Decision ID: 87ca5a28-1a4b-4ab5-b25e-7d23a63503ed
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1956 geborene
X._
meldete sich
am 2
1.
April 2010
unter Hinweis auf eine dislozierte, distale, mehrfragmentäre intraartikuläre
Humerusfraktur
links sowie eine Partialruptur der
Rotatorenmanschette
links bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Rentenbezug sowie
für Massnahmen der beruflichen Eingliederung
an (Urk. 5/5).
Das Leiden geht auf einen am 3
0.
Juni 2009 erlittenen Unfall zurück (vgl.
Urk.
5/16/87).
Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische sowie erwerbliche Abklärungen, wobei sie insbesondere eine Evaluation der funktio
nellen Leistungsfähigkeit (EFL) durch die Rehaklinik
Y._
vornehmen liess (Bericht vom 1
1.
April 2011, Urk. 5/41
; Ergänzung vom 1
4.
Juni 2011, Urk. 5/53
)
und
im Rahmen der
vom Unfallversicherer beim
Z._
veranlassten Begutachtung (vgl. Urk
.
5/60) Ergänzungs
fragen stellte (vgl.
Urk.
5/48)
.
Gestützt darauf (vgl. das
Feststel
lungsblatt
, Urk. 5/63) stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 2
0.
Juli 2012 die Abweisung ihres Rentenbegehrens in Aussicht (Urk. 5/65).
Hiergegen erhob die Versicherte am 6. September 2012, korrigiert am
7.
September 2012 und ergänzt am 16. Oktober 2012,
am
23. Mai 2013
und am 1
1.
Juni 2013,
Einwand (Urk. 5/66, Urk. 5/67, Urk. 5/69
, Urk.
5/112
, Urk. 5/119
)
.
Daraufhin nahm die IV-Stelle die ergänzende Stellungnahme der
Z._
-Gutachter vom 29. August 2012
(Urk. 5/79/4-5)
sowie den Bericht von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates
,
B._
Klinik, vom
6.
Juni 2013 (Urk. 5/118)
zu den Akten
und holte eine weitere Stellungnahme ihres
Regio
nalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
ein (Urk. 5/123/5). Am 1
9.
Juli 2013 verfügte sie im angekündigten Sinne (Urk. 5/124 = Urk. 2).
Bezüglich der beantragten
Massnahmen der beruflichen Eingliederung
stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 1
2.
August 2013 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 5/145)
und erliess am 25. September 2013 die
angekündigte
Verfügung (Urk. 5/162)
.
Letztere hob sie mit Verfügung vom
3.
Oktober 2013 wiedererwägungsweise auf (Urk. 5/164) und erteilte der Versicherten mit Mitteilung vom 1
7.
Dezember 2013 Kosten
gutsprache für
die
bereits absolvierte
Umschulung zur Mediatorin (Urk. 5/174).
2.
Gegen die
ein
en Rentenanspruch verneinende Verfügung vom 1
9.
Juli 2013
erhob die Versicherte am 1
6.
September 2013 beim Obergericht des Kantons
C._
, Versicherungsgericht, Beschwerde (Urk. 2/1), welche
zuständigkeitshal
ber
ans
Sozialversicherungs
gericht
des Kantons Zürich weitergeleitet wurde (Urk. 1/1). Die Beschwerdeführerin beantragte in ihrer Beschwerde, die ange
fochtene Verfügung sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu ver
pflichten, ihr ab
1.
Oktober 2010 eine ganze Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, weitere Abklärungen zu tätigen (Urk. 2/1 S. 2).
Am
8.
Oktober 2013 ergänzte sie ihre Beschwerde (Urk. 2/5).
Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 2
8.
März 2014 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 4). Am
4.
April 2014 sowie am
3.
Juli 2014 erfolgten weitere Stellungnahmen der Beschwerdeführerin (Urk. 7, Urk. 12). Zu letzterer liess sich die Beschwerdegegnerin am
7.
August 2014 vernehmen (Urk. 15).
Daraufhin äusserte sich die Beschwerdeführerin am 14. August 2014
sowie am
9.
September 2014
erneut (Urk. 18
, Urk. 21
)
, worüber die Beschwerdegegnerin am 1
5.
August 2014 und am 1
2.
September 2014 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 20, Urk. 23)
.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
In formeller Hinsicht machte die Beschwerdeführerin geltend, das rechtliche Gehör sei in nicht heilbarer Weise verletzt, da die Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung nicht auf ihre Einwände und die zahlreichen gegensätzlichen
Arzt
berichte
eingegangen sei (Urk.
2/
1 S. 14).
1.2
Gemäss
Art.
29
Abs.
2
der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen
schaft (BV)
haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein
persönlich
keitsbezogenes
Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebli
che Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentli
cher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1 mit Hinweisen).
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Par
teien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten, das heisst eine Dar
stellung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der rechtlichen Erwä
gungen (
Art.
49
Abs.
3 Satz 2
des
Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Gemäss
Art.
52
Abs.
2 Satz 2 ATSG werden
Einspracheentscheide
begründet. Die Begründung eines Entscheides muss so abgefasst sein, dass die betrof
fene Person ihn gegebenen
falls anfechten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder
tatbe
ständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Ein
wand auseinander setzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/
dd
mit Hinweis, 118 V 56 E. 5b).
1.3
In ihren schriftlichen Einwänden zum Vorbescheid vom 2
0
.
Juli
2012
wandte die Beschwerdeführerin
gegen das
Z._
-Gutachten
mit näherer Begründung ein
,
darin seien
die
Beschwerden
an Schulter und Hand nicht
berücksichtigt
worden
,
obwohl die Unfallkausalität der Schulterbeschwerden dokumentiert sei. Ferner
sei
es
zu pauschal und nicht nachvollziehbar
. D
ie Gutachter hätten in voreinge
nommener Weise die Resultate der EFL übernommen und sie seien mit den hie
sigen Anforderungen an eine Begutachtung nicht vertraut
. Bei der EFL habe man
unbegründeterweise
nicht auf ihre Angaben abgestellt und die Beurteilung sei widersprüchlich und willkürlich
.
Im Übrigen
sei die Rehaklinik
Y._
nicht unabhängig. Daher sei auf das Gutachten von PD
Dr.
med.
D._
, Spezialarzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheu
matologie,
abzustellen
(Urk.
5/66
, Urk. 5/67, Urk. 5/69, Urk. 5/112, Urk. 5/119
).
In der angefochtenen Verfügung hielt die Beschwerdegegnerin
zu diesen Einwän
den
fest,
im
Z._
-Gutachten vom 1
2.
Juni 2012 seien auch die linksseitigen Schulterbeschwerden berücksichtigt worden, was dazu geführt habe, dass
Über
kopfarbeiten
sowie das Tragen und Heben schwerer Lasten für nicht zumutbar erachtet worden seien.
Der genannte radiomorphologisch weiter abgeklärte Schulterzustand links erscheine zwar
diagnostisch-
medizinisch als Neuerkenntnis, versicherungsmedizinisch funktionsbezogen jedoch als bereits bekannter und gewürdigter Sachverhalt. Sie schloss damit, dass sie an ihren Abklärungen fest
halte und dass keine weiteren medizinischen Abklärungen erforderlich seien
(Urk.
2/2 S. 2).
Die IV-Stelle setzte sich in der angefochtenen Verfügung
somit mit
verschiede
nen
der zahlreichen
Vorbringen
nicht konkret
auseinander,
s
ie brachte
indes
zum Ausdruck, die er
hobenen Einwände seien nicht stichhaltig und
das
Z._
-Gutachten
sei
insgesamt
als massgebend zu betrachten.
Die Schlüssigkeit und
Nachvollziehbarkeit des
Z._
-Gutachtens hatte sie bereits
vor Erlass des Vor
bescheids durch ihren RAD überprüfen lassen (Urk. 5/63/8-9)
und die Beschwerdeführerin hatte Kenntnis hiervon, da ihr die Akten zugestellt worden waren (Urk. 5/68).
Insgesamt wurden damit die wesentlichen Gesichtspunkte, von denen sich die IV-Stelle bei ihrem Entscheid leiten liess, dargelegt. Somit erweist sich der Anspruch auf rechtliches Gehör als gewahrt.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
2.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nen
falls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über
das Sozialversicherungsgericht;
GSVGer
). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Verfahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt,
die Beschwerdeführerin sei seit dem 2
7.
Juni 2009 erheblich in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
gewesen
. Nach Ablauf des Wartejahrs sei ihr keine Tätigkeit in der freien Wirtschaft zumutbar gewesen.
Jedoch habe die Beschwerdeführerin sich erst im April 2010 bei der Invalidenversicherung angemeldet, weshalb die sechsmonatige Karenzfrist gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG erst im Oktober 2010 abgelaufen sei und somit erst ab dann ein Rentenanspruch in Frage komme. Im Juli 2010 habe sich der Gesundheitszustand der Beschwer
deführerin aber verbessert und ihr sei die bisherige Tätigkeit
seither
wieder
zu
80
%
zumutbar, weshalb
der
Invaliditätsgrad 20
%
betrage
und kein Renten
anspruch bestehe. Im
Z._
-Gutachten vom 1
2.
Juni 2012 hätten entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin auch die linksseitigen Schulterbeschwerden Berücksichtigung gefunden
(Urk. 2 S. 2).
3
.2
Die Beschwerdeführerin machte in ihrer Beschwerde demgegenüber geltend, ihr Gesundheitszustand habe sich abgesehen von einer leicht verbesserten Stre
ckung im Ellbogengelenk nicht verbessert.
Seit der Operation bestünden an der Hand Krämpfe, Gefühlsstörungen und
Kribbelparästhesien
. Ferner sei die Kraft stark vermindert gewesen (Urk.
2/
1 S. 5). Die
EFL
in der Rehaklinik
Y._
sei nicht ordnungsgemäss und in unangepasster Weise durchgeführt worden. Der Fragebogen sei auf Schmerzpatienten ausgerichtet gewesen,
währenddem
sie ein Beweglichkeits- und Kraftproblem aufweise. Als Resultat sei festgehalten wor
den, die berufliche Tätigkeit als Immobilienverkäuferin sei
ih
r ganztags zumut
bar, indes sei offen gelassen worden, welche Einschränkungen dabei bestünden
. Zudem seien die Untersucher fälschlicherweise davon ausgegangen, bei den von
ihr
angegebenen Beschwerden handle es sich nicht um objektive. Ebenso falsch sei, dass im Bericht über die EFL die Masse der beiden Arme gleich angegeben worden sei
en
, obwohl deutliche Unterschiede bestünden, und dass das
linke
Handgelenk als allseits frei beweglich bezeichnet worden sei
(Urk.
2/
1 S. 5-
8
).
Das
Z._
-Gutachten vom 1
2.
Juni 2012 sei von der Unfallversicherung
in Auf
trag gegeben
worden und entsprechend seien die nicht als unfallkausal erach
teten Schulter- und Handbeschwerden
unberücksichtigt
geblieben
. Ferner seien
die Ellbogenbeschwerden zu Unrecht als leicht bezeichnet worden
(Urk.
2/
1 S. 10
und S. 17
).
Zudem brachte sie vor, PD
Dr.
D._
und weitere Ärzte
wür
den
eine Arbeitsfähigkeit als kaum mehr gegeben
erachten
. Ferner ergebe sich aus den Arztberichten, dass sämtliche Leiden unfallkausal seien, weshalb auf das diesbezüglich unzutreffende
Z._
-Gutachten nicht abgestellt werden könne
.
Das Vorliegen einer
Rotatorenmanschettenruptur
sei zu Unrecht verneint wor
den.
Die
klar unfallbedingten
Handbeschwerden seien fälschlicherweise ausser
A
cht gelassen worden und die angeblichen Inkonsistenzen
seien
nicht belegt.
Auch sei
das Gutachten grundlegend unzulänglich und
die darin empfohlenen Massnahmen
seien
untauglich beziehungsweise gefährlich
. Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sei im Wesentlichen unbegründet erfolgt und der Bezug z
u ihrer angestammten
Tätigkeit sei nicht einsichtig. Die Gutachter hätten selber auf eine Arbeitsplatzanalyse verwiesen und die Zusatzfragen nicht beantwortet
(Urk.
2/
1 S. 11
-1
9
).
Hingegen sei auf d
ie B
erichte der behandelnden Ärzte sowie des Gutachters PD
Dr.
D._
abzustellen, wonach eine 80%ige Arbeitsunfähig
keit bestehe (Urk.
2/
1 S. 19-20).
Im Übrigen
wies
die Beschwerdeführerin
darauf hin, dass sie gemäss der Verfügung des Stras
senverkehrsamtes
C._
vom
26.
Juli 2013 (Urk. 2/3/17) nur noch unter Auflagen fahrfähig sei (Urk.
2/
1 S. 14).
4.
4.1
Am
3.
Juli 2009 wurde die Beschwerdeführerin wegen einer distalen intra
arti
ku
lären Ellbogentrümmerfraktur im
E._
, Departe
ment Chirurgie, Klinik für Unfallchirurgie, operiert (Urk. 5/16/123).
Am
17. Juli 2009 ging der am
E._
tätige
Prof.
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Chirurgie,
von einer voraussichtlich vier bis sechs Wochen ab dem
Unfall
ereig
nis
andauernden 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus (Urk. 5/16/118). Am
18. September 2009 konsultierte die Beschwerdeführerin
Prof.
F._
wegen seit etwa zwei Wochen auftretenden Schmerzen im Bereich der linken Schulter (Bericht vom 1
9.
September 2009, Urk. 5/16/100).
Dem
Bericht von Prof.
F._
vom 1.
Ok
to
ber 2009 ist zu entnehmen, die MRI-Untersuchung
(vgl. Urk. 5/16/135)
habe eine partielle Läsion des
Supraspinatus
ergeben
. Bei der
Supraspinatusläsion
handle es sich um degenerativ bedingte Veränderungen der
Rotatorenmanschette
(Urk. 5/16/98).
A
m 1
1.
Dezember 2009
gab Prof.
F._
aufgrund der durchgeführten Bildgebung an, die Fraktur am linken Ellbogen sei in anatomischer Stellung verheilt. Von Seiten der linken Schulter
habe die Be
schwerdeführerin weniger Beschwerden. Die Beschwerden am Arm seien eben
falls besser. Am meisten störe
die Einschränkung der Flexion. Er sei jedoch überzeugt, dass die Beweglichkeit im Verlaufe der nächsten zwei Monate noch um 20 Grad verbessert werden könne. Falls anschliessend weiterhin Einschrän
kungen der Arbeitsfähigkeit bestehen sollten, empfehle er
dem
Unfallversiche
rer
,
eine Beurteilung durch den Vertrauensarzt
vornehmen zu lassen
(Urk. 5/16/95).
Am
2
0.
Mai 2010
gab Prof.
F._
an, die Beschwerdeführerin beklage sich über eine Kraftminderung
i
m linken Arm, eine eingeschränkte Beweglichkeit am Ellbogen links sowie eine schmerzhafte Elevation der Schulter. Die einge
schränkte
Beweglichkeit
könne objektiviert werden. Die Schmerzen an der Schulter seien aufgrund des MRI-Befundes vom September 2009 glaubhaft. Ob die
Rotatorenmanschette
n
läsion
mit dem Unfall zusammenhänge, lasse sich schwer beurteilen (Urk. 5/16/89).
Am 7. Juni 2010 f
ügte er zusammen mit einer weiteren Ärztin
an, es bestehe seit dem 2
8.
Juni 2009 bis auf
Weiteres
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die Beschwerdeführerin habe Anfang 2010 einen Arbeitsversuch unternommen, was jedoch nicht geklappt habe. Sie habe berichtet, als Immobilienhändlerin könne sie aufgrund der eingeschränkten Ellenbogengelenksbeweglichkeit nicht arbei
ten. Sie benötige das Auto, das sie mit ihrem linken Arm nicht steuern könne. Die Ärzte hielten fest, die Beweglichkeit des linken Ellenbogens sowie die Beschwerden de
r lädierten
Rotatorenmanschette
seien besserungsfähig. Sie erwarteten, dass die selbständige Tätigkeit als Immobilienhändlerin bis zu einem gewissen Mass wieder durchführbar sein werde (Urk. 5/13/1-2).
4.
2
PD
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Chirurgie, Trauma Zentrum
H._
, nannte in seinem Bericht vom
6.
Juli 2010 die Diagnosen eines Zustands nach
dislozierter, distaler, mehrfr
agmentärer, intraartikulärer
Humerusfraktur
links sowie
diejenige
einer traumatischen
Rotatorenmanschettenzerrung
links mit
tendinotischer
Ausdünnung der
Supraspinatussehne
mit Zeichen einer Bursitis und nannte
weiter
den Verdacht auf einen Reizzustand mit daraus resultieren
den Parästhesien und Taubheitsgefühl am ehesten im Abschnitt des Plexus
bra
chialis
(Urk. 5/17/5).
Er führte die von der Beschwerdeführerin genannten Beschwerden und die
„
subjektiv empfundenen
“
Schmerzen auf (Urk. 5/17/6) und gab die gemessenen
Beweglichkeiten
an (Urk. 5/17/7).
Er kam zum Schluss, a
ufgrund der Ellbogenbeschwerden betrage die Arbeitsfähigkeit
als
Immobilien
händlerin
nur noch
20 % (Urk. 5/17/8).
4.
3
Dr.
A._
hielt am 1
2.
August 2010 fest,
die Fraktur am Ellbogen links sei konsolidiert und es bestünden korrekte Verhältnisse. Die Beschwerdeführerin mache stetig Fortschritte betreffend die Bew
eglichkeit (Urk. 5/24/1). Sie weise ein generalisiertes Kraftdefizit auf. Da die elektrophysiologische Untersuchung keinerlei Defizite
zu Tage gefördert habe
, sei jedoch mit einer Verbesserung der Kraft im weiteren Verlauf zu rechnen (Urk. 5/24/2).
4.
4
Am 2
3.
März 2011 berichtete PD
Dr.
G._
, die Beschwerdeführerin sei weiter
hin invalidisiert. Einzig die Streckung im Ellbogengelenk links habe sich verbessert und betrage zurzeit 0/55/90 Grad, Pronation/Supination 90/70 Grad
(Urk. 5/37/1). Die Arbeitsunfähigkeit als Immobilienhändlerin betrage nach wie vor 80
%
und es sei nicht mit einer höheren Arbeitsfähigkeit zu rechnen (Urk. 5/37/4).
4.
5
Am 2
3.
und 2
4.
März 2011 wurde in der Rehaklinik
Y._
eine
EFL
durchge
führt
(Urk. 5/41
/1
)
. Die
Untersucher erhoben die Anamnese und nahmen die aktuellen Probleme der Beschwerdeführerin auf
. Bei den Befunden hielten sie fest, die Prüfung der Schulterbeweglichkeit links sei nur teilweise verwertbar. Die Beschwerdeführerin habe aktiv kaum eine Abduktion des linken Oberarms zugelassen und auch bei der passiv-assistierten Prüfung der Abduktion sei es ab 20 Grad zu einer raschen Gegenwehr gekommen. Zur Ausführung des
Nacken
griffs
habe sich die Beschwerdeführerin nicht in der Lage gefühlt. Die Beweg
lichkeit in Aussen- und Innenrotation bei abduziertem Oberarm habe sich so
nicht überprüfen lassen. Die Ellbogenbeweglichkeit sei deutlich eingeschränkt. Es sei seitens der Beschwerdeführerin eine Gegeninnervation erfolgt, wobei sie als Grund Schmerzen angegeben habe.
Das Handgelenk sowie die Fingergelenke seien allseits frei beweglich und der Faustschluss gelinge vollständig. Im Zusammenhang mit der Prüfung des Faustschlusses habe sie etwa
die
Kraft von M4 angewandt, wohingegen sie die Muskeln bei der Prüfung der Kraft kaum bis gar nicht innerviert habe
. Die Umfänge an Oberarm, Vorderarm, Handgelenk und Mittelhand seien seitengleich
(Urk. 5/41/3).
Das Ausmass der
Beweglich
keitseinschränkung
des linken Ellbogengelenks habe sich im Vergleich zwischen der klinischen Untersuchung und den Beobachtungen bei den Belast
ungstests als variabel gezeigt
. Daher und wegen der Gegeninnervation sei das Ausmass der Beweglichkeitseinschränkung nicht zuverlässig beurteilbar. Die Untersucher schlossen, arbeitsrelevante Probleme seien ein Gefühl von Kraftlosigkeit des gesamten linken Armes und eine belastungsabhängige Schmerzproblematik und Bewegungseinschränkungen des linken Ellbogens. Die Verhaltensbeobachtung habe
indes
eine erhebliche Symptomausweitung ergeben. Infolge der erhebli
chen Symptomausweitung, Selbstlimitierung und Inkonsistenz seien die Resul
tat
e
der physischen Leistungstests für die Beurteilung der zumutbaren Belast
barkeit nur teilweise verwertbar. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden aus somatischer Sicht nur ungenügend erklären. Die Beurteilung der Zumutbar
keit stütze sich deshalb auch auf medizinisch-theoretische Überlegungen, unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei den Leistungstests. Es bestehe der Verdacht auf eine psychische Störung mit Krankheitswert,
weshalb
eine diesbe
zügliche Abklärung zu empfehlen sei. Eine gewisse Leistungseinbusse bestehe im Zusammenhang mit dem Einsatz des linken Arms bei Büroarbeiten am PC (Bedienen der Tastatur), wobei aufgrund der funktionellen Einschränkungen seitens des Ellbogens und der Schulter links eine gewisse Verlangsamung des Arbeitstempos einzuberechnen sei. Die Einschätzung des Ausmasses der
Leis
tungseinbusse
sei auf der Basis der EFL alleine nicht möglich. Daher werde eine Wirtschaftlichkeitsprüfung empfohlen, wobei von der Zumutbarkeit eines ganztägigen Arbeitseinsatzes auszugehen sei (Urk. 5/41/4).
Eine ganztägige Arbeitsfähigkeit bestehe
mindestens
für
eine
leichte Arbeit ohne
wiederholten
Krafteinsatz des linken Arms (Urk. 5/41/5).
Am 1
4.
Juni 2011 nahmen die Ärzte
der Reha-Klinik
Y._
zum
Bericht des PD
Dr.
G._
vom 23. März 2011, zu
m Untersuchungsbericht von PD
Dr.
med.
I._
vom 1
6.
Juni 2010 sowie zum B
ericht des
Dr.
A._
vom 12.
August 2010 Stellung.
Dabei hielten sie fest, die
von PD
Dr.
G._
beschriebenen Einschränkungen basierten auf den rein subjektiven Angaben der
Beschwerdeführerin und stünden in deutlichem Widerspruch
zu den Befunden der Bildgebung. Angesichts der zu beobachtenden Inkonsistenzen und Wider
sprüche seien die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin bezüglich Ein
schränkung der Arbeitsleistung indes kritisch zu betrachten und auch rein medizinisch-theoretische Aspekte in die Gesamtbeurteilung heranzuziehen. PD
Dr.
I._
habe aus klinisch-neurologischer und elektrophysiologischer Sicht keine Hinweise für eine Läsion des peripheren Nervensystems
gefunden und auch
Dr.
A._
habe unter diesen Umständen mit einer Verbesserung der Kraft im weiteren Verlauf gerechnet. Im Ergebnis hielten die Ärzte daher an ihren Schlussfolgerungen fest
(Urk. 5/53)
.
4.
6
Am 1
2.
Juni 2012 erfolgte das interdisziplinäre
Gutachten
des
Z._
.
Aus chirur
gi
sch-orthopädischer Sicht nannten
die Gutachter als Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung des linken Ellenbogengelenkes bei einem Status nach knöchern konsolidierter dis
ta
ler intraartikulärer
Humerusfraktur
links mit einliegendem
Osteosynthes
e
ma
te
rial
sowie Restbeschwerden nach einer Periarthritis
humeroscapularis
(PHS)
links nach einer unfallbedingten (maximal 12 Monate nach Unfalldatum) Exazerbation sowie bei einer unfallunabhängigen beginnenden
AC-Gelenks
arth
rose
links
(Urk. 5/60
/38
)
.
Sie hielten fest, die durchgeführten Röntgenauf
nahmen zeigten eine knöcherne Konsolidierung der Frakturen in
anatomiege
rech
ter
Stellung und das
Osteosynthesematerial
liege reizlos. Trotz erheblicher Anstrengungen von Seiten der Physiotherapie und der Beschwerdeführerin selbst sei es bisher nicht gelungen, die Beweglichkeit im Ellbogengelenk voll
ständig wiederherzustellen. Die Beweglichkeit betrage 0/60/105 Grad, womit ein Streckdefizit von 60 Grad vorliege.
Die Beugung von 105 Grad reiche nicht aus, um die Hand zum Kopf zu führen. Zusätzlich erschwerend habe sich eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung in der linken Schulter eingestellt. Indes hätten die bildgebenden Verfahren keine eindeutigen Hinweise auf eine
Seh
nen
verletzung
der
Rotatorenmanschette
ergeben.
Es lägen Restbeschwerden einer PHS sowie eine beginnende AC-Gelenksarthrose beziehungsweise eine Rei
zung des Schleimbeutels vor.
Für die bestehenden
Bewegungseinschränkun
gen
an Schulter und Fingern liege kein eindeutiges Korrelat vor (Urk. 5/60/38-39).
Die Gutachter schlossen, aus chirurgisch-orthopädischer Sicht betrage die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im angestammten Beruf als
Immobili
enmaklerin
80
%
. Dabei seien ihr gewisse Tätigkeiten, welche offenbar zu ihrem Berufsbild gehörten, wie das Aufstossen von Türen, Baustellenbegehungen sowie auch andere Tätigkeiten mit starker Belastung des linken Armes nicht durchgehend und andauernd zumutbar. Für diese Tätigkeiten benötige die
Beschwerdeführerin eine entsprechende Assistenz. Auf dem allgemeinen Arbeits
markt bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für wechselbelastende Tätigkeiten, wobei Überkopfarbeiten, das Tragen und Bewegen von schweren Lasten so
wie
stundenlanges Verharren in gleichen Positionen zu vermeiden seien (Urk. 5/60/40).
Der neurologische Gutachter beschrieb, die Beschwerdeführerin halte den linken Arm im Ellenbogen gebeugt und halte die linke Hand dabei in einer „bizarren“ Position, die weder einer spastischen noch einer schlaffen Parese entspreche. Wenn die Beschwerdeführerin sich beobachtete fühle, komme es zu einer demonstrativen Minderbewegung der linken Hand. Dennoch gelängen An- und Auskleiden zügig und geschickt. So setze sie zum Beispiel beim Öffnen und Schliessen ihres Gürtels die linke Hand problemlos ein. Dies sei nicht kompati
bel mit den demonstrativen Minderbewegungen während der
Beschwerdeschil
derung
sowie während der Untersuchungssituation (Urk. 5/60/43).
Weiter berichtete er, in der Kraftprüfung der Willkürmotorik habe die Beschwerdefüh
rerin bei den Einzelkraftprüfungen der linken Schulter, des linken Arms und der linken Hand eine Minderanstrengung gezeigt. Unter Ablenkung und mehrfacher Testung sei es hingegen zu einer normalen Kraftentfaltung gekommen. Sobald die Beschwerdeführerin sich auf die Untersuchungssituation fokussieren könne, demonstriere sie eine vermeintliche Schwäche. Oft komme es zum aktiven Gegenhalten der geforderten Bewegungen. Insgesamt finde sich dabei kein schlaffer Muskeltonus, wie er bei einer peripheren Nervenschädigung zu erwar
ten wäre. Dass die Beschwerdeführerin den Oberarm nach passiver Abduktion problemlos für einen Moment abgespreizt halten könne, sei nicht kompatibel mit der zuvor demonstrierten angeblichen vollständigen Kraftlosigkeit
. Weiter führte er an, die Beschwerdeführerin behaupte, sie könne den Finger-Nase-Versuch links nicht durchführen, da sie den Ellenbogen nicht weiter beugen könne. Bei der anschliessenden Prüfung der passiven Beweglichkeit des linken Ellenbogengelenkes
habe sie sowohl in der Beugung als auch in der Streckung massiv gegengehalten, sodass sich kein Anhalt für eine
arthrogene
oder schmerzbedingte Bewegungseinschränkung ergeben habe. Der Befund sei nur durch das aktive Gegenhalten erklärbar. In der zu beobachtenden spontanen Beweglichkeit des linken Ellenbogens, zum Beispiel beim An- und Auskleiden, habe sie Bewegungsausmasse erreichet, die den Finger-Nase-Versuch klar ermöglichen würden
.
Die Angaben der Beschwerdeführerin zur Sensibilität entsprächen keinem sensiblen Defizit
(Urk. 5/60/44-45,
Urk. 5/60/4
9
). Insgesamt sei aus neurologischer Sicht keine Diagnose zu stellen (Urk. 5/60/48).
Der psychiatrische Gutachter fand weder eine klinisch relevante oder
leistungs
beeinträchtigende
Symptomatik noch Hinweise auf einen emotionalen Konflikt
oder psychosoziale Probleme, die schwerwiegend genug wären, um als ent
scheidende ursächliche Einflüsse für die von der Beschwerdeführerin beschrie
benen Schmerzen zu gelten. Dementsprechend verneinte er das Vorliegen einer somatoformen Schmerzstörung (Urk. 5/60/53).
In der i
nterdisziplinären gemeinsamen
Beurteilung hielten die
Z._
-Gutachter fest, das ermittelte Belastbarkeitsprofil gelte seit Juli 201
0.
Anhand der
echt
zeitlichen
Berichte von Prof.
F._
sei davon auszugehen, dass eine teilweise Arbeitsaufnahme im Januar 2010 möglich gewesen sei. Für das Scheitern des Arbeitsversuchs seien keine objektivierbaren Befunde genannt worden
. Bezüg
lich der Schulterbeschwerden sei nach gesicherter ärztlicher Erfahrung davon auszugehen, dass die unfallbedingten Beschwerden spätestens ein Jahr nach dem Unfallereignis abgeklungen seien (Urk. 5/60/60-61).
Aufgrund der dege
nerativen Veränderungen an der linken Schulter, kombiniert mit einer post
traumatisch verminderten Belastbarkeit des link
e
n Ellbogens
,
sei
von einer ver
minderten Belastbarkeit der linken oberen Extremität auszugehen, woraus
eine
Einschränkung als Immobilienmaklerin für gewisse Arbeiten wie das Öffnen von schweren Türen oder Baustellenbegehungen
resultiere und die Arbeits
fähigkeit aus interdisziplinärer Sicht 80
%
betrage (Urk. 5/60/61-62). Initial habe bis Ende 2009 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden, ab Januar 2010 sei die Arbeitsfähigkeit schrittweise bis zu 80
%
ab Juli 2010
steigerbar
gewe
sen. Die 20%ige Reduktion resultiere aus der Einschränkung für
Überkopf-Tätigkeiten
, das Tragen und Bewegen von schweren Lasten sowie stundenlanges Verharren in gleichen Positionen (Urk. 5/60/64).
Denn die nicht mehr ausführ
baren Tätigkeit würden nach ihrer Einschätzung etwa 20
%
ausmachen, wobei der Anteil dieser Tätigkeiten stark variieren könne (Urk. 5/60/65).
4.
7
Am 2
8.
September 2012 verfasste PD
Dr.
D._
gestützt auf die ihm überlasse
nen Akten sowie auf eine Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 1
4.
September 2012 ein rheumatologisches Gutachten (Urk. 5/70/13-27).
Er gab an, die Abduktion der linken Schulter sei aktiv bis 70 Grad, passiv bis 90 Grad möglich, die Elevation aktiv bis 80 Grad. Die Flexion des linken Ellbogens ge
linge bis zu 90 Grad, die Extension bis 130 Grad. Im Röntgenbild der linken Schulter seien normale
ossäre
Verhältnisse und keine Verkalkungen ersichtlich
(Urk. 5/70/16). Aufgrund der Anamnese
,
der klinischen Untersuchung, der Röntgenbilder sowie der ihm zur Verfügung stehenden Berichte diagnostizierte er eine
Frozen
shoulder
links nach Unfall und partieller Läsion der
Supraspi
natussehne
sowie Bursitis
subdeltoidea
, eine
Bewegungseinschränkung
und Schmerzen im Bereiche des linken Ellbogens bei Status nach dislozierter distaler mehrfragmentierter intraartikulärer
Humerusfraktur
sowie ein CRPS1 der linken Hand in Abheilung im Sinne des kl
a
ssischen Schulterhandsyndroms. Weiter
äusserte er bezüglich des linken Ellbogens den Verdacht auf Vernarbungen und/oder Kapselschrumpfung (Urk. 5/70/21-22).
Die Handprobleme seien mög
licherweise auf die Schulterschmerzen mit der
Ankylosierung
zurückzuführen
,
und dass die Beschwerdeführerin ihren rechten (richtig: linken) Arm nach dem Unfall als Fremdkörper empfunden habe, passe zur CRPS1-Diagnose (Urk. 5/70/22-23). In ihrem Beruf sei die Beschwerdeführerin zurzeit kaum arbeitsfähig (Urk. 5/70/24).
In Extension, Flexion und teilweise auch Rotation des linken Ellbogens sei sie schmerzbedingt massiv eingeschränkt (Urk. 5/70/25). Bezüglich der linken Schulter hielt PD
Dr.
D._
fest, die AC-Gelenksarthrose sei nicht relevant und die degenerativen Veränderungen seien wirklich gering. Durch den Sturz sei möglicherweise die Bursa verletzt worden, was in Kombination mit der Schonung zur
Periarthropathie
geführt habe. Die Schonung führe zur Kapselschrumpfung und zum Vollbild PHS
ankylosans
(Urk. 5/70/25). Hingegen sei der Befund bezüglich der
Supraspinatussehne
gering (Urk. 5/70/26).
Die CRPS
1 an der linken Hand befinde sich in Abheilung. Die Beschwerdeführerin leide an funktionellen Einschränkungen der linken Hand, jedoch habe die neurologische Untersuchung keine periphere
Nervenlä
sion
ergeben, weshalb eine Verbesserung der Symptomatik durch die Behand
lung von Schulter und Ellbogen vorstellbar sei (Urk. 5/70/26).
Obwohl eine eigentliche Verletzung des Plexus
brachialis
fehle, könne es bei Schulter-/Armverletzungen zu einer Kontraktion der Muskulatur im Schulterbereich im Sinne einer Schonhaltung kommen, welche eine
Irritation der Nerven im Ple
xus-
brachialis
-Bereich bewirken könne (Urk. 5/70/27).
4.
8
Am
6.
Juni 2013 berichtete
Dr.
A._
, aus dem gleichentags von der linken Schulter angefertigt
en
Arthro
-MRI sei eine subtotal
e Unterflächenläsion der gesamten
Supraspinatussehne
mit
transmuraler
Ruptur ganz ventral zum Inter
vall hin ersichtlich. Die
Trophik
der
Rotatorenmanschettenmuskulatur
sei weit
gehend normal. Somit bestätige sich die
Rotatorenmanschettenruptur
im Berei
che der
ventrodistalen
Supraspinatussehne
nach dorsal über die gesamte Sehnenbreite gelenkseitig zulaufend. Der Befund entspreche einer traumatisch ausgelösten
Rupturform
und stehe in direktem Zusammenhang mit dem
Unfall
ereignis
(Urk. 5/118)
.
Dem Bericht von
Dr.
A._
vom 1
1.
Juli 2013 ist zu entnehmen, die
elektro
physiologischen
Abklärungen hätten keinen Hinweis auf eine neurogene Schwäche oder Bewegungseinschränkung der linken Hand ergeben
. Durch den Sturz auf den Ellbogen sei es auch zu einer erheblichen Krafteinwirkung auf die linke Schulter gekommen, was zu einer Ruptur der
Rotatorenmanschette
geführt habe. Zudem sei die Handfunktion links eingeschränkt. Mangels Veränderung betrage die Arbeitsunfähigkeit weiterhin 80
%
(Urk. 2/3/12
).
RAD-Arzt
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Orthopädische
Chirur
gie und Manuelle Medizin
, hielt dazu
am 1
8.
Juli 2013
fest, der
radiomorpholo
gisch
weiter abgeklärte Schulterzustand erscheine zwar rein diagnostisch medi
zinisch als Neuerkenntnis, jedoch handle es sich rein versicherungsmedizinisch funktionsbezogen um einen bereits bekannten und gewürdigten Sachverhalt, da er beim Zumutbarkeitsprofil berücksichtigt worden sei (Urk. 5/123/5).
4.
9
Die MRI-Untersuchung des linken Vorderarmes der Beschwerdeführerin vom 22. August 2013
ergab
laut
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Radiologie, MR-Institut der
B._
Klinik,
eine leichte diffuse Kontrastmittelaufnahme im Muskelbauch des Abduktor
pollicis
longus
und
Extensor
pollicis
brevis
. Die Veränderung sei möglicherweise Ausdruck einer
Denervierung
und neuronalen Schädigung (tiefer Ast des
nervus
radialis
; Bericht vom 2
3.
August 2013, Urk. 2/3/15).
Aufgrund dieses MRI-Befundes nahm
Dr.
A._
in seinem Bericht vom 12. September 2013 einen Zustand nach einer
Radialisparese
an
. Weiter fügte er an, bei der veränderten
Trophik
im Bereiche der linken Hand müsse ein Zustand nach CRPS, ebenfalls traumatisch verursacht, angenommen werden, wobei die handchirurgische Beurteilung keinerlei Hinweise mehr für ein aktive
s
CRPS ergeben habe
(Urk. 2/3/16
).
5.
5.1
Die IV-Stelle stellte auf das
Z._
-Gutachten vom 1
2.
Juni 2012 (Urk. 5/60)
ab
(vgl.
Urk.
2/2 S. 2)
. Die Gutachter des
Z._
führten eine allgemein
chirurg
ische
und orthopäd
ische
(
Urk.
5/60/27 ff.)
, eine neurologische (Urk. 5/60/42 ff.) und eine psychi
atrische (Urk. 5/60/50 ff.) Untersuchung durch. Zudem
standen
ihnen
die medi
zinischen
Vorakten
zur Verfügung (Urk.
5/60/3-20
).
Die beteiligten Gut
achter be
rück
sich
tigten weiter die Angaben der Beschwerdeführerin und erhoben die Anamnese und
die Befunde.
5
.2
Nicht beanstandet wurde der psychiatrische Teil des
Z._
-Gutachtens. Aufgrund des unauffälligen psychischen Sta
tus (Urk. 5/60/53) ist es nachvollziehbar, dass aus psychiatrischer Sicht keinerlei Diagnosen gestellt wurden. Die Beschwerde
führerin klagte auch nicht über psychische Beschwerden (Urk. 5/60/52), weshalb - unter Berücksichtigung des unauffälligen Befundes - auch die Schlussfolge
rung
überzeugt
, dass keine emotionalen Konflikte oder psychosoziale Pr
obleme vorlägen (Urk. 5/60/53)
.
5.3
Der
neurologische
Gutachter
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Neurologie,
führte diverse Untersuchungen durch (Urk. 5/60/43-48). Dabei fand er keine die von
der Beschwerdeführerin geklagte Symptomatik erklärende neurologische Erkrankung oder Schädigung neurologischer Strukturen vor (Urk. 5/60/48).
Die Beschwerdeführerin machte hingegen Krämpfe, Gefühlsstörungen und
Kribbel
parästhesien
an der linken Hand geltend und verwies diesbezüglich auf den Bericht von PD
Dr.
G._
vom 2
3.
März 2011 (Urk.
2/
1 S. 5). Weiter brachte sie gestützt auf das Gutachten von PD
Dr.
D._
vor, es liege ein CRPS1 der linken Han
d vor (Urk.
2/
1 S. 11) und hielt
a
ngesichts des MRI-Befundes vom 2
2.
August 2013 eine
Denervierung
und neuronale Schädigung für mög
lich
.
Ferner wies sie darauf hin, dass
Dr.
A._
einen Zustand nach
Radial
is
parese
diagnostiziert habe (Urk.
2/
1 S. 13).
Dr.
L._
verneinte das Vorliegen eines CRPS explizit
(Urk. 5/60/48). PD
Dr.
D._
diagnostizierte es insbesondere deshalb, weil die Beschwerdeführerin ihre Finger seit
dem Unfall spontan schlechter beugen und strecken könne und die Fingernägel langsamer wachsen würden und die Hand eine lividere Farbe aufw
ei
se. Weiter
führte er zur Begründung an,
die Beschwerdeführerin
habe ihren Arm nach dem Unfall als Fremdkörper empfunden (Urk. 5/70/23). Das Fremdkörpergefühl ist
jedoch
nicht echtzeitlich dokumentiert.
Auch fand
PD
Dr.
D._
kein CRPS in voller Ausprägung vor, sondern diagnostizierte ein sich in Abheilung befindliches CRPS1 der linken Hand (Urk. 5/70/22).
Die
für die Diag
nose massgebende (vgl. Urk. 5/70/23)
verminderte Beweglichkeit in den Fingern der linken Hand wurde
von der Beschwerdeführerin verdeutlicht
. So
kam es bei der Untersuchung durch
Dr.
L._
unter Ablenkung und mehrfacher Testung zu
einer normalen Kraftentfaltung
. Wenn sich die Be
schwer
deführerin auf die Untersuchungssituation fokussieren k
onnte
, h
ielt
sie der geforderten Bewegung oft aktiv entgegen. So
beugte sie die Finger
, wenn sie sie hätte strecken sollen beziehungsweise wenn
Dr.
L._
versucht
e, sie zu strecken (Urk. 5/60/44). Bezüglich der Sensibilitätsstörungen ist dem Gut
ach
ten zu entnehmen, dass die Angaben der Beschwerdeführerin bei der Prü
fung verschiedener Modalitäten weder konstant noch konsistent
waren
und kei
nem organisch erklärbaren sensiblen Defizit
entsprachen
(Urk. 5/60/45).
Im Übrigen
lies
s
sich
das präsentierte Störungsausmass am linken Arm laut
Dr.
L._
auch
nicht mit
eine
r
Irritation am Plexus
brachials
erklären (Urk. 5/60/50).
Zudem war
anlässlich der EFL beobachtet worden,
dass
das Handgelenk sowie die Fingergelenke allseits frei beweglich
waren
und der Faustschluss vollständig
gelang
(Urk. 5/41/3). Die Untersucher erklärten die Divergenz zu den Berichten der behandelnden Ärzte damit, dass
letztere
mehrheitlich auf den rein subjekti
ven Angaben der Beschwerdeführerin basierten.
Anlässlich der EFL wurden indes Inkonsistenzen und Widersprüche
ersichtlich
. So liess die Beschwerde
führerin aktiv kaum eine Abduktion des linken Oberarms zu und auch bei der passiv-assistierten Prüfung der Abduktion kam es ab 20 Grad zu einer raschen Gegenwehr. Im Zusammenhang mit der Prüfung des Faustschlusses
beugte sie den Vorderarm bis etwa 110 Grad und
wandte etwa Kraft von M4 an, wohinge
gen sie die Muskeln bei der Prüfung der Kraft kaum bis gar nicht innervierte (Urk. 5/41/3). Auch die Resultate der Prüfung des Ausmasses der
Beweglich
keitseinschränkung
des linken Ellbogengelenks waren variabel. So war die Beweglichkeit insbesondere beim Test „Ziehen“ besser (Urk. 5/41/4).
Die von der Beschwerdeführerin angegebene Kraftminderung wurde a
uch
von
Prof.
F._
als
„
subjektiv
empfunden“
bezeichnet
(Bericht vom 2
5.
Februar 2010, Urk. 5/16/94).
Angesichts der
beobachtet
en Inkonsistenzen und Widersprüche
betrachteten
die Untersucher der Rehaklinik
Y._
die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin
zu Recht
kritisch (Urk. 5/53).
Somit lassen sich die sich aus den gegensätzlichen Berichten ergebenden Widersprüche erklären. In Über
einstimmung mit dem
Z._
-Gutachten
wurde auch in den Berichten von
Dr.
A._
vom 1
1.
Juli 2013 sowie von
Dr.
D._
vom
2
8.
September 2012
eine neurogen verursachte Schwäche oder Bewegungseinschränkung der linken Hand
beziehungsweise eine periphere Nervenläsion verneint
(
Urk. 2/3/12 S. 1,
Urk. 5/70/26)
.
Dass aus neurologischer Sicht keine Diagnosen gestellt wurden, ist nach dem Gesagten nachvollziehbar.
5.4
Anlässlich
der chirurgisch-orthopädischen Untersuchung
durch
die
Z._
-Gut
ach
ter
ergaben sich eine Einschränkung der Beweglichkeit im linken Ellbogen
gelenk sowie eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung in der linken Schul
ter (Urk. 5/60/38-39).
Daneben fanden die Gutachter aber auch Hinweise auf
Aggravationen
, da die Pathogenese der geklagten Beschwerden im Bereich der linken Schulter sowie des linken Armes nicht vollständig aufzuklären war und bezüglich der Handfunktionen erhebliche Inkonsistenzen bestanden (Urk. 5/60/39).
Infolge der Bewegungseinschränkungen
des Ellbogens sowie der linken Schulter
gingen die Gutachter davon aus,
die Beschwerdeführerin sei in einer wechselbelastenden Tätigkeit ohne Überkopfarbeiten, ohne das Tragen und Bewegen von schweren Lasten sowie ohne stundenlanges Verharren in gleichen Positionen zu 100
%
arbeitsfähig.
Gewisse Tätigkeiten, die offenbar zu ihrem Berufsbild gehörten, wie das Aufstossen
von
schweren
Türen,
Baustellenbege
hungen
sowie andere Tätigkeiten mit starker Belastung des linken Armes seien nicht durchgehend und andauernd zumutbar. In der angestammten Tätigkeit als Immobilienmaklerin sei sie daher nur noch zu 80
%
arbeitsfähig
. Bei den genannten Tätigkeiten sei sie wegen der verminderten Belastbarkeit der linken oberen Extremität eingeschränkt
(Urk. 5/60/40, 5/60/60
, 5/60/61-62
).
Dass die Beschwerdeführerin grundsätzlich noch ganztags arbeiten kann, aber ihre linke
obere Extremität vermindert belastbar ist, überzeugt bei den erhobenen Befun
den und
angesichts dessen, dass die Beschwerdeführerin laut ihren eigenen Angaben vorwiegend bezüglich Beweglichkeit und Kraft, nicht hingegen durch Schmerzen eingeschränkt ist (vgl. Urk.
2/
1 S. 6
Ziff.
14)
.
Ferner hatte auch die EFL eine ganztägige Arbeitsfähigkeit in einer der verminderten Belastbarkeit der linken oberen Extremität Rechnung tragenden Tätigkeit ergeben (vgl. vorste
hende E. 4.5).
Dass sich die Beschwerden seit Sommer 2010 nicht
mehr
in einem grösseren Ausmass einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit auswirk
t
en, ist
auch angesichts dessen nachvollziehbar, dass
die Fraktur am Ellbogen links
konsoli
diert
war
und korrekte Verhältnisse
bestanden
(Urk. 5/24/1).
5.5
Die Beschwerdeführerin wandte ein
, die
Z._
-Gutachter seien voreingenommen gewesen, was auf den Bericht über die EFL sowie auf die tendenziöse Frage
stellung der Unfallversicherung zurückzuführen sei
(Urk.
2/
1 S. 18 Ziff.
40).
D
ie
Z._
-Gutachter übernahmen nicht die Beurteilung der Rehaklinik
Y._
, sondern sie beobachteten selber erneut Inkonsistenzen wie beispielsweise sehr variable
Beweglichkeiten
und
Gegeninnervationen
(Urk. 5/60/58-59, Urk. 5/60/29). Namentlich fiel dem neurologischen
Z._
-Gutachter auf, dass die Beschwerdeführerin beim Anziehen der Hose mit der linken Hand mehrmals kurz mithalf, wobei sie dazu den Arm im Ellbogen deutlich extendieren musste bis auf zirka 20 Grad. Das
Umplatzieren
des linken Armes mit der rechten Hand wirkte
auf den Gutachter
zudem etwas demonstrativ (Urk. 5/60/30).
Soweit die Fragestellung der Unfallversicherung (vgl. Urk. 2/3/7) wegen der Fra
gen nach psychischen Störungen als tendenziös beanstandet wird (Urk.
2/
1 S. 8 unten
und S. 10 oben
), ist anzumerken, dass bei einer erheblichen
Symptom
aus
weitung
beziehungsweise
Symptomverdeutlichung
, wie sie bei der Beschwer
de
führerin eruiert wurden (Urk. 5/41/4, Urk. 5/
60/59), abzuklären war, ob diese durch eine psychische Erkrankung bedingt
seien
.
Ferner wurden die Fragen nach Einwendungen seitens der Beschwerdeführerin nicht so gestellt (Urk.
2/
1 S. 10).
Diesen Einwänden ist nach dem Gesagten nicht zu folgen.
5.6
Weiter machte die Beschwerdeführerin geltend, im
Z._
-Gutachten seien ledig
lich die unfallbedingten Beeinträchtigungen berücksichtigt
worden
(Urk.
2/
1 S. 10
Ziff.
19
und S. 17
Ziff.
37
).
Die
Z._
-Gutachter führten die Unzumutbarkeit gewisser Tätigkeiten indes nicht nur auf die posttraumatisch verminderte Belastbarkeit des linken Ellbo
gens, sondern auch auf die ihrer Ansicht nach degenerativen Veränderungen an der linken Schulter zurück (Urk. 5/60/61-62).
Bei der Zusatzfrage der IV-Stelle nach der Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung sämtlicher unfallbedingter und nicht unfallbedingter Gesundheitsstörungen verwiesen die Gutachter auf
das zuvor angegebene Zumutbarkeitsprofil (Urk. 5/60/70), woraus sich schlies
sen lässt, dass dabei auch den nicht unfallbedingten Einschränkungen Rech
nung getragen wurde.
Dieser Einwand vermag demnach nicht zu überzeugen.
5.7
Die Beschwerdeführerin hält dafür,
es sei
auf die von
Dr.
A._
, PD
Dr.
G._
und PD
Dr.
D._
angegebene Arbeitsunfähigkeit von 80
%
abzu
stellen (Urk.
2/
1 S. 12
Ziff.
23, Urk.
2/
1 S. 17
Ziff.
35).
PD
Dr.
G._
begründete die von ihm angenommene Restarbeitsfähigkeit von 20
%
in seinem Bericht vom
6.
Juli 2010 nicht (Urk. 2/3/4a S. 4).
Anhand der breiten Darlegung der geklagten Beschwerden
(Urk. 2/3/4a
S. 2)
sowie unter Berücksichtigung
der Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung
in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E.
3b/cc)
,
lässt sich nicht ausschliessen
, dass die
genannte
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auf den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin beruht.
Bei der festgestellten Symptomausweitung und -verdeutlichung
ist
eine kriti
sche
Überprüfung der Objektivierbarkeit der geklagten Beschwerden
indes
unverzichtbar
.
Aus den Darlegungen des Arztes muss daher erkennbar sein, dass eine solche Prüfung stattgefunden hat.
Gleiches gilt für den Bericht von PD
Dr.
G._
vom 2
3.
März 2011
(Urk.
2/3/4b), in welchem sich eine detaillierte Schilderung der angegebenen Beschwerden findet (S. 1 f.), als objektive Befunde die demonstrierten
Beweg
lichkeiten
angegeben wurden (S. 2) und der Grad der Restarbeitsfähigkeit nicht näher erläutert wurde (S. 4).
Ebenso fehlt im Gutachten von PD
Dr.
D._
vom 2
8.
September 2009 eine kritische Auseinandersetzung mit den Einschränkun
gen, über welche die Beschwerdeführerin berichtete
, und mit den erhobenen Befunden
(Urk.
2/3/11 S. 3 f.).
Auch
Dr.
A._
begründete die
Arbeitsun
fähigkeit
von 80
%
in seinem Bericht vom 1
1.
Juli 2013 einzig damit, dass sie mit 80
%
festgelegt worden und die Situation seither unverändert sei
(Urk.
2/3/12).
Ferner setzten sich die behandelnden Ärzte weder mit dem
Z._
-Gutachten noch mit der Frage der Zumutbarkeit einer angepassten Tätigkeit auseinander.
Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass die Berichte der behandelnden Ärzte keine Zweifel an der im
Z._
-Gutachten festgelegten Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu erwecken vermögen.
5.8
Des Weiteren stellte die Beschwerdeführerin die Kompetenz der
Z._
-Gutachter in Frage, weil diese - im Widerspruch zur Beurteilung anderer Ärzte - nicht sämtliche Leiden als unfallbe
dingt erachtet
beziehungsweise eine traumatisch ausgelöste
Rota
torenmanschettenruptur
verneint
hatten
(Urk.
2/
1 S.
11 f.).
Ob eine
Rotatorenmanschettenruptur
vorliegt oder nicht, kann offen bleiben, da die Auswirkungen der Beeinträchtigung der linken Schulter funktionsbezogen gewürdigt wurden und die diagnostische Neuerkenntnis gemäss
Dr.
J._
nichts daran ändert
(Urk. 5/
123/5).
Die
Z._
-Gutachter waren schliesslich nicht von gar keiner Beeinträchtigung an der linken Schulter, sondern von
Restbe
schwerden
einer PHS sowie einer beginnenden AC-Gelenksarthrose bezie
hungsweise einer Reizung des Schleimbeutels ausgegangen (Urk. 5/60/38-39).
Die MRI-Untersuchung vom Juni 2010 zeigte auch laut PD
Dr.
G._
eine intakte
Rotatorenmanschette
(
Urk.
2/3/4a S. 3).
PD
Dr.
med.
M._
, Fach
arzt für Chirurgie, erwähnte
zwar
eine Partialruptur des
Supraspinatus
, erach
tete diese jedoch als Zufallsbefund und mass ihr keine Relevanz
bezüglich
the
rapeutische Entscheidungen zu (Bericht vom 1
4.
Oktober 2009, Urk. 5/16/111).
PD
Dr.
D._
erachtete die Befunde an der
Supraspinatussehne
zudem als geringfügig und altersentsprechend (Urk. 5/70/26).
Auf die Unfallkausalität kommt es im Verfahren betreffend invalidenversicherungsrechtliche Ansprüche sodann nicht an.
Prof
.
F._
vertrat die
Ansicht, die
Supraspinatusläsion
habe nichts mit dem Unfall zu tun, sondern es handle sich um degenerativ bedingte Veränderungen der
Rotatorenmanschette
(
Urk. 5/16/98, Urk. 5/16/105,
Urk. 5/16/113
)
. PD
Dr.
G._
bejahte d
ie Unfallkausalität der
Rotatorenman
schettenläsion
in seinem Bericht vom
6.
Juli 2010
lediglich mit dem Argument
, dass die Beschwerdeführerin vor ihrem Unfall keine Probleme gehabt habe (Urk. 2/3/4a S. 3 f.).
Vor diesem Hintergrund kann anhand der Angaben im
Z._
-Gutachten,
eine
Rotatorenmanschettenläsion
sei nicht eindeutig
bildge
bend
ausgewiesen
(Urk. 5/60/58
, Urk. 5/60/40-41
) und es lägen keine
unfallbe
dingten
Einschränkungen der linken Schulter mehr vor (Urk. 5/60/60-61), nicht darauf geschlossen werden, das Gutachten sei falsch.
Zutreffend ist, dass sich die Ärzte auch bezüglich der weiteren Behandlung uneinig sind. So wurde im
Z._
-Gutachten
-
wie bereits von Prof.
F._
am 2
0.
Mai 2010
-
eine Metallentfernung empfohlen (Urk. 5/16/90, Urk. 5/60/62), was
Dr.
A._
für nicht erfolgversprechend hielt
(vgl. zum Beispiel
das im Auftrag
von
Dr.
A._
versandte E-Mail
vom 1
9.
Juli 2014, Urk. 2/3/14)
. Divergierende Therapievorschläge sind indes
nicht
ungewöhnlich, sodass daraus nicht abgeleitet werden kann,
das Gutachten sei nicht bew
eistauglich,
wie dies von der Beschwerdeführerin angeführt wurde (Urk.
2/
1 S. 12 f.
Ziff.
25).
5.9
Zudem machte die Beschwerdeführerin geltend, die Beschwerdegegnerin gehe selber davon aus, sie sei in der angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig, sonst hätte sie ihr keine Kostengutsprache für
eine
Umschulung erteilt (Urk. 7).
Für die Bejahung des Anspruchs auf eine Umschulung reicht indes eine Erwerbsunfähigkeit von rund 20
%
aus (
Urteil
des Bundesgerichts
9C_373/2009
vom
2.
November
2009
, E. 4 mit Hinweis auf BGE 124
V 108 E. 2
b), welche auch bei einer 80%igen Arbeitsfähigkeit gegeben ist.
5.10
Weiter brachte die Beschwerdeführerin vor, auch die Unfallversicherung sei zum Schluss gekommen, auf das
Z._
-Gutachten könne nicht abgestellt werden (Urk. 12 S. 1, unter Beilage von Urk. 13/1a).
Am
4.
September 2013 sah die Unfallversicherung der Beschwerdeführerin zwar eine neue Begutachtung vor (Urk. 13/1a), jedoch stellte sie in ihrer Verfügung vom 2
2.
Juli 2014 dennoch auf das
Z._
-Gutachten vom 1
2.
Juni 2012 ab (Urk. 16/7).
Auch dieses Argu
ment spricht somit nicht gegen die Beweiskraft des
Z._
-Gutachtens.
5.
1
1
Unabhängig von den exakten Diagnosen
ist das
Z._
-Gutachten
in
der Beurtei
lung der
Auswirkungen insofern überzeugend, als gewisse Tätigkeiten mit dem linken Arm nicht mehr zum
utbar sind. So Überkopfarbeiten, das Tragen und Bewegen schwerer Lasten sowie stundenlanges Verharren in der gleichen Posi
tion (Urk. 5/60/60).
Laut den
Z._
-Gutachtern sind der Beschwerdeführerin Baustellenbegehungen, das Aufstossen (schwerer) Türen sowie andere Tätigkei
ten mit starker Belastung des linken Armes nicht
mehr
durchgehend und andauernd zumutbar (Urk. 5/60/58).
Grundsätzlich ist ihr jedoch eine ganztä
gige Erwerbstätigkeit zuzumuten (Urk. 5/60/65).
6.
6.1
Die Beschwerdeführerin war vor dem Unfall selbständige Immobilienhändlerin beziehungsweise Immobilienvermittlerin im Rahmen der
N._
AG. Sie war Betriebsinhaberin und alleinige Unternehmeri
n, wobei sie rechtlich gesehen eine Angestellte
der
N._
AG war. Weitere Mitarbeiter waren seit zwei Jahren nicht mehr angestellt. Sie war bereits seit 1999 im Immobilienhandel tätig (Urk. 5/16/62
, Urk. 5/16/65
). Ihre Tätigkeit beinhaltete die Vermittlung von Renditeobjekten (Mehrfamilienhäuser
n
und Geschäfts
häu
ser
n
). Sie vermittelte Käufe und Verkäufe. Sie musste viel herumfahren, sich Objekte anschauen, Dokumentationen erstellen, Gespräche führen, schreiben und telefonieren (Urk. 5/16/63).
Bürotätigkeiten nahmen etwa zwei bis drei Stunden täglich in Anspruch. Diese waren sitzend und mit dem Einsatz beider Hände auszuführen, beinhalteten Arbeit
en
am Computer
wie zum Beispiel die
Erstellung von Offerten
und
die Beantwortung von E-Mails,
aber auch
Telefon
gespräche, das Ablegen von Unterlagen,
das
Sortieren von Ordnern
und
das
Hantieren mit Gewichten bis maximal zwei Kilogramm.
Die Anfahrt mit dem Personenwagen zu den Objekten dauerte jeweils rund zwei Stunden pro Tag, je nach Distanz und Auftrag den ganzen Tag. Die Rohbaubesichtigung
en
nahm
en
je nach Auftrag eine Stunde bis den ganzen Tag in Anspruch
(Urk. 5/41/6).
Nach der
Einschätzung der
medizinischen
Gutachter machen die nicht mehr durchführbaren Tätigkeiten einen Anteil von 20
%
der gesamten Tätigkeit
aus. Sie wiesen indes darauf hin, für eine genauere Bestimmung sei eine
Arbeits
platzabklärung
unter
Beizug
des Belastungsprofils notwendig (Urk. 5/60/
64-
65).
6.2
Da die Beschwerdeführerin die einzige Angestellte der ihr gehörenden
N._
AG
war
, ist sie faktisch
als
selbständig erwerbstätig
anzusehen
.
Der Einkommensvergleich hat auch bei
Selbständigerwerbenden
in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffern
mässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu verglei
chen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuver
lässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige ein Betätigungsvergleich anzustellen und der
Invalidi
tätsgrad
nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der vermin
derten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestim
men. Der grundsätzliche Unterschied des ausserordentlichen
Bemessungsver
fahrens
zur spezifischen Methode (
Art.
28a
Abs.
2 IVG) besteht darin, dass die Invalidität nicht unmittelbar nach Massgabe des Betätigungsvergleichs als sol
chen bemes
sen wird. Vielmehr ist zunächst anhand des Betätigungsvergleichs die
leidens
bedingte
Behinderung festzustellen; sodann ist aber diese im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung besonders zu gewichten. Eine bestimmte Ein
schrän
kung im funktionellen Leistungsvermögen einer erwerbstätigen Person kann zwar, muss aber nicht notwendigerweise eine Erwerbseinbusse gleichen Um
fangs zur Folge haben. Wollte man bei Erwerbstätigen ausschliesslich auf das Ergebnis des Betätigungsvergleichs abstellen, so wäre der gesetzliche Grundsatz verletzt, wonach bei dieser Kategorie von Versicherten die Invalidität nach Massgabe der Erwerbsunfähigkeit zu bestimmen ist (ausserordentliches
Bemes
sungsverfahren
; BGE 128 V 29 E. 1; AHI 1998 S. 120 E. 1a und S. 252 E
2b je mit Hinweisen). Die ausserordentliche Bemessungsmethode des erwerblich gewichteten Betätigungsvergleichs unterscheidet sich von der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs
Unselbständigerwerbender
gerade dadurch, dass bei der Einkommensermittlung nicht auf die LSE abgestellt wird, sondern deren Festsetzung unter Berücksichtigung der einzelfallbezogenen Kriterien (Betriebsgrösse, Branche, Erfahrung des Betriebsinhabers usw.) zu erfolgen hat (Urteil des Bundesgerichts I 707/06 vom 9. Juli 2007
,
E. 3.3.1 mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kann die Aufnahme einer unselbständigen Erwerbstätig
keit als zumutbar erscheinen, wenn davon eine bessere erwerbliche Verwertung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann und der berufliche Wechsel unter Berücksichtigung der gesamten Umstände (Alter, Aktivitätsdauer, Ausbildung, Art der bisherigen Tätigkeit, persönliche Lebensumstände) als zumutbar erscheint (Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014
,
E. 3.1 mit Hinweisen auf Urteile I 116/03 vom 10. November 2003
,
E. 3.1 und I 145/01 vom 12. September 2001
,
E. 2b).
6.3
Anhand der vorhandenen Angaben lässt sich nicht feststellen, was für ein Ein
kommen die Beschwerdeführerin mit den ihr noch zumutbaren Anteilen ihrer bisherigen Arbeit noch erzielen kann
respektive könnte
. Weder wurde der exak
te Anteil der nicht mehr
ausübbaren
Tätigkeiten eruiert, noch wurde abge
klärt, wie sich die Ein
schränkungen erwerblich auswirken. Die Beschwerde
füh
rerin selber führte an, mit
leitenden und organisatorischen Aufgaben
alleine
lasse sich
kein Geld verdienen
(Urk. 5/16/64).
Die Unfallversicherung diskutierte die Anstellung eines Privatsekretärs (Urk. 5/16/64) und
im
Z._
-Gutachten wurde festgehalten, die Beschwer
deführerin benötige für die nicht mehr zumutbaren Tätigkeiten eine Assistenz (Urk. 5/60/40).
Es kann daher nicht einfach von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ausgegangen werden, sondern es ist mittels eines Betätigungsvergleichs zu prüfen, wie sich die Ein
schränkungen erwerblich auswirken. Dazu ist die Sache an die IV-Stelle zurück
zuweisen. Falls
dabei
ein rentenrelevanter Invaliditätsgrad resultiert
oder falls der
Betrieb
der Beschwerdeführerin
bereits stillgelegt ist
(vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8C_126/2015 vom 1
8.
Juni 2015, E. 4.1 mit Hinweisen)
, ist weiter zu prüfen, ob der Beschwerdeführerin
zwecks voller Ausschöpfung ihrer Erwerbsfähigkeit
die Aufgabe ihrer selbständigen Erwerbstätigkeit und die Auf
nahme einer unselbständigen
leidensangepassten Tätigkeit
zuzumuten ist und was für ein hypothetisches Einkommen sie damit erzielen könnte.
Hierbei wird gegebenenfalls zu berücksichtigen sein, dass die Beschwerdeführerin im März 2012 eine im Nachhinein von der Invalidenversicherung finanzierte (
vgl. Urk. 5/174
) Ausbildung zur Mediatorin abgeschlossen hat (
Urk. 5/60/52, Urk. 2/6/2 S. 1).
Auf der Homepage der
N._
AG (
www.gasserconsulting.com
) empfie
h
lt sich die Beschwerdeführerin
unter
ande
rem auch für Dienstleistungen in diesem Bereich.
Das hypothetische
Vali
den
ein
kommen
ist in erster Linie anhand der im Individuellen Konto einge
tra
ge
nen, vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielten Löhne zu bestimmen (Ur
teil des Bundesgerichts 8C_126/2015 vom 1
8.
Juni 2015, E. 4.1
mit Hinweisen
). Vorlie
gend ist dabei
zu beachten, dass die Beschwerdeführerin im Jahr vor dem Unfall (2008) nebst ihrem Einkommen von
Fr.
120'000.-- aus der Tätigkeit bei der
N._
AG noch
ein Einkommen von
Fr.
8‘698.-- aus selbständiger Erwerbstätigkeit ab
rechnete (vgl. den IK-Auszug vom 6.
November 2013, Urk. 5/167/3-4).
Es ist
zu prüfen,
worum
es sich bei der zusätzlichen selbständi
gen Erwerbstätigkeit handelt
e
und ob diese Tätigkeit
aus
versicherungsmedizi
nischer
Sicht
weiterhin
ausübbar
ist.
Zusammenfassend ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die Sache zu weiteren Abklärungen im erwerbli
chen Bereich sowie zur Durchführung eines Betätigungs- und/oder
Einkom
mensvergleichs
und zum anschliessenden erneuten Entscheid an die IV-Stelle zurückzuweisen ist.
7.
7.1
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von
L
eistungen
der Invalidenversicherung
. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
8
00.
--
anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten
der
Beschwer
degegnerin
aufzuerlegen.
7.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene
Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Diese ist
gemäss
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbin
dung mit
§
34
GSVGer
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand
und den Barauslagen zu bemessen.
Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin
bezifferte ihre im Zusammenhang mit der Beschwerdeerhebung bis zum 8. Oktober 2013 getätigten Bemühungen mit 14.25 Stunden
(Urk.
2/7).
In Anwendung
der genannten
Grundsätze
sowie beim für bis Ende 2014 getätigte Aufwendungen geltenden gerichtsüblichen Stundenansatz von
Fr.
200.--
rechtfertigt sich die Zusprechung einer
Prozess
entschädigung
von Fr. 3’
4
00.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen).