Decision ID: a13842f6-9380-4589-909e-4d8602545d5c
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1989, absolvierte vom 2
1.
August 2006 bis 2
0.
August 2008 den Lehrgang als Schreinerpraktiker (EBA) bei der
Z._
(
Urk.
6/1/5,
Urk.
6/
7
/10-11) und begann direkt anschliessend eine Lehre
als Schreiner (EFZ) im gleichen Institut (
Urk.
6/1/4,
Urk.
6/
7
/7-8). Die
Z._
meldete den Versicherten am 1
9.
Mai 2009 wegen wieder
holten Absenzen im Zusammenhang mit dessen gesundheitlicher Verfassung zur
Früh
er
fassung
bei der Invalidenversicherung an (Ur. 6/4-5). Eine Anmel
dung für Erwachsene betreffend Massnahmen für die berufliche Eingliederung folgte am 3
0.
Juni 2009 (
Urk.
6/9). Per 1
4.
Juli 2009 wurde der Lehrvertrag zwischen dem Versicherten und der
Z._
aufgelöst (
Urk.
6/14/17). Mit Verfü
gung vom 2
3.
September 2011 lehnte die
Sozialversi
cherungsanstalt
des Kantons
Zürich, IV-Stelle, die Kostengutsprache für berufli
che Massnahmen ab (
Urk.
6/46)
. Das
hiesige Gericht
hob mit Urteil vom 1
9.
Dezember 2011 (Prozess-Nr. IV.2011.01132,
Urk.
6/59) diesen Entscheid auf und wies die Sache an die IV-Stelle zurück, da
mit sie vor dem Entscheid über das Leistungsbegehren das
Mahn- und
Bedenk
zeitverfahren
korrekt durchführe (Erwägung 3 des Ent
scheids).
1.2
Die IV-Stelle bot in der Folge den Versicherten zur einer Potenzialabklärung (Arbeitsdiagnostik) vom
6.
bis 3
1.
August 2012 an der
A._
auf (
Urk.
6/73,
Urk.
6/82,
Urk.
6/86), holte medizinische Be
richte (
Urk.
6/88,
Urk.
6/89/6-7,
Urk.
6/107-108) ein und erteilte mit Mitteilung vom 1
2.
Dezember 2012 Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining vom
3.
Dezember 2012 bis
8.
März 2013 im
B._
(
Urk.
6/98), nach dessen Abschluss (vgl. Schlussbericht vom
8.
März 2013
;
Urk.
6/121) an dersel
ben Stätte ein Aufbautraining vom 2
5.
März bis 2
0.
September 2013 folgte (
Urk.
6/131,
Urk.
6/166). Mit Vorbescheid vom 1
5.
November 2013 (
Urk.
6/169) stellte die IV-Stelle den Abschluss der Integrationsmassnahme und die Prüfung einer Rente in Aussicht. Dagegen erhob der Versicherte am 1
9.
November 2013 Einsprache (
Urk.
6/172), welche mit Verfügung vom 2
8.
November 2013 abge
wiesen wurde (
Urk.
6/174 = Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 2
8.
November 2013 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am 2
5.
Dezember 2013 Beschwerde und beantragte die Fortführung der
Integ
ra
tionsmassnahmen
(
Urk.
1 S. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 3
0.
Januar 2014 (
Urk.
5) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, was dem
Be
schwerdeführer
am
4.
Februar 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalide oder von einer Invalidität (
Art.
8
des Bundesgesetzes über den Allge
mei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG) bedroht
e Versicherte haben ge
mäss Art.
8
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
An
spruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähig
keit
, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu er
hal
ten oder zu verbessern; und
b.
die
Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen er
füllt sind (
Abs.
1).
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (
Abs.
1
bis
). Nach Massgabe der Artikel 13 und 21 besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung
ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (
Abs.
2). Nach Massgabe von Ar
tikel 16 Absatz 2 Buchstabe c besteht der Anspruch auf Leistungen unabhän
gig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (
Abs.
2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen in (
Abs.
3):
medizinischen Massnahmen (
lit
. a);
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliede
rung (
lit
.
a
bis
);
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Au
sbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe,
lit
. b);
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.2
Versicherte, die seit mindestens sechs Monaten zu mindestens 50 % arbeitsunfä
hig (Art. 6 ATSG) sind, haben Anspruch auf Integrationsmassnahmen zur Vor
bereitung auf die berufliche Eingliederung (Integrationsmassnahmen), sofern da
durch die Voraussetzungen für die Durchführung von Massnahmen berufli
cher Art geschaffen werden können. Als Integrationsmassnahmen gelten ge
zielte, auf
die berufliche Eingliederung gerichtete Massnahmen zur
sozialberuf
lichen
Reh
a
bilitation oder Beschäftigungsmassnahmen (Art. 14a
Abs.
1 und 2 IVG).
Anspruch auf Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung haben Versicherte, die fähig sind, eine Präsenzzeit von mindestens
zwei Stunden täglich während mindestens vier Tagen pro Woche zu absolvie
ren.
Anspruch auf Massnahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation haben Ver
si
cher
te, die in Bezug auf Massnahmen beruflicher Art noch nicht
einglie
derungs
fähig
sind. Anspruch auf Beschäftigungsmassnahmen haben Versi
cherte, deren Eingliederungsfähigkeit in Bezug auf Massnahmen beruflicher Art verloren zu gehen droht (
Art.
4
quater
der Verordnung über die Invalidenversi
cherung [IVV]).
Die Integrationsmassnahmen werden insbesondere dann beendet, wenn das ver
einbarte Ziel erreicht wurde, sich eine geeignetere Eingliederungsmassnahme auf
drängt oder die Weiterführung aus medizinischen Gründen nicht zumutbar wäre (Art. 4
sexies
Abs. 3
IVV
).
1.3
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die
Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Be
gehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abge
lehnt hat,
wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheid
re
levante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen Entscheid (Urk. 2) ge
stützt auf die Standortbestimmung vom 27. August 2013 (Urk. 6
/171/3-4
) auf den
Standpunkt, eine Weiterführung der Integrationsmassnahme sei nur sinn
vol
l, wenn die Absenzen
des Beschwerdeführers
massiv reduziert werden könnten.
Eine Abnahme dieser häufigen krankheitsbedingten Absenzen habe aber nicht statt
gefunden (S. 1 f.).
2.2
Dem hielt der Beschwerdeführer entgegen, vorübergehende gesundheitliche
Ab
senzen, welche ärztlich belegt seien, würden keinen Grund darstellen, das Au
f
bautraining kurzerhand abzubrechen. Vielmehr sollte eine Stabilisierung voran
getrieben werden, um eine Eingliederung
ins Erwerbsleben zu ermöglichen (Urk. 1 S.
2).
3.
3.1
3.1
.1
Der Beschwerdeführer leidet seit seinem 6. Lebensjahr an Kopfschmerzen. Dr.
med.
C._
, Neurologie FMH, diagnostizierte in seinem Be
richt vom 24. Juni 2009 (Urk. 6/15/6-8
= Urk. 7/16)
einen Mischtyp-Kopf
schmerz
ohne nachweisbare organisch-neurologische Ursache.
S
einer Meinung
nach
dürf
te aber eine familiäre Belastung, ein leichtes muskuläres
cervicales
Über
las
tungs
syndrom
, eventuell auch der leichte Strabismus, die zum Teil unre
gel
mässi
ge Lebensweise beziehungsweise die erhöhte Zeit am Computer und eventuell der hohe Schokoladen-Konsum eine Rolle spielen (S. 2 unten).
3.1.2
Dr. med.
D._
, Fachärztin FMH für Neurologie
,
nannte in ihrem Gutachten vom 12. Februar 2010 (Urk. 6/24 = Urk. 6/25) als Diagnose ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Migräne ohne Aura seit der Kindheit und führte aus, grundsätzlich könne man von einer vollen Arbeitsfähigkeit aus
gehen, auch im erlernten Beruf als Schreinerpraktiker. Problematisch sei jedoch, dass der Beschwerdeführer angebe, dass Gerüche (Lösungsmittel, Kleber, Parfü
merie) bei ihm sofort einen Migräneanfall auslösen würden (S.
4 f.
).
3.1.3
Am 6. Januar 2012 wurde der Beschwerdeführer zu einer ambulanten
Notfallbe
handlung
ins
E._
eingewiesen. Dr. med.
F._
, Oberärztin, diagnostizierte in ihrem Bericht vom
11. Januar 2012 (Urk. 6/89/6-7) eine dissoziative Störung (retrograde autobio
gra
phische Amnesie) sowie eine bekannte Migräne (S. 1) und berichtete, die Zuwei
sung
sei erfolgt, nachdem der Beschwerdeführer am Morgen am Bahnhof auf
ge
funden worden sei und nicht mehr gew
usst habe, wer oder wo er sei. In der
bil
d
gebenden
Untersuchung habe eine intrakranielle Blutung ausgeschlos
sen werden
können, auch seien keine grösseren raumfordernden Prozesse gese
hen worden. Im
neurologischen Konsilium seien keine fokal
-
neurologische Ausfälle objek
ti
viert worden. Aufgrund der isolierten retrograden Amnesie für autobio
gra
phi
sch
e Daten sähe sie eine somatische Ursache als eher unwahr
scheinlich (S. 2).
3.1.4
Mit Bericht vom 26. Oktober 2012 (Urk. 6/88) zuhanden der
Beschwerdegegne
rin
nannten
Dr. med.
G._
, Oberarzt
,
und
lic
. phil.
H._
,
Psychologe,
I._
,
als Diag
nose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine dissoziative Amnesie (ICD-10 F.44.0) seit Januar 2012, eine leichte depressive Episode ohne somati
sche
s
Syndrom (ICD-10 F.32) seit Januar 2012, eine Migräne sowie ein
en
Ver
dacht auf eine Lernbehinderung (ICD-10 F.8
1
.9) mit Differentialdiagnose un
ter
durchschnittliche Intelligenz, Intelligenzminderung (Ziff. 1.1).
Die
Fachpersonen
führten aus, der Beschwerdeführer habe vom 6. bis 31. August 2012 an einem
Arbeitstraining teilgenommen,
an welchem er bei einem Arbeitspensum von etwa
50 % vor allem wegen Migräneattacken nur zu 30 % leistungsfähig ge
wesen
sei. Im Arbeitstraining seien Gedächtnisprobleme (Aufnahme von neuen Infor
ma
tionen) und Konzentrationsstörungen (schnelle Ermüdbarkeit) festge
stellt wor
den.
Der Beschwerdeführer habe die Schule auf dem Sekundarschul-Niveau C abgeschlossen, eine kognitive Leistungsfähigkeit im unteren
Durch
schnitts
be
reich
oder sogar im Bereich der Lernbehinderung sei anzunehmen. Die von ihm und von Bezugspersonen beschriebenen Arbeitsausfälle seien mit den
Migräne
attacken
begründet und würden möglicherweise auf einer kognitiven Überfor
de
rung basieren. Aktuell falle es
dem Beschwerdeführer
schwer, sich an Gelerntes zu erinnern. Die Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit seien redu
ziert.
Aktuell sei ihm eine behinderungsangepasste Tätigkeit im Umfang von 3-4 Stunden in
einem Umfeld, wo man auf seine Fähigkeiten stark eingehen könne, möglich. Eine
Arbeit auf dem 1. Arbeitsmarkt sei im Moment nicht zu empfehlen (Ziff. 1.7). Die Arbeitsfähigkeit an einem solchen Arbeitsplatz betrage 50 % (Ziff. 1.9
).
3.1.5
Dr. med.
J._
, Assistenzärztin
E._
,
konnte
auf Aufforderung der
Beschwerdegegnerin am
28. Dezember 2012 (Urk. 6/107) und am
8. Januar 2013
(Urk. 6/108)
über den
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers n
ur be
richten, dass dieser am 6. Januar 2012 in Behandlung
gewesen sei
und an einer iso
lier
ten retrograden Amnesie leide.
3.2
3.2.1
Vom 3. Dezember 2012 bis 8. März 2013 unterzog sich der Beschwerdeführer einem Belastbarkeitstraining im
B._
. Im Schlussbericht vom 8. März 2013 (Urk. 6/121) führten die Abklärungsverantwortlichen aus, der Be
schwerdeführer habe während der ganzen
Massnahmezeit
mindestens einmal pro
Woche über starke Kopfschmerzen oder Migräne berichtet.
Während der Ar
beits
zeit habe er sich der Herausforderung gestellt und nach Lösungen ge
sucht, um
die Arbe
it trotz Schmerzen fortzusetzen (Ziff. 6). Aus dem Bericht ergeht so
dann
, dass er 13 entschuldigte Absenzen hatte, mehrheitlich aufgrund von Mi
gräne so
wie Grippe (Ziff. 5). Die Abklärungsverantwortlichen schlossen zusamm
en mit
der Berufsberaterin der Beschwerdegegnerin (vgl.
Verlaufsproto
koll
Berufsbera
tung/
Folgegespräche vom 7. Mai 2013, Urk. 6/135)
aufgrund des festgestellten Potenzials im schulischen wie auch handwerklichen Bereich auf die Weiter
füh
rung von Massnahmen in Form eines Aufbautrainings (Ziff. 9-10).
3.2.2
Um die Präsenz
zeit
, sein
Arbeitsverhalten
und seine
persönliche
n
-, soziale
n
- und
fachliche
n
Kompetenzen zu steigern (vgl. Zielvereinbarung vom 7. Mai 2013, Urk. 6/137), absolvierte der Beschwerdeführer vom
25. März bis 20. September 2013 im
B._
ein Aufbautraining (vgl. Urk. 6/131). Am 27. Au
gust 2013 fand ein Standortgespräch statt. Dabei berichteten die
Abklä
rungs
ver
antwortlichen
von einer grossen Entwicklung, die der Beschwerdefüh
rer ge
macht habe. Er sei
sehr zuverlässig, setze sich ein, übernehme Verant
wortung.
Auch der Umgang vom Beschwerdeführer mit den Abwesenheiten habe sich ver
bessert. Die aktuelle Erkrankung sei offenbar ein Rückfall (Erkran
kung der obe
ren
Luftwege mit hohem Fieber), welche gemäss Rücksprache mit dem Hausarzt
aus
gewiesen
sei (Urk. 6/171/3).
3.2.3
Die Abklärungsverantwortlichen
führten
in ihrem Schlussbericht vom 3. Oktober
2013 (Urk. 6/166)
aus
, nach der Wiederaufnahme des Aufbautrai
nings am 25. März 2013 sei
en
im Verlaufe der folgenden Monate grosse Verän
derungen im
Verhalten des Beschwerdeführers beobachtet worden. Nebst der guten
Teamin
te
gration
habe sich sein Auftreten verändert. Seine Gestik wirke zunehmend leb
haft und offen. In der verbalen Kommunikation,
Leistungsbe
reitschaft
und Über
nahme von Verantwortung bei der Arbeit habe er in den fol
genden Monaten mark
ante Fortschritte erzielt. Die g
rosse Motivation zur Er
bringung einer guten Arbeitsleistung sei gut spürbar.
Dennoch sei es wieder zu häufigen Ausfällen ge
kommen
(Ziff. 9)
.
Nebst den mi
g
ränebedingten Abwesenheiten habe der Be
schwerdeführer wegen fiebrigen Erkrankungen, Entzündungen der oberen Atem
wege oder Übelkeit und Erbrechen gefehlt (Ziff. 6).
Aufgrund der langen
ge
sundheitsbedingten
Abwesenheiten (37 entschuldigte Absenzen, vgl. Ziff. 5) in den letzten Wochen und der grossen gesundheitlichen Instabilität habe auf eine nahtlose Weiterführung des Aufbautrainings verzichtet werden müssen (Ziff. 9).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist,
ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die
Integrations
massnahmen
mangels genügender Präsenzzeit abschliessen durfte.
Unbestritten und zu weiteren Ausfü
hrungen keinen Anlass gibt der Umstand, dass de
m
Beschwerdeführer aufgrund der ärztlichen Diagnose und
sowohl
von Seiten der Ärzte
als auch von
der Beschwerdegegnerin
berufliche
Integrations
massnahmen
empfohlen wurden
(vgl. vorstehend E.
3.1.4
, E. 3.2
)
.
4.2
Fest steht, dass der Beschwerdeführer nach Abschluss des Aufbautrainings
am 20. September 2013
nicht imstande sein wird, eine Tätigkeit im ersten Arbeits
markt aufzunehmen
, das heisst ohne berufliche Massnahmen den
Wiederein
stieg
in den Arbeitsprozess zu schaffen
. Zu Recht gingen daher sowohl die
Be
rufs
be
raterin
der Beschwerdegegnerin als auch die Abklärungsverantwortlichen des
B._
davon aus, dass
grundsätzlich
das Aufbautraining
mit
Schnuppe
r
einsätze
n
weiterzuführen
sei
, mit dem Ziel,
dem Beschwerdeführer
im
Sommer 2014 eine
Berufsa
usbildung
zu ermöglichen
(Urk. 6/171/4
). Ebenfalls steht
fest und ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer während der beruf
li
chen
Ab
klärung im
B._
an mehreren Tagen krankheitsbedingt
und entschuldigt fehlte
(vgl. vorstehend E. 3.2.3)
, aufgrund
dessen
die
Be
schwer
d
e
gegnerin
die Einstellung der Integrationsmassnahmen verfügte
(Urk. 2)
.
4.3
Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin kann aufgrund der häufigen Ab
senzen während dem Aufbautraining
nicht auf eine generelle subjektive und
objektive Integrationsunfähigkeit bezüglich beruflicher Massnahmen geschlos
sen
werden, zumal die Bildungsfähigkeit
, das Alter
und
die
Motivation des Be
schwer
deführers als gut beurteilt wurden (
vgl. vorstehend E.
3.2.3
), auch wenn
die
insgesamt 37
Absenzen des Beschwerdeführers während des Aufbautrai
nings,
bei dem es gerade
darum
geht, verbleibende Möglichkeiten und Leistungsfähig
keit zu testen, nicht zu begrüssen sind.
Sodann
geht
aus den Akten hervor, dass der Beschwerdeführer hauptsächlich aufgrund von Migräne und Fieber
(vgl. vorstehend E. 3.2.3) vom Arbeitseinsatz im
B._
abgehalten
wurde
. Die Migräne ist schon seit seinem
6.
Lebensjahr
aktenkundig (vgl. vorstehend E. 3.
1.
1 und E.
3.1.3
) und gemäss
den
Abklä
rungs
verantwortli
chen
zeige
der Beschwerdeführer
gewiss Fortschritte, indem es den Ein
druck mache, dass ihn dies nicht mehr so belaste und er mit der Situation besser um
gehen könne (
vgl.
Monatsprotokoll für Integrationsmassnahmen des
B._
für die Periode Juli bis August 2013, Urk. 6/161 Ziff. 6
;
Standort
gespräch
vom 23. Mai 2013
,
Urk. 6/171/3)
, womit
künftig auf eine Ver
besse
rung geschlossen werden kann
. Die
durch
Migräne bedingten Ausfälle
wa
ren
zudem
nur teilweise verantwortlich für die vielen Absenzen, welche zum Ab
bruch der Integrationsmassnahmen seitens der B
eschwerdegegnerin geführt ha
ben
, zumal diese den Beschwerdeführer
auch
nicht vollständig gehindert hatt
en,
die
Belastbarkeits- und Aufbautraining
s
zu absolvieren.
Nebst den Fehlzeiten auf
grund der Migräne
kamen a
b August 2013 bis zum Ende de
s
Aufbautrai
ning
s
Absenzen aufgrund von
Grippe und Fieber hinzu. Die
Abklärungsverant
wort
lichen
führten im vorgenannten Monatsbericht hierzu aus, laut Hausarzt habe es sich nicht um ein Ausweichverhalten gehandelt, sondern um eine rein phy
sische Erkrankung der oberen Luftwege mit Fieber (Urk. 6/161 Ziff. 6; vgl. auch vorstehend E. 3.2.3)
.
Eine Grippe mit Fieber
vermag
aber naturgemäss keine Er
krankung von Dauer
darzustellen
, weshalb daraus nicht auf eine we
sentliche objektive Eingliederungsunfähigkeit geschlossen werden kann.
Dies zeigt sich auch
darin, dass der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 19. November 2013 (Urk. 6/172) darauf hinwies, dass er an einer Lungenent
zündung sowie am
Pfeiffe
rischen
Drüsenfieber gelitten habe, er aber spätestens ab Anfang Dezem
ber 2013
das Aufbautraining wieder aufnehmen könne, was ebenfalls
auf
eine bloss vorübergehende Erkrankung hindeutet
.
Schliesslich hat es
die Beschwerdegegnerin
auch
unterlassen, den Gesund
heits
zu
stand des Beschwerdeführers ernsthaft abzuklären
.
Ausserdem
sind
seine Ab
sen
zen nicht mit medizinischen Berichten
dokumentiert
.
Zwar
ist in den Ak
ten vom behandelnden Hausarzt die Rede und es
geht aus ihnen hervor
, dass der Be
schwerdeführer in psychologischer
, psychiatrischer (Dr.
K._
) und neurologi
scher (Dr.
C._
)
Behandlung steht
(Urk. 6/171/3-4)
, aktuelle Arztbericht
e
hierzu und vor allem auch zur Frage der Arbeitsunfähigkeit
und deren Dauer
fehlen
aber
gänzlich.
Folglich besteht kein hinreichend erstellter medizinischer Sach
verhalt, gestützt auf welche
n
die Einstellung der Integrationsmassnahmen hätte verfügt werden können.
4.4
Aufgrund des Gesagten ist eine weitere Anspruchsprüfung
auf Fortführung der Integrationsmassnahmen
angezeigt. Welche konkreten Massnahmen der berufli
chen
Integration
dabei in Frage kommen, hängt wesentlich vom aktuellen Ge
sundheitszustand des Beschwerdeführers ab
, welche
n
die Beschwerdegegnerin ab
zuklären hat
(vgl. vorstehend E. 1.
3
)
.
5.
Zusammenfassend führt dies in Gutheissung der Beschwerde zur Aufhebung der
angefochtenen Verfügung mit der Feststellung, dass der Beschwerdeführer wei
ter
hin Anspruch auf berufliche Eingliederu
ngsmassnahmen im Sinne von Art.
14
a und
Art.
15 ff. IVG hat, sofern die übrigen Anspruchsvoraussetzungen
erfüllt sind
. Zur Abklärung dieser Voraussetzungen ist die Sache an die
Be
schwe
r
degegnerin
zurückzuweisen
.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig v
om Streitwert festzulegen (Art.
69 Abs.
1
bis
IVG) und vorlieg
end auf Fr.
6
00.-- zu bemessen.
6.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen
(BGE 137 V 57 E.
2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Prozessentschädigung hat.
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der
Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen
(§ 34 Abs. 3
GSVGer
). In Anwendung dieser Kriterien ist dem Be
schwer
deführer eine Prozessentschädig
ung von Fr.
9
00.-- (inklusive
Barausla
gen
und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.