Decision ID: 1a9c60b8-150a-5428-9589-bbc1bff667e9
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 11. April 2018 in der Schweiz um Asyl
nachsuchte,
dass er am 19. April 2018 zu seiner Person, zu seinem Reiseweg und zu
seinen Gesuchsgründen befragt (Befragung zur Person [BzP], SEM Akten
A8/12) und am 18. November 2019 vertieft dazu angehört wurde, weshalb
er in der Schweiz um Schutz ersuche,
dass der Beschwerdeführer, kurdischer Ethnie und aus B._ stam-
mend, zur Begründung seines Asylgesuches im Wesentlichen vortrug, die
PYD (Partiya Yekitîya Demokrat; Demokratische Einheitspartei) habe ihn
im Mai 2016 gegen seinen Willen zur Leistung von Militärdienst mitgenom-
men und ihn zirka drei Wochen inhaftiert, bevor er in der Kaserne etwa
einen Monat militärisch ausgebildet worden sei,
dass er nach einem gesamten Aufenthalt bei der PYD (Anmerkung des
Gerichts: respektive wohl bei den YPG [Yekîneyên Parastina Gel; Volks-
verteidigungseinheiten]) von einem Monat und zwei bis drei Wochen zu-
sammen mit drei Kollegen von dort habe fliehen können,
dass er zudem während des Aufenthaltes bei der PYD von den syrischen
Behörden aufgrund seines Militärdienstpflichtalters schriftlich aufgefordert
worden sei, sich ein Militärbüchlein, das er noch nie besessen habe, aus-
stellen zu lassen und er somit zur Leistung des Militärdienstes aufgeboten
worden sei,
dass er sich nach der Flucht vor der PYD bis zu seiner Ausreise aus Syrien
im Oktober 2017 nicht mehr zu Hause, sondern ausschliesslich in einem
Dorf an der türkischen Grenze versteckt aufgehalten habe,
dass das SEM mit Verfügung vom 25. Februar 2020 feststellte, der Be-
schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, sein Asylgesuch
ablehnte, seine Wegweisung aus der Schweiz verfügte und den Vollzug
der Wegweisung, da dieser unzulässig sei, zugunsten einer vorläufigen
Aufnahme aufschob,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 27. März 2020 gegen diese
Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben liess und
in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte, es sei ihm in die Akten A 6/2,
A12/1 und A18/1 vollumfänglich sowie in sämtliche vom SEM genannten
"Quellen" Einsicht zu gewähren, eventualiter sei zu diesen Akten und
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"Quellen" das rechtliche Gehör zu gewähren, wobei nach Gewährung der
Akteneinsicht und eventualiter des rechtlichen Gehörs eine angemessene
Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung anzusetzen sei,
dass die angefochtene Verfügung des SEM vom 25. Februar 2020 aufzu-
heben und die Sache dem SEM zur vollständigen und richtigen Abklärung
und Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes und zur Neubeur-
teilung zurückzuweisen sei,
dass eventualiter die Verfügung des SEM vom 25. Februar 2020 aufzuhe-
ben und die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers festzustellen
und ihm Asyl zu gewähren sei,
dass eventualiter die Verfügung des SEM vom 25. Februar 2020 aufzuhe-
ben und er als Flüchtling anzuerkennen sei,
dass auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten sei,
dass er weiter von der Bezahlung der Verfahrenskosten zu befreien sei,
dass eventualiter eine angemessene Frist zur Einreichung der Sozialhilfe-
bestätigung beziehungsweise zur Bezahlung eines Gerichtskostenvor-
schusses anzusetzen sei,
dass mit der Beschwerde Kopien schweizerischer Ausländerausweise der
Geschwister des Beschwerdeführers eingereicht wurden,
dass das Bundesverwaltungsgericht mit Schreiben vom 30. März 2020
dem Beschwerdeführer den Eingang der Beschwerde bestätigte,
dass die Instruktionsrichterin mit Zwischenverfügung vom 9. April 2020 die
Gesuche um Gewährung der Akteneinsicht und des rechtlichen Gehörs so-
wie das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ab-
wies und verfügte, der Beschwerdeführer habe innert Frist einen Kosten-
vorschuss zu leisten,
dass der Kostenvorschuss innert Frist geleistet wurde,
dass der Beschwerdeführer beziehungsweise sein Rechtsvertreter mit Ein-
gabe vom 13. Oktober 2020 auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
E-2188/2019 vom 30. Juni 2020 (Anmerkung des Gerichts: zur Publikation
vorgesehen) und im Speziellen auf die Erwägung 6.2.4 des Urteils verwies,
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dass der Rechtsvertreter dabei die Meinung vertrat, in jüngster Rechtspre-
chung habe sich das Bundesverwaltungsgericht in diesem Urteil (im Zu-
sammenhang mit Refraktion oder Desertion in Syrien) ausführlich mit der
vom SEM seit Jahren angewendeten Praxis betreffend die drohende Ver-
letzung von Art. 3 EMRK und die entsprechende Unzulässigkeit des Weg-
weisungsvollzugs sowie mit der Frage der Asylrelevanz der Verfolgung
auseinandergesetzt,
dass das Gericht in E. 6.2.4 dieses Urteils klar festgestellt habe, es sei
nicht vereinbar, einerseits eine asylrelevante Verfolgung zu verneinen und
gleichzeitig das Vorliegen eines «real risk», Folterstrafen ausgesetzt zu
werden, zu bejahen,
dass es offensichtlich sei, dass die vom Bundesverwaltungsgericht vorge-
nommene Präzisierung der Rechtsprechung vom SEM zwingend vernehm-
lassungsweise zu berücksichtigen sei, weshalb der Rechtsvertreter aus-
drücklich die Überweisung der Akten zur Vernehmlassung an das SEM be-
antrage,
dass offensichtlich sei, dass der Beschwerdeführer aufgrund der ihm un-
bestrittenermassen drohenden unmenschlichen Behandlung (Art. 3
EMRK) als Flüchtling anzuerkennen und ihm Asyl zu gewähren sei,

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht unter anderem für die Behandlung
von Beschwerden gegen Verfügungen des SEM zuständig ist, wobei das
Gericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig entscheidet, ausser – was vor-
liegend nicht der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des
Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht
(vgl. Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. Art. 31–33 VGG und Art. 83 Bst. d
Ziff. 1 BGG),
dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG),
dass für das vorliegende Verfahren das bisherige Recht gilt (vgl. Abs. 1 der
Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September
2015),
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dass die Beschwerde frist- und formgerecht eingereicht worden ist und der
Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen hat,
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdi-
ges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung hat und da-
her zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 und aArt. 108
Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG),
dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen
Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten,
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich,
wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt,
dass der vom Rechtsvertreter mit Eingabe vom 13. Oktober 2020 gestellte
Antrag auf Überweisung der Akten zur Vernehmlassung an das SEM ab-
zuweisen, auf einen Schriftenwechsel zu verzichten und der Beschwerde-
entscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG),
dass nach Prüfung der Aktenlage der Sachverhalt, den der Beschwerde-
führer für sein Asylgesuch geltend zu machen beabsichtigte, vom SEM un-
ter Einhalten der massgeblichen Verfahrensvorschriften rechtsgenüglich
erstellt worden ist,
dass mit der Beschwerde der wesentliche rechtliche Unterschied zwischen
einerseits der Erhebung und Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
haltes und andererseits der – unter rechtsprechungsrelevanter Berücksich-
tigung des länderspezifischen Kontextes – rechtskonformen Würdigung
des geltend gemachten Sachverhalts verkannt zu werden scheint,
dass auch keine relevante Verletzung der Begründungspflicht ersichtlich
ist, und zudem dem Beschwerdeführer die sachgerechte Anfechtung des
Asylentscheids in einer 43-seitigen Rechtsmitteleingabe offenkundig mög-
lich war,
dass demnach das Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei auf-
zuheben und die Sache dem SEM zur vollständigen und richtigen Abklä-
rung und Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes und zur Neu-
beurteilung zurückzuweisen, nicht durchzudringen vermag und abzuwei-
sen ist und das Gericht in der Sache zu entscheiden hat (vgl. Art. 61
Abs. 1 VwVG),
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dass gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich
Asyl gewährt und Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder
im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Natio-
nalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ih-
rer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder
begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG), wobei als ernsthafte Nachteile namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken, gelten (Art. 3 Abs. 2 AsylG),
dass gemäss Art. 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder
zumindest glaubhaft zu machen ist und diese glaubhaft gemacht ist, wenn
die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für
gegeben hält,
dass das SEM in seiner Verfügung mit überzeugender Begründung zur Er-
kenntnis gelangt ist, die Vorbringen des Beschwerdeführers würden den
Anforderungen von Art. 3 AsylG an die flüchtlingsrechtliche Beachtlichkeit
nicht genügen, und es mit den Ausführungen in der Beschwerdeschrift
nicht gelingt, dem in entscheidwesentlicher Hinsicht Stichhaltiges entge-
genzusetzen,
dass die mit der Rechtsmitteleingabe erhobenen Einwände in materieller
Hinsicht vornehmlich die rechtliche Würdigung von Desertion, Refraktion
und illegaler Ausreise im syrischen Kontext betreffen,
dass dazu eine gefestigte Rechtsprechung besteht, die mit der generellen
Kritik – teilweise an der Art und Weise der eingefügten Hinweise auf diese
Rechtsprechung – sowie Mutmassungen hinsichtlich der Beurteilung län-
derspezifischer Quellen nicht in Frage gestellt werden kann,
dass das SEM im angefochtenen Entscheid zutreffend auf das Referenz-
urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-5329/2014 vom 23. Juni 2015 ver-
wies, wonach die geltend gemachten Rekrutierungsbemühungen und eine
angestrebte Mobilisierung durch die PYD beziehungsweise YPG keine
Verfolgung darstellt, welche auf einem der in Art. 3 AsylG genannten Grün-
den beruht, sondern die militärischen Rekrutierungen in diesem Zusam-
menhang vielmehr an den Wohnort, das Alter und allenfalls an das Ge-
schlecht einer betroffenen Person knüpfe,
dass eine mögliche entsprechende Einziehung zum militärischen Dienst
durch die YPG gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts
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demnach flüchtlingsrechtlich nicht relevant ist (vgl. a.a.O. E. 5.3), da es in
diesem Kontext an einem vom schweizerischen Recht verlangten Beweg-
grund mangelt, um die an die Flüchtlingseigenschaft gebundenen Voraus-
setzungen gemäss Art. 3 AsylG zu erfüllen,
dass zudem gemäss Rechtsprechung im Grundsatzurteil BVGE 2015/3
vom 18. Februar 2015 – und seither in vielen weiteren Urteilen – festge-
stellt worden ist, dass eine Wehrdienstverweigerung (Refraktion) oder De-
sertion auch im Kontext der syrisch-staatlichen Militärdienstpflicht die
Flüchtlingseigenschaft nicht per se zu begründen vermag, sondern nur
dann, wenn damit eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG ver-
bunden sei (vgl. ausführlich BVGE 2015/3 E. 6.7.3),
dass aus den in der Folge ergangenen nicht publizierten Urteilen des Bun-
desverwaltungsgerichts hervorgeht, dass bei Wehrdienstverweigerung im
syrischen Kontext nur dann eine flüchtlingsrechtlich relevante Strafe zu be-
fürchten ist, wenn zusätzliche exponierende Faktoren gegeben sind, hin-
gegen nicht davon auszugehen ist, dass herkömmlichen Wehrdienstver-
weigerern, das heisst solchen, die nicht zusätzlich in massgeblicher Hin-
sicht politisch exponiert sind, mit genügender Wahrscheinlichkeit eine die
Schwelle der flüchtlingsrechtlichen Relevanz erreichende Strafe drohe,
dass demnach eine Wehrdienstverweigerung im syrischen Kontext für sich
allein genommen nicht ausreicht, um die Flüchtlingseigenschaft zu erfüllen,
sondern vielmehr erforderlich ist, dass bei einer asylsuchenden Person
weitere Umstände hinzutreten, welche darauf schliessen lassen, dass eine
Person als Regimegegner angesehen wird und somit aus politischen Be-
weggründen eine unverhältnismässige Strafe zu befürchten hätte
(vgl. Referenzurteil des BVGer E-2188/2019 vom 30. Juni 2020 E. 5.1,
insb. E. 5.1.2 [zur Publikation vorgesehen]),
dass vorliegend keine solche vergleichbare Konstellation vorliegt,
dass sich aus den eigenen Angaben des Beschwerdeführers und aus den
Akten keine Hinweise auf eine solche individuelle Situation ergeben und
dieser anlässlich der Befragung und vertieften Anhörung zu seinen Asyl-
gründen namentlich weder eigene politische Aktivitäten im Heimatland gel-
tend machte noch vorbrachte, aus einem entsprechenden familiären Um-
feld zu stammen,
dass er im Rahmen der BzP ausdrücklich bestätigte, in seinem Heimatland
nicht politisch aktiv gewesen zu sein,
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dass er zudem – ausser der geltend gemachten Sachverhalte im Zusam-
menhang mit der PYD respektive der YPG und Refraktion vor dem syrisch-
staatlichen Militärdienst – keine irgendwie gearteten Probleme mit einer
Behörde, der Polizei, dem Militär, einer Partei oder sonst einer Organisa-
tion gehabt habe (A8/12 Pt. 7.02),
dass er auch in der vertieften Anhörung auf die Frage, ob er oder jemand
aus seiner Familie jemals in Syrien politisch aktiv gewesen sei, bestätigte,
niemand von ihnen habe sich in die Politik eingemischt (A17/18 F111),
dass allein der Hinweis in der Rechtsmitteleingabe auf Geschwister mit
Aufenthaltstitel und anerkannter Flüchtlingseigenschaft in der Schweiz
nicht auf eine persönliche Vorbelastung des Beschwerdeführers im ge-
nannten Sinne und damit eine drohende Reflexverfolgung schliessen lässt,
dass im syrischen Kontext auch eine illegale Ausreise per se praxisgemäss
keine flüchtlingsrechtliche Relevanz entfaltet, sofern keine Verfolgungssi-
tuation im Sinne von Art. 3 AsylG und keine besondere individuelle Vorbe-
lastung vorliegen (vgl. zur diesbezüglichen Praxis des Bundesverwaltungs-
gerichts etwa die Urteile des BVGer E-3692/2016 vom 13. Oktober 2017
E. 4.7, E-5587/2017 und E-5790/2017 vom 5. Dezember 2017 E. 6.4, je
mit weiteren Hinweisen),
dass diese Voraussetzungen auf den Beschwerdeführer offenkundig nicht
zutreffen,
dass keine Notwendigkeit besteht, auf die weiteren in der Beschwerde er-
hobenen Einwände und Ausführungen im Einzelnen einzugehen, da sie
nach dem oben Ausgeführten am Prüfungsergebnis in entscheidwesentli-
cher Hinsicht keine andere Betrachtungsweise zuzulassen vermögen,
dass das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers zu Recht
verneint, das Asylgesuch abgelehnt und die Wegweisung aus der Schweiz
verfügt hat,
dass daran in rechtlicher Hinsicht nichts zu ändern vermag, wenn das SEM
in der angefochtenen Verfügung (in unzutreffender Weise und zudem ohne
konkrete fallbezogene Begründung) ausführte, aus den Akten ergebe sich
eine konkrete Gefahr ("real risk") dafür, dass dem Beschwerdeführer im
Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat eine durch Art. 3 EMRK verbotene
Strafe oder Behandlung drohe, und die vorläufige Aufnahme angeordnet
hat, da der Wegweisungsvollzug unzulässig sei,
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dass die entsprechende blosse Feststellung des SEM bedeuten würde, der
Beschwerdeführer müsse zwar mit erheblicher Wahrscheinlichkeit (im
Sinne eines real risk) in Syrien wegen Dienstverweigerung eine Behand-
lung gewärtigen, die der Folter gleichkommt, dass einer solchen Bestra-
fung aber (nach schweizerischen Landesrecht gemäss Art. 3 AsylG) keine
flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgungsmotivation zu Grunde liege, wes-
halb zwar die Unzulässigkeit des Vollzugs festzustellen, die Flüchtlingsei-
genschaft aber zu verneinen sei,
dass diese Einschätzung und Rechtsfolge des SEM – wenn sie denn in der
vorliegenden Verfügung überhaupt bewusst vorgenommen worden sein
sollte – nicht der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts entspricht, auch
dogmatisch nicht überzeugt und sich mit der Abgrenzung legitimer Straf-
verfolgung von illegitimer Verfolgung sowie mit der Frage des Malus bei
der Bestrafung von Dienstverweigerung nicht auseinandersetzt,
dass mit dem Referenzurteil E-2188/2019 die bisherige Rechtsprechung
des Bundesverwaltungsgerichts seit BVGE 2015/3 bezüglich Wehrdienst-
verweigerung (Refraktion) oder Desertion im Kontext der syrisch-staatli-
chen Militärdienstpflicht erörtert (insbesondere BVGE 2014/28 mit Verweis
auf BVGE 2013/25 und EMARK 2006 Nr. 3, sowie wiederum BVGE 2015/3)
und die entsprechende Praxis bestätigt wird,
dass die E. 6 des Urteils letztlich lediglich als eine – in einem obiter dictum
erörterte – Richtigstellung an das SEM und allenfalls als Klarstellung ge-
genüber einem geneigten interessierten Publikum zu verstehen ist,
dass im Urteil zusammenfassend klargestellt wird, falls es – aufgrund des
rechtserheblich erstellten Sachverhaltes – zutrifft, dass der Beschwerde-
führer nur ein «einfacher Wehrdienstverweigerer» ohne weitere einzelfall-
spezifische Risikofaktoren sei, so würde ihm gemäss Einschätzung, die der
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts zugrunde liege, nicht eine derart
drakonische Strafe drohen, als dass die Schwelle des Art. 3 EMRK erreicht
würde und seine Wehrdienstverweigerung wäre dann nur im Rahmen der
Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung aufgrund der derzeitigen
allgemeinen Situation in Syrien zu berücksichtigen (E. 6.2.5, 2. Abs.),
dass sich die in der Eingabe des Rechtsvertreters vom 13. Oktober 2020
selektiv und aus dem Zusammenhang gerissene zitierte E. 6.2.4 des Ur-
teils E-2188/2019 als offenkundig untauglich erweist, für das vorliegende
Verfahren etwas zu gewinnen,
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dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den
rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106
Abs. 1 AsylG), weshalb die Beschwerde, wie dargelegt, in Berücksichti-
gung der vorliegend massgeblichen in der Schweiz als gefestigt geltenden
Rechtsprechung als offensichtlich unbegründet abzuweisen ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.–
(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2])
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und der
in diesem Betrag geleistete Kostenvorschuss zur Begleichung der Verfah-
renskosten zu verwenden ist.
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