Decision ID: 1ca5138f-1130-4f6c-ba2b-1b5417f8d168
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1962 geborene
X._
arbeitete von 2005 bis Februar 2010 im Restaurant
Y._
als Barangestellte
bei
einem
Teilzeit-
Pensum
(Urk. 8/10). Am 24. Juli 20
10 meldete sich die Versicherte
wegen
„Krankheit“
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 8/2
,
Eingangsdatum gemäss Urk. 8/34/1: 11. August 2010
). In der Folge liess die IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto erstellen (IK-Auszug vom 19. August 2010, Urk. 8/8), holte den Arztbericht von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin
FMH
, (ohne Datum, eingegangen am 27. Oktober 2010, Urk. 8/9) sowie
den
Arbeitgeberbericht
vom 19. Januar 2011
(Urk. 8/10) ein. Anschliessend liess die IV-Stelle
X._
durch die
A._
polydisziplinär
begutachten (Gutachten vom 1
0.
Januar 2012, Urk. 8/30
) und führte eine Haushaltsabklärung
durch
(Abklärungsbericht vom 27. April 2012, Urk. 8/32). Mit Vorbescheid vom 25. April 2012 (Urk. 8/35) stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres Rentenbegehrens in Aussicht. Dagegen erhob
X._
am 29. Mai beziehungsweise am 11. September 2012 Einwand (Urk. 8/37 und Urk. 8/45). Mit Verfügung vom 26. Oktober 2012 verneinte
die IV-Stelle einen Rentenanspruch von
X._
(Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am 26. November 2011 (richtig: 2012) Beschwerde und beantragte, es sei ihr unter Aufhebung der Verfügung vom 26. Oktober 2012 eine Invalidenrente zuzusprechen,
unter Kosten- und
Ent
schädigungsfolge
zu Lasten der Beschwerdegegnerin
(Urk. 1)
.
Zudem ersuchte sie um
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
. Die
Beschwerde
gegnerin
schloss
mit Beschwerdeantwort vom 19. Dezember 2012
auf
Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 7, unter Beilage ihrer Akten, Urk
. 8/1
-52), was der Be
schwerdeführerin am 8. Januar 2013 mitgeteilt wurde (Urk. 9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird – soweit erfor
derlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin qualifizierte die Beschwerdeführerin als mutmasslich zu 50
% im Erwerbsb
e
reich und zu 50 % im Haushal
t tätig. Dabei ermittelte sie im Erwerbsbe
reich gestütz
t auf eine m
edizinisch-theoretische
Restarbeitsfähig
keit
von 50 % in angepassten Tätigkeiten (körperlich leichte Tätigkeit ausser
halb eines alkoholausschenkenden Betriebes) nach durchgeführtem
Ein
kommens
vergleich
einen gewichteten Invaliditätsgrad von 0 %. Im Haushalt stellte sie aufgrund des Abklärungsberichts über die Arbeitsfähigkeit im Haus
halt vom 27.
April 2012 (Urk. 8/32) einen Invaliditätsgrad von 26.05 % fest. Folglich wies sie das Rentengesuch gestützt auf einen Gesamtinvaliditätsgrad von gerundet 13 % ab (Urk. 2).
1.2
In ihrer
Beschwerde
opponiert
die Beschwerdeführerin einzig gegen die von
der Beschwerdegegnerin angewendete Methode der I
nvaliditätsbemessung. Sie macht
geltend, dass ihr Invaliditätsgrad statt nach der gemischten Methode nach der Methode des Einkommensvergleichs zu ermitteln sei, da sie heute
bei guter Gesundheit in einem Pensum von 100 % arbeiten würde.
2.
Das polydisziplinäre
A._
-
Gutachten
vom 10. Januar 2012
(Urk. 8/30)
stellte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
familiäre, distale tubuläre renale Azidose mit erheblicher
Niereninsuffizienz, stark substitutionsbedürftiger
Hypokaliämie
, Anämie,
Polyurie und Tendenz zu Hypotonie
-
primäre
biliäre
Leberzirrhose mit/bei erhöhten Anti-M2-Antikörpern und
erhöhtem
Cholostaseparameter
.
Als Nebendiagnosen wurde
Folgende genannt:
-
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom ohne klinische und röntgenologische
Pathologie, altersassoziierte präsakrale
Osteochondrose
-
Arthralgien im Bereich der Hand- und Sprunggelenke beidseits ohne
klinisch korrelierenden pathologischen Befund
-
Status nach osteosynthetisch versorgter distaler Unterschenkelfraktur
links (circa 1993/1994) mit liegendem
Osteosynthesematerial
,
achsengerecht und stabil konsolidiert
-
Status nach W
eichte
i
lverletzung in der Kindheit rechter distaler
Unterschenkel, keine Folgen, reizlose Narben
-
Osteopenie
der Lendenwirbelsäule als Ergebnis einer
Osteodensitometrie
(2010), keine Osteoporose
.
In der bisherigen Tätigkeit als Barangestellte bestehe seit Oktober 2009 keine Arbeitsfähigkeit mehr.
In einer körperlich leichten Tätigkeit ausserhalb eines alkoholausschenkenden Betriebes sei die Beschwerdeführerin seit dem 1.
Januar
2010 (nach Erholung von der schweren
Hypokaliämie
vom Oktober 2009) bis auf Weiteres zu 50 % –
im zeitlichen Rahmen von circa 6 Stunden bei einer um 20
%
verminderten Leistungsfähigkeit
(Urk. 8/30/18) – arbeitsfähig.
3
.
Da die medizinische Beurteilung der Situation, auf die sich der Rentenentscheid vom 26. Oktober 2012 (Urk. 2) stützt, nicht bestritten
(vgl. Urk. 1 S. 4)
und die festgestellte Arbeitsfähigkeit von 50 % in leidensangepassten Tätigkeiten
(kör
perlich leichte Tätigkeit ausserhalb eines alkoholausschenkenden Betriebes
im zeitlichen Rahmen von circa 6 Stunden bei einer um 20 % verminderten Leis
tungsfähigkeit
)
jedenfalls
nicht zu
Gunsten der Beschwerdeführerin zu
bean
standen ist (vgl. polydisziplinäres Gutachten der
A._
vom 10. Januar 2012, Urk. 8/30), bleibt einzig
die auf die gesundheitlichen Einschränkungen gestützte Invaliditätsbemessung zu beurteilen
.
4
.
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Ge
sichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungsver
gleich
, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstä
tigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, d.h. ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
IVV). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Be
messung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbs
tätigkeit ist der im Sozial
versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil 9C_915/2012 des Bun
desgerichts vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Die gemischte Methode findet auch Anwendung, wenn der (in einem Aufgaben
be
reich tätigen) versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (vgl. BGE 133 V 504 E. 3.3 in
fine
).
Ist jedoch anzu
nehmen, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beeinträchtigung teilerwerbstätig oder sie arbeitete unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mit, ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich nach
Art.
5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität
ausschliesslich
nach den Grundsätzen für Erwerbstätige, somit nach
Art.
16 ATSG zu bemessen (
Art.
27
bis
Abs.
1 Satz 1 sowie
Abs.
1 Satz 2 und 3 e
contrario
IVV). Die gemischte Me
thode gelangt hier ebenso wenig zur Anwendung wie bei ohne
Gesundheits
schaden
voll Erwerbstätigen (
Art.
27
bis
Abs.
2 IVV). Das
Valideneinkommen
ist nach
Massgabe
der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganztagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 E. 4a). Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versi
cherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger
Eingliederungsmassnahmen
durch eine
ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei ka
nn das
vom Arzt fest
-zulegende
Arbeitspensum unter Umständen grösser sein als das ohne gesund
heitliche Be
einträchtigung geleistete (vgl. BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
5
.
5
.1
Die Beschwerdeführerin arbeitete seit Februar 2005
bei
einem 50%-Pensum im Restaurant
Y._
in Zürich als Barangestellte, bis sie ihre Erwerbstätigkeit
aus
gesundheitlichen
Gründen i
m
November 2009 (letzter effektiver Arbeitstag)
aufgab.
Sie hat vier Kinder
(
geboren
1980, 1982, 1984 und 1990
)
und lebt aktuell alleinstehend in einer 1.5-Zimmer-Wohnung in
B._
. Die Beschwer
deführerin
gab
im Rahmen der Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt am 2. Februar 2012 (Abklärungsbericht vom 27. April 2012, Urk. 8/32) an, dass sie bei guter Gesundheit weiterhin am gleichen Ort
bei
einem Pensum von 50 % arbeiten würde. Sie habe mit dem Monatslohn von Fr. 1‘759.-- leben können, weil sie an der Bar auch viel Trinkgeld erhalten habe; pro Arbeitstag circa
Fr. 150.-- bis Fr. 160.-- bei 3
Arbeitstagen pro Woche.
Aufgrund dieser
persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhält
nisse
und der glaubhaften Aussage wurde die Beschwerdeführerin mit 50 % im Erwerbsbereich und mit 50 % im Haushaltsbereich qualifiziert
(Urk. 2)
.
5
.2
Die Beschwerdeführerin bringt nun verschiedene Einwände vor, weshalb entge
gen dieser Qualifikation von einer 100%igen Erwerbstätigkeit auszugehen sei
(Urk. 1 S. 4 ff.)
:
5
.2.1
Die gemischte Methode komme vorliegend nicht zum Zuge, weil die Beschwerde
führerin gegenüber ihren Kindern mit den Jahrgängen 1980, 1982, 1984 und 1990 schon länger keine Erziehungs- und Betreuungspflichten mehr habe, so sei auch der jüngste Sohn im Dezember 2011 ausgezogen.
Dem ist zu entgegnen, dass die Beschwerdeführerin trotz Wegfall dieser familiären Ver
pflichtung
en
bereits
vor Jahren ihr Arbeitspensum dennoch nicht
(zumindest ein wenig)
erhöht
e
.
5
.2.2
Auch der Hinweis, dass sie von 1986 bis zu ihrem letzten Stellenantritt im Restaurant
Y._
im Jahre 2005 grösstenteils zu 100 % gearbeitet habe, er
klärt nicht, weshalb sie
bis 2007 (Erstdiagnosen für die chronische
Nieren
insuffizienz
Stadium 3 wie auch die
primär
bi
liäre
Zirrhose) beziehungs
weise
bis 2
009 (
Beginn der medizinisch begründeten Arb
eitsunfähigkeit, vgl. Urk. 8/30/
17)
„nur“
einer Teilzeiterwerbstätigkeit nachgi
ng. Sie hat sich offen
sichtlich
aus gesundheitsfremden Gründen
gegen eine Vollerwerbstätigkeit ent
schieden.
5
.2.3
Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen der Abklärung der beein
trächtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt am 2. Februar 2012
(Urk. 8/32)
eindeutig angegeben hatte,
dass sie bei guter Gesundheit weiterhin am gleichen Ort in einem Pensum von 50
%
arbeiten würde
. Es gibt keinerlei Anhaltspunkte dafür, hier von einem Missverständnis – wie behauptet (vgl.
Urk. 1 S. 5) – auszugehen.
Im Gegenteil: Sie sprach von ihrer bisherigen, vor Eintritt des Gesundheitsschadens ausgeübten Tätigkeit – ein klares Indiz dafür, dass sie nach dem Erwerb gefragt wurde, den sie ohne Gesundheits
s
chaden weiterhin erzielt hätte – und erklärte überdies, weshalb
ihr die entsprechenden Einkünfte trotz niedrigem Lohn zum Leben gereicht haben und weiterhin ge
reicht hätten. Schliesslich fand
das gesamte Abklärungsgespräch im Beisein ihrer Tochter statt, welche als Dolmetscherin fungierte
(Urk. 8/32/1)
.
5
.3
Nach dem
Gesagten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin die Abklärungsperson anlässlich der Abklärung richtig verstanden hat und ihre Aussagen richtig protokolliert worden sind. Demnach ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall weiter
hin im bisherigen Rahmen ihre Stelle beim Restaurant
Y._
versehen hätte.
6.
6
.1
Bei der Frage, ob vorliegend die gemischte Methode oder der
Einkommensver
gleich
für die
Invaliditätsbemessung zur Anwendung gelangt, ist zu klären, ob die Beschwerdeführerin im rechtserheblichen Zeitpunkt eine rentenrelevante Tätigkeit im Aufgabenbereich zu erfüllen hatte. Dabei sind
nach der neueren Lehre
die versicherten Tätigkeiten auf die Form
en von unbezahlter Arbeit, die als Angehörige religiöser Gemeinschaften oder die
gegenüber mindestens einem unter 16 Jahre alten Kind
oder hilflosen Person
en
ausgeübt werden, ein
zu
schränken
(vgl. Christa Baumann-Maissen, Welche Tätigkeiten sind in der Invalidenversicherung versichert?
in
: Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht 2012, herausgegeben von Ueli
Kieser
und Miriam
Lendfers
,
Zürich/
St.Gallen
2012,
S. 99 ff.
; Eva
Sik
i
, Invalidität und Sozialversicherung,
Diss
. Zürich, Zürich/Basel/Genf 2012, S. 173 ff.
).
6.2
Die Beschwerdeführerin hatte gegenüber ihren Kindern (geboren 1980, 1982, 1984 und 1990) schon seit längerem keine
Erziehungs- und/oder
Betreuungs
pflichten
m
ehr inne (vgl. Erwägung 5.2.1), weshalb sie nicht mehr als im Auf
gabenbereich tätige Versicherte zu betrachten ist.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin (Urk. 2 S. 2) ist die Invalidität
deshalb
vorliegend nach den Grundsätzen für Erwerbstätige und somi
t nach Art. 16 ATSG zu bemessen.
6.3
Es
bleibt
nachfolgend die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen dieser Ein
schränkung aufgrund eines Einkommensvergleiches vorzunehmen. Für die Vor
nahme des Einkommensvergleichs ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des (hypothetischen) Rentenbeginns abzustellen (BGE 128 V 174, BGE
129 V 222). Die Beschwerdeführer
in
meldete sich mit IV-Anmeldung vom 2
4.
Juli 2010, aber erst eingegangen am 1
1.
August 2010 (vgl.
Urk.
8/34/1), zum Leistungsbezug an, womit die sechsmonatige Frist gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG im Februar 2011 endete und der früh
e
stmögliche Rentenbeginn im Jahr
2011 liegt.
6.3.1
Als
Valideneinkommen
ist dem Einkommensvergleich der Jahreslohn, welchen die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall im Jahr 2011 im Restaurant
Y._
erzielt hätte, zugrunde zu legen. Gem
äss Arbeitgeberauskunft vom 19.
Januar 2011 (
Urk.
8/10) verdiente die Beschwerdeführerin im Jahr 2010 monatlich
Fr.
1‘950.-- brutto
(ohne 13. Monatslohn)
, was einem Jahresein
kommen von
Fr.
23‘400.-- entspricht (vgl. IK-A
uszug vom 1
9.
August 2010, Urk.
8/8). Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung für Frauen ergibt dies für das Jahr 2011 ein Einkommen von
Fr.
23‘627.-- (Fr
. 23‘400.
--
:
2579 x 2604 [vgl. d
ie Volkswirtschaft 9-2
013
,
S. 95, Tabelle B
10.3]).
D
ie Berücksichtigung zusätzlicher Trinkgelder (
Overtips
)
setzt
voraus
, dass da
rauf paritätische Beiträge erhoben wurden (BGE 115 V 416 E. 5). Dies wird nicht geltend gemacht und ist auf Grund der Akten
auch nicht anzunehmen (vgl. IK
Auszüge,
Urk.
8/8 und
Urk.
8/42), weshalb die Beschwerdeführerin
mit der blossen Behauptung eines ta
tsächlich ausbezahlten Trinkgeld-Betrag
s nicht
s
zu ihren Gunsten ableiten kann.
6.3.2
Vorliegend rechtfertigt es sich, zur Ermittlung des Invalideneinkommens auf die Tabellenlöhne abzustellen, da die Beschwerdeführerin die ursprüngliche Tätig
keit nicht mehr ausüben kann und keine neue Tätigkeit aufgenommen hat. Aus der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung für das Jahr 2010 (LSE 2010) ergibt sich als Zentralwert für Arbeitnehmerinnen des Anforderungsprofils 4 (einfache und repetitive Arbeiten) im privaten Sektor ein Bruttomonatslohn von
Fr.
4
‘
225.-- (Tabelle TA1,
Ziff.
1-96, S. 26). Bei einer betriebsüblichen wöchent
lichen Arbeitszeit im Jahr 2010 für alle Sektoren von 41.6 Stu
nden (vgl. die Volkswirtschaft 9 - 2013 S. 94
, Tabelle B 9.2) entspricht das der Beschwerde
führerin zumutbare tägliche A
rbeitspensum von 4.8 Stunden (6
Stunden pro Tag bei einer um 20
%
vermin
derten Leistungsfähigkeit, Urk.
8/30/18) einem Pensum v
on rund 58
%
. Daraus resultiert
für das Jahr 2
010 ein Jahresein
kommen von Fr.
30‘582.-- (
Fr.
4‘
225.-- x
12 :
40 x 41.6 x 0.58). A
ufgerechnet auf das
Jahr 2011 ergibt dies
Fr.
30‘879
.-- (
Fr.
30‘582.
-- :
2579 x 2604
[
vgl. die Volkswirtschaft 9 - 2013, S. 95, Tabelle B 10.3]
).
Ein Leidensabzug ist vorliegend nicht zusätzlich zu gewähren, da die ent
sprechen
den Umstände bereits bei der verminderten Leistungsfähigkeit von 20
%
genügend berücksichtigt wurden. Zu bemerken ist ausserdem, dass ein
Teilzeitpensum bei Frauen grundsätzlich keine relative Lohneinbusse zur Folge hat.
6.4
Der Vergleich von
Valideneinkommen
(
Fr.
23‘672.--) un
d Invalideneinkommen (
Fr.
30‘879
.--) führt zu keiner Erwerbseinbusse und somit zu
keiner Invalidität.
6.5
Selbst wenn das
behauptete
Trinkgeld an d
as
Valideneinkommen
angerech
net würde,
führte dies zu keinem rentenbegründenden Invaliditätsgrad. Die Be
schwerdeführerin gab an, pro Abend rund
Fr.
150.-- als Trinkgeld erhalten zu haben. Bei 3 Arbeitseinsätzen pro Woche (bei 48 Arbeitswochen
pro Jahr
) erg
äbe
dies ein Jahres-Trinkgeld von
Fr.
21‘600.--. Zusammen mit dem im Jahr 201
1
verdienten Jahres-Lohn in der Höhe von
Fr.
23‘
627
.-- resultiert
e
ein
Vali
deneinkommen
von
Fr.
45‘
227
.--. Eine
Gegenüberstellung mit dem
Validenein
kommen
von
Fr.
30‘879
.-- führt
e
zu einem
rentenausschliessenden
Invaliditäts
grad
von 32
%
.
6.6
Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen.
7
.
7
.1
Zu prüfen bleibt der Anspruch der Beschwerdef
ührerin auf Gewährung der unent
geltlichen Recht
spflege.
Die Beschwerdeführerin wird gemäss
Unter
stützungsbestätigung
vom
19. November 2012
(
Urk.
3/5
) von ihrer
Wohnge
meinde
(
B._
)
finanziell unterstützt. Mit Blick darauf ist sie im vorliegenden Verfahren bezogen auf den massgebenden Zeitpunkt als prozessual bedürftig zu qualifizieren. Da auch die weitere
n
Anspruchsvoraussetzung
en
erfüllt
sind
, ist der Beschwerdeführerin in Bewilligung ihres Gesuchs vom
26. November 2012
die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren.
7
.2
Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen sind (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG), sind auf
Fr.
6
00.--
anzu
setzen
. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen, zufolge Ge
währung der unentgeltlichen
Pro
zessführung
jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7
.3
Die Beschwerdeführerin ist darauf hinzuweisen, dass sie zur Nachzahlung der Kosten für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist (
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).