Decision ID: fc09f7db-bfff-5613-9e44-a8c714a6fceb
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1970 geborene
X._
war an diversen Orten als Verkäuferin und Serviceangestellte tätig
. Sie ist Mutter von zwei
2001 und 2006
geborenen Töchtern
. Seit dem Jahr 2001 leidet sie unter Rücken
beschwerd
en
(Urk. 8/
2
; Urk. 8/
4
und
Urk. 8/33). Nachdem sie sich deswegen am 25. Juni 2003 bei
der Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug
angemeldet hatte, klärte die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, die medizinischen und er
werblichen Verhältnisse ab und veranlasste eine Haushaltsabklärung (Bericht
vom 6.
September 2004; Urk. 8/17). Mit Verfügungen vom 9. November 2005
sprach sie der Versicherten mit Wirkung
ab 1. April 2003 eine ganze (Urk. 8/29), ab 1. Juli 2004 eine halbe (Urk. 8/30
und
Urk. 8/31) und ab 1. April 2005 wiederum eine ganze (Urk. 8/32) Rente zu
;
zuletzt bei einem
Invaliditäts
grad
von 70 %.
Im Zuge
eines
Revisionsverfahrens wurde diese ganze Rente mit Mitteilung vom 2. August 2006 bestätigt (Urk. 8/40; vgl. auch Verfügungen vom 16. August 2006 [Urk. 8/41] und die diese ersetzende Verfügung vom 21. Dezember 2007 [Urk. 8/42]).
Am 8. August 2008 machte die Versicherte unter Bezugnahme auf
Veränderun
gen
an
der Wirbelsäule eine Verschlechterung ihres
Gesundheitszustandes gel
tend (Urk. 8/43). Die Verwaltung klärte die
medizinischen und erwerblichen Verhältnisse ab und veranlasste eine
Haushaltsabklärung (Bericht vom 9. März 2009; Urk. 8/47).
M
it Verfügung vom
24. November 2009
setzte sie die ganze Rente
nach
Massgabe
eines Invaliditätsgrades von 55 % auf eine halbe
Rente herab (Urk. 8/
63
). Die dagegen erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht
mit Urteil vom
2
8.
Februar 2011 (Prozess
Nr. IV.2009.01219
;
Urk.
8/73/1-13
)
ab
.
1.2
Im Rahmen des im Mai 2013 von Amtes wegen eingeleiteten
Revisionsverfah
ren
s
tätigte
die IV-Stelle erneut
medizinisc
he und erwerbliche Abklärungen
,
l
iess die Versicherte insbesondere
bidisziplinär
(neurologisch-orthopädisch)
be
gutachten (Expertise vom
3.
Dezember
2015
;
Urk.
8/119
) und führte
erneut
eine Abklärung im Haushalt durch
(Bericht vom 9. Dezember 2013;
Urk.
8/86)
.
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk.
8/90
)
setzte sie mit Verfügung vom
8.
Januar 2016
nach
Massgabe
eines Invaliditätsgrades von 41 %
die halbe
Rente
auf eine Viertelsrente herab
(Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
1
0.
Januar 2016 bei der IV-Stelle
Beschwerde (Urk. 1)
, welche diese dem hiesigen Gericht mit Eingabe vom
5.
Februar 2016 (
Urk.
3) zuständigkeitshalber weiterleitete.
Sie
beantragte
eine Neubeurteilung ihres Falles
,
da sie mit der Herabsetzung der Rente nicht einverstanden sei.
Am
1
4.
März 2016
(Urk.
7
)
schloss
die IV-Stelle
auf
Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
1
5.
März 2016
zur Kenntnis ge
bracht wurde (Urk.
9
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung vom
8.
Januar 2016
(Urk. 2) damit, dass
der Beschwerdeführerin
eine behinderungsangepasste Tätigkeit zu 20
%
zumutbar sei. Bei voller Gesundheit würde sie einem ausser
häuslichen Pensum von 40
%
nachgehen. Da
sie
das zumutbare Pensum von 20
%
nicht ausschöpfe, sondern durchschnittlich 7.25 Stunden pro Woche er
werbstätig sei, werde für die Berechnung des Invalideneinkommens auf die Lohnerhebungen des Bundesamtes für Statistik abgest
ellt
. Es bestehe ein IV-Grad von 41
%
und damit Anspruch auf eine Viertelsrente
;
d
ie bislang ausge
richtete halbe Invalidenrente werde entsprechend herabgesetzt.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
ihr
k
örper
licher Z
ustand habe sich in den letzten Jahren erheblich verschlech
tert. So leide sie nebst ihren Rückenbeschwerden seit 3.5 Jahren an einer akuten chronischen Darmentzündung (Morbus Crohn). Zudem habe ihr im letzten Jahr ein neues Hüftgelenk eingesetzt werden müssen. Die angefochtene Verfügung stütze sich auf eine Beurteilung aus dem Jahre 2013 und berücksichtige ledig
lich das Rückenleiden. Ihr Fall sei unter Berücksichtigung
des
verschlechterten Gesundheitszustandes neu zu beurteilen.
3
.
3
.1
Dr.
med.
Y._
vom Wirbelsäulenzentrum am
Z._
stellte in seinem Bericht vom
4.
Juli 2013 (
Urk.
8/82) folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Chronische
Lumboischialgie
bei
Osteochondrosen
, schlussendlich L1-S1
seit 01/02
-
m
it Fusion L4/S1 ventral
interkorporell
seit 03/05
-
Fusion L1/L2
interkorporell
seit 01/08
-
Fusion L2/L4
interkorporell
seit 05/10
-
Pseudarthrose
L3/4
Refusionsoperation
seit 08/11
Als Verkäuferin/Serviceangestellte sei die Beschwerdeführerin seit April 2002 zu 100
%
arbeitsunfähig. Seit August 2012 sei ihr eine angepasste,
wechselbelas
tende
Tätigkeit während ein bis zwei Stunden pro Tag zumutbar (S. 26 f.).
3
.
2
Dr.
med.
A._
von der Orthopädie
Z._
stellte in seinem Bericht vom 1
4.
September 2015
(
Urk.
8/117-6 f.)
folgende Diagnose:
-
Hüfte rechts: Status nach
Totalendoprothese
am 2
6.
Februar 2015
Ferner
führte er folgende Nebendiagnosen auf:
-
Morbus Crohn
-
Status nach mehreren Rückenoperationen, unter anderem letztlich
Spon
d
ylo
dese
L1-L5
-
Verdacht auf
seronegative
Spondylarthritis
Von Seiten der Hüfte
seien
rein theoretisch demnächst wieder wechselnd sit
zend-stehende Tätigkeiten oder sitzende Tätigkeiten möglich. Langfristig könne in einer leichten Tätigkeit wieder mit einer vollen Arbeitsfähigkeit gerechnet werden. Dies
seien
aber rein theoretische Angaben bezogen
–
isoliert
-
auf die Hüftsituation. Arbeitsfähigkeit und Prognose müss
t
e
n
jedoch aufgrund der we
sentlichen Rückenproblematik beurteilt werden. Als Operateur der Hüfte könne er diesbezüglich keine weiteren Angaben machen.
3
.3
In ihrem Gutachten vom
3.
Dezember
2015
(
Urk.
8/119
)
hielten Prof.
Dr.
med. habil.
B._
, FMH Neurologie, und
Dr.
med.
C._
, FA Orthopädische Chi
rurgie und Traumatologie, folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit fest:
-
Chronisches
lumbospondylogenes
/
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom nach dorsaler
Spondylodese
der Segmente L1 bis S1 mit chronisch neurogene
r Läsion der L
5 Wurzel rechts mit sensiblem Defizit ohne motorische Ausfälle und ohne Hinweise auf ein neuropathisches Schmerzgeschehen
(ICD-10 54.10)
; neurophysiologisch bestehend seit 06/2004
-
Multidirektionale Bewegungseinschränkung rechtes Hüftgelenk bei anlagebe
dingter Hüftdysplasie und einliegender
Totalendoprothese
(ICD-10 Q65.80) mit:
-
Beugedefizit von 20°, Aussen-/
lnnenrotationseinschränkung
von jeweils 10°
-
Minderung des Weichteilumfanges 20 cm proximal des inneren Kniege
lenkspaltes um 3 cm mit kombinierter Atrophie des
Vastus
medialis
sowie der Hüftabduktoren
-
Einliegende
Totalendoprothese
-
Blockierung der Kreuzdarmbeingelenke beidseits (ISG-Blockade; ICD-10 M54.5)
Zudem bestehe ein funktionales
cervico-cephales
Schmerzsyndrom bei
Fehlhal
tung
und erhöhter Tonisierung der Nackenstrecker (ICD-10 M53.00), welches je
doch keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe (
Urk.
8/119/2).
Aus neurologischer Sicht
(
welche ausschliesslich
handicapierende
Fähigkeitsstö
rungen aufgrund von Stö
rungen
nervaler
Gewebe beurteile
und jene des Stütz- und Bewegungsapparates der orthopädischen Beurteilung
überlasse
)
sei
bei der
Beschwerdeführerin
bei langjährigem
chronifiziertem
Rückenschmerzleiden seit 06/2004 von einer chronisch neurogenen Schädigung der L5-Wurzel rechts mit einem sensiblen Defizit auszuge
h
en. Es
ergäben
sich hingegen keine Hinweise auf das Vorliegen von Paresen oder eines neuropathischen Schmerzsyndroms.
Neurologischerseits
seien
zudem keine Hinweise auf eine
Caudasymptomatik
,
auf
frische Wurzelläsionen oder andere neurologische Affektionen zu erheben. Aufgrund des alten Wurzelschadens
sei
seit 06/200
4 das qualitative
Leistungs
profil
eingeschränkt. Der
Beschwerdeführerin
seien
keine schweren körperlichen Arbeiten mehr zumutbar. Tätigkeiten mit regelmässigem Bücken oder Drehbe
wegungen in der LWS
seien
nicht leidensgerecht. Das Heben und das Tragen von mittelschweren Gegenständen
(schwerer als
15 kg
)
sei
allfällig intermittie
rend möglich. Repetitive Tätigkeiten (
beispielsweise
Fliessbandarbeit) mit immer gleichen Bewegungsabläufen und Belastungen für die Wirbelsäule
seien
nicht leidensge
recht. Das Leistungsprofil soll
e wechselbe
l
astende Tätigkeiten enthal
ten. Tätigkeiten, welche vorwiegend im Stehen oder im Gehen ausgeübt werden
müss
t
en,
seien
nicht zumutbar. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit
als
Verkäuferin
sei
nicht leidensgerecht. Die aktuell ausgeübte Tätigkeit im Verkauf
sei
leidens
adaptiert
und daher durchführbar, wobei aus rein neurologischer Sicht keine quantitativen Einschränkungen zu beschreiben
seien
. Auch in allen körperlich adaptierten Tätigkeiten
sei
aus rein neurologischer Sicht eine volle Einsetzbar
keit (100
%ige Arbeitsfähigkeit
) vorliegend.
Aus orthopädischer Sicht, welche ausschliesslich
handicapierende
Fähigkeitsstö
rungen aufgrund von Störungen des Stütz- und Bewegungsapparates beurteil
e
und jene infolge Störungen
nervaler
Gewebe der neurologischen Beurteilung überl
a
ss
e
,
sei
die Beschwerdeführerin
aufgrund der klinischen und
bildtechni
schen
Befunde in der biomechanischen Funktion ihrer Lendenwirbelsäule sowie ihres rechten Hüftgelenkes und der daraus unweigerlich resultierenden Ein
schränkung der Steh-
und Gehfähigkeit limitiert (
Urk.
8/119/3).
Aus Sicht
des orthopädisch-chirurgischen Fachgebiets
sei die Beschwerdeführe
rin f
ür mehr als gelegentlich mittelschwere körperliche Arbeiten mit überwie
gend stehender und gehender Körperposition nicht mehr arbeitsfähig
.
Des Wei
teren
bestünden
Einschränkungen für
Folgendes:
Heben und Tragen von Lasten über 5 kg ohne technische Hilfsmittel
, r
epetitive stereotype Bewegungsabläufe
,
Tätigkeiten mit repetitivem Bücken, Kauern oder
Hocksitz
, d
as mehr als gele
gentliche Arbeiten in
Zwanghaltungen
, d
as Gehen auf unebenem Gelände
, d
as Besteigen von Leitern, Gerüsten und schrägen Ebenen
, d
as mehr als gelegentli
che Treppensteigen
,
Tätigkeiten mit vermehrter Vibrationsbelastung
,
Tätigkeiten unter Zeitdruck sowie Akkordarbeit
,
Tätigkeiten unter ständiger
Rumpfvor
beuge
,
Heben von Lasten über die Horizontale (
Hyperlordosierung
der
Lenden
wirbelsäule
)
,
Tätigkeiten wie Pressen oder Stemmen, welche zu einer intraspi
nalen Druckerhöhung führen
würden,
Tätigkeiten im Freien, ohne Schutz vor Kälte, Zugluft, Nässe
und
Tätigkeiten auf regen- und eisglattem Untergrund
so
wie m
ehr als gelegentlich sitzende Tätigkeiten
.
Für das Heben und Tragen von Lasten über 5 kg
seien zudem
technische Hilfsmittel erforderlich. Unter Wah
rung
dieser
qualitativen Schonkriterien besteh
e
für eine
behinderungsange
passte
, wechselnd belastende, überwiegend leichte Tätigkeit aus orthopädisch-versicherungsmedizinischer Sicht bezogen auf ein volles Schichtpensum eine Arbeitsfähigkeit von 20
%
(
Urk.
8/119/4).
Aus
bidiszipli
närer
Sicht sei zu bemerken, dass aufgrund
der progredienten
Be
schwerdesymptomatik
im Bereich der Lendenwirbelsäule eine Anschlussarthrose in den Segmenten L2/3 und L3/4 festgestellt
worden
sei
. A
ngesichts
dessen
sei
von Dr.
Y._
am 1
1.
Mai
2010 eine
interkorporelle
Anschlussspondylodese
der genannten Segmente durchgeführt
worden
. Im Juli 2011
habe
sich daraufhin
eine
Pseudarthrose
des Segmentes L3/L4 nach
interkorporeller
Spondylodese
gezeigt
. Aufgrund dessen
sei
bei der
Beschwerdeführerin
im August 2011 eine neuerliche
Refusionsoperation
durchgeführt
worden
. Im Jahre 2014
sei
darauf
hin durch
Dr.
A._
erstmals eine
Dysplasiecoxarthrose
diagnostiziert
worden
, woraufhin der 45-jährigen
Beschwerdeführerin
am 2
6.
Februar
2015 letztend
lich eine rechtsseitige
Hüfttotalendoprothese
implantiert
worden sei
. Anhand
dieser
klar objektivierbaren Befunde
sei
es bei der
Beschwerdeführerin
bezogen auf die
letztmalige Verfügung aus dem Jahre 2009 zu einer wesentlichen Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes au
s Sicht des
orthopädische
n
Fachge
biet
s
gekommen.
Zusammenfassend
sei
davon auszuge
h
en, dass die angestammte Tätigkeit als Verkäuferin im Einzelhandel nicht mehr leidensgerecht
sei
und für diese Tätig
keit eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit vorliege
. Dies anhaltend seit der letzten Verfügung. Die aktuell ausgeübte Tätigkeit im Verkauf
sei
gemäss eigenen An
gaben
der Beschwerdeführerin
leidensadaptiert und daher durchführbar. In die
ser als leidensadaptiert anzusehenden Tätigkeit besteh
e
bei
der Beschwerdefüh
rerin
entsprechend dem
obengenannten
Profil aus
orthopädisch-v
ersicherungs
medizinischer
Sicht
bezogen auf ein volles Pensum eine Arbeitsfähigkeit von maximal 20
%
(
Arbeitsfähigkeit
angepasst 20
%
).
Die Einschränkung von 80
%
erg
e
b
e
sich in
f
olge der reduzierten Belastbarkeit und Durchhaltefähigkeit,
der
vermehrten Pausen und
der
reduzierte
n
Arbeitsschnelligkeit. Dahingehend geh
e
der orthopädische Fachkollege mit der
orthopädisch-versicherungsmedizini
schen
Einschätzung der Kollegen
D._
und
E._
vom
Regionalen Ärztli
chen Dienst (RAD)
der
Beschwerdegegnerin
(
datierend
vom
1
5.
respektive 1
7.
März
2014
)
uneingeschränkt einig. Die jeweiligen Einschränkungen, welche im ärztlichen Abklärungsbericht vom 3
1.
Oktober
2013 dokumentiert
worden seien
,
seien
nachvollziehbar (Urk.
8/119/5).
4.
4.1
Vergleichszeitpunkt für
die Beurteilung
eine
r
revisionsrechtlich relevante
n
Verän
derung des Gesundheitszustands bildet vorliegend die mit Urteil des hiesi
gen Gerichts vom
2
8.
Februar 2011
bestätigte Verfügung der
Beschwerdegeg
nerin
vom 24. November 2009
(Urk. 8/63)
, mit welcher die bis
herige
ganze auf eine halbe Invalidenrente herab
ge
setzt
wurd
e.
Gutachter
Dr.
C._
legte eine wesentliche Verschlechterung des Gesund
-
heitszu
standes
aus Sicht des
orthopäd
isc
he
n
Fachgebiet
s
seit dem
mass
gebenden
Vergleichszeitpunkt
ausführlich und nachvollziehbar dar
(Urk.
8/119/5)
.
4
.
2
Nebst ihren Rücken- und Hüftbeschwerden leidet die Beschwerdeführerin seit mindestens Anfang 2012 an
einer
chronisch-entzündlichen Erkrankung des Verdauungstrakts
(
Morbus Crohn; vgl.
u.a.
Urk.
8/82/6). Dies war der
Beschwerde
gegnerin
bereits anlässlich der Haushaltsabklärung vom 9. Dezember 2013 bekannt (vgl.
Urk.
8/86/2).
Die Beschwerdeführerin wies zu
dem am 2
1.
August 2014 darauf hin, dass sie bei einem Darmspezialist
en
in Be
handlung
stehe
(
Urk.
8/102). In der Folge holte die Beschwerdegegnerin jedoch weder
entsprechende
Arztberichte ein
beziehungsweise
forderte den RAD zu einer
diesbe
züglichen
Stellungnahme auf
noch
liess
sie
die Beschwerdeführerin in Bezug auf
die Darmproblematik untersuchen.
Den Gutachtern Prof.
Dr.
habil.
B._
und
Dr.
C._
war die Diagnose einer Morbus Crohn-Erkrankung zwar bekannt
.
So schilderte
die Beschwerdeführerin
diesen, dass sechs bis sieben Durchfälle am Tag aufträten, sie innerhalb von sechs bis acht Wochen ungefähr 8 kg an Ge
wicht verloren habe und es zu einem Abgeschlagenheitsgefühl mit erhöhter
Er
schöpfbarkeit
aufgrund der Durchfälle
gekommen sei
(
Urk.
8/119/86).
A
ls
Fachärzte
der
Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie beziehungsweise
der
or
thopädische
n
Chirurgie und Traumatologie
waren
die Gutachter
indes
nicht
dazu be
rufen
,
z
u allfällige
n
Auswirkungen de
s
Morbus Crohn auf die
Arbeitsfähigkeit
Stellung zu nehmen
.
Ob
beziehungsweise
in welchem Umfang die gemäss
den
Gutachtern noch bestehende 20%ige Arbeitsfähigkeit durch die Morbus Crohn-Erkrankung
zusätzlich
beeinflusst wird, kann
den Akten nicht entnommen
werden
,
weshalb
die Sache zur ergänzenden Abklärung und anschliessendem neue
m
Entscheid über d
en
Leistungsanspr
uch
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
ist
.
5
.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen
(BGE 137 V 57). Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr.
6
00.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.