Decision ID: 8cd2dea0-d2f5-54bf-a9a2-c1a10faed520
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Karl Gehler, LL.M., Hanfländerstrasse 67,
Postfach 1539,
8640 Rapperswil SG,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 6. Juni 2007 zum Bezug von IV-Leistungen an (act.
G 6.1/12). Zuvor hatte sie während 25 Jahren als Pflegeassistentin, zuletzt in einem
80%-Pensum im Spital B._ gearbeitet (act. G 6.1/5, 6.1/9f.). Ihr Hausarzt Dr. med.
C._, bestätigte im Arztbericht vom 3. Juli 2007 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit im
bisherigen Beruf seit 21. Juni 2006 wegen einem Status nach Neuromsektion III/IV des
rechten Fusses, beidseitigen massiven Spreizfüssen, einer Arthrose im
Tarsametatarsalgelenk II rechts mit Nekrosezonen in diesem Bereich, deutlicher Hallux
valgus Fehlstellung links, einem Status nach Hallux valgus Operation rechts und neu
einer Mortonschen Neuralgie II/IV des linken Fusses, wobei durch MRI ein Neurom
intermetatarsale III/IV nachgewiesen worden sei. Zudem liege ein chronisches lumbo-
vertebrales Syndrom vor (act. G 6.1/23). Am 19. Februar 2008 wurde die Versicherte in
der Schulthess Klinik neurologisch und am 27. März sowie 11. April 2008
rheumatologisch abgeklärt (act. G 6.1/55f.).
A.b Am 25. April 2008 führte die IV-Stelle eine Haushaltsabklärung durch, anlässlich
derer die Versicherte angab, dass sie ohne Gesundheitsschaden weiterhin einer
ausserhäuslichen Tätigkeit im Pensum von 80% nachgehen würde (act. G 6.1/47). Im
Bericht vom 29. August 2008 diagnostizierte Dr. med. D._, FMH Psychiatrie und
Psychotherapie, eine mittelschwere anhaltende depressive Störung mit ausgeprägten
Angstzuständen und vegetativen Symptomen sowie klimakterische Beschwerden. Seit
dem 13. Dezember 2007 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 6.1/52).
A.c Am 2. und 11. Dezember 2008 wurde die Versicherte im Medizinischen
Gutachtenzentrum St. Gallen (MGSG) psychiatrisch von Dr. med. E._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie und orthopädisch von Dr. med. F._, Spezialarzt
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Orthopädie FMH, begutachtet. Die beiden Experten befanden sie in der bisherigen
Tätigkeit als Pflegeassistentin bei voller Stundenpräsenz zu 25% und in einer
adaptierten Tätigkeit bei voller Stundenpräsenz zu 60% arbeitsfähig. In der
Haushaltstätigkeit gingen sie von einer Arbeitsfähigkeit von 65% aus (act. G 6.1/63-21).
Mit Stellungnahme vom 16. Februar 2009 hielt der RAD-Arzt Dr. med. G._ das
Gutachten für nachvollziehbar. Auf Grund der Akten befand er die Versicherte in einer
adaptierten Tätigkeit seit Juni 2007 zu 80% und seit Dezember 2007 zu 60%
arbeitsfähig (act. G 6.1/64).
A.d Im Vorbescheid vom 10. Juli 2009 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, einen Anspruch auf Rentenleistungen zu verneinen (act. G 6.1/69). Dagegen
erhob die Versicherte am 1. bzw. ergänzend am 8. September 2009 Einwand (act.
G 6.1/70 und 6.1/72ff.).
A.e Am 8. Oktober 2009 verfügte die IV-Stelle im Sinn des Vorbescheids. Sie
begründete die Ablehnung eines Rentenanspruchs der Versicherten damit, dass jene
bei einer Erwerbstätigkeit im Rahmen von 80% und einer Haushaltstätigkeit von 20%
im Erwerbsteil über eine Einschränkung von 46.7% und in der Haushaltstätigkeit über
eine solche von 0% verfüge, weshalb der Invaliditätsgrad 37.36% betrage (act.
G 6.1/78).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 8. Oktober 2009 richten sich die vorliegende
Beschwerde vom 9. November 2009 sowie die Beschwerdeergänzung vom 10.
Dezember 2009. Die Beschwerdeführerin beantragte, vertreten durch Rechtsanwalt
Dr. iur. K. Gehler, Rapperswil, die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die
Zusprache einer ganzen Invalidenrente; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Der
Rechtsvertreter führte im Wesentlichen aus, dass das Gutachten des MGSG vom 11.
Dezember 2008 in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit den aktuellsten Berichten der
behandelnden Ärzte deutlich widerspreche. Auch würden die Fussbeschwerden im
Gutachten zu wenig berücksichtigt, da der Beschwerdeführerin generell gehende und
stehende Tätigkeiten kaum mehr zumutbar seien. Zudem werde bestritten, dass
adaptierte Tätigkeiten wie sie vorliegend beschrieben würden, im freien Arbeitsmarkt
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überhaupt bestünden. Da die Einschränkungen aus psychiatrischer und orthopädischer
Sicht nicht übereinstimmten, müssten auch die Arbeitsunfähigkeiten von 20% und 40%
zusammengerechnet werden, was zu einer Arbeitsunfähigkeit von 60% führe. Im
Übrigen sei unerklärlich, weshalb die IV-Stelle im Haushaltsbereich keine
Einschränkung anerkannt habe, sei doch das Gutachten von einer Arbeitsunfähigkeit
von 35% ausgegangen. Schliesslich sei auch ein Leidensabzug zu gewähren, welcher
auf Grund des Alters der Beschwerdeführerin und unter Berücksichtigung aller
physischen und psychischen Beschwerden 10% zu betragen habe (act. G 1, 4).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 16. Februar 2010 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung machte sie
geltend, dass der Meinung neutraler MGSG-Experten ein höherer Stellenwert
beigemessen werden müsse als derjenigen behandelnder Ärzte, welche in
Zweifelsfällen doch eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagten. Auch sei nicht
nachvollziehbar, weshalb eine adaptierte Tätigkeit auf dem Arbeitsmarkt nicht
verfügbar sein solle, arbeite doch jeder Hilfsarbeiter an einem modernen Arbeitsplatz
heute grundsätzlich sitzend. Würde man bei der Beschwerdeführerin mit guten
Deutschkenntnissen und überdurchschnittlichem Verdienst als Gesunde zusätzlich
einen Leidensabzug anrechnen, wäre der Gesundheitsschaden doppelt berücksichtigt.
Schliesslich sei bei Einschränkungen im Haushalt praxisgemäss nicht auf das
Gutachten, sondern auf die Haushaltsabklärung abzustellen (act. G 6).
B.c In der Replik vom 12. April 2010 hielt die Beschwerdeführerin an ihren
Ausführungen fest; sie beantragte eventualiter eine Teilrente zuzusprechen (act. G 12).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 14).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien ist einzig der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin streitig.
2.
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2.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiell-rechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass
der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am
8. Oktober 2009 ergangen. Dennoch ist ein Sachverhalt zu beurteilen, der vor dem
Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008
begonnen hat. Zu beurteilen ist im vorliegenden Verfahren eine im Juni 2006 manifest
gewordene Verschlechterung des Gesundheitszustands mit im Juni 2007 erfolgter
Anmeldung bei der IV. Gemäss den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln ist für
die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab 1.
Januar 2008 (bis Verfügungserlass) auf die neuen Normen der 5. IV-Revision
abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom
7. Juni 2006 [I 428/04] E. 1). Für die Invaliditätsbemessung ergibt sich durch das neue
Recht jedoch keine substanzielle Änderung. Zitiert werden im Folgenden die ab 1.
Januar 2008 geltenden Bestimmungen.
2.2 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen, und es habe ihr auch nicht
zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt
gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
als Invalidität. Unter Erwerbsunfähigkeit wird der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
verstanden (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch
einen Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der
konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht
geregelt. Diese Lücke füllt Art. 28a Abs. 2 IVG: Es ist darauf abzustellen, in welchem
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Mass die betreffende Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Als
Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person gelten insbesondere die übliche
Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische
Tätigkeiten (Art. 27 IVV). Die Bestimmung von Art. 28a Abs. 3 IVG regelt die so
genannte gemischte Methode der Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil
erwerbstätig und zum Teil im Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen
"gemischten" Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im
Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der
Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen.
2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente,
wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.4 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der medizinischen Fachperson ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des streitigen Leistungsanspruchs gestatten. Diese Untersuchungspflicht dauert so
lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen
Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Führen die im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen den
Versicherungsträger oder das Gericht bei umfassender, sorgfältiger, objektiver und
inhaltsbezogener Beweiswürdigung (BGE 132 V 400 E. 4.1) zur Überzeugung, ein
bestimmter Sachverhalt sei überwiegend wahrscheinlich (BGE 126 V 360 E. 5b mit
Hinweisen) und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden
Ergebnis nichts mehr ändern, so ist ein Verzicht auf die Abnahme weiterer Beweise
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zulässig und bedeutet keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (SVR
2001 IV Nr. 10 S. 28 E. 4b mit Hinweisen).
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin hat sich bei der Bemessung des im Erwerbsbereich
bestehenden Invaliditätsgrads auf das Gutachten von Dr. F._ und Dr. E._ vom
11. Dezember 2008 (act. G 6.1/63) abgestützt. Nach Auffassung der Gutachter besteht
in geistig einfachen Tätigkeiten, die abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt
werden können, ohne dass dabei regelmässig Gegenstände über 5kg gehoben oder
getragen werden müssen, die nicht mit häufigem Laufen auf unebenem Boden sowie
Treppensteigen und Erklimmen von Leitern verbunden sind, die nicht in kalter und
feuchter Umgebung ausgeübt werden müssen und die ohne erhöhte psychische
Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck, ohne erhöhte Konzentrationsfähigkeit, ohne
Planungsfähigkeit, ohne Verantwortung, ohne Kundenkontakte und ohne Nachtarbeit
ausgeführt werden können, bei voller Stundenpräsenz eine Arbeitsfähigkeit von 60%
(act. G 6.1/63-9 und 21). Die Beschwerdeführerin bringt jedoch verschiedene
Vorbehalte gegen die Zuverlässigkeit dieses MGSG-Gutachtens vor (vgl. act. G 4).
3.2 Sie kritisiert, dass die Einschätzungen der Gutachter durchgehend allen
Beurteilungen der behandelnden Ärzte widersprächen. Tatsächlich befand Dr. med.
H._, Spezialarzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, die
Beschwerdeführerin auf Grund der Anamnese und des klinischen Befunds aus
orthopädischer, schmerztherapeutischer Sicht zu 100% arbeitsunfähig (act.
G 6.1/88-36). Auch die behandelnde Psychiaterin Dr. D._ schätzte die
Arbeitsunfähigkeit im Bericht vom 18. November 2009 mit Verweis auf ihre frühere
Einschätzung vom 29. August 2008 (vgl. act. G 6.1/52) aktuell auf etwa 90%, wobei der
Zustand der Beschwerdeführerin eher wechselhaft sei. Eine 80%ige Arbeitsfähigkeit
halte sie nicht für realistisch (act. G 6.1/88-38).
3.2.1 Vorab ist festzustellen, dass die vorhandenen Vorakten und insbesondere
der Bericht von Dr. D._ vom 29. August 2008 mit Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit
aus psychiatrischer Sicht auf 100% (act. G 6.1/52), die Berichte von Dr. C._ vom 3.
Juli und 19. Dezember 2007, seine Berichte an die Helsana Versicherungen und die
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Beurteilungen des Vertrauensarztes der Helsana Versicherungen sowie die Berichte der
Schulthess Klinik von 2008 in die Begutachtung der MGSG-Experten einflossen, was
sich einerseits aus dem im Gutachten enthaltenen Kapitel "Vorhandene Akten" und
andererseits auf Grund der Ausführungen selber ergibt (vgl. act. G 6.1/63-2f. und 10).
So nahm Dr. F._ aus orthopädischer Sicht eingehend zu den Einschätzungen der
behandelnden Orthopäden Stellung, wobei er die Arbeitsunfähigkeitsschätzungen der
Schulthess-Klinik von 100% vom 20. Mai 2000 bis 15. Februar 2001 sowie eine
50%ige Arbeitsunfähigkeit vom 16. Februar 2001 für sechs bis acht Wochen mit
Gewichtslimiten und eine 25%ige Arbeitsunfähigkeit vom 17. bis 30. April 2001 auf
Grund der degenerativen LWS-Veränderungen L4/5 grösstenteils für nachvollziehbar
erachtete. Die von Dr. C._ attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit mehr als ein Jahr
nach der Hallux valgus-Korrektur im Juni 2006 befand er demgegenüber als nicht ganz
plausibel, da eine Restarbeitsfähigkeit seiner Meinung nach hätte zugemutet werden
können. Für die Arbeitsunfähigkeit verantwortlich waren gemäss Dr. F._ eine
ausgeprägte Grosszehengrundgelenks- und Sesamoidarthrose rechts, eine
Metatarsalgie bei Senk-/Spreizfuss beidseits mit Hallux valgus-Fehlstellung links und
Hallux valgus-Rezidivfehlstellung bei Status nach Scarf-Osteotomie des Metatarsale I
06/2006 und Morton-Neuromexcision II/III 12/2006 rechts, eine Makroinstabilität L4/5
bei mässiger Spondylarthrose und erheblicher linksbetonter Spondylarthrose L5/S1
sowie mässiger Spondylarthrose und Osteochondrose L2-4 ohne neurale Kompression
sowie eine Präadipositas (act. G 6.1/63-7). Diesen Diagnosen haben sowohl Dr. H._
als auch Dr. C._ nichts entgegenzuhalten. Ersterer führte im Schreiben vom 18.
September 2009 (act. G 6.1/74-1) jedoch zusätzlich das Vorliegen einer "akuten
Neuritis, sowohl am rechten als auch am linken Fuss" auf. Dazu hielt der RAD-Arzt
Dr. G._ fest, dass Dr. H._ keine durch diese Diagnose bedingte
Funktionseinschränkung nenne. Die alleinige Aufzählung einer weiteren Diagnose
begründe keine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Ausserdem stehe die
Diagnose in Zusammenhang mit dem von Dr. H._ bestätigten "chronischen
Schmerzbild an beiden Füssen" wie es auch von Dr. F._ unter dem Namen
"Metatarsalgie" beschrieben worden sei (act. G 6.1/77). Zur Aussage Dr. H._s vom
16. November 2009 betreffend einer weiterhin nachweisbar am rechten Fuss
bestehenden chronischen Neuritis, welche es der Beschwerdeführerin unmöglich
mache, länger als ein bis zwei Stunden zu gehen und zu arbeiten, entgegnete Dr. G._
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am 18. Januar 2010, es werde dabei nicht genauer festgehalten, welcher Nerv
betroffen sei und welche objektivierbaren Funktionseinschränkungen bestünden. Die
von Dr. H._ genannte "chronische Neuritis" sei Ausdruck der durch die
Fussfehlstellung bedingten mechanischen Überlastung mit ständiger Nervenreizung. Es
handle sich nicht um ein neues Krankheitsbild. Daher stelle die Einschätzung der
Arbeitsunfähigkeit von Dr. H._ lediglich eine andere Beurteilung des gleichen
medizinischen Sachverhalts dar (act. G 6.1/89). Diese Stellungnahme des RAD-Arztes
erscheint nachvollziehbar. Zudem ist anzufügen, dass Dr. H._ seine
Arbeitsunfähigkeitsschätzung sowohl auf orthopädische als auch psychische Ursachen
stützte, er somit auch eine mit dem chronischen Schmerzsyndrom
zusammenhängende Depression, Gefühlsstörungen, massive Gewichtszunahme und
Schlafstörungen in die Beurteilung miteinbezog. Er setzte sich weder mit dem MGSG-
Gutachten auseinander, noch machte er klare Aussagen hinsichtlich einer in
leidensadaptierten Tätigkeiten bestehenden (Rest-)Arbeitsfähigkeit. Daher vermag
seine Einschätzung jene des bidisziplinären Gutachtens nicht zu erschüttern.
3.2.2 Dr. G._ befand auch hinsichtlich der vom Gutachten abweichenden
Beurteilung von Dr. D._ vom 18. November 2009, dass es sich lediglich um eine
andere Beurteilung des gleichen medizinischen Sachverhalts handle (act. G 6.1/89). Die
hier vorgebrachten medizinischen Differenzen lassen sich vorwiegend durch die
Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag erklären (vgl. dazu BGE
124 I 170 E. 4 S. 175). Zwar darf trotz der Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte
im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher
zu Gunsten ihrer Patienten aussagen dürften (BGE 125 V 351 E. 3b/cc S. 353), der
Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, nicht
dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen. Oft bringt gerade die
einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde
Ärzte wertvolle Erkenntnisse hervor. Jedoch lässt es die unterschiedliche Natur von
Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und
Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits
(BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG;
seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 13. Juni
2001, I 506/00, E. 2b) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage
zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden
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Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in
denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte
wichtige Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder
ungewürdigt geblieben sind (EVG-Urteil vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit
Hinweisen, Urteil des Bundesgerichts vom 27. Mai 2008, 9C_24/2008, E. 2.3.2).
Vorliegend bringt die behandelnde Psychiaterin Dr. D._ nichts vor, was das
psychiatrische Gutachten von Dr. E._ in Frage stellen oder als unvollständig
qualifizieren würde. Demnach hat das Gutachten gegenüber der Beurteilung der
behandelnden Ärztin Vorrang.
3.2.3 Hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht ist im Übrigen
darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin auf Grund der mittelgradigen
depressiven Episode gemäss Dr. E._ nicht über die notwendigen Ressourcen
verfügt, die depressiven Symptome und ihre Folgen zu überwinden. Laut Dr. E._ ist
die mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom gekennzeichnet durch
ausgeprägt depressive Verstimmung mit Affektlabilität, ausgeprägter
psychomotorischer Unruhe und Antriebsminderung. Hinzu kämen Interessenverlust,
Konzentrationsstörungen, subjektive Vergesslichkeit, zunehmende Kontaktarmut mit
sozialem Rückzug und Schlafstörungen, wobei sich die Schlafstörungen mit Ausnahme
von Angstträumen unter einer antidepressiven Medikation gebessert hätten. Die
Beschwerdeführerin wirke im Denken negativistisch eingeengt, äussere Schuldgefühle
mit Misstrauen gegenüber der Umgebung und fühle sich unverstanden. Auf Grund
dieser depressiven Symptomatik erscheine die psychische Belastbarkeit deutlich
reduziert mit mangelndem Durchhaltevermögen, vermehrter Müdigkeit, mangelnder
Konzentrationsfähigkeit, Beeinträchtigung von Selbständigkeit, Motivation, Planung
und Arbeitstempo. Auf Grund dessen sei die Beschwerdeführerin nicht im Stande, die
depressive Erkrankung und ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung
vollständig zu überwinden (act. G 6.1/63-32f.). Diese Beurteilung erscheint
nachvollziehbar und in sich schlüssig, weshalb darauf abzustellen ist.
3.3 Zusammenfassend vermögen die weiteren ärztlichen Berichte und
Arbeitsunfähigkeitseinschätzungen der behandelnden Ärzte an der Beweistauglichkeit
des MGSG-Gutachtens nichts zu ändern. Folglich ist von einer 60%igen
Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit auszugehen. Im Übrigen ist mit dem
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RAD-Arzt festzuhalten, dass die aus orthopädischer und psychiatrischer Sicht
vorliegenden Arbeitsunfähigkeiten nicht zu addieren sind, haben doch die beiden
Fachärzte in ihrem interdisziplinären Gutachten die Arbeitsfähigkeit "anlässlich der
gemeinsamen orthopädisch-psychiatrischen Beurteilung" "gesamthaft" auf 60%
geschätzt (vgl. act. G 6.1/63-21 und 6.1/89-2).
4.
4.1 Die Beschwerdeführerin kritisiert weiter, dass die Beschwerdegegnerin trotz
gutachterlich beurteilter Einschränkung in der Haushaltstätigkeit von 35% in der
Verfügung vom 8. Oktober 2009 keine solche anerkannt habe. Vorliegend hielt die
Abklärungsperson anlässlich der Haushaltsabklärung vom 15. April 2008 gestützt auf
die Angaben der Beschwerdeführerin fest, dass diese grundsätzlich alle anfallenden
Arbeiten im Haushalt weitestgehend selber erledigen könne und nur teilweise bei den
schweren Arbeiten, wie Fensterreinigen, Grossputz und schwere Taschen tragen die
Hilfe ihres Ehemanns benötige. Sie schätze jedoch, dass sie in etwa die Hälfte mehr
Zeit für diese Verrichtungen brauche. Gestützt auf diesen vermehrten Zeitaufwand
wurde pauschal eine Einschränkung von 25% festgehalten, ohne die
Gesamtstundenzahl bei den Haushaltsverrichtungen oder die jeweiligen
Einschränkungen aufgeteilt auf die einzelnen Aufgabenbereiche anzugeben. Auf Grund
der dem pensionierten Ehemann zumutbaren Mithilfe im Rahmen der
Schadenminderungs- und Mitwirkungspflicht werde diese Einschränkung jedoch
vollumfänglich kompensiert (act. G 6.1/47-3 und 6.1/44). Im MGSG-Gutachten blieb
demgegenüber diese Einschätzung unberücksichtigt. Hier hielten die Gutachter eine
Einschränkung in den Haushaltstätigkeiten von 35% fest, weil auf Grund der
degenerativen LWS-Veränderungen und der Instabilität L4/5 häufige inklinierte und
reklinierte sowie rotierte Körperhaltungen und regelmässiges Heben und Tragen von
Lasten über 5 - 10kg und auf Grund der Metatarsalgie beidseits und der
Grosszehengrundgelenksarthrose rechts häufiges Laufen nicht mehr vollumfänglich
zumutbar sei (act. G 6.1/63-21). Laut RAD-Arzt Dr. G._ schien diese Schätzung,
welche noch keine eventuelle Schadenminderungs- und Mitwirkungspflicht von im
selben Haushalt wohnenden Personen berücksichtige, auf Grund der verminderten
körperlichen und psychischen Belastbarkeit auch aus versicherungsmedizinischer
Sicht plausibel (act. G 6.1/64-2). Dennoch legte die Beschwerdegegnerin der
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angefochtenen Verfügung diejenige Einschränkung nach Haushaltsabklärung und nicht
die der medizinischen Gutachter zu Grunde (act. G 6.1/78).
4.2 Gemäss Rechtsprechung bildet die Abklärung im Haushalt auch bei Personen,
die an einem psychischen Gesundheitsschaden leiden, grundsätzlich ein geeignetes
Mittel der Invaliditätsbemessung im Aufgabenbereich. Im Fall eines Widerspruchs
zwischen den Ergebnissen der Abklärung vor Ort und den fachmedizinischen
Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu
erfüllen, ist jedoch den ärztlichen Stellungnahmen in der Regel mehr Gewicht
einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung. Diese prinzipielle
Gewichtung hat ihren Grund darin, dass es für die Abklärungsperson regelmässig nur
beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit
verbundenen Einschränkungen zu erkennen (EVG-Urteil vom 17. August 2006, I
303/06, E. 7 mit Hinweisen).
4.3 Die vorliegenden Abklärungen enthalten beide Ungereimtheiten und Mängel. So
basiert einerseits die Abklärung an Ort und Stelle nicht auf einer vollständig abgeklärten
Grundlage. Andererseits scheint sich auch die gutachterliche Einschätzung - obgleich
in interdisziplinärer Absprache erstellt - von der Begründung her lediglich auf die
körperlichen Einschränkungen zu beziehen. Es bestehen jedoch keine Hinweise darauf
und wird im Übrigen auch nicht geltend gemacht, dass die Einschränkung von 35% zu
tief angesetzt wäre. Somit kann davon ausgegangen wäre, dass die Einschränkungen
im Haushalt gesamthaft, d.h. aus orthopädischer wie auch aus psychischer Sicht,
beurteilt wurde. Schliesslich spricht angesichts der vorliegenden Akten ebenfalls nichts
dagegen, dass es dem bereits pensionierten Ehegatten sowohl zeitlich als auch
gesundheitlich möglich ist, die seiner Ehefrau nicht mehr zumutbaren
Haushaltsarbeiten abzunehmen bzw. ihr dabei, soweit nötig, zu helfen. Wie hoch diese
Mithilfe des Ehegatten konkret einzustufen ist, kann vorliegend aber offen bleiben, wie
nachfolgende Ausführungen zeigen (vgl. Erwägung 6.3.3).
5.
Die Beschwerdeführerin lässt weiter geltend machen, dass der ihr zugängliche
Arbeitsmarkt solche Tätigkeiten gar nicht anbiete. Es ist deshalb zu prüfen, ob die
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Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit erwerblich umzusetzen vermag.
Referenzpunkt für diese Verwertung ist der hypothetisch ausgeglichene Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach der Rechtsprechung handelt es sich dabei um einen
theoretischen und abstrakten Begriff, der dazu dient, den Leistungsbereich der
Invalidenversicherung von demjenigen der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der
Begriff umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot
von und der Nachfrage nach Stellen; andererseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt,
der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält und zwar
sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen
wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Letzteres gilt auch im Bereich der un-
und angelernten Arbeitnehmer. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im
Einzelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu
verwerten und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder
nicht (BGE 110 V 276 E. 4b; ZAK 1991 S. 320f. E. 3b). Daraus folgt, dass für die
Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide Person unter den
konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob
sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die
verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI
1998 S. 291). Für die Beschwerdeführerin stehen - trotz ihrer gesundheitlichen
Einschränkungen - auf diesem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend
leichte Hilfs-, Kontroll- und Überwachungstätigkeiten offen, sodass nicht von
realitätsfremden und in diesem Sinn unmöglichen oder unzumutbaren
Einsatzmöglichkeiten ausgegangen wird. Denn die zumutbare Tätigkeit ist vorliegend
nicht nur in so eingeschränkter Form möglich, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt
praktisch nicht kennt oder nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines
durchschnittlichen Arbeitgebers ausgeübt werden kann (ZAK 1989 S. 322 E. 4a). Die
Ausführungen in der Beschwerde und vor allem der Replik verkennen den rein
hypothetischen Charakter des ausgeglichenen Arbeitsmarktes, an dem festzuhalten ist,
weil nur so die Risiken Arbeitslosigkeit und Invalidität voneinander abgegrenzt werden
können. So geht es beim als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt nicht um reale,
geschweige denn offene Stellen, sondern um (gesundheitlich zumutbare)
Beschäftigungsmöglichkeiten, welche der Arbeitsmarkt von seiner Struktur her, jedoch
abstrahiert von den konjunkturellen Verhältnissen, umfasst (nicht veröffentlichtes EVG-
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Urteil vom 16. Juli 2003, I 758/02). Die von der Beschwerdeführerin vorgebrachte Rüge
ist somit unbegründet.
6.
6.1 Damit ist im Folgenden der Invaliditätsgrad auf der Basis einer Arbeitsfähigkeit
von 60% für einfache, leichte, leidensadaptierte Tätigkeiten zu bemessen. Gemäss
Fragebogen des Arbeitgebers betrug der AHV-pflichtige Lohn im Jahr 2007
Fr. 57'443.35 bei einem Beschäftigungsgrad von 80%. Zudem erhielt die jahrelang als
Dauernachtwache tätige Beschwerdeführerin Inkonvenienzentschädigungen
ausbezahlt, welche im Jahr 2005 Fr. 5'143.-- und im Jahr 2006 Fr. 3'238.50 betrugen.
Da auch Inkonvenienzen beim Valideneinkommen grundsätzlich zu berücksichtigen
sind (vgl. Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Januar
2010, IV 2008/196, E. 4.1 mit Hinweisen) und die Beschwerdeführerin am 18. Juni 2006
ihren letzten Arbeitstag hatte (act. G 6.1/27-2ff.), ist das in einem ganzen Jahr erzielte
Einkommen aus Inkonvenienzen beim Valideneinkommen aufzurechnen. Damit beträgt
das Valideneinkommen für eine 80%-Stelle im Jahr 2007 Fr. 62'586.-- (Fr. 57'443.-- +
Fr. 5'143.--).
6. Da die Beschwerdeführerin sowohl ihre angestammte Berufstätigkeit als
Pflegeassistentin wie auch infolge der langen Berufsabwesenheit den erlernten Beruf
als medizinische Laborantin (vgl. act. G 6.1/63-3) nicht mehr ausführen könnte, hat die
Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen zu Recht gestützt auf die Tabellenlöhne
der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen schweizerischen
Lohnstrukturerhebung (LSE) bemessen (vgl. etwa das Urteil des Bundesgerichts vom
10. März 2008, 8C_119/2007, E. 5.2). Dabei ging sie korrekterweise vom LSE-
Durchschnittseinkommen einer Frau im tiefsten Anforderungsniveau (einfache und
repetitive Tätigkeiten) aus. Im Jahr 2007 belief sich das durchschnittliche
Monatseinkommen bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden pro Woche auf
Fr. 4'079.30. Aufgerechnet auf die im Jahr 2007 vorherrschende betriebsübliche
Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden ergibt sich ein Jahreseinkommen von
Fr. 51'031.85. Vorliegend ist zu berücksichtigen, dass sich gemäss Gutachten die
verminderte Arbeitsfähigkeit als Leistungsminderung "bei voller Stundenpräsenz" zeigt.
Da die Beschwerdeführerin auch im Gesundheitsfall zu 80% erwerbstätig wäre, ist im
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Rahmen dieser 80%-Erwerbstätigkeit nur eine Leistungsfähigkeit von 60% gegeben,
weshalb die Restarbeitsfähigkeit im Erwerb 48% beträgt (vgl. zur verminderten
Leistungsfähigkeit bei Anwendung der gemischten Methode auch die Urteile des
Versicherungsgerichts vom 6. Juli 2010, IV 2008/486, E. 6.2.4 und vom 13. August
2008, IV 2007/15, E. 3.4). Damit beträgt das Invalideneinkommen ohne
Berücksichtigung eines Leidensabzugs Fr. 24'495.-- (Fr. 51'032.-- x 0.48).
6.3 Die Beschwerdeführerin erachtet zusätzlich einen Abzug von 10% als
angemessen, während sich die Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt stellt, dass
durch einen sogenannten Leidensabzug bei der Beschwerdeführerin mit
überdurchschnittlichem Verdienst unter Anwendung des Tabellenlohns Kolonne 4 der
Gesundheitsschaden doppelt berücksichtigt würde.
6.3.1 Der oftmals als "Leidensabzug" bezeichnete Abzug hat nichts mit dem
Leiden zu tun. Vielmehr sollen damit jene Nachteile ausgeglichen werden, die der
versicherten Person - neben der Arbeitsunfähigkeit - auf dem Arbeitsmarkt eine
zusätzliche Lohneinbusse verursachen. In BGE 126 V 75 hat das Bundesgericht
festgestellt, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen
sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten
Einzelfalls (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/
Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) abhängig ist. Der Einfluss sämtlicher
Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen
gesamthaft zu schätzen. Schliesslich ist der Abzug auf höchstens 25% zu begrenzen.
Bei der Überprüfung des gesamthaft vorzunehmenden Abzugs darf das
Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle
desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen
können, die seine abweichende Ermessensausübung als nahe liegender erscheinen
lassen.
6.3.2 Von Bedeutung ist vorliegend, dass die Beschwerdeführerin gegenüber
einer gesunden Konkurrentin für einen bestimmten Arbeitsplatz ein deutlich höheres
Krankheitsrisiko hat. Aus Sicht eines ökonomisch denkenden Arbeitgebers senkt
dieses Risiko, dessen Verwirklichung die Gesamtlohnkosten des Betriebes erhöhen
würde, den "Wert" der Beschwerdeführerin als Arbeitnehmerin. Um dies zu
https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75
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kompensieren und konkurrenzfähig zu bleiben, müsste sie mit einem entsprechend
tieferen Lohn rechnen. Die Beschwerdeführerin ist körperlich und psychisch gegenüber
einer gesunden Konkurrentin mit gleichem Teilpensum klar benachteiligt, sie ist
weniger flexibel einsetzbar und benötigt von Mitarbeitenden und Vorgesetzten eine
gewisse Rücksichtnahme. Angesichts der doch erheblichen Einschränkungen bzw.
Anforderungen an einen adaptierten Arbeitsplatz sowie des vorgerückten Alters der
Beschwerdeführerin erscheint ein Abzug von 10% als angemessen.
6.3.3 Somit resultiert unter Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 10% ein
Invalideneinkommen von Fr. 22'046.-- (Fr. 24'495.-- x 0.9) und eine Erwerbseinbusse
von Fr. 40'540.-- (Fr. 62'586.-- - Fr. 22'046.--). Für den erwerblichen Teil im Rahmen
von 80% ergibt sich somit ein Invaliditätsgrad von 51.8% ([Fr. 40'540.-- / 62'586.--] x
100 x 0.8) und damit ein Anspruch auf eine halbe Rente. Da selbst die volle
Berücksichtigung einer Einschränkung im Haushalt von 35% lediglich einen
Invaliditätsgrad von 7% (35 x 0.2) im Haushalt und somit insgesamt einen solchen von
58.8% ergeben würde, kann die Höhe der im Haushalt bestehenden Einschränkung
offen bleiben.
6.3.4 Hinsichtlich des Rentenbeginns ist auf Grund der plausiblen Stellungnahme
von RAD-Arzt Dr. G._ vom 16. Februar 2009 davon auszugehen, dass nach Ablauf
des Wartejahrs im Juni 2007 die psychiatrische Erkrankung noch nicht manifest war,
weshalb zunächst nur eine somatische Einschränkung, d.h. eine 80%ige
Leistungsfähigkeit "bei voller Stundenpräsenz" in einer adaptierten Tätigkeit (vgl. act.
G 6.1/64-2f.) ausgewiesen ist. Folglich ist ab Juni 2007 von einem Invalideneinkommen
von Fr. 29'394.-- (Fr. 51'032.-- x 0.8 [Pensum] x 0.8 [Leistungsfähigkeit] x 0.9 [infolge
Leidensabzug]) auszugehen. Der Invaliditätsgrad im Erwerb beträgt somit 53% bzw.
bezogen auf die 80%-Erwerbstätigkeit 42.4%. Damit besteht - wiederum unabhängig
von der effektiven Einschränkung im Haushalt - ab 1. Juni 2007 ein Anspruch auf eine
Viertelsrente (Invaliditätsgrad zwischen 42.4% und 49.4%).
6.3.5 Im Dezember 2007 wurde die psychiatrische Erkrankung manifest (act.
G 6.1/64-2). Daher hat die Beschwerdeführerin ab 1. März 2008, d.h. drei Monate nach
Eintritt der Verschlechterung (vgl. Art. 88a Abs. 2 IVV), Anspruch auf eine halbe
Invalidenrente.
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7.
7.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde unter Aufhebung der angefochtenen
Verfügung vom 8. Oktober 2009 gutzuheissen und der Beschwerdeführerin ab 1. Juni
2007 eine Viertelsrente sowie ab 1. März 2008 eine halbe Rente zuzusprechen. Die
Sache ist zur Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die
Beschwerdegegnerin hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu
bezahlen. Der Beschwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.--
zurückzuerstatten.
7.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf
Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Nachdem die
Beschwerdeführerin vorliegend obsiegt, erscheint - wie in vergleichbaren Fällen üblich -
eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP