Decision ID: 0f39ffef-4372-4a9e-93b8-6db6a1683e2a
Year: 2009
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_005
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Leitungsbruchs auf einen Sachverhalt zurückzuführen sei, welcher eine
Haftung begründet hätte, welche bei der Haftpflichtversicherung gedeckt
gewesen wäre. Der Bericht habe eine haftungsbegründende Ursache des
Leitungsbruchs ausgeschlossen. Der Bericht habe nicht alle möglichen
Ursachen für dieses Ausschlaufen der Muffen geprüft, insbesondere nicht, ob
die Muffen beispielsweise infolge Alter oder Korrosion hätten auseinander
gleiten können, was auch möglich wäre. Es sei unwahrscheinlich, dass ein
Erdrutsch zum Ausschlaufens der Muffen geführt habe, ansonsten in der
Umgebung ebenfalls Erdbewegungen wahrzunehmen gewesen wären. Es
hätte in Wirklichkeit aber nur von der Stelle des Wasseraustritts an abwärts
durch die grosse Wassermenge weggespültes Erdreich in Bewegung gesetzt
und den Schaden am unter der lecken Leitungsstelle liegenden Gebäude der
Beschwerdeführer verursacht. Für den Eintritt des Schadens trage der
Versicherte die Beweislast, wenn sich der positive Beweis für den Eintritt und
die Ursache des Schadens nicht erbringen lasse. Die Beschwerdeführer
behaupteten, dass ein Elementarschaden die Ursache des Leitungslecks
gewesen sei, was aber weder bewiesen noch indiziert sei.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Beschwerdethema bildet im vorliegenden Fall die Frage, ob die
Beschwerdegegnerin zu Recht auf den von den Beschwerdeführern
gemeldeten Schadensfall nicht eingetreten ist. Nachfolgend gilt auch zu
prüfen, ob das Gesetzmässigkeitsprinzip eingehalten worden ist.
2. a) Wer die Beweislast trägt, bestimmt sich in verfahrensrechtlichen Fragen nach
dem allgemeinen, auch in Art. 8 ZGB zum Ausdruck kommenden
Rechtsgrundsatz, wonach sich die Beweislosigkeit einer Tatsache zu
Ungunsten desjenigen ausschlägt, der aus ihrem Vorhandensein ein Recht
ableitet. Das Bundesgericht hat ausdrücklich in einem Entscheid festgehalten,
dass der Geschädigte den Beweis zu erbringen hat, dass der geltend
gemachte Schaden durch ein Elementarereignis entstanden ist (Urteil des
Bundesgerichts 2C_419/2008 vom 30. März 2009 E. 2.4; Urteil des
Verwaltungsgericht Zürich, ZBl 95 (1994) S. 188 ff.).
b) Im vorliegenden Fall stützten die Beschwerdeführer ihre Argumentation bloss
auf reine Vermutungen. Sie beantragen auch keine zusätzlichen Abklärungen
durch das Verwaltungsgericht. Die Beschwerdeführer bringen vor, dass die
Beschwerdegegnerin keinen Beweis dafür aufführt, dass der Erdrutsch
tatsächlich durch einen Wasserleitungsbruch entstanden ist. Sie sind der
Auffassung, dass es gerade so gut möglich wäre, dass der Erdrutsch die
Wasserleitung beschädigt habe. Sie argumentierten, dass der Bericht der
Firma ... Wassermesstechnik einen sehr guten Zustand des gesamten
Wasserleitungsnetzes in ... attestierte. Die Beschwerdeführer bringen im
Weiteren vor, dass der schleichende Hangrutsch und nicht ein
Wasserleitungsbruch kausal für das Ereignis war.
Diese Vorbringen der Beschwerdeführer sind blosse Behauptungen, die sich
überhaupt nicht auf Beweise oder blosse Indizien stützen. Das Leck befindet
sich direkt unter dem Sitzplatz des Hauses ... und wenn sich tatsächlich die
Erde dort vor dem Wasseraustritt bewegt hätte - so wie die Beschwerdeführer
behaupten - wären dort mit hoher Wahrscheinlichkeit Risse an Bauteilen oder
Geländeveränderungen oberhalb der Abbruchstelle sichtbar gewesen. Diese
Konstellation ist aber nicht dokumentiert und auch gemäss den Aufnahmen
im technischen Bericht sind keine solchen Risse oder Terrainveränderungen
erkennbar. Auch sonst wurden in der nahen und weiten Umgebung keine
Erdbewegungen festgestellt. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer
ist es daher höchst unwahrscheinlich, dass ein Erdrutsch den Leitungsbruch
verursacht hat. Im Übrigen sind die Tauglichkeit und der Zustand des
gesamten Wasserleitungsnetzes von ... nicht bestritten und im vorliegenden
Fall auch nicht relevant. Tatsache ist, dass die Beschwerdegegnerin ihren
Entscheid aufgrund des technischen Berichtes von ... vom 16. Dezember
2008 gefällt hat. Es gibt faktisch keine anderen Beweise oder Indizien, welche
die Argumentation der Beschwerdeführer bekräftigen könnten. Die
Beschwerdeführer sind (gemäss ihrer Replik Ziff. 11) ausserdem selber der
Ansicht, dass die von ihnen behaupteten Schadensursache – die
Erdbewegungen – wegen des Hangrutsches nicht mehr eruierbar ist. Die
Geschädigten hätten dem Verwaltungsgericht für ihre Argumentation den
Beweis oder mindestens einen expliziten dahingehenden Beweisantrag
liefern müssen. Weil die Beschwerdeführer dies unterlassen haben, tragen sie
die Folge der Beweislosigkeit. Weil die von ihnen behauptete
Schadensursache nicht mehr eruierbar ist und im technischen Bericht kein
Hinweis auf einen Erdrutsch enthalten ist, ist davon auszugehen, dass auf
weitere Untersuchungen verzichtet werden kann (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 2C_419/2008 vom 30. März 2009 E. 2.4). Somit kann für die
Beurteilung des Schadensfalls auf dem technischen Bericht vom 16.
Dezember 2008 abgestellt werden.
3. a) Auszugehen ist von Art. 26 des Gesetzes über die Gebäudeversicherung im
Kanton Graubünden (GVG; BR 830.100). Danach erbringt die
Gebäudeversicherung u.a. Leistungen, wenn Gebäudeschäden durch
Elementarschäden entstanden sind, wie z.B. durch Erdrutsch (Abs. 1 lit. e).
Ausgeschlossen sind nach Art. 26 Abs. 2 lit. a GVG Schäden, die nicht auf
eine Einwirkung von aussergewöhnlicher Heftigkeit zurückgehen oder die auf
ein abwendbares Einwirken zurückzuführen sind. Nicht gedeckte
Elementarschäden im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. e GVG sind gemäss Art. 25
lit. c AVzGVG insbesondere Schäden, die infolge Leitungsbruch,
Wasserinfiltration durch Dächer und Umfassungswände, Grundwasser,
Rückschwallwasser, Frostschäden sowie Eisbildung auf Dächern entstanden
sind.
Nach der Lehre kann von einem Elementarereignis nur gesprochen werden,
wenn es auf ein Naturereignis zurückgeht. Ein Erdrutsch im
versicherungstechnischen Sinn liegt vor, wenn gewachsenes Erdreich auf
natürliche Art und Weise unaufhaltbar ins Rutschen gerät. Ein Erdrutsch wird
meistens durch heftige Niederschläge und das dadurch bedingte Eindringen
von Wasser zwischen vorher gebundenen Bodenschichten ausgelöst. Das
Naturereignis muss anderseits mit elementarer Gewalt und in einem Zuge
eintreten, weshalb Rutschungen, die sich über einen längeren Zeitraum
hinziehen oder mit zumutbaren baulichen Massnahmen verhindert werden
konnten, nicht als Elementarereignis zu qualifizieren sind (Dieter Gerspach,
in: Glaus/Honsell, Gebäudeversicherung, Systematischer Kommentar, Basel
2009, 2. Kapitel, N 126 ff.).
Auch die Materialien kommen zum gleichen Schluss: In der Botschaft der
Regierung an den Grossen Rat vom 8. Juli 1969 steht zum damaligen Art. 28
(heutige Art. 26 GVG) des Entwurfs: „Als Elementarereignis gilt ein plötzlicher
Vorgang der unbelebten Natur, der sich durch eine gewisse Mächtigkeit
(höhere Gewalt) auszeichnet“. Diese Definition wurde auch in der
anschliessenden Beratung im Grossen Rat im Herbst 1969 (GRP 1969/1970,
S. 226-273) nicht in Frage gestellt.
b) Der technische Bericht vom 16. Dezember 2008 hat klar festgehalten, dass
der Erdrutsch infolge eines Wasserleitungslecks entstanden ist. Als Folge des
grossen Wasseraustritts wurde der Hang stark durchnässt, weshalb die
durchnässten Erdmassen auf der ganzen Hanglänge abrutschten. Der
Wasserverbrauch in dieser Zone erhöhte sich ab ca. 16.00 Uhr laufend und
im Zeitraum von 21.00 bis 22.00 Uhr stieg er schlagartig auf mehr als den
doppelten Wert gegenüber der vorangehenden Stunden an. Wichtig ist auch,
dass vor dem Eintritt des Schadens keine aussergewöhnlichen
Witterungsverhältnisse geherrscht haben und dass zwei Tage vor dem
Ereignis kein Regen und am 18. September 2008 nur eine sehr geringe
Menge fiel. Zusätzlich ist im Bericht enthalten, dass gemäss dem
Reparaturprotokoll der Gemeindewerke der Zustand der betreffenden Leitung
als „mittel-schlecht“ bezeichnet wurde. Es wird aber präzisiert, dass ein
Zusammenhang zwischen dem Leitungsbruch in der Elsa-Strasse vom
November 2007 und dem Leck vom 18. September 2008, das vermutlich
durch ein Ausschlaufen der Muffen entstanden ist, nicht besteht. In der
Schlussfolgerung wird ausgeführt, dass aus geologischer Sicht längst bekannt
sei, dass in ... grossräumige Gebiete mit Rutschprozessen vorhanden seien,
da ein Grossteil der Gemeinde auf einem Kriechhang liege. Diese
Kriechproblematik begünstige natürlich auch immer wieder die Entstehung
von entsprechenden Schäden an Leitungen.
Im vorliegenden Fall ist erwiesen, dass die Schadensursache auf einen
Leitungsbruch zurückzuführen ist. Auch dem Gutachten ist kein einziger
Hinweis zu entnehmen, dass ein Erdrutsch das Leitungsleck verursacht
haben könnte. Der Leitungsbruch ist in Art. 25 lit. c AVzGVG ausdrücklich als
nicht gedeckter Elementarschaden genannt. Im Übrigen ist dieser Schaden
nicht auf eine Einwirkung von aussergewöhnlicher Heftigkeit zurückzuführen
und ist daher nach Art. 26 Abs. 2 lit. a GVG explizit von der Versicherung
ausgeschlossen.
c) Die Beschwerdeführer sind der Ansicht, dass die Ursache des Leitungslecks
im technischen Bericht nicht geklärt wurde. Sie zitieren aus dem technischen
Bericht, dass „ohne Mehrbelastung solche Leitungen üblicherweise eine
Lebenserwartung von gut 100 Jahren aufweisen und das Auseinanderziehen
der Muffen die wahrscheinliche Ursache des Leitungslecks ist“. Es wurde
auch festgehalten, dass „Leckstellen, d.h. Leitungsbrüche im Strassenbereich
durch wechselnde Verkehrsbelastung immer auftreten werden und beim hier
vorliegenden „Ausschlaufen der Muffen“ kein Zusammenhang mit dem Leck
im Strassenbereich besteht“. Zusätzlich bringen sie vor, dass „es in ...
grossräumige Gebiete mit Rutschprozessen gibt und dass Leitungsschäden
durch diese Kriechproblematik in ... begünstigt werden“. Schliesslich führen
sie an, dass die „Ursache nicht auf mangelnde Kontrolle, Wartung und
Unterhalt durch die Gemeinde ... zurückgeht, die Ursache nicht auf die
Gegebenheiten beim Haus ... zurückgeht und als Ursache auch das Vorliegen
aussergewöhnlichen Witterungsverhältnisse ausgeschlossen wird“. Die
Beschwerdeführer argumentierten, dass aus diesem Bericht ersichtlich sei,
dass die Ursache des Leitungslecks – mangels anderer Ursachen – allein auf
das Auseinanderziehen der Muffen durch eine Hang-/Erdbewegung zugeführt
werden könne.
... hat in ihrem Bericht vom 16. Dezember 2008 untersucht, ob eine
haftungsbegründende Ursache des Leitungsbruchs vorliegt. Sie ist zum
Schluss gekommen, dass ein Leitungsbruch oder das „Ausschlaufen der
Muffen“ zum Schaden geführt hat und daher kein gedeckter Schaden vorlag.
Sie hat festgestellt, dass kein Erdrutsch den Leitungsbruch bewirkte. Sie hat
keine weiteren Abklärungen vorgenommen und sie hat insbesondere nicht
geprüft, ob die Muffen infolge Alter oder Korrosion den Leitungsbruch
verursacht hatten. Die Expertin hat präzisiert, dass solche Leitungen
üblicherweise eine Lebenserwartung von gut 100 Jahren aufweisen und dass
die defekte Leitung ca. 50 bis 60-jährig war. Sie führte auch aus, dass sich
der Wasserverbrauch schleichend erhöhte und plötzlich schlagartig auf den
mehr als doppelten Wert gegenüber der vorangehenden Stunde anstieg. Aus
diesen Daten war für sie erkenntlich, dass es sich um ein plötzlich
eingetretenes Ereignis (vermutlich Auseinanderziehen der Muffen) handelte.
Im Übrigen bestätigte sie in ihrem Bericht, dass im November 2007 ein
Leitungsleck in der ... auftrat. Sie stellte fest, dass Leckstellen, d.h.
Leitungsbrüche im Strassenbereich bedingt durch die dort auftretenden
wechselnden Verkehrsbelastungen immer auftreten können, dass aber kein
Zusammenhang zwischen dem Leitungsbruch vom November 2007 und dem
Leck am 18. September 2008 (das vermutlich durch ein Ausschlaufen der
Muffen entstanden sei) besteht. Sie stellte fest, dass die Kriechproblematik in
... Leitungsschäden begünstigen könnte. Es muss hier verdeutlicht werden,
dass Schäden, die nicht auf eine Einwirkung von aussergewöhnlicher
Heftigkeit zurückgehen oder voraussehbar waren (Art. 26 Abs. 2 lit. a und b
GVG) von der Gebäudeversicherung ausgeschlossen werden. Auch die
Tatsache, dass der Gemeinde ... bezüglich Kontrolle, Wartung und Unterhalt
kein Versäumnis vorgeworfen werden kann, ist im vorliegenden Verfahren
nicht relevant. Die Expertin betont schliesslich, dass vor dem Ereignis keine
aussergewöhnlichen Witterungsverhältnisse geherrscht haben. Wenn der
Schaden aufgrund eines Elementarereignisses entstanden wäre, hätte die
GVA Versicherungsleistungen erbringen müssen. Dies insbesondere, wenn
gewachsenes Erdreich auf natürliche Art und Weise (wie z.B. durch heftige
Niederschlägen) unaufhaltbar ins Rutschen geraten wäre. Die Expertin
schliesst in ihrem Bericht das Vorliegen eines Naturereignisses und einer
natürlichen Ursache ausdrücklich aus. Dementsprechend ist bewiesen, dass
kein Elementarereignis und daher auch kein gedeckter Schaden vorlag. Die
Einwände der Beschwerdeführer sind somit haltlos.
4. a) Die Beschwerdeführer rügen ausserdem die Verletzung des
Legalitätsprinzips. Sie machen geltend, dass selbst wenn das Ereignis nicht
auf einen Erdrutsch sondern ganz oder teilweise auf einen
Wasserleitungsbruch zurückzuführen sein sollte, trotzdem eine
Versicherungsdeckung bestehen würde. Sie sind der Auffassung, dass Art.
26 Abs. 1 und 2 GVG bereits mehrere Ausschlüsse statuiert und es sich daher
bei Art. 25 lit. c AVzGVG es keineswegs um eine blosse Präzisierung handeln
kann. Aus diesem Grund könne die GVA den Ausschluss von
Leitungsbrüchen aus der Versicherungsdeckung nicht entgegenhalten.
b) In der bundesgerichtlichen Rechtssprechung (BGE 128 I 113 E. 3c S. 122
m.w.H.) sind die Voraussetzungen für eine Gesetzesdelegation enthalten.
Diese ist nur zulässig, wenn sie nicht durch die Verfassung ausgeschlossen
ist, die Delegationsnorm in einem Gesetz im formellen Sinn enthalten ist, die
Delegation sich auf eine bestimmte, genau umschriebene Materie beschränkt
und die Grundzüge der delegierten Materie in einem Gesetz im formellen
Sinne umschrieben sind. Die ersten drei Voraussetzungen sind auch nach der
Auffassung der Beschwerdeführer klar erfüllt. Was die vierte Voraussetzung
anbelangt, muss folgendes festgehalten werden: die Grundzüge der
delegierten Materie, d.h. die wichtigen Regelungen sind im vorliegenden Fall
tatsächlich im Gesetz im formellen Sinn enthalten, weil in Art. 26 Abs. 1 GVG
die Versicherungsleistungen mit den entsprechenden Elementarschaden
aufgeführt sind. Auch die Ausschlüsse sind in Art. 26 Abs. 2 GVG und
teilweise in Art. 26 Abs. 1 (z.B. lit. a und lit. c) explizit enthalten. Diese
Bestimmungen sind wichtig, weil sie den Elementarschaden definieren. In der
Botschaft der Regierung an den Grossen Rat vom 8. Juli 1969 wurde zum
damaligen Art. 28 (heutige Art. 26 GVG) des Entwurfs festgehalten, dass als
Elementarereignis ein plötzlicher Vorgang der unbelebten Natur gilt, der sich
durch eine gewisse Mächtigkeit (höhere Gewalt) auszeichnet. Diese Definition
wurde auch in der anschliessenden Beratung im Grossen Rat im Herbst 1969
(GRP 1969/1970, S. 226-273) nicht in Frage gestellt. Auch der Art. 28 des
Entwurfs enthielt im Übrigen keinen Hinweis auf die Notwendigkeit der
natürlichen Ursache resp. keine Einschränkung betreffend Leitungsbrüche.
Somit ist erstellt, dass mit Art. 26 Abs. 1 lit. e GVG nur Ereignisse gemeint
sein können, die auf natürliche Art und Weise ausgelöst werden. Wie bereits
ausgeführt, wird auch in der Lehre nur von einem Elementarereignis
gesprochen, wenn es auf ein Naturereignis zurückgeht. Ein Erdrutsch liegt
dann vor, wenn gewachsenes Erdreich auf natürliche Art und Weise
unaufhaltbar ins Rutschen gerät (Dieter Gerspach, in: Glaus/Honsell, a.a.O.
N 126 ff.). Der Leitungsbruch ist hingegen nicht auf eine natürliche Ursache
zurückzuführen und er ist auch nicht unaufhaltbar. Es ist ersichtlich, dass dem
Leitungsbruch der allgemeinen Definition der Elementarschaden gemäss Art.
26 Abs. 1 GVG nicht entspricht, sondern die Voraussetzungen des
Ausschlusses nach Art. 26 Abs. 2 GVG klar erfüllt. Art. 25 lit. a AVzGVG stellt
somit nur eine Präzisierung dar, weil die Grundzüge im Art. 26 GVG enthalten
sind. Das Legalitätsprinzip ist demzufolge nicht verletzt und der Einwand der
Beschwerdeführer ist unbegründet.
5. Die Beschwerde ist somit abzuweisen. Bei diesem Ausgang gehen die
Verfahrenskosten zulasten der Beschwerdeführer. Gemäss Art. 78 Abs. 2 des
Gesetzes über die Verwatungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) wird mit
öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen in der Regel keine
Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen
Wirkungskreis obsiegen. Die Beschwerdegegnerin hat daher keinen
Anspruch auf aussergerichtliche Entschädigung.