Decision ID: 7e119f8f-5495-4a6e-bce9-8fe176d87a81
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1972 geborene
X._
arbeitete ab dem 1. September 2010 als Maurer bei der
Y._
AG und war
über diese
bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Mit Bagatellunfallmeldung vom 15. Dezember 2015 tei
lte die Arbeitgeberin mit, dem Versicherten sei am 11. Dezember 2015 auf dem Werkgelände beim Lösen eines Span
n
sets ein Metalldeckel auf den Kopf gefallen und er habe sich einen Schnitt am Schädel zugezogen (Urk. 11/1). Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen (Urk. 11/2).
Am 29. März 2018 meldete sich der Versicherte bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle teilte dem Versicherten mit Vor
bescheid vom 10. Januar 2020 mit, das Leistungsbegehren werde
voraussichtlich
abgewiesen (Urk. 11/37).
1.2
Am 20. Februar 2019 meldete sich der Versicherte erneut bei der Suva und teilte mit, bei ihm sei eine zervikale Läsion festgestellt worden
, welche mit dem Unfall vom Dezember 2015 zusammenhängen könne
(Urk. 11/5). Die Suva holte Be
richte bei den behandelnden Ärzten ein (Urk. 11/17, 11/19, 11/21
, 11/25
), legte die Unterlagen
der Kreisärztin zur Stellungnahme vor (Urk. 11/22) und verneinte mit Schreiben vom 16. September 2019 eine Leistungspflicht mit der Begründung, aufgrund der medizinischen Unterlagen
sei
kein sicherer oder wahr
scheinlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 11. Dezember 2015 und den gemeldeten Beschwerden
ausgewiesen
(Urk. 11/28).
Der Versicherte erklärte sich
am 20
.
November 2019
mit dieser Entscheidung nicht einverstanden (Urk. 11/35), w
orauf
die Suva weitere medizinische Unterlagen
zu den Akten nahm
(Urk. 11/38) und den Sachverhalt nochmals
kreisärztlich
beurteilen liess (Urk. 11/39). Am 26. Mai 2020
verfügte sie im angekündigten Sinne und ver
weigerte dem Versicherten die Versicherungsleistungen (Urk. 11/42). Dagegen er
hob der Versicherte am 9. Juni 2020 Einsprache (Urk. 11/47),
welche mit Ent
scheid vom 10. August 2020 abgewiesen wurde (Urk. 2 [= Urk. 11/52]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 9. September 2020 Beschwerde und beantragte sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Entscheids und die Neubeurteilung seines Leistungsanspruchs (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom
26. Oktober 2020 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 10), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 29. Oktober 2020 zur Kenntnis
gebracht wurde (Urk. 12). Mit Eingabe vom
4.
Februar 2021 liess sich der Be
schwerdeführer erneut vernehmen (Urk. 13) und reichte weitere Unterlagen zu den Akten (Urk. 14/1-4),
die
der Beschwerdegegnerin am 11. Februar 2021 zur Kenntnisnahme zugestellt wurde
n
(Urk. 15).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt aus
gebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der Unfall hat sich am
11. Dezember 2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis
zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Die in Rechtskraft erwachsene Verweigerung weiterer Leistungen durch den obligatorischen Unfallversicherer schliesst die spätere Entstehung eines An
spruchs, der sich aus demselben Ereignis herleitet, nicht unter allen Umständen aus. Vielmehr steht ein solcher Entscheid unter dem Vorbehalt späterer An
passung an geänderte unfallkausale Verhältnisse. Dieser in der Invaliden
versicherung durch das Institut der Neuanmeldung geregelte Grundsatz gilt auch im Unfallversicherungsrecht, indem es der versicherten Person jederzeit freisteht, einen Rückfall oder Spätfolgen eines rechtskräftig beurteilten Unfallereignisses geltend zu machen (vgl. Art. 11 UVV) und erneut Leistungen der Unfall
versicherung zu beanspruchen. Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem andersgearteten Krankheitsbild führen können (BGE 144 V 245 E. 6.1, 118 V 293 E. 2c, je mit Hinweisen)
.
1.4
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfall
ereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfall
versicherung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheits
schädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
). Es obliegt dem Leistungsansprecher, das Vorliegen eines Kausalzusammenhangs zwischen dem als Rückfall oder Spätfolge geltend gemachten Beschwerdebild und dem Unfall nachzuweisen. Nur wenn die Unfall
kausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, entsteht eine erneute
Leistungspflicht des Unfallversicherers; dabei sind an den Wahrscheinlichkeits
beweis umso strengere Anforderungen zu stellen, je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist. Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus (Urteile des Bundesgerichts 8C_627/2020 vom 10. Dezember 2020 E. 2.3 und 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.2, je mit Hinweisen).
1.5
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Ver
sicherungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Ver
sicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab
klärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entschei
d damit, dass die vom Beschwerdeführer aktuell
g
eklagten Beschwerden nach Einschätzung der Kreisärztin nicht überwiegend wahrscheinlich durch das Ereignis hervorgerufen worden seien. Es sei davon auszugehen, dass es
beim Unfall
zu keinen struktu
rellen Läsionen gekommen
sei
. Eine Verletzung der Halswirbelsäule hätte zu einer ärztlichen Konsultation und einer Bildgebung geführt. Die Bildgebungen der Brustwirbelsäule hätten
sodann
eine überaus degenerativ veränderte Wirbelsäule gezeig
t. Die
als Rückfall gemeldeten Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule seien nicht auf den Unfall vom 1
1.
Dezember 2015 zurückzuführen
(Urk. 2 S. 5
ff.
).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer
im Wesentlichen
geltend, er habe bereits im Jahr 2017 seinen Hausarzt wegen Beschwerden an der Halswirbelsäule aufgesucht. Die Beschwerdegegnerin habe nicht genügen
d
Informationen, um sicher festzustellen, dass der Unfall vom 11. Dezember 2015 nicht Ursache für die
zwischenzeitliche
Operation an der Halswirbelsäule gewesen
sei
. Er wolle eine Untersuchung durch einen Kreisarzt.
Vor dem Unfall habe er keine Beschwerden
an der Halswirbelsäule gehabt, weshalb er mit der Entscheidung der Beschwerde
gegnerin nicht einverstanden sei (Urk. 1).
3.
3.1
Am
11. Dezember 2015 wurde der Beschwerdeführer in der Notfallpraxis des Spitals
Z._
behandelt. Im Kurzbericht hielt
Dr.
med.
A._
, Fach
ärztin Allgemeine Innere Medizin, fest, der Beschwerdeführer habe bei der Arbeit im Werkhof den Lieferwagen abladen wollen. Dabei sei ihm der Deckel einer Stahlkiste auf den Kopf geprallt. Der Beschwerdeführer habe sich eine Riss
quetschwunde
(RQW)
und eine Schürfung zugezogen. Es habe keine Zeichen e
iner Commotio gegeben,
a
m
Kopf
,
oberhalb der Stirn,
aber
ein grosses Hämatom mit einer circa 3 cm lange
n
quer verlaufenden Rissquetschwunde
; d
istal habe er Schürfungen
davon
getragen. Die Wundversorgung sei mit drei Klammern sowie einem Verband mit
Fettgaze
erfolgt. Eine Arbeitsunfähigkeit wurde von Dr.
A._
nicht attes
tiert
(Urk. 11/8)
.
3.2
Die am 6. Oktober 2017 durch
Dr.
med.
B._
, Facharzt Radiologie,
durchgeführte
MR
T
der Brustwirbelsäule sowie der Schulter zei
gte
multiple kleine thorakale
Diskushernierungen
ohne bildmorphologischen Wurzelkontakt. Die
Neuroforamen
seien frei und es habe sich keine entzündliche oder neoplastische Pathologie gezeigt. Rechts habe eine
mediolaterale
Diskus
hernie im Segment HWK 6/7 mit fakultativer Reizung der Wurzel C7 festgestellt werden können. Angaben einer korrelierenden
radikulären
Symptomatik würden keine vorliegen. In der rechten Schulter sei eine leichte
Tendinopathie
der langen
Bizepssehne
mit Strukturalterationen und
Enhancement
im Bereich des
Bizeps
ankers
sowie im Bereich des
posterosuperioren
Labrums ausgewiesen. Sodann würden Hinweise auf eine SLAP-Läsion Typ II bestehen.
Es
bestehe ein leichtes Ödem im Bereich des
Rotatorenintervalls
und Resorptionszysten im Bereich des
Tuberculum
minus.
Klinisch würden Hinweise für eine
subkorakoideales
Impingement
bestehen. Die
Rotatorensehnen
seien intakt und es sei kein Riss ab
grenzbar (Urk. 11/38).
3.3
Im Arztzeugnis vom 25. Mai 2019 erklärte
Dr.
med.
C._
, Fachärztin Physikalische Medizin und Rehabilitation, bezüglich des Unfalls nicht dokumentiert
zu sein. Der Beschwerdeführer sei seit 8. Januar 2018 bei ihr in Behandlung. Befundmässig notierte sie ausgedehnte muskuläre Verspannungen von
cervical
bis lumbal beidseits sowie diffuse
Dysästhesien
im rechten Arm und belastungsabhängige Schmerzen
lumbosacral
mit Ausstrahlungen ins rechte Bein.
Dr.
C._
diagnostizierte ein chronisches
lumboradikuläres
Reizsyndrom S1 rechts bei Diskushernie L5/S1 sowie ein chronisches
Cervicovertebralsyndrom
mit
radikulärem
Reizsyndrom bei Diskushernien BWK 1/2, 3/4 und 4/
5.
Sodann attestierte sie dem Beschwerdeführer krankheitsbedingt vom 1
7.
bis 3
0.
April 2019 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit; ab dem
1.
Mai 2019 sei der Beschwerde
führer jedoch
zu
100
%
arbeitsfähig (Urk. 11/19).
Mit ärztlichem Zwischenbericht vom 22. Juli 2019 ergänzte
Dr.
C._
, der Beschwerdeführer leide an
chronifizierten
Rückenschmerzen, die er auf den Un
fall vom Dezember 2015 zurückführe. Es würden jedoch fortgeschrittene degenerative Veränderungen im thorakalen und lumbalen Bereich bestehen. Sie kenne den Beschwerdeführer erst seit dem Jahr 2017, weshalb sie die Unfall
kausalität nicht beurteilen könne (Urk. 11/25).
3.
4
Am 16. Juli 2019 nahm Kreisärztin
med.
pract
.
D._
, Fachärztin Chirurgie, Stellung. Sie erklärte, eine Kopfkontusion ohne
Commotiozeichen
heile folgenlos ab und sei nicht verantwortlich für Diskushernien, welche einen degenerativen Hintergrund hätten, oder Jahre später auftretende Verspannungen (Urk. 11/22).
Am 10. Februar 2020 nahm Kreisärztin
med.
pract
.
D._
eine
abschliessende
ärztliche Beurteilung vor. Sie
hielt fest
, dass der Beschwerde
führer
nach
der Vor
stellung im Spital
Z._
im Jahr 2015
mit einer Rissquetschwunde, einem Hämatom und einer Schürfung am Kopf
und deren Versorgung keine weiteren medizinischen Konsultationen wegen zervikalen Beschwerden in Anspruch ge
nommen habe. Das MRI der Brustwirbelsäule
vom
6.
Oktober 2017
habe aus
geprägte degenerative Veränderungen gezeigt. Diese hätten sich auch im Bereich de
r Halswirbel
C6/C7
präsentiert
.
Sie
wies sodann darauf hin, dass die behandelnde Ärztin Dr.
C._
ebenfalls von ausgeprägten degenerativen Ver
änderungen berichtet habe.
Die Kreisärztin
kam zum Schluss, es sei nicht über
wiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerden, die der Beschwerdeführer aktuell beklage, durch das damalige Ereignis hervorgerufen worden sein könnten. Es sei davon auszugehen, dass es zu
jenem
Zeitpunkt zu keinen strukturellen Läsionen gekommen sei. Eine Verletzung der Halswirbelsäule, welche zu einer strukturellen Veränderung geführt hätte, hätte zu einer ärztlichen Konsultation und einer Bild
gebung geführt. Die vorhandene Bildgebung zeige eine überaus degenerativ ver
änderte Wirbelsäule. Die muskulären Verspannungen seien deswegen ebenfalls nicht überwiegend wahrscheinlich ein Rückfall in Bezug auf das Ereignis vom 1
1
. Dezember 2015 (Urk. 11/39).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspracheent
scheid vom 10. August 2020
(Urk. 2) in medizinischer Hinsicht
im Wesentlichen
auf die Beurteilung
der
Kreisärztin
med.
pract
.
D._
,
welche
diese in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben hatte.
Sie
setzte sich mit den erhobenen Befunden aus
einander, nahm dabei in nachvollziehbarer und begründeter Weise Stellung und verwies auch darauf, dass die
behandelnde Ärztin des Beschwerdeführers eben
falls von erheblichen degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule ausging und sich nicht zur Unfallkausalität äussern konnte
(E. 3.4)
.
Entgegen den Ein
wendungen des Beschwerdeführers ist die Stellungnahme de
r
Versicherungs
mediziner
in
nachvollziehbar und begründet. Der Bericht von
Kreisärztin med.
pract
.
D._
vom 10. Februar 2020 (Urk. 11/39) vermag die an eine beweis
kräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen zu erfüllen (E. 1.5). Eine Untersuchung durch den Versicherungsmediziner war sodann nicht angezeigt, da auch Aktengutachten voller Beweiswert zukommt, sofern – wie im konkreten Fall – ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil des Bundes
gerichts 8C_641/2011 vom 22. Dezember 2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen).
4.2
Soweit
der Beschwerdeführer geltend macht, die Beschwerdegegnerin habe die Umstände des Unfalls nicht weiter abgeklärt, ist festzuhalten, dass bei einem ver
gleichsweise harmlosen Unfall mit günstigem Heilungsverlauf und während relativ kurzer Zeit in Anspruch genommen
en
Leistungen der Fall stillschweigend abgeschlossen
werden kann
(Urteil des Bundesgerichts 8C_185/2008 vom 1
0.
Dezember 2008 E. 4.3 mit Hinweis)
. Bei Geltendmachung eines Rückfalls oder von Spätfolgen
obliegt es
diesfalls
dem Beschwerdeführer, das Vorliegen eines Kausalzusammenhangs zwischen dem als Rückfall oder Spätfolge geltend gemachten Beschwerdebild und dem Unfall nachzuweisen. Nur wenn die Unfall
kausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, entsteht eine erneute Leistungspflicht des Unfallversicherers.
Diesbezüglich
ist auf die
Rechtsprechung hinzuweisen, wonach es
der medizinischen Erfahrungstatsache
entspricht
, dass praktisch alle
Diskushernie
n bei Vorliegen degenerativer Bandscheiben
veränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weit
gehend unfallbedingt kann eine
Diskushernie
betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der
Diskushernie
(vertebrales oder
radikuläres
Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit auftreten (Urteile des Bundesgerichts U 138/99 vom 8. Februar 2000 = RKUV
2000 Nr. U 379 S. 192 ff. E. 2a am Ende, 8C_346/2008 vom 11. November 2008 E. 3.2.1, 8C_492/2009 vom 21. Dezember 2009 E. 6.3.2, 8C_1009/2009 vom 4. Mai 2010 E. 3.1.1).
Der
Beschwerdeführer
war
nach dem Unfallereignis vom 11. Dezember 2015 arbeitsfähig und Hinweise au
f eine Commotio wurden ver
neint, ein vertebrales oder
rudikuläres
Syndrom nicht
befundet
(E. 3.1). D
emnach sind die Voraussetzung der unverzüglichen Symptom
entfa
ltung und der sofortigen Arbeitsunfähigkeit nicht erfüllt
, weshalb keine
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin besteht
.
Hieran vermögen schliesslich au
ch
die im Beschwerdeverfahren
neu
eingereichten Berichte
(Urk. 3/2-5
; 14/1-4
)
nichts zu ändern. Zum einen bildet der angefochtene Einspracheentscheid in zeitlicher Hin
sicht die Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 130 V 445 E. 1.2), weshalb
der Bericht
vom
24. August 2020
(
Urk.
3/
5)
ohnehin nicht zu berück
sichtigen wäre. Zum anderen
geht aus keinem der ä
rztliche
n
Berichte
hervor
,
dass die geklagten Rückenschmerzen in einem
unfallkausalen Zusammenhang
stehen könnten
.
Weitere medizinische Abklärungen sind in Anbetracht des Vorgenannten offen
sichtlich nicht angezeigt, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung darauf zu verzichten ist (BGE 127 V 491 E. 1b mit Hinweisen).
4.3
Zusammenfassend ist der Einschätzung
der Kreisärztin
folgend davon auszu
gehen, dass das Unfallereignis vom 1
1.
Dezember 2015 keine weiteren Unfall
folgen verursacht hat.
Die
im
Jahr 2019
gemeldeten Beschwerden
sind nicht
über
wiegend wahrscheinlich
durch
diesen
Unfall
verursacht worden
. Die Beschwerdegegnerin hat einen Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen im Zusammenhang mit dem Unfall vom
11. Dezember 2015
zu Recht verneint.
5.
Der angefochtene Entscheid erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt