Decision ID: 7987c368-a105-4ebb-b237-e6c613c26417
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 23.02.2012 Art. 23 BVG: Verneinung der Unterbrechung der zeitlichen Konnexität in Bezug auf ein zweimonatiges Arbeitsverhältnis mit vorangegangener zweimonatiger Arbeitslosigkeit, nach rund zweijährigen beruflichen Massnahmen der Invalidenversicherung. Das zweimonatige Arbeitsverhältnis stellt lediglich einen gescheiterten Arbeits- bzw. Eingliederungsversuch dar (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. Februar 2012, BV 2011/10).Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider, Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Walter SchmidEntscheid vom 23. Februar 2012in SachenA._,Klägerin,vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Duri Poltera, Hadwigstrasse 6a, 9000 St. Gallen,gegenB._Beklagte,betreffendInvalidenrenteSachverhalt:
A.
A.a A._ war nach ihrem Lehrabschluss als kaufmännische Fachfrau an mehreren
Arbeitsorten im kaufmännischen Bereich tätig (u.a. vom 1. bis 17. Dezember 2004 als
Assistentin/Sachbearbeiterin bei der C._; letzter Arbeitstag gemäss Fragebogen für
den Arbeitgeber vom 11. Mai 2005: 8. Dezember 2004 [IV-act. 35 ff.]). Am 24. April
2005 meldete sie sich zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an (act. G
3.1.3). Die Psychiatrische Klinik D._ diagnostizierte im Arztbericht vom 22. Juli 2005
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine wahnhafte Störung (1; F22.0) auf dem
Boden einer schweren adoleszentären Krise mit Akzentuierung einer unreifen
Persönlichkeit und depressiv, histrionischen Symptomen (2; F43.25), bestehend seit
Sommer 2004 (1) bzw. 1997 (2). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als kaufmännische
Angestellte sei A._ seit 10. März 2005 bis auf weiteres zu 100% arbeitsunfähig.
Aktuell sei sie in eine stationäre Psychotherapie eingebunden (act. G 3.1.14). Dr. med.
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E._, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, in deren Behandlung sich A._
von 1996 bis 1998 befunden hatte, diagnostizierte im Arztbericht vom 18. August 2005
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine neurotische Belastungsstörung,
Angststörung, Panik und depressive Störung (F41) sowie ein anorektisches
Essverhalten, bestehend seit 1996 (IV-act. 52 ff.). Im Verlaufsbericht vom 14.
September 2005 für die Zeit ab 22. Juli 2005 änderte die Psychiatrische Klinik D._ die
Diagnose bzw. vermerkte mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung mit abhängigen und narzisstischen Anteilen (F61.0), eine
Störung durch Alkohol, ein Abhängigkeitssyndrom (gegenwärtig abstinent, aber in
beschützender Umgebung). Die Patientin sei immer noch in eine stationäre
Psychotherapie eingebunden (act. G 3.1.15). Im Verlaufsbericht vom 1. Dezember 2005
für die Zeit ab 14. September 2005 hielt die Psychiatrische Klinik D._ eine
unveränderte Diagnose fest. Bis Ende November 2005 habe sich A._ teilstationär in
der Klinik aufgehalten. Zusätzlich zu den Massnahmen Arbeitsversuch, Standort- und
Familiengespräche besuche sie seither einmal wöchentlich eine ambulante
Psychotherapie. Ihr Gesundheitszustand habe sich bis zum Zeitpunkt des Austritts aus
der Tagesklinik soweit stabilisiert, dass sie sich nun selbständig um eine Erwerbsarbeit
im kaufmännischen Bereich bemühe. Eine kaufmännische Tätigkeit sei im Rahmen
einer kontinuierlichen Steigerung auf acht Stunden täglich zumutbar. Es bestehe
allerdings Unklarheit darüber, wie belastungsabhängig sie im Umfeld der freien
Marktwirtschaft effektiv sei, so dass sie unter Umständen zu einem späteren Zeitpunkt
auf die Möglichkeit einer durch die Invalidenversicherung (IV) begleiteten Umschulung
zurückgreifen müsse. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit,
sofern keine Überforderungen und kein/wenig Zeitdruck vorhanden seien (act. G
3.1.16).
A.b Am 28. April 2006 berichtete der Berufsberater der IV, dass die direkte
Eingliederung mit Stellenvermittlung im erlernten Beruf, aber auch in anderen Berufen
undenkbar sei. A._ sei zwingend auf Abklärungs- und Fördermassnahmen
angewiesen. Dabei stehe weiterhin die Wiedereingliederung als kaufmännische
Angestellte im Vordergrund (IV-act. 76 f.). A._ nahm daraufhin vom 8. Mai bis 22.
September 2006 an einem Berufsförderungskurs an der H._ St. Gallen, vom 16.
Oktober 2006 bis 15. April 2007 an einem Arbeitstraining mit zwei
Kommunikationskursen bei F._, St. Gallen, und vom 1. Oktober 2007 bis 31. März
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2008 an einem weiteren Arbeitstraining im G._ der H._ teil. Die IV übernahm die
jeweiligen Kosten der beruflichen Massnahmen und sprach A._ für deren Dauer
Taggelder zu (IV-act. 76 ff.). Mit Schreiben vom 22. Mai 2008 teilte die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen A._ mit, sie habe die
Wiedereinarbeitung in den kaufmännischen Beruf erfolgreich absolviert und sei damit
rentenausschliessend eingegliedert (IV-act. 164; act. G 3.1.5 f.).
