Decision ID: 7c84740c-d445-4ba9-9c24-2d91d1db03b3
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Unterhalt und weitere Kinderbelange
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht I._ vom 7. April 2020 (FK180018-G)
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Rechtsbegehren:
A. Der Klägerinnen und Berufungsbeklagten (Urk. 45 S. 1 ff.):
" 1. Es sei den Parteien die gemeinsame Obhut für C._, geboren tt.mm.2015, zu übertragen mit wechselnder Betreuung; es sei festzuhalten, dass sich der zivilrechtliche Wohnsitz von C._ am zivilrechtlichen Wohnsitz ihrer Mutter befindet.
2. Die Betreuungsanteile der Eltern von C._ seien wie folgt : a) Die Klägerin 1 betreut C._ jeweils
− abwechslungsweise eine Woche von Montagmorgen 07:00 Uhr bis Mittwochabend 18:00 Uhr sowie in der anderen Woche von Freitagabend 18.00 Uhr bis Mittwochabend 18.00 Uhr
− an Weihnachten vom 24. Dezember 09:00 Uhr bis 25. Dezember 09:00 Uhr
b) Der Beklagte betreut C._ jeweils:
− an den anderen Tagen, d.h. eine Woche von Mittwochabend 18:00 Uhr bis Freitagabend 18:00 Uhr sowie die andere  von Mittwochabend 18.00 Uhr bis Montagmorgen 07:00 Uhr
− an Weihnachten vom 25. Dezember 09:00 Uhr bis 26.  09:00 Uhr
c) Es sei festzuhalten, dass die Übergaben für die zwischen den  wechselnden Betreuungen von C._ jeweils an folgenden Orten stattfinden:
− am Montagmorgen in der Wohnung der Klägerin 1
− am Mittwochabend vor der Kita D._, Zürich
− am Freitagabend im Restaurant E._, F._-Strasse ..., ... Zürich
Allfällig abweichend zwischen den Parteien vereinbarte  bleiben vorbehalten.
d) Die Parteien seien für berechtigt und verpflichtet zu erklären, C._ für die Dauer von drei Wochen pro Kalenderjahr mit sich oder zu sich in die Ferien zu nehmen, davon mindestens eine Woche und max. zwei Wochen am Stück. Die Eltern haben sich über die Zeitpunkte des Ferienbezuges  auf den Beginn eines Kalenderjahres abzusprechen. Wollen beide Eltern zur gleichen Zeit Ferien beziehen, kommt dem Be-
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klagten in Jahren mit gerader Jahreszahl und der Klägerin 1 in Jahren mit ungerader Jahreszahl der Vorzug zu.
e) Abweichende Betreuungsregelungen nach gegenseitiger  seien vorzubehalten.
3. Es sei die für C._ angeordnete Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB weiter zu führen und dem Beistand weiterhin  Aufgaben zu übertragen: a) das Einhalten der Betreuungsanteile der Eltern von C._ zu
überwachen. b) bei diesbezüglichen Konflikten zwischen den Eltern zu vermitteln
und c) die Modalitäten der Übergabe von C._ vom einen an den
anderen Elternteil (wie Ort und Zeit) festzulegen, soweit diese  nicht bestimmt sind und sich die Eltern nicht einigen .
4. Es sei festzuhalten, dass jeder Elternteil diejenigen Kosten für C._ zu tragen hat, die während der Zeit anfallen, in der sie durch ihn  wird (insbesondere Mietanteil, Verpflegung sowie die Auslagen für die Ferien, bzw. Ferienhort). Die Klägerin 1 sei zu verpflichten, regelmässig anfallende Kinderkosten (wie Alltagsbekleidung, Krankenkasse, Gesundheitskosten, Sport- und Musikkosten, Freizeitkurse, Sportbekleidung und -ausrüstung,  Betreuung wie Hort- und Krippenkosten, Schulkosten,  für öffentlichen Verkehr, Handy Taschengeld, etc.) zu bezahlen. Der Beklagte sei zu verpflichten, sich an diesen Barunterhaltsauslagen von C._ mit folgenden, monatlichen Unterhaltsbeiträgen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den ersten eines jeden Monates an die Klägerin 1 zu beteiligen:
− Fr. 2'235.-- für den Zeitraum vom 1. Februar 2018 bis 31.  2018
− Fr. 1'039.-- monatlich für den Zeitraum vom 1. November 2018 bis 31. Juli 2021
− Fr. 739.-- ab 1. August 2021 bis zur Volljährigkeit von C._ und auch über die Volljährigkeit hinaus bis zum  einer angemessenen Berufsausbildung; zahlbar  auch an die Mutter, solange C._ noch mit ihr in  gemeinsamen Haushalt lebt und keine eigene  bezeichnet.
Allfällige vom Beklagten bezogene Kinderzulagen seien für zusätzlich geschuldet zu erklären. Es sei festzuhalten, dass die Kostenregelung für die ab 1. November 2018 festgesetzten Unterhaltsbeiträge auf dem Betreuungsplan ge-
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mäss Ziff. 2 der Begehren basiert. Sie muss neu festgesetzt werden, wenn sich dieser wesentlich verändert.
5. Die Unterhaltsbeiträge seien angemessen zu indexieren. 6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beklag-
ten."
B. Des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 47 S. 2 ff.): " 1. Es sei die gemeinsame Tochter, C._, geb. tt.mm.2015, unter die
gemeinsame elterliche Sorge der Parteien zu stellen; 2. Es sei die gemeinsame Tochter, C._, geb. tt.mm.2015, unter die
alternierende Obhut der Parteien zu stellen, wobei der Wohnsitz beim Beklagten zu definieren sei;
3. Die Betreuungsanteile der Eltern seien wie folgt festzulegen: 3.1 Die Klägerin betreut C._ jeweils:
− Bis zum Eintritt von C._ in den Kindergarten unter der  von Montagmorgen ab Krippenbeginn bis Mittwochabend nach der Krippe (Abholzeiten ab 16:30 Uhr bis 18:00 Uhr);
− ab Eintritt in den Kindergarten unter der Woche von  ab Kindergartenbeginn (resp. ab Schulbeginn) bis  (12:00 Uhr) nach dem Kindergarten, resp. nach ;
− bis zum Eintritt von C._ in den Kindergarten jedes zweite Wochenende von Freitag, 18:00 Uhr, bis Montagmorgen vor ;
− ab Eintritt in den Kindergarten jedes zweite Wochenende von Freitag, 18:00 Uhr, bis Montagmorgen vor Kindergartenbeginn (resp. Schulbeginn).
3.2 Der Beklagte betreut C._ jeweils: − Bis zum Eintritt von C._ in den Kindergarten unter der Wo-
che von Mittwochabend nach der Krippe (Abholzeiten sind ab 16:30 bis 18:00 Uhr) bis Freitagabend 18:00 Uhr;
− ab Eintritt von C._ in den Kindergarten unter der Woche von Mittwochmittag ab 12:00 Uhr nach dem Kindergarten, resp. nach Schulschluss bis Freitagabend 18:00 Uhr;
− bis zum Eintritt von C._ in den Kindergarten jede zweite  von Freitagabend 18:00 Uhr bis Montagmorgen vor ;
− ab Eintritt von C._ in den Kindergarten jede zweite Woche von Freitagabend 18:00 Uhr bis Montagmorgen vor , resp. Schulbeginn;
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3.3 Bis zum Eintritt in den Kindergarten: Der Beklagte holt C._ jeweils am Mittwochabend direkt persönlich in der Kita/Krippe ab (Abholzeiten ab 16:30 Uhr bis spätestens 18:00 Uhr); betreut die Klägerin 1 C._ am Wochenende, holt die Klägerin 1 C._ am Freitagabend um 18:00 Uhr am Wohnsitz des Beklagten ab. Betreut der Beklagte C._ am Wochenende, bringt der Beklagte C._ am  direkt persönlich in die Kita;
Ab Eintritt von C._ in den Kindergarten: Die Klägerin 1 bringt C._ nach den Besuchsrechtswochenenden am Montagmorgen  in den Kindergarten, resp. in die Schule am Wohnsitz des . Die Klägerin 1 bringt C._ jeden Dienstag und jeden Mittwoch in den Kindergarten, resp. in die Schule am Wohnsitz des Beklagten. Die Klägerin 1 holt C._ jede Woche montags sowie dienstags nach dem Kindergarten, resp. nach der Schule und einem allfälligen Hort selbst ab;
3.4 Im Übrigen betreut die Klägerin 1 C._ wie folgt: − An Geburtstagen von C._ jeweils in ungeraden Jahren; − An Weihnachten vom 24. Dezember, 09:00 Uhr, bis am 25. De-
zember, 09.00 Uhr, − In ungeraden Jahren an Ostern ab Donnerstagabend vor dem
Karfreitag, 19.00 Uhr, und in geraden Jahren an Pfingsten ab Freitagabend vor dem Pfingstsamstag, 19.00 Uhr, sowohl nach Ostern wie nach Pfingsten jeweils bis am Dienstagmorgen nach den Feiertagen;
− Bis zum Eintritt von C._ in den Kindergarten während 4  Ferien pro Jahr. Ab dem Eintritt von C._ in den  an der Hälfte der Kindergarten- bzw. Schulferien pro Jahr.
3.5 Der Beklagte bereut C._ im Übrigen: − An Geburtstagen von C._ jeweils in geraden Jahren; − An Weihnachten vom 25. Dezember, 09:00 Uhr, bis am 26. De-
zember, 09.00 Uhr; fällt der 26. Dezember auf einen Donnerstag, Freitag oder Besuchsrechtswochenende des Beklagten, bleibt C._ ab 09.00 Uhr beim Beklagten;
− In geraden Jahren an Ostern ab Donnerstagabend vor dem , 19.00 Uhr, und in geraden Jahren an Pfingsten ab  vor dem Pfingstsamstag, 19.00 Uhr, sowohl nach  wie nach Pfingsten jeweils bis am Dienstagmorgen nach den Feiertagen;
− Bis zum Eintritt von C._ in den Kindergarten während 4  Ferien pro Jahr. Ab dem Eintritt von C._ in den  an der Hälfte der Kindergarten- bzw. Schulferien pro Jahr.
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3.6 Die Eltern haben sich über die Aufteilung der Ferien mindestens zwei Monate im Voraus abzusprechen. Können sie sich nicht einigen, so kommt der Klägerin 1 in ungeraden Jahren und dem Beklagten in  Jahren das Entscheidungsrecht betreffend die Aufteilung der  zu.
Abweichende Betreuungsregelungen nach gegenseitigere Absprache sind vorbehalten.
4. Es sei die Verfügung vom 30. Oktober 2018 eingerichtete  mit den ihr dort betrauten Aufgaben im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB beizubehalten. Dabei anfallende Kosten und Entschädigungen seien je zur Hälfte durch die Klägerin 1 und den Beklagten zu tragen.
5. Es sei festzustellen, dass weder der Beklagte noch die Klägerin 1  Barunterhalt zugunsten des gemeinsamen Kindes an die  1 resp. an den Beklagten zu leisten hat. Des Weiteren sei vom  festzustellen, dass die Klägerin 1 und der Beklagte je einzeln die Kosten für C._ übernehmen, die in der Zeit ihres/seiner  für C._ anfallen. Die Kosten für die obligatorische  sowie für allfällige Zusatzversicherung (VVG) sowie weitere Fixkosten Dritter seien von der Klägerin 1 zu bezahlen;
Ausserordentliche Kinderkosten über einen Betrag von Fr. 300.- (wie z.B. ausserschulische Fördermassnahmen, Musikunterricht, , Kosten für Schul- und/oder Sportlager etc.) sind von den  1 zu bezahlen. Die Parteien einigen sich im Vorfeld über diese Ausgaben. Erfolgt keine Einigung, schiesst derjenige Elternteil die  vor, der die Kosten für notwendig erachtet. Dem Beklagten bleibt die gerichtliche Geltendmachung bei der Klägerin 1 vorbehalten, sollte diese die Kosten nicht übernehmen. Im Übrigen tragen die Parteien sämtliche Ferien- und/oder Betreuungskosten für Ferien selbst, sofern diese Kosten in ihrer Besuchszeit fallen.
6. Auf eine rückwirkende Leistung von Barunterhalt zugunsten von C._, zahlbar an die Klägerin 1, sei angesichts der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Klägerin 1 zu verzichten.
7. Es sei festzustellen, dass kein Betreuungsunterhalt zugunsten des  Kindes geschuldet ist.
8. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (letztere zuzüglich 7.7% MwSt.) zu Lasten der Klägerin 1."
Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht I._ vom 7. April 2020: (Urk. 66 S. 43 ff.)
1. Der Klägerin 1 und dem Beklagten wird die Obhut für C._ (Klägerin 2), geboren tt.mm.2015, mit wechselnder Betreuung übertragen.
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2. Der zivilrechtliche Wohnsitz von C._ (Klägerin 2) befindet sich am  Wohnsitz ihrer Mutter (Klägerin 1).
3. Bis zum Eintritt von C._ in den Kindergarten gilt an den Wochentagen folgende Betreuungsregelung:
a) Die Klägerin 1 betreut C._ jeweils - von Montagmorgen bis Mittwochabend sowie an jedem zweiten
Wochenende von Freitagabend bis Montagmorgen.
b) Der Beklagte betreut C._ jeweils - von Mittwochabend bis Freitagabend sowie an jedem zweiten
Wochenende von Freitagabend bis Montagmorgen.
c) Der Beklagte holt C._ jeweils am Mittwoch, 18:00 Uhr, in der Kita D._ ab. Betreut die Klägerin 1 C._ am Wochenende, übergibt der Beklagte C._ jeweils am Freitag um 18:00 Uhr im Restaurant E._, F._-Str. ..., ... Zürich, der Klägerin 1. An Wochenenden, an welchen C._ vom Beklagten betreut wird, bringt der Beklagte C._ am Montagmorgen in die Kita D._.
d) Abweichende Betreuungsregelungen nach gegenseitiger Absprache bleiben vorbehalten.
4. Ab Eintritt von C._ in den Kindergarten gilt an den Wochentagen  Betreuungsregelung:
a) Die Klägerin 1 betreut C._ jeweils: - von Sonntag, 19:00 Uhr, bis Mittwoch, Kindergarten- bzw. Schul-
schluss, und - jedes zweite Wochenende von Freitag, 19:00 Uhr, bis Sonntag,
19:00 Uhr.
b) Der Beklagte betreut C._ jeweils: - von Mittwoch, Kindergarten- bzw. Schulschluss, bis Freitag, 19:00
Uhr, und - jedes zweite Wochenende von Freitag, 19:00 Uhr, bis Sonntag,
19:00 Uhr.
c) Es ist Sache der Klägerin 1, C._ am Wochenende, das C._ bei ihr verbringt, am Freitag, 19:00 Uhr, und am Wochenende, das C._ beim Beklagten verbringt, am Sonntag, 19:00 Uhr, jeweils am Wohnort des Beklagten abzuholen.
d) Abweichende Betreuungsregelungen nach gegenseitiger Absprache bleiben vorbehalten.
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5. Für Ferien und Feiertage gilt folgende Regelung:
a) Die Klägerin 1 und der Beklagte sind berechtigt, mit C._ je drei Wochen Ferien pro Jahr zu verbringen, und zwar mindestens eine  am Stück und nicht mehr als zwei Wochen am Stück.
Die Eltern haben sich über die Aufteilung der Ferien mindestens drei Monate im Voraus abzusprechen. Können sie sich nicht einigen, so kommt dem Beklagten in Jahren mit gerader Jahreszahl und der  1 in Jahren mit ungerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht  der Aufteilung der Ferien zu.
b) An Weihnachten wird C._ von der Klägerin 1 jeweils vom 24. , 09:00 Uhr, bis am 25. Dezember, 09:00 Uhr, betreut und vom Beklagten jeweils vom 25. Dezember, 09:00 Uhr, bis am 26. , 09:00 Uhr.
Bewirkt diese Spezialregelung ein Abweichen von der üblichen , so bringt jeweils derjenige Elternteil, bei dem sich C._ gerade befindet, zum anderen Elternteil.
c) Ostern verbringt C._ jeweils bei demjenigen Elternteil, dem das entsprechende Wochenende gemäss der üblichen Betreuungsregelung zusteht. Ist dies die Klägerin 1, so beginnt dieses Wochenende bereits am Donnerstag vor Karfreitag, 18:00 Uhr. Ist es der Beklagte, so endet es erst am Ostermontag, 18:00 Uhr.
Es ist Sache der Klägerin 1, C._ jeweils am Wohnort des  abzuholen.
d) Pfingsten verbringt C._ bei demjenigen Elternteil, dem das  Wochenende gemäss der üblichen Betreuungsregelung zusteht. Ist dies der Vater, so endet das Wochenende erst am , 18:00 Uhr.
Es ist Sache der Klägerin 1, C._ am Wohnort des Beklagten .
e) Weitergehende oder abweichende Betreuungsregelungen nach  Absprache bleiben vorbehalten.
6. Zur Abgeltung der Unterhaltsbeiträge für den Zeitraum vom 1. Februar 2018 bis 30. Oktober 2018 wird der Beklagte verpflichtet, C._ den Betrag von CHF 18'630.– zu bezahlen, zahlbar an die Klägerin 1.
7. Die Kosten für den Unterhalt von C._ werden mit Wirkung ab 1. November 2018 zwischen den Eltern wie folgt aufgeteilt:
a) Die Klägerin 1 und der Beklagte kommen für die Kosten für C._, welche während ihrer jeweiligen Betreuungszeit anfallen, selber auf.
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Das betrifft die Wohn-, Wohnungseinrichtung-, Nahrungs-, Kleidungs- sowie Körper- und Gesundheitspflegekosten. Dasselbe gilt für () Kosten der Fremdbetreuung von C._, für Ferien und Freizeit (inkl. Hobbies) sowie Taschengeld.
b) Der übrige Barunterhalt von C._ trägt vollumfänglich die  1. Gemeint sind namentlich Krankenkasse- und von der  nicht gedeckte Gesundheitskosten, Schulkosten, Kosten für den öffentlichen Verkehr und für Kommunikation.
c) Ausserordentliche Kinderkosten, z.B. für Zahnkorrekturen, für  Förderungsmassnahmen und Schullager tragen die Klägerin 1 zu 4/5 und der Beklagte zu 1/5. Voraussetzung für diese Kostenaufteilung ist, dass sich die Eltern vorgängig über die ausserordentliche Ausgabe geeinigt haben und nicht Dritte, insbesondere Versicherungen, für  aufkommen. Kommt keine Einigung zustande, so hat der  Elternteil die entsprechende Ausgabe einstweilen allein zu ; die gerichtliche Geltendmachung der Kostenbeteiligung des  Elternteils soll vorbehalten bleiben.
d) Der Beklagte wird verpflichtet, allfällige von ihm bezogene Kinder-, Ausbildungs- und Familienzulagen für C._ nach Erhalt jeweils  der Klägerin 1 zu überweisen.
e) Diese Regelung gilt bis zum ordentlichen Abschluss einer  Erstausbildung von C._, auch über ihre Volljährigkeit hinaus, solange C._ abwechselnd im Haushalt ihrer Eltern lebt und keine eigenen Ansprüche gegenüber ihren Eltern stellt.
8. Die mit Verfügung vom 30. Oktober 2018 vorsorglich errichtete  im Sinne Art. 308 Abs. 2 ZGB wird beibehalten. Die Beistandsperson wird weiterhin mit den Aufgaben betraut,
a) das Einhalten der Betreuungsanteile der Eltern von C._ zu ,
b) bei diesbezüglichen Konflikten zwischen den Eltern zu vermitteln und
c) die Modalitäten der Übergabe von C._ vom einen an den anderen Elternteil (wie Ort und Zeitpunkt) festzulegen, soweit diese gerichtlich nicht bestimmt sind und sich die Eltern nicht einigen können.
Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde des Bezirks I._ wird , diese Anordnung umzusetzen.
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9. Soweit die Rechtsbegehren der Parteien von den obstehenden  abweichen, werden sie abgewiesen, soweit auf diese überhaupt  ist.
10. Die Entscheidgebühr wird auf CHF 10'000.– festgesetzt.
11. Die Gerichtskosten werden der Klägerin 1 und dem Beklagten je zur Hälfte auferlegt. Der von den Klägerinnen 1 und 2 geleistete Kostenvorschuss wird mit dem hälftigen Kostenanteil der Klägerin 1 verrechnet.
12. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
13. (Schriftliche Mitteilung)
14. (Berufung)
Berufungsanträge:
A. Des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 65 S. 2 f.): " 1. Disp. Ziff. 2. des Urteils vom 7. April 2020 (Geschäfts-Nr.: FK180018)
sei aufzuheben und durch folgende Fassung zu ersetzen: « Der zivilrechtliche Wohnsitz von C._ (Klägerin 2) befindet sich
am zivilrechtlichen Wohnsitz ihres Vaters (Beklagter)» 2. Disp. Ziff. 4. a) und b) des Urteils vom 7. April 2020 (Geschäfts-
Nr.: FK180018) sei aufzuheben und durch folgende Fassung zu :
« Ab Eintritt von C._ in den Kindergarten (August 2020) gilt  Betreuungsregelung:
Die Klägerin 1 betreut C._ jeweils − von Montag Kindergarten- bzw. Schulschluss bis Mittwoch, Kin-
dergarten- bzw. Schulschluss − jedes zweite Wochenende von Freitag, 19.00 Uhr, bis Montag
Kindergarten- bzw. Schulbeginn Der Beklagte betreut C._ jeweils:
− ..... (wie Vorinstanz) − jedes zweite Wochenende von Freitag, 19.00 Uhr, bis Montag
Kindergarten- bzw. Schulbeginn.» 3. Disp. Ziff. 4. c) des Urteils vom 7. April 2020 (Geschäfts-
Nr.: FK180018) sei aufzuheben und durch folgende Fassung zu :
« Es ist die Sache der Klägerin 1, C._ am Wochenende, das C._ bei ihr verbringt, am Freitag, 19.00 Uhr, beim Beklagten . Am Wochenende, das C._ beim Beklagten verbringt,
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bringt der Beklagte die Tochter am Montag nach dem Kindergarten bzw. der Schule zur Klägerin, sofern der Wohnsitz von C._ in I._ ist.»
4. Disp. Ziff. 5a) Abs. 1 des Urteils vom 7. April 2020 (.: FK180018) sei aufzuheben und durch folgende Fassung zu :
« Die Klägerin 1 ist berechtigt, mit C._ je drei Wochen Ferien pro Jahr zu verbringen, und zwar mindestens eine Woche am Stück und nicht mehr als zwei Wochen am Stück.
Der Beklagte ist berechtigt, mit C._ sämtliche übrigen , mithin 10 Ferienwochen, pro Jahr zu verbringen und zwar  eine Woche am Stück und nicht mehr als zwei Wochen am Stück.
Eventualiter: Der Beklagte ist berechtigt, mit C._ 6 1⁄2 Wochen Ferien pro Jahr zu verbringen, und zwar mindestens eine Woche am Stück und nicht mehr als zwei Wochen am Stück.»
5. Disp. Ziff. 6. des Urteils vom 7. April 2020 (Geschäfts-Nr.: FK180018) sei aufzuheben und der Antrag der Klägerin 1 auf Bezahlung von  für den Zeitraum vom 1. Februar 2018 bis 30.  2018 für C._ durch den Beklagten, zahlbar an die Klägerin 1, sei vollumfänglich abzuweisen.
6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt) zulasten der Klägerin 1."
B. Der Klägerinnen und Berufungsbeklagten (Urk. 73 S. 2): " 1. Es sei die Berufung abzuweisen. 2. Eventualiter – falls die Modifizierung der Wochenendbetreuungszeit
gemäss Antrag des Beklagten/Berufungsklägers erfolgen sollte – sei ein Betreuungswechsel von der Klägerin 1/Berufungsbeklagten erst auf Donnerstag Kindergartenschluss vorzusehen.
3. Subeventualiter sei das Urteil der Vorinstanz vom 7. April 2020 –  mit Ausnahme von Urteilsdispositiv Ziff. 6 – aufzuheben und das Verfahren zwecks Wiederholung unter Einbezug einer  für die Klägerin und Berufungsbeklagte 2 (=C._) an die  zurückzuweisen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST) zu Lasten des Beklagten/Berufungsklägers."
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Erwägungen:
I.
1. Die Klägerin und Berufungsbeklagte 1 (fortan Klägerin 1) und der Beklagte
und Berufungskläger (fortan Beklagter) sind die unverheirateten Eltern von
C._, geboren am tt.mm.2015 (Klägerin und Berufungsbeklagte 2). Die Kläge-
rin 1 und der Beklagte leben seit Januar 2018 getrennt.
2. Mit Eingabe vom 30. Juli 2018 machte die Klägerin 1 unter Beilage der Kla-
gebewilligung des Friedensrichteramt G._ vom 16. Juli 2018 (Urk. 1) das vor-
liegende Verfahren bei der Vorinstanz anhängig (Urk. 2). Der weitere Prozessver-
lauf kann dem erstinstanzlichen Urteil entnommen werden (Urk. 66 S. 7 f.). Am 7.
April 2020 erliess die Vorinstanz den eingangs wiedergegebenen Entscheid
(Urk. 62 = Urk. 66 S. 43 ff.).
3. Dagegen erhob der Beklagte am 4. Mai 2020 rechtzeitig (vgl. 63/1) Berufung
mit den eingangs wiedergegebenen Anträgen (Urk. 65 S. 2 f.). Der mit Verfügung
vom 8. Mai 2020 einverlangte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 6'000.– wur-
de innert angesetzter Frist geleistet (Urk. 68 und 70). Mit Eingabe vom 26. Juni
2020 erstatteten die Klägerinnen aufforderungsgemäss die Berufungsantwort und
erhoben im Eventualstandpunkt Anschlussberufung (Urk. 73). Mit Eingabe vom
16. Juli 2020 nahm der Beklagte Stellung dazu (Urk. 77). Sie wurde den Klägerin-
nen zur Kenntnis gebracht (Urk. 78), welche sich dazu nicht mehr vernehmen
liessen. Das Verfahren erweist sich als spruchreif.
II.
1. Im Streit liegen der Wohnsitz der Tochter C._, die Regelung ihrer Be-
treuung ab Eintritt in den Kindergarten sowie die vom Beklagten für C._ für
die Zeit ab Februar 2018 bis Oktober 2018 zu leistenden Unterhaltsbeiträge. Nicht
angefochten wurden die Dispositivziffern 1, 3, 7, 8 und 9 des vorinstanzlichen Ur-
teils. In diesem Umfang ist der vorinstanzliche Entscheid in Rechtskraft erwach-
sen, was vorzumerken ist.
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2. Bei der in der Berufungsantwort vom 26. Juni 2020 erhobenen Eventual-
Anschlussberufung (Urk. 73 S. 2) handelt es sich um eine Rechtsmittelerklärung.
Rechtsmittelerklärungen sind bedingungsfeindlich (BGE 134 III 332 E. 2.2) und
können daher nicht bloss eventualiter erhoben werden (OGer ZH NC180001 vom
17. Oktober 2018, E. II/3.4; ZK ZPO-Reetz, Vorbem. zu den Art. 308-318 N 49). In
der Folge ist auf die Einholung einer Anschlussberufungsantwort der Gegenpartei
zu verzichten (Art. 312 Abs. 1 ZPO) und auf die Eventual-Anschlussberufung ist
nicht einzutreten.
3. Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige Fest-
stellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-
fungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfra-
gen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheits-
prüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Beru-
fungsbegründung (Art. 311 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der
erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu be-
trachten ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet (vgl. BGE 138 III 374
E. 4.3.1; BGer 5A_164/2019 vom 20. Mai 2020, E. 5.2.3, zur Publikation vorgese-
hen). Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanforderungen
entsprechenden Weise beanstandet wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz
nicht überprüft zu werden; diese hat sich – abgesehen von offensichtlichen Män-
geln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen zu beschränken, die
in der schriftlichen Begründung formgerecht gegen den erstinstanzlichen Ent-
scheid erhoben werden (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4 m.H.; BGer 5A_164/2019
vom 20. Mai 2020, E. 5.2.3).
4. Bei Verfahren betreffend Kinderbelange ist der Sachverhalt nach Art. 296
ZPO von Amtes wegen zu erforschen. Infolgedessen können die Parteien im Be-
rufungsverfahren auch dann neue Tatsachen und Beweismittel vorbringen, wenn
die Voraussetzungen nach Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144 III 349
E. 4.2.1).
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III.
A. Wohnsitz von C._
1. Diesbezüglich erwog die Vorinstanz zusammengefasst, C._ habe ihren
Wohnsitz seit ihrer Geburt am Wohnsitz der Mutter, der nur für kurze Zeit, von Ap-
ril 2017 bis Februar 2018, mit demjenigen des Vaters identisch gewesen sei. Seit
Dezember 2018 befinde sich der Wohnsitz von C._ am H._-Weg ... in
Zürich. Die Verlegung des Wohnsitzes von C._ via G._ nach Zürich sei
aus sachlichen Gründen und nicht unrechtmässig erfolgt. Beide Eltern wohnten in
einer Eigentumswohnung und vermöchten somit gleichermassen für eine stabile
Wohnsituation zu sorgen. Was die Entfernung zum Kindergarten betreffe, unter-
schieden sich die Verhältnisse bei der Mutter in Zürich nicht wesentlich von den-
jenigen beim Vater in I._. In Bezug auf den Schulweg bzw. die mit dem Be-
such des Kindergartens verbundenen Transporte sei die Situation in Zürich güns-
tiger für C._. Unter diesen Umständen bestehe kein Anlass, an der bisher
geltenden vorläufigen Regelung etwas zu ändern, weshalb der Wohnsitz von
C._ sich an demjenigen der Mutter befinden solle (Urk. 66 S. 13 ff.).
2.1. Der Beklagte rügt, der gemeinsame Wohnsitz der Parteien während des Zu-
sammenlebens habe sich mehrheitlich in I._ befunden. Mithin habe es dem
gemeinsamen Entscheid der Kindseltern entsprochen, in I._ zu wohnen und
C._ auch dort aufwachsen zu lassen. Weiter habe die Vorinstanz es gänzlich
unterlassen, auf die persönlichen Verhältnisse der beiden Eltern an ihren jeweili-
gen Wohnorten einzugehen. Während die Klägerin 1 über keinerlei persönliche
Beziehungen in Zürich verfüge, lebe die Grossmutter väterlicherseits, zu welcher
C._ eine sehr enge Beziehung habe und die C._ seit Frühsommer 2016
regelmässig und aktiv mitbetreut habe, wie er in I._. Durch eine Einschulung
von C._ in I._ könne die Enge dieser Beziehung sehr viel besser ge-
währleistet werden als bei einer Einschulung in Zürich. Eine weitere wichtige Be-
zugsperson für C._ sei seine Schwester, welche im lediglich drei Gemeinden
entfernt liegenden G._ wohne. Da er hinsichtlich seiner Arbeitstätigkeit viel
flexibler sei als die Klägerin 1 und im Gegensatz zu dieser auf ein familiäres Um-
feld für die Betreuung zurückgreifen könne, sei C._ bei einer Einschulung in
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I._ auf viel weniger Fremdbetreuung angewiesen. Diesem Umstand komme
erhebliche Bedeutung zu, da nicht von der Hand zu weisen sei, dass die persönli-
che Betreuung durch Familienmitglieder dem Kindswohl dienlicher sei als eine
Betreuung in der Kita. Des Weiteren sei der bloss fünf Minuten dauernde Weg
vom Kindergarten in I._ zu seiner Wohnung viel weniger befahren als die
Gegend um das J._ [Krankenhaus], so dass C._ den Weg zu ihm oder
zur Grossmutter viel eher allein bewältigen könne. Schliesslich wohne sein bester
Freund, zu dessen jüngsten Sohn C._ eine sehr enge Beziehung habe,
ebenfalls in unmittelbarer Nähe zu ihm. Bei einer Einschulung in I._ könnte
C._ somit mit ihrem schon vor Jahren liebgewonnenen "Gspänli" gemeinsam
die Schule besuchen, was ebenfalls für einen Wohnsitz in I._ spreche, umso
mehr, als dies für die Klägerin 1 hinsichtlich der Betreuung von C._ über-
haupt keinen Unterschied mache (Urk. 65 S. 4 ff.).
2.2. Die Klägerin bringt dagegen vor, um ihre Erwerbstätigkeit aufrecht erhalten
zu können, sei sie darauf angewiesen, dass C._ einen nahen Kindergarten
und Hort besuche. Sie sei seit vielen Jahren Oberärztin in der Kardiologie am
J._. Arbeitsbeginn sei um 7.30 Uhr. Da der Hort in K._ morgens erst um
7.15 Uhr öffne, sei es unmöglich, dass sie C._ in den Hort bringe und den-
noch rechtzeitig an ihrem Arbeitsplatz sein könne, zumal die reine Fahrzeit bereits
fast 40 Minuten betrage, sich im morgendlichen Stossverkehr aber erheblich ver-
längere. Bei einer Einschulung von C._ in K._ (wobei aufgrund der ab-
gelaufenen Anmeldefristen fraglich sei, ob im Kindergarten bzw. Hort noch Platz
sei) wäre sie daher gezwungen, ihre Arbeitstätigkeit (welche entgegen den Aus-
führungen des Beklagten mit regelmässigen Arbeitszeiten von Montag bis Freitag
verbunden sei) aufzugeben oder zumindest erheblich einzuschränken. Der Be-
klagte sei hingegen nach eigenen Angaben bei der Gestaltung seiner Arbeitszei-
ten flexibel und könne daher Erwerbsarbeit und Betreuung von C._ selbst
dann ohne Weiteres realisieren, wenn C._ in Zürich eingeschult werde.
C._ sei dem Kindergarten am L._-Weg ... in Zürich zugewiesen worden,
welcher nur wenige Gehminuten von ihrer Wohnung entfernt sei. Den Weg könne
C._ quer durch das Quartier zurücklegen. Sie müsse also nicht der M._-
Strasse entlang laufen. Die vom Beklagten angeführte Betreuung durch Famili-
- 16 -
enmitglieder sei sodann dem Kindswohl nicht dienlicher als eine Fremdbetreuung,
zumal eine Betreuung im Hort gerade bei Einzelkindern wie C._ erfahrungs-
gemäss zu einer höheren Sozialisierung führe. Ausserdem habe sich die Betreu-
ung durch die bereits 74-jährige Grossmutter in Corona-Zeiten als überaus fragil
erwiesen. Des Weiteren verfüge sie entgegen den Ausführungen des Beklagten
über persönliche und familiäre Beziehungen an ihrem Wohnort. So wohnten ihre
beiden Söhne und ihr neuer Partner ebenfalls in Zürich. Ausserdem besuche
C._ seit dem Säuglingsalter die Kinderkrippe des J._. Entsprechend
wohnten praktisch alle ihre Freundinnen und Freunde (z.B. N._, O._,
P._, Q._ und R._) ebenfalls in der Stadt Zürich. Weiter hätten ihr
Haus- und Zahnarzt ihre Praxen in Zürich. Die Stadt Zürich sei somit seit jeher der
Lebensmittelpunkt von C._ gewesen und deshalb als zivilrechtlicher Wohn-
sitz beizubehalten (Urk. 73 S. 5 ff.).
2.3. Der Beklagte hält diesen Ausführungen entgegen, eine Anmeldung im Kin-
dergarten und Hort in K._ könne heute immer noch erfolgen. Weiter sei zu
berücksichtigen, dass C._ seit einem Jahr jeweils am Freitag das Kinderbal-
lett bei S._ in K._ besuche (Urk. 77 S. 2).
3. Auch bei alternierender Obhut hat das Kind nur einen zivilrechtlichen Wohn-
sitz bzw. Aufenthaltsort (Art. 25 ZGB), der insbesondere für die Einschulung rele-
vant ist. Er richtet sich grundsätzlich nach dem Ort, zu welchem das Kind die
engsten Beziehungen aufweist (vgl. FamKomm-Büchler/Clausen, Art. 298 ZGB
N 12). Bestehen Unklarheiten und können sich die betreuenden Eltern nicht eini-
gen, kann die zuständige Behörde den Wohnsitz des Kindes festlegen (vgl. BSK
ZGB-Schwenzer/Cottier, Art. 298 N 9).
Bis anhin befand sich der Wohnsitz von C._ an demjenigen der Kläge-
rin 1 und diese betreute die Tochter einen Tag pro Woche mehr als der Beklagte
(vgl. Urk. 24 S. 18 Dispositiv-Ziff. 2 und 3). Bereits aus diesem Grund ist nicht zu
beanstanden, dass die Vorinstanz den Wohnsitz von C._ bei der Klägerin 1
beliess (vgl. Urteil 3B 17 46 des Kantonsgerichts Luzern vom 28. Juni 2018, in:
CAN 2018 Nr. 64). Hinzu kommt, dass entgegen der Ansicht des Beklagten der
Betreuung durch Familienangehörige gegenüber Fremdbetreuung grundsätzlich
- 17 -
kein Vorrang zukommt. Die Möglichkeit der Eltern, C._ persönlich betreuen
zu können, wäre lediglich dann relevant, wenn deren spezifischen Bedürfnisse ei-
ne persönliche Betreuung notwendig erscheinen liessen oder wenn ein Elternteil
selbst in den Randzeiten nicht bzw. kaum zur Verfügung stünde. Solches ist je-
doch weder dargetan noch ersichtlich. Infolgedessen ist vorliegend von der
Gleichwertigkeit von Eigen- und Fremdbetreuung auszugehen (BGE 144 III 481
E. 4.6.3 und 4.7; BGer 5A_312/2019 vom 17. Oktober 2019, E. 2.1.2; BGer
5A_241/2018 vom 18. März 2019, E. 5.1). Dem Umstand, dass der Beklagte al-
lenfalls auf weniger Fremdbetreuung als die Klägerin 1 zurückgreifen müsste,
kommt daher von vornherein keine ausschlaggebende Bedeutung zu. Abgesehen
davon ist weder dargetan noch ersichtlich, inwiefern der Wohnsitz von C._
Auswirkungen auf den Anteil Fremdbetreuung haben sollte. Schliesslich leben
sowohl in I._ (Grossmutter, T._ [Patenkind des Beklagten]) als auch in
Zürich (Halbbrüder, N._, O._, P._, Q._ und R._) Fami-
lienangehörige und Freunde von C._, ohne dass der Beziehung zu einer die-
ser Personen in Bezug auf die Wohnsitzfrage ein ausschlaggebendes Gewicht
beizumessen wäre.
Zu berücksichtigen ist im vorliegenden Fall schliesslich auch, dass bei einer
Einschulung von C._ in I._ schulergänzende Tagesstrukturen erst ab
7.15 Uhr zur Verfügung stehen (Urk. 75/3 S. 3), so dass die Klägerin unter Be-
rücksichtigung der Reisezeit von I._ an das J._ von mindestens 40 Mi-
nuten (vgl. Urk. 75/4-5) nicht rechtzeitig an ihren Arbeitsort gelangen könnte, um
die Arbeit um 7.30 Uhr (vgl. Urk. 73 S. 7 f.) aufnehmen zu können. Dies bedeutet,
dass bei einer Einschulung von C._ in I._ die vorgesehene, unangefoch-
ten gebliebene alternierende Obhut faktisch nicht oder nur unter erheblich er-
schwerten Bedingungen gelebt werden könnte. Demgegenüber ist der in der
Baubranche selbständig tätige Beklagte bei der Gestaltung seiner Arbeitszeiten
wesentlich flexibler (vgl. Urk. 65 S. 6), weshalb er Beruf und Betreuung auch ver-
einbaren kann, wenn C._ Wohnsitz in Zürich hat. Mit der Vorinstanz ist daher
davon auszugehen, dass in Bezug auf den Schulweg bzw. die mit dem Besuch
des Kindergartens verbundenen Transporte die Situation für C._ in Zürich
günstiger ist als in I._ (vgl. Urk. 66 S. 15 E. 5.4 und 5.5). Nach dem Gesag-
- 18 -
ten ist die Berufung in diesem Punkt abzuweisen und die von der Vorinstanz vor-
genommene Festsetzung des Wohnsitzes von C._ bei der Klägerin 1 zu be-
stätigen.
B. Wochenendbetreuung
1. Die Vorinstanz erwog, bei der Betreuungsregelung sei den Auswirkungen
der mit dem Obhutswechsel verbundenen Transporte von C._ besondere
Beachtung zu schenken. Wenn das Wochenende, das C._ beim Vater ver-
bringe, auch nach dem Kindergarteneintritt weiterhin bis am Montagmorgen dau-
ern würde, wäre dies mit einer zusätzlichen längeren Autofahrt verbunden und
zwinge C._ jede zweite Woche drei statt nur zwei Mal am Morgen sehr früh
aufzustehen. Dies erscheine wenig kindsgerecht und sei daher mit Rücksicht auf
das Wohl von C._ – auch ohne Antrag einer Partei (Art. 296 Abs. 3 ZPO) –
zu vermeiden. Das Opfer, das der Beklagte deswegen erbringen müsse, sei ver-
hältnismässig gering und ihm zumutbar, zumal er C._ jeweils am Mittwoch
früher als bisher in seine Obhut übernehmen können werde. Daher sei der Zeit-
punkt der Übergabe von C._ auf Sonntag, 19 Uhr, festzusetzen. Damit stehe
C._ und ihrem Vater der ganze Tag für gemeinsame Unternehmungen zur
Verfügung und es könne zu dieser Zeit mit einer störungsfreien, raschen Fahrt
zwischen I._ und Zürich gerechnet werden (Urk. 66 S. 19 E. 6.3).
2.1. Der Beklagte rügt, beide Parteien hätten vor Vorinstanz übereinstimmend
beantragt, dass die Wochenendbetreuung auch künftig bei jedem Elternteil nicht
bloss bis Sonntagabend, sondern bis Montagmorgen andauern solle. Dies sei
auch bisher seit November 2018 ohne Probleme so gehandhabt worden. Von
übereinstimmenden Anträgen der Eltern sei bloss abzuweichen, wenn objektive
Gründe dafür sprächen, dass die Anträge der Kindseltern dem Kindswohl diamet-
ral und krass zuwiderliefen. Ansonsten gelte, dass die Eltern am besten wüssten,
was das Beste für ihr Kind sei. Der Sonntagabend der beiden väterlichen Wo-
chenenden sei für C._ ausserordentlich wichtig, da sich die Familie väterli-
cherseits seit anderthalb Jahren am Sonntagabend für ein gemeinsames Nacht-
essen treffe. Es sei nicht ersichtlich, weshalb dies plötzlich mit dem Eintritt von
C._ in den Kindergarten geändert werden sollte, zumal die Begründung,
- 19 -
dass am Montagmorgen viel Verkehr zwischen I._ und Zürich herrsche, nicht
überzeuge. Der Unterricht im Kindergarten beginne erst um 8.30 Uhr. Es sei nicht
ersichtlich, weshalb die Fahrt am Montagmorgen von I._ nach Zürich oder
von Zürich nach I._ nicht mit dem Kindeswohl vereinbar wäre bzw. diesem
krass zuwiderliefe. Denn nur in einem solchen Fall hätte die Vorinstanz von den
gemeinsamen Anträgen der Eltern abweichen dürfen. Wenn die Einschulung von
C._ in K._ erfolge, erkläre er sich bereit, C._ entgegen der vo-
rinstanzlichen Regelung montags zur Klägerin 1 zu bringen (Urk. 65 S. 7 f.).
2.2. Die Klägerin 1 bringt dagegen vor, für sie sei klar, dass die Vorinstanz mit
der getroffenen Regelung eine kindsgerechtere Betreuungslösung habe installie-
ren wollen, indem dadurch die Fahrzeiten für C._ im Rahmen gehalten und
ihr die Möglichkeit geboten werde, den Wochenstart im Kindergarten entspannt
und vor allem ohne Autofahrt angehen zu können. Die beim Beklagten wegfallen-
de Betreuungszeit würden durch den Obhutswechsel bereits am Mittwochmittag
(statt Mittwochabend) mehr als ausgeglichen (Urk. 73 S. 9).
3. Wenn die Klägerin 1 C._, wie von der Vorinstanz vorgesehen, jeweils
nach dem Betreuungswochenende des Beklagten bei diesem abholen soll, erfor-
derte dies eine Fahrt von I._ nach Zürich zur Hauptverkehrszeit am Morgen,
da die Klägerin 1 C._ wegen ihrer fixen Arbeitszeiten nicht erst um 8.30 Uhr
in den Kindergarten bringen kann (vgl. dazu oben Ziff. A.3). Der Vorinstanz ist
beizupflichten, dass es verkehrsbedingt deutlich verlängerte Fahrzeiten für
C._ nach Möglichkeit zu vermeiden gilt (so auch der Beklagte in der Kla-
geantwort [Urk. 47 S. 12 Rz. 16]), zumal solche Fahrten nicht nur für den trans-
portierenden Elternteil, sondern auch für C._ immer auch mit einem gewis-
sen Mass an Stress verbunden sein dürften. Die von der Vorinstanz getroffene
Regelung ist daher mit der Klägerin 1 (Urk. 73 S. 9) als kindswohlgerechter als die
vom Beklagten beantragte zu beurteilen. Soweit der Beklagte vorbringt, die Vorin-
stanz hätte nur von den gemeinsamen Anträgen der Parteien abweichen dürfen,
wenn diese nicht mit dem Kindeswohl vereinbar gewesen bzw. diesem krass zu-
widergelaufen wären (Urk. 65 S. 8), ist darauf mit Verweis auf die diesbezüglich
inzwischen abweichenden Parteianträge (vgl. Urk. 73 S. 2 und S. 9 [Anträge und
- 20 -
Ausführungen der Klägerin 1 in der Berufungsantwort]) nicht weiter einzugehen.
Zusammenfassend ist die Berufung in Bezug auf die angefochtene Regelung der
Wochenendbetreuung abzuweisen.
C. Ferien
1. Die Vorinstanz erwog, der Beklagte sei der Auffassung, dass ab Eintritt von
C._ in den Kindergarten jeder Elternteil befugt sein solle, C._ im Um-
fang der Hälfte der Schulferien zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen.
Weshalb dies, wie der Beklagte anzunehmen scheine, dem Konzept der alternie-
renden Obhut entsprechen solle, begründe er allerdings nicht näher und verstehe
sich auch nicht von selbst. Je mehr Ferienwochen dem einen Elternteil zugestan-
den würden, umso weniger Kontakt habe das Kind in dieser Zeit zum anderen El-
ternteil, was nicht im Interesse des Kindes sei. Ein Ferienanspruch von drei Wo-
chen pro Jahr erscheine daher auch für die Zeit ab Eintritt von C._ in den
Kindergarten als angemessen (Urk. 66 S. 22 f.).
2.1. Der Beklagte bringt dagegen vor, es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die
Vorinstanz trotz seines Antrags beiden Eltern lediglich drei Wochen zugestanden
habe und damit impliziere, dass C._ verpflichtet sei, die restlichen sieben
Schulwochen in externer Fremdbetreuung zu verbringen. Dies sei zu korrigieren.
Er wolle auf jeden Fall mindestens die Hälfte der Schulferienwochen C._ bei
sich betreuen. Er könne durch seine flexiblen Arbeitszeiten die persönliche Be-
treuung gewährleisten, zudem würden Grossmutter und Tante mitbetreuen kön-
nen. Wenn die Klägerin 1 nur drei Wochen für sich beanspruche, wolle er die rest-
lichen zehn Ferienwochen C._ bei sich betreuen. Wenn sich ein Elternteil
persönlich für die Kinderbetreuung während der Ferien einsetzen könne und wol-
le, sei nicht ersichtlich, weshalb autoritativ die Fremdbetreuung vorgezogen werde
(Urk. 65 S. 8 f.).
2.2. Dagegen wendet die Klägerin 1 ein, dank der alternierenden Obhut hätten
beide Parteien die Möglichkeit, den Alltag mit C._ leben zu können. Die Feri-
enregelung diene demnach nur noch dazu, den Parteien zu ermöglichen, mit
C._ verreisen zu können, wofür die im vorinstanzlichen Entscheid vorgese-
- 21 -
henen drei Wochen genügten. Eine Ausdehnung dieses Ferienanspruchs liefe da-
rauf hinaus, dass die Konstanz bei der Betreuung von C._ immer wieder un-
terbrochen und sie zudem während weiteren zehn Wochen pro Jahr von ihrer
Mutter und Hauptbezugsperson getrennt würde. Dies sei nicht mit dem Kindes-
wohl zu vereinbaren. Ohnehin sei vorgeschoben, wenn der Beklagte behaupte, er
könne es sich als selbständig Erwerbender einrichten, C._ während zehn
Schulferienwochen persönlich zu betreuen. Denn es sei gerichtsnotorisch, dass
selbständig Erwerbende in der Regel sogar weniger Ferien als Angestellte bezie-
hen würden. Ausserdem habe der Beklagte zwar vorgebracht, er wolle C._
persönlich betreuen und dafür sein Arbeitspensum reduzieren. Aus der Berufung
ergebe sich indes, dass er nach wie vor einer Vollzeiterwerbstätigkeit nachgehe.
Wenn er tatsächlich so flexibel wie behauptet sei, könne er C._ auch in den
Schulferien während seiner regulären Betreuungstagen betreuen und müsse da-
für nicht auf ihre Betreuungszeiten zurückgreifen (Urk. 73 S. 10 f.).
2.3. In der Stellungnahme zur Berufungsantwort hält der Beklagte fest, er sei mit
einer hälftigen Aufteilung der Schulferien einverstanden. Den Hauptantrag von
zehn Wochen habe er bloss gestellt, weil er davon ausgegangen sei, dass die
Klägerin 1 nicht mehr als drei Wochen wünsche. Könne oder wolle sie aber nicht
mehr als drei Wochen Ferien mit C._ haben, sei nicht einzusehen, weshalb
nicht er die restlichen Ferien mit der Tochter verbringen können sollte (Urk. 77
S. 1 f.).
3. Vorliegend übernehmen beide Parteien gewichtige Anteile der Betreuung
von C._. Bei der Ferienregelung geht es daher im Wesentlichen tatsächlich
bloss darum, beiden Elternteilen zu ermöglichen, mit C._ verreisen zu kön-
nen. Inwiefern der Beklagte dafür mehr als drei Wochen Schulferien pro Jahr be-
nötigen sollte, ist weder dargetan noch ersichtlich. Abgesehen davon legt der Be-
klagte auch nicht dar, wie er trotz einer selbständigen Vollzeiterwerbstätigkeit in
der Baubranche und Betreuung von C._ an zwei Tagen pro Woche sowie an
jedem zweiten Wochenende, welche er offenbar nach Möglichkeit persönlich
wahrnehmen will (Urk. 65 S. 6 Rz. 12 und S. 9 Rz. 25; vgl. auch Prot. I S. 9 f.,
S. 12 f. und S. 54), diese zusätzlich während zehn Schulferienwochen pro Jahr
- 22 -
betreuen könnte. Hinzu kommt, dass ungewiss ist, wie lange die 74-jährige Mutter
des Beklagten ihn noch bei der Kinderbetreuung wird unterstützen können. Da
bereits unklar ist, wie der Beklagte die angestrebte ausgedehnte Betreuung von
C._ während der Schulferien sicherzustellen beabsichtigt resp. welches Be-
treuungskonzept er dafür anbieten kann, besteht kein Anlass, von der vorinstanz-
lich getroffenen Ferienregelung abzuweichen, und die Berufung ist in diesem
Punkt abzuweisen.
D. Rückwirkende Unterhaltsbeiträge
1. Die Vorinstanz erwog, ab Auszug der Klägerin 1 mit C._ aus der ge-
meinsamen Wohnung der Parteien in I._ Anfang Februar 2018 bis zur An-
ordnung vorsorglicher Massnahmen Ende Oktober 2018 sei C._ unbestritte-
nermassen überwiegend von der Klägerin 1 betreut worden. Diese sei damit je-
denfalls im Grundsatz ihrer Unterhaltspflicht in natura nachgekommen und es sei
Sache des Beklagten, den finanziellen Bedarf von C._ zu decken bzw. dazu
beizutragen. Der Umstand, dass die Klägerin 1 beim Auszug C._ ohne Zu-
stimmung des Beklagten mitgenommen habe und somit lediglich faktisch, nicht
aber rechtlich die alleinige Obhut innegehabt habe, lasse dessen Unterhaltspflicht
nicht untergehen. Der Beklagte übersehe, dass C._ und nicht die Klägerin 1
unterhaltsberechtigt sei, weshalb ein allfälliges Fehlverhalten der Klägerin 1 nicht
C._ zum Nachteil gereichen solle, und dass er im fraglichen Zeitraum keine
mit derjenigen der Klägerin 1 vergleichbare Naturalleistung erbracht habe. Im-
merhin sei dem eigenmächtigen Vorgehen der Klägerin 1 bei der Aufteilung der
Fremdbetreuungskosten Rechnung zu tragen. Im Jahr 2018 hätten C._ einen
monatlichen Bedarf von Fr. 2'267.– und der Beklagte eine Leistungsfähigkeit in
der Höhe von Fr. 3'000.– pro Monat aufgewiesen. Damit sei er in der Lage gewe-
sen, für den Barbedarf von C._ in dieser Zeit aufzukommen. Auch wenn die
Klägerin 1 über eine deutlich höhere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von monat-
lich Fr. 12'300.– verfügt habe, bestehe kein Anlass, die Klägerin 1, welche den
Unterhalt für C._ in natura erfüllt habe, über ihre Beteiligung an den Fremd-
betreuungskosten hinaus am Barbedarf von C._ partizipieren zu lassen. Der
Beklagte sei daher zu verpflichten, für die Zeitspanne vom 1. Februar 2018 bis 30.
- 23 -
Oktober 2018 Kinderunterhaltsbeiträge von insgesamt Fr. 18'630.– (= 9 x
Fr. 2'070.–) zu bezahlen (Urk. 66 S. 25 ff.).
2.1. Der Beklagte rügt, er könne nicht zu rückwirkenden Unterhaltsbeiträgen ver-
pflichtet werden: Zum einen habe die Vorinstanz bei ihm die anfallenden Mobili-
tätskosten von Fr. 190.– pro Monat nicht im Bedarf berücksichtigt. Zum anderen
sei die Klägerin 1 viel leistungsfähiger als er, weshalb ihm gestützt auf die bun-
desgerichtliche Rechtsprechung (BGer 5A_727/2018 E. 4.3) selbst bei aus-
schliesslicher Betreuung von C._ durch die Klägerin 1 nicht der Barunterhalt
des Kindes aufgebürdet werden könne. Vielmehr sei der Barunterhalt auch für
diese Zeit von der deutlich leistungsfähigeren Klägerin 1 zu übernehmen. Ausser-
dem sei stossend, dass er zu Unterhaltsbeiträgen verpflichtet werde, nur weil ihm
die Klägerin 1 die Tochter vorenthalten und ihn von der Betreuung abgehalten
habe (Urk. 65 S. 9 ff.).
2.2. Die Klägerin wendet dagegen ein, im Bedarf seien lediglich berufsbedingte
Mobilitätskosten zu berücksichtigen. Da dem Beklagten ein Geschäftswagen zur
Verfügung gestanden habe, seien ihm keine solche Kosten angefallen. Weiter
übersehe der Beklagte, dass die vorinstanzliche Unterhaltsregelung bereits darauf
hinauslaufe, dass sie sich am Barunterhalt von C._ zu beteiligen habe. So
habe die Vorinstanz nicht die effektiv angefallenen Fremdbetreuungskosten von
Fr. 2'400.–, sondern bloss Fr. 1'440.– berücksichtigt. Weiter habe die Vorinstanz
nur das rein betreibungsrechtliche Existenzminimum von C._ berücksichtigt
und sie nicht am Überschuss des Beklagten teilhaben lassen. Dies habe dazu ge-
führt, dass sie sämtliche Auslagen von C._ für Ferien, Hobbies, Restaurant-
besuche und Markenleider allein zu tragen gehabt habe. Weiter sei zu berück-
sichtigen, dass sie auch noch für den Unterhalt ihrer beiden erwachsenen, aber
noch in Ausbildung befindlichen Söhne habe aufkommen müssen. Ihr Freibetrag
von Fr. 11'340.– habe somit zur Deckung des höheren Lebensstandards von vier
Personen dienen müssen, während der Beklagte seinen Freibetrag für sich allein
habe verwenden können. Schliesslich habe sie C._ dem Beklagten nicht
vorenthalten. Vielmehr habe sie ihm einen regelmässigen Kontakt mit C._
ermöglicht. Dass sie sich anfänglich gegen eine alternierende Obhut gewehrt ha-
- 24 -
be, könne ihr angesichts der Umstände bei der Trennung nicht zum Vorwurf ge-
macht werden (Urk. 73 S. 12 ff.).
3.1. Der Unterhalt eines Kindes wird durch Pflege, Erziehung und Geldzahlung
geleistet (Art. 276 Abs. 1 ZGB), wobei diese drei Elemente nach der Konzeption
des Gesetzes gleichwertige Beiträge an den Kindesunterhalt darstellen (vgl. Bot-
schaft, BBl 2014 572 Ziff. 2.1.1). Daher hat derjenige Elternteil, der das Kind nicht
oder nicht wesentlich betreut, grundsätzlich für dessen Barunterhalt aufzukom-
men, während der andere Elternteil, der das Kind betreut, gleichwertig seinen Un-
terhaltsbeitrag in natura, also durch Pflege und Erziehung bzw. Betreuung er-
bringt. Im Einzelfall kann aber das Gericht ermessensweise auch den (haupt-) be-
treuenden Elternteil dazu verpflichten, einen Teil des Barbedarfs zu decken, wenn
dieser leistungsfähiger ist als der nicht bzw. kaum betreuende Elternteil (BGer
5A_690/2019 vom 23. Juni 2020, E. 6.3.1; BGer 5A_583/2018 vom 18. Januar
2019, E. 5.1; BGer 5A_584/2018 vom 10. Oktober 2018, E. 4.3). Dies rechtfertigt
sich namentlich dann, wenn ansonsten die Unterhaltslast für den in bescheidenen
Verhältnissen lebenden Unterhaltsschuldner besonders schwer wöge (BGE 134
III 337 E. 2.2.2).
3.2. Soweit der Beklagte geltend macht, er könne nicht zu rückwirkenden Kin-
derunterhaltsbeiträgen verpflichtet werden, da die Klägerin 1 ihm die Tochter vor-
enthalten und ihn von der Betreuung abgehalten habe (Urk. 65 S. 11), ist ihm ent-
gegenzuhalten, dass die Vorinstanz bereits berücksichtigte, dass er keine Zu-
stimmung zur Ausweitung der Fremdbetreuung von C._ gegeben hatte, in-
dem sie die entsprechenden Mehrkosten nicht im Bedarf von C._ anrechnete
(Urk. 66 S. 28 E. 8.3.4.2.f).
3.3. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Vorin-
stanz auch festhielt, dass der Beklagte nicht nur keine Zustimmung zur Auswei-
tung der Fremdbetreuung von C._ gegeben hatte, sondern auch in der Lage
gewesen wäre, weiterhin für die Betreuung von C._ während zwei Arbeitsta-
gen pro Woche besorgt zu sein (Urk. 66 S. 28 E. 8.3.4.2.f). Dies wurde von der
Klägerin 1 im vorliegenden Berufungsverfahren nicht in Abrede gestellt. Konnte
der Beklagte demnach die Betreuung von C._ einzig wegen der Klägerin 1
- 25 -
nicht mehr in diesem Umfang wahrnehmen, gilt es die bundesgerichtliche Recht-
sprechung zu berücksichtigen, wonach in Fällen, bei denen die Eltern das Kind je
hälftig betreuen und damit gleichermassen durch Pflege und Erziehung zum Un-
terhalt des Kindes beitragen, für die Aufteilung des Barunterhalts auf die Eltern
ausschliesslich auf deren finanzielle Leistungsfähigkeit abzustellen ist (BGer
5A_727/2018 vom 22. August 2019, E. 4.3.2.3; BGer 5A_743/2017 vom 22. Mai
2019, E. 5.3.2, 5.4.3 und 5.4.4).
3.4. Die von der Vorinstanz angewandte Berechnungsmethode sowie die be-
rechneten Einkommens- und Bedarfszahlen blieben mit einer Ausnahme unange-
fochten. Der Beklagte rügt, die Vorinstanz habe bei ihm zu Unrecht keine Mobili-
tätskosten berücksichtigt. Für die private Nutzung des von seiner Arbeitgeberin
zur Verfügung gestellten Geschäftswagens würden durchschnittlich Fr. 190.– pro
Monat seinem Kontokorrent belastet. Diesen Privatanteil habe die Vorinstanz als
Lohnbestandteil berücksichtigt, was aber konsequenterweise dazu führen müsse,
dass der Betrag auch in seinem Bedarf angerechnet werde (Urk. 65 S. 9).
Bei der zweistufigen Unterhaltsberechnung sind im Bedarf grundsätzlich nur
die Auslagen für den Arbeitsweg zu berücksichtigen. Die mit der Benützung eines
Autos anfallenden Kosten sind überdies nur dann in den Bedarf einzurechnen,
wenn dem für den Arbeitsweg benutzten Fahrzeug Kompetenzcharakter zu-
kommt, das heisst, wenn einem Ehegatten nicht zugemutet werden kann, die öf-
fentlichen Verkehrsmittel zu benutzen, was nicht leichthin anzunehmen ist (OGer
ZH LE180072 vom 9. September 2019, E. II/B.2.5.5.3). Vorliegend stand dem Be-
klagten ein Geschäftswagen zur Verfügung, weshalb ihm für den Arbeitsweg kei-
ne Kosten anfielen (vgl. die entsprechende Bescheinigung im Feld F der Lohn-
ausweise 2017 und 2018 [Urk. 40/1-2]). Entsprechend ist nicht zu beanstanden,
dass die Vorinstanz bei der Berechnung des Bedarfs des Beklagten keine Ausla-
gen für Mobilität berücksichtigte. Die Rüge des Beklagte betrifft denn wohl auch
eher die Hinzurechnung von monatlich Fr. 190.– aus der Privatnutzung des Ge-
schäftsautos zu seinem Einkommen. Dies ist aber ebenfalls nicht zu beanstan-
den, denn zum für die Unterhaltsberechnung massgebenden Erwerbseinkommen
gehören neben dem Lohn auch weitere geldwerte Leistungen des Arbeitgebers,
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etwa die Zurverfügungstellung eines Fahrzeugs (OGer ZH LE160039 vom
23. November 2016, E. III/B.4.3; BGer 5C.218/2005 vom 27. Oktober 2005,
E. 4.1; Six, Eheschutz, Ein Handbuch für die Praxis, 2. Aufl., Bern 2014,
Rz. 2.133; vgl. auch BGer 6B_755/2012 vom 4. Juli 2013, E. 2.4.1). Beim Beklag-
ten ist daher mit der Vorinstanz von einer Leistungsfähigkeit von rund Fr. 3'000.–
pro Monat im Jahr 2018 auszugehen.
3.5. Für die Unterhaltsberechnung ist in einem ersten Schritt der familienrechtli-
che Barbedarf von C._ (Fr. 2'070.– pro Monat [Urk. 66 S. 29]) auf die Partei-
en im Verhältnis ihrer jeweiligen Leistungsfähigkeit (Klägerin 1: Fr. 12'300.–
[Urk. 66 S. 33 E. 8.3.7]; Beklagter: Fr. 3'000.– [vgl. oben Ziff. 3.4]) aufzuteilen.
Demnach haben davon die Klägerin 1 vier Fünftel (≈ Fr. 12'300.– / Fr. 15'300.–)
bzw. Fr. 1'650.– und der Beklagte einen Fünftel (≈ Fr. 3'000.– / Fr. 15'300.–) bzw.
Fr. 420.– zu tragen.
Betreuungsunterhalt ist nicht geschuldet, da beiden Eltern nach Abgeltung
der Barauslagen von C._ ein Überschuss verbleibt. Die Klägerin macht zu
Recht geltend, dass C._ an diesen Überschüssen zu beteiligen sei (vgl. O-
Ger ZH LZ180028 vom 23. September 2019, E. II/6.5.1; OGer ZH LZ180022 vom
29. März 2019, E. III/E.3.2). Angesichts der insgesamt hohen Leistungsfähigkeit
der Eltern erscheint es gerechtfertigt, den Anteil von C._ an deren Über-
schüssen auf 25% festzusetzen, womit sich der vom Beklagten an C._ zu
leistenden Überschussanteil auf monatlich Fr. 645.– (= 1/4 x [Fr. 3'000.– ./.
Fr. 420.–]) beläuft.
Im Ergebnis beläuft sich der vom Beklagten an die Klägerin 1 an den Unter-
halt von C._ für die Zeit ab 1. Februar 2018 bis 30. Oktober 2018 zu leisten-
de Unterhalt auf Fr. 9'585.– (= 9 x [Fr. 420.– + Fr. 645.–]). Dementsprechend ist
die Berufung in diesem Punkt teilweise gutzuheissen und der Beklagte ist zu ver-
pflichten, der Klägerin 1 an den Unterhalt von C._ für die Zeit ab 1. Februar
2018 bis 30. Oktober 2018 Fr. 9'585.– zu bezahlen.
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E. Kosten- und Entschädigungsfolgen des erstinstanzlichen Verfahrens
1. Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie
auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3
ZPO). Die Vorinstanz setzte die Entscheidgebühr für das erstinstanzliche Verfah-
ren auf Fr. 10'000.– fest und auferlegte die Kosten des Verfahrens den Parteien je
zur Hälfte. Parteientschädigungen sprach sie keine zu (Urk. 66 S. 48 Dispositiv-
Ziffern 10-12). Dies blieb unangefochten (vgl. Urk. 65 S. 2 ff.).
2. Auch unter Berücksichtigung des Ausgangs des Berufungsverfahrens er-
weist sich der vorinstanzliche Kostenentscheid als angemessen. Das vorinstanzli-
che Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Urk. 66 S. 48 Dispositiv-Ziffern 10-12)
ist daher zu bestätigen.
F. Fazit
Zusammenfassend ist der Beklagte in teilweiser Gutheissung der Berufung
zu verpflichten, der Klägerin 1 an den Unterhalt von C._ für die Zeit ab 1.
Februar 2018 bis 30. Oktober 2018 Fr. 9'585.– zu bezahlen. Im Übrigen erweist
sich die Berufung des Beklagten als unbegründet und ist entsprechend abzuwei-
sen.
IV.
1. Die Höhe der Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren richtet sich nach
§ 12 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit § 2 und § 5 Abs. 1 der Gebührenverordnung
des Obergerichts des Kantons Zürich vom 8. September 2010 (GebV OG,
LS 211.11). Unter Berücksichtigung des tatsächlichen Streitinteresses, des Zeit-
aufwands des Gerichts sowie der Schwierigkeit des Falles erscheint eine Ge-
richtsgebühr von Fr. 6'000.– angemessen.
2. Die Prozesskosten werden den Parteien nach Massgabe ihres Unterliegens
und Obsiegens auferlegt (Art. 106 ZPO), wobei nach Praxis der entscheidenden
Kammer in Verfahren der vorliegenden Art Kindern keine Prozesskosten auferlegt
werden (vgl. OGer ZH LZ190022 vom 20. November 2019, E. D.2). Da mit Bezug
- 28 -
auf die nicht vermögensrechtlichen Kinderbelange (Wohnsitz, Wochenendbetreu-
ung, Ferien) sowohl die Klägerin 1 als auch der Beklagte gute Gründe für ihre
Prozessstandpunkte hatten (vgl. ZR 84/1985 Nr. 41) und sie bezüglich der rück-
wirkend zuzusprechenden Kinderunterhaltsbeiträge etwa im gleichen Mass ob-
siegen und unterliegen, sind ihnen die zweitinstanzlichen Gerichtskosten je zur
Hälfte aufzuerlegen und die Parteientschädigungen für das Berufungsverfahren
wettzuschlagen.