Decision ID: 866664ea-693d-4ef3-81f3-ebb7282a6e22
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1980, arbeitete seit 1. Mai 2010 in einem 50%-Pensum als Reinigungs
mitar
beiterin für die A._ AG (Urk. 14/1). In dieser Eigen
schaft war sie bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 14. März 2011 wollte sie auf dem Flug
hafengelände in Kloten eine Verbindungsstrasse überqueren und lief dabei in die Trailer-Anhänger eines vorbeifahrenden Kleintraktors. Die Versi
cherte geriet unter einen der Anhänger und wurde mitgeschleift (Urk. 3/6 S. 1-2, Urk. 14/1, Urk. 14/27, Urk. 14/88 S. 2-3). Sie wurde auf die chirurgische Not
fallstation des Spitals B._ und danach in die Klinik für Unfallchirurgie des Uni
ver
sitätsspitals
C._
gebracht (Urk. 14/17-18). Im
C._
wurde ein Schädel
hirntrauma mit Subduralblutung occipito-frontal links und mehreren Schädel
frak
turen diagnostiziert (Urk. 14/18 S. 1). Die Suva erbrachte Heilbehand
lungs- und Taggeld
leis
tun
gen (vgl. Urk. 14/130, Urk. 14/139). Nach der Hospi
ta
lisation im C._ folg
te vom 30. März bis 8. Juni 2011 eine stationäre Rehabilita
tion in der Rehaklinik D._ (Urk. 14/42), wo zusätzlich eine Anos
mie, ein Tinnitus rechts, ein benigner paroxys
maler Lagerungs
schwindel so
wie neuro
psy
cho
logische Teil
leistungsstörungen festgestellt wurden (Urk. 14/37 S. 1). Nach dem Austritt begann die Versicherte eine ambulante Reha
bilitation (Physio- und Ergotherapie sowie Neuropsychologie) in der Reha E._ (Urk. 14/48, Urk. 14/186 S. 3). Ab dem 26. September 2011 befand sie sich wieder in der Reha
klinik D._. Sie trat auf ihren Wunsch aber am 20. Oktober 2011 vor
zeitig aus der Klinik aus (Urk. 14/100 S. 2, Urk. 14/108,
Urk. 14/234 S. 1). Am 10. April 2012 wurde die ambulante Rehabili
tation in der E._ been
det (Urk. 14/186). Die Hausärztin der Versicherten verordnete ihr daraufhin unter anderem Physio
therapie und Osteopathie (vgl. Urk. 14/327). Daneben kam es unter anderem auch zu schmerztherapeutischen Abklärungen (vgl. Urk. 14/232) und diversen psychia
trischen Ab
klärungen und Behandlungen (vgl. Urk. 14/265 S. 2-4, Urk. 14/327, Urk. 14/380 S. 3-5). In beruflich-erwerb
licher Hinsicht unter
nahm die Versicherte von März bis Dezember 2012 einen Arbeitsversuch bei ihrer bisherigen Arbeit
geberin (Urk. 14/206, Urk. 14/218 S. 3, Urk. 14/255). In der Folge kündigte ihre Arbeit
geberin das Arbeitsverhältnis per 28. Februar 2013 (Urk. 14/259). Nach der An
meldung der Versicherten bei der Eidgenössischen In
validenversicherung (IV)
gewährte ihr diese ab dem 4. Februar 2013 Integrations
mass
nahmen (Urk. 14
/279, Urk. 14/285, Urk. 14/308, Urk. 14/311). Die beruf
lichen Massnahmen wurden per
15. November 2013 abgebrochen, weil sich die Beschwerdeführerin vermehrt krank
gemeldet und über starke Schmerzen geklagt hatte (Urk. 14/319-320, Urk. 14/351).
1.2
In der Folge holte die Suva bei Dr. F._, Facharzt für Neurologie FMH, das neurologische Gutachten vom 20. April 2016 (Urk. 14/454) mit dem neuro
psychologischen Gutachten von Dr. G._, Diplom-Psychologe, vom 11. August 2014 (Urk. 14/455) und dem psychiatrischen Gut
achten von Dr. H._, Facharzt FMH Psychiatrie/Psychotherapie, vom 31. August 2014 (Urk. 14/456) ein. Mit Eingabe vom 18. August 2016 nahm die Versicherte zu den Gutachten Stellung und ersuchte um Einsicht in die vollständigen Suva-Akten (Urk. 14/468). Die Suva stellte der Versicherten mit Schreiben vom 23. August 2016 ihre Akten in Kopie zu und setzte ihr eine Frist bis 21. September 2016 für eine allfällige Stellungnahme (Urk. 14/467).
1.3
Alsdann verneinte die Suva mit Ver
fügung vom 1. September 2016 einen Renten
anspruch der Versicherten. Sie sprach ihr sodann eine Integritäts
ent
schä
digung bei einer Integritätseinbusse von 25 % zu (Urk. 14/472). Nach der Akteneinsicht gab die Versicherte am 21. Sep
tember 2016 eine Stellungnahme ab (Urk. 14/478). Am 4. Oktober 2016 erhob die Versicherte Einsprache gegen die Verfügung vom 1. September 2016 (Urk. 14/482). D
ie Suva
wies die Einsprache
mit Einsprache
entscheid vom
6.
Ja
nuar 2017 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
9.
Februar 2017
Beschwerde und beantragte
(Urk. 1 S. 2)
:
“
1.
Die Verfügung vom 01.09.2016 sowie der Einsprache-Entscheid vom 6.1.2017 seien aufzuheben;
2.
de
r Beschwerdeführerin sei eine Rente von 50 % zuzusprechen;
3.
d
i
e
Heilungskosten seien weiterhin von der Suva zu tragen;
4.
d
er
B
e
schwerdeführerin sei eine Integritätsentschädigung von 40 % zu
zu
sprechen;
5.
der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Prozessführung im vor
liegen
den Verfahren zu gewähren und ein unentgeltlicher Rechtsbeistand in der Person des Unterzeichneten zu bestellen
.“
Mit Beschwerdeantwort vom 1. Juni 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (Urk. 13, unter Beilage der Suva-Akten [Urk. 14/1-496), was der Beschwerdeführerin am 6. Juni 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 16).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör. Die Beschwerdegegnerin habe ihr mit Schreiben vom 23. August 2016 (Urk. 14/468) die Akten zugestellt und ihr gleichzeitig eine Frist zur Stellung
nahme bis zum 21. September 2016 angesetzt. Danach habe die Beschwerde
geg
nerin ohne Ab
warten dieser Frist am 1. September 2016 eine Verfügung erlassen (Urk. 1 S. 2). Sie habe sich sodann am 21. September 2016 innert der von der Beschwerde
gegnerin angesetzten Frist vernehmen lassen. Damit seien ihr von der Beschwerdegegnerin Fristen abgekürzt worden und das rechtliche Gehör nicht gebührend gewährt worden (Urk. 1 S. 3).
1.2
Gemäss
Art. 29 Abs. 2 der
Bundesverfassung (BV) und
Art. 42 des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG)
haben die Par
teien Anspruch auf rechtliches Gehör. Sie brauchen indessen nach
Art. 42 Abs. 2 ATSG
nicht angehört zu werden vor Verfügungen, welche durch Ein
sprache anfecht
bar sind. Rechtsprechungsgemäss bezieht sich die im ATSG vorgesehene Einschränkung des rechtlichen Gehörs lediglich darauf, dass sich die versicherte Person bei Verfügungen, welche durch Einsprache anfechtbar sind, nicht vor
gängig zum
vorgesehenen Entscheid äussern kann; die übrigen Aspekte des verfassungsmässigen Rechts sind von der Einschränkung nicht betroffen
(BGE 132 V 368 E. 4
). In Verfahren, welche mittels durch Einsprache anfechtbare Ver
fügung abgeschlossen werden, braucht der Versicherungsträger ein ein
ge
holtes Gutachten grundsätzlich nicht vor Verfügungserlass zunächst der versicherten Person zuzustellen
(BGE 132 V 368
E. 7
; 136 V 113 E. 5.3
).
Die Beschwerdegegnerin wäre daher an sich nicht verpflichtet gewesen, der Be
schwerdeführerin die Gutachten bereits vor Erlass der Verfügung vom 1. Septem
ber 2016 (
Urk. 14/472) zur Stellungnahme zuzustellen (Urteil des Bundesgerichts
8C_830/2011 vom 9. März 2012 E. 4.3). Eine Verletzung des Gehörsanspruchs liegt
somit nicht vor. So oder anders wäre davon auszugehen, dass die Gehörsver
letzung geheilt wäre. Die Beschwerdeführerin erklärte ihre Stellungnahmen vom 18. August und 21. September 2016 (Urk. 14/468, Urk. 14/478) zum “integralen Bestandteil“ ihrer Einsprache vom 4. Oktober 2016 (Urk. 14/482). Im ange
foch
tenen Einspracheentscheid vom 6. Januar 2017 ging die Beschwerde
gegnerin auf die Vorbringen der Beschwerdeführerin in den Stellungnahmen vom 18. August und 21. September 2016 gegen das Gutachten von Dr. F._ vom 20. April 2016 (Urk. 14/454) ein (Urk. 2 S. 15-16). Die Beschwerdegegnerin wird in Zukunft jedoch darauf zu achten haben, dass von ihr angesetzte Fristen zur Stellung
nahme auch abgewartet werden.
2.
2.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am 9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
set
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
sicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
14. März 2011
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
2.2
Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufs
unfällen und Berufs
krankheiten gewährt.
2.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behand
lung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeits
un
fähig (Art. 6 ATSG), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1
UVG
). Der Renten
an
spruch ent
steht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine nam
hafte Bes
serung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und
allfällige Ein
glie
de
rungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abge
schlos
sen
sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleis
tungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
2.4
Gemäss Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG werden der Rentenbezügerin oder dem -bezüger nach der Festsetzung der Rente die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen (Art. 10 bis 13 UVG) gewährt, wenn sie oder er zur Erhaltung der ver
blei
benden Erwerbs
fähigkeit dauernd der Behandlung und Pflege bedarf.
2.5
2.5.1
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schä
digung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat er Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
2.5.2
Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich laut Art. 25 Abs. 1 UVG nach der Schwere des Integritätsschadens. Diese beurteilt sich nach dem medizi
nischen Befund. Bei gleichem medizinischem Be
fund ist der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. Die Inte
gritätsentschädigung der Unfallversicherung unter
scheidet sich daher von der privatrechtlichen Genugtuung, mit welcher der im
materielle Nachteil individuell unter Würdigung der besonderen Umstände be
messen wird. Es lassen sich im Gegensatz zur Bemessung der Genugtuungs
summe im Zivilrecht (vgl. BGE 112 II 131 E. 2) ähnliche Un
fall
folgen miteinander vergleichen und auf medizinischer Grundlage allgemein gültige Regeln zur Bemessung des Integritätsschadens auf
stellen; spezielle Behinderungen der Betroffenen durch den Integritätsschaden bleiben dabei unberücksichtigt. Die Bemessung des Integritätsschadens hängt so
mit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalles ab; auch geht es bei ihr nicht um die Schätzung erlittener Unbill, sondern um die medizinisch-theo
retische Ermittlung der Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Inte
grität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1, 113 V 218 E. 4b mit Hinweisen; RKUV 2001 Nr. U 445 S. 555 ff.).
2.6
2.6.1
Die Leistungspflicht eines Unfall
ver
siche
rers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem einge
tretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausal
zusam
men
hang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als ein
getreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um
schrei
bung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforder
lich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
lie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.6.2
Diese Beweisgrundsätze gelten auch in Fällen mit Schleuderverletzung der Hals
wirbelsäule, Schädelhirntraumata und äquivalenten Verletzungen. Ist ein Schleu
der
trauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopf
s
chmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasch
e Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reiz
bar
keit, Affektlabilität, Depression, Wesens
ver
änderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach ein
ge
tre
tenen Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen. Es ist zu betonen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammen
hangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).
2.7
2.7.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
2.7.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
2.7.3
Nach der Rechtsprechung ist bei der Beurteilung der Adäquanz von psychischen Unfallfolgeschäden wie folgt zu differenzieren: Zu
nächst ist abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleuder
trauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) oder ein Schädel
Hirntrauma erlitten hat. Ist dies der Fall, sind bei Unfällen aus dem mittleren Bereich die in BGE 117 V 359 E. 6a und 382 E. 4b umschriebenen Kriterien anzuwenden. Andernfalls erfolgt die Adäquanzbeurteilung in den dem mittleren Bereich zuzuordnenden Fällen nach den Kriterien gemäss BGE 115 V 133 E. 6c/aa (siehe zur Begründung der teilweise unterschiedlichen Kriterien: BGE 117 V 359 E. 6a, letzter Absatz).
Ergeben die Abklärungen, dass die versicherte Person ein Schleudertrauma der
Halswirbelsäule, eine diesem äquivalente Verletzung oder ein Schädel-Hirn
trauma
erlitten hat, ist zusätzlich zu beurteilen, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise vorlie
gen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Ist dies der Fall, sind für die Adäquanzbeurteilung bei Fällen aus dem mittleren Bereich die in BGE 115 V 133 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Folgeschäden festgelegten Kriterien (und nicht jene für Fälle mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule, äquivalenter Verletzung oder Schädel-Hirntrauma gemäss BGE 117 V 359 E. 6a und 382 E. 4b) massgebend (BGE 127 V 102 E. 5b/bb, 123 V 98 E. 2a
2.7.4
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer ge
wissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beein
trächtigun
gen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurückzu
führen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Störun
gen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeu
tung für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise der Erwerbsunfähigkeit zu
kommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit ande
ren Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adäquate Kausal
zusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträchtigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall ein
zu
ordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders aus
geprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusam
menhangs ein Kriterium oder müssen mehrere heran
gezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
-
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
-
erhebliche Beschwerden;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bundes
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psy
chischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Dif
ferenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht entscheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/aa und 367 E. 6a).
3.
3.1
In seinem neurologischen Gutachten vom 20. April 2016 stellte Dr. F._ folgende Diagnosen (Urk. 14/454 S. 30):
-
Anosmie im Anschluss an ein mässig- bis mittelgradiges Schädel-Hirn-Trauma (SHT) am 14. März 2011
-
Anhaltende Kopfschmerzen (ICHD-3 beta: 5.2.1) im Anschluss an ein mässig- bis mittelgradiges SHT am 14. März 2011
-
Unspezifische Rückenschmerzen ohne erklärendes organpathologisches Korrelat, insbesondere ohne Anhalt für eine radikuläre oder nervale Schmerz
genese
-
Analgetikaabusus
Zur Unfallkausalität der von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden führte Dr. F._ aus, dass die geklagten Kopfschmerzen aufgrund der do
ku
mentierten Läsionen intrakranieller schmerzsensitiver Strukturen als unfall
kausal zu klassifizieren seien. Zusätzlich bestehe wahrscheinlich eine Analgetika indu
zierte Kopfschmerzkomponente. Die von der Beschwerdeführerin geklagte Riech
störung sei ebenfalls mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als unfallkausal zu klassifi
zieren. Demgegenüber könnten die geklagten Rückenschmerzen nicht mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit kausal auf den Unfall bezogen werden (Urk. 14/454 S. 37).
3.2
Der neuropsychologische Gutachter Dr. G._ hielt in seinem Gutachten
vom 11. August 2014 fest, dass insgesamt von einer leichten neuropsychologi
sc
hen Störung in der Form einer Antriebsminderung auszugehen sei. Die Störung sei im Rahmen der Diagnose organisches Psychosyndrom nach Schädelhirn
trau
ma (ICD-10: F07.2) zu interpretieren (Urk. 14/455 S. 15).
Des Weiteren führte er aus, dass die Arbeitsfähigkeit und Belastbarkeit der Beschwerdeführerin primär durch die Schmerz- und af
fektive Symptomatik ein
geschränkt
werde. Die aktuellen neuropsychologischen Befunde würden in quali
tativer Hinsicht keine Einschränkungen der Leistungsfähigkeit im angestammten Bereich oder in einer angepassten Tätigkeit ergeben. Aufgrund der An
triebs
min
derung sei eine Einschränkung der Produktivität um 30 % möglich. Die zeit
liche Belastbarkeit müsse aus psychiatrischer beziehungsweise schmerz
medi
zini
scher Sicht beurteilt werden. Die Beschwerdeführerin sei im Rahmen der neuropsycho
logischen Untersuchung in der Lage gewesen, kognitive Leistungen zu erbringen, habe am Ende der Untersuchung jedoch sehr erschöpft gewirkt (Urk. 14/455 S. 14).
3.3
Der psychiatrische Gutachter Dr. H._ nannte in seinem Gutachten vom 31. Au
gust 2014 (Urk. 14/456 S. 35) die Diagnose rezidivierende depressive Stö
rung, derzeit remit
tiert (ICD-10: F33.4). Es könne keine psychia
trische Erkran
kung
vorgefunden werden, welche die geklagten Beschwerden erklären würde. Die vor
rangig beschriebene Schmerzsymptomatik erfülle aufgrund der vorliegenden Be
funde die Kriterien einer anhaltend somatoformen Schmerz
störung
nicht. Eine
manifeste affektive Beeinträchtigung habe nicht mehr vorgefunden werden kön
nen
. Die geklagte Schlafstörung übersteige sodann den Schwellenwert einer eigenständigen psychiatrischen Erkrankung mit Krankheits
wert
nicht. Die vorge
fun
dene Leistungseinschränkung habe nicht aufgrund einer psychiatrischen Er
kran
kung begründet werden können (Urk. 14/456 S. 35).
Er hielt weiter fest, dass sich bei der Beschwerdeführerin nach jeweils zwei Stunden konstant intensiver Beantwortung der Fragen keine Anzeichen einer über
mässigen Ermüdung gezeigt hätten. Während sich anfänglich aufgrund der nur kurzen, stichwortartigen Antworten kaum Aussagen über das Gedächtnis und den Gedankengang hätten machen lassen, würden ihre Schilderungen anlässlich der zweiten Exploration doch auf ein intaktes Gedächtnis und auf ein zumindest durchschnittliches Erinnerungsvermögen hinweisen. Anfänglich sei die Be
schwer
de
führerin bezüglich der zeitlichen Daten wiederholt ungenau ge
blie
ben, doch habe sie insgesamt ihre bisherige soziale und berufliche Anamnese chrono
lo
gisch geordnet wiedergeben können. Das Denken der Beschwerde
füh
rerin und dessen sprachlicher Ausdruck würden durch ihre Antworten kohärent, fliessend und in klaren Sinnbezügen geordnet erscheinen. Es hätten sich keine Beein
trächtigungen des formalen Gedankenganges gezeigt. Inhaltlich habe sie sich auf die Beantwortung der gestellten Fragen konzentriert (Urk. 14/456 S. 25). Sodann würden die Angaben und das Ausdrucksverhalten der Beschwerde
füh
re
rin auf ein herabgesetztes Gefühl von Kraft und Lebendigkeit der körperlichen und see
lischen Funktionsfähigkeit schliessen lassen, doch dieses umfasse nicht die Qualität einer eigent
lichen Vitalgefühlsstörung. Der Antrieb und die Psycho
motorik (mehr
heit
lich ernste und verhaltene Mimik mit zeitweiliger Aufhellung
und wieder
holtem Lächeln, fast keine Mitbewegung im Sinne einer Gestik) würden
diesem affektiven Ausdrucksverhalten entsprechen. Wohl wirke die Beschwerde
führerin dadurch insgesamt wenig lebendig. Daraus lasse sich aber keine spezi
fische Störung des An
triebes ableiten (Urk. 14/456 S. 26).
3.4
Zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin führte Dr. F._ aus, dass in der neuropsychologischen Testung eine fluktuierende Antriebsstörung beobachtet worden sei, die sich in der neurologischen Begutachtung und in der psychia
trischen Begutachtung nicht habe diagnostizieren lassen. In der Gesamtschau der Beschwerden und Befunde sei diese nicht überwiegend wahrscheinlich durch das Unfallereignis verursacht worden. Es bestehe allenfalls ein nur möglicher Kausal
zusammenhang. Qualitative kognitive Leistungseinbussen hätten sich weder in
der neuropsychologischen Testung noch in der psychiatrischen Begutachtung oder
in der neurologischen Begutachtung ergeben. Ein Anhaltspunkt für eine alltags- oder arbeitsrelevante Antriebsstörung habe nicht bestanden. Dies be
deute, dass in der angestamm
ten Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Reini
gungskraft keine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit vorliege (Urk. 14/454 S. 39).
4.
4.1
4.1.1
Zu prüfen ist zunächst, ob die Beschwerdeführerin ab dem 1. September 2016 Anspruch auf eine Invalidenrente sowie Heilbehandlungsleistungen der Be
schwer
degegnerin hat. Unbestritten geblieben ist, dass die Beschwerdegegnerin den Fall auf diesen Zeitpunkt hin abgeschlossen hat (vgl. dazu Art. 19 Abs. 1 UVG). Dies ist nicht zu beanstanden.
4.1.2
Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 6. Januar 2017 führte die Beschwer
degegnerin aus, gemäss dem Gutachten von Dr. F._ vom
20. April 2016 (Urk. 14/454) sei bei der Beschwerdeführerin weder in ihrer ange
stammten beruf
lichen Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin noch in einer vergleichbaren Ver
weis
ungstätigkeit eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit gegeben (Urk. 2 S. 16-17). Ihr könne daher auch keine Invalidenrente zugesprochen werden (Urk. 2 S. 17).
4.1.3
Die Beschwerdeführerin bringt demgegenüber im Wesentlichen vor, dass ihre rez
i
divierende depressive Störung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch den Unfall verursacht worden sei. Aufgrund der Persönlichkeitsveränderung, den ver
minderten kognitiven Fähigkeiten und der daraus folgenden Arbeitsun
fähig
keit habe sich diese depressive Störung aktiviert. Zuvor habe sie niemals an einer solchen Störung gelitten und eine alternative Kausalität sei nicht ersichtlich (Urk. 1 S. 8). Sodann werde zum Beispiel im Bericht der Integrierten Psychiatrie
I._
vom 13. Januar 2014 (Urk. 14/380) von ein
em
organischen Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma und multipler psy
cho
sozia
ler Belastungssituation gesprochen. Das organische Psychosyndrom be
zieh
ungs
weise das Schädelhirntrauma allein sei natürlich kausal für die daraus erfolgten kog
ni
tiven und psychologischen Auswirkungen. Die Kausalität sei so
wohl in neu
ro
lo
gischer wie auch in psychologischer Hinsicht gegeben (Urk. 1 S. 9). Aufgrund der medizinisch festgestellten Schädelverletzungen und der da
rauf erfolgten post
traumatischen Veränderungen mit Hypodensitäten (vgl. den radiologischen Be
fund des C._, Departement Medizinische Radiologie, Neuro
radiologie, vom 28. Juni 2011 [Urk. 14/315 S. 1]) seien ihre nach wie vor fest
stellbaren Einschrän
kungen und Beeinträchtigungen als unfallkausal anzuer
kennen (Urk. 1 S. 10-11). Es sei eine Einschränkung der Leistungs- be
zie
hungsweise Arbeitsfähigkeit zwischen 60 und 80 % gegeben (Urk. 1 S. 11).
4.2
4.2.1
Gemäss
dem
Gutachten von Dr.
F._ vom 20. April 2016
sind einzig die
von der Beschwerde
führerin geklagten Kopfschmerzen auf den Unfall vom 14. März
2011 zurückzu
führen. Er begründet dies mit den dokumentierten Läsio
nen intrakranieller schmerzsensitiver Strukturen (Urk. 14/454 S. 37). Dem Gut
achten von Dr.
F._
ist ebenfalls zu entnehmen, dass die Beschwerde
füh
rerin aufgrund dieser Kopfschmerzen in ihrer Arbeitsfähigkeit als Raum
pflegerin nicht einge
schränkt ist (Urk. 14/454 S. 39).
4.2.2
Die Beschwerdeführerin bezieht sich auf den Bericht der
I._
vom 13. Januar 2014 (Urk. 14/380 S. 3-5). Der Beurteilung in diesem Bericht ist zu entnehmen, dass bei der Beschwerdeführerin ein leicht
-
bis mittelgradiges depressives Zu
standsbild im Rahmen eines organischen Psycho
syndroms nach Schädelhirn
trauma und multipler psychosozialer Belastungs
situa
tion (Eheproblematik, Migra
tionsschwierigkeit, finanzielle Ängste)
bestehe
. Bei Behand
lungsende habe sich
die anfangs bestehende Symptomatik etwas ver
schlechtert, deutlich mit
beein
flusst
durch Überforderung mit einem ebenfalls kranken Ehe
mann, welcher stellenlos sei, und den drei Kindern (Urk. 14/380 S. 5). Der psychiatrische Gutachter Dr.
H._
führte aus, dass
in den
ihm vorliegenden Akten in diagnos
tischer Hinsicht im chronologischen Verlauf das Vorliegen eines orga
nischen Psycho
syn
droms nach Schädelhirntrauma (ICD-10: F07.2)
erwähnt werde
. Dieses Syn
drom entwickle sich gemäss den ICD-10 Kriterien nach einem Schädel
hirn
trauma, das gewöhnlich als schwer genug eingestuft werde, um zu einer Bewusst
losigkeit zu führen. Das Beschwerde
bild sei geprägt von Klagen über unange
nehme Emp
findungen und Schmerzen wie Kopfschmerzen, allgemeines Krank
heits
ge
fühl, ausgeprägte Erschöpfung oder Geräuschempfindlichkeit. Zudem würden af
fektive Veränderungen wie Reiz
bar
keit, emotionale Labilität, depressive Symp
tome oder Angstsymptome von einer gewissen Intensität beschrieben. Objek
tivierbare kog
ni
tive Einschränkungen und Schlafstörungen würden die diagnos
tischen Krite
rien komplementieren. Wohl sei anfänglich anhand der vorliegenden Unterlagen diese Diagnose ausgewiesen
gewesen
. Bezüglich des Verlaufs müsse doch berück
sichtigt werden, dass gemäss der vorliegenden Fach
literatur die Prognose bezüg
lich
Remission der Beschwerden als gut ein
ge
stuft werde. Summativ werde fest
gehal
ten, dass nach 6 bis 12 Wochen 90 % der Betro
ffenen weitgehend beschwer
defrei seien und ein Jahr nach dem Trauma nicht mehr über Beschwerden klagen würden. Da sich im vorliegenden Fall die Persistenz der Beschwerden auf die Schmerzproblematik und auf die Schlaf
stö
rungen beziehen würden, sei bezüglich der Würdigung des organischen Psycho
syndroms auf das Gesamtgutachten von Dr.
F._
zu verweisen (Urk. 14/456 S. 32).
Dr.
F._
führte dazu aus, dass von der Beschwerdeführerin keine kogniti
ven Störungen mehr beklagt worden seien. Auch auf Nachfrage habe sie keine wesentliche Konzentrationsstörung vorgetragen. In der Beschreibung ihrer aktuellen Alltagsaktivitäten habe es keinen Hinweis für eine alltags- und somit arbeits
relevante Konzentrationsstörung
gegeben
. Bei der neurologischen und psy
chiatrischen Untersuchungen seien auch keine kognitiven Defizite festzu
stellen ge
wesen. Eine auffällige Erschöpfung oder Ermüdung sei in der fast drei Stunden andauernden neurologischen Begutachtung ebenfalls nicht zu erkennen gewesen. Das Elektroenzephalogramm (EEG) habe einen normalen Alpha-Grund
rhythmus ohne pathologisches Ermüdungszeichen gezeigt. Insofern habe sich elektro
physiologisch kein Anhalt für
ein
organpathologisches Psychosyndrom oder eine Encephalopathie ergeben. Die Beschwerdeführerin habe ausgeführt, dass sie teilweise mit ihrem Gatten streite und gereizt sei. Ausserdem leide sie teilweise an Einschlafstörungen. Diese Beschwerden seien sicherlich nicht hin
reichend, um von einem anhaltenden hirnorganischen Syndrom zu sprechen. Die in der Reha
klinik
D._
gestellte Diagnose organisches Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma lasse sich im weiteren Verlauf mithin nicht mehr diagnos
tizieren (Urk. 14/454 S. 34).
Der Bericht der
I._
vom 13. Januar 2014 (Urk. 14/380 S. 3-5) begründet keine Zweifel an dieser Beurteilung.
I
n diesem Bericht setzten sich die Ärzte und Psychologen
m
it der Diagnose organische
s
Psycho
synd
rom und dem allfälligen Kausalzusammenhang zum Unfall vom 1
4.
März 201
1
nicht auseinander. Statt
dessen berichten
sie
über die ambulante Behandlung der Beschwerdefüh
rerin vom 1
5.
Januar bis 2
8.
August 2013 (
Urk.
14/380 S. 3). In diesem Zeitraum haben laut Bericht 11 Konsultationen stattgefunden, welche insgesamt inhaltlich sehr auf die Eheproblematik eingeschränkt gewesen seien (Urk. 14/380 S. 4). Schliesslich hat der radiologischen Be
fund des
C._
vom 28. Juni 2011 (Urk. 14/315 S. 1)
- auf welchen sich die Beschwerdeführerin auch bezieht (Urk. 1 S. 10-11) -
dem Gutachter
Dr. F._
ebenfalls vorgelegen (vgl. Urk. 14/454 S. 10). Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin
diesen
radiologischen Befund bezüglich Unfallkausalität ihrer Beschwerden anders be
urteilt als der neu
rologische Gut
achter, vermag dessen
Ein
schätzung
nicht in Zweifel zu ziehen
.
4.2.3
Gestützt darauf lässt sich erstellen,
dass
- abgesehen von den von Dr.
F._ erwähnten Kopfschmerzen und der Anosmie -
den
geklagten Beschwerden kein hin
reichendes unfallbedingtes organisches Substrat mehr zugrunde liegt.
Dies gilt zunächst für die von der Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren geltend gemach
ten “
kog
ni
tiven und psychologische
n
Auswirkungen
“ des Unfalles vom 14. März 2011 (Urk. 1 S. 9). Dazu zu zählen sind aber namentlich auch d
ie in den Akten erwähnten Nacken- und Rückenschmerzen sowie die verminderte Belast
barkeit, Schlafstörungen und kognitiven Ein
schrän
kungen (Urk. 14/456 S. 29).
4.2
.4
Ob die noch geklagten Beeinträchtigungen, welchen nach den vorstehenden Aus
führungen kein klar fassbares unfallbedingtes organisches Korrelat zugrunde liegt
, in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum versicherten Unfaller
eig
nis stehen (was mit Blick
die Gutachten der
Dr
es
.
F._ und H._ sowie des Psychologen Dr. G._
wohl eher zu verneinen wäre), kann offen ge
lassen
werden. Denn diesbezüglich ist -
anders als bei Gesundheits
schädi
gungen mit einem klaren unfallbedingten organischen Sub
strat, bei welchen der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel mit dem natürlichen bejaht werden kann (BGE 127
V 102 E. 5b/bb mit Hinweisen) -
eine besondere Adäquanz
prü
fung vor
zu
nehmen. Ob diese nach den in BGE 115 V 133 genannten Kriterien (Psycho-Praxis) oder nach den für die Folgen eines Schleudertraumas der HWS, eines Schädelhirntraumas oder einer dem Schleudertrauma ähnlichen Verletzung in BGE 117 V 359 ent
wickel
ten und in BGE 134 V 109 präzisierten Regeln zu er
fol
gen hat, kann offenbleiben, da auch die Beurteilung nach letz
terer Praxis
-
wie im Folgenden zu zei
gen ist
-
zur Ver
neinung der Adäquanz führt.
4.3
4.3.1
Ausgangspunkt der Adäquanzprüfung bildet das (objektiv erfassbare) Un
fall
ereignis. Die Bestimmung des Schweregrades eines Unfallereignisses er
folgt auf
grund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei ent
wickeln
den Kräften, wobei eine objektivierte Betrachtungsweise anzu
wenden ist. Nicht mass
gebend sind die Folgen des Unfalles oder Begleitum
stände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können. Derartigen, dem eigentlichen Un
fallgeschehen nicht zuzuordnenden Faktoren ist gegebenenfalls bei den Adä
quanzkriterien Rechnung zu tragen. Dies gilt etwa für die
-
ein eigenes Krite
rium bildenden
-
Verletzungen, welche sich die versi
cherte Person zuzieht, aber auch für unter dem Gesichtspunkt der besonders dramatischen Be
gleitum
stände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls zu prüfenden äusseren Um
stände, wie eine allfällige Dunkelheit im Unfallzeitpunkt oder Verletzungs- re
spektive gar Todesfolgen, die der Unfall für andere Personen nach sich zieht (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 27 E. 5.3.1).
4.3.2
Beim Unfall vom 14. März 2011 wollte die Beschwerdeführerin auf dem Flug
hafengelände eine Verbindungsstrasse überqueren und lief dabei in die Trailer-An
hänger eines vorbeifahrenden Kleintraktors. Sie geriet unter einen der An
hänger und wurde mitgeschleift (Urk. 3/6 S. 1-2, Urk. 14/1, Urk. 14/27, Urk. 14/88
S. 2-3). Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie sei beim Unfall von einem schwe
ren Gepäckanhänger mehrere Meter weggeschleudert worden (Urk. 1 S. 3). Eine im Rahmen der Strafuntersuchung als Zeuge einver
nommene Person erklärte, die Beschwerdeführerin sei “6 bis 7 Meter“ durch die Luft geschleudert worden (Urk. 3/5 S. 4). Dem Unfallrapport der Beschwerde
gegnerin ist dem
gegen
über zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin in einen der Trailer-An
hänger gelaufen und gestürzt sei. Der Fahrer des Traktors habe sofort die Not
bremsung eingeleitet. Die Beschwerdeführerin sei vom sechsten Trailer erfasst worden, zu Boden ge
worfen und einige Meter mitgeschleift worden (Urk. 14/88 S. 3). Auf
grund
des Ge
schehensablaufs und der Kräfte die beim Unfall vom
14. März 2011
gewirkt haben sowie mit Blick auf die bundesgerichtliche Recht
sprechung ist dieser Unfall als
Unfall im mittleren Bereich im engeren Sinn zu qualifizieren (vgl. beispiels
weise Urteil des Bundesgerichts U 61/01 vom 28. Mai 2002 E. 3a, wo die ver
sicherte Person, die am linken Strassenrand ging, von einem Personenwagen der mit einer Geschwindigkeit von rund 80 km/h ein anderes Auto überholte, erfasst und 2,55 m ins angrenzende Wiesland geschleu
dert wurde).
Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs wäre somit nur dann zu bejahen, wenn von den weiteren massgeblichen Kriterien (vgl. E. 2
.
7
.4
) entweder ein ein
zelnes in ausgeprägter Weise oder aber mindestens drei in gehäufter oder auf
fallender Weise gegeben wären (vgl.
Urteile des Bundesgerichts vom U 61/01 vom 28. Mai 2002 E. 3a und
8C_897/2009 vom 29. Januar 2010 E. 4.5 mit Hinweisen).
4.4
4.4.1
Zu diesen sogen
annten Adäquanzkriterien ist zu
nächst festzuhalten, dass eine
“ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert
hat
“ nach
Lage der Akten nicht gegeben ist.
4.4.2
Alsdann ist das
Kriterium “
besonders dramatische Begleitumstände oder be
son
dere Eindrücklichkeit des Unfalls“ nach der Rechtsprechung objektiv zu beur
tei
len und nicht auf
grund des subjektiven Empfindens beziehungsweise Angst
gefühls der ver
sicherten Person. Zudem ist zu beachten, dass jedem mindestens mittel
schweren Unfall eine gewisse Ein
drück
lichkeit eigen ist (statt vieler: Urteil des Bundes
gerichts 8C_910/2009 vom 13. Januar 2010 E. 4.3 mit weiteren Hin
weisen). Dieses Kriterium ist ebenfalls nicht erfüllt, zumal sich die Beschwerde
führerin an die vorbeifahrenden Trailer nicht erinnern kann be
ziehungsweise diese offenbar nicht gesehen hat (Urk. 14/88 S. 3).
4.4.3
Das Kriterium
“
Schwere oder besondere Art der erlittenen Ver
letzungen“ ist dem
gegenüber
gegeben. Die Beschwerdeführerin hat sich beim Unfall vom 14. März 2011
ein
Schädelhirntrauma mit Suduralblutung occipito-frontal links und meh
reren Schädelfrakturen
zugezogen
(Urk. 14/18 S. 1).
Gemäss dem Gutachter Dr.
F._ kann aufgrund der Tatsache, dass laut Bericht des erstver
sorgen
den Spitals der Glasgow Coma Score (GCS) bei Aufnahme 14 von 15 betragen habe, nicht von einem schweren Schädel
hirn
trauma gesprochen werden (Urk. 14/
454 S. 31). Als dauerhafte Einschränkung sei die Anosmie im Anschluss an das mässig bis mittelgradige Schädel-Hirn-Trauma zu werten (Urk. 14/454 S.
30, S.
40). Wohl führt dies zu einer Einschränkung der Lebensqualität (Urk.
14/454 S.
40), eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
füh
rerin besteht deswe
gen aber nicht (vgl. Urk. 14/454 S. 37-39). Im Übrigen erholte sich die Beschwer
deführerin von ihren Schädelverletzungen. Die neuro
chirur
gische Verlaufskon
trolle im C._ vom 5. Mai 2011 verlief zufriedenstellend (Urk.
14/42 S.
3).
Das Kriterium
“
Schwere oder besondere Art der erlittenen Ver
letzungen“
ist mithin nicht in besonders ausgeprägter Weise gegeben (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_414/2017 vom 26. Februar 2018 E. 3.5).
4.4.4
Einzig aufgrund des Umstandes, dass
die
Beschwerdeführer
in
ihre
Schmerzen seit dem Unfall bei verschiedenen Ärzten und Institutionen zu lin
dern ver
suchte, kann noch nicht auf eine spezifische, belastende ärztliche Behandlung geschlos
sen werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_910/2009 vom 13. Januar 2010 E. 4.4). Durch die ärztliche Behandlung müsste eine er
heb
liche Mehr
belas
tung ausser
gewöhnlicher Natur resultieren (Urteil des Bun
desgerichts 8C_209/2008 vom 2. Dezember 2008 E. 5.4), was vorliegend nicht der Fall ist.
Anzufügen ist, dass bei der ambulanten psychiatrischen Behandlung
vom 1
5.
Januar bis 28.
August 2013 (Urk. 14/380 S. 3) vorwiegend d
ie Eheproblematik
der Beschwerdeführerin thematisiert wurde
(Urk. 14/380 S. 4).
4.4.5
Auch das Kriterium “
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Kompli
ka
tionen“ kann nicht bejaht werden. Nach der Recht
spre
chung des Bundesgerichts bedarf es hierzu besonderer Gründe, welche die Heilung beein
trächtigt haben. Die Einnahme vieler Medikamente und die Durchführung verschiedener Therapien genügen ebenso wenig, wie der Um
stand, dass trotz regelmässiger Therapien weder eine Beschwerdefreiheit noch eine (vollständige) Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit erreicht wer
den konnten (Urteil des Bundesgerichts 8C_252/2007 vom 16. Mai 2008 E. 7.6).
4.4.6
Adäquanzrelevant können
sodann
nur die
jenigen Beschwerden sein, die in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fall
ab
schluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehen, wobei sich deren Erheb
lichkeit nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung beur
teilt, welche die verunfallte Person in ihrem Lebens
alltag erfährt (Urteil des Bundes
ge
richts 8C_768/2007 vom 4. August 2008 E. 4.2). De
r
Beschwerde
führer
in
war es nach dem Unfall nach wie vor möglich, gewisse häus
liche und ausserhäusliche Aktivitäten auszuüben (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_209/2008 vom 2. Dezember 2008 E. 5.5).
Dazu gehörte neben einer Arbeitstätigkeit im Rahmen eines Arbeitsversuchs bei ihrer ehemaligen Arbeitgeberin (Urk. 14/206, Urk. 14/218 S. 3, Urk. 14/255) und den Tätigkeiten
während der Integrations
mass
nahmen der IV (Urk. 14/279, Urk. 14/285, Urk. 14/
308, Urk. 14/311) auch die Kinderbetreuung und die Erledigung der ge
samten Haushaltsarbeiten inklusive Einkaufen (vgl. Urk. 14/456 S. 21).
Das Krite
rium “
erhebliche Be
schwer
den“ ist daher nicht erfüllt.
4.4.7
Bei der
Prüfung des Kriteri
ums einer “
erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausge
wiesenen Anstrengungen“ ist
schliesslich
dem Umstand Rechnung zu tragen, dass
n
icht die
Dauer der Arbeitsunfähigkeit
mass
gebend
ist
, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu über
winden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Darin liegt der Anreiz für die versicherte Person, alles daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu werden. Gelingt es ihr trotz solcher Anstren
gun
gen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung des Krite
riums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mit
wirkung raschmöglichst wieder opti
mal in den Arbeitspro
zess einzugliedern, was schon der allgemeine
sozial
ver
sicherungsrechtliche Grundsatz der Schaden
minderungspflicht
gebietet. Solche Anstrengungen der versicherten Personen können sich insbe
son
dere in ernst
haf
ten Arbeitsversu
chen trotz allfälliger per
sön
licher Unanneh
m
lichkeiten mani
fes
tieren. Dabei ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen von medi
zi
nischen Therapiemassnahmen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgericht
s
8C_987/2008 vom 31. März 2009 E. 6.7.1).
Am Ende des Arbeitsversuchs bei der ehemaligen Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin wurde am 11. Dezember 2012 ausgeführt, dass der Betrieb alles unternommen habe, um der Beschwerdeführerin einen Arbeitsplatz ohne Druck anzubieten. Es habe jedoch trotz der Bemühungen von allen Seiten keine Konstanz in der Anwesenheit erreicht werden können. Eine Steigerung und Ausweitung dieses Arbeitsversuchs sei nicht möglich. Der Ehe
mann der Beschwerdeführerin habe festgehalten, dass seine Frau zu Hause wegen Schwindel von einem Stuhl gefallen sei und seither Angst vor der Treppe zum Flugzeug habe. Aufgrund dessen sei ein Arbeitsversuch in der ursprünglichen Tätigkeit (u. a. Reinigung von Flugzeugen [vgl. Urk. 14/36 S. 2]) nicht möglich. Der Arbeits
versuch wurde damit abge
schlossen (Urk. 14/255 S. 1). Sodann wurde in der Mitteilung der IV-Stelle vom 11. November 2013 zum Abbruch der beruf
lichen Massnahmen zwar festge
halten, dass die Beschwerdeführerin vermehrt krank gewesen sei und über starke Schmerzen geklagt habe (Urk. 14/320 S. 1). Dem Abschlussbericht zum Arbeits
training vom 15. November 2013 ist indes zu entnehmen, dass die Beschwerde
führerin in der Schlussphase des Aufbautrai
nings zunehmend in einer schlechten psychischen Verfassung gewesen sei. Zu
dem hätten sie finanzielle Probleme und eine ungewisse Zukunft so sehr be
schäftigt, dass die Leistungsfähigkeit gesunken sei. Im privaten Umfeld habe die Unterstützung gefehlt (Urk. 14/351 S. 4). Solche psychosoziale Belastungs
faktoren, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit der Be
schwerdeführerin auswirken, sind aber nicht zu berücksichtigen. Das Kriteriums einer “
erheblichen Arbeitsun
fähigkeit trotz ausge
wiesenen Anstrengungen“ ist
daher ebenfalls nicht gegeben.
4.4
.8
Von den Adäquanzkriterien ist somit nur das Kriterium “
Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen“
gegeben. Dieses Kriterium liegt aber nicht
in aus
geprägter Weise vor.
4.5
Nach dem Gesagten sind mithin die von
Dr. F._
erwähnten Kopf
schmer
zen und die Anosmie auf den Unfall vom 1
4.
März 2011 zurückzuführen. Diese Gesundheitsstörungen wirken sich gemäss dem Gutachter aber nicht auf die Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin aus, weshalb die Beschwerde
gegnerin keine Invalidenrente auszurichten hat. Für die übrigen geklagten Gesund
heits
beein
trächtigungen ist sie
mangels adäquaten
Kausalzusammenhang mit dem ver
si
cherten Unfallereignis nicht über den 1. September 2016 hinaus leistungs
pflichtig.
5.
Die Beschwerdeführerin beantragt sodann, dass die Beschwerdegegnerin weiter
hin für die Heilungskosten aufzukommen habe. Zur Begründung bringt sie vor, dass sie weiterhin regelmässiger Behandlung, namentlich Physiotherapie und allen
falls Schmerzmedikation, bedürfe, um ihre verbliebene Fähigkeit zur Tätig
keit im Haushalt und Arbeit erhalten zu können (Urk. 1 S. 11).
Die Beschwerdeführerin dringt mit diesem Vorbringen nicht durch. Die Beschwer
degegnerin hat ihr keine Invalidenrente zu er
bringen. Nach einem rentenaus
schliessenden Fallabschluss sind auch keine Leistungen zur Erhaltung der verblei
benden Erwerbsfähigkeit im Sinne von Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG auszurichten (BGE 140 V 130 E. 2.4; Urteil des Bundes
gerichts 8C_50/2018 vom 20. Juli 2018 E. 2.1). Heilbehandlungsleistungen zur Er
haltung der Tätigkeit im Haushalt sind vom Gesetz nicht vorgesehen.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine höhere Inte
gri
tätsentschädigung als eine solche bei einer Integritätseinbusse von 25 % hat (Urk. 2 S. 19).
6.2
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die
Beurteilung des Integritäts
schadens in erster Linie Aufgabe des Mediziners. Er hat insbesondere den Befund zu erheben sowie dessen Dauerhaftigkeit und Schwere zu beurteilen. Dabei hat er auch den Quervergleich mit anderen in der
Verordnung über die Unfall
ver
siche
rung (UVV)
, Anhang 3, oder den Suva-Tabellen aufgeführten Inte
gritäts
schäden vorzunehmen (Urteil des Bundesgerichts U 344/01 vom 11.
September 2002 E. 6 mit Hinweisen).
6.3
Dr. F._ berücksichtigte bei seiner Beurteilung des Integritätsschadens die Anosmie und den posttraumatischen Kopfschmerz (Urk. 14/454 S. 39). Er bezif
ferte den Integritätsschaden mit einer überzeugenden Begründung auf 25 % (Urk. 14/454 S. 40). Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass ihre Produktivität durch ihre Hirnfunktionsstörung beziehungsweise kognitiven Einschränkungen zu 30 % eingeschränkt sei (Urk. 1 S. 11). Zu berücksichtigen sei auch der Verlust des Geruchssinns (Anosmie) mit 15 % sowie der persistierende Tinnitus mit 5 %. Insgesamt ergebe sich kumulativ eine Integritätsentschädigung von mindestens 40 % (Urk. 1 S. 12). Dem ist entgegenzuhalten, dass die Beschwerdeführerin zu Beginn ihres zweiten Aufenthalts in der Rehaklinik D._ vom 26. September bis 20. Oktober 2011 angeben hatte, dass sich der Tinnitus verbessert habe (Urk. 14/108 S. 5). Im Austrittsbericht der Rehaklinik D._ vom 19. Oktober 2011 wurde bei den Problemen bei Austritt der Tinnitus nicht genannt (Urk. 14/108 S. 1). Es kommt hinzu, dass Dr. F._ die Beschwerde
füh
rerin bei der Untersuchung vom 11. Juni 2014 auch zu ihren Beschwerden befragte, sie aber keinen Tinnitus angab (Urk. 14/454 S. 2, S. 21-22). Damit kann nicht von einem persistierenden Tinnitus gesprochen werden. Im Übrigen sind gemäss den obigen Aus
führungen die posttraumatischen Kopfschmerzen und die Anosmie zwar un
fall
kausal, für die anderen von der Beschwerdeführerin ge
klagten Be
schwerden besteht mangels adäquaten Kausalzusammenhang
s
aber keine Leis
tungs
pflicht der Beschwerdegegnerin mehr. Deswegen ist auch keine höhere Integritäts
ent
schädigung als eine solche bei einer Integritätseinbusse von 25 % geschuldet.
7.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
8.
8.1
In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersucht die Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes in der Person von Rechtsanwalt Christoph Erdös (Urk. 1 S. 2).
8.2
Der Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege (und Verbeiständung) wird in ers
ter Linie durch das kantonale (Prozess-)Recht geregelt (vgl. Art. 61 lit. f ATSG). Unabhängig davon besteht ein solcher Anspruch unmittelbar aufgrund von Art. 29 Abs. 3 BV (BGE 127 I 202 E. 3a). Gemäss § 16 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) wird einer Partei auf Gesuch hin in kostenpflichtigen Verfahren die Bezahlung der Ver
fahrenskosten erlassen, wenn ihr die dazu nötigen Mittel fehlen und der Prozess nicht als offensichtlich aus
sichtslos erscheint. Nach Art. 29 Abs. 3 BV hat jede Person, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf un
ent
geltliche Rechtspflege, wenn ihr Rechtsbegehren nicht als aussichtslos er
scheint. Als bedürftig gilt, wer nicht in der Lage ist, für die Prozesskosten aufzu
kom
men, ohne dass er Mittel bean
spruchen müsste, die zur Deckung des Grund
be
darfs für ihn und seine Familie notwendig sind (BGE 127 I 202 E. 3b). Die Pflicht des Staates zur Ge
währung der unentgeltlichen Rechtspflege geht der familien
recht
lichen Unter
haltspflicht nach; entsprechend ist bei der Beurteilung der Bedürftig
keit das Einkommen und Ver
mögen beider Ehegatten zu be
rück
sichtigen (BGE 115 Ia 193 E. 3a). Erst wenn alle diese Mittel zur Finan
zierung des Prozesses nicht ausreichen, ist die Mittel
losigkeit im Sinne des pro
zessualen Armenrechts gege
ben (ZR 90 Nr. 82 S. 260).
Der Nachweis der Bedürftigkeit hat die gesuchstellende Person zu erbringen. Dazu hat sie ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse umfassend darzu
stellen und soweit möglich zu belegen (SVR 1998 UV Nr. 11 S. 31 f. E. 4c; Randacher, in: Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, 2. Aufl., 2009, N 5 zu § 16 GSVGer).
8.3
Mit Eingabe vom 8. März 2017 (Urk. 7) reichte die Beschwerdeführerin das aus
gefüllte Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (Urk. 8), die Steuererklärung 2015 mit zwei Lohnausweisen ihres Ehemanns als Beilagen (Urk.
9/1), die Lohnabrechnung ihres Ehemannes für den Monat Januar 2017 (Urk.
9/2) sowie je einen Auszug aus dem Betreibungsregister für sie (Urk.
9/3) und ihren Ehemann (Urk. 9/4) ein.
Die Beschwerdeführerin hat mit diesen Unterlagen ihre monatlichen Ausgaben und Einkünfte nicht belegt. Gemäss den Betreibungsregisterauszügen vom 22.
Febru
ar 2017 bestanden bei der Beschwerdeführerin und ihrem Ehemann nicht getilgte Verlustscheine im Gesamtbetrag von Fr. 17‘393.85 (Urk. 9/3) bezie
hungsweise von Fr. 148‘789.30 (Urk. 9/4). Diesbezüglich ist
darauf hinzuweisen, dass die gewöhnliche Tilgung angehäufter Schulden bei der Abklärung der Be
dürftigkeit nicht berücksichtigt wird, da die unentgeltliche Rechts
pflege nicht dazu dienen soll, auf Kosten des Gemeinwesens Gläubiger zu befriedigen, die nicht oder nicht mehr zum Lebensunterhalt beitragen (Urteile des Bundesgerichts 8C_470/2016 vom 16. De
zember 2016 E. 5.4 und 8C_909/2014 vom 6. Mai 2015 E. 3.3). Zudem ist weder von der Beschwerdeführerin geltend gemacht worden noch aus den von ihr aufgelegten Unterlagen ersichtlich, dass eine Ein
kom
mens
pfändung bestehen würde.
8.4
In Ziffer 13 des Formulars zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit ist die Beschwerdeführerin darauf hingewiesen worden, dass unvollständige und un
rich
tige Angaben sowie fehlende Belege ohne weitere Nachfrage zur Abweisung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege führen können (Urk. 8 S. 6). Vorliegend ist so zu entscheiden. Soweit sich ihr Gesuch nicht ohnehin als gegenstandslos erweist - Be
schwerdeverfahren im Bereich der obliga
to
rischen Unfallversiche
rung sind in der Regel kos
tenlos (Art. 61 lit. a ATSG) -, ist es daher mangels prozes
sualer Bedürftigkeit abzuweisen.