Decision ID: 0d17caf0-211d-5629-8e5e-7a1538e12f73
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 15. November 2018 (Eingangsstempel: 23. November
2018) beim Sozialamt V._ zum Bezug von Elternschaftsbeiträgen an, nachdem sie
am 27. Juli 2018 ihren Sohn B._ geboren hatte. Mit gleichzeitig eingegangenem
Begleitschreiben machte sie einen Härtefall geltend, da B._ mit einem Tumor vor der
Aorta zur Welt gekommen sei und auch nach der Operation der Fürsorge durch die
Mutter bedürfe. Sie beantrage daher die Ausrichtung von Elternschaftsbeiträgen
während 12 Monaten. Mit ebenfalls beigelegtem Schreiben vom 8. November 2018
bestätigte Dr. med. C._, Facharzt für Kinder- und Jugendkrankheiten FMH, dass
B._ auf Grund einer chronischen Erkrankung im ersten Lebensjahr durch die Mutter
zu Hause betreut werden müsse. Im Weiteren gab sie an, dass der Kindsvater, D._,
seit dem 1. November 2018 vorübergehend bei ihr wohne (act. G 3.5/1, 2 und 9). Auf
entsprechende Aufforderung des Sozialamtes V._ reichte A._ am 18. Dezember
2018 und im Januar 2019 weitere Unterlagen betreffend ihre finanziellen Verhältnisse
ein (act. G 3.5/11 ff.).
A.a.
Am 14. Februar 2019 stellte A._ ein Sozialhilfegesuch. Als Grund gab sie an, sie
habe wegen der Betreuung von B._ (ihre Stelle als Pflegefachfrau beim Spital Z._
per Ende Februar 2019) gekündigt. Sie lebe mit ihren drei Kindern sowie ihrem
Lebenspartner und dessen zwei Kindern zusammen (act. G 3.5/20 und 31). Am 21.
Februar 2019 und am 7. März 2019 fanden je eine Besprechung zwischen A._ und
dem Sozialamt V._ statt, in deren Verlauf unter anderem festgestellt wurde, dass ihr
A.b.
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Lebenspartner bereits seit dem 1. Juli 2018 bei ihr wohnte (act. G 3.5/36 und 39). Am
8. März 2019 stellte dieser selber ein Sozialhilfegesuch, worauf am 11. und 14. März
2019 weitere Besprechungen zwischen A._, D._ samt Beistand und dem Sozialamt
V._ stattfanden (act. G 3.5/42, 45 und 47). Mit mündlicher Stellungnahme vom
14. März 2019 und schriftlicher Ergänzung vom 18. März 2019 führte A._ aus, ihre
Familie sei auf Grund ihres Einkommens bis Ende 2018 "durchgekommen". Sie gehe
davon aus, dass sie im Januar 2019 Anspruch auf Elternschaftsbeiträge habe. Da sich
die Bearbeitung des Antrags auf Grund fehlender Unterlagen ihres Partners verzögert
habe, sei sie in Existenzangst gekommen und habe zunächst bei der Stiftung Y._ um
Hilfe ersucht, worauf ihr am 8. Februar 2019 ein Darlehen gewährt worden sei. Da sie
im März 2019 wiederum kein Geld für die Miete gehabt habe, habe sie dann ihr
Sozialhilfegesuch gestellt (act. G 3.5/47 und 49).
Mit Verfügung vom 31. März 2019 wies das Sozialamt V._ das Gesuch um
Elternschaftsbeiträge ab, da die anrechenbaren Einnahmen die anrechenbaren
Ausgaben überstiegen. Da kein Anspruch auf Elternschaftsbeiträge bestehe, erübrige
sich zudem die Prüfung eines Härtefalls (act. G 3.5/54). Am 23. April 2019 sprach das
Sozialamt V._ A._ finanzielle Sozialhilfe ab 1. März 2019 zu mit der Auflage, sich
per 1. August 2019 intensiv um eine Anstellung zu bemühen (act. G 3.5/65).
A.c.
Mit Rekurs vom 18. April 2019 gegen die Verfügung vom 31. März 2019 machte
A._ geltend, die Rekursgegnerin habe zu Unrecht nicht geprüft, ob ein Härtefall
vorliege. Sie - die Rekurrentin - habe einen Härtefall geltend gemacht, weil es auch aus
der Sicht diverser Fachpersonen notwendig sei, dass sie die Betreuung ihres Sohnes
mindestens im ersten Lebensjahr persönlich übernehme. Weil für die Bemessung der
Beitragshöhe der Lebensbedarf und das anrechenbare Einkommen während der
gesamten Bemessungsperiode massgebend sei, sei die Berechnung der
Anspruchsberechtigung gemäss Art. 6 Abs. 2 GEB für zwölf Monate vorzunehmen.
Auch die veranschlagten Einnahmen von D._ von Fr. 8'599.15 reichten bei Weitem
nicht, um für eine Bemessungsperiode von zwölf Monaten einen Überschuss zu
generieren. Das Gesuch um Sozialhilfe habe sie gestellt, weil sich ihre finanzielle
Situation zugespitzt habe und der Antrag auf Elternschaftsbeiträge monatelang
unbeantwortet geblieben sei. Die Rekursgegnerin habe ihr am 13. Februar 2019 gesagt,
dass sie ab sofort ein Sozialhilfegesuch stellen könne und dass der Anspruch auf
A.d.
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B.
Elternschaftsbeiträge (lediglich) für sechs Monate geprüft werde. Es sei ihr somit nichts
Anderes übriggeblieben als zusätzlich Sozialhilfe zu beantragen (act. G 3.5/55).
Mit Entscheid vom 27. Mai 2019 wies der Stadtrat V._ den Rekurs ab. Das
Sozialamt sei seinen Pflichten nachgekommen und habe die Rekurrentin zu Recht auf
ihre möglichen Sozialhilfeansprüche hingewiesen. Da die Sozialhilfe im Gegensatz zu
den Elternschaftsbeiträgen zeitlich unbefristet sei und nicht nur finanzielle, sondern
auch betreuende und persönliche Unterstützung umfasse, sei diese Empfehlung im
Interesse der Rekurrentin erfolgt. Wie sich aus den Unterlagen ergebe, hätte eine
befristete Ausrichtung von Elternschaftsbeiträgen nicht ausgereicht, um die
bestehende und künftig zu erwartende Notlage zu beseitigen, da es der Rekurrentin bis
auf Weiteres nicht mehr möglich sein dürfte, einem Erwerb nachzugehen und
selbstständig für sich und ihre Kinder aufzukommen. Die Tatsache, dass die
Rekurrentin mittlerweile sozialhilferechtlich unterstützt werde, stehe sodann einem
Bezug von Elternschaftsbeiträgen entgegen. Die Voraussetzungen für die Ausrichtung
von Elternschaftsbeiträgen seien somit zu keinem Zeitpunkt erfüllt gewesen, zunächst
infolge eines Einnahmenüberschusses, danach infolge der finanziellen Unterstützung
mittels Sozialhilfe. Nachdem die Voraussetzungen für den Bezug von
Elternschaftsbeiträgen nie erfüllt gewesen seien, habe sich die Prüfung eines Härtefalls
und die Bemessung für den Zeitraum von zwölf Monaten erübrigt. Im Übrigen würde
selbst bei einer Berechnung auf zwölf Monate kein Anspruch auf Elternschaftsbeiträge
resultieren, würden doch diesfalls anrechenbaren Ausgaben von Fr. 72'662.15
anrechenbare Einnahmen von Fr. 86'196.25 gegenüberstehen (act. G 3.5/56).
A.e.
Mit Rekurs vom 13. Juni 2019 (Datum des Poststempels) beantragt die
Rekurrentin die Aufhebung des angefochtenen Entscheids und die Rückweisung zur
Neubeurteilung. Das Sozialamt V._ habe es zu Unrecht abgelehnt, den geltend
gemachten Härtefall zu prüfen. Aus dem Wortlaut von Art. 7 des Gesetzes über die
Elternschaftsbeiträge (GEB) ergebe sich weder eine Hierarchie noch ein zweistufiges
Verfahren. Abs. 2 sei unmissverständlich formuliert: Liege ein Härtefall vor, könnten die
Beiträge für maximal ein Jahr ausgerichtet werden. Es sei nicht erforderlich, dass
zunächst ein Antrag auf Beiträge für sechs Monate gestellt werden müsse und für die
B.a.
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nächsten sechs Monate - sollte ein Härtefall vorliegen - der Antrag erneut eingereicht
und beurteilt werden müsse. Sie habe den Härtefall geltend gemacht, weil es nicht nur
aus ihrer, sondern auch aus der Sicht von verschiedenen Fachpersonen notwendig sei,
dass sie ihren Sohn mindestens im ersten Lebensjahr persönlich betreue. Da bereits im
Zeitpunkt der Anmeldung eindeutig ein Härtefall vorgelegen habe, hätte das Gesuch
entsprechend behandelt werden müssen. Auf Grund des Geburtsgebrechens ihres
Sohnes habe sie ihre ursprünglichen Pläne ändern müssen und die Arbeit nicht wie
geplant am 1. März 2019 wieder aufnehmen können. Als ihr im Februar 2019 die
Finanzen ausgegangen seien und das am 23. November 2018 gestellte Gesuch um
Elternschaftsbeiträge noch nicht entschieden gewesen sei, habe sie notgedrungen
Antrag auf Sozialhilfe gestellt. Da sie bei Antragstellung (Elternschaftsbeiträge) noch
keine Sozialhilfe bezogen habe, sei Art. 10 Abs. 1 lit. c GEB nicht anwendbar. Im
Weiteren treffe nicht zu, dass selbst unter der von der Vorinstanz eventualiter
vorgenommenen Berechnung auf 12 Monate ein Überschuss resultieren würde. Die
Vorinstanz lege nicht dar, wie sie auf die anrechenbaren Einnahmen von Fr. 86'196.25
sowie die anerkannten Ausgaben von Fr. 72'662.15 gekommen sei. D._ sei
selbstständig erwerbend, er betreibe ein X._studio, und seine Einnahmen seien
entsprechend variabel. Gemäss seiner vereinfachten Buchhaltung habe er im Zeitraum
von Januar bis Mai 2019 Fr. 12'870.89 oder monatlich rund Fr. 2'570.-- verdient. Nach
Abzug von Steuern und Sozialabgaben resultiere ein Nettomonatseinkommen von rund
Fr. 2'100.--. Werde dieses auf sieben Monate hochgerechnet und die Kinderzulagen für
fünf Kinder (Fr. 1'000.--) sowie die Unterhaltszahlungen von monatlich Fr. 900.-- für die
beiden älteren Kinder hinzugerechnet, resultierten für die sieben Monate bis zum
27. Juli 2019 anrechenbare Einnahmen von ca. Fr. 28'000.--. Die anerkannten
Ausgaben betrügen Fr. 42'929.25 (7 x Fr. 6'132.75). Es resultiere somit ein Defizit von
knapp Fr. 15'000.-- (Januar bis Juli 2019). Für die 12 Monate seit der Geburt von B._
errechne sich also ein Defizit von ca. Fr. 7800.-- (Fr. 15'000.-- - Fr. 7200.-- [August bis
Dezember 2018]). Im Übrigen habe die Vorinstanz am 23. November 2018 unmöglich
wissen können, ob mit der Geschäftstätigkeit von D._ künftig ein
Einnahmenüberschuss resultieren würde, habe doch dessen Berufsbeistand noch am
26. April 2019 darauf hingewiesen, dass die laufenden Verpflichtungen nicht gedeckt
seien und deshalb die geschäftliche Tätigkeit auf Ende Monat einzustellen sei.
Schliesslich sei die Behauptung des Stadtrates V._, es werde der Rekurrentin bis auf
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Weiteres nicht möglich sein, einem Erwerb nachzugehen und selbstständig für sich und
die Kinder aufzukommen, unbelegt geblieben. Sie habe bis zur Geburt ihres Sohnes in
einem 60 %-Pensum ein Nettoeinkommen von monatlich Fr. 3'500.-- erzielt. Es gebe
keinen Grund, weshalb ihr dies künftig nicht mehr möglich sein sollte. Hinzu kämen die
Unterhaltszahlungen für die beiden älteren Kinder von zusammen monatlich Fr. 900.--
sowie die Kinderzulagen von Fr. 600.--. Sie gehe somit davon aus, dass sie auch
künftig über monatliche Einnahmen von Fr. 5'000.-- verfügen werde (act. G 1).
Mit Stellungnahme vom 26. August 2019 beantragt die Vorinstanz die Abweisung
des Rekurses. Der anrechenbare Lebensbedarf enthalte bereits die laufenden Steuern,
sodass beim Einkommen von D._ kein zusätzlicher Abzug gemacht werden könne.
Für die mit den Kinderzulagen verrechneten AHV-Beiträge sei indessen noch ein Abzug
von Fr. 2'834.90 zu berücksichtigen. Die angerechneten Einnahmen von Fr. 39'984.--
für ein ganzes Jahr entsprächen den hochgerechneten deklarierten Einnahmen der
Monate Januar und März 2019, da die Unterlagen für die Monate Februar und April
2019 nur unvollständig eingereicht worden seien. Dies entspreche lediglich einem
Tieflohn. Das deklarierte und angerechnete Einkommen sei also sehr tief. Es sei nicht
einzusehen, weshalb der Kindsvater mit seinem Studio nicht wenigstens soviel
einnehme, wie er selbst deklariert habe. Zudem könne nicht ausgeschlossen werden,
dass er tatsächlich höhere Einkünfte erzielt habe. Die SVA St. Gallen gehe im Übrigen
von einem vergleichbaren Jahreseinkommen aus, indem sie von D._ AHV-Beiträge
für Selbstständigerwerbende in Höhe von Fr. 2'834.90 erhoben habe. Jedenfalls könne
die Rekurrentin aus der Tatsache, dass der Kindsvater die finanziellen Verhältnisse bis
zum Schluss nicht richtig offengelegt und keine lückenlose Buchhaltung vorgelegt
habe, nichts zu ihren Gunsten ableiten. Gegenüber der Berechnung seien dennoch
Anpassungen vorzunehmen. Zum einen seien wie gesagt die
Sozialversicherungsbeiträge von D._ im Umfang von Fr. 2'834.90 zu berücksichtigen.
Zum anderen habe die Rekurrentin die Kinderzulagen für ihre drei Kinder im Zeitraum
von August bis Dezember 2018 zusammen mit ihrem Lohn erhalten und diese seien
somit im angerechneten Erwerbseinkommen bereits berücksichtigt. Die separat
anzurechnenden Kinderzulagen seien deshalb für die fünf Monate entsprechend um
Fr. 3'000.-- (5 x 3 x Fr. 200.--) zu reduzieren. Die ungedeckten Krankheitskosten seien
sodann auf Fr. 905.45 zu reduzieren. Trotz dieser Korrekturen ergebe sich jedoch noch
B.b.
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immer ein deutlicher Einnahmenüberschuss, womit auch unter Berücksichtigung des
Härtefalls kein Anspruch auf Elternschaftsbeiträge bestehe. Dies gelte selbst unter
Berücksichtigung der nunmehr vorliegenden Zahlen bis Mai 2019 und der von D._
geleisteten Steuern von Fr. 269.10, ergebe sich doch diesfalls unter Hochrechnung auf
12 Monate ein jährliches Nettoeinkommen von Fr. 34'059.90 (act. G 3).
Mit Replik vom 1. Oktober 2019 macht die Rekurrentin geltend, es treffe nicht zu,
dass der Anspruch auf 12 Monate geprüft worden sei. Vielmehr sei der Anspruch nur
für sechs Monate geprüft worden. Die Rekurrentin bestreitet sodann die Berechnung
des Einkommens des Kindsvaters und stellt der Berechnung der Vorinstanz eine eigene
entgegen, wobei sie das Nettoeinkommen für den Zeitraum von Januar bis Juni 2019
auf Fr. 12'956.73 bzw. Fr. 2'159.46 im Monat beziffert. Bei einem Lebensbedarf von
Fr. 72'363.40 und anrechenbaren Einnahmen von Fr. 67'014.72 errechne sich ein
Defizit von Fr. 5'348.68 und nicht wie die Vorinstanz berechnet habe ein Überschuss
von Fr. 8'397.95. Weiter sei zu berücksichtigen, dass die Einnahmen des Kindsvaters
nur deshalb in die Bedarfsrechnung einfliessen müssten, weil sie ihn und seine beiden
Kinder bei sich aufgenommen habe, nachdem er seine Wohnung verloren habe. Hätte
sie ihn früher aus der Wohnung gewiesen, würde sich die Frage, ob sie Anspruch auf
Elternschaftsbeiträge habe (inkl. Härtefall), gar nicht stellen. Es mache einen grossen
Unterschied, ob sie Sozialhilfeleistungen beziehen müsse oder der Anspruch auf
Elternschaftsbeiträge gewährt werde. Es mache sehr viel aus, wenn sie monatlich fast
Fr. 450.-- mehr habe, zumal die Sozialhilfe auch noch rückerstattungspflichtig sei.
Entgegen der Ansicht der Vorinstanz sei schliesslich davon auszugehen, dass die
Ablösung von der Sozialhilfe durchaus absehbar sei, gehe es ihr doch gesundheitlich
wie finanziell wieder besser (act. G 5).
B.c.
Mit Duplik vom 22. Oktober 2019 bringt die Vorinstanz vor, dass entgegen der
Ansicht der Rekurrentin im angefochtenen Rekursentscheid des Stadtrates vom
27. Mai 2019 sehr wohl eine Anspruchsberechnung auf 12 Monate vorgenommen
worden sei. Demgegenüber erwiesen sich die Berechnungen der Rekurrentin als
augenscheinlich falsch. Die Hochrechnung von 5 auf 12 Monate sei notwendig
gewesen, weil die finanziellen Verhältnisse des Kindsvaters nicht vollumfänglich
offengelegt worden seien. Dass die Zahlen der Rekurrentin offensichtlich nicht stimmen
könnten, ergebe sich sodann aus dem kürzlich ergangenen Entscheid der
B.d.
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Einzelrichterin des Kreisgerichts W._ betreffend Kindesunterhalt. Auf Grund der
eigenen Angaben des Kindsvaters sei bei einem 50 %-Arbeitspensum mit einem
monatlichen Nettoeinkommen von Fr. 4'000.-- gerechnet worden und zwar
rückwirkend für den gesamten Zeitraum ab August 2018. Gestützt darauf sei der
Kindsvater verpflichtet worden, monatlich Fr. 400.-- zu bezahlen. Selbst wenn nach
dem erfolgten Auszug des Kindsvaters aus der Wohnung der Rekurrentin für die
verbleibende Zeit, also für den Monat Juli 2019, statt der Einnahmen des Kindsvaters
nur noch der Unterhaltsanspruch des Sohnes angerechnet würde, resultierte nach wie
vor ein Einnahmenüberschuss (act. G 7).
Mit einer weiteren Eingabe vom 12. November 2019 bestreitet die Rekurrentin
nochmals die Berechnungsweise der Vorinstanz, namentlich, dass der Kindsvater von
einem anderen X._ Geld für die Mitbenützung des Studios erhalten habe. Im Übrigen
erhalte sie trotz des Entscheids des Kreisgerichts W._ vom 19. September 2019
keine Unterhaltszahlungen vom Kindsvater, weshalb solche im Sozialhilfebudget zu
Recht auch nicht berücksichtigt würden. Sie beantragt zudem die Befragung des
Beistands des Kindsvaters zu dessen finanziellen Angelegenheiten (act. G 9).
B.e.
Mit Stellungnahme vom 29. November 2019 führt die Vorinstanz aus, dass der
Kindsvater von E._ sehr wohl Geld für die Mitbenützung des Studios erhalten habe,
wie sich aus dessen Kontoauszug bei der St. Galler Kantonalbank ergebe. Betreffend
Kindesunterhalt liege mittlerweile ein rechtskräftiger Unterhaltstitel in Form eines
Gerichtsurteils vor. Dass der Kindsvater seinen Pflichten momentan nicht nachkomme,
ändere nichts daran, dass er dazu nach eigenen Angaben offensichtlich in der Lage
wäre. Die genannten Unterhaltsbeiträge würden durch die Gemeinde bevorschusst und
- entgegen der Ansicht der Rekurrentin - im Sozialhilfebudget sehr wohl berücksichtigt
(act. G 11).
B.f.
Mit Eingabe vom 17. Dezember 2019 reicht die Rekurrentin schliesslich eine
Verfügung des Sozialamtes V._ ein, wonach die finanzielle Sozialhilfe per
30. November 2019 eingestellt werden konnte, da sie ab dem 9. Dezember 2019 ein
40 %-Pensum als Pflegefachfrau HF bei der Spitex V._ habe antreten können (act.
G 13).
B.g.
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Erwägungen
1.
Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Gesetzes über Elternschaftsbeiträge (GEB; sGS 372.1)
haben Eltern bei der Geburt eines Kindes Anspruch auf Elternschaftsbeiträge ihrer
Wohnsitzgemeinde, wenn sich wenigstens ein Elternteil persönlich der Pflege und der
Erziehung des Kindes widmet (lit. a) und der Lebensbedarf das anrechenbare
Einkommen übersteigt (lit. b). Anspruchsberechtigt ist derjenige Elternteil, der das Kind
hauptsächlich betreut (Abs. 1 GEB). Die gesamten Beiträge entsprechen dem
Unterschied zwischen dem Lebensbedarf gemäss Art. 2 GEB und dem anrechenbaren
Einkommen gemäss Art. 3 GEB (Art. 6 Abs. 1 GEB). Lebt der anspruchsberechtigte
Elternteil mit dem anderen Elternteil oder der mit ihr verheirateten oder in eingetragener
Partnerschaft lebenden anderen Person zusammen, wird deren Einkommen
angerechnet (Art. 3 Abs. 1 lit. b GEB). Die Bemessungsperiode für die Ermittlung von
Lebensbedarf und anrechenbarem Einkommen entspricht der Beitragsdauer (Art. 4
GEB). Beiträge werden für sechs Monate nach der Geburt ausgerichtet (Art. 7 Abs. 1
GEB). In Härtefällen können die Beiträge für den Monat vor und für höchstens ein Jahr
nach der Geburt ausgerichtet werden (Abs. 2). Kein Anspruch auf Beiträge besteht,
wenn der anspruchsberechtigte Elternteil bei der Geburt den Wohnsitz nicht im Kanton
St. Gallen hatte, die erforderlichen Auskünfte vorenthält oder Sozialhilfe bezieht (Art. 10
Abs. 1 lit. a - c GEB).
1.1.
bis
Die Behörde oder das von ihr beauftragte Verwaltungsorgan ermittelt den
Sachverhalt und erhebt die Beweise von Amtes wegen durch Befragen von Beteiligten,
Auskunftspersonen und Zeugen, durch Beizug von Urkunden, Amtsberichten und
Sachverständigen, durch Augenschein sowie auf andere geeignete Weise (Art. 12
Abs. 1 des st. gallischen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [sGS 951.1;
VRP]). Sie würdigt die Beweise nach freier Überzeugung (Art. 21 Abs. 3 VRP). Diese
Vorschriften gelten sinngemäss auch für das Rekursverfahren vor Versicherungsgericht
(Art. 58 Abs. 1 VRP). Im Verwaltungsverfahren gilt grundsätzlich das Beweismass der
vollen Überzeugung. Dies ist erst dann erfüllt, wenn die entscheidende Behörde
überzeugt ist, dass sich ein Sachverhalt so wie festgestellt verhält, wenn also keine
ernsthaften Zweifel mehr bestehen (S. Rizvi/B. Schindler/U. P. Cavelti [Hrsg.],
Praxiskommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons
St. Gallen, Dike, 2020, Benjamin Märkli, N 18 zu Art. 12 - 13 VRP mit Hinweis).
1.2.
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2.
Vorliegend ist unbestritten und medizinisch ausgewiesen, dass der Sohn der
Rekurrentin auf Grund seines Geburtsleidens während mindestens 12 Monaten von der
Rekurrentin persönlich betreut werden sollte (act. G 3.5/55 Beilage 3 und 4). Es ist
somit grundsätzlich von einem qualitativen (sozialen) Härtefall im Sinn von Art. 7 Abs. 2
GEB auszugehen (vgl. dazu Entscheid des Versicherungsgerichts vom 28. Februar
2003 [MB 2002/1] E. 2b), was auch die Vorinstanz nicht in Abrede stellt (vgl.
Rekursentscheid des Stadtrats V._ vom 27. Mai 2019 [act. G 3.5/56], S. 3, Ziff. II.8).
Diese geht jedoch primär davon aus, dass im 6-monatigen Bemessungszeitraum auf
Grund des festgestellten Einnahmenüberschusses - und danach wegen des Bezugs
von Sozialhilfe - kein Anspruch auf Elternschaftsbeiträge bestehe und deshalb ein
Härtefall (bzw. ein längerer Bemessungszeitraum von 12 Monaten) gar nicht geprüft
werden müsse. Eventualiter ergebe aber auch die Berechnung für den 12-monatigen
Bemessungszeitraum - unter Einbezug des Einkommens des Kindsvaters - einen
Einnahmenüberschuss. Demgegenüber macht die Rekurrentin primär geltend, dass die
Prüfung des Härtefalls vorgehe. Im Übrigen bestreitet sie die Berechnung für den 12-
monatigen Bemessungszeitraum, insbesondere die Ermittlung des Einkommens des
Kindsvaters.
2.1.
Zu Recht nicht bestritten ist sodann, dass die Rekurrentin im Zeitraum vom 1. Juli
2018 bis zum 26. Juni 2019 mit D._ in ihrer Wohnung zusammengelebt hat (vgl. act.
G 3.5/36 und 92 f.) und sein Einkommen in diesem Zeitraum im Sinn von Art. 3 Abs. 1
lit. b GEB anzurechnen ist, wenn die Rekurrentin diesen Umstand im Lauf des
fortschreitenden Schriftenwechsels - ganz im Gegensatz zu D._ und dessen
Beistand, die in ihren Stellungnahmen Begriffe wie "Freundin", "Lebenspartnerin",
"Konkubinat" oder "Familie" verwenden (z.B. act. G 3.5/47 [Stellungnahme Beistand
vom 14. März 2019], 50, 51) - auch etwas zu relativieren scheint (vgl. zum Begriff des
Zusammenlebens bzw. Zusammenwohnens im Sinn von Art. 3 Abs. 1 lit. f des
Gesetzes über Inkassohilfe und Vorschüsse für Unterhaltsbeiträge [GIVU; sGS 911.51]
Entscheide des Versicherungsgerichts vom 14. September 2017 [ABV 2017/1 und
2017/2] E. 3.3 bzw. E. 3.2, nach welch letzterer Erwägung von einem
Zusammenwohnen auch dann auszugehen ist, wenn dieses nicht auf Grund des
Führens einer Lebensgemeinschaft, sondern lediglich als Wohngemeinschaft und zur
Aufteilung der Kinderbetreuung entstanden ist). Zwar mögen auch vorliegend gewisse
praktische Überlegungen bzw. Sachzwänge bei der Entscheidung mitgespielt haben,
dass D._ bei der Rekurrentin eingezogen ist. Indessen kann beim vorliegenden
Sachverhalt die Qualifikation des Zusammenlebens im Sinn von Art. 3 Abs. 1 lit. b GEB
2.2.
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3.
- anders als im genannten Entscheid ABV 2017/1 E. 3.3 vom 14. September 2017, wo
sich der ausländische Ex-Ehemann zehn Jahre nach der Scheidung bei der dortigen
Rekurrentin gemeldet hatte, da er für die Zeit zwischen seiner Haftentlassung und dem
Entscheid des Migrationsamtes über seine Ausschaffung für drei Monate Unterschlupf
suchte - nicht zweifelhaft sein, was die Rekurrentin denn wie gesagt auch gar nicht
konkret geltend macht.
Nachdem die Rekurrentin unbestrittenermassen ab März 2019 Leistungen der
Sozialhilfe bezogen hat (vgl. Verfügung des Sozialamtes V._ vom 23. April 2019 [act.
G 3.5/65]), stellt sich zunächst die Frage, ob sie damit ab diesem Zeitpunkt im Sinn von
Art. 10 Abs. 1 lit. c GEB vom Anspruch auf Elternschaftsbeiträge ausgeschlossen ist,
wie dies die Vorinstanz geltend macht. Wie diese selber ausführt, soll die Ausrichtung
von Elternschaftsbeiträgen verhindern, dass jemand einzig auf Grund der Geburt eines
Kindes vorübergehend sozialhilfeabhängig wird (act. G 3.5/Ziff. II./5). Anlässlich der
Revision des ehemaligen Gesetzes über die Mutterschaftsbeiträge im Rahmen der
Revision des Sozialhilfegesetzes (SHG; sGS 381.1; in Kraft seit 1. Januar 2018) wollte
der Gesetzgeber grundsätzlich nur Personen vom Bezug von Mutterschafts- bzw. neu
Elternschaftsbeiträgen ausschliessen, die bereits im Zeitpunkt der Geburt, bzw. zum
Beginn der möglichen Beitragsdauer, Sozialhilfe beziehen. Konkret wurde in der
vorberatenden Kommission Wert darauf gelegt, dass zwar das Gesetz über die
Mutterschafts- bzw. Elternschaftsbeiträge - entgegen dem Entwurf der Regierung -
beibehalten wird, dass aber Personen, die bereits Sozialhilfe beziehen, nach der Geburt
eines Kindes nicht vorübergehend Anspruch auf höhere Leistungen haben sollen
(Protokoll der vorberatenden Kommission des Kantonsrates zum IV. Nachtrag zum
Sozialhilfegesetz vom 10. November 2016 [Geschäft 22.16.02], S. 70 ff.). Die
vorliegende Konstellation wurde soweit ersichtlich weder in der vorberatenden
Kommission noch in der parlamentarischen Debatte erörtert (vgl. www.ratsinfo.sg.ch/
geschäfte [22.16.02; IV. Nachtrag zum Sozialhilfegesetz]). Würden jedoch auch
Personen vom Bezug von Elternschaftsbeiträgen ausgeschlossen, die - wie die
Rekurrentin - das entsprechende Gesuch rechtzeitig innert Jahresfrist nach der Geburt
gestellt haben (Art. 9 Abs. 1 GEB) und bei denen - ebenfalls wie bei der Rekurrentin -
die finanzielle Notlage erst nach der Geburt bzw. sogar erst nach der Gesuchstellung
eintritt, widerspräche dies der auch von der Vorinstanz anerkannten Ratio legis der
Elternschaftsbeiträge. Es ist somit festzustellen, dass bei entsprechendem Anspruch
die Ausrichtung von Elternschaftsbeiträgen der Ausrichtung von finanzieller Sozialhilfe
vorgeht und Art. 10 Abs. 1 lit. c GEB nur auf Fälle anwendbar ist, in denen bereits zum
3.1.
http://www.ratsinfo.sg.ch/gesch�fte http://www.ratsinfo.sg.ch/gesch�fte
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4.
Zeitpunkt der Geburt Sozialhilfe bezogen wird. Dies schafft zudem eine
Übereinstimmung mit lit. a derselben Bestimmung, wonach auch bei fehlendem
Wohnsitz im Kanton St. Gallen auf den Zeitpunkt der Geburt abgestellt wird. Die
Rekurrentin ist damit nicht bereits auf Grund von Art. 10 Abs. 1 lit. c GEB vom
Anspruch auf Elternschaftsbeiträge ausgeschlossen.
Entgegen der Ansicht der Vorinstanz trifft sodann nicht zu, dass ein Härtefall nicht
geprüft werden muss, wenn die Berechnung auf sechs Monate einen Überschuss
ergibt, wird doch bei - bereits festgestelltem (vgl. Erwägung 2.1 hiervor) - Vorliegen
eines sozialen Härtefalls auch die Bemessungsperiode entsprechend verlängert (Art. 4
GEB). Fällt etwa - wie bei der Rekurrentin - während der Bemessungsperiode ein
Erwerbseinkommen weg, kann eben bei der längeren Bemessungsperiode ein Defizit
resultieren, wo bei der sechsmonatigen Bemessungsdauer noch ein Überschuss zu
verzeichnen war. Nachdem vorliegend unzweifelhaft unter Anwendung der
Regelbemessungsperiode von sechs Monaten kein Anspruch auf Elternschaftsbeiträge
besteht, ist nachfolgend zu prüfen, ob dies bei ausgewiesener Annahme einer 12-
monatigen Bemessungsdauer der Fall ist.
3.2.
Vorliegend sind die Einnahmen der Rekurrentin und der Lebensbedarf der Familie
grundsätzlich unbestritten und transparent. Erstere bestehen im Wesentlichen aus
ihrem Erwerbseinkommen bis Ende 2018 (Fr. 23'412.25) sowie aus den Kinderzulagen
(für beide Elternteile) und Kinderalimenten (Fr. 2'365.10, Fr. 4'200.--, Fr. 10'800.--).
Letzterer beruht auf teilweise standardisierten Vorgaben (Fr. 72'363.40 [vgl. auch act.
G 3.4]). Umstritten ist hingegen das anrechenbare Einkommen des Kindsvaters in
seiner Tätigkeit als selbstständig erwerbender Tätowierer. Dabei stützt sich die
Vorinstanz mangels abschliessend überprüfbarer Aufschriebe bzw. einer Buchhaltung
bei ihrer Eventualberechnung auf 12 Monate im Wesentlichen auf die von der
Rekurrentin eingereichten Unterlagen (Kassenbuch). Nachdem sie noch im
angefochtenen Rekursentscheid vom 27. Mai 2019 nur die beiden ertragreichsten
Monate Januar und März 2019 berücksichtigt und auf 12 Monate hochgerechnet hat
(Fr. 39'984.-- [act. G 3.5/56]), bezieht sie im vorliegenden Verfahren auf Grund der nun
zur Verfügung stehenden Daten den Zeitraum von Januar bis Mai 2019 in ihre
Berechnung mit ein, wobei sie von den geltend gemachten Geschäftsaufwendungen
noch die Aufwendungen "eindeutig privater Natur" in Abzug bringt. Dabei kommt sie
nunmehr auf ein - auf 12 Monate hochgerechnetes - Einkommen von Fr. 34'059.90
(act. G 3.4). Demgegenüber geht die Rekurrentin lediglich von einem jährlichen
Einkommen des Kindsvaters von Fr. 26'237.37 aus (Fr. 8'599.15 + Fr. 17'638.22).
4.1.
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Dabei rechnet sie dem Kindsvater im Zeitraum von Juli bis Dezember 2018 das
ursprünglich von der Vorinstanz in der Verfügung vom 31. März 2019 unterstellte
Einkommen von Fr. 8'599.15 an (vgl. act. G 3.5/54). Für den Zeitraum von Januar bis
Juli 2019 geht sie wie die Vorinstanz von ihrer Aufstellung der Einnahmen und
Ausgaben aus, bezieht aber auch noch den Juni 2019 mit ein und verzichtet auf eine
Aufrechnung privater Auslagen. Dabei errechnet sie ein durchschnittliches monatliches
Einkommen von Fr. 2'159.46, wobei nicht klar wird, weshalb dies auf sieben Monate
(bis Juli 2019) hochgerechnet ein Einkommen von Fr. 17'638.22 ergeben soll (vgl. act.
G 5 und 5.3).
Zwar gehen beide Parteien grundsätzlich mangels anderer überprüfbarer
Unterlagen von den gleichen Berechnungsgrundlagen aus (Aufstellung der Einnahmen
und Ausgaben [Kassenbuch [act. G 3.5/308 bzw. G 5.3]]). Indessen kann - worauf die
Vorinstanz mehrfach hingewiesen hat - nicht ohne Weiteres auf diese Unterlagen
abgestellt werden. So geht aus dem Kassenbuch selber keine Urheberschaft hervor; es
ist weder unterzeichnet noch datiert. In der Replik vom 1. Oktober 2019 führt die
Rekurrentin aus, die eingereichten Unterlagen über die Einnahmen und Ausgaben seien
von ihr nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt worden (act. G 5). Es
handelt sich somit um von der Rekurrentin erstellte Parteiakten, wobei die Rekurrentin
einräumt, weder die Geschäftspartnerin noch die Buchhalterin des Kindsvaters zu sein
und damit implizit keinen umfassenden Überblick über dessen Finanzen zu haben
(Besprechung vom 29. April 2019 [act. G 3.5/71]). Der Kindsvater selber reichte sowohl
im vorliegend zu beurteilenden Verfahren um Elternschaftsbeiträge als auch in dem ihn
betreffenden Verfahren um Sozialhilfe die Unterlagen betreffend seine finanzielle
Situation trotz mehrmaliger Aufforderung durch die Vorinstanz nur schleppend und
unvollständig ein (vgl. act. G 3.5/58 f., 78, 592). Auch die vorhandenen Kontoauszüge
von Raiffeisenbank, PostFinance und St. Galler Kantonalbank lassen keine
verlässlichen Schlüsse auf die Einkommenssituation des Kindsvaters zu, da die
Einnahmen aus dem X._studio offenbar meist bar vereinnahmt und (wohl nur
teilweise) auf die Konten eingezahlt wurden (vgl. act. G 3.5/110, 311 f.). Jedenfalls
kommt diesen Kontoauszügen nicht die Bedeutung einer Buchhaltung zu. Das
Einkommen als selbstständigerwerbender Tätowierer lässt sich somit nicht zuverlässig
feststellen. Immerhin gehen die Rekurrentin und der Kindsvater in der gerichtlich
genehmigten Vereinbarung vom 18. September 2019 betreffend Kindesunterhalt davon
aus, dass letzterer aus seiner zu 50 % ausgeübten selbstständigen Erwerbstätigkeit ein
monatliches Nettoeinkommen von rund Fr. 4'000.-- erzielen könne (act. G 7.1). Im
Vergleich dazu erscheint das von der Vorinstanz angenommene, einen Anspruch auf
Elternschaftsbeiträge bereits ausschliessende monatliche Durchschnittseinkommen
4.2.
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5.
Nach dem Gesagten ist der Rekurs abzuweisen. Gemäss Art. 95 Abs. 1 VRP hat in
Streitigkeiten grundsätzlich jene Partei die Kosten zu tragen, deren Begehren ganz oder
zum Teil abgewiesen werden. Die Rekurrentin ist im vorliegenden Verfahren vollständig
unterlegen und hätte demnach für die Gerichtskosten aufzukommen. Unter
Berücksichtigung ihrer finanziellen Verhältnisse rechtfertigt es sich jedoch, in
Anwendung von Art. 97 VRP auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten.