Decision ID: b70a3347-f580-4deb-b576-8e2d65509a2c
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1980, meldete sich am 22. Januar 2007
unter Hinweis auf
seit dem Frühjahr 2006 bestehende
Schlafstörungen,
Angst,
ein Schwindel
gefühl, einen Rückzug ins Bett, ein Pochen auf der Brust, Erbrechen
sowie stän
dige Unruhe
bei der Invalidenversicherung des Kantons
Y._
zum Leis
tungsbezug an
(Urk. 10/1 Ziff. 7.2-3
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons
Y._
, IV-Stelle
Y._
, sprach
ihr mit Verfügung vom 3. September 2009
b
ei einem Invaliditätsgrad von 81 %
eine
ganze
R
ente ab 1. Februar 2007 zu (Urk. 10/40/3-4 und Urk. 10/52
).
Mit Verfügung
3. November 2010
teilte die IV-Stelle
Y._
der Versicherten mit, der Rentenansp
ruch sei unverändert (Urk. 10/70
).
1.2
Im Rahmen des im Jahr 2011 eingeleiteten Rentenrevisionsverfahrens (Urk. 10/71)
holte die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
unter anderem bei
m Z._
ein poly
diszip
linäres Gutachten ein, das am 10. März 2016 erstattet wurde (Urk. 10/93
). Nach durchgeführt
em Vorbescheidverfahren (Urk. 10/103; Urk. 10/108
)
stellte
di
e IV-Stelle
di
e bisher ausgerichtete Rente mit Verfügung vom 9. Januar 2017
ein (Urk. 10/111
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 9. Februar 2017
Beschwerde gegen die Verfügung vom
9. Januar 2017
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihr weiterhin eine ganze Invalidenrente auszurichten (Urk. 1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantra
gte mit Beschwerdeantwort vom 4. Mai 2017
(
Urk. 9
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde
der Beschwerdeführerin am 12. Juni 2017
zur Kenntnis geb
racht (Urk. 12
).
Mit Gerichtsverfügung vom 2. August 2017 wurden antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 2
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt
(Urk. 13
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krankheitswert besteht, welches die ver
sicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein ren
tenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG
,
BGE 139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fach
ärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleich
bedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objekti
vierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl.
BGE 143 V 409 E. 4.2.1 unter Hin
weis auf 127 V 294 E. 4b/cc und 139 V 547 E. 5.2
).
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosoma
tische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tatsächli
che Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grundsätzlich in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE 141
V 281).
Mit BGE 143 V 418 hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätz
lich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krankheitsbild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_260/2017 vom 1. Dezember 2017 E. 4.2.3).
Die Anerkennung eines renten
begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweis
belastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2)
1.3
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozia
le und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren her
rühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der sozio
kulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne ver
selbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Er
werbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Be
funde erhebt,
welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein inva
lidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009
E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.4
Nach
Art.
17 ATSG sind laufende Renten für die Zukunft zu erhöhen, herabzu
setzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli
che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invalidi
tätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Ob eine solche Ände
rung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 105 V 29)
.
Fehlen die in Art. 17 ATSG genannten Voraussetzungen, so kann die Renten
verfügung nach den für die Wiedererwägung rechtskräftiger Verwaltungsver
fügungen geltenden Regeln abgeändert werden. Danach ist die Verwaltung befugt, auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand mate
rieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn sich diese als zweifellos unrichtig erweist und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeu
tung ist (
Art.
53
Abs. 2 ATSG; BGE 110 V 176 E. 2a
mit Hinweisen).
Das Gericht kann eine zu Unrecht ergangene Revisionsverfügung gegebenenfalls mit der substituierten Begründung schützen, dass die ursprüngliche Rentenver
fügung zweifellos unrichtig und die Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (B
GE 125 V 368 E. 2 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 128 V 272 E. 5b/bb; Urteile des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 3.2.2, 9C_762/2013 vom 2
4.
Juni 2014 E. 4.2 und 9C_562/2008 vom 3. November 2008 E. 2.2 je mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Einstellung der Invalidenrente in ihrer Verfügung (Urk. 2) damit, dass seit dem Zeitpunkt der Begutachtung am 29. Oktober 2008 keine gesundheitliche Beeinträchtigung mehr habe festgestellt werden können, welche die Arbeitsfähigkeit einschränke. Die psychischen Be
lastungsfaktoren, welche bei der Rentenzusprache im Jahr 2010 bestanden hät
ten, seien nicht mehr vorhanden. Die angegebenen Ängste und Panikattacken mit Vermeidung von unter anderem öffentlichen Verkehrsmitteln, hätten nicht festgestellt werden können. Der Gesundheitszustand habe sich verbessert, und der Beschwerdeführerin sei eine volle Arbeitstätigkeit zumutbar, weshalb kein Anspruch mehr auf Leistungen der Invalidenversicherung bestehe (S. 1 f.).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (Urk. 1) geltend, der angefochtenen Verfügung lasse sich nicht entnehmen, ob die Auf
hebung
der Rente infolge Revision oder Wiedererwägung vorgenommen worden sei
(S. 3 Ziff. 2). Hinsichtlich einer allfälligen Revision habe die Beschwerde
gegnerin zu Unrecht gestützt auf einen anonymen Hinweis den Schluss gezo
gen, es seien weitere Abklärungen, insbesondere ein polydisziplinäres Gutach
ten einzuholen (S. 4 Ziff. 4). Bei der Beurteilung durch den psychiatrischen Gut
achter
sei davon auszugehen, dass es sich um eine revisionsrechtlich nicht rele
vante andere Beurteilung desselben Sachverhaltes handle (S. 4 ff. Ziff. 6-8). Der Beweis einer gesundheitlichen Verbesserung habe damit nicht erbracht werden können, weshalb die Revision der Invalidenrente nicht gerechtfertigt sei (S. 6 Ziff. 9). Auch sei das für eine Wiedererwägung verlangte Erfordernis einer zwei
fellosen Unrichtigkeit der ursprünglichen Verfügung nicht gegeben (S. 7 f. Ziff. 12-13).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
3.
3.1
Anlässlich der mit Verfügung vom 3
.
September
200
9 be
i einem Invaliditäts
grad von 81
%
erfolgten Zusprache einer
ganze
n Rente
ab 1.
Februar 2007
(Urk.
10/40/3-4 und Urk. 10/52
)
lagen
die folgenden med
izinischen Berichte vor:
Dr. med. A._, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie, stellte in seinem Bericht vom 22. März 2007 (Urk. 10/11) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (lit. A.):
-
chronifizierte depressive Entwicklung bei familiärer Vorbelastung und schwerem Ehekonflikt, bestehend seit Februar 2006
-
histrionische Persönlichkeitsstörung
Dr. A._ führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit dem 26. April 2006 bei ihm in Behandlung, und die letzte Untersuchung sei am 16. März 2007 erfolgt (lit. D. Ziff. 1-2). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bestehe seit dem 5. Februar 2006 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (lit. B.). Der Beschwerde
führerin seien auch keine anderen Tätigkeiten zumutbar (Beiblatt Ziff. 2.2). Die Patientin sei Hausiererin und habe keine anderen Tätigkeiten erlernt. Sie sei zur Zeit nicht lernfähig (Beiblatt Ziff. 2.2.3). Eine zumutbare Tätigkeit sei nicht er
kennbar (Beiblatt Ziff. 3).
Dr. A._ führte aus, die Beschwerdeführerin sei bis Krankheitsbe
ginn unauffällig gewesen
. Erste Krankheits-Symptome seien im Dezember 2005 aufgetreten, nachdem die Patientin vom Schwager geschlagen worden sei (lit. D.
Ziff.
3).
Sie habe angegeben, an Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Aggressivität gegenüber den eigenen Kindern, an Ängsten vor Begegnungen und an Gedan
kenkreisen zu leiden. Ihr Antrieb sei erloschen (lit. D. Ziff. 3-4).
Zu den erhobe
nen Befunden führte
Dr. A._
aus, die Patientin sei auffällig und unpassend gekleidet. Ihr Allgemeinzustand sei leicht reduziert. Der affektive Kontakt sei eingeschränkt und oberflächlich, dabei übertrieben im Ausdruck. Das Denken sei formal unauffällig und inhaltlich auf die schwere Kränkung durch den Schwager und die Körperverletzung zentriert (lit. D.
Ziff.
5-6). Es fin
de eine Psychopharmak
o
therapie statt
,
und die Prognose sei im Verlauf von zwei bis drei Jahren günstig (lit. D.
Ziff.
7).
3.2
3.2.1
Am 2. Dezember 2008 erstatteten Dr. med. B._, Facharzt für Rheuma
tologie und Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie für Allgemeine Innere Medizin, und Dr. med. C._, Fachärztin für Psychiatrie und Psycho
therapie, Regional Ärztlicher Dienst (RAD), das von der IV-Stelle Y._ ver
anlasste rheumatologisch-psychiatrische Gutachten (Urk. 10/38/18-30).
3.2.2
Dr. B._ nannte in seinem rheumatologischen Teilgutachten als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein generalisiertes Schmerzsyndrom des Bewegungsapparates mit vegetativer Symptomatik (S. 3 Ziff. 4.1). Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine Adiposi
tas Grad I, Hyperlaxitätszeichen sowie einen Schlag ins Gesicht mit einem Schlagring etwa im Jahr 2004 (S. 3 Ziff. 4.2).
Dr. B._ führte aus, da organische Gründe für eine Leistungsminderung bei der Arbeit fehlten, betrage die Arbeitsfähigkeit im angestammten und adap
tierten Bereich 100 %. Zumutbar sei jede körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit (S. 4 Ziff. 5.2).
Weder an der Wirbelsäule noch an den Gelenken habe aufgrund der klinischen Untersuchung eine Ursache für die angegebenen Ganzkörperschmerzen gefun
den werden können. Radiologisch hätten sich auch keine organisch fassbaren Ursachen für die Beschwerden ergeben. Die zum Teil feststellbaren Hyper
laxitätszeichen seien ohne Bedeutung für die Beschwerden (S. 4 oben).
Was die diversen vegetativen Symptome anbetreffe, müsse auch hier eine nicht organische Genese angenommen werden. Zusammenfassend könnten die ange
gebenen Beschwerden (Schmerzen und vegetative Zeichen) organisch nicht er
klärt werden. Aus versicherungsmedizinischer Sicht liege bei fehlendem Gesundheitsschaden auch keine Arbeitsunfähigkeit vor (S. 4 Mitte).
3.2.3
Dr. C._ stellte in ihrem psychiatrischen Teilgutachten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 11 Ziff. 4.1):
-
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
Verdacht auf Übergang in eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0)
-
schwere depressive Episode, vermutlich ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2)
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4).
Dr. C._ führte aus, in der angestammten Tätigkeit als Messer- und Scheren
schleiferin bestehe seit dem 5. Februar 2006 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Seitdem sei die Explorandin nicht mehr in der Lage, als Fahrende ihrem Brot-erwerb nachzugehen, obwohl sie diesen Lebensstil eigentlich vermisse. Auch in anderen adaptierten Tätigkeit habe keine Arbeitsfähigkeit in der freien Wirt
schaft bestanden. Die anfänglich gute prognostische Einschätzung habe sich leider nicht bestätigt, und die Erkrankung habe einen chronischen progredien
ten Verlauf genommen (S. 12 Ziff. 5.2).
Eine Eingliederungsfähigkeit bestehe weder in der freien Wirtschaft noch im geschützten Rahmen (S. 12 Ziff. 5.3
). Ausschlaggeben
d
für die Arbeitsunfähig
keit von 100
%
sei weniger die somatoforme Schmerzstörung als eine post
traumatische Belastungsstörung mit Verdacht auf Ü
bergang in eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung sowie eine
derzeit schwere de
pressive Episode
(S. 12 Ziff. 6).
Dr. C._ führte aus, sie schlage eine Rentenrevision in ein bis zwei Jahren vor. Bis dahin sollte eigentlich geklärt sein, wo die Kinder weiterhin wohnten. Eine
klinische Verbesserung sei frühestens nach Abschluss der Scheidungsaus
einandersetzungen zu erwarten
(S. 12 Ziff. 7).
Zum psychischen Befund führte Dr.
C._
aus, die Beschwerdeführerin habe streckenweise sehr stark mit den Händen genestelt und dann auch einen leich
ten Fingertremor gehabt. Sie sei bewusstseinsklar und in allen Qualitäten orien
tiert gewesen. Das Denken und Reden sei von normalem Tempo, zusammen
hängend und zielführend. Die geklagten akustischen und olfaktorischen Wahr
nehmungsstörungen seien nicht ganz eindeutig zu interpretieren gewesen
. Die Explorandin habe klar bestätigt, dass sie den Vater, den Grossvater und auch die Kinder höre und sich das nicht bloss einbilde. Möglicherweise handle es sich auch um Pseudohalluzinationen bei starker Übermüdung und Sehnsucht nach den abwesenden geliebten Menschen. Ich-Störungen oder eine Wahnsymptoma
tik seien nicht zu eruieren gewesen. Es hätten sich Hinweise auf Suizidalität mit Handlungsimpulsen gefunden, denen allerdings noch argumentativ habe be
gegnet werden können.
Dr. C._ führte aus, es hätten sich Hinweise auf Kontrollzwänge gefunden. Gene
rell bestünden Ängste vor fremden Menschen mit einem Erleben von Bedrängt- und Bedrohtsein. Zudem hätten sich Hinweise auf Flashbacks der früheren Misshandlungen, Depersonalisation und Derealisation, eine innere Unruhe, ständige Angstbereitschaft und wechselnde Panikattacken sowie agora
phobische und klaustrophobische Ängste gefunden. Es bestehe offensichtlich ein Rückzug aus allen sozialen Bezügen. Lediglich die Hilfe der Mutter werde im Hinblick auf die schwere Regression noch toleriert. Zwischenzeitlich habe die Explorandin allerdings durchaus auch einmal Blickkontakt gesucht oder gelä
chelt. Sie habe in keinster Weise fordernd bezüglich ihres Rentenwunsches ge
wirkt und auch nicht anklagend.
In der Hamilton-Depressionsskala mit 21 Items habe die Explorandin 33 Punkte erreicht, was einer schweren Depression entspreche (S. 10 f. Ziff. 3.2).
4.
4.1
Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit - als Schranke für ein wieder
erwägungsweises Zurückkommen auf eine formell rechtskräftige Leistungszu
sprechung - ist rechtsprechungsgemäss so zu handhaben, dass die Wiederer
wägung nicht zum Instrument einer voraussetzungslosen Neuprüfung von Dauerleistungen wird, zumal es nicht dem Sinn der Wiedererwägung entspricht, laufende Ansprüche zufolge nachträglicher besserer Einsicht der Durchfüh
rungsorgane jederzeit einer Neubeurteilung zuführen zu können (Urteil des Bundegerichts I 276/04 vom 28. Juli 2005 E. 5.1).
Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn eine Leistungszusprache aufgrund falsch oder unzutreffend verstandener Rechts
regeln erfolgt ist oder wenn massgebende Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Beurteilung not
wendigerweise Ermessenszüge aufweist. Erscheint die Beurteilung einzelner
Schritte bei der Feststellung solcher Anspruchsvoraussetzungen (Invaliditäts
bemessung, Arbeitsunfähigkeitsschätzung, Beweiswürdigung, Zumutbarkeits
fragen) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeit
punkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung darboten, als vertretbar, schei
det
die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus. Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss -
derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfü
gung - denkbar (Urteil
des Bundesgerichts
9C_837/2010 vom 30. August 2011 E. 2.5.1).
Zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung kann (auch) bei unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts gegeben sein. Darunter fällt insbesondere eine unvollständige Sachverhaltsabklärung aufgrund einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Eine auf kei
ner nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzung der massgeblichen Arbeitsfähig
keit beruhende Invaliditätsbemessung ist nicht rechtskonform und die entspre
chende Verfügung zweifellos unrichtig im wiedererwägungsrechtlichen Sinne (Urteil
des Bundesgerichts
9C_1014/2008 vom 14. April 2009 E. 3.2.2).
Entscheidend ist nicht, ob die frühere Leistungszusprache unter Berücksichti
gung sämtlicher Teilaspekte richtig und angemessen war, sondern ob sie mit Blick auf die damalige Sach- und Rechtslage insgesamt als vertretbar erscheint (Urteil
des Bundesgerichts
9C_575/2007 vom 18. Oktober 2007 E. 3.3).
4.2
Die ursprüngliche Rentenzusprache im Jahr 2009 (
Urk.
10/40
/3-4
und
Urk.
10/52) erfolgte gestützt auf das bidisziplinäre RAD-Gutachten von
Dr. B._
und
Dr. C._
vom
2. Dezember 2008 (vorstehend E. 3.2
, vgl.
Urk.
10/38/32-33).
Während
Dr. B._
aus rheumatologischer Sicht keinen relevanten Ge
sundheitsschaden objektivierten konnte
(vgl. vorstehend E. 3.2.2)
,
erachtete Dr. C._
die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht
aufgrund der diagnos
tizierte
n
posttraumatische
n
Belastungsstörung
(ICD-10 F43.1), dem
Verdacht auf Übergang in eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelas
tung
(ICD-10 F62.0)
sowie einer derzeit schweren depressiven Episode
(ICD-10 F32.2)
seit dem 5.
Februar 2006
als vollumfänglich arbeitsunfähig.
A
us dem Umstand,
dass
Dr. C._
jedoch
ausführte, dass sie eine Rentenrevision in ein bis zwei Jahren vorschlage, da bis dahin geklärt sein sollte, wo die Kinder weiterhin wohnten und eine klinische Verbesserung des Gesundheitszustand
s
frühestens nach Abschluss der Scheidungsauseinandersetzungen zu erwarten sei, geht, wie auch aus dem Bericht des behandelnden Psychiater
s
Dr. A._
vom März 2007 (vgl. vorstehend E. 3.1) hervor, dass das attestierte psychische Leiden
aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht
nicht als selbständiges und invalidisierendes Leiden zu qualifizieren ist, indem bei Weg
fall der psychosozialen Faktoren davon ausgegangen wurde, dass sich auch die Arbeitsfä
higkeit wieder einstellen würde
(vgl. Urteil des Bundesgericht
s
8C_582/2017 vom 2
2.
März 2018 E. 5.4).
Auch
der behandelnde Psychiater Dr.
A._
führte im März 2007 (vgl. vorstehend E. 3.1) die von ihm diagnostizierte chronifizierte depressive Entwicklung auf die familiäre Vorbelastung der Beschwerdeführerin sowie einen seit Februar 2006 bestehenden schweren Ehekonflikt zurück. Dr.
A._
gab an, die Beschwerdeführerin sei bis Krankheitsbeginn unauffällig ge
wesen. Die ersten Krankheitssymptome seien im Dezember 2005 aufgetreten, nachdem die Beschwerdeführerin vom Schwager geschlagen worden sei. Eine Arbeitsfähigkeit selbst in angepasster Tätigkeit verneinte
Dr. A._
mit der Begründung, die Beschwerdeführerin sei Hausiererin und habe keine andere Tätigkeit erlernt. Sie sei derzeit nicht lernfähig.
Hinweise darauf, dass die Einschränkungen im Wesentlichen auf psychosoziale Belastungsfaktoren zurückzuführen waren, ergeben sich zudem aus dem Bericht von Dr. med. D._, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilita
tion, vom 31. März 2008 (Urk. 10/38/3-4), welche ebenfalls vom Vorliegen einer schwierigen psychosozialen Belastungssituation berichtete. Die Schmerzproble
matik (unspezifischer Weichteilrheumatismus) werde verstärkt durch die schwie
rige psychosoziale Situation, welcher die Patientin nicht gewachsen sei und auf welche sie mit somatischen Beschwerden reagiere. Die Prognose bezüglich Krankheitsprogression sei an und für sich gut, jedoch sei eine Wiedereingliede
rung in den Arbeitsprozess höchst unwahrscheinlich.
Zu beachten ist, dass auf
psychosozial
e Belastungsfaktoren zurückzuführende Einschränkungen der Leistungsfähigkeit i
n der Invalidenversicherung sowohl
unter der damals
als
auch
unter der
heute noch geltenden Rechtsprechung nicht berücksichtigt werden dürfen (vgl. vorstehend E. 1.3). Eine zureichende
Abgren
zung des tatsächlich vorhanden psychischen Leidens zu den zweifelsohne vor
handen gewesenen
psychosozial
en Belastungsfaktoren wurde im Rahmen der erstmaligen Leistungszusprache nicht vorgenommen (vgl. Urk.
10/38/32-
33), weshalb die erstmalige rentenzusprechende Verfügung als zweifellos unrichtig zu qualifizieren ist.
4.3
Aufgrund des Gesagten beruhte demnach die Annahme der vollständigen Ar
beitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin auf keiner nachvollziehbaren ärztli
chen Einschätzung und steht insbesondere im Widerspruch zu der schon damals geltenden Rechtsprechung.
Die rückwirkend ab
1.
Februar 2007 erfolgte Zusprache einer ganzen Rente mit Verfügung vom 3. September 2009
(Urk. 10/40/3-4 und Urk. 10/52)
ist damit als zweifellos unrichtig einzustufen.
5.
5.1
Im Rahmen der im Jahr 2011 eingeleiteten Rentenrevision (Urk. 10/71) holte die IV-Stelle die folgenden medizinischen Berichte ein:
Dr. A._ führte in seinem Verlaufsbericht vom 5. Juni 2012 (Urk. 10/73) aus, der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sei stationär (Ziff. 1). Die Diagnose habe sich nicht geändert (Ziff. 2). Die letzte ärztliche Kontrolle habe am 31. Mai 2012 stattgefunden (Ziff. 5). Die im Jahr 2010 mit
geteilte Medikation werde weitergeführt, und
es fänden in vierwöchentlichen Abständen psychotherapeutische Gespräche statt (
Ziff. 3).
5.2
Dr. A._ nannte in seinem Verlaufsbericht vom 15. Juni 2015 (Urk. 10/80) als Diagnose eine chronifizierte depressive Entwicklung bei fami
liärer Vorbelastung. Der Gesundheitszustand sei stationär (Ziff. 1.2). Es werde keine bisherige oder angepasste Tätigkeit ausgeübt (Ziff. 2.1). Die Beschwerde
führerin sei seit dem 26. April 2006 bei ihm in Behandlung, und die letzte Kon
trolle sei am 15. Juni 2015 erfolgt (Ziff. 3.1). Die Prognose sei ungünstig (Ziff. 3.3). Es bestehe
keine Belastbarkeit für Massnahmen der Wiedereingliede
rung im Umfang von mindestens zwei Stunden pro Tag
(Ziff. 4.2).
5.3
Am 10. März 2016 erstatteten Dr. med. E._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Dr. med. F._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und für Neurologie, und Dr. med. G._, Facharzt für Rheumatologie und für Allgemeine Innere Medizin, Z._, ihr polydisziplinäres Gutachten (Urk. 10/93). Die Gutachter konnten zusammenfassend keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nennen (S. 72 Ziff. 6.1). Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie ein Ganzkörperschmerzsyndrom des Bewegungs
apparates bei/mit partieller Hyperlaxität, multiplen familiären Belastungen und mit einem Status nach körperlicher Misshandlung durch den Ex-Schwager, ein Ganzkörperschmerzsyndrom, am ehesten im Rahmen einer Schmerzstörung ohne fokal neurologische Defizite sowie eine chronische Schmerzstörung bei psychosozialen Belastungsfaktoren (ICD-10 F45.41), einen Status nach Anpas
sungsstörungen bei psychosozialer Belastung (ICD-10 F43.21), eine remittierte depressive Störung (ICD-10 F32/F33.4) und akzentuierte histrionische Persön
lichkeitszüge (S. 72 f. Ziff. 6.2).
Die Gutachter führten aus, zusammenfassend und unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Befunde sei die Versicherte aus rheumatologischer Sicht in der bis vor einigen Jahren ausgeübten Tätigkeit als Hausiererin mit Scheren- und Messerschleifen nach wie vor uneingeschränkt arbeitsfähig, wie bereits im rheumatologischen RAD-Bericht von Y._ vom 2. Dezember 2008 festge
halten worden sei.
Weder aus internistischer, neurologischer noch aus psychiatrischer Sicht be
stünden Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit sowohl in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Hausiererin mit Scheren- und Messerschleifen als auch in einer an
gepassten Tätigkeit (S. 79 Ziff. 7.4).
Das aktuell ermittelte Belastungsprofil gelte seit dem Zeitpunkt der aktuellen polydisziplinären Abklärung. Dr. A._ gehe in seinen Berichten seit dem 5. Februar 2006 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus. Dazu sei anzumerken, dass mittels Fremdbeurteilung und Einschätzung aufgrund der aktuellen Exploration und Untersuchung bis auf eine schmerzbedingte mangelnde Durchhaltefähigkeit keine weiteren Hinweise auf Aktivitäts- und Partizipations
störungen festgestellt werden könnten (S. 80 Ziff. 7.5).
In der zuletzt ausgeübten Erwerbstätigkeit als Hausiererin mit Scheren- und Messerschleifen sei die Versicherte seit dem Zeitpunkt der aktuellen Abklärung 100%ig arbeitsfähig (S. 80 Ziff. 7.6). Spätestens ab dem Zeitpunkt der aktuellen Abklärung sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für alle Tätigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt ausgewiesen (S. 80 Ziff. 7.7).
Hinsichtlich der Frage, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der letzten Revision verbessert oder verschlechtert habe
,
oder ob es sich hierbei lediglich um eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhaltes handle, führten die Gutachter aus, der Gesundheitszustand habe sich auf psychiatri
schem Fachgebiet verbessert
(S. 81 Ziff. 8 Frage 1).
Zusammenfassend wiesen die Behauptungen der Versicherten («ich kann nichts machen und ich kann überhaupt nicht arbeiten») auf
eine ausgesprochene Selbstlimitierung hin und stünden nicht im Einklang mit der Verhaltens
beobachtung während der Exploration und Untersuchung und seien mit dem erhobenen klinischen Befund nicht vereinbar und nicht plausibel (S. 82 oben).
Die in der Vergangenheit auf psychiatrischem Fachgebiet festgestellten Diagnosen und Einschränkungen seien aufgrund der aktuellen Abklärung nicht mehr nachvollziehbar (S. 82 Mitte). Der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich verbessert. Es hätten sich in der aktuellen Exploration Hinweise auf Inkonsistenzen, Selbstlimitation, Simulation und Aggravation ergeben (S. 82 unten).
5.4
Dr. med. H._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, RAD, führ
te in seiner Stellungnahme vom 16. März 2016 (Urk. 10/102/5) aus, Dr. F._ habe die Persönlichkeitsakzentuierung zu wenig gewürdigt. Zudem habe er die von der Versicherten geklagten Ängste und Panikattacken mit Vermeidungsver
halten als «im rein Subjektiven» und somit nicht objektivierbar ausgeschlossen. Die als Aggravation inkriminierten Sachverhalte betreffend die Schmerz
symptomatik hätten auch aufgrund der histrionischen Persönlichkeitsakzen
tuierung als persönlichkeitsstrukturell akzentuierte Verdeutlichung beurteilt werden können, was von Dr. F._ hätte diskutiert werden müssen. Zudem sei die Explorandin von Dr. F._ als kooperativ beschrieben worden.
Indem Dr. F._ sowohl die von Dr. C._ als auch die vom langjährigen Behand
ler Dr. A._ gestellten Diagnosen verwerfe, handle es sich um eine andere Beurteilung desselben Sachverhaltes. Abgesehen von diesen Vorbehalten könne auf das Gutachten abgestellt werden.
6.
6.1
Da die ursprüngliche Verfügung vom
3.
September
2009
(Urk. 10/40/3-4 und Urk. 10/52) aufgrund des Gesagten in Wiedererwägung zu ziehen ist (vgl. vorstehend E. 4), bleibt im Folgenden zu klären, wie es sich mit dem Gesundheits
zustand und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Zeit-punkt der vor
liegend angefochtenen Verfügung (Urk. 2) verhält. Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf das Gutachten des Z._ vom 10. März 2016 (vgl. vorstehend
E. 5.3)
davon aus, dass kein Gesundheitsschaden mit invalidisierender Wirkung mehr bestehe.
6.2
Das
Z._
-Gutachten
vom März 2016
erfüllt die formalen Beweiswert-
Anforderungen (vorstehend
E. 1.5
) ohne weiteres, ist es doch für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt auch die geklagten Beschwerden und wurde in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben.
Darüber hinaus leuchtet es auch in der
Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und enthält nachvollziehbar begründete Schlussfolgerungen.
In somatischer Hinsicht konnten die Gutachter des Z._, wie bereits Dr. B._ in seinem rheumatologischen Teilgutachten vom Dezember 2008 (vgl. vorstehend E. 3.2.2), keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit feststellen.
Hingewiesen wurde auf im Rahmen der Untersuchungen aufge
tretene Inkonsistenzen sowie auf eine ausgeprägte Selbstlimitation.
6.3
Auch in
psychischer Hinsicht
konnte Dr. F._ keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellen und bestätigte das Vorliegen einer 100%igen Arbeitsfähigkeit (vgl. Urk. 10/93 S. 72 Mitte).
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine chronische Schmerzstörung bei psycho
sozialen Belastungsfaktoren (ICD-10 F45.41), einen Status nach Anpassungsstö
rung bei psychosozialer Belastung (ICD-10 F43.21), eine remittierte depressive Störung (ICD-10 F32/F33.4) sowie akzentuierte histrion
ische Persönlichkeits
züge (vgl. vorstehend E. 5.3
).
In nachvollziehbarer Weise legte Dr. F._ dar, weshalb er die vom behandeln
den Psychiater Dr. A._ im Juni 2015 (vgl. vorstehend E. 5.2) seit jeher unverändert diagnostizierte chronifizierte depressive Entwicklung bei familiärer Vorbelastung zum Zeitpunkt seiner Untersuchung nicht bestätigen konnte. So konnte er die durch die Beschwerdeführerin geklagten kognitiven und funktionellen Defizite, begleitet von Konzentrations- und Aufmerksam
keitsstörungen sowie vermehrter Erschöpfbarkeit nicht objektivieren
. Die Psychomotorik wurde als unauffällig beschreiben
(vgl. Urk. 10/93 S. 56 Mitte, S. 68 unten).
Auch die von Dr. A._ im März 2007 (vgl. vorstehend E. 3.1) ge
stellte Diagnose einer histrionischen Persönlichkeitsstörung konnte Dr. F._ nicht bestätigen. Diesbezüglich erachtete er allenfalls eine histrionische Persön
lichkeitsakzentuierung, und damit eine Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, für gegeben (vgl. Urk. 10/93 S. 58 Mitte). Für diese Einschätzung von Dr. F._ spricht, dass Dr. A._ ausführte, die Beschwerde
führerin sei bis Krankheitsbeginn im Dezember 2005, nachdem sie vom Schwager geschlagen worden sei, unauffällig gewesen.
Weiter konnte Dr. F._ die von der Versicherten vorgetragenen Ängste oder Zwänge nicht objektivieren (Urk. 10/93 S. 57 oben, S. 58 oben).
Hinsichtlich der im Rahmen der erstmaligen Rentenzusprache vorliegenden psy
chischen Problematik führte Dr. F._ aus, es sei gut vorstellbar, dass es in der Vergangenheit aufgrund der erheblichen Konfliktsituationen während der Ehe und der
«Kampfscheidung»
zu einer vorübergehenden Anpassungsstörung ge
kommen sei, die sich möglicherweise auch durch die durchgeführte anti-depressive Pharmakotherapie und Psychotherapie gebessert habe. Insbesondere die von Dr. C._ gestellten Diagnosen einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) sowie eines Verdachts auf einen Übergang in eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0) bestätigte Dr. F._ nach vorgenommener Untersuchung der Beschwerdeführerin nicht (Urk. 10/93 S. 56 Mitte, S. 64 unten). Überdies hielt er fest, dass die Kriterien einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) und einer Persön
lichkeitsstörung auch überwiegend wahrscheinlich zu keinem Zeitpunkt in der Vergangenheit ausgewiesen gewesen seien (vgl. Urk. 10/93 S. 68 Mitte). Diesbe
züglich ist Dr. H._, RAD, beizupflichten, soweit er in seiner Stellungnahme vom März 2016 (vgl. vorstehend E. 4.4) ausführte, es handle sich bei der Ein
schätzung von Dr. F._ um eine andere Beurteilung desselben Sachverhaltes.
6.4
Was die von Dr. F._ als ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnos
tizierte
chronische Schmerzstörung bei psychosozialen Belastungsfaktoren
(ICD-10 F45.41)
anbelangt, ist in der Folge zu prüfen, ob auch nach rechtsprechungsgemäss geforderter Prüfung der Standardindikatoren davon auszu
gehen ist, dass keine funktionellen Auswirkungen bestehen (vgl. vorstehend E. 1.2).
Vorab ist aufgrund der auch im Rahmen der somatischen Beurteilung im Z._-Gutachten thematisierten Problematik der massiven Selbstlimitierung der Beschwerdeführerin festzuhalten, dass
m
edizinisch-psychiatrisch nicht begründ
bare Selbsteinschätzungen und -limitierungen, wie sie, gerichtsnotorisch, ärztlicherseits sehr oft unterstützt werden - wobei erst noch häufig gar keine konse
quente Behandlung stattfindet -, nicht als invalidisierende Gesundheitsbeein
trächtigung anzuerkennen
sind
(vgl. BGE 141 V 281 E. 3.7.1).
Namentlich wies
Dr. F._
daraufhin, dass erhebliche Hinweise auf nicht im geklagten Umfang vorhandene Funktionsbeeinträchtigungen bestünden
(vgl. Urk. 10/93 S. 68 un
ten f.)
.
Dr. F._ hielt zur Ausprägung der diagnoserelvanten Befunde fest, die Be
schwerdeführerin habe angepasst und nicht schmerzgequält gewirkt. Die Aus
prägung der Störung stufte er im Vergleich zu ähnlichen Störungsbildern als objektiv leicht bis mittelschwer ein (vgl. Urk. 10/93 S. 55 oben, S. 60 unten). Weiter führte er aus, dass die soziale Teilnahme im privaten Bereich nicht ein
geschränkt sei und dass die Exploration des Tagesprofils auf kein reduziertes Aktivitätsniveau hinweise (Urk. 10/93 S. 55 Mitte). Damit fällt zusammen
fassend
eine schwere Ausprägung des psychischen Leidens ausser Betracht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 7.1).
Im Gegensatz zu
Dr. C._
und dem behandelnden Psychiater
Dr. A._
nahm
Dr. F._
eine zureichende Abgrenzung zu den zweifelsohne vor
handen
en
psychosozialen Belastungsfaktoren, namentlich die fehlende berufli
che und die ungenügende schulische Ausbildung, die
längere Absenz vom Arbeitsmarkt sowie die schwierige
finanzielle
Situation vor (Urk. 10/93 S. 71 Mitte).
Hinsichtlich des Indikators Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –resistenz
ist Dr. F._
beizupflichten, dass
bei der niederfrequenten Therapie
bei
Dr. A._
ohne
Einnahme der verordneten
Psychopharmaka nicht von ausreichenden therapeutischen Bemühungen gesprochen werden kann
(Urk. 10/93 S. 71 Mitte).
Von einer therapeutisch nicht mehr angehbaren Störung kann demnach nicht ausgegangen werden.
Was allfällige Eingliederungs
massnahmen anbelangt, so führte Dr. F._ aus, dass die Beschwerdeführerin keine Motivation für berufliche Massnahmen gezeigt habe (vgl. Urk. 10/93 S. 49 Mitte).
Hinsichtlich der Gesamtbetrachtung der Wechselwirkungen und sonstigen Be
züge der Schmerzstörung zu sämtlichen begleitenden krankheitswertigen Stö
rungen (Indikator
«
Komorbiditäten
»
, vgl. vorstehend E. 1.2) ist festzuhalten, dass Störungen unabhängig von ihrer Diagnose bereits dann als rechtlich be
deutsame Komorbidität in Betracht fallen, wenn ihnen im konkreten Fall ressourcenhemmende Wirkung beizumessen ist (Präzisierung von E. 4.3.1.3 von BGE 141 V 281 durch BGE 143 V 409 E. 8.1).
Gestützt auf die Einschätzung von
Dr. F._
liegen histrionisch akzentuierte Persönlichkeitszüge vor, wodurch die Beschwerdeführerin reduziert flexibel und unangepasst reagieren könne, was zu Funktionsbeeinträchtigungen sowohl im sozialen Verhalten als auch bei alltäglichen und beruflichen Aufgaben des Lebens und zu subjektiven Leiden führen könne. Eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit lasse sich dadurch nicht begründen (Urk. 10/93/61 Mitte). Bei den durch die Beschwerdeführerin vorgetra
genen Beschwerden und Funktionseinschränkungen handle es sich um Merkma
le des Erlebens und Verhaltens, die der willentlichen Steuerungsfähigkeit unter
lägen (S. 72 oben, vgl. auch S. 68 Mitte).
Somatische Komorbiditäten wurden ausgeschlossen (vgl. vorstehend E. 5.3 und E. 6.2).
Aus obigen Ausführungen kann insgesamt geschlossen werden, dass die akzen
tuierten Persönlichkeitszüge, welche in ihrer Ausprägung und Manifestation im Alltag nicht näher hatten bezeichnet werden können, die Ressourcen in keinem relevanten Ausmass beeinträchtigen.
Soweit die Auswirkungen der histrionischen Persönlichkeitszüge im Hinblick auf zu prüfende strukturelle
Defizite im Sinne einer Persönlichkeitsproblematik (Komplex der Persönlichkeit)
zu würdigen sind
, welche im Rahmen der umfas
senden Ressourcenprüfung negativ ins Gewicht fallen könnte,
mass Dr. F._ ihnen – wie bereits erwähnte – keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu.
Hinsichtlich der vorhanden Ressourcen sind die Angaben der Beschwerde
führerin vor dem Hintergrund der von den Gutachtern festgestellten Selbstli
mitierung zu relativieren (vgl. vorstehend E. 5.3).
In Bezug auf den Indikator
des sozialen Kontextes
fällt ins Gewicht, dass die Beschwerdeführerin familiär gut eingebettet ist (vgl. Urk. 10/93 S. 16 f. Ziff. 3.1.4, S. 26 oben).
Damit enthält
der soziale Lebenskontext (Komplex sozialer Kontext; vgl. BGE 141 V 281
E. 4.3.3) aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht keine ressourcenhemmenden Aspekte.
Zu prüfen gilt es sodann die Kategorie Konsistenz, insbesondere in Bezug auf den Indikator einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 E. 4.4 und 4.4.1).
Wie bereits ausgeführt, konnte
Dr. F._
kein reduzier
tes Aktivitätsniveau
feststel
len. Die Angaben der Beschwerdeführerin, dass sie rein gar nichts mehr machen könne, sind einerseits vor dem Hintergrund der genannten Selbstlimitierung zu sehen, andererseits erscheinen diese diskrepa
nt zu ihren Ausführungen anläss
lich der Begutachtung, dass sie im Haushalt je nach aktueller Situation mit Ausnahme der Fensterreinigung alle Arbeiten je nach Tagesverfassung selber machen könne. Zum Einkaufen habe sie sich die Zeit zwischen 16.00 und 16.15 Uhr angewöhnt, weil dann nur wenige Leute im Laden seien (Urk. 10/93 S. 26 Mitte). Weiter fährt die Beschwerdeführerin Auto (vgl. Urk. 10/93 S. 26 Mitte, S. 45 oben), welches auf physische und kognitive Ressourcen schliessen lässt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_569/2015 vom 17. Februar 2016 E. 4.1.3).
Hinsichtlich des Leidensdruck
es gilt es zu erwähnen, dass die
Beschwerde
führer
in
bis zum Ze
itpunkt der Begutachtung am Z._
keine
adäquaten
Therapien wahrgenommen hatte
(vgl. Urk. 10/93 S. 71 Mitte)
, was auf einen bis zu diesem Zeitpunkt
geringen
Leidensdruck schliessen lässt (vgl. Urteil des Bundesgericht 9C_337/2015 vom
7.
April 2016 E. 6.2).
Zusammenfassend erweist sich damit die Einschätzung der Arbeit
sfähigkeit der Beschwerdeführerin
von
Dr. F._
auch nach Prüfung der Standardindikatoren als schlüssig.
6.5
Aufgrund des Gesagten ist gestützt auf das Gutachten des Z._ vom März 2016 der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu erachten, dass ab Zeit
punkt der Untersuchung kein die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ein
schränkender Gesundheitsschaden mehr vorhanden war.
Da sich die ursprüngliche Rentenverfügung vom September 2009 (Urk. 10/40/3-4
und Urk. 10/52) als zweifellos unrichtig erweist (vgl. vorstehend E. 4) und die Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist, ist die vorliegende rentenein
stellende Verfügung vom 9. Januar 2017 (Urk. 2) zu schützen (vgl. vorstehend E. 1.4). Diese erweist sich demnach als rechtens,
was zur Abweisung der Be
schwerde führt.
Die Beschwerdeführerin hat beschwerdeweise die Frage der Wiedererwägungs
voraussetzungen bereits thematisiert (vorstehend E. 2.2). Unter diesen
Umstän
den erübrigt sich, ihr das rechtliche Gehör betreffend das Bestätigen des Revi
sionsentscheids der Beschwerdegegnerin mittels substituierter Begründung zu gewähren (Urteil des Bundesgerichts vom 9C_803/2017 vom 12. April 2018 E. 3).
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr. 9
00.-- anzusetzen. Ent
sprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
unterliegenden Beschwer
deführer
in
aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozess
führung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7.2
Mit Gerichtsverfügung vom 2. August 2017 wurde der unentgeltliche Rechtsver
treter der Beschwerdeführerin unter anderem darauf aufmerksam gemacht, dass er seine Honorarnote einreichen kann, eine solche im Unterlassungsfall seitens des Gerichts nicht eingefordert und die Entschädigung nach Ermessen festgesetzt wird (vgl. Urk. 13). Bis dato reichte der Rechtsanwalt Silvan Meier Rhein keine Honorarnote ein, weshalb er,
unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses und beim massgebenden Stun
denansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer)
,
mit
Fr. 2'800.--
(inkl. Bar
auslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen
ist
.