Decision ID: 3d390078-106d-5db8-8001-dc4374079c76
Year: 2005
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Die S.-W. AG, ist Eigentümerin der Fabrikliegenschaft Parzelle Nr. ..., Grundbuch
W., an der F.-strasse in A. Dieses Grundstück ist gemäss Zonenplan der Gemeinde W.
vom 30. Oktober 1996 der Gewerbe-Industrie-Zone zugeordnet. Die benachbarten
Liegenschaften auf der südwestlichen Seite gehören zur Kern- bzw. Wohnzone für
zweigeschossige Bauten. Südlich, südöstlich sowie nordöstlich grenzt das Fabrikareal
an die Landwirtschaftszone. Das Gebiet nordwestlich der Parzelle Nr. ... und der F.-
strasse ist übriges Gemeindegebiet.
Die S.-W. AG stellt mit Polystyrol Kunststoffschaumteile aus expandiertem
Polystyrolschaum (EPS) her. Der eingekaufte Rohstoff, der Polystyrol-Griess, wird
durch Hitze (Zugabe von Wasserdampf) zu Perlen vergrössert, wobei sich der Griess
bis auf etwa das 69-fache des ursprünglichen Volumens ausdehnt. Bei diesem
Schäumvorgang wird das Treibmittel Pentan freigesetzt und entweicht in die
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Atmosphäre. Die vorgeschäumten Perlen werden getrocknet und anschliessend im Silo
zwischengelagert. Nach der Lagerung werden die Perlen in Blockformen oder
Formteilautomaten nachgeschäumt und dabei verpresst. Die Kunststoffschaumteile als
Endprodukt werden am Schluss allenfalls noch zugeschnitten und getrocknet.
Am 2. Dezember 1991 forderte das Amt für Umweltschutz (AfU) die S.-W. AG erstmals
auf, einen Sanierungsvorschlag für die Reduktion der Pentan-Emissionen im
Zusammenhang mit der Herstellung von Kunststoffschaumteilen aus expandiertem
Polystyrolschaum auszuarbeiten. Nachdem die S.-W. AG dieser Aufforderung nicht
nachgekommen war, stellte das AfU der Firma am 24. November 1992 den Entwurf
einer Sanierungsverfügung betreffend Luftreinhaltemassnahmen zur Vernehmlassung
zu. Der anschliessende Briefwechsel führte zu keiner Einigung.
Am 10. September 2002 forderte das AfU die S.-W. AG erneut auf, einen
Sanierungsvorschlag vorzulegen. Die Firma liess diesen Termin ungenutzt verstreichen.
Am 1. April 2003 sandte das AfU der S.-W. AG wiederum den Entwurf einer
Sanierungsverfügung zur Stellungnahme zu. Mit Schreiben vom 3. Juli 2003 beantragte
die S.-W. AG, von der Verfügung ersatzlos abzusehen.
Am 28. Juli 2003 erliess das AfU die Sanierungsverfügung über
Umweltschutzmassnahmen betreffend VOC-Emissionen. Diese verpflichtete die S.-W.
AG, ihre Anlage zur EPS-Produktion bis zum 31. Dezember 2004 lufthygienisch zu
sanieren oder stillzulegen. Für den Fall, dass die S.-W. AG innert der angesetzten Frist
nicht tätig werden würde, wurde die ersatzvornahmeweise Stillegung der Anlage
angedroht.
B./ Gegen diese Verfügung reichte die S.-W. AG am 12. August 2003 Rekurs beim
Baudepartement des Kantons St. Gallen ein und beantragte, die Verfügung vom 28.
Juli 2003 sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben. Es wurde dabei
geltend gemacht, die vorgesehene Sanierungsverfügung verstosse gegen geltendes
Recht, weil es sich bei Pentan nicht um einen umweltgefährdenden Stoff handle, keine
erfolgreich erprobten Anlagen vorhanden seien, das Ziel des Massnahmeplans bereits
erreicht sei und die Massnahmen wirtschaftlich absolut untragbar seien. Zudem wurde
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vorgebracht, dass die Harmlosigkeit des Stoffes Pentan in umweltrelevanter Hinsicht
vom Regierungsrat in seinem Entscheid vom 17. Mai 1989 bestätigt worden sei.
Mit Entscheid vom 18. Mai 2004 wies das Baudepartement den Rekurs ab. Es hielt
fest, dass die Sanierungsmassnahme technisch wie auch betrieblich möglich sei. Das
Kriterium der wirtschaftlichen Tragbarkeit sei bei verschärften Emissionsbegrenzungen
nicht massgeblich. Zudem basiere die Verfügung auf einer genügenden gesetzlichen
Grundlage. Des weiteren seien auf dem Markt Nachverbrennungsanlagen zur
Vernichtung von Pentan erhältlich, deren Wirksamkeit genügend nachgewiesen sei.
Schliesslich sei im Entscheid des Regierungsrates vom 17. Mai 1989 die Frage, ob
Pentan ein Vorläuferstoff für Sommersmog sei, nicht Verhandlungsgegenstand
gewesen. Zusätzlich beruhe der Entscheid auf einer - zumindest aus heutiger Sicht -
unzutreffenden Aussage des Amtes für Industrie Gewerbe und Arbeit, weshalb er nicht
zur Geltendmachung eines Vertrauensschutzes herangezogen werden könne.
C./ Am 26. Mai 2004 erhob die S.-W. AG Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den
Anträgen, der Entscheid des Baudepartementes vom 18. Mai 2004 sei aufzuheben und
von jeglicher Sanierungsauflage abzusehen, eventualiter sei der Entscheid über eine
Sanierung um mindestens 5 Jahre auszusetzen; unter Kosten und Entschädigungsfolge
zu Lasten der Beschwerdegegnerin.
Am 17. Juni 2004 beantragte die S.-W. AG, das Beschwerdeverfahren zu sistieren.
Zwischen den Parteien solle erneut ein Versuch unternommen werden, die
Angelegenheit in Nachachtung aller Möglichkeiten in einer anderen Art zu erledigen.
Die Vorinstanz stimmte mit Schreiben vom 24. Juni 2004 der Sistierung zu, beantragte
jedoch, das Verfahren bis längstens Ende Oktober 2004 zu sistieren.
Mit Verfügung vom 28. Juni 2004 wurde das Beschwerdeverfahren bis Ende Oktober
2004 sistiert.
Mit Eingabe vom 29. Oktober 2004 beantragte die Beschwerdeführerin eine weitere
Sistierung des Verfahrens. Zur Begründung führte sie an, die Gespräche hätten gezeigt,
dass von beiden Seiten eine Kompromissbereitschaft bestehe. Das Baudepartement
stimmte einer weiteren Sistierung zunächst nicht zu. Nach Einreichung weiterer
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Unterlagen durch die S.-W. AG hielt es indes mit Schreiben vom 21. Dezember 2004
fest, das Verfahren könne letztmals bis längstens Ende Februar 2005 sistiert werden.
Die S.-W. AG müsse bis zu diesem Zeitpunkt im Rahmen eines vollständigen
Baugesuchs ein genehmigungsfähiges Sanierungsprojekt bei der Gemeinde W.
einreichen (nach Massgabe der Verfügung des AfU vom 28. Juli 2003 und der
Ergebnisse der verschiedenen Besprechungen zwischen Vertretern der
Beschwerdeführerin und des AfU). Die Gesuchsunterlagen müssten nachvollziehbar
und realistisch sein.
Mit Verfügung vom 22. Dezember 2004 wurde die Sistierung bis längstens Ende
Februar 2005 verlängert.
Mit Eingabe vom 4. März 2005 teilte die S.-W. AG dem Verwaltungsgericht mit, sie
habe am 28. Februar 2005 dem Bauamt W. ein Baugesuch eingereicht. Dieses sei ohne
weitere Bearbeitung nach St. Gallen weitergeleitet worden, von wo es mit einem
entsprechenden Fragebogen für zusätzliche Details zurückgekommen sei. Die
ergänzenden Unterlagen würden deshalb bis Mitte der folgenden Woche, spätestens
am 11. März 2005, eingereicht. Am 8. März 2005 reichte die S.-W. AG dem
Verwaltungsgericht Unterlagen über Angebote für die Behandlung von Emissionen ein.
Weil die S.-W. AG innert der bis Ende Februar 2005 angesetzten Frist kein
vollständiges Baugesuch im Sinne der Verfügung vom 22. Dezember 2004 eingereicht
hatte, verfügte der Präsident des Verwaltungsgerichts am 9. März 2005 die Aufhebung
der Sistierung und die Fortsetzung des Beschwerdeverfahrens. Zugleich wurde die
Vorinstanz aufgefordert, bis zum 6. April 2005 zur Beschwerde Stellung zu nehmen und
die Akten zu übermitteln.
Mit Stellungnahme vom 1. April 2005 beantragte das Baudepartement die Abweisung
der Beschwerde.
Mit Schreiben vom 7. April 2005 ersuchte die S.-W. AG um Zustellung der von der
Vorinstanz eingereichten Akten zur Einsicht. Nach Einsichtnahme beantragte die S.-W.
AG mit Schreiben vom 12. Mai 2005, es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen
resp. das Verfahren erneut zu sistieren. In seiner Stellungnahme zu diesem Gesuch
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beantragte das Baudepartement am 23. Mai 2005, die Gesuche um einen zweiten
Schriftenwechsel sowie Sistierung des Beschwerdeverfahrens seien abzuweisen.
Das Verwaltungsgericht führte weder einen weiteren Schriftenwechsel durch, noch
ordnete es eine erneute Sistierung des Verfahrens an.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die
Beschwerdeführerin ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Eingabe vom 26. Mai 2005 entspricht zeitlich,
formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit
Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2./ Die Beschwerdeführerin beantragt, es sei eine neutrale Expertise zur Frage
einzuholen, ob die auf dem Markt erhältlichen, dem "Stand der Technik"
entsprechenden Verbrennungsanlagen den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.
Zudem beantragt sie die Erstellung einer neutralen Öko-Bilanz einer solchen
Verbrennungsanlage, weil sie überzeugt sei, dass die Menge CO2, die durch den
natürlichen Zerfall des Pentans entstehe, mehrfach geringer sei als jene, welche durch
die Verbrennung des Pentangasgemisches entstehe. Insoweit solche Expertisen
verlangt werden, macht die Beschwerdeführerin zugleich geltend, der angefochtene
Entscheid beruhe auf einem unvollständig festgestellten Sachverhalt resp. ihr Anspruch
auf rechtliches Gehör sei verletzt.
a) aa)Im Verwaltungsverfahren gilt grundsätzlich die Untersuchungsmaxime. Die
Verwaltungsbehörden haben den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen
richtig und vollständig zu ermitteln und die Beweise zu erheben. Dieser Grundsatz gilt
nicht nur für die Verwaltungsbehörden, sondern auch im Verfahren vor dem
Verwaltungsgericht (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St.
Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 589 mit Hinweis). Es sind indessen lediglich die von den
Beteiligten angebotenen und leicht zugänglichen Beweise über erhebliche Tatsachen
aufzunehmen, wenn zur Wahrung des öffentlichen Interesses keine besonderen
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Erhebungen notwendig sind (Art. 12 Abs. 2 sowie Art. 50 Abs. 1 in Verbindung mit Art.
64 Abs. 1 VRP). Die Untersuchungsmaxime wird sodann durch die Mitwirkungspflicht
der Parteien relativiert. Diese greift namentlich dann, wenn eine Partei ein Verfahren
durch eigenes Begehren einleitet oder darin eigene Rechte geltend macht, und
insbesondere für Tatsachen, die eine Partei besser kennt als die Behörde und welche
diese ohne ihre Mitwirkung gar nicht oder nicht mit vernünftigem Aufwand erheben
kann (vgl. Häfelin/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl., Zürich 2002, Rz.
1630; BGE 124 II 365).
bb) Sind die durch den Untersuchungsgrundsatz gebotenen Beweise erhoben worden,
erfolgt die Beweiswürdigung. Ziel ist die Feststellung des im Streitfall relevanten
Sachverhalts. Das Verwaltungsverfahren ist bestimmt vom Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Dieser bedeutet nicht, dass die entscheidende Instanz völlig frei
wäre in der Festlegung des Sachverhalts oder diesen gar willkürlich festlegen dürfte.
Der Entscheid darüber, ob sich der Sachverhalt so oder anders zugetragen hat, ist
vielmehr auf vernünftige, nachvollziehbare Gründe abzustützen. Freie Beweiswürdigung
bedeutet sodann, dass die Bewertung der einzelnen Beweismittel nicht starren Regeln
folgt. Die Gewichtung der einzelnen Beweismittel soll sich aus ihrer inneren Qualität,
d.h. aus der anzunehmenden Übereinstimmung mit der Wirklichkeit, ergeben und nicht
durch deren äussere Eigenart (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 616 mit Hinweisen).
cc) Im Rahmen des rechtlichen Gehörs steht den Betroffenen grundsätzlich das Recht
zu, Beweisanträge stellen zu können, verbunden mit dem Anspruch, dass die
beantragten Beweise auch abgenommen werden, es sei denn, diese betreffen nicht
den erheblichen Sachverhalt, sie seien offensichtlich nicht geeignet, über die streitige
Tatsache Beweis zu erbringen, der Richter habe aufgrund der abgenommenen Beweise
seine Überzeugung bereits gebildet oder wenn von vornherein gewiss ist, dass der
angebotene Beweis keine Klärung herbeizuführen vermag (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O.,
Rz. 988 mit Hinweisen).
b) aa) Den Akten liegt ein Schreiben vom 28. Februar 2004 der Firma A. AG bei (vorinst.
act. 22), in welchem jene bestätigt, bei anderen polystyrolschäumenden Herstellern
Anlagen für thermische Nachverbrennungen für die Pentanentsorgung projektiert,
geliefert und in Betrieb gesetzt zu haben. Zudem hält das Schreiben fest, dass diese
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Anlagen von einer unabhängigen Firma, der G. AG (heute N. AG), überprüft und für mit
den gesetzlichen Vorgaben als übereinstimmend befunden worden seien. Wie die
Vorinstanz zutreffend ausführt, stützt auch die Fachliteratur die Wirksamkeit solcher
Anlagen. Die thermische Abluftreinigung, d.h. das Nachverbrennen von Abgasen, gilt
heute als ein weitverbreitetes und zuverlässiges Verfahren, bei dem praktisch jeder
organische Schadstoff verbrannt werden kann (vgl. Berner/Obermeier/Friedrich/
Ondratschek/Schaber, Strategien zur Minderung der VOC-Emissionen ausgewählter
Emittentengruppen in Baden-Württemberg, Karlsruhe 1996, S. 33 f.; Metz,
Entscheidungskriterien bei der Auswahl von Emissionsminderungsstrategien für
flüchtige organische Stoffe, Diplomarbeit 1999, Fachhochschule Trier, S. 24 ff.
[www.crte.lu ->documentation]). Vor diesem Hintergrund kann hinsichtlich der Frage,
ob die heute erhältlichen Verbrennungsanlagen den gesetzlichen Vorgaben
entsprechen, auf die Einholung einer Expertise verzichtet werden. Dies gilt um so mehr,
als die Beschwerdeführerin bis heute keine eigenen Sanierungsvorschläge vorgebracht
oder Alternativen zur thermischen Abluftreinigung aufgezeigt hat.
bb) Im weiteren fällt in Betracht, dass es im Bereich der thermischen Abluftreinigung
Verfahren gibt, welche hinsichtlich des Energieverbrauchs einen
Wärmerückgewinnungsgrad von 95% und mehr erzielen und so bei geringen
Schadstoffkonzentrationen gar autotherm betrieben werden können (vgl. Berner et al.,
a.a.O., S. 35; Bayerisches Amt für Umweltschutz, Moderne Verfahren zur
Emissionsminderung bei industriellen und gewerblichen Anlagen, Fachtagung vom 9.
Juli 2001, Augsburg 2001, [www.bayern.de/lfu/bestell/
gewerbliche_anlagen.pdf]). Unter diesen Umständen erübrigt sich die von der
Beschwerdeführerin beantragte Erstellung einer Öko-Bilanz.
c) Aufgrund der vorstehenden Ausführungen ergibt sich, dass der Sachverhalt durch
die Vorinstanz vollständig festgestellt und das rechtliche Gehör der
Beschwerdeführerin nicht verletzt wurde. Mangels Relevanz kann zudem auf die
Abnahme der beantragten Beweismittel verzichtet werden. Gleiches gilt für die
Durchführung einer mündlichen Verhandlung.
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3./ In materieller Hinsicht ist zu prüfen, ob sich die angeordnete lufthygienische
Sanierung der expandierten Polystyrolschaum herstellenden Anlage der S.-W. AG als
rechtmässig erweist.
a) aa) Gemäss Art. 11 Abs. 1 des Umweltschutzgesetzes (SR 814.01, abgekürzt USG)
werden Luftverunreinigungen, Lärm, Erschütterungen und Strahlen durch Massnahmen
bei der Quelle begrenzt (Emissionsbegrenzungen). Unabhängig von der bestehenden
Umweltbelastung sind Emissionen im Rahmen der Vorsorge so weit zu begrenzen, als
dies technisch und betrieblich möglich und tragbar ist (Art. 11 Abs. 2 USG). Steht fest
oder ist zu erwarten, dass die Einwirkungen unter Berücksichtigung der bestehenden
Umweltbelastung schädlich oder lästig werden, werden die Emissionsbegrenzungen
verschärft (Art. 11 Abs. 3 USG).
bb) Nach Art. 12 Abs. 1 lit. a USG werden Emissionen durch den Erlass von
Emissionsgrenzwerten eingeschränkt. Begrenzungen werden durch Verordnung oder,
soweit diese nichts vorsehen, durch unmittelbar auf das USG gestützte Verfügungen
vorgeschrieben (Art. 12 Abs. 2 USG). Im Bereich der Luftverunreinigung ist die
Luftreinhalte-Verordnung (SR 814.318.142.1, abgekürzt LRV) massgeblich. Gemäss
Art. 7 in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 LRV müssen bestehende stationäre Anlagen so
ausgerüstet und betrieben werden, dass sie die im Anhang 1 zur LRV festgelegten
Emissionsbegrenzungen einhalten. Anlagen, die den Vorschriften nicht genügen,
müssen saniert werden (Art. 16 Abs. 1 USG, Art. 8 LRV).
cc) Steht fest oder ist zu erwarten, dass schädliche oder lästige Einwirkungen von
Luftverunreinigungen durch mehrere Quellen verursacht werden, so erstellt die
zuständige Behörde einen Plan der Massnahmen, die zur Verminderung oder
Beseitigung dieser Einwirkungen innert angesetzter Frist beitragen (Massnahmenplan;
Art. 44a Abs. 1 USG). Diese Pläne sind für die Behörden verbindlich, die von den
Kantonen mit Vollzugsaufgaben betraut sind. Sie unterscheiden Massnahmen, die
unmittelbar angeordnet werden können, und solche, für welche die rechtlichen
Grundlagen noch zu schaffen sind (Art. 44a Abs. 2 USG). Dabei ist es grundsätzlich
Sache des Massnahmenplans, die für die Verbesserung der Luftqualität erforderlichen
Massnahmen auszuwählen, Art und Weise ihres Vollzugs zu bestimmen und den
Realisierungszeitraum festzulegen (Art. 32 Abs. 1 lit. e bis g LRV).
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b) aa) Die Beschwerdeführerin bringt zunächst vor, dass der Einbezug von Pentan in
die LRV unhaltbar sei, weil es sich bei Pentan nicht um einen im Sinne der LRV für
Mensch und Tier schädlichen oder lästigen Stoff handle.
bb) Pentan ist ein kettenförmiger Kohlenwasserstoff aus der Familie der Alkane mit der
Summenformel C5H12. Als Alkan gehört Pentan zu den sogenannten flüchtigen
organischen Stoffen (volatile organic compounds, abgekürzt VOC), welche als
Vorläuferstoffe mitverantwortlich für den gesundheitsschädigenden Sommersmog sind
(vgl. BUWAL, Sommer
smog, [www.umwelt-schweiz.ch/buwal/de/fachgebiete/fg_luft/
themen/sommersmog]). Obwohl mit den bestehenden Massnahmen die Emissionen
von Ozon-Vorläuferstoffen in den letzten zwanzig Jahren reduziert werden konnten,
sind die Emissionen in der Schweiz und im Ausland immer noch zu hoch und
beeinträchtigen dadurch in den sommerlichen Schönwetterperioden durch Bildung von
bodennahem Ozon die Gesundheit der Menschen und die Umwelt (vgl. BUWAL,
Sommersmog [www.umwelt-schweiz.ch/buwal/de/fachgebiete/fg_luft/themen/
sommersmog] und Eidgenössische Kommission für Lufthygiene ELK, Sommersmog,
Bern 2004 [www.umwelt-schweiz.ch/imperia/
md/content/luft/fachgebiet/d/grundlagen/sommersmog_2004_ekl.pdf]). Die
Beschwerdeführerin verkennt, dass nicht in erster Linie die Bildung von Kohlendioxid
(CO2) durch Pentan problematisch ist, sondern vielmehr die Bildung von gesundheits-
und umweltschädlichem bodennahem Ozon (O3). Mit dieser Problematik setzt sich
auch der von der Beschwerdeführerin eingereichte Entwurf "Styropor und Umwelt" des
deutschen Industrieverbands Hartschaum nicht auseinander. Unbehelflich ist auch das
Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach der Verbrennungsprozess zu einem
höheren CO2-Ausstoss führen würde als der natürliche Abbau. Die Beschwerdeführerin
geht auf den Umstand, dass moderne Verbrennungsanlagen, wie ausgeführt, eine
Wärmerückgewinnung von 95% und mehr gewährleisten und damit in bestimmten
Bereichen einen autothermen Betrieb ermöglichen, gar nicht ein. Der Ausstoss von
Kohlendioxid (CO2) ist für den Menschen unschädlich, trägt jedoch zur Erwärmung der
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Erdatmosphäre bei (vgl. Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft [BUWAL]
Hinweise zu weiteren Schadstoffen [www.umwelt-schweiz.ch/
imperia/md/con-tent/luft/fachge-biet/d/129.1.pdf]). Es sind diesbezüglich
Bestrebungen im Gange, um den CO2-Ausstoss zu reduzieren, hingegen wird das CO2
von der LRV nicht erfasst.
c) aa) Die Beschwerdeführerin macht des weiteren geltend, dass die Anwendung von
verschärften Emissionsbegrenzungen gemäss Art. 11 Abs. 3 USG und der damit
zusammenhängende Verzicht auf das Kriterium der wirtschaftlichen Tragbarkeit einer
Massnahme insofern nicht haltbar sei, als Art. 5 LRV als einschlägige
Ausführungsbestimmung statuiere, dass es bei verschärften Emissionsbegrenzungen
nur um geplante Anlagen gehen könne. Zudem seien Emissionen gemäss Art. 6 Abs. 2
LRV zu erfassen und müssten in der Regel über das Dach ausgestossen werden,
weshalb weitergehende Auflagen ausgeschlossen seien.
bb) Verschärfte Emissionsbegrenzungen sind entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin nicht nur bei geplanten Anlagen (Art. 5 LRV), sondern gestützt auf
Art. 9 LRV auch bei bestehenden Anlagen möglich, wenn feststeht, dass eine einzelne
Anlage übermässige Immissionen verursacht, obwohl sie die vorsorglichen
Emissionsbegrenzungen einhält.
Art. 6 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 7 LRV bestimmt, dass bei bestehenden Anlagen
Emissionen in der Regel durch Kamine oder Abluftkanäle über Dach ausgestossen
werden müssen. Dies bedeutet indes nicht, dass allein schon mit der Ableitung der
Emissionen über das Dach dem Gebot der Emissionsbegrenzung Genüge getan wäre.
Art. 6 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 7 LRV verlangt nämlich insbesondere, dass die
Erfassung und Ableitung der Emissionen derart erfolgt, dass keine übermässigen
Emissionen entstehen. Genügt deshalb die Ableitung über Kamine oder Kanäle nicht
zur Verhinderung übermässiger Emissionen sind selbstredend weitere Massnahmen zu
ergreifen.
d) Die Beschwerdeführerin bringt des weitern vor, die Vorinstanz habe es unterlassen
zu prüfen, ob Erleichterungen im Einzelfall gemäss Art. 17 USG gewährt werden
könnten. Der Entscheid erweise sich deshalb als rechtswidrig.
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Gemäss Art. 11 Abs. 1 LRV gewähren die Behörden dem Inhaber einer Anlage auf
Gesuch hin Erleichterungen, wenn eine Sanierung unverhältnismässig, insbesondere
technisch oder betrieblich nicht möglich oder wirtschaftlich nicht tragbar wäre.
Die Beschwerdeführerin hat nie ein begründetes Gesuch um Erleichterung eingereicht
oder nachgewiesen, dass die Sanierung betriebswirtschaftlich untragbar wäre. Die
Vorinstanz war nicht gehalten, die Voraussetzungen von Erleichterungen von Amtes
wegen zu prüfen. Die diesbezügliche Rüge der Beschwerdeführerin erweist sich zum
vornherein als unbegründet.
e) aa) Die Beschwerdeführerin ficht im weiteren die Rechtmässigkeit von Kn 11 des
kantonalen Massnahmeplans an, weil nicht ersichtlich sei, wie der Kanton darauf
gekommen sei, bei Betrieben mit einem Ausstoss von jährlich mehr als vier Tonnen
flüchtiger organischer Verbindungen Massnahmen zu verfügen. Ausserdem würde es
unter dem Gesichtspunkt einer fortschrittlichen Umweltpolitik hinsichtlich der
Emissionsbegrenzung von Pentan keinen Sinn machen, in der Schweiz etwas zu
verteufeln, wovon in den führenden Industriestaaten Europas keine Rede sei. Des
weiteren wird geltend gemacht, dass die Verbrennungsanlagen nach kurzer Zeit rosten
würden und deshalb technisch noch nicht ausgereift seien und nicht dem heutigen
Stand der Technik entsprechen würden. Auch sei die Sanierung aufgrund der geringen
Gewinnmarge und der Belastung durch die VOC-Abgabe wirtschaftlich nicht tragbar.
bb) Kn 11 (Herabsetzung des Kohlenwasserstoff-Ausstosses bei Grossemittenten) des
Massnahmenplans nach LRV, Nachführung 1997, bestimmt, dass bei Betrieben mit
einem Ausstoss von jährlich mehr als vier Tonnen flüchtiger organischer Verbindungen
Minderungsmassnahmen für sämtliche emittierenden Anlagen gemäss Stand der
Technik zu verfügen sind. Die Beschwerdeführerin legt in keiner Weise dar, weshalb
das festgelegte Mass von vier Tonnen, das sie um ein Vielfaches überschreitet, nicht
sachgerecht sein soll. Der Einwand, "es sei nicht ersichtlich, wie der Kanton auf die
Menge von vier Tonnen gekommen sei", genügt der Substantiierungspflicht nicht.
Aber auch die Behauptungen, in Europa seien keine Emissionsbegrenzungen
vorgesehen, stimmt in dieser Form nicht. So müssen die europäischen Mitgliedstaaten
bereits aufgrund der Richtlinie 1999/13/EG des Rates vom 11. März 1999 über die
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Begrenzung von Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen, die bei bestimmten
industriellen Tätigkeiten und in bestimmten Anlagen bei der Verwendung organischer
Lösungsmittel entstehen, die erforderlichen Maßnahmen treffen, um sicherzustellen,
dass alle Neuanlagen den Bestimmungen der Richtlinie entsprechen. Die Richtlinie
2004/42/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. April 2004 über die
Begrenzung der Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen aufgrund der
Verwendung organischer Lösemittel in Dekorfarben und -lacken und Produkten der
Fahrzeugreparaturlackierung sowie zur Änderung der Richtlinie 1999/13/EG zielt darauf
ab, negative Umweltauswirkungen flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) aufgrund
der Verwendung von Lösemitteln in Dekorfarben und -lacken und Produkten der
Fahrzeugreparaturlackierung zu vermeiden (vgl. //europa.eu.int/scadplus/leg/de/lvb/
l28029b.htm.). Dies zeigt, dass die negativen Auswirkungen von VOC-Emissionen auch
in der EU anerkannt und rechtlich normiert sind, auch wenn sich die fraglichen
Richtlinien konkret nicht auf Herstellung von Kunststoffschaumteilen aus Polystyrol
beziehen.
In bezug auf das Vorbringen, die Sanierungspflicht sei aufgrund einer geringen
Gewinnmarge und der VOC-Abgabe wirtschaftlich untragbar, fällt in Betracht, dass
verschärfte Emissionsbegrenzungen grundsätzlich unabhängig von ihrer
wirtschaftlichen Zumutbarkeit angeordnet werden können. Voraussetzung ist, dass ein
angemessenes Verhältnis zwischen dem Nutzen der Massnahmen und der Schwere
der damit verbundenen (nichtfinanziellen) Nachteile besteht (ZBl 2002 S. 380 mit
weiteren Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Nachteile werden von
der Beschwerdeführerin mit Ausnahme der behaupteten fehlenden Wirtschaftlichkeit
nicht geltend gemacht. Mithin sind vorliegend die Voraussetzungen gegeben, um
verschärfte Emissionsbegrenzungen unabhängig von der wirtschaftlichen Zumutbarkeit
anzuordnen. Im übrigen handelt es sich beim Einwand, die Sanierung sei finanziell nicht
tragbar, lediglich um eine Behauptung, die von der Beschwerdeführerin in keinerlei
Weise durch entsprechende finanzielle Kennzahlen stichhaltig untermauert wird.
f) aa) Schliesslich beantragt die Beschwerdeführerin eventualiter, der Entscheid über
eine Sanierung sei um mindestens fünf Jahre zu sistieren, weil ein neues, pentanarmes
Treibmittel zu erwarten sei und die Pflicht zur VOC-Abgabe ab 2008 auch für sanierte
Betriebe gelte.
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bb) Auch diese Vorbringen sind unbegründet. Es ist völlig offen, ob bzw. wann ein
pentanarmes Treibmittel auf dem Markt erhältlich sein wird. Zudem würde sich selbst
bei einer Aufhebung der Befreiung von VOC-Abgaben nichts an einer im USG
statuierten Sanierungspflicht ändern, weshalb ein weiterer Aufschub der Sanierung
nicht angebracht ist. Nicht stichhaltig ist sodann das Vorbringen, dass die
Pentanemissionen der Beschwerdeführerin stetig verringert würden, nachdem diese
das gemäss Kn 11 des Massnahmenplans zulässige Mass von vier Tonnen nach wie
vor um ein Vielfaches überschreitet. Schliesslich fällt in diesem Zusammenhang in
Betracht, dass die Beschwerdeführerin bereits seit mehr als zehn Jahren um die
Sanierungspflicht ihrer Anlage weiss. Im Hinblick auf eine gütliche Lösung wurde den
Gesuchen der Beschwerdeführerin um Fristerstreckung, ergänzende Schriftenwechsel
sowie Sistierung des Verfahrens zur Ausarbeitung eines Sanierungsvorschlags
mehrfach entsprochen. Die Beschwerdeführerin kam jedoch den in diesem
Zusammenhang gemachten Auflagen nicht nach; entweder liess sie die ihr
eingeräumten Fristen unbenutzt verstreichen oder verzögerte durch nicht sachdienliche
und teilweise offenkundig falsche Eingaben das Verfahren. Ihr Verhalten erweist sich
deshalb geradezu als trölerisch.
h) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin mit ihren Begehren
nicht durchdringt. Die Beschwerde ist deshalb vollumfänglich abzuweisen.
4./ Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 5'000.-- (inkl. Sistierungsverfügungen) ist angemessen (Ziff.
382 Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in
gleicher Höhe zu verrechnen.
Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht