Decision ID: 54e41a53-47f2-41f0-86ba-9400cf00b9e4
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1963
,
meldete sich am 6. Juli 2017
bei der Invaliden
versicherung u
nter Hinweis auf
eine chronische Angststörung, chronische Schmerzen, ein panvertebrales Schmerzsyndrom
, eine
Periarthropathia
humeros
ca
pularis
beidseits, eine Schlafapnoe und Beckenbodenprobleme zum Leistungs
bezug an (Urk. 5/4
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
und teilte der Versicherten am 21. Dezember 2017 mit, es seien zurzeit aufgrund ihres Gesundheitszustandes keine Eingliederungsmassnahmen möglich (Urk. 5/18).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
5/21-22
) verneinte die
IV-Stelle mit Verfügung vom 4. Mai 2018 (Urk. 5/23
= Urk. 5/24
) einen Rentenanspruch.
Mit Eingabe vom 25. Mai 2018 (Urk. 5/25) ersuchte die Versicherte um Wieder
erwägung der Verfügung vom 4. Mai 2018 (vgl. Urk. 5/23 = Urk. 5/24) und um eine Neuevaluation ihres Anspruchs auf Leistungen der Invalidenversicherung.
Mit Verfügung vom 16. Juli 2018 (Urk. 5/27) hob die IV-Stelle die Verfügung vom 4. Mai 2018 (vgl. Urk. 5/23 = Urk. 5/24) wiedererwägungsweise auf.
Nach weiteren Abklärungen und durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 5/39; Urk. 5/41; Urk. 5/45) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 16. Januar 2020 (Urk. 5/62 = Urk. 2) einen Rentenanspruch.
2.
Die Versicherte erhob am 28. Januar 2020 Beschwerde gegen die Verfügung vom 16. Januar 2020 (
Urk.
2) und beantragte, ihr sei mit Wirkung ab dem 1. Januar 2018 eine ganze Rente zuzusprechen, eventuell sei die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit diese sie einer Begutachtung mit strukturierter Abklärung ihrer Ressourcen unterziehe und hernach über ihren Rentenanspruch neu entscheide (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1-2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 5. März 2020 (Urk. 4) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 10. März 2020 zur Kenntnis gebracht (Urk. 6).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
a
us (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Inva
lidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio
logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der ver
sicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Be
weisverfahren nach BGE 141 V
.
281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und
allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1).
1.5
Zur Annahme einer Invalidität aus psychischen Gründen bedarf es in jedem Fall eines medizinischen Substrats, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Bestimmen psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren das Krankheitsgeschehen mit, dürfen die Beeinträchtigungen nicht einzig von den belastenden invaliditätsfremden Faktoren herrühren, sondern das Beschwerdebild hat davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu um
fassen. Solche von der soziokulturellen oder psychosozialen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann (BGE 141 V 281 E. 4.3.3; 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 9C_543/2018 vom 21. November 2018 E. 2.2).
Somit sind psychosoziale und soziokulturelle Faktoren nur mittelbar invalidi
tätsbegründend, wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden Folgen des Gesundheitsschadens beeinflussen. Zeitigen soziale Belastungen direkt negative funktionelle Folgen, bleiben sie bei der Beurteilung der Gesundheitsbeeinträchtigung ausgeklammert (Urteil des Bundesgerichts 8C_717/2018 vom 22. März 2019 E. 3). In einer ver
sicherungsmedizinischen Begutachtung, welche sich nach den normativen Vor
gaben der Rechtsprechung orientiert, ist es daher nicht nur zulässig, sondern sogar geboten, solche invalidenversicherungsrechtlich nicht relevanten Umstände aufzuzeigen und gegebenenfalls bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auszu
klammern (Urteil des Bundesgerichts 9C_740/2018 vom 7. Mai 2019 E. 5.2.1).
1.6
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) aus,
dass sich die Beschwerdeführerin trotz der von ihr geltend gemachten
psychischen Symptomatik
bis heute in keine fachärztliche psychiat
rische Behandlung begeben habe. Die Beschwerdeführerin sei weiterhin lediglich einmal monatlich in psycho
logischer Behandlung. Deshalb bestünden
keine gesundheitlichen Einschrän
kungen, die rentenbegründend seien.
Seit dem Jahr 2010 sei di
e Beschwerde
füh
rerin in ihrer
angestammten
Tätigkeit als
Verpackerin
zu 100 % arbeitsunfähig, eine leichte Hilfsarbeitstätigkeit
sei ihr jedoch seit Ablauf des Wartejahrs voll zumutbar. Nach Durchführung eines Einkommensvergleichs resultiere ein Invali
ditätsgrad von 10 %, weshalb die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung habe. Der Beschwerdeführerin werde emp
fohlen, eine intensive multimodale Behandlung mit Psycho-/Physio- und Ergo
therapie durchzuführen, um so einen besserungsfähigen Gesundheitszustand zu erreichen (S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber beschwerdeweise (Urk. 1)
zusam
mengefasst
geltend,
dass sie gestützt auf die medizinischen Berichte der behan
delnden Ärzte keine Erwerbstätigkeit mehr ausüben könne und darum Anspruch auf eine ganze Rente habe.
Die
chronifizierte
Schmerzstörung habe gravierende funktionelle Einschränkungen. Ihr Aktivitätsniveau entspreche einer vollständi
gen Arbeitsunfähigkeit, da es keinen Bereich gebe, in welchem sie noch Akti
vitäten ausübe (S. 8
Ziff.
31-33).
Genügten die bisher eingeholten Akten nicht, sei der Sachverhalt ungenügend abgeklärt
. Insbesondere sei nicht abgeklärt, ob sie genügend Ressourcen habe, um sich aus ihrer
chronifizierten
Schmerzstörung zu befreien (S. 5 ff.
Rz
12 ff.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin
und dabei insbesondere ihre Arbeitsfähigkeit.
3.
3.1
Die Ärzte des Universitätsspitals
Y._
, Klinik für Rheumatologie, nannten in ihrem Bericht vom 13. November 2017 (Urk. 5/13/7-10) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
Verdacht auf chronische Schmerzstörung mit psychischen und soma
ti
schen Faktoren (ICD-10 F45.41), depressive Episode mittelgradig (ICD-10 F32.1), Differentialdiagnose: Fibromyalgie (Erstdiagnose 2016)
-
panvertebrales Schmerzsyndrom
zervikolumbal
betont
-
Periarthropathia
humeroscapularis
beidseits
(rechts > links)
In der aktuellen Tätigkeit als Hausfrau sei die Beschwerdeführerin aus rein rheu
matologischer Sicht nicht eingeschränkt bzw. bestehe keine wesentlich vermin
derte Leistungsfähigkeit. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Reinigungsan
ge
stellte bzw. Angestellte auf der Verpackungslinie sei sie zu 100 % arbeitsun
fähig. Theoretisch wäre die Beschwerdeführerin aus rheumatologischer Sicht in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ab sofort zu 100 % arbeitsfähig (Ziff. 1.7). Durch medizinische Massnahmen, namentlich eine erfolgreiche Schmerz
reduk
tion und anschliessende körperlich
rekonditionierende
Physiothe
rapie
,
wäre eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit möglich (Ziff. 1.8).
3.2
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
führte in ihrem Bericht vom 17. Dezember 2017 (Urk. 5/15) aus, dass sie die
Beschwerdeführerin
seit Mai 2017 wöchentlich
behand
le (Ziff. 1.2, Ziff. 1.5)
,
und
nannte folgen
de
Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
chronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren (ICD-10 F45.41) seit 2009 mit/bei
-
rezidivierende
r
depressive
r
Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F33.3)
,
seit zirka 2013
-
generalisierter Angststörung (ICD-10 F41.1) seit zirka 2015
-
panvertebrale
m
Schmerzsyndrom bei Fehlstellung der Wirbelsäule
-
chronische
n
muskuläre
n
und segmentale
n
Halswirbelsäule
n
(HWS)-Brustwirbelsäule
n
(BWS)-Beschwerden
-
Periarthropathia
humeroscapularis
beidseits
(rechts > links)
seit vielen Jahren
-
Gonarthrose links
-
Senk-Spreizfüsse beidseits
-
chronische
n
Cephalgien
-
Vitamin D-Mangel
-
Eisenmangelsyndrom
-
spezifische Phobie (ICD-10 F40.2)
-
Flugphobie seit 2007
-
metabolisches Syndrom mit
Diabetes mellitus Typ II, arterielle
r
Hyper
tonie,
Dyslipidämie
, Adipositas
-
unklar erhöhte
Blutkörperchensenkungsreaktion
(BSR) sowie leichte Leu
kozytose und
Thrombozytose
(Erstdiagnose März 2016)
-
chronische Obstipation
-
chronische
epigastrische
Beschwerden
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Raumpflegerin bestehe seit 2010 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis auf Weiteres (Ziff. 1.6). Es liege eine stark redu
zierte körperliche
,
geistige und psychische Leistungsfähigkeit sowie Belastungs
fähigkeit vor. Die Beschwerdeführerin könne maximal
fünf Minuten stehen, maximal zehn
Minuten gehen, maximal 25 Minuten sitzen, könne keine Lasten tragen, könne sich nicht bücken bzw. kauern, sei rasch erschöpft, leide an Kon
zentrationsmangel und stark reduzierter Anpassungsfähigkeit. Es liege für jeglich
e Tätigkeiten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vor (Ziff. 1.7).
3.3
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, führte in ihrem Bericht vom 27. Juli 2018 (Urk. 5/30/2-6) aus, dass sie die Beschwerde
führerin seit September 2017 hausärztlich behandle (Ziff. 1.1)
,
und nannte dabei eine schwere Depression mit psychotischen
Symptomen
und einen massiven
chronifizierten
panvertebralen Beschwerdekomplex als Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 2.5). Die Beschwerdeführerin habe bis zirka 2009 in einer Druckerei Material verpackt in einem 100%-Pensum, derzeit sei sie nicht erwerbstätig (Ziff. 3.1). Die bisherige Tätigkeit sei ihr nicht mehr zumutbar, auch eine
andere
körperliche Tätigkeit sei ihr nicht zumutbar (Ziff. 4.1, Ziff. 4.2).
3.4
Dr.
Z._
führte in ihrem Verlaufsbericht vom 29. September 20
18 (
Urk.
5/34
/4-6
)
aus, dass der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
in Bezug auf die
seit 2009 bestehende chronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
stationär sei. D
ie
rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.4)
und
die generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1)
seien
aktuell remittiert
.
E
in massiver
chronifizierter
panvertebraler Beschwerdekomplex liege
vor
(Ziff. 1.2). Es fänden weiterhin
wöchentliche Einzelgespräche
statt
(Ziff. 3.1). Aufgrund der ausgeprägten Einschränkung im Alltag sei die Beschwerdeführerin auf starke familiäre Unterstützung angewiesen. Sie könne weder kochen, noch einkaufen
, noch den Haushalt verrichten. All diese Aufgaben würden von ihren
erwachsenen Kindern und Schwiegertöchtern
, die im
gemeinsamen Haushalt
leben würden, übernommen (S. 1 oben)
. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Raumpflegerin
sowie
für eine angepasste Tätigkeit liege eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vor (Ziff. 2.1).
