Decision ID: dbd6e650-08e7-5ac0-a3fa-245eaf165241
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Mit Urteil vom 19
.
September 2016 im Verfahren Nr. IV.2016.00737
hiess
das hiesige Gericht die Beschwerde von
X._
, geboren 1970, gegen die
leistungsanspruchsverneinende Verfügung
der Sozialversicherungsanstalt des
Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 25
.
Mai 2016 (Urk. 9/140
) gut und wies die Sache an die IV
-
Stelle zurück, damit sie
nach weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägungen über den Rentenanspruch der Versicherten neu verfüge
(vgl. Urk. 9/1
47
Dispositiv Ziff. 1).
In der Folge holte die IV-Stelle
beim Zentrum für Medizinische Begutachtung Y._ ein polydisziplinäres Gutachten ein, welches am 15. Juni 2017 erstattet wurde (Urk. 9/164) und verneinte nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 9/168, Urk. 9/171, Urk. 9/173) mit Verfügung vom 30
.
November 2017
einen Anspruch der Versicherten auf
eine Invalidenrente
(Urk.
9/175
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 9. Januar 2018
Beschwerde gegen die Verfügung vom
30. November 2017
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr
eine Invalidenrente
zuzusprechen
(Urk. 1 S. 1
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
13. Februar 2018
(
Urk. 8
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
26. März 2018 wurde
antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S. 1
) die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und der Beschwerdeführerin die Be
s
chwerdeantwort zugestellt (Urk. 10). Am 18. April 2018 (Urk. 12) und am 29. M
ai 2018 (Urk. 15) reichte die Beschwerdeführerin weitere medizinischen Berichte (Urk. 13, Urk. 16/1-3) ein, welche der
Beschwerdegegnerin am 19. April 2018 und am 31. Mai 2018 zur Kenntnis gebracht wurden (Urk. 14, Urk. 17).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose
voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6).
Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.3
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden somato
formen Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychosomatischen Lei
dens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beachtlich, die das Bundesgericht wie folgt systematisiert hat
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex „Sozialer Kontext"
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränk
ung des
Aktivitätenniveau
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Lei
de
ns
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshin
dern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Res
so
urcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen
einzuschät
-
zen
(BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4):
Der Indikator einer
gleichmässigen
Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen zielt auf die Frage ab, ob die diskutierte Ein
schrän
kung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Aufgaben
bereich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Freizeitgestaltung) anderseits gleich ausgeprägt ist. Dabei ist das bisherige Kriterium des sozialen Rückzugs (wiederum) so zu fassen, dass neben Hinweisen auf Einschränkungen auch Ressourcen erschlossen werden; umgekehrt kann ein krankheitsbedingter Rückzug aber auch Ressourcen zusätzlich vermindern. Soweit erhebbar, empfiehlt sich auch ein Vergleich mit dem Niveau sozialer Aktivität vor Eintritt der Gesundheitsschädigung. Das Aktivitätsniveau der versicherten Person ist stets im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu sehen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1).
Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das
heisst
das
Ausmass
, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz unter dem Komplex "Gesundheitsschädigung") auf den tatsächlichen Leidensdruck hin. Dies gilt allerdings nur, solange das betreffende Verhalten nicht durch das laufende Versicherungsverfahren beeinflusst ist. Nicht auf fehlenden Leidensdruck zu
schliessen
ist,
wenn die Nichtinanspruchnahme einer empfoh
lenen und zugänglichen Therapie oder die schlechte Compliance klarerweise auf eine (unabwendbare) Unfähigkeit zur Krankheitseinsicht zurückzuführen ist. In ähnlicher Weise zu berücksichtigen ist das Verhalten der versicherten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-) Eingliederung. Inkonsistentes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend gemachte Einschränkung sei anders begründet als durch eine versicherte Gesundheitsbeeinträchtigung (BGE 141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/20
16 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.2).
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Inva
liditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegrün
dende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herab
gesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zu
spre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den
Er
werbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131
E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl
massgeblichen
(hypothetischen) Sachverhalts bestehen
(
BGE
144 I 28 E.
2.2,
130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen
). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BG
E 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen)
.
1.6
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.7
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
IVG
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (Urk. 2) damit, zur abschlies
senden Beurteilung sei eine Untersuchung in mehreren Fachrichtungen veranlasst worden, welche ergeben habe, dass die gesundheitlichen Einschränkungen der Be
schwerdeführerin seit 2006 dieselben seien. Die Änderung der Qualifikation als Vollerwerbstätige bilde einen Revisionsgrund.
Es bestehe nach wie vor in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit oder in einer angepassten Tätigkeit eine 70%ige Arbeitsfähigkeit.
Bei der Ausübung eines Arbeitspensums von 70 % aufgrund des genannten Belastungsprofils seien damit alle leidensbedingten Einschränkungen berücksichtigt worden. Weitere Abzüge rechtfertigten sich nicht (S. 1 f.).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (Urk. 1) geltend, auf das Y._-Gutachten könne nicht abgestellt werden. Es sei unzutreffend, dass sie bereits seit 2006 zu 100 % arbeitsfähig sei. Die Ärzte des Y._ hätten ihren Gesundheitszustand im Jahr 2006 gar nicht untersucht. Ihre psychischen Be
schwer
den seien chronifiziert und hätten sich verschlechtert. Die Behauptung der Ärzte des Y._, dass es sich hier nur um eine leichte depressive Episode handle, sei höchst zweifelhaft. Zudem sei aus dem Bericht ihrer behandelnden Ärzte ersichtlich, dass sie 17 verschiedene Medikamente einnehmen müsse, um den Tag überstehen zu können, und es sei eine Fibromyalgie diagnostiziert worden, welche nicht rechtsgenügend abgeklärt worden sei (S. 3 f. Ziff. 1-5).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente.
3.
Im Rahmen der letzten eingehenden Prüfung des Rentenanspruches der Be
schwer
deführerin im Zusammenhang
mit der
vom 1. Juli 2003 bis 30. November 2006 befristeten
Zusprache
einer
Viertelsrente
(Urk. 9/40 und Urk. 9/44), ging die
Beschwerdegegnerin gestützt auf den Haushaltabklärungsbericht vom 13. Septem
ber 2007 (vgl. Urk. 9/28) von einer Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu 30 % im Haushalt und zu 70 % im Erwerbsbereich Tätige aus.
In ihrem Schreiben vom 27. April 2016 (Urk. 9/136) führten die Fachpersonen des Z._ aus, dass die Beschwerde
füh
rerin derzeit bei guter Gesundheit einer 100%igen Erwerbstätigkeit nachgehen würde, da sich ihre Verhältnisse geändert hätten, indem beide Söhne ausgezogen seien und die Notwendigkeit eines vollen Lohnes für das Ehepaar bestünde. In der Folge ging dann die Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung vom 25. Mai 2016 (Urk. 9/140) sowie in der vorliegend angefochtenen Verfügung (Urk. 2) von einer Qualifikation der Beschwerdeführerin als Vollerwerbstätige aus, was nicht zu beanstanden ist. Damit ist vorliegend infolge der Änderung der Qualifikation der Beschwerdeführerin von einem Revisionsgrund auszugehen, welcher die um
fassende Prüfung des Rentenanspruches ohne Bindung an frühere Beurteilungen des Rentenanspruches erlaubt (
vgl. vorstehend E. 1.5).
4
.
4
.1
Nach der befristeten
Zusprache
einer
Viertelsrente
mit Verfügung vom 24. Januar 2008 (Urk. 9/40 und Urk. 9/44) meldete sich die Beschwerdeführerin wieder am 8. August 2008 zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an (Urk. 9/46). Mit Verfügung vom 18. Mai 2010 verneinte die IV-Stelle einen Leistungsan
spruch (Urk. 9/80).
E
rneut
meldete sich die Beschwerdeführerin
am 20. August 2014
unter Hinweis auf eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.1), eine chronische Schmerz
störung, einen Diabetes, eine Adipositas und eine Fibromyalgie
zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an (Urk. 9/99
Ziff. 6.2
).
Hinsichtlich der zum
Zeitpunkt der Urteilsfällung vom 11. August 2015 (Urk. 9/126) bereits bekannten Berichten der Fachpersonen
Z._
vom Oktober 2014 (Urk. 9/105) und vom Januar 2015 (Urk. 9/117) hielt das Gericht fest, dass sich der Bericht vom Oktober 2014 weitgehend in einer Auflistung von subjektiven Beschwerdeanagaben und der schon bekannten Beschwerden erschöpfe,
dass sich aber
dem Bericht des
Z._
vom Januar 2015 gewisse Anhaltspunkte für einen allenfalls verschlechterten psychischen Gesundheitszustand entnehmen
liessen
. Aufgrund der vom Gericht aufgezeigten Gegebenheiten wurde die Sache an die Beschwerdegegnerin zur materiellen Beurteilung zurückgewiesen
(vgl. Urk. 9/126 E. 5.2-3, Dispositiv Ziff. 1)
.
Die Beschwerdegegnerin hol
te in der Folge einen weiteren
Bericht der Fach
pe
rsonen des Z._ vom 11. Dezember 2015 ein (Urk. 9/131) und verneinte her
nach gestützt auf die Stellungnahmen von Dr. med. A._, Facharzt für Chirurgie, und Dr. med. B._, praktische Ärztin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), vom 26. Februar 2016 (vgl. Urk. 9/134/3) mit Verfügung vom 25. Mai 2016 einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 9/140).
Mit Urteil des hiesigen Gerichtes vom 19. September 2016 wurde festgehalten, dass die
Berichte der Fachpersonen des
Z._
sowohl eine die Diagnostik erklä
rende objektive Befunderhebung als auch eine nachvollziehbare Begründung der attestierten vollständigen Arbeitsunfähigkeit
vermissen
liessen
, weshalb sie keine verlässliche Grundlage zur Beurteilung der Frage darstellten, ob sich der Gesund
heitszustand der Beschwerdeführerin seit der letzten eingehenden Rentenan
spruchs
prüfung im Zusammenhang mit der Verfügung vom 24. Januar 2008 (Urk. 9/40 und Urk. 9/44) verändert habe, weshalb die Sache zum Einholen eines Gutachtens an
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wurde (vgl. Urk. 9/147 E. 5.3-4, Dispositiv Ziffer 1). In der Folge veranlasste die Beschwerdegegnerin am Y._ ein polydisziplinäres Gutachten, welches am 15. Juni 2017 erstattet wurde (Urk. 9/164/2-41).
4.2
Die
Gutachter des
Y._
stellten in ihrem
polydisziplinäre
n
Gutachten
vom 15. Juni 2017
(
Urk.
9/164
/2-41)
zusammenfassend folgende Diagnosen mit Aus
wir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 33
Ziff.
7.1):
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) mit
-
rezidivierender depressiver Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0)
-
histrionisch-akzentuierten Persönlichkeitszügen (ICD-10 F73.1) bei/mit Problemen in Bezug auf körperliche Misshandlung als Kind und Ereig
nissen, die den Verlust des Selbstwertgefühls in der Kindheit zur Folge haben
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter
ein diffuses, generalisiertes
tendomyotisches
Schmerzsyndrom ohne somatisches
Korrelat, ein chronisches
Panvertebralsyndrom
mit
lumbospondylogenem
Schmer
z
syndrom u
nd
cervikospondylogenem
Schmerzsyndrom ohne sensomoto
risches Ausfallsyndrom, eine
Gonalgie
rechts im Rahmen der anhaltenden somato
formen Schmerzstörung, eine
Epicondylitis
humeri
radialis
rechts, einen Fer
sensporn (
Plantarfasziitis
) r
echts, phobische Störungen (ICD-10 F40.8) im Sinne einer leichten
Klaustro
- und Ag
oraphobie, eine Adipositas, ein
Diabetes mellitus Typ 2,
einen Nikotinabusus und einen Status nach Appendektomie (S. 33 Ziff. 7.2).
Die Gutachter führten zur Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Küchenhilfe und als Reinigungsmitarbeiterin aus, dass die Versicherte relativ wenig und kurzfristig gearbeitet habe und meist Hausfrau und Mutter gewesen sei. Aufgrund der internistischen Befunde resultierten keine
substanziellen Ein
schränkungen der Arbeitsfähigkeit. Auch aus orthopädischer Sicht könne man aufgrund der objektiv erkennbaren Befunde keine Einschränkung der Arbeitsfähig
keit in den bisher ausgeübten Tätigkeiten ableiten.
Jedoch sei die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht aufgrund der Chronifizierung und Fixierung der psychosomatischen Problematik und der chronischen Schmerzen als zu 30 % in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt zu beurteilen. Die Beurteilung habe Gültigkeit seit 2006 (S. 36 f. Ziff. 9.1).
Zur Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit führten die Gutachter aus, dass sich aus rein somatischer Sicht in adaptierten Tätigkeiten keine Veränderungen der Beurteilungen ergäben. Rein psychiatrisch könne ebenfalls keine andere Beurteilung vorgenommen werden als in der angestammten Tätigkeit. Auch hier habe das gleiche Datum des Eintritts der Behinderung Gültigkeit (S. 37 Ziff. 9.2).
Es handle sich um eine chronifizierte und fixierte psychosomatische Entwicklung bei multiplen psychosozialen Problemen, primär ausgelöst in der ersten Ehe mit
einem alkoholkranken Mann, der die Beschwerdeführerin misshandelt habe (S. 37
Ziff. 10.1).
4.3
Dr. A._
, RAD, führte in seiner Stellungnahme vom 2
0.
Juni
2017
(Urk. 9/167/2-3) aus, dass aus versicherungsmedizinischer Sicht empfohlen werde
, den Beurteilungen des vorliegenden MEDAS-Gutachtens vom Juni 2017 zu folgen. Demnach bestehe in der bisherigen Tätigkeit als Putzfrau seit 2006 eine Arbeitsunfähigkeit von 30
%
. Es bestehe eine Antriebsstörung mit deutlichen Hemmungen sowie eine psychophysische Belastbarkeitsminderung mit vorzeitiger Erschöpfung und Minderung der
konzentrativen
Ausdauerbelastbarkeit. Auch in einer angepassten Tätigkeit gemäss Belastungsprofil bestehe seit 2006 eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit. Zeitlich flexible Tätigkeiten ohne permanenten Zeit- und Termindruck, bei nur geringem Publikumsverkehr ohne besondere Anforderungen an das Umstellung- und Anpassungsvermögen wären mediz
i
nisch-theoretisch in einer wohlwollenden und konfliktarmen Arbeitsatmosphäre zunächst zu 70
%
möglich.
4.4
Die Fachpersonen des Z._
stellten in ihrem Bericht vom 1
1.
April 2018 (
Urk.
13) betreffend die Anmeldung der Beschwerdeführerin zur stationär
en Behandlung an der C._
folgende Diagnosen (S. 1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
Adipositas per magna (BMI = 36)
-
Fibromyalgie
-
Diabetes mellitus Typ II
-
zervikospondylogenes
und
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
Die Fachpersonen führten aus, hiermit würden sie gerne die Beschwerdeführerin für die stationäre Behandlung anmelden. Bei der Patientin bestünden seit min
destens 2017 ausgeprägte Schlaf- sowie circadiane Rhythmusstörungen. Ausser
dem leide sie an gedrückter Stimmung, affektiver Labilität, Reizbarkeit und Grübeln. Daneben bestünden intermittierende Schmerzexazerbationen vor allem im Bereich der Extremitäten. Die Symptomatik habe im Rahmen der ambulanten Behandlung nicht genügend stabilisiert werden können. Bezüglich der Vorge
schichte befinde sich die Patientin seit 2012 in ihrer ambulanten interdiszi
plinären Behandlung. Bisher habe keine stationäre psychiatrisch-psycho
thera
peutische Behandlung stattgefunden, welche wegen der Therapieresistenz jetzt ind
iziert sei
(S. 1).
4.5
Die Fachpersonen der C._ stellten in ihrem Kurzaustrittsbericht vom 22. Mai 2018 (Urk. 16/1) folgende Diagnosen (S. 1):
-
generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1)
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
vorwiegend Zwangshandlungen im Sinne von Zwangsritualen (ICD-10 F42.1)
-
Fibromyalgie
-
Diabetes mellitus Typ II
Die Fachpersonen führten aus, die Patientin sei vom 26. April bis 23. Mai 2018 in ihrer Klinik hospitalisiert gewesen. Es sei eine multimodale stationäre Be
handlung mit Fokus auf Psychoedukation und Expositionstherapie bei diversen Ängsten erfolgt (S. 1). Es hätten zu keinem Zeitpunkt der Behandlung Anhalts
punkte für akute Gefährdungsaspekte bestanden (S. 2).
Vom 26. April bis 27. Mai 2018 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestan
den (Urk. 16/2).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin stütze sich in der vorliegend angefochtenen Verfügung auf die Einschätzung durch die Gutachter des Y._ vom Juni 2017 (vgl. vor
stehend E. 4.2), welche bei diagnostizierter anhaltender somatoformer Schmerz
störung (ICD-10 F45.4) von einer generellen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von 30 % ausgingen (vgl. vorstehend E. 2.1).
5.2
Auf die Einschätzung der Y._-Gutachter in ihrem
Gutachten
vom Juni 2017 kann vorliegend abgestellt werden. So werden die von der Beschwerdeführerin beklagten Beschwerden berücksichtigt
und
die Gutachter
setzt
en
sich mit diesen
sowie mit ihrem Verhalten
umfassend auseinander. Es wurde sodann in Kenntnis der wesentlichen
Vorakten
abgegeben, leuchtet in der Darlegung der medizini
schen Situation ein, und die Schlussfolgerung ist in nachvollziehbarer Weise begründet. Es erfüllt daher die Anforderungen an eine beweiskräft
ige Expertise (vorstehend E. 1.8
).
D
ass aufgrund der
von den Gutachtern des Y._ diagnostizierten anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4
) die Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin um 30
%
beeinträchtigt ist, wird durch die Prüfung der Standardindi
ka
toren (vgl. vorstehend E.
1.3
) bestätigt.
So wurde im psychiatrischen Teilgutachten des Y._ zum funktionellen Schwere
grad festgehalten
,
dass die Problematik des psychosomatischen Leidens infolge der Ausbreitung der Schmerzen sowie des chronifizierten Zustandes als mindes
tens mittelgradig eingestuft werde. Die sekundäre depressive Symptomatik wurde als leichtgradig eingestuft, die affektive Lage als adäquat zum erlebten Schmerz
erleben (Urk. 9/164/2-41 S. 29 Ziff. 4.3.5.2).
Hinweise auf Aggravation, Simulation oder Demonstration der Beschwerden wurden verneint
(
Urk.
9/164/2-41 S.
36 Ziff. 8.4). Als grundlegende psychoso
ziale Probleme wurden die belastende Kindheit in Armut in einer grossen Familie mit neun Kindern mit einem Vater, der ein Alkoholproblem hatte und gewalttätig war sowie zwei gescheiterte Ehen mit ähnlich strukturierten Männern genannt (Urk. 9/164/2-41 S. 35 Mitte).
Eine Behandlungsresistenz ist vorliegend bei nur niederschwellig wahrge
nomme
ner psychiatrischer Therapie
zu verneinen (vgl. Urk. 9/164/2-41 S. 31 Ziff. 4.3.7), ebenso
Komorbiditäten
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. vorsteh
end E. 4.2).
Hinsichtlich
der Persönlichkeit
fällt positiv im Sinne von Ressourcen ins Gewicht, dass die Beschwerdeführerin nun in dritter Ehe zufrieden mit ihrem Ehemann zusammenlebt und zu ihren Söhnen sowie zu ihren Geschwistern eine gute Beziehung hat (Urk. 9/164/2-41 S. 23 Mitte, S. 24 Mitte, S. 28 Mitte). Zwar verfügt sie über keine Berufsausbildung, jedoch ist sie der
Deutschen Sprache zumindest im mündlichen Bereich mächtig
(vgl.
Urk.
9/164/2-41 S. 35
Ziff.
8.2).
Die Prüfung allfälliger relevanter Persönlichkeitsfaktoren ergab sodann das Vorliegen einer histrionisch strukturierten Persönlichkeit (vgl. Urk. 9/164/2-41 S. 35 Mitte). Weiter leidet die Beschwerdeführerin an phobischen Störungen im Sinne einer leichten
Klaustro
- und Agoraphobie (ICD-10 F40.8), und ihr Verhalten wurde als leicht regrediert und infantil beschrieben (Urk. 9/164/2-41 S. 35 f. Ziff. 8.3).
Zur
Konsistenzprüfung
lässt sich dem psychiatrischen Teilgutachten des Y._ entnehmen, dass es infolge der Schmerzfixierung zu einem sozialen
Rückzug
sowie generell zu
negativen Auswirkungen im Kontakt mit Dritten
kommt. Auch Spontanaktivitäten, die Selbstpflege und die Verkehrsfähigkeit sowie die fami
liäre Beziehungsfähigkeit wurden als geringgradig eingeschränkt bezeichnet (vgl. Urk. 9/164/2-41 S. 29 Ziff. 4.3.5.3). Hinsichtlich des Leidensdruckes ist auszufüh
ren, dass die Beschwerdeführerin zwar lediglich eine niederschwellige Therapie wahrnahm, die Gutachter des Y._ jedoch von einem chronifizierten und damit impliziert von einem nur schwer beeinflussbaren Leiden ausgingen. Dies kommt auch in ihrer Prognose zum Ausdruck (vgl. vorstehend E. 4.2).
Somit kann der ärztlichen Feststellung einer 30%igen Ar
beitsunfähigkeit auch aus dem
Blickwinkel
der
Standardindikatorenprüfung
gefolgt werden.
5.3
An der Schlüssigkeit des Y._-Gutachten vom Juni 2017 vermögen auch die nach
träglich im Beschwerdeverfahren eingereichten Berichte der behandelnden Fachpersonen des Z._ sowie der Fachpersonen der C._ nichts zu ändern.
Abgesehen davon, dass für das vorliegende Verfahren der
Sachverhalt
massge
bend
ist, welcher der
angefochtenen Verfügung vom 30.
November 2017 (Urk. 2)
zugrunde lag, und die
nach
Verfügungserlass
eingereichten
Berichte der
behan
delnden Fachpersonen des Z._ vom 11. April 2018 (vgl. vorstehend E. 4.4) sowie der Fachpersonen der C._ vom 22. Mai 2018 (vorstehend E. 4.5
) grundsätzlich nicht zu berücksichtigen sind,
gehen aus ihnen auch keine Anhaltspunkte dafür hervor, welche an der Einschätzung der Gutachter des Y._ zweifeln
liessen
. So mangelt es sowohl dem Bericht des Z._ vom April 2018 als auch jenem der C._ vom Mai 2018 an einer objektiven Befunderhebung, welche die gestellten Diag
nosen erklärten oder Rückschlüsse auf die Schwere des Leidens
zuliessen
. Das von den Fachpersonen des Z._ beschriebene Beschwerdebild mit ausgeprägten Schlaf- und Rhythmusstörungen, gedrückter Stimmung, affektiver Labilität sowie intermittierenden Schmerzexazerbationen war den Gutachtern des Y._ bekannt (vgl. Urk. 9/164/2-41 S. 15 Mitte, S. 15 Ziff. 3.6, S. 19 Ziff. 4.2.2, S. 24 Ziff. 4.3.2).
Auch lassen die von den Fachpersonen der C._ und des Z._ aufgelisteten Medikamente, Vitamine sowie pflanzlichen Arzneimittel entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (vgl. vorstehend E. 2.2) keine Rückschlüsse auf ihre Arbeitsfähigkeit zu, zumal auch die antidepressive Medikation nicht von jener, welche sie anlässlich der Begutachtung am Y._ nannte (vgl. Urk. 9/164/2-41 S. 14 f. Ziff. 3.5), abweicht.
5.4
Aufgrund des
Gesagten ist gestützt auf das Y._-Gutachten vom Juni 2017
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin
sowohl ihre angestammte Tätigkeit als auch jede angepasste Tätigkeit im Umfang von 70 % zumutbar ist.
Bei einer nach wie vor bestehenden Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 70 % resultiert bei einer Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu 100 % Erwerbstätige (vgl. vorstehend E. 3) kein rentenanspruchsbegründender Invaliditätsgrad (vgl. vorstehend E. 1.6-7
), zumal sich
bei einem
Prozentvergleich
der Grad der Invalidität aus dem Anteil der Erwerbsunfähigkeit ergibt.
Die
angefochtene
Verfügung (Urk. 2) erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
unterliegenden Beschwerde
führer
in
aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.