Decision ID: 53093aa5-512f-4279-94c9-3994baf7b496
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Nachdem die seit 1. März 2009 ausgerichtete halbe Rente der Invalidenversiche
rung (Urk. 8/25 und 8/29) mit Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, vom 13. Januar 2011 per Ende Februar 2011 einge
stellt worden war (Urk. 8/58), meldete sich der 1966 geborene
X._
am 6. Februar 2014 erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 8/59). Mit Schreiben vom 11. Februar 2014 forderte die IV
Stelle den Versicherten auf, aktuelle Beweis
mittel zur Glaubhaftmachung einer wesentlichen Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse seit Erlass der letzten Verfügung einzureichen (Urk. 8/60). In der
Folge liess der Versicherte Berichte des Dr. med.
Y._
, Facharzt FMH
Psychiatrie und Psychotherapie vom 24. Februar 2014 (Urk. 8/63), der
Z._
vom 18. November 2014 (Urk. 8/64 S. 1-4) s
o
wie des Spitals
A._
vom 24. September 2013 (Urk. 8/64 S. 5 f.) auflegen. Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
trat die IV
Stelle mit Verfügung vom 5. Juni 2014 auf das neue Leistungsgesuch nicht ein (Urk. 2 [= 8/74]).
2.
Gegen diese Verfügung führt Dr.
Y._
namens und
auftrags
des Versicherten
mit Eingabe vom 27. Juni 2014 Beschwerde und beantragt, die angefochtene Ver
fügung sei aufzuheben und die Sache sei an die Verwaltung zur materiellen Prüfung zurückzuweisen (Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 9. September 2014 beantragt die IV
Stelle Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 7). Mit Begleitschreiben vom 16. September 2014 wurd
e das Doppel der Beschwerdeantwort dem Vertreter des Beschwerdeführers zugestellt (Urk. 9).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach vorangegangener Verweigerung einer Rente der Invalidenversicherung wird
eine neue Anmeldung zum Leistungsbezug nur geprüft, wenn glaubhaft ge
macht
worden ist, dass sich der Grad der Invalidität des Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV). Dies gilt auch für
Neuanmel
dungen
nach einer rückwirkend befristet zugesprochenen Rente (BGE 133 V 263) oder nach
einer revisionsweisen Aufhebung einer zuvor ausgerichte
t
en unbefristeten Rente
(vgl. etwa Urteile des Sozialversicherungsgerichts des Kan
tons Zürich IV.2004.00234
vom 21. Juni 2005 E. 2 und IV.2006.00491 vom 18. Dezember 2007
E. 1.4). Damit soll verhindert werden, dass sich die Verwal
tung nach vor
angegangener rechtskräftiger Leistungsverweigerung immer wie
der mit gleich
lautenden und nicht näher begründeten, das heisst keine Verän
derung des Sach
verhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE 109 V 114 E. 2a, 109 V 264 E. 3). Die Verwaltung entscheidet somit zunächst nur, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so kann sie das
Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten erledi
gen. Dabei wird sie
unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaft
machung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen (ZAK 1966 S. 279, vgl. auch BGE 130 V 67 ff. E. 5.2, 130 V 72 E. 2.2 mit Hin
weisen). Da der Ver
waltung insofern ein gewisser Beurteilungsspielraum zu
steht, der grundsätzlich
zu respektieren ist, überprüft das Gericht die
Eintre
tensfrage
nur dann, wenn das
Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Ver
waltung gestützt auf Art. 87 Abs. 3 IVV Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Be
schwerde führt; hingegen unterbleibt eine rich
terliche Beurteilung der
Eintre
tens
frage
, wenn die Verwaltung auf die Neuan
meldung eingetreten ist (BGE 109 V 114 E. 2b).
1.2
Die versicherte Person muss die massgebliche Tatsachenänderung mit der Neu
anmeldung glaubhaft machen. Der Untersuchungsgrundsatz, wonach der Versi
che
rungsträger von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung
des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen hat (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158
E. 1a, je mit Hinweisen), spielt insoweit nicht. Wird in der Neuanmeldung kein
Eintretenstatbestand
glaubhaft gemacht, sondern bloss auf ergänzende Be
weis
mittel, insbesondere Arztberichte, hingewiesen, die noch beigebracht wür
den oder
von der Verwaltung beizuziehen seien, ist der versicherten Person eine ange
messene Frist zur Einreichung der Beweismittel anzusetzen. Diese Mass
nahme setzt voraus, dass die ergänzenden Beweisvorkehren geeignet sind, den entspre
chenden Beweis zu erbringen. Sie ist mit der Androhung zu verbin
den, dass ansonsten gegebenenfalls auf Nichteintreten zu erkennen sei (BGE 130 V 68 E. 5.2.5).
1.3
Richtet sich die Beschwerde gegen einen
Nichteintretensentscheid
, hat das Ge
richt ausschliesslich zu prüfen und darüber zu entscheiden, ob die Verwaltung zu
Recht nicht auf das Leistungsbegehren eingetreten ist. Der richterliche Ent
scheid
in der Sache hat in dieser besonderen verfahrensmässigen Situation al
lein den for
mellen Gesichtspunkt des vorinstanzlichen Nichteintretens zum Ge
genstand.
Mit den materiellen Anträgen hat sich das Gericht dagegen nicht zu befassen (BGE 121 V 159 E. 2b, 116 V 266 E. 2a, SVR 1997 UV Nr. 66 S. 225 E. 1a).
2.
Mit Verfügung vom 13. Januar 2011 stellte die IV
Stelle fest, dass sich der Be
schwerdeführe
r der ihm auferlegten Massnahme
zur Schadenminderung nicht unterzogen hat. Sie kam sodann zum Schluss, dass er ab Februar 2010 wieder zu 100 % arbeitsfähig gewesen wäre, wenn er seine
Schadenminderungspflich
ten
erfüllt hätte. Entsprechend wurde die zuvor ausgerichtete halbe Invaliden
rente per Ende Februar 2011 eingestellt (Urk. 8/58). Mit dem Gesuch um
Wie
derausrichtung
von Leistungen war somit glaubhaft zu machen, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der Renteneinstellung in anspruchserheblicher
Weise verändert haben. Während der Vertreter des Beschwerdeführers dafür hält,
dass ihm dies mit den aufgelegten Berichten gelungen sei (Urk. 1), ist die IV
Stelle der Auffassung, dass eine Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse nicht glaubhaft gemacht worden sei. Der Beschwerdeführer sei seiner
Schaden
minderungspflicht
nach wie vor nicht nachgekommen, da keine totale
Alkohol
abstinenz
von mindestens sechs Monaten Dauer ausgewiesen werde. Auf das neue Leistungsbegehren könne daher nicht eingetreten werden (Urk. 2).
3.
3.1
3.1.1
Die Ärzte der Klinik
B._
diagnostizierten im Jahr 2008 ein
Alkoholabhängig
keits
syndrom
(ICD-10 F10.21), ein
Benzodiazepinabhängigkeitssyndrom
(ICD-10 F13.21), eine
Dysthymie
(ICD-10 F34.1), eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F32.0) sowie ein Nikotinabhängigkeitssyndrom (ICD-10 F17.25). Für die
angestammte Tätigkeit im erlernten Beruf als Automechaniker attestierten sie aus
psychiatrischer Sicht vom 10. März bis 4. Juli 2008 eine Arbeitsunfähigkeit von
100% und ab 4. Juli 2008 eine solche von 50 %. Sie hielten sodann dafür, dass mi
t Bezug auf eine leidensangepasste Tätigkeit mit wenig äusserlichem Druck grundsätzlich eine Belastbarkeit von 100 % vorstellbar sei, zunächst liege diese
indes vermutlich noch bei 60 %. Unter der Annahme einer möglichen Besse
rung,
insbesondere unter anhaltender Abstinenz, sei durchaus eine Stei
gerung der Belastbarkeit auf 100 % denkbar (Berichte der Klinik
B._
vom
22. September 2008 [Urk. 8/14] und 3. Oktober 2008 [Urk. 8/15]).
3.1.2
Gestützt auf diese Beurteilung wurde ein Invaliditätsgrad von 53 % errechnet
und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. März 2009 eine halbe Invali
den
rente zugesprochen (Urk. 8/25 und 8/29). Im Hinblick auf künftige
Renten
revi
sionen
wurde dem Versicherten sodann mit Schreiben vom 16. Februar 2009 auf
erlegt, sich im Sinne der gesetzlichen Schadenminderungspflicht einer regel
mässi
gen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung mit gelegentli
cher Über
prüfung der Alkoholabstinenz zu unterziehen (Urk. 8/21).
3.2
3.2.1
Dr. med.
C._
, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
nannte in seinem Bericht vom 21. März 2010 (Urk. 8/40) die folgenden Dia
g
nosen:
1.
Double Depression im Sinne von:
a.
Dysthymie
(ICD-10 F34.1)
b.
Rezidivierende Depressionen, gegenwärtig leicht (ICD-10 F33.01) bei Status nach schwerer Depression nach Unfalltod von Frau und Kind
2.
Alkoholabhängigkeit vom Intoxikationstyp (ICD-10 F10.21)
3.
Verdacht auf kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-vermei
denden und sozialphobischen Zügen (ICD-10 F61.0)
Dr.
C._
berichtete weiter, der Patient schaffe es nicht, alkoholabstinent zu leben. Er führe mit seiner Partnerin ein zurückgezogenes, sozial isoliertes
Früh
rentnerleben
und halte sich hauptsächlich vor dem Fernsehgerät auf. Die Moti
vation für eine berufliche Reintegration fehle, der Patient wünsche eine 100%ige
Rente. Es bestehe eine Depression von wechselnder Intensität, bei
Therapie
be
ginn
habe es sich um eine mittelschwere Depression gehandelt, seit erhöhter
anti
depressiver
Medikation bestehe nur noch eine leichte depressive Symptomatik. Aus psychiatrischer Sicht sei dem Beschwerdeführer eine Ar
beitstätigkeit von
mindestens 50 % zumutbar. Die Wiederaufnahme einer beruf
lichen Tätigkeit müsse
von der Invalidenversicherung verlangt werden, da dem Beschwerde
füh
rer intrinsisch die Motivation und Bereitschaft, etwas an seinem Rent
n
erleben zu ändern, fehle (Urk. 8/40 S. 4 f.).
In Beantwortung der ergänzenden Frage der IV
Stelle zur Einhaltung der dem Beschwerdeführer auferlegten Schadenminderungspflicht führte Dr.
C._
am 23. März 2010 aus, der Patient komme regelmässig in die Sprechstunde. Da der
Pa
tient nicht abstinent sei, würden keine Alkoholkontrollen durchgeführt (Urk. 8/40
S. 7).
Dr. med.
D._
, Facharzt FMH Innere Medizin, hielt in seinem Bericht
vom 15. Mai 2010 unter anderem fest, dass bei fortgesetztem Nikotinkonsum eine
chronisch obstruktive Lungenerkrankung mit einer mittelschweren ob
struktiven
Ventilationsstörung (FEV1 3,49 [Soll 4,58 l],
Tiffenau
55 %) bestehe, welche sich
auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Er führte weiter aus, dass der Pa
tient seit Jahren keiner beruflichen Tätigkeit mehr nachgehe, wobei es vor allem psy
chi
sche Probleme gewesen seien, welche ihn daran gehindert hätten. Das psychi
sche Befinden habe sich im Verlauf der letzten Jahre nicht verändert und sei in etwa gleich geblieben. Die Arbeitsfähigkeit sei entsprechend vom behan
delnden Psychiater zu beurteilen (Urk. 8/41 S. 1-6).
3.2.2
Da sich aus dem Bericht des behandelnden Facharztes ergab, dass der Be
schwer
deführer die ihm auferlegte Abstinenz nicht eingehalten hatte, kam die IV
Stelle im Rahmen des im Januar 2010 eröffneten amtlichen
Revisionsver
fah
rens
zum Schluss, dass die noch diagnostizierte
leichtgradige
depressive Stö
rung
unter Einhaltung der Alkoholabstinenz weitgehend rückläufig gewesen wäre und der Beschwerdeführer ab Februar 2010 in einer angepassten Tätigkeit wie
der zu 100 % arbeitsfähig gewesen wäre. Entsprechend wurde die zuvor ausge
richtete halbe Invalidenrente per Ende 2011 eingestellt (Urk. 8/58).
3.3
3.3.1
Zur Glaubhaftmachung einer wesentlichen Veränderung der tatsächlichen Ver
hältnisse seit Renteneinstellung liess der Beschwerdeführer einen Bericht des Spitals
A._
vom 24. September 2013 über eine schlafmedizinische Abklä
rung (Urk. 8/64 S. 5 f.), einen Austrittsbericht der
Z._
vom 18. November 2013 (Urk. 8/64 S. 1-4) sowie einen Bericht des Dr.
Y._
vom 24. Februar 2014 (Urk. 8/63) auflegen.
3.3.2
Dr. med.
E._
, Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie FMH, Lei
tender Arzt am Spital
A._
berichtete, im Vergleich zur Voruntersuchung habe das FEV1 von 2,86 Liter (67
%
des Solls) auf 3,31 Liter (78
%
des Solls) zugenommen. Dies entspreche einer Zunahme um 450 ml respektive 16 %. Die Vitalkapazität habe ebenfalls von 5,77 Liter (104 % des Solls) auf 6,60 Liter (119 % des Solls) zugenommen. Der
Tiffeneau
-Quotient liege unverändert um
50 %. Angesichts der spür- und auch messbaren Verbesserung der
Lungenfunk
tio
n
empfehle er, die
Symbicort
-Medikation vorläufig unverändert weiterzu
führen. Je nach Befinden könne diese jedoch auch in 1-2 Monaten ausgelassen werden. Aufgrund der COPD in der GOLD-Klasse II sollte die
Spiriva
-Medikation lebenslang weitergeführt werden. Selbstverständlich sollte der Nikotinkonsum gänzlich eingestellt werden, dies könne auch bei chronisch depressivem, aber stabilem Patienten gemäss einer neuen, im New England Journal
of
Medicine
publizierten Studie gefahrlos mit
Champix
durchgeführt werden. In der
Schlaf
untersuchung
lasse sich kein Hinweis auf eine obstruktive Schlafapnoe finden,
so dass er die Müdigkeit auf die Depression zurückführe. Allenfalls sei die Schlaf
apnoe auch unter vermehrtem Alkohol
konsum (bis eine Flasche Gin in
nert Stun
den) prävalent aufgrund der Situation (Urk. 8/64 S. 5 f.).
3.3.3
Die Ärzte der
Z._
diagnostizierten in ih
rem Bericht vom 18. November 2013 ein Alkoholabhängigkeitssyndrom, ge
gen
wärtig abstinent in beschützender
Umgebung (ICD-10: F20.21) sowie einen Ver
dacht auf depressive und emotional instabile Persönlichkeitszüge. Sie führ
ten sodann aus, der Beschwerdeführer sei über seinen behandelnden Allge
mein
me
di
ziner zum somatischen Alkoholentzug und zur weiteren Stabilisierung zuge
wiesen worden. Es sei ein
benzodiazepingestützter
Entzug durchgeführt worden, auf welchen der Beschwerdeführer mit typischen leichten Entzugser
scheinungen reagiert habe. In der Folge sei der Entzug jedoch komplikationslos verlaufen und der Aufenthalt habe sich unauffällig gestaltet. Der Beschwerde
führer habe regelmässig am Stations- und Therapiealltag teilgenommen und habe sich stets freundlich und zugewandt gezeigt. Testpsychologisch habe sich der Verdacht auf depressive und emotional instabile Persönlichkeitszüge erhär
tet. Sie würden dahingehend eine weitere Exploration im ambulanten Rahmen sowie eine even
tuelle medikamentöse antidepressive Therapie empfehlen (Urk. 8/64 S. 1-4).
3.3.4
In seinem Bericht vom 24. Februar 2014 führte Dr.
Y._
aus, beim Be
schwer
deführer seien auch nach einer mehrwöchigen stationären
Entzugsbe
hand
lung
und einer vorübergehend deutlichen Reduktion des Alkoholkonsums unver
ändert psychopathologische und interaktionelle Auffälligkeiten festzu
stellen, die in Bezug auf eine krankheitswertige Beeinträchtigung der Arbeitsfä
higkeit rele
vant seien (Urk. 8/63).
4.
4.1
Die im Neuanmeldungsverfahren aufgelegten medizinischen Unterlagen enthal
ten keine Hinweise auf eine Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse seit der
Rentenaufhebung zu Beginn des Jahres 201
1.
Im Bericht des Spitals
A._
wird
gar auf eine Verbesserung der Lungenfunktion im Vergleich zur Vorun
ter
su
chung hingewiesen (Urk. 8/64 S. 6); während Dr.
D._
im Jahr 2010 von einer mittelschweren obstruktiven Ventilationsstörung gesprochen hat (oben E. 3.2.1), hält Dr.
E._
bloss noch eine leichte bis mittelschwere obstruktive
Ventila
tions
störung
für ausgewiesen (Urk. 8/64 S. 5 f.). Auch dem
Austrittsbe
richt
der
Z._
vom 18. November 2013 lassen sich keine Anhaltspunkte für eine Verschlechterung des Gesundheitszu
standes entnehmen.
Eine depressive Störung konnten die Klinikärzte aufgrund der erhobenen Be
fun
de
bei Eintritt und im Verlauf nicht mehr diagnostizieren (vgl. Urk. 8/64 S. 1 und 3).
Aus dem Bericht von Dr.
Y._
vom 24. Februar 2014 geht schliesslich her
vor, dass der Beschwerdeführer den Alkoholkonsum nach dem Entzug im Herbst 2013 zwar reduziert, die ihm auferlegte Abstinenz allerdings nicht eingehalten hat (Urk. 8/63). Eine Veränderung der Situation, wie sie im Zeitpunkt der
Ren
ten
aufhebung
bestanden hat, ist somit nicht er
kennbar.
4.2
Wie bereits ausgeführt (E. 1.2) spielt der Untersuchungsgrundsatz, wonach die Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des
rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen hat, im Neuanmeldungsverfahren nicht.
Entsprechend erweist sich der Einwand des Vertreters des Be
schwerde
führers, es
seien keine aktuellen Arztberichte eingeholt worden, als unbegrün
det. Die IV
Stelle forderte den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 11. Februar 2014 auf,
aktuelle Beweismittel zur Glaubhaftmachung einer wesentlichen Ver
änderung der tatsächlichen Verhältnisse seit Erlass der letzten Verfügung ein
zureichen
(Urk. 8/60). Da den in der Folge eingereichten Unterla
gen keine An
haltspunkte für eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes entnommen werden konnten
, ist es nicht zu beanstanden, wenn die IV
Stelle zum Schluss gelangte,
mit den aufgelegten Berichten sei es dem Beschwerde
führer nicht ge
lungen, eine
anspruchserhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse glaubhaft zu machen
.
4.3
Mit Einschreibebrief vom 16. Februar 2009 wurde der Beschwerdeführer von der
IV
Stelle auf seine Schadenminderungspflicht gemäss Art. 21
Abs.
4 des Bun
des
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) hin
ge
wiesen. Dabei wurde festgehalten, bei anhaltender Alkoholabstinenz sowie unter Fortführung einer ambulanten psychiatrischen/psychotherapeutischen Be
handlung sei von einer deutlichen Steigerung der Arbeitsfähigkeit auszugehen;
entsprechend werde er aufgefordert, die psychiatrische/psychotherapeutische Behandlung mit gelegentlicher Überprüfung der Alkoholabstinenz regelmässig fort
zu
setzen. Falls er sich dieser Massnahme nicht unterziehe, werde sein Ren
ten
an
spruch bei einer Rentenrevision so beurteilt, wie wenn die Massnahme durch
geführt worden wäre, was zur Einstellung oder Kürzung der Rente führen könne (Urk. 8/21). Im Rahmen des im Januar 2010 eröffneten
Rentenrevisions
ver
fahrens
wurde festgestellt, dass der Beschwerdeführer die ihm auferlegte
Al
ko
holabstinenz
nicht eingehalten hatte. Die IV
Stelle kam daher zum Schluss, dass die damals noch diagnostizierte
leichtgradige
depressive Störung unter Einhal
tung einer Alkoholabstinenz weitgehend rückläufig und der Beschwer
deführer ab Februar 2010 in einer angepassten Tätigkeit wieder zu 100 % ar
beitsfähig
ge
wesen wäre. Entsprechend wurde die dem Beschwerdeführer aus
gerichtete halbe Invalidenrente per Ende Februar 2011 eingestellt. Da der Be
schwerde
füh
rer
die ihm auferlegte Alkoholabstinenz nach wie vor nicht einhält, ist es durchaus angebracht, von einer andauernden Verletzung der
Schaden
minderungspflicht
auszugehen. Die dagegen in der Beschwerde enthaltenen Vorbringen gehen fehl;
wenn der behandelnde Psychiater und Vertreter des Beschwerdeführers
sozial
reha
bilitative
Massnahmen zur Eingliederung des Ver
sicherten in den ersten
Arbeitsmarkt fordert (Urk. 1 S. 2), ist nicht zu sehen, weshalb die Einhaltung einer Alkoholabstinenz unzumutbar sein sollte.
4.4
Nach dem Gesagten ist die IV
Stelle auf das Leistungsgesuch des Beschwerde
führers zu Recht nicht eingetreten. Die Beschwerde ist daher abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann (vgl. oben E. 1.3).
5.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600.-- festzulegen und ausgangsgemäss vom Beschwerdeführer zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).