Decision ID: 411c381a-173e-42b0-9cdc-5fa5795c0712
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, vor der Heirat
Y._
(
Urk.
6/131/3)
, geboren 1975, war bis am 3
1.
Januar 2009 bei der
Z._
AG als Einkaufsassistentin tätig. Am 2
5.
Juni 2010 meldete sie sich unter Hinweis auf eine paranoide Schi
zophrenie bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/2). Nach
dem die Versicherte im Rahmen der seitens der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, angeordneten beruflichen Eingliederungsmassnahmen im
Februar
2013 das Bürofachdiplom VSH erworben hatte (
Urk.
6/65,
Urk.
6/94), sprach ihr die IV-Stelle mit Verfügung vom
2.
Mai 2014
- unter Verrechnung der ausgerichteten Taggelder -
vom
1.
April 2011 bis 3
1.
Januar 2012 e
ine ganze und mit Wirkung ab 1.
Februar 2012
eine
Viertelsrente
zu (
Urk.
6/112-116).
A
b
1.
Juli 2015 wurde ihr zudem eine Kinderrente ausgerichtet (
Urk.
6/121).
1.2
Anfang 2016 leitete die IV-Stelle eine amtliche Revision ein. Dabei machte die Versicherte geltend, sie sei Mutter geworden
; sie
habe seit 1
8.
Dezember 2015 wieder einen psychischen Schub
und arbeite nurmehr 20
%
(
Urk.
6/126). Die IV
Stelle
nahm einen Bericht der behandelnde
n
Psychiaterin zu den Akten
(Urk.
6/137) und veranlasste eine psychiatrische Begutachtung (Urk.
6/139-140;
Expertise
von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2
3.
Februar 2017,
Urk.
6/144).
Am 2
4.
Mai 2017 teilte die IV-Stelle
der Versicherten
mit, dass bei einem Invali
ditätsgrad von 43
% weiterhin Anspruch auf e
ine
Viertelsrente
bestehe (Urk.
6/149).
Auf entsprechendes Begehren der V
ersicherten (
Urk.
6/150) stel
lte sie mit Vorbescheid vom 27.
Juni 2017 die Abweisung des Gesuchs um Erhöhung der Invalidenrente in Aussicht (
Urk.
6/152), wozu sich die Versicherte ve
rnehmen liess (
Urk.
6/154, Urk.
6/165). Mit Schreiben vom 2.
/
7.
November 2017 hielt die IV-Stelle fest, laut den Abklärungen könne der Gesundheitszustand der Versi
cherten mit
der Erhöhung des Medikamentes
Seroquel
wesentlich verbessert wer
den. Die Versicherte habe mitzuteilen, bei welchem Arzt sie diese Therapie durch
führe (
Urk.
6/168, vgl. auch
Urk.
6/170).
Mit Verfügung vom
7.
November 2017
wies
die IV-Stelle
sodann
das Gesuch
auf Erhöhung der Invalidenr
en
te
ab
(
Urk.
6/171 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 2
9.
November 2017 Beschwerde und beantragte, es sei ihr in Aufhebung der angefochtenen Verfügung mit Wir
kung ab
1.
Oktober 2015 mindestens eine halbe Invalidenrente zuzusprechen;
eventualiter sei die Angelegenheit zu w
e
iteren Abklärungen an die IV-Stelle zu
rückzuweisen (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 1
9.
Januar 2018 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), was der Beschwerdeführerin am 2
4.
Januar 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
,
IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen
ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid, dass sich der Ge
sundheitszustand der Beschwerdeführerin nach Absetzung des Medikamentes
Se
roquel
erheblich verschlechtert habe. Nach Wiederaufnahme der Medikation hät
ten die Einschränkungen wieder abgenommen.
Bei einer Erhöhung der Dosierung und
voller Ausschöpfung der Therapiemöglichkeiten bestehe
weiterhin
die bishe
rige Arbeitsfähigkeit von 60
%
(
Urk.
2).
2.2
Dagegen brachte die Beschwerdeführerin beschwerdeweise vor (
Urk.
1
), der Gut
achter wie auch der Arzt des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) der Beschwer
degegnerin seien davon ausgegangen, dass sich ihr Gesundheitszustand massgeblich verschlechtert habe und nurmehr eine Arbeitsfähigkeit von maximal 20
%
bestehe. Darüber habe sich
die
Beschwerdegegnerin schlicht hinweggesetzt (S. 3 f.). Sie lasse sich adäquat behandeln und das Absetzen der Medikamente könne ihr aufgrund der Schwangerschaft und der Stillzeit nicht vorgeworfen wer
den (S. 5
6). Indem die Beschwerdegegnerin ihr die Pflicht zur Erhöhung der Me
dikamente auferlege, werde sie, die Beschwerdeführerin, gezwungen, auf eine Fa
milie zu verzichten, was eine Verletzung ihres Rechts auf Persönlichkeitsentfal
tung darstelle (S. 7). Es liege ein schlüssiges und nachvollziehbares Gutachten vor, welches von einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes und einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgehe. Darauf sei abzustellen (S. 9).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
im Sinne einer
revisionsbegründende
n
Tatsachenänderung gemäss
Art.
17 ATSG
derart verschlechtert hat, dass sie Anspruch auf eine höhere Rente hat. Dafür sind die Verhältnisse, wie sie bei Erlass des angefochtenen Entscheids am
7.
November 2017 vorgelegen haben, zu vergleichen mit jenen, wie sie sich bei Herabsetzung der zunächst ganzen Rente auf eine
Viertelsrente
per
1.
Februar 2012 beziehungs
weise bei Erlass der
ursprünglichen
rentenzusprechenden
Verfügung vom
2.
Mai 2014 (Urk.
6/112
-116
) gezeigt haben.
3.
3.1
Laut Austrittsbericht vom 2
0.
Juli 2010 (
Urk.
6/12/6-8) war die Beschwerdefüh
rerin vom 2
6.
April bis 1
7.
Mai 2010 in der
B._
in stationärer und anschliessend bis
2.
Juli 2010 in tagesklinischer Behandlung. Dort wurde zur Hauptsache eine paranoide Schizophrenie (ICD
-10 F20.0) diagnostiziert (Urk.
6/12/6) und die
Hospitalisation
mit einer
psychoti
sche
n
Dekompensation nach medikamentöser Reduktion im Rahmen der para
noid-schizophrenen Gr
underkrankung begründet (Urk.
6/12/7).
Es wurde ausge
führt, dass n
ach Behandlungsabschluss (1
6.
August 2010) keine Einschränkungen mehr vorhanden
seien
und es wurde ein gestufter Arbeitsbeginn
mit einer Belas
tung von 60-80
%
empfohlen (
vgl. auch
Bericht der
B._
vom 2
8.
Oktober 2010,
Urk.
6
/13/4).
3.2
Dr.
med. Dipl.-Psych.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, di
agnostizierte im zu
Handen
des Taggeldversicherers verfassten Gutachten vom 1
3.
September 2010 (
Urk.
6
/28/2-14) ebenfalls eine paranoide Schizophrenie, epi
sodisch remittierend (ICD-10 F20.03; S. 10 und S. 12). In der angestammten oder
in
einer vergleichbaren Tätigkeit sei
die Beschwerdeführerin
zu 60
%
arbeitsfähig. Die aktuelle Tätigkeit
(als Sachbearbeiter
in
; S. 5)
sei wenig geeignet. In einer an
gepassten Tätigkeit sei von einer mindestens 80%igen Arbeitsfähigkeit (100
%
Arbeitspensum, 20
%
verminderte Leistung) auszugehen (S. 13-14).
3.3
Der
damals
behandelnde
Dr.
med.
D._
, Psychiatrie - Psychotherapie,
bestä
tigte im Bericht vom
7.
Oktober 2010 (
Urk.
6/12/4-5) die gestellt
e
Diagnose u
nd bescheinigte ab
9.
August 2010
eine Arbeitsunfähigkeit von 40
%; in wenigen
Monaten sei mit einer vollen Arbeitsfähigkeit zu rechnen. Zwischen den Schüben wirke die Beschwerdeführe
rin gesund (
Ziff.
1.4 und Ziff.
1.6-7).
D
ie
nach
Dr.
D._
seit November 2010
behandelnde
Dr.
med.
E._
, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie
,
bestätigte
am 1
4.
September 2013
bei
unveränderter
Diagnose
eine Arbeitsf
ähigkeit von maximal 60
%
(Urk.
6
/97/2).
3.4
Der RAD-Arzt schloss gestützt auf diese Aktenlage am 1
9.
September 2013 für die Zeit ab 1
6.
November 2011 auf eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
in einer ganz gut angepassten Tätigkeit
; in der bisherigen Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin nach einer zunächst vollständigen Arbeitsunfähigkeit ab
1.
September 2013 zu
60
%
arbeitsfähig
(Urk.
6
/100/6).
3.5
Die Beschwerdegegnerin
ermittelte
davon ausgehend
mittels der Einkommens
vergleichsmethode
zunächst einen Invaliditätsgrad von 100
%
beziehungsweise im hier massgeblichen Vergleichszeitraum
einen Invaliditätsgrad von 46
%
(ab November 2011) beziehungsweise von 43
%
(ab Sept
ember 2013;
Urk.
6
/100/7, Urk.
6
/112/8
,
Urk.
6/114/8
-9
).
4.
4.1
Im Rahmen des Anfang 2016
von Amtes wegen
angehobenen Revisionsverfah
rens informierte die Beschwerdeführerin, sie sei am 2
4.
Juli 2015 Mutt
er gewor
den (
Urk.
6
/12
6
/2, Urk.
6
/131/4
; vgl. dazu auch
Urk.
6
/120-121
).
Seit Dezember 2015 habe sie wieder einen psychischen Schub (
Urk.
6
/126/2; vgl. auch Attest von
Dr.
E._
vom 2
3.
Januar 2016
,
Urk.
6/130
).
4.2
Die seit
her
behandelnde
Dr.
med.
F._
,
Psychiatrie und Psychotherapie
,
beri
chtete am 2
4.
August 2016 (Urk. 6
/137) von einer vo
n
Dezember 2015 bis Ende Juli 2016 dauernden Episode der
paranoiden
Schizophrenie (
Ziff.
1.1).
Sie
führte aus, durch die Betreuung des einjährigen Kindes sei die Beschwerdeführe
rin ziemlich belastet.
Sie arbeite momentan 10
%
und betreue daneben das Kind und führe den Haushalt; theoretisch bestehe eine Arbeitsfähigkeit von maximal 50
%
(Ziff. 1.7).
Im Bericht vom 2
7.
August 2016 ergänzte sie, die Medikation sei in der Schwan
gerschaft gestoppt worden
und dennoch sei das psychische Befinden bis im Win
ter 2015 relativ stabil geblieben. Die Beschwerdeführerin habe eine
neurolepti
sche
Medikation wegen erneutem Kinderwunsch während längerer Zeit abge
lehnt, aber
ab
Mai
(wohl: 2016)
wieder
Seroquel
(Neuroleptikum; vgl. dazu
Urk.
6
/159)
eingenommen. Darunter sei eine Besserung e
ingetreten (Urk.
6
/137/6).
Am 25. Juni 2017
präzisierte
sie, die Medikation
mit
Seroquel
und
Cipralex
sei im März 2016 wieder aufgenommen worden (
Urk.
6
/153).
4
.3
Die Beschwerdeführerin
bestätigte diese Angaben
zur Hauptsache gegenüber dem Gutachter Dr.
A._
laut dessen Ausführungen in der Expertise vom 2
3.
Februar 2017 (
Urk.
6/144
/8-10
).
Der Gutachter diagnostizierte
aufgrund sei
ner Untersuchung vom 2
3.
November 2016 (S. 1)
eine paranoide Schizop
hrenie, episodisch mit zunehmendem Residuum (ICD-10 F20.01
; S. 10
).
Dazu führte er aus, die medikamentöse Behandlung sei durch den Kinderwunsch der Beschwer
deführerin erschwert worden. Die Medikation habe deswegen abgebaut oder ge
stoppt werden müssen, was zu vermehrten Symptomen der psychotischen Grun
d
erkrankung und einer Abnahme der Arbeitsfähigkeit geführt habe.
Die
Behand
lungscompliance
sei im Verlauf ambivalent und die Medikation über weite Stre
cken unzureichend gewesen, wobei unklar bleibe, ob dies allein durch den Kin
derwunsch begründet sei. Die Beschwerdeführerin habe mehrmals den Be
handler gewechselt, was auf Differenzen beim Behandlungsplan hindeute. Dabei sei nicht von einer willentlich mangelhaften Mitwirkung auszugehen; vielmehr sei diese Ambivalenz ein häufiges
Symptom
der psychischen Grunderkrankung (S. 11).
Es sei fraglich, ob die aktuelle Stelle einer Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt entspreche. Der Gutachter ging davon aus, dass die Beschwerdeführerin seit dem
1.
Oktober 2015 für alle Tätigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt voll arbeitsun
fähig gewesen sei (S. 11 f.).
Sie sei zwar motiviert für eine Tätigkeit im Bürobe
reich, könne ihr zeitliches Pensum auf dem vermutlich geschützten Arbeitsplatz aber nicht über 10-20
%
steigern (S. 12).
Auch im Bereich Haushalt sei sie auf regelmässige Unterstützung durch Mutter und Schwiegermutter angewiesen (S. 13).
Weiter hielt er fest, dass sich
der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
a
b Oktober 2015 massgeblich verschlechtert
habe
(S. 12-13).
4.
4
RAD-Arzt
Dr.
med.
G._
, Arzt für allgemeine Medizin, empfahl nach Einsicht in das Gutachten
das Anerkennen
eine
r
Arbeitsfähigkeit nur im
geschützten Rah
men,
so lange der Kinderwunsch bestehe beziehungsweise für ein Jahr. Danach habe die Beschwerdeführerin die Möglichkeit, die Neuroleptika zu erhöhen. Dann müsste der Verlauf eine so gute Besserung zeigen, dass wieder eine gewisse
Ar
beitsfähigkeit erreicht werde (
Stellungnahme vom 1
5.
März 2017,
Urk.
6
/147/4-5).
4.5
Im
Bericht vom 1
5.
August 2017 (
Urk.
6
/159)
hielt
Dr.
F._
fest,
unter der
neuroleptischen
Medikation
sei
im August 2016 eine vollständige Remission eingetreten. Zudem legte sie dar, sie habe mit der Beschwerdeführerin deren Ängste betreffend Schwangerschaft unter
neuroleptischer
Medikation diskutiert und den neuesten Forschungsstand besprochen, was eine grosse Entlastung ge
bracht und die Compliance positiv beeinflusst habe. Von Herbst 2015 bis August 2016 sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Hernach habe sie ihre wenig belastende Tätigkeit vier Stunden pro Woche wieder aufgenom
men.
Trotz gebessertem Befinden bleibe die Belastbarkeit eingeschränkt und sie sei bei gleichem Arbeitspensum und der Kinderbetreuung voll ausgelastet.
5.
5.1
Die befassten Ärzte
stellen
übereinstimmend
-
und
seit der urs
p
rünglichen An
meldung zum Leistungsbez
u
g
unverändert -
die Diagnose einer paranoiden Schi
zophrenie. Sie sind sich auch darin einig
, dass die im Zusammenhang mit der Schwangerschaft geänderte Medikation im Herbst/Winter 2015 zu einer Ver
schlechterung der schizophrenen Symptomatik und einer Abnahme der Arbeits
fähigkeit führte.
Dies stellte im Grundsatz auch die Beschwerdegegnerin nicht in Frage,
sondern
sprach sowohl
im Feststellungsblatt
als auch im angefochtenen Entscheid von
eine
m
verschlechterten Ge
sundheitszustand (Urk.
6/147/5
,
Urk.
2 S. 2
)
und einer Arbeitsunfähigkeit von 80-100
%
(vorstehend E. 4.3-5)
.
Bei der Schizophrenie
handelt es sich um eine Schubkrankheit
(BGE 104 V 146 E. 2)
.
A
uch bei schubförmig verlaufenden Krankheiten
ist
eine
Veränderung d
er Erwerbsfähigkeit
rechtsprechungsgemäss
in der Regel
nach Massgabe von Art.
88a der
Verordnung ü
ber die Invalidenversicherung
(
IVV
)
zu berücksichti
gen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate
gedauert hat (
BGE 104 V 146 E. 2 S. 147; Urteil
des Bundesgerichts
8C_308/2013 vom
8.
November 2013 E. 3.2.2).
5.2
Mit dem
Hinweis, dass sich der Gesundheitszustand infolge der Absetzung des Medikamentes
Seroquel
verschlechtert habe, berief sich die Beschwerdegegnerin sinngemäss auf die S
chadenminderungs
pflicht der Beschwerdeführerin. Sie
ver
trat den Standpunkt
, dass bei einer höheren Dosierung und bei Ausschöpfung der Therapiemöglichkeit die bisherige Arbeitsfähigkeit bestehe (
Urk.
2 S. 2)
,
und schloss daraus, dass
sie, die Beschwerdegegnerin, nicht für die gesundheitliche Verschlechterung einzustehen habe
.
Auf dem
Gebiet der Invalidenversicherung
gilt
ganz allgemein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern
. Dabei können
jedoch von der versicherten Person nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 22 E.
4a mit Hinweisen).
Das
Bundes
gericht
erachtet
medikamentöse Therapien
als zumutbar, s
oweit davon aus ärzt
licher Sicht eine gesundheitlich
e Verbesserung zu erwarten ist.
Es ist aber nicht in jedem Fall zum vornherein unzulässig, eine medikamentöse Therapie zu ver
weigern. Dies gilt namentlich dann, wenn eine Medikamentenunverträglichkeit oder unerwünschte Kreuzwirkungen mit anderen eingenommen
e
n
Medikamenten in Frage stehen
(vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 9C_82/2013 vom 2
0.
März 2013 E.
4.2).
Aufgrund der medizinischen Akten kann nicht abschliessend gesagt werden, ob die Weiterführung der Behandlung mit
Seroquel
und
Cipralex
die körperliche Un
versehrtheit der Beschwerdeführerin
während der Schwangerschaft
oder des
Nasciturus
gefährdet hätte, wie die Beschwerdeführerin behauptete
(
Urk.
1 S. 7)
. Laut
Dr.
F._
ist die Medikation während der Schwangerschaft ge
stoppt worden, wobei
nach unbestritten gebliebener Aussage der Beschwerdefüh
rerin die damalige
Behandlerin
ihr
den Verzicht auf die Medikation nahe
gelegt habe (vgl.
Urk.
6/15
4
/2).
Auch der Gutachter erwähnte, dass die Medikation we
gen des Kinderwunsches habe abgebaut oder gestoppt werden müssen (
Urk.
6/144/11).
Zwar ist
dem
Bericht
der
behandelnden Dr.
F._
vom 1
5.
August 2017 zu entnehmen, dass nach neuestem Forschungsstand die
neuro
leptische
Medikation einer (geplanten) Schwangerschaft nicht entgegen
steh
e
(Urk.
6/159)
. Doch ist dazu immerhin anzumerken, dass
gemäss
Arzneimittel-Kompendium® der Schweiz
Seroquel
während der Stillzeit nicht eingenommen werden soll;
während der Schwangerschaft
soll es
grundsätzlich
nicht angewen
det werden, es sei denn, es ist klar notwendig
, wobei im Konkreten das Vorliegen einer
entsprechende
n
ärztliche
n
Verschreibung weder ersichtlich noch geltend gemacht
ist
.
D
ie
se
offiziellen Informationen für
die
Medikamente des Schweizer Marktes
werden alle
i
n durch den
Verweis des
nicht fachkundigen
RAD-Arztes auf eine Internetseite mit anderen Angaben (
www.embryotox.de
; vgl.
Urk.
6/169/3
)
nicht entkräftet.
Zudem ist den Akten nichts zu entnehmen zur Kreuzwirkung während der (ge
planten) Schwangerschaft von
Seroquel
mit
Cipralex
(vgl. dazu die Expertise von
Dr.
A._
,
Urk.
6/144/9)
.
Ob die Auflage
der Beschwerdegegnerin
betreffend die Medikation mit
Seroquel
bei Kinderwunsch, Schwangerschaft und in der Stillzeit unter diesem Blickwinkel
überhaupt zumutbar ist, kann jedoch offen bleiben, wie sich aus den nachfolgen
den Erwägungen ergibt.
5.3
Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behand
lung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leis
tungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden (
Art.
21
Abs.
4 erster Satz ATSG).
Verstösse gegen die Selbsteingliederungslast nach
Art.
7
Abs.
1 IVG oder die Pflicht zur Mitwirkung an Eingliederungsmassnahmen, Massnahmen der Frühintervention und an medizinischen Behandlungen (
Art.
7
Abs.
2
lit
. a–d IVG) sowie Verletzungen der Mitwirkungspflicht durch Weigerung, an medizinischen Untersuchungen und weiteren Abklärungen teilzunehmen (
Art.
43
Abs.
2 ATSG), führen zur Rechtsfolge der Kürzung, Verweigerung (
Art.
7b
Abs.
1 IVG i
n Verbindung mit
Art.
21
Abs.
4 ATSG) oder sanktionswei
sen
Aufhebung im Revisionsverfahren.
Ausser
unter
hier nicht in Betracht fallen
den Umständen (
Art.
7b
Abs.
2
IVG) setzt d
ie vorübergehende oder dauernde Kür
zung oder Verweigerung von Leistungen bei pflichtwidrig unterlassenen scha
denmindernden Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen jedoch unter an
derem stets die Widersetzlichkeit der versicherten Person auch nach richtiger Durchführung des Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens
voraus (
Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014,
Rz
.
28
zu Art. 7
7b
mit Hinweis auf BGE 122 V 218
).
Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin erst mit
Schreiben vom 2.
beziehungsweise
7.
November 2017 zur Erhöhung de
r Medikation mit
Seroquel
aufgefordert und bei Widerhandlun
g eine Sanktion angedroht (Urk.
6/168
, Urk.
6/170
).
Dabei setzte sie Frist an bis am 2
0.
beziehungsweise 24. November 2017 zur Mitteilung, bei welchem Arzt die Beschwerdeführerin die Massnahme durchführen werde (
Urk.
6/168,
Urk.
6/170). Ohne den Ablauf dieser Frist abzu
warten, wies sie am
7.
November 2017 das
im Revisionsformular
vom
Januar 2016 gestellte
Rentenerhöhungsgesuch (
Urk.
6/
126
)
ab
und verwehrte der Be
schwerdeführerin
mit diesem Vorgehen und der
rückwirkenden
Sanktionierung
, sich
der
verlangten
Obliegenheit
zu unterziehen.
Das Verweigern der Rentenerhöhung
auf diesen Zeitpunkt hin
unter Hinweis auf die Absetzung des Medikamentes
ist daher
im Lichte von BGE 122 V 218
zu Unrecht erfolgt.
Im Übrigen bleibt zu bemerken, dass die von der Beschwerdegegnerin angeführte Thematik der Ausschöpfung der Therapiemöglichkeiten bei einer Erkrankung aus dem
schizophrenen
Formenkreis seit jeher keine Anwendung fand.
5.4
Aufgrund der insoweit übereinstimmenden
medizinischen
Akten
, namentlich auch des RAD-Arztes,
ist erstellt,
dass die Beschwerdeführerin
seit
Ende
2015/An
fang 2016
aufgrund der Verstärkung der psychischen Symptomatik in jeder Tä
tigkeit
vollständig arbeitsunfähig gewesen war. Es bestehen keine Anhaltspunkte, welche daran
Zweifel
aufkommen lassen.
Mit BGE 143 V 418 hat das Bundesgericht
zwar
erkannt, dass grundsätzlich sämt
liche psychischen Leiden einem struktur
ierten Beweisverfahren nach BGE
141 V 281 zu unterziehen
sind
.
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann
indes
dort von einem strukturierten Beweisverfahren abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Die Frage der Notwendigkeit in diesem Sinne beurteilt sich nach dem konkreten Beweisbedarf. Sie fehlt ganz allgemein in Fäl
len, die sich durch die Erhebung prägnanter Befunde und übereinstimmende fach
ärztliche Einschätzungen hinsichtlich Diagnose und funktioneller Auswirkungen im Rahmen beweiswertiger Arztberichte und Gutachten auszeichnen. Was die Be
funde angeht, ist etwa an Störungsbilder wie Schizophrenie, die sich aufgrund klinischer psychiatrischer Untersuchung bezüglich ihrer Überprüf- und Objekti
vierbarkeit mit somatischen Erkrankungen vergleichen lassen, zu denken (BGE 139 V 547 E. 7.1.4).
In Anbetracht der unbestrittenen Diagnose einer paranoiden Schizophrenie hat es daher mit der ärztlich attestierten Arbeitsunfähigkeit sein Bewenden.
5.5
Zum
genauen
Zeitpunkt des Eintritts der Verschlechterung enthalten die Akten diskrepante Angaben, wobei keine echtzeitlichen Unterlagen vorhanden sind.
Dr.
F._
, welche
die
Behandlung im März 2016 aufnahm, sprach
rück
wirkend
von einer Arbeitsunfähigkeit seit Dezember 2015 (vorstehend E. 4.2),
welche Darstellung sich mit jener der Beschwerdeführerin im Revisionsformular deckt (
Urk.
6/126). Davon ist auszugehen, da der vom
Gutachter
erwähnte
Eintritt der Verschlechterung im Oktober 2015 nicht begründet ist
(vorstehend E. 4.3)
und
insbesondere
die Schilderung der Beschwerdeführerin, seit Weihnachten 20
15 gehe es ihr schlechter (Urk.
6/144/8)
,
gänzlich ausser Acht lässt.
Die Erwerbsfähigkeit hat sich nach dem Gesagten mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit im Dezember 2015 verschlechtert, so dass die
bisherige
Viertels
r
ente
der Beschwerdeführerin in Nachachtung von
Art.
88a
Abs.
2 IVV nach drei Monaten
, mithin ab März 2016
zu erhöhen ist, da bei einer - wie hier
-
Revision von Amtes wegen eine Rentenerhöhung bereits mit deren Einleitung berücksich
tigt werden könnte (
Art.
88
bis
Abs.
1
lit
. b IVV).
5.
6
Den
medizinischen Unterlagen
und namentlich den Berichten der behandelnden Psychiaterin ist auch zu entnehmen, dass der Schub im August
2016 wieder ab
geklungen und der vorherige Gesundheitszustand wieder eingetreten war.
Die Be
schwerdeführerin selbst erklärte dem Gutachter, seit Sommer 2016 gehe es ihr
wieder gut (
Urk.
6/144/9).
Unter diesen Umständen
vermögen
die
Ausführungen
des Gutachters
z
ur anhaltend
en
vollständigen Arbeitsunfähigkeit
auf dem ersten Arbeitsmarkt
nicht
zu überzeugen
.
Darüber hinaus ist nicht einzusehen, weshalb der Gutachter die von der B
eschwerdeführerin nach der Remission zum früheren Pensum von 10
%
wieder aufgenommene Erwerbstätigkeit
in einer Anwaltskanz
lei
(vgl.
dazu
Urk.
6/137
und
Urk.
6/144/8
) als geschützten Arbeitsplatz
bezeich
nete
.
Auf seine Beurteilung kann
insoweit
nicht abgestellt werden.
In Übereinstimmung mit der Beschwerdeführerin
hielt
auch
Dr.
F._
eine vollständige Remission ab August 2016 (vorstehend E. 4.2 und E. 4.5)
fest
, wovon mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auszugehen ist.
5.7
Hinsichtlich der seither geltenden Arbeitsfähigkeit ist nicht einzusehen, weshalb nicht wieder
die
der ursprünglichen
Rentenzusprache
zu Grunde liegende Restar
beitsfähigkeit von 60
%
Geltung haben sollte.
Namentlich legten weder der Gut
achter noch die behandelnde Psychiaterin Umstände dar, welche eine
zurückhal
tendere
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit rechtfertigen würde
n
. Zudem sprach selbst
Dr.
F._
von einer theoretisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 50
%
(vorstehend E. 4.2). Weshalb sie später von dieser Einschätzung abrückte,
erläuterte
sie nicht
. Es liegt nahe, dass sie im Verlauf
die subjektiven Einschät
zungen der
Beschwerderführ
er
in
wiederg
ab, anstatt die Arbeitsleistung zu
beur
teilen
, die der versicherten Person aus medizinischer Sicht
noch zugemutet wer
den
kann
(BGE
125 V 256 E. 4
).
I
n diesem Zusammenhang darf auf die
Erfah
rungstatsache
hingewiesen werden, dass die behandelnden Arztpersonen
mitun
ter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen und Patienten aussagen (BGE
135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Davon ausgehend rechtfertigt sich nicht, von der ursprünglichen Zumutbarkeits
beurteilung abzuweichen. Vielmehr ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit er
stellt, dass
die Beschwerdeführerin
seit der Remission
des
schizophrenen
Schubes
wieder
zu 60
%
arbeitsfähig war
. Diese Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist nach Ablauf von drei Monaten zu berücksichtigen (
Art.
88a
Abs.
1 IVG),
weshalb
die ganze Rente mit Wirkung ab
1.
November 2016 wieder auf eine
Viertelsrente
herabzusetzen
ist.
Nach Lage der Akten ist weder ersichtlich noch geltend gemacht
, dass bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung am
7.
November 2017
eine gesundheitliche Verschlechterung eingetreten wäre
, die eine Neubeurteilung des Rentenanspruchs erfordern würde.
5.
8
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) kam mit Urteil vom 2.
Februar 2016 in der Sache Di
Trizio
gegen die Schweiz (Nr. 7186/09) zum Schluss,
dass eine Verletzung von
Art.
14 (Diskriminierungsverbot) in Verbin
dung mit Art. 8 (Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens) der Konven
tion zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) darin bestehe, dass die halbe Rente der Invalidenversicherung der Versicherten eingestellt wurde, nachdem sie Mutter von Zwillingen geworden war, worauf die IV-Stelle in Anwendung der gemischten Methode einen nicht mehr anspruchsbegründen
den Invaliditätsgrad ermittelte (BGE 143 I 50 Sachverhalt).
In seinem zur Umsetzung des EGMR-Urteils vom
2.
Februar 2016 ergangenen Urteil 9F_8/2016 vom 2
0.
Dezember 2016 (BGE 143 I 50 E. 4.1 und 4.2) entschied das Bundesgericht, dass zwecks Herstellung eines konventionskonformen Zustan
des in derartigen Konstellationen, in welchen allein familiäre Gründe (die Geburt von Kindern und die damit einhergehende Reduktion des Erwerbspensums) für einen Statuswechsel von «vollerwerbstätig» zu «teilerwerbstätig mit Aufgabenbe
reich» sprechen, fortan auf die (alleine darauf beruhende) revisionsweise Aufhe
bung oder Herabsetzung der Invalidenrente im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG zu verzichten sei.
Diese Rechtsprechung steht jedoch einer allseitigen Anspruchsprüfung (
vorste
hend
E. 1.3)
nicht entgegen
, wenn der Rentenherabsetzung
nicht allein eine fa
miliäre, sondern
auch eine wesentliche gesundheitliche Veränderung
zu Grunde liegt.
5.
9
Die Beschwerdegegnerin tätigte keine Abklärungen in Bezug auf den Status der Beschwerdeführerin und das hypothetische Ausmass ihrer Erwerbstätigkeit nach der Heirat und der Geburt ihres Sohnes. Es vertrat auch keine der Parteien die Auffassung, die Rente sei gestützt auf die sogenannte «gemischte Methode» bei Teilerwerbstätigen mit Aufgabenbereich zu ermitteln. Anhaltspunkte
hiefür
sind den Akten nicht zu entnehmen, zumal die Beschwerdeführerin über ein funktio
nierendes Umfeld mit Mutter und Schwiegermutter zu verfügen scheint, das ihr die notwendige Unterstützung
im Aufgabenbereich
zukommen lässt (vorstehend E. 4.3).
Unter diesen Umständen
kann daher nicht mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit ausgeschlossen werden, dass sie im Gesundheitsfall weiterhin im vollen Umfang einer Erwerbstätigkeit nachgegangen wäre.
Erfahrungsgemäss führt die Bemessung des Invaliditätsgrades mittels gemischter Methode
kaum
zu einem höheren Invaliditätsgrad als mittels Einkommensver
gleich (vgl.
etwa Urteil des Bundesgerichts
8C_157/2017 vom 6. November 2017 E.
3.3 mit Hinweis auf die
Ausführungen des
Bundesrat
s im
Bericht vom
1.
Juli 2015 [Beantwortu
ng des Postulats Jans 12.3960 [«
Schlechterstellung von Teiler
werbstätigen bei der Invalidenversicherung
»
])
.
Da von ergänzenden Abklärungen
somit
keine neuen rentenerheblichen
Erkenntnisse
zu erwarten sind
und der An
spruch der Beschwerdeführerin auf eine (weitere)
Viertelsrente
seitens der Be
schwerdegegnerin
unbestritten blieb
, rechtfertigt sich
,
von diesbezüglichen Wei
terungen abzusehen.
6.
Zusammenfassend ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen mit der Feststellung, dass die Beschwerdeführerin vom März 2016 bis Oktober 2016 Anspruch auf eine ganze Rente und hernach wieder auf eine
Viertelsrente
hat. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
7.
7.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgelegt und sind vorliegend auf
Fr.
800.-- festzusetzen und ausgangsgemäss
trotz des bloss teil
weisen Unterliegens
, der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen
(vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 8C_568/2010 vom
3.
Dezember 2010 E. 4.2).
7.2
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemes
sen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
und des bloss teilweisen Obsiegens (vgl. dazu wiederum das zitierte
Urteil des Bundesgerichts
8C_568/2010
E. 4.2
)
ist eine
um die Hälfte gekürzte
Entschädigung in
der
Höhe von
Fr.
1'
100
.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Bar
lauslagen) angemessen.