Decision ID: b20dc9fe-fc54-48d5-a1b5-de4abb7bb188
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1991, wurden
im
Zusammenhang mit dem Ge
burts
gebrechen
Ziff.
404
des Anhanges zur
Verordnung über Geburtsgebrechen (
GgV
-Anhang
)
ab
März 2000
und ab Februar 2009 gestützt auf
Art.
12
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
medizinische Massnahmen
(Psychotherapie)
der Invalidenversicherung zugesprochen (
Urk.
7/14, 7/16
, 7/56, 7/65
). Nach nur unvollständig absolvierter Volksschule (
Urk.
7/83/1, 7/49/3) trat
sie im August 2009 eine Lehre zur Restaurationsangestellten
EBA
an (
Urk.
5/48/1
)
, wobei der Lehrvertrag nach wenigen Tagen aufgelöst wurde
(
Urk.
7/73/5-6).
In der Folge arbeitete
die Versicherte
teilzeitlich an einem integrativen Arbeitsplatz im
Gastrobereich
und seit 2013 mit Unterbrüchen teilzeitlich in einem Tierheim (vgl.
Urk.
7/74/6, 7/80, 7/83/1-3, 7/83/5, 7/166/61).
Am
2
8.
J
uni 2017 meldete
sich
die Versicherte
, zwischenzeitlich M
utter zwei
er Kinder (Jahrgänge 2010 und 2014,
Urk.
7/70/1-5)
,
unter Hinweis auf einen 2014 erlittenen Schlaganfall
zum Leistungsbezug (Anmeldung für Erwachsene) bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
7/74). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, teilte der Versicherten nach Abklärung der beruflichen V
er
hält
nisse am
6.
März 2018 mit, dass die Eingliederungsbemühungen abgeschlossen würden, da ihr eine regelmässige Teilnahme an den Eingliederungsmassnahmen gemäss eigenen Angaben aufgrund der Kinderbetreuung nicht möglich sei (
Urk.
7/85/1).
Am
6.
September 2018 fand eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf u
nd Haushalt statt (
Urk.
7/99
)
. Mit Vorbescheid vom
2.
November 2018 stellte die IV-Stelle die voraussichtliche Verneinung eines Rentenan
spruchs in Aussicht (
Urk.
7/102), wogegen die Versicherte Einwand er
hob
(
Urk.
7/105
, ergänzende Begründung vo
m
7.
Januar 2019,
Urk.
7/110
)
.
Darauf
ergänzte die IV-Stelle die medizinische
Aktenlage insbesondere durch eine poly
disziplinäre Abklärung
(Expertise der
Y._
vom 2
8.
Januar 2020
[richtig: 2
8.
Januar 2021
]
,
Urk.
7/166
)
. Nach neuerlich durchgeführtem Vorbescheidver
fahren (
Urk.
7/178, 7/182) sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung
vom 1
7.
September 2021
rückwirkend ab
1.
Dezember 2017
e
ine
Viertelsinva
liden
rente
zu (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
8.
Oktober 2021 Beschwerde und beantragte die Zusprache der gesetzlichen Leistungen, insbesondere einer ganzen
Invalidenrente. Prozessual ersuchte sie um Bewilligung der unentgeltlichen
Rechts
pflege
(
Urk.
1 S.
2). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Vernehmlassung vom 2
9.
November
2021 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), worüber die Be
schwerdeführerin mit Verfügung vom
1.
Dezember 2021 in Kenntnis gesetzt wurd
e (
Urk.
9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSV
), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen Einspracheentscheids eingetretenen
Sachverhalt abstellt (BGE 144 V
210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nachfol
gend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode d
er Invaliditätsbe
messung (Art.
28a
IVG) zu bestimmen (BGE
144
I 28 E. 2.2, 117 V 198 E.
3b
).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betä
ti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als
ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypo
thetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Beson
deren
(vgl. Art. 27 IVV)
sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerb
lichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegen
über Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung ent
wickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall
ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125
V 146 E.
2c
, 117 V 194 E.
3b
).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Be
urteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4
; Urteil des Bundesgerichts
8C_178
/2021 vom 11. Mai 2021 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.4
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
ben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgelt
lichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125 V 146; vgl.
Art.
27 und
27
bis
IVV in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invalidität bestimmt sich in der
Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbe
reich
ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxis
gemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität ergibt sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvali
di
täten
(BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E.
2b
und
5c
).
Am 1. Januar 2018 sind die geänder
ten Bestimmungen
der
IVV
vom 1. Dezember 2017 in Kraft getreten. Mit dieser Änderung wurde für die Festlegung des Inva
liditätsgrades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art
.
28a
Abs. 3 IVG
) in Art.
27
bis
Absatz 2–4 IVV ein neues Berechnungsmodell eingeführt.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E.
4b
, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist am
1
7.
September 2021
und somit nach Inkraft
treten der Verordnungsänderung ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Verordnungsbestimmungen am 1. Januar 2018 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2017 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeit
punkt auf die revidierten Verordnungsbestimmungen abzustellen (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006 E. 1).
1.5
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des Art. 69 Abs. 2 IVV; vgl. auch Rz. 3081 ff. des Kreisschreibens über In
validität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH, gültig ab 1. Janu
ar 2015) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestim
mung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar.
Hinsichtlich des Beweiswerts der entsprechenden Berichterstattung ist wesentlich, dass sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, die Kenntnis der örtlichen und
räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Be
teiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen.
Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt mass
gebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versi
cherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2
).
Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haus
halt
führung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nu
r in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicher
ten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen. Zwar ist der Ab
klärungsbericht seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Aus
masses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine
grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfahren kann
, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Prinzipiell je
doch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht,
das heisst
wenn die Beur
teilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht. Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (zum Ganzen: Urteil des Bundesge
richts
8C_817
/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin bemass die Invalidität im angefochtenen Entscheid ge
stützt auf die gemischte Methode und ging dabei von einem Erwerbsanteil von 40
%
und 60
%
Haushaltsbereich aus. Im erwerblichen Bereich bestehe gemäss dem eingeholten Gutachten seit dem Schulabschluss keine Arbeitsfähigkeit auf
dem ersten Arbeitsmarkt. Unter Berücksichtigung des von der Beschwerde
füh
rerin erzielten Lohns im T
ierheim
resultiere im Erwerbsbereich ein Teilinvalidi
tätsgrad von 38.4
%
, was
bei einer Einschränkung im Haushalt von 3
%
zu einem Gesamtinval
iditätsgrad von 40
%
und damit ein
em Anspruch auf eine
Vier
tels
invaliden
rent
e
ab
1.
Dezember 2017 führe (
Urk.
2 S. 5 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellt sich dagegen
zusammengefasst
auf
den Stand
punkt, sie sei hypothetisch als zu 8
0 % erwerbstätig
e
und zu 20
%
im Haushalt tätige Person zu qualifizieren. Aus der Abklärung der Statusfrage im Rahmen der Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt gehe nicht genügend hervor, inwiefern die persönlichen, familiären, sozialen und erwerb
lichen Verhältnisse ebenso wie die Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegen
über Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen berücksichtigt worden seien. Ein Abstellen
allein
auf ihre Angaben im Rahmen der Haushaltsabklärung sei nicht statthaft, bestehe doch auch gemäss dem eing
eholten Gutachten eine deutlich
unterdurchschnittliche Allgemeinintelligenz am Übergang zu einer leichten Intel
li
genzminderung
. Entsprechend habe sie sich den hypothetischen Sachverhalt
nicht vorstellen können und
sei von der Statusfrage überfordert gewesen. Vor dem Hintergrund ihrer kognitiven Einschränkungen, welche das Abstrahieren von langjährigen tatsächlichen Verhältnissen nicht möglich machten, sei die vor
genommene Qualifikation klarerweise nicht haltbar. Vielmehr sei überwiegend wahrscheinlich, dass sie im Gesundheitsfall zu mindestens 80
%
erwerbstätig wäre. Dies folge aus ihren Angaben im Rahmen der Eingliederungsberatung
, ihrem Alter von erst 30 Jahren
, aber auch aus dem Umstand, dass zwischen
zeitlich beide Kinder schulpflichtig seien und sich der Betreuungsaufwand mass
geblich verringert habe (
der
Sohn besuc
he
seit August 2021 eine Wochenschule, die Tochter die
1.
Klasse mit zusätzlicher Hortbetreuung).
Sodann erscheine ein mindestens
80%iges
Pensum auch aus finanzieller Sicht als
überwiegend wahr
scheinlich, würde sie
mit ihren Kindern doch nicht freiwillig knapp über dem betreibungsrechtlichen Existenzminimum
leben
. Hierbei sei zudem zu berück
sichtigen, dass das Sozialamt
ihr
gestützt auf das Subsidiaritätsprinzip auferlegen könnte,
im Gesundheitsfall
einer zumutbaren
Arbeit
nachzugehen
. Dass sie sich trotz ihrer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt darum bemühe, zumindest ein kleines Einkommen mit ihrem Praktikum im Tierheim zu erzielen, widerlege
ausserdem
den Vorwurf,
wonach sie nur schon für eine beruf
liche Ausbildung kein Interesse zeige (
Urk.
1 S. 6 ff.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist nach dem Gesagten
zunächst
, in welchem Umfang die
Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall neben der Haushaltstätigkeit einer erwerb
lichen Tätigkeit nachginge und damit die sogenannte Statusfrage, für welche eine hypothetische Betrachtungsweise massgebend ist (vgl. E. 1.
3
).
3.
3.1
Was den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin anbelangt, gingen beide Parteien von der Beweistauglichkeit des polydisziplinären Gutachtens der
Y._
vom 2
8.
Januar 2021
(
Urk.
7/166)
aus. Gemäss demselben
lag dia
gnostisch mit einem errechneten
IQ-
Wert von 69 eine deutlich unterdurch
schnitt
liche Allgemeinintelligenz am Übergang vom Ausmass einer Lernbehinderung zu leichter Intelligenzminderung (ICD-10
F70.0
) vor, bei einem aufgrund der Kumu
lation von substantiellen Einschränkungen in mehreren relevanten Funktionsbe
reichen mindestens mittelgradig eingeschränkten kognitiven Leistungsprofil. Unte
r den Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurde ausserdem eine re
zidivierende depressive Störung,
gegenwärtig leichte Episode aufgeführt
. Keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit massen die Gutachter dem sensiblen Halbseitensyndrom auf der rechten Seite bei Zustand nach
Thalamusinfarkt
am 1
3.
Mai 2014 bei
(
Urk.
7/166/15). Jed
och hätten
sich die Einschränkungen auf
grund der
schon seit Kindheit bestehende
n
Allgemeinbegabung im sehr deutlich unterdurchschnittlichen Normbereich durch die Folgen des Hirnschlags ver
grössert.
In der Konsensbeurteilung wurde die Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin auf dem ersten Arbeitsmarkt unter Berücksichtigung der rechtserheb
lic
hen Indikatoren
(BGE 141 V 281,
Urk.
7/166/17-18
)
nachvollziehbar
als seit dem Eintritt ins Erwerbsalter vollumfänglich eingeschränkt beurteilt. Empfohlen wurde eine IV-unterstützte Ausbildung nach
INSOS
;
eine gewisse Arbeitsleistung könne lediglich in einem sehr unterstützenden und wohlwollenden Umfeld, mit
hin auf dem zweiten Arbeitsmarkt erbracht werden (
Urk.
7/166/
18-19).
3.2
3.2.1
Nicht in Frage stellen liess die Beschwerdeführerin sodann den Beweiswert des Haushaltsabklärungsberichts vom 2
4.
September 2018 (
Urk.
7/99/1-7), soweit er sich über Art und Umfang der Behinderung im Haushalt ausspricht, mithin auf eine Einschränkung im Haushalt
von 3
%
schliesst (
Urk.
7/99
/7)
, was auch im
Lichte der
massgeblichen Beweiswürdigungskriterien
(
E. 1.5
)
zu keinen Weite
rungen Anlass gibt.
3.2.2
Was die strittige Frage
nach dem hypothetischen Erwerbsanteil im Gesundheits
fall
anbelangt, gelten
die rechtsprechungsgemässen Beweiskriterien grundsätzlich
analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich
im
Gesundheitsfall betrifft (E. 1.5
).
Sodann
ist der Beschwerde
gegnerin, welche ihre Qualifikation von 40
%
Erwerb und 60
%
Haushalt auf die Angaben der Beschwerdeführerin im Rahmen der Haushaltsabklärung stützte (
Urk.
2 S. 5,
Urk.
7/99/3), insoweit zuzustimmen, als
den Angaben der versicher
ten Person im Rahmen einer Haushaltsabklärung - da noch nicht von möglichen versicherungsrechtlichen Überlegungen geprägt - regelmässig erhöhtes Gewicht beizumessen ist. Vorausgesetzt ist aber, dass die versicherte Person in der Lage ist, die ihr gestellte Statusfrage einwandfrei zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts
9C_286
/2013 vom 28. August 2013 E. 4.3 mit Hinweis).
3.2.3
Ob der Beschwerdeführerin aber grundsätzlich und aufgrund der Erklärungen der Abklärungsperson die Erfassung der Statusfrage möglich war, ist
fraglich
.
Ange
sichts der gutachterlich festgestellten Minderintelligenz bei einer Kumulation von substantiellen Einschränkungen in mehreren relevanten F
unktionsbereichen (
Urk.
7/166/15) ist t
atsächlich zweifelhaft,
ob
der Beschwerdeführerin
das Abstra
hieren von den langjährig gelebten tatsächlichen Verhältnissen möglich war. Der Beschwerdeführerin gelang es mit ihren bescheidenen intellektuellen Ressourcen nicht, die Volksschule
ordentlich
abzuschliessen
(vgl. unter anderem:
Urk.
7
/101/1)
. Die im Sommer 2009 in Angriff genommene Lehre zur Restaura
tionsangestellten
wurde
nach einer guten Woche ab
gebrochen
(
Urk.
7/73/5-6),
was gemäss Stellungnahme von
dipl.
med.
Z._
, Facharzt für Neurologie, Psy
chi
a
trie und Psychotherapie, des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) vom
9.
August 2018 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit Folge der Minderintelli
genz und der Verhaltensauffälligkeiten
der Beschwerdeführerin
gewesen sei (
Urk.
7/101/5). Auf dem ersten Arbeitsmarkt war
und ist
die Beschwerdeführerin sodann
lediglich im Rahmen eines Praktikums respektive Arbeitsversuchs
tätig.
Für
ihr
Praktikum
im
Tierheim A._
vom
1
9.
August 2013 bis Juli 2014 erhielt sie monatlich Fr. 360.-- brutto
für ein 60
%-Pensum
(
Urk.
7/83/2-3
, 7/99/2
).
Seit
2
3.
Juli 2018
kann
sie gemäss eigenen Angaben wieder im
Tierheim A._
mithelfen
, nunmehr zu 40 %
für Fr.
220.-- monatlich (
Urk.
7/99/2
, vgl. auch
Urk.
1 S. 14 unten
)
.
Einer Erwerbstätigkeit
mit
marktgerechter
Entlöhnung
und entsprechendem Leistungsdruck
ging die Beschwerdeführerin bis heute nicht nach.
Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass es
ihr schwerfa
llen dürfte, sich ein
L
eben ohne jegliche Behinderung vorzustellen.
Die Beantwortung der entsprechenden Frage verlangt vor allem von Versicherten, die seit langer Zeit
aus dem Erwerbsleben ausgeschieden sind und umso mehr von denjenigen, welche
nie ins Erwerbsleben eingestiegen sind
, ein gewisses Mass an Abstraktions
ver
mögen und Vorstellungskraft. Diese können bei Versicherten, die wie
die
Be
schwerdegegnerin über
nur
geringe intellektuelle Ressourcen verfügen, herab
gesetzt sein. Auch wenn sich die Abklärungspersonen nach Kräften bemühen, den Versicherten die Bedeutung und Tragweite der Statusfrage zu erläutern, so vermag dies ein ungenügendes Vorstellungsvermögen nicht in jedem Fall voll
ständig zu kompensieren
(Urteil des Bundesgerichts
9C_268
/2013 vom 2
8.
August
2013 E. 4.3)
.
Dass es der Beschwerdeführerin
kaum
möglich war, sich ein Leben ohne jegliche Behinderung vorzustellen, zeigt sich
schon
darin, dass sie anlässlich der Haushaltsabklärung auf die Frage nach Beginn und Ausmass ihrer Beschwerden angab, es gehe ihr gesundheitlich nicht schlecht, im Moment habe sich alles etwas beruhigt (
Urk.
7/99/1)
. Ein Bewusstsein für ihre andauernden kognitiven
, die
Arbeitsunfähigkeit verursachenden
E
inschränkungen und dabei
insbesondere ihre
Minderintelligenz
lässt sich dieser An
gabe nicht entnehmen, weshalb denn auch die Frage nach dem hypothetischen Ausmass der Erwerbstätigkeit im Gesund
heitsfall von der Beschwerdeführerin überwiegend wahrscheinlich nicht
voll
stän
dig
erfasst werden konnte. Dass sie die Tage, an welchen sie neben Haushalt und Kindern arbeite, als streng empfinde, weshalb sie unter anderem denke, dass sie bei Gesundheit auch nicht mehr als an rund zwei Tagen pro Woche einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde (
Urk.
7/99/3)
, verdeutlicht wiederum das feh
lende Bewusstsein der Beschwerdeführerin hinsichtlich ihrer Einschränkungen. Entsprechend ist ihren Aussagen betreffend den hypothetischen Gesundheitsfall kein entscheidendes Gewicht beizumessen. Dies gilt umso mehr, als die
Ab
klärungsperson auf eine Rückfrage, ob es sich beim angegebenen Pensum von 40
%
um das Pensum handle, welches die Beschwerdeführerin bei voller Gesund
heit unter Berücksichtigung aller,
insbesondere auch
der finanziellen Ums
tände tatsächlich ausüben würde, verzichtete (
Urk.
7/99/3). Auch konfrontierte sie die Beschwerdeführerin nicht mit
deren
abweichenden
(Erst-)
Aussage anlässlich des Eingliederungsgesprächs vom
6.
November 2017, wonach ihres Erachtens ein Arbeitspensum von 60
%
ideal wäre,
würde es doch
zu einer Erleichterung
führen
,
wenn
sie
nicht mehr auf Leistungen des Sozialamtes angewiesen wäre
(
Urk
.
7/89/5).
3.2.4
Da den Aussagen der Beschwerdeführerin
anlässlich der Haushaltsabklärung
so
mit keine entscheidende Bedeutung zukommt, gilt es die konkreten Lebens
um
stände zu beleuchten (Urteil
e
des Bundesgerichts
9C_247
/2021 vom 2
1.
Dezember 2021 E. 6.1,
9C_779
/2015 vom
4.
Mai 2016 E 5.1 mit Hinweisen).
Bei der Beschwerdeführerin handelt es sich um eine im Verfügungszeitpunkt (1
7.
September 2021
)
30-jährige alleinerziehende Mutter von zwei minderjähri
gen Kindern (Jahrgänge 2010 und 2014). Im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns am
1.
Dezember 2017
lebte die Beschwerdeführerin mit i
hren Kindern sowie
ihrem
P
artner
zusammen und bezog Sozialhilfe
(
Urk.
7/89/4-5)
.
Gemäss ihren Angaben anlässlich der Haushaltsabklärung vom
6.
September 2018
erhielt sie neben ihrem Lohn aus der Tätigkeit im Tierheim von
Fr.
220.
--
monat
lich
Fr.
1'814.
--
Sozialhilfe
inklusive
Alimente. Der P
artner,
nicht Vater der K
inder
, werde finanziell mitverpflichtet (
Urk.
7/99/3).
Der sehr betreuungsin
ten
sive siebenjährige Sohn, welcher unter einem ADHS leide, besuchte dannzumal am Morgen die Schule, die dreijährige Tochter zweimal wöchentlich eine Spiel
gruppe (
Urk.
7/89/4-5).
Zwar stand die Beschwerdeführerin
zu jener Zeit gemäss eigenen Angaben
mit der Kindererziehung und -b
etreuung unter einem enormen Stress und es war ihr unvorstellbar, einer E
rwerbstätigkeit nachzugehen
(vgl. Eingliederungsprotokoll zum Erstgespräch vom
6.
November 2017,
Urk.
7/89/4)
.
Doch erfolgten
diese Angaben ohne hypothetischen Ausschluss des G
esundheits
schadens. Jedenfalls
gelang es ihr
offensichtlich bereits im Kleinkindalter ihres Sohnes
(
von August 2013 bis Juli 2014
)
,
das Praktikum im
Tierheim A._
in einem Pensum von 60
%
zu absolvieren (
Urk.
7/83/2-3, 7/99/2) und dafür die notwendige Betreuung ihres Sohnes zu regeln
. Hierzu in der Lage zeigte sie sich auch nach Wiederaufnahme ihr
er Tätigkeit im
Tierheim A._
am 2
3.
Juli 2018, nunmehr
zu 40
%
und
als Mutter zweier Kinder
,
wobei der Sohn zwischenzeitlich
eine halbtägige
Klinikschule
(7.30 bis 13.45 Uhr)
und die Tochter an den Arbeits
tagen der Beschwerdeführerin eine Krippe besuchte
. Die Mutter ihres Partners übernahm zudem an den Arbeitstagen der Beschwerdeführerin die nachmittäg
liche Betreuung des Sohnes
(vgl.
Urk.
7/99/2).
Seit Sommer 2019 besucht der Sohn der Beschwerdeführerin gemäss ihren Angaben eine Wochenschule und
ist
nur am Wochenende und in den Ferien zu Hause, die Tochter ging in den Kindergarten und ab Sommer 2021 in di
e erste Klasse mit Hortbetreuung
an den «Tierheimtagen» der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 12, 7/166/84)
.
Angesichts
der von der
Beschwerdefü
hrerin
gelebten Verhältnisse
, der Hilfe
stel
lung durch die Mutter des Partners
und den
selbst
im Krankheitsfall
in Anspruch
genommenen Krippen- und Hortbetreuungsmöglichkeiten erscheint
auch
mit Blick auf die
schwierigen
finanziellen Verhältnisse
ein
Pensum vo
n 60
%
im Gesundheitsfall als überwiegend wahrscheinlich.
Dies
es
korrespondiert
zudem
mit der Erstaussage der Beschwerdeführerin in der Eingliederungsberatung vom
6.
November 2017,
anlässlich
welcher
zumindest
die finanziellen Verhältnisse mitberücksichtigt wurden (
Urk.
7/89/5, vgl. auch
entsprechende Qualifikation der
zuständigen Sachbearbeiterin der Beschwerdegegnerin vom 1
9.
Juli
2018,
Urk.
7/101/3 unten).
Das Argument der Beschwerdegegnerin, wonach eine Stei
gerung des Arbeitspensums auf 60
%
auch die finanziellen Aufwendungen für die Fremdbetreuung der Kinder nicht unwesentlich ansteigen lassen würde, was für das 40
%-Pensum spreche (
Urk.
2 S. 5), stünde der hypothetischen Annahme jeglicher Ar
beitstätigkeit
einer nicht hochbezahlten alleinerziehenden Mutter
entgegen
und blendet die Verdienstmöglichkeit
en
der Beschwerdeführerin im Ge
sundheitsfalle aus.
3.2.5
Was das von der Beschwerdeführerin geltend
gemachte hypothetische Pensum von 80
%
anbelangt (E. 2.2), ist mit Blick auf den Betreuungsbedarf der Kinder zwar davon auszugehen, dass sich derjenige für den Sohn ab Sommer 2019 deutlich reduzierte, derjenige für die im August 2014 geborene Tochter, welche 2019 das Kindergartenalter erreichte, aber
bis zum Verfügungszeitpunkt
weiter
hin beachtlich war.
Soweit die Beschwerdeführerin unter Rückgriff auf den in der Sozialhilfepraxis geltenden Grundsatz der Subsidiarität
geltend macht, derselbe spreche für eine
80%ige
Erwerbstätigkeit (E. 2.2), gilt Folgendes:
Das für die Sozialhilfe
zuständige Gemeinwesen kann von der Leistungs
emp
fängerin
verlangen, dass
sie
, soweit zumutbar, eine Erwerbstätigkeit ausübt. Da
bei handelt es sich im Sinne des in diesem Bereich geltenden Grundsatzes der Subsidiarität bzw. des Vorrangs der Selbsthilfe um eine Anspruchsvoraussetz
ung (BGE 133 V 353 E. 4.2; 130 V 71 E. 4.3
; Urteil
des Bundesgerichts
8C_787
/2011 vom 2
8.
Februar 2012 E. 3.2.1-2). Im Wohnkanton Zürich der Beschwerde
füh
rerin gilt Folgendes: Die wirtschaftliche Hilfe darf mit Auflagen und Weisungen verbunden werden, die geeignet sind, die Lage des Hilfeempfängers und seiner Angehörigen zu verbessern, insbesondere Bestimmungen über die Aufnahme einer zumutbaren Arbeit (
§
21 des Sozialhilfegesetzes
vom 1
4.
Juni 1981 [SHG
] und
§
23 lit. d der Verordnung vom 2
1.
Oktober 1981 zum S
ozialhilfegesetz [
SHV
]). Bei Verstössen gegen Anordnungen, Auflagen oder Weisungen können die Leistungen nach entsprechendem vorgängigem schriftlichem Hinweis so weit gekürzt werden, als dadurch der Lebensunterhalt des Hilfeempfängers und seiner Angehörigen nicht gefährdet wird (
§
24 lit
. a
Ziff.
1 SHG und
§
24
SHV
).
Die Beschwerdeführerin könnte somit im Gesundheitsfall von der Sozialhilfe
behörde angehalten werden, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen, andernfalls die Leistungen gekürzt würden. Daraus kann indes nicht oh
ne Weite
res gefolgert
werden, sie würde/müsste
ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ein Pensum aus
üben, aufgrund welchem
überhaupt keine Sozialhilfeabhängigkeit mehr bestünde
. Für eine entsprechende Annahme wäre eine konkret gehandhabte Praxis
der
Sozialhilfebehörden notwendig
(
Urteil des Bundesgerichts
9C_90
/
2017 vom
4.
Juli
2017 E. 5.4.2).
Eine solche wird weder von de
r Beschwerdeführerin geltend ge
macht
, noch ist
eine solche den Richtlinien
der Sozialhilfebehörde der Stadt Win
ter
thur, dem Wohnsitz der Beschwerdeführerin im V
erfügungszeitpunkt,
zu ent
nehmen (vgl. unter:
https://stadt.winterthur.ch/themen/leben-in-winterthur/
alter-ge
sundheit-und-soziales/finanzielle-unterstuetzung/sozialhilfe-/merk
blaetter#
merk
blaetter
-in-verschiedenen-sprachen
[eingesehen am 2.2.2022]). Auch lässt die verwaltungsgerichtliche Rechtsprechung nicht auf eine entsprechende kanto
nale Praxis schliessen (vgl. Urteil des Verwaltungsgericht
s
des Kantons Zürich
VB.2013.00259
vom 1
4.
Juni 2013 E. 4).
Damit besteht kein Anlass, vom oben festgestellten hypothetischen Arbeits
pen
sum
im Gesundheitsfall
von 60
%
abzuweichen
.
4.
4.1
Zur Ermittlung des T
eilinvaliditätsgrades
im Erwerbsbereich
qualifizierte die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin als Frühinvalide
gemäss
Art.
26
Abs.
1 IVV, was zu Recht unbestritten blieb
.
Entsprechend
bemass
sie das hypo
thetische Valideneinkommen gemäss
dem vom Bundesamt für Sozialversiche
rungen herausgegebenen
IV-Rundschreiben Nr.
354 vom
7.
Oktober 2016 für das Jahr
2017 (Rentenbeginn) mit
Fr.
73'3
50.-- (
Urk.
2 S. 5
, vgl.
Kreisschreiben über Invalidit
ät un
d Hilflosigkeit in der IV, KSIH
, Rz
3035;
Urteil des Bundesgerichts
9C_611
/2014 vom 1
9.
Februar 2015 E. 3.2, 4.3 und 5.1).
Unbestritten liess die Beschwerdeführerin sodann die Berücksich
tigung des von ihr
erzielten
Einkommens aus ihrer Tätigkeit im
Tierheim A._
von monatlich
Fr.
220.--
auf Seiten des Invalideneinkommens (
Urk.
1 S. 15,
Urk.
2 S. 5). Dies ist im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Berücksichtigung auch von Erwerbseinkommen, welche die versicherte Person, und sei
es
auch Folge besonders günstiger Umstände, im Rahmen eines stabilen Arbeitsverhältnisses zumu
tbarer Weise zu erzielen vermag, nicht zu beanstanden
(BGE 109 V 25 E.
3d
;
Meyer
/Reichmuth
, Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung [IVG]
, 3. Auflage 2014, S.
359 f. mit H
inweisen).
Entsprechend resultiert nach
dem bis 3
1.
Dezember 2017 gültig gewesenen Be
rechnungs
modell der gemischten Methode
(E. 1.4) ein Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsbereich von
56
%
(
Fr.
73'3
50.
--
x
0.6 .
/.
=
Fr.
44'
010
.
-- .
/.
Fr.
2
’
640.--
=
Fr.
41'
370
.
-- :
Fr.
44'
010
.
--
x 100
%
= 94
%
x 0.6
). Unter
Berücksichtigung des Teilinvaliditätsgrades im Haushalt von 1.2
%
(3
%
x 0.4)
resultiert ein
Gesamt
invaliditätsgrad von
5
7
%
und damit ein Anspruch auf eine
halbe Invalidenrente
ab
1.
Dezember 2017
(vgl.
E
. 1.2
; vgl. zur Rundung: BGE 130 V 121
)
.
4.2
Was die Berechnung
d
er Invalidität ab
1.
Januar 2018
anbelangt, resultiert sowohl unter Berücksichtigung des seit diesem Datum g
ültigen neuen Berech
nungsmodell
s
für die gemischte Methode (E. 1.4) als auch der
jeweils
mass
ge
benden
höheren Validene
inkommen auf Grund von
Art.
26
Abs.
1 IVV (
zuletzt IV-Rundschreiben
Nr. 403 vom 1
7.
November 2020, Nr. 393 vom 1
5.
November 2019, Nr. 378 vom 3
1.
Oktober 2018
, Nr.
369 vom 1
9.
Dezember 2017
: vgl. zur Berücksichtigung rentenwirksamer Änderungen in den Vergleichseinkommen im Anwendungsbereich von
Art.
26
Abs.
1 IVV: Urteil des Bundesgerichts
8C_774
/2019 vom
3.
März 2020 E. 8.3 und 8.4
)
keine rentenwirksame Änderung des Invaliditätsgrades.
Selbst der
Beizug
des nach Erfüllung des 3
0.
Altersjahrs der Beschwerdeführerin im September 2021
massgeblichen
Einkommens
von
Fr.
83'500.-- (IV-Rundschreiben Nr. 403 vom 1
7.
November 2020) führt zu einem Teilinvalidi
tätsgrad im Erwerb von «nur» 58
% und damit unter Berücksichtigung des Teilinvaliditätsgrads im Haushalt von 1.2
%
zu einem unveränderten An
spruch auf eine halbe Invalidenrente (
Fr.
83'500.
-- .
/.
Fr.
2'640.-- =
Fr.
80'860.
-- :
Fr.
83'500
.
--
x 100
%
= 97
%
x 0.6 = 58.2
%
+ 1.2
%
).
Die Beschwerde
ist folglich teilweise gutzuheissen und der angefochtene Ent
scheid dahingehend abzuändern,
als festzustellen ist, dass die Beschwerdeführerin ab
1.
Dezember 2017 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente hat.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs.
1
bis
I
VG) und ermessensweise auf Fr. 8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Entsprechend hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Parteientschädi
gung, wobei sich eine Reduktion
angesichts der Zusprache einer bloss höheren Teilrente anstatt der beantragten ganzen Invalidenrente nicht rechtfertigt (Urteil des Bundesgerichts I 445/04 vom 2
4.
Februar 2005 E. 2.1)
. Die Entschädigung
ist nach Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht (GSVGer) ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Be
deu
tung der Sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen. In Anwendung dieser Grundsätze rechtfertigt sich die Zusprechung einer Prozess
entschädigung von Fr. 2‘000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).
5.3
Das prozessuale Gesuch
der Beschwerdeführerin um Bewilligung der unent
gelt
lichen Rechtspflege (
Urk.
1 S. 2) w
ird
damit gegenstandslos.