Decision ID: e1015777-b7d9-4271-87bb-20ed7e4125e9
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1970,
gelernte Medizinische Praxisassistentin und
Mut
ter von zwei Kindern (geboren 1993 und 1996)
,
meldete sich unter Hinweis auf seit Oktober 2000 bestehende Rückenprobleme am 13. Januar 2013 bei der In
validenversicherung zum Leistu
ngsbezug an (
Urk.
7/1
Ziff.
3.1, 6.2
und 7.2-3).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte mit Verfügung vom 23. September 2004 einen Rentenanspruch (
Urk.
7/21).
Am 20. Juli 2013 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/27).
Mit Vorbescheid vom 19. August 2013 stellte die IV-Stelle ein Nichteintreten in Aussicht (
Urk.
7/29), wogegen die Versicherte am 17. Septem
ber 2013 Einwände erhob (
Urk.
7/33).
Die IV-Stelle veranlasste sodann eine Untersuchung beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD), über d
i
e am 1. April 2014 berichtet wurde (
Urk.
7/48), und eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt, über die am 2
2.
Oktober 2014 berichtet wurde (
Urk.
7/60).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/63,
Urk.
7/67) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 28. November 2014 (
Urk.
7/69 =
Urk.
2) einen Rentenanspruch.
2.
Die Versicherte erhob am 1
2.
Januar 2015 Beschwerde gegen die Verfügung vom 28. November 2014 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr eine halbe Rente auszurichten, event
uell sei
die Sache zur weiteren
Sach
verhaltsabklärung
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (S. 2
Ziff.
1).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
17. Februar 2015 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde.
Am 20. März 2015 nahm die Beschwerdeführerin ein weiteres Mal Stellung (
Urk.
9). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 9. April 2015 auf Stellung
nahme (
Urk.
11), was der Beschwerdeführerin am 26. Juni 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung,
IVG)
).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
IVG
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
4
Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemes
sung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in wel
chem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Art. 7
Abs.
2 ATSG ist sinngemäss anwendbar (Art. 28a
Abs.
2 IVG in Verbindung mit Art. 8
Abs.
3 ATSG; spezifische Methode; statt vieler BGE 130 V 97 E. 3.3.1). Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Versicherten gelten insbesondere die übliche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnüt
zige und künstlerische Tätigkeiten (Art. 27 IVV).
1.
5
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a
Abs.
2
IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der An
teil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ent
sprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
1.
6
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der
Er
-
werbs
tätigkeit
und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
derem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode be
stimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.
7
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des Art. 69
Abs.
2
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
; vgl. auch
Rz
. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung
,
KSIH
,
stellt für gewöhnlich die ge
eignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Ein
schränkung im Haushalt dar (Urteil
des Bundesgerichts
9C_201/2011 vom 5. September 2011 E. 2, in: SVR 2012 IV Nr. 19 S. 86).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, be
gründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2
=
in BGE 129 V 67
nicht veröffentlichte Erwägung
; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom 6. April 2004 E. 5.1.2). Diese
Beweiswürdi
-
gungskri
terien
sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthal
tenen An
-
gaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern
gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mut
masslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versi
cherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundes
-
gerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2
S. 2
) da
von aus, die Beschwerdeführerin wäre im Gesundheitsfall zu 50 % erwerbstätig. Gemäss medizinischer Beurteilung bestehe im Erwerbsbereich eine Rest-Ar
beitsfähigkeit von rund 3 Stunden pro Tag, womit (bei einem Abzug von 5 % vom Tabellenlohn)
im Erwerbsbereich
eine Einschränkung von 14.24 % und ein Teilinvaliditätsgrad von 7.12 % resultiere.
Im Haushalt sei die Beschwerdefüh
rerin zu 19.75 % eingeschränkt, was einen Teilinvaliditätsgrad von 9.88 % er
gebe, was gesamthaft einen Invaliditätsgrad von rund 17 % ergebe.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), die bestehende Rest-Arbeitsfähigkeit von 40 % sei auf das Erwerbspensum von 50 % zu beziehen, womit eine Resterwerbstätigkeit von maximal 20 % resul
tiere; die Erwerbseinbusse betrage demnach 65.4 % und der Teilinvaliditätsgrad 32.7 % (S. 6 f.
Ziff.
14). Im Haushalt betrage die Einschränkung - aus näher dargelegten Gründen (S. 7 ff.) - 51 %, eventuell 46.75 % (S. 10 oben). Beides zusammen ergebe einen Invaliditätsgrad von 58.2 %, eventuell 56.1 % (S. 10
Ziff.
16).
Ergänzend (
Urk.
9) präzisierte sie, sie sei seit 1992 keiner vollen Er
werbstätigkeit nachgegangen (S. 1 unten). Ihr Erwerbspensum habe immer 50 % betragen (S. 2).
2.3
Strittig und zu prüfen sind die Handhabung der gemischten Methode der
In
-
validi
tätsbemessung
(vorstehend E. 1.
5
), insbesondere
von welcher
Einschrän
kung
im Erwerbsbereich und im Haushalt auszugehen ist.
Nicht strittig ist die Qualifikation (vorstehend E. 1.
6
) der Beschwerdeführerin als im Gesundheitsfall zu 50 % erwerbstätig und zu 50 % im Haushalt tätig.
Die Feststellung der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort, der
Gesamtin
validitätsgrad
betrage 9.88 % (
Urk.
6 S. 1 unten)
,
ist als offensichtlich unzutreffend nicht weiter zu beachten, handelt es sich dabei doch um den von
ihr selber
in der angefochtenen Verfügung angenommenen Teilinvaliditätsgrad im Haushalt (
Urk.
2 S.2 unten).
3.
3.1
Am 1. April 2014 berichtete
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Orthopädi
sche Chirurgie und Traumatologie, RAD, über seine gleichentags erfolgte Un
tersuchung der Beschwerdeführerin (
Urk.
7/48).
Er nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 7
Ziff.
8):
chronische, belastungs- und bewegungsabhängig verstärkte
Cervico
-
brachi
algie
rechts mit sensibler und motorischer
Wurzel
reizsymptomatik
C7 und C8 rechts bei MRI-gesicherter Diskushernie C6/7
chronische, belastungsabhängig verstärkte
Lumboischialgie
links mit dis
kreter Kraftminderung des linken Beines und deutlicher
Sensibilitäts
störung
am linken Oberschenkel bei
Zustand nach 2-maliger Dekompression und
Sequesterentfernung
im Segment L3/4 (2006)
Zustand nach
Spondylodese
L5/S1 (1986) und Entfernung des
Osteo
synthesematerials
(1992)
In seiner Beurteilung (S. 8
Ziff.
10) führte er unter anderem aus, es seien
soma
-
ti
sche Gesundheitsschäden ausgewiesen, welche die Arbeitsfähigkeit in
er
hebli
-
chem
Ausmass beeinträchtigten.
In ihrer bisherigen beziehungsweise
zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Mitinhabe
rin eines Restaurants, tätig im 50 %-Pensum, bestehe insofern noch eine höchstens 20%ige Restarbeitsfähigkeit seit September 2013, als diese nur die ausschliesslich administrativen Arbeiten (z.B. Buchhaltung) betreffe, nicht den Einkauf und nicht die tageweise Tätigkeit als Köchin, wobei diese 20 % sich dadurch erklärten, dass der Anteil der von der Explorandin noch zu bewältigen
den administrativen Arbeit am gesamten Arbeitsanfall nach deren eigener Aussage nicht mehr als 20 % betragen habe (S. 8 oben).
Auch in einer optimal angepassten Tätigkeit sei aufgrund der eingeschränkten Belastbarkeit hauptsächlich des rechten Armes, aber in geringerem Ausmass auch des linken Beines und der Lendenwirbelsäule - aktuell zum Zeitpunkt der RAD-Untersuchung, retrospektiv unter Berücksichtigung der aktenkundigen Befunde aber mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits ab Herbst 2012 - auch nur eine relativ geringe Restarbeitsfähigkeit von etwa 3 Stunden täglich
beziehungsweise
40 % gegeben, welche allerdings nur in 2 Blöcken von jeweils 11⁄2
Stunden mit dazwischenliegender Pause von gut 1 Stunde bewältigt werden könne.
Das Belastungsprofil formulierte er wie folgt (S. 8 Mitte): Körperlich ausschliess
lich sehr leichte Tätigkeiten ohne Hantieren mit Lasten
von
mehr als etwa 2 kg mit dem rechten Arm, wechselbelastend ohne langes Sitzen oder Stehen, ohne
längere Gehstrecken, ohne häufiges Treppensteigen, ohne Arbeiten in Schulter
höhe oder über Kopf oder mit der Notwendigkeit längerdauernder repetitiver Tätigkeiten des rechten Armes (z.B. Rühren in einem Topf).
3.2
Die genannte ärztliche Beurteilung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ist als solche weder strittig (auch die Beschwerde
führerin ging
von
einer Rest-Arbeitsfähigkeit von 40 % aus) noch zu beanstan
den.
Somit ist der Sachverhalt dahingehend erstellt, dass für leidensangepasste Tätig
keiten eine Arbeitsfähigkeit von rund 3 Stunden pro Tag, entsprechend 40 % eines vollen Pensums, besteht.
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin war von 2009
bis 2012 als Serviceangestellte/
Köchin zu 50 % im familieneigenen Restaurant tätig und erzielte gemäss eigenen An
gaben einen Lohn von brutto
Fr.
2‘000.-- pro Monat (
Urk.
7/60 S. 3
Ziff.
2.2).
Die Beschwerdegegnerin stellte zur Ermittlung des hypothetischen
Validenein
kommens
auf diese Angaben ab und setzte dieses auf
Fr.
24‘000.-- fest (
Urk.
7/61 S. 1 Mitte), was sich angesichts
des
im
Vergleich dazu niedrigeren
,
im Auszug aus dem Individuellen Konto (IK-Auszug) vom 2
5.
Oktober 2013 (
Urk.
7/38/5) verzeichneten Einkommen
s
zugunsten der Beschwerdeführerin auswirkt.
4.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich auf den Standpunkt, da sie stets in einem Pensum von 50 % tätig gewesen sei, sei die attestierte Rest-Arbeitsfähigkeit von 40 % nicht auf ein Pensum von 100 %, sondern ein solches von 50 % zu bezie
hen
und betrage lediglich 20 %
(
Urk.
1
S. 6 f.).
Dem kann nicht gefolgt werden. Die als solche unbestrittene und nicht zu bean
standende ärztliche Beurteilung ergab unzweideutig eine verbleibende Arbeits
fähigkeit von rund 3 Stunden pro Tag
, was 40 % (von 100 %) entspricht
(vor
stehend E. 3.2). In diesem Umfang ist der Beschwerdeführerin das Ausüben ei
ner leidensangepassten Tätigkeit zuzumuten, und das so erzielbare Einkommen muss sie sich als hypothetisches Invalideneinkommen anrechnen lassen.
4.3
Auszugehen ist dabei von einfachen und repetitiven Tätigkeiten, die in der
Lohn
strukturerhebung
(LSE) 2010 im (tiefsten) Anforderungsniveau 4 erfasst waren; in der LSE 2012 und 2014 sind die niedrigsten Löhne nunmehr
im soge
nannten Kompetenzniveau 1 erfasst (vgl.
www.bsf.admin.ch
>
TA1_tirage_skill_level,
Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftszweigen,
Kom
petenzniveau
und Geschlecht - Privater Sektor
).
Gemäss LSE 2014 betrugt das mittlere von Frauen über alle Wirtschaftszweige hinweg
auf dieser Stufe
erzielte Einkommen
Fr.
4‘300.--, was umgerechnet auf ein Jahr und angepasst an die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (
www.bsf.admin.ch
>
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
-
abtei
lungen
)
Fr.
53‘793.-- (
Fr.
4‘300.-- x 12 : 40.0 x 41.7) ergibt.
Von diesem Tabellenlohn kann mit der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/61) und der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 7 oben) ein Leidensabzug von 5 % vorgenommen werden
. S
odann ist
die verbleibende Arbeitsfähigkeit von 3 Stunden
täglich, entsprechend 40 % eines
vollen Pensum
s
, zu berücksichtigen. Damit ergibt sich ein hypothetisches Invalideneinkommen von rund
Fr.
20‘441.-- (
Fr.
53‘793.-- x 0.95 x 0.4).
4.4
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
24‘000.-- (vorstehend E.
4.1
) und einem Invalideneinkommen von
Fr.
20‘441.-- (vorstehend E. 4
.3
) beträgt die
Einkom
menseinbusse
Fr.
3‘359.--, was einer Einschränkung von 14.23 % entspricht und für den mit 50 % eingesetzten Erwerbsbereich einen Teilinvaliditätsgrad von 7.41 % ergib.
4.5
Die Beschwerdeführerin hat sodann geltend gemacht, die Einschränkung im Haushalt betrage nicht wie von der Beschwerdegegnerin angenommen 19.75 %, sondern 46.75 % oder sogar 51 % (vorstehend E. 2.2).
Wie es sich damit v
erhält, kann offen bleiben, denn selbst beim von der Beschwer
deführerin angeführten höchsten Wert von 51 % würde ein
Teilinvali
ditätsgrad
von 25.5 % und ein Invaliditätsgrad von insgesamt (7.41 % + 25.5 % = 32.91 %) rund 33 % resultieren und damit der für einen Rentenanspruch er
forderliche Mindestinvaliditätsgrad von 40 % (vorstehend E. 1.2) nicht erreicht.
4.6
Damit erweist sich die angefochtene Verfügung, mit welcher die
Beschwer
-
degeg
nerin
einen Rentenanspruch verneint hat, als rechtens, und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.
5
.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerle
gen.