Decision ID: 69372b93-da79-5f47-a92d-a2526a858704
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 11.08.2011 Art. 5 AHVG, Art. 9 AHVG; Art. 6 ff. AHVV; Art. 39 AHVV. Kündigung und Weiterbeschäftigung, Auftragsverhältnis geltend gemacht. Festsetzung des Beitragsstatuts als unselbstständig erwerbend sowie Nachzahlungsverfügung korrekt. Kein Vertrauensschutz bei Äusserungen von Privatpersonen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. August 2011, AHV 2011/1). Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichter Martin Rutishauser, a.o. Versicherungsrichter Christian Zingg; a.o. Gerichtsschreiber David Zünd Entscheid vom 11. August 2011 in Sachen A._ GmbH, Beschwerdeführerin, gegen Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen, Beschwerdegegnerin, und B._, Beigeladener, betreffend Nachbelastung von paritätischen Beiträgen 2008 Sachverhalt:
A.
A.a B._ arbeitete vom 1. November 2005 bis 31. Mai 2008 bei der A._ GmbH. Das
Arbeitsverhältnis wurde per 31. Mai 2008 im gegenseitigen Einverständnis aufgelöst.
Der Versicherte wollte sich anschliessend selbstständig machen, bot seiner ehemaligen
Arbeitgeberin jedoch an, für die Dauer ihrer Personalrekrutierung laufende Aufträge und
Montagearbeiten im Auftragsverhältnis für sie auszuführen (act. G 3.1/2).
Am 23. Oktober 2008 reichte der Versicherte den Fragebogen zur Abklärung der
Beitragspflicht für Selbstständigerwerbende bei der Sozialversicherungsanstalt des
Kantons St. Gallen (SVA St. Gallen), Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen, ein und
gab an, seit dem 1. Juni 2008 im Bereich Schreinerhandwerk selbstständig erwerbend
zu sein (act. G 3.1/17). Am 31. Oktober 2008 bestätigte die SVA St. Gallen den Eingang
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des Fragebogens und forderte den Versicherten auf, ihr weitere Unterlagen für die
Beurteilung seiner sozialversicherungsrechtlichen Stellung zuzusenden (act. G 3.1/21).
Am 5. November 2008 überwies die SVA St. Gallen die Angelegenheit zur Abklärung an
die Suva, da der Versicherte in einer Branche tätig sei, welche der Suva obligatorisch
unterstellt sei, und bat den Versicherten, der Suva-Agentur die benötigten Unterlagen
zuzustellen (act. G 3.1/23 sowie 24). Diese teilte dem Versicherten, seiner ehemaligen
Arbeitgeberin und der SVA St. Gallen am 9. Februar 2009 mit, dass ihr eine Beurteilung
des sozialversicherungsrechtlichen Statuts aufgrund der ihr zur Verfügung stehenden
Unterlagen nicht möglich sei und sie den Versicherten deshalb weiterhin als
unselbstständig erwerbend betrachte (act. G 3.1/25). Die SVA St. Gallen informierte
den Versicherten sowie dessen ehemalige Arbeitgeberin am 16. Februar 2009, dass der
Entscheid der Suva auch für sie verbindlich sei und der Versicherte deshalb als
unselbstständig erwerbend betrachtet werde (act. G 3.1/27).
A.b Im Juni 2010 führte die SVA St. Gallen bei der A._ GmbH eine
Arbeitgeberkontrolle durch (act. G 3.1/7). Dabei stellte sie fest, dass die ehemalige
Arbeitgeberin durch den Versicherten ausgeführte Montagearbeiten ab Juni bis
Dezember 2008 im Umfang von Fr. 17'438.- nicht abgerechnet hatte. Sie zog 20%
Pauschalspesen ab (act. G 3.1/11) und erliess am 7. September 2010 basierend auf
einer AHV-pflichtigen Lohnsumme von Fr. 14'000.- eine Nachzahlungsverfügung für
das Jahr 2008 über Fr. 1'988.40 (act. G 3.1/3).
A.c Am 4. Oktober 2010 erhob die A._ GmbH Einsprache gegen die
Nachzahlungsverfügung vom 7. September 2010, mit dem Begehren, diese sei
aufzuheben und die gestellte Forderung über Fr. 1'988.40 zu stornieren. Sie machte
geltend, dass der Versicherte als selbstständig erwerbend zu betrachten sei.
Die Einsprecherin gibt an, der bereits vor Stellenantritt am 1. November 2005 auf
selbstständiger Basis tätig gewesene Versicherte sei durch sie bzw. ihre ehemalige
Treuhänderin über die Folgen und Pflichten einer Selbstständigkeit im Detail informiert
worden. Sie sei deshalb daraufhin davon ausgegangen, dass sich der Versicherte
selbstständig um die korrekte Abrechnung seiner Sozialbeiträge und Quellensteuern
kümmere.
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Der Versicherte habe in den im Jahr 2008 nach der Auflösung des Arbeitsverhältnisses
verbleibenden sieben Monaten bloss während ca. 193 Stunden bzw. ungefähr 1 1⁄4
Monaten für sie gearbeitet. Während der restlichen Arbeitszeit habe er, wie sie von
ihren Lieferanten und Kunden vernommen habe, für andere Auftraggeber gearbeitet.
Der Versicherte sei also bloss während ca. 17% seiner Normalarbeitszeit für sie und
während 83% seiner Normalarbeitszeit für andere Auftraggeber tätig gewesen, mit
welchen er auch als selbstständiger Handwerker abgerechnet habe.
Weiter habe der Versicherte seine eigene, voll funktionsfähige Werkstatt mit eigenem,
vollausgestattetem Werkstattfahrzeug benutzt. Er habe nach der Auflösung des
Arbeitsverhältnisses in gegenseitigem Einverständnis keinen Zugang zu firmeneigenen
Materialien oder Einrichtungen gehabt (act. G 3.1/4).
A.d Mit Einspracheentscheid vom 6. Dezember 2010 wies die SVA St. Gallen die
Einsprache ab. Der Versicherte habe kein spezifisches Unternehmerrisiko sowie
Verlust-, Inkasso- und Delkredererisiko zu tragen gehabt. Er sei weisungsgebunden
gewesen und auch die Tatsache, dass er auch noch für andere Auftraggeber tätig
gewesen sei, vermöge an seiner sozialversicherungsrechtlichen Stellung nichts zu
ändern. Seine Stellung gegenüber der Einsprecherin sei vergleichbar mit jemandem,
der einem Teilzeiterwerb nachgehe.
Gegenüber der Suva habe er sich ebenfalls dahingehend geäussert, dass er
Werkzeuge und Maschinen nur zum Teil besitze. In seiner Anmeldung für
Selbstständigerwerbende habe er zudem auch nicht angegeben, ein Firmenauto zu
besitzen. Da die Merkmale unselbstständiger Erwerbstätigkeit überwiegen würden und
weder der Versicherte noch die Einsprecherin Unterlagen, welche Gegenteiliges
belegen würden, eingereicht hätten, sei von einer unselbstständigen Arbeitstätigkeit
des Versicherten auszugehen und die Verfügung deshalb rechtens (act. G 1.1).
B.
B.a Am 4. Januar 2011 erhob die A._ GmbH Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 6. Dezember 2010 mit dem Rechtsbegehren, die
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Nachzahlungsverfügung sei aufzuheben und die gestellte Forderung über Fr. 1988.40
zu stornieren.
Nach Auflösung des Arbeitsverhältnisses habe sich der Versicherte klar als
selbstständig erwerbend ausgegeben und versichert, seinen Meldungs- und
Abrechnungspflichten nachzukommen. Die Beschwerdeführerin fügt an, dass sie dies
durch Nachfrage bei ihrer damaligen Treuhänderin soweit möglich abgeklärt habe.
Am 9. Februar 2009 sei ihr mitgeteilt worden, dass die bei der Suva eingereichten
Unterlagen die Beurteilung des sozialversicherungsrechtlichen Status nicht
ermöglichten und der Versicherte somit weiterhin als unselbstständig erwerbend
angesehen werde. In der Folge habe sie den Versicherten darauf angesprochen. Dieser
habe erklärt, es würde sich nur noch um eine Formsache handeln; er sei seiner Pflicht,
die benötigten Unterlagen vollständig einzureichen, bis anhin nicht nachgekommen,
werde dies aber unverzüglich noch tun.
Da die Beschwerdeführerin auf weitere Anfragen bezüglich des Standes seiner
Anerkennung auf Selbstständigkeit keine Auskunft mehr vom Versicherten erhalten
habe, habe sie ihm auch keine weiteren Aufträge mehr erteilt. Bis zu diesem Zeitpunkt
habe die Beschwerdeführerin jedoch in guten Treuen davon ausgehen können, dass
der Versicherte Selbstständigerwerbender gewesen sei (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 14. Januar 2011 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde und verweist zur Begründung auf ihre Erwägungen im
Einspracheentscheid (act. G 3).
B.c Die Beschwerdeführerin verzichtet auf eine Replik.
C.
C.a Am 3. März 2011 wurde der Versicherte in das Beschwerdeverfahren beigeladen.
Die Beiladung konnte ihm allerdings nicht zugestellt werden, da der Versicherte
gemäss telefonischer Auskunft des Einwohneramts St. Gallen vom 9. März 2011
unbekannten Aufenthaltes ist (act. G 5, 6, 7).

Erwägungen:
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1.
1.1 Die sozialversicherungsrechtliche Beitragspflicht Erwerbstätiger richtet sich unter
anderem danach, ob das in einem bestimmten Zeitraum erzielte Erwerbseinkommen
als solches aus selbstständiger oder aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit zu
qualifizieren ist (Art. 5 und 9 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die
Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVG; SR 831.10] sowie Art. 6 ff. der
Verordnung vom 31. Oktober 1947 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung
[AHVV; SR 831.101]). Nach Art. 5 Abs. 2 AHVG gilt als massgebender Lohn jedes
Entgelt für in unselbstständiger Stellung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit
geleistete Arbeit; als Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit gilt nach Art. 9
Abs. 1 AHVG jedes Einkommen, das nicht Entgelt für in unselbstständiger Stellung
geleistete Arbeit darstellt (vgl. BGE 123 V 161, Erw. 1 mit Hinweisen).
Nach der Rechtsprechung ist für die Frage, ob im Einzelfall selbstständige oder
unselbstständige Erwerbstätigkeit vorliegt, nicht die Rechtsnatur des zugrunde
liegenden Vertragsverhältnisses massgebend. Entscheidend sind vielmehr die
wirtschaftlichen Gegebenheiten. Die zivilrechtlichen Verhältnisse vermögen dabei
allenfalls gewisse Anhaltspunkte für die AHV-rechtliche Qualifikation zu bieten, ohne
jedoch ausschlaggebend zu sein. Als unselbstständig erwerbstätig ist im Allgemeinen
zu betrachten, wer von einem Arbeitgeber in betriebswirtschaftlicher bzw.
arbeitsorganisatorischer Hinsicht abhängig ist und kein spezifisches Unternehmerrisiko
trägt. Aus diesen Grundsätzen allein lassen sich indessen noch keine einheitlichen,
schematisch anwendbaren Lösungen ableiten. Die Vielfalt der im wirtschaftlichen
Leben anzutreffenden Sachverhalte zwingt dazu, die beitragsrechtliche Stellung einer
erwerbstätigen Person jeweils unter Würdigung der gesamten Umstände des
Einzelfalles zu beurteilen. Weil dabei vielfach Merkmale beider Erwerbsarten zu Tage
treten, muss sich der Entscheid oft danach richten, welche dieser Merkmale im
konkreten Fall überwiegen (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom
13. Juli 2001, H 5/00, Erw. 2a mit Hinweisen).
1.2 Charakteristische Merkmale einer selbstständigen Erwerbstätigkeit sind die
Tätigung erheblicher Investitionen, die Benützung eigener Geschäftsräumlichkeiten, die
Beschäftigung von eigenem Personal sowie Handeln in eigenem Namen und auf eigene
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Rechnung. Das spezifische Unternehmerrisiko besteht dabei darin, dass unabhängig
vom Arbeitserfolg Kosten anfallen, die der Versicherte selber zu tragen hat. Für die
Annahme selbstständiger Erwerbstätigkeit spricht sodann die gleichzeitige Tätigkeit für
mehrere Gesellschaften in eigenem Namen, ohne indessen von diesen abhängig zu
sein. Massgebend ist dabei nicht die rechtliche Möglichkeit, Arbeiten von mehreren
Auftraggebern anzunehmen, sondern die tatsächliche Auftragslage. Von
unselbstständiger Erwerbstätigkeit ist auszugehen, wenn die für den Arbeitsvertrag
typischen Merkmale vorliegen, d.h. wenn der Versicherte Dienst auf Zeit zu leisten hat,
wirtschaftlich vom "Arbeitgeber" abhängig ist und während der Arbeitszeit auch in
dessen Betrieb eingeordnet ist, praktisch also keine andere Erwerbstätigkeit ausüben
kann. Indizien dafür sind das Vorliegen eines bestimmten Arbeitsplans, die
Notwendigkeit, über den Stand der Arbeiten Bericht zu erstatten, sowie das
Angewiesensein auf die Infrastruktur am Arbeitsort. Das wirtschaftliche Risiko des
Versicherten erschöpft sich diesfalls in der (alleinigen) Abhängigkeit vom persönlichen
Arbeitserfolg oder, bei einer regelmässig ausgeübten Tätigkeit, darin, dass bei
Dahinfallen des Erwerbsverhältnisses eine ähnliche Situation eintritt, wie dies beim
Stellenverlust eines Arbeitnehmers der Fall ist (vgl. BGE 122 V 172, Erw. 3c mit
Hinweisen; vgl. auch H. Käser, Unterstellung und Beitragswesen in der obligatorischen
AHV, 2. Aufl., S. 115f.).
1.3 Abgeleitet aus dem Grundsatz von Treu und Glauben (vgl. Art. 9 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101]), der eine
Person in ihrem berechtigten Vertrauen auf behördliches Verhalten schützt, können
falsche Auskünfte von Verwaltungsbehörden unter bestimmten Voraussetzungen eine
vom materiellen Recht abweichende Behandlung der rechtsuchenden Person gebieten.
Gemäss Rechtsprechung und Lehre gelangt der Vertrauensschutz zur Anwendung,
1. wenn die Behörde in einer konkreten Situation mit Bezug auf bestimmte Personen
gehandelt hat; 2. wenn sie für die Erteilung der betreffenden Auskunft zuständig war
oder wenn die rechtsuchende Person die Behörde aus zureichenden Gründen als
zuständig betrachten durfte; 3. wenn die Person die Unrichtigkeit der Auskunft nicht
ohne weiteres erkennen konnte; 4. wenn sie im Vertrauen auf die Richtigkeit der
Auskunft Dispositionen getroffen hat, die nicht ohne Nachteil rückgängig gemacht
werden können und 5. wenn die gesetzliche Ordnung seit der Auskunftserteilung keine
Änderung erfahren hat (BGE 131 V 472 E. 5 mit Hinweisen).
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2.
2.1 Da über das Beitragsstatut des Beigeladenen für dessen Tätigkeit bei der
Beschwerdeführerin ab Juni 2008 bis anhin noch keine förmliche Verfügung ergangen
ist, ist die Frage, ob es sich dabei um eine selbstständige oder unselbstständige
Erwerbstätigkeit handelt, im Rahmen dieser Beschwerde zu prüfen.
2.2 Die Beschwerdeführerin führt aus, sie habe in guten Treuen davon ausgehen
können, dass der Versicherte selbstständig erwerbend war und es sich wohl nur noch
um eine administrative Formsache handeln musste, um als solcher anerkannt zu
werden, da sich der Versicherte nach eigenen Aussagen und gemäss Auskunft ihrer
ehemaligen Treuhänderin bei der SUVA als selbstständig erwerbend gemeldet hatte.
Die Beschwerdeführerin verkennt dabei allerdings, dass der sogenannte
Vertrauensschutz nur gegenüber einer Behörde zur Anwendung gelangen kann. Dass
sie dem Versicherten glaubte, als dieser beteuerte, er komme seinen administrativen
Pflichten nach und es handle sich bei der Anerkennung seiner Selbstständigkeit bloss
noch um eine reine Formsache, mag nachvollziehbar sein, fällt jedoch, da der
Versicherte eine Privatperson ist, nicht in den Anwendungsbereich des in Erw. 1.3
dargestellten Vertrauensschutzes.
2.3 Bei seiner Anmeldung bei der Beschwerdegegnerin gab der Beigeladene an, ca.
Fr. 10'000.-- Anschaffungskosten für Werkzeuge aller Art ausgegeben zu haben. Dass
er auch über ein ausgestattetes Werkstattfahrzeug verfüge, wie die
Beschwerdeführerin in der Einsprache behauptete, gab der Beigeladene nicht an (act.
G 3.1/19.
2.4 Gegenüber der Suva führte der Beigeladene aus, zwar über etliche Werkzeuge zu
verfügen, aber nicht vollständig ausgerüstet zu sein (act. G 3.1/29). Obwohl der
Beigeladene mit der Suva so verblieben war, reichte er keine weiteren Unterlagen ein,
die seine Selbstständigkeit weiter belegen könnten. Wird weiter berücksichtigt, dass
der Beigeladene bis zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses per Ende Mai 2008
unbestritten als Unselbstständigerwerbender für die Beschwerdeführerin tätig gewesen
ist und sich dessen Tätigkeit für "die Dauer unserer Personalrekrutierung" (act. G 3.1/2)
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für die Beschwerdeführerin nicht in ersichtlicher Weise geändert hat, so fehlen
ausreichende Anhaltspunkte dafür, dass der Beigeladene für die Beschwerdeführerin
ab Juni 2008 aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht in selbstständigerwebender
Weise tätig gewesen wäre. Dies umso weniger, als aus dem Internet-
Handelsregisterauszug hervorgeht, dass der Beigeladene Gesellschafter der
Beschwerdeführerin war und vom 21. Februar 2006 bis 24. Juli 2009 sogar als
Geschäftsführer mit Einzelunterschrift eingetragen war.
2.5 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen war der Beigeladene für die
Beschwerdeführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unselbstständig tätig.
Sobald die Beschwerdegegnerin somit Kenntnis davon erhielt, dass die
Beschwerdeführerin ab Juni 2008 keine Löhne mehr für den Beigeladenen abrechnete,
musste sie die Nachzahlung der geschuldeten Beiträge verlangen und nötigenfalls
durch Verfügung festsetzen (vgl. Art. 39 AHVV). Die Höhe der nachbelasteten
Lohnsumme (Fr. 14'000.--) für 2008 ist unbestritten geblieben. Es bestehen auch keine
Anhaltspunkte, dass die nachbelastete Lohnsumme nicht zutreffend wäre.
3.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Beitragsstatut richtig festgesetzt wurde
und die Nachzahlungsverfügung rechtens erfolgte. Die Beschwerde ist abzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP