Decision ID: dded5905-4234-58a5-b6ce-98e24c77c6e7
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war als Sachbearbeiterin Verkauf bei der B._
tätig und dadurch obligatorisch bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG
(nachfolgend: Zürich) gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 16. September
2015 meldete die Arbeitgeberin der Zürich, die Versicherte habe sich am 7. August
2015 während eines Aufenthalts in einem Seilpark bei einem Parcours "blöd" an einem
Seil festgehalten und habe seither Schmerzen in der linken Schulter, welche sich in den
Arm und den Nacken ausweiteten (act. Z1). Eine Erstbehandlung hatte am 15.
September 2015 durch med. pract. C._, Allgemeinmedizin FMH, stattgefunden, der
die Versicherte für eine MRI-Untersuchung der linken Schulter der Radiologie D._
und für eine fachärztliche Untersuchung und Behandlung Dr. med. E._, Facharzt
FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
zugewiesen hatte (act. ZM11). Die MRI-Untersuchung wurde am 2. November 2015
durchgeführt und eine Erstkonsultation bei Dr. E._ fand am 10. Dezember 2015 statt
(act. ZM3 ff.). Im entsprechenden Untersuchungsbericht diagnostizierte Dr. E._ eine
Impingement-Symptomatik bei Ansatztendinopathie und minimer Partialläsion des
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Supraspinatus links (act. ZM5, vgl. auch, ZM8). Weitere Untersuchungsberichte von Dr.
E._ enthielten die Diagnose Supraspinatussehnenläsion links (act. ZM10, ZM12 f.).
Dr. C._ hatte der Versicherten ab 4. November 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
bescheinigt (act. ZM1). Ab 14. Dezember 2015 hatte eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
bestanden (act. ZM9, ZM11). Zwischenzeitlich hatte die Versicherte am 13. November
2015 in einem "Fragebogen Unfallhergang" (nachfolgend: Fragebogen) der Zürich zu
verschiedenen Fragen Stellung genommen und das Ereignis vom 7. August 2015
beschrieben (Suva-act. Z13 ff.).
A.b Gestützt auf die Unfallmeldung der Arbeitgeberin sowie die Angaben der
Versicherten im Fragebogen teilte die Zürich der Versicherten mit Schreiben vom 30.
Dezember 2015 mit, dass das Ereignis vom 7. August 2015 den Unfallbegriff nicht
erfülle. Es liege des Weiteren keine unfallähnliche Körperschädigung vor. Daher
verneine sie eine Leistungspflicht (act. Z17).
A.c Mit E-Mail vom 5. Januar 2016 ersuchte die Versicherte die Zürich um eine
begründete, anfechtbare Verfügung und erklärte ihr, dass sich Dr. C._ und Dr. E._
darin einig seien, dass die Verletzungen in der Schulter aufgrund ihres Unfalls im
Seilpark durch Einwirkung des Seils entstanden seien. Offenbar habe sie den
Fragebogen nicht sorgfältig genug ausgefüllt, weshalb sie um Zustellung eines neuen
Fragebogens ersuche, damit sie den Unfallhergang nochmals beschreiben könne (act.
Z20).
A.d Am 12. Januar 2016 verfügte die Zürich die Abweisung des Leistungsgesuchs (act.
Z23).
B.
B.a Dagegen erhob die Versicherte am 22. Januar 2016 Einsprache (act. Z31). Am 8.
März 2016 reichte Rechtsanwalt lic. iur. J. Jakob, St. Gallen, für die Versicherte eine
Einspracheergänzung ein (act. Z43).
B.b Am 15. Juli 2016 beauftragte die Zürich Dr. med. F._, Leitender Arzt, Orthopädie
Obere Extremitäten, Klinik G._, mit einer Begutachtung der Versicherten (act. Z56).
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Diese erfolgte am 13. Januar 2017. Dr. F._ hielt deren Ergebnisse am 8. Februar 2017
in einem Gutachten fest (act. ZM14).
B.c Nachdem die Zürich dem Rechtsvertreter der Versicherten die Möglichkeit
eingeräumt hatte, zum Gutachten Stellung zu nehmen (act. Z66), und dieser am 17.
März 2017 eine entsprechende Eingabe eingereicht hatte (act. Z69), wies die Zürich mit
Einspracheentscheid vom 9. Mai 2017 die Einsprache der Versicherten ab (act. Z71).
C.
C.a Mit Eingabe vom 14. Juni 2017 liess die Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) durch ihren Rechtsvertreter gegen den Einspracheentscheid vom
9. Mai 2017 Beschwerde erheben mit den Anträgen, dieser sei aufzuheben (act. G1),
der Beschwerdeführerin seien für die Folgen des Unfallereignisses vom 7. August 2015
die gesetzlichen Versicherungsleistungen auszurichten und das Verfahren sei zur
Prüfung und Verfügung der einzelnen Versicherungsleistungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act.
G1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 11. Juli 2017 beantragte die Zürich (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde (act. G3).
C.c In der Replik vom 5. September 2017 hielt der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin unverändert an den Beschwerdeanträgen fest (act. G5).
C.d Die Beschwerdegegnerin hielt ihrerseits in der Duplik vom 18. September 2017 an
der beantragten Beschwerdeabweisung fest (act. G7).

Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
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Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden
daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2015 zur Diskussion steht, die bis 31.
Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
2.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Anspruch der
Beschwerdeführerin auf Versicherungsleistungen gegenüber der Beschwerdegegnerin
aus der obligatorischen Unfallversicherung für die Folgen des Ereignisses vom 7.
August 2015.
2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die
Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten
gewährt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht beabsichtigte
schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den
menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Dabei bezieht sich das
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors,
sondern auf den Faktor selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist
somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach
sich gezogen hat. Ein äusserer Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im
jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft,
beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht
fallen (RKUV 2000 Nr. U 368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen; BGE 122 V 233 E. 1, 121 V 38
E. 1a, je mit Hinweisen). Das für den Unfallbegriff wesentliche Merkmal des
ungewöhnlichen äusseren Faktors kann nach Lehre und Rechtsprechung auch in einer
unkoordinierten Bewegung bestehen. So kann der Körper als Ganzes in Bewegung
kommen, indem er - z. B. bei einem Sturz - auf harter Unterlage aufschlägt und
Schaden nimmt. Der äussere und der ungewöhnliche Faktor sind hier ohne weiteres
gegeben. Dies trifft auch zu, wenn sich, wie beim Ausgleiten, Stolpern oder Abwehren
eines Sturzes, bloss einzelne Körperteile bewegen und in Verbindung mit einem in der
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Aussenwelt liegenden Umstand zur gesundheitlichen Störung führen. Freilich tritt
schon bei einer normalen Bewegung des Körpers, wie beispielsweise beim normalen
Aufstehen aus der tiefen Hocke, eine sinnfällige Veränderung der Aussenwelt ein.
Dieser äussere Faktor ist aber nicht zugleich ein ungewöhnlicher Faktor; denn die
Bewegung des Körpers ist, äusserlich betrachtet, normal verlaufen, also nicht durch
eine in der Aussenwelt begründet Ursache - z.B. Ausrutschen wegen einer glitschigen
Unterlage - in ihrem Ablauf gestört worden. Der Unfallbegriff ist nicht erfüllt. Unter
unkoordinierten Bewegungen versteht man also nur körperliche Bewegungen, die in
ihrem Ablauf durch etwas Programmwidriges, durch etwas Sinnfälliges, d.h. durch
einen ungewöhnlichen Faktor, gestört werden, so dass einzelne Muskeln oder
Muskelgruppen übermässig beansprucht werden; daraus können Muskel- und
Sehnenschäden, ja selbst Knochenbrüche resultieren (ALFRED MAURER,
Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 176 f.; ALEXANDRA
RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/ Genf 2012, S. 40 f.; RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 E. 3c/aa und Nr. U 345 S. 422
E. 2b).
2.2 Bei Schädigungen, die sich auf das Körperinnere beschränken und die
erfahrungsgemäss auch als alleinige Folge von Krankheit, insbesondere von
vorbestandenen degenerativen Veränderungen eines Körperteils, innerhalb eines
durchaus normalen Geschehensablaufs auftreten können (z.B. Diskushernien,
Rotatorenmanschettenrupturen, Meniskusrisse), unterliegt der Nachweis eines Unfalls
insofern strengen Anforderungen, als die unmittelbare Ursache der Schädigung unter
besonders "sinnfälligen" Umständen gesetzt worden sein muss; denn ein Unfallereignis
manifestiert sich in der Regel in einer äusserlich wahrnehmbaren Schädigung, während
bei deren Fehlen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit rein krankheitsbedingter Ursachen
besteht (Urteil des Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006 Eidgenössisches
Versicherungsgericht, EVG] vom 10. April 2014, 8C_783/2013, E. 4.3 mit Hinweisen).
2.3 Die leistungsansprechende Person muss die einzelnen Umstände des
Unfallgeschehens glaubhaft machen. Zur Glaubhaftmachung genügt es nicht, einen
Gesundheitsschaden nachzuweisen, der möglicherweise auf ein Unfallereignis
zurückgehen könnte, sondern es müssen über das konkrete Geschehen wahre, genaue
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und wenn möglich ins Einzelne gehende Daten namhaft gemacht werden, aufgrund
derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich über die Umstände des Ereignisses
ein Bild zu machen und diese in objektiver Weise abzuklären. Im Streitfall obliegt es
dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt
sind. Zu diesem Zweck hat es den Sachverhalt von Amtes wegen zu untersuchen, kann
aber die Mitwirkung der Parteien beanspruchen (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG; THOMAS
LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern
2014, § 70 N. 2 ff., N. 20; RUMO-JUNGO/ HOLZER, a.a.O., S. 29; RKUV 1990 Nr. U 86
S. 50). Das Gericht stellt auf jene Sachverhaltsdarstellung ab, die es von allen
möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. dazu LOCHER/
GÄCHTER, a.a.O., § 70 N. 58 f.: Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im
Sozialversicherungsrecht, die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts
genügt den Beweisanforderungen nicht). Bei sich widersprechenden Angaben der
versicherten Person über den Unfallhergang kann praxisgemäss auf die Beweismaxime
abgestellt werden, wonach die sogenannten spontanen „Aussagen der ersten Stunde“
in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die
bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher
oder anderer Art beeinflusst sein können. Wenn die versicherte Person ihre Darstellung
im Lauf der Zeit wechselt, kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht
hat, in der Regel grösseres Gewicht zu als jenen nach Kenntnis einer
Ablehnungsverfügung des Versicherers (BGE 121 V 47 E. 1a mit Hinweisen; RUMO-
JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 29 f.). Bauen spätere Aussagen auf früheren Aussagen auf
bzw. zeichnen sich erstere einzig durch einen höheren Detaillierungsgrad aus, kann
auch ein im Nachhinein dargelegter Sachverhalt als ausgewiesen gelten bzw.
berücksichtigt werden. Die verschiedenen Aussagen müssen jedoch in sich kongruent
und miteinander vereinbar sein. Wird dagegen zu einem späteren Zeitpunkt ein neuer,
mit der bisherigen Schilderung nicht vereinbarer Sachverhalt hinzugefügt, ist dessen
überwiegend wahrscheinliches Geschehen als zweifelhaft bzw. lediglich als möglich zu
betrachten.
3.
3.1 Den Akten sind folgende Darstellungen des Ereignisses vom 7. August 2015 zu
entnehmen:
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3.1.1 Gemäss der von der Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin am 16. September
2015 eingereichten Unfallmeldung hat sich die Beschwerdeführerin am 7. August 2015
während eines Aufenthalts in einem Seilpark bei einem Parcours "blöd" an einem Seil
festgehalten. Seither habe sie Schmerzen in der Schulter links, ausstrahlend in den Arm
und den Nacken (act. Z1).
3.1.2 Nach Eingang der Unfallmeldung hat die Beschwerdegegnerin den
Sachverhalt bezüglich des Ereignisses vom 7. August 2015 bei der Beschwerdeführerin
mit einem Fragebogen erhoben (act. Z4), den diese am 13. November 2015 persönlich
beantwortete (act. Z13 ff.). Die Beschwerdeführerin schilderte darin den Vorfall vom 8.
August 2015 folgendermassen: "Bei dem einen Parcours sollte man in Kübel steigen
und von Baum zu Baum gleiten, ich habe mich mit der linken Hand so blöd
festgehalten, da hat es mir einen festen Zwick/Knacks in der Schulter gegeben.
Danach hatte ich Schmerzen in der Schulter, konnte jedoch den Parcours beenden.
Beim weiteren Parcours auf dem man über eine Hühnerleiter hätte nach oben gelangen
sollen, musste ich umkehren, ich hatte keine Kraft mehr." (Frage 2.1). Auf die Frage,
was sich im Bewegungsablauf anlässlich des Ereignisses vom 7. August 2015
Ungewöhnliches zugetragen habe (Frage 2.2), antwortete die Beschwerdeführerin:"In
der Nacht waren die Schmerzen so gross, dass ich aufgewacht bin. Ich konnte den
Arm kaum mehr bewegen. Seit diesem Ereignis habe ich ständig Schmerzen, habe nun
eine Schlinge, um den Arm zu schonen. Deswegen erledige ich einhändig, was getan
werden muss.". Die Frage 2.3, ob die Beschwerdeführerin anlässlich des Ereignisses
vom 7. August 2015 eine unkontrollierte Bewegung [z.B. Ausgleiten, Stolpern,
Anstossen, Sturz, reflexartige Abwehrbewegung, etc.] gemacht habe, verneinte die
Beschwerdeführerin.
3.1.3 In der Einsprache vom 22. Januar 2016 und damit in Kenntnis der
Ablehnungsverfügung vom 12. Januar 2016 (act. Z23) schilderte die
Beschwerdeführerin das Ereignis vom 7. August 2015 folgendermassen: "Ich war am 7.
August 2015 im Seilpark H._. Bei einem der vielen Parcours muss man, um von
einem Baum zum andern zu gelangen, in einen Kübel steigen, der oben an einem Seil
befestigt ist. Dieser Kübel saust dann mit der Person von einem zum anderen Baum.
Als ich auf der einen Plattform war, hielt ich mich mit einer Hand am Seil des Kübels
fest, mit der anderen Hand am anderen, oberen Seil. Ich stieg in den Kübel und dann
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ging alles sehr schnell. Ich war verunsichert, fürchtete zu fallen. Ich habe darum mit der
linken Hand das obere Seil nicht umgehend losgelassen, als sich der Kübel zügig in
Bewegung setzte. Als Folge dessen wirkte sich eine starke Zugkraft auf meinen linken
Arm aus. Ich hörte ein Knacken in der Schulter und es zwickte heftig. Mir wurde
beinahe schlecht vor Schmerz. Ich liess dann sofort das Seil los und fuhr mit dem
Kübel zum anderen Baum. Das Ganze ging so schnell, ich konnte nichts dagegen
tun..." (act. Z31). Analog schilderte auch der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin in
der ergänzenden Einsprachebegründung vom 8. März 2016 (act. Z43), dass sich der
Kübel plötzlich zügig in Bewegung gesetzt habe und die Beschwerdeführerin im ersten
Moment befürchtet habe zu fallen, weshalb sie das obere Seil nicht umgehend
losgelassen habe, sondern sich im Gegenteil daran festgehalten habe. Als sich der
Kübel in Bewegung gesetzt habe und unter der Beschwerdeführerin weggeglitten sei,
habe eine starke Zugkraft auf den linken Arm gewirkt. Die Beschwerdeführerin habe ein
Knacken in der Schulter und einen heftigen Zwick gespürt.
3.1.4 In der Beschwerde vom 14. Juni 2017 (act. G 1) wiederholte der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin den Sachverhalt der ergänzenden
Einsprachebegründung und fügte hinzu, die Beschwerdeführerin habe sich angesichts
der Befürchtung zu fallen, reflexartig mit dem linken Arm und starker Kraftanstrengung
am oberen Seil festgehalten. Unmittelbar vor dem Ereignis habe sie noch mit beiden
Beinen auf festem Untergrund (mit einem Bein auf der Plattform und mit dem anderen
Bein auf dem Boden des Kübels) gestanden. Als der Kübel unter ihren Füssen
weggeglitten und sie ihr gesamtes Körpergewicht von einem auf den anderen Moment
vollständig mit dem linken Arm habe auffangen müssen, habe eine starke plötzliche
Zugkraft auf ihren linken Arm gewirkt.
3.2 Während der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin die Ereignisschilderungen in
der Einsprache bzw. ergänzenden Einsprachebegründung und in der Beschwerde im
Rahmen einer detaillierten, anschaulicheren Beschreibung des Ereignisses sieht (act.
G1), enthalten sie nach Auffassung der Beschwerdegegnerin neue, bedeutsame
Sachverhaltselemente, welche nicht einfach als ergänzende Aussagen mit einem
höheren Detaillierungsgrad betrachtet werden können (act. G3). Tatsächlich werden in
Einsprache und Beschwerde neben dem von Beginn weg geltend gemachten Schmerz
bzw. Knacks nun auch detaillierte Schilderungen zu den Bewegungsvorgängen
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angeführt: das plötzliche, zügige in Bewegung setzen des Kübels; die Verhinderung
eines Sturzes; das reflexartig ausgeführte und mit starker Kraftanstrengung
verbundene Festhalten mit dem linken Arm am oberen Seil; die Wirkung einer starken
Zugkraft auf den linken Arm; das Auffangen müssen des gesamten Körpergewichts mit
dem linken Arm von einem Moment auf den anderen. Weiter ist festzuhalten, dass den
Angaben der Beschwerdeführerin im Fragebogen ein bedeutsamer Beweiswert
zukommt, die vorgenannten Sachverhaltselemente im Fragebogen jedoch nicht explizit
aufgeführt worden sind. Sofern der Unfallversicherers die tatsächlichen Verhältnisse
mittels Frageblättern detailliert erhoben hat, ist er seiner Verpflichtung zur richtigen und
vollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts rechtsgenüglich
nachgekommen und es überzeugt rechtsprechungsgemäss nicht, wenn die versicherte
Person einen bestimmten bedeutsamen Sachverhalt bzw. Umstand als
Schadensursache erst nach der abschlägigen, einlässlich begründeten Verfügung
schildert bzw. diesen bis zum Einspracheverfahren unerwähnt lässt. Der
Unfallversicherer ist nicht gehalten, die versicherte Person im Nachgang zu
umfassenden Erhebungen zur weiteren Substantiierung des gemeldeten
Geschehnisses aufzufordern (Urteile des EVG vom 26. Februar 2004, U 64/2002, E.
2.2.3, und 27. Juni 2002, U 148/01, E. 2.b). Wie nachstehend zu zeigen sein wird, muss
jedoch ein Unfallereignis im Sinn von Art. 4 ATSG bzw. das Vorliegen eines
ungewöhnlichen äusseren Faktors mit Blick auf sämtliche in Erwägung 3.1 dargelegten
Ereignisschilderungen verneint werden. Die Frage, von welcher Sachverhaltsdarstellung
letztlich auszugehen ist, kann demzufolge offengelassen werden.
4.
4.1 Mit den Antworten der Beschwerdeführerin im Fragebogen sind keinerlei
Vorkommnisse dargetan, welche einen ungewöhnlichen äusseren Faktor ersichtlich
machen würden und damit das Vorliegen eines Unfalls bejahen liessen. Das Festhalten
mit der linken Hand an sich beschreibt eine alltägliche, physiologisch normale und
psychologisch beherrschte, körpereigene Bewegung, selbst wenn das Seil über Kopf
verläuft und mit ausgestrecktem Arm festgehalten wird. Durch die Beschreibung "blöd"
wird zwar ein negativer Umstand im Zusammenhang mit dem Festhalten impliziert,
doch wird das "blöd" von der Beschwerdeführerin in keiner Weise näher definiert und
kann somit hinsichtlich seiner Bedeutung oder Wirkungskraft nicht eingeschätzt
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werden. Es erscheint daher durchaus möglich, dass die Beschwerdeführerin mit der
Formulierung "blöd" lediglich den auf das Festhalten folgenden Zwick/Knacks
beschreiben wollte respektive das Festhalten angesichts der daraufhin aufgetretenen
Schmerzen als "blöd" empfand. Die Schmerzen bilden denn auch in der Antwort auf
die Frage 2.1 einen zentralen, in der Antwort auf die Frage 2.2 sogar den einzigen
Inhalt. Das Auftreten von Schmerzen oder ein Knacks stellen keinen äusseren Faktor im
Sinne der Rechtsprechung dar, sondern höchstens die Wirkung eines äusseren
Faktors, weshalb dieser nicht bewiesen ist, wenn die versicherte Person nur das
(erstmalige) Auftreten von Schmerzen in zeitlicher Hinsicht anzugeben vermag (BGE
129 V 469 E. 4.2.1). Das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit bezieht sich, wie
gesagt, nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern auf den Faktor selbst.
Nicht erfüllt ist das Erfordernis des ungewöhnlichen äusseren schädigenden Faktors
auch, wenn das erstmalige Auftreten der Schmerzen mit einer blossen
Lebensverrichtung einhergeht, welche die versicherte Person zu beschreiben in der
Lage ist, die den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen
nicht überschreitet (BGE 134 V 79 f. E. 4.3.1, 122 V 233 E. 1, 121 V 38 E. 1a; RKUV
2000 Nr. U 368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 13. Februar
2009, 8C_656/2008, E. 3.2; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 31; vgl. Erwägung 2.1).
Sämtliche Antworten der Beschwerdeführerin betreffend das konkrete Geschehen
enthalten allerdings keinen Hinweis auf einen Unfalltatbestand bzw. eine
Ungewöhnlichkeit.
4.2
4.2.1 Auch im Kraftaufwand, der durch das in der Einsprache, der ergänzenden
Einsprachebegründung und der Beschwerde beschriebene nicht umgehende
Loslassen bzw. Festhalten am oberen Seil zur Verhinderung eines Sturzes entstand,
lässt sich nichts Ungewöhnliches erkennen. Das Nichtloslassen eines Seils ist
selbstredend nicht ungewöhnlich. Das damit verbundene Verhindern eines Sturzes ist
sodann vergleichbar mit einer Armbewegung zum Nachfassen eines weggleitenden
Gegenstandes. Während im vorliegenden Fall eine Zugbelastung nach vorne erfolgte,
wirkt sie beim Nachfassen nach einem entgleitenden Gegenstand nach unten. Nach
höchstrichterlicher Rechtsprechung wird das Nachfassen eines entgleitenden
Gegenstandes weder als ungewöhnlich noch in besonderer, einem Ausgleiten oder
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einen Sturz vergleichbarer Weise geeignet angesehen, zu einer unphysiologischen
Belastung einzelner Muskeln, Muskelgruppen, Bänder oder Sehnen zu führen. Das
Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors ist auch nicht bereits deshalb zu
bejahen, weil die Bewegung reflexartig ausgeführt wurde (Urteile des Bundesgerichts
vom 21. März 2006, U 222/05, E. 3.2, 23. Mai 2006 U 144/06, E. 2.2, und 10. April
2014, 8C_783/2013, E. 6.2; Urteile des EVG vom 12. April 2000, U 110/99, E. 3, 30.
August 2001, U 277/99, E. 3e, und 9. Oktober 2003, U 360/02, E. 3.4). Anzufügen ist,
dass in den vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 14.
Juni 2017 (act. G1, Ziff. 21) zu Gunsten der Beschwerdeführerin angeführten Urteile
des EVG bzw. Bundesgerichts vom 21. März 2006 (U 222/05, E. 6) und 11. Oktober
2007 (U6/07, E. 5.3) kein Unfall-geschehen, sondern nur ein unfallähnliches Ereignis
bejaht worden ist.
4.2.2 Das Wirken einer gewissen Zugkraft auf den Arm bzw. die Schulter ist der von
der Beschwerdeführerin ausgeübten Freizeitaktivität inhärent. Verwirklicht sich dabei
eine Verletzung, liegt deshalb noch kein Unfallereignis vor. Dass die Zugkraft so stark
war, dass sie als ungewöhnlich beurteilt werden müsste, ist zwar möglich, aber nicht
überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen. Wie bereits erwähnt, genügt jedoch die
blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts den Beweisanforderungen nicht
(vgl. Erwägung 2.3). So ist vielmehr fraglich, ob auf den linken Arm beim Festhalten am
oberen Seil eine grössere Kraft eingewirkt hat als auf den rechten Arm, mit dem sich
die Beschwerdeführerin am Seil des Kübels festhielt. Stand die Beschwerdeführerin,
wie beschrieben, mit einem Bein auf der Plattform und mit dem anderen Bein auf dem
Boden des Kübels und verlor sie durch das Weggleiten des Kübels nach unten ihr
Gleichgewicht, erreichte sie letztlich doch mit beiden Beinen den Kübel. Dazu musste
sie die Bewegungskraft nach vorne in Richtung des wegfahrenden Kübels ausrichten.
All dies erforderte, insbesondere auch wegen des als zügig beschriebenen in
Bewegung setzens des Kübels, eine rasche Reaktion bzw. ein - ebenfalls geschildertes
- sofortiges Loslassen des oberen Seils (vgl. act. Z31). Nachvollziehbarerweise ging
angeblich alles schnell. Dass es angesichts des Gesagten zur Entwicklung einer
ungewöhnlichen Krafteinwirkung auf den linken Arm bzw. das linke Schultergelenk
kommen konnte ist nicht überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen. Nicht
nachvollziehbar erscheint jedenfalls auch die Schilderung des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin in der Beschwerde (act. G1, Ziff. 21), diese habe - als der Kübel
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unter ihren Füssen weg geglitten sei - ihr gesamtes Körpergewicht vom einen auf den
anderen Moment vollständig mit dem linken Arm auffangen müssen. Unabhängig
davon, ob sie nur mit einem oder bereits mit beiden Beinen im Kübel stand, als sich
dieser in Bewegung setzte, trug sie ihr Gewicht auf einem Bein oder beiden Beinen,
was fraglos der Normalität entspricht.
4.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass anhand der vorgebrachten Sachverhalte
bezüglich des Ereignisses vom 7. August 2015 ein Unfallereignis gemäss Art. 4 ATSG
bzw. das Unfallbegriffsmerkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors nicht mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit dargetan ist.
5.
5.1 Der mangelnde Nachweis eines Unfallereignisses kann im vorliegenden Fall auch
nicht durch medizinische Feststellungen ersetzt werden. Dies ist generell selten
möglich. Den medizinischen Feststellungen kommt im Rahmen der Beweiswürdigung
für oder gegen das Vorliegen eines unfallmässigen Geschehens in der Regel lediglich
die Bedeutung von Indizien zu (vgl. RKUV 1990 Nr. U 86 S. 51 E. 2). Die vorliegenden
medizinischen Akten bringen keine klare Erkenntnis in Bezug auf das Geschehen eines
Unfalls am 7. August 2015. Von keinem der Ärzte wurde eine klare Unfalldiagnose - wie
beispielsweise konkret zu erwarten, die Diagnose einer Distorsion bzw. Zerrung -
erhoben (betreffend die Diagnosen Supraspinatussehnenläsion und
Supraspinatussehnenruptur vgl. nachfolgende Erwägung 6). Bei den radiologisch
erhobenen Befunden Reizzustand der Bursa subdeltoidea und subakromial sowie
chronische Ansatztendinose der Supraspinatussehne mit leichter interstitieller
Verquellung der Supraspinatussehne links (ZM3) und der Diagnose Impingement-
Symptomatik bei Ansatztendinopathie (act. ZM11) handelt es sich im Regelfall um
krankheitsbedingte bzw. degenerative Gesundheitsschäden. Diese kommen höchstens
als sekundäre Folge einer primären traumatischen, d.h. vorausgegangenen
strukturellen Verletzung, vor (ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie, Orthopädische
Chirurgie, 4. Aufl. Bern, 2005, S. 725 ff. 975, 1183; PSCHYREMBEL, Klinisches
Wörterbuch, 267. Berlin 2017, S. 862, 1782; ROCHE LEXIKON, Medizin, 5. Aufl.
München 2003, S. 915, 1807). Für eine solche bestehen im konkreten Fall keine
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überwiegend wahrscheinlichen Hinweise (vgl. nachfolgende Erwägung 6.5.1 ff.; zum
Begriff "chronisch" vgl. Erwägung 6.5.1).
5.2 Damit entfällt eine Leistungspflicht des Unfallversicherers gestützt auf Art. 6 Abs. 1
UVG in Verbindung mit Art. 4 ATSG.
6.
6.1 Nachdem ein Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG zu verneinen ist, bleibt zu prüfen, ob
das bei der Beschwerdeführerin festgestellte Beschwerdebild allenfalls eine
unfallähnliche Körperschädigung darstellt, welche die Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin zu begründen vermag (vgl. Art. 6 Abs. 2 UVG). Folgende, in Art. 9
Abs. 2 UVV abschliessend aufgeführte Körperschädigungen sind, sofern sie nicht
eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne
ungewöhnliche äussere Einwirkung Unfällen gleichgestellt: Knochenbrüche,
Verrenkungen der Gelenke, Meniskusrisse, Muskelrisse, Muskelzerrungen,
Sehnenrisse, Bandläsionen und Trommelfellverletzungen.
6.2 Für die Beurteilung von Sachverhalten im Bereich der Medizin - unter anderem die
Beurteilung, ob ein radiologisch erhobener Befund eine unfallähnliche
Körperschädigung gemäss Art. 9 Abs. 2 UVV darstellt - ist das Gericht auf Angaben
ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen, welche das Gericht zu würdigen hat
(vgl. RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 55; BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis; Art. 61
li.t c ATSG). Die Beschwerdegegnerin verneint das Vorliegen eines Sehnenrisses
gemäss Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV und stützt sich dabei auf das Gutachten von Dr. F._
vom 8. Februar 2017 (act. G3).
6.3 Die Objektivierung einer organisch-strukturellen Verletzung - wie beispielsweise
eines Sehnenrisses - erfolgt grundsätzlich mit einer apparativen/bildgebenden
Abklärung (vgl. BGE 134 V 121 E. 9, 117 V 363 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25
[U479/05] S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen). Die am 2. November 2015 in der Radiologie
D._ durchgeführte MRI-Untersuchung des linken Schultergelenks der
Beschwerdeführerin ergab einen leichten Reizzustand der Bursa subdeltoidea und
subakromiale sowie eine deutliche chronische Ansatztendinose der
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Supraspinatussehne mit leichter interstitieller Teilläsion am Sehnenansatz (act. ZM3).
Dr. F._ stellte sodann in seinem Gutachten folgende Diagnose: Status nach
indirektem Trauma der linken Schulter mit MR-tomographisch fehlenden Hinweisen für
eine Rotatorenmanschettenruptur sprich einen Rotatorenmanschettendefekt; mit MRI-
Bildgebung vom 2. November 2015: interstitieller Verquellung der Supraspinatussehne
links; mit dynamischer Ultraschalluntersuchung vom 13. Januar 2017: intakter
Rotatorenmanschette, unauffälligen Binnenstrukturen, keinem gleno-humeralen Erguss,
keiner Bursitis (act. ZM14). Dr. C._ hatte im ärztlichen Zeugnis UVG vom 11. Januar
2016 die Diagnosen Impingement-Symptomatik bei Ansatztendinopathie und minimaler
Partialläsion des Supraspinatus links und Supraspinatussehnenruptur links gestellt (act.
ZM11). In den Akten finden sich ausserdem verschiedene Untersuchungsberichte des
Facharztes Dr. E._, in welchen die Diagnose einer Supraspinatussehnenläsion (act.
ZM10, ZM12 f.) oder einer Impingement-Symptomatik bei Ansatztendinopathie und
minimer Partialläsion des Supraspinatus (act. ZM5, ZM8) angeführt ist.
6.4 Im Bereich der unfallähnlichen Körperschädigungen hat das Bundesgericht in BGE
114 V 306 E. 5.c die Leistungspflicht bei Sehnenpathologien restriktiv gehandhabt. Die
Leistungspflicht der obligatorischen Unfallversicherung für unfallähnliche
Körperschädigungen aufgrund von Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV sei nach Sinn und Zweck
dieser Vorschrift streng auf Sehnenrisse beschränkt. Sehnenzerrungen liessen sich
nicht unter den Begriff "Sehnenrisse" subsumieren. Der Einbezug der übrigen
Sehnenpathologie, einschliesslich Krankheiten des Begleitgewebes, sei
ausgeschlossen. Ein eigentlicher Sehnenriss bestehe dann, wenn die Sehne vollständig
gerissen sei. Teilrupturen könnten nur unter erschwerten Nachweisanforderungen unter
Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV subsumiert werden. Weil sich die partiellen Sehnenrisse in der
Regel klinisch nicht von sekundären entzündlichen Reaktionen (Tendinitis,
Peritendinitis, Paratenonitis, Tendovaginitis) unterscheiden liessen, falle die
Qualifikation als unfallähnliche Körperschädigung nur in Betracht, wenn die Teilruptur
als solche medizinisch eindeutig sei, dies entweder intraoperativ oder durch
Kontrastmitteldarstellung. Könne dieser Nachweis nicht erbracht werden, so habe der
Leistungsansprecher die Folgen zu tragen. Diese Rechtsprechung wurde mit Entscheid
U 441/99 vom 29. August 2000, E. 4 mit Hinweisen, bestätigt.
6.5
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6.5.1 Dr. F._ verneint angesichts des MRI-Untersuchungsbefundes das Vorliegen
eines transmuralen und damit vollständigen Risses (act. ZM14), was von Seiten des
Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin offensichtlich unbestritten ist (act. G1, Ziff.
24.c). Anhand der vorliegenden medizinischen Akten kann jedoch auch eine Teilruptur
bzw. ein partieller Sehnenriss nicht als nachgewiesen betrachtet werden. Wie in
Erwägung 6.4 gesagt, lassen sich nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung -
entgegen der Feststellung des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin in der
Beschwerde (act. G1) - Sehnenzerrungen nicht unter den Begriff "Sehnenrisse"
subsumieren. Im MRI-Untersuchungsbericht (act. ZM3) sowie in den
Untersuchungsberichten von Dr. E._ findet sich der Befund bzw. die Diagnose einer
Supraspinatussehnenläsion, zusätzlich partieller Natur (act. ZM10, ZM12 f.). Unter den
(Ober-)Begriff der "Läsion" können zwar Sehnenrisse, aber auch andere Schädigungen
und Störungen unabhängig von ihrer Ursächlichkeit, d.h. bereits Zerrungen, subsumiert
werden (PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1010; ROCHE LEXIKON, a.a.O., S. 1067). Dafür,
dass es sich im konkreten Fall um eine eigentliche Partialruptur bzw. einen eigentlichen
Sehnenteilriss handeln könnte, liegt kein medizinisch eindeutiger - intraoperativ oder
durch Kontrastmittel erhobener - Nachweis vor. Mit dem MRI-Befund und der
Diagnose von Dr. E._ ist nicht rechtsgenüglich im Sinne der höchstrichterlichen
Rechtsprechung nachgewiesen, dass sich die Beschwerdeführerin anlässlich des
Ereignisses vom 7. August 2016 wenigstens einen partiellen Sehnenriss im Sinne von
Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV zugezogen hat. Vielmehr ist davon auszugehen, dass es sich
beim radiologisch erhobenen Befund im Bereich der Supraspinatussehne um eine
krankheits- oder degenerativ bedingte Gesundheitsschädigung handelt. In diesem
Sinne fand Dr. F._ nach Eigendurchsicht der Bildgebung im MRI keinen Hinweis für
eine Rotatorenmanschettenruptur (Ruptur = Riss; PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1583;
ROCHE LEXIKON, a.a.O., S. 1623). Es komme lediglich eine Signalanhebung
umschrieben im Bereich der Supraspinatussehne zur Darstellung im Sinne einer
Tendinose, Verquellung (act. ZM14). Seine Feststellung erscheint schlüssig und
überzeugend, zumal im MRI-Untersuchungsbericht im Gegensatz zu einem frischen
bzw. traumatischen Zustand von einer deutlichen chronischen Ansatztendinose die
Rede ist und die leichte interstitielle Teilläsion am Sehnenansatz in deren
Zusammenhang erwähnt wird ("mit") (act. ZM3).
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6.5.2 Dr. F._ erläuterte weiter, mit der MRI-Bildgebung könnten akute versus
chronische Rotatorenmanschetten-Rupturen unterschieden werden; ob ein Riss oder
gar Defekt unfallbedingt oder vorbestehend degenerativ bedingt sei, könne nicht allein
mit Hilfe der MRI-Untersuchung, sondern nur mit Hilfe klinischer und anamnestischer
Parameter unterschieden werden; verletzungsspezifische im MRI darstellbare
Veränderungen gebe es nicht. Auch diese Ausführungen zeigen auf, dass ein
überwiegend wahrscheinlicher Nachweis eines Sehnenrisses nicht erbracht ist. So
wurde im konkreten Fall gerade eine chronische Läsion festgestellt und es könnte laut
Dr. F._ anhand des MRI-Befundes - selbst wenn von einem Sehnenriss ausgegangen
würde - nicht abschliessend gesagt werden, ob diese degenerativ oder unfallbedingt
ist. Die obige Beurteilung fand auch in der von Dr. F._ am 13. Januar 2017
durchgeführten Ultraschalluntersuchung, welche eine intakte Rotatorenmanschette
zeigte, ihre Bestätigung (act. ZM14).
6.5.3 Die einzig von Dr. C._ im ärztlichen Zeugnis UVG vom 11. Januar 2016
aufgeführte Diagnose einer Supraspinatussehnenruptur links (act. ZM11) reicht
schliesslich für einen Nachweis der Listenverletzung eines Sehnenrisses nicht aus. Es
ist in keiner Weise erkennbar, woraus er die Diagnose ableitet. Unter der Rubrik
"Objektive Befunde" verwies der Hausarzt insbesondere auf den massgebenden MRI-
Befund und leitete daraus offensichtlich die Diagnose einer Impingement-Symptomatik
bei Ansatztendinopathie und minimer Partialläsion des Supraspinatus links ab. Die
Ruptur-Diagnose steht damit vollkommen isoliert und unbegründet da.
6.6 Da es mithin vorliegend bereits an einer der in Art. 9 Abs. 2 UVV aufgezählten
Verletzungen fehlt, kann von der Prüfung der übrigen für eine unfallähnliche
Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV vorausgesetzten Kriterien (Vorliegen
eines unfallähnlichen Ereignisses; vgl. dazu BGE 129 V 467 E. 2.2) abgesehen werden.
7.
7.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Vorfall vom 7. August 2015 mangels
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors nicht als Unfall im Sinne von Art. 4
ATSG zu qualifizieren ist. Ebenso wenig liegt eine unfallähnliche Körperschädigung im
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Sinne der abschliessenden Aufzählung von Art. 9 Abs. 2 UVV vor. Eine Leistungspflicht
der Beschwerdegegnerin ist daher nicht begründet.
7.2 Die Feststellungen von Dr. F._ - die initialen Beschwerden seien gemäss seiner
Einschätzung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das erwähnte Ereignis vom 7.
August 2015 zurückzuführen; es komme hinzu, dass anamnestisch vorbestehende
Beschwerden an der linken Schulter nie beklagt worden seien (act. ZM14) - vermögen
an dieser Beurteilung nichts zu ändern. Sie beziehen sich auf die Tatfrage nach einem
natürlichen Kausalzusammenhang zum obgenannten Ereignis (vgl. dazu BGE 129 V
181 ff. E. 3; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 53 ff.), welche zwar in erster Linie
mittels der Angaben medizinischer Fachpersonen beurteilt wird (RUMO-JUNGO/
HOLZER, a.a.O., S. 55). Die Frage, ob die einzelnen Voraussetzungen des
Unfallbegriffs im Sinne von Art. 4 ATSG erfüllt sind, ist jedoch eine Rechtsfrage, die
vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist. Ist
danach ein Unfallereignis im Rechtssinn zu verneinen, schliesst dies folgerichtig auch
eine Unfallkausalität zwischen dem Ereignis und der gesundheitlichen Störung, d.h.
deren traumatische Verursachung, aus. Die Bejahung eines Unfalls bildet eine
eigenständige Anspruchsvoraussetzung für Leistungen der Unfallversicherung (vgl. Art.
6 UVG). Der Bejahung eines Kausalzusammenhangs durch Dr. F._ kommt damit nur
die Aussagekraft zu, die gesundheitliche Störung der Beschwerdeführerin sei mit einer
blossen Lebensverrichtung bzw. Freizeitbeschäftigung als auslösendem Moment
einhergegangen. Zwar erwähnt Dr. F._ in seinem Gutachten das Ereignis vom 7.
August 2015. Auf welchen Ereignisverlauf er abstellt, ist dem Gutachten jedoch nicht zu
entnehmen. Die von Dr. F._ festgestellte Kausalität kann mithin nicht als Indiz für den
ohnehin nur selten durch medizinische Feststellungen zu ersetzenden mangelnden
Beweis eines Unfalls dienen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 28. September
2016, 8C_358/2016, E. 3.6; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 51 E. 2; RUMO-JUNGO/HOLZER,
a.a.O., S. 29). Im Übrigen basiert seine Kausalitätsbejahung massgebend auf der
Tatsache, dass bei der Beschwerdeführerin vor dem Ereignis vom 7. August 2015 noch
keine Beschwerden in der linken Schulter bestanden hätten. Auch mit dieser blossen
zeitlichen Abfolge ist zum Ereignis bzw. zu dessen Qualifikation als Unfallereignis gar
nichts gesagt.
8.
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Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 9. Mai 2017 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen
Anspruch auf eine Parteientschädigung.