Decision ID: 8f0024b3-df97-593f-9961-a719f2bdbb63
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 6. Juli 2021 in der Schweiz um Asyl
nachsuchte,
dass das SEM dem Beschwerdeführer am 19. Juli 2021 das rechtliche Ge-
hör zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid und der Möglichkeit der
Überstellung nach Frankreich gewährte, und er im Wesentlichen zu Proto-
koll gab, dass er sich bereits seit Ende (...) in Europa aufhalte und in Frank-
reich drei Asylgesuche gestellt, aber zwei negative Entscheide erhalten
habe, weshalb er nun von dort in die Schweiz weitergereist sei,
dass er nicht nach Frankreich zurückkönne, nachdem er dort seit dem vor
etwa einem Jahr ergangenen zweiten negativen Entscheid keine soziale
und gesundheitliche Unterstützung mehr gehabt habe, weshalb er nun
Zahnschmerzen habe, und die Familie, bei der er gelebt habe, nicht mehr
bereit gewesen sei, ihn noch länger zu beherbergen, und er auf der Strasse
gelandet sei,
dass er zudem an Schlafstörungen und Albträumen leide, nachdem er auf
dem Meer habe miterleben müssen, wie Menschen ertrunken seien,
dass das SEM mit Verfügung vom 11. August 2021 – eröffnet am 12. Au-
gust 2021 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31)
auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach
Frankreich anordnete, den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz
spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, und den
Kanton B._ mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragte,
dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-
scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung
der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwer-
deführer verfügte,
dass für die Begründung auf die Ausführungen der Vorinstanz in der ange-
fochtenen Verfügung verwiesen wird,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 17. August 2021 beim Bun-
desverwaltungsgericht Beschwerde erhob,
dass er um Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und um Eintreten
auf sein Asylgesuch sowie um Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und
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um Gewährung des Asyls, eventualiter um Feststellung der Unzulässigkeit,
Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs und um Ge-
währung der vorläufigen Aufnahme ersuchte,
dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht zudem um Gewährung der unent-
geltlichen Prozessführung und Beiordnung eines unentgeltlichen Rechts-
beistands sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses
ersuchte,
dass er des Weiteren beantragte, der Beschwerde sei die aufschiebende
Wirkung zu erteilen,
dass er zur Begründung im Wesentlichen geltend machte, eine Rückkehr
nach Frankreich sei für ihn nicht zumutbar, da er dort nach dem negativen
Abschluss seines Asylverfahrens, für dessen Wiederaufnahme kaum eine
Möglichkeit bestehe, über keinen geregelten Aufenthaltsstatus verfüge und
keinen Zugang zu medizinischer Versorgung sowie finanzieller Unterstüt-
zung hätte, weshalb ihm eine existenzielle Notlage drohen würde,
dass ihn weiterhin Albträume plagen würden und er zur Bewältigung des
Erlebten fachärztliche Behandlung und Begleitung benötige, mit der er in
Frankreich nicht rechnen könne,
dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am
18. August 2021 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3
AsylG),

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-
gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33
VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105
AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
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dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde – unter
Vorbehalt der nachfolgenden Erwägungen – einzutreten ist (Art. 108 Abs. 3
AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich,
wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-
teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet wurde,
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1;
2012/4 E. 2.2, je m.w.H.),
dass die Fragen der Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der Ge-
währung von Asyl demgegenüber nicht Gegenstand des angefochtenen
Nichteintretensentscheides und damit auch nicht des vorliegenden Verfah-
rens bilden, weshalb auf die entsprechenden Beschwerdeanträge nicht
einzutreten ist,
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG),
dass diesbezüglich die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien
und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-
nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-
gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist,
(nachfolgend: Dublin-III-VO) zur Anwendung kommt,
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dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-
gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als
zuständiger Staat bestimmt wird,
dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-
geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt
wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-
keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-
ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den
eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche
Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-
bedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische
Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder
entwürdigenden Behandlung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grund-
rechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000, nachfol-
gend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Regeln der
Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt werden
kann,
dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist,
einen Antragsteller, der während der Prüfung seines Antrags oder nach Ab-
lehnung desselben in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat
oder der sich im Hoheitsgebiet eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufent-
haltstitel aufhält, nach Massgabe der Artikel 23, 24, 25 und 29 wiederauf-
zunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. b und d Dublin-III-VO),
dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann,
einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestell-
ten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in
dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist
(Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht),
dass entweder der Mitgliedstaat, in dem ein Antrag auf internationalen
Schutz gestellt worden ist und der das Verfahren zur Bestimmung des zu-
ständigen Mitgliedstaats durchführt, oder der zuständige Mitgliedstaat vor
der Erstentscheidung in der Sache jederzeit einen anderen Mitgliedstaat
ersuchen kann, den Antragsteller aus humanitären Gründen oder zum
Zweck der Zusammenführung verwandter Personen aufzunehmen, wobei
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die betroffenen Personen dem schriftlich zustimmen müssen (Art. 17
Abs. 2 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. humanitäre Klausel),
dass ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der "Eu-
rodac"-Datenbank ergab, dass dieser in den Jahren 2017 und 2019 in
Frankreich Asylgesuche eingereicht hatte,
dass das SEM die französischen Behörden am 22. Juli 2021 um Wieder-
aufnahme des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dub-
lin-III-VO ersuchte,
dass die französischen Behörden mit Schreiben vom 2. August 2021 ihre
Zustimmung zur Übernahme des Beschwerdeführers in Anwendung der
besagten Bestimmung von Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO erklärten,
dass die Zuständigkeit Frankreichs für die Durchführung des Asyl- und
Wegweisungsverfahrens des Beschwerdeführers somit gegeben ist, und
sein Wunsch um Verbleib in der Schweiz daran nichts zu ändern vermag,
zumal die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den
ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch BVGE
2010/40 E. 8.3),
dass der Beschwerdeführer die sich aus der Dublin-III-VO ergebende Zu-
ständigkeit Frankreichs auch mit den Vorbringen im vorinstanzlichen Ver-
fahren und den Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe vom 17. August
2021 nicht zu negieren vermag,
dass, auch wenn das Asylverfahren des Beschwerdeführers in Frankreich
bereits rechtskräftig abgeschlossen ist, Frankreich gemäss Art. 18 Abs. 1
Bst. d Dublin-III-VO weiterhin für das Verfahren des Beschwerdeführers bis
zu einem allfälligen Wegweisungsvollzug beziehungsweise einer Regelung
seines Aufenthaltsstatus zuständig ist, und er allfällige Einwände respek-
tive neue Asylgründe oder Wegweisungshindernisse bei den zuständigen
französischen Behörden vorzubringen hat,
dass es keine wesentlichen Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfah-
ren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in Frankreich würden
systemische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmensch-
lichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU–
Grundrechtecharta mit sich bringen,
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dass Frankreich Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche
oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-
kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK,
SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967
(SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-
tungen nachkommt (vgl. hierzu und zum Folgenden etwa die Urteile des
BVGer E-3610/2021 vom 16. August 2021 S. 5, F-3467/2021 vom 10. Au-
gust 2021 E. 5.2 oder E-3379/2021 vom 30. Juli 2021 S. 6 ff.),
dass gemäss konstanter Praxis des Bundesverwaltungsgerichts auch da-
von ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und schütze die
Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des Europäischen
Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsa-
men Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des internationalen
Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 26. Juni 2013
zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, die internati-
onalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben,
dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2
Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt ist,
dass der Beschwerdeführer mit seinen Vorbringen, wonach eine neuerliche
Prüfung seiner Asylgründe durch die französischen Behörden kaum mög-
lich sei, er in Frankreich keine finanzielle und medizinische Unterstützung
erhalten würde und seine gegenwärtigen gesundheitlichen Probleme ge-
gen eine Rückkehr dorthin sprechen würden, implizit die Anwendung der
Ermessensklausel von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO respektive der – das
Selbsteintrittsrecht im Landesrecht konkretisierenden – Bestimmung von
Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1,
SR 142.311) fordert, gemäss welcher das SEM das Asylgesuch "aus hu-
manitären Gründen" auch dann behandeln kann, wenn dafür gemäss Dub-
lin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre,
dass zwar die Vermutung, Frankreich halte seine völkerrechtlichen Ver-
pflichtungen ein, im Einzelfall widerlegt werden kann, es hierfür aber kon-
kreter und ernsthafter Hinweise bedarf, die gegebenenfalls vom Betroffe-
nen glaubhaft darzutun sind (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4 f.),
dass vorliegend indes kein Grund zur Annahme besteht, die französischen
Behörden, die der Rückübernahme des Beschwerdeführers am 2. August
2021 ausdrücklich zugestimmt haben, würden ihm den Zugang zum Asyl-
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respektive einem allfälligen Wiederaufnahmeverfahren unter Einhaltung
der Regeln der Verfahrensrichtlinie verweigern beziehungsweise in seinem
Fall den Grundsatz des Non-Refoulement missachten und ihn zur Ausreise
in ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem er Gefahr
laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden,
dass es dem Beschwerdeführer mit seinen Ausführungen, wonach er in
Frankreich zeitweilige Obdachlosigkeit erfahren habe, auch nicht gelingt,
substanziiert darzulegen, dass ihm in Frankreich eine adäquate Unterstüt-
zung verweigert worden wäre, oder er sich bemüht hätte, diese gegebe-
nenfalls auf dem Rechtsweg einzufordern,
dass der Beschwerdeführer mit seinen Vorbringen auch keine konkreten
und ernsthaften Hinweise für die Annahme dargetan hat, Frankreich würde
ihm nach einer Überstellung dorthin künftig die aus der Aufnahmerichtlinie
zustehenden minimalen Lebensbedingungen dauerhaft vorenthalten, und
er sich im Übrigen bei einer allfälligen vorübergehenden Einschränkung
nötigenfalls an die zuständigen Behörden vor Ort wenden und die ihm zu-
stehenden Bedingungen auf dem Rechtsweg einfordern könnte (vgl.
Art. 26 Aufnahmerichtlinie),
dass hinsichtlich der vom Beschwerdeführer genannten gesundheitlichen
Probleme (Zahnschmerzen, Schlafstörungen, Albträume) darauf hinzuwei-
sen ist, dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesund-
heitlichen Beschwerden nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen
Art. 3 EMRK darstellen kann,
dass dies insbesondere der Fall ist, wenn die betroffene Person sich in
einem fortgeschrittenen oder terminalen Krankheitsstadium und bereits in
Todesnähe befindet, nach einer Überstellung mit dem sicheren Tod rech-
nen müsste und dabei keinerlei soziale Unterstützung erwarten könnte (vgl.
BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die damalige Praxis des Europäi-
schen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR]), oder wenn eine schwer
kranke Person durch die Abschiebung – mangels angemessener medizini-
scher Behandlung im Zielstaat – mit einem realen Risiko konfrontiert
würde, einer ernsten, raschen und unwiederbringlichen Verschlechterung
ihres Gesundheitszustands ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Lei-
den oder einer erheblichen Verkürzung der Lebenserwartung führen würde
(vgl. Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016,
Grosse Kammer 41738/10, §§ 180–193 m.w.H.),
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dass sich aus den vorliegenden Akten keine solche Situation ergibt,
dass der Beschwerdeführer hierzulande zahnärztlich behandelt wurde, und
zudem in Bezug auf dessen weitere gesundheitliche Probleme festzuhal-
ten ist, dass Frankreich bekanntermassen über eine ausreichende medizi-
nische Infrastruktur verfügt,
dass dies insbesondere auch hinsichtlich des aktenkundigen gesundheitli-
chen Zwischenfalls vom 17. August 2021 gilt,
dass die Mitgliedstaaten den Antragstellern die erforderliche medizinische
Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die unbedingt erforder-
liche Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen Störungen
umfasst, zugänglich machen müssen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie),
und den Antragstellern mit besonderen Bedürfnissen die erforderliche me-
dizinische oder sonstige Hilfe (einschliesslich erforderlichenfalls einer ge-
eigneten psychologischen Betreuung) zu gewähren haben (Art. 19 Abs. 2
Aufnahmerichtlinie),
dass damit davon ausgegangen werden darf, dass der Beschwerdeführer
in Frankreich im Bedarfsfall medizinische Betreuung finden wird, und es
ihm obliegt, sich diesbezüglich an die zuständigen Stellen vor Ort zu wen-
den,
dass zudem die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der ange-
fochtenen Verfügung beauftragt sind, den medizinischen Umständen bei
der Bestimmung der konkreten Modalitäten der Überstellung des Be-
schwerdeführers Rechnung tragen und die französischen Behörden gege-
benenfalls vorgängig in geeigneter Weise über die spezifischen medizini-
schen Umstände informieren werden (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO),
dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen
zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine
gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG)
durch die Vorinstanz zu entnehmen sind,
dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer
Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält,
dass es nach dem Gesagten keinen Grund für eine Anwendung der Ermes-
sensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt und an dieser Stelle nochmals
festzuhalten bleibt, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein
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Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen
(vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3),
dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und
– weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts-
oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die
Überstellung nach Frankreich angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),
dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss
Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das
Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-
eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE
2015/18 E. 5.2 m.w.H.),
dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist, soweit darauf
einzutreten ist, und die Verfügung des SEM zu bestätigen ist,
dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist,
weshalb sich die Anträge auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung und
auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses als gegenstands-
los erweisen,
dass die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ge-
mäss Art. 65 Abs. 1 VwVG und um Beiordnung einer amtlichen Rechtsver-
beiständung im Sinne von Art. 102m Abs. 1 Bst. a AsylG ungeachtet der
behaupteten Mittellosigkeit des Beschwerdeführers abzuweisen sind, da
die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als
aussichtlos zu bezeichnen waren, weshalb die Voraussetzungen von
Art. 65 Abs. 1 VwVG (und damit auch von Art. 102m Abs. 1 Bst. a AsylG)
nicht erfüllt sind,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒
3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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