Decision ID: bf024a68-19bc-4958-a0a9-640a0f802522
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1965, war von
2007 bis
2012
beim Spital
Y._
als Etagenservice Angestellte tätig (Urk. 7/16
, Urk. 7/37)
. Nach Früherfassung durch
den Arbeitgeber am 14. Januar
2011 (Urk. 7/2)
meldete sich die Versicherte unter
Hinweis auf eine Depression am 2
2.
Februar 2011 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/9).
Nach einem Job-Coaching
von Mai bis Juli
2011
teilte die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
der Ver
sicherten am 11. November
2011 mit, dass keine beruflichen Eingliederungsmass
nahmen möglich seien (
Urk. 7/25,
Urk. 7/29).
Am 27. August 2013 teilte sie der Versicherten mit, dass aufgrund ihrer neuen Festanstellung in einem
Teilzeit
pensum
(vgl. Urk. 7/56)
die Arbeitsvermittlung abgeschlossen werde (Urk. 7/57). D
ie
IV-Stelle
tätigte weitere Abklärungen der medizinischen und erwerblichen Situation, wobei sie insbesondere ein polydisziplinäres medizini
sches Gutachten veranlasste, welches am 7. Januar
2015
erstattet
wurde
(Urk. 7/75)
.
Nach
ergangenem Vorbescheid
(
Urk. 7/81)
sprach die IV-Stelle der Versicherten
mit Verfügung vom
15. Oktober
2015
bei einem Invaliditätsgrad von 100 %
eine
ganze Rente für den Zeitraum vom 1. September 2011 bis 31. August 2012 (31. M
ai 2012
plus
3 Monate aufgrund der Verbesserung des Gesundheitszu
standes) zu (Urk. 7/
92 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
16. November 2015 Beschwerde gegen die Verfügung vom 15. Oktober 2015 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin auch über den 3
1.
August 2012 hinaus eine ganze Rente zu gewähren. Eventuell sei ein erneu
tes
bidisziplinäres
Gutachten (Fachgebiete: Psychiatrie, Orthopädie) zur Frage der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin einzuholen (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 14. Dezember
2015 (Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Verfügung vom 19. April 2016 (Urk. 10) wurde das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsvertretung und der unentgeltlichen Prozessführung
(vgl. Urk.
1 S.
2 Ziff.
3)
abgewiesen und
de
r Beschwerdeführerin
die Beschwerdeantwort
zur Kenntnis gebracht
.
Mit Eingabe vom 10. November 2016 (Urk. 12) reichte die Beschwerdeführerin eine Stellung
nahme
sowie einen Arztbericht (Urk. 13)
ein
, was der Beschwerdegegnerin am 17. November 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 14)
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähig
keit ist
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des ana
log anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Ver
ord
nung über die Invalidenversicherung (IVV)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264
E.
6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung des
Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit
demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E.
2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E.
4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E.
3.5). Spricht die Verwaltung der ver
sicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die un
bestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu er
fassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hin
weisen).
1.
4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 23
1 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.6
Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherungsgericht die Gesetzmässigkeit des angefochtenen Entscheids in der Regel nach dem Sachver
halt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b).
2.
2.1
D
i
e Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass
die Beschwerde
führerin
ab 23. September 2010 (Beginn der einjährigen Wartezeit) in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt
gewesen sei
(Urk. 2 Verfügungsteil 2 S. 1
unten). Auf
grund der medizinischen Beurteilung sei ihr nach Ablauf der einjährigen Warte
zeit im September 2011 keine Erwerbstätigkeit zumutbar gewesen. Ihr Gesund
heitszustand habe sich verbessert und ab dem 2
2.
Mai 2012 sei ihr die bisherige, wie auch eine angepasste Tätigkeit wieder in einem Pensum vo
n
100 % zumut
bar (Urk. 2
Verfügungsteil 2 S. 2
oben).
2.2
Demgegenüber vertra
t
die Beschwerdeführeri
n
die A
nsicht, dass auf das Gut
achten
aus näher genannten Gründen (Urk. 1 S. 10 Ziff. 28 ff., Urk. 12 S. 4 Ziff. 12 ff.)
nicht abgestellt werden könne.
Selbst wenn darauf abgestellt würde, lasse sich daraus kein veränderter
,
mithin verbesserter
Gesundheitszustand ableiten. Das Zusprechen einer bloss befristeten Rente sei nicht korrekt, es sei die ganze Rente weiterhin auszurichten.
2.3
Strittig und zu prüfen ist die Befristung der für den Zeitraum vom 1. September 2011 bis 31. August 201
2
zugesprochenen ganzen Rente
.
3.
3.1
Dr. med.
Z._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
,
Spital A._
,
nannte mit Bericht vom 27. September 2010
(Urk. 7/4)
folgende Diagnose
(S. 2)
:
mittel- bis
schwergradige
Episode ohne psychotische Symptomatik (ICD-10 F32.11/F32.2), Differentialdiagnose: posttraumatische Belastungs-störung
Die Beschwerdeführerin habe sich selbst zu einem Vorgespräch mit Wunsch zur unterstützenden Begleitung wegen Erschöpfungszustand gemeldet (S. 1 oben).
Ihre jüngere Tochter sei am 11. Juli 2007 14-jährig während eines Schulunfalls verunglückt und ertrunken (S. 1 oben). Die Beschwerdeführerin sei seit kurzem von ihrem Hausarzt zu 100 % krankgeschrieben worden. Ab nächster Woche sei sie wieder zu 50 % arbeitsfähig erklärt worden (S.
1 unten).
Er beginne mit einer unterstützend psychiatrisch-psychotherapeutischen Be
handlung und mit
Trittico
50mg zur Nacht (S. 2).
3.2
Dr.
Z._
und
Dr.
med.
B._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
und praktischer Arzt,
A._
, führten mit Bericht vom 1. März 2011 (Urk. 7/13) aus, die Beschwerdeführerin seit dem 2
7.
