Decision ID: f2c90f88-5d59-4d56-aec4-0ad8e3da059a
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Fiechter, Anwalt und Beratung GmbH,
Poststrasse 6, Postfach 239, 9443 Widnau,
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gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._, Jahrgang 19_, meldete sich erstmals am 14. Januar 2002 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung (Berufsberatung und Arbeitsvermittlung) bei der
IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 26).
A.b Der Versicherte wurde am 30. April 2002 bidisziplinär (rheumatologisch und psy
chiatrisch) untersucht. Dr. med. B._, Innere Medizin und Rheumaerkrankungen FMH,
nannte in seinem Gutachten vom 2. Mai 2002 folgenden Diagnosen mit Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit: Tendinitis calcarea des Supraspinatus rechts seit 3. September
2001, Status nach Akromioplastik und Kalkdepot-Needling, geringes Impingement
Syndrom rechts sowie schonungsbedingte, geringe Faustkraftverminderung rechts. In
der Beurteilung hielt er fest, die Schultersymptomatik des Versicherten verbiete
Arbeiten, welche über Schulterhöhe ausgeführt werden müssten. In der bisherigen
Tätigkeit als Bürostuhlmonteur mit der erforderlichen starken Kraftanwendung bei der
Montage der Stuhlfedern und der Notwendigkeit, den 15 kg schweren Bürostuhl auf
das hohe Förderband zu heben, sei der Versicherte vollständig arbeitsunfähig.
Dagegen bestehe in jeder anderen normalen Tätigkeit unter Einhaltung der genannten
Lasthebegrenzwerte und ohne Überkopfarbeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (IV-
act. 22). Dr. med. C._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, konnte gemäss seinem
Gutachten vom 6. Mai 2002 beim Versicherten keine psychopathologischen Befunde
erheben. Er führte aus, der Versicherte sei trotz glaubhafter Schmerzsymptomatik
willens, weiter beruflich tätig zu sein. Es sei zu keiner Zeit zu einer Schmerzausweitung
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im Sinne einer Somatisierungsstörung oder einer affektiven Störung im Sinne einer
Anpassungstörung oder einer depressiven Episode gekommen. Aus psychiatrischer
Sicht sei der Versicherte somit weiterhin zu 100% arbeitsfähig (IV-act. 21).
A.c Mit einer Verfügung vom 22. Juli 2002 lehnte die IV-Stelle das Gesuch um beruf
liche Massnahmen mit Verweis auf die 100%ige Arbeitsfähigkeit des Versicherten in
einer adaptierten Tätigkeit ab (IV-act. 25).
B.
B.a Am 4. Juli 2005 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (IV-
act. 36). Dr. med. D._, Orthopädische Chirurgie FMH, nannte in seinem Bericht vom
22. Juli 2005 die Diagnose einer chronisch rezidivierenden Impingement-Symptomatik
der Schulter rechts sowie einer kleinen, nicht neurokompressiven Diskushernie HWK
6/7, 5/6 und 4/5 mit einem vor allem muskulär betonten Cervikalsyndrom. Für
körperlich wenig belastende Tätigkeiten sei der Versicherte zu 100% arbeitsfähig (IV-
act. 41).
B.b Mit einer Verfügung vom 30. September 2005 wies die IV-Stelle einen Renten
anspruch des Versicherten ab (IV-act. 52).
C.
C.a Am 10. Januar 2007 erfolgte eine weitere Anmeldung des Versicherten bei der IV-
Stelle. Er gab an, unter starken Schulter- und Nackenschmerzen zu leiden (IV-act. 68).
C.b Gemäss einem Bericht der Klinik Valens vom 20. März 2007 war der Versicherte
vom 28. Februar bis 13. März 2007 in stationärer Therapie. Die behandelnden Ärzte
nannten als Diagnosen eine Periarthropathia humeroscapularis rechts sowie eine
psychosoziale Überlagerung des Krankheitsbildes mit Symptomausweitung. Sie be
richteten, dass der Versicherte in insgesamt gleich bleibendem Allgemeinzustand bei
nicht beeinflussbarer Schmerzsituation trotz Ausschöpfung sämtlicher analgetischer
oraler Therapiemöglichkeiten nach Hause entlassen worden sei. Der Versicherte sei
aus rheumatologischer Sicht ganztags in leichter, wechselbelastender Tätigkeit zu 50%
leistungsfähig (IV-act. 79).
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C.c Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der IV-Stelle führte am 20. Juli 2007 aus,
dass sich aus dem Bericht der Klinik Valens kein neuer medizinischer Sachverhalt im
Vergleich zu den Vorberichten ergebe. Allerdings sei die von der Klinik Valens festge
stellte Arbeitsfähigkeit von lediglich 50% versicherungsmedizinisch nicht nachvollzieh
bar. Es sei daher weiterhin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit des Versicherten
anzunehmen (IV-act. 80).
C.d Mit einem Vorbescheid vom 15. August 2007 stellte die IV-Stelle dem Versicherten
ein Nichteintreten auf das Rentenleistungsgesuch in Aussicht (IV-act. 87). Daraufhin
teilte der Versicherte telefonisch mit, er wolle keine IV-Rente beantragen, sondern
erwarte Unterstützung bei der Suche nach einer geeigneten Arbeitsstelle (IV-act. 88).
Nach der unterschriftlichen Bestätigung des Gesuchs um Unterstützung bei der
Arbeitsvermittlung (IV-act. 91) teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit einem
Vorbescheid vom 10. September 2007 mit, dass auch auf das Gesuch um berufliche
Massnahmen nicht eingetreten werde, da keine erhebliche Änderung des
Gesundheitszustandes seit der letzten leistungsabweisenden Verfügung vom 22. Juli
2007 (gemeint wohl: 2002, IV-act. 25) glaubhaft gemacht worden sei (IV-act. 97).
C.e Der Versicherte liess gegen die Vorbescheide am 12. November 2007 einwenden,
aus dem Bericht der Klinik Valens vom 20. März 2007 ergebe sich, dass er aus
rheumatologischer Sicht nur noch zu 50% leistungsfähig sei. Es sei somit zu einer
50%igen Leistungseinbusse seit dem letzten Rentenentscheid gekommen, was
genüge, um auf die erneuten Leistungsbegehren betreffend Rente und berufliche
Massnahmen einzutreten. Erforderlich sei im Folgenden eine polydisziplinäre
Begutachtung (IV-act. 111).
C.f Auf Veranlassung des RAD (IV-act. 114) wurde der Versicherte am 11. März 2008
von Dr. med. E._, Orthopädische Chirurgie FMH, und am 24. April 2008 von Dr. med.
F._, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, begutachtet. Im Gutachten vom 30.
April 2008 nannten die Sachverständigen als Diagnosen eine leichte Ansatzentzündung
der Flexor carpi ulnaris Sehne links, eine mittelgradige depressive Episode seit März
2007 sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung seit etwa 2006. In der
Beurteilung hielt Dr. E._ in orthopädischer Hinsicht fest, dass die Schulterschmerzen
rechts und die ausgeprägten abnormen Untersuchungsbefunde der rechten Schulter
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bei unauffälligem Arthro-MRI nicht nachvollzogen werden könnten. Die Hyposensibilität
des gesamten rechten Arms könne bei radiologisch fehlender neuraler Kompression
der entsprechenden Dermatome im MRI ebenfalls nicht plausibilisiert werden. Die
Schmerzen und die pathologischen objektiven Befunde im linken Handgelenk seien mit
der im MRI dargestellten Ansatzentzündung der Flexor carpi ulnaris Sehne vereinbar.
Gemäss Dr. F._ sei der Versicherte aus psychiatrischer Sicht auf die
Schmerzsymptomatik im Bereich der rechten Schulter zunehmend fixiert. Besonders
seit 2006 sei eine Ausbreitungstendenz der Beschwerden zu erkennen. Damit sei eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung anzunehmen. Diese Schmerzsymptomatik
stehe offensichtlich in Verbindung mit emotionalen Konflikten und erheblichen
psychosozialen Problemen. Der Versicherte habe 2007 zunehmende depressive
Störungen mit einer inzwischen mittelgradigen depressiven Episode entwickelt. Diese
sei gekennzeichnet durch eine depressive Verstimmung; der Versicherte fühle sich
lustlos, freudlos, antriebslos, hoffnungslos, sei unruhig, ungeduldig und habe
Durchschlafstörungen. Er ziehe sich zurück, sei kontaktarm und weise einen
mangelnden Lebenswillen auf. Hinzu kämen ausgeprägte soziale und insbesondere
finanzielle Probleme. Die Prognose sei ungünstig. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit hielten
die Gutachter fest, dass körperlich schwere Arbeiten in kalter und feuchter Umgebung,
die mit häufigem Heben und Tragen von Lasten über 10 kg sowie Arbeiten über der
Horizontalen verbunden seien, nicht mehr vollumfänglich zugemutet werden könnten.
Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Montagearbeiter in einer
Büromöbelfabrik betrage bei voller Stundenpräsenz ca. 70% (aus somatischer Sicht).
Die mittelgradige depressive Störung mit anhaltender somatoformer Schmerzstörung
führe zu einer Beeinträchtigung der psychischen Belastbarkeit, so dass eine
Arbeitsfähigkeit von 60% bei voller Stundenpräsenz seit März 2007 bestehe. Körperlich
leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, welche nicht mit regelmässigem Heben
und Tragen von Lasten von über 10 kg sowie Arbeiten über der Horizontalen
verbunden seien, könnten aus somatischer Sicht zu 100% zugemutet werden. In
psychiatrischer Hinsicht bestehe für einfache Tätigkeiten ohne erhöhte psychische
Belastung, ohne erforderliche erhöhte Konzentration, ohne Zeitdruck und ohne
Schicht- und Nachtarbeit eine Arbeitsfähigkeit von 80% bei voller Stundenpräsenz.
Gesamthaft bestehe in der bisherigen Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 60% und in
adaptierten Tätigkeiten eine solche von 80% (IV-act. 123). Der RAD hielt das Gutachten
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gemäss seiner Stellungnahme vom 30. Mai 2008 für umfassend und konsistent. Die
gezogenen Schlussfolgerungen seien nachvollziehbar (IV-act. 125).
C.g Mit einem Vorbescheid vom 5. Juni 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung seines Rentengesuchs in Aussicht. Sie hielt fest, die Abklärungen hätten
ergeben, dass es dem Versicherten in einer adaptierten Tätigkeit möglich sei, eine
80%ige Leistung zu erbringen. Aus dem Einkommensvergleich resultiere ein nicht
rentenbegründender Invaliditätsgrad von 28% (IV-act. 128).
C.h Mit einer Verfügung vom 22. Juli 2008 wies die IV-Stelle einen Rentenanspruch
des Versicherten ab (IV-act. 140).
C.i Betreffend das Gesuch des Versicherten um berufliche Massnahmen befürwortete
die Eingliederungsberaterin der IV-Stelle eine berufliche Abklärung mit
anschliessendem Wiedereingliederungsteil in Form eines Arbeitstrainings während
sechs Monaten (IV-act. 141).
C.j Gemäss dem Abklärungsbericht "Verzahnungsprogramm" des Business House
G._ vom 6. Februar 2009 dauerte die berufliche Massnahme vom 11. August 2008
bis 6. Februar 2009. Die Verantwortlichen hielten fest, die Leistungsfähigkeit des
Versicherten sei auch bei leichten Arbeiten eingeschränkt. Aufgrund der vom Ver
sicherten geklagten Beschwerden sei das Pensum im September 2008 von 100% auf
50% reduziert worden. Eine erneute Erhöhung des Arbeitspensums sei nicht mehr
möglich gewesen (IV-act. 158).
C.k Die Eingliederungsberaterin hielt im Schlussbericht vom 23. Februar 2009 fest,
dem Versicherten sei es nur tageweise gelungen, die volle Präsenzzeit im
Einsatzprogramm anwesend zu sein. Mit einer Anwesenheit von 50% scheine er an
seine Grenzen gekommen zu sein. Mit der gezeigten Leistungsfähigkeit bestehe keine
Verwertbarkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt und weitere Eingliederungsmassnahmen
seien nicht erfolgsversprechend (IV-act. 159).
C.l Mit einer Mitteilung vom 2. März 2009 erklärte die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung
als abgeschlossen (IV-act. 163).
D.
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D.a Der Versicherte meldete sich am 9. April 2009 erneut zum Leistungsbezug an (IV-
act. 172).
D.b In einem Verlaufsbericht vom 18. Juni 2009 teilte der behandelnde Arzt des Psy
chiatriezentrums H._ mit, dass der Versicherte vom 26. September 2008 bis 3. April
2009 in ambulanter Behandlung gewesen sei. Das psychische Zustandsbild mit einer
mittelgradigen depressiven Episode und einer anhaltenden somatoformen Schmerz
störung habe sich im Rahmen der Behandlung gleichbleibend gezeigt. Die Grund
stimmung sei eindeutig mittelgradig depressiv gewesen. Auf die Frage der IV-Stelle, ob
sich der Gesundheitszustand seit dem MEDAS-Gutachten verschlechtert habe,
antwortete der behandelnde Arzt, dass der psychische Gesundheitszustand im
Rahmen der ambulanten therapeutischen Sitzungen keine Veränderung im Vergleich
zum Gutachten von 2008 gezeigt habe. Trotz eingehender psychiatrisch-
psychotherapeutischer Behandlung mit antidepressiver Medikation habe keine
ausreichende Stabilisierung des depressiven Zustandsbildes und der chronischen
Schmerzsymptomatik erreicht werden können. Auf eigenen Wunsch des Versicherten
sei eine stationäre Behandlung in die Wege geleitet worden (IV-act. 174).
D.c Gemäss einem Bericht der psychiatrischen Klinik I._ vom 15. September 2009
war der Versicherte vom 9. April bis 26. Juni 2009 sowie vom 5. August bis 4.
September 2009 stationär behandelt worden. Als Diagnosen nannte der behandelnde
Arzt eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, sowie
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Er hielt fest, der Versicherte sei
erstmals aufgrund einer depressiven Dekompensation mit akuter Suizidalität sowie
chronischem Schmerzsyndrom in die Klinik eingetreten. Die Therapie sowie die
medikamentöse antidepressive Behandlung hätten sich schwierig gestaltet. Die
medikamentöse Behandlung der im Vordergrund stehenden Schlafprobleme habe zu
einer deutlichen Besserung geführt. Nach einer (erneuten) Verschlechterung des
Zustandes sei der Versicherte zum zweiten Mal in die stationäre Behandlung
gekommen. Die bisherige Tätigkeit sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar (IV-act.
184). Auf Nachfrage der IV-Stelle hielt der behandelnde Arzt am 26. Oktober 2009
ergänzend fest, dass sich der Zustand des Versicherten im Vergleich zum Gutachten
(2008) nicht zusätzlich verschlechtert habe. Ob sich die Arbeitsfähigkeit verschlechtert
habe, müsse durch ein neues Gutachten geklärt werden (IV-act. 188).
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D.d Auf Nachfrage des RAD bezüglich des medizinischen Verlaufs seit dem Gutachten
von 2008 berichtete der behandelnde Arzt des Psychiatriezentrums H._ am
8. Dezember 2009, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten insofern
verschlechtert habe, als es zu einer weiteren Chronifizierung der Schmerzsymptomatik
und des depressiven Zustandsbildes gekommen sei. Wegen der deutlichen
Verschlechterung des depressiven Zustandsbildes sei der Versicherte zwei Mal
stationär in der Klinik I._ behandelt worden. Aufgrund des psychischen
Zustandsbildes leide der Versicherte unter deutlichen Konzentrationsstörungen. Die
psychische Belastbarkeit und das Durchhaltevermögen seien deutlich eingeschränkt.
Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 193).
D.e Am 3. Februar 2010 hielt der RAD fest, die Psychiatrische Klinik I._ habe
ausdrücklich bestätigt, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten gegenüber
dem Gutachten nicht zusätzlich verschlechtert habe. Seitens des Psychiatriezentrums
H._ werde ohne die Nennung von neuen Diagnosen oder Gesundheitsschäden eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes aufgrund der Chronifizierung und der
Schmerzsymptomatik angenommen und von einer höheren Arbeitsunfähigkeit
ausgegangen. Dies sei nicht plausibel nachvollziehbar. Es entstehe der Eindruck, dass
der wohlmeinende Behandler des Psychiatriezentrums H._ den seit der nicht zu
beanstandenden Begutachtung von 2008 festgestellten Gesundheitsschaden und
dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit lediglich anders beurteile. Eine
wesentliche Verschlechterung seit der letzten Begutachtung oder seit dem letzten
stationären Aufenthalt in der Klinik I._ (September 2009) sei nicht nachvollziehbar.
Eine Chronifizierung habe bereits zum Zeitpunkt der Begutachtung und bei den
Hospitalisationen vorgelegen. Zudem hätten die Behandler des Psychiatriezentrums
H._ ausschliesslich die subjektiven Schmerzangaben des Versicherten als objektiv
vorliegenden Befund angenommen und damit eine Verschlechterung begründet (IV-
act. 194).
D.f Mit einem Vorbescheid vom 3. März 2010 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 200).
D.g Gegen den Vorbescheid liess der Versicherte am 19. April 2010 einwenden, dass
sich sein Gesundheitszustand seit der letzten medizinischen Einschätzung im Frühjahr
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2008 erheblich verschlechtert habe. Somatisch habe sich die Schmerzsymptomatik
insoweit vertieft, dass ihm eine Ellenverkürzungsosteotomie vorgeschlagen worden sei.
Der psychische Zustand habe sich nicht nur chronifiziert, sondern auch verschlimmert,
da nun eine depressive Störung mit einer schweren Episode vorliege und eine akute
Suizidalität hinzugekommen sei. Er sei deswegen vom 2. Februar bis 19. März 2010 zur
stationären psychiatrischen Behandlung in der Klinik I._ gewesen. Leider habe sich
sein Sohn im Frühjahr 2010 das Leben genommen, was ihn bezüglich des psychischen
Heilungsprozesses enorm zurückgeworfen habe. Aktuell sei er zu 100% arbeitsunfähig
(IV-act. 203). Der Rechtsvertreter liess der IV-Stelle u.a. einen Bericht der Klinik I._
vom 19. März 2010 zukommen. Darin wurden als Diagnosen eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen und
akuter Suizidalität (DD Schizodepression) sowie eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung aufgeführt. Der behandelnde Arzt hielt fest, dass der Versicherte
freiwillig aufgrund des verschlechterten psychischen Zustandsbildes zum dritten Mal
zur stationären Behandlung in die Klinik eingetreten sei. Bezüglich der Suizidalität, der
inneren Unruhe sowie der Halluzinationen habe der Versicherte gut stabilisiert werden
können. Allerdings leide er weiterhin unter einer zunehmenden Müdigkeit. Zudem sei er
durch den Suizid seines Sohnes am 7. März 2010 stark irritiert worden. Es bestehe eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 203-16 ff.).
D.h Der behandelnde Arzt des Psychiatriezentrums H._ nannte im Bericht vom
19. April 2010 als Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
schwere Episode ohne psychotische Symptome, sowie eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Er führte aus, dass sich
im Rahmen der seit dem 26. September 2008 durchgeführten ambulanten Behandlung
eine zunehmende Verschlechterung des psychischen Zustandsbildes mit Zunahme der
depressiven Symptomatik gezeigt habe. Aktuell seien die Kriterien einer schweren
Episode eindeutig erfüllt. Trotz der intensiven psychiatrisch-psychotherapeutischen
Behandlung und dem intensiven Einsatz von psychopharmakologischer Medikation
habe bisher keine dauerhafte Verbesserung des psychischen Befindens des
Versicherten, weder bezüglich der chronischen Schmerzsymptomatik noch bezüglich
der depressiven Symptomatik, erreicht werden können. Aufgrund der schweren
depressiven Symptomatik sei der Versicherte im Hinblick auf die Ausdauer und das
Durchhaltevermögen deutlich eingeschränkt. Es bestehe eine 100%ige
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Arbeitsunfähigkeit. Die Prognose sei aufgrund des schwer chronifizierten Prozesses als
sehr ungünstig zu bezeichnen (IV-act. 204).
D.i Am 1. Juni 2010 hielt der RAD fest, es sei nicht klar, ob sich der psychische
Gesundheitsschaden des Versicherten nach der letzten Hospitalisation in der Klinik
I._ dauerhaft verschlechtert habe oder ob eine Remission auf das Vorniveau
stattgefunden habe, wie es bei einer rezidivierenden depressiven Störung zu erwarten
sei. Die Frage sei in einer polydisziplinären Begutachtung zu klären, wobei auch der
somatische Zustand zu beurteilen sei (IV-act. 206).
D.j Der Versicherte wurde am 1. und 2. Februar 2011 in der MEDAS Zentralschweiz
polydisziplinär begutachtet. Im entsprechenden Gutachten vom 20. April 2011 wurden
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit genannt: Schwere
depressive Episode ohne psychotische Symptome, chronische Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren, iatrogene Benzodiazepinabhängigkeit bei
gegenwärtigem Substanzgebrauch, unerwünschte Arzneinebenmittelwirkungen von
verschiedenen Medikamenten bei Verdacht auf Arzneimittelinteraktionen mit
begleitender Angststörung und komplizierter Trauerreaktion sowie Frozen Shoulder
rechts. Der rheumatologische Gutachter Dr. med. J._, Rheumatologie FMH, führte
aus, dass bezüglich der rechten Schulter aufgrund des Untersuchungsbefundes von
einer Frozen Shoulder im Sinne einer Kapselschrumpfung ausgegangen werden
müsse. Sichere Zeichen für eine Impingement-Symptomatik hätten aufgrund der
erheblich schmerzhaft eingeschränkten Schulterbeweglichkeit nicht geprüft werden
können. Entzündliche Befunde im Bereich der Schulter seien nicht objektivierbar
gewesen. Auf der Gegenseite weise der Versicherte eine leichte Tendinopathie der
Supraspinatussehne ansatznahe auf. Bezüglich der rechten Schulter sei das Arthro-
MRI vom 29. März 2006 entgegen der Beurteilung von Dr. E._ nicht unauffällig und
zeige eine ansatznahe Supraspinatus-Tendinopathie mit intratendinöser Partialruptur.
Bezüglich des rechten Armes sei der Versicherte in der Schulterfunktion erheblich
eingeschränkt. Die diffuse Schmerzausweitung auf den ganzen rechten oberen
Körperquadranten inklusive diffuser Hypästhesie könne jedoch durch somatische
Befunde nicht erklärt werden. Bezüglich der Handgelenksschmerzen links habe die
handchirurgische Abklärung die Diagnose eines ulnocarpalen Impingements links
sowie von multiplen Ganglien im Bereich des Lunatums ergeben. Es sei eine
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Operationsindikation für eine Ellenverkürzungsosteotomie gestellt worden. Hinsichtlich
der vom Versicherten geklagten Nackenbeschwerden bestehe ein diffuser
Irritationszustand in der gesamten Halswirbelsäulepartie ohne klinische Zeichen einer
Segmentinstabilität oder einer relevanten Bewegungseinschränkung und ohne
Anhaltspunkt für eine zervikoradikuläre Reiz- oder Ausfallsymptomatik. Bezüglich der
zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Montagearbeiter bestehe eine Arbeitsfähigkeit von
30%. Körperlich leichte, leidensadaptierte Tätigkeiten könnten dem Versicherten
ganztags mit einer geschätzten Leistungseinschränkung von 30% zugemutet werden.
Der psychiatrische Gutachter Dr. K._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, hielt in
der Beurteilung fest, dass beim Versicherten unerwünschte
Arzneimittelnebenwirkungen und Interaktionen der verschiedenen Medikamente im
Vordergrund stünden, obwohl dieser Aspekt in den Akten erstaunlicherweise kaum
diskutiert worden sei. Es sei nicht ausgeschlossen, dass dadurch die Depression und
die Angstsymptomatik noch verstärkt würden. Dies erschwere in jedem Fall die
Diagnostik, da beispielsweise die Müdigkeit und Appetitlosigkeit sowohl unerwünschte
Arzneimittelnebenwirkungen als auch Teil einer psychischen Krankheit sein könnten.
Die Kriterien für eine Depression seien beim Versicherten klinisch und test
psychologisch erfüllt. Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei von einer schweren
Depression auszugehen, welche die Leistungsfähigkeit in jeder Tätigkeit deutlich ein
schränken könne. Als Fabrikarbeiter sei die Arbeitsfähigkeit wahrscheinlich nicht mehr
gegeben. In einer Verweistätigkeit, die keine besonderen Anforderungen an die psy
chische Belastbarkeit stelle und die keine besondere Fähigkeiten verlange, sei die
Arbeitsfähigkeit, vor allem durch die Konzentrations- und Antriebsstörungen, durch die
Verlangsamung sowie durch eine erhöhte Müdigkeit im Ausmass von 60% einge
schränkt. Als therapeutische Massnahme müsse eine stationäre Entzugstherapie mit
stufenweisem Vorgehen durchgeführt werden. Insgesamt attestierten die Gutachter
eine Arbeitsfähigkeit von 25% in der bisherigen Tätigkeit sowie von 40% in einer
adaptierten Tätigkeit (IV-act. 216-34). Auf die Frage der IV-Stelle nach einer Änderung
des Gesundheitsschadens seit der Begutachtung im Jahr 2008 wurde im Gutachten
festgehalten, der rheumatologische Gutachter habe sowohl die Diagnosen als auch die
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit betreffend die rechte Schulter ganz anders
beurteilt als damals Dr. E._. Es könne nicht sicher gesagt werden, ob eine
Verschlechterung stattgefunden habe. Seine Beurteilung beziehe sich auf den aktuellen
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Zustand des Versicherten. Der psychiatrische Gutachter sei zwar zu einer quantitativ
etwas anderen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit als im Vorgutachten gekommen, jedoch
hätten sich die psychischen Einschränkungen seit 2008 nicht wesentlich verändert. Das
jetzige Aumass der Einschränkungen habe wahrscheinlich schon 2008 bestanden. Dies
sei aber extrem schwierig zu beurteilen, da aktuell auch noch eine massive
Fehlbehandlung/ medikamentöse Überlagerung bestehe (IV-act. 216-35).
D.k Am 1. Juli 2011 berichtete der behandelnde Arzt der Klinik I._, der Versicherte
sei vom 3. Juni bis 1. Juli 2011 zum wiederholten Mal stationär behandelt worden. Er
habe beim Eintritt eine zunehmende depressive Symptomatik, akute Suizidalität und
akustische Halluzinationen gezeigt. Im Rahmen der Behandlung habe eine mässige
Stabilisierung im Hinblick auf die Suizidalität und die psychotische Symptomatik
erreicht werden können. Fortbestehend sei eine depressive Verstimmung mit
Müdigkeit, nur minimaler Belastbarkeit und schwer zu beeinflussenden Schmerzen. Der
Versicherte sei weiterhin und auf Dauer zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 220).
D.l Auf Nachfrage der IV-Stelle betreffend die gutachterlich beschriebenen uner
wünschten Arzneimittelnebenwirkungen erklärte der behandelnde Arzt des
Psychiatriezentrums H._ am 27. Juli 2011, es seien im Rahmen der regelmässigen
Konsultationen zu keinem Zeitpunkt Intoxikationserscheinungen klinisch beobachtet
worden. Der Versicherte zeige durchgängig einen Sedationseffekt, welcher aufgrund
der chronifizierten, wiederkehrend subaktuen bis akuten Suizidalität durchaus
gewünscht sei. Dadurch sei die Gefahr einer Suizidhandlung reduziert und dem
Versicherten sei die Bewältigung des Alltags möglich. Eine Reduktion der sedierenden
Medikamente werde prinzipiell gewünscht, entscheidend sei jedoch das klinische
Zustandsbild des Versicherten, insbesondere bezüglich Suizidalität (IV-act. 223).
D.m RAD-Arzt Dr. med. L._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, führte am
11. August 2011 aus, es sei aufgrund der Erklärung des Psychiatriezentrums H:_ und
ungeachtet der Kritik des psychiatrischen Gutachters der MEDAS Zentralschweiz
davon auszugehen, dass die Medikation beim Versicherten therapeutisch sinnvoll ein
gestellt sei. Damit bestätige sich auch die vom Gutachter in den Raum gestellte
schwergradig ausgeprägte depressive Störung. Dafür spreche auch der erneute
stationäre Aufenthalt des Versicherten in der Klinik I im 20_. Zusammengefasst lasse
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sich somit eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Versicherten seit der
Hospitalisation in der Klinik I._ vom 2. Februar bis 19. März 2010 nachvollziehen. Es
könne auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen gemäss dem MEDAS-Gutachten vom 20.
April 2011 abgestellt werden (IV-act. 225).
D.n Am 23. September 2011 hielt der zuständige Fachmitarbeiter der IV-Stelle fest,
dass sich der RAD nach Erhalt des Gutachtens vom 20. April 2011 offenbar nur noch
auf die Medikamentendosis des Versicherten fixiert habe. Die entscheidende Frage, ob
sich der Gesundheitszustand seit Erlass der letzten rechtskräftigen Verfügung vom
22. Juli 2008 erheblich verändert habe oder nicht, sei dabei untergegangen. Aufgrund
der Angaben im MEDAS-Gutachten habe sich der Gesundheitszustand des
Versicherten nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit rechtserheblich
verschlimmert. Die Gutachter hätten lediglich eine unterschiedliche Beurteilung eines
im Wesentlichen gleichen Sachverhalts vorgenommen, was keinen Revisionsgrund
darstelle (IV-act. 226).
D.o Mit einem Vorbescheid vom 6. Oktober 2011 stellte die IV-Stelle dem Versicherten
erneut die Abweisung seines Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 227).
D.p Dagegen liess der Versicherte am 11. November 2011 einwenden, sein Gesund
heitszustand habe sich seit der letzten rechtskräftigen Verfügung erheblich
verschlechtert. Somatisch habe sich die Schmerzsymptomatik der rechten Schulter
derart vertieft, dass ihm eine Ellenverkürzungsosteotomie vorgeschlagen worden sei.
Weiter habe der Rheumatologe im Gutachten vom 24. März 2011 ausgeführt, es sei
gegenüber dem Gutachten von 2008 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
im Bereich der rechten Schulter, leichtgradig der linken Schulter und des linken
Handgelenks objektivierbar. Auch das psychische Krankheitsbild habe sich
verschlechtert. Währenddem zum Zeitpunkt der Begutachtung im Jahr 2008 noch eine
mittelgradige depressive Episode diagnostiziert worden sei, hätten sich die
Beschwerden fortlaufend verstärkt. Anlässlich des stationären Aufenthalts in der Klinik
I._ vom 2. Februar bis 19. März 2010 sei neu die Diagnose einer schweren
depressiven Episode mit psychischen Symptomen und akuter Suizidalität gestellt
worden. Diese Diagnose sei von den behandelnden Psychiatern sowie dem
psychiatrischen MEDAS-Gutachter bestätigt worden. Der Suizid seines Sohnes habe
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zusätzlich zu einer zunehmenden depressiven Symptomatik geführt. Die behandelnden
Psychiater hätten ihm aufgrund der neu gestellten Diagnosen übereinstimmend eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (IV-act. 230).
D.q Der Rechtsvertreter des Versicherten stellte den behandelnden Psychiatern
Fragen betreffend die Entwicklung des Gesundheitszustandes des Versicherten. Der
behandelnde Psychiater der Klinik I._ teilte daraufhin am 21. November 2011 mit,
dass er den Versicherten seit dem 9. April 2009 aus den stationären Behandlungen
kenne. Seitdem habe sich der Gesundheitszustand des Versicherten erheblich ver
schlechtert. Insbesondere nach dem Suizid des Sohnes habe er eine Verschlechterung
des Gesundheitszustandes beobachtet. Seit der dritten stationären Behandlung vom
2. Februar bis 19. März 2010 laute die Diagnose u.a. auf rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig schwere Episode. Aufgrund der zunehmenden depressiven
Symptomatik sei der Versicherten in jeder Tätigkeit auf Dauer zu 100% arbeitsunfähig
(IV-act. 232). Der ambulant behandelnde Psychiater des Psychiatriezentrums H._
berichtete am 30. November 2011 zu Handen des Rechtsvertreters ebenfalls von einer
deutlichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Versicherten seit Beginn
der Behandlung im September 2008 (IV-act. 234).
D.r Der intern erneut angefragte RAD-Arzt Dr. L._ hielt am 14. Dezember 2011 fest,
er habe sich bezüglich der Frage einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes
des Versicherten in der Stellungnahmen vom 11. August 2011 bereits eindeutig und
abschliessend geäussert. In den Berichten der Klinik I._ vom 21. November 2011 und
des Psychiatriezentrums H._ vom 30. November 2011 werde nochmals der bekannte
medizinische Sachverhalt dargestellt. Die ausschlaggebenden Befunde und Diagnosen
seien dem aktuellen MEDAS-Gutachten und ergänzend den nachfolgenden
medizinischen Nachfragen und den Untersuchungsberichten der behandelnden Ärzte
zu entnehmen (IV-act. 237).
D.s Mit einer Verfügung vom 16. Januar 2012 lehnte die IV-Stelle einen Renten
anspruch des Versicherten ab. Zu den Einwänden des Versicherten hielt sie fest, dass
sich mit den eingereichten Unterlagen keine rechtserhebliche Veränderung des
Gesundheitszustandes
begründen liesse (IV-act. 238).
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E.
E.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 16. Februar
2012. Der Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Adrian Fiechter, beantragt
die Aufhebung der Verfügung vom 16. Januar 2012 und die Zusprache einer ganzen
Rente ab dem 1. April 2009. Eventualiter sei ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten
einzuholen. Subeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen. Der Rechtsvertreter führt zur Begründung im Wesentlichen an, dass
sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit dem Frühjahr 2008 erheblich
verschlechtert habe. Die gegenteiligen Ausführungen im MEDAS-Gutachten vom
20. April 2011 seien nicht überzeugend. Es sei vielmehr auf die Einschätzungen der
behandelnden Psychiater abzustellen. Gemäss dem Gutachten von 2008 seien in
psychiatrischer Hinsicht die Diagnosen einer mittelgradigen depressiven Episode sowie
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung gestellt worden. Der psychiatrische
Gutachter habe bereits damals eine ungünstige Prognose gestellt. Der ambulant
behandelnde Psychiater des Psychiatriezentrums H._ habe beim Beschwerdeführer
seit Behandlungsbeginn im September 2008 eine erhebliche Verschlechterung des
psychischen Zustandsbildes festgestellt. Die Verschlechterung sei insbesondere nach
dem Suizid des Sohnes des Beschwerdeführers eingetreten. Diese Entwicklung werde
auch vom behandelnden Psychiater der Klinik I._ bestätigt. Beide Ärzte hätten
ab diesem Zeitpunkt u.a. neu eine rezidivierende depressive Störung mit einer
gegenwärtig schweren depressiven Episode diagnostiziert und beide seien von einer
vollständigen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers ausgegangen. Auch der
Gutachter Dr. K._ gehe gemäss seinen Ausführungen faktisch von einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers aus und bejahe eine verwertbare
Restarbeitsfähigkeit nur für den Fall, dass diverse Diagnosen nicht vorlägen. Die
rückwirkenden Arbeitsfähigkeitsschätzungen des Gutachters seien eher zweifelhaft, da
er den Beschwerdeführer erst im Jahr 2011 erstmals untersucht habe. Sollte das
Gericht entgegen der Einschätzungen der behandelnden Psychiater von einer
Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ausgehen, so sei aus psychiatrischer Sicht
ein neutrales psychiatrisches Gutachten einzuholen. Auch in somatischer Hinsicht habe
sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verschlechtert. Der
rheumatologische Gutachter Dr. J._ habe in seinem Gutachten vom 24. März 2011
ausdrücklich eine objektivierbare Verschlechterung gegenüber dem Gutachten von
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2008 im Hinblick auf den Bereich der rechten und linken Schulter sowie des linken
Handgelenks beschrieben. Währenddem dem Beschwerdeführer im Gutachten von
2008 aus orthopädischer Sicht noch eine volle Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit attestiert worden sei, liege diese gemäss Dr. J._ neu bei 70%. Sollte das
Gericht nicht zweifelsfrei von einer Verschlechterung ausgehen, so seien ein neutrales
rheumatologisches sowie orthopädisches Gutachten einzuholen. Die im MEDAS-
Gutachten vom 20. April 2011 beschriebene leidensadaptierte Tätigkeit sei auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht zu finden. Da der Beschwerdeführer weder links
noch rechts in Bezug auf die Arme und Hände belastbar sei, müsste ein Arbeitgeber
dem Beschwerdeführer in absolut unzumutbarer Weise entgegenkommen. Derart
realitätsfremde Einsatzmöglichkeiten dürften nicht berücksichtigt werden. Beim
Beschwerdeführer bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Sollte das Gericht auf die
gemäss dem MEDAS-Gutachten vom 20. April 2011 attestierte 60%ige Arbeitsfähigkeit
in einer adaptierten Tätigkeit abstellen, so ergebe der Einkommensvergleich mit einem
Abzug vom Tabellenlohn in Höhe von 20% (aufgrund des hohen Krankheitsrisikos, der
längeren Abwesenheit vom Arbeitsmarkt, der fehlenden Fachkenntnisse sowie der
verminderten Arbeitsfähigkeit) einen Invaliditätsgrad von 70,99%. Somit hätte der
Beschwerdeführer auch in diesem Fall Anspruch auf eine ganze Rente (act. G 1).
E.b Am 23. April 2012 beantragt die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Be
schwerde. Sie hält fest, dem MEDAS-Gutachten vom 20. April 2011 sei zu entnehmen,
dass beim Beschwerdeführer eine mittelschwere Depression vorliege. Zur Frage, ob
sich der Gesundheitszustand seit der Begutachtung im 2008 verändert habe, äussere
sich das Gutachten dahingehend, dass der psychiatrische Gutachter zwar zu einer
quantitativ etwas anderen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit komme, er jedoch dargelegt
habe, dass das jetzige Ausmass der Einschränkungen wahrscheinlich schon 2008
bestanden habe. Die vom Gutachter erwähnte Trauer des Beschwerdeführers über
den Verlust seines Sohnes durch Suizid im März 20_ sei vor diesem Hintergrund
als vorübergehende Belastungssituation zu interpretieren, die keine dauerhafte
Verschlechterung des psychischen Zustands begründet habe. Daran ändere auch der
Umstand nichts, dass im MEDAS-Gutachten die Diagnose schwere depressive
Episode ohne psychotische Symptome genannt werde, denn diese decke sich nicht
mit dem dargelegten psychopathologischen Befund einer mittelgradigen depressiven
Episode. Auf die Meinung der behandelnden Psychiater könne nicht abgestellt werden.
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Zum Einen fielen die Beurteilungen aufgrund der Vertrauensstellung zum Patienten eher
zu dessen Gunsten aus. Zum Anderen sei zu berücksichtigen, dass sich die
behandelnden Psychiater nicht zu den rechtsprechungsgemäss für die Annahme einer
invalidisierenden Wirkung der diagnostizierten somatoformen Schmerzstörung
erforderlichen Kriterien äusserten. Die MEDAS-Gutachter hätten dem
Beschwerdeführer eine 40%ige Arbeitsfähigkeit attestiert. Aus der Gesamtbeurteilung
sei jedoch zu schliessen, dass sich der Gesundheitszustand sowohl in somatischer als
auch psychiatrischer Hinsicht im Vergleich zum Vorgutachten nicht wesentlich
geändert habe. Es handle sich demnach um eine abweichende Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit bei einem im Wesentlichen gleich gebliebenen Gesundheitszustand,
was rechtsprechungsgemäss keine revisionsbegründende Änderung darstelle (act. G
5).
E.c Mit einer Replik vom 15. Juni 2012 hält der Beschwerdeführer an seinen Be
schwerdeanträgen fest. Der Rechtsvertreter führt in der Begründung aus, dass sich die
Beschwerdegegnerin bei der Abweisung des Rentenanspruchs einzig auf die
Stellungnahme eines nichtmedizinischen Fachmitarbeiters vom 23. September 2011
gestützt habe, welcher von einem im wesentlichen unveränderten Sachverhalt
ausgegangen sei. Dieser Ansicht widerspreche die Stellungnahme des RAD vom 3.
August 2011, wonach eine Verschlechterung des Gesundheitsschadens des
Beschwerdeführers seit der Hospitalisation in der Klinik I._ vom 2. Februar bis 19.
März 2010 nachvollziehbar sei. Mit einer weiteren Stellungnahme vom 14. Dezember
2011 habe der RAD an seiner Einschätzung festgehalten. Somit seien sowohl der RAD
als auch die MEDAS-Gutachter gemäss dem Gutachten vom 20. April 2011 zweifelsfrei
der Meinung, dass beim Beschwerdeführer eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit in jeder
Tätigkeit bestehe. Dennoch habe die Beschwerdegegnerin zu Unrecht auf die als
Entscheidgrundlage ungeeignete Stellungnahme des Fachmitarbeiters abgestellt. Die
behandelnden Psychiater attestierten übereinstimmend eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit. Unter Berücksichtigung der vom Beschwerdeführer
eingenommenen Medikation müsse bereits klar sein, dass dieser keiner
Erwerbstätigkeit mehr nachgehen könne. Die im Gutachten der MEDAS vom 20. April
2011 gestellten Diagnosen seien weit schwerwiegender als jene, welche anlässlich der
Begutachtung 2008 gestellt worden seien. Aus dieser Tatsache gehe
in Übereinstimmung mit den Ausführungen des RAD hervor, dass sich der
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gesundheitliche Zustand des Beschwerdeführers im Vergleich zur Referenzsituation
massiv verschlechtert habe. Die Auffassung der Beschwerdegegnerin, wonach aus
dem MEDAS-Gutachten vom 20. April 2011 hervorgehe, dass beim Beschwerdeführer
lediglich eine mittelgradige Depression vorliege, sei falsch. Die Gutachter hätten klar
ausgeführt, dass beim Beschwerdeführer für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von
einer schweren Depression auszugehen sei. Die Beschwerdegegnerin nehme ohne
Fachkenntnis an, dass der Suizid des Sohnes nur zu einer "vorübergehenden
Belastungssituation" geführt habe. Dies widerspreche den fachärztlichen Beurteilungen
der behandelnden Psychiater, welche aufgrund des Suizids des Sohnes von einer
massiven Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers
ausgingen (act. G 10).
E.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf die Einreichung einer Duplik (act. G 13).

Erwägungen:
1.
1.1 Ist eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrads verweigert bzw. ein
Rentengesuch abgewiesen worden, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn
die Voraussetzungen des Eintretens auf ein Rentenrevisionsgesuch (analog) erfüllt sind,
d.h. wenn mit der Neuanmeldung glaubhaft gemacht wird, dass eine
anspruchserhebliche Änderung des Invaliditätsgrads eingetreten ist (Art. 87 Abs. 3
i.V.m. Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Gelingt
es nicht, eine anspruchserhebliche Veränderung des Invaliditätsgrads glaubhaft zu
machen, erlässt die IV-Stelle eine Nichteintretensverfügung. Entgegen dem Wortlaut
der genannten Verordnungbestimmung ist nicht direkt eine Veränderung des
Invaliditätsgrads glaubhaft zu machen. Es genügt, wenn eine Veränderung eines für die
Invaliditätsbemessung relevanten Sachverhaltselements (i.d.R. des
Arbeitsfähigkeitsgrads) glaubhaft gemacht wird und daraus eine leistungsrelevante
Veränderung des Invaliditätsgrads resultieren kann. Das Glaubhaftmachen stellt
niedrigere Beweisanforderungen als der im Sozialversicherungsrecht im Allgemeinen
massgebende Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Es genügt, dass für
den geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstand wenigstens gewisse
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Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist,
bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Sachverhaltsänderung (bzw.
Sachlage) nicht erstellen lassen (Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juli 2011,
9C_263/11).
1.2 Bei der letzten rechtskräftigen Abweisung des Rentengesuchs hat die
Beschwerdegegnerin sich auf die von den Gutachtern Dres. E._ und F._ attestierte
80%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit gestützt. Die Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ist gemäss dem Gutachten vom 30. April 2008
psychiatrisch mit einer vorliegenden mittelgradigen depressiven Episode sowie einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung begründet worden (vgl. IV-act. 123-9). Im
Rahmen der Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom 9. April 2009 hat der
behandelnde Arzt des Psychiatriezentrums H._ am 8. Dezember 2009 berichtet, dass
es beim Beschwerdeführer zu einer weiteren Chronifizierung der Schmerzsymptomatik
und des depressiven Zustandsbildes gekommen sei und dass eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit vorliege (vgl. IV-act. 193). Ob eine Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit
aufgrund einer Chronifizierung des psychischen Krankheitsbildes des Beschwerde
führers als glaubhaft betrachtet werden kann, muss vorliegend nicht entschieden
werden. Spätestens mit dem Bericht der Klinik I._ vom 19. März 2010, worin der
behandelnde Arzt u.a. neu die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung,
gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen und akuter Suizidalität,
genannt hat und von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen ist (vgl. IV-
act. 203-16 ff.), ist eine Änderung des Invaliditätsgrades des Beschwerdeführers
glaubhaft gemacht worden. Die Beschwerdegegnerin ist daher zu Recht auf die Neu
anmeldung eingetreten.
1.3 Die Beschwerdegegnerin hat die vorliegend angefochtene Abweisung des
Rentengesuchs damit begründet, dass die vom Beschwerdeführer glaubhaft gemachte
Veränderung des Invaliditätsgrades tatsächlich nicht eingetreten sei und es sich bei
den abweichenden ärztlichen Einschätzungen lediglich um andere Beurteilungen des
im Wesentlichen gleichen Sachverhalts handle. Die Beschwerdegegnerin hat damit den
Prüfungsumfang des Rentenanspruchs analog einem Rentenrevisionsverfahrens auf
erhebliche Änderungen des massgebenden Sachverhalts beschränkt. Dies kann aus
verschiedenen Gründen nicht überzeugen. Sinn der Eintretenshürde bei einer
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Neuanmeldung gemäss Art. 87 Abs. 3 i.V.m. Abs. 2 IVV (Glaubhaftmachung einer
Änderung des Invaliditätsgrades seit der vorausgegangenen rechtskräftigen Abweisung
eines Rentengesuchs) ist zu verhindern, dass sich die lautenden und nicht näher
begründeten Rentengesuchen befassen muss (Urteil des Bundesgerichts vom 28.
Februar 2011, 9C_820/10, E. 2.2). Dem Wortlaut der Verordnungsbestimmung lässt
sich jedoch nicht entnehmen, dass die Voraussetzung einer erheblichen
Sachverhaltsänderung auch während dem materiell-rechtlichen Abklärungsverfahren
massgebend sein soll. Sinn des Verfahrensrechts kann es jedenfalls nicht sein,
bestehende Rentenansprüche von versicherten Personen zu übergehen.
1.4 Klar abzugrenzen von der Eintretensfrage ist der Prüfungsumfang im
anschliessenden materiell-rechtlichen Abklärungsverfahren. Gemäss
bundesgerichtlicher Praxis soll Art. 17 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) betreffend Abklärungs- und
Prüfungspflichten entsprechend dem Revisionsverfahren analog auch beim
Neuanmeldeverfahren Anwendung finden. Gemäss Bundesgericht legen es die in der
Sache bestehenden Gemeinsamkeiten der Neuanmeldung und der Rentenrevision
nahe, die entscheidende Frage nach der anspruchserheblichen Änderung des
Invaliditätsgrades in sämtlichen Konstellationen – sei es im Rahmen der Eintretensfrage
nach Art. 87 Abs. 3 IVV oder im Rahmen der materiellen Anspruchsbeurteilung – nach
denselben Grundsätzen zu prüfen (BGE 133 V 108 E. 5.2; so auch BGE 117 V 198 E.
3a). Dieser Rechtsprechung kann nicht gefolgt werden. Die Revisionsbestimmung des
Art. 17 ATSG regelt, ihrem klaren Wortlaut gemäss, nur die Anpassung einer laufenden,
d.h. früher rechtskräftig zugesprochenen Invalidenrente an eine nachträgliche, gemäss
Art. 28 Abs. 2 IVG erhebliche Veränderung des Invaliditätsgrades. Da der
Beschwerdeführer keine IV-Rente bezieht, kann also auch kein Anwendungsfall von
Art. 17 Abs. 1 ATSG vorliegen. Eine analoge Anwendung von Art. 17 Abs. 1 ATSG
entsprechend dem Revisionsverfahren kommt nicht in Betracht, da entgegen der
Ansicht des Bundesgerichts keine gleich gelagerten Verhältnisse zwischen einem
Revisions- und einem Neuanmeldeverfahren vorliegen. Währenddem es beim
Revisionsverfahren um eine Anpassung einer laufenden Leistung geht, ist im Vorfeld
der Neuanmeldung eben keine Leistung zugesprochen worden. Da Art. 17 ATSG sich
ausdrücklich auf eine zugesprochene Leistung als Ausgangspunkt bezieht, kann diese
Bestimmung nicht analog auf das Neuanmeldeverfahren angewendet werden. Im
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Übrigen würde es zu einer unrechtmässigen Ungleichbehandlung führen, wenn eine
versicherte Person mit einem Leistungsanspruch im Rahmen einer Erstanmeldung eine
Rente erhielte, eine Person in der gleichen Lage bei einer Neuanmeldung ihren
bestehenden Leistungsanspruch aber nicht geltend machen könnte. Aus diesen
Gründen ist bei einer Neuanmeldung – nach Erfüllung der Eintretensvoraussetzung –
eine umfassende Rentenanspruchsprüfung (wie bei einer Erstanmeldung) vorzunehmen
und zu beurteilen, ob aktuell ein leistungsbegründender Sachverhalt gegeben ist (vgl.
auch Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. Oktober 2010,
IV 2010/121, E. 4).
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente. Gemäss Art. 16 ATSG ist zur Bemessung des
Invaliditätsgrades das Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der
Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage ezielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
2.2 Das ausschlaggebende Element der Bemessung des zumutbaren Invalidenein
kommens – und damit indirekt des Invaliditätsgrades – ist grundsätzlich der Grad der
verbliebenen Arbeitsfähigkeit, so dass dessen Ermittlung in der Regel den ersten
Schritt bei der Erhebung des massgebenden Sachverhalts bildet. Um den Grad der
Arbeitsunfähigkeit bemessen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen
angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu
stellen haben. Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
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261 E. 4 mit Hinweisen). In beweisrechtlicher Hinsicht gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medzinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
3.
3.1 Zu klären ist nun die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt. Rechtsgenüglich ist
die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, wenn sie aufgrund der vorliegenden medizinischen
Akten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ermittelt werden kann.
3.2 Die Beschwerdegegnerin hat sich auf die im Gutachten vom 30. April 2008 attes
tierte 80%ige Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers gestützt. Sie hat vorgebracht,
dass sich der Gesundheitszustand seitdem nicht verschlechtert habe und die nach
folgenden höheren Arbeitsunfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte sowie der
MEDAS-Gutachter daher nicht nachvollziehbar seien. Zu betonen ist, dass sämtliche
folgende Ausführungen, welche einen Vergleich des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers zwischen der Begutachtung 2008 und jener von 2011 ziehen, nur
dazu dienen, die Beweiskraft der aktuellen medizinischen Aktenlage zu beurteilen. Es
geht nicht darum, eine rechtserhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes
des Beschwerdeführers nachzuweisen, denn dies ist wie bereits gesagt nicht
erforderlich, um einen allfällig bestehenden Rentenanspruch zu begründen (vgl. E. 1.4).
Wenn von einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes die Rede ist, ist dies
folglich in einem rein medizinischen und nicht rechtlichen Sinn zu verstehen.
3.3 In somatischer Hinsicht hat Dr. E._ im Gutachten vom 30. April 2008 als
Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte Ansatzentzündung der Flexor
carpi ulnaris Sehne links angegeben. Er hat festgehalten, dass sich mit diesem im MRI
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ersichtlichen Befund die Schmerzen im linken Handgelenk erklären liessen. Dagegen
seien die Schulterschmerzen rechts sowie die Hyposensibilität des gesamten rechten
Arms objektiv nicht nachvollziehbar. In der bisherigen Tätigkeit als Montagearbeiter in
einer Büromöbelfabrik bestehe eine 70%ige Arbeitsfähigkeit. In körperlich leichten,
leidensadaptierten Tätigkeiten sei der Beschwerdeführer zu 100% arbeitsfähig.
Dr. J._ hat im Gutachten vom 20. April 2011 folgende Diagnosen genannt: Frozen
Shoulder rechts sowie Athralgie radiokarpal links. In der Beurteilung hat er ausgeführt,
dass aufgrund des Untersuchungsbefundes von einer Frozen Shoulder rechts im Sinne
einer Kapselschrumpfung ausgegangen werden müsse. Auf der linken Seite weise der
Beschwerdeführer eine leichte Tendinopathie der Supraspinatussehne ansatznahe auf,
was wahrscheinlich auf eine Überlastung infolge Mehrgebrauchs bei Schonung der
rechten, dominanten oberen Extremität zurückzuführen sei. Bezüglich der rechten
Schulter zeige das Arthro-MRI vom 29. März 2006 – entgegen der Beurteilung von
Dr. E._ – eine ansatznahe Supraspinatus Tendinopathie mit intratendiöser
Partialruptur und vorbestehend ein als Impingementfaktor geltender Akromion-Typ II/III
nach Bigliani mit nach kaudal gerichteter osteophytärer Ausziehung. Seitens des
rechten Armes sei der Beschwerdeführer erheblich eingeschränkt (vgl. IV-act. 216-30).
Abweichend von der Beurteilung durch Dr. E._ hat Dr. J._ somit die
Schulterschmerzen rechts als objektiv erklärbar angesehen. Diese Einschätzung
erscheint aufgrund der erhobenen Befunde und seinen Ausführungen als
nachvollziehbar. Unter Berücksichtigung der zum Zeitpunkt der Begutachtung
objektivierbaren Schulter- und Handgelenksbeschwerden hat Dr. J._ die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der bisherigen Tätigkeit als Montagearbeiter
auf 30% festgelegt. In einer adaptierten Tätigkeit ist er von einer 70%igen
Arbeitsfähigkeit ausgegangen. Wie Dr. J._ im Gutachten selbst erklärt hat, hat er den
somatischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers, insbesondere in Bezug auf
die rechte Schulter, ganz anders beurteilt als Dr. E._ im Jahr 2008 (vgl. IV-act.
216-35). Die Beurteilung von Dr. J._ erscheint umfassend und ist nachvollziehbar
begründet. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung, bei welcher er im Gegensatz zu Dr. E._
nebst den Handgelenksbeschwerden auch die objektiverbaren Schultberbeschwerden
mitberücksichtigt hat, ist nachvollziehbar und überzeugend. In somatischer Hinsicht ist
daher auf die Einschätzung von Dr. J._, wonach der Beschwerdeführer in einer
adaptierten Tätigkeit zu 70% arbeitsfähig ist, abzustellen.
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3.4 Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer seit ca. 2007 insbesondere
aus psychischen Gründen in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Damit ist der
psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers vorliegend massgeblich für
die Beurteilung seiner Arbeitsfähigkeit.
3.5 Im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung am 22. April 2008 hat Dr. F._
eine mittelgradige depressive Episode, bestehend seit März 2007, sowie eine an
haltende somatoforme Schmerzstörung, bestehend seit 2006, diagnostiziert. In seinem
Teilgutachten vom 24. April 2008 hat er ausgeführt, der Beschwerdefgrund der
Schmerzsymptomatik in Verbindung mit emotionalen Konflikten und erheblichen
psychosozialen Problemen seit 2007 zunehmende depressive Störungen mit einer
inzwischen mittelgradigen depressiven Episode entwickelt. Diese sei gekennzeichnet
durch depressive Verstimmungen, Lustlostörungen, Antriebslosigkeit,
psychomotorischer Unruhe, Hoffnungslosigkeit, Schlafstörungen mit
Durchschlafstörungen, mangelndem Lebenswillen und zunehmender Fixierung auf die
Beschwerdesymptomatik. Zusammen mit der anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung führe die depressive Störung zu einer Beeinträchtigung der
psychischen Belastbarkeit. Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit liege bei
60%. In einer den psychischen Leiden angepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer
zu 80% arbeitsfähig (vgl. IV-act. 124-6 ff.). Im Dezember 2009 hat der ambulant
behandelnde Arzt des Psychiatriezentrums H._ dem Beschwerdeführer bei
unveränderten Diagnosen eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Er hat berichtet,
der Gesundheitszustand habe sich insofern verschlechtert, als dass es zu einer
weiteren Chronifizierung der Schmerzsymptomatik und des depressiven
Zustandsbildes gekommen sei. Wegen der deutlichen Verschlechterung sei der
Versicherte zweimal stationär in der Klinik I._ behandelt worden (vgl. IV-act. 193).
Diese Einschätzung steht jedoch im Wiederspruch zur Aussage des behandelnden
Arztes der Klinik I._ vom 26. Oktober 2009, wonach sich der Zustand des
Beschwerdeführers im Vergleich zum Gutachten von 2008 nicht zusätzlich
verschlechtert hat. Seitens der Klinik I._ ist keine Arbeitsfähigkeitsschätzung für eine
adaptierte Tätigkeit angegeben worden (vgl. IV-act. 188). Vor dem Hintergrund, dass
die behandelnden Ärzte von einem stationären Gesundheitszustand mit einer
mittelgradigen depressiven Episode und einer anhaltend somatoformen
Schmerzstörung ausgegangen sind, sowie dass sich auch die Befunde – bis auf die
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beim zweiten Eintritt in die Klinik I._ vorübergehend vorhandende akute Suizidalität –
gegenüber der Begutachtung von 2008 im Wesentlichen nicht verschlechtert haben, ist
die vom ambulant behandelnden Arzt mit einer weiteren Chronifizierung des
Zustandsbildes begründete 100%ige Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers nicht
nachvollziehbar. Gemäss der Stellungnahme des RAD vom 3. Februar 2010 ist das
psychische Zustandsbild des Beschwerdeführers bereits im Zeitpunkt der
Begutachtung im 2008 chronifiziert gewesen (vgl. IV-act. 194). Tatsächlich hat Dr. F._
den Beginn der mittelgradigen depressiven Episode gemäss seinem Gutachten auf
etwa März 2007 festgelegt und ist seitdem von einem konstanten Zustandsbild
ausgegangen (vgl. IV-act. 124-7). Inwiefern eine weitere Chronifizierung der
psychischen Erkrankungen erfolgt sein soll, ist nicht ersichtlich. Eine gegenüber dem
Gutachten von 2008 verschlechterte Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers lässt sich
objektiv nicht begründen. Daher hat nach der Begutachtung von 2008 überwiegend
wahrscheinlich zunächst weiterhin eine aus psychiatrischer Sicht 80%ige
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer adaptierten Tätigkeit bestanden.
3.6 Aus dem Bericht der Klinik I._ vom 19. März 2010 geht aber hervor, dass neu
die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode
mit psychotischen Symptomen und akuter Suizidalität, diagnostiziert worden ist. Der
behandelnde Arzt hat festgehalten, dass der Beschwerdeführer aufgrund des
verschlechterten psychischen Zustandsbildes bereits zum dritten Mal zu einer
stationären Behandlung in der Klinik gewesen sei. Bezüglich der Suizidalität, der
inneren Unruhe sowie der Halluzinationen habe der Beschwerdeführer gut stabilisiert
werden können. Allerdings leide er weiter unter einer zunehmenden Müdigkeit. Durch
den Suizid seines Sohnes am 7. März 2010 sei der Beschwerdeführer stark irritiert
worden (vgl. IV-act. 203-19). Auch der ambulant behandelnde Arzt des Psychiatrie
zentrums H._ ist gemäss seinem Bericht vom 19. April 2010 u.a. von einer gegen
wärtig schweren depressiven Episode ausgegangen. Er hat ausgeführt, dass sich das
psychische Zustandsbild des Beschwerdeführers im Rahmen der seit dem 26.
September 2008 durchgeführten ambulanten Behandlung zunehmend verschlechtert
habe. Die depressive Symptomatik habe derart zugenommen, dass aktuell die Kriterien
einer schweren depressiven Episode eindeutig erfüllt seien. Es bestehe eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit und die Prognose sei aufgrund des schwer chronifizierten Prozesses
als sehr ungünstig zu bezeichnen (vgl. IV-act. 204-4). Zur Klärung der Frage, ob sich
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der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit dem letzten Aufenthalt in der
Klinik I._ dauerhaft verschlechtert hat, hat der RAD erneut eine polydisziplinäre
Begutachtung veranlasst (vgl. IV-act. 206).
3.7 In seinem Fachgutachten vom 7. Februar 2011 hat der psychiatrische Gutachter
Dr. K._ als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine schwere
depressive Episode ohne psychotische Symptome, eine chronische Schmerzstörung
mit somatischen und psychischen Faktoren, eine iatrogene Benzodiazepinabhängigkeit
sowie unerwünschte Arzneimittelwirkungen von verschiedenen Medikamenten bei
Verdacht auf Arzneimittelinteraktionen genannt. In der Beurteilung hat er ausgeführt,
dass im Vordergrund des aktuellen klinischen Bildes die unerwünschten
Arzneimittelwirkungen und Interaktionen der verschiedenen Medikamente stünden (vgl.
IV-act. 216-47). Bezüglich der depressiven Störung hat der Gutachter entgegen der
Ansicht der Beschwerdegegnerin nicht eine mittelgradige, sondern eine schwere
depressive Episode angenommen. Zwar hat er festgehalten, dass die Ergebnisse der
psychologischen Tests unter Ausserachtlassung der durch die Schmerzen erklärbaren
Symptome einer mittelgradigen Depression entsprächen, jedoch geht aus seinen
Ausführungen auch hervor, dass für die Diagnosestellung sowie für die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit die klinische Untersuchung, welche eine schwere Depression ergeben
habe, entscheidend sei (vgl. IV-act. 216-48 unten, IV-act. 216-51). Zum Verlauf der
depressiven Störung hat Dr. K._ ausgeführt, es sei aufgrund der Akten anzunehmen,
dass die Depression wie von Dr. F._ angegeben etwa im März 2007 begonnen habe,
trotz ambulanter und stationärer Behandlung nicht wesentlich gebessert und sich nach
dem Suizid des Sohnes im März 2010 verschlechtert habe. Die vom Beschwerdeführer
auch subjektiv wahrgenommene Verschlechterung seit dem Tod des Sohnes sei gut
verständlich. Der Verlust eines Kindes brauche einen Trauerprozess, der aber durch die
vorbestehende Depression erschwert und verkompliziert werde. Eine blockierte Trauer
sei zwar keine Depression, aber könne eine vorbestehende Depression verstärken. Der
bevorstehende schwierige und langwierige Trauerprozess dürfte beim Beschwerde
führer noch zusätzlich durch Selbstvorwürfe und Schuldgefühle erschwert sein. Aus
diesem Grund sei es schwierig eine Prognose zu stellen, ab wann wieder eine Auf
hellung der Depression möglich sei, wenigstens auf das Ausmass wie vor dem Suizid
des Sohnes (vgl. IV-act. 216-49). Gemäss diesen Ausführungen von Dr. K._ ist davon
auszugehen, dass er Beschwerdeführer seit dem Suizid seines Sohnes im März 2010
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an einer schweren depressiven Episode leidet, wobei der Zeitpunkt einer allfälligen
Verbesserung des Zustands nicht absehbar ist. Aufgrund der unerwünschten
Arzneimittelwirkungen hat der Gutachter insbesondere eine Optimierung der
medikamentösen Behandlung empfohlen, worin er auch eine Möglichkeit zur
Verbesserung des Zustandsbildes gesehen hat (vgl. IV-act. 216-53 f.). Auf Nachfrage
der Beschwerdegegnerin hat der behandelnde Arzt des Psychiatriezentrums H._ die
gutachterliche Diagnose von unerwünschten Arzneimittelnebenwirkungen nicht
bestätigen können. Er hat am 27. Juli 2011 erklärt, es seien im Rahmen der
regelmässigen Konsultationen klinisch zu keinem Zeitpunkt Intoxikationserscheinungen
beobachtet worden. Der Beschwerdeführer zeige durchgängig einen Sedationseffekt,
welcher aufgrund der chronifizierten, wiederkehrend subakten bis akuten Suizidalität
durchaus gewünscht sei. Es werde prinzipiell eine Reduktion der sedierenden
Medikamente angestrebt, entscheidend sei jedoch das klinische Zustandsbild des
Beschwerdeführers (vgl. IV-act. 223). Aus dieser Erklärung hat RAD-Arzt Dr. L._
geschlossen, dass die Medikation beim Beschwerdeführer therapeutisch sinnvoll
eingestellt sei. Damit bestätige sich auch die vom Gutachter in den Raum gestellte
Diagnose einer schwergradig ausgeprägten depressiven Störung. Dr. L._ hat eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers seit der
Hospitalisation in der Klinik I._ im Februar/März 2010 sowie die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. K._ als nachvollziehbar erachtet (vgl. IV-act. 225).
Dass – entsprechend den Angaben des ambulant behandelnden Arztes – eine
Reduktion der Medikation aufgrund des Zustandsbildes des Beschwerdeführers nicht
möglich gewesen ist, ergibt sich auch daraus, dass der Beschwerdeführer wegen
zunehmender depressiver Symptomatik und erneuter akuter Suizidalität vom 3. Juni bis
1. Juli 2011 zum wiederholten Mal stationär in der Klinik I._ hat behandelt werden
müssen (vgl. IV-act. 220). Entsprechend der Einschätzung von RAD-Arzt Dr. L._ hat
zu diesem Zeitpunkt überwiegend wahrscheinlich kein verbesserungsfähiger Zustand
vorgelegen, womit davon auszugehen ist, dass weiterhin die gutachterlich gestellte
Diagnose einer schweren depressiven Episode vorgelegen hat.
3.8 Die Beschwerdegegnerin hat zwar anerkannt, dass sich der Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers nach dem Suizid seines Sohnes im März 2010 verschlechtert
hat, hat jedoch argumentiert, dass diese Verschlechterung nur als "vorübergehende
Belastungssituation" zu interpretieren sei, welche keine dauerhafte Verschlechterung
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des psychischen Zustandsbildes begründet habe. Sie hat sich dabei auf eine Aussage
im Gutachten vom 20. April 2011 gestützt. Auf die Frage der Beschwerdegegnerin, ob
sich der psychische Gesundheitsschaden seit der Begutachtung von 2008 verändert
habe, ist im Gutachten festgehalten worden, Dr. K._ sei zwar zu einer quantitativ
etwas anderen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit gekommen, habe aber dargelegt, dass
sich die psychischen Einschränkungen seit 2008 nicht wesentlich verändert hätten. Er
gehe davon aus, dass das jetzige Ausmass der Einschränkungen wahrscheinlich schon
2008 bestanden habe. Dies sei aber extrem schwierig zu beurteilen und aktuell bestehe
auch eine massive Fehlbehandlung/medikamentöse Überlagerung (vgl. IV-act. 216-35).
Aus dieser Erklärung hat die Beschwerdegegnerin geschlossen, dass die depressive
Störung des Beschwerdeführers im Zeitpunkt der Begutachtung durch Dr. K._ wieder
auf eine mittelgradige depressive Episode remittiert hat, womit der gleiche
Gesundheitszustand vorgelegen haben soll wie anlässlich der Begutachtung von Dr.
F._ im Jahr 2008. Die Aussage im Gutachten vom 20. April 2011 kann auf zwei Arten
verstanden werden. Einerseits dahingehend, dass bereits 2008 eine schwere
depressive Episode vorgelegen hat, oder andererseits dahingehend, dass anlässlich
der aktuellen Begutachtung wie bereits 2008 nur eine mittelgradige depressive Episode
bestanden hat. Beide Interpretationen widersprechen den Ausführungen im
psychiatrischen Fachgutachten vom 7. Februar 2011, worin Dr. K._ nachvollziehbar
eine Verschlechterung der depressiven Störung ab März 2010 beschrieben hat, welche
sich auch noch im Zeitpunkt der Begutachtung im Februar 2011 in Form einer
schweren depressiven Episode gezeigt hat. Es ist daher davon auszugehen, dass sich
der Gesundheitszustand des Versicherten derart entwickelt hat, dass von ca. März
2007 bis ca. März 2010 eine mittelgradige depressive Episode bestanden hat, welche
sich ab März 2010 zu einer andauernden schweren depressiven Episode verschlechtert
hat. Auf die Aussage im Gutachten vom 20. April 2011, wonach anlässlich der
Begutachtungen 2008 und 2011 der im Wesentlichen gleiche
psychische Gesundheitszustand vorgelegen haben soll, kann somit nicht abgestellt
werden. Aus psychiatrischer Sicht massgebend sind die persönlichen Ausführungen
von Dr. K._ in seinem Fachgutachten vom 7. Februar 2011.
3.9 Auf Nachfrage des Rechtsvertreters haben die behandelnden Psychiater am
21. und 30. November 2011 u.a. nochmals die Diagnose einer schweren depressiven
Episode bestätigt. Weiter haben beide Ärzte ausgeführt, dass sich der psychische Ge
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sundheitszustand des Beschwerdeführers insbesondere nach dem Suizid des Sohnes
im März 2010 verschlechtert habe (vgl. IV-act. 232-2, 234-2). Aufgrund dieser Berichte
ist anzunehmen, dass auch Ende 2011 noch keine Verbesserung des psychischen
Zustandsbildes des Beschwerdeführers eingetreten ist. Somit ist für den Zeitraum von
März 2010 bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 16. Januar 2012 von
einem unveränderten Gesundheitszustand des Beschwerdeführers mit einer
schwergradigen depressiven Episode auszugehen.
3.10 Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hat Dr. K._ die
Auswirkungen der unerwünschten Arzneimittelnebenwirkungen, der schwergradigen
depressiven Episode sowie – nach einer Prüfung der Försterkriterien – der chronischen
Schmerzstörung berücksichtigt. Er hat festgehalten, in einer adaptierten Tätigkeit,
welche keine besonderen Anforderungen an die psychische Belastbarkeit stelle oder
besondere Fähigkeiten verlange, sei die Arbeitsfähigkeit zu etwa 60% eingeschränkt.
Die Einschränkung ergebe sich vor allem durch die Konzentrations- und
Antriebsstörungen, die Verlangsamung und die erhöhte Müdigkeit (vgl. IV-act. 216-52).
Im Vergleich zum Vorgutachten von Dr. F._, welcher bei einer mittelgradigen
depressiven Episode eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit an
genommen hatte, erscheint die höhere Arbeitsunfähigkeitsschätzung von Dr. K._
aufgrund der deutlichen Verschlechterung der depressiven Störung überzeugend. Zu
der Einschätzung der behandelnden Ärzte, wonach der Beschwerdeführer zu 100%
arbeitsunfähig sei, hat Dr. K._ zu Recht auf den Umstand hingewiesen, dass ein
behandelnder Arzt aufgrund seiner therapeutischen Funktion eher zugunsten seines
Patienten aussage (vgl. IV-act. 216-52 f., BGE 125 V 352 E. 3c). Zudem sind
die vorliegenden Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit seitens der behandelnden Ärzte
im Vergleich zur Beurteilung von Dr. K._ wenig differenziert. So hat der ambulant
behandelnde Arzt des Psychiatriezentrums H._ beispielsweise bereits im Dezember
2009, d.h. als beim Beschwerdeführer noch eine mittelgradige depressive Episode
bestanden hatte, eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (vgl. IV-act. 193). Weiter
haben die behandelnden Ärzte ihre Arbeitsfähigkeitsschätzungen jeweils gar nicht oder
nur knapp begründet, haben keine Unterscheidung zwischen der bisherigen und einer
adaptierten Tätigkeit vorgenommen und sind bei ihren Einschätzungen auch nicht auf
die bei einer vorliegenden Schmerzstörung zu prüfenden Försterkriterien eingegangen
(vgl. IV-act. 203-17, 204-4, 220-2, 232-2, und 234-2). Vor diesem Hintergrund ist auf
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die ausführlich und nachvollziehbar begründete Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr.
K._ abzustellen. Aus psychiatrischer Sicht ist somit von März 2010 bis zum
vorliegend zu berücksichtigenden Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung
am 16. Januar 2012 von einer 40%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in
einer adaptierten Tätigkeit auszugehen.
4.
4.1 Vor der Prüfung eines Rentenanspruchs des Beschwerdeführers ist im Sinne des
Grundsatzes "Eingliederung vor Rente" zu prüfen, ob die Arbeitsfähigkeit des Be
schwerdeführers durch berufliche oder medizinische Eingliederungsmassnahmen ver
bessert werden kann (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Vorbemerkungen
Rn 47).
4.2 Im Gutachten vom 20. April 2011 ist festgehalten worden, dass berufliche Mass
nahmen zurzeit entfielen, da der Beschwerdeführer aktuell nur zu 40% arbeitsfähig
sei. Es bestehe aber eine Besserungsoption (vgl. IV-act. 216-35). Damit ist die von
Dr. K._ empfohlene medizinische Massnahme in Form der Medikationsanpassung
des Beschwerdeführers gemeint. Wie bereits ausgeführt, ist eine Reduktion der
Medikamente aufgrund des andauernden Zustandsbildes des Beschwerdeführers mit
einer schweren depressiven Episode und wiederkehrender Suizidalität nicht möglich
gewesen (vgl. E. 3.7). Somit hat weiterhin eine lediglich 40%ige Arbeitsfähigkeit be
standen. Angesichts dieser niedrigen Arbeitsfähigkeit sowie des bereits fortgeschritte
nen Alters des Beschwerdeführers (Jahrgang 195_) ist nicht davon auszugehen, dass
arbeitsfähigkeits- bzw. invaliditätsrelevante Eingliederungsmassnahmen durchführbar
wären, geschweige denn zu einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit führen könnten.
5.
5.1 Im Folgenden ist nun zu prüfen, ob und ab wann der Beschwerdeführer die
Voraussetzungen für einen Rentenanspruch erfüllt.
5.2 Nach dem hier anwendbaren altrechtlichen Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG entsteht ein
Rentenanspruch frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während
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eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40%
arbeitsunfähig gewesen ist. Im Rahmen des Art. 29 Abs. 1 IVG nicht anwendbar ist
nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts der Grundsatz, dass bei langdauernder
Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf – oder sobald klar wird, dass die
Wiederaufnahme der bisher ausgeübten Tätigkeit nicht mehr in Frage kommt – nach
Ablauf einer gewissen Übergangsfrist auch zumutbare Tätigkeiten in einem anderen
Beruf zu berücksichtigen sind. Bei der Anwendung dieser Bestimmung ist
ausschliesslich die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit zu betrachten
(Entscheid des EGV vom 23. Oktober 2003, I 392/02; vgl. BGE 130 V 99 E. 3.2, bereits
unter Hinweis auf den künftigen Art. 6 ATSG). Die einjährige Wartezeit gilt als eröffnet,
sobald eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20% vorliegt (AHI 1998 S. 124 E. 3c).
Auch vor der Anmeldung liegende Zeiten von Arbeitsunfähigkeit sind zu
berücksichtigen (ZAK 1966 S. 58; BGE 117 V 26 E. 3b; BGE 121 V 264; Entscheid des
EGV vom 2. März 2000, I 307/99).
5.3 Gemäss dem Gutachten vom 30. April 2008, worauf vorliegend abzustellen ist, hat
beim Beschwerdeführer seit dem 1. März 2007 eine 40%-ige Arbeitsunfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit als Montagearbeiter in einer Büromöbelfabrik vorgelegen (vgl.
IV-act. 123-7). Das Wartejahr hat demnach erstmals am 1. März 2008 ablaufen können.
Nebst der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit während des Wartejahres ist für einen
Rentenanspruch erforderlich, dass anschliessend eine rentenbegründende Invalidität
vorliegt. Gemäss dem Gutachten vom 30. April 2008 ist der Beschwerdeführer bei
Ablauf dieses Jahres zu 80% in einer leidensangepassten Tätigkeit arbeitsfähig
gewesen. Der von der Beschwerdegegnerin für diesen Zeitpunkt vorgenommene
Einkommensvergleich hat keine rentenbegründende Erwerbsunfähigkeit ergeben (vgl.
IV-act. 134-1). Daher ist das Rentengesuch mit der Verfügung vom 22. Juli 2008
abgelehnt worden (vgl. IV-act. 148). Gestützt auf das Gutachten vom 30. April 2008
und den im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
ist die Beschwerdegegnerin bis März 2010 zu Recht weiterhin von einer 80%-igen
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen. Ab März 2010 hat sich
der psychische Gesundheitszustand und damit auch die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers jedoch dauerhaft (bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung)
verschlechtert. Ab März 2010 ist von der im Gutachten vom 20. April 2011 attestierten
40%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer adaptierten Tätigkeit
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auszugehen. Für diesen Zeitpunkt ist im Folgenden der Invaliditätsgrad des
Beschwerdeführers anhand eines Einkommensvergleichs zu berechnen.
5.4 Betreffend die Bestimmung des Valideneinkommens wird in der Regel am zuletzt
erzielten Einkommen angeknüpft, da davon auszugehen ist, dass die versicherte
Person ohne den Eintritt der Arbeitsunfähigkeit die bisherige Tätigkeit weitergeführt
hätte (BGE 134 V 322 E. 4.1). Gemäss den Arbeitgeberberichten der M._ AG vom 24.
Januar 2002 und vom 25. August 2005 ist der Beschwerdeführer vom 1. Dezember
1993 bis zum 31. Dezember 2002 mit einem vollen Pensum als Monteur tätig gewesen
(vgl. IV-act. 14, 47). Der Arbeitgeber hat für das Jahr 2002 einen Monatslohn von
Fr. 4'225.-- (zuzüglich einem 13. Monatslohn) angegeben (vgl. IV-act. 14-2), was einem
Jahreseinkommen von Fr. 54'925.-- entspricht. Massgebend für die Bestimmung der
Vergleichseinkommen ist grundsätzlich das Lohnniveau jenes Jahres, in dem der
Rentenanspruch theoretisch frühestens entstehen würde, d.h. vorliegend das
Lohnniveau des Jahres 2010. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von
2002 bis 2012 (vgl. Lohnentwicklung 2012, Bundesamtes für Statistik, Tabelle 39
"Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne",
Veränderung gegenüber dem Vorjahr: 2003: 1,3%, 2004: 0,9%, 2005: 0,9%, 2006:
1,1%, 2007: 1,6%, 2008: 2,2%, 2009: 2,1% und 2010: 0,7%) beträgt das
Valideneinkommen im Jahr 2010 rund Fr. 61'138.--.
5.5 Der Beschwerdeführer ist nach Eintritt des Gesundheitsschadens nicht mehr
arbeitstätig gewesen (der letzte effektive Arbeitstag bei der M._ AG war am 31.
August 2001, vgl. IV-act. 47-1). Aus diesem Grund ist zur Bestimmung des Inva
lideneinkommens auf die statistischen durchschnittlichen Löhne gemäss den Lohn
strukturerhebungen (LSE) des Bundesamtes für Statistik zurückzugreifen. Der Be
schwerdeführer hat keine Berufsausbildung absolviert und ist daher als Hilfsarbeiter zu
betrachten. Entsprechend dem Valideneinkommen ist auch für das
Invalideneinkommen auf die Zahlen des Jahres 2010 abzustellen. Gemäss den LSE von
2010 haben Männer im tiefsten Anforderungsniveau bei einer betriebsüblichen
wöchentlichen Arbeitszeit von 41,6 Stunden durchschnittlich ein Jahreseinkommen von
Fr. 61'414.-- erzielt (vgl. Anhang 2 [Lohnentwicklung] zu der von der Informationsstelle
AHV/IV herausgegebenen Gesetzestextausgabe 2012, Invalidenversicherung). Im
Vergleich zum Valideneinkommen zeigt sich, dass der Beschwerdeführer in seiner
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Montagetätigkeit bei der M._ AG leicht unterdurchschnittlich verdient hat. Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist jedoch bei einer Differenz der
Vergleichseinkommen von unter 5% keine Korrektur in Form einer Parallelisierung
vorzunehmen (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.2 und E. 6.1.3). Da die Abweichung zwischen
den Vergleichseinkommen vorliegend unter 5% liegt, ist sie somit nicht zu
berücksichtigen. Ausgehend von der medizinisch-theoretischen 40%igen
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ergibt sich als Basis ein vorläufiges
Invalideneinkommen von Fr. 24'565.60 (Fr. 61'414.-- x 0.4).
5.5.1 Die für die Bestimmung des Invalideneinkommens herangezogenen statis
tischen Löhne können gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung um bis zu
25% gekürzt werden, wenn absehbare Schwierigkeiten bei der erwerblichen
Umsetzung des verbliebenen Leistungsvermögens bestehen bzw. damit
einhergehende Verminderungen des zu erwartenden Entgelts bei der Anwendung des
genannten Tabellenlohns bestehen. Mit dem Tabellenlohnabzug wird namentlich
berücksichtigt, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten
Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und
entsprechend einsetzbaren Arbeitskräften lohnmässig benachteiligt sind und deshalb
mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird damit dem
Umstand Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale wie
Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben (BGE 129 V 472 E. 4.2.3).
5.5.2 Der Beschwerdeführer hat gegenüber gesunden Hilfsarbeitern zunächst
einen Nachteil aufgrund seines psychischen Gesundheitszustandes, denn bei
depressiven Arbeitnehmern besteht ein grosses Risiko überproportionaler
Krankheitsabsenzen. Hinzu kommt, dass mit kurzfristigen Leistungsschwankungen zu
rechnen ist, was die Einsatzplanung erschwert. Depressive Personen benötigen zudem
eine grössere Rücksichtnahme seitens der Vorgesetzten und der Arbeitskollegen. Der
Beschwerdeführer hat somit aufgrund seiner psychischen Beeinträchtigung mit
Lohnnachteilen zu rechnen. Unter dem Titel Beschäftigungsgrad wird praxisgemäss bei
Männern, welche aus gesundheitlichen Gründen nur noch teilzeitlich erwerbstätig sein
können, ein Abzug vom Tabellenlohn vorgenommen. Da der Beschwerdeführer in einer
leidensadaptierten Tätigkeit nur noch zu 40% arbeitsfähig ist, ist ihm der sog.
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Teilzeitabzug vom Tabellenlohn zu gewähren. Als weiteres Merkmal ist schliesslich das
fortgeschrittene Alter des Beschwerdeführers als ein sich auf den Lohn auswirkenden
Nachteil zu berücksichtigen. Die Beschwerdegegnerin hat beim Einkommensvergleich
von 2008 einen Tabellenlohnabzug von 10% vorgenommen (vgl. IV-act. 134). Vor dem
Hintergrund, dass sich der psychische Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers seit 2010 verschlechtert haben, ist auch eine Erhöhung des
Tabellenlohnabzuges gegenüber 2008 angezeigt. Die genannten Umstände
rechtfertigen einen Abzug vom Tabellenlohn in Höhe von 20%.
5.6 Unter Berücksichtigung des Tabellenlohnabzugs von 20% beläuft sich das zumut
bare Invalideneinkommen auf Fr. 19'652.50 (Fr. 61'414.-- x 0.4 - 20%). Stellt man
dieses dem Valideneinkommen von Fr. 61'138.-- gegenüber, so resultiert eine
Erwerbseinbusse von Fr. 41'485.60, was einem Invaliditätsgrad von rund 68%
entspricht.
5.7 Damit hat im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns, am 1. März 2010,
eine rentenbegründende Erwerbsunfähigkeit vorgelegen. Mit einem Invaliditätsgrad von
68% hat der Beschwerdeführer gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG grundsätzlich Anspruch auf
eine Dreiviertelsrente. Bei der Einstufung der zu gewährenden Rente ist jedoch auch
die Arbeitsunfähigkeit während des Wartejahres zu berücksichtigen. Eine
Dreiviertelsrente kann nur zugesprochen werden, wenn die durchschnittliche
Arbeitsunfähigkeit während des Wartejahres mindestens 60% betragen hat (vgl.
Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH],
Stand 1. Januar 2014, Rn 4002). Vorliegend war der Beschwerdeführer vom 1. März
2009 bis 1. März 2010 in der angestammten Tätigkeit durchgehend nur zu 40%
arbeitsunfähig. Somit kann er per 1. März 2010 zunächst nur einen Anspruch auf ein
Viertelsrente begründen (Art. 28 Abs. 2 IVG). Gemäss Art. 88a Abs. 2 IVV ist eine
Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen, sobald sie ohne
wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat. Die seit dem 1. März 2010
bestehende Erwerbsunfähigkeit des Beschwerdeführers mit einem IV-Grad von 68%
führt demnach nach drei Monaten, d.h. per 1. Juni 2010, zu einer Erhöhung des
Leistungsanspruchs auf eine Dreiviertelsrente (vgl. KSIH, Rn 4008, 4009). Zu prüfen
bleibt, ob der Beschwerdeführer bereits vor Ablauf dieser Dreimonatsfrist Anspruch auf
eine höhere Rente hat. Dies würde in Betracht kommen, wenn die durchschnittliche
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Arbeitsunfähigkeit während des Wartejahres bereits vor Ablauf der drei Monate einen
Durchschnitt von mindestens 60% erreichte (KSIH, Rn 4011). Gemäss dem Gutachten
vom 20. April 2011 beträgt die Arbeitsunfähigkeit in der für das Wartejahr
massgeblichen bisherigen Tätigkeit 75%. Diese Arbeitsunfähigkeit hat Dr. J._ mit den
objektivierbaren somatischen Leiden des Beschwerdeführers begründet (vgl. IV-act.
216-43). Den Beginn der 75%igen Arbeitsunfähigkeit hat der Gutachter erst auf den
Zeitpunkt der Untersuchung, d.h. auf den 14. März 2011, festgelegt (IV-act. 216-44).
Folglich hat die Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit auch während der
dreimonatigen Anpassungsfrist von März bis Mai 2010 lediglich 40% betragen,
weshalb eine vorzeitige Erhöhung der Rente nicht möglich ist.
5.8 Zusammengefasst hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Viertelsrente mit
Wirkung ab 1. März 2010 und Anspruch auf eine Dreiviertelsrente mit Wirkung ab
1. Juni 2010. Die angefochtene Verfügung vom 16. Januar 2012 erweist sich demnach
als rechtswidrig.
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 16. Januar 2012 in teil
weiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und dem Beschwerdeführer ist mit
Wirkung ab 1. März 2010 eine Viertelsrente und ab 1. Juni 2010 eine Dreiviertelsrente
zuzusprechen. Der Beschwerdeführer hat die Zusprache einer höheren Rente als die
nun zuerkannte Viertels- bzw. Dreiviertelsrente beantragt. Da die quantitative "Über
klagung" den Prozessaufwand nicht beeinflusst hat, ist nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung bezüglich der Auferlegung von Gerichts- und Parteikosten von einem
vollen Obsiegen des Beschwerdeführers auszugehen (Urteil des Bundesgerichts vom
17. Januar 2013, 9C_995/2012, mit Hinweisen).
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die
unterliegende Beschwerdegegnerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.
bis
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6.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungs
gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der
Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG).
In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat eine Honorarnote in Höhe von Fr. 6'514.55
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) eingereicht (vgl. act. G 14). Für einen
Rentenfall mit einem durchschnittlichen Vertretungsaufwand wird praxisgemäss eine
pauschale Parteientschädigung von durchschnittlich Fr. 3'500.-- zugesprochen.
Vorliegend ist aufgrund der umfangreichen medizinischen Akten mit mehreren poly
disziplinären Gutachten von einem überdurchschnittlichen Vertretungsaufwand auszu
gehen, welcher eine Erhöhung des durchschnittlichen Pauschalhonorars um Fr. 500.--
rechtfertigt. Eine höhere Entschädigung erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle nicht
angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat somit dem Beschwerdeführer eine
Parteientschädigung in Höhe von Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer) zu bezahlen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP