Decision ID: 030a6f7b-d60d-5b3f-b0b2-b29b99eceb31
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X besitzt den Führerausweis für die Fahrzeugkategorie B seit dem 7. Februar 2012.
Der Leumund als Motorfahrzeuglenker ist ungetrübt. Am Freitag, 17. April 2015, gegen
22 Uhr, lenkte er einen Personenwagen von Flawil herkommend in Richtung Abtwil. In
Gossau nahm er die Einfahrt auf die Autobahn A1 und fuhr in Richtung Winkeln. Zu
jenem Zeitpunkt regnete es stark und die Fahrbahn war entsprechend nass. Auf Höhe
des Rastplatzes Wildhus wechselte X von der Normal- auf die Überholspur, um ein
anderes Fahrzeug zu überholen. Dabei geriet er ins Schleudern, drehte sich im
Gegenuhrzeigersinn, prallte mit der linken Fahrzeugfront gegen die Mittelleitplanke und
schleuderte von der Überholspur in Richtung Pannenstreifen. Das Fahrzeug prallte mit
dem Heck gegen die rechte Aussenleitplanke und kam quer zur Fahrbahn zum
Stillstand, wobei die Fahrzeugfront in Richtung Normalspur zeigte. Ein nachfolgender
Personenwagen wich auf die Überholspur aus. Er streifte das Fahrzeug von X. Ein
zweiter nachfolgender Personenwagen prallte sodann mit der Front in das vor ihm
fahrende Fahrzeug, welches zuvor jenes von X gestreift hatte. Sämtliche Beteiligten
blieben unverletzt. Die Unfallfahrzeuge und die Leitplanken wurden beschädigt.
Mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes Gossau vom 3. Juni 2015 wurde X im
Zusammenhang mit dem Verkehrsunfall vom 17. April 2015 wegen Verletzung der
Verkehrsregeln (Verursachen eines Verkehrsunfalles) zu einer Busse von Fr. 500.–
verurteilt. Der Strafbefehl erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
B.- Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen leitete wegen
des Verkehrsunfalls vom 17. April 2015 ein Administrativmassnahmeverfahren gegen X
ein. Es entzog den Führerausweis mit Verfügung vom 25. August 2015 wegen schwerer
Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften für drei Monate.
C.- Dagegen erhob X mit Eingabe vom 9. September 2015 Rekurs. Sinngemäss
verlangte er die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, und zwar mit der
Begründung, dass das Strassenverkehrsamt zu Unrecht von einer schweren
Widerhandlung ausgegangen sei. Die Vorinstanz verzichtete mit Schreiben vom 6.
Oktober 2015 auf eine Vernehmlassung. Auf die Ausführungen des Rekurrenten wird,
soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
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Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 9. September 2015 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Gemäss Art. 16 Abs. 2 SVG wird nach Widerhandlungen gegen die
Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das Verfahren nach dem
Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 (SR 741.03, abgekürzt: OBG)
ausgeschlossen ist, der Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung
ausgesprochen. Das Gesetz unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG),
mittelschweren (Art. 16b SVG) und schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine
leichte Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe
Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden
trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG). Ist die Verletzung der Verkehrsregeln grob und wird
dadurch eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf
genommen, ist die Widerhandlung schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Eine
mittelschwere Widerhandlung liegt vor, wenn durch Verletzung von Verkehrsregeln eine
Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen wird (Art. 16b
Abs. 1 lit. a SVG). Von einer mittelschweren Widerhandlung ist immer dann
auszugehen, wenn nicht alle privilegierenden Elemente einer leichten und nicht alle
qualifizierenden einer schweren Widerhandlung erfüllt sind (vgl. BBl 1999 S. 4487).
3.- a) Der Rekurrent bestreitet im Rekurs nicht, dass er infolge Aquaplanings die
Herrschaft über sein Fahrzeug verlor, als er mit einer Geschwindigkeit von 125 km/h
auf der Autobahn unterwegs war. Er verursachte einen Verkehrsunfall und verletzte
damit Art. 32 Abs. 1 SVG schuldhaft. Nach dieser Bestimmung ist die Geschwindigkeit
stets den Umständen, namentlich den Strassen- und Sichtverhältnissen anzupassen.
Er beruft sich auf den rechtskräftigen Strafbefehl und geht davon aus, dass sich die
Vorinstanz an die rechtliche Würdigung der Staatsanwaltschaft zu halten habe. Die
Strafbehörde sei von einer einfachen Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1
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SVG ausgegangen. Demgegenüber habe die Vorinstanz den Führerausweis aufgrund
einer schweren Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Abs. 2 SVG) für drei Monate entzogen
(Art. 16c Abs. 1 SVG). Weiter führte der Rekurrent aus, dass er aufgrund seiner
beruflichen Tätigkeit als IT-Aussendienstmitarbeiter und der täglichen Pikettdienste auf
den Führerausweis angewiesen sei.
b) Nach Strassenverkehrsdelikten befindet das Strafgericht über die strafrechtlichen
Sanktionen (Freiheitsstrafe, Geldstrafe, Busse) und die Verwaltungsbehörde in einem
separaten Verfahren über Administrativmassnahmen (insbesondere
Führerausweisentzug, Verwarnung). Die Zweispurigkeit des Verfahrens ist zulässig,
kann aber – bei fehlender Koordination – dazu führen, dass derselbe Lebensvorgang zu
voneinander abweichenden Sachverhaltsfeststellungen von Verwaltungs- und
Justizbehörden führt und die erhobenen Beweise abweichend gewürdigt und rechtlich
beurteilt werden. Um dieser Gefahr entgegenzuwirken, hat die Verwaltungsbehörde im
Interesse von Rechtseinheit und Rechtssicherheit gemäss konstanter
bundesgerichtlicher Rechtsprechung grundsätzlich mit ihrem Entscheid zuzuwarten,
bis ein rechtskräftiges Strafurteil vorliegt. Denn das Strafverfahren bietet durch die
verstärkten Mitwirkungsrechte des Beschuldigten, die umfassenderen persönlichen
und sachlichen Ermittlungsinstrumente sowie die weiterreichenden prozessualen
Befugnisse besser Gewähr dafür, dass das Ergebnis der Sachverhaltsermittlung näher
bei der materiellen Wahrheit liegt als im nicht durchwegs derselben Formstrenge
unterliegenden Verwaltungsverfahren. Massgeblich ist also grundsätzlich der
Sachverhalt, wie er im Strafverfahren festgestellt wurde. Die Verwaltungsbehörde darf
von den tatsächlichen Feststellungen im Strafurteil nur dann abweichen, wenn sie
Tatsachen feststellt und ihrem Entscheid zu Grunde legt, die dem Strafrichter
unbekannt waren oder die er nicht beachtet hat, wenn sie zusätzliche Beweise erhebt,
deren Würdigung zu einem anderen Entscheid führt, wenn die Beweiswürdigung durch
den Strafrichter den feststehenden Tatsachen klar widerspricht, oder wenn der
Strafrichter bei der Rechtsanwendung auf den Sachverhalt nicht sämtliche
Rechtsfragen abgeklärt hat, namentlich die Verletzung bestimmter Verkehrsregeln
übersehen hat (BGE 124 II 103 E. 1c; Entscheid der Verwaltungsrekurskommission
[VRKE] IV-2012/126 vom 21. März 2013, in: www.gerichte.sg.ch). Die
Verwaltungsbehörde hat vor allem dann auf die Tatsachen im Strafurteil abzustellen,
wenn dieses im ordentlichen Verfahren ergangen ist (BGE 119 Ib 158 E. 3c/aa). Die
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Bindungswirkung an die Sachverhaltsdarstellung besteht aber auch dann, wenn die
Strafsache mit Bussenverfügung erledigt wurde, welche sich ausschliesslich auf den
Polizeirapport stützt, sofern der Betroffene wusste oder angesichts der Schwere der
ihm angelasteten Übertretung voraussehen musste, dass gegen ihn auch ein Verfahren
wegen Führerausweisentzuges eingeleitet wird oder er darüber informiert worden ist,
und er es im Rahmen des summarischen Strafverfahrens unterlassen hat, seine
Verteidigungsrechte wahrzunehmen. Unter diesen Umständen darf er nicht das
Verwaltungsverfahren abwarten, um allfällige Rügen vorzubringen und Beweisanträge
zu stellen (Urteil des Bundesgerichts [BGer] 1C_476/2014 vom 29. Mai 2015 E. 2.3;
BGE 123 II 97 E. 3c/aa).
In Bezug auf die rechtliche Würdigung des Sachverhalts ist die Verwaltungsbehörde an
das Strafurteil gebunden, wenn die rechtliche Beurteilung sehr stark von der
Würdigung von Tatsachen abhängt, die der Strafrichter besser kennt als die
Verwaltung, etwa wenn er den Beschuldigten persönlich einvernommen hat (BGE 119
Ib 158 E. 3c, mit Hinweisen; 136 II 447 E. 3.1). Folglich ist die Verwaltungsbehörde in
Fällen, wo der Strafrichter seine Verfügung lediglich aufgrund eines Polizeirapports und
ohne untersuchungsrichterliche Einvernahme des Betroffenen oder von Zeugen
erlassen hat, nicht an die rechtliche Qualifikation des Sachverhalts im Strafverfahren
gebunden.
Der Rekurrent wurde im Strafverfahren gestützt auf den Polizeirapport und die
polizeilichen Befragungen der Beteiligten im Anschluss an den Unfall mit Strafbefehl
vom 3. Juni 2015 wegen einfacher Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG
schuldig gesprochen. Er wurde durch die Staatsanwaltschaft nicht befragt. Die
Vorinstanz stützte ihre Würdigung auf die gleichen Grundlagen wie die
Strafverfolgungsbehörde. Weder im vorinstanzlichen noch im Rekursverfahren wurden
zusätzliche tatsächliche Abklärungen beantragt. Unter diesen Umständen ist die
Verwaltungsbehörde nicht an die rechtliche Würdigung der Strafverfolgungsbehörde
gebunden. Zu prüfen bleibt gleichwohl, ob sie zu Recht von der rechtlichen Beurteilung
im Strafverfahren abgewichen ist.
c) aa) Die Vorinstanz begründete die Annahme einer schweren Widerhandlung gegen
die Strassenverkehrsvorschriften in ihrer Verfügung vom 25. August 2015 damit, dass
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der Rekurrent durch sein Fehlverhalten grob schuldhaft einen Verkehrsunfall verursacht
und die Verkehrsteilnehmer konkret gefährdet habe. Der Rekurrent hätte seine
Fahrweise den tatsächlichen Gegebenheiten anpassen müssen. Die Vorinstanz warf
dem Rekurrenten insbesondere vor, dass er trotz starken Regens und nasser Fahrbahn
mit der allgemein zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h auf der Autobahn
gefahren sei. Zufolge Aquaplanings, welches den Verlust der Steuerungs- und
Bremsmöglichkeit zur Folge gehabt habe, habe der Rekurrent die Sicherheit des
Verkehrs ernstlich gefährdet. Die Vorinstanz stufte sodann das Verschulden des
Rekurrenten als schwer ein, da er die Geschwindigkeit in keiner Weise an die
gegebenen Strassenverhältnisse angepasst habe.
bb) Gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG begeht eine schwere Widerhandlung, wer durch
grobe Verletzung von Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer
hervorruft oder in Kauf nimmt. Art. 90 Abs. 2 SVG ist objektiv erfüllt, wenn der Täter
eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerwiegender Weise missachtet und die
Verkehrssicherheit abstrakt oder konkret gefährdet hat. Subjektiv erfordert der
Tatbestand, dass dem Täter aufgrund seines rücksichtslosen oder sonst wie
schwerwiegend regelwidrigen Verhaltens zumindest eine grobe Fahrlässigkeit
vorzuwerfen ist. Eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer im Sinn von Art. 90
Abs. 2 SVG ist bereits bei einer erhöhten abstrakten Gefährdung gegeben. Die erhöhte
abstrakte Gefahr setzt die naheliegende Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder
Verletzung voraus (vgl. BGE 123 II 106 E. 2a und 37 E. 1b). Grobe Fahrlässigkeit ist
immer dann zu bejahen, wenn der Täter sich der allgemeinen Gefährlichkeit seiner
krass verkehrswidrigen Fahrweise bewusst ist. Sie kann aber auch vorliegen, wenn er
die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht,
also unbewusst fahrlässig handelt. In solchen Fällen bedarf die Annahme grober
Fahrlässigkeit jedoch einer sorgfältigen Prüfung. Sie wird nur zu bejahen sein, wenn
das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ebenfalls auf
Rücksichtslosigkeit beruht und daher besonders vorwerfbar ist (vgl. BGE 118 IV 283
E. 4; 131 IV 133 E. 3.2). Dieses kann auch in einem blossen (momentanen)
Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interessen bestehen (BGE 131 IV 133 E. 3.2
mit weiteren Hinweisen).Die Annahme einer schweren Widerhandlung bedarf damit
nach wie vor sowohl einer qualifizierten objektiven Gefährdung als auch eines
qualifizierten Verschuldens. Ist das Verschulden gross, die Gefährdung aber gering
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oder umgekehrt das Verschulden gering und die Gefährdung gross, so handelt es sich
um eine mittelschwere Widerhandlung (BBl 1999 S. 4489). Für die Abstufung innerhalb
der erhöhten abstrakten Gefährdung ist auf die Nähe der Verwirklichung der Gefahr
abzustellen. Je näher die Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder Verletzung liegt,
umso schwerer wiegt die erhöhte abstrakte Gefährdung (vgl. BGE 118 IV 285 E. 3a).
Eine konkrete Gefahr liegt vor, wenn für einen bestimmten, tatsächlich
daherkommenden Verkehrsteilnehmer oder einen Mitfahrer des Täters die Gefahr einer
Körperverletzung oder gar Tötung bestand. Erst recht ist eine konkrete Gefahr zu
bejahen, wenn es zu einem Unfall gekommen ist, mit anderen Worten sich die
hervorgerufene Gefahr verwirklicht hat (J. Boll, Grobe Verkehrsregelverletzung, Davos
1999, S. 12). Zudem ist das Ausmass der üblicherweise entstehenden Schädigung bei
Eintritt der Rechtsgutverletzung zu berücksichtigen.
cc) Der Rekurrent verlor auf der Autobahn A1 infolge Aquaplanings die Herrschaft über
seinen Personenwagen. Ein vom Lenker nicht mehr beherrschter Wagen auf
Autobahnen, wo ausschliesslich mit hohen Geschwindigkeiten gefahren wird, bedeutet
immer eine ernstliche Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer. Es besteht vor allem das
Risiko von Auffahrunfällen mit erheblichen Folgen für die Beteiligten (BGer
1C_249/2012 vom 27. März 2013 E. 2.2.4; BGE 120 Ib 312 E. 4c S. 316). Im
vorliegenden Fall verhält es sich nicht anders. Der Verlust der Herrschaft über das nicht
mehr steuerbare Fahrzeug infolge Aquaplanings führte nicht nur zu einer konkreten
Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer. Vielmehr verwirklichte sich die Gefahr, indem
es zu Folgeunfällen kam. Das beschädigte Fahrzeug des Rekurrenten blieb als
Hindernis auf der Autobahn stehen, wobei das Heck auf dem Pannenstreifen und die
Front mitsamt den Vorderrädern auf der Normalspur standen. Sodann waren die
Sichtverhältnisse wegen Regens und Dunkelheit erschwert, weshalb der Unfallwagen
für die nachfolgenden Fahrzeuge schwieriger zu erkennen war. Mithin lag eine
ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer vor. Dass es zu keinen gravierenderen
Unfallfolgen kam, ist glücklichen Umständen zu verdanken.
dd) Nach Art. 31 Abs. 1 SVG muss der Führer sein Fahrzeug ständig so beherrschen,
dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Wesentliche Voraussetzung dafür
ist eine situationsangemessene Geschwindigkeit. Gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG ist die
Geschwindigkeit stets den Umständen anzupassen, namentlich den Besonderheiten
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von Fahrzeug und Ladung, sowie den Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen. Für
die Sicherheit im Strassenverkehr ist von grundlegender Bedeutung, dass die
Verkehrsteilnehmer ihre Geschwindigkeit den Umständen anpassen. Je weniger die
Geschwindigkeit den Verhältnissen angepasst ist, desto schwerer wiegt das
Verschulden. Bei der Beurteilung können allgemeine Empfehlungen berücksichtigt
werden, welche den Fahrzeuglenkern für gewisse Situationen (zum Beispiel
Witterungsbedingungen, welche insbesondere die Gefahr von Aquaplaning schaffen)
die Einhaltung bestimmter Tempolimiten anraten (vgl. BGer 6A.29/2003 vom 6. Juni
2003, E. 3.2.2 und 3.3). Aquaplaning ist darauf zurückzuführen, dass die Reifen beim
Abrollvorgang auf nasser Fahrbahn nicht genügend Wasser in die Profilschnitte
aufzunehmen oder zu verdrängen vermögen, so dass sie aufschwimmen (vgl. BGer 6A.
89/2006 vom 19. Juli 2007 E. 2.2). Bei welcher Geschwindigkeit Aquaplaning auftritt,
wird vorab beeinflusst durch das Ausmass des Wasserfilms, die Beschaffenheit der
Fahrbahnoberfläche sowie die Art der Reifen und deren Zustand. Ausschlaggebend für
das Aufschwimmen der Reifen auf einem Wasserkeil mit Verlust der Steuerungs- und
Bremsmöglichkeit ist letztlich die Fahrgeschwindigkeit (vgl. R. Schaffhauser, Grundriss
des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Band I: Grundlagen, Verkehrszulassung
und Verkehrsregeln, 2. Aufl. 2002, Rz. 607). Ob es zu einem Aufschwimmen der Reifen
kommt, hängt wesentlich von der Geschwindigkeit des Fahrzeugs ab. Untersuchungen
haben ergeben, dass je nach Bauart und Verschleiss der Reifen schon bei
Geschwindigkeiten unter 80 km/h auf entsprechend nasser Fahrbahn akute
Aquaplaning-Gefahr droht (vgl. BGE 120 Ib 312 E. 4c mit Hinweis auf BGE 103 IV 41).
Wer mit einer Geschwindigkeit von 120 km/h auf der Normalspur einer regennassen
Fahrbahn unterwegs ist, den trifft in der Regel ein mittelschweres bis schweres
Verschulden (vgl. BGer 6A.41/2005 vom 20. Oktober 2005 E. 3).
Das Bundesgericht beurteilte das Verschulden eines Motorfahrzeuglenkers als schwer,
der Ende August gegen 20.00 Uhr auf der Autobahn bei starkem Regen und einer
Geschwindigkeit von etwa 120 km/h infolge Aquaplanings die Herrschaft über sein
Fahrzeug verlor. Der Lenker habe unter diesen Umständen grobfahrlässig gehandelt,
weil er sich der Gefährlichkeit der verkehrswidrigen Fahrweise bewusst sein musste
und es auch war (vgl. BGE 120 Ib 312 E. 4c). In einem neueren Entscheid erkannte das
Bundesgericht ebenfalls auf eine schwere Widerhandlung gegen die Verkehrsregeln
und damit ein schweres Verschulden, nachdem ein Fahrzeuglenker trotz nasser
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Fahrbahn die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h in einer Kurve auf der
Autobahn ausgefahren und die Herrschaft über sein Fahrzeug aufgrund Aquaplanings
verloren hatte sowie ins Schleudern geraten war. Erschwerend kam in diesem Fall
hinzu, dass die Hinterreifen eine Profilrillentiefe von knapp über 1,6 mm betrugen und
der Fahrzeuglenker seine Fahrweise auch an die nur noch minimale Profiltiefe seiner
Pneus hätte anpassen müssen. Das Bundesgericht erwog, dass die Möglichkeit einer
konkreten Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer nahe gelegen habe und daher von
einer ernstlichen Gefährdung der Sicherheit anderer auszugehen sei. Ebenso sei das
Verschulden des Fahrzeuglenkers als schwer einzustufen. Es müsse als bekannt
vorausgesetzt werden, dass eine Fahrt von rund 120 km/h unter den gegebenen
Strassenverhältnissen das Risiko von Aquaplaning hervorrufe (vgl. BGer vom
1C_249/2012 vom 27. März 2013 E.2.2.4 und E.2.2.5).
Die Verwaltungsrekurskommission ging bei einer Fahrzeuglenkerin, die im September
nachmittags um 15.00 Uhr bei starkem Regen auf der Autobahn mit einer
Geschwindigkeit von 100 km/h infolge Aquaplanings die Herrschaft über das Fahrzeug
verlor und anschliessend auf dem Normalstreifen zum Stillstand kam, von einer
schweren Widerhandlung gegen die Verkehrsregeln aus. Sie nahm eine ernstliche
Gefahr für die Sicherheit nachfolgender Verkehrsteilnehmer sowie eine grobe
Fahrlässigkeit der Fahrzeuglenkerin an (vgl. VRKE IV-2003/43 vom 2. Juli 2003 E. 4b/
bb). Ebenfalls von einer schweren Widerhandlung gegen die Verkehrsregeln ging sie im
Fall eines Fahrzeuglenkers aus, der nachts mit einem Personenwagen auf der
Autobahn bei Regen mit 130 km/h unterwegs war, infolge Aquaplanings ins Schleudern
geriet und auf der Normalspur zum Stillstand kam. Das Gericht bejahte auch hier ein
schweres Verschulden (VRKE IV-2007/117 vom 6. März 2008 E. 4c/bb und cc).
Im vorliegenden Fall war der Rekurrent gegen 22 Uhr auf der Autobahn A1 mit der
zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h unterwegs, wobei er diese beim
Überholmanöver unmittelbar vor dem Unfall gemäss eigenen Angaben um 5 km/h
überschritt. Die allgemeine Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen von 120 km/h
gemäss Art. 4a Abs. 1 lit. d der Verkehrsregelnverordnung (SR 741.11, abgekürzt: VRV)
bezieht sich nach dem Wortlaut ausdrücklich auf günstige Strassen-, Verkehrs- und
Sichtverhältnisse. Zur Witterung im Unfallzeitpunkt ist in der Beschreibung des
Unfallhergangs von starkem Regenschauer die Rede. Der Rekurrent erklärte in der
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polizeilichen Befragung, dass es stark geregnet habe (act. 9/12). Eine Unfallgegnerin
meinte, dass die Sichtverhältnisse wegen des Regens und der nassen Strasse eher
schlecht gewesen seien (act. 9/16). Damit waren sowohl die Strassen- als auch die
Sichtverhältnisse keinesfalls günstig. In einer solchen Situation muss der Autofahrer
selbst auf Autobahnen mit vereinzelten grossen Wasserlachen infolge unebener
Fahrbahn oder ungenügenden Abflusses rechnen (vgl. Schaffhauser, a.a.O., Rz. 607
mit Hinweisen). Dass bei Regen und relativ hoher Geschwindigkeit die Gefahr von
Aquaplaning latent vorhanden ist, muss bei einem Autofahrer als bekannt
vorausgesetzt werden. Im Zweifelsfall gebietet denn auch die Vorsichtspflicht, eine
Sicherheitsmarge einzulegen und die bei optimalen Verhältnissen auf Autobahnen
zulässige Geschwindigkeit den Umständen entsprechend - gegebenenfalls auch
erheblich - herabzusetzen (vgl. dazu GVP 1994 Nr. 14). Daran hat sich der Rekurrent
nicht gehalten. Er war mit einer für die Witterungs-, Strassen- und Sichtverhältnisse
offensichtlich zu hohen Geschwindigkeit unterwegs und passte damit die
Geschwindigkeit nicht den Umständen an. Sodann fuhr er nicht eine Geschwindigkeit,
die den Begebenheiten seines Fahrzeuges entsprach. Offenbar war ihm bewusst, dass
breitere Reifen ein höheres Risiko für Aquaplaning aufweisen (act. 9/12). Das
Verschulden ist unter den gegebenen Umständen als schwer einzustufen; es liegt
zumindest Grobfahrlässigkeit vor.
d) Zusammengefasst ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz von der rechtlichen
Beurteilung durch die Strafbehörden abgewichen ist und das Verhalten des
Rekurrenten als schwere Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften im
Sinn von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG qualifiziert hat.
Bei der Festsetzung der Dauer des Lernfahr- oder Führerausweisentzugs sind gemäss
Art. 16 Abs. 3 SVG die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, namentlich die
Gefährdung der Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als
Motorfahrzeugführer sowie die berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen.
Die Mindestentzugsdauer darf jedoch nicht unterschritten werden. Der Führerausweis
wird nach einer schweren Widerhandlung für mindestens drei Monate entzogen (Art.
16c Abs. 2 lit. a SVG). Diese Mindestentzugsdauer hat die Vorinstanz verhängt,
weshalb die angefochtene Verfügung auch hinsichtlich der Massnahmedauer zu
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bestätigen und die berufliche Angewiesenheit auf den Führerausweis nicht
massnahmemindernd berücksichtigt werden kann.
4.- Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurs abzuweisen ist. Dies hat zur Folge,
dass die amtlichen Kosten, eine Entscheidgebühr von Fr. 1‘200.– (vgl. Art. 7 Ziff. 122
der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12), dem Rekurrenten aufzuerlegen sind
(Art. 95 Abs. 1 VRP). Zwar erging die angefochtene Verfügung am gleichen Tag, an
welchem der Strafbefehl bei der Vorinstanz einging. Dem Strassenverkehrsamt kann
trotzdem nicht vorgeworfen werden, dass sie den rechtskräftigen Abschluss des
Strafverfahrens nicht abgewartet habe. Denn gemäss eigenen Angaben stellte der
Rekurrent der Vorinstanz anfangs August eine Kopie des damals bereits in Rechtskraft
erwachsenen Strafbefehls vom 3. Juni 2015 zu. Der Kostenvorschuss von Fr. 1'200.–
ist mit der Entscheidgebühr zu verrechnen.