Decision ID: c49d8ebe-a94c-477f-9eaf-2760d109b319
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die
19
57
geborene
X._
war
seit 7. November 2005 als Gruppenleite
rin
bei der
Y._ AG in Z._
angestellt
und bei der Schweizerischen Unfall
ver
sicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen Un
fallfolgen versichert
, als sie am 9. November 2007 am Arbeitsplatz stürzte und sich
am rechten
Knie
verletzte
(Urk.
8/1-2 und
Urk.
8/9
).
Dabei zog sie sich
ei
nen horizontal ver
laufenden Riss Grad III in der Pars intermedia
und w
eniger ausgeprägt im Hinter
horn
des lateralen Meniskus
zu (Urk. 8/2).
Am 3. Januar 2009 erlitt die Versicherte einen zweiten Unfall, als sie auf dem Eis ausrutschte und sich erneut am rechten Knie verletzte
(Urk. 9/1
/1
)
. Damals be
zog sie Taggelder der Unia Arbeitslosenkasse des Kantons Züri
ch und war wiederum bei der SUVA
versichert.
Anlässlich
der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 2
1
. September 2011 (Urk. 9/137)
diagnostizierte
Kreisärztin
Dr.
med.
A._
,
Fachärztin für Chirur
gie FMH,
eine medial betonte Gonarthrose rechts bei
einem
Status nach zwei
maliger Kniegelenksarthroskopie und Teil
menis
kektomie im Februar und Mai 2
008 sowie eine Chondrocalzinose
(S. 7)
.
Die
SUVA, welche für die Heilbehandlung aufgekommen war und
bis 31. Januar 2010
Taggeld
leis
tungen erbracht
e (
Urk.
9/90)
,
sprach der
Versicherten mit Verfü
gung vom
23
.
Dezember 2009
(Urk. 8/
28
)
für den Unfall vom 9. November 2007 bei einer Netto-Integritätseinbusse von 15
%
eine I
ntegritätsentschädi
gung von Fr.
16‘020.
--
zu
, wogegen sie m
it Verfügung vom 5. September 2012 (Urk. 8/36)
die Ausrichtung einer Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 7
%
ab
lehnte.
Die
dagegen
erhobene Einsprache
vom 11. September 2012
(vgl. dazu auch
Er
gänzungen vom 1. November 2012 und 4. Januar 2013
[
Urk. 9/153, Urk. 9/157, Urk. 9/162-163
]
)
wies die SUVA mit Einspracheent
scheid
vom 14. Februar 2013 (Urk. 2)
ab
.
2.
H
ie
gegen erhob
X._
am 19. März 2013 (Urk
. 1) Beschwerde und beantragte, es sei der Einspracheentscheid vom 14. Februar 2013 aufzuheben und es sei ihr eine Integritätsentschädigung im Umfang von mindestens 15
%
aus
zurichten. Eventuell sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zu weiteren Abklärungen zurück
zu
weisen.
Die SUVA schloss in
ihrer Beschwerdeantwort vom
18
.
April
2013 (Urk. 7) auf Abweisung der Beschwerde,
soweit auf die Besc
hwerde eingetreten werden könne. Replicando hielt die Beschwerdeführerin
– mit Ausnahme des Antrages
auf Ausrichtung einer Integritätsentschädigung von 15 %
, welchen sie zurückzog, da eine solche
bereits zugesprochen worden war -
an ihren be
schwerde
weisen gestellten Anträgen fest (Urk. 13) und legte weitere medi
zinische Berichte auf (Urk. 14/1-3).
Am 31. Mai 2013 (Urk. 17) reichte die Beschwerdeführerin die Dupl
ik ein, was der Beschwerdegegnerin
am 5. Juni
2013
(Urk. 18
) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdeführerin zog ihren Antrag auf Ausrichtung einer Integritäts
ent
schädigung im Umfang von mindestens 15
%
zurück
(Urk. 13 S.
2. Ziff.
1)
.
Diese war bereits verfügungsweise zugesprochen, weshalb diesbezüglich man
gels Rechtsschutzinteresses von vornherein auf die Beschwerde nicht einzutre
ten ist. I
m vorliegenden Verfahren
ist
nur noch die Rentenfrage zu beurteilen.
Strittig und zu prüfen ist insbesondere die von der Beschwerdegegnerin bezif
ferte unfallbedingte Erwerbsunfähigkeit von 7
%
und die damit ein
hergehende Verweigerung einer Rente.
1.2
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (
Art.
8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts, ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG]). Invalidität ist die voraussicht
lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Er
werbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgra
des wird das Erwerbs
ein
kommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung
der medizinischen Behand
lung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätig
keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen)
, in Be
ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht inval
id geworden
wäre
(Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
1.3
1.3.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder
nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
türlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).Ob zwischen einem schädigenden Ereig
nis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammen
hang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammen
hangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3.2
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging insbesondere gestützt auf das von
Dr.
A._
an
lässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 2
1.
September 2011 evaluierte Zumutbarkeitsprofil (
Urk.
9/137
S. 7
) davon aus, dass der Beschwerdeführerin
unfall
bedingt eine angepasste Tätigkeit vollzeitlich zumutbar sei, und stellte im Rahmen des Einkommensvergleichs - unter Bestimmung des Vergleichs
ein
kommens „Invalideneinkommen“ aufgrund von Profilen aus der versicherungs
internen Dokumentation über Arbeitsplätze (DAP) - eine Erwerbs
ein
busse (In
validität) von 7
%
fest (Urk.
2
, vgl. dazu auch Urk. 7 und Urk. 17
).
2.2
D
ie
Beschwerdeführer
in
kritisierte im Wesentlichen die Invaliditätsbemessung, ins
besondere die Höhe des Invalideneinkommens (Urk. 1
S. 4
Ziff.
5 ff.). Dabei stellte sie sich auf den Stand
punkt
, dass ihr aufgrund ihres eingeschränkten Tä
tigkeitsprofils ein leidens
bedingter Ab
zug von mindestens 10
%
zu gewähren sei
. Basierend auf
einem Invaliden
ein
kommen von
Fr.
50‘884.--
ermittelte sie
ein
en
renten
be
gründender In
validitäts
grad von 16
%.
Replicando
legte die Beschwerdeführerin drei weitere medizinische Berichte auf und führte zudem aus, dass sie wegen starken Schmerzen im rechten Knie am 1
5.
Mai 2013 notfallmässig die ambulante Unfallchirurgie habe aufsuchen müssen, weil sie zwei Tage zuvor wegen der bekannten Instabilität im rechten Knie auf das linke Knie gefallen sei
(Urk. 13)
.
3.
3.1
Im kreisärztlichen Abschlussuntersuchungsbericht vom 2
3.
September 2011 (Urk. 9/137)
diagnostizierte
Dr.
A._
ein
e
medial betonte Gonarthrose rechts bei einem Status nach zweimaliger Kniegelenksarthroskopie und Teil
meniske
k
t
omie im Februar und Mai 2008 sowie eine bekannte Chondrocalzinose
(S. 7)
.
In
der Beurteilung führte
Dr.
A._
aus
(S. 7
Ziff.
5)
, bei der klinischen Untersu
chung habe sich ein Reizknie rechts mit einem diskreten intra
artikulären Erguss sowie endgradiger Bewegungseinschränkung schmerz
bedingt gezeigt.
Es habe
sich auch eine verminderte Stabilität des ge
samten rechten Beines gezeigt, wobei aufgrund der Um
fangmasse und der angegebenen Rechtsdominanz
von einer Muskel
athrophie im Bereich des rechten Beines auf
grund der Entlastung wegen der Schmerzen ausge
gangen wer
den müsse
.
Ver
glichen mit den
durch
Dr.
med.
B._
,
Facharzt
FMH für orthopädische Chirurgie,
in der letzten kreis
ärzt
lichen Untersuchung im Dezember 2009 er
hobenen Befunden habe sich
keine gravierende Veränderung am rechten Knie ergeben.
