Decision ID: cfe7c91c-ef4b-513c-a0be-1c83c1709860
Year: 2018
Language: de
Court: AR_OG
Chamber: AR_OG_003
Canton: AR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

Sachverhalt
A. Die am XX.XX.1964 geborene A_ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) wurde von ihrer
Arbeitgeberin, der Stiftung B_, bei welcher sie seit dem 01. Januar 2004 angestellt war,
während nach einem Unfall anhaltender Arbeitsunfähigkeit aufgrund Nackenschmerzen
und psychischen Problemen bei der IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden (nachfolgend:
Vorinstanz) zur Früherfassung angemeldet (IV-act. 1).
B. Beim Erstgespräch am 17. Januar 2014 berichtete die Beschwerdeführerin von einem
Motorradunfall auf dem Sustenpass am 21. Juli 2013, wobei sie ein Schädel-Hirn-Trauma,
ein Schleudertrauma sowie diverse Prellungen und Schürfungen erlitten habe. Bereits vor
diesem Unfall habe sie unter Schlafstörungen und Erschöpfung gelitten und sei mit ihrer
Situation als alleinerziehende Mutter schon über längere Zeit am Limit gelaufen. Der Unfall
habe nun das Fass zum Überlaufen und sie aus dem psychischen Gleichgewicht gebracht
und sie könne ihr 70%-Arbeitspensum bei der Stiftung B_ nicht mehr erfüllen (IV-act. 4).
Der Empfehlung entsprechend reichte die Beschwerdeführerin am 22. Januar 2014 eine IV-
Anmeldung bei der Vorinstanz ein (IV-act. 11).
C. Gemäss Einschätzung des RAD vom 9. Juli 2014 verfügte die Beschwerdeführerin, der die
Stelle bei der Stiftung B_ inzwischen gekündigt worden war, unterdessen über einen
genügend stabilen Gesundheitszustand, um mit beruflichen Massnahmen zu beginnen (IV-
act. 39) und es wurde ihr durch die Vorinstanz Beratung und Unterstützung bei der
Stellensuche gewährt (IV-act. 41). Vom 17. November 2014 bis 20. Februar 2015
absolvierte die Beschwerdeführerin zunächst ein Belastbarkeitstraining im Business House
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REMETEX (IV-act. 49 ff.). Nach einer Verlängerung dieser Massnahme bis zum 27. März
2015 (IV-act. 64 ff.) nahm sie vom 7. April bis zum 11. September 2015 an weiteren
Aufbautrainings in der Dreischiibe teil (IV-act. 73 ff.). Im Anschluss erfolgte ein
Arbeitsversuch im Pensum von 50% beim Spitalverbund AR vom 1. Oktober bis 31.
Dezember 2015 (IV-act. 110 ff.). Mangels ausreichender Belastbarkeit und Ausdauer der
Beschwerdeführerin war eine Anschlusslösung nicht möglich (IV-act. 118, S. 2). Am 8.
Januar 2016 teilte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin daher mit, dass die
Arbeitsvermittlung abgeschlossen und die Rentenprüfung eingeleitet werde (IV-act. 121).
D. Nach Einholung der aktuellen medizinischen Unterlagen erachtete es Dr. C_ vom RAD
im Bericht vom 24. November 2016 (IV-act. 141) als nötig, dass die Beschwerdeführerin
aufgrund ihres neu zusätzlich aufgetretenen Rückenleidens zunächst im Rahmen ihrer
Mitwirkungspflicht aufgefordert werde, sich fachärztlich von einem Rheumatologen oder
Neurologen ihrer Wahl behandeln zu lassen. Erst nach angemessener Behandlungszeit sei
ein Arztbericht einzuholen und eine abschliessende Beurteilung vorzunehmen. Die
Beschwerdeführerin begab sich hierauf in Behandlung bei Dr. D_, welcher im Arztbericht
vom 23. Januar 2017 (IV-act. 145) festhielt, die Beschwerdeführerin habe ein chronisch
lumbo-spondylogenes und zervikogenes Schmerzsyndrom mit reaktiver Depression. Es sei
illusorisch, sie zu 100% in den Arbeitsmarkt eingliedern zu wollen; in rückenadaptierter
Tätigkeit bestehe lediglich eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit. Gestützt auf das aktualisierte
medizinische Dossier erachtete Dr. C_ vom RAD die Beschwerdeführerin im Bericht vom
10. Februar 2017 (IV-act. 146) ebenfalls als in adaptierter Tätigkeit zu 50% arbeitsfähig,
wobei ihr leichte körperliche wechselbelastende Arbeiten, möglichst ohne Über-Kopf-
Arbeiten, ohne Ausdauerarbeiten, mit der Möglichkeit für kurze Bewegungspausen und
ohne überdurchschnittliche komplexe geistige Anforderungen möglich seien. Im Februar
2017 trat die Beschwerdeführerin eine Teilzeitarbeit als Verteilerin von Werbeträgern an
(IV-act. 150). Dr. C_ stellte im RAD-Bericht vom 20. April 2017 (IV-act. 152) fest, diese
Austräger-Arbeit entspreche nicht dem adaptierten Arbeitsprofil. Nachdem angesichts der
aktuellen medizinischen Unterlagen keine neuen dauerhaften gesundheitlichen
Beeinträchtigungen vorlägen, betrage die Arbeitsfähigkeit bei Einhalten der adaptierten
Vorgaben weiterhin 50%. Am 8. Juni 2017 fand eine Haushaltsabklärung bei der
Beschwerdeführerin statt. Der IV-Mitarbeiter stellte lediglich geringe Einschränkungen der
Beschwerdeführerin in der Haushaltsführung im Umfang von 5% fest (IV-act. 155). In der
Folge führte die Vorinstanz die Rentenanspruchsprüfung durch und stellte der
Beschwerdeführerin am 8. September 2017 einen Vorbescheid zu, wonach ihr mit Wirkung
ab Januar 2016 eine Viertelsrente zugesprochen werde (IV-act. 161). Die dagegen von der
Beschwerdeführerin erhobene Einsprache wurde abgewiesen und die zugesprochene
Viertelsrente mit Verfügung vom 4. Dezember 2017 bestätigt (IV-act. 172).
Seite 4
E. Gegen diese Verfügung richtet sich die von der Beschwerdeführerin am 22. Januar 2018
erhobene Beschwerde ans Obergericht (act. 1), mit welcher sie die Aufhebung der
angefochtenen Verfügung unter Zusprache einer Dreiviertelsrente beantragte. Mit
Vernehmlassung vom 5. April 2018 (act. 9) verlangte die Vorinstanz die Abweisung der
Beschwerde bzw. eventualiter die Einholung eines Gerichtsgutachtens. Mit Replik vom 11.
April 2018 (act. 12) hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest und reichte weitere
Unterlagen ein. Die Vorinstanz verzichtete auf die Einreichung einer Duplik. Nachdem keine
Partei die Durchführung einer mündlichen Verhandlung verlangt hatte, wurde die Sache am
18. September 2018 in der dritten Abteilung des Obergerichts in Abwesenheit der Parteien
abschliessend beraten und darüber entschieden. Die Beschwerde wurde teilweise
gutgeheissen und die Vorinstanz angewiesen, der Beschwerdeführerin ab Januar 2016
eine halbe Invalidenrente auszurichten. Dem Begehren der Beschwerdeführerin gemäss
Schreiben vom 25. September 2018 (act. 16) entsprechend, wird das Urteil mit schriftlicher
Begründung eröffnet.
F. Auf weitere Einzelheiten im Sachverhalt und in den IV-Akten sowie die Vorbringen der
Parteien in den Rechtschriften wird, soweit entscheidrelevant, in den nachfolgenden
Erwägungen näher eingegangen.

Erwägungen
1. Formelles
Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversicherungsrecht ergangen.
Gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b des Justizgesetzes
(JG, bGS 145.31) beurteilt das Obergericht Beschwerden gegen solche Entscheide. Das
Gesamtgericht hat Beschwerden in Sozialversicherungssachen mit medizinischen
Fragestellungen (unter Vorbehalt der hier nicht betroffenen Zuständigkeiten des
Einzelrichters) der 3. Abteilung zur Beurteilung zugewiesen (so publiziert im Staatskalender
Appenzell Ausserrhoden für das Amtsjahr 2018/19, S. 83), weshalb diese zur Beurteilung
der Beschwerde zuständig ist.
Da eine Verfügung der IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden angefochten ist, ist die örtliche
Zuständigkeit gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
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Invalidenversicherung [IVG, SR 831.20]). Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung
der weiteren Prozessvoraussetzungen ergibt, dass diese sowohl hinsichtlich der
Beschwerdeberechtigung auf Seiten der Beschwerdeführerin als auch hinsichtlich der
Form- und Fristerfordernisse mit Bezug auf die Beschwerdeschrift erfüllt sind (insbesondere
Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59, Art. 60 Abs. 1 und Art. 61 lit. b ATSG).
Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2. Materielles
2.1
a. Der Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung setzt voraus, dass die
versicherte Person invalid oder von Invalidität unmittelbar bedroht ist. Als Invalidität gilt
gemäss Art. 4 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG die durch einen körperlichen oder
geistigen Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall
verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit andauernde Erwerbsunfähigkeit.
b. Gemäss Art. 28 IVG haben versicherte Personen Anspruch auf eine ganze Rente, wenn
sie mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%, auf eine
halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens
zu 40% invalid sind.
c. Zwischen den Parteien umstritten ist der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin.
Während die Vorinstanz der Beschwerdeführerin in der angefochtenen Verfügung einen
Invaliditätsgrad von insgesamt 42% zuerkannt hat, geht die Beschwerdeführerin von einem
Invaliditätsgrad von 62% aus, was ihrem Rechtsbegehren entsprechend Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente begründen würde.
2.2
Die Vorinstanz legte der angefochtenen Verfügung die Annahme zugrunde, der
Beschwerdeführerin sei eine adaptierte Arbeit im Rahmen eines 50%-Pensums zumutbar.
Es mutet seltsam an, wenn die Vorinstanz im vorliegenden Beschwerdeverfahren nun
einen Eventualantrag auf ein Gerichtsgutachten stellt und ausführt, „gesamthaft wäre wohl
eine Begutachtung der Versicherten nicht völlig fehl am Platz gewesen“ (act. 9, S. 2 unten).
Betrachtet man die medizinischen Unterlagen im IV-Dossier, so ist diesen zu entnehmen,
dass sowohl gestützt auf die Berichte der behandelnden Ärzte als auch gemäss aktueller
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Einschätzung des RAD bei der Beschwerdeführerin von einer 50%-igen Arbeitsfähigkeit
adaptiert auszugehen ist. Das diesem Arbeitsfähigkeitsgrad widersprechende Gutachten
des Unfallversicherers, welches von der Vorinstanz in der Vernehmlassung erwähnt wird
(vgl. IV-act. 100.1), ist heute nicht mehr aktuell, so dass schon in rein zeitlicher Hinsicht
nicht mehr ohne Vorbehalte darauf abgestellt werden könnte. Zu Recht ging denn auch die
Vorinstanz bei der Rentenprüfung in der angefochtenen Verfügung nicht gestützt auf dieses
frühere Gutachten von einer vollen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus. Den
aktuellen Unterlagen ist nämlich nichts zu entnehmen, das darauf hinweisen würde, dass
der Beschwerdeführerin eine Vollzeitstelle zumutbar wäre. Auch im Rahmen der
beruflichen Eingliederungsbemühungen hat sich bei der offensichtlich arbeitswilligen
Beschwerdeführerin eine Leistungsmöglichkeit im Rahmen von lediglich 50% gezeigt.
Insbesondere, nachdem auch der RAD die Einschätzung der 50%-igen Arbeitsfähigkeit als
nachvollziehbar betrachtete, ist es daher richtig, dass die Vorinstanz der Rentenprüfung
diese aktuelle Arbeitsfähigkeitseinschätzung zu Grunde gelegt hat. Sollte die Vorinstanz
anderer Ansicht sein, wäre es ihre Aufgabe gewesen, den medizinischen Sachverhalt
vertiefter abzuklären, bevor sie verfügt (vgl. Art. 43 ff. ATSG). Unter den gegebenen
Umständen erscheinen allerdings derzeit ohnehin keine weiteren medizinischen
Abklärungen angezeigt und es ist bei der Rentenprüfung auf die auch seitens der
Beschwerdeführerin unbestrittene Annahme einer 50%-igen Arbeitsfähigkeit adaptiert
abzustellen. Es wird der Vorinstanz freistehen, im Rahmen einer späteren Rentenrevision
allenfalls erneut vertiefte medizinische Abklärungen vorzunehmen, sollte sie dies dann als
notwendig erachten.
2.3
a. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden
wäre (sog. Valideneinkommen). Das Ausmass der Invalidität ist somit bei im
Gesundheitsfall vollzeitlich erwerbstätigen Personen durch einen reinen
Einkommensvergleich zu ermitteln. Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind,
wird dagegen nur für diesen Teil die Invalidität nach Artikel 16 ATSG festgelegt. Waren sie
daneben auch im Aufgabenbereich, namentlich im Haushalt, tätig, so wird für die
Bemessung der Invalidität in dieser Tätigkeit darauf abgestellt, in welchem Masse sie
unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (vgl. Art. 28a IVG), während bei einer
versicherten Person ohne Aufgabenbereich, die im Gesundheitsfall lediglich eine
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Teilzeiterwerbstätigkeit ausüben würde, die Einschränkung im erwerblichen Bereich
proportional - im Umfang des hypothetisch-erwerblichen Teilzeitpensums - zu
berücksichtigen ist (BGE 142 V 290).
b. Bei der Rentenprüfung gemäss angefochtener Verfügung wurde davon ausgegangen,
die Beschwerdeführerin würde im Gesundheitsfall in einem reduzierten Pensum von 90%
einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgehen. Die Beschwerdeführerin wendet
dagegen ein, sie wäre im Gesundheitsfall schon aus rein finanziellen Gründen zu 100%
erwerbstätig. Die Vorinstanz stützt ihre davon abweichende Beurteilung der Statusfrage auf
die Haushaltsabklärung vor Ort vom 8. Juni 2017. Der IV-Mitarbeiter protokollierte im
Abklärungsbericht, die Beschwerdeführerin habe „nach kurzer reiflicher Überlegung“
angegeben, „dass sie nach Lehrabschluss ihres Sohnes im Jahr 2014 eine Steigerung
ihres Arbeitspensums bis maximal 90% vorgesehen habe, mit einem halben Tag unter der
Woche Zeit für sich und den Haushalt“ (IV-act. 155, S. 5).
c. Nachdem die Beschwerdeführerin diese so protokollierte Aussage explizit als falsch
bezeichnet (und dies der Vorinstanz auch bereits im Einspracheverfahren kund getan hat,
vgl. IV-act. 166), ist heute nicht mehr mit Sicherheit eruierbar, was die Beschwerdeführerin
gegenüber dem IV-Mitarbeiter genau äusserte. Insgesamt sprechen aber die von der
Beschwerdeführerin in ihren Eingaben vorgebrachten, durchwegs nachvollziehbaren und
überzeugenden Argumente dafür, unter den gegebenen Umständen in der konkreten
Situation mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin heute tatsächlich in einem Vollzeitpensum arbeiten würde, wäre sie
nicht durch ihre Gesundheit eingeschränkt. Nachdem sie schon früher, während sie noch
ihre minderjährigen Kinder betreute, in einem Pensum von 70% arbeitete, ist es durchaus
naheliegend, dass sie heute, wo sie keine solchen Betreuungspflichten mehr hat, schon
aus rein finanziellen Gründen in einem Vollzeitpensum arbeiten würde, insbesondere,
nachdem sie lediglich den eigenen Einpersonenhaushalt zu besorgen hat und ihre aktuelle
Wohnsituation in der Eigentumswohnung ihres Bruders weder die zusätzliche Pflege eines
Gartens noch sonstige besondere zeitliche Aufwendungen bedingt. Somit ist sie bei der
Rentenprüfung richtigerweise als im Gesundheitsfall Vollerwerbstätige zu qualifizieren und
der IV-Grad ist demnach gestützt auf einen reinen Einkommensvergleich festzulegen, wie
dies die Beschwerdeführerin zu Recht verlangt.
d. Die von der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der Statusfrage aufgeworfene
Frage nach einem allfälligen Anspruch einer anwaltlich vertretenen Person auf Teilnahme
ihres Vertreters an einer Haushaltsabklärung vor Ort kann damit an dieser Stelle
offengelassen werden. Mangels Entscheidwesentlichkeit kann auch offenbleiben, ob die
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Invaliditätsbemessung selbst bei theoretischer Annahme, die Beschwerdeführerin wäre im
Gesundheitsfall teilzeitwerbstätig, im konkreten Fall aufgrund ihrer persönlichen Situation
nicht - anstatt nach der gemischten Methode, wie dies die Vorinstanz getan hat - wenn
schon eher mittels eines gewichteten Einkommensvergleichs im Sinne der Rechtsprechung
von BGE 142 V 290 (Teilzeiterwerbstätige ohne Aufgabenbereich) vorzunehmen gewesen
wäre.
2.4
Gestützt auf die obigen Erwägungen ist der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin wie
folgt zu ermitteln:
a. Für die Festlegung des Valideneinkommens stellte die Vorinstanz richtigerweise auf den
gemäss IK-Auszug im Jahr 2012 bei der Stiftung B_ zuletzt erzielten Lohn im Betrag von
Fr. 38‘600.-- ab, entsprechend dem damaligen 70%-Pensum der Beschwerdeführerin (vgl.
act. 28, S. 1). Die von der Beschwerdeführerin verlangte zusätzliche pauschale
Hinzurechnung von Zulagen erscheint nicht angebracht, zumal im AHV-Lohn gemäss IK-
Auszug solche Zulagen, soweit ersichtlich, bereits berücksichtigt sind und die Arbeitgeberin
im Fragebogen für Arbeitgeber vom 4. Februar 2014 für das Jahr 2014 jedenfalls keinen
höheren Lohn als den für das Jahr 2012 im IK-Auszug aufgeführten Lohn im Betrag von Fr.
38‘600.-- angeführt hatte (vgl. IV-act. 22, S. 3). Dieser Lohn ist aber für die Ermittlung des
für die Berechnung des Invaliditätsgrads massgebenden Validenlohns richtigerweise
aufgrund vorstehender E. 2.3 auf ein Vollzeitpensum hochzurechnen, entsprechend einem
Jahreslohn im Betrag von Fr. 55‘142.85. Indexiert auf den Rentenbeginn, welcher seitens
beider Parteien unbestrittenermassen auf den 1. Januar 2016 festzulegen ist, beträgt das
Valideneinkommen damit (gerundet) Fr. 56‘800.--
b. Das Invalideneinkommen wurde von der Vorinstanz unter Beizug der LSE-Tabellen
festgelegt. Das Einkommen, das die Beschwerdeführerin beim Alters- und Pflegezentrum
E_ Ende 2017 / Anfangs 2018 erzielte, kann nicht entscheidend sein für die Festlegung
des Invalideneinkommens im Rahmen der Rentenprüfung, da es sich zum Vornherein um
eine lediglich auf kurze Zeit befristete Stelle handelte. Das Vorgehen der Vorinstanz, für die
Festlegung des Invalideneinkommens auf die LSE-Tabellen abzustellen, ist daher zu
bestätigen. Die Vorinstanz hat die Zahlen in der LSE 2014 verwendet. Gemäss LSE 2014
betrug das monatliche Durchschnittseinkommen bei einfachen Tätigkeiten körperlicher oder
handwerklicher Art rund Fr. 4‘347.--. Bei Aufrechnung auf die betriebsübliche Arbeitszeit,
welche im Jahr 2014 bei 41.7 Stunden pro Woche lag, sowie unter zusätzlicher Indexierung
auf den Rentenbeginn per 1. Januar 2016, ist bei der Beschwerdeführerin von einem
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Invalideneinkommen in der Grössenordnung von Fr. 27‘556.-- entsprechend einem 50%-
Pensum auszugehen. Einen Jahreslohn in derselben Grössenordnung erhält man, wenn
statt auf die Zahlen in der LSE 2014 direkt auf die inzwischen ebenfalls veröffentlichten
Zahlen der LSE 2016 abgestellt und auf die im Jahr 2016 betriebsübliche Arbeitszeit von
ebenfalls 41.7 Wochenstunden umgerechnet wird.
c. Bei einem Valideneinkommen im Betrag von Fr. 56‘800.-- und einem
Invalideneinkommen im Betrag von Fr. 27‘556.-- ergibt sich ein invaliditätsbedingter
Minderverdienst der Beschwerdeführerin im Umfang von Fr. 29‘244.--. Daraus resultiert
rechnerisch ein Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin von annähernd 51,5%. Damit steht
der Beschwerdeführerin Anspruch auf eine halbe Invalidenrente zu, welche ihr rückwirkend
seit 1. Januar 2016 auszurichten ist. Die angefochtene Verfügung ist entsprechend
aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, der Beschwerdeführerin anstatt der
zugesprochenen Viertelsrente mit Wirkung ab 1. Januar 2016 eine halbe Invalidenrente
auszurichten.
2.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten
ermittelt, ist der entsprechende Tabellenlohn allenfalls zu kürzen, um der Tatsache
Rechnung zu tragen, dass persönliche und berufliche Merkmale Auswirkungen auf die
Lohnhöhe haben können. Aufgrund solcher Faktoren kann eine versicherte Person die ihr
verbleibende Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise
nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Ein allfälliger Abzug darf
aber nicht automatisch erfolgen, sondern ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25% nicht übersteigen
(anstelle vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_266/2017 vom 29. Mai 2018, E. 3.1). Die
Beschwerdeführerin bemängelt, dass die Vorinstanz ihr bei der Rentenprüfung keinen
Abzug vom Tabellenlohn zugestanden habe und macht geltend, es sei in ihrem Fall ein
Abzug von 20% angemessen. Dieser Argumentation kann aus folgenden Gründen nicht
gefolgt werden:
a. Die Beschwerdeführerin bringt vor, es sei zu berücksichtigen, dass sie nur noch
teilzeitlich in einem Pensum von 50% arbeiten könne, weshalb zahlreiche geeignete
Tätigkeiten zum Vornherein ausscheiden würden. Gemäss Rechtsprechung und Lehre
wirkt sich allerdings eine Teilzeitbeschäftigung bei Frauen im Vergleich zu einer
Vollzeitbeschäftigung, insbesondere bei einem Pensum von 50%, eher lohnerhöhend als
lohnmindernd aus, weshalb sich gestützt auf dieses Argument kein Abzug vom
Seite 10
Tabellenlohn rechtfertigt (MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl.
2014, N 107 zu Art. 28a IVG; anstelle vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_72/2017 vom
19. Juli 2017, E. 4.3, m.w.H.).
b. Insoweit die Beschwerdeführerin zudem die Notwendigkeit von Wechselbelastung in der
adaptierten Tätigkeit als lohnsenkenden Faktor, der zu einem Leidensabzug berechtigen
soll, betrachtet, ist darauf hinzuweisen, dass in Fällen, in denen leichte bis mittelschwere
Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit noch nicht per se ein
Abzug vom Tabellenlohn gerechtfertigt erscheint, weil der Tabellenlohn im untersten
Anforderungsniveau eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst,
welche dem adaptierten Anforderungsprofil der Beschwerdeführerin entsprechen dürfte
(vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016, E. 3.2). Es
erscheint daher vertretbar, dass die Vorinstanz die Voraussetzungen für einen zusätzlichen
Leidensabzug verneint hat. Wenn überhaupt, würde unter diesem Gesichtspunkt
angesichts der weiten Umschreibung der für die Beschwerdeführerin weiterhin zumutbaren
Tätigkeiten zudem klar nicht der von der Beschwerdeführerin beantragte Abzug im Umfang
von 20%, sondern zum Vornherein höchstens ein solcher von 5 bis 10% in Frage kommen.
c. Schliesslich bildet auch die von der Beschwerdeführerin angeführte längere
Abwesenheit vom Arbeitsmarkt während der Kindererziehung und die anschliessend mehr
als 10-jährige Beschäftigung beim letzten Arbeitgeber klar keinen Grund für einen
zusätzlichen Abzug vom Tabellenlohn, nachdem dem Kriterium der Dienstjahre im
niedrigsten Anforderungsniveau keine entscheidende Bedeutung zukommt (vgl. dazu Urteil
des Bundesgerichts 9C_200/2017 vom 14. November 2017, E. 4.6). Da Hilfsarbeiten auf
dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt zudem altersunabhängig nachgefragt
werden und einfache Tätigkeiten auf dem untersten Anforderungsniveau kein besonderes
Bildungsniveau erfordern (vgl. anstelle vieler: Urteile des Bundesgerichts 9C_380/2015
vom 17. November 2015, E. 3.2.4 und 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016, E. 3.4.2), sind
auch sonst keine Gründe ersichtlich, welche einen zusätzlichen Abzug vom Tabellenlohn
als angezeigt erscheinen liessen.
d. Zusammengefasst sind die Kriterien für einen zusätzlichen Abzug vom
Invalideneinkommen bei der Beschwerdeführerin nicht erfüllt. Im Übrigen würde selbst eine
grosszügige Berücksichtigung eines Leidensabzugs von bis zu 15% zugunsten der
Beschwerdeführerin nichts daran ändern, dass ihr aufgrund eines in diesem Fall
resultierenden Invaliditätsgrads von weiterhin unter 60% unverändert ein Rentenanspruch
auf eine halbe Invalidenrente zustehen würde.
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3. Kosten und Entschädigung
3.1
Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung
oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung kostenpflichtig. Da die
Beschwerdeführerin beim vorliegenden Verfahrensausgang mit ihren Anträgen nicht
vollumfänglich, aber teilweise obsiegt hat, sind bei ihr lediglich die Hälfte der Kosten zu
erheben und die andere Hälfte auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 19 Abs. 3 e contrario
i.V.m. Art. 53 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG, bGS 143.1]).
Vorliegend erscheint die in vergleichbaren Fällen übliche Entscheidgebühr von Fr. 800.--
als angemessen. Davon entfallen auf die Beschwerdeführerin Fr. 400.--, welche mit der
Hälfte des bereits geleisteten Kostenvorschusses im Betrag von Fr. 800.-- zu verrechnen
sind. Die Gerichtskasse wird angewiesen, der Beschwerdeführerin Fr. 400.-- vom
geleisteten Kostenvorschuss zurückzuerstatten.
3.2
Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf
Ersatz der Parteikosten; diese werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Im Übrigen ist die Bemessung der
Parteientschädigung dem kantonalen Recht überlassen (Urteil des Bundesgerichts
8C_11/2016 vom 22. Februar 2016, E. 3.1).
Beim vorliegenden Verfahrensausgang hat somit die IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden der
teilweise obsiegenden Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung auszurichten.
Angemessen erscheint unter Berücksichtigung vergleichbarer Fälle ein Honorar von
pauschal Fr. 2‘250.--, zuzüglich Barauslagen von 4% und Mehrwertsteuer von 7.7%,
ausmachend eine Entschädigung im Betrag von insgesamt Fr. 2‘520.20.
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