Decision ID: 5bf310f0-2d06-4653-9ae1-3875ecd205fd
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ A. D., geb. 1987, ist Staatsangehöriger von Mazedonien. Er heiratete am
18. Oktober 2005 in seinem Heimatstaat die in Rorschach wohnhafte Joelle W., geb.
1987. Die Ehefrau ist britische Staatsangehörige und verfügt über eine
Niederlassungsbewilligung EG/EFTA. A. D. reiste am 27. Februar 2006 im Rahmen des
Familiennachzugs in die Schweiz ein. Das Ausländeramt des Kantons St. Gallen erteilte
ihm eine Aufenthaltsbewilligung EG/EFTA. Am 30. April 2007 meldete sich die Ehefrau
von Rorschach nach Dällikon/ZH ab. A. D. blieb in Rorschach. Joelle W. teilte dem
Ausländeramt auf Anfrage mit, sie hätten nicht vor, sich scheiden zu lassen. Sie würden
getrennt leben, da sie in Zürich eine Arbeit gefunden und ihr Ehemann zu dieser Zeit in
der Ostschweiz gearbeitet habe. Mittlerweile sei ihr Ehemann arbeitslos, doch sei ihr
Verdienst zu gering, um für beide zu sorgen. Sobald ihr Ehemann eine Arbeit gefunden
habe, ziehe er zu ihr.
Mit Verfügung vom 7. Januar 2010 widerrief das Ausländeramt die
Aufenthaltsbewilligung von A. D.. Zur Begründung führte es im wesentlichen an, er sei
eine Scheinehe eingegangen.
B./ Gegen die Verfügung des Ausländeramts erhob A. D. durch seinen Rechtsvertreter
Rekurs, der vom Sicherheits- und Justizdepartement mit Entscheid vom 26. August
2010 abgewiesen wurde.
C./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 10. September 2010 erhob A. D.
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Entscheid des Sicherheits-
und Justizdepartements vom 26. August 2010 sowie die Verfügung des Ausländeramts
vom 7. Januar 2010 seien ersatzlos aufzuheben und die Aufenthaltsbewilligung EG/
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EFTA sei nicht zu widerrufen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung
wird im wesentlichen vorgebracht, die Annahme einer Scheinehe sei willkürlich erfolgt.
Selbst wenn aber von einer Scheinehe ausgegangen würde, wäre der Widerruf der
Aufenthaltsbewilligung unverhältnismässig. Auf die einzelnen Vorbringen des

Beschwerdeführers wird, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen näher
eingegangen.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 23. September 2010 unter
Hinweis auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids die Abweisung der
Beschwerde.
Am 12. November 2010 reichte die Arbeitgeberin von A. D. unaufgefordert eine
schriftliche Eingabe ein.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts
ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS
951.1, abgekürzt VRP). Der Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels
legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die
Beschwerdeeingabe vom 10. September 2010 wurde rechtzeitig eingereicht und erfüllt
formal und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit
Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Gemäss Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer
(SR 142.20, abgekürzt AuG) haben ausländische Ehegatten von Personen mit
Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Nach einem
ordnungsgemässen und ununterbrochenen Aufenthalt von fünf Jahren haben die
Ehegatten Anspruch auf Erteilung der Niederlassungsbewilligung (Art. 43 Abs. 2 AuG).
Gemäss Art. 62 lit. a AuG kann die Aufenthaltsbewilligung widerrufen werden, wenn der
Ausländer oder sein Vertreter im Bewilligungsverfahren falsche Angaben gemacht oder
wesentliche Tatsachen verschwiegen hat.
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2.1. Der Ausländer ist verpflichtet, an der Feststellung des für die Anwendung des
Gesetzes massgebenden Sachverhalts mitzuwirken. Er muss insbesondere zutreffende
und vollständige Angaben über die für die Regelung des Aufenthalts wesentlichen
Tatsachen machen (Art. 90 lit. a AuG). Der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung gemäss
Art. 62 lit. a AuG setzt somit voraus, dass der Betroffene wissentlich falsche Angaben
gemacht oder Tatsachen verschwiegen hat, in der Absicht, gestützt darauf den
Aufenthalt oder die Niederlassung bewilligt zu erhalten (BGE 2C_243/2008 vom 18.
Juni 2008 E. 2.3.; BGE 2A.275/2005 vom 17. Oktober 2005 E. 2.1.; Kreisschreiben des
Bundesamtes für Migration, I. Ausländerbereich, Version 1.1.08, Ziff. 3.4.6., in:
www.bfm.admin.ch). Erfasst wird davon auch die sogenannte Scheinehe oder
Ausländerrechtsehe.
Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung liegt eine Schein- oder Ausländerrechtsehe
vor, wenn die Ehe nur zum Zweck der Umgehung fremdenpolizeilicher Vorschriften
eingegangen wurde oder an ihr aus diesem Grund festgehalten wird. Die Ehegatten
beabsichtigen somit von Beginn an keine echte eheliche Gemeinschaft. Der Nachweis,
dass die Ehe zur Umgehung der Vorschriften über Aufenthalt und Niederlassung der
Ausländer geschlossen wurde und nicht der Begründung einer Lebensgemeinschaft
dient, ist in der Regel nicht direkt, sondern nur durch Indizien zu erbringen (BGE 122 II
295 E. 2b; VerwGE B 2008/190 vom 22. Januar 2009 E. 2.1.; VerwGE B 2008/140 vom
5. November 2008 E. 4.2., beide publiziert in: www.gerichte.sg.ch). Solche Indizien sind
unter anderem darin zu erblicken, dass dem Ausländer die Ausweisung gedroht hat,
weil er ohne Heirat keine Aufenthaltsbewilligung erhalten hätte oder sie ihm nicht
verlängert worden wäre. Sodann können die Umstände oder die kurze Dauer der
Bekanntschaft sowie die Tatsache, dass die Ehegatten eine Wohngemeinschaft gar nie
aufgenommen haben, für das Vorliegen einer Scheinehe sprechen. Umgekehrt kann
aus einer gewissen Zeit des Zusammenlebens und des Unterhalts intimer Beziehungen
nicht ohne weiteres abgeleitet werden, es sei eine wirkliche Lebensgemeinschaft
gewollt gewesen. Ein solches Verhalten kann zur Täuschung der Behörden auch nur
vorgespiegelt sein. Einzelne Indizien vermögen für sich allein den Nachweis einer
Tatsache nicht zu erbringen. Je nach Art und Anzahl können sie sich jedoch zum
rechtsgenüglichen Beweis verdichten (BGE 122 II 295 E. 2b; 123 II 52 E. 5). Nach
konstanter verwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung ist dabei nicht von wesentlicher
Bedeutung, ob die Indizien auch bei einer normalen Ehe vorliegen könnten.
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Entscheidend ist vielmehr eine Gesamtbetrachtung sämtlicher Tatumstände (VerwGE
B 2008/129 vom 14. Oktober 2008 E. 3.2. und 3.3.; VerwGE B 2007/127 vom
5. November 2007 E. 2.3., beide publiziert in: www.gerichte.sg.ch). Wenn aber nicht
genügend Anhaltspunkte bestehen, die auf eine Scheinehe hindeuten, so darf nicht
einzig aufgrund dieser ungenügenden Anhaltspunkte die Berufung auf eine bestehende
Ehe als Rechtsmissbrauch qualifiziert werden (BGE 123 II 49).
2.2. Die Ehefrau des Beschwerdeführers ist britische Staatsangehörige. Sie verfügt in
der Schweiz über eine Niederlassungsbewilligung. Daher kann sich der Ehemann
grundsätzlich auf Art. 7 lit. d des Freizügigkeitsabkommens mit der Europäischen
Gemeinschaft (SR 0.142.112.681, abgekürzt FZA) sowie Art. 3 Abs. 1 und 2 des
Anhangs I zum FZA berufen, um aus dem Anwesenheitsrecht seiner Ehefrau ein
abgeleitetes Recht auf Aufenthalt geltend zu machen. Dieser Anspruch gilt an sich
während der ganzen Dauer des formellen Bestandes der Ehe (BGE 130 II 113 E. 8.3).
Art. 3 Anhang I FZA schützt indessen nicht die Scheinehe. Die Bestimmung wird
überdies auch dann rechtsmissbräuchlich angerufen, wenn die Ehe, obwohl sie
ursprünglich nicht als Scheinehe geschlossen worden ist, nur (noch) formell und ohne
Aussicht auf Aufnahme bzw. Wiederaufnahme einer ehelichen Gemeinschaft besteht
(BGE 130 II 113 E. 9 und 10; vgl. VerwGE B 2006/232 vom 27. Februar 2007 i.S. S.M.,
publiziert in: www.gerichte.sg.ch). Die Vorinstanz hat die massgebenden rechtlichen
Bestimmungen in E. 3 und 4 zutreffend dargelegt. In der Beschwerde werden dagegen
keine Einwendungen erhoben.
2.3. Bei der Würdigung der Indizien ist zu berücksichtigen, dass diese gesamthaft zu
beurteilen sind. Eine Vielzahl einzelner Umstände, welche für sich allein den Bestand
einer Ehe nicht in Frage zu stellen vermöchten, kann gesamthaft die Schlussfolgerung
rechtfertigen, eine Ehe sei geschlossen worden, ohne dass der Wille zu einer echten
Lebensgemeinschaft bestand (vgl. VerwGE vom 10. Juni 2004 i.S. S.P., publiziert: in:
www.gerichte.sg.ch). Sodann spielen die Gründe für das Scheitern der Ehe bzw. für die
Unmöglichkeit der Wiederannäherung der Ehegatten keine Rolle, soweit mit einer
Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft offensichtlich nicht mehr zu rechnen ist
(BGE 128 II 154).
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2.3.1. Die Vorinstanz erwog, der Beschwerdeführer stamme aus Mazedonien. Er habe
im Heimatstaat keine besonders qualifizierte Tätigkeit ausgeübt. Ohne die Heirat mit
einer in der Schweiz Niedergelassenen hätte er somit keine Möglichkeit gehabt, in der
Schweiz eine Aufenthaltsberechtigung zu erlangen. Diese Konstellation lasse beim
Ehemann eine Motivation zum Abschluss einer Scheinehe vermuten.
Der Beschwerdeführer qualifiziert diese Begründung als willkürlich. Zudem führe die
sachfremde Vermutung zu einer Beweislastumkehr.
Zutreffend ist, dass der Beschwerdeführer als mazedonischer Staatsangehöriger ohne
besondere berufliche Qualifikationen keine Aussicht auf Erteilung einer ordentlichen
Aufenthaltsbewilligung gehabt hätte, wenn er nicht im Rahmen des Familiennachzugs
ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz hätte geltend machen können. Die Wortwahl des
angefochtenen Entscheids ist aber in diesem Punkt missverständlich; eine Vermutung
im Rechtssinne besteht nicht, wenn ein mazedonischer Staatsangehöriger ohne
besondere berufliche Qualifikation eine in der Schweiz niedergelassene Person
heiratet. Die Vorinstanz wollte damit zum Ausdruck bringen, dass diese Sachumstände
Indizien darstellen, welche bei der Beurteilung einer Scheinehe ins Gewicht fallen.
2.3.2. Die Vorinstanz nahm weiter an, der Beschwerdeführer und seine Ehefrau hätten
unterschiedliche Angaben zum Kennenlernen gemacht. Der Beschwerdeführer habe
angegeben, seine Ehefrau durch seinen Cousin kennengelernt zu haben. Sie sei mit
seinem Cousin in die Ferien gekommen. Sie hätten sich mit ein wenig Englisch
verständigt. Die Ehefrau habe dagegen erklärt, sie sei mit dem Bruder des
Beschwerdeführers in Mazedonien gewesen. Durch ihn habe sie ihren Ehemann
kennengelernt. Sie hätten zusammen Deutsch gesprochen. Auf die Frage, ob sie sich in
Englisch unterhalten hätten, habe die Ehefrau erklärt, der Beschwerdeführer könne kein
Englisch.
Der Beschwerdeführer bestreitet dies und macht geltend, die Vorinstanz habe von
einer 13 Seiten umfassenden Einvernahme gerade einmal zwei Widersprüche
herausgepickt. Bei dieser Sachlage könne nicht ernsthaft davon gesprochen werden,
die Eheleute hätten widersprüchliche Aussagen gemacht, zumal die nicht
übereinstimmenden Aussagen keine Widersprüche seien, sondern nach Jahren und
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unter Laien durchaus nachvollziehbar seien. Die Angaben der Eheleute stimmten sehr
wohl überein. Die Ehefrau habe bestätigt, mit einem Verwandten des
Beschwerdeführers nach Mazedonien gereist zu sein und dort, bei dessen Familie,
ihren künftigen Ehemann kennengelernt zu haben. Ob die Ehefrau diese eine Person
als Cousin oder Bruder erkannt habe, sei keine solche Diskrepanz, welche gleich eine
Scheinehe begründet. Auch seien die Ausführungen zur Sprache nicht richtig. Der
Beschwerdeführer habe an der Einvernahme erklärt, sie hätten sich mit ein wenig
Englisch unterhalten. Er habe aber genaue und korrekte Angaben machen können,
dass seine Ehefrau Englisch und Deutsch spreche. Auf Nachfrage habe er zudem
bestätigt, er selber spreche eigentlich nur Albanisch und etwas Deutsch. Zu demselben
Thema habe die Ehefrau bestätigt, ihr Ehemann spreche Albanisch und Deutsch.
Englisch könne er eigentlich nicht. Sie spreche Deutsch und Englisch. Bei dieser
Sachlage könne nicht ernsthaft davon gesprochen werden, die Eheleute hätten
widersprüchliche Aussagen gemacht, zumal die nicht übereinstimmenden Aussagen
keine Widersprüche seien, sondern nach Jahren und unter Laien durchaus
nachvollziehbar seien.
Das Verwaltungsgericht kann die Auffassung des Beschwerdeführers nicht teilen. Wohl
handelt es sich sowohl bei einem Bruder als auch bei einem Cousin um Verwandte. Die
Ehefrau hat jedoch ausgeführt, sie sei mit einem Bruder des Beschwerdeführers in
Mazedonien gewesen und habe durch ihn ihren Ehemann kennengelernt, während der
Beschwerdeführer festhielt, seine Ehefrau durch seinen Cousin kennengelernt zu
haben. In diesen Aussagen ist ein Widerspruch zu erkennen. Ob es sich bei der
fraglichen Person um einen Cousin oder einen Bruder handelt, war der Ehefrau
möglicherweise bei den ersten Begegnungen unklar. Nachdem sie mit ihrem Ehemann
aber längere Zeit gemeinsam in einer Wohnung verbracht haben will, die dem besagten
Verwandten gehörte, bei diesem arbeitete und dieser vom Beschwerdeführer selbst
gegenüber dem Einwohneramt als Bruder bezeichnet wurde, kann der Widerspruch
nicht mehr als bedeutungslose Unachtsamkeit betrachtet werden. Auch handelt es sich
bei der gemeinsam verwendeten Sprache um ein wichtiges Merkmal, welches beim
erstmaligen Zusammentreffen der Eheleute bedeutsam ist. Wenn die Eheleute bei
einem solchen Umstand widersprüchliche Angaben machen, durfte dies die Vorinstanz
zu Recht als Indiz für eine Scheinehe werten. Jedenfalls steht fest, dass der
Beschwerdeführer erklärte, sie hätten sich mit ein wenig Englisch verständigt, während
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die Ehefrau erklärte, ihr Ehemann könne kein Englisch bzw. habe kein Englisch
gesprochen. Die Vorinstanz hat diese Widersprüche zu Recht in ihre Erwägungen
einbezogen. Hinzu kommt, dass auch weitere Umstände im Zusammenhang mit dem
Kennenlernen der Eheleute als Indizien für eine Scheinehe zu betrachten sind. Die
Ehefrau erklärte, sie habe ihren Ehemann vor der Heirat zweimal getroffen. Sie hätten
sich in Mazedonien besucht. Sie sei sehr jung und verliebt gewesen und habe einfach
mit ihm zusammensein wollen. Der Umstand, dass sich zwei bisher nicht bekannte
Personen, die sich sprachlich kaum verständigen können, nach lediglich zwei
gemeinsamen Ferienaufenthalten verheiraten, muss als aussergewöhnlich bezeichnet
werden.
2.3.3. Weiter hielt die Vorinstanz fest, die Angaben der Eheleute zur Hochzeit würden
nicht in allen Teilen übereinstimmen. Der Beschwerdeführer habe angegeben, als
Trauzeugen seien Personen von der Gemeinde anwesend gewesen, die er persönlich
nicht gekannt habe. Daneben seien seine Eltern und seine Geschwister anwesend
gewesen. Angehörige seiner Ehefrau seien keine anwesend gewesen. Sie hätten kein
Hochzeitsfest abgehalten, da sie nur im kleinen Kreis gefeiert hätten. Sie hätten in
einem Restaurant gegessen. Die Ehefrau habe zu Protokoll gegeben, der Bruder des
Ehemannes sei Trauzeuge gewesen, aber sie wisse dies nicht mehr. Neben den
Trauzeugen sei nur die Familie des Ehemannes an der Trauung dabeigewesen. Sie
hätten dann bei den Eltern des Ehemannes gegessen. In einem Restaurant seien sie
nicht gewesen.
Auch in diesen Aussagen sind erhebliche Widersprüche zu erkennen, die von
wesentlicher Bedeutung sind. Die Fragen des Ausländeramts bzw. der Polizei betrafen
Sachverhalte, die bei Eheleuten in der Regel auch nach einigen Jahren noch deutlich in
Erinnerung sind. Wenn die Eheleute dazu verschiedene Angaben machen und der
festen Überzeugung sind, alles korrekt wiedergegeben zu haben, so bildet dies ein
gewichtiges Indiz für eine Scheinehe. Hinzu kommt, dass nicht nur die Aussagen zu
den Trauzeugen widersprüchlich waren. Auch zur Frage, was nach der Hochzeit
unternommen wurde, machten die Eheleute unterschiedliche bzw. widersprüchliche
Aussagen. Ob der Beschwerdeführer der Ehefrau nach der Heirat einen Ring schenkte,
spielt im übrigen keine ausschlaggebende Rolle. In diesem Punkt fällt aber doch auf,
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dass es ungewöhnlich ist, dass der Beschwerdeführer die nach der Heirat erfolgte
Schenkung eines Rings an die Ehefrau bei der Befragung nicht erwähnte.
2.3.4. Die Vorinstanz erachtete im weiteren die Wohnsituation des Beschwerdeführers
und seiner Ehefrau als Indiz für eine Scheinehe. Sie hielt fest, der Beschwerdeführer sei
am 27. Februar 2006 in die Schweiz eingereist und habe als Wohnadresse Bahnplatz 5
in Rorschach angegeben. Das Einwohneramt Rorschach habe im September 2007
mitgeteilt, der Beschwerdeführer habe seit einigen Monaten bei seinem Bruder Blerim
D. an der Reitbahnstrasse 33 in Rorschach gewohnt. Ab 1. Oktober 2007 habe er an
der Webergasse 3 in Rorschach gewohnt. In den Akten liege auch ein Mietvertrag des
Beschwerdeführers für die Webergasse 3. Daraus sei ersichtlich, dass es sich bei
dieser Wohnung nicht um eine Familienwohnung handle. Die Ehefrau habe sich per
30. April 2007 nach Dällikon abgemeldet. Weder der Ehemann noch die Ehefrau hätten
erwähnt, dass sie bei Verwandten des Ehemannes an der Reitbahnstrasse 33
zusammengelebt hätten. Daher sei davon auszugehen, dass der Ehemann allein zu
seinem Verwandten gezogen sei.
In der Beschwerde wird die von der Vorinstanz getroffene Annahme als willkürlich
gerügt. Es bestünden überhaupt keine Anzeichen, dass die Eheleute nicht als erstes in
der Wohnung am Bahnplatz 5 in Rorschach gewohnt haben sollten. Dies sei auch
deshalb ausgewiesen, weil die Ehefrau im darunter liegenden Restaurant gearbeitet
habe. Es liege keine einzige Tatsache vor, die den Aussagen der Eheleute
widerspreche. Auch hier liege der Begründung der Vorinstanz ein Generalverdacht
zugrunde, was willkürlich sei. Unter diesem Titel mangle es schlichtweg an einer
genügenden bzw. überhaupt an einer Begründung. Nur weil die Vorinstanz Zweifel
habe, sei nichts bewiesen. Es sei eine Tatsache, dass die Eheleute vom Bahnplatz 5
zuerst an die Reitbahnstrasse 33 umgezogen seien und erst danach an die
Webergasse 3. Nur weil dies beim Einwohneramt nicht registriert worden sei, bedeute
dies noch lange nicht, dass es nicht zutreffend war. Die Angaben der Eheleute seien
überhaupt nicht widersprüchlich, würden aber das gemeinsame Zusammenleben
beweisen.
Aufgrund der Akten reiste der Beschwerdeführer am 27. Februar 2006 in die Schweiz
ein. Als Wohnort gab er die Adresse Bahnplatz 5 an. In der Befragung erklärte er aber,
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er wohne seit Januar 2006 an der Adresse Weberstrasse 3 in Rorschach. In der
Wohnung lebe er alleine. Erst auf die Frage, wo er mit seiner Ehefrau gewohnt habe,
erklärte der Beschwerdeführer, er habe ganz zu Beginn mit seiner Frau am Bahnplatz 5
gewohnt. Anschliessend seien sie zusammen an die Reitbahnstrasse 33 gezügelt. An
die Weberstrasse 3 sei er ohne seine Frau gezügelt. Die Ehefrau bestätigte, dass sie
eine Wohnung über dem Restaurant H5 in Rorschach und dann an der
Reitbahnstrasse 33 gehabt hätten. Ob die Eheleute in diesen Wohnungen gemeinsam
lebten, ist möglich, aber im vorliegenden Fall nicht von ausschlaggebender Bedeutung.
Wie erwähnt, spricht der Umstand, dass zwei Personen zeitweise zusammenwohnen
oder intime Beziehungen unterhalten, nicht zwingend gegen das Vorliegen einer
Scheinehe. Fest steht jedenfalls, dass der Beschwerdeführer keine Mietverträge
eingereicht hat, welche auf die Eheleute ausgestellt wurden. Auch fällt auf, dass die
Ehefrau aufgrund einer Arbeitsstelle in den Kanton Zürich weggezogen ist. Der
Beschwerdeführer unternahm offenbar keine Anstrengungen, einen Arbeitsplatz im
Kanton Zürich zu finden oder seinen Wohnsitz ebenfalls zu jenem der Ehefrau zu
verlegen. Jedenfalls hat er keine Beweismittel für eine erfolglose Stellensuche
eingereicht. Die Eheleute gaben offensichtlich die gemeinsame Wohnung, falls sie
überhaupt eine solche hatten, leichthin auf, nachdem die Ehefrau eine neue Stelle im
Kanton Zürich fand. Auch äusserte der Beschwerdeführer kein Bedauern über die
Trennung. Er hielt zwar fest, er stelle sich eine Zukunft zusammen mit seiner Frau vor
und hoffe immer noch, dass sie in der nächsten Zeit zusammenziehen könnten.
Demgegenüber erklärte die Ehefrau, sie glaube, die Ehe gehe nicht mehr weiter. Der
Ehemann wolle jetzt nicht nach Zürich kommen. Sie möchte sich scheiden lassen und
wolle nicht mehr mit ihrem Mann zusammenziehen. Die Eheleute besitzen auch keine
Schlüssel der Wohnung des anderen Ehegatten. Der Beschwerdeführer kannte
überdies die genaue Adresse seiner Ehefrau (Strasse und Hausnummer) im Kanton
Zürich nicht. Zudem machten die Eheleute pauschale und zum Teil nichtssagende
Angaben zu Fragen aus dem persönlichen Bereich. Der Ehemann hielt fest, in der
letzten Zeit hätten sie die Freizeit nicht mehr gemeinsam verbracht. Zur Zeit hätten sie
keine gemeinsamen Hobbies mehr. Seine Ehefrau habe kein spezielles Hobby. Auch
die Ehefrau erklärte, sie habe ihren Mann vor mehr als einem Monat das letzte Mal
gesehen. Sie hätten bei diesem letzten Treffen nichts mehr miteinander unternommen.
Sie hätten keine gemeinsamen Hobbies. Sie selbst habe keine Hobbies. Diese
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stereotypen Antworten bilden ein Merkmal, dass die Eheleute wenig übereinander
wissen und nicht über gemeinsame Erlebnisse berichten können.
2.3.5. Auch die Gründe für den Bezug getrennter Wohnungen sind nicht überzeugend.
Es ist zwar verständlich, dass der Beschwerdeführer bestrebt war, seine Arbeitsstelle in
Montlingen beizubehalten. Der Umstand, dass die Ehefrau wegen einer Arbeitsstelle
kurzerhand die gemeinsame Wohnung verliess und sich faktisch von ihrem Ehemann
trennte, lässt aber darauf schliessen, dass es sich nicht um eine beabsichtigte
Ehegemeinschaft handelte.
2.3.6. Der Ehemann wurde ausdrücklich aufgefordert, detaillierte Angaben zum ersten
Treffen mit der künftigen Ehegattin zu machen. Daraufhin erklärte er, sie sei mit seinem
Cousin in die Ferien gekommen. Bei einem Besuch bei ihm zu Hause habe er sie dann
kennengelernt. Diese stereotypen und ohne besondere Details vorgetragenen
Schilderungen müssen als wenig glaubhaft eingestuft werden. Auch in bezug auf die
Frage, wer einen Heiratsantrag gemacht habe, machten die Eheleute unterschiedliche
Angaben. Der Beschwerdeführer erklärte, die Ehefrau habe einen Heiratsantrag
gemacht, während die Ehefrau keine bestimmte Antwort gab. Der Umstand, dass keine
Verwandten der Ehefrau an der Hochzeit teilnahmen und lediglich die Eltern und die
Geschwister des Ehemannes bei der Trauung dabei waren, bildet ebenfalls ein Indiz für
eine Scheinehe. Auch der Verzicht auf grössere Festlichkeiten stellt im Lichte der
gesamten Umstände ein Indiz für eine Scheinehe dar. Ebenso fällt auf, dass der
Beschwerdeführer das genaue Geburtsdatum seiner Ehefrau nicht nennen konnte,
sondern den Tag und den Monat verwechselte.
Weiter steht fest, dass die Eheleute nie gemeinsame Ferien machten. Auf die Frage
nach dem Grund gab der Beschwerdeführer an, sie hätten nicht zusammen Ferien
gehabt. Auch erklärte er, seine Ehefrau habe ihn nie nach Mazedonien begleitet.
Ebenso wollte der Beschwerdeführer keine Angaben zu seiner bevorzugten
Zigarettenmarke machen, und auf die Frage, was die Ehefrau am liebsten esse,
antwortete er "am liebsten bei McDonald's. Dort alles, was es dort gibt".
Die Ehefrau erklärte auf die Frage, ob ihr Ehemann Raucher sei, sie glaube nicht mehr.
Auf die Frage, was ihr Ehemann am liebsten esse, antwortete sie: "Einfach Fleisch".
