Decision ID: fcc27dc0-50c8-565b-ac36-5fa12d70ce86
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die
im Jahre 1971
geborene
X._
war seit dem 21. Juni 2005
bei
der
Y._
tätig und als solche
bei der
G
ENERALI
Allgemeine
Versicherungen
AG (
Generali
) obligatorisch gegen die
Fol
gen von Betriebs- und Nichtbe
triebsunfällen versichert. Am 24. Februar 2012
knickte
der
Versicherte
n
in
Z._
bei
m
Aufstehen beziehungsweise Gehen das rechte Knie nach innen weg.
Die Erstbehandlung erfolgte am nächsten Tag noch vor Ort bei
Dr.
med.
A._
(
Urk.
7/20c,
Urk.
7/1); ein MRI des rechten Knies
wurde am
B._
am 2
8.
Februar 2012 erstellt (
Urk.
7/2).
Am
1.
März 2012
fand eine Untersuchung in der
C._
statt, wobei die verant
wort
li
chen Fachärzte ein Distorsionstrauma mit einer Ruptur des vorderen Kreuzban
des,
einer medialen Meniskusläsion sowie einer beginnenden medialen Arthrose diagnostizierten (
Urk.
7/2).
Nach zunächst konservativem
Therapiean
satz
wurde
am 1
8.
Juni 2012 ein operatives Vorgehen ins Auge gefasst (
Urk.
7/9).
In der Folge
wurde die Versicherte schwanger und die
Kniebeschwer
den
gingen deut
lich zurück, so dass sich die Fachärzte gegen eine Operation entschieden (Be
richt vom 3
1.
Juli 2012,
Urk.
7/10). Nachdem die
Generali
an
fänglich Leistung
en
erbracht hatte
, stellte sie diese mit Verfügung vom
6.
März 2013 ein (
Urk.
7/12). Mit
Einspracheentscheid
vom
2
3.
Mai 2013 hielt sie – nach er
folgter Einsprache der Versicherten (
Urk.
7/17) –
hieran
fest (Urk. 7/19
= Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
die Versicherte am 14
.
Juni 2013
Be
schwerde und beantragte die vollständige Kostenübernahme für sämtliche Leistungen durch die
Beschwerde
gegnerin
(Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom
1
8.
Juli 2013
beantragte die
Be
schwerde
gegnerin
die
A
bweisung der Beschwerde (Urk. 6
), was der Beschwerde
führerin am 23. Juli 2013 (Urk. 8) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
)
werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei
Be
rufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). De
r
Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind,
in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung
ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
So
zialversicherungsrechts
(
ATSG
)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi
gende
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen Kör
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesund
heit oder den
Tod zur Folge hat.
1.3
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat
Körper
schädigungen
, die den Fol
gen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2
der Verordnung über die Unfall
ver
sicherung (
UVV
)
Gebrauch gemacht und folgende Körperschädigungen, so
fern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzu
führen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen gleich
gestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten
Körper
schädigungen
ist ab
schliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schweize
risches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
Bei den unfallähnlichen Körperschädigungen im Sinne von
Art.
9
Abs.
2 UVV entfällt im Vergleich zu den eigentlichen Unfällen nach
Art.
4 ATSG einzig das Tatbestandselement der Ungewöhnlichkeit des auf den Körper einwirkenden äusseren Faktors. Alle übrigen Begriffsmerkmale eines Unfalles müssen hinge
gen auch bei den unfallähnlichen Körperschädigungen erfüllt sein. Dies gilt namentlich für das Erfordernis des einwirkenden äusseren Faktors an sich, wo
run
ter ein ausserhalb des Körpers liegender, objektiv feststellbarer, sinnfälliger - eben unfallähnlicher - Einfluss auf den Körper zu verstehen ist. Dabei kann die schädigende Einwirkung auch in einer körpereigenen Bewegung bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.2 mit Hinweisen auf BGE 139 V 327 E. 3.1, 3.3.1; 129 V 466 E. 2.2, 4.1
;
123 V 43 E.
2b).
Erforderlich für die Bejahung eines äusseren Faktors ist ein gesteigertes
Schädi
gungspoten
zial
, sei es zufolge einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage, sei es
durch Hin
zutreten eines zur Unkontrollierbarkeit der Vornahme der alltäglichen
Lebens
verrichtung
führenden Faktors. Die physiologische Beanspruchung des Skeletts,
der Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder stellt keinen äusseren Faktor dar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_696/2013 vom 1
4.
November 2013 E.
5.3 mit Hinweis auf BGE 139 V 327 E.
3.3.1, 129 V 466 E.
4.2.2, 4.3). Ein äusserer
Faktor mit erheblichem Schädigungspotenzial liegt nach der Rechtsprechung vor
, wenn die zur Diskussion stehende Betätigung mit einer mehr als physiolo
gisch
nor
malen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers, insbe
son
dere seiner Gliedmassen, verbunden ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E.
2.2.3 mit Hinweis auf BGE 139 V 327 E.
3.3.1). Erfüllt ist das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors bei Änderungen der Körper
lage, die nach unfallmedizinischer Erfahrung häufig zu körpereigenen Traumen führen können, so etwa beim plötzlichen Aufstehen aus der Hocke, bei heftigen
belastenden Bewegungen oder bei einer wegen äusserer Einflüsse un
kontro
l
lier
bar gewordenen Positionsänderung (vgl. BGE 129 V 466 E. 4.2.3, Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3).
Der Zweck des Instituts der unfallähnlichen Körperschädigung besteht nicht darin, krankhafte oder degenerative Körperschäden von der obligatorischen Un
fallversi
cherung auszuschliessen, sondern darin, die oft schwierige Abgren
zung zwischen Unfall und Krankheit zugunsten der Versicherten zu vermeiden. Die sozialen Unfallversicherer haben somit ein Risiko zu übernehmen, das nach der
geltenden begrifflichen Abgrenzung von Unfällen und Krankheiten den letzte
ren
zuzuordnen wäre. Hinzu kommt, dass es für die Bejahung des natürli
chen Kau
sal
zusammen
hangs praxisgemäss genügt, wenn das schädigende Ge
schehen eine
Teilursache bildet. Ein degenerativer oder pathologischer
Vorzu
stand
schliesst daher eine unfallähnliche Körperschädigung nicht aus, sofern ein
unfall
ähn
li
ches
Ereignis den vorbestehenden Gesundheitsschaden verschlimmert oder mani
fest werden lässt. Bei
den
in
Art.
9
Abs.
2
lit
. a bis h UVV abschlies
send er
wähn
ten Verletzungen muss aber eine schädigende, äussere Einwirkung wenigs
tens im Sinne eines Auslösungsfaktors zu den (vor- oder überwiegend) krankhaften
oder degenerativen Ursachen hinzutreten, damit eine
unfallähnli
che
Körper
schä
digung
vorliegt (vgl. BGE 123 V 43 S. 45 E. 2b mit Hinweisen, insbes. auf BGE 116 V 155 E.
6c, 117 V 360 E.
4a, 114 V 301 E.
3c; RKUV 1988 Nr. U 57 S.
373 E.
4b).
Schmerzen als Symptome einer Schädigung nach
Art.
9
Abs.
2 UVV fallen als massgebender äusserer Faktor nicht in Betracht, wenn sie bei einer alltäglichen Lebensverrichtung auftreten, ohne dass ein davon unterscheidbares äusseres Moment mitspielen würde. Wer also etwa beim blossen Aufstehen, Absitzen, Ab
liegen, bei Bewegungen im Raum, Handreichungen und so weiter einen ein
schiessenden Schmerz verspürt, kann allein deswegen noch keine unfallähnliche Körperschädigung geltend machen. Ein äusserer Faktor ist nicht gegeben, wenn
die versicherte Person einzig das erstmalige Auftreten von Schmerzen angibt, aber
keine gleichzeitig mitwirkende äussere Komponente zu benennen vermag.
Auch ist das Erfordernis eines äusseren schädigenden Faktors nicht erfüllt, wenn
das Auftreten von Schmerzen bloss mit einem von der versicherten Per
son be
schriebenen gewöhnlichen Bewegungsablauf einhergeht. Verlangt wird vielmehr ein Geschehen, welchem ein gesteigertes Gefährdungspotenzial inne
wohnt, was zutrifft, wenn die als Schmerzauslöser angegebene Betätigung im Rahmen einer
allgemein gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies bei vielen sport
lichen Aktivitäten der Fall ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E.
2.2.3 mit Hinweis auf
BGE 129 V 466 E.
4.2.1, 4.2.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen
Einspracheentscheid
damit, dass sich die Beschwerdeführerin beim Joggen im Dezember 2011 sowie beim
Aufstehen von einem Stuhl am 2
4.
Februar 2012 am rechten Knie verletzt
habe.
Bei beiden Ereignissen fehle es jeweils an einem ungewöhnlichen äusse
ren
Faktor, so dass kein Unfall im versicherungsrechtlichen Sinne vorliege. So werde
beim Joggen kein Ausgleiten, ein Sturz oder ein Anstossen geltend ge
macht,
was den Rahmen des Alltäglichen übersteigen würde. Auch beim Auf
stehen vom
Stuhl handle es sich um eine normale Köperbewegung, welche nicht von einem aussergewöhnlichen Umstand gestört worden sei. Unbestritten sei, dass die Be
schwerdeführerin eine Körperschädigung im Sinne von
Art.
9
Abs.
2 UVV erlitten
habe
(Bandläsion, Meniskusriss)
. Bei beiden Sachverhalten sei je
doch das Vor
liegen eines gesteigerten Gefährdungspotentials zu verneinen
, so dass auch die Bejahung einer unfallähnlichen Körperschädigung im Sinne von
Art.
9
Abs.
2 UVV ausser Betracht falle (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, dass ihr
am 2
4.
Februar 2012 beim Aufstehen respektive Anlaufen mit seitlicher Dre
hun
g von über 90° mit hohen Schuhen auf
einem
Pflastersteinweg das Knie nach innen geknickt sei, was in der Folge zu massiven Beschwerden geführt habe. Das leichte Knie- und Fussverdrehen beim Joggen im Dezember 2011 habe sie lediglich auf Hinweis der Beschwerdegegnerin angegeben. Sie habe zu diesem
Zeit
punkt keine Instabilität des Kniegelenkes und keine massiven Schmerzen wie
am 2
4.
Februar 2012 verspürt (
Urk.
1).
3.
3.1
Die für den Bericht der
C._
vom
2.
März 2012 verantwortlichen Fachärzte diagnostizierten eine Ruptur des vorderen Kreuzbandes, eine media
le
Meniskusläsion sowie eine beginnende mediale Arthrose am rechten Knie.
Sie führ
ten aus, d
ie Beschwerdeführerin habe seit zwei bis drei Monaten ein
In
sta
bi
litätsgefühl
beim Treppenlaufen oder auch bei Belastung verspürt, begleitet von einem ein
schiessenden Schmerz medial. Dann sei es in
Z._
zu dem be
schrie
benen Ein
knicken im Sinne eines
Valgusstresstraumas
gekommen mit deut
lichem
Instabi
litätsgefühl
sowie massiven Schmerzen und Schwellung (
Urk.
7/2)
.
3.2
Am 1
6.
Mai 2012 gab die Beschwerdeführerin an, beim Joggen im Dezember 2011
die ersten Symptome verspürt zu haben. Sie habe sich mehrmals den Fuss beziehungsweise das Knie verdreht
, eventuell sei das Kreuzband bereits ange
rissen gewesen (
Urk.
7/7).
3.3
Die für den Bericht der
C._
vom 2
0.
März 2013 verantwortlichen Fach
ärzte hielten fest, dass die Ruptur eines vorderen Kreuzbandes bei einer Patientin in diesem Alter de facto ein Unfallereignis dar
stelle
. Die Kräfte
,
die nötig seien, um ein Kreuzband
ruptieren
zu lassen, würden bei gleichförmigen Be
wegungen ohne einen speziellen Distorsionsmechanismus nicht erreicht wer
den. Sowohl die Beschreibung des Unfallhergangs als auch die Beurteilung des MRI würden für einen unmittelbaren kausalen Zusammenhang sprechen. Die Er
wähnung, dass das Kreuzband allenfalls schon im Dezember 2011 angerissen worden sei, stelle eine Laienvermutung dar, welche nicht als fachlich qualifiziert angesehen werden könne; eine Instabilität könne auch
aufgrund
muskulärer Genese entstehen (
Urk.
7/16).
4.
4.1
Was den Sachverhalt im Dezember 2011 betrifft, ist den Angaben der Be
schwer
deführerin kein Hinweis darauf zu entnehmen, dass ein ungewöhnli
cher äusserer Faktor zu einer Knie- oder Fussverletzung geführt hat. Ein
Unfall
ge
schehen
im Sinne des Gesetzes ist demzufolge von vornherein zu verneinen. Was
die Frage nach einem unfallähnlichen Ereignis betrifft, ist anzumerken, dass die Fachärzte der
C._
die erlittene Kreuzbandruptur sowie den Menis
kusriss eindeutig auf das Ereignis vom 2
4.
Februar 2012 zurückfüh
ren. Damit ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht davon auszugehen, dass die Be
schwerdeführerin bereits vor diesem Datum eine Verletzung im Sinne von
Art.
9
Abs.
2 UVV erlitten hat, so dass auch die Annahme eines
un
fallähnlichen
Ge
schehens ausser Betracht fällt.
4.2
4.2.1
Was den Sachverhalt vom 2
4.
Februar 2012 betrifft, wird ebenfalls nicht be
hauptet, dass ein ungewöhnlicher äusserer Faktor für das Einknicken des Knies verantwortlich war. Ein
Unfallgeschehen im Sinne von
Art.
4 ATSG
ist
demnach auch diesbezüglich zu verneinen.
4.2.2
Unbestritten und durch die medizinischen
Akten
belegt ist vorliegend, dass die
Be
schwerdeführerin eine Kreuzbandruptur sowie eine Meniskusläsion erlitten hat,
was einem Gesundheitsschaden im Sinne von
Art.
9
Abs.
2 UVV entspricht.
Zu prüfen bleibt demnach, ob die Voraussetzungen für das Vorliegen einer
un
fallähnlichen
Körperschädigung
gegeben sind
. Dabei ist zu beachten, dass die
schä
digende Einwirkung auch in einer körpereigenen Bewegung bestehen kann
, aller
dings nur in jenen Fällen, in denen ein gesteigertes Gefährdungspotential zu be
jahen ist. Ein solches ist etwa bei den alltäglichen Lebensverrichtungen zu ver
neinen, so dass etwa blosses Aufstehen und Weggehen nicht zu einer
Leis
tungs
pflic
ht
des Unfallversicherers führt
.
Das Bundesgericht äusserte sich bereits mehrfach zu diesem Themenkreis und hielt etwa fest, dass die schädi
gende äussere Einwirkung in einer körpereigenen Bewegung bestehen
könne
, wie dem plötzlichen Aufstehen aus der Hocke (BGE
116 V 148 E.
2c mit Hin
weisen) oder einem Fehlschlag beim Fussballspiel
(RKUV
1990 Nr. U 112 S. 375 E
. 3), im Aufheben oder Abstellen von Gewichten von
40 bis 50 kg (BGE 116 V 149 E
. 4), im Umlagern eines Heizkörpers von über 5 m
Länge und einem Ge
wicht von über 100 kg von einem Wagen auf einen
Ar
beits
bock
(nicht publi
zierte E
.
3b von BGE 123 V 43), im Bruch eines Rückenwirbels
zufolge Kon
traktionen bei einem epileptischen Anfall (SVR 1998 UV Nr.
22 S.
81),
im Ver
schieben eines schweren Wäschekorbes mit dem linken Fuss,
Ausführung einer ruckartigen Bewegung und Verdrehung des rechten Knies (RKUV
2000 Nr. U 385 S.
267), in einem Sprung von einer Verpackungskiste
(RKUV 2001 Nr. U 435 S.
332), im Bemühen, balgende Hunde zu trennen, wo
rauf
die versicherte Person auf unebenem Gelände ausrutschte und sich das Knie
verdrehte (Urteil
U 127/00
vom 2
7.
Juni 2001
), im Stolpern, einer unkoordi
nier
ten
Ausweichbe
wegung
des Beines und daraufhin erfolgtem Anschlagen des linken Knies an ei
nem Anhängerwagen (Urteil
U 158/00
vom 2
7.
Juni 2001
), im
Misstritt
beim Volleyballspiel mit einschiessendem Zwick im linken Knie (Urteil
U 92/00
vom 2
7.
Juni 2001
), in einem Sprung aus einer Höhe von 60 cm aus einem Bahngepäckwagen (Urteil
U 266/00
vom 2
1.
Septembe
r 2001
), im Er
leiden einer Zerrung der Adduktorenmuskeln im Rahmen eines
Fussball
trai
ning
s
(Ur
teil
U 20/00
v
om 1
0.
Dezember 2001)
und in einem brüsken Umdrehen beim Kochen in Richtung Küchenschrank mit einschiessenden Schmerzen im Knie
(Ur
teil
U 5/02
vom 2
1.
Oktober 2002
). Hingegen hat das
Gericht
den äusse
ren schädigenden Faktor bei vermehrter Arbeitsbelastung, welche zu kontinu
ier
li
cher Zunahme und Verschlechterung der Kniebeschwerden führte (Urteil
U 198/0
0
vom 3
0.
August 2001
), und bei wiederholten Anstrengungen wie bei Ar
beiten mit Hammer oder Bohrer (erwäh
nt in der nicht publizierten E
.
3b von
BGE 123 V 43) verneint; ebenso verneint hat das
Gericht
den äusseren Faktor beim
Auftreten von Schmerzen "nachts bei Drehbewegungen und nach länge
rem Gehen" (Urteil
U 458/00
vom 2
4.
Oktober 2001;
BGE 129 V 466 E.
4.1).
Wei
ter hat das Bundesgericht den äusseren schädigenden Faktor verneint bei einem Knacken im Knie beim in die Hocke gehen ohne unkontrollierte Bewe
gung (Urteil 8C_186/2008 vom
4.
November 2008 E.
3.3 mit weiteren Hinwei
sen
).
Darüber hinaus
hat das hiesige Gericht das Vorliegen einer unfallähnlichen
Kör
perschädigung
in den folgenden Fällen verneint: leichtes Verdrehen des Knies
beim Treppensteigen,
Urteil
UV.
20
12.00261
vom 9. April 2013
;
Drehung des Knies
unter Belastung bei Patiententransfer,
Urteil
UV.20
1
1.00070
vom 13. Juli
2012
;
Aufstehen von einem Stuhl,
Urteil
UV.2007.00332
vom 25. November 2008
;
Verdrehen des Knies mit anhaltendem stechendem Schmerz,
Urteil
UV.2006.00213
vom 11. Mai 2007
; Absitzen bei beengten Platzverhältnissen mit
Abdrehung
des Knies,
Urteil
UV.2004.00234
vom 14. Februar 2006
.
Die Kasuistik zeigt, dass ein gesteigertes Gefährdungspotential etwa bei sportli
chen Aktivitäten
mit ausserplanmässigem Bewegungsablauf
angenommen wird oder immer dann, wenn eine plötzliche, brüske, ruckartige oder unkontrollierte Be
wegung durchgeführt wurde. Ein solches Geschehen wird von der Beschwer
de
führerin aber
zu keinem Zeitpunkt behauptet; auszugehen ist vielmehr von einem planmässigen Aufstehen und Weggehen. Ein
S
olches ist aber auch mit hohen Schuhen auf Pflastersteinen – wie dies die Beschwerdeführerin in ihrer
Be
schwerde geltend macht – den alltäglichen Lebensverrichtungen zuzurech
nen.
Vor diesem Hintergrund ist auch das Vorliegen einer unfallähnlichen
Kör
per
schä
digung
im Sinne von
Art.
6
Abs.
2 UVG zu verneinen.
4.2.3
Was die Frage der Einstellung der Leistungen betrifft, kann entsprechend den Ausführungen der Beschwerdegegnerin (
Urk.
6 S. 5) auf
BGE 130 V 380
E. 2.3.1 verwiesen werden.
Da keine Rückforderung der bisher erbrachten Leistungen im
Raum steht, ist für die Einstellung derselben kein
Rückkommenstitel
erforder
lich
.
4.2.4
Zusammenfassend führt dies
mangels Unfalls und mangels Vorliegens einer unfallähnlichen Körperschädigung dazu, das
s die Beschwerdegegnerin nicht l
eistungspflichtig ist, und demnach
in Bestätigung des angefochtenen
Ein
spracheent
scheids
zur Abweisung der Beschwerde.