Decision ID: 3a9fd5a0-cadf-4ac2-93b3-3743a6f7b30f
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, Jahrgang
1982,
war zuletzt vom 1. Januar 2018 bis 9. Juli 2019 als Bar Supervisor tätig, wobei der letzte Arbeitstag am 28. März 2019 war (Urk. 7/6/1-6 Ziff. 2.1-2.2). U
nter Hinweis auf ein Burn-Out sowie eine Depression
mel
dete er sich am 15. Oktober 2019 bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (Urk.
7/1 Ziff. 6.1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
,
holte die Akten des Krankentaggeldversicherers
ein
(Urk. 7/16)
und teilte dem Versicherten am 10. März 2020 (Urk. 7/18) mit, dass keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien.
Nach ergangenem Vorbescheid (Urk. 7/21) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 29. Juni 2020 einen
Leistungs
anspruch (Urk. 7/24 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 1. Juli 2020 Beschwerde gegen die Verfügung vom 29. Juni 2020 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei eine Neu
beurteilung unter Berücksichtigung der kompletten medizinischen Unterlagen durch die IV-Stelle vorzunehmen (
Urk. 1 I.
Ziff. 2).
Ferner legte er einen Bericht des behandelnden Psychiaters vom 23. April 2020 zu den Akten (Urk. 3).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 8. September 2020 die Rückweisung der Sache an sie zu weiteren Abklärungen (Urk. 6).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) prüft der Versicherungsträger die Begehren der versicherten Person, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein.
1.2
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Der Beschwerdeführer machte im Wesentlichen geltend (Urk. 1), dass die Beschwerdegegnerin den aktuellen Bericht des behandelnden Arztes
für die Beurteilung des Leistungsanspruchs
nicht berü
cksichtigt habe
, weshalb er eine Neubeurteilung unter Berücksichtigung der kompletten medizinischen Unter
lagen beantrage
.
2.2
Die Beschwerdegegnerin führte in der Beschwerdeantwort vom 8. September 2020 (Urk. 6) aus, dass der angeforderte Bericht des behandelnden Arztes nun im Beschwerdeverfahren eingereicht worden sei (
S
. 1 Ziff. 1). Gestützt auf den neu eingereichten Arztbericht sei die medizinische Sachlage unklar. Zur Überprüfung ob und in welchem Umfang eine Arbeitsunfähigkeit vorliege, sei der Fall deshalb an sie zurückzuweisen (S. 2 Ziff. 4).
2
.3
Da sowohl die Beschwerdegegnerin als auch der Beschwerdeführer eine Rück
weisung der Sache zu weiteren Abklärungen beantra
gten (Urk. 1 I
.
Ziff. 2, Urk. 6
), liegen hierzu übereinstimmende Parteianträge vor. Da diese mit der Akten- und Rechtslage in Einklang stehen,
ist in Gutheissung der Beschwerde
die ange
foch
tene Verfügung vom 29. Juni 2020
aufzuheben und die Sache an die Besch
werdegegnerin zurückzuweisen, damit sie
nach Vornahme der erforder
lichen Abklärungen über den
Leistungsa
nspruch des Beschwerdeführers neu ver
füge
.
3
.
Die Kosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung (IVG) sind ermessensweise auf Fr. 200.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.