Decision ID: 2545b3a9-2548-5897-9b57-ec09e78bcb2e
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
W._,
Beschwerdeführer,
gegen
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St.Galler Gerichte
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Ergänzungsleistung zur IV
Sachverhalt:
A.
A.a W._, Jahrgang 1954, meldete sich infolge Zuzugs aus dem Kanton X._ am 10.
Juni 2009 bei der AHV-Zweigstelle A._ zum Bezug von Ergänzungsleistungen (EL) zur
IV-Rente an (EL-act. 15). Mit Verfügung vom 10. September 2009 setzte die EL-
Durchführungsstelle der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) den
EL-Anspruch unter Anrechnung eines hypothetischen Einkommens für die Ehefrau des
Beschwerdeführers mit Wirkung ab 1. Juli 2009 auf Fr. 554.-- monatlich fest (EL-act.
10).
A.b Gegen die Verfügung vom 10. September 2009 erhob der Beschwerdeführer am
25. September 2009 Einsprache und verlangte die Aufhebung der Verfügung vom
10. September 2009 und Neuberechnung der EL ohne Anrechnung eines
hypothetischen Einkommens für seine Ehefrau. Zur Begründung machte er im
Wesentlichen geltend, seine Ehefrau sei aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme
nicht uneingeschränkt einsatzfähig. Zudem sei bei der Ermittlung der zumutbaren
Erwerbstätigkeit des Ehepartners auf das Alter, den Gesundheitszustand, die
Sprachkenntnisse, die Ausbildung, die bisherige Tätigkeit, die konkrete
Arbeitsmarktlage sowie gegebenenfalls auf die Dauer der Abwesenheit vom
Berufsleben abzustellen. Ferner sei für die Aufnahme und Ausdehnung der
Erwerbstätigkeit eine gewisse Anpassungsperiode, also eine gewisse realistische
Übergangsfrist, erforderlich und die volle Integration in den Arbeitsmarkt in einem
gewissen Alter nicht mehr möglich. Ebenfalls sei zu beachten, dass 50-jährigen Frauen
nach Art. 14b lit. c ELV lediglich noch ein Minimaleinkommen unterstellt werde. Seine
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Ehefrau habe sich nach dem Umzug in den Kanton St. Gallen von Anfang an um eine
Arbeitsstelle mit einem Pensum von 60% - 80% bemüht. Die Arbeitsbemühungen seien
meist telefonisch oder durch persönliches Vorsprechen erfolgt. Da seine Ehefrau nichts
anderes habe finden können, habe sie eine Stelle im Kiosk in B._ angenommen. Dort
könne sie 11-12 Stunden pro Woche zu einem Stundenlohn von Fr. 18.95 zuzüglich
Ferienentschädigung von 8.33% arbeiten (EL-act. 5). Mit Schreiben vom 25. Oktober
2009 bestätigte die Ehefrau des Versicherten, dass es ihr aktuell nicht möglich sei, eine
Stelle zu finden, an der sie mehr arbeiten könnte (EL-act. 3-2/3).
A.c Mit Einspracheentscheid vom 4. Januar 2010 wies der Rechtsdienst der SVA in
Vertretung der EL-Durchführungsstelle die Einsprache vom 25. September 2009 ab.
Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, die Ehefrau habe bis Ende Juli
2009 im Kanton X._ in einem Teilzeitpensum als Schuhverkäuferin gearbeitet. Mit
ihrer gegenwärtigen Erwerbstätigkeit als Kioskverkäuferin mit einem Pensum von 10 -
12 Stunden pro Woche nütze die gesundheitlich nicht beeinträchtigte Ehefrau ihr
erwerbliches Potenzial nicht voll aus. Sodann stehe der Gesundheitszustand des
Versicherten einer Vollzeittätigkeit der Ehefrau nicht entgegen. Dem mit der Einsprache
eingereichten Arztzeugnis von Dr. med. C._, Rheumatologe, vom 8. September 2009
lasse sich entnehmen, dass der Versicherte an einer entzündlichen Grunderkrankung
leide, die zuletzt progredient und durch eine depressive Symptomatik beeinträchtigt
worden sei. Aus den IV-Akten des Versicherten würden sich jedoch keinerlei Anzeichen
ergeben, dass dieser neben der körperlich invalidisierenden somatischen
Grunderkrankung auch psychisch krank sein könnte. Abgesehen davon habe die
Ehefrau unter dem Gesichtspunkt der im Sozialversicherungsrecht geltenden
Schadenminderungspflicht durch sorgfältige Planung und geeignete Vorkehrungen
dafür zu sorgen, dass der Versicherte auch während ihrer beruflichen Abwesenheit
zurechtkomme. Unbeachtlich müsse zudem sein, dass die Ehefrau seit Wohnsitznahme
in A._ keine bessere Stelle als die Arbeit im Kiosk gefunden habe. Der Umzug in den
Kanton St. Gallen sei offensichtlich seit längerem geplant gewesen, sodass die Ehefrau
sich bereits von ihrem früheren Wohnort aus um eine geeignete Stelle hätte bemühen
können. In dieser Situation könne der Ehefrau auch keine Übergangsfrist für die
Erwerbsaufnahme eingeräumt werden. Schliesslich sei es ihr ja bewusst gewesen,
dass sie auch nach dem Wohnortswechsel weiterhin massgeblich an den ehelichen
Lebensunterhalt beizutragen habe. Vor diesem Hintergrund lasse sich auch aus dem
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eingereichten Arbeitsvertrag, wonach es der Ehefrau untersagt sei für Dritte zu
arbeiten, nichts zu Gunsten der Ehefrau ableiten, zumal die zwei erfolglosen
telefonischen Bemühungen der Ehefrau nicht zu belegen vermöchten, dass sie keine
andere Anstellung hätte finden können. Es sei daher mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Ehefrau eine geeignete Vollzeitstelle
im angestammten Beruf als Verkäuferin gefunden hätte, wenn sie sich ausreichend und
früh genug um Arbeit bemüht hätte. Die Höhe des angerechneten hypothetischen
Einkommens von Fr. 41'463.-- liege unter dem Nettolohn für Hilfsarbeiterinnen im
privaten Sektor gemäss LSE 2006 bei einem zumutbaren Arbeitspensum von 100%
und sei nicht zu beanstanden (G act. 1.1).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde vom 22. Januar
2010. Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, dass seine Ehefrau am
neuen Wohnort so schnell wie möglich eine neue Stelle habe finden wollen. Die
Stellensuche vom Kanton X._ aus sei nicht einfach gewesen, zumal noch nicht
festgestanden habe, in welcher Region man eine Wohnung finden werde. Sodann seien
in den Zeitungen keine geeigneten Stellen ausgeschrieben gewesen.
Dementsprechend sei seine Ehefrau froh gewesen, überhaupt eine Arbeitsstelle zu
finden bzw. ein Erwerbseinkommen zu erzielen. Im Kanton X._ habe seine Ehefrau
auch nur Teilzeit und zudem mit einem unregelmässigem Pensum gearbeitet. Trotzdem
habe man ihr kein hypothetisches Einkommen angerechnet. Bei der jetzigen
Arbeitsstelle seien die Stunden festgelegt. Sie habe nie weniger Stunden, sondern
manchmal auch mehr (50 – 52 Stunden). Frauen würden ab einem gewissen Alter
sowieso nur noch als Aushilfe oder in Teilzeit angestellt. Seine Ehefrau habe alles
unternommen, um eine Stelle zu finden (G act. 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt am 1. Februar 2010 die Abweisung der
Beschwerde, verweist auf den Einspracheentscheid vom 4. Januar 2010 und verzichtet
auf eine weitere Stellungnahme (G act. 3).

Erwägungen:
1.
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1.1 Streitig ist die Frage, ob in der EL-Berechnung des Beschwerdeführers ein
hypothetisches Erwerbseinkommen anzurechnen ist. Die übrigen Positionen der EL-
Berechnung werden nicht beanstandet.
1.2 Die jährliche EL entspricht dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben die
anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG; SR 831.30). Die
anerkannten Ausgaben und die anrechenbaren Einnahmen, worin in bestimmtem
Umfang auch das Vermögen einbezogen ist, werden nach den in Art. 10 und 11 ELG
sowie Art. 11 bis 18 ELV festgelegten Bestimmungen ermittelt. Als Einnahmen
anzurechnen sind nach Art. 11 Abs. 1 ELG unter anderem Einkünfte, auf die verzichtet
worden ist (lit. g). Eine Verzichtshandlung liegt vor, wenn die versicherte Person ohne
rechtliche Verpflichtung auf Vermögen verzichtet hat, wenn sie einen Rechtsanspruch
auf bestimmte Einkünfte und Vermögenswerte hat, davon aber faktisch nicht Gebrauch
macht bzw. ihre Rechte nicht durchsetzt oder wenn sie aus von ihr zu verantwortenden
Gründen von der Ausübung einer möglichen und zumutbaren Erwerbstätigkeit absieht
(EVGE P 18/02 vom 9. Juli 2002; BGE 121 V 205 Erw. 4a; AHI 2001 S. 133 Erw. 1b).
1.3 Auch Personen, die in die Anspruchsberechnung der versicherten Person
einbezogen sind, partizipieren an der EL, da diese den Existenzbedarf der ganzen
Familie sicherstellt. So ist auch der Ehegatte der EL-anspruchsberechtigten Person
Leistungsempfänger. Verzichtet er auf die mögliche und zumutbare Erzielung eines
Erwerbseinkommens, so ist die Geltendmachung eines EL-Anspruchs zur Deckung
jenes Teils der anerkannten Ausgaben, der durch das Erwerbseinkommen des
Ehegatten gedeckt werden könnte, missbräuchlich (Ralph Jöhl, Ergänzungsleistungen
zur AHV/IV, in: SBVR XIV-Meyer, Soziale Sicherheit, 2. Auflage, Basel 2007, S. 1759,
Rz. 179). Deswegen ist bei der EL-Berechnung der versicherten Person ein
hypothetisches Erwerbseinkommen für deren Ehegatten anzurechnen, sofern dieser
auf die mögliche und zumutbare Erzielung eines Einkommens verzichtet. Um bei der
Ermittlung des anrechenbaren Einkommens ein hypothetisches Erwerbseinkommen im
Sinn von Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG berücksichtigen zu können, muss in jedem Einzelfall
geprüft werden, ob vom Ehepartner des EL-Ansprechers unter den gegebenen
Umständen verlangt werden kann, einem Arbeitserwerb nachzugehen, und wie hoch
der Lohn wäre, den dieser bei gutem Willen erzielen könnte. Massgeblich Umstände
dafür sind familiäre Verpflichtungen, Alter, Gesundheitszustand, Ausbildung und
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gegebenenfalls die Zeitdauer, während der er nicht (mehr) im Berufsleben gestanden
ist (BGE 117 V 290 Erw. 3a mit Hinweisen; Urteil I 920/06 vom 16. Januar 2007,
Erw. 3.3).
1.4 Gemäss Art. 43 Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) nimmt die EL-Durchführungsstelle im
Rahmen der Prüfung eines EL-Gesuches die notwendigen Sachverhaltsabklärungen
vor. Diese Untersuchungspflicht bezieht sich auch auf die Frage, ob eine bestimmte
Person auf die Erzielung von Erwerbseinkünften verzichtet. Die EL-Durchführungsstelle
hat also zu untersuchen, ob es einer Person, die keiner Erwerbstätigkeit nachgeht,
möglich und zumutbar ist, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen, und welches
Einkommen sie dabei erzielen könnte. Dieser Pflicht könnte die EL-Durchführungsstelle
nur dadurch nachkommen, dass sie der betreffenden Person die Ablehnung einer
konkreten Arbeitsplatzofferte nachweisen würde. Dies würde letztlich darauf
hinauslaufen, dass die EL-Durchführungsstelle der betreffenden Person eine konkrete
Arbeitsstelle vermitteln müsste, um – bei einer Nichtannahme dieser Stelle – den
Nachweis des Verzichts auf die Verwertung der Erwerbsfähigkeit mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit führen zu können. Die dabei entstehenden
Durchführungsprobleme würden dazu führen, dass Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG in Bezug
auf die Verwertung der Erwerbsfähigkeit praktisch toter Buchstabe bliebe. Die EL-
Durchführungsstelle darf sich daher auf die aus der Lebenserfahrung resultierende,
natürliche Vermutung stützen, dass eine arbeitswillige und einsatzfreudige, nötigenfalls
auch einen unterdurchschnittlichen Lohn akzeptierende Person im Allgemeinen eine
Arbeitsstelle finden kann. Dies ändert zwar nichts an der grundsätzlichen
Abklärungspflicht. Die EL-Durchführungsstelle darf sich aber bei der Erfüllung dieser
Pflicht darauf beschränken, den EL-Ansprecher oder die in die EL-
Anspruchsberechnung einbezogene Person unter Hinweis auf die zu vermutende
Möglichkeit der Verwertung der Erwerbsfähigkeit aufzufordern, sich intensiv um in
Frage kommende Arbeitsstellen zu bewerben (Jöhl, a.a.O, S. 1763 f., Rz. 185).
Ernsthafte, aber erfolglose Bewerbungen sind nicht nur Indizien, die die natürliche
Vermutung für die Verwertbarkeit der Erwerbsfähigkeit widerlegen, sondern sie sind
auch Ausdruck der (insbesondere in Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG zum Ausdruck
kommenden) Pflicht, soweit als möglich aus eigener Kraft den Existenzbedarf zu
bestreiten. Die nicht widerlegte Vermutung für die Verwertbarkeit der Erwerbsfähigkeit
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bewirkt also eine Vermutung für die Verletzung der Pflicht zur selbstverantwortlichen
Finanzierung des Existenzbedarfs und damit für den gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG
relevanten Verzicht auf die Erzielung eines Erwerbseinkommens (vgl. die Entscheide
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen EL 2007/14 vom 14. Juni 2007,
Erw. 3 f., und EL 2007/21 vom 8. November 2007, Erw. 2).
1.5 Massgeblich ist das beruflich-erwerbliche Leistungsvermögen bei den konkreten
lokalen Verhältnissen. Zu berücksichtigen sind nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichts das Angebot an offenen geeigneten Stellen für Personen, die die
persönlichen und beruflichen Voraussetzungen der betroffenen Person aufweisen,
einerseits und die Zahl der Arbeit suchenden Personen andererseits (vgl. Urteile
P 16/04 vom 7. Juni 2005, Erw. 4.2.3; P 6/04 vom 4. April 2005, Erw. 3.2.2 und P 64/03
vom 27. Februar 2004, Erw. 3.3.2). Die Abklärung der lokal massgebenden Verhältnisse
kann zum Beispiel durch Befragung des zuständigen Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) oder der kantonalen Arbeitsmarktbehörde erfolgen
(Urteil P 16/04).
1.6 Wurde dem Versicherten bereits EL zugesprochen bevor man sich auf Art. 11
Abs. 1 lit. g ELG berufen hat, ist ihm vorgängig das rechtliche Gehör in Form der
Abmahnung der Schadenminderungspflicht zu gewähren, denn die Verminderung der
EL infolge Anrechnung eines hypothetischen Einkommens für die Ehefrau hat eine
Belastung des Versicherten zur Folge (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen EL 2009/22 vom 25. Januar 2010, Erw. 3.2). Die Abmahnung der
Schadenminderungspflicht hat unter Hinweis auf die Konsequenzen eines Untätig-
Bleibens und unter Ansetzung einer angemessenen Frist zu erfolgen. Ein solches
Mahn- und Bedenkzeitverfahren im Sinn von Art. 21 Abs. 4 Satz 2 ATSG hat den
Zweck, die betroffene versicherte Person freiwillig zu einem bestimmten
regelkonformen Verhalten zu veranlassen. Es soll sich jedoch niemand auf die
Solidarität der Gesellschaft oder Versichertengemeinschaft berufen können, der den
Schaden selbst verursacht bzw. nicht alles Mögliche und zumutbare vorgekehrt hat,
um den Schaden/die Hilfsbedürftigkeit so klein wie möglich zu halten. Das bedeutet,
dass die EL-spezifische Schadenminderungspflicht nicht abgemahnt werden muss,
wenn sie auch für einen juristischen Laien selbstverständlich ist (vgl. Art. 17 AVIG, der
ebenfalls keine Abmahnung der Pflicht zur Stellensuche vorsieht, sonder davon
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ausgeht, dass diese Pflicht spätestens mit dem Eintritt der Arbeitslosigkeit entsteht;
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen EL 2008/57 vom 1. März
2010, Erw. 3.3.1).
2.
2.1 Der Beschwerdeführer hat in der Einsprache vom 25. September 2009
grundsätzlich zutreffend ausgeführt, dass bei der Ermittlung der zumutbaren
Erwerbstätigkeit des Ehepartners auf das Alter, den Gesundheitszustand, die
Sprachkenntnisse, die Ausbildung, die bisherige Tätigkeit, die konkrete
Arbeitsmarktlage sowie gegebenenfalls auf die Dauer der Abwesenheit vom
Berufsleben abzustellen ist. Im vorliegenden Fall sind bei der Ehefrau des
Beschwerdeführers jedoch keine persönlichen Gründe ersichtlich, welche gegen die
Ausdehnung ihrer Erwerbsfähigkeit sprechen würden. Sie ist gesund, im
erwerbsfähigen Alter (Jahrgang 1960), verfügt über eine Ausbildung und ging vor dem
Umzug in den Kanton St. Gallen einer Teilzeitarbeit nach (EL-act. 14-2/2). In der
Einsprache hat der Beschwerdeführer noch geltend gemacht, seine Ehefrau sei
aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes nicht uneingeschränkt einsatzfähig (EL-
act. 5). In der Beschwerde hat er darauf verzichtet, substantiiert darzulegen, inwiefern
sein Gesundheitszustand seine Ehefrau an der Ausdehnung ihrer Erwerbsfähigkeit
hindern würde. Alleine aufgrund des eingereichten Arztzeugnisses kann jedenfalls nicht
geschlossen werden, dass eine relevante Pflegebedürftigkeit vorliegt (vgl. EL-act. 6).
Wenn der Beschwerdeführer geltend macht, dass für die Aufnahme und Ausdehnung
der Erwerbstätigkeit eine gewisse Anpassungsperiode, also eine gewisse realistische
Übergangsfrist erforderlich und die volle Integration in den Arbeitsmarkt ab einem
gewissen Alter nicht mehr möglich sei, so ist darauf hinzuweisen, dass das
Bundesgericht seine unter Geltung des alten Scheidungsrechts entwickelte
Rechtsprechung, wonach ab dem 45. Altersjahr ein vollständiger und dauerhafter
Wiedereinstieg ins Erwerbsleben in der Regel nicht mehr zumutbar sei (wobei dies
selbst unter altem Recht nicht als "starre Regel" angesehen wurde; BGE 115 II 6 E. 5a,
S. 11 mit Hinweisen), in mehreren unter der Geltung des neuen Scheidungsrechts
ergangenen Urteilen (weiter) relativiert und die Aufnahme bzw. den Ausbau einer
Erwerbstätigkeit auch in fortgeschrittenerem Alter als zumutbar erachtet hat (z.B. BGE
127 III 136, 140; Urteil 5P.418/2001 vom 7. März 2002 E. 5c). In Anbetracht
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vorgenannter Rechtsprechung sowie unter Berücksichtigung der übrigen
Voraussetzungen im Zusammenhang mit der Erwerbsfähigkeit der Ehefrau spricht das
Alter der heute 50-Jährigen nicht gegen die Ausdehnung des derzeitigen
Arbeitspensums von 10 – 12 Stunden pro Woche auf eine Vollzeitstelle. Nichts zu
seinen Gunsten kann der Beschwerdeführer ableiten, wenn er sich auf Art. 14b lit. c
ELV beruft. Die Begrenzungen bzw. Abstufungen des anrechenbaren hypothetischen
Einkommens im Verhältnis zum Alter nach Art. 14b ELV beziehen sich auf nichtinvalide
Witwen ohne minderjährige Kinder. Hinter der Abstufung des anrechenbaren
Einkommens nach Alter steht die Überlegung dass der Wiedereinstieg ins
Erwerbsleben für ältere Witwen schwieriger sein dürfte als für jüngere Witwen. Die
ältere Witwe muss sich deshalb vermutungsweise mit einem tieferen
Erwerbseinkommen begnügen, um bei der Stellensuche erfolgreich zu sein (Jöhl,
a.a.O., S. 1772, Rz. 196). Für nichtinvalide Ehegatten von EL-Bezügern gibt es jedoch
keine analoge Vermutung im Sinne von Art. 14b ELV.
2.2 Man könnte sich fragen, ob aufgrund des Kantonswechsels eine Übergangsfrist
hätte gewährt werden müssen. Es ist sicherlich richtig, dass die Stellensuche aus der
Distanz mit Mehraufwand verbunden ist. Allerdings besteht dieser Mehraufwand alleine
in allfälliger Reisezeit für Vorstellungsgespräche. Die Stellensuche und das Bewerben
an sich können ohne Weiteres und ohne Mehraufwand aus der Ferne getätigt werden.
Aus den Akten ergibt sich zudem, dass der Ehefrau bewusst war, dass sie am neuen
Wohnort ein Erwerbseinkommen würde erzielen müssen. Vor diesem Hintergrund
erscheint eine Übergangsfrist alleine aufgrund des Wohnsitzwechsels nicht angezeigt.
In diesem Zusammenhang muss unbeachtlich bleiben, dass gleichzeitig eine Wohnung
gefunden werden musste. Demgegenüber ist jedoch zu berücksichtigen, dass eine 50-
jährige Stellensuchende bei der Ausdehnung eines vormals bescheidenen
Arbeitspensums auf eine Vollzeitstelle bzw. allenfalls mehrere Teilzeitstellen gewisse
Schwierigkeiten zu überwinden hat. Diesem Umstand gilt es mit der Gewährung einer
realistischen Übergangsfrist Rechnung zu tragen (AHI 2001, S. 132). Unter Würdigung
der gesamten Umstände ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht zum
Schluss gekommen ist, dass die Ehefrau grundsätzlich in der Lage ist ihre
Erwerbstätigkeit auf ein Vollzeitpensum auszubauen. Für die volle Integration in den
Arbeitsmarkt, hätte ihr jedoch eine Übergangsfrist zugestanden werden müssen. Wie
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nachfolgend zu zeigen ist, erübrigen sich Ausführungen zur Dauer einer Übergangsfrist
(vgl. nachfolgend Erw. 2.4).
2.3 Des Weiteren macht der Beschwerdegegner geltend, seine Ehefrau habe alles
Mögliche unternommen, um eine Stelle zu finden. Auf diesem Weg habe sie dann auch
ihre heutige Stelle beim Kiosk in B._ gefunden. Die natürliche Vermutung der (vollen)
Verwertbarkeit der Erwerbsfähigkeit kann wiederlegt werden, wenn die Ehefrau des
Beschwerdeführers den Nachweis erbringen kann, dass sie trotz ernsthafter,
quantitativ und qualitativ genügender Arbeitsbemühungen keine Arbeit finden kann.
Dies entspricht der Lösung in der Arbeitslosenversicherung (Art. 17 Abs. 1 AVIG), auch
wenn dort ein anderes Sanktionssystem zur Anwendung gelangt (Art. 30 Abs. 1 lit. c
AVIG). Abgesehen von den drei Bewerbungen auf dem Formular "Nachweis der
persönlichen Arbeitsbemühungen" – wobei es sich bei einer dieser Bewerbungen um
die Stelle beim Kiosk in B._ handelt – sind den Akten keine weiteren
Arbeitsbemühungen zu entnehmen (EL-act. 7). Im Rahmen des Einspracheverfahrens
forderte die EL-Durchführungsstelle am 15. Oktober 2009 die Arbeitsbemühungen der
Ehefrau ab Juli 2009 ein (EL-act. 3). Mit Schreiben vom 25. Oktober 2009 teilte die
Ehefrau der EL-Durchführungsstelle mit, dass es ihr gemäss Ziffer 1 ihres
Arbeitsvertrags untersagt sei, eine weitere Arbeitsstelle anzunehmen. Aus diesem
Grund hätte sie sich auch für keine weiteren Stellen beworben. Dies heisse nicht, dass
sie nicht nach einer anderen Stelle Ausschau gehalten habe. Eine geeignete Stelle habe
sie jedoch nicht finden können. Wenn sie eine Stelle finden würde, in der sie mehr
arbeiten könnte, würde sie ihre Stelle beim Kiosk in B._ auch kündigen (EL-act. 3).
Aufgrund der Aussagen der Ehefrau ist davon auszugehen, dass sie seit Abschluss des
Arbeitsvertrags am 25. August 2009 keine konkreten Bewerbungen auf Stellen tätigte.
Es mag zwar sein, dass die Ehefrau Ausschau nach einer anderen Stelle gehalten hat;
damit alleine vermag sie die EL-spezifische Schadenminderungspflicht jedoch nicht zu
erfüllen. Im Rahmen dieser Schadenminderungspflicht wird von der Ehefrau verlangt,
dass sie sich ernsthaft und in quantitativ und qualitativ ausreichendem Mass um die
Ausdehnung ihrer Erwerbsfähigkeit bemüht. Diesbezüglich ist von ihr dasselbe zu
verlangen, wie im Rahmen der Arbeitslosenversicherung von einem Stellensuchenden
verlangt wird. Angemessen erscheinen folglich zehn bis zwölf Bewerbungen monatlich,
wobei neben Bewerbungen auf Stelleninserate auch Blindbewerbungen in Betracht zu
ziehen sind und die Bewerbungen vorzugsweise auch schriftlich abzugeben sind. Die
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Ehefrau des Beschwerdeführers hat die Bewerbungen zu belegen und der EL-
Durchführungsstelle auch allfällige Absagen einzureichen (Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen EL 2008/45 vom 2. April 2009, Erw. 3.1).
Auch die Tatsache allein, dass die Lage auf dem Arbeitsmarkt für Stellensuchende –
meist konjunkturbedingt – schlecht ist, kann nicht belegen, dass keine erfüllbare
Schadenminderungspflicht besteht, weil jede Stellenbewerbung von vornherein
aussichtlos wäre (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen EL
2008/47 vom 13. August 2009, Erw. 2). Dass die Ehefrau des Beschwerdeführers sich
in vorgenannter Art und Weise um die Ausdehnung ihrer Erwerbsfähigkeit bemüht
hätte, ist in vorliegendem Fall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu verneinen,
denn im Schreiben vom 25. Oktober 2009 wird explizit ausgeführt, dass sie sich seit
Annahme der Stelle im Kiosk in B._ nicht mehr auf andere Stellen beworben habe. In
diesem Zusammenhang bleibt anzufügen, dass die Ehefrau sich ihrer
Schadenminderungspflicht nicht entledigen kann, indem sie sich auf Ziffer 1 ihres
Arbeitsvertrags beruft. Die Ziffer 1 des Arbeitsvertrags besagt lediglich, dass weitere
Beschäftigungen ohne Bewilligung nicht gestattet seien (EL-act. 13). Es ist hingegen
nicht erstellt, dass die Arbeitgeberin die Bewilligung zur Ausübung einer weiteren
Tätigkeit tatsächlich verweigert hat. Abgesehen davon stellt dies kein Hindernis für die
weitere Stellensuche dar. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Ehefrau des
Beschwerdeführers die natürliche Vermutung der vollen Verwertbarkeit ihrer
Erwerbsfähigkeit nicht widerlegen konnte.
2.4 Es stellt sich vorliegend jedoch die Frage, ob die Ehefrau überhaupt Kenntnis
davon hatte bzw. hätte haben müssen, dass sie sich um eine Vollzeitstelle hätte
bemühen müssen und insbesondere welches konkrete Verhalten dabei von ihr erwartet
würde. Aus der Verfügung der EL-Durchführungsstelle des Kantons X._ vom 24. April
2009 ist ersichtlich, dass der Ehefrau bei einem effektiven jährlichen
Bruttoerwerbseinkommen von Fr. 13'459.-- kein zusätzliches hypothetisches
Einkommen angerechnet wurde (EL-act. 20-4/4). Seit Abschluss des Arbeitsvertrags für
die Stelle im Kiosk in B._ am 25. August 2009 wusste sie, dass sie ein jährliches
Bruttoeinkommen von rund Fr. 11'000.-- bis Fr. 12'000.-- erzielen würde (EL-act. 13).
Allenfalls könnte das jährliche Einkommen tatsächlich noch höher ausfallen, denn wie
der Beschwerdeführer ausführt, hat seine Ehefrau bei der Stelle im Kiosk in B._
offenbar die Möglichkeit zeitweise mehr als die vertraglich vereinbarten 10 – 12
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Stunden pro Woche zu arbeiten (G act. 1). Dass nach dem Umzug in den Kanton St.
Gallen von ihr nun – zu Recht – verlangt würde, einer Vollzeiterwerbstätigkeit
nachzugehen, konnte und musste sie nach der während offenbar längerer Zeit
konstanten EL-Ausrichtung ohne Anrechnung eines Einkommensverzichts bei einem
vergleichbaren Erwerbseinkommen im Kanton X._ nicht wissen. Mit Schreiben vom
6. August 2009 hat die EL-Durchführungsstelle dem Beschwerdeführer zwar mitgeteilt,
dass die Ehefrau grundsätzlich ihren Anteil zur Existenzsicherung beizutragen habe und
daher zu überprüfen sei, ob und welchem Umfang eine Erwerbstätigkeit verlangt
werden könne und wie hoch der Lohn wäre, der erzielt werden könnte (EL-act. 14). In
der Folge wurde dem Beschwerdeführer jedoch nie mitgeteilt, welches Verhalten von
seiner Ehefrau konkret erwartet wurde (vgl. auch EL-act. 3). Immerhin hatte sie bereits
im August 2009 einen neuen Arbeitsvertrag abgeschlossen. Nach Treu und Glauben
geht es daher nicht an, ihr ohne Abmahnung direkt ab potentiellem Anspruchsbeginn
ein hypothetisches Erwerbseinkommen anzurechnen. Es wäre an der
Beschwerdegegnerin gewesen, den Beschwerdeführer unter Hinweis auf die
Konsequenzen eines Untätig-Bleibens aufzuklären, dass von seiner Ehefrau die
Ausdehnung der Erwerbstätigkeit auf eine Vollzeitstelle erwartet werde und in diesem
Zusammenhang nachweisbare Arbeitsbemühungen im Sinne der vorstehenden Erw.
2.3 verlangt würden (vgl. Entscheide des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
EL 2008/57 vom 1. März 2010 und EL 2008/45 vom 2. April 2009). Ein solches Mahn-
und Bedenkzeitverfahren wurde vorliegend jedoch nie durchgeführt. Indem die
Beschwerdegegnerin dies unterlassen hat, verstiess sie gegen Art. 21 Abs. 4 ATSG.
Selbst im angefochtenen Einspracheentscheid wurde der Beschwerdeführer nicht über
die quantitativen und qualitativen Anforderungen der Arbeitsbemühungen seiner
Ehefrau aufgeklärt. Auf die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens für
die Ehefrau des Beschwerdeführers ab 1. Juli 2009 ist somit zu verzichten.
2.5 Erst mit der Zustellung des vorliegenden Beschwerdeentscheids wird die Ehefrau
des Beschwerdeführers über den Umfang ihrer Schadenminderungspflicht informiert
sein, sodass sie sich in der in vorstehender Erw. 2.3 genannten Art und Weise um eine
Vollzeitstelle wird bemühen müssen. Da es sich beim Nachweis der erfolglosen
Stellenbemühungen um einen Dauersachverhalt handelt, wird die EL-
Durchführungsstelle in regelmässigen Abständen überprüfen müssen, ob der konkrete
Arbeitsmarkt eine Ausdehnung der Erwerbstätigkeit zulässt. Sollte die Ehefrau ihre
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Bemühungen nicht in der angezeigten Art und Weise aufnehmen oder diese wieder
aufgeben, so wäre in der EL-Berechnung voraussichtlich ein hypothetisches
Einkommen anzurechnen.
2.6 Wird auf die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens verzichtet, so sind in
der EL-Berechnung die effektiven Einnahmen der Ehefrau zu berücksichtigen. Die
Beschwerdegegnerin wird diesbezüglich die nötigen Abklärungen treffen müssen. Im
Monat Juli 2009 arbeitete die Ehefrau offenbar noch als Teilzeitverkäuferin bei D._
(EL-act. 14-2/2). Dementsprechend ist für den Monat Juli 2009 das damals erzielte
effektive Einkommen anzurechnen. Am 12. August 2009 erfolgte die Anmeldung beim
RAV E._. Es wird zu prüfen sein, ob die Ehefrau im Zeitraum vom 1. August 2009 bis
zur Aufnahme der derzeitigen Arbeitsstelle am 15. September 2009 Taggelder der
Arbeitslosenversicherung bezog. Gegebenenfalls wären die ALV-Taggelder als
Einnahmen anzurechnen. Ab dem 15. September 2009 ist wiederum das effektive
Einkommen aus der Anstellung beim Kiosk in B._anzurechnen. Diesbezüglich wird zu
prüfen sein, ob das Einkommen aus der Tätigkeit beim Kiosk in B._ noch als
Zwischenverdienst gilt und allenfalls noch Anspruch auf ALV-Taggelder besteht. Für
den Juli 2009 sowie ab 15. September 2009 gilt es, die Gewinnungskosten zu ermitteln
und vom jeweiligen Bruttoeinkommen in Abzug zu bringen. Anzufügen bleibt, dass die
Ehefrau aufgrund ihrer Berufstätigkeit bereits Sozialversicherungsbeiträge entrichtet.
Dementsprechend wird die Ausgabenposition Beiträge an die AHV/IV/EO für
Nichterwerbstätige auf den effektiv geschuldeten Betrag zu reduzieren sein.
3.
3.1 Gemäss den oben stehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung
des angefochtenen Einspracheentscheids gutzuheissen. Die Anrechnung eines
hypothetischen Einkommens für die Ehefrau des Beschwerdeführers hat mit Wirkung
ab 1. Juli 2009 bis auf Weiteres zu unterbleiben. Die Sache ist zur weiteren Abklärung,
zur Neuberechnung der EL und zur anschliessenden Neuverfügung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53
GerG entschieden:
1. Die Beschwerde wird unter Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids
vom 4. Januar 2010 gutgeheissen und die Sache im Sinn der Erwägungen an die
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit diese weitere Abklärungen vornehme,
den EL-Anspruch des Beschwerdeführers berechne und darüber neu verfüge.
2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
Publikationsplattform St.Galler Gerichte Entscheid Versicherungsgericht, 16.08.2010 Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG Der Versicherte und seine Ehefrau meldeten sich infolge Zuzugs aus einem anderen Kanton im Kanton St. Gallen zum Bezug von EL zur IV-Rente an. Die Ehefrau erzielte im ehemaligen Wohnkanton mit einer Teilzeitstelle ein Erwerbseinkommen. Es wurde ihr kein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet. Kurz nach dem Zuzug in den Kanton St. Gallen fand sie eine neue Teilzeitstelle mit einem vergleichbaren Erwerbseinkommen. Die EL-Durchführungsstelle der SVA St. Gallen rechnete der Ehefrau des Versicherten ein hypothetisches Erwerbseinkommen in der Höhe einer Vollzeitstelle an. Bezog der Versicherte über längere Zeit in einem anderen Kanton EL, ohne dass seiner Ehefrau ein hypothetisches Einkommen angerechnet wurde, so hat die EL-Durchführungsstelle des neuen Wohnkantons die Schadenminderungspflicht in Bezug auf die Ausdehnung der Erwerbseinkommen unter Fristansetzung und Erläuterung des erwarteten Verhaltens abzumahnen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. August 2010, EL 2010/6).
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2021-09-19T17:34:42+0200 "9001 St.Gallen" Publikationsplattform Kanton St.Gallen