September 2010 zu behandeln
(S. 1 Ziff. 1.2)
,
und nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 Ziff. 1):
schwergradige
depressive Episode ohne psychotische Symptomatik (ICD-10 F32.2) mit Anteilen einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
Seit Beginn der Behandlung sei allenfalls eine leichte Besserung der Sympto
matik eingetreten. Die gegenwärtige Arbeitsfähigkeit von 30 %
habe
erhalten werden und eine weitere
Chronifizierung
beziehungsweise Verschlechterung des Z
ustandsbildes verhindert werden
können
(S. 2 Ziff. 1.4)
In der angestammten Tätigkeit als Serviceangestellte im Spital sei die Beschwerdeführerin vom 27.
September bis 17. Oktober 2010 zu 100 % und seither zu 70 % arbeitsun
fähig (Ziff. 1.6). Die bisherige Tätigkeit sei gegenwärtig nur zu 30 % zumutbar (Ziff. 1.7).
3.3
Dr. med.
C._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, erstattete am 25. Mai 2011 das von der BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich veranlasste Gutachten (Urk. 7/23). Er nannte die folgende Diagnose (S. 11 Mitte):
schwere depressive Episode ohne psychotische Sym
p
tome (ICD-10 F32.2)
Hinweise auf weitere
komorbide
psychische Störungen gemäss ICD-10 seien nicht
gefunden worden, insbesondere keine posttraumatisc
he Belastungsstörung (
S. 11
Mitte)
.
Die bisherige Behandlungsstrategie sei zweckmässig
,
aber wenig wirksam gewe
sen
(S. 13 unten)
.
Es dränge sich ein stationärer oder teilstationärer psychiatri
scher Behandlungsversuch auf (S. 14 oben). Die Behandlungsmöglichkeiten seie
n noch nicht ausgeschöpft. Daher könne eine Berufsunfähigkeit als
Etagenservice
angestellte
in einem Pensum von 100 % aus psychiatrischer Sicht gegenwärtig nicht festgestellt werden (S. 14 Mitte).
3.4
Die Ärzte der
D._
führten mit Bericht vom
25. Januar
2012 (Urk. 7/31) aus, die Beschwerdeführerin
lasse sich
seit 2. August
2011 teilstationär psychiatrisch-psychotherapeutisch in der Tagesklinik des Zen
trums für Ambulante Psychiatrische Rehabilitation behandeln
(S. 2 Ziff. 1.3) und nannten als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine depressive Episode
,
aktuell mittelgradig, ICD-10 F32.1 (S. 2 Ziff. 1.1).
Seit Juli 2011 sei die Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Serviceangestellte und Pflegehelferin zu 100 % arbeitsunfähig
(S. 5 Ziff. 1.6)
. In
welchem Umfang eine behinderungsangepasste Tätigkeit möglich sei
,
könne nicht beurteilt werden
(S. 5 Ziff. 1.7)
.
Auf lange Sicht betrage die Arbeitsfähig
keit der Beschwerdeführerin mindestens 50 % und könne bei günstigem Verlauf auf 100 % zunehmen
(S. 1)
.
3.5
Dr.
C._
erstattete am 28. August 2012
zuhanden
der BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich
ein Verlaufsg
utachten (Urk. 7/43
/1-19
).
Er nannte die folgende Diagnose (S. 17
lit
.
H. d
.
):
leichte depressive Episode, ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.00).
Zwischen dem Ausmass der geschilderten Beschwerden und der Intensität der bisherigen Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe habe sich ein Widerspruch gefunden.
So stehe die psychopharmakologisch minimale Behandlung mittels
Surmontil
(schlafanstossendes Antidepressivum) in sehr tiefer Dosierung von 10mg pro Nacht in Widerspruch zu den von der Beschwerdeführerin geschilder
ten schweren Schlafstörungen. In einer solchen Situation sei eher eine Dosie
rung von 50 bis 100mg pro Nacht zu erwarten (S. 13 unten, S. 14 oben).
Die Prüfung der Medikamentenspiegel in der aktuellen Untersuchung habe erge
ben, dass das verordnete
Surmontil
in einer praktisch nicht nachweisbaren Kon
zentration im Blut
vorhanden
gewesen sei. Auch das zweite antidepressiv wirk
same Präparat (
Fluctine
) habe einen Wert an der unteren Normgrenze gezeigt, obwohl der klinische Verlauf als stationär beurteilt worden sei und demzufolge höhere Präparate-Dosierungen in der Therapie zu erwarten gewesen seien (S. 14 oben).
Ein weiterer Widerspruch habe sich zwischen der subjektiven
Beschwerde
schilderung
einerseits und dem objektiven psychischen Querschnittsbefund be
ziehungsweise den objektiven neuropsychologischen Untersuchungsbefunden andererseits gezeigt (S. 14 Mitte).
Keine Inkonsistenz sei hingegen zwischen behauptetem Leidensausmass der Beschwerdeführerin und für den Gutachte
r
beobachtbarer Erkennbarkeit von Leidensdruck beobachtbar gewesen
(S. 14 unten)
.
Schliesslich sei bei zwei verschiedenen Beschwerdevalidierungstests im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung ein knapp noch in der Norm liegendes Resul
tat und ein
e
Tendenz zur negativen Antwortverzerrung festgestellt worden
. In
der neuropsychologischen Untersuchung seien ebenfalls
Beschwerdevalidierungs
tests
zum Einsatz gekommen, wobei sich in zwei unabhängig durchgeführten Verfahren allfällige Befunde ergeben hätten, welche Hinweise auf suboptimale
Leistungsbereitschaft beziehungsweise negative Antwortverzerrung geliefert hätte
n
(S. 14 unten
, S. 15 oben
).
Aufgrund der begründeten und vernünftigen Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Beschwerdeklagen der Beschwerdeführerin werde sich die gutachterliche Be
urteilung daher ausschliesslich auf den objektiven Querschnittsbefund abstützen müssen
(S. 15 oben)
.
Es lasse sich nunmehr bei Dauer der Symptomatik von mehr als zwei Wochen und weiterhin Fehlen von hypomanischen beziehungsweise manischen Symp
tomen in der Anamnese sowie eines Missbrauchs psychotroper Substanzen beziehungsweise einer organisch psychischen Störung lediglich eine leichte depressiv Episode ohne somatisches Syndrom (ICD 10 F32.00) diagnostizieren
(S. 16 oben)
.
Eine Berufsunfähigkeit (auch nur teilweise) als Etagenserviceangestellte habe aus
psychiatrischer Sicht zum jetzigen Zeitpunkt nicht festgestellt werden können. Diese Einschätzung ergebe sich zum einen aus den bisher noch nicht ausge
schöpften Behandlungsoptionen
.
Weiter sei auch eine gutachterliche Empfeh
lung zur wiederholten Medikamentenspiegelmessung nicht umgesetzt worden
(S. 16 Mitte)
. Zudem seien begründete und vernünftige Zweifel an der Glaub
würdigkeit der subjektiven Beschwerdeklagen der Beschwerdeführerin deutlich geworden (S. 16 unten).
Zwar sei eine mehrmonatige tagesklinische Behandlung absolviert worden, diese
sei aber durch die Auslagerung der Psychotherapie in einer tiefen Frequenz und fehlende psychopharmakologische Interventionen in ihren Möglichkeiten erheb
lich eingeschränkt gewesen (S. 18
lit
.
H. h.
).
3.6
Dr.
Z._
führte mit Bericht vom 22. November 2012 (Urk. 7/46) in Bezug auf das Gutachten von
Dr.
C._
vom 28. August 2012 (vorstehend E. 3.5) aus,
dass
sich das psychopathologische Zustandsbild der Beschwerdeführerin seit Beginn der Behandlung bei ihm nur
geringgradig
verbessert habe. Hinsichtlich der Kritik von
Dr.
C._
an der Unzuverlässigkeit der Medikamenteneinnahme beziehungsweise nicht ausreichender Psychopharmak
otherapie
sei zu erwähnen, dass die Beschwerdeführerin mit verschiedensten Mittel
n
aus dem Bereich Anti
depressiva, Stimmungsstabilisatoren und Neuroleptika behandelt worden sei,
aber
alle zu mittleren
bis schweren Nebenwirkungen geführt hätten
(S. 1 unten)
.
Es habe sich gezeigt, dass die Beschwerdeführerin von einem tagesklinischen Programm nur
geringgradig
profitiert habe, aber das wenig
e
E
rreichte durch die Kündigung der Arbeitsstelle Anfang 2012 wieder zu
n
ichte gemacht worden sei (S. 2 Mitte). Sein anfänglicher Verdacht auf die differentialdiagnostische Über
legung für das Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung habe sich weiter bestätigt (S. 2 unten).
Im Gegensatz zu der testpsychologischen Untersuchung von Frau
E._
, durch Herrn
Dr.
C._
in Auftrag gegeben,
habe eine aktuelle
neuropsychologische Untersuchung vom 2
6.
Oktober 2012
ergeben
, dass bei der Beschwerdeführerin schwere kognitive Defizite im Zusammenhang mit einer schweren depressiven Symptomatik im Rahmen einer posttraumatischen Belastungsstörung bestehen würden.
So
lange der Gerichtsprozess w
egen de
s
Unfalltods der Tochter
noch laufe, sei nicht damit zu rechnen, dass die Beschwerdeführerin im Stande sein werde, ihre volle Arbeitsfähigkeit wieder zu erlangen. Allenfalls sei derzeit von einer Tätigkeit mit einem Pensum von 20-30 % auszugehen (S. 3 unten).
3.7
Dr. med.
F._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation und für Rheumatologie, nannte mit Bericht vom 5. Februar 2013 (Urk. 7/60) die folgenden Diagnosen
(S. 1)
:
Zervikovertebralsyndrom
, vorwiegend
myofaszial
verursacht, bei
Kyphose der Brustwirbelsäule mit kompensatorischer zervikaler Lordose
isolierter
Os
t
eochondrose
C6/7
muskulären
Dysbalancen
Depression
Ein wichtiger Faktor bei der Schmerzentstehung dürfe vor allem die Depression mit einer zusätzlichen Spannungsproblematik spielen.
Er habe eine Physiothe
rapie verordnet. Wichtig sei die psychologische und psychotherapeutische Unterstützung der Beschwerdeführerin, da die Beschwerdeproblematik zweifel
los nicht unabhängig von der psychischen Situation betrachtet werden könne. Die Beschwerdeführerin sei auf der Suche nach einer Teilzeitstelle (Beginn mit 30 %). Sehr ungünstig sei eine rein sitzende Arbeit am Computer. Ideal würde eine Tätigkeit mit Wechselbelastung (teils sitzend, teils stehend), beispielsweise an einem Schalter, sein (S. 1 unten, S. 2 oben).
3.8
Mit Stellungnahme vom 25. März 2013 (Urk. 7/86
/5-6
) führte
dipl.
med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
und
für Neurologie,
Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD),
aus, die von
Dr.
C._
diagnostizierte leichte depressive Episode erscheine nicht ganz nachvollziehbar. Die Einschätzung der funktionellen Leistungsfähigkeit
durch den behandelnden Psychiater
erscheine plausibler als die Beurteilung des Psychiaters. Somit sei aktuell nur von einer 20-30%igen Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit auszu
gehen.
3.9
Am 7. Januar 2015 erstatteten die Ärzte der MEDAS
H._
ein
polydisziplinäres Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin
(Urk. 7/75
/1-45
). Sie stützten sich dabei auf die ihnen überlassenen Akten (S. 2 ff.), die Angaben der Versicherten (S. 10 ff.), die von ihnen erhobenen orthopädischen, Labor- und
Röntgen-Befunde (S. 14 ff.) sowie ein
Teilgu
tachten Psychiatrie (S. 17 ff.),
I
nnere
Medizin (S. 31 ff.)
und Neuropsychologie (S. 46 ff.)
.
Die Ärzte nannten in der polydisziplinären Zusammenfassung die folgenden
Hauptdiagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit
(S. 38 Ziff. 7.1
.1.
):
chronische
Zervikobrachialgie
myofaszial
bei Fehlhaltung, muskulärer
Dysbalance
Diskushernie C4/5 links mit Kontakt zur Nervenwurzel C5 links, klinisch ohne Nervenwurzelkompression (Erstdiagnose im MRI Halswirbelsäule vom 22. April 2014)
Bandscheiben-
Protrusion
C6/7 ohne Nervenwurzelkompression
forami
nal
, Ausschluss Spinalstenose im MRI der Halswirbelsäule vom 22. April 2014
Sodann führten sie die folgenden N
ebendiagnosen ohne wesentliche Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit
auf
(S. 38 Ziff. 7.1.2.)
:
Finger-Arthralgien
beginnende
Rhizarthrose
rechts
mehr als
links
leichte depressive Episode mit somatischem Syndrom
chronische Kopfschmerzen und NSAR-Behandlung, möglicherweise Analgetika-induziert
Dyspepsie unter NSAR-Behandlung
Nikotingebrauch
Im Rahmen der polydisziplinären Besprechung sei das im Vordergrund stehende
psychiatrische Beschwerdebild der Versicherten diskutiert worden. Deren Schil
derungen der Ängste hätten nicht nachvollzogen werden können, es fänden sich Verdeutlichungstendenzen, Tendenzen zur Aggravation und ein sekundärer
hoher
Krankheitsgewinn, sowie ein
dysfunktionales Krankheitss
chon- und
Ver
meidungsverhalten
, das
sich in den letzten Jahren entwickelt habe und teilweise durch die Angehörigen unterstützt worden sei. Die Verspannungen im Nacken schränkten die Versicherte im Alltag nicht wesentlich ein. Eine
Schmerzver
arbeitungsstörung
oder eine posttraumatische Belastungsstörung habe aktuell nicht festgestellt werden können
(S. 40 Ziff. 7.2.3
.
)
.
Das anlässlich der psychiatrischen Teilbegutachtung geführte Gespräch habe unter grosser emotionaler Belastung der Beschwerdeführerin stattgefunden (S.
17 Ziff. 5.1). Zum Tagesablauf befragt, gab sie an, meistens um 3 oder 4 Uhr morgens wach zu werden und wach im Bett zu liegen. Gegen 7 Uhr werde sie
wirklich wach, stehe aber erst nach ein bis zwei Stunden auf. Es fehle ihr am Morgen der Antrieb. Sie beginne um 10 Uhr dreissig zu arbeiten und verlasse deshalb um 10 Uhr das Haus und fahre an drei Tagen pro Woche zur Arbeit. Sie komme dann um 15 Uhr 30 nach Hause und sei erschöpft. Manchmal bereite sie gemeinsam mit ihrem Mann das Essen zu, manchmal alleine. Täglich gehe sie ans Grab ihrer Tochter. Am Nachmittag erledige sie leichte Hausarbeiten. Sie habe als Hobbies Lesen und Malen. Sie sitze in der Wohnung und mache oft praktisch nichts. Um 23 Uhr gehe sie zu Bett. Sie habe Ein- und Durchschlaf
störungen. Sie sehe immer das Bild vor Augen, wie sie am Bett ihrer komatösen Tochter gesessen habe. Soziale Kontakte habe sie sehr wenig. Eine Cousine sehe sie regelmässig und sie telefoniere täglich mit ihrer älteren Tochter, die wöchentlich zu Besuch käme (S. 18 Mitte). Es seien zahlreiche
psychopharma
kologische
Therapien eingeleitet worden. Seit der Einleitung von Lithium habe sich ihre psychische Befindlichkeit verbessert (S. 18 unten).
Im Psychostatus sei das Gespräch immer wieder durch Weinen unterbrochen worden, insbesondere wenn die Beschwerdeführerin vom Tod ihrer Tochter be
richtet habe. Das quantitative Bewusstsein sei unauffällig. Die Beschwerdeführe
rin habe berichtet, viel zu vergessen, es hätten aber im normalen
Explorations
gespräch
keine Hinweise auf wesentliche Aufmerksamkeits- oder Gedächtnis
störungen bestanden. Das formale Denken sei strukturiert, flüssig und geordnet. Die Beschwerdeführerin sei inhaltlich eingeengt auf den Tod ihrer Tochter. Es hätten sich keine Einschränkungen in der Ausdauer und Konzentrationsfähig
keit während der Exploration gezeigt. Es bestehe eine mittelgradig verminderte emotionale Belastbarkeit und eine verminderte Stress- und Frustrationstoleranz. Sie berichte von diffusen Ängsten und beschreibe ein Insuffizienzerleben,
Ver
sagensängste
und kein Selbstwertgefühl zu haben, sie habe Schuldgefühle, für den Tod ihrer Tochter verantwortlich zu sein. Dissoziatives Erleben werde ver
neint; Depersonalisation oder
Derealisation
seien nicht
eruierbar
.
Hyperarousal
, vegetative Übererregung und Schreckhaftigkeit beim Berichten des Todes ihrer Tochter liessen sich anlässlich der Untersuchung nicht feststellen. Im affektiven
Bereich imponiere eine gedrückte Grundstimmung, die Schwingungsfähigkeit sei
reduziert. Die Versicherte berichte von einer deutlich eingeschränkten
Lebens
lust
und Lebensfreude bedingt durch den Tod der Tochter. Psychomotorisch
wirke sie angespannt mit eingeschränktem Appetit. Es würden Todeswünsche im
Rahmen der Gedanken an ihre Tochter sowie ein Morgentief angegeben (S.
20 unten f.).
Die neuropsychologische Begutachtung (S.
21
f.) habe bei der
Symptom
validie
rung
starke Auffälligkeiten ergeben. Daraus und aus den geschilderten Auf
fälligkeiten des neuropsychologischen Profils hätten sich Hinweise für vor allen
nicht-authentische kognitive Funktionsstörungen ergeben. Dies habe sich bereits
in einer früheren Untersuchung gezeigt. Die durch Dr.
Z._
veranlasste Abklä
rung sei ohne Symptomvalidierungsverfahren erfolgt. Die dort festgestellte schwer
e Beeinträchtigung sei mit der Diagnose einer Depression oder posttrau
matischen Belastungsstörung nicht zu vereinbaren und stehe in deutlicher Dis
krepanz zum Fähigkeitsniveau der Versicherten im Alltag (S.
22 Mitte). Die gezeigte Leistung liege mehrere Standardabweichungen unter den Ergebnissen von schwer depressiven Personen, Menschen mit posttraumatischen Belastungs
störungen und Menschen mit schwerem Schädelhirntrauma und liege teilweise im Bereich von hospitalisierten Personen mit fortgeschrittener Demenz (S.
26 unten).
Laut eigenen Angaben habe die Beschwerdeführerin nach dem Tod ihrer Tochter
versucht, die Trauer durch vermehrtes Arbeiten zu kompensieren. Erst durch den
unerwarteten Tod ihrer Mutter im Jahr 2010 sei die Versicherte
dekompensiert
und habe vor dem Hintergrund rezidivierender bedeutender Verlusterfahrungen und der Überlastung in der Berufstätigkeit
dekompensiert
und eine depressive Episode entwickelt. Eine tagesklinische Behandlung habe nur leicht und pha
senweise eine Verbesserung bewirkt. Die Situation habe sich verschlechtert, als sie im Rahmen ihrer Behandlung aufgrund ihrer Fehlzeiten die Arbeitsstelle verloren habe. Dennoch sei es ihr innerhalb kurzer Zeit gelungen, eine neue Ar
beitsstelle zu finden. Sie berichte unter Lithium von einem deutlich
stimmungs
stabilisierenden
Effekt, doch ihre Berichte über ihren Alltag veränderten sich
praktisch nicht. Es imponiere auf der Verhaltensebene ein dysfunktionales
Über
zeugungs
- und Bewältigungsmuster mit
katastrophisierenden
Kognitionen und Schon- und Vermeidungsverhalten. Sie beschreibe sich weiterhin als sehr stark in allen Bereichen eingeschränkt und stelle sich als schwer krank und hilflos dar. Es sei ihr aber dennoch die Suche einer neuen Stelle möglich gewesen und sie könne eine teilweise Tagesstruktur einhalten (S. 23).
Anhand der aktuellen Untersuchungsergebnisse könne eine
leichtgradig
de
pressive Episode bestätigt werden. Typische Merkmale der posttraumatischen Belastungsstörung wie wiederholtes Erleben des Traumas, Nachholerinnerungen vor dem Hintergrund eines andauernden Gefühls von
Betäubtsein
und emotio
naler Stumpfheit, Vermeidungsverhalten von Aktivitäten und Situationen, sowi
e Furcht und Vermeidung von Stichworten, die den Leidenden an das ursprüng
liche Thema erinnern können, könnten nicht objektiviert werden (S. 26 oben). Das zeitliche Kriterium des Auftretens von Symptomen innerhalb von 6 Mona
ten nach dem traumatischen Ereignis sei nicht gegeben. Auch könne eine
chronifizierte
Form von Extrembelastungen anhand der anamnestischen Daten und der Angaben der Versicherten nicht bestätigt werden. Am ehesten plausibel
erscheine, dass die Beschwerden im Rahmen der früheren depressiven Sympto
matik vorhanden gewesen seien und die Versicherte diese weiter angebe, in ihrer Not, sich besser Gehör zu verschaffen und Anerkennung des Ehemannes und der Tochter zu erhalten (S. 27 unten).
Die Beschwerdeführerin sei in der Flexibilität und der Umstellungsfähigkeit leicht, in der Planung und Strukturierung nicht eingeschränkt. In der Anwen
dung fachlicher Kompetenzen, in der Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit sei sie nicht eingeschränkt. Die Durchhaltefähigkeit könne zu Beginn leicht herabge
setzt sein. Ihre Selbstbehauptungsfähigkeit sei nicht eingeschränkt. Sie sei in der Lage, soziale Kontakte mit anderen Menschen zu führen, benötige aber länger zum Aufbau einer Beziehung; die Gruppenfähigkeit könnte zu Beginn leicht beeinträchtigt sein. Sie sei in der Lage, sich selbst zu pflegen, und die
Ver
kehrsfähigkeit
sei gegeben. Aus rein psychiatrischer Sicht sei die Versicherte sehr stark selbstlimitierend und profitiere von einem sekundären
Krankheits
gewinn
. Sie zeige ausbaufähige Ressourcen. Es bestehe allenfalls zu Beginn eine leichte Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit und eine leicht ver
minderte emotionale Belastbarkeit (S. 28 oben).
Aus rein orthopädischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten. Die
myofaszialen
Beschwerden im Nacken-/Schulterbereich seien ambulanten physikalischen Massnahmen zugänglich. Fehlhaltungen über längere Zeit hätten die Beschwerden mitinduziert. Strukturell seien die derzeit im MRI dargestellten Bandscheiben-Degenerationen ohne klinische Bedeutung. Die muskuläre
Dysbalance
bedürfe eines Eigen-Übungsprogrammes, ambulante
r
Physiotherapie im Intervall, hilfreich sei auch ein regelmässiges Ausdauer-Training
(S. 41 Ziff. 7.2.3
.
)
.
Aus internistischer Sicht würden die praktisch täglichen Kopfschmerzen auf eine
analgetikainduzierte
Situation zurückgeführt. Die leichten dyspeptischen Beschwerden seien unter regelmässiger Einnahme von
Ponstan
erklärbar.
Die Versicherte leide aus internistischer Sicht unter keinen Handicaps, die die Arbeitsfähigkeit beeinflussen würden
(S. 41 Ziff. 7.2.3
.
)
.
Die Versicherte sei seit dem 1. September
2013
zu 30 %
im Service des Alten
heims
I._
angestellt. Das Arbeitsverhältnis bestehe weiterhin.
Aus ortho
pädisch
-somatischer und internistischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei aus psychiatrischer Sicht aufgrund der Aggravationstendenz erschwert.
Aus psychiatrischer Sicht werde die Versicherte ab August 2012 in der angestammten Tätigkeit als voll arbeitsfähig beurteilt
(S. 42 Ziff. 8.1.1.)
. In einer adaptierten Tätigkeit sei die
Versicherte sowohl somatisch als auch psychiatrisch ausgehen
d
von einem 100 %-Pensum
voll arbeitsfähig
(S. 43 Ziff. 8.2.1.)
.
3.10
Dr. med.
J._
, Facharzt fü
r Allgemeine Innere Medizin, RAD,
führte
mit Stellungnahme vom 13. Januar 2015 (
Urk. 7/86
S. 11)
aus, dass
a
ufgrund der aktuell erhobenen Befunde somatisch keine Einschränkung gegeben
sei
. Die früher gegebene schwere bis mittelschwere depressive Episode sei seit August 2012 sicher nicht mehr
gegeben,
sondern es liege
n
ur noch eine leichte depres
sive Episode
vor
. Daher sei gemäss Gutachten der MEDAS seit August
2012 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben.
Dabei sei folgendes zu bemerken: Die Begut
achtung von Dr.
C._
habe am 22. Mai 2012 stattgefunden. Die neuropsy
chologische Untersuchung sei am 5. Juli 2012 erfolgt. Die objektiven Befunde dieser beiden
Untersuchungen
hätten keine relevante Einschränkung gezeigt. Somit könne schon ab dem 22. Mai 2012 die volle Arbeitsfähigkeit genommen werden (0 % Arbeitsunfähigkeit), nicht erst ab dem Termin der Verfassung des Gutachtens
von Dr.
C._
(August 2012).
3.11
Dr.
Z._
führte mit Bericht vom 26. Oktober 2016
(Urk. 13)
aus, seit seinem letzten Bericht habe sich keine wesentliche Veränderung im psychischen Ge
sundheitszustand der Beschwerdeführerin ergeben. Sie erscheine regelmässig in vierwöchentlichem Abstand zu einstündigen Sitzungen. Sie nehme regelmässig Lithium zur Stimmungsstabilisierung und gegen die depressiven Symptome ein. Es seien auch mehrere Sitzungen mit
traumaspezifischen
Behandlungstechniken durchgeführt wurden (NET Narrative Expositionstherapie).
Eine Besserung habe nicht beobachtet werden können. Die Arbeitsfähigkeit habe nicht gesteigert werden können. Die Beschwerdeführerin gehe nach wie vor einer 30%
-
Tätigkeit nach.
4.
4.1
Ausweis
lich der medizinischen Akten litt die Beschwerdeführerin früher an
einer schweren bis mittelschweren depressiven Episode. Dementsprechend sprach
die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin nach Ablauf des Wartejahres bei einem Invaliditätsgrad von 100 % ab 1. September 2011 eine ganze Rente
zu. Deren Höhe und Beginn sind unbestritten. Zu prüfen ist jedoch, ob von ein
er revisionsrelevanten Verbesserung der Arbeitsfähigkeit per Mai 2012 auszugehen ist (vgl. vorstehend E. 1.3)
4.2
Zur Beurteilung des Gesundheitsschadens und der zumutbaren Arbei
t
sfähigkeit ist auf das Gutachten der MEDAS (vorstehend E. 3.9) abzustellen. Das Gutach
ten umfasst die Fachdisziplinen
Orthopädie, Psychiatrie, Allgemeine Innere Medizin und Neuropsychologie, wobei sich das Gutachten für
die zu beurteilen
den Fra
gen als umfassend erweist. Die Ärzte berücksichtigten die geklag
ten Beschwer
den und
die erhobenen Befunde
in angemessener Weise und erstellten das Gutachten in Kenntnis der sowie in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
, wozu sie auch Stellun
g nahmen. Die Beurteilung leuch
tet in der Darlegung der
medizinischen Zusammen
hänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerun
ge
n zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich begründet. Das Gutachten erfüllt damit die praxisgemässen Kriterien
(vorstehend E. 1.
5
) vollum
fänglich, so dass für die
Entscheidfindung
d
arauf ab
ge
stellt werden kann.
Darin kamen die Gutachter in nachvollziehbarer Weise zum Schluss, dass die Be
schwerdeführerin in angestammter Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig
ist. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe ebenfalls eine Arbeitsfähigkeit von 100 %
(vgl. vorstehend E. 3.9)
. Somit ist gestützt auf das MEDAS-Gutachten eine
revisi
onsrelevante
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit ab August 2012 ausgewiesen
, wie nachfolgen
d
zu zeigen ist.
4.3
Aus somatischer Sicht wurden
Funktionseinschränkungen
in angestammter Tätigkeit
von eventuell 10 %
(Urk. 7/75/1-45 S. 42 Ziff. 8.1.1.)
, in adaptierter Tätigkeit (leichte Tätigkeiten wechselbelastend ohne Zwangshaltung der Wirbel
säule, regelhafte Rotations- und Seitbewegung der Halswirbelsäule und
Brust
wirbelsäule
) keine Funktionseinschränkungen festgestellt
(S. 43 Ziff. 8.2.2.)
. Dies
bleibt von der Beschwerdeführerin unbestritten.
Die vorgenommene Einschät
zung der Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht erscheint denn auch gestützt auf die erhobenen Befunde und die gestellten Diagnosen plausibel und nach
vollziehbar.
4.4
Aus psychiatrischer Sicht ist entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführe
rin und
von
Dr.
Z._
seit Mai 2012 keine Diagnose mit Krankheitswert
mehr
ausgewiesen. Die
Gutachter der MEDAS
führten nachvollziehbar
und nach sorg
fältiger und umfassender Untersuchung der Beschwerdeführerin
aus, weshalb lediglich eine leichte depressive Episode ohne Relevan
z
für die Arbeitsfähigkeit vorliegt. So seien
über Verdeutlichungsten
d
enzen hinausgehende Tendenzen zur
Aggravation, ein hoher sekundärer Krankheitsgewinn und eine Tendenz zu einem
dysfunktionalen Krankheits-
,
Schon- und Vermeidungsverhalten, das sich in den letzten Jahren entwickelt habe und von den Angehörigen auch unterstü
tzt werde, gefunden worden
(Urk. 7/75
/1-45
S. 27 Mitte)
.
Entgegen den Ausfüh
rungen der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 16 Ziff. 46) hielt die
psychiatrische
Gutachterin
der MEDAS
ihr nicht vor, es müsste „doch über alles besser gehen“, als
die Beschwerdeführerin
sagte, die Lithium-Einnahme „habe sie etwas stabi
lisiert“.
Vielmehr gab die Beschwerdeführerin
ihr
gegenüber eine Stabilität unter Lithium an (Urk. 7/75
/1-45
S. 18
Ziff. 5.2.1.
),
wohingegen sie
in der orthopädi
schen Untersuchung
angab
, dass die psychischen Beschwerden zunehmend un
erträglicher werden würden
(
S. 19 Ziff. 5.2.1.
)
. Divergierend war zudem, dass trotz angegebene
r
Verbesserung durch Lithium
die Unfähigkeit, den Alltag zu bewältigen, gleich geblieben sein solle (S. 26
Ziff. 5.4.3.
).
Soweit
die Beschwer
deführerin
vorbringt
, aus den Akten erhelle in keiner Weise, warum sie
aggra
vieren
/simulieren soll
t
e
(Urk. 1 S. 16 Ziff. 48)
,
vermag dies angesichts der weiteren Auffälligkeiten nicht zu überzeugen.
So
hat
die Beschwerdeführerin geschildert, sie sei immer erschöpft, lustlos, kraftlos, motivationslos und könne sich nicht länger als zehn Minuten konzentrieren und deswegen nicht lange lesen oder anderweitig aktiv sein. Gleichzeitig stellte die Gutachterin aber im objektiven psychischen Befund keine Hinweise auf wesentliche
Aufmerksam
keits
- und Gedächtnisstörungen fest. Der Antrieb sei lediglich mittelgradig ein
geschränkt
, eine Ermüdung im Verlauf des 80 minütigen
Untersuchungsge
spräches
nicht ersichtlich.
Schliesslich stellte die Gutachterin auch fest, dass die Versicherte die Fragen mit Verzögerung und ausweichend beantwortete
(S. 26
Ziff. 5.4.3.)
, ohne dass dafür ein krankheitsbedingter Grund ersichtlich war
. Auch
die mit Eingabe vom 10. November
2016 vorgebrachten Argumente (Urk. 12 S. 5 Ziff. 13) vermögen das MEDAS-Gutachten nicht zu entkräften, da in letz
terem ausreichend begründet wurde, weshalb Tendenzen zur Aggravation vor
liegen.
Denn n
ebst der psychiatrischen Gutachterin stellte auch die neuropsychologi
sche Gutachterin
eine deutliche Diskrepanz zwischen der in der testpsycholo
gisch erhobenen Leistungsfähigkeit und dem Fähigkeitsniveau im Alltag fest. Die V
e
rsicherte sei seit über einem Jahr mit einem Teilzeitpensum angestellt.
Weiter gab sie an, mit dem Auto zu fahren.
Die Gutachterin stellte fest, wenn
das gezeigte Leistungsbild die tatsächliche geistige Leistungsfähigkeit der Ver
sicherten widerspiegeln
würde
, würde eine unabhängige Lebensführung nicht möglich und die Fahreignung nicht gegeben sein.
Aus neuropsychologischer Sicht würden sich aus der Zusammenschau der Verhaltensbeobachtung, des Testprofils und der Ergebnisse der Symptomvalidierung Hinweise für vor allem
nicht authentische neuropsychologische Störungen ergeben.
Die Gutachterin ka
m weiter zum Schluss, die aktuell erhobenen Minderleistungen seien mit den in den Akten beschriebenen Diagnosen einer Depression oder posttraumatischen Belastungsstörung nicht zu vereinbaren (
S. 22 Ziff. 5.3.2
.
).
B
ereits
Dr.
C._
stellte
verschiedene Inkonsistenzen fest, woraufhin er ebenfalls entgegen einer früheren Einschätzung eine nur noch leichte depressive Episode diagnostizierte (vorstehend E. 3.5).
Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, das von D
r.
K._
verfasste neu
ropsychologische Gutachten w
ürde ähnliche Befunde aufweisen und die neue Einschätzung
der neuropsychologischen Gutachterin der MEDAS
daher bloss
eine andere Bewertung des grundsätzlich gleich bleibenden medizinischen Sach
verhalts
beinhalte
n
,
kann sie daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten
.
Letztere
kam
zum Schluss, dass
die von Dr.
K._
eruierten Ergebnisse von einem
Pro
zentrang
von 0 nicht das tatsächliche Leistungsvermögen der Beschwerdeführeri
n
wiederspiegeln. Die neuropsychologische Klassifizierung eines kognitiven Defizit
s als
schwergradig
und ein Prozentrang von 0 bedeute, dass die Ergebnisse min
destens drei Standardabweichungen unter dem Mittelwert der Referenzgruppe liegen und (mindestens) 99,0 Prozent der Personen der Referenzgruppe eine bessere Leistung erbracht hätten. Eine derartig schwere Beeinträchtigung sei mit der Diagnose einer Depression oder
p
osttraumatischen Belastungsstörung nicht zu vereinbaren und stehe in deutlicher Diskrepanz zum Fähigkeitsniveau im Alltag (Urk. 7/75
/46-52
S. 51 unten).
Auf die Einschätzung von Dr.
K._
kann demnach nicht abgestellt werden.
4.5
Die Berichte des behandelnden Psychiaters vermögen die Beurteilung der Ärzte der MEDAS nicht in Zweifel zu ziehen. Es
gilt es zu berücksichtigen, dass
das Gericht nach der Rechtspre
chung
Gutachten externer Spezialärzte, welche von
Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholt wurden und den
einschlägigen Anforderungen ent
sprechen, vollen Beweiswert zuerkennt, solange
keine konkreten Indizien
gegen die Zuverlässig
keit der Expertise sprechen. D
em
gegenüber stehen die behandelnden Ärztinnen und Ärzte in einem
auftrags
rechtlichen
Verhältnis zur versicherten Person und haben sich zudem in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren. Ihre Berichte verfolgen daher nicht
den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsan
sprüche erlaubende
n objektiven Beurteilung des Ge
sundheitszustandes und er
fülle
n deshalb kaum je die materiellen Anforderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E. 3a. Aus diesen Gründen und auf
grund der Erfahrungstat
sache, dass Hausärzte – beziehun
gsweise regelmässig behandelnde
Spezialärzte (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 551/06 vom
2.
April 2007 E. 4.2) – mit
unter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, kommt im Streitfall ein direktes Abstellen einzig gestützt auf
die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte nur selten in Frage (vgl. Ur
teil des Bundesgerichts 8C_1055/2010 vom 1
7.
Februar 2011 E.
4.1).
Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeu
tisch tätigen
(Fach-)Arztes einerseits und Be
gutachtungsauftrag des amtlich
bestellten
fachmedizinischen Experten ande
rerseits lässt
es nicht zu, ein Admi
ni
strativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frag
e zu stellen und zum Anlass wei
te
rer Abklärungen zu nehmen, wenn die be
handelnden Arztpersonen bezieh
ungs
weise Therapiekräfte zu anderslautenden
Einschätzungen gelangen. Vorbe
halten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil
die ande
rslautenden Einschätzungen wich
tige – u
nd nicht rein subjektiver Inter
pre
tatio
n entspringende – Aspekte benen
nen,
die bei der Begutachtung uner
kannt oder ungewürdig
t geblieben sind (Ur
teil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom
29. Oktober
2014 E.
7.2). Solche Ge
sichtspunkte sind vorliegend nicht ersichtlich
.
4.6
D
as Sozialversicherungsgericht
beurteilt
nach ständiger Rechtsprechung die Ge
setzmässigkeit des angefochtenen Entscheids in der Regel nach dem Sachver
halt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegeben war (vgl. vorstehend E. 1.6). Ob der von der
Beschwerdeführerin
eingereichte aktuelle
Be
richt
von Dr.
Z._
vom 26. Oktober 2016 (vgl. vorstehend E. 3.11)
vorliegend eine Berücksichtigung finden
kann
, kann letztlich offen bleiben,
genügt er doch den Beweisanforderungen (vorstehend E. 1.5) nicht. So enthält er weder Befund noch Diagnosen. Zudem
ist
nicht ersichtlich, inwieweit
der Bericht
zu einer
anderen Beurteilung führen soll. So
ist ihm zu entnehmen, dass sich der psy
chische Gesundheitszu
stand der Beschwerdeführerin seit dem letzten Bericht
der
vom MEDAS-Gutachten berücksich
tigt worden war,
nicht wesentlich verändert hat.
Zudem erging das MEDAS-Gutachten
rund
2.5 Jahre nach dem zweiten Gutachten von Dr.
C._
und kamen beide zum Schluss, dass nur eine leichte depressive Episode vorliegt.
Die MEDAS-Gutachter konnten somit einen
Längs
schnittverlauf
,
dessen
Berücksichtigung von der Beschwerdeführerin geltend gemacht wird
(Urk. 12 S. 1 Ziff. 2 ff.)
,
beurteilen
.
4.7
Die
psychiatrische Gutachterin der MEDAS führte
nachvollziehbar aus, weshalb eine posttraumatische Belastungsstörung aktuell nicht diagnostiziert werden
kann
(Urk. 7/75
/1-45
S. 27
Ziff. 5.4.3.
).
So konnten die typischen Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht, oder nur vom behandelnden
Therapeuten, festgestellt werden. Gegen eine solche Diagnose spricht zudem, dass
die psychische Beeinträchtigung erst rund drei Jahre nach de
m Tod der Tochter
ausgebrochen ist.
Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 5 Ziff. 10) hat sich die
psychiatrische
Gutachterin
der MEDAS
auch
genügend mit ihrer persönlichen Situation, insbesondere dem Tod ihrer Tochter
,
auseinan
dergesetzt.
Dabei kam sie zum Schluss, dass
die Beschwerdeführerin inhaltlich auf den Tod ihrer Tochter eingeengt sei
und keine posttraumatische
Belastungs
störung
begründende Symptome vorlägen (Urk. 7/75
/1-45
S. 27
Ziff. 5.4.3.
)
.
Soweit die Beschwerdeführerin weiter vorbringt, das MEDAS-Gutachten hätte eine Komorbidität diskutieren müssen (Urk. 12 S. 6 Ziff. 13 e. f.), vermag
dies
nicht zu überzeugen, da keine posttraumatische Belastungsstörung vorliegt.
4.8
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychoso
ziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein.
Die psychiatrische Gutachterin
der MEDAS
hat
nach ausführlicher
Befundauf
nahme
, fachspezifischen psychiatrischen Zusatzuntersuchungen (Urk. 7/75
/1-45
S. 20 f. Ziff. 5.3) und Würdigung der relevanten psychiatrischen Akten (Urk. 7/75
/1-45
S. 22 f. Ziff. 5.4)
keine psychische Störung mit Krankheitswert
und
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt
(Urk. 7/75
/1-45
S. 28 Ziff. 5.5.1.)
. Entgegen der Vorbringen der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 15 f. Ziff. 44 ff., Urk. 12 S. 6 Ziff. 13 d.) konnten
psychosoziale Belastungsfaktoren
ohne Vorliegen einer psychischen Störung mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit
somit ohnehin
keine Berücksichtigung finden
.
5.
Zusammenfassend steht einem Abstellen auf das MEDAS-Gutachten nichts ent
gegen.
Die Annahme der Beschwerdegegnerin, bereits ab
dem
Zeitpunkt der Be
gutachtung durch Dr.
C._
vom 22. Mai 2015 von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen, ist nicht zu beanstanden.
Ein Vergleich des Sachverhalts im Zeit
punkt des Rentenbeginns im September 2011 mit demjenigen zur Zeit der Rentenaufhebung im Mai 2012 zeigt, dass im Mai 2012
deutlich
weniger beein
trächtigende Befunde als im September 2011 vorgelegen haben
, was die sorg
fältige MEDAS-Abklärung bestätigte
.
Somit ist gestützt auf das MEDAS-Gutachten von einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ab Mai
2012 auszugehen.
Der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Ein
kommensvergleich
per
Mai 2012
(Urk. 2 Verfügungsteil 2 S. 2) ist nicht zu beanstanden und wird im Übrigen auch nicht bestritten. Die Rentenbefristung per Mai
beziehungsweise August
2012 war somit korre
k
t.
Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung demnach als rech
tens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzu
erlegen.