Decision ID: 1b3f54f9-e1e7-56ce-bc7f-0d63954f8340
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1980, arbeitete seit 1998 an verschiedenen Stellen als Hilfsarbeiterin (
Urk.
7/15). Ab 2
4.
August 2007 war sie als arbeit
s
los gemeldet und bezog Taggelder der Arbeitslosenversicherung (
Urk.
7/9/3-4). Am 2
2.
November 2007 wurde sie als Fussgängerin von einem Auto angefahren (
Urk.
7/45/530
), wobei sie sich eine laterale
Tibiakopfspalt
-Impressionsfraktur so
wie eine Schädelprellung mit Rissquetschwunde supraorbital rechts zuzog (
Urk.
7/45/
5).
In der Folge wurde sie mehrfach am rechten Knie operiert, es ver
blieben indes erhebliche Restbeschwerden (
Urk.
7/
45/54-60
).
Der
Unfallversi
che
rer
, die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA)
,
erbrachte die ge
setz
lichen Leistungen.
1.2
Mit Eingang vom 2
1.
Januar 2009 (
Urk.
7/3) meldete sich die Versicherte bei der
Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
. Die
Sozialversicherungsan
stalt
des
Kantons Zürich
, IV-Stelle
,
zog (wiederholt) die Akten der SUVA
bei
, holte ver
schie
dene Arztberichte ein und traf erwerbliche Abklärungen.
Nach durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/49 und
Urk.
7/51) sprach die IV-Stelle der
Versicherten mit Verfügung vom 2
2.
Januar 2014 (
Urk.
2) eine von
1.
Juli 2009 bis 3
0.
September 2010 befristete ganze Rente zu. Hernach verneinte sie einen Anspruch bei einem Invaliditätsgrad von 13
%
, wobei sie
diesbezüglich
auf die Berechnungen der SUVA verwies.
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 1
7.
Februar 2014 Beschwerde mit den fol
gen
den Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
„1.
Der Beschwerdeführerin sei in Aufhebung der Verfügung vom 2
2.
Januar 2014 die gesetzlichen Leistungen zu erbrin
gen und es sei ihr ab
1.
Oktober 2010 eine Dreiviertel
rente zuzusprechen.
Eventualiter sei vom angerufenen
Gericht
ein orthopädisches Gutachten in Auftrag zu
geben
und der Beschwerdeführerin im Anschluss auf die Einholung des Gutachtens die gesetzli
chen Leistungen zuzusprechen.
Subeventualiter
sei die Sache zur weiteren
Sachverhalts
abk
l
ärung
und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu
weisen.
2.
Die Kosten des Beschwerdeverfahrens seien der
Beschwerde
gegnerin
aufzuerleg
e
n und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin für die im Zusammen
hang mit dem geführten Beschwerdeverfahren entstandenen
anwaltlichen Aufwendungen eine angemessene Entschädi
gung (zzgl. 8
%
MWST und Auslagen) zu bezahlen.“
Die IV-Stelle schloss am 2
5.
März 2014 (
Urk.
6) auf Abweisung der Beschwerde, was der Versicherten am
1.
April 2014 (
Urk.
8) zur Kenntnis gebracht wurde.
3.
Mit
Einspracheentscheid
vom 2
5.
Juli 2013 (
Urk.
7/
60
) sprach die SUVA der Ver
sicherten eine Invalidenrente basierend auf einem Erwerbsausfall von 13
%
und eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Einbusse von 20
%
zu. Das Urteil im diesbezüglichen Beschwerdeverfahren ergeht mit heutigem Datum.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
tel
s
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer
Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt vor
aus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E.
6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wo
be
i der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog
anwendbaren (AHI 1998 S.
121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
des Ver
ordnung
über die Invalidenversicherung (
IVV
)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E.
6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstu
fung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des
Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E.
2, 113 V 273 E.
1a, 109 V 262 E.
4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E.
3.5). Spricht die Verwaltung der versi
cher
ten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die un
be
stritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blei
ben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat viel
mehr
den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und
damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen
(Ur
teil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinwei
sen).
1.4
1.4.1
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem
sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung de
s strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen ein
ander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen,
ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
ru
m es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S.
188 E.
2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Un
tersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Ex
perte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklar
hei
ten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E.
5.1; 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989,
S.
30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl.
1994, S.
24 f.).
1.4.2
Die Rechtsprechung, wonach das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von der Einschätzung der medizinischen Experten abweicht, hat den Beweiswert von
Gerichtsgutachten zum Gegenstand und findet auf versicherungsinterne ärzt
li
che
Beurteilungen nicht Anwendung. Berichte und Gutachten
versiche
rungs
in
terner
Ärztinnen und Ärzte unterliegen wie andere Beweismittel der freien rich
terli
chen Beweiswürdigung. Es kann ihnen Beweiswert beigemessen werden, so
fern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich wider
spruchs
frei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit beste
hen. Im Übri
gen ist richtig, dass an die Unparteilichkeit auch der
versiche
rungsinternen
Gut
achterinnen und Gutachter ein strenger Massstab anzulegen ist. Daraus ergibt sich jedoch nicht, dass die in Art. 23 OG enthaltenen generel
len
Ablehnungs
gründe
Anwendung zu finden hätten (BGE 123 V 331 E. 1c mit Hinweisen).
2.
2.1
SUVA
-Arzt
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Reha
bilitation, schilderte im Bericht über die kreisärztliche Untersuchung vom
1
4.
Juni 2010 (
Urk.
7/45/279-282) eine verminderte Belastungstoleranz des rech
ten
Kniegelenks bei Entwicklung einer
femorotibialen
lateralen Arthrose und
Femoropatellararthrose
nach lateraler
Tibiakopfspaltimpressionsfraktur
. Er führte
aus, die Beweglichkeit habe sich im Vergleich zu den früheren Angaben ver
bessert und die Beschwerdeführerin setze die verbliebene Leistungsfähigkeit adä
quat ein, müsse eventuell bezüglich Belastbarkeit bei sportlichen Aktivitäten
vielleicht eher mal zu einer Zurückhaltung angehalten werden. Mittelfristig müsse
mit einer Progression der
arthrotischen
Veränderungen im rechten Knie
gelenk gerechnet werden, sodass auch eine
endoprothetische
Versorgung erfor
derlich werde. Aufgrund des Alters der Beschwerdeführerin sollte man natürlich alles unter
nehmen, um diesen Zeitpunkt soweit als möglich hinauszuschieben.
Dr.
Y._
beschrieb folgendes Zumutbarkeitsprofil einer angepassten Tätig
keit: Leichte wechselbelastende Tätigkeiten ganztags, wobei die einzelnen ste
hen
den und gehenden Anteile 15 min. nicht übersteigen sollten; dabei kein Tra
gen und Hantieren von Lasten über 7.5 kg; Treppensteigen sollte weitgehend vermieden werden; kein Gehen auf unebenem Gelände; keine Tätigkeiten in kniender und hockender Position (S. 3).
2.2
Kreisarzt Prof.
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie FMH, verwies in seinem Bericht vom
8.
Mai 2012 (
Urk.
7/45/54-60) über die Untersu
chung vom selben Tag auf eine geringe Bewegungseinschränkung des
rechten Kniegelenks in Extension und Flexion sowie eine vermehrte mediale
Aufklapp
barkeit
im Seitenvergleich. Er führte weiter aus, in den bildgebenden Befunden (Röntgen und MRI) zeigten sich eine
Chondropathia
Grad III-IV im lateralen
femorotibialen
Kompartiment mit Inkongruenz der Knochenoberfläche sowie zentralem Knochenstrichplateaueinbruch mit Knochenmarködem und
Geröll
zysten
. Darüber hinaus bestünden eine Aussenmeniskusmazeration im
Vorder
horn
, eine
Chondropathia
patella
Grad II am medialen
Tibiaplateau
und ein
vo
lumenreduzierter
Innenmeniskus ohne sichere erneute Rissbildung. Im Vergleich zur letzten kreisärztlichen Untersuchung vom 1
4.
Juni 2010 (E. 2.1) zeigten sich keine relevanten Differenzen der funktionellen Beeinträchtigungen des rechten Kniegelenkes.
2.3
In seiner ersten Stellungnahme vom 3
0.
August 2012 (
Urk.
7/50) führte
Dr.
A._
aus, bis zum heutigen Zeitpunkt sei das rechte Knie insgesamt sieben Mal operiert worden. Es finde sich eine
Pangonarthrose
lateralbetont mit einer Beinverkürzung rechts von gut 2 cm und nun mit Auswirkungen der
va
rischen
Überkorrektur im rechten
Tibiakopf
in die rechte Hüfte sowie in das rechte obere Sprunggelenk (OSG). Die SUVA-Beurteilung durch Prof.
Dr.
Z._
sei unvollständig: Die schlechte Stellung des rechten Rückfusses werde bei
spielsweise nicht erwähnt, die Überkorrektur der
Varisation
ebenfalls nicht. Zum jetzigen Zeitpunkt bestehe recht eigentlich eine invalidisierende Situation mit einer Gehstrecke von knapp 15 min. (S. 6).
Zur Arbeitsfähigkeit hielt er fest, dass aufgrund der etablierten
Femoropatellar
arthrose
eine ganztägige sitzende Tätigkeit nicht mehr in Frage komme. Zumut
bar sei eine leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeit mit der Möglichkeit, vermehrt
Pausen einzulegen, herumzugehen oder abzuliegen. Nicht zumutbar seien län
ger
e Gehstrecken über 50 m und Tragen von Gewichten über 5 kg. Eine solche der Behinderung optimal angepasste Tätigkeit sei heute aufgrund der oben ge
mach
ten Einschränkungen höchstens noch in einem 50
%
Pensum zumutbar (S. 6 f.).
In therapeutischer Hinsicht diskutierte er zwei Optionen: Eine
Rekorrektur
der
Varisation
sowie das Einsetzen einer
Knietotalendoprothese
rechts nach
Rekor
rektur
der
Übervarisierung
im
Tibiaplateau
, deren Erfolg er nach all den vorher
gegangenen Operationen indes anzweifelte (S. 7).
2.4
2.4.1
Im Bericht vom
6.
Mai 2013 (
Urk.
9/1) über die Untersuchung vom 1
0.
April 2013
verwiesen die
Dres
.
B._
und
C._
auf die geklagten Beschwer
den und führten aus, die Beschwerdeführerin beschreibe Schmerzen, welche nach kurzer Belastungszeit des Kniegelenkes zunähmen. Das Knie blockiere. Sie ver
spüre einen Kraftverlust. Längeres Sitzen und längeres Stehen seien nicht mehr möglich. Dann würden die Schmerzen zu stark und sie müsse aufstehen und etwas hin und her gehen. Gegen Nachmittag schwelle das Knie an. Dann be
komme sie ein hartes Gefühl im Kniegelenk. Sie verhelfe sich mit
Cold
-Packs,
mache noch Physiotherapie, welche aber nach Abschluss des Zyklus in eine MTT
(Medizinische Trainings-Therapie) übergeführt werde. Zusätzlich werde im Moment auch mit Nadeln behandelt, was aber nicht weiter helfe, Medikamente nehme sie keine. Sie benötige auch keine Hilfsmittel wie Schienen, Bandagen oder Stöcke. Die Nachtruhe sei gestört, nach etwa einer bis zwei Stunden Schlaf
erwache sie wegen Schmerzen und müsse sich umlagern. Seit dem ewigen Hin
ken
verspüre sie auch Schmerzen im rechten Fuss und Ziehen in der rechten Schul
ter mit Einschlafgefühl. Sportlich könne sie nichts mehr machen ausser den Übungen im Trainingszentrum (S. 3 f.).
2.4.2
Die Befunde im rechten Kniegelenk schilderten sie wie folgt: „Im Stehen
Va
lgus
stellung
des linken Kniegelenkes. Rechts deutliche
Varusstellung
im Knie
gelenk. Beweglichkeit rechts Extension/Flexion 0/0/120°, links 0/0/140°. Streckhebung beidseits kräftig durchführbar.“ Sie fügten an, am rechten Knie
gelenk befinde sich eine langgezogene gerade laterale Narbe entlang der Patella bis zum
Tibia
kopf
, medial im Bereich des
Pes
anserinus
eine gebogene
kranio
-lateral konvexe Inzisionsnarbe. Beide Narben seien reizlos. Daneben seien di
verse reizlose
Inzi
sionsnarben
nach den Arthroskopien sichtbar. Lateral der langgezogenen latera
len Narbe bestehe eine Hypästhesie, etwas weniger auch zwischen den beiden Narben unterhalb der Kniescheibe und distal der geboge
nen Narbe am medialen
proximalen
Tibiakopf
.
Palpatorisch
gebe es keine
Er
gussbildung
des rechten Knie
gelenkes, keine tanzende Patella, diese liege mit normalem zentriertem Trecking. Bei der Stabilitätsprüfung beidseits bestehe eine leichtes
Lachman
zeichen
1+, aber mit gutem Anschlag. Im rechten Knie bestehe mit medialer Auf- und
Zuklappbarkeit
endgradig
ein harter Anschlag, links stabile Ver
hält
nisse der Seitenbänder. Der Pivot
Shift
sei wegen Schmerzabwehr nicht prüfbar. Bei
Lachman
von 1+ mit gut spürbarem Anschlag sowie sym
metrischer Schu
bladenprüfung mit knapp 1+ dürfte auch der
Lachman
-Test ne
gativ ausfallen (S. 4).
2.4.3
Die aufliegenden Röntgen- und CT-Bilder kommentierten sie (ab 2012) wie folgt (S. 6):
MRI rechtes Knie vom
2.
Februar 2012: „Lateral eingesunkene Gelenksfläche. Darunter deutliches Knochenödem im lateralen
Tibiakopf
. Die
Osteotomiezone
ist teilweise noch sichtbar, im Gesamten aber durchgebaut. Praktisch kein Knor
pel mehr am lateralen
Kondylus
und an der lateralen Tibia in der
Druckbelas
tungszone
. Vorderes Kreuzband in der Kontinuität erhalten. Hinteres Kreuzband intakt. Medialer Meniskus in der Breite verkürzt, lateraler Meniskus am freien Rand ausgefranst. Meniskuszyste im Vorderhornbereich.“
Computertomographie rechtes Knie mit 3D-Rekonstruktion vom 1
8.
Mai 2012:
„Gegenüber der MRI-Untersuchung stellen sich die Knochenstrukturen im CT besser
dar. Man sieht die
Varusverkippung
des medialen
Tibiaplateaus
gegen
über der Unterschenkelachse. Man sieht auch die Inkongruenz der lateralen
Tibia
fläche
. Der
anteriore
mediale Teil der Gelenksfläche ist nicht mehr anato
misch konvex, sondern imprimiert und konkav. Der Schaden dehnt sich über drei
viertel der Gelenksfläche aus. Die mediale Gelenksfläche zeigt ebenfalls Un
regelmässigkeiten bei noch intakter anatomischer Ausbildung.“
Knie
ap
beidseits und rechtes Knie seitlich vom 1
7.
August 2012: „Wie auf den früheren Röntgenaufnahmen ist das
Tibiaplateau
in
Varus
. Die Osteotomie ist ge
heilt. Gegenüber den Aufnahmen vom 2.1.2009 ist die Knochenstruktur nor
malisiert, die
osteopenische
Entkalkung ist wieder kompensiert. Die Arthrose ist im Vergleich zu den Voraufnahmen, insbesondere des
Orthoradiogrammes
vom 7.12.2010 gleich geblieben.“
2.4.4
Zum Zumutbarkeitsprofil einer Arbeitstätigkeit hielten die Ärzte fest, im Ver
gleich zu den beiden kreisärztlichen Voruntersuchungen (E. 2.1-2.2) habe sich die Situation weder klinisch noch radiologisch wesentlich verändert. Die aktu
elle Zumutbarkeit entspreche den früheren Einschätzungen: Leichte wechselbe
lastende Tätigkeiten seien ganztags möglich. Die einzelnen Phasen mit stehen
der und gehender Tätigkeit sollten 15 min. nicht übersteigen. Gehen auf unebe
nem Gelände sei selten zumutbar. Treppen- und
Leiternbesteigen
sei selten zu
mut
bar. Tragen von Lasten über 7.5 kg sei nicht zumutbar. Tätigkeiten in knien
der und hockender Position seien nicht zumutbar (S. 7).
2.5
Am 3
1.
Mai 2013 (
Urk.
9/2) widersprach
Dr.
A._
dieser Einschätzung und führte aus, sowohl das MRI des rechten Kniegelenks vom
2.
Februar 2012
wie auch das CT des rechten Kniegelenks vom 1
8.
Mai 2012 zeigten eine Skle
ros
e mit Zysten. Im CT-Befund fänden sich
intraossäre
Zysten im medialen
Femur
kondylus
anterior
und am lateralen
Tibiaplateau
finde sich eine Sklerose
sub
chondral
und
intraossäre
Zysten angrenzend an die Gelenksfläche. Im MRI vom
2.
Februar 2012 fänden sich in der Beurteilung unter
2.
„resp.
Plateauein
bruch
mit Knochenmarködem und Geröllzysten." Wenn man hier den
Kellgren
-Law
rence-Score richtig anwende, finde sich eine Sklerose mit Zystenbildung, das
er
gebe 3 Punkte, und es gebe einen Gelenkspalt, der fortgeschritten ver
schmä
lert sei, das ergebe 2 Punkte, die
Osteophyten
ergäben 1 Punkt und die deutliche
De
formierung ergebe 2 Punkte. Zusammengefasst erhalte man dann 8 Punkte und das Knie falle damit in den Grad III nach dem
Kellgren
-Lawrence-Score, welcher Folgendem entspreche: „Knorpelschaden mit deutlich erkennba
ren
Knor
pel
verlusten
, Knorpelabbrüchen und Schädigung aller Knorpelschichten bis auf den Knochen reichend." Das sei vorliegend der Fall (S. 2).
Dr.
A._
bestritt namentlich die Aussage, dass sich im Vergleich zu den beiden kreisärztlichen Untersuchungen 2010 und 2012 die Situation weder kli
nisch noch radiologisch wesentlich verändert habe und wies auf die Ausführun
gen von Prof.
Dr.
Z._
hin (E. 2.2, unter anderem Beschreibung von
Geröllzys
ten
). Er schloss auf eine klare Progredienz der Arthrose seit der letzten Beurtei
lung. Das Zumutbarkeitsprofil befand er
für
nicht haltbar (S. 3).
2.6
In ihrer Beurteilung vom 2
2.
Juli 2013 (
Urk.
9/3) führten die
Dres
.
B._
und
C._
aus, beim Vergleich der funktionellen Fähigkeiten und Einschrän
kungen mit denjenigen der kreisärztlichen Untersuchung durch Prof.
Dr.
Z._
fänden sich keine wesentlichen Unterschiede. Die Beugung des rechten Kniege
lenkes sei unverändert 120°, die Streckung sei unverändert voll erreicht. Die Differenz der Muskelumfangmasse habe bei der Messung durch Prof.
Dr.
Z._
je nach Höhe der Messung 0.5 bis 2 cm zu Ungunsten der rechten Seite betragen. Bei der Untersuchung am 1
0.
April 2013 seien die Differenzen ebenfalls 1 cm zu Ungunsten der rechten Seite gewesen. Die Umfangmessung der Kniegelenke
habe im Jahr 2012 eine Verdickung rechts von 2.5 cm und aktuell 2 cm erge
ben
. Beide Untersuchungen hätten die gleichen Instabilitäten und keinen
Ge
lenks
erguss
ergeben. Zusammengefasst könne gesagt werden, dass die klini
schen Befunde sicher keine wesentlichen Verschlechterungen zeigten, eher so
gar eine geringe Verbesserung (S. 2).
Die Ärzte führten weiter aus, die MRI-Bilder vom
2.
Februar 2012 zeigten die Knorpelbeschädigungen lateral. Im lateralen
Tibiakopf
seien die
Schraubenlö
cher
nach den Osteosynthesen sichtbar, sie seien mit Flüssigkeit gefüllt.
Flüssig
keitsansammlungen
(Ödeme) seien auch im weiteren Bereich des lateralen
Tibi
akopfes
zu sehen. Die MRI-Bilder zeigten aber auch, dass die Situation auf der
Innenseite des Gelenkes viel besser sei. Hier sei der Knorpel praktisch vollstän
dig
erhalten, der mediale Meniskus und die Bänder seien intakt. Auch das dritte
Kom
partiment, das
Femoro
-Patellargelenk
,
zeige wenig Pathologisches, eine
leichte Knorpelverdünnung
kondylär
, sonst aber keine Anzeichen einer Arth
rose
. Würde man sich allein auf das MRI abstützen, müsste man einen viel ge
ring
e
ren
Arthrosegrad
schätzen, da das mediale und das
retropatelläre
Kompar
timent fast normal zur Darstellung kämen. Nur auf das MRI gestützt würde man sogar
von einer
femoro-tibialen
Arthrose und nicht von einer
Pangonarthrose
sprech
en
(S. 5).
2.7
2.7.1
Am
4.
September 2013 (
Urk.
3/2) schilderte
Dr.
A._
die anlässlich der Untersuchung vom 2
8.
August 2013 erhobenen Befunde wie folgt:
„Die Explorandin geht mit einem deutlichen Schon-
Duchenne
-Trendelenburg-Hinken auf der rechten Seite. Das ganze rechte Bein macht einen kurvierten Eindruck. Insbesondere ist der
Rückfuss
auf der rechten Seite deutlich
varisch
, links besteht hier dagegen ein unauffälliger Befund bzw. der
Rückfuss
links ist
plantigrad
. Die
Poplitealfalte
auf der rechten Seite ist deutlich tiefer als links. Die Patientin macht beim normalen Dastehen eine Ausweichhaltung indem sie
auf dem durchgestreckten linken Bein steht. Im Sitzen betrachtet sind die bei
den
Oberschenkel gleich lang (S.
1 f.). Kniebeweglichkeit rechts: Flexion 120°, Ex
ten
sion voll. Die Flexion von 120° ist aber äusserst schmerzhaft. Bei der Fle
xion von 120° zeigt sie Schmerzen im vorderen Knieanteil medial. Die Flexion von 120° kann keine Minute Ausgehalten werden wegen der Schmerzhaftigkeit. In
Streckstellung findet sich ein + - ++ Aufklappbarkeit medial. Der
Lachman
ist +,
der
Zohlen
ist eindeutig positiv. Die mediale
Druckdolenz
ist erträglich, late
ral am Gelenkspalt sowie
peripatellär
ist die
Druckdolenz
am
ausgeprägtes
ten
. Zum jetzigen Zeitpunkt besteht kein Knieerguss. Das Knie ist wegen dem
Muskel
tonus praktisch nicht untersuchbar. Die Oberschenkelumfänge zeigen 15 cm
und
8 cm ab Patella 0.5 cm und 2 cm Differenz zu Ungunsten der rechten Seite.“ (S.
2).
2.7.2
Dr.
A._
kritisierte, dass die Ärzte der SUVA auf die
Varusstellung
des Kniegelenks und die daraus resultierende
Varusstellung
des Rückfusses, auf die Beinverkürzung von gut 2 cm und die damit generierten thorakalen Beschwer
den der Beschwerdeführerin nicht eingegangen seien (S. 3).
2.7.3
Er verwies sodann auf ein aktuelles Röntgenbild (vom 2
3.
August 2013), wel
ches
eine starke Mineralisationsstörung im
Tibiakopf
rechts zeige, die Achse des
Tibia
plateaus
bzw. die Gelenkfläche des
Tibiaplateaus
sei um gute 18° abgekippt nach
medial. Medial fänden sich am
Tibiaplateau
jetzt mehr als deutliche
Oste
ophy
ten
, wulstartig, ebenfalls medial am
Femurkondyl
. Der Gelenkspalt medial existiere praktisch nicht mehr. Auf der lateralen Seite finde sich am
Tibiapla
teau
auch eine ausgeprägte
Osteophytenbildung
. Das ganze Knie stehe mit die
ser
Fehl
stell
ung
nach
Tibiakopfosteotomie
im
Varus
. Der
Femur
shifte
bereits deutlich, d.h. über 4 mm nach medial über das
Tibiaplateau
hinaus. Die Patella stehe gegen
über links deutlich tiefer und sei nach lateral
geshiftet
. Er schloss, die Arthrose habe insbesondere medial deutlich zugenommen (S. 4).
2.7.4
Betreffend Zumutbarkeitsprofil hielt
Dr.
A._
fest, die Knieflexion von
120° sei für die Beschwerdeführerin extrem schmerzhaft. Es könne auch ein Sit
zen
mit normal gebeugtem Knie von etwa 90° nur für knappe 10 min. ausge
hal
ten werden. Es bestehe weiterhin eine invalidisierende Situation mit einer
Geh
strecke
von knapp 15 min. Ideal wäre eine wechselbelastende Tätigkeit, wo sie in
Intervallen von 10-15 min. stehen, sitzen oder herumgehen könnte. Nicht mehr
zumutbar seien kniebelastende Tätigkeiten, Besteigen von Leitern und Ge
hen auf
unebenen Böden. Ebenfalls seien längere Gehstrecken über 50 m und Tra
gen von Gewichten über 5 kg körpernah nicht zumutbar. Aufgrund von neu auf
getretenen Becken-,
Iliosakralgelenk
- (durch Beinverkürzung und Abkippen des Rückfusses sowie dadurch hervorgerufene Kompensationsbemühungen) so
wie Rückenbeschwerden sei eine
vornübergeneigte
Tätigkeit nicht mehr zumut
bar (S. 5 f.).
Weiter sei aufgrund der im rechten Knie auch beim unbelasteten normalen Ste
hen und Gehen und, wie ausgewiesen, auch beim normalen Sitzen, ohne dass da
bei irgendwelche Arbeitstätigkeit ausgeführt werde, nach gut 10 min. eine
starke Schmerzsituation vorhanden, die erstens zum Haltungswechsel zwinge und
längerfristig sich allein dadurch nicht beherrschen lasse. Hier seien ganz klar längere Pausen der vollständigen Entlastung (Liegen) nötig. Aufgrund die
ses klar ausgewiesenen vermehrten Pausenbedarfs sei ein Ganztagespensum unrea
listisch. Es werde deshalb aufgrund des oben Geschilderten nur noch ein halbes Pensum erreicht. Idealerweise sollte dieses Pensum nicht am Stück, d.h. nicht über eine Zeit von 4
1⁄4
Stunden geleistet werden, sondern ideal aufgeteilt in 2 x 2 1/8 Stunden (S. 6).
2.8
In ihrer Beurteilung vom 2
8.
Oktober 2013 (
Urk.
9/4) nahmen die
Dres
.
B._
und
C._
vorweg zum neuen Röntgenbild (E. 2.7.3) Stellung und hielten fest, die Gelenkspalten medial und lateral seien gleich breit. Die
Osteophyten
kämen in gleicher Gr
ö
sse zur Darstellung. Auch der Kalksalzgehalt habe sich nicht verringert (S. 2).
Zu der von
Dr.
A._
beschriebenen Beinlängendifferenz führten die Ärzte
aus, die beiden Kniegelenke hätten voll gestreckt werden können. Auch
Dr.
A._
bestätige in seinen Berichten, dass das rechte Kniegelenk eine volle Extension zeige. Die 0-Bein-Fehlstellung - entstanden durch die Korrek
tur-Osteotomie - habe nicht zur erkennbaren
Beckenkippung
geführt, das heisse,
eine klinisch
relevante funktionelle oder reelle Beinverkürzung rechts habe nich
t
vorgelegen. Es habe sich denn auch ein horizontales Becken gezeigt. Die Wirbel
s
äule sei im Lot und auch der Schulterstand horizontal gewesen. Da
mit liege weder eine reelle noch funktionelle Beinverkürzung vor (S. 5).
Die Ärzte verwiesen sodann auf festgestellte statische Veränderungen im
Rücken
bereich
, namentlich eine ventrale
Beckenkippung
, eine lumbale Hyper
lordose und ein thorakaler Flachrücken. Sie führten aus, es handle sich um
wachs
tums
bedingte
, oft familiäre Formvarianten des Achsenskelettes. Diese Verände
rungen
führten gehäuft zur Schmerzsymptomatik im Rücken und
Iliosakralgelenk
(ISG). Der ganze Beschwerde-Komplex sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht Folge des Unfalls, sondern dieser
Haltungsverände
rungen
des Achsenskelettes (S. 5).
Das von
Dr.
A._
geschilderte Schonhinken bestätigten die Ärzte, nicht aber das
Duchenne
-Trend
e
lenburg-Hinken, welches bei Hüftbeschwerden bzw. Schwäche der Hüftmuskulatur auftrete (S. 6).
In Bezug auf die thematisierte Rückfussproblematik schilderten die Ärzte einen
plantigraden
Rückfuss
, das heisse, der Winkel zwischen
Rückfuss
und Unter
schenkel sei normgerecht. Auch seien aus der Vorgeschichte weder Erkrankun
gen noch Verletzungen des Fusses zu erheben. Durch die 0-Beinstellung im Knie/Unterschenkel rechts (verursacht durch die Osteotomie) komme es beim Aufsetzen des Fusses zur Überlastung der Aussenseite, was die Beschwerden der Versicherten erkläre (S. 7).
2.9
Am 1
4.
März 2014 (
Urk.
9/5) verwies
Dr.
A._
vorweg auf die
bildge
ben
den
Untersuchungsresultate des PD
Dr.
med.
D._
, Leitender Arzt Radiolo
gie,
E._
, vom
4.
März 2014 (
Urk.
9/6), wo schwere degenera
tive/
post
traumatische Veränderungen im rechten Kniegelenk im lateralen, etwas weniger auch im medialen Gelenkskompartiment geschildert worden seien (S. 1).
Dr.
A._
hielt sodann am Befund einer funktionellen Beinverkürzung fest und verwies auf die Untersuchungsresultate des PD
Dr.
D._
, welcher das Entstehen einer Fehlbelastung des rechten Rückfusses aufgrund der
Varusfehl
stellung
des rechten Knies geschildert hatte. Er hielt fest, im Liegen gemessen sei am medialen
Malleolus
das rechte Bein gut 1 cm kürzer. Die Beschwerde
füh
rerin zeige ein deutliches Verkürzungs- und Schonhinken, es imponiere wie ein
Duchenne
-/Trendelenburghinken, da sie mit dem Becken bei jedem Schritt etwas
abkippe. Die funktionelle Mehrbelastung mit resultierenden Schmerzen im rech
ten ISG und tieflumbal sei klar eine Folge des hier relevanten Unfalls bzw. der daraus resultierten Beinverkürzung rechts (S. 2).
2.10
Am 2
8.
April 2014 (
Urk.
9/7) kommentierten die
Dres
.
B._
und
C._
die neusten Untersuchungsresultate und führten aus, die neuen Röntgenbilder des Kniegelenks vom
4.
März 2014 zeigten im Vergleich mit den verschiedenen Voraufnahmen keine Zunahme der degenerativen Veränderungen. Die Gelenk
spalten seien gleich breit erhalten, die
Osteophyten
hätten nicht zugenommen (S. 2).
Die vom Radiologen im Kurzbericht vom
4.
März 2014 gemachte kursorische Aus
sage, es handle sich um „schwere degenerative posttraumatische Verände
rungen im rechten Kniegelenk"
,
sei nicht nachvollziehbar. Der Radiologe be
gründe seine Einschätzung nicht. Insbesondere quantifiziere er die Arthrose nicht
anhand eines gebräuchlichen
Scores
(S. 3).
Zur Thematik der Rückfuss-Achsen hielten die Ärzte fest, Winkeldifferenzen
zwischen 1 bis 3°, wie in den Röntgenbildern vom
4.
März 2014 gemessen, wirk
ten sich klinisch nicht aus. Sodann sei die Aussage des Radiologen „Auf
grund der
Varusfehlstellung
des rechten Knies entsteht aber eine Fehlbelastung des rechten Rückfusses. Diese relative Fehlstellung kommt in den
Rückfuss
mess
ung
en
nicht zum Ausdruck, da die Rückfussachse in Bezug auf die
Tibiaachse
ge
messen wird, ohne Berücksichtigung der Knieachsen." falsch. Denn die
Varus
-Stellung sei nicht im Kniegelenk, sondern in der Tibia lokali
siert. Die Osteo
tomie sei ausserhalb und unterhalb des Kniegelenkes - in der Fachsprache extra-
artikulär
- durchgeführt worden. Eine zusätzliche
Fehlstel
lung
des Knie
gelenkes bestehe nicht, wie alle Röntgenaufnahmen des Kniege
lenkes zeigten. Der mediale Kniegelenkspalt bleibe bei Belastung normal breit und werde nicht schmäler (S. 4).
In Bezug auf die Beinlängendifferenz verwiesen die Ärzte auf die neusten radio
logischen Bilder, welche beidseits Beinlängen von 71.4 cm ergeben hätten. Der
Achsenknick von 8° rechts führe aus geometrischen Gründen zur Verkürzung von
4 mm. Ein Unterschied von 4 mm liege im Bereich der Messungenauigkeit und unterhalb des klinisch erkennbaren Masses. Eine Beinlängendifferenz grösseren Ausmasses müsste sich zwingend in einem Beckenschiefstand mani
festieren. Aber selbst der Radiologe habe bestätigt, dass das Becken in dem im Stehen durchgeführten
Ortho
-Radiogramm horizontal stehe (S. 4).
2.11
Dr.
A._
fügte am
9.
Juli 2014 (
Urk.
9/8) an, eine beigelegte
Videose
quenz
zeige klar den unnatürlichen Gang der Beschwerdeführerin, es resultiere ein Verkürzungshinken durch die verstärkte
Varusstellung
des rechten Unter
schenkels und ein klares Schiften des Oberkörpers in der Belastungsphase auf die
kranke Seite. Das Ganze imponiere wie ein leichtes
Duchenne-Trendelen
burg-Hinken
. Die starke
Varusfehlstellung
im rechten
Rückfuss
sei augenfällig. Der
ganze rechte Fuss werde nur noch auf der Aussenkante belastet. Es dürfte klar
sein, dass dieser unnatürliche Gang zu Fuss-/ISG- und Rücken-Beschwer
den führe
. Man sehe ebenfalls deutlich, dass die
Poplitealfalte
(Querfalte hinten im Knie) auf der kranken, das heisst auf der rechten Seite deutlich tiefer stehe. Das auffällige Anheben der Zehen auf der kranken Seite zeige, dass ein Problem des
Musculus
tibialis
anterior
bestehe, da hier die Zehenheber zur Anhebung des rechten Fusses gebraucht würden. Die genaue klinische Untersuchung zeige, dass ein grosses Sensibilitätsdefizit am rechten Unterschenkel bestehe sowie ein Umfangdefizit von 2 cm (S. 2).
Eine ergänzende neurologische Abklärung ergab - bei geklagten neuropathi
sche
n Beschwerden - die Diagnose einer
leichtgradigen
axonalen
Läsion des
Nervus
peronaeus
superficialis
rechts (Bericht von
Dr.
F._
vom 2
6.
August 2014,
Urk.
9/9).
3.
3.1
Angesichts der Anmeldung bei der Invalidenversicherung im Januar 2009 (
Urk.
7/3) stehen vorliegend Rentenleistungen ab
1.
Juli 2009 im Raum (
Art.
29
Abs.
1 IVG). Dass die
Beschwerdeführerin
das Wartejahr erfüllt hatte und voll
umfänglich arbeitsunfähig war, ist unbestritten und aufgrund der Akten ausge
wiesen.
So berichtete
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates FMH, am
3.
Juni 2009 (
Urk.
7/45/399) über die von ihm am 2
9.
Mai 2009 durchgeführte Operation (
infrakondyläre
zu
klappende
Varisations
-Osteotomie) und empfahl eine Teilbelastung an zwei Stöcken für vier Wochen samt Thromboseprophylaxe. Am 2
5.
August 2009 (
Urk.
7/45/379-380) bestätigte er eine weiterhin anhaltende vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit. Am 1
0.
März 2010 (
Urk.
7/45/332) berichtete er über die
von ihm am
5.
März 2010 durchgeführte Osteosynthese-Materialentfernung Tibia
rechts, Kontroll-Arthroskopie, offene mediale
Retinaculum
-Spaltung sowie late
rale
Retinaculum
-Raffung und Narbenkorrektur. Am 1
9.
März 2010 (
Urk.
7/45/329-330)
bestätigte er weiterhin eine vollumfängliche Arbeitsunfä
hig
keit wie auch am
3.
Mai 2010 (
Urk.
7/45/305-306), wobei er auf einen
Ar
beits
versuch
(3 x 4 Stunden pro Woche) verwies.
Damit ist eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin jeden
falls bis zur kreisärztlichen Untersuchung am 1
4.
Juni 2010 (E. 2.1) aus
ge
wiesen, weshalb sich die
Zusprache
einer ganzen Rente vom
1.
Juli 2009 bis (mindestens) 3
0.
September 2010 (
Art.
88a
Abs.
1 IVV) als rechtens erweist.
3.2
3.2.1
Die durch den Unfall verursachten verbleibenden Restschäden am rechten Knie der Beschwerdeführerin sind - nach mehrfachen Operationen und Untersuchun
gen auch in bildgebender Hinsicht - ausgewiesen und grundsätzlich nicht be
stritten. Die beim Unfall erlittene laterale
Tibiakopfspalt
-Impressionsfraktur
musste verschiedentlich operativ angegangen werden, wobei sich bis zuletzt kein
befriedigendes Resultat einstellte.
3.2.2
Die Röntgen-, MRI- und CT-Bilder zeigten im Jahr 2012 eine
Chondropathia
Grad
III-IV im lateralen
femorotibialen
Kompartiment mit Inkongruenz der
Knochen
oberfläche
sowie zentralem Knochenstrichplateaueinbruch mit
Kno
chenmark
ö
dem
und Geröllzysten, daneben eine Aussenmeniskusmazeration im
Vorder
horn
,
eine
Chondropathia
patella
Grad II am medialen
Tibiaplateau
und einen
volu
men
reduzierten
Innenmeniskus (E.
2.2). Die Beschreibungen lauteten auch auf lateral eingesunkene Gelenksfläche, darunter Kn
o
chenödem im latera
len
Tibia
kopf
, praktisch kein Knorpel mehr am lateralen
Kondylus
und an der lateralen Tibia, Meniskuszyste im Vorderhornbereich,
Verkippung
des medialen
Tibiapla
teaus
, imprimierte und konkave Gelenksfläche über dreiviertel der
Ge
lenksfläche
(E. 2.4.3).
Auf den später erstellten Bildern (August 2013) waren eine
Mineralisationsstö
rung
im
Tibiakopf
rechts zu sehen, weiter eine abgekippte Achse des
Tibiapla
teaus
bzw. der Gelenkfläche des
Tibiaplateaus
,
Osteophyten
, ein aufgehobener medialer Gelenkspalt und eine nach lateral
geshiftete
Patella (E. 2.7.3). Auf den im März 2014 erstellten Bildern wurden schwere degenerative/posttraumatische Veränderungen im rechten Kniegelenk im lateralen, etwas weniger auch im me
dialen Gelenkskompartiment geschildert (E. 2.9).
3.2.3
Auch die Beschwerdeschilderungen sind aktenkundig und unbestritten: Die Be
schwerdeführerin beschrieb belastungsabhängige Schmerzen, Knieblockaden, Kraftverlust, Unmöglichkeit
von längerem
Sitzen und Stehen, Anschwellen des Knies gegen Nachmittag, gestörte Nachtruhe sowie Schmerzen im rechten Fuss wegen des Hinkens (E. 2.4.1).
In klinischer Hinsicht zeigte sich rechts eine mögliche Flexion bis 120° (links bis 140°), allerdings unter Schmerzen. Es bestanden sodann verschiedene reizlose Narben, Ergüsse waren nicht mehr zu sehen, hingegen zeigte sich eine vermin
der
te Stabilität (E.
2.4.2). Weiter ergab sich ein Hinken sowie durch die
Fehl
stellung
eine Fussproblematik beim Gehen (E. 2.7-11).
3.3
3.3.1
Bei grundsätzlich unbestrittenen Befunden sind sich die Parteien uneinig, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin in einer optimal knieschonenden Tä
tigkeit ab Juni 2010 noch arbeitsfähig ist.
Währenddem
die Ärzte der SUVA auf eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit schlossen, ging
Dr.
A._
von ei
ner hälftig eingeschränkten aus.
3.3.2
Vorwegzuschicken ist, dass die Berichte der
Dres
.
B._
und
C._
be
treffend Einschätzung der Arbeitsfähigkeit den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise entsprechen. So sind sie für die Beantwor
tung der Frage nach der Arbeitsfähigkeit umfassend, beruhen auf den erforder
lichen Untersuchungen, berücksichtigen die geklagten Beschwerden und setzen
sich mit diesen auseinander, wurden in Kenntnis der und in Auseinanderset
zung
mit den umfangreichen
Vorakten
abgegeben, leuchten in der Darlegung der medi
zinischen Zustände und Zusammenhänge ein und die Schlussfolgerun
gen sind in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prü
fend nachvollziehen kann.
Aufgrund der dargelegten Aktenlage, der geschilderten Beschwerden, der
bild
gebenden
Untersuchungsresultate sowie der klinischen Befunde ist ohne weite
res nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin keine kniebelastende Tätigkeit mehr ausüben kann, eine angepasste Tätigkeit indes noch ausführen kann.
Dr.
A._
begründete sein Arbeitsunfähigkeitsattest (50
%
) einzig damit, dass die Beschwerdeführerin vermehrter Pausen bedürfe, müsse sie doch auch beim unbelasteten normalen Stehen, Gehen und Sitzen - wegen Schmerzen - nach gut 10 min. die Haltung wechseln und liessen sich diese längerfristig nicht allein dadurch beherrschen; nötig seien längere Pausen der vollständigen Ent
lastung, in denen sie liegen müsse (E. 2.7.4).
3.3.3
Hierzu ist festzuhalten, dass das unbestrittene Zumutbarkeitsprofil gerade die entsprechenden Haltungswechsel beinhaltet, sind sich die Ärzte doch einig, dass
nach 15 min. grundsätzlich ein Haltungswechsel nötig wird (zumindest nach stehe
n oder gehen, E. 2.1, E. 2.4.4 und E. 2.7.4). Dies überzeugt, ist doch in ei
ner
wechselnd sitzenden/gehenden/stehenden Tätigkeit eine Entlastung des be
troff
e
nen Knies ohne weiteres möglich und wird durch das formulierte Profil auch dem
Umstand Rechnung getragen, dass sich bei abgewinkeltem Knie (so nament
lich bei 90° im Sitzen) nach einer gewissen Zeit Beschwerden bilden (E.
2.7.4).
Dr.
A._
unterliess es, in diesem Zusammenhang zu begründen, wes
halb
die Beschwerdeführerin nicht durch Hochlagern des Beines Entlastung erfahren kann. Geht man von der Zumutbarkeit einer grundsätzlich sitzenden Tätigkeit aus, welche die Möglichkeit bietet, aufzustehen (zum Beispiel mit Ar
beit an einem Stehpult) und umherzugehen, kann die Beschwerdeführerin durch Ver
wen
dung einer Beinstütze auch während der Arbeit (beispielsweise am Com
pu
ter oder am Telefon) die Position einnehmen, welche
Dr.
A._
ver
langt und eine gestreckte Beinhaltung ermöglicht. Dass die Beschwerdeführerin des
wegen den halben Arbeitstag liegen müsste, ist nicht nachvollzieh
bar und wurde denn auch nicht derartig geschildert. Damit ist grundsätzlich von einer vollzeitlichen Arbeitsfähigkeit auszugehen (vgl. zur Annahme einer
vollzeit
li
chen
Arbeitsfähigkeit auch bei nötigen Haltungswechseln des Beines: Urteil des Bundesgerichts 8C_210/2010 vom
2.
Juli 2010 E. 5).
Dass es der Beschwerdeführerin sehr wohl möglich ist, das Bein auch länger
dauernd in einer sitzenden Haltung zu belassen, zeigt der Umstand, dass sie re
gel
mässig nach
H._
reist (
Urk.
7/45/362,
Urk.
7
/45/277
,
Urk.
7/45/108-109)
.
Der Flug dauert - sofern sie nicht gar den Landweg benützt - zweieinhalb Stun
den. Eine Tätigkeit mit möglichen Haltungswechseln ist offensichtlich we
sent
lich weniger belastend und demgemäss auch länger, d.h. vollzeitlich, zu
mutbar.
3.4
3.4.1
Zum Zeitpunkt des Eintritts der ausgewiesenen Verbesserung des Gesundheits
zu
standes der
Beschwerdeführerin
verwies die
Beschwerdegegnerin
auf die Ab
klä
rungen der SUVA (
Urk.
2 Verfügungsteil 2 S. 2) und namentlich auf die
kreis
ärztliche
Abschlussuntersuchung vom 1
4.
Juni 2010 (E. 2.1), in welcher die
Beschwerdeführerin
als vollzeitlich arbeitsfähig in angepasster Tä
tigkeit erachtet wurde.
3.4.2
Der Verlauf nach der kreisärztlichen Untersuchung vom 1
4.
Juni 2010 gestaltete sich derart, dass
Dr.
G._
am 1
7.
August 2010 (
Urk.
7/45/267) das ge
nannte Zumutbarkeitsprofil bestätigte, in der Folge jedoch Schmerzen im Rah
me
n des Arbeitstrainings auftraten (
Urk.
7/45/251,
Urk.
7/45/224,
Urk.
7/45/221
,
Urk.
7/45/219
,
Urk.
7/45/236-238
).
Dr.
med.
I._
, Fach
arzt für Chirurgie
FMH, welchen die
Beschwerdeführerin
zwecks Zweitmeinung zur
Weiterbe
hand
lung
konsultierte, bestätigte am 2
3.
November 2010 (
Urk.
7/45/205-206) das formulierte Zumutbarkeitsprofil
bei stationärem Ver
lauf
, ging aber einstweilen von einer noch eingeschränkten Arbeitsfähigkeit
(50
%
, je zwei Stunden vor
mit
tags und nachmittags)
aus. Am 2
8.
März 2011 (
Urk.
7/45/129-130) bericht
e
te
er von geklagten Knieschmerzen samt Schwel
lung nach vier Stunden Arbeit und ging
weiterhin
von einer
50%igen Arbeits
fähigkeit aus. Am
7.
Juni 2011 erfolgte eine erneute Knieoperation (
Urk.
7/45/120-121)
, worauf
Dr.
I._
wieder eine vollumfängliche Ar
beitsunfähigkeit attestiert
e
(
Urk.
7/45/99
,
Urk.
7/45/82-83 und
Urk.
7/45/74-75), ohne dies allerdings (in angepasster Tätig
keit) näher zu begründen.
Mit
kreis
ärztlichem
Bericht vom
8.
Mai 2012 (E. 2.2) wurden im Vergleich zur Untersu
chung
im Juni 2010 (E. 2.1) keine relevanten
Differenzen der funktionellen Be
einträchtigung geschildert, aufgrund einer
neu
er
lich
anstehenden Untersuchun
gen ein Fallabschluss aber noch aufgeschoben.
Nachdem der Spezialist der
J._
am 2
1.
Mai 2012 (
Urk.
7/45/52-53)
von einer prothetischen Versorgung - angesichts des noch jungen Alters der Beschwerdeführerin - einstweilen abgeraten
hatte, bestätigte Kreisarzt Prof.
Dr.
Z._
am 2
9.
Mai 2012 (
Urk.
7/45/49) das im Juni 2010 (E.
2.1) erstellte
Zu
mut
barkeitsprofil
.
3.4.3
Bei dieser Sachlage
steht fest, dass
sich
die im Juni 2010 dargelegte voll
um
fängli
che
Arbeitsfähigkeit in behinderungsangepasste
r
Tätigkeit
vorerst
nicht hatte verwirklichen lassen. So zeigten sich im Rahmen des teilzeitlichen
Arbeits
versuchs
schon bald objektivierbare Probleme und musste in der Folge eine er
neute Operation am Knie vorgenommen werden, weshalb in dieser Phase offen
kundig noch nicht von einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit auszuge
hen ist. Die behandelnden Ärzte attestierten in dieser Zeitspanne eine 50%ige Arbeits
fähigkeit, wovon auszugehen ist. Dass die Beschwerdeführerin dann gar voll
um
fänglich arbeitsunfähig gewesen sein soll, leuchtet indes nicht ein
und ent
beh
ren die entsprechenden Atteste des
Dr.
I._
einer
einlässlich Be
grün
dung
,
namentlich in Bezug auf eine optimal leidensangepasste Tätigkeit.
Die Annahme einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit rechtfertigt sich erst ab 2
9.
Mai 2012, als Kreisarzt
Prof.
Dr.
Z._
das im Juni 2010 (E. 2.1) erstellte Zumutbarkeitsprofil (erneut) als zutreffend beschrieb. Vor dieser Festlegung wartete er die Einschätzung der Ärzte der
J._
ab, welche
jedoch
zu keinen Weiterungen mehr führte.
Auch wenn allenfalls schon vorher - nach der letzten K
ni
eoperation vom Juni 2011 - medizinisch-theo
retisch eine höhere Arbeitsfähigkeit bestanden haben sollte, ist im vorlie
gen
den Kontext und der definitiven Festlegung durch den federführenden Kreis
arzt erst ab dem genannten Zeitpunkt von der gesicherten Feststellung auszu
gehen, dass eine vollumfängliche Arb
eitsfähigkeit besteht.
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin verwies betreffend Einkommensvergleich auf ein unter
durchschnittliches
Valideneinkommen
und forderte die Reduktion des
Invali
den
einkommens
auf die identische Höhe (vor Abzug vom Tabellenlohn,
Urk.
1 S. 10
Ziff.
8).
4.2
4.2.1
In Bezug auf die Verhältnisse ab der Verbesserung per 2012 (vollumfängliche Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit) ergibt sich Folgendes:
Die
Beschwer
degegnerin
stützte sich auf die Berechnung der SUVA ab, welche auf Seiten des
Valideneinkommens
von einem Einkommen in Höhe von
Fr.
49‘800.-- ausging, welches demjenigen entspricht, welches der Beschwerdeführerin gemäss Aus
kunft der Arbeitgeberin bei (unfallbedingt nicht mehr möglichem) Antritt ihrer Stelle bei der
K._
im Jahr 2012 (bei einem 100
%
-Pensum) ausbezahlt worden wäre (
Urk.
7/45/35-36) und welches dem bei Antritt der Stelle im Jahr 2007 vereinbarten (
Urk.
7/45/157-159) samt regelmässigen Lohnerhöhungen (
Urk.
7/45/155) entspricht. Dieses ist
(per 2012)
aufgrund der Akten ausgewie
sen und blieb zu Recht unbestritten.
Zutreffenderweise
qualifizierte die
Beschwerdegegnerin
die Beschwerdeführerin als vollzeitlich
E
rwerbstätige, obwohl ihre letzte (vereinbarte aber unfallbedingt
nicht angetretene) Arbeitsstelle lediglich ein Pensum von 80
%
umfasste, da keine
Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die Beschwerdeführerin sich länger
fristig mit einem Teilzeitpensum zufrieden gegeben hätte.
4.2.2
Zum Antrag der Beschwerdeführerin
betreffend Parallelisierung
ist Folgendes
zu beachten
: Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B.
ge
ringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde
Deutsch
kennt
nisse
, beschränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen
Saisonnierstatus
) ein deut
lich unterdurchschnittliches Einkommen, ist diesem Umstand bei der
Inva
lidi
täts
bemessung
nach
Art.
16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern keine An
halts
punkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem beschei
dene
ren Einkommensniveau begnügen
wollte
. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt
,
dass die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden
Lohnein
bussen
entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden
Vergleichsein
kommen
gleich
mässig zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Ein
kommen kann
pra
xisgemäss
entweder auf Seiten des
Valideneinkommens
durch eine entspre
chen
de Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder aber auf Seiten des Invalideneinkommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statisti
schen Wertes erfolgen (BGE 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen). Eine Parallelisierung ist indessen nur vorzunehmen, wenn die Dif
ferenz zum
mass
gebenden Durchschnitt deutlich ist.
Deutlich unterdurch
schnittlich im Sinne
von
BGE 134 V 322
E.
4 ist der tatsächlich erzielte Ver
dienst, wenn er mindes
tens
5
%
vom branchenüblichen LSE-Tabellenlohn ab
weicht (vgl.
BGE 135 V 297
E.
6.1.2).
Die Parallelisierung der Einkommen trägt somit dem Umstand Rechnung, dass die versicherte Person
als Invalide
realistischerweise
nicht den Tabellenlohn er
zie
len kann, weshalb ein entsprechend tieferes
Invalideneinkommen
anzu
nehmen ist (BGE 135 V 58 E.
3.4.3, Urteil des Bundesgerichts 9C_488/2008 vom
5.
September 2008 E.
6.4, zusammengefasst in: SZS 2008 S. 570; Urteile des Bun
desgerichts I 428/04 vom
7.
Juni 2006 E. 7.2.2; I 630/02 vom 5. Dezember 2003 E. 2.2.2).
Bei der Durchführung der Parallelisierung ist mit Blick auf eine dem Grundsatz der Rechtsgleichheit genügende Invaliditätsgradermittlung zu vermeiden, dass diese - bei einer kontinuierlich ansteigenden Differenz zwi
schen tatsächlich er
zieltem Lohn und branchenüblichem Durchschnittseinkom
men - ab Erreichen des
Erheblichkeitsgrenzwertes
von mindestens 5
%
gegebe
nenfalls eine sprung
hafte Erhöhung des Invaliditätsgrades zur Folge hat. Es ist daher nur in dem Um
fang zu parallelisieren, in welchem die prozentuale Ab
weichung den
Erheb
lichkeitsgrenzwert
von 5
%
übersteigt, bezweckt doch die Parallelisierung
praxis
gemäss
nur die Ausgleichung einer deutlichen - also nicht jeder kleinsten - Abweichung des tatsächlich erzielten Verdienstes vom tabellarisch bestimmten branchenüblichen Referenzeinkommen (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.3).
4.2.3
Nach der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2010 belief sich der Tabellenlohn für Frauen, welche im Bereich Detailhandel einfache und repeti
tive Tätigkeiten ausführen,
auf
Fr.
4‘
164
.-- (Tabelle TA 1 Rubrik 47). Aufge
rech
net auf die massgebliche Arbeitszeit, welche dem Vergleichslohn bei der
K._
zugrunde liegt (41 Stunden pro Woche gemäss Landes-Gesamtarbeits
ver
trag, abrufbar unter www.migros.ch) und unter Berücksichtigung der
Lohn
ent
wicklung
bis ins massgebende Jahr 2012 (Index 2579 auf 2630, Die Volks
wirt
schaft
3/4-2015
S.
89
Tabelle B10.3) ergibt sich ein Jahreslohn von
Fr.
52‘
230
.-- (zur Massgeblichkeit des arbeitszeitbereinigten Minderverdienstes:
zur Publikation vorgesehenes
Urteil des Bundesgerichts 8C_494/2014 vom 1
1.
Dezember 2014 E.
5.6-7). Der von der Beschwerdeführerin (bei gleicher Arbeits
zeit) erzielbare Lohn von
Fr.
49‘800.-- liegt demgemäss um
4
.6
%
unter dem branchenüblichen Tabellenlohn, weshalb
eine
Einkommensparallelisierung
zu Recht unterblieben ist (E. 4.2.2).
4.3
4.3.1
Das Invalideneinkommen berechnete die
Beschwerdegegnerin
(
in Anlehnung an die SUVA
) ausgehend vom Tabellenlohn für einfache und repetitive Tätigkeiten über sämtliche Branchen, was nicht zu beanstanden ist. Ausgehend vom Lohn
von Frauen
von
Fr.
4‘225.
-- ergibt sich
unter Aufrechnung an die durch
schnittliche Arbeitszeit im Jahr 2012 von 41.7 Stunden (Die Volkswirtschaft
3/4-2015
S.
88
Tabelle B9.2) sowie unter Berücksichtigung der
Nominallohnent
wicklung
(vgl. E. 4.1) ein mögliches Einkommen von
Fr.
53‘900.--.
4.3.2
Die
Beschwerdegegnerin
(gestützt auf die Berechnung der SUVA) gewährte ei
nen
Abzug vom Tabellenlohn (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75) von 20
%
, wel
cher nicht bestritten wurde.
Vorwegzuschicken ist, dass das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen darf und
diesfalls
Gegebenheiten darlegen muss, welche seine abweichende
Ermes
sens
ausübung
als naheliegender erscheinen lassen (BGE 126 V 75 E. 6 mit Hin
wei
sen)
. Ein Abweichen ist grundsätzlich nur bei Unangemessenheit möglich (BGE 137 V 71 E. 5.1).
Der Beschwerdeführerin steht trotz ihrer Behinderung ein breites Betätigungs
feld - wohl am ehesten im administrativen Bereich - offen. So verfügt sie über gute Kenntnisse der deutschen Sprache, verfügt über EDV-Grundkenntnisse sowie über Erfahrung (auch) im administrativen Bereich (Lebenslauf,
Urk.
7/45/457-458).
Nach der Rechtsprechung ist namentlich der Umstand, dass die versicherte Per
son
gemäss
den medizinischen Angaben auf eine Tätigkeit angewiesen ist, die im Sitzen verrichtet werden kann und die Möglichkeit zu gelegentlichen
Positi
ons
wechseln
bietet, ihre Einsatzmöglichkeiten daher begrenzt sind, im Hinblick auf den allein
massgeblichen
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
16 ATSG;
BGE 134 V 64
E.
4.2.1) nicht abzugsrelevant
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8)
. Auch das
Angewiesensein
auf das Entgegen
kom
men eines verständnisvollen Arbeitgebers (bei der Einrichtung des Arbeits
plat
zes)
stellt
praxisgemäss
kein anerkanntes eigenständiges
Abzugskri
terium
dar (vgl.
Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_176/
2012 vom 3. September
2012 E. 8
und
8C_91/2013 vom 2
2.
August 2013 E. 3.3.4
)
.
4.3.3
Damit ist der Abzug vom Tabellenlohn von 20
%
nicht zu beanstanden. Auch bei einer zusätzlichen Berücksichtigung der Rückenproblematik und einer zu
sätzlichen Einschränkung (keine
vornübergeneigte
Tätigkeiten), ergäbe sich kein höherer Wert. Zusammenfassend resultiert ein Invalideneinkommen von
Fr.
43‘120.-- (
Fr.
53‘900.-- x 0.8).
4.4
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von
Fr.
49
‘
800
.-- mit dem
Invalidenein
kommen
von
Fr.
43‘120.-- ergibt eine Lohneinbusse von
Fr.
6‘
680
.-- und damit einen Invaliditätsgrad von
gerund
et
1
3
%
. Dieser liegt unter der
anspruchs
be
gründenden
Schwelle von 40
%
, weshalb die Beschwerdeführerin ab
1.
Septem
be
r 2012 (Mai plus drei Monate gemäss
Art.
88a
Abs.
1 IVV)
keinen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung mehr hat.
4.5
In der noch offenen Periode Juni 2010 bis Mai 2012 ist von einer 50%igen Ar
beitsfähigkeit auszugehen. Das Invalideneinkommen reduziert sich demgemäss auf
Fr.
21‘560.--
.
Damit steht
(unter Vernachlässigung einer Rückrechnung auf das an sich anwendbare Lohnniveau 2010, da das Validen-
wie
auch das
In
va
lideneinkommen
in gleicher Weise
davon
betroffen ist) einem
Validenein
kom
men
von
Fr.
49
‘
800
.-- ein Invalideneinkommen von
Fr.
21‘560.-- gegenüber, was einer
Lohneinbusse
von
Fr.
28‘
240
.-- und damit einem Invaliditätsgrad von 57
%
entspricht. Demgemäss steht der Beschwerde
führerin nach der unbe
stritte
nen und ausg
e
wiesenen ganzen Rente (E. 3.1) ab
1.
Oktober 2010 (Juni 2010 plus drei Monate) eine
halbe Rente
zu, welche bis 3
1.
August 2012 zu befristen ist (E. 4.4). In diesem Sinn ist die Beschwerde teil
weise gutzuheissen.
5
.
5.1
Die Verfahrenskosten g
emäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
sind auf
Fr.
1‘000.--
festzu
legen
und ausgangsgemäss der überwiegend unterliegenden Beschwerdeführer
in
zu drei Vierteln und der Beschwerdegegnerin zu einem Viertel aufzuerlegen.
5.2
Ausgangsgemäss hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin eine redu
zierte Prozessentschädigung zu bezahlen, welche auf
Fr.
8
00.-- (inkl.
Bar
aus
lagen
und
MWSt
) festzusetzen ist.