Das durch
Dr.
B._
festgelegte Tätigkeitsprofil habe weiterhin Bestand
(wechselbelastende leichte bis mittelschwere Tätigkeit mit sitzendem Anteil von 50
%
, keine Tätigkeit auf Leiter und Gerüst, keine kauernden und knienden Tä
tigkeiten). Eine Tätigkeit entsprechend dem evaluierten Belastungsprofil sei ganztätig zumutbar
(S. 7 unten).
Schliesslich hielt
Dr.
A._
hinsichtlich
der
Kausalität fest, dass ein Teil der beklagten Knie
beschwerden recht
s
auf die beginnende Gonarthrose zurück
zu
führen sei, wel
che durch die Teilmeniskektomie eine richtungs
gebende Ver
schlechterung
er
fahren habe
(S. 8 oben).
3.2
Die medizinischen Ausführungen der Kreisärztin
Dr.
A._
blieben seitens der Be
schwerdeführerin unbestritten und sind auch nicht zu beanstanden.
Die kreis
ärztliche Beurteilung von
Dr.
A._
, auf welche sich die Be
schwerde
gegnerin abstützte, erfüllt die rechtsprechungsgemässen An
for
derungen,
welche an be
weistaugliche medizinische Be
richte gestellt
werden
(E.
1.
4
hievor)
: D
e
r Bericht ist
für die streitigen Belange umfassend, beruh
t
auf der eingehenden
Untersu
chung vom 2
1
.
S
e
p
t
ember 2011 (vgl. Urk. 9/137
), berücksichtig
t
die geklagte
n Beschwerden
und
ist
in Kenntnis der Vorakten, welche über die Ergebnisse von bildgebenden
und anderweitigen
Abklärungen informie
ren, abgegeben worden.
Er
leuchte
t
in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Be
urteilung der medizinischen Situation ein und die darin enthaltenen Schlussfol
gerungen sind nachvollziehbar begründet. Die kreisärztliche
Stellungnahme zur Arbeitsfähig
keit (vgl. Urk.
9/137 S. 7
), welche auf das
Tätigkeitsprofil
von
Dr.
B._
Bezug nimmt
, gemäss welchem unfallbedingt in
angepasster Tätigkeit
eine ganztägige Arbeitsfähigkeit besteht, erweist sich als plausibel.
Demnach ist gestützt auf das von
Dr.
A._
anlässlich der kreisärztlichen Unter
suchung vom 2
1.
September 2011 evaluierte Zumutbarkeitsprofil davon auszugehen, dass
der Beschwerdeführerin unfall
bedingt eine angepasste Tätig
keit vollzeitlich zu
mut
bar ist.
3.3
Die Aus
führungen der behandelnden (Fach-)Ä
rzte vermögen nicht zu einer ab
weichenden Beurteilung führen. Insbesondere ist den aufgelegten medizinischen Be
richten
nichts zu entnehmen, was mit der Beurteilung von
Dr.
A._
im Wi
der
spruch steht.
Was den im Beschwerdeverfahren aufgelegten Bericht vom 1
9.
August 2011 (Urk. 3/3) von
Dr.
med.
C._
, Orthopädische Chirurgie FMH, an
be
langt, so ist festzuhalten, dass
Dr.
C._
die von
Dr.
A._
genannten Di
agnosen und Einschätzung
bestätigte
und namentlich eine überwiegend sit
zende Tätigkeit mit intermittierenden stehenden und gehenden Tätigkeiten ohne das Tragen von Lasten über zehn Kilogramm als
sinnvoll erachtete
. Dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Kniebeschwerden in angepasster
(und über
wiegend sitzender)
Tätig
keit in ihrer Arbeitsfähigkeit
zeitlich
eingeschränkt sein soll, kann diesem Bericht jeden
falls nicht entnommen werden. Ferner bestätigt
e
auch der behandelnde
Dr.
med.
D._
, praktischer Arzt, in seinem Bericht vom
2
2.
Mai 2013 (Urk. 14/3) die von
Dr.
A._
genannten Diagnosen. Obwohl er in seinem Bericht ausführte, dass der Leidensweg mit dem rechten Knie ständig im Vordergrund st
ehe
und die Ein
schränkung für ein regelmässiges 100%-Pen
sum
verursache, führte er gleich
zeitig
aus, dass der Beschwerdeführerin auf
grund der eindeutig unfall
be
dingten Beschwerden und Schmerzen
jede k
niebe
lastenden Tätigkeit nicht zu
mut
bar sei.
Dass das von
Dr.
A._
unter Berück
sichtigung der Knie
be
schwerden evaluierte Belastungsprofil damit nicht ver
ein
bar
sei
, geht daraus nicht
hervor.
Fundierte ärztliche Stellungnahmen, welche der von
Dr.
A._
evaluierten Zumutbarkeitsbeurteilung wider
sprechen, beste
hen
nicht.
Hinsichtlich des Berichtes
der Ärzte des
Spitals Z._
, Klinik für Unfallchirurgie,
vom 1
5.
Mai 2
013 (Urk. 14/1) ist mit der Beschwerde
gegne
rin davon auszu
ge
hen (Urk.
17), dass vorliegend nicht
der Vor
fall vom 15.
Mai 2013 zu beurteilen ist
. Hinzu kommt, dass
dem Bericht von
Dr.
med.
E._
, Oberarzt, und
Dr.
med.
F._
, Assistenzärztin,
keine Angaben
zur Arbeits
fähig
keit
zu entnehmen
sind
. Inso
fern kann die Beschwerdeführerin daraus
nichts
zu ihren Gunsten ab
leiten.
Vor diesem Hintergrund sind keine
weiteren Abklärungen mehr notwendig und angezeigt.
4.
4.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die
verbleibenden Unfallfolgen am rechten Knie
der beiden Unfallereignisse vom
9.
November 2007 und
3.
Januar 2009
in erwerbli
cher Hinsicht auswirken
.
4.2
Der für die Invaliditätsbemessung und damit den Rentenanspruch massgebende Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 130 V 349 E. 3.4.2). Für die Ermitt
lung des Valideneinkommens, also des Einkommens, welches die versicherte Per
son nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Ge
sun
de tatsächlich verdient hätte, wird in der Regel am zuletzt erzielten Ver
dienst angeknüpft.
Ohne Gesundheitssc
haden hätte die
Beschwerdeführer
in
gemäss der von der Be
schwer
deführerin nicht bestrittenen Feststellung der Beschwerde
gegne
rin ge
stützt auf eine Auskunft der
Y._
vom
17
.
Mai
2011
(Urk. 9/146)
im Jahr 201
0
Fr.
61‘100
.--
verdient (Fr. 4
'700.-- x 13
). Dieses Einkommen ist folg
lich
als Valideneinkommen anzunehmen und nicht zu beanstanden.
4.3
4.3.1
Für die Festsetzung des Invaliden
einkommens ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerb
lichen Situation auszugehen, in welcher die versi
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstä
tigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzu
nehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zu
mutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeits
leistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich er
zieltes Erwerbs
einkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumut
bare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Recht
sprechung entweder Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder der von der SUVA zusammengestellten
DAP
herange
zogen werden (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweisen).
Das Abstellen auf DAP-Löhne setzt voraus, dass zusätzlich zur Auflage von min
destens fünf DAP-Blättern Angaben gemacht werden über die Gesamtzahl der auf Grund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentier
ten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den Tiefstlohn sowie über den Durch
schnittslohn der entsprechenden Gruppe. Allfällige Einwendungen der versi
cherten Person bezüglich des Auswahlermessens und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall sind grundsätzlich im Einspracheverfahren zu erhe
ben. Ist die SUVA nicht in der Lage, den erwähnten verfahrensmässigen Anfor
derungen zu genügen, kann nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt werden (BGE 129 V 472).
4.3.2
Als Invalideneinkommen für das
Jahr 2010
ermittelte die Beschwerdegegnerin auf
grund von Lohnangaben aus der DAP ein Einkommen
der Be
schwerdeführe
rin
von Fr.
56‘537
.--
(
Urk. 9/
149
S.1
).
B
ei den gewählten Berufen
„
Hilfs
arbeite
r
in
“
(in der Funktion als Betriebsmitarbeiterin, Bestückerin und Leim- und Kleb
plätze) und
„
Verpackungsmittelherstellerin
“
, gemäss den DAP-Erfassungs
blät
tern Nrn.
405618, 2598, 3510
,
8316 und
2582
, handelt es sich
um Tätig
keiten im Rahmen des fest
ge
stellten Zumutbarkeitsprofils.
Die Beschwerdegegnerin stellte a
uf fünf zumutbare Arbeitsplätze ab
, gab
die Gesamtzahl der mit der Behi
nderung der Be
schwerdeführerin in Frage kommen
den Arbeitsplätze, deren Höchst- und Tiefstlohn sowie den Durchschnittslohn der dem Behinderungs
profil ent
sprechenden Gruppe an
. Mit diesen in den Ak
ten umfassend und detailliert dokumentierten Angaben wurde den in BGE 129 V 472 aufgestellten formellen Erwartungen des seinerzeitigen Eidgenössischen Versicherungsgerichts (seit Januar 2007;
1.
und
2.
Sozialrechtliche Abteilung des Bundesgerichts) an auf die DAP gestützte Einkommensvergleiche in hinrei
chender Weise Rechnung getragen.
Demnach darf auf die von der Beschwerdegegnerin gewählten fünf DAP-Er
fas
sungsblätter abgestellt und der
sich daraus ergebende Durchschnittslohn (von Fr. 56‘537.--; vgl. Urk. 9/149 S. 1) als Invalideneinkommen
dem Einkommens
vergleich zugrunde gelegt werden.
4.3.3
Soweit die Beschwerdegegnerin
monierte
(Urk. 1 S. 4
Ziff.
7-8),
dass von den DAP-Löhnen ein
leidensbedingter Abzug von mindestens 10
%
zu gewähren
sei
, ist
darauf hinzuweisen
,
dass
bei
Heranziehung von DAP-Profilen Abzüge vom Durch
schnittswert nicht
sachgerecht und
unzulässig
sind
(Urteil des Bunde
s
ge
richts 8C
_
319/2007
vom
6.
Mai 2008
E. 8.1 mit Hinweisen
, vgl. dazu auch
BGE 129 V 481 E. 4.2.3
)
.
Zum einen wird spezifischen Beeinträchtigungen in der Leistungs
fähig
keit bereits bei der Auswahl der zumutbaren DAP-Profile Rech
nung getragen. Zum andern ist bezüglich der weiteren persönlichen und beruf
lichen Merkmale (Teilzeitarbeit, Alter, Anzahl Dienstjahre, Aufent
haltsstatus), die bei der Anwendung der LSE zu einem Abzug führen können, darauf hinzu
weisen, dass auf den DAP-Blättern in der Regel nicht nur ein Durchschnitts
lohn, sondern ein Minimum und ein Maximum angegeben sind, innerhalb deren Spannbreite auf die konkreten Umstände Rücksicht genommen werden kann
(
BGE 129 V 481 E. 4.2.3).
4.4
Im Vergleich zum Valideneinkommen von
Fr. 61‘100.--
führt das gestützt auf die DAP ermittelte Invalideneinkommen von Fr.
56‘537.--
zu einer Erwerbs
ein
busse von Fr.
4‘563.--
beziehungsweise zu einem Invaliditätsgrad von
7
,
5
%
, welcher unter 10 % liegt, weshalb kein Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung besteht.
5.
Der Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin
vom
1
4.
Februar 2013
, ge
mäss welchem
der
Beschwerdeführer
in
gestützt auf die Unfä
ll
e
vom
9.
November 2007
respektive
3.
Januar 2009
keine Invalidenrente nach UVG zusteht, ist demnach
rechtens. Dies führt zur
Abweisung der Beschwerde
.