Decision ID: 28aba4bb-a84d-4618-9658-c5ebe9fff224
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ arbeitete vom 1. August 1999 bis 31. Juli 2001 als kaufmännische
Lehrtochter bei der Gemeindeverwaltung B._. Die Ver¬sicherte brach die Lehre per
31. Juli 2001 im gegenseitigen Einvernehmen ab, da sie die falsche Berufswahl
getroffen habe. Zudem wies sie Fehlzeiten aus gesundheitlichen Gründen auf (IV-act.
19-1 ff.). Von Januar 2003 bis Mai 2003 machte die Versicherte ein Praktikum beim
C._ in D._. Die Kündigung erfolgte, da die Versicherte den beruflichen
Anforderungen nicht mehr gewachsen sei (IV-act. 14-1 bis 5). Am 31. Oktober 2003
erlitt die Versicherte als Lenkerin eines Motorfahrzeuges einen unverschuldeten
Auffahrunfall (Fremdakten 1-8 ff.). Vom 1. November bis 11. Dezember 2003 arbeitete
die Versicherte bei E._ in D._ als Fitnessinstruktorin in Ausbildung (IV-act. 21-1).
Am 21. Mai 2004 meldete sich die Versicherte erstmals bei der IV-Stelle des Kantons
Zürich zum Bezug von IV-Leistungen für Erwachsene an. Die Versicherte gab an, an
Knie- und Rückenschmerzen zu leiden (IV-act. 1-1 ff.). Nach verschiedenen
medizinischen Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Versicherte aufgrund einer
Knorpelschädigung am rechten Knie nicht mehr als Fitnessinstruktorin arbeiten könne
und deshalb ein Berufswechsel angebracht sei (IV-act. 6-2, 7-2 und 29-1). Mit
Schreiben vom 29. Juli 2005 verfügte die SVA Zürich eine Kostengutsprache im
Rahmen der beruflichen Massnahmen, indem behinderungsbedingte Mehrkosten der
erstmaligen beruflichen Ausbildung im kaufmännischen Bereich an der Handels- und
Kaderschule Zürich Oerlikon übernommen würden (IV-act. 29-1 ff.). Im Februar 2006
erhielt die Versicherte das Handelsdiplom VSH (IV-act. 40-3). Die IV-Stelle des Kantons
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Zürich schloss die beruflichen Massnahmen mit Mitteilung vom 13. März 2007 ab (IV-
act. 44). Ab 1. August 2008 arbeitete die Versicherte als Kundenbetreuerin von
Geschäftskunden bei der F._ AG in G._ (IV-act. 77-1 f.).
A.b Mit Schreiben vom 25. November 2014 teilte die Krankentaggeldversicherung AXA
Winterthur der IV-Stelle des Kantons St. Gallen mit, sie hätte die Versicherte
aufgefordert, sich bei der IV-Stelle anzumelden (IV-act. 67-1). Die Anmeldung vom 18.
November 2014 ging bei der IV-Stelle am 9. Dezember 2014 ein. Als Beginn der
Arbeitsunfähigkeit wurde der 12. Juni 2014 genannt (IV-act. 69). Am 3. Juli 2014 war
bei der Versicherten aufgrund eines Halsrippensyndroms beidseits mit thoracic outlet
Syndrom rechts eine Halsrippenresektion rechts über supra-clavikulären Zugang am
Kantonsspital St. Gallen durchgeführt worden. Im provisorischen Austrittsbericht des
Kantonsspitals St. Gallen vom 6. Juli 2014 wurde festgehalten, die Operation sei
problemlos durchgeführt worden, der postoperative Verlauf gestalte sich
komplikationslos und die Versicherte sei am 6. Juli 2014 in gutem Allgemeinzustand bei
stets trockener und reizloser Wunde sowie unauffälliger Durchblutung, Motorik und
Sensibilität des rechten Armes nach Hause entlassen worden (IV-act. 83-8 f.).
A.c Das Arbeitsverhältnis bei der F._ AG wurde aufgrund der gesundheitlichen
Beschwerden per 31. Januar 2015 im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst (IV-act.
77-47). Der Hausarzt der Versicherten, Dr. med. H._, Facharzt FMH für
Allgemeinmedizin, gab in seinem Bericht vom 23. Juni 2015 an, dass jahrelange
Schmerzen im Bereich der rechtsseitigen Halsrippe zu einer Halsrippenresektion rechts
geführt hätten. Postoperativ habe sich eine noch schlimmere Schmerzsymptomatik
entwickelt. Die Schmerzen seien extrem therapieresistent und nur mit
Morphinpräparaten partiell erleichterbar (IV-act. 83-2 ff.). Mit Stellungnahme vom 6. Juli
2015 hielt Dr. med. I._, Facharzt FMH für Innere Medizin, vom Regionalen Ärztlichen
Dienst der Invalidenversicherung (RAD) fest, der Gesundheitszustand habe sich nun
eindeutig auf einer sehr tiefen Ebene stabilisiert. Da dem Schmerzbild weder harte,
neuro-angiologische Befunde noch ein schwerwiegendes, organisches Korrelat
zugrunde gelegt werden könnten resp. können, sei hinsichtlich des derzeitigen
Beschwerdebildes von einem beachtlichen somatoformen Anteil auszugehen. Zudem
lasse die Versicherte überhaupt kein Eingliederungspotential erkennen, weshalb sich zu
gegebener Zeit nur noch die Rentenprüfung empfehle (IV-act. 85-1). Bereits in der
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Stellungnahme vom 19. Februar 2015 hatte Dr. med. I._ eine psychiatrische
Behandlung empfohlen (IV-act. 79-1 f.). Mit Schreiben vom 13. Juli 2015 wies die IV-
Stelle des Kantons St. Gallen das Leistungsbegehren der Versicherten um berufliche
Massnahmen ab, da sich die Versicherte nicht in der Lage fühle, an
Eingliederungsbemühungen mitzuwirken (IV-act. 88).
A.d Mit Bericht vom 13. August 2015 hielt J._, Diplom-Psychologin, von der Klinik
für Psychosomatik des Kantonsspitals St. Gallen fest, dass die Patientin in ihrem _-
jährigen Leben bereits ungewöhnlich viele Unfälle und Operationen erlebt habe. In
Folge beständen aktuell Schmerzen in den Knien, im Nacken, im Rücken, in der
Schulter und im rechten Arm bis zur Hand. Seit der Operation im letzten Jahr
beständen ausserdem Taubheitsgefühle im rechten Arm und der rechten Hand,
Schluckprobleme und Verspannungen mit Kopfschmerzen. Es zeige sich ein sehr
proaktiver Verarbeitungsstil mit vielen Aktivitäten und engem sozialem Netz. Für eine
Psychotherapie im Schmerzzentrum sehe die Versicherte aktuell keine Zielsetzung (IV-
act. 103-1 f.). Im IV-Arztbericht des Palliativzentrums vom 21. August 2015 wurde
ausgeführt, dass zu einem späteren Zeitpunkt sicherlich eine EFL zur Klärung der
Arbeitsfähigkeit erforderlich sei. Dies müsse jedoch bei einer anderen Institution
durchgeführt werden respektive bei der Rheumatologie des Kantonsspitals St. Gallen
(IV-act. 93-1 ff.). Im Bericht der Klinik für Rheumatologie des Kantonsspitals St. Gallen
vom 26. August 2015 wurde festgehalten, dass in Zusammenschau der klinischen,
anamnetischen und laborchemischen Befunde die Ursache der stattgehabten
Oligoarthritis aktuell unklar sei. Ein sicherer Hinweis auf eine rheumatisch-entzündliche
Grunderkrankung oder einer infektiösen Ursache bestände zum jetzigen Zeitpunkt
nicht. Differenzialdiagnostisch komme die Hyperlaxizität als Ursache von Arthralgien in
Frage, allerdings wäre eine schmerzhafte Schwellung einzelner Gelenke, wie sie
gemäss Angaben der Versicherten auftreten würde, untypisch (IV-act. 104-1 ff.). Im IV-
Arztbericht der Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen vom 16. September 2015
wurde festgehalten, dass weder die Berufstätigkeit noch das Ausmass der
Arbeitsunfähigkeit evaluiert worden seien (IV-act. 96-2 ff.). Mit Schreiben vom 26.
November 2015 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass zur Klärung der
Leistungsansprüche eine polydisziplinäre medizinische Untersuchung als notwendig
erachtet werde (IV-act. 105-1 f.).
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A.e Die polydisziplinäre (internistische, psychiatrische, neurologische und
rheumatologische) Begutachtung fand am 2. Februar und 11. März 2016 im Swiss
Medical Assessment- and Business-Center (SMAB AG) in Bern statt (Gutachten vom
13. April 2016, IV-act. 116). Die Gutachter stellten (mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit) eine leichte Teilschädigung des Plexus brachialis rechts mit Scapula
alata und neuropathischem Schmerzsyndrom bei Zustand nach Operation einer
Halsrippe rechts 07/2014, eine leichte depressive Episode (F32.0) sowie eine
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41) fest
(IV-act. 116-9; weitere Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit, vgl. IV-
act 116-9 f.). In der polydisziplinären versicherungsmedizinischen Beurteilung kamen
sie zum Schluss, klinisch dominiere ein neuropathisches Schmerzsyndrom im Bereich
der oberen Anteile des Plexus brachialis rechts verbunden mit einer
Sensibilitätsstörung an der rechten Hand und einer Bewegungseinschränkung des
rechten Schultergelenkes aufgrund einer Scapula alata. Von neurologischer Seite
werde in diesem Kontext eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der
Grössenordnung von 30% in der ursprünglichen Tätigkeit attestiert, in einer
Verweistätigkeit werde dagegen eine 100%ige Arbeitsfähigkeit eingeschätzt. Der
psychiatrische Gutachter kommt zu einer weitgehend vergleichbaren Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit (80%), allerdings im Zusammenhang mit einer psychogenen
Komponente im Rahmen des Schmerzsyndroms als Ausdruck einer somatoformen
Schmerzstörung in Kombination mit einer mittlerweile leichten depressiven Episode. In
einer Verweistätigkeit wird eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert. Aus internistischer
Sicht bestehe keine Erkrankung mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit. Im
rheumatologischen Fachgebiet wurde unter anderem eine Periathropathia
humeroscapularis rechts mit Einschränkung der Schulterbeweglichkeit rechts und ein
Status nach Halsrippenoperation 2014 diagnostiziert. Hieraus ergäben sich allerdings
keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit in der ursprünglichen Tätigkeit. Auch in
einer Verweistätigkeit bestehe unter Berücksichtigung des Belastungsprofils eine
100%ige Arbeitsfähigkeit. Demnach sei bei der Versicherten polydisziplinär betrachtet
von einer Arbeitsfähigkeit in der Grössenordnung von 60-70% auszugehen, da sich die
Leistungseinschränkungen auf neurologischem und psychiatrischem Fachgebiet
gegenseitig verstärken würden. Folglich resultiere eine etwas höhere Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit in der integrativen Betrachtungsweise. In einer leidensadaptierten
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Tätigkeit sei da¬gegen von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (IV-act. 116-9
f.). RAD-Arzt Dr. med. I._ gab in seiner Stellungnahme vom 20. April 2016 an, dass
alle Fachgutachten ihre Anamnesen leitliniengerecht durchgeführt und ihre
versicherungsmedizinische Schlussfolgerungen im Rahmen eines polydisziplinären
Konsenses formuliert hätten. Auf das Gutachten könne abgestellt werden (IV-act. 117-1
f.).
A.f Mit Vorbescheid vom 3. Mai 2016 kündigte die IV-Stelle der Versicherten bei einem
IV-Grad von 35% die Abweisung des Rentengesuchs an (IV-act. 120). Dagegen liess
die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Hans-Jörg Vogl, am 12. Mai 2016
einwenden, dass das Sachverständigengutachten der SMAB AG vom 13. April 2016,
welches auf Initiative der SVA eingeholt worden sei, unrichtig sei. Zu berücksichtigen
sei insbesondere, dass die Versicherte permanent äussert starke Schmerzen zu
ertragen hätte. Hinsichtlich der Entschädigungspflicht der AXA-Winterthur und einer IV-
Rente der SVA bestünden keine Unterschiede. Die AXA-Winterthur habe eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit anerkannt. Zudem habe die Versicherte zwei Privatgutachter
beauftragt. Eventualiter sei eine weitere Expertise eines unabhängigen Gutachters
einzuholen (IV-act. 121).
A.g Am 19. August 2016 reichte die Versicherte ein Privatgutachten ein, das von Univ.-
Prof. Dr. K._, Facharzt für Plastische Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie, am 3.
August 2016 in L._ erstellt worden war (nachfolgend: Privatgutachten). Dieser hielt
fest, dass eine geregelte Arbeit im Hinblick auf Sport- und Fitnesstrainerin aufgrund
einer bestehenden Muskellähmung und der weiterhin bestehenden Symptomatik des
Thoracic Outlet-Syndroms beidseits (unterschiedliche Ausprägung) unwahrscheinlich
sei. Nach entsprechender Therapie und Entzug von den Schmerzmedikationen wäre
der Versicherten jede Arbeit zumutbar, welche nicht mit einer Belastung des
Schultergürtelbereiches oder mit Arbeiten über den Horizontalbereich der Schultern
hinaus einhergehen (IV-act. 127-12). Der RAD-Arzt gab in der Stellungnahme vom 12.
Oktober 2016 an, das Privatgutachten zeichne sich durch eine unbestreitbare hohe
fachliche Qualität aus (IV-act. 130).
A.h Mit Verfügung vom 12. Oktober 2016 wies die IV-Stelle das Rentengesuch wie
angekündigt bei einem IV-Grad von 35% ab. Das Valideneinkommen bezifferte sie auf
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Fr. 81‘263.-- und das Invalideneinkommen auf Fr. 52‘821.--. Daraus resultiere eine
Erwerbseinbusse von Fr. 28‘442.--, sodass ein Invaliditätsgrad von 35% bestehe. In
adaptierter Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Mit Bezug auf den
Einwand hielt sie fest, dass Gutachter im Rahmen eines IV-Auftrages grundsätzlich und
generell angehalten seien, eine neutrale Beurteilung vorzunehmen. Eine Parteinahme
zugunsten der Versicherung oder zu Gunsten der versicherten Person sei nicht
zulässig. Zudem habe der RAD-Arzt Dr. med. I._ bestätigt, dass das erstellte
Gutachten der SMAB AG formal und inhaltlich den Konventionen entspreche, welche
an ein medizinisches Gutachten gestellt werden. Widersprüche und Unklarheiten
könnten nicht festgestellt werden. Somit komme dem Gutachten der SMAB AG ein
voller Beweiswert zu. Der Privatgutachter gelange hinsichtlich der
versicherungsmedizinischen Konklusion praktisch zum selben Ergebnis wie die
Gutachter des SMAB AG (IV-act. 131-1 ff.).
B.
B.a Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin)
am 9. November 2016, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Hans-Jörg Vogl, Beschwerde
erheben. Der Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung,
die Zusprache einer ganzen IV-Rente, die Einholung eines unabhängigen Gutachtens,
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Ergänzend zu den Einwänden im
Vorbescheidverfahren macht er geltend, die Beschwerdeführerin sei gelernte
Fitnesstrainerin und zuletzt bei der F._ beschäftigt gewesen. Sie leide seit 2014 an
einem mittlerweile chronifizierten nozizeptiv-neuropathischen Schmerzsyndrom rechts
bei Zustand nach Operation einer Halsrippe. Postoperativ bestünden bei der
Beschwerdeführerin neben diesem Schmerzsyndrom eine Scapula alata sowie eine
anhaltende Sensibilitätsstörung in der rechten Hand. Sie sei nach wie vor in ärztlicher
Behandlung. Aus der beiliegenden Medikamentenliste gehe hervor, dass sie aufgrund
ihres körperlichen Handicaps, des Schmerzsyndroms und der massiven Medikation
keinesfalls in der Lage sei, irgendeine Tätigkeit auszuüben. Diese
Gesundheitsstörungen mit Krankheitswert würden eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
begründen. Dies würde der Privatgutachter bestätigen (act. G 1).
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B.b Mit Schreiben vom 10. Januar 2017 reichte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin weitere Akten nach (act. G 4), auf die soweit erforderlich in den

Erwägungen eingetreten wird. Die IV-Stelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin) wurde
hierüber mit Schreiben vom 18. Januar 2017 in Kenntnis gesetzt und erhielt die
Möglichkeit zur Stellungnahme innerhalb der Beschwerdeantwort (act. G 5).
B.c Die Beschwerdegegnerin beantragte am 15. Februar 2017 die Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung führt sie an, um den IV-Grad ermitteln zu können, müsse
die Arbeitsfähigkeit bzw. die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Zu diesem Zweck habe
sie bei der SMAB AG ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag gegeben. Beim
vorliegenden SMAB-Gutachten handle es sich um ein formgerecht eingeholtes
externes Administrativgutachten, welches gemäss Stellungnahme des RAD schlüssig
sei (act. G 6).
B.d In der Replik vom 17. März 2017 macht die Beschwerdeführerin ergänzend
geltend, das Privatgutachten weiche wesentlich vom Gutachten der SMAB AG ab.
Statt einer dauernden Arbeitsunfähigkeit von 30% werde eine Arbeitsunfähigkeit von
100% angegeben. Gleiches gelte für die Stellungnahmen des behandelnden Arztes Dr.
med. H._ vom 22. Dezember 2016 und des Chiropraktikers Dr. M._ vom 24.
November 2016. Somit sei an der Richtigkeit des Gutachtens der SMAB AG zu
zweifeln. Die Medikamentenverabreichung basiere auf den massiven Schmerzen der
Beschwerdeführerin, welche wiederum psychische Belastungen bei der
Beschwerdeführerin bewirken würden. Auf die psychischen Auswirkungen der
Schmerzen gehe das Gutachten der SMAB AG überhaupt nicht ein, sodass es auch
aus diesem Grund in seiner Richtigkeit anzuzweifeln sei. Stehe jemand ständig unter
Schmerzen, habe dies zweifellos Auswirkungen auf dessen Leistungsfähigkeit. Nach
dem Privatgutachten sei nicht einmal eine Arbeitsfähigkeit in einem geregelten,
körperlich nicht anstrengenden Beruf gegeben. Aufgrund dieser Feststellung bestehe
auch keine Erwerbsfähigkeit. Folglich erübrige sich ein möglicher
Einkommensvergleich. Zudem sei die Beschwerdeantwort zu spät eingereicht worden,
weshalb diese als verspätet zurückzuweisen sei (act. G 8).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 9).
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Erwägungen
1.
1.1 Vorab ist festzustellen, dass die Beschwerdeantwort am 15. Februar 2017
aufgegeben wurde und am 16. Februar 2017 beim Versicherungsgericht eingegangen
ist. Mit dem entsprechenden Stempel wurde der Eingang (bezeichnet mit E) von der
Kanzlei bestätigt. Die Beschwerdeantwort erfolgte somit rechtzeitig.
1.2 Mit der angefochtenen Verfügung vom 12. Oktober 2016 hat die
Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bei einem IV-
Grad von 35% verneint. Strittig ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Invalidenrente hat oder nicht.
1.3 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Demgegenüber ist gemäss Art. 6 ATSG Arbeitsunfähigkeit die
durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich
zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in
einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt.
1.4 Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) haben Versicherte Anspruch auf Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40
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% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40
% invalid sind (lit. c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne
einer Richtlinie ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten
von externen Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/
bb).
1.6 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
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nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (BGE 126 V 360
E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
2.
2.1 Um den IV-Grad festlegen zu können, muss die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
feststehen. Hierzu hat die IV-Stelle ein polydisziplinäres Gutachten bei der SMAB AG
veranlasst.
2.2 Die Beschwerdeführerin hat den Beweiswert des Gutachtens der SMAB AG vom
13. April 2016 in Frage gestellt, da es einen anderen Grad an Arbeitsunfähigkeit
attestiere als das Privatgutachten sowie die Stellungnahmen des Hausarztes Dr. med.
H._ und des Chiropraktikers Dr. M._. Damit sei das Gutachten der SMAB AG
unrichtig bzw. dessen Richtigkeit zumindest in Zweifel zu setzen. Der Rechtsanwalt der
Beschwerdeführerin sowie der Privatgutachter nehmen an, dass die
Beschwerdeführerin gelernte Fitnesstrainerin sei. Gemäss den Akten hat die
Beschwerdeführerin von Januar 2003 bis Mai 2003 ein Praktikum beim C._ in D._
gemacht (IV-act. 14-1 und 4). Bei E._ in D._ war sie lediglich während einem Monat
und elf Tagen (vom 1. November bis 11. Dezember 2003) angestellt. E._ gab zudem
an, dass die Versicherte über keine Ausbildung verfügte und die Möglichkeit gehabt
hätte, ihre abgebrochene Ausbildung zur Fitnessinstruktorin bei ihnen zu beenden (IV-
act. 21-1 ff.). Aus den Akten ergibt sich folglich keine abgeschlossene Ausbildung zur
Fitnessinstruktorin. Zudem wurde der Beschwerdeführerin von der IV-Stelle Zürich eine
Kostengutsprache im Rahmen der beruflichen Massnahmen gewährt. Dabei wurden
behinderungsbedingte Mehrkosten der erstmaligen beruflichen Ausbildung im
kaufmännischen Bereich übernommen (IV-act. 29-1). Im Februar 2006 hat die
Beschwerdeführerin das Handelsdiplom der VSH erhalten (IV-act. 40-3). Somit verfügt
die Beschwerdeführerin über eine kaufmännische Ausbildung (vgl. auch Sachverhalt
A.a vorstehend). Die vom Privatgutachter attestierte Arbeitsunfähigkeit bezog sich auf
den vermeintlich angestammten Beruf als Fitnessinstruktorin. Das Gutachten der
SMAB AG beurteilte richtigerweise die Arbeitsunfähigkeit in der letzten Tätigkeit als
kaufmännische Angestellte. Da sich die Belastungsprofile einer Fitnessinstruktorin und
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einer kaufmännischen Angestellten stark unterscheiden, wurde in den Gutachten die
Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar unterschiedlich beurteilt.
2.3 Die Beschwerdeführerin führt weiter aus, nach dem Privatgutachten sei nicht
einmal eine Arbeitsfähigkeit in einem geregelten, körperlich nicht anstrengenden Beruf
möglich. Dem Privatgutachten ist jedoch zu entnehmen, dass eine geregelte Arbeit im
Hinblick auf Sport- und Fitnesstrainerin unwahrscheinlich sei. Im Hinblick auf andere
Berufe, bei denen eine Belastung und der vollständige Bewegungsumfang (über die
Schulterhöhe und Überkopf-Arbeiten) des rechten Armes nicht erforderlich sind, könne
von einer Erwerbsfähigkeit bis zu 100% ausgegangen werden (IV-act. 127-11). Damit
deckt sich die Einschätzung im Privatgutachten weitgehend mit jener der Gutachter der
SMAB AG. Somit wurde vom Privatgutachter keine Arbeitsunfähigkeit bezüglich einer
angepassten Tätigkeit bestätigt. Die Beurteilung des Hausarztes, Dr. med. H._, sowie
die des Chiropraktikers, Dr. M._, (act G 4.1/Beilage E und J) sind nicht umfassend
und beruhen nicht auf allseitigen Untersuchungen, weshalb ihnen kein voller
Beweiswert zuzusprechen ist.
2.4 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, die Richtigkeit des Gutachtens der
SMAB AG sei anzuzweifeln, da es auf die psychischen Auswirkungen der Schmerzen
nicht eingehe. Sie sei aufgrund der anhaltenden Schmerzen und Medikation
arbeitsunfähig. Das Privatgutachten stellt ein monodisziplinäres Gutachten dar,
welches die Auswirkungen des Schmerzsyndroms auf das psychische Wohlbefinden
nur teilweise beurteilt. Somit ist zu prüfen, ob das polydisziplinäre Gutachten der
SMAB AG die Auswirkungen des Schmerzsyndroms auf das psychische Wohlbefinden
genügend berücksichtigt sowie eine daraus folgende Arbeitsunfähigkeit.
2.5 Zur diagnostizierten chronischen Schmerzstörung sowie der leichten depressiven
Episoden ist festzuhalten, dass das Bundesgericht seine Rechtsprechung zu diesem
und weiteren syndromalen bzw. organisch nicht objektivierbaren Beschwerdebildern
sowie zu Depressionen geändert und festgehalten hat, diese seien mittels eines
strukturierten Beweisverfahrens anhand massgeblicher Indikatoren zu beurteilen (BGE
141 V 294, E. 3.5 f.; BGE 143 V 409, E. 4.5 ff.; BGE 143 V 418, E. 6 ff.). Gemäss altem
Verfahrensstandard eingeholte Gutachten verlieren ihren Beweiswert nicht per se. Mit
Blick auf die nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen bei der
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Einschätzung des funktionellen Leistungsvermögens ist jedoch in jedem einzelnen Fall
zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen
Sachverständigengutachten, gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen
Berichten, eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren
erlauben oder nicht (BGE 141 V 309 E. 8; Urteil des Bundesgerichts vom 13. April
2016, 9C_168/2015, E. 2.2.3).
2.6 Hinsichtlich des funktionellen Schweregrads ist festzuhalten, dass gemäss dem
psychiatrischen Gutachten vom 26. März 2016 eine Komorbidität im Rahmen der
somatischen und psychischen Erkrankungen vorliege, da eine psychogene
Überlagerung das primär organisch determinierte Schmerzsyndrom beeinflusse. Die
Beschwerdeführerin leide an einer leichten depressiven Episode und einer chronischen
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F32.0 und F45.41).
Anhaltspunkte für eine Aggravation oder vergleichbare Verhaltensmuster bestünden
nicht (IV-act. 116-27 f.). Gemäss der Rechtsprechung ist die psychische Komorbidität
nicht mehr generell vorrangig, sondern lediglich gemäss ihrer konkreten Bedeutung im
Einzelfall beachtlich, so namentlich als Gradmesser dafür, ob sie der versicherten
Person Ressourcen raubt (BGE 141 V 281, E. 4.3.1.3). Das psychiatrische Gutachten
geht von einer leichten, zeitweilig auch von einer mittelschweren Funktionsstörung aus,
wobei die Behandlungsmöglichkeiten noch nicht ausgeschöpft seien. Daher könne von
einer Behandlungsresistenz nicht ausgegangen werden, da bislang ein somatisch
orientierter Behandlungsansatz unternommen worden sei. Eine lerntheoretisch
ausgerichtete ambulante Psychotherapie wurde empfohlen sowie der Einsatz von
Antidepressiva (IV-act 116-27 f.). Auch die psychiatrische Beurteilung des
Kantonsspitals N._ vom 6. November 2016, welche dem Gericht mit Schreiben vom
10. Januar 2017 eingereicht wurde, empfiehlt eine psychologisch-psychiatrische
Betreuung inkl. einer Persönlichkeitsdiagnostik sowie den Einsatz
schmerzmodulierender schlafanstossender Antidepressiva (act. G 4/Beilage F). Somit
kann im Sinne des psychiatrischen Gutachtens der SMAB AG und der psychiatrischen
Beurteilung des Kantonsspitals N._ nicht von einer Behandlungsresistenz
ausgegangen werden. Zudem prognostiziert das Administrativgutachten bei einer
zeitnahen Behandlung mittels einer Psychotherapie eine signifikante Besserung der
psychogenen Anteile im Rahmen der Schmerzwahrnehmung (IV-act 116-29). Auch das
Privatgutachten hält fest, dass sich der Zustand langsam aber stetig eher verbessere,
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da einerseits gewisse Gewöhnungseffekte an den Schmerz im Bereich der Hautnarbe
sich einstellen würden und andererseits auch die kompensatorische
Muskelhypertrophie durch atypische Belastungen einzelner Muskelgruppen sich
anpassen könnte (IV-act. 127-10 f.).
2.7 Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Konsistenz. Die Inanspruchnahme
von therapeutischen Optionen, das heisst das Ausmass, in welchem Behandlungen
wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist auf den tatsächlichen
Leidensdruck hin. Nicht auf fehlenden Leidensdruck zu schliessen ist, wenn die
Nichtinanspruchnahme einer empfohlenen und zugänglichen Therapie oder die
schlechte Compliance klarerweise auf eine (unabwendbare) Unfähigkeit zur
Krankheitseinsicht zurückzuführen ist. In ähnlicher Weise zu berücksichtigen ist das
Verhalten der versicherten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-)Eingliederung.
Der Indikator einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen
vergleichbaren Lebensbereichen zielt auf die Frage ab, ob die diskutierte
Einschränkung in Beruf und Erwerb einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen
andererseits gleich ausgeprägt ist. Das Aktivitätsniveau der versicherten Person ist
stets im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu sehen (BGE 141 V 281,
E. 4.4 ff.). Der Beweis für eine lang andauernde und erhebliche gesundheitliche
Arbeitsunfähigkeit kann nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der
massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein
stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für
die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht
geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den Regeln über die (materielle)
Beweislast zuungunsten der rentenansprechenden Person auswirkt (BGE 143 V 418, E.
6).
2.8 Die Beschwerdeführerin macht ihren Leidensdruck dahingehend geltend, indem
sie über Schmerzen im Narbenbereich und im rechten Arm klagt sowie über eine
Gefühlsstörung der ulnaren Seite der rechten Hand und über Druck- und Würgegefühl
seit der Operation der Halsrippe rechts vom 3. Juli 2014 (IV-act. 116-32). An manchen
Tagen, vereinzelt auch eine ganze Woche, bleibe sie überwiegend liegen, da sie im
Liegen eher eine Position finde, in der sie die Schmerzen besser aushalten könne (IV-
act. 116-21). Anhand des geschilderten Tagesablaufs im psychiatrischen Gutachten
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wird ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin für die Betreuung der Tochter des
Ehemannes (damals Lebensgefährte) zeitweise zuständig ist. Sie beteiligt sich auch bei
Entscheidungen bezüglich des Baus des Einfamilienhauses. Den Einkauf erledigt sie in
Begleitung ihres Ehemannes. Den Haushalt versuche sie einigermassen autonom zu
bewältigen, wobei sie keine Fenster mehr putzen und Überkopfarbeiten erledigen
könne (IV-act. 116-21 f.). Bei der rheumatologischen Begutachtung gab die
Beschwerdeführerin an, dass sie im Haushalt mit Pausen fast alles machen könne.
Fensterputzen und Überkopfarbeiten seien nicht möglich, jedoch könne sie
einigermassen gut staubsaugen und bügeln. Einkaufstaschen mit einem
Maximalgewicht von sechs Mineralflaschen könne sie tragen. Abends empfange sie oft
Besuch (IV-act 116-32). Im psychiatrischen Gutachten wurde festgehalten, es ergäben
sich Diskrepanzen dahingehend als die Beschwerdeführerin jegliche Arbeitsfähigkeit
negiere, während sie in ihrer übrigen Lebensgestaltung durchaus in der Lage sei,
zielgerichtet und interessenorientiert zahlreichen Aktivitäten nachzugehen. Insofern
seien gegensätzliche Handlungsweisen offensichtlich, die sich bislang nicht in sich
schlüssig erklären liessen, zumal primärpersönlich bei der Beschwerdeführerin von
einer durchaus leistungsorientierten, zielstrebigen Frau auszugehen sei (IV-act.
116-28.). Aufgrund dieser geschilderten Aktivitäten, der die Beschwerdeführerin
nachgeht, überzeugt die Ansicht des psychiatrischen Gutachtens. Es erscheint nicht
nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdeführerin ihre Arbeitsfähigkeit komplett negiert.
Vielmehr verfügt sie aufgrund der geschilderten Tätigkeiten über Ressourcen, um einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die Beschwerdeführerin gibt im psychiatrischen
Gutachten weiter an, dass sie eine Psychotherapie noch nicht in Anspruch genommen
habe, da es ihr stimmungsmässig nicht dauerhaft schlecht gehe. Zudem sei im
Rahmen einer schmerztherapeutischen Untersuchung (vgl. Untersuchung in der Klinik
für Psychosomatik des Kantonsspitals St. Gallen, IV-act. 103-1 f.) festgestellt worden,
dass keine Hinweise für eine psychosomatische Störung beständen (IV-act. 116-21).
Bei der Beschwerdeführerin besteht sodann kein sozialer Rückzug.
2.9 Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Beschwerdeführerin bisher keine
psychosomatische Behandlung in Anspruch genommen hat, gewisse Inkonsistenzen
vorliegen und eine leichte, zeitweise auch eine mittelschwere Funktionsstörung vorliegt,
wobei keine Behandlungsresistenz besteht, überzeugt die Einschätzung des
psychiatrischen Gutachters. Der Beschwerdeführerin ist trotz der empfundenen
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Schmerzen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zumutbar, in einer körperlich
adaptierten Tätigkeit einer vollen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Das psychiatrische
Gutachten hat die versicherungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektiver
Grundlage getroffen und somit die Auswirkungen der Schmerzen auf das psychische
Wohlbefinden und daraus folgend auf die Arbeitsfähigkeit genügend berücksichtigt.
Auch bei den anderen Teilgutachten sowie in der Gesamtwürdigung sind keine Mängel
ersichtlich. Daher ist das polydisziplinäre Gutachten der SMAB AG nicht anzuzweifeln
und kein weiteres Gutachten einzuholen. Mithin ist von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen.
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die AXA Winterthur habe eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit anerkannt, weshalb auch ein Anspruch auf eine IV-Rente bestehe.
Zwischen den beiden Institutionen bestehe kein Unterschied.
3.2 Wie in Erw. 1.2 ausgeführt, wird die Arbeitsunfähigkeit in Art. 6 ATSG und die
Erwerbsunfähigkeit in Art. 7 ATSG definiert. Bei der Arbeitsunfähigkeit handelt es sich
um die gesundheitlich bedingte ganze oder teilweise Unfähigkeit von einer gewissen
Dauer, eine bestimmte, v.a. die frühere, zumutbare Tätigkeit im Erwerb oder im
Aufgabenbereich in einem bestimmten Umfang ausführen zu können, während die
Erwerbsunfähigkeit bzw. Invalidität auf den gesamten in Frage kommenden
Arbeitsmarkt bezogen ist. Gemeinsam ist die gesundheitliche Ursache (ERWIN
MURER, Stämpflis Handkommentar, Invalidenversicherungsgesetz [Art. 1-27bis IVG]
Bern 2014, N 110 zu Art. 4). Bei der Krankentaggeldversicherung stellt (u.a.) die
Arbeitsunfähigkeit das versicherte, anspruchsauslösende Risiko dar. Die
Erwerbsunfähigkeit ist nicht mit der im Krankentaggeldbereich massgebenden
Arbeitsunfähigkeit gleichzusetzen (CHRISTOPH HÄBERLI/DAVID HUSMANN,
Krankentaggeld, versicherungs- und arbeitsrechtliche Aspekte, Bern 2015, N 169 und
178). Gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG ist in der Invalidenversicherung jedoch die
Erwerbsunfähigkeit nach Art. 7 ATSG massgebend (vgl. Erw. 1.2 f.). Aus diesem Grund
kann nicht auf einen Anspruch auf eine IV-Rente geschlossen werden, nur weil zuvor
die Krankentaggeldversicherung Taggelder aufgrund einer Arbeitsunfähigkeit geleistet
hat.
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4.
4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG). In
der Folge ist basierend auf einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit der Invaliditätsgrad zu bestimmen.
4.2 Gemäss Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin F._ AG war die
Beschwerdeführerin vom 1. August 2008 bis 31. Januar 2015 als Kundenbetreuerin
Geschäftskunden angestellt (IV-act. 77-1 f.), wobei sie ab 12. Juni 2014 arbeitsunfähig
war (IV-act. 69-3). Ab 1. Januar 2014 hat sie gemäss den Lohnabrechnungen und
Angabe des Arbeitgebers ein Bruttojahreseinkommen von Fr. 81‘263.-- erzielt (IV-act.
77- 1 und 77- 30 bis 41). Zusätzlich zu ihrem monatlichen Einkommen hat sie
regelmässig Zulagen und variable Lohnanteile jeweils im März und April erhalten (März
2012 Zulage von Fr. 500.--; April 2012 variabler Lohnanteil von Fr. 14‘822.00; März
2013 Zulage von Fr. 500.--; April 2013 variabler Lohnanteil von Fr. 13‘313.70; März
2014 Zulage von Fr. 700.--; April 2014 variabler Lohnanteil von Fr. 6‘648.80; vgl. IV-act.
77-8f, 77-20f. und 77-32f.). Wird angesichts der Einkommensschwankungen der
Durchschnitt der letzten fünf Jahren berücksichtigt, wobei die Einkommen jeweils der
Nominallohnindexierung anzupassen sind, ergibt sich ein Valideneinkommen von Fr.
92‘504.--. Dies entspricht auch in etwa den Lohnbezügen, wie sie im Auszug aus dem
individuellen Konto (IK) für die Jahre 2012 und 2013 wiedergegeben sind (IV-act. 72-1).
Die Beschwerdeführerin verfügt über ein Handelsdiplom VSH (IV-act. 40-3). Das
Arbeitsverhältnis wurde aufgelöst, da es der Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen
Gründen nicht mehr möglich gewesen sei, die Arbeit gemäss dem Arbeitsvertrag zu
erfüllen (IV-act. 77-47). Es ist anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin im
Gesundheitsfall weiterhin am bisherigen Arbeitsplatz tätig geblieben wäre. Daher ist
vom Lohn auszugehen, den die Beschwerdeführerin vor Eintritt der
Gesundheitsschädigung durchschnittlich erzielt hat (vgl. auch Urteil vom 6. November
2007, I 822/06, Erw. 3.2.2 mit Hinweisen).
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4.3
4.3.1 Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine neue
Erwerbstätigkeit aufgenommen, so ist für die Bemessung des Invalideneinkommens
auf Erwerbstätigkeiten abzustellen, die der versicherten Person nach zumutbarer
Behandlung und allfälliger Eingliederung angesichts ihrer Ausbildung und ihrer
physischen sowie intellektuellen Eignungen zugänglich wären.
Rechtsprechungsgemäss werden hierzu die Tabellenlöhne gemäss der vom
Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebung (LSE)
herangezogen (BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
4.3.2 Gemäss dem polydisziplinären Gutachten der SMAB AG vermag die
Beschwerdeführerin, unter Tagesschichtbedingungen, ohne erhöhten Zeitdruck und
mit der Möglichkeit zu zusätzlichen Pausen zu arbeiten. Eine leichte bis mittelschwere
Tätigkeit mit Wechselbelastung, ohne Belastung des rechten Armes bzw. der rechten
Schulter sei zumutbar. Weiter sei das stundenlange Bedienen des Computers,
Überkopfarbeiten und das Heben von Lasten über 15 kg zu vermeiden. Aufgrund der
Sensibilitätsstörung an der rechten Hand sollten auch Tätigkeiten mit einem höheren
Anspruch an die Feinmotorik vermieden werden. Die kognitive Leistungsfähigkeit sei
leicht beeinträchtigt, nicht zuletzt aufgrund von Nebenwirkungen der zum Teil
hochdosierten medikamentösen Behandlung mit Opiaten bzw. Opiatagonisten.
Regelmässiger Publikumsverkehr sei daher auf wenige Stunden täglich zu begrenzen
(IV-act. 116-11).
4.3.3 Im Folgenden ist zu prüfen, in welcher adaptierten Tätigkeit gemäss
gutachterlichem Anforderungsprofil die Beschwerdeführerin zu 100% arbeitsfähig ist.
Als Mitarbeiterin zur Erledigung allgemeiner Büro- und Sekretariatstätigkeiten begegnet
sie einem kleineren Publikumsverkehr als dies als Kundenbetreuerin von
Geschäftskunden der Fall wäre. Bei der Erledigung von allgemeinen Büro- und
Sekretariatstätigkeiten hat sie Telefonate zu führen, Dokumente abzulegen und weiter
zu reichen sowie unter Umständen auch Postversande vorzunehmen, dies bringt eine
Abwechslung zur Bedienung des PC. Zudem könnte ein höhenverstellbarer
Schreibtisch angeschafft werden, bei dem sie wechselnd stehend und sitzend arbeiten
kann. Bei allgemeinen Büro- und Sekretariatstätigkeiten werden keine hohen
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Ansprüche an die Feinmotorik gestellt und keine Überkopfarbeiten oder das Heben von
Lasten über 15 kg verlangt. Zudem werden allgemeine Büro- und
Sekretariatstätigkeiten in geregelten Arbeitszeiten unter Tagesschichtbedingungen und
ohne erhöhten Zeitdruck erledigt. Somit ist der Beschwerdeführerin aktuell sowie
bereits seit Ende Oktober 2014 (drei Monate postoperativ; IV-act. 116-12) zumutbar,
einer adaptierten Erwerbstätigkeit, bei der sie allgemeine Büro- und
Sekretariatsaufgaben erfüllt, mit einem Arbeitspensum von 100% nachzugehen.
Gemäss den Tabellenlöhnen des Bundesamtes für Statistik zur periodisch
herausgegebenen Lohnstrukturerhebung (LSE Tabelle 17, Monatlicher Bruttolohn
(Zentralwert) nach Berufsgruppen, Lebensalter und Geschlecht, vom Jahr 2014) beträgt
der Bruttojahreslohn einer allgemeinen Büro- und Sekretariatskraft im Alter zwischen
30 und 49 Jahre Fr. 71‘820.-- (12* Fr. 5‘985.--). Dies entspricht einer
Einkommensminderung zu ihrer zuvor ausgeübten Tätigkeit im Umfang von 22.36%
([92‘504-71‘820]*100/92‘504).
4.3.4 Da die Beschwerdeführerin unter verschiedenen somatisch ausgewiesenen
Handicaps sowie unter Schmerzen leidet und auch vermehrt Pausen benötigt, ist ein
Abzug vom Tabellenlohn im Umfang von 15% angezeigt. Somit beträgt der IV-Grad
34% ([92‘504-0.85*71‘820]*100/92‘504).
4.3.5 Somit ergibt sich anhand des Einkommensvergleichs und unter Berücksichtigung
eines Leidensabzugs von 15% noch kein rentenbegründender Invaliditätsgrad von
mindestens 40%.
5.
5.1 Gemäss den voranstehenden Erwägungen hat die Beschwerdegegnerin das
Rentengesuch zu Recht abgelehnt. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr.
200.-- bis Fr. 1'000.-- zu bestimmenden und in Fällen wie dem vorliegenden
praxisgemäss auf Fr. 600.-- festzulegenden Gerichtskosten sind vollumfänglich der
unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der von ihr geleistete
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Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist anzurechnen. Die Beschwerdeführerin hat bei
diesem Verfahrensausgang keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 61
lit. g ATSG).