Decision ID: 2e95e218-eb12-4976-986f-ced719077726
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 18. Juli 2012 wegen chronischer Rückenschmerzen
(bestehend seit über 10 Jahren) bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug
von Leistungen der Invalidenversicherung (berufliche Integration, Rente) an (IV-act. 1).
Er war seit 1989 (mit einem rund einjährigen Unterbruch) bei der B._ AG
(nachfolgend: Arbeitgeberin) als Kranführer angestellt (IV-act. 9 und 12).
A.a.
Die IV-Stelle klärte die persönlichen und beruflichen Verhältnisse des Versicherten
ab (vgl. IV-act. 3 bis 12) und holte Arztberichte ein (IV-act. 2, 22). Vom 27. Juli bis 23.
August 2012 wurde er stationär in der Klinik Valens behandelt. Im Austrittsbericht vom
12. September 2012 hielten die Klinikärzte als Diagnosen ein chronisches
lumbovertebrales Syndrom bei Status nach Spondylodese LWK 4/5 bei
Osteochondrose LWK 4/5 vom 7. März 2011, muskulärer Dysbalance und Status nach
Infiltration der Facettengelenke LWK 5/SWK 1 beidseits vom 16. April 2012 fest. Der
Versicherte sei bis zum 9. September 2012 zu 100% arbeitsunfähig gewesen und
danach in der bisherigen Tätigkeit zu 50% arbeitsfähig. Nach weiteren zwei Wochen
sei eine Steigerung auf 100% Arbeitsfähigkeit möglich. In einer adaptierten leichten bis
mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit,
spezifische Einschränkungen bestünden für vorgeneigte Tätigkeiten wie vorgeneigtes
Stehen und Sitzen (IV-act. 15).
A.b.
Am 25. Oktober 2012 fand eine Situations- und Motivationsabklärung durch die
von der Krankenversicherung beauftragte C._ AG statt (IV-act. 20). In der Folge
trafen sich der Versicherte, seine Ehefrau, die C._-Case-Managerin und die
A.c.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle am 15. November 2012 zu einem
Assessmentgespräch (IV-act. 28-1ff.). Gemäss der anschliessend getroffenen
Zielvereinbarung zwischen dem Versicherten, seiner Arbeitgeberin und der IV-Stelle
vom 13. Februar 2013 sollte vor allem der Arbeitsplatz des Versicherten erhalten und
angepasst sowie das Arbeitspensum wieder auf 100% gesteigert werden (IV-act. 24).
Dementsprechend gewährte die IV-Stelle dem Versicherten Beratung und
Unterstützung beim Erhalt des Arbeitsplatzes. Zudem übernahm sie die Kosten für
einen ergonomischen Stuhl (Mitteilungen vom 8. März 2013 [IV-act. 31 f.] und vom 23.
Mai 2013 [IV-act. 39]). Mit Mitteilung vom 5. Juni 2013 übernahm die IV-Stelle auch die
Kosten für das "Versetzen des Führerstandes Schere". Damit verfüge der Versicherte
über einen optimal adaptierten Arbeitsplatz (IV-act. 42f.). Am 21. Juni 2013 teilte sie
dem Versicherten mit, das Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen werde
abgewiesen, da er mittlerweile in einem Pensum von 60% tätig sei und sich
angemessen eingegliedert fühle (IV-act. 48).
Mit Arbeitsvertrag vom 13. Juli 2013 änderte die Arbeitgeberin das
Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten dahingehend, als sein Arbeitspensum infolge
eingeschränkter Leistungsfähigkeit per 13. Juli 2013 auf 50% herabgesetzt und der
Lohn zusätzlich reduziert wurde (IV-act. 53-3 ff.).
A.d.
Im Vorbescheid vom 15. Juli 2013 stellte die IV-Stelle dem Versicherten gestützt
auf einen Invaliditätsgrad von 13% eine Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht
(IV-act. 52). Den dagegen erhobenen Einwand vom 17. Juli 2013 (IV-act. 53-1f.) wies
die IV-Stelle mit Verfügung vom 4. Oktober 2013 im Sinne des Vorbescheids ab (IV-act.
54).
A.e.
Die gegen diese Verfügung am 4. November 2013 für den Versicherten durch
Rechtsanwalt lic. iur. Ch. Anwander erhobene Beschwerde hiess das
Versicherungsgericht mit Urteil vom 17. April 2015, IV 2013/552, in dem Sinne teilweise
gut, als es die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache zur Vornahme weiterer
medizinischer Abklärungen und zu neuer Verfügung an die IV-Stelle zurückwies (IV-act.
70).
A.f.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Gemäss E-Mail der Hausärztin des Versicherten, med. prakt. D._, Fachärztin für
Allgemeine Medizin FMH, vom 29. Dezember 2015 war ihm seine Anstellung per Ende
Dezember 2015 gekündigt worden. Die Hausärztin sah die Arbeitsfähigkeit auch für
leichte Tätigkeiten bei maximal 50% (IV-act. 94). Mit Schreiben vom 8. Februar 2016
teilte der Rechtsvertreter des Versicherten der IV-Stelle mit, dass jener ab 1. Januar
2016 erneut durch die ehemalige Arbeitgeberin in einem 50%-Pensum, jedoch mit
einem neuen Aufgabenbereich, angestellt worden sei (IV-act. 102, vgl. auch IV-act. 103
und 105).
A.g.
Am 11. März 2016 wurde der Versicherte durch Gutachter der Medizinischen
Gutachtenzentrum Region St. Gallen GmbH (MGSG) orthopädisch-psychiatrisch
begutachtet. Im Gutachten vom 2. Mai 2016 diagnostizierten sie ein
Lumbovertebralsyndrom nach Spondylodese L4/5 03/2011 mit Osteochondrose L2/3
und L3/4 ohne neurale Kompression sowie eine anhaltende mittelgradige depressive
Episode, bestehend seit etwa 08/2014, ICD-10 F33.1, bei Zustand nach
Anpassungsstörungen mit längerer depressiver Reaktion, ICD-10 F43.21, bestehend
von etwa 09/2012 bis 08/2014. Für leidensadaptierte Tätigkeiten beurteilten sie die
Arbeitsfähigkeit mit 70% (IV-act. 110-34). RAD-Ärztin Dr. med. E._ befand das
Gutachten mit Stellungnahme vom 24. Mai 2016 als nachvollziehbar (IV-act. 111).
A.h.
Mit Vorbescheid vom 26. Mai 2016 stellte die IV-Stelle dem Versicherten gestützt
auf einen berechneten IV-Grad von 36% die Ablehnung des Rentenantrags in Aussicht
(IV-act. 114). Gegen diesen liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter am 4.
Juli 2016 Einwand erheben. Da seine Hausärztin gemäss Arztzeugnis vom 20. Juni
2016 neu eine seropositive rheumatische Erkrankung festgestellt habe (IV-act. 115-5),
seien weitere Untersuchungen abzuwarten (IV-act. 115-1ff.).
A.i.
Im Bericht vom 5. Juli 2016 diagnostizierte Dr. med. F._, Innere Medizin und
Rheumatologie FMH, eine axiale Spondylarthritis (Morbus Bechterew) HLA B27 positiv
mit nächtlichen Thoraxwand-Schmerzen (IV-act. 118). Gestützt darauf befand RAD-
Ärztin Dr. E._ am 7. September 2016, dass auf das orthopädisch-psychiatrische
Gutachten vorerst nicht abgestellt werden könne, da in den Akten bisher keine
entzündlich-rheumatische Diagnose gestellt worden sei (IV-act. 119). Mit
Stellungnahme vom 9. November 2016 hielt Dr. E._ fest, dass im Moment ein
A.j.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
instabiler Gesundheitszustand bestehe. Der diagnostizierte Morbus Bechterew werde
mit hoch wirksamen Medikamenten (Humira) neu behandelt, weshalb der Erfolg dieser
Behandlung abgewartet werden müsse (IV-act. 122).
Am 14. und 20. November 2017 wurde der Versicherte durch die Neurologie G._
AG, Polydisziplinäre Begutachtungsstelle MEDAS, begutachtet. Im Gutachten vom
16. Dezember 2017 befanden die Gutachter den Versicherten in leidensadaptierten
Tätigkeiten zu 100% arbeitsfähig. Aus psychiatrischer Sicht ergebe sich aktuell kein
ausreichender Anhalt für das Vorliegen einer psychischen Erkrankung mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 147-59, 62). RAD-Ärztin Dr. E._ befand das
Gutachten als ausführlich, schlüssig und nachvollziehbar (IV-act. 148).
A.k.
Im Vorbescheid vom 26. Januar 2018, welcher denjenigen vom 26. Mai 2016
ersetzte, teilte die IV-Stelle dem Versicherte erneut mit, sie plane das Rentengesuch
abzuweisen, da lediglich von einem IV-Grad von 11% auszugehen sei (IV-act. 151).
A.l.
Am 28. Februar 2018 berichtete die Hausärztin des Versicherten der IV-Stelle, die
Ursachen seiner Schmerzen würden sich in muskulärer Instabilität, intervertebralen
Blockaden und myofaszialen Verklebungen finden. Es sei für sie als jahrelange
Behandlerin nicht nachvollziehbar, dass dem Versicherten eine lediglich 11%ige
Arbeitsunfähigkeit bescheinigt werden solle (IV-act. 152).
A.m.
Mit Einwand vom 5. März 2018 beantragte der Rechtsvertreter für den
Versicherten die Zusprache einer mindestens halben IV-Rente (IV-act. 152).
A.n.
RAD-Ärztin Dr. E._ befand zum Bericht der Hausärztin, es würden daraus keine
neuen medizinischen Fakten hervorgehen. Sämtliche erwähnten Befunde seien den
Gutachtern bekannt gewesen. Bei der von ihr vorgenommenen Einschätzung einer
50%igen Arbeitsfähigkeit handle es sich um eine andere Beurteilung desselben
medizinischen Sachverhalts (Stellungnahme vom 17. Mai 2018: IV-act. 153).
A.o.
Am 22. Mai 2018 verfügte die IV-Stelle eine Abweisung des Leistungsbegehrens.
Sie hielt daran fest, dass der IV-Grad beim Versicherten 11% betrage (IV-act. 154).
A.p.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
B.

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Frage des
Rentenanspruchs des Beschwerdeführers. Hinsichtlich der massgebenden rechtlichen
Grundlagen wird auf die Erwägungen 2.1 ff. des Entscheids des Versicherungsgerichts
vom 17. April 2015, IV 2013/552 (IV-act. 70), verwiesen.
Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 21. Juni
2018 mit dem Antrag auf deren Aufhebung und auf Zusprache einer mindestens halben
IV-Rente. Eventualiter sei die Streitsache zur weiteren Abklärung und zu
anschliessender neuer Beurteilung bzw. Verfügung an die Vorinstanz zurückzuweisen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Der Rechtsvertreter macht geltend, der
Beschwerdeführer habe trotz starken Schmerzmitteln, Akupunktur, Osteopathie,
regelmässiger Physiotherapie und Trainingstherapie seine Arbeitsfähigkeit nicht auf
mehr als 50% steigern können. Wie die Hausärztin ausführe, seien die Schmerzen
begründbar und ein IV-Grad von lediglich 11% völlig unrealistisch. Das Gutachten der
Neurologie G._ AG, wonach eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehen solle, stehe
zudem im Widerspruch mit dem MGSG-Gutachten. Seine Schlussfolgerungen seien
weder begründet noch leuchteten sie in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und der medizinischen Situation ein. Auch sei nicht klar, warum Dr.
med. H._, welche zuerst als Gutachterin hätte eingesetzt werden sollen, befangen
sein sollte. Eine Antwort hierzu stehe von der Beschwerdegegnerin immer noch aus
(act. G 1).
B.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 25. September 2018 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 4).
B.b.
In der Replik vom 5. Dezember 2018 hält der Beschwerdeführer an seinen
Anträgen fest (act. G 8). Die Beschwerdegegnerin verzichtet mit Eingabe vom 11.
Januar 2019 auf eine Duplik (act. G 10).
B.c.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
2.
Zunächst ist zu beurteilen, ob der medizinische Sachverhalt nunmehr spruchreif
abgeklärt worden ist. Die Beschwerdegegnerin stützt sich in der angefochtenen
Verfügung (IV-act. 154) auf das polydisziplinäre Gutachten der Neurologie G._ vom
16. Dezember 2017 (IV-act. 147). Der Beschwerdeführer hält dieses aus verschiedenen
Gründen nicht für beweiskräftig (act. G 1 und 8).
2.1.
Vorab stört sich der Rechtsvertreter daran, dass ursprünglich Dr. med. H._ als
Gutachterin für den Fachbereich Rheumatologie vorgesehen gewesen sei, die
Beschwerdegegnerin ihm dann jedoch mitgeteilt habe, auf Grund von Befangenheit der
rheumatologischen Gutachterin müsse beim Facharzt Rheumatologie ein
Gutachterwechsel vorgenommen werden. Nachdem bereits mit Einwand vom 5. März
2018 darauf hingewiesen worden sei, dass der Beschwerdeführer Dr. H._ nicht
kenne, sei weiter unklar geblieben, weshalb sie befangen sein sollte. Dieses Vorgehen
stärke weder das Vertrauen in die Vorgehensweise der Beschwerdegegnerin noch das
Vertrauen in die rheumatologische Beurteilung der Begutachtungsstelle (act. G 1, 7).
Nicht bestritten wird jedoch, dass die Zuteilung an die Gutachterstelle Neurologie
G._ AG über die Plattform SuisseMed@P mittels Zufallsprinzip rechtskonform erging.
Gemäss Art. 44 ATSG werden Gutachten von unabhängigen Sachverständigen erstellt.
Nach dem Wortlaut dieser Bestimmung geht es klar um einzelne Personen und nicht
um Institutionen. Die Bekanntgabe des Namens der sachverständigen Person durch
den Versicherungsträger stellt eine Mitteilung dar, welche im Hinblick auf das der Partei
zustehende Äusserungsrecht erfolgt. Jedoch wäre bei fehlendem Konsens über die
Anordnung der Begutachtung eine anfechtbare Zwischenverfügung zu erlassen (Ueli
Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich 2015, N 35 zu Art. 44). Nach Zuteilung an die
Gutachterstelle Neurologie G._ und dabei vorerst u.a. an die Rheumatologin Dr.
H._ (vgl. IV-act. 137, 142), befand sich Dr. H._ nach Durchsicht der Akten selber für
befangen (IV-act. 144). Auch wenn gestützt auf die Akten unklar bleibt, aus welchen
Gründen Dr. H._ von einer Befangenheit gegenüber dem Beschwerdeführer ausging,
ist nicht ersichtlich, was dieser daraus für Schlüsse ziehen möchte. Da er innert der ihm
mit Mitteilung vom 18. Oktober 2017 eröffneten Frist keine Einwendungen gegen den
neu beauftragten Dr. med. I._, Facharzt FMH für Rheumatologie und Innere Medizin,
zertifizierter medizinscher Gutachter SIM, zertifizierter Arbeitsfähigkeitsassessor SIM,
erhob, muss von einer in formeller Hinsicht konformen Begutachtung ausgegangen
werden (vgl. IV-act. 146). Hätte sich andernfalls bei einer Begutachtung durch Dr. H._
eine Befangenheit gezeigt, wäre das Gutachten allenfalls bereits aus formellen Gründen
nicht beweiskräftig gewesen. Demgegenüber besteht keine Pflicht der
2.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Sachverständigen einer Gutachterstelle darzulegen, aus welchen persönlichen oder
beruflichen Befangenheitsgründen sie eine Begutachtung ablehnen. Folglich braucht
nicht weiter eruiert zu werden, warum Dr. H._ den Beschwerdeführer nicht
begutachten wollte. Vielmehr ist zu prüfen, ob das vorliegende Gutachten mit den
konkreten Gutachtern für die Sachverhaltsermittlung beweiskräftig ist.
Der Beschwerdeführer rügt, dass zwischen den Gutachten der MGSG vom 2. Mai
2016 und der Neurologie G._ vom 16. Dezember 2017 wesentliche Unterschiede/
Widersprüche bezüglich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bestünden.
2.3.
Im Gutachten vom 16. Dezember 2017 diagnostizierten die Gutachter der
Neurologie G._ gestützt auf ihre Konsensbeurteilung in somatischer Hinsicht mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches Lumbovertebralsyndrom nach
Spondylodese L4/5 (03/2011) mit Osteochondrose L2/3 und L3/4 ohne neurale
Kompression. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine seronegative
Spondarthropathie, ED 6/2016 mit entzündlichen Brustwandschmerzen, entzündlichem
BWS-Befall (MRI 11.03.2016) und HLA B27 positiv, eine Adipositas sowie ein
Nikotinabusus (15py; IV-act. 147-59f.). Sie führten aus, aus orthopädischer Sicht
bestehe bei weiterhin objektiv (laut aktueller Bildgebung) gutem postoperativem
Ergebnis eine Einschränkung in der Mobilität der Wirbelsäule und ein chronisches
lumbovertebrales Schmerzsyndrom. Aus rheumatologischer Sicht sei der Morbus
Bechterew nur auf Grund der Bildgebung (MRI vom 11.03.2016) mit in der Bildgebung
feststellbarem entzündlichem BWS-Befall zu bestätigen, wobei sich zurzeit keine
weiteren klinischen und labormässigen Hinweise für eine weitere Affektion des
Bewegungsapparates oder eine Organbeteiligung ergeben würden. Die derzeitige
Behandlung mit Humira, welche entgegen früheren Aussagen gut vertragen und aktuell
weitergeführt werde, erweise sich zur Behandlung der Brustschmerzen als wirksam.
Die Symptome hätten deutlich nachgelassen. Aus rheumatologischer Sicht lägen
deshalb keine über das orthopädische Ausmass hinausgehende Einschränkungen
mehr vor (IV-act. 147-60f.). Abgesehen von der erst nachträglich festgestellten
seronegativen Spondylarthropathie deckt sich die im MGSG-Gutachten in somatischer
Hinsicht festgestellte Diagnose eines Lumbovertebralsyndroms nach Spondylodese
L4/5 mit Osteochondrose L2/3 und L3/4 ohne neurale Kompression (IV-act. 110-7) mit
derjenigen des Neurologie G._-Gutachtens. Hinsichtlich der
Arbeitsfähigkeitsschätzung ging Dr. med. J._, Spezialarzt Orthopädie FMH,
zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, im MGSG-Gutachten jedoch in der
bisherigen Tätigkeit als Maschinenführer von 90% Arbeitsfähigkeit aus und hielt
gleichzeitig fest, dass diese Tätigkeit bereits einer adaptierten Tätigkeit entspreche (IV-
2.4.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
act. 110-9). Dazu führte der orthopädische Gutachter der Neurologie G._ aus,
möglicherweise sei zu dieser Zeit eine rheumatologische Komponente mit der leichten
10%-Arbeitsunfähigkeit erfasst worden. Insofern sei die 90%-Arbeitsfähigkeit
retrospektiv nachvollziehbar (IV-act. 147-25). Mit der Beschwerdegegnerin ist sodann
festzuhalten, dass diese minimal abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzung ein Stück
weit im gutachterlichen Ermessen liegt (vgl. act. G 4 II. 7.).
In psychiatrischer Hinsicht führte Gutachter med. prakt. K._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, zertifizierter med. Gutachter SIM, im Gutachten
vom 16. Dezember 2017 aus, dass der Beschwerdeführer aktuell über keine namhaften
psychischen Beeinträchtigungen, sondern lediglich über von der Schmerzintensität
abhängige, als subsyndromal einzustufende psychische Reaktionen vor allem im Sinne
einer erhöhten Reizbarkeit mit konsekutiver Rückzugstendenz berichtet habe. Die
Angaben des Beschwerdeführers seien konsistent. Er schildere insbesondere auch
eine ausreichende Fähigkeit zur Tagesstrukturierung und eine gute
Alltagsselbständigkeit (IV-act. 147-57). Die AMDP-konform erhobenen psychiatrischen
Befunde seien regelrecht. In der Gegenübertragung sei keine namhafte psychiatrische
Beeinträchtigung spürbar. Insbesondere seien die Achsensymptome einer depressiven
Störung (tiefe Traurigkeit, Interessenlosigkeit, Antriebslosigkeit) nicht evident. Weiterhin
ergäben sich keine Anhaltspunkte für das Vorhandensein einer
Schmerzverarbeitungsstörung im Sinne einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung oder einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren auch vor dem Hintergrund des Fehlens eines fehlverarbeiteten
innerseelischen Konfliktes (IV-act. 147-55f.). Mit Bezug auf das MGSG-Gutachten sei
dem psychiatrischen Teilgutachten von Dr. med. L._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger in Österreich,
vom 15. März 2016 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
anhaltende mittelgradige depressive Episode, bestehend seit etwa 08/2014 bei Z. n.
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion, bestehend von etwa 09/2012
bis 08/2014 zu entnehmen. Es sei eine 60%ige Arbeitsfähigkeit bei vollem
Stundenpensum, also eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit postuliert worden seit 08/2014
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit. In einer leidensangepassten Tätigkeit werde eine
70%ige Arbeitsfähigkeit bei einem vollen Stundenpensum angenommen. Im Gutachten
werde weiterhin aufgeführt, dass der Versicherte zu jener Zeit 60mg Cymbalta
eingenommen habe und keine psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung
erfolgt sei. Im psychopathologischen Befund sei ausgeführt worden, dass der
Beschwerdeführer bedrückt, affektiv vermindert schwingungsfähig bis affektlabil,
weinerlich, nicht aufhellbar und psychomotorisch etwas unruhig sowie im Antrieb eher
2.5.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
vermindert gewesen sei. Übereinstimmend mit den aktuellen anamnestischen Angaben
des Beschwerdeführers seien Existenz- und Zukunftsängste aufgeführt worden. Das
Denken sei negativistisch gewesen. Aus Sicht des aktuellen Gutachters könne anhand
der im Gutachten dargelegten objektiven Untersuchungsbefunde und der aktuellen
anamnestischen Angaben des Beschwerdeführers eine psychische Reaktionsbildung
im Sinne einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion ca. im Sommer
2016 nachvollzogen werden. Hingegen seien die Kriterien einer mittelgradigen
depressiven Episode nicht erfüllt. Gegen einen üblicherweise aus einer derartigen
Erkrankung resultierenden namhaften Leidensdruck spreche auch, dass zu jener Zeit
und bis anhin sowie vorbestehend keine psychiatrische oder psychotherapeutische
Behandlung erfolgt sei. Insbesondere könne auch die postulierte Diagnose einer
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion seit 2014 unter Zugrundelegung
der aktuellen anamnestischen Angaben nicht nachvollzogen werden.
Dementsprechend könne retrospektiv die Bewertung zur Arbeitsfähigkeit oder
Arbeitsunfähigkeit ebenfalls nicht bestätigt werden. Vor dem Hintergrund, dass sich
lediglich eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion bestätigen lasse,
könne von Seiten des aktuellen Gutachters allenfalls eine maximal 30%ige
Arbeitsunfähigkeit vom Sommer 2016 bis maximal zum Spätherbst 2016 nachvollzogen
werden. Eine vorbestehende Arbeitsunfähigkeit bedingt durch eine psychische
Erkrankung sei nicht evident. Ebenfalls gegen eine namhafte psychiatrische
Einschränkung spreche, dass in sämtlichen anderen im Dossier vorhandenen ärztlichen
Berichten vor dem Gutachten und nach der Begutachtung keine namhaften
psychischen Einschränkungen beschrieben worden seien (IV-act. 147-57f.).
Während gestützt auf die Ausführungen von Dr. K._ für den Zeitpunkt der
Begutachtung (November 2017) plausibel und nachvollziehbar eine psychische
Beeinträchtigung des Beschwerdeführers verneint werden kann, vermag seine
retrospektive Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht zu überzeugen. So geht er davon aus,
dass im Zusammenhang mit der Kündigung der Arbeitsstelle eine psychische
Belastung des Beschwerdeführers stattgefunden habe, datiert diese allerdings
fälschlicherweise auf Sommer 2016 (IV-act. 147-56), anstatt korrekt auf Ende Jahr 2015
(vgl. IV-act. 94). Auch die Begutachtung durch Dr. L._ fand am 11. März 2016 und
somit vor dem Sommer 2016 statt. Zu diesem Zeitpunkt bestand gemäss Dr. L._ eine
psychische Beeinträchtigung des Beschwerdeführers, unter anderem schmerzbedingte
Ein- und Durchschlafstörungen sowie Schlafverkürzung (IV-act. 110-32), welche wohl
mit der nachträglich diagnostizierten Spondylarthritis im Zusammenhang stehen. Jene
verursachte gemäss dem rheumatologischen Gutachten von Dr. med. I._ (IV-act.
147-43) seit Sommer 2014 starke nächtliche Thoraxwandschmerzen. Auf August 2014
2.6.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
hat das MGSG-Gutachten sodann auch eine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit
von 30% festgesetzt (vgl. IV-act. 110-34). Ab Ende 2016 ist gemäss dem
Rheumatologen Dr. F._ infolge der Behandlung mit Humira offensichtlich eine
Besserung der Beschwerden und damit auch eine Verbesserung des psychischen
Zustands beim Beschwerdeführer eingetreten (IV-act. 125-3ff.). Damit ist mit dem
Gutachten der MGSG für die Zeit von August 2014 bis Dezember 2016 von einer
Arbeitsfähigkeit adaptiert von 70% auszugehen, was im Übrigen auch insofern mit den
RAD-Stellungnahmen übereinstimmt, als diese ebenfalls für den Zeitpunkt der MGSG-
Begutachtung von einer mittelgradigen depressiven Episode und einer seither
eingetretenen Verbesserung ausgehen (IV-act. 153-2, vgl. auch IV-act. 111-1). Wie in
der Beschwerdeantwort festgehalten wird, kann damit die abweichende Beurteilung
der beiden psychiatrischen Gutachter durch eine in der Zwischenzeit eingetretene
vollständige Remission des depressiven Zustandsbilds erklärt werden (vgl. act. G 4
S. 4 unten).
Übereinstimmend gehen sowohl die Gutachter der Neurologie G._ als auch des
MGSG davon aus, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Hausärztin des
Beschwerdeführers von 50% nicht bestätigt werden könne (vgl. IV-act. 110-8, 147-63).
Gemäss Stellungnahme von RAD-Ärztin Dr. E._ vom 17. Mai 2018 waren die von der
Hausärztin erwähnten Befunde den Gutachtern bekannt und habe sie keine neuen
Fakten vorgebracht (IV-act. 153). Schliesslich kann auch der Rechtsvertreter nichts
vorbringen, weshalb die Einschätzung der Hausärztin gegenüber der umfassenden
Beurteilung der Gutachter nachvollziehbarer sein sollte. Insbesondere vermag die
Begründung, der Beschwerdeführer habe trotz zahlreicher Bemühungen sein
Arbeitspensum nicht über 50% erhöhen können (vgl. act. G 1, S. 9), nicht zu
überzeugen. Wie die Gutachter der Neurologie G._ hierzu nachvollziehbar ausführten,
sei der Beschwerdeführer nicht bereit, das zeitliche Pensum zu steigern. Er sei durch
die seit 2013 und 2015 vertraglich fixierte Arbeitszeit an einen speziell für ihn
eingerichteten Arbeitsplatz (den es offenbar ohne ihn nicht gäbe) gebunden und habe
durch psychische Reaktionen eine gewisse Rückzugstendenz entwickelt. Er würde
wohl sein Gesicht verlieren und den Verlust des langjährig angestammten
Arbeitsumfeldes riskieren, wenn er sein Pensum nun nach fünf Jahren plötzlich steigern
würde. Zudem seien seine Chancen auf dem freien Arbeitsmarkt gering und wäre der
Verlust des jetzigen Arbeitsplatzes für ihn schlimm (IV-act. 147-61f.).
2.7.
Zusammenfassend erscheinen auf Grund der obigen Ausführungen sowohl das
Gutachten der MGSG vom 2. Mai 2016 als auch das Gutachten der Neurologie G._
vom 16. Dezember 2017 grundsätzlich - mit Ausnahme der retrospektiv abweichenden
2.8.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
3.
Arbeitsfähigkeitsschätzung des psychiatrischen Gutachters der Neurologie G._ -
schlüssig und nachvollziehbar. Sie stützen sich auf die vorhandenen Berichte und die
eigenen Befunde und führen verständlich aus, aus welchen Gründen von früheren
ärztlichen Beurteilungen abgewichen wird. Folglich wird gestützt darauf und unter
Berücksichtigung obiger Erwägungen festgestellt, dass ab März 2012 eine
leidensadaptierte Tätigkeit zu 100% zumutbar war, für die Zeit von August 2014 bis
Dezember 2016 von einer Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten Tätigkeiten von 70%
und ab Januar 2017 von 100% auszugehen ist.
Gestützt auf die obigen Arbeitsfähigkeiten ist nachfolgend der Invaliditätsgrad zu
bestimmen. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG).
3.1.
Gemäss Neurologie G._ besteht in der angestammten Tätigkeit als Kranführer
seit März 2012 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 147-62). Das Wartejahr war
somit spätestens im März 2013 abgelaufen (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG). Zu diesem
Zeitpunkt bestand keine Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit und daher gemäss
nachfolgender Berechnung kein Rentenanspruch. Nachdem in angepasster Tätigkeit
auf Grund des neu diagnostizierten Leidens, nämlich einer mittelgradigen depressiven
Episode mit starken Thoraxwandschmerzen bei Morbus Bechterew, ab August 2014
die Arbeitsfähigkeit auch in adaptierten Tätigkeiten zu 30% eingeschränkt war, beginnt
ein allfälliger Rentenanspruch auf Grund der reduzierten Arbeitsfähigkeit in
leidensadaptierten Tätigkeiten nach Ablauf eines weiteren Wartejahres im August 2015
(vgl. Art. 29 IVV). Ausgehend vom IK-Auszug für das Jahr 2010, wonach der
Beschwerdeführer ein Jahreseinkommen von Fr. 70'501.-- erzielte (IV-act. 9-1), und
angepasst an die Nominalentwicklung (vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer
Lohnindex, T 39 Entwicklung der Nominallöhne, Männer) ergibt dies für das Jahr 2013
ein Valideneinkommen von Fr. 72'238.-- (Fr. 70'501.-- / 2151 x 2204). Beim
Invalideneinkommen ist schliesslich auf die Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes
für Statistik (LSE) abzustellen, wonach der Hilfsarbeiterlohn im Jahr 2013 Fr. 65'654.--
betrug (vgl. Gesetzessammlung Invalidenversicherung, Informationsstelle AHV/IV
[Hrsg.], Anhang 2: Lohnentwicklung).
3.2.
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
4.
Sodann stellt sich die Frage, ob ein sog. Leidensabzug zu gewähren ist. Gemäss
Praxis hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen
sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen - insbesondere auch
von invaliditätsfremden Faktoren - des konkreten Einzelfalls ab (etwa leidensbedingte
Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen
sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine schematische
Vornahme des Leidensabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt etwa in AHI
2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
3.3.
Infolge des eigeschränkten Zumutbarkeitsprofils auf körperlich leichte bis
mittelschwere und ausschliesslich oder überwiegend sitzende Tätigkeiten (vgl. IV-act.
147-62f.) und auf Grund des auch unter Medikation zu Infektionen und damit wohl zu
gehäufteren Arbeitsunfähigkeiten führenden Morbus Bechterew (vgl. IV-act. 125-5),
erscheint ein Tabellenlohnabzug von 10% gerechtfertigt. Wird zusätzlich ein
Tabellenlohnabzug von 10% berücksichtigt, resultiert für die Zeit ab März 2013 ein
Invalideneinkommen von Fr. 59'089.-- (Fr. 65'654.-- x 90%), ein Erwerbsausfall von
Fr. 13'149.-- (Fr. 72'238.-- - Fr. 59'089.--) und in der Folge ein IV-Grad von 18% (100 /
Fr. 72'238.-- x Fr. 13'149.--). Für die Zeit ab August 2015 resultiert ein
Invalideneinkommen von Fr. 41'362.-- (Fr. 65'654.-- x 70% X 0.9), ein Erwerbsausfall
von Fr. 30'876.-- (Fr. 72'238.-- - Fr. 41'362.--) und in der Folge ein IV-Grad von 43%
(100 / Fr. 72'238.-- x Fr. 30'876.--). Somit hat der Beschwerdeführer befristet für die
Zeit von August 2015 bis 31. März 2017 (vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV) Anspruch auf eine
Viertelsrente.
3.4.
Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 22. Mai 2018 in
teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und dem Beschwerdeführer vom
1. August 2015 bis 31. März 2017 eine befristete Viertelsrente auszurichten.
4.1.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie zu zwei Dritteln vom Beschwerdeführer und zu einem
Drittel von der Beschwerdegegnerin zu tragen. Der geleistete Kostenvorschuss von
4.2.
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte