Decision ID: 0a827473-2d51-4268-a1f7-e53e8a8dacbb
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1958 geborene
X._
, gelernter Stahlwerker, reiste im August 2009 in die Schweiz ein (
Urk.
7/1,
Urk.
7/4) und war zuletzt von April 2011 bis
Februar 2013
bei der
Y._
AG
als
Lager
mitarbeiter angestellt (Urk.
7/13
,
Urk.
7/17
).
Unter Hinweis auf seit 2010 bestehende somatische Beeinträchti
gungen meldete sich
X._
am 1
0.
Dezember 2013 (Eingangsda
tum)
bei der
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Be
zug
von Leistungen der In
validenversicherung an (Urk. 7/1
).
Zur Abklä
rung der medizinischen und erwerblichen Verhältnisse zog die IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto (Urk. 7/13) bei und holte einen Be
richt der Arbeitgeberin (Urk. 7/17)
ein
. Sodann wurde
n
ein
Bericht de
s
Haus
a
r
zte
s
(Urk. 7/18) und die Unterlagen der
Kranken
taggeldversicherung
(Urk. 7/6) eingeholt. Berufliche Eingliederungsmassnahmen wurden geprüft und ein entsprechender
Leistungs
anspruch
verneint (Urk. 7/12). Im Rahmen der weiteren Abklärungen der medi
zinischen Verhältnisse
fand am
16. April 2014 eine orthopädisch-rheumatologische
Untersuchung beim Regionalen Ärzt
lichen Dienst (RAD) statt (RAD-Untersuchungsbericht vom 9. Mai 2014; Urk. 7/25). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 19. Juni 2014 [Urk. 7/
32
], Einwand de
s
Versicherten vom
14
.
August
201
4
[Urk.
7
/
50
, Urk.
7/51
]
sowie
Stellungnahme
des Versicherten vom 1
6.
Novem
ber 2015 [
Urk.
7/75]
zu den weiteren Abklärungen der IV-Stelle
[
Urk.
7/64,
Urk.
7/70
]
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
8.
April 2016 einen
Leistungsan
spruch
des Versicherten
(Urk.
7
/
80
[= Urk. 2]).
2.
Gegen diese Verfügung legte
der
Versicherte mit Eingabe vom
9. Mai 2016
Beschwerde
(Urk. 1)
ein und
beantragte, die angefochtene Verfügung sei auf
zuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die
gesetzlichen
Leis
tungen zu erbringen; eventuell sei die Angelege
nheit
zur Vornahme weiterer Abklärungen
an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
In prozessualer Hin
sicht ersuchte der Beschwerdeführer um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
13
.
Juni
2016
bean
tragte die IV-Stelle Abwei
sung der Beschwerde (Urk.
6
).
Mit Eingabe vom
4.
August 2016 reichte der Beschwerdeführer
eine Stellungnahme
(
Urk.
10)
sowie einen
Bericht
der Klinik für Rheumatologie des
Z._
vom 26. April 2016
zu den Akten
(
Urk.
11)
, was der
Beschwerdegeg
nerin
a
m
9.
August 2016 zur Kenntnis gebracht
wurde
(Urk.
12).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit ver
ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
blei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
tei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf
gabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.5
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurtei
lung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfü
gung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massge
bende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des
Leistungs
anspruchs
. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medi
zinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schrift
lich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entschei
den haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu wür
digen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzu
nehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesge
richts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erw
og im angefochtenen Entscheid
im Wesentli
chen
, ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
abstellend auf den RAD-Untersuchungsbericht
ergebe
sich aus dem Einkommensvergleich keine Erwerbseinbusse
.
A
us den darauf folgenden Be
richten
der behandelnden Ärzte
ergäben sich
keine
durch die RAD-Ärztin
nicht berücksichtigten
, aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht massge
benden,
medizinischen Tatsachen (
Urk.
2).
2.2
D
e
r
Beschwerdeführer
brachte in
seiner
Beschwerde dagegen
im Wesent
lichen
vor,
auf den RAD-Untersuchungsbericht von med.
pract
A._
, Fachärztin für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
könne
nicht abgestellt werden, da dieser nicht mehr den tatsächlichen Verhältnissen entspreche. Seit April 2014 habe sich der Ge
sundheitszustand de
s
Beschwerdeführer
s
erheblich verschlechtert.
Dies ergebe sich aus den Berichten
der behandelnden Ärzte
(
Urk.
1).
2.3
Replicando
präzisierte der
Beschwerdeführer
seine Anträge dahingehend, da
ss ihm seit Oktober 2013 eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen sei, eventuell sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme weiterer Abklärun
gen zurückzuweisen (
Urk.
10
S. 5
). Er
gänzend
führte er
aus, im Mai 2016 seien mehrere Stenosen festgestellt worden. Auch die ernsthafte
Schulter
proble
matik
sei zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung nicht berücksichtigt worden. Deshalb dürfe nicht von einer 100%igen Ar
beits
fähig
keit in angepasster Tätigkeit ausgegangen werden
. Auch das durch
RAD-Ärztin
A._
festgehaltene Zumutbarkeitsprofil müsse den aktuellen
Befunden entsprechend angepasst werden.
Beim Einkommensvergleich
dräng
e sich
beim Invalideneinkommen
ein Leidensabzug von 20
%
auf
(
Urk.
10)
.
3.
3.1
Am 1
6.
April 2014 fand ein Untersuch beim RAD statt. Med.
pract
.
A._
hielt im RA
D
-Untersuchungsbericht vom
9.
Mai 2014 (
Urk.
7/25)
folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
7/25/8):
Status nach
Arthrodese
bei Arthrose des unteren Sprunggelenks links
Sodann wurden folgende Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit notiert (
Urk.
7/25/8):
Status nach
Dekompression bei
Sulcus
-
U
lnaris
-
Syndrom und
Carpal
tunnel-Syndrom
(C
TS
)
rechts
anamnest
isch
Sulcus
-
U
lnaris
-
Syndrom und CTS links
St
atus
n
ach
Stenting
linkes Bein bei bekannter
periphere
r
arterielle
r
Verschlusskrankheit
(
pAVK
)
beginnende
Dupuytren
-Kontraktur IV. und V. Strahl rechts ohne
Bewe
gungseinschränkung
der Finger
Verdacht auf
Alkohol- und Amphetamin-Abusus
Weiter wurde festgehalten,
der Beschwerdeführer sei am
3.
April 2014 wegen eines
Sulcus
-
Ulnaris
-Syndroms und eines
CTS
am rechten Arm operiert wor
den. Die Operation des linken Armes sei nach Abschluss der Wundheilung rechts geplant (
Urk.
7/25/1).
Med.
pract
.
A._
würdigte die
medizinisch
Aktenlage dahingehend,
an
hand der Anamnese und der erhobenen Untersuchungsbefunde habe nach
voll
zogen werden können, dass für die an
gestammte Tätigkeit als Lager
arbeiter aufgrund der Ope
ration des unteren Sprunggelenks bis zur
Wund
hei
lung
eine Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Eine verminderte Belastbarkeit des
Be
schwerdeführers
für alle Tätigkeiten, die dauerhaft im Stehen und Gehen
aus
geübt werden
,
habe
ebenfalls nachvollzogen werden
können. Die vom Hausarzt
attestierte
100%ige
Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätig
keit aufgrund des be
stehenden
CTS
und des
Sulcus
-
U
lnaris
-
Syndroms
habe
jedoch nicht nach
vollzogen werden
können
.
Aus medizinischer Sicht
habe
aufgrund dieser Di
agnosen jeweils nach der Operation vorübergehend bis zur Wundheilung
eine
Arbeitsunfähigkeit
bestanden
. Im Rahmen der Untersu
chung
seien
auch die Serum-Spiegel der angegebenen Schmerzmittel (Trama
dol und Paracetamol) bestimmt
worden.
Beide Präparate
seien
im Gegensatz zur Angabe des
Be
schwerdeführers
, er habe morgens beide eingenommen
,
nicht nachweisbar.
Es hätten
sich jedoch erhöhte Leber-Enzymwert
e und ein erhöhter Wert für CDT
als Hinweis auf einen regelmässigen
Alkohol-
Ü
ber
konsum
sowie ein positiver Nachweis von Amphetamin im Urin
gefunden
(
Urk.
7/25/8)
.
Beim 56-jährigen Beschwerdeführer sei anhand der vorlie
gen
den medizinischen Berichterstattung und der körperlichen Untersuchung vom 1
6.
April
2014 ein somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen, der die Ar
beits
fähigkeit be
einträchtige. In seiner bisherigen Tätigkeit als Lagerist be
stehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit seit dem 1
6.
April 201
4.
Die Einschrän
kung der Arbeitsfä
higkeit ergebe sich durch die verminderte Belastbarkeit des linken Sprung
gelenks. In angepasster Tätigkeit (mit körperlich leichter
wech
sel
belastender
Tätigkeit, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 15kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häu
fige sprunggelenksbelastende Arbeiten) sei eine 100%ige Arbeits
fähigkeit seit
jeher gegeben (
Urk.
7/25/9).
3.2
3.2.1
Dem Operationsbericht
von
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für
Chi
rur
gie und Handchirurgie, Spital
C._
,
vom
4.
April
2014 (Urk.
7/64/15-
16
) kann entnommen werden, dass
sich der
Beschwerdeführer am
3.
April 2014
eine
r
endoskopische
n
Dekompress
ion des
Nervus
U
lnaris
im
Cubitaltunnel
rechts sowie eine
r
endoskop
ische
n
Spaltung des
Retinaculum
F
lexorum
rechts
unterzogen hat
(
Urk.
7/
64
/
15
). Bis zur ersten kli
nischen Kontrolle
in
vier Wochen
attestierte der Operateur
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
7/
64
/
16
).
3.2.2
Dr.
B._
führte im Bericht vom
6.
Mai 2014 (
Urk.
7/64/13-14) aus, der Beschwerdeführer beschreibe bei Status nach endoskopischer Dekompression des
Nervus
U
lnaris
im
Cubitaltunnel
und endoskopische Spaltung des
Reti
naculum
F
lexorum
rechts vom
3.
April 2014 einen soweit gutartigen
früh
post
operativen
Verlauf. Schmerzen seien nicht wesentlich aufgetreten. Die
Krib
belparästhesien
im Bereich der oberen rechten Extremität hätten sich quali
tativ und quantitativ schon deutlich gebessert (
Urk.
7/64/13).
3.3
3.3.1
Dem Operationsbericht
von
Dr.
B._
vom 2
7.
August 2014 (
Urk.
7/56/4) kann entnommen werden, dass
beim
Beschwerdeführer
am genannten Tag eine endoskop
ische Spaltung des
Retinaculum
F
lexorum
links sowie eine endoskopische Dekompress
ion des
Nervus
U
lnaris
im
Cubitaltunnel
links vorgenommen worden sei
en
. Bis zur ersten klinischen Kontrolle
(vier bis sechs Wochen)
bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
7/56/4).
3.
3.2
Dr.
B._
führte im Bericht
vom
2
4.
September
201
4
zu Händen de
s Haus
arztes
(
Urk.
7/64
/5-6
)
aus
,
der Beschwerdeführer zeige auch linksseitig
einen soweit gutartigen postoperativen Verlauf, mit deutlicher Besserung der Kompressionssymptomatik
des
Nervus
M
edianus
sowie
U
lnaris
nun auch auf der linken Seite. Er
sei
mit dem Zustand und der Entwicklung der
Sensibili
tätsstörung
an den oberen Extremitäten sehr zufrieden
.
Die
Hauptproble
matik
sei
nach wie vor die
Claudicatio
der unteren Extremität
.
Hier st
ünden
neurologische Beurteilungen aus
(Urk. 7/64/5)
. Aufgrund des gutarti
g
en Ver
laufes nun auch auf der linken Seite
werde der
Fall
somit
ab
geschlossen (
Urk.
7/64/
6)
.
3.4
Im
Bericht der
D._
Klinik vom
4.
Juni 2015 zu Händen der
Beschwer
degegnerin
(
Urk.
7/70)
wurde folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgehalten (
Urk.
7/70):
chronisches
lumbosakrales
Schmerzsyndrom
mässige
Spondylarthrose
,
Bandscheibenprotrusionen
LWK4 - SW
K1
Becken-MRI vom 2
5.
November 2014: reizlose Hüftgelenke/ISG, keine Nachweis entzündlicher Weichteilprozesse/RF, unklarer De
fekt am linken Beckenkamm.
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde
n
sodann ge
nannt:
Meralgia
paraesthetica
pAVK
Stadium I beidseitig
Status nach PTA/
Stenting
links Juli
2014
Status nach
Thrombendarteriektomie
mit
Venenpatchplastik
rechts Oktober 2011
Status nach endoskopischer Dekompression
Nervus
Ulnaris
und endo
skopischer Spaltung des
Retinaculum
F
lexorum
rechts im April 2014
Des Weiteren wurde festgehalten, in Zusammenschau sei die Ursache des chronischen Schmerzsyndroms im Bereich des Beckengürtels am ehesten rein
myofaszial
oder bei den nachgewiesenen degenerativen Veränderungen der
Lendenwirbelsäule zu interpretieren. Zur symptomatischen Behandlung werde
eine physiotherapeutische Behandlungsserie mit den
Behandlungs
schwer
punk
ten
Analgesie, Dehnung, Verbesserung der kardiovaskulären Funktion mit Aktivierung der allgemeinen Kraftausdauer verordnet. Soweit beurteilbar sollte mit
adäquatem physiotherapeutischem
Training und Anal
gesie eine Beschwerdeverbesserung erreicht werden können
. Die Einschät
zung der Arbeits
fähigkeit erfolge durch den Hausarzt (
Urk.
7/70/2)
.
3.5
Dem Bericht der Klinik für
Angiologie
des
Z._
vom 2. Juni 2015 zu Händen des Hausarztes des Beschwerdeführers (
Urk.
3/3 [=
Urk.
7/71])
können folgende Diagnosen entnommen werden (
Urk.
3/3 S. 1
-2
)
p
eriphere arterielle Verschlusskrankheit der unteren Extremitäten Sta
dium
IIb
links, Stadium I rechts
l
inks: Status nach
Thrombektomie
der
Arteria
I
liaca
Communis
,
Arte
ria
Iliaca
E
xterna
,
Arteria
F
emoralis
C
ommunis
links sowie
Thrombendarteriektomie
der
Arteria
F
em
oralis
Communis
und
Ve
nenpatchplastik
am 2
6.
Ok
tober 2011
sowie PTA und
Stenting
der
Arteria
I
liaca
C
ommunis
und
Arteria
Iliaca
E
xterna
links am 2
8.
Oktober 2011)
aktuell: hochgradige (75%ige) Stenose der
A
rteria
F
emoralis
C
ommu
nis
proxima
l
links
,
zwei 50%ige Stenose
n
der
A
rteria
F
emoralis
S
uperfi
ci
alis
links (proxima
l
und mittlerer Abschnitt)
r
echts
:
Status nach
PTA mit
Stenteinlage
in der
A
rteria
I
liaca
C
om
munis
rechts, PTA
A
rteria
I
l
iaca
I
nterna rechts sowie PTA proxi
male
A
rteria
F
emoralis
S
uperfi
cialis
rechts am
9.
Juli
2014 (S
pital
O.
_
_
)
aktuell: 50%ige Stenose der
A
rteria
I
liaca
E
xterna
,
k
ardiovaskuläre Risikofaktoren: Nikotinkonsum (40 p
ack
years
), Hypercholesteri
nämie
Meralgia
P
araesthetica
Nervus
Cutaneus
F
emoris
rechts
c
hronisches
lumbosakrales
Schmerzsyndrom, m
ä
ssige
Spondylarth
rose
,
Bandscheibenprotrusion
LWK4-SWK1
Becken-
MR
I
2
5.
November
2014:
r
eizlose Hüftgelenke/ISG, kein Nachweis von entzündlichem Weichteilprozess, unklarer Defekt am linken Beckenkamm
Zudem wurde angefügt,
d
ie
angiologische
nicht-invasive Untersuchung zeige eine mittel- bis
schwergradig
eingeschränkte Ruheperfusion des linken Beines und eine leicht eingeschränkte Ruheperfusion des rechten Beines bei hochgradiger Stenose der
Arteria
F
emoralis
C
ommunis
proximal links sowie eine 50%ige Stenose der
Arteria
F
emoralis
S
uperficialis
links und eine 50%ige Stenose der
Arteria
I
liaca
E
xterna
rechts. Die vom
Beschwerdeführer
geklagten Beinbeschwerden seien nur zum Teil von vaskulärer Genese. Sie schienen vor allem durch das bekannte chronische
lumbosakrale
Schmerz
syndrom
sowie durch die
Meralgia
P
araesthetica
bedingt zu sein (
Urk.
3/3 S.
3
).
3.6
Bezüglich der im Bericht der Klinik für
Angiologie
des
Z._
vom 18. Juli 2015 zu Händen des Hausarztes (
Urk.
3/4 [=
Urk.
7/72]) genannten Diagnosen kann auf E. 3.5 verwiesen werden. Ergänz
end wurde festgehalten, am 1
4.
Juli 2015 sei ein
e
PTA der
Arteria
F
emoralis
C
ommunis
Stenose
links
und der
Arteria
F
emoralis
S
uperficialis
Stenosen links
und rechts
durchgeführt worden
(Urk. 3/4 S. 1)
.
Des Weiteren ist dem Bericht zu entnehmen, b
ei inguinalem
Strömungsge
räusch
, Abblass
en der linken Fusssohle nach 30
Zehenspitzenständen und nicht
palpierbarem
Puls der
A
rteria
P
oplitea
habe
klinischer Verdacht auf Verschluss der
A
rteria
F
emoralis
S
uperficialis
im Adduktorenkanal
bestan
den
. Die oben genannte
Katheterintervention
habe
am 1
4.
Juli
2015 kompli
kationslos durchgeführt werden
können (Urk.
3/4 S. 1)
. Die
postinte
rve
ntio
nell
e
angiologische
Kontrolle inkl.
Duplexsonographie
habe
ein gutes klini
sches sowie
hämodynamisches
Ergebnis mit verbesserter Perfusion
gezeigt (
Urk.
3/4 S.
2).
3.7
Im Bericht der Klinik für Rheumatologie des
Z._
vom 2
6.
April 2016 zu Händen des
Hausarztes
(
Urk.
11) wurden folgende Diag
nosen notiert (
Urk.
11 S. 1):
s
chwerer Vitamin-D-Mangel mit sekundärem
Hyperparathyreoidismus
Klinik:
l
umbale beidseitige Schmerzen
Labor vom 1
4.
März
20
16: 25-Hydroxy-Vitamin D 4.4ug/l
, PTH 115.9ng/l, Calcium Albumin k
o
rr. 2.16mmol/l
Bildgebung: MRI LWS 2
9.
März 2016
: Normalbefund
Periarthropathia
humeroscapularis
calcarea
b
eidseits
U
ltraschall vom
8.
April
2016:
Verkalkungen im ansatznahen Be
reich der
Supraspinatussehne
beidseits,
s
ubluxierte
Bicepssehne
rechts,
m
inime Bursitis
subacromialis
beidseits
l
eichte Hyperurikämie
März 2016
a
ktuell keine
Anhaltspunkte
für Gichtarthritis
p
eriphere arterielle Verschlusskrankheit der unteren Extremitäten Sta
dium
II
b
rechts,
I
links
links:
chron
ischer
Verschluss
der
A
rteria
I
liaca
I
nt
erna
(Angiogra
phie 1
4.
Juli 2
015)
und Status nach untengenannten
Interventio
nen
rechts:
aktuell:
c
a. 50%
ige
Stenose der
A
rteria
I
liaca
E
xterna
(Duplex
6.
Mai
2016)
,
50-75%ige Stenose der
A
rteria
F
emoralis
mitte-distal (Duplex
6.
Mai
2016)
,
ca. 50-75%ige Stenose der
A
r
teria
P
r
ofunda
F
emoris
(Duplex
6.
Mai
2016)
und Status nach un
tengenannten
Interventionen
k
ardiovaskuläre Risikofaktoren
: pers. Nikotinkonsum (50-60
pack
years
), Hypercholesterinämie, pos. Familienanamnese, Adipo
sitas
Verdacht auf
Polyneuropathie multifaktorieller Genese
a
ktuell
März
2016: Anpassung Schuheinlagen
Knick- Senkfuss b
eidseits
Differentialdiagnose
i.R.v
.
Dg
. 2
a
ktuell
März
2016: Anpassung von Schuheinlagen
Meralgia
P
araesthetica
Nervus
Cutaneus
F
emoris
b
eidseits
Es wurde
ferner festgehalten
, die bestehenden Schmerzen würden am ehesten im Rahmen des schweren Vitamin-D-Mangels bei unauffälliger Bildgebung und fehlenden anamnestischen
,
humoralen Hinweise
n
für eine
Entzündungs
aktivität
interpretiert
. An den Schultern lieg
e
zudem eine
Enthesiopathie
der
Supraspinatussehnen
vor mit leichten Ansatzverkalkungen
.
Die Hyperuri
kämie sei
nutritiv bei übermässigem Bierkonsum begünstigt,
schein
e
bislang aber keine Gichtschübe hervorgerufen zu haben und
sei
damit zurzeit nicht behandlungsbedürftig. Weiter besteh
e
der Verdacht auf eine Polyneuropathie bei Prädiabetes mellitus, übermässigem Alkoholkonsum und möglichem inter
mittierendem Vitamin B-Mangel. Zur weiteren Diagnostik
sei ein
neuro
lo
gisches
Konsil
angemeldet
worden
. Die erhöhte
Leukozytenzahl
werde
am ehesten bei chronischem hohen Nikotinabusus
interpretiert (
Urk.
11 S. 3)
.
4.
4.1
Die Einschätzung der RAD-Ärztin
A._
, welche als Fachärztin der ortho
pädi
schen Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates of
fen
sicht
lich über die erfor
derlichen persönlichen und fachlichen Qualifikati
onen ver
fügt, beruht auf einer persönlichen orthopädischen Untersuchung vom 1
6.
April
2014 und entspricht den allgemeinen beweisrechtlichen An
for
de
rungen an ärztliche Berichte.
Die untersuchende RAD-Ärztin
A._
stellte schlüssig fest, dass beim Beschwerdeführer – mit Verweis auf den orthopädischen Befund – ein soma
tischer Gesundheitsschaden ausgewiesen sei, welcher die Arbeitsfähigkeit beinträchtige, woraus, gestützt auf die verminderte Belastbarkeit des linken Sprunggelenks, eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Lagerist resultiere.
M
ed.
pract
.
A._
kam
sodann nachvollziehbar zum Schluss, dass in einer an
gepassten Tätigkeit
unter Berücksichtigung des Belastungsprofils
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit seit jeher gegeben sei (vgl. E.
3.1). RAD-Ärztin
A._
ging bis zur
postoperativen
Wundheilung von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus.
Die
Beurtei
lung des Gesundheitszustands des
Beschwerdeführer
s
durch
RAD-Ärztin
A._
steht
denn auch
nicht mit den Feststellungen der
behan
delnden Ärzte (E.
3.2)
in Widerspruch.
Vielmehr berücksichtigte RAD-Ärztin
A._
die Sprunggelenks
beschwerden
,
das
Sulcus
Ulnaris
Syndrom beid
seits
, die
pAVK
sowie die Bewegungseinschränkung
en
der Finger
.
Zudem wurde auch der operative Eingriff beim Beschwerdeführer vom
3.
April 2014, in dessen Rahmen eine endoskopische Dekompression des
Nervus
Ulnaris
im
Cubitaltunnel
rechts sowie eine endoskopische Spaltung des
Retinaculum
flexorum
rechts vorgenommen wurde (E. 3.2.1-3.2.2), berücksichtigt.
In orthopädischer Hinsicht kann dem nachvollziehbaren und widerspruchs
freien RAD-Untersuchungsbericht vom
9.
Mai 2014 (Urk. 7/25) deshalb ohne weiteres gefolgt werden. Demnach war
der
Beschwerdeführer mindestens ab April 2014 in der angestammten Tätigkeit als Lagerist zu 50
%
und in einer ange
passten Tätigkeit
seit jeher
zu 100 % arbeitsfähig (E. 3.
1
).
4.2
Daran ändert die Tatsache nic
hts,
dass
am 2
7.
August 2014
eine endoskopi
sche Spaltung des
Retinaculum
F
lexorum
links sowie eine endoskopische Dekompression des
Nervus
Ulnaris
im
Cubitunnel
links (E.
3.3.1-3.3.2) vor
genommen wurde
n
.
Während
der Eingriff vom
3.
April 2014
- wie bereits aus
geführt - durch RAD-Ärztin
A._
berücksichtigt wurde
, sind den Berichten des Spitals
C._
(E. 3.2.2, E. 3.3.2) und auch denjenigen der weite
ren behandelnden Ärzte keine Angaben zu einer langdauernden Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit zu entnehmen
; weder beim Eingriff links noch rechts
, vielmehr wird von einem guten Verlauf und einer deutlichen Besse
rung der Kompressionssymptomatik de
s
Nervus
M
edianus
und
Nervus
U
lna
ris
ausgegangen.
Ei
ne Arbeitsunfähigkeit wird
lediglich bis zur
Wund
heilung
und der ersten klinischen Kontrolle nach vier bis sechs Wochen
attestiert
(E. 3.2.1, E. 3.3.1).
D
iese nur vorübergehende Verschlechterung des Gesundheits
zustands
bleibt
allerdings
ohne Relevanz für die
Rentenbeur
teilung
, da sie nicht
dauerhaft war
und anschliessend wieder von einer
100%igen Arbeits
fähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
ausgegangen werden
ko
nn
te
.
4.3
4.3.1
Vorab ist
zu den im Nachgang an den RAD-Untersuch ergangenen Berichten
festzuhalten,
dass eine neu hinzugetretene Diagnose nicht unbesehen eine höhere Arbeitsunfähigkeit bewirkt. Massgebend für den Grad der
Arbeits
unfähigkeit ist nicht die Diagnose oder die Zahl der erhobenen Diagnosen, son
dern die daraus resultierende Leistungseinschränkung, welche sich auch durch eine zusätzliche Beeinträchtigung nicht zwangsläufig erhöhen muss (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_804/2015 vom 2
1.
Juni 2016 E. 3.2).
4.3.2
D
ie weiteren aktenkundigen Berichte
(vgl. E. 3.4-3.7)
vermögen
an der Ein
schätzung
von
RAD-Ärztin
A._
nichts zu ändern
respektive
es
ergeben sich aus ihnen keine weitergehenden
massgebenden
Einschränkungen
.
Aus
dem
Bericht der
D._
Klinik
vom
4.
Juni 2015
(E. 3.4)
, bei welcher
der Beschwerdeführ
er
am 1
9.
November 2014
einmal
ig
vorstellig wurde
,
er
geben
sich keine
körperlichen
Einschränkung
en
,
welche nicht bereits durch med.
pract
.
A._
berücksichtigt wurden,
insbesondere
nicht
hinsichtlich
des
darin genannten
chronischen
lumbosakralen
Schmerzsyndroms
.
D
ie Hüf
ten
sind
gemäss MRI weitgehend unauffällig
und d
ie geklagten Be
schwerden werden am ehesten al
s
myofaszial
bezeichnet
.
Die anlässlich der einmaligen Untersuchung erhobenen Befunde zeigen ein unauffälliges Beschwerdebild (vgl. Urk. 7/70/2).
Sodann wurde eine
B
esserungsfähigkeit
der
Schmerzsymp
to
matik
durch adäquates physiotherapeutisches Training
attes
tiert
. Eine
Arbeits
fähigkeitseinschätzung
erfolgte
hingegen nicht
(E. 3.4)
.
Auch den Berichten der Klinik für
Angiologie
(E. 3.5-3.6) resp. für Rheuma
tologie
des
Z._
(E. 3.7) sind keine Angaben
hinsichtlich einer allfälligen Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit zu entnehmen.
Es wird in den Berichten der Klinik für
Angiologie
lediglich die komplikationslose Durchführung einer
Katheterintervention
am 1
4.
Juli 2015 (
PTA der
Arteria
F
emoralis
C
ommunis
Stenose und der
Arteria
F
emoralis
S
uperficialis
links sowie PTA der
Arteria
F
emoralis
S
uperficialis
Stenose rechts) besprochen
(E.
3.5-3.6)
.
Hinsichtlich des ambulanten Berichts der Klinik für Rheumatologie des
Z._
(E. 3.7) ist anzufügen, dass der Erlass des ange
fochte
nen Ent
scheids rechtsprechungsgemäss die Grenze der richterlichen
Über
prüfungsbe
fugnis
bildet (vgl. etwa BGE 129 V 356 E. 1, 129 V 169 E. 1, 129 V 4 E. 1.2, je mit Hinweisen), weshalb nur diejenigen tatsächlichen Um
stände zu berücksichti
gen sind, die sich bis zu jenem Zeitpunkt ereignet haben. Sämtliche Feststellungen
hinsichtlich der
Periarthropathia
h
umeros
capularis
c
alcarea
beidseits (
Enthesiopathie
der
Supraspinatussehne
)
sowie allfällig verschlimmerte
Stenosen (Duplex vom 6.
Mai 2016)
sind daher für die Be
urteilung der vorliegenden Beschwerde
n
von vornherein unbeachtlich.
Ohne
hin handelt es sich
bei der
Periarthropathie
nur
u
m leichte
Ansatz
verkalkun
gen
. Zudem sind
Stenosen beheb
- resp. behandel
bar, weshalb nicht ohne weiteres von einer höheren Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden kann
.
Sodann wurde festgestellt, dass die Schmerzen
des Beschwerdeführers
am ehesten im Rahmen des schweren Vitamin-D-Mangels bei jedoch unauf
fälli
ger Bildgebung interpretiert wü
rden
, wobei festzustellen ist, dass
auch
ein
Vitamin-D-Mangel behandelbar
ist
(
vorgeschlagen wurde
n
eine
hoch
dosierte Vitamin-D-Substitution und begleitende Calcium-Substitution zur
Remineralisierung
für drei Monate)
. I
nvalidenversicherungsrechtlich
sind sie deshalb
ohnehin
nicht
massgebend.
Bei der festgehaltenen
Polyneuropa
thie
handelt es sich sodann um eine
invalidenversicherungsrechtlich
nicht zu berücksichtigende Verdachtsdiagnose.
4.4
Demnach kann
- mit der Beschwerdegegnerin -
ohne Weiteres angenommen werden, dass de
r
Beschwerdeführer im Zeitpunkt
der Untersuchung beim RAD
und - mangels Anhaltspunkten für eine seitherige
massgebliche
Ver
schlechterung
-
im weiteren Verlauf bis zur angefochtenen Verfügung
in der angestammten Tätigkeit als
Lagerist
zu
50
%
a
rbeitsfähig
und in einer
an
gepassten
Tätigkeit
–
unter Berücksichtigung
des von RAD-Ärztin
A._
formulierten
Belas
tungsprofils
(vgl. E.
3.1
)
–
zu 100 % arbeitsfähig war.
Allfällige
massgebende
Verschlechterungen des Gesundheitszustands seit dem Erlass der angefochte
nen Verfügung wären mit einer Neuanmeldung geltend zu machen.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Be
schwer
de
führers in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt.
5.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines
Einkommensver
gleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu er
folgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.3
5.3.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Vali
den
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versi
cherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstruk
turerhebung
(LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzel
fall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
5.3.2
Die letzte Anstellung des Beschwerdeführers dauerte vom 1
8.
April 2011 bis am 2
8.
Februar 2
01
3.
Dieses Anstellungsverhältnis wurde gemäss den Anga
ben des Arbeitsgebers aus
andern
Gründen aufgelöst
unabhängig der später eingetretenen Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
7/17/8-11)
. Für die Bemessung des
Vali
den
ein
kom
mens
ist daher auf die Tabellenlöhne der
Lohnstrukturer
he
bung
(LSE) des Bundesamtes für Statistik abzustellen, wobei der standar
di
sierte Monatslohn für im Bereich „Verkehr und
Lagerei
“ im
Kompetenz
niveau
1
tätige Männer heranzuziehen ist. Dieser betrug im Jahr 2012 (Zeit
punkt des
frühest
mögli
chen Rentenbeginns: 2014) Fr. 5‘033.-- pro Monat (LSE 2012 TA 1 Ziffer 49-53 S. 35). Unter Berücksichtigung der im Jahr 201
4
im genannten Bereich üblichen
Wochenar
beitszeit
von 42,4 Stunden
(vgl. Bundesamt für Statistik BFS, betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsab
teilungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche,
Buchstabe H,
Ziff.
49-53
)
sowie der
Nominallohn
entwicklung
für Männer bis ins massgebliche Jahr 2014 (Indexstand 2188 [2012] auf 2220 [2014], vgl. Bundesamt für Statistik BFS, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Real
löhne von 1939 bis 2015)
ergibt sich für das Jahr 201
4
ein Einkommen von
Fr.
64‘
956
.
0
6
(= Fr.
5
‘
033
.
: 40 x 42,4 x 12
: 2188 x 2220
).
5.4
5.4.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September
2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des
Invalidenein
kommens
aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hin
weisen auf die Rechtsprechung).
5.4.2
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens ist mit der
Beschwerdegeg
nerin
ebenfalls ein statistischer Tabellenlohn heranzuziehen. Aus medizinischer Sicht ist der Beschwerdeführer – unter Berücksichtigung des
Belastungs
profils
– im allgemeinen Arb
eitsmarkt zu 100 % arbeitsfähig
.
Da ihm seine ange
stammte Tätigkeit nicht
mehr
zumutbar ist
und diverse körperliche Ein
schränkungen zu berücksichtigen sind,
ist für die Bemessung d
es
Invaliden
einkommens
vom Tabellenlohn für einfache und repetitive Hilfsarbeiten im Umfang von Fr.
5
‘
210
.-- (LSE 2012, S. 35, Tabelle TA1, Wirtschaftszweige Total,
Anforderungsniveau 1) auszugehen. Unter Berücksichtigung der
be
triebsüblichen
Arbeitszeit im Jahr 201
4
von 41.7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik BFS, betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsab
teilungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche, TOTAL) sowie der
Nominal
lohnentwicklung
für
Männer
bis ins massgebliche Jahr 201
4
(Indexstand 2
188
[2012] auf 2
220
[201
4
], vgl. Bundesamt für Statistik BFS, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne von 1939 bis 2015) ergibt sich bei einem zum
utbaren Arbeitspensum von 10
0 % ein Jahreseinkommen von Fr.
66
‘
130
.
33
(Fr.
5
‘
210
.-- : 40 x 41.7 x 12 : 2
188
x 2
220
).
Die Frage, ob ein leidensbedingter Abzug zu gewähren wäre
und
ob
eine Ergänzung des Belastungsprofils
in dem Sinne vorzunehmen ist, dass dem Beschwerdeführer
Überkopfarbeiten aufgrund der festgestellten
Schul
terproblematik
nicht mehr
zumutbar sind
, kann offen bleiben. Es würde
nämlich auch dann kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resul
tieren, wenn
der maximale Abzug von 25
%
gewährt würde.
5.5
Bei einem Invalideneinkommen von Fr. 66'130.33 resultiert im Vergleich zum
Valideneinkommen
von Fr. 64'956.06.--
k
eine Erwerbseinbusse, was einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von
0
% ent
spricht. Damit ist
die angefochtene Verfü
gung, mit welcher ein Rentenanspruch verneint wurde
, nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.
6.
6.1
Gestützt auf die eingereichten Unterlagen (Urk. 3/5) sind die Voraussetz
ungen für die unentgeltliche Rech
tspflege gemäss § 16 Abs. 1 und
2 des Geset
zes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) erfüllt. Antragsge
mäss ist dem Beschwerdeführer deshalb die unentgeltliche Prozessführung zu bewilli
gen und Rechtsanwältin Ursula Reger-
Wyttenbach
als unentgeltliche
Rechts
vertreterin
für das vorliegende Verfahren zu bestellen.
6.2
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invaliden
ver
siche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
6
00.-- festzulegen. Ausgangsgemäss sind
sie de
m
Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Bewilligung der unent
geltli
chen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtkasse zu neh
men.
6.3
Mit Verfügung vom 9. August 2016 wurde der unentgeltlichen
Rechtsver
tre
terin
in Aussicht gestellt, dass – sofern sie keine Honorarnote einreiche – das
Ge
richt die Entschädigung nach Ermessen festlege (Urk. 1
2
). Rechtsanw
ä
lt
in Reger-
Wyttenbach
hat keine Honorarnote eingereicht.
Unter Berücksichti
gung
der Bedeu
tung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und
des gerichtsüblichen Ansatzes von Fr. 220.-- ist
Rechtsanwältin Ursula Reger-
Wyttenbach
mit
Fr.
2
‘
1
00
.--
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
6
.4
De
r
Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das
Sozialver
siche
rungsgericht
(
GSVGer
) hinzuweisen, wonach
er
zur Nachzahlung der Gerichts
kosten u
nd der Entschädigung an die
unentgeltliche
Rechtsver
tre
ter
in
ver
pflichtet ist, sobald
er
dazu in der Lage ist.