Decision ID: eeabba77-1f0c-4173-a75a-6355e2b01aa3
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VB
Chamber: SG_VB_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Sachverhalt
A.
a) B._ und C._, beide Z._, sind Eigentümer je zur Hälfte von
Grundstück Nr. 001, Grundbuch Z._, in N._ in Z._. Das Grund-
stück liegt gemäss geltendem Teilzonenplan "Weilerzone N._" der
Gemeinde Z._ vom 14. Januar 2008 im südlichen Teil im Bereich
der Bauten in der Weilerzone. Der etwas kleinere nördliche Teil ist der
Grünzone Gärten (GG) zugeschieden.
b) Das Grundstück ist im Bereich der Weilerzone mit einem Einfa-
milienhaus (Vers.-Nr. 008) und einer im Osten angebauten Scheune
(Vers.-Nr. 009) überbaut. Im Westen grenzt das Grundstück an das
Grundstück Nr. 002, das ebenfalls in der Weiler- und Grünzone liegt.
Die jeweiligen darauf befindlichen Wohnhäuser sind zusammenge-
baut. Gegen Norden werden beide Grundstücke durch die G._
Strasse (Gemeindestrasse 2. Klasse) begrenzt. Auf der gegenüberlie-
genden Seite der G._ Strasse (Gemeindestrasse 3. Klasse) im
Westen von Grundstück Nr. 002 befindet sich das mit einem Wohn-
haus (Vers.-Nr. 010) und einem Landwirtschaftsbetrieb überbaute
Grundstück Nr. 003 von A._, Z._.
c) Der landwirtschaftlich geprägte Weiler N._ liegt etwa 800 m
östlich des Siedlungsgebiets von Z._ und ist mit vereinzelten Wohn-
häusern und landwirtschaftlichen Ökonomiebauten locker überbaut.
d) Auf Anzeige von A._ hin erliess der Gemeinderat Z._ mit
Verfügung vom 20. Mai 2020 einen Baustopp, nachdem auf Grund-
stück Nr. 001 ohne Baubewilligung mit den Vorbereitungsarbeiten für
das Setzen von Metallpfosten für einen Maschendrahtzaun begonnen
worden war.
B.
a) Mit Baugesuch vom 26. Mai 2020 beantragte B._ beim Ge-
meinderat Z._ die Baubewilligung für die Erstellung eines Maschen-
drahtzauns in der Höhe von 1,2 m. Gemäss dem Baugesuch beilie-
genden Fotos wird der Zaun als schwarzer Diagonalgeflechtzaun mit
Metallpfosten ausgeführt. Er soll in der Grünzone als Weiterführung
des Zauns von Grundstück Nr. 002 entlang der G._ Strasse (Ge-
meindestrasse 2. Klasse) dienen, bevor der Zaun senkrecht nach Sü-
den bis zu Grundstück Nr. 004 (G._ Strasse, Gemeindestrasse
3. Klasse) führt, diesem in westlicher Richtung entlangführt und diesen
schliesslich quert. Der Zaun weist eine Gesamtlänge von rund 55 m
auf.
b) Innert der Auflagefrist vom 18. Juni bis 1. Juli 2020 erhob A._,
vertreten durch lic.iur. Urs Pfister, Rechtsanwalt, St.Gallen, Einspra-
che gegen das Bauvorhaben. Er machte einerseits geltend, dass die
Baugesuchsunterlagen nicht genügten, und rügte anderseits eine
rechtsungleiche Behandlung in Bezug auf die Anforderungen seitens
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 48/2021), Seite 3/13
der Bewilligungsbehörden, die an sein Baugesuch für die Errichtung
eines Zauns gestellt worden seien. Ausserdem sei es mit den
Vorschriften der Raumplanung nicht vereinbar, wenn ein Nichtlandwirt
einen Zaun ausserhalb der Bauzone zu reinen Hobbyzwecken
errichten könne.
c) Mit Beschluss vom 15. Oktober 2020 erteilte der Gemeinderat
Z._ die Baubewilligung unter Bedingungen und Auflagen und wies
die Einsprache von A._ ab mit der Begründung, dass er nicht dar-
zulegen vermöge, inwiefern die Baugesuchsunterlagen ungenügend
seien. Den eingereichten Baugesuchsunterlagen könnten alle für die
Beurteilung des Bauvorhabens nötigen Angaben entnommen werden.
Ein pauschaler Verweis auf Anforderungen an von ihm in eigenen Ver-
fahren verlangte Baugesuchsunterlagen vermochten diese mangel-
hafte Substantiierung nicht ersetzen. Das Amt für Raumentwicklung
und Geoinformation (AREG) habe in seiner raumplanungsrechtlichen
Teilverfügung vom 16. September 2020 die Zonenkonformität des
Bauvorhabens bejaht.
C.
Gegen diesen Beschluss erhob A._ durch seinen Rechtsvertreter
mit Schreiben vom 4. November 2020 Rekurs beim Baudepartement.
Mit Rekursergänzung vom 22. Dezember 2020 werden folgende An-
träge gestellt:
1. Hauptantrag:
Der Bau- und Einspracheentscheid des  Z._ vom 15. Oktober 2020 i.S. Baugesuch/ Nr. 2020-42 sei, mit Einschluss aller  Teilbewilligungen, wegen Verletzung  Vorschriften aufzuheben;
Die Angelegenheit sei im Sinn der nachfolgenden  an die Vorinstanz zurückzuweisen.
2. Eventualantrag:
Der Bau- und Einspracheentscheid des  Z._ vom 15. Oktober 2020 i.S. Baugesuch/ Nr. 2020-42 sei, mit Einschluss aller  Teilbewilligungen, wegen Verletzung  Vorschriften aufzuheben;
Dementsprechend sei das Baugesuch zur  Nr. 2020-42 wegen Verletzung öffentlich- Vorschriften abzuweisen, unter gleichzeitiger Gutheissung der öffentlich-rechtlichen Einsprache des Rekurrenten;
3. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 48/2021), Seite 4/13
Zur Begründung wird eine willkürliche Ungleichbehandlung in Bezug
auf die eigenen Baugesuche geltend gemacht. Die Ungleichbehand-
lung zeige sich auch darin, dass die Vorinstanz bei seinem Baugesuch
zur Umnutzung von Stall/Scheune/Jauchegrube weitere Baugesuchs-
unterlagen eingefordert habe. Die Ungleichbehandlung sei weder mit
Art. 5 noch mit Art. 9 der Bundesverfassung (SR 101; abgekürzt BV)
vereinbar. Die Ausführungen der Vorinstanz stünden auch im Wider-
spruch zu jener Haltung, die sie in einem anderen – den Rekurrenten
betreffenden – Verfahren betreffend Aufzucht und Erntezelt einnehme.
Obwohl das AREG dessen Zonenkonformität bejaht habe, weigere
sich die Vorinstanz bis heute, den Bauentscheid zu erlassen, weil sie
mit der Beurteilung des AREG nicht einverstanden sei. Vorliegend
habe die Vorinstanz im Gegensatz dazu jedoch ausgeführt, dass die
Prüfung der Zonenkonformität dem AREG obliege.
D.
a) Mit Vernehmlassung vom 30. Dezember 2020 führen B._ und
C._ ohne einen Antrag zu stellen aus, dass das Baugesuch vollstän-
dig eingereicht worden sei. Der Grundbuchplan zeige den genauen
Verlauf des Zauns. Dieser sei nicht Gegenstand einer neuen, zusätz-
lichen Anlage, sondern es handle sich um eine Erweiterung des Nach-
barzauns und Umschliessung des Grundstücks Nr. 001. Dem Bauge-
such für die Erstellung des Nachbarzauns (auf Grundstück Nr. 002)
habe der Rekurrent selbst mit seiner Unterschrift zugestimmt. Der
Zaun befinde sich auf Grundstück Nr. 001 und halte den vorgeschrie-
benen Grenzabstand sowie die zulässige Höhe ein. Der Zaun werde
aus Sicherheitsgründen (Kleinkinder/Tiere) erstellt.
b) Mit Vernehmlassung vom 29. Januar 2021 beantragt die
Vorinstanz, den Rekurs unter Kostenfolge abzuweisen. Zur Begrün-
dung wird geltend gemacht, dass es fraglich sei, ob eine Baubewilli-
gungspflicht für einen 1,2 m hohen und rund 55 m langen Maschen-
drahtzaun in einer Weilerzone überhaupt zwingend gegeben sei. Je-
denfalls sei die raumplanungsrechtliche Teilverfügung im Ergebnis
richtig. Das vorliegende Bauvorhaben sei mit denjenigen des Rekur-
renten nicht im Geringsten vergleichbar, weshalb der Vorwurf einer
willkürlichen Ungleichbehandlung zurückgewiesen werde.
c) Mit Vernehmlassung vom 15. März 2021 beantragt das AREG
die Abweisung des Rekurses und führt aus, dass eine Ungleichbe-
handlung nicht ersichtlich sei, weil die Ausgangslage mit der Einzäu-
nung beim Landwirtschaftsbetrieb des Rekurrenten in freier Land-
schaft mit entgegenstehenden öffentlichen Interessen und derjenigen
in der weitgehend überbauten Weilerzone völlig verschieden sei. Im
Weiteren werde auf die Ausführungen in der raumplanungsrechtlichen
Teilverfügung vom 16. September 2020 verwiesen.
d) Mit Eingabe vom 6. April 2021 macht der Rekurrent geltend,
dass für die Beurteilung von Baugesuchen für zonenfremde Bauten
und Anlagen ausserhalb der Bauzonen stets eine
Gesamtinteressenabwägung hinsichtlich des beabsichtigten neuen
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 48/2021), Seite 5/13
Gesamtzustands vorzunehmen sei. Bevor nicht abgeklärt worden sei,
ob der heutige Zustand den bewilligten Plänen entspreche, könne eine
solche Gesamtbeurteilung gar nicht vorgenommen werden.
Demensprechend werde der Beizug aller Bauakten über die
Liegenschaft N._ 008 auf Grundstück Nr. 001 sowie die
Durchführung eines Augenscheins zur Prüfung, ob der heutige
Zustand den bewilligten Plänen entspreche, beantragt.
e) Mit Schreiben vom 20. Mai 2021 macht der Rekurrent nochmals
geltend, dass er einen Anspruch auf Gleichbehandlung habe. Hinsicht-
lich seinem eigenen Baugesuch betreffend Umnutzung der Scheune
und dem vorliegenden hätten die gleichen inhaltlichen Anforderungen
zu gelten.
E.
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vor-

genannten Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen
1.
1.1 Die Zuständigkeit des Baudepartementes ergibt sich aus
Art. 43bis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1;
abgekürzt VRP).
1.2 Die Frist- und Formerfordernisse von Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
VRP sind erfüllt. Die Rekursberechtigung ist gegeben (Art. 45 VRP).
Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.
Am 1. Oktober 2017 ist das Planungs- und Baugesetz (sGS 731.1; ab-
gekürzt PBG) in Kraft getreten und das Baugesetz vom 6. Juni 1972
(nGS 8, 134; abgekürzt BauG) aufgehoben worden (Art. 172 Bst. a
PBG). Der erstinstanzliche Einsprache- und Baubewilligungsent-
scheid erging am 15. Oktober 2020. Mithin sind vorliegend grundsätz-
lich die Bestimmungen des PBG anwendbar, sofern sie gemäss An-
hang zum Kreisschreiben „Übergangsrechtliche Bestimmungen im
PBG“ vom 8. März 2017 (Baudepartement SG, Juristische Mitteilun-
gen 2017/I/1) als unmittelbar anwendbar erklärt werden. Im Übrigen
gelangen weiterhin das Baugesetz und das entsprechende Bauregle-
ment zur Anwendung.
3.
Der Rekurrent beantragt die Durchführung eines Augenscheins. So-
fern kein Augenschein durchgeführt werde, sei eine persönliche Anhö-
rung nach Art. 6 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte
und Grundfreiheiten (SR 0.101; abgekürzt EMRK) durchzuführen.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 48/2021), Seite 6/13
3.1 Nach Art. 12 Abs. 1 VRP ermittelt die Behörde oder das von ihr
beauftragte Verwaltungsorgan den Sachverhalt und erhebt die Be-
weise von Amtes wegen durch Befragen von Beteiligten, Auskunfts-
personen und Zeugen, durch Beizug von Urkunden, Amtsberichten
und Sachverständigen, durch Augenschein sowie auf andere geeig-
nete Weise. Sind zur Wahrung des öffentlichen Interesses keine be-
sonderen Erhebungen nötig, so sind nur die von den Beteiligten ange-
botenen und die leicht zugänglichen Beweise über erhebliche Tatsa-
chen aufzunehmen (Art. 12 Abs. 2 VRP). Der Augenschein ist die un-
mittelbare sinnliche Wahrnehmung von Tatsachen durch die entschei-
dende Instanz. Er dient der unmittelbaren Wahrnehmung von (in der
Regel streitigen) Tatsachen und/oder dem besseren Verständnis des
Sachverhalts. Ob ein Augenschein durchzuführen ist, liegt im pflicht-
gemässen Ermessen der urteilenden Instanz. Ergibt sich eine Tatsa-
che zweifelsfrei aus den Akten, so braucht sie nicht durch einen
Augenschein überprüft zu werden. Dies gilt auch für unbestrittene Be-
hauptungen, sofern eine Nachprüfung nicht durch öffentliche Interes-
sen geboten erscheint (B. MÄRKLI, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.],
Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, Zü-
rich/St.Gallen 2020, Art. 12 N 50; CAVELTI/VÖGELI, Verwaltungsge-
richtsbarkeit im Kanton St.Gallen, 2. Aufl., St.Gallen 2003, Rz. 966).
Die tatsächlichen (örtlichen) Verhältnisse ergeben sich im vorliegen-
den Fall hinreichend aus den Verfahrensakten, weshalb auf einen
Augenschein zu verzichten ist. Der entsprechende Antrag ist daher
abzuweisen.
3.2 Ebenfalls abzulehnen ist der Antrag auf persönliche Anhörung
des Rekurrenten nach Art. 6 EMRK. Gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK hat
jede Person ein Recht darauf, dass über Streitigkeiten in Bezug auf
ihre zivilrechtlichen Ansprüche und Verpflichtungen oder über eine ge-
gen sie erhobene strafrechtliche Anklage von einem unabhängigen
und unparteiischen, auf Gesetz beruhendem Gericht in einem fairen
Verfahren, öffentlich und innerhalb angemessener Frist verhandelt
wird. Die Verfahrensgarantie von Art. 6 Ziff. 1 EMRK gilt demnach nur
für Verfahren vor verwaltungsunabhängigen Justizbehörden, d.h. vor
dem Verwaltungsgericht und der Verwaltungsrekurskommission
(A. FEDI, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O., Art. 55 N 3; auch
G. STEINMANN, in: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallender [Hrsg.],
Kommentar zur Schweizerischen Bundesverfassung, 3. Aufl., Zü-
rich/St.Gallen 2014, Art. 29 N 46). Mangels Anwendbarkeit der vorge-
nannten Bestimmung im Rekursverfahren vor dem Baudepartement
ist der Antrag des Rekurrenten nach einer persönlichen Anhörung ab-
zulehnen. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass der Rekurrent im
Rekursverfahren umfassend Gelegenheit zur schriftlichen Stellung-
nahme erhalten und diese auch mehrfach genutzt hat. Zudem macht
der Rekurrent nicht geltend, inwiefern eine persönliche Anhörung vor-
liegend notwendig wäre.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 48/2021), Seite 7/13
4.
Der Rekurrent beantragt im Weiteren die Durchführung eines zweiten
Schriftenwechsels sowie die Gewährung der Einsicht in die Rekursak-
ten.
Das Baudepartement stellte am 18. März 2021 dem Rekurrenten das
gesamte Rekursdossier zur Einsicht und allfälligen Stellungnahme zu.
Auf die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels wurde verzich-
tet. Die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels liegt grundsätz-
lich im pflichtgemässen Ermessen der Rekursinstanz. Selbstredend
war es dem Rekurrenten unbenommen, sich im Rahmen des Replik-
rechts zu den erhaltenen Stellungnahmen und Rekurs- bzw. Vorakten
zu äussern. Von diesem Recht hat der Rekurrent mit Schreiben vom
6. April 2021 und 20. Mai 2021 auch Gebrauch gemacht, womit das
Replikrecht auch ohne Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels
gewahrt ist.
5.
Der Rekurrent rügt eine Verletzung des Willkürverbots und des Gleich-
behandlungsgebots, weil die Baugesuche des Rekurrenten im Ver-
gleich zum vorliegenden unterschiedlich behandelt würden und bringt
sein Baugesuch betreffend Aufzucht- und Erntezelt als Referenz vor.
5.1 Aus dem in Art. 8 Abs. 1 BV verankerten Rechtsgleichheitsge-
bot lässt sich kein Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht ableiten
(BGE 132 II 485 Erw. 8.6), es sei denn, es liege eine ständige rechts-
widrige Praxis einer rechtsanwendenden Behörde vor und die Be-
hörde gebe zu erkennen, sie gedenke auch in Zukunft nicht, von der
rechtswidrigen Praxis abzuweichen (BGE 136 I 65 Erw. 5.6 mit Hin-
weisen). Da indessen das Gebot der rechtsgleichen Rechtsanwen-
dung verlangt, Gleiches nach Massgabe seiner Gleichheit gleich und
Ungleiches nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich zu behan-
deln (BGE 131 I 91 Erw. 3.4), kann ein Anspruch auf Gleichbehand-
lung im Unrecht von vornherein nur bestehen, wenn die Unterschiede
in den Sachverhalten keine unterschiedliche Behandlung rechtfertigen
(BDE Nr. 42/2020 vom 12. Mai 2020 Erw. 4.3).
5.2 Mit dem Rechtsgleichheitsgebot eng verbunden ist das in Art. 9
BV verankerte Willkürverbot. Nach diesem hat jede Person Anspruch
darauf, von den staatlichen Organen ohne Willkür und nach Treu und
Glauben behandelt zu werden. Nach ständiger Rechtsprechung des
Bundesgerichtes liegt Willkür in der Rechtsanwendung vor, wenn der
angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächli-
chen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen un-
umstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise
dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (u.a. Urteil des Bundesge-
richtes 1C_348/2019 vom 27. April 2020 Erw. 1.2; BGE 140 III 167
Erw. 2.1; 144 I 113 Erw. 7.1; je mit Hinweisen).
5.3 Das erwähnte Baugesuch des Rekurrenten betreffend Neubau
eines Aufzucht- und Erntezelts auf Grundstück Nr. 003 lässt sich in
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 48/2021), Seite 8/13
keinster Weise mit dem vorliegenden Baugesuch vergleichen. Bei sei-
nem Baugesuch handelte es sich um eine innere Aufstockung, die nur
im Zusammenhang mit einer bestehenden bodenabhängigen Bewirt-
schaftung beurteilt werden konnte. Da der Rekurrent zwar gemäss ei-
genen Angaben in seiner Rechtsverweigerungsbeschwerde (Verfah-
ren Nr. 21-5901) am 31. Mai 2021 bei der Vorinstanz ein nachträgli-
ches Baugesuch für die Umnutzung der Scheune eingereicht hat, war
zum Zeitpunkt des Entscheids der Vorinstanz betreffend Neubau eines
Aufzucht- und Erntezelts offen, ob für die bereits erfolgte Umnutzung
eine Bewilligung erteilt werden konnte. Deshalb konnte für das ge-
nannte Aufzucht- und Erntezelt noch kein Gesamtentscheid erlassen
werden, weil dieser nur in Zusammenhang mit der Beurteilung der bo-
denabhängigen Produktion (Freilandproduktion) auf der landwirt-
schaftlichen Nutzfläche und der bodenunabhängigen Produktion (Auf-
zucht im geschützten Rahmen im Zelt bzw. in den vorhandenen Öko-
nomiegebäuden) ergehen kann (BDE Nr. 120/2020 vom 9. Dezember
2020). Beim Baugesuch der Rekursgegner handelt es sich dagegen
nicht um eine innere Aufstockung, sondern um eine Anlage in der Ge-
stalt einer 1,2 m hohen Umzäunung ihres 1'863 m2 grossen Grund-
stücks auf der Nord- und Ostseite auf einer Länge von rund 55 m im
Weiler N._ in der Grünzone Gärten. Eine sachliche Unterscheidung
war daher angezeigt und keineswegs willkürlich. Die Rüge des Rekur-
renten geht daher fehl.
5.4 Nicht nur materiell war eine unterschiedliche Beurteilung ge-
rechtfertigt, sondern auch formell. Dass eine Umnutzung der Scheune
– ursprünglich bewilligt als Futtertenne im Rahmen einer Milchwirt-
schaft – zu einer Hanfproduktion weiterreichende Auswirkungen auf
die Umwelt hat wie die Erstellung eines blossen Zauns ist offensicht-
lich. Wie der damalige Augenschein im Rekursverfahren Nr. 18-7477
zeigte, war ein Raum für eine energieintensive Aufzucht von Hanf-
pflanzen geschaffen worden. Nebst baulichen Änderungen wurde der
Einbau von 24 Natriumdampflampen für Wärme und Licht vorgenom-
men. Die Umnutzung selber war mit typischen Hanf-Geruchsimmissi-
onen sowohl auf dem Feld, insbesondere zur Blütezeit und bei der
Ernte, aber auch bei der Trocknung in den Hallen – und die offenbar
bereits zu Immissionsklagen geführt haben – verbunden (vgl. BDE
Nr. 104/2020 vom 3. November 2020 Erw. 4.2). Dass diese Umnut-
zung mit baulichen Änderungen ein grösseres Mass an die Qualität
und den Umfang von Baugesuchsunterlagen als an diejenigen für die
Erstellung eines Maschendrahtzauns stellt, liegt auf der Hand.
5.5 Der Rekurrent beanstandet zudem, dass die streitige Baubewil-
ligung nur unter den gleichen Bedingungen und Auflagen erteilt wer-
den könne wie jene, die für den Rekurrenten als produzierenden Land-
wirt verfügt worden seien.
5.5.1 Das besagte Baugesuch des Rekurrenten sah auf den Grund-
stücken Nrn. 005, 006 und 007 eine Zaunanlage bestehend aus einem
Drahtgeflecht von 1,8 m Höhe und auf einer gesamten Länge von
1,6 km vor. Das Drahtgeflecht mit Drahtabständen von max. 0,25 m
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 48/2021), Seite 9/13
wurde von massiven Holzpfählen im Abstand von 4 bis 7 m gehalten.
Sämtliche Grundstücke lagen gemäss geltendem Zonenplan der Ge-
meinde Z._ vom 23. Juni 1993 in der Landwirtschaftszone aus-
serhalb des Siedlungsgebiets N._. Da es sich bei den Baustandor-
ten um einen wildsensiblen Standort handelte, war auf eine perma-
nente Einzäunung zu verzichten, da die Nutzfläche nur zeitweise vor
Wildschäden geschützt werden musste, und der Lebensraum dadurch
unnötig beeinträchtigt worden wäre. Das Amt für Natur, Jagd und Fi-
scherei führte dazu aus, dass die Funktion des Standorts als Schon-
gebiet für wildlebende Tiere, der Vernetzungsfunktion sowie der Ver-
längerung des Wildtierkorridors WKT SG 24 durch die Erstellung wei-
terer Zaunanlagen erheblich beeinträchtigt würde (vgl. Raumpla-
nungsrechtliche Teilverfügung des AREG vom 20. März 2020 i.S.
A._ betreffend Erstellung Wildschutzzaun, Anpassung Nutzung Re-
mise). Beim vorliegenden Baugesuch geht es hingegen um einen
1,2 m hohen Maschendrahtzaun auf einer Gesamtlänge von rund
55 m entlang einer Grundstücksgrenze in der Grünzone Gärten als
Bestandteil der Weilerzone N._. Auf der gegenüberliegenden Seite
der G._ Strasse (Gemeindestrasse 2. Klasse) beginnt zwar bereits
die Landwirtschaftszone, die in diesem Bereich aber mit einem land-
wirtschaftlichen Betrieb mit Wohnhaus überbaut ist. Das Bauvorhaben
liegt in der Weilerzone am Rand des Siedlungsgebiets und tangiert
keine der oben aufgeführten Funktionen für wildlebende Tiere. Die
Ausgangslage ist völlig verschieden und rechtfertigt daher auch eine
andere Beurteilung. Die Rüge der rechtsungleichen Behandlung des
Rekurrenten geht daher fehl.
5.5.2 Im Übrigen wurden auch vom Rekurrenten damals lediglich Si-
tuationspläne 1:500, die den Verlauf der Wildschutzzäune aufzeigten,
Angaben über Höhe und Materialisierung und eine Begründung für die
Erstellung eingereicht bzw. nachgereicht. Es wurden daher auch keine
im Vergleich zum vorliegenden Baugesuch erhöhten Anforderungen
an die Baugesuchsunterlagen gestellt.
6.
Der Rekurrent macht im Weiteren geltend, dass das Aufstellen eines
Zauns weder zonenkonform noch standortgebunden sei.
6.1 Die geplante Zaunanlage befindet sich gemäss Teilzonenplan
N._ in der Grünzone Gärten (GG). Gemäss aufgehobenem Bauge-
setz, das bis 30. September 2017 in Kraft war und auf welches sich
die Zonenbezeichnung bezieht, werden in Art. 17 BauG Grünzonen
wie folgt umschrieben: Grünzonen umfassen Gebiete, die nicht über-
baut werden dürfen (Abs. 1). Sie dienen der Freihaltung von Flächen
vor der Überbauung, insbesondere zwecks Gliederung des Siedlungs-
gebiets (Bst. a), der Erhaltung und Schaffung von Sport-, Park- und
Erholungsanlagen (Bst. b); der Erhaltung von Schutzgegenständen
nach Art. 98 BauG (Bst. c) und zur Sicherung von Grundwasser-
schutzzonen und Grundwasserschutzarealen (Bst. d).
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 48/2021), Seite 10/13
Die in Art. 17 BauG geregelte Grünzone kann unterschiedlichen Zwe-
cken dienen. Da diese sich teilweise sogar gegenseitig ausschliessen,
sind die Fragen, ob ein konkretes Vorhaben in einer Grünzone reali-
siert werden kann, oftmals nicht einfach zu beantworten. Aus Art. 17
Abs. 1 BauG, der ausdrücklich bestimmt, dass Gebiete in Grünzonen
nicht überbaut werden dürfen, ergibt sich, dass Grünzonen nicht für
die eigentliche Siedlungstätigkeit zur Verfügung stehen. Im kantonalen
Recht sind sie im Grundsatz als Bauverbotszonen ausgestaltet. Nur
im Rahmen der näher umschriebenen Zonenzwecke sind mit diesen
vereinbare Bauten und Anlagen zulässig. Die Bautätigkeit beschränkt
sich allerdings regelmässig auf eine notwendige Begleiterscheinung
von nicht auf Siedlung ausgerichteten Nutzungszwecken. Die Ertei-
lung einer Baubewilligung setzt nach Art. 22 Abs. 2 Bst. a des Bundes-
gesetzes über die Raumplanung (SR 700; abgekürzt RPG) allgemein
voraus, dass die Baute oder Anlage dem Zweck der Nutzungszone
entspricht. Das Bauwerk muss zonenkonform sein. Dafür genügt es
nicht, dass Bauten und Anlagen dem Zonenzweck lediglich nicht ent-
gegenstehen, die zonengerechte Nutzung somit nicht beeinträchtigen.
Zonenkonformität im Sinn des Bundesgesetzes setzt vielmehr einen
funktionalen Zusammenhang zwischen dem Bauvorhaben und dem in
der betroffenen Grünzone massgeblichen Zonenzweck voraus. An die
von Art. 17 Abs. 1 BauG vorgegebene Umschreibung der Zonenzwe-
cke und damit an die Beurteilung der Zonenkonformität sind die Ge-
meinden gebunden. Sie können in ihren kommunalen Baureglemen-
ten daher höchstens ergänzende Regelbauvorschriften erlassen (Bau-
departement SG, Juristische Mitteilungen 2002/II/13).
6.2 Der Teil des Grundstücks Nr. 001, der in der Grünzone liegt,
grenzt im Süden gegen die Weilerzone und gegen Norden und Osten
an die N._strasse (Gemeindestrasse 2. und 3. Klasse), bevor die
angrenzenden Grundstücke in der Landwirtschaftszone liegen.
Das Baureglement der Gemeinde Z._ vom 20. Oktober 2009
(BauR) hat bezüglich Grünzone Gärten keine explizite Bestimmung.
Die Tabelle in Art. 24 BauR führt lediglich eine Bestimmung über die
Grünzone Sport und Freizeit auf. Konkrete Ausführungen, was baulich
in der Grünzone Gärten möglich wäre, fehlen. Wie das AREG in seiner
raumplanungsrechtlichen Teilverfügung vom 16. September 2020 zu
Recht ausführt, stellt der nördliche Teil des Grundstücks Nr. 001 die
Gartenanlage der bestehenden Wohnbaute dar und gliedert die Wei-
lerzone. Was baulich in derartigen Zonen möglich wäre, kann davon
abgeleitet werden, dass der besagte Grundstücksteil an die mit dem
Wohnhaus des Rekursgegners überbaute Weilerzone angrenzt. In
Art. 26 ff. BauR finden sich Bestimmungen über die Weilerzone. Nach
Art. 28 BauR haben Bauten und Anlagen und deren Umgebung erhöh-
ten Anforderungen in Bezug auf die Einpassung ins charakteristische
Ortsbild zu genügen (Abs. 1). Freiräume, Vorgärten und Bepflanzun-
gen, die das Ortsbild prägen, sind zu erhalten und soweit möglich zu
ergänzen (Abs. 2). Um-, An- und Neubauten sind in Lage, Stellung und
Kuben auf den Charakter des Weilers abzustimmen. Die Ausgestal-
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 48/2021), Seite 11/13
tung, die Materialisierung und die Farbgebung der Fassaden und Dä-
cher hat sich der herkömmlichen Bauweise anzupassen (Abs. 3). Bei
der geplanten Zaunanlage handelt es sich um eine oberirdisch in Er-
scheinung tretende Anlage, die gemäss Rekursgegner dem Schutz ih-
res Kleinkindes und Hundes dient, damit sie nicht auf die mit Traktoren
und Autos befahrene, angrenzende Strasse springen. Ausserdem soll
der Zaun erstellt werden, damit Füchse und Dachse vom Grundstück
ferngehalten werden, die einerseits Löcher graben und sich anderseits
auf dem Grundstück versäubern. Es ist daher nachvollziehbar, dass
die Rekursgegner die bereits bewilligte Nachbaranlage aus den oben
genannten Gründen auf ihrem Grundstück entlang weiterführen möch-
ten. Der Garten, der eindeutig dem Wohnhaus bzw. dessen Wohnnut-
zung zugeordnet werden kann, soll auch als zur Wohnnutzung gehö-
renden Fläche benutzt werden können. Aufgrund der besonderen
Lage – zwar ausserhalb des Siedlungsgebiets von Z._, aber im Wei-
ler N._ – ist die Erstellung eines Zauns der Strasse entlang nach-
vollziehbar und gerechtfertigt. Der angemessen dimensionierte Zaun,
der die siedlungsgliedernde Funktion der Grünzone bestehen lässt,
entspricht dem Zweck der Nutzungszone. Der Grundsatz nach Art. 28
Abs. 2 BauR, wonach die Vorgärten zu erhalten sind, wird beachtet.
Die bisherige Praxis der Vorinstanz, die auf dem im Westen angren-
zenden Grundstück Nr. 002 mit Baubewilligung vom 15. Juni 2017
eine gleichartige Zaunanlage bewilligte, erscheint unter Berücksichti-
gung der innerhalb der Grünzone Gärten zulässigen Bauten und An-
lagen als zonenkonform.
7.
Der Rekurrent rügt, dass für zonenfremde Bauten und Anlagen aus-
serhalb der Bauzone keine Baubewilligung erteilt werden dürfe, bevor
nicht der Ist-Zustand überprüft worden sei. In den Vorakten seien kei-
nerlei Akten über die heute auf dem Baugrundstück bereits bestehen-
den Bauten und Anlagen vorhanden.
Da es sich beim streitigen Maschendrahtzaun um eine in der
Grünzone Gärten zonenkonforme Anlage handelt, erübrigt sich die
Überprüfung des Ist-Zustands und ob der heutige Zustand den bewil-
ligten Plänen entspricht.
8.
Zusammenfassend ergibt sich, dass der streitige Maschendrahtzaun
zonenkonform und bewilligungsfähig ist. Der Rekurs erweist sich des-
halb als unbegründet und ist abzuweisen.
9.
9.1 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die
Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen
werden. Die Entscheidgebühr beträgt Fr. 3'000.– (Nr. 20.13.01 des
Gebührentarifs für die Kantons- und Gemeindeverwaltung,
sGS 821.5). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die
amtlichen Kosten dem Rekurrenten zu überbinden.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 48/2021), Seite 12/13
9.2 Der vom Rekurrenten am 17. November 2020 geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 1'800.– ist anzurechnen.
10.
Rekurrent und Vorinstanz stellen ein Begehren um Ersatz der ausser-
amtlichen Kosten.
10.1 Im Rekursverfahren werden ausseramtliche Kosten entschädigt,
soweit sie auf Grund der Sach- und Rechtslage notwendig und ange-
messen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Die ausseramtliche Ent-
schädigung wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Un-
terliegen auferlegt (Art. 98bis VRP). Die Vorschriften der Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung (SR 272) finden sachgemäss Anwendung
(Art. 98ter VRP).
10.2 Da der Rekurrent mit seinen Anträgen unterliegt, hat er von
vornherein keinen Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung.
Sein Begehren ist deshalb abzuweisen.
10.3 Die Vorinstanz hat grundsätzlich keinen Anspruch auf Ersatz der
ausseramtlichen Kosten (R. HIRT, Die Regelung der Kosten nach
st.gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Lachen/St.Gallen 2004,
S. 176). Sie bringt keine Gründe vor, die ein Abweichen von dieser
Regel rechtfertigen. Ihr Begehren ist daher abzuweisen.