Decision ID: 4c78d6f6-ba11-444f-b4a9-67b354c71266
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1957 geborene
X._
war ab dem 1. Februar 1987 bei der
Y._
angestellt und
bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert
. Mit der Bagatellunfall-M
eldung vom 16. April 2013
meldete die Arbeitgeberin
der SUVA
,
der Versi
cherte habe sich
bei der Arbeit (Kommissionieren/
Rüsten) am 12. Februar 2013 (mutmassliches Datum, das genaue Datum sei nicht mehr bekannt) eine Verlet
zung am Daumen der rechten Hand durch Verstauchung / Verdrehung zugezo
gen (Urk. 8/1)
. Die SUVA
bestätigte mit
Schreiben vom 18. April 2013
(Urk. 8/2)
an den
behandelnden Arzt
des Versicherten
, Dr.
med. Z._
, Facharzt FMH für Chirurgie und Handchirurgie
,
für die Folgen dieses
Scha
denfalles
aufzukommen.
Aus dem
Bericht
von
Dr.
Z._
vom 17. Juni 2013 (Urk. 8/4) sowie dessen Arztzeugnis vom 1. Oktober 2013 (Urk. 8/15)
über die
Erstbe
handlung
ab
3.
April 2013
ergab sich, dass der Versicherte nicht nur im Februar 2013, sondern auch am 28. März 2013 ein Hyper
extensionstrauma
am Daumen rechts
erlitten hatte
.
Die Arbeitgeberin des Versicherten
wies
mit
erneuter
Scha
denmeldung
vom 12. September 2013
zum Unfall vom Februar 2013
darauf hin, dass der Versicherte
in Bälde
am rechten Daumen
operiert würde (Urk. 8
/9)
, was die SUVA als Rückfallmeldung entgegennahm
.
Nach den kreisärztlichen Beurteilungen von
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für
Orthopä
dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, vom 4. Oktober 2013 (Urk. 8/14) u
nd
11. Oktober 2013 (Urk. 8/18)
eröffnete die SUVA dem Versicherten am 14. Oktober 2013 formlos, keine Versicherungsleistungen
für den Rückfall
zu erbringen (Urk. 8/19).
Nachdem der Versicherte der SUVA mit Schreiben vom 16. Oktober 2013
(Urk. 8/24)
mitgeteilt hatte, er sei
damit
nicht einverstanden
,
und Dr.
Z._
seinen medizinischen Standpunkt mit Schreiben vom 18. Okto
ber 2013
dargelegt hatte (Urk. 8/26),
unterbreitete die SUVA die Akten dem Kreisarzt Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation.
Gestützt auf
seine Stellungnahme
vom
29. Oktober 2013 (Urk. 8/29)
verneinte
die SUVA m
it Verfügung vom 30. Oktober 2013
eine Leistungspflicht
im Zusammenhang mit dem
von der Arbeitgeberin am 12. September 2013 gemeldeten
Rückfall
(Urk. 8/31).
1.
2
Dagegen erhob der Versicherte am
18. November 2013 (Urk. 8/32) beziehungs
weise
23. Dezember 2013 (Urk. 8/36)
Einsprache.
In der Folge fand
am 7. April 2014
eine Besprechung mit dem Versicherten, insbesondere zu Unfallhergang und Heilverlauf, statt
(Urk.
8/42). Nach Erhalt des Operationsberichts von
Dr.
Z._
vom 6. November 2013 (Urk. 8/48)
beurteilte
Dr.
A._
die Situation
am 22. Mai 2014
neu
(Urk. 8
/51
)
, veranlasste eine k
ern
-
spintomographische
Befunderhebung (
Urk.
8/55)
und führte am
2. Juni 2014
eine kreisärztliche Untersuchung zur Frage der Arbeitsfähigkeit durch
(Urk. 8/56).
Die SUVA unterbreitete die neuen Akten auch
Dr.
B._
, welcher in
der
Stellungnahme vom
27. Juni 2014
an seiner Beurteilung
vom 25. Oktober 2013 fest
hielt
(Urk. 8/58).
Am 2. Juli 2014 zog die SUVA die Verfügung vom 30. Oktober 2013 zurück
(Urk. 8/60) und
verfügte
am 3. Juli 2014 (Urk. 8/61)
,
die gesetzlichen Leistungen für die Folgen des Unfalles vom 12. Februar 2013
per 1
7.
September 2013 ein
zustellen
. Aufgrund der Beurteilung des Kreisarztes vom 27. Juni 2014 und den
vorhandenen medizinischen Unter
l
a
gen seien die heute bestehenden Beschwer
den nicht mehr unfallbedingt, sondern ausschliesslich krankhafter Natur. Der
Status quo sine
sei gemäss medizinischer Beurteilung spätestens
im
Zeitpunkt
der Kausalitätsprüfung
a
m 17. September 2013
erreicht
gewesen.
Per 17. Sep
-
tember
2013 werde der Fall daher abgeschlossen und ein Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen abgelehnt.
Dagegen erhob der
Versicherte
am
29. Juli 2014
Einsprache
(Urk. 8/63)
.
Auch die
Krankenversicherung
Easy Sana erhob am 7. August 2014 (vorsorglich) Einsprache
(Urk. 8/66)
, zog diese
nach Über
-
prüfung des Dossiers
am 18. August 2014
aber wieder zurück
(Urk. 8/68). Die
SUVA
wies die Einsprache des Versicherten
mit Entscheid vom 22. September 2014 ab (Urk. 2 [= Urk. 8/69]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 9. Oktober 2014 Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, weiterhin
,
über das Datum vom 17. September 2013
hinaus,
Leis
tungen aus dem Unfall vom 12. Februar beziehungsweise 28. März 2013 zu
erbringen
. Eventuell sei die Sache zu weiteren Abklärungen an die
Beschwerde
gegnerin
zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 12. Dezem
-
ber
2014 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung d
er Beschwerde (Urk. 7) und reichte
nebst den Akten (Urk. 8/1-71)
die
chirurgische Beurteilung vom 5. Dezember 2014
(Urk. 9)
des versicherungsinternen
Arbeits
arztes
Dr.
med.
C._
M.H.
A., Facharzt FMH für Chirurgie
,
ein
. Am 28. Januar 2015
nahm
der Beschwerdeführer
dazu
Stellung (Urk. 12),
was
der Beschwerdegegnerin am 2. Februar 2015
angezeigt wurde
(Urk. 14).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
dem Bundesgesetz über die
Unfallversicherung (UVG) setzt zunächst voraus, dass zwischen dem
Unfall
er
eig
nis
und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natür
li
cher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kau
sal
zu
sammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der einge
tre
tene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bezie
hungs
weise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sam
men
hangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereig
nis zu
sam
men mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
ge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiel
e (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E.
4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein
natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
wal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt
erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht pub
li
ziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Ge
sundheits
scha
dens
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45;
BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ur
säch
licher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich hie
r
bei um eine an
spruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausal
zu
sammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim
Un
fal
l
versicherer
(RKUV 1994 Nr. U 206 S.
328 f. E.
3b, 1992 Nr. U 142 S.
76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rück
fällen und
Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend
(
Urteil des Bun
des
gerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
status
quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
status
quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf
Art.
36
Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und
Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach
Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.3
Die Beweislastregel, wonach der Unfallversicherer und nicht der Versicherte die Beweislast für das überwiegend wahrscheinliche Dahinfallen der natürlichen Unfallkausalität trägt, greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 61
lit
. c des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]) und der
Beweis
wür
digung
einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende Wahr
scheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b in
fine
S. 264 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anam
nese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammen
hänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerun
gen des
Experten begründet und nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend für den
Beweis
wert
ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a). Den Berichten
versiche
rungs
in
terner
Ärztinnen und Ärzten kommt rechtsprechungsgemäss zwar nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gut
achten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten, sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtig
keit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_216/2009 vom 28. Oktober 2009 E. 4.7).
1.5
Die Rechtsprechung geht in Bezug auf die Würdigung von ärztlichen Berichten,
welche ein Unfallversicherer im Administrativverfahren einholt, seit je davon aus,
dass die Versicherung, solange sie in einem konkreten Fall noch nicht Pro
zess
par
tei ist, als Verwaltungsorgan dem Gesetzesvollzug dient. Wenn die von der Un
fallversicherung beauftragten Ärzte und Ärztinnen zu schlüssigen Ergeb
nissen
gelangen, darf das Gericht in seiner Beweiswürdigung auch solchen Gut
achten folgen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 104 V 209 E. c; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer auch über den
17. September 2013
hinaus Anspruch auf Leistungen der Beschwerdegegnerin hat.
2.2
Die Beschwerdegegnerin machte
im angefochtenen Einsprache-Entscheid vom 22. September 2014
zusammengefasst geltend,
von einer Traumatisierung, welche eine zeitweilige Aktivierung einer vorbestehenden
Rhizarthrose
verursache, sei anzunehmen, dass sie in einem Zeitraum von spätestens vier Monaten vollständig abheile und der Status quo sine eintrete. Nachfolgend sei wieder die
vorbeste
hende
Arthrose in der Angelegenheit führend und müsse zulasten der Kranken
kasse behandelt werden (Urk. 2 S. 4).
2.3
Dem hielt der Beschwerdeführer
am 9. Oktober 2014 beschwerdeweise
im
We
-
sent
lichen
entgegen,
es könne nicht vom Erreichen des Status quo sine aus
gegangen werden, da kein krankha
fter Vorzustand bestanden habe
(Urk. 1 S. 4).
2.4
In der Beschwerdeantwort
vom 12. Dezember 2014
(Urk. 7)
brachte die
Be
-
schwer
degegnerin
vor,
Dr.
C._
habe sich in seiner chirurgischen Beur
teilung vom 5. Dezember 2014 ausführlich mit dieser Problematik auseinander
gesetzt und sei in seiner fundierten Beurteilung zum Ergebnis gelangt, die
Rhi
zarthrose
am rechten Sattelgelenk stelle einen klaren Vorzustand dar, da diese Diagnose von
Dr.
Z._
bereits in der ersten Untersuchung gestellt worden sei und sich dies auch aufgrund der Bildgebung ergebe
(Urk. 7 S. 5)
.
Gemäss
den Ausführungen von Dr.
C._
wäre
die am 5. November 2013 durch
geführte Operation auch ohne
die versicherten
Ereignisse erforderlich gewor
den
.
Dr.
C._
habe festgestellt, dass zwingend ein Vorzustand bestanden habe, da nur eine ausgeprägte Arthrose die Resektion rechtfertige. Ebenso habe er wei
tere medizinische Argumente aufgeführt, welche das Vorgehen der
Beschwerde
gegnerin
in jeglicher Hinsicht stützten und im Ergebnis die medizinische Mei
nung von
Dr.
B._
bestätigten. Bezüglich des Unfallhergangs beziehungs
weise des Unfallmechanismus könne auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_256/2014 vom 3. November 2014 verwiesen werden.
Die Argumentation von
Dr.
C._
sei einleuchtend, womit erstellt sei, dass die am 5. November 2013 durchgeführte Operation nicht natürlich kausal auf eines der versicherten Ereig
nisse
zurückgeführt werden könne und der Status quo sine per 30. Juni 2013 erreicht gewesen sei. Ein externes Gutachten sei nicht einzuholen; es bestünden beweiskräftige
Entscheidgrundlagen
, weshalb eine weitere Abklärung keinen Sinn mache.
A
uch der ärztliche Dienst der Easy Sana Krankenversicherung AG
teile
die Beurteilung der Beschwerdegegnerin und
anerkenne eine
Leistungs
pflicht
. Dies sei als klares Indiz für die Rechtsmässigkeit
ihres
Vorgehens
zu werten (Urk. 7 S. 6 ff.).
2.5
Demgegenüber wandte der Beschwerdeführer in der Stellungnahme vom 28. Januar 2015 ein,
Dr.
C._
verfüge nicht über ausgeprägte Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich Handgelenksbeschwerden; er besitze im Gegensatz zu
Dr.
Z._
keinen Facharzttitel im Bereich Handchirurgie. Inhaltlich könne den Ausführungen von
Dr.
C._
nicht gefolgt werden. Er gehe davon aus, dass eine ausgeprägte Arthrose vorgelegen haben müsse. Genau dieser Umstand sei allerdings mehrmals von den involvierten Ärzten verneint worden. Die Grundannahme von
Dr.
C._
sei bereits fehlerhaft, weshalb gesamthaft nicht auf den Bericht abgestellt werden könne. Der Verweis auf die
Diagnose
stellung
von
Dr.
Z._
sei auch nicht
stichhaltig
. Dieser habe lediglich die Diagnose einer beginnenden Arthrose gestellt und mehrmals darauf hingewiesen, dass lediglich unfallbedingte Beschwerden vorlägen. Es gehe aus
serdem nicht um die Frage, ob die erfolgte Operation notwendig oder verhält
nismässig gewesen sei. Diese Frage vermische die Beschwerdegegnerin mit der Frage nach dem Status quo sine, wobei sie sich in verschiedene Widersprüche verwickelt habe (Urk. 12).
3.
3.1
Anlässlich der Besprechung vom
7.
April 2014 legte der Beschwerdeführer den Unfallhergang bzw. die Chronologie der Ereignisse dar. Danach rutschte ihm beim Einpacken von Batterieladegeräten ein solches von ca. 35 kg Gewicht aus den Händen und fiel in die Schachtel. Dabei habe es ihm den rechten Arm nach unten gerissen. Er habe den Daumen an der Kartonkante angeschlagen und sei hängen geblieben. Aufgrund der Armbewegung nach unten habe es ihm den Daumen nach hinten gedrückt. Er habe Schmerzen im Daumengrundgelenk sowie im Daumenballen und eine Schwellung gehabt. Den Daumen habe er mit Eis gekühlt. Gegen Abend hätten die Schmerzen langsam gebessert und die Schwellung sei zurückgegangen. In den nächsten Tagen seien die Schwellung und die Schmerzen immer mehr zurückgegangen, so dass er keinen Arzt auf
gesucht habe. Allerdings seien leichte bewegungsabhängige Schmerzen mit einer leichten zeitweiligen Schwellung verblieben. Am 2
8.
März 2014 (richtig =
2013) habe er eine Schachtel mit beiden Händen nach hinten schieben wollen und sei dabei mit dem rechten Daumen an einem mit Löchern versehenen Eisenmetallpfosten hängengeblieben. Dabei habe es ihm den Daumen stark nach hinten gedrückt. Er habe stärkere Schmerzen als noch beim ersten Ereignis vom 1
2.
Februar 2013 verspürt und eine grössere Schwellung gehabt. Nachdem nach sechs Tagen weder die Schwellung noch die Schmerzen zurückgegangen seien, habe er
Dr.
Z._
konsultiert (
Urk.
8/42). Seit dem
5.
November 2013 (Operationsdatum) sei er voll arbeitsunfähig.
3.
2
Dr.
Z._
führte in seinem Bericht vom 17. Juni 2013 aus, der Beschwerdeführer habe sich Ende Februar 2013 ein Hyperextensionstrauma am Daumen rechts zugezogen. Am 28. März
2013
sei es erneut zu einem
Hyper
extensionstrauma
gekommen.
Klinisch habe er
eine deutliche
Druckdolenz
über dem Sattelgelenk, ein
en leichten
Kompressionsschmerz am MP
(
Daumengrund
gelenk
)
ohne Instabilität
festgestellt
.
Radiologisch zeige sich im Sattelgelenk eine beginnende Arthrose. Somit handle es sich um eine traumatisierte
Rhi
zarthrose
. Unter einer konservativen Therapie mit
Brufen
800 und Ergotherapie mit Schienenbehandlung sei es zu einem Rückgang der Schmerzen, aber nicht zu einer Beschwerdefreiheit gekommen. Somit habe er am 7. Juni 2013 das Sattelgelenk mit einer Ampulle
Diprophos
infiltriert, wodurch es zu einem mas
siven Rückgang der Schmerzen gekommen sei (Urk. 8/4).
Am
1.
Oktober 2013 berichtete
Dr.
Z._
, nach zwei Monaten hätten sich die Schmer
zen wieder verstärkt. Da der Beschwerdeführer jetzt konservativ austherapiert sei, verbleibe nur die
Resektionsarthroplastik
mit
Aufhängeplastik
(
Urk.
8/15).
3.
3
Dr.
A._
kam i
n der kreisärztlichen Beurteilung vom 4. Oktober 2013 zum Schluss, die Hyperextension
des rechten Daumens
habe einen
vorbestehen
den
degenerativen Schaden lediglich aktiviert, weshalb die geplante Operation nicht unfallkausal sei (Urk. 8/14). An dieser Beurteilung hielt
er
in der Stellung
nahme vom 11. Oktober 2013 auch nach Vorlage der Röntgenbilder fest
. Er führte aus, die knöchernen Veränderungen seien nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallkausal, daher bestehe auch keine Unfallkausalität zur Operation. Ob unfallbedingt oder nicht, beschleiche ihn der Eindruck, dass mit einer
Resektionsarthroplastik
bei dieser minimalen Veränderung mit Kanonen auf Spatzen geschossen werde. Sonst sei die
Resektionsarthroplastik
als letzter Therapieschritt eine exzellente schmerztherapeutische Methode mit meist sehr gutem funktionellem Ergebnis
(Urk. 8/18).
In der Ergänzung vom 15. Oktober 2013 führte
Dr.
A._
aus, die
vorgelegten Röntgenbilder zeigten eine minimale
arthrotische
Veränderung des Daumen-Sattelgelenkes, wie sie sogar noch als altersentsprechend eingestuft werden könne. Der Unfall möge zu einer Reizung des Gelenkes durch Verstauchung/Drehung geführt haben. Selbst ein
chronifizierter
Zustand würde bei vorliegendem Röntgenbefund eine
Resekti
onsarthroplastik
nicht rechtfertigen; eine konservative Therapie mit hinreichen
der Dauer und gegebenenfalls mit einem Wechsel der Therapieformen sei ange
zeigt. Eine konservative Therapie werde
kreisärztlicherseits
befürwortet, sofern es sich um Unfallfolgen handle (Urk. 8/23).
3.
4
Dr.
B._
führte
in seiner
kreisärztlichen Beurteilung
vom 29. Oktober 2013
aus
, die
Rhizarthrose
sei sicherlich vorbestehend gewesen, weil sie nicht im Zeitraum zwischen dem 12. Februar 2013 und der Diagnose
stellung
(durch Dr.
Z._
) habe entstehen können. Weiterhin gebe es keine Hin
weise darauf, dass durch eine Überextension eine richtunggebende Veränderung der vorbestehenden degenerativen Veränderungen eingetreten sei. Von einer Traumatisierung, welche eine zeitweilige Aktivierung einer vorbestehenden
Rhi
zarthrose
verursache, sei anzunehmen, dass sie in einem Zeitraum von höchs
tens vier Monaten vollständig abheile und der Status quo sine eintrete. Nach
folgend sei wieder die vorbestehende Arthrose in der Angelegenheit führend und müsse dann zulasten der Krankenkasse behandelt werden. Abgesehen davon erscheine die geplante operative Massnahme überdimensioniert (Urk. 8/29).
3.
5
In der Beurteilung vom 22. Mai 2014
hielt
Dr.
A._
fest
, anamnes
tisch und röntgenologisch hätten sich für einen Vorschaden vor dem Unfallereignis vom 12. Februar 2013 keine Hinweise ergeben. Daher könne nicht von einem Status quo sine bezogen auf das Unfallereignis vom 12. Februar 2013 ausgegangen werden. Die Operation von
Dr.
Z._
halte er aber für überdimensioniert, weil präoperativ kein
pathoanatomi
sches
Substrat für diesen Eingriff ermittelt worden sei. Zur Frage der Arbeitsfä
higkeit schlage er eine kreisärztliche Untersuchung vor (Urk. 8/51).
Im Bericht der kreisärztlichen Untersuchung vom 2. Juni 2014 führte Dr.
A._
zur Beurteilung vom 22. Mai 2014 ergänzend
aus,
die
Röntgenstandardaufnahmen
vom
3.
April 2013 zeigten im Bereich des Daumensattelgelenkes
altersgerechte Befund
e. Der kernspintomographische Befundbericht (von der
Beschwerdegeg
nerin
veranlasst und am
6.
Juni 2014 im
Spital D._
durchgeführt,
Urk.
8/55) nenne den Status postoperativer Residuen unterhalb des Os
metacar
pale
I, gemäss Angaben des Beschwerdeführers nach Sehnenoperation. Soweit bei Bewegungsartefakten beurteilbar sei keine Pathologie fassbar
(Urk. 8/56 S. 6).
3.
6
Dr.
B._
hielt in der Stellungnahme vom 27. Juni 2014 an seiner Beurtei
lung vom 25. Oktober 2013 fest. Der Fall zeige wieder einmal, dass es nicht zielführend sei,
retrospektiv
mit einer kreisärztlichen Untersuchung eine
Kausa
litätsbeurteilung
vorzunehmen
. Massgeblich seien die Unterlagen und der Ver
lauf bis hin zu den Massnahmen, welche bis zum Zeitpunkt der
Kausalitätsbe
urteilung
erfolgt seien. Die kreisärztliche Untersuchung von Dr.
A._
und auch die nachfolgende MRI-Untersuchung brächten keinen weiteren Auf
schluss über die Angelegenheit. Die
Rhizarthrose
sei wirklich nur als minim zu bezeichnen, was entsprechend dem Alter des Beschwerdeführers schon fast als altersentsprechender Normalbefund gewertet werden könne. Es habe nun mal keinerlei Hinweise gegeben, dass durch den Unfall eine richtunggebende Verän
derung dieses Befunds zustande gekommen sei (Urk. 8/58).
3.
7
Dr.
C._
hielt in seiner chirurgischen Beurteilung vom 5. Dezember 2014 im Wesentlichen fest,
anatomisch müsse zwischen Daumensattelgelenk und Dau
mengrundgelenk unterschieden werden. Am Daumensattelgelenk der rechten Hand des Beschwerdeführers habe vor den beiden Ereignissen ein krankhafter Vorzustand in Form einer Arthrose (=
Rhizarthrose
) bestanden. Diese Diagnose sei vom handchirurgischen Experten
Dr.
Z._
bereits bei der ini
tialen Untersuchung gestellt worden und sei auf der Grundlage der vorliegenden Bildgebung nicht in Zweifel zu ziehen.
Dr.
Z._
beschreibe im Röntgenbild des Daumens „CMC I mit Gelenkspaltverschmälerung diskreter Subluxationsstellung“. Dass es sich hierbei um eine höher
gradige
und bereits subluxierte Arthrose gehandelt habe, lasse sich auch zwanglos aus der durch
geführten Operation erklären, denn nur die ausgeprägte Arthrose stelle eine Indikation für eine Resektion (= Entfernung) eines Gelenkes dar. Der Mechanis
mus, den der Beschwerdeführer dem erstbehandelnden Arzt für beide Ereignisse geschildert
habe, dokumentiere dieser als
Hyperextensionstrauma. Eine
Über
streckung
im Daumen führe allerdings nicht zu einer Distorsion im
Daumen
sattelgelenk
im Sinne einer
unphysiologischen
und das normale Mass über
schreitenden Bewegung in einem Gelenk. In Bezug auf die ein Jahr später zusätzlich zur Hyperextension beschriebenen Mechanismen (Anschlagen, Hän
genbleiben) sei es in Anbetracht des dokumentierten Verlaufs und der beschrie
benen Befunde höchst unwahrscheinlich, dass diese biomechanisch geeignet gewesen sein könnten, eine strukturelle Läsion am Daumensattelgelenk zu ver
ursachen. Der Beschwerdeführer habe auch angegeben, initial Beschwerden am Daumengrundgelenk gehabt zu haben. Bei der ärztlichen Erstuntersuchung sei dieses Grundgelenk noch kompressionsschmerzhaft gewesen. Dass eines de
r beiden Ereignisse eine
tatsächliche, strukturelle, bildgebend objektivierte Läsion am vorerkrankten Daumensattelgelenk rechts verursacht habe, ist auf der Grundlage der vorliegenden Bildgebung auszuschliessen. Selbst
Dr.
Z._
beschreibe in der Bildgebung keine knöcherne oder
ligamentäre
Verletzung, weder am Daumengrundgelenk noch am
Daumensat
telgelenk
. Durch die Injektion von Cortison in das Daumensattelgelenk am
7.
Juni 2013 mit massiver Schmerzreduktion sei nochmals die Diagnose einer ausgeprägten
Rhizarthrose
bestätigt worden. Durch diese Behandlung sei der allenfalls durch das erste oder zweite Ereignis ausgelöste Beschwerdeschub am
arthrotischen
Daumensattelgelenk erfolgreich therapiert worden. Gebe man kli
nischer Erfahrung entsprechend einen Zeitraum von drei Wochen bis zum voll
ständigen Wirkungseintritt des Cortisons hinzu, könne als Datum für das Errei
chen eines Status quo sine der 3
0.
Juni 2013 angenommen werden. Dass eine tatsächliche, richtunggebende Verschlimmerung der
Rhizarthrose
durch das erste oder das zweite Ereignis verursacht worden sei, sei weder durch klinische Befunde noch durch die vorliegende Bildgebung objektiviert. Der vier Monate später am
5.
November 2013 durchgeführte operative Eingriff am
Daumensat
telgelenk
wäre auch ohne diese Ereignisse erforderlich geworden; durch die
Cortisoninjektion
im Juni 2013 sei der Zeitpunkt für diesen Eingriff vermutlich eher noch hinausgeschoben worden. Die kreisärztliche Untersuchung und die magnetresonanztomographische Untersuchung hätten erst nach der Operation stattgefunden und könnten deshalb keinen Erkenntnisgewinn zum alleinig interessierenden präoperativen Zustand beitragen (
Urk.
9).
4.
4.1
Dass sich die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einsprache-Entscheid im Wesentlichen auf die
kreisärztliche Beurteilung von
Dr.
B._
abstützte, ist nicht zu beanstanden.
Es bestehen keine
k
onkrete
n
Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit
seiner Beurteilung
sprechen.
Dr.
B._
begründete
in schlüs
siger Weise, weshalb bereits
vor den Ereignissen im Fe
bruar/
März 2013
ein krankhafter Vorzustand
im Daumensattelgelenk
bestanden
haben musste
, wel
cher
allenfalls
zeitweilig aktiviert
wurde
(
E. 3.
4
).
Seine Einschätzung steht im Einklang mit derjenigen von
Dr.
Z._
,
welcher
die Diagnose einer traumatisierten
Rhizarthrose
bereits
im Bericht vom 17. Juni 2013
gestellt
(E. 3.
2
)
und damit sinngemäss die Aktivierung eines krankhaften Vorzustandes zum Ausdruck gebracht
hatte
.
Auch
Dr.
A._
ging zunächst von einem krankhaften Vorzustand aus (E. 3.
3
). Weshalb er
seine Meinung nachträglich revidierte
(E. 3.
5
)
,
hat er nicht begründet und
ist
nicht nachvollziehbar
.
Die Begründung, es könne nicht von einem Status quo sine ausgegangen werden, weil zumindest röntgenologisch kein Vorschaden sichtbar
sei (Urk. 3.
5
),
steht in klarem Widerspruch zu seiner früheren Einschätzung
und der einhelligen ärztli
chen Beurteilung
aufgrund des bildgebenden Materials.
Anzufügen bleibt, dass
auch
Dr.
C._
auf den
von
Dr.
Z._
fest
gestellten krankhaften Vorzustand
hinwies
(Urk. 9 S. 4). Der
von
Dr.
C._
gezo
gene
Rückschluss, aufgrund der von
Dr.
Z._
festgestellten
Ope
rationsindikation
habe es sich beim Vorzustand um eine
höhergradige
und bereits subluxierte Arthrose handeln müssen
(Urk. 9 S. 4)
, ist allerdings
ver
kürzt
.
Massgebend für die Beurteilung des krankhaften Vorzustandes ist nicht die vom behandelnden Arzt beurteilte Operationsindikation, sondern die Befundlage unter Berücksichtigung des bildgebenden Materials. Aufgrund des bildgebenden Materials gingen die
Dres
.
Z._
,
A._
(zunächst)
und
B._
übereinstimmend
von einer leichten Arthrose aus („beginnende Arthrose“ gemäss
Dr.
Z._
[Urk. 8/4 S. 2]; „mini
male
arthrotische
Veränderung des Daumen-Sattelgelenkes, wie sie sogar noch als altersentsprechend eingestuft werden kann“
gemäss
Dr.
A._
[Urk. 8/23];
gemäss
Dr.
B._
„ist die
Rhizarthrose
wirklich nur als min
im zu bezeichnen“ [Urk. 8/58]).
Dies ändert aber nichts an der überzeugenden Ein
schätzung von
Dr.
B._
und Dr.
C._
, wonach
keinerlei Hinweise auf eine durch den Unfall richtunggebende Veränderung des Befunds
best
ehen
bezie
hungsweise
dass
eine Traumatisierung, welche eine zeitweilige
Aktivierung einer vorbes
tehenden
Rhizarthrose
verursach
t
e
, in einem Zeitraum von höchs
tens
vier Monaten vollständig abheil
t
und der Status quo sine eintr
itt
. N
achfol
gen
d ist
wieder die vorbestehende Arthrose in der Angelegenheit führend (
E. 3.4 und E. 3.6
).
4.
2
Im Sinne der Erwägungen kann die am 5. November 2013 durchgeführte Opera
tion
am Daumensattelgelenk mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nicht natürlich kausal auf eines der versicherten Ereignisse zurückgeführt werden. Ob sie überdimensioniert war oder nicht, ist dabei nicht
von Relevanz
.
4.
3
Bei den vorliegend vorhandenen
beweiskräftige
n
Entscheidgrundlagen
sind keine w
eitere
n
Abklärung
en angezeigt
, zumal nach erfolgter Operation keine neuen Erkenntnisse in Bezug auf den Vorzustand zu vergegenwärtigen sind.
5.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.