Decision ID: 8bd58254-6bf9-5bb3-afe4-88534ed7e873
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
Erbengemeinschaft des W._ sel.:
1._,
2._ und
3._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Advokat lic. iur. Martin Boltshauser, c/o procap, Froburgstrasse 4,
Postfach, 4601 Olten,
gegen
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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
W._, geboren 1953, meldete sich im Mai 2005 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) an und beantragte eine Rente (IV-act. 1). Der Arztbericht von
Dr. med. A._ vom 7. Juli 2005 hielt als Diagnose eine Coxarthrose links mit
persistierenden Schmerzen bei Status nach Zweymüller-Totalendoprothese links mit
Fitmore-Pfanne am 13. September 2004 fest. In der Zeit vom 12. September bis 1.
Januar 2005 sei der Versicherte vollständig arbeitsunfähig gewesen, vom 18. Mai bis
11. September 2004 und seit 2. Januar 2005 bestehe eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Automechaniker (IV-act. 12). Auch Dr. med.
B._, Orthopädische Chirurgie FMH, bestätigte am 15. Juli 2005 eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit des Versicherten für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit vom 12.
September 2004 bis 1. Januar 2005 und eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit seit 2. Januar
2005. Andere Tätigkeiten seien dem Versicherten zumutbar, sofern sie nicht in erster
Linie stehend und vor allem nicht gewichttragend ausgeführt werden könnten. Für eine
solche adaptierte Tätigkeit bestehe keine verminderte Leistungsfähigkeit (IV-act. 13).
Die IV führte eine Abklärung der Verhältnisse im Betrieb des Versicherten durch. Der
Betätigungsvergleich ergab eine Einschränkung von 46% (IV-act. 25). Nach Beizug der
Buchhaltungsunterlagen teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 6.
Juli 2006 mit, sein Leistungsbegehren werde abgewiesen werden, da Validen- und
Invalideneinkommen identisch seien, womit keine Erwerbseinbusse vorliege (IV-act.
34). In seiner Stellungnahme zum Vorbescheid vom 23. August 2006 erklärte der
Versicherte, er halte das Einkommen möglichst tief und investiere stattdessen in die
Betriebseinrichtungen sowie Werkzeuganschaffungen. Sein Einkommen bestehe
zusätzlich aus Materialverkäufen und Unterakkordarbeiten, was aus der
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Erfolgsrechnung nicht ersichtlich sei. Dieser Stellungnahme legte er ein Arztzeugnis
von Prof. Dr. C._ vom 16. August 2006 bei (IV-act. 39). Mit Verfügung vom 30.
Oktober 2006 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten ab (IV-act. 44).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 4. Dezember 2006 von
Advokat Martin Boltshauser, procap, Olten, als Vertreter des Versicherten mit dem
Rechtsbegehren, die Verfügung sei aufzuheben und die Angelegenheit sei zur
Neuberechnung der Invalidität an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung macht der Vertreter des
Versicherten geltend, die Beschwerdegegnerin habe nicht geprüft, welche Investitionen
der Versicherte getätigt habe, um sein Familienunternehmen weiter existieren zu
lassen. Der Versicherte habe verschiedene Kollegen eingesetzt, die ihm jeweils
mehrere Stunden ausgeholfen hätten. Hätte er diese Stunden entlöhnen müssen, hätte
dies sein Einkommen massgeblich verringert. Das noch zumutbare Erwerbseinkommen
sei folglich unter Berücksichtigung der Dritthilfe, die der Versicherte in Anspruch habe
nehmen müssen, nochmals zu prüfen. Allenfalls sei der Invaliditätsgrad anhand der
ausserordentlichen Bemessungsmethode des Betätigungsvergleichs zu ermitteln (act.
G 1).
B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 6. Februar 2006 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie aus,
die vom Versicherten erwähnten und offenbar nicht deklarierten Materialverkäufe seien
ihm weiterhin möglich. Zudem sei es ihm zumutbar, sämtliche administrativen Arbeiten
selbst zu erledigen und sich die hiefür nötigen EDV-Kenntnisse anzueignen. Somit
dürfte die gesundheitsbedingte Einschränkung weit kleiner sein, als im
Abklärungsbericht angegeben. Zudem entspreche die Arbeitsunfähigkeit gemäss
Betätigungsvergleich nicht dem Invaliditätsgrad; zur Ermittlung desselben müsste
zunächst noch ein Einkommensvergleich durchgeführt werden. Anhand des IK-
Auszuges bzw. der eingereichten Jahresabschlüsse sei jedoch keine
gesundheitsbedingte Erwerbseinbusse ausgewiesen. Auch seien in den
Buchhaltungsunterlagen keine grösseren Investitionen ersichtlich. Soweit Kollegen
unentgeltlich ausgeholfen hätten, liege auch kein höherer Personalaufwand vor.
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Gemäss der allgemein geltenden Schadenminderungspflicht könnte vom Versicherten
sogar verlangt werden, dass er seinen selbstständigen Erwerb zugunsten einer besser
bezahlten unselbstständigen Erwerbstätigkeit aufgebe. Er könnte in seiner Branche
oder auch ausserhalb ohne weiteres eine Anstellung finden, bei der er - auch bei
eingeschränkter Leistung - weit mehr als Fr. 12'000.-- verdienen könnte. Berufliche
Massnahmen seien ausgeschlossen (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 31. Mai 2007 weist der Vertreter des Versicherten darauf hin, dass
es dem Versicherten aufgrund einer Legasthenie nicht bzw. sehr schwer möglich sei,
vermehrt administrative Arbeiten zu übernehmen (act. G 14).
C.
2008 verstarb der Versicherte. Advokat Boltshauser reichte dem Gericht am 29. Mai
2008 eine Vollmacht der Erben 1._, 2._ und des Beistands von 3._ ein und
erklärte, die Erben wollten in den Prozess eintreten (act. G 22).

Erwägungen:
1.
An die Stelle eines im Verlaufe des Verfahrens verstorbenen Leistungsansprechers
treten zufolge Universalsukzession (Art. 560 ZGB) grundsätzlich die Erben, sofern diese
die Erbschaft nicht ausschlagen (vgl. Urs Peter Cavelti/Thomas Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz 347). Im
vorliegenden Fall haben die Erben die vorbehaltlose Annahme der Erbschaft erklärt
(vgl. act. G 23) und den bisherigen Rechtsvertreter mit der weiteren Prozessführung
beauftragt. Damit sind sie mit dem Tod des Versicherten an seiner Stelle Partei
geworden.
2.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
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der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung vom 30. Oktober 2006 eingetretenen Sachverhalt abzustellen
ist (BGE 121 V 366 E. 1b), sind vorliegenddie bis zum 31. Dezember 2007 geltenden
materiellen Bestimmungen anwendbar.
2.1 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder
länger dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG hat
die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70%,
auf eine drei Viertel Rente, wenn sie mindestens zu 60%, auf eine halbe Rente, wenn
sie mindestens zu 50% oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40%
invalid ist.
2.2 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad auf Grund eines
Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). Der
Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden
hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und
einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen
ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im
Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und sind die so gewonnenen
Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Lassen sich die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an
die spezifische Methode für Nichterwerbstätige (Art. 27 der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.20]) bei selbstständig Erwerbenden ein
Betätigungsvergleich anzustellen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der
erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten
erwerblichen Situation zu bestimmen. Der grundsätzliche Unterschied des
ausserordentlichen Bemessungsverfahrens zur spezifischen Methode für
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Nichterwerbstätige besteht darin, dass die Invalidität nicht unmittelbar nach Massgabe
des Betätigungsvergleichs als solchem bemessen wird. Vielmehr ist zunächst anhand
des Betätigungsvergleichs die leidensbedingte Behinderung festzustellen; sodann aber
ist diese im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung besonders zu gewichten. Eine
bestimmte Einschränkung im funktionellen Leistungsvermögen einer erwerbstätigen
Person kann zwar, braucht aber nicht notwendigerweise eine Erwerbseinbusse
gleichen Umfangs zur Folge zu haben (vgl. BGE 128 V 29 E. 1 mit Hinweisen).
2.3 Bei der Arbeitgeberin des Versicherten, der D._ AG handelt es sich um einen
Familienbetrieb, dessen einziger Verwaltungsrat der Versicherte war. Da das
Geschäftsergebnis eines solchen Gewerbebetriebes von einer Reihe nur schwer
überblickbaren Komponenten, insbesondere auch solcher konjunktureller Natur
abhängt, kann trotz der AHV-rechtlich als unselbstständig qualifizierten Tätigkeit des
Versicherten das ausserordentliche Bemessungsverfahren angewendet werden, sofern
sich Validen- und Invalideneinkommen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen lassen
(vgl. Urteil des EVG vom 11. November 2004 i.S. K., I 613/03, E.
2.4 mit Hinweis auf BGE 104 V 137 E. 2c).
3.
Die Beschwerdegegnerin hat das Leistungsgesuch des Versicherten in erster Linie
abgelehnt, weil anhand des IK-Auszuges bzw. der Jahresrechnungen keine
gesundheitsbedingte Erwerbseinbusse ersichtlich sei. Gemäss IK-Auszug betrug sein
AHV-pflichtiges Einkommen seit dem Jahr 2001 unverändert Fr. 12'841.-- (IV-act. 5).
Der Versicherte machte demgegenüber geltend, er habe seinen Lohn und den
ausgewiesenen Gewinn absichtlich tief gehalten und stattdessen in die
Betriebseinrichtungen sowie Werkzeuganschaffungen investiert. Eine weitere
Herabsetzung des Einkommens habe zudem nur dank unentgeltlicher Hilfe von
verschiedenen Drittpersonen vermieden werden können.
3.1 Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung dürfen die im Individuellen Konto
ausgewiesenen Einkünfte im Regelfall als Grundlage für die Bemessung des
Valideneinkommens herangezogen werden; hingegen können sie nicht als
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unabänderliche Grössen verstanden werden, die eine keinem Gegenbeweis
zugängliche Tatsachenvermutung schaffen würden (Urteil des Bundesgerichts vom 4.
Januar 2007 i.S. S., I 705/ 2005, E. 3.2 mit Hinweisen).
3.2 Im vorliegenden Fall ist eine gesundheitsbedingte Einschränkung der
Leistungsfähigkeit des Versicherten im Mai 2004 eingetreten. In den fünf
Jahresabschlüssen vor Eintritt des Gesundheitsschadens (Jahresabschlüsse
1998/1999, 1999/2000, 2000/ 2001, 2001/2002 und 2002/2003; vgl. IV-act. 15-18)
weist die von ihm beherrschte Aktiengesellschaft einen durchschnittlichen Umsatz von
Fr. 181'602.-- aus, der Geschäftsabschluss 2003/2004 einen solchen von Fr.
147'118.-- (IV-act. 19) und die Jahresabschlüsse nach Eintritt des
Gesundheitsschadens (2004/2005 und 2005/2006, vgl. IV-act. 30 und act. G 14.1)
einen durchschnittlichen Umsatz von Fr. 107'520.--. Der Umsatz der Familien-AG ist
nach Eintritt des Gesundheitsschadens somit um etwas mehr als 40%
zurückgegangen. Den Jahresabschlüssen kann im Weiteren entnommen werden, dass
der Versicherte in den fünf Jahren vor Eintritt des Gesundheitsschadens einen
durchschnittlichen AHV-pflichtigen Lohn von Fr. 20'858.-- sowie Taggelder von
durchschnittlich Fr. 373.-- bezogen hat. Nach Eintritt des Gesundheitsschadens
betrugen seine Lohnbezüge durchschnittlich Fr. 12'772.-- und die ihm ausbezahlten
Krankentaggelder Fr. 2'319.--. Dass sich das Einkommen des Versicherten nicht im
gleichen Ausmass wie der Umsatz der Firma reduziert hat, ist unter anderem auf nach
dem Eintritt des Gesundheitsschadens an die AG ausbezahlte Krankentaggelder
zurückzuführen. Diese Taggelder betrugen in den Jahresabschlüssen 2004/2005 und
2005/2006 durchschnittlich Fr. 21'322.-- und waren somit höher als die dem
Versicherten effektiv ausbezahlten Beträge. Der durchschnittliche Gewinn der AG
betrug vor Eintritt des Gesundheitsschadens Fr. 1'040.--, nach Eintritt des
Gesundheitsschadens resultierte ein Verlust von durchschnittlich Fr. 2'376.--. Ohne die
der AG zugeflossenen Krankentaggelder hätte in den beiden Geschäftsjahren
2004/2005 und 2005/2006 ein erheblich grösserer Verlust resultiert. Hinzu kommt, dass
ein weiterer Umsatz- bzw. Gewinneinbruch in dieser Zeit offensichtlich nur dank
unentgeltlicher Hilfe von verschiedenen Kollegen des Versicherten im Betrieb möglich
war. Die Annahme der Beschwerdegegnerin, wonach anhand der Jahresabschlüsse
keine Erwerbseinbusse ausgewiesen sei, erweist sich somit als unzutreffend.
4.
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Die Beschwerdegegnerin macht im Weiteren geltend, dem Versicherten sei die
Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit zumutbar, da er in einer
unselbstständigen und/oder adaptierten Tätigkeit einen Lohn erzielen könnte, der über
dem massgebenden Valideneinkommen liegen würde.
4.1 Wie bereits ausgeführt, lässt sich das Valideneinkommen des Versicherten nicht
zuverlässig bestimmen; insbesondere erweist sich das blosse Abstellen auf den IK-
Auszug im Falle des Versicherten als nicht zulässig. Gerade im Jahresabschluss
2002/2003, d.h. im Jahr vor Eintritt des Gesundheitsschadens, hat der Familienbetrieb
des Versicherten mit Fr. 238'354.-- den höchsten Jahresumsatz erzielt, ohne dass sich
dies direkt auf seinen AHV-pflichtigen Lohn ausgewirkt hätte, da er stattdessen z.B.
sehr hohe Abschreibungen auf der Liegenschaft tätigte und vermehrt Maschinen und
Werkzeuge anschaffte bzw. hier ebenfalls höhere Abschreibungen tätigte (vgl. IV-act.
18-4). Es erscheint daher gerechtfertigt, stattdessen für die Bemessung des
Invaliditätsgrades das ausserordentliche Bemessungsverfahren durchzuführen. Dabei
gilt zu berücksichtigen, dass die Arbeitsfähigkeit des Versicherten im bisherigen
Betrieb im Vergleich zu einer unselbstständigen Tätigkeit als Autospengler höher ist,
weil die für den Betriebsertrag wesentlichen leitenden Funktionen von körperlichen
Behinderungen kaum beeinträchtigt werden (vgl. Ulrich Meyer-Blaser, Rechtsprechung
des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 1997, S. 208 mit Hinweis auf ZAK 1971 S. 338).
4.2 Der Versicherte hat eine vierjährige Lehre als Autospengler absolviert, war im
Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung 53 Jahre alt und seit mehr als 20 Jahren in der
eigenen Firma tätig. Die Aufgabe dieser langjährigen selbstständigen Tätigkeit
zugunsten einer unselbstständigen Tätigkeit erschiene nur dann als zumutbar, wenn
dem Versicherten hiefür auch berufliche Massnahmen gewährt würden. Solche
berufliche Massnahmen hat die Beschwerdegegnerin im Verwaltungsverfahren nicht
geprüft und in ihrer Beschwerdeantwort explizit ohne nähere Begründung abgelehnt.
Nachdem der Versicherte während des Beschwerdeverfahrens leider verstorben ist,
sind berufliche Massnahmen heute effektiv nicht mehr möglich. Die Annahme der
Beschwerdegegnerin, dem Versicherten sei ohne Gewährung von beruflichen
Massnahmen die Aufgabe der bisherigen qualifizierten Tätigkeit zugunsten einer
blossen Hilfsarbeitertätigkeit zumutbar gewesen, widerspricht jedoch klar dem
Grundsatz "Eingliederung vor Rente". Da bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung
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keine beruflichen Massnahmen durchgeführt wurden, hat der Versicherte Anspruch auf
eine Invalidenrente entsprechend seiner Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen
selbstständigen Tätigkeit (sogenannte Arbeitsunfähigkeitsrente), soweit diese
Arbeitsunfähigkeit mindestens 40% beträgt.
5.
Da für die Bestimmung des Validen- und Invalideneinkommens nicht einfach auf den
IK-Auszug abgestellt werden kann, eine zuverlässige Ermittlung des Validen- und
Invalideneinkommens sich aber auch anhand der vorliegenden Geschäftsabschlüsse
als unmöglich erweist, insbesondere da invaliditätsfremde Einflüsse nicht
ausgeschlossen werden können, ist die Berechnung des Invaliditätsgrads anhand eines
Betätigungsvergleichs vorzunehmen.
5.1 Der Versicherte war Autospengler mit Fähigkeitsausweis und seit 1984 Inhaber und
einziger Angestellter der D._ AG. Gemäss Abklärungsbericht machte die Ehefrau die
Büroarbeit während ca. einer Stunde pro Woche (IV-act. 25-4). Der
Betätigungsvergleich ging für die Betriebsführung, Offert- und Rechnungswesen,
Bestellwesen und Administration von einem prozentualen Anteil von 10% aus und für
die Werkstattarbeiten von einem solchen von 90%. Dass für die Werkstattarbeiten eine
50%-ige Arbeitsunfähigkeit bestand, ist unbestritten. Streitig ist einzig, welche
Arbeitsfähigkeit für den administrativen Bereich zu berücksichtigen ist. Der
Abklärungsbericht ging grundsätzlich von keiner Einschränkung aus, berücksichtigte
aber, dass der Versicherte nicht mit dem Computer umgehen und daher seine Frau
nicht entlasten könne, was für diesen Bereich eine Arbeitsfähigkeit von 90% ergab. Der
Versicherte machte demgegenüber geltend, die Arbeitsfähigkeit betrage in diesem
Bereich nur 40%, ohne dies näher zu begründen. Im Beschwerdeverfahren hielt er
einzig fest, aufgrund seiner Legasthenie sei er nicht in der Lage, seine Ehefrau bei der
Administration zu entlasten. Angesichts der schon vor Eintritt der gesundheitlichen
Beeinträchtigung unentgeltlichen Mitarbeit der Ehefrau im Umfang von ca. einer Stunde
pro Woche wäre eine solche Entlastung auch gar nicht erfolgsrelevant. Nachdem eine
mehr als 10%-ige Einschränkung in der Betriebsführung aus gesundheitlichen Gründen
nicht ausgewiesen ist, ist folglich auf den entprechenden Betätigungsvergleich der
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Beschwerdegegnerin abzustellen, d.h. auf eine - erwerblich noch nicht gewichtete -
Einschränkung von 46%.
5.2 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Bestimmung des
Invaliditätsgrades der vorgenommene Betätigungsvergleich erwerblich zu gewichten
(vgl. BGE 128 V 33). Nachdem die Beschwerdegegnerin zwar einen
Betätigungsvergleich vorgenommen hat, in der Folge jedoch mit unzutreffender
Begründung auf eine erwerbliche Gewichtung dieses Betätigungsvergleichs verzichtet
hat, ist die Sache zur weiteren Abklärung der erwerblichen Auswirkungen der gemäss
Betätigungsvergleich ausgewiesenen Einschränkungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
6.
Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gutzuheissen und die
Sache zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
7.
7.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Diese Kosten sind von der unterliegenden
Beschwerdegegnerin zu bezahlen. Den Beschwerdeführern wird der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückerstattet.
7.2 Bei diesem Verfahrensausgang haben die Beschwerdeführer für ihre
Anwaltskosten Anspruch auf eine Parteientschädigung, die vom Gericht ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird (Art. 61 lit. g ATSG). Gemäss Art. 22 Abs.
1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO) beträgt das
Honorar in der Verwaltungsrechtspflege vor Versicherungsgericht Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. Im konkreten Fall erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer als angemessen. Die
bis
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Beschwerdegegnerin ist demgemäss zu verpflichten, den Beschwerdeführern eine
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- zu bezahlen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG