Decision ID: 1a555b8b-a116-43eb-a9b9-af9dc062d6fc
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1983,
Mutter von fünf Kindern (Jahrgänge 1999, 2000, 2005, 2007 und 2012
)
meldete sich am 29. Dezember 2020 unter
Hinweis auf
ein Rückenleid
en sowie Bauch
schmerzen
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
14/1
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
.
Nach ergangenem Vorbescheid (Urk.
14/6
)
wies
die IV-Stelle mit Verfügung vom
20. Mai 2021 (Urk. 14/8 = Urk. 2)
das Leistungsbegehren ab
.
2.
Die Versicherte erhob am
21. Juni 2021
Beschwerde gegen die Verfügung vom
20. Mai 2021 (Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
en ihr, allenfalls nach weiteren Abklärungen, die gesetzlichen Leistungen zu
zusprechen
(Urk. 1 S.
2
Ziff. 1-2
).
Zudem ersuchte sie um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung (Urk. 1 S. 2 Ziff. 3). Mit Eingabe vom 30. August 2021 (Urk. 9) reichte die
Beschwerdeführerin
Unterlagen bezüglich der prozessualen Bedürftigkeit ein (Urk. 10; Urk. 11/1-13).
Die IV-Stelle bean
tragte mit Beschwerdeantwort vom
24. September 2021
(Urk.
13)
die Abweisung der Beschwerde, worüber die
Beschwerdeführerin am
30. September 2021 in Kenntnis gesetzt wurde
(Urk.
15
).
Mit Eingabe vom 13. Januar 2022 (Urk. 17) reichte die
Beschwerdeführerin
weitere Unterlagen ein (Urk. 18). Dies wurde der
Beschwerdegegnerin
am 17. Januar 2022 zur Kenntnis gebracht (Urk. 19).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
–
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
–
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.5
Gemäss Art. 54a IVG stehen die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) den IV
Stellen für die Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungs
anspruchs zur Verfügung (Abs. 2). Sie legen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der versicherten Person für die Ausübung einer zumutbaren Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich fest (Abs. 3). Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Abs. 4). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizi
nischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Bei der Festsetzung der funktionellen Leistungsfähigkeit (Art. 54a Abs. 3 IVG) ist die medizinisch attestierte Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit und für angepasste Tätig
keiten unter Berücksichtigung sämtlicher physischen, psychischen und geistigen Ressourcen und Einschränkungen in qualitativer und quantitativer Hinsicht zu beurteilen und zu begründen (Abs. 1
bis
). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwal
tung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entschei
den haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzu
nehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hin
weisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit
jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten
vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Quali
fikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1).
Soll ein Versicherungsfall ohne Ein
holung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweis
würdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
stellte sich
in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2)
im Wesentlichen auf den Standpunkt
, dass ihre Abklärungen ergeben hätten, dass die gesundheitliche Beeinträchtigung der
Beschwerdeführerin
weder die Tätigkeit im Haushalt noch eine erwerbliche Erwerbstätigkeit wesentlich einschränke
, wes
halb kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung bestehe
(S. 1).
Daran hielt die
Beschwerdegegnerin
in ihrer Beschwerdeantwort (Urk. 13) im W
esentlichen fest (S. 1 f.).
2.2
Die
Beschwerdeführerin
stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
dass auf die Stellungnahme des
RAD
aus näher
dargelegten Gründen nicht abgestellt werden könne, da erhebliche Zweifel an dieser Beurteilung vorlägen
und
die beurteilende Ärztin nicht über den entsprechenden Facharzttitel verfüge.
Der Sachverhalt sei sowohl betreffend die Rückproblematik als auch betreffend die Bauchschmerzen in Verletzung des
Untersuchungsgrundsatz
es ungenügend abgeklärt
worden. Zudem hätte die
Beschwerdegegnerin
ihre Qualifikation noch genauer abklären sollen
(S. 5 ff.
Rz
7 ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die
Beschwerdeführerin
Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung und dabei insbesondere auf eine Rente hat.
3.
3.1
Die Ärzte des Universitätsspitals
Y._
, Klinik für Viszeral- und Transpla
nta
tionschirurgie,
nannten in ihrem Bericht vom
27. November 2013 (Urk. 14/5/17-18) chronische abdominelle Beschwerden unklarer Genese, differenzialdiagnostisch ein Colon
irritabile
, als Diagnose (S. 1 Mitte).
Die am 12. November 2013 durchgeführte Laparoskopie (vgl. Urk. 14/5/15-16) zeige keine morphologischen Ursachen, welche die Beschwerden der Beschwerde
führerin erklären könnten. Ein Hinweis für ein
Malignom
liege nicht vor. Aus
viszeralchirurgischer
Sicht sei die Ursache für die Beschwerden unklar, differential
diagnostisch sei an
ein
Reizdarmsyndrom
zu denken
(S. 1 f.).
3.2
Die Ärzte des
Universitätsspitals
Y._
, Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie, nannten in ihrem Bericht vom 10. Dezember 2013 (Urk. 14/5/67-68) ein obstipationsbetontes Colon
irritabile
als Diagnose. Seit Jahren bestünden Unterbauchschmerzen
rechtsseits
und harter Stuhl. Bisherige Therapieversuche mit
Copermin
, Iberogast,
Colosan
und kurzzeitig
Saroten
hätten keinerlei Besserung gebracht; sämtliche Abklärungen bis hin zur diagnostischen Laparoskopie hätten keine die Beschwerden erklärende Ergebnisse erbracht (S. 1).
3.3
Dr. med.
Z._
, Facharzt für Anästhesiologie,
Schmerzklinik A._
,
nannte in seinem Bericht vom 5. Januar 2017 (Urk. 14/5/32-
3
4) ein
therapie
refrakträres
lumbosakrales
, nach thor
akal und zervikal ausstrahlendes
Schmerzsyndrom unklarer G
enese
bei Verdacht auf
ein
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
. D
ifferentialdiagnostisch
nannte er eine
ISG-Arthralgie beid
seits
, eine Fibromyalgie sowie eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren.
3.4
Dem Bericht
von Dr.
Z._
vom 16. Januar 2017 (Urk. 14/5/83) kann entnommen werden, dass
eine
Bildverstärker
(BV)-gesteuerte diagnostische Blockade der medial
branches
(MBB) T12-L5 beidseits durchgeführt wurde, wobei der Verdacht auf eine weitgehend
spondylogene
Schmerzkausalität ausge
schlossen werden konnte.
3.5
Med.
pract
.
B._
, Facharzt für Radiologie, berichtete am 22. Juli 2020 über die gleichentags erfolgte Computertomographie (CT) des Abdomens (Urk. 14/5/44-45), wonach sich entzündliche Veränderungen perifokal um das linke Ovar (Differenzialdiagnose Verdacht auf
Adnexitis
), unklare Veränderungen im Uterus sowie jeweils ein Konkrement in den mittleren Nieren beidseits gezeigt h
ätten
.
3.6
Die Ärzte des Spitals
C._
nannten
in ihrem Bericht vom 13. November 2020 (Urk. 14/5/13-14
= Urk. 14/5/20-21
)
chronische
Unterbauchsch
merzen, am ehesten funktionell, als Diagnose (S. 1 Mitte). Seit 2002 seien gynäkologische,
gastroenterologische
, radiologische, viszeral-chirurgische und auch anästhe
siologische Untersuchungen durchgeführt worden, welche jeweils keine schlüssige Erklärung für
die
Beschwerden
der Beschwerdeführerin
gefunden hätten (S. 1 unten f.).
3.7
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Radiologie,
Klinik E._
,
berichtete am 5. Januar 2021 über die gleichentags durchgeführte
Magnetresonanztomographie (MRI)
der Lendenwirbelsäule (LWS; Urk. 3/4), bei welcher sich ein gestreckter Verlauf der unteren Brustwirbelsäule (BWS) und der LWS,
Chondrosen
L4/5 und ausgeprägt L5/S1 mit hier auch
osteochondrotischen
Veränderungen
sowie
dorsomediane
Diskusprotrusionen
L4/5 und L5/S1 etwas ausgeprägter geze
igt hätten
. Es fänden sich hingegen keine Zeichen einer Nervenwurzelkompression oder Spinalkanalstenose.
3.8
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Chirurgie und
für
Orthopädi
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Trauma Zentrum
Klinik E._
, nannte in seinem Bericht vom 27. Januar 2021 (Urk. 14/5/71) eine Segmentdegeneration L5/S1 mit
Diskusprotrusion
und schweren
Spon
dyloarthrosen
als Diagnose. Eigentliche motorische Ausfälle bestünden nicht.
In der MRI-Untersuchung vom 5. Januar 2021 (vgl. vorstehend E. 3.
7
) habe sich eine deutliche Segmentdegeneration L5/S1 gezeigt.
Er empfehle primär eine
F
azetten
gelenksinfiltration
L5/S1 beidseits.
3.9
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte in seinem Bericht vom 7. Februar 2021 (Urk. 14/5/7-12) aus, dass er die Beschwer
deführerin seit 2007 behandle (Ziff. 1.1) und
sie seit zirka 2009 an unspezifischen
, krampfartigen Bauchschmerzen leide, die in
verschiedenen Spitälern
weitgehend und intensiv abgeklärt worden seien, aber nie eine Diagnose habe gestellt werden können, da die Befunde immer normal gewesen seien (Ziff. 2.1). Er stelle die Diagnose eines
Reizdarmsyndrom
s
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 2.5).
Da die Beschwerdeführerin Hausfrau sei und nicht arbeite, könne keine Arbeitsunfähigkeit festgelegt werden (Ziff. 1.3; vgl. Ziff. 3.1). Da sie nie gearbei
tet habe, sei es schwierig, eine Prognose zur Arbeitsfähigkeit zu machen (Ziff. 2.7). Das weitere Vorgehen sei etwas schwierig zu managen, da sich die Beschwerdeführerin überfallsmässig und notfallmässig melde, wenn sie Schmerzen habe, dann aber häufig die weiteren Kontrollen absage (Ziff. 2.8).
3.10
Dipl.-Med.
H._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Prävention und Public
Health
, RAD, führte in ihrer Stellungnahme vom 8. März 2021 (Urk. 14/7/2-3) aus, dass kein Gesundheitsschaden
festgestellt worden sei
, der sich längerfristig auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit aus
wirke. Es lägen funktionelle Beschwerden vor, welche durch eine Lifestylemodi
fikation beeinflussbar seien. Sämtliche zahlreich erfolgten Untersuchungen hätten keinen pathologischen Befund gezeigt.
3.11
D
em
undatierten Operationsbericht
von
Dr.
F._
(Urk. 3/5)
kann entnommen werden, dass am
23. A
pril 2021
eine
F
azettengelenksinfiltration
L5/S1 beidseits
erfolgt ist, da die Beschwerdeführerin an starken Rückenschmerzen leide mit auch Ausstrahlung bis ins rechte Knie. Die Indikation zur diagnostischen und thera
peutischen Infiltration bei deutlicher
Spondyloarthrose
sei gegeben.
3.12
Dem Bericht von
Dr.
D._
vom
25. November 2021
(Urk. 18) kann entnommen werden, dass
gleichentags
eine
CT
-gesteuerte
Fazettengelenksinfiltration
L5/S1
beidseits durchgeführt wurde.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte das Vorliegen eines
invalidisierenden
Gesund
heitsschadens
damit,
dass ihre Abklärungen ergeben hätten, dass die gesundheit
liche Beeinträchtigung der Beschwerdeführerin weder die Tätigkeit im Haushalt noch eine mögliche Erwerbstätigkeit wesentlich einschränke (vorstehend E. 2.1). Bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin stützte sich die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen auf die Beurteilung
der RAD-Ärztin Dipl.-Med.
H._
, wonach funktionelle Beschwer
den vorlägen, welche durch eine Lifestylemodifikation beeinflussbar seien. Sämtliche zahlreich erfolgten Untersuchungen hätten keinen pathologischen Befund gezeigt (
vorstehend
E. 3.10).
4.2
Den Akten ist zu entnehmen, dass die
Beschwerdeführerin seit Jahren an unspezifischen, krampfartigen Bauchschmerzen leidet.
Die behandelnden Ärzte diagnostizierten ein Reizdarmsyndrom.
Trotz zahlreichen umfassenden Untersu
chungen konnte
jedoch
keine schlüssige Erklärung für die Beschwerden gefunden werden.
Eine infolge der Bauchschmerzen bestehende Arbeitsunfähigkeit wurde
bislang – soweit ersichtlich –
von keinem Arzt attestiert
(vorstehend E. 3.1-3.2, E. 3.5-3.6, E. 3.9)
.
Zudem leidet die Beschwerdeführerin an einer Rückenproblematik. Diesbezüglich lässt sich den Akten entnehmen,
dass
Dr.
F._
gestützt auf die am
5. Januar 2021
durchgeführte
MRI-Untersuchung der LWS
(vgl. vorstehend E. 3.7
)
eine Segment
degeneration L5/S1 mit
Diskusprotrusion
sowie
eine
schwere
Spondyl
arthrose
diagnostizierte. Er empfahl die Durchführung einer
Fazetten
gelenksinfiltration
L5/S1 beidseits, die am 23. April 2021 durchgeführt wurde (vorstehend E. 3.8, E. 3.11). Am 25. November 2021 wurde ausserdem eine CT
gesteuerte
Fazetten
gelenksinfiltration
L5/S1 beidseits durchgeführt (vor
stehend E. 3.12).
Eine infolge des
Rückenleiden
s
bestehende Arbeits
un
fähigkeit wurde
bislang – soweit ersicht
lich -
von keinem Arzt attestiert.
4.3
Entgegen der Ansicht der RAD-Ärztin Dipl.-Med.
H._
liegt – zumindest in Bezug auf die Rückenproblematik - gestützt auf den Befund der MRI-Unter
suchung der LWS und die darauf gestützt gestellten Diagnosen ein pathologischer Befund vor, nämlich eine
Segmentdegeneration L5/S1 mit
Diskusprotrusion
sowie
eine
schwere
Spondylarthrose
. Ob und in welchem Ausmass die
Beschwerde
führerin
dadurch in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, lässt sich den Akten hingegen nicht entnehmen
(vorstehend E. 4.2).
Diese Berichte vermögen erhebliche Zweifel an der Schlüssigkeit der RAD-Beur
teilung zu wecken (vgl. vorstehend E. 1.5). Demnach erweist sich die Beurteilung der RAD-Ärztin Dipl.-Med.
H._
als nicht nachvollziehbar, weshalb nicht darauf abgestellt werden kann.
4.4
Gestützt auf die vorliegenden Berichte
kann der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin
nicht abschliessend beurteilt werden.
Vielmehr besteht weiterer Abklärungsbedarf bezüglich der Leistungseinschränkungen und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
im Haushalt und allenfalls – nach Klärung der Statusfrage – im Beruf
.
Mithin ist die Sache zur
näheren
Abklärung des Gesundheitszustandes und dessen Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie über den Rentenanspruch neu verfüge. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
500.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung sowohl für die Frage der Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der Parteientschädigung als vollständi
ges Obsiegen (BGE 137 V 57; vgl. auch BGE 141 V 281 E. 11.1 mit Hinweis), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädi
gung hat.
D
er von Rechtsanwältin
Anjushka
Früh mit Eingabe vom 14. Oktober 2021
gel
tend gemachte Aufwand
von 9.4 Stunden und Fr.
84.60 Barauslagen (Urk. 16)
ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses angemessen
.
Die der
Beschwerdeführer
in
zuzusprechende Parteients
chädigung ist daher auf Fr. 2'31
9
.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
zu bemessen.
5.3
Bei dieser Ausgangslage erweist sich das Gesuch der
Beschwerdeführerin
um
Bewilligung
der unentgeltlichen Prozessführung
und Rechtsvertretung (Urk. 1 S. 2 Ziff. 3) als gegenstandslos.