Decision ID: 65d7bac1-0403-59fd-9e44-e5b9e3e374c3
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X, geb. 21. Oktober 1984, wohnt bei seiner Mutter in St. Gallen. Er geht keiner
geregelten Erwerbstätigkeit nach. Für die Steuerperiode 2009 wurde X, nachdem er
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trotz Mahnung keine Steuererklärung eingereicht hatte, für die Staats- und
Gemeindesteuern mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 27'600.-- und ohne
steuerbares Vermögen veranlagt. Dies führte zu einem Steuerbetrag von Fr. 2'628.75.
Auf eine zu spät erhobene Einsprache gegen die Veranlagung trat das kantonale
Steueramt mit Entscheid vom 22. Oktober 2010 nicht ein.
B.- Mit Schreiben vom 18. November 2010 ersuchte X beim Steueramt der Stadt St.
Gallen um Erlass der Staats- und Gemeindesteuern des Jahres 2009. Im Namen des
kantonalen Steueramtes lehnte das Steueramt der Stadt St. Gallen den Erlass der
Staats- und Gemeindesteuern 2009 in der Höhe von Fr. 2'628.75 mit Entscheid vom
19. November 2010 ab.
C.- Mit Eingabe vom 10. Dezember 2010 erhob X gegen diesen Entscheid Rekurs bei
der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, die Staats- und Gemeindesteuern
2009 seien ihm zu erlassen.
Am 13. Januar 2011 reichte der Rekurrent das Formular zur Darstellung der
wirtschaftlichen Verhältnisse für den Erlass ein. Die Vorinstanz reichte die Vorakten am
10. Februar 2010 ein.
Mit verfahrensleitender Verfügung vom 16. Februar 2011 wurde der Rekurrent
aufgefordert, einen Kostenvorschuss von Fr. 500.-- zu leisten. In der Folge stellte er
mündlich ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung, welches mit Entscheid des
Abteilungspräsidenten vom 16. August 2011 gutgeheissen wurde.
Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 30. September 2011 die
kostenfällige Abweisung des Rekurses.
Auf die von Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge gemachten
Ausführungen wird, soweit notwendig, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
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1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 10. Dezember 2010 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 und Art. 224 Abs. 4 des Steuergesetzes, sGS 811.1,
abgekürzt: StG; Art. 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1,
abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- a) Gemäss kantonalem Steuergesetz kann Steuerpflichtigen, die in Not geraten sind
oder für welche die Bezahlung der Steuern, der Zinsen, der Bussen oder der Kosten
eine grosse Härte bedeutet, der geschuldete Betrag gestundet oder ganz oder
teilweise erlassen werden (Art. 224 Abs. 1 StG). Auch das Bundesgesetz über die
direkte Bundessteuer (SR 642.11, abgekürzt: DBG) kennt den Steuererlass. Dem
Steuerpflichtigen, für den infolge einer Notlage die Bezahlung der Steuer, eines Zinses
oder einer Busse wegen Übertretung eine grosse Härte bedeuten würde, können die
geschuldeten Beträge ganz oder teilweise erlassen werden (Art. 167 Abs. 1 DBG). Dem
Wesen nach handelt es sich beim Steuererlass um den nachträglichen Verzicht des
Gemeinwesens auf einen ihm zustehenden steuerrechtlichen Anspruch. Anlass dazu
geben vor allem Rücksichten auf die Person des Schuldners. Dieser soll aus
humanitären, sozialpolitischen oder volkswirtschaftlichen Gründen nicht in seiner
wirtschaftlichen Existenz gefährdet werden. Die Grundsätze einer gesetzmässigen
Verwaltung und der Rechtsgleichheit legen es allerdings nahe, dass der Gesetzgeber
klare Vorgaben schafft. Die Tendenz, den Steuererlass nicht mehr bloss dem freien
Ermessen der zuständigen Behörde anheim zu stellen, sondern von näher
umschriebenen Voraussetzungen abhängig zu machen und dann auch einen
eigentlichen, durchsetzbaren Rechtsanspruch zu begründen, setzt sich immer mehr
durch. Aus Gründen der rechtsgleichen Behandlung der Steuerpflichtigen muss der
Steuererlass jedoch eine seltene Ausnahme bleiben, welche nur unter bestimmten
Voraussetzungen gewährt wird (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 11. Juni
2009, A-3663/2007, E. 2.2, publiziert in StR 2009 S. 672 ff.).
Während im Kanton St. Gallen keine näheren Vollzugsvorschriften auf Gesetzes- oder
Verordnungsstufe existieren, wird die Behandlung der Erlassgesuche auf Bundesebene
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in der Steuererlassverordnung geregelt. Im Kanton St. Gallen sind weitere
Erläuterungen dem St. Galler Steuerbuch zu entnehmen (StB 224 Nr. 1).
Ziel und Zweck des Erlassverfahrens ist gemäss Art. 1 Steuererlassverordnung eine
langfristige und dauernde Sanierung der wirtschaftlichen Lage der steuerpflichtigen
Person. Der Erlass hat der steuerpflichtigen Person und nicht ihren Gläubigern zugute
zu kommen. Der Steuererlass ist ausschliesslich im Zusammenhang mit der
Steuervollstreckung zu verstehen. Es kann nicht darum gehen, die Begründetheit einer
Steuerforderung zu prüfen und allenfalls die Veranlagung zu korrigieren. Das
Erlassverfahren ersetzt weder das Rechtsmittel-, noch das Revisionsverfahren (Art. 1
Abs. 2 Steuererlassverordnung). Falls die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind,
besteht ein Anspruch auf Erlass der Steuerforderung (Art. 2 Abs. 1
Steuererlassverordnung). Dabei ist unerheblich, aus welchem Grund die
steuerpflichtige Person in die geltend gemachte Notlage geraten ist (Art. 2 Abs. 2
Steuererlassverordnung, vorbehältlich Art. 10 Abs. 2 Steuererlassverordnung). Die
Erlassbehörde berücksichtigt bei ihrem Entscheid die gesamten wirtschaftlichen
Verhältnisse der steuerpflichtigen Person. Massgebend ist dabei in erster Linie die
Situation im Zeitpunkt des Entscheides, daneben auch die Entwicklung seit der
Veranlagung, auf die sich das Erlassbegehren bezieht, sowie die Aussichten für die
Zukunft (Art. 3 Abs. 1 Steuererlassverordnung). Übliche Schwankungen in den
Einkommensverhältnissen der steuerpflichtigen Person werden in der Veranlagung
periodisch erfasst und bilden keinen Erlassgrund. Hat sich die steuerpflichtige Person
freiwillig ihrer Einkommensquellen oder Vermögenswerte entäussert, so wird ein
solcher Einkommens- oder Vermögensrückgang bei der Beurteilung des Erlassgesuchs
nicht berücksichtigt (Art. 12 Steuererlassverordnung). Die Behörde überprüft, ob für die
steuerpflichtige Person Einschränkungen in der Lebenshaltung geboten und zumutbar
sind oder gewesen wären. Solche gelten grundsätzlich als zumutbar, wenn die
Auslagen die nach den Ansätzen für die Berechnung des betreibungsrechtlichen
Existenzminimums (Art. 93 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs,
SR 281.1, abgekürzt: SchKG) sich ergebenden Lebenshaltungskosten übersteigen.
Wäre eine fristgerechte Zahlung im Zeitpunkt der Fälligkeit möglich gewesen, so ist
dies im Erlassentscheid zu berücksichtigen (Art. 3 Abs. 2 und 3
Steuererlassverordnung).
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Eine Notlage liegt vor, wenn der ganze geschuldete Betrag in einem Missverhältnis zur
finanziellen Leistungsfähigkeit der steuerpflichtigen Person steht. Bei natürlichen
Personen ist ein Missverhältnis insbesondere dann gegeben, wenn die Steuerschuld
trotz Einschränkung der Lebenshaltungskosten auf das Existenzminimum in
absehbarer Zeit nicht vollumfänglich beglichen werden kann. In jedem Fall liegt eine
Notlage vor bei Einkommens- und Vermögenslosigkeit oder wenn die öffentliche Hand
für die Lebenshaltungskosten der steuerpflichtigen Person und deren Familie
aufkommen muss (Art. 9 Steuererlassverordnung).
Der Begriff der grossen Härte wird in der Verordnung nicht näher definiert. Er lässt sich
indessen von der Notlage nicht scharf abgrenzen. Art. 9 Steuererlassverordnung
erwähnt unter dem Titel der Notlage auch Punkte, welche gleichzeitig als Element der
grossen Härte bezeichnet werden könnten, etwa das Missverhältnis zwischen dem
geschuldeten Betrag und der finanziellen Leistungsfähigkeit der steuerpflichtigen
Person (Zweifel/Athanas, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/2b, 2.
Aufl. 2008, N 18 zu Art. 167 DBG). Im Unterschied zum DBG nennt Art. 224 Abs. 1 StG
die grosse Härte als selbständige Erlassvoraussetzung. Während das Kriterium der
Notlage einzig die wirtschaftliche Lage der steuerpflichtigen Person berücksichtigt,
können unter dem Aspekt der grossen Härte auch andere Umstände massgebend sein,
namentlich die Unbilligkeit (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG,
2. Aufl. 2009, N 30 zu Art. 167 DBG).
b) Der Rekurrent macht geltend, er habe im Jahr 2009 weder Taggelder noch So-
zialhilfe und mangels Arbeit auch keinen Lohn bezogen. Seit drei Jahren sei er
arbeitslos. Es sei ihm unmöglich die Steuerforderung von Fr. 2'628.75 zu bezahlen. Von
15. Oktober bis 16. Dezember 2010 habe er befristet für die Firma A gearbeitet. Für
den Monat November habe er Fr. 657.-- erhalten. Als Langzeitarbeitsloser befinde er
sich in einer existenzgefährdenden Notlage. Er habe auch kein Vermögen.
Dem hält die Vorinstanz zur Hauptsache entgegen, der Erlass könne in keinem Fall zur
Korrektur einer rechtskräftigen Veranlagung oder zur Berücksichtigung von
Versäumnissen im Veranlagungsverfahren dienen. Steuerpflichtigen, welche
rechtskräftig nach amtlichem Ermessen eingeschätzt worden seien, könne
grundsätzlich kein Erlass gewährt werden. Der Rekurrent sei korrekt veranlagt worden.
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Trotz zwei Mahnungen habe er keine Steuererklärung eingereicht. Gegen die
Ermessensveranlagung habe er nicht fristgerecht Einsprache erhoben. Er sei daher an
der unbefriedigenden Situation selber schuld. Hinzu komme, dass ein Ausschlussgrund
für den Erlass vorliege. Der Rekurrent habe private Schulden von Fr. 200.--. Das
Steueramt könne daher nicht zugunsten anderer Gläubiger auf die gesetzlichen
Ansprüche verzichten. Diese Schuld habe ursprünglich Fr. 1'000.-- betragen und sei
vom Rekurrenten innert drei Monaten auf Fr. 200.-- reduziert worden. Damit habe er
Drittgläubiger bevorzugt behandelt. Ferner sei unerklärlich, womit die Schulden
beglichen worden seien und womit die Krankenkassenprämie bezahlt werde, wenn
angeblich kein Einkommen vorhanden sei.
c) Die Vorinstanz stellt sich auf den Standpunkt, dass ein Erlass jener Steuern, deren
Veranlagung aufgrund einer Verfahrenspflichtverletzung des Steuerpflichtigen nach
Ermessen zu erfolgen hatte, in jedem Fall ausgeschlossen sei. Ob ein Erlass gewährt
werden kann, ist in erster Linie aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse im Zeitpunkt
des Erlassentscheides zu prüfen. Ergänzend zu berücksichtigen ist dabei auch die
finanzielle Entwicklung seit der Steuerperiode, auf die sich das Erlassbegehren bezieht,
sowie die Aussichten für die Zukunft (vgl. Art. 3 Steuererlassverordnung). Die
Verhältnisse im Zeitpunkt der Veranlagung sind also insofern entscheidend, als es
abzuschätzen gilt, ob der steuerpflichtigen Person eine fristgerechte Zahlung im
Zeitpunkt der Fälligkeit möglich gewesen wäre. Angaben zur damaligen
wirtschaftlichen Situation können jedoch auch ohne ausgefüllte Steuererklärung auf
andere Weise ermittelt werden. Unabhängig vom Vorliegen einer
Ermessensveranlagung ist daher in jedem Einzelfall zu prüfen, ob der betroffene
Steuerpflichtige in Not geraten ist oder die Bezahlung der Steuer für ihn eine grosse
Härte bedeutet, wobei in erster Linie auf die aktuellen wirtschaftlichen Verhältnisse
abzustellen ist (vgl. auch Klöti-Weber/Siegrist/Weber, Kommentar zum Aargauer
Steuergesetz, 3. Aufl. 2009, N 13 zu § 230 StG). Das Vorliegen einer
Ermessensveranlagung stellt deshalb nicht bereits von Vornherein einen absoluten
Ausschlussgrund für einen Erlass dar. Im Kanton St. Gallen existiert anders als im
Kanton Bern (vgl. Art. 240c Abs. 1 lit. a StG-BE) keine entsprechende gesetzliche
Grundlage. Auch die Steuererlassverordnung sieht für die direkte Bundessteuer keine
solche Regelung vor. In Art. 18 Steuererlassverordnung wird lediglich festgehalten,
dass die gesuchstellende Person der Erlassbehörde umfassend Auskunft über ihre
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wirtschaftlichen Verhältnisse – gemeint sind die aktuellen Verhältnisse – zu erteilen hat.
Falls sie diesen Verfahrenspflichten im Erlassverfahren trotz Aufforderung und
Mahnung nicht nachkommt, wird auf das Gesuch nicht eingetreten (Art. 18 Abs. 2
Steuererlassverordnung).
d) Im Folgenden ist daher zu prüfen, ob der Rekurrent – trotz Einschränkung der
Lebenshaltungskosten auf das Existenzminimum – nicht in der Lage ist, die offenen
Steuerschulden von Fr. 2'628.75 für das Jahr 2009 in absehbarer Zeit vollumfänglich zu
tilgen. Der Rekurrent ist seit mehreren Jahren ohne geregelte Arbeit. Da er
ausgesteuert ist, kann er keine Arbeitslosentaggelder mehr beziehen. Im Jahr 2009
verfügte er über keine Einkünfte, in den Jahren 2010 und 2011 war er lediglich während
rund zwei Monaten erwerbstätig (vgl. act. 24 und 25). Der Rekurrent kann gratis bei
seiner Mutter wohnen, zusammen mit dem Vater kommt diese auch für die Verpflegung
auf. Für die Bezahlung der Krankenkassenprämie erhält er finanzielle Unterstützung
von Verwandten. Damit verfügte der Rekurrent weder im Zeitpunkt der Veranlagung
noch heute über die notwendigen finanziellen Mittel zur Begleichung der ausstehenden
Steuerforderung von Fr. 2'628.75. Vermögen, das für die Bezahlung der Steuern
verwendet werden könnte, ist ebenfalls nicht vorhanden.
e) Ist eine steuerpflichtige Person überschuldet, so befindet sie sich zwar in besonders
schwierigen Verhältnissen. Weil ihre Mittel aber nicht zur Befriedigung aller Gläubiger
ausreichen, würde nicht sie selbst von einem Verzicht der Steuerbehörden profitieren,
sondern primär ihre übrigen Gläubiger, welche beim Zugriff auf das pfändbare
Einkommen und Vermögen einen Konkurrenten verlieren. Es ist daher sachlich haltbar,
wenn unter diesen Umständen von einem Steuererlass abgesehen wird. Wenn jedoch
sämtliche Gläubiger in gleichem Mass wie die Steuerbehörden auf ihre Forderung
verzichten, kommt ein Steuererlass trotz Überschuldung in Frage (StR 2009 S. 674;
Urteil des Bundesgerichts 2P.307/2004 vom 9. Dezember 2004).
Entgegen der Ansicht der Vorinstanz liegt beim Rekurrenten keine Überschuldung vor,
welche einen Steuererlass ausschliesst. Gemäss Betreibungsregisterauszug vom 19.
Mai 2011 gibt es weder Betreibungen noch Verlustscheine. Allfällige private Schulden
von Fr. 200.-- stellen noch keine eigentliche Überschuldung dar, welche einem
Steuererlass entgegenstehen würde. Auch der Untergang der im Februar 2011 offenbar
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noch bestehenden privaten Schulden von Fr. 1'000.-- spricht nicht zwingend gegen
einen Erlass. Ob der Rekurrent diese Schulden tatsächlich selbst abbezahlt hat, ob er
das Geld dafür von Verwandten erhalten hat oder die Schulden ihm von den Kollegen
allenfalls auch erlassen worden sind, geht aus den Akten nicht hervor.
f) Der Rekurrent befindet sich damit in einer Notlage im Sinn von Art. 224 StG. Die
Bezahlung der ausstehenden Staats- und Gemeindesteuern für das Jahr 2009 von
Fr. 2'628.75 steht in einem Missverhältnis zu seiner nicht vorhandenen finanziellen
Leistungsfähigkeit. Hinzu kommt, dass die Bezahlung dieses Betrags aufgrund der
Einkommens- und Vermögenslosigkeit des Rekurrenten für diesen auch eine grosse
Härte bedeutet. Der Rekurs ist daher gutzuheissen, der angefochtene Entscheid vom
19. November 2010 ist aufzuheben und dem Rekurrenten sind die Staats- und
Gemeindesteuern 2009 im Umfang von Fr. 2'628.75 zu erlassen.
3.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten vom Staat zu
tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Angemessen ist eine Entscheidgebühr von Fr. 500.-- (vgl.
Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12).