Decision ID: 6ae2661a-42fa-4611-a40e-f4b3d98ca2ed
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 197
8
, arbeitete seit dem 2
0.
August 2012 bei der
Y._
AG
in einem 60%-Pensum
als Betreuerin. In dieser Eigenschaft
war sie
bei der
Zürich-Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Zürich) gegen die Folgen von Unfällen versichert (
Urk.
8/Z1). Am
3.
Januar 201
5
erlitt sie einen Autounfall (
Urk.
8/Z1,
Urk.
8/Z12).
Die Zürich
erbrachte Heilbehandlungs
leistun
gen
sowie
Taggeldleistungen
wegen einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
8/ZM11)
.
In der Folge löste die
Y._
AG das Arbeits
verhältnis mit
X._
per 3
0.
September 2015 auf (
Urk.
8/Z42).
X._
meldete sich am
1.
November 2015 beim RAV zur Arbeitsvermittlung an und beantragte die Aus
richtung von Arbeitslosenentschädigung (vgl.
Urk.
1 S. 4).
Ab dem 1
6.
November 2015 wurde ihr
sodann
eine 50%ige Arbeitsun
fähigkeit attes
tiert (
Urk.
8
/Z105).
Am 28. November 2015 verunfallte
X._
erneut
(vgl.
Urk.
8
/Z109).
Die für diesen Unfall zuständige Unfallversicherung,
die Schweizerische Unfall
versicherungsanstalt (
heute:
Suva)
,
leistete
Taggelder
(Urk. 8/Z116). Per
17. April 2016
stellte die Suva ihre Taggeldleistungen
ein
, weil aufgrund des Unfall
s
vom
28. No
vember 2015 keine Arbeits
un
fähigkeit mehr bestand
(Urk. 8/Z130).
Am 1
6.
Juni 2016 liess
X._
der Zürich
mitteilen, dass sie
per
1. Feb
ruar 2016 bei der AOZ als Betreuerin in einem 100%-Pensum angestellt worden sei.
Sie machte ferner geltend
, dass sie wegen Schulterbeschwerden links nach dem Unfall vom 3. Januar
2015 nach
wie vor nur zu 60
%
arbeitsfähig
sei. Sie ersuchte
die Zürich
, ihr rückwirkend ab 18. April 2016
bei einer
40%ige
n
Arbe
itsunfähigkeit auf der Basis ihres
Lohnes bei der AOZ
Taggelder auszurichten
(
Urk.
8/Z13
7
).
Daraufhin verfügte
die Zürich
a
m 2
9.
September 2016, dass die Versicherte keinen
Anspruch
auf weitere Taggelder
habe
(
Urk.
8/Z155).
Dagegen liess die Ver
sicherte am 2
4.
Oktober 2016 Einsprache erheben (
Urk.
8/Z161)
. Als
dann liess die Versicherte
der Zürich
mit Eingabe vom 2
4.
April 2017
Unter
lagen
zukommen, welche belegen soll
t
en, dass sie aus
finanziellen
Gründen auf eine
100%
ige Erwerbstätigkeit angewiesen sei
(Urk. 8/Z178).
Die Zürich
wies die
Ein
sprache
mit
Einspracheentscheid
vom 1
9.
Juli 2017 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
4.
September 2017 Beschwerde und bean
tragte, in Aufhebung des
Einspracheentscheids
vom 1
9.
Juli 2017 und der Verfü
gung vom 2
9.
September 2016 sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr ab dem 1
8.
April 2016 bis 3
1.
Dezember 2016 das UVG-Taggeld für eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit auszurichten (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
Oktober 2017 beantragte die
Beschwerdegeg
-
ne
rin
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7, unter Beilage ihrer Akten
[
Urk.
8/Z1-Z179,
Urk.
8/ZM1-ZM31]), was der Beschwerdeführerin am 1
2.
Okto
ber 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversi
cherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Die Beschwerdeführerin beantragt die
Weiterausrichtung von
Taggelder
n
auf
grund einer Arbeitsunfähigkeit nach dem Unfall vom
3.
Januar 2015 (
Urk.
1
S.
2
-3
).
A
uf den vorliegenden Fall finden
d
eshalb
die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen
Anwendung
. Sie werden nachfolgend
in dieser Fassung zitiert.
1.2
Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (
Art.
6 des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts,
ATSG)
, so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (
Art.
16
Abs.
1 UVG).
Der Grad der Arbeitsunfähigkeit einer versicherten Person wird aufgrund des vor dem Unfall zuletzt ausgeübten Pensums berechnet. Es erfolgt keine Umrechnung auf ein 100%-Pensum. Als Referenzpensum zur Ermittlung des Grades der Arbeitsunfähigkeit ist das Arbeitspensum unmittelbar vor dem Unfall einzusetzen (BGE 135 V 287 E. 4.3).
1.3
1.3.1
Taggelder werden nach dem versicherten Verdienst bemessen. Als versicherter Verdienst gilt in der Regel der letzte vor dem Unfall bezogene Lohn (
Art.
15 Abs.
1 und 2 UVG
, Art. 22 Abs. 3
der
Verordnung über die Unfallver
sicherung
,
UVV
).
Art.
15
Abs.
3 UVG erteilt dem Bundesrat unter anderem die Kompe
tenz zum Erlass von Bestimmungen über den versicherten Verdienst in Sonder
fällen, insbesondere bei langdauernder Taggeldberechtigung (
lit
. a). Gestützt darauf hat der Bundesrat in
Art.
23
Abs.
7
UVV
angeordnet, dass der für die Festsetzung des Taggeldes
massgebende
Lohn für die Zukunft neu bestimmt wird, wenn die Tag
geldberechtigung wenigstens drei Monate gedauert hat und der Lohn des Ver
si
cherten in dieser Zeit um mindestens 10
%
erhöht worden wäre. Die Sonder
be
stimmung von
Art.
23
Abs.
7 UVV kann nicht nur bei Lohnerhöhungen, sondern auch bei Erhöhungen der Arbeitszeit zur Anwendung gelangen. Im einen wie im andern Fall ist es im Rahmen der ihnen obliegenden Mitwirkungspflichten (BGE 116 V 26 E. 3c) Sache der Versicherten, mit dem im Sozialversiche
rungs
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit darzutun, dass eine solche Erhöhung erfolgt wäre, wenn
sich
kein Unfall
ereignet hätte
(RKUV 1994 Nr. U 195 S. 210 E. 5a und b; Urteil des Bundesgerichts U 241/01 vom
4.
Sep
tember 2002 E. 2.1).
1.3.2
Zur Vermeidung des Missbrauchs sowie aus beweisrechtlichen Gründen versteht sich, dass die im Rahmen von
Art.
23
Abs.
7 UVV beachtliche Änderung des Arbeitspensums schon vor dem Unfall konkret voraussehbar gewesen sein muss. Weder der blosse Wunsch nach einer Ausdehnung der Arbeitszeit noch dahin
ge
hende einseitige Absichtserklärungen der Versicherten vermögen
hiefür
zu genü
gen. Erforderlich ist vielmehr, dass die Änderung bereits vor dem Unfall arbeits
vertraglich vereinbart worden war - sei es mit dem aktuellen oder einem künfti
gen Arbeitgeber, sei es auf Grund gesamtarbeitsvertraglicher Absprachen - oder dass sie sich
sonstwie
zuverlässig erkennen liess. Einzig dort kann auf dieses Erfordernis verzichtet werden, wo die Ausdehnung der Arbeitszeit auf schicksals
hafte Gründe - etwa wegen Todes, Invalidität oder Konkurses des Ehepartners oder zufolge Scheidung - zurückgeht (RKUV 1994 Nr. U 201 S. 271 f. E. 3a;
Urteil des Bundesgerichts 8C_722/2012 vom
4.
Dezember 2012 E. 5.1 mit Hinweis;
Urteil des Bundesgerichts U 23/03 vom
9.
Mai 2003 E. 3.1
).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin für den Zeitraum vom 1
8.
April bis 3
1.
Dezember 2016
Anspruch auf Taggeldleistungen der Beschwer
degegnerin
wegen einer unfallbedingten
40%ige
n
Arbeitsunfähigkeit hat (
Urk.
1 S. 2)
.
2.2
Vor dem bei der Beschwerdegegnerin versichert
gewesen
en Unfall vom
3.
Januar 2015 war die Beschwerdeführerin in einem 60%-Pensum tätig (
Urk.
8/Z1). Als Referenz
pensum für die Ermittlung des Grades der Arbeitsunfähigkeit ist
daher
ihr
60%ige
s
Arbeitspensum vor dem Unfall einzusetzen (
vgl.
BGE 135 V 287
E
.
4.3)
. Gemäss
dem
von der Beschwerde
führerin
eingereichten
ärztlichen Zeug
nis
von
Dr. med.
Z._
, leitender Arzt Schmerz- und Komplementär
medizin, Spital
A._
,
vom 2
2.
November 2016
war
sie
vom
1.
Februar bis 30.
Dezember
2016
zu 40
% arbeitsunfähig
(
Urk.
3/4).
In seinem Bericht vom sel
ben Tag zuhanden der Beschwerdegegnerin führte
Dr.
Z._
die Diagnosen
Frozen
shoulder
links mit
chronifiziertem
Schmerzzustand bei Status nach diag
nostischer Arthroskopie und
arthroskopischer
Supraspinatussehnennaht
links am 2
2.
Juni 2015 sowie Status nach Autounfall vom
3.
Januar 2015 mit HWS-Distor
sion an
(
Urk.
8/ZM30 S.
1)
.
Dazu hielt
Dr.
Z._
fest, da die Beschwerde
füh
rerin vor dem Unfall keine Beschwerden gehabt habe, sei davon auszugehen, dass die Beschwerden auf den Unfall vom
3.
Januar 2015 zurückzuführen seien. Die Beschwerdeführerin sei weiterhin zu 40
%
arbeitsunfähig und
«mit 60
%
an der Arbeit» (
Urk.
8/ZM30 S.
2). Die Einschätzung von
Dr.
Z._
, wo
nach die Beschwerdeführerin zu 40
%
arbeitsunfähig sei, bezieht sich auf ein 100%-Pen
sum (
Urk.
8/ZM29)
.
Dem Bericht von
Dr.
Z._
vom
7.
März 2017 ist sodann zu entnehmen, dass
sich die Beweglichkeit der linken Schulter
der Beschwerde
führerin
deutlich verbessert habe (
Urk.
8/ZM31 S. 1). Er führte ferner aus, dass keine Arbeitsun
fähigkeit mehr bestehe (
Urk.
8/ZM31 S. 8).
Gestützt auf die Angaben von
Dr.
Z._
ist somit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im vorliegend zu prüfenden Zeitraum vom 18. April bis 31. Dezember 2016
mindestens zu 60
%
arbeitsfähig war.
Damit konnte
sie
ihr vor dem Unfall vom 3. Januar 2015 ausgeübtes 60%-Pensum wieder erfüllen. Mangels Arbeitsunfähigkeit
bestand daher kein Anspruch auf Taggelder
der Beschwerdegegnerin mehr. Bei diesem Ergebnis braucht vorliegend nicht geprüft zu werden, ob die von
Dr.
Z._
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 40
%
über
haupt in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall vom
3.
Januar 2015 steht.
2.3
2.3.1
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
(
Urk.
1 S. 9) lässt
sich ein Taggeld
anspruch für die Zeit vom 18. April bis 31. Dezember 2016 auch nicht
aus
Art. 23 Abs. 7
UVV
ableiten
.
Wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen ergibt, sind die Voraussetzungen für eine Anwendung von
Art.
23
Abs.
7 UVV vorliegend nicht erfüllt. Es kann daher offen bleiben, ob eine Neuberechnung des Taggeldes
gestützt auf
Art.
23
Abs.
7 UVV bei einer Änderung des massge
benden Lohnes aufgrund einer be
deutsame
n
Änderung des Arbeitspensums (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_722/2012 vom
4.
Dezember 2012) auch eine Änderung des
Refe
renzpensums
für den Grad der Arbeitsunfähigkeit (BGE 135 V 287 E. 4.3) zur Folge haben müsste (z. B.: die versicherte Person arbeitete vor dem Unfall in einem 60%-Pensum, kann aber den Nachweis dafür erbringen, dass sie ihr
Arbeitsp
ensum ohne den Unfall auf 100
%
gesteigert hätte
. Bei einer ärzt
lich attestierten unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit von 40
%
beantragt sie nunmehr, dass zur Bestimmung des Grades der Arbeitsunfähigkeit ab der
Pensumserhöhung
nicht mehr ein 60%-Pensum, sondern
ein 100%-Pensum mass
gebend sei
).
2.3.2
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts
ist
erforderlich,
dass die Änderung des Arbeitspensums
der Beschwerdeführerin
schon vor dem Unfall
vom
3.
Januar 2015
konkret voraussehbar
war
.
A
uf
dieses Erfordernis
kann nur bei unvor
her
sehbare
n, schicksalshaften Gründen wie namentlich Tod, Invalidität oder Konkurs des Ehepartners
verzichtet
werden
(E. 1.3.2)
.
Die Beschwerde
führerin arbeitete seit dem 2
0.
August 2012 in einem 60%-Pen
sum für die
Y._
AG
(
Urk.
8/Z1,
Urk.
8/Z67 S. 2; s. a. das Zwischenzeugnis der
Y._
AG vom
6.
November 2014 [
unnummerierte
Beilage zu Urk. 8/Z78]). Gemäss dem Schreiben
ihrer Rechtsvertreterin vom 15. Oktober 2015
hat sich die Beschwerdeführerin seit Beginn des Jahres 2013 mehrfach um die Erhöhung des Arbeitspensums auf 80
%
bemüht. Ihre Arbeitgeberin
habe
ihr jedoch keine
Pensumserhöhung
bewilligt (Urk. 8/Z78 S. 2).
Gestützt darauf ist davon aus
zu
gehen, dass das Arbeitspensum der Beschwerdeführerin bei der
Y._
AG nicht
auf
über 60
%
festgesetzt
worden wäre, selbst wenn die Beschwerdeführerin den Unfall vom
3.
Januar 2015 nicht erlitten hätte und weiterhin für ihre ehemalige Arbeitgeberin
arbeiten würde
.
Die Vermutung spricht
sodann
dafür, dass die Arbeitssituation und damit das Pen
sum der versicherten Person ohne Unfall un
verändert geblieben wäre (Urteil des Bundesgerichts 8C_685/2011 vom 25. September 2012 E.
6.3 mit Hin
weis
auf
BGE 135 V 287 E. 4.4).
Zu berücksichtigen ist sodann, dass d
ie Beschwerdegegnerin bei der AOZ des
we
gen
per
1.
Februar 2016
in einem 100%-Pensum angestellt
wurde
, weil ihre neue Arbeitgeberin dies für eine Anstel
lung der Beschwerdeführerin voraus
ge
setzt
hat (
Urk.
1 S. 4). Die Beschwerde
führerin
macht geltend, dass ein 100%-Arbeits
pen
sum
auch wegen des steigenden finanziellen Bedarfs für sie und ihre beiden Töch
ter nötig gewesen sei (
Urk.
1 S. 7).
S
ie
weist insbesondere da
rauf
hin
,
dass sich eine ihrer Töchter im Herbst 2015 einer Fussoperation habe unterziehen müssen, wes
wegen zusätzliche Auslagen für Fahrspesen und geeignete Kleider sowie ein grös
serer Betreuungs- und Pflegeaufwand bestanden h
ätten
(Urk. 1 S. 8).
Gemä
ss dem Bericht des
Kinderspitals
B._
vom
2.
Dezember 2016 wurde die Tochter
der Beschwerdeführerin am 2
8.
Oktober 2015 operiert (Urk.
8/Z176).
Gleichwohl suchte die Beschwerdeführerin nach dem Ende des Arbeitsverhält
nis
ses bei der
Y._
AG ab dem
1.
November 2015 wiederum eine 60%-Stelle (
Urk.
1 S. 4). Sie muss
te damals
deshalb davon ausgegangen sein, dass dies zur Deckung der finanziellen Bedürfnisse für sie und ihre Töchter ausreichen
würde
.
Laut der Beschwerdeführerin sollen die von ihr im
Einsprache
verfahren
mit
Ein
gabe vom 2
4.
April 2017
(Urk. 8/Z178)
eingereichten Unter
lagen
belegen, dass sie aus finanziellen Gründen auf ein 100%-Pensum ange
wiesen sei
(
Urk.
1 S. 5)
. Allerdings wurde auf dem von der Beschwerdeführerin eingereichten Konto
aus
zug
der Saldo abgedeckt (
Urk.
8/Z171), so dass sich nicht feststellen lässt, über wie viel Geld die Beschwerdeführerin auf diesem Konto tat
sächlich verfügt
hat
.
Mit Verfügung vom 2
1.
Mai 2015 wurde der Beschwerde
führerin und ihren Töch
tern
sodann
rückwirkend per
1.
Juni 2013 eine Witwen
rente beziehungsweise Waisen
renten der
Eidg
. Alters- und
Hinter
lassen
en
ver
sicherung
zugesprochen (
Urk.
8/Z169).
Die von der Beschwerde
füh
rerin mit der Eingabe vom 2
4.
April 2017 eingereichten Unter
lagen stammen mehrheitlich aus den Jahren 2016 und 2017 (
Urk.
8/Z178;
Urk. 8/Z163-Z177).
Weil die Beschwerdeführerin keine Belege zur ihrer
finanzielle
n
Situation
vor dem Antritt der Stelle bei der AOZ per
1.
Feb
ruar 2016 eingereicht hat, lässt sich nicht nachvollziehen, dass das 100%-Pensum wegen eines gestei
gerten finan
ziel
len Bedarfs nötig
gewesen wäre
.
Wie festge
halten sah
die Beschwerdeführer
selbst
noch im November 2015 die Arbeit in einem 60%-Pensum als genügend an
(Urk. 1 S. 4)
.
Es liegt an der Beschwerde
führerin mit dem erforderlichen Beweisgrad der über
wiegen
den Wahrscheinlich
keit darzutun, dass sie ihr Arbeitspensum auch ohne den Unfall vom 3. Januar 2015 auf 100 % gesteigert hätte (E. 1.3.1). Weil ihr dies nicht gelungen
ist
, hat sie die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen.
Demnach war es aufgrund des Arbeitsverhältnisses der Beschwerdeführerin vor dem Unfall vom
3.
Januar 2015 nicht vorhersehbar, dass sie ihr Arbeitspensum auf 100
%
steigern wird. Es ist zudem nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin wegen einem unvorhersehbaren Grund, welcher mit den in den Urteilen des Bun
desgerichts beispielhaft aufgezählten «schicksalshaften Gründen» (vgl. E.
1.3.2) gleichzusetzen wäre, zur Erhöhung ihres Arbeitspensums
gezwungen
war
.
Art.
23
Abs.
7 UVV ist somit nicht anwendbar.
3.
Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin im vor
lie
gend zu prüfenden Zeitraum
vom
18. April bis 31. Dezember 2016 gemäss den Attes
ten von
Dr.
Z._
mindestens zu 60
%
arbeitsfähig war. Damit konnte sie
ihr vor dem Unfall vom
3.
Januar 2015 ausgeübtes 60%-Pensum wieder erfüllen. Zudem kann die Beschwerdeführerin aus
Art.
23
Abs.
7 UVV vorliegend nichts zu ihren Gunsten ableiten. Die Beschwerdegegnerin hat die Ausrichtung von wei
teren Taggeldern daher zu Recht abgelehnt.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.