Decision ID: 2ef63494-2593-4b26-901b-c25deb38d4fc
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der
am 1
5.
Dezember
1990
geborene
X._
meldete sich am 26. Septem
ber 2014 (Eingangsdatum; Urk.
7/2, vgl. auch Aktenverzeichnis) unter Hinweis auf eine Morbus Crohn Erkrankung und Status nach
Tuberculum
majus
Fraktur links bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leis
tungsbezug an (
Urk.
7/2
/
6).
In diesem
Zeitpunkt
hatte
X._
bereits zwei Lehren - eine als
Sanitärinstallateur (
Y._
) und
eine als
L
ogistiker (
Z._
)
–
jeweils im zweiten Lehrjahr
abgebrochen
(Urk.
1
S.
3; 7/4
/
2;
7/15
). I
n der Folge wurde er von der IV
Stelle zu einem
ersten
persönlichen Gesp
räch eingeladen, welches am 17.
Oktober
2014 statt
fa
nd
(Urk.
7
/
4).
Am
1.
Juli
2015 wurde seitens der IV
Stelle Kostengutsprache für eine erstmalige berufliche Ausbildung (Urk.
7/28)
inkl. IV
Taggeld (
Urk.
7/35;
7/43; 7/46; 7/47
)
erteilt
. Der Versicherte trat
am 1.
August
2015
eine Lehrstelle
als
Logistiker EFZ an (Lehrvertragspartner
A._
,
Arbeitsort
B._
;
Urk.
7/33)
.
Am
1.
Februar
2016 erfolgte ein Wechsel zur Ausb
ildung als Logistiker EBA (Urk. 7/
49)
, welche
ab
20.
Juni
2016 in der Logistikabteilung der
A._
weitergeführt
wurde
(
Urk.
7/58; 7/62
). Per 6.
Juli
2016 wurde
n
der Lehrvertrag sodann aufgelöst (
Urk.
7/64)
und in der Folge die beruf
lichen Massnahmen
aufgehoben (
Urk.
7/65)
.
Die IV-Stelle holte beim Hausarzt des Versicherten,
Dr.
med
C._
, Allgemeinmedizin FMH,
diverse Arztbe
richte (
Urk.
7/1
;
7/44
; 7/69
) ein, ebenso bei
PD
Dr.
med.
D._
,
Oberarzt, Klinik für Gastroenterologie und
Hepathologie
,
E._
(
Urk.
7/7; 7/18
; 7/21
; 7/68)
.
Nach
Vorbescheid vom 25.
November
2016 (
Urk.
7/74) und
Einwand
s
eitens des Versicherten vom 13. Januar
2016 (
Urk.
7/
80)
verneinte die
IV-Stelle mit Verfügung vom 1.
Februar
2017 (
Urk.
2) bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 35 % einen Anspruch auf eine Invalidenrente.
2.
Gegen die Verfügung vom
1.
Februar 2017 erhob
X._
am 6
. M
ärz
2017 Beschwerde
und
beantragt
e
, die Verfügung vom 1.
Februar
2017 sei vollum
fäng
lich aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten die gesetz
lichen Versicherungsl
eistungen (berufliche Massnahme
/Rente) auszurichten. In verfahrensrechtlicher Hinsicht
beantragte er
die unentgeltliche Prozessführung sowie die Bestellung eines unentgeltlichen Recht
svertreters in der Person von Rechts
anwalt
Do
minique
Chopard
(Urk. 1 S.
2 und 3). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 24. April 2017 auf Abweisung der Be
schwer
de (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer am 1
0.
Mai
2017 angezeigt wurde
(Urk.
11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benen
falls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete die angefochtene Verfügung damit, dass
da
von auszugehen sei, der Beschwerdeführer
hätte
ohne Gesundheitsschaden die Ausbildung zum Logistiker EFZ abschliessen können
, was zu einem
Vali
den
einkommen
von Fr. 72'090.80
führe
.
Au
fgrund der medizinischen Beurteilung
sei
dem
Beschwerdeführer eine behinderungsangepasste Tätigkeit zu 70 % zumutbar.
Gestützt auf den entsprechenden Tabellenlohn für Hilfsarbeiten entstehe dadurch ein Invalideneinkommen von Fr. 46'796.70, woraus ein Invalidi
tätsgrad von 35 % resultiere.
Ein leidensbedingter Abzug
sei nicht
angezeigt
, da die gesundheitlichen Einschränkungen
mit dem um 30
% reduzierten Pensum bereits ausreichend berücksichtigt sei
en
.
Mit einem IV-Grad von 35 % entstehe kein Anspruch auf Rentenleistungen
(
Urk.
2)
.
2.2
Der Beschwerdeführer macht
e
demgegenüber geltend,
er
könne ein stabiles Arbeitspensum aus gesundheitlichen Gründen nicht einhalten, weshalb
keine verwertbare Arbeitsfähigkeit bestehe.
Die Erzielung eines Einkommens mit Behin
derung sei nicht zumutbar,
womit
eine ganze Invalidenrente auszurich
t
en sei.
Gemäss medizinischem Bericht von
PD
Dr.
D._
bestehe eine Arbeits
unfähigkeit von 50 % und gemäss Bericht von
Dr.
C._
sei ihm bloss eine Arbeitstätigkeit
von max. 18 Stunden pro Woche
zumutbar
, womit die Arbeits
unfähigkeit
sogar
mehr als 50 % betrage.
Die Beurteilung der
A._
zeige, dass der Versicherte
zurzeit
aus gesundheitlichen Gründen keine verwert
bare Arbeitsfähigkeit aufweise. Die gegenteilige Auffassung der Beschwerde
geg
nerin sei abwegig.
Im Gesundheitsfall sei eine Berufstätigkeit in der Sanitär
branche ausgewiesen, weshalb für die Berechnung des
Validenein
kommens
die Lohnzahlen der Baubranche heranzuziehen seien
, was zu einem B
etrag von Fr. 75'000.--
führe. Selbst wenn
ihm
eine Tätigkeit zugemutet werden könn
t
e, so sei ein leidensbedingter Abzug im Umfang von 25 %
zu gewähren
, da er auch in angepassten Tätigkeiten erheblich eingeschränkt sei.
Der Invaliditäts
-
grad sei so oder
anders rentenrelevant, weshalb eine Rente auszurichten sei
(
Urk.
1)
.
2.3
Anfechtungs- un
d
Streitgegenstand ist ein Rentenanspruch der Invaliden
ver
sicherung. Strittig und zu prüfen ist, ob und in welchem Umfang der Beschwer
deführer
arbeits- und erwerbsfähig ist und ob
dies
allenfalls
zu einem
renten
begründenden Invaliditätsgrad
zu führen vermag
.
Vorab ist zu bemerken, dass
mit vorliegendem
Anfechtungsobjekt (
Urk.
2)
über einen Rentenanspruch entschieden worden ist, berufliche Massnahmen vom Ent
scheid aber nicht umfasst sind.
In der Folge stellte der Beschwerdeführer
d
e
nn
auch
mit Schreibe
n vom 2
1.
März 2017 (
Urk.
7/97)
-
wie von d
er Be
schwerde
gegnerin angeboten -
schriftlich einen Antrag auf Arbeitsvermittlung
, woraus ebenfalls ersichtlich ist, dass die beruflichen Massnahmen nicht Gegen
stand des Entscheides darstellten.
Soweit der Beschwerdeführer mit der vorlie
genden Beschwerde
– ohne weitere Begründung -
um Ausrichtung von Ver
sicherungsleistungen in Form beruflicher Massnahmen ersucht (vgl. Rechts
be
gehren Nr. 2
der Beschwerde
Urk.
1 S. 2,
S.
10), ist darauf
nicht
einzutreten.
3.
3.1
In seinem Bericht vom
5.
November 2014
(
Urk.
7/7) hielt
PD
Dr.
D._
zur
Diagnose
eines
Morbus Crohn
fest, im November sei eine Therapie mit
Remicade
begonnen worden.
Er erklärte,
aktuell
bestehe
für anstrengende körperliche Tätig
keiten mit Laufen, Heben von Lasten oder
Ä
hnlichem aufgrund der
perianalen
Fistelung eine komplette Arbeitsunfähigkeit; eine behinderungsangepasste (insbesondere sitzende) Tätigkeit wäre aktuell zu 50 % zumutbar (
Urk.
7/7/2).
3.2
Dr.
C._
stellte in seinem Bericht vom 1
7.
November 2014 folgende Diagnosen mit Ausw
irkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
7/1):
(1)
Morbus Crohn (ED 5/2012)
-
Ileitis
terminalis
(Koloskopie 25.5.2012)
-
Anale Fistelgänge, St
atus nach
perianaler
Fistelspaltung und
Abdeckelung
-
St
atus
n
ach
Abdeckelung
Perianalabszess
Januar 2010
-
St
atus
n
ach
Fistelgangspaltung Dezember 2010
-
St
atus
n
ach
erfolgloser Therapie mit
Salofalk
,
Imurek
-
fortgeführter Nikotinkonsum
-
aktuell
Remicade
seit 3.11.2014
(2)
chronische Schulterschmerzen links bei St
atus nach
Tuberculum
majus
Fraktur 23.11.2013 (konservativ behandelt)
Dr.
C._
wies darauf hin
, dass der Beschwerdeführer
noch Beschwerden in Form
chronische
r
Schulterschmerzen
verspüre,
diesbezüglich
gemäss der Beurteilung des S
uva
Vertrauensarztes in einer angepassten Tätigkeit
aber
zu 100 % arbeits
fähig sei.
Hinsichtlich
Morbus Crohn
führt
e
Dr.
C._
aus, dass
sowohl
langes Sitzen
als auch
langes Gehen
bezüglich
der
Analfisteln
sehr unvorteilhaft sei
en
. Die Prog
nose sei insgesamt als gut zu erachten und bei leidensangepasster Tätigkeit sei eine Arbeitsfähigkeit von 100 % wahrscheinlich.
3.3
Die medizinische Stellungnahme
des regionalen ärztlichen Dienstes
(RAD) durch
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin (D), Ver
trauensärztin SGV
,
vom
8.
Januar 2015
(
Urk.
7/16)
nannte
als medizinische
Prob
lembereiche den Morbus Crohn als entzündliche Darmerkrankung, die neben
Durchfällen auch
zu
Fisteln und Abszesse
n
im Analbereich
führe
, weshalb der
Beschwerdeführer
nicht lange
s
itzen
könne
. Selbst wenn die jetzige Infusions
therapie gut wirke,
bestehe keine Garantie, dass dies so bleibe.
Insgesamt seien nur körperlich leichte Arbeiten, mit einem Wechsel zwischen Sitzen und Stehen möglich. Ausserdem sei keine Arbeit mit erhöhter Infektionsgefahr oder in aus
geprägter Kälte oder Wärme möglich. Bei Schüben müsse eine Toilette erreich
bar sein. Ob bei der von
Dr.
C._
attestierten 50%-
igen
Arbeitsfähigkeit eine Aus
bildung derzeit möglich sei, müsse mit dem
Beschwerdeführer
geklärt werden.
3.4
Am
2
2.
Januar 2015
hielt
PD
Dr.
D._
fest
(
Urk.
7/18)
, dass
beim
Be
schwerdeführer
rezidivierende
perianale
Fisteln und Abszesse im Rahmen der Grunderkrankung
Morbus Crohn
bestünden. Dadurch seien längere sitzende Tätig
keiten nicht möglich. Unter der Therapie mit
Remicade
sei
eine deutliche Besserung der
Beschwerden
eingetreten
. Der
Beschwerdeführer
könne die
ange
fangene Ausbildung zum Lagerist in der letzten Arbeitsstelle nicht
mehr aus
üben
, da
er an jener
den ganzen Tag habe Gabelstapler fahren müssen, wodurch starke
perianale
Schmerzen aufgetreten seien. Eine angepasste Tätigkeit als Lagerist, ohne Gabelstaplerfahren, sei jedoch denkbar. Andere Tätigkeiten im Stehen oder Laufen seien sehr gut vorstellbar. Der Beschwerdeführer verfüge über eine verminderte Leistungsfähigkeit in dem Sinne, dass er keiner längeren sitzenden Tätigkeit nachgehen könne. Eine andere Tätigkeit sei hingegen zu 100 % vorstellbar
(
Urk.
7/18/1)
.
PD
Dr.
D._
bestätigte, dass Wiederein
glie
derungsmassnahmen für den Beschwerdeführer zu 100 % möglich seien. Die beim Beschwerdeführer aufgetretenen
perianalen
Beschwerden könnten jeder
zeit
wieder auftreten und es erscheine ratsam, dass dieser einen Beruf erlerne, der keine längere sitzende Tätigkeit erfordere (
Urk.
7/18/2).
3.5
Med.
p
ract
.
G._
, Ärztin für Psychosomatik und Psychotherapie
(
Bericht vom
7.
September 2016 [Eingangsdatum],
Urk.
7/69/6-7)
, welcher der Be
schwerdeführer wegen Konflikten am Arbeitsplatz, depressiver Verstimmung
und
Angst
vor der Zukunft aufgrund der Erkrankung an Morbus Crohn zuge
wiesen worden war, nannte als vorläufige psychi
atri
sche Diagnose eine Anpas
sungs
störung mit längerer depressiver Reaktion bei Morbus Crohn (ICD
10 F
43.21)
sowie
Cannabisabusus
(ICD
10 F
12.24).
Eine Medikation war nicht vorgesehen, jedoch empfahl med.
pract
.
G._
eine Behandlung durch einen externen psychiatrischen Dienst zur sozialpsychiatrischen Behandlung sowie Dis
tanzierung vom Cannabiskonsum.
Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wurde von med.
pract
.
G._
nicht genannt.
3.6
Dem
Bericht vom 1
4.
September 2016
(
Urk.
7/69/4-5)
von
PD
Dr.
D._
ist zu entnehmen
, dass am 2
5.
April 2016 beim Beschwerdeführer zwei
Seto
nfäden
eingesetzt worden seien;
aktuell bestehe eine klinische Remission
.
Da
sich ein stabiler Verlauf von Seite
n des Morbus Crohn zeige, könne
ein Fistelverschluss durchgeführt werden
. Da dies vom Beschwerdeführer abgelehnt werde und beim vorliegenden Befund nicht zwingend indiziert sei, werde empfohlen
,
die Setons zu belassen und mit der medikamentösen Therapie fortzufahren.
Da der Be
schwerdeführer beschwerdefrei sei, würden keine regel
mässigen Kontrollen ein
ge
plant.
3.7
PD
Dr.
D._
erklärte
sodann mit
Bericht vom 2
3.
September
2016
(Urk. 7/68
)
,
dass
die
zwei Setons
ohne
körperliche Belastung keine Beschwerden bereiten
würden
,
es
bei körperlicher Arbeit jedoch zu
perianalen
Schmerzen
komme
.
Er habe
dem Beschwerdeführer bis anhin keine länger dauernde Arbeits
unfähigkeit bescheinigt. Dieser habe jedoch glaubh
aft geschildert, dass eine 100%
ige
Arbeitsfähigkeit aufgrund der
perianalen
Schmerzen bei ver
schie
denen Tätigkei
ten nicht möglich sei. Eine 50%
ige
A
r
beitsunfähigkeit
(in bisheriger Tätigkeit)
könnte somit angemessen sein
. Eine nicht körperliche Tätig
keit, etwa am Computer oder eine Arbeit mit Kunden sei möglicherweise auch zu einem höheren Grad möglich (
Urk.
7/68/3).
3.8
In seinem Bericht vom 2
6.
September 2016
(
Urk.
7/69
/1-3
)
führte
Dr.
C._
aus,
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei stationär,
bezüglich des Morbus
Crohn bestehe eine klinische Remission. Der
Beschwerdeführer
sei
in der Lage
,
einer angepassten Tätigkeit nachzugehen, welche abwechselnd
Stehen, G
ehen und
Sitzen für jeweils maximal eine
S
tunde
über
maximal 5
–6 Stunden pro Tag
erlaube.
Die Tätigkeit dürfe keine körperlich schwere Arbeit beinhalten, die ihn zum Schwitzen bringe, da ansonsten eine Entzündung der Fisteln drohe. Es bestehe daher
seiner Ansicht nach
eine Verminderung der Leistungsfähigkeit im Umfang von
circa
30 %
(
Urk.
7/69/2-3).
3.
9
Zu den aufliegenden Akten Stellung nehmend hielt
Dipl.-Med.
H._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin/Prävention und Gesundheitswesen, R
AD,
am
7.
Oktober 2016
(Urk. 7/73/3-4) dafür, es
bestehe eine Einschränkung in Bezug
auf die bisherige Tätigkeit als Logistiker. Möglich seien hingegen alle leichten wechselbelastenden Tätigkeiten, wobei
maximal eine Stunde ununter
brochenes Sitzen erfolgen könne. Aus versicherungsmedizinisch-theoretischer Sicht bestehe in der bisherigen Tätigkeit als Logistiker eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %
; schwere körperliche Tätigkeiten seien auf Dauer unmöglich
. Nach Angabe des Hausarztes und der Gastroenterologie
vom September 2016 bestehe in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 30 %.
Momentan sei eine Remission der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung eingetreten und auch die
perianale
Fistel gebe keine
n
Anlass zur Sorge.
4.
Zunächst ist zu prüfen, in welchem Umfang
der
Beschwerdeführer
a
rbeitsfähig
ist
.
Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer in
körperlich anspruchsvollen
Tätigkeit
en, so
wie
in solchen, wo er
grösstenteils sitzen muss,
nicht mehr vollschichtig
tätig sein kann
. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
(Urk.
1
S.
7)
ist
jedoch
,
gestützt auf die
medizinische Aktenlage,
eine
ver
wert
bare
A
rbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
ausgewiesen
.
So stellte
Dr.
C._
bereits im Herbst
2014
eine gute Prognose
hinsichtlich Morbus Crohn
und
bezifferte
damals
die Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
mit 100 % (E.
3.2
).
Später, zu Beginn des Jahres 2015, konnte
n
d
ie
Ärzte der
Gastroenterologie des
I._
zudem unter
der Behandlung mit
Remicade
eine deutliche Besserung der Beschwerden feststellen
.
Eine Einschränkung wurde lediglich in Bezug auf längere sitzende Tätigkeiten geschil
dert.
PD
Dr.
D._
konnt
e sich für den Beschwerdeführer
, trotz der gesund
heitlichen Beeinträchtigung, Tätigkeiten im Stehen und Gehen sehr gut vor
stellen. Er hielt daher
eine angepasste
, nicht mit längerem Sitzen verbundene
Tätigkeit zu 100 %
für
möglich
(E. 3.4).
Nachdem dem Beschwerdeführer im Frühjahr 2016 Setons eingesetzt
worden waren
,
verbesserte sich die gesund
heitliche Situation
im Herbst 2016
weiter und
er
war
sowohl
beschwerdefrei
als auch
in
stabilem, remittiertem Gesundheitszustand.
Dabei
räumten die behan
delnden Ärzte
z
war
ein, dass aufgrund der Schilderungen des Beschwerde
füh
rers vers
chiedene Tätigkeiten nicht
zu 100 %
, sondern allenfalls lediglich zu 50 %
möglich seien
;
e
ine angepasste
, insbesondere nicht körperliche,
Tätigkeit
wurde
hingegen
zu mehr als 50
% zumutbar erachtet
(E.
3.
7
).
Trotz
dieser
Ver
besserung der gesundheitlichen Situation
und
obwohl eine klinische Remission
eingetreten
und der Beschwerdeführer zwischenzeitlich beschwerdefrei war,
erach
tete
Dr.
C._
im
September 2016
die Leistungsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
als
um
circa
30 %
vermindert
(E. 3.8)
. Hierbei
hat das Gericht
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer
Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a/cc mit Hinweisen)
.
Angesichts dieser Gegebenheit sowie mit Blick auf die aufgezeigte Aktenlage
ist die
Einschätzung
von
Dr.
C._
a
ls
wohlwollend
zu qualifizieren
und d
er Schluss des
RAD
auf eine 70%
ige
Arbeitsfähigkeit in
einer angepassten Tätigkeit (E.
3.9)
jedenfalls
nicht zu beanstanden. Gestützt auf die
gastroenterologischen
Berichte des
I._
, wonach der Beschwerdeführer bei klinischer Re
mis
sion beschwerdefrei sei (E. 3.6),
wäre
wohl
eher von einer uneingeschrän
kten Arbeitsfähigkeit
in angepassten Tätigkeiten
auszugehen. Weiterungen hier
zu erübrigen sich jedoch, da sich
auch bei der Annahme einer 70%
igen
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
am nachfolgenden Resultat
nichts änder
t
.
Ergänzend ist
zu bemerken, dass der Beschwerdeführer a
ufgrund der Ober
arm
-
fraktur, welche
er sich
im Jahr 2013 zugezogen
hatte,
keine Arbeiten verrichten
kann,
welche über Kopf ausgeführt werden (
Urk.
7/16/1
)
, was jedoch keine erhebliche Einschränkung darstellt und
bereits im vom RAD formulierten Belas
tungsprofil Berücksichtigung gefunden hat (Urk. 7/73/4)
. Ebenso begr
ünden das psychische
Leiden einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD
10 F 43.21) sowie
ein
Cannabisabusus
(ICD
10 F 12.24) keine relevanten Einschränkungen in Bezug auf
die Arbeitsfähigkeit. So hielt m
ed.
pract
.
G._
denn auch
fest, dass
keine
entsprechende Medikation erfolg
e
. Auch eine
Arbeits
u
nfähigkeit attestierte sie nicht
. Hingegen empfahl sie eine sozialpsychiatrische Betreuung und eine Distanzierung vom Cannabiskonsum
(E. 3.5).
Insgesamt ist damit nicht auf eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Einschränkung zu schliessen.
Soweit der Beschwerdeführer seine Argumentation, dass zurzeit aus gesundheit
lichen Gründen keine verwertbare Arbeitsfähigkeit
bestehe
, auf den
Schlussbe
richt der
A._
(Urk. 7/67)
stützt, ist Nachfolgendes festzuhalten. Beim
Verfasser des Schlussberichts handelt es sich nicht um eine
medizinische
Fach
person
. Im Gegenteil verweist der Bericht für die Beurteilung der medi
zinischen Situation ausdrücklich auf die Berichte der Fachärzte (Urk. 7/67/3). Diesen kann
– wie vorstehend ausgeführt -
entnommen werden, dass die gesund
heitliche Situ
a
tion inzwischen stabil ist, eine klinische Remission
eintrat
und der Beschwer
deführer
(weitgehend) beschwerdefrei ist (E.
3.6-3.8). Aus dem Schluss
bericht der
A._
kann der Beschwerdeführer daher nichts zu seinen Gunsten ableiten. Vielmehr enthält dieser Hinweise darauf, dass
auch andere Faktoren (nicht-medizinischer Art)
wie etwa fehlende Motivation
derzeit beruflichen Mass
nahmen
entgegen
stehen
(
Urk.
7/67/4)
.
Weiter sind die Ausführungen des
Be
schwerdeführers,
Dr.
C._
attestiere eine Arbeitsfähigkeit von maximal 18 Stun
den
pro Woche
über maximal 5-6 Stunden am Tag
, wodurch die Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers unter 50 % liege (Urk.
1
S.
7),
nachweislich
unzu
treffend
.
Dr.
C._
hielt fest, dass der Beschwerdeführer in der Lage sei eine ange
passte Tätigkeit auszuüben,
welche
abwechselnd Stehen, Gehen und Sitzen
«für jeweils max. 1 Std. über max. 5-6 Std./Tag» beinha
lte
(
Urk.
7/69/1)
.
B
ei einer Arbeitswoche von fünf Tagen
resultieren
30 Stunde
n
pro Woche
, was einer 70
%-
ige
n
Arbeitsfähigkeit
gleichkommt
.
Auch
mit
dem
Hinweis des Beschwerdeführers
,
PD Dr.
D._
habe eine 50%
ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert (
Urk.
1 S. 7)
,
vermag
d
er
Beschwerdeführer
nicht
durchzudringen, bezog sich diese Einschätzung doch auf die bisherige Tätigkeit (E. 3.7)
. Vor dem Hinter
grund, dass PD Dr.
D._
zu Beginn des Jahres 2015 bereits eine 100%
ige
Arbeitsfähigkeit attestiert
hatte
(E. 3.4)
,
sich der Zustand
des Beschwerdeführers bis im Herbst 2016 weiter verbesserte, er
gemäss Bericht vom 1
4.
September 2016
beschwerdefrei und eine klinische Remission ein
getreten war (E. 3.6)
, ist nicht nachvollziehbar, weshalb zu diesem späteren Zeitpunkt nur noch eine Arbeits
fähigkeit von 50 % vorgelegen haben soll. Im Gegenteil hielt PD
Dr.
D._
fest, dass eine angepasste Tätigkeit eben gerade zu mehr als 50 % möglich sei (E. 3.7).
Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass die Einschätzung
des RAD, wonach beim
Beschwerdeführer eine um 30 % verminderte Leistungsfähigkeit
in angepasster Tätigkeit besteht
, vor dem Hintergrund der eingetretenen Remis
sion und Beschwerdefreiheit zwar wohlwollend ausfällt,
angesichts des so oder anders rentenausschliessenden Invaliditätsgrades
(vgl. nachfolgend E. 5) aber nicht zu beanstanden ist.
5.
5.1
Es bleibt zu prüfen, wie sich die auf eine angepasste Tätigkeit eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers
von 70 % (E. 4)
in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
5.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein
kommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.
3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschei
n
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwick
lung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden
wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein
(BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hin
weis
).
Dies setzt freilich voraus, dass die versicherte Person noch am ent
spre
chenden Arbeits
platz beschäftigt wäre. Falls sie unabhängig von ihren gesundheitlichen Beschwerden nicht mehr an der gleichen Arbeitsstelle tätig wäre – beispiels
weise wegen Stellenabbau aus strukturellen Gründen -, kann der vor Eintritt der Invalidität konkret bezogene Lohn nicht mehr zur Bestimmung des
Vali
den
einkommens
herangezogen werden. In einem solchen Fall ist danach zu fragen, welche Tätigkeit eine versicherte Person im Gesundheitsfall ausüben würde und welches Salär sie damit erzielen könnte.
Hiezu
kann auf lohnsta
tistische An
gaben zurückgegriffen und ein Tabellenlohn herangezogen wer
den (vgl. dazu Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
I 175/06
vom 19. April 2006 E. 3 und
I 1/03
vom 15. April 2003 E. 4.3).
Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer über keine
abge
schlos
se
ne
Ausbildung verfügt, da die drei angefangenen Lehr
verhältnisse
jeweils
abgebrochen wurden (
Urk. 7/73). Das letzte Lehrverhältnis wurde per 6.
Juli
2016 aufgelöst (Urk. 7/64).
Dass er, wie der Beschwerdeführer vorträgt (Urk.
1 S. 9)
,
im Gesundheitsfall eine Berufs
ausbildung zum Sanitärinstallateur abgeschlossen hätte
, ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt. So fällt insbe
sondere ins Gewicht, dass
der Beschwerdeführer
gemäss Beruf
sberatung
über limitierte
schulische Ressourcen
verfügt und die
damit
möglichen Berufsfelder
sehr
eingeschränkt sind
. E
ine
Attestausbildung
wurde
aber
für
allenfalls
m
ög
lich
erachtet
(
Urk.
7/30/2
-3
)
.
Au
ch der
Zwischen
bericht der
A._
(Urk. 7/53)
weist auf eine Einschränkung der
schulischen Fähigkeiten
hin
. Da
im Lehrverhältnis
bei der
B._
–
welches
für den Beschwerde
füh
rer bereits das dritte Lehrverhältnis war, wobei bereits das zweite als Logistiker EFZ
-
der Lerninhalt für den Beschwerdeführer weitgehend Wiederholung
gewe
sen sei
, hätte
gemäss Lehrperson
en
ein besseres schulisches Resultat erwartet
werden dürfen
.
I
nsbesondere die
eingeschränkten Kompetenzen in Deutsch
waren
auffallend. D
urch d
ie Lehrpersonen
wurde
daher
bereits nach der Probezeit ein
Wechsel
von der EFZ
Ausbildung
in eine EBA
Ausbildung angeregt
(Urk.
7/53/1).
Es kommt hinzu, dass
im Rahmen der
Eingliederungsbemühungen
festgehalten wurde, der Abbruch der
ersten beiden
Lehrverhältnisse
sei
nicht ganz schlüssig (Urk. 7/25/1)
. Ausserdem war
die Motivation des Beschwerde
führers – zumindest teilweise – fraglich
(vgl. Urk.
7/30/3-4,
7/66/3-5).
Wenngleich
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt
ist
, dass
der
Beschwerdeführer im Gesundheitsfall eine Ausbildung zum Sanitärinstal
la
teur
EFZ abgeschlossen hätte
, darf zu seinen Gunsten davon ausgegangen werden, dass er eine Lehre – wenn auch allenfalls eine
Attestlehre
– absolviert hätte
.
Daher rechtfertigt es sich, zur Bestimmung des
Valideneinkommens
auf den
branchenunabhängigen Lohn (
Zentralwert
)
für männliche Arbeitskräfte an Arbeitsplätzen des Kompetenzniveaus 2 abzustellen. Dieser betrug im Jahr 2014
Fr.
5'660.-- (Tabelle TA1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung [LSE] 2014
, Kompetenzniveau 2, Männer
).
Aufgerechnet auf die durchschnittliche betriebs
übliche Arbeitszeit aller Sektoren im Jahr 2014 von 41.7 Stunden pro Woche
(vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsab
teilungen, A-S) und angepasst an die Entwicklung der Nominallöhne für männ
liche Arbeitskräfte von 2‘22
0 Punkten im Jahr 2014 auf 2‘239
Punkte im Jahr 201
6
(
vgl. Bundesamt für Statistik, T 39, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-2016
) ergibt dies ein Jahresein
kommen von rund
Fr.
71
'
413
.-- (
Fr.
5'660.-- /40 x 41.7 x 12 / 2
’
220 x 2
’
2
39
).
Damit ist dem Einkommensvergleich ein
Valideneinkommen
in dieser Höhe zu
grunde
zu
legen.
5.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592
E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1,
126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen
der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2
016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli
2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. Septem
ber 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der
Beizug
der
Lohnstatistik erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (
vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3,
135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
IVG
, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Der Beschwerdeführer ist derzeit nicht erwerbstätig; das letzte Lehrverhältnis wurde per
6.
Juli 2016 aufgelöst (
Urk.
7/64).
Wie oben (E. 4) ausgeführt, wäre eine 70%-
ige
Arbeitstätigkeit in einer angepassten Tätigkeit zumutbar. Ange
sichts der fehlenden beruflichen Ausbildung des Beschwerdeführers
und vor dem Hintergrund des
durch den RAD erstellten Belastungsprofils ist auf den
branchenunabhängigen Lohn (Zentralwert) für Hilfsarbeiten, Kompetenz
niveau
1, für männliche Arbeitskräfte abzustellen.
Somit ist von einem standardisierten monatlichen Einkommen von Fr. 5'312.
--
auszugehen (Tabelle TA1 der Schwei
ze
rischen Lohnstrukturerhebung [LSE] 2014, Kompetenzniveau 1, Männer). Auf
gerechnet auf die durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stun
den pro Woche
(vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilungen, A-S) und angepasst an die Ent
wicklung der Nominal
löhne für männliche Angestellte von 2‘22
0 Punkten im Jahr 2014 auf 2‘239
Punkte im
Jahr
2016
(
vgl. Bundesamt für Statistik, T 39, Entwicklung der Nominal
löhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-2016
)
ergibt dies bei einem – dem Beschwerdeführer zumutbaren Beschäftigungsgrad von 70 % - ein Bruttoeinkommen von rund Fr. 46‘
915
.-- (Fr. 5‘312.--
/ 40 x 41.7 x 12 / 2‘220 x 2‘239
x 0.7).
5.5
Es bestehen keine Hinweise dafür, dass der Beschwerdeführer seine Restar
beitsfähigkeit nur mit unterdurchschnittlichem Erfolg verwerten könnte. Mangel
s überproportionaler Lohneinbusse ist insbesondere für eine Teilzeittätigkeit von 70 % kein Abzug angezeigt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_12/2017 vom 2
8.
Februar 2017 E. 5.5.2).
Zudem wurde d
er
gesundheitliche
n
Einschränkung
mit einer
um 30 % verminderten Leistungsfähigkeit
schon mehr als genügend Rechnung getragen
(
vgl.
E. 4);
e
ine nochmalige Berücksichtigung beim leidens
bedingten Abzug ist
unzulässig
.
Nach dem Gesagten
rechtfertigt sich kein leidensbedingter Abzug vom Invalideneinkommen.
5.
6
Bei einem
solchermassen
ermittelten Invalideneinkommen
von
Fr. 46‘915.
--
resul
tiert im Vergleich zum
Valideneinkommen
von
Fr.
71'413.--
eine
Erwerbs
einbusse
von Fr. 24‘
498
.--, was einem
rentenausschliessenden
Invali
ditätsgrad von rund 34 % entspricht
.
6
.
6
.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Diese Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt (
Urk.
10
/2-3
). Antragsgemäss (
Urk.
1) ist dem Beschwerdeführer deshalb die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und die unentgeltliche Rechtsvertretung in der Person von Rechts
anwalt
Dominique
Chopard
zu gewähren.
6
.2
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenver
siche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens
aufwand und
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.
--
festge
legt
.
Vorliegend erw
eist sich eine Kostenpauschale von
Fr. 7
00.
--
als angemessen.
Ausgangsgemäss
ist diese dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6
.3
Da zudem die anwaltliche Vertretung des Beschwerdeführers geboten war, ist ihm Rechtsanwalt Dominique
Chopard
als unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen. Eine Honorarnote wurde nicht eingereicht, womit die Entschädigung nach Ermessen festzusetzen ist. Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses ist eine Entschädigung in Höhe von Fr. 2‘000.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) angemessen.
6
.4
Kommt der Beschwerdeführer künftig in günstige
wirtschaftliche Verhält
nisse, so kann ihn das Gericht zur Nachzahlung der Auslagen für die unent
geltliche Rechtspflege verpflichten (§ 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozial
versiche
rungs
gericht,
GSVGer
).
Das Gericht
beschliess
t
:
In Bewilligung des Gesuchs vom
6.
März 2017 wird dem Beschwerdeführer
die unent
geltliche Prozessführung gewährt und
Rechtsanwalt Dominique
Chopard
, Zürich
,
als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das
vorliegende Verfahren bestellt,
und
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse genommen.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Dominique Chopard, Zürich,
wird mit
Fr.
2'000
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse entschädigt.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Dominique
Chopard
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.