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Weiter erklärte sie, sie habe kein spezielles Lieblingsgericht. Gemeinsame Bekannte
hätten sie und ihr Ehemann nicht. Sie könne sich nicht vorstellen, die Ehe gemeinsam
im Heimatland ihres Gatten zu leben, da die Beziehung eigentlich zu Ende sei. Sie
bezeichnete die Ehe als Fernbeziehung; die Ehe habe nicht ihren Vorstellungen
entsprochen. Auch darin sind nichtssagende, wenig detaillierte Antworten zu erblicken,
wie sie bei Personen üblich sind, die wenig voneinander wissen.
2.4. Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass die
Vorinstanz aufgrund der dargelegten Indizien zu Recht davon ausgegangen ist, der
Beschwerdeführer habe mit der Heirat keine Lebensgemeinschaft begründen, sondern
ausschliesslich eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz erlangen wollen. Die
Vorinstanz hat die vorliegenden Indizien sorgfältig und zutreffend gewürdigt. Von einer
sachwidrigen oder gar willkürlichen Beweiswürdigung kann nicht gesprochen werden.
2.5. Das Eingehen einer Scheinehe bildet einen Verstoss gegen eine zentrale
ausländerrechtliche Norm (vgl. statt vieler BGE 2A.275/2005 vom 17. Oktober 2005, E.
4.2 mit Hinweisen). Nach der Praxis rechtfertigt daher das Eingehen der Scheinehe den
Widerruf einer Aufenthaltsbewilligung (vgl. statt vieler VerwGE B 2005/86 vom
13. September 2005; B 2006/15 vom 12. April 2006; B 2006/51 vom 8. Juni 2006,
publiziert in: www.gerichte.sg.ch). Bei einer Scheinehe ist im übrigen die Berufung auf
Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101) bzw. Art. 13 und 14 der
Bundesverfassung (SR 101) unbehelflich.
Der Beschwerdeführer lebt erst seit rund fünf Jahren in der Schweiz. Er erklärte, er
habe in der Schweiz keine nahen Angehörigen und hielt fest, ein Onkel und dessen
Söhne lebten in Rorschach. Sie würden ebenfalls D. heissen. Die Adresse kenne er
nicht. Dies steht in einem gewissen Widerspruch zu den Angaben im Zusammenhang
mit dem Kennenlernen der Ehefrau. Wie es sich damit genau verhält, kann aber offen
bleiben. Auch übt der Beschwerdeführer keine besonders qualifizierte Tätigkeit aus, die
in wirtschaftlicher oder arbeitsmarktlicher Hinsicht eine Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung gebieten würde. Wohl hält sein Arbeitgeber in einer
unaufgefordert eingereichten Eingabe fest, er könne in der ganzen Schweiz keinen
tauglichen Arbeiter für die von ihm versehene Funktion finden. Dies erscheint allerdings
nicht überzeugend. Der Beschwerdeführer hat sich offenbar erfolgreich im Betrieb
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eingearbeitet; es ist aber aufgrund der Angaben des Arbeitgebers nicht
nachvollziehbar, weshalb nicht auch andere Mitarbeiter dazu befähigt wären. Hinzu
kommt, dass die Eltern des Beschwerdeführers in Mazedonien leben. Eine Rückkehr
nach Mazedonien lässt sich daher für den Beschwerdeführer ohne
überdurchschnittliche Schwierigkeiten bewerkstelligen. Auch steht fest, dass der
Beschwerdeführer bei der Befragung im September 2009 einen Dolmetscher benötigte.
Eine besondere Integration in die Verhältnisse der Schweiz liegt daher nicht vor. Sein
Einwand, er respektiere die Rechtsordnung und sei in fünf Jahren nie irgendwie negativ
aufgefallen, ist aufgrund des Eingehens einer Scheinehe nicht stichhaltig. Allein das
Eingehen einer Scheinehe bildet nach der Rechtsprechung einen stichhaltigen Grund,
die dadurch erlangte Aufenthaltsbewilligung zu widerrufen. Von einem
unverhältnismässigen Entscheid oder einem Missbrauch bzw. einer Überschreitung
des behördlichen Ermessens kann bei dieser Sachlage nicht gesprochen werden.
2.6. Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass die
Beschwerde abzuweisen ist.
3. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die amtlichen Kosten dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von
Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12).
Der geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist zu verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht