Decision ID: 13f3bf67-427a-5fa6-a589-7eb9874ed7d7
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Am 14. Juni 2007 beantragte die 1977 geborene X._, Staatsangehörige der Dominikanischen Republik, bei der  Vertretung in Santo Domingo ein Visum für einen  Besuchsaufenthalt bei ihrer im Kanton Zürich lebenden Schwester und deren Ehemann. Nach formloser Verweigerung  die Vertretung das Gesuch zum Entscheid an die Vorinstanz.
B. Nachdem das Migrationsamt des Kantons Zürich bei den Gastgebern Abklärungen zum beabsichtigten Besuchsaufenthalt vorgenommen hatte, wies die Vorinstanz das Einreisegesuch von X._ mit Verfügung vom 20. August 2007 ab. Sie begründete ihre Ablehnung damit, dass die Erteilung einer Einreisebewilligung unter anderem dann zu verweigern sei, wenn die anstandslose und fristgerechte  der gesuchstellenden Person nicht als gesichert  werden könne, sei es als Folge der in ihrem Ursprungsland  politischen oder sozioökonomischen Verhältnisse oder  ihrer persönlichen Situation. Wie die in zahlreichen Fällen  Erfahrung zeige, würden insbesondere Touristen- oder  immer wieder von Personen, welche sich eigentlich  hier niederlassen möchten, missbraucht. Die Gesuchstellerin stamme immerhin aus einer Region, aus welcher der  nach wie vor stark anhalte. Es lägen auch keine Gründe vor, welche eine Einreise zwingend notwendig erscheinen liessen.
C. Gegen diese Verfügung erhob der Gastgeber bzw. Schwager der , Y._, am 3. September 2007 Beschwerde mit dem sinngemässen Begehren um Erteilung der beantragten . Er macht geltend, dass er die fristgerechte  von X._ zusichern könne. Sie trage gegenüber vier Kindern die Verantwortung und sei ausgesprochen pflichtbewusst, was deren Betreuung angehe; für sie sei ein Verbleib in der Schweiz daher undenkbar. Für das Einreisegesuch seien lediglich touristische und familiäre Gründe (Besuch der Schwester) ausschlaggebend gewesen. Hierfür genüge übrigens auch ein einmonatiger Aufenthalt.
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D. In ihrer Vernehmlassung vom 25. Oktober 2007 spricht sich die  unter Erläuterung der bereits genannten Gründe für die  der Beschwerde aus.
E. In seiner darauffolgenden Stellungnahme vom 26. November 2007 präzisiert der Beschwerdeführer die familiären Verpflichtungen der Gesuchstellerin und führt aus, diese lebe mit ihren Kindern in einer Mietwohnung in Santo Domingo. Alle Kinder befänden sich noch im Schulalter (10 – 14 Jahre) und seien auf die Betreuung der Mutter angewiesen. Während ihrer Abwesenheit werde sich der Vater der Kinder und dessen Schwester um sie kümmern. Der Kindesvater  im Gemüsetransportgeschäft; die Kindesmutter gehe einem  (Schreibarbeiten) nach. Somit sei der Unterhalt in der Heimat gesichert und stelle kein Motiv dar, das Glück woanders zu suchen. Der Eingabe beigelegt sind Geburtsurkunden (Kopien) der drei älteren Kinder.
F. Der weitere Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den  Berücksichtigung finden.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden  Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen u.a. Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der , welche vom Bundesverwaltungsgericht endgültig beurteilt werden (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Sofern das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt, richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem VwVG (Art. 37 VGG).
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1.3 Der Beschwerdeführer ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  berechtigt. Auf die frist- und formgerechte Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 – 52 VwVG).
2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des  Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den  gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Urteils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).
3. Am 1. Januar 2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie die dazu gehörigen Ausführungsverordnungen in Kraft (u.a. die  vom 24. Oktober 2007 über das Einreise- und Visumverfahren [VEV, SR 142.204]). Gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt auf Gesuche, die vor dem Inkrafttreten des AuG eingereicht worden sind, das  Recht anwendbar. Die Beurteilung erfolgt somit noch nach dem  Recht. Massgebend sind daher das Bundesgesetz vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG, BS 1 121, zum vollständigen Quellennachweis vgl. Ziff. I des Anhangs zum AuG) und die Verordnung vom 14. Januar 1998 über die Einreise und Anmeldung von Ausländerinnen und Ausländern (VEA, AS 1998 194, zum vollständigen Quellennachweis vgl. Art. 39 VEV).
4. Ausländerinnen und Ausländer sind zur Anwesenheit in der Schweiz berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitzen oder keiner solchen bedürfen (Art. 1a ANAG). Gewisse  von ihnen benötigen für die Einreise in die Schweiz ein Visum (vgl. Art. 3 ff. VEA).
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4.1 Für die Erteilung von Einreisevisa ist das BFM zuständig (Art. 18 VEA), welches im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und der  mit dem Ausland nach freiem Ermessen entscheidet (Art. 4 und Art. 16 Abs. 1 ANAG, Art. 9 VEA). Das schweizerische Recht räumt somit weder einen Anspruch auf Einreise noch auf Erteilung eines  ein (vgl. PETER UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit in: Peter Uebersax / Peter Münch / Thomas Geiser / Martin Arnold (Hrsg.), , Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht und Sozialrecht der Schweiz, Basel/Genf/ München 2002, S. 143). Dem behördlichen Ermessen steht deshalb im Falle der Erteilung einer Einreisebewilligung ein weiterer Spielraum offen als beispielsweise bei der Verlängerung einer allmählich den  verfestigenden Anwesenheitserlaubnis. Dies gilt  für die Beurteilung von Einreisegesuchen für touristische bzw. besuchsweise Aufenthalte von bis zu drei Monaten, die  sind, aber der Visumspflicht unterliegen (vgl. Art. 2 Abs. 1 ANAG i.V.m. den nachstehenden Visumsbestimmungen).
4.2 Ein Einreisevisum wird verweigert, wenn die in Art. 1 VEA  Voraussetzungen nicht erfüllt sind (vgl. Art. 14 Abs. 1 VEA). Insbesondere müssen Gesuchstellerinnen und Gesuchsteller, die in die Schweiz reisen möchten, Gewähr bieten, dass sie fristgerecht  ausreisen werden (Art. 1 Abs. 2 Bst. c VEA).
5. Die Gesuchstellerin kann sich auf keine Ausnahmeregelung berufen und unterliegt aufgrund ihrer Nationalität den allgemeinen  (vgl. Art. 1-5 VEA). Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Regel keine gesicherten , sondern lediglich Voraussagen machen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu würdigen. Insbesondere ist zu überprüfen, ob die Vorinstanz unter Berücksichtigung der Verhältnisse im Herkunftsland der gesuchstellenden Person und unter  ihrer persönlichen Lebensumstände einen ermessensfehlerfreien Entscheid getroffen hat.
5.1 Nach einer durch den Zusammenbruch dreier grosser  verursachten schweren Wirtschaftskrise im Jahre 2003 konnte sich die Wirtschaft der Dominikanischen Republik – dank der  des im August 2004 gewählten (und im Mai 2008
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wiedergewählten) Präsidenten Leonel Fernàndez Reyna – in  Kürze erholen. Beleg dafür ist, anknüpfend an die hohen Wachstumsraten in den 90er Jahren, das seit 2005 anhaltende , welches – bei einer verhältnismässig niedrigen Inflationsrate von 5 % – im Jahr 2006 10,7 % betrug. Mit diesem Erfolg ist die Dominikanische Republik aus der Kategorie der Risikoländer herausgefallen und wird von den anerkannten Ratingagenturen als  eingestuft. Nach einer Senkung der Arbeitslosigkeit im Jahr 2005 ist die Arbeitslosenquote im Jahr 2006 nochmals leicht auf knapp 16,2 % gesunken. Insgesamt wächst allerdings die Kritik der , da das neue Wachstum bisher nicht ausreicht, um neue  zu schaffen (nur 286'000 Arbeitsplätze im Zeitraum 2004 - 2006) bzw. keine spürbare Verbesserung der Lebensbedingungen der bedürftigen Schichten gebracht hat. Die Regierung hat zwar  mit verschiedenen Massnahmen auf diese Kritik reagiert;  ist eine Entlastung auf dem Arbeitsmarkt mittelfristig nicht zu  (Quelle: www.auswaertiges-amt.de, Stand Februar 2008).
Vor dem Hintergrund der fortbestehenden ungünstigen  ist ein starker Migrationsdruck festzustellen. Dabei gilt auch die Schweiz als Zielland vieler Auswanderer im erwerbsfähigen Alter, welche sich hier unter besseren Lebensbedingungen eine (neue)  aufbauen möchten. Diese Tendenz zur Auswanderung wird  dort noch begünstigt, wo bereits ein soziales  (Verwandte, Freunde) im Ausland besteht.
5.2 Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht nur solch allgemeine Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einer  Person im Heimatland beispielsweise eine besondere , gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose für eine anstandslose  begünstigen. Umgekehrt muss bei Personen, die in ihrer Heimat keine besonderen Verpflichtungen haben, das Risiko für ein  nicht regelkonformes Verhalten (nach bewilligter Einreise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden.
5.3 Die Gesuchstellerin ist 31 Jahre alt, unverheiratet und Mutter von vier Kindern. Gemäss Einreisegesuch ist sie als Sekretärin beschäftigt und verdient gemäss der am 3. Dezember 2007 eingereichten  10'500 Pesos monatlich, was einem Betrag von ca. 340
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Schweizer Franken entspricht. Der Beschwerdeführer hat ihre  als „Teilzeitjob“ bezeichnet und daraus abgeleitet, dass der Unterhalt in ihrem Heimatland gesichert sei. Diesbezüglich sind  Zweifel angebracht, da das erwähnte Einkommen kaum genügen dürfte, um den Unterhalt für sich selbst und vier Kinder bestreiten zu können. Dem Vorbringen des Beschwerdeführers ist zudem zu , dass die Beschwerdeführerin alleinerziehend ist und nicht mit dem Vater ihrer Kinder zusammenlebt. Ob von dessen Seite  gezahlt wird, ist nicht bekannt; bejahendenfalls dürften die Unterhaltszahlungen des angeblich im „Gemüsetransportgeschäft“  Vaters jedoch eher gering ausfallen.
Angesichts der geschilderten Einkommenssituation und der  Lage in ihrem Heimatland erscheint es somit  fraglich, ob die Gesuchstellerin in ein mittelfristiges Auskommen ihrer Familie sichernden Verhältnissen lebt.
5.4 Vor diesem Hintergrund kann nicht ausgeschlossen werden, dass X._ – einmal in die Schweiz eingereist – der Verpflichtung zur anstandslosen Wiederausreise womöglich nicht mehr nachkommt. Während ihres Besuchsaufenthalts wird sie zwar ihre vier Kinder im Heimatland zurücklassen; dieser Umstand bedeutet allerdings keine hinreichende Gewähr für ihre fristgerechte Rückkehr, zumal bereits der laut Visumsgesuch beabsichtigte Besuchsaufenthalt von zwei Monaten mit ihren mütterlichen Pflichten schwer vereinbar sein dürfte. Vor allem ist zu bedenken, dass viele aus dem Karibikraum stammende jüngere Menschen ärmlichen Verhältnissen zu entkommen und zu emigrieren versuchen, um die in der Heimat zurückbleibenden Familienmitglieder finanziell zu unterstützen, selbst wenn dies für manche Familien viel Leid mit sich bringt. Im Falle der Gesuchstellerin gilt es auch zu berücksichtigen, dass ihr ihre Schwester – die aufgrund der Eheschliessung mit einem Schweizer Bürger (dem Beschwerdeführer) im Jahre 2002 in die Schweiz gelangte – bereits ein minimales  Netz zur Verfügung stellen kann.
6. Nach alledem ist das Risiko, dass die Gesuchstellerin die Schweiz nach erfolgter Einreise nicht wieder fristgemäss verlassen könnte, hoch einzuschätzen. An dieser Einschätzung ändert sich auch dadurch nichts, dass der Beschwerdeführer seine eigene Verantwortung betont und nachträglich einräumt, auch ein Besuchsaufenthalt von einem
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Monat sei ausreichend. Bei der Abwägung des Risikos einer nicht  Wiederausreise sind nämlich nicht so sehr die Absichten des Gastgebers, sondern in erster Linie das mögliche Verhalten des Gastes selbst von Bedeutung. Nur Letzterer ist in der Lage,  Gewähr für eine fristgerechte und anstandslose Wiederausreise zu bieten. Der Gastgeber kann zwar für gewisse finanzielle Risiken Garantie leisten, mangels rechtlicher und faktischer Durchsetzbarkeit nicht aber für ein bestimmtes Verhalten des Gastes (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-3243/2007 vom 10. Juni 2008 E. 5.5).
7. Die Vorinstanz durfte unter den gegebenen Umständen zu Recht  ausgehen, die fristgerechte Wiederausreise der Gesuchstellerin sei nicht gewährleistet (vgl. Art. 14 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 2 Bst. c VEA). Zwar lässt sich diese Einschätzung nicht zu einer gesicherten Feststellung verdichten; sie reicht aber aus, um die Erteilung einer Einreisebewilligung – auf welche wie bereits erwähnt ohnehin kein Rechtsanspruch besteht – abzulehnen.
8. Aus diesen Darlegungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im  rechtmässig ist (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen.
9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem  aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 und Art. 3 des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]).
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