Decision ID: d60ad789-fc6f-50a7-94f9-8f3bbfb28c14
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X erwarb den Führerausweis für die Kategorie M am 9. September 1998. Mit
Verfügung des Strassenverkehrsamts vom 18. Juli 2002 wurde ihm die Erteilung eines
Lernfahrausweises für die Kategorie B verweigert. Vom 29. November 2002 bis 29.
November 2004 war X im Besitz eines Lernfahrausweises für die Kategorie B. Diesen
liess er ablaufen, ohne die Führerprüfung zu absolvieren. Mit Verfügung des
Strassenverkehrsamts vom 20. Dezember 2006 wurde ihm der Führerausweis für die
Kategorie M für die Dauer eines Monats entzogen, nachdem er am 10. November 2006
einen Personenwagen gelenkt hatte, obwohl er nicht im Besitz eines Führerausweises
der Kategorie B war. Sodann wurde ihm mit Verfügung des Strassenverkehrsamts vom
29. August 2007 der Führerausweis der Kategorie M für die Dauer von sechs Monaten
entzogen, nachdem er am 28. November 2006 einen Personenwagen zum Gebrauch
entwendet hatte, ohne im Besitz eines Führerausweises der Kategorie B gewesen zu
sein, und einen Selbstunfall verursacht hatte. Am 25. November 2011 wurde X die
Zulassung zur Theorieprüfung für die Fahrzeugkategorie B erteilt. Die Frist zur
Absolvierung der Theorieprüfung liess er jedoch unbenutzt verstreichen.
Am 11. August 2012 lenkte X einen Personenwagen und überschritt dabei die zulässige
Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 43 km/h (nach Abzug der Messtoleranz). Bei
der polizeilichen Befragung vom 10. September 2012 gab er an, im Besitz eines
Lernfahrausweises für die Kategorie B zu sein. Mit Verfügung des
Strassenverkehrsamtes vom 30. Januar 2013 wurde ihm aufgrund der
Geschwindigkeitsüberschreitung der Führer-ausweis für die Dauer von sieben Monaten
entzogen. Als X dem Strassenverkehrsamt den Führerausweis hätte abgeben sollen,
gab er an, dass ihm der Führerausweis gestohlen worden sei. In der Folge wurde dem
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Strassenverkehrsamt eine Ausweisverlustanzeige zugestellt. Mit Schreiben des
Strassenverkehrsamts vom 29. Januar 2014 wurde X mitgeteilt, dass er ab dem 3.
Februar 2014 wieder fahrberechtigt sei; gleichzeitig wurde ihm der Führerausweis für
die Kategorie M zugestellt.
B.- Am 2. April 2014, um 11.15 Uhr, wurde X auf der Bahnhofstrasse in Heerbrugg
anlässlich einer Verkehrskontrolle von der Kantonspolizei St. Gallen angehalten und
kontrolliert. Dabei gab er an, den Führerausweis zuhause vergessen zu haben. Eine
Abklärung beim Strassenverkehrsamt ergab, dass X lediglich im Besitz eines
Führerausweises der Kategorie M war. Da ein Polizist X kannte und wusste, dass dieser
bereits wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz angezeigt worden
war, wurde ein Drogenschnelltest angeordnet. Nachdem dieser positiv auf Kokain und
Cannabis ausgefallen war, wurde eine Blutprobe angeordnet. Der Führerausweis der
Kategorie M wurde X auf der Stelle abgenommen. Die Auswertung der Blutprobe ergab
einen Tetrahydrocannabinolwert (THC, aktiver Cannabiswirkstoff) von 3,3 Mikrogramm
(μg) pro Liter. Im Blut wurde kein Kokain nachgewiesen. Allerdings wurde im Urin
Benzoylecgonin, ein inaktives Abbauprodukt von Kokain, vorgefunden, was auf einen
Konsum von Kokain im Zeitraum von etwa drei Tagen vor der Urinentnahme
hindeutete.
Das Strassenverkehrsamt eröffnete am 28. April 2014 ein
Administrativmassnahmeverfahren gegen X und verbot ihm vorsorglich das Führen von
Motorfahrzeugen aller Kategorien sowie aller Unter- und Spezialkategorien (inkl. Mofa)
ab sofort bzw. seit dem 2. April 2014. Mit Verfügung vom 22. August 2014 entzog es
ihm zufolge schwerer Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften den
Führerausweis auf unbestimmte Zeit, mindestens für zwei Jahre (ab 2. April 2014). Für
die Wiedererteilung des Führerausweises nach Ablauf der Sperrfrist wurde der
Nachweis der Fahreignung mittels eines verkehrsmedizinischen und
verkehrspsychologischen Gutachtens verlangt. Einem allfälligen Rekurs wurde die
aufschiebende Wirkung entzogen.
C.- Gegen die Verfügung des Strassenverkehrsamts vom 22. August 2014 erhob X
durch seinen Rechtsvertreter am 9. September 2014 Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission. Der Verfahrensleiter sistierte am 23. Oktober 2014 das
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Rekursverfahren bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Strafurteils. Am 6. September
2016 hob er die Sistierung auf und setzte das Rekursverfahren fort, nachdem das
Strassenverkehrsamt der Verwaltungsrekurskommission den rechtskräftigen
Strafbefehl des Untersuchungsamts Altstätten vom 11. Februar 2016 zugestellt hatte.
Mit Eingabe vom 12. Oktober 2016 reichte der Rechtsvertreter von X die
Rekursbegründung ein und beantragte, die Verfügung des Strassenverkehrsamts vom
22. August 2014 sei aufzuheben, dem Rekurrenten sei der Führerausweis der Kategorie
M wieder zu erteilen, eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Das Strassenverkehrsamt
verzichtete am 28. Oktober 2016 auf eine Vernehmlassung zum Rekurs.
Auf die Ausführungen im Rekurs wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 9. September 2014 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Er erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 12. Oktober 2016 in
formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45,
47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt:
VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Gemäss Art. 16 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG)
wird nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das
Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 ausgeschlossen ist,
der Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das
Gesetz unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG)
und schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine schwere Widerhandlung begeht
unter anderem, wer wegen Betäubungs- oder Arzneimitteleinfluss oder aus anderen
Gründen fahrunfähig ist und in diesem Zustand ein Motorfahrzeug führt (Art. 16c Abs. 1
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lit. c SVG). Ein Fahrzeuglenker gilt als fahrunfähig, wenn bewiesen ist, dass sein Blut
eine Menge von 1,5 μg/l THC enthält (Art. 2 Abs. 2 der Verkehrsregelnverordnung [SR
741.11, abgekürzt: VRV] in Verbindung mit Art. 34 lit. a der Verordnung des ASTRA zur
Strassenverkehrskontrollverordnung [SR 741.013.1, abgekürzt: VSKV-ASTRA]). Nach
einer schweren Widerhandlung wird der Lernfahr- oder Führerausweis auf unbestimmte
Zeit, mindestens aber für zwei Jahre, entzogen, wenn in den vorangegangenen zehn
Jahren der Ausweis zweimal wegen schwerer Widerhandlungen oder dreimal wegen
mindestens mittelschwerer Widerhandlungen entzogen war (Art. 16c Abs. 2 lit. d SVG).
3.- a) Beim Rekurrenten wurde anlässlich einer Verkehrskontrolle am 2. April 2014 ein
Drogenschnelltest angeordnet, welcher positiv auf Cannabis und Kokain ausfiel. Die
Auswertung der in der Folge angeordneten Blutprobe ergab einen THC-Wert von 3,3
μg/l. Diese festgestellte Blutkonzentration liegt über dem gesetzlichen Grenzwert von
1,5 μg/l, weshalb beim Rekurrenten Fahrunfähigkeit gegeben war. Kokain wurde im
Blut nicht nachgewiesen.
b) Gemäss Art. 55 Abs. 1 SVG können Fahrzeugführer einer Atemalkoholprobe
unterzogen werden. Während Art. 55 Abs. 1 SVG anlassfreie Atemalkoholproben
erlaubt, sind Massnahmen im Hinblick auf die Untersuchung auf andere die
Fahrfähigkeit beeinträchtigende Substanzen nach Absatz 2 von Art. 55 SVG nur
zulässig, wenn die betroffene Person Anzeichen von Fahrunfähigkeit aufweist, die nicht
oder nicht allein auf Alkoholeinfluss zurückzuführen ist oder mit diesem erklärt werden
kann (Ph. Weissenberger, Kommentar SVG und OBG, 2. Aufl. 2015, Art. 55 N 9). Beim
Rekurrenten wurde anlässlich der Verkehrskontrolle ein Drogenschnelltest angeordnet,
weil der Polizist von früheren Widerhandlungen des Rekurrenten gegen das
Betäubungsmittelgesetz Kenntnis hatte. Mit Strafbefehl des Untersuchungsamts
Altstätten vom 8. Oktober 2015 wurde das Strafverfahren gegen den Rekurrenten
wegen Fahrens in nicht fahrfähigem Zustand eingestellt, da der Drogenschnelltest ohne
hinreichenden Anlass angeordnet worden war. Das Ergebnis des Drogenschnelltests
war damit rechtswidrig erlangt worden und konnte als Beweismittel im Strafverfahren
nicht verwertet werden (vgl. Art. 141 Abs. 2 und Abs. 4 der Schweizerischen
Strafprozessordnung, SR 312.0, abgekürzt: StPO). Die Einstellung des Strafverfahrens
kommt einem Freispruch gleich (Art. 320 Abs. 4 StPO).
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c) Es stellt sich die Frage, ob rechtswidrig erlangte Beweismittel im Rahmen der
Beweiswürdigung in einem Verwaltungsverfahren berücksichtigt werden dürfen. Das
öffentliche Verfahrensrecht kennt keine eigenen Vorgaben zur Verwertung rechtswidrig
erlangter Beweise. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung gilt ein grundsätzliches
Verbot der Verwertung rechtswidrig erlangter Beweismittel (BGE 120 V 435 E. 3b).
Vorbehalten bleiben aber überwiegende öffentliche Interessen an der Erforschung der
Wahrheit und der Durchsetzung des Rechts. Ebenso kann vom
Beweisverwertungsverbot Abstand genommen werden, wenn die Beweismittel auch
rechtmässig hätten beschafft werden können (Kiener/Rütsche/Kuhn, Öffentliches
Verfahrensrecht, 2. Aufl. 2015, N 731; Kölz/Häner/Bertschi, Verwaltungsverfahren und
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, N 480 f.).
aa) Das Strassenverkehrsgesetz unterscheidet bei Führerausweisentzügen zwischen
Sicherungsentzügen und Warnungsentzügen. Ein Warnungsentzug hat primär
erzieherischen und präventiven Charakter; teilweise weist er strafähnliche Züge auf. Bei
einem Sicherungsentzug hingegen handelt es sich um einen Entzug zu
Sicherungszwecken. Mit ihm soll die zu befürchtende Gefährdung der
Verkehrssicherheit in der Schweiz durch einen ungeeigneten Fahrzeugführer in der
Zukunft verhindert werden (Weissenberger, a.a.O., Vorbemerkungen zu Art. 16 ff. SVG
N 5 und Art. 16d N 8). Es geht somit um die Verkehrssicherheit, die ein wichtiges
öffentliches Interesse darstellt (vgl. auch Urteil der Verwaltungsrekurskommission
IV-2016/60 vom 25. August 2016, im Internet abrufbar unter www.gerichte.sg.ch).
bb) Gemäss Art. 16c Abs. 2 lit. d SVG ist der Führerausweis auf unbestimmte Zeit,
mindestens aber für zwei Jahre, zu entziehen, wenn einem erneut straffälligen Lenker in
einem Zeitraum von zehn Jahren vor der Tat der Führerausweis bereits mehrfach
(zweimal oder dreimal, je nachdem ob es sich um mittelschwere oder schwere
Widerhandlungen handelte) entzogen worden war. Das Gesetz stellt bei diesen
Fahrzeuglenkern die Vermutung der mangelnden charakterlichen Eignung zum Lenken
von Motorfahrzeugen auf. Den fehlbaren Lenker trifft die im Ergebnis mit dem
Sicherungsentzug (Führerausweisentzug wegen fehlender Fahreignung gemäss Art.
16d SVG) identische Sanktion (Weissenberger, a.a.O., Art. 16d N 43). Zweck eines auf
diese Bestimmungen gestützten Entzugs ist es, den mehrfach rückfälligen, als
öffentliche Gefahr geltenden Lenker vom Strassenverkehr auszuschliessen.
http://www.gerichte.sg.ch
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Entsprechend muss ein Entzug auf der Grundlage von Art. 16c Abs. 2 lit. d SVG als
Sicherungsentzug qualifiziert werden (BGE 139 II 95 E. 3.4.2 = Pra 2013 Nr. 83).
cc) Da ein Sicherungsentzug tief in den Persönlichkeitsbereich des Betroffenen
eingreift, ist eine genaue Abklärung der persönlichen Verhältnisse des Betroffenen in
jedem Fall und von Amtes wegen vorzunehmen (vgl. BGE 129 II 82 E. 2.2). Im
Gegensatz zum Sicherungsentzug gemäss Art. 16d SVG sieht jedoch die Massnahme
von Art. 16c Abs. 2 lit. d SVG keine genaue Untersuchung der Fahruntauglichkeit vor,
sondern beruht einzig auf der Fiktion, die sich aus dem Vorliegen einer schweren
Widerhandlung gegen das SVG ergibt und sich zu weiteren Widerhandlungen, die
innert der vom Gesetz vorgesehenen Frist von zehn Jahren begangen wurden, anreiht.
Somit ist, wie beim Warnungsentzug, die relevante Frage, ob eine (neue)
Widerhandlung begangen wurde, und nicht, ob die beteiligte Person immer noch
fahrtauglich ist. Das Bundesgericht hielt dazu fest, dass in diesem Zusammenhang der
Grundsatz der Koordination des Straf- und Administrativmassnahmenverfahrens,
wonach die Verwaltungsbehörde, die über einen Führerausweisentzug entscheidet,
nicht von den Sachverhaltsfeststellungen eines rechtskräftigen Strafurteils abweichen
darf, massgebend sein müsse. Eine Massnahme auf der Grundlage von Tatsachen zu
treffen, die vom Strafrichter wegen ihrer rechtswidrigen Erlangung ausgeschlossen
worden seien, verstosse gegen die Rechtssicherheit, die das Prinzip der Koordination
des Strafverfahrens und des Administrativmassnahmenverfahrens gerade zu bewahren
bezwecke (BGE 139 II 95 E. 3.4.3). Entsprechend gilt auch im vorliegenden
Verwaltungsverfahren, dass ein Drogenschnelltest oder eine Blutentnahme beim
Rekurrenten zur Bestimmung des Konsums von Betäubungsmitteln mangels Anzeichen
auf eine dadurch hervorgerufene Fahrunfähigkeit nicht hätten angeordnet werden
dürfen und die Ergebnisse dieser Abklärungen nicht verwertbar sind.
d) Damit ergibt sich, dass dem Rekurrenten – gleich wie im Strafverfahren – nicht
vorgeworfen werden kann, am 2. April 2014 eine schwere Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften wegen Führens eines Motorfahrzeugs in fahrunfähigem
Zustand (Cannabiseinfluss) gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. c SVG begangen zu haben.
Folglich sind auch die Voraussetzungen für einen Führerausweisentzug gemäss Art.
16c Abs. 2 lit. d SVG nicht erfüllt. Die Verfügung der Vorinstanz vom 22. August 2014
ist somit aufzuheben.
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4.- Das Strafverfahren gegen den Rekurrenten wegen Fahrens in nicht fahrfähigem
Zustand wurde eingestellt. Hingegen wurde er mit Strafbefehl des Untersuchungsamts
Altstätten vom 11. Februar 2016 des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs ohne
Führerausweis während der Zeit vom 2. Februar bis 2. April 2014 schuldig gesprochen
und zu einer unbedingten Geldstrafe verurteilt. Der Strafbefehl wurde nicht
angefochten, weshalb darauf im vorliegenden Verfahren abzustützen ist. Wer ein
Motorfahrzeug führt, ohne den Führerausweis für die entsprechende Kategorie zu
besitzen, begeht administrativrechtlich eine mittelschwere Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften (Art. 16b Abs. 1 lit. c SVG). Gemäss Art. 16b Abs. 2 lit. e
SVG wird nach einer mittelschweren Widerhandlung der Führerausweis auf
unbestimmte Zeit, mindestens aber für zwei Jahre, entzogen, wenn in den
vorangegangenen zehn Jahren der Ausweis dreimal wegen mindestens mittelschweren
Widerhandlungen entzogen war. Dies ist beim Rekurrenten der Fall. Mit Verfügungen
vom 20. Dezember 2006 und 29. August 2007 war ihm der Führerausweis jeweils
aufgrund einer mittelschweren Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften
entzogen. Sodann musste er den Führerausweis aufgrund einer schweren
Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften für sieben Monate vom 3. Juli
2013 bis 2. Februar 2014 abgeben (Verfügung vom 30. Januar 2013). Die
Angelegenheit ist deshalb zum Erlass eines Führerausweisentzugs gemäss Art. 16b
Abs. 2 lit. e SVG an die Vorinstanz zurückzuweisen. Der Rechtsvertreter des
Rekurrenten äusserte sich in der Rekursbegründung bereits zu einem
Führerausweisentzug gestützt auf Art. 16b Abs. 2 lit. e SVG, weshalb darauf verzichtet
wurde, ihn auf eine mögliche andere rechtliche Würdigung des Sachverhalts
hinzuweisen und ihm eine Gelegenheit zur Stellungnahme einzuräumen. Entgegen den
Ausführungen in der Rekursbegründung ist diese Massnahme auch aufgrund des
Zeitablaufs nicht unverhältnismässig. Die Verfahrensverzögerung im
Administrativmassnahmeverfahren ist darauf zurückzuführen, dass der Ausgang des
Strafverfahrens abgewartet werden musste; was der Rekurrent hinzunehmen hat.
Zudem offenbarte der Rekurrent in der Vergangenheit eine besondere Unbelehrbarkeit
und lenkte regelmässig Personenwagen, obwohl er dazu nicht berechtigt war.
Insbesondere liess er sich auch von einschlägigen Vorstrafen nicht vor weiteren
Fahrten abhalten, was nicht auf eine günstige Prognose schliessen lässt.
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5.- Dem Antrag des Rekurrenten auf Wiedererteilung des Führerausweises der
Kategorie M kann nicht entsprochen werden. Die Wiedererteilung eines auf
unbestimmte Zeit entzogenen Führerausweises liegt im pflichtgemässen Ermessen der
Entzugsbehörde (Weissenberger, a.a.O., Art. 17 N 12). Sie ist in Art. 17 Abs. 3 SVG
geregelt. Sicherungsentzüge werden verfügt, weil eine Bewilligungsvoraussetzung nicht
(mehr) gegeben ist. Folglich kommt eine Wiedererteilung der Bewilligung nur in Frage,
wenn der betroffene Fahrzeugführer den Nachweis erbringt, dass der Mangel, der zum
Ausweisentzug geführt hat, zwischenzeitlich behoben und die fragliche gesetzliche
Voraussetzung wieder erfüllt ist. Art. 17 Abs. 3 SVG verlangt entsprechend für die
Wiedererteilung von Ausweisen nach Sicherungsentzügen, dass die betroffene Person
die Behebung des Mangels nachweist, der die Fahreignung ausgeschlossen hat. Die
Beweislast für die Wiederherstellung der Fahreignung trägt folglich die gesuchstellende
Person. Die Art des Nachweises hängt davon ab, welcher Mangel die Fahreignung
ausgeschlossen hat (BSK SVG-Rütsche/Weber, Basel 2014, Art. 17 N 22 f.). Auch bei
einem Führerausweisentzug auf unbestimmte Zeit gestützt auf Art. 16b Abs. 2 lit. e
SVG wird kraft gesetzlicher Vermutung von der fehlenden charakterlichen Eignung zum
Lenken eines Fahrzeugs ausgegangen (Weissenberger, a.a.O., Art. 16d N 43; vgl. Ziff.
3c/bb). Die Behebung dieses Mangels ist in der Regel mittels eines
verkehrspsychologischen Gutachtens nachzuweisen. Eine Wiedererteilung des
Führerausweises kommt frühestens nach Ablauf der Sperrfrist in Frage, die mindestens
zwei Jahre beträgt.
Die Vorinstanz machte die Wiedererteilung des Führerausweises für die Kategorie M
nicht nur von einem positiv lautenden verkehrspsychologischen Gutachten, sondern
auch von einer die Fahreignung bejahenden verkehrsmedizinischen Untersuchung
abhängig. Die im Strafverfahren nicht verwertbaren Ergebnisse hinsichtlich
Drogenkonsums dürfen im Zusammenhang mit der Frage der Fahreignung des
Rekurrenten berücksichtigt werden. Insbesondere das öffentliche Interesse am Schutz
der Verkehrsteilnehmer und die Vorstrafen des Rekurrenten im Bereich des Konsums
von Betäubungsmitteln erfordern, die Fahreignung vor einer allfälligen Wiedererteilung
des Führerausweises auch verkehrsmedizinisch abzuklären (Pra 2013 Nr. 83 E. 3.5).
6.- Zusammenfassend ergibt sich, dass die Verfügung der Vorinstanz vom 22. August
2014 aufzuheben und die Angelegenheit zum Erlass eines Führerausweisentzugs im
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Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen ist. Der Rekurrent unterliegt
damit mit dem Hauptantrag und dringt mit dem Eventualantrag durch. Dies entspricht
einer teilweisen Gutheissung des Rekurses. Bei diesem Verfahrensausgang sind die
amtlichen Kosten je zur Hälfte dem Rekurrenten und dem Staat aufzuerlegen (Art. 95
Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'500.– erscheint angemessen (vgl. Art. 7
Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von
Fr. 1'500.– ist mit dem Kostenanteil des Rekurrenten zu verrechnen und Letzterem im
Restbetrag von Fr. 750.– zurückzuerstatten. Bei diesem Verfahrensausgang hat der
Rekurrent keinen Anspruch auf Entschädigung der ausseramtlichen Kosten (Art. 98
VRP).