Decision ID: 9f32f6a4-9d54-4fb3-a5c5-69b867e6a80f
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
K._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner Bodenmann, Waisenhausstrasse 17,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a K._ (Jahrgang 1966) klemmte am 6. September 2005 beim Fleischabfüllen die
rechte Hand im Abfüllrohr ein und erlitt dabei offene gelenknahe Endgliedfrakturen der
Finger III und IV (Unfallakten: MV1). Die A._-Versicherungen (seit 1. Januar 2007:
Branchen Versicherung) erbrachten die gesetzlichen Leistungen. Mit Verfügung vom
17. Juli 2006 stellten sie ihre Leistungen rückwirkend per 31. Mai 2006 ein und
sprachen dem Versicherten eine Integritätsentschädigung von 5% zu (Unfallakten:
MV33). Die dagegen erhobene Beschwerde wiesen die A._-Versicherungen mit
Einspracheentscheid vom 1. Dezember 2006 ab (Unfallakten: MV62). Die gegen diesen
Entscheid gerichtete Beschwerde hiess das Versicherungsgericht des Kantons St.
Gallen mit Entscheid vom 18. September 2007 teilweise gut und wies die
Angelegenheit zur Durchführung ergänzender medizinischer Abklärungen im Sinn der

Erwägungen und zur neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurück
(UV 2007/34). Auf eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde der Branchen
Versicherung trat das Bundesgericht mit Entscheid vom 3. Juli 2008 nicht ein
(8C_643/2007).
A.b Gestützt auf ein zuhanden der Invalidenversicherung (IV) erstelltes Gutachten der
Aerztlichen Begutachtungsinstitut GmbH (ABI), Basel, vom 29. April 2008 bestätigte die
Branchen Versicherung mit Verfügung vom 1. September 2008 die Leistungseinstellung
per 31. Mai 2006 sowie die Integritätsentschädigung auf der Basis eines
Integritätsschadens von 5% (Unfallakten: MV95). Die gegen diese Verfügung erhobene
Einsprache wies die Branchen Versicherung mit Einspracheentscheid vom 13. Oktober
2008 (act. MV101) ab. Das Versicherungsgericht wies die dagegen gerichtete
Beschwerde mit Entscheid vom 15. Juli 2009 ab (UV 2008/131).
B.
B.a Bereits am 30. November 2006 hatte sich der Versicherte zum Bezug von
Leistungen der IV angemeldet (IV-act. 1 und 9). Die B._ gab der IV-Stelle des
Kantons St. Gallen am 19. Dezember 2006 an, der Versicherte sei vom 4. Mai 1998 bis
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31. Mai 2006 bei ihr als Betriebsmitarbeiter angestellt gewesen (IV-act. 14). Dr. med.
C._, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, berichtete der IV-Stelle am 27. Dezember
2006, der Versicherte leide an einer andauernden Schmerzstörung nach offener
Endgliedfraktur III und IV rechts mit offener Reposition sowie einer Lumbalgie nach
Beinahesturz. Die Leistungsfähigkeit müsse in einem Gutachten überprüft werden (IV-
act. 19). Die Ärzte der Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen gaben in ihrem Bericht vom 4. Januar 2007 an, aus
handchirurgischer Sicht bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für körperlich wenig
anstrengende Tätigkeiten. Die angegeben Beschwerden seien objektiv nicht
nachvollziehbar (IV-act. 22). Dr. med. D._, Departement Interdisziplinäre medizinische
Dienste, Palliativzentrum, Kantonsspital St. Gallen, führte in seinem Bericht vom
9. Januar 2007 aus, der Versicherte sei in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit seit
6. September 2005 zu 100% arbeitsunfähig. Eine psychiatrische Abklärung sei nötig,
da die Frage der Kränkung, aber auch der Aggravation zu prüfen sei. Die
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit könne er nicht beurteilen. Der
Arzt legte eine Vielzahl von Spitalberichten bei (IV-act. 23). Der Regionale Ärztliche
Dienst (RAD) Ostschweiz empfahl in seiner Stellungnahme vom 1. Mai 2007 eine
polydisziplinäre Abklärung (IV-act. 29).
B.b Die IV-Stelle beauftragte am 10. August 2007 die ABI mit der Begutachtung des
Versicherten (IV-act. 32). Die ABI erstattete am 29. April 2008 das Gutachten. Der
Versicherte war am 7. und 8. April 2008 internistisch, psychiatrisch und neurologisch
begutachtet worden. Als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten die
Ärzte einen St. n. Quetschverletzung der rechten Hand mit offener Endgliedfraktur des
Mittel- und Ringfingers sowie ein chronisches Schmerzsyndrom an der rechten Hand.
Die Gutachter kamen zum Schluss, aus somatisch-neurologischer Sicht bestehe für
Arbeiten, welche eine schwere Belastung der rechten Hand erfordern, und Arbeiten,
welche sehr hohe Anforderungen an die Feinmotorik der rechten Hand stellen würden,
keine zumutbare Arbeitsfähigkeit. Hingegen seien alle leichten bis kurzzeitig
mittelschweren Belastungen ohne erwähnte Einschränkung voll zumutbar. Aus
psychiatrischer Sicht könne für die geklagten Beschwerden kein organ-pathologisches
Substrat gefunden werden. Bei der psychiatrischen Untersuchung fänden sich keine
Anzeichen für eine krankheitswertige psychische Störung. Insgesamt seien dem
Beschwerdeführer leichte bis intermittierend schwer belastende, adaptierte Tätigkeiten
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mit einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100% zumutbar. Die Arbeitsunfähigkeit in
der angestammten Tätigkeit (als Hilfsmetzger und Maschinist) bestehe seit dem Unfall
vom 7. September 2005 (richtig: 6. September 2005). Die Einschätzung der vollen
Arbeitsfähigkeit in Verweistätigkeiten bestehe seit dem 10. April 2006. Berufliche
Massnahmen seien aufgrund der ausgeprägten subjektiven Krankheitsüberzeugung
und der hohen Selbstlimitierung nicht zu empfehlen (IV-act- 34-14/35 ff). Der RAD gab
in seiner Stellungnahme vom 23. Mai 2008 an, das ABI-Gutachten sei umfassend und
stütze sich auf ausführliche Befunde und die vorhandene Aktenlage, die durch
nachträglich eingeholte Berichte zusätzlich ergänzt worden sei. Die Einschätzungen
seien nachvollziehbar. Auf das Gutachten könne abgestellt werden (IV-act. 35).
B.c Mit Vorbescheid vom 30. Juli 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, dass kein Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe. Nach den ihr zur
Verfügung stehenden Unterlagen sei die bisherige Tätigkeit als Hilfsmetzger nicht mehr
zumutbar. In einer körperlichen leichten bis mittelschwer belastenden Tätigkeit bestehe
jedoch eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Für die Stellensuche sei das Regionale
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zuständig (IV-act. 39). Gleichentags teilte sie dem
Versicherten mit, dass sie bei einem Invaliditätsgrad von 0% das Leistungsbegehren
auf eine IV-Rente abweisen werde (IV-act. 41).
B.d Betreffend Abweisung der Invalidenrente wandte der Versicherte am 16. Oktober
2008 ein, er sei mit dem Vorbescheid nicht einverstanden. Wie aus dem beigelegten
Bericht seiner behandelnden Ärztin, Dr. med. E._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, vom 16. September 2008 hervorgehe, leide er an einer
posttraumatischen Belastungsstörung und einer andauernden
Persönlichkeitsveränderung nach chronischem Schmerzsyndrom. Er sei er aus
psychischen Gründen zu 50% arbeitsunfähig. Auf die diametral entgegengesetzten
Befunde und Beurteilungen des ABI-Gutachtens könne nicht abgestellt werden. Bei der
Invaliditätsbemessung seien die reduzierte Arbeitsfähigkeit sowie ein "Leidensabzug"
von 20% zu berücksichtigen. Daraus resultiere ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente
(IV-act. 46).
B.e Der RAD hielt in seiner Stellungnahme vom 26. November 2008 fest, die
Ausführungen der behandelnden Psychiaterin seien in sich nicht schlüssig und
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überzeugten in Kenntnis der Akten nicht. Die angegebenen Diagnosen seien nicht
nachvollziehbar, da die erforderliche Schwere psychischer Befunde nicht vorliege. Es
sei weiterhin auf das ABI-Gutachten abzustellen (IV-act. 47).
B.f Mit Verfügung vom 10. Januar 2009 wies die IV-Stelle den Anspruch auf eine
Invalidenrente ab. Zu den Einwänden des Versicherten führte sie aus, gemäss RAD
könne weiterhin auf das ABI-Gutachten abgestellt werden. Die von der behandelnden
Psychiaterin gestellten Diagnosen und Arbeitsfähigkeitsschätzung seien nicht
nachvollziehbar (IV-act. 55). Gleichentags wies die IV-Stelle auch den Anspruch auf
berufliche Massnahmen ab (IV-act. 56).
C.
C.a Gegen die rentenabweisende Verfügung liess der Versicherte am 16. Februar
2009 Beschwerde erheben. Er beantragte die Zusprache einer Invalidenrente basierend
auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%. Eventualiter seien weitere
medizinische Abklärungen in die Wege zu leiten. Entgegen den Ausführungen im ABI-
Gutachten vom 29. April 2008 existierten psychiatrische Unterlagen. Der
Beschwerdeführer befinde sich seit Dezember 2007 in psychiatrischer Behandlung.
Gemäss Bericht von Dr. E._ vom 16. September 2009 lägen eine posttraumatische
Belastungsstörung nach Arbeitsunfall vom 6. September 2005 sowie eine andauernde
Persönlichkeitsänderung nach chronischem Schmerzsyndrom vor. Zwischen ihm als
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers und der behandelnden Psychiaterin habe
weder ein Gespräch noch ein Telefonat stattgefunden, sondern die Anfrage über die
Arbeitsfähigkeitsschätzung aus psychiatrischer Sicht sei schriftlich erfolgt, wie der
Beilage entnommen werden könne. Die psychiatrische Behandlung finde regelmässig
statt. Das ABI-Gutachten sei mangelhaft, weil es nicht in Kenntnis der psychiatrischen
Behandlung erfolgt sei. Es fehle eine Auseinandersetzung mit den
Untersuchungsbefunden der behandelnden Psychiaterin. Die Anamnese stimme nicht
überein. Sodann könne die psychiatrische Behandlung in der Muttersprache des
Beschwerdeführers erfolgen. Die Begutachtung sei dagegen in deutscher Sprache
erfolgt. Vor diesem Hintergrund sei auf das ärztliche Zeugnis von Dr. E._ abzustellen
und von einer mindestens 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Sollte das Gericht
zum Schluss kommen, dass nicht auf das ärztliche Zeugnis von Dr. E._ abgestellt
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werden könne, so seien weitere Abklärungen nötig, da die Gutachterin des ABI von
einem unvollständigen Sachverhalt ausgegangen sei (act. G 1).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom 6. April 2009
die Abweisung der Beschwerde. Auf das schlüssige ABI-Gutachten könne abgestellt
werden. Wie der RAD in seiner Stellungnahme vom 26. November 2008 zutreffend
festgehalten habe, könnten die Diagnosen der behandelnden Psychiaterin nicht
nachvollzogen werden. Sodann fehle eine Auseinandersetzung der behandelnden
Psychiaterin mit der divergierenden Beurteilung der ABI-Gutachterin, insbesondere mit
dem Ergebnis des Medikamentenspiegels, wonach der Beschwerdeführer die von der
Psychiaterin verschriebenen Medikamente nicht einnehme. Dies deute darauf hin, dass
beim Beschwerdeführer kein grosser Leidensdruck bestehe. Schliesslich verfüge der
Beschwerdeführer über gute Deutschkenntnisse, weshalb die Sprache bei der
psychiatrischen Untersuchung oder Behandlung nicht entscheidend sei. Der Bericht
von Dr. E._ vermöge das ABI-Gutachten nicht in Frage zu stellen. Mangels einer
invaliditätsbedingten Erwerbseinbusse habe der Beschwerdeführer keinen
Rentenanspruch (act. G 4).
C.c In der Replik vom 11. Mai 2009 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
und seiner Begründung fest. Gemäss beiliegendem Bericht der Klinik für Hand-,
Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des Kantonsspitals St. Gallen vom 9. April
2009 lägen deutliche Atrophien vor. Selbst bei einer leichten Tätigkeit würde eine
rasche Ermüdung eintreten und seien die belastungsabhängigen Schmerzen zu
berücksichtigen. Damit lägen klare Hinweise vor, dass entgegen den Ausführungen im
ABI-Gutachten auch aus somatischer Sicht eine Leistungseinschränkung vorliege (act.
G 6).
C.d Die Beschwerdegegnerin wies in der Duplik vom 19. Mai 2009 darauf hin, dass
der Bericht des Kantonsspitals St. Gallen für die richterliche Beurteilung nicht
berücksichtigt werden könne, da er nach Abschluss des Verwaltungsverfahrens (hier:
Verfügung vom 10. Januar 2009) erstellt worden sei. Ohnehin benenne dieser Bericht
keine neuen relevanten Tatsachen im Vergleich zum ABI-Gutachten vom 29. April 2008.
An ihren Ausführungen in der Beschwerdeantwort und ihrem Antrag werde deshalb
vollumfänglich festgehalten (act. G 8).
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Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind die Änderungen des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) und anderer Erlasse wie des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft
getreten. Bei der Prüfung eines allenfalls schon vorher entstandenen Anspruchs auf
eine Rente der Invalidenversicherung sind die allgemeinen intertemporalrechtlichen
Regeln heranzuziehen, wonach in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze
massgebend sind, die bei Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts
galten. Demzufolge ist der vorliegend zu beurteilende Rentenanspruch für die Zeit bis
zum 31. Dezember 2007 auf Grund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt - bis zum
Erlass der strittigen Verfügung vom 10. Januar 2009, welcher rechtsprechungsgemäss
die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildet (BGE 132 V 215
neues Fenster E. 3.1.1 S. 220 mit Hinweisen) - nach den neuen Normen zu prüfen (BGE
130 V 445 neues Fenster E. 1 S. 446 f. [mit Hinweis u.a. auf BGE 130 V 329 neues
Fenster]). Dies fällt materiellrechtlich indessen nicht ins Gewicht, weil die 5. IV-Revision
hinsichtlich der Invaliditätsbemessung keine substanziellen Änderungen gegenüber der
bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Rechtslage (nachstehend: aArt.) gebracht
hat, sodass die zur altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin
massgebend ist. Neu normiert wurde demgegenüber der Zeitpunkt des Rentenbeginns,
der, sofern die entsprechenden Anspruchsvoraussetzungen gegeben sind (Art. 28 Abs.
1 IVG), gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens sechs Monate nach Geltendmachung des
Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG entsteht. Da sich der Beschwerdeführer
bereits am 30. November 2006 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug
angemeldet hatte und seine Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit seit
6. September 2005 wesentlich eingeschränkt war, wäre ein allfälliger Rentenanspruch
bereits vor dem 1. Januar 2008 entstanden, weshalb sich diese Neuerung auf den hier
zu prüfenden Fall nicht auswirkt (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 23. Dezember
2008 [8C_829/2008] E. 2.1 und vom 28. August 2008 [8C_373/2008] E. 2.1, je mit
Hinweis).
2.
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2.1 Streitig und im vorliegenden Verfahren zu beurteilen ist, ob der Beschwerdeführer
Anspruch auf eine Invalidenrente hat. Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch
auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%,
derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente. Gemäss aArt. 28
Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
2.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei
einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder
die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen). Gemäss der höchstrichterlichen Praxis kann eine psychiatrische
Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen. Sie eröffnet dem
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begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen
Ermessensspielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische
Interpretationen möglich, zuverlässig und zu respektieren sind, sofern der Gutachter
lege artis vorgegangen ist. Daher und unter Beachtung der Divergenz von
medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag kann eine medizinische
Administrativ- oder Gerichtsexpertise nicht bereits dann zum Anlass weiterer
Abklärungen genommen werden, wenn die behandelnden Ärzte nachträglich zu
unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an vorgängig geäusserten
abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich hingegen, wenn die
behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, welche im
Rahmen der psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben oder geeignet sind, zu
einer abweichenden Beurteilung zu führen (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai
2008 i/S. L. [8C_809/2007] E. 4.1 mit weiteren Hinweisen).
2.3 Die Höhe der behinderungsbedingten Erwerbseinbusse hängt vor allem von der
ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung ab, d.h. davon, in welchem Umfang für die
versicherte Person noch eine Tätigkeit in Betracht fällt (BGE 125 V 261 E. 4). Die
Beschwerdegegnerin hat den Invaliditätsgrad auf der Basis der Ergebnisse des ABI-
Gutachtens vom 29. April 2008 bemessen. Der Beschwerdeführer macht hauptsächlich
geltend, es sei auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung der behandelnden Psychiaterin
abzustellen oder eventualiter eine psychiatrische Begutachtung vorzunehmen.
2.4 Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer seine bisherige Tätigkeit als
Hilfsmetzger seit dem Unfall nicht mehr ausüben kann. Umstritten ist die
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit. Die Ärzte des ABI haben in ihrem
Gutachten vom 29. April 2008 angegeben, aus somatisch-neurologischer Sicht hätten
sich bei der Untersuchung keine Anhaltspunkte für ein neuropathisches
Schmerzsyndrom gefunden. Die vom Beschwerdeführer beklagte Sensibilitätsstörung
an der rechten Hand könne aus neurologischer Sicht nicht nachvollzogen werden. Die
neurophysiologische Untersuchung sei unauffällig. Auch die vom Beschwerdeführer
angegebene hochgradige Einschränkung der Motorik an der rechten Hand könne bei
unauffälliger Klinik nicht nachvollzogen werden, und es fänden sich bei der
Untersuchung diskrepante Beobachtungen. Die Angabe, dass der Beschwerdeführer
die rechte Hand nur noch als Hilfshand einsetzen könne, decke sich nicht mit der
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Tatsache, dass keine muskuläre Hypotrophie vorliege. Die angegebenen
Einschränkungen und Schmerzen der rechten Hand könnten somit aus somatisch-
neurologischer Sicht nicht genügend erklärt werden. Es sei jedoch nicht
ausgeschlossen, dass gewisse Restbeschwerden tatsächlich vorhanden seien. Eine
körperlich leichte bis kurzzeitig mittelschwere Tätigkeit ohne schwere Belastung der
rechten Hand und ohne sehr hohe Anforderungen an die Feinmotorik sei aus
somatischer Sicht vollumfänglich zumutbar (IV-act. 34). Die Ausführungen des ABI zur
somatischen Situation sind nachvollziehbar. Die Gutachter haben die Schmerzsituation
mit der Unmöglichkeit der Ausübung von Tätigkeiten mit schwerer Belastung der
rechten Hand nicht in Abrede gestellt. Trotz dieser Einschränkungen erachteten sie
jedoch die Ausübung einer adaptierten Tätigkeit in vollem Umfang als zumutbar. Der
behandelnde Arzt Dr. D._ hat in seinem Bericht vom 9. Januar 2007 keine
Einschätzung der Leistungsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit vorgenommen,
sondern wegen des Verdachts auf Aggravation auf das Erfordernis einer
psychiatrischen Abklärung hingewiesen (IV-act. 23-2). Die Klinik für Hand-, Plastische-
und Wiederherstellungschirurgie des Kantonsspitals St. Gallen hat in ihrem Bericht vom
4. Januar 2007 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für körperlich wenig anstrengende
Tätigkeiten attestiert (IV-act. 22). Auf die Beurteilung der ABI aus somatischer Sicht
kann bei dieser Übereinstimmung mit den vorangehenden Arztberichten abgestellt
werden.
2.5
2.5.1 Mit der Replik liess der Beschwerdeführer einen Bericht der Klinik für
Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des Kantonsspitals St. Gallen vom
9. April 2009 einreichen (act. G 6.1). Im vorliegenden Verfahren ist der Sachverhalt zu
beurteilen, wie er sich bis zum Verfügungserlass am 10. Januar 2009 entwickelt hat
(BGE 116 V 248 E. 1, Urteil des Bundesgerichts vom 27. Mai 2008 [9C_24/2008], E.
2.3.1). Grundsätzlich hätte dieser Bericht, der sich auf eine Untersuchung vom 8. April
2009 bezieht, daher unbeachtet zu bleiben. Jedoch findet sich darin ein Hinweis auf
einen Untersuch durch Dr. F._ vom 5. Dezember 2008, also vor Verfügungserlass,
dem sich die Ärzte der Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie
anschliessen. Dieser Bericht von Dr. F._ befindet sich nicht bei den Akten. Auf die
Einholung dieses Berichts bzw. die Rückweisung der Sache zur entsprechenden
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Abklärung kann jedoch im Rahmen der antizipierten Beweiswürdigung (vgl. BGE 124 V
9 neues Fenster0 E. 4b; m.w.H. Urteile 8C_773/2008 vom 11. Februar 2009, E. 5.3, und
9C_108/2010 vom 15. Juni 2010, E. 4.2.2) verzichtet werden. Dem Schreiben der Klinik
für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie vom 9. April 2009 kann nämlich
nicht entnommen werden, dass sich die Situation in Bezug auf die rechte Hand in einer
für die vorliegend vorzunehmende Anspruchsprüfung erheblichen Weise geändert
hätte. Der Bericht beinhaltet keine Hinweise auf eine relevante Verschlechterung der
Situation. Das Hauptproblem des Beschwerdeführers liegt gemäss dem Bericht im
Moment darin, dass er trotz Motivation und mehrfacher Bewerbungen keine
Arbeitsstelle findet. Die Befunderhebung beinhaltet keine wesentlichen neuen
Erkenntnisse. Eine Streckung der Finger war nach wie vor möglich, auch der
Faustschluss gelang. Diesbezüglich präsentierte sich die Situation ähnlich wie von der
Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie bereits im Bericht vom
4. Januar 2007 festgehalten (IV-act. 22-6). Die im Bericht vom 9. April 2009 erwähnte
Hyperhydrosis findet sich bereits in einem Schreiben der Klinik vom 20. Januar 2006
(act. M12/1); inwiefern diese die Arbeitsfähigkeit quantitativ einschränken solle, ist nicht
ersichtlich. Auch die erwähnte Atrophie findet sich bereits im Bericht der Klinik vom
14. Februar 2008 (act. M 13/2).
2.5.2 Seitens der Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie
war die Arbeitsfähigkeit für körperlich wenig anstrengende Tätigkeiten am 4. Januar
2007 aus handchirurgischer Sicht als uneingeschränkt bezeichnet worden (IV-
act. 22-6). Im Bericht vom 9. April 2009 wurde seitens der Klinik festgehalten, der
Beschwerdeführer sei durch die Einschränkung der rechten Hand allenfalls für leichte
Tätigkeiten einzusetzen, wobei auch dabei eine rasche Ermüdung durch
belastungsabhängige Schmerzen zu berücksichtigen sei. Selbst wenn die Belastbarkeit
der rechten Hand in Bezug auf eine Arbeitstätigkeit sich bis zum Zeitpunkt des
Verfügungserlasses reduziert haben sollte – was nicht rechtsgenüglich nachgewiesen
ist –, wäre die höchstrichterliche Rechtsprechung zu beachten, wonach der für die IV
relevante hypothetische ausgeglichene Arbeitsmarkt (zum Begriff siehe etwa m.w.H.
EVGE U 303/06 vom 22. November 2006, E. 7.2.1) selbst für funktionell Einarmige, die
ihre dominante Hand gesundheitlich bedingt nur sehr eingeschränkt als Zudienhand
einsetzen können, genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten beinhaltet (vgl.
EVGE U 303/06 vom 22. November 2006, I 797/05 vom 29. August 2006 und I 685/05
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&query_words=p+76%2F02&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-90%3Ade&number_of_ranks=0#page94 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&query_words=p+76%2F02&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-90%3Ade&number_of_ranks=0#page94
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vom 16. Mai 2006; vgl. auch Urteile 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 und U 521/06 vom
10. Dezember 2007). In jüngster Vergangenheit hat das Bundesgericht diese
Rechtsprechung wiederholt bestätigt (Urteile 9C_418/2008 vom 17. September 2008,
E. 3.2; 8C_142/2009 vom 12. Juni 2009, E. 3.2; 8C_1050/2009 vom 28. April 2010,
E. 3.4).
2.5.3 Es ist durchaus plausibel, dass der Beschwerdeführer Mühe bekundet, eine
adaptierte Arbeitsstelle zu finden. Das Risiko der Arbeitslosigkeit darf jedoch nicht auf
die IV überwälzt werden. Insgesamt ist festzuhalten, dass nach Lage der Akten bis zum
Verfügungserlass keine somatische Einschränkung objektiviert werden konnte, die
nicht nur die ausgewiesene qualitative, sondern eine relevante quantitative
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit überwiegend wahrscheinlich machen würde.
2.6 Strittig ist im Weiteren die psychiatrische Arbeitsfähigkeitsschätzung. Die
begutachtende Psychiaterin der ABI hat keine psychiatrische Morbidität als Grundlage
für das geklagte ausgeweitete Schmerzsyndrom feststellen können. Eine somatoforme
Schmerzstörung gemäss den Kriterien des ICD-10 liege nicht vor. Der
Beschwerdeführer weise eine differenzierte Persönlichkeit mit gutem intellektuellem
Leistungsvermögen und regelrechter emotionaler Gestaltungsfähigkeit auf. Keinesfalls
sei der Beschwerdeführer seinem Schmerzgeschehen willenlos ausgeliefert. Vielmehr
entstehe der Eindruck einer bewusstseinsnahen Schmerzausweitung. Eine
psychiatrische Behandlung sei zwar eingeleitet worden. Über diese Behandlung sei
wenig zu erfahren. Der Medikamentenspiegel habe keinen Nachweis für die Einnahme
der psychiatrischen Medikation ergeben. Die angegebene Medikation werde vom
Beschwerdeführer demnach nicht eingenommen. Diese Beobachtung stütze die
Annahme einer bewusstseinsnahmen Beschwerdeaggravation. Es bestünden
ausreichend gesunde Persönlichkeitsanteile, insbesondere im Bereich der
Willensbildung, um das geklagte Schmerzsyndrom zu überwinden und eine körperlich
angepasste Tätigkeit zu 100% auszuüben (IV-act. 34-11/35). Aus dem im Nachgang
zum ABI-Gutachten erstellten Bericht von Dr. E._ vom 16. September 2008 ergeben
sich keine Anhaltspunkte, dass die Sachverständige der ABI einen bestimmten Aspekt
des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers allenfalls nicht oder nicht
ausreichend gewürdigt haben könnte. Die behandelnde Ärztin, die ihren Patienten vor
allem dann sieht, wenn das Leiden gerade in einer akuten Phase steht, gewinnt leicht
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einen anderen Eindruck vom Schweregrad des Gesundheitsschadens als die nicht auf
die momentane Behandlungsbedürftigkeit fokussierte Gutachterin. Wie aus der
Stellungnahme des RAD vom 26. November 2008 überzeugend hervorgeht, sind die
von Dr. E._ erwähnten Diagnosen einer posttraumatischen Belastungsstörung sowie
einer Persönlichkeitsänderung nach chronischem Schmerzsyndrom nicht
nachvollziehbar. Die RAD-Ärztin hat ausgeführt, der als Trauma benannte Arbeitsunfall
entspreche bezüglich der geforderten Schwere des auslösenden Ereignisses nicht den
Kriterien der ICD-10: F43.1 für eine posttraumatische Belastungsstörung. Betreffend
die Persönlichkeitsstörung habe der Beschwerdeführer während der Begutachtung von
guten familiären Beziehungen erzählt. Zudem habe sich während der Begutachtung
gezeigt, dass er sein Verhalten den Verhältnissen anpassen könne. Die psychiatrische
Gutachterin sei zum Schluss gekommen, dass der Beschwerdeführer dem
Schmerzgeschehen nicht willenlos ausgeliefert sei. Dies und der unauffällige
psychiatrische Befund bei der gutachterlichen Untersuchung widersprächen dem
Vorliegen einer schweren Störung, die sich wenigstens in einigen Auffälligkeiten hätte
zeigen müssen. Nicht nachvollziehbar sei ausserdem, dass die behandelnde
Psychiaterin trotz der von ihr eingeschätzten Schwere der Störung im Zeitraum von
Dezember 2007 bis April 2008 lediglich zwei Behandlungsgespräche geführt habe.
Schliesslich enthalte der psychopathologische Befund der behandelnden Psychiaterin
Widersprüche: Konzentration und Aufmerksamkeit seien leicht herabgesetzt. Dies
spreche gegen eine schwerwiegende Beeinträchtigung durch Grübeleien und negative
Denkeinengung. Die meisten beschriebenen Auffälligkeiten würden sich auf subjektive
Angaben des Beschwerdeführers stützen (IV-act. 47). Die divergierende Beurteilung der
behandelnden Psychiaterin gründet daher hauptsächlich auf den durch den
Beschwerdeführer geschilderten Auffälligkeiten. Diese stellen keinen objektiven Befund
dar, der geeignet wäre, das Ergebnis der polydisziplinären Begutachtung in Zweifel zu
ziehen. Die psychiatrische Begutachtung ist denn auch nicht in Unkenntnis der
Behandlung durch Dr. E._ erfolgt, hat doch der Beschwerdeführer selbst berichtet,
dass er seit Dezember 2007 in Behandlung sei und Dr. E._ seither zweimal gesehen
habe (vgl. auch die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen psychiatrischen
Einschätzungen im den Beschwerdeführer betreffenden Entscheid UV 2008/131 des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. Juli 2009, E. 2.5).
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2.7 Auch wenn eine psychiatrische Behandlung in der Muttersprache von Vorteil sein
kann, ist bei der vorliegenden Begutachtung in einer fehlenden Übersetzung kein
Mangel zu sehen. Die Deutschkenntnisse des Beschwerdeführers wurden als sehr gut
beschrieben. Er verfüge über einen differenzierten Wortschatz. Am Ende der
Untersuchung hat er die Vollständigkeit der Erfassung seiner Beschwerden bestätigt
(IV-act. 34-10/35). Die Untersuchung in deutscher Sprache war somit ausreichend.
2.8 Aus den dargelegten Gründen vermag die Arbeitsfähigkeitsschätzung der ABI
mehr zu überzeugen als diejenige der behandelnden Ärztin. Die Beschwerdegegnerin
ist somit zu Recht von einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 100% für eine adaptierte
Tätigkeit ausgegangen. Wie die Beschwerdegegnerin korrekt ermittelt hat, resultiert bei
einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit keine
Erwerbseinbusse, die einen Invaliditätsgrad von 40% erreichen würde. Selbst mit
einem sogenannten "Leidensabzug" von 25% würde noch keine rentenbegründende
Erwerbseinbusse resultieren. Der Beschwerdeführer hat somit keinen Anspruch auf
eine Rente.
3.
Im Sinn der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Als unterliegende Partei hat der Beschwerdeführer die Gerichtskosten
zu bezahlen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP). Mit dem von ihm geleisteten Kostenvorschuss in
gleicher Höhe ist die geschuldete Gerichtsgebühr gedeckt. Ein Anspruch auf eine
Parteientschädigung besteht bei diesem Verfahrensausgang nicht.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP