Decision ID: f3dddc9b-fdf7-5ac8-b8f5-fd4bb06eecfe
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1980 geborene
X._
arbeitete
zuletzt in einem 60%-Pen
sum bei der
Y._
als Glasbläserin (Urk. 8/11). Am 27. Mai 2009 meldete sie sich bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug
an (Urk. 8/1). In der Folge tätigte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, erwerbliche (Urk. 8/8, 8/11, 8/26) sowie medizinische (Urk. 8/5, 8/9, 8/10, 8/22) Abklärungen
und
liess die Versicherte
beim
Z._
polydisziplinär
begutachten (Gutachten vom 1. Juni 2010, Urk. 8/30; Ergänzung vom 21. September 2010, Urk. 8/32)
. Am 25. November 2010 erstattete die von der IV-Stelle mit der Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt beauf
tragte Abklärungsperson ihren Bericht (Urk. 8/35). Im Rahmen des
Vorbescheid
verfahrens
(Urk. 8/37, 8/39, 8/47) holte die IV-Stelle den Verlaufsbericht von
Dr. med
. A._
,
FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2. April 2011 (Urk. 8/42) sowie die Stellungnahme des Abklärungsdienstes vom 17. November 2011 (Urk. 8/56) ein. Mit Verfügung vom 2. Dezember 2011 verneinte sie den Anspruch der Versicherten auf eine Invaliden
rente
(Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 20
. Januar 2012 Beschwerde
mit den Anträgen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, es seien ergänzende medizinische Abklärungen vorzunehmen, es sei ihr anschliessend eine ange
messene Invalidenrente auszurichten und es sei eine öffentliche Verhandlung mit ihrer Anhörung sowie derjenigen ihres Ehemannes durchzuführen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 22. Februar 2012 schloss die
Beschwerde
gegnerin
auf Abweisun
g der Beschwerde (Urk. 7). Am 20
. November 2013 wurde
eine öffentliche Verhandlung
durchgeführt
, zu
der
Rechtsanwältin Kim
Mauerhofer
namens und in Begleitung der Beschwerdeführerin erschien
, wobei die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen festhielt
(Protokoll S.
3
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die Akten ist, soweit für die
Entscheidfin
dung
erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente zu Recht verneint hat.
1.2
Die Beschwerdegegnerin begründete die abschlägige Rentenverfügung vom 2. Dezember 2011 (Urk. 2) damit, seit dem 15. Januar 2009 sei die Beschwerde
führerin in ihrer Arbeits- und Leistungsfähigkeit zu 70 % eingeschränkt. Ohne Gesundheitsschaden würde die Beschwerdeführerin weiterhin der Tätigkeit als Glasbläserin in einem Pensum von 60 % nachgehen und sich die restlichen 40 % im Haushalt betätigen. Gestützt auf die gemischte Methode ergebe der Einkommensvergleich im Erwerbsbereich eine Einschränkung von 50 % und im Haushaltbereich eine solche von 12 %. Aus den gewichteten Einsch
ränk
ungen in beiden Bereichen resultiere ein Gesamtinvaliditätsgrad von 35 %. Ab Datum des Gutachtens vom 1. Juni 2010 sei von einem verbesserten Gesundheitszu
stand auszugehen, weshalb ihr die Tätigkeit als Glasbläserin sowie jede ver
gleichbare Verweistätigkeit wieder zu 75 %, d.h. sechs Stunden pro Tag, zumut
bar sei. Somit könnte ab diesem Zeitpunkt das ursprüngliche Pensum von 60 % wieder ausgeübt werden. Im Bereich Erwerbstätigkeit bestehe daher keine Ein
schränkung mehr. Der entsprechende Einkommensvergleich ergebe einen
Inva
liditätsgrad
von 5 % (Urk. 2 S. 1 f.).
1.3
Dem hielt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen entgegen, das Gutachten des
Z._
sei
wegen der wirtschaftlichen Abhängigkeit der beteiligten Ärzte formell und aufgrund nicht nachvollziehbarer Schlussfolgerungen betreffend verbes
sertem Gesundheitszustand auch materiell nicht beweiskräftig. Vielmehr sei für den ganzen
entscheidrelevanten
Zeitraum von der vom behandelnden Psychia
ter Dr
.
A._
attestierten 70%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (Urk. 1 S. 7 ff.). Für die Zeit vom 5. Januar bis 11. Oktober 2009 treffe die von der Beschwerdegegnerin veranschlagte Qualifikation von 60 % im Erwerbs- und 40 % im Haushaltbereich zu. Allerdings müsse eine leistungsvermindernde Wechselwirkung zwischen Haushalt und Erwerb berücksichtigt werden (Urk. 1 S. 3 f.). Ab dem 11. Oktober 2009 betrage die Erwerbstätigkeit im
Gesundheits
fall
100 % (Urk. 1 S. 6).
2.
In prozessualer Hinsicht ist festzuhalten, dass der Anspruch auf eine öffentliche Verhandlung den Anspruch des Einzelnen, seine Argumente dem Gericht mündlich in einer öffentlichen Sitzung vortragen zu können, umfasst (Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, Zünd/Pfiffner
Rauber
[Hrsg.], Kommentar, 2. Auflage, N 4 zu § 24, mit weiteren Hinweisen). Dies impliziert jedoch nicht, dass das Sozialversicherungsgericht verpflichtet ist, die offerierten Beweise abzunehmen, was sich unschwer aus der
bundesgerichtli
chen
Rechtsprechung ergibt, wonach auf die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung im Sozialversicherungsprozess verzichtet werden kann, wenn aus der Begründung des Antrages zu schliessen ist, dass es der
beschwerdeführen
den
Person um die Art der Beweisabnahme geht und sie nicht die von Art. 6 Ziff. 1 EMRK geschützte Kontrolle und Transparenz der Rechtsfindung durch Anwesenheit von Publikum und Presse an einer Gerichtsverhandlung bezweckt (Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, a.a.O., N 6 zu § 24, mit weiteren Hinweisen). Vielmehr steht es im alleinigen Ermessen des Gerichts, eine Beweisabnahme durchzuführen oder nicht (vgl. BGE 121 V 90
E.
4b S. 94 mit Hinweisen). Vorliegend ist nicht ersicht
lich, inwiefern die Befra
gung des Ehemannes der Beschwerdeführerin, welcher nicht Partei des vorlie
genden Verfahrens ist, zu einer weiteren Erhellung des Sachverhaltes beizutra
gen vermag, weshalb wei
tere Beweiserhebungen im Sinne des Antrages der Beschwerdeführerin unnötig erscheinen (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_468/2007 vom 6. Dezember 2006, E. 5.2.2 mit Hinweisen).
3
.
3
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu
verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chronische körperli
che Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rück
bildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unter
schiedlichem therapeutischen Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicher
ten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die ent
sprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352).
3
.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
3
.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
3
.4
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei
sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 ff. E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
3
.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
4
.
4
.1
Im Gutachten
des
Z._
vom
1. Juni 2010 (Urk. 8/30) sind als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit) (1) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1) mit anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) sowie als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (2) ein funktionelles
zer
vikovertebrogenes
Syndrom mit Nacken-/Schulterverspannungssyndrom, (3) unspezifische Arthralgien mit Betonung im Handbereich, (4) eine Genua
vara
, (5) eine Hypermobilität der Hände, (6) ein Kombinationskopfschmerz mit episo
discher Migräne mit Aura u
nd Spannungskopfschmerz sowie
Sc
hmerzchronifi
zierung
bei Analgetika-Übergebrauch und (7) ein
Nikotin
abusus
festgehalten
(Urk. 8/30/16).
Die Gutachter führten weiter aus, die Beschwerdeführerin sei rheumatologisch, neurologisch und psychiatri
sch
polydisziplinär
begutachtet worden. Während
sich auf somatischem Fachgebiet keine Diagnose mit Rele
vanz für die Arbeitsfähigkeit abgrenzen lasse, finde sich auf psychiatrischem Gebiet eine sozialmedizinisch relevante Gesundheitsstörung. Seit 2003 sei bei der Beschwerdeführerin eine
rezidivierende depressive Störung dokumentiert. Der behandelnde Psychiater Dr.
A._
beschreibe
in seinen letzten psychiatri
schen Berichten eine schwere depressive Episode. Sie würden nach den hier erhobenen psychopathologischen Befunden lediglich das Bild einer mittelgradi
gen Depression, zudem mit invalidenversicherungsrechtlich fremden reaktiven Zuflüssen bei innerfamiliären Konflikten
,
sehen. Es gehe mit dieser depressiven Symptomatik eine Beeinträchtigung der psychischen Grundfunktionen des Erle
bens, Handelns, Gestaltens und Wollens einher. Ferner liege bei der Beschwer
deführerin eine chronische Schmerzsymptomatik vor.
Die von der Beschwerde
führerin beklagten Schmerzen seien nur teilweise durch körperliche Befunde erklärbar. Eine deutliche Wechselwirkung zwischen depressiv bedingt vermehr
ter Schmerzwahrnehmung und Reizoffenheit einerseits sowie den körperlichen Befunden liege vor. Im Hintergrund sei zudem ein innerseelischer ungelöster Konflikt im komplizierten und traumatisierend erlebten innerfamiliären
Bezie
hungssystem
zu beschreiben. Hier bestehe ein deutlicher Zusammenhang mit der Entwicklung des Schmerzsyndroms, so dass die Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung gerechtfertigt erscheine. Sozialmedizinische Relevanz erwachse aus der anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung durch die psychiatrische
Komorbidität
. Zusammenfassend gelangten sie aus
polydis
ziplinärer
Sicht zur Einschätzung, dass die Beschwerdeführerin in der Lage sei, sowohl die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in einer Glasbläserei wie auch andere Verweistätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt regelmässig zu verrich
ten, wobei eine vermehrt nach innen gerichtete Selbstwahrnehmung, eine ver
minderte Selbstvergessenheit sowie eine beeinträchtigte Affektregulation zu berücksichtigen seien. Damit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 60 %. Als
Ver
weistätigkeiten
kämen sämtliche dem Ausbildungsstand der Beschwerdeführerin angemessenen Tätigkeiten einfacher geistiger Natur mit geringen bis durch
schnittlichen Verantwortungsgraden ohne besondere psychische
Belastungs
faktoren
wie Zeitdruck, Akkord- oder Nachtarbeitsbedingungen in Frage. Das Arbeitsklima sollte möglichst
empathisch und konfliktarm sein (Urk. 8/30/16-17).
4
.2
Das Gutachten
des
Z._
vom
1. Juni 2010 (Urk. 8/30) basiert auf
umfassenden
rheumatologischen, neurologischen und psychiatrischen Untersuchungen und wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anam
nese) abgegeben. Die Gutachter haben detaillierte und nachvollziehbare Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit den von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden und ihrem Verhalten auseinander
gesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zusammenhänge und die me
dizinische Situation einleuchtend dargelegt und ihre
Schlussfolgerungen nach
vollziehbar begründet.
Die
Beschwerdeführerin
brachte vor
, das
Z._
wie
auch die dort tätigen Ärzte
Dr. med. B._
, Facharzt
für Psychiatrie,
sowie Dr. med.
C._
,
Facharzt für Neurologie,
erweckten den Anschein der Befangenheit, seien sie doch
teilweise
nicht Mitglieder der FMH und in Deutschland als praktizierende Ärzte tätig (Urk. 1 S.
7
),
was auf ihre wirtschaftliche Abhängigkeit hinweise
. Dem
ist
entgegenzu
halten,
dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
ein
Ausstandsgrund
nicht schon deswegen gegeben ist, weil jemand Aufg
aben für die Verwaltung erfüllt. Ein f
ormeller
Ausstandsgrund
liegt
selbst dann nicht vor, wenn von einer wirtschaftlichen Abhängigkeit
des Gutachters
von der Invalidenversicherung auszugehen wäre. Das Vorbringen, die Abgeltung der Gutachten aus Mitteln der Invalidenversicherung führe zu einer Befangenheit
der Gutachter
, kann daher nicht gehört werden (BGE 137 V 210 E. 1.3.3 und 3.4.2.7)
.
Dr
.
C._
ist entgegen
dem Vorbringen der Beschwerdeführerin Mitglied der FMH und in de
r Schweiz praktizierender Arzt.
Nicht gefolgt werden kann der Beschwerdeführerin, wenn sie
aus
d
er
Praxistätigkeit von Dr.
B._
in Deutschland
eine
wirtschaftliche Abhängigkeit von der Beschwerdegegnerin
herleitet. Die
praktische Beschäftigung in Deutschland
weist im Gegenteil
auf eine wirtschaftliche Unabhängigkeit hin
und die
Tätigkeit in der Schweiz
zeugt
eher von zusätzlichen Interessen im Gutachterbereich.
Weitere k
onkrete
Aus
standsgründe
gegen die einzelnen begutachtenden
Ärzte
trug die Beschwerde
führerin
nicht
vor
, weshalb d
em Gutachten des
Z._
grundsätzlich
volle Beweiskraft zu
kommt
(vgl. Erwägung 3
.5).
4
.3
4
.3.1
Unbestritten
und mit der übrigen medizinischen Aktenlage in Einklang steht die gutachterliche Einschätzung, wonach
in somatischer Hinsicht keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
bestehen
(
Urk.
8/5, 8/9,
8/30/31-33, 8/30/39-41
)
.
4
.3.2
In psychiatrischer Hinsicht vermögen die von
Dr.
B._
gestellten Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode mit anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung aufgrund seiner einge
henden Befunderhebung (Urk. 8/30/11-13) samt der daraus abgeleiteten 60%igen Arbeitsfähigkeit zu überzeugen.
Dem Einwand der Beschwerdeführe
rin, es liege gestützt auf die Einschätzung des behandelnden Psychiaters
Dr
.
A._
e
ine schwe
re Depression vor, ist entgegenzu
halten, das
s
rechtspre
chungsge
mäss
psychiatrische
Explorationen von der Natur der Sache her nicht
ermes
sensfrei
erfolgen, weshalb verschiedene medizinisch-psychiatrische Inter
pretati
onen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_694/2008 vom 5. März 2009 E. 5.1). Insofern lässt sich nur schon deshalb die unterschiedli
che Qualifi
kation der Depression erklären. Zudem darf und soll das Gericht in Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten und Ärztinnen der Erfahrungstatsache Rech
nung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Pati
enten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
Kommt hinzu, dass den Berichten von
Dr.
A._
vom 11. Juli 2009 (Urk. 8/10), 7. November 2009 (Urk. 8/22) sowie 2. April 2011 (Urk. 8/42)
nur wenige objektive Befunde zu entnehmen sind und damit die anhaltende 70%ige Arbeitsunfähigkeit
in jeglicher Tätigkeit
nicht nachvollzogen werden kann.
Zudem ist nichtig einsichtig, weshalb bei einer Behandlung mit
mässig
dosierten Antidepressiva
eine schwere Depression vorliegen sollte
.
Gegenüber Dr.
B._
erwähnte die Beschwerdeführerin
sodann
, dass sie unter gesundheitlichen und familiären Problemen leide und die familiäre Konfliktsituation zu einer depressiven Stimmungslage beitrage (Urk. 8/30/6).
Wenn
Dr.
A._
v
or diesem Hintergrund
eine 70%ige Arbeitsun
fähigkeit
attestierte, handelt es sich
daher im Wesentlichen
um eine psych
o
sozi
ale Beurteilung der Leistungsfähigkeit, welche invaliden
versicherungs
rechtlich irrelevant ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts I 198/04 vom 7. Januar 2005 und I 125/05 vom 11. August 2005
mit Hinweisen). Entsprechend hielt Dr.
B._
fest, dass die
Gutachter die
von Dr.
A._
beschriebene
3
0%ige Arbeits
fähigkeit nicht
sehen
könnten
, weil invalidenversicherungsrechtlich fremde,
psychoreak
tive
Faktoren Berücksichtigung finden müssten und keineswegs das Bild einer schweren Depression erkennbar sei (Urk. 8/30/23-24).
Zudem
sind
den Berichten von Dr.
A._
keine Ausführungen zur Überwindbar
keit der psychischen Erkrankung zu entnehmen. Aus den Ausführungen von Dr.
B._
ergibt sich demgegenüber schlüssig, dass die
somatoforme
Schmerzstörung aufgrund
der
komorbiden
depressiven
Erkrankung sowie dem primären Krankheitsgewinn nur noch teilweise überwindbar ist. Dr.
B._
ersah
sodann
aus psychiatrischer Sicht durchaus vorhandene Ressourcen der Erlebnis- und Gestaltungsfähigkeit. So hielt er fest, dass bei Betrachtung der Alltagskompetenzen der Beschwerde
führerin
f
eststellbar
sei, dass diese in der Lage sei, ihren Alltag zu strukturieren und zu bewältigen, wenngleich mit krankheitsbedingten Einschränkungen (Urk. 8/30/14).
Auch aus den nachgereichten Berichten des
D._
vom 6. November 2011 (Urk. 3/3) sowie der
E._
vom 25. November 2011 (Urk. 3/4)
und 8. Dezember 2011 (Urk. 3/5) lässt sich nichts zugunsten der Beschwerdeführerin ableiten. Die dokumentierte
Hos
pitalisation
erfolgte nicht aus psychischen Gründen, sondern zwecks
Medika
mentenentzugs
und damit direkt zur Behandlung der Kopfschmerzen und Mig
räne. In keinem der Berichte finden sich im Übrigen Hinweise auf eine schwere Depression.
4
.3.3
Richtig
ist
, dass sich eine Verbesserung des Gesundheitszustandes seit Ablauf des
Wartejahres im Januar 2010 nicht eindeutig aus den Akten ergibt. Zwar
erwähnte Dr.
B._
eine unter der laufenden Behandlung eingetretene
Befundverbesserung
(Urk. 8/30/17) und vermerkte an einer anderen Stelle, dass die in der Vergangenheit dokumentierte schwere depressive Episode unter der laufenden psychiatrischen Fachbehandlung teilremittiert sei und derzeit ledig
lich die Kriterien einer mittelschweren Depression erfüll
e (Urk. 8/30/18)
.
Aller
dings wies Dr.
B._
darauf hin, dass bei der hohen Eigendynamik psychi
scher Gesundheitsstörungen eine Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit
und deren Verlauf sowohl in der
bisherigen
Tätigkeit wie auch in angepasster Tätigkeit retrospektiv nicht beschrieben werden könne (Urk. 8/30/23).
Gestützt auf die Ausführungen der
Beschwerdeführerin
, wonach sich ihr Gesundheitszustand keinesfalls verbessert habe
(Urk
. 1 S. 9
, Protokoll S. 7
) und die praktisch identi
schen Verlaufsberichte von Dr.
A._
,
welcher ebenfalls betont, dass sich der Gesundheitszustand nicht verbessert habe,
lässt
sich jedoch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
ein im
wesentlichen
stationäre
r
psychische
r
Gesundheitszu
stand
herleiten.
Mithin ist
seit Ablauf des Wartejahres
von einer
durchgehenden
60%igen Arbeitsfähigkeit in angestammter wie auch angepasster Tätigkeit
aus
zugehen.
4
.3.
4
Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht ausführte, ist eine ausnahmsweise vorhan
dene Wechselwirkung zwischen der Erwerbs- und Haushalttätigkeit nicht dargetan, zumal der von
der
Y._
vorgenommene
Tätigkeitsbe
schrieb
einer Glasbläserin vom 2
5.
April 2010 (Urk. 8/26) auf eine leichte
(nur ausnahmsweise Heben von Lasten bis zu fünf Kilogramm), überwiegend sit
zende Tätigkeit hinweist, bei welcher
grosses
Fingergeschick und eine hohe Konzentrationsfähigkeit erforderlich sind. Haushaltarbeiten sind hingegen als höchstens mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten mit geringem Anspruch an die Fingerfertigkeit und Konzentration zu qualifizieren.
4
.4
Aufgrund der überzeugenden Feststellungen im Gutachten
des
Z._
kann somit davon ausgegangen werden, dass es de
r
Beschwerdeführer
in
bei Aufbie
tung allen guten Willens (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen) und in
N
ach
achtung
des im Sozialversicherungsrecht allgemein geltenden Grundsatzes der
Schadenmin
derungs
pflicht
zuzum
uten ist, zu 60
%
ihrer angestammten Tätig
keit als Glasbläserin wie auch einer ihren Beschwerden angepassten Tätigkeit
nachzu
gehen. Weitere Beweiserhebungen erscheinen daher unnötig (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_468/ 2007 vom 6. Dezember 2006 E. 5.2.2 mit Hinweisen)
.
Insbesondere erübrigt sich eine Befragung des behandelnden Arztes, befinden sich doch bereits zahlreiche
von ihm stammende
Bericht
e
bei den Akten.
5
.
5
.1
Die Beschwerdeführerin machte
geltend, die von der Abklärungsperson ermit
telte 12%ige Einschränkung im Haushaltbereich erscheine im Vergleich zur Einschränkung im Erwerbsbereich als
unproportional
, weshalb sich der behan
delnde Psychiater zur Einschränkung im Haushalt zu äussern habe (Urk. 1 S. 5
).
5
.2
Im
Abklärungsbericht vom
25. November 2010 (Urk. 8/35
)
schloss die
Abklä
rungsperson
auf eine
Beeinträchtigung in der Haushaltführung von 1
2
% (Urk. 8/
35/7
).
5
.3
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind - analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61
E.
6.2 und 128 V 93 f. E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2).
Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfah
ren kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Grundsätzlich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, d.h. wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht (AHI 2004 S. 137 E. 5.3). Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stel
lungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die
Haushaltsab
klärung
, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschrän
kungen zu erkennen (Urteile des Bundesgerichts 9C_086/2009 vom 11. November 2010 E. 7.2 und 9C_631/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 5.1.2 mit Hinweisen).
5
.4
Richtig ist, dass weder der behandelnde Facharzt noch die Gutachter sich zu allfällig im Aufgabenbereich Haushalt bestehenden Einschränkungen äusserten. Da die Beschwerdeführerin im Wesentlichen an psychischen Beeinträchtigungen leidet, kann die Einschränkung indes nicht ohne das Vorliegen einer fundierten ärztlichen Stellungnahme allein aufgrund der Feststellungen der
Abklärungs
person
der Beschwerdegegnerin (Urk. 8/69) ermittelt werden. Vorliegend kann jedoch auf eine Einschätzung des Psychiaters hinsichtlich Einschränkungen im Haushalt verzichtet werden, da – wie nachfolgend zu zeigen sein wird – selbst bei einer 100%igen Einschränkung im Haushalt aufgrund der
Schaden
minde
rungspflicht
der Beschwerde
führerin sowie der Mitwirkungspflichten ihres Ehe
mannes und ihrer Tochter kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren würde.
Die gegenüber dem Gutachter getätigten Angaben der Beschwerdeführe
rin zu den von ihr durchgeführten Haushalttätigkeiten (Urk. 8/30/7) sprechen im Übrigen dagegen, dass die Beschwerdeführerin im Haushalt zu 100 % ein
geschränkt ist.
6
.
6
.1
Strittig und zu prüfen ist weiter, in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin bei voller Gesundheit erwerbstätig wäre. Die Beschwerdegegnerin ging von einer Erwerbstätigkeit von
60 % aus (Urk. 2 S. 2
) und wandte für die
Invalidi
tätsbemessung
entsprechend
die gemischte
Methode (vgl. Erwägung 1.4) an. Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass sie
ab dem 11. Oktober 2009
ohne gesundheitliche Beeinträchtigung im Ausmass von
100 % erwerbstätig wäre, bedürfte ihre
Tochter ab diesem Zeitpunkt einer viel geringeren
Be
treuung.
6
.2
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (Art. 17 Abs. 1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des Art. 28a Abs. 3 IVG in Verbindung mit Art. 16 und 7 Abs. 2 ATSG die Frage nach der anwend
baren Invaliditätsbemessungsmethode. Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichter
werbstätig einzustufen ist
was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (
Einkom
mensvergleich
, Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt -, ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Das Kriterium der Zumutbarkeit einer Erwerbstätigkeit bezieht sich nicht auf den Gesundheits-, sondern auf den Invaliditätsfall. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypo
thetisch, d.h. ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhält
nissen, erwerbstätig wäre (Art. 27
bis
IVV; BGE 131 V 51 E. 5.1.2 S. 53 und E. 5.2 S. 54; SVR 2006 IV Nr. 42 S. 151, E. 5.1.2, I 156/04; vgl. auch BGE 125 V 146 E. 5c/
bb
S. 157). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst
wirk
lichkeitsgerechte
Bemessung des Invaliditätsgrades. Sie findet auch Anwendung, wenn der versicherten Person ohne gesundheitliche Beein
trächtigung eine
voll
zeitliche
Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht
ausüben würde (BGE 133 V 504 E
. 3.3 in
f
ine
; vgl. auch BGE 133 V 477 E
. 6.3 S. 486). Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönli
chen, familiären, sozialen und erwerblichen Ver
hältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die berufli
chen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdi
gen. Für die hypothetische Annahme einer im
Gesund
heitsfall
ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im
Sozialversiche
rungsrecht
übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforder
lich (BGE 125 V 150 E. 2c, 117 V 194 E. 3b, je mit Hinweisen, Urteil des
Bundesgerichts I 266/05
vom 11. April 2006
E. 4.2, vgl. auch BGE 133 V 504
E.
3.3).
6
.3
Nach eigenen Angaben ist die dreiköpfige Familie auf einen Zusatzverdienst angewiesen, um sich auch etwas Zusätzliches wie z.B. Ferien leisten zu können (Urk. 8/35/3). Diese Formulierung weist nicht darauf hin, dass die Beschwerde
führerin aufgrund der finanziellen Verhältnisse gezwungen wäre, im
Gesund
heitsfalle
einer ausserhäuslichen Tätigkeit im Umfange von 100 % nach
zuge
hen
.
Da auch n
icht einsichtig ist, weshalb die am 11. Oktober 2000 geborene Tochter
zwischen Januar und
Oktober 2009 in einem Ausmass selbständiger geworden ist, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfalle ihr 60%-Pensum auf ein 100%-Pensum
hätte erhöhen können
,
kann insgesamt der Schluss gezo
gen werden, dass
die Beschwerdeführerin das 60%-Pensum
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auch im Gesundheitsfalle beibehalten hätte
.
Demnach
erscheint die von der Beschwerdeführerin vorgebrachte Behauptung, ihre Aus
sage, sie würde heute ohne Behinderung weiterhin in dem bisher angestammten Pensum von 60 % tätig sein, sei von der Abklärungsperson falsch wiedergege
ben worden und sie sei auf das beabsichtigte Pensum nicht angesprochen wor
den (Urk. 1 S. 6), als bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst (vgl. BGE 121 V 47 E. 2a).
Die Qualifikation der Beschwerdeführe
rin als zu
60 % erwerbs- und zu 40
% als im Haushalt tätig und die angewen
dete gemischte Methode sind daher nicht zu beanstanden.
7
.
7
.1
Bei der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität grundsätzlich da
durch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens - und im Haushaltbereich ein
Be
täti
gungsver
gleich
vorgenommen wird (vgl. Erwägung
3
.4), wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen erm
ittelten und gewichteten
Teilin
validitäten
ergibt (vgl. BGE 130 V 396 E. 3.3).
7
.2
Da die Beschwerdeführerin im Gesund
heitsfall nach wie vor mit e
inem
Beschäfti
gungsumfang
von 60
% bei der
Y._
als
Glasbläserin
angestellt wäre
, resultiert bei einer Arbeitsfähigkeit von 60 % keine Einschrän
kung, was einem Teilinvaliditätsgrad von 0 % entspricht.
Da im Haushaltbereich von einer Einschränkung unter 100 % auszugehen ist, resultiert bei einem Anteil dieses Bereiches von 40 %
k
eine gewichtete Teilinvalidität
, welche zu einem
renten
begründenden
Gesamtinvaliditätsgrad
führen könnte.
7
.3
Die Beschwerdegegnerin hat demnach einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenversicherung i
m Ergebnis zu Recht verneint,
wes
halb die Beschwerde abzuweisen ist.
8
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 1‘000.-- festzusetzen und
ausgangsge
mäss
von der Beschwerdeführerin zu tragen (
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
).
9.
Eine Minderheit des Gerichts hat ihre
abweichende Meinung zum Ausgang des Verfahrens zu Protokoll gegeben (Protokoll S. 10 in Verbindung mit Urk. 18).