Decision ID: 2fbbb19f-2af1-57c6-8287-f424c1760d18
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
H._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Andres Büsser, Marktgasse 20, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente und Arbeitsvermittlung
Sachverhalt:
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A.
A.a H._ meldete sich am 23. Januar/17. Februar 2004 zum Bezug von IV-Leistungen
(Hilfsmittel und Rente) an (act. G 5.1.2 und 5.1.8). In der Folge holte die IV-Stelle
diverse Arztberichte ein (vgl. act. G 5.1.17, 5.1.31, 5.1.36, 5.1.38 und 5.1.58).
A.b Mit Verfügung vom 4. Juni 2004 erteilte die IV-Stelle dem Versicherten
Kostengutsprache für zwei Hörgeräte (act. G 5.1.34).
A.c Mit Schlussbericht vom 20. Oktober 2005 hielt der Eingliederungsberater fest, der
Versicherte fühle sich ausserstande, einer Arbeit nachzugehen, weshalb die
Voraussetzungen für ein Arbeitstraining, eine berufliche Abklärung oder
Arbeitsvermittlung nicht gegeben seien. Im Einvernehmen mit dem Versicherten
schliesse er den Fall ab und beantrage, wie vom Versicherten gewünscht, die
Rentenprüfung. Über die Möglichkeiten der Einarbeitung bei einem Arbeitgeber sei der
Versicherte informiert worden (act. G 5.1.49).
A.d Am 4./6. September 2006 wurde der Versicherte in der Medizinischen
Abklärungsstelle Zentralschweiz (nachfolgend: MEDAS) allgemein, rheumatologisch
und psychiatrisch untersucht und begutachtet. Im Gutachten vom 15. Februar 2007
wurden folgende Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit gestellt: 1. eine rezidivierende Depression, gegenwärtig unter Therapie
teilweise remitiert, aktuell noch leichte Episode mit somatischem Syndrom und 2. eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung/ein chronifiziertes therapierefraktäres,
generalisiertes Halbseitenschmerzsyndrom rechts ohne adäquates organisches
Korrelat am Bewegungsapparat. Als ohne wesentliche Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert wurden diagnostiziert: 1. ein chronisches
zervikospondylogenes Schmerzsyndrom rechts mit/bei Segmentdegeneration C5/6 mit
Osteochondrose sowie kleiner, nicht neurokompressiver, medianer Diskushernie C5/6;
2. ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechts mit/bei leichter
Fehlhaltung/Fehlform mit thorakalem Überhang, diskreter Skoliose und muskulärer
Dysbalance sowie beginnender Segmentdegeneration L3/4 und L4/5 mit kleinen, nicht-
kompressiven Diskushernien L3/4 und L4/5 und Chondrose L4/5; 3.
Hörgeräteversorgung beidseits bei Schwerhörigkeit sowie 4. Nikotinabusus (20
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Zigaretten täglich/28 py). Die seit 1995 ausgeübte selbstständige Tätigkeit als Wirt sei
dem Versicherten seiner psychischen Störungen wegen nicht mehr zumutbar. Eine
körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne übermässige Lärmexposition
(Hörgeräteversorgung beidseits) sei ihm noch zu 75% der Norm zumutbar; limitierend
erwiesen sich auch diesbezüglich die psychischen Störungen (act. G 5.1.63-12).
A.e Mit Vorbescheiden vom 13. und 14. März 2007 stellte die IV-Stelle dem
Versicherten in Aussicht, dass er weder Anspruch auf Arbeitsvermittlung noch auf eine
Rente habe (act. G 5.1.74 und 5.1.72). Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten
durch Rechtsanwalt Dr. Andres Büsser, am 25. April 2007 Einwand (act. G 5.1.1).
B.
Mit Verfügungen je vom 29. Mai 2007 lehnte die IV-Stelle die Begehren des
Versicherten betreffend berufliche Massnahmen und Invalidenrente ab. Laut
Besprechung fühle er sich nicht in der Lage, zu arbeiten. Somit seien weder die
Voraussetzungen für ein Arbeitstraining, eine berufliche Abklärung, Arbeitsvermittlung
noch die realistische Vermittelbarkeit gegeben. Die IV-Stelle ermittelte einen
Invaliditätsgrad von 0% (act. G 5.1.80 f.).
C.
C.a Mit Eingabe vom 18. Juni 2007 erhebt der Vertreter des Versicherten Beschwerde
und beantragt, die Verfügungen vom 29. Mai 2007 seien aufzuheben. Dem
Beschwerdeführer sei eine halbe Rente ab gesetzlichem Zeitpunkt zu gewähren. Für
die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit seien ihm die gesetzlichen beruflichen
Massnahmen zu gewähren. Ihm sei die unentgeltliche Prozessführung und anwaltliche
Verbeiständung zu gewähren. Zur Begründung bringt der Vertreter im Wesentlichen
vor, die Beschwerdegegnerin sei sowohl von einem falschen Validen- als auch von
einem falschen Invalideneinkommen ausgegangen. Zudem sei dem Beschwerdeführer
ein Leidensabzug von 25% zu gewähren (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 29. August 2007 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei (act. G 5).
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C.c Am 7. September 2007 wird dem Beschwerdeführer die unentgeltliche
Prozessführung bewilligt (act. G 6).
C.d Mit Replik vom 8. Oktober 2007 hält der Vertreter des Beschwerdeführers an
seinen Anträgen fest (act. G 7).
C.e Mit Schreiben vom 19. Oktober 2007 verzichtet die Beschwerdegegnerin auf das
Einreichen einer Duplik (act. G 9).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügungen eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366
E. 1b), sind vorliegend die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden materiellen
Bestimmungen anzuwenden.
2.
Strittig sind vorliegend der Anspruch auf berufliche Massnahmen und eine Rente.
2.1 Nach Art. 8 Abs. 1 aIVG haben Invalide oder von einer Invalidität unmittelbar
bedrohte versicherte Personen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese
notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern. Die
Eingliederungsmassnahmen bestehen unter anderem in Massnahmen beruflicher Art
(Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung und
Arbeitsvermittlung; Art. 8 Abs. 3 lit. b aIVG). Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei
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einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Um die Invalidität bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall
das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere
Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es,
den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem
Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist
(BGE 125 V 261 E. 4).
3.
Was die medizinisch zumutbare Arbeitsleistung betrifft, kann unbestrittenermassen
davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit
als Wirt zu 100 % arbeitsunfähig ist. Für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten
ohne übermässige Lärmexposition ist er demgegenüber zu 75% arbeitsfähig.
4.
Umstritten ist die Berechnung des Invaliditätsgrads, namentlich die Bemessung der
Vergleichseinkommen.
4.1 Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird
gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) durch einen Einkommensvergleich
ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der
Invalidität und nach Durchführung der notwendigen und zumutbaren
Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das die
versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
4.1.1 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die
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Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Es ist in der Regel vom
letzten Lohn, welchen die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung
erzielt hat, auszugehen (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai 2001, I 42/01, mit
Hinweisen). Diese Praxis wird mit der empirischen Feststellung begründet, dass die
bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall in der Regel weitergeführt worden wäre (Urteil
des Bundesgerichts vom 29. August 2002, I 97/00).
4.1.2 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist
kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 76
f. E. 3b/aa und bb, mit Hinweisen).
4.2 Der Beschwerdeführer hat in Serbien zwölf Jahre die Schule besucht; davon war er
vier Jahre am Gymnasium. Im Januar 1978 reiste er in die Schweiz ein. Hier hat er
gemäss seinen Angaben gegenüber der MEDAS stets im Gastgewerbe gearbeitet.
Zunächst war er für rund vier Jahre als Küchen-Buffethilfe tätig. Ab 1982 arbeitete er in
verschiedenen Restaurants und Hotels als Kellner. Ab 1995 war er als selbständiger
Wirt tätig. Gemäss IK-Auszug verdiente er in den Jahren 1999 und 2000 je Fr.
50'000.--, wobei dieses Einkommen auf Ermessensveranlagungen beruhte. Im Jahr
2001 verdiente er gemäss IK-Auszug Fr. 28'200.-- und im Jahr 2002 Fr. 39'000.-- (act.
G 5.1.14; 5.1.87). Gemäss Erfolgsrechnungen der Jahre 1999 bis und mit 2001 erzielte
er in dieser Zeit einen durchschnittlichen Unternehmensgewinn (nach Abschreibungen)
von jährlich rund Fr. 18'594.--, wobei unter Berücksichtigung der privaten Bezüge
jeweils ein Rückschlag resultierte (act. G 5.1.19).
4.3 In der angefochtenen Verfügung stellte die Beschwerdegegnerin für das
Valideneinkommen auf das zuletzt abgerechnete Einkommen des Beschwerdeführers
im Jahr 2002 von Fr. 39'000.-- ab und rechnete dieses auf das Jahr 2006 auf. Auf diese
Weise ermittelte sie ein Valideneinkommen von Fr. 40'986.--. Für das
Invalideneinkommen stellte sie auf die Tabellenlöhne gemäss LSE 2006 für Tätigkeiten
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im privaten Sektor, Niveau 4, ab und ermittelte ein Invalideneinkommen von Fr.
43'740.-- für eine 75%ige Tätigkeit (act. G 5.1.69). Weil das Invalideneinkommen über
dem Valideneinkommen lag, ermittelte sie mangels Erwerbseinbusse einen
Invaliditätsgrad von 0%.
4.4 Der Vertreter des Beschwerdeführers rügt sowohl die Ermittlung des Validen- als
auch des Invalideneinkommens. Er macht im Wesentlichen geltend, es sei nicht
zulässig, das offensichtlich unterdurchschnittliche Valideneinkommen des
Beschwerdeführers als Wirt den durchschnittlichen Tabellenlöhnen der LSE für
sämtliche Privatsektor-Tätigkeiten gegenüber zu stellen. Es gebe keine Anhaltspunkte,
dass der Beschwerdeführer sich aus freien Stücken mit einem weit
unterdurchschnittlichen Einkommen hätte begnügen wollen. Vorliegend sei auch für
das Valideneinkommen auf die LSE-Tabellen abzustellen. Dabei ergebe sich, dass für
einen Wirt im Gastgewerbe von einem durchschnittlichen Einkommen von Fr. 5'104.--
bei 40 Wochenstunden auszugehen sei (Tabelle TA1, Gastgewerbe Niveau 1 und 2).
Umgerechnet auf das wöchentliche Pensum von 41.7 Stunden (Referenzwert für
Hilfsarbeit) ergebe sich teuerungsbedingt ein Einkommen von Fr. 5'450.-- als
massgebliches Valideneinkommen. Beim Invalideneinkommen könne sodann nicht
einfach auf das Einkommen des gesamten privaten Sektors abgestellt werden, da der
Beschwerdeführer aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkungen offenkundig
nicht einfach sämtliche Hilfsarbeiten im privaten Sektor ausführen könne, namentlich
nicht die hochbezahlten körperlich sehr strengen Hilfsarbeiten. Vielmehr sei er aufgrund
seiner gesundheitlich bedingten Einbussen der Leistungsfähigkeit nur in der Lage,
körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne Lärmexposition zu 75% zu
verrichten. Es sei daher vom Durchschnittseinkommen im Sektor Dienstleistungen in
Höhe von Fr. 4'251.-- auszugehen. Aufgerechnet auf das Vollzeitäquivalent von 41.7
Stunden ergebe sich ein Betrag von Fr. 4'432.-- (bei einer 100%igen Tätigkeit).
4.5 Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe
Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse,
beschränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen Saisonnierstatus) ein deutlich
unterdurchschnittliches Einkommen, ist diesem Umstand bei der
Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern keine
Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem
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bescheideneren Einkommensniveau begnügen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz
gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden
Lohneinbussen entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen
gleichmässig zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann
entweder auf Seiten des Valideneinkommens durch eine entsprechende Heraufsetzung
des effektiv erzielten Einkommens oder durch Abstellen auf die statistischen Werte
oder aber auf Seiten des Invalideneinkommens durch eine entsprechende
Herabsetzung des statistischen Wertes erfolgen (BGE 134 V 326 E. 4.1, mit Hinweisen).
4.6 Für die Bemessung des Valideneinkommens ist vorliegend grundsätzlich das
Einkommen des Beschwerdeführers als selbständiger Wirt massgebend. Dieses betrug
zuletzt Fr. 39'000.-- und liegt damit deutlich unter den Tabellenwerten. Da nicht davon
auszugehen ist, dass sich der Beschwerdeführer freiwillig mit einem
unterdurchschnittlichen Einkommen begnügt hat - auch als Angestellter vermochte er
gemäss IK-Auszug nie ein höheres Einkommen zu erzielen -, hat daher eine
Parallelisierung der Vergleichseinkommen gemäss oben zitierter Rechtsprechung
stattzufinden. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers kann bei ihm jedoch
nicht vom Anforderungsniveau 1 oder 2 (Verrichtung höchst anspruchsvoller und
schwierigster Arbeiten bzw. Verrichtung selbstständiger und qualifizierter Arbeiten)
abgestellt werden, verfügt er doch über keinerlei Berufsausbildung. Aufgrund des
absolvierten dreimonatigen "Kellnerkurses" und dem Erwerb des kantonalen
Wirtepatents (vgl. act. G 5.1.63-7), rechtfertigt es sich jedoch, vorliegend auf das
Einkommen im Gastgewerbe, Anforderungsniveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse
vorausgesetzt) abzustellen. Dieses betrug für Männer im Jahr 2006 Fr. 4'127.--, was
umgerechnet auf ein Jahreseinkommen und unter Berücksichtigung der
betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche ein Valideneinkommen von
Fr. 51'629.-- ergibt.
Was das Invalideneinkommen anbelangt, so ist entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers nicht auf die Tabellenlöhne im Sektor Dienstleistungen, sondern
auf die Tabellenlöhne im gesamten privaten Sektor abzustellen. Unbestrittenermassen
ist dabei auf das Anforderungsniveau 4 abzustellen. Zwar trifft es zu, dass der
Beschwerdeführer nicht mehr in der Lage ist, sämtliche Hilfsarbeiten im privaten Sektor
auszuführen, doch steht ihm noch eine breite Palette an möglichen Tätigkeiten offen.
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Seinen diesbezüglichen Einschränkungen ist nicht durch das Abstellen auf die (tieferen)
Löhne im Dienstleistungssektor, sondern durch einen allfälligen Leidensabzug
Rechnung zu tragen. Der Tabellenlohn für Hilfsarbeiten im privaten Sektor betrug für
Männer im Jahr 2006 Fr. 4'732.--. Umgerechnet auf ein Jahreseinkommen und unter
Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche ergibt
dies für eine 75%ige Tätigkeit ein Invalideneinkommen von Fr. 44'398.--.
4.7 Der Vertreter des Beschwerdeführers macht zudem geltend, diesem sei ein
Leidensabzug von 25% zu gewähren, da er lediglich körperlich leichte bis
mittelschwere Tätigkeiten ausführen könne, da er unter einer schweren
Lärmempfindlichkeit leide und da sich seine psychischen Störungen ebenfalls
zusätzlich limitierend auswirkten.
4.8 Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt
werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu
verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen
behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung
hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen – auch von invaliditätsfremden
Faktoren – des konkreten Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung,
Alter, Dienstjahre, Nationalität/
Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad (BGE 129 V 481 E. 4.2.3, m.w.H.). Erfolgt
auf Grund eines unterdurchschnittlichen Valideneinkommens eine Parallelisierung der
Vergleichseinkommen, so dürfen lohnbestimmende Umstände, die bereits bei der
Parallelisierung bzw. Heraufsetzung des Valideneinkommens in Anschlag gebracht
worden sind, nicht für die Begründung eines zusätzlichen Abzugs vom anhand
statistischer Werte ermittelten Invalideneinkommen herangezogen werden. Vielmehr
wird sich in solchen Fällen der Abzug in der Regel auf die Berücksichtigung
leidensbedingter Faktoren beschränken (BGE 134 V 329 f. E. 6.2).
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4.9 Nachdem der Beschwerdeführer aus psychischen Gründen in seiner
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist und ihm deswegen lediglich eine 75%ige
Arbeitsfähigkeit attestiert wird, kann dieser Umstand nicht zusätzlich durch die
Gewährung eines Leidensabzugs berücksichtigt werden. Zu berücksichtigen sind
hingegen die Lärmempfindlichkeit sowie die Tatsache, dass der Beschwerdeführer nur
noch einer Teilzeittätigkeit nachgehen kann. Insgesamt scheint ein Leidensabzug von
10% als angemessen. Entsprechend reduziert sich das Invalideneinkommen auf Fr.
39'958.--. Es sei angemerkt, dass auch der maximal zulässige Leidensabzug von 25%
am Ausgang dieses Verfahrens nichts ändern würde.
4.10 Zusammengefasst ergibt sich somit ein Valideneinkommen von Fr. 51'629.-- und
ein Invalideneinkommen von Fr. 39'958.--. Daraus resultiert ein Invaliditätsgrad von
(gerundet) 23%.
4.11 Bei einem Invaliditätsgrad von 23% hat die Beschwerdegegnerin den Anspruch
des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zu Recht abgewiesen, entsteht ein
solcher doch erst bei einem Invaliditätsgrad von 40% (Art. 28 IVG).
5.
5.1 Was die beruflichen Massnahmen anbelangt, so sind diese von Gesetzes wegen
nicht an einen bestimmten Invaliditätsgrad gebunden. Die Rechtsprechung bejaht
einen entsprechenden Anspruch in der Regel ab einer Invalidität von mindestens 20%,
doch handelt es sich dabei nicht um eine starre Grenze. Bei Vorliegen besonderer
Umstände kann im Einzelfall auch bei einem Invaliditätsgrad von weniger als 20% ein
Anspruch auf berufliche Massnahmen bejaht werden (BGE 127 V 133 f. E. 4 b/ff und
gg, m.w.H.).
5.2 Die Beschwerdegegnerin bringt vor, der Antrag des Beschwerdeführers betreffend
berufliche Massnahmen sei zu offen formuliert und überdies unbegründet geblieben.
Die Eintretensvoraussetzungen zur Überprüfung der Verfügung betreffend die
Arbeitsvermittlung seien daher nicht gegeben. Dem kann nicht gefolgt werden, hat der
Beschwerdeführer doch ausdrücklich beide Verfügungen, also sowohl diejenige
betreffend Rentenleistungen als auch diejenige betreffend berufliche Massnahmen
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angefochten, entsprechende Anträge gestellt und begründet. Auch wenn die
Begründung in Bezug auf berufliche Massnahmen äusserst knapp ausgefallen ist, ist
auch in dieser Hinsicht auf die Beschwerde einzutreten.
5.3 Die Beschwerdegegnerin hat das Begehren betreffend berufliche Massnahmen mit
der Begründung abgewiesen, der Beschwerdeführer fühle sich nicht in der Lage, zu
arbeiten, weshalb weder die Voraussetzungen für ein Arbeitstraining, eine berufliche
Abklärung, Arbeitsvermittlung noch eine realistische Vermittlungsfähigkeit gegeben
seien.
5.4 Mit der Beschwerdegegnerin ist vorliegend davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer subjektiv nicht eingliederungsfähig ist, fühlt er sich doch zu 100%
arbeitsunfähig. Entsprechend wurde die Eingliederungsberatung im Einvernehmen mit
dem Beschwerdeführer abgeschlossen (act. G 5.1.49, 5.1.65). Die
Beschwerdegegnerin hat das Gesuch um berufliche Massnahmen zu Recht wegen
fehlender Eingliederungsbereitschaft abgewiesen und darauf hingewiesen, dass der
Anspruch bei veränderten Verhältnissen auf Gesuch hin erneut geprüft würde. Eine
solche Änderung in der Arbeits- und Eingliederungsbereitschaft wird seitens des
Beschwerdeführers in den Rechtsschriften nicht einmal ansatzweise behauptet, so
dass diesbezüglich von unveränderten Verhältnissen ausgegangen werden kann und
die Ablehnung von beruflichen Massnahmen zu bestätigen ist.
6.
6.1. Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
6.2 Dem Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Prozessführung und
Rechtsverbeiständung am 7. September 2007 bewilligt (act. G 6). Wenn die
wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers es gestatten, kann er jedoch zur
Nachzahlung der Gerichtskosten, der Auslagen für die Vertretung und der vom Staat
entschädigten Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99
Abs. 2 VRP/SG).
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6.3 Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in Höhe von
Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung
zu befreien.
6.4 Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die
Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen. Der Vertreter des
Beschwerdeführers hat am 8. Oktober 2007 eine Kostennote über Fr. 2'685.70 (inkl.
Mehrwertsteuer und Barauslagen) eingereicht (act. G 7.1). Diese Entschädigung
erscheint angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG