Decision ID: df2cdb4c-f43c-4601-8528-3f9a29eaaab7
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964, war von 1989 bis 2003 bei
der
Y._
in Zürich sowie
von 2003 bis 2009 bei der
Z._
als Maler tätig und führt diesen Beruf seit 2009 selbständig aus (Urk. 6/9; Urk. 6/4 Ziff. 5.4). Unter Hinweis auf Hüft-
,
Knie-, Fuss- und Schulterbeschwerden sowie eine Depression meldete er sich am 5. Juli 2017 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und zog Akten der Schweizeri
schen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) bei (Urk. 6/6; Urk. 6/17; Urk. 6/18).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 6/43; Urk. 6/48; Urk. 6/52) sprach die IV-Stelle mit Verfügung vom
15. November 2019
dem Versicherten b
ei einem Invaliditätsgrad von 42 % eine
Viertelsrente
ab 1. Januar 2018 zu (Urk. 2 = Urk. 6/71+79).
2.
Der Versicherte erhob am
16. Dezember 2019
Beschwerde gegen die Verfügung vom
15. November 2019
(Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm
eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen, eventuell sei ihm eine halbe Rente zuzusprechen
(Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
21. Januar 2020
(Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
4. Februar 2020
zur Kenntnis gebracht (Urk.
7
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktio
nelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medizi
ni
schen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungs
ergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxis
ge
mässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versiche
rungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn
auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Okto
ber 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon aus, dass der
Beschwerdeführer
seit dem 13. Februar 2016 in seiner ange
stam
mten Tätigkeit als
selbständig erwerbender Maler eingeschränkt sei. Die Arbeits
unfähigkeit betrage 100 % (S. 3 Mitte).
Nach Ablauf der Wartezeit im Februar 2017 habe bis Ende August 2017 auch für eine angepasste Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit bestanden. Der Gesundheits
zu
stand habe sich verbessert, so dass die Arbeitsfähigkeit bis Ende Dezember 2017 50 % betragen habe. Ab Januar 2018 sei für eine leichte Tätigkeit in Wechsel
belastung eine Arbeitsfähigkeit von 80 bis 100 % ausgewiesen (S. 3 Mitte). Eine angepasste Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer somit durchschnittlich zu 90 % zumutbar (S. 3 unten).
Der Vergleich des
Valideneinkommens
in Form des durchschnittlich erzielten Jahreseinkommens von 2012 bis 2014 in der Höhe von Fr. 104'191.45 mit dem auf statistische Werte gestützten Inv
alideneinkommen von Fr. 60'605.--
ergebe einen Invaliditätsgrad von 42 % und somit einen Anspruch auf eine
Viertelsrente
ab 1. Januar 2018 (
S. 3 f.).
Der Beschwerdeführer sei erst 55 Jahre alt. Nach 10 Jahren der Selbständigkeit könne eine Umstellungsfähigkeit durchaus noch angenommen werden. Es sei ihm eine beratende Tätigkeit in seinem Berufsbereich empfohlen worden, wobei er keine Unterstützung durch die Eingliederungsberatung der Beschwerdegegnerin gewünscht habe. Es sei durchaus nachvollziehbar
,
dass er sein eigenes Geschäft nicht aufgeben wolle, es seien aber die Möglichkeiten vorhanden, eine angepasste Tätigkeit auszuführen (S. 4 Mitte).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), die auf die Beurteilung durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) gestützte Ansicht der Beschwerdegegnerin, es bestehe keine Arbeitsfähi
gkeit als Maler mehr, sei un
zutreffend. Er arbeite noch immer als Maler, jedoch in einem redu
zierten Leistungsumfang, weil er insgesamt mehr Zeit als früher für seine Arbeit benötige. Dabei decke sich die im Berufsalltag festzustellende Einschränkung ungefähr mit der
Einschränkung der behandelnden Ärzte, welche ihm eine Arbeitsfähigkeit als Maler von 50 % attestiert hätten (S. 5 f. Ziff. 13 f.).
Zudem sei er
heute fast
56 Jahre alt, er sei ausgebildeter Maler mit Berufsab
schluss und sei zeitlebens, sowie mittlerweile bereits seit 10 Jahren selbständig, als Maler tätig gewesen (S. 8 Ziff. 15.3). Die selbständige Tätigkeit in seinem eigenen Unternehmen erlaube ihm, durch gezielte Annahmen von leichteren Auf
trägen zumindest in einem gewissen Mass auf seine gesundheitlichen Einschrän
kungen einzugehen. Dank der Vereinbarung von Fixpreisen könne er sich zwi
schendurch auch Pausen gönnen. Für Überkopfarbeiten wechsle er auch auf die linke Hand, um die rechte Schulter zu entlasten (S. 8 Ziff. 15.4). Es sei grob
fahrlässig, seine selbständige Erwerbstätigkeit und damit sein verbliebenes Reste
inkommen aufzugeben, da er in seinem Alter als Hilfsarbeiter keine andere Arbeit
auf dem Arbeitsmarkt mehr finde
. Er würde somit überwiegend wahrscheinlich zum Sozialfall werden. Dies sei ihm mit Blick auf die bundesgerichtliche Recht
sprechung nicht zuzumuten (S. 8 f. Ziff. 15.5+6).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens sei daher nicht auf statistische Werte abzustellen, sondern auf die tatsächlichen Verhältnisse und somit auf das durchschnittliche Einkommen in den Jahren 2015 bis 2017
. Dieses betrage Fr. 40'638.--, weshalb sich aus einem Vergleich mit dem
Valideneinkommen
von Fr. 104'191.45 ein Invaliditätsgrad von 61 % und somit ein Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
ergebe (S. 10 Ziff. 16.1). Wolle man das Invalideneinkommen hingegen gestützt auf statistische Werte berechnen, so sei ein leidensbedingter Abzug von mindestens 20 % vorzunehmen. Demgemäss betrage das Invaliden
einkommen lediglich Fr. 48'484.— (Fr. 60'605.—
x 0.8) und der
Invaliditätsgrad somit 53 %, welcher
einen Anspruch auf eine halbe Rente begründe (S. 10 ff. Ziff. 17).
2.3
Streitig und zu prüfen ist somit die Höhe des Rentenanspruchs, insbesondere ist
die Frage zu beantworten, ob der
Beschwerdeführer
in der
bisherige
n
selbstän
dige
n
Tätigkeit als Maler noch
arbeitsfähig ist und ob ihm
eine Aufgabe
derselben
zugunsten einer
angepassten,
körperlich leichten und wechselbelastenden
Tätig
keit zugemutet werden kann
. Unbestritten ist dabei, dass in einer solcherart angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 90 % besteht.
3.
3.1
Gemäss der Schadenmeldung UVG vom 14. Mai 2007 (Urk. 6/
6/
27)
habe
der Beschwerdeführer am 26. März 2007 eine Verletzung an der rechten Schulter
erlitten
, nachdem er bei der Hochdruckreinigung einer Fassade rückwärts mit der rechten
Schulter beziehungsweise mit dem rechten Arm an die Gerüstveran
ke
rung gestossen sei (Ziff. 4 +6).
3.2
Die Ärzte des
A._
führten im Bericht zur
Arthro
-Magnetresonanztomographie (MRI) der rechten Schulter
vom 3. Juli 2007
(Urk. 6/
6/34
) aus, es bestehe eine
Tendinose
mit diskreter,
humeruskopfseitiger
Partialruptur der
Supraspinatussehne
und eine
humeruskopfseitige
Partialruptur der
Subscapularissehne
.
3.
3
Die Ärzte der Abteilung Radiologie der
B._
hielte
n
im Bericht zum
Arthro
-MRI der rechten Schulter vom 26. September
2016 (Urk. 6/6/59) fest, es bestünden eine
transmurale
Ruptur der
anterioren
zwei Drittel der
Supraspinatussehne
, eine
Tendinopahie
der
Infraspinatussehne
, eine Oberrandläsion und
Tendinopathie
der
Subscapularissehne
, eine
Tendinopathie
der langen
Bizepssehne
und oberflächliche
sowie
tiefe Knorpeldefekte am
Hume
ruskopf
.
3.4
Dr. med.
C._
, Fachärztin für Rheumatologie und Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
führte
im Bericht vom 14. November 2016 (Urk. 6/6/60
-61
)
aus, seit dem Unfallereignis 2007 persistier
ten Schulterbeschwerden mit wechselndem Verlauf. Der Patient habe sich 2009 selbständig gemacht, die Symptomatik sei jedoch undulierend gewesen, insbeson
dere Überkopfarbeiten seien schmerzakzentuierend gewesen (S. 1 Ziff. 2). Da die konservativen Massnahmen das Beschwerdebild nicht hätten beeinflussen können und eine zunehmende
Impingementproblematik
aufgetreten sei, sei eine Schulterarthroskopie im Februar 2017 vorgesehen (S. 2 Ziff. 7/a). Es bestehe eine Arbeitsfähigkeit im Rahmen der Selbständigkeit, wobei maximal ein Pensum von 50 % möglich sei (S. 2 Ziff. 8+9).
3.5
Dr. med. D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates, führte im Bericht zur Operation vom 13. Februar 2017 (Urk. 6/6/92-93) aus, diese habe eine Schulter-Arthroskopie rechts mit
Bizepstenotomie
und eine
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion (
Supraspinatus
ganz mit Speed Bridge) umfasst. Es handle sich um eine knapp reparable Man
schette. Der Unfall liege lange zurück, die Sehne sei deutlich
retrahiert
. Entspre
chende Auswirkungen werde es auf die Kraftentwicklung nach Einheilung der Sehne geben (S. 1 oben).
In der Folge attestierte Dr.
D._
dem Beschwerdeführer eine Arbeitsun
fähigkeit von 100 %
vom
12. Februar bis zum 30. Juli 2017 (Urk. 6/6/86; Urk. 6/6/90-91; Urk. 6/6/96; Urk. 6/6/104-105; Urk. 6/6/109-100; Urk. 6/6/113).
3.6
Anlässlich des Standortgesprächs vom 28. Juli 2017 (Urk. 6/8)
führte der Be
schwerdeführer aus, aktuell sei er als Maler innen und aussen tätig, mehrheitlich handle es sich um Renovationen (S. 1 unten). Die Tätigkeit werde gehend und stehend ausgeführt, wobei Überkopfarbeiten, Streichen und Drehen Schmerzen bereiteten. Diese Tätigkeiten kämen sehr oft vor.
Es sei nicht möglich, die bisherige Tätigkeit anzupassen.
Er habe die letzten J
ahre grössere Aufträge abge
sagt und
habe auch länger gebraucht für die Arbeiten (S. 2). Er könne nur etwa drei bis vier Stunden schlafen, da er in der Nacht wegen der Schmerzen aufwache. Er sei Rechtshänder, habe jetzt aber viel mit dem linken Arm gemacht. Er müsse dann aber mehr Pausen machen und sei nicht so schnell (S. 3 unten). Er habe keine grossen Erwartungen an die Beschwerdegegnerin und denke nicht, dass er im Büro arbeiten könnte. Er male sehr gerne und würde gerne weiterhin malen, eventuell müsse er etwas reduzieren und dann gehe es (S. 4 unten).
3.7
Dr.
D._
führte im Bericht vom 24.
Juli 2017 (Urk. 6/13/7
= Urk. 6/17/13
) aus, der Patient zeige knapp 5 Monate nach Rekonstruktion der
Rotatorenman
schette
ein gutes Resultat. Es fehle
der Schulter
jedoch allgemein noch an Kraft. Überkopfarbeiten seien noch nicht möglich, weshalb er als Maler deutlich ein
geschränkt sei. Deshalb werde die Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis zum 20. August 2017 verlängert. Anschliessend sei die Arbeit für 4 Wochen zu 50 % aufzunehmen, eine volle Arbeitsaufnahme sei voraussichtlich ab 20. September 2017 vorgesehen.
3.8
Dr. med. E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte im Bericht vom 23. August 2017 (Urk. 6/13/5-6
= Urk. 6/17/20-21
) aus, die Prognose sei ungewiss. Es sei ein Versuch zum Arbeitswiedereinstieg mit
einem Pensum von circa 50 %
bis zum 20. September 2017 und anschliessend von orthopä
discher Seite eine Arbeitsfähigkeit von 100 % geplant, was den Patienten jedoch sowohl von körperlicher als auch von seelischer Seite überfordern könnte (S. 1 Ziff. 1.4).
Es zeige sich ein recht erfreulicher Verlauf, nachdem der Patient vor zwei Tagen stundenweise wieder als Flachmaler zu arbeiten begonnen habe. Er habe sich allerdings am Folgetag
«
gerädert
»
gefühlt. Die Vorgabe einer Arbeitsfähigkeit von 50 % sei sicherlich im Moment am oberen Limit, vor allem Überkopfarbeiten mit dem dominanten rechten Arm bereiteten noch deutlich Schwierigkeiten sowie Schmerzen und seien nur zeitlich limitiert möglich (S. 2 unten).
3.9
Dr.
D._
führte im Bericht vom 9. Oktober 2017 (Urk. 6/17/34) aus, der Patient habe 7 Monate postoperativ eine freie Beweglichkeit erreicht. Auch muskulär gebe es eine
deutliche Besserung im Vergleich zur letzten Unter
su
chung. Für den Alltag bestehe keine Einschränkung, bei der Arbeit sei er für Überkopfarbeiten noch deutlich eingeschränkt. Deshalb werde eine Langzeit
therapie zum Aufbau der Schultermuskulatur verordnet und die Arbeitsfähigkeit von 50 % verlängert. Wahrscheinlich werde ab Januar 2018 eine volle Arbeits
fähigkeit ohne Einschränkung möglich sein
.
3.10
Am 14. März 2018 ging bei der Beschwerdegegnerin die schriftliche Antwort des Beschwerdeführers auf die Frage nach seiner Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit ein (Urk. 6/22). Dabei gab er an, es sei ihm sei
t
September 2017 möglich, seine bisherige Tätigkeit in einem Pensum von 50 % auszuüben, wobei weiterhin Einschränkungen bestünden.
3.11
Dr. med.
F._
, Facharzt für Chirurgie, RAD, berichtete am 25. Februar 2019 über die orthopädische/chirurgische Untersuchung vom 27. September 2018 (Urk. 6/29). Er nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 8 Ziff. 6):
-
symptomatische
anterior-superiore
Rotatorenmanschettenruptur
rechts (
Oberrand
Subscalpularis
, kompletter
Supraspinatus
) mit
Bicepstendin
opathie
in der rechten Schulter mit/bei
-
Status nach Schulterdistorsion 2007 mit Partialruptur
-
Status nach
Schulterarthroskopie rechts,
Bic
epstenotomie
und
Rota
torenmanschettenrekonstruktion
am 13. Februar 2017 mit/bei anhal
ten
dem Belastungsschmerz, guter Funktion, muskulärem Defizit und proximaler
Bizepssehnenruptur
-
beginnendes
Impingement
-Syndrom linke Schulter
-
Ruhe-, Belastungs- und Bewegungsschmerz, massive Einschränkung der Beweglichkeit des rechten Hüftgelenks mit/bei
-
Koxarthrose
rechts
-
radiologisch im MRI vom Februar 2016 nachgewiesene
Koxarthrose
mit mittelschweren bis schweren Knorpeldefekten am
Acetabulum
und
Femurkopf
-
Erguss rechtes Kniegelenk mit/bei
-
ausgeprägtem Innenrotationsschmerz, Beugeschmerz
-
klinisch dringendem Verdacht auf Innenmeniskusläsion
-
Fehlhaltung der Wirbelsäule mit muskulärer
Dysbalance
Seit Anfang 2018 arbeite der Beschwerdeführer wieder vollständig, er könne aber nicht mehr alle Arbeiten annehmen. Einen Mitarbeiter habe er nicht, er könne sich mit den Einnahmen soeben über Wasser halten. Zudem setzte er vermehrt den linken Arm ein, wobei er nun auch zunehmende Schmerzen in der linken Schulter bekomme.
Die jetzt zunehmenden Schmerzen in der linken Schulter entsprächen langsam den rechtsseitigen Schulterschmerzen vor der Operation, bei welchen der Beginn genau gleich gewesen sei. Die Schulterschmerzen seien messerstichartig. Besonders schmerzhaft sei die rechte Hüfte, insbesondere bei Beugung und beim langen Stehen. Diese Beschwerden nähmen stetig zu, teilweise müsse er an schlechten Tagen
während der Arbeit
auch Schmerzmittel einnehmen (S. 1 Ziff. 1).
Vor der Operation habe er als selbständiger Maler ohne Angestellte sämtliche Arbeiten innen und aussen ausgeführt, insbesondere Fassadenarbeiten, Malerar
beiten mit Tapezieren, Anstreichen, Lackieren, Transport der Arbeitsmaterialien aus dem Lager zur Baustelle, Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, Erstellen der Angebote und Rechnungen. Subjektiv belastende Faktoren bei der Ausübung dieser Tätigkeit seien die fehlende Kraft und die Schmerzen. Er wolle mit weniger Arbeit überleben, er habe durch die Erkrankung viele Kunden verloren, er könne grosse und schwere Aufträge wie Häuserfassaden nicht mehr übernehmen (S. 3 Ziff. 4).
In seiner bisherigen Tätigkeit als selbständiger Maler bestehe eine Arbeits
un
fähigkeit von 100 % seit dem 13. Februar 2016. Aus medizinischer Sicht seien Tätigkeiten mit häufigen Schlägen und Vibrationseinwirkungen auf die rechte Schulter sowie Überkopfarbeiten und Arbeiten in ständiger Armvorhalteposition, insbesondere repetitive Tätigkeiten mit Belastung des rechten Armes nicht mehr zuzumuten. Heben, Tragen und Transportieren von Lasten über 5-8 kg unter ungünstigen Hebeln beziehungsweise über 20 kg in günstiger Belastungsposition (körpernah, bis Lendenhöhe) seien zu vermeiden (S. 9 oben Ziff. 7). Bei Schädi
gung des Knie-/Hüftgelenks bestehe aus medizinisch-theoretischer Sicht eine verminderte Belastbarkeit für regelmässiges mittelschweres und schweres Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, für Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, für ausschliesslich stehende Tätigkeiten, für häufiges Bücken sowie für Tätigkeiten in körperlichen Zwangshaltungen wie Knien, Kriechen, Hocken, für Arbeiten mit erhöhten Anforderungen an die Stand- und Gangsicherheit und für dauerhaftes Gehen und Stehen auf unebenem Grund (S. 9 Mitte Ziff. 7).
Leichte angepasste Tätigkeiten in Wechselbelastung, überwiegend sitzend, ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten über 10 kg, ohne Verharren in Zwangshaltungen, ohne dauerhafte Armvorhaltebelastungen und Überkopfar
beiten
seien medizinisch gegebenenfalls theoretisch weiterhin zumutbar. Die Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit betrage 100 % vom 13. Februar 2017 bis Ende August 2017 und 50 % von September 2017 bis Ende Dezember 2017. Ab Januar 2018 und bis auf weiteres bestehe in angepasster Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80 bis 100 % (S. 9 Mitte Ziff. 7).
Eine Verbesserung des Gesundheitszustands sei auf Dauer nicht zu erwarten. Eine prothetische Versorgung des rechten Hüftgelenks sei aufgrund der erheblichen klinischen Symptomatik mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zeit erforderlich. Auch würden
aus chirurgischer Sicht gegebenenfalls weitere
arthroskopische
Operationen im Bereich des rechten Kniegelenks und des linken Schultergelenks notwendig werden. Die Tätigkeit als Maler sei auf Dauer nicht mehr zumutbar. Aufgrund der bestehenden Beschwerdesymptomatik habe der Beschwerdeführer seine Malertätigkeit in Hinsicht auf die Schwere seiner Auf
träge bereits massiv eingeschränkt. Aus medizinischer Sicht sei eine Umschu
lungsmassnahme zu empfehlen, zum Beispiel für eine Gutachtertätigkeit, bera
tende Tätigkeit oder Aufsichtstätigkeit oder für die Erstellung von Angeboten (S. 9 unten Ziff. 7).
3.12
Am 7. Mai 2019 teilte der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin telefonisch mit, er benötige bei der Eingliederung keine Unterstützung, sondern werde sich aktuell alleine mit seiner beruflichen Neuorientierung auseinandersetzen. Wenn sich die Verhältnisse ändern sollten, werde er ein neues Gesuch einreichen (Urk. 6/34 S. 4 unten).
4.
4.1
Mit der Attestierung einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als selbständiger Maler seit dem 13. Februar 2016 wich Dr.
F._
seitens des RAD von der Beurteilung
durch die
behandelnden Ä
rzte deutlich ab. So hatte Dr.
D._
den Beschwerdeführer nach der erfolgten Schulterope
ration vom 13. Februar 2017 zwar bis zum 20. August 2017 noch zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben (vorstehend E. 3.5 und E. 3.7), ging danach aber von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % aus, wobei er prognostisch gar ein Aufstocken auf 100 %
als wahrscheinlich möglich erachtete (vorstehend E. 3.7 und E. 3.9).
Zurückhaltender äusserte sich der Hausarzt Dr.
E._
im August 2017 dahingehend, die Vorgabe einer Arbeitsfähigkeit von 50 % sei sicherlich am oberen Limit (vorstehend E. 3.8). Am 14. März 2018
teilte
der Beschwerdeführer damit übereinstimmend
der Beschwerdegegnerin
schriftlich
mit
, er könne seine bisherige Tätigkeit in einem Pensum von 50 % ausüben (vorstehend E. 3.10). Etwas anders formulierte er es
im September 2018
offenbar
gegenüber
Dr.
F._
, wonach er seit dem 1. Januar 2018 zwar
wieder vollständig
arbeite
,
dabei
aber nur noch einen Teil der Arbeiten annehmen könne (vorstehend E. 3.11).
4.2
D
ass sich der Beschwerdeführer die Arbeit als selbständiger Maler zumutet und offenbar auch weiterhin zumuten möchte,
kann zwar ein Indiz dafür sein, dass diese angestammte Tätigkeit auch objektiv betrachtet weiterhin in einem ge
wissen Pensum zumutbar ist. Es liegen jedoch auch gewichtige gegenteilige Indi
zien vor. Eindrücklich sind insbesondere die Äusserungen des Beschwerdeführers anlässlich des Standortgesprächs im Juli 2017 (vorstehend E. 3.6), wo er von unumgänglichen, sehr oft wiederkehrenden Handgriffen bei der Arbeit sprach, welche ihm Schmerzen bereiteten
,
und davon berichtete, er könne in der Nacht nur etwa drei bis vier Stunden schlafen, da er wegen der Schmerzen aufwache.
Dass er als Rechtshänder viel mit dem linken Arm machen und viele Pausen machen müsse, spricht sodann zumindest gegen eine Geeignetheit dieser Tätig
keit.
Zwischen d
em
Standortgespräch im Juli 2017 beziehungsweise der letzten Einschätzung von Dr.
D._
im Oktober 2017 und der orthopädisch-chirur
gischen Untersuchung durch Dr.
F._
im September 2018 trat zudem eine weitere Verschlechterung des Gesundheitszustands ein, indem
sich
die
Schmerze
n in der linken
Schulter gemäss Angaben des Beschwerdeführers dem Niveau der präoperativen Schmerzen in der rechten Schulter annäherten und die Hüftbe
schwerden zunahmen. Gegen eine objektive Zumutbarkeit
der körperlich teilweise schweren und diverse Zwangshaltungen
beinhaltenden Tätigkeit als Maler spricht auch, dass Dr.
F._
eine Hüftgelenksprothese als in absehbarer Zeit erfor
derlich und weitere Schulterarthroskopien als möglich erachtete.
4.3
Es fehlt jedoch an einer expliziten Begründung seitens Dr
.
F._
,
weshalb
trotz der Weiterführung der Tätigkeit als Maler und der entsprechenden echtzeit
lichen Attestierung einer lediglich teilweisen oder vorübergehenden Arbeitsun
fähigkeit in dieser angestammten Tätigkeit
bereits seit Februar 2016 eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit
vorgelegen sei
.
Es fehlt an einer nachvollziehbaren, kritischen Auseinandersetzung mit diesen Gegenindizien.
Obschon durchaus Anhaltspunkte für eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit vorhanden sind (vgl.
vorstehend E. 4.1-2)
,
bestehen
also mindestens
geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit
dieser
Einschätzung
durch den RAD-Arzt
, weshalb auf
sie
nicht vollständig abgestellt werden kann
(vgl. vorstehend E. 1.3)
.
Dieser zeichnete nichtsdestotrotz ein sorgfältiges Bild des aktuellen Gesund
heitszustandes des Beschwerdeführers. Die gestellten Diagnosen
Rotatorenman
schettenruptur
rechts, beginnendes
Impingement
-Syndrom der linken Schulter, Ruhe-, Belastungs- und Bewegungsschmerz und massive Einschränkung der Be
weglichkeit des rechten Hüftgelenks, Erguss des rechten Kniegelenks und Fehl
haltung der Wirbelsäule mit muskulärer
Dysbalance
können als gesichert gelten und lassen die vom Beschwerdeführer geschilderten Einschränkungen und Schmer
zen bei der Arbeit ohne Weiteres nachvollziehen.
Klarerweise
erstellt ist
somit
, dass
die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
zumindest
zum Zeitpunkt der Untersuchung durch Dr.
F._
auf keinen Fall mehr als 50 % betrug. Zu Gunsten des Beschwerdeführers ist daher nachfolgend von einer Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 50 % ab
September 2017 auszugehen
.
Keinerlei Zweifel können an der überzeugen
den und nachvollziehbaren Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit durch Dr.
F._
bestehen. Er bezifferte diese auf 80 bis 100 % ab 1. Januar 2018 und erstellte ein sorgfältiges Belastungsprofil. Als angemessen erscheint sodann, dass die Be
schwerdegegnerin ihrer Verfügung den entsprechenden Durchschnittswert von 90 % zugrunde legte. Seitens des Beschwerdeführers wurde denn auch weder dieser Wert noch das Belastungsprofil in Frage gestellt. Wie erwähnt (vorstehe
nd E. 2.3) ist unbestrittenermassen
erstellt, dass die
Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten leichten, überwiegend sitzend ausgeführte
n Tätigkeit in Wechselbe
las
tung
ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten über 10 kg, ohne Ver
harren in Zwangshaltungen, dauerhafte Armvorhaltebelastungen und Überkopf
arbeiten 90 % beträgt
.
4.4
Bestritten wird vom Beschwerdeführer hingegen, dass ihm die Aufgabe der selbständigen Erwerbstätigkeit zumutbar
beziehungsweise die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit verwertbar
sei (vorstehend E. 2.2). Dies ist nach
folgend zu prüfen.
5.
5.1
Bevor die versicherte Person Leistungen verlangt, hat sie aufgrund der Schaden
minderungspflicht alles ihr Zumutbare selber vorzukehren, um die Folgen der Invalidität
bestmöglichst
zu mindern. Ein Rentenanspruch ist zu verneinen, wenn
sie selbst ohne Eingliederungsmassnahmen, nötigenfalls mit einem Berufs
wechsel
,
zumutbarerweise
in der Lage ist, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen. Für die Auslegung des unbestimmten Rechtsbegriffs der zumutbaren Tätigkeit im Allgemeinen, wie bei der Aufgabe der selbstständigen Erwerbs
tätig
keit im Besonderen, sind die gesamten subjektiven und objektiven Gegebenheiten des Einzelfalls zu berücksichtigen. Im Vordergrund stehen bei den subjektiven Umständen die verbliebene Leistungsfähigkeit sowie die weiteren persönlichen Verhältnisse wie Alter, berufliche Stellung, Verwurzelung am Wohnort et
c
etera
. Bei den objektiven Umständen sind insbesondere der ausgeglichene Arbeitsmarkt und die noch zu erwarte
nde Aktivitätsdauer massgeblich.
Eine Betriebsaufgabe ist nur unter strengen Voraussetzungen unzumutbar, und es kann ein Betrieb selbst dann nicht auf Kosten der Invalidenversicherung aufrechterhalten werden, wenn die versicherte Person darin Arbeit von einer gewissen erwerblichen Bedeutung leistet (
Urteil des Bundesgerichts 8C_308/2017 vom 27. September 2017, E. 4.1).
5.2
Der Beschwerdeführer beruft sich insbesondere auf sein fortgeschrittenes Alter und zitiert
dabei
den Bundesgerichtsentscheid I 831/05 vom 21. August 2006 (Urk. 1 S. 9 Ziff. 15.6). Die in diesem Entscheid angestellten Erwägungen be
tref
fen zwar nicht direkt die Frage der Zumutbarkeit einer Aufgabe der selb
stän
digen Erwerbstätigkeit, diskutieren
aber
die damit verwandte Frage nach der
Zu
mut
barkeit beziehungsweise
Verwert
barkeit
der verbleibenden
Resterwerbs
fähig
keit auf
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt:
Die Rechtsprechung hat das fortgeschrittene Alter, obgleich an
sich invalidi
tätsfremder Faktor,
als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit den weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheite
n dazu führen kann, dass die dem
Versicherten verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt
realistischerweise
nicht meh
r nachgefragt wird, und dass ihm
deren Ver
wertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invali
den
rente begründet
(E. 4.1.1).
Gemäss E. 4.1.2 des Entscheids hat d
as Eidgenössische Versicherungsgericht die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit verneint im Falle eines über 61-jährigen Versicherten, der über keine Berufsausbildung verfügte, bezüglich der aus medi
zinischer Sicht im Umfang von 50 % zumutbaren feinmotorischen Tätigkeiten keinerlei Vorkenntnisse besass, dessen Teilarbeitsfähigkeit weiteren krankheits
bedingten Einschränkungen unterlag und dem von den Fachleuten der Berufs
beratung die für einen Berufswechsel erforderliche Anpassungsfähigke
it abge
sprochen wurde (Urteil
I 392/02
vom 23. Oktober 2003
). Hingegen erwog es, ein 60-jähriger Versicherter, welcher mehrheitlich als Wirker in der Textilindustrie tätig gewesen war, sei zwar nicht leicht vermittelbar. Mit Bezug auf den hypo
thetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt bestünden indessen gleichwohl Möglich
keiten, eine Stelle zu finden, zumal Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen ausge
glichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt würden, der Versicherte nach wie vor im Rahmen eines Vollpensums arbeitsfähig sei und die ihm zumutbare Tätigkeit nicht so vielen Einschränkungen unterliege, dass eine Anstellung nicht mehr als realistisc
h zu bezeichnen wäre (Urteil
I 376/05
vom 5.
August 2005).
Vorliegendenfalls
stellte der Beschwerdeführer s
eine Anpassungsfähigkeit
bereits
im Jahr 2008 unter Beweis, als er nach einem firmeninternen Wechsel als
Magazi
ner
arbeitete, was nicht schlecht gegangen sei (Urk. 6/6/3). Der Verwertbarkeit der notabene 90%igen Arbeitsfähigkeit des
im Verfügungszeitpunkt 55
-jährigen Beschwerdeführers in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit
steht somit nichts entgegen, zumal in einer solchen auch keine nennenswerten weiteren Ein
schränkungen bestehen (vgl. vorstehend E. 4.3).
5.3
Betreffend die Frage der Zumutbarkeit der Aufgabe einer selbständigen Erwerbs
tätigkeit ist
die vorliegende
Konstellation
mit der
jenige
n
vergleichbar, welche
dem Bundegerichtsentscheid 9C_624/2013 vom 11.
Dezember 2013 zugrunde lag
(vgl. insbesondere die dortige E. 4.1)
. Sie betraf einen im Zeitpunkt der Verfügung der IV-Stelle 56 Jahre alten selbständigen Landwirt. Die
Aufgabe des Betriebs
wurde
für zumutbar gehalten
, wobei
den Aspekten
der
vereitelten
Betriebsüber
gabe an ein Kind, der Altersvorsorge und des wirtschaftlichen Risikos
bezie
hungsweise
einer allfälligen Arb
eitslosigkeit Rechnung getragen wurde. Ver
gleich
bar mit der vorliegenden Arbeitsfähigkeit von 90 % in angepasster Tätigkeit bestand im Vergleichsfall eine Arbeitsfähigkeit von 100 % in angepasster Tätigkeit. D
ie Restarbeitsfähigkeit des Versicherten
wurde
aufgrund seines Alters und der verbleibenden Aktivitäts
dauer als
verwertbar betrachtet,
was für
den im Verfügungszeitpunkt gar etwas
jüngeren Beschwerdeführer erst recht gelten muss
(vgl. auch vorstehend E. 5.2)
.
Wie im Vergleichsfall wirken sich auch bei ihm
die gesundheitlichen Beschwer
den
nur in der angestammten Arbeit,
nicht aber in leidensa
ngepassten Tätigkeiten aus.
Es erscheint denn auch als fraglich, wie lange der Beschwerdeführer erstere effektiv noch ausüben könnte, nachdem er sie bereits
jetzt
unter Schmerzen und Einschränkungen ausübt und weitere Operationen
ärztlicherseits
als möglich be
ziehungsweise wahrscheinlich erachtet werden.
Zudem scheint beim Beschwerde
führer im Gegensatz zum Vergleichsfall die Übergabe an ein Kind kein Thema zu sein und er ist gegenüber
einem Landwirt
auch diesbezüglich im Vorteil, dass sein Einmann
-Maler
betrieb weder Anges
tellte
hat, die zu entlassen wären, noch ein be
deutendes Anlagevermögen bestehen dürfte
(vgl.
dazu
auch
die relativ tiefen Abschreibungskosten in den Erfolgsrechnungen 2012-2014 [Urk. 6/39]),
dessen Aufgabe ein Risiko und potentielles Verlustgeschäft
darstellen würde
.
Vielmehr steht es dem Beschwerdeführer frei, parallel zu seiner ohnehin nicht mehr
im vollen Pensum
ausgeübten Tätigkeit als selbständiger Maler, welche er sich offenbar weiterhin zumutet, nach einer leidensangepassten Tätigkeit im Ange
stelltenverhältnis zu suchen, was aufgrund seiner langjährigen Berufser
fahrung
bei vorhandener Anpassungsfähigkeit
denn auch
durchaus
erfolgsver
sprechend ist.
Ebenso frei steht es ihm, die bisherige
selbständige
Malert
ätigkeit
, welche ihm seiner eigenen Ansicht nach zumutbar ist und mit welcher er bisher offenbar finanziell über die Runden kam (vgl. vorstehend E. 3.11),
weiterhin aus
zu
üben und daneben die
ihm
zuzusprechenden Leistungen der Invalidenversiche
rung
(vgl. nachstehend E. 6)
in Anspruch zu nehmen. Dass er durch die ange
fochtene Verfügung in grobfahrlässiger Weise
zur Aufgabe seiner
selbständige
n
Erwerbstätigkeit
und somi
t in die Sozialhilfe gedrängt wü
rde, wie der Beschwerdeführer suggerieren möchte (vgl. vorstehend E. 2.2), ist somit
nicht der Fall
.
5.4
Zusammengefasst kann dem Beschwerdeführer bei realistischer Verwertbarkeit der verbleibenden Arbeitsfähigkeit von 90 % auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt die Aufgabe seiner bisherigen Tätigkeit als selbständiger Maler zugemutet werden.
6.
6.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu
bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er
werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
ge
passten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
6.3
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
von selbständig erwerbstätig ge
we
senen Personen, das der Bestimmung des Invaliditätsgrades nach Art. 16 ATSG zugrunde zu legen ist, sollten in erster Linie die aus dem Auszug aus dem Individuellen Konto (IK) ersichtlichen Löhne herangezogen werden. Weist das bis Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen (Urteil des Bun
desgerichts 8C_626/2011 vom 29. März 2012 E. 3, E. 4.1 f.).
6
.4
IV190850
Invalideneinkommen, Beizug Tabellenlohn, allgemein
04.2018
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
be
nen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3,
135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu ver
wenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1).
Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
6.5
Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Brutto
löhne (Tabellengruppe A) der LSE abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwen
dung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeits
zeit aufzu
rech
nen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
6.6
Für die Vornahme des Einkommensvergleichs ist grund
sätzlich auf die Gegeben
heiten im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns abzustellen (BGE 129 V 222). Ein Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruches. Die IV-Anmeldung ging am 7. Juli 2017 bei der Beschwerdegegnerin ein (Urk. 6/4 sowie Aktenver
zeichnis zu Urk. 6). Ein allfälliger Rentenanspruch besteht somit frühestens ab dem 1. Januar 2018.
6.7
Die Beschwerdegegnerin
stellte zur Ermittlung des
Valideneinkommens
auf
den
gemäss den Buchhaltungsunterlagen
in den Jahren 2012 bis 2014
erzielten durchschnittlichen Reingewinn
ab
, was ein
Valideneinkommen
von Fr. 104'191.45 ergab (Urk. 6/40; vgl. Urk. 6/
38-
39). Dieser Betrag wurde
zwar
vom Beschwerdeführer anerkannt (Urk.
1
S. 10 Ziff. 16.1),
er wurde jedoch nicht auf korrekte Weise ermittelt.
Wie sich den
in den Akten liegenden Erfolgs
rechnungen
(Urk. 6/39) entnehmen lässt, versteht sich der Reingewinn
ususge
mäss
nach Abzug aller Aufwände, somit auch nach Abzug der Sozialver
sicherungsbeiträge (vgl. dazu
jeweils
den Aufwandsposten Nr. 403 «AHV IV EO FAK»
[Urk. 6/39]
). Es handelt sich somit
beim Betrag von Fr. 104'191.45 um das durchschnittliche
Nettojahreseinkommen und nicht um das richtigerweise massgebliche
durchschnittliche
Bruttojahreseinkommen.
Dieses ist aus dem IK-Auszug ersichtlich (Urk. 6/9
; vgl. auch vorstehend E.
6
.3
) und betrug im Jahr 2012 Fr. 129'100.--. U
nter Berücksichtigung der Entwicklung der
Nominallöhne der
Männer von 2’188 Punkten im Jahr 2012 auf 2’260 Punkte im Jahr 2018
(Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nominallöhne, der Kon
sumentenpreise und der Real
löhne, 1910-2018, T 39)
entspricht dies einem aktu
ellen Einkommen von rund Fr. 133'34
8.
-- (Fr. 129'100.-
-: 2'188 x 2'260
)
.
Zu
sammen mit dem
aktualisierten
Jahreseinkommen 2013 von rund Fr. 97'106.--
(Fr. 94'700.
-- :
2'204
x
2'260) und 2014 von rund
Fr.
114'832.-- (Fr. 112'800.-- : 2'220
x
2'260) ergibt sich ein durchschnittliches Jahreseinkommen und somit ein
Valideneinkommen
von rund Fr. 115'096.--.
6.8
Da der Beschwerdeführer bislang keine angepasste Tätigkeit aufgenommen hat, kann die Ermittlung des Invalideneinkommens nicht konkret erfolgen, sondern ist gestützt auf die statistischen Tabellenlöhne vorzunehmen.
Angesichts der Zumutbarkeit einer 90%igen behinderungsangepassten Tätig
keit steht dem Beschwerdeführer auch bei Beachtung dessen, dass diese wechsel
belastend und ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten über 10 kg sowie ohne Verharren in Zwangshaltungen, dauerhafte Armvorhaltebelastungen und Überkopfarbeiten ausgestaltet sein sollte, eine breite Palette von Tätigkeiten offen. Es rechtfertigt sich daher, für die Bemessung des Invaliden
einkommens auf den standardisierten Durch
schnittslohn für
einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Arbeit in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors abzu
stellen (LSE 2016, Tabellengruppe
TA1_tirage_skill_level
, Total, Niveau
1).
Das im Jahr 2016 von Männern im Durchschnitt aller einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art erzielte Einkommen betrug pro Monat Fr. 5‘340.--, mithin Fr. 64‘080.-- im Jahr (Fr. 5‘3
40
.-- x 12). Der durch
schnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2016 von 41.7 Stunden
(Bundes
amt für
Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, T.
03.02.03.01.04
.01)
angepasst, ergibt dies den Betrag von rund Fr. 66‘803.-- (Fr. 64‘080.-- : 40.0 x 41.7). U
nter Berücksichtigung der Entwicklung der Nomi
nal
löhne der
Männer von 2’239 Punkten im Jahr 2016 auf 2’260 Punkte im Jahr 2018 ergibt sich beim vorliegend zumutbaren Arbeitspensum von 90 % ein Betrag von rund Fr. 60'687.-- (Fr. 66'803.- -: 2'239 x 2'260
x
0.9)
.
6.9
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre,
Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungs
grad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbe
dingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Ge
sichtspunkts führen dürfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
6.10
Der Beschwerdeführer machte geltend, es
sei ein leidensbedingter Abzug von mindestens 20 % vorzunehmen, weil ihm nur noch leichte Tätigkeiten in Wech
sel
belastung möglich seien, das Belastungsprofil sehr eingeschränkt sei, schwere Hüftbeschwerden mit massiver Bewegungseinschränkung, Ruhe- und Belastungs
schmerzen sowie ausgeprägte Knieschmerzen mit dringendem Verdacht auf Meniskusschaden bestünden. Zudem stünden in absehbarer Zeit Operationen an der Hüfte, am Knie und an der Schulter an, er
sei
bereits fast 56 Jahre alt, immer als Maler und die letzten 10 Jahre selbständig tätig gewesen. Dies erschwere ihm zusätzlich, auf dem Arbeitsmarkt eine Stelle zu finden, da er nur in einer Branche tätig gewesen sei und ein potentieller Arbeitgeber annehmen könne, es werde ihm schwerfallen, sich in eine Firmenhierarchie zu integrieren
(Urk. 1 S. 11 Ziff. 17. 4-5)
.
Indes erscheint das vorliegende Belastungsprofil im Vergleich keinesfalls als besonders eingeschränkt, sind doch sehr viele leichte Hilfstätigkeiten denkbar, die die genannten Kriterien erfüllen. Insbesondere Büro- und Aufsichtsarbeiten er
schei
nen als vollumfänglich möglich, entsprechend waren von Dr.
F._
denn auch Beispiele möglicher Tätigkeiten als Gutachter, Berater oder Aufseher
genannt worden (vorstehend E. 3.11
). Die vom Beschwerdeführer aufgezählten körperlichen Beschwerden mögen bei der derzeitigen Tätigkeit
sehr störend
sein,
kaum
hingegen
bei der angepassten Tätigkeit, weshalb sie ebenso wenig einen Leidensabzug rechtfertigen wie das
fortgeschrittene
Alter des Beschwerdeführers. Dass
diese
s
die Stellensuche faktisch negativ beeinflussen kann, muss als inva
liditätsfremder Faktor unberücksichtigt bleiben (Urteil des Bundesgerichts 8C_312/2017 vom 22. November 2017 E. 3.3.2 unter Hinweis auf 8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.3)
.
Im Rahmen körperlich leichter (Hilfsarbeiter-)Tätigkeit
en
ist der Beschwerde
führer somit in seiner Leistungsfähigkeit nicht einge
schränkt (vgl. vorstehend E. 6.9
), weshalb ein Abzug vom Tabellenlohn nicht angezeigt ist. Es bleibt damit bei einem Inval
ideneinkommen von Fr. 60'687.—.
6.11
Der Vergleich d
es
Valideneinkommens
von Fr. 115‘096
.-- mit dem In
validenein
kommen von Fr. 60’687
.-- ergibt eine Einkommensbusse von
Fr. 54‘409
.-- und som
it einen Invaliditätsgrad von 47
%
.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Vor
liegend sind die Kosten auf Fr. 700.-- anzusetzen und dem unterliegenden Be
schwerdeführer aufzuerlegen.