Decision ID: 89c8e674-934e-52cf-8994-557d6856830f
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. A.a Der Beschwerdeführer ersuchte mit an die Schweizerische  in Colombo gerichtetem, in englischer Sprache abgefasstem Schreiben vom 13. Mai 2008 sinngemäss um Bewilligung der Einreise in die Schweiz und um Gewährung des Asyls.
A.b Mit - ebenfalls in englischer Sprache gehaltenem - Schreiben vom 23. Mai 2008 bestätigte die Schweizerische Botschaft dem  den Eingang seines Gesuchs und forderte ihn gleichzeitig auf, sich bis zum 8. Juli 2008 zu verschiedenen Fragen (insbesondere zu seinen Asylgründen, zu den Anstrengungen, welche er zu seinem Schutz unternommen habe, oder zu den Möglichkeiten, den  durch Wegzug in eine andere Gegend Sri Lankas zu entkommen) ausführlicher vernehmen zu lassen und allfällige weitere Beweismittel sowie Kopien von Identitätspapieren einzureichen.
Der Beschwerdeführer kam der Aufforderung zur Beantwortung der ihm gestellten Fragen am 30. Mai 2008 nach.
Am 28. Juli 2008 wurde er auf der Schweizerischen Botschaft  eingehend zu seinen Asylgründen angehört.
A.c In seinen beiden Eingaben vom 13. Mai 2008 und vom 30. Mai 2008 sowie anlässlich der persönlichen Anhörung vom 28. Juli 2008 machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er sei  Staatsangehöriger tamilischer Ethnie und stamme aus B._. Er sei jedoch in Colombo aufgewachsen, habe dort die Schulen besucht und seit September 2007 als Marketing-Fachmann bei der Firma C._ gearbeitet. Gleich neben C._ habe sich das Geschäft D._ befunden, welches - wie die C._ - V. J. gehört habe.
Am 6. März 2008 seien V. J. und dessen Ehefrau und am 7. März 2008 T., ein bei D._ beschäftigter Journalist, von Angehörigen des "Terrorist Investigation Department" (TID) wegen Verdachts auf Verbindungen zu den "Liberation Tigers of Tamil Eelam" (LTTE) festgenommen worden. Am Abend des 11. März 2008 habe er - der Beschwerdeführer - sich mit seiner Tochter auf dem Weg ins E._ in Colombo befunden, als er auf der Strasse von Leuten
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des TID verhaftet und zur "Terrorist Investigation Division" an der F._ Road gebracht worden sei. Dort sei er von den Sicherheitsleuten bedroht und misshandelt worden. Das "Internationale Komitee vom Roten Kreuz" (IKRK) habe ihn am 3. April 2008 in der Haft besucht, und am 10. April 2008 sei er auf Beschluss des "Magistrate Court" in Colombo und mit dem Hinweis, sich jederzeit dem TID zur Verfügung zu halten, freigelassen worden. Aus Angst vor weiteren Festnahmen und Verfolgungsmassnahmen habe er sich zur Stellung eines Asylgesuches entschlossen. Über seine Inhaftierung sei auch in den Medien berichtet worden. Die Meldungen in den Medien hätten dazu geführt, dass ihn sein Vermieter - aus Furcht, ebenfalls Probleme mit den Behörden zu bekommen - aufgefordert habe, das Haus, das er mit seiner Frau und seinen beiden kleinen Kindern bewohnt habe, zu verlassen; er finde nun keine Wohnung und auch keine Arbeitsstelle mehr.
Am 14. Juli 2008 sei er nach Thailand gereist und habe dort um Asyl nachgesucht. Als er aber von seiner Frau erfahren habe, dass er einen Anhörungstermin auf der Schweizerischen Botschaft in Colombo habe, sei er wieder nach Sri Lanka zurückgekehrt.
A.d Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer -  in Kopie und in englischer Sprache gehalten beziehungsweise mit einer englischen Übersetzung versehen - einen Haftbefehl vom 12. März 2008, den Freilassungsbeschluss des "Magistrate Court" vom 10. April 2008, eine Bestätigung des IKRK vom 29. April 2008, eine Terminbestätigung des E._, zwei verschiedene Zeitungsartikel sowie drei Geburtsscheine und einen Eheschein zu den Akten.
B. Am 30. Juli 2008 überwies die Schweizerische Botschaft in Colombo die Akten des Beschwerdeführers dem BFM.
C. Mit an die Schweizerische Botschaft adressiertem und von dieser an das BFM übermitteltem Schreiben vom 22. September 2008 informier-
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te der Beschwerdeführer darüber, dass am 16. September 2008 vier Männer zu ihm gekommen seien und ihn befragt hätten; überdies  sie ihm gesagt, sie behielten ihn unter Beobachtung.
D. Mit Verfügung vom 2. Oktober 2008 verweigerte das BFM dem  die Einreise in die Schweiz und lehnte das Asylgesuch ab. Auf die Begründung wird in den nachfolgenden Erwägungen .
E. Der Beschwerdeführer beantragte mit auf den 21. November 2008 , am 1. Dezember 2008 bei der Schweizerischen Botschaft , jedoch erst am 19. Februar 2009 an das  weitergeleiteter, in englischer Sprache abgefasster Rechtsmitteleingabe sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung, die Bewilligung zur Einreise in die Schweiz und die  des Asyls.
Zur Begründung verwies er auf den erneut in Kopie zu den Akten  Entlassungsbeschluss des "Magistrate Court" vom 10. April 2008 und machte geltend, aufgrund der Tatsache, dass er bereits  und in der Haft misshandelt worden sei, werde er nach wie vor der Beziehungen mit Terroristen verdächtigt und sei somit  für weitere Verfolgungsmassnahmen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das  Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des  vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und
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ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31); Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht. Der  ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Der Beschwerdeführer ist daher zur Einreichung der  legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 50 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. Das  hat dabei - praxisgemäss - aus prozessökonomischen Gründen auf eine Rückweisung der in englischer Sprache abgefassten Beschwerde zur Übersetzung in eine Amtssprache verzichtet, da - mit Ausnahme der angefochtenen Verfügung - die Protokolle und  des vorinstanzlichen Verfahrens ebenfalls in englischer Sprache gehalten und die Rechtsmittelanträge verständlich sowie begründet sind. Der vorliegende Entscheid ergeht indessen in deutscher Sprache (vgl. Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG).
1.3 Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der Regel in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (Spruchkörper; vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG). Das  kann auch in solchen Fällen auf die Durchführung des  verzichten (Art. 111a Abs. 1 AsylG).
2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3. 3.1 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch , wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft  oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden
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kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das Bundesamt einem Asylsuchenden die  zur Abklärung des Sachverhalts, wenn ihm nicht zugemutet  kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD)  Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu , die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben bestehe. Hinsichtlich des Verfahrens bei der  Vertretung im Ausland sieht Art. 10 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durchführt (Art. 10 Abs. 1 AsylV 1).
3.2 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive , wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die  der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die  zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive  zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  [EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2.e.-g, S. 131 ff., welcher  bloss redaktioneller Änderungen bei der letzten Totalrevision des Asylgesetzes nach wie vor Gültigkeit hat).
4. 4.1 Die Vorinstanz hielt in ihrer angefochtenen Verfügung vom 2.  2008 vorab zutreffend fest, gemäss schweizerischer Asylpraxis sei für die Gewährung der Einreise die Gefährdung einer asylsuchenden Person im Zeitpunkt der Einreisebewilligung massgebend. Vergangene Verfolgung sei nur dann asylbeachtlich, wenn sie noch andauere oder wenn konkrete Hinweise auf eine zukünftige Verfolgung bestünden. Sodann seien Befürchtungen, künftig staatlichen  ausgesetzt zu sein, nur dann asylrelevant, wenn begründeter  zur Annahme bestehe, dass sich die Verfolgung mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft verwirklichen werde.
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4.2 Der Beschwerdeführer machte zur Begründung seines Gesuches um Bewilligung zur Einreise in die Schweiz und zur Gewährung des Asyls geltend, als Angestellter bei der Firma C._ im Gefolge der Festnahme seines Vorgesetzten wegen Verdachts auf Verbindungen zu den LTTE ebenfalls verhaftet und im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen V. J.. und T. für einen Monat bei der " Investigation Division" festgehalten worden zu sein. Nach der durch den "Magistrate Court" in Colombo verfügten Haftentlassung habe er sich weiterhin dem TID für weitere Befragungen zur Verfügung halten müssen.
Diese Vorbringen wurden vom Beschwerdeführer mit der Einreichung verschiedener Beweismittel dokumentiert und vom BFM auch für glaubhaft befunden. Es ist - wie die Vorinstanz zu Recht bemerkte - auch nicht in Abrede zu stellen, dass die einmonatige mit  verbundene Inhaftierung für den Beschwerdeführer eine  psychische und physische Belastung darstellte.
Im Freilassungsbeschluss des "Magistrate Court" vom 10. April 2008 wurde indessen klar festgehalten, dass die getätigten Untersuchungen keinerlei Hinweise darauf ergeben hätten, dass der Beschwerdeführer in irgendeiner Weise in Verbindung zu den LTTE gestanden hätte. Er wurde somit von allen Anschuldigungen und Verdachtsmomenten  und umgehend aus der Haft entlassen. Die eingeleiteten strafrechtlichen Massnahmen sind dadurch klarerweise .
Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass der  darüber informiert wurde, sich den Behörden weiterhin zur Verfügung zu halten und nötigenfalls auf Aufforderung hin bei der "Terrorist Investigation Division" zu erscheinen (vgl. Beschluss des "Magistrate Court" S. 3). Dieser Pflicht unterstehen sämtliche Bürger und Einwohner; ein Hinweis, dass sich der Beschwerdeführer dadurch in einer andauernden Verfolgungssituation befindet oder einer solchen mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft  sein könnte, ergibt sich dadurch nicht.
Sodann sind auch die Aussagen des Beschwerdeführers, er sei am 16. September 2008 von vier Männern zu Hause aufgesucht und  worden (vgl. Schreiben vom 22. September 2008), und V. J.,  Frau sowie T. befänden sich nach wie vor in Haft (vgl. Beschwerde
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S. 1) nicht geeignet, zu einer anderen Beurteilung des Sachverhaltes zu führen.
4.3 Was schliesslich das weitere Vorbringen des Beschwerdeführers, aufgrund der Berichterstattung durch die Medien über seine  hätten er und seine Familie auf Aufforderung des Vermieters hin das Haus in Colombo verlassen müssen und er habe bis anhin keine neue Arbeitsstelle gefunden, betrifft, so ist festzuhalten, dass zwar  in einzelnen Zeitungen über die Festnahme des  berichtet worden war. Es kann jedoch als ausgeschlossen , dass der Beschwerdeführer aufgrund der einzelnen, vor bald  Jahr erschienenen Zeitungsmeldungen landesweit bei der Suche nach einer Wohnung oder einer Arbeitsstelle Problemen ausgesetzt sein könnte.
Im Übrigen wird mit den Schwierigkeiten bei der Wohnungs- und  ein Sachverhalt angesprochen, welcher im Rahmen eines ordentlichen Asylverfahrens in der Schweiz grundsätzlich nur unter dem Gesichtspunkt der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu prüfen wäre (vgl. EMARK 2003 Nr. 24 E. 5e S. 159). Die  Gesetzgebung sieht indessen gerade nicht vor, dass , die ihr Gesuch im Ausland stellen, unabhängig von einer  im Sinne von Art. 3 AsylG - und damit der Aussicht auf  in der Schweiz - die Einreise schon deshalb zu bewilligen ist, weil sie im Heimat- oder Herkunftsstaat wegen Krieg, Bürgerkrieg,  Gewalt oder einer medizinischen oder wirtschaftlichen  konkret gefährdet sind.
4.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, ein aktuelles Schutzbedürfnis beziehungsweise eine landesweite Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft zu machen. Es erübrigt sich, auf die weiteren Darlegungen in der  näher einzugehen, zumal darin im Wesentlichen  am Wahrheitsgehalt der Vorbringen festgehalten wird, welche  weder von der Vorinstanz noch vom Bundesverwaltungsgericht als solche in Frage gestellt wird. Das BFM hat demnach zu Recht dem Beschwerdeführer die Einreise in die Schweiz verweigert  dessen Asylgesuch abgelehnt.
4.5 Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt
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richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwede ist nach dem Gesagten abzuweisen.
5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten  dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwaltungsökonomischen Gründen und in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG und Art. 2 und 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem  (VGKE, SR 173.320.2) ist vorliegend jedoch auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.
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