Decision ID: 806d7c36-87c7-5424-8791-3e18439b3ff6
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
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A.a A._ (im Folgenden: Versicherter) wurden anlässlich eines stationären
Aufenthaltes im Juni 2001 in der psychiatrischen Klinik B._ die Diagnosen
Panikstörung bei histrionischer Persönlichkeitsstruktur (ICD-10: F41.0),
posttraumatische Belastungsstörung nach Folter (ICD-10: F43.1) sowie Verdacht auf
schädigenden Gebrauch von Alkohol (ICD-10: F10.1) gestellt (IV-act. 5).
A.b Am 4. September 2001 meldete sich der Versicherte bei der eidgenössischen
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (IV-act. 1). Er ersuchte dabei um
Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit oder Wiedereinschulung in die
bisherige Tätigkeit sowie um Arbeitsvermittlung (IV-act. 1-6). Als Grund für die
Anmeldung gab er ein seit etwa 1997 bestehendes psychisches Leiden an (act. 1-5).
A.c Ein Bericht des externen psychiatrischen Dienstes C._ vom 15. Mai 2002 hielt
als Diagnosen Panikstörung (ICD-10: F41.00), bestehend seit 1999, posttraumatische
Belastungsstörung nach Folter (ICD-10: F43.1), bestehend seit 1990, sowie
rezidivierende dissoziative Bewusstseins-, Bewegung- und Sensibilitätsstörungen im
Rahmen einer histrionischen Persönlichkeitsstruktur fest. Der Gesundheitszustand sei
besserungsfähig, medizinische und berufliche Massnahmen seien angezeigt. Der
Versicherte leide seit der Folterung im Jahr 1990 an wiederkehrenden psychischen
Beschwerden. Nachdem sein von ihm betreuter Bruder 1998 unerwartet verstorben sei,
sei es ihm sehr schlecht ergangen; er habe Schlafstörungen gehabt, viel geweint und
sei einige Male bewusstlos zusammengebrochen. In der Familie komme es immer
wieder zu Konflikten. Ein Beschäftigungsprogramm beim Hilfswerk D._ im Frühjahr
2001 habe wegen Verhaltensauffälligkeiten durch diese Institution gekündigt werden
müssen. Die Mitarbeiter hätten den Versicherten als nicht vermittlungsfähig
eingeschätzt. Der Versicherte klage über ständige Schmerzen in den Oberschenkeln,
plötzliche Bewusstlosigkeit insbesondere nach Aufregung oder Ärger, reduzierte
Aufmerksamkeit, Konzentrationsstörungen, vermehrte Schreckhaftigkeit,
Schlafstörungen sowie ständige innere Unruhe und Nervosität. Er könne die Nähe von
anderen Menschen schlecht aushalten und arbeite deswegen lieber in einem kleinen
Team. Er sei im August 2000, notfallmässig im März 2001 und auf eigenen Wunsch
vom 6. bis 22. Juni 2001 hospitalisiert gewesen. Im Juli 2001 seien Lipome an
Oberschenkeln, Unterarmen und am Rücken entfernt worden. Die Schmerzen in den
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Oberschenkeln hätten sich seither verstärkt. Eine Wiedereingliederung sei nur über eine
geschützte Tätigkeit und berufliche Abklärung möglich (IV-act. 20).
A.d Am 6. Juni 2002 gewährte die IV-Stelle des Kantons E._ dem Versicherten
Berufsberatung (IV-act. 23). Die Berufsberaterin beantragte am 25. November 2002
abschliessend die Prüfung der Rentenfrage. Abklärungen beim D._ hätten ergeben,
dass sich der Versicherte dauernd in Angelegenheiten anderer Teilnehmer des
Beschäftigungsprogramms, insbesondere von Landsleuten, eingemischt und eine
dauernde Betreuungsperson benötigt habe. Dieser Betreuungsaufwand sei in den in
Betracht kommenden Eingliederungsinstitutionen nicht realisierbar. Zudem sei die
Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Versicherte sein Verhalten nicht mehr unter
Kontrolle habe, wenn er zu viel und zu nah mit anderen Mitarbeitern zu tun habe, und
er sei in diesem Sinne einem Arbeitsumfeld nicht zumutbar (IV-act. 31).
A.e Mit Verfügung vom 19. Februar 2003 sprach die IV-Stelle des Kantons E._ dem
Versicherten ab 1. Juni 2002 eine ganze Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von
100 % zu (IV-act. 37, 35-3 f., 39). Gleichentags wies sie das Begehren um berufliche
Massnahmen ab (IV-act. 38).
A.f Am 25. Mai 2005 / 13. Juni 2005 teilten der Versicherte und sein Hausarzt Dr. med.
F._, Allgemeine Medizin FMH, der IV-Stelle des Kantons St. Gallen auf Anfrage mit,
der Gesundheitszustand sei bezüglich Schmerzen und psychischer Verfassung gleich
geblieben. Dr. F._ betreue den Versicherten erst seit Ende März 2005 und sei über
sein Krankheitsbild lediglich über die eingeholten Berichte orientiert (IV-act. 52, 53-1 f.).
Am 17. Juni 2005 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, es bestehe weiterhin
Anspruch auf die bisherige Invalidenrente (Invaliditätsgrad 100 %) (IV-act. 54).
A.g Am 9. September 2008 bezeichnete der Versicherte seinen Gesundheitszustand
auf Anfrage erneut als unverändert (IV-act. 60). Dr. F._ bezeichnete den
Gesundheitszustand am 24. Oktober 2008 als stationär. Der Versicherte sei aufgrund
seiner psychischen Verfassung auch teilzeitig nicht einsetzbar (IV-act. 64-1 f.). Mit
Schreiben vom 19. November 2008 wurde dem Versicherten der weitere Anspruch auf
die bisherige Invalidenrente mitgeteilt (IV-act. 65).
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A.h Die IV-Stelle erhielt am 2. Februar 2009 einen schriftlichen anonymen Hinweis, aus
welchem sinngemäss hervorgeht, die Ehefrau des Versicherten arbeite seit drei Jahren
ganztags in einem Döner Kebap-Imbiss in G._. Auch der Versicherte arbeite dort
ständig (IV-act. 67).
A.i Vom 15. Februar 2010 bis zum 1. April 2010 wurde der Versicherte in der
psychiatrischen Tagesklinik für Erwachsene H._ behandelt. Dabei wurden als
Diagnosen eine mittelgradig depressive Episode (ICD-10: F32.1), ein Verdacht auf eine
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit reizbaren und narzisstischen
Persönlichkeitsanteilen (ICD-10: F61.0), anamnestisch eine posttraumatische
Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) sowie Diabetes mellitus Typ II erhoben. Der
Versicherte habe an einem multimodalen Wochenprogramm, bestehend aus
Kunsttherapie, Bewegungs- und Sportprogramm, verschiedenen
Entspannungsverfahren, Training von Alltagskompetenzen, agogisch begleitetem
Kochen, Bezugspersonenarbeit und ärztlichen Einzelgesprächen teilgenommen.
Therapieziele seien das Wiedererlangen einer Tagesstruktur und der regelmässigen
Kontakte mit Mitmenschen gewesen. Diese Ziele habe der Versicherte sehr gut
umsetzen können. Obwohl er berichtet habe, dass gewisse Mitpatienten bei ihm Ärger
auslösten, habe er sich zurücknehmen können, sodass es zu keinen
aussergewöhnlichen interpersonellen Problemen gekommen sei. Der Versicherte wolle
nun versuchen, regelmässig aufzustehen und sich zu bewegen, und habe den Wunsch
geäussert, etwa zwei Stunden pro Tag zu arbeiten (IV-act. 80-17 ff.).
A.j Am 17. September 2010 erstellte die zuständige Mitarbeiterin der IV-Stelle eine
Aktennotiz über offenbar einen weiteren anonymen Hinweis. Danach habe der Sohn
des Versicherten, I._, an der J._ in K. einen Kebap-Imbiss eröffnet. Dort arbeite
auch der Versicherte (IV-act. 66).
A.k Dr. med. L._ vom IV-internen Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) äusserte sich
im Rahmen der Prüfung der IV-Stelle, ob der Versicherte zu observieren sei, am
29. September 2010 insbesondere zum zu erwartenden Leistungsprofil des
Versicherten. Er hielt gestützt auf die Akten unter anderem fest, der Versicherte sei
gemäss den Berichten der psychiatrischen Klinik B._ abgesehen von Sorgen um
seinen Gesundheitszustand und von Reizbarkeit, Aggressivität und Nervosität
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psychopathologisch kaum auffällig gewesen. Eine posttraumatische Belastungsstörung
könne auch mit einer Latenz von Jahren auftreten. Hier sei möglicherweise der Tod des
Bruders Symptomauslöser gewesen. Sie sei gekennzeichnet durch eine sekundäre
Persönlichkeitsveränderung mit Abstumpfung und erhöhter nervöser Anspannung.
Letzten Endes handle es sich hier um eine deskriptive Mischdiagnose aufgrund der
Angaben der Beschwerden des Versicherten, seines Psychostatus und auch seines
Verhaltens. Die Beschwerden seien von den behandelnden Ärzten als nachvollziehbar
erachtet und daraus eine zur vollständigen Arbeitsunfähigkeit führende Diagnose
abgeleitet worden. Dieser medizinische Sachverhalt treffe aufgrund der Akten mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit zu. Aufgrund seiner überhöhten inneren
Anspannung müssten vor allem im sozialen Umgang ausserhalb der Familie
regelmässig Verhaltensauffälligkeiten zu beobachten sein. Der Versicherte oder die
Ärzte hätten keine genauen Angaben zu den Einschränkungen gemacht. Das zu
erwartende Verhalten müsse aus der generellen Reizbarkeit abgeleitet werden. Es sei
durchaus möglich, dass der Versicherte in stressfreiem Milieu Tätigkeiten unauffällig
durchführe. Wiederholte Beobachtungen in verschiedenen Situationen ausserhalb des
engen familiären Umfeldes seien nötig. Wenn der Versicherte einen Kebap-Stand zur
rush-hour, also bei grossem Andrang zur Essenszeit, alleine meistern könne, könnte
nicht mehr von einer abgestumpften und übererregbaren Persönlichkeit ausgegangen
werden. Zweifel an der Diagnose seien angebracht, wenn beim Versicherten
ausserhalb des engen familiären Umfeldes ein völlig normales, entspanntes Verhalten
beobachtet werden könne. Es sei zu erwarten, dass der Versicherte
Menschenansammlungen und Lärm meide, nur einfache Hilfsarbeiten im Hintergrund
des Kebap-Standes verrichte, der von einer anderen Person geführt werde, nicht
längere Strecken alleine Auto fahre und ein normales Arbeitsverhältnis nicht über
längere Zeit ertrage (IV-act. 72).
A.l Am 8. Oktober 2010 bewilligte die IV-Stellenleitung die Überwachung des Ver
sicherten mittels Observation mit Bildaufzeichnungen im Inland. Der Versicherte mache
geltend, er leide unter permanenten Schmerzen in beiden Oberschenkeln und Beinen,
unter Angst, unter schwierigen sozialen Verhältnissen, unter plötzlicher
Bewusstlosigkeit, reduzierter Aufmerksamkeit sowie unter Konzentrationsstörungen
und könne andere Menschen nur schlecht aushalten. Er sei aus rein psychischen
Gründen mit einem Invaliditätsgrad von 100 % berentet. Es lägen Hinweise vor,
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wonach der Versicherte im Imbiss-Laden seines Sohnes arbeite. Dieser sei noch in
Ausbildung und könne daher das Lokal nicht selbst führen (IV-act. 70). Im
Überwachungsauftrag vom 12. Oktober 2010 wurde das gemäss Dr. L._ zu
erwartende Verhalten aufgeführt. Es sei festzustellen, ob der Versicherte irgendeine
entgeltliche oder unentgeltliche berufliche Tätigkeit ausübe, was er während des Tages
tue, ob Zeichen einer gesundheitlichen Beeinträchtigung bestünden, ob er eine im
Widerspruch zu den behaupteten Beschwerden stehende Tätigkeit ausübe, einkaufe,
welche Strecken er mit dem Auto oder Motorrad zurücklege, ob er Lasten trage, Sport
treibe und ob weitere relevante Beobachtungen gemacht werden könnten (IV-
act. 71-1 ff.).
A.m Der Versicherte wurde am Freitag, 29. Oktober 2010 von 10.00 Uhr bis 19.00 Uhr,
am Dienstag, 2. November 2010 von 06.00 Uhr bis 16.00 Uhr, am Freitag, 5. November
2010 von 11.00 Uhr bis 13.00 Uhr, am Donnerstag, 11. November 2010 von 10.00 Uhr
bis 12.00 Uhr, am Freitag, 12. November 2010 von 07.00 Uhr bis 15.00 Uhr (IV-
act. 74-7 ff.) sowie am 14. Februar 2011 von 08.45 Uhr bis 13.45 Uhr überwacht (IV-
act. 75-6 f). Gestützt auf ihre Beobachtungen berichtete die mit der Überwachung
betraute Unternehmung, der Versicherte arbeite im Ladengeschäft J._. Während der
Mittagszeit sei er jeweils im hektischen Mittagsverkehr in St. Gallen unterwegs
gewesen. Er habe Einkäufe für das Ladengeschäft besorgt, sei jeweils gegen 10.00 Uhr
zusammen mit einer unbekannten Frau beim erwähnten Lokal vorgefahren, habe die
Einkäufe ausgeladen, im Geschäft gearbeitet, Gäste bedient, Geld einkassiert, habe die
anfallenden Arbeiten (Zubereiten der Speisen, Reinigungsarbeiten) ausgeführt, die
Bestellungen für den Kurierdienst am Mittag hergerichtet, sei um die Mittagszeit als
Pizza-Kurier unterwegs gewesen und gegen 14.30 Uhr Richtung Stadt St. Gallen vom
Ladengeschäft weggefahren. Es seien keine sichtbaren gesundheitlichen
Einschränkungen zu beobachten gewesen; der Versicherte habe aufmerksam,
engagiert, beweglich und körperlich fit gewirkt. Eine Schonhaltung im
Bewegungsablauf, ein sozialer Rückzug oder ein depressives Verhalten habe nicht
festgestellt werden können. Im Ladengeschäft hätten sich zeitweise viele Kunden
aufgehalten, während der Versicherte dort tätig gewesen sei, diese begrüsst und
bedient habe und einkassiert habe. Der Versicherte habe jeweils die eingekauften
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Artikel vom Auto ins Geschäft und die beim Kurierdienst bestellten Pizzen in
Wärmetaschen zu den Kunden getragen. Zu sportlichen Aktivitäten hätten keine
Beobachtungen gemacht werden können. Der Versicherte habe sich mit
Mitarbeitenden und der Kundschaft unterhalten und mit ihnen gescherzt. Im
Ladengeschäft seien mehrere Mitarbeitende (Familienmitglieder) tätig gewesen (IV-
act. 74-5 f.). Auch am 14. Februar 2011 habe der Versicherte im eingangs erwähnten
Geschäft gearbeitet. Er habe verschiedene Küchenarbeiten verrichtet, Pizzen gebacken
und für den Kurierdienst bereitgestellt. Es hätten keine gesundheitlichen
Einschränkungen beobachtet werden können (IV-act. 75-5).
A.n Dr. L._ hielt am 18. März 2011 fest, eine invalidisierende sekundäre
Persönlichkeitsstörung führe zu Misstrauen, Feindseligkeit und sozialem Rückzug.
Solche Symptome seien durch die vorliegenden Beobachtungen widerlegt. Beim
Versicherten hätten keine Paniken beobachtet werden können, was die Diagnose der
Panikstörung nicht grundsätzlich ausschliesse. Jedenfalls hätten Paniken das speditive
Arbeitsverhalten zwischendurch nicht beeinträchtigt, sodass funktionelle Auswirkungen
zu verneinen seien. Auch eine Schreckhaftigkeit könne durch das
Observationsergebnis ausgeschlossen werden. Mit grösster Wahrscheinlichkeit habe
sich der Gesundheitszustand spätestens seit Arbeitsaufnahme im Schnellimbissbetrieb
so stark gebessert, dass keine Arbeitsunfähigkeit mehr vorliege. Eine Besserung sei
umso wahrscheinlicher, weil zur Zeit der Berentung psychosoziale Probleme
vorgelegen hätten (IV-act. 76).
A.o Am 20. April 2011 teilte der Versicherte der IV-Stelle auf Anfrage mit, sein
Gesundheitszustand sei gleich geblieben. Ende 2008 sei ein Diabetes mellitus Typ 2
diagnostiziert worden. Seit 6 Monaten helfe er eine Stunde täglich im Imbissstand
seines Sohnes aus. Dies habe er der IV-Stelle gemeldet (IV-act. 78).
A.p Dr. F._ berichtete am 11. Mai 2011 im Verlaufsbericht, der Gesundheitszustand
sei stationär. Als Änderung der Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit führte er
Diabetes mellitus Typ II auf. Es lägen keine relevanten Änderungen mit Auswirkung auf
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die Arbeitsfähigkeit vor. Prognostisch sei nicht von einer wesentlichen Änderung des
gesundheitlichen Befindens sowie der Arbeitsfähigkeit auszugehen (IV-act. 80-1 f.).
A.q Die IV-Stelle lud den Versicherten für Mittwoch, 8. Juni 2011, zu einem Standort
gespräch ein (IV-act. 82-1). Dabei sagte er im Wesentlichen aus, er arbeite täglich eine
Stunde, maximal eineinhalb Stunden, etwa von halb zwölf Uhr bis halb eins. Er sei
jeweils länger dort und warte, bis sein Sohn ihm Arbeit gebe. Er habe im Winter drei bis
vier Tage wöchentlich bei seinem Sohn gearbeitet, jetzt arbeite er einen bis zwei Tage,
daneben besorge er den Garten. Er verrichte Hilfsarbeiten, fülle Getränke ab, schneide
Salat, Zwiebeln und Tomaten, entsorge Abfall und mache die Kasse, wenn viele
Kunden anwesend seien. Hauslieferungen habe er anfangs gemacht, dies sei nun aber
wegen seines Fusses nicht mehr möglich. Vertrag und Lohnabrechnungen habe er
nach etwa drei Wochen bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen
(SVA) eingereicht; ob zuhanden der IV oder der EL, wisse er nicht. Dass er in G._ in
einem Imbiss gearbeitet habe, treffe nicht zu. Seine Ehefrau sei dort angestellt
gewesen. Er habe sich jeweils dort aufgehalten, aber nicht gearbeitet (IV-act. 87).
A.r Am 10. Juni 2011 notierte die IV-Stelle einen erneuten anonymen Hinweis. Der
Versicherte habe früher im M._ in G._ gearbeitet und vor allem Kurier- und
Auslieferungstätigkeiten verrichtet. Auch im Geschäft habe er oft gearbeitet, sei
meistens dort gewesen. Kürzlich habe er sich mit einem eigenen Imbiss selbständig
gemacht, welcher auf seinen Sohn eingetragen sei. Er fahre einen stark "aufgemotzten"
und teuren BMW-Kombi und trete in dominanter Art auf (IV-act. 88).
A.s Die Inhaberin des M._-Imbiss in G._ teilte der IV-Stelle am 3. September 2011
mit, es habe nie ein Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten gegeben (IV-act. 90). Das
Inhaberpaar wurde am 11. Oktober 2011 durch die IV-Stelle befragt und bestätigte
dabei mehrfach, dass der Versicherte lediglich zum Kaffeetrinken in ihren Imbiss
gekommen, dort jedoch keine Arbeiten verrichtet bzw. nicht mitgeholfen habe. Auf
Vorhalt entsprechender Hinweise führte die Inhaberin aus, dies sei vielleicht während
ihrer Ferien der Fall gewesen; das Arbeitsverhältnis habe jedoch mit seiner Frau
bestanden (IV-act. 93).
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A.t Ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin der IV-Stelle erstellte am 15. November
2011 eine Aktennotiz über Wahrnehmungen auf dem Arbeitsweg. Der Versicherte habe
sich zwischen dem 20. September 2010 und Ende Oktober 2011, jeweils um etwa
17.45 Uhr, zu rund 70 % im Imbiss seines Sohnes in J._ aufgehalten, teilweise hinter
der Theke und teilweise am Fenster sitzend. Auch mittags und nachmittags habe der
Versicherte regelmässig im Lokal gesehen werden können (IV-act. 94).
A.u Am 12. und 14. März 2012 untersuchte Dr. med. N._, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie, den Versicherten aufgrund eines Begutachtungsauftrags der IV-
Stelle (IV-act. 101; IV-act. 103). Der Gutachter diagnostizierte einen Status nach
posttraumatischer Belastungsstörung, einen Status nach mittelgradiger depressiver
Störung (ICD-10: F32.1), akzentuierte reizbare-narzisstische Persönlichkeitszüge
(ICD-10: Z73.1), dazu als Differenzialdiagnose andauernde Persönlichkeitsänderung
nach posttraumatischer Belastungsstörung (ICD-10: F62.0) sowie somatisch gemäss
Akten Diabetes mellitus TXP II (IV-act. 103-14 f.). Er kam zum Schluss, es bestehe
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 103-19 f.).
A.v Dr. L._ befand am 20. Mai 2012 in Würdigung des Gutachtens, der Versicherte
sei in der bisherigen und in allen vergleichbaren Tätigkeiten vollschichtig zu 100 %
arbeitsfähig (IV-act. 106).
A.w Eine Aktennotiz der IV-Stelle vermerkte am 4. Juni 2012, der Versicherte könne
nach wie vor mindestens zweimal wöchentlich hinter der Theke des Imbisses bei
Gesprächen mit Familie und Gästen und vor dem Imbiss beobachtet werden. Er habe
auch schon beim Laden des Autos beobachtet werden können (IV-act. 105).
B.
B.a Am 30. November 2012 kündigte die IV-Stelle mit Vorbescheid die
Renteneinstellung an (IV-act. 108).
B.b Am 4. Januar 2013 trat der Versicherte freiwillig in die psychiatrische Klinik O._,
ein (IV-act. 111). Gemäss telefonischer Auskunft der Klinik vom 8. Januar 2013 war die
Einweisung durch Dr. F._ wegen Panikstörung, PTBS, Schmerzen, aggressiven
Phasen und Diabetes erfolgt. Aktuell mache eine kontinuierliche Therapie keinen Sinn,
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da er vereinbarte Termine beim Zahnarzt und beim Hausarzt wahrnehmen wolle. Der
Versicherte habe nun zu entscheiden, ob er in der Klinik O._ oder von Dr. F._
behandelt werden wolle (IV-act. 111). Anlässlich des Klinikaufenthalts wurden eine
mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1), kombinierte und andere
Persönlichkeitsstörungen mit narzisstischen und emotional instabilen
Persönlichkeitszügen (ICD-10: F61), eine somatoforme Schmerzstörung (ICD-10:
F45.4), Diabetes mellitus Typ II, linksseitig betonte Spannungskopfschmerzen sowie
Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung diagnostiziert. Die psychiatrische
Symptomatik scheine sich seit dem Bericht der psychiatrischen Klinik B._ vom
24. Juli 2001 eher verstärkt zu haben. Im Vergleich zur Begutachtung von Dr. N._ am
4. Mai 2012 lägen in psychischer Hinsicht im Wesentlichen unveränderte Symptome
vor. In der klinischen Verhaltensbeobachtung wirke die Symptomatik eher
ausgeprägter. Während der Behandlung habe der Versicherte unter zum Teil starken
Kopfschmerzen und Beinschmerzen gelitten (Bericht vom 7. März 2013; IV-act. 123).
