Decision ID: ac22c869-490d-46ff-9562-9bb72e1812b4
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969
, war vom 2
6.
Dezember 2012 bis zum 3
1.
August 2013 als Raumpflegerin b
ei der
Z._
AG angestellt (
Urk.
8/22
). Am 1
7.
Januar 2014
(Eingangsdatum) meldete sich die V
ersicherte unter Hinweis auf Rückenbeschwerden
bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/8
).
Die IV-Stelle nahm beruflich-erwerbliche und medizinische Abklärungen vor.
Am
2
2.
April 2015 führte
sie
eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt durch
(
Urk.
8/57).
Mit Verfüg
ung vom 2
4.
März 2016
sprach die IV-Stelle der Ver
sicherten
mit Wirkung ab dem
1.
Juli 2014
bei einem ermit
telten Invaliditätsgrad
von 40
%
eine Viertelsrente zu (
Urk.
8/65 und
Urk.
8/73
).
Ab
dem
1.
Februar 2018 war die Versicherte
teilzeitlich
als Reinigungsmitarbei
terin bei der
A._
AG angestellt (
Urk.
8/95/129). Zudem arbeitet sie seit dem
1.
August 2018
teilzeitlich
als Küchenhilfe bei der Primarschulverwaltung
B._
(
Urk.
8/97).
1.2
Am 2
5.
Februar
2021 (Eingangsdatum)
meldete sich
die Versicherte
wegen Fuss
beschwerden links
bei der IV-Stelle
zum Leistungsbezug an
(
Urk.
8/86). Die IV-Stelle holte den
Bericht
der Universitätsklinik
C._
vom
4.
August 2021 (
Urk.
8/93) ein und zog die Akten der
Krankentaggeldversicherung
Swica
(Urk.
8/95)
sowie der Allianz Suisse Versicherungen (nachfolgend Allianz;
Urk.
8/101)
bei
.
Per 3
1.
Juli 2021 kündigte die
A._
AG das Arbeits
verhältnis mit der Versicherten (
vgl.
Urk.
8/95/65).
In der Folge
holte
die IV-Stelle
den Arbeitgeberbericht der Prim
arschulverwaltung
B._
vom 30.
A
ugust 2021
(
Urk.
8/97)
und die Akten der Krankentaggeldversicherung Allianz (
Urk.
8/101) ein. Nach entsprechendem Vorbescheid vom 1
4.
Dezember 2021 (
Urk.
8/1
04) hob sie
die bisherige Viertelsrente
mit Verfügung vom 8.
Februar 2022
(
Urk.
2)
per 3
1.
März 2022 auf
.
2.
Dage
gen erhob die Versicherte am 1
0.
März 2022
Beschwerde und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung
ersatzlos aufzuheben und die Beschwerdegeg
nerin zu verpflichten,
ihr
weiterhin die bisherige Viertels-Invalidenrente auszu
richten (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
9.
April 2022
(Eingangs
datum)
beantragte die Beschwerdegegnerin,
in teilweiser Gutheissung der Beschwerde
sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung
an sie
zurückzuweisen (
Urk.
7). Mit
Stellungnahme/
Replik vom 2
5.
Mai 2022 hielt die Beschwerdeführerin an ihrem
beschwerdeweise gestellten
Rechtsbegehren fest (
Urk.
11). Dies wurde der Beschwerdegegnerin am 3
0.
Mai 2022 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche
rung (
IVG
)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestim
men lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.3
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen gaben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG,
in Kraft bis zum
31.
Dezem
ber 2021).
Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG
(
in Kraft seit dem
1.
Januar 2022)
wird die Höhe des Rentenanspruchs in prozentualen Anteilen an einer ganzen Rente festgelegt. Bei einem Invaliditätsgrad von 50-69 % entspricht der prozentuale Anteil dem Inva
liditätsgrad (Abs. 2). Bei einem Invaliditätsgrad von 70 % besteht Anspruch auf eine ganze Rente (Abs. 3). Bei einem Invaliditätsgrad unter 50 % gelten die folgenden prozentualen Anteile (Abs. 4):
Invaliditätsgrad
:
prozentualer Anteil
:
49 Prozent
47.5
Prozent
48 Prozent
45
Prozent
47 Prozent
42.5
Prozent
46 Prozent
40
Prozent
45 Prozent
37.5
Prozent
44 Prozent
35
Prozent
43 Prozent
32.5
Prozent
42 Prozent
30
Prozent
41 Prozent
27.5
Prozent
40 Prozent
25
Prozent
1.4
Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG wird die Invalidenrente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers sich um mindestens fünf Prozentpunkte ändert (lit. a) oder auf 100 Prozent erhöht (lit. b). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkun
gen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_26/2022 vom 30. Mai 2022 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_520/2021 vom 22. Dezember 2021 E. 3.3, je mit Hinweisen).
1.5
Eine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit ist zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat (
Art.
88a
Abs.
2
Satz
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.7
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung
vom
8.
Februar 2022
damit, dass der Beschwerdeführerin
bei
der
Rentenzusprache vom
2
4.
März
2016
die
Tätigkeit als Raumpflegerin
aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation
nicht mehr zumutbar gewesen
sei
. Eine angepasste leic
hte wechselbelastende Tätigkeit sei
ihr
damals
in einem Pensum von 50
%
zumutbar gewesen
. Aus den aktuellen Akten gehe hervor, dass
die Beschwerdeführerin
spätestens seit
dem 1.
August 2021 wieder zu 100
%
arbeitsfähig sei
(
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte
in der Beschwerde vom
1
0.
März 2022
geltend, dass
die bei ihr fest
ge
stellte axiale Spondylarthritis und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Rentenzusprache
vom
2
4.
März
2016 zugrunde gelegen hätten.
Das
Zusatzgesuch vom 1
8.
Februar 2021
habe keine
Veränderu
ng d
er
Rückenbeschwerden,
sondern die im Jahr
2019 aufgetret
enen Beschwerden am linken Fuss betroffen. Die Abklärungen der Kran
kenta
ggeldversicherung Swica
und der
Beschwerdegegnerin
hätten sich
denn auch auf
die
Fussbeschwerden
und die Frage, ob die
sbezüglich eine revisionsbegrün
d
ende Veränderung eingetreten sei, beschränkt. Dies sei verneint worden.
Eine
Veränderung des Rückenleidens
sei nicht nachgewiesen.
Der Befund an der Wirbelsäule habe sich seit dem Zeit
punkt der Berentung im März 2016 nicht wesentlich verändert.
Schliessl
ich sei
auch der Umstand, dass die Beschwerd
eführerin ihre Restarbeitsfähig
keit im Rahmen der Tätigkeit als Hilfsköchin
bei der
Primarschule
B._
mit einem Be
schäftigungsgrad von 43
%
ausschöpfe
,
nicht als Revisionsgrund zu qua
lifi
z
ieren (
Urk.
1 S. 7
).
2.3
Die Beschwerdegegnerin brachte in der Beschwerdeantwort
vom 2
9.
April 2022
(Eingangsdatum)
vor, dass die Beschwerdeführerin gemäss Kurzbeurteilung von
Dr.
med.
D._
, FMH Orthopädische Chirurgie,
zuhanden der Kran
kentaggeldversicherung
Swica
hinsichtlich der Fussbeschwerden links
ab ca.
1.
August 2021 in der angestammten Tätigkeit als Reinigungskraft wieder voll
einsatzfähig
sei.
Aus der Kurzbeurteilung von
Dr.
D._
gehe aber nicht hervor,
ob sich
a
uch
betreffend
die
a
xiale
Spondylarthritis mit peripherem Befall eine Verbesserung
ergeben habe.
Ob
diesbezüglich eine Veränderung mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
eingetreten sei, sei unklar.
Bevor
über eine allfällige Einstellung des Leistungsanspruchs der Beschwerdeführerin
ent
schieden werden könne, seien
zwingend weitere medizin
ische Abklärungen erforderlich (
Urk.
7).
2.4
Die Beschwerdeführerin hielt in der Stellungnahme
/Replik vom 2
5.
Mai 2022
(
Urk.
11)
fest, dass es der Beschwerdegegnerin unbenommen bleibe, auf ihren Entscheid vom 1
6.
November 2020 (
Urk.
8/84) zurückzukommen und ein amt
liches Revisionsverfahren einzuleiten. Zu diesem Zweck seien
in der vorliegenden Sache
die Akten
indes
nicht zur weiteren Abklärung zurückzuweisen. Für die Einleitung einer Revision von Amtes wegen bedürfe es keiner gerichtlichen Auf
forderung.
Wenn
das Gericht – wider Erwarten – dem Antrag der Beschwerd
e
gegnerin entsprechen würde, wäre anzuordnen, dass diese
während ihrer Abklä
rungen die mit Verfügung vom
8.
Februar 2022 eingestellte Invalidenrente unverzüglich (sowie rückwirkend)
wieder ausrichte, weil bei Erlass der Verfügung die Voraussetzungen für eine Leistungseinstellung – nun unbestrittenermassen – nicht erfüllt gewesen seien (
Urk.
11).
3.
3.1
3.1.1
Der Verfügu
ng der Beschwerdegegnerin vom 2
4.
März 2016, mit welcher der Beschwerdeführerin
mit Wirkung ab dem
1.
Juli 2014
bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 40
%
eine Viertelsrente zugesprochen wurde
(
Urk.
8/65 und
Urk.
8/73
)
, lagen in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen folgende Berichte zugrunde:
3.1.2
Dr.
med.
E._
, Oberarzt der Klinik für Rheumatologie des Universitäts
spitals
F._
, stellte im Bericht vom
3.
Juli 2015 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/53/1):
1.
axiale und periphere Spondyl
o
arthritis mit/bei
-
Nachweis einer aktiven ISG-Arthritis links, chronische ISG-Arthritis beidseits
(MRI Lendenwirbelsäule
[LWS]
und Becken 2
5.
Juli 2012)
-
aktuell S
alazopyrin 2
g/d bei peripherem Befall
2.
Hepatitis B
-
unter Zef
f
ix
3.
chronisches subacromiales Impingement vom Supraspinatustyp linksbetont
-
muskuläre Dysbalance mit Humeruskopfprotraktion
-
gutes Ansprechen auf Infiltration der Bursa subdeltoidea sonografiegesteuert
(zuletzt am
4.
Mai 2015)
4.
beginnender Hallux valgus beidseits
Dr.
E._
erklärte, dass der
Beschwerdeführer
in
eine leichte wechselbelastende Tätigkeit mit der Möglichkeit zu vermehrten Pa
usen in einem Pensum von ca. 50
% möglich sei. Während der Phasen einer
akuten Exazerbation sei mit
100%igen Arbeitsunfähigkeit
en
zu rechnen (
Urk.
8/53/2).
3.1.3
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) hielt in der
Stellungnahme
vom
9.
Oktober 2015 fest, dass
ein Gesundhei
tsschaden mit Erstdiagnose im Juli
2013
bestehe, der seither
zu wiederholten kurzzeiti
gen 100%igen Arbeitsunfähigkeiten
geführt habe.
Eine angepasste leichte
wechselbelastende Tätigkeit sei
wahrscheinlich seit dem Ende der Wartez
eit, mindestens aber seit
dem
2
1.
Mai 20
15
(letzte Kontrolle)
in einem
50%igen
Pensum möglich. Mittelschw
ere und schwere Tätigkeiten seien
s
eit Juli
2013 nicht mehr zumutbar
(
Urk.
8/59/6).
3.2
3.2.1
Im Rahmen des
am
2
5.
Februar
2021 (Eingangsdatum)
auf Gesuch
der Beschwer
deführerin hin eingeleiteten Revisionsverfahrens sind im Wesentlichen folgende Beurteilungen aktenkundig:
3.2.2
Die Ärztinnen der Klinik für Rheumatologie des
Universitätsspitals F._
nannten im an
Dr.
med.
H._
, F
achärztin
Allgemeine Innere Medizin,
gerichteten Bericht vom 2
6.
Februar 2018 folgende Diagnosen (
Urk.
3/4):
1.
chronisches multilokuläres myofasziales Schmerzsyndrom
2.
Periarthropathie
genu links, Erstdiagnose Mai 2015
3.
chronisches subacromiales Impingement vom Supraspinatustyp linksbetont
4.
Status nach Handgelenksarthritis un
d Tenosynovitis ECU-Sehne links
August 2017
5.
chronische Hepatitis B
6.
Status nach unklarem Trans
amina
senanstieg Mai 2014
7.
beginnender Hal
l
ux valgus beidseits
8.
substituierter Eisenmangel, Erstdiagnose Mai 2016
9.
Atopikerin
Die Ärztinnen der Klinik für Rheumatologie des
Universitätsspitals F._
gaben an, dass
seit der
letztmaligen Verl
aufskontrolle im August 2017 keine Änderung der
bekannten muskuloskelettalen Beschwerden eingetreten
sei
(
Urk.
3/4).
3.2.3
In seinem an die Allianz gerichteten Bericht vom 2
5.
November 2020 führte
Dr.
med.
I._
, Oberarzt Orthopädie, Universitätsklinik
C._
folgende Diagnose auf: Pes cavovarus beidseits mit linksseitig Längssplit langstreckig der Peroneus previs Sehne retromalleolar mit ausgeprägter Tenosynovitis. Initial sei eine Ruhigstellung im Unterschenkelgips erfolgt, aufgrund moderater Schmerz
reduktion die Indikation für eine Teilresektion des Peroneus brevis und Débride
ment gestellt worden. Die Beschwerdeführerin sei ab dem 1
3.
Oktober 2020 und voraussichtlich für weitere drei Monate ab dem Operationsdatum (2
3.
November 2020) zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
8/101/36-38).
3.2.
4
Dr.
D._
diagnostizierte in der an die Krankentaggeldversicherung Swica gerichteten Kurzbeurteilung vom
9.
Juni 2021 einen Status nach Osteo
synthesematerialentfernung (OSME) bei Status nach lateralisierender Calcaneus-Osteotomie sowie Débridement, Tubula
ri
sierung und Resektion tiefer Muskel
bauch Peroneus brevis-Sehne links vom 2
3.
November 20
20 bei Peroneus brevis-Split bei
Pes c
avovarus Fuss links.
Dr.
D._
erklärte, dass die Osteotomie durchgebaut und die störenden Schrauben entfernt worden seien. In der ange
stammten Tätigkeit als Reinigungskraft sollte die Beschwerdeführerin ab ca.
1.
August 2021 wieder voll arbeitsfähig sein (
Urk.
8/95/80-82).
3.2.
5
Dr.
med. J._
, Facharzt Allgemeinmedi
zin, stellte im Bericht vom 27.
Dezember 2021 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/106/3):
-
Zustand nach Calcaneus-Fraktur
-
Fascitis plantaris
-
Carpaltunnelsyndrom links
-
Fibromyalgie
Dr.
J._
erklärte, dass der Gesundheitszustand seit Juni 2014 stationär sei. Die Beschwerdeführerin könne eine vorwiegend sitzende Tätigkeit ausüben. Eine Verminderung der Leistungsfähigkeit sei nicht gegeben (
Urk.
8/106/3-4).
3.2.
6
Dr.
med.
K._
, FMH Radiologie und Neuroradiologie, stellte im Rahmen des MR
LWS
vom
8.
Februar 2022 eine betonte lumbale Lordose bei ventraler Beckenrotation und pathologischem Ferguson-Winkel, eine
entspre
chende
Überlastung der Facettengelenke, insbesondere der rechtsseit
i
gen Facette im Segment Lendenwirbelkörper (LWK) 5/Sakralwirkbelkörper (SWK) 1 und eine fortgeschrittene aktivierte Arthrose mit ausgeprägtem Stressödem der Pedikel LWK 5 und SWK 1 sowie der angrenzenden Interartikularportion fest. Eine Stressfraktur la
sse sich nicht nachweisen (Urk.
3/5).
4.
Fest steht
, dass die Beschwerdeführerin infolge eines Sehnenrisses im linken Fussgelenk
(Peroneus brevis-Split bei Pes c
avovarus-Fehlstellung)
ab
dem 13.
Oktober 2020
zu 100
%
arbeitsunfähig
war
(vgl.
Urk.
8/95/22
und E. 3.2.3
).
Am 23.
November 2020 wurde
sie
in der Universitätsklinik
C._
am linken Fussgelenk operiert (
Calcaneus-O
steotomie sowie Débridement, Tubularisierung und Resektion tiefer Muskelb
auch Peroneus brevis-Sehne), und am
2
1.
Mai 2021
folg
t
e
dort
die Entfernung des
Osteosynthesematerial
s
(
Urk.
8/95/39 und Urk.
8/95/83).
Seit
ca.
1.
August 2021 ist
die Beschwerdeführerin
bezüglich
des linken
Fussgelenk
s
gemäss
(
prospektiver
)
Einschätz
ung von
Dr.
D._
vom
9.
Juni 2021
in der Arbeitsfähigkeit
als Reinigungskraft
nicht mehr
eingeschränkt (vgl. E.
3.2.4;
siehe auch Arbeitgeberfragebogen vom 3
0.
August 2021 [
Urk.
8/97], wonach die Beschwerdeführerin seit 1
7.
Juli 2021 im zuvor ausge
übten Pensum als Küchenhilfe wieder uneingeschränkt arbeitsfähig ist
).
Dr.
D._
hat sich allerdin
gs nur zur Fussproblematik geäussert, nicht aber
zur axialen Spondyl
o
arthritis und deren Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit, die den Grund für die
Zusprach
e einer Viertelsrente ab dem 1.
Juli 2014
bildete
.
Ob bezüglich diese
r Rückenbeschwerden eine relevante Veränderung eingetreten ist,
hat
die
Beschwerdegegnerin nicht ab
geklärt
und lässt sich auf
grund der vorh
andenen ärztlichen Berichte
auch
nicht prüfend nachvoll
ziehen. Zu entsprechenden Abklärungen wäre
die Beschwerdegegnerin
indes verpflichtet gewesen, zumal
vorliegend
mit den Fussbeschwerden links
ein Revi
sio
nsgrund gegeben war und der
Rentenanspruch
deshalb
in rechtlicher und tat
sächlicher Hinsicht umfassend zu prüfen
war bzw.
ist
. Ob das
Revisionsverfahren
auf
Gesuch der Beschwerdeführerin
hin
oder von Amtes wegen eingeleitet wurde, ist
dabei
nicht von Belang.
Der medizinische Sachverhalt erweist sich d
aher als ungenügend abgeklärt.
5.
Die angefochtene Verfügung vom
8.
Februar 2022 (Urk. 2) ist demnach aufzu
heben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit si
e die Rückenbeschwerden
sowie
allfällige weitere Beschwerden
und der
en Auswir
kun
gen auf die Arbeitsfähigk
eit abklärt
oder abklären lässt
und danach über den Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin
(
auch über eine allfällige befristete Erhöhung aufgrund der Fussbeschwerden links
)
neu verfüge.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
6.
6.1
Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kanto
nalen Versicherungsgericht ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Im vorliegenden Verfahren sind sie ermessensweise auf Fr.
700.--
anzusetzen. Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 210 E. 7.1, 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Gerichtskosten der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
6.2
Die vertretene Beschwerdeführerin hat gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3
GSVGer
Anspruch auf eine Prozess
entschädigung, die unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit
des Prozesses auf Fr. 1’90
0.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) festzusetzen ist.