Decision ID: 2f998240-5e1a-592e-8d36-15fe72bee6e2
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach
4358, 6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter), über die Arbeitslosenversicherung bei der Suva
gegen die Folgen von Unfällen versichert, liess am 10. Mai 2013 einen Unfall anmelden,
der sich am 22. Juni 2012 ereignet habe. Der Unfall wurde wie folgt beschrieben:
"Kollege stolperte und trat mit seinen Füssen auf den Innenschenkel von A._." (Suva-
act. 1). Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, bestätigte im
Arztzeugnis UVG vom 14. Juni 2013 eine Erstbehandlung am 24. April 2013 und stellte
nach deutlich tastbarem, derben Knoten im Bereich des medialen Oberschenkels
rechts sowie gestützt auf die Ergebnisse der in der C._ Klinik am 24. April bzw. 27.
Mai 2013 durchgeführten Weichteilsonographie (Suva-act. 9) und MRI-Untersuchung
(Suva-act. 8) die Verdachtsdiagnose einer Myositis ossificans. Am 20. Juni 2013 sei
eine operative Sanierung durch Dr. med. D._, FMH Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparats, Sportmedizin SGSM, Orthopädie, in der
E._-Klinik, geplant. Eine Arbeitsunfähigkeit habe keine bestanden. Der
Behandlungsabschluss sei noch nicht absehbar (Suva-act. 14). Dr. D._ hatte den
Versicherten am 3. Juni 2013 - auch röntgenologisch - untersucht (Suva-act. 13) und
führte am 20. Juni 2013 bei diagnostizierter massiver hakenförmiger Exostose am
dorsomedialen Oberschenkel rechts eine offene Exostosen-Abtragung durch (Suva-
act. 17). Der Versicherte war vom 19. bis 22. Juni 2013 in der E._-Klinik hospitalisiert.
Am 25. Juni 2013 erstellte Dr. D._ den Austrittsbericht (Suva-act. 19).
A.b Nachdem die Suva den Schadenfall aufgrund eines Kostengutsprachegesuchs der
D.-Klinik vom 7. Juni 2013 (Suva-act. 5) bereits am 12. Juni 2013 ihrem Kreisarzt Dr.
med. F._ mit der Frage unterbreitet hatte, ob die bevorstehende Operation im
Zusammenhang mit dem Ereignis vom 22. Juni 2012 stehe (Suva-act. 10), ersuchte sie
am 10. Juli 2013 ihre Kreisärztin med. prakt. G._, Fachärztin für Chirurgie FMH, um
eine Kausalitätsbeurteilung. Gestützt auf deren am 11. Juli 2013 abgegebene
Beurteilung (Suva-act. 21) teilte die Suva dem Versicherten mit Schreiben vom 12. Juli
2013 mit, dass sie keine Versicherungsleistungen erbringen könne, da aufgrund der
medizinischen Unterlagen kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang
zwischen dem Ereignis vom 22. Juni 2012 und den gemeldeten
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Oberschenkelbeschwerden rechts bestehe (Suva-act. 22). Nachdem sich der
Versicherte am 8. August 2013 mit der Leistungsablehnung nicht einverstanden erklärt
hatte (Suva-act. 23), hielt die Suva nach erneuter Beurteilung des Schadenfalls durch
med. prakt. G._ vom 14. August 2013 (Suva-act. 25) mit Verfügung vom 15. August
2013 an ihrer Leistungsablehnung fest (Suva-act. 27).
B. Die am 3. September 2013 vom Versicherten gegen diese Verfügung eingereichte
Einsprache (Suva-act. 31) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 27. September
2013 ab (Suva-act. 38).
C.
C.a Gegen diesen Entscheid erhob der Versicherte mit Eingabe vom 21. Oktober 2013
Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag, der Entscheid sei aufzuheben und ihm
seien die gesetzlichen Leistungen gemäss UVG zu erbringen (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 25. November 2013 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde unter Bestätigung des
angefochtenen Einspracheentscheids (act. G 3).
C.c Mit Replik vom 18. Dezember 2013 hielt der Beschwerdeführer sinngemäss an
seinem Beschwerdeantrag fest (act. G 5). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die
Einreichung einer Duplik (vgl. act. G 7).
C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften und die Ausführungen in
den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
1.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) werden die Versicherungsleistungen, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.
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Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte, schädigende Einwirkung eines
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine
Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge
hat (Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts ([ATSG; SR 830.1]).
1.2 Der Beschwerdeführer liess der Beschwerdegegnerin am 10. Mai 2013 melden,
ein Kollege sei am 22. Juni 2012 gestolpert und ihm mit seinen Füssen auf den
Innenschenkel getreten (Suva-act. 1). Dr. B._ hielt die Unfallschilderung des
Patienten anlässlich der Erstbehandlung am 24. April 2013 im Arztzeugnis UVG
folgendermassen fest: "Am 22. Juni 2012 sass der Patient in einem Boot. Eine andere
Person sprang aus einem anderen Boot auf das Boot, in dem der Patient sass. Hierbei
stiess die springende Person mit dem Knie gegen den inneren Oberschenkel von A._.
Tage darauf sei der Oberschenkel sehr schmerzhaft und blau gewesen." (Suva-act. 14).
Die Ereignisschilderung gegenüber Dr. D._ anlässlich der Sprechstunde vom 3. Juni
2013 (Suva-act. 13) ist mit derjenigen bei der Erstbehandlung von Dr. B._ - von der
genauen Wortwahl abgesehen ("mit voller Wucht... geprallt", "Das ganze Bein sei in
der Folge aufgeschwollen", "ganz dunkel hämatös verfärbt") - identisch. Unstreitig, d.h.
auch von der Beschwerdegegnerin anerkannt, ist, dass der Zusammenstoss mit einer
anderen Person mit solchen vom Beschwerdeführer beschriebenen, nachfolgend
aufgetretenen Symptomen einer stumpfen Verletzung bzw. Prellung (Schmerzen,
Bluterguss) einen Unfalltatbestand im Sinn von Art. 4 ATSG darstellt bzw. dabei die
Unfallbegriffsmerkmale Unfallereignis mit Gesundheitsschädigung erfüllt sind.
Ereignisnah begab sich der Beschwerdeführer jedoch weder in ärztliche Behandlung
noch war er arbeitsunfähig, weshalb er gegenüber der Beschwerdegegnerin keine
Leistungen forderte. Am 24. April 2013 konsultierte er Dr. B._ wegen eines Knotens
an der Stelle der ursprünglichen Prellung im Bereich des medialen Oberschenkels und
elektrisierenden Schmerzen, die ins Bein ausstrahlten (Suva-act. 14). Am 20. Juni 2013
wurde beim Beschwerdeführer in der E.-Klinik durch Dr. D._ bei diagnostizierter
massiver hakenförmiger Exostose am dorsomedialen Oberschenkel rechts eine offene
Exostosen-Abtragung durchgeführt (Suva-act. 17). Bezüglich der am 10. Mai 2013
gemeldeten und am 20. Juni 2013 operativ therapierten Oberschenkelbeschwerden
rechts macht der Beschwerdeführer einen Anspruch auf Versicherungsleistungen der
Beschwerdegegnerin geltend.
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2.
2.1 Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers ist nur dann gegeben, wenn die
geltend gemachten Beschwerden zum Unfallereignis vom 22. Juni 2012 in einem
natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang stehen (vgl. Art. 6 UVG; BGE 129 V
181 E. 3.1 f.). Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid
(vgl. Suva-act. 38 Ziff. 1) die rechtliche Voraussetzung des Vorliegens eines natürlichen
und adäquaten Kausalzusammenhangs sowie die entsprechenden
Beweisanforderungen zutreffend dargelegt. Darauf kann verwiesen werden. Ebenfalls
richtig gibt die Beschwerdegegnerin wieder, dass es Aufgabe des Arztes oder der
Ärztin ist, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, während es dem
Gericht obliegt, die Fragen nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beurteilen,
letzterem jedoch bei physischen Unfallfolgen praktisch keine selbständige Bedeutung
zukommt (BGE 118 V 291 f. E. 3a). Zu verweisen ist schliesslich auf die von der
Beschwerdegegnerin angeführten, für den Beweiswert ärztlicher - auch
versicherungsinterner - Berichte und Gutachten geltenden Regeln (BGE 125 V 352 E.
3a, 125 V 353 f. E. 3b/ee, 122 V 160 E. 1c). Zu ergänzen ist, dass auch ärztliche
Beurteilungen aufgrund der Akten, wie sie vorliegend am 12. Juni 2013 von Dr. F._
(Suva-act. 10) und am 11. Juli und 14. August 2013 von med. prakt. G._ (Suva-act.
21, 25) erstellt wurden, nicht an sich unzuverlässig sind. Für die Beweistauglichkeit
entscheidend ist, dass genügend Unterlagen von persönlichen Untersuchungen
vorliegen (RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371).
2.2 Med. prakt. G._ führte in ihrer Beurteilung vom 14. August 2013 gewisse
massgebende medizinische Vorakten mit den Ergebnissen der persönlichen
Untersuchungen ("aktenmässiger Verlauf"; Suva-act. 8, 13) sowie die zentralen Inhalte
der Schadenmeldung vom 10. Mai 2013 und des Operationsberichts vom 20. Juni
2013 (Suva-act. 17) an. Weitere medizinische Akten, wie das Arztzeugnis UVG von Dr.
B._ vom 14. Juni 2013 (Suva-act. 14 S. 1) und das Untersuchungsergebnis der
Weichteilsonographie vom 29. April 2013 (Suva-act. 9), sind nicht erwähnt. Wie die
nachfolgenden Erwägungen zeigen, kann jedoch auf die Kausalitätsbeurteilung von Dr.
F._ und med. prakt. G._ auch mit Blick auf diese Akten abgestellt werden.
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2.3 Am 12. Juni 2013 verneinte Dr. F._ eine überwiegend wahrscheinliche Kausalität
zwischen der geplanten Operation und dem Unfallereignis vom 22. Juni 2012 mit der
Begründung, der MRT-Befund gehe morphologisch vom Knochen aus. Der Operateur
sei auf die Veranlassung einer histologischen Untersuchung des OP-Befundes
hinzuweisen. Nach Vorlage des Histologieberichts sei der Fall erneut vorzulegen und
die definitive Kausalitätsbeurteilung vorzunehmen (Suva-act. 10). In ihren
gleichlautenden Beurteilungen vom 10. Juli 2013 (Suva-act. 21) und 14. August 2013
(Suva-act. 25) betrachtete med. prakt. G._ eine Unfallkausalität des am 20. Juli 2013
von Dr. D._ in der E.-Klinik operierten Gesundheitsschadens lediglich als möglich,
nicht als überwiegend wahrscheinlich. Es gebe keinerlei Echtzeitdokumente und die
Schadenmeldung sei fast ein Jahr nach dem Trauma erfolgt. Exostosen gehörten zu
den Hyperostosen und könnten einerseits als hyperplastische Reaktion auftreten; sie
würden dann auch als Osteophyten bezeichnet. Andererseits könnten sie auch als
gutartige Tumore (Osteom) entstehen, wobei meist eine langsame Wachstumstendenz
bestehe. Da keine Histologie durchgeführt worden sei, könne diesbezüglich auch keine
weitere Unterscheidung getroffen werden.
2.4
2.4.1 Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine
strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares
Korrelat verlangt. Aufgrund der Weichteilsonographie des rechten Oberschenkels des
Beschwerdeführers vom 29. April 2013 wurde die Verdachtsdiagnose einer Myositis
ossificans bei 13 x 17 mm grosser Verkalkung/Verknöcherung im Musculus vastus
medialis, differentialdiagnostisch im Musculus sartorius mit lokal deutlich
raumfordernder Komponente festgehalten. Die raumfordernde Komponente beziehe
sich insbesondere auf einen Druckeffekt auf den Adduktorenkanal resp. auf die im
Adduktorenkanal laufenden Arteria und Vena femoralis superficialis. Dadurch komme
es wahrscheinlich zu einem Druckeffekt auf einen Ramus muscularis des Musculus
vastus medialis, was die elektrisierende Schmerzsymptomatik erklären dürfte (Suva-
act. 9). Die am 27. Mai 2013 durchgeführte MRI-Untersuchung des rechten
Oberschenkels zeigte eine corticale 6.5 x 5.5 cm grosse Raumforderung des rechten
Femurs diaphysär medialseitig mit periostaler Auftreibung auf der Höhe des mittleren
Adduktorenkanals gelegen. Als mögliche Differentialdiagnosen wurden eine
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cartilaginäre Exostose sowie eine Myositis ossificans festgehalten (Suva-act. 8). Dr.
D._ erhob anlässlich seiner Untersuchung vom 3. Juni 2013 als Befund eine gut
palpable Exostose im Adduktoren-Bereich im Übergang vom mittleren ins distale
Drittel, die direkt unter der neurovasculären Loge liege. Das Verschieben der Weichteile
über die Exostose löse die vom Beschwerdeführer geklagten zwickartigen
Schmerzereignisse aus. Bei der von Dr. D._ ausserdem durchgeführten
Röntgenuntersuchung des rechten Oberschenkels stellte sich eine sehr prominente
Exostose am medialen Femur mit Hakenbildung dar (Suva-act. 13). Dr. B._ stellte im
Arztzeugnis UVG entsprechend dem Sonographie-Untersuchungsergebnis den
Verdacht auf eine Myositis ossificans (Suva-act. 14 S. 1). Im Operationsbericht vom 20.
Juni 2013 (Suva-act. 17) sowie im Austrittsbericht vom 25. Juni 2013 (Suva-act. 19)
stellte Dr. D._ die Diagnose einer massiven hakenförmigen Exostose dorsomedialer
Oberschenkel rechts und vermerkte die Durchführung einer offenen Exostosen-
Abtragung.
2.4.2 Bei einer Exostose sowie einer Myositis ossificans handelt es sich um klare
organische, strukturelle Substrate, die - wie beschrieben - als Ursache der vor der
Operation geklagten zwickartigen Schmerzen im Bereich des rechten Oberschenkels in
Frage kommen. Der Gesundheitsschaden einer Myositis ossificans stellt sodann meist
eine Komplikation nach einer Muskelprellung dar, indem sich der Muskel während des
Heilungsprozesses entzündet und Kalkeinlagerungen im Muskelgewebe bildet, welche
völlig verknöchern (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische
Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 691; Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl. München 2003,
S. 1280; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch 2013, 264 Aufl. Berlin 2012, S. 1409).
Laut Operations- und Austrittsbericht von Dr. D._ sowie dessen
Röntgenuntersuchungsergebnis bestätigte sich jedoch von den im Rahmen der
vorausgegangenen MRI-Untersuchung und Weichteilsonographie gestellten
Differential- bzw. Verdachtsdiagnosen einer Myosistis ossificans und Exostose lediglich
die zuletzt genannte. Wie von Dr. F._ festgehalten (der Befund geht MRT-
morphologisch vom Knochen aus), handelt es sich bei der Exostose laut medizinischer
Literatur um einen Umbauvorgang am Knochen bzw. eine Überschussbildung von
Knochengewebe (= Hyperostose), die - wie von med. prakt. G._ weiter beschrieben -
entweder als Osteophyt oder als Osteom auftritt. Weder bezüglich der Osteophyten,
die sich im Regelfall im Rahmen mechanischer und entzündlicher Reize bilden, aber
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auch bei degenerativen Veränderungen vorkommen, noch bei den Osteomen als
gutartigen Knochentumoren, ist vorrangig von einer (sekundären) Folgeerscheinung
eines Traumas auszugehen (vgl. dazu Roche Lexikon Medizin, a.a.O., S. 578, 878;
Pschyrembel, a.a.O., S. 945; Debrunner, a.a.O., S. 519).
2.5 Eine weitere entscheidende Beurteilungskomponente für die Beantwortung der
Frage, ob ein radiologisch erhobener, struktureller Gesundheitsschaden eine
somatische Unfallfolge ist, bilden der Unfallmechanismus bzw. die Unfalldiagnose. Mit
Blick auf die Unfallmeldung (Suva-act. 1) sowie die Schilderungen des
Unfallereignisses des Beschwerdeführers anlässlich der Erstbehandlung von Dr. B._
(Suva-act. 14 S. 1) und gegenüber Dr. D._ (Suva-act. 13) zog sich der
Beschwerdeführer - wie gesagt - offensichtlich am 22. Juni 2012 eine Prellung am
Oberschenkel zu (vgl. Erwägung 1.2). Es entspricht einer medizinischen
Erfahrungstatsache, dass Prellungen (Kontusionen), Verstauchungen oder Zerrungen
ohne strukturelle Läsionen normalerweise innert kurzer Zeit abheilen und sich die damit
verbundenen Beschwerden gänzlich zurückbilden. Dieser medizinische Erfahrungssatz
darf im Rahmen des Wahrscheinlichkeitsbeweises berücksichtigt werden. Medizinische
Erfahrungssätze beziehen sich auf den Regelfall, d.h. auf medizinische Sachverhalte,
die sich im konkreten Fall gleich dargestellt haben. Eine Ausnahme von der Regel ist
grundsätzlich nicht ausgeschlossen, doch muss sie sich eben als solche präsentieren.
Im vorliegenden Fall liegen keine Hinweise für einen Ausnahmefall vor. Wie in
Erwägung 2.4 festgehalten, stellt eine Exostose in der Regel keinen sekundären
Folgeschaden einer Prellung dar. Med. prakt. G._ weist sodann auf den bedeutenden
Umstand hin, dass im konkreten Fall keine echtzeitlichen Dokumente vorliegen, welche
Aufschluss hinsichtlich Art und Ausmass des Unfallereignisses sowie der
Prellungsfolgen geben würden. Eine Prellung mit struktureller Läsion ist nicht belegt.
Angesichts des obigen medizinischen Erfahrungssatzes können deshalb sich plötzlich
massgeblich verschlimmerte Beschwerden rund zehn Monate nach dem Unfall diesem
nicht überwiegend wahrscheinlich zugeordnet werden. Aktenkundig ist einzig die späte
Schilderung des Beschwerdeführers, dass der Kollege mit voller Wucht mit seinem
Knie auf den Oberschenkel des Beschwerdeführers geprallt sei, worauf das ganze Bein
angeschwollen sei und sich dunkel hämatös verfärbt habe und es anschliessend zu
einer persistierenden Verhärtung auf der Innenseite des Oberschenkels gekommen sei.
In der Beschwerde vom 21. Oktober 2013 fügte der Beschwerdeführer noch hinzu, er
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habe am Tag nach dem Unfall nicht mehr stehen können (act. G 1). Angesichts dieser
nicht unerheblichen Beschwerden erscheint es unwahrscheinlich, dass sich eine
versicherte Person nicht ärztlich untersuchen lässt. Entsprechend weist auch med.
prakt. G._ auf die Komponente des zeitlichen Ablaufs hin. Grundsätzlich können
damit nur noch Vermutungen hinsichtlich des Schweregrads der Prellung angestellt
werden, mit welchen jedoch den Anforderungen des Beweisgrads der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nicht Genüge getan ist. Die Konsequenzen der Beweislosigkeit der
echtzeitlichen Umstände der geltend gemachten Prellung sind vom Beschwerdeführer
zu tragen, der aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt eine Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin ableiten will (A. Rumo-Jungo/A. P. Holzer, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 4 f.). Von der Einholung einer
Zeugenaussage bezüglich des Unfallereignisses kann insofern abgesehen werden, als
dieses nicht bestritten ist und nicht ersichtlich ist, inwiefern die subjektive Schilderung
eines Zeugen nach einer solch langen Latenzzeit zu einer anderen Beurteilung zu
führen vermöchte. Die laut Beschwerdeführer angeblich vorliegenden Fotos vom
Unfalltag hätten schliesslich ohne weiteres eingereicht werden können.
2.6 Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass in Würdigung aller in den
Erwägungen 2.4 f. bzw. von den Kreisärzten schlüssig angeführten Umständen nicht
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen ist, dass die
vom Beschwerdeführer am 10. Mai 2013 gemeldeten Oberschenkelbeschwerden
rechts auf das Unfallereignis vom 22. Juni 2012 zurückzuführen sind. Die Bejahung der
Unfallkausalität von Dr. B._ im Arztzeugnis UVG vom 14. Juni 2013 (Suva-act. 14 S.
1) vermag an dieser Beurteilung nichts zu ändern. Die Bejahung ist in keiner Weise
begründet und wäre überhaupt nur mit Blick auf die vom Hausarzt gestellte
Verdachtsdiagnose einer Myositis ossificans nachvollziehbar. Wie in Erwägung 2.4
dargelegt, liess sich jedoch eine solche letztlich nicht bestätigen. Anzufügen ist
abschliessend, dass allein der Umstand, wonach beim Beschwerdeführer nach eigenen
Angaben vor dem Unfallereignis vom 22. Juni 2012 keine Beschwerden im Bereich des
rechten Beins bestanden haben, nicht ausreicht, um von einer Unfallkausalität
auszugehen (vgl. dazu die beweisrechtlich untaugliche Formel "post hoc ergo propter
hoc"; SVR 2008 UV Nr. 11 S. 34 [U 290/06] E. 4.2 mit Hinweisen; A. Maurer,
Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 Fn 1205).
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3.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
angefochtenen Einspracheentscheids vom 27. September 2013 abzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP