Decision ID: 1a2c5ddd-c1cd-515c-859a-7f2270948958
Year: 2019
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer, iranischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie mit
letztem Wohnsitz in B._ in der Provinz C._, suchte am
30. Oktober 2018 in der Schweiz im Empfangs- und Verfahrenszentrum
D._ um Asyl nach.
B.
Gleichentags wurde der Beschwerdeführer in Anwendung von Art. 4 Abs. 3
der Verordnung über die Durchführung von Testphasen zu den Beschleu-
nigungsmassnahmen im Asylbereich vom 4. September 2013 (TestV,
SR 142.318.1) dem Testbetrieb des Verfahrenszentrums (VZ) Zürich zuge-
wiesen. Am 2. November 2018 erteilte er den Mitarbeitenden der Rechts-
vertretungsorganisation im VZ Zürich Vollmacht. Am 5. November 2019
fand die Personalienaufnahme statt. Am 7. Januar 2019 wurde er im Bei-
sein seiner Rechtsvertreterin angehört.
C.
Am 9. beziehungsweise 10. Januar 2019 wurde der Beschwerdeführer ge-
mäss Art. 19 TestV dem erweiterten Asylverfahren sowie in Anwendung
von Art. 27 AsylG (SR 142.31) i.V.m. Art. 11 und 22 Asylverordnung 1 über
Verfahrensfragen (AslyV 1, SR 142.311) dem Kanton E._ zugewie-
sen. Gleichentags erklärte die Rechtsberatungsstelle im VZ Zürich das
Mandatsverhältnis für beendet.
D.
Am 10. Mai 2019 wurde er vom SEM ergänzend und einlässlich zu seinen
Asylgründen angehört.
Im Wesentlichen machte er geltend, die Schule bis zur ersten Gymnasial-
klasse besucht und sie danach abgebrochen zu haben. Er habe als (...),
(...) und (...) gearbeitet und habe im Dorf ein eigenes Lebensmittelgeschäft
geführt. Mit seinem Einkommen habe er seine Eltern und seine jüngeren
Geschwister versorgt. In den Jahren 2013 und 2014 habe er zudem den
Militärdienst absolviert; dabei sei es jedoch nie zu Problemen gekommen.
Zwei seiner Onkel, welche der Kurdisch-Demokratischen Partei Iran
(KDPI) angehört hätten, seien von den iranischen Behörden unter dem Vor-
wand, sie seien Schlepper, getötet worden. Zwei seiner Cousins seien
auch heute noch als Peschmerga für die KDPI im Einsatz. Er selbst sei nie
Mitglied einer politischen Gruppierung gewesen, habe aber mit der KDPI
zusammengearbeitet. So habe er für die Partei beziehungsweise für die
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Peschmerga Nahrungsmittel, Kleidung und Medikamente organisiert und
Propaganda-Material wie Fotos von Dr. Qasemlu verteilt. Er habe jedoch
nie Schwierigkeiten mit den Behörden gehabt, sei noch nie in Haft gewesen
und habe nie vor Gericht gestanden. Am 5. August 2018 sei er in den Ber-
gen als Hirte tätig gewesen und sei dabei auf seinen Cousin und drei wei-
tere Peschmerga getroffen. Sie hätten zusammen gegessen und während
einer Stunde miteinander geredet. In der folgenden Nacht habe der Sohn
seines Onkels ihn telefonisch kontaktiert und informiert, dass Beamte in
Zivilkleidung bei ihm zu Hause auf der Suche nach ihm seien. Er sei da-
raufhin sofort in Richtung Türkei geflohen und über mehrere ihm unbe-
kannte Länder in die Schweiz eingereist. Fünf oder sechs Tage nach seiner
Ausreise habe er erfahren, dass sein Vater und sein Bruder wegen seiner
Ausreise inhaftiert worden seien. Mittlerweile seien die beiden wieder frei-
gekommen, nachdem sich ein Stammesfürst mit einer Urkunde im Wert
von 400 Millionen Tuman für sie verbürgt habe.
Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte er seine Shenasname (im
Original), einen Flyer, den er in der Schweiz verteilt habe, verschiedene
Fotografien sowie eine Liste verschiedener Social Media-Daten in Bezug
auf seinen Cousin zu den Akten.
E.
Mit Verfügung vom 20. Mai 2019 – eröffnet am 21. Mai 2019 – stellte die
Vorinstanz fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft
nicht erfüllt, lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus
der Schweiz an.
F.
Mit Eingabe vom 17. Juni 2019 nahm der Beschwerdeführer zuhanden des
SEM Stellung zum Entscheid vom 20. Mai 2019 und ersuchte darum, in
der Schweiz als Flüchtling leben zu dürfen. Die Vorinstanz überwies die
Sache am 25. Juni 2019 zuständigkeitshalber an das Bundesverwaltungs-
gericht.