3.5
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Chirurgie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in seiner Stellungnahme vom 5. Oktober 2018 (Urk. 5/38/5-6) aus, dass ein panvertebrales Schmerzsyndrom
cervikolumbal
betont, differentialdiag
nostisch eine Fibromyalgie, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliege. In der bisherigen Tätigkeit als
Verpackerin
liege seit 2010 eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit bis auf Weiteres vor. In einer angepassten, leichten Tätigkeit in Wech
selbelastung ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten über 5 kg, ohne (beidseitiges) Arbeiten in Armvorhalte
position, ohne
Überkopfarbeiten und ohne Verharren in Zwangshaltungen, bestehe medizinisch theoretisch eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
3.6
Die Ärzte der Klinik
C._
berichteten in ihrem Austrittsbericht vom 4. Januar 2019 (Urk. 5/36/1-
6
= Urk. 5/51/4-9
) über den stationären Aufenthalt der Beschwerdeführerin in der Klinik vom 6. November bis 12. Dezember 2018 und nannten folgende Diagnosen (S. 1):
-
chronische Schmerzstörung
mit psychischen und somatischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
seit 2009
-
anhaltende psychosoziale Belastungssituation
(ICD-10 Z73)
-
metabolisches Syndrom
-
chronische
epigastrische
Beschwerden
und Obstipation
-
Vit
amin
D
-Mangel
,
substituiert
-
rezidivierende depressive Störung
seit zirka 2013,
aktuell remittiert
-
generalisierte
Angststörung
seit zirka 2015, aktuell
remittiert
Die Beschwerdeführerin
sei
bei chronischer Schmerzstörung mit ausgeprägten Bewegungs- und Mobilitätseinschränkungen mit gravierender
Dekonditionierung
zugewiesen worden.
A
m ehesten aufgrund der massiven
Dekonditionierung
sei
sie
anfangs kaum mobil
gewesen
und wenn, habe sie immer sehr starke Schmer
zen angegeben.
Eine Parkinson-Symptomatik sei bereits vor dem Klinikaufenthalt ausgeschlossen worden und im erneuten neu
r
ologischen
Konsil
habe sich kein Hinweis auf eine
Radikulopathie
gefunden. Auch ein akutes rheumatisches Ge
schehen habe ausgeschlossen werden können.
Nachdem
die Beschwerdeführerin
angehalten worden sei, am Rollator zu gehen, habe sie ihre Mobilität nach und nach mit Hilfe der Physiotherapie steigern können und die Schmerzen seien mehr in den Hintergrund getreten
(S. 3 Mitte).
Mit der Abgabe des Rollators habe sich ihr körperliche
r
und psychische
r
Zustand deutlich verbessert.
Zudem
sei
versucht
worden
, die Beschwerdeführerin für ein psychosomatisches Krankheitskonzept zu
sensibilisieren. Obwohl sich ihre körperliche Befindlichkeit verbessert habe und sie gegen Ende des Aufenthaltes gewisse Schwankungen der Schmerzintensität in Kombination mit den Therapien habe benennen können, habe sie Mühe gehabt, sich auf die Konzepte einzulassen. Die Beschwerdeführerin sei einer Umsetzung skeptisch gegenübergestanden. Ihr Blickwinkel habe stark auf die somatische
Dysfunktionalität
abgezielt, wobei der subjektiv empfundene Handlungsspiel
raum klein geblieben sei (S. 4 oben). Die Beschwerdeführerin werde in psychisch und physisch leicht stabilerem Zustand entlassen. Für die weitere Stabilisierung werde der Beschwerdeführerin die Fortführung der psychotherapeutischen Be
hand
lung wärmstens empfohlen (S. 4 Mitte).
Die involvierten Ärzte empfahlen die Weiterführung des Beckenbodentrainings unter physiotherapeutischer Anlei
tung, gegebenenfalls auch Pilates zur weiteren Aktivierung der
autochtonen
Mus
kulatur, ferner ein Mobilitätstraining und das Aufrechterhalten der Tagesstruktur sowie die Weiterführung der ambulanten Psychotherapie.
Ausserdem habe d
ie Evaluation
des Beschwerdebildes im von ihnen
durchgeführten neurologischen
Konsil
(vgl. S. 6 unten)
die Wichtigkeit der Mobilisierung und muskulären Akti
vierung
bestärkt (S.
4 unten).
Schliesslich stellten die Ärzte der Klinik
C._
der Beschwerdeführerin eine Arbeitsunfähigkeit bis am 31. Dezember 2018 aus (S. 5 oben).
3.7
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie, nannte in seinem Bericht vom 19. Februar 20
19 (
Urk. 5/51/17-18
)
ein chronisches Schmerzsyndrom und ein subakutes Karpaltunnelsyndrom beidseits als Diagnosen (S. 1 Mitte)
. Er führte aus, dass die klinische Untersuchung den Verdacht auf das Vorliegen eines links
seitige
n
S1-Syndr
om
s
nahe
gelegt habe.
Neben dem positiven
Lasègue
-Zeichen
habe
auch die Anamnese mit dem Wegsacken des betroffenen Beines als
Hinweis für
eine
passagere, bewegungsinduzierte Parese der Kniebeuger
vorgelegen
, zu
mal mit dem vorbestehenden Wirbelgleiten auf betroffener Ebene ein möglicher Auslöser vorliege.
Mit der Frage nach
iktaler
Komponente sei eine Elektroenze
phalographie (EEG) initiiert worden, wobei sich keine
iktale
Aktivität
gezeigt habe. In
der MRT-Untersuchung der LWS habe sich kein
pathomorphologisches
Korrelat gezeigt, sodass weiter kranial nach Ursachen gesucht worden sei. MRT-Untersuchungen des Kopfes, der HWS und der BWS hätten keinen weiter
füh
renden Befund ergeben. Bei weiterhin vorliegendem Schmerz entlang des ge
samten Rückens sowie der wiederkehrenden Beinparese links sei an eine etwaige entzündliche Genese des Nervensystems denkend eine
Liquoranalyse
durchge
führt worden, wobei sich kein weiterführender Befund gezeigt habe, sämtliche Parameter seien normwertig gewesen. Des Weiteren sei die SEP-
Tibialis
gemessen worden, wobei sich im Seitenvergleich eine linksseitige Latenzverzögerung ohne
weiterführende diagnostische Relevanz gezeigt habe. Ferner klage die Beschwer
deführerin über Druckschmerzen im Bereich der Arme mit nächtlicher Betonung. Die initiierte Elektroneurographie habe ein beidseitiges subakutes Karpaltunnel
syndrom gezeigt, ein
Sulcus-nervi
ulnaris
Syndrom sei elektroneurographisch nicht erfassbar.
In
sgesamt
zeige sich somit
für die Zuweisungsbeschwerden mit rezidivierendem Wegsacken des linksseitigen Beines kein pathologisches Korrelat. Sichtbar sei ein ausgeprägtes chronisches Schmerzsyndrom, welches ätiologisch durch die Apparativdiagnostik nicht näher zuzuordnen
sei (S. 1 f.
).
3.8
Dr.
A._
berichtete am 30. August 2019 (Urk. 5/49) von einem stationären Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin (Ziff. 1.1). Die bisherige Tätigkeit als
Verpackerin
sei ihr nicht mehr möglich. Im Hinblick auf eine angepasste Tätigkeit führte sie aus, dass die Beschwerdeführerin körperliche Arbeiten schlecht toleriere (Ziff. 2.1). Es liege eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor (Ziff. 2.2).
3.9
In ihrem Verlaufsbericht vom 30. September 2019
(
Urk.
5/51/1-3)
führte Dr.
Z._
aus, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verschlechtert habe
(Ziff. 1.1)
.
Sie diagnostizierte erneut die
seit 2009 bestehende chronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
mit
massiv
chronifizierte
m
panvertebrale
n
Beschwerdekomplex mit
fibromyalgie
for
mer
Beteiligung bei massivster oberflächlicher Berührungsempfindlichkeit
.
Es liege in Bezug auf die
seit
2013 bestehende rezidivierende depressive Störung gegenwärtig eine mittelgradige depressive Episode ohne somatische Symptome (ICD-10 F33.10) vor
. Die generalisierte Angststörung
(ICD-10 F41.1)
sei nach wie vor remittiert
(Ziff. 1.2).
D
ie Beschwerdeführerin
sei
ein
M
al im Monat bei ihr in Behandlung (Ziff. 3.1).
Die Beschwerdeführerin sei schwerkrank mi
t massiv
chronifizierte
m
panverte
brale
n
fibromyalgieformen
Beschwerdekomplex mit massiver Bewegungs- und Mobilitätseinschränkung und konsekutiver generalisierter muskulärer
Dekondi
tio
nie
rung
(Ziff. 1.3). Es sei zur psychischen Dekompensation mit einer mittel
gradigen depressiven Episode gekommen, nach
dem
die neurologischen Abklä
rungen bei
Dr.
D._
die Stürze der Beschwerdeführerin
nicht hätten
erklären könn
en
(vgl. vorstehend E. 3.
7
)
,
sowie
aufgrund
des ablehnenden IV-Vorbe
scheids (Ziff. 1.3, Ziff. 4.4). Es liege eine eindeutige Indikation zum Rentenbezug vor (Ziff. 4.4). Die Beschwerdeführerin sei in jeder beruflichen Tätigkeit nicht belastbar, es liege eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor (Ziff. 2).
3.10
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Neurochirurgie, berichtete am 9. Oktober 2019 über die am 7. Oktober 2019 durchgeführte Untersuchung (Urk. 5/52
= Urk. 5/54
)
und nannte ein
chronifiziertes
systemisches Schmerz
syn
drom somatogener und vor allem psychogener Genese als Diagnose (S. 1 Mitte).
Klinisch äussere sich dies in
einer schmerzhaften Überreaktion bei leichtester Berührung.
Sensible Ausfälle liessen sich nicht nachweisen, die Beurteilung der groben Kraft sei aufgrund des schmerzbedingten Nachlassens nicht möglich. Aufgrund der Gesamtsituation nehme er Abstand von einer operativen Versor
gung der Beschwerdeführerin. Eine Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei nicht gegeben, eine Reintegration nach einer siebenjährigen Arbeitsunfähigkeit sei zum Scheitern verurteilt. Daher sollte ihr eine ganze Rente zugestanden werden, bei Zweifeln empfehle er eine multidisziplinäre Begutachtung, auch im Hinblick auf eine Existenzsicherung der Beschwerdeführerin (S. 2).
3.11
Der RAD-Arzt
Dr.
B._
führte in seiner Stellungnahme vom 16. Oktober 2019 (Urk. 5/60/5) aus,
dass anhand des Berichts von
Dr.
Z._
vom 30. September 2019 (vgl. vorstehend E. 3.
9
) eine schwere psychiatrische Erkrankung postuliert werde
. Diesbezüglich merkte er an,
dass die Diagnosen der Berichte von
Dr.
Z._
vom 29. September 2018 (vgl. vorstehend E. 3.4) und vom 30. September 2019 (vgl. vorstehend
E. 3.9
) aus versicherungsmedizinischer Sicht unverändert seien und dass trotz der erneut postulierten Verschlechterung des psychischen Gesundheits
zustandes keine Anpassung der pharmakologischen Behandlung stattgefunden habe. Auch habe trotz der erneut postulierten Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands die Frequenz der Behandlungen von wöchentlich auf monatlich reduziert werden können. Ferner könne dem Austrittsbericht der Ärzte der Klinik
C._
vom 4. Januar 2019 (vgl. vorstehend
E. 3.6
) entnommen werden, dass die Ursache der Verschlechterung in einer
Dekonditionierung
der Beschwerdeführerin liege, die durch Bewegungstherapie gebessert werden könne. Aus versicherungsmedizinischer Sicht werde daher empfohlen, von einem besse
rungsfähigen Gesundheitszustand auszugehen und eine intensive multimodale Behandlung mit Psycho-/Physio- und Ergotherapie durchzuführen. Ein Wechsel des behandelnden Psychiaters bei erfolgloser Behandlung über zwei Jahre und ohne dokumentierte adäquate Adaption der Behandlung bei postulierter Ver
schlech
terung werde ebenfalls empfohlen.
4.
4.1
Der Neurologe
Dr.
D._
diagnostizierte im Februar 2019 ein chronisches Schmerzsyndrom und ein subakutes Karpaltunnelsyndrom beidseits
und begrün
dete die
gestellten Diagnosen in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise damit, dass sich
- nach einer durchgeführten EEG, MRT-Untersuchungen der LWS, des Kopfes, der HWS und der BWS, einer
Liquoranalyse
und einer SEP-
Tibialis
-
insgesamt für die Zuweisungsbeschwerden mit rezidivierendem Wegsacken des linksseitigen Beines kein pathologisches Korrelat zeige. Sichtbar sei lediglich ein
ausgeprägtes chronisches Schmerzsyndrom, welches ätiologisch durch die Appa
rativdiagnostik nicht näher zuzuordnen sei (vorstehend E. 3.7
).
Gestützt auf den Bericht von Dr.
D._
kann davon ausgegangen werden, dass der Gesundheits
zustand der Beschwerdeführerin in somatischer Hinsic
ht ausreichend abgeklärt wurde, zumal auch im Austrittsbericht der Ärzte der Klinik
C._
vom Januar 2019 ein neurologisches
Konsil
aufgeführt
wurde, das keine
relevanten
somatischen Diagnosen ergab (vorstehend E. 3.6). Auch die weitere fachärztliche Abklärung durch den Neurochirurgen
Dr.
E._
, der ein
chronifiziertes
syste
misches Schmerzsyndrom somatogener und vor allem psychogener Genese diag
nostizierte,
ergab keine weiteren somatischen Diagnosen (vorstehend E. 3.10).
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit machte
Dr.
D._
keine Angaben (vorstehend E. 3
.7)
.
Angesichts der gestellten Diagnosen, der erhobenen objektiven Befunde und der Ausführungen der involvierten Ärzte
rechtfertig
t
es
sich
vorliegend
,
diesbezüg
lich auf die Einschätzung des RAD-Arztes
Dr.
B._
vom Oktober 201
8
abzu
stellen, wonach der Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit als
Verpacke
rin
seit 2010 nicht mehr zumutbar sei, für eine angepasste
, leichte
Tätigkeit in Wechselbelastung ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten über 5 kg, ohne (beidseitiges) Arbeiten in Armvorhalte
position, ohne
Überkopfarbeiten und ohne Verharren in Zwangshaltungen hingegen eine 100%ige Arbeitsfähigkeit vorliege (vorstehend E. 3.5).
Zum gleichen Schluss kamen
denn
auch die Ärzte des
Y._
bereits im November 2017
, die ein
p
anvertebrales Schmerzsyndrom
zervikolumbal
betont und eine
Periarthropathia
humeroscapularis
beidseits (rechts > links) diagnostizierten
(vorstehend E. 3.1).
4.2
In Bezug auf das durch die behandelnde Ärztin
Dr.
Z._
diagnostizierte pan
ver
tebrale Schmerzsyndrom bei Fehlstellung der Wirbelsäule, d
ie
seit vielen Jahren bestehende
Periarthropathia
humeroscapularis
beidseits (rechts > links), d
ie
chronischen muskulären und segmentalen HWS-BWS-Beschwerden, d
ie
Gonar
throse links,
die
Senk-Spreizfüsse beidseits,
die
chronischen
Cephalgien
und
das
metabolische Syndrom
sowie
die
attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jeg
liche Tätigkeiten (vorstehend E. 3.2, E. 3.4, E. 3.9)
ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass
Hausärztinnen und Hausärzte wie überhaupt
behandelnde
Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patien
tinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Dr.
Z._
begründete die 100%ige Arbeitsunfähigkeit mit einer stark reduzierten körperlich
en
, geistigen und psychischen Leistungs- sowie Belastungsfähigkeit.
Dabei widersprechen die
aufgeführten
körperlichen Einschränkungen
einerseits de
n
im Austrittsbericht der Ärzte der Klinik
C._
gemachten Beobach
tungen, wonach die Beschwerdeführerin ihre Mobilität mit Hilfe von Physio
therapie
nach
und nach
habe steigern können (vgl. vorstehend E. 3.6)
, zumal sie im Wesentlichen auf
Dekonditionierung
zurückzuführen sind.
A
ndererseits
unter
scheidet
Dr.
Z._
nicht zwischen allfälligen somatischen und allfälligen psychi
schen Beeinträchtigungen, sondern vermengt diese, weshalb aus ihren Berichten betreffend allfällige somatisch bedingte Einschränkungen ohnehin keine Rück
schlüsse gezogen werden können.
In Bezug auf den
von der behandelnden Hausärztin
Dr.
A._
diagnostizierten massiv
chronifizierten
panvertebralen Beschwerdekomplex und d
ie
attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten (vorstehend E. 3.3, E. 3.8) ist ebenfalls auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass Hausärztinnen und Haus
ärzte wie überhaupt behandelnde Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 4
65 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Ausserdem
fällt auf,
dass
Dr.
A._
ledig
lich
die angestammte und andere körperliche Tätigkeiten
als ungeeignet bezeich
nete beziehungsweise anfügte, diese würden
«schlecht toleriert»
.
Z
u einer medi
zinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit in optimal angepassten Tätigkeiten
nahm sie hingegen
nicht Stellung
, sodass im Umkehrschluss gar von einer durchaus bestehenden Arbeitsfähigkeit in nicht körperlichen Tätigkeiten ausgegangen werden könnte
.
Insgesamt
kann deshalb a
uf die Beurteilung durch die Hausärzt
in
ebenfalls nicht
abgestellt werden.
Schliesslich kann auch nicht auf die durch den Neurochirurgen
Dr.
E._
verneinte Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin (vorstehend E. 3.10)
abgestellt werden, denn er begründete diese damit, dass eine Reintegration der Beschwerde
führerin nach einer siebenjährigen Arbeitsunfähigkeit zum Scheitern
verurteilt sei und nicht gestützt auf
somatischen Einschränkungen.
4.3
Nach dem Gesagten kann
ausgehend vom
Bericht von Dr.
D._
und unter Berücksichtigung der
Einschätzungen der
weiteren
involvierten
Ärzte
(E. 3.1, 3.5-3.7, 3.10-11)
davon ausgegangen werden, dass der Gesundheitszustand der Be
schwerdeführerin in somatischer Hinsicht ausreichend abgeklärt wurde. In Bezug auf dem somatischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sind in anti
zipierter Beweiswürdigung keine weiteren Abklärungen nötig (BGE 124 V 94 E.
4b, 122 V 157 E. 1d), da nicht davon auszugehen ist, dass weitere medizinische Abklärungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einem anderen Ergebnis führen würden. D
er Einwand der Beschwerdeführerin, wonach die
radikuläre
Problematik nicht abschliessend abgeklärt worden sei (vgl. Urk. 1 S. 7
Rz
27), erweist sich
daher
als unbegründet
, zumal sich im erneuten neurologischen
Konsil
kein Hinweis auf eine
Radikulopathie
finden liess (vgl. vorstehend E. 3.6)
.
Demnach
ist der medizinische Sachverhalt in somatischer Hinsicht als dahin
gehend erstellt zu betrachten, dass
der Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit als
Verpackerin
nicht mehr möglich ist. Eine angepasste, wechsel
be
lastende Tätigkeit ist ihr jedoch zu 100 % zumutbar.
4.4
Die Ärzte der Klinik
C._
diag
nostizierten
im Anschluss an den
statio
nären Aufenthalt
der Beschwerdeführerin
vo
n
November bis Mitte Dezember 2018
in psychi
atri
scher Hinsicht eine seit 2009 bestehende chronische Schmerz
störung mit psychischen und somatischen Fa
ktoren (ICD-10 F45.41)
und
eine anhaltende psychosoziale Belastungssituation (ICD-10 Z73)
. Ferner diagnosti
zierten sie
eine seit zirka 2013 bestehende rezidivierende depressive Störung
und eine seit zirka 2015 bestehende generalisierte Angststörung,
die jedoch beide zum Beurteilungszeitpunkt
remittiert
waren
.
Zudem berichteten die Ärzte der Klinik
C._
von einer massiven
Dekonditionierung
der Beschwerdeführerin. Schliesslich attestierten die Ärzte der Klinik
C._
der Beschwerdeführerin
eine nur unwesentlich über ihre Entlassung am 1
2.
Dezember 2018 hinaus an
dauernde
Arbeitsunfähigkeit bis
zum
31. Dezember 2018 (
vgl.
vorstehend E. 3.6).
Die Ärzte der Klinik
C._
attestierten somit ke
ine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht.
Dabei führten sie die Immobilität und die Schmerzen der Beschwerdeführerin in erster Linie auf die massive
Dekonditionierung
zurück und legten dar, dass sich mit der Abgabe des Rollators und der Steigerung der Mobilität
der körperliche und psychische Zustand der Patientin deutlich gebessert
hätten
und die Schmerzen mehr in den Hintergrund
getreten seien. Obwohl sie weiterhin über Schmerzen berichtet habe, habe sie sich sehr viel mehr bewegt und die Körperhaltung habe sich sichtbar verbessert, sie sei aufgehellter und schwingungsfähiger gewesen
(
Urk. 5/36/1-6
S. 3 f.)
.
Weiter
hielten die Ärzte fest
, dass die Beschwerdeführerin psychisch und physisch in leicht st
abilerem Zustand entlassen worden sei
und
betonten die Wichtigkeit weiterer Aktivierung, Mobilisierung, der Einhaltung einer Tagesstruktur und des Trainings. So empfahlen sie
bezüglich des weiteren Prozederes neben der Weiter
führung der ambulanten Psychotherapie die Weiterführung des Beckenboden
trainings
,
die Aufrechterhaltung des Mobilitätstrainings und der Tagesstruktur
sowie die muskuläre Aktivierung
(Urk. 5/36/1-6 = Urk. 5/51/4-9 S. 4 unten).
Dies lässt den Schluss zu, dass
einerseits
die Schmerzen und allfällige Ein
schränkungen in erster Linie auf die massive
Dekonditionierung
zurückzuführen sind. Andererseits ergibt sich aus den Ausführungen der Ärzte der Klinik
C._
, dass die Beschwerdeführerin über ausreichende Ressourcen verfügte, um im Rahmen des stationären Aufenthaltes innert kurzer Zeit eine deutliche Besserung der Mobilität und der Schmerzen
zu erreichen. Als zumutbar
und nötig
erachteten
die Ärzte der Klinik
C._
sodann d
as selbständige Weiterführen der emp
fohlenen Therapien, was ohne Weiteres auf entsprechende Ressourcen der Be
schwerdeführerin schliessen lässt. Mit keinem Wort erwähnten die zuständigen Ärzte ferner etwaige Einschränkungen im Haushaltsbereich.
Somit ist insgesamt gestützt auf den Bericht der Ärzte der Klinik
C._
vom Januar 2019 davon auszugehen, dass keine relevante langandauernde psychiatrische Arbeitsun
fähig
keit vorliegt, weshalb aus Gründen der Verhältnismässigkeit von einem struktu
rierten Beweisverfahren abgesehen werden kann (vgl. vorstehend E. 1.4).
4.5
Daran v
ermag die Beurteilung durch die
behandelnde
Ärztin
Dr.
Z._
, bei welcher sich die Beschwerdeführerin seit Mai 2017 wegen ihrer somatischen und psy
chischen Beschwerden in Behandlung befindet,
nicht
s
zu ändern.
Dr.
Z._
diag
nostizierte im Dezember 2017 in psychischer Hinsicht eine seit 2009 bestehende chronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Fa
ktoren (ICD-10 F45.41)
mit einer seit zirka 2013 bestehenden rezidivierenden depressiven Stö
rung, gegenwärtig schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F33.3), und einer seit zirka 2015 bestehenden generalisierten Angst
stö
rung (ICD-10 F41.1) sowie einer spezifischen Phobie (ICD-10 F40.2), namentlich einer Flugphobie (vorstehend E. 3.2). Im September 2018 ging Dr.
Z._
von einem stationären Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin aus, wobei die rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.4) als auch die generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1) aktuell remittiert
waren
(vorstehend E. 3.4). Dr.
Z._
berichtete im September 2019 von einem verschlechterten Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin, wobei bezüglich der seit 2013 bestehenden rezidi
vie
renden depressiven Störung gegenwärtig eine mittelgradige depressive Episode ohne somatische Symptome (ICD-10 F33.10)
vorgelegen habe
aufgrund des
blanden
neurologischen Untersuchungsergebnisses und des IV-Vorbescheids
(vorstehend E. 3.9).
Dabei
attestierte
Dr.
Z._
unbesehen der jeweiligen Diagnosen
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten (vorstehend E. 3.2, E. 3.4
, E. 3.9).
Bezüglich der Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes durch die be
han
del
nde Ärztin
Dr.
Z._
ist
, wie bereits erwähnt,
auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass Hausärztinnen und Hausärzte wie überhaupt be
han
delnde Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patien
tinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Zudem
ist Dr.
Z._
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und verfügt nicht über einen entsprechenden Facharzttitel, um den psychischen Gesundheits
zu
stand der Beschwerdeführerin fachärztlich zu beurteilen. Daran ändert auch der
Umstand, dass
Dr.
Z._
eine Weiterbildung in psychosomatischer und psycho
sozialer Medizin und delegierter Psychotherapie gemacht hat (vgl. hierzu das
Medizinalberuferegister
www.medregom.admin.ch), nichts. Der diesbezügliche Einwand der Beschwerdeführerin (vgl. Urk. 1 S. 6
Rz
22) erweist sich daher als
unbegründet. Ausserdem verlässt
Dr.
Z._
ihren
Kompetenzbereich
als Ärztin
, indem
sie den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente beurteilt und eine Indikation zum Rentenbezug bejaht (vorstehend E. 3.9)
, womit auch die auftrags
rechtliche Vertrauensstellung zum Ausdruck kommt (vgl.
oben
)
.
Schliesslich
ist
– unbesehen der jeweiligen Diagnosen -
die Beschreibung der Beschwerdeführerin als sehr eingeschränkte Frau, die selbst im H
aushalt nichts verrichten könne
und auf Hilfe angewiesen sei (vorstehend E. 3.4; vgl. vorstehend E. 3.2, E. 3.9) ange
sichts de
r
Ausführungen im Austrittsbericht der Ärzte der Klinik
C._
und der während des Klinikaufenthaltes erfolgten Mobilisierung und körperlichen Aktivierung sowie der interdisziplinär geäusserten Empfehlungen, namentlich die Weiterführung des
T
rainings
sowie die Aufrechterhaltung des Mobilitätstrainings
und der Tagesstruktur (vorstehend E. 3.6; Urk. 5/36/1-6 = Urk. 5/51/4-9 S. 4 unten
), nicht nachvollziehbar. Wären die Ressourcen derart eingeschränkt, wie sie von
Dr.
Z._
und
der Beschwerdeführerin
geltend gemacht wurden (vgl.
vor
stehend E. 2.2; Urk. 1 S. 8
Rz
30 ff.
), hätte dies mit überwiegender Wahrschein
lichkeit Eingang in den Austrittsbericht der Ärzte der Klinik
C._
ge
funden. Es kann folglich davon ausgegangen werden, dass die Beschwerde
füh
rerin über ausreichende Ressourcen verfügt.
Dies hat umso mehr zu gelten, als dass die Beschwerdeführerin unter anderem trotz erfreulichem neurologischen Untersuchungsergebnis (vgl. vorstehend E. 3.7) mit einer von
Dr.
Z._
postulierten Verschlechterung der depressiven Störung reagierte (vgl. vorstehend E. 3.9).
Der diesbezügliche Einwand der Beschwerdeführerin
erweist sich somit als unbe
gründet.
Bezüglich die durch die behandelnde Hausärztin
Dr.
A._
diagnostizierte sch
were Depression mit psychotischen
Sy
mptomen
und der attestierten 100%igen Arbeits
unfähigkeit für jegliche Tätigkeiten (vorstehend E. 3.3, E. 3.8) ist ebenfalls auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass Hausärztinnen und Hausärzte wie über
haupt behandelnde Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Zudem begründete
Dr.
A._
die attestierte Arbeitsunfähigkeit nicht näher und verfügt als Allgemeinmedizinerin nicht über den entsprechenden Facharzttitel, um den psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin fachärztlich zu beurteilen.
Ausserdem konnten weder
Dr.
Z._
noch die Ärzte
der Klinik
C._
eine schwere Depression oder psychotische Symptome fest
stellen.
Schliesslich kann hier wiederholt werden (vgl. vorstehend E. 4.2),
dass
Dr.
A._
lediglich
die angestammte und andere körperliche Tätigkeiten
als unge
eignet bezeichnete beziehungsweise anfügte, diese würden «schlecht toleriert». Zu einer medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit in optimal angepassten Tätig
keiten nahm sie hingegen nicht Stellung, sodass im Umkehrschluss
auch in Bezug auf allfällige psychische Beschwerden
gar von einer durchaus bestehenden Arbeitsfähigkeit in nicht körperlichen Tätigkeiten ausgegangen werden könnte.
4.
6
Nach dem Gesagten
kann
gestützt auf den überzeugenden
Bericht der Ärzte der Klinik
C._
davon ausgegangen werden, dass sich der psychische Ge
sundheitszustand der Beschwerdeführerin nicht auf
ihre Arbeitsfähigkeit auswirk
t, weshalb es sich vorliegend aus Gründen der Verhältnismässigkeit rechtfertigt, von einem strukturierten Beweisverfahren abzusehen, zumal den gegenteiligen Einschätzungen durch die behandelnden Ärztinnen
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
kein
genügender
Beweiswert zukommt (vorstehend E. 4.
5
; vgl. vorstehend E. 1.
4
).
Ausserdem bestehen keine Hinweise
darauf
, dass die Massnahmen zur
Rekondi
tionierung
nicht der versicherten Person allein überantwortet werden könnten (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 601/05 vom 1
1.
August 2006 E. 2.3.2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_432/2015 vom 2
3.
September 2015 E. 5.2).
Demnach ist der medizinische Sachverhalt in
psychischer
Hinsicht als dahin
ge
hend erstellt zu betrachten,
dass keine diesbezügliche Einschränkung der Arbeits
fähigkeit vorliegt.
4.
7
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der
Beschwerdeführerin
die angestammte Tätigkeit als
Verpackerin
nicht mehr zumutbar ist. Für eine ange
passte, wechselbelastende Tätigkeit besteht hingegen eine 100%ige Arbeitsfähig
keit.
5.
5.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen dieser Ein
schrän
kungen aufgrund eines Einkommensvergleiches vorzunehmen.
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass
die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenver
siche
rung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
5.3
Die
Beschwerdeführerin
war seit dem Jahr 2000 bei der
F._
AG als
Ver
packerin
in einem Vollzeitpensum tätig. Gegen Ende des Arbeitsverhältnisses war die
Beschwerdeführerin
teilweise arbeitslos. Das Arbeitsverhältnis endete 2011 (vgl. Urk. 5/20
S. 1 unten
; Urk. 5/35).
Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die
Beschwerdeführerin
in den letzten Jahren Lohn und Arbeitslosenent
schä
di
gung bezogen hat, stützte sich die
Beschwerdegegnerin
zur Ermittlung des
Vali
deneinkommens
nicht auf den Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug; vgl. Urk. 5/35) ab, sondern zog
den standardisierten Durchschnittslohn für
Hilfs
arbeitskräfte im privaten Sektor
gemäss LSE 2016 heran. Dabei stellte sie auf das Niveau 2 ab, da die
Beschwerdeführerin
lange beim selben Arbeitgeber gearbeitet hat. Dies ist nicht zu beanstanden und wird von der
Beschwerdeführerin
auch nicht substantiiert bestritten (vgl. Urk. 1).
Die Beschwerdegegnerin errechnete unter Berücksichtigung der allgemeinen Lohnentwicklung
sowie der wöchentlichen Arbeitszeit ein
Valideneinkommen
von Fr. 60'933.00
(Fr. 4'832.
-- :
40 x 41.7 x 12 x 1.004 x 1.004)
für das Jahr 2018
(Urk. 2 S. 2 Mitte; vgl. Urk. 5/37).
5.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss LSE herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfü
gungs
zeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Renten
revisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Mass
gabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reich
muth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und
89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.5
Die Beschwerdeführerin kann die angestammte Tätigkeit als
Verpackerin
nicht mehr ausüben. Eine angepasste, wechselbelastende Tätigkeit ist ihr jedoch zu 100 % zumutbar (vorstehend E. 4.
7
).
Die Beschwerdegegnerin zog zur Ermittlung des Invalideneinkommens den standardisierten Durchschnittslohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschafs
zweigen des privaten Sektors gemäss LSE 2016
heran
. Dies ist nicht zu bean
standen und wurde von der Beschwerdeführerin auch nicht substantiiert be
stritten (vgl. Urk. 1).
Die Beschwerdegegnerin errechnete unter Berücksichtigung der allgemeinen Lohnentwicklung sowie der wöchentlichen Arbeitszeit ein Invalideneinkommen von Fr. 55'019.-- (Fr. 4'363.
-- :
40 x 41.7 x 12 x 1.004 x 1.004) für das Jahr 2018 (Urk. 2 S. 2 Mitte; vgl. Urk. 5/37).
Auf einen leidensbedingten Abzug verzichtete die
Beschwerdegegnerin
(vgl. Urk. 5/37 S. 1 unten), was
rechtsprechungsgemäss
ebenfalls nicht zu beanstanden ist.
5.6
Der Vergleich des
Valideneinkommen
von Fr. 60'933.-- mit dem Invaliden
ein
kommen von Fr. 55'019.-- ergibt eine Einkommenseinbusse von Fr. 5'914.-- und damit einen nicht rentenbegründen Invaliditätsgrad von 10 %.
Dementsprechend hat die
Beschwerdeführerin
keinen Anspruch auf eine Rente, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die
Gerichtskosten
sind nach dem Verfah
rensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
7
00.
--
anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
r
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen
.