Decision ID: 4cba9922-6f2a-5091-9935-71c458196a9c
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
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A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war vom 10. Mai 2004 bis 31. Juli 2005 bei der
B._ AG, angestellt und dadurch bei der Suva für die Folgen von Unfällen und
Berufskrankheiten versichert. Das Arbeitsverhältnis war durch die Arbeitgeberin
aufgelöst worden (UV-act. 1). Im Oktober 2006 meldete sie sich zum Leistungsbezug
bei der Invalidenversicherung an. Mit Verfügung vom 29. Mai 2007 wies die IV-Stelle St.
Gallen das Leistungsgesuch ab (IV-Akten). Am 7. Februar 2008 liess die Versicherte der
Suva Handgelenkbeschwerden als Berufskrankheit melden (UV-act. 16). Dr. med.
C._, Rheumatologie, hatte zuvor im Bericht vom 19. November 2007 unter anderem
chronische Tendovaginitiden der Beugesehnen an beiden Vorderarmen, anamnestisch
links ausgeprägter als rechts, sowie einen Verdacht auf Carpaltunnelsyndrom beidseits
bestätigt (UV-act. 8). Dr. med. D._, Dermatologische Lasertherapie, berichtete am
19. März 2008 über die Behandlung der Versicherten (UV-act. 5). Am 29. Mai 2008
teilte die Suva der Versicherten mit, dass sie die B._ AG im Rahmen der ärztlich
bestätigten und im Zusammenhang mit den beidseitigen Handbeschwerden stehenden
Arbeitsaussetzungen bis 31. Juli 2005 schadlos halten werde. Durch die damalige
berufliche Belastung sei jedoch keine dauerhafte Zustandsveränderung verursacht
worden. Gestützt auf die medizinischen Akten und aufgrund ihrer Arbeitslosigkeit gelte
sie auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt als voll arbeitsfähig. Den medizinischen
Unterlagen sei zu entnehmen, dass das Handleiden bereits ab 1993 wiederholt
zulasten der Krankenkasse behandelt worden sei und ihr Gesundheitszustand durch
weitere Faktoren beeinträchtigt werde. Bei einem erneuten Auftreten des Handleidens
sei zu prüfen, ob die Beschwerden durch die berufliche Tätigkeit oder sonstige
Belastung verursacht worden seien (UV-act. 11).
A.b Am 4. November 2011 liess die Versicherte der Suva durch die Kantonale
Arbeitslosenkasse mit Hinweis auf eine Handgelenkentzündung beidseits einen
Rückfall melden (UV-act. 15). Mit Schreiben vom 6. Februar 2012 gab die Versicherte
der Suva unter anderem bekannt, dass sie seit Beginn der Schmerzen im Rahmen der
Tätigkeit bei der B._ AG nie mehr schmerzfrei gewesen sei. Je mehr Belastung
auftrete, desto mehr Schmerzen bestünden (UV-act. 32). Mit Verfügung vom 17. April
2012 eröffnete die Suva der Versicherten, die Voraussetzungen für eine Übernahme der
Handgelenkbeschwerden beidseits als Berufskrankheit seien nicht erfüllt. Sie gehe
momentan keiner Berufstätigkeit nach. Die Handgelenkbeschwerden beidseits seien
vorbestehend und auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Es könnten somit keine
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Versicherungsleistungen erbracht werden (UV-act. 36). Die gegen diese Verfügung
erhobene Einsprache (UV-act. 41, 46, 52, 53) wies die Suva, nachdem sie weitere
Abklärungen durchgeführt hatte (UV-act. 54), mit Einspracheentscheid vom 3. August
2012 ab (UV-act. 55).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Versicherte am 6. August 2012
Beschwerde. Darin legte sie im Wesentlichen dar, sie sei gesund bei der B._ AG
eingetreten und krank ausgetreten. Sie sei in der Unternehmung krank geworden
(Handgelenk- und Sehnenschmerzen) und sei seither nie mehr schmerzfrei geworden.
Vor der Tätigkeit bei der B._ AG habe sie, auch am Fliessband, jahrelang gearbeitet
und sei gesund gewesen. Sie habe bei der B._ AG aus ihrer Sicht Akkordarbeit
geleistet, habe tausende von Faltschachteln einpacken müssen und sei selten abgelöst
worden. Monotone Bewegungen und Verrenkungen sowie Überbelastung der
Handgelenke beim Einpacken hätten zur Krankheit geführt. Am 5. und 6. Juni 2012
seien von der Beschwerdegegnerin MRI-Bilder ihrer Handgelenke angefertigt worden.
Dort sei ersichtlich, welcher gesundheitliche Schaden ihr von der ehemaligen
Arbeitgeberin zugefügt worden sei. Das linke Handgelenk sei stärker geschädigt, weil
sie "von links" habe einpacken müssen. Am 29. November 1993 habe sie das erste Mal
Handgelenkbeschwerden gehabt; sie habe damals als Textilverkäuferin gearbeitet und
keine Ahnung hinsichtlich der Schmerzursache gehabt. Sie könne sich nur Muskelkater
vorstellen; es habe sehr rasch wieder geheilt. Im November 1994 habe sie das erste
Mal eine Tendovaginits gehabt. Auch diese sei rasch abgeheilt. Sie habe jahrelang im
Rahmen einer Vollzeittätigkeit alle Arbeiten machen können. Jetzt sei das nicht mehr
möglich. Die Handgelenke seien nicht mehr so belastbar; Fliessbandarbeiten könne sie
nicht mehr machen. Sie habe vom 1. Juli 2008 bis 28. Februar 2010 in einem
Schuhgeschäft in Teilzeit auf Abruf gearbeitet. Die Schmerzen dort seien zum
Aushalten gewesen; sie habe nicht so viel Lagerarbeiten machen müssen. Anlässlich
eines Verkaufspraktikums in einem anderen Schuhladen vom 13. Dezember 2010 bis
11. Februar 2011 habe sie viel Lagerarbeiten machen müssen und Schmerzen gehabt.
Auch nach einem weiteren Schnupperpraktikum habe sie sehr starke Handgelenk- und
Sehnenschmerzen verspürt. Die Beschwerdeführerin stellte das Gesuch um
unentgeltliche Rechtsverbeiständung.
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B.b In der Beschwerdeantwort vom 13. September 2012 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des angefochtenen
Entscheids. Zur Begründung verwies sie auf die Darlegungen im angefochtenen
Entscheid. Sie führte unter anderem aus, es bestehe weder eine Berufskrankheit nach
Art. 9 Abs. 1 UVG noch eine solche im Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVG mit einem
berufsbedingten Kausalitätsanteil von 75%. Die anderen Mitarbeiter der ehemaligen
Arbeitgeberin, welche die gleiche Arbeit wie die Beschwerdeführerin verrichten würden,
hätten nicht unter Handgelenkbeschwerden gelitten. Seit dem 31. Juli 2005 sei die
Beschwerdeführerin auch den beruflichen Belastungen bei der ehemaligen
Arbeitgeberin nicht mehr ausgesetzt. Ihr Handgelenkleiden sei multifaktoriell bedingt
(berufsfremde Erkrankung seit 1993; psychosoziale Belastungsfaktoren; spätere
berufliche Tätigkeit bei Betrieben, welche nicht bei der Beschwerdegegnerin versichert
seien). Sodann stünden Beschwerden im Beugesehnenbereich zur Diskussion, für
welche kein organisches Korrelat objektivierbar sei. Ob während der Tätigkeit bei der
ehemaligen Arbeitgeberin tatsächlich eine Berufskrankheit aufgetreten sei, sei nicht
aktenkundig. Ferner würden die aktuell geklagten Beschwerden die Voraussetzungen
einer Berufskrankheit nicht erfüllen. Ein leistungspflichtiger Rückfall sei somit
ausgeschlossen.
B.c Am 25. September 2012 wies der zuständige Abteilungspräsident das Gesuch um
unentgeltliche Verbeiständung für das vorliegende Verfahren ab (act. G 6).
B.d Mit Replik vom 15. November 2012 bestätigte die Beschwerdeführerin ihren
Standpunkt (act. G 14). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 16).

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob die Handgelenk- und Unterarmbeschwerden
der Beschwerdeführerin eine Berufskrankheit im Sinn des UVG darstellen und eine
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin auslösen. Soweit die Beschwerdeführerin
überdies Schadenersatz gegenüber der ehemaligen Arbeitgeberin geltend macht (act.
G 14), kann darauf mangels sachlicher Zuständigkeit des Versicherungsgerichts nicht
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eingetreten werden. - Als Berufskrankheiten gelten Krankheiten (Art. 3 ATSG, SR
830.1), die bei der beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder vorwiegend durch
schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht worden sind. Der Bundesrat
erstellt eine Liste dieser Stoffe und Arbeiten sowie der arbeitsbedingten Erkrankungen
(Art. 9 Abs. 1 UVG). Nach der Rechtsprechung müssen der schädigende Listenstoff
oder die krankmachende Arbeit im gesamten Ursachenspektrum mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit einen Anteil von mehr als 50% ausmachen (BGE 119 V 200 E. 2a).
Als Berufskrankheiten gelten auch andere Krankheiten, von denen nachgewiesen wird,
dass sie ausschliesslich oder stark überwiegend durch die berufliche Tätigkeit
verursacht worden sind (Art. 9 Abs. 2 UVG). Dies ist praxisgemäss der Fall, wenn die
Berufskrankheit mindestens zu 75 % durch die berufliche Tätigkeit verursacht wurde
(BGE 119 V 201 E. 2b). Diese Voraussetzung ist nach der Rechtsprechung erfüllt, wenn
nachgewiesen ist, dass die Häufigkeit des Auftretens der Krankheit in einer bestimmten
Berufsgruppe mindestens viermal höher ist als in der Bevölkerung im allgemeinen (BGE
116 V 136 E. 5c; RKUV 1999, Nr. U 326 S. 109 E. 2, 1997, Nr. U 273 S. 178 E. 3). Bei
unklarem Beschwerdebild lässt sich die Frage des Nachweises einer stark
überwiegend berufsbedingten Verursachung in aller Regel nicht positiv beantworten
(vgl. Urteil des Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006: Eidgenössisches
Versicherungsgericht, EVG] vom 12. April 2002, U 2/00, E. 2b/bb).
2.
2.1 Dr. D._ bestätigte am 8. November 2006 zuhanden der IV, dass Tätigkeiten,
welche das Handgelenk der Beschwerdeführerin nicht allzu stark belasten würden,
zumutbar seien. Zur Zeit bestehe eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit, wobei die
psychische Komponente sicher eine wesentliche Rolle spiele (IV-Akten). Die RAD-Ärztin
Dr. med. E._ berichtete am 23. März 2007 unter anderem, repetitive Tätigkeiten
könnten bei der Beschwerdeführerin zu Sehnenscheidenentzündungen mit Rezidiven
auch bei geringer Belastung geführt haben. Allerdings führe sie diese Tätigkeit seit
Ende Juli 2005 nicht mehr aus. Nach Aufgabe der beschwerdeauslösenden Tätigkeiten
sei ein Abklingen der Handgelenkbeschwerden zu erwarten. Seit Ende Juli 2005 sei die
Beschwerdeführerin uneingeschränkt vermittelbar. In einer adaptierten Tätigkeit
bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit (IV-Akten). Dr. D._ berichtete am 19. März 2008
unter anderem, dass er die Beschwerdeführerin seit August 1991 kenne. Den ersten
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Eintrag bezüglich Handgelenkbeschwerden in der Krankengeschichte (Schmerzen im
Bereich des linken Ellbogens und des linken Handgelenks) finde er am 29. November
1993. Im November 1994 habe er am linken Vorderarm eine Tendovaginitis festgestellt,
die unter entsprechender Behandlung rasch abgeheilt sei. Nach Unfällen von 1995 und
2000 seien auch Schmerzen im Arm- und Handbereich aufgetreten. Die
Beschwerdeführerin habe erstmals am 14. Dezember 2004 über arbeitsbedingte
Schmerzen im linken Handgelenk geklagt. Seither habe er sie immer wieder wegen
lokalen Reizungen der Sehnen an beiden Vorderarmen und teils auch wegen
ausgeprägten Tendovaginitiden beidseits behandelt (UV-act. 5). Am 23. November
2011 teilte die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin telefonisch mit, dass sie
einmal mit Dr. D._ gesprochen habe. Eine Behandlung habe an sich nicht
stattgefunden. Sie behandle sich selber mit einer Voltarensalbe oder DUL-X. Wenn die
Schmerzen stark seien, nehme sie eine Voltarentablette. Die Beschwerden seien
permanent vorhanden (UV-act. 24). Am 19. Juli 2012 bestätigte die Beschwerdeführerin
gegenüber dem Suva-Aussendienstmitarbeiter unter anderem, dass sie seit 2009 keine
regelmässige Tätigkeit mehr ausgeübt habe, bei welcher die Handgelenke belastet
worden wären. Eine eigentliche Handgelenksbehandlung sei schon seit längerer Zeit
nicht mehr durchgeführt worden (UV-act. 53).
2.2 Kreisarzt Dr. med. F._, Facharzt für Chirurgie FMH, kam im Bericht vom 30. Juli
2012 zum Schluss, Zweifel daran, ob eine Berufskrankheit im Grundfall 2008
vorgelegen habe, seien angebracht, da bereits 1993 von Dr. D._ eine Tendovaginitis
diagnostiziert worden sei und in den Arztberichten auch immer von einer
Tendovaginitis der Beugesehnen berichtet werde. Hierfür habe sich jedoch im MRI vom
8. April 2008 kein organisches Korrelat gefunden. Eine zwischenzeitliche ärztliche
Behandlung sei gemäss Angaben der Patientin bezüglich der Handgelenke nicht
durchgeführt worden und scheine also offensichtlich auch nicht notwendig gewesen zu
sein. Die jetzigen MRI-Aufnahmen (UV-act. 50, 51) würden wiederum
Flüssigkeitsvermehrungen im zweiten und dritten Strecksehnenfach sowie im Bereich
der Sehnenscheide zeigen. Die Beugesehnen würden sich wiederum unauffällig
darstellen. Eine Berufserkrankung liege nicht vor. Zum einen fehle die Diagnose einer
Peritendinitis crepitans, zum anderen werde seit Jahren keine die Handgelenke
belastende Tätigkeit mehr ausgeübt. Ein Rückfall sei unwahrscheinlich, da es in den
letzten Jahren an einer belastenden Tätigkeit gefehlt habe, die Beschwerdeanamnese
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bis 1993 zurückreiche, objektivierbare Veränderungen lediglich im
Strecksehnenbereich vorhanden seien und die Beschwerden 2008 jedoch im
Beugesehnenbereich vorhanden gewesen seien, welche bildgebend objektivierbar
vollkommen unauffällig seien (UV-act. 54).
3.
3.1 Aufgrund der dargelegten medizinischen Akten ist davon auszugehen, dass die bei
der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit den gesundheitlichen Problemen an
den Handgelenken gestellten Diagnosen nicht unter eine Listenkrankheit im Sinn von
Art. 9 Abs. 1 UVG und des entsprechenden Anhangs 1 zur UVV (Art. 14 UVV)
subsumiert werden können; insbesondere eine Sehnenscheidenentzündung
(Peritendinitis crepitans) findet sich in den ärztlichen Bestätigungen nicht. Die von der
Beschwerdeführerin als falsche Angabe (vgl. handschriftlich ergänzte Beilage von act.
G 4) bezeichnete Feststellung von Dr. F._, wonach bereits 1993 von Dr. D._ eine
Tendovaginitis diagnostiziert worden sei (UV-act. 54 S. 3), findet sich im Bericht von Dr.
D._ vom 19. März 2008 insofern bestätigt, als dieser dort für November 1993
Handgelenkbeschwerden und für November 1994 eine Tendovaginitis vermerkt hatte
(UV-act. 5). Wenn die Beschwerdeführerin in Abrede stellt, dass sie seit 2009 keine
regelmässige Tätigkeit mit Belastung der Handgelenke ausgeübt habe (handschriftlich
ergänzte Beilage von act. G 4), so ist festzuhalten, dass die von ihr erwähnte
Teilzeittätigkeit auf Abruf in einem Schuhgeschäft vom 1. Juli 2008 bis 28. Februar
2010 und das Verkaufspraktikum in einem weiteren Schuhgeschäft vom 13. Dezember
2010 bis 11. Februar 2011 keine regelmässige Tätigkeiten mit beruflicher
Handgelenkbelastung dargestellt haben dürften und diese Tätigkeiten im Übrigen auch
nicht bei der Beschwerdegegnerin versichert waren (vgl. act. G 5 S. 4 oben; UV-act.
53). Von den Ärzten sprach sich im Übrigen niemand für weitere medizinische
Abklärungen hinsichtlich des Vorliegens einer Berufskrankheit im Sinn von Art. 9 Abs. 1
UVG aus.
3.2
3.2.1 Abzuklären bleibt, ob die gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin in
den Handgelenken unter Art. 9 Abs. 2 UVG eingeordnet werden können. Gemäss BGE
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117 V 354 E. 4c findet bei Art. 9 Abs. 2 UVG keine Beschränkung der gefährdenden
Stoffe oder Krankheiten statt. Grundsätzlich ist jede Einwirkung am Arbeitsplatz als
Ursache für eine Berufskrankheit anerkannt, unter der Bedingung, dass der ursächliche
Zusammenhang zwischen der beruflichen Tätigkeit und der Krankheit "stark
überwiegend" ist, d.h. wenn der Verursachungsanteil der Berufsarbeit an einer
Krankheit - wie bereits erwähnt (vorne E. 1) - mindestens 75% beträgt, und dies mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist (BGE 114 V 109; 116 V 142 E. 5a;
119 V 200 E. 2b). Nach der Rechtsprechung stellt die Anerkennung einer
Berufskrankheit nach Art. 9 Abs. 2 UVG primär eine Beweisfrage im Einzelfall dar.
Wenn aber auf Grund medizinischer Forschungsergebnisse ein Erfahrungswert dafür
besteht, dass eine berufsbedingte Genese eines bestimmten Leidens von seiner Natur
her nicht nachgewiesen werden kann, schliesst dies den Beweis auf qualifizierte
Ursächlichkeit im Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVG im Einzelfallaus (BGE 126 V 183 E. 4c).
Sofern mit anderen Worten der Nachweis eines qualifizierten (Anteil von mindestens
75%) Kausalzusammenhangs nach der medizinischen Empirie allgemein nicht geleistet
werden kann (z.B. wegen der weiten Verbreitung einer Krankheit in der Bevölkerung,
welche es ausschliesst, dass eine versicherte Person zumindest viermal häufiger von
einem Leiden betroffen ist als die Bevölkerung im Durchschnitt), scheidet die
Anerkennung im Einzelfall aus (vgl. RKUV 1999, S. 106 E. 3 am Schluss). Sind
anderseits die allgemeinen medizinischen Erkenntnisse mit dem gesetzlichen
Erfordernis einer stark überwiegenden Verursachung des Leidens durch eine
bestimmte berufliche Tätigkeit vereinbar, besteht Raum für nähere Abklärungen zwecks
Nachweises des qualifizierten Kausalzusammenhanges im Einzelfall (vgl. BGE 126 V
183 E. 4c mit Hinweisen).
3.2.2 Vorliegend wird in keinem ärztlichen Bericht eine stark überwiegende berufliche
Verursachung der Handgelenks- und Sehnenbeschwerden in Betracht gezogen. Die
blosse Eignung einer Tätigkeit, Beschwerden zu verursachen oder bereits vorhandene
Beschwerden zu verstärken, vermag eine stark überwiegende berufliche Verursachung
nicht darzutun. Eine solche ist insbesondere auch gestützt auf den Bericht von Dr.
F._ vom 30. Juli 2012 nicht wahrscheinlich. Konkret dürften die Handgelenke der
Beschwerdeführerin bei der in den Jahren 2004 und 2005 ausgeübten Tätigkeit zwar
einer repetitiven Bewegung ausgesetzt gewesen sein. Eine objektive Eignung der
Tätigkeit, Handgelenkbeschwerden zu verursachen, ist jedoch nicht dargetan, zumal
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von anderen Mitarbeiterinnen, welche dieselbe Tätigkeit verrichten, offenbar keine
Handgelenk- oder Armbeschwerden bekannt sind (UV-act. 7). Die Tätigkeit dauerte
insgesamt lediglich rund 1 1⁄4 Jahre, wobei die Beschwerdeführerin während dieser Zeit
rund 400 Arbeitsstunden krankheits- oder unfallbedingt abwesend war (UV-act. 7). Von
einer erheblichen beruflichen Expositionsdauer kann somit offensichtlich nicht
ausgegangen werden. So lag beispielsweise dem Urteil des Bundesgerichts vom 17.
September 2004, U 341/03 (= SVR 2005 UV Nr. 6, 17) ein Sachverhalt zugrunde,
gemäss welchem eine Dentalhygienikerin dem Unfallversicherer nach 26jähriger
Berufstätigkeit (1975-2001) eine Epicondylitis als Berufskrankheit melden liess. Die
Angelegenheit wurde vom Gericht - nicht zuletzt mit Hinweis auf die wesentliche
Expositionsdauer (vgl. Urteil, a.a.O., E. 3.3) - zur Durchführung einer
arbeitsmedizinischen Abklärung an den Unfallversicherer zurückgewiesen. Angesichts
der konkreten erwerblichen und medizinischen Gegebenheiten vermöchte eine
arbeitsmedizinische Abklärung im Fall der Beschwerdeführerin überwiegend
wahrscheinlich zu keinem veränderten Ergebnis zu führen. Anhaltspunkte für eine
Unrichtigkeit der Feststellung von Dr. F._ werden weder geltend gemacht noch
ergeben sich solche aus den Akten. Eine ärztliche Behandlung nimmt die
Beschwerdeführerin soweit ersichtlich nicht in Anspruch (vgl. UV-act. 53 S. 1f). Unter
diesen Umständen lässt sich nicht beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die
(stark) überwiegende berufliche Verursachung der Handgelenkbeschwerden verneinte.
3.3 Nachdem bereits in Bezug auf die Gesundheitsschädigung, welche anlässlich der
Tätigkeit bei der B._ AG in den Jahren 2004 und 2005 eingetreten war, eine
Berufskrankheit nicht als belegt gelten kann, fällt für den hier in Frage stehenden
Zeitraum ab November 2011 (UV-act. 15) ein Rückfall-Geschehen zum vornherein
ausser Betracht. Die Beschwerdegegnerin könnte - mit Blick auf die einstweilige
Erbringung von Leistungen bis 31. Juli 2005; UV-act. 11 - auch nicht auf eine
Anerkennung der Leistungspflicht behaftet werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
7. Februar 2008, U 583/06, E. 2). Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass mit dem
dargelegten Ergebnis weder die gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin in
den Handgelenken in Frage gestellt noch die Möglichkeit einer Beeinflussung der
Beschwerden durch die 2004/2005 ausgeübte berufliche Tätigkeit in Abrede gestellt
werden. Dies allein genügt jedoch - wie dargelegt - nicht für eine Bejahung der
Voraussetzungen nach Art. 9 UVG.
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4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde, soweit darauf einzutreten
ist, unter Bestätigung des Einspracheentscheids vom 3. August 2012 abzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP entschieden:
1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
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