Decision ID: c5ede6a4-101b-514b-bd53-7a1c49dac395
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Anwaltskanzlei St. Jakob,
St. Jakob Strasse 37, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 5. September 2005 unter Hinweis auf diverse
gesundheitliche Probleme zum Bezug einer Rente bei der IV-Stelle des Kantons St.
Gallen an (IV-act. 1-1 ff.).
A.b Am 21. September 2005 erstattete die Firma B._ einen Arbeitgeberbericht.
Darin wurde ausgeführt, dass der Versicherte seit dem 1. Dezember 1995 als Mit
arbeiter Weberei beim Unternehmen tätig sei. Vor Eintritt des Gesundheitsschadens
habe er im Vollzeitpensum gearbeitet, seit 19. August 2004 sei er nicht mehr
arbeitstätig gewesen (IV-act.7-1 ff.).
A.c Am 13. Oktober 2005 meldete sich der Versicherte zum Bezug einer Hilflosenent
schädigung bei der IV-Stelle an. Er benötige Hilfe beim An- und Auskleiden, beim
Aufstehen, Absitzen sowie Abliegen und die Nahrung müsse ans Bett gebracht werden
(IV-act. 9-1 ff.).
A.d Am 14. Januar 2006 erstattete der behandelnde Arzt Dr. med. C._, FMH
Allgemeinmedizin, einen Arztbericht. Er diagnostizierte mit Auswirkungen auf
die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbovertebrogenes Schmerzsyndrom bei/mit
Spondylose Th12-L1, Spinalkanalstenose L4-L5 und Spondylarthrose L4-S1, eine
Gonarthrose und Femoropatellararthrose beidseits, eine depressive Entwicklung,
Adipositas, Asthma bronchiale bei/mit Status nach Asbestexposition und einen Status
nach Pleuraerguss 1995 sowie eine ausgeprägte Stamm- und Astvarikosis beidseits
und attestierte eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit ab 28. August 2004 sowie ab 18. März
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2005 bis auf Weiteres auch für leichte, wechselbelastende Tätigkeiten und eine
50 %ige Arbeitsunfähigkeit vom 14. bis 17. März 2005 (IV-act. 29-1 ff.).
A.e Mit Verfügung vom 9. Februar 2006 wies die IV-Stelle den Antrag des
Versicherten auf eine Hilflosenentschädigung ab (IV-act. 35-1 ff.).
A.f Am 3. April 2006 erstattete Dr. med. D._, Facharzt Angiologie, einen Bericht. Er
diagnostizierte eine primäre Varikosis beidseits, eine schwere chronifizierte
Schmerzstörung mit depressiver Verstimmung und Somatisierungsstörung, ein
chronisches lumbovertebrogenes Schmerzsyndrom, Adipositas, eine Gonarthrose und
Femoropatellararthrose beidseits, Asthma bronchiale, eine bekannte Pleuraverdickung,
eine chronische Gastritis, einen Status nach chronischer und bakterieller Prostatitis
2002 sowie einen chronischen Nikotinabusus (IV-act. 37-1 ff.).
A.g Im Auftrag der IV-Stelle wurde durch die Ärztliche Begutachtungsinstitut (ABI)
GmbH in Basel am 10. Juli 2007 ein polydisziplinäres Gutachten erstellt, das als
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein Asthma bronchiale (ICD-10 J45.1),
ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bilateral linksbetont (ICD-10
M54.4), anamnestisch eine Gonarthrose und Femoropatellararthrose beidseits (ICD-10
M17.0), eine radiomorphologisch beginnende Ellbogengelenksarthrose rechts (ICD-10
M19.9) sowie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode
(ICD-10 F33.0), anführte; die Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Versicherten in einer
adaptierten Tätigkeit betrage 50 % (IV-act. 60-1 ff.).
A.h Mit Vorbescheid vom 3. Januar 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten ab
1. August 2005 die Zusprache einer halben Rente der Invalidenversicherung in Aussicht
(IV-act. 71-1 ff.). Der Invaliditätsgrad betrage 55 % (Valideneinkommen Fr. 65'132.--,
Invalideneinkommen Fr. 29'514.--).
A.i Der Versicherte liess am 4. Februar 2008 Einwand gegen den Vorbescheid
erheben und beantragen, es sei eine Oberbegutachtung durchzuführen (IV-act. 75-1
ff.).
A.j Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die ABI GmbH am 4. März 2008 die Stellung
nahme zum Einwand des Versicherten vom 4. Februar 2008. Die Gutachter bestätigten
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ihre Ausführungen im Gutachten vom 10. Juli 2007 und führten zudem aus, ein leichtes
und ideal adaptiertes Pensum, wie aus somatischer Sicht vorgegeben, sei in nachvoll
ziehbarer Weise bei der sehr geringen Einschränkung aus psychiatrischer Sicht ohne
zusätzliche Einbusse möglich und zumutbar; die Einschränkungen somatischer und
psychiatrischer Sicht seien nicht zu addieren (IV-act. 78-1 f.).
A.k Mit Verfügung vom 15. Mai 2008 sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab
1. August 2005 eine halbe Rente der Invalidenversicherung zu (IV-act. 85-1 ff.).
A.l Gegen diese Verfügung richtete sich die am 19. Juni 2008 erhobene
Beschwerde. Darin wird beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es
sei dem Versicherten spätestens ab 1. Juni 2005 eine ganze Invalidenrente
zuzusprechen; eventualiter seien weitere Abklärungen vorzunehmen. Zur Begründung
wurde im Wesentlichen ausgeführt, das ABI-Gutachten vom 10. Juli 2007 sei in
wesentlichen Punkten mangelhaft und nicht nachvollziehbar, die Arbeitsunfähigkeit
müsse angemessen erhöht und vom Invalideneinkommen ein mindestens 20 %iger
Leidensabzug vorgenommen werden. Zudem sei der Beginn der langandauernden
Krankheit auf Juni und nicht August 2004 zu legen, folglich entstehe ein Anspruch auf
eine ganze Invalidenrente bereits ab Juni 2005 (IV-act. 94-1 ff.).
A.m Am 14. Juli 2008 widerrief die IV-Stelle die Verfügung vom 15. Mai 2008. Sie
führte aus, dass dem Versicherten nach Durchführung der notwendigen Abklärungen
eine neue beschwerdefähige Verfügung zugestellt werde (IV-act. 109-1 f.). Daraufhin
schrieb das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen das Verfahren mit Entscheid
vom 17. Juli 2008 (IV 2008/289) ab (IV-act. 114-1 ff.).
A.n Auf Anfrage der IV-Stelle nahm die ABI GmbH mit Schreiben vom 19. August
2008 Stellung zur Beschwerde des Versicherten (IV-act. 119-1 f.). Die Gutachter führten
zusammenfassend aus, dass in der Beschwerdeschrift keine Aussagen gemacht
würden, die neu zu berücksichtigen wären oder zu einer veränderten Einschätzung der
Situation führten. Am bestehenden ABI-Gutachten vom 10. Juli 2007 werde
vollumfänglich festgehalten (IV-act. 119-2).
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A.o Mit Vorbescheid vom 25. März 2009 stellte die IV-Stelle dem Versicherten neu
bereits ab 1. Juni 2005 die Zusprache einer halben Rente der Invalidenversicherung in
Aussicht (IV-act. 138-1 ff.). Der Invaliditätsgrad betrage nach wie vor 55 %
(Valideneinkommen Fr. 65'132.--, Invalideneinkommen Fr. 29'514.--).
A.p Der Versicherte liess am 11. Mai 2009 Einwand gegen den Vorbescheid erheben
(IV-act. 140-1 f.).
A.q Im Auftrag der IV-Stelle erstatteten die behandelnden Ärzte der Klinik E._ am
18. August 2009 einen Bericht. Der Versicherte sei vom 12. Mai bis 10. Juni 2009 in
stationärer Behandlung gewesen. Als Einweisungsgrund wurde eine zunehmende
latente Suizidalität genannt (IV-act. 152-7 ff.). Die Ärzte diagnostizierten mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradige Episode (ICD 10: F 33.1), eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
(ICD 10: F 45.4) sowie ein nichtallergisches Asthma bronchiale (ICD 10: J 45.1) und
attestierten eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit in der Zeit vom 12. Mai bis 10. Juni 2009
(IV-act. 150-2 ff.).
A.r Im Auftrag der IV-Stelle erstatteten die behandelnden Ärzte des Medizinischen
Zentrums F._ am 27. August 2009 einen Bericht. Sie diagnostizierten mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode, eine
Somatisierungsstörung, Adipositas per magna, ein chronisches lumbovertebrales
Schmerzsyndrom bei Spondylose Th12-L1, eine Spinalkanalstenose L4/L5 und
Spondylarthrose L4/S1, eine Osteochondrose L2/3, L4/5, eine Gonarthrose und
Femoropatellararthrose beidseits, ein Asthma bronchiale bei Status nach
Asbestexposition und einen Status nach Pleuraerguss 1995 sowie eine ausgeprägte
Stamm- und Astvarikosis beidseits und attestierten eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit seit August 2004 (IV-act. 149-1 ff.).
A.s Im Auftrag der IV-Stelle erstattete schliesslich Hausarzt Dr. C._ am
24. September 2009 einen Bericht. Er diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit eine rezidivierende depressive Störung mit latenter Suizidalität und attestierte
eine 30-35 %ige Arbeitsfähigkeit für eine behinderungsangepasste Tätigkeit (IV-act.
152-2 ff.).
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A.t Der regionale ärztliche Dienst Ostschweiz (RAD) hielt am 13. Oktober 2009 in
einer internen Stellungnahme fest, dass eine "Vergleichsbegutachtung" mit
psychiatrischem Schwerpunkt anzuordnen sei (IV-act. 153-2).
A.u Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die ABI GmbH am 16. März 2010 ein
polydisziplinäres Verlaufsgutachten (Untersuchungsdatum 27. Januar 2010). Die
Gutachter diagnostizierten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein Asthma bronchiale,
ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Ausfälle, eine
mässige Femoropatellararthrose beidseits, eine beginnende Ellbogenarthrose rechts,
einen anamnestischen Status nach wiederholter OSG-Distorsion beidseits, eine leichte
depressive Episode sowie eine Somatisierungsstörung. Sie attestierten eine 50 %ige
Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten, adaptierten Tätigkeit (IV-act. 163-1 ff.).
A.v Am 21. Juni 2010 erfolgte die Stellungnahme der Ärzte des Medizinischen
Zentrums F._ bezüglich des psychiatrischen ABI-Teilgutachtens. Der Versicherte sei
aus psychiatrischer Sicht – im Gegensatz zum ABI-Teilgutachten, worin bloss von einer
20 %igen Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht ausgegangen werde –
mindestens zu 70 % arbeitsunfähig (IV-act. 173-1 f.).
A.w Der RAD hielt am 21. Juli 2010 in einer internen Stellungnahme fest, auf die Be
gutachtung der ABI GmbH vom März 2010 könne vollumfänglich abgestellt werden (IV-
act. 174-2).
A.x Mit Verfügung vom 5. Oktober 2010 bejahte die IV-Stelle ab 1. Juni 2005 den
Anspruch des Versicherten auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung (IV-act.
180-1 ff.).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 5. Oktober 2010 richtet sich die von Fürsprecher lic.iur.
Daniel Küng für den Versicherten am 28. Oktober 2010 erhobene Beschwerde (act.
G 1). Beantragt werden unter Kosten- und Entschädigungsfolge die Aufhebung der
Verfügung und die Zusprache einer ganzen Invalidenrente ab Juni 2005. Eventualiter
sei dem Beschwerdeführer eine Dreiviertelsrente ab Juni 2005 zuzusprechen und zu
entrichten; subeventualiter sei die Angelegenheit zwecks Vornahme weiterer
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Abklärungen im Sinne der Erwägungen und anschliessender Neuverfügung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung wird ausgeführt, es werde
zunächst auf die Ausführungen in der Beschwerde vom 19. Juni 2008 (act. G 1.2)
hinsichtlich des ABI-Gutachtens vom 10. Juli 2007 verwiesen; diese seien Bestandteil
der vorliegenden Beschwerde. Die Ausführungen, dass die unter Ziff. 5.2 des
Gutachtens 2007 aufgeführten Diagnosen allesamt keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit hätten, seien sehr apodiktisch, erschienen zumindest aber nicht
überwiegend wahrscheinlich. Zudem habe offenbar sogar die Beschwerdegegnerin die
Ausführungen des Beschwerdeführers nicht als völlig abwegig erachtet, da sie
andernfalls ihre Verfügung (vom 15. Mai 2008) wohl kaum pendente lite widerrufen
hätte. Der Beschwerdeführer gehe im Weiteren davon aus, dass die Unabhängigkeit
des ABI im vorliegenden Fall nicht mehr gegeben sei, da die Gutachter des ABI nicht in
der Lage seien, mit sachlicher Kritik umzugehen. Das ABI-Gutachten vom 16. März
2010 sei im Übrigen weder ein Verlaufs- noch ein neues Gutachten, da u.a. die im
ersten Gutachten gestellten Diagnosen im Gutachten 2010 nicht mehr vorhanden
seien. Im Weiteren liege nach Auffassung des ABI in psychiatrischer Sicht eine leichte
depressive Episode vor. Dies, obwohl die Ärzte der Klinik F._ eine mittelgradige
depressive Episode diagnostiziert sowie die Arbeitsunfähigkeit auf 70 % geschätzt
hätten und der Beschwerdeführer vier Suizidversuche begangen habe. Obwohl er
täglich im Imbiss seiner Tochter arbeite, betrage seine wirkliche Arbeitsleistung
zwischen 20 und 30 % und der Invaliditätsgrad mindestens 70 bis 80 %. Daher habe
der Beschwerdeführer ab Juni 2005 zumindest Anspruch auf eine Dreiviertelsrente.
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 10. Januar 2011 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Sie führt aus, wieso die Arbeitsfähigkeit trotz leichter
Änderung der Diagnosen zwischen der ersten und der zweiten Begutachtung gleich
geblieben sei, gehe sowohl aus dem zweiten ABI-Gutachten als auch der Stellung
nahme des RAD-Arztes vom 21. Juli 2010 hervor. Dass Probleme mit dem Bewegungs
apparat nach einer Gewichtsreduktion um 17 kg abnähmen, leuchte jedem medi
zinischen Laien ein. Obwohl der Beschwerdeführer bei der ersten ABI-Begutachtung
gar nicht und bei der zweiten kaum unter Einfluss von Psychopharmaka gestanden
habe, habe er nur einen leicht depressiven Eindruck hinterlassen. Wenn er die
verschriebenen Medikamente ordnungsgemäss einnehmen würde, wäre er
möglicherweise gar nicht mehr depressiv. Da der Beschwerdeführer bereits zweimal
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unwahre Aussagen betreffend Medikamenteneinnahme gemacht habe, seien seine
Angaben z.B. betreffend Schmerzen oder Suizidversuche mit Vorsicht zu geniessen.
Die ABI-Experten hätten diesen Aspekt berücksichtigt, während der behandelnde
Psychiater offenbar nie überprüft habe, ob der Beschwerdeführer die verordneten
Medikamente einnehme. Im Weiteren könne das Abstellen nur auf die Meinung der
behandelnden Ärzte sogar eine derart schwere Verletzung der Abklärungspflicht
darstellen, dass später eine Wiedererwägung wegen offensichtlicher Unrichtigkeit in
Betracht zu ziehen sei. Es seien keine Gründe erkennbar, warum gerade im
vorliegenden Fall der behandelnde Psychiater die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers zuverlässiger als die ABI-Gutachter einschätzen könne. Somit sei
von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer leidensadaptierten Tätigkeit auszugehen
(act. G 5).
B.c Am 19. Januar 2011 lässt der Beschwerdeführer Replik erstatten. Er führt im
Wesentlichen aus, wenn das ABI tatsächlich davon ausgehen würde, dass bei korrekter
Einnahme der Medikamente die gesundheitlichen Beschwerden geringer wären, stelle
sich die Frage, wieso das Gutachten dies nicht konkret besage. Vor allem müsste dem
Beschwerdeführer nachgewiesen werden können, dass ihm eine sinnvolle Medikation
verschrieben worden sei, dass diese bei einer korrekten Einnahme zu einer wesent
lichen Besserung des Gesundheitszustandes führen würde und sich der Beschwerde
führer nicht an dies halte. All dies sei nicht aktenkundig. Aus den verschiedensten
Medikamenten könne im Weiteren geschlossen werden, dass der Beschwerdeführer
allem Anschein nach bereits alles probiert habe, offensichtlich vergebens. Wenn der
Leidensdruck derart gering wäre, sei schliesslich fraglich, weshalb der Beschwerde
führer bereits mehrere Male versucht habe, sich das Leben zu nehmen (act. G 9).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 11).
B.e Am 28. September 2012 wies die zuständige Verfahrensleiterin den
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers auf eine nach einer möglichen Rückweisung
der Streitsache an die Verwaltung drohende Schlechterstellung (reformatio in peius)
und auf die Möglichkeit hin, einer solchen durch einen Beschwerderückzug zu
entgegnen (act. G 13).
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B.f Mit Schreiben vom 14. Dezember 2012 hielt der Beschwerdeführer an der Be
schwerde fest (act. G 20).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien sind Höhe und Beginn des Rentenanspruchs des Beschwerde
führers umstritten.
1.1 Am 1. Januar 2012 sind die im Zug des ersten Teils der 6. Revision revidierten
Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20)
und der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in Kraft getreten.
In materiellrechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass
der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des ange
fochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu
den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467
E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin hat die angefochtene
Verfügung am 5. Oktober 2010 (IV-act. 180-1 ff.) und somit vor Inkrafttreten der 6. IV-
Revision erlassen. Gemäss übergangsrechtlichem Grundsatz werden nachfolgend die
zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses anwendbaren Bestimmungen wiedergegeben.
1.2 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs
unfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.3 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unter
lagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Ver
fügung zu stellen haben. Aufgabe der medizinischen Fachperson ist es, den Gesund
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heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be
züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261
E. 4).
1.3.1 Die Versicherungsträger und die Sozialversicherungsgerichte haben die Be
weise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten.
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die
Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische
These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen der Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den
Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht
oder Gutachten (BGE 125 V E. 3a mit Hinweis auf BGE 122 V 160 f.).
1.3.2 Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweis
würdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer
Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. Den im
Rahmen des Verwaltungsverfahrens vom Versicherungsträger eingeholten Gutachten
von externen medizinischen Fachpersonen, die auf Grund eingehender Beobachtungen
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweis
würdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (zum Ganzen BGE 125 V 353 f. E. 3b und c). Je
substanzieller sich eine medizinische Fachperson äussert, umso höher ist der Beweis
wert ihrer Aussage (Rudolf Rüedi, Das medizinische Gutachten - Erwartungen
des Sozialversicherungsrichters an den Arzt, in: Gabriela Riemer-Kafka [Hrsg.],
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Medizinische Gutachten, Zürich 2005, S. 80). Liegen unterschiedliche, sich wider
sprechende Expertenmeinungen vor, wird diejenige Begutachtung obsiegen, die
lückenlos dokumentiert ist und durch eine schlüssige Beurteilung zu überzeugen ver
mag: kurz, es kommt auf die Qualität an (J. Meine, die ärztliche Unfallbegutachtung in
der Schweiz - Erfüllt sie die heutigen Qualitätsanforderungen?, in: Swiss Surg 1998;
4: 54).
1.4 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz (vgl. Art. 43 Abs. 1
und Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der Versicherungsträger bzw. im Be
schwerdefall das Gericht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen ab
zuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien gebunden zu sein. Verwaltungs
behörden und Sozialversicherungsgericht haben zusätzliche Abklärungen stets vorzu
nehmen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten
ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a in fine).
2.
Es stellt sich vorab die Frage, ob die vorliegenden ABI-Gutachten als medizinische
Grundlagen für die Bemessung des Invaliditätsgrades beigezogen werden können.
2.1 Die ABI GmbH zählt zu den medizinischen Abklärungsstellen (MEDAS) im Sinn
von Art. 72 IVV. Im Grundsatzurteil BGE 137 V 210 hat das Bundesgericht einlässlich
und in Berücksichtigung aller in Betracht fallenden Gesichtspunkte zur Beschaffung
medizinischer Entscheidungsgrundlagen durch externe Begutachtungsinstitute wie die
MEDAS in der Invalidenversicherung Stellung genommen und diese – wie bereits früher
(vgl. statt vieler Urteil des Bundesgerichts 9C_500/2009 vom 24. Juni 2009, E. 2.1 mit
Hinweis) – als verfassungs- und konventionskonform erklärt.
2.2 Die ABI GmbH hat nach einer internistischen/allgemeinmedizinischen, psychi
atrischen und rheumatologischen Untersuchung des Beschwerdeführers am 6. Juni
2007 sowie einer pneumologischen Untersuchung am 8. Juni 2007 am 10. Juli 2007
als Hauptdiagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein Asthma bronchiale, ein
chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bilateral linksbetont,
anamnestisch eine Gonarthrose und Femoropatellararthrose beidseits, eine
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radiomorphologisch beginnende Ellbogengelenksarthrose rechts sowie eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode, genannt (IV-act.
60-20). Aus polydisziplinärer Sicht könne festgestellt werden, dass beim
Beschwerdeführer eine volle Arbeitsunfähigkeit in der angestammten, körperlich mittel
bis schwer belastenden beruflichen Tätigkeit festzustellen sei, und dass nur noch eine
50 %ige, ganztags verwertbare Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer körperlich
leichten, adaptierten, wechselbelastenden beruflichen Tätigkeit bestehe. Die
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sei ab März 2005 anzunehmen. Ab
jenem Zeitpunkt sei auch die Einschränkung auf eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit in einer
Verweisungstätigkeit zu postulieren (IV-act. 60-22).
2.2.1 Der psychiatrische Gutachter diagnostizierte mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, aktuell leichte Episode, und
attestierte eine 20 %ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 60-13).
2.2.2 Der rheumatologische Gutachter diagnostizierte ein chronisches
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bilateral linksbetont, anamnestisch eine
Gonarthrose und Femoropatellararthrose beidseits, eine radiomorphologisch
beginnende Ellbogengelenksarthrose rechts sowie chronische OSG- und
Mittelfussschmerzen bei Fussfehlstatik (Knick-/Senkfüsse beidseits) und attestierte
eine maximale 50 %ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer leidensadaptierten
Tätigkeit (IV-act. 60-17 f.).
2.2.3 Der pneumologische Gutachter diagnostizierte ein Asthma bronchiale, DD:
Übergang in COPD, bei chronischem Nikotinabusus und mittelschwerer obstruktiver
Ventilationsstörung, eine bekannte Pleuraverdickung beidseits rechts mehr als links seit
1995 bei einem Status nach natürlicher Asbestexposition in der Kindheit, einen
Nikotinabusus (ca. 25 packyears) sowie eine Adipositas (BMI 35) und attestierte aus
rein pneumologischer Sicht eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit in einer leichten körperlichen
Arbeit (IV-act. 60-19 f.).
2.3 Nach der internistischen/allgemeinmedizinischen, psychiatrischen und ortho
pädischen Begutachtung des Beschwerdeführers am 27. Januar 2010 wurden im ABI-
Verlaufsgutachten vom 16. März 2010 als Hauptdiagnosen mit Einfluss auf die Arbeits
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fähigkeit ein Asthma bronchiale, ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom
ohne radikuläre Ausfälle, eine mässige Femoropatellararthrose beidseits, eine be
ginnende Ellbogenarthrose rechts, anamnestisch ein Status nach wiederholter OSG-
Distorsion beidseits, eine leichte depressive Episode sowie eine
Somatisierungsstörung genannt (IV-act. 163-27). Aus polydisziplinärer Sicht sei analog
zum letzten Gutachten von 2007 davon auszugehen, dass eine volle Arbeitsunfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit ab März 2005 angenommen werden könne. Ab jenem
Zeitpunkt sei auch die Einschränkung einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit in einer
Verweistätigkeit zu postulieren. Insgesamt könne somit in der angestammten Tätigkeit
als Webereimitarbeiter und in sämtlichen anderen körperlich mittelschwer oder schwer
belastenden Tätigkeiten eine volle Arbeitsunfähigkeit festgestellt werden. Körperlich
leichte, adaptierte Tätigkeiten seien dem Beschwerdeführer weiterhin mit einer Arbeits-
und Leistungsfähigkeit von mindestens 50 % zumutbar (IV-act. 163-29).
2.4 Die Zusatzfragen der IV-Stelle (IV-act. 156-2) nach einer veränderten Situation
blieben unbeantwortet (IV-act. 160-30). Lediglich implizit haben die Gutachter verneint,
dass sich die gesundheitlichen Verhältnisse relevant verändert haben. Demgegenüber
ging der RAD in seiner Stellungnahme vom 21. Juli 2010 davon aus, dass in soma
tischer Hinsicht verbesserte Verhältnisse gegeben seien, während psychiatrischerseits
eine Verschlechterung eingetreten sei (IV-act. 174-2). Letzteres lässt sich dem psychi
atrischen Teilgutachten nicht entnehmen (IV-act. 163-15-19).
2.5 Wie der RAD nachvollziehbar festhielt, bestehen hingegen klare Hinweise auf eine
Verbesserung der somatischen Situation des Beschwerdeführers zwischen dem ersten
ABI-Gutachten im Juni 2007 und dem Verlaufsgutachten der ABI GmbH im Januar
2010. So gelang dem Beschwerdeführer ein erheblicher Gewichtsverlust (Senkung des
BMI von 37.2 auf 31 bzw. Senkung des Gewichts von 108 kg auf 91 kg). Zudem
erhöhte er offenbar die körperliche Aktivität, ist doch im orthopädischen Teilgutachten
vom Januar 2010 von einer klar verbesserten Rückenbeweglichkeit die Rede.
Diesbezüglich führte der orthopädische Gutachter aus, dass sich die vom
Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden durch die objektivierbaren Befunde und
vorliegenden Bilddokumente nicht vollständig begründen liessen. An der lumbalen
Wirbelsäule bestünden degenerative Veränderungen, welche grundsätzlich bei
körperlich hohen Belastungen zu Beschwerden führen könnten, gleiches gelte für die
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mässigen degenerativen Veränderungen an rechtem Ellbogen sowie den Kniegelenken.
Insgesamt scheine es aber gegenüber der letzten Untersuchung vor 2 1⁄2 Jahren zu
einer deutlichen Verbesserung gekommen zu sein: Der Beschwerdeführer gebe diese
Verbesserung zu Beginn des Gespräches auch an, relativiere sie aber immer wieder,
wobei er schliesslich betone, dass diese nicht den Rücken betreffe. Ausgerechnet an
diesem liege aber bei der aktuellen Untersuchung eine klar verbesserte Beweglichkeit
vor, so der othopädische Gutachter (IV-act. 163-25). Er schätzte die Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit in körperlich leichten Tätigkeiten unter Wechselbelastung mithin nur
noch auf 20 % ein (IV-act. 163-26). Somit kann mit Blick auf das rheumatologische
Teilgutachten von 2007, welches dem Beschwerdeführer in einer leidensadaptierten
Tätigkeit nur eine 50 %ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit attestierte, auf eine
Besserung hinsichtlich Körpergewicht und Bewegungsapparat geschlossen werden.
Fraglich ist die pneumologische Beurteilung. Die pneumologische Untersuchung im
Gutachten 2007 ergab eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 50 % auch für
leichte körperliche Tätigkeiten (IV-act. 60-20). Bei der zweiten Begutachtung im Januar
2010, bei welcher kein Facharzt für Pneumologie beigezogen wurde, beklagte der
Beschwerdeführer in Bezug auf das Asthma bronchiale jedoch praktisch keine
Beschwerden mehr (IV-act. 163-12). So wurde denn im Verlaufsgutachten in der
Gesamtbeurteilung ausgeführt, dass der Beschwerdeführer keine vermehrten bzw.
praktisch überhaupt keine pulmonalen Beschwerden geltend mache (IV-act. 163-29).
Auch den übrigen medizinischen Unterlagen können keine solchen Beschwerden
entnommen werden. Dennoch kamen die Gutachter in der Gesamtbeurteilung zum
Schluss, dass aus allgemeininternistischer Sicht das bekannte Asthma bronchiale die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zusätzlich einschränke. Bereits anlässlich der
letzten Untersuchung 2007 seien ihm körperlich schwere Tätigkeiten aus
pneumologischer Sicht nicht mehr zumutbar gewesen. Für körperlich leichte,
adaptierte Tätigkeiten habe bereits damals eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %
bestanden. Aufgrund der Chronizität des Asthma bronchiale respektive der
hochwahrscheinlich zusätzlich vorliegenden COPD könne nicht mit einer langfristigen
Verbesserung der pulmonalen Situation gerechnet werden (IV-act. 163-29). Obwohl
sowohl im orthopädischen als auch im psychiatrischen Teilgutachten 2010 die
Arbeitsunfähigkeit auf nur je 20 % geschätzt wurde (IV-act. 163-18, 163-26),
attestierten die Gutachter in der Gesamtbeurteilung 2010 allein aufgrund der früheren
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pulmologischen Beurteilung einen Arbeitsunfähigkeitsgrad von 50 % (IV-act. 163-29).
Diese Beurteilung trotz der Verbesserung der somatischen Situation des
Beschwerdeführers (Verminderung des Körpergewichts und verbesserte Beweglichkeit
des Bewegungsapparats) und ohne Mitwirkung eines pneumologischen
Sachverständigen erscheint unverständlich bzw. nicht nachvollziehbar. Es herrscht
somit Klärungsbedarf. Indem die Beschwerdegegnerin eine entsprechende Rückfrage
bei den Gutachtern der ABI GmbH unterlassen hat, hat sie die ihr obliegende
Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) verletzt.
3.
Bei diesem Sachverhalt rechtfertigt es sich, die Sache zur weiteren Abklärung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Dabei gilt es insbesondere zu klären, weshalb
trotz einer eingetretenen Verbesserung des somatischen Gesundheitszustandes
Anfang 2010 die im Gutachten 2007 geschätzte Arbeitsunfähigkeit von 50 % in einer
ideal leidensadaptierten Tätigkeit im Verlaufsgutachten beibehalten wurde. Die
Beschwerdegegnerin wird die entsprechende Klärung nachzuholen haben. Da dafür
möglicherweise die genannten Rückfragen ausreichen und nicht von Vornherein klar
ist, dass die Veranlassung eines weiteren (Ober-) Gutachtens notwendig ist, kann die
Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen werden (vgl. BGE 137 V 210
Erw. 4.4.1.4).
4.
4.1 Gemäss den obenstehenden Erwägungen ist die angefochtene Verfügung aufzu
heben und die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Die Sache ist an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen, damit diese im Sinn der Erwägungen weitere Abklärungen
vornehme und anschliessend über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers neu
verfüge.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- er
scheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als
bis
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volles Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6). Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat
deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der vom Be
schwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm zurückzuerstatten.
4.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei ins
besondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen ist
(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Angemessen erscheint
eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht