Decision ID: 06233bac-416c-4935-b512-5b4847b9ba25
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
O._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Max Imfeld, Teufenerstrasse 8, 9000 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Bachmann, Schwanenplatz 4, 6004 Luzern,
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betreffend
Invalidenrente
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1966 geborene O._ wurde als temporär Angestellter der A._ zur Tätigkeit
im Produktionsbereich bei der B._ vermittelt und war dafür bei der Suva gegen die
Folgen von Unfällen versichert. Als er am 17. Juli 2007 während des Schliessvorgangs
beim Fassabfüllen eine Rondelle an der hydraulischen Siebwechslereinheit anbringen
wollte, wurde seine rechte dominante Hand eingeklemmt (Suva-act. 1, 9, 18). Der
Versicherte wurde mit dem Rettungswagen ins Universitätsspital Zürich (USZ)
gebracht, wo ein Quetschtrauma der rechten Hand mit offenen Frakturen der
Mittelphalangen III, IV und V diagnostiziert wurde und gleichentags eine operative
Versorgung erfolgte (Suva-act. 2, 3). Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht und
erbrachte die gesetzlichen Leistungen.
A.b Am 18. und 26. Februar 2008 startete der Versicherte je einen Arbeitsversuch,
welche er jedoch wegen Schmerzen und Anschwellens der rechten Hand wieder
abbrach (Suva-act. 13, 14, 15, 16).
A.c Am 4. April 2008 wurde der Versicherte durch Kreisarzt Dr. med. C._ untersucht
(Suva-act. 18). Ein erneuter Arbeitsversuch ab 5. Mai 2008 im Rahmen von 50% verlief
positiv (Suva-act. 20, 21, 23). Am 25. Juni 2008 unterzog sich der Versicherte in der
Klinik für Wiederherstellungschirurgie des USZ einer Dermotenodese (Suva-act. 30)
und am 20. Oktober 2008 in der Tagesklinik Bellaria, Zürich, einer Arthrodese des DIP-
Gelenks Dig. V rechts (Suva-act. 38).
A.d Auf Empfehlung seines Hausarztes Dr. med. D._, Facharzt für innere Medizin
FMH, wurde der Versicherte ab 9. Januar 2009 psychiatrisch durch die pract. Ärztin
E._, Stiftung für Psychotherapie und Psychoanalyse, sowie durch die in derselben
Praxis tätige Psychoanalytikerin F._ behandelt (Suva-act. 40, 79 Arztbericht von
E._ vom 22. Mai 2009 als Beilage). Nachdem G._, Fachärztin Neurologie FMH und
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Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie FMH, am 22. Januar 2009 (Suva-act. 42) ein
sensibles Sulcus ulnaris Syndrom rechts diagnostiziert hatte, führte Dr. med. H._,
Chirurgie und Handchirurgie, am 4. Mai 2009 ambulant eine endoskopische
Ulnarisneurolyse (rechts) von Mitte Oberarm bis Mitte Unterarm durch (Suva-act. 48).
Zuvor hatte die Suva nach Rücksprache mit Kreisarzt Dr. C._ den Versicherten
darüber informiert, dass die Beschwerden am rechten Ellbogen nicht mindestens
wahrscheinlich auf den Unfall vom 17. Juli 2007 zurückzuführen seien (Suva-act. 47).
A.e Kreisarzt Dr. C._ nahm am 25. Juni 2009 die Abschlussuntersuchung vor und
beurteilte dabei die auf Grund der Unfallfolgen zumutbaren Tätigkeiten (Suva-act. 52).
Den Integritätsschaden schätzte er aufgerundet auf 7% (Suva-act. 53). Mit Verfügung
vom 27. Juli 2009 lehnte die Suva eine Leistungspflicht für die Beschwerden im rechten
Ellbogen ab, da sie in keinem sicheren oder wahrscheinlichen Kausalzusammenhang
zum Unfallereignis stünden (Suva-act. 58). Die Verfügung erwuchs in Rechtskraft.
A.f Mit Bericht vom 31. August 2009 orientierte die Ärztin E._ über die
Hospitalisation des Versicherten in der Psychiatrischen Klinik Wil seit 5. August 2009.
Als Diagnose hielt sie eine mittelschwere bis schwere depressive Episode mit
somatischem Syndrom (ICD-10 F33.2/F33.11) auf dem Boden einer chronisch
posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1), differentialdiagnostisch eine
Persönlichkeitsveränderung infolge des Unfalls (ICD-10 F26) fest (Suva-act. 65). Am 6.
Oktober 2009 trat der Versicherte in die Clienia Privatklinik Littenheid über (Suva-
act. 79 Schreiben der Clienia Littenheid AG vom 17. November 2009 als Beilage).
A.g Am 14. November 2009 verfügte die Suva die Ausrichtung einer Invalidenrente ab
1. Dezember 2009 gestützt auf einen Erwerbsunfähigkeitsgrad von 25% sowie eine
Integritätsentschädigung auf Grund eines Integritätsschadens von 7% (Suva-act. 78).
B.
Die gegen diese Verfügung am 4. Dezember 2009 erhobene Einsprache (Suva-act. 79)
wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 1. Juni 2010 ab (Suva-act. 85).
C.
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C.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Max Imfeld,
St. Gallen, für den Versicherten am 2. Juli 2010 erhobene Beschwerde mit den
Anträgen, die Verfügung vom 14. November 2009 sei aufzuheben und dem
Versicherten sei eine (volle) IV-Rente von 80% des versicherten Verdienstes
zuzusprechen. Eventualiter sei der Einspracheentscheid aufzuheben und die Suva
anzuweisen, ein fachärztliches Gutachten über den Konnex des psychischen Leidens
mit dem Unfallereignis einzuholen. Zudem sei dem Beschwerdeführer die
unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und er sei mit der Vertretung zu beauftragen.
Der Rechtsvertreter begründet seine Anträge damit, es sei auf Grund der Arztberichte
augenfällig, dass die posttraumatische Belastungsstörung auf den Unfall zurückgeführt
werden müsse. Im Weiteren sei es Aufgabe des Unfallmediziners und allenfalls des
Psychiaters, sämtliche Auswirkungen eines Unfalls auf den Gesundheitszustand,
namentlich auch die psychischen Unfallfolgen sowie allfällige Wechselwirkungen
zwischen physischen und psychischen Gesundheitsstörungen zu beurteilen, was durch
ein Gutachten nachzuholen sei. Schliesslich sei auch die Rentenhöhe zu korrigieren, da
die fünf ausgewählten DAP-Arbeitsplätze für den Beschwerdeführer unzumutbar seien.
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto
Bachmann, Luzern, in der Beschwerdeantwort vom 18. August 2010 die Abweisung
der Beschwerde und die Bestätigung ihres Einspracheentscheids.
C.c Mit Replik vom 14. und Duplik vom 24. September 2010 hielten die Parteien an
ihren Anträgen fest.
C.d Am 28. September 2010 bewilligte der Präsident des Versicherungsgerichts das
Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch seinen
Rechtsanwalt (act. G 12).
C.e Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften wird, soweit erforderlich,

in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
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Umstritten und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer auf Grund des Unfallereignisses
vom 17. Juli 2007 ab 1. Dezember 2009 Anspruch auf eine höhere als die durch die
Beschwerdegegnerin verfügte Invalidenrente für einen Erwerbsunfähigkeitsgrad von
25% hat. Die in der Verfügung vom 14. November 2009 zugesprochene
Integritätsentschädigung für eine Integritätseinbusse von 7% hat der Beschwerdeführer
demgegenüber nicht angefochten. In diesem Punkt ist die Verfügung somit in
Rechtskraft erwachsen (vgl. BGE 119 V 350). Ebenfalls nicht zu prüfen ist die Kausalität
zwischen dem Unfallereignis und den Beschwerden im rechten Ellbogen, da diese mit
Verfügung vom 27. Juli 2009 bereits rechtskräftig verneint wurde (Suva-act. 58).
2.
2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt zunächst voraus, dass
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher
Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinn des natürlichen
Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der
eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht
zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Für die Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder
unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende
Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität
der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht
weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung
entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die
Verwaltung oder im Beschwerdefall das Gericht nach dem im Sozialversicherungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die
blosse Möglichkeit eines Kausalzusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181, 119 V 337 f. E. 1). Die Leistungspflicht des
Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und
dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der
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Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten,
wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen
Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen
herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis allgemein als
begünstigt erscheint (BGE 129 V 181, 119 V 337 f. E. 1). Aufgabe des Arztes oder der
Ärztin ist es dabei, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, während es
dem Gericht obliegt, die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu
beantworten (PVG 1984 Nr. 82, 174). Anzufügen bleibt, dass der Anspruch auf eine
Invalidenrente gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG dann entsteht, wenn die versicherte Person
infolge des Unfalls zu mindestens 10 Prozent invalid (Art. 8 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) geworden ist.
2.2 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a und 121 V 210 E. 6c, je mit
Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn der
Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen
mithin die Parteien in der Regel die Beweislast nur insofern, als im Fall der
Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 117 V 264 E. 3b mit
Hinweisen). Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung liegt die Beweislast bei
anspruchsbegründenden Tatfragen demzufolge bei der Partei, welche den Anspruch
geltend macht. Bei anspruchsaufhebenden Tatfragen liegt sie bei der Partei, welche
sich auf das Dahinfallen des Anspruchs beruft. Diese Beweisregel greift allerdings erst
Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes
auf Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die
Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (RKUV 1994 U 206 S.
327 f. E. 1 mit Hinweis und E. 3b).
3.
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3.1 Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen werden im Regelfall eine
strukturelle Läsion oder eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares
Korrelat verlangt. Der Versicherte erlitt gemäss Austrittsbericht des USZ vom 9. August
2007 an der rechten Hand ein Quetschtrauma mit offenen Frakturen der
Mittelphalangen III, IV und V (Suva-act. 3). Nach Durchführung der Wundexploration
sowie einer Strecksehnenadaption Dig II und III, einer Wundversorgung im USZ am
Unfalltag (Suva-act. 2) sowie einer Dermotenodese ein Jahr später (Suva-act. 30),
zeigten sich am 19. September 2008 auf den Röntgenbildern verheilte P2-Frakturen
Dig. III-V sowie eine leichte Arthrose der DIP-Gelenke von Dig. III-V rechts (Suva-
act. 35). Auf Grund des Extensionsdefizits am DIP-Gelenk Dig. V mit massiven
Schmerzen führte Dr. H._ am 20. Oktober 2008 eine Arthrodese des DIP-Gelenks
Dig. V rechts durch (Suva-act. 38). Gemäss Bericht von Dr. H._ war die Arthrodese
im Kleinfingerendglied zwar gut verheilt, dennoch beklagte der Beschwerdeführer
weiterhin Schmerzen (Suva-act. 43). Dr. C._ ging schliesslich bei seiner
Abschlussuntersuchung vom 25. Juni 2009 von einem Endzustand aus. Die
Beweglichkeit sei ordentlich und die Befunde hätten sich nicht mehr wesentlich
geändert. Zwar liege keine radiologische Kontrolle vor, klinisch könne jedoch keine
wesentliche Schmerzhaftigkeit festgestellt werden, wie dies auch Dr. H._ in ihren
Berichten mehrfach festgehalten habe (Suva-act. 52 S. 5).
3.2 Zur Zumutbarkeitsbeurteilung hielt Dr. C._ fest, dass dem Beschwerdeführer für
die rechte Hand eine leichte bis maximal mittelschwere Arbeit zuzumuten sei.
Krafterheischende Tätigkeiten rechtshändig seien zu meiden. Ebenfalls seien
grobmanuelle beziehungsweise repetitive Arbeiten als ungeeignet zu beurteilen. Eine
geeignete Arbeit könne der Beschwerdeführer auf Grund der Handverletzung
vollschichtig wahrnehmen. Hämmernde und vibrierende Aufgaben seien zu meiden
(Suva-act. 52 S. 5).
4.
4.1 Der Beschwerdeführer verlangt Leistungen der Beschwerdegegnerin auch für
seine psychischen Leiden. Ab Januar 2009 war er in ambulanter psychiatrischer
Behandlung bei der Psychiaterin E._ sowie in Psychotherapie bei ihrer türkisch
sprechenden psychologischen Mitarbeiterin F._ (Suva-act. 79 Arztbericht von E._
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vom 22. Mai 2009 als Beilage). Nach eintägigem ambulantem Aufenthalt in der Klinik
St. Pirminsberg, Pfäfers, am 25. Mai 2009 (Suva-act. 79 Bericht der Klinik St.
Pirminsberg vom 26. Mai 2009 als Beilage) wurde er vom 5. August bis 6. Oktober
2009 stationär in der Psychiatrischen Klinik Wil (Suva-act. 68) und anschliessend in der
Clienia Privatklinik Littenheid behandelt (Suva-act. 79 Schreiben der Clienia vom 17.
November 2009 als Beilage). Im Bericht der Psychiatrischen Klinik Wil vom 14. Oktober
2009 wurde eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10
F32.2), V.a. eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) sowie einen
Paarkonflikt (ICD-10 Z63.8) diagnostiziert. Im Zeitpunkt der Entlassung am 6. Oktober
2009 sei der Beschwerdeführer vollständig arbeitsunfähig (Suva-act. 81b). Gemäss
dem Bericht der Psychiaterin E._ vom 31. Juli 2010 diagnostizierte diese aktuell eine
mittelschwere bis schwere depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10
F33.2/F33.11) auf dem Boden einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung
(ICD-10 F43.1) und damit einhergehend ausgeprägte dissoziative Zustände mit
Aktivierung eines sehr negativen und aggressiven Ich-Zustands mit psychotischen
Anteilen. Differentialdiagnostisch hielt sie weiterhin an einer
Persönlichkeitsveränderung infolge Unfalls (ICD-10 F62) fest. Damit leidet der
Beschwerdeführer unbestrittenermassen an erheblichen psychischen Störungen, auf
Grund derer auch von einer Arbeitsunfähigkeit auszugehen ist.
4.2 Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers für psychische Beeinträchtigungen
würde voraussetzen, dass zwischen dem Unfall und der eingetretenen
Gesundheitsschädigung sowohl ein natürlicher als auch ein adäquater
Kausalzusammenhang bestünde (BGE 122 V 416 E. 2a mit Hinweis). Die Frage des
natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen den psychischen Beschwerden und dem
streitigen Unfall kann allerdings offen bleiben, wenn - wie nachfolgend zu zeigen sein
wird - eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin mangels Bestehens des kumulativ
vorausgesetzten adäquaten Kausalzusammenhangs verneint werden muss (SVR 1995
UV Nr. 23 S. 67). Auf eine gutachterliche Prüfung der Frage der natürlichen Kausalität
zwischen dem Unfall und der psychischen Problematik kann unter diesen Umständen -
entgegen dem Eventualbegehren des Beschwerdeführers - verzichtet werden
(antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 94 E. 4b; Pra 88 Nr. 117; SVR 1996 UV
Nr. 62 S. 211).
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4.3 Bei der Beurteilung des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und einer
anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwicklung mit Einschränkung der
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ist nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 138 ff. E. 6,
bestätigt unter anderem in SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31) vom Unfallereignis auszugehen.
Dabei besteht ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den Beschwerden und
dem Unfall, wenn dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der
Beschwerden zukommt. In objektivierter Betrachtungsweise werden die Unfälle nach
ihrer erfahrungsgemässen Eignung, psychische Beschwerden zu bewirken, eingeteilt in
banale und leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle andererseits und in einen
dazwischen liegenden mittleren Bereich der mittelschweren Unfälle. Während die
Frage, ob zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit ein adäquater
Kausalzusammenhang besteht, in der Regel bei banalen Unfällen ohne weiteres
verneint und bei schweren Unfällen bejaht werden kann, lässt sie sich bei Unfällen im
mittleren Bereich nicht auf Grund des Unfalls allein schlüssig beantworten. Vielmehr
sind weitere, objektiv fassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im
Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folge davon erscheinen, in eine
Gesamtwürdigung einzubeziehen (BGE 115 V 139 E. 6a-c). Dabei müssen
rechtsprechungsgemäss (vgl. BGE 115 V 140 E. 6c; SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31 E. 2,
2001 UV Nr. 8 S. 32, je mit Hinweisen) die weiteren unfallbezogenen Kriterien entweder
in gehäufter oder auffallender Weise oder ein einziges Kriterium in besonders
ausgeprägter Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Als
wichtigste Kriterien gelten dabei: besonders dramatische Begleitumstände oder
besondere Eindrücklichkeit des Unfalls, die Schwere oder besondere Art der erlittenen
Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen, die ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen
Behandlung, körperliche Dauerschmerzen, ärztliche Fehlbehandlung, welche die
Unfallfolgen erheblich verschlimmert, schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche
Komplikationen sowie Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.
4.4 Der Arbeitsunfall vom 17. Juli 2007 ist angesichts des Geschehensablaufs mit
dem Beschwerdeführer als mittelschweres Ereignis und zwar weder im Grenzbereich
zu den leichteren noch jenem zu den schweren Fällen einzustufen (vgl. insbesondere
Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007:
sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 13. März 2006 i/S C. [U 367/05]
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E.3.3.1, sowie zur Kasuistik bei Handverletzungen allgemein: Urteil des Bundesgerichts
vom 4. Juni 2009 i/S A. [8C_77/2009] E. 4.1.2). Demnach müssten von den weiteren
massgeblichen Kriterien für eine Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs
entweder ein einzelnes in besonders ausgeprägter Weise oder aber mehrere in
gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein (BGE 115 V 141 E. 6c/bb). Bei der
Prüfung dieser Kriterien sind psychische Aspekte ausser acht zu lassen (BGE 115 V
140 E. 6c/aa).
4.4.1 Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder
besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls ist objektiv zu beurteilen und nicht auf Grund
des subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person (RKUV 1999
Nr. U 335 S. 207, U 287/97 E. 3b/cc; Urteil des Bundesgerichts vom 25. Januar 2008 i/
S A. [U 56/07] E. 6.1). Zu beachten ist, dass jedem mittelschweren Unfall eine gewisse
Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit allein noch nicht für eine Bejahung des
Kriteriums ausreicht (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Februar 2009 [8C_799/2008]
E. 3.2.3 mit Hinweis). Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er infolge des Unfalls
unter Flashbacks im Sinn von Alpträumen und Schlafstörungen leide (Suva-act. 68).
Dennoch liegt eine besondere Eindrücklichkeit des eigentlichen Unfallereignisses bei
objektiver Beurteilung nicht vor. Besonders dramatische Begleitumstände werden
ebenfalls nicht geltend gemacht, weshalb das Kriterium nicht erfüllt ist.
4.4.2 Das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der Verletzung,
insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen
auszulösen, hat das EVG in einem Fall verneint, bei welchem die versicherte Person
beim Holzfräsen eine subtotale Abtrennung von Daumen und Mittelfinger sowie eine
Beugesehnenverletzung am Zeigefinger erlitt (EVG-Urteil vom 18. Oktober 2006 i/S. S.
[U 19/06]). Nachdem die hier erlittene Handverletzung zwar vom Ausmass her etwas
weniger eindrücklich, jedoch vorliegend im Gegensatz zum zitierten Entscheid die
dominante Hand betroffen war, was unter Umständen bei Personen, die auf Grund
ihrer persönlichen Voraussetzungen lediglich manuelle Tätigkeiten erledigen können,
geeignet sein kann, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, lässt sich dieses
Kriterium zumindest nicht von vorneherein verneinen.
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4.4.3 Zur Beantwortung der Frage der Dauer der ärztlichen Behandlung wird auf
die kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des
somatischen Gesundheitszustands gerichtete ärztliche Behandlung abgestellt. Eine
Behandlung, die lediglich noch der Erhaltung des bestehenden Gesundheitszustands
und nicht der Heilung dient, ist im Rahmen der Adäquanzprüfung grundsätzlich nicht
relevant. Abklärungsmassnahmen und blossen ärztlichen Kontrollen kommt nicht die
Qualität einer regelmässigen, zielgerichteten Behandlung zu (Urteil des Bundesgerichts
vom 27. Februar 2008 i/S D. [U 11/07] E. 5.3.1 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer
musste dreimal an der rechten Hand operiert werden (so am 17. Juli 2007, 25. Juni und
20. Oktober 2008) und unterzog sich mehreren Ergotherapieserien (vgl. Suva-act. 18
S. 2, 35, 40). Im Weiteren beschränkte sich die Behandlung aber auf Kontrollen durch
den Hausarzt und dessen allfällige Verschreibung von Medikamenten. Diese ärztliche
Behandlung erfüllt die Anforderung an das entsprechende Adäquanzkriterium nicht,
weshalb es zu verneinen ist. Im gleichen Sinn liegt auch keine ununterbrochene,
konsequent fortgeführte Behandlungsfolge vor und kann damit objektiv nicht von einer
spezifischen, den Beschwerdeführer speziell belastenden ärztlichen Behandlung
ausgegangen werden. Somit ist das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der
ärztlichen Behandlung ebenfalls nicht gegeben.
4.4.4 Gemäss dem Bericht zur ärztlichen Abschlussuntersuchung durch Kreisarzt
Dr. C._ vom 25. Juni 2009 können keine wesentlichen Druckdolenzen im Bereich der
Arthrodese festgehalten werden. Klinisch sei auch keine wesentliche Schmerzhaftigkeit
auszumachen, wie dies Dr. H._ in ihren Berichten ebenfalls mehrfach festgehalten
habe (Suva-act. 52). Dem ist jedoch nicht beizupflichten. Vielmehr hielt Dr. H._ in
ihren Berichten immer wieder ein Beklagen massiver Schmerzen durch den
Beschwerdeführer fest, ohne dies allerdings näher zu würdigen (Suva-act. 35, 43, 45,
51). Auch im Bericht der Neurologin und Psychiaterin G._ vom 25. Januar 2009
werden persistierende Schmerzen erwähnt (Suva-act. 42 S. 2). Vorliegend kann die
Beantwortung der Frage, ob der Beschwerdeführer seit dem Unfallereignis dauernd an
erheblichen Schmerzen leidet, jedoch offen gelassen werden, da dies selbst bei
erfülltem Kriterium - wie nachfolgende Erwägungen zeigen - zu keiner Bejahung des
adäquaten Kausalzusammenhangs führte.
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4.4.5 Anzeichen für eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen
erheblich verschlimmert hat, sind aus den medizinischen Akten nicht ersichtlich.
Insbesondere liegen keine Anhaltspunkte vor, welche die Beschwerden im rechten
Vorderarm als im mindesten wahrscheinlich auf eine ärztliche Fehlbehandlung
zurückführen. Sodann lagen - aus somatischer Sicht - weder ein schwieriger
Heilungsverlauf noch erhebliche Komplikationen vor.
4.4.6 Ebenfalls zu verneinen ist das Kriterium von Grad und Dauer der physisch
bedingten Arbeitsunfähigkeit, da der Beschwerdeführer seine Arbeit im Mai 2008
wieder im Rahmen einer 50%igen Arbeitsfähigkeit aufnehmen konnte, nach den
operativen Eingriffen vom 25. Juni und 20. Oktober 2008 zwar noch einmal 100%
arbeitsunfähig geschrieben wurde, sodann aber aus unfallfremden Gründen wie dem
Sulcus ulnaris Syndrom (Suva-act. 41) und später, d.h. ab Frühling 2009 infolge der
hier nicht zu berücksichtigenden psychischen Beschwerden (vgl. Suva-act. 79 Bericht
E._ vom 22. Mai 2009 sowie Schreiben der Klinik St. Pirminsberg vom 26. Mai 2009
als Beilage, Suva-act. 64) als vollständig arbeitsunfähig galt.
4.5 Da somit selbst bei einer Bejahung der Schwere oder besonderen Art der
erlittenen Verletzungen und der körperlichen Dauerschmerzen höchstens zwei der
massgebenden Kriterien erfüllt wären, allerdings nicht in besonders ausgeprägter
Weise, ist die Unfalladäquanz der psychischen Beeinträchtigungen zu verneinen (BGE
115 V 139 E. 6c; vgl. auch Urteil vom 4. August 2008 i/S M. [8C_92/2008] E. 13).
5.
5.1 Bezüglich der Voraussetzungen zur Bestimmung des Invaliditätsgrads wird auf
den Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 1. Juni 2010 Erwägung 5a
verwiesen.
5.2
5.2.1 Bei der Ermittlung des ohne Gesundheitsschaden mutmasslich erzielten
Verdienstes (Valideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts (bis
31. Dezember 2006 Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG) entscheidend, was
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem
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Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen
würde. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und
Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer
Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden
fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt sein (Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2010 i/S E. [8C_201/2010] E.
4.1; BGE 134 V 325 E. 4.1 S. 325 mit Hinweisen). Zudem sind neben dem Grundlohn
auch weitere Lohnbestandteile wie Vergütungen z.B. für regelmässig geleistete
Überstunden zu berücksichtigen (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. Zürich
2009, Art. 16 Rz. 12 f.).
5.2.2 Auf Grund der unbestritten gebliebenen Angaben der ehemaligen
Arbeitgeberin des Beschwerdeführers erzielte dieser im Jahr vor seinem Unfall inklusive
vergüteter Überstunden ein Bruttoeinkommen von Fr. 78'976.-- (Suva-act. 70).
Nachdem bei der Bemessung des Valideneinkommens Kinderzulagen nicht zu
berücksichtigen sind, zumal diese auch in die Festlegung des Invalideneinkommens
nicht einfliessen, ergibt sich nach deren Abzug ein Jahresverdienst von Fr. 70'216.--
(Fr. 78'976.-- - Fr. 8'760.--; vgl. auch Suva-act. 72). Da der Stundenlohn von März 2007
bis Juni 2008 gleich geblieben sei (Suva-act. 69) und sich der Grundlohn des
Beschwerdeführers im Jahr 2009 ebenfalls nur im Ausmass der Teuerung erhöht hätte
(Suva-act. 71), ging die Beschwerdegegnerin in Bezug auf die Nominallohnentwicklung
zu Recht von den branchenüblichen Werten (Chemie, Herstellung von Gummi- und
Kunststoffwaren) aus. Allerdings beträgt der für das Jahr 2009 angewandte Faktor
gemäss Index der Nominallohnentwicklung 2009 des Bundesamts für Statistik nicht
2%, sondern 2.5%. Folglich resultiert nach Anpassung an die Nominallohnentwicklung
2008 von 2.1% und 2009 von 2.5% ein Valideneinkommen von Fr. 73'482.80 (und nicht
von Fr. 73'075.-- wie von der Beschwerdegegnerin ermittelt).
5.3 Für die Festsetzung des trotz unfallbedingter Behinderung realisierbaren
Verdiensts (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret
steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ -
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die
ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22was+die+versicherte+Person+im+Zeitpunkt+des+fr%FChestm%F6glichen+Rentenbeginns+nach+dem+Beweisgrad+der+%FCberwiegenden+Wahrscheinlichkeit+als+Gesunde+tats%E4chlich%22+&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-V-322%3Ade&number_of_ranks=0#page322
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zudem das Einkommen angesichts der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als
Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein
solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen vorhanden, namentlich weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit angenommen hat, können nach der
Rechtsprechung entweder die Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik
periodisch durchgeführten Lohnstrukturerhebung (LSE-Tabellenlöhne) oder die von der
Suva geführte Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP-Zahlen) herangezogen werden.
5.4 Die Beschwerdegegnerin legte das Invalideneinkommen gestützt auf die DAP-
Zahlen der Arbeitsplätze Nr. 9051, 4221, 2861, 4222 und 9289 fest. Im Hinblick auf die
geforderte Repräsentativität der DAP-Profile und der daraus abgeleiteten Lohnangaben
hat die Beschwerdegegnerin nach der Rechtsprechung, zusätzlich zur Auflage von
mindestens fünf DAP-Blättern, Angaben zu machen über die Gesamtzahl der auf Grund
der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über
den Höchst- und den Tiefstlohn sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils
verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Gruppe. Im Beschwerdeverfahren ist
es Sache des angerufenen Gerichts, die Rechtskonformität der DAP-
Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Versicherer
zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich
gestützt auf die LSE vorzunehmen (EVG-Urteil vom 28. August 2003 i/S C. [U 35/00] E.
4.2.2). Der Beschwerdeführer bemängelt bei mehreren der beigezogenen Arbeitsplätze,
dass sie sich nicht mit dem Zumutbarkeitsprofil von Dr. C._ vereinbaren liessen.
Ausgehend vom dargelegten Zumutbarkeitsprofil des Kreisarztes (Erwägung 3.2) ist
jedoch nicht ersichtlich, inwiefern die von der Beschwerdegegnerin ausgewählten DAP-
Arbeitsplätze den behinderungsbedingten Einschränkungen des Beschwerdeführers
nicht angepasst sein sollen. Arbeitsplatz Nr. 9051 beinhaltet das Auffüllen kleiner
Metallteilchen von einigen 100g in Magazine und das Bedienen des Staplers zum
Herbeischaffen neuer Paletten, wobei das Einschalten von Pausen möglich ist. Die in
Nr. 4221 beschriebene Tätigkeit erfordert neben Überwachungs- und
Bedienungsarbeiten alle 1 bis 2 Stunden das Einfüllen und Herausnehmen von
Stoffballen aus der Waschmaschine. Dabei fällt nicht mehr als 15kg an Gewicht an. Da
dies aber beidhändig erfolgen kann und die gesamte Tätigkeit lediglich zeitweise
mittelschwere Arbeiten beinhaltet, ist auch sie mit dem Zumutbarkeitsprofil vereinbar.
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Dasselbe gilt für den unangefochtenen Arbeitsplatz Nr. 2861. Rein gestützt auf die
unfallkausalen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers kann auch gegen das ab
und zu anfallende Heben leichter Gewichte beim Arbeitsplatz "Maschinendruck" (Nr.
4222) nichts eingewendet werden. Nichts anderes muss für den ausgewählten
Arbeitsplatz in der Metallindustrie (Nr. 9289) gelten, welcher explizit auch einhändig mit
der adominanten Hand ausgeführt werden könne. Damit ist das Abstellen auf die DAP-
Zahlen für die Bemessung des Invalideneinkommens nicht zu beanstanden. Im
Rahmen des DAP-Systems sind leidensbedingte Abzüge grundsätzlich nicht
sachgerecht und damit nicht zulässig (BGE 129 V 472 E. 4.2.3; EVG-Urteil vom
26. Februar 2004 i/S H.M. [U 208/02]. Die von der Beschwerdegegnerin beigezogenen
fünf DAP-Arbeitsplätze wiesen im Jahr 2009 einen Durchschnittslohn von Fr. 54'607.40
auf. Darauf ist als Invalideneinkommen abzustellen. Bei der Gegenüberstellung von
Validen- (Fr. 73'482.80) und Invalideneinkommen (Fr. 54'607.40) ergibt sich ein
Erwerbsunfähigkeitsgrad von 25,68%, also aufgerundet 26%. Die Beschwerdegegnerin
hat dem Beschwerdeführer folglich eine Invalidenrente auf der Basis eines
Erwerbsunfähigkeitsgrads von 26% auszurichten.
6.
Gestützt auf obige Erwägungen ist die Beschwerde in dem Sinn gutzuheissen, dass
dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Dezember 2009 eine Invalidenrente auf
Grund eines Invaliditätsgrads von 26% zuzusprechen ist. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Hingegen hat der obsiegende Beschwerdeführer
Anspruch auf eine Parteientschädigung durch die Beschwerdegegnerin (Art. 61 lit. g
ATSG; Art. 98bis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP, sGS 951.1]). Es
rechtfertigt sich, diese wie bei Prozessen im Bereich der Unfallversicherung üblich auf
pauschal Fr. 4'000.-- festzulegen (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP