Decision ID: bb485f95-861f-5a73-b6c6-be51e5844bdd
Year: 2017
Language: de
Court: FR_TC
Chamber: FR_TC_001
Canton: FR
Region: Espace_Mittelland
Law Area: civil_law

Sachverhalt
A. Am 4. Februar 2009 schlossen A._ und B._ als Besteller mit D._, ein Einzelunternehmen von C._ als Unternehmer einen als „Arbeitsvertrag Umbau Einfamilienhaus“ bezeichneten Werkvertrag für Sanierungsarbeiten an der Liegenschaft E._ in F._ ab (act. 2.3). Die Vergütung wurde auf pauschal CHF 69‘940.- (inkl. 7.6% MwSt.) festgesetzt.
Am 10. Juli 2013 erhielten A._ und B._ je einen Zahlungsbefehl in der Höhe von CHF 44‘940.- für Gipser- und Malerarbeiten an der genannten Liegenschaft zu Gunsten von D._, wogegen sie Rechtsvorschlag erhoben (act. 2.11 und 11.3).
B. Mit Klage vom 11. Mai 2015 beantragte C._ beim Zivilgericht des Seebezirks, A._ und B._ seien unter Kosten- und Entschädigungsfolge zur Bezahlung eines Betrages von CHF 44'940.- plus Zins zu 5% ab dem 10. Juli 2009 zu verurteilen (act. 1).
In ihrer Klageantwort vom 11. September 2015 forderten A._ und B._ unter Kosten- und Entschädigungsfolge, die Klage sei abzuweisen und erhoben ihrerseits Widerklage. Darin beantragten sie, die Betreibungen Nr. ggg und Nr. hhh des Betreibungsamtes des Seebezirks seien aufzuheben und C._ sei zur Bezahlung eines Betrages von CHF 1‘690.- zzgl. Zins von 5% ab dem 1. Januar 2011 zu verurteilen (act. 10).
Am 14. Oktober 2015 reichte C._ eine Replik und Widerklageantwort ein (act. 15), worin er an seinen Rechtsbegehren festhielt und die kostenfällige Abweisung der Widerklage beantragte. A._ und B._ hielten mit ihrer Duplik vom 9. November 2015 an ihren Rechtsbegehren fest und beantragten die Abweisung jener des Klägers (act. 17).
An der Sitzung des Zivilgerichts des Seebezirks vom 15. Juni 2016 waren die Parteien persönlich anwesend und wurden zur Sache befragt. Sämtliche Beweisanträge wurden abgewiesen (act. 22).
C. Mit Entscheid vom 13. Juli 2016 (act. 26 bzw. 28) hiess das Zivilgericht des Seebezirks die Klage teilweise gut und verurteilte A._ und B._ zur Bezahlung eines Betrages von CHF 29‘940.- nebst Zins zu 5% seit dem 9. Juli 2013 an C._. Die Gerichtskosten wurden auf CHF 4‘500.- festgesetzt und zu 1/3 C._ und zu 2/3 A._ und B._ auferlegt. A._ und B._ hatten C._ einen Betrag von CHF 3‘273.55 als Parteientschädigung zu bezahlen. C._ hatte seinerseits A._ und B._ eine Parteientschädigung von CHF 2‘428.35 zu entrichten.
D. Mit Eingabe vom 31. Oktober 2016 erhoben A._ und B._ Berufung gegen das Urteil des Zivilgerichts des Seebezirks vom 13. Juli 2016 und stellten, unter Kosten- und Entschädigungsfolge, folgende Rechtsbegehren:
1. Die Klage des Berufungsgegners vom 11. Mai 2015 sei abzuweisen.
2. Widerklageantrag: Die Betreibungen Nr. ggg und Nr. hhh des Betreibungsamtes des Seebezirks seien aufzuheben.
3. Widerklageantrag: Der Berufungsgegner sei zur Bezahlung eines Betrages von CHF 1‘690.- zzgl. Zins von 5% ab dem 1. Januar 2011 an die Berufungsführer zu verurteilen.
4. Der Entscheid des Zivilgerichts des Seebezirks vom 13. Juli 2016 sei, soweit den Anträgen hievor widersprechend, aufzuheben.
Kantonsgericht KG Seite 3 von 12
Unter Ziff. III/3. der Berufung (S. 8) beantragten A._ und B._ weiter, die von ihnen genannten Beweismittel, insbesondere die Zeugen, seien abzunehmen und es sei materiell neu zu entscheiden. Allenfalls sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen.
Mit Eingabe vom 9. Januar 2017 schloss C._ unter Kosten- und Entschädigungsfolge auf vollumfängliche Abweisung sämtlicher Rechtsbegehren und somit auf Bestätigung des Urteils des Zivilgerichts des Seebezirks vom 13. Juli 2016.

Auf die weiteren Parteivorbringen und die eingereichten Unterlagen wird – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – im Rahmen der Erwägungen eingegangen. Für weitergehende Hinweise zum Sachverhalt wird auf die Akten sowie auf die Ausführungen der Vorinstanz im Entscheid vom 13. Juli 2016 verwiesen. Zum besseren Verständnis sei erwähnt, dass zwischen den Parteien ebenfalls eine Mietstreitigkeit bestand. Diese wurde mit Urteil des Mietgerichts des Sensebezirks vom 4. Dezember 2014 entschieden (vgl. dazu act. 2.2).
Erwägungen
1. a) Erstinstanzliche End- und Zwischenentscheide in vermögensrechtlichen Streitigkeiten sind mit Berufung anfechtbar, wenn der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens CHF 10'000.- beträgt (Art. 308 ZPO). Massgebend sind die bis zur Eröffnung des erstinstanzlichen Entscheids vorgebrachten Erklärungen der Parteien und nicht der erstinstanzliche Entscheid, die Rechtsmittelanträge oder die Parteierklärungen im Rechtsmittelverfahren (REETZ/THEILER in SUTTER-SOMM/HASENBÖHLER/LEUENBERGER, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2016, Art. 308 N. 40).
Streitgegenstand des vorinstanzlichen Verfahrens ist eine Vergütung aus Werkvertrag in Höhe von CHF 44‘940.-. Der Streitwert übersteigt CHF 10‘000.-, so dass die Voraussetzung von Art. 308 Abs. 2 ZPO erfüllt ist.
Im vorliegenden Verfahren ist eine Vergütung aus Werkvertrag in Höhe von CHF 29‘940.- streitig. Damit ist die Streitwertgrenze von CHF 30‘000.- für die Beschwerde in Zivilsachen an das Bundesgericht gegen vorliegendes Urteil nicht erreicht (Art. 74 Abs. 1 Bst. b BGG). Zinsen, Früchte, Gerichtskosten und Parteientschädigungen, die als Nebenrechte geltend gemacht werden, fallen bei der Bestimmung des Streitwerts nicht in Betracht (Art. 51 Abs. 3 BGG). Für die Berechnung des Streitwerts wird sodann auch der Betrag der Widerklage nicht mit demjenigen der Hauptklage zusammengerechnet (Art. 53 Abs. 1 BGG).