Decision ID: 8175e807-af16-52fd-bfd5-627ac19ee282
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969, wurde am 22. Dezember 2011 vom Sozialdienst
Y._
bei der IV-Stelle des Kantons Zürich zur Früherfassung angemeldet (Urk.
16/4).
Am 2. Februar 2012 ging die Anmeldung des Versicherten zum Leistungsbezug bei der IV-Stelle ein (Urk. 16/10).
Gemäss den Sachverhaltsa
bklärungen der IV-Stelle war der Versicherte, welcher ab dem 10. März 2009 bis zum 5. Oktober 2010 als arbeitslos angemeldet war (Urk. 16/20), vom
4.
bis zum 20. Juni 2009 im
Spital Z._
,
A._
, wegen eines
durch degenerative Veränderungen an der Halswirbelsäule
(HWS)
verursachten
zervikoradikulären
Reizsyndroms C7 (C6) links stationär behandelt worden (
Austrittsbericht vom 29. Juni 2009,
Urk. 16/21)
.
Laut
dem Austrittsbericht bestand bei Spitalaustritt
weiterhin
eine Behinderung bei Arbeiten über Schulterhöhe und bei monotonen HWS-Stellungen, insbesondere in Flexion und Extensionshaltung. Aufgrund dieser funktionellen Einschränkungen wurde eine über den Spitalaustritt hinaus dauernde 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis 7. Juli 2009 in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Lagerist attestiert. Bei günstigem Verlauf bzw.
Regredienz
der Schmerzausstrahlung
sei danach medizinisch-the
oretisch der Wiedereinstieg in eine geeignete leichte bis mittelschwere wechsel
belastende Tätigkeit möglich.
Aus dem gestützt auf die Krankengeschichte des Jahres 2009 erstellten Bericht des nämlichen Spitals vom 30. Oktober 2012 ist ersichtlich, dass der Versicherte dort bis zum 8. Dezember 2009 ambulant
wei
terbehandelt
wurde und dass die im Bericht vom 29. Juni 2009 attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 4. Juni bis zum 6. November 2009 dauerte bzw. ab dem 7. November 2009 auf 50 % veranschlagt wurde (Urk. 16/47/6)
.
Diese Einschränkung wurde mit dem Bericht des
Spitals Z._
vom 13. Januar 2010 (Urk. 20) letztmals echtzeitlich bestätigt.
Der medizinische S
achverhalt im weiteren Verlauf
wurde vom Regionalen Ärztlichen Dienst der Invalidenversicherung (RAD:
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie) am 18. Februar 2013 dahingehend gewürdigt, dass beim Versicherten seit 2009 eine ausgeprägte
Cer
vicobrachialgie
links mit zunehmender sensibler und motorischer
Wurzel
reizsymptomatik
C6 und C7 bestehe; dies be
i bekannten und in den letzten zwei
Jahren deutlich progredienten massiven degenerativen Veränderungen der Segmente C5/6 und C6/7 (Urk. 16/56/7)
.
Aus diesem Grund sei
der Versicherte
seit
spätestens
Januar 2012 und mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf Dauer in seiner angestammten Tätigkeit als Lagerist zu 100 % arbeitsunfähig. Es sei dabei zu bedenken, dass schon einmal im Zeitraum von Juni bis November 2009 eine vollständige, bzw. ab November 2009 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
für die angestammte Tätigkeit attestiert worden sei. Unter Berücksichtigung aller vorliegenden, jedoch etwas lückenhaften Arztberichte müsse deshalb
davon ausgegangen werden,
dass die vollständige
Arbeitsunfähigkeit schon länger bestehe. Ein genauer Zeitpunkt der Verschlechterung könne angesichts fehlender Unterlagen retrospektiv nicht festgelegt werden
(
Urk. 16/56/7 und
Beurteilung vom 6. März 2013,
Urk. 16/58/4). Am 11. März 2013 ergänzte der RAD seine Beurteilung
vom 6. März 2013 mit der Feststellung, dass derzeit kei
nerlei verwertbare Arbeitsfähigkeit für irgendwelche Tätigkeit bestehe (Urk. 16/58/4).
Gestützt auf diesen medizinischen Sachverhalt sprach die IV-Stelle dem Versi
cherten mit Verfügung vom 10. Januar 2014
eine ganze Rente der Invaliden
versicherung ab
1.
August 2012 zu (Urk. 16/81). Gemäss den Erwägungen der Rentenverfügung (Urk. 16/64) hatten die Abklärungen ergeben, dass der Versi
cherte seit dem 4. Juni 2009 in seiner Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt war und nach Ablauf der Wartezeit eine Einschränkung von 50 %
weiterbe
stand,
bis
sich der
Gesundheitszustand
so
verschlechterte
, dass ab 1. Januar 2012
ein
Inv
aliditätsgrad von 100 % vorlag
. Da die Anmeldung zum
Leistungs
bezug
erst am 2. Februar 2012 erfolgt sei,
bestehe der Rentenanspruch ab dem 1. August 2012.
1.2
Am 12. April 2013 hatte der Versicherte unter Beilage des
IV-Rentenvorbe
scheids
bei der Stiftung Auffangeinrichtung BVG das Gesuch um Auszahlung einer berufsvorsorgerechtlichen Invalidenrente gestellt (Urk. 2/2)
.
Dieses Begehren lehnte die
Stiftung
mit Schreiben vom 16. April 2014 ab (Urk. 2
/3).
Auch das diesbezügliche Wiedererwägungsgesuch vom 1. Juli 2014 (Urk. 2/4) wurde abschlägig beschieden (Urk. 2/5).
2.
2.1
Am 2. Februar 2015 erhob
X._
Klage gegen die Stiftung Auffangeinrichtung BVG mit dem Rechtsbegehren, es sei diese unter Kosten
-
und Entschädigungsfolge
zu verpflichten, dem Kläger rückwirkend ab 1. August 2012 und fortlaufend eine ganze Rente aus der beruflichen Vorsorge auszurichten, zuzüglich Verzugszinsen auf den nachzuzahlenden Renten. In verfahrensmässiger Hinsicht stellte er das Begehren um Gewährung der unent
geltlichen Rechtspflege und der Bestellung seines Vertreters zum unentgeltli
chen Rechtsbeistand (Urk. 1 S. 2).
2.2
Am 27. Mai 2015 reichte die Beklagte ihre Klageantwort mit dem Begehren um Abweisung der Klage (Urk. 10) sowie ihre Akten (Urk. 11/1-9 und Urk. 12/1
175) ein.
2.3
Nach dem
Beizug
der Akten der Invalidenversicherung (Urk. 16/1-101) wurde mit Verfügung vom 5. Juni 2015 (Urk. 17) ein zweiter Schriftenwechsel einge
leitet, in dessen Verlauf die Parteien
replicando
am 8. Juli 2015 (Urk. 19) und
duplicando
am 9. Oktober 2015 (Urk. 25) an ihren Anträgen festhielten.
Mit Verfügung vom 12. Oktober 2015 (Urk. 26) wurde die Duplik dem
Kläger
zugestellt. Am 6. November 2015 reichte dessen Vertreter seine
Honorar
rechnung
zu den Akten (Urk. 27).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss Art. 23 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen und Invalidenvorsorge (BVG)
Personen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40 % invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren.
Nach Art. 24 Abs. 1 BVG hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invalidenrente,
wenn er im Sinne der Invaliden
versi
che
rung mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er min
destens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Vier
telsrente
, wenn er mindestens zu 40 % invalid ist.
1.2
Gemäss Abs. 1 von Art.
26
BVG
gelten für den Beginn des Anspruchs
auf
Inva
lidenleistungen
sinngemäss die entsprechenden Bestimmungen des Bun
desge
setzes über
die Invalidenversicherung (Art.
29 IVG). Die Invaliden
l
eistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Eintritt des versicherten Ereignisses an
ge
schlossen war. Im Bereich der obligatorischen beruflichen Vorsorge fällt dieser
Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt
einer
erhebliche
n
und dauerhafte
n
Einbusse an funktionellem Leistungs
vermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich von mindestens 20 Prozen
t
zusammen (BGE 134 V 20 E.
3.2.2 S. 23; Urteile 9C_98/2013 vom
4.
Juli 2013 E. 4.1
).
Nach der Rechtsprechung
muss arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass der Versicherte an Leistungsvermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall
der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeit
gebers oder durch gehäufte, aus dem Rahmen fallende gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Mit anderen Worten: Die Leistungseinbusse muss in aller Regel dem seinerzeitigen Arbeitgeber aufgefallen sein. Eine erst nach Jahren rückwir
kend festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit genügt nicht. Umgekehrt ist eine in der beruflichen Tätigkeit im Vergleich zu einer gesunden Person tatsächlich nur reduziert erbrachte Leistung für sich allein gesehen in aller Regel ebenso wenig ausreichend für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit im Sinne des Gesetzes. Vielmehr bedarf es dazu regelmässig zusätzlich einer
(überzeugenden) medizinischen Einschätzung, d
ie
ordentlicherweise
echtzeitli
cher
Natur ist. Der Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit nachgewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch nachträgliche er
werbliche oder medizinische Annahmen und spekulative Überlegungen ersetzt werden
(Urteile des Bundesgerichts 8C_41/2011 vom 17. Mai 2011 E.
2.2
und 9C_108/2013 vom 24. Juli 2013 E. 4.2)
.
1.3
Art.
23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer
Vorsorgeein
richtungen
gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Arbeitsfähigkeit bereits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vorsorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der Invalidenversiche
rung zugesprochen wird. Der Anspruch auf Invalidenleistungen nach
Art.
23 BVG entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen Vorsorgeeinrichtung, sondern gegenüber derjenigen, welcher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit angehörte.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeit
nehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko auf
zukommen hat, ist indes erforderlich, dass zwische
n Arbeitsunfähigkeit und Invali
dität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invalidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeits
fähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rückfälle oder Spätfolgen einer Krankheit einzustehen,
die erst Jahre nach Wiedererlan
gung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten. Demnac
h darf nicht bereits eine Unter
bre
chung des zeitlichen Zusammenhangs
angenommen werden, wenn die Per
son bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zurückgekehrt ist. Ebenso wenig darf
die Frage des zeitlichen Zusammenhangs zwischen Arb
eitsunfähigkeit und Inva
lidität in schematischer (analoger) Anwendung der Regeln von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) beurteilt werden, wonach eine anspruchsbeeinflussend
e Verbesserung der Erwerbsfähig
keit in jedem Fall zu berücksichtigen ist, wen
n sie ohne wesentliche Unterbre
chung drei Monate gedauert hat und voraussic
htlich andauern wird. Zu berück
sichti
gen sind vielmehr die gesamte
n Umstände des konkreten Einzel
falles, nament
lich die Art des Gesundheitsschadens
, dessen prognostische ärztliche Beur
tei
lung und die Beweggründe, die di
e versicherte Person zur Wieder
aufnahme der Arbeit veranlasst haben (BGE 123 V 262 E.
lc
, 120 V 112 E. 2c/
aa
und 2c/
bb
mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beklagte bestreitet nicht, dass die
Zusprache
einer ganzen Rente der Inva
lidenversicherung ab
1.
August 2012 aufgrund des gleichen
Gesundheits
schadens
erfolgte,
dessentwegen
der Kläger bereits in der Zeit, als er bei ihr ver
sichert war, arbeitsunfähig war
(vgl. Urk. 1 S. 11)
.
Sie weist jedoch darauf hin, dass der
Fortbestand
der während der Versicherungszeit bei ihr eingetretenen Arbeitsunfähigkeit (vgl. Sachverhalt
Ziff.
1.1) nur bis zum
8
. Dezember 2009
bzw. 13. Januar 2010 (Urk. 25 S. 3)
ärztlich attestiert sei. Für die Zeit vom
9. Dezember 2009
bzw. 14. Januar 2010
bis 6. Dezember 2011, das heisse für zwei Jahre, lägen keine
echtzeitliche Arzt- oder Therapieberichte
vor (Urk. 1 S. 7)
.
Während dieser Zeit
habe der Kläger keinerlei Therapien durchgeführt
bzw.
habe er sich
bis zum 5. Oktober 2010
als uneingeschränkt arbeitsfähig bezeichnet
und dementsprechend Taggelder der Arbeitslosenversicherung bezo
gen,
arbeitsmarktliche
Massnahmen absolviert sowie - an wenigen Tagen - Zwischenverdiensttätigkeiten bei seinem
früheren
Arbeitgeber ausgeübt
. Es sei daher davon auszugehen, dass der Kläger
- den
Prognose
n
des
Austrittsbericht
s
des
Z._
vom
29. Juni 2009
(Urk. 16/21)
und des Berichts vom 13. Januar 2010 über die dortige Nachuntersuchung (Urk. 20)
entsprechend -
bis zur Verschlechterung des
Gesundheitszustands im Dezember 2011 uneingeschränkt eine leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit hätte ausüben können (Urk. 1 S. 7 f.
und Urk. 25
).
Durch die Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit über einen Zeitraum von rund zwei Jahren sei der zeitliche Zusammenhang zwischen der währen
d
der Versicherungsdauer bei der Beklag
ten eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der ab Dezember 2011 durch
echtzeit
liche
ärztliche
Berichte ausgewiesenen Invalidität unterbrochen worden
.
2.2
2.2.1
Eine genaue
Analyse des medizinischen Sachverhalts, aus dem die Beklagte einen Unterbruch des engen zeitlichen Zusammenhangs zwischen der während der Versicherungszeit bei ihr eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und
der ab Dezember 2011 ausgewiesenen Invalidität ableitet,
zeigt
,
dass der Kläger in dem rund zweijährigen Zeitraum zwischen Dezember 2009/Januar 2010 und Dezem
ber 2011 zwar mangels anderslautender echtzeitlicher ärztlicher Atteste mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für leichte, wechselbelastende
und
nacken
schonende
Tätigkeiten
ganztägig einsatzfähig war, er damit aber seine vor
April
2009
(vgl. Urk. 10 S. 4)
bestandene Arbeitsfähigkeit nicht v
ollständig wiederer
langt hatte.
2.2.2
Gemäss dem Austrittsbericht des
Spitals Z._
vom 29. Juni 2009 bezüglich des Spitalaufenthalts des
Kläge
rs vom
4.
bis zum 20. Juni 2009
(Urk. 16/21)
erfolgte die Zuweisung zur stationären Behandlung wegen eines therapieresistenten
zervikoradikulären
Schmerzsyndroms links
. Bildgebend wurde dazu Folgendes dokumentiert:
Unkovertebralarthrose
mit medianer bis
mediolateraler
Diskushernie C5/6 links mit Spinalkanaleinengung und Tangierung von C6 lin
ks;
Unkovertebralarthrose
mit
Retrospondylophyten
, medianer bis
mediolateraler
Diskushernie C6/7 links mit Spinalkanaleinengung und deutliche
foraminale
Stenose
bds
(MRI-HWS 5/09
);
mediane bis
mediolaterale
Diskushernie C3/4 und C4/5 links ohne relevante Einengung des Spinalkanals (klinisch nicht relevant).
Sensomotorische Defizite wurden bis zum Austritt keine festgestellt.
Die Schmerzsituation hatte sich laut dem Verlaufsbericht
leicht
gebessert.
An Ein
schränkungen
der Arbeitsfähigkeit wurde nebst der Schmerzproblematik festge
halten,
dass eine Behinderung bei Arbeiten über Schulterhöhe und bei monoto
nen HWS-Stellungen bestehe, insbesondere in
Flexion und Extensionshaltung. Es wurde über den Spitalaustritt hinaus
weiterhin
eine vollständige Arbeitsun
fähigkeit bis 7. Juli 2009 attestiert. Dies verbunden mit den Hinweisen, dass die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Lagerist gekündigt sei und dass bei günstigem Verlauf bzw.
Regredienz
der Schmerzausstrahlung medizinisch-theoretisch ein Wiedereinstieg für eine geeignete leichte
bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit möglich sei.
Im gestützt auf die Krankengeschichte des Jahres 2009 erstellten Bericht des nämlichen Spitals vom 30. Oktober 2012 (Urk. 16/47/6) werden ein rückläufiges
zervikoradikuläres
Reizsyndrom und ein sensorisches Ausfalls-Syndrom C6 links diagnostiziert. Weiter ist ersichtlich, dass der Versicherte dort bis zum 8. Dezember 2009 ambulant weiterbehandelt wurde und dass die im Bericht
vom 29. Juni 2009 attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 4. Juni bis zum 6. November 2009 dauerte bzw. ab dem 7. November 2009 auf 50 % veran
schlagt wurde (Urk. 16/47/6).
Im
Bericht des
Spitals Z._
vom 13. Januar 2010 (Urk. 20)
werden die Diagnosen aus den vorangegangenen Berichten bestätigt
und ist die Rede von einem intermittierenden Verlauf des Reizsyndroms mit Tendenz zu Besserung
.
Dementsprechend wird für den Berichtszeitpunkt nur noch eine Arbeitsunfähig
keit von 50 % in der angestammten Tätigkeit als Lagerist attestiert (ab
7. November 2009).
2.2.3
In den von der IV-Stelle nach der Anmeldung des Klägers zum Leistungsbezug eingeholten Sprechstundenberichten der
Klinik C._
vom 1
0.
und 24. Januar
2012 (Urk. 16/6-7) wird eine
schmerzbedingt eingeschränkte
HWS-
Beweglichkeit beschrieben, vor allem im Bereich der
Reklination
und der Seitenrotation nach links mit Schmerzausstrahlung bis in die Finger der linken Hand entsprechend dem C6-Dermatom. Bildgebend (externes MRI HWS vom 13. Dezember 2011) werden folgende Befunde erhoben: Kyphose im Segment C5-C7 mit
Disk
usprotrusion
C5/6 und C6/7 mit K
ompression der C7-Wurzel rech
ts und T
angierung der C6-Wurzel links
, durch
breitbasige
Diskusprotrusion
dort.
2.2.4
Da im letzten aktenkundigen ärztlichen Bericht
(des
Spitals Z._
vom 13. Januar 2010)
vor der berichtslosen
Periode
zwischen Mitte Januar 2010 und Dezember 2011 von einem „intermittierenden Verlauf
des Reizsyndroms mit Tendenz zu Besserung
“ berichtet wird,
darf zwar
mit der Beklagten
als über
wiegend wahrscheinlich angenommen werden, dass - mangels anderslautender ärztlicher Beurteilungen - der im Austrittsbericht vom 29. Juni 2009 als mög
lich bezeichnete günstige Verlauf bzw. die
Regredienz
der Schmerzausstrahlung ab Februar 2010 tatsächlich eingetreten ist und dem arbeitslos
en Kläger den Wiedereinstieg in
eine geeignete leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit erlaubt hätte.
I
n Anknüpfung an den letzten Halbsatz von Erwägung 2.2.1
ist aber zu beach
ten
, dass
die
Regredienz
der Schmerzsymptomatik nicht bedeutet, dass
der
Klä
ger
seine
vor der Arbeitslosigkeit ausgeübte Tätigkeit als
Lagerist oder eine beliebige andere seinen beruflichen Qualifikationen entsprechende
Hilfsarbei
tertätigkeit
wieder völlig
uneingeschränkt
ausüben konnte. Hatten
die
Ärzte
doch aufgrund der Befunde über ausgeprägte degenerati
ve Veränderungen im HWS-Bereich
die
grundsätzliche
Unzumutbarkeit von
Arbeiten über Schulter
höhe und in monotonen HWS-Stellungen, insbesondere in Flexion und
Exten
sionshaltung
attestiert
(vgl. E.
2.2.2). Diese qualitativen Einschränken
der
Arbeitsfähigkeit bestanden auch
während des Zeitraums, für
welchen
keine
(die Arbeitsfähigkeit quantitativ einschränkende)
Schmerzsymptomatik nachzuwei
sen ist. Die
für
die qualitativen Einschränkungen
verantwortlichen
degenerati
ven Veränderungen an der HWS hatten sich z
wischen 2009 und 2011 nicht etwa
zurückgebildet
, sondern waren im Gegenteil fortgeschritten
(vgl. E. 2.2.3).
2.2.5
In
Körperkraft und Beweglichkeit erfordernden
Hilfsa
rbeitertätigkeiten
,
redu
zieren
qualitative
Einschränkungen
der Arbeitsfähigkeit
das Spektrum
geeigne
ter Stellen
auf dem
ausgeglichenen
Arbeitsmar
kt
(vgl. Art.
7
ATSG)
erheblich.
In der Invalidenversicherung wird dem b
ei der
Invaliditätsbemessung
gegebenen
falls mit einem Abzug von bis zu 25 % auf
einem
bei
zumutbarer
Vollzeittätig
keit
hypothetisch erzielbaren Invalideneinkommen Rechnung getragen (vgl.
BGE 126 V 75)
.
Auch bei der im vorliegenden Fall zu beantwortenden Frage nach dem zeitli
chen Zusammenhang zwischen der während der Versicherungsdauer bei der Beklagten eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der ab Dezember 2011 durch echtzeitliche ärztliche Berichte ausgewiesenen Invalidität (vgl. E. 2.1) darf der ununterbrochene Bestand einer
durch bildgebende Befunde nachgewiesenen
erheblichen qualitativen
Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit
nicht ausser Acht gelassen werden.
D
as prozentuale
Aus
mass
der daraus resultierenden erwerbli
chen Einbusse ist für die Bejahung eines ununterbrochenen zeitlichen Zusammenhangs weniger entscheidend als die Objektivierbarkeit
ein
er g
emein
samen
- die Periode ohne Nachweis einer quantitativen Einschränkung
über
dauernden
-
Ursache
von quantitativen und qualitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit während der Versicherungszeit bei der Beklagten
(als die objektivierbaren degenerativen Veränderungen an der HWS erstmals
in einem die Arbeitsfähigkeit signifikant einschränkenden Mass
symptomatisch geworden waren)
und bei der späteren Feststellung der
darauf zurückzuführenden
Invali
dität
.
Deshalb kann im vorliegenden Fall aus dem Umstand, dass nach der
Versiche
rung
s
zeit
bei der Beklagten über einen Zeitraum von rund zwei Jahren keine echtzeitliche ärztliche Bescheinigung einer quantitativen Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit
des Klägers mehr aktenkundig ist, nicht geschlossen werden, es sei der zeitliche Zusammenhang zwischen der während der Versicherungsdauer bei der Beklagten eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der ab Dezember 2011 durch echtzeitliche ärztliche Berichte ausgewiesenen Invalidität unterbrochen worden. Vielmehr ist
für den Zeitraum von 2009 bis 2011
von einer -
invali
denversicherungsrechtlich
erheblichen
-
kontinuierlichen qualitativen Ein
schränkung
der Arbeitsfähigkeit mit intermittierend
auch quantitativen Limi
tierungen
aufgrund der nämlichen Gesundheitsstörung auszug
ehen.
2.3
Zufolge d
er sachlichen und zeitlichen Kontinuität der
Gesundheitsstörung, wel
che die Arbeitsfähigkeit
des Klägers
während der Versicherungszeit bei der Beklagten erstmals erheblich eingeschränkt hatte
, bis zum Zeitpunkt, in wel
chem sich der Kläger
zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung
anmel
dete
bzw.
ab welchem dem Kläger Leistungen
Invalidenversicherung
zugespro
chen wurden (
1. August 2012
,
vgl. Urk. 16/81)
, blieb
die Beklagte
zumindest - ab Beginn des invalidenversicherungsrechtlichen Rentenan
spruchs im gleichen Umfang wie die Invalidenversicherung (vgl. Art 24
Abs.
1 BVG und
Art.
28
Abs.
2 IVG)
berufsvorsorgerechtlich leistungspflichtig
und bleibt sie es, solange die Kontinuität der Anspruchsgrundlage anhält. Demzufolge ist sie in Gutheis
sung der Klage zu verpflichten, dem Kläger rückwirkend ab 1
. August 2012 eine ganze Invalidenrente der beruflichen Vorsorge auszurichten.
2.4
Die bis zum Zeitpunkt der Klageerhebung aufgelaufene Schuld der Beklagten ist ab jenem Zeitpunkt mit 5 % zu verzinsen, ebenso wie die monatlichen
Renten
betreffnisse
nach jenem Datum ab dem Ze
itpunkt ihrer jeweiligen Fällig
keit.
3.
Dem Ausgang des Prozesses und dem Antrag de
s
Kläger
s
entsprechend ist die
Beklag
te zu verpflichten, dem Kläger
die Parteikosten zu ersetzen (§ 34 Abs. 1
GSVGer
). Die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung bemisst sich nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohn
e Rücksicht auf den Streitwert.
Der vom Rechtsvertreter des Klägers mit der Honorarnote vom 6. November 2015 (Urk. 27) geltend gemachte Zeitaufwand von 11,25 Honorarstunden erscheint diesen Bemessungsgrundsätzen angemessen, weswegen er zum gerichtsüblichen Stundenansatz von Fr. 220.--, zuzüglich 8 %
MWSt
, zu ent
schädigen ist. Daraus resultiert unter Einbezug der Barauslagen in Höhe von
Fr.
92.50 ein Entschädigungsanspruch von aufgerundet Fr. 2‘800.-- (inkl.
MWSt
und Barauslagen.