungo, Rechtsprechung,
a.a.O., S. 201 f.), sondern muss nachgewiesen sein.
3.
3.1 Ein Fahrschüler darf Lernfahrten mit dem Motorwagen nur zusammen mit einem
Begleiter unternehmen, der das 23. Altersjahr vollendet hat und seit wenigstens drei
Jahren den entsprechenden Führerausweis besitzt. Der Begleiter sorgt dafür, dass die
Lernfahrt gefahrlos durchgeführt wird und der Fahrschüler die Verkehrsvorschriften
nicht verletzt (Art. 15 Abs. 1 und 2 SVG). In diesem Sinn obliegt ihm auch die Pflicht zu
überprüfen, ob der Lernfahrer fahrfähig ist.
3.2 Am 17. Januar 2011 ereignete sich auf der D._ der in Erwägung A.a geschilderte
Unfall (vgl. UV-act. 11/1). Die bei C._ angeordnete Blutentnahme (UV-act. 10.1)
ergab, dass dieser als Lenker des Personenwagens des ihn begleitenden
Beschwerdeführers im Zeitpunkt des Ereignisses eine Blutalkoholkonzentration von
mindestens 1.05 Gew.‰, maximal 1.63 Gew.‰ aufwies (UV-act. 10.3, 10.4). Ein
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ebenfalls durchgeführter Drogentest zeigte ausserdem positiv auf THC (Cannabis) an
(UV-act. 10.2). C._ wies damit eine als qualifiziert einzustufende
Blutalkoholkonzentration auf, womit er sich in bedeutendem Ausmass in einem
fahrunfähigem Zustand befand (vgl. dazu Art. 2 der Verkehrsregelverordnung [VRV; SR.
741.11]; Art. 1 Abs. 2 der Verordnung der Bundesversammlung über
Blutalkoholgrenzwerte im Strassenverkehr [SR 741.13]).
3.3 Der natürliche und adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Alkohol- und
Drogeneinfluss, unter dem C._ stand, bzw. seiner Fahrunfähigkeit und dem
Autounfall mit seinen Verletzungsfolgen ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit anzunehmen und wird auch nicht bestritten. So gab der Lernfahrer
gegenüber der Polizei am 18. Januar 2011 zu Protokoll, er habe das Lenkrad aus den
Händen verloren und habe deshalb nicht mehr lenken können. Der Unfall hätte
verhindert werden können, wenn er nicht alkoholisiert gefahren wäre (UV-act. 11). Die
Annahme der Kausalität wird auch durch den Umstand gestützt, dass C._ als
Lernfahrer ein noch ungeübter Fahrzeuglenker war.
3.4 Der Beschwerdeführer bestreitet, dass er bei Aufwendung der gebotenen
Aufmerksamkeit hätte erkennen können, dass C._ nicht mehr fahrfähig gewesen sei.
Für eine Überprüfung der Fahrfähigkeit des Lernfahrers habe es keinen Anlass
gegeben, da er nicht gewusst habe und auch nicht habe wissen können, dass der
Lernfahrer Alkohol und Cannabis konsumiert habe. - Laut Protokoll der ärztlichen
Untersuchung des Spitals Uznach vom 17. Januar 2011 wegen Verdachts auf Drogen-,
Medikamenten- und Alkoholkonsum wies C._ Alkoholgeruch, eine verwaschene
Sprache, ein angetriebenes Verhalten, ein gerötetes Gesicht, feuchte und gerötete
Augenbindehäute sowie im Romberg-Test ein leicht schwankendes Gleichgewicht auf
(UV-act. 10.1). All diese Umstände - insbesondere der Alkoholgeruch, die verwaschene
Sprache und das gerötete Gesicht - konnten dem Beschwerdeführer nicht verborgen
geblieben sein, weshalb die von ihm behauptete Unkenntnis der Alkoholisierung des
Lernfahrers als unglaubwürdige Schutzbehauptung eingestuft werden muss.
Zumindest hätte er bei der gebotenen Aufmerksamkeit, dessen Alkoholisierung
erkennen müssen. Diese Überzeugung wird noch dadurch bekräftigt, dass der
Beschwerdeführer laut eigenen Angaben gegenüber der Kantonspolizei St. Gallen vor
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der Lernfahrt mit C._ bereits eine gewisse Zeit verbracht hat, während der sie in
dessen Wohnung gemeinsam Fotos angeschaut haben.
3.5 Indem der Beschwerdeführer in Anbetracht der dargelegten Umstände die
Verkehrsregel von Art. 15 Abs. 2 SVG schwerwiegend verletzt hat, muss er sich den
Vorwurf objektiv grobfahrlässigen Verhaltens gefallen lassen. Die grobe objektive
Pflichtwidrigkeit wird noch dadurch verstärkt, dass es sich beim Beschwerdeführer um
einen Berufschauffeur und beim Fahrzeuglenker um einen Lernfahrer handelte, womit
vom Beschwerdeführer als Begleitfahrer in Bezug auf die Überprüfung der
Fahrfähigkeit von C._ vernünftigerweise eine erhöhte Aufmerksamkeit verlangt
werden konnte. Erschwerend wirkt zudem, dass der Beschwerdeführer darum wusste,
dass er selber Alkohol zu sich genommen hatte (vgl. UV act. 10.41) und damit seine
eigene Fahrfähigkeit möglicherweise bereits beeinträchtigt gewesen sein könnte.
3.6 Praxisgemäss handelt ein Versicherter, der sich als Mitfahrer einem Wagenlenker
anvertraut hat, von dem er unter Aufwendung der gebotenen Aufmerksamkeit weiss
oder wissen musste, dass er nicht in der Lage ist, das Fahrzeug ordnungsgemäss zu
führen, grundsätzlich grobfahrlässig im Sinn von Art. 37 Abs. 2 UVG (BGE 107 V 241 ff.
mit Hinweisen; BVR 2008 S. 280 E. 2.2; A. Rumo-Jungo, Leistungskürzung, a.a.O., S.
159.). Laut Art. 2 Abs. 3 VRV darf ausserdem niemand ein Fahrzeug einem Führer
überlassen, der nicht fahrfähig ist. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer
auch diese Tatbestände zum Vorwurf gemacht. Da indessen ein Begleiter, der im
eigenen Fahrzeug eine Lernfahrt mit einem Fahrschüler unternimmt, sich zwangsläufig
auch einem Wagenlenker als Mitfahrer anvertraut bzw. sein Fahrzeug einem anderen
Fahrzeuglenker überlässt, bilden die in dieser Erwägung angeführten Tatbestände eine
Einheit mit der dem Beschwerdeführer anzulastenden Verkehrsregelverletzung nach
Art. 15 Abs. 2 SVG (vgl. vorne E. 3.1 - 3.5). Der Vorwurf eines zusätzlichen, separaten
Fehlverhaltens im Strassenverkehr gestützt auf die hier erwähnten Tatbestände fällt
daher ausser Betracht.
4.
4.1 Aufgrund der gesetzlichen Motorfahrzeugführerausbildung gemäss Art. 15 Abs. 1
und 2 SVG gilt der Begleiter des Lernfahrers nicht als gewöhnlicher Beifahrer; er ist im
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Gegenteil von Gesetzes wegen an der Führung des Fahrzeugs durch den Fahrschüler
beteiligt. In diesem Sinn führen beide, Fahrschüler und Begleiter, das Fahrzeug
gemeinsam. Der Begleiter gilt wie der Lernfahrer als Fahrzeugführer (BGE 128 IV 275 E.
3.1). Wer wegen Alkohol-, Betäubungsmittel- oder Arzneimitteleinfluss oder aus
anderen Gründen nicht über die erforderliche körperliche und geistige
Leistungsfähigkeit verfügt, gilt während dieser Zeit als fahrunfähig und darf kein
Fahrzeug führen (Art. 31 Abs. 2 SVG). Die Gründe, aus welchen der Gesetzgeber die
Angetrunkenheit am Steuer unter Strafe gestellt hat, gelten gleichermassen gegenüber
dem Lernfahrer und dem Begleiter. Denn die Verkehrssicherheit erheischt nicht nur,
dass der Lenker nicht angetrunken ist, sondern auch, dass der Begleiter eines
Fahrschülers es nicht ist (BGE 128 IV 275 f. E. 3.2). Fahrunfähigkeit wegen
Alkoholeinwirkung (Angetrunkenheit) gilt in jedem Fall als erwiesen, wenn der
Fahrzeugführer oder die Fahrzeugführerin eine Blutalkoholkonzentration von 0.5 oder
mehr Gewichtspromille aufweist oder eine Alkoholmenge im Körper hat, die zu einer
solchen Blutalkoholkonzentration führt. Als qualifiziert gilt eine Blutalkoholkonzentration
von 0.8 Promille oder mehr (Art. 1 Abs. 1 und 2 der Verordnung der
Bundesversammlung über Blutalkoholgrenzwerte im Strassenverkehr). Wer in
angetrunkenem Zustand ein Motorfahrzeug führt, wird mit Busse bestraft. Die Strafe ist
Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe, wenn eine qualifizierte
Blutalkoholkonzentration (Art. 55 Abs. 6 SVG) vorliegt (Art. 91 Abs. 1 SVG). Dass der
Begleiter die Verantwortlichkeit als Führer trägt, stellt jedoch keine Kausalhaftung
(jegliches Verhalten des Lernfahrers wäre in diesem Fall dem Begleiter ohne weiteres
bzw. ohne Frage nach der Schuld vollumfänglich zuzurechnen), sondern eine
Verschuldenshaftung dar. Eine allfällige Verletzung von Art. 31 Abs. 2 SVG durch den
Beschwerdeführer ist damit lediglich in Bezug auf seine eigene Angetrunkenheit zu
prüfen.
4.2 Unmittelbar nach dem Unfall wurde beim Beschwerdeführer eine
Blutalkoholkonzentration von mindestens 0.54‰ festgestellt, erhoben mittels eines
Atemlufttests (UV-act. 10.41). Erwägungen zu den vom Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers gegen das Atemlufttestergebnis erhobenen Einwänden -
ungenügender Beweiswert eines Atemlufttests für eine Überschreitung der zulässigen
Blutalkoholkonzentration von 0.5‰; Verneinung einer Grobfahrlässigkeit bei einer
minimen Überschreitung des zulässigen Grenzwerts um 0.04‰; Nichtanerkennung des
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Atemlufttestergebnisses durch den Beschwerdeführer durch seine Unterschrift auf dem
Formular der Polizei "Fahren in nicht fahrfähigem Zustand (FinZ)" - erübrigen sich
jedoch, weil - wie nachstehend zu zeigen sein wird - es am Vorliegen eines natürlichen
Kausalzusammenhangs zwischen der allenfalls leichtgradigen Alkoholisierung des
Beschwerdeführers und dem Unfallereignis vom 17. Januar 2011 mit seinen
Verletzungsfolgen fehlt.
4.3
4.3.1 Eine Kürzung von Versicherungsleistungen ist nur zulässig, wenn zwischen dem
Verschulden und dem Unfallereignis oder seinen Folgen ein natürlicher und adäquater
Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen
Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der
eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise
eingetreten gedacht werden kann. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und
einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine
Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der
ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs
genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht. Als adäquate Ursache
eines Erfolges hat ein Ereignis nach der Rechtsprechung sodann zu gelten, wenn es
nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an
sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt
des Erfolgs also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177
E. 3.1 f., 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
4.3.2 Während die Beschwerdegegnerin den Standpunkt vertritt der natürliche und
adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem alkoholisierten Zustand des
Beschwerdeführers und dem Unfall sei offensichtlich, wendet der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers ein, dass der Beschwerdeführer den Unfall auch nicht hätte
verhindern können, wenn er kein Alkohol konsumiert hätte. - Der Beschwerdeführer
sagte anlässlich der polizeilichen Befragung vom 21. Januar 2011 aus, dass C._ vor
der Rechtskurve an der Unfallstelle mit einer Geschwindigkeit von etwa 60 km/h
unterwegs gewesen sei. Am Ende der Rechtskurve sei sein Fahrschüler einfach nach
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links, genau in den dort befindlichen Baum gefahren. Er könne sich nicht erklären, wie
das habe passieren können. Das Auto sei weder geschleudert noch gerutscht. Als er
bemerkt habe, wie das Auto auf die Gegenfahrbahn gerate, habe er C._ noch
angeschrien, was er da tue, aber er habe es zu spät bemerkt. Irgendwie anders,
beispielsweise durch Herumreissen des Lenkrads, habe er jedoch nicht reagiert. Es sei
alles zu schnell gegangen und er habe nicht gewusst, was er machen sollte. Er habe
sich durch den konsumierten Alkohol nicht eingeschränkt gefühlt. Er habe die Situation
einfach zu spät realisiert und somit zu spät reagiert (UV-act. 11/3). Insbesondere aus
dieser letzten Aussage leitet die Beschwerdegegnerin die alkoholbedingt verminderte
Reaktionsfähigkeit und Aufmerksamkeit des Beschwerdeführers ab. Im Übrigen weist
sie darauf hin, dass das Auto ungebremst mit dem Baum am linken Strassenrand
kollidiert sei, was ebenfalls die fehlende Reaktionsfähigkeit des Beschwerdeführers
bestätige (UV-act. 11/1).
4.3.3 Wendet man auf die beim Beschwerdeführer festgestellte
Alkoholgrenzwertüberschreitung in Bezug auf die Frage, ob der Unfallversicherer die
Leistungen für den durch den Lernfahrer verursachten Unfall wegen grober
Fahrlässigkeit des Beschwerdeführers gemäss Art. 37 Abs. 2 UVG kürzen darf, nur die
Adäquanzformel an, müsste dies bejaht werden; denn eine Alkoholisierung ist generell
geeignet, im Strassenverkehr die Entstehung eines Unfalls zu begünstigen. Diese
Sichtweise rechtfertigt sich vorliegend jedoch nicht. Es stellt sich nämlich die Frage, ob
der Alkoholkonsum im konkreten Fall eine natürliche Ursache des Unfalls war. Fehlt es
an der Voraussetzung der natürlichen Kausalität, stellt sich die Frage der Adäquanz gar
nicht. Eine Kürzung der Leistungen wäre ausgeschlossen, da der Tatbestand -
Alkoholisierung -, der eine grobe Fahrlässigkeit darstellen könnte, nicht die natürliche
Ursache des Unfalls wäre (Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2.
Aufl. Bern1989, S. 465 f. N 1223).
4.3.4 Laut Art. 27 Abs. 2 VRV muss der Begleiter neben dem Fahrschüler Platz nehmen
und wenigstens die Handbremse leicht erreichen können. Nötigenfalls muss er in den
Führungsvorgang eingreifen und die Handbremse ziehen oder das Steuer herumreissen
(BGE 128 IV 275 E. 3.1, 91 IV 148 E. 1). Verkehrsunfälle ereignen sich mehrheitlich
äusserst schnell. Gerade im konkreten Fall stellt sich das Zeitfenster zwischen der
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aktenkundigen, für den Unfall massgebenden Ursache (das Ausscheren auf die
Gegenfahrbahn) und der Endsituation (die Kollision mit dem an den linken Strassenrand
angrenzenden Baum) äusserst kurz dar. Nach Lage der Akten (UV-act. 10.41-1, S. 7:
Skizzenblatt) beträgt die Distanz zwischen der Position des Personenwagens im
Zeitpunkt seines Ausscherens und dem Standort des Baums 10 bis 15 m, womit die
zur Verfügung stehende Reaktionszeit bei einem Tempo von 60 km/h im Bereich von
maximal einer Sekunde gelegen hat. Dem Beschwerdeführer war es unter diesen
Umständen objektiv betrachtet nicht möglich, in den Führungsvorgang einzugreifen
und die Handbremse zu ziehen oder das Steuer herumzureissen und damit den Unfall
zu verhindern. In diesem Sinn sind auch seine Aussagen in Erwägung 4.3.2 zu
verstehen, wonach er überhaupt nur zu spät realisieren und reagieren konnte. An dieser
Beurteilung vermag auch die vom Beschwerdeführer gegenüber der Polizei zu Protokoll
gegebene Aussage, er hätte - wenn er reagiert hätte - sicher die Geschwindigkeit mit
der Handbremse drosseln können, nichts zu ändern (UV-act. 11/3). Das Ziehen der
Handbremse ist zwar beim Mitfahrer eines Lernfahrers als primäre und vor allem
kurzzeitig mögliche Reaktion zu betrachten. Aber diese setzt das Erfassen der Situation
und den Entscheid zur adäquaten Intervention voraus, wozu eben das oben
beschriebene, äusserst kurze Zeitfenster nicht ausreichte. Die Frage, ob sich der Unfall
in der gleichen Weise ereignet hätte, wenn der Beschwerdeführer keinen Alkohol
konsumiert hätte, gilt es angesichts der vorstehenden Erwägungen mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit zu bejahen, womit die natürliche Kausalität zu verneinen ist.
4.4 Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass eine Kürzung der
Taggeldleistungen wegen grober Fahrlässigkeit gemäss Art. 37 Abs. 2 UVG gestützt
auf Art. 31 Abs. 2 SVG ausser Betracht fällt und einzig wegen Verstosses des
Beschwerdeführers gegen die Verhaltenspflicht von Art. 15 Abs. 2 SVG vorzunehmen
ist.
5.
5.1 In der Verfügung vom 17. Februar 2011 kürzte die Beschwerdegegnerin die
Taggeldleistungen des Beschwerdeführers unter dem alleinigen Vorwurf, er habe sich
einem alkoholisierten Motorfahrzeuglenker anvertraut, um 20%. Sie erachtete jedoch
dasselbe, im angefochtenen Einspracheentscheid bestätigte Kürzungsmass auch in
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der Beschwerdeantwort vom 2. September 2011 unter Hinweis auf ein vielfältiges und
schwerwiegendes Verschulden als angemessen (UV-act. 12). Zu prüfen bleibt,
nachdem lediglich der Vorwurf des Nichtbeachtens von Art. 15 Abs. 2 SVG verbleibt,
das Massliche der Leistungskürzung.
5.2 Die Kürzung der Leistungen im Sinne von Art. 37 Abs. 2 UVG erfolgt nach
Massgabe des Verschuldens. Es handelt sich dabei naturgemäss um einen
Ermessensentscheid. Das diesen überprüfende Sozialversicherungsgericht darf sein
Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es
muss sich bei der Korrektur auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine
abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 126 362
E. 5d, 114 V 316 E. 5a). Für die Verfehlung des Beschwerdeführers (Art. 15 Abs. 2 SVG)
kann das im Rahmen der Angemessenheitskontrolle des Kürzungssatzes an sich
bedeutsame Kriterium des Ausmasses der Trunkenheit (vgl. dazu Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 29. Juni 2005, U 346/04) nicht herangezogen
werden. Dass der Begleiter die Verantwortlichkeit als Führer trägt, stellt - wie bereits
erwähnt - keine Kausalhaftung, sondern eine Verschuldenshaftung dar, d.h. die
Überprüfung einer Verletzung von Art. 31 Abs. 2 SVG durch den Beschwerdeführer
richtet sich nicht nach der Höhe der Blutalkoholkonzentration des Lernfahrers (vgl.
Erwägung 4.1). Vorzuwerfen ist dem Beschwerdeführer diesbezüglich einzig, dass er
die bedeutende Alkoholisierung des Lernfahrers nicht erkannt haben will, diese jedoch
hätte erkennen müssen (vgl. Erwägung 3.4). Die Kürzungspraxis des EVG im Bereich
der Verkehrsregelverletzungen schwankt schwergewichtig zwischen 10 und 20% (BGE
114 V 316 E. 5b und 5c; A. Rumo-Jung, Rechtsprechung, a.a.O., S. 216 f.). Angesichts
dessen, dass die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 2. September
2011 zu Unrecht davon ausgeht, der Beschwerdeführer habe sowohl gegen ein
elementares Vorsichtsgebot (sich als Beifahrer einem alkoholisierten Lenker
anvertrauen) als auch gegen weitere wichtige Verkehrsregeln (Art. 31 Abs. 2 SVG i.V.m.
Art. 2 Abs. 1 VRV; Art. 15 Abs. 2 SVG und Art. 2 Abs. 3 VRV) verstossen, ihm hingegen
einzig gestützt auf Art. 15 Abs. 2 SVG ein grobfahrlässiges Verhalten vorzuwerfen ist,
rechtfertigt sich in Würdigung der konkreten Verhältnisse (eine Sanktionierung der
massgeblichen Verkehrsregelverletzung nach SVG ist nach Lage der Akten gänzlich
unterblieben) eine Herabsetzung des Kürzungssatzes auf 10%.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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St.Galler Gerichte
6.
6.1 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 17. Juni 2011 in dem Sinn teilweise gutzuheissen, dass der
Kürzungssatz für die Taggeldleistungen auf 10% herabgesetzt wird.
6.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Hingegen hat der
Beschwerdeführer bei diesem Verfahrensausgang Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese wird mit Blick auf das nur teilweise Obsiegen auf Fr.
1'750.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festgelegt (vgl. dazu Art. 98 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).