G.
Mit Zwischenverfügung vom 5. Juli 2019 stellte das Bundesverwaltungsge-
richt fest, dass es sich bei der Eingabe des Beschwerdeführers vom
17. Juni 2019 um eine Beschwerde gegen die vorinstanzliche Verfügung
vom 20. Mai 2019 handle und das SEM die Sache zur Recht an das Gericht
überwiesen habe. Gleichzeitig forderte es den Beschwerdeführer zur Zah-
lung eines Kostenvorschusses in der Höhe von Fr. 750.– auf.
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H.
Der Kostenvorschuss wurde am 12. Juli 2019 fristgerecht zuhanden der
Gerichtskasse geleistet.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-
ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-
son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche
Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb
das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.
1.2 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten
(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht
(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom
25. September 2015).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108
Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
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Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-
machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt
dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE
2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.)
5.
5.1 Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss,
die Vorbringen des Beschwerdeführers würden weder den Anforderungen
an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG noch denjenigen an die
Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG standhalten.
So seien seine Ausführungen hinsichtlich der Arbeiten, die er in seinem
Heimatstaat für die KDPI erledigt haben soll, weitgehend unsubstantiiert
und vage ausgefallen. Insbesondere weiche die Qualität seiner Schilde-
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rung von jener seiner freien Redebeiträge ab. Zudem sei nicht nachvoll-
ziehbar, weshalb er, nachdem er über Jahre hinweg unbehelligt seinen Tä-
tigkeiten habe nachgehen können, plötzlich ins Visier der Behörden gera-
ten sein soll. Weitere Zweifel an seinen Vorbringen würden sich ergeben,
da er einerseits vorgebracht habe, die Behörden würden sein Haus wegen
seiner politisch aktiven Onkel überwachen, andererseits aber geltend ge-
macht habe, die Peschmerga hätten teilweise ihre Ware direkt bei ihm zu
Hause abgeholt. Ebenfalls sei es unplausibel, dass die Behörden aus-
schliesslich nach ihm gesucht hätten, wenn sie Bilder von Dr. Qasemlu im
Haus seiner Familie aufgehängt gefunden hätten und das Haus zum Sitz
der Partei geworden sei. Weiter sei unklar, von wem er in der Türkei über
die Ereignisse in seinem Heimatdorf informiert worden sein soll. Insgesamt
sei es ihm daher nicht gelungen, eine Furcht vor Verfolgung glaubhaft zu
machen.
Soweit der Beschwerdeführer exilpolitische Aktivitäten vorbringe, sei dazu
festzuhalten, dass zwar bekannt sei, dass sich die iranischen Behörden
grundsätzlich für die exilpolitischen Aktivitäten ihrer Staatangehörigen inte-
ressieren. Es sei aber davon auszugehen, dass sie sich bei der Überwa-
chung auf Personen konzentrieren würden, die mit ihren politischen Aktivi-
täten aus der Masse der regimekritischen iranischen Staatsangehörigen
hervortreten und als ernsthafte Bedrohung für das iranische Regime wahr-
genommen werden würden. Massgebend sei dabei nicht primär das Her-
vortreten im Sinne einer optischen Erkennbarkeit und Individualisierbarkeit,
sondern eine öffentliche Exponierung, die aufgrund der Persönlichkeit des
Betreffenden, der Form des Auftritts und des Inhalts der in der Öffentlichkeit
abgegebenen Erklärungen den Eindruck erwecke, dass die Person eine
Gefahr für das politische System des Iran darstelle. Die blosse Mitglied-
schaft in einer regimekritischen Partei, wie dies beim Beschwerdeführer
der Fall sei, vermöge keine Furcht vor flüchtlingsrelevanter Verfolgung bei
einer Rückkehr in den Iran zu begründen. Die vom Beschwerdeführer ge-
schilderte Aufgabe sowie sein Verhalten seien nicht ausreichend exponiert,
um die Aufmerksamkeit der iranischen Behörden zu erregen. Den Akten
seien insgesamt keine konkreten Hinweise zu entnehmen, wonach er sich
in qualifizierter Weise exilpolitisch betätigt hätte und über ein politisches
Profil verfüge.
5.2 Der Beschwerdeführer brachte in der Rechtsmittelschrift vor, er habe
sein Heimatland wegen einiger Ereignisse sowie aufgrund von Sicherheits-
bedenken verlassen müssen. So hätten einige Leute ihm gesagt, dass er
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das Land verlassen müsse. Er habe im Iran als (...) gearbeitet und sei auf-
grund des Geschäfts und des Hauses, welche sich im Besitz seiner Familie
befinden würden, wirtschaftlich gut aufgestellt gewesen. In der Schweiz
habe er an mehreren Protesten gegen die Islamische Republik Iran teilge-
nommen, weswegen er sich bei einer Rückkehr in seinen Heimatstaat
fürchte, in seiner Freiheit und seiner Lebenssicherheit eingeschränkt zu
werden. Er habe sich ausserdem gut in der Schweiz integriert.
6.
6.1 Das SEM hat zutreffend festgestellt, dass die Ausführungen des Be-
schwerdeführers bezüglich seiner Verfolgungssituation weitestgehend un-
substantiiert, vage und unlogisch ausgefallen sind und den Anforderungen
an die Glaubhaftmachung im Sinne von Art. 7 AsylG nicht genügen. Es
kann diesbezüglich vorweg auf die ausführlichen Erwägungen in der ange-
fochtenen Verfügung verwiesen werden. Mit den Einwänden in der Be-
schwerde werden die zutreffenden Ausführungen des SEM nicht widerlegt.
6.2 So machte der Beschwerdeführer geltend, seit 2011/2012 im Iran für
die KDPI Hilfsarbeiten erledigt, Fotos von Dr. Qasemlu verteilt und Slogans
verfasst zu haben. Die Parteimitglieder beziehungsweise die Peschmerga
seien teils auch zu ihm nach Hause beziehungsweise in sein Geschäft ge-
kommen, um die Lebensmittel und Medikamente, die er organisiert habe,
abzuholen (act. A20/15 F76, F80). Weder er noch seine nahen Familien-
mitglieder seien jedoch Mitglieder der Partei gewesen (act. A20/15 F79).
Wieso er im Iran aber nicht Parteimitglied geworden ist, obschon er sich
zeitlebens für die kurdischen Belange eingesetzt haben soll, konnte er im
Übrigen nicht begründen (act. A31/16 F64 ff.). Dieser Umstand mutet ins-
besondere seltsam an, weil er, kaum in der Schweiz angekommen, so-
gleich der KDPI beigetreten ist (act. A31/16 F9, F16). Gleichzeitig bringt er
vor, sein Haus und seine Familie hätten sich unter behördlicher Kontrolle
befunden, weil seine Onkel und seine Cousins Peschmerga (gewesen)
seien (act. A20/15 F86). Es ist mithin kaum plausibel, dass die iranischen
Behörden von seinen politischen Aktivitäten nichts gewusst haben sollen,
wenn seine Familie tatsächlich unter behördlicher Überwachung gestan-
den hätte – umso mehr vor dem Hintergrund, dass seine Onkel von den
iranischen Behörden erschossen worden sein sollen (act. A20/15 F76).
Ausserdem ergeben sich auch im Hinblick auf das geltend gemachte flucht-
auslösende Ereignis im August 2018 Ungereimtheiten. Insbesondere ver-
mochte der Beschwerdeführer nicht plausibel zu schildern, aus welchem
Grund er plötzlich von den Behörden gesucht worden sein soll – zumal er
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während rund sieben Jahren unbehelligt seinen Aktivitäten habe nachge-
hen können – und von wem er verraten worden sein soll. Seine Ausführun-
gen zum Mittagessen in den Bergen mit seinem Cousin und drei weiteren
Peschmerga bleiben substanzlos und undifferenziert. Es fehlt an Real-
kennzeichen und an von persönlichen Eindrücken geprägten Ausführun-
gen, die darauf hindeuten würden, dass er das Geschilderte tatsächlich
erlebt hat. Auch auf Rückfragen des Sachbearbeiters hin blieb seine Be-
schreibung des Treffens mit den Peschmerga knapp und unsubstantiiert
(act. A31/16 F71 f.). Insbesondere im Vergleich zu seinen Aussagen seine
Flucht und seinen Aufenthalt in der Türkei betreffend, die detailliert, anhand
der Wiedergabe von stattgefundenen Gesprächen substantiiert und weit-
gehend nachvollziehbar ausgefallen sind (act. A31/16 F37 ff.), scheinen die
Zweifel am Wahrheitsgehalt seiner übrigen Ausführungen durchaus be-
rechtigt. Des Weiteren vermochte er lediglich auszuführen, dass er wahr-
scheinlich beim Mittagessen gesehen worden sei, jedoch kaum von Beam-
ten, da er sonst auf der Stelle aufgegriffen worden wäre. Vor dem Hinter-
grund, dass der Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt seit über sieben
Jahren mit den Peschmerga zusammengearbeitet habe, sein Haus und
sein Geschäft immer wieder von den Peschmerga aufgesucht worden sei
und seine Familie unter behördlicher Beobachtung gestanden habe, ent-
behrt es jeglicher Logik, dass ein blosses Mittagessen mit seinem Cousin
in den Bergen der Auslöser für die Verfolgung von Seiten der iranischen
Behörden gewesen sein soll. Zudem sind seinen Vorbringen vereinzelt Wi-
dersprüche zu entnehmen. So bringt er beispielsweise vor, dass er alle drei
Tage einmal die Schafe auf die Weide brachte, wobei er sich jeweils mit
seinem Nachbar abgewechselt habe (act. A31/16 F37). Später führte er
hingegen aus, vor dem Treffen mit den Peschmerga im August 2018 in je-
nem Jahr noch nie als (...) in den Bergen tätig gewesen zu sein
(act. A31/16 F68), wobei er gleichzeitig auch vorbrachte, während etwa
zwei Monaten als (...) gearbeitet zu haben und dass es lediglich das erste
Mal in diesem Jahr gewesen sei, dass die Peschmerga zu ihm gekommen
seien (act. A31/16 F69). Auch die weiteren Ausführungen des Beschwer-
deführers sind weitestgehend unplausibel ausgefallen. So habe ihn in der
Nacht sein Cousin angerufen und ihm mitgeteilt, dass die Behörden sein
Haus durchsucht hätten, woraufhin er sogleich ausgereist sei. Der Um-
stand, dass er lediglich wegen dieses Anrufs seines Cousins ausgereist ist,
ohne sich zu vergewissern, ob tatsächlich eine Bedrohungslage besteht
und ohne irgendwelche Ausreisevorbereitungen getroffen zu haben, ist vor
dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer in seinem Heimatstaat bis-
lang keine Probleme gehabt haben soll und ein gutes Leben geführt habe,
kaum nachvollziehbar.
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Schliesslich ist auch das Vorbringen, sein Bruder und sein Vater seien nach
seiner Ausreise verhaftet worden und nur gegen eine Bürgschaft wieder
freigelassen worden, kaum substantiiert dargelegt worden. Auch auf Nach-
frage hin vermochte er keine wesentlichen Einzelheiten dieses Ereignisses
wiederzugeben beziehungsweise auszuführen, von wem er davon erfah-
ren habe (act. A20/15 F91 ff.).
6.3 In Bezug auf die geltend gemachten exilpolitischen Aktivitäten in der
Schweiz und das Vorbringen, er sei Mitglied der KDPI geworden und habe
seit Kurzem bei der «(...)» die Aufgabe übernommen, Aktivitäten zu orga-
nisieren, kann zur Vermeidung von Wiederholungen vollumfänglich auf die
zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Verfügung
S. 4 f.). Den eingereichten Beweismitteln ist nicht zu entnehmen, dass sich
der Beschwerdeführer mit seinem Aktivismus besonders und über das
Mass der anderen regimekritischen iranischen Staatsangehörigen hinaus
exponiert hätte oder mit seinem Amt in der «(...)» eine in der Öffentlichkeit
herausragende Führungsposition ausüben würde. Auch die Ausführungen
in der Beschwerde sind nicht geeignet, an dieser Einschätzung etwas zu
ändern.
6.4 Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer
nicht gelungen ist, asylrechtlich relevante Verfolgungsgründe im Sinne von
Art. 3 AsylG glaubhaft zu machen, weshalb das SEM zu Recht die Flücht-
lingseigenschaft verneinte und das Asylgesuch abgelehnt hat.
7.
7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche
Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44
AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
8.
8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
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Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG).
So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-
gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund
nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-
reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl.
ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-
stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember
1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-
gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3
EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender
Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
8.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf
hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-
sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem
Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-
dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG
verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren
keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den
Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers
noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-
schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-
ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung
ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für
Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses
müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-
sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter
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oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR
Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06,
§§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im
Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht
als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Weg-
weisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim-
mungen zulässig.
8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
8.5 Die allgemeine Situation im Heimatstaat des Beschwerdeführers ist
nicht von einer landesweiten Situation von Krieg, Bürgerkrieg oder allge-
meiner Gewalt geprägt. Auch in individueller Hinsicht sind keine Gründe
ersichtlich, welche eine Wegweisung als unzumutbar erscheinen liessen.
So verfügt der Beschwerdeführer über eine Schulbildung, Berufserfahrung
in verschiedenen Bereichen und ein breites familiäres Beziehungsnetz.
Gemäss eigenen Angaben in der Beschwerdeschrift ist er in seinem Hei-
matstaat wirtschaftlich gut aufgestellt, zumal seine Familie ein Haus sowie
ein eigenes Geschäft besitzt. Auch die an den Anhörungen erwähnten ge-
sundheitlichen Beschwerden ([...]) stehen einem Wegweisungsvollzug
nicht entgegen.
8.6 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-
sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE
2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu
bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
8.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
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Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt
Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]). Der am 12. Juli 2019 geleistete Kostenvorschuss
in gleicher Höhe wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet.
(Dispositiv nächste Seite)
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