Decision ID: 15a73ebf-2039-4908-a55f-99624efef7ee
Year: 2018
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- die slowakischen Strafbehörden mit Ausschreibung vom 23. Januar 2008 im
Schengener Informationssystem (SIS) um Festnahme des serbischen
Staatsangehörigen A. zwecks Auslieferung ersuchten (act. 3.1);
- A. am 20. November 2017 in Glattbrugg festgenommen und anschliessend
in provisorische Auslieferungshaft versetzt wurde (act. 3.2, 3.3);
- das Bundesamt für Justiz (nachfolgend «BJ») am 27. November 2017 gegen
A. einen Auslieferungshaftbefehl erliess (act. 1.1);
- A. hiergegen mit Eingabe vom 4. Dezember 2017 (Postaufgabe 5. Dezember
2017) an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde er-
hob (act. 1);
- er beantragt, die Auslieferungshaft sei aufzuheben und ihm sei ein amtlicher
Rechtsbeistand beizugeben, eventualiter sei seine Auslieferung aufzuschie-
ben;
- das BJ mit Beschwerdeantwort vom 11. Dezember 2017 auf kostenfällige
Abweisung der Beschwerde schliesst (act. 3);
- sich A. innerhalb der ihm auf den 15. Dezember 2017 angesetzten Frist zur
Einreichung einer Replik nicht vernehmen liess.

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- die verfolgte Person gegen den Auslieferungshaftbefehl des BJ innert zehn
Tagen ab der schriftlichen Eröffnung Beschwerde bei der Beschwerdekam-
mer des Bundesstrafgerichts führen kann, wobei für das Beschwerdeverfah-
ren die Art. 379–397 StPO sinngemäss gelten (Art. 48 Abs. 2 i.V.m. Art. 47
IRSG);
- im Übrigen die allgemeinen Bestimmungen des IRSG und des VwVG gelten
(vgl. Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG);
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- für den Auslieferungsverkehr zwischen der Schweiz und der Slowakei primär
die einschlägigen Staatsverträge, namentlich das Europäische Ausliefe-
rungsübereinkommen vom 13. Dezember 1957 (EAUe; SR 0.353.1), mass-
gebend sind;
- die Verhaftung der verfolgten Person während des ganzen Auslieferungsver-
fahrens die Regel bildet (BGE 136 IV 20 E. 2.2 S. 23; 130 II 306 E. 2.2
S. 309) und eine Aufhebung des Auslieferungshaftbefehls sowie eine Haft-
entlassung sich nur ausnahmsweise und unter strengen Voraussetzungen
rechtfertigen, wenn sich die verfolgte Person voraussichtlich der Ausliefe-
rung nicht entzieht und die Strafuntersuchung nicht gefährdet (Art. 47 Abs. 1
lit. a IRSG), wenn sie den sogenannten Alibibeweis erbringen und ohne Ver-
zug nachweisen kann, dass sie zur Zeit der Tat nicht am Tatort war (Art. 47
Abs. 1 lit. b IRSG), wenn sie nicht hafterstehungsfähig ist oder andere
Gründe vorliegen, welche eine weniger einschneidende Massnahme recht-
fertigen (Art. 47 Abs. 2 IRSG), oder wenn sich die Auslieferung als offen-
sichtlich unzulässig erweist (Art. 51 Abs. 1 IRSG);
- diese Aufzählung nicht abschliessend ist (BGE 130 II 306 E. 2.1; 117 IV 359
E. 2a S. 361; vgl. zum Ganzen zuletzt u. a. den Entscheid des Bundesstraf-
gerichts RH.2017.17 vom 2. Oktober 2017, E. 2);
- A. in seiner Beschwerde lediglich vorbringt, es sei zu prüfen, ob die ihm von
den slowakischen Behörden zur Last gelegte Tat nach schweizerischem
Recht bereits verjährt sei;
- die slowakischen Behörden A. zur Last legen, im März 2005 an einem qua-
lifizierten Betäubungsmitteldelikt beteiligt gewesen zu sein (vgl. act. 3.6);
- die Strafverfolgung für ein Delikt im Sinne von Art. 19 Abs. 2 des Bundesge-
setzes vom 3. Oktober 1951 über die Betäubungsmittel und die psychotro-
pen Stoffe (Betäubungsmittelgesetz, BetmG; SR 812.121) nach schweizeri-
schem Recht erst in 15 Jahren verjährt (Art. 97 Abs. 1 lit. b StGB i.V.m.
Art. 26 BetmG);
- der Einwand der Verjährung im Rahmen der hier vorzunehmenden Überprü-
fung des angefochtenen Auslieferungshaftbefehls die Auslieferung jedenfalls
nicht als offensichtlich unzulässig im Sinne von Art. 51 Abs. 1 IRSG i.V.m.
Art. 10 EAUe erscheinen lässt;
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- der Beschwerdeführer somit keine stichhaltigen Gründe geltend macht, wes-
halb sich die vorliegend angeordnete Auslieferungshaft als unzulässig oder
als unverhältnismässig erweisen würde;
- den vorliegenden Akten auch sonst keine solchen Gründe entnommen wer-
den können, weshalb sich die Beschwerde als unbegründet erweist und ab-
zuweisen ist;
- die Beschwerdekammer eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel
verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit, sofern
ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG) und dieser
einen Anwalt bestellt, wenn dies zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist
(Art. 65 Abs. 2 VwVG);
- gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Prozessbegehren als aus-
sichtslos anzusehen sind, wenn die Gewinnaussichten beträchtlich geringer
erscheinen als die Verlustgefahren;
- dagegen ein Begehren nicht als aussichtslos gilt, wenn sich Gewinnaussich-
ten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig ge-
ringer sind als diese (BGE 142 III 138 E. 5.1 S. 139 f.; 139 III 475 E. 2.2
S. 476);
- sich die Beschwerde anhand des oben Ausgeführten als aussichtslos im
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG erwies, weshalb das Gesuch des Beschwer-
deführers um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung ohne Über-
prüfung von dessen finanzieller Situation abzuweisen ist;
- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG);
- die Gerichtsgebühr auf Fr. 500.– festzusetzen ist (Art. 63 Abs. 5 VwVG und
Art. 73 StBOG sowie Art. 5 und 8 des Reglements des Bundesstrafgerichts
vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in
Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]);
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