Decision ID: 4407e73b-2b95-5a85-a591-00f03a458188
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
C._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marino Di Rocco, Bahnhofstrasse 148, Postfach
503, 8622 Wetzikon ZH,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision (Einstellung)
Sachverhalt:
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A.
A.a C._, geboren 1947, meldete sich am 7. Mai 1993 aus psychischen Gründen zum
Bezug von IV-Leistungen an und beantragte die Zusprache einer Rente (act. G 4.1/2).
Mit Verfügung vom 14. Dezember 1993 lehnte die IV-Stelle einen Anspruch auf
Rentenleistungen ab (act. G 4.1/17). Am 25. Juli 1995 meldete sich die Versicherte
erneut zum Bezug von IV-Leistungen an. Sie führte aus, an regelmässigen und
anhaltenden Schmerzen in den Beinen und im Rücken zu leiden (act. G 4.1/18). Der
behandelnde Arzt Dr. med. A._ diagnostizierte im Arztbericht vom 21. September
1995 eine Stamm-Varikosis beidseits, eine Adipositas sowie eine psychosoziale
Überforderungssituation (act. G 4.1/19).
A.b Am 20. November 1995 wurde die Versicherte vom Sozialpsychiatrischen Dienst
des Kantons St. Gallen begutachtet. Die Gutachter diagnostizierten eine längere
depressive Reaktion als Anpassungsstörung (ICD-10: F43.21). Die Versicherte sei –
wenn auch eingeschränkt – in der Lage, den eigenen Haushalt zu führen. Eine
ausserhäusliche Tätigkeit sei wegen ihres depressiven Zustandbildes infolge
psychosozialer Überlastung und entsprechender Anpassungsstörung nicht zumutbar
(act. G 4.1/23.1 ff.).
A.c Gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 50% sprach die IV-Stelle der Versicherten
unter Berücksichtigung der Rentenleistungen an den Ehemann (ganze Rente) mit
Wirkung ab 1. Juli 1994 eine ganze Ehepaarsrente zu (act. G 4.1/25, 27).
A.d Im Fragebogen für eine Rentenrevision vom 12. August 1998 gab die Versicherte
an, ihr Gesundheitszustand habe sich verschlechtert (act. G 4.1/28). Nach Einholen
eines Verlaufsberichts bei Dr. med. A._ (act. G 4.1/29.1 f.) lehnte die IV-Stelle am
14. September 1998 eine rentenbeeinflussende Änderung ab (act. G 4.1/31).
A.e Am 12. Februar 2001 berichtete die Versicherte erneut über eine gesundheitliche
Verschlechterung (act. G 4.1/32). Dr. med. A._ bestätigte im Arztbericht vom
20. Februar 2001, dass sich der Gesundheitszustand verschlechtert habe. Neu
diagnostizierte er nebst den bisherigen Diagnosen ein chronisches lumbovertebrales
Schmerzsyndrom (act. G 4.1/33). Anlässlich einer Abklärung vor Ort vom 8. Mai 2001
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stellte die IV-Stelle eine Einschränkung von 39.5% im Haushaltsbereich fest (act.
G 4.1/36).
A.f Mit Mitteilung vom 25. Juli 2001 wurde der Invaliditätsgrad auf 70% angepasst. Da
der Versicherten und ihrem Ehemann bereits eine ganze Ehepaarrente ausgerichtet
wurde, blieb der Rentenbetrag unverändert (act. G 4.1/40).
B.
B.a Anlässlich eines von Amtes wegen vorgenommenen Revisionsverfahrens vom April
2005 gab die Versicherte an, ihr Gesundheitszustand habe sich verschlimmert (act.
G 4.1/42). Dr. med. A._ berichtete im Verlaufsbericht vom 7. Juni 2005, der
Gesundheitszustand der Versicherten hätte sich verschlechtert. Die bisherige Tätigkeit
als Packerin in einer Waffeln- und Biscuitfabrik (vgl. act. G 4.1/6.3) sei ihr in einem
zeitlichen Rahmen von drei bis vier Stunden zumutbar. Dabei bestünde eine
Leistungsverminderung von 50%. Andere Tätigkeiten seien der Versicherten nicht
zumutbar (act. G 4.1/46.3). Der die Versicherte ebenfalls behandelnde Arzt Dr. med.
B._, Allgemeine und Tropenmedizin FMH, befand den Gesundheitszustand im
Arztbericht vom 10. September 2005 für stationär. Eine täglich drei- bis fünfstündige
Arbeitsleistung sei in reduziertem Masse sinnvoll. Dabei bestehe eine verminderte
Leistungsfähigkeit (act. G 4.1/48).
B.b Anlässlich einer Abklärung vor Ort vom 31. März 2006 gab die Versicherte an, sie
würde ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen weiterhin im Rahmen von mindestens
50% einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Die IV-Stelle ermittelte im Haushaltsbereich
eine Einschränkung von 39.5% (act. G 4.1/56).
B.c Am 24. und 25. Oktober 2006 wurde die Versicherte durch die MEDAS
Zentralschweiz rheumatologisch, internistisch und psychiatrisch begutachtet. Die
Gutachter diagnostizierten mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung bei psychosozialer
Problematik (Ehegatte mit paranoider Schizophrenie, arbeitsloser Sohn) und bei
Absenz von adäquatem organischem Korrelat am Bewegungsapparat. Ohne
wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit seien die Diagnosen des
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metabolischen Syndroms, der Stamm- und Astvarikose sowie der Verdacht auf primäre
Hypothyreose. Für eine körperlich ausschliesslich leichte, möglichst wechselbelastende
berufliche Tätigkeit beurteilten die Gutachter die Versicherte – mehr aus
rheumatologischen als aus psychiatrischen Gründen – ab 1. Dezember 2006 zu 80%
arbeitsfähig (act. G 4.1/59.1 ff.).
B.d Mit Vorbescheid vom 19. April 2007 stellte die IV-Stelle gestützt auf einen
ermittelten Invaliditätsgrad von 19.75% die Einstellung der Rente in Aussicht (act.
G 4.1/65). Am 1. Juni 2007 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid (act.
G 4.1/66).
C.
C.a Dagegen richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 3. Juli 2007. Die
Beschwerdeführerin beantragt unter Kosten- und Entschädigungsfolge die Aufhebung
der angefochtenen Verfügung und die Ausrichtung der bisherigen Rentenleistungen.
Sie rügt, dass die Gutachter die Rückenproblematik und die psychische Situation nicht
ausreichend berücksichtigt hätten. Von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes
könne keine Rede sein (act. G 1). Der Beschwerdeeingabe legte die
Beschwerdeführerin ein ärztliches Zeugnis vom 2. Juli 2007 von Dr. med. A._ bei.
Darin berichtet dieser, er habe die Beschwerdeführerin seit dem 1. Januar 1996 zu
100% arbeitsunfähig geschrieben. Sie sei auch weiterhin zu 100% arbeitsunfähig. Der
Gesundheitszustand habe sich nicht verbessert (act. G 1.2).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in ihrer Beschwerdeantwort vom
13. September 2007 die Beschwerdeabweisung. Sie macht geltend, dass gestützt auf
das überzeugende MEDAS-Gutachten die Renteneinstellung zu Recht erfolgt sei.
Ohnehin führe die diagnostizierte somatoforme Schmerzstörung aus juristischer Sicht
nicht zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, da diese vermutungsgemäss keine
lang dauernde, zu einer Invalidität führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
bewirke. Diese gesundheitliche Beeinträchtigung oder ihre Folgen seien mit einer
zumutbaren Willensanstrengung überwindbar (act. G 4).
C.c Auf die Einreichung einer Replik wurde verzichtet.
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Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366
E. 1b), sind vorliegend die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden materiellen
Bestimmungen anzuwenden.
2.
Vorliegend ist die Frage streitig, ob die revisionsweise Einstellung der ganzen
Invalidenrente durch die Beschwerdegegnerin zu Recht erfolgt ist.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 aIVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente,
wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Um den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch
zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
2.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben. Anlass zu einer
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Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die
geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Ob
eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes,
wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung bestanden hat, mit
demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (vgl. BGE 125 V 369 E. 2 mit
Hinweis). Nach der Rechtsprechung ist die Invalidenrente nicht nur bei einer
wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar,
wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5). Eine bloss
unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts
stellt praxisgemäss keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2 mit
Hinweisen). Eine anspruchsbeeinflussende Änderung – zum Beispiel eine massgebliche
Verbesserung oder Verschlimmerung des Gesundheitszustandes – ist zu
berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert
hat (Art. 88a der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
3.
3.1 Strittig ist die Frage, ob sich die für den Invaliditätsgrad massgeblichen
Verhältnisse im Erwerbsbereich seit der am 25. Juli 2001 vorgenommenen
revisionsweisen Erhöhung des Invaliditätsgrades auf 70% (act. G 4.1/40) bis zur
angefochtenen Verfügung vom 1. Juni 2007 (act. G 4.1/66) in revisionserheblicher
Weise geändert haben. Was die Einschränkung im Aufgabenbereich im Ausmass von
39,5% anbelangt (act. G 4.1/56), so ist diese zu Recht unbestritten geblieben, weshalb
sich Weiterungen hierzu erübrigen.
3.2 Die Beschwerdegegnerin stützte die verfügte Renteneinstellung auf die Beurteilung
des MEDAS-Gutachtens vom 18. Januar 2007 (act. G 4.1/59.1 ff.). Die
Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, dass sich ihr Gesundheitszustand nicht
verbessert habe und die Einschätzung der MEDAS-Gutachter nicht nachvollziehbar sei
(act. G 1). Es sind daher die Fragen zu beurteilen, ob dem Gutachten Beweiswert
zukommt und die Beschwerdegegnerin gestützt darauf zu Recht eine
revisionserhebliche Verbesserung der gesundheitlichen Situation bejahen durfte.
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3.3 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei
einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder
die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen).
3.4 Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien
Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen
medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen. So weicht das Gericht beispielsweise bei Gerichtsgutachten nach der
Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen
Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur
Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein
Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist
oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu
anderen Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann ferner
gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten
dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in
Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine Oberexpertise für
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angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des
Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 f., E. 3b/aa
mit Hinweisen).
3.5
3.5.1 Im Hinblick auf die Würdigung der medizinischen Situation fällt ins Gewicht, dass
das MEDAS-Gutachten auf eigenständigen interdisziplinären Abklärungen, mithin auf
allseitigen Untersuchungen beruht und damit für die streitigen Belange umfassend ist.
Die Vorakten wurden verwertet und die von der Beschwerdeführerin geklagten
Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt. Das MEDAS-Gutachten leuchtet in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation ein. Vor diesem Hintergrund vermögen auch die darin
enthaltenen Schlussfolgerungen, namentlich die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit –
entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin – zu überzeugen. Zwar wird in der
Gesamtbeurteilung wenig konzis ausgeführt, in wiefern sich der Gesundheitszustand
seit 2001 verändert hat. Indessen lässt sich aus den Einzelgutachten klar ableiten, dass
in psychischer Hinsicht eine deutliche Verbesserung eingetreten ist, während in
somatischer, insbesondere rheumatologischer Hinsicht, praktisch von einem
unveränderten Zustand auszugehen ist, wie der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) in
seiner überzeugenden Beurteilung vom 26. März 2007 (act. G 4.1/60) festhält.
Insgesamt betrachtet erfüllt das MEDAS-Gutachten die Kriterien für beweiskräftige
Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a), so dass grundsätzlich darauf abzustellen ist.
3.5.2 Für die bisherige Rentenzusprache waren hauptsächlich die psychischen
Beschwerden massgeblich (vgl. act. G 4.1/49). Bei der revisionsrechtlichen Beurteilung
steht daher der Verlauf des psychischen Gesundheitszustandes im Vordergrund. Der
psychiatrische MEDAS-Gutachter vermochte klinisch und testpsychologisch keine
depressive Symptomatik mehr festzustellen. Er gab an, demnach könne davon
ausgegangen werden, die depressive Reaktion sei inzwischen vollständig remittiert; Die
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen schätzte er auf noch
etwa 10%, und zwar gestützt auf die diagnostizierte somatoforme Schmerzstörung
(act. G 4.1/59.29 f.). Unter Mitberücksichtigung der begründeten internistischen und
rheumatologischen Beurteilungen des MEDAS-Gutachtens, wonach keine
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rentenrelevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes festgestellt werden
konnte, ist die im Vergleich der ab 2001 zugrundegelegten medizinischen Beurteilung
deutlich höhere Arbeitsfähigkeitseinschätzung der MEDAS-Gutachter aufgrund der
ausgewiesenen Verbesserung des psychiatrischen Gesundheitszustandes
nachvollziehbar (vgl. auch die RAD-Stellungnahme vom 26. März 2007; act. G 4.1/60).
3.6 Die Beschwerdeführerin vermag keine konkreten Mängel an der
Gutachtenserstellung zu benennen. Ebenso ist die fachärztliche Qualifikation der
Gutachter unbestritten geblieben. Ihre Kritik an der gutachterlichen
Arbeitsfähigkeitseinschätzung stützt die Beschwerdeführerin hauptsächlich auf die
Argumente, dass der behandelnde Arzt sowie die Abklärungsperson der IV-Stelle einen
stabilen bis sich verschlechterten Gesundheitszustand festgestellt hätten und die
psychische Situation von den MEDAS-Gutachtern nicht ausreichend berücksichtigt
worden sei (act. G 1).
3.6.1 Was die ärztliche Stellungnahme von Dr. med. A._ vom 2. Juli 2007 (act. G 1.2)
betrifft, so ist in formaler Hinsicht bereits zu bemängeln, dass sie keine Diagnose
enthält und die anderslautenden ärztlichen Stellungnahmen nicht würdigt oder zur
Kenntnis nimmt. Es fehlt insbesondere jegliche Auseinandersetzung mit dem MEDAS-
Gutachten. Dr. med. A._ legt nicht dar, inwiefern die Beurteilung durch die MEDAS
mangelhaft sei. Zu berücksichtigen ist auch, dass ihm für die vorliegend zu
beurteilenden Krankheiten die erforderliche fachärztliche rheumatologische und
psychiatrische Ausbildung fehlt. Die Stellungnahme von Dr. med. A._ vermag aus
diesen Gründen keine Zweifel am Beweiswert des MEDAS-Gutachtens entstehen zu
lassen.
3.6.2 Zur Untermauerung ihrer Kritik am MEDAS-Gutachten verweist die
Beschwerdeführerin auf den Abklärungsbericht an Ort und Stelle vom 13. April 2006.
Darin habe die Abklärungsperson festgehalten, dass sich ihre gesundheitliche Situation
in den letzten Jahren weiter verschlechtert habe. Tragen von Lasten über 3 kg sei der
Beschwerdeführerin nicht mehr möglich, ebenso Überkopfarbeiten und Bücken (act. G
4.1/56.1). Es ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei diesen Aussagen nicht um eigene
Feststellungen der Abklärungsperson, sondern lediglich um die auf ihrer
Selbsteinschätzung beruhenden Angaben der Beschwerdeführerin handelt. Diese sind
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aber nicht geeignet, die schlüssigen Beurteilungen der MEDAS-Gutachter in Zweifel zu
ziehen. Ohnehin kommt mit Blick auf den medizinischen Charakter des vorliegend
massgebenden Sachverhaltes dem Inhalt des Abklärungsberichts vom 13. April 2006
nur eine untergeordnete Bedeutung zu.
3.6.3 Die Rüge der Beschwerdeführerin, ihre psychische Situation sei nicht
ausreichend von den MEDAS-Gutachtern berücksichtigt worden, stösst ins Leere. Die
Beschwerdeführerin wurde eingehend psychiatrisch untersucht. Die klinische
Exploration wurde durch eine testpsychologische ergänzt. Ebenso wurden sämtliche
geklagten Leiden und die Vorakten berücksichtigt (vgl. act. G 4.1/59.28 ff.). Die
Auffassung der Beschwerdeführerin, es sei "in keiner Weise" auf ihre psychische
Situation eingegangen worden (act. G 1, S. 5 f.), ist daher unbegründet.
3.7 Nach dem Gesagten ist für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf das MEDAS-
Gutachten abzustellen. Ein weiterer Abklärungsbedarf besteht nicht. Es ist demnach
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einer leidensadaptierten Tätigkeit
zu 80% arbeitsfähig und im Haushalt zu 39.5% eingeschränkt ist. Gestützt auf diese
Einschätzung hat die Beschwerdegegnerin einen Teilinvaliditätsgrad von 0% im
Erwerbsbereich bzw. unter Berücksichtigung der Einschränkungen im
Haushaltsbereich einen Gesamtinvaliditätsgrad von 19.75% ermittelt. Die Ablehnung
eines Rentenanspruchs durch die Beschwerdegegnerin ist nach dem Gesagten zu
Recht erfolgt.
4.
Wie vor der Rentenzusprache ist auch vor einer Rentenrevision von Amtes wegen
grundsätzlich die Eingliederungsfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts vom
28. April 2008 i.S. S., 9C_720/07, E. 4.1, auf dem Internet publizierter Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. Mai 2007, IV 2006/100, E. 3b
sowie nicht veröffentlichter Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen vom 27. März 2007, IV 2007/9 Z, mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin
hat die Eingliederungsfrage nicht explizit beantwortet, einen Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen aber implizit mit dem Entscheid über die Rentenfrage
verneint. Angesichts des Fehlens eines Antrages durch die Beschwerdeführerin auf
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Gewährung von Eingliederungsmassnahmen und ihrer bis zum jetzigen Zeitpunkt
fehlenden Eingliederungsbereitschaft (vgl. act. G 4.1/59.6 und G 1, S. 6) ist das
Vorgehen der Beschwerdegegnerin im Ergebnis nicht zu beanstanden. Sollte sich die
Krankheitsüberzeugung ändern, steht es der Beschwerdeführerin frei, sich bei der
Beschwerdegegnerin zur Prüfung eines allfälligen Anspruchs auf
Eingliederungsmassnahmen zu melden.
5.
5.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen unter Anrechnung des von ihr geleisteten Kostenvorschusses von
Fr. 600.--.
5.3 Entsprechend dem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin keinen
Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG