Decision ID: 01851caf-0e18-5a34-9fe1-73bec5470f29
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Barbara Wyler, Zürcherstrasse 191,
Postfach 1011, 8501 Frauenfeld,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend Versicherter) war seit dem 1. Februar 1990 als Baumonteur bei
der B._, berufstätig und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt
(nachfolgend Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als am
15. Januar 2009 beim Arbeiten mit der Bohrmaschine der Bohreraufsatz kaputt ging
und er sich in die Hand bohrte (Suva-act. 1).
A.b Gleichentags wurde im Spital C._ aufgrund der Durchtrennung der Extensor
pollicis longus-Sehne (EPL-Sehne) links auf Höhe des Sattelgelenks eine Sehnennaht
vorgenommen (Suva-act. 2). Eine Re-Ruptur der EPL-Sehne links erforderte am
2. März 2009 eine motorische Ersatz-OP mit Transposition der ulnaren Extensor
indicis-Sehne (Suva-act. 4, 8). Am 18. Mai 2009 nahm der Versicherte die Arbeit
versuchsweise zu 50% auf, ab 27. Mai 2009 bestand wieder eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 13, 14). Nach Re-Re-Ruptur der EPL-Sehne links wurde
am 29. Juni 2009 eine Revision und Transposition des Extensor carpi radialis brevis
(ECRB) auf den EPL vorgenommen (Suva-act. 15, 17, 18, 19, 20).
A.c Zwischen 1. Dezember 2009 und 6. Januar 2010 hielt sich der Versicherte in der
Rehaklinik D._ auf (Suva-act. 43, 48). Am 17. Dezember 2009 wurden eine
Handgelenkarthrographie links und ein MRI des linken Handgelenks durchgeführt
(Suva-act. 47). Anlässlich des handchirurgischen Konsiliums vom 4. Januar 2010
diagnostizierte Dr. med. E._, Ambulatorium Orthopädie, Konsiliararzt Handchirurgie,
Rehaklinik D._, eine EPL-Insuffizienz bei Narbenadhäsion Handgelenk links (DD: Re-
Ruptur nach Rekonstruktion) sowie eine iatrogene Läsion des Ramus superficialis nervi
radialis mit konsekutiver Neuromsymptomatik (Suva-act. 47).
A.d Seit dem 3. März 2010 befand sich der Versicherte in psychotherapeutischer
Behandlung bei Dr. med. F._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH (Suva-act. 66).
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A.e Ab 12. April 2010 wurde erneut ein jeweils halbtägiger Arbeitsversuch
unternommen, wobei der Versicherte wegen Schmerzzunahme vom 19. bis 25. April
2010 voll arbeitsunfähig war (Suva-act. 69, 81). Am 26. April 2010 nahm er die Arbeit
wieder halbtags auf. Ab 10. Mai 2010 ging die Suva von einer 30%-igen
Arbeitsfähigkeit aus (Suva-act. 84, 85). Seit dem 23. August 2010 war der Versicherte
wieder voll arbeitsunfähig (Suva-act. 90, 91). Die B._ kündigte das Arbeitsverhältnis
auf den 31. Dezember 2010 (Suva-act. 100, 102).
A.f Zur Vorbereitung des Fallabschlusses liess die Suva, welche die gesetzlichen
Leistungen erbracht hatte, am 21. Oktober 2010 eine kreisärztliche
Abschlussuntersuchung durchführen (Suva-act. 107).
A.g Mit Verfügung vom 6. Januar 2011 wurde dem Versicherten ab 1. Januar 2011,
gründend auf einer Erwerbsunfähigkeit von 10%, eine Invalidenrente von monatlich
Fr. 468.-- zugesprochen und festgestellt, dass die Voraussetzungen für die Gewährung
einer Integritätsentschädigung nicht erfüllt seien (Suva-act. 113).
B.
B.a Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache vom 2. Februar 2011 (Suva-
act. 114) wurde mit Einspracheentscheid vom 16. August 2011 insofern teilweise
gutgeheissen, als der Rentensatz von 10% auf 18% erhöht wurde (act. G 1.1).
C.
C.a Dagegen liess der Beschwerdeführer am 9. September 2011 durch Rechtsanwältin
Dr. iur. Barbara Wyler, Frauenfeld, Beschwerde erheben mit dem Antrag, der
Einspracheentscheid vom 16. August 2011 sei insofern abzuändern, als ihm eine
Invalidenrente von 38% und eine Integritätsentschädigung von 15% zuzusprechen
seien (act. G 1). Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neuberechnung der
Invalidenrente an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung brachte
die Rechtsvertreterin im Wesentlichen vor, dass nach Auffassung des Psychiaters Dr.
F._ ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang zwischen der heute
vorliegenden depressiven Störung und dem Berufsunfall vom 15. Januar 2009 bestehe.
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Es sei von einem (rein) mittelschweren Unfallereignis auszugehen. Die Kriterien der
besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des
Unfalls, der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen, der
ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung, des schwierigen
Heilungsverlaufs und der erheblichen Komplikationen, der körperlichen
Dauerschmerzen sowie des Grads der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit seien
erfüllt. Gemäss Dr. F._ sei der Beschwerdeführer aus psychischen Gründen zu 50%
arbeitsunfähig. Es sei ein Leidensabzug von 25% vorzunehmen. Zwei
Eingliederungsversuche seien gescheitert, wobei der Beschwerdeführer bei 50%-iger
Beschäftigung lediglich eine 30%-ige Leistung halbtags erbracht habe. Das
Zumutbarkeitsprofil sei nicht umsetzbar und schränke die Einsatzfähigkeit des
Beschwerdeführers im allgemeinen Arbeitsmarkt massiv ein. Auch das Alter des
Beschwerdeführers von 54 Jahren und die Tatsache, dass er auf solchen
Hilfstätigkeiten keine Dienstjahre aufweise, würden sich zusammen mit der depressiven
Stimmungslage und eingeschränkter Handfunktionalität negativ bei der Stellensuche
und am Arbeitsplatz auswirken. Eine Integritätsentschädigung von 15% dürfte
angemessen sein.
C.b Mit Eingabe vom 20. September 2011 (act. G 4) reichte die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers einen Bericht vom 8. September 2011 von Prof. Dr. med. G._,
Spital H._, Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, ein (act. G 4.1).
C.c Mit Beschwerdeantwort vom 9. November 2011 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 8). Zur Begründung führte
sie insbesondere an, dass es sich beim vorliegenden Unfall mit Verletzung einer Sehne
an der linken Hand klarerweise um ein mittelschweres Ereignis im Grenzbereich zu den
leichten Fällen handle. Eine solche Verletzung sei erfahrungsgemäss nicht geeignet,
psychische Fehlentwicklungen auszulösen. Es bestehe diesbezüglich kein
Rentenanspruch, da kein einziges Kriterium erfüllt sei, weshalb auch die adäquate
Unfallkausalität in Bezug auf die psychischen Probleme klar zu verneinen sei. Bei der
Ermittlung des Invaliditätsgrads rechtfertige sich kein grösserer Abzug als derjenige
von 5%, da die Beschwerdegegnerin vom niedrigsten Anforderungsniveau 4 der LSE
ausgegangen sei. Hilfsarbeiten würden altersunabhängig nachgefragt. Das Alter wirke
sich in diesem Anforderungsniveau eher lohnerhöhend aus und die Bedeutung der
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Dienstjahre nehme im privaten Sektor ab, je niedriger das Anforderungsprofil sei. Die
geklagten Beschwerden seien zudem aus rein physischer Sicht medizinisch nicht zu
erklären. Bezüglich Integritätsentschädigung seien sich die Ärzte einig, dass in
physischer Hinsicht kein relevanter Integritätsschaden auszumachen sei. Aus BGE
8C_77/2009 könne nichts zu Gunsten des Beschwerdeführers abgeleitet werden.
C.d Mit Replik vom 5. Dezember 2011 (act. G 10) und Duplik vom 11. Januar 2012
(act. G 12) hielten die Parteien an ihren jeweiligen Standpunkten fest.

Erwägungen:
1.
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der Einspracheentscheid
vom 16. August 2011 (act. G 1.1). Streitig ist zunächst, ob die psychischen
Beschwerden des Beschwerdeführers in einem natürlichen und adäquat kausalen
Zusammenhang zum Unfall vom 15. Januar 2009 stehen. Des Weiteren sind die Höhe
der im Einspracheentscheid zugesprochenen Invalidenrente sowie die Rechtmässigkeit
der Verweigerung einer Integritätsentschädigung streitig.
2.
2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung
bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht
demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem
versicherten Unfallereignis zusammenhängen (Alexandra Rumo-Jungo,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2003, S. 42 ff.). Während es
Aufgabe der Ärztin oder des Arztes ist, den natürlichen Kausalzusammenhang zu
beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem adäquaten
Kausalzusammenhang zu beantworten (PVG 1984 Nr. 82 174, E. 2b). Im Bereich klar
ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen
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Veränderungen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle (vgl. BGE 117 V 359, E. d/bb, unten, mit Hinweisen auf Lehre und
Rechtsprechung ;118 V 286, E. 3a). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht
(hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht
automatisch auch die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs. In diesen
Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung nach der Rechtsprechung gemäss
BGE 115 V 133, E. 6c/aa vorzunehmen.
2.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351, E. 3a mit
Hinweis). Erachtet das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen
Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den
Prozess ohne Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens -
abschliessen (RKUV 1997 Nr. U 281 S. 281 E. 1a).
3.
3.1 Nach bundesgerichtlicher Praxis ist die Adäquanzprüfung im Zeitpunkt des
Fallabschlusses vorzunehmen (BGE 134 V 109). Gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG entsteht
der Rentenanspruch, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine
namhafte Besserung des Gesundheitszustands des Versicherten mehr erwartet werden
kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung
abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die
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Taggeldleistungen dahin. Der Zeitpunkt des Fallabschlusses hängt also davon ab, ob
von der Fortsetzung der Heilbehandlung noch eine namhafte Verbesserung erwartet
werden kann, wobei vorliegend entsprechend der Psycho-Praxis (BGE 115 V 133)
lediglich physische Komponenten für diese Beurteilung zu berücksichtigen sind (BGE
134 V 109 E. 4.1 und E. 6.1).
3.2 Die Beschwerdegegnerin nahm den Fallabschluss auf den 31. Dezember 2010 vor
(Suva-act. 104). Diversen Arztberichten ist zu entnehmen, dass zu diesem Zeitpunkt
von weiteren konservativen medizinischen Massnahmen keine wesentliche Besserung
zu erwarten gewesen sei, die Chancen auf eine arbeitsrelevante Besserung bei einer
solchen Situation als äusserst gering einzustufen sei und der Beschwerdeführer eine
erneute operative Exploration abgelehnt habe (Suva-act. 46, 47, 82, 107). Auch die
vom Beschwerdeführer eingeholten Meinungen vermögen an dieser Beurteilung
nachträglich nichts zu ändern, denn es wird bei den vorgeschlagenen operativen
Eingriffen lediglich von einer allfälligen Milderung der Schmerzen und jedenfalls keinen
namhaften Verbesserungen des Gesundheitszustands gesprochen (act. G 1.4,
act. G 1.5). Zum Zeitpunkt des Fallabschlusses standen den Akten zufolge keine
Eingliederungsmassnahmen an, die geeignet gewesen wären, den der Invalidenrente
der Unfallversicherung zu Grunde liegenden Invaliditätsgrad zu beeinflussen (RKUV
2004 Nr. U 508 S. 265); der Beschwerdeführer hatte bis dahin lediglich zwei
gescheiterte Eingliederungsmassnahmen vorzuweisen (Suva-act. 13, 14, 69, 85, 100;
act. G 1.7) und das Einsatzprogramm bei N._ vom 21. Februar bis 31. August 2011
war von vornherein auf sechs Monate befristet (act. G 1.7). Damit geht einher, dass der
Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren nicht nur den Zeitpunkt des
Fallabschlusses nicht bestreitet, sondern ebenfalls der Ansicht ist, dass der
gesundheitliche Endzustand eingetreten ist (vgl. act. G 1). Vor diesem Hintergrund hat
die Beschwerdegegnerin den Fall zu Recht auf den 31. Dezember 2010 abgeschlossen.
4.
4.1 Dass beim Beschwerdeführer organische Unfallrestfolgen vorhanden sind, blieb
von Seiten der Beschwerdegegnerin unbestritten (vgl. auch angefochtener Entscheid
vom 16. August 2011, E. 2). Bei der Abschlussuntersuchung vom 21. Oktober 2010
(Suva-act. 107) stellte Kreisarzt Prof. Dr. med. I._, Facharzt FMH für Orthopädische
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Chirurgie, fest, dass ein Status nach Extensorensehnen-Verletzung am Daumen
vorliege. Mehrere Operationen hätten die Funktion der Streckung des IP-Gelenks vom
linken Daumen nicht verbessern können. Direkt im Anschluss an den Unfall vom
15. Januar 2009 sei schon eine Hyposensibilität im Ausbreitungsgebiet des sensiblen
Astes des superfiziellen Radialnerven angegeben worden, das Gebiet sei grösser
geworden, welches heute Missempfindungen verspüren lasse.
4.2 Bezüglich der psychischen Beschwerden ist den medizinischen Akten zu
entnehmen, dass beim Beschwerdeführer mehrfach eine Anpassungsstörung mit
längerer depressiver Reaktion (ICD-10: F43.21) diagnostiziert wurde (Suva-act. 48, 66,
96, 105; act. G 1.2). Auf die Frage der natürlichen Kausalität wird in den jeweiligen
Berichten nicht explizit eingegangen. Dr. F._ bejaht diese unter Anwendung des
beweisrechtlich untauglichen Grundsatzes "post hoc ergo propter hoc" (act. G 1.2).
Unabhängig davon, ob das Vorliegen einer psychischen Störung und deren natürlicher
Kausalzusammenhang zum Unfall vom 15. Januar 2009 zu bejahen wäre, fehlt es, wie
nachfolgend zu zeigen sein wird, am adäquaten Kausalzusammenhang zwischen der
psychischen Beeinträchtigung und dem Unfallereignis.
4.3 Bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall
und einer anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwicklung mit Einschränkung
der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ist nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 133 E. 6)
vom objektiv fassbaren Unfallereignis auszugehen. Dabei besteht ein adäquater
Kausalzusammenhang zwischen den psychischen Beschwerden und dem Unfall, wenn
dem Unfall eine massgebende Bedeutung für deren Entstehung zukommt. Dies trifft
dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft
ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis
anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – zwischen
banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren Unfällen andererseits und
schliesslich dem dazwischen liegenden mittleren Bereich unterschieden wird. Während
der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne weiteres
bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der
Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht aufgrund des Unfallgeschehens
allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv fassbare Umstände, welche
unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte
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Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Dabei müssen
rechtsprechungsgemäss (vgl. BGE 115 V 133 E. 6c; SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31 E. 2;
2001 UV Nr. 8 S. 32 E. 3, je mit Hinweisen) die weiteren unfallbezogenen Kriterien
entweder in gehäufter oder auffallender Weise oder ein einziges Kriterium in besonders
ausgeprägter Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Als in die
Adäquanzbeurteilung einzubeziehende Kriterien nennt die Rechtsprechung (BGE 115 V
133 E. 6c/aa): besonders dramatische Begleitumstände oder besondere
Eindrücklichkeit des Unfalls, die Schwere oder besondere Art der erlittenen
Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen, ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung,
körperliche Dauerschmerzen, ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen
erheblich verschlimmert, schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen
und Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit. Bei der Beurteilung der
Frage, ob diese Kriterien erfüllt sind, ist die psychisch bedingte Beeinträchtigung
auszuklammern und nur der somatische Anteil zu berücksichtigen.
4.3.1 Gemäss Arztbericht vom 16. Januar 2009 sowie seinen eigenen sachbezüglichen
Angaben rutschte der Beschwerdeführer bei seiner Arbeit mit einem 6,5 mm grossen
Bohrer nach Bohrerbruch ab und bohrte sich in sein linkes Handgelenk (Suva-act. 3).
Aufgrund des augenfälligen Unfallhergangs ist unbestrittenermassen von einem
mittelschweren Unfall auszugehen, wobei ein schwererer Fall im mittleren Bereich von
vornherein auszuschliessen ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428 E. 2b/bb; RKUV 1999
Nr. U 330 S. 122 E. 4b/bb mit Hinweisen). Mit Blick auf die Kasuistik des
Bundesgerichts (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 4. Juni 2009, 8C_77/2009,
E. 4.1.2) – wonach ein mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten Fällen
etwa bejaht wurde bei Beeinträchtigung der Fingerkuppen und allenfalls des
Handgelenks (Carpaltunnelsyndrom) durch das rotierende Messer des Rasenmähers
(Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007:
Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 25. Januar 2002, U 38/00,
Sachverhalt A und E. 2c), Abtrennung der Finger II-IV auf der Höhe der Mittelgelenke
sowie des Fingers V auf der Höhe der Endphalanx durch Stahlseil beim Holzführen
(Urteil des EVG vom 7. Mai 2001, U 38/99, Sachverhalt A und E. 2a), Durchtrennung
der Flexor pollicis longus-Sehne des linken Daumens und des radialen
Gefässnervenbündels durch Glasscherben einer Milchflasche (Urteil vom 12. Januar
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2007, U 368/06, Sachverhalt A und E. 3.2), durch Fräsmaschine erlittene Nerven- und
Sehnenverletzungen an der linken Hand (Urteil des EVG vom 1. April 2005, U 325/04,
Sachverhalt A.a und E. 3.2.1) oder beim Einklemmen der Hand in einer Walze, was zu
einem massiven Quetschtrauma mit Defektrupturen der Beugesehnen dreier Finger
sowie einer Fraktur des fünften Fingers führte (Urteil des EVG vom 30. November 2004,
U 300/03, Sachverhalt A und E. 3.4) – rechtfertigen weder die Art des Ereignisses
(Arbeitsunfall, bei welchem sich der Beschwerdeführer die nicht dominante linke Hand
mit dem Bohrer verletzte) noch die dabei zugezogenen Verletzungen eine andere
Qualifikation als ein mittelschweres Unfallereignis im Grenzbereich zu den leichten
Fällen. Damit müssen für die Bejahung der Adäquanz mindestens vier Kriterien erfüllt
sein (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Dezember 2009, 8C_487/2009, E. 5).
4.3.2 Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen
Eindrücklichkeit eines Unfalls ist objektiv zu beurteilen und nicht aufgrund des
subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person (RKUV 1999
Nr. U 335 S. 207 E. 3b/cc; Urteil des Bundesgerichts vom 25. Januar 2008, U 56/07,
E. 6.1). Zu beachten ist auch, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine
gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, die noch nicht für die Bejahung dieses
Adäquanzkriteriums ausreichen kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 8. April 2009,
8C_1020/2008, E. 5.2 mit Hinweisen). Zweifellos ist dem Unfall vom 15. Januar 2009
eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abzusprechen, aber eine besondere
Eindrücklichkeit oder besonders dramatische Begleitumstände sind in Anbetracht der
Tatsache, dass weder die dominante Hand des Beschwerdeführers betroffen ist (im
Urteil des EVG vom 7. Mai 2001, U 38/99, E. 2b, dennoch verneint) noch ein Verlust
von Fingergliedern zu verkraften war (RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428 E. 2b/bb), klar zu
verneinen.
4.3.3 Die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre
erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, wurde etwa
in einem Fall verneint, als ein Versicherter beim Holzführen mit der rechten Hand unter
ein Stahlseil geriet und dabei die Finger II-IV auf der Höhe der Mittelgelenke abgetrennt
wurden (Urteil des EVG vom 7. Mai 2001, U 38/99, E. 2b). Schon allein mit Blick auf
diese Rechtsprechung kann das Kriterium daher im vorliegenden Fall ebenfalls nicht als
erfüllt betrachtet werden.
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4.3.4 Für das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung sind
die Art und Intensität der Behandlung von Bedeutung sowie die Frage, inwieweit davon
noch eine Besserung des Gesundheitszustands zu erwarten war. Vorausgesetzt wird
eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des
Gesundheitszustands gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer
(Urteil des EVG vom 20. Oktober 2006, U 488/05, E. 3.2.3). Am 15. Januar 2009, also
gleich am Tag des Unfalls, wurde der Beschwerdeführer erstmals operiert (Suva-
act. 2). Weitere Operationen waren am 2. März 2009 (Suva-act. 4, 8) und am 29. Juni
2009 erforderlich (Suva-act. 15, 17, 18, 19, 20). Vom 1. Dezember 2009 bis 6. Januar
2010 folgte ein Rehabilitationsaufenthalt in der Rehaklinik D._ (Suva-act. 48). Der
Kreisarzt Prof. Dr. I._ hielt anlässlich der Abschlussuntersuchung vom 21. Oktober
2010 fest, dass therapeutische Massnahmen seit knapp einem Jahr nicht mehr
stattfänden (Suva-act. 107). Tatsächlich beschränkten sich die Behandlungen seit dem
Rehabilitationsaufenthalt auf Schmerzbekämpfung mit Analgetika sowie Ergo- und
Physiotherapie. Da Abklärungsmassnahmen und blossen ärztlichen Kontrollen nicht die
Qualität einer regelmässigen, zielgerichteten Behandlung zukommt (Urteil des
Bundesgerichts vom 27. Februar 2008, U 11/07, E. 5.3.1 mit Hinweisen) und die
Behandlungen der psychischen Beschwerden bei der Beurteilung ausser Acht zu
lassen sind, ist eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung nicht zu
erblicken.
4.3.5 Auf eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich
verschlimmert hat, ist allein aus der Tatsache, dass (aufgrund von zwei Re-Rupturen)
drei Operationen notwendig waren, nicht zu schliessen. Auch dass unter den Ärzten
offenbar Uneinigkeit über die sinnvollste Behandlung des Beschwerdeführers herrscht
(Suva-act. 1.1.4, 1.5), vermag dieses Kriterium nicht zu erfüllen. Einzig im
handchirurgischen Konsilium vom 4. Januar 2010 stellte Dr. E._ unter anderem die
Diagnose einer iatrogenen Läsion des Ramus superficialis nervi radialis mit
konsekutiver Neuromsymptomatik (Suva-act. 47). Dabei vermutete er die Ursache der
starken Neurombeschwerden jedoch initial in der Verletzung selbst (Unfallereignis) und
erst sekundär in der Revisionsoperation. Nach der einschlägigen Rechtsprechung ist
nur dann von einer Fehlbehandlung im Sinn des Adäquanzkriteriums auszugehen,
wenn in der medizinischen Wissenschaft und Praxis ein gewisser Konsens über die
Schädlichkeit einer Therapiemethode besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
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8. April 2009, 8C_1020/2008 E. 5.6 mit Hinweisen). Ob das vorliegend der Fall wäre,
wenn die Ursache der Neurombeschwerden tatsächlich in der Revisionsoperation läge,
kann jedoch offen bleiben, da dies selbst wenn man es bejahen müsste, nicht genügen
würde um die Adäquanz als gegeben zu erachten, wie sich noch zeigen wird.
4.3.6 Ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen liegen nach der
Rechtsprechung vor, wenn besondere Gründe gegeben sind, die die Heilung
beeinträchtigt haben, wobei die beiden Teilaspekte nicht kumulativ erfüllt sein müssen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 8. April 2009, 8C_1020/2008, E. 5.7 mit
Hinweisen). Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der geklagten
Beschwerden darf nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf geschlossen
werden (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 7. Februar 2008, U 590/06, E. 4.3.2 und
vom 10. Juli 2008, 8C_61/2008, E. 7.6). Dasselbe hat wohl auch in Bezug auf die
durchgeführten drei Operationen zu gelten (vgl. dazu Urteil des EVG vom 1. April 2005,
U 325/04, E. 3.2.2). Ebenso ist das Kriterium nicht schon dann zu bejahen, wenn eine
Vielzahl von verschiedenen Therapien zu keinem Heilungserfolg führt und
Arbeitsversuche scheitern (so auch Entscheid des Versicherungsgerichts St. Gallen
vom 4. Dezember 2009, UV 2009/7, E. 4.3). Hinweise für einen schwierigen
Heilungsverlauf oder für erhebliche Komplikationen liegen somit nicht vor.
4.3.7 Den Akten ist mehrfach zu entnehmen, dass Schmerzen der linken Hand bei
jeglicher Mobilisation entstehen (Suva-act. 24, 46, 47, 48, 107). Anlässlich der
Schmerzsprechstunde vom 9. September 2009 im Kantonsspital J._ berichtete der
Beschwerdeführer über neuropathische Schmerzen seit Januar 2009 am Handrücken
links und interdigital Dig. I/II seit Strecksehnendurchtrennung (Suva-act. 30). Durch die
Schmerzen leide er unter Schlafstörungen. Bei der ambulanten Beurteilung vom
14. September 2009 zeigte sich jedoch unter Anwendung der Alternativmedikation mit
Tramal eine signifikante Linderung der Schmerzen (Suva-act. 32). Eine
Schmerzhaftigkeit im Bereich des OP-Gebiets (radiales Handgelenk) beschrieb der
Beschwerdeführer auch anlässlich der ambulanten Untersuchung (Nachkontrolle) vom
23. September 2009 (Suva-act. 33). Im handchirurgischen Konsilium vom 4. Januar
2010 wird die vom Beschwerdeführer beschriebene Beschwerdesymptomatik nicht
mehr auf die eingeschränkte EPL-Funktion, sondern eher auf die starken
Neurombeschwerden des Ramus superficialis nervi radialis im Narbenbereich
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zurückgeführt (Suva-act. 47). Jegliche Mobilisation des Arms führe dabei zu einem
indirekten Zug am Nerven und zu einer konsekutiven Schmerzsymptomatik. Anlässlich
der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 21. Oktober 2010 gab der
Beschwerdeführer an, Schmerzen auf Höhe Handgelenk-Rückseite (Streckseite) zu
haben, wenn er den Daumen bewege (Suva-act. 107). Der Kreisarzt bezeichnete die
Schmerzintensität von neuromartigen Beschwerden bei Hyposensibilität im
Handrückenbereich links als eher ungewöhnlich und wies auf die Möglichkeit einer
Schmerzverarbeitungsstörung hin. Ob das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen
mit der erforderlichen Intensität als erfüllt zu betrachten ist - insbesondere da die
Schmerzen lediglich bei Belastung oder Mobilisation ausgelöst werden und unter
Umständen auf einer Schmerzverarbeitungsstörung gründen - kann jedoch ebenfalls
offen bleiben, zumal es klarerweise nicht als derart ausgeprägt zu betrachten wäre,
dass es allein deswegen oder selbst in Verbindung mit einer allfälligen Fehlbehandlung
zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs führen würde.
4.3.8 Nach dem Unfallereignis vom 15. Januar 2009 war der Beschwerdeführer -
abgesehen von einem Arbeitsversuch vom 18. bis 26. Mai 2009 zu 50% - bis zum
12. April 2010 nicht arbeitstätig (Suva-act. 13, 14, 75). Ab 12. April 2010 war der
Beschwerdeführer zu 50% in den alternativen Tätigkeiten "Brücken klipsen" und
"Glasstab-Zuschnitt" im Sinn eines Arbeitsversuchs tätig, wobei er wegen
Schmerzzunahme vom 19. bis 25. April 2010 voll arbeitsunfähig war (Suva-act. 69, 81).
Am 26. April 2010 nahm er die Arbeit wieder halbtags auf. Ab 10. Mai 2010 ging die
Suva von einer 30%-igen Arbeitsfähigkeit aus (Suva-act. 84, 85). Seit dem 23. August
2010 wurde der Beschwerdeführer wegen verstärkter Handbeschwerden wieder voll
arbeitsunfähig geschrieben (Suva-act. 90, 91). Die B._ kündigte das Arbeitsverhältnis
auf den 31. Dezember 2010, da sich der Beschwerdeführer nicht in der Lage sah, die
Wiedereingliederung weiterzuführen (Suva-act. 100, 102). Eine allfällige psychisch
begründete Arbeitsunfähigkeit ist nicht zu berücksichtigen (act. G 1.2). Dass der
Beschwerdeführer seit dem Unfallereignis vom 15. Januar 2009 mehr als ein Jahr lang
nicht arbeitsfähig war, ist nicht als übermässig lange Dauer anzusehen, da dies bei
einem Fenstermonteur mit einer Handverletzung wie im vorliegenden Fall und bei drei
operativen Eingriffen nicht ungewöhnlich erscheint. Im angestammten Beruf lag
unbestrittenermassen auch später eine volle Arbeitsunfähigkeit vor (Suva-act. 48, 82,
107; act. G 1.5). Spätestens ab April 2010 wurde jedoch auf eine vollständige
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Reintegration des Beschwerdeführers in den Betrieb des Arbeitgebers in einer
angepassten Tätigkeit hingearbeitet, wobei die Zumutbarkeit einer ganztätigen leichten
Arbeit bereits im Januar 2010 festgestellt wurde (Suva-act. 48, 51, 69, 81). Das
Kriterium der Dauer und des Grads der Arbeitsunfähigkeit ist daher nicht als erfüllt zu
betrachten.
4.3.9 Da somit höchstens zwei der zu berücksichtigenden Kriterien in nicht
ausgeprägter Weise erfüllt sind, ist die Adäquanz des Kausalzusammenhangs
zwischen den psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers und dem Unfall vom
15. Januar 2009 praxisgemäss zu verneinen.
5.
5.1 Ist die versicherte Person infolge eines Unfalls zu mindestens 10% invalid, so hat
sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalid ist nach Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1), wer voraussichtlich bleibend oder für längere Zeit in seiner Erwerbsfähigkeit
beeinträchtigt ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Dabei sind die Verhältnisse im Zeitpunkt eines allfälligen
Rentenbeginns massgebend; Validen- und Invalideneinkommen sind auf zeitidentischer
Grundlage zu ermitteln und allfällige rentenwirksame Änderungen der
Vergleichseinkommen bis zum Erlass des Einspracheentscheids zu berücksichtigen
(BGE 129 V 222, 128 V 174).
5.2 Unbestrittenermassen besteht beim Beschwerdeführer aufgrund der verbleibenden
Unfallrestfolgen eine volle Arbeitsunfähigkeit in seiner angestammten Tätigkeit als
Fenstermonteur (Suva-act. 48, 82, 107; act. G 1.5). Allerdings wird dem
Beschwerdeführer im Austrittsbericht 11. Januar 2010 der Rehaklinik D._ eine leichte
ganztätige Arbeit zugemutet, jedoch mit folgenden speziellen Einschränkungen: kein
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kraftvoller Einsatz der linken Hand, keine häufig wiederholten
Handgelenksbewegungen oder Bewegungen des Daumens, keine hohen
Anforderungen an die Feinmotorik, keine Kälteexposition, Schläge oder Vibrationen in
Bezug auf die linke Hand und keine Tätigkeiten auf Leitern oder Gerüsten (wegen
eingeschränkter Haltefunktion). Bei der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom
21. Oktober 2010 (Suva-act. 107) stellte Prof. Dr. I._ fest, dass die Haltefunktion der
linken Hand durchaus ausgezeichnet sei und im Prinzip auch Arbeiten auf Leitern
ermögliche. Dr. K._ sah in seinem Bericht vom 4. Mai 2010 keine Gefahr der
organischen Verschlechterung durch den Arbeitseinsatz, obwohl eine vorübergehende
Schmerzzunahme kaum zu vermeiden sei (Suva-act. 82). Prof. Dr. G._ berichtet am
8. April 2011 ebenfalls, dass grundsätzlich keine Bewegungen zu vermeiden seien,
obwohl eine starke Belastung des linken Handgelenks die Schmerzsymptomatik
verstärken könne (act. G 1.5). Die Schlussfolgerungen von Prof. Dr. I._ sind schlüssig
und nachvollziehbar. Sie beruhen auf einer eingehenden Untersuchung des
Beschwerdeführers, berücksichtigen seine Beschwerden und wurden in Kenntnis der
Akten verfasst. Daran vermag auch die Tatsache nichts zu ändern, dass sich der
Beschwerdeführer nicht in der Lage sah, in den adaptierten Tätigkeiten "Brücken
klipsen" und "Glasstab-Zuschnitt" seine Arbeitsfähigkeit auf über 50% (bzw. den von
der Beschwerdegegnerin festgelegten Arbeitsfähigkeitsgrad von 30%) zu steigern –
obwohl die Arbeiten in den beiden Arbeitsplätzen mehr oder weniger einhändig hätten
ausgeführt werden können (Suva-act. 100) - und er die Wiedereingliederung in eine
dieser nachweislich vorhanden gewesenen Stellen (Suva-act. 101) sogar ganz
abbrechen musste. Eine medizinisch - theoretische Beurteilung, die der
Zumutbarkeitsbeurteilung des Kreisarztes entgegensteht, ist den Akten nicht zu
entnehmen. Somit ist von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit auszugehen.
5.3 Die Beschwerdegegnerin ging bei der Ermittlung des Valideneinkommens vom
Einkommen aus, das der Beschwerdeführer im Jahr 2011 bei der B._ erzielt hätte,
wäre das Unfallereignis vom 15. Januar 2009 nicht eingetreten (Suva-act. 109). Da
keine Hinweise für eine andere Lohnentwicklung vorliegen oder von der
Beschwerdeführerin geltend gemacht wurden, ist vom vorliegend unbestrittenen und
hinreichend ausgewiesenen Valideneinkommen von Fr. 72'272.15 auszugehen.
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5.4 Das zumutbare Invalideneinkommen ist anhand eines Tabellenlohnvergleichs
gestützt auf die Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamts für Statistik zu ermitteln.
Wie beim Valideneinkommen sind die Zahlen des Jahres 2011 zugrunde zu legen. Der
monatliche Bruttolohn für Männer im privaten Sektor beträgt gemäss LSE 2008 TA1
Niveau 4 gesamtschweizerisch Fr. 4'806.--. Das hieraus errechnete Jahreseinkommen
von Fr. 57'672.-- basiert auf 40 Wochenstunden und ist auf die betriebsübliche
durchschnittliche Arbeitszeit 2011, d.h. auf 41.6 Stunden, aufzurechnen, woraus sich
ein Betrag von Fr. 59'978.90 ergibt. Zudem ist die Nominallohnsteigerung für die Jahre
2009 (2.1%), 2010 (0.8%) und 2011 (1.0%) zu berücksichtigen, woraus Fr. 62'345.60
resultieren. Nach der Rechtsprechung ist ein Abzug vom Invalideneinkommen
gerechtfertigt, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ein Versicherter,
der gesundheitsbedingt lediglich noch leichtere Hilfsarbeiten ausführen kann, seine
Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem
erwerblichem Erfolg zu verwerten in der Lage ist. Zudem können weitere persönliche
und berufliche Merkmale (Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad) Auswirkungen auf die Lohnhöhe
haben (BGE 126 V 75, E. 5a mit Hinweisen). Bei der Überprüfung des Abzugs, der eine
Schätzung darstellt und von der Verwaltung kurz zu begründen ist, darf das
Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle
desjenigen der Verwaltung setzen (BGE 126 V 75, E. 6). Der heute 54-jährigen
Beschwerdeführer kam 1977 als Student in die Schweiz und hat keine Berufslehre
absolviert. Bis 1987 arbeitete er in L._ als Kellner, anschliessend war er ca. 1 Jahr
lang bei der SBB in der Spedition tätig. Ca. 1989 arbeitete er etwa 2 Monate lang in
M._ in einer Heizungsfirma in der Produktion. Von August bis Januar 1990 war er in
N._ in einer Fabrik als Monteur etc. tätig. Seit dem 1. Februar 1990 arbeitete er bei
der B._ als Monteur (vgl. Suva-act. 24). Aufgrund seiner beruflichen Qualifikationen
ist der Beschwerdeführer auch in Zukunft auf die Ausübung von Hilfsarbeiten
angewiesen, was naturgemäss häufig den Einsatz der Hände erfordert. Durch sein
Lebensalter (54 Jahre) und sein Dienstalter (20 Jahre bei der B._) ist der
Beschwerdeführer bei der Stellensuche nicht beschränkt, da ersteres sich bei Männer-
Hilfsarbeitertätigkeiten im hier relevanten Anforderungsniveau 4 sogar lohnerhöhend
auswirkt und letzteres im privaten Sektor an Bedeutung abnimmt, je niedriger das
Anforderungsprofil ist (Urteil des Bundesgerichts vom 27. Februar 2008, U 11/07,
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E. 8.4). Da lediglich die nicht dominante linke Hand betroffen ist und gemäss
kreisärztlichen Feststellungen diese durchaus funktional gut einzusetzen wäre und die
Haltefunktion intakt ist, sind keine triftigen Gründe ersichtlich, um von einem
Leidensabzug von 5%, wie er von der Beschwerdegegnerin festgelegt wurde,
abzuweichen. Damit resultiert für den Einkommensvergleich ein massgebendes
Invalideneinkommen von jährlich Fr. 59'228.30.
5.5 Aus der Gegenüberstellung des Validen- und des Invalideneinkommens ergibt sich
somit der von der Beschwerdegegnerin ermittelte Invaliditätsgrad von gerundet 18%.
6.
6.1 Die versicherte Person hat Anspruch auf eine angemessene
Integritätsentschädigung, wenn sie durch einen Unfall eine dauernde erhebliche
Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet (Art. 24
Abs. 1 UVG). Die Schätzung des Integritätsschadens ist eine ausschliesslich ärztliche
Angelegenheit. In den Richtlinien des Anhangs 3 der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) hat der Bundesrat die Bemessung der
Entschädigung geregelt (Art. 25 Abs. 1 UVG).
6.2 Kreisarzt Prof. Dr. I._ konnte keinen Integritätsschaden identifizieren (Suva-
act. 107). Ebenso ging Prof. Dr. G._ (act. G 1.5) davon aus, dass kein Schaden im
engeren Sinn bestehe. Hingegen sei wegen der schwachen Extension des
Daumenendglieds eine Funktionsstörung im Sinn eines Integritätsschadens gegeben,
welche jedoch keine Integritätsentschädigung auslöse. Es sind keine Gründe oder
medizinische Beurteilungen ersichtlich, welche zu einer anderen Schlussfolgerung
führen würden. Die unfallbedingten Einschränkungen der linken Hand des
Beschwerdeführers rechtfertigen somit keine Ausrichtung einer
Integritätsentschädigung.
7.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ein Anspruch auf Parteientschädigung
besteht für den unterliegenden Beschwerdeführer nicht.
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP