Decision ID: e8dc3dcc-349c-427f-aea2-ad76cf83a774
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 29.05.2018 Art. 28 IVG, Art. 42 IVG und Art. 17 ATSG; Art. 37 Abs. 4 ATSG. Revisionsweise Einstellung der Ansprüche auf eine Rente und leichte Hilflosenentschädigung. Abweichende Würdigung des im Wesentlichen unverändert gebliebenen Sachverhalts begründet keine revisionsweise Anpassung. Aufgrund der Komplexität und Schwierigkeit der Streitsache ist das Erfordernis einer gehörigen Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren ausgewiesen (Entscheid des Versicherungsgerichtsd des Kantons St. Gallen vom 29. Mai 2018, IV 2016/273, IV 2016/330, IV 2016/342). Die dagegen erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten wurde teilweise gutgeheissen 9C_483/2018.
Besetzung
Präsidentin Marie Löhrer, Versicherungsrichterinnen
Michaela Machleidt Lehmann und Marie-Theres Rüegg Haltinner;
Gerichtsschreiber Philipp Geertsen
Geschäftsnr.
IV 2016/273, IV 2016/330, IV 2016/342
Parteien
A._,
Beschwerdeführerin,
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vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Stephanie Schwarz,
Sigg Schwarz Advokatur, Theaterstrasse 3, Postfach 2336, 8401 Winterthur,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
Gegenstand
Rentenrevision (Einstellung), unentgeltliche Rechtsverbeiständung im
Verwaltungsverfahren und Hilflosenentschädigung
Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 26. April 2007 zum Bezug von IV-Leistungen bei der IV-
Stelle des Kantons Appenzell Ausserrhoden an. Bezüglich der Behinderung gab sie an,
an einem „burn out nach Mobbing auf Arbeitsplatz“ zu leiden (IV-act. 3). Die im
Psychiatrischen Zentrum B._ behandelnde Arztin C._ diagnostizierte eine
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) und bescheinigte der Versicherten
ab 22. August 2006 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit sowohl für die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit als Servicefachangestellte als auch andere Erwerbstätigkeiten (Bericht vom 3.
Juli 2007, IV-act. 14). Der RAD-Arzt Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeinmedizin,
hielt eine invalidisierende psychische Erkrankung für ausgewiesen. Im Vordergrund
stünden Angst- und Panikattacken (Stellungnahme vom 19. Juli 2007, IV-act. 15-2). Mit
Vorbescheid vom 8. August 2007 stellte die IV-Stelle des Kantons Appenzell
Ausserrhoden die Zusprache einer ganzen Rente in Aussicht (IV-act. 22 f.). Dagegen
erhob die leistungspflichtige Pensionskasse am 27. September 2007 Einwand und
reichte eine Aktenbeurteilung von Dr. med. E._, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, vom 24. September 2007 ein. Dieser vertrat die Auffassung, es läge
kein länger dauernder, schwerer Gesundheitsschaden vor, der die Arbeitsfähigkeit in
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hohem Mass beeinträchtigen würde. Wenn er den Umstand einbeziehe, dass die
Versicherte wegen ihren Erlebnissen in der Jugend Ängste empfinde, die ihren Alltag
erschwerten, könne er ihr eine Arbeitsunfähigkeit von höchstens 50% zubilligen (IV-act.
37). Seit dem 27. September 2007 war die Versicherte in der Klinik F._ hospitalisiert.
Die dort behandelnden medizinischen Fachpersonen diagnostizierten im
Zwischenbericht vom 26. Oktober 2007 eine komplexe posttraumatische
Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), einen Verdacht auf multiple Persönlichkeitsstörung
(ICD-10: F44.81) und eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelschwere Episode (ICD-10: F33.1; IV-act. 43; siehe auch den Austrittsbericht vom
23. April 2008 über die bis 28. März 2008 stattgefundene Hospitalisation, worin nicht
mehr bloss ein Verdacht, sondern die Diagnose multiple Persönlichkeitsstörung mit der
Differentialdiagnose Persönlichkeitsstörung nicht näher bezeichnet [ICD-10: F60.9] und
des Weiteren die Diagnose Agoraphobie [ICD-10: F40.00] gestellt wurden; IV-act. 158).
Der RAD-Arzt Dr. D._ vertrat in der Stellungnahme vom 31. Oktober 2007 weiterhin
die Auffassung, dass die Versicherte vollständig arbeitsunfähig sei (IV-act. 44). Mit
Verfügung vom 5. Dezember 2007 sprach deshalb die IV-Stelle des Kantons Appenzell
Ausserrhoden der Versicherten mit Wirkung ab 1. August 2007 eine ganze Rente zu (IV-
act. 47). Die dagegen von der Pensionskasse erhobene Beschwerde wies das
Verwaltungsgericht des Kantons Appenzell Ausserrhoden mit Urteil vom 17. September
2008, I 2008 5, ab (IV-act. 59).
A.b Im Rahmen einer von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevision gelangte die IV-
Stelle des Kantons Appenzell Ausserrhoden zur Erkenntnis, dass die Versicherte
weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente habe (Mitteilung vom 13. Januar 2010, IV-act.
65).
A.c Am 31. Januar 2012 stellte die Versicherte einen Antrag auf Ausrichtung einer
Hilflosenentschädigung. Sie brachte vor, Hilfeleistungen seien erforderlich für die
Haushaltführung, Administration, Wochenstrukturierung, das Kochen, Einkaufen, die
Arzt-und Amtsbesuche. Seit Dezember 2011 erhalte sie Hilfe von Begleitetes Wohnen
(BEWO) Herisau (IV-act. 66; siehe auch die Angaben vom 15. März 2012, IV-act. 70).
Nach einer Rücksprache mit der RAD-Ärztin Dr. med. G._, Fachärztin für Psychiatrie
und Psychotherapie (siehe Stellungnahme vom 31. August 2012, IV-act. 76), sprach die
IV-Stelle des Kantons Appenzell Ausserrhoden der Versicherten mit Wirkung ab 1.
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Januar 2011 eine Hilflosenentschädigung für eine leichte Hilflosigkeit zu (Verfügung
vom 22. März 2013, IV-act. 87).
A.d Im Rahmen eines von der IV-Stelle des Kantons St.Gallen (nachfolgend: IV-Stelle;
zum Wohnsitzwechsel in den Kanton St. Gallen per 1. September 2012 siehe IV-act. 75
und IV-act. 77) von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahrens gab die Versicherte
am 13./18. Februar 2014 an, ihr Gesundheitszustand habe sich seit September 2013
verschlechtert. Sie habe mehr Angst, ziehe sich sozial noch mehr zurück und brauche
mehr Unterstützung im Alltag (IV-act. 89). Die behandelnde Dr. med. H._, Fachärztin
für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, berichtete am 25. März 2014, der
Gesundheitszustand der Versicherten sei seit Januar 2010 stationär (IV-act. 92-1), und
reichte zwei Austrittsberichte der I._ AG, Privatklinik für Psychiatrie und
Psychotherapie, ein (Austrittsbericht vom 28. Mai 2009 betreffend die Hospitalisation
vom 17. Februar bis 28. Mai 2009, IV-act. 92-5 ff.; Austrittsbericht vom 16. November
2010 betreffend die Hospitalisation vom 19. August bis 16. November 2010, IV-act.
92-9 ff.). Nachdem die Sachbearbeiterin J._ „etliche Diskrepanzen“ in den Akten
wahrnahm (Meldeblatt vom 9. Mai 2014, IV-act. 93), ordnete die IV-Stelle mehrere
Observationen an (zu den Ergebnissen der im Zeitraum vom 30. Juni bis 25. Juli 2014
durchgeführten Überwachung siehe den Observationsbericht vom 2. August, IV-act.
104; zu den Ergebnissen der im Zeitraum vom 6. August bis 11. September 2014
durchgeführten Überwachung siehe den Observationsbericht vom 18. September
2014, IV-act. 110; zu den Ergebnissen der im Zeitraum vom 9. Januar bis 13. April 2015
durchgeführten Überwachung siehe den Observationsbericht vom 20. April 2015, IV-
act. 124; siehe zum Ganzen auch die separaten DVD, act. G 6.2). Anlässlich des
Standortgesprächs vom 24. Juni 2015 konfrontierte die IV-Stelle die Versicherte mit
den Observationsergebnissen (IV-act. 135).
A.e Die behandelnde Dr. med. K._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
berichtete am 18. August 2015, der Versicherten sei keine Tätigkeit zumutbar (IV-act.
140, insbesondere IV-act. 140-4 unten; vgl. auch den Bericht von Dr. K._ vom 25.
August 2015, IV-act. 146).
A.f Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am 22. und 26. Februar 2016 von
med. pract. L._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, begutachtet. Die
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Gutachterin gelangte zum Schluss, dass die Versicherte nicht an einer Krankheit leide,
welche die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit nannte sie einen Verdacht auf akzentuierte Persönlichkeitszüge mit
histrionischen und „ggf. emotional emotionalen Zügen“ (ICD-10: Z73.1). Aufgrund einer
depressiven Symptomatik habe bei der Versicherten im Sommer-Herbst 2006 auch aus
gutachterlicher Sicht retrospektiv nachvollziehbar für einige Monate eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% bestanden. Während der Klinikaufenthalte im Herbst 2007
bis Frühjahr 2008, im Frühjahr 2009 und im Herbst 2010 habe bei ihr
„definitionsgemäss“ eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden. Eine Hilflosigkeit habe
retrospektiv noch nie vorgelegen. Weshalb sie von der RAD-Ärztin früher anerkannt
worden sei, sei aus gutachterlicher Sicht nicht nachvollziehbar. Vermutlich schon
lange, spätestens seit Mai 2013, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seit Juli 2014
und mit Sicherheit seit dem Zeitpunkt der gutachterlichen Untersuchung im Februar
2016 „ist eine AUF von 0% ausgewiesen“ (Gutachten vom 12. März 2016, IV-act. 165).
Dr. med. M._, Mitarbeiterin der IV-Stelle, hielt die gutachterliche Beurteilung für
aussagekräftig (Stellungnahme vom 31. März 2016, IV-act. 166).
A.g Mit Vorbescheid vom 4. Mai 2016 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Einstellung der Rentenleistung in Aussicht (IV-act. 168). Dagegen erhob die Versicherte
am 1. Juni 2016 Einwand (IV-act. 170; zur ergänzenden Begründung vom 20. Juni 2016
siehe IV-act. 175). Am 22. Juni 2016 verfügte die IV-Stelle die Einstellung der Rente auf
Ende des der Verfügung folgenden Monats (IV-act. 176).
A.h In der Zwischenzeit zeigte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 14.
Juni 2016 die Einstellung der Hilflosenentschädigung an (IV-act. 174; siehe auch das
Feststellungsblatt vom 14. Juni 2016, IV-act. 173). Dagegen erhob die Versicherte am
15. August 2016 Einwand (IV-act. 179). Die IV-Stelle verfügte am 15. September 2016
die Einstellung der Hilflosenentschädigung auf Ende des der Verfügung folgenden
Monats (IV-act. 186).
A.i Zuvor wies die IV-Stelle die in den jeweiligen Vorbescheidverfahren gestellten
Gesuche der Versicherten um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung
ab (Verfügung vom 31. August 2016, IV-act. 184).
B.
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B.a Gegen die Rentenverfügung vom 22. Juni 2016 hat die Beschwerdeführerin am 22.
August 2016 Beschwerde erhoben. Sie beantragt darin deren Aufhebung. Eventualiter
sei die Sache zur Einholung eines psychiatrischen Obergutachtens an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen mit der Feststellung, dass mit Wirkung ab
September 2016 bis zur erneuten Verfügung über den Rentenanspruch die bisherige
Rente weiter auszurichten sei; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. In formeller
Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, da ihr zur
ergänzenden Einwandbegründung bloss eine kurze Frist gewährt worden sei, die ihr die
Einreichung einer Stellungnahme der behandelnden Psychiaterin verunmöglicht habe.
Die Voraussetzungen für eine Anpassung der Rentenleistung seien nicht erfüllt. Es fehle
an einer gesundheitlichen Verbesserung. Das Gutachten von med. pract. L._ sei nicht
beweiskräftig. Die Observation sei gesetzwidrig und die dadurch gewonnenen
Erkenntnisse seien aus dem Recht zu weisen (act. G 1 im Verfahren IV 2016/273). Des
Weiteren hat die Beschwerdeführerin eine Stellungnahme von Dr. med. K._ zum
Gutachten eingereicht, worin diese die gutachterliche Beurteilung in Zweifel zieht
(Stellungnahme vom 18. August 2016; act. G 1.2 IV 2016/273).
B.b Am 29. September 2016 hat die Beschwerdeführerin Beschwerde gegen die
Verfügung vom 31. August 2016 betreffend unentgeltliche Rechtsverbeiständung im
Verwaltungsverfahren erhoben. Sie beantragt darin deren Aufhebung und eine
Entschädigung für den anwaltlichen Aufwand im Vorbescheidverfahren im Umfang von
Fr. 3‘120.30 zuzüglich Verzugszinsen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1
im Verfahren IV 2016/330).
B.c Des Weiteren hat die Beschwerdeführerin am 5. Oktober 2016 Beschwerde gegen
die Verfügung vom 15. September 2016 betreffend die Einstellung der
Hilflosenentschädigung erhoben. Sie beantragt deren Aufhebung und die
Weiterausrichtung der Hilflosenentschädigung über November 2016 hinaus. Im
Wesentlichen macht sie geltend, sie sei weiterhin gesundheitlich eingeschränkt und auf
eine lebenspraktische Begleitung angewiesen. Ausserdem habe die
Beschwerdegegnerin in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes keine Abklärung
betreffend die Hilflosigkeit durchgeführt (act. G 1 im Verfahren IV 2016/342).
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B.d In der Beschwerdeantwort vom 7. November 2016 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung sämtlicher Beschwerden. Die Beschwerdeführerin
habe sich im Vorbescheidverfahren betreffend ihren Rentenanspruch äussern können.
Das Zuwarten auf die Stellungnahme von Dr. K._ hätte zu einer ungebührlichen
Verfahrensverzögerung geführt. Eine Gehörsverletzung liege nicht vor. Die Observation
sei rechtmässig erfolgt und die daraus gewonnenen Erkenntnisse seien verwertbar. Es
bestünden keine Zweifel an der Beurteilung durch med. pract. L._, zumal die von ihr
gezogenen Schlüsse vom RAD-Arzt Dr. med. N._, Facharzt u.a. für Psychiatrie und
Psychotherapie, in der Stellungnahme vom 26. Oktober 2016 bestätigt worden seien
(siehe hierzu IV-act. 190). Insgesamt sei erstellt, dass seit der Verfügung vom 5.
Dezember 2007 eine wesentliche Verbesserung eingetreten sei und dass die
Beschwerdeführerin heute ein rentenausschliessendes Einkommen erwirtschaften
könnte. Der Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung falle allein schon mit dem
Wegfall des Rentenanspruchs dahin. Des Weiteren bestehe auch aus medizinischer
Sicht kein Bedarf mehr für eine lebenspraktische Begleitung. Die Beschwerdeführerin
manipuliere bewusstseinsnah ihr Umfeld. Es sei nicht glaubhaft, dass sie bei gutem
Willen ihre Interessen nicht selbst vertreten könne. Des Weiteren bestreitet die
Beschwerdegegnerin die Notwendigkeit für eine anwaltliche Verbeiständung. Daher
bestehe kein Anspruch auf eine unentgeltliche Rechtsverbeiständung im
Verwaltungsverfahren (act. G 6 im Verfahren IV 2016/273).
B.e Mit Präsidialverfügung vom 25. November 2016 wird dem Gesuch um Bewilligung
der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung
der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für die drei Beschwerdeverfahren (IV
2016/273, IV 2016/330 und IV 2016/342) entsprochen (act. G 7 im Verfahren IV
2016/273; zur Vereinigung der drei Beschwerdeverfahren siehe die Mitteilung vom 25.
November 2016, act. G 8 im Verfahren IV 2016/273).
B.f In der Replik vom 15. März 2017 hält die Beschwerdeführerin an den
Beschwerdeanträgen unverändert fest und beantragt zusätzlich: 1. dass die
Observationsergebnisse und sämtliche darauf Bezug nehmenden Unterlagen in den
Akten der Beschwerdegegnerin aus dem Recht zu weisen und aus den Akten zu
entfernen sind; 2. dass danach eine erneute psychiatrische Begutachtung auf Kosten
der Beschwerdegegnerin direkt durch das Gericht zu veranlassen sei (act. G 13 im
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Verfahren IV 2016/273; siehe auch die ergänzende Begründung vom 23. März 2017 in
act. G 14 im Verfahren IV 2016/273).
B.g Die Beschwerdegegnerin hält ihrerseits in der Duplik vom 15. Mai 2017
unverändert an ihren Anträgen fest (act. G 16 im Verfahren IV 2016/273).
B.h Am 21. Juni 2017 hat die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin eine
Kostennote für ihren Aufwand eingereicht (act. G 18 im Verfahren IV 2016/273).
B.i Im Schreiben vom 9. September 2017 orientiert die Rechtsvertreterin, dass nach
einer dringlichen Gefährdungsmeldung seit einigen Monaten eine O._-Abklärung
betreffend die Installierung einer vollumfänglichen Beistandschaft hängig sei (act. G 20;
zur Gefährdungsmeldung durch das Psychiatrie-Zentrum P._ vom 23. Mai 2017 und
dessen Begleitbrief vom gleichen Tag siehe G 20.1 f. im Verfahren IV 2016/273). Am
15. Februar 2018 teilt die Rechtsvertreterin mit, dass die O._ die Errichtung einer
Begleitbeistandschaft am 24. Januar 2018 beschlossen habe (act. G 22; zum
Beschluss der KESB vgl. act. G 22.1 im Verfahren IV 2016/273).

Erwägungen
1.
Im Verfahren IV 2016/273 ist die Einstellung der Rente umstritten.
1.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
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ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
1.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist
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somit nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. E.
3.5). Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung
bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht; vorbehalten bleibt die
Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E.
5.4). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im
Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustands auf die Arbeitsfähigkeit
für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar
(Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2008, 9C_562/2008, E. 2.1).
1.5 Massgebend für die vom Verwaltungsgericht des Kantons Appenzell Ausserrhoden
mit Urteil vom 17. September 2008, I 2008 5, bestätigte Rentenzusprache waren die
bis zum 5. Dezember 2007 (Zeitpunkt der Rentenverfügung; IV-act. 47) eingetretenen
Verhältnisse (IV-act. 59). Ihr lagen die Beurteilungen der damals behandelnden
Psychiaterin C._ vom 3. Juli 2007 (IV-act. 14) sowie vom 12. Oktober 2007 (IV-act.
41) und der Zwischenbericht der in der F._ AG behandelnden medizinischen
Fachpersonen vom 26. Oktober 2007 (IV-act. 43) zugrunde (siehe auch die
Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. D._ vom 31. Oktober 2007, IV-act. 44-2 f.). Die
Beschwerdeführerin schilderte, in der Kindheit vom Vater und Grossvater sexuell
missbraucht worden zu sein (siehe etwa IV-act. 14-2). Mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit stand eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10:
F43.1) im Vordergrund (IV-act. 14-1 und IV-act. 43-1), die zudem zu einer multiplen
Persönlichkeitsstörung geführt hatte (IV-act. 43-3; zur Bestätigung dieser Diagnose
siehe IV-act. 158-1). Als Befunde wurden u.a. ein auffälliges Erscheinungsbild (Kapuze
weit ins Gesicht gezogen, Umklammern eines grossen Kissens), eine starke motorische
Unruhe (wippen) und Hinweise auf zwanghaftes Verhalten erhoben (IV-act. 43-3; siehe
auch IV-act. 43-2). Die Intensität des regressiven Verhaltens der Beschwerdeführerin
verhalte sich konform mit ihrem Befinden. Je stärker sie sich belastet fühle,
beispielsweise durch vermehrte oder unerwartete Begegnungen mit Männern, desto
intensiver regrediere sie. Die Beschwerdeführerin selbst beschreibe, sich in diesem
Zustand wie eine 10-jährige zu fühlen, und assoziiere ihre Persönlichkeit - also die der
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Z._ - mit Schwäche und zeige stark kindliche Verhaltensweisen. Jedoch beschreibe
sie auch eine andere Persönlichkeit: die der Z._. Diese verbinde sie u.a. mit Stärke
und Selbstsicherheit. Z._ sei jemand, der sich wehren könne und sich selbst
behaupte. Die Beschreibungen sowie auch das klinische Bild der Beschwerdeführerin
veranlassten zu einem Verdacht auf eine multiple Persönlichkeitsstörung (IV-act. 43-3).
Im Vordergrund des Leidensbilds standen Ängste und Panikattacken. Die Ängste
bezogen sich auf Männer allgemein und auf ihren Vater im Besonderen (IV-act. 14-2
unten).
2.
Zu prüfen ist vorweg das Begehren der Beschwerdeführerin, die
Observationsergebnisse und sämtliche darauf Bezug nehmenden Unterlagen in den
Akten der Beschwerdegegnerin seien aus dem Recht zu weisen und aus den Akten zu
entfernen (act. G 13, S. 2, im Verfahren IV 2016/273).
2.1 Für die von der Beschwerdegegnerin veranlasste Observation fehlt die gesetzliche
Grundlage. Die Observationsergebnisse wurden somit unrechtmässig erhoben Es
bestand zudem kein ausreichender Anfangsverdacht für eine Observation. Die Anlass
gebende Meldung enthielt ausschliesslich aktenkundige, von den medizinischen
Fachpersonen bereits berücksichtigte Tatsachen, die der Sachbearbeiterin ohne
jegliche medizinische, insbesondere auch psychiatrische Kenntnisse, als diskrepant
erschienen sind (IV-act. 93). Die Observation scheint daher die blosse
Verdachtsgewinnung bezweckt zu haben. Darauf weisen auch die Ausführungen von
Dr. M._ hin: „Sollte es [mit der Observation] möglich sein aufzuzeigen, dass die
funktionellen Auswirkungen der phobischen Panik vor Männern nicht so stark
ausgeprägt sind, wie von der Versicherten angegeben, müsste zumindest die
«Hilflosigkeit» angezweifelt werden. Unabhängig davon ist eine psychiatrische
Begutachtung aus medizinischer Sicht dringendst indiziert“ (IV-act. 95-3). Der letzte
Satz lässt ausserdem Zweifel an der Verhältnismässigkeit der Observation aufkommen,
da „unabhängig davon“ „dringendst“ eine psychiatrische Abklärung für erforderlich
erachtet wurde.
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2.2 Was die Verwertbarkeit illegal beschaffter Beweismittel anbelangt, so ist das
Bundesgericht in BGE 143 I 377 zur Auffassung gelangt, dass von der IV-Stelle in
Auftrag gegebenes, rechtswidrig beschafftes Observationsmaterial grundsätzlich
verwertbar sei, sofern die Überwachung im öffentlich einsehbaren Raum erfolgt sei (E.
5.1 ff.; bestätigt etwa im Urteil des Bundesgerichts vom 9. November 2017,
9C_328/2017). Diese Rechtsprechung wird in der Lehre kritisiert (THOMAS GÄCHTER/
MICHAEL E. MEIER, Rechtswidrige Observationen in der IV - Verwertbarkeit der
Observationserkenntnisse, Bemerkungen zum Leitentscheid 9C_806/2016 vom 14. Juli
2017, in: Jusletter vom 14. August 2017). Vorliegend muss zu dieser Kontroverse nicht
Stellung genommen werden, wie aus den nachfolgenden Erwägungen hervorgeht.
Denn auch wenn die bundesgerichtliche Rechtsprechung angewendet wird, führt dies
nicht zur Verwertbarkeit der Observationsergebnisse.
2.3 Zunächst ist von Bedeutung, dass gemäss den Ermittlungsberichten die
Beschwerdeführerin in den Zeiträumen vom 30. Juni bis 25. Juli 2014 (IV-act. 104), vom
26. August bis 11. September 2014 (IV-act. 110) und vom 9. Januar bis 13. April 2015
(IV-act. 124) jeweils an mehreren Tagen nicht bloss beobachtet, sondern teilweise
während Stunden mittels visuellen Aufzeichnungsgeräten heimlich und systematisch
überwacht worden ist. Im Gegensatz zum im vorstehend genannten Entscheid des vom
Bundesgericht beurteilten Sachverhalts (Observation von vier Tagen innerhalb eines
Zeitraums vom 14 Tagen; siehe E. 5.1.2 des bundesgerichtlichen Urteils), ist vorliegend
ein bedeutend intensiverer illegaler Eingriff in die Grundrechte der Beschwerdeführerin
zu würdigen, was bei einer Interessenabwägung zugunsten der Beschwerdeführerin zu
beachten ist. Entscheidend ist weiter, dass aus den Observationsberichten keine
revisionsrelevanten Verhältnisse hervorgehen. In der angefochtenen
Rentenrevisionsverfügung werden auch keine solchen Tatsachen als erheblich
bezeichnet.
2.4 Von Bedeutung ist ausserdem, dass die Verwertung der Observationsergebnisse
für die sozialversicherungsrechtliche Leistungsbeurteilung nicht erforderlich ist. Die
illegal beschafften Observationsergebnisse enthalten nämlich keine Informationen,
welche die Beschwerdegegnerin nicht auch auf legalem Weg beschaffen konnte. Dass
die Beschwerdeführerin selbstständig im Dorfladen einkaufen, den Haushalt
selbstständig erledigen und Rechnungen selbstständig bezahlen kann, wurde der
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Beschwerdegegnerin bereits mit dem Bericht der behandelnden Dr. H._ vom 25.
März 2014 zur Kenntnis gebracht (IV-act. 92-2) und von der Beschwerdeführerin
anlässlich des Standortgesprächs noch vor der Konfrontation mit der Observation von
sich aus mitgeteilt (IV-act. 135-5; siehe auch zu den entsprechenden Angaben
anlässlich der Begutachtung IV-act. 165-32). Im Fragebogen für die lebenspraktische
Begleitung wurde erwähnt, dass die Beschwerdeführerin von Freunden zum Essen
eingeladen werde (IV-act. 70-2), mit ihnen ein Kino, Restaurant oder Festanlässe
besuchen könne (IV-act. 70-4), und auf zahlreiche, teilweise selbstständig von ihr
erledigte Alltagsaktivitäten hingewiesen (IV-act. 70). Die Beschwerdegegnerin hatte
auch Kenntnis, dass die Beschwerdeführerin mit dem Hund nach draussen gehe (IV-
act. 135-4; siehe auch IV-act. 165-31). Die Beschwerdeführerin hat auch von sich aus
eingeräumt, alleine Auto zu fahren (IV-act. 135-8). Im Übrigen hat die
Beschwerdegegnerin AFV-Durchfahrtsberichte eingeholt, die unabhängig von der
Observation Aussagen über den Gebrauch des Fahrzeugs der Beschwerdeführerin
zulassen (siehe IV-act. 115 f. und IV-act. 121). Anlässlich der Begutachtung hat die
Beschwerdeführerin zudem von sich aus auf ihre Einkäufe betreffend das Tierfutter im
grenznahen Ausland berichtet (IV-act. 165-31). Schliesslich wirft die
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin weder strafrechtlich relevante
Verhaltensweisen noch eine Meldepflichtverletzung vor, die ohne den illegalen Eingriff
in die Grundrechte der Beschwerdeführerin nicht hätten zu Tage gefördert werden
können.
2.5 Nach dem Gesagten kann somit festgehalten werden, dass die Anordnung der
Observation im vorliegenden Fall unbegründet und unverhältnismässig war, weshalb all
die Akten, die sich auf die Observation beziehen, aus dem Recht zu weisen sind, da
deren Verwendung einer neuerlichen Grundrechtsverletzung gleichkäme. Sämtliche
Inhalte bzw. Textstellen der übrigen Aktenlage, die Observationsergebnisse
wiedergeben, sind unwiderruflich unkenntlich zu machen. Entgegen der Sichtweise der
Beschwerdeführerin besteht kein Anlass, das Gutachten von med. pract. L._ gänzlich
aus dem Recht zu weisen. Die Einschätzung der Gutachterin erfolgte zwar in Kenntnis
der Observationen (IV-act. 165-56). Allerdings bildeten sie nicht eine tragende
Grundlage der Begutachtung. Vielmehr fanden sie lediglich als fremdanamnestische
Angaben, welche sich mit der gestützt auf die klinische Untersuchung erlangten
Einschätzung vereinbaren liessen, Eingang in das Gutachten (IV-act. 165-54). Darin
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wiedergegebene Observationsinhalte sind - wie bei der übrigen Aktenlage -
unwiderruflich unkenntlich zu machen.
3.
Die Beschwerdegegnerin stützt sich für die der revisionsweisen Renteneinstellung
erforderliche Verbesserung des Gesundheitszustands im Wesentlichen auf das
psychiatrische Gutachten von med. pract. L._ vom 12. März 2016 (IV-act. 165).
3.1 Eine rentenrevisionsrechtlich erhebliche Änderung des Gesundheitszustands kann
nicht damit begründet werden, dass sich die Beschwerdeführerin allenfalls inzwischen
noch eingeschränkter fühlt bzw. darstellt. Vielmehr stellt die von der Gutachterin
vorgenommene Qualifikation der Leidensangaben und -präsentation als manipulativ
(IV-act. 165-38 f.) eine andere Würdigung des der ursprünglichen Rentenzusprache
zugrunde gelegten Sachverhalts dar. Nichts anderes gilt für die Ausführungen von med.
pract. L._ betreffend die von ihr festgestellten Diskrepanzen. Der von ihr gezogene
Schluss, die von der Beschwerdeführerin angegebenen Beschwerden und
Einschränkungen hätten im Rahmen der aktuellen gutachterlichen Untersuchungen
nicht verifiziert werden können (IV-act. 165-45), spricht ebenfalls für eine andere
Würdigung des gleichen Sachverhalts, wie er bei der Rentenzusprache vorgelegen hat.
Dass die Gutachterin die bereits anlässlich der Rentenzusprache vorgelegenen
nonverbal dargestellten verschiedenen Verhaltensweisen „im Rahmen der aktuellen
Untersuchungen“ anders als die damals mit der Beschwerdeführerin befassten
medizinischen Fachpersonen keinem psychiatrischen Krankheitsbild zuzuordnen
vermochte (IV-act. 165-41), stellt keine anpassungsrechtlich relevante
Sachverhaltsänderung dar. Gleiches gilt für die Zweifel der psychiatrischen Gutachterin
bezüglich der Traumatisierung (IV-act. 165-42). Des Weiteren hat med. pract. L._ die
für die Rentenzusprache wesentliche medizinische Voraktenlage nicht unter dem Fokus
einer seitherigen Entwicklung diskutiert. Mit den Ausführungen der Ärztin C._ setzt
sie sich einerseits nicht näher auseinander, andererseits beschränkt sie sich im
Wesentlichen auf eine Kritik an der Behandlung durch die medizinischen Fachpersonen
der Klinik F._ AG (IV-act. 165-44). Dass med. pract. L._ ex tunc eine abweichende
Würdigung desselben Sachverhalts vornimmt, kommt etwa auch zum Ausdruck in
ihren Ausführungen zur Persönlichkeitsstörung und zur posttraumatischen
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Belastungsstörung. Deren Vorliegen wird nicht etwa mit einer gesundheitlichen
Verbesserung verneint, sondern damit, dass sich eine solche nicht diagnostizieren
lasse, da die spezifischen Kriterien „nicht mit erforderlicher Sicherheit festgestellt
werden können“ (IV-act. 165-46; zur ausdrücklichen retrospektiven Sichtweise siehe
IV-act. 165-47). Das Gesagte gilt gleichermassen in Bezug auf die gutachterliche
Stellungnahme zu einer depressiven Störung (IV-act. 165-46 unten; siehe zum Ganzen
auch die Ausführungen in IV-act. 165-47). Insgesamt ist daher davon auszugehen, dass
die gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bloss auf einer abweichenden
Beurteilung des bereits bei der Rentenzusprache vorgelegenen Sachverhalts beruht.
Damit ist mit dem psychiatrischen Gutachten keine revisionsrechtlich relevante
Sachverhaltsänderung nachgewiesen.
3.2 Auch der übrigen Aktenlage lassen sich keine Hinweise entnehmen, dass sich der
bei der Rentenzusprache massgebende Gesundheitszustand verbessert hätte.
3.2.1 Zunächst ergeben sich aus den Berichten der behandelnden medizinischen
Fachpersonen keine Hinweise darauf, dass sich der Gesundheitszustand im Vergleich
zum Referenzzeitpunkt wesentlich und dauerhaft verbessert hätte (siehe etwa den
Verlaufsbericht der Ärztin C._ vom 16. Dezember 2009, worin die seit dem 12.
Oktober 2007 eingetretene Sachverhaltsentwicklung als stationär beurteilt wurde, IV-
act. 64; vgl. ferner den Verlaufsbericht von Dr. H._ vom 25. März 2014, IV-act. 92-1).
3.2.2 Aus der Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. N._ lässt sich ebenfalls im
Vergleich zum massgebenden Referenzzeitpunkt keine Verbesserung herleiten.
Vielmehr fiel ihm bezüglich der ursprünglichen Rentenzusprache, „bei kritischer
Durchsicht des gesamten Dossiers“ „sofort“ eine aus seiner Sicht spärliche
medizinische Aktenlage auf. Des Weiteren warf er zwar die „Kernfrage“ (Hervorhebung
gemäss Original) auf, „ob gegenüber dem seinerzeit beurteilten rentenmassgeblichen
Gesundheitszustand eine die AF/LF tangierende Besserung eingetreten ist oder nicht“.
Anschliessend beschränkt sich der RAD-Arzt auf eine Kommentierung der gemäss
seiner Einschätzung nicht einschlägigen „Meinung der seit 07/2014 behandelnden
Psychiaterin“ (IV-act. 190-7).
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3.2.3 Anlässlich der Begutachtung klagte die Beschwerdeführerin als Hauptproblem
über Angst (IV-act. 165-22), wippte die meiste Zeit (IV-act. 165-22, IV-act. 165-27, IV-
act. 165-36 und IV-act. 165-38) und vermied unter dem Schutz einer Sonnenbrille den
Augenkontakt (IV-act. 165-23; siehe hierzu sowie zur auffälligen Bekleidung IV-act.
165-35). Diese Verhaltensweisen traten bereits vor der Rentenzusprache auf und waren
den damals behandelnden medizinischen Fachpersonen bekannt (siehe bezüglich der
diffusen Ängstlichkeit/Scheu/Panikattacken gegenüber Männern: IV-act. 14-2, IV-act.
15-2 oben, IV-act. 34 und IV-act. 43-2; vgl. auch IV-act. 14-3 und insbesondere zum
auffälligen regressiven Verhalten IV-act. 158-5: Die Beschwerdeführerin „hielt sich
unentwegt an einem grossen Kissen fest, versteckte ihr Gesicht unter einer grossen
Kappe, trug weite Kleidung, drückte ihre Unruhe durch ständiges Wippen aus [...]“).
Die Wahrnehmung und Denkinhalte der Beschwerdeführerin waren bereits früher
paranoid und wahnhaft gefärbt. Es bestanden Hinweise auf zwanghaftes Verhalten (IV-
act. 158-4). Eine wesentliche Veränderung dieser Verhältnisse ist nicht erkennbar.
3.2.4 Dass die Beschwerdeführerin offenbar auch freundschaftliche Kontakte zu
männlichen Personen pflegt sowie im Freundeskreis verschiedene Aktivitäten
unternimmt (IV-act. 165-43), stellt keinen Hinweis auf einen verbesserten
Gesundheitszustand dar. Denn die Beschwerdeführerin war bereits früher zu solchen
Vertrauensverhältnissen und Aktivitäten in der Lage (IV-act. 158-3; zur
problembehafteten Beziehung mit dem damaligen Freund siehe IV-act. 43-2 und IV-
act. 158-2; sie ging - wenn auch nicht oft - alleine ausser Haus, IV-act. 14-3 oben; Dr.
E._ wies darauf hin, dass die Ängste den Alltag lediglich erschweren und nicht, dass
die Beschwerdeführerin überhaupt keinen Alltagsaktivitäten - schon gar nicht im
vertrauten Personenkreis - mehr nachgehen könne, IV-act. 37-5). Belastend wirken sich
vor allem vermehrte oder unerwartete Begegnungen mit - nach dem Gesagten wohl
nicht vertrauten - Männern aus (IV-act. 43-3). In damit zu vereinbarender Weise hat die
Beschwerdeführerin „gleich nach dem Eintreten in die Praxis - scheinbar angesichts
der Anwesenheit des Praxiskollegen der Referentin -“ die Räumlichkeiten des
Begutachtungsorts wieder verlassen und „sich laut schluchzend vor der Eingangstüre“
aufgehalten (IV-act. 165-37). Diese reflexartige Flucht spricht eher gegen eine
bewusstseinsnahe Vortäuschung von Ängsten. Nichts anderes gilt bezüglich der
selbstständigen Benützung ihres Autos (siehe hierzu IV-act. 14-2 unten; auch med.
pract. L._ merkte an, dass die Unfähigkeit, alleine Auto zu fahren erst in den letzten
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Jahren vor der Begutachtung geklagt worden sei, IV-act. 165-55) oder der Pflege ihrer
Haustiere (siehe die Ausführungen von med. pract. L._ in IV-act. 165-43; die
Beschwerdeführerin hielt bereits vor der Rentenzusprache „mehrere Tiere wie Hunde,
Katzen und Hasen“, IV-act. 158-3). Der früheren Rentenzusprache lag auch nicht die
Annahme zugrunde, die Beschwerdeführerin könne überhaupt nicht mehr aus dem
Haus, etwa zum Einkaufen gehen (die Beschwerdeführerin gab lediglich an, sich oft
nicht aus dem Haus zu trauen, IV-act. 14-3 oben).
3.3 Insgesamt ist davon auszugehen, dass im Vergleich zur ursprünglichen
Rentenzusprache keine revisionsrechtlich relevante Sachverhaltsänderung
nachgewiesen ist, womit die Möglichkeit einer Rentenanpassung nach Art. 17 Abs. 1
ATSG ausser Betracht fällt. Unter diesen Umständen kann offen bleiben, ob die
Beschwerdegegnerin im Verwaltungsverfahren betreffend den Rentenanspruch das
rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin verletzt hat. Der Vollständigkeit halber ist
darauf hinzuweisen, dass die ursprüngliche Rentenzusprache vom Verwaltungsgericht
des Kantons Appenzell-Ausserrhoden bestätigt wurde, womit ein Rückkommen
gestützt auf die Wiedererwägung gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG oder die prozessuale
Revision gemäss Art. 53 Abs. 1 ATSG, die sich ausschliesslich auf Rechtsakte des
Versicherungsträgers bezieht, ausgeschlossen ist. Unter diesen Umständen kann auch
offen bleiben, ob die Beschwerdeführerin überhaupt einem Arbeitgeber oder einer
Arbeitgeberin zumutbar wäre.
4.
Zwischen den Parteien umstritten ist ausserdem die revisionsweise Einstellung der
Hilflosenentschädigung.
4.1 Eine versicherte Person mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der
Schweiz, die hilflos ist, hat einen Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung der
Invalidenversicherung (Art. 42 Abs. 1 IVG), wobei zwischen einer schweren, einer
mittelgradigen und einer leichten Hilflosigkeit unterschieden wird (Art. 42 Abs. 2 IVG).
Eine im vorliegenden Fall zu beurteilende leichte Hilflosigkeit liegt vor, wenn die
versicherte Person entweder in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen
regelmässig eine erhebliche Dritthilfe (Art. 37 Abs. 3 lit. a IVV) oder eine dauernde
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Überwachung (Art. 37 Abs. 3 lit. b IVV) oder eine besonders aufwendige Pflege (Art. 37
Abs. 3 lit. c IVV) oder eine regelmässige und erhebliche Dritthilfe bei der Pflege
gesellschaftlicher Kontakte (Art. 37 Abs. 3 lit. d IVV) oder dauernd eine
lebenspraktische Begleitung (Art. 37 Abs. 3 lit. e IVV) benötigt. Ein Bedarf nach einer
lebenspraktischen Begleitung liegt vor, wenn eine volljährige versicherte Person
ausserhalb eines Heimes lebt und infolge einer Gesundheitsbeeinträchtigung entweder
ohne eine Begleitung durch eine Drittperson nicht selbständig wohnen kann (Art. 38
Abs. 1 lit. a IVV) oder wenn sie für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der
Wohnung auf die Begleitung einer Drittperson angewiesen ist (Art. 38 Abs. 1 lit. b IVV)
oder wenn sie ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren
(Art. 38 Abs. 1 lit. c IVV). Ist lediglich die psychische Gesundheit beeinträchtigt, so
muss für die Annahme einer Hilflosigkeit gleichzeitig ein Anspruch auf mindestens eine
Viertelsrente bestehen (Art. 38 Abs. 2 IVV).
4.2 Im für die Zusprache der Hilflosenentschädigung massgebenden Zeitpunkt
(Verfügung vom 22. März 2013, IV-act. 87) wurde ein Bedarf an lebenspraktischer
Begleitung von der Beschwerdegegnerin bejaht (IV-act. 85) unter der Annahme, dass
die Beschwerdeführerin mindestens zwei Stunden pro Woche einer lebenspraktischen
Begleitung durch Bekannte, Freunde oder andere Hilfspersonen bedürfe (IV-act. 84).
Aufgrund der psychischen Störung wurde sie von der RAD-Ärztin Dr. G._ für
plausibel gehalten (Stellungnahme vom 31. August 2012; IV-act. 76). Im Fragebogen für
die lebenspraktische Begleitung machte die Beschwerdeführerin am 15. März 2012
Angaben über ihren Hilfsbedarf. Daraus geht hervor, dass sie einzelne Verrichtungen
bloss teilweise, andere wiederum auch vollkommen selbstständig erledigen könne (IV-
act. 70).
4.3 Weder aus den Ausführungen der Beschwerdegegnerin (siehe etwa act. G 6, III. Rz
38 ff., im Verfahren IV 2016/273) noch der Aktenlage ergibt sich, dass sich der
Gesundheitszustand und der davon abhängige Unterstützungsbedarf der
Beschwerdeführerin, zumindest in einem Umfang von wenigstens zwei Stunden pro
Woche, seit der Leistungszusprache vom 22. März 2013 wesentlich und dauerhaft
verändert hätte. Vielmehr nimmt die Beschwerdegegnerin - wie beim Rentenanspruch -
eine nachträglich andere Würdigung des im Wesentlichen gleich gebliebenen
Sachverhalts vor (siehe die Ausführungen der Beschwerdegegnerin in act. G 6, III. Rz
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40, im Verfahren IV 2016/273, u.a. betreffend sekundärer Krankheitsgewinn). Soweit
sich med. pract. L._ zum Unterstützungsbedarf der Beschwerdeführerin äussert,
beschränkt sie sich auf deren Verneinung ex tunc (IV-act. 165-43 unten und IV-act.
165-50). Die revisionsweise Einstellung der Hilflosenentschädigung erweist sich damit
als nicht rechtmässig.
5.
Schliesslich bleiben die Gesuche der Beschwerdeführerin um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung in den beiden Verwaltungsverfahren betreffend die Einstellung
der Rente und der Hilflosenentschädigung zu prüfen.
5.1 Die Bejahung der unentgeltlichen anwaltlichen Verbeiständung im
sozialversicherungsrechtlichen Verwaltungsverfahren setzt kumulativ voraus, dass
diese sachlich geboten, das Rechtsbegehren nicht aussichtslos und die Partei
bedürftig ist (Art. 37 Abs. 4 ATSG). Es müssen sich schwierige Fragen rechtlicher oder
tatsächlicher Natur stellen. Zu berücksichtigen sind die konkreten Umstände des
Einzelfalls, Eigenheiten der anwendbaren Verfahrensvorschriften sowie weitere
Besonderheiten des jeweiligen Verfahrens. Neben der Komplexität der Rechtsfragen
und der Unübersichtlichkeit fallen auch bei der versicherten Person liegende Gründe in
Betracht, etwa ihre Fähigkeit, sich im Verfahren zurechtzufinden. Schliesslich muss
eine gehörige Interessenwahrung durch Verbandsvertreter, Fürsorgestellen oder
andere Fach- und Vertrauensleute sozialer Institutionen ausser Betracht fallen (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 6. April 2017, 9C_29/2017, E. 1).
5.2 Vorweg ist darauf hinzuweisen, dass nicht eine erstmalige Leistungszusprache im
Raum stand, sondern vielmehr eine revisionsweise Leistungsanpassung, die
schwierigere verfahrensrechtliche und materiellrechtliche Fragen mit sich bringt. Es galt
ein äusserst komplexes psychisches Leidensbild, dessen Auswirkungen und
Entwicklung zu beurteilen. Ausserdem hatte die Beschwerdegegnerin in Verletzung der
Grundrechte der Beschwerdeführerin Abklärungen vorgenommen. Die rechtlich
erforderliche Würdigung sowohl dieses Verhaltens als auch des Observationsmaterials
sind schwierig und einem Laien kaum zugänglich. Der Beschwerdeführerin ist weiter
zugute zu halten, dass die Inanspruchnahme einer Rechtsverbeiständung erst nach
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dem Vorbescheid vom 4. Mai 2016 erfolgte und sie bis dahin andere
Vertrauenspersonen beigezogen hatte. Aufgrund der mit dem Vorbescheid zum
Rentenanspruch akut gewordenen Fragestellungen wurde jedenfalls eine gehörige
Rechtsvertretung erforderlich, welche weder durch die Fortführung der bisherigen
personellen Betreuung noch von Fachleuten sozialer Institutionen hätte gewährleistet
werden können (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 6. April 2017,
9C_29/2017, E. 3.2). Angesichts des vorliegenden Ausgangs des
Beschwerdeverfahrens kann auch nicht gesagt werden, die Einwände seien
aussichtslos oder rechtsmissbräuchlich gewesen. Angesichts des damaligen
Anspruchs der Beschwerdeführerin auf Ergänzungsleistungen ist zu Recht unbestritten,
dass die Beschwerdeführerin finanziell bedürftig war (vgl. dazu auch die im
vorliegenden Beschwerdeverfahren eingereichten Unterlagen; act. G 1.4 und G 3.1 im
Verfahren IV 2016/342). Daher ist die unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das
Verwaltungsverfahren betreffend Rente und das damit eng verbundene
Verwaltungsverfahren betreffend Hilflosenentschädigung ab Datum der Gesuchstellung
(1. Juni 2016, IV-act. 170) zu bewilligen und Rechtsanwältin Stephanie Schwarz zur
unentgeltlichen Vertreterin zu ernennen.
6.
6.1 Die Beschwerdegegnerin ist zu verpflichten, das rechtswidrig beschaffte
Observationsmaterial und dessen Wiedergabe in anderen Unterlagen im Sinn der
Erwägungen aus den Akten zu entfernen.
6.2 Im Verfahren IV 2016/273 ist in Gutheissung der Beschwerde vom 22. August 2016
die angefochtene Verfügung vom 22. Juni 2016 betreffend die Einstellung der Rente
aufzuheben.
6.3 Im Verfahren IV 2016/342 ist in Gutheissung der Beschwerde vom 5. Oktober 2016
die angefochtene Verfügung vom 15. September 2016 betreffend die Einstellung der
Hilflosenentschädigung aufzuheben.
6.4 Im Verfahren IV 2016/330 ist in Gutheissung der Beschwerde vom 29. September
2016 die angefochtene Verfügung vom 31. August 2016 betreffend unentgeltliche
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Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren aufzuheben. Der Beschwerdeführerin
ist die unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das Verwaltungsverfahren betreffend
Rente und das damit eng verbundene Verwaltungsverfahren betreffend
Hilflosenentschädigung ab Datum der Gesuchstellung (1. Juni 2016, IV-act. 170) zu
bewilligen und Rechtsanwältin Stephanie Schwarz zur unentgeltlichen Vertreterin zu
ernennen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Entschädigung ist die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.5 Die Beschwerdeverfahren bezüglich der Einstellung der Rente und der
Hilflosenentschädigung sind kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 800.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit betreffend Leistungseinstellungen (IV
2016/273 und IV 2016/342) als angemessen. Die vollständig unterliegende
Beschwerdegegnerin hat die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 800.-- zu bezahlen. Bei
Streitigkeiten betreffend unentgeltliche Verbeiständung im Verwaltungsverfahren sind
keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Da es sich im Verfahren IV
2016/330 nicht um eine Streitigkeit betreffend "IV-Leistungen" handelt, findet die
Kostenregelung von Art. 69 Abs. 1bis IVG keine Anwendung (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 12. Januar 2012, IV 2010/270, E. 6.4).
6.6 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Die
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat am 21. Juni 2017 eine Kostennote für die
drei Beschwerdeverfahren eingereicht. Sie macht einen Aufwand von 33 Stunden und
35 Minuten geltend (act. G 18.1 im Verfahren IV 2016/273). Die Kostennote enthält
teilweise Aufwände, die noch im Verwaltungsverfahren angefallen sind und für die
daher im Beschwerdeverfahren eine Entschädigung ausser Betracht fällt (siehe die
zahlreichen vor der ersten Verfügung vom 22. Juni 2016 angefallenen Aufwände). Auf
die Kostennote kann daher nicht abgestellt werden. Mit Blick auf die verfahrens- und
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materiellrechtliche Komplexität der im Streit stehenden Ansprüche erscheint eine
pauschale Entschädigung von insgesamt Fr. 6'000.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) für sämtliche Beschwerdeverfahren angemessen (Fr. 3'500.-- für das
Verfahren IV 2016/273 betreffend Rente; Fr. 1'500.-- für das Verfahren IV 2016/330
betreffend unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren; Fr. 1'000.--
für das Verfahren IV 2016/342 betreffend Hilflosenentschädigung). Die Festsetzung
einer Entschädigung aus der für die Beschwerdeverfahren gewährten unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung erübrigt sich.