Decision ID: 29f9eb49-0c21-529d-840c-574cafc8997f
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ wurde mit Verfügung vom 1. Mai 1997 wegen lumbaler Beschwerden (vgl.
IV-act. 16) eine halbe Rente ab 1. Januar 1997 zugesprochen (IV-act. 20). Im Rahmen
eines Revisionsverfahrens wurde dem Versicherten mit Verfügung vom 22. August
2002 die halbe Rente auf eine Viertelsrente herabgesetzt (IV-act. 47 ff.). Mit Verfügung
vom 29. November 2006 trat die IV-Stelle auf ein neues Leistungsbegehren des
Versicherten nicht ein (IV-act. 74). Infolge eines erneuten Revisionsverfahrens wurde
dem Versicherten mit Verfügung vom 14. Mai 2010 rückwirkend ab 1. Februar 2007
wieder eine halbe Rente zugesprochen (IV-act. 177 und 173 f.). Dabei stützte sich die
IV-Stelle unter anderem auf die medizinische Abklärung von Dr. med. B._, FMH
orthopädische Chirurgie, vom 6. Juli 2007 (IV-act. 110).
A.b Mit Schreiben vom 15. Oktober 2010 an den RAD bat der Hausarzt des
Versicherten, med. pract. C._, Allgemeinmedizin FMH, um eine Neubeurteilung. Der
Versicherte habe am 17. September 2010 akute Schmerzen in der linken Schulter und
im Ellbogenbereich erlitten. Es habe sich neu eine Totalruptur des Ansatzes der
Bizepssehne gezeigt. Weiter bestehe auch eine Totalruptur der Subscapularissehne im
Bereich der linken Schulter. Mit der schon seit 2009 bekannten Supraspinatus- und
Subscapularissehnenruptur rechts, denke er, dass der Versicherte spätestens ab des
Risses der linken Schulter zu 100% arbeitsunfähig sei (IV-act. 178). Der Versicherte
meldete sich am 22. Oktober 2010 wieder bei der IV-Stelle an und machte eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes geltend (IV-act. 179 f.).
A.c Gestützt auf die Stellungnahme des RAD vom 17. November 2010 (IV-act. 183)
stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 7. Dezember 2010 das
Nichteintreten auf das Leistungsbegehren in Aussicht. Er habe nicht glaubhaft
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dargelegt, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung
wesentlich verändert hätten. Der Sachverhalt sei im Wesentlich gleich geblieben, es
liege lediglich eine andere Beurteilung desselben Sachverhaltes vor (IV-act. 190).
A.d Mit Einwand vom 11. Dezember 2010 machte der Versicherte geltend, dass die
ärztlichen medizintechnischen Untersuchungen neue Resultate ergeben hätten. Die
bereits eingereichten ärztlichen Unterlagen seien nochmals zu überprüfen oder
gegebenenfalls eine polydisziplinäre Untersuchung anzufordern (IV-act. 191).
A.e Mit Verfügung vom 7. Februar 2011 wurde auf das Leistungsbegehren nicht
eingetreten. Es bestehe keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes, weshalb
der Versicherte weiterhin Anspruch auf eine halbe Rente habe (IV-act. 193).
A.f Mit Entscheid vom 22. September 2011 hob das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen in Gutheissung der Beschwerde diese Verfügung auf und wies die Sache zur
Durchführung des Rentenrevisionsverfahrens an die IV-Stelle zurück (IV-act. 202).
A.g Nach Einholung weiterer Arztberichte veranlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre
Begutachtung, welche am 30. Mai 2012 im Aerztlichen Begutachtungsinstitut GmbH,
Basel (ABI) durchgeführt wurde. Im ABI-Gutachten vom 2. Juli 2012 diagnostizierten
die Gutachter mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbovertebrales
Schmerzsyndrom ohne fassbare radikuläre Symptomatik, chronische Hüftbeschwerden
rechts, chronische Schulterbeschwerden beidseits und ein metabolisches Syndrom.
Für körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten sowie für die angestammte
Tätigkeit als Lastwagen-Chauffeur bestehe bleibend eine volle Arbeitsunfähigkeit. Für
körperlich leichte, adaptierte Tätigkeiten bestehe eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit
von 80%, vollschichtig realisierbar (IV-act. 224).
A.h Mit Schreiben vom 5. November 2013 wurde dem Versicherten mitgeteilt, dass er
keinen Anspruch auf weitere berufliche Massnahmen habe. Es habe keine Stelle im
Rahmen der Arbeitsvermittlung gefunden werden können. Der Versicherte sei
einverstanden, dass die Unterstützung bei der Stellensuche beendet werde (IV-act.
269).
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A.i Mit Vorbescheid vom 11. November 2013 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, die Invalidenrente aufzuheben. Aus medizinischer Sicht sei von einer
80%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Der Einkommensvergleich habe einen nicht
rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 25% ergeben (IV-act. 273).
A.j Mit Einwand vom 22. November 2013 beantragte der Versicherte die Zusprache
einer ganzen Rente, eventualiter einer Dreiviertelsrente. Sein Gesundheitszustand habe
sich seit der letzten Revision verschlechtert. Das ABI-Gutachten weise massive Mängel
auf. Das Geburtsjahr werde durchgehend falsch genannt, womit er 10 Jahre jünger
eingeschätzt und entsprechend in seiner Arbeitsfähigkeit beurteilt worden sei. Es sei
nicht nachvollziehbar, wie Dr. D._ einen Versicherten mit einem BMI von 23kg/m als
adipös bezeichnen könne. Auch in der psychiatrischen Beurteilung seien
Fehlinformationen feststellbar, so habe der Versicherte die in die Ehe mitgebrachten
Kinder nicht adoptiert. Die Untersuchung des Orthopäden sei nicht vollständig. Es sei
deutlich zu sehen, dass im Bereich des Ellbogens eine Delle bestehe. Eine Ruptur der
Bizepssehne werde in der Anamnese der einzelnen Körperregionen nicht festgehalten,
was aber wesentlich sei. Es bestehe der Verdacht, dass der Versicherte lediglich
oberflächlich befragt und untersucht worden sei. Der Versicherte leide an allen für die
Beweglichkeit elementaren Körperregionen unter Einschränkungen. Wie eine Tätigkeit
mit diesen gesundheitlichen Einschränkungen durchgeführt werden solle, sei nicht
nachvollziehbar. Im Weiteren sei offensichtlich, dass die Gutachter sich interdisziplinär
nach der Untersuchung nicht besprochen hätten. Das Alter sei von der IV-Stelle nicht
berücksichtigt worden. An eine Arbeitstätigkeit im freien Arbeitsmarkt sei aufgrund der
Einschränkungen und des Alters nicht zu denken (IV-act. 277).
A.k Mit Stellungnahme vom 31. März 2014 äusserten sich die Gutachter des ABI zu
den Vorwürfen. Das Geburtsdatum des Versicherten sei auf der Titelseite des
Gutachtens falsch angegeben worden, was sich unbemerkt auf jeder Seite fortgesetzt
habe. Dabei handle es sich jedoch um einen Schreibfehler. Diese Einschätzung sei
eindeutig nicht in den Köpfen der Untersucher vorhanden gewesen, sie seien nicht von
einem um 10 Jahre falschen Alter ausgegangen. Es sei unklar, wo Dr. D._ den
Versicherten als adipös bezeichnet haben solle. Bezüglich der anamnestischen
Angaben (adoptierte Kinder, Problem im Ellbogenbereich) handle es sich um subjektive
Angaben des Versicherten, die übernommen würden. Wenn keine oder unkorrekte
2
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Angaben gegeben würden, habe dies nichts mit einer ungenauen Anamneseerhebung
zu tun. Faktisch sei die Bizepssehnen-Problematik diagnostisch erwähnt worden (IV-
act. 281).
A.l Mit Verfügung vom 10. April 2014 hob die IV-Stelle die Rente des Versicherten auf
Ende des folgenden Monats auf. Dabei wurde im Wesentlichen auf das Gutachten und
die Stellungnahme des ABI vom 31. März 2014 verwiesen. In einer leidensangepassten
Tätigkeit sei eine 80%ige Arbeitsfähigkeit gegeben (IV-act. 282).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegend zu beurteilende Beschwerde
vom 24. April 2014. Der Beschwerdeführer beantragt unter Kosten- und
Entschädigungsfolge die Aufhebung der Verfügung vom 10. April 2014 und die
Zusprache einer Dreiviertelsrente, eventualiter einer ganzen Rente. Das ABI-Gutachten
weise massive Mängel auf, sei unsorgfältig verfasst und medizinische Sachverhalte
seien darin falsch festgehalten worden. Dieses Gutachten könne nicht als
Einschätzungsgrundlage zur Festlegung des IV-Grades verwendet werden. Es sei zu
keiner Verbesserung des Hüftleidens und vor allem des chronischen Rückenschadens
gekommen, welche die Renteneinstellung rechtfertigen würden. Zusätzlich sei ein
Gesundheitsschaden an beiden Schultern zu beklagen, welcher zur Folge habe, dass
die festgelegte Zumutbarkeit in einer Verweistätigkeit korrigiert werden müsse. Der
Gesundheitsschaden, welcher ursprünglich zu einer Rentenzusprache geführt habe, sei
bis heute weiterhin bestehend und werde auch zukünftig nicht verbessert werden
können. Selbst wenn von einer Erwerbsfähigkeit von 50% ausgegangen werden
müsste, was bestritten werde, sei ein Leidensabzug zu gewähren. Das fortgeschrittene
Alter zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten könne dazu
führen, dass die verbleibende Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auch in
einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht mehr nachgefragt werde (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 30. Mai 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Im ABI-Gutachten sei der orthopädische Gutachter zum
Schluss gekommen, dass sich die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers
verbessert habe. Für körperlich leichte Tätigkeiten könne unterdessen durchaus von
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einer Arbeitsfähigkeit von 80% bei ganztägigem Pensum ausgegangen werden.
Insofern handle es sich bei der vorliegenden Beurteilung nicht bloss um eine andere
Beurteilung desselben Sachverhalts, weshalb die Herabsetzung der Rente nicht zu
beanstanden sei. Sollte man nicht von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes
ausgehen, sei zumindest erstellt, dass sich der Gesundheitszustand nicht
verschlechtert habe. Das Alter sei kein Revisionsgrund, weil es in aller Regel weder
gesundheitliche noch wirtschaftliche Veränderungen zeitige, welche zu einer anderen
Bemessung des Invaliditätsgrades führen könnten (act. G 6).
B.c Mit Replik vom 13. Juni 2014 hielt der Beschwerdeführer vollumfänglich an den
Rechtsbegehren fest. Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im ABI-Gutachten sei ohne
entsprechende Würdigung der bisherigen Begründung der Rentenzusprache
(Geburtsgebrechen) vorgenommen worden. Es sei nicht nachvollziehbar, warum der
Beschwerdeführer nun plötzlich zu 80% arbeitsfähig sein solle, zumal die Gutachter die
früheren Einschätzungen stützen würden und sich der Gesundheitszustand
verschlechtert habe (act. G 8). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung
einer Duplik (vgl. act. G 10).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Frage, ob die von
der Beschwerdegegnerin verfügte Einstellung der Invalidenrente rechtmässig ist.
2.
2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht
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Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zu einer Rentenrevision
gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist,
den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Ein
Revisionsgrund ist auch gegeben und die Rente allenfalls nach unten oder nach oben
anzupassen, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 133 V 546 E. 6.1). In diesem
Zusammenhang schliessen selbst identisch gebliebene Diagnosen eine
revisionsrechtlich erhebliche Steigerung des Leistungsvermögens (Arbeitsfähigkeit)
nicht grundsätzlich aus. Zu denken ist etwa an eine Veränderung des Schweregrades
des Gesundheitsschadens oder wenn es der versicherten Person gelungen ist, sich
besser an das Leiden anzupassen (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Auflage,
Zürich 2015, Rz 28 f. zu Art. 17 ATSG; zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 31.
Januar 2012, 9C_896/2011, E. 3.1). Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer
anspruchserheblichen Änderung bildet dabei die letzte (der versicherten Person
eröffnete) rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in
den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt
die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 108
E. 5.4). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines
im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustands auf die
Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17
Abs. 1 ATSG dar (Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2008, 9C_562/2008, E.
2.1).
2.3 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
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Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im
Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der
Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden
können (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen).
2.4 Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und
Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen
Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie
nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu
schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft,
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
125 V 351 E. 3b/bb).
3.
3.1 Zunächst ist die Frage zu beantworten, ob die medizinische Aktenlage eine
rechtsgenügliche Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zulässt.
3.2 Die Beschwerdegegnerin stützt sich in der Verfügung vom 10. April 2014 im
Wesentlichen auf das ABI-Gutachten vom 2. Juli 2012. Die Gutachter diagnostizierten
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mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbovertebrales
Schmerzsyndrom ohne fassbare radikuläre Symptomatik (ICD-10: M54.5), chronische
Hüftbeschwerden rechts (ICD-10: M79.65/Z96.6), chronische Schulterbeschwerden
beidseits (ICD-10: M75.4/M75.1) und ein metabolisches Syndrom (ICD-10: E88.9).
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten sie ein chronisches
zervikovertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik (ICD-10: M54.2),
radiologisch eine Totalruptur des Ansatzes der Bizepssehne am linken Ellbogen
(ICD-10: T92.5), eine Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10: F54), eine Nephropathie
Stadium 1 KDOQI (ICD-10: N28.9), ein Status nach rezidivierenden urologischen
Eingriffen, ein Status nach oberer Gastrointestinalblutung bei Ulcus duodeni (ICD-10:
K28.2) sowie anamnestisch eine Diarrhoe unklarer Ätiologie (ICD-10: K52.9). Dem
Beschwerdeführer könnten körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten sowie die
angestammte Tätigkeit als Lastwagen-Chauffeur der Kategorie C bleibend nicht mehr
zugemutet werden. Demgegenüber bestehe für körperlich leichte, adaptierte
Tätigkeiten eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit mit einer Einschränkung der
Leistungsfähigkeit, bedingt durch die orthopädischen Diagnosen, im Sinne eines
erhöhten Pausenbedarfs von bis 10 Minuten pro Stunde, von 20% (IV-act. 224-27 ff.).
3.3 Der Beschwerdeführer bringt gegen das ABI-Gutachten vor, dass dieses massive
Mängel aufweise und deshalb nicht als Grundlage zur Festlegung des IV-Grades
verwendet werden könne. Die Feststellungen zum Sachverhalt würden wiederholt
falsch festgehalten, Altersangaben seien falsch und die festgehaltenen
Gesundheitsschäden würden nicht entsprechend gewürdigt. Es sei anzunehmen, dass
die Gutachter den Beschwerdeführer auf Grund der falschen Annahmen entsprechend
ungenügend in dessen Arbeitsfähigkeit eingeschätzt hätten. Das gesamte Gutachten
sei unsorgfältig verfasst worden. Der Beschwerdeführer sei nicht an beiden Hüften
operiert worden und sein Alter sei nicht 51, sondern 61 Jahre gewesen. Möglicherweise
seien auch medizinische Dossiers bei der Abfassung des Gutachtens verwechselt
worden (vgl. act. G 1, S. 5).
3.4 Im ABI-Gutachten wurde der Jahrgang des Beschwerdeführers mit 1961 anstatt
1951 falsch erfasst. Dazu haben die Gutachter in einer Stellungnahme ausgeführt, dass
das Geburtsdatum auf der Titelseite des Gutachtens falsch angegeben worden sei,
was sich unbemerkt auf jeder Seite fortgesetzt habe. Dabei handle es sich jedoch um
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einen Schreibfehler (vgl. IV-act. 281-1). Im Gutachten wurde bei der Anamnese auf
Seite 11 der Jahrgang mit 1951 korrekt wiedergegeben (vgl. IV-act.224-12). Auf der
folgenden Seite sowie auch bei der nephrologischen Untersuchung wird vom „60-
jährigen Explorand“ gesprochen (vgl. IV-act. 224-13 und 19). Aus dem Gutachten geht
an keiner Stelle hervor, dass die Gutachter von einem falschen Alter des
Beschwerdeführers ausgegangen wären, es ist davon auszugehen, dass es sich – wie
von den Gutachtern ausgeführt – um einen Schreibfehler handelt, welcher keinen
Einfluss auf die Beurteilung des Beschwerdeführers hatte.
3.5 In der Einleitung des Gutachtens wird auf den Arztbericht von med. pract. C._
vom 26. Oktober 2009 verwiesen (vgl. IV-act. 224-4), in welchem ein Status nach Hüft-
TEP beidseits festgehalten wird (vgl. IV-act. 167-2). Die Gutachter haben dies in der
Anamnese entsprechend übernommen, im restlichen Gutachten wird jedoch nur auf die
Operation der rechten Hüfte Bezug genommen, weshalb diesbezüglich kein Mangel am
Gutachten ersichtlich ist.
3.6 Die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Mängel vermögen insgesamt keine
erheblichen Zweifel an dem auf umfassenden Untersuchungen beruhenden, in
Kenntnis der vollständigen Aktenlage und in Berücksichtigung des gesamten
Leidensbildes ergangenen, nachvollziehbaren ABI-Gutachten vom 2. Juli 2012 zu
begründen. Es besteht kein Bedarf für die Vornahme weiterer medizinischer
Abklärungen.
4.
4.1 Wie das Versicherungsgericht im Entscheid vom 22. September 2011 ausführte,
hat der Beschwerdeführer mit den ausgewiesenen neuen Befunden im Bereich der
linken Schulter eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes glaubhaft gemacht.
Bei einem Invaliditätsgrad von 58% könne auch eine geringfügige Änderung des
Sachverhalts Anlass zu einer Revision geben, sofern dies zu einer Überschreitung eines
Schwellenwertes führe (vgl. IV-act. 202-7 f.). Somit war auf das Revisionsgesuch des
Beschwerdeführers einzutreten.
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4.2 Demzufolge ist zu prüfen, ob seit der letzten rechtskräftigen Verfügung vom 14.
Mai 2010 (IV-act. 177 und 173) eine wesentliche Veränderung in den tatsächlichen
Verhältnissen eingetreten ist, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen.
4.3 In der Verfügung vom 14. Mai 2010 stützte sich die Beschwerdegegnerin im
Wesentlichen auf die Stellungnahme des RAD vom 5. November 2009 (IV-act. 169)
sowie auf die medizinische Abklärung von Dr. B._ vom 6. Juli 2007 (IV-act. 110) und
auf den Arztbericht von med. pract. C._ vom 26. Oktober 2009 (Eingangsdatum bei
der Beschwerdegegnerin; IV-act. 167).
4.3.1 Dr. B._ diagnostizierte ein chronisches Lumbovertebral-Syndrom bei
angeborener Übergangsanomalie L5/S1 mit resultierendem Wirbelgleiten (Meyerding
III) und einer Spina bifida occulta mit darüber liegender Begleitzyste von 10x9x2 cm
sowie eine Coxarthrosis beidseits beginnend rechts mehr als links. Aufgrund der
Untersuchung, Anamnese und Befunde sei eine sitzende Tätigkeit bis zu vier Stunden
am Tag möglich (50%). Aufgrund des Geburtsgebrechens und der sich anbahnenden
Hüftbeschwerden sei die Tätigkeit allerdings limitiert auf einfachere Arbeiten ohne
Gewichte zu heben von mehr als 5kg und ohne Bückarbeiten. Eine Rückenoperation
sei sehr bedenklich. Hingegen sehe er aufgrund der Untersuchung, dass bei einer
Zunahme der Beschwerden im Hüftbereich rechts eine Lebensqualitäts- und
Leistungsverbesserung mit einem Hüftgelenksersatz durch die Prothese erreicht
werden könnte. Die Hüftbeschwerden seien deutlich im Vordergrund und würden auch
das Verhalten (Gang und Leistung in den Beinen) bestimmen. Ebenso seien sie
verantwortlich für die Medikamenteneinnahme (Schmerzmittel). Nicht zuletzt würden
die Hüftbeschwerden auch in die Rückenregion ausstrahlen und seien im Untersuch
durch Rotation der Hüfte provozierbar (IV-act. 110-5 ff.).
4.3.2 Med. pract. C._ diagnostizierte im Oktober 2009 mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit teils
radikulärer Komponente bei Wirbelsäulenfehlbildung: Spondylolyse L5/S1 mit
Ventrolisthesis L5 Grad II-III nach Meyerding, Spina bifida und grossem Weichteiltumor
beim lumbosakralen Übergang, sowie eine Periarthropathia humeroscapularis rechts
bei Ruptur der Supraspinatus- und Subscapularissehne und Status nach Hüft-
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Totalendoprothese beidseits. In seinem bisherigen Beruf als Chauffeur respektive in
körperlich tätigen Berufen bestehe aufgrund der Schulterbeschwerdesymptomatik eine
Arbeitsunfähigkeit von 100%. Aufgrund der chronischen Schmerzen und der Einnahme
von Opioiden bestehe eine massive Einschränkung. Dem Beschwerdeführer könne
allerhöchstens 50% zugemutet werden, in einer leichten mit Wechselbelastung
vorgesehenen Arbeit, evtl. sogar weniger, dies müsste man durch eine EFL beurteilen
(IV-act. 167-2 ff.).
4.3.3 Der RAD-Arzt Dr. E._ hielt in der Stellungnahme vom 5. November 2009 fest,
dass ab Mitte Juni 2008 keine Einschränkungen seitens des im Januar 2008
totalendoprothetisch versorgten rechten Hüftgelenkes mehr vorliegen würden. Die
Schlussfolgerungen des Gutachtens von Dr. B._ würden weiterhin ihre Gültigkeit
behalten, das heisse, wegen der Rückenproblematik sei in einer einfachen sitzenden
Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50% gegeben. Med. pract. C._ thematisiere in
seinem Bericht weder Beschwerden noch Befunde an der Schulter, sondern bespreche
die Rückenproblematik. Erst im Folgenden halte er fest, dass „aufgrund der
Schulterbeschwerdesymptomatik“ eine vollständige Arbeitsunfähigkeit als Chauffeur
oder in Berufen mit körperlicher Tätigkeit bestehe. In Bezug auf die Rückenproblematik
erwähne er die dem Gutachter Dr. B._ bekannten Diagnosen. Die Beschwerden und
objektiven Befunde würden denjenigen, die seinerzeit auch von Dr. B._ dargelegt
worden seien, entsprechen. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit könne festgehalten
werden, dass die Schulterbeschwerden keine zusätzliche quantitative Einschränkung
mit sich bringen würden; die leidensadaptierte Tätigkeit müsse dahingehend angepasst
werden, dass auch keine Bewegungen über die Horizontalebene erlaubt seien.
Ansonsten gelte weiterhin die gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit mit
50%, welche med. pract. C._ im Übrigen für angepasste Arbeiten bestätige (IV-act.
169).
4.4 Demgegenüber wurden der Gesundheitszustand und die Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit im ABI-Gutachten vom 12. Juli 2012, welches Beurteilungsgrundlage
für die angefochtene Revisionsverfügung bildet, wie folgt umschrieben: Aus
orthopädischer Sicht könne ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne
fassbare radikuläre Symptomatik mit radiomorphologisch nachgewiesener isthmischer
Spondylolisthese LWK5/SWK1 Grad II-III nach Meyerding und Spondylarthrose
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LWK4/5, allerdings ohne höhergradige Veränderungen der darüber liegenden
Segmente, festgehalten werden. Daneben bestünden chronische Hüftbeschwerden
rechts, welche sich weder durch die bildgebende Diagnostik noch durch die erhobenen
Untersuchungsbefunde erklären liessen. Ferner könnten chronische
Schulterbeschwerden beidseits nach radiologisch nachgewiesener Totalruptur der
Subskapularis und Partialläsion der Supraspinatussehne links festgehalten werden,
wobei klinisch ein subakromiales Impingement und Bewegungseinschränkung
oberhalb der Horizontalen beidseits sowie eine Läsion der Rotatorenmanschette links
bestätigt werden könnten. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit könne ferner ein
chronisches zervikovertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik sowie
radiologisch eine Totalrupter des Ansatzes der Bizepssehne am linken Ellbogen und
klinisch unauffälligem Befund, zudem anamnestisch beschwerdefrei, festgehalten
werden. Insgesamt könnten die vom Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden
weder klinisch noch radiologisch vollständig nachvollzogen werden. Am ehesten seien
die im Bereich des lumbosakralen Übergangs bestehenden Beschwerden sowie die
Einschränkungen seitens der Schultergelenke beidseits, linksbetont, nachzuvollziehen.
Zu den Beschwerden der rechten Hüfte finde sich kein organisches Korrelat. Dem
Beschwerdeführer könnten körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten sowie
auch die angestammte Tätigkeit als Chauffeur, aber auch die ursprünglich ausgeübte
Tätigkeit als Hilfsarbeiter in der Landwirtschaft, bleibend nicht mehr zugemutet werden.
Demgegenüber könnten dem Beschwerdeführer körperlich leichte Tätigkeiten mit
Möglichkeit zu Wechselbelastung bzw. ohne Heben und Tragen von Lasten über 10kg
bzw. ohne Einsatz der Extremitäten oberhalb der Brusthöhe ganztags zugemutet
werden bei einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 20%. Aus
allgemeininternistischer Sicht stehe bei bekanntem metabolischem Syndrom die
Verdachtsdiagnose einer diabetischen Polyneuropathie im Vordergrund, weswegen
dem Beschwerdeführer Tätigkeiten wie das Besteigen von Gerüsten bzw. Leitern,
jedoch auch die angestammte Tätigkeit als Lastwagenchauffeur mit möglicherweise
beeinträchtigter Betätigung der Fusspedale, bleibend nicht mehr zugemutet werden
könnten. Demgegenüber könne ihm jede andere leichte bis intermittierend
mittelschwere Tätigkeit uneingeschränkt zugemutet werden (vgl. IV-act. 224-29).
4.5 Im Referenzzeitpunkt der Verfügung vom 14. Mai 2010 lagen gemäss RAD-Arzt Dr.
E._ keine Einschränkungen seitens des totalendoprothetisch versorgten rechten
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Hüftgelenks vor. Die Rückenproblematik führe zu einer Arbeitsfähigkeit von 50%. Die
Schulterbeschwerden würden keine zusätzliche quantitative Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit bewirken, es müsse einzig die adaptierte Tätigkeit dahingehend
angepasst werden, dass auch keine Bewegungen über die Horizontalebene erlaubt
seien.
4.6 Im ABI-Gutachten 2012 wird festgehalten, dass sich die chronischen bestehenden
Hüftbeschwerden weder durch die bildgebende Diagnostik noch durch die erhobenen
Untersuchungen erklären liessen, es finde sich kein organisches Korrelat. Bei den
Schulterbeschwerden geht aus dem ABI-Gutachten hervor, dass neu auch die linke
Schulter betroffen sei, dass dies aber keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe, da
diese bereits mit den Adaptationskriterien (kein Heben und Tragen von Lasten über 10
kg, kein Einsatz der oberen Extremitäten oberhalb der Brusthöhe) berücksichtigt
wurde. Somit liegt bezüglich der Hüft- und Schulterbeschwerden keine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes bzw. Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
in einer adaptierten Tätigkeit vor.
4.7 Bezüglich der Rückenproblematik wird anderseits im ABI-Gutachten keine
Verbesserung des Gesundheitszustandes beschrieben. So könne der Einschätzung
von Dr. B._ vom 6. Juli 2007 hinsichtlich der lumbalen Problematik zugestimmt
werden (vgl. IV-act. 224-26). Es wird zwar ein sehr geringer Leidensdruck seitens der
lumbalen Wirbelsäule festgestellt (vlg. IV-act. 224-24). Die ABI-Gutachter führen jedoch
auch aus, dass spätestens sechs Monate nach der am 23. Januar 2008 erfolgten
Hüftgelenksersatzoperation für Verweistätigkeiten von einer Arbeitsfähigkeit von 80%
ausgegangen werden könne (vgl. IV-act. 224-30). Daraus geht hervor, dass in Bezug
auf den Referenzzeitpunkt und die Beurteilung des RAD vom 5. November 2009, wo
eine Arbeitsfähigkeit in adoptierten Tätigkeiten von 50% festgehalten wurde, lediglich
eine unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen des im wesentlich unverändert
gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit vorliegt. Somit ist kein
Revisionsgrund gegeben.
5.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
5.1 Nach dem Gesagten ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die Verfügung
vom 10. April 2014 aufzuheben. Der Beschwerdeführer hat weiterhin Anspruch auf eine
halbe Rente.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer
zurückzuerstatten.
5.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist. (Art. 61 lit. G ATSG, vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers hat auf die Einreichung einer Honorarnote verzichtet. Der
Bedeutung und dem Aufwand der Streitsache angemessen erscheint eine
Parteientschädigung von pauschal Fr. 3‘500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer).