Decision ID: ceaebfcb-5eda-50dd-8d64-a1ee54584119
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._, meldete sich am 17. November 2011 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-
act. 1). Der Hausarzt B._, Arztpraxis für allgemeine und komplementäre Medizin
FMH, berichtete am 10. November 2011, die Versicherte leide an einer medianen
Diskusprotrusion ohne neurologische Kompression im Segment C4/C5 sowie
insbesondere C5/C6 mit mässiger Spinalkanalstenose, ohne demyelinisierende Herde
im cervicalen Myelon, ohne Entzündungsfokus, ohne Hinweise auf eine HWS-Läsion;
an Sensibilitätsstörungen in den Fingern beider Hände ohne Hinweise auf eine
Neuropathie des Nervus medianus oder des Nervus ulnaris (DD: Arthrogene
Problematik, rheumatisch bedingt); an einem Cervicobrachialsyndrom mit
Hyperästhesien Dig IV + V beidseits bei hypertoner Insertionstendinose im Bereich des
Musculus trapezius, des Musculus transversus und des Trochanter maior mit
Kettentendinosen im Bereich des Unterarmbeugers bis ins Handgelenk bei insgesamt
laxem Bandapparat; an einem Status nach Eisen- und Vitamin B 12-Mangel. Die
angestammte Tätigkeit als selbstständige Masseurin sei der Versicherten maximal
2 Stunden pro Tag zumutbar. Arbeiten, die mit einer geringeren Belastung der
Handgelenke und der Unterarmmuskulatur verbunden seien, könnten zu einer
entsprechend höheren Arbeitsfähigkeit führen. Die gesundheitlichen Beschwerden
seien erstmals anlässlich der Konsultation vom 14. April 2010 beschrieben worden (IV-
act. 4).
A.b Gemäss Telefonnotiz vom 24. November 2011 hatte die Versicherte erklärt, sie
wolle ihre Massagetätigkeit weiterführen. Sie habe mehrere und teure Ausbildungs-/
Weiterbildungskurse belegt. Sie beantrage keine beruflichen Massnahmen, sondern
ersuche um die Rentenprüfung (IV-act. 8). Am 2. Dezember 2011 teilte die IV-Stelle der
Versicherten mit, berufliche Massnahmen seien nicht angezeigt (IV-act. 11).
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A.c Am 26. April 2012 führte die IV-Stelle eine Abklärung im Haushalt der Versicherten
durch. Im Bericht vom 14. Mai 2012 führte die Abklärungsperson aus, die Versicherte
wäre im Gesundheitsfall zu 85% erwerbstätig. Sie ermittelte im Haushaltsbereich eine
Einschränkung von 11% bzw. gewichtet ans Pensum von 2% (IV-act. 26). Hausarzt
B._ hielt eine leidensangepasste Tätigkeit während sechs Stunden täglich für
zumutbar. Dabei bestehe eine um 50% reduzierte Leistung (Bericht vom 4. Juni 2012,
IV-act. 27). Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am 13. November 2012 von
Dr. med. C._, Rheumatologie FMH, untersucht. Im rheumatologischen Gutachten
vom 17. Januar 2013 führte der Experte als Diagnose mit Einschränkung der
zumutbaren Arbeitsfähigkeit ein chronisches cervicothoracospondylogenes
Schmerzsyndrom mit vegetativen Begleitsymptomen (Schwindel, Nausea, Tinnitus) auf.
Für die angestammte Tätigkeit bescheinigte der Gutachter eine 50%ige bis 60%ige
Arbeitsunfähigkeit. In leidensangepassten Tätigkeiten könne eine Arbeitsunfähigkeit
über 20% (vermehrte Pausen zur Durchführung von Entspannungsübungen und
Einnahme von Entlastungsstellungen) aus somatischer Sicht nicht begründet werden
(IV-act. 39). RAD-Arzt Dr. med. D._, Facharzt für Innere Medizin, Rheumatologie,
Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, empfahl, auf die gutachterliche
Beurteilung abzustellen (Stellungnahme vom 1. Februar 2013, IV-act. 42).
A.d Die IV-Stelle ermittelte einen Invaliditätsgrad von 20% und stellte der Versicherten
mit Vorbescheid vom 14. Februar 2013 die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht
(IV-act. 47). Dagegen erhob die Versicherte am 11. März 2013 Einwand und beantragte,
sie sei zur Akupunkturmasseurin umzuschulen; eventualiter sei ihr eine halbe Rente
auszurichten (IV-act. 48; vgl. auch die ergänzende Eingabe vom 19. Juni 2013, IV-
act. 56-2 ff.). Die IV-Stelle verfügte am 31. Juli 2013 die Abweisung des
Rentenbegehrens. Nach Abschluss des Verfahrens betreffend den Rentenanspruch
werde der Umschulungsantrag geprüft (IV-act. 58).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 31. Juli 2013 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 29. August 2013. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter Kosten- und
Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Zusprache einer Dreiviertelsrente.
Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin
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zurückzuweisen. Sie bringt vor, sie erhalte gemäss Scheidungsurteil keinen
persönlichen Unterhalt mehr von ihrem Ex-Ehegatten. Sie wäre deshalb im
hypothetischen Gesundheitsfall zu 100% erwerbstätig. Als Gesunde hätte sie fünf
Kunden täglich zu je Fr. 100.-- behandeln und ein Einkommen von jährlich Fr. 97‘500.--
erzielen können. Die Beschwerdegegnerin habe daher zu Unrecht bei der Festlegung
des Valideneinkommens auf den LSE-Hilfsarbeiterinnenlohn abgestellt. Bei der
Bestimmung des Invalideneinkommens sei auf den LSE-Hilfsarbeiterinnenlohn
abzustellen und ein Tabellenlohnabzug von 25% zu gewähren (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 19. November
2013 die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich auf den Standpunkt, das von der
Beschwerdeführerin geltend gemachte Valideneinkommen sei unrealistisch hoch und
berücksichtige die mit der selbstständigen Tätigkeit verbundenen „Fixkosten“ nicht
hinreichend. Sodann bestehe ein Überangebot von Anbietern, was gegen eine volle
Auslastung spreche. Es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im
hypothetischen Gesundheitsfall als selbstständige Masseurin in etwa einen
Jahresverdienst in der Höhe des statistischen Durchschnittslohns einer Hilfsarbeiterin
hätte erzielen können. Ein Abzug vom Tabellenlohn falle nicht in Betracht (act. G 4).
B.c In der Replik vom 14. Februar 2014 hält die Beschwerdeführerin unverändert an
ihren Anträgen fest (act. G 8).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf eine begründete Duplik verzichtet (act. G 10).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin. Ansprüche auf berufliche Massnahmen oder andere
Eingliederungsmassnahmen bilden nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung
(hierüber hat die Beschwerdegegnerin in der Mitteilung vom 1. Oktober 2013 befunden,
IV-act. 68). Im Hinblick darauf, dass darin ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad
ermittelt wurde, ist die Frage betreffend berufliche Massnahmen auch nicht
notwendigerweise deren Gegenstand. Unter diesen Umständen ist der Anspruch auf
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berufliche Massnahmen sowie andere Eingliederungsmassnahmen nicht
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens.
1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V
352 E. 3a mit Hinweisen).
1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.4 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben Gericht und Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und
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vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (Urteil des
Bundesgerichts vom 1. April 2011, 8C_73/2011, E. 4.1). Wenn der entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt wurde, kann das Gericht die Angelegenheit zu
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen.
2.
In medizinischer Hinsicht stützte sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen
Verfügung auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von Dr. C._ vom 17. Januar 2013
(siehe hierzu IV-act. 39). Diese blieb von den Parteien unbestritten. Es ergeben sich aus
den Akten keine Hinweise auf Mängel und das Gutachten erfüllt sämtliche
Anforderungen an beweiskräftige medizinische Einschätzungen (vgl. vorstehende
E. 1.2), weshalb mit den Parteien davon auszugehen ist, die Beschwerdeführerin
verfüge für eine leidensangepasste Tätigkeit über eine 80%ige Arbeitsfähigkeit.
3.
Die Frage, ob die Beschwerdeführerin im hypothetischen Gesundheitsfall voll oder
lediglich teilzeitlich erwerbstätig wäre, kann vorliegend offen bleiben. Denn selbst wenn
zugunsten der Beschwerdeführerin von einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit im
hypothetischen Gesundheitsfall ausgegangen wird, resultiert kein rentenbegründender
Invaliditätsgrad (vgl. nachstehende E. 4.4).
4.
Zu prüfen bleibt die Höhe Invaliditätsgrads.
4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
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4.2 Massgebend für das Valideneinkommen ist das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit hätte erzielen können
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22. September 2009, 8C_143/2009, E. 2.2.1).
4.2.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie hätte als Gesunde fünf Kunden täglich à
Fr. 100.-- behandeln können, woraus ein Jahresumsatz von Fr. 117‘500.-- bzw. unter
Abzug eines Aufwands von Fr. 20‘000.-- ein Jahresverdienst von Fr. 97‘500.-- resultiert
wäre (act. G 1, S. 10). Demgegenüber vertritt die Beschwerdegegnerin den Standpunkt,
die Beschwerdeführerin hätte im hypothetischen Gesundheitsfall als Masseurin im
Vergleich zum statistischen Hilfsarbeiterinnenlohn kein überdurchschnittliches
Erwerbseinkommen zu erzielen vermocht (act. G 4, Rz 6).
4.2.2 Zwischen den Parteien ist zu Recht unbestritten, dass die Beschwerdeführerin -
entsprechend ihrer während Jahren vor dem Gesundheitsschaden ausgeübten
Tätigkeit (vgl. hierzu IV-act. 6, IV-act. 9-1 und IV-act. 18) - im hypothetischen
Gesundheitsfall (weiterhin) als selbstständige Masseurin tätig gewesen wäre. Wie die
Beschwerdeführerin zutreffend ausführt (act. G 8, Rz 4), ist das Valideneinkommen
aufgrund der ausgeglichenen Arbeitsmarktlage zu bestimmen, weil die
Vergleichseinkommen nach Art. 16 ATSG sich nach demselben Arbeitsmarkt
auszurichten haben (Urteil des Bundesgerichts vom 23. September 2014,
9C_192/2014, E. 3.4). Deshalb zielt der Einwand der Beschwerdegegnerin, das
Überangebot an Akteuren spreche gegen eine volle Auslastung der Arbeitskapazität als
selbstständige Masseurin (act. G 4, Rz 6), ins Leere.
4.2.3 Die Beschwerdeführerin erzielte im Rahmen eines 50%igen bis 70%igen
Pensums (IV-act. 1-5 und IV-act. 9-1) Bruttogewinne im Jahr 2006 von Fr. 13‘793.-- (IV-
act. 18-1), im Jahr 2007 von Fr. 14‘099.30 (17-1), im Jahr 2008 von Fr. 16‘483.60 (IV-
act. 16-1) und im Jahr 2009 von Fr. 18‘043.10 (IV-act. 15-1). Im IK-Auszug sind seit der
Aufnahme der Massagetätigkeit im Jahr 1995 (IV-act. 9-1) - abgesehen vom erfassten
Einkommen des Jahres 2001 im Betrag von Fr. 18‘600.-- (IV-act. 12-2) - für die
selbstständige Erwerbstätigkeit Einkommen von unter Fr. 9‘000.-- eingetragen (IV-
act. 12). Gemäss Auswertung der Lohnumfrage der Organisation der Arbeitswelt
Medizinischer Masseure beträgt der Monatslohn angestellter Masseure/Masseurinnen
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ab 7 Jahre Berufserfahrung Fr. 5‘200.-- im Monat (<http://www.oda-mm.ch/fileadmin/
download/Lohnempfehlung/Auswertung_ Lohnumfrage_02_d.pdf>, abgerufen am 1.
Februar 2016; 86% der teilnehmenden waren medizinischer Masseur/medizinische
Masseurin mit eidgenössischem Fachausweis, 14% waren im Besitz des
Fachausweises SRK; die Lohnumfrage wurde im Jahr 2014 durchgeführt, <http://
www.vdms.ch/pdf/beruf/Lohnerhebung.pdf>, abgerufen am 1. Februar 2016).
Nachdem gemäss Umfrage ca. 75% einen 13. Monatslohn erhalten, kann von einem
durchschnittlichen Jahreslohn von Fr. 67‘600.-- ausgegangen werden. Ein
Quervergleich mit dem Tabellenwert TA1_b der LSE 2012 für berufliche Tätigkeiten im
Gesundheits- und Sozialwesen ohne Kaderfunktion ergibt ein vergleichbares
Jahreseinkommen von Fr. 66'312.-- (12 x Fr. 5'526.--) bzw. aufgerechnet für 2014 von
Fr. 67'444.-- (Nominallohnentwicklung + 0.7% + 1%). Mit Blick auf die in der
Vergangenheit tiefen erzielten Einkommen der Beschwerdeführerin und da ein
allgemeiner Erfahrungsgrundsatz, wonach Selbstständigerwerbende grundsätzlich
besser verdienen als Angestellte, nicht existiert (Urteil des Bundesgerichts vom
6. Januar 2009, 9C_324/2008, E. 3.2.2), ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen, die Beschwerdeführerin hätte im hypothetischen Gesundheitsfall
im Rahmen einer vollzeitlichen selbstständigen Tätigkeit als Masseurin (höchstens) ein
Jahreslohn von Fr. 67‘600.-- im Jahr 2014 erzielt.
4.2.4 Das von der Beschwerdeführerin ins Feld geführte Valideneinkommen von
Fr. 97‘500.-- erscheint angesichts der gemachten Ausführungen (vgl. vorstehende
E. 4.2.3) nicht angemessen. Insbesondere vermag der bei deren Ermittlung
berücksichtigte Aufwand von „maximal“ Fr. 20‘000.-- nicht zu überzeugen. Denn
gemäss Erfolgsrechnungen der Jahre 2006 bis 2009 (IV-act. 15 ff.) bilden die variablen
Kosten nicht bloss einen geringen Anteil am Geschäftsaufwand, womit von einem
bedeutend höheren Geschäftsaufwand bei einer vollzeitlichen Tätigkeit als Masseurin
auszugehen ist. Für ein tieferes als das von der Beschwerdeführerin ermittelte
Valideneinkommen spricht sodann, dass sie bei ihrer Berechnung weder Feiertage
noch Absenzen für allfällige Weiterbildungen berücksichtigt hat.
4.3 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. Ist kein
solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, so ist auf Erwerbstätigkeiten
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abzustellen, die der versicherten Person angesichts ihrer Ausbildung und ihrer
physischen sowie intellektuellen Eignung zugänglich wären. Rechtsprechungsgemäss
werden hierzu die LSE-Tabellenlöhne des Bundesamt für Statistik herangezogen (vgl.
BGE 129 V 475 E. 4.2.1 mit Hinweisen).
4.3.1 Da die Beschwerdeführerin ihre 80%ige Restarbeitsfähigkeit nicht tatsächlich
verwertet, ist mit den Parteien (act. G 1, Rz 4, und G 4, Rz 6) zur Bestimmung des
Invalideneinkommens der durchschnittliche Hilfsarbeiterinnenlohn heranzuziehen.
Dieser beträgt für das Jahr 2013 Fr. 51‘793.-- (vgl. Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-
Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2015), bzw. angepasst an
die bis zum Jahr 2014 eingetretene Nominallohnentwicklung von +1% (vgl. Bundesamt
für Statistik, Tabelle T 39 Entwicklung der Nominallöhne) resultiert eine statistische
Grundlage von Fr. 52‘311.-- (Fr. 51‘793.-- x 1,01).
4.3.2 Die Beschwerdegegnerin hält einen Abzug vom Tabellenlohn nicht für
gerechtfertigt (act. G 4, Rz 8), währenddem die Beschwerdeführerin einen Abzug von
25% für angebracht hält (act. G 1, Rz 4). Zur Begründung bringt sie vor, sie könne nur
noch leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ausführen, dies in einem Teilzeitpensum.
Sie sei sodann auf vermehrte Pausen zur Entspannung und Entlastung angewiesen.
Zudem dürfe die Arbeit nicht unter manueller Kraftaufwendung und ohne längere
Arbeiten in ausgesprochener Wirbelsäulenzwangshaltung erfolgen (act. G 1, Rz 4). Der
erhöhte Pausen- und Entlastungsbedarf wurde bereits bei der Umschreibung der
quantitativen Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt (IV-act. 39-13), weshalb eine doppelte
Berücksichtigung im Rahmen des Tabellenlohnabzugs ausser Betracht fällt (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 24. Januar 2011, 8C_530/2010, E. 4.2). Vorliegend kann
ferner offen bleiben, ob die bescheinigte Restarbeitsfähigkeit von 80% wegen des
vermehrten Pausen- und Entlastungsbedarfs im Rahmen einer ganztägigen Präsenz zu
verwerten ist. Denn selbst wenn dies verneint würde, stellt eine teilzeitliche Anstellung
bei Frauen gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts keinen Abzugsgrund dar
(Urteil des Bundesgerichts vom 18. September 2012, 9C_315/2012, E. 3.2.3). Zwar
steht der Beschwerdeführerin lediglich noch ein eingeschränktes Spektrum an
Verweistätigkeiten offen (IV-act. 39-13). Allerdings sind die qualitativen Anforderungen
an eine Verweistätigkeit nicht derart, dass sie auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt im
Vergleich zum durchschnittlichen Hilfsarbeiterinnenlohn einen relevanten Lohnnachteil
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befürchten lassen, zumal die Beschwerdeführerin bei ihren bisherigen Aus-/
Weiterbildungen und ihrer Erwerbsbiographie Kenntnisse sowie Erfahrungen erworben
hat, die auch im Segment der Hilfsarbeiten aus ökonomischer Sicht einen Vorteil
darstellen können. Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin keinen Abzug vom Tabellenlohn vorgenommen hat, zumal keine
anderen Gründe ersichtlich sind, die eine gegenteilige Betrachtungsweise nahe legen.
4.3.3 Angepasst an die 80%ige Restarbeitsfähigkeit resultiert demnach ein
Invalideneinkommen von Fr. 41‘849.-- (Fr. 52‘311.-- x 0,8).
4.4 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 67‘600.-- und einem Invalideneinkommen
von Fr. 41‘849.-- ergeben sich eine Erwerbseinbusse von Fr. 25‘751.-- (Fr. 67‘600.-- -
Fr. 41‘849.--) und ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 38%
([Fr. 25‘751.-- / Fr. 67‘600.--] x 100).
5.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie
vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss
von Fr. 600.-- ist ihr daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.