Decision ID: bb3ed06e-8bc0-5918-9e66-c7678c2e1e42
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Mag. iur. Antonius Falkner, Lettstrasse 18,
FL-9490 Vaduz,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Invalidenrente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ war bei der B._ AG als Gerüsthilfsmonteur angestellt und dadurch bei der
Suva unfallversichert, als er am 31. März 2008 von einem Gerüst aus ca. drei bzw.
dreieinhalb Metern Höhe in ein wassergefülltes Loch stürzte (UV-act. 1, 9). Im Bericht
des Spitals I._ vom 22. April 2008 wurde eine Hospitalisierung des Versicherten vom
31. März bis 1. April 2008 bestätigt sowie eine dislozierte Radiusfraktur links mit Abriss
des Processus styloideus ulnae und eine etwa 6 cm lange Rissquetschwunde
supraorbital links (über dem linken Auge) diagnostiziert (UV-act. 2). Die Suva übernahm
in der Folgezeit bis Ende Mai 2009 Heilungskosten und Taggeldleistungen im Rahmen
von unfallbedingten Arbeitsunfähigkeiten. Mit Verfügung vom 2. Mai 2012 sprach sie
dem Versicherten ab 1. Juni 2009 eine Invalidenrente auf der Basis eines
Invaliditätsgrades von 12% (Valideneinkommen von Fr. 60'473.-- und
Invalideneinkommen von Fr. 53'070.--) und eines versicherten Jahresverdienstes von
Fr. 54'710.-- (UV-act. 152) sowie eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer
Integritätseinbusse von 10% zu. Einen Anspruch auf Leistungen für psychische
Beschwerden verneinte sie mit Hinweis darauf, dass ein adäquater
Kausalzusammenhang zum Unfall vom 31. März 2008 nicht gegeben sei (UV-act. 162).
A.b Gegen diese Verfügung liess der Versicherte durch Rechtsanwalt Mag. iur.
A. Falkner, Vaduz, am 25. Mai 2012 Einsprache erheben (UV-act. 165, 167). Mit
Einspracheentscheid vom 9. Oktober 2012 wies die Suva die Einsprache ab (UV-act.
170).
B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 9. Oktober 2012 erhob Rechtsanwalt
Falkner für den Versicherten am 9. November 2012 Beschwerde mit den
Rechtsbegehren, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer
eine seinem Invaliditätsgrad entsprechende Rente auszurichten. Eventuell sei der
Einspracheentscheid aufzuheben und die Sache zur neuerlichen Entscheidung über
das Rentengesuch an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Es sei die
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unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Zur Begründung legte der Rechtsvertreter
unter anderem dar, der Beschwerdeführer habe medizinische Unterlagen der C._ AG
vorgelegt, wonach er aufgrund der beim Unfall vom 31. März 2008 erlittenen schweren
Commotio an chronischen Kopfschmerzen, schweren Konzentrationsstörungen sowie
Sensibilitäts- und Gefühlsstörungen in der linken Gesichtshälfte und der linken oberen
Extremität leide und diese Auswirkungen auf seine Arbeitsfähigkeit haben würden. Zu
diesen Beschwerden habe die Beschwerdegegnerin keine Abklärungen durchgeführt.
Sie seien im Einspracheentscheid auch nicht korrekt berücksichtigt worden. Aus
diesem Grund erweise sich die Erledigung der Beschwerdegegnerin als unvollständig
und mangelhaft. Sie nehme die genannten Beschwerden zwar als vorliegend an,
negiere sie aber in der von den Medizinern bestätigten Form. Im Einspracheentscheid
werde durch den für die Beschwerdegegnerin handelnden Juristen eine medizinische
Einschätzung vorgenommen, wonach diese Beschwerden nicht unfallkausal bzw. auf
psychische Beschwerden zurückzuführen seien. Ein solches Vorgehen sei unhaltbar.
Dazu fehle die fachliche (medizinische) Kompetenz und es erstaune, wenn im
Einspracheentscheid ohne jegliches medizinisches Substrat angenommen werde, die
von der Dr. C._ AG diagnostizierten neurologischen Probleme seien dem Fachgebiet
der Psychiatrie zuzuordnen. Der Beschwerdeführer sei seit Jahren im Rahmen der
Personalvermittlung ausschliesslich im Baugewerbe tätig gewesen. Daher sei das
Valideneinkommen, ausgehend von den LSE-Daten für 2008, Wirtschaftszweig
Baugewerbe, Anforderungsniveau 4, mit Fr. 5'150.-- anzunehmen. Dies ergebe ein
jährliches Valideneinkommen von Fr. 64'890.--. Aus dem Vergleich zum
Invalideneinkommen von Fr. 53'070.-- resultiere ein Invaliditätsgrad von 18%.
B.b Auf das Schreiben des Versicherungsgerichts vom 27. November 2012 (act. G 3)
nahm der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Eingabe vom 11. Dezember
2012 zur Frage seiner Zulassung als unentgeltlicher Rechtsbeistand Stellung (act. G 4).
B.c In der Beschwerdeantwort vom 12. Dezember 2012 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die
Darlegungen im angefochtenen Einspracheentscheid. Sie führte unter anderem aus, die
Annahme einer Commotio cerebri im Bericht der C._ AG vom 8. Mai 2012 (UV-act.
167/4f) lasse sich mit den echtzeitlichen Akten nicht vereinbaren. Eine unfallkausale
physische Schädigung des Schädelhirn-Bereichs liege nicht vor. Die Frage der natür
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lichen Unfallkausalität der psychischen Beschwerden könne offengelassen werden, da
es diesbezüglich an der adäquaten Unfallkausalität fehle. Als objektivierbare physische
Dauerfolgen des Unfalles vom 31. März 2008 würden lediglich eine
Bewegungseinschränkung und eine Kraftminderung am linken Handgelenk verbleiben.
Diesbezüglich sei von der kreisärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung auszugehen. Seit
2005 bis zum Unfall habe der Beschwerdeführer praktisch nur temporär gearbeitet,
unterbrochen von Phasen der Arbeitslosigkeit. Angesichts dieser Sachlage habe die
Beschwerdegegnerin den Validenlohn gestützt auf die LSE-Tabelle berechnet. Die
Einkommen des Beschwerdeführers in den Jahren vor dem Unfall hätten weit unter
dem Tabellen-Lohn gelegen. Das von der Beschwerdegegnerin in Anschlag gebrachte
Valideneinkommen erweise sich somit als sehr grosszügig. Das Gericht werde darüber
zu befinden haben, ob eine Reduktion des Validenlohnes und des Invaliditätsgrades
angezeigt sei.
B.d Am 9. Januar 2013 bewilligte der zuständige Abteilungspräsident das Gesuch um
unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das vorliegende Verfahren (act. G 6).
B.e Mit Replik vom 8. Februar 2013 bestätigte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers seinen Standpunkt (act. G 8). Die Beschwerdegegnerin verzichtete
auf eine Duplik.

Erwägungen:
1.
Streitig ist, inwieweit die gesundheitlichen Probleme des Beschwerdeführers in einem
adäquat-kausalen Zusammenhang zum Unfall vom 31. März 2008 stehen. Streitig ist
im Weiteren die Höhe der dem Beschwerdeführer ab 1. Juni 2012 zustehenden
Invalidenrente (IV-Grad). Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Entscheid
die rechtlichen Voraussetzungen eines adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen
Gesundheitsschädigung und Unfall sowie der Bemessung der Invalidenrente zutreffend
dar (Erwägungen 1, 3b, 5a); darauf ist zu verweisen.
2.
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2.1 Kreisarzt Dr. med. D._, FMH Orthopädische Chirurgie, berichtete am 8. August
2008, Schmerzen in der linken Hand bestünden nach Angaben des Beschwerdeführers
vor allem bei belastenden und drehenden Beanspruchungen der Hand. In
Ruhepositionen und in der Nacht bestünden keine Schmerzen. Die Heilbehandlung,
insbesondere Physiotherapiemassnahmen, seien weiterzuführen. Im Beruf als
Hilfsgerüstmonteur bestehe nach wie vor eine volle Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 36). Dr.
med. E._, Facharzt für Unfallchirurgie, bescheinigte am 10. September 2008 eine
volle Arbeitsunfähigkeit bis zum Berichtsdatum. Die Arbeitsaufnahme zu 100% sei auf
den 11. September 2008 vorgesehen. Die Physiotherapie werde fortgesetzt (UV-act.
47). Von 5. bis 30. November 2008 bescheinigte der Arzt schliesslich eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 53, 63, 65). Dr. med. F._, FMH Handchirurgie, bestätigte
am 24. Februar 2009 eine volle Arbeitsunfähigkeit vom 3. Februar bis 6. März 2009
(UV-act. 67). Am 9. März 2009 diagnostizierte der Arzt einen Minimalbefund eines
posttraumatischen Karpaltunnelsyndroms links, einen Status nach distaler
intraartikulärer Radiusfraktur links und eine psychosoziale Problematik. Es bestehe eine
deutliche Diskrepanz zwischen der neurologischen Symptomatik und den
objektivierbaren neurologischen Befunden. Der Beschwerdeführer sei in einer
schwierigen psychosozialen Situation und nehme Antidepressiva. Trotzdem habe er
den Eindruck einer Aggravation. Jegliche operative Intervention wäre aktuell
kontraproduktiv. Ab 6. März 2009 bestehe wieder volle Arbeitsfähigkeit (UV-act. 77).
Ein MRI der HWS und des Schädels ergab gemäss Bericht des Spitals Grabs vom 27.
