Decision ID: d8925be4-2bb1-5554-821f-367ee6d9706b
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y., Staatsangehöriger von Kosovo, ist am 8. Dezember 1970 in Gjakove in der
Nähe der albanischen Grenze geboren und dort aufgewachsen. Im Jahr 1992 heiratete
er eine in der Schweiz niedergelassene Landsfrau und zog drei Jahre später im
Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz. Seit 19. Juni 2000 verfügt er über eine
Niederlassungsbewilligung. Die Ehe wurde im Jahr 2007 geschieden. In der Folge
heiratete er erneut eine Landsfrau. Diese lebt nach wie vor in ihrem gemeinsamen
Heimatland. Er ist Vater von drei Kindern (geboren am 15. Januar 1989, 5. März 1991
und 24. Februar 1997). Die beiden älteren Töchter sind mittlerweile erwachsen und
selbstständig, der Sohn lebt bei seiner Mutter, welche die elterliche Sorge inne hat.
B./ a) Im Oktober 1996 verwarnte ihn die Fremdenpolizei des Kantons Thurgau (heute
das Migrationsamt) erstmals wegen einer Verurteilung zu einer Gefängnisstrafe und
einer Busse. Im Juli 2004 drohte sie ihm ein zweites Mal den Widerruf seines
Aufenthaltsrechts in der Schweiz an, weil er erneut straffällig geworden war, über ihn
der Konkurs eröffnet werden musste und er Schulden von über Fr. 180'000.--
angehäuft hatte. Die Ermahnung sprach sie ausdrücklich als letzte Chance aus und
verband damit die Forderung, dass er sich fortan in jeder Hinsicht klaglos zu verhalten
und seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen habe.
b) X.Y. liess sich aber auch von der zweiten Verwarnung nicht beeindrucken,
delinquierte weiter und machte zusätzliche Schulden. Das zwischenzeitlich zuständige
Migrationsamt des Kantons St. Gallen stellte ihm deshalb seine Wegweisung in
Aussicht und widerrief mit Verfügung vom 6. Juni 2011 seine
Niederlassungsbewilligung. Gleichzeitig forderte es ihn auf, die Schweiz bis spätestens
15. August 2011 zu verlassen.
C./ Gegen diese Wegweisungsverfügung liess der Betroffene am 20. Juni 2011 beim
Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen Rekurs erheben. Dieses
bestätigte mit Entscheid vom 22. Mai 2012 den Widerruf bzw. die Wegweisung. Es kam
ebenfalls zum Schluss, dass der Rekurrent mit seiner regelmässigen Delinquenz und
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seiner massiven und mutwilligen Verschuldung schwerwiegend gegen die öffentliche
Sicherheit und Ordnung verstossen habe. Konkret befand es die Wegweisung des
Rekurrenten auch als zumutbar, obgleich dieser nunmehr seit 17 Jahren in der Schweiz
lebte.
D./ Dagegen lässt der Betroffene am 4. Juni 2012 beim Verwaltungsgericht des
Kantons St. Gallen mit dem Antrag Beschwerde erheben, der Rekursentscheid sei
kostenpflichtig aufzuheben, und vom Widerruf der Niederlassungsbewilligung sei
abzusehen. Mit Beschwerdeergänzung vom 6. August 2012 macht er geltend, dass er
wegen seines (geringen) Ausbildungsniveaus und seiner (schlechten)
Deutschkenntnisse keine Möglichkeit habe, als Angestellter ein Einkommen zu erzielen,
das ihm erlauben würde, für seinen eigenen Lebensunterhalt und für seine Kinder
aufzukommen. Leider sei auch sein zweiter Versuch, sich selbstständig zu machen,
gescheitert, weshalb er wieder als Angestellter arbeiten müsse. Auf Grund seiner
bescheidenen beruflichen Qualifikationen könne er bloss einen Nettolohn von knapp
Fr. 4'000.-- verdienen. Lohnpfändungen und Schuldzinsen würden seine Schulden
zudem eher noch vergrössern statt vermindern. Sein strafrechtlich relevantes Verhalten
seit der letzten Verwarnung sei für das vorliegende Verfahren nicht relevant.
E./ Mit Vernehmlassung vom 10. August 2012 beantragt die Vorinstanz, die
Beschwerde kostenpflichtig abzuweisen und verzichtet ansonsten auf eine
Stellungnahme.
F./ Am 20. November 2012 reicht der Beschwerdeführer vier Lohnabrechnungen nach,
woraus seiner Meinung nach hervorgehe, dass er monatlich in erheblichem Umfang
Schulden abzahlen könne. Gemäss diesen Abrechnungen verdient er einen
monatlichen Bruttolohn von Fr. 4'600.-- bzw. netto Fr. 3'821.75. Davon werden direkt
Fr. 1'177.75 abgezogen (Lohnpfändung Fr. 359.75 und Alimente Fr. 818.--). Auf die
weiteren von den Verfahrensbeteiligten vorgebrachten Ausführungen wird, soweit
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
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2. Die Niederlassungsbewilligung wird unbefristet und ohne Bedingungen erteilt (Art. 34
Abs. 1 des Bundesgesetzes über Ausländerinnen und Ausländer, SR 142.20, abgekürzt
AuG). Sie kann widerrufen werden, wenn der Ausländer unter anderem in
schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz
oder im Ausland verstossen hat oder diese gefährdet (Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG). Eine
Gefährdung liegt vor, wenn konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der
Aufenthalt der betroffenen Person in der Schweiz mit erheblicher Wahrscheinlichkeit zu
einem Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung führt (Art. 80 Abs. 2 der
Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [SR 142.201, abgekürzt
VZAE]).
2.1. Ein Verstoss gegen die öffentliche Ordnung liegt etwa bei der Missachtung von
gesetzlichen Vorschriften und behördlichen Verfügungen vor (Art. 80 Abs. 1 lit. a VZAE).
Nicht erforderlich ist, dass der Ausländer strafrechtlich verurteilt worden ist, sofern
keine Zweifel bestehen, dass der betroffenen Person ein strafbares Verhalten zur Last
zu legen ist (S. Hunziker in: Caroni/Gächter/Thurnheer, Handkommentar zum AuG,
Bern 2010, N 35 zu Art. 62 AuG mit Hinweisen). Dabei kann der Widerruf auch dann
geboten sein, wenn ihn die einzelnen Handlungen für sich allein noch nicht
rechtfertigen, deren wiederholte Begehung aber darauf hinweist, dass die betreffende
Person nicht gewillt ist, sich an die geltende Ordnung zu halten (BGE 137 II 304 E. 3.3).
Eine Störung oder Gefährdung der öffentlichen Ordnung besteht zudem bei mutwilliger
Nichterfüllung öffentlich-rechtlicher oder privatrechtlicher Verpflichtungen (Art. 80 Abs.
1 lit. b VZAE). Zu den ersteren zählen Steuern, Alimente, Sozialabgaben und
Krankenkassenprämien. Zu den privatrechtlichen etwa Mietzinse oder Prämien privater
Versicherungen. Betragsmässig besteht keine Mindestgrenze. Die öffentlichen
Interessen an einem Widerruf einer Bewilligung sind aber umso gewichtiger, je mehr
sich eine ausländische Person verschuldet hat und sich trotz Verwarnungen nicht um
Schuldentilgung bemüht. Die Verschuldung muss mutwillig bzw. zumindest leichtfertig
erfolgt sein (Hunziker, a.a.O., N 36 f. zu Art. 62 AuG).
2.2. Ein in schwerwiegender Weise erfolgter Verstoss liegt in erster Linie dann vor,
wenn der Ausländer besonders hochwertige Rechtsgüter wie namentlich die
körperliche, psychische und sexuelle Integrität eines Menschen verletzt oder gefährdet
hat. Der Widerruf einer Niederlassungsbewilligung ist aber auch dann zulässig, wenn
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der Ausländer sich von strafrechtlichen Massnahmen nicht beeindrucken lässt und
damit zeigt, dass er auch künftig weder gewillt noch fähig ist, sich an die
Rechtsordnung zu halten, was jeweils im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zu prüfen
ist (BGer 2C_839/2011 vom 28. Februar 2012 E. 2.1 mit Hinweisen).
2.3. Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer seit seiner Einreise immer
wieder straffällig wurde. Unabhängig davon, welcher strafrechtlichen Deliktskategorie
die begangenen Straftaten zuzuordnen sind, handelt es sich dabei keinesfalls nur um
Bagatellverstösse, wie der Beschwerdeführer sinngemäss vorbringen lässt. Von den
zehn Verurteilungen datieren sechs nach der zweiten ausländerrechtlichen Verwarnung
im Jahr 2004. Dieser lag die Verurteilung wegen versuchter Nötigung, mehrfacher
Drohung, mehrfachen Missbrauchs einer Fernmeldeanlage, Tätlichkeiten und
Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung zu Grunde. Die Verurteilung erfolgte, weil
er seiner Ex-Frau mehrmals mit einem Ledergut über die Hände geschlagen, sie am
Oberkörper mit Fäusten und Füssen traktiert, vor die Wohnungstüre gezerrt und
ausgeschlossen und weil er sie und ihre Verwandten mit dem Tod bedroht hatte. Die
letzte Verurteilung datiert vom 4. Oktober 2010, wofür er wegen eines Vergehens
gegen das Waffengesetz eine unbedingte Geldstrafe erhalten hat. Auch seine
Strassenverkehrsdelikte stellen keine blosse Geringfügigkeiten, sondern ernsthafte
Gefährdungen Dritter dar. So fuhr er etwa auf der Autobahn bei einer signalisierten
Geschwindigkeit von 100 km/h rund 50 km/h zu schnell, wobei er bis auf einen
Abstand von höchstens 10 m auffuhr, sodann rechts überholte, um wieder derart
knapp links einzubiegen, dass die beiden überholten Fahrzeuge stark abbremsen
mussten, um nicht aufzufahren. Im Jahr 2006 musste er gleich zwei Mal angehalten
werden, weil er die Stützlast mit Anhänger mit 191 Prozent überschritten und die
Ladung ungenügend gesichert hatte. Ebenfalls um keine Bagatelle handelt es sich bei
den nicht bezahlten Unterhaltsbeiträgen, weshalb seine Ex-Frau und seine Kinder
gezwungen waren, sich ans Sozialamt bzw. die Stelle für Alimentenbevorschussung zu
wenden, womit die Allgemeinheit gezwungen war, an seiner Stelle für seine Familie
aufkommen. Auch dafür musste er mit einer unbedingten Geldstrafe belangt werden.
2.4. Nebstdem, dass sich die Strafbehörden fast ein Dutzend Mal mit dem
Beschwerdeführer beschäftigen mussten, hat er einen erheblichen Schuldenberg
angehäuft. Wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid in Ziff. 3 lit. b (act. 2)
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detailliert aufgezeigt hat, hat der Beschwerdeführer diese Schulden über die
Verwarnungen in den Jahren 1996 und 2004 hinaus mutwillig angehäuft. Im Jahr 2002
gab er seine Anstellung freiwillig auf und war hernach für ein Jahr Besitzer der
Diskothek "Q." in St. Gallen. Ein Jahr später ging er damit Konkurs. Dieser musste per
3. Februar 2003 mangels Aktiven wieder eingestellt werden. In der Folge war er
arbeitslos bzw. bezog Sozialhilfe. Nach einer kurzen Anstellung als Gerüstbauer
(Vorakten Migrationsamt act. 92) war er bei einem Bauunternehmen angestellt, wo ihm
aber nach gut zwei Jahren am 12. Juli 2007 mangels Arbeitsinteresse und -einsatz
wieder gekündigt werden musste (Akten Migrationsamt act. 82). Im Anschluss daran
bezog er wiederum Arbeitslosentaggelder und ohne ersichtlichen Grund, nicht arbeiten
zu können, Sozialhilfe. Obwohl er in der Unterhaltungsbranche bereits einmal
gescheitert war, beteiligte er sich im Jahr 2009 wieder an einem Club in St. Gallen.
Aber auch dieses Engagement endete bereits nach kurzer Zeit wieder mit erheblichen
Schulden. Bis anfangs 2012 kamen so weitere 37 Verlustscheine in einer Höhe von gut
Fr. 140'000.-- dazu (Vorakten Migrationsamt act. 142 und Vorakten Sicherheits- und
Justizdepartements act. 18). Zudem waren per 19. Januar 2012 Betreibungen im
Betrag von knapp Fr. 25'000.-- offen (Vorakten Sicherheits- und Justizdepartement
act. 23). Insgesamt häufte er damit einen Schuldenberg von rund Fr. 240'000.-- an,
womit er nicht bloss bei zahlreichen Privaten, sondern insbesondere auch bei der
öffentlichen Hand, beim Fiskus, bei der Krankenkasse und der
Sozialversicherungsanstalt, beim Kantonsspital St. Gallen, bei den Sozialämtern bzw.
der Alimentenhilfe und bei der Billag AG einen massiven Schaden verursacht hat.
2.5. Der Beschwerdeführer lässt mit seiner letzten Eingabe vorbringen, er verdiene
mittlerweile als Angestellter netto gut Fr. 3'800.-- und sei damit in der Lage, Schulden
in erheblichen Umfang abzuzahlen. Nebst einer bescheidenen pfändbaren Quote von
monatlich Fr. 360.-- und den direkt vom Lohn abgezogenen Unterhaltszahlungen von
Fr. 818.-- verbleiben ihm aber bloss knapp Fr. 2'800.-- zum Leben, womit von einem
substanziellen Schuldenabbau augenscheinlich keine Rede sein kann. So geht der
Beschwerdeführer in seiner Beschwerdebegründung realistischerweise selber davon
aus, dass er seine Schulden tatsächlich nicht abbauen könne, sondern dass diese im
Gegenteil noch weiter ansteigen würden (act. 11, S. 4). Sein mehr als leichtsinniges
Verhalten hat demnach dazu geführt, dass er mittlerweile nicht mehr in der Lage ist,
sich aus seiner finanziellen Misere zu befreien, selbst wenn er noch wollte. Bei den
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wenigen geltend gemachten Abzahlungen ist keine Konstanz ersichtlich. Zudem fallen
diese mit Blick auf die vorhandenen Schulden ohnehin nicht ins Gewicht.
2.6. Damit steht fest, dass der Beschwerdeführer regelmässig und unbelehrbar
delinquiert sowie mutwillig und in erheblichem Umfang seine öffentlich-rechtlichen und
privatrechtlichen Verpflichtungen verletzt und damit erheblich und wiederholt gegen die
öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen bzw. diese gefährdet hat. Seinem
Einwand, er habe (zwei Mal) das Risiko als selbstständiger Unternehmer auf sich
nehmen müssen, ansonsten es ihm unmöglich gewesen wäre, für sich und den
Unterhalt seiner fünfköpfigen Familie aufzukommen, ist entgegenzuhalten, dass genau
dies sehr vielen (auch ungelernten) Ausländern durchaus gelingt bzw. von ihnen
erwartet wird. Dies gilt im besonderen Masse auch für den mittlerweile 43-jährigen
Beschwerdeführer, der über eine zweijährige Lehre als Tischler und eine Weiterbildung
für Elektromotoren (Vorakten Migrationsamt act. 92) verfügt. Während der ersten
sieben Jahre in der Schweiz hat er denn auch in seinem angestammten Berufsumfeld
in einer Holzbaufirma gearbeitet, bevor er sich ohne Not selbstständig gemacht und
sich dabei - wiederholt - massiv verschuldet hat. Weder bringt er vor, noch ist sonst
ersichtlich, dass er aus gesundheitlichen Gründen oder wegen arbeitsmarktlichen
Umständen nicht in der Lage gewesen wäre, eine Anstellung anzunehmen. Aus den
Akten geht im Gegenteil hervor, dass er eine seiner Stellen verloren hat, weil sein
Arbeitswille und seine Arbeitsleistung auf ein nicht mehr akzeptables Mass gesunken
waren (Vorakten Migrationsamt act. 82). Damit ist der Widerrufsgrund gemäss Art. 63
Abs. 1 lit. b AuG erfüllt.
3. Nach Art. 96 Abs. 1 AuG berücksichtigen die zuständigen Behörden bei ihrer
Ermessensausübung die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse
sowie den Grad der Integration des Ausländers. Mithin beachten sie, dass sich der
Widerruf bzw. die Nichtverlängerung der Bewilligung nur dann rechtfertigt, wenn die
jeweils im Einzelfall vorzunehmende Interessenabwägung die entsprechende
Massnahme als verhältnismässig erscheinen lässt, wobei namentlich die Schwere des
Verschuldens, die Dauer der Anwesenheit sowie die dem Betroffenen und seiner
Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen sind (BGer 2C_954/2011 vom 11. Juni
2012 E. 2. mit Hinweisen). Der Massstab gerichtlicher Nachprüfung bestimmt sich
grundsätzlich nach den Vorschriften des kantonalen und eidgenössischen
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Verfahrensrechts (B. Schindler in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Handkommentar
zum AuG, Bern 2010, N 9 zu Art. 96 AuG). Während die verwaltungsinterne
Rekursbehörde dabei über volle Kognition verfügt (Art. 46 Abs. 1 VRP), ist diejenige
des Verwaltungsgerichts auf eine Überprüfung von Rechts- und Sachverhaltsfragen
sowie qualifizierten Ermessensfehlern beschränkt (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Die
Kontrolle der Verhältnismässigkeit (nicht der Angemessenheit) eines Entscheids gehört
jedoch zur Rechtskontrolle (P. Uebersax in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.],
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, N 7.319) und erfolgt somit umfassend.
3.1. Als öffentliches Interesse gilt nebst der Verfolgung einer restriktiven
Einwanderungspolitik unter anderem die Verhinderung der Gefährdung der öffentlichen
Sicherheit und Ordnung (B. Schindler in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.],
Handkommentar zum AuG, Bern 2010, N 12 zu Art. 96 AuG). Mit Blick auf das
aufgezeigte Fehlverhalten des Beschwerdeführers liegt seine Wegweisung
offensichtlich im öffentlichen Interesse. Sodann darf bei ausländischen Personen, die
sich wie der Beschwerdeführer nicht auf das Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni
1999 (SR 0.142.112.681) berufen können, im Rahmen der Interessenabwägung neben
der aktuellen Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit, die vom fehlbaren
Ausländer ausgeht, auch generalpräventiven Gesichtspunkten Rechnung getragen
werden (BGer 2C_954/2011 vom 11. Juni 2012 E. 3.3.1). Somit kommt es ausserhalb
des Anwendungsbereichs dieses Abkommens nicht in entscheidender Weise darauf
an, dass vermutungsweise keine Rückfallgefahr besteht bzw. sich der Ausländer
künftig wohlverhalten werde (BGer 2C_282/2012 vom 31. Juli 2012 E. 2.5).
3.2. Der Beschwerdeführer lebt seit längerer Zeit in der Schweiz, verkehrt aber in erster
Linie unter Landsleuten. Demzufolge spricht er selbst nach 18 Jahren bloss gebrochen
Deutsch, wie er selber geltend macht (act. 11 S. 3 Ziff. 3 sowie Akten Migrationsamt
act. 52). In seinem zweiten Club verkehrten vornehmlich balkanstämmige Personen
(Akten Migrationsamt act. 119). Auch sonst stimmt der Grad seiner Integration in die
schweizerische Gesellschaft nicht ansatzweise mit seiner langen Aufenthaltsdauer
überein. So machte er sich unberührt von den angedrohten Konsequenzen immer
wieder strafbar und fuhr trotz Verwarnungen fort, sich zu verschulden. Seinen zwei
missglückten Versuchen, sich selbstständig zu machen, folgten beide Male ohne
erkennbaren Grund längere Phasen ohne Anstellung. Seine Beurteilungen als
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Angestellter sind stark durchzogen. Zudem übt er mit seiner derzeitigen Tätigkeit keine
qualifizierte Berufstätigkeit aus, die ein überwiegendes Interesse an seinem Verbleib in
der Schweiz begründen könnte. Seine bedenkliche Gleichgültigkeit der hiesigen
Rechtsordnung gegenüber zeigt sich beispielhaft daran, dass er wegen des gleichen
Verstosses gegen das Gesundheitsgesetz innert zwei Wochen drei Mal verzeigt (Akten
Migrationsamt act. 113) und wegen häuslicher Gewalt festgenommen werden musste
(Akten Migrationsamt act. 65), dass er seinen gerichtlich festgesetzten
Unterhaltspflichten seiner Familie gegenüber nicht nachgekommen ist und dass er
einem unbekannten Gast seines Clubs illegal eine Handfeuerwaffe verkaufen wollte
(vgl. Akten Migrationsamt act. 130). Insgesamt kann somit noch nicht einmal von einer
durchschnittlichen Integration gesprochen werden, weshalb der geltend gemachten
langen Aufenthaltsdauer in der Schweiz kein grosses Gewicht beigemessen werden
kann.
3.3. Demgegenüber ist der Beschwerdeführer erst mit 25 Jahren in die Schweiz
gezogen, womit er die meiste Zeit und seine prägenden Lebensjahre in seinem
Heimatland verbracht hat. Gemäss den glaubhaften Aussagen seiner Ex-Frau hat er
sich während seines Aufenthaltes in der Schweiz häufig im Kosovo aufgehalten (Akten
Migrationsamt act. 67), wo seine vier Geschwister und seine Eltern wohnen, zu denen
er ein gutes Verhältnis unterhält (Akten Migrationsamt act. 92). Zudem hat er sich dort
zwischenzeitlich mit einer Landsfrau verheiratet, die er nicht nachgezogen hat, sondern
die weiterhin im Kosovo lebt. Dank seiner neuen Ehefrau in seinem Heimatland, seiner
dort lebenden Ursprungsfamilie und seiner sonstigen aufrechterhaltenen Kontakte im
Kosovo wird es ihm ohne weiteres möglich sein, sich dort wieder zu etablieren und Tritt
zu fassen.
3.4. Seine familiäre Beziehung zu seinen erwachsenen und selbstständigen Töchtern
kann er von seinem Heimatland aus pflegen. Zur Ausübung des Besuchsrechts
gegenüber seinem 16-jährigen Sohn ist es ebenfalls nicht zwingend erforderlich, dass
er sich dauerhaft in der Schweiz aufhält. So wird weder behauptet noch ist sonst
ersichtlich, dass in wirtschaftlicher und affektiver Hinsicht eine besonders enge Vater-
Sohn-Beziehung vorliege. Davon abgesehen, hat sich der Beschwerdeführer in der
Schweiz auch nicht tadellos verhalten, was in dieser Konstellation ebenfalls eine
unabdingbare Voraussetzung dafür wäre, auf den Widerruf des Aufenthaltsrechts zu
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verzichten (BGer 2C_406/2012 vom 22. Oktober 2012 E. 4.2 mit Hinweisen). Den
verfassungs- und konventionsmässigen Anforderungen ist damit im vorliegenden Fall
Genüge getan, dass der Beschwerdeführer das Besuchsrecht - unter sachgerechter
Anpassung der Modalitäten - vom Ausland her ausüben kann. Allein der Umstand,
dass es ihm voraussichtlich nicht mehr möglich sein wird, die Kinderunterhaltsbeiträge
in der gerichtlich festgelegten Höhe zu begleichen, ist dabei in Kauf zu nehmen. Dies
umso mehr, als er die Beiträge auch schon in der Vergangenheit nicht bezahlt hat,
weshalb die öffentliche Hand diese in erheblicher Höhe bevorschussen musste und der
Beschwerdeführer die Vorschüsse noch nicht zurückbezahlt hat.
4. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz den Widerruf der
Niederlassungsbewilligung zu Recht bestätigt und als zumutbar erachtet hat. Nachdem
die angesetzte Ausreisefrist zwischenzeitlich abgelaufen ist, wird das Migrationsamt
dem Beschwerdeführer wie von der Vorinstanz angeordnet eine neue angemessene
Ausreisefrist ansetzen (Art. 66 Abs. 2 AuG). Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
5. (...).