Decision ID: a42b4789-0623-5813-96f6-36967165284c
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 4. August 2014 (IV-act. 1) wegen einer seit dem 6. April
2014 bestehenden koronaren Herzkrankheit zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an. Er sei 198_ in die Schweiz gekommen. - In der
Arbeitgeberbescheinigung vom 2. September 2014 (IV-act. 8) wurde angegeben, der
Versicherte sei seit Mai 2000 als Bauarbeiter angestellt und seit _. Juli (gemeint wohl
April) 2014 arbeitsunfähig geschrieben. Sein Lohn betrage seit 2014 im Jahr
Fr. 65'624.--.
A.a.
Für die Abteilung Kardiologie des Departements Innere Medizin am Kantonsspital
_ gab Dr. med. B._, Facharzt für Kardiologie FMH, in einem IV-Bericht zur
Eingliederung vom 3. September 2014 (IV-act. 9) an, der Versicherte leide an einer
chronisch ischämischen Herzkrankheit (koronare 2-Ast-Erkrankung) mit schwer
eingeschränkter systolischer linksventrikulärer segmentaler Funktion, LVEF 30 %, ohne
sicheren CMR-Ischämienachweis, mit ausgedehntem transmuralem Narbennachweis
anteroseptal bis lateral in praktisch allen Segmenten und mit dekompensierter Herzin
suffizienz mit mittelgrossen bis grossen beidseitigen Pleuraergüssen. Seit _. April 2014
sei er voll arbeitsunfähig. Bei der Einschränkung der linksventrikulären Funktion handle
es sich um einen irreversiblen Zustand. Auch für leichte körperliche Arbeiten müsse
zurzeit noch eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Mittelfristig werde jedoch
für Arbeiten ohne körperliche Belastung mit einer vollen oder reduzierten
Arbeitsfähigkeit gerechnet werden können. - Für die gleiche Abteilung gab PD Dr. med.
C._, Facharzt für Kardiologie FMH, dem RAD gemäss Gesprächsprotokoll am
30. Oktober 2014 (IV-act. 11, 14) an, als Bauarbeiter werde der Versicherte nicht mehr
arbeiten können. In einer körperlich leichten, vorwiegend im Sitzen zu verrichtenden
A.b.
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Tätigkeit ohne isometrische Arbeitseinsätze bestehe ab sofort volle Arbeitsfähigkeit.
Einem Bericht vom 15. Oktober 2014 (IV-act. 14-5 f.) war zu entnehmen, dass der
Versicherte im April 2014 einen Myokardinfarkt erlitten habe. Ausserdem bestehe eine
Antrumgastritis mit chronischen Erosionen. - Gemäss einem IV-Strategie-Protokoll (IV-
act. 21) wurde eine Arbeitsfähigkeit von 60 % angenommen, die rasch auf 100 %
gesteigert werden könne. Die Eingliederungsverantwortliche habe eine psychische
Beeinträchtigung des Versicherten wahrgenommen. Gemäss dem Regionalen
Ärztlichen Dienst (RAD) der Invalidenversicherung sei er deswegen in der Stellensuche
eingeschränkt. - Am 28. November 2014 (IV-act. 22) hielt die IV-
Eingliederungsverantwortliche fest, der Versicherte habe die Schwere der
Einschränkung wohl erfasst, hoffe aber, dass er sich noch erholen und wieder beim
bisherigen Arbeitgeber werde arbeiten können. Psychologische Hilfe zur Bearbeitung
der neuen Panik- und Platzängste wolle er nicht in Anspruch nehmen. Eine Tätigkeit in
Räumen könne er sich nicht vorstellen, einer Abklärung anderer Arbeiten sei er aber
nicht abgeneigt. Er bedürfe der Hilfe bei der Eingliederung. In der Folge wurde ein
entsprechender Eingliederungsplan erstellt (IV-act. 29). Am 21. Januar 2015 sprach die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen dem Versicherten
Frühinterventionsmassnahmen in Form eines Einsatzprogramms in der Zeit vom
12. Januar bis 12. April 2015 (IV-act. 31) und Arbeitsvermittlung (IV-act. 32) zu.
Am 13. Februar 2015 (IV-act. 38) teilte Dr. med. D._, Praktischer Arzt, mit, in den
letzten zwei Monaten habe sich eine Verschlechterung der Herzfunktion des
Versicherten eingestellt; die Funktionsleistung betrage zurzeit 20 %. Ausserdem sei als
starke Komplikation ein Diabetes mellitus hinzugekommen. Der Versicherte sei voll
arbeitsunfähig. - Daraufhin wurde die Eingliederung abgeschlossen (vgl. IV-act. 39;
Mitteilung vom 20. Februar 2015, IV-act. 41).
A.c.
Am 4. März 2015 (IV-act. 52) berichtete die Stiftung K._ über die berufliche
Massnahme (Abklärung) des Versicherten, die vom 12. Januar bis 10. Februar 2015
stattgefunden habe. Es seien ihm nur ganz leichte und repetitive Arbeiten in einem
kleinen Zeitraum pro Tag möglich. Voraussetzungen seien offene Räume und Möglich
keiten zu Pausen und Bewegung. Auf dem ersten Arbeitsmarkt habe er mit seiner
Leistung und der gesundheitlichen Verfassung keine realen Chancen.
A.d.
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Im Mai 2015 wurde ein Eingliederungsplan für eine weitere berufliche Abklärung,
dieses Mal in der Firma E._, - wiederum mit 50 % Arbeitszeit, rasch auf 100 %
steigerbar - für die Zeit vom 18. Mai bis 18. August 2015 unterzeichnet (IV-act. 56;
Mitteilung über die Massnahme mit Taggeldanspruch, IV-act. 63). Im Bericht darüber
vom 17. September 2015 (IV-act. 74) wurde festgehalten, es bestehe keine
Leistungsfähigkeit des Versicherten bezogen auf den ersten Arbeitsmarkt. Er habe
grosse Mühe mit Feinstaub, Hitze, Kälte und Feuchtigkeit. Er bekomme Atemprobleme
und dadurch Angst- und Panikattacken und es träten unter anderem
Konzentrationsverlust und Schwindel auf. Der Versicherte ermüde schnell und sei
schnell erschöpft. - Am 22. September 2015 (IV-act. 75) hielt die IV-
Eingliederungsverantwortliche fest, das Ziel einer Leistungs- und Pensensteigerung
über 50 % hinaus habe nicht erreicht werden können. Die Leistungsfähigkeit des
Versicherten im ersten Arbeitsmarkt werde auf 30 % geschätzt. Er habe unter anderem
mit ihn plagenden und ermüdenden Angst- und Panikattacken, Konzentrationsverlust
und Schwindel gekämpft und vor allem habe ihm die Verarbeitung der Erkrankung
Mühe bereitet. Der Wiedereinstieg mit der Tagesstruktur habe ihm jedoch gut getan. Er
stehe nun seit August 2015 in (psychologischer) Behandlung. Dem Versicherten sei auf
November 2015 gekündigt worden, weil eine Beschäftigung (auch in anderem Bereich)
bei der Arbeitgeberin nicht möglich sei. - Die beruflichen Massnahmen wurden erneut
abgeschlossen (IV-act. 80).
A.e.
Den Akten der Krankentaggeldversicherung war zu entnehmen, dass der
Versicherte ab November 2013 zunehmende Knieschmerzen gehabt hatte, die ab
Dezember 2013 behandelt worden waren. Am 6. Februar 2014 war eine Operation der
medialen und lateralen Meniskusläsion (bei beginnender medialer Gonarthrose) Knie
rechts erfolgt (vgl. Fremd-act. 1-3). - PD Dr. C._ hatte in einem Bericht vom 12. Mai
2015 (Fremd-act. 3-10 f.) erklärt, der Versicherte sei in der bisherigen Tätigkeit nicht
mehr arbeitsfähig, in einer Tätigkeit, die mit nur einer leichten körperlichen Belastung
einhergehe, wäre er möglicherweise auch höherprozentig arbeitsfähig; diesbezügliche
Abklärungen seien beim RAD im Gang.
A.f.
Dr. phil. F._ gab (in einem Formular Arztbericht, IV-act. 84, Eingang
16. Dezember 2015) an, es lägen beim Versicherten eine Anpassungsstörung und
Angst und depressive Reaktion gemischt vor. Im Januar 2014 habe eine
A.g.
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Meniskusoperation stattgefunden, worauf der Versicherte bei voller Arbeit
medikamentös behandelt worden sei. Es sei eine chronische Überarbeitung als _,
später als Bauleiter, aufgetreten. Beim Versicherten liege eine schwere cardiovaskuläre
Erkrankung vor, verbunden mit Angstzuständen und eingeschränkter Beweglichkeit,
ausserdem verminderter Gedächtnisleistung, Nervosität, Impulsivität (aggressiven
Ausbrüchen), Dyspnoe, verlangsamtem Denken und Schmerzen. Eine körperlich leichte
Arbeit sei ihm zu 20 % zumutbar. Es bestehe keine Arbeitsfähigkeit mehr; sie sei auch
in geschütztem Rahmen nicht mehr realisierbar. In der geschützten Werkstätte habe
der Versicherte öfters Pausen gemacht; Grund seien Anfälle von Panik im
geschlossenen Arbeitsraum (Atemnot) gewesen. Die Symptomatik sei ausgeprägt und
die Krankheitsüberzeugung tiefliegend. Nach dem Spitalaufenthalt (vom 7. bis 16. April
2014) habe bis 24. Mai 2015 (recte: 2014) eine Rehabilitation stattgefunden.
Der RAD befürwortete am 18. Januar 2016 (IV-act. 86) die Durchführung einer
psychiatrischen Begutachtung. Rein somatisch-kardiologisch sei von einer vollen
Arbeitsfähigkeit auszugehen. - Dr. med. G._, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, gab in seinem Gutachten vom 24. März 2016 (IV-act. 94;
Begutachtung am 7. März 2016) bekannt, eine psychiatrische Diagnose liege beim
Versicherten nicht vor. Entsprechend sei auch seine Arbeitsfähigkeit diesbezüglich
nicht eingeschränkt.
A.h.
Gegen einen leistungsablehnenden Vorbescheid (IV-act. 98) wandte Rechtsanwalt
lic. oec. Hermann Grosser für den Versicherten am 30. Juni 2016 (IV-act. 102) ein, der
Kardiologe PD Dr. C._ könne diesen Bescheid gemäss dem beigelegten Bericht vom
27. Juni 2016 (IV-act. 103) nicht nachvollziehen und halte den Versicherten wegen des
schweren Herzleidens für voll arbeitsunfähig. In einer Antwort vom 18. August 2016 (IV-
act. 106) teilte PD Dr. C._ mit, seit seiner abweichenden Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
vom Oktober 2014 habe sich der Zustand insofern verschlechtert, als der Versicherte
eine maximale Herzinsuffizienztherapie benötige, um eine einigermassen akzeptable
Lebensqualität zu haben. Die Wiederaufnahme einer Arbeitstätigkeit sei
ausgeschlossen.
A.i.
Die Klinik für Kardiologie des Departements Innere Medizin am Kantonsspital
St. Gallen gab in einem Bericht vom 16. November 2016 (IV-act. 111) über eine
A.j.
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kardiologische Untersuchung bekannt, es bestünden beim Versicherten als Diagnosen
(verkürzt wiedergegeben) eine koronare Zweigefässerkrankung, eine leichte
Eisenmangelanämie, anamnestisch ein Verdacht auf ein obstruktives
Schlafapnoesyndrom (bisher nicht abgeklärt), eine chronische Niereninsuffizienz
KDOQI G3a, ein Diabetes mellitus Typ 2 und eine Adipositas Grad 2. Eine
Arbeitsfähigkeit für mittelschwere bis schwere körperliche Tätigkeiten sei bei deutlich
eingeschränkter Leistungsfähigkeit und mittelschwer eingeschränkter LVEF sicherlich
nicht gegeben. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit für eine leichte körperliche Arbeit
und Büroarbeiten sei nicht abschliessend möglich, da klinisch und elektrisch Hinweise
für eine persistierende kardiale Ischämie, anamnestisch Hinweise für ein obstruktives
Schlafapnoesyndrom [OSAS] und medikamentös noch Optimierungspotential
bestünden. Aus rein kardialer Sicht sei eine zumindest hochprozentige Arbeitsfähigkeit
für Büroarbeiten - und nach Umsetzung von genannten Vorschlägen sogar für leichte
körperliche Arbeiten - grundsätzlich sicherlich vorstellbar. Zunächst sei invasiv eine
Progression der koronaren Herzkrankheit auszuschliessen. Unbedingt sei hinsichtlich
eines Apnoesyndroms abzuklären.
Nach einer Koronarangiographie teilte die Klinik für Kardiologie am Kantonsspital
_ (PD Dr. C._) am 31. Januar 2017 (IV-act. 121) mit, es hätten sich keine Hinweise
für eine Progression der koronaren Herzerkrankung gezeigt. Die vorhandene
Leistungseinschränkung sei aber durch die schwer eingeschränkte links-ventrikuläre
Pumpfunktion erklärt. - Das Zentrum für Schlafmedizin am Kantonsspital St. Gallen gab
am 27. Februar 2017 (IV-act. 122) an, die Verdachtsdiagnose einer (mittelgradigen)
schlafassoziierten Atemstörung sei zu bestätigen. Es seien überwiegend zentrale
Apnoen gefunden worden, die im Rahmen der koronaren Herzerkrankung mit schwer
eingeschränkter LVEF zu sehen seien und überwiegend in Rückenlage aufträten. Es
werde demgemäss eine nächtliche CPAP [continuous positive airway pressure]-
Therapie eingeleitet.
A.k.
Am 10. April 2017 (IV-act. 129) reichte der Rechtsvertreter des Versicherten einen
Bericht der Kardiologie am Spital H._ vom 3. April 2017 (IV-act. 128) über den
Abschluss des CardioFit-Programms ein, wonach auch langfristig keine
Arbeitsfähigkeit zu erreichen sei.
A.l.
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Der RAD hielt am 18. Mai 2017 (IV-act. 133) fest, rein kardiologisch betrachtet
verfüge der Versicherte über eine hochprozentige, d.h. mindestens 80 % betragende
Arbeitsfähigkeit. Die mögliche durch das Schlafapnoesyndrom bedingte
Leistungsminderung könne erst etwa ein halbes Jahr nach einer korrekten Therapie
festgesetzt werden.
A.m.
Die Klinik für Pneumologie und Schlafmedizin des Departements Innere Medizin
am Kantonsspital St. Gallen (Dr. med. I._, Facharzt FMH für Pneumologie) gab in
einem IV-Arztbericht vom 2. Juni 2017 (Eingang, IV-act. 134) an, bisher sei keine
wesentliche Verbesserung erfolgt. Gegebenenfalls sollte jedoch eine Normalisierung
der nächtlichen Atmung erreicht werden können. - Dr. med. J._, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin, erklärte in einem IV-Arztbericht vom 7. Juni 2017 (IV-
act. 135), der Versicherte sei in einer behinderungsangepassten Tätigkeit nicht
arbeitsfähig.
A.n.
Am 20. Juli 2017 (IV-act. 140) reichte der Rechtsvertreter des Versicherten eine
Stellungnahme von PD Dr. C._ vom 19. Juli 2017 (IV-act. 141) zur RAD-Beurteilung
vom 18. Mai 2017 ein. Darin hatte der Arzt festgehalten, es sei nicht korrekt, wenn der
RAD von einer mittelgradig eingeschränkten systolischen Funktion bei ausgedehnter
apikaler Akinesie ausgehe. Vielmehr liege bei St. n. Myokardinfarkten im Jahr 2014 eine
schwer eingeschränkte linksventrikuläre Pumpfunktion vor, die sich aufgrund der
Vernarbung nicht mehr bessern werde. Die körperliche Leistungsfähigkeit des
Versicherten sei als Folge davon - rein kardiologisch betrachtet - schwer reduziert. Es
sei zwar grundsätzlich richtig, dass ihm Tätigkeiten ohne körperliche Belastung zu
einem gewissen Pensum zugemutet werden könnten. Es sei aber nicht nachvollziehbar,
wie der RAD es sich vorstelle, dass ein früherer Bauarbeiter, der für andere Tätigkeiten
nicht ausgebildet sei, eine solche Tätigkeit sollte finden können, erst recht nicht, da er
inzwischen 58 Jahre alt sei. Dazu komme, dass der Versicherte multimorbid sei,
nämlich nebst dem kardiologischen Leiden an einem Schlafapnoesyndrom, einem
Diabetes mellitus, einem metabolischen Syndrom und Adipositas leide. - Am
13. September 2017 (IV-act. 142) gab der Rechtsvertreter des Versicherten einen
Austrittsbericht der Klinik für Pneumologie und Schlafmedizin des Departements Innere
Medizin am Kantonsspital St. Gallen vom 21. August 2017 zu den Akten. Darin war
berichtet worden, der Versicherte sei vom 15. bis 18. August 2017 hospitalisiert
A.o.
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gewesen. Während des Aufenthalts sei es zu einem als akutes renales Nierenversagen
gedeuteten Kreatininanstieg gekommen. - In einem IV-Arztbericht vom 19. September
2017 (IV-act. 144) wurde angegeben, die Hauptdiagnose des obstruktiven
Schlafapnoesyndroms (OSAS) habe keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Ver
sicherten. - In einem Bericht vom 25. September 2017 (IV-act. 145) gab PD Dr. C._
an, angiographisch habe sich im Vergleich zur Voruntersuchung vom 26. Januar 2017
ein Status idem ergeben. Eine koronare bzw. kardiale Ursache der geschilderten
Beschwerden könne damit ausgeschlossen werden. Diese bleibe unklar. In einem
Schreiben vom 3. Januar 2018 (IV-act. 157) hielt er fest, der betreffende Untersuch
habe auch die früher dokumentierte schwere Einschränkung der linksventrikulären
Pumpfunktion bestätigt, die bekanntlich im Vordergrund stehe. Aus kardiologischer
Sicht sei eine volle Berentung sinnvoll.
Die Neurologie K._ AG gab in ihrem polydisziplinären Gutachten vom 5. April
2018 (IV-act. 164 bis 168; Untersuchungen am 15., 23. und 30. Januar 2018) an, als
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe beim Versicherten (verkürzt
wiedergegeben) eine ischämische Kardiomyopathie. Nicht von Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit seien unter anderem das zentrale, Rückenlage-assoziierte
Schlafapnoesyndrom mittelschweren Grades, der Diabetes mellitus, die Adipositas, die
chronische Niereninsuffizienz und die leichtgradige normozytäre Anämie. Körperlich
belastende Arbeiten und grosse isometrische Kraftanstrengungen seien nicht mehr
möglich. Die bisherige Tätigkeit als Bauarbeiter sei seit dem _. April 2014 nicht mehr
zumutbar. Bis zum 14. Oktober 2014 habe wegen des Infarktes und protrahierter
Rekonvaleszenz mit Entwicklung einer Linksherzinsuffizienz auch eine volle
Arbeitsunfähigkeit in anderen Tätigkeiten bestanden. Seither betrage die
Arbeitsfähigkeit in einer körperlich sehr leichten, überwiegend im Sitzen auszuübenden
Tätigkeit ohne grossen Zeitdruck und ohne Akkord- oder Nachtschichtbetrieb 60 %.
Fachübergreifend hätten sich keine Hinweise auf gravierende Inkonsistenzen oder
Widersprüche ergeben. Die vom Versicherten berichteten Einschränkungen der
körperlichen Leistungsfähigkeit im Sinn einer limitierenden Belastungskurzluftigkeit auf
mässiger Belastungsstufe seien in Qualität und Ausmass mit dem Gesundheitsschaden
der ausgeprägten ischämischen Kardiomyopathie vereinbar. Möglicherweise wirkten
sich das Alter, die lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt und die auf angelernte
A.p.
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B.
Gegen die Verfügung vom 8. Oktober 2018 richtet sich die von Rechtsanwalt lic. oec.
Hermann Grosser für den Betroffenen am 28. Oktober 2018 (Postaufgabe:
9. November 2018) erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter beantragt, die
angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei dem Beschwerdeführer eine ganze
Rente zuzusprechen, eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung des
Sachverhalts und neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Vor
dem Herzinfarkt habe der Beschwerdeführer auf dem Bau Schwerarbeit verrichtet.
Dass er danach noch ein so hohes Arbeitspensum leisten und ein Erwerbseinkommen
erzielen könne, wie die Beschwerdegegnerin es annehme, sei unrealistisch. Eine sehr
leichte, vorwiegend im Sitzen auszuübende Tätigkeit bedeute (gemäss Oliveri/Kopp/
Stutz/Klipstein/Zollikofer, vgl. Urs Müller, Das Verwaltungsverfahren in der
Tätigkeiten begrenzte Qualifikation und Erfahrung des Versicherten auf eine
erfolgreiche berufliche Wiedereingliederung erschwerend aus.
Am 22. Juni 2018 (IV-act. 178) kündigte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle
des Kantons St. Gallen dem Rechtsvertreter die Zusprache einer Viertelsrente an den
Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 45 % (Valideneinkommen Fr. 65'624.--;
Invalideneinkommen Fr. 35'885.--, bei Abzug von 10 % vom Tabellenlohn) ab 1. April
2015 an.
A.q.
Der Rechtsvertreter des Versicherten wandte am 31. August 2018 (IV-act. 182) ein,
angesichts der körperlich und zeitlich eingeschränkten Leistungsfähigkeit für lediglich
noch sehr leichte Tätigkeiten werde sich keine geeignete Beschäftigung mehr finden
lassen. Von einer Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auszugehen, sei unrealistisch.
A.r.
Mit Verfügung vom 8. Oktober 2018 (IV-act. 194) sprach die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen dem Versicherten gemäss
Beiblatt (IV-act. 188) ab 1. April 2015 eine Viertelsrente zu und setzte den Anspruch
einstweilen für die Zukunft ab 1. November 2018 fest. Das Valideneinkommen betrage
Fr. 65'624.--, das Invalideneinkommen Fr. 33'891.-- und der Invaliditätsgrad 48 %.
Zusätzlich zum Teilzeitabzug von 10 % werde ein Leidensabzug von 5 % gewährt, weil
der Versicherte lediglich noch sehr leichte Tätigkeiten ausüben könne. Am
13. November 2018 (IV-act. 197) folgte die angekündigte Rentenverfügung betreffend
die Zeit von 1. April 2015 bis 31. Oktober 2018.
A.s.
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Invalidenversicherung, Bern 2010, S. 329 Rz 1714), dass ein Versicherter nur noch
gelegentlich ein maximales Gewicht von 5 kg heben könne. Die Arbeitsmöglichkeiten
auf dem allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt seien bei einer solchen Tätigkeit
erheblich geringer als bei Fähigkeit zu leichter Arbeit. Das sei zu wenig berücksichtigt
worden. Die zumutbare Präsenzzeit pro Tag sei beim Beschwerdeführer gemäss dem
kardiologischen Gutachten wegen seiner reduzierten generellen Ausdauerfähigkeit auf
sechs Stunden (75 % eines normalen zeitlichen Pensums) beschränkt, die
Leistungsfähigkeit - auch in einer optimal leidensangepassten Tätigkeit - auf 80 %.
Würden sämtliche gesundheitlichen Beeinträchtigungen berücksichtigt, sei die
Leistungsfähigkeitsbeeinträchtigung wesentlich höher als 20 %. Das hätten die beiden
Arbeitsversuche gezeigt, die hätten abgebrochen werden müssen. Da der Pneumologe
eine spiroergometrisch deutlich eingeschränkte Leistungsfähigkeit beschreibe, sei nicht
nachvollziehbar, dass er eine volle Arbeitsfähigkeit annehme. Der Beschwerdeführer
leide an offensichtlichen Atembeschwerden selbst ohne körperliche Anstrengungen.
Das könne nicht wegdiskutiert werden. Beim Gehen strengten ihn schon kleine
Steigungen über kurze Distanz stark an. Obwohl er nachts ein CPAP-Gerät trage, sei er
morgens immer müde. Er vertrage weder Kälte noch Wärme noch Nebel und auch
Föhn sei für ihn belastend. Müsse er sich in einem kleinen Raum mit geringem
Luftaustausch oder mit zu warmer oder zu kalter Luft aufhalten, sei er gezwungen, an
die frische Luft zu gehen, um sich von den Atembeschwerden zu erholen. Er leide
ausserdem an einer grossen inneren Unruhe, weshalb er sich nach Möglichkeit immer
bewege. Sobald er sich konzentrieren müsse, sei er rasch gestresst. Diese Folge
behandle er medikamentös. Er habe auch keine Geduld mehr, obwohl er sich darin
immer wieder übe. Bei der Beurteilung der zumutbaren Arbeitsleistungen seien
nötigenfalls auch die Fachpersonen der beruflichen Integration und Berufsberatung
einzuschalten. Gemäss dem Bericht der Stiftung K._ vom 4. März 2015 seien die
dem Beschwerdeführer möglichen Arbeiten in der freien Wirtschaft nicht verwertbar.
Das sei weder von der Beschwerdegegnerin noch von den Gutachtern berücksichtigt
worden. Die realistischen Arbeitsmöglichkeiten seien noch abzuklären. Von einer
Arbeitsgelegenheit im Sinn von Art. 16 ATSG könne nicht ausgegangen werden. Der
ungelernten Arbeitnehmern offenstehende ausgeglichene Arbeitsmarkt beschränke
sich nach der Rechtsprechung (vgl. RKUV 1993 U 168, 104; ZAK 1991, 320 E. 3b) in
der Regel auf Handlangerstellen oder andere schwere körperliche Tätigkeiten. Solche
stünden dem Beschwerdeführer aber gerade nicht mehr offen. Sollte das Gericht wider
Erwarten von einer Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ausgehen, sei beim
Invalideneinkommen ein Tabellenlohnabzug von 25 % zu machen. Ein Abzug sei zu
gewähren, wenn die Leistungsfähigkeit - wie beim Beschwerdeführer - selbst bei
körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit eingeschränkt sei. Es bestehe auch nur noch
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ein enges Spektrum an Verweistätigkeiten. Überwachungsfunktionen seien zudem
wegen der inneren Unruhe und den Konzentrationsschwächen ungeeignet. Der
Beschwerdeführer müsste in ein neues Tätigkeitsfeld wechseln. Er bräuchte eine
entsprechend längere Anpassungs- und Einarbeitungszeit. Seit viereinhalb Jahren sei
er nun nicht mehr im ersten Arbeitsmarkt tätig gewesen. Bald werde er zudem 60-
jährig. Dazu komme als Abzugsgrund die Fremdsprachigkeit.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 20. Dezember 2018/3. Januar 2019 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Den Gutachtern komme bei der
Beurteilung ein gewisses Ermessen zu und eine losgelöste juristische
Parallelüberprüfung solle nicht stattfinden. Das Gutachten vom 5. April 2018 sei in
Kenntnis der Berichte über die beiden Arbeitsversuche ergangen. Beim ersten Versuch
habe kein stabiler Gesundheitszustand vorgelegen und beim zweiten sei der
Beschwerdeführer subjektiv den Anforderungen unter Angabe ausschliesslich von
psychischen Gründen (Panik, Angst), die gemäss Gutachten nicht bestätigt worden
seien, nicht gewachsen gewesen. Dem genannten Gutachten komme voller
Beweiswert zu und auf die Einschätzung einer Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
von 60 % könne abgestellt werden. Die Restarbeitsfähigkeit sei bei den
rechtsprechungsgemäss relativ hohen Hürden für eine gegenteilige Annahme
verwertbar. Zu denken wäre vorliegend an eine Tätigkeit der Überwachung von
Maschinenprozessen, der Qualitätssicherung oder der Kleinmontage. Der
Einkommensvergleich mit dem Abzug von 15 % sei nicht zu beanstanden. Das Alter
erfordere keinen zusätzlichen Abzug und die gesundheitlichen Beeinträchtigungen
seien in der Arbeitsfähigkeitsschätzung erfasst.
D.
Mit Replik vom 4. Februar 2019 bringt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
unter anderem vor, es könne nicht bestritten werden, dass dessen Atemnot
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe. Im Abschlussbericht vom 3. April 2017 über
das CardioFit-Training habe der Kardiologe erklärt, auch langfristig sei keine
Arbeitsfähigkeit zu erreichen. Die Gutachter hätten die Belastungskurzluftigkeit und die
Atembeschwerden des Beschwerdeführers je nach Raumgrösse, Raumklima,
Wetterlage usw. nicht bestritten, sie aber bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu
Unrecht nicht weiter berücksichtigt. Es sei nichts ersichtlich, was die Aussagekraft der
Berichte über die Arbeitsversuche in Frage stellen könnte. In jenem vom 17. September
2015 sei festgehalten worden, der Beschwerdeführer habe grosse Mühe mit Feinstaub,
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Hitze, Kälte und Feuchtigkeit. Er bekomme Atemprobleme und dadurch Angst- und
Panikattacken und es trete ein Konzentrationsverlust auf. Die Angaben der
Beschwerdegegnerin zu den Ursachen des Scheiterns der Arbeitsversuche seien nicht
korrekt. Gemäss der RAD-Beurteilung vom 6. Januar 2016 habe sich der
kardiologische und psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers auf einer
sehr tiefen Ebene einerseits längst stabilisiert. Angst und Panik stünden beim
Beschwerdeführer anderseits in direktem Zusammenhang mit der stark reduzierten
Herztätigkeit mit Atemnot. Gemäss Gutachter Dr. G._ handle es sich um eine
normalpsychologische Reaktion auf die gravierende Krankheit und deren gravierende
Folgen. Die Beschwerdegegnerin habe zudem die für die Beurteilung der Zumutbarkeit
der Eingliederung wesentlichen Faktoren Alter, Abwesenheit vom Arbeitsmarkt und
Qualifikation, welche die Gutachter genannt, aber in die Arbeitsfähigkeitsschätzung zu
Recht nicht eingeschlossen hätten, nicht berücksichtigt. Gemäss dem Gutachten
könne der Beschwerdeführer an einer optimalen Arbeitsstelle eine Arbeitsfähigkeit von
60 % erreichen. Die Voraussetzung "optimal" bedeute wohl, dass es ein grosser Zufall
wäre, wenn der Beschwerdeführer eine solche Stelle finden könnte. Wenn festgehalten
werde, auch in einer optimal leidensangepassten Tätigkeit sei von einer
eingeschränkten Leistungsreserve des Beschwerdeführers in Situationen mit erhöhtem
Arbeitsanfall und von einer verminderten Stressresistenz auszugehen, sei das
beispielsweise auch in Überwachungsaufgaben zu beachten, wo Zwischenfälle zu
erhöhtem Stress führten. Zudem sei - namentlich bei notwendiger Neuausrichtung -
dem vorgerückten Alter Rechnung zu tragen. Dieses könne auch einen Leidensabzug
begründen. Der Beschwerdeführer vermöge die Restarbeitsfähigkeit nicht mehr zu
verwerten.
E.
Von der ihr mit Schreiben vom 6. Februar 2019 gebotenen Möglichkeit, zur Replik
Stellung zu nehmen, hat die Beschwerdegegnerin keinen Gebrauch gemacht.

Erwägungen
1.
Im Streit liegt die Verfügung vom 8. Oktober 2018, mit welcher die
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer ab 1. April 2015 eine Viertelsrente
zugesprochen hat. Berufliche Massnahmen waren unternommen, aber am
25. September 2015 (IV-act. 80) abgeschlossen worden. Der Beschwerdeführer lässt
allein Rentenleistungen beantragen, namentlich die Zusprache einer ganzen Rente.
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2.
Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente. - Für die Beurteilung des Vorliegens einer
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor,
wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG, vgl. auch BGE
102 V 165).
3.
Der Gesundheitszustand und die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers sind
im Januar 2018 polydisziplinär (pneumologisch, psychiatrisch, kardiologisch und
allgemeininternistisch) begutachtet worden. Dabei ergab sich, dass er in seiner
bisherigen Bauarbeiter-Tätigkeit seit dem _. April 2014 anhaltend ganz arbeitsunfähig
sei. In einer leidensangepassten Tätigkeit mit benannten Voraussetzungen sei er das
bis 14. Oktober 2014 ebenfalls gewesen, seither aber liege dafür eine Arbeitsfähigkeit
von 60 % vor.
3.1.
Im Einzelnen hielt der Experte der Pneumologie fest, selbst als Bauarbeiter sei der
Beschwerdeführer pneumologisch betrachtet ohne Leistungseinschränkung vollzeitlich
arbeitsfähig (vgl. IV-act. 168-14). Im Anschluss an die im Februar 2017 erfolgte
Feststellung des mittelschweren Schlafapnoesyndroms sei eine Behandlung
aufgenommen worden. Im August 2017 sei die Ventilationsbehandlung stationär
optimiert worden (durch Einsatz einer biphasischen, nicht invasiven Ventilation, NIV).
Dann habe sich eine ausreichende Kontrolle des Syndroms mit einem Apnoe-
Hypopnoe-Index (AHI) von 6.2 (noch leicht erhöht) eingestellt. Der Epworth-Sleepiness
Score habe eine Reduktion auf normale 6 (von 24) Punkte gezeigt. In der letzten
Kontrolle vom 10. November 2017 habe sich eine fast normale nächtliche Pulsoximetrie
(minimal erhöhter Desaturationsindex von 7) gezeigt. Das Schlafapnoesyndrom sei
damit gut kontrolliert. Aus rein pneumologischer Sicht (es sei aber auch die
kardiologische Situation ins Auge zu fassen, vgl. IV-act. 168-12) sei die allgemeine
Müdigkeit nicht mehr mit den erwähnten Befunden vereinbar und eine Beeinträchtigung
der Arbeitsfähigkeit gebe es nicht (vgl. IV-act. 168-11). Die körperliche
Leistungsfähigkeit sei pneumologisch zu keiner Zeit vermindert gewesen. Es sei aus
dieser Sicht jedoch durchaus denkbar, dass die Konzentrationsfähigkeit und das
3.2.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 14/24
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Auffassungsvermögen des Beschwerdeführers vor Beginn der NIV-Behandlung
beeinträchtigt gewesen seien (vgl. IV-act. 168-14). Stimmungsmässig habe der
Beschwerdeführer depressiv verstimmt gewirkt (vgl. IV-act. 168-9). Die von ihm
beschriebene Symptomatik sei insgesamt unter Berücksichtigung der ganzen
Leidensgeschichte nachvollziehbar (vgl. IV-act. 168-13).
Der Gutachter der Kardiologie gab an, als Bauarbeiter sei der Beschwerdeführer
nicht mehr arbeitsfähig, in einer angepassten Tätigkeit wäre eine wegen der reduzierten
generellen Ausdauerfähigkeit auf eine reguläre tägliche Präsenz von sechs Stunden
(75 %) herabgesetzte Arbeitszeit zumutbar. Auch in einer optimal leidensangepassten
Tätigkeit müsse aber von einer eingeschränkten Leistungsreserve in Situationen mit
höherem Arbeitsanfall und von einer verminderten Stressresistenz ausgegangen
werden. Deswegen sei die Leistungsfähigkeit auch dort um 20 % eingeschränkt.
Insgesamt ergebe sich somit ab 15. Oktober 2015 (richtig: 2014, vgl. IV-act. 164-5 und
IV-act. 166-17 i.V.m. IV-act. 14-5 ff.) eine Arbeitsfähigkeit von 60 % (0.8 x 75 %; vgl.
IV-act. 166-16 f.). Als Komplikation des Infarktes habe sich aufgrund der ausgeprägten
Schädigung des linken Ventrikels mit Dilatation und exzentrischer Hypertrophie im
Verlauf eine Linksherzinsuffizienz entwickelt. Es sei zum Schutz vor
Kammertachykardien eine Implantation eines ICD-Aggregats (im August 2014, IV-
act. 166-12) notwendig geworden (vgl. IV-act. 166-13). Die Dyslipidämie sei angesichts
des Risikoprofils noch nicht voll befriedigend behandelt (vgl. IV-act. 166-14). - Als
Experte der Allgemeinen Inneren Medizin führte derselbe Gutachter aus, unter diesem
Gesichtspunkt allein sei die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als Bauarbeiter
nicht eingeschränkt (vgl. IV-act. 165-17). Der nach dem Infarktereignis diagnostizierte
Diabetes mellitus sei noch akzeptabel eingestellt; eine verbesserte Kontrolle sei aber
sicherlich wünschenswert, zumal die chronische Niereninsuffizienz dadurch mitbedingt
sei (vgl. IV-act. 165-16).
3.3.
Der Gutachter der Psychiatrie gab bekannt, es habe keinen Anhaltspunkt für eine
psychische Erkrankung gegeben. Der AMDP-konform erhobene psychiatrische Befund
sei mit Ausnahme einer initial unterschwelligen Gereiztheit des Beschwerdeführers
bezogen auf die objektiven Kriterien regelrecht gewesen. Insbesondere seien die
Achsensymptome einer depressiven Störung nicht evident gewesen (vgl. IV-
act. 167-15). Der Beschwerdeführer habe berichtet, es bestünden intermittierend
Ängste, dass ihm etwas passieren könnte, wenn er sich draussen aufhalte, daneben
eine erhöhte Reizbarkeit. Ausserdem fühle er sich auch im Schlafzimmer beengt, so
dass er die Tür offen lassen müsse (vgl. IV-act. 167-15 und 17). Die Angaben des
Beschwerdeführers seien konsistent. Die diskreten psychischen Beeinträchtigungen
3.4.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 15/24
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seien als normalpsychische Reaktion auf das Infarktereignis und die konsekutiven
körperlichen Einschränkungen nachvollziehbar. Der Beschwerdeführer habe in der
Beschwerdeschilderung authentisch gewirkt (vgl. IV-act. 167-18).
Die gesamte Begutachtung basiert auf Aktenkenntnis - namentlich auch der
Ergebnisse der beruflichen Abklärungen - und erscheint vollständig. Die einzelnen
Ergebnisse sind nachvollziehbar begründet worden. Es lässt sich daher festhalten,
dass infolge des kardialen Ereignisses wie erwähnt bis 14. Oktober 2014 eine volle
Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten bestand. Danach wird interdisziplinär für
adaptierte Tätigkeiten eine Arbeitsunfähigkeit von 40 % angenommen (vgl. IV-
act. 164-5). Die Beurteilungen der behandelnden Ärzte, wonach beim
Beschwerdeführer eine volle Arbeitsunfähigkeit vorliege, vermögen dagegen im
Beweiswert nicht anzukommen.
3.5.
Ergänzend ist allerdings zum einen darauf hinzuweisen, dass der Experte im
pneumologischen Teil des Gutachtens der Neurologie K._ AG (wo im Ergebnis
keinerlei - weder eine quantitative noch ein qualitative - Auswirkung des Leidens des
Beschwerdeführers auf die Arbeitsfähigkeit angenommen wurde) darlegte, die vom
Beschwerdeführer geklagte allgemeine Müdigkeit sei (sc. zurzeit der Begutachtung)
"nicht mehr" mit den Befunden vereinbar (vgl. IV-act. 168-11). Das lässt immerhin auf
eine gewisse vorübergehende Vereinbarkeit während der Zeit vor der verbesserten
Behandlung des Schlafapnoesyndroms schliessen. Der Gutachter wies zudem wie
erwähnt auf eine mögliche Beeinträchtigung der Konzentrationsfähigkeit und des
Auffassungsvermögens des Beschwerdeführers - somit auf für ihn "disziplinfremde"
Einschränkungen - in dieser Zeit vor der Behandlung des obstruktiven
Schlafapnoesyndroms (OSAS) im August 2017 hin. - Dazu kommt zum andern
Folgendes: Die Begründung des Gutachters der Psychiatrie der Neurologie K._ AG,
wonach ein psychiatrischer Gesundheitsschaden nicht vorliege, sondern es sich bei
den diskreten psychischen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers vielmehr um
eine normalpsychische nachvollziehbare Reaktion auf das Infarktereignis und die
konsekutiven körperlichen Einschränkungen handle (vgl. IV-act. 167-18), erscheint
durchaus einleuchtend. Schon Gutachter Dr. G._ hatte diese Feststellung getroffen
(vgl. IV-act. 94-27; ebenso wie der die Krankentaggeldversicherung beratende Dr. med.
L._, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, am 29. Dezember 2014, Fremd-
act. 3-7). Er (Dr. G._) hatte erläutert, der Beschwerdeführer leide offensichtlich an
einer gravierenden Herzkrankheit, weshalb die im Austrittsbericht der Stiftung K._
erwähnten Einschränkungen (u.a. Schwindel, Druck auf der Brust, sinngemäss
Vermeiden von geschlossenen Räumen und Drang nach Bewegung) nicht einfach auf
3.6.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 16/24
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4.
eine Angsterkrankung zurückgeführt werden könnten (vgl. IV-act. 94-28). Der Gutachter
der Psychiatrie der Neurologie Toggenburg AG erklärte zwar, es sei kein
Anpassungsbedarf (im Hinblick auf eine auszuübende optimale Tätigkeit) erforderlich
(vgl. IV-act. 167-20). Gemäss seinen Schilderungen (vgl. IV-act. 167-18 Ziff. 7.3) sind
allerdings immerhin gewisse - wenn auch diskrete - Beeinträchtigungen in psychischer
Hinsicht anzunehmen. - In diesem Zusammenhang ist darauf zu achten, dass
Beschwerden nicht am Ende deshalb ausser Acht fallen, weil sie (zwar festgestellt,
aber) unter Hinweis auf Ursachen aus einer anderen medizinischen Disziplin aus den
jeweiligen Teilbegutachtungen ausgeschieden wurden. Die genannten
Einschränkungen sind zu berücksichtigen.
Bei einer Würdigung des polydisziplinären Gutachtens lässt sich gesamthaft sein
Ergebnis bestätigen, wonach in medizinischer Hinsicht davon auszugehen ist, dass
beim Beschwerdeführer bis zum 14. Oktober 2014 eine volle Arbeitsunfähigkeit für alle
Tätigkeiten bestand und dass für die Zeit danach für adaptierte Tätigkeiten noch eine
Arbeitsunfähigkeit von 40 % besteht.
3.7.
In erwerblicher Hinsicht ist für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen
Versicherten gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG Art. 16 ATSG anwendbar. Danach wird für die
Bestimmung des Invaliditätsgrads das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person
nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen).
4.1.
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär
von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person
konkret steht. Übt sie keine Erwerbstätigkeit mehr aus, sind hierfür statistische Werte
beizuziehen (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.1, vgl. etwa auch Bundesgerichtsentscheid vom
26. Januar 2016, 9C_762/2015). - Der Beschwerdeführer hat nach dem Herzinfarkt
keine Tätigkeit mit einem für ein zumutbares Invalideneinkommen repräsentativen
Einkommen mehr aufgenommen, so dass auf die Tabellenlöhne zu greifen ist, falls von
einer Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ausgegangen werden kann.
4.2.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 17/24
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5.
Letzteres ist jedoch bestritten. Dazu ist festzuhalten, dass bei der Invaliditäts
bemessung wie in Art. 16 ATSG angeordnet eine ausgeglichene Arbeitsmarktlage an
genommen wird. Es kommt demnach nicht darauf an, ob eine invalide Person unter
den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen tatsächlich an eine Stelle vermittelt werden
kann, sondern einzig darauf, ob und in welchem Rahmen sie die ihr verbliebene
Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem
Angebot an Arbeitskräften entsprächen (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 4. Mai 2018,
9C_294/2017 E. 5.4.2., AHI 1998 S. 287 E. 3b). Der massgebliche theoretische und
abstrakte ausgeglichene Markt (vgl. BGE 134 V 64, BGE 129 V 480 E. 4.2.2) hat
nämlich rein hypothetischen Charakter und dient ausserdem dazu, die Risiken von
Arbeitslosigkeit und Invalidität voneinander abzugrenzen (vgl. Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [seit 1. Januar 2007: Schweizerisches
Bundesgericht] vom 10. Juli 2006, I 186/05 E. 2.3, Bundesgerichtsurteil vom
23. September 2014, 9C_192/2014 E. 3.1; BGE 110 V 276 E. 4b, vgl. auch BGE 134 V
64, BGE 129 V 480 E. 4.2.2). Was die verlangten beruflichen und intellektuellen
Voraussetzungen wie auch den körperlichen Einsatz angeht, weist er einen Fächer
verschiedenster Tätigkeiten auf (vgl. Bundesgerichtsentscheide vom 5. November
2018, 9C_304/2018 E. 5.1.1, und vom 10. April 2019, 8C_811/2018 E. 4.4.1). Nach der
Rechtsprechung des Bundesgerichts umfasst er selbst sogenannte
Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen gesundheitlich
Beeinträchtigte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers
rechnen können (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 18. Dezember 2019, 9C_693/2019
E. 5.1.3, und vom 28. November 2014, 9C_485/2014). Realitätsfremde
Einsatzmöglichkeiten dürfen bei der Invaliditätsbemessung aber nicht berücksichtigt
werden. Von einer zumutbaren Tätigkeit im Sinn von Art. 16 ATSG kann insbesondere
dort nicht gesprochen werden, wo sie nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass
sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt, oder dass sie nur unter nicht
realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre
und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb von vornherein als
ausgeschlossen erscheint (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 8. Oktober 2015,
8C_582/2015, und vom 25. September 2018, 8C_290/2018 E. 5.4, ZAK 1991 S. 318
E. 3b).
5.1.
Eine für den Beschwerdeführer adaptierte Tätigkeit stellt gemäss dem
polydisziplinären Gutachten die Erfordernisse, dass sie körperlich sehr leicht sein muss
und überwiegend im Sitzen soll ausgeübt werden können. Des Weiteren soll es sich um
5.2.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 18/24
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Tätigkeiten ohne grossen Zeitdruck, ohne Akkord- und ohne Nachtschichtarbeit
handeln. Die tägliche Präsenzzeit ist auf sechs Stunden begrenzt. Diese
Adaptationskriterien als solche erscheinen nicht als so einengend, dass keine
ausreichenden Arbeitsmöglichkeiten mehr vorstellbar sind. Namentlich ist nach der
Rechtsprechung nicht anzunehmen, dass das Kriterium lediglich noch möglicher sehr
leichter Arbeit eine Verwertbarkeit ausschlösse (vgl. dazu Bundesgerichtsurteil vom 29.
März 2018, 8C_733/2017 E. 5). Ausserdem ist festzuhalten, dass beim
Beschwerdeführer zwar keine medizinisch zumutbare Arbeitsfähigkeit für eine
vollzeitliche, aber noch eine solche für ein Pensum von immerhin 60 % vorhanden ist.
Nicht ausser Acht gelassen werden kann vorliegend indessen im Weiteren, dass,
wie sich aus den psychiatrischen Begutachtungsergebnissen wie erwähnt schliessen
lässt, infolge des Herzleidens auch gewisse Voraussetzungen psychischer Natur für
eine zumutbare Arbeit des Beschwerdeführers anzunehmen sind. Beide im Verfahren
beteiligten Gutachter der Psychiatrie stellten die Feststellungen der Stiftung K._
bezüglich der qualitativ einschränkenden Bedingungen für eine Arbeitstätigkeit des
Beschwerdeführers, wie etwa, dass ihm nur ganz leichte und repetitive Arbeiten in
einem kleinen Zeitraum pro Tag möglich seien und dass offene Räume und
Möglichkeiten für Bewegung vorausgesetzt seien, nicht in Abrede. Dr. G._ brachte
die entsprechenden Schwierigkeiten in Verbindung zur gravierenden Herzkrankheit (vgl.
IV-act. 94-28 Ziff. 6.3.2) und der Gutachter der Psychiatrie der Neurologie Toggenburg
AG hielt lediglich dafür, Anhaltspunkte für ein die Arbeitsfähigkeit tangierendes
psychiatrisches Leiden enthalte jener Bericht nicht (IV-act. 167-18 Ziff. 7.2).
5.3.
Bei der Prüfung der Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit von 60 % auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 26. Juli 2019,
9C_798/2018 E. 4.2.1) ist das umfassende gutachterlich umschriebene medizinische
Anforderungsprofil zu beachten. Dieses engt in seiner Gesamtheit die
Arbeitsmöglichkeiten des Beschwerdeführers relevant ein und erschwert eine
Selbsteingliederung und Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit.
5.4.
Des Weiteren fragt sich, welche Bedeutung für die Verwertbarkeit der
Arbeitsleistung des Beschwerdeführers den Ergebnissen der erwähnten
Eingliederungsmassnahmen (Einsatzprogramm der Stiftung K._ im Sinn einer
Frühinterventionsmassnahme vom 12. Januar bis 10. Februar 2015 und berufliche
Abklärung in der Firma E._ vom 18. Mai bis 18. August 2015) als solchen zukommt. -
Während der Arzt sagt, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen und/oder
geistigen Funktionen durch ihre Leiden eingeschränkt ist, äussert sich der
Berufsberater (bzw. äussern sich die Eingliederungsfachleute) dazu, welche konkreten
5.5.
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beruflichen Tätigkeiten aufgrund der ärztlichen Angaben und unter Berücksichtigung
der übrigen Fähigkeiten der versicherten Person in Frage kommen (vgl.
Bundesgerichtsurteil 8C_364/2007 vom 19. November 2007, BGE 107 V 17; vgl. auch
Bundesgerichtsurteil vom 26. Juli 2019, 9C_798/2018 E. 4.2.1). - Beide beruflichen
Abklärungen hatten damals zum Ergebnis geführt, dass eine Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführers für den ersten Arbeitsmarkt (aus gesundheitlichen Gründen) nicht
vorliege. Im Einzelnen war in der Beurteilung der Stiftung K._ vom 4. März 2015 (vgl.
IV-act. 52-2) ausgeführt worden, der Beschwerdeführer habe einen durchschnittlichen
Leistungsgrad von 20 % erreicht. Das E._ berichtete am 17. September 2015, der
Beschwerdeführer habe grosse Mühe mit diversen Umweltfaktoren (Feinstaub, Hitze,
Kälte und Feuchtigkeit). Er ermüde schnell, sei schnell erschöpft und bekomme
Atemprobleme und dadurch Angst- und Panikattacken. Es träten unter anderem
Konzentrationsverlust und Schwindel auf (vgl. IV-act. 74-4). - Diese beruflichen
Beurteilungen vermögen indessen eine Unverwertbarkeit der gutachterlich fest
gestellten Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers vorliegend nicht zu belegen.
Denn sie waren beide noch ohne Kenntnis von den späteren ärztlichen
Begutachtungsergebnissen (einer medizinisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers von 60 %) ergangenen. - Das Einsatzprogramm war zudem nur von
kurzer Dauer gewesen (gemäss Bericht hatte es am Ende der dritten Woche wegen
einer erforderlichen Spitaleinweisung abgebrochen bzw. unterbrochen werden müssen,
vgl. IV-act. 52-2 und 52-1) und der Bericht darüber erscheint insgesamt wenig
aussagekräftig. Bei der beruflichen Abklärung dagegen, die über einen längeren
Zeitraum von drei Monate gedauert hatte, ist zu bezweifeln, ob es sich um genügend
angepasste Tätigkeiten gehandelt habe.
Zu berücksichtigen ist zum Aspekt der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit von
60 % im Weiteren, dass der Beschwerdeführer seit 197_ als Saisonnier tätig gewesen
war. Er hatte vor Eintritt des Gesundheitsschadens in diversen Tätigkeiten gearbeitet
(als _, _, _, _, im _, in handwerklichen Tätigkeiten, mit Schichtarbeit; vgl. IV-
act. 167-10), was als die Selbsteingliederung erleichternder Faktor zu betrachten ist.
Allerdings hatte es sich dabei stets um schwere oder mittelschwere körperliche
Tätigkeiten gehandelt. Seit dem Infarktereignis von 2014 konnte der Beschwerdeführer
ausserdem trotz entsprechender Anstrengungen nicht mehr im Arbeitsmarkt tätig sein,
was im Hinblick auf eine Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit ebenfalls erschwerend ins
Gewicht fällt. Dem Beschwerdeführer standen indessen zum Zeitpunkt der
polydisziplinären Begutachtung noch sechs Jahre der Erwerbsaktivität bevor und das
Bundesgericht hat für die Annahme einer Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
5.6.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 20/24
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6.
älterer versicherter Personen verhältnismässig hohe Hürden entwickelt (vgl.
Bundesgerichtsurteil vom 13. Juni 2019, 8C_759/2018 E. 7.7).
Die rechtsprechungsgemäss hohen Erfordernisse für die Annahme einer
Unverwertbarkeit der im Oktober 2014 wiedererreichten, auf 60 % reduzierten
medizinisch-theoretischen Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sind insgesamt
demnach mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht als erfüllt zu betrachten. Somit
ist das Invalideneinkommen des Beschwerdeführers anhand der statistischen
durchschnittlichen Einkommen gemäss den Tabellenlöhnen zu bemessen. Der für ihn
massgebliche durchschnittliche Bruttolohn von Männern für einfache Tätigkeiten
körperlicher oder handwerklicher Art (Kompetenzniveau 1) im privaten Sektor lag im
Jahr 2014 bei Fr. 66'453.-- (vgl. Anhang 2 der Textausgabe Invalidenversicherung,
Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, Gesetze und Verordnungen, 2019,
herausgegeben von der Informationsstelle AHV/IV, S. 228, basierend auf der Tabelle
TA1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung LSE des Bundesamtes für Statistik). -
Bezogen auf die verminderte Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von 60 % ergibt
sich ein Jahreseinkommen von Fr. 39'871.--.
5.7.
Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre
gesundheitlich zumutbare verbleibende (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist
ein Abzug von den Tabellenlöhnen zu machen. Bei der Bestimmung der Höhe des
Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das
Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu
schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl.
BGE 134 V 322 E. 5.2 und BGE 126
V 75).
6.1.
Zunächst ist unter dem Aspekt eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn festzu
halten, dass die medizinischen Beeinträchtigungen der Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführers, namentlich seine reduzierte generelle Ausdauerfähigkeit mit der
Folge der - auf sechs Stunden Arbeit pro Tag - beschränkten zeitlichen Einsatzfähigkeit
und die eingeschränkte Leistungsreserve in Situationen mit höherem Arbeitsanfall
sowie die verminderte Stressresistenz (vgl. IV-act. 166-16), in der medizinisch
begründeten Arbeitsunfähigkeitsschätzung von 40 % ihren Ausdruck gefunden haben
und nicht nochmals beim Abzug berücksichtigt werden dürfen. Mit dem Abzug soll es
wie erwähnt vielmehr aufgefangen werden, wenn damit zu rechnen ist, dass eine
6.2.
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versicherte Person die Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit
lediglich unterdurchschnittlichem Erfolg wird verwerten können. Auswirkungen auf die
Lohnhöhe können nach der Rechtsprechung persönliche und berufliche Merkmale, wie
Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad haben. Ein Abzug wird insbesondere
dann gewährt, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter
Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (vgl. BGE 146 V 16
E. 4.1). - Letzteres ist hier nach dem oben (E. 5.2 f.) Dargelegten anzunehmen, weshalb
ein Abzug angezeigt ist. - Das Spektrum der Arbeitsmöglichkeiten des
Beschwerdeführers auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ist für ihn, auch wenn es für
die Annahme von Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit als genügend betrachtet wird,
beträchtlich verengt. Daher ist anzunehmen, dass er selbst auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine
Anstellung hat. - Als der Herzinfarkt (vgl. IV-act. 166-12) eintrat, war der
Beschwerdeführer zudem während vierzehn Jahren an der zuletzt innegehabten Stelle
tätig gewesen. Die Bedeutung der Anzahl Dienstjahre nimmt im privaten Sektor
allerdings ab, je niedriger das Anforderungsniveau ist (vgl. Bundesgerichtsurteil vom
18. Dezember 2019, 8C_378/2019 E. 6.2.3). Im Rahmen des (Anforderungsniveaus 4
bzw.) Kompetenzniveaus 1 kommt der (verloren gegangenen) langen
Betriebszugehörigkeit praxisgemäss keine relevante Bedeutung zu (vgl.
Bundesgerichtsurteile vom 18. Dezember 2019, 8C_378/2019 E. 6.2.3, und vom
2. September 2015, 9C_874/2014 E. 3.3.2). Der Beschwerdeführer hatte jedoch vor der
gesundheitlichen Beeinträchtigung wie erwähnt als Bauarbeiter schwere Arbeit
ausgeführt (vgl. IV-act. 8-12: u.a. "oft" Heben oder Tragen von Lasten über 25 kg). Ein
Abzug wegen nicht mehr zumutbarer körperlich belastenderer Arbeit fällt zwar, da der
zutreffende Tabellenlohn bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren
Tätigkeiten umfasst, nicht automatisch in Betracht (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 20.
April 2018, 9C_833/2017 E. 5.1). Vorliegend ist dieser Umstand jedoch zu
berücksichtigen (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 11. Dezember 2017, 8C_579/2017
E. 7.4.1, und vom 1. Juni 2015, 8C_238/2014 E. 6.3.2 und 6.1, BGE 126 V 75; AHI 1999
S. 177; RKUV 1999 Nr. U 343 S. 412), denn dem Beschwerdeführer ist gemäss dem
polydisziplinären Gutachten lediglich noch körperlich sehr leichte Arbeit zumutbar, die
überwiegend im Sitzen verrichtet werden kann. Demnach wird er sich in einen ganz
anderen Arbeitsbereich begeben müssen. Diese Anpassungsleistung ist vom
Beschwerdeführer bei den erforderlichen medizinisch umschriebenen Voraussetzungen
in seinem Alter - er war bei der polydisziplinären Begutachtung 59-jährig - nicht mehr
ohne Erschwernis zu erbringen, weshalb er diesbezüglich mit einer namhaften
Lohneinbusse wird rechnen müssen. Ein fortgeschrittenes Alter muss sich denn auch
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7.
Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person als Gesunde überwiegend wahrscheinlich verdienen könnte. Dabei wird nach
der Rechtsprechung in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und
der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es der
Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden
fortgesetzt worden wäre (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 22. August 2019,
9C_868/2018 E. 3.1, vom 7. Oktober 2019, 9C_355/2019 E. 3.1.1, und vom
7. Dezember 2015, 9C_422/2015, BGE 134 V 322 E. 4.1, BGE 129 V 222). - Es kann
angenommen werden, dass der Beschwerdeführer ohne Eintritt des
Gesundheitsschadens wahrscheinlich an der bisherigen Stelle geblieben wäre. Sein
Jahreslohn hat gemäss der Arbeitgeberbescheinigung vom 2. September 2014 im Jahr
2014 (in welchem die Arbeitsunfähigkeit eingetreten ist) Fr. 65'624.-- betragen.
8.
Ob das Invalideneinkommen von Fr. 31'897.-- mit dem konkreten Einkommen als
insbesondere im Bereich der Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen ausgeglichenen
Arbeitsmarkt nicht zwingend lohnsenkend auswirken, doch ist jeweils unter
Berücksichtigung aller konkreten Umstände des Einzelfalls zu prüfen, ob es einen
Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigt (vgl. BGE 146 V 16 E. 7.2.1). Vorliegend trifft das
nach dem Dargelegten zu. Mit Blick auf die Art der zumutbaren Tätigkeiten (unterstes
Anforderungsniveau, vgl. oben E. 5.7) wirkt sich eine lange Abwesenheit vom
Arbeitsmarkt allerdings wiederum nicht (zwingend) lohnsenkend aus (vgl.
Bundesgerichtsurteil vom 11. September 2019, 9C_225/2019 E. 4.4.2). Der
Beschwerdeführer war nach der Aktenlage erst seit April 2014 nicht mehr im ersten
Arbeitsmarkt erwerbstätig gewesen (auf November 2015 wurde ihm dann gekündigt,
vgl. IV-act. 75-3), so dass aus diesem Grund keine (weitere) Erhöhung des Abzugs
angezeigt ist. Schliesslich ist der Beschwerdeführer gemäss der gutachterlichen
Arbeitsfähigkeitsschätzung aber auch lediglich zu einer teilzeitlichen Arbeit imstand,
weshalb, wie die Beschwerdegegnerin es mit Recht getan hat (vgl. IV-act. 194), auch
ein Teilzeitabzug vorzunehmen ist.
Unter diesen Umständen erscheint es bei einer gesamthaften Würdigung aller
Faktoren zusammen erforderlich, einen Abzug vom oben genannten Tabellenlohn von
20 % anzubringen. Das Invalideneinkommen des Beschwerdeführers beläuft sich damit
auf Fr. 31'897.-- (0.8x Fr. 39'871.--).
6.3.
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Gesunder gemäss Arbeitgeberbescheinigung von Fr. 65'624.-- oder mit dem auch als
Ausgangspunkt für die Bemessung des Invalideneinkommens herangezogenen
Jahreseinkommen von Fr. 66'453.-- verglichen wird, es ergibt sich jedenfalls ein
Invaliditätsgrad, der zu einer halben Rente berechtigt (nämlich von rund 51 % oder
52 %).
9.
Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre
Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen,
erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen
sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG)
sind (lit. c). Nach Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach
Art. 29 Abs. 1 ATSG. Die Schaffung dieser Bestimmung hat keine Veränderung des
(nämlich in Art. 4 IVG und Art. 28 IVG geregelten) Zeitpunkts des Eintritts des
Versicherungsfalls mit sich gebracht (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 14. Dezember
2015, 9C_655/2015 E. 4; Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
vom 2. Mai 2016, IV 2013/641 E. 1.1).
9.1.
Nach der Aktenlage begann beim Beschwerdeführer eine im Sinn von Art. 28
Abs. 1 lit. b IVG ununterbrochen anhaltende Arbeitsunfähigkeit schon vor dem
Herzinfarkt, nämlich am 5. Februar 2014 (vgl. Fremd-act. 1-3, 1-5; vgl. auch IV-
act. 8-9 f.). Denn für die Bestimmung der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit
während der Wartezeit ist nicht erheblich, auf welche gesundheitlich bedingten
Ursachen die Arbeitsunfähigkeit zurückzuführen ist (vgl. Rz 2009 des vom Bundesamt
für Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in
der Invalidenversicherung = KSIH in den Fassungen ab 1. Januar 2015). Auch
verschiedene, hintereinander oder kumulativ auftretende Ursachen der
Arbeitsunfähigkeit können bei der Anwendung des ehemaligen Art. 29 Abs. 1 IVG (neu
Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) den Rentenanspruch begründen (vgl. Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts, nunmehr Schweizerisches Bundesgericht,
vom 27. Mai 2003, I 771/01 E. 2.3). Im Februar 2015 lief nach dem oben Dargelegten
ein Wartejahr ab, nach welchem eine längerdauernde, anhaltende Erwerbsunfähigkeit
und Invalidität des Beschwerdeführers des erwähnten Ausmasses anzunehmen ist.
Eine rentensenkende Eingliederungsmassnahme war gemäss den Abklärungen nicht
möglich. Ein Taggeld wurde (erst) ab 18. Mai 2015 zugesprochen (IV-act. 67). Der
Anspruch auf eine halbe Rente entstand somit im Februar 2015. Angesichts der
9.2.
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10.