B.c Dr. L._ legte am 2. April 2013 dar, der Versicherte sei vor seiner Berentung
wegen eines körperlichen (somatisierenden) Leidens sehr umfangreich und ohne
Ergebnis in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit untersucht worden. Der invalidisierende
Gesundheitsschaden sei als psychisch beurteilt worden; im Vordergrund stehe eine
Persönlichkeitsstörung, vermutlich ausgelöst durch eine Folterung in P._. Als
Komorbidität fänden sich Angaben über depressive Episoden. Es lasse sich eine
gewisse zeitliche Korrelation zwischen den Aufnahmen in den psychiatrischen Kliniken
und der aktuellen Renteneinstellung beobachten. Der Bericht und telefonische
Aussagen der Klinik O._ liessen vermuten, dass die Therapiebereitschaft des
Versicherten gering sei und eine Indikation zur letzten Hospitalisation eigentlich nicht
gegeben gewesen sei. Auch habe sich der Versicherte gegenüber Dr. N._ abschätzig
über psychiatrische Behandlungen geäussert. Der Bericht der Klinik O._ vermöge am
Entscheid nichts zu ändern. Der Gesundheitszustand habe sich seit der Begutachtung
durch Dr. N._ im Mai 2012 nicht geändert. Zwischen 2002 und 2012 habe sich der
Gesundheitszustand gemäss Dr. N._ gebessert. Die posttraumatische
Belastungsstörung und gewisse histrionische Verhaltensstörungen seien 2012 nicht
mehr relevant gewesen. Laut der behandelnden Klinik gebe es keine glaubhaften
Hinweise auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit Mai 2012. Weitere
medizinische Abklärungen seien nicht angezeigt (IV-act. 124).
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B.d Mit Verfügung vom 3. Juni 2013 hob die IV-Stelle die Rente des Versicherten
rückwirkend per 31. Oktober 2010 auf und entzog einer Beschwerde gegen diese
Verfügung die aufschiebende Wirkung (act. G 1.2). Am selben Tag erliess sie
Rückforderungsverfügungen (act. G 1.3; act. G 1.4).
C.
C.a Mit Eingabe vom 4. Juli 2013 liess der Versicherte gegen die Verfügungen vom
3. Juni 2013 Beschwerde erheben. Sein Rechtsvertreter, Rechtsanwalt M. Heer, Flawil,
beantragt, die angefochtene Verfügung betreffend rückwirkender Rentenaufhebung per
31. Oktober 2010 sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuheben und dem
Beschwerdeführer sei weiterhin die angestammte Rente auszurichten. Eventualiter sei
der Beschwerdeführer erweitert medizinisch abzuklären und der Invaliditätsgrad neu zu
berechnen. Es seien die angefochtenen Verfügungen betreffend IV- und
Kinderrentenrückforderungen ab 1. November 2011 aufzuheben und dem
Beschwerdeführer die ihm für sich und seine beiden Kinder bereits ausbezahlten
Rentenleistungen zu belassen. Sodann wird die unentgeltliche Prozessführung
beantragt. Die Observationsakten seien aus dem Recht zu weisen, da die
Überwachung im Rahmen der Bekämpfung von Schwarzarbeit angeordnet worden sei
und auch am Wohnsitz erfolgt sei. Der Beschwerdeführer habe sich aufgrund seiner
familiären Bindungen im Geschäft seines Sohnes aufgehalten und dort zeitweise mit
Handreichungen ausgeholfen. Während des Beobachtungszeitraums von 16 Tagen sei
dies nur an sechs Tagen während maximal 4-5 Stunden der Fall gewesen. Die
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit könne hieraus nicht abgeleitet werden. Die
gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers seien psychischer Natur
und zeigten sich nicht an der Körperhaltung und an Bewegungsabläufen. Zudem seien
die mit der Überwachung betrauten Personen für entsprechende Feststellungen nicht
ausgebildet (act. G 1-4 ff.). Aus dem Gutachten von Dr. N._ liessen sich keine neuen
objektiven Tatsachen entnehmen, welche auf eine verbesserte Gesundheit schliessen
liessen und eine Renteneinstellung rechtfertigten. Statt die aktuellen und künftigen
Auswirkungen auf die Arbeits- und Eingliederungsfähigkeit zu untersuchen, habe der
Gutachter die Basis des längst rechtskräftigen Rentenentscheids der IV-Stelle des
Kantons E._ in Frage gestellt. Das Gutachten sei fachlich nicht ausreichend
begründet und in sich und zu anderen medizinischen Berichten widersprüchlich. Der
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Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei somit nicht entscheidreif abgeklärt
und es werde bestritten, dass der Beschwerdeführer bislang zu einer Arbeitsaufnahme
überhaupt fähig gewesen sei (act. G 1-6 f.). Der Beschwerdeführer habe auf Anraten
seines Arztes eine Beschäftigung gesucht, um dem im Zusammenhang mit Diabetes
problematischen Übergewicht vorzubeugen, und den Umfang der Tätigkeit der
Sozialversicherungsanstalt St. Gallen rechtzeitig mitgeteilt (act. G 1-8).
C.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 5. September 2013 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Die tatsächlichen Ausführungen
der Beschwerde seien teilweise aktenwidrig. So sei die Arbeitsaufnahme nicht erst im
Oktober 2010, sondern bereits im August 2010 erfolgt. Auch die psychiatrischen
Dienste C._ hätten 2002 eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit bei bestehender
Eingliederungsfähigkeit angenommen, es habe mithin eine günstige Prognose
bestanden. Die Ergebnisse der Observation dürften verwertet werden. Sie sei in der
ersten Phase nur punktuell und jeweils nur über wenige Stunden erfolgt und belege
neben den Wahrnehmungen durch Mitarbeitende der SVA hinreichend, dass der
Beschwerdeführer regelmässig im Betrieb seines Sohnes gearbeitet habe. Die
Erwerbsaufnahme stelle einen Revisionsgrund dar. Aufgrund des Gutachtens von
Dr. N._ sei erstellt, dass aktuell eine gesundheitlich bedingte relevante
Leistungseinbusse und eine rentenbegründende Erwerbseinbusse nicht mehr bestehen
würden. Die Rente sei unter diesen Umständen aufzuheben. Die Meldepflichtverletzung
rechtfertige eine rückwirkende Renteneinstellung (act. G 6).
C.c Mit Replik vom 29. Oktober 2013 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
vollumfänglich an seinen Anträgen fest. Er beantragt den Beizug der EL-Akten zum
Nachweis des fehlenden Anfangsverdachts und der nicht vorliegenden objektiven
Gebotenheit der Observation. Die verdeckte Ermittlung sei mit dem Gebot der
gegenseitigen Rücksichtnahme zwischen Versicherung und versicherter Person nicht
vereinbar. Sie verletze auch die verfassungsmässigen Grundsätze rechtsstaatlichen
Handelns. Die Observation setze konkrete tatsächliche Anhaltspunkte voraus, dass der
Versicherungsnehmer vorsätzlich seine Pflichten aus dem Versicherungsvertrag
verletze. Die Observation sei aufgrund von "Hinweisen auf Schwarzarbeit" angeordnet
worden, was die Überwachung hinsichtlich des Rentenanspruchs nicht zu legitimieren
vermöge. Der Beschwerdeführer habe die Aufnahme einer Teilzeitbeschäftigung
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angekündigt und sei damit seiner Auskunfts- und Mitwirkungspflicht vollumfänglich
nachgekommen. Die Observation könne somit nicht mit einem Verdacht auf eine
Arbeitsaufnahme begründet werden. Sie verletze Grundrechte des Beschwerdeführers
und Datenschutzbestimmungen. Im Invalidenversicherungsrecht bestehe keine
gesetzliche Grundlage zur Überwachung. Diese sei nach der Rechtsprechung nur bei
objektiver Gebotenheit, d.h. bei konkreten Zweifeln an den geäusserten
gesundheitlichen Beschwerden, gerechtfertigt. Die Observation hätte abgebrochen
werden müssen, als der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin am 28. Oktober
2010 die Lohnabrechnung vorgelegt habe. Dr. N._ sei durch das
Observationsmaterial in seiner Meinungsbildung erheblich beeinflusst worden und
habe sich ohne notwendige medizinische Abklärungen in voreingenommener Art mit
früheren medizinischen Beurteilungen auseinandergesetzt. Der Beschwerdeführer sei
nach wie vor weder arbeitsfähig noch medizinisch objektiv und unbefangen abgeklärt.
Er habe nie einen Erwerb aufgenommen, weshalb ein Revisionsgrund, welcher die
Renteneinstellung rechtfertige, nicht vorliege. Die dem Beschwerdeführer vorgeworfene
Meldepflichtverletzung treffe nicht zu, weshalb eine rückwirkende Renteneinstellung
nicht zulässig sei (act. G 12).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 3. Dezember 2013 auf eine Duplik und
hielt an ihrem Antrag und ihren Ausführungen fest (act. G 14).
C.e Mit Entscheid vom 20. Dezember 2013 wurde das Gesuch um Wiederherstellung
der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde abgewiesen (act. G 16).
C.f Mit Eingabe vom 19. Februar 2015 brachte die Beschwerdegegnerin vor, es lägen
ihr konkrete Anhaltspunkte dafür vor, dass der Beschwerdeführer wieder eine
Erwerbstätigkeit aufgenommen habe. Der Beschwerdeführer sei zu verpflichten, dem
Gericht über seine Erwerbsverhältnisse wahrheitsgemäss und vollständig Auskunft zu
geben (act. G 17).

Erwägungen:
1.
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1.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR
830.1]). Kann eine rentenberechtigte Person neu ein Erwerbseinkommen erzielen oder
ein bestehendes Erwerbseinkommen erhöhen, so wird die Rente nur dann im Sinne
von Artikel 17 Abs. 1 ATSG revidiert, wenn die Einkommensverbesserung jährlich mehr
als 1500 Franken beträgt (Art. 31 Abs. 1 IVG). Gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine
Verbesserung der Erwerbsfähigkeit für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung
von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie
voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen,
nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und
voraussichtlich weiterhin andauern wird.
1.3 Der Berechtigte hat jede für den Leistungsanspruch wesentliche Änderung,
namentlich eine solche des Gesundheitszustands, der Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit
sowie der persönlichen und gegebenenfalls wirtschaftlichen Verhältnisse unverzüglich
der IV-Stelle anzuzeigen (Art. 77 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV;
SR 831.201]).
1.4 Nach Art. 88 IVV erfolgt die Herabsetzung oder Aufhebung der Renten
frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden
Monats an (lit. a). Sie erfolgt rückwirkend vom Eintritt der für den Anspruch erheblichen
Änderung, wenn die unrichtige Ausrichtung einer Leistung darauf zurückzuführen ist,
dass der Bezüger sie unrechtmässig erwirkt hat oder der ihm gemäss Art. 77
zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist (Art. 88 Abs. 2 lit. b IVV).
bis
bis
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1.5 Unrechtmässige Leistungen sind zurückzuerstatten. Wer Leistungen in gutem
Glauben empfangen hat, muss sie nicht zurückerstatten, wenn eine grosse Härte
vorliegt (Art. 25 Abs. 1 ATSG). Der Rückerstattungsanspruch erlischt mit dem Ablauf
eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat,
spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen
Leistung (Art. 25 Abs. 2 ATSG).
2.
2.1 Mit Verfügung vom 3. Juni 2013 stellte die Beschwerdegegnerin die Invalidenrente
des Beschwerdeführers rückwirkend per 31. Oktober 2010 ein (act. G 1.2). Sie stützte
sich dabei insbesondere auf anonyme Hinweise, die Überwachung und das
medizinische Gutachten vom 4. Mai 2012. Sie erwog, aus letzterem gehe hervor, dass
der Beschwerdeführer aktuell an keiner die Arbeitsfähigkeit in relevanter Weise
beeinträchtigenden Krankheit leide. Es bestünden sogar begründete Zweifel daran, ob
je eine Krankheit vorgelegen habe, die zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit habe
führen können. Es gebe keinen Grund, an den Schlüssen dieses Gutachtens zu
zweifeln, zumal es gestützt werde durch die Ergebnisse der Observation und der
übrigen Abklärungen (act. G 1.2-4). Die früher und aktuell erhobenen Befunde liessen
auf eine Verbesserung (des Gesundheitszustandes) schliessen. Damit sei ein
Anpassungsgrund ausgewiesen. Eine Anpassung rechtfertige sich aber auch als Folge
der Erwerbsaufnahme. Eine solche erlaube eine revisionsweise Überprüfung des
Rentenanspruchs mit voller Kognition (act. G 1.2-5). Der Beschwerdeführer habe die
Erwerbsaufnahme verschwiegen. Diese Meldepflichtsverletzung rechtfertige eine
rückwirkende Renteneinstellung. Die Rente sei deshalb rückwirkend per 31. Oktober
2010 einzustellen (act. G 1.2-5, 8).
2.2 Die angefochtene Verfügung begründet die Einstellung der Rente in erster Linie mit
einer Verbesserung des Gesundheitszustandes seit (spätestens) August 2010. Frühere
Entscheide werden nicht aufgehoben, und die Rente wird auch nicht rückwirkend auf
den Zeitpunkt eines früheren Entscheids eingestellt. Es liegt somit eine Anpassung im
Sinne von Art. 17 ATSG und nicht etwa eine Wiedererwägung im Sinne von Art. 53
Abs. 2 ATSG vor. Es ist daher im Folgenden zu prüfen, ob die Voraussetzungen einer
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Anpassung erfüllt sind, und auf welchen Zeitpunkt diese gegebenenfalls zu erfolgen
hat.
3.
3.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen).
3.2 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a); in
diesem Sinn trifft die Verwaltung grundsätzlich auch die Beweisführungslast.
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). In beweisrechtlicher Hinsicht gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen).
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3.3 Im Sinne einer Richtlinie ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Zu beachten sind sodann die einschlägigen
Verfahrensvorschriften und die Mitwirkungsrechte der Verfahrensbeteiligten (BGE 137
V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
4.
Vorab ist zu prüfen, ob die Anordnung der Überwachung sowie die Verwertung der
daraus gewonnenen Erkenntnisse für die Begutachtung und die angefochtene
Verfügung rechtlich zulässig waren.
4.1 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers bringt zunächst vor, die Observation
sei aus dem Recht zu weisen, da sie gegen das versicherungsrechtliche Gebot der
gegenseitigen Rücksichtnahme zwischen Versicherer und versicherter Person, gegen
die Grundsätze rechtstaatlichen Handelns sowie in mehrfacher Hinsicht gegen die
Grundrechte der Privatsphäre (Art. 13 BV), der Persönlichkeitsentfaltung (Art. 10 Abs. 2
BV, sowie gegen den Datenschutz (Art. 10 Abs. 2 BV) verstosse, insbesondere, weil
auch die Wegfahrten am Wohnsitz ausgekundschaftet worden seien (act. G 1-4;
act. G 12-3 f.). Die Observation sei objektiv nicht geboten gewesen, da die
Beschwerdegegnerin von ihm über seine Arbeitstätigkeit im Betrieb seien Sohnes vor
Beginn der Überwachung in Kenntnis gesetzt worden sei (act. G 12-5). Die
Überwachung sei sodann zur Aufdeckung einer allfälligen "Schwarzarbeit" angeordnet
worden und dürfe daher in Bezug auf den Rentenanspruch nicht verwertet werden
(act. G 12-4).
4.2 Das Bundesgericht hat festgehalten, die Überwachung im öffentlichen Raum stelle
einen relativ geringfügigen, durch Art. 43 in Verbindung mit Art. 28 ATSG sowie Art. 59
Abs. 5 IVG abgedeckten Eingriff in die grundrechtlichen Positionen der überwachten
Person dar (BGE 137 I 331 E. 5.1 f.). Die Anordnung einer Observation durch einen
Privatdetektiv sei grundsätzlich ein geeignetes Mittel, um die versicherte Person bei der
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Ausübung alltäglicher Verrichtungen zu sehen. Die unmittelbare Wahrnehmung könne
bezüglich der Arbeitsfähigkeit einen anderen Erkenntnisgewinn bringen als eine weitere
Begutachtung (BGE 137 I 332 E. 5.4.1). Die Observation müsse objektiv geboten sein,
womit gemeint sei, dass konkrete Anhaltspunkte vorliegen müssten, die Zweifel an den
geäusserten gesundheitlichen Beschwerden oder der geltend gemachten
Arbeitsunfähigkeit aufkommen liessen. Solche Anhaltspunkte könnten beispielsweise
gegeben sein bei widersprüchlichem Verhalten der versicherten Person oder wenn
Zweifel an der Redlichkeit derselben bestünden (eventuell durch Angaben und
Beobachtungen Dritter), bei Inkonsistenzen anlässlich der medizinischen
Untersuchung, Aggravation, Simulation oder Selbstschädigung u.Ä. Diese Elemente
könnten einzeln oder in Kombination zureichende Hinweise liefern, die zur objektiven
Gebotenheit der Observation führten (BGE 137 I 327 S. 332 f. E. 5.4.2.1, mit weiteren
Hinweisen). Die Ergebnisse einer zulässigen Überwachung könnten zusammen mit
einer ärztlichen Aktenbeurteilung grundsätzlich geeignet sein, eine genügende Basis für
Sachverhaltsfeststellungen betreffend den Gesundheitszustand und die
Arbeitsfähigkeit zu bilden (BGE 137 I 337 E. 7.1, mit weiteren Hinweisen).
4.3
4.3.1 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers legt einen Arbeitsvertrag vom
1. August 2010 vor (act. G 12.1). Am 8. Juni 2011 sagte der Beschwerdeführer dazu
aus, sein Sohn habe im August 2010 den Imbisstand übernommen. Er habe etwa drei
Wochen später dort zu arbeiten begonnen, nachdem der Sohn die Formulare, die
Lohnabrechnungen erstellt habe (IV-act. 87-7). Den Vertrag und die Lohnabrechnungen
habe er persönlich bei der SVA abgegeben, falls eine Kontrolle wegen Schwarzarbeit
durchgeführt würde. Er wisse aber nicht, ob die Unterlagen an die EL oder die IV
weitergeleitet worden seien (IV-act. 87-2). Die Lohnabrechnungen für die Monate
August und September 2010 sind mit dem 18. Oktober 2010 datiert, und erstere trägt
den Eingangsstempel der SVA vom 28. Oktober 2010 (act. G 12.3; act. G 12.4; EL-
act. 123-6 f.). Es ist somit hinreichend erwiesen, dass der Beschwerdeführer
spätestens am 28. Oktober 2010 den Arbeitsvertrag und die Lohnabrechnungen für die
Monate August und September 2010 bei der SVA einreichte. Ein Beizug der (weiteren)
EL-Akten erübrigt sich somit.
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4.3.2 Der Beschwerdeführer hatte anlässlich der amtlichen Revisionen vom Juni
2005 (IV-act. 54) und vom November 2008 (IV-act. 65) jeweils angegeben, sein
Gesundheitszustand sei unverändert. Die Observation erfolgte namentlich gestützt auf
einen anonymen Hinweis, wonach der Beschwerdeführer im Imbiss seines Sohnes
arbeite (IV-act. 66). Sodann war der IV-Stelle bekannt, dass der Sohn offenbar in einer
bis Ende Juli 2011 dauernden Ausbildung zum Plattenleger stand (IV-act. 70). Zudem
lagen Hinweise vor, dass der Versicherte bereits in G._ in einem Imbissbetrieb
gearbeitet habe. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestand wegen ausschliesslich
psychischer Beschwerden, deren Diagnose wesentlich auf eigenen Angaben des
Beschwerdeführers beruhte. Selbst wenn die IV-Stelle am 28. Oktober 2010 (oder in
den Tagen zuvor) den Arbeitsvertrag zur Kenntnis nahm - was im Übrigen unsicher ist,
zumal sich dieser in den Akten der EL befand -, durfte sie unter den gegebenen
Umständen von ausreichenden Anhaltspunkten ausgehen, dass der Beschwerdeführer
nicht bloss im vereinbarten, sondern in einem erheblich umfangreicheren Pensum tätig
war. Wenn die Verwaltung die Observation unter diesen Umständen als objektiv
geboten erachtete, um zuverlässigere Erkenntnisse über die Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit zu gewinnen, als dies ausschliesslich durch eine medizinische
Begutachtung möglich gewesen wäre, ist dies nicht zu beanstanden. Die Tatsache,
dass der Beschwerdeführer einen Arbeitsvertrag vorlegte, vermochte daher die
Einschätzung, die Observation sei objektiv geboten, nicht zu beseitigen und
verpflichtete nicht zu deren Abbruch.
4.3.3 Im Antrag zur Personenobservation wurde als Grund der Überwachung
genannt, dass der Beschwerdeführer mit einem IV-Grad von 100 % berentet sei. Es
lägen Hinweise vor, dass er im türkischen Imbiss-Laden seines Sohnes tätig sei (IV-
act. 70). Daraus geht hervor, dass die Observation im Hinblick auf die IV-Rente
angeordnet wurde und nicht im Zusammenhang steht mit der Entrichtung allfälliger
Sozialversicherungsbeiträge. Die Grundlage der Anordnung schliesst somit eine
Verwertung des Observationsmaterials nicht aus.
4.4 Die Überwachung erfolgte vor dem und im Imbisslokal des Sohnes sowie beim
Zurücklegen des Weges vom Wohnort zum J._. Sie umfasste somit lediglich den
öffentlichen Raum, wozu auch ein frei zugänglicher Restaurationsbetrieb zu zählen ist,
und nicht zur Privatsphäre gehörende Tätigkeiten. Die Observation bewirkte daher
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keinen schweren Eingriff in die verfassungsmässigen Rechte des Beschwerdeführers.
Damit erweisen sich die Überwachung und die Verwertung der durch sie gewonnenen
Erkenntnisse als rechtskonform.
5.
5.1 Anlässlich der Überwachung konnte festgestellt werden, dass der
Beschwerdeführer am Freitag, 29. Oktober 2010, Dienstag 2. November 2010, Freitag
5. November 2010, Donnerstag 11. November 2010, Freitag 12. November 2010, sowie
am Montag, 14. Februar 2010, jeweils ab rund 10.00 Uhr im J._ Arbeiten jeglicher Art
verrichtete (Zubereitung der Speisen, Bedienung der Kundschaft, Reinigungsarbeiten)
und Bestellungen auslieferte. Sein Einsatz endete am 29. Oktober 2010, am
2. November 2010 und am 12. November 2010 jeweils zwischen 14.00 und 14.30 Uhr.
Am 5. November 2010, 11. November 2010 und am 14. Februar 2011 erfolgte die
Observation jeweils nur über Mittag bis 12.00 bzw. 13.00 Uhr und wurde abgebrochen,
während der Beschwerdeführer Gäste bediente und sich mit ihnen unterhielt (zum
Ganzen: IV-act. 74-7 ff., 75-6 f.).
5.2 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht geltend, der Beschwerdeführer
sei vom 29. Oktober 2010 bis zum 12. November 2010 und am 14. Februar 2011
überwacht worden. Während dieser insgesamt 16 Tage habe er sich lediglich an sechs
Tagen und an diesen während nur 4-5 Stunden im Geschäft seines Sohnes aufgehalten
(act. G 1-5). Dies trifft so nicht zu. Aus der Chronologie der Überwachung geht hervor,
dass der Beschwerdeführer während der Überwachungsphase vom 29. Oktober 2010
bis 12. November 2010 nicht täglich, sondern lediglich an den protokollierten Tagen
beobachtet worden war (IV-act. 74-6 ff.). Dem entspricht auch, dass der
Überwachungsauftrag eine Überwachungsdauer von 3 bis 5 Tagen vorsah (IV-
act. 71-4).
6.
6.1 Das Gutachten von Dr. N._ hielt fest, gemäss ICD-Kriterien könne die Diagnose
einer posttraumatischen Belastungsstörung nur "wahrscheinlich" gestellt werden, denn
bei deren Beginn hätten die Folterungen mindestens 5 Jahre zurückgelegen. Vegetative
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Störungen (wie die 2000/2001 beschriebenen Panikattacken) sowie dramatische Aus
drücke von Angst, Panik und Aggression seien nicht von erstrangiger Bedeutung bei
der Diagnosestellung. Der 2002 festgelegte Invaliditätsgrad von 100 % stütze sich auf
eine "wahrscheinliche" Diagnose. Auch spätere, chronifizierte Folgen von extremer
Belastung, die zu einer Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach
posttraumatischer Belastungsstörung hätten führen können, könnten weder
anamnestisch noch klinisch belegt werden (IV-act. 103-17). In seinem Verhalten neige
der Versicherte zu Reizbarkeit, Wutausbrüchen und Nervosität, sobald es in der Familie
oder mit Dritten zu Auseinandersetzungen komme. Auch bestehe die Tendenz,
bestimmte Fakten übertrieben oder dramatisch darzustellen, was zu reizbaren und
histrionischen Persönlichkeitszügen passe. Diese könnten das Verhalten des
Versicherten punktuell stören und unmittelbare Folgen für die Umgebung haben, seien
aber in keiner Weise invalidisierend. Auch die differenzialdiagnostisch in Erwägung zu
ziehende andauernde Persönlichkeitsänderung mit reizbaren und histrionischen Zügen
nach wahrscheinlicher posttraumatischer Belastungsstörung habe in ihrer Art und
ihrem Ausmass keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 103-16). Beim
Eintritt in die psychiatrische Klinik B._ am 6. Juni 2001 sei der Versicherte -
abgesehen von "Sorgen um seinen Gesundheitszustand" - weitgehend unauffällig
gewesen. Er sei wegen Ungeduld, Nervosität und Reizbarkeit aufgefallen; die gestellte
Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung nach Folter sei jedoch nicht nach
ICD-10-Kriterien begründet worden und im Nachhinein als nur "wahrscheinlich" zu
betrachten. Aufgrund dessen sei 2002 eine volle Berentung erfolgt, welche aus
psychiatrischer Sicht weder aktenkundig, noch gemäss Verlauf oder nach dem
aktuellen Befund begründet werden könne. Die Verhaltensauffälligkeiten wegen der
reizbaren und histrionischen Charakterzüge seien ebenfalls nicht invalidisierend. Es
habe nie ein Leidensdruck bestanden, welcher den Versicherten zu einer aktiven
Teilnahme an einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung habe motivieren
können (IV-act. 103-16, 19). Die psychische Befindlichkeit beeinträchtige den
Versicherten weder auf der psychisch-geistigen Ebene noch im sozialen Bereich derart,
dass dadurch seine Arbeitsfähigkeit reduziert wäre. Aus aktueller Sicht und gemäss
Verlauf - wie auch durch Observationsmaterial dokumentiert - bestünden weder in der
angestammten noch in adaptierter Arbeitstätigkeit nachweisbare Einschränkungen der
Arbeitsfähigkeit. Wie das Observationsmaterial zeige, sei der Versicherte in seiner
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Willensanstrengung nicht beeinträchtigt. Er sei in der Lage, seine Charakterzüge nach
Belieben im Zaum zu halten, und dadurch seinem Arbeitsumfeld durchaus zumutbar
(IV-act. 103-19 f.). Rehabilitationsmassnahmen, jegliche Arbeitstätigkeiten, die Suche
nach einer Arbeitsstelle sowie die Willensanstrengung hierzu seien ihm zumutbar (IV-
act. 103-20). Es sei anzunehmen, dass die damals angenommene Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit spätestens ab Dezember 2001 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nicht mehr bestanden habe (IV-act. 103-21).
6.2 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers legt eine Einschätzung von Dr. F._
vom 1. Juli 2013 ins Recht (act. G 1.6). Der Hausarzt berichtet, er begleite den
Beschwerdeführer seit sechs Jahren hausärztlich. Er nehme den Beschwerdeführer als
Patienten wahr, der unter einer Persönlichkeitsstörung mit Krankheitswert leide. Der
Beschwerdeführer könne mit Ängsten, Ärger, Widerstand, Hindernissen im Alltag,
subjektiv empfundener Ungerechtigkeit, existentiellen Nöten und allgemeinen
Alltagssorgen schlecht umgehen. Dadurch ausgelöste Emotionen, Impulse und
Gedanken bestürmten und destabilisierten ihn und seien seiner Kontrolle oft nur
eingeschränkt unterworfen. Er erfahre beim Beschwerdeführer eine geringe
Frustrationstoleranz und eine eingeschränkte Verlässlichkeit betreffend Abmachungen
und Vereinbarungen. Aggressive Gedanken empfinde er als ihm aufgezwungen und
fremd; er fühle sich ihnen gegenüber wehrlos und befürchte, irgendwann einmal die
Kontrolle zu verlieren. Diese Persönlichkeitsstörung sei bei der Beurteilung der Arbeits-/
Erwerbsfähigkeit und Vermittelbarkeit zu berücksichtigen. Dabei dürfte es einen
erheblichen Unterschied ausmachen, ob der Beschwerdeführer im Geschäft seines
Sohnes aushilfsweise tätig sei oder im freien Arbeitsmarkt regelmässig arbeiten müsse.
Unter idealen Bedingungen (geschützte Arbeitsstelle mit professioneller Begleitung)
schätze er die Arbeitsfähigkeit mit etwa 50 % ein. Bei Differenzen am Arbeitsplatz sei
das Aggressionspotential des Beschwerdeführers sehr schwierig einzuschätzen
(act. G 1.6). Die behandelnden Ärztinnen der psychiatrischen Klinik O._ berichteten
am 7. März 2013, der Beschwerdeführer sei aufgrund einer akuten Verschlechterung
der psychischen Verfassung von seinem Hausarzt zugewiesen worden. Er habe ein
wechselndes psychisches Zustandsbild gezeigt. Er wirke teilweise niedergedrückt,
leidend, dann wieder im Antrieb gesteigert und angespannt. Er leide unter starken
Schlafstörungen. Von Aggressionen gegenüber Dritten habe er sich im Gespräch
distanzieren können. Als Diagnosen sind eine mittelgradige depressive Episode
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(ICD-10: F32.1), kombinierte und andere Persönlichkeitsstörungen mit narzisstischen
und emotional instabilen Persönlichkeitszügen, eine somatoforme Schmerzstörung
(ICD-10: F45.4), Diabetes mellitus Typ II, linksseitig betonte Spannungskopfschmerzen
(normales Kernspintomogramm vom 7. November 2012), Schwierigkeiten bei der
Lebensbewältigung sowie anamnestisch eine posttraumatische Belastungsstörung
aufgeführt. Seit dem Bericht der psychiatrischen Klinik B._ vom 24. Juli 2001 scheine
sich die psychische Symptomatik eher verstärkt zu haben. Seit dem psychiatrischen
Gutachten von Dr. N._ vom 4. Mai 2012 bestünden in psychischer Hinsicht im
Wesentlichen qualitativ unveränderte Symptome. In der klinischen
Verhaltensbeobachtung habe die Symptomatik eher ausgeprägter gewirkt. Der
Beschwerdeführer habe während der stationären Behandlung zudem häufig unter zum
Teil starken Kopfschmerzen und Beinschmerzen gelitten. Aufgrund der
anamnestischen Angaben und dem Verlauf der stationären Behandlung sei von einer
ungünstigen Krankheitsbewältigung auszugehen (act. G 1.5).
6.3 Es ist nachvollziehbar, dass Dr. N._ die Diagnose der posttraumatischen
Belastungsstörung bereits rückblickend nicht als sicher erwiesen bezeichnete, da sie
erst Jahre nach der gemäss Aussage des Beschwerdeführers etwa 1990 bis 1992
erlittenen Folter und dem Tod seines Bruders 1997 aufgetreten ist. Auch sind seit
Sommer 2006, als chronische Schmerzen an der rechten Oberschenkelvorderseite
abgeklärt wurden (IV-act. 64-6 ff.), keine neuen Diagnosen oder medizinischen
Behandlungen mehr aktenkundig, so dass der Schluss auf einen fehlenden
invalidisierenden psychischen Leidensdruck plausibel erscheint. Zwar belegte die
Observation eine Arbeitstätigkeit lediglich im Rahmen eines etwa 50 %-Pensums,
welches der Beschwerdeführer zudem nicht alleine, sondern im Umfeld seiner Familie
bewältigte. Doch führte er im Mittagsverkehr Kurierdienste aus, was nicht dem
aufgrund der medizinischen Berichte der Klinik B._ zu erwartenden Verhalten
entsprach. Vor allem aber stützt sich der Gutachter nicht alleine auf die
Observationsberichte, sondern auch auf eine eingehende eigene Untersuchung des
Beschwerdeführers und begründet plausibel, dass spätestens ab August 2010 keine
medizinischen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit mehr bestanden haben. Das
Gutachten berücksichtigt die vorliegenden Akten und die geklagten Beschwerden. Dr.
F._ und die Ärztinnen der Klinik O._ diagnostizierten dem Beschwerdeführer im
Gegensatz zu Dr. N._ eine Persönlichkeitsstörung (act. G 1.6) und eine mittelgradige
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depressive Episode (ICD-10: F32.1; act. G 1.5). Dr. F._ schätzt die Arbeitsfähigkeit
aufgrund reduzierter psychischer Belastbarkeit und möglicher Differenzen am
Arbeitsplatz auf 50 % in geschütztem Rahmen. Die Berichte von Dr. F._ und der
Klinik O._ legen jedoch nicht dar, dass bzw. inwiefern ihre zusätzlichen Diagnosen zu
einer von Dr. N._ abweichenden Beurteilung der längerfristigen Arbeitsfähigkeit und
damit zur Invalidität führen. Sie vermögen daher an der Massgeblichkeit des
Gutachtens nichts zu ändern. Für die in diesem Verfahren relevante Zeitdauer ist somit
auf das Gutachten von Dr. N._ abzustellen und damit eine volle Arbeitsfähigkeit
spätestens ab 1. August 2010 ausgewiesen. Für die vorherige Zeit ist das rückblickend
von Dr. N._ festgestellte Fehlen einer hinreichend abgestützten Diagnose jedoch
lediglich möglicherweise zutreffend. Mangels echtzeitlicher damaliger Erhebungen
durch Dr. N._ oder durch andere Fachärzte ist dies jedoch nicht überwiegend
wahrscheinlich, und es ist erst recht nicht von einer zweifellosen Unrichtigkeit der
Verfügung vom 19. Februar 2003 auszugehen, welche im Sinne von Art. 53 Abs. 2
ATSG deren Revision rechtfertigen würde.
7.
7.1 Es bleibt darüber zu befinden, ob die Voraussetzungen der rückwirkenden
Renteneinstellung beziehungsweise der Rückforderung gemäss Art. 88 Abs. 2 lit. c
IVV (in der bis zum 31. Dezember 2014 geltenden Fassung; vgl. BGE 127 V 467 E. 1,
126 V 136 E. 4b, BGE 140 V 44 f. E. 6.3.1, Urteil des Bundesgerichts vom 23. März
2013 8C_660/2012, 8C_790/2012, E. 3.31, je mit Hinweisen) erfüllt sind.
7.2 Die Tätigkeit des Beschwerdeführers wurde im Arbeitsvertrag umschrieben mit
"Aushilfe Kebab und Kurier". Die Arbeitszeit wurde mit wöchentlich 6,5 Stunden,
entsprechend einem Arbeitspensum von 14,4 %, jeweils dienstags bis samstags
festgelegt. Es wurde ein Monatslohn von Fr. 500.00 brutto vereinbart. Vertragsbeginn
war der 1. August 2010 (act. G 12.3; EL-act. 123-3 ff.). Die Observation ergab, dass der
Beschwerdeführer spätestens ab Ende Oktober 2010 tatsächlich im Umfang von rund
50 % erwerbstätig war (IV-act. 74). Am 20. April 2011 gab der Beschwerdeführer an,
sein Gesundheitszustand sei unverändert und er arbeite seit sechs Monaten täglich
eine Stunde im Imbissstand (IV-act. 78). Sein Sohn äusserte am 1. Juni 2011, der
Beschwerdeführer habe im Lokal "nichts zu suchen" (IV-act. 83). Am 8. Juni 2011 sagte
bis
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der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, er halte sich oft im Imbisslokal seines
Sohnes auf; er arbeite jedoch nicht die ganze Zeit, sondern warte jeweils ab, bis sein
Sohn ihm Arbeiten zuweise (IV-act. 87-9). Das Gutachten von Dr. N._ (Eingang bei
der Beschwerdegegnerin am 11. Mai 2012; IV-act. 103-1) ergab keine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht (IV-act. 103). Dieses wurde am 20. Mai
2012 durch den RAD gewürdigt (IV-act. 106). Der Vorbescheid erging am
30. November 2012 (IV-act. 108). Am 13. Februar 2013 liess der Beschwerdeführer
zum Vorbescheid Stellung nehmen und reichte weitere medizinische Berichte ein (IV-
act. 121). Nach deren Beurteilung durch den RAD am 2. April 2013 (IV-act. 124) und
einer weiteren Eingabe des Beschwerdeführers hierzu am 14. Mai 2013 (IV-act. 126)
erliess die Beschwerdegegnerin am 3. Juni 2013 die angefochtene Verfügung
(act. G 1.2).
7.3 Die Observation hat ergeben, dass der Beschwerdeführer in weit umfangreicherem
Ausmass arbeitstätig war, als dies aus dem eingereichten Arbeitsvertrag und seinen
Angaben hervorging. Er ist somit seiner Meldepflicht bis heute in wesentlicher Weise
unvollständig nachgekommen. Die Beschwerdegegnerin erhielt erst mit Eingang des
beweiskräftigen Gutachtens von Dr. N._ am 11. Mai 2012 Kenntnis vom Ausmass der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Ob der Beschwerdeführer - wie die
Beschwerdegegnerin geltend macht - später erneut eine Arbeitstätigkeit aufgenommen
hat, ist aufgrund der als erwiesen zu betrachtenden vollen Arbeitsfähigkeit ohne
Relevanz; auf die beantragte Verpflichtung des Beschwerdeführers, dem Gericht
diesbezüglich wahrheitsgemäss und vollständig Auskunft zu geben (act. G 17), ist
somit zu verzichten. Auch wenn bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung am
3. Juni 2013 noch über ein Jahr verging, hat die Beschwerdegegnerin den Vorbescheid
zeitnah erlassen, und auch der Zeitablauf bis zum Ergehen der angefochtenen
Verfügung erscheint in Anbetracht der noch erfolgten Eingaben und Abklärungen
vertretbar. Von einem Wegfall der Kausalität zwischen der Verletzung der Meldepflicht
und der (Weiter)ausrichtung der Rente (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. Juni
2014, 8C_212/2014, E. 4.2.1 mit weiteren Hinweisen; BGE 118 V 219 ff. E. 3b; Urteil
9C_320/2014, 9C_336/2014 vom 29. Januar 2015, E. 5.5.2; siehe aber auch die Kritik
an dieser Praxis im Urteil IV 2006/296 des Versicherungsgerichts des Kantons St.
Gallen vom 4. Juni 2008, E. 5.3) kann somit nicht ausgegangen werden.
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7.4 Die Beschwerdegegnerin stellte die Rente - in Berücksichtigung der dreimonatigen
Wartefrist gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV - per 31. Oktober 2010 ein. Somit bleibt ohne
Belang, ob bzw. dass der Beschwerdeführer den Arbeitsvertrag erst im Oktober 2010
einreichte (vgl. dazu E. 4.3.1).
7.5 Abschliessend ist zu prüfen, ob die Verwirkungsfristen gemäss Art. 25 Abs. 2
ATSG gewahrt sind. Am 30. November 2012 erliess die Beschwerdegegnerin den
Vorbescheid (IV-act. 108). Dieser wirkt nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung
fristwahrend (BGE 119 V 434 E. 3c; vgl. auch den Bundesgerichtsentscheid I 1023/06
vom 12. Februar 2007 E. 3.3). Damit wurde die einjährige relative Verwirkungsfrist
eingehalten. Ohne Weiteres gewahrt ist sodann die absolute fünfjährige
Verwirkungsfrist. Die Aufhebung der Rente per 31. Oktober 2010 und die
Rückforderung der zu Unrecht erbrachten Leistungen sind daher nicht zu beanstanden.
8.
8.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
8.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Entsprechend dem
Verfahrensausgang ist die Gerichtsgebühr dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Zufolge der am 11. September 2013 bewilligten unentgeltlichen Rechtspflege (act. G 8)
ist er von der Bezahlung zu befreien.
8.3
8.3.1 Der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat aufgrund der bewilligten
unentgeltlichen Rechtspflege sodann grundsätzlich Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61
lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Angemessen erscheint eine Entschädigung von
pauschal Fr. 3’500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
bis
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8.3.2 Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für
die Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen. Die
entsprechende Entschädigung ist gemäss Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes (AnwG;
sGS 963.70) um einen Fünftel zu kürzen. Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers mit Fr. 2’800.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
zu entschädigen.
8.3.3 Sollten es die wirtschaftlichen Verhältnisse dereinst gestatten, kann der
Beschwerdeführer zur Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der
Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsverbeiständung verpflichtet werden (Art. 99
Abs. 2 VRP i.V.m. Art. 123 ZPO).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP