Decision ID: 34de8cb2-8490-400d-9145-d3fccdad679c
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Sachverhalt:
A. Die amerikanischen Behörden führen umfangreiche Ermittlungen gegen  Personen, die mit der Gesellschaft B. SA und/oder ihren  und ihr verbundenen Unternehmen in Verbindung stehen. Sie werden verdächtigt, Bestechungszahlungen unter anderem an Amtsträger bei der Gesellschaft C. SA geleistet und Geldwäsche betrieben zu haben. In diesem Zusammenhang ersuchten die amerikanischen Behörden die Schweiz am 2. Mai 2017, ergänzt am 13. Oktober 2017 und 18. April 2018, um Rechtshilfe.
B. Derzeit führen die amerikanischen Behörden ein Strafverfahren unter  gegen A. und B., den ehemaligen Geschäftsführer bei B. SA für , wegen des Verdachts der Bestechung und Geldwäscherei. Mit  Rechtshilfeersuchen vom 8. April 2019 gelangte das  an die Schweiz und ersuchte unter anderem um  von Unterlagen zu den Konten Nr. 1 bei der Bank E., Nrn. 2 und 3 bei der Bank F. sowie Nr. 4 bei der Bank G., die auf die H. BV LLC lauten,  von A. oder/und C. kontrolliert werden. Im Ersuchen vom 8. April 2019 wird zusammenfassend ausgeführt, dass C. im Rahmen des Bestechungs- und Geldwäschereikomplotts von B. SA Bestechungsgelder an A.  habe, welche A. anschliessend unter anderem auf Schweizer Konten transferiert habe. Einige dieser Gelder habe A. für den Kauf von Immobilien in den USA verwendet. Zudem habe C. von A. Provisionen (sog. Kickback payments) über Schweizer Konten erhalten, die von C. allein oder  mit A. verwaltet worden seien. Auch diese Provisionsgelder seien möglicherweise für Immobilienkäufe in den USA verwendet worden (act. 1.7).
C. Mit Eintretensverfügung vom 5. Juni 2019 entsprach die Zentralstelle USA des Bundesamtes für Justiz (nachfolgend «BJ») dem amerikanischen . Da die Bundesanwaltschaft (nachfolgend «BA») gegen A. bereits seit dem 24. Februar 2017 ein Strafverfahren führte (act. 1.4), betraute das BJ die BA mit der Ausführung des Ersuchens vom 8. April 2019 und  die BA auf, ihr die von der ersuchenden Behörde angeforderten  einzureichen (act. 1.6). Die Unterlagen zu den auf die H. BV LLC lautenden Konten Nrn. 1 und 5 bei der Bank E., Nr. 2 bei der Bank F. und Nr. 4 bei der Bank I. (ehemals Bank G.) reichte die BA dem BJ am 26. Juli 2019 ein.
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D. Mit Schlussverfügung vom 31. Januar 2020 verfügte das BJ die Herausga-
be der Unterlagen zu den auf die H. BV LLC lautenden Konten bei den Banken E., F. und I. an die ersuchende Behörde (act. 1.2).
E. Dagegen liess A. am 4. März 2020 bei der Beschwerdekammer des  Beschwerde erheben. Er beantragt die kostenfällige  der Schlussverfügung vom 31. Januar 2020 (act. 1).
F. Mit Schreiben vom 7. Mai 2020 teilte das BJ dem Gericht mit, dass es auf
die Einreichung einer begründeten Beschwerdeantwort verzichte und die kostenfällige Abweisung der Beschwerde beantrage (act. 10). Das  des BJ wurde A. am darauffolgenden Tag zur Kenntnis gebracht (act. 11).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird,  erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug .

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. 1.1 Für die Rechtshilfe zwischen den USA und der Schweiz sind primär der
Staatsvertrag vom 25. Mai 1973 zwischen der Schweizerischen  und den Vereinigten Staaten von Amerika über gegenseitige Rechtshilfe in Strafsachen (RVUS; SR 0.351.933.6) sowie das  vom 3. Oktober 1975 zu diesem Staatsvertrag (BG-RVUS; SR 351.93) massgebend.
1.2 Soweit dieser Staatsvertrag und das BG-RVUS bestimmte Fragen nicht abschliessend regeln, gelangen das Bundesgesetz über internationale Rechtshilfe in Strafsachen vom 20. März 1981 (Rechtshilfegesetz, IRSG; SR 351.1) und die dazugehörige Verordnung vom 24. Februar 1982 (Rechtshilfeverordnung, IRSV; SR 351.11) zur Anwendung (Art. 36a  und Art. 1 Abs. 1 lit. b IRSG). Das innerstaatliche Recht gelangt nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann zur Anwendung, wenn dieses  Anforderungen an die Rechtshilfe stellt (vgl. Art. 38 Abs. 1 RVUS; BGE 145 IV 294 E. 2.1 S. 297; 142 IV 250 E. 3; 140 IV 123 E. 2 S. 126).
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Vorbehalten bleibt die Wahrung der Menschenrechte (BGE 145 IV 294 E. 2.1 S. 297; 123 II 595 E. 7c S. 617; TPF 2016 65 E. 1.2).
Auf Beschwerdeverfahren sind zudem die Bestimmungen des  vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (, VwVG; SR 172.021) anwendbar (Art. 7 Abs. 1 , Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 4 StBOG).
2. 2.1 Die Schlussverfügung der Zentralstelle USA des BJ unterliegt zusammen
mit den vorangehenden Zwischenverfügungen der Beschwerde an die  des Bundesstrafgerichts (Art. 17 Abs. 1 BG-RVUS). Die entsprechende Beschwerdefrist beträgt 30 Tage ab der schriftlichen  der Verfügung (Art. 17c BG-RVUS).
Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen eine Schlussverfügung der Zentralstelle USA des BJ. Die vorliegende Beschwerde wurde form- und fristgerecht erhoben.
2.2 Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer persönlich und direkt von einer Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 17a BG-RVUS). Als persönlich und direkt betroffen gilt namentlich der Kontoinhaber bei der Erhebung von Informationen hinsichtlich des auf ihn lautenden Kontos (BGE 137 IV 134 E. 5.2.1 S. 138; 130 II 162 E. 1.3 S. 165; 128 II 211 E. 2.3-2.5; 124 II 180 E. 1b; 118 Ib 547 E. 1d; TPF 2011 131 E. 2.2).
Bloss wirtschaftlich an einem Bankkonto, Banksafe oder  Berechtigte sind im Gegensatz zu deren Inhaber grundsätzlich nicht , Rechtshilfemassnahmen anzufechten, welche die  betreffen (BGE 139 II 404 E. 2.1.1 S. 411 f. m.w.H.; Urteil des  1C_764/2013 vom 27. September 2013 E. 2.1; TPF 2008 172 E. 1.3). Eine Ausnahme lässt die Praxis zu, falls einzige Kontoinhaberin eine juristische Person war, die aufgelöst worden ist und nicht mehr , und die Auflösung der Gesellschaft nicht nur vorgeschoben oder rechtsmissbräuchlich erscheint (BGE 137 IV 134 E. 5.2.1 S. 138 m.w.H.; 123 II 153 E. 2c-d S. 157 f.). Die Beweislast für die wirtschaftliche  und die Liquidation der Gesellschaft obliegt dem Rechtsuchenden. Darüber hinaus muss der wirtschaftlich Berechtigte im Auflösungsakt  als Begünstigter des Liquidationsgewinns bezeichnet sein (Urteile des Bundesgerichts 1C_183/2012 vom 12. April 2012 E. 1.5; 1C_161/2011
http://links.weblaw.ch/BGE-123-II-595 http://links.weblaw.ch/TPF_2016_65 http://links.weblaw.ch/BGE-130-II-162 http://links.weblaw.ch/BGE-128-II-211 http://links.weblaw.ch/BGE-124-II-180 http://links.weblaw.ch/BGE-118-IB-547 http://links.weblaw.ch/TPF_2011_131 http://links.weblaw.ch/1C_764/2013 http://links.weblaw.ch/TPF_2008_172 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=Legitimation+wirtschaftlich+berechtigt+IRSg&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F123-II-153%3Ade&number_of_ranks=0#page153 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=Legitimation+wirtschaftlich+berechtigt+IRSg&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F123-II-153%3Ade&number_of_ranks=0#page153
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vom 11. April 2011 E. 1.3; 1A.284/2003 vom 11. Februar 2004 E. 1; 1A.212/2001 vom 21. März 2002 E. 1.3.2; 1A.84/1999 vom 31. Mai 1999 E. 2c; Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2009.151 vom 11. September 2009 E. 1.3.2). Der Beweis des Zuflusses des Liquidationserlöses der  Gesellschaft an den wirtschaftlich Berechtigten kann auch anders als mit der Bescheinigung über die Auflösung erbracht werden (Urteil des Bundesgerichts 1C_370/2012 vom 3. Oktober 2012 E. 2.7).
2.3 Von der Rechtshilfemassnahme betroffen sind die Konten Nrn. 1 und 5 bei der Bank E., Nr. 2 bei der Bank F. und Nr. 4 bei der Bank I., alle lautend auf die H. BV LLC (act. 1.2). Soweit ersichtlich ist die H. BV LLC bis zum  Datum nicht aufgelöst und somit partei- und prozessfähig. In diesem Sinne sind auch die Ausführungen des Beschwerdeführers zu verstehen, als er angibt, dass die H. BV LLC nicht mehr aktiv sei und er die  als wirtschaftlich Berechtigter erhebe (act. 1, S. 2). Dass die H. BV LLC nicht mehr handlungsfähig wäre, geht weder aus den  Unterlagen hervor noch wird dies vom Beschwerdeführer behauptet. Somit wäre grundsätzlich die H. BV LLC als Inhaberin der vorgenannten Konten beschwerdebefugt, die im Übrigen gegen dieselbe  vom 31. Januar 2020 ebenfalls Beschwerde erhob hat (RR.2020.74).
3. Nach dem Gesagten ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.
4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem  aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 1'000.-- festzusetzen (vgl. Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG sowie Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a des Reglements des  vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und  in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]), unter Anrechnung des entsprechenden Betrages am geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 5‘000.--. Die Bundesstrafgerichtskasse ist anzuweisen, dem  Fr. 4‘000.-- zurückzuerstatten.
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