A.c Nach zweimonatiger Arbeitslosigkeit mit Bezug von Arbeitslosentaggeldern (IV-
act. 324) trat A._ per 1. Juni 2008 eine Stelle als Sekretärin bei der I._, St. Gallen,
mit einem Pensum von 80% an. Sie war dadurch bei der Personalvorsorgestiftung für
die Angestellten der B._ (nachfolgend: Personalvorsorgestiftung) im Rahmen der
berufliche Vorsorge versichert. Für die überobligatorischen Leistungen brachte diese
den Vorbehalt an, dass bei Invalidität aufgrund psychischer Krankheiten und Störungen
und deren Folgen keine Versicherungsleistungen erbracht würden (act. G 3.1.10 ff.). Mit
Schreiben vom 13. August 2008 kündigte die I._ das Arbeitsverhältnis mit A._ per
31. August 2008 (act. G 3.1.8).
A.d Am 22. August 2008 meldete sich A._ erneut zum Leistungsbezug bei der
Invalidenversicherung an (IV-act. 166 ff.). Das Psychiatrische Zentrum,
Krisenintervention/Kurzzeittherapiestation, teilte der IV in einem Verlaufsbericht vom
16. Oktober 2008 mit, dass sich A._ seit dem 13. August 2008 bei unveränderter
Diagnose - kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10:F61) mit narzisstischen,
histrionischen und abhängigen Zügen - bei ihnen in stationärer psychiatrisch-
psychotherapeutischer Behandlung befinde. Im Vorfeld der Aufnahme sei es zu einer
massiven Überforderung, einer Verstärkung der Abgrenzungsproblematik wie auch zu
einer Zunahme der Impulsivität bei obgenannter kombinierter Persönlichkeitsstörung
gekommen, nachdem die Patientin nach mehreren Jahren der Beschäftigung im
geschützten Rahmen einen Wiedereingliederungsversuch in der freien Wirtschaft
unternommen habe. Angesichts des (zuletzt) gescheiterten
Wiedereingliederungsversuchs sei derzeit davon auszugehen, dass noch für die
nächsten Jahre eine bleibende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von mindestens
50% in der jetzigen Tätigkeit bestehen werde. Zunächst solle versucht werden, die
Patientin an einem ihren Einschränkungen berücksichtigenden Arbeitsplatz mit einem
50%-Pensum wiedereinzugliedern (IV-act. 197 ff.). Ab 15. Mai 2009 absolvierte A._
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einen Arbeitsversuch mit einem Arbeitspensum von 40% bei der J._, D._, im
Rahmen von Support am Arbeitsplatz von der IV unterstützt. Die psychische Situation
stellte sich nach kurzer Zeit als schwierig dar, verschlechterte sich ab Anfang August
2009 zunehmend, bis A._ am 7. September 2009 in einen stuporösen Zustand fiel,
der am 15. September 2009 den Eintritt in die Psychiatrische Klinik D._ zur Folge
hatte (IV-act. 289 f.). Am 25. Januar 2010 berichtete die Psychiatrische Klinik D._ der
IV, dass ab 29. Januar 2010 eine teilstationäre Behandlung in der Tagesklinik geplant
sei. Sicher seit Mitte August 2009 und für den stationären Aufenthalt bestehe bei A._
eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 3.1.19). Im Verlaufsbericht vom 7. Juni 2010
für die Zeit ab Januar 2010 stellte die Psychiatrische Klinik D._ eine veränderte
Diagnose; den Verdacht auf eine paranoide Schizophrenie (ICD-10: F20.0) sowie eine
rezidivierend depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.01).
A._ sei nach wie vor weder die bisherige noch eine andere Tätigkeit zumutbar (act. G
3.1.20). Im Verlaufsbericht vom 3. November 2010 lautete die Diagnose letztlich
hebephrene Schizophrenie (F20.1) (act. G 3.1.21). Mit Vorbescheid vom 14. Februar
2011 stellte die IV A._ (nach beruflichen Massnahmen mit Taggeld) ab 1. April 2008
eine Dreiviertelsrente auf der Basis eines Invaliditätsgrads von 60% und ab 1.
November 2009 (nach dreimonatiger Übergangszeit gemäss Revisionsbestimmungen)
eine ganze Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100% in Aussicht
(IV-act. 361 ff.).
A.e Mit Schreiben vom 14. Februar 2011 teilte die Personalvorsorgestiftung der
Versicherten mit, dass sie die Ausrichtung einer Invalidenrente aus der beruflichen
Vorsorge ablehne. Ihre Abklärungen hätten ergeben, dass die Versicherte bereits vor
dem Arbeitsverhältnis mit der I._ an ihren psychischen Leiden gelitten habe. Ihre
erheblich eingeschränkte Arbeitsunfähigkeit habe gemäss Vorbescheid der IV am 1.
Januar 2003 begonnen. Die Krankheit, die zur Invalidität geführt habe, habe somit
bereits lange vor dem Eintritt in die Personalvorsorgestiftung bestanden (act. G 1.1.6).
A.f Am 29. August 2011 verfügte die IV im Sinn des Vorbescheids (act. G 3.1.2).
B.
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B.a Nach vorheriger Korrespondenz (act. G 1.1.7 ff.) lässt die Versicherte, vertreten
durch Rechtsanwalt Dr. iur. D. Poltera, St. Gallen, Klage gegen die
Personalvorsorgestiftung erheben mit dem Antrag, diese sei zu verpflichten, ihr die
versicherten Invalidenrenten aus der beruflichen Vorsorge auszurichten, unter Kosten-
und Entschädigungsfolge (act. G 1).
B.b In der Klageantwort vom 12. September 2011 beantragt die Personalvorsorge
stiftung für die Beklagte Abweisung der Klage, unter Kosten- und Entschädigungsfolge
(act. G 3).
B.c Die Klägerin lässt in der Replik vom 24. Oktober 2011 an ihrem Antrag festhalten
(act. G 7).
B.d Mit Schreiben vom 2. November 2011 verzichtet die Beklagte auf eine einlässliche
Duplik, hält jedoch an ihrem Antrag ebenfalls fest (act. G 9).
B.e Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt
der übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
1.
1.1 Nach Art. 23 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen-
und Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40) haben Anspruch auf Invalidenleistungen
Personen, die im Sinn der IV zu mindestens 40% invalid sind und bei Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren (lit. a).
Nach Art. 24 Abs. 1 BVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine Viertelsrente,
wenn sie im Sinn der Invalidenversicherung mindestens zu 40 Prozent, auf eine halbe
Rente, wenn sie mindestens zur Hälfte, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu
mindestens 60 Prozent und auf eine volle Invalidenrente, wenn sie zu mindestens 70
Prozent invalid ist. Gemäss Art. 26 Abs. 1 BVG gelten für den Beginn des Anspruchs
auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechenden Bestimmungen des
Bundesgesetzes vom 19. Juli 1959 über die Invalidenversicherung (Art. 29 IVG [SR
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831.20]). Geht die Vorsorgeeinrichtung vom selben Invaliditätsbegriff aus wie die
Invalidenversicherung - wie vorliegend die Beklagte in Art. 22 Abs. 2 ihres Reglements,
gültig ab 1. Januar 2007 (act. G 3.1.10) -, ist sie an die Feststellungen der IV-Organe,
insbesondere hinsichtlich des Eintritts der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit
(Eröffnung der Wartezeit; Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG in Verbindung mit Art. 26 Abs. 1 BVG),
gebunden, soweit die invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise auf Grund
einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (SZS
2001 S. 86; BGE 126 V 311 E. 1). Der Eintritt des vorsorgerechtlichen
Versicherungsfalls fällt somit in der Regel mit dem Beginn der einjährigen Wartezeit
nach Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG zusammen (BGE 118 V 239 E. 3c).
1.2 Vorliegend legte die IV den Beginn der Wartezeit nach Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG auf
den 1. Januar 2003 und damit auf einen Zeitpunkt vor Beginn des
Versicherungsverhältnisses mit der Beklagten. Diese folgte der IV-Entscheidung. Laut
der von Dr. med. K._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, in einem Gutachten vom
10. Dezember 2006 zuhanden der C._, und der von der Psychiatrischen Klinik D._
in einem Verlaufsbericht vom 5. Januar 2006 erhobenen Anamnese befand sich die
Klägerin von 1996 bis 2001 wegen einer Essstörung in ambulanter ärztlicher
Behandlung. Zusätzlich sei sie von 1996 bis 1999 im Zusammenhang mit einer akuten
depressiven Krise nach Aufnahme der Lehre im Jahr 1996 jugendpsychiatrisch
behandelt worden. Von 2001 bis 2003 habe wegen einer stressbedingten Depression
erneut eine Behandlung stattgefunden. 2003 und 2004 seien Sprach- und
Arbeitsaufenthalte in Kanada erfolgt. Das selbständige Absetzen der antidepressiven
Medikation habe zu einer Zustandsverschlechterung geführt. Nach Rückkehr in die
Schweiz im Oktober 2004 habe die Klägerin am 1. Dezember 2004 eine Stelle bei der
C._ angetreten. Am 10. Dezember 2004 sei eine akute depressive Krise aufgetreten.
Am 10. März 2005 habe die Klägerin einen psychischen Zusammenbruch mit
Sterbensangst, massiven Schlafstörungen und grosser körperlicher Müdigkeit erlitten,
welcher zu einem Eintritt in die Psychiatrische Klinik D._ geführt habe (IV-act. 214 ff.;
act. G 3.1.14). Im Arztbericht vom 14. September 2005 hatte die Psychiatrische Klinik
D._ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine wahnhafte Störung (F22.0), auf dem
Boden einer schweren adoleszentären Krise mit Akzentuierung einer unreifen
Persönlichkeit und depressiv histrionischen Symptomen (F43.25) bestehend seit
Sommer 2004 und seit 1997 diagnostiziert und die Arbeitsfähigkeit aktuell als zu 80%
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eingeschränkt betrachtet. - Aufgrund des vorstehenden Sachverhalts erscheint die
Festsetzung der einjährigen Wartezeit im IV-Verfahren auf den 1. Januar 2003 nicht
zwingend. Als Beginn wären auch der Sommer 2004, der 8. Dezember 2004 als letzter
Arbeitstag bei der C._ oder der 10. März 2005, als die Klägerin den psychischen
Zusammenbruch erlitt und in die Psychiatrische Klinik eintrat, denkbar. Letztlich
braucht jedoch auf den genauen Beginn nicht näher eingegangen zu werden, da in
jedem Fall feststeht, dass vor dem Vorsorgeverhältnis mit der Beklagten aus
psychischen Gründen eine berufsvorsorgerechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit, d.h.
eine Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, eingetreten war.
2.
2.1 Damit bei einem Wechsel des Vorsorgeverhältnisses die neue
Vorsorgeeinrichtung für die aus einer beim früheren Versicherungsträger eingetretenen
Arbeitsunfähigkeit resultierende Invalidität nicht leistungspflichtig wird, ist erforderlich,
dass zwischen der früheren Arbeitsunfähigkeit und der Invalidität ein enger sachlicher
und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). Der
Gesundheitsschaden, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat, muss von der Art her im
Wesentlichen derselbe sein, welcher der Invalidität zu Grunde liegt. Diese Bedingung
des sachlichen Zusammenhangs ist im vorliegenden Fall unbestrittenermassen erfüllt.
2.2 Zu prüfen bleibt daher, ob der enge zeitliche Zusammenhang zwischen
Arbeitsunfähigkeit und Invalidität, für welche der Klägerin ab 1. April 2008 Leistungen
der IV zugesprochen wurden, durch die am 1. Juni 2008 angetretene Tätigkeit bei der
I._ unterbrochen worden ist. Eine Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhangs
darf nach der Rechtsprechung nicht bereits dann angenommen werden, wenn die
Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zurückgekehrt ist. Bei der Prüfung
dieser Frage sind die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalls zu
berücksichtigen, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognostische
Beurteilung durch den Arzt sowie die Beweggründe, welche die versicherte Person zur
Wiederaufnahme oder Nichtwiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben. Zu den für
die Beurteilung des zeitlichen Konnexes relevanten Umständen zählen auch die in der
Arbeitswelt nach aussen in Erscheinung tretenden Verhältnisse, wie etwa die Tatsache,
dass eine versicherte Person über längere Zeit hinweg als voll vermittlungsfähige
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Stellensuchende Taggelder der Arbeitslosenversicherung bezieht (Urteile des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 26. Mai 2003, B 100/02, E. 4.1, und vom 18.
Oktober 2006, B 18/06, E. 4.2.1). Allerdings kann solchen Zeiten nicht die gleiche
Bedeutung beigemessen werden wie Zeiten effektiver Erwerbstätigkeit (Urteil des EVG
vom 21. November 2002, B 23/01, E. 3.3). So schliesst namentlich die
Vermittlungsfähigkeit im arbeitslosenversicherungsrechtlichen Sinn das Vorliegen einer
Arbeitsunfähigkeit nicht aus (Art. 15 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die
obligatorische Arbeitslosenversicherung [AVIV, SR 837.02]; Urteil des EVG vom 21.
April 2005, B 127/04, E. 4.3.4). Mit Bezug auf die Dauer der den zeitlichen Konnex
unterbrechenden Arbeitsfähigkeit kann die Regel von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) als Richtschnur gelten. Nach dieser
Bestimmung ist eine anspruchsbeeinflussende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit in
jedem Fall zu berücksichtigen, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate
gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Bestand während
mindestens drei Monaten wieder volle Arbeitsfähigkeit und erschien gestützt darauf
eine dauerhafte Wiedererlangung der Erwerbsunfähigkeit als objektiv wahrscheinlich,
stellt dies ein gewichtiges Indiz für eine Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhangs
dar. Anders verhält es sich, wenn die fragliche, allenfalls mehr als dreimonatige
Tätigkeit als Eingliederungsversuch zu werten ist oder massgeblich auf sozialen
Erwägungen des Arbeitgebers beruhte und eine dauerhafte Wiedereingliederung
unwahrscheinlich war (BGE 123 V 262 E. 1c, 120 V 112 E. 2c/aa und bb; Hans-Ulrich
Stauffer, Berufliche Vorsorge, Zürich 2005, S. 279 f.; Isabelle Vetter-Schreiber,
Berufliche Vorsorge [Kommentar zum BVG und zu weiteren Erlassen), Zürich 2009, S.
83 f.; Urteil des Bundesgerichts vom 6. Dezember 2007, 9C_249/2007, E. 3.2.1).
2.3 Als Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, im Sinne von Art.
23 BVG gilt eine Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf
oder Aufgabenbereich (BGE 130 V 97 E. 3.2; Urteile des EVG vom 5. Februar 2003, B
13/01, E. 4.2, und 7. Januar 2003, B 49/00, E. 3). Kann von der versicherten Person
vernünftigerweise verlangt werden, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in
einem anderen Berufszweig verwertet, ist sie unter Berücksichtigung der
Arbeitsmarktlage und gegebenenfalls nach einer bestimmten Anpassungszeit nach der
beruflichen Tätigkeit zu beurteilen, die sie bei gutem Willen ausüben könnte (BGE 114
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V 281 E. 1c; vgl. auch die Legaldefinition in Art. 6 des Bundesgesetzes zum
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1], welche Vorschrift im
Bereich der beruflichen Vorsorge allerdings keine Anwendung findet; Urteil des
Bundesgerichts vom 6. Dezember 2007, 9C_249/2007, 3.2.2; Urteil des EVG vom 6.
Februar 2006, B 54/05, E. 1.2;). Die Arbeitsunfähigkeit bzw. Arbeitsfähigkeit der
Klägerin ist unbestrittenermassen nach ihrer angestammten Tätigkeit als
kaufmännische Angestellte zu beurteilen, nachdem diesbezüglich zu Lasten der IV in
diesem Bereich berufliche Massnahmen durchgeführt wurden (vgl. dazu auch Urteile
des EVG vom 2. Dezember 2002, B 1/02, E. 5.2, und 26. Mai 2003, B 100/02, E. 1.2).
3.
3.1 Umstritten ist der Anspruch auf eine Invalidenrente gegenüber der Beklagten, bei
welcher die Klägerin vom 1. Juni bis 30. September 2008 (einschliesslich Nach
deckungsfrist gemäss Art. 10 Abs. 3 BVG) versichert gewesen ist. Die Beklagte stellt
sich auf den Standpunkt, dass der Arbeitseinsatz bei der I._ lediglich als
Wiedereingliederungsversuch zu werten sei. Der Rechtsvertreter der Klägerin weist
demgegenüber darauf hin, dass bei ihr vom 1. April 2008 (Anmeldung bei der
Arbeitslosenversicherung als vermittlungsfähig [IV-act. 324) bis 4. August 2008 (letzter
effektiver Arbeitstag bei der I._ [IV-act. 237, 252]) - also vier Monate lang - eine
mindestens 80%ige Arbeitsfähigkeit bestanden habe und diese aufgrund der zuvor von
der IV durchgeführten, mehr als zwölf Monate dauernden beruflichen Massnahmen als
objektiv gefestigt erschienen sei.
3.2
3.2.1 Am 10. März 2005 trat die Klägerin stationär in die Psychiatrische Klinik
D._ ein. Entsprechend wurde ihr im Bericht vom 22. Juli 2005 ab vorstehendem
Datum eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Sie hielt sich bis Ende November
2005 - letztlich noch teilstationär - in der Klinik auf. Hinsichtlich Arbeitsfähigkeit wurde
im Weiteren ausgeführt, dass bei einem positiven Verlauf der aktuellen Behandlung mit
einer 40 bis 50%igen Leistungsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit zu rechnen sei. Die
Klägerin benötige eine fundierte Einarbeitung, ein klar definiertes und strukturiertes
Aufgabengebiet und keine komplexen Arbeitsabläufe. Eine Tätigkeit habe in
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geschütztem Rahmen zu erfolgen (act. G 3.1.14). Im Verlaufsbericht vom 14.
September 2005 hielt die Klinik fest, dass die Prognose unter der Voraussetzung eines
stabilen Arbeitsumfeldes, das der Klägerin wohlwollend entgegenkomme und sie
fordere, aber nicht überfordere, und einer mehrjährigen Begleitung durch eine
intensive, vorzugsweise psychodynamisch orientierte Psychotherapie als günstig
angesehen werden könne. Die Klägerin gerate durch ihre Persönlichkeits-
Entwicklungsstörung schnell an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit - subjektiv von ihr
als Konzentrationsstörung erlebt sowie in paranoider Verarbeitung als "Mobbing" -
insbesondere dann, wenn sie sich von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht gut
aufgenommen fühle. Dies führe zu Verständigungsproblemen am Arbeitsplatz, was die
Situation weiter verschärfe, bis die Klägerin unter Umständen psychisch
dekompensiere und arbeitsunfähig werde. Zum jetzigen Zeitpunkt und unter den
Bedingungen der Hospitalisation sei es schwierig einzuschätzen, ob eine
Einschränkung bestehen bleibe. Zu Vieles sei abhängig von der Arbeitsplatzsituation
und der weiteren Entwicklung. Falls sich die Klägerin gut aufgehoben fühle und das
geforderte Arbeitstempo nicht zu hoch sei, sollte sie ihr Arbeitsvermögen so steigern
können, dass langfristig keine 20%ige Einschränkung bestehe. Auch im Verlaufsbericht
vom 1. Dezember 2005 stellte die Klinik mit Einschränkungen eine gute Prognose. Die
Einschränkungen würden sich auf die Persönlichkeitsentwicklung der Klägerin
beziehen. Unter günstigen Arbeits- und Therapiebedingungen sollte es möglich sein,
dass die Klägerin auch in konflikthaften Bereichen mehr Realitätsbezug und in der
Folge Eigenverantwortung, z. B. in der Wahl eines für sie zuträglichen Arbeitsplatzes,
übernehmen könne. Es sei der Klägerin zumutbar, die Arbeitsfähigkeit kontinuierlich auf
acht Stunden täglich zu steigern. Die Leistungsfähigkeit sei stark von der Hektik des
Betriebs bzw. von dem mit der geforderten Arbeit verbundenen zeitlichen Druck
abhängig sowie davon, dass das quantitative Pensum gut zu bewältigen sei und die
Aufgaben klar kommuniziert und erklärt würden. Unter diesen Voraussetzungen könne
davon ausgegangen werden, dass die Klägerin zu verantwortungsbewusster und
selbständiger Arbeit in der Lage sei. Ihr Gesundheitszustand habe sich zum Zeitpunkt
des Austritts aus der Tagesklinik soweit stabilisiert, dass sie sich nun selbständig um
eine Erwerbstätigkeit im Bereich bzw. in Grenzbereichen des Kaufmännischen bemühe.
Es bestehe allerdings Unklarheit darüber, wie belastungsfähig sie im Umfeld der freien
Marktwirtschaft effektiv sei, so dass sie unter Umständen zu einem späteren Zeitpunkt
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auf die Möglichkeit einer durch die IV begleiteten Umschulung zurückgreifen müsse.
Gestützt auf diesen Verlaufsbericht der Psychiatrischen Klinik D._ hielt der Regionale
Ärztliche Dienst (RAD) der IV am 9. Dezember 2005 fest, dass weiterhin nicht definitiv
gesagt werden könne, ob die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf Dauer in der
bisherigen Tätigkeit unter 20% betragen werde. Dies müsse sich letztendlich in der
Umsetzung, d.h. bei Arbeiten an einem konkreten Arbeitsplatz, zeigen. Es bestehe eine
sehr grosse Gefahr, dass die Klägerin bei ungünstigen Arbeitsbedingungen im Rahmen
ihrer Persönlichkeitsstörung dekompensiere, so dass man durchaus von einer
drohenden Invalidität bei ungenügender Unterstützung (z.B. durch die IV) ausgehen
könne (act. G 3.1.17). Dem Versicherungspsychiatrischen Gutachten von Dr. med.
K._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, zuhanden der C._ vom 10. Dezember
2006 ist zu entnehmen, dass von einer ärztlichen-psychotherapeutischen Behandlung
eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands zu erwarten sei. Hinsichtlich der
vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit in Prozenten als Sekretärin könne keine genaue
Angabe gemacht werden. Offensichtlich zeige die Klägerin eine ausgesprochene
Stressintoleranz, wo zeitlicher Druck oder intellektuelle Überforderung zu einer
schnellen, leistungslimitierenden, psychischen Reaktion bis zur Dekompensation führen
könnten. Aufgrund der kognitiven Leistungsfähigkeit und Intelligenz sei die Klägerin für
die Arbeit als Sekretärin zu 100% geeignet. Denke man jedoch an die psychische
Zerbrechlichkeit mit rascher Produktion von Ängsten und selbstlimitierender
Problematik, müsse von einer latenten Gefahr der Entwicklung von
Arbeitsunfähigkeitsintervallen ausgegangen werden. Trotz der Gefahr einer
intellektuellen Unterforderung könne der Klägerin aufgrund ihrer derzeitigen
psychischen Situation einzig eine einfache Sekretariatsstelle zu 100% zugemutet
werden. Es könne nur eine unsichere Prognose gestellt werden. Die Prognose sei stark
abhängig vom weiteren therapeutischen Verlauf. Unter einem guten, kontinuierlichen
therapeutischen Setting bei gleichzeitig idealer beruflicher Förderung und Reintegration
könne eine gute Prognose postuliert werden (IV-act. 214 ff.).
3.2.2 Laut dem zwischenzeitlich vom Berufsberater der IV verfassten Bericht vom
28. April 2006 stand die Klägerin seit Januar 2006 in berufsberaterischem Kontakt.
Damals sei sie bereits beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zur
Stellenvermittlung angemeldet gewesen. Im Weiteren Verlauf habe sich aber gezeigt,
dass die Arbeitsfähigkeit noch zu gering und die Vermittlungsfähigkeit noch nicht
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gegeben gewesen sei. Die Klägerin sei sehr unsicher, habe grosse Mühe ihre
Leistungsfähigkeit objektiv abzuschätzen und in Übereinstimmung mit Anforderungen
von Arbeitsplätzen zu bringen. Die direkte Eingliederung mit Stellenvermittlung im
erlernten Beruf, aber auch in anderen Berufen sei undenkbar. Die Klägerin sei zwingend
auf eine Abklärungs- und Fördermassnahme angewiesen (IV-act. 76). Im
Zwischenbericht vom 16. März 2007, d.h. nach Absolvierung des
Berufsförderungskurses an der H._ und während des Arbeitstrainings bei F._, hielt
der Berufsberater der IV fest, dass die Fortschritte stagnierten und die verwertbare
Arbeitsfähigkeit auf tiefem Niveau verharre. An einen weitergehenden
Rehabilitationsschritt oder gar die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit sei vorerst nicht zu
denken gewesen. Um einer Dekompensation vorzubeugen, habe die tägliche
Arbeitszeit reduziert werden müssen. Das angestrebte Rehabilitationsziel sei in der zur
Verfügung stehenden Zeit nicht erreicht worden und könne auch nicht mehr erreicht
werden. Offensichtlich sei der Schritt in die freie Wirtschaft, auch wenn es sich um ein
teilbetreutes Setting gehandelt habe, verfrüht gewesen. Bei den
Wiedereingliederungsbemühungen müsse nochmals ein Schritt zurück gemacht
werden. Es sei ein nochmaliger Eintritt in die H._, konkret in den G._, also an einen
geschützten Ausbildungsplatz, geplant. Die Massnahme im F._ werde frühzeitig
beendet (IV-act. 126). Im Abschlussbericht vom 10. September 2007 betreffend
Arbeitstraining im G._ hielt die H._ sodann fest, der Klägerin sei es gelungen, trotz
zweier Krisen (Ausschleichen eines Medikaments, Hospitalisierung der eigenen Mutter)
an ihrem Ziel der Integration in den Arbeitsmarkt weiter zu arbeiten. Es habe für sie
einerseits mehr Rückschläge als im ersten Teil des Trainings gegeben, andererseits sei
dies als klarer Fortschritt zu bewerten, da die Klägerin mit ihren Grenzen konfrontiert
worden sei und sich damit immer wieder aktiv habe auseinandersetzen müssen. Es
habe auch eine Klärung dahingehend stattgefunden, dass sie ihre eigenen Anteile an
den Schwierigkeiten in bisherigen Arbeitsverhältnissen habe sehen können. Parallel
dazu habe die Klägerin mit der Fachstelle für berufliche Integration ihr
Bewerbungsdossier erstellt und schon erste Bewerbungen getätigt bzw.
Vorstellungsgespräche geführt. Es werde die Stellensuche im ersten Arbeitsmarkt
empfohlen. Es wäre hilfreich, die Klägerin bei der Einarbeitung gegebenenfalls zu
unterstützen, beispielsweise durch eine längere Einarbeitungszeit, um sich noch weiter
auf dem jetzt erreichten Entwicklungsstand zu stabilisieren. Die von ihr angestrebte
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Intensivierung der Psychotherapie sei dabei ein wichtiger Aspekt. Zentrale Themen
wären die Bearbeitung von Erwartungen an sich selbst und an das Umfeld und damit
die Erhöhung ihrer Frustrationstoleranz (IV-act. 151 ff.). Gestützt auf diesen
Abschlussbericht betrachtete die IV am 22. Mai 2008 die Wiedereinarbeitung der
Klägerin in den kaufmännischen Beruf als erfolgreich absolviert (IV-act. 164).
3.2.3 Inzwischen hatte sich die Klägerin am 1. April 2008 bei der Arbeitslosenver
sicherung als vermittlungsfähig angemeldet. Am 1. Juni 2008 konnte sie ihre Stelle als
Sekretärin bei der I._ mit einem Arbeitspensum von 80% antreten. Am 4. August
2008 schied sie krankheitshalber aus dem Arbeitsprozess aus. Am 13. August 2008
wurde die Klägerin nach massiver Überforderung und Verstärkung der
Abgrenzungsproblematik sowie Zunahme der Impulsivität bei einer kombinierten
Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61) mit narzisstischen, histrionischen und abhängigen
Zügen zur stationären psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung in das
Psychiatrische Zentrum St. Gallen eingewiesen (IV-act. 197). In einem der IV
inzwischen zugestellten Bericht vom 21. August 2008 hielt die H._ fest, dass die
Klägerin nach dem bei ihr absolvierten Arbeitstraining durch ihre Fachstelle berufliche
Integration begleitet worden sei. Die Begleitung habe zu Beginn das
Bewerbungsverfahren und die Stellensuche umfasst. Nach Antritt der Stelle bei der
I._ sei die Klägerin durch ein intensives Job Coaching begleitet worden. Da sie keine
Unterstützung durch die IV zu erwarten gehabt habe und von dieser als arbeitsfähig
eingestuft worden sei, sei es nicht möglich gewesen, den Arbeitgeber zu Beginn des
Arbeitsverhältnisses über die Krankengeschichte und die möglicherweise auftretenden
Schwierigkeiten zu informieren. Die Klägerin hätte die Stelle mit grosser
Wahrscheinlichkeit nicht erhalten, wenn der Arbeitgeber über ihre Krankengeschichte
informiert gewesen wäre. Diese Tatsache habe die Intervention beim Arbeitgeber durch
den Job Coach schwierig gestaltet. Die Begleitung sei vom Stellenantritt an sehr
intensiv gewesen. Das Arbeitstempo der Klägerin sei im Vergleich zu den anderen
Mitarbeitern langsamer gewesen, was von der Arbeitgeberin bestätigt worden sei. Sie
habe weniger als 50% der vorgegebenen Leistung bewältigt. Bei der Arbeit sei sie sehr
unsicher gewesen, habe hohe Ansprüche an sich selber gestellt und sei deshalb in eine
Überforderungssituation geraten. Die Klägerin habe sich bereits nach kurzer Zeit in
ihrer Freizeit nicht mehr erholen können. Der Druck und die Angespanntheit hätten
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auch am Wochenende weiter bestanden. In der ersten Augustwoche sei es dann zu
einem Zusammenbruch gekommen (IV-act. G 3.1.4).
4.
4.1 Die arbeitslosenversicherungsrechtliche Vermittlungsfähigkeit der Klägerin vom
1. April bis 31. Mai 2008 zusammen mit der kaufmännischen Tätigkeit bei der I._ vom
1. Juni bis 31. August 2008 ergeben eine viermonatige Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit,
womit der Richtwert von drei Monaten als Indiz für eine Unterbrechung des zeitlichen
Zusammenhangs grundsätzlich erfüllt ist. Angesichts der vorstehenden Aktenlage
besteht jedoch im hier zu beurteilenden Fall gesamthaft betrachtet Anlass dazu, die
Tätigkeit bei der I._ lediglich als Eingliederungs- bzw. blosser Arbeitsversuch,
welcher scheiterte, zu werten.
4.2 Bereits im Gesundheitszustand der Klägerin ist ein wesentliches Indiz dafür zu
erblicken, dass es sich bei der Tätigkeit für die I._ um, einen Arbeitsversuch handelte.
Sie leidet an einem psychischen Gesundheitsschaden mit Krankheitswert, der weit in
die Vergangenheit zurückreicht bzw. während vieler Jahre fortdauernd bestanden hat.
Die Klägerin befand sich während dieser Zeit fortgesetzt in psychiatrischer ambulanter,
aber auch wiederholt in stationärer Behandlung. Dazu gehörte immer auch die
Einnahme von Psychopharmaka. Die Differenzen diagnostischer Art (vgl. Erwägung Aa,
Ad) sind irrelevant. Die im Verlauf gestellten Diagnosen bilden insgesamt eine Einheit
bzw. sind offensichtlich Teile einer fortschreitenden psychischen Gesundheitsstörung.
So erscheint insbesondere wiederholt die Persönlichkeits- und depressive Störung und
wurde vor der Diagnose einer Schizophrenie von schizoiden Anteilen und einem
Verdacht auf Schizophrenie gesprochen. Auch wenn die Klägerin ab 1. April 2008 zu
80% als arbeitsfähig betrachtet wurde, war sie mithin dennoch krank bzw. bestand bei
ihr aus psychiatrischer Sicht eine fortdauernde gesundheitliche Störung. Eine
psychische Krankheit kann verschiedenste Schweregrade aufweisen, ist einer
Heilbehandlung vielfach zugänglich und braucht bei geeigneter Heilbehandlung
(Psychotherapie, medikamentöser Behandlung) keine Beeinträchtigung der
Arbeitsfähigkeit zur Folge zu haben. In psychiatrischen Berichten findet sich sodann
nicht selten die Einschätzung, dass man sich gerade von der Ausübung einer
beruflichen Tätigkeit eine positive Auswirkung auf die psychischen Probleme erhoffe.
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Andererseits besteht bei vorhandener psychischer Krankheit, auch bei Erreichen einer
gewissen Stabilisierung, dennoch eine psychische Labilität und damit gegenüber einem
gesunden Menschen ein erhöhtes Risiko für eine Arbeitsunfähigkeit. Gerade bei
psychischen Erkrankungen sind Arbeitsfähigkeitsschätzungen zudem nicht einfach, da
deren Entwicklung oft nicht leicht vorhersehbar ist. Ob eine an einer psychischen
Krankheit leidende Person wieder eingegliedert werden kann, lässt sich nur schwer
prognostizieren. Deswegen ist es durchaus möglich, dass die Frage der
Arbeitsfähigkeit im Nachhinein verlässlicher beantwortet werden kann. Im konkreten
Fall stellte sich letztlich heraus, dass die Klägerin nicht in der Lage war, ihre
theoretische Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft zu umzusetzen. Der Arbeitsantritt
bei der I._ stellte nach langem Unterbruch einen erstmaligen Arbeitsversuch auf dem
freien Arbeitsmarkt dar. Zuvor wurden bei der Klägerin während rund zwei Jahren
berufliche Massnahmen durchgeführt. Diese zielten wohl auf ihre Wiedereingliederung
in eine kaufmännische Tätigkeit in der freien Wirtschaft hin. Konkret bestanden sie
jedoch zunächst aus einer reinen Abklärung des Wiedereinstiegs in den erlernten oder
einen neuen Beruf und einem nachfolgenden, grundsätzlich gescheiterten
Arbeitstraining in Form eines teilbetreuten Settings in der freien Wirtschaft, dem sich
schliesslich ein weiteres Arbeitstraining an einem geschützten Arbeitsplatz anschloss.
Die Klägerin wurde zwar letztlich als in der freien Wirtschaft vermittlungs- bzw.
arbeitsfähig bezeichnet. Mit den beruflichen Massnahmen wurde jedoch lediglich die
Grundlage für die Wiedereingliederung auf dem freien Arbeitsmarkt geschaffen und das
Rehabilitationsziel rein theoretisch als erreicht befunden. Dessen Nachhaltigkeit auf
dem freien Arbeitsmarkt musste und konnte sich erst in der Praxis erweisen. Die
durchgeführten beruflichen Eingliederungsmassnahmen können nicht mit einer
Ausbildung gleichgesetzt werden, welche die Klägerin in gleichem Masse wie die
Ausübung einer zeitlich uneingeschränkten, den Leiden angepassten Erwerbstätigkeit
auf dem freien Arbeitsmarkt beansprucht hätte und die für die Unterbrechung des
zeitlichen Zusammenhangs als genügend zu betrachten wäre (vgl. dazu Urteile des
EVG vom 18. Oktober 2006, B 18/06, E. 4.2.1, und vom 11. Februar 2003, B 42/02, E.
2.1; BGE 134 V 20, E. 5.2.2). Die von der Klägerin bei der I._ während rund zwei
Monaten ausgeübte Tätigkeit reicht zusammen mit der zweimonatigen Arbeitslosigkeit
für eine Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhangs nicht aus. Die in den
Arztberichten vor den beruflichen Massnahmen festgehaltenen Einschränkungen der
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Klägerin - tiefe Stresstoleranz bzw. Belastbarkeit, verminderte Konzentrationsfähigkeit
und vermindertes Problemlöseverhalten, niedrige Frusttoleranzgrenze,
Überforderungsgefühle - waren letztlich auch für die erneute Arbeitsunfähigkeit ab 4.
August 2008 bei der I._ verantwortlich (vgl. dazu act. G 3.1.18, 19; IV-act. 237 ff.,
296). In diesem Sinn hielt das Psychiatrische Zentrum in seinem Verlaufsbericht vom
16. Oktober 2008 fest, die Klägerin befinde sich seit dem 13. August 2008 in ihrer
stationären psychiatrische-psychotherapeutischen Behandlung. Im Vorfeld der
Aufnahme sei es zu einer massiven Überforderung sowie zu einer Verstärkung der
Abgrenzungsproblematik als auch einer Zunahme der Impulsivität bei kombinierter
Persönlichkeitsstörung gekommen, nachdem die Klägerin nach mehreren Jahren der
Beschäftigung im geschützten Rahmen einen Wiedereingliederungsversuch in der
freien Wirtschaft unternommen habe. Es habe sich im Vorfeld gezeigt, dass die
Klägerin mit den offenen Strukturen an ihrem Arbeitsplatz in der freien Wirtschaft als
Rechtsanwaltsangestellte vollkommen überfordert gewesen sei. Es hätten sich in
dieser Phase Einschränkungen in der Belastbarkeit der Klägerin gezeigt, die bereits aus
deren langjähriger Krankheitsgeschichte bestens bekannt gewesen sein dürften.
Während die Klägerin über mehrere Jahre in geschütztem Rahmen in der H._ gut
zurecht gekommen sei, sei der Schritt in ein weniger strukturiertes Arbeitsumfeld zu
gross gewesen. Die Ressourcen, sich an die geänderte Situation anzupassen, seien
aufgrund der vorliegenden psychischen Erkrankung nicht ausreichend gewesen (IV-act.
197 ff.). Dem zuvor erstellten Bericht der H._ vom 21. August 2008 ist gleichfalls zu
entnehmen, dass die Einschränkungen der Klägerin während ihrer Anstellung bei der
I._ Bestand hatten. Der Bericht belegt zudem eine reduzierte Leistungsfähigkeit und
die Notwendigkeit einer intensiven Begleitung durch die H._ (act, G 3.1.4). Die beiden
vorgenannten Berichte enthalten mithin ebenfalls gewichtige Indizien dafür, dass es
sich bei der Arbeitsstelle bei der I._ lediglich um einen Arbeitsversuch gehandelt hat,
der die zeitliche Konnexität nicht zu unterbrechen vermag.
4.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass - entgegen der Ansicht des
klägerischen Rechtsvertreters - die vom 1. April bis anfangs August 2008 bescheinigte
80%ige Arbeitsfähigkeit sich nicht in einer Form erwerblich umsetzen liess, welche
geeignet gewesen wäre, den zeitlichen Zusammenhang zwischen der ursprünglichen
Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität zu unterbrechen. Damit steht fest, dass
für die Invalidität nicht sie, sondern allenfalls eine frühere Vorsorgeeinrichtung
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leistungspflichtig ist. Der Umstand, dass die Beklagte die Klägerin im Rahmen der
obligatorischen Vorsorge vorbehaltlos aufgenommen hat (act. G 3.1.13), vermag an
dieser Beurteilung nichts zu ändern. Im Bereich der obligatorischen Vorsorge sind die
Vorsorgeeinrichtungen nicht befugt, Vorbehalte für die Deckung der Risiken Tod und
Invalidität einzuführen. Solche Vorbehalte sind - wie im konkreten Fall getätigt (act. G
3.1.13) - nur im Bereich der weitergehenden Vorsorge zulässig (BGE 115 V 226 E. 6;
H.-U. Stauffer, Die berufliche Vorsorge, 2. Aufl. Zürich 2006, S. 51). In
Übereinstimmung mit den vorstehenden Erwägungen ging auch die IV in Bezug auf das
Arbeitsverhältnis mit der I._ nicht von einer mindestens 30 aufeinanderfolgende Tage
dauernden vollen Arbeitsfähigkeit der Klägerin aus (vgl. Art. 29ter IVV) und legte den
Beginn des Anspruchs auf eine Invalidenrente nach erfolgreicher Absolvierung der
beruflichen Massnahmen auf den 1. April 2008 fest.
4.4 Wie von der Beklagten festgehalten, besteht ebenso wenig eine
Leistungszuständigkeit für die Erhöhung der Invalidität per 1. November 2009 (IV-act. G
3.1.2). Beruht die Erhöhung des Invaliditätsgrads auf derselben Ursache wie die
ursprüngliche Invalidität, ist die ursprüngliche Vorsorgeeinrichtung zur
Leistungserbringung zuständig, selbst wenn ein neues Vorsorgeverhältnis besteht. Hat
hingegen eine neue Ursache zur Erhöhung des Invaliditätsgrads geführt, ist nicht die
frühere Vorsorgeeinrichtung leistungspflichtig, sondern die nachfolgende (SZS 1995,
467 E. 3; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 45 E. 5). Im vorliegenden Fall gilt es eine solche
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu verneinen. Wohl enthielten die
Verlaufsberichte der Psychiatrischen Klinik D._ vom 22. Juli, 14. September und 1.
Dezember 2005 (act. G 3.1.14-16) noch nicht die konkrete Diagnose einer
Schizophrenie. Wie bereits in Erwägung 4.2 festgehalten, wurde jedoch bereits vor
deren endgültiger Diagnose im Verlaufsbericht vom 7. Juni 2010 (act. G 3.1.20) und vor
Beginn des Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten von schizoiden Anteilen und
einem Verdacht auf Schizophrenie gesprochen, womit eine enge Verknüpfung
zwischen den verschiedenen psychiatrischen Diagnosen besteht. Selbst wenn die
Schizophrenie als neuer Gesundheitsschaden betrachtet würde, deutet - wie von der
Beklagten zutreffenderweise festgehalten - zumindest nichts darauf hin, dass sie
ausgerechnet während des Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten (1. Juni bis
spätestens 30. September 2008) eingetreten ist. Die Überforderung der Klägerin und ihr
Zusammenbruch während des Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten sind Teil eines
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psychischen Krankheitsverlaufs, wie er schon mehrere Jahre vor dem 1. Juni 2008
bestand und für die Einschränkung in der Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit
verantwortlich war. Der zeitlichen Komponente kommt sodann praxisgemäss (BGE 123
V 262 E. 1a) keine eigenständige Bedeutung zu, sofern es sich ausschliesslich um eine
Verschlimmerung des psychischen Grundleidens handelt.
4.5 Von der Beiladung einer allfälligen anderen leistungspflichtigen
Vorsorgeeinrichtung kann im konkreten Fall abgesehen werden, da in diesem Verfahren
der Eintrittszeitpunkt der Arbeitsunfähigkeit nicht festgelegt werden musste und somit
keine rechtlichen Wirkungen für andere Vorsorgeeinrichtungen resultieren (vgl.
Erwägung 1.2).
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Klage abzuweisen.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG). Die Beklagte
beantragt die Ausrichtung einer Parteientschädigung. Nun besteht beim erwähnten
Ausgang des Verfahrens grundsätzlich Anspruch auf Ersatz der ausseramtlichen
Kosten (Art. 98 Abs. 2 und Art. 98 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
[sGS 951.1; VRP]). Hingegen hat die Beklagte als Vorsorgeeinrichtung praxisgemäss
keinen diesbezüglichen Anspruch (BGE 112 V 356; SZS 1995, 114). Der Antrag auf
Ausrichtung einer Parteientschädigung muss deshalb abgewiesen werden.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP