Decision ID: 664fb228-943f-4b6a-96e0-211221b95f15
Year: 2014
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

liege lediglich eine andere Beurteilung desselben Sachverhalts vor. Der
erhobene Einwand eines möglichen operativen Eingriffs habe keine
Änderung der aktuellen Beurteilung zur Folge.
8. Gegen diese Nichteintretensverfügung erhob A._ (nachfolgend
Beschwerdeführerin) am 28. August 2013 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit dem Antrag um
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Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Verpflichtung der IV-Stelle
GR auf ihr Gesuch vom 11. Dezember 2012 einzutreten. Der Anspruch
auf IV-Leistungen sei materiell zu beurteilen und darüber zu verfügen. Zur
Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass offen gelassen werden
könne, ob die Verfügung vom 7. Februar 2007 oder jene vom 23. August
2011 für den zeitlichen Ausgangspunkt massgebend sei. Die erhebliche
Änderung sei ohnehin erst nach dem 23. August 2011 eingetreten. Weder
in der ursprünglichen Rentenverfügung noch anlässlich der erstmaligen
Revision hätten die Beschwerden am rechten Handgelenk und Arm eine
Rolle gespielt. Die Beschwerden seien zwar im Gutachten der RehaClinic
X._ vom 3. November 2006 erwähnt, ohne jedoch Auswirkungen auf
die Arbeitsfähigkeit zu haben. Selbst der Regionale Ärztliche Dienst
(nachfolgend RAD) hätte der Arm- und Handgelenkproblematik keinerlei
invaliditätsrelevante Bedeutung zugemessen. Neu stünden die Arm- und
Handgelenkbeschwerden im Vordergrund und hätten Einfluss auf ihre
Arbeitsfähigkeit, was mit den verschiedenen der IV-Stelle GR
eingereichten Arztberichten glaubhaft gemacht worden sei. Die IV-Stelle
GR habe deshalb auf das Revisionsgesuch einzutreten.
9. Mit Vernehmlassung vom 2. Oktober 2013 beantragte die IV-Stelle GR
die Abweisung der Beschwerde und entgegnete im Wesentlichen, dass
die im Beschwerdeverfahren eingereichten Beilagen 7–9 nicht
berücksichtigt werden dürften. Seit der letzten Rentenprüfung vom 23.
August 2011 müsse eine rentenrelevante Erhöhung des IV-Grades
aufgrund veränderter Verhältnisse glaubhaft gemacht werden, wobei es
neuer Elemente tatsächlicher Natur bedürfe. Die ihr eingereichten
Berichte würden grösstenteils weiterhin den bereits bekannten, im
Zeitpunkt der letzten rechtskräftigen Verfügung vom 23. August 2011
gegebenen Sachverhalt werten und daraus lediglich allenfalls andere
Schlussfolgerungen ziehen. Neue Elemente tatsächlicher Natur –
insbesondere andere, grundsätzlich neue Diagnosen – jedenfalls seien
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den im Revisionsverfahren eingereichten Arztberichten nicht zu
entnehmen. Vielmehr lasse sich daraus entnehmen, dass die seit 2005
bestehenden Schmerzen im ulnaren Handgelenksbereich und im
Ellbogen rechts fortdauern würden. Entsprechend sei der RAD zum
Schluss gelangt, dass keine objektiven Anhaltspunkte für eine
wesentliche Verschlechterung beständen. Aktenkundig stünde nicht eine
Epicondylitis lateralis im Vordergrund, sondern die seit Jahren
bestehenden Handgelenksschmerzen rechts.
10. Am 7. Oktober 2013 führte die Beschwerdeführerin replicando aus, dass
Dr. med. D._ mit Schreiben vom 28. August 2012 festgehalten habe,
dass nach langer Zeit eine Chronifizierung des Schmerzbildes
stattgefunden habe. Dennoch vermute er ein zusätzliches dorsales
Handgelenksganglion rechts. Entsprechend werde im Bericht von Dr.
med. C._ vom 22. Dezember 2012 unter anderem die Diagnose
einer rezidivierenden Epicondylitis radiales rechts gestellt. Die
Arbeitsunfähigkeit bestehe insbesondere wegen der auftretenden
Schmerzen im Epicondylitis radialis des rechten Ellbogens. Die Patientin
trage deshalb andauernd eine Schiene. Dr. med. C._ habe der
Beschwerdeführerin aufgrund dessen nahegelegt, sich bei der IV-Stelle
GR um eine Rentenerhöhung zu melden. Bereits aufgrund dieser innert
Frist eingereichten Arztberichte habe der IV-Stelle GR aufgehen müssen,
dass zu den ursprünglichen Beschwerden nunmehr die Epicondylitis
radialis rechts im Vordergrund stehe. Die Beschwerdeführerin habe
ursprünglich, im Rentenzeitpunkt an keinen Beschwerden im Ellbogen
gelitten. Die IV-Stelle GR hätte nachfragen müssen, wenn sie damals der
Auffassung gewesen sei, diese Unterlagen würden für ein Eintreten nicht
ausreichen.
11. Die IV-Stelle GR verzichtete am 17. Oktober 2013 auf eine Duplik.
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Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie auf die angefochtene
Verfügung wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen
eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet die
Nichteintretensverfügung der IV-Stelle GR vom 10. Juli 2013. Das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ist aufgrund von Art. 58
Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) und Art. 57 ATSG in
Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) vorliegend zur Beurteilung
der Beschwerde örtlich und sachlich zuständig. Die Beschwerdeführerin
ist als Adressatin des Einspracheentscheids zur Erhebung der
Beschwerde legitimiert, da sie durch den Entscheid berührt ist und ein
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung hat. Im
Weiteren wurde die Beschwerde form- und fristgerecht erhoben, womit
auf die Beschwerde einzutreten ist. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-
Stelle GR auf das Leistungsbegehren respektive Revisionsgesuch der
Beschwerdeführerin zu Recht nicht eingetreten ist.
2. a) Nach Art. 17 ATSG und Art. 87 ff. der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) wird die Invalidenrente von
Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der Invaliditätsgrad einer
Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich ändert. Anlass
zur Rentenrevision gibt jede Änderung der anspruchsbegründenden
Tatsachen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch der Versicherten zu beeinflussen. Revisionsbegründend
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sind dabei zunächst wesentliche Veränderungen des
Gesundheitszustandes. Aber auch bei gleich bleibendem
Gesundheitszustand fällt eine Rentenrevision in Betracht, wenn sich die
erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. Ob eine solche
Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts,
wie er im Zeitpunkt der letzten rechtskräftigen Rentenverfügung
bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der angefochtenen Verfügung
(BGE 134 V 131 E.3; BGE 133 V 108 E.5; BGE 130 V 343 E.3.5; Urteil
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 526/02 vom 27. August
2003 E.2).
b) Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, ist darauf nur dann einzutreten,
wenn gemäss Art. 87 Abs. 2 IVV von der Versicherten glaubhaft gemacht
wird, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch
erheblichen Weise geändert hat. Erheblich im Sinne von Art. 87 Abs. 2
IVV ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der
Anspruch auf eine IV-Rente oder deren Erhöhung sei begründet, falls sich
die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen. Liegt ein neuer
Bericht von ärztlichen oder anderen Fachleuten vor, auf deren Unterlagen
die Verwaltung und der Richter für die Invaliditätsbemessung angewiesen
sind, genügt es für die Glaubhaftmachung einer erheblichen
Sachverhaltsänderung nicht, dass im fraglichen Bericht der bereits
bekannte, im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung gegebene
Sachverhalt anders bewertet wird und daraus andere Schlussfolgerungen
gezogen werden. Vielmehr bedarf es neuer Elemente tatsächlicher Natur,
die nach der ursprünglichen Rentenverfügung eingetreten und zu dem
damals gegebenen Sachverhalt hinzugekommen sind oder diesen
verändert haben (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
I 484/00 vom 21. März 2001, E.1b/bb).
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c) Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist unter Glaubhaftmachen im
Sinne von Art. 87 Abs. 2 IVV kein Beweis nach dem im
Sozialversicherungsrecht allgemein massgebenden Grad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 121 V 45 E.2a; BGE 121 V 204
E.6b) zu verstehen. Die Beweisanforderungen sind vielmehr
herabgesetzt, indem nicht im Sinne eines "vollen Beweises" die
Verwaltung überzeugt werden muss, dass seit der letzten, rechtskräftigen
Entscheidung tatsächlich eine relevante Änderung eingetreten ist.
Vielmehr genügt es, dass für den geltend gemachten rechtserheblichen
Sachumstand wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn
durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender
Abklärung werde sich die behauptete Sachverhaltsänderung nicht
erstellen lassen. Grundsätzlich unterliegt das Glaubhaftmachen nach
Art. 87 Abs. 2 IVV weniger strengen Anforderungen als im
Zivilprozessrecht. Dort muss – im Gegensatz zum vollen Beweis – der
Richter immerhin überzeugt werden, dass es so, wie behauptet,
wahrscheinlich gegangen ist, nicht aber auch, dass es wirklich so
gegangen sein muss, weil jede Möglichkeit des Gegenteils
vernünftigerweise auszuschliessen ist (Urteil des Bundesgerichts I 294/98
vom 3. Januar 2000 E.1 mit weiteren Hinweisen).
3. Massgebend ist demnach für die Beurteilung der Veränderung der
tatsächlichen Verhältnisse vorliegend der Zeitraum zwischen der letzten
rechtskräftigen Rentenverfügung bis zum Zeitpunkt der angefochtenen
Verfügung. Ob nun die Verfügung vom 23. August 2011 (neu-act. 10)
oder die Verfügung vom 7. Februar 2007 (alt-act. 75/8) den in der
Rechtsprechung des Bundesgerichts entwickelten Erfordernissen der
materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs genügt (BGE 133 V 108 E.5), kann – wie die
Beschwerdeführerin zu Recht ausführt – im vorliegenden Fall offen
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bleiben. Denn wie nachfolgend aufzuzeigen ist, bildeten die für die
wesentliche Verschlechterung der Gesundheitszustandes der
Beschwerdeführerin ausschlaggebenden Diagnosen ohnehin weder
Grundlage für die Verfügung vom 7. Februar 2007 noch für jene vom 23.
August 2011.
4. Die IV-Stelle GR rügt, dass die erst im Beschwerdeverfahren von der
Beschwerdeführerin beigebrachten Beilagen 7–9 nicht berücksichtigt
werden dürften. Wie bereits ausgeführt, hat die versicherte Person mit
dem Revisionsgesuch die massgebliche Tatsachenänderung glaubhaft zu
machen. Der Untersuchungsgrundsatz, wonach die Verwaltung bzw. das
Verwaltungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen hat (Art. 43 Abs.
1 ATSG; BGE 125 V 193 E.2; BGE 122 V 157 E.1a mit Hinweisen), spielt
insoweit nicht. Wird im Gesuch um Rentenerhöhung kein
Eintretenstatbestand glaubhaft gemacht, ist der versicherten Person eine
angemessene Frist zur Einreichung weiterer Beweismittel anzusetzen.
Die Fristansetzung ist mit der Androhung zu verbinden, dass ansonsten
auf Nichteintreten zu erkennen sei. Ergeht wie vorliegend eine
Nichteintretensverfügung, die den eben umschriebenen Erfordernissen
betreffend Fristansetzung und Androhung der Säumnisfolgen genügt, hat
das Gericht seiner beschwerdeweisen Überprüfung den Sachverhalt zu
Grunde zu legen, wie er sich der Verwaltung bot (vgl. zum Ganzen BGE
130 V 64 E.5; Urteil des Bundesgerichts 9C_236/2011 vom 8. Juli 2011
E.2.1.2). Dies hat zur Konsequenz, dass Arztberichte bzw. Beweismittel,
die sich auf die Zeit nach der Fällung des angefochtenen Entscheids
beziehen, grundsätzlich nichts mehr an der vorgenommenen Beurteilung
ändern können (Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden
S 04 139 vom 9. November 2004 E.6a). Die IV-Stelle GR bringt demnach
zu Recht vor, dass die erst im Beschwerdeverfahren eingereichten Akten
vorliegend grundsätzlich unbeachtlich sind, da sie nach dem Erlass der
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angefochtenen Verfügung eingereicht worden sind. Im Übrigen würde –
wie nachfolgend aufzuzeigen ist – aufgrund der folgenden Gutachten und
ärztlichen Berichte selbst unter Berücksichtigung der genannten Akten
der Verfahrensausgang ohnehin nicht verändert:
 Im Gutachten der RehaClinic X._ vom 3. November 2006 stellten Dr. med. E._, leitender Arzt, und Dr. med. F._, Oberärztin, folgende Diagnosen: 1. ein chronisches Schmerzsyndrom am linken Rückfuss lateral, 2. ein chronisch-rezidivierendes , 3. rezidivierende Knieschmerzen links, 4. Status nach therapeutischer Arthroskopie rechtes Handgelenk mit Diskusteilresektion am 28. September 2006 wegen Schmerzsyndrom rechtes Handgelenk ulnar, 5. Tendenz zur Hyperlaxizität und 6. Status nach Operation Karpaltunnelsyndrom rechte Hand 1994. Die Diagnosen 4. bis 6. hätten indes keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin, zumal Dr. med. G._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Handchirurgie, betreffend rechtes Handgelenk eine gute Prognose stelle und von einer vollständigen Erholung der Beschwerden ausgehe (neu-act. 6/51 ff.).
 Mit Bericht vom 25. Dezember 2010 hielt Dr. med. B._, Facharzt FMH, Allgemeinmedizin, fest, dass die rechtsseitigen Handgelenksbeschwerden keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Die Arbeit in ähnlicher Stellung wie bei der Ettiketendruckerei wäre problemlos möglich, wobei sie vermindert belastungsfähig sei. Grundsätzlich bestehe eine gute Prognose (neu-act. 6/1).
 Gemäss Bericht von Dr. med. D._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates und Handchirurgie, vom 28. August 2012 leide die Beschwerdeführerin an einem "Schulter-Armsyndrom rechts mit deutlicher Reizung des Plexus brachialis rechts; dringender Verdacht eines dorsalen HG-Ganglions über dem SL Bereich rechts [...]". Trotz Chronifizierung des Schmerzbildes vermute er ein zusätzliches dorsales Handgelenksganglion rechts (neu-act. 20/2).
 Dr. med. C._, Fachärztin FMH für Chirurgie/Handchirurgie, diagnostizierte am 22. Dezember 2012 ein chronisches Impingement am rechten Ulnaköpfchen und Ulnaverkürzungsosteotomie sowie eine rezidivierende Epikondylitis radialis rechts. Die Arbeitsunfähigkeit bestehe aufgrund der Schmerzen im ulnaren Handgelenk bei Belastung und beim Bewegen, sowie auftretende Schmerzen im Epikondylus radialis des rechten Ellbogens. Die Beschwerdeführerin trage andauernd eine Schiene. In einer leichten Tätigkeit könne die
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Arbeitsfähigkeit gesteigert werden. Eine Verbesserung sei jedoch nicht zu erwarten (neu-act. 20/4).
 Mit Schreiben vom 28. Dezember 2012 führte Dr. med. B._ aus, dass die Beschwerdeführerin wegen eines chronischen Impingements am rechten Ulnaköpfchen rechts für die Arbeit als Verkäuferin zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben sei (neu-act. 20/1).
5. a) Die Beschwerdeführerin argumentiert, dass in Antwort auf das Schreiben
der IV-Stelle GR vom 18. Dezember 2012 (neu-act. 19), in welchem die
IV-Stelle GR die Beschwerdeführerin aufforderte, die Veränderung ihres
Invaliditätsgrads glaubhaft zu machen, am 28. Dezember 2012 (neu-act.
20/1) ein Arztbericht von Dr. med. B._ eingereicht worden sei. Dieser
habe ausgeführt, dass die Hauptregie in der Behandlung der rechtseitigen
Hand-/Armbeschwerden in den Händen von Dr. med. C._ liege.
Auch habe Dr. med. B._ dem Schreiben zwei Arztberichte der
Handchirurgin Dr. med. C._ (neu-act. 20/4) und des Handchirurgen
Dr. med. D._ (neu-act. 20/2) beigelegt. Dr. med. D._ beschrieb
darin, dass er trotz Chronifizierung des Schmerzbildes ein zusätzliches
dorsales Handgelenksganglion rechts mit dem typischen Schmerz über
dem scapholunären Bereich vermute. Dr. med. C._ führte aus, dass
eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Schmerzen im ulnaren Handgelenk
bei Belastung und beim Bewegen sowie auftretende Schmerzen im
Epikondylus radialis des rechten Ellbogens bestehe. Eine Verbesserung
könne nicht erwartet werden. Sie habe der Beschwerdeführerin deshalb
empfohlen, sich bei der IV-Stelle GR um eine Rentenerhöhung zu
melden. Die Beschwerdeführerin führte demnach zusammenfassend aus,
dass neu die Arm- und Handgelenksbeschwerden im Vordergrund
stünden. Diese Beschwerden hätten Einfluss auf ihre Arbeitsfähigkeit,
was mit den verschiedenen der IV-Stelle GR eingereichten Arztberichten
glaubhaft gemacht worden sei.
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b) Im Vorbescheid vom 18. April 2013 (neu-act. 26) nimmt die IV-Stelle GR
weder auf das Schreiben von Dr. med. B._ noch auf die diesem
beiliegenden Arztberichte von Dr. med. C._ (neu-act. 20/4) und Dr.
med. D._ (neu-act. 20/2) Bezug. Der RAD (neu-act. 38/5) nimmt zum
Arztbericht von Dr. med. B._ vom 28. Dezember 2012 und
demjenigen von Dr. med. C._ vom 22. Dezember 2012 Stellung,
wobei er einzig auf die chronischen Schmerzen im Handgelenk eingeht
und ausführt, dass die jetzt beklagten Beschwerden bereits im Gutachten
der RehaClinic X._ vom 3. November 2006 (neu-act. 6/33)
geschildert worden seien.
c) Dementsprechend entgegnet die IV-Stelle GR, die ihr eingereichten
Berichte würden grösstenteils weiterhin den bereits bekannten, im
Zeitpunkt der letzten rechtskräftigen Verfügung vom 23. August 2011
gegebenen Sachverhalt werten und daraus lediglich allenfalls andere
Schlussfolgerungen ziehen. Neue Elemente tatsächlicher Natur –
insbesondere andere, grundsätzlich neue Diagnosen – jedenfalls seien
den im Revisionsverfahren eingereichten Arztberichten nicht zu
entnehmen. Vielmehr lasse sich daraus entnehmen, dass die seit 2005
bestehenden Schmerzen im ulnaren Handgelenksbereich und im
Ellbogen rechts fortdauern würden. Entsprechend sei der RAD zum
Schluss gelangt, dass keine objektiven Anhaltspunkte für eine
wesentliche Verschlechterung bestünden. Aktenkundig stehe nicht eine
Epicondylitis lateralis im Vordergrund, sondern die seit Jahren
bestehenden Handgelenksschmerzen rechts.
d) Wie der RAD (neu-act. 38/10) zu Recht ausführt, ist mit dem Einwand
einer möglicherweise bevorstehenden Operation allein noch keine
wesentliche Verschlechterung glaubhaft gemacht worden. Die am
28. Dezember 2012 eingereichten Arztberichte von Dr. med. C._
(neu-act. 20/4) und Dr. med. D._ (neu-act. 20/2) weisen jedoch auf
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ein nicht gleich geartetes Beschwerdebild im Vergleich zum Gutachten
der RehaClinic X._ vom 3. November 2006 (neu-act. 6/33) hin, wobei
(neu) einerseits die Epikondylitis radialis und das Schulter-Arm-Syndrom
beschrieben sowie ein dringender Verdacht eines dorsalen
Handgelenksganglions über dem scapholunären Bereich rechts
diagnostiziert werden. Diese Diagnosen finden sich nicht im Gutachten
der RehaClinic vom 3. November 2006. Überdies sind Handbeschwerden
rechts zwar im Gutachten beschrieben worden, diese hatten aber damals
offensichtlich keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin. Die Fussproblematik stand klar im Vordergrund; die
60%ige Arbeitsfähigkeit wurde aufgrund des chronischen
Schmerzsyndroms linker Rückfuss lateral, des chronisch-rezidivierenden
Lumbovertebral-Syndroms und der rezidivierenden Knieschmerzen links
attestiert. Die Diagnosen Status nach therapeutischer Arthroskopie
rechtes Handgelenk mit Diskusteilresektion vom 28. September 2006
wegen Schmerzsyndrom rechtes Handgelenk ulnar, Tendenz zur
Hyperlaxizität und Status nach Operation Karpaltunnelsyndrom rechte
Hand 1994 waren ohne Einfluss auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin (neu-act. 6/51 und 54). Zudem attestiert Dr. med.
C._ (neu-act. 20/4) allein aufgrund der Schmerzen im ulnaren
Handgelenk und der Schmerzen im Epikondylus radialis des rechten
Ellenbogens eine Arbeitsunfähigkeit. Auch Dr. med. B._ (neu-act.
20/1) war nicht immer der Ansicht, dass die Beschwerdeführerin zu 100 %
arbeitsunfähig sei. Noch bei der letzten Rentenrevision im Jahr 2011
wurde auch gestützt seine Angaben eine glaubhaft gemachte
Verschlechterung nicht angenommen, da Dr. med. B._ bei einer
adaptierten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestierte (neu-act.
6/1; neu-act. 9/5). Unter diesen Umständen liegt nicht bloss eine andere
Schlussfolgerung desselben Sachverhalts vor, sondern vielmehr eine
wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustands der
Beschwerdeführerin seit der letzten rechtskräftigen Rentenverfügung.
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Daran vermag auch der Einwand der IV-Stelle GR nichts zu ändern, dass
sowohl Dr. med. D._ (neu-act. 20/2) wie auch Dr. med. C._
(neu-act. 20/4) von einer Mobilisation respektive Kräftigung ausgingen
beziehungsweise dass in einer leichten Tätigkeit die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin wohl gesteigert werden könne. Zwar muss dies für
eine adaptierte Tätigkeit umso mehr gelten, jedoch ist ergänzend
festzuhalten, dass Dr. med. C._ dennoch eine Arbeitsunfähigkeit
attestiert. Unbeachtet dessen, dass sich Dr. med. D._ nicht über die
Arbeitsfähigkeit – insbesondere in einer adaptierten Tätigkeit – äussert,
liegt nicht bloss eine andere Bewertung des gleichen medizinischen
Sachverhalts vor, welcher es rechtfertigen würde, auf das
Revisionsgesuch der Beschwerdeführerin nicht einzutreten. Mit den am
28. Dezember 2012 eingereichten Arztberichten von Dr. med. C._
und von Dr. med. D._ durch Dr. med. B._ hat die
Beschwerdeführerin in genügender Weise eine wesentliche
Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes seit der letzten
Rentenprüfung glaubhaft gemacht, zumal für den geltend gemachten
rechtserheblichen Sachumstand das Bestehen wenigstens gewisse
Anhaltspunkte genügen (Urteil des Bundesgerichts I 294/98 vom
3. Januar 2000 E.1 mit weiteren Hinweisen). Die IV-Stelle GR hätte
demnach auf das Revisionsgesuch der Beschwerdeführerin eintreten
müssen.
6. Zusammenfassend ist nach dem Gesagten festzuhalten, dass seit der
letzten materiellen Beurteilung eine wesentliche Verschlechterung des
Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin eingetreten ist. Es ist mit
den eingereichten Arztberichten in genügender Weise glaubhaft gemacht
worden, dass nunmehr eine Epikondylitis radialis und ein Schulter-Arm-
Syndrom sowie ein dringender Verdacht eines dorsalen
Handgelenksganglion über dem scapholunären Bereich rechts zu den
(bisherigen rentenbegründenden) Fussbeschwerden hinzugetreten sind.
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Diese neuen Diagnosen beeinflussen gemäss den behandelnden Ärzten
ihre Arbeitsfähigkeit. Dem Einwand, es liege nach wie vor derselbe
medizinische Sachverhalt vor, welcher lediglich anders bewertet werde,
kann daher nicht gefolgt werden.
7. a) Die angefochtene Verfügung erweist sich somit als nicht rechtmässig und
ist aufzuheben, was zur Gutheissung der Beschwerde führt. Die Sache ist
zur materiellen Behandlung an die IV-Stelle GR zurückzuweisen.
b) Das Beschwerdeverfahren ist – in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG –
gemäss Art. 69 Abs. 1bis des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Diese Kosten werden je nach
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Umfang von Fr.
200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Aufgrund des Ausgangs dieses
Verfahrens sind die Kosten von Fr. 700.-- der unterliegenden IV-Stelle GR
aufzuerlegen.
c) Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende
Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht
festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen.
Vorliegend hat die Beschwerdeführerin demnach Anspruch auf Ersatz der
entstandenen Anwaltskosten, welche sich gemäss eingereichter und
genehmigter Honorarnote vom 22. Oktober 2013 auf Fr. 2'653.70 (inkl.
MWST) belaufen.