Decision ID: e4ce8e65-1fb7-4d1a-a212-4761814704ce
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Die Schweizerischen Bundesbahnen SBB sind Eigentümer des Grundstücks
Nr. 000J, Grundbuch Rapperswil-Jona, an der Gubelfeldstrasse in Kempraten bzw. in
der Politischen Gemeinde Rapperswil-Jona (die Politischen Gemeinden Rapperswil
und Jona fusionierten am 1. Januar 2007). Das Grundstück ist im Zonenplan weiss
dargestellt bzw. nach dem kommunalen Nutzungsplan keiner Nutzungszone zugeteilt.
Die schmale lange Parzelle ist mit Bahnanlagen, im Wesentlichen mit Geleisen samt
Fahrleitungen überbaut.
B./ Die Swisscom Mobile AG (heute Swisscom [Schweiz] AG) reichte anfangs
Dezember 2005 bei der damaligen Gemeinde Jona (heute Gemeinde Rapperswil-Jona)
ein erstes Baugesuch für den Neubau einer Mobilfunkanlage auf dem Grundstück
Nr. 000J ein. Die Antenne sollte wenige Meter vom Perron der SBB-Haltestelle
Kempraten entfernt in einer relativ steilen Böschung errichtet werden. Während der
Auflagefrist im Januar 2006 gingen zahlreiche privatrechtliche und öffentlich-rechtliche
Einsprachen gegen das Bauvorhaben ein. Mit Entscheid vom 4. September 2006 wies
der Gemeinderat die öffentlich-rechtlichen Einsprachen sowie die privatrechtlichen
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Einsprachen nach Art. 684 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR 210, abgekürzt
ZGB) ab und verwies die übrigen privatrechtlichen Einsprachen gestützt auf Art. 84
Abs. 3 des Baugesetzes (sGS 731.1, abgekürzt BauG) auf den Zivilrechtsweg.
Gleichzeitig erteilte er die Baubewilligung und verfügte dabei, dass die Anlage nach
den Vorgaben des Rundschreibens des Bundesamts für Umwelt BAFU vom 16. Januar
2006 betrieben werden müsse. Die Gesuchstellerin wurde zudem verpflichtet, die
bewilligte Mobilfunkanlage in ihr Qualitätssicherungssystem einzubinden. Im Weiteren
ordnete der Gemeinderat eine Abnahmemessung bei den Orten mit empfindlicher
Nutzung (OMEN) Nr. 4 und Nr. 10 (Grundstücke Nrn. 001 und 0002) an.
C./ a) Gegen diesen Beschluss erhoben am 21. September 2006 die Katholische
Kirchgemeinde Rapperswil (heute Rapperswil-Jona) und weitere 148 Personen Rekurs
beim Baudepartement. Sie beantragten im Wesentlichen, der Einsprachen- und
Baubewilligungsentscheid vom 4. September 2006 sei aufzuheben. Am 14. Juni 2007
lud das Baudepartement die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission
(ENHK) ein, zu den denkmalpflegerischen Auswirkungen des Bauvorhabens Stellung zu
nehmen. Die Kommission kam in ihrem Gutachten vom 13. November 2007 zum
Schluss, dass das Ortsbild der Stadt Rapperswil und die umliegenden kommunalen
Schutzgegenstände durch die streitige Antennenanlage bloss geringfügig
beeinträchtigt würden. Für ihre grösstmögliche Schonung sei die Anlage der
Umgebung entsprechend einzutönen (nicht hell und ohne Glanzspiegelung). Die
Bauherrin akzeptierte die Auflagen betreffend Farbgebung. Das Baudepartement
entschied am 15. August 2008 über die Baubewilligung. Dabei trat es auf den Rekurs
einiger Beteiligter nicht ein und wies im Übrigen den öffentlich-rechtlichen Rekurs der
anderen kostenpflichtig ab, soweit es darauf eintrat. Auch den Rekurs gegen die
Abweisung der privatrechtlichen Immissionseinsprache wies das Baudepartement ab.
b) Bereits am 5. Februar 2008 hatte die politische Gemeinde dem Baudepartement
mitgeteilt, dass sie mit Beschluss vom 3. September 2007 eine Planungszone für das
Bauzonengebiet von Rapperswil-Jona erlassen habe, weshalb die Erstellung von
Mobilfunkanlagen bis zum Abschluss der laufenden Ortsplanungsrevision untersagt
bleibe. Das Baudepartement bestätigte diesen Entscheid am 25. Mai 2009. Das
Verwaltungsgericht jedoch erachtete die Planungszone als unverhältnismässig und
somit rechtswidrig, weil der gewählte Perimeter über das hinaus schiesse, was
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notwendig sei, um die Zielsetzungen der kommunalen Mobilfunkplanung zu erreichen,
weshalb es die Planungszone mit Urteil vom 22. September 2009 aufhob. Das
Bundesgericht kam im Mai 2010 zum gleichen Schluss und äusserte zudem sein
Unverständnis darüber, dass die Gemeinde, nachdem sie zwischenzeitlich ein
"Konzept Mobilfunk" ausgearbeitet hatte, weiter an der Planungszone festhalten wollte,
statt diese auf die im Konzept enthaltenen Standorte auszurichten (BGer 1C_472/2009
und 1C_486/2009 vom 21. Mai 2010).
c) Gegen den Rekursentscheid, womit das Baudepartement die Baubewilligung
bestätigt hatte, erhoben die Katholische Kirchgemeinde und rund 100 Beteiligte am
1. September 2008 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Dieses wies die
Beschwerde mit Urteil B 2008/156 vom 11. Mai/22. September 2009 kostenpflichtig ab
und ergänzte die Baubewilligung mit der Auflage, dass der Gemeinderat Rapperswil-
Jona im Fall einer Überbauung des benachbarten Grundstücks Nr. 0002J dort die
Strahlenbelastung überprüfen müsse.
d) Dagegen erhoben am 28. Oktober 2009 gut 80 Verfahrensbeteiligte Beschwerde
beim Bundesgericht. Dieses hiess die Beschwerde mit Urteil 1C_484/2009 vom 21. Mai
2010 gut, soweit es darauf eintrat und verweigerte in Anwendung von Art. 107 Abs. 2
des Bundesgerichtsgesetzes (SR 173.110) die Baubewilligung mit der Begründung, die
vom Verwaltungsgericht beigefügte Auflage, wonach die Strahlenbelastung auf dem
Grundstück Nr. 0002J erst bei deren Überbauung überprüft werden müsse, sei
unzulässig. Eine Ausnahme der grundsätzlichen Berechnungspflicht hätte nur dann in
Betracht gezogen werden können, wenn gesichert gewesen wäre, dass auf dieser
Parzelle keine zonenkonforme Nutzung stattfinden werde (E. 2.). Gründe des Orts- und
Landschaftsbildschutzes, die gegen die geplante Mobilfunkanlage sprächen, verneinte
das Bundesgericht dagegen (E. 3.). Weiter führt es aus, dass das
Eisenbahngrundstück, das gemäss kommunalem Nutzungsplan keiner Nutzungszone
zugeteilt sei, mitten im Siedlungsgebiet liege. Damit sei hier für die Bewilligung eines
Bauvorhabens, das nicht ausschliesslich dem Bahnbetrieb diene, das ordentliche
Baubewilligungsverfahren anzuwenden. Eine Zustimmung der zuständigen kantonalen
Behörde gemäss Art. 25 Abs. 2 des Raumplanungsgesetzes (SR 700, abgekürzt RPG)
und Art. 87bis BauG sei unnötig (E. 4.).
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D./ a) Die Swisscom (Schweiz) AG reichte am 27. September 2010 ein neues
Baugesuch ein, das bezüglich Standort und Ausmass dem letztinstanzlich beurteilten
Gesuch entsprach, das schliesslich einzig deshalb nicht bewilligt wurde, weil die
Strahlenbelastung nicht für alle entscheidenden Orte der empfindlichsten Nutzung
(OMEN) berechnet worden war. Die fehlende Berechnung wurde gemäss
Standortdatenblatt für Mobilfunk- und WLL-Basisstationen vom 21. September 2010
für das OMEN 10 nachgeholt. Nachdem das Amt für Umweltschutz des
Baudepartements auf Ersuchen der Baubehörde mit Schreiben vom 19. Januar 2011
bestätigt hatte, dass die geplante Anlage die von der Verordnung über den Schutz vor
nichtionisierender Strahlung (SR 814.710, abgekürzt NISV), insbesondere auch auf
Parzelle Nr. 0002J bzw. am OMEN 10 einhalte, legte diese das Gesuch vom 29. März
bis 11. April 2011 öffentlich auf. Gegen das Baugesuch für die
Mobilfunkantennenanlage erhob die Katholische Kirchgemeinde wiederum zusammen
mit über 100 Personen Einsprache, wobei die Einsprecher dessen Abweisung
verlangten.
b) Während der Gemeinderat der Politischen Gemeinde Jona mit Beschluss vom
4. September 2006 noch zur Erkenntnis gelangt war, dass die Antennenanlage die
umliegenden Schutzgebiete und -objekte nicht entscheidend störe, erachtete die Bau-
und Umweltkommission der neuen Politischen Gemeinde Rapperswil-Jona den Schutz
der umliegenden Schutzgegenstände durch die geplante Antenne als verletzt. Mit
Beschluss vom 30. Januar 2012 verweigerte sie deshalb die Baubewilligung und führte
aus, die Interessen des Denkmal-, Landschafts- und Ortsbildschutzes seien vorliegend
höher zu gewichten als der Wunsch eines Teils der Bevölkerung, überall neue
Dienstleistungen konsumieren zu können, namentlich solche, die wie vorliegend über
das Telefonieren und Schreiben von SMS hinausgingen.
c) Dagegen erhob die Bauherrin am 24. Februar 2012 beim Baudepartement Rekurs
und verlangte, dass der Bauabschlag kostenpflichtig aufgehoben und die Streitsache
zur Erteilung der Baubewilligung an die Baubehörde zurückgewiesen werde. Das
angefragte Amt für Kultur kam in seinem Amtsbericht vom 11. Juni 2012 und anlässlich
des Rekursaugenscheins am 12. Juli 2012 zum Schluss, dass bezüglich des
rechtserheblichen Sachverhalts kein Unterschied gegenüber jenem zu erkennen sei,
der bereits dem im vorangegangenen Rekursverfahren eingeholten ENHK-Gutachten
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zu Grunde gelegen habe. Das landschaftlich empfindliche Gebiet habe in unveränderter
Ausdehnung schon damals bestanden. Auch die neu unter Schutz gestellte Villa Seetal
samt Kutscherhaus werde, auch wenn sie im ENHK-Gutachten nicht namentlich
erwähnt werde, durch die Antenne nicht beeinträchtigt. Wenn man vorliegend schon
von einer Beeinträchtigung des landschaftlich empfindlichen Gebiets am Hang oder der
einzelnen Schutzgegenstände sprechen wolle, dann ergebe sich eine solche viel eher
aus der visierten Mehrfamilienhausüberbauung östlich davon. Das noch unbebaute
Grundstück Nr. 0002J liege ebenfalls ausserhalb des Perimeters des ISOS. Gestützt
darauf kam die Rekursinstanz am 15. Oktober 2012 wie bereits vor vier Jahren zum
Schluss, dass die geplante Mobilfunkantenne mit den Interessen des Heimat- und
Denkmalschutzes vereinbar sei, weshalb sie den Rekurs der Mobilfunkbetreiberin
guthiess und die Streitsache zur unverzüglichen Erteilung der Baubewilligung an die
Baubehörde zurückwies.
E./ Gegen diesen Rekursentscheid erhob die Katholische Kirchgemeinde Rapperswil-
Jona zusammen mit über hundert weiteren Beteiligten am 31. Oktober 2012 beim
Verwaltungsgericht mit den wesentlichen Anträgen Beschwerde, dass der
angefochtene Entscheid kostenpflichtig aufzuheben und der Bauabschlag der
Baubehörde zu bestätigen sei, eventuell sei die Streitsache zur Neubeurteilung an die
Vorinstanz zurückzuweisen. Zur Begründung bringen sie unter anderem an, die
Vorinstanz sei irrtümlich davon ausgegangen, dass die Antenne durch eine geplante
Überbauung abgeschirmt werde. Tatsächlich werde eine solche in absehbarer Zeit
nicht realisiert. Alsdann hätte die Vorinstanz auf Grund der Feststellungen am
Rekursaugenschein vom Amtsbericht der Kantonalen Denkmalpflege abweichen
müssen, ansonsten eine Ermessensüberschreitung vorliege. Die Bewilligung der
Antennenanlage verletze neues kommunales Recht, wonach Mobilfunkanlagen
innerhalb von Schutzgebieten und im unmittelbaren Sichtfeld auf Schutzgebiete und -
objekte verboten seien. Vorliegend komme der Antennenmast jedoch in das
unmittelbare Sichtfeld zahlreicher Schutzgebiete und -objekte zu stehen.
F./ Die Vorinstanz beantragt mit Stellungnahme vom 30. November 2012, die
Beschwerde abzuweisen. Die Politische Gemeinde Rapperswil-Jona liess sich nicht
vernehmen.
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G./ Die Beschwerdegegnerin verlangt mit Eingabe vom 24. Dezember 2012 die
kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Sie macht
geltend, die Rüge der unrichtigen bzw. unvollständigen Festellung des Sachverhalts sei
widersprüchlich und aktenwidrig. Es sei absurd, der Rekursbehörde eine
Ermessensüberschreitung vorzuwerfen, bloss weil diese dem Amtsbericht des Amtes
für Kultur gefolgt sei, deren Schlussfolgerungen sich übrigens mit dem Ergebnis des
ENHK-Gutachtens decken würden, was bereits durch das Verwaltungs- und
Bundesgericht bestätigt worden sei. Die Vorinstanz habe Art. 21 BauR auf seine
Rechtmässigkeit überprüft und diese insofern bejaht, als sich das geschützte
unmittelbare Umfeld auf das direkt angrenzende bzw. vorgelagerte Sichtfeld
beschränke. Darüber hinaus dürften Mobilfunkantennen nicht grundsätzlich verboten
werden. Vorausgesetzt werde vielmehr eine konkrete Beeinträchtigung der
Schutzobjekte. Die ENHK habe eine entsprechende Schutzverletzung wie gesagt als
lediglich geringfügig und damit als irrelevant bezeichnet. Daran habe sich trotz
zwischenzeitlicher Aufnahme neuer Schutzobjekte nichts geändert.
H./ Die Beschwerdeführer replizierten mit Eingabe vom 25. März 2013. Die
entsprechenden Ausführungen werden, wie auch die nicht schon erwähnten
Ausführungen der übrigen Verfahrensbeteiligten, - soweit wesentlich - in den

nachstehenden Erwägungen dargelegt und gewürdigt.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die
Beschwerdeführer sind zur Ergreifung des Rechtsmittels befugt (Art. 64 in Verbindung
mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeführerinnen R.I. und G.RA., beide Jona,
nahmen mit Beschwerdebegründung vom 26. November 2012 Abstand vom Verfahren.
Damit ist ihre Beschwerde zufolge Rückzugs als gegenstandslos abzuschreiben (Art.
64 in Verbindung mit Art. 57 Abs. 1 VRP). Bezüglich der verbleibenden
Beschwerdeführer ist festzuhalten, dass ihre Eingaben vom 31. Oktober und
26. November 2012 rechtzeitig erfolgt sind und die formellen Voraussetzungen (Art. 64
in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP) erfüllen. Auf die
Beschwerde der übrigen Beschwerdeführer ist folglich einzutreten.
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2. Die Beschwerdeführer verlangen einen Augenschein und eine Expertise über die
Visierung der Antenne.
2.1. Der Augenschein ist die unmittelbare sinnliche Wahrnehmung von Tatsachen
durch die entscheidende Instanz. Er dient dem besseren Verständnis des Sachverhalts.
Ein Sachverständigengutachten ist der Befund zu Tatsachen, erteilt durch Personen,
die darüber besonders sachkundig sind. Von einem Amtsbericht spricht man bei einer
Auskunft einer Behörde oder Amtsstelle über bestimmte Tatsachen oder Verhältnisse,
über die diese auf Grund ihrer Tätigkeit besondere Sachkunde besitzt. Ob ein
Augenschein durchzuführen oder ein Amtsbericht bzw. eine Expertise einzuholen ist,
entscheidet die urteilende Instanz nach pflichtgemässem Ermessen. Unbestrittene
Tatsachen brauchen nicht durch einen Augenschein überprüft zu werden, sofern eine
Nachprüfung nicht durch öffentliche Interessen geboten ist. Das Gleiche gilt für die
Einholung eines Amtsberichts oder den Beizug eines Sachverständigen, wenn das
Gericht über genügend eigene Sachkunde verfügt und die Einholung bzw. der Beizug
nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Eine Begutachtung kann insbesondere bei Fragen
der Naturwissenschaften, der Technik oder der Medizin nötig werden. Bei Bausachen
rechtfertigt sich die Expertisierung insbesondere bei der Beurteilung der
Schutzwürdigkeit von Bauten, Anlagen oder Landschaften (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, Bern 2003, Rz. 966 und 974 ff.).
2.2. Die vorliegende Antennenanlage war in den gleichen Dimensionen bereits
Gegenstand eines Bewilligungsverfahrens, das in der Folge vom Baudepartement, dem
Verwaltungs- und Bundesgericht überprüft wurde. Dabei führte das Verwaltungsgericht
am 11. Mai 2009 eine Begehung vor Ort durch. An diesem Augenschein schritt es die
Umgebung ab und protokollierte die Wahrnehmungen sowie die Stellungnahmen der
Verfahrensbeteiligten dazu. Das Bundesgericht kam bei der anschliessenden
Überprüfung zum Schluss, dass dem Verwaltungsgericht bezüglich seiner
Feststellungen keine Verfassungs- und Bundesrechtswidrigkeit vorzuwerfen seien
(BGer 1C_484/2009 vom 21. Mai 2010 E. 3.6). Somit ist es unnötig, betreffend die in
räumlicher Hinsicht unverändert geplante Antennenanlage nochmals einen
Augenschein durchzuführen.
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2.3. Daran ändert auch nichts, dass das im ersten Verfahren zwar bereits
berücksichtigte, aber noch nicht rechtskräftige Bundesinventar der schützenswerten
Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung ISOS zwischenzeitlich in Kraft
getreten ist, das kommunale Baureglement geändert, eine neue Natur- und
Denkmalverordnung erlassen und darin neue Schutzgegenstände aufgenommen
worden sind. Gemäss Amtsbericht des Amtes für Kultur vom 11. Juni 2012 und den
Ausführungen dessen Vertreters am Rekursaugenschein vom 12. Juli 2012 hat sich
trotz dieser Änderungen in Bezug auf die im Umfeld der geplanten Antenne liegenden
und allenfalls betroffenen Schutzobjekte keine entscheidende neue Situation ergeben.
Inwiefern dessen protokollierte Feststellungen vor Ort falsch sein sollen, ist nicht
nachvollziehbar. Die Verfahrensbeteiligten hatten Gelegenheit, dazu im Rahmen ihres
rechtlichen Gehörs Stellung zu nehmen. Allein die Tatsache, dass die subjektive
Wahrnehmung der Beschwerdeführer nicht mit jener des Denkmalpflegers vor Ort
übereinstimmen, lassen diese jedenfalls nicht als falsch erscheinen. Weiter kritisieren
die Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang die Beweiskraft der Ausführungen
des Denkmalpflegers vor Ort deshalb, weil der schriftliche Bericht vom Amtsleiter
verfasst wurde, während das Amt an der Besichtigung vor Ort aber durch dessen
stellvertretenden Leiter vertreten war. Namentlich dafür, dass dieser Mitarbeiter an der
Begehung einzig deshalb nicht vom Amtsbericht abgewichen sein soll, weil sich dieser
nicht getraut hätte, vom schriftlichen Bericht seines Chefs abzuweichen, wie die
Beschwerdeführer behaupten, gibt es ebenfalls keinerlei Anhaltspunkte. Der Leiter-StV
hat die schriftlichen Ausführungen des Amtes vielmehr an Hand seiner eigenen
sinnlichen Wahrnehmungen vor Ort überprüft und bestätigt.
2.4. Seit dem verwaltungsgerichtlichen Augenschein vor vier Jahren ist insbesondere
die Villa Seetal, ein Herrschaftshaus mit angefügtem Ökonomiegebäude, als
Schutzobjekt dazu gekommen. Gemäss kantonaler Denkmalpflege gilt für diesen
Schutzgegenstand das Gleiche wie für die rund 70 m entfernt liegende Villa "zum tiefen
Graben" an der Zürcher Strasse 131, da unter anderem beide Villen einen Hintergrund
aufweisen, der dicht überbaut werden kann, wonach die Antennenanlage in keinem
Bezug mehr zu deren Erscheinungsbild steht. Diese Fachmeinung überzeugt auch mit
Blick auf die vorliegende Topographie und die bereits vorherrschende heterogene
Siedlungsstruktur. Beide Villen liegen süd-/südwestlich des Antennenstandorts etwa
auf gleicher Meereshöhe, wobei das Gelände zur geplanten Mobilfunkantenne stark
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ansteigt. Zudem zeigt sich, dass die Villa Seetal viel stärker von der östlichen
Überbauung auf Parzelle Nr. 0002, die gemäss den Rekursaugenscheinfotos in den
Akten bereits visiert ist, beeinträchtigt wird als vom geplanten Antennenmast beim
Bahntrassee.
2.5. Die Beschwerdeführer verlangen, dass die Visiere der Mobilfunkantenne überprüft
werden, weil sie befürchten, dass diese im Sommer 2012 unrechtmässig um einige
Meter erhöht worden seien.
2.5.1. Die Beschwerdegegnerin erklärt, das Hauptvisier habe am 18. Oktober 2012
durch die Sivag Bauprofile, Luzern, erneuert werden müssen, nachdem sie am 16.
Oktober 2012 davon Kenntnis erhalten habe, dass dieses beschädigt worden sei.
2.5.2. Bauvisiere dürfen grundsätzlich erst entfernt werden, wenn das Baugesuch
rechtskräftig erledigt ist. Insofern war die Bauherrin gehalten, das geknickte Visier zu
erneuern. Bestünden nun effektiv Differenzen zwischen dem Plan und den Visieren, so
ginge der Plan bezüglich der exakten Masse den Visieren vor (B. Heer, St. Gallisches
Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 886). Nachdem die Beschwerdeführer vom
Bauvorhaben, sei es auf Grund der Bauanzeige oder der Visiere, rechtzeitig Kenntnis
erhalten und fristgerecht Einsprache dagegen erheben konnten, sind sie von einer
allfälligen falschen nachträglichen Einmessung der Visiere grundsätzlich nicht
beschwert. Dazu kommt, dass die Antenne von der Vorinstanz und insbesondere von
den Sachverständigen unbestrittenermassen bei korrekter Höhe beurteilt und
begutachtet wurde. Schliesslich argumentieren die Beschwerdeführer damit, dass die
Antenne die umliegenden Schutzgegenstände auf Grund ihrer Höhe störe. Somit
können sie aus einer allenfalls zu hohen Visierung grundsätzlich nichts zu ihren
Gunsten ableiten. Ergäbe sich auf Grund des allenfalls zu hoch ausgefallenen Visiers
nämlich, dass die Antenne nicht störe, würde dies umso mehr für die tatsächlich
niedriger geplante gelten.
2.6. Aus dem Gesagten folgt, dass keine weiteren Sachverhaltsabklärungen mehr nötig
sind, weshalb sowohl auf den beantragten Augenschein als auch auf die Einholung
einer Expertise betreffend die Höhe der Visiere verzichtet werden kann.
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3. Nachdem nunmehr feststeht, dass auch am OMEN 10 die NIS-Verordnung
eingehalten wird, bleibt materiell einzig noch zu klären, ob die Antennenanlage einzelne
Schutzobjekte und landschaftlich empfindliche Siedlungsgebiete unrechtmässig
beeinträchtigt oder nicht.
3.1. Die Bewilligung einer Mobilfunkanlage stellt nicht bloss ausserhalb, sondern auch
innerhalb der Bauzone eine Bundesaufgabe im Sinn von Art. 78 Abs. 2 der
Bundesverfassung (SR 101) und Art. 2 des Natur- und Heimatschutzgesetzes (SR 451,
abgekürzt NHG) dar, weshalb das NHG und seine Ausführungserlasse direkt
anwendbar sind (BGer 1C_542/2012 vom 14. Mai 2013 E. 3.). Die ENHK erstellte ihr
Gutachten gestützt auf Art. 17a NHG und Art. 25 der Verordnung über den Natur- und
Heimatschutz (SR 451.1) und kam dabei, nachdem sie am 14. August 2007 und
19. Oktober 2007 je einen Augenschein durchgeführt hatte, am 13. November 2007
zum Schluss, dass die geplante Anlage an einzelnen öffentlich zugänglichen
Standorten zwar störend für die Aussicht auf den Schlosshügel und das Schloss
Rapperswil wirke, dass die Beeinträchtigung des Ortsbilds aber unbedeutend sei. Die
Auswirkungen auf die lokalen Schutzgebiete und -objekte gemäss dem damals
geltenden Zonenplan sowie der damaligen Natur- und Heimatschutzverordnung der
Gemeinde beurteilte sie insgesamt als ebenfalls nur geringfügig, weshalb sich die
ENHK nicht gegen die Antennenanlage aussprach. Sie regte lediglich an, im Sinn der
grösstmöglichen Schonung von Ortsbild und Schutzobjekten die Farbgebung der
Anlage der Umgebung entsprechend einzutönen. Dieser Einschätzung schlossen sich
nicht bloss die kantonale Denkmalpflege auch hinsichtlich der kommunal geschützten
Objekte an, sondern auch sämtliche kantonale Rechtsmittelinstanzen, was schliesslich
vom Bundesgericht geschützt wurde (BGer 1C_484/2009 vom 21. Mai 2010 E. 3).
3.2. Diese abschliessende Beurteilung durch das Bundesgericht stellt die neu
zusammengesetzte Baubehörde der zwischenzeitlich durch eine Gemeindefusion neu
entstandenen Politischen Gemeinde Rapperswil-Jona mit Blick auf die zwischenzeitlich
ebenfalls geänderte kommunale Gesetzesgrundlage wieder in Frage bzw. sie kam bei
der erneuten Beurteilung zum Schluss, dass die Antenne nunmehr zahlreiche
Schutzgegenstände in unzulässiger Weise störe.
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3.2.1. Art. 21 Abs. 1 des Baureglements vom 9. März 2011 (abgekürzt BauR) der
Gemeinde Rapperswil-Jona regelt neu, dass Mobilfunkanlagen innerhalb und im
unmittelbaren Sichtfeld auf das landschaftlich empfindliche Siedlungsgebiet sowie in
bestimmten Grünzonen untersagt seien. Abs. 2 dieser Bestimmung lässt Ausnahmen
zu, sofern das Landschaftsbild nicht beeinträchtigt wird. Art. 6 Abs. 1 der Natur- und
Denkmalschutzverordnung (abgekürzt NDV) vom 16. Juli 2010 wiederholt, dass
innerhalb und im unmittelbaren Sichtfeld auf Schutzgebiete und -objekte die Erstellung
von Mobilfunkanlagen untersagt sei.
3.2.2. Der Immissionsschutz ist im Bundesrecht abschliessend geregelt. Zusätzliche
umweltschutzrechtliche kantonale oder kommunale Vorschriften zum Schutz der
Bevölkerung vor nichtionisierender Strahlung sind ausgeschlossen (BGE 133 II 664
E. 5.2). Planerische Massnahmen bleiben möglich, sofern sie nicht gegen das
Fernmelde- und Umweltschutzrecht des Bundes verstossen. Denkbar sind in diesem
Zusammenhang etwa positive Planungsmassnahmen, mit denen besondere Zonen für
Mobilfunksendeanlagen ausgewiesen werden, sofern es sich um Standorte handelt, die
sich besonders gut eignen und eine genügende Versorgung durch alle
Mobilfunkanbieter ermöglichen. Zulässig ist auch eine Negativplanung, wonach
Mobilfunkanlagen in bestimmten Gebieten grundsätzlich verboten sind. Die
Unterstellung von Mobilfunkantennen unter solche einschränkende Bau- und
Planungsvorschriften muss aber explizit geschehen, und zwar unter angemessener
Rücksichtnahme auf die Zielsetzungen der Fernmeldegesetzgebung. Die Planung,
Errichtung und Ausgestaltung solcher Antennen ist mit zahlreichen technischen
Fragestellungen verbunden. Baupolizeilich kann auch vorgeschrieben werden, dass die
Erstellung von Mobilfunkantennen eine Standortevaluation voraussetzt, wobei die
Baubewilligungsbehörde den Baustandort im Rahmen einer umfassenden
Interessenabwägung festzulegen hat (BGE 138 II 173 E. 6.3 mit Hinweis).
3.2.3. Für die von einer Negativplanung erfassten Gebiete muss ein besonderes
ortsplanerisches Interesse bestehen, um sie frei von Mobilfunkanlagen zu halten. Es
geht darum, den Charakter eines Quartiers zu wahren. Rechnung getragen werden
kann damit auch den Anliegen des Natur- und Heimatschutzes. Es ist ein legitimes
Interesse, etwa ein besonders schönes, kaum mit störenden Infrastrukturanlagen
belastetes Quartier von Mobilfunkanlagen frei zu halten. Eine Negativplanung kommt in
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erster Linie für solche Quartiere bzw. Zonen in Frage. Auf der anderen Seite muss es
möglich bleiben, das gesamte Siedlungsgebiet mit Funkdiensten zu versorgen. Dabei
ist zu berücksichtigen, dass das UMTS-Netz eher kleinräumige Zellen im
Siedlungsgebiet mit jeweils einer Basisstation erfordert. Mithin sind die
bundesrechtlichen Schranken relativ hoch, zumal die Planung auch zukünftigen
funktechnischen Entwicklungen Rechnung tragen muss, weshalb bei einer starren
Negativplanung flächenmässig keine allzu grossen Einschränkungen möglich sind.
Dabei ist zu beachten, dass die Funkplanung von einem Zeithorizont von drei bis fünf
Jahren ausgeht, während der Nutzungsplan 15 Jahre Bestand haben soll (B. Wittwer,
Bewilligung von Mobilfunkanlagen, 2. Auflage, Zürich 2008, S. 116).
3.2.4. Die gesetzliche Grundlage für den Erlass solcher einschränkender
ortsplanerischer Bestimmungen ist mit Art. 93 Abs. 4 BauG gegeben. Demnach können
Gemeinden für bestimmte Teile ihres Gebiets strengere Vorschriften, über das blosse
Verunstaltungsverbot nach Art. 93 Abs. 1 und 2 BauG hinaus, erlassen. Das
Baudepartement hat Art. 21 Abs. 1 lit. a BauR am 28. Februar 2011 auf seine
Zulässigkeit hin überprüft und ist dabei zum Schluss gekommen, dass sich das im
neuen Zonenplan der Politischen Gemeinde Rapperswil-Jona ausgeschiedene
landschaftlich empfindliche Siedlungsgebiet, in dem Mobilfunkantennen untersagt sind,
auf klar definierte Bereiche beschränke. Dabei handle es sich um relativ kleinflächige
Gebiete, die sich allesamt entweder am Hang an bester Aussichtlage oder unmittelbar
am Zürichseeufer befänden. Allein die Kleinräumigkeit dieser erhöhten
Ästhetikvorschriften unterstellten Siedlungsbereiche und deren räumliche Trennung
und Verteilung über das gesamte Siedlungsgebiet mache deutlich, dass die
vorgenommene Art der Negativplanung nicht die mit der Fernmeldegesetzgebung
konkretisierten öffentlichen Interessen verletzen könne. Die betroffenen Bereiche seien
im Vergleich zum gesamten Siedlungsgebiet von Rapperswil-Jona flächenmässig
derart untergeordnet, dass die Mobilfunkversorgung des gesamten Gemeindegebiets
ohne weiteres auf den verbleibenden und nicht von der Negativplanung betroffenen
Flächen des Baugebiets sichergestellt werden könne. Obwohl im landschaftlich
empfindlichen Siedlungsgebiet die Erstellung von Mobilfunkanlagen nach den
einschlägigen kommunalen Bestimmungen künftig nicht gestattet sei, trage die
Negativplanung den Interessen an einer qualitativ guten Mobilfunkversorgung und an
einem funktionierenden Wettbewerb zwischen den Mobilfunkanbietern ausreichend
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Rechnung (Baudepartement, Juristische Mitteilungen 2011/I Nr. 3 S. 10 f., abrufbar
unter: www.jumi.sg.ch).
3.2.5. Der geplante Antennenstandort befindet sich mitten im Siedlungsraum
ausserhalb der ausgeschiedenen Schutzgebiete auf einem Grundstück, das mit
Geleisen und Fahrleitungen überbaut ist. Die Antenne soll im Einschnitt des
Bahntrassees platziert werden und wird somit nur verhältnismässig niedrig in
Erscheinung treten. Daran ändert auch nichts, dass der Antennenmast die
Fahrleitungen erheblich und selbst den Horizont aus gewissen Blickwinkeln überragt,
so dass sich von einzelnen Standorten aus gesehen namentlich eine Beeinträchtigung
der Sicht auf das ISOS-geschützte Schloss Rapperswil ergibt (BGer 1C_484/2009 vom
21. Mai 2009 E. 3.6). Aus dem Augenscheinprotokoll der Vorinstanz und den an dieser
Begehung aufgenommenen Fotos sowie auf Grund der Feststellungen anlässlich des
Augenscheins des Verwaltungsgerichts vom 11. Mai 2009 ergibt sich, dass das Gebiet
rund um die Bahnstation Kempraten bzw. den Standort der geplanten
Mobilfunkantenne insgesamt von sehr heterogenen Überbauungen mit
unterschiedlicher Qualität geprägt ist. Nördlich davon stehen eine Kirche aus den 70er
Jahren und ein Restaurant, das weitgehend durch Laubbäume verdeckt wird.
Nordwestlich befindet sich eine neue Überbauung, deren Häuser an der Bahnlinie
Pultdächer aufweisen. Westlich befinden sich ein älteres Wohnhaus, das wiederum
zum Teil durch Laubbäume verdeckt wird, sowie zahlreiche Mehrfamilienhäuser in
Sichtbeton und mit Flachdächern. Das südlich angrenzende Gebiet fällt relativ steil ab
und ist noch weitgehend unbebaut. Im Osten befindet sich ein älteres Einfamilienhaus
samt grösserem Parkplatz. Daran schliesst ein altes Rebhäuschen sowie das
ehemalige Siechenhaus an. Dieses wird durch eine Mauer und Laubbäume verdeckt,
so dass nur der obere Teil davon sichtbar wird. In deren Umgebung finden sich weitere
neuere Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie ein älteres Fabrikgebäude. Ins Auge sticht
sodann ein neuzeitliches terrassenförmiges grosses Mehrfamilienhaus.
3.2.6. In diesem uneinheitlichen neuzeitlichen Umfeld werden allein dadurch, dass man
von zahlreichen Standorten aus nebst der geplanten Antenne auch verschiedene, nicht
unmittelbar angrenzende landschaftlich empfindliche Siedlungsgebiete sehen kann,
Art. 21 Abs. 1 lit. a BauR und Art. 6 Abs. 1 NDV nicht verletzt. Der Schutz dieser
Gebiete greift bloss innerhalb und im unmittelbaren Bereich bzw. - wie die Vorinstanz
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ausführt - nur im direkt angrenzenden bzw. vorgelagerten Sichtfeld. Dies ergibt sich
zum Einen aus der systematischen Auslegung der NDV bzw. aus dem Zusammenhang
von Art. 6 und Art. 5 NDV, wonach bloss die unmittelbare Umgebung eines
Schutzgegenstands vom Umgebungsschutz erfasst werden kann. Zum Anderen würde
eine extensivere Auslegung von Art. 21 Abs. 1 lit. a BauR und Art. 6 Abs. 1 NDV im
Widerspruch zum Bundesrecht stehen, weil in Kempraten dann selbst ausserhalb bzw.
zwischen den geschützten Gebieten keine Mobilfunkantennen mehr errichtet werden
dürften, zumal diese wegen ihrer technisch notwendigen Höhe wohl zwangsläufig
immer im Sichtfeld auf eines der zahlreichen Schutzgebiete zu stehen kommen. Das
Gleiche gilt für die Einzelschutzobjekte in der näheren Umgebung. Damit bleibt es
selbst bei Anwendung der neuen kommunalen Bestimmungen betreffend
Mobilfunkantennen bei der Bestätigung der verwaltungsgerichtlichen Feststellung
durch das Bundesgericht, dass die vorliegende Antenne die umliegenden
Schutzgegenstände nicht übermässig beeinträchtigt. Dies gilt gleichermassen für die
neu unter Schutz gestellte Villa Seetal.
3.2.7. Die Bau- und Umweltkommission begründete den Bauabschlag weiter damit,
dass die Antenne bloss in einem Abstand von 50 m zur Kirche St. Franziskus zu stehen
kommen soll. Das Kirchenzentrum ist gemäss Schutzverordnung nicht als Kulturobjekt
geschützt. Davon abgesehen ist das Franziskuszentrum aus den 70er Jahren wie die
meisten vom II. Vatikanischen Konzil geprägten Kirchgemeindezentren mehr Zweckbau
als repräsentatives oder landschaftsbestimmendes Gebäude (vgl. Fotos auf
www.krj.ch). Damit käme einem allfälligen Umgebungsschutz von Vornherein keine
entscheidende Bedeutung zu, womit die Tatsache, dass die Antenne den bloss
angedeuteten Kirchturm ohne Turmuhr überragen wird, selbst dann keine Rolle spielen
würde, wenn das Kirchenzentrum auf Grund seiner Bedeutung oder seiner
architektonischen Eigenart unter Schutz stünde.
3.3. Weiter berufen sich die Beschwerdeführer auf das Grundsatzpapier der
Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege (EKD) vom 23. Juli 2002 in der
revidierten Fassung vom 12. März 2008.
3.3.1. In diesem Papier werden Kriterien für die Erstellung von Mobilfunkantennen an
Baudenkmälern aufgestellt. Demnach darf ein Baudenkmal durch die Installation einer
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Mobilfunkantenne nicht in seiner materiellen Substanz angetastet werden. Alsdann
sollen Antennen an und in der Umgebung vermieden werden, wenn das Denkmal
dadurch in seiner Erlebbarkeit und gesellschaftlichen Wirkung beeinträchtigt würde.
Schliesslich dürfen Antennenanlagen an Baudenkmälern nur errichtet werden, wenn sie
vom öffentlichen Grund oder von öffentlichen Räumen aus nicht wahrgenommen
werden können. In der massgeblichen Umgebung von Baudenkmälern schliesslich
sollen Antennen nur errichtet werden, wenn sie die relevanten Blickrichtungen vom
Denkmal aus und die relevanten Blickrichtungen vom öffentlichen Raum auf das
Denkmal nicht stören. Diese Postulate sind gemäss Grundsatzpapier von der
kantonalen bzw. kommunalen Denkmalpflegefachstelle zu beurteilen.
3.3.2. Diesen Anliegen der EKD wurde im vorliegenden Fall mit der Beurteilung durch
den kantonalen Denkmalpfleger Rechnung getragen. An dessen Schlussfolgerung,
dass insbesondere der neu dazu gekommene Schutzgegenstand durch die Antenne
nicht unzulässig beeinträchtigt werde, ändert auch der Umstand nichts, dass er
weniger als 100 m entfernt steht. Davon abgesehen, dass es sich dabei - ohne dass für
den Schutzgegenstand ein spezieller Umgebungsschutz ausgeschieden worden wäre -
um eine nicht unbeachtliche Entfernung handelt, sind in diesem Zusammenhang auch
die weiteren Faktoren, die für die Wahrnehmung des Schutzgegenstands entscheidend
sind, zu berücksichtigen, namentlich der Charakter der angrenzenden Umgebung samt
den dort befindlichen Bauten und Anlagen oder die Topographie des umliegenden
Geländes. Massgebend ist vorliegend vor allem, dass die Antenne und der weiter unten
liegende Schutzgegenstand nicht auf der gleichen Ebene liegen und dass es sich
zudem bloss um einen eingeschränkten Bereich handelt, in dem die Antenne den Blick
auf das Schutzobjekt unmittelbar stört. Weiter liegt das Gebiet in einem grossräumigen
Siedlungsgebiet, das bereits heute neuzeitlich und heterogen überbaut ist, weshalb die
Antennenanlage grundsätzlich nicht mehr als etwas völlig Artfremdes ins Auge sticht.
3.3.3. Aus dem Grundsatzpapier kann zudem nicht abgeleitet werden, dass die Sicht
von einem nahen Schutzobjekt aus "schön" bleiben muss. Massgebend ist einzig, ob
das Schutzobjekt in der Aussenansicht beeinträchtigt wird oder nicht. Schutzobjekt ist
das Objekt selbst. Die Sicht vom Schutzgegenstand auf die Umgebung kann hingegen
nicht als geschütztes Objekt gelten, auch wenn seine Umgebung nicht bedeutungslos
ist. Diese kann Schutz beanspruchen, wenn in der Aussensicht eine Beeinträchtigung
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der Umgebung auch eine Beeinträchtigung des Schutzgegenstands zur Folge hätte
(VerwGE B 2008/219 vom 22. September 2009 E. 6.2.5., abrufbar unter:
www.gerichte.sg.ch).
3.3.4. Konkret liegt der Antennenstandort klar ausserhalb jener Umgrenzung, der die
Umgebung der Villa Seetal markiert. Auch nicht entscheidend ist, ob die Sicht aus dem
Schutzgegenstand nördlich durch die Antenne beeinträchtigt würde. Dies beträfe allein
die Innensicht, während dies bei der Aussensicht auf die geschützte Villa auf Grund der
Topographie und des beschriebenen heterogenen Siedlungsraums nicht der Fall ist.
3.3.5. Mithin erweist sich der Einwand der Beschwerdeführer, das Grundsatzpapier der
EKD sei zu Unrecht nicht beachtet worden, als unbegründet. Die Beschwerdeführer
bringen weder vor, noch ist sonst ersichtlich, inwiefern die Schutzgegenstände verletzt
werden, indem die Vorinstanz die von der Baubehörde ohne weitere Begründung
angenommenen "Respektabstände" nicht gleichsam übernommen hat. Den im
genannten Papier verankerten Richtsätzen wurde durch die fachmännische
Begutachtung der kantonalen Denkmalpflege Rechnung getragen.
3.4. Die Beschwerdeführer rügen weiter, die Vorinstanz habe in unzulässiger Weise
berücksichtigt, dass eine allfällige spätere Überbauung die Beeinträchtigung des
Landschaftsbilds verringern werde. Ob und wie die heute noch freien Grundstücke
überbaut werden, stehe derzeit noch gar nicht mit Sicherheit fest.
3.4.1. Die Frage, ob bei einer geplanten Baute oder Anlage eine allfällige spätere
Nutzung in der benachbarten Umgebung berücksichtigt werden soll, hat das
Bundesgericht in Bezug auf Mobilfunkantennen insofern bejaht, als die
nichtionisierende Strahlung auf die Umgebung so zu berechnen ist, dass deren
Grenzwerte auch bei einem unbebauten, aber bebaubaren Grundstück eingehalten
werden können, falls diese im maximal zulässigen Ausmass überbaut würde (BGer
1C_484/2009 vom 21. Mai 2010 E. 2.1). Dies gilt unabhängig davon, ob bereits
feststeht, ob und wie die Nachbargrundstücke in absehbarer Zeit überbaut werden
sollen.
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3.4.2. Ähnlich argumentiert das Bundesgericht auch bezüglich der räumlichen
Auswirkung der geplanten Antennenanlage. So hat es im vorliegenden Fall erwogen,
dass die heute noch unbebaute Nachbarparzelle allenfalls mit Tunnelbauten und
Infrastrukturanlagen überbaut werde. In einem solchen, mit ausgeprägt technischen
Bauten geprägten Umweld werde die geplante Antenne nicht störend ins Gewicht
fallen. Werde die Umfahrungsstrasse dagegen nicht realisiert werden, so werde die
heute noch unbebaute Parzelle frei für eine zonenkonforme Überbauung mit
Wohnhäusern. Eine solche künftige Überbauung werde die heute noch störende
Wirkung ebenfalls vernachlässigbar machen (BGer 1C_484/2009 vom 21. Mai 2009 E.
3.6). Mithin ist es nicht sachwidrig, wenn die Vorinstanz bei der Beurteilung der
Auswirkung der geplanten Antenne auf die Umgebung die künftige bauliche
Entwicklung mitberücksichtigt, selbst wenn diese noch nicht mit Sicherheit feststeht.
Dass die heute noch freie Nachbarparzelle grundsätzlich überbaut werden soll, steht
auf Grund ihrer Zonierung bereits heute fest.
3.4.3. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerdeführer daraus, dass
vorliegend eine allfällige künftige Überbauung des Nachbargrundstücks in die
Erwägung der Vorinstanz eingeflossen ist, nichts zu ihren Gunsten ableiten können.
Dies gilt umso weniger, als die Antenne bereits heute die umliegenden Schutzobjekte
nicht in unzulässiger Weise stört.
4. Zusammenfassend ergibt sich, dass die geplante Antennenanlage keine
grundsätzliche Verunstaltung im Sinn von Art. 93 BauG darstellt, auch wenn sie
unbestrittenermassen kein Gewinn fürs Landschaftsbild ist. Wie praktisch jede andere
Infrastrukturanlage auch beeinträchtigt sie das Landschaftsbild zwar in einem gewissen
Umfang, sie stört aber weder den zusätzlich aufgenommenen Schutzgegenstand Villa
Seetal samt Kutscherhaus in relevantem Ausmass, noch lässt sich am vorgesehenen
Standort sonst eine unzulässige Unvereinbarkeit mit dem Schutz der übrigen
Schutzgebiete oder -objekte finden. Die Vorinstanz hat damit ihr Ermessen nicht
überschritten, indem sie dem Amtsbericht der kantonalen Denkmalpflege gefolgt ist
und keine Verletzung von Art. 21 Abs. 1 lit. a BauR und Art. 6 Abs. 1 NDV festgestellt
hat. Die Beschwerde ist damit abzuweisen.
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5. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des vorliegenden
Verfahrens von den Beschwerdeführern zu bezahlen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 4'000.-- ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Diese ist mit dem geleisteten
Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss Anspruch auf eine ausseramtliche
Entschädigung zulasten der Beschwerdeführer (Art. 98 Abs. 1 und Art. 98bis VRP). Im
vorliegenden Fall ist eine Entschädigung von Fr. 3'000.-- angemessen (Art. 22 Abs. 1
lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75). Weil die
zu entschädigende Beschwerdegegnerin selber mehrwertsteuerpflichtig ist, kann sie
die der Honorarrechnung ihres Anwalts belastete Mehrwertsteuer von ihrer eigenen
Steuerschuld abziehen, ohne dass ihr dadurch eine Mehrbelastung entsteht. Die
Mehrwertsteuer muss bei der Bemessung der ausseramtlichen Entschädigung daher
nicht zusätzlich berücksichtigt werden (vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st.
gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Lachen/St. Gallen 2004, S. 194). Die
Beschwerdeführer haften solidarisch für den gesamten Betrag.
Demnach hat das Verwaltungsgericht