Decision ID: 79d8c837-e0be-44e5-9d51-45e8aa8e5f68
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1968, absolvierte eine kaufmännische Ausbildung (
Fähig
keitszeugnis
2
5.
März 1988,
Urk.
9/7/14) sowie die Berufsprüfung als Verkaufskoordinator (Eidgenössischer Fachausweis vom 2
3.
Juni 1994, Urk. 9/7/16) und
war seit dem
1.
April 1993 bei der
Y._
als Marketing-
Assistent
angestellt
(
Urk.
9/
5), als er am
2.
Juli 1994 bei einem Surf-Unfall ein schräg axiales Stauchungstrauma der Halswirbelsäule
(HWS)
mit Fraktur der ersten Rippe links erlitt (
Urk.
9/44/33).
Nach Wiedererlangen der vollen Arbeitsfähigkeit im
Juli 1995 (
Urk.
9/46/444
) war
der Versicherte
ab dem
1.
September 1995 bei der
Z._
als Sach
be
arbeiter
Kre
ditadministration
angestellt, wobei ihm diese wegen ungenügender Arbeitsleis
tungen resp. Schleudertrauma-Folgen per Ende Februar 1
996 kündigte (
Urk.
9/3). Vom 7.
Februar bis 1
3.
März 1996 hielt si
ch der Versicherte
auf Ver
anlassung des zuständigen Unfallversicherers (Schweizerische
Unfallversiche
rungsanstalt
[
SUVA
])
in der
A._
auf (
Urk.
9/44/33).
A
m 1
2.
März 1996 (Eingangsdatum)
meldete
er
sich
unte
r Hinweis auf ein
Schleu
dertrauma
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug (Umschulung auf eine neue Tätigkeit/Wiedereinschulung in die
bisherige Tätigkeit) an
(
Urk.
9/1)
.
Am
9.
Mai 1996 erlitt der Versicherte
bei einem Autounfall Frakturen an der rechten Hand sowie ein
HW
S-Distorsions
trauma
(
Urk.
9/46/342
und
Urk.
9/46/267
). Nach
medizinische
n
sowie erwerbli
che
n
und berufliche
n
Abklärungen
teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 2
4.
Juli 1996 mit
, dass für die Überprüfung eines Anspruches auf Leistungen der Invalidenversicherung eine berufliche Abklärung
der Eingliederungs- und Arbeitsfähigkeit
in der
B._
vom
4.
November 1996 bis 3
1.
Januar 1997
erforderlich sei (
Urk.
9/8). Nachdem die
Abklärung
in der
B._
vom Versi
cherten aus gesundheitlichen Gründen bereits am ersten Tag
abgebrochen wor
den war
(
Urk.
9/12), holte die IV-S
telle die Berichte von
Dr.
med.
C._
,
Chiro
praktorin
SCG/ECU
, vom
1
6.
Januar 1997 (
Urk.
9/44/17-21) sowie von Dr. med.
D._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 1
2.
Mai 1997 (
Urk.
9/44/13-16) ein. In der Folge sprach sie dem Versicherten,
ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 100
%
(vgl.
Urk.
9/23)
,
mit Verfügung vom 27. Oktober 1997 mit Wirkung ab
1.
Oktober 1997 eine ganze Rente samt Zusatzrente für die Ehefrau zu (
Urk.
9/25; Aktenverzeichnis zu
Urk.
9/1-171).
1.2
Im Juni 1998 (
Urk.
9/29) leitete die IV-Stelle von Amtes wegen ein
Revisionsver
fahren
ein, wobei
sie keine rentenbeeinflussende Änderung
fest
stellte (Verfügung vom 1
4.
Juli 1998,
Urk.
9/33).
1.3
Die
SUVA
sprach
X._
n
ach erwerblichen und medizinischen Abklärun
gen, in deren Rahmen sie unter anderem das Gutachten
der
E._
vom
9.
März 1999 (
Urk.
9/46/123-184
; vgl. auch
Urk.
9/46/
90-92
)
ein
holte,
aufgrund eines mit ihm
abgeschlossenen Vergleiches
(
Urk.
9/46/11-12)
für die Folgen der Unfälle vom
2.
Juli 1994 und 6. Mai 1996
mit Verfügung vom 29. August 2000, ausgehend von einer
Erwerbsunfähigkeit von
7
5
%
, mit Wirkung ab
1.
Oktober 1999
eine Rente, und, ausgehend von einer Integritätseinbusse vom 32
%
,
eine Integritätsentschädigung
zu (Urk.
9/46/9-10,
bestätigt mit
Einsprach
eentscheid
vom
1.
Februar 2001 [
Urk.
9/46/2-5
]; vgl. demgegenüber noch
Urk.
9/46/117-119
und
Urk.
9/46/108-115).
1.4
Die
von der IV-Stelle
im August 2000 (
Urk.
9/41), September 2001 (
Urk.
9/48), Dezember 2003 (
Urk.
9/53) und Mai 2007 (
Urk.
9/62) von Amtes wegen durch
geführten Revisionsverfahren ergaben
jeweils keine rentenbeeinflussenden
Änderungen (
Urk.
9/43,
Urk.
9/49,
Urk.
9/57 und
Urk.
9/70).
1.5
In den Jahren 2009 und 2010 wurden
X._
(
zwischen April und
Juni 2009 [Ermittlungsber
icht vom 2
0.
Mai 2010,
Urk.
10]
und
zwischen
Januar
und
März 2010 [Ermittlungsbericht vom 2
5.
März 2010
,
Urk.
12]) und seine Ehefrau (
ebenfalls zwischen April und Juni 2009 [
Urk.
10] sowie im
Juli 2009 [
Ermitt
lungsbericht
vom 1
2.
November 2009,
Urk.
9/87])
im Auftrag
des
Haftpflicht
versicherers
(
Zürich
Versicherun
gs-G
esellschaft
)
observiert
.
1.6
Im Mai 2010 leitete die IV-Stelle
– in Unkenntnis der
durchgeführten
Observatio
nen -
durch Zustellung des „Fragebogens: Revision der Invaliden
rente/
Hilflosenentschädigung
“ an den Versicherten erneut ein
Revisionsverfah
ren
ein (
Urk.
9/71). Sie liess die Auszüge aus dem Individuellen Konto des Ver
sich
erten erstellen (
Urk.
9/73)
und
holte
den Verlaufsbericht
von
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Neurologie,
vom 2
9.
Juni/
6.
Juli 2010 (Urk.
9/74)
ein.
Im Oktober 2010 stellte die Zürich
Versicherun
gs-G
esellschaft
dem
Regress
dienst
der IV-Stelle
das Observationsmaterial (
inkl.
DVD’s
) zu (Urk.
9/75 und Urk. 9/77
,
Urk.
9/155/5;
Urk.
10
bis 13
), ebenso auch das
in ihrem Auftrag erstellte
,
den Versicherten und seine Ehefrau betreffende
Aktengutachten
des R
h
eumazentrums der Klinik
G._
v
om 3
1.
August 2010
(
Urk.
9/76).
Nach
Beizug
einer Stellungnahme des Regionalen ärztlichen Dienstes (RAD,
Urk.
9/155/3-5) kündigte die IV-Stelle
dem Versicherten
am 19.
Oktober 2010
die
sofortige
Sistierung der Invalidenrente an und se
tzte ihm eine Frist bis zum 29.
Oktober 2010, um dazu Stellu
ng zu nehmen (
Urk.
9/78). Am 2.
November 2010 ging die Stellungnahme des Versicherten
vom 2
9.
Oktober 2010 bei der IV-Stelle ein (Urk.
9/84)
, woraufhin
sie
mit Verfügung vom 2. November 2010 (
Urk.
9/85, ersetzt die – zu früh erlassene – Verfügung vom
1.
November 2010
[
Urk.
9/82
]
) dessen
Rente mit sofortiger Wirkung sistierte. In der Folge gab die IV-Stelle beim
H._
ein medizinisches Gut
achten
in Auftrag (Mitteilung vom 10.
November 2010,
Urk.
9/92),
woran si
e mit Zwischenverfügung vom 30.
Mai 2012 (
Urk.
9/119) festhielt. Die dagegen vom Versicherten am 2
9.
Juni 2012 erhobene Beschwerde (
Urk.
9/122/3-9) wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 1
2.
September 2012 gutgeheissen, soweit sie nicht als gegenstandslos geworden abgeschrieben wurde (
Urk.
9/131
/2-3
).
Nach
Beizug
des polydisziplinären Gutachtens des
I._
vom
3
1.
Deze
mber 2013
(
Urk.
9/153) sowie
durchgeführtem
Vorbesche
id
verfahren
(Vorbescheid vom 5.
Mai 2014,
Urk.
9/157; Einwand vom 2
6.
Mai 2014,
Urk.
9/162) hob die IV-Stelle mit Verfügung vom 3
0.
Juli 2014 die Rente
des Versicherten
per Ende November 2010 auf (
Urk.
9/167 =
Urk.
2).
2
.
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1
5.
September 2014 Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom 3
0.
Juli 2014 sei aufzu
heben und es sei weiterh
in eine Rente auszusprechen, eve
ntualiter sei die Sache zwecks neuer Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1).
Die Beschwerdegegnerin ersucht
e mit Beschwerdeantwort vom 17.
November 2014 um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8), was dem Beschwerdeführer am 2
1.
November 2014 mitgeteilt wurde (
Urk.
14). Am
5.
März 2015 ersuchte er um Anordnung eines zweit
en Schriftenwechsels (
Urk.
15), welcher vom Gericht indessen als nicht er
forderlich erachtet wurde (Urk.
16). Am 2
5.
März 2015 reichte der Beschwerdeführer eine ergänzende Stellungnahme ein (
Urk.
17, unter Beilage der an seinen Rechtsvertreter gerichteten Stellungnahme von
Dr.
med.
J._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom
3.
Januar 2015 [
Urk.
1
8
]).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten U
nterlagen wird
, soweit erforderlich, in den nac
hfolgenden Erwägungen eingegangen
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.1.2
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
oder eine vergleichbare Störung ohne erkennbare organische Ursache
begründet
als solche
noch keine Invalidität. Nach der bisherigen Recht
sprechung bestand eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind.
Danach konnten bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügte. Ob ein solcher Ausnahmefall vorlag, entschied sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien
(BGE 130
V
352, 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3).
1.1.3
Mit
BGE 141 V 281
hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursa
che und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 u
nd anschliessende Urteile) ange
passt und festgehalten, dass die
Invaliditätsbemes
sung
stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berück
sichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen nieder
schlagen muss.
An die Stelle des bishe
rigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) trete
n im Regelfall beachtliche Stan
dardindikatoren. Diese lassen sich in die Ka
tegorien Schweregrad und Konsis
tenz der funktionellen Auswirkungen ein
teilen. Der Prüfungsraster ist rechtlich
er Natur.
Die
Anerkennung eines
renten
begrün
denden
Invaliditätsgrades ist nur zulässig, w
enn die funktionellen Aus
wirkun
gen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt e
s da
ran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wi
e vor die materiell beweisbe
las
tete versicherte Person zu tragen (E. 6).
Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert werden können, umschreibt das Bundesger
icht in BGE 141 V 281
wie folgt:
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
Komorbiditäten
(E. 4.3.1.3)
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
behandlungs- und eingliederungsanam
nestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
(E. 4.4.2)
.
1.1.4
Beruht die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Kons
tellation, liegt
sowohl nach der bisherigen als auch nach der geänderten Rechtsprechung zu den
somatoformen
Schmerzstörungen und vergleichbaren psychosomatischen Leiden
regelmässig keine versic
herte
Gesundheitsschädi
gung
vor
(
vgl. in BGE 140 V
8 nicht publizierte Erwägung E.
4.4.2, mit Hin
weisen, und
BGE 141 V 281
E. 4.1, mit Hinweisen)
.
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades
bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
Liegt im oben erwähnten Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend („allseitig“) zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer über November 2010 hinaus Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat.
2.2
Die Beschwerdegegnerin machte in der angefochtenen Verfügung im Wesentli
chen geltend, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers massge
blich verbessert habe. Es sei davon auszugehen, dass er in einer angepassten Tätigkeit wie der bisherigen zu maximal 20
%
eingeschränkt
sei. Im Sinne eines Prozentvergleiches sei ein 20%iger Invaliditätsgrad anzunehmen. Es könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen
werden
, dass der gutachterlich festgestellte Gesundheitszustand bereits im Zeitpunkt der Observation bestanden habe. Mangels unverzüglicher Meldung der dokumen
tierten Verbesserung sei spätestens in diesem Zeitpunkt von einer
Meldepflicht
verletzung
auszugehen, weshalb die Rente rückwirkend per Ende November 2010 einzustellen sei (
Urk.
2).
2.3
Der Beschwerdeführer brachte dagegen im Wesentlichen vor, sein Zustand habe sich nicht verbessert, sondern sei in Teilbereichen schlechter geworden (zum Beispiel bezüglich rechter Hand). In anderen Bereichen gebe es kein valides Testresultat (Neuropsychologie). Eine allfällige Verbesserung könnte sodann erst ab Vorliegen des Gutachtens geltend gemacht werden. Die ursprüngliche Begründung für die Renteneinstellung seien das Aktengutachten der Klinik
G._
und die Überwachungsakten gewesen. Allein damit könne aber eine Rentenrevision nicht begründet werden (
Urk.
1 S. 9 und 10).
3.
3.1
Im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung vom
2
7.
Oktober 1997
(Urk. 9/25)
präsentierte sich die m
edizinische Aktenlage wie folgt:
3.1.1
Im Austrittsbericht der
A._
vom
2
1.
März 1996
(
Urk.
9/44/33
-46)
wurde
n
unter Hinweis auf den Unfall vom
2.
Juli 1994
als Eintrittsdiagnose
ein schräg axiales Stauchungstrauma der HWS mit Fraktur der ersten Rippe links (konservative Therapie)
mit
leichtem
zer
v
i
kalem Syndrom mit Schwindel und Kopfschmerz mit Ausstrahlung in Oberkiefer und Zähne sowie Lichtemp
findlichkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, verschwommenem Sehen sowie erschwerte
r Unf
allverarbeitung angeführt (Urk.
9/46/33). In der beruflichen Abklärung in der
A._
sei man zum Schluss gek
om
men, dass der Beschwerdeführer
mit Hilfe eines Arbeitstrainings
in einer Insti
tution wie zum Beispiel der
B._
den Wiedereinstieg in einen
Betrieb
in
der freien Wirtschaft angehen sollte. Trotz der bestehenden Besc
hwerden werde
– auf medizinisch-theoretischer Ebene – an einer Teil
arbeitsfähigkeit von 50
%
festgehalten (
Urk.
9/44/39).
Im Bericht der
A._
an die Beschwerdegegnerin vom 2
6.
März 1996 wurde angeführt
, dass der Beschwer
deführer in der angestammten
Tätigkeit seit dem 1
8.
März 1996 zu 50
% arbeitsunfähig sei (
Urk.
9/44/31).
3.1
.2
Dr.
C._
hielt in ihrem Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 2
4.
April 1996
(
Urk.
9/44/27-29)
bei gleichen Diagnosen wie im Bericht der
A._
vom 2
1.
März 1996 fest, bis heute sei die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers immer noch stark schwankend gewesen, so dass auf längere Sicht keine sicheren Angaben gemacht werden könnten. Im Moment bestünden eine Exazerbation der Symptomatik sowie psychische Schwierigkeiten (erschwerte Unfallverarbe
itung), so dass sie und
Dr.
D._
der Meinung seien, dass der Beschwerdeführer im Moment zu 100
%
arbeitsunfähig sei.
Sie hofften, dass sie den Beschwerdeführer
bis zum Herbst wieder auf 50
%
arbeitsfähig schreiben könnten und er dann mit Hilfe eines Arbeitstrainings zum Beispiel in der
B._
den Wiedereinstieg zu 50
%
schaffen könne.
3.1
.3
Im Verlaufsbericht
vom 1
6.
Januar 1997
(
Urk.
9/44/17-18 und
Urk.
9/44/21)
diagnostizierte
Dr.
C._
ein chronisches, therapieresistentes, posttraumatisches
z
erviko
zephales
Syndrom, einen Morbus
Sudeck
Handgelenk und Mittelhand rechts sowie eine reaktive Depression. Der Beschwerdeführer habe das
B._
-Pr
ogramm leider schon am ersten
Tag wegen starken Beschwerden
am Nacken mit Schwindel und Druckgefühl und an der Hand
abbrechen müssen.
Seit der Planung dieser Wiederaufnahme zu 50
%
habe der Beschwerdeführer am
9.
Mai 1996 leider einen
2.
Autounfall erlitten, wodurch sich das
zervikozephale
Syn
drom weiter verschlechtert habe. Zudem komme eine zweite Behinderung durch die Fraktur der rechten Mittelhand mit anschliessendem Morbus
Sudeck
dazu. Unter diesen Umständen erachte sie eine Wiederaufnahme der Abklärung nicht sinnvoll. Die Situation werde sich wahrscheinlich auch längerfristig nicht ver
ändern, so dass eine 100
%
Invalidisierung i
n Betracht gezogen werden müsse
.
3.1.4
Dr.
D._
erhob in seinem Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 1
2.
Mai 1997 einen Status nach depressiver Störung bei erschwerter Unfa
llverarbeitung
.
I
m bisherigen Beruf sei der Beschwerdeführe
r
seit dem
7.
Februar 1996 bis auf unbestimmte Zeit zu 100
%
arbeitsunfähig
(
Urk.
9/44/13-14)
. Berufliche Mass
nahmen hätten in absehbarer Zeit keine Erfolgschancen und würden die müh
sam erreichte psychische Stabilität wieder gefährden
. Es sei keine berufliche Tätigkeit möglich in absehbarer Zeit (
Urk.
9/44/15-16
; s. auch
Urk.
9/46/391-392
)
.
3.2
Der behandelnde Neurologe
Dr.
F._
bezeichnete in seinen - anlässlich der Revisionsverfahren 1998, 2000, 2001, 2003/2004 und 2007
erstatteten
-
Ver
laufsberichten
vom 1
0.
Juli 1998 (Urk. 9/44/5-7
),
4. September 2000 (Urk. 9/44/3
),
6.
August 2001 (
Urk.
9/44/1-2), 2
6.
Februar 2004 (
Urk.
9/55) und vom
2
4.
August 2007 (
Urk.
9/67) den Gesundheitszustand des Beschwerdefüh
rers
jeweils
als stationär
und attestierte ihm durchgehend eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit
.
3.3
Im Ermittlungsbericht vom 2
0.
Mai 20
10 betreffend die Observationen des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau
vom
30.
April,
9.
Mai und
6.
Juni 2009
(vgl. Sachverhalt Ziffer 1.5)
wurde festgehalten, dass der Beschwerdeführer seit Dezember 2005 ein Einzelunternehmen betreibe (
K._
, im H
andelsregister eingetragen am 2
1.
Dezember 2005, Zweck: Verkauf und Han
del mit Weinen, Spirituosen, Olivenölen, Delikatessen und anderen
Gourmet
produ
kten
und Zubehör; am 1
4.
Mai 2012
infolge Geschäftsaufgabe
erloschen [vgl.
http://www.hra.zh.ch
; Firmensuche;
K._
]
)
. Auf der
Inter
netseite
(www.
K._
.ch
[
nicht mehr in Betrieb
]
)
sei vor
dem 3
0.
April 2009 veröffentlicht worden, dass Präsentationsräume
am Wohnort des
Beschwerdeführers und seiner Ehefrau als Verkaufslokalität dien
ten
.
Am Samstag, 6. Juni 2009, hätten der Beschwerdeführer und seine Ehefrau zwischen 9.07 Uhr und 15.30 Uhr - als Betreiber eines Marktstandes für ihre Firma - auf dem
L._
beim Einrichten und Abräumen des Marktstandes und beim Ve
rkauf beobachtet werden können
(U
rk.
10 S. 7)
.
Laut dem Ermittlungsbericht vom 2
5.
März 2010 wurde der
Beschwerdeführer in der Zeit von
2
9.
Januar bis
5.
März 2010 an insgesamt zwölf Tagen obser
viert, wob
ei er bei diversen Aktivitäten (
insbesondere
Autofahr
en, unter ande
rem eine
Fahrt von
vierei
nhalb Stunden
; Alpinskifahren; Schneeschuhwandern;
B
obschlittenfahrt auf Rodelbahn;
Unkraut jäten, Einkaufen)
beobachtet
werden
konnte
(
Urk.
12 S. 12-14).
3.4
3.4
.1
Dr.
F._
diagnostizierte in seinem Bericht an die Beschwerdegegnerin vom
6.
Juli 2010 einen Status nach zwei
HWS-Traumen am
2.
Juli 1994 und
9.
Mai 1996 (
Urk.
9/74/1
-4
). In der zuletzt ausgeübten
Tätigkeit bestehe seit dem 10.
Mai 1996
bis 2
8.
Juni 2010 (letzte Kontrolle)
eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit. Im Übrigen verwies
er auf seinen Bericht an Dr. med.
M._
, FMH Innere Medizin,
vom 2
9.
Juni 2010 (
Urk.
9/74/5-7). Darin führte er als Diagnose ein chronisches,
posttraumatisches,
cervicocephales
Schmer
z
syndrom bei Status nach zwei HWS
-Traumen am
2.
Juli 1994 und 9.
Mai 1996 an. Aktuell beklage der Beschwerdeführer einen ständigen Druck und Schmerzen, mit teilweise brennenden Schmerzen, im Nacken- und Hinterhauptsbereich. Sobald er sich nach vorne neige, um zum Beispiel am PC zu arbeiten oder etwas zu lesen, nähmen die Schmerzen im Nacken zu, mit einem Blockierungsgefühl und oft
mals zusätzlichem Schwindel. In Normalhaltung bestehe ein ständiger Druck im Nacken ohne Schwindel, weshalb es dem Beschwerdeführer möglich sei, ein Auto zu lenken. An der rechten
Hand komme es, bei Status nach s
udeckscher Dystrophie, häufig zu Kältegefühlen, und die Feinmotorik der rechten Hand sei vor allem in solchen Phasen verlangsamt.
Aufgrund des heutigen
Beschwerde
bildes
sei höchstens eine 20%ige Arbeitsfähigkeit realisierbar, unter der Voraussetzung einer leidensangepassten Tätigkeit.
3.4
.2
Dr.
med.
N._
, Facharz
t
für Chirurgie und Traumatologie, vom RAD hielt in seiner
Stellungnahme vom 1
4.
Oktober 2010
(
Urk.
9/155/3-4)
unter Verweis auf das in den Akten liegende, von ihm studierte Observationsmaterial,
fest, dass sich erhebliche Zweifel an den aktenkundigen Beschwerdeschilderungen des Beschwerdeführers ergäben. Auch zeigten sich deutliche Diskrepanzen zu den erhobenen ärztlichen Befunden.
Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seien aufgrund der neuen Unterlagen (Observationsmaterial, letzter Arztbericht von
Dr.
F._
) Zweifel an den gesetzlichen Voraussetzungen für weitere Leistun
gen gemäss IVG angebracht.
Aus fachärztlicher Sicht würden in den
Videose
quenzen
(betreffend das Einrichten eines Marktstandes am
6.
Juni 2009 und betreffend Beobachtungen beim Wintersport am
1.
März 2010) Verhaltenswei
sen des Beschwerdeführers dargestellt, welche mit den
formulierten
Diagnosen nicht in Einklang zu bringen seien. Anzeichen für physische oder psychische Behinderungen mit andauernder Auswirkung auf die Arbeitsf
ähigkeit des Beschwerdeführers
seien nicht zu sehen. Die in den Videoaufzeichnungen dar
gestellten Aktivitäten des Beschwerdeführers liessen eine Restarbeitsfähigkeit in der angestammten und in einer zu bestimmenden Verweistätigkeit vermuten. Er empfehle eine polydisziplinäre Begutachtung.
3.4.3
Im
polydisziplinäre
n
Gutachten des
I._
vom
3
1.
Dezember 2013 (
Urk.
9/153)
wurden im Rahmen der
Gesamtbeurteilung als
Diagnosen mit Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit (1) ein c
hroni
sches
zervikozephales
Schmerzsyn
d
r
om (ICD-10 M53.0; M54.02) mit degenerative
n
Veränderungen der HWS mit ventralen und dorsalen
osteophytären
Anbauten HWK5–7, ventraler Höhenminderung HWK5, Höhenminderung des Bandscheibenfachs HWK5-7, geringer flächiger
Band
scheibenprotrusionen
HWK5 bis BWK1 jeweils bis an die
Ostien
der
Neurofora
mina
reichend sowie ohne Anhalt für ein zervikales
radikuläres
Reiz- oder Ausfallsyndrom
, (2) ein
Status nach HWS-Stauchung und Fraktur der ersten Rippe am
2.
Juli 1994 (beim Surfen zugezogen)
, (3) ein
Status nach Auffahrun
fall am
9.
Mai 1996 mit Frakturen des
os
metacarpale II und IV rechts und Ent
wicklung eines Morbus
Sudeck
im Handgelenk und Mittelhand rechts, leichter
dystoner
Reaktion der rechten Hand (ICD-10 G24.8), am ehesten im Rahmen einer
Afferenzstörung
nach
Morbus
Sudeck
bei Frakturen im
o
s
metacarpale II und IV rechts
sowie (4) eine c
hronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
aufgeführt.
Als weitere Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine nicht quantifizierbare neuropsy
chologische Störung bei Aggravation und chronischer Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, ein
Hallux
valgus
rechts, eine
Achil
lodynie
links, ein unklarer Schmerz im Bereich der
Thoraxapertur
ventral
stern
o
costal
sowie eine arterielle Hypertonie genannt (
Urk.
9/153/38).
Unter Abwä
gung aller Befunde und ausführlicher Diskussion seien die Gutachter in ihrer Konsensbesprechung übereingekommen,
dass der Beschwerdeführer zurz
eit nicht in der Lage sei, körperlich mittelschwere und schwere Tätigkeiten
über
einen ganzen Arbeitstag durchzuführen. Auch für körperlich leichte Tätigkeiten wie die angestammte Arbeit bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in Höhe von 40
%
, welche allerdings möglicherweise noch besserungsfähig sei
(
Urk.
9/153/43)
.
Die Arbei
tsfähigkeit
sei
aufgrund
eines erhöhten
Pausenbe
darfs
um 40
%
auf insgesamt 60
%
vermindert, wobei die verminderte Arbeits
fähigkeit aufgrund
neurologischer und psychiatrischer Einbussen zu begründen
sei
. Darüber hinausgehende Einschränkungen lägen nicht vor
(
Urk.
9/153/44)
. Die aktuell attestierte Arbeitsfähigkeit gelte ab Gutachtenzeitpunkt
(
Urk.
9/153/44)
.
4
.
4
.1
Die Mitteilungen vom 1
4.
Juli 1998,
7.
September 2000, 3
0.
September 2001,
2. März 2004 und vom
5.
November 2007
,
mit welchen ein u
nveränderter
Inva
liditätsgrad
von 100
%
bestätigt wurde (
Urk.
9/33,
Urk.
9/43,
Urk.
9/49,
Urk.
9/57 und
Urk.
9/70),
beruhten nicht auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruches mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswürdi
gung
und Durchführung eines Einkommensvergleiches.
Z
eitlicher
Referenz
punkt
für die Prüfung einer anspruch
s
erheblichen Verände
rung bildet somit die ursprüngliche Rentenverfügung vom 2
7.
Oktober 1997, mit welcher dem Beschwerdeführer ab
1.
Oktober 1996 eine ganze In
validenrente zugesprochen worden war
(
Urk.
9/25). Demgemäss ist zu prüfen, ob sich seit dieser Verfügung bis zur - rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen
Über
prüfungsbefugnis
bildenden (BGE 130 V 446 E. 1.2 mit Hinweisen) - Verfügung vom
3
0.
Juli 2014
(
Urk.
2)
der massgebliche m
edizinische und/oder wirtschaft
li
che Sachverhalt in einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise geändert hat
(vgl. E. 1.2)
.
4
.2
Vorauszuschicken ist, dass nach der Rechtsprechung die Aufgaben von
Rechts
anwender
und Arztperson im Rahmen der Invaliditätsbemessung wie folgt ver
teilt sind: Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es, den Gesund
heitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschrei
ben, das heisst mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersu
chung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommt der Arztperson hinge
gen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt die
Arzt
person
zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, das heisst, sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich begründet. Diese ist durch die rechtsanwendenden Behörden im Rahmen der rechtlichen Vorgaben zu würdi
gen. Weil die Arbeitsfähigkeit somit keine
rein
medizinische, sondern
auch
eine juristische Frage ist, können sich Konstellationen ergeben, bei welchen von der im medizinischen Gutachten festgestellten Arbeitsunfähigkeit abzuweichen ist, ohne dass dieses seinen Beweiswert verlöre (BGE 140 V 193 E. 3.2 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichtes 9C_651/2014 vom 23. Dezember 2014 E. 5.1 mit Hinweisen).
4
.3
E
in Observationsbericht
bietet
für sich allein keine sichere Basis für Sachverhalts
feststellungen betreffend den Gesundheitszustand sowie die Arbeitsfähigkei
t der versicherten Person
. Im Verbund mit einer – schlüssigen – fachärztlichen Stellungnahme ist er jedoch verwertbar und in eine gesamthafte Beweiswürdigung miteinzubeziehen (Urteil des Bundesgerichtes 9C_492/2012 vom 2
5.
September 2012 E. 4.2 und E. 4.3).
4.4
4.4
.1
Das
polydisziplinäre
Gutachten
des
I._
vom 3
1.
Dezember 2013 (
Urk.
9/153)
basiert auf den erforderlichen allseitigen
fachärztlichen Untersuchungen (inter
nistisch, orthopädisch, neurologisch, psychiatrisch und neuropsychologisch
) und wurde in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit de
n
Vorakten
(Anamnese) sowie den Ergebnissen der von der Zürich Versicherungs-Gesellschaft veran
lassten Observation
abgegeben. Die Gutachter haben detaillierte Befunde erho
ben, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerdeführers auseinandergesetzt.
Zudem haben sie die medizinischen Zustände und Zusammenhänge grundsätzlich einleuchtend dar
gelegt
(vgl. aber E. 4.6
)
. Insoweit erfüllt das
I._
-Gutachten
die
rechtspre
chungsgemässen
Anforderungen an beweiskräftige ärztliche
Entscheidungs
grundlagen
(BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c)
.
Auf die von den Gutachtern vorgenommene Folgenabschätzung kann jedoch aufgrund der nachfolgenden Erwägungen
(vgl. E. 4.6.4 und E. 4.8)
nicht vollumfänglich abgestellt werden.
4.4.2
Vorweg zu nehmen ist, dass gemäss
den
Feststellungen im psychiatrischen
Fach
gutachten
des
I._
vom
3.
Juli 2013 (
Urk.
9/153/57-73)
die im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung vorliegenden Diagnosen einer posttrau
matischen Belastungsstörung und depressiven Anpassungsstörung,
welche unter anderem zur Annahme einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit geführt hatten
(vgl. E. 3.1
;
Urk.
9/12,
Urk.
9/17 und
Urk.
9/19
)
,
abgeklungen sin
d. Laut dem psychi
atrischen Fach
gutachten ist der aktuelle Zustand psychiatrisch als anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren ein
zuordnen und besteht aus psychiatrischer Sicht ab Begutachtungszeitpunkt
eine Leistungsfähigkeit von - nunmehr - 80
%
in der
angestammten Tätigkeit bei einer zeitlichen Präsenz von 100
%
(
Urk.
9/158/68-69). In Übereinstimmung damit wurde im Rahmen der Gesamtbeurte
ilung festgehalten, dass es aus
psy
chiatrischer Sicht seit 1996 zu einer gesundheitlichen Verbesseru
ng gekommen
sei; es
sei eine Stabilisierung eingetreten (
Urk.
9/153/42
)
.
Di
ese gutachterliche
Beurteilung vermag mit Blick auf die im psychiatrischen Fachgutachten
erho
benen Befunde (
Urk.
9/153/64
) sowie die weiteren Feststellungen des psychiat
rischen Gutachters
zu überzeugen (zur psychiatrischen Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit vgl. aber E.
1.1 und E.
4.8
).
Eine tatsächliche Veränderung in den gesundheitlichen Verhältnissen des Beschwerdeführers ist sodann
– wie die Beschwerdegegnerin zu Recht feststellte (
Urk.
2 S. 3) -
auch darin zu erblicken, dass sich die bei der ursprünglichen
Rentenzusprache
aktenkundigen körperlichen Beschwerden in ihrer Intensität
und damit in ihren Auswirkungen
o
ffenkundig erheblich
vermindert
haben. So hatte er damals das Arbeitstraining bei der
B._
bereits nach bloss zwei Stun
den wegen seines schwachen gesundheitlichen Zustandes definitiv abbrechen müssen (vgl. Sachverhalt
Ziff.
1.1 und
Urk.
9/12).
Wie RAD-Arzt Dr.
N._
in seiner Stellungnahme vom 1
4.
Oktober 2010
zum Observationsmaterial
bemerkte, war der Beschwerdeführer am
6.
Juni 2009 jedoch in der Lage, über einen Zeitraum von sechs Stunden verschiedene körperliche Tätigkeiten auszu
üben, ohne dass an seinem Bewegungsverhalten irgendwelche
Funktionsein
schränkunge
n
erkennbar gewesen wären (Urk.
9/155/4 und
Urk.
10).
Unter diesen Umständen kann – entgegen der Auffassung des Beschwerdefüh
rers – eine anspruchsrelevante Sachverhaltsänderung im Sinne ihrer Eignung, zu einer abweichenden Beurteilung des Rentenanspruches zu führen, ohne Weiteres bejaht werden. Demnach ist
vorliegend
der Invaliditätsgrad auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhaltes neu und ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen zu ermitteln (vgl. E. 1.2 am Ende und BGE 141 V 9 E. 5.3 und E. 6).
4.5
4.5.1
Der orthopädische Gutachter des
I._
legte in seinem
Fachgutachten
vom
8.
Juli 2013 (
Urk.
9/153/74
-86
)
einlässlich dar, dass und weshalb die vom Beschwerdeführer geklagten Schmerzen und Beschwerden im geltend gemach
ten Ausmass aufgrund der objektiven orthopädischen Befunde nicht hinrei
chend erklärt werden können. So stellte er
fest, bei der klinischen Untersuchung und dem Palpieren der paravertebralen Muskulatur sowie beim Versuch der passiven Beweglichkeitsprüfung der Halswirbelsäule
entstehe der Eindruck der Überakzentuierung der Beschwerdeangaben im Vergleich zur aktiven
Bewe
gungsausschlagstestung
. Zumindest hätte man bei der Untersuchung erwartet, dass die passive
Bewegungsausschlagsmasse
der aktiven Bewegungstestung erreicht
würden
und dabei die ähnlichen Schmerzangaben
,
Schmerzreaktionen zu sehen gewesen wären. Diese schon während der klinischen Untersuchung auffällige Befunddissoziation werde durch die auf den Filmdokumentationen zu
machenden Beobachtungen noch verstärkt
(Urk. 9/153/81)
.
Die im Gutachten der
E._
vom
9.
März 1999 aufgeführten Befunde seien im Vergleich zu den Befunden anlässlich der Untersuchung im
I._
vom
5.
Juli 2013 nahezu unverändert. Die
im
I._
während der klinische
n, radiologischen und
MR-tomographischen Untersuchung erhobenen Befunde wiesen, abgesehen von der Unmöglichkeit der passiven Halswirbelsäulenbewegungsprüfung und einer geringen, als altersentsprechend zu bewertenden
,
MR-tomographisch sichtbar gewordenen Zunahme der degenerativen Veränderungen im Bereich der HWS, absolut vergleichbare objektive klinische und radiologische Untersu
chungsbefunde auf
(
Urk.
9/153/83-84)
. In Bezug auf die Observationen lasse sich in Kenntnis der eigenen Untersuchungsbefunde und der in den
Vorgutach
ten
erwäh
n
ten obje
ktiven Befunde folgendes a
ussagen
:
Die Observation zeige eine freie Beweglichkeit und freie Nutzung der Bewegungsausmasse der hier besonders interessierenden HWS und der rechten Hand. Es liessen sich im Observationsmaterial keine Beobachtungen machen, die einen konkreten Anhalt auf Schmerzreaktionen, Schmerzvermeidungsverhalten und Schmerzerleben oder schmerzbedingte Bewegungseinschränkungen geben würden. Die Observa
tion
en sprä
che
n
gegen eine relevante Beeinträchtigung der Funktionalität der HWS und der rechten Hand. Sie stünden somit auch in einem Kontrast zu den Angaben des Beschwerdeführers, welcher Beschwerden bei vornübergebeugter Haltung, Sitzen in Z
wangspositionen, geistiger Täti
gkeit, Arbeiten in einem gewissen Kraftaufwand angebe. Zumindest liessen sich solche Einschränkungen aufgrund der Observationen und gestützt durch die eigenen klinischen Befunde nicht
plausibilisieren
.
Es liege ein chronisches
zervikozephales
Schmerzsynd
r
om mit degenerativen Veränderungen der HWS vor (
Urk.
9/153/84).
Die initialen Beschwerden im Bereich der Mittelhand bei Status nach Metacarp
ale II-IV-Fraktur und fraglicher
Metacarpale V-Fraktur seien durch das Unfallereignis vom
9.
Mai 1996 ausgelöst
worden,
aus strikt orthopädischer Sicht
jedoch fol
genlos abgeheilt und nicht mehr die Arbeitsfä
higkeit relevant einschränkend
(
Urk.
9/153
/84).
Die bisherige Tätigkeit
im Bankwesen
, also Bürotätigkeiten, könne aus r
ein ortho
pädischer Sicht ganztäg
ig vollumfänglich durchgeführt werden. Es bestehe dabei keine verminderte Leistungsfähigkeit. Dies gelte seit der abschliessenden klinischen Untersuchung vom
1.
Dezember 1998 in der
E._
(
Urk.
9/153/85)
.
4.5.2
Diese Beurteilung erscheint aufgrund der
im orthopädischen Fachgutachten er
ho
benen klinischen Befunde, der
Ergebnisse
der
aktuellen
bildgebenden Abklärungen
(MRI und Röntgen der HWS vom 2
3.
Juli 2013,
Urk.
9/153/80-81) sowie der weiteren Feststellungen des orthopädischen Gutachte
rs nachvollzieh
bar und überzeugend.
4.6
4.6
.1
Die neurologischen Gutachter hielten i
n
ihrem
Fachgutachten vom 3.
Juli 2013
(
Urk.
9/153/87-98)
fest
, aufgrund der Aktenlage, der Eigenanamnese sowie der klinisch-neurologischen Untersuchung könnten sie aus neurologischer Sicht ein chronisches
zervikozephales
Schmerzsyndrom ohne Anhalt für ein
radikuläres
Reiz- oder Ausfallsyndrom sowie eine leichte
dystone
Reaktion der rechten Hand, am ehesten im Rahmen einer
Afferenzstörung
nach Morbus
Sudeck
bei Frakturen im
os
metacarpale II und IV rechts diagnostizieren. Zusätzlich bestünden ein Status nach HWS-Stauchung und Fraktur der ersten Rippe am
2.
Juli 1994 und ein Status nach Auffahrunfall am
9.
Mai 1996 mit Frakturen des
os
metacarpale II und IV rechts mit Entwicklung eines Morbus
Sudeck
im Handgelenk und Mittelhand rechts
(Urk.
9/153/94).
Zusammenfassend seien die Beschwerden von Seiten der HWS, die Kopfschmer
zen und die
Feinmotorikstörung
der rechten Hand nachvollziehbar. Das Aus
mass sei jedoch überzeichnet.
Ob dies bewusst oder unbewusst geschehe, könne im neurologischen Gutachten nicht beantwortet werden. Es sei verständlich, dass das Skifahren im Gesamtkontext einer vollen Berentung Fragen aufwerfe. Der Beschwerdeführer fühle sich jedoch teilweise arbeitsfähig, und es ergebe sich eine deutliche Diskrepanz zur vorher angegebenen sportlichen Leistungsfä
higkeit. Zudem müsse das Skifahren eingebettet in den sozialen Kontakt betrachtet werden.
Aus neurologischer
Sicht
sei von der Möglichkeit einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit in einem ergonomischen Umfeld auszu
gehen.
Bei längerer Arbeitsunfähigkeit werde eine gestaffelte Steigerung des Arbeitspensu
ms bis auf 60
%
empfohlen (Urk.
9/153/97).
Begründet sei diese Einschränkung durch das
zervikozephale
Schmerzsyndrom, welche
s
sich bei Belastung akzentuiere, sowie durch die motorische Beeinträchtigung der rechten Hand (Dystonie) nach einer Sudeckerkrankung bei Fraktur der
Mittelhandkno
chen
. Für mittelschwere und schwere Tätigkeiten sei der Beschwerdeführer nicht geeignet (Urk. 9/153/97-98)
.
4
.6.2
Die neurologischen Gutachter
gehen – in Übereinstimmung mit de
n von ihnen erhobenen
klinischen
Befunden
(
Urk.
9/153/93)
-
von einem zervikalen Schmerzsyndrom ohne Anhalt für ein
radikuläres
Reiz- oder Ausfallsyndrom
aus.
Insoweit
haben sie
demnach
ihre
– von derjenigen des orthopädischen Gut
achters abweichende -
Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit
mit einem neurolo
gisch nicht erklärbaren
syndromalen
Schmerz
z
ustand begründet.
4
.6.3
Ihre (Erst-)Diagnose einer leichten
dystonen
Reaktion der rechten Hand
stützen
die neurologischen Gutachter
-
ausschliesslich
– auf die Schilderung
des Beschwerdeführers, wonach bei längerem Erledigen von feinmotorischen Auf
gaben, insbesondere beim Schreiben und beim Tippen, eine Verkrampfung und Schmerzen in den Händen a
uftrete
, sowie
auf die klinische
Beobachtung beim
Nine
-Hole-Peg-Test. Hier werde mit der rechten Hand eine leicht
dystone
Hal
tung eingenommen. Etwas dagegen spreche allerdings die mit der Anzahl der Versuche schneller werdende Erledigung der Aufgabenstellung (erster Versuch: 70 Sekunden, dritter Versuch 42 Sek
unden [
Urk.
9/153/96
).
D
azu ist zu bemerken, dass
das
beschriebene Testergebnis
offenbar auch nach Auffassung der Gutachter nicht eindeutig erscheint
.
Ausserdem ergab der
Nine
-Hole-Peg-Test bezüglich der linken Hand kein auffälliges Resultat
(erster und zweiter Versuch 17 Sekunden,
Urk.
9/153/93)
. Der Besc
hwerdeführer gab
lau
t ihren Angaben
jedoch
eine Verkrampfung und Sc
hmerzen „
in den Händen“ an (
Urk.
9/153/96
).
Sodann
wurden
im
Gutachten des
I._
multiple
Diskrepanzen zwischen den Beschwerdeschilderungen des Beschwerdeführers und dem von ihm
- anlässlich der Observation wie auch anlässlich der Begutachtung im
I._
- gezeigten Verhalten
beschrieben.
Im Rahmen der Gesamtbeurteilung
wurde dabei insbesondere auch auf
Inkonsistenzen
hinsichtlich einer allfälligen
K
raft
minderung
der rechten Hand
hingewiesen (Urk. 9/153/43)
.
Eigentliche
objektive n
eurologische Befunde, welche die vom Beschwerdeführer geklagte
n
Feinmoto
rikstörung
en
der rechten Hand
im Zeitpunkt der Begutachtung
erklären würden, haben die neurologischen Gutachter nicht
benannt. Den
Vorakten
der letzten Jahre
sind solche ebenfalls nicht zu entnehmen, worauf die neurologischen Gutachter im Rahmen ihrer Beurteilung
denn
auc
h hinwiesen (
Urk.
9/153/96). Wohl
war
seitens der
E._
im Juli 1996
eine ausgeprägte gelenknahe fleckförmige Demineralisation, vereinbar mit einem Morbus
Sudeck
(CRPS I)
, beschrieben worden
(
Urk.
9/46/267)
und handelt es sich beim CRPS um eine neurologisch-orthopädisch-
traumatologische
Erkrankung, das heisst um einen organisch
en
Gesundheitsschaden (Urteil des Bundesgerichts 8C_1021/2010 vom 19. Februar 2011 E. 7).
Bereits im Oktober 1996 wurde jedoch von
Dr.
med.
O._
eine schöne Besserung nach Morbus
Sudeck
doku
mentiert
. Die funktionelle Kapazität im Handgelenk und in allen Fingergelenken sei wieder
frei
,
und es seien keine
Dystrophiezeichen
mehr nachweisbar. Einzi
ges Residuum sei zurzeit eine diffuse Kraftminderung verglichen mit links (
Urk.
9/46/229). Laut dem in den Akten liegenden Gutachten der
E._
vom
9.
März 1999 waren im Rahmen des dortigen neurologischen Konsiliums vom 3. Juni 1998 keine Residuen des Morbus
Sudeck
rechts auf neurologischem Gebiet festgestellt worden und hatte auch die damals durchge
führte elektrophysiologische Untersuchung, einschliesslich Elektromyogramm, Neurographie sowie
Ulnaris
-SSEP, keinen Hinweis auf ein neurologisches Defi
zit ergeben (
Urk.
9/46/165). Der seit 1994 behandelnde Neurologe
Dr.
F._
berichtete im Juli 2007, die beim Beschwerdeführer seit 2003 unverändert bestehenden, unter Belastung zunehmenden Nackenschmerzen gingen in beide Schultern, hauptsächlich rechts und in den rechten Arm bis in die rechte Hand. Die Feinmotorik der Hand sei de
swegen reduziert (
Urk.
9/67/3).
Neurologische Ausfälle wurden von ihm damals wie auch im Bericht vom 2
9.
Juni 2010 aus
drücklich
verneint
(Urk. 9/67/4 und Urk.
9/74/6).
Insgesamt
ist deshalb nicht als hinreichend belegt zu erachten, dass es sich bei den
Feinmotorikstörungen
der rechten Hand um ein neurologisch bedingtes Leiden handelt.
4
.6.4
Wohl sind die Beschwerden von Seiten der HWS, die Kopfschmerzen sowie die
Feinmotorikstörung
der rechten Hand laut der Beurteilung der neurologischen Gutachter nachvollziehbar und - nur - im Ausmass überzeichnet
(Urk.
9/153/97).
Ob
die
von
den Gutachtern des
I._
deswegen
attestierte
quantitative
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
einer angepassten Tätigkeit wie der bisherigen
auch aus
invalidenversicherungsrechtlich
er Sicht relevant ist
, ist jed
och
–
da die vom neurologischen Gutachter berücksichtigten
körperlichen Schmerzen und B
eschwerden organisch nicht hinreichend erklärt sind
-
anhand der Rechtsprechung zu den
somat
oformen
Schmerzstörungen und
vergleichba
ren
psychosomatischen Leiden
zu prüfen
(vgl. E. 4.8)
.
4
.7
Im neuropsychologische
n
Fachgutachten vom
7.
Oktober 2013 (
Urk.
9/153/99-11
9) wurde eine nicht quantifizierbare neuropsychologisc
he Störung bei Aggra
vation und c
hronischer Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(ICD-10 F45.41)
diagnostiziert
(
Urk.
9/153/115)
.
Die neuropsycholo
gischen Gutach
ter kamen
zum
überzeugenden
Schluss
, dass aufgrund der nicht gegebenen Validität der aktuellen Untersuchungsbefunde die Arbeitsfähigkeit aus neuropsychologischer Sicht nicht beurteilt werden könne (
Urk.
9/153/118). Im Gesamtgutachten des
I._
wurde
die neuropsychologische Diagnose unter Hinweis darauf, dass die
anlässlich der neuropsychologischen Begutachtung gezeigten Einschränkungen neuropsychologisch nicht valide seien
und unter
Einbezug entsprechender Testverfahren eine bewusstseinsnahe Aggravation als wahrscheinlich erachtet werden müsse, als Diagnose ohne Auswirkung auf die A
rbeitsfähigkeit aufgeführt
(
Urk.
9/153/41)
, was folgerichtig erscheint und dem
entsprechend nicht zu beanstanden ist.
Anhaltspunkte für eine
hirnorganische
Verletzung
bestehen nicht (vgl. Urk.
9/153/93 und
Urk.
9/153/95)
. Anlässlich der neurologischen und psychiatrischen Begutachtung waren
sodann
klinisch keine Störungen des Gedächtnisses und der Konzentration erkennbar
(
Urk.
9/153/97 und Urk.
9/153/64)
. Hingegen fanden sich anlässlich der Begut
achtung im
I._
multiple
Hinweise auf Diskrep
anzen und Inkonsistenzen. Es ist daher
nicht anzunehmen, dass sich die vom Beschwerdeführer geklagten
Kon
zentrations
-, Gedächtnis- und Wortfindungsstörungen aufgrund einer neuerli
chen neuropsychologischen Untersuc
hung objektivieren lassen würden
.
Anlass für Weiterungen besteht daher– entgegen der Auffassung des Beschwerdefüh
rers
(
Urk.
1 S. 3)
– nicht.
4
.8
4
.8.1
Zu prüfen bleibt, ob der psychiatrisch
en Diagnose einer chronischen
Schmerzstö
rung
mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41
; vgl. E. 4.4
)
sowie den im neurologischen Fachgutachten beschriebene
n, nicht ausreichend organisch erklärten
körperlichen B
eschwerden
(
vgl. E. 4.6)
aus rechtlicher Sicht ein relevanter Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwer
deführers in angepasster Tätigkeit beizumessen ist.
4
.8.2
Die Beschwerdegegnerin (
Urk.
2) resp. deren Rechtsdienst (
Urk.
9/155/10-12) hat in Anwendung der bisherigen Rechtsprechung zu den
somatofor
men
Schmerz
störungen (vgl. E. 1.1.2
) grundsätzlich zutreffend dargelegt, dass und weshalb die chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
im Falle des Beschwerdeführers
als überwindbar zu gelten hat.
Gleiches trifft auch auf die im neurologischen Fachgutachten beschriebenen ätiologisch unklaren körperlichen Beschwerden
(vgl. E. 4.6)
zu. An diesem Ergebnis ändert die seit dem
3.
Juni 2015 geänderte bundesgerichtliche Rechtsprechung zu den psy
chosomatischen Leiden (vgl. E.1.1.3
) nichts (zur Anwendbarkeit dieser Recht
sprechung auf laufende Verf
ahren vgl. BGE 141
V
281 E. 8), dies aus folgenden Gründen:
Unter dem Aspekt „funktioneller Schweregrad“ ist in Betracht zu ziehen,
dass
die diagnoserelevanten Befunde und Symptome gemäss ICD-10 F45.41 nicht besonders ausgeprägt erscheinen
.
Die
Feinmotorikstörungen
der rechten Hand
wurde
n
von den neurologischen Gutachtern ausdrücklich als leicht bezeichnet
(vgl. E. 4.6
)
.
In d
en letzten Jahren wurden sodann
durchaus Behandlungserfolge erzielt
, hat sich doch
nach dem Gesagten jedenfalls
die psychische Situation
verbessert
(vgl. E. 4.4
)
. Von einer Ausschöpfung der Behandlungsmöglichkeiten resp. Behandlungsresistenz ist aufgrund der gutachterlichen Feststellungen nicht auszugehen.
Was den Indikator „
Komorbiditäten
“ betrifft, so
besteht gemäss den überzeugenden gutachterlichen Feststellungen keine psychische Komorbidität (mehr).
Eine
körperliche Komorbidität
ist zwar gemäss den Fest
stellungen im orthopädischen Gutachten gegeben. Diese steht aber der
vollzeit
lichen
Ausübung
der bisherigen sowie (anderen)
angepassten Tätigkeit
en
nicht entgegen
(vgl. E.
4.5
).
Zum Komplex „Persönlichke
it“ ist festzuhalten, dass
im psychiatrischen Gutachten eine erhöhte
Vulnerabilität
(
Urk.
9/153/68) sowie
erkennbare
anankastische
Persönlichkeitsanteile
(
Urk.
9/153/64)
erwähnt wur
den. Eine Persönlichkeitsstörung wurde jedoch nicht
diagnostiziert.
Hinsichtlich des Komplexes „Sozialer Kontext“ ist einerseits auf die
laut psychiatrischem Gutachter das Beschwerdebild mitbestimmenden (invaliditätsfremden)
psycho
sozialen Belas
tungsfaktoren hinzuweisen (Urk.
9/153/68)
.
Anders
eits lässt der Lebenskontext des
Beschwerdeführer
s auf durchaus
vo
rhandene Ressourcen
(gute Ehe, zwei gesunde Kinder [Urk.
9/153/18
]
; A
ufbau und Führung des Ein
zelunternehmens
„
K._
“, vgl. E. 3.3 und E. 4.9.2
) schliessen.
Zum - beweisrechtlich entscheidenden - Aspekt der Konsistenz i
st einerseits zu erwähnen, dass die aktenkundigen Behandlungsbemühungen
(im Zeitpunkt der Begutachtung
[Urk.
9/153/91]
: bis vor zwei bis drei Monaten Therapie nach Feldenkrais während eineinhalb Jahren,
zuvor über viele Jahre keine Therapie; ca. zwei Mal pro Monat Psychotherapie
; medikamentöse Behandlung
[gemäss Laboruntersuchung im
I._
lag der Medikamentenspiegel
hinsichtlich des
Citalopram
s
unterhalb des therapeutischen
Bereich
es
,
Urk.
9/153/20
und
Urk.
9/153/64
]
)
nicht auf einen
ausgeprägten Leidensdruck schliessen lassen.
Sodann
stellten
die Gutachter des
I._
, wie erwähnt,
z
ahlreiche Diskrepan
zen zwischen subjek
tiver Beschwerdeschilderung und dem anlässlich der Obser
vation sowie der Begutachtung gezeigten Verhalten resp. den objektivierbaren Befunden fest, wobei
sie eine
bewusstseinsnahe Aggrav
a
tion
als gegeben erachteten
(Urk. 9/153/41 und
Urk.
9/153/47)
.
Demnach sind
auch unter Berücksichtigung der nunmehr im Regelfall beachtli
che
n Standardindikatoren (vgl. E. 1.1.3
)
erhebliche funktionelle Auswirkungen der
Schmerzstörung sowie der im neurologischen
Fachgutachten beschriebenen
ätiologisch unklaren körperlichen Beschwerden
auf die Arbeitsfähigkeit nicht schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender W
ahrscheinlichkeit nachge
wiesen.
Aus
rechtlicher Sicht
sind daher die
chronische Schmerzstörung
sowie die
im neurologischen Gutachten beschriebenen
ätiologisch unklaren
Körper
beschwerden
auch nach der geänderten Rechtsprechung
nicht als
invalidisie
rend zu betrachten.
Unter diesen Umständen kann offen bleiben, ob
eine invali
disierende Wirkung der
Schmerzstörung sowie der
genannten Beschwerden nicht schon aufgrund der von
den Gutachtern konstatierte
n
bewusstseinsnahen
Aggravation
zu verneinen wäre (vgl. E. 1.1.4
)
.
4
.9
4
.9.1
Demnach ist aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht davon auszugehen,
dass
der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Begutachtung im
I._
in
der bis
herigen Tätigkeit sowie in (anderen) angepassten
Tätigkeit
en
zu 100
%
arbeits
- und leistungs
fähig war.
4
.9
.2
La
ut dem überzeugenden orthopädischen Fachgutachten
des
I._
besteht nach orthopädischen Kriterien die 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigk
eit seit der rheumatologischen Abschlussu
ntersuchung in der Klinik
E._
im Dezember 1998 (Urk.
9/153/85
; vgl.
Urk.
9/46/125-148
). Der psychiatrische Gutac
hter attestierte die 80
%
ige
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit (bei 100%iger Präsenz)
ab Begutachtung. Es ka
nn aber mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dav
on ausgegangen werden, dass
sich der psychische Gesundheitszustand schon Jahre v
or
her massgeblich verbessert hat
, war e
s ihm doch ab 2005 möglich, ein
eigene
s Unternehmen
aufzubauen. Wohl gab der Beschwerdeführer
anlässlich der Begutachtung im
I._
an, er habe dies auf Anraten seiner Therapeutin getan und es habe sich dabei bloss um ein „
Restar
beitsfähigkeitsprogramm
“ gehandelt
(
Urk.
9/153/39, Urk.
9/153/44
und
Urk.
9/153/60
)
, welches er Ende 2009
aus gesundheitlichen Gründen aufgege
ben habe (
Urk.
9/153/92; vgl. aber
seine anderslautenden Angaben gegenüber dem Sachbearbeiter der Überwachungsfirma [
Urk.
12 S. 13 und 14
]
)
.
Mit diesem
„Restarbeitsfähigkeit
sprogramm“
waren indessen
unter anderem
lange
Fahrten mit dem Auto, Verhandlungen mit Lieferanten, Verkaufstätigkeiten, Catering, Werbung (vgl.
P._
; Archiv 2008/3. Dezember 2008; Archiv 2008/Branchenführer/Bazar; Archiv 2009/12. August 2009
) etc. verbunden, mithin Aktivitäten, welche hohe Anforderungen an die psychischen Ressourcen stellen. Der
psychiatrische Gutachter
hielt sodann
zu den Beobach
tungen der
Videoobservati
on, namentlich derjenigen vom
6.
Juni 2009
, zutref
fend fest,
der Beschwerdeführer sei erkennbar in Kontakt mit Angehörigen und Bekannten, wobei er aktiv an der sozialen Interaktion teilnehme. Er zeige zum Beispiel spontan helfende Reaktionen, wirke klinisch aufmerksam,
psychomoto
risch ruhig und
affektiv schwingungsfähig in Mimik und Gestik (
Urk.
9/
153/64; vgl. auch Stellungnahme von RAD-Arzt
Dr.
N._
vom 14. Oktober 2010,
Urk.
9/155/4). Auch sonst finden sich in den Akten keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass im Zeitpunkt der Observationen
(vgl. E. 3.3)
ein grösserer psychi
scher Leidensdruck bestanden haben könnte als im Zeitpunkt der Begutachtung
im
I._
.
4
.9.3
Demnach ist zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich
keit erstellt, dass
der Beschwerdeführer spätestens seit der Observation im Juni 2009 in der angestammten Tätigkeit wieder uneinge
schränkt arbeits
- und leistungs
fähig und dementsprechend
– vorbehältlich eines beruflichen Abklärungs- u
nd Eingliederungsbedarfes (vgl.
E. 5) -
in
der Lage war, ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen.
4.9.4
Objektive Anhaltspunkte dafür, dass sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der psychiatrischen Begutachtung im
I._
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 3
0.
Juli 2014 – wieder – verschlech
tert hat, sind nicht ersichtlich und ergeben sich insbesondere auch nicht aus der vom Beschwerdeführer im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichten Stellungnahme von
Dr.
J._
vom
3.
Januar 2015 (
Urk.
18).
4.9.5
Ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von mindestens 40
%
(
Art.
28
Abs.
2 IVG)
würde sich
im Übrigen
auch dann nicht ergeben, wenn mit der
Beschwer
degegnerin
(
Urk.
2 S. 2) - unter Berücksichtigung allenfalls objektivierbarer neurologischer Befunde im Bereich der rechten Hand
(vgl. E. 4.6)
- von einer bloss 80%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in bisheriger Tätigkeit ausgegangen und der Invaliditätsgrad im Sinne eines – unter den gegebenen Umständen zulässig erscheinenden (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_406/2013 vom
4.
September 2013 E. 3.2) - Prozentvergleiches auf 20
%
festgelegt würde.
5
.
5
.1
Das Bundesgericht geht in ständiger Rechtsprechung vom Regelfall aus, dass eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung verwertbar ist (Meyer/
Reichmuth
in: Stauf
fer/
Cardinaux
[Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Auflage, S. 436).
S
ofern die versicherte Person das 5
5.
Altersjahr zurückgelegt hat oder die Rente mehr als 15 Jahre bezogen hat (Urteil 9C_22
8/2010 vom 26. April 2011 E. 3)
, muss sich die
Ver
waltung
vor der Herabsetzung oder Aufhebun
g der Rente
jedoch
vergewissern, ob sich
ein medizinisch-theoretisch wiedergewonnenes
Leistungsvermögen ohne Weiteres
in einem entsprechend tieferen Invaliditätsgrad niederschlägt oder ob dafür ausnahmsweise
eine
erwerbsbezogene Abklärung und/oder die Durch
führung von Eingliederungsmassnahmen im Rechtssinne vorausgesetzt ist (
statt
vieler:
Urteil des Bundesgerichtes 9C_752/2013 vom 2
7.
Juni 2014 E. 4.1 mit Hinweisen).
5.2
Vorliegend sind
die von der Rechtsprechung verlangten besonderen Voraussetzun
gen
erfüllt, bezog der 1968 geborene Beschwerdeführer
doch im massgebenden Zeitpunkt der re
ntenaufhebenden Verfügung vom 3
0.
J
uli 2014 (vgl. BGE 141 V 5 Regeste)
seit 17 Jahren und 10 Monaten eine ganze Rente der Invalidenversicherung. Indes ist ihm nach
dem
Gesagten spätestens seit Juni 2009
die bisherige Tätigkeit als Sachbearbeiter Kreditadministration
zu 100
%
zumutbar.
Obwohl der Beschwerdeführe
r aufgrund der Verfügung vom 2.
November 2010 (
Urk.
9/85), mit welcher die Rente per
sofort
sistiert worden war, mit der definitiven Herabsetzung oder Aufhebung der Rente rechnen musste
(vgl. BGE 141 V 5 E. 4.2.1)
, hat
er
weder Anstrengungen unternommen, zumindest wieder eine Teilzeittätigkeit anzunehmen, noch hat er die
Beschwer
degegnerin
um Gewährung von Eingliederungsmassnahmen ersucht
.
Mit dem Aufbau seiner Unternehmung hat der Beschwerdeführer sodann deutlich gemacht, dass er über hinreichend Ressourcen verfügt
, um sich
– auch ohne Unterstützung der Beschwerdegegner
in -
beruflich zu integrieren
.
Davon
schei
nen denn auch d
ie Gutachter des
I._
ausgegangen zu sein
(Urk.
9/153/44).
Somit fehlt es nicht nur an einem gezeigten
Eingliederungswillen
, so
ndern auch an einem
– ausgewiesenen –
Eingliederungsbedarf
(Urteil des Bundesgerichtes 9C_491/2012 vom
22.
Mai 2013 E. 5.2.1)
, weshalb vor der Rentenaufhebung kein Anspruch auf Abklärung bzw. Durchführung beruflicher Eingliederungs
massnahmen bestand
.
6.
6.1
G
emäss Art. 88a Abs. 1 der
Verordnung über die Invalidenversicherung
(IVV) ist
bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit die anspruchsbeeinflus
sende Änderung für die Herabset
zung oder Aufhebung der Leistung in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird
. Die Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente erfolgt im Normalfall
frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an
(Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. a IVV). Rückwirkend vom Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung an darf eine Leistung nur dann aufgehoben werden, wenn die unrichtige Leistungsausrichtung darauf zurückzuführen ist, dass der Bezüger sie unrechtmässig erwirkt hat oder der ihm gemäss Art. 77 IVV zumutbaren Melde
pflicht nicht nachgekommen ist (Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. b IVV).
Gemäss Art. 77 IVV hat der Berechtigte jede für den Leistungsanspruch wesentli
che Änderung, namentlich eine solche des Gesundheitszustands, der Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit sowie der persönlichen und gegebenenfalls der wirtschaftlichen Verhältnisse des Versicherten unverzüglich der IV-Stelle
anzu
-zeigen.
Zur Annahme einer Meldepflichtverletzung gemäss Art. 77 IVV genügt auch ein nur leicht schuldhaftes Verhalten (vgl.
Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz übe
r die
Invaliden
versicherung, 3.
Auflage
, Zürich/Basel/Genf 2014,
Rz
. 147
zu
Art. 30-31 IVG).
6.2
Ein solches ist vorliegend fraglos gegeben.
Dem Beschwerdeführer musste
näm
lich
bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit bewusst sein, dass er nicht zur glei
chen Zeit eine ganze Rente, basierend auf
einem Invaliditätsgrad von 100
%, beziehen k
onnte, wenn es ihm zeitgleich
möglich war,
die im Rahmen der Observation dokumentierten Aktivitäten ohne sichtbare Einsc
hränkungen psy
chischer und/oder
physischer Art zu bewältigen. Er hat den verbesserten Gesundheitszustand aber nicht nur nicht gemeldet, sondern er hat – wie mit Blick auf die Ergebnisse der vorgängig durchgeführten Überwachung feststeht –
am
7.
Mai 2010
im Fragebogen für Rentenrevision wahrheitswidrig angegeben, sein Gesundhei
tszustand sei gleich geblieben
(
Urk.
9/71)
.
Dass die
Beschwerde
gegnerin
- hätte der Beschwerdeführer seine Meldepflicht
befolgt – eine Über
prüfung seines
Leistungsanspruches vorgenommen hätte, ergibt sich bereits daraus, dass sie nach Eingang de
s Observationsmaterials umgehend eine Stel
lungnah
me des RAD einholte und ein poly
disziplinäres Gutachten in Auftrag gab
(vgl. Sachverhalt Ziffer 1.6)
.
Der Vorwurf der Meldepflichtverletzung erschein
t deshalb jedenfalls gerechtfer
tigt (vgl. Urteil
e
des Bundesgerichtes 8C_406/2013 vom 4. September 2013 E. 3.3
und 9C_680/2014 vom 1
5.
Mai 2015 E. 7.2
).
6
.3
Demnach
ist die Re
ntenaufhebung per Ende November
2010 im Ergebnis nicht zu bean
standen, was zur Abweisung der Beschwerde führt
.
7
.
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di
e Bewilligung oder die Verweige
rung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem
kantonalen Versiche
rungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rah
men von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt.
Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr. 800.-- als angemes
sen.
Ausgangsgemäss
ist diese dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.