Decision ID: 9c94f749-0b7e-5ac2-9cf9-c695ddb1113b
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im April 2011 zum Bezug von IV-Leistungen an. Sie begründete
ihre Anmeldung mit einer Herzinsuffizienz (IV-act. 1). Dr. med. B._ vom IV-internen
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) setzte sich mit der behandelnden Kardiologin,
Dr. med. C._, FMH Kardiologie und FMH Innere Medizin, in Verbindung. Dr. C._
teilte mit, dass bei der Versicherten seit Herbst 2010 eine dilatative Kardiomyopathie
unklarer Ätiologie vorliege. Die Versicherte leide an einer Anstrengungsdyspnoe NYHA
II, einer Leistungsintoleranz und einem rezidivierenden retrosternalen Druckgefühl in
Ruhe und unter Belastung. Gemäss der Echokardiographie bestehe eine schwer
eingeschränkte linksventrikuläre Globalfunktion mit einer Auswurffraktion von 25 bis 30
Prozent. Dr. C._ hatte eine mittelschwere Mitralinsuffizienz bei mässig dilatiertem
linkem Ventrikel und eine diastolische Dysfunktion Grad II festgestellt. Des Weiteren
hatte Dr. C._ ein Vorhofseptumaneurysma mit Verdacht auf persistierendes Foramen
ovale und kleinem Atriumseptumdefekt Typ II diagnostiziert. Sie gab weiter an, sie
behandle die Herzinsuffizienz der Versicherten medikamentös. Ein implantierbarer
Cardioverter-Defibrillator (ICD) stehe zur Diskussion und allenfalls sogar eine
Herztransplantation. Entsprechende Abklärungen seien beim Universitätsspital Zürich
in Auftrag gegeben worden. Die Versicherte sei seit 15. Dezember 2010 zu 100 Prozent
arbeitsunfähig. Die zuletzt ausgeübte Stelle als Lebensmittelverkäufern im D._ in
E._ sei ihr gekündigt worden. Sie könne aufgrund der Defizite keine Tätigkeiten
ausüben (Telefongespräch vom 5. Mai 2011; IV-act. 14; vgl. auch IV-act. 13).
A.b Die behandelnden Ärzte der Klinik für Kardiologie des Universitätsspitals Zürich
hielten im Bericht vom 6. Mai 2011 fest, die Versicherte leide an einer dilatativen
Kardiomyopathie unklarer Ätiologie. Das im Kantonsspital Chur im Februar 2011
aufgenommene Herz-MRT zeige keine Narben, kein sicheres Non Compaction und
keine Hinweise für eine Myokarditis. Man habe einen dilatierten linken Ventrikel mit
gesamthaft schwer eingeschränkter Auswurffraktion (biplane Ejektionsfraktion = 30
Prozent) bei diffuser Hypokinesie, eine mittelschwere Mitralinsuffuzienz bei Störung der
Geometrie des linken Ventrikels, eine Koaptationsstörung, eine Anulusdilation sowie
einen dilatierten linken Vorhof festgestellt (IV-act. 15). Gemäss dem Austrittsbericht der
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Klinik für Kardiologie des Universitätsspitals Zürich vom 26. Mai 2011 war mittels einer
Koronarangiographie festgestellt worden, dass eine glattwandige Koronararterie und
eine diffus schwer eingeschränkte Funktion des linken Ventrikels mit einer
Ejektionsfraktion (EF) von 27 Prozent vorlag (IV-act. 19/4). Die behandelnden Ärzte der
Klinik für Kardiologie des Universitätsspitals Zürich berichteten am 1. Juni 2011, dass
der Verlauf stabil sei. Sie empfahlen einen weiteren Ausbau der Herzinsuffizienztherapie
(IV-act. 23). Die behandelnde Hausärztin, Dr. med. F._, FMH Innere Medizin,
attestierte dem ärztlichen Dienst der zuständigen Krankenkasse am 9. Juni 2011 eine
100-prozentige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der „kardialen Problematik“ (IV-act. 19).
Der RAD hielt im FI-Gesprächsprotokoll vom 9. Juni 2011 fest, dass bei einer
Herzinsuffizienz von NYHA III bis IV überhaupt nicht an eine Wiedereingliederung zu
denken und bis Anfang November nicht mit einer eingliederungswirksamen Besserung
zu rechnen sei (IV-act. 17). Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 16. Juni 2011 mit,
dass aufgrund ihres Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen
Eingliederungsmassnahmen möglich seien (IV-act. 21). Am 23. Juni 2011 teilte die IV-
Stelle der Versicherten mit, dass zurzeit kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe,
da die Wartezeit von einem Jahr noch nicht abgelaufen sei (IV-act. 24).
A.c Der Versicherten wurde am 13. Juli 2011 im Kantonsspital St. Gallen ein
implantierbarer Cardioverter-Defibrillator (ICD) eingesetzt (IV-act. 31/10). Gemäss dem
Austrittsbericht vom 14. Juli 2011 war die Implantation komplikationslos verlaufen und
der ICD funktionierte einwandfrei (IV-act. 31/8). Im Rahmen einer kardiologischen
Sprechstunde vom 6. Dezember 2011 im Universitätsspital Zürich wurde die Situation
als stabil eingeschätzt. Die Belastungsdyspnoe hatte sich nicht verändert (IV-act. 31/6).
A.d Die IV-Stelle ersuchte die behandelnde Kardiologin und die Hausärztin um
Verlaufsberichte. Beide Ärztinnen attestierten einen stationären Gesundheitszustand.
Die Diagnose habe sich nicht verändert. Weder seien berufliche Massnahmen
angezeigt noch sei die Versicherte auf Hilfe in alltäglichen Lebensverrichtungen
angewiesen oder seien ergänzende medizinische Abklärungen angezeigt (Bericht von
Dr. C._ vom 9. Dezember 2011, IV-act. 25, und von Dr. F._ vom 23. Februar 2012,
IV-act. 29). Dr. B._ vom RAD hielt am 14. März 2012 fest, der Gesundheitszustand
der Versicherten habe sich in der Zwischenzeit auf einem tiefen Niveau stabilisiert. Im
Übrigen befinde sie sich nicht mehr im Transplantationsprogramm. In der
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angestammten Tätigkeit als Verkäuferin bei D._ verfüge sie seit dem 15. Oktober
2010 über keine Arbeitsfähigkeit mehr. In einer ideal leidensadaptierten, körperlich
leichten, vorwiegend sitzenden Tätigkeit, in der kurze Wegstrecken zurückgelegt und
keine Treppen bestiegen werden müssten, verfüge die Versicherte zumindest über eine
50-prozentige Arbeitsfähigkeit. Aus versicherungsmedizinischer Sicht seien deshalb
erneut berufliche Massnahmen zu prüfen (IV-act. 30).
A.e Dr. C._ stellte am 26. März 2012 einen konstanten Verlauf mit
Leistungsintoleranz, Anstrengungsdyspnoe NYHA II und Angina pectoris CCS II fest.
Insgesamt zeige sich keine Verbesserung der kardialen Situation und aufgrund der
Gefahr der Überanstrengung und nachfolgender Verschlechterung sei nicht an eine
Eingliederung zu denken. Ein allfälliger Arbeitsversuch müsste sofort abgebrochen
werden, wenn sich die Versicherte überfordert fühle. Sie habe die Situation der
Versicherten auch mit dem Oberarzt der Kardiologie des Universitätsspitals Zürich
besprochen. Auch dieser sei der Meinung, die Versicherte werde auf lange Sicht 100
Prozent arbeitsunfähig bleiben (IV-act. 32/2). Die Sachbearbeiterin liess deshalb im
Triage-Protokoll vom 4. Juni 2012 offen, ob die Versicherte die vom RAD eingeschätzte
50-prozentige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit wirklich umsetzen könne.
Es bestehe aber ein Anspruch auf eine Arbeitsvermittlung (IV-act. 33). Am 6. Juni 2012
wurde bei einer Echokardiographie im Universitätsspital Zürich eine bessernde
Pumpfunktion des dilatierten linken Ventrikels festgestellt. Die Ejektionsfraktion war von
30 Prozent (gemessen am 6. Mai 2011) auf 41 Prozent angestiegen (IV-act. 40).
A.f Am 4. Juli 2012 nahm RAD-Arzt Dr. B._ eine Abklärung der Versicherten vor. Im
Bericht vom 13. Juli 2012 wies Dr. B._ auf die deutlich verbesserte Pumpfunktion hin.
Dies sei erfreulich, dennoch hätten sich die echokardiographisch erhobenen Befunde
noch längst nicht normalisiert. Noch immer bestünden eine diffuse Hypokinesie und
eine mittelschwere Mitralinsuffizienz. Die eklatante Verbesserung der Herzfunktion
wecke die Hoffnung, dass die Versicherte wieder über eine signifikante Arbeitsfähigkeit
werde verfügen können. Deshalb sei der Versicherten eine behutsame
Wiedereingliederung am G._, als eine Art Arbeitserprobung mit körperlich geringen
Belastungen bei einem Pensum von 50 Prozent vorgeschlagen worden. Die Versicherte
sei von diesem Konzept sehr angetan (IV-act. 42). Am 25. September 2012 teilte die IV-
Stelle der Versicherten mit, dass sie Anspruch auf Arbeitsvermittlung habe (IV-act. 52)
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und dass eine berufliche Abklärung notwendig sei, die im Zeitraum vom 17. September
bis 14. Dezember 2012 im G._ stattfinde (IV-act. 53). Mit Schreiben vom
19. Dezember 2012 verlängerte die IV-Stelle die berufliche Abklärung vom 15.
Dezember 2012 bis zum 15. März 2013 (IV-act. 61). Gemäss einem Zwischenbericht
des Angebotsleiters des G._ vom 20. Dezember 2012 betrug das Arbeitspensum der
Versicherten 50 Prozent und sie steigere sich aktuell auf 70 Prozent. Im Schlussbericht
vom 27. März 2013 des G._ wurde festgehalten, dass die Versicherte am 5. Februar
2013 nicht zu einem Termin erschienen sei und sich weder abgemeldet habe noch
erreichbar gewesen sei. Am 12. März 2013 habe sich die Versicherte über ein gefaxtes
Arztzeugnis entschuldigt, sich jedoch nicht bemüht, telefonischen Kontakt herzustellen.
Am 18. März 2013 habe das Austrittsgespräch stattgefunden. Die Versicherte habe
geäussert, dass sie seit längerem Schmerzen in der rechten Leiste habe und es ihr
nicht möglich sei zu arbeiten. Sie habe sich in dieser Zeit auch von ihren privaten
Kontakten abgeschottet und nicht auf E-Mail, Telefon und Schreiben reagiert. Eine
Zyste sei diagnostiziert worden. Die Versicherte habe die Hoffnung gehegt, wieder in
den Arbeitsversuch einsteigen zu können, wenn es ihr besser gehe (IV-act. 69).
A.g Gemäss einem Verlaufsprotokoll vom 8. Juni 2013 hatten die
Eingliederungsverantwortliche und die Versicherte am 14. Mai 2013 ein Gespräch
geführt. Dabei hatte die Versicherte angegeben, wegen der Schmerzen in der Leiste sei
sie an Dr. med. H._, Orthopädie I._, überwiesen worden. Dieser habe mit einem
Ultraschall Knochenveränderungen an der Hüfte festgestellt. Sie erhalte
Cortisonspritzen gegen die Schmerzen. Das nächste Problem seien die Bandscheiben.
Dort sei sie letztmals 2009 operiert worden. Sie habe langsam genug von den Ärzten.
Wegen der Schmerzen habe sie sich auch zurückgezogen. Am G._ sei sie manchmal
an ihre Grenzen gestossen, sie habe auch Probleme mit einem Arbeitsagogen gehabt.
Sie könne sich nicht vorstellen, einer Arbeitstätigkeit nachzugehen. Sie habe es
versucht, komme aber sehr schnell an Grenzen. Sie mache keine Bewerbungen für eine
Anstellung (IV-act. 72/4). Die Eingliederungsverantwortliche erachtete die
Eingliederungsberatung als nicht mehr sinnvoll, weshalb diese beendet werden könne.
Sie leitete das Dossier zur Rentenprüfung weiter (IV-act. 73). Am 18. Juni 2013 teilte die
IV-Stelle der Versicherten mit, dass die beruflichen Massnahmen abgeschlossen
würden (IV-act. 76).
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A.h Gemäss einem Bericht vom 17. Juli 2013 gingen die behandelnden Ärzte bei der
kardiologischen Sprechstunde im Universitätsspital Zürich von einem stabilen Verlauf
aus. Da die letzte Echokardiographie schon ein Jahr zurückliege, bat er die
behandelnde Kardiologin, bei nächster Gelegenheit eine neue durchzuführen (IV-
act. 78/11 f.).
A.i Dr. H._ nannte im Bericht vom 1. Mai 2013 die Diagnosen foveales Impingement
bei vermutlichem Status nach Hüftsubluxation und Ruptur des Ligamentum capitis
femoris und Hüftdysplasie beidseits. Er empfahl eine erneute Infiltration des
Hüftgelenks. Im Übrigen müsse die Versicherte warten, bis die Arthrose so weit sei,
dass sie eine Hüfttotalprothese brauche (IV-act. 79). Dr. C._ berichtete am 27.
August 2013, echokardiographisch sei eine schwer eingeschränkte linksventrikuläre
Auswurffraktion von 32 Prozent festgestellt worden (IV-act. 83/4 f.). Dr. F._ fasste in
ihrem Bericht vom 17. Oktober 2013 zusammen, die linksventrikuläre Funktion habe
sich leider von 41 auf 32 Prozent verschlechtert. Wegen der zunehmenden
Rückenbeschwerden bei bekannter Cam-Läsion der Hüfte habe eine MR-
Untersuchung fortgeschrittene Osteochondrosen in allen Abschnitten der
Lendenwirbelsäule sowie eine Diskusextrusion L5/S1 bei Status nach
Diskushernienoperation L5/S1 vor Jahren ergeben. Wegen der Rückenbeschwerden
habe man eine Physiotherapie eingeleitet (IV-act. 83/1).
A.j Der RAD hielt 7. November 2011 fest, unter rein bio-medizinischen Aspekten
spreche nichts dagegen, dass die kognitiv unauffällige Versicherte in einer vorwiegend
sitzenden, körperlich leichten Tätigkeit, in der sie weder lange, noch ansteigende oder
gar steile Wege zurücklegen müsse, vollumfänglich arbeitsfähig sei. Das orthopädisch
begründete Leistungsdefizit sei bereits durch das genannte Adaptionsprofil
vollumfänglich abgedeckt (IV-act. 84). Die IV-Stelle erstellte am 11. November 2013
einen Einkommensvergleich. Dabei ging sie davon aus, dass die Versicherte in einer
adaptierten Tätigkeit zu 100 Prozent arbeitsfähig sei. Sie stellte fest, dass das
ermittelte Invalideneinkommen (Fr. 52‘479.-) 5 Prozent über dem letzten
Valideneinkommen (Fr. 49‘980.--) lag. Daraus zog sie den Schluss, dass keine
invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse bestehe (IV-act. 90).
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A.k Mit einem Vorbescheid vom 20. November 2013 wurde der Versicherten
angezeigt, dass sie in einer adaptierten Tätigkeit vollumfänglich arbeitsfähig und
deshalb nicht invalid sei, weshalb man das Leistungsbegehren abweisen werde (IV-act.
87). Die Versicherte ersuchte am 27. November 2013 sinngemäss um erneute
Überprüfung ihres Rentenbegehrens (IV-act. 88). Am 20. Januar 2014 erging die
Abweisungsverfügung (IV-act. 89).
B.
B.a Die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) erhob am 31. Januar 2014
Beschwerde gegen die Abweisungsverfügung. Zur Begründung führte sie an, dass sie
nach körperlicher Hausarbeit zwischen einer halben und einer Stunde starke
Kreislaufprobleme habe, an starker Atemnot leide und extrem müde sei. Wenn sie eine
Stunde langsam spazieren gehe, sei sie komplett erschöpft (act. G.1). Dr. C._ teilte
der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) am 13. Februar 2014 mit, dass sie mit
der genannten Verfügung nicht einverstanden sei. Die Versicherte sei aufgrund der
dilatiativen Kardiomyopathie mit mittelschwer bis schwer eingeschränkter Funktion und
mindestens mittelschwer eingeschränkter Leistungsfähigkeit in ihrem Beruf als
Verkäuferin zu 100 Prozent arbeitsunfähig (IV-act. 92). Die zuständige Sachbearbeiterin
leitete der Kardiologin die Stellungnahme des RAD weiter und verwies auf den
Beschwerdeweg (IV-act. 93).
B.b Am 2. April 2014 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung führte sie an, der RAD habe die Beschwerdeführerin
selbst untersucht und sei zum Schluss gekommen, dass diese in Anbetracht der
gesamten medizinischen Aktenlage in einer adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei.
Die massgebenden RAD-Stellungnahmen erfüllten die von der Rechtsprechung
geforderten Kriterien. Zwar möge die Einschätzung des RAD von derjenigen des
behandelnden Arztes abweichen. Dabei sei aber der Erfahrungstatsache Rechnung zu
tragen, dass Hausärzte mitunter aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung
in Zweifelsfällen eher dazu neigten, zu Gunsten ihrer Patienten auszusagen. Dies gelte
sowohl für allgemein praktizierende Hausärzte als auch für behandelnde Spezialisten.
Es stelle keinen Widerspruch zur RAD-Einschätzung dar, dass die Beschwerdeführerin
nach körperlicher Hausarbeit oder nach einem Spaziergang ermüde. Eine adaptierte
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Tätigkeit sollte schliesslich in einer vorwiegend sitzenden, körperlich leichten Tätigkeit,
in der weder lange, noch ansteigende oder gar steile Wege zurückgelegt werden
müssten, ausgeübt werden (act. G.5).
B.c Die Beschwerdeführerin wandte am 7. Mai 2014 ein, dass in der
Beschwerdeantwort nicht auf die Befunde von Dr. C._ und von Dr. F._
eingegangen werde. Sie werde den Bericht der Sprechstunde vom 7. April 2014 im
Universitätsspital Zürich noch nachreichen (act. G.7). Die Hausärztin der
Beschwerdeführerin reichte am 21. Mai 2014 per Fax zwei medizinische Berichte nach
(act. G.9). Der leitende Arzt der Klinik für Kardiologie des Kantonspitals St. Gallen, Prof.
Dr. med. J._, hatte in seinem Bericht vom 21. März 2014 die Arbeitsfähigkeit aus
kardiologischer Sicht beurteilt. Er hatte angegeben, aufgrund der nicht ischämischen
Kardiomyopathie mit schwer eingeschränkter linksventrikulärer Funktion habe die
Beschwerdeführerin bei der letzten Spiroergometrie nur eine Soll-Arbeitsleistung von
60 Prozent erreicht. Er erachte es als nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin
trotz mehrfacher Versuche, ihre Arbeit als Verkäuferin wieder aufzunehmen, ein 100
Prozent Pensum nicht habe bewältigen können. Er unterstütze ein kritisches
Überdenken des abgewiesenen Rentenbegehrens (act. G.9.1). Gemäss einem Bericht
des Universitätsspitals Zürich vom 7. April 2014 war bei der aktuellen
Echokardiographie eine mittelschwer eingeschränkte Auswurffraktion des linken
Ventrikels von 36 Prozent festgestellt worden. In der Spiroergometrie hatte die
Patientin eine knapp genügende Ausbelastung sowie eine weiterhin deutlich
eingeschränkte Leistungsfähigkeit (61 Prozent des Solls) und
Sauerstoffaufnahmekapazität aufgewiesen (act. G.9.3).
B.d Die Hausärztin reichte dem Gericht am 31. Juli 2014 einen Bericht von Dr. C._
vom 14. Juli 2014 nach. Darin hatte die Kardiologin aufgezeigt, dass sich
echokardiographisch eine schwer eingeschränkte linksventrikuläre Auswurffraktion mit
diffuser Hypokinesie mit einer Ejektionsfraktion von 29 Prozent gezeigt habe, was bei
einer schweren Mitralinsuffzienz wahrscheinlich überschätzt sei. Zudem habe sich der
Durchmesser des linken Ventrikels vergrössert, was – zusammen mit der leichten
Verschlechterung der linksventrikulären Funktion – für eine Progression der
Kardiomyopathie spreche. Sie habe der Beschwerdeführerin eine dringliche Vorstellung
am Universitätsspital Zürich mit der Frage nach Mitralklappenclipping oder anderen
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Massnahmen empfohlen (act. G.11). Dieser Bericht wurde der Beschwerdegegnerin zur
Kenntnisnahme zugestellt (act. G.12).

Erwägungen
1.
1.1 Zwischen den Parteien ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin umstritten.
1.2 Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die
kumulativ ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können, während eines Jahres ohne
wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig
gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind.
Eine Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des
Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht
invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG
besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70 Prozent, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu
60 Prozent invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 Prozent auf eine Viertelsrente.
2.
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2.1 Die von der Verwaltung durchgeführte Sachverhaltsabklärung hat ergeben, dass
die Beschwerdeführerin zusätzlich zur schweren Herzinsuffizienz an Beschwerden in
der Leiste, an der Hüfte und am Rücken (Bandscheibe) leidet. Der RAD hat die
Beschwerdeführerin in einer vorwiegend sitzenden, körperlich leichten Tätigkeit, in der
keine langen, ansteigenden oder gar steilen Wege zurückgelegt werden müssen, als
voll arbeitsfähig erachtet. Auf diese Einschätzung hat die Beschwerdegegnerin ihre
Abweisungsverfügung abgestützt. Der Sachverhalt lässt aber noch Fragen offen.
2.2 In Bezug auf das Herzleiden ist den Akten zu entnehmen, dass im Jahr 2011
basierend auf mehreren Echokardiographien eine Auswurffraktion von 25 bis 30
Prozent gemessen worden war (vgl. IV-act. 11; IV-act. 15; IV-act. 19). Im
Universitätsspital Zürich wurde im Jahr 2012 eine sichtlich verbesserte Auswurffraktion
von 41 Prozent festgestellt (vgl. IV-act. 40). Die behandelnde Kardiologin hat im Jahr
2013 erneut eine Auswurffraktion von lediglich 32 Prozent gemessen (vgl. IV-act. 83/4
f.). Unklar bleibt der Grund dieser Leistungsschwankung. Sollte sich die Herzleistung
im Jahr 2013 tatsächlich um 10 Prozent gebessert haben, müsste weiter abgeklärt
werden, weshalb sie wieder auf das alte Niveau zurückgefallen ist. Der RAD hätte
abklären müssen, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin tatsächlich
noch nicht auf einem höheren Niveau stabilisiert hat. Letzterenfalls hätte er wohl noch
keine Arbeitsfähigkeitsschätzung vornehmen dürfen. Deshalb kann nicht nachvollzogen
werden, weshalb der RAD trotz starken Schwankungen und den tiefen Werten der
Auswurffraktion des linken Ventrikels – und entgegen der Einschätzung der Hausärztin
– von einer 100-prozentigen adaptierten Arbeitsfähigkeit ausgeht.
2.3 In den RAD-Stellungnahmen finden die Schmerzen der Beschwerdeführerin an der
rechten Leiste keine Erwähnung, obwohl die Versicherte aufgrund dieser Schmerzen
den Arbeitsversuch abgebrochen hatte. Diesbezüglich liegen nur die Aussagen der
Beschwerdeführerin vom Austrittsgespräch am 18. März 2013 vor, wonach die Ärzte
die Ursache der Symptome noch nicht wüssten und bei Bedarf operieren wollten. In
der Leiste sei eine Zyste diagnostiziert worden. Medizinische Berichte zur Situation in
der Leiste liegen nicht vor. Es ist nicht klar, ob die Beschwerdeführerin noch an
Beschwerden in der Leiste leidet, ob sie operiert worden ist und wie der Verlauf nach
einer allfälligen Operation gewesen ist.
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2.4 Weiter ist nicht klar, ob das Hüftleiden in die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung mitein
bezogen wurde. Aus der Stellungnahme des RAD vom 7. Novebber 2013 (IV-act. 84)
geht lediglich hervor, dass das orthopädisch begründete Leistungsdefizit bereits durch
das genannte Adaptationsprofil (vorwiegend sitzende, körperlich leichte Tätigkeit ohne
lange, ansteigende oder gar steile Wege) vollumfänglich abgedeckt sei. Eine konkrete
Einschätzung der Auswirkungen des Hüftleidens auf die Arbeitsfähigkeit ist der
Stellungnahme nicht zu entnehmen. Bei dem vermuteten Status nach Hüftsubluxation,
dem gerissenen Oberschenkelknochenkopfband (Ligamentum capitis femoris) und der
beidseitigen Hüftdysplasie sowie der prognostizierten Notwendigkeit einer
Hüfttotalprothese bei fortschreitender Arthrose (vgl. IV-act. 79) ist nicht hinreichend
nachvollziehbar, dass das genannte Adaptationsprofil angemessen ist. So stellt sich
offenkundig die Frage, ob das Hüftleiden tatsächlich eine vorwiegend sitzende Tätigkeit
ganztags und ohne Leistungseinbusse ermöglicht. Diesbezüglich erscheint zumindest
eine fachärztliche Arbeitsfähigkeitsschätzung (wohl durch einen Orthopäden)
angezeigt.
2.5 Die Beschwerdeführerin klagt auch über Rückenschmerzen, insbesondere über
erneute Schmerzen an der operierten Bandscheibe. Obwohl eine MR-Untersuchung
ergeben hat, dass fortgeschrittene Osteochondrosen in allen Abschnitten der
Lendenwirbelsäule sowie eine Diskusextrusion L5/S1 vorgelegen haben (vgl. IV-act
83/1), ist den IV-Akten diesbezüglich keine weitere Abklärung über die Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen. Der RAD hat sich auch diesbezüglich damit begnügt
festzuhalten, dass orthopädisch begründete Leistungsdefizite ohnehin durch das
Adaptationsprofil abgedeckt worden seien. Ohne weitere Abklärungen davon
auszugehen, die Beschwerdeführerin könne trotz der Rückenpathologie problemlos in
einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit voll arbeitsfähig sein, ist nicht genügend
plausibel. Zudem hat die Hausärztin nur wechselbelastende Tätigkeiten als zumutbar
erachtet (vgl. IV-act. 78/4). Weshalb der RAD dennnoch von einer vorwiegend
sitzenden adaptierten Tätigkeit ausgeht, hat er nicht näher begründet.
2.6 Den Akten sind Indizien auf ein mögliches psychisches Leiden zu entnehmen.
Nach der allgemeinen Lebenserfahrung kann eine gesundheitliche Belastungssituation
durchaus Auswirkungen auf die Psyche haben. Hinweise darauf sind etwa das
mitteilungslose Fernbleiben vom Arbeitsversuch, die Abschottung von privaten
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Kontakten aufgrund von starken Schmerzen (IV-act. 69) und die Aussage der
Beschwerdeführerin, wegen der Schmerzen habe sie sich zurückgezogen (IV-act. 72/4).
Auch schmerzbedingte Schlafstörungen können sich auf die Psyche auswirken (IV-
act. 83/1). Eine Abklärung von möglichen psychischen Leiden wurde bei der
Beschwerdeführerin nicht durchgeführt.
2.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der RAD die medizinischen Berichte der
einzelnen Fachärzte getrennt betrachtet und daraus eine Beurteilung der
Gesamtsituation vorgenommen hat. Leiden an Herz, Hüfte, Leiste, Rücken und
allenfalls an der Psyche sind in ihrem Zusammenwirken als komplex zu erachten.
Trotzdem ist den Akten keine Gesamtbeurteilung aller gesundheitlichen
Einschränkungen zu entnehmen, die interdisziplinär allen Beschwerden und deren
Wechselwirkungen Rechnung tragen würde. Eine interdisziplinäre Begutachtung ist
deshalb unverzichtbar.
3.
3.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen kann die Frage der Arbeitsfähigkeit für
adaptierte Tätigkeiten anhand der vorliegenden Akten nicht schlüssig beantwortet
werden. Die Beschwerdegegnerin ist ihrer Abklärungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) also
nur ungenügend nachgekommen. Damit ist die angefochtene Verfügung in Verletzung
des Untersuchungsgrundsatzes erlassen worden, weshalb sie aufzuheben ist. Da noch
keine Begutachtung veranlasst wurde und es nicht die Aufgabe des
Versicherungsgerichts sein kann, die von der Beschwerdegegnerin versäumten
Sachverhaltsabklärungen nachzuholen, ist die Sache zur weiteren Abklärung und zur
anschliessenden neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3.2 Die Aufhebung einer angefochtenen Verfügung und die Rückweisung an die
Verwaltung zur Durchführung weiterer Abklärungen gilt rechtsprechungsgemäss
hinsichtlich der Kosten- und Entschädigungsfolgen als vollständiges Obsiegen der
Beschwerde führenden Partei. Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat deshalb die
gemäss Art. 69 Abs. 1 IVG zu erhebenden und angesichts des durchschnittlichen
Aufwands auf Fr. 600.-- festzusetzenden Gerichtskosten zu bezahlen. Der
Kostenvorschuss wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet.
bis
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