Decision ID: 325d88cd-4bc7-4f9b-af26-edf71249312a
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ war vom 1. März 2001 bis 31. Oktober 2007 als C._ bei D._ [bis 2004:
E._], angestellt (Arbeitsort F._) und dadurch bei der Pensionskasse B._,
vorsorgeversichert. Ab dem 21. November 2005 schrieb sein Hausarzt Dr. med. G._,
Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, ihn arbeitsunfähig. Im Zentrum standen
chronische Schmerzen im Nackenbereich (Arztbericht vom 18. September 2006; act. G
9.5). Nach einer Abklärung vom 15./16. November 2005 hielt er sich vom 22. November
bis 10. Dezember 2005 stationär in der Klinik Valens auf, wo insbesondere ein
zervikobrachiales Syndrom diagnostiziert und bis 23. Dezember 2005 eine
Arbeitsunfähigkeit von 50% (mit dem Vermerk "für Innendienstarbeiten arbeitsfähig")
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attestiert wurde (act. G 33.1). Vom 9. Mai bis 1. Juni 2006 erfolgte eine weitere
stationäre Behandlung, diesmal in der Rheumaklinik des Universitätsspitals Zürich
(USZ; zentrale Diagnose: chronisches zervikospondylogenes Schmerzsyndrom; act. G
9.7), und vom 16. Juni bis 13. Juli 2006 eine solche in der Klinik H._ (zentrale
Diagnose wiederum: chronisches zervikospondylogenes Schmerzsyndrom;
Arbeitsunfähigkeit als Innen-/Aussendienstmittarbeiter vom 1. Januar bis 20. Juli 2006
100%, ab 21. Juli 2006 50%; act. G 9.6). Im August 2006 meldete sich der Versicherte
bei der Invalidenversicherung (IV) an (act. G 1 S. 3 Ziff. 2). Am 10. November 2006
nahm er eine psychiatrische Behandlung am Psychiatriezentrum I._ auf
(Eintrittsbericht vom 10. November 2006 in act. G 33.2). Eine dort am 13. März 2007
begonnene tagesklinische Behandlung musste am 30. März 2007 wieder abgebrochen
werden, weil der Versicherte seitens der Krankentaggeldversicherung nach einer
vertrauensärztlichen Untersuchung (durch den Internisten Dr. med. J._, vgl. act. G
9.8) zur Wiederaufnahme der Arbeit ab 2. April 2007 aufgefordert worden war (act. G
33.2, Notizen ab 13. März 2007). Ab dem 10. April 2007 führte er die ambulante
Gesprächstherapie am Psychiatriezentrum I._ weiter (act. G 9.9). Ab dem 1.
November 2007 bezog der Versicherte Arbeitslosentaggelder (Aussteuerung am 31.
Oktober 2009; act. G 9.3).
A.b Im Auftrag der Invalidenversicherung (IV) begutachtete die ABI Ärztliches
Begutachtungsinstitut GmbH, Basel, den Versicherten am 14. Mai 2008. Im
polydisziplinären Gutachten vom 10. Juni 2008 wurde mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit die Diagnose Neurasthenie genannt. Ohne Einfluss blieben
insbesondere ein chronisches zervikospondylogenes Schmerzsyndrom rechtsbetont,
ein chronisches unspezifisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom, ein
metabolisches Syndrom, ein chronisches obstruktives Schlafapnoe-Syndrom und ein
Verdacht auf asthenische Persönlichkeitszüge. Die Arbeitsfähigkeit wurde auf 80%
geschätzt, bestehend seit April 2007 (act. G 9.10 S. 17-19). Gestützt auf dieses
Gutachten verneinte die IV einen Leistungsanspruch des Versicherten (Verfügung vom
15. Januar 2009, act. G 1.2).
A.c Vom 30. März bis 24. Juni 2010 nahm der Versicherte an einem ambulanten
interdisziplinären Schmerz-Programm am Institut K._ teil (act. G 33.4). Auf
Veranlassung des dort zuständigen Arztes nahm PD Dr. med. L._, Leiter der
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Konsiliar-Liaisonpsychiatrie an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des USZ,
am 28. Mai 2010 eine diagnostische Einschätzung vor (rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode) und gab Empfehlungen zur
Medikation ab (act. G 33.3). Am 9. August 2010 begann der Versicherte bei Dr. med.
M._, praktische Ärztin FMH, Schwerpunkt psychosomatische Medizin und
Psychotherapie, eine Behandlung. Diese nannte die Diagnose rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischen Symptomen.
Aufgrund der stark reduzierten psychischen und körperlichen Belastbarkeit durch die
depressive und die Schmerzsymptomatik sei der Versicherte zurzeit voll arbeitsunfähig
(Bericht vom 18. Mai 2011; act. G 9.12).
A.d Vom 6. bis 26. März 2011 befand sich der Versicherte zur stationären
Rehabilitation in der Klinik N._. Im Austrittsbericht vom 31. März 2011 wurde
insbesondere von einem therapieresistenten chronischen zervikospondylogenen
Schmerzsyndrom und einer aktuell mittelschweren Episode einer rezidivierenden
depressiven Störung berichtet und für die Zeit nach Austritt "eine 50%-ige
Arbeitsfähigkeit für die bessere Vermittlungsfähigkeit" empfohlen (act. G 33.5).
A.e Im April 2011 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV an (zur weiteren
Anmeldung vom Juni 2009 mit Leistungsablehnung vgl. act. G 9.14 S. 5 und 13). In
ihrem Auftrag erstattete das BEGAZ Begutachtungszentrum BL, Binningen, am 17.
Oktober 2011 ein polydisziplinäres Gutachten. Mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit wurde einzig eine depressive Störung, leichte bis mittelgradige
depressive Episode, erhoben. Deswegen wurde eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit von 30% attestiert, bestehend seit etwa Juni 2008 (act. G 9.14).
A.f Auf Veranlassung des Hausarztes fand am 28. Februar 2012 an der Klinik für
Neurologie des USZ eine neuropsychologische Untersuchung des Versicherten statt.
Diese ergab ausgeprägte Konzentrationsschwierigkeiten und dadurch bedingte leichte
und fluktuierende mnestische Defizite sowie eine reduzierte Belastbarkeit (Bericht vom
28. Februar 2012; act. G 9.15). In Kenntnis dieses Untersuchungsergebnisses
präzisierten die Gutachter des BEGAZ am 4. Mai 2012, in der angestammten, eher
komplexen Arbeit als C._ bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50%, in einer
angepassten Tätigkeit von 30% (act. G 9.16). Die IV sprach dem Versicherten daraufhin
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rückwirkend ab dem 1. Oktober 2011 eine halbe Invalidenrente samt Kinderrenten zu
(Verfügung vom 27. September 2012, act. G 1.3).
B.
B.a Am 20. November 2014 erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin lic.
iur. Susanne Friedauer, Zürich, Klage gegen die Pensionskasse B._ (Beklagte 1) und
gegen die Stiftung Auffangeinrichtung BVG (Beklagte 2). Er beantragte unter Kosten-
und Entschädigungsfolgen insbesondere die Zusprache der gesetzlich und
reglementarisch geschuldeten Renten inkl. Zins zu 5% zulasten der als
leistungspflichtig erkannten Beklagten. Zudem stellte er insbesondere einen Antrag um
vorsorgliche Rentenausrichtung zulasten der Beklagten 2. Der Begründung ist
sinngemäss im Wesentlichen zu entnehmen, dass er bereits seit November 2006
wegen psychischer Probleme in Behandlung gestanden sei, der Beginn einer
relevanten Arbeitsunfähigkeit also auf diesen Zeitpunkt datiert werden müsse (act. G 1).
B.b Für die Beklagte 1 beantragt Rechtsanwältin Dr. iur. Isabelle Vetter-Schreiber mit
Klageantwort vom 4. Februar 2015 unter Kosten- und Entschädigungsfolge die
Abweisung der Klage gegen sie, soweit darauf einzutreten sei. Der Begründung ist im
Wesentlichen zu entnehmen, dass die depressive Störung während des
Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten 1 keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zur
Folge gehabt habe. Dass die IV den Beginn der Wartefrist auf den 1. Juni 2008 gelegt
habe, stehe in Einklang mit den medizinischen Akten. Früher sei eine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer Depression nicht belegt. Selbst wenn wider
Erwarten der sachliche Konnex zur Invalidisierung wegen der depressiven Störung
bejaht würde, resultierte bei korrekter Bemessung höchstens ein Anspruch auf eine
Viertelsrente. Festgehalten wird zudem, dass ein allfälliger Bezug eines vollen
Arbeitslosentaggelds während anderthalb Jahren den zeitlichen Konnex zur
invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit unterbrochen hätte. Vorsorglich wird schliesslich
die Einrede der Verjährung für vor dem 26. Februar 2008 verjährte (gemeint:
entstandene) Leistungsansprüche erhoben (act. G 9).
B.c Die Beklagte 2 beantragt mit Klageantwort vom 12. Februar 2015, es sei
festzustellen, dass sie ihre Vorleistungspflicht ab 1. Oktober 2011 anerkenne. Im
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Übrigen sei die Klage abzuweisen, soweit sie gegen die Beklagte 2 gerichtet sei. In den
Punkten Rentenbeginn bzw. Beginn der Vorleistungspflicht und Höhe des
Verzugszinses vertritt die Beklagte 2 vom Kläger abweichende Ansichten. Im Übrigen
verweist sie auf dessen Ausführungen (act. G 10).
B.d Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs zur Frage der örtlichen Zuständigkeit
des angerufenen Gerichts (act. G 11, 14, 15, 16) bejahte dieses am 8. Mai 2015 seine
Zuständigkeit
(vgl. zur Begründung act. G 15) und leitete einen zweiten Schriftenwechsel ein (act. G
17).
B.e Mit Replik vom 8. Juli 2015 beantragt der Kläger die Gutheissung der Klage und
präzisiert das Rechtsbegehren dahingehend, dass ihm zulasten der als
leistungspflichtig erkannten Beklagten die gesetzlich und reglementarisch
geschuldeten Renten zuzusprechen seien inkl. Zins zu 5% ab Klageeinleitung, im Fall
der Beklagten 1 eine Invalidenrente von mindestens Fr. 20'940.-- (zusätzlich
Kinderrenten) pro Jahr, im Fall der Beklagten 2 von mindestens Fr. 15'000.-- (zusätzlich
Kinderrenten) pro Jahr. Der Begründung ist im Wesentlichen zu entnehmen, dass es für
den sachlichen Zusammenhang entscheidend sei, dass sich das psychische Leiden mit
Krankheitswert bei noch bestehender Versicherungsdeckung manifestiert und das
Krankheitsgeschehen erkennbar mitgeprägt habe. Das sei beim Kläger spätestens am
10. April 2007 der Fall gewesen, als er die Depressionsbehandlung wieder
aufgenommen habe (act. G 20). Der Replik beigelegt ist ein Artikel einer medizinischen
Fachzeitschrift zu Müdigkeit und Depression (act. G 20.1).
B.f Die Beklagte 1 beantragt mit Duplik vom 25. September 2015 die vollumfängliche
Abweisung der Klage gegen sie. Im Wesentlichen bestreitet sie erneut, dass sich die
einer Depression zuzuordnenden Beschwerden des Klägers während des
Vorsorgeverhältnisses mit ihr manifestiert hätten (act. G 27).
B.g Mit Duplik vom 10. November 2015 hält die Beklagte 2, neu vertreten durch
Advokatin Gertrud Baud, an ihrem Rechtsbegehren gemäss Klageantwort fest. Sie sei
mit dem Kläger der Ansicht, dass sowohl der zeitliche als auch der sachliche Konnex
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gegeben seien. Der Kläger habe seit November 2005 an denselben somatischen und
psychischen Beschwerden gelitten, die schliesslich zur Invalidisierung geführt hätten
(act. G 30).
B.h Auf Aufforderung der Verfahrensleitung (act. G 32) reichte der Kläger am 15.
August 2016 weitere medizinische Akten aus dem Zeitraum Dezember 2005 bis März
2011 ein (act. G 33). Nach Einsicht in diese Akten hielt die Beklagte 1 am 13.
September 2016 unter anderem fest, aus psychiatrischer Sicht sei ab Juni 2008 ein
Wendepunkt eingetreten mit der erstmaligen Diagnose einer mittelgradigen
depressiven Episode. Den Gutachten von ABI und BEGAZ sei keine 20%-ige
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer psychischen Schmerzerkrankung
während des Vorsorgeverhältnisses zu entnehmen (act. G 39). Die Beklagte 2 stellte
sich am 25. Oktober 2016 auf den Standpunkt, die eingeholten Berichte belegten, dass
die somatischen und psychischen Beschwerden des Klägers, die schliesslich zur
Invalidisierung geführt hätten, seit 22. November 2005 beständen und seit jener Zeit die
Arbeitsfähigkeit 50% nie mehr überstiegen habe (act. G 42). Der Kläger hielt mit
Stellungnahme vom 11. November 2016 fest, für den sachlichen Zusammenhang sei
nur massgebend, ob nach der Krankheit, die im Zuständigkeitsbereich der Beklagten 1
zu einer Arbeitsunfähigkeit geführt habe, sich medizinisch etwas grundlegend Neues
ergeben habe, dass sachlich ein Zusammenhang zur früher bescheinigten
Arbeitsunfähigkeit nicht mehr angenommen werden könne. Aus medizinischer Sicht sei
die Einschränkung des Gesundheitszustands des Klägers immer eine Kombination von
Schmerzen und Depression gewesen. Diagnostik und Einschätzung der
Arbeitsunfähigkeit durch die Gutachter seien bedingt durch lexikogene Vorgaben (act.
G 44).
B.i Auf in den Rechtsschriften vorgebrachte weitere Argumente wird, sofern

entscheidwesentlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen.
Erwägungen
1.
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1.1 Gemäss Art. 73 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40) bezeichnet jeder Kanton ein
Gericht, das als letzte kantonale Instanz über Streitigkeiten u.a. zwischen
Vorsorgeeinrichtungen und Anspruchsberechtigten entscheidet. Im Kanton St. Gallen
ist nach Art. 65 Abs. 1 lit. ebis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRP;
sGS 951.1) das Versicherungsgericht zuständig für Streitigkeiten nach Art. 73 BVG.
1.2 Gerichtsstand ist nach Art. 73 Abs. 3 BVG der Sitz oder Wohnsitz des Beklagten
oder der Ort des Betriebes, bei dem der Versicherte angestellt wurde. Vorliegend hat
das angerufene Versicherungsgericht seine örtliche Zuständigkeit bejaht, weil der
Kläger die Tätigkeit, aufgrund derer er bei der Beklagten 1 versichert war, in O._
ausgeführt hat (act. G 17, vgl. zur Begründung ausführlich das Schreiben vom 31. März
2015, act. G 15).
1.3 Da auch sämtliche übrigen prozessualen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die
Klage einzutreten.
2.
In der Klageschrift hat der Kläger einen Antrag auf vorsorgliche Rentenausrichtung
durch die Beklagte 2 gestellt. Die Beklagte 2 hat ihre Vorleistungspflicht in ihrer
Klageantwort anerkannt (act. G 10) und erbringt nun rückwirkend ab 1. Oktober 2011
Vorleistungen (vgl. das Schreiben der Beklagten 2 an die Beklagte 1 vom 17. August
2015, act. G 27.1). Der Kläger hat ursprünglich zwar ohne nähere Begründung
Vorleistungen rückwirkend ab Juni 2009 beantragt (act. G 1 S. 2 Ziff. 1). Später im
Verfahren, insbesondere in der Replik, hat er sich allerdings nicht mehr zur
Vorleistungspflicht geäussert, insbesondere weder den Beginn noch die Höhe der von
der Beklagten 2 erbrachten Vorleistungen beanstandet. Unter diesen Umständen ist
davon auszugehen, dass er an seinem ursprünglichen Begehren, dass vorab über die
Vorleistungspflicht entschieden werde, nicht festhält. Weiterungen hierzu erübrigen
sich dementsprechend.
3.
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Im vorliegenden Verfahren ist zu Recht unbestritten, dass keine der Beklagten an die
Feststellungen der IV gebunden ist (vgl. zur Bindungswirkung etwa das Urteil
9C_590/2015 vom 18. Juli 2016 E. 2 mit Hinweisen auf BGE 132 V 1 E. 3 und 130 V
270 E. 3.1), hat die zuständige IV-Stelle die Rentenverfügung vom 27. September 2012
doch weder der Beklagten 1 noch der Beklagten 2 eröffnet (act. G 1.3 S. 3).
4.
4.1 Nach Art. 23 lit. a BVG hat (im Obligatoriumsbereich) Anspruch auf
Invalidenleistungen der beruflichen Vorsorge, wer im Sinne der Invalidenversicherung
zu mindestens 40 % invalid ist und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache
zur Invalidität geführt hat, versichert war. Vorliegend ist insbesondere der Zeitpunkt des
Eintritts der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit umstritten und mithin die Frage, ob
und gegebenenfalls bei welcher Vorsorgeeinrichtung der Kläger zu diesem Zeitpunkt im
Rahmen der beruflichen Vorsorge versichert gewesen ist.
4.2 Die Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung
geschuldet, bei der die ansprechende Person bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren
Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert war. Der Anspruch setzt einen engen
zeitlichen und sachlichen Zusammenhang zwischen der Arbeitsunfähigkeit, die
während des Vorsorgeverhältnisses (einschliesslich Nachdeckungsfrist nach Art. 10
Abs. 3 BVG) bestanden hat, und der allenfalls erst später eingetretenen Invalidität
voraus (BGE 134 V 20 E. 3.2). Der sachliche Konnex ist gegeben, wenn der
Gesundheitsschaden, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat, im Wesentlichen derselbe
ist, wie er der Erwerbsunfähigkeit zugrunde liegt (BGE 138 V 409 E. 6.2). Er kann auch
gegeben sein, wenn die bei noch bestehender Versicherungsdeckung eingetretene
Arbeitsunfähigkeit somatisch, die Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung
begründende, allenfalls auch berufsvorsorgerechtliche Leistungen auslösende
Invalidität jedoch psychisch bedingt ist. Notwendige, aber nicht hinreichende
Bedingung hierfür ist, dass das psychische Leiden sich schon während des
Vorsorgeverhältnisses manifestierte und das Krankheitsgeschehen erkennbar mitprägte
(vgl. etwa Urteile 9C_115/2015 vom 12. November 2015 E. 2.2; 9C_58/2015 vom 11.
August 2015 E. 2.2; 9C_484/2012 vom 26. März 2013 E. 4.4, je mit Hinweisen). Soweit
ersichtlich, dürfte diese konstante Praxis im Urteil B 32/03 des Eidg.
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Versicherungsgerichts vom 21. Januar 2005 begründet worden sein (E. 5.2.3). Im jenem
Urteil zugrunde liegenden Sachverhalt war während des Vorsorgeverhältnisses explizit
noch kein psychischer Gesundheitsschaden mit rechtlich anerkanntem Krankheitswert
und darauf zurückzuführender psychisch bedingter Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
ausgewiesen gewesen. Es ist also nicht ohne weiteres erstellt, dass bei während des
Vorsorgeverhältnisses manifestiertem psychischem Leiden zusätzlich eine darauf
zurückzuführende, während der Versicherungsdeckung bereits bestehende
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20% verlangt ist, wie dies die Beklagte 1 vorliegend
annimmt. Darauf braucht jedoch nicht näher eingegangen zu werden, wie sich
nachfolgend ergibt.
5.
5.1 Für eine Leistungspflicht der primär eingeklagten Beklagten 1 interessiert
insbesondere, wie sich der Gesundheitszustand des Klägers bis Ende November 2007
(Beendigung Arbeitsverhältnis per 31. Oktober 2007 zuzüglich Nachdeckungsfrist
gemäss Art. 10 Abs. 3 BVG) präsentiert hat. Zu jenem Zeitpunkt war er bereits seit
knapp zwei Jahren zwischen 50% und 100% arbeitsunfähig geschrieben (vgl. act G
9.10 insbes. S. 4). Zur Krankschreibung im November 2005 hatten in erster Linie
Schmerzen im Nackenbereich mit Ausstrahlung in den rechten Arm geführt (Bericht von
Dr. G._ vom 18. September 2006 S. 2, act. G 9.5). Ende 2005 und im Jahr 2006 kam
es zu drei stationären mehrwöchigen Rehabilitationsaufenthalten in Valens, Zürich und
der Klinik H._, bei denen im Wesentlichen dieselben Schmerzen (schliesslich
diagnostisch eingeordnet als zervikospondylogenes oder zervikobrachiales
Schmerzsyndrom, act. G 9.6, 9.7, 33.1) im Zentrum standen.
5.2
5.2.1 Im Austrittsbericht der Klinik Valens (Aufenthalt bis 10. Dezember 2005)
wurden noch keine psychischen Probleme erwähnt (act. G 33.1). Dokumentiert ist
hingegen, dass während des Aufenthalts in der Klinik H._ im Juni/Juli 2006 - im
Rahmen eines ganzheitlich orientierten interdisziplinären Behandlungsprogramms für
Patienten mit chronischen Schmerzen - auch eine psychologische Betreuung des
Klägers stattfand. Erhoben wurde eine depressive Reaktion auf die
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Schmerzverarbeitungsstörung, eine Belastungsintoleranz und ein Verdacht auf eine
Angststörung mit anamnestisch Panikattacken. Dem Kläger wurde die Weiterführung
ambulanter psychotherapeutischer Gespräche empfohlen (act. G 9.6 S. 3).
5.2.2 Aktenkundig ist sodann die Aufnahme einer psychiatrisch-
psychotherapeutischen Behandlung am 10. November 2006 am Psychiatriezentrum
I._ bei Dr. P._. Dort wurden initial ein chronisches Schmerzsyndrom unklarer
Genese, wahrscheinlich im Sinn einer sekundären Entwicklung, sowie eine leichte
depressive Episode mit somatischen Symptomen erwähnt (act. G 33.2, S. 1 der
Notizen). Am 14. November 2006 dokumentierte Dr. P._ ein Telefongespräch mit
dem Hausarzt Dr. G._. Dieser hatte die Zuweisung ins Psychiatriezentrum
vorgenommen. Telefonisch beschrieb er den Kläger unter anderem als "verschupften
Ehemann" und empfahl neben Strukturgebung den Versuch, dessen
Selbstwertregulation zu optimieren. Dr. P._s Gedanke zur tagesklinischen
Behandlung habe der Hausarzt vehement aufgenommen (act. G 33.2, S. 2 der Notizen).
Zum Therapiegespräch vom 21. Dezember 2006 hielt Dr. P._ fest, der Kläger habe
einen beruflichen Wiedereinstieg thematisieren wollen. Er setze sich unter Druck. Dr.
P._ habe ihm die Notwendigkeit eines Wiederaufbaus in kleinen Schritten aufzeigen
können, dies sei vom Kläger zumindest teilweise angenommen worden.
Gemeinschaftlich habe sich festhalten lassen, dass eine Berufstätigkeit bis auf weiteres
kein Thema sei (Neubeurteilung frühestens Ende Februar 2007; act. G 33.2, S. 3 der
Notizen). Zum Gespräch vom 28. Dezember 2006 protokollierte Dr. P._, aus seiner
Sicht sei die Indikation zur tagesklinischen Behandlung unbedingt gegeben, initial sei
wahrscheinlich eine halbtägige Programmteilnahme ausreichend (act. G 33.2, S. 3 der
Notizen). In einem Protokoll vom 3. Januar 2007 wurde neben dem chronischen
Schmerzsyndrom unklarer Genese der Verdacht auf eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung erwähnt (act. G 33.2 S. 4). Am 5. Januar 2007 schrieb Dr. P._, dass
dem Kläger das Angebot der Tagesklinik interessant erscheine, obgleich er lieber einen
Arbeitsversuch im Betrieb unternähme. Er wisse aber genau, dass dieser zum aktuellen
Zeitpunkt zum Scheitern verurteilt wäre (act. G 33.2, S. 5 der Notizen). Am 13. März
2007 trat der Kläger in die Tagesklinik ein. Nach einem Gespräch vom 14. März 2007
protokollierte Dr. P._ eine frappante Bagatellisierungstendenz betreffend spezifische
Belastungsfaktoren (act. G 33.2, S. 6 der Notizen). Am 30. März 2007 erfolgte der
verfrühte Austritt aus der Tagesklinik, weil der Kläger von der Arbeitgeberin (gestützt
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auf die Stellungnahme von Dr. J._, Vertrauensarzt der Krankentaggeldversicherung,
vgl. act. G 9.8) angehalten worden war, die Arbeit am 2. April 2007 wiederaufzunehmen
(act. G 33.2 S. 6 f. der Notizen). Dr. P._ hielt diesbezüglich am Austrittstag fest, der
Kläger fühle sich nicht arbeitsfähig. Er, Dr. P._, und der von ihm gleichentags
telefonisch kontaktierte Dr. G._ sähen dies ähnlich. Es sei dem Kläger jedoch geraten
worden, der Aufforderung zunächst Folge zu leisten und sich um die Erbringung einer
Arbeitsleistung zu bemühen. Sollte krankheitsbedingt die Arbeit wirklich nicht
fortgesetzt werden können, müsste eine erneute Arbeitsunfähigkeits-Attestierung und
Rekurrierung gegen die Beurteilung von Dr. J._ erfolgen, "(unklar, wer das dann
macht)" (act. G 33.2 S. 6 der Notizen). Am 10. April 2007 hielt Dr. P._ fest, er halte
den Kläger für 100% arbeitsunfähig. An Diagnosen nannte er eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung bei/mit einer leichten depressiven Episode mit
somatischen Symptomen. Er wies erneut auf die auffällige Bagatellisierungstendenz
des Klägers mit fassadenhaftem Auftreten hin. Kognitive Defizite erfragte er nicht,
formalgedanklich und betreffend inhaltliche Denkstörungen beschrieb er den Kläger als
unauffällig. Rationale Ängste wurden verneint, irrationale Ängste lägen lediglich
ansatzweise vor (keine Alltagsrelevanz). Affektiv bezeichnete er den Kläger als
mindestens mittelgradig herabgesetzt. Der affektive Rapport war herstellbar, der Kläger
war modulationsfähig (act. G 9.9). Im August 2007 kam es zu einem hausinternen
Therapeutenwechsel zu Dr. Q._. Zusätzlich zu den Einzelgesprächen nahm der
Kläger bis im November 2007 an einer psychoedukativen und
verhaltensmodifizierenden Gruppentherapie für depressive Patienten teil. Im Dezember
2007 klagte er über eine Verschlechterung seiner Befindlichkeit, was zu einer Erhöhung
der Medikation führte. Dr. Q._ attestierte ihm im Juni 2008 bei deutlich schlechterem
Befinden mit Schmerzen, depressiver Verstimmung, starker Müdigkeit, mangelndem
Antrieb, Konzentrationsstörungen, Erschöpfungsgefühlen, pessimistischen
Zukunftsgedanken, vermindertem Selbstwertgefühl, Interessenverlust und latenten
Suizidgedanken erstmals eine mittelgradige depressive Episode (Bericht vom 23. Juli
2009, act. G 9.11).
5.2.3 Im Zusammenhang mit der psychiatrischen Begutachtung im ABI am 14. Mai
2008 fällt auf, dass dem Gutachter Dr. med. R._ an psychiatrischen Vorakten nur der
Bericht von Dr. P._ vom 10. April 2007 vorlag (act. G 9.9). Obwohl der Gutachter
Kenntnis davon hatte, dass die Behandlung dort bereits früher stattgefunden hatte und
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noch immer andauerte, holte er keine weiteren Auskünfte bzw. Berichte dazu ein. Den
Gedankengang des Klägers bezeichnete er als formal geordnet und inhaltlich
unauffällig. Er verneinte Hinweise für ein psychotisches Geschehen und schloss
Halluzinationen, Wahnideen oder eine Ich-Störung aus. Wahrnehmung, Auffassung und
Gedächtnis erschienen ihm klinisch nicht beeinträchtigt. Eine niedergedrückte
Stimmung und Suizidgedanken verneinte er. In der Beurteilung hielt er fest, er könne
keine eigentliche Depression diagnostizieren, allenfalls eine leichte depressive
Verstimmung. Der Kläger sei vom Affekt her ausgeglichen, es bestehe keine eigentliche
Antriebshemmung. Das eigentliche Problem des Klägers scheine ein übergrosses
Schlafbedürfnis zu sein. Am ehesten könne die Diagnose Neurasthenie gestellt werden.
Sie schliesse auch leichte Grade der Depression und Angst mit ein, wie sie beim Kläger
offenbar vorkommen könnten. Aufgrund der Neurasthenie sei die Arbeitsfähigkeit um
20% eingeschränkt, "dies aufgrund der schnelleren und erhöhten Ermüdbarkeit und
der Hypersomnie" (act. G 9.10 S. 10 ff.).
5.2.4 Der Psychiater des BEGAZ, Dr. med. S._, hielt zum Gespräch mit dem
Kläger vom 5. September 2011 fest, er habe keine Hinweise auf relevante kognitive
Schwierigkeiten gefunden. Der Gedankengang sei formal unauffällig gewesen,
inhaltlich teilweise etwas knapp, es habe nachgefragt werden müssen. Der Gutachter
verneinte Hinweise auf Zwänge, Wahn und psychotische Phänomene. Die affektive
Modulation bezeichnete er als erhalten, Gestik und Mimik als adäquat, die
Psychomotorik als unauffällig. Der Kläger habe einen eher etwas gebremsten Eindruck
hinterlassen, er fühle sich auch so. In der Beurteilung hielt der Gutachter fest, bei
Betrachtung des aktuellen objektivierbaren Befunds finde er nur diskrete Hinweise
darauf, dass der Kläger an einer depressiven Störung leide. Er wirke etwas avital,
versuche seinen Zustand mit Lachen zu überspielen. Dennoch komme eine gedrückte
Hintergrundstimmung zum Vorschein, eindeutige kognitive, psychomotorische und
affektive weitere Störungen lägen nicht vor. Es beständen eine mindestens leicht
gedrückte Stimmung, ein leichter Interessensrückgang und eine Verminderung des
Antriebs, insbesondere eine Verminderung der Kognition, auch Schuldgefühle und
Suizidgedanken. Dadurch könne durchaus eine leichte depressive Störung begründet
werden. Die Körperschmerzsymtomatik bezeichnete der Gutachter als begleitende
somatoforme Überlagerung im Rahmen der depressiven Störung. Mit Hinweis auf die
bisherige Erfahrung hielt der Gutachter fest, dass der Kläger durch die depressive
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Störung stärker als der Normalfall eingeschränkt sei, und schätzte die Einschränkung
auf 30%. Bewusste Aggravation schloss er explizit aus. Den Beginn der Einschränkung
legte er unter Hinweis auf den Bericht des Psychiatriezentrums I._ vom 23. Juli 2009
auf Juni 2008 fest (act. G 9.14 S. 23 ff.).
5.2.5 Die neuropsychologische Untersuchung an der Klinik für Neurologie des USZ
vom 28. Februar 2012 ergab gestützt auf die Testergebnisse und klinische Erhebungen
ausgeprägte Konzentrationsschwierigkeiten und dadurch bedingte leichte und
fluktuierende mnestische Defizite sowie eine reduzierte Belastbarkeit (act. G 9.15). Mit
diesen Ergebnissen konfrontiert, präzisierten die Gutachter des BEGAZ am 4. Mai
2012, dass die Einschränkung in der von ihnen als komplex bezeichneten Tätigkeit als
C._ 50% betrage aufgrund der Verlangsamung und erhöhtem Pausenbedarf.
Betreffend angepasste Tätigkeiten blieben sie bei der ursprünglich attestierten
Einschränkung von 30% (act. G 9.16).
5.3 Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte Tätigkeit um 30%
gemäss dem BEGAZ-Gutachten ist plausibel und wurde nachvollziehbar begründet. Im
Gutachten wurde von einer Verschlechterung der psychischen Situation seit der ABI-
Begutachtung (Mai 2008) ausgegangen (act. G 1.14 S. 46) und diese - mit dem
Hinweis, dass die Angabe des Beginns der Einschränkung wegen der schleichenden
Entwicklung schwierig sei - auf Juni 2008 festgelegt (S. 48). Auch dies ist mit Blick auf
den Bericht des Psychiatriezentrums I._ vom 23. Juli 2009 und die dort beschriebene
Verschlechterung per Juni 2008 (act. G 33.2) nachvollziehbar.
5.4 Die Akten liefern entgegen der Ansicht der Beklagten 1 hinreichend Beweis dafür,
dass die psychische Erkrankung, die letztlich zur Invalidität des Klägers geführt hat,
bereits im Verlauf des Jahres 2006 entstand. Ausgewiesen ist sie mit Blick auf die
Behandlungsakten von Dr. P._ spätestens mit Behandlungsbeginn im November
2006. Die genaue Diagnosestellung ist diesbezüglich nicht zentral. Dem Kläger ist darin
zuzustimmen, dass es nicht angeht, mit spitzfindiger Betonung einzelner Diagnosen -
insbesondere der vom ABI erwähnten Neurasthenie (eine zwar ICD-10 codierte, aber
nur noch selten anzutreffende Diagnose [vgl. dazu etwa HANS MORSCHITZKY,
Somatoforme Störungen - Diagnostik, Konzepte und Therapie bei Körpersymtomen
ohne Organbefund, 2. Aufl. Wien 2007, S. 23 ff.]) - sinngemäss pauschale
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Überwindbarkeitsvermutungen anzustellen, die spätestens seit dem jene Praxis
aufgebenden Leitentscheid BGE 141 V 281 ohnehin nicht mehr überzeugen. Vor
diesem Hintergrund kommt auch der Begründung der IV-Stelle des Kantons Zürich, die
der Verfügung vom 15. Januar 2009 zugrunde liegt (vgl. Feststellungsblatt vom 29. Juli
2008, act. G 9.18), keine Relevanz zu. Betreffend das ABI-Gutachten ist überdies
fraglich, ob der psychiatrische Teilgutachter die von Dr. P._ mehrfach erwähnte
Bagatellisierungstendenz, die auch der psychiatrische BEGAZ-Gutachter erwähnte (es
werde im Gespräch deutlich, dass der Kläger seinen Zustand teilweise mit Spässen zu
überspielen versuche; act. G 9.14 S. 44), erkannte und ob die von ihm genannte
Diagnose der Neurasthenie für jenen Zeitpunkt zutrifft. Dies muss aber nicht näher
geprüft werden, da der Gutachter selbst der Neurasthenie einen relevanten Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit und eine Einschränkung derselben um 20% zubilligte. Diese
Einschätzung gilt ab April 2007. Folglich ist insgesamt als erwiesen zu betrachten, dass
die relevante psychische Beeinträchtigung, die später zur Invalidität des Klägers
geführt hat, noch während des Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten 1 eintrat, das
Krankheitsgeschehen erkennbar bzw. allmählich überwiegend mitprägte und die
Arbeitsfähigkeit um mindestens 20% reduzierte. Hinweise auf Inkonsistenzen im
Verhalten des Klägers oder auf von den BEGAZ-Gutachtern nicht erkannte Ressourcen
liegen keine vor. Eine über ihre Einschätzung hinausgehende Zumutbarkeit der
Arbeitsleistung lässt sich mit den vorliegenden Akten nicht begründen. Dass der
psychische Gesundheitsschaden nicht geeignet wäre, eine versicherungsrechtlich
relevante Arbeitsunfähigkeit auszulösen, ist ferner ebenfalls nicht anzunehmen. Dass
eine depressive Erkrankung bei einer rechtlichen Betrachtungsweise erst ab einem
gewissen diagnostischen Schweregrad überhaupt negativen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit soll haben können, wurde vom angerufenen Gericht in
invalidenversicherungsrechtlichen Streitigkeiten wiederholt ausführlich begründet
verworfen (vgl. die unter www.gerichte.sg.ch, Dienstleistungen, Rechtsprechung,
Versicherungsgericht abrufbaren Entscheide IV 2014/565 vom 21. Dezember 2016 E. 3
und IV 2013/523 vom 3. November 2016 E. 2.4.5). Vorliegend ist überdies zu beachten,
dass die IV die Art der Erkrankung des Klägers als invaliditätsbegründend anerkannte
und keine überzeugenden Argumente dafür ersichtlich sind, weshalb in der beruflichen
Vorsorge andere Schlussfolgerungen zu ziehen sein sollten. Ferner vermag auch das
von der Beklagten 1 vorgebrachte Argument, die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
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sei auf die Folgen des Schlafapnoe-Syndroms zurückzuführen und dieses sei nicht
während der Versicherungsdauer bei ihr aufgetreten, nicht zu überzeugen, ergibt sich
doch aus dem Gesamtkontext und dem BEGAZ-Gutachten ausreichend deutlich, dass
die depressive und nicht eine davon loslösbare Schlafproblematik Grund für die
attestierte quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist.
5.5 Hingegen ist der Beklagten 1 darin zuzustimmen, dass eine Arbeitsunfähigkeit des
Klägers von 50% in jeglicher Tätigkeit (vgl. IV-Feststellungsblatt vom 11. September
2012, act. G 9.20) nicht ausgewiesen ist (vgl. act. G 9 S. 16). Im Gutachten vom 17.
Oktober 2012 wurde die Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen als um 30%
eingeschränkt bezeichnet (act. G 9.14). Daran hielten die Gutachter auch nach
Kenntnisnahme von den Ergebnissen der neuropsychologischen Abklärung am
Universitätsspital Zürich vom 28. Februar 2012 (act. G 9.15) fest, präzisierten jedoch,
dass dies nur für Tätigkeiten gelte, die klar vorgegeben seien, ohne Zeitdruck erledigt
werden könnten, in ruhiger Arbeitsatmosphäre, wo der Kläger keine Verantwortung
übernehmen und sich nicht jeweils auf eine neue Aufgabe einstellen müsse. In einer
eher komplexen Arbeit wie der zuletzt ausgeübten als C._ setzen die Gutachter die
Arbeitsfähigkeit auf 50% fest (act. G 9.16). Diese Einschätzung ist ohne weiteres
nachvollziehbar, dies nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Ergebnisse der
neuropsychologischen Untersuchung vom 28. Februar 2012, die ausgeprägte
Konzentrationsschwierigkeiten und dadurch bedingte leichte und fluktuierende
mnestische Defizite sowie eine reduzierte Belastbarkeit ergeben hatte (act. G 9.15).
Folglich ist eine Arbeitsunfähigkeit von 50% in der angestammten Tätigkeit als C._
bzw. von 30% in einer adaptierten Tätigkeit rechtsgenüglich bewiesen.
5.6 Die Beklagte 1 wendet gegen ihre Leistungspflicht ferner ein, dass der zeitliche
Konnex zur invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit unterbrochen wäre, falls der Kläger
während anderthalb Jahren volles Arbeitslosentaggeld bezogen hätte (act. G 9 S. 18
Ziff. 14). Der Kläger erwidert darauf, nicht mehr zu wissen, ob er während des
Arbeitslosentaggeldbezugs durchgehend voll vermittlungsfähig gewesen sei. Dies sei
jedoch auch gar nicht relevant (act. G 20 S. 7). Praxisgemäss zählt der Bezug von
Arbeitslosentaggeldern basierend auf voller Vermittlungsfähigkeit zu den für die
Beurteilung des zeitlichen Konnexes relevanten Umständen, wobei das Bundesgericht
jedoch die Notwendigkeit der Berücksichtigung der gesamten Umstände des
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konkreten Einzelfalls betont, etwa die Art des Gesundheitsschadens und die
Beweggründe, die die versicherte Person zur Wiederaufnahme oder
Nichtwiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben (vgl. etwa das Urteil 9C_767/2011
vom 4. Mai 2012 E. 4.3). Im vorliegenden Fall ist aktenmässig nicht erstellt, ob der
Kläger von der Arbeitslosenversicherung durchgehend als voll vermittlungsfähig
eingestuft wurde (vgl. etwa den Hinweis im ABI-Gutachten, wonach er beim RAV ab
November 2007 zu 50% als Stellensuchender gemeldet gewesen sei, act. G 9.10). Auf
den Beizug der ALV-Akten kann jedoch verzichtet werden. Denn einerseits wird in der
ALV die Vermittlungsfähigkeit grundsätzlich vermutet (vgl. Art. 15 Abs. 2 AVIG sowie
Art. 15 Abs. 3 AVIV). Andererseits ist aktenkundig, dass der Kläger während des bis ins
Jahr 2009 erfolgten ALV-Taggeldbezugs an mindestens einem längeren
Integrationsprogramm und einem Beschäftigungsprogramm teilnahm und
Arbeitsversuche machte (offenbar ein mindestens mehrmonatiges Programm bei der
Stiftung T._ im Jahr 2008, Tätigkeit in U._ Anfang 2009, Tätigkeit im V._ im
Sommer 2009; act. G 9.11; vgl. auch act. G 9.14 S. 21 Mitte und S. 26 oben, Art. 9.10
S. 18 unten). Es ist also ohne weiteres davon auszugehen, dass die - damals noch
nicht rechtsgenüglich bewiesene - gesundheitsbedingte Reduktion der Arbeitsfähigkeit
bereits während des Bezugs von ALV-Taggeld durchgehend klar in Erscheinung trat,
sodass der zeitliche Konnex allein wegen des Taggeldbezugs (unabhängig von Höhe
und Dauer) nicht unterbrochen wurde.
5.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die relevante Arbeitsunfähigkeit, die
schliesslich zur Invalidität des Klägers führte, während der Dauer des
Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten 1 eintrat und sowohl der sachliche als auch
der zeitliche Kausalzusammenhang gegeben sind. Die Beklagte 1 ist somit
grundsätzlich zur Bezahlung einer Invalidenrente zuständig.
6.
6.1 Das Reglement der Beklagten 1 verweist zur Invaliditätsgradbemessung
sinngemäss auf die IV-Gesetzgebung (act. G 9.23, vgl. insbesondere Ziff. 5.10.3 f.). Der
Invaliditätsgrad ist folglich in analoger Anwendung von Art. 28a Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) i.V.m. Art. 16 des
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Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) anhand eines Einkommensvergleichs zu bestimmen.
6.1.1 Das Valideneinkommen des Klägers beläuft sich per 2006 auf Fr. 66'560.- (vgl.
act. G 9.1 S. 2; Monatslohn Fr. 5'120.-, je hälftige Auszahlung des 13. Monatslohns im
Juni und Dezember).
6.1.2 Das Invalideneinkommen ist gestützt auf die Tabellenlöhne der
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung festzusetzen. Dabei ist vom durchschnittlichen
Hilfsarbeiterlohn auszugehen, dies in Berücksichtigung der Tatsache, dass dem Kläger
anspruchsvollere Büro- oder administrative Tätigkeiten nur noch zu 50%, weniger
anforderungsreiche Tätigkeiten aber noch zu 70% zumutbar sind. Im Jahr 2006
verdienten Männer im tiefsten Anforderungsniveau durchschnittlich Fr. 59'197.-.
Aufgrund der Teilzeittätigkeit des Klägers billigt die Beklagte 1 ihm grundsätzlich einen
Tabellenlohnabzug von 10% zu (vgl. act. G 9 S. 16 mit Hinweis auf den
Einkommensvergleich der IV-Stelle gemäss Berechnung vom 22. Februar 2012, act. G
9.19). Vor dem Hintergrund dessen, dass insbesondere Verlangsamung und kognitive
Schwierigkeiten sowie Antriebsverminderung zur attestierten Arbeitsunfähigkeit von
30% führten (vgl. das BEGAZ-Gutachten, S. 29 f., act. G 9.14) und diese Aspekte beim
Tabellenlohnabzug nicht nochmals zu berücksichtigen sind, erscheint ein Abzug von
10% als angemessen. Folglich beträgt das Invalideneinkommen Fr. 37'294.- (Fr.
59'197.- x 0.7 x 0.9).
6.1.3 Der Invaliditätsgrad des Klägers beläuft sich demnach beim
Valideneinkommen von Fr. 66'560.- und dem Invalideneinkommen von Fr. 37'294.- auf
43.97% bzw. gerundet 44%.
6.2 Der Rentenanspruch beginnt frühestens nachdem der Lohn, ein Lohnersatz oder
das den Lohn ersetzende Kranken- oder Unfalltaggeld nicht mehr ausbezahlt wird (Ziff.
5.10.4 Abs. 1 Satz 2 des Reglements). Die Beklagte 1 erhob in der Klageantwort die
Verjährungseinrede für vor dem 26. Februar 2008 entstandene Leistungsansprüche
(act. G 9 S. 18 Ziff. 15) und stellte sich in der Duplik auf den Standpunkt, gestützt auf
Art. 26 BVG wäre eine Leistung nicht vor dem 1. Oktober 2011 mit dem Beginn der IV-
Rentenleistungen zu erbringen (act. G 27 S. 9). Art. 26 Abs. 1 BVG bezeichnet für den
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Beginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechenden
Bestimmungen des IVG (Art. 29 IVG) als anwendbar. Die Rechtsprechung hat
festgehalten, dass die 6-Monats-Frist des Art. 29 Abs. 1 IVG auch in der
(obligatorischen) beruflichen Vorsorge zu beachten ist und der Anspruch nicht bereits
mit einem allfälligen früheren Ablauf der Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG beginnt
(BGE 140 V 470 E. 3.2 f.; vgl. auch die vom Bundesamt für Sozialversicherungen
herausgegebenen Mitteilungen über die Berufliche Vorsorge Nr. 107 vom 12. August
2008). Bei einer IV-Anmeldung des Klägers im April 2011 (vgl. IV-Rentenverfügung vom
27. September 2012 in act. G 9.22) entstand der Invalidenrentenanspruch aus
beruflicher Vorsorge damit wie der IV-Rentenanspruch am 1. Oktober 2011.
6.3 Der Kläger hält fest, ein Interesse daran zu haben, dass das Gericht nicht nur über
den Beginn, sondern auch über die Höhe der zuzusprechenden Renten entscheidet
resp. die Höhe der geschuldeten Renten verbindlich festlegt. Praxisgemäss sind die
kantonalen Berufsvorsorgegerichte nicht gehalten, die Rentenberechnung detailliert
vorzunehmen, sondern es reicht aus, wenn sie nur dem Grundsatz nach über den
Leistungsanspruch entscheiden und die Sache zur Ermittlung des Rentenbetrags an
die zuständige Vorsorgeeinrichtung überweisen. Dies hat das Bundesgericht
insbesondere mit Hinweis auf die Gebote der Einfachheit und Raschheit des Verfahrens
nach Art. 73 Abs. 2 BVG begründet, wobei es auch die Nähe zum
Sozialversicherungsprozess betont hat (BGE 129 V 450 E. 3.4). Der Kläger scheint zu
befürchten, dass bei der Rentenberechnung weitere Streitigkeiten zwischen den
Parteien entstehen könnten. Dafür liegen jedoch keine konkreten Hinweise vor. Die
Berechnungsangaben der Beklagten 1 in der Duplik (act. G 27 S. 8 f.) sind
nachvollziehbar und erscheinen korrekt (wobei sich allerdings der Koordinationsabzug
geringfügig höher auf Fr. 18'637.- belaufen dürfte [28% von Fr. 66'560.-], sodass die
nach Kürzung [um 16.7107% bzw. Fr. 13'038.-] resultierende beitragspflichtige
Besoldung Fr. 34'885.- betragen dürfte). Ein erhebliches Konfliktpotential der Parteien
ist betreffend die betragliche Festsetzung der auf einem Invaliditätsgrad von 44%
beruhenden Rente also nicht zu erwarten. Da eine direkte Betragsberechnung durch
das Gericht mit Blick einerseits auf die Teuerungsanpassung (vgl. Ziff. 9.8.1 des
Reglements), andererseits auf die Kinderrentenansprüche ohne weitere Abklärungen
nicht erfolgen könnte und den Parteien zu den Beträgen zudem vorab das rechtliche
Gehör zu gewähren wäre, ist es nicht zuletzt vor dem Hintergrund der
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Prozessökonomie vorzuziehen, die Sache zur Festsetzung der Rentenbeträge an die
Beklagte 1 zu überweisen.
7.
Verspätet ausgerichtete Invalidenrenten aus beruflicher Vorsorge sind grundsätzlich
verzugszinspflichtig (m.w.H. auf die Rechtsprechung HANS-ULRICH STAUFFER,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum BVG, 3. Aufl. 2013, S. 86). Fehlen
reglementarische Bestimmungen zur Höhe des Verzugszinses, beträgt dieser 5% (Art.
104 Abs. 1 OR). Der Beginn der Zinspflicht richtet sich nach Art. 105 Abs. 1 OR (vgl.
auch STAUFFER, a.a.O., S. 86). Das Reglement der Beklagten 1 enthält keine
Verzugszinsregelung, sodass ab Klageerhebung am 20. November 2014 Verzugszins
von 5% zu bezahlen ist.
8.
8.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Klage gegen die Beklagte 1
gutzuheissen und festzustellen, dass der Kläger ab 1. Oktober 2011 basierend auf
einem Invaliditätsgrad von 44% Anspruch auf eine Invalidenrente der Beklagten 1 hat
und ein Anspruch auf Verzugszins von 5% ab 20. November 2014 besteht. Die Sache
ist zur Rentenberechnung und zur Prüfung des Kinderrentenanspruchs an die Beklagte
1 zu überweisen. Die Klage gegen die Beklagte 2 ist abzuweisen.
8.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG).
8.3 Dem Verfahrensausgang entsprechend sind dem obsiegenden Kläger in
Anwendung von Art. 98 Abs. 1 und Art. 98bis des st. gallischen Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRP; sGS 951.1) die Parteikosten von der unterliegenden
Beklagten 1 zu erstatten. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen spricht in
BVG-Prozessen gestützt auf Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte
und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) regelmässig eine (ungekürzte) pauschale
Entschädigung zwischen Fr. 2'500.- und Fr. 4'500.- zu. Das vorliegende Verfahren ist
als überdurchschnittlich aufwändig zu betrachten, sodass das Honorar auf Fr. 4'500.-
festzusetzen ist. Die Beklagte 2 hat als mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betraute
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Versicherung keinen Anspruch auf Parteientschädigung (vgl. BGE 118 V 169 f. E. 7).
Sie hat denn auch keine solche beantragt.