Decision ID: 1d3bda8c-4c0e-5b2f-96ed-7412e54e1443
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A._, geb. 1978, Staatsangehörige von Tunesien, reiste im August 2008 in die
Schweiz ein und erhielt im Rahmen des Familiennachzugs zum Verbleib bei ihrem
Schweizer Ehemann eine Aufenthaltsbewilligung im Kanton Zug. Seit September 2013
verfügt sie im Kanton St. Gallen über eine Niederlassungsbewilligung. Mit Entscheid
des Kreisgerichts Werdenberg-Sarganserland vom 22. Dezember 2015 wurde ihre Ehe
geschieden. Am 14. Juli 2016 heiratete A._ in Tunesien ihren Landsmann B._, geb.
1987. Dieser stellte am 29. August 2016 ein Einreisegesuch bei der Schweizer
Botschaft in Tunis. Am 11. Oktober 2016 stellte A._ beim Migrationsamt St. Gallen ein
Familiennachzugsgesuch für ihren Ehemann. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs
und Stellungnahme von A._ vom 11. November 2016 wies das Migrationsamt das
Familiennachzugsgesuch mit Verfügung vom 9. Januar 2017 ab. Zur Begründung hielt
es fest, dass die Gesuchstellerin keiner Erwerbstätigkeit nachgehe und seit 1. Oktober
2016 Sozialhilfe beziehe. Ihr Ehemann könne keine Erwerbstätigkeit in der Schweiz
nachweisen. Die finanziellen Mittel seien somit nicht ausreichend. Bei einem
Familiennachzug bestehe die Gefahr einer fortgesetzten und erheblichen
Fürsorgeabhängigkeit. Den gegen diese Verfügung erhobenen Rekurs wies das
Sicherheits- und Justizdepartement mit Entscheid vom 7. Juli 2017 ab. Das
Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen wies die hiergegen erhobene Beschwerde
mit Zirkulationsentscheid vom 15. Januar 2018 ab.
B. Mit Urteil 2C_184/2018 vom 16. August 2018 hiess das Bundesgericht die gegen
den Entscheid vom 15. Januar 2018 erhobene Beschwerde gut. Der Entscheid wurde
aufgehoben und das Migrationsamt angewiesen, B._ im Rahmen des
Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Die Sache wurde zur
Neuverlegung der Kosten und Entschädigung der kantonalen Rechtsmittelverfahren an
das Verwaltungsgericht zurückgewiesen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/4
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St.Galler Gerichte
1. Nach Art. 95 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1,
VRP) hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die amtlichen Kosten zu tragen, dessen
Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. Dementsprechend sind die
amtlichen Kosten der Verfahren vor dem Verwaltungsgericht (CHF 2'000) und vor dem
Sicherheits- und Justizdepartement (CHF 1'000) dem Staat aufzuerlegen. Auf die
Erhebung der Kosten ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Der Beschwerdeführerin
sind die im Beschwerde- und Rekursverfahren geleisteten Kostenvorschüsse von CHF
2'000 und CHF 1'000 zurückzuerstatten.
2. Nach Art. 98 Abs. 1 VRP besteht im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht
Anspruch auf Ersatz der ausseramtlichen Kosten, welche den am Verfahren Beteiligten
gemäss Art. 98bis VRP nach Obsiegen und Unterliegen auferlegt werden. Die
Vorschriften der Schweizerischen Zivilprozessordnung (SR 272, ZPO) über die
Parteientschädigung finden sachgemäss Anwendung (Art. 98ter VRP). Nach Art. 98
Abs. 2 VRP werden im Rekursverfahren ausseramtliche Kosten entschädigt, soweit sie
aufgrund der Sach- oder Rechtslage notwendig und angemessen erscheinen.
Die Beschwerdeführerin hat im verwaltungsgerichtlichen Verfahren vollumfänglich
obsiegt. Eine Partei, die sich nicht vertreten lässt, hat - mangels eines besonderen
Aufwandes - grundsätzlich keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung
(Art. 98 VRP in Verbindung mit Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO). Dass ihr gleichwohl Kosten
für Umtriebe erwachsen, bedarf einer besonderen Begründung. Konkret macht die
Beschwerdeführerin für das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren keine Angaben
über getätigte (erhebliche) Aufwände. Auch sind die übrigen Voraussetzungen für eine
Umtriebsentschädigung nicht erfüllt (vgl. VerwGE B 2013/178 vom 12. Februar 2014
E. 4.4, www.gerichte.sg.ch). Sodann stellte sie keine Entschädigungsanträge. Trotz
ihres Obsiegens kann der Beschwerdeführerin daher keine Entschädigung
zugesprochen werden.
3. Für diesen Entscheid werden weder amtliche Kosten erhoben (Art. 97 VRP) noch
ausseramtliche Kosten entschädigt.