Decision ID: ae219b61-9e98-5459-a38c-990eb733a18b
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ war durch seine Anstellung als Plattenleger im elterlichen Betrieb, der
Einzelfirma B._, bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva)
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 17. Dezember 1979
beim Schlittschuhlaufen auf dem Eis stürzte und sich am rechten Handgelenk verletzte
(UV-act. 2). In seiner Tätigkeit als Plattenleger war er in der Folge bis 1. Januar 1980
vollständig arbeitsunfähig (UV-act. 1). Da der Versicherte auch im Februar 1980 noch
über Beschwerden im Navicularebereich klagte, veranlasste Kreisarzt Dr. med. C._
die Vornahme von Röntgenbildern. Diese zeigten keine sichere eindeutige Läsion im
Bereich des Handgelenks (UV-act. 3). Demgegenüber zeigten Röntgenbilder von
Dezember 1980 eine proximale Navicularefraktur rechts (UV-act. 10). Am 10. Juli 1981
wurde beim Versicherten im Spital D._ eine Pseudarthrosenoperation
(Spongiosaplastik nach Matti-Russe) durchgeführt (UV-act. 15). Im Bericht vom 6. Juli
1982 befand Kreisarzt Dr. C._, der Fall könne entsprechend dem röntgenologischen
Befund einer vollständig durchbauten Pseudoarthrose abgeschlossen werden (UV-act.
18).
A.b Mit Telefon vom 25. Juni 1999 meldete der Versicherte der Suva einen Rückfall. Er
habe infolge von Beschwerden die Arbeit aussetzen müssen (UV-act. 19). Gemäss dem
Bericht seines Hausarztes Dr. med. E._, Allgemeinmedizin FMH, Widnau, vom 6. Juli
1999 wurde die Behandlung wieder abgeschlossen (UV-act. 20).
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A.c Im UV-Arztzeugnis vom 24. März 2009 bestätigte Dr. E._ beim Versicherten eine
Einschränkung der Beweglichkeit im Handgelenk v.a. bei Flexion (UV-act. 22). Gestützt
auf die Beurteilung des Kreisarztes vom 6. April 2009 bejahte die Suva einen Rückfall
(UV-act. 22f.).
A.d Mit Bericht vom 13. Februar 2014 diagnostizierte Prof. Dr. med. F._, Klinik für
Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des Kantonsspitals St. Gallen
(KSSG), eine fortgeschrittene Handgelenksarthrose bei SL-Bandruptur und bei Zustand
nach Scaphoid-Fraktur rechts. Er empfahl die Vornahme einer mediokarpalen
Teilarthrodese und einer Handgelenksdenervation (UV-act. 24).
A.e Im Arztzeugnis vom 2. März 2014 zu Handen der Suva attestierte Dr. E._ dem
Versicherten ab 5. März 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 33). Im
Unfallschein UVG bestätigte der Hausarzt die volle Arbeitsunfähigkeit ab 20. März 2014
(UV-act. 44).
A.f Mit Schreiben vom 17. März bzw. 15. April 2014 gewährte die Suva dem
Versicherten ein Taggeld sowie die Übernahme der Kosten für die Heilbehandlung (UV-
act. 40, 48). Am 7. April 2014 führten die Ärzte des KSSG beim Versicherten an der
rechten Hand eine mediocarpale Arthrodese durch. Er wurde bis zum 22. Oktober 2014
zu 100% arbeitsunfähig geschrieben (UV-act. 57, 59, 60, 64, 68, 79).
A.g Mit Stellungnahme vom 4. September 2014 befand Kreisarzt Dr. med. G._,
Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
dass die Arthrodese vom 7. April 2014 eine erhebliche Beweglichkeitseinschränkung
oder gar Versteifung bedeute, welche durch keine weiteren Massnahmen inklusive
Reha zu verbessern sei. Die Wiederaufnahme der angestammten Tätigkeit als
Plattenleger sei wahrscheinlich nicht mehr möglich. Auf Grund der vorliegenden
Arztberichte seien durch eine kreisärztliche Untersuchung keine weiteren Erkenntnisse
zu erwarten (UV-act. 71).
A.h Am 8. September 2014 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle zum
Leistungsbezug an (UV-act. 73).
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A.i Im Bericht vom 22. Oktober 2014 empfahl Prof. F._ die Metallentfernung, um
dadurch die Beweglichkeit und die Schmerzen zu therapieren. Der Versicherte sei
theoretisch in der Lage, leichte Tätigkeiten und organisatorische Aufgaben zu
übernehmen. Da er beruflich jedoch selbständig sei und keine Mitarbeiter habe, sei es
ihm nicht möglich, eine Teilarbeitsfähigkeit zu verwerten (UV-act. 80).
A.j Gestützt auf den CT-Befund des KSSG vom 21. Oktober 2014 (UV-act. 82) hielt
Dr. G._ am 6. November 2014 fest, eine knöcherne Konsolidierung sei erst partiell
eingetreten. Der weitere Verlauf nach Metallentfernung im Frühjahr 2015 sei daher
abzuwarten (UV-act. 83).
A.k Am 7. Januar 2015 wurde die Metallentfernung im KSSG durchgeführt (UV-act.
91).
A.l Im Bericht vom 20. April 2015 hielt Prof. F._ fest, radiologisch zeige sich eine
mediokarpale Arthrodese konsolidiert, ohne Dislokation. Prinzipiell sei eine
Teilarbeitsfähigkeit bei belastungsfähigem Handgelenk gegeben. Der Versicherte habe
als selbständiger Plattenleger im Moment jedoch keine Aufträge mehr und könne
Teilbereiche seiner Tätigkeit auf Grund der eingeschränkten Beweglichkeit nicht mehr
ausführen (UV-act. 110).
A.m Mit Vorbescheid vom 21. Mai 2015 bzw. Verfügung vom 5. Januar 2016 wies die
IV-Stelle einen Anspruch auf Invalidenrente gestützt auf einen IV-Grad von 28% ab
(UV-act. 115, 153). Dagegen liess der Versicherte durch Rechtsanwalt lic. iur. L.
Häusermann am 8. Februar 2016 beim Versicherungsgericht Beschwerde erheben (IV
2016/48: act. G 1).
A.n Am 9. Juli 2015 fand eine Abschlussuntersuchung durch Kreisarzt Dr. med. H._,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
FMH, statt. Er hielt im Bericht vom 14. Juli 2015 fest, dass dem Versicherten leichte
Arbeiten mit gelegentlichem Anheben von Gegenständen bis 2 kg, eine durchgehend
stehende Tätigkeit oder auch das gelegentliche Steigen auf Leitern und Arbeiten auf
unebenem Boden vollschichtig über die Dauer eines gesamten Arbeitstages mit den
betriebsüblichen Pausen zuzumuten seien. Zur Aufrechterhaltung und zur
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Verbesserung der verbleibenden Leistungsfähigkeit seien weitere ergotherapeutische
Behandlungen von drei Serien mit je neun Behandlungseinheiten über die Dauer der
nächsten 12 Monate notwendig (UV-act. 121, S. 4).
A.o Anlässlich der Besprechung mit der zuständigen Suva-Aussendienstmitarbeiterin
vom 26. August 2015 wurde dem Versicherten mitgeteilt, dass die Suva von einem
„Rentengrad“ von 21% ausgehe. Der Versicherte erklärte sich damit nicht
einverstanden. Auch machte er geltend, dass für ihn das Zumutbarkeitsprofil von Dr.
H._ teilweise nicht nachvollziehbar sei. So sei ihm beispielsweise das Besteigen von
Leitern schon alleine wegen der Bewegungseinschränkung nicht zumutbar (UV-act.
130).
A.p Mit Schreiben vom 30. September 2015 informierte die Suva den Versicherten,
dass die Heilkosten- und Taggeldleistungen per 31. Oktober 2015 eingestellt würden,
da durch eine weitere ärztliche Behandlung keine namhafte Verbesserung mehr zu
erwarten sei. Zur Aufrechterhaltung des Gesundheitszustands würden noch während
der nächsten zwölf Monate drei Serien à neun Behandlungen Ergotherapien
übernommen (UV-act. 134).
A.q Am 22. Oktober 2015 verfügte die Suva einen Rentenanspruch gestützt auf einen
Invaliditätsgrad von 22% ab 1. November 2015. Ausserdem sprach sie dem
Versicherten eine Integritätsentschädigung gestützt auf eine Integritätseinbusse von
10% zu (UV-act. 138).
B.
B.a Gegen diese Verfügung liess der Versicherte am 17. November 2015 durch seinen
Rechtsvertreter Einsprache erheben (UV-act. 143) und diese mit Eingabe vom 21.
Dezember 2015 ergänzend begründen. Der Rechtsvertreter machte im Wesentlichen
geltend, dass der Versicherte nicht zu 100% arbeitsfähig und der Fall zu früh
abgeschlossen worden sei. Ausserdem sei nicht genügend abgeklärt worden, welche
Tätigkeiten für den Versicherten angesichts seiner Umstände überhaupt in Frage
kämen und ob die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit zumutbar sei. Schliesslich hätte
- bei Annahme einer verbleibenden Verwertbarkeit - ein Vergleichseinkommen bei
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mittlerem Alter zugrunde gelegt und auf das tiefste Kompetenzniveau abgestellt
werden müssen. Als Beweis reichte der Rechtsvertreter eine Zweitmeinung von Dr.
med. I._, Chirurgie FMH, spez. Handchirurgie FMH, vom 4. Dezember 2015 ein,
wonach dieser den Einsatz der rechten Hand nur noch als Hilfshand bezeichnete.
Weder seien dem Versicherten der Beruf als Plattenleger noch andere handwerkliche
oder feinmotorische Arbeiten möglich (UV-act. 148f.).
B.b Mit Einspracheentscheid vom 9. September 2016 hiess die Suva die Einsprache in
dem Sinne teilweise gut, als sie dem Versicherten ab 1. November 2015 eine
Invalidenrente auf Grund einer Erwerbsunfähigkeit von 23% zusprach. Im Übrigen wies
sie die Einsprache ab (UV-act. 159).
C.
C.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde des Versicherten
(nachfolgend: Beschwerdeführer) vom 12. Oktober 2016 mit dem Antrag auf dessen
Aufhebung und auf Gewährung der Leistungen gemäss UVG, insbesondere sei ihm ab
1. November 2015 eine volle Invalidenrente, eventualiter eine Teilrente, zuzusprechen.
Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung und Entscheidung im Sinne der
Erwägungen des Versicherungsgerichts an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zudem sei eine mündliche Parteibefragung
anzuordnen und es sei eine öffentliche und mündliche Verhandlung durchzuführen.
Ferner sei mit einem Obergutachten die Arbeitsfähigkeit in rheumatologischer und
orthopädischer Hinsicht abzuklären; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur
Begründung macht der Rechtsvertreter geltend, dass gemäss Prof. F._ eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit gelten müsse. Auch Dr. I._ habe starke belastungsabhängige
Schmerzen festgestellt, weshalb als nächster Schritt eine vollständige Versteifung
sinnvoll wäre. Der Beruf des Plattenlegers sowie andere handwerkliche Arbeiten seien
nicht mehr denkbar. Feinmotorische Arbeiten seien so nicht mehr möglich. Dass
demgegenüber gemäss Dr. H._ „gelegentliches Steigen auf Leitern und Arbeiten auf
unebenem Boden vollschichtig“ zumutbar sein solle, sei weder nachvollziehbar noch
schlüssig begründet. Bei solchen Arbeiten würden erhöhte Anforderungen an die
Bewegungskoordination gestellt, was zu plötzlichen Ausweichbewegungen auch im
endgradigen, stark schmerzenden Bereich führen könne. Da weder ein einfaches noch
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ein polydisziplinäres Gutachten vorliege, sei der Sachverhalt vollständig festzustellen.
Insgesamt würden sich die erheblichen Defizite des 61-jährigen Beschwerdeführers
wesentlich schwerer auswirken als bei einer jüngeren Person mit demselben
Gesundheitsschaden. Eine Verwertung der verbliebenen Einsatzfähigkeit mit
Einschränkungen auch bei leichten Tätigkeiten könne ihm nicht mehr zugemutet
werden (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 23. Dezember 2016 beantragt die Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des
angefochtenen Einspracheentscheids. Im Wesentlichen begründete sie ihren Antrag
damit, dass gestützt auf die nachvollziehbare und ausreichende kreisärztliche
Beurteilung dem Beschwerdeführer adaptierte Tätigkeiten ganztags zumutbar seien.
Auf den Einkommensvergleich gemäss Einspracheentscheid könne abgestellt werden,
denn bei der Bestimmung des Invalidenlohnes sei das Alter als invaliditätsfremder
Faktor nicht zu berücksichtigen (act. G 5).
C.c Mit Replik vom 13. März 2017 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest
(act. G 10).
C.d Mit Schreiben vom 29. März 2017 verzichtet die Beschwerdegegnerin unter
Festhalten an den bisherigen Anträgen auf eine einlässliche Duplik (act. G 12).
C.e Mit Eingabe vom 12. Mai 2017 reicht der Beschwerdeführer den im
Beschwerdeverfahren bezüglich IV-Rente erzielten Vergleich (IV-Viertelsrente ab 1.
März 2015) samt Abschreibungsverfügung vom 3. April 2017 zu den Akten (act. G 14,
14.1, 14.2, vgl. auch IV 2016/48: act. G 18-20).
C.f Mit Schreiben vom 11. Januar 2018 zieht der Beschwerdeführer seinen Antrag auf
eine mündliche Parteibefragung sowie auf eine öffentliche und mündliche Verhandlung
zurück (act. G 17).

Erwägungen
1.
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1.1 Hat sich ein Unfall zwar unter der Herrschaft des Bundesgesetzes über die
Kranken- und Unfallversicherung (KUVG, BS 8 281, in Kraft bis 31. Dezember 1983)
ereignet, ist ein Rückfall aber erst nach dem 1. Januar 1984 eingetreten, hat die
Bemessung der Rente nach den seit 1. Januar 1984 gültigen Bestimmungen zu
erfolgen (RKUV 1988 Nr. U 46 S. 223 E. 4a).
1.2 Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über
die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 werden
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben,
und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach
bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden, nachdem ein Unfallereignis von 1979
bzw. ein Rückfall im Jahr 2014 streitig ist, die bis 31. Dezember 2016 gültigen
Bestimmungen Anwendung.
2.
2.1 Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerden der rechten Hand beim
Beschwerdeführer auf den Unfall im Jahr 1979 zurückgehen und es sich somit um
einen Rückfall bzw. Spätfolgen mit grundsätzlichem Rentenanspruch handelt. Einzig
umstritten und nachfolgend zu prüfen ist demgegenüber die Höhe des
Rentenanspruchs.
2.2 Ist eine versicherte Person infolge eines Unfalls zu mindestens 10% invalid, so hat
sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Als invalid gilt nach Art. 8
Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG; SR 830.1), wer voraussichtlich bleibend oder für längere Zeit in seiner
Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). Dabei sind
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die Verhältnisse im Zeitpunkt eines allfälligen Rentenbeginns massgebend; Validen-
und Invalideneinkommen sind auf zeitidentischer Grundlage zu ermitteln und allfällige
rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Erlass des
Einspracheentscheids zu berücksichtigen (BGE 129 V 222, BGE 128 V 174).
2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung - und im
Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeit die
versicherte Person arbeitsfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Aussagen eine
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen einer
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4, BGE 115 V 134, BGE
114 V 314).
2.4 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die
Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).
3.
3.1 Vorab ist zu prüfen, ob die Aktenlage eine genügende Grundlage zur Festlegung
der Arbeitsunfähigkeit in medizinischer Hinsicht bietet.
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3.2 Kreisarzt Dr. H._ berichtete am 14. Juli 2015 über die ärztliche
Abschlussuntersuchung vom 9. Juli 2015, nachdem der Beschwerdeführer am 7.
Januar 2015, d.h. ein halbes Jahr zuvor, letztmals an der rechten Hand operiert worden
war. Der Beschwerdeführer habe im Rahmen der Untersuchung angegeben, beim
Anheben von schwereren Gegenständen Schmerzen im Bereich des Handgelenks mit
Betonung der Speichenseite zu haben. Beim Radfahren mit Vibrationen und beim
Schütteln der Hand habe er Schmerzen und Krampfgefühle. Ein Abstützen auf dem
rechten Arm sei nicht und das Lenken eines PKWs nur eingeschränkt möglich. Der
Kreisarzt hielt als Diagnosen einen Zustand nach Handgelenkdistorsion mit
Kahnbeinfraktur und kompletter Ruptur des scapholunären Bandes (SL) rechts, einen
Status nach operativ versorgter Kahnbein-Pseudarthrose im Jahr 1980, eine
Dekompensation des radiocarpalen Handgelenkbereiches (Carpal collaps) mit SLAC-
Wrist Stadium III, eine mediocarpale Arthrodese rechtes Handgelenk 04/2014 sowie
einen Status nach Metallentfernung des Osteosynthesematerials (Spider-Platte) fest.
Anlässlich der aktuellen Untersuchung weise der Beschwerdeführer eine
Restbeweglichkeit des rechten Handgelenks mit einer mittelgradig eingeschränkten
Dorsalextension und Flexion sowie hochgradig eingeschränkter Radialadduktion und
Ulnarabduktion auf. Er gebe regelmässig bewegungs- und belastungsabhängige
Schmerzen des rechten Handgelenks an. Der postoperative Befund des rechten
Handgelenks stelle sich reizlos verheilt und ohne Hinweise auf akute
Entzündungszeichen oder Schwellzustände dar. Nachdem nunmehr 15 Monate lang
regelmässig physio- und ergotherapeutische Behandlungsmassnahmen stattgefunden
hätten und auch nach dem operativen Eingriff der Metallentfernung weiterhin
regelmässige Behandlungsmassnahmen durchgeführt worden seien, sei von weiteren
Behandlungsmassnahmen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte
Besserung des unfallbedingten Gesundheits¬zustandes mehr zu erwarten. Zur
Aufrechterhaltung und zur Verbesserung der verbleibenden Leistungsfähigkeit seien
jedoch weitere ergotherapeutische Behandlungen von drei Serien an je neun
Behandlungseinheiten über die nächsten 12 Monate notwendig. Dem
Beschwerdeführer seien mittelschwere bis schwere Tätigkeiten mit regelmässigem
Heben von Lasten über 5 kg nicht mehr zuzumuten. Ebenfalls nicht mehr zuzumuten
seien spezielle Arbeiten mit manueller Beanspruchung der rechten Hand und
Rotationsbelastungen und das Hantieren mit schwerem Werkzeug über 2 kg oder
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Tätigkeiten, die mit Hämmern, Schlagen oder Arbeiten mit vibrierenden Maschinen
verbunden seien. Dem Beschwerdeführer seien dagegen leichte Arbeiten mit
gelegentlichem Anheben von Gegenständen bis 2 kg, eine durchgehend stehende
Tätigkeit oder auch das gelegentliche Steigen auf Leitern und Arbeiten auf unebenem
Boden vollschichtig über die Dauer eines gesamten Arbeitstages mit den
betriebsüblichen Pausen zuzumuten (UV-act. 121). In Ergänzung zum Abschlussbericht
hielt Kreisarzt Dr. H._ am 5. August 2015 fest, seine Zumutbarkeitsbeurteilung
bedeute, dass die rechte Hand der unverletzten linken Hand unter Berücksichtigung
der im Kreisarztbericht formulierten nicht zumutbaren Tätigkeiten zuarbeiten könne.
Insofern sei dem Beschwerdeführer das gelegentliche Anheben schwerer Gegenstände
bis 10 kg unter Gebrauch beider Hände und das repetitive Anheben von Gegenständen
bis 5 kg unter Gebrauch beider Hände zuzumuten. Die linke Hand sei uneingeschränkt
belastbar. Unter Einhaltung der im Kreisarztbericht formulierten Einschränkungen sei
der Beschwerdeführer vollschichtig über die Dauer eines gesamten Arbeitstages
einsetzbar (UV-act. 128).
3.3 Von einer grundsätzlich vorhandenen Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten
ging auch der behandelnde Handchirurg Prof. F._ aus. Er befand im Bericht vom 20.
April 2015, dass eine Teilarbeitsfähigkeit prinzipiell bei belastungsfähigem Handgelenk
gegeben sei. Der Beschwerdeführer habe aber als selbständiger Plattenleger im
Moment keine Aufträge mehr und könne Teilbereiche seiner Tätigkeit auf Grund der
eingeschränkten Beweglichkeit nicht mehr ausführen. Prinzipiell wäre eine
Teilarbeitsfähigkeit oder eine Arbeitsfähigkeit bei angepasster Tätigkeit möglich (UV-
act. 110). Anlässlich der Nachkontrolle Mitte September 2015 führte Prof. F._ im
Bericht vom 16. September 2015 ergänzend aus, dem Beschwerdeführer sei das
Benutzen einer Leiter nicht möglich. Alltägliche Verrichtungen, die eine Flexion im
Handgelenk und einen Kraftaufwand benötigten, seien unmöglich. Selbst leichte
Tätigkeiten wie Abstützen und Schiebebewegungen seien nicht möglich. Bei reizlosen
Narben und guter Sensibilität würden sich auch bei geringen Belastungen
Schmerzsensationen zeigen, die ein auch nur kurzfristiges Arbeiten mit Lasten nicht
ermöglichen würden (UV-act. 131). Dennoch ist seine Arbeitsfähigkeitsschätzung, „aus
medizinischen Gründen“ müsse zurzeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
ausgesprochen werden, einzig auf die angestammte Tätigkeit zu beziehen. Prof. F._
führte nämlich aus, dass es dem Beschwerdeführer bisher unmöglich gewesen sei,
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eine adäquate Arbeit zu finden. Zudem seien die Voraussetzungen, als Selbständiger in
seinem eigenen Betrieb weiterzuarbeiten, unmöglich. Auch sei es nicht realistisch, eine
Anstellung zu finden oder gar eine Umschulung zu erwarten. Da der Beschwerdeführer
in seinem angestammten Beruf nicht wieder arbeitsfähig werden würde, ersuchte der
Arzt die IV-Stelle, dessen Umstände nochmals zu prüfen (UV-act. 131).
3.4 Dr. I._ führte im Rahmen einer Second Opinion am 4. Dezember 2015 aus, das
Handgelenk des Beschwerdeführers zeige nur noch wenig Beweglichkeit, diese sei
endphasig jeweils sehr schmerzhaft. Die Hand könne nur noch als Hilfshand eingesetzt
werden. Da starke belastungsabhängige Schmerzen vorlägen, sei als nächster Schritt
eine Panarthrodese sinnvoll. Sowohl jetzt als auch nach einer Panarthrodese sei der
Beruf als Plattenleger aber nicht mehr denkbar. Auch feinmotorische Arbeiten seien mit
einem vollständig versteiften Handgelenk nicht mehr möglich. Insgesamt seien alle
handwerklichen Arbeiten in dieser Situation nicht mehr durchführbar, auch
feinmotorische Tätigkeiten könnten nicht mehr bewältigt werden (UV-act. 149).
3.5 Sämtliche Berichte sind insoweit übereinstimmend, als davon auszugehen ist, dass
der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit als Plattenleger nicht mehr
arbeitsfähig ist. Dagegen ist es ihm möglich und zumutbar unter bestimmten
Einschränkungen ganztags einer angepassten Tätigkeit nachzugehen. Dabei kann die
rechte Hand der linken lediglich zudienen bzw. ist sie nur noch als Hilfshand und für
körperlich leichte Tätigkeiten einsetzbar. Zwar scheint Dr. H._ zu verkennen, dass
auch gelegentliches Arbeiten auf einer Leiter nur schon, um sich festhalten zu können,
zwei Hände erfordert, zumal die eine Hand etwas zu verrichten hat, was beim stark
rechtshändig eingeschränkten Beschwerdeführer kaum mehr möglich sein dürfte.
Unter Vernachlässigung dieses spezifischen Zumutbarkeitsdetails ist jedoch
festzuhalten, dass die Ausführungen von Dr. H._ vom 14. Juli und 5. August 2015 in
sich schlüssig und nachvollziehbar sind und sie sich sowohl auf die medizinischen
Vorakten wie auch auf eigene ärztliche Untersuchungen stützen. Darauf kann abgestellt
werden, zumal auch Prof. F._ und Dr. I._ adaptierte Tätigkeiten für möglich
erachten. Folglich besteht kein weiterer medizinischer Abklärungsbedarf.
4.
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4.1 Im Zusammenhang mit der Bestimmung des Invalideneinkommens ist die Frage zu
klären, ob und inwieweit der Beschwerdeführer seine medizinisch-theoretische
Restarbeitsfähigkeit von 100% auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt sozialpraktisch
noch verwerten kann. Im Zusammenhang mit der Beurteilung der Zumutbarkeit der
Einkommenserzielung ist festzuhalten, dass sich Art und Mass dessen, was einem
Versicherten an Erwerbstätigkeit noch zugemutet werden kann, nach seinen
besonderen persönlichen Verhältnissen einerseits und nach den allgemein
herrschenden Anschauungen anderseits richten. Für die Zumutbarkeitsbeurteilung ist
letztlich insofern eine objektive Betrachtungsweise massgebend, als es nicht auf eine
bloss subjektiv ablehnende Bewertung der in Frage stehenden Erwerbstätigkeit durch
den Versicherten ankommt (BGE 109 V 25 E. 3c mit Hinweisen, vgl. auch ULRICH
MEYER/MARCO REICHMUTH, Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3.
Aufl. Zürich 2014, S. 320, Rz 28 mit Hinweis).
4.2 Bei der verwertbaren Restarbeitsfähigkeit darf nicht von realitätsfremden
Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbesondere kann von einer zumutbaren
Tätigkeit dort nicht gesprochen werden, wo diese nur in so eingeschränkter Form
möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie
nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers
möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb von vornherein als
ausgeschlossen erscheint. Ferner beinhaltet der Begriff des ausgeglichenen
Arbeitsmarkts nicht nur ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem Angebot und der
Nachfrage nach Stellen, sondern bezeichnet einen Arbeitsmarkt, der von seiner
Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl
bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie
auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 3. Dezember 2003, I 349/01, mit Hinweisen). Auf Grund der
vorliegenden Aktenlage kann der Beschwerdeführer nicht als funktioneller Einhänder
gelten. Sämtliche Arztberichte attestieren ihm, dass er die rechte Hand weiterhin
jedenfalls als Hilfshand verwenden könne. Gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung wird davon ausgegangen, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt für
Personen, welche funktionell als Einarmige zu betrachten sind und überdies nur noch
leichte Arbeiten verrichten können, genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten
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bietet (Urteil des Bundesgerichts vom 8. September 2009, 8C_207/2009, E. 3.2, mit
Hinweisen auf mögliche Berufsfelder). Umso mehr muss das für Personen gelten, die
weniger gravierende Einschränkungen aufweisen. Unter Berücksichtigung sämtlicher
Umstände und der zitierten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist somit erstellt, dass
die zweifellos vorhandenen unfallbedingten Einschränkungen - bezogen auf den
ausgeglichenen Arbeitsmarkt - eine Verwertbarkeit der 100%igen Arbeitsfähigkeit nicht
ausschliessen.
5.
5.1 Gestützt auf die durch Dr. H._ ermittelte Arbeitsfähigkeit von 100% in
adaptierten Tätigkeiten sind daher nachfolgend die erwerblichen Auswirkungen der
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu bestimmen.
5.2 Um den Invaliditätsgrad eruieren zu können, muss zunächst das
Valideneinkommen festgelegt werden. Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe in
den 90er Jahren jeweils ein steuerbares Einkommen von Fr. 85‘000.-- erzielt (act. G 1,
S. 10). Wie die Beschwerdegegnerin jedoch zurecht ausführt, sind vorliegend nicht die
Einkommensverhältnisse in den 90er Jahren massgebend, sondern diejenigen vor dem
letzten Rückfall von Februar 2014. Die Beschwerdegegnerin stellte gestützt auf den
Auszug aus dem Individuellen Konto (IK) infolge der stark schwankenden Einkommen
des Beschwerdeführers auf den Durchschnitt der letzten sieben dem Rückfall
vorangegangenen Jahre (2007 - 2013) ab, was grundsätzlich nicht zu beanstanden ist.
Da jedoch der Rentenbeginn unbestrittenermassen auf den 1. November 2015 fällt,
sind für den Einkommensvergleich die mutmasslichen Einkommensverhältnisse im Jahr
2015 massgebend. Daher sind die Erwerbseinkommen der Jahre 2007 bis 2013 der
Nominallohnentwicklung im Baugewerbe per 2015 anzupassen. Dies führt gemäss
nachfolgender Berechnung zu einem mutmasslichen Valideneinkommen 2015 von Fr.
81‘353.--:
2007: 96‘600.-- : 117.1 x 125.8 103‘777.--
2008: 74‘000.-- : 119.5 x 125.8 77‘901.--
2009: 75‘200.-- : 121.8 x 125.8 77‘670.--
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2010: 74‘600.-- : 122.7 x 125.8 76‘485.--
2011: 62‘200.-- : 124.0 x 125.8 63‘103.--
2012: 88‘700.-- : 124.9 x 125.8 89‘339.--
2013: 81‘000.-- : 125.5 x 125.8 81‘194.--
569‘469.-- : 7 = 81‘353.--.
5.3 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. Ist kein
solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können entweder LSE-
Tabellenlöhne oder die DAP-Zahlen herangezogen werden (Urteile des Bundesgerichts
vom 6. Januar 2010, 8C_579/2009, E. 2.1 und vom 10. Juli 2014, 8C_7/2014, E. 7.1).
Der Beschwerdeführer ist gelernter Plattenleger. Im Jahr 1984 übernahm er das
Geschäft seines Vaters und war seither als selbständiger Plattenleger ohne Angestellte
tätig. Seine Frau habe die Offerten ins Reine geschrieben und gemeinsam mit ihm die
Rechnungen erstellt. Er selber habe seit Beginn keinerlei administrative Arbeiten
ausgeführt. Auch einen Rapport habe er nie gemacht, denn er habe alles im Kopf
behalten (vgl. UV-act. 87 S. 5, 61). Demzufolge weist der Beschwerdeführer keine
Qualifikationen in Bezug auf administrative Arbeiten oder spezielle PC-Kenntnisse auf.
Auch kann er infolge seiner körperlichen Einschränkungen nicht mehr im
Produktionssektor tätig sein. Die IV-Stelle verzichtete sodann mit Blick auf das
vorgerückte Alter auf berufliche Massnahmen (vgl. IV-act. 98). Eine Einstufung im
Kompetenzniveau 2, wie dies die Beschwerdegegnerin vorsah, erscheint daher nicht
zutreffend. Vielmehr ist vor diesem Hintergrund eine Einstufung ins Kompetenzniveau
1, privater Sektor 3 Dienstleistungen, zugrunde zu legen. Dies führt zu einem
mutmasslichen Invalideneinkommen für 2015 von Fr. 63‘308.-- (LSE 2014: Fr. 4‘971.--
x 12 Monate: 40 Wochenstunden x 41.7 Wochenstunden = Fr. 62‘187.--; Fr. 62‘187.-- :
127.6 x 129.9).
6.
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6.1 Zu klären ist damit lediglich noch die Frage der Höhe des Tabellenlohnabzugs bei
der Bestimmung des Invalideneinkommens.
6.2 Nach der Rechtsprechung hängen die Fragen, ob und in welchem Ausmass
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen
Umständen, insbesondere auch von invaliditätsfremden Faktoren des konkreten
Einzelfalls ab (etwa leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/
Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen
gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25%
festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des Leidensabzugs ist unzulässig (BGE
126 V 79 E. 5b, bestätigt etwa in AHI 2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit
Hinweisen).
6.3 Die Beschwerdegegnerin gewährte dem Beschwerdeführer einen Abzug vom
Tabellenlohn von 15% (UV-act. 159, S. 14), da er die dominante rechte Hand nur noch
als Zudienhand einsetzen könne. Bei der Überprüfung des Abzuges, der eine
Schätzung darstellt und von der Verwaltung kurz zu begründen ist, darf das
Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle
desjenigen der Verwaltung setzen (BGE 126 V 75 E. 6). Der 1954 geborene
Beschwerdeführer war im massgebenden Zeitpunkt des angefochtenen
Einspracheentscheids vom 9. September 2016 (act. G 4.2/47) bereits 61-jährig.
Erwerbslose ältere Personen sind auf dem Arbeitsmarkt bekanntermassen
benachteiligt (vgl. Bundesamt für Statistik, BFS Aktuell, Erwerbstätigkeit der Personen
ab 50 Jahren, 2008, S. 12), was bei Zusammenfallen mit gesundheitlichen
Beschwerden umso mehr gilt. Das Alter des Beschwerdeführers kann daher bei der
Ermittlung des Tabellenlohnabzuges (wie bei der Frage der Verwertbarkeit, vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 6. Juli 2017, E. 2.2.2) nicht ausser Acht gelassen werden.
Zudem war der Beschwerdeführer, nachdem er seit 1975 als Plattenleger in der Firma
seines Vaters gearbeitet und das Geschäft 1984 von diesem übernommen hatte (UV-
act. 141), während 30 Jahren als selbständiger Plattenleger tätig gewesen, ohne
Angestellte, allein mit Unterstützung durch seine Ehefrau. Die langjährige selbständige
Tätigkeit ohne Umstellungsbedarf ist ebenfalls geeignet, seine Chancen auf dem
Arbeitsmarkt und damit auch den zu erwartenden Lohn zu schmälern (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 6. September 2017, 8C_320/2017, E. 3.3.2.1). Nachdem die
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Beschwerdegegnerin somit - nebst dem auf leichte Tätigkeiten und mit beschränkter
Einsatzfähigkeit der dominanten rechten Hand beschränkten Spektrum von möglichen
Arbeiten - die lohnmindernden Faktoren wie Alter und lange Selbständigkeit
unberücksichtigt liess, erscheint ein Leidensabzug von jedenfalls 20% angemessen
(vgl. Rechtsprechung in: Urteil des Bundesgerichts vom 23. März 2009, 8C_971/2008,
E. 4.2.6.2).
6.4 Damit resultiert unter Anwendung eines Tabellenlohnabzugs von 20% ein
Invalideneinkommen von Fr. 50‘646.-- (Fr. 63‘308.-- x 80%), eine Erwerbseinbusse von
Fr. 30‘707.-- (Fr. 81‘353.-- - Fr. 50‘646.--) und in der Folge ein Invaliditätsgrad von 38%
(100 : Fr. 81‘353.-- x Fr. 30‘707.--).
7.
7.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde dahingehend
gutzuheissen, dass der Einspracheentscheid vom 9. September 2016 aufzuheben und
dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. November 2015 eine Rente auf Grund eines
Erwerbsunfähigkeitsgrads von 38% zuzusprechen ist.
7.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
7.3 Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine
Parteientschädigung für die Kosten der Vertretung und Prozessführung (Art. 61 lit. g
ATSG). Die Parteientschädigung ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO;
sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Mit Blick auf den relativ
eingeschränkten Aktenumfang erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3‘500.--
(einschliesslich Mehrwertsteuer und Barauslagen) angemessen.