Decision ID: b2c15372-63b9-4cad-b1cf-1680c10e9b0a
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1973, arbeitete seit dem 17. September 1990 bei
der Z._
als Verkäufer (Urk. 7/17). Am 1. Januar 1995 erlitt er bei einem Verkehrsunfall eine offene
Scapulafraktur
rechts mit Weich
teildefekt dorsal, eine instabile BWK 9-11-Fraktur, eine Luxationsfraktur im
Chopart
- und
Lisfranc
-Gelenk rechts mit Luxationsfraktur der
Metatarsalia
IV und V und knöcherner Absprengung am Talus und am Os
cuneiforme
, eine Zertrümmerung des Os
cuboideum
sowie eine Lungenkontusion rechts
(
Urk.
7/68/173)
.
Die Suva
erbrachte die obligatorischen Leistungen für diesen Unfall (Urk.
7
/68
/1-174
). Wegen den Unfallfolgen meldete sich der Versicherte am 1
8
. Juni 1996
(Ein
gangsdatum)
bei der Invaliden
versicherung zum Leis
tungs
bezug (Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit, Rente) an (Urk.
7/3
). Die Sozialver
siche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte den Arbeitgeberbericht der
Z._
vom 31. Juli 1997 (Urk.
7/17
) sowie die Arztberichte der
A._
vom 4. Juli 1997 (Urk.
7/14/1-2
) sowie der
B._
vom 24. Dezember 1997 (Urk.
7/27
) ein. Ausserdem zog sie die Akten der
Suva
bei (Urk.
7/68/1-174
). Die
Berufsberatung der IV-Stelle nahm Abklärungen über die beruflichen Ein
gliederungsmöglichkeiten vor und kam dabei zum Ergebnis, dass solche derzeit nicht durchführbar seien (vgl. Ver
laufsprotokoll vom 26. Januar 1998, Urk.
7/35
). Mit Vorbescheid vom 24. Februar 1998 teilte die IV-Stelle dem Ver
sicherten mit, sein Invaliditätsgrad betrage 80 %, weshalb ihm ab dem 1. Januar 1996 eine ganze Invalidenrente zustehe. Durch physio- und psycho
therapeuti
sche Massnahmen sei jedoch eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit zu erwar
ten. Im Rahmen seiner Schaden
minderungspflicht sei der Versicherte deshalb gehalten, entsprechende Mass
nahmen durchzuführen (Urk.
7/33
). Mit Verfü
gung vom 19. August 1998 sprach die IV-Stelle dem Ver
sicherten basierend auf einem Invaliditätsgrad von 80 % mit Wirkung ab dem 1. Januar 1996 eine ganze Invalidenrente zu.
1.2
Anlässlich einer am 2. Mai 1999 von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevision gab
X._
an, er sei bei unverändertem Gesundheitszustand immer noch voll arbeitsunfähig (Urk.
7/46
). Nach Einholung eines A
rztberichtes von Dr. med.
C._
, Arzt für
allgemeine Medizin,
vom 15. April 2000 (Urk.
7/48
), liess die IV-Stelle das polydisziplinäre Gutachten der Medizinischen Abklärungs
stelle (MEDAS)
D._
vom 16. August 2001 erstellen (Urk.
7
/65). Sodann nahm die Berufsberatung
eine weitere Abklärung über mögliche Eingliederungs
mass
nahmen vor (vgl. Verlaufsprotokoll vom 29. Mai 2002, Urk.
7
/70). Mit Vorbe
scheid vom 30. Juli 2002 teilte die IV
Stelle dem Versicherten mit, die Abklärun
gen hätten ergeben, dass sich sein Invaliditäts
grad lediglich noch auf 34 % belaufe, weshalb er keine Rente mehr erhalten werde (Urk.
7
/77). Dagegen liess der Versicherte am 2. September 2002
Einwand
erheben (Urk.
7
/84). Da die IV-Stelle in der Folge zum Ergebnis gelangte, dass der Einkommensvergleich anders vorzunehmen sei, hob sie die Invalidenrente nicht gänzlich auf, sondern sprach dem Versicherten mit Verfü
gung vom 25. März 2003 mit Wirkung ab dem 1. Mai 2003 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 48 % eine
Viertelsrente
zu (Urk.
7
/99). Gegen diese Verfü
gung erhoben sowohl der Versicherte am 24. April 2003 (Urk.
7
/10
4
/1-6)
bzw. am 18. August 2003 (Urk. 7/117)
, unter anderem unter Beilage eines
Arztberichtes von Dr. med. E._
, Spezialärz
tin FMH für Psychia
trie und Psychotherapie,
vom 10. April 2003 (Urk.
7
/10
4
/13) als auch die
Suva
am 17. April 2003 (Urk.
7
/10
3
) bzw. 27. Mai 2003 (Urk.
7
/1
10
) Einsprache. Am 9. Februar 2004 teilte die IV
Stelle dem Versicherten mit, eine nochmalige Überprüfung seines Falles habe ergeben, dass ein Invaliditätsgrad von lediglich 29,18 % resultiere. Sie plane deshalb, die Rente gänzlich aufzuheben. Der Versi
cherte habe Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen bzw. seine Einsprache unter diesen Umständen zurückzu
ziehen (Urk.
7/125
). Mit
Einspracheentscheid
vom 26. April 2004 stellte die IV-Stelle fest, dass der Invaliditätsgrad von
X._
29,18 % betrage und somit kein Anspruch mehr auf eine Rente bestehe. Die Aufhebung der Rente erfolge mit dem ersten Tag des zweiten Monats nach Zustellung der angefochtenen Ver
fügung vom 25. März 2003 (Urk.
7/135
). Die gegen diesen
Einspracheentscheid
am 1. Juli 2004 (Urk.
7
/13
8
/3-11) erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 17. Oktober 2005 ab (Urk.
7
/
148
), welchen Entscheid das Eidgenössische Versicherungsgericht
(heute: Bundesgericht)
mit Urteil vom 6.
April 2006 bestätigte
(Urk. 7/156
).
1.3
Bereits am 5. Dezember 2005 und somit noch vor Erlass des
letztinstanzlichen
Urteils liess
X._
bei der IV-Stelle den Antrag stellen, es sei ihm eine
IV-Rente auszurichten, da sich sein psychischer Gesundheitszustand gemäss Schrei
ben von Dr.
E._
vom 10. April 2003 (Urk.
7/150
) ver
schlechtert habe und er aus psychiatrischer Sicht zu 100 % arbeitsunfähig sei (Urk.
7/149
). Am 7. Dezem
ber 2005
(
Urk.
7/152)
liess er den weiteren Bericht von Dr.
E._
vom 5. Dezem
ber 2005
(Urk. 7/153)
einreichen. Die IV-Stelle holte die Arztberichte von Dr.
E._
vom 7. Juni 2006 (Urk.
7/165
) und vom 7. Februar 2007 (Urk.
7/173
) sowie von
Dr.
C._
vom 28. November 2006 (Urk.
7/170
) ein. Ausserdem zog sie von der
Suva
den Be
richt des Kreisarztes Dr. med. F._
, Ortho
pädische Chirurgie FMH, vom 26. Januar 2006 (Urk.
7/169
) bei. Mit Vorbescheid vom 15. Februar 2007 teilte die IV-Stelle
X._
mit, sie werde das Leistungs
begehren abweisen, da keine rentenrelevante Verschlech
terung des Gesund
heitszustands eingetreten sei (Urk.
7/177
). Dagegen liess der Versicherte am 19. März 2007
Einwand erheben (Urk. 7/181
). Mit Verfügung vom 2. April 2007 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (Urk.
7/183
).
Sowohl das Sozialversicherungsgericht mit Urteil vom 17. Septem
ber 2008 (
Urk.
7/188) als auch das Bundesgericht mit Urteil vom 13. Februar 2009 (
Urk.
7/192) wiesen die gegen diese Verfügung erhobenen Beschwerden ab.
1.4
Am 2
2.
November 2016 (Eingangsdatum) meldete sich
X._
erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/198).
Die
IV-Stelle zog die Akten der Suva bei (
Urk.
7/200/1-123). Ausserdem holte sie den Arbeit
geber
bericht der
G._
vom 2
1.
Dezember 2016 (
Urk.
7/211)
und
die Arzt
be
richte von
Dr.
med.
H._
, Allgemeinmedizin FMH, vom 20. De
zember 2016 (
Urk.
7/210)
und vom 2
8.
Juni 2017 (
Urk.
7/226/1-5)
,
vo
n
Dr.
med. I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 16. Dezember 2016 (Urk.
7/213),
vom 2
1.
Juni 2017 (Urk. 7/225/1-4)
und vom
2.
Oktober 2017 (
Urk.
7/237)
sowie der
J._
vom 3
1.
Juli 2017 (Urk. 7/227/1-8)
ein.
Sodann liess die IV-Stelle das polydisziplinäre Gut
-
achten (Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, Orthopädie, Psychiatrie) der
K._
vom
1
5.
November
2017 erstellen (
Urk.
7
/242/1-93). Mit Vorbe
scheid vom
3.
Januar 2018 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sein Leistungsbe
gehren voraussichtlich abgewiesen werde (
Urk.
7/247). Gegen diesen Vorbescheid erhob
X._
durch die sozialen Dienste der Stadt Z
ürich am 3
0.
Januar 2018 (
Urk.
7/250) bzw. am 2
7.
März 2018 (
Urk.
7/257) unter Beila
ge der Stellungnahme von
Dr.
I._
vom 1
9.
März 2018 (
Urk.
7/256) Einwand.
Mit Verfügung vom 2
3.
Mai 2018 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (Urk. 2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob
X._
durch die sozialen Dienste der Stadt Zürich Beschwerde mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
«1.
Die Verfügung
vom 2
3.
Mai 2018 sei aufzuheben.
2.
Es sei dem Beschwerdeführer eine Rente der Invalidenversicherung
zuzusprechen.
3.
Es sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren.
4.
Unter Kostenfolge zu Lasten der
Beschwerdegegnerin.»
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 2
8.
August 2018 auf weitere Ausführun
gen und ersuchte um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Dies wurde dem Beschwerdeführer am
3.
September 2018 mitgeteilt (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.4
1.4.1
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt
(ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozial
versicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
1.4.2
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach
Art.
44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom 1
1.
Juni 2019
E. 2 mit Hinweisen).
1.4.3
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt
von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfah
rungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patien
tinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ander
seits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abwei
chende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bun
desgerichts 8C_677/2014 vom 29.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung vom 2
3.
Mai 2018 fest, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung der bisherigen Tätigkeit als Chauffeur zu 50
%
und einer den gesundheitlichen Einschränkungen optimal angepassten Arbeit zu 70
%
zumutbar sei. Als Chauffeur habe er ein Einkommen von
Fr.
38'400.-- jährlich erzielen können, in einer optimal angepassten Arbeit wäre ihm ein Jahresverdienst von
Fr.
47'218.30 möglich. Der Beschwerdeführer erleide damit keine Einkommenseinbusse und es bestehe kein An
spruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend,
die Beschwerdegegnerin habe ihm zu Unrecht ein
Valideneinkommen
von lediglich
Fr.
38'400.-- ange
rechnet. Dieses Einkommen beziehe sich auf seine letzte Anstellung. Es sei jedoch auf dasjenige Einkommen abzustellen, welches der Beschwerdeführer bei voller Gesundheit erzielen
würde. Vor dem Unfalle
reignis sei er
im Verkauf tätig gewe
sen. Als Verkäufer könnte er ein Einkommen von
Fr.
69'855.-- erzielen. Seine angestammte Tätigkeit habe er vor vielen Jahren aus gesundheitlichen Grün
den aufgeben müssen. B
eim Invalideneinkommen
sei ausserdem
ein leidensbedingter Abzug vorzunehmen. Der Beschwerdeführer sei bei der Ausübung einer Hilfs
arbeitertätigkeit zusätzlich eingeschränkt, indem er diverse Zwangspositionen und
keine repetitiven Bewegungen über der Schulter ausüben könne. Es sei ein Abzug von mindestens 5
%
vorzunehmen. Sodann sei die Beschwerdegegnerin von einer Arbeitsfähigkeit von 70
%
in angepasster Tätigkeit ausgegangen, obwohl ihm aktuell nur eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert werde. Alleine bei Berücksichtigung dieser Faktoren habe der Beschwerdeführer Anspruch auf eine halbe Invalidenrente. Zu berücksichtigen sei aber im Weiteren, dass das von der Beschwerdegegnerin eingeholte Gutachten Mängel aufweise, insbesondere sei der medizinische Sachverhalt im psychiatrischen Fachbereich nicht richtig erfasst worden (
Urk.
1).
3.
3.1
Laut dem Gutachten der MEDAS
D._
vom 16. August 2001 best
and
en beim Beschwerdeführer folgende Diagno
sen (Urk. 7/65/12):
Mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
1.
Generalisiertes Schmerzsyndrom (ICD-10:M54.9, T08), betont in der rechten Körperhälfte bei/mit
•
thorakovertebraler
Symptomatik nach operativ stabilisierter BWK9-11-Fraktur 1/95
•
möglicher neurologischer Restsymptomatik
•
Status nach offener
Scapulafraktur
rechts
•
Status nach
subtalarer
Arthrodese
wegen offener Luxationsfraktur rech
ter Fuss 1/95
2.
Rechtsbetontes sensibles Parasyndrom mit dissoziierter Sensibilitätsstörung gemäss Akten unterhalb Th7 rechts, aktuell unterhalb C4 rechts, DD: der Höhenzunahme des sensiblen Niveaus:
•
Symptomausweitung bei Verarbeitungsstörung
•
posttraumatische
Syringomyelie
3.
Verdacht auf leichte druckbedingte
Nervus
-
ulnaris
-Neuropathie rechts (Ameri
kaner-Gehstock rechts) ohne funktionelle Relevanz
4.
Leichtgradige depressive Episode (ICD-10 F32.0)
5.
Akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1)
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
Verdacht auf Schallleitungsschwerhörigkeit rechts ohne funktionelle Relevanz
Die Folgen des Unfalls von 1995 hätten im Verlauf zur Entwicklung einer leicht- bis mittelgradigen Depression geführt. Seit etwa zwei Jahren werde diese medi
kamentös behandelt, wobei der Beschwerdeführer offenbar gut anspreche. Weiter zeigten sich akzentuierte Persönlichkeitszüge. Neurologisch bestehe eine sensible
Hemisymptomatik
mit Beteiligung des gesamten rechten Armes und der Schulter. Es könne von einem rechtsbetonten sensiblen Parasyndrom mit disso
ziierter Sensibilitätsstörung gesprochen werden, wie es bereits in der
B._
erhoben worden sei. Die fehlenden Muskeleigenreflexe der rechten Seite dürften Residuen von Nervenwurzelaffektionen nach erlittenem Trauma darstellen. Anhaltspunkte für ein Karpaltunnelsyndrom fehlten
zur Zeit
. Daneben bestehe der Verdacht auf eine Schallleitungsschwerhörigkeit, welche im Alltag jedoch gut kompensiert werde. Rheumatologisch bestehe eine Ver
minderung der Belastbar
keit der Wirbelsäule nach BWK-Fraktur. Dieser Befund führe zu chronischen Rückenschmerzen. Als Lagerist könne der Be
schwer
de
führer nicht mehr arbeiten. Dagegen bestehe für körperlich leichte Tätigkeiten ohne Zwangshaltung, häufiges Bücken und langdauernde repetitive Tätigkeiten, Tragen und Heben von Gewich
ten über 5 kg aufgrund der vermin
derten emoti
onalen Belastbarkeit aktuell eine Arbeitsfähigkeit von 70 %. Für diese behin
derungsangepassten Tätigkeiten bestehe aus rheumatologischer und neurologi
scher Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Der Ge
sund
heits
zustand sei prinzipiell besserungsfähig, wobei die akzentuierten Per
sön
lich
keitszüge des Beschwerdeführers als Rehabilitations
hindernis erachtet werden müssten.
3
.2
Dr.
E._
diagnostizierte in ihrem Bericht
vom 10
. April 2003 (Urk. 7/150) eine
mittelsc
hwere depressive
Störung mit gedrückter Stimmung, Freudlosigkeit, selbst- und fremdgefährlichen Impulsen, mit sozia
lem Rückzug, Schlaf-, Arbeits- und Kon
zentrationsstörungen, Essstörung mit Gewichtszunahme und körper
lichen Schmerzen. Diese Beschwerden hätten in letzter Zeit zugenommen. Derzeit sei der Beschwerdeführer nicht arbeitsfähig, eine Wiedereingliederung ins Berufs
leben wäre aber aus psychiatrischer Sicht langfristig anzustreben.
3
.3
Das Eidgenössische Versicherungsgericht
(heute: Bundesgericht)
hat in seinem Urteil
vom 6. April 2006 (Urk. 7/156
) festgehalten, das hiesige Gericht und die Beschwerdegegnerin hät
ten der Invaliditätsbemessung zu Recht die im Gutachten der MEDAS
D._
vom 16. August 2001 festgehaltene Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zugrunde gelegt. Zum zitierten Bericht von Dr.
E._
vom 10. April 2003 führte das höchste
Gericht insbesondere aus (Urk. 7/156
/8), dieser enthalte keine Angaben, wonach eine verselbst
ändigte psychische Erkrankung vorliege. Ebenso wenig biete er etwa Grundlage zur Annahme, die depressive Störung sei therapieresis
tent und
chronifiziert
. Es könne daher nicht davon aus
gegangen werden, der Beschwerdeführer könne nicht mehr den Willen aufbrin
gen, seine körperliche Restarbeitsfähigkeit zu verwerten.
3.4
3.4
.1
Gemäss dem an die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers gerichteten Bericht von Dr.
E._
vom 5. Dezember 2005 (Urk.
7
/15
3
)
besteht beim
Beschwerde
füh
rer nach wie vor eine schwere depressive Störung mit Schlaf-,
Kon
zentrations
, Arbeits- und Essstörungen, Freud- und Interesse
verlust,
Grübel
zwang
, sozialem Rückzug, unkontrolliertem Alkoholkonsum (als Selbstheilungs
versuch) und körperlichen Schmerzen, denen er sich ausgeliefert erlebe. Seine Stimmung sei gedrückt, er verspüre starke aggressive Impulse gegen sich selber und gegen Fremde. Die psychischen Symptome nähmen an Stärke zu und seien therapiere
sistent. Der Beschwerdeführer komme regelmässig alle zwei Wochen zu psy
cho
therapeutischen Gesprächen und werde auch psychopharmakologisch behandelt. Verschiedene Psychopharmaka seien bereits ohne Erfolg ausprobiert worden. Es handle sich um eine Persönlichkeitsstörung, aufgrund welcher der Beschwerde
führer zu 100 % arbeitsunfähig sei. Wegen der Therapieresistenz und der stetigen Zunahme der Beschwerden bestehe die Gefahr
eines
unkont
rollierten Impuls
durchbruch
s
mit akuter Selbst- und/oder Fremdgefähr
dung.
3.
4
.2
Im von der Beschwerdegegnerin eingeholten Arztbericht vom 7. Juni 2006 (Urk.
7/165
) diagnostizierte Dr.
E._
eine schwere depressive Störung sowie einen Status nach Polytrauma (Autounfall) am 1. Januar 1995 und attestierte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 1. Januar 1995 bis auf weiteres. Der Beschwer
deführer habe sich von seinem Autounfall nie mehr erholt. Es handle sich um einen adipösen Patienten in depressiver Stimmung mit suizidalen und fremd
gefährlichen Impulsen. Der Beschwerde
führer sei enttäuscht, klage über zahlrei
che Beschwerden und fühle sich schnell schlecht behandelt. Die seit Jah
ren bestehende depressive Störung habe
in den letzten zwei Jahren an Intensität zugenommen. Neu seien ein vermehrter Alkoholkonsum und suizidale Gedan
ken vorhanden und auch andere Symptome hätten an Stärke zugenommen. Aufgrund seiner psychischen Störung sei der Beschwerdeführer seit Jahren zu 100 % arbeitsunfähig.
3.4
.3
Auf entsprechende Anfrage der Beschwerdegegnerin
vom 24. Januar 2007 (Urk. 7/172
) führte Dr.
E._
am 7. Februar 2007 (Urk. 7/173
) ergänzend aus, beim Beschwerdeführer handle es sich um einen adipösen Patienten in gedrückter Stimmungslage. Er sei gereizt und angespannt. Zeitlich, örtlich und situativ sei die Orientierung intakt. Es gebe keine Anhaltspunkte für formale Denkstörungen. Der Beschwerdeführer sei inhaltlich eingeengt auf die eigenen psychischen und körperlichen Beschwerden. Er leide unter Interesseverlust, Tagesschwankungen mit morgendlichem Tief, Selbstwertstörungen, Schlaf
stö
rungen, Konzentrations
störungen, teilweise fremdgefährlichen und suizidalen Gedanken und Impulsen. Der Beschwerdeführer habe sehr pessimistische Zukunftsperspektiven und konsumiere zeitweise übermässig Alkohol. Es liege der ICD-Code F33.11 [=rezidi
vierende depressive Störung, gegenwärtig mit
telgradige Episode, mit soma
tischem Syndrom] vor.
3.5
Gemäss dem Bericht von SUVA-Kreisarzt Dr.
F._
vom 26. Januar 2006 (Urk.
7/169
) hat der Beschwerdeführer beim Verkehrsunfall vom 1. Januar 1995 multiple Verletzungen erlitten. In erster Linie sei es zu einer instabilen BWK-Fraktur auf den Niveaus 9 - 11, einer
Scapulafraktur
rechts mit Weichteildefekt dorsal und Luxationsfrakturen im Mittelfuss rechts sowie einer Lungen
kontu
sion gekommen. Die Wirbelsäule sei
spondylodesiert
worden und sei längst konsoli
diert. Es würden chronische Rückenbeschwerden beklagt und die Beweg
lichkeit der Wirbelsäule sei eingeschränkt. Eine gelegentliche Veränderung der Körper
stellung sei nötig, stark verdrehte Positionen seien zu vermeiden. Im Weiteren liege eine leichte neurologische Störung im Sinne eines Brown-
Séquard
-Synd
roms mit Verminderung der Schmerzen und Temperatur
empfin
dung rechts ab hochthorakalem Niveau vor. Aus neuro
logischer Sicht sei die Gehfähigkeit nicht wesentlich beeinträchtigt, zu Beschwerden komme es im rechten Fuss bei höheren Gehleistungen. Die
Beschwielung
des Fusses sei kräf
tig, das Gehen aber auf
ebene
Unterlagen zu beschränken. Etwa einen Drittel der Arbeitszeit sollte der Beschwerdeführer intervallweise im Sitzen leisten kön
nen. Die eingeschränkte Belastbarkeit des rechten Fusses sei im MEDAS-Gut
achten aus dem Jahre 2001 etwas weniger betont worden, sonst gebe es heute keine wesentlichen Unter
schiede zum damals erhobenen Status. Das Carpal-Tunnel-Syndrom rechts
mache geringe Beschwerden, eine zwingende Behand
lungs
bedürftigkeit bestehe nicht. Die psychische Situation werde insofern anders eingeschätzt als im Jahre 2001, als eine leichtgradige depressive Episode und akzentuierte Persönlichkeits
züge attestiert worden seien. Der Beschwerde
führer realisiere, dass sein Leben gleich
sam an ihm vorbeiziehe und er nicht in der Lage sei, aktiv daran zu partizipieren. Dies habe zu einer Verbitterung geführt, welche nun in Gleich
gültigkeit umschlage. Es gebe ein Risiko von Gewaltausbrüchen mit Fremd- oder auch Selbstaggression. Vorläufig sei der Beschwerdeführer eher apathisch. Er erkläre, wenn ihm auch die SUVA-Rente, von der er im Wesentlichen lebe, gekürzt oder gestrichen werde, nehme er das hin. Wenn er sein jetzt noch kleines Vermögen aufgebraucht habe, müsse er sich beim Sozialdienst melden. Dies sei ihm egal, sein Selbstwertgefühl sei ziemlich gebrochen. Eine Ambivalenz zwischen stummem Akzeptieren des Schicksals und einer Rebellion dagegen, die explosiver Art sein könnte, liege vor. Am ehesten könnte der Beschwerdeführer aus seiner schwierigen Situation herauskommen, wenn ihm eine berufliche Option mit Karrierechance geboten werden könnte. Dies sei aber ein Postulat, das sich kaum verwirklichen lasse. Immerhin habe der Beschwerdeführer bemerkenswerte Akti
vitäten entfaltet und über zwei Jahre einen Kurs als Webdesigner absolviert, der ihn mehrere Tau
send Franken gekostet habe. Dies offensichtlich in der Hoffnung, im Berufsle
ben wieder Fuss fassen zu können, was leider missglückt sei.
3.
6
Dr.
C._
diagnostizierte in seinem Bericht v
om 28. November 2006 (Urk. 7/170/1
) einen Status nach Polytrauma (Autounfall am 1. Januar 1995), eine Depression, ein chronisch
lumbovertebrales
Syndrom sowie eine
Ulna
ris
kompressionsneuropathie
mit CTS rechts. Der Beschwerdeführer befinde sich bei ihm, Dr.
C._
, seit dem 17. April 1996 in Behandlung. Er leide unter zuneh
menden Rückenschmerzen und Parästhesien im rechten Arm und der rechten Hand. Am 14. September 2006 sei er von Dr.
L._
operiert worden. Wie in früheren Berichten erwähnt, sollte der Beschwerdeführer auf einen geeigneten Beruf umgeschult werden, womit sich die Erwerbsfähigkeit zum Teil erhöhen liesse.
4.
4.1
4.1.1
Laut dem Arztbericht von
Dr.
I._
vom 1
6.
Dezember 2016 (
Urk.
7/213) besteht beim Beschwerdeführer eine komplexe posttraumatische Belastungs
störung mit Dissoziation (ICD-10 F43.1) mit Verdacht auf andauernde Persönlich
keits
ände
rung
nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0), bestehend mindestens seit Behand
lungsbeginn (Ende August 2016), Differential
diagnose: Paranoide Schizophrenie (ICD-10 F20) oder kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61). Der Beschwerdeführer schildere Gedächtnisprobleme, er verpasse Termine und könne die Anforderungen von RAV und Sozialamt nicht erfüllen. Er sei arbeitslos geworden. Er leide unter einem unkontrollierten Essverhalten und habe in den letzten Jahren beinahe
um
100
%
von anfänglich 62 kg auf über 100 kg zuge
nommen.
Das Wasserlösen sei auch ein Problem, er müsse 7-8 Mal auf die Toilette gehen, um einmal sein Wasser lösen zu können. Er wolle seinen Lebensrhythmus ändern, schaffe es aber nicht. Er habe das Gefühl, stets von jemandem beobachtet und in seiner Entwicklung gehindert zu werden. Der Beschwerdeführer sei schwer krank, das Leiden sei
chronifiziert
und es gebe Hinweise auf eine andauernde Persönlichkeitsveränderung. Die Prognose sei als eher schlecht zu betrachten. Sehr optimistisch betrachtet könne allenfalls in zwei bis drei Jahren eine Teilar
beitsfähigkeit erreicht werden.
Der Beschwerdeführer sei bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig.
4.1.2
Gemäss dem Arztbericht von
Dr.
I._
vom 2
1.
Juni 2017 (
Urk.
7/2
25
/1-4
) besteh
t
beim Beschwerdeführer
unverändert
eine komplexe posttraumatische Belastungs
störung mit Dissoziation (ICD-10 F43.1) mit Verdacht auf andauernde Persönlich
keits
änderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0), Differential
diag
nose: Paranoide Schizophrenie (ICD-10 F20). Derzeit sei der Beschwerde
führer nicht in der Lage, einer Arbeit nachzugehen, auch nicht einer angepassten Tätig
keit. Er sei sowohl psychisch als auch körperlich schwer beeinträchtigt. Der Beschwerdeführer komme 14-täglich zur psychotherapeutischen Behandlung. Es herrsch
t
e
n
ein starkes Misstrauen und Verbitterung.
Er
fühle sich in allen Belan
gen in seinem Leben überfordert. Die medikamentöse Therapie habe beim psychischen Zustand keinen nennenswerten Effekt gezeigt. Die massiven Schlaf
störungen hätten aber leicht behoben werden können. Im Vordergrund stünden neben den psychischen auch die körperlichen Beschwerden, welche durch das massive Übergewicht
, unter anderem verursacht durch die psychisch bedingten Essattacken während der Nacht, mitbedingt seien. Eine Ernährungs
therapie sei ebenfalls aufgegleist worden. Die Prognose sei ungünstig. Das Krankheitsbild sei
chronifiziert
und es bestünden schwer korrigierbare Per
sönlichkeitsänderungen. Für eine stationäre Therapie sei der Beschwerdeführer nicht stabil genug.
Er
sei seit wenigen Monaten alleiner
ziehend, es habe eine Trennung von seiner Ex-Frau stattgefunden. Er versorge seinen Sohn während der Woche selbst, sei
damit aber überfordert, weshalb eine psychopädagogische Begleitung des Sohnes eingerich
tet worden sei.
4.2
Laut dem Arztbericht des Hausarztes
Dr.
H._
vom 2
8.
Juni 2017 bestehen beim Beschwerdeführer folgende Diagnosen (
Urk.
7/226/4):
«1.
Verdacht auf aktivierte
Frühgonarthrose
rechts
-
TVT, Einflussstauung ausgeschlossen
-
MRI Knie recht 09.11.2016:
Backerzyste
, Knorpeldefekt lat.
Femurkon
dylus
mit Knochenmarksödem
2.
chronische LVS bei Status nach Polytrauma (Verkehrsunfall 1995)
mit
Spondylodese
Th
9-11
3.
Status nach multiplen operativen Eingriffen Fuss rechts bei Verkehrsunfall
mit Polytrauma 1995
-
persistierende mediale Fussschmerzen, Irritation und leichte
Schwellung
4.
Chronisch rezidivierender unproduktiver Husten sei Jahren
-
pneumologische
Abklärung 10/2012 unauffällig, Nikotinkonsum
sistiert 9/2012
5.
Verdacht auf symptomatische Prostatahyperplasie, Erektionsstörung
6.
Status nach
Neurolyse
Nervus
ulnaris
rechts 2006
7.
CTS rechts
8.
Rezidivierende depressive Episoden (in ambulanter psych. Behandlung)
9.
Rezidivierender
Perianalabszess
mit Verdacht auf Fistelung bei 5 Uhr SSL
-
Abszessabdeckelung
7/2015, 04.03.2016, 04.05.2016, 27.06.2016
-
Anoskopie
und
Endosonographie
27.06.2016
Seit Dezember 2016 habe der Beschwerdeführer chronische Knieschmerzen rechts mit stark eingeschränkter Belastbarkeit. Aktuell sei ihm keine Tätigkeit zumutbar. Der Beschwerdeführer sei seit dem 1
9.
September 2016 zu 100
%
arbeitsunfähig. Die Prognose sei schlecht. Möglicherweise sei eine Wiedereingliederung zu 30
%
möglich.
4.3
Laut dem Arztbericht von
Dr.
med.
M._
, FMH Chirurgie, vom
6.
August 2017 (
Urk.
3/4) bestehen beim Beschwerdeführer eine (1.)
Synovalitis
am rechten Knie, ein (2.)
kondylärer
Knorpelschaden sowie ein (3.) freier Gelenkkörper.
Am
2.
August 2017 sei in der
N._
eine Arthroskopie mit partiel
ler
Synovektomie
,
Plicasektion
, Bergung eines freien Gelenkkörpers und
Mikro
frak
turierung
kondylär
medial durchgeführt worden. Bei unkompliziertem post
operativem Verlauf habe der
Beschwerdeführer an Unterarmgehstützen mobili
siert und mit reizlosen Wundverhältnissen am
4.
August 2017 in ambulante Weiterbehandlung entlassen werden können.
4.4
Gemäss dem polydisziplinären Gutachten der
K._
vom 1
5.
November 2017 bestehen
beim Beschwerdeführer folgende Diagnosen (
Urk.
7/242/87-88):
Hauptdiagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit
-
Aktivierte Gonarthrose rechts,
medialbetont
(ICD-10: M17.3) bei
-
Zustandsbild nach intraartikulärer Infiltration (30.03.2017)
-
Zustandsbild nach Arthroskopie mit partieller
Synovektomie
,
Plicaresektion
, Bergung eines freien Gelenkkörpers sowie
Mikrofraktu
rierung
kondylär
medial (02.08.2017)
-
Fussbeschwerden rechts im Sinne von belastungsabhängigen Schmerzen (ICD-10: M25.57), Bewegungseinschränkung (ICD-10: M25.67) und Schwellungs
zuständen (ICD10: M25.47) bei
-
Zustandsbild nach geschlossener Reposition (01.01.1995)
-
Zustandsbild nach offener Reposition der Fusswurzel,
Arthrodese
Naviculare
/Talus,
Arthrodese
Fusswurzelstrahl IV (ICD-10: Z98.1) und
paraossaler
Schienung
Metatarsale
IV und V (09.01.1995)
-
Zustandsbild nach partieller Metallentfernung (24.02.1995) wegen
komplexer
Luxationsmehrfragmentfraktur
im Bereich des Fusses lateral
(ICD-10: S92.7)
-
Thorako
-lumbales Syndrom (ICD-10: M54.85) bei
-
Zustandsbild nach
Laminektomie
Th11 und 12 mit dorsaler
Instrumenta
tion Th9 bis
Th
12 mit USS (03.01.1995)
-
Zustandsbild nach teilweiser Entfernung
des Fixateur
externe an der
Wirbelsäule (16.01.1995) wegen instabilen Frakturen der BWK 9 bis 11
ICD-10: S22.05 und S22.06)
-
Schulterbeschwerden rechts im Sinne von Schmerzen (ICD-10: M25.51) bei
-
Status nach mehrmaligem
Débridement
und plastischer Deckung des
dorsolateralen
Hautdefektes mit
Mesh
/Thiersch (01.01.1995, 09.01.1995,
25.01.1995, 01.02.1995) wegen offener
Scapulafraktur
(ICD-10: S42.00,
S41.80)
-
Dysthymia
(ICD-10: F34.1)
Nebendiagnosen ohne wesentliche
Einschränkung
der
Arbeitsfähigkeit
-
Status nach rezidivierenden
Perianalabszessen
mit/bei
-
rezidivierenden
Abszessabdeckelungen
letztmals Anfang Juli 2016 mit/bei
-
transsphinktärer
Peranalfistel
bei 5 Uhr SSL mit/bei
-
Status nach Video-assistierter Fistel-Behandlung und
Abdeckelung
am
04.03.2016 mit/bei
-
Status nach Abszess-
Abdeckelung
am 04.05.2016
-
Hemihypästhesie
rechts ohne Hinweise auf somatische Ursache
-
Rumpfunsicherheit unter erschwerten Bedingungen unklarer Genese
-
Hörminderung rechts
-
Miktionsbeschwerden und Restharnbildung bei Vergrösserung der Prostata
-
Status nach Fraktur im Bereich BWK 9-11 mit Status nach
Spondylodese
ohne Hinweise auf
Conus
cauda
Syndrom, bzw. lumbale
Radikulopathie
oder
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom
-
Zustandsbild nach Dekompression des
Nervus
ulnaris
im
Sulcus
rechts (14.09.2006)
-
Agoraphobie (ICD-10: F40.0)
-
Akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1)
-
Adipos
itas per magna
-
Hepatopathie DD Fettleber DD medikamentös
-
Diabetes mellitus Typ II, Erstdiagnose 10/17
Der Beschwerdeführer sei in Zürich geboren und aufgewachsen, wobei er zwischen dem
9.
und 1
6.
Lebensjahr in der Türkei gelebt habe. Er habe sich vor einem
Jahr scheiden lassen, lebe zusammen mit seinem 7-jährigen Sohn und werde vom Sozialamt unterstützt. Eine Berufsausbildung habe er nicht machen dürfen, sein Vater habe ihn im Alter von 16 Jahren nach der Rückkehr in die Schweiz zum Geld verdienen in eine Fabrik geschickt. Nach rund 1 1⁄2 Jahren habe er eine Stelle bei der
Z._
in der Kolonialabteilung gefunden, wo er bis zum Autounfall im Januar 1995 gearbeitet habe. Zwischen Juli 2009 und Juni 2016 habe er bei Verwandten in einer Bäckerei als Chauffeur zu einem Pensum von 60
%
bis 70
%
gearbeitet.
Aus internistischer Sicht wäre eine Life-Style-Korrektur mit vermehrter körper
licher Betätigung, Gewichtsreduktionskost und Sistieren des Nikotin
konsums sinnvoll.
Im Bereich der Wirbelsäule bestehe ein Zustandsbild nach
Spondylo
dese
. Der Beschwerdeführer beklage bewegungs- und belastungs
abhängige Beschwerden, eine Anschlussdegeneration liege nicht vor. Im Bereich des rechten Schultergelenks
liege eine gute Konsolidation der
Scapulafraktur
vor. Es sei allerdings eine gewisse Defektbildung im Bereich des
Supraspinatus
vorhanden. Diese erkläre die
endgradig
schmerzhaft eingeschränkte Beweglich
keit im Schul
tergelenk bei ansonsten weitgehend unauffälligen Verhältnisse
n
. Im Bereich des rechten Fusses zeige sich eine konsolidierte Situation. Es seien aber degenerative Veränderungen vorhanden, welche neben belastungsabhängigen Schmerzen im Verlauf des Tages zunehmende Schwellungszustände bewirken würden. Es fände sich sodann eine aktivierte Gonarthrose rechts, welche für die geklagten Knie
schmerzen verantwortlich sei. Aus neurologischer Sicht sei das Hörvermögen rechts aus unklarer Ursache eingeschränkt. Der Beschwerdeführer könne deshalb Tätigkeiten mit besonderen Anforderungen an das Gehör und potentiell hör
schä
digenden Tätigkeiten nicht ausüben. Wegen einer Sensibilitätsminderung auf der rechten Körperseite sollten auch Tätigkeiten mit
besonderem Gefährdungs
poten
tial, insbesondere thermischer Natur, vermieden werden.
Aus psychiatrischer Sicht zeigten sich eine
Dysthymia
, eine Agoraphobie und akzentuierte Persönlichkeitszüge.
Für eine depressive Störung fände sich kein psychopathologischer Anhalt, ebenso wenig für eine paranoide Schizophrenie. Hinweise für eine Alkoholabhängigkeit bestünden nicht, der Alkoholkonsum sei aber als Störung durch Alkohol mit schädlichem Gebrauch einzuordnen. Für eine spezifische oder kombinierte Persönlichkeitsstörung fände sich lebensgeschicht
lich beim Beschwerdeführer kein typischer Verlauf für eine tiefgreifende Ver
hal
tensweise oder
ein
–
muster
mit Beginn in der Jugend oder im frühen Erwach
senenalter.
Der Beschwerdeführer sei bis zum Unfall Anfang Januar 1995 als Lagerist/Ver
käufer tätig gewesen. Es habe sich hierbei um eine körperlich eher anspruchsvolle Tätigkeit mit Heben und Tragen schwerer Lasten sowie der Notwendigkeit des Einnehmens von Zwangspositionen der Wirbelsäule und der grossen Gelenke gehan
delt. Es sei bereits in früheren
Gutachten festgehalten worden, dass in einer derartigen Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestehe. Zwischen Juli 2009 und Juni 2016 habe der Beschwerdeführer in einer Bäckerei, respektive als Chauffeur zu einem Pensum zwischen 60
%
und 70
%
gearbeitet. Laut Angaben des Beschwerdeführers habe
es
sich dabei ebenfalls um eine zeitweise körperlich anspruchsvolle Tätigkeit gehandelt, da er neben dem Fahren auch das
Be
- und Entladen der Waren habe durchführen müssen.
Unter Berücksichtigung der Angaben des Versicherten sei aus orthopädischer Sicht in einer derartigen Tätig
keit von einer Arbeitsfähigkeit von höchstens 50
%
auszugehen. Aus rein psychiatrischer Sicht sei der Beschwerdeführer zu 10
%
arbeitsunfähig. Aus allgemein-internistischer und neurologischer Sicht ergäben sich keine Einschrän
kungen der Arbeitsfähigkeit.
Aus orthopädischer Sicht
habe der Beschwerde
füh
rer in den letzten Tätigkeiten über das Zumutbare hinaus gearbeitet. Unter den gegebenen Umständen scheine es gerechtfertigt, ab Datum der Gutachtens
erstel
lung vom Beginn dieser Arbeitsunfähigkeit auszugehen. In einer gut leidensan
gepassten Tätigkeit könne der Beschwerdeführer zweimal 3 Stunden pro Tag arbeiten. Zusammen mit dem verlangsamten Arbeitstempo sei somit insge
samt von einer Arbeitsfähigkeit adaptiert von 70
%
auszugehen. Da der Beschwerde
führer über diese Einschätzung bis anhin nicht informiert worden sei, scheine es angebracht, als Beginn der Arbeitsfähigkeit ebenfalls das Datum der Gutachten
serstellung zu nehmen. Adaptiert sei eine körperlich leichte, wechselbe
lastende Tätigkeit, wobei der Beschwerdeführer zwischen Sitzen, Gehen und Stehen abwechseln können müsse.
Die
Tätigkeit dürfe auch keine Zwangs
positionen der Wirbelsäule, namentlich keine Inklinations- oder Rota
tions
bewegungen, keine Zwangspositionen des rechten Kniegelenkes, keine länger
dauernden Überkopf-Arbeiten und keine repetitiven Bewegungen im rechten Schultergelenk beinhal
ten. Der Beschw
erdeführer befinde sich aktuell
in einer postoperativen Rehabili
tationsphase, Anfang August 2017 sei ein
arthrosko
pisches
Débridement
im Bereich des rechten Kniegelenkes erfolgt. So wie sich die Situation aktuell präsentiere, sei von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % auszu
gehen. Diese könne im Verlauf zweifellos gesteigert werden.
4.
5
Gemäss der Stellungnahme von
Dr.
med.
O._
, Facharzt für Chirurgie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-Stelle vom 7. Dezem
ber 2017 (
Urk.
7/246/8-9)
ist das Gutachten der
K._
ausführlich, bewertet die Aktenlage und die klinischen Untersuchungen liegen vor. Die Befunde und Diagnosen seien plausibel und nachvollziehbar.
4.
6
Am 1
9.
März 2018 (
Urk.
7/256) nahm
Dr.
I._
zum Gutachten der
K._
Stellung.
Er hielt fest, d
as Gutachten bagatellisiere die psychopathologischen Auffällig
keiten, was die
Affektlabiliät
betreffe. Es würden verschiedene Aspekte aufge
zählt, welche bei komplexen
Traumafolgestörungen
bekannt seien.
Der Gutachter stelle es so dar, als ob beim Beschwerdeführer eine normale Ent
täu
schung nach einem familiären Konflikt vorliege. Den massiven traumatischen Erlebnissen, entstanden durch die zahlreichen Gewalt- und kontinuierlichen Gewalterlebnisse während der Kindheit und der Adoleszenz innerhalb und aus
serhalb der Familie, sei keine Rechnung getragen worden. Auch auf die Gescheh
nisse während der Ehezeit gehe das Gutachten nicht näher ein. Es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer an die Gründung einer eigenen Familie grosse Hoffnungen gehegt habe, es aber stattdessen zu einem Wiederer
leben der belastenden Schikanen und Streitigkeiten aus der Ehezeit seiner Eltern gekommen sei, weshalb der Beschwerdeführer seine Exfrau als «Terroristin» bezeichnet habe.
Das Gutachten weise die Tendenz auf, psycho
pathologische Auffälligkeiten zugunsten von psychosozialen Aspekten herunter
zuspielen. Es treffe zwar zu, dass der Beschwerdeführer bis zum Autounfall im Jahr 1996 trotz der Gewalter
fahrungen und Misshandlungen in der Kindheit keine psychischen Auffälligkei
ten gezeigt habe. Bis zu diesem Zeitpunkt habe er aber die traumatischen Erleb
nisse noch durch seine körperlich definierte Ausrich
tung kompensieren können. Dies sei nach dem Unfall nicht mehr möglich gewesen.
Das Gutachten werte die vagen und unpräzisen Schilderungen des Beschwerde
führers als nicht authen
tische Beschwerdeschilderung. Bei einer traumatisierten Person seien
diese aber gerade typisch, da sie das Hervorrufen von belastenden Erinnerungen vermeiden wollten. Eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei nicht eingetreten. Es liege eine posttraumatische Belastungs
störung vor. Zwar werde bei den Diagnosekri
terien nach ICD ein Autounfall ausgeschlossen, es sei aber festzuhalten, dass das Haupttrauma des Beschwerde
führers in der mehrfach erlebten körperlichen und seelischen Gewalt in der Kindheit und Adoleszenz liege. Der Autounfall sei nur als «die Spitze des Eisbergs» zu betrachten, welcher das sehr «labile Konstrukt» des Beschwerdeführers zu Fall gebracht habe. Der Beschwerdeführer sei auf dem freien Arbeitsmarkt zu 100
%
nicht vermittelbar. Auch im geschützten Rahmen könne erst mittelfristig nach Erreichung einer Stabilisierung ein zweistündiger Einsatz täglich in Betracht gezogen werden.
4.
7
Laut der Stellungnahme von RAD-Ärztin
Dr.
med. P._
, Psychiatrie und Psycho
therapie FMH, vom 2
6.
April 2018 (
Urk.
7/261/4-5)
sind die Kriterien einer komplexen
Traumafolgestörung
beim Beschwerdeführer nicht erfüllt. Selbst wenn man davon ausgehen würde, dass die Symptome in genügender Ausprä
gung vorhanden wären, so müssten diese aufgrund der als prägendes Ereignis angenommen Misshandlungen im Kindes-/Jugendalter
schon lange vorhanden sein. Laut Angaben des behandelnden Psychiaters
Dr.
I._
fühle sich der Beschwerdeführer aber erst sei
t
1 1⁄2 Jahren so, was weder mit den Misshandlun
gen im Kindes-/Jugendalter noch mit dem Autounfall erklärt werden könne. Ebenso wenig könne die Veränderung mit der «terrorisierenden» Ehefrau erklärt werden, da die Ehe von 2008 bis 2015 gedauert habe. Am ehesten könne die Veränderung mit dem Scheitern der Ehe erklärt werden, was ein psycho
sozialer Belastungsfaktor darstelle. Ein Vermeidungsverhalten könne beim Beschwerde
führer nicht erkannt werden, er
berichte
über die Misshandlungen im Kindes-/Jugendalter, den Autounfall und die vergangene Ehe. Ebenso fahre er regelmäs
sig mit dem Auto.
Der behandelnde Psychiater versuche jegliche Verhaltenswei
sen und Äusserungen des
Beschwerdeführers im Rahmen der komplexen post
traumatischen Belastungsstörung zu erklären. Allerdings erkläre er nicht, wie der Beschwerdeführer bis zum Unfall ein mehr oder weniger unauffälliges Leben habe führen können. Die Symptome hätten bereits in dieser Zeit vorliegen müssen. Ebenso wenig erkläre er den mehrjährigen Unterbruch der Psychotherapie, der klar auf einen fehlenden Leidensdruck hinweise. Es könne weiterhin auf die RAD-Stellungnahme vom
7.
Dezember 2017 abgestellt werden.
5.
5.1
Das polydisziplinäre
Gutachten
der
K._
vom
1
5.
November 2017
(
Urk.
7/
242
) basiert
auf einer umfassenden allgemein
internistischen,
neurolo
gischen,
orthopä
dischen und psychiatrischen
Untersuchung und wurde in Kennt
nis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben.
Die begut
achtenden Ärzte haben detaillierte
Befunde erhoben
und nachvollziehbare Diag
nosen
gestellt
und sich mi
t den von vom Beschwerdeführer
geklagten Beschwer
den auseinandergesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zusam
menhänge und die medizinische Situation einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerun
gen nachvollziehbar begründet. Dem polydisziplinären Gutach
ten kommt daher grundsätzlich volle Beweiskraft zu (vgl. E. 1.
4
).
5.2
Der Beschwerdeführer verweist auf die vom Gutachten abweichende Stellung
nahme von
Dr.
I._
vom 1
9.
März 2018 (E. 4.5
).
Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers kann aus den einleitenden Ausführungen des psychiatrischen Gutachters, wonach sich der Versicherte während des rund zweistündigen Gesprächs schwankend zwischen freundlich und kurzfristig
dysphorisch
gereizt präsentiert habe, und der anschliessenden Feststellung, dass er kurz vor Gesprächsende eine Tablette
Quetiapin
(25 mg) eingenommen habe, wobei zuvor keine psychische Anspannung objektivierbar gewesen sei, kein Widerspruch erkannt werden. Insbesondere lässt sich daraus nicht ableiten, dass der Gutachter eine bestehende Affektlabilität bagatellisiere oder die Indikation der Medikamen
teneinnahme infrage stelle.
Sodann rügt der Beschwerdeführer gestützt auf die Ausführungen von
Dr.
I._
, dass das Gutachten das Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung verneine. Die in der Vergangenheit erlebten Geschehnisse würden zu wenig gewürdigt, sowohl die traumatischen Erlebnisse in der Kindheit als auch die Erlebnisse während der Ehe würden einfach als psychosoziale Belastungsfaktoren abgetan. In diesem Punkt ist auf die überzeugenden Ausführungen von RAD-Ärztin
Dr.
P._
(E. 4.6) zu verweisen, welche – übereinstimmend mit dem Gut
achten – das Vorliegen einer komplexen
Traumafolgestörung
verneint.
Sie ver
weist
darauf, dass die als prägendes Ereignis angenommenen Misshand
lungen im Kindes-/Jugendalter schon lange Auswirkungen gezeitigt haben müssten, der Beschwerdeführer sich aber laut
Dr.
I._
erst seit 1 1⁄2 Jahren so fühle.
Zu diesem Zeitpunkt gehörten auch der Autounfall im Jahr 1994 und die Gescheh
nisse der von 2008 bis 2015 dauernden Ehe der Vergangenheit an. Das Scheitern der Ehe stellt ein psychosozialer Belastungsfaktor
dar. Dass dem Beschwerdefüh
rer die Obhut über den Sohn nach der Scheidung zugeteilt worden ist, zeugt einerseits davon, dass er durchaus über einige Ressourcen verfügt, dass der
Beschwerdeführer nunmehr alleinerziehend ist, stellt aber andererseits ein
en
erhebliche
n
zusätzliche
n
psychosoziale
n
Belastungsfaktor dar.
Dr.
P._
weist ausserdem darauf hin, dass der Beschwerdeführer kein Vermeidungsverhalten zeige und offen über die negativen Ereignisse in seinem Leben rede. Trotz des Autounfalles fährt er auch weit
erhin regelmässig mit dem Auto.
Dr.
I._
unterstellt
den Gutachtern
, dass sie tendenziell
psycho
pathologische Auffällig
keiten zugunsten von psychosozial
en Aspekten herunter
spiel
t
, führt aber selber sämtliche Verhaltensweisen und Äusserungen des Beschwerdeführers auf die
von ihm diagnostizierte
posttraumatische Belastungsstörung zurück, ohne zu erklä
ren, warum diese vor dem Unfall gar nicht und in der Zeit nach dem Unfall während längerer Zeit nicht mehr aufgetreten sind.
Soweit
Dr.
I._
kritisiert, der Gutachter fokussiere zu sehr auf die formalen Kriterien nach ICD-10 (
Urk.
7/256/7), ist darauf hinzuweisen, dass
die Annahme eines
(invalidisieren
den)
psychischen Gesundheitsschadens nach der Rechtsprechung eine psychiat
rische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraussetzt (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6)
.
Das klinische Beschwerdebild ist damit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf
die soziokulturellen bzw. psychosozialen Belastungsfaktoren zurückzuführen,
da im Wesentlichen Befunde erhoben wurden, welche in den belastenden Umständen eine hinreichende Erklärung finden - eine davon klar unterscheidbare andauernde Depression bzw. posttraumatische Belastungsstörung ist nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt.
Immerhin besteht aber laut dem Gutachten der
K._
eine die Arbeitsfähigkeit einschränkende
Dysthymia
. Aus rein psychiatrischer Sicht wurde dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit von 10
%
bescheinigt.
5.3
Bezüglich der Beurteilung des somatischen Gesundheitszustands bringt der Beschwerdeführer
vor, er befinde sich bei
Dr.
M._
in Behandlung. Wie dessen Operationsbericht vom
2.
August 2017 zu entnehmen sei, habe sich der Beschwerdeführer im Sommer 2017 einer Operation aufgrund seiner somatischen Beschwerden unterzogen. Dem Gutachten sei nicht zu entnehmen, dass die Behandlung von
Dr.
M._
berücksichtigt worden sei (
Urk.
1 S. 14). Hierzu ist festzuhalten, dass nicht ersichtlich ist, dass der Beschwerdeführer über diese Operation hinaus bei
Dr.
M._
in Behandlung gewesen ist. Dass dem Gutachten nicht zu entnehmen sei, dass die Behandlung bei
Dr.
M._
mitberücksichtigt worden sei, erweist sich sodann als aktenwidrige Behauptung. Der vom Beschwer
deführer zusammen mit der Beschwerde eingereichte Operationsbericht lag den Gutachtern vor und wurde von ihnen gewürdigt (
Urk.
7/242/71). Bei der Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit fand er
ebenfalls
Berücksichtigung
, allerdings gelangten die Gutachter zum Schluss, dass nur während der postoperativen Rehabilitations
phase eine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe, diese aber
innerhalb der nächsten vier bis sechs Wochen
wieder gestei
gert werden könne (
Urk.
7/242/74
und 76
).
5.4
Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass gestützt auf das Gutachten der
K._
vom 1
5.
November 2017 (
Urk.
7/242) davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer in einer leidensangepassten, körperlich leichten wechsel
belastenden Tätigkeit, mit wechselnder Position zwischen Sitzen, Gehen und Stehen, ohne Zwangspositionen der Wirbelsäule, namentlich keine
Inklina
tions
- oder Rotationsbe
wegungen
, ohne Zwangspositionen des rechten Kniege
lenkes, ohne längerdauernde Überkopfarbeiten und ohne repetitive Bewegungen im rechten Schultergelenk,
ohne besondere Anforderungen an das Gehör oder
mit einem besonderen Gefährdungspotenzial,
z
u 70
%
arbeitsfähig ist. Eine Ein
schränkung vo
n 50
% besteht nur während der postoperativen Rehabili
tations
phase nach der Arthros
kopie des rechten Knies am
2.
August 201
7.
Entgegen der Ansicht des Beschwer
deführers hat die Beschwerdegegnerin diese nur vorüber
gehend bestehende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit beim Einkommensver
gleich zu Recht nicht berücksichtigt.
6.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitsschadens.
6.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1;
134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
6.2
Die Beschwerdegegnerin hat ein
Valideneinkommen
von
Fr.
38'400.—berücksich
tigt (
Urk.
7/245).
Dieses Einkommen
entspricht
demjenigen, welches der Beschwerdeführer gemäss seinen Angaben zuletzt als Chauffeur bei der
Q._
erzielt hat (12 x
Fr.
3'200.
--, vgl.
Urk.
7/198/6). Wie der Beschwerdeführer zu Recht einwendet, handelt es sich bei der Tätigkeit bei der
Q._
aber nicht um jenes Einkommen, das er ohne Eintritt des Gesundheitsschadens erzielen würde, insbesondere arbeitete der Beschwerde
füh
rer gemäss seinen Angaben lediglich zu einem Pensum von 65 bis 70
%
, wogegen davon auszugehen ist, dass er bei voller Gesundheit zu 100
%
arbeiten würde. Mit seiner vor dem Unfall
am
1.
Januar 1995 ausgeübten Tätigkeit als Verkäufer bei der
Z._
hätte der Beschwerdeführer im Jahr 199
9
ein Einkommen von
Fr.
46’150
.-- (13 x
Fr.
3'
5
50.--, vgl.
Urk.
7/138/75
) erzielt.
Angepasst an den Nominallohn
index für Männer (vgl. Bundesamt für Statistik, Tabelle
T39
Ent
wicklung der Nominallöhne, der Kon
sumentenpreise und der Reallöhne
:
199
9
=
18
35
,
201
7
=
2249
) beträgt das Ein
kommen im Jahr 201
7
Fr.
56'562.05
.
6.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statis
tischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung
,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbei
ten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durch
schnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merk
male der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeits
markt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellen
lohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen mitver
antwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322
E. 5.2).
6.4
Der Zentralwert für die mit einfachen
Tätigkeiten (Kompetenzniveau 1)
beschäf
tigten Männer betrug im Jahre 201
4
im privaten Sektor
Fr. 5’3
12
.-- pro Monat bei 40 Arbeitsstunden pro Woche (LSE 20
1
4
, Tabelle
T1_tirage_skill_level)
, was unter Berück
sichtigung einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,
7
Stunden pro Woche (Bun
desamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
ab
teilun
gen, Tabelle T 03.02.03.01.04.01) ein hypothetisches Einkommen von
Fr. 6
6'453.1
0
pro Jahr ergibt.
Angepasst an den Nominallohn
index für Männer (vgl. Bundesamt für Statistik, Tabelle
T39
Entwicklung der Nominallöhne, der Kon
sumentenpreise und der Reallöhne
:
2014
=
22
2
0
,
2017
=
2249
) beträgt das Ein
kommen im Jahr 201
7 Fr. 67'321.2
0. Bei einer Leistungsfä
higkeit von 70 % ergibt sich ein Einkommen von Fr. 47'
124.8
5.
Zumal die beim Beschwerdeführer vorhandenen Einschränkungen im Gutachten bereits berücksichtigt und insbesondere auch dem verlangsamten Arbeitstempo Rechnung getragen worden ist, kommt ein zusätzlicher Abzug infolge einer leidensbedingten Einschränkung nicht in Frage. Der Beschwerdeführer ist 46 Jahre alt, verfügt über das Schweizer Bürgerrecht und beherrscht die deutsche Sprache einwandfrei. Alter, Aufenthaltsstatus und Nationalität rechtfertigten somit keinen Abzug.
Hingegen lässt sich vorliegend aufgrund des Umstan
des, dass dem Beschwerdeführer ein Besch
äftigungsumfang von lediglich 6 Stunden pro Tag
zumutbar ist, ein Abzug vom Tabellenlohn von 5 % rechtfertigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_10/2019 vom 2
9.
April 2019
E. 5.2.2 mit Hinwei
sen). Bei einem Invalideneinkommen von Fr.
44
'
768
.
60
(= 0,9
5
x
Fr. 47'124
.
8
5
) resultiert verglichen mit dem
Valideneinkommen
von
Fr.
56'562.05
eine Einkom
mensein
busse von Fr.
11'793
.
45
bzw. ein Invaliditätsgrad von rund
2
1
%,
welcher
keinen Anspruch auf eine Invalidenrente
er
gibt.
6.5
Zusammenfassend ist die Beschwerde damit abzuweisen.
7.
7.1.
Der Beschwerdeführer hat ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung gestellt (Urk. 1 S. 2 f.). Er hat dazu ausgeführt, er verfüge über keine Rechtsschutz
ver
sicherung. Sein Lebensunterhalt werde durch die Sozialen Dienste der Stadt Zürich
finanziert (Urk. 3/3). Die Voraussetzungen zur Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss § 16 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungs
gericht (
GSVGer
) sind somit erfüllt. Dem Beschwerdeführer ist daher die unent
geltliche Prozessführung zu bewilligen. Der Beschwerdeführer wird auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen, wonach er zur Nachzahlung der ihm erlassenen Rechtspflegekosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.
7.2
Das Verfahren ist kostenpflichtig. Die Gerichtskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind auf Fr. 800.-- festzusetzen und dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, infolge bewilligter unent
gelt
licher Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.