März 2009 einen unauffälligen Befund des Schädels, keine eindeutigen
Wurzelkompressionen in den Segmenten C4-6, diskrete Protrusionen C2/3 und C4/5,
multisegmentale Diskusdegenerationen und eine unauffällige Darstellung des
cervikalen und oberen thorakalen Myelons (UV-act. 82, 120). Kreisarzt Dr. med. G._,
Facharzt für Chirurgie, hielt im Bericht vom 21. April 2009 fest, es habe beim Unfall
weder ein Schädelhirntrauma noch ein HWS-Trauma stattgefunden. Objektivierbare
Dauerfolgen bestünden einzig seitens der Radiusfraktur. Mit der linken Hand sei der
Beschwerdeführer für alle Arbeiten mit grobem Griff behindert (Tragen von Gewichten
über 5 kg, Halten von Geräten mit grobem Schaft und Halten von vibrierenden
Apparaten). Zumutbar seien nur Tätigkeiten, welche nicht regelmässig eine volle Pro-
oder Supination im linken Handgelenk erfordern würden. Der Zustand entspreche einer
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mässigen Handgelenksarthrose, welche gemäss Suva-Tabelle 5 eine Schädigung der
Integrität von 10% ergebe (UV-act. 90).
2.2 Dr. med. H._, Facharzt für Allgemeinmedizin, teilte am 23. Juni 2009 mit, dass
der Beschwerdeführer weiterhin Schmerzen habe und nicht arbeiten könne. Er habe ihn
an das Spital I._ überwiesen (UV-act. 109). Von Seiten des Spitals I._ wurde am
27. Mai 2011 mit Hinweis auf das Zuweisungsschreiben von Dr. H._ vom 23. Juni
2009 bekanntgegeben, dass keine Untersuchung mehr durchgeführt worden sei (UV-
act. 126). Eine telefonische Anfrage bei Dr. H._ ergab, dass die Behandlungen ab
Juni 2009 nicht im Zusammenhang mit dem Unfall gestanden hätten und über die
Krankenversicherung abgewickelt worden seien (UV-act. 127). Kreisarzt Dr. med. J._,
Facharzt für Chirurgie FMH, führte als Ergebnis einer kreisärztlichen Untersuchung vom
16. Februar 2012 unter anderem aus, funktionell bestehe ein besseres Resultat als der
Patient demonstriere. Darauf weise auch hin, dass an der linken Hand eine normale
Beschwielung bestehe und am linken Arm keine Muskelatrophie nachzuweisen sei.
Radiologisch zeige sich ein gutes Resultat; bei leicht verschmälertem Gelenkspalt sei
aber doch von einer geringgradigen Arthrose auszugehen. Es ergebe sich keine
Änderung der unfallbedingten medizinischen Befunde am Handgelenk gegenüber der
Beurteilung vom 21. April 2009. Ebenfalls ändere sich nichts an der
Zumutbarkeitsbeurteilung und der Integritätsschadenschätzung (UV-act. 148). Im
Bericht vom 8. Mai 2012 zuhanden der Invalidenversicherung diagnostizierte Dr. H._
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Zustand nach geschlossener Reposition
im Bereich des linken Handgelenks, einen Zustand nach Schädelkontusion mit
Rissquetschwunde im linken Stirnbereich und einen Zustand nach Stenting einer RVA-
Stenose (Herzinfarkt) am 21. Dezember 2010 mit immer noch etwas eingeschränkter
Leistungsfähigkeit. Der Beschwerdeführer habe beim Unfall vom 31. März 2008 eine
schwere Commotio erlitten und klage seither über chronische Kopfschmerzen und
schwere Konzentrationsstörungen. Er habe kein Gefühl im Bereich der linken
Gesichtshälfte und der linken oberen Extremität. Bei Finden einer leichten körperlichen
Tätigkeit ohne Heben schwerer Lasten (maximal 5kg) könne mit einer Wiederaufnahme
der beruflichen Tätigkeit bzw. der Erhöhung der Einsatzfähigkeit gerechnet werden
(UV-act. 167 Beilage).
3.
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3.1 Der Beschwerdeführer lässt mit Hinweis auf den Bericht von Dr. H._ vom 8. Mai
2012 geltend machen, er habe beim Unfall vom 31. März 2008 eine schwere Commotio
erlitten und leide seither an chronischen Kopfschmerzen, schweren
Konzentrationsstörungen sowie Sensibilitäts- und Gefühlsstörungen in der linken
Gesichtshälfte und der linken oberen Extremität (act. G 1 S. 3). - In den Berichten des
Spitals I._ vom 22. April und 8. Mai 2008 wurde als Angabe des Beschwerdeführers
unter anderem festgehalten, dass er beim Unfall vom 31. März 2008 auf den linken Arm
und den Kopf gestürzt sei. Als Kopfverletzung findet sich in diesen Berichten eine
Rissquetschwunde über dem linken Auge bestätigt. Diese musste genäht werden (UV-
act. 2, 9, 14). In der handschriftlichen Schilderung des Unfalls vom 10. April 2008
erwähnte der Beschwerdeführer lediglich noch die Verletzung der linken Hand (UV-act.
4 Rückseite). Dr. D._ hielt am 8. August 2008 als Befund eine sichere, freie
Kopfhaltung ohne Beweglichkeitseinschränkung der HWS fest (UV-act. 36). Der
Neurologe und Psychiater K._ stellte am 10. Februar 2009 einen Minimalbefund im
Sinne eines posttraumatischen CTS (Carpaltunnelsyndrom) und eine gewisse
Diskrepanz zwischen dem objektivierten Befund und der angegebenen
Ausfallsymptomatik fest. Da nach der Schilderung des Patienten zumindest auch ein
leichtes Schädelhirntrauma bestanden habe, sei sicherheitshalber auch eine
intracranielle Läsion sowie eine Pathologie im Bereich der HWS auszuschliessen.
Anamnestisch werde eine Bewusstlosigkeit nach dem Trauma negiert (UV-act. 72).
Eine hierauf vorgenommene radiologische Abklärung im Spital I._ ergab intakte
Schädelstrukturen ohne Nachweis einer Fraktur (UV-act. 74; vgl. auch UV-act. 82 und
120). Mit Hinweis auf das fehlende neurologische Korrelat bestätigten die Ärzte des
Liechtensteinischen Landesspitals am 25. März 2009 eine Somatisierung im Rahmen
einer schweren depressiven Episode (UV-act. 87).
3.2 Als Anamnese des Unfalls vom 31. März 2008 hielt Dr. H._ am 8. Mai 2012 fest,
der Beschwerdeführer sei mit dem Gerüst umgekippt und von ca. 8 Metern kopfüber
auf den Boden gefallen. Er sei bewusstlos gewesen und habe sich erst zwei Stunden
nach dem Ereignis wieder erinnern können. Er habe dabei eine Radiusfraktur und eine
Rissquetschwunde an der linken Schläfe mit schwerer Commotio erlitten (UV-act.
167/5). Diese neue Unfallschilderung ist mit den in den ersten Monaten nach dem
Unfall erstellten Akten (vorstehende E. 3.1) offensichtlich nicht vereinbar. Zum einen ist
kein Sturz aus 8 Metern echtzeitlich dokumentiert, sondern ein solcher aus ca. drei
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bzw. dreieinhalb Metern Höhe in ein wassergefülltes Loch (UV-act. 1,9). Eine
Bewusstlosigkeit wurde vom Beschwerdeführer nach dem Unfall nicht erwähnt oder
sogar ausdrücklich verneint (UV-act. 4 Rückseite Ziff. 1; UV-act. 9, 14 und 72/1). Der
Beschwerdeführer vermochte denn auch in späteren Berichten die Unfallumstände im
Detail zu schildern (UV-act. 80 S. 2). Dies wäre im Fall einer (zweistündigen) Amnesie
nicht möglich gewesen. In keinem der nach dem Unfall ausgestellten ärztlichen
Berichte findet sich eine Commotio cerebri bestätigt. Hätte die im Bericht des Spitals
I._ vom 8. Mai 2008 erwähnte 24stündige GCS-Überwachung (Glasgow Coma Scale;
UV-act. 14) Auffälligkeiten gezeigt, wären diese im Bericht erwähnt worden. Bei
komplikationslos verheilter Rissquetschwunde über dem linken Auge sowie ohne
Hinweise für eine mögliche Bewusstlosigkeit bzw. Amnesie fällt vorliegend eine leichte
traumatische Hirnverletzung (MTBI) zum vornherein ausser Betracht (vgl. dazu S.
Johannes/R. Schaumann-von Stosch, Grundlegende Aspekte der leichten
traumatischen Hirnverletzung, Medizinische Mitteilungen der SUVA Nr. 78 [2007], 74ff).
Im Weiteren kann, nachdem im Nachgang zum Unfall bis ca. März 2009 im
Wesentlichen Schmerzen in der linken Hand und psychische/psychosoziale Probleme
bzw. ein Nervenzusammenbruch Erwähnung fanden (UV-act. 4 Rückseite, 5, 14, 36 S.
1f, 55, 63, 65, 71, 72/1, 87), nicht ohne Weiteres vom Auftreten eines typischen
Beschwerdebildes einer schleudertraumaähnlichen Verletzung mit einer Häufung von
Beschwerden gesprochen werden. Gegenüber dem Kreisarzt hatte der
Beschwerdeführer am 8. August 2008 unter anderem erklärt, die Gesichtsverletzung sei
problemlos abgeheilt. Die anfänglich etwas vermehrte Vergesslichkeit habe sich wieder
erholt. Er verspüre keine Konzentrationseinbussen (UV-act. 36 S. 2). Erst im Bericht
des Handchirurgen Dr. F._ vom 9. März 2009 gab der Beschwerdeführer eine
Gefühllosigkeit ausgehend von der linken Kopfseite an, wobei der Arzt den Eindruck
einer Aggravation zum Ausdruck brachte und auf den unauffälligen neurologischen
Befund von Dr. K._ (UV-act. 72/1) hinwies (UV-act. 77/1). Der Aggravations-Eindruck
wurde auch später wieder geäussert und begründet (vgl. UV-act. 148 S. 4f). Es ist bei
dieser Ausgangslage nicht Sache des Unfallversicherers, das Nichtbestehen einer
Unfallkausalität von gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu beweisen, welche
ursprünglich nicht thematisiert worden waren (Urteil des Bundesgerichts [bis 31.
Dezember 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] vom 15. März 2006,
U 6/06, E. 2.2).
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4.
Nach dem Unfall vom 31. März 2008 wurde beim Beschwerdeführer eine volle
Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (UV-act. 36). Der Handchirurge Dr. F._ ging ab 6. März
2009 wieder von einer vollen Arbeitsfähigkeit (ohne körperlich schwere Arbeiten) aus
(UV-act. 77). Kreisarzt Dr. G._ bestätigte am 21. April 2009, mit der linken Hand sei
der Beschwerdeführer für alle Arbeiten mit grobem Griff behindert (Tragen von
Gewichten über 5 kg, Halten von Geräten mit grobem Schaft und Halten von
vibrierenden Apparaten). Zumutbar seien nur Tätigkeiten, welche nicht regelmässig
eine volle Pro- oder Supination im linken Handgelenk erfordern würden (UV-act. 90).
Am 29. Juli 2011 berichtete Dr. H._ über die bei ihm zwischenzeitlich durchgeführten
Behandlungen in seiner Praxis. Am 28. Mai 2009 sei der Beschwerdeführer nochmals
in die Sprechstunde von Dr. E._ gekommen und habe über leichte Restbeschwerden
im Bereich der Handwurzel geklagt. Klinisch habe eine leichte Druckempfindlichkeit
über dem distalen Speichenende bestanden. Die Beweglichkeit sei zu einem Drittel
eingeschränkt gewesen; die Pronation sei frei gewesen und die Supination um etwa 20
Grad eingeschränkt (UV-act. 133). Dr. J._ bestätigte die Zumutbarkeitsbeurteilung
von Dr. G._ bei im Wesentlichen unverändertem Befund am 16. Februar 2012 (UV-
act. 148). Dr. H._ bezeichnete die von ihm nach dem 7. März 2009 bescheinigten
Arbeitsunfähigkeiten als krankheitsbedingt und erklärte, dass bei Finden einer leichten
körperlichen Tätigkeit ohne Heben schwerer Lasten (maximal 5kg) mit einer
Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit bzw. der Erhöhung der Einsatzfähigkeit
gerechnet werden könne (UV-act. 167/5). Von der kreisärztlichen
Zumutbarkeitsbeurteilung unter Berücksichtigung der somatischen Unfallfolgen ist bei
diesem Sachverhalt für die Rentenbemessung auszugehen, zumal Umstände, welche
diese Zumutbarkeitsbeurteilung in Frage zu stellen vermöchten, weder geltend
gemacht werden noch aus den Akten ersichtlich sind. Konkrete Anhaltspunkte, welche
eine weitere medizinisch-somatische Begutachtung (act. G 1 S. 5) erforderlich machen
würden, liegen nicht vor.
5.
5.1 Mit Bezug auf die psychischen Beschwerden kann die Frage der natürlichen
Unfallkausalität sowie die Frage, in welchem Umfang der Beschwerdeführer als
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psychisch bedingt arbeitsunfähig zu erachten ist, wie nachstehend zu zeigen ist, offen
bleiben (vgl. SVR 1995 UV Nr. 23, S. 68 E. 3c). Für die Beurteilung der Adäquanz dieser
Beschwerden gingen die Parteien beim Unfall vom 31. März 2008 mit Sturz aus ca.
dreieinhalb Metern Höhe zu Recht von einem mittelschweren Ereignis aus (vgl. Urteil
des EVG vom 12. August 2005, U 191/04, E. 5.1). Auch wenn dem Ereignis eine
gewisse Eindrücklichkeit nicht abzusprechen ist, kann nicht von dramatischen
Begleitumständen oder einer besonderen Eindrücklichkeit ausgegangen werden. Die
erlittenen Verletzungen (dislozierte Radius-Fraktur links mit Abriss des Processus
styloideus ulnae, Rissquetschwunde über dem linken Auge) waren zwar zweifellos
erheblich; von einem besonderen Schweregrad oder der erfahrungsgemässen Eignung,
psychische Fehlentwicklungen auszulösen, kann jedoch nicht gesprochen werden.
5.2 Die versicherte Person hat solange Anspruch auf die zweckmässige Behandlung
(Art. 10 Abs. 1 UVG) der Unfallfolgen, als von ihrer Fortsetzung eine namhafte
Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG e
contrario). Nach dem Unfall vom 31. März 2008 erfolgte, nach Metallentfernung am 6.
Juni 2008 und Gelenksmobilisation durch Dr. E._, der Behandlungsabschluss im Mai
2009 (vgl. UV-act. 30, 36, 77, 109, 126, 127, 133). Kreisarzt Dr. G._ hatte bereits am
21. April 2009 hinsichtlich der linken Hand festgehalten, es handle sich um einen
Dauerzustand, welcher nicht mehr durch eine geeignete Therapie wesentlich zu
verändern sei (UV-act. 90/1). Mit Blick auf die gut einjährige Behandlung kann nicht von
einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung bezüglich der
somatischen Unfall-Verletzungen gesprochen werden. Sodann lagen weder ein
schwieriger Heilungsverlauf noch erhebliche Komplikationen oder eine die Unfallfolgen
erheblich verschlechternde ärztliche Behandlung vor.
5.3 Ab 6. März 2009 bescheinigte der Handchirurge Dr. F._ eine volle
Arbeitsfähigkeit, wobei er schwere körperliche Arbeiten ausnahm (UV-act. 77). Im April
2009 erachtete Kreisarzt Dr. G._ eine dem Gesundheitsschaden an der linken Hand
angepasste Tätigkeit - d.h. ohne Tragen von Gewichten über 5 kg und Halten von
Geräten mit grobem Schaft sowie ohne regelmässige volle Pro- und Supination der
Hand - als zumutbar (UV-act. 90). Diese Zumutbarkeitsbeurteilung wurde von Dr. H._
im Wesentlichen bestätigt (UV-act. 133, 167/5; vgl. vorstehende E. 4). Eine
langdauernde unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit liegt damit ebenfalls nicht vor. Dr. K._
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und Dr. F._ vermerkten eine Diskrepanz zwischen dem objektivierten Befund und den
Beschwerdeangaben des Beschwerdeführers (UV-act. 72, 77). Selbst wenn trotz dieser
Feststellungen somatisch bedingte Dauerschmerzen zu bejahen wären, müsste der
adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den psychischen
Beschwerden verneint werden, da ein einziges erfülltes Kriterium für die Bejahung der
Adäquanz nicht genügt. Für die Bemessung der unfallbedingten Invalidität können
dementsprechend lediglich die unfallbedingten Beeinträchtigungen in somatischer
Hinsicht mit einbezogen werden.
6.
6.1 Auch wenn - entgegen der Ausführungen in E. 3 - von einem leichten
Schädelhirntrauma auszugehen und damit bei der Prüfung der Adäquanzkriterien nicht
zwischen somatischen und psychischen Gesundheitsschäden zu unterscheiden wäre,
müsste - wie nachstehend gezeigt wird - die Adäquanz der organisch-strukturell nicht
objektivierbaren Beschwerden jedenfalls ab dem Zeitpunkt des Rentenbeginns (1. Juni
2009) verneint werden. Die Kriterien der besonders dramatischen Begleitumstände und
der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalles (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.1, S. 127 mit
Hinweisen) sowie der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung sind wie
erwähnt zu verneinen. Sodann ist wesentlich (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.3), ob nach
dem Unfall eine fortgesetzt spezifische, die versicherte Person belastende ärztliche
Behandlung bis zum Fallabschluss notwendig war. Der Beschwerdeführer unterzog
sich nach dem Unfall physiotherapeutischen Massnahmen und wurde wegen einer
schweren depressiven Episode (vgl. UV-act. 87) ärztlich behandelt. In Anbetracht
dieser Aktenlage ist festzustellen, dass nach dem Unfall vom 31. März 2008 bis zum
Fallabschluss am 1. Juni 2009 keine fortgesetzt spezifische, den Beschwerdeführer
belastende ärztliche Behandlung (vgl. z.B. Urteil des Bundesgerichts vom 26. August
2008, 8C_687/2007, E. 5.3) notwendig gewesen war, weshalb dieses Kriterium nicht als
erfüllt zu betrachten ist.
6.2 Was das Kriterium der Arbeitsunfähigkeit anbelangt, ist gemäss BGE 134 V 109 E.
10.2.7 dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis mittelschweren
Schleudertraumen der HWS (und punkto Adäquanzbeurteilung gleich zu behandelnden
Verletzungen) ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom
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medizinischen Standpunkt aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der
Arbeitsunfähigkeit ist daher massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit
als solche, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen
unternimmt. Gelingt es ihr trotz solcher Anstrengungen nicht, ist ihr dies durch
Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein, sich
durch aktive Mitwirkung so rasch wie möglich wieder optimal in den Arbeitsprozess
einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person können sich
insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher
Unannehmlichkeiten manifestieren. Sodann können Bemühungen um alternative, der
gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht
fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in
erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag,
kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7 mit Hinweisen). Mit Blick auf die
Darlegungen in den vorstehenden E. 4 und E. 5.3 ist das Vorliegen einer erheblichen
Arbeitsunfähigkeit jedenfalls im Zeitpunkt des Rentenbeginns (1. Juni 2009) zu
verneinen. Die Frage, ob ausreichende Anstrengungen des Beschwerdeführers, wieder
in den Arbeitsprozess einzusteigen, ausgewiesen sind, kann unter diesen Umständen
offenbleiben. Adäquanzrelevant können im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall
und dem Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erhebliche
Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen
und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden
im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4). Bei Bejahung dieses Kriteriums wäre
insgesamt eines der in BGE 134 V 109 angeführten Adäquanzkriterien gegeben, was
dazu führt, dass die Adäquanz der nach wie vor geklagten Beschwerden mit dem
versicherten Unfall auch unter diesem Titel zu verneinen wäre.
7.
7.1
7.1.1 Das der Invaliditätsbemessung zugrunde zu legende Valideneinkommen (Art. 16
ATSG) ist eine hypothetische Grösse ("erzielen könnte"), wobei praxisgemäss als
Ausgangspunkt das vor dem Eintritt der zur Invalidität führenden Arbeitsunfähigkeit
erzielte Einkommen als Ausgangspunkt gewählt wird. Die Beschwerdegegnerin ging für
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die Festlegung des Valideneinkommens 2009 von Fr. 60'473.-- von der
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2008, Totalwert aller Berufe der Region
Ostschweiz im Anforderungsniveau 4, aus und nahm für 2009 eine entsprechende
Nominallohnanpassung vor (UV-act. 157/2). Die Beschwerdegegnerin stellt im
vorliegenden Verfahren - auch wenn sie weiterhin das im Verwaltungsverfahren
festgelegte Valideneinkommen anwendet (act. G 5 II/3. und III/5.6) - eine Reduktion
dieses Valideneinkommens mit Prüfung einer allfälligen reformatio in peius durch das
Gericht zur Diskussion. Der Beschwerdeführer war vor dem Unfall als unregelmässig
Beschäftigter bei mehreren Arbeitgebern tätig und bezog zwischendurch immer wieder
ALV-Taggeldleistungen (vgl. UV-act. 110, 117, 123). Ein regelmässiges Einkommen
hatte er zuletzt im Jahr 2003 erzielt (vgl. UV-act. 117). Für die Festlegung des
Einkommens, das der Beschwerdeführer als Gesunder ohne Eintritt des
Gesundheitsschadens (hypothetisch) erzielt hätte, war es in Anbetracht der
Unwägbarkeiten in erwerblicher Hinsicht gerechtfertigt und auch erforderlich, nach den
Tabellen der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik vorzugehen, zumal
auch nicht von freiwillig unterdurchschnittlichem Einkommen auszugehen ist. Ein
reformatio in peius-Sachverhalt ist unter diesen Umständen zu verneinen. Festzuhalten
ist allerdings, dass nach der Rechtsprechung bei der Festlegung der
Vergleichseinkommen regionale Tabellenwerte grundsätzlich nicht verwendet werden
dürfen (SVR-UV 2007 Nr. 17 [U 75/03]). Die Rechnung mit gesamtschweizerischen
Tabellenwerten ergäbe ein leicht höheres Valideneinkommen von Fr. 61'238.--
(Totalwert Männer LSE 2008 von Fr. 4'806.-- x 12 zuzüglich Nominallohnanpassung
2009 von 2.1% und Berücksichtigung einer wöchentlichen Arbeitszeit 2009 von 41.6
Stunden). Konkret erscheint es dennoch nicht angemessen, beim Valideneinkommen
auf den gesamtschweizerischen Tabellenwert abzustellen, weil das
Invalideneinkommen auf DAP-Löhnen basiert, welche bei regionalen Arbeitgebern
erfragt worden waren (UV-act. 153 und nachstehende E. 7.2). Damit erweist es sich als
sachgerecht, das von der Beschwerdegegnerin auf der Basis von regionalen
Tabellenlöhnen festgelegte Valideneinkommen von Fr. 60'473.-- dem ebenfalls auf
regionalen Löhnen basierenden Invalideneinkommen gegenüberzustellen.
7.1.2 Zum Einwand des Beschwerdeführers, dass auf den Tabellenlohn des
Wirtschaftszweigs Baugewerbe abzustellen sei, nachdem er dort seit Jahren im
Rahmen der Personalvermittlung tätig gewesen sei (act. G 1 S. 5), ist zum einen
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festzuhalten, dass für die Zeit nach seiner Einreise in die Schweiz Tätigkeiten in den
unterschiedlichsten Branchen (Hilfspfleger, Gastgewerbe, Industrie, Baugewerbe,
Lebensmittelbranche) aus den Akten ersichtlich sind. Eine Berufslehre hatte der
Beschwerdeführer nicht absolviert (UV-act. 123). Er liess denn auch darlegen, dass er
schwere körperliche Tätigkeiten als Hilfsarbeiter (auf dem Bau) ausgeübt habe,
nachdem er keine spezielle Ausbildung genossen habe (act. G 1 S. 5). Die im
Unfallzeitpunkt ausgeübte Tätigkeit als Gerüstmonteur erhielt er gemäss Angaben des
Temporärarbeitgebers "nur zufällig"; eigentlich sei er "für den Industriesektor geplant"
gewesen (UV-act. 40). Bei dieser Aktenlage kann nicht überwiegend wahrscheinlich
davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer ohne Eintritt des Unfalls
dauernd in der Baubranche tätig gewesen wäre. Damit lässt es sich nicht beanstanden,
dass die Beschwerdegegnerin für die Bemessung des Valideneinkommens auf den
allgemeinen Durchschnitt der LSE-Löhne und nicht auf einen branchenspezifischen
LSE-Wert abstellte.
7.2
7.2.1 Das Invalideneinkommen legte die Beschwerdegegnerin wie erwähnt gestützt auf
DAP-Zahlen, d.h. die Arbeitsplätze Nr. 1143, 9054, 4214, 3261 und 9050 in UV-act.
153, mit Fr. 53'070.-- (Durchschnitt) fest. Im Hinblick auf die geforderte
Repräsentativität der DAP-Profile und der daraus abgeleiteten Lohnangaben hat die
Beschwerdegegnerin nach der Rechtsprechung, zusätzlich zur Auflage von mindestens
fünf DAP-Blättern, Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der
gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den
Höchst- und den Tiefstlohn sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils
verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Gruppe. Im Beschwerdeverfahren ist
es Sache des angerufenen Gerichts, die Rechtskonformität der DAP-
Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Versicherer
zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich
gestützt auf die LSE vorzunehmen (Urteil des EVG vom 28. August 2003, U 35/00, E.
4.2.2). Konkret liegen die von der Rechtsprechung geforderten Angaben vor und die
von der Beschwerdegegnerin ausgewählten DAP-Arbeitsplätze sind den
behinderungsbedingten Einschränkungen des Beschwerdeführers angepasst (vgl. dazu
UV-act. 153). Wenn ein DAP-Profil mit einem Lohnband versehen ist, ist für die
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betreffende, dem Zumutbarkeitsprofil der versicherten Person entsprechende Tätigkeit
grundsätzlich der Minimal- oder der Maximallohn erreichbar, je nach weiteren zu
berücksichtigenden Umständen wie Alter, Anzahl Dienstjahre usw. Praxisgemäss wird
der Durchschnittswert beigezogen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 26. Juni 2008,
8C_72/2008, E. 5.2). Ein Anlass, von diesem abzuweichen, ist vorliegend nicht
ersichtlich.
7.2.2 Die Bemessung des Invalideneinkommens anhand statistischer
(gesamtschweizerischer) Löhne sähe wie folgt aus: Aus der LSE 2008 TA 1 Niveau 4 ist
für Männer ein durchschnittliches Monatssalär von Fr. 4'806.-- ersichtlich. Das hieraus
errechnete Jahressalär von Fr. 57'672.-- basiert auf 40 Wochenstunden und ist auf die
betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit 2009, d.h. auf 41.6 Stunden,
aufzurechnen, woraus sich ein Betrag von Fr. 59'979.-- ergibt. Nach Berücksichtigung
der Nominallohnentwicklung 2009 resultiert für 2009 ein Betrag von Fr. 61'238.--. Unter
Berücksichtigung eines 10%igen Leidensabzuges ergäbe sich ein Betrag von Fr.
55'114.--. Würde der regionale LSE-Wert (Fr. 60'473.--; vgl. vorstehende E. 7.1.1)
herangezogen, resultierte nach Berücksichtigung des erwähnten Leidensabzuges ein
Betrag von Fr. 54'426.--. Die Abweichung von rund 4% bzw. von 2.5% im Vergleich
zum DAP-Einkommen liegt im Streubereich unter 5%, für welche auch keine
Einkommensparallelisierung (BGE 135 V 297) vorgenommen wird. Es erscheint
dementsprechend gerechtfertigt, auf das DAP-Einkommen von Fr. 53'070.--
abzustellen. Die Gegenüberstellung dieses Betrags mit dem Valideneinkommen von
Fr. 60'473.-- ergibt eine Erwerbsunfähigkeit von 12% (gerundet; BGE 130 V 122 E. 3.2).
8.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Zufolge der bewilligten unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung (act. G 6) ist der Rechtsbeistand des Beschwerdeführers durch
den Staat zu entschädigen. Ausgehend von einer Pauschalentschädigung von
Fr. 4'000.-- beläuft sich die Entschädigung unter Berücksichtigung einer Kürzung um
einen Fünftel (Art. 31 Abs. 3 AnwG; sGS 963.70) auf Fr. 3'200.-- (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer).
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP entschieden:
1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
2. Der Staat entschädigt den Rechtsbeistand des Beschwerdeführers mit Fr. 3'200.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
3. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
Publikationsplattform St.Galler Gerichte Entscheid Versicherungsgericht, 06.08.2013 Art. 6 und 18 UVG. Art. 16 ATSG. Unfallkausalität von nichtorganischen Beschwerden nach Sturz vom Baugerüst. Bemessung der Rente. Höhe des Valideneinkommens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. August 2013, UV 2012/88).
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2021-09-19T12:28:28+0200 "9001 St.Gallen" Publikationsplattform Kanton St.Gallen