Decision ID: b03b7585-f9ea-5a28-aaf5-8226fc2df9d1
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1989,
war
seit 27.
März 2017
bei der
Y._
ag
als
Logistiker
in einem temporären Arbeitsverhältnis
angestellt und damit bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen
versichert (Urk.
7
/1
und Urk.
7/54
).
Am 29.
März 2017
verletzte er sich, als
er die Kontrolle über einen von ihm gelenkten Gabelstapler verlor und den linken Fuss zwischen Betonwand und Stapler ein
klemmte (vgl. Aussage
im P
olizeirapport [Urk.
7
/
51
S. 6]).
Dabei zog er sich am linken Fuss eine offene Vorfussfraktur mit dislozierten Schaftfrakturen an den
Metatarsalia
I bis V (Mittelfussknochen) zu, was die Hospitalisation vom 29.
März
bis 12.
April 2017
im
Spital Z._
mit operativen Eingriffen zur Folge hatte (
Urk.
7/30, vgl. auch Urk.
7/15 und Urk.
7/17
).
Am 24.
Juli 2017 (Urk.
7/46) wurde das Osteosynthesematerial entfernt (OSME); bei persistierenden Beschwer
den wurden am 18.
April 2018 (Urk.
7/101) eine weitere OSME und
Spongiosa
plastik
sowie am 18.
Januar 2019 (Urk.
7/158) die Entfernung des lateralen Sesam
beins durchgeführt. Die Suva veranlasste eine konsiliarische Untersuchung für eine Zweitmeinung (vgl. Urk.
7/175), welche am 3.
und 30.
Juli 2019 sowie am 18.
November 2019 in der
A._
Klinik stattfand (Urk.
7/184, Urk.
7/190 und Urk.
7/213). Am 29.
Januar 2020 wurden in der
A._
Klinik eine
Sesa
moidektomie
medial und eine Weil-Osteotomie am ersten, zweiten und dritten Strahl mit Release am MP-2 und MP-3 Gelenk durchgeführt (Urk.
7/227). Nach einer
kreisärztlichen
Beurteilung
vom 19.
Juni
2020 (Urk.
7/249)
teilte die Suva
dem Versicherten
am
24.
Juni 2020
die
Einstellung der Taggeld- und Heilkosten
leistungen per 31.
Juli 202
0 mit
und hielt gleichzeitig fest, sie werde weiterhin für orthopädisch zugerichtetes Schuhwerk aufkommen (Urk.
7/250). Mit Verfü
gung vom 8.
Juli 2020
verneinte
die Suva mangels erheblicher unfallbedingter Erwerbseinbusse
einen Anspruch
des Versicherten
auf eine Invalidenrente
,
sprach ihm indes eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 10
% entsprechend einem Betrag von Fr.
14'820.-- zu (Urk.
7
/254).
Die dage
gen erhobene Einsprache vom 8.
September (mit Ergänzung vom 3.
November 2020, Urk.
7/263 und Urk.
7/272) wies die Suva mit Entscheid vom 6.
Januar 2021 (Urk.
2) ab.
1.2
Derweil hatte das hiesige Gericht mit Urteil
vom 2
7.
September 2019
die einen
Umschulungsanspruch verneinende Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des
Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 11.
Juni 2019 (Urk.
7/182/2-3) aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung an diese zurückgewiesen (Prozess Nr. IV.2019.00523; Urk.
7/264/6-13). Die in der Folge aufgenommene Arbeitsver
mitt
lung wurde mit Verfügung vom 8.
Juli 2021 abgeschlossen (Urk.
21/1). Mit Verfügung vom 31.
August 2021 (Urk.
21/2) sprach die IV-Stelle dem Versicher
ten sodann
vom
1.
März
2018
bis 3
1.
Juli 2019
eine befristet
e
ganze Rente
zu und verneinte einen darüberhinausgehenden Rentenanspruch bei einem Invalidi
tätsgrad von 0
% (Urk.
21/2 S. 4 f.).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
der Suva vom 6.
Januar 2021 erhob der Versi
cherte am 8.
Februar 2021
(
Urk.
1) Beschwerde mit folgenden Anträgen (S. 2):
1.
Der
Einspracheentscheid
vom 6.
Januar 2021 sei aufzuheben, soweit die Leistungen per 31.
Juli 2020 eingestellt und weitere Leistungsansprüche verneint werden.
2.
Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer auch nach dem 31.
Juli 2020 die gesetzlichen Leistungen zu gewähren, ins
besondere weitere Taggelder sowie zu einem späteren Zeitpunkt eine Rente.
Die Suva schloss i
n ihrer Beschwerdeantwort vom 11.
März 2021
(
Urk.
6
) auf Abweisung der Beschwerde.
Mit Replik vom 5.
Juli 2021 hielt der Beschwer
de
führer an seinen bisherigen Anträgen fest und ersuchte um Sistierung des Ver
fahrens bis zum Vorliegen eines Entscheids der IV-Stelle betreffend berufliche Massnahmen (Urk.
15). Die Duplik der Beschwerdegegnerin mit unverändertem Rechtsbegehren (Urk.
20) wurde dem Beschwerdeführer am 17.
September 2021 zur Kenntnis gebracht (Urk.
22).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art.
6
des Bundesgesetzes üb
er die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs.
1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei den im Einzelnen in Abs.
2 auf
geführten
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leis
tungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs.
3).
Nach Art.
10 Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art.
16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wir
d sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen
Rentenalters ereignet hat (Art.
18
Abs.
1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, w
enn von der
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Ge
sundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliede
rungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Renten
be
ginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art.
19 Abs.
1 UVG).
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art.
24 Abs.
1 UVG).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen).
1.3
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE
125 V 351 E.
3b/
ee
). Das An
stellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE
137 V 210 E.
1.4, 135 V 465 E.
4.4). Soll ein Versiche
rungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
inter
nen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE
142 V 58 E.
5.1, 139 V 225 E.
5.2, 135 V 465 E.
4.4 und E.
4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
damit (Urk.
2), dass gemäss der kreisärztlichen Beurteilung vom 19.
Juni 2020 und dem Ver
laufsbericht der
A._
Klinik vom 11.
Juni 2020 die Beschwerden nach dem erneuten Eingriff im Januar 2020 unverändert geblieben seien. Die möglichen Tätigkeiten und Verrichtungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt hätten sich gegenüber der letzten Einschätzung vom 11.
Oktober 2019 trotz erneutem Ein
griff nicht verändert. Dem Beschwerdeführer sei somit eine leichte bis mittel
schwere körperliche Tätigkeit, wechselbelastend mit überwiegend sitzendem An
teil sowie unter Berücksichtigung
von näher umschriebenen Einschränkungen
seitens des linken Fusses, ganztags zumutbar. Von weiteren therapeutischen Mass
nahmen sei keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwar
ten respektive am Belastungsprofil werde sich durch solche nichts mehr ändern, sodass der Fallabschluss gerechtfertigt sei. Die laufende Arbeitsvermitt
lung durch die Invalidenversicherung vermöge den der Invalidenrente der Unfallversiche
rung zu Grunde zu legenden Invaliditätsgrad nicht zu beeinflussen und stehe dem Fallabschluss daher nicht entgegen (S.
4
f.).
Gestützt auf das kreisärztliche Belastungsprofil und die Tabelle TA1 der Schwei
zerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2018 (Zentralwert von Männern in ein
fachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art [Kompetenzniveau
1] im gesamten privaten Sektor) ergebe sich aufgerechnet auf das Jahr 2020 und unter Berücksichtigung eines (Leidens-)Abzuges von 5
% ein Invalideneinkommen von Fr.
65'801.--. Beim
Valideneinkommen
sei gestützt auf die LSE 2018,
Tabelle
TA
1
, Kompetenzniveau 1 im Sektor Dienstleistungen (Verkehr und
Lagerei
), für das Jahr 2020 von einem Verdienst von Fr.
65'859.-- auszugehen. Auf das Kom
pe
tenzniveau 1 sei abzustellen, da keine konkreten Schritte ausgewiesen seien, welche eine berufliche Weiterentwicklung zum «Logistiker EFZ» als überwiegend wahrscheinlich erscheinen liessen. Aus der Gegenüberstellung der Einkommen resultiere kein Anspruch auf eine Invalidenrente (S. 6
f.).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk.
1 S. 3
), es seien am 17.
August, 30.
November und 7.
Dezember 2020 neue Arztberichte eingereicht worden, mit denen sich die Beschwerdegegnerin nicht auseinan
der
gesetzt habe. Auch seien ihm diese nicht zur Stellungnahme unterbreitet worden, weshalb der Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt sei.
Die Invalidenversicherung habe ihm nicht nur Arbeitsvermittlung, sondern «Arbeitsvermittlung plus» zugesprochen, um im Rahmen eines Arbeitsversuchs das Leistungsvermögen näher abzuklären. Das Resultat dieser Massnahme könne durchaus Auswirkung auf die Invaliditätsbemessung haben, weshalb der Ren
tenentscheid zu früh erfolgt und der Anspruch auf eine Übergangsrente zu prüfen sei (S. 6
f.).
Gemäss den vom behandelnden Facharzt im
Einspracheverfahren
eingereichten Arztberichten sei a
m linken Fuss ein Ganglion aufgetreten
.
E
s sei die Rede von erheblichen Schmerzen und dass eine Infiltration gemacht
sowie
die orthopä
dischen Schuhe aufgrund der Schmerzen angepasst werden müssten. Hinsichtlich
des
Zumutbarkeitsprofil
s
sei
im Arztbericht
vom
7.
Dezember 2020 festgehalten
worden
, dass er bei der Arbeit immer auf orthopädisches Schuhwerk angewiesen
sei, er Gehstrecken von maximal 15 - 20 Minuten am Stück bewältigen und Lasten von etwa 5 - 10 kg tragen könne. Die Aktenbeurteilung der Kreisärztin vom 1
9.
Juni 2020 sei damit nicht in Kenntnis aller Befunde erfolgt
. Es sei näher abzuklären, ob das nun aufgetretene Ganglion eine unfallkausale Folge sei
.
Auf
grund der Arztberichte sei davon auszugehen, dass auch in einer leidensan
ge
passten Tätigkeit keine volle Arbeits- und Leistungsfähigkeit bestehe, was sich jedoch nur im Rahmen eines
von der
Invalidenversicherung organisierten Arbeitsversuchs klären lasse, weshalb ihm die Beschwerdegegnerin bis dahin eine Übergangsrente oder weiterhin Taggelder zu gewähren habe
(S. 9
f.
)
.
Für den Fall, dass das Gericht einen Anspruch auf Übergangsrente respektive Weiterausrichtung von Taggeldern verneinen und betreffend Zumutbarkeitsprofil auf die Aktenbeurteilung der Kreisärztin vom 19.
Juni 2019 abstellen sollte, sei hinsichtlich des
Valideneinkommens
zu berücksichtigen, dass er zirka 2014 25-jährig aus Kenia in die Schweiz eingereist sei und zu Beginn als Spargelstecher gearbeitet habe, da seine in Kenia absolvierte Ausbildung als Logistiker in der Schweiz keine Gültigkeit gehabt habe. Allerdings habe er seit der Einreise in die Schweiz immer das Ziel gehabt, wieder in seiner angestammten Tätigkeit in der Logistik zu arbeiten. Deshalb habe er vom 1.
September bis 31.
Oktober 2014 erfolgreich einen Grundkurs Logistik der Schweizerischen Vereinigung für die Berufsbildung in der Logistik absolviert in der Absicht, die Ausbildung «Logistiker EFZ» zu er
lang
en. Hernach habe er Praxiserfahrung gesammelt, welche wie die Absolvierung des Grundkurses/Staplerkurses Voraussetzung für die Ausbildung «Logistiker EFZ» und indirekt somit Teil derselben gewesen sei. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei davon auszugehen, dass er diese Ausbildung ohne den am 29.
März 2017 erlittenen Unfall abgeschlossen hätte. Das
Valideneinkommen
sei deshalb gestützt auf die LSE-Lohntabelle TA 1, Privater Sektor, Ziffern 49 bis 53 «Verkehr und
Lagerei
», Kompetenzniveau 2 zu ermitteln, wobei für das Jahr 2020 von einem Einkommen von Fr.
71'104.30 auszugehen sei (S. 10-12). Das Inva
lideneinkommen sei unter Gewährung eines leidensbedingten Abzugs von 25
% auf Fr.
51'949.10 festzusetzen. In Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen ergebe sich somit ein Invaliditätsgrad von 27
% (S. 12 f.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung aus dem Unfall vom
2
9.
März 2017
, namentlich der Anspruch auf die weitere Ausrichtung von Taggeldern nach dem
3
1.
Juli 2020
oder auf die Gewährung einer Übergangsrente sowie allenfalls der Anspruch auf eine Rente der Unfallversicherung. Nicht mehr umstritten ist hin
gegen die Höhe der Integritätsentschädigung (vgl. dazu Urk.
2 S.
3 E.
1).
Insofern
der Beschwerdeführer
beantragte
,
das Verfahren sei
zu sistieren
bis die
Eidgenössische Invalidenversicherung über den Anspruch auf berufliche Massnah
men entschieden habe respektive bis solche durchgeführt worden seien (Urk.
15 S. 2
f. und S.
6), liegen
die
Entscheide der IV-Stelle betreffend Abschluss der Arbeitsvermittlung
(
Verfügung vom 8.
Juli 2021, Urk.
21/1)
und
Rente (
Verfü
gung[en] vom 31.
August 2021, Urk.
21/2)
mittlerweile vor. Da keine Anhalts
punkte vorliegen, dass diese Entscheide nicht in Rechtskraft erwachsen sind, erweist sich das Sistierungsbegehren damit als gegenstandslos.
3.
3.1
Im Austrittsbericht des
Spital
s
Z._
über die Hospitalisation vom 29.
März bis 12.
April 2017 führten die Ärzte aus (Urk.
7/30), die notfallmässige Vorstel
lung sei mit der Sanität aufgrund eines Quetschtraumas am linken Fuss nach einem Arbeitsunfall erfolgt, bei welchem der Beschwerdeführer Stahlkappen
schuhe getragen habe. Der linke Fuss sei zwischen einem Gabelstapler und einer Wand eingeklemmt worden. Einen Sturz oder Kopfanprall habe es nicht gegeben.
Es würden isoliert Schmerzen im Bereich des linken Mittelfusses und den
Dig
. I-V
angegeben. Als Diagnosen nannten die Ärzte ein Quetschtrauma am Vorfuss links und eine
zweitgradig
offene Os
metatarsale
I-V Schaftfraktur links. Es sei die ope
rative Versorgung mit anschliessend stationärer Aufnahme und einer erneu
ten Operation zum
second
-Look, zur
Bakteriologieentnahme
und Re-Osteosyn
these MT II-IV erfolgt. Die postoperative Röntgenbildkontrolle habe gute Stel
lungsverhältnisse der frakturierten
Metatarsalia
gezeigt. Am 12.
April 2017 habe der Beschwerdeführer bei gesicherter Wundheilung und in gutem Allgemein
zu
stand nach Hause entlassen werden können.
3.2
Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 28.
November 2018 (Urk.
7/128
)
führte Dr.
med.
B._
, Fach
arzt
für Chirurgie
, aus, der Beschwerdeführer berichte, dass es mit dem linken Fuss immer noch nicht gut sei. Er habe vor allem Probleme beim Laufen und Abrollen und manchmal habe er ein Wärmegefühl im gesamten linken Fuss. Morgens beim Aufstehen seien die Beschwerden stärker, das heisse der Fuss sei «wie steif». In Ruhe habe er auch ein pulsierendes Gefühl. Seine Gehstrecke betrage zirka 30 Minuten, dann müsse er eine Pause einlegen. Therapien habe er
derzeit keine, eine Physiotherapieverordnung für weitere neun Behandlungseinheiten sei pendent. Medikation nehme er nur bei Bedarf (Dafal
gan), relativ selten, und er trage Einlagen in seinen Sportschuhen (S.
2). Der Kreis
arzt hielt fest, auf den mitgebrachten Röntgenaufnahmen vom 8.
November 2011 (richtig 2018) sei nach wie vor zu erkennen, dass die knöcherne
Durchbauung
, insbesondere der
Metatarsalia
II-V, nicht vollständig sei. Unabhängig von den noch fehlenden aktuellsten Bildern (CT von Mitte November, vgl. Urk.
7/144) und dem entsprechenden Befundbericht sei in Anbetracht der Unfallfolgen die Arbeitsfähigkeit als Logistiker in zeitlicher und leistungsmässiger Hinsicht nicht gegeben und die Arbeitsunfähigkeit betrage nach wie vor 100
%. Es sei davon auszugehen, dass die mit fast ganztägigem Stehen und Gehen verbundene Tätig
keit als Logistiker künftig nicht mehr ausgeübt werden könne. Auf dem allge
meinen Arbeitsmarkt würde das Zumutbarkeitsprofil wie folgt lauten: Leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeit ganztags, wechselbelastend mit überwiegend sitzendem Anteil. Einschränkungen von Seiten des linken Fusses ergäben sich folgendermassen: keine hockenden oder kauernden Tätigkeiten, kein Besteigen von Leitern und Gerüsten, kein Arbeiten auf Schrägen oder unebenem Gelände, keine Vibrationsbelastungen und kein häufiges Treppensteigen oder
Treppab
gehen
(S.
3
f.).
3.3
Im Sprechstundenbericht der
A._
Klinik vom 11.
Juni 2020 (Urk.
7/247) nannte Dr.
med.
C._
, Oberarzt Fusschirurgie, folgende Diagnosen:
-
Status nach
Sesamoidektomie
medial und Weil-Osteotomie 1., 2., und 3.
Strahl mit Release MP 2 und 3 Gelenk am 29.
Januar 2020, fecit Dr.
C._
mit/bei
-
Überlastung MP-1-Gelenk, Sesambeinreizung medial sowie Restbe
schwerden im Verlauf der
Lisfranc
-Gelenklinie, Sensibilitätsstörung Grosszehe und
Dig
. 2 mit/bei
1.
Status nach Entfernung Sesambein lateral vom 18.
Januar 2019 bei Dislokation des lateralen Sesambeins
2.
Status nach OSME
Metatarsale
1 und
Spongiosaplastik
bei Non-Union (Spongiosa-Entnahme Beckenkamm links) am 18.
April 2018
3.
Status nach OSME
Kirschnerdrähte
Metatarsale
2-4 am 24.
Juli 2017
4.
Status nach Second-Look und Re-Osteosynthese
Metatarsale
2 und 4 am 2.
April 2017
5.
Status nach
Débridement
und Plattenosteosynthese Strahl 1 sowie intramedulläre
Kirschnerdrahtosteosynthese
Strahl 3-4 am 29.
März 2017
-
Status nach
zweitgradig
offener
Metatarsale
1-5 Schaftfraktur vom 29.
März 2017
Der Arzt führte aus, es erfolge eine erneute klinische und radiologische Ver
laufskontrolle gut viereinhalb Monate postoperativ. Trotz Physiotherapie und angepasster Serienschuhe berichte der Beschwerdeführer, weiterhin Schmerzen im Mittelfussbereich sowie am medialen distalen
Metatarsale
1 zu verspüren und dass die Bewegung in den MP 1-3 Gelenken weiterhin deutlich eingeschränkt sei. Die
Vorstellung
erfolge
in angepassten orthopädischen Serienschuhen mit siche
rem Gangbild
(S.
1)
.
Die aktuellen
Radiologiebefunde
zeigten im Vergleich zu den Voraufnahmen vom 27.
Februar 2020 weiterhin ein unverändert in situ liegendes Osteosynthesematerial im Bereich
Metatarsale
1-3; die Artikulationen seien erhalten. Leider zeige der Beschwerdeführer weiterhin unverändert die Beschwer
desymptomatik von präoperativ, was den Fussrücken angehe, weshalb vereinbart werde, die angepassten Schuheinlagen konsequent zu tragen. Grundsätzlich seien steh- und gehintensive Berufe mit Heben von schweren Lasten nicht mehr mög
lich. Es sollte allerdings für rein sitzende Tätigkeiten mit einem Arbeitspensum von zunächst 50
% wieder begonnen werden können (S.
2).
3.4
Kreisärztin Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Chirurgie, führte in ihrer Ab
schlussbeurteilung vom 19.
Juni 2020 (Urk.
7/249 S. 3) aus, gemäss dem letzten Verlaufsbericht der
A._
Klinik vom 11.
Juni 2020 seien die Beschwerden nach dem erneuten Eingriff im Januar 2020 unverändert geblieben. Das heisse, dass sich die möglichen Tätigkeiten und Verrichtungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gegenüber der letzten kreisärztlichen Einschätzung von Dr.
B._
vom 11.
Oktober 2019 (vgl. im Einzelnen Urk.
7/208) trotz erneutem Eingriff nicht
verändert hätten. Leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten, wechselbe
lastend und mit überwiegend sitzendem Anteil, seien dem Beschwerdeführer ganztags zuzumuten. Die Einschränkungen von Seiten des linken Fusses seien: keine Tätigkeiten in hockender oder kauernder Stellung, kein repetitives Bestei
gen von Leitern und Gerüsten. Arbeiten auf schrägem oder unebenem Gelände seien nicht geeignet und Vibrationsbelastungen sowie häufiges Treppensteigen sollten vermieden werden. Bei weiteren therapeutischen Massnahmen sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit keiner namhaften Besserung des Gesund
heitszustandes mehr zu rechnen respektive solche würden am Belastungsprofil nichts mehr ändern.
3.5
Anlässlich einer
Sprechstunde
in
der
A._
Klinik
vom 1
3.
August
2020
(Urk.
7/260) berichtete Dr.
C._
, gut sechseinhalb Monate nach dem ope
ra
tiven Eingriff berichte der Beschwerdeführer von einer leichten Befund
besse
rung. Die Schmerzen im Bereich des
Lisfranc
-Gelenks seien nun nicht mehr so stark ausgeprägt. Weiterhin bestünden aber die belastungsabhängigen Schmer
zen im Bereich des MP-1-Gelenkes respektive des ehemaligen Sesambeins und über den Zehenspitzen
Dig
. 4 und 5; teilweise komme es auch zu Schmerzen im Bereich
Dig
. 2 und 3 (S.
1).
3.6
Im Sprechstundenbericht der
A._
Klinik vom 3.
Februar 2021 (Urk.
7/284) führte Dr.
C._
aus, ein Jahr postoperativ berichte der Beschwerdeführer insgesamt
wieder von einer leichten Befundbesserung. Zwischenzeitlich hätte die
sonografisch
gesteuerte Punktion des Ganglions am Fussrücken erfolgen sollen, dabei habe aber kein Ganglion aufgefunden werden können. Ebenso seien die Beschwerden in diesem Bereich zurückgegangen. Auch seien die Beschwerden im Bereich der Sesambeine
regredient
. Weiterhin störend seien aber der Schmerz im Bereich des
Lisfranc
-Gelenks 2 und 3 sowie die leichte
Infraduktionsstellung
der 4.
Zehe unter die 3.
und der 5.
Zehe unter die 4.
mit einer gewissen Druck
schmerzhaftigkeit im Zehenspitzenbereich dieser beiden Zehen. Sehr empfindlich sei auch noch das mediale
Metatarsale
1 (S.
1
f.).
Der
Radiologiebefund
des linken Fusses zeige sich i
nsgesamt konsolidiert
bei einem Status nach Weil-Osteotomie
Metatarsale
1, 2 und 3 sowie Frakturen
Metatarsale
2, 3, 4 und 5.
Das Osteosynthesematerial sei weiterhin in situ und ansonsten bestünden erhaltene Artikulationen. Die Symptomatik im Bereich des Fussrückens mit MR-tomografischem Nachweis eines Ganglions in diesem Be
reich zeige sich insgesamt
regredient
und auch die Schmerzen im Bereich der Sesambeine seien deutlich
regredient
. Hinsichtlich der Druckstellen im Zehen
spitzenbereich
Dig
. 4 und 5 erfolge nun die Abgabe von polsternden
Silikon
se
parators
und -Pflastern sowie -
Tubes
. Unter Verwendung der orthopädischen Schuhe sei eine Verlaufskontrolle Mitte Jahr geplant (S.
2).
4.
4.1
Bei Erhebung einer Einsprache wird das Verwaltungsverfahren durch den
Ein
spracheentscheid
abgeschlossen, welcher die ursprüngliche Verfügung ersetzt (RKUV 1992 Nr. U 152 S. 199 E. 3b). Für eine nachfolgende richterliche Beur
teilung sind damit grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Er
lasses des strittigen
Einspracheentscheids
massgebend (BGE 131 V 407 E. 2.1.2.1 mit Hinweisen).
In Bezug auf den als verfrüht gerügten Fallabschluss ist festzuhalten, dass der Unfallversicherer g
estützt auf
Art.
19
Abs.
1 UVG den Fall (unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen [Heilbehandlung, Taggeld] und Prüfung des An
spruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung) abzu
schlies
sen
hat
, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet wer
den kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (BGE 134 V 109 E. 4.1 mit Hinweisen
; vgl. E.
1.1
).
Ob
eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Mass
gabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arb
eits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «nam
haft» in
Art.
19
Abs.
1 UVG verdeutlicht, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von
Art.
10
Abs.
1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss (BGE 134 V 109 E. 4.3). Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen - wie etwa einer Badekur - zu erwartender geringfügiger
therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem
Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognos
tisch und nicht aufg
rund retrospektiver Feststellun
gen beurteilt werden (vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts 8C_285/2016 vom 2
2.
Juli
2016 E.
7.1 und 8C_970/2012 vom 3
1.
Juli 2013 E. 2.3).
4.2
Gemäss den medizinischen Akten stimmen d
ie Kreisärztin
Dr.
D._
(vgl. E. 3.4
) sowie die Ärzte de
r
A._
Klinik (vgl. E. 3.5 und E. 3.6
) darin über
ein, dass die Beschwerdesituation am linken Fuss
nach der letzten Operation von Ende Januar 2020 insgesamt
eine Bes
serungstendenz erfahren hat. Dabei ist nachvoll
ziehbar dargelegt
, dass
Einschränkungen am linken Fuss verblieben sind, welche die Arbeitsfähigkeit in einer steh- und gehbelasteten Tätigkeit, wie die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Logistiker in einem Lager, als nicht mehr gegeben erschei
nen lassen. Aufgrund des medizinischen Sachverhaltes, welcher insgesamt sechs operative Eingriffe am linken Fuss seit dem Ereignis vom 29.
März 2017 ausweist, ist auch plausibel, dass im Zeitpunkt der Einstellung der vorübergehenden Leis
tungen per Ende Juli 2020 weitere medizinische Behandlungen keine ins Gewicht fallende
Verbesserung der Be
schwerdesituation und Arbeitsfähigkeit mehr erwar
ten liessen. Weitere Behandlungsoptionen konnten denn auch die behandelnden Ärzte der
A._
Klinik nicht mehr aufzeigen und dass
mittels zusätzlicher Heilbehandlung eine namh
afte Besserung der Situation am linken Fuss erreichbar gewesen wäre
,
ist
der medizinischen Aktenlage
auch sonst
nicht
zu entnehmen
.
L
etztlich brachte auch der Beschwerdeführer dazu nichts vor.
Dass
Dr.
D._
am 19.
Juni 2020
unter Berücksichtigung
der anlässlich der kreisärzt
lichen Untersuchung vom 28.
November 2018 erhobenen
Befunde und
der
im weiteren Verlauf eingegangen Akten bezüglich der Problematik am linken Fuss von einem Endzustand ausgegangen ist, ist damit begründet
, zumal bereits Dr.
B._
am 11.
Oktober 2019
zu einer gleichlautenden prognostischen Einschätzung
ge
lang
t war (Urk.
7/208 S.
3), welche sich schliesslich im weiteren Verlauf in der Berichterstattung der Ärzte der
A._
Klinik bestätigte
.
Zu überzeugen vermag die Beurteilung von Dr.
D._
vom 19.
Juni 2020 sodann auch betreffend Arbeitsfähigkeit und Zumutbarkeitsprofil, wobei anzu
merken ist, dass sie diesbezüglich – zu Gunsten des Beschwerdeführers – auf die Beschwerdesituation vor dem operativen Eingriff von Ende Januar 2020 abstellte, mithin die danach kontinuierlich eingetretene leichte Befundbesserung gemäss Berichten der Ärzte der
A._
Klinik (vgl. E.
3.5
und
E.
3.6)
ausser Acht liess. Ihre Einschätzung, wonach dem Beschwerdeführer eine von ihr umschriebene Verweisungstätigkeit ganztags
zumutbar ist, trägt den verbliebenen Unfallfolgen am linken Fuss angemessen Rechnung. Soweit der behandelnde Facharzt der
A._
Klinik sich im Bericht vom 15.
Juni 2020 für ein Arbeitspensum von zunächst 50
% in einer rein sitzendenden Tätigkeit aussprach (Urk.
7/247 S.
2), formulierte er dies als Empfehlung für den beruflichen Wiedereinstieg, so dass dadurch die Einschätzung der Kreisärztin entgegen der Auffassung des Be
schwer
deführers (Urk.
1 S.
10) nicht in Frage gestellt wird. Schliesslich vermag der Beschwerdeführer (Urk.
1 S.
3 und S.
9) mit dem Hinweis auf die Berichte der
Ärzte der
A._
Klinik vom 17.
August, 30.
November und 7.
Dezember 2020
(Urk.
7/260, Urk.
7/275-276) mit Angabe eines Ganglions am linken Fuss nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, zeigte sich doch die Symptomatik im Bereich des Fussrückens mit MR-tomographischem Nachweis eines Ganglions in diesem Be
reich als
regredient
und konnte in der Sonographie kein solches aufgefunden werden (vgl. E.
3.6). Auch sonst ergeben sich anhand der Berichte der
A._
Klinik keine Anhaltspunkte, welche an der Einschätzung von Dr.
D._
Zweifel wecken würden, zeigten doch die
Radiologiebefunde
vom 3.
Februar 2021 weiterhin eine konsolidierte Situation und das Osteosynthesematerial in situ bei ansonsten erhaltenen Artikulationen (vgl. E.
3.6).
Inwiefern eine Auseinan
dersetzung mit d
ies
en Arztberichten
durch die Kreisärztin
hätte stattfinden
müssen
und der Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt sein soll
(Urk.
1 S.
3 und S.
9)
, ist nicht
ersichtlich
. Andere medizinische Berichte liegen nicht vor und es ergeben sich auch sonst keine Anhaltspunkte, die an der kreisärztlichen Beurtei
lung zweifeln lassen.
4.3
4.3.1
De
r Beschwerdeführer rügt den
Fallabschluss
mit dem
H
inweis auf laufende Ein
gliederungsmassnahmen der
Invalidenversicherung
und beantragt die Weiteraus
richtung der Taggeldleistungen über Ende Juli 2020 hinaus beziehungsweise die Zusprache einer das Taggeld ablösenden Übergangsrente (Urk.
1 S.
7 und S.
10).
4.3.2
Rechtsprechungsgemäss kann sich der in
Art.
19
Abs.
1 erster Satz UVG vor
behaltene Abschluss allfälliger Eingliederungsmassnahmen der
Invalidenversi
che
rung
, soweit es um berufliche Massnahmen geht, nur auf Vorkehren
beziehen, welche geeignet sind,
den der Invalidenrente der Unfallve
rsicherung zu Grunde zu legende
Invaliditätsgrad zu beeinflussen
.
Für das Vorliegen dieser Voraus
set
zungen braucht es konkrete Anhaltspunkte (Urteil des Bundesgerichts 8C_423/200
8 vom 10.
Juli 2009 E. 5.3 mit Hinweisen).
4.3.3
Nach Lage der Akten liegen in diesem Zusammenhang zwei Mitteilungen der IV-Stelle vom 18.
August (Urk.
7/261) und vom 12.
November 2020 (Urk.
7/274) bezüglich Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche in Form von 30 Stunden Coaching in der Zeit vom 19.
August 2020 bis 18.
Februar 2021 bezie
hungsweise vom 1.
November 2020 bis 28.
Februar 2021 vor. Mithin ging es da
bei lediglich um Arbeitsvermittlung und nicht um eine Umschulung. Es ist somit nicht einzusehen und es ergeben sich auch keine Anhaltspunkte dafür, dass mit diesen Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung
die
Invaliditäts
grad
bemessung der Beschwerdegegnerin hätte beeinflusst werden könn
e
n, woran der Umstand, dass ein Arbeitsversuch zur Diskussion stand (vgl. dazu Urk.
7/264 S.
14 und Urk.
21/1 S.
3), nichts ändert. Damit bestand kein
Anspruch auf
eine Übergangsrente im Sinne von Art.
19 Abs.
3 UVG
i.V.m
Art.
30 der
Verordnung über die Unfallversicherung (UVV)
.
4.4
Zusammenfassend ist der
Fallabschluss
unter
Einstellung der vo
rübergehenden Leistungen (Taggeld und Heilbehandlung)
und
Prüfung des Anspruchs auf eine Rente sowie eine Integritätsentschädigung
nicht zu beanstanden.
5.
In erwerblicher Hinsicht
sind
das
Valideneinkommen
und das Invalidenein
kom
men strittig.
5.1
Soll bei der Festsetzung des
Valideneinkommens
eine berufliche Weiterent
wick
lung, welche die versicherte Person normalerweise vollzogen hätte, mitberück
sichtigt werden, so müssen praxisgemäss konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie einen beruflichen Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen tatsächlich realisiert hätte, wenn s
ie nicht invalid geworden wäre
(SVR 2010 UV
Nr. 13 S. 51, Urteil des Bundesgerichts 8C_550/2009 vom 12.
November 2009 E.
4.1
mit Hinweisen).
Eine «
klare Absicht
»
bzw.
«
dokumentierte Intention
»
allein, eine
Ausbildung zu absolvieren,
genügt
nicht. Es müssen klare Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die versicherte Person eine beabsichtigte Ausbildung effek
tiv begonnen und diese mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich
keit auch erfolgreich abgeschlossen hätte
(Urteil des Bundesgerichts 9
C_
215/2016 vom 28.
Oktober 2016
E. 4.
2.
1
).
5.2
In Bezug auf die Berufsanamnese ergibt sich, dass der Beschwerdeführer
eigenen Angaben zufolge in Kenia zuletzt von Februar 2007 bis November 2010 als Logistiker arbeitete und nach der Einreise in die Schweiz von
Dezember 2011 bis März 2014 als Hausmann und von April bis Juli 2014 sowie von April bis Juli 2015 jeweils als Hilfskraft bei der Spargelernte und im Weinbau tätig war
(vgl.
Urk.
16/2
).
Von August 2015 bis Februar 2016 war er bei der
E._
AG als Logistiker mit allgemeinen Lagerarbeiten betraut und bezog anschliessend bis
Februar 2017 Arbeitslosenentschädigung, wobei er offenbar im Zwischenver
die
nst bei der
Y._
ag
in den Monaten Juni, Juli, August und November 2016 sowie März 2017 sporadisch eingesetzt wurde (vgl. IK-Auszug, Urk.
16/4). Akten
kundig sind im Weiteren eine Bescheinigung über besuchte Grundkurse in «Logistik Basic», «Logistik Stapler» und «Logistik Praktikum» an insgesamt 35 Tagen vom 1.
September bis 31.
Oktober 2014 (Urk.
7/264 S.
15) sowie Bestäti
gungen über Deutschkurse in den Jahren 2011 und 2014 auf Niveau A2 und B1 (Urk.
16/3).
Damit verfügte der Beschwerdeführer im Bereich Lager- respektive Logistikar
beiten im Zeitpunkt des Unfalls vom
2
9.
März 2017
über höchstens ein Jahr Berufserfahrung in der Schweiz. Damit erfüllte er bereits die Bedingungen für die Zulassung zum Qualifikationsverfahren für eine Ausbildung zum Logistiker EFZ, welche fünf Jahre Berufspraxis und davon drei Jahre im Berufsfeld Logistik vorschreiben (vgl. Urk.
7/273 S.
15), bei weitem nicht. Es kann zwar nicht aus
geschlossen werden, dass der Beschwerdeführer ohne Unfall dereinst die Voraus
setzungen für das Qualifikationsverfahren erfüllt, den zeit- und kostenintensiven zweijährigen Lehrgang absolviert und auch die theoretischen und praktischen Ab
schlussprüfungen bestanden hätte (vgl. Urk.
7/273 S. 8, 16 und 17
f.). Die
blosse
Absichtserklärung
dazu
vermag
aber
weder
zeitnah
eine Zulassung zur beabsichtigten Ausbildung noch einen entsprechenden Abschluss bzw. darauf
basierende Stellenaussichten rechtsgenüglich zu belegen. Denn theoretisch vorhan
dene berufliche Entwicklungsmöglichkeiten
sind
nur dann beachtlich, wenn überwiegend wahrscheinlich davon auszugehen ist, da
ss diese auch eingetreten wären, was vorliegend nicht der Fall ist.
Das von der Beschwerdegegnerin gestützt auf die Tabellenwerte der LSE 2018 (TA1, Ziff.
49-53 Verkehr und
Lagerei
, Kompetenzniveau 1, Männer) ermittelte
Valideneinkommen
von Fr.
65'859.-- wurde vom Beschwerdeführer ansonsten nicht bemängelt und ist nicht zu beanstanden. Dazu gibt auch die Erwerbs
bio
graphie des
Beschwerdeführers gemäss IK (Urk.
16/4) keinen Anlass, wurde doch ein Einkommen in dieser Höhe nicht annähernd je erzielt.
5.3
Das Invalideneinkommen
von Fr.
65'801.--
ermittelte die Beschwerdegegnerin ebenfalls gestützt auf die Tabellenwerte der
LSE 2018
(
TA1
,
Ziff.
5-96 «Total»
, Kompetenzniveau 1
,
Männer
), wobei ein leidensbedingter Abzug von 5
% berücksichtigt wurde
. Da der Beschwerdeführe
r seit dem Unfallereignis vom 29.
November 2017
keiner
geregelten
Erwerbstätigkeit mehr nachgeht und sich das
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen anrechnen lassen muss (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_237/2011 vom 1
9.
August 2011 E. 2.3), ist diese Vor
gehensweise nicht zu beanstanden.
Den Abzug von 5
% veranschlagte die Be
schwerdegegnerin
aufgrund der Schwere der
unfallbedingten Einschränkungen (vgl. Urk.
7/255 S. 3), was m
it Blick auf das medizin
ische Belastungsprofil (E.
3.4 und E.
4.2
)
jedenfalls nicht
als
un
angemessen
erscheint
.
Der Einwand des Beschwerdeführers
,
b
eim Invalideneinkommen sei
der leidens
bedingte Maximala
bzug von 25
%
zu gewähren
(vgl. Urk.
1 S. 13)
, verfängt
hingegen
nicht.
Denn vorliegend i
st von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Ve
rweisungstätigkeiten auszugehen
und
Umstände, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
16 ATSG) als ausserordentlich zu be
zeichnen sind (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_725/2020 vom 2
2.
Dezember 2020 E. 4.4.1 mit Hinweis)
, liegen keine vor
.
Rechtsprechungsgemäss ist der Um
stand allein, dass nur noch leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind,
selbst
bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_507/2020 vom 2
9.
Oktober 2020 E. 3.3.3.2 mit Hinweisen).
Dem
Valideneinkommen
von Fr.
65'859.-- steht damit ein zumutbares Invaliden
einkommen von Fr.
65'801.-- gegenüber, woraus kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiert. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.