Decision ID: 9d3382ae-40ad-4792-8137-d553af638b46
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1961 geborene
X._
(in zweiter Ehe verheiratet und Mutter von 3 Kindern, geboren 1988, 1999 und 2001)
absolvierte in ihrem Heimatland Russland eine Ausbildung
als
Lebensmittelingenieurin
(in der Schweiz nicht aner
kannt), reiste 1997 heiratsbedingt in die Schweiz ein
und arbeitete seit 2004 bei der
Y._
vollzeitlich
als Lagermitarbeiterin
im
Stundenlohn. Am 22. Dezem
ber 2014 (Eingang
sdatum) meldet
e
sich die V
ersicherte bei der Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stel
le, wegen schwerer Depression und Arthritis zum Leistungsbezug an (
Urk. 6/1)
. Diese traf medizinische und erwerb
liche Abklärungen. Mit Vorbescheid vom 24. April 2015 kündigte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres Leistungsbegehrens (Rente) an (Urk. 6/17), wogegen sie am 21. Mai respektive 22. Juni 2015 Einwand erhob (U
rk. 6/18 und Urk. 6/
23
unter Beilage von ärztlichen
Stellungnahmen, Urk. 6/21-22
).
Daraufhin liess die IV-Stelle
X._
durch die
Z._
bidiszipli
när
(psychiatrisch und orthopädisch) begutachten (
Z._
-Gutachten vom 12. April 2016, Urk. 6/45) und holte weitere Arztberichte ein.
Am 5. September 2017 erfolgten Untersuchungen durch den Regionalen Ärztl
ichen Dienst (RAD), wobei
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, die Versicherte psychiatrisch und
Dr.
med. B._
, Facharzt für Chirurgie, die Versi
cherte orthopädisch/chirurgisch unte
rsuchte
(
RAD-Untersuchungsberichte vom 6. September 2017,
Urk. 6/71-72).
Mit Vorbescheid vom 28. Dezember 2017 stellte die IV-Stelle
X._
- unter Anwendung der gemischten Methode und bei einem Invaliditätsgrad von 40 % -
die
Zusprache
einer vom 1. Juni 2015 bis 31. Januar 2017 befristeten
Viertelsrente
in Aussicht (Urk. 6/78)
und aufer
legte der Versicherten gleichzeitig eine Schadenminderungspflicht als Voraus
setzung für allfällige zukünftige Leistungsansprüche, nämlich die Durchführung einer Massnahme zur Verbesse
rung des Gesundheitszustandes (Urk. 6
/76). Gegen den Vorbescheid erhob
X._
am 29. Januar 2018 Einwand
(Urk. 6/84, unter Beilage einer Stellungnahme des
C._
der
D._
vom 18. Januar 2018, Urk. 6/83). In der Folge holte die IV-Stelle beim
C._
den
Verlaufsbericht vom 12. März 2018 ein (Urk. 6/86), wozu die Versicherte
sich
mit Eingabe vom 26. Oktober 2018 äussern konnte und wiederum eine ärztliche Stellungnahme
einreichte
(Urk. 6/95 und Stellungnahme des
C._
vom 29. August 2018, Urk. 6/96).
Mit Verfügung vom 4. Dezember 2018 sprach die IV-Stelle der Versi
cherten bei einem gewährten 10%igen leidensbedingten
Abzug
eine vom 1. Juni 2015 bis 31.
Ja
nuar 2017 befristete
halbe Invalidenrente
zu (Invaliditätsgrad:
55 %, Urk. 6/100-101 = Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am 16. Januar 2019 Beschwerde und bean
tragte, es sei ihr unter Aufhebung der Verfügung vom 4. Dezember 2018 ab dem 1. Juni 2015 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen; eventuell seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen (Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 20. Februar 2019 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 6/1-108), was der Beschwer
deführerin am 26. Februar 2019 mitgeteilt wurde (Urk. 7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose
und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V
409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
1.3.1
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE
140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V
281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE
143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüs
sig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.3.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
11 zu Art. 30–31). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prü
fung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise gere
gelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streitge
genständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfügun
gen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 Regeste; Urteil des Bundes
gerichts 8C_489/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
1.6
Für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung oder des
Einspracheentscheides
ist für das Sozialversicherungsgericht in der Regel der Sachverhalt massgebend, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwal
tungsaktes gegeben war.
1.7
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.8
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf
die
medizinischen Beurteilungen
davon aus, dass
der
als Vollerwerbstätige
zu qualifizierenden
Beschwerdeführerin
seit Ablauf des Wartejahres per 1. Juni 2015 bis 31. Oktober 2016 eine körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeit
zu 50 % möglich
gewesen
sei.
Gemäss
prognostisch
er Einschätzung - innert
6
Monaten
zu erreichende Steigerung - betrage die
Arbeitsfähigkeit
ab 1. Novem
ber 2016 70 %. Unter Anwendung des Einkommensvergleichs für Erwerbstätige und unter Gewährung eines Leidensabzuges von 10 % resultiere
für die Zeit vom 1. Juni
2015 (Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG
und Art. 29 Abs. 1 IVG)
bis zum 31. Januar 2017 (
Verbesserung ab 1. November 2016
zuzüglic
h 3 Monate, Art. 88a Abs. 1 Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV
) ein Invaliditätsgrad von 55 % (befristete halbe Invalidenrente), danach ein rentenausschliessender Invaliditäts
grad von 37 %.
Nach einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes müsste das Wartejahr neu eröffnet werden.
2.2
Die Beschwerdeführerin ist demgegenüber der Ansicht
(Urk. 1)
,
dass sich ihr Gesundheitszustand nicht wie prognostiziert verbessert, sondern sogar ver
schlechtert
habe. Bei der depressiven Störung handle es sich um ein verselbstän
digtes Leiden mit Krankheitswert, was sich aus der von den
Z._
-Gutachtern vor
genommenen
Indikatorenprüfung
ergebe. Die psychosozialen Belastungsfaktoren
seien nicht ursächlich für die eingeschränkte Leistungsfähigkeit. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin bedinge die vom RAD festgestellte 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab 1. Dezember 2017 keine Eröffnung eines neuen Wartejah
res, da kein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit gegeben gewesen sei und die Entwicklung d
es Gesundheitszustandes bis zum
Erlass der angefochtenen Verfügung vom 16. Dezember 2018 zu berücksichtigen sei.
Im Weiteren sei de
r Einkommensvergleich anhand der
korrekt zu berechnen
den
Validen- und Invali
deneinkommen vorzunehmen und es sei
ihr
ein
höherer leidensbedingter Abzug
von 20 % zu gewähren.
2.3
Unbestritten blieb
,
dass der als Vollerwerbstätige
zu qualifizierenden Beschwer
deführerin gestützt auf das
Z._
-Gutachten vom 12. April 2016 nach Ablauf des Wartejahres per 1. Juni 2015 bis und mit Oktober 2016 eine 50%ige Arbeitsfä
higkeit in einer angepassten Tätigkeit zumutbar war. Streitig und zu prüfen ist jedoch, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin - wie im
Z._
-Gutachten prognostiziert - innert 6
Monaten verbessert und
die Arbeitsfähigkeit
sich bis
1. November 2016
auf 70
%
gesteigert hat oder ob si
ch
die
(insbesondere
psychische) gesundheitliche Situation - wie die Beschwerdeführerin geltend machte - dauerhaft verschlechtert hat und auch nach Ende Januar 2017 ein Ren
tenanspruch besteht.
3.
3.1
Im Bericht des
C._
vom 11. Februar 2015 (
Urk. 6/11) zuhanden der Beschwerdegegnerin wurde als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1, bestehend seit Ende April 2014) gestellt. Die psychische Stabilität der Beschwerdeführerin sei weiterhin unsicher. Es beständen ausserdem weiterhin psychosoziale Um
stände, die diese negativ beeinflussten. Durch die ambulante Therapie und ver
mehrte Aktivität im Privatleben werde eine weitere Stabilisierung angestrebt. Die Beschwerdeführerin sei nicht krankgeschrieben, jedoch werde aufgrund des instabilen psychischen Zustandes ein 50%iges Arbeitspensum empfohlen. Die Beschwerdeführerin sei körperlich
eingeschränkt. Aufgrund der eingeschränkten psychischen Verfassung der Beschwerdeführerin bestehe eine erhöhte Erschöpf
barkeit. Die Beschwerdeführerin leide an Konzentrationsstörungen und vermin
derter Ausdauer, was die Leistungsfähigkeit einschränke und die Arbeit der Beschwerdeführerin fehleranfällig mache. Der Beschwerdeführerin sei sowohl die bisherige als auch eine angepasste Tätigkeit zu 50 % (hauptsächlich morgens) möglich.
Mit einer Erhöhung der Einsatzfähigkeit sei nicht zu rechnen, da die Beschwerdeführerin mit 50 % an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit arbeite.
3.2
Dr.
med.
E._
, Orthopädische Chirurgie FMH,
diagnostizierte in seinem Ber
icht vom 23.
März 2015 (Urk. 6/13)
zuhanden
der Beschwerdegegnerin ein
e fortgeschrittene
Varusgonarth
rose
beidseits rechtsbeton
t sowie eine beginnende
Chopart
-G
elenksarthrose rechts.
Dadurch
sei die
Beschwerdeführerin
zurzeit für körperliche Tätig
keiten im Haushalt wie auch bei
d
er Arbeit eingeschränkt.
Die Beschwerdeführerin leide seit vielen Jahren an beidseitigen Knieschmerzen (rechts mehr als links). Vor rund einem Jahr hätten auch vermehrt Schmerzen im rechten Fuss eingesetzt, sodass sie auf eine regelmässige NSAR-Einnahme ange
wiesen sei. Neu aufgetreten sei in letzter Zeit auch eine beidseitige
Epicondylitis
humeri
radialis
. Eine Arbeitsunfähigkeit sei nicht attestiert worden; die Beschwer
deführerin arbeite zurzeit 100 %.
Es
handle sich um
ein
progrediente
s
Leiden, weshalb wohl eher mittelfristig als
langfristig
die
Implantation einer
T
otalendo
prothese
an den Kniegelenken indiziert sei. Eine Verbesserung der Arbeitsfähig
keit sei dadurch aber nicht zu erwarten, weshalb ein solcher operativer Eingriff - auch aufgrund des
Alte
r
s der Beschwerdeführerin - nicht zu forcieren sei.
Die ganztägige stehende Arbeit als Lageristin sei durch die zunehmenden Schmerzen beider Kniegelenke eingeschränkt. Kniende Tätigkeiten und Heben und Tragen von schweren Lasten über 20 Kilogramm seien zunehmend eingeschränkt.
Eine Reduktion des Arbeitspensums
um
rund 60 % würde eine Linderung der Beschwerden bringen, was aus mediz
inischer Sicht sehr sinnvoll wär
e. Eine vor
wiegend sitzende Tätigkeit ohne Heben und Tragen von schweren Lasten wäre sicher zu 100 % möglich, wobei diesbezüglich der Verlauf der
Epicondylus
humeri
radialis
abzuwarten wäre.
3.3
Im Rahmen des
Einwandverfahrens
gegen den ersten Vorbescheid vom 24. April 2015 (Urk. 6/17) reichte die Beschwerdeführerin
zwei ärztliche Stellungnahmen der behandelnden Ärzte ein (Urk. 6/21-22):
3.3.1
Der behandelnde Hausarzt
Dr.
med.
F._
, Allgemeinmedizin, führte in seiner Stellungnahme vom 6. Juni 2015 (Urk. 6/21) aus, dass er keine Kenntnis der
psychiatrischen Beurteilung habe. Er sei aber der Meinung, dass die Überla
gerung der körperlichen Befunde mit Gonarthrose und Fussschmerzen mit der depressiven Verstimmung und der Überforderung im familiären Bereich mit alleiniger Verantwortung für die Einkünfte der Familie (Ehemann sei ebenfalls aus psychischen Gründen nicht arbeitsfähig) zu einer mindestens 50%igen Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit führe. Sinnvoll wäre eine Umschulung der Beschwerde
führerin in einen Beruf, bei dem
sie nicht nur stehen und Gewichte heben müsse.
3.3.2
Das
C._
führte
in seiner Stellungnahme vom 12.
Juni 2015 (Urk. 6/22) aus, dass die depressive Symptomatik bisher nicht remittiert sei. Im Gegenteil seien die anfangs rückgängigen Symptome wie soziale Ängste und Schlafstörungen sowie unkontrollierte Wein- und Schreikrämpfe wieder eher zunehmend. Die Beschwerdeführerin sei gegenüber sich selbst mit Insuffizienz
gefühlen abwertend. Es beständen weiterhin
Appetitstörungen, Erschöpfung und
Interesselosigkeit. Aufgrund des bisherigen Verlau
f
s sei von einer chronischen, anhaltenden depressiven Störung auszugehen. Die Beschwerdeführerin sei auf
grund der depressiven Störung im Zusammenhang mit den körperlichen Beschwerden deutlich eingeschränkter
,
als dies die ein
zelnen Faktoren für sich erschei
nen liessen. Eine Verschlechterung des
psychischen
Zustandes könne sich ebenfalls ungünstig auf den Verlauf der physischen Beschwerden auswirken und umgekehrt. Aktuell sei von einer längerfristig eingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen. Aus psychiatrischer Sicht sei von einer höchstens 50%igen Arbeits
fähigkeit auszugehen. Im Verlaufe zeige sich eine die Depression
begleitende
Ess
störung (ICD-10
: F50.4 = Essattacken bei anderen psychischen Störungen). Ihr Gewicht bei einem BMI von 40 kg/m
2
erschwere die Mobilität und verstärke den sozialen Rückzug zusätzlich. Daraus entstehe ein sich selbst Aufrechterhal
ten des Systems (ein «Teufelskreis») mit zunehmender Verschlechterung.
3.4
Dr.
med.
G._
, Facharzt Innere Medizin FMH, nannte in seinem Bericht vom 7. März 2016 (Urk. 6/40 S. 1-2) zuhanden der Beschwerdegegnerin unter Verweis auf seinen Bericht vom 5. Januar 2016 zuhanden des
behandelnden
Hausarztes
Dr.
F._
(S. 3-5)
folgende Diagnosen:
-
Entzündlich rheumatische Erkrankung nicht nachweisbar
-
Bekannte
Varusgonarthrose
beidseits rechtsbetont
-
Chopart
-Gelenksarthrose rechts
-
Diskrete distale Fingerpolyarthrose rechts, diskrete
Rhizarthrose
-
Epicondylopathie
lateral und zum Teil medial beidseits rechtsbetont
-
Leichte
Coxarthrose
links, diskret klinisch/radiologisch
-
Depression
Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sei stationär bis sich verschlech
ternd. Die Tätigkeit als Lageristin mit Heben von Schachteln unterschiedlichen Gewichtes mit stehender Tätigkeit und Bücken sei mindestens zu 50 % einge
schränkt. Psychische Begleitfaktoren seien fachärztlich zu beurteilen.
Aus rheumatologischer Sicht mit diversen festgestellten Arthrosen sei höchstens eine leichte adaptierte Tätigkeit zu 80 % zumutbar.
3.5
Das
bidisziplinäre
(
psychiatrische und
orthopädisch
e
)
Z._
-
Gutachten vom
12
. April 2016 (Urk. 6/45) nannte folgende Diagnosen mit Einfluss
auf
die
Arbeitsfähigkeit
:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenw
ärtig mittelgradig, abklingend
(
ICD-10: F33.1)
-
Varusgonarthrose
beidseits
-
Epicondylitis
humeri
beidseits
-
chro
nische Fussschmerzen beidseits bei
-
minimalen degenerativen Veränderungen OSG rechts, veraltete
Bandausrisse medial und lateral OSG
-
MR-diagn
ostisch (24. Januar 2013)
beginnender
Hallux
rigidus
,
degenerative Veränderungen
Lisfranc
-Gelenk sowie kleines
Mortonneurom
intermetatarsal
III/IV rechts sowie konventionell
radiologisch beginnender
Hallux
rigidus
links
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verblieben folgende Diagnosen:
-
Asymptomatischer Fersensporn beidseits
-
Klinischer Verdacht auf Degeneration der langen
Bizepssehne
und mildem
Schulter-
Impingement
beidseits
-
Muskuläre
Dysbalance
paravertebral obere BWS
-
Sexueller Missbrauch im Kindesalter (ICD-10: T74.2)
Die Beschwerdeführerin sei sowohl aufgrund des psychiatrischen Krankheitsbil
des und der damit einhergehenden verminderten emotionalen Belastbarkeit als auch aufgrund der somatischen orthopädischen Befunde in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Die Beschwerdeführerin habe zuletzt als angelernte Lagermit
arbeiterin gearbeitet, wobei sie bei dieser Tätigkeit Gewichte bis zu 30 Kilogramm habe heben und bewegen müssen. Aufgrund der eingeschränkten Belastbarkeit der Hüftgelenke,
der Ellbogengelenke und der
Fussgelenke beidseits bestehe für diese Tätigkeit gesamtmedizinisch gesehen - unter Berücksichtigung der psychiatrisch bedingten Einschränkungen - eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Aus orthopädischer Sicht sei davon auszugehen, dass die degenerativen Gelenkverän
derungen eher progredient seien und langfristig betrachtet die körperlich anspruchsvolle und belastende Tätigkeit als Lageristin nicht mehr ausgeführt wer
den könne. Für eine den körperlichen Leiden angepasste Tätigkeit mit wechsel
belastendem Profil, Möglichkeit zu laufen, zu sitzen und zu stehen, ohne grössere Gewichtsbelastung bestehe in Zusammenschau der somatischen und der psychiatrischen Befunde derzeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Führend sei dabei die psychiatrische Erkrankung. Perspektivisch könne die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus
psychiatrischer Sicht über einen Zeitraum von sechs Monaten auf 70 % gesteigert werden, was dem Limit der Arbeitsfähigkeit aus gesamtmedizinischer Sicht entsprechen würde.
Aus orthopädischer Sicht sei eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit möglich, doch sei davon auszugehen, dass die degenerativen Gelenkveränderungen eher progredient seien.
Aus rein psychiatrischer Sicht erscheine die derzeitige Behandlung der Beschwer
deführerin regelrecht und adäquat und sollte fortgeführt werden. Aus somatischer Sicht erscheine mittelfristig die Implantation von Knie-Totalprothesen beidseits unumgänglich, wobei derzeit empfohlen werde,
zunächst
die konservativen Mass
nahmen konsequent
auszuschöpfen
.
Das Wiedererreichen
einer Arbeitsfä
higkeit für körperlich belastende Tätigkeiten erscheine orthopädisch/somatischer Sicht unwahrscheinlich. Die relevanten psychosozialen Stressoren (insbesondere traumatische Erlebnisse im Sinne sexueller Traumatisierung während der Kind
heit, die eher wenig halt gebende Partnerschaft mit dem Ehemann) lägen zwar schon lange
vor und sie seien zwar die Entwicklung depressiver Episoden ungünstig beeinflussende Co-Faktoren, jedoch lägen
diese auch in beschwerde
freien Intervallen vor, in welchen die Beschwerdeführerin ihrer Arbeit habe nach
gehen können. Die gegenwärtige Arbeitsunfähigkeit seit
2014 sei somit in erster Linie F
olge der depressiven Erkrankung
.
Im Rahmen der gutachterlich vorgenommenen Standardindikatoren-Prüfung
(S. 10-11
zusammengefasst, S. 44 ff. detailliert
)
wurde zum Schweregrad der gestellten Diagnosen ausgeführt, dass die
Beschwerdeführerin
aufgrund der Min
derbelastbarkeit am Bewegungsapparat
vor allem für Tätigkeiten mit stärkerer körperlicher Belastung
körperlich eingeschränkt sei
. Es bestehe eine Minderbe
lastbarkeit im Bereich der
Hüftgelenke, der Fussgelenke sowie der Ellbogenge
lenke beidseits. Aus psychiatrischer Sicht sei die Beschwerdeführerin aufgrund einer Störung der Tagesstruktur mit morgendlichem Tief und Antriebsmangel, formal gedanklicher Einengung und mangelnder Fokussierbarkeit,
Konzentra
tions
- und Aufmerksamkeitsstörung sowie labilem Affekt eingeschränkt. Die Fähigkeit, Arbeitsroutinen nachzugehen, sei daraus resultierend reduziert. Die Fähigkeit, Aufgaben zu planen und zu strukturieren sei eingeschränkt und es bestehe eine herabgesetzte Umstellungs- und Durchhaltefähigkeit. Es bestehe auch eine unzureichende Selbstbehauptungsfähigkeit. Zum sozialen Kontext wurde ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin sozial gut integriert sei. Die häus
liche Situation werde teilweise als stützend (Beziehung zu den Kindern), teilweise als weniger stützend (Beziehung zum Ehemann) beschrieben. Sozialen Kontextfaktoren könne keine eigenständige Bedeutung bei der Aufrechterhaltung des Krankheitsbildes beigemessen werden.
Bei den Persönlichkeitsaspekten lasse sich keine psychiatrische Diagnose stellen, die primär deren Persönlichkeit betreffe. Die Pri
märpersönlichkeit sei weitgehend durch das depressive Bild über
lagert. An Ressourcen sei insbesondere die hohe Selbstwirksamkeitserwartung der Beschwerdeführerin hervorzuheben, so auch die hohe Motivation für eine adä
quate Therapie und eine berufliche Wiedereingliederung. Bei den Untersuchungen hätten sowohl aus somatischer als auch aus psychiatrischer Sicht keine Hinweise für wesentliche Inkonsistenzen vorgelegen. Insbesondere habe kein Anhalt für Aggravation oder Verdeutlichung bestanden.
3.6
Hausarzt
Dr.
F._
, welcher die Beschwerdeführerin seit 2003 behandelt, führte in seinem Bericht vom 20.
Juli 2016 (Urk. 6/47) zuhanden
der Beschwerdegegne
rin folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf:
-
Gonarthrose beidseits
-
beginnende
Chopart
-Arthrose rechts und beidseitige
Grosszehengrundgelenkarthrose
-
Erschöpfungsdepression
Ohne Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit verblie
ben eine Adipositas und eine Hypertonie. Die Beschwerdeführerin sei in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Lageristin
vom 9.
Juni
bis
29.
Oktober 2015 zu 50
%
arbeitsfähig
gewesen und sei seit dem 30.
Oktober 2015 bis auf
Weiteres zu 1
00 % arbeitsunfähig. Sie sei erschöpft und depressiv und vermöge die bisherige Tätigkeit aktuell nur zu 10
% zu verrichten; eventuell könne das Pensum langsam gesteigert werden.
3.7
Im Bericht des
H._
vom 22. Juli 2016 (Urk. 6/48) zuhan
den der Beschwerdegegnerin
wurden als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Depression sowie Adipositas (BMI: 38.3 kg/m
2
) aufgeführt. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verblieben ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (780.53-0) mittleren G
r
ades (2016, gegenwärtig unbehandelt) sowie ungünstige Schlafgewohnheiten (307.41-1). Falls die Beschwerdeführerin das Körpergewicht nicht reduzieren könne, sollte eine Therapie des Schlafapnoe-Syndroms mittels CPAP eingeleitet werden. Obstruktive Atemstörungen im Schlaf seien mit entsprechender Therapie gut kontrollierbar. Die Beschwerdeführerin beklage eine Erschöpfungssymptomatik beim Haushalten. Die Arbeitsfähigkeit könne nicht beurteilt werden. Das unbehandelte Schlafapnoe-Syndrom führe zur Tageschläfrigkeit, schlechter Schlafqualität, Konzentrationsstörungen sowie Feh
leranfälligkeit.
3.8
Dr.
med.
I._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychothera
pie, welcher die Beschwerdeführerin ab März 2016 nur kurz psychiatrisch behan
delte, stellte
in seinem Bericht vom 29. Juli 2016 (Urk. 6/49) zuhanden der Beschwerdegegnerin keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verbleibe eine depressive Episode, gegen
wärtig remittiert (ICD-10: F32.4). Die Prognose sei günstig und die Beschwerde
führerin sei zu 100 % arbeitsfähig in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Lage
ristin.
3.9
Im Verlaufsbericht des
H._
vom
24. Oktober 2016 (Urk. 6/51) zuhanden der Beschwerdegegnerin wurde bei gleichlautenden Diagnosen (vgl. E. 3.7) und stationärem Gesundheitszustand ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Verlaufskontrolle vom 12. Oktober 2016 erklärt habe, keine Überdrucktherapie (CPAP) zu wollen.
3.10
Dr.
F._
führte
in seinem Verlaufsbericht vom 7. November 2016 (Urk. 6/52) zuhanden der Beschwerdegegnerin
bei
gle
ichgebliebenen
Diagnosen
(vgl
. E
. 3.6) aus, dass die
Beschwerdeführerin
aktuell weiterhin circa 10
%
als Lageristin arbeite. Dass sie aber eine vorwiegend sitzende Arbeit ohne Hebebelastung machen müsste.
Ihre Leistungsfähigkeit sei um 50 % vermindert. Prognostisch sei anzunehmen, dass die
Arthrosebeschwerden
eher zunehmen würden.
Die fami
liäre, partnerschaftliche Belastungssituation sei ein Faktor, wel
cher die Krankheit aufrechterhal
t
e
.
3.11
Im Bericht des
C._
vom
30. März
2017 (Urk. 6/59) zu
handen der Beschwerdegegnerin wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
ohne somatisches Syndrom (ICD-10: F33.10, Erstdiagnose 2015)
-
Akzentuierte emotional-instabile und impulsive Persönlichkeitszüge
(ICD-10: Z73), differentialdiagnostisch: emotional-instabile
Persönlichkeitsstörung
Es zeige sich ein ausgeprägtes instabiles Zustandsbild, sodass mittelfristig eine klare Prognose nur schwer gestellt werden könne. Bei Fortführung der regelmäs
sigen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung und der Einnahme der verordneten Medikation sei eine schrittweise Steigerung der Belastbarkeitsfähig
keit zunächst in an
gepasstem Rahmen zu maximal 30 %
realistisch. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Lageristin sei die
Beschwerdeführerin seit dem 30.
Januar 2017 bis auf Weiteres zu 20-30 % arbeitsunfähig
(gemeint wohl: arbeitsfähig)
.
Eine
angepasste Tätigkeit mit einer vorsichtigen, schrittweisen Steigerung der Belastbarkeit im Teilzeitpensum (maximal
30 %) sei aktuell realistisch.
Neben der körperlich einschränkenden Polyarthritis beständen bei der Beschwerdeführerin psychische Einsc
hränkungen durch verminderten An
trieb,
depressive Verstimmung, ausgeprägte Schlafstörungen, leichte Aufmerksamkeits
störung, Affektlabilität, Impulsivität, schnelle Erschöpfbarkeit und Lustlosigkeit sowie mangelndes Selbstbewusstsein.
3.12
3.12.1
Anlässlich der Untersuchung vom
5. September 2017
(
psychiatrischer
RAD-Untersuchungsbericht vom
6. September 2017, Urk. 6/71
) stellte RAD-Arzt
A._
als
D
iagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine mittelgra
dige depressive Episode (ICD-10: F32.1) fest, wobei es keine Hinweise für eine Remission im Verlauf beziehungsweise eine rezidivierende depressive Störung gäbe.
An eh
esten handle es sich um
eine Entwicklung im Rahmen einer Anpas
sungsstörung, welche aufgrund zeitlicher Kriterien und des
zeitlichen
Verlaufs als depressive Episode zu kategorisieren sei. Die depressive Symptomatik demaskiere sich dabei erst im Verlauf des
Gesprächs
nach dem Verlust des
fassadären
Ver
haltens. Aktuell sei
die
Beschwerdeführerin
in
Anbetracht
des akuten psychiatri
schen Krankheitsbildes nicht arbeitsfähig. Es handle sich um
einen behandelbaren Gesundheitsschaden
, wobei eine suffiziente
Behandlung
bisher nicht
stattgefun
den
habe
.
Es liege ein instabiler Gesundheitsschaden vor. die Erkrankung sei behandelbar und eine Behandlung sei zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit sei über
wiegend wahrscheinlich innerhalb von 6 Monaten
steigerbar
auf 50 % in ange
passter Tätigkeit, welche weiter
steigerbar
sei. Eine Arbeitsfähigkeit in angepass
ter Tätigkeit in Höhe von mindestens 70 % sei bei psychotherapeutischer Behand
lung
nach 6-12
Monaten zu prognostiziere
n
. Neben der weiterzuführenden ambulanten leitliniengerechten fachpsychiatrischen Behandlung sei ein stationä
rer Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik mit Akutstation und verhaltensthe
rapeutischer und psychopharmakologischer Behandlung empfohlen.
3.12.2
Dr.
B._
führte anlässlich seiner orthopädisch/chirurgischen RAD-Untersuchung vom 5. September 2017 (orthopädisch/chirurgischer RAD-Untersuchungsbericht vom 6. September 2017, Urk. 6/72)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf:
-
Belastungsschmerz, Ruh
e
schmerz beide Kniegelenke mit/bei:
-
Gonarthrose beidseits, rechts mehr als links
-
radiologisch gesicherter Gonarthrose beidseits, mehr rechts als links
-
Belastungsschmerz, Ruheschmerz beide Ellbogengelenke mit/bei:
-
Epicondylitis
lateralis
und
medialis
beidseitig
-
Belastungsschmerz beide Füsse mit/bei:
-
geringen degenerativen Veränderungen beide OSG
-
Halux
rigidus
beidseitig, Hammerzehen DII-DIII beidseitig
-
degenerative Veränderungen
Lisfranc
-Gelenk rechts
-
Mortonneurom
intermetatarsal
III/IV rechts (MRI rechter Fuss,
Röntgen rechter Fuss)
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verblieben folgende
Diagnosen:
-
Asymptomatischer Fersensporn beidseitig
-
Beginnendes
Impingement
-Syndrom beidseitig mit Beteiligung der langen
Bicepssehne
beidseitig, aktuell ohne Symptomatik
-
Muskuläre
Dysbalance
der Wirbelsäule (BWS und LWS)
-
Adipositas
-
Hypertonie
-
Pulsoxymetrische
und anamnestische Hinweise auf ein obstruktives
Schlafapnoe-Syndrom (unbehandelt, da CPAP-Therapie abgelehnt)
Bei der bisher als Lageristin tätigen Beschwerdeführerin sei anhand der vorlie
genden medizinischen Berichterstattung und der aktuellen körperlichen Untersu
chung ein somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen, der die
Arbeitsfähigkeit beeinträchtige. In der bisherigen Tätigkeit als Lageristin bestehe seit dem 5. September 2017 eine 0%ige Arbeitsfähigkeit. Bei Schädigung der Kniegelenke und Füsse bestehe aus
medizinisch-theoretischer Sicht eine verminderte Belast
barkeit für regelmässiges mittelschweres und schweres Heben, Tragen und Trans
portieren
von L
asten, für Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, für ausschliesslich stehende Tätigkeiten, für häufiges Bücken sowie für Tätigkeiten in körperlichen Zwangshaltungen wie Knien, Kriechen, Hocken, für Arbeiten mit erhöhten Anforderungen an die Stand- und Gangsicherheit und für dauerhaftes Stehen und Gehen auf
unebenem Grund. Mittelschwer
e und schwere körperliche Tätigkeiten, insbesondere solche mit überwiegender Belastung
d
er Unterarme und mit erhöh
ten Anforderungen an die Kraft der Hände sowie mit Nässe-/Kälte-Exposition sollten vermieden werden.
Aus versicherungsmedizinscher Sicht seien der
Beschwerdeführerin
körperlich leichte (angepasste) Tätigkeiten
,
überwiegend sitzend,
ohne erhöhte Anforderun
gen an die Kraft und Haltefunktion der Hände, daher auch ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne Heben und Tragen von Lasten und ohne Arbeiten mit ungünstigen Hebelwirkungen am Handgelenk (Stielwerkzeuge, arbeiten mit aus
gestreckten Armen), ohne repetitive Beanspruchung der Hände und ohne erhöhte Anforderungen an das feinmotorische Geschick der Hände weiterhin zu 70 % bei erhöhtem Pausenbedarf aus somatischer Sicht zumutbar
.
3.13
Im Rahmen des
Einwandverfahrens
gegen den zweiten Vorbescheid vom 28. Dezember 2017 (Urk. 6/78) reichte die Beschwerdeführerin eine Stellung
nahme des
C._
vom 18. Januar 2018 (Urk. 7/83) ein, worin festgehalten wurde, dass sich die
Beschwerdeführerin
seit dem 18. Januar 2017 wieder in dortiger
ambulanter
psychiatrischer
Behandlung
befinde.
Es zeige sich ein fluktuierender Verlauf, welcher im Zusammenhang mit ihren klaren emotional-instabilen Persönlichkeitszügen und der Belastung durch psycho
soziale Belastungsfaktoren (private/berufliche Situation sowie körperliche Ein
schränkungen durch Arthrose und Hypertonie) stehe. Nach der Kündigung ihrer Arbeitsstelle im September 2017 seien zunehmende depressive Symptome aufge
treten mit ausgeprägtem sozialen Rückzug, starken Antriebsstörungen, körperli
cher Erschöpfung, Schlafstörungen und Essattacken (Gewichtszunahme von 12 Kilogramm innerhalb eines Monats). Zusammengefasst bestehe
in den letzten
Monaten
eine
Arbeitsunfähigkeit zwischen 80-100 % und es sei eine stationäre psychiatrische Behandlung empfohlen, wobei die Beschwerdeführerin am 18. Januar 2018 in die
D._
eingetreten sei.
Bei günstigem
Ver
lauf sei eine schrittweise Steigerung der Arbeitsfähigkeit in einer leidensange
passten Tätigkeit in einem Pensum zwischen 20-40% vorstellbar, wobei von einer Arbeit als Lageristin aus medizinischer Sicht dringend abgeraten werde. Eine weitere
Steigerung erscheine in Anbetracht des Krankheitsverlaufs der letzten 5 Jahre nicht realistisch.
3.14.
Im Verlaufsbericht des
C._
vom 10. April 2018 (Urk. 6/86
, unter Beilage des Austrittsberichts der
D._
vom 6. März 2018, S. 9-18
) zuhanden der Beschwerdegegnerin
wurde bei gle
ichge
bliebenen Diagnosen (vgl. E. 3.11) ausgeführt, dass sich weiterhin ein ausgepräg
tes instabiles Zustandsbild zeige, sodass mittelfristig eine klare Prognose nur schwer gestellt werden könne. Bei Fortführung der regelmässigen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung und der Einnahme der verordneten Medika
tion
sei eine schrittweise Steigerung der Belastbarkeitsfähigkeit zunächst im angepassten Rahmen zu maximal 30 %, das heisst 2-3 Stunden pro Tag, realistisch. Die Beschwerdeführerin sei arbeitslos und beim RAV gemeldet.
Seit dem 17. Februar 2018 bis auf Weiteres sei sie
in ihrer bisherigen Tätigkeit
zu 80 % arbeitsunfähig.
3.15
Mit der Stel
lungnahme vom 26. Oktober 2018 (
Urk. 6/95) reichte die
Beschwer
deführerin
das Schreiben der behandelnden Ärzte im
C._
vom 29. August 2018 ein (Urk. 6/96)
, in welchem sie die von der
Beschwerdefüherin
an sie gerichteten Fragen
beantwortete
n
. Demnach basiere die Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
auf
einer rezidivierenden depressi
ven Störung (phasenweise
schwergradig
, aktuell mittelgradig) sowie auf
einer
Störung der Emotionsregulation, welche als
Traumafolgestörung
verstanden wer
den könne. Die
emotionale Instabilität mit kompensatorischem Binge-
Eating
und Impulsdurchbrüchen (verbale Aggressivität im familiären Umfeld) sei mit einer erschwerten Prognose der rezidivierenden depressiven Symptomatik vergesell
schaftet. Auch wenn aktuell psychosoziale Faktoren im Hintergrund eine Rolle spielten, so zeige die Lebensgeschichte der Beschwerdeführerin, dass sie vor dem Krankheitsausbruch 2014 imstande gewesen sei, mehrere belastende psycho
soziale Situationen alleine zu bewältigen. Allerdings habe sie damit dysfunktio
nale Bewältigungsstrategien für ihre längerfristige psychische und körperliche Gesundheit entwickelt, welche eine zusätzliche psychische Destabilisierung bedeute
ten
und sich prognostisch negativ auswirk
ten
. Während dem stationären Aufenthalt in der
D._
habe die Beschwerdeführerin sprachliche Schwierigkeiten in den Therapien und krankheitsbedingte Ängste
,
sich im Grup
pensetting mitzuteilen
,
gehabt (sozialer Rückzug). Zusätzlich erschwerend seien die körperlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin, welche sie daran gehindert hätten, an körperlich anspruchsvollen Therapieformen teilzunehmen.
3.16
RAD-Arzt
A._
kam in seiner Stellungnahme vom 7. August 2018 (Urk. 6/102 S. 5) gestützt auf die aktuelle Aktenlage zum Schluss, dass die psychosozialen (
finanziellen
und sozialen) Belastungsfaktoren verantwortlich seien. Offenbar sei die Beschwerdeführerin auch beim RAV als arbeitssuchend gemeldet. Ein ähnliches IV-Verfahren mit dem identischen Rechtsvertreter sei überdies bei ihrem Ehemann bekannt. Am
Vorbescheid
vom 28. Dezember 2017 könne somit festgehalten
werden.
4.
4.1
Das
bidisziplinäre
Z._
-Gutachten vom 12. April 2016 (Urk. 6/45) basiert auf einer umfassenden psychiatrischen und orthopädischen Untersuchung und wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese)
abge
ge
ben.
Die Gutachter haben detaillierte und nachvollziehbare Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit den von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden auseinandergesetzt. Zudem wurden die medizinischen Zusammen
hänge und die medizinische Situation einleuchtend dargelegt und die Schlussfol
gerung nachvollziehbar begründet. Dem
bidisziplinären
Gutachten kommt dem
nach grundsätzlich volle Beweiskraft zu (vgl. E.
1.8).
4.2
Die
Z._
-Gutachter kamen zum Schluss, dass in Zusammenschau der somati
schen und psychischen Befunde seit Januar 2015 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit (wechselnd, selbstbestimmt laufende, sitzende und stehende Tätigkeit ohne Gewichtsbelastung [weder körpernah noch körperfern
]
) besteht, wobei die psychische Erkrankung führend sei
und aus orthopädischer Sicht eine 80%ige Arbeitsfähigkeit möglich wäre
(vgl. E. 3.5).
Diese Annahme steht im Einklang mit der medizinischen Aktenlage. So leidet die Beschwerdeführerin an arthritischen Schädigungen der
Knie-, Hüft- und Ellbo
gengelenke
beidseitig und es wurde zudem eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10: F33.1) diagnostiziert. Auch RAD-Arzt
Dr.
B._
ging mit dieser gutachterlichen Beurteilung der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit überein (vgl. RAD-Stellungnahme vom 22. April 2016, Urk. 6/75 S. 3-4). Bereits im Juni 2015 attestierten die behandelnden Ärzte des
C._
bei einem depressiven Leiden eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit, wobei das Zusammen
wirken der körperlichen und psychischen Beschwerden einen verstärkenden Effekt
habe
(vgl. E. 3.3.2)
.
Im psychiatrischen
Z._
-Teilgutachten wurden
denn auch
die Standardindikatoren einlässlich geprüft
(Urk. 7/45 S. 44 ff
.)
.
Gestützt auf diese in jeder Hinsicht
nachvollziehbaren und auch von der Beschwerdegeg
nerin anerkannten Feststellungen (vgl. RAD-Stellungnahme vom 22. April 2016 sowie Prüfung
durch den
zuständigen Kundenberater, Urk. 6/75 S. 3-5 und S. 10) ist in einer Gesamtwürdigung festzuhalten, dass mit Blick auf
die
relevante diagnostische Ausprägung
(somatisch und psychiatrisch)
, das tiefe Aktivitäts
niveau mit sozialem Rüc
kzug der Beschwerdeführerin und
die
fehlenden persön
lichen Ressourcen eine im invalidenve
rsicherungsrechtlich
en Sinne
erhebliche
funktionelle Leistungseinschränkung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit aus
gewiesen ist
(vgl. E. 1.3)
.
G
emäss
geprüften Standardindikatoren
durfte
auf die gutachterliche
psychiatrische
Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit
mit 50%
ab
gestellt werden
.
4.3
Die Beschwerdegegnerin stützte ihre Annahme einer Verbesserung des Gesund
heitszustandes der Beschwerdeführerin
ab November 2016 ebenfalls auf das
Z._
-Gutachten vom 12. April 2016, wonach perspektivisch zu erwarten sei, dass bei einer aus orthopädische
r
Sicht gegebenen 80%igen Arbeitsfähigkeit auch in psychiatrischer Sicht über einen Zeitraum von 6 Monaten eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 70 % möglich sei. Deshalb sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin ab November 2016 eine angepasste Tätigkeit wieder zu 70% zumutbar sei.
Die Beschwerdeführerin führte dagegen aus, dass entgegen der Prognose im
Z._
-Gutachten keine gesteigerte Arbeitsfähigkeit habe erreicht werden können, sondern dass sich gemäss ärztlicher Einschätzung des
C._
ihre psychische Situation sogar verschlechtert habe und ihr nunmehr
- trotz stationärem Aufenthalt in der
D._
-
nur noch eine maximal 20-30%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit zumutbar sei (Urk. 1 S. 10
f.
).
Indem die Beschwerdegegnerin grundsätzlich auf die im
Z._
-Gutachten vom 14.
April 2016 gemachte Angabe ab
stellte, wonach innert 6 Monaten (das heisst ab 1. November 2016) in psychiatrischer Sicht eine Steigerung der Arbeitsfähig
keit auf 70 % erreicht werden könne (E. 3.5), stellte sie nicht auf eine
tatsächlich
eingetretene
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit ab. Vielmehr stütz
t
e sie die anspruchsbeeinflussende Änderung lediglich auf eine Prognose.
Angesichts der Einschätzung des
C._
vom
30
.
März
2017 (vgl. E. 3.11) ist eine solche verbesserte Entwicklung
jedoch
zweifelhaft, da dort bei einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10: F 33.1)
,
und einer differentialdiagnostisch vermu
teten emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung ein verschlechtertes und insta
biles Zustandsbild festgestellt wurde, woraus eine maximal 20-30%ige Arbeits
fähigkeit in einer angepassten
Tätigkeit resultiere.
RAD-Arzt
A._
ging anlässlich der psychiatrischen Untersuchung am 5. September 2017 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit seit dem Untersuchungszeitpunkt aus, machte aber keine Ausführungen zu deren retrospektiven Verlauf (vgl. E. 3.12.1). Für die Zukunft prognostizierte er aber wiederum eine zu erwartende Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 50 % innert 6 Monaten und bei psychotherapeutischer Behandlung auf 70 % innert 6-12 Monaten.
Es kann
somit
nicht ausgeschlossen werden
, dass sich die psychische Erkrankung der Beschwerdeführerin - entgegen der prognostizierten Besserung - sogar verschlechtert hat. Entsprechend kann die Prognose im
Z._
-Gutachten nicht als Grundlage für eine Rentenaufhebung dienen.
4.4
Nach dem Gesagten steht fest, dass die Beschwerdeführerin aus psychischen Gründen von Januar 2015 bis
jedenfalls
Oktober 2016 in einer angepassten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig war.
Gestützt auf die vorliegenden Berichte kann
die Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
ab November 2016
hingegen
nicht
abschliessend
beurteilt werden. Vielmehr besteht weiterer Abklärungsbedarf bezüglich
einer allenfalls
anspruchsrelevanten Veränderung des psychischen Gesundheitszustandes und den damit zusammenhängenden
Leistungseinschrän
kungen
sowie
deren Ausw
irkung auf die Arbeitsfähigkeit, wobei auch ein Zusam
menspiel mit den progredienten arthritischen Beschwerden
mitzuberücksichtigen
ist.
Mithin ist die Sache zur Abklärung des Gesundheitszustands
- unter Einho
lung eines umfassenden psychiatrischen und eventuell orthopädischen Gutach
tens -
und desse
n Auswirkung
ab November 2016
auf die Arbeitsfähigkeit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.
5.1
Anhand eines Einkommensvergleichs ist zu prüfen, wie sich die
festgestellte
ein
ge
schränkte Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin
in wirtschaftlicher Hin
sicht auswirkt. Für die Vornahme des Einkommensvergleichs ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des (hypothetischen) Rentenbeginns abzu
stellen (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222). Das Wartejahr nach Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG endete
Ende Mai 2015
, nachdem
sie
seit dem
1.
Juni 2014
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen war (vgl.
Urk. 6/75 S. 4
). Im Weiteren meldete sich
die
Beschwerdeführer
in
am
22. Dezember 2014
bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk.
6/1
), womit die sechsmonatige Frist
gemäss
Art. 29 Abs. 1 IVG im
Juni
2015
endete und der frühestmögliche Rentenbeginn
im Jahr 2015
liegt.
5.2
Wie zuvor unter E. 4.
4
festgestellt, war die Beschwerdeführerin
nach Ablauf des W
artejahres ab 1.
Juni 2015
bis
Oktober
2016
aus
psychiatrischer
Sicht sowohl in ihrer bisherigen Tätigkeit als
Lagermitarbeiterin
als auch in jeder angepassten Tätigkeit zu
50
% arbeitsunfähig.
Für
diese Zeit
ist
deshalb
eine Invaliditätsbe
messung vorzunehmen:
5.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.4
5.4.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinli
chkeit erstellt sein (BGE 139 V
28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls re
levanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE
139 V 28
E. 3.3.2; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenver
siche
rung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
5.4.2
Zur Bemessung des
Valideneinkommens
ist auf das zuletzt erzielte Einkommen
bei der
Y._
abzustellen, da anzunehmen ist, dass die seit 2004 dort im Stundenlohn angestellte Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall auch weiterhin dort tätig wäre
.
Gemäss
Arbeitgeberauskunft erzielte die Beschwerdeführerin ab 1. April 2014 einen Stundenlohn von Fr. 28.76 (inklusive 10.64 % Ferienentschä
digung für über 50-Jährige). Bei einer Arbeitszeit im Betrieb von 8.4 Stunden pro Tag respektive 42 Stunden pro Woche
resultiert
bei einem 100%-Pensum (als Vollerwerbstätige qualifiziert) für das Jahr 2014
ein Jahreseinkommen von Fr.
62‘811.85 (52 Wochen im Jahr 2014 x 42 Stunden x Fr. 28.67). Abzüglich 25 Ferientagen und abzüglich 9 Feiertagen ergibt dies ein
Valideneinkommen
von Fr. 54‘598.--.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin
kann auf diese
präzise angegeben
en
Verdienstangaben (Urk. 6/10 S. 2)
abgestellt werden.
Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2015
(vgl. E. 5.1)
ergibt
sich somit bei einem 100%-Pensum ein
Valideneinkommen
von Fr. 54‘
863.55
(Indexstand 2673 [2014] auf 2686 [2015], vgl. Bundesamt für Statistik, Arbeitsmarktindikatoren 2016, T 39 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976–2015, Nominallöhne Frauen).
5.5
5.5.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.5.2
Vorliegend ist zur Ermittlung des Invalideneinkommens auf die Tabellenlöhne abzustellen, da die Beschwerdeführerin ihre ursprüngliche Tätigkeit nicht mehr ausüben kann und keine neue Tätigkeit aufgenommen hat. Aus der Schweizeri
schen Lohnstrukturerhebung des Bun
desamtes für Statistik (LSE 2014
) ergibt sich als Zentralwert für Arbeitnehmerinnen des Kompetenzniveaus 1 (einfache und repetitive Tätigkeiten) im privaten Sektor ein Bruttomonatslohn von Fr. 4‘
300
.-- (Tabelle TA1, Ziffern 5-96). In Anbetracht der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2014 für alle Sektoren von 41.7 (vgl. Statistik der betriebsüb
lichen Arbeitszeit, Tabelle T 03.02) resultiert ein Einkommen von Fr.
54‘055
.--
(Fr. 4‘
300
.-- x
12 :
40 x 41.7 : 26
73 x 2686
[vgl. Bundesamt für Statistik, Ent
wicklung der Nominallöhne, Tabelle T 39]).
Bei einem 50%-Pensum ergibt dies Fr.
27‘028.--.
5.5.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör
perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts füh
ren dürfen (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des
Tabellenlohnabzuges gemäss BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende
Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
5.5.4
Die Beschwerdeführerin verlangt einen höheren leidensbedingten Abzug von 20 %, da ihr bei zahlreichen körperlichen Einschränkungen gemäss formuliertem Belastungsprofil auch nur eine Teilarbeitsfähigkeit zumutbar sei (vgl. Urk. 1 S. 14).
Ob und in welchem Umfang ein
leidensbedingter
Abzug
vom Tabellenlohn vor
zunehmen ist, liegt im
pflichtgemässen
Ermessen der Verwaltungsbehörde. Bei der Überprüfung des gesamthaft vorzunehmenden
Abzug
es, der eine Schätzung darstellt und von der Verwaltung kurz zu begründen ist, darf das Sozialversiche
rungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen (BGE 126 V 75, Regeste). Diesbezüglich ist auf die zutref
fende Argumentation der Beschwerdegegnerin
im Einkommensvergleich vom 12. November 2018 (Urk. 6/97
) zu verweisen, wonach sich ein leidensbedingter
Abzug
von maximal 10 % rechtfertigt, da
das Belastungsprofil
damit berücksich
tigt wurde. Eine Teil-Arbeitsfähigkeit oder das Alter begründen keinen zusätzli
chen Abzug.
Zudem kann davon ausgegangen werden, dass auf einem ausgegli
chenen Arbeitsmarkt auch unter Berücksichtigung des Anforderungs- und Belastungsprofils noch ein genügend breites Spektrum an zumutbaren Verweistätig
keiten vorhanden ist.
5.6
Die Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen ergibt eine
Erwerbseinbusse
von Fr.
30‘273
.-- (Fr.
54‘598
.
-- - Fr.
24‘325
.-- [Fr.
27‘028
.-- x 0.9]) und führt somit zu einem
Invaliditätsgrad von gerundet 55 %.
Die
Zusprache
einer halben Rente ab dem
1.
Juni 2015 bis 3
1.
Januar 2017 (Dreimonatsfrist gemäss
Art.
88a der Verordnung über die Invalidenversicherung ab dem 1. November 2016) erfolgte somit jedenfalls zu Recht. Soweit die Beschwerdefüh
rerin für diese Zeit eine höhere Rente beantragte, ist die Beschwerde demnach abzuweisen.
6.
Zusammenfassend
ist die angefochtene Verfügung
vom
4.
Dezember 2018
inso
weit aufzuheben, als sie den Anspruch auf eine Rente ab dem
1.
Februar 2017 verneint, und es ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie, nach
erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen (vgl. E. 4.4), über den
Renten
anspruch der Beschwerdeführerin
ab dem
1.
Februar 2017
neu verfüge.
In diesem Sinne ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen.
Im
Übrigen (Antrag auf eine h
öhere als eine halbe Rente ab
1.
Juni 2015 bis 3
1.
Januar 2017) ist die Beschwerde abzuweisen.
7.
7.1
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2).
7.2
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1bis IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegeg
nerin aufzuerlegen.
7.3
Ausgangsgemäss hat die vertretene Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Pro
zessentschädigung. Diese ist
ohne Rücksicht auf den Streitwert, nach der Bedeu
tung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens (§ 34 Abs. 3 des Gesetzes über
das Sozialversicherungsgericht
,
GSVGer
) zu bemessen und beim
praxisgemässen
Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüg
lich Mehrwertsteuer) auf Fr. 1‘9
00.-- (inklusive Barauslagen u
nd Mehrwertsteuer) festzusetzen
.