Decision ID: 3f4389fa-a40b-4350-afb8-118adbbe0431
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1955, durchlief die Ausbildung zur Pr
i
marlehre
rin (1970 bis 1975; Diplom in Urk. 7/152), e
r
warb im Jahr 1992 den Fähig
keits
ausweis der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Jugendmusik und Musi
kerziehung (Urk. 7/153) und liess sich ausserdem in Chorleitung und chorischer Stimmbildung ausbilden (Ze
r
tifikat vom 22. August 2008, Urk. 7/154). Sie ist ve
r
heiratet und Mutter von drei Söhnen, geboren 1975, 1979 und 1989 (Urk. 7/3/2). Ab 1980 arbeitete sie teilzei
t
lich als Blockflötenlehrerin, von 1999 bis 2004 zusät
z
lich als Primarleh
rerin und Fachlehrerin für Schulmusik und ab 2003 zudem als Dirigentin zweier Kirchenchöre (vgl. die Übersicht in Urk. 7/18).
In den Jahren 1998, 1999 und 2000 stürzte X._ ver
schiedentlich und erlitt dabei Prellungen des Gesässes und der linken Hüfte so
wie Kontusionen der Lendenwirbe
l
säule, worauf im Oktober 2002 eine Coc
cygektomie (oper
a
tive Steissbeinentfernung) durchgeführt wurde (vgl. die Zusammenfassun
gen von X._ aus den Jahren 2001 und 2003, Urk. 7/6/1-9). Die Unfälle waren Gegenstand eines Gerichtsverfahrens gegen die Helsana Unfall AG (Urteil vom 30. November 2004 des Prozesses Nr. UV.2004.00256, Urk. 7/9).
1.2
Am 12. Februar 2005 meldete sich X._ bei der Inval
i
denversi
cherung an (Urk. 7/3). Die Sozialversicherung
s
anstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle, holte die Berichte der behandelnden medizinischen Fachpersonen ein, nämlich den Bericht des Y._ vom 16. März 2005 (Urk. 7/15 mit der Ergänzung vom 25. April 2005, Urk. 7/24), den Bericht von Dr. med. Z._, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychothe
rapie, vom 22. März 2005 (Urk. 7/16), den Bericht von Dr. med. A._, Spe
zialärztin für Innere Medizin, vom 8. April 2005 (Urk. 7/20/1-6 mit Berichten des B._ über radiolog
i
sche Untersuchungen der Lendenwirbel
säule und des Kreu
z
beins in den Jahren 1998 und 2000, Urk. 7/20/7-8), den Bericht des Akupunktur-Spezialisten Dr. med. C._ vom 9. Mai 2005 (Urk. 7/27) und den Bericht des Augenarztes Dr. med. D._ vom 30. Mai 2005 (Urk. 7/28). Ausserdem beschaffte die IV-Stelle die Angaben der ver
schie
denen Arbeitgeber (Urk. 7/21
23 und Urk. 7/25-26).
Mit Verfügung vom 14. Juli 2005 eröffnete die IV-Stelle der Versicherten, vertre
ten durch Rechtsanwalt Dr. Robert Geisseler, dass sie keinen Anspruch auf b
e
rufliche Massnahmen und auf eine Rente habe, da sie in der bisherigen Tätig
keit als Musiklehrerin uneing
e
schränkt arbeitsfähig sei und die geltend gemachten Ei
n
schränkungen im Haushalt nicht nachvollziehbar seien (Urk. 7/32; vgl. auch das Feststellungsblatt vom 14. Juli 2005, Urk. 7/31). Mit Verfügung vom 15. Juli 2005 verneinte die IV-Stelle auch den Anspruch der Ve
r
sicherten auf eine Hilflosenentschädigung (Urk. 7/34). Die Verfügungen blieben unangefochten; die Versicherte verfasste lediglich am 14. September 2005 eine Stellun
g
nahme zum Bericht von Dr. Z._ vom 22. März 2005 (Urk. 7/41/3-7).
1.3
Nachdem die IV-Stelle im weiteren Verlauf die Kosten für die Anpassung des privaten Motorfahrzeugs an die Rücke
n
problematik übernommen hatte (Urk. 7/30 und Urk. 7/38-62), meldete sich die Versicherte im Dezember 2011 wegen eines neu aufgetretenen Knieproblems wieder bei der I
n
validenversiche
rung an (Urk. 7/64). Nach einem Gespräch vom Januar 2011 (Urk. 7/65) bean
tragte sie am 4. Februar 2011 erneut eine Hilflosenentschädigung und zusätzlich die Kostenübernahme für weitere Hilfsmittel (Rollstuhl, Badewannen
brett, Arbeitsstuhl; Urk. 7/68-70).
Die IV-Stelle holte neben den Angaben der E._, wo die Versicherte seit Februar 1990 als Musiklehrerin arbeit
e
te (vgl. Urk. 7/25+26 und Urk. 7/82), den Bericht von PD Dr. med. F._, Spezialarzt für Physi
kalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumatologie, vom 22. Februar 2011 (Urk. 7/78) und den Bericht von Dr. A._ vom 10. März 2011 ein (Urk. 7/87/1-5) und e
r
fuhr dabei von der Krankengeschichte zur Knieproblema
tik: Die Versicherte hatte sich am 10. Mai 2010 im B._ einer dia
g
nostischen Arthroskopie des rechten Knies u
n
terzogen (Berichte des Spitals von Mai bis Juli 2010, Urk. 7/87/20-25, und Radiologiebericht vom 31. März 2010, Urk. 7/87/19) und hatte sich in der Folge vom 22. November bis zum 21. Dezember 2010 in der G._ au
f
gehalten (Bericht der Klinik vom 18. Januar 2011, Urk. 7/87/6-18; Radiologiebericht der Klinik vom 26. Oktober 2010, Urk. 7/117/10). Am 24. März 2011 liess die IV-Stelle einen Besuch bei der Versicherten zu Hause durchführen (Bericht vom 1. April 2011, Urk. 7/98), und von März bis Mai 2011 wurden in Zusammenarbeit mit einer Case-Managerin der Eingliederungsinstitution H._ Mas
s
nahmen der Arbeitsplatzerhaltung und der anderweitigen beruflichen Eingliederung geprüft (Verlaufsprotokolle in Urk. 7/115). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 7/117 und Urk. 7/118) verneinte die IV-Stelle den Anspruch der Ver
sicherten auf eine Hilflosenentschäd
i
gung mit Verfügung vom 14. Juni 2011 erneut (Urk. 7/122; vgl. auch die Stellungnahme des Abklärungsdienstes in Urk. 7/123). Die Gemeinde I._ hatte das Anstellung
s
verhältnis mit der Versicherten unterdessen mit Schre
i
ben vom 29. April 2011 auf Ende Juli 2011 aufgelöst (Urk. 7/112; vgl. auch die E-Mail-Korrespondenz mit der Versicherten in Urk. 7/91-92 und Urk. 7/107-111).
X._, nunmehr vertreten durch Rechtsanwalt Markus Zi
m
mer
mann, liess gegen die Verfügung vom 14. Juni 2011 betreffend Verneinung des Anspruchs auf eine Hilflose
n
entschädigung beim Sozialversicherungsgericht Beschwerde erheben (Prozess Nr. IV.2011.00829; Urk. 7/159). Mit U
r
teil vom 27. September 2012 hiess das Gericht die B
e
schwerde in dem Sinne gut, dass es die Verfügung aufhob und die Sache zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurückwies (Urk. 7/187). Dieses Urteil blieb unangefoc
h
ten.
1.4
Parallel zu den Abklärungen zum Anspruch auf eine Hil
f
losenentschädigung hatte die IV-Stelle der Versicherten verschiedene Leistungen unter dem Titel von Hilfsmitteln zugesprochen, nämlich am 16. Juni 2011 einen Rollstuhl (Urk. 7/125), am 17. Juni 2011 ein Rollstuhl-Zuggerät (Urk. 7/126) und am 11. Januar 2012 eine Rampe (Urk. 7/170).
Des Weiteren hatte die IV-Stelle zur Abklärung des A
n
spruchs von X._ auf eine Invalidenrente am 14. Juni 2011 eine Haushaltabklärung durchführen lassen (Bericht vom 22. Juni 2011, Urk. 7/139), hatte den Bericht von PD Dr. F._ vom 20. Juni 2011 entgegengenommen (Urk. 7/127) und hatte der Versicherten daraufhin mit Vorbescheid vom 21. Oktober 2011 für die Zeit ab dem 1. August 2011 eine Viertelsrente bei einem Invalid
i
tätsgrad von 41 % in Aussicht gestellt (Urk. 7/143; vgl. auch den Einkommensvergleich vom 12. Oktober 2010, Urk. 7/140, und das Feststellungsblatt vom 20. Oktober 2011, Urk. 7/141). Die Versicherte hatte durch Rechtsa
n
walt Markus Zimmermann am 23. November 2011 Einwendungen erheben lassen (Urk. 7/164), worauf die IV-Stelle einen Bericht von PD Dr. F._ vom 29. August 2011 zuhanden der Pensionskasse zu den Akten genommen hatte (Urk. 7/169). Im weiteren Verlauf gelangte sie in den Besitz von Berichten des J._, Dr. med. K._, Rheum
a
tologie, vom 11. September sowie vom 16. und vom 24. Oktober 2012 (Urk. 7/184, Urk. 7/185 und Urk. 7/192).
Mit Verfügung vom 5. April 2013 entschied die IV-Stelle schliesslich im Sinne ihres Vorbescheids und sprach der Versicherten ab August 2011 eine Viertels
rente - nunmehr bei einem Invaliditätsgrad von 47 % - zu (Urk. 7/182 und Urk. 7/199; vgl. auch den Einkommensvergleich vom 7. Juni 2012, Urk. 7/180, und das Feststellungsblatt vom 10. September 2012, Urk. 7/181).
1.5
Zur weiteren Abklärung des Anspruchs auf eine Hilflose
n
entschädigung hatte die IV-Stelle gestützt auf das U
r
teil des Sozialversicherungsgerichts vom 27. September 2012 am 13. Januar 2013 eine neue Abklärung bei der Ve
r
si
cherten zu Hause durchgeführt (Bericht vom 8. April 2013, Urk. 7/201). Im Vor
bescheidverfahren (Vorbescheid vom 18. April 2013, Urk. 7/202; Einwendungen vom 21. Mai 2013, Urk. 7/218) erhielt die IV-Stelle Kenntnis von e
i
nem Bericht der L._ vom 25. Februar 2013 über einen dreiwöchigen Aufent
halt der Versicherten zur Verbess
e
rung der Knie-Problematik, in dessen Verlauf sich vorb
e
standene Schmerzen an beiden Schultern verstärkt hatten (Urk. 7/215). Die linke Schulter war anschliessend im April 2013 im M._ operiert worden (arthroskopische B
i
zepstenotomie und AC
Gelenks
resektion; vgl. Urk. 7/232/1), und die IV-Stelle holte zum Verlauf den Bericht des J._ vom 24. September 2013 ein, wo die Ver
sicherte nach der Operation eine zweimonatige stati
o
näre Rehabilitation durch
laufen hatte (Urk. 7/232). Au
s
serdem holte sie eine Stellungnahme ihres Abklärungsdienstes vom 17. Oktober 2013 ein (Urk. 7/234).
Mit Verfügung vom 17. Oktober 2013 verneinte die IV-Stelle hierauf im Sinne ihres Vorbescheids den Anspruch der Versicherten auf eine Hilflosenentschädi
gung erneut (Urk. 7/233).
1.6
X._ liess sowohl gegen die Verfügung vom 5. April 2013 betref
fend den Rentenanspruch als auch gegen die Verf
ü
gung vom 17. Oktober 2013 betreffend den Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung Beschwerde erheben und bea
n
tragen, ihr seien mindestens eine Dreiviertelsrente und min
destens eine Entschädigung für eine Hilflosigkeit leichten Grades zuzusprechen, eventualiter seien weitere Sachverhaltsabklärungen vorzunehmen (Ein-
gaben vom 7. Mai und vom 18. November 2013, Urk. 7/210/3-14 und Urk. 7/238/3
19; Prozesse Nr. IV.2013.00416 und Nr. IV.2013.01052).
Das Sozialversicherungsgericht vereinigte die beiden Verfahren (Verfügung vom 18. Dezember 2013, Urk. 7/240). Mit Urteil vom 23. Dezember 2014 hob es die Verfügungen vom 5. April und vom 17. Oktober 2013 auf und wies die Sache zur Veranlassung einer polydisziplinären Begutac
h
tung der Versicherten und zur anschliessenden neuen En
t
scheidung über die Ansprüche auf eine Rente und auf eine Hilflosentschädigung an die IV-Stelle zurück (Urk. 7/276). In glei
chem Sinne entschied das Gericht mit separatem Urteil vom 23. Dezember 2014 über die B
e
schwerde vom 2. September 2014 (Urk. 7/258/3-4) gegen eine Ver
fügung vom 27. Juni 2014, mit der die IV-Stelle die Höhe der Invalidenrente der Versicherten nach dem Eintritt des Ehemannes ins AHV-Rentenalter bei gleichg
e
bliebenem Invaliditätsgrad neu berechnet hatte (Urk. 7/258/17-20). Dabei wies das Gericht darauf hin, dass diese Verfügung durch die Beschwerde gegen die Ve
r
fügung vom 5. April 2013 mitangefochten sei und das s
e
parate Urteil lediglich der Klarstellung diene (Urk. 7/275; Prozess Nr. IV.2014.00867).
Die Urteile vom 23. Dezember 2014 wurden nicht angefoc
h
ten.
1.7
In der Zwischenzeit hatte die IV-Stelle der Versicherten weitere Hilfsmittel zuge
sprochen, so am 23. August 2013 Änderungen an ihrem Personenwagen (Urk. 7/231), am 27. Februar 2014 verschiedene bauliche Anpassungen im Wohnhaus (Urk. 7/246) und am 23. Dezember 2014 einen Elektro-Rollstuhl anstelle des bisherigen Rollstuhls mit Zuggerät (Urk. 7/274).
In Nachachtung der Urteile vom 23. Dezember 2014 liess die IV-Stelle durch das N._ das Gut
achten vom 3. Februar 2016 erstellen (Urk. 7/328; Dipl.-Med. O._, Fachärztin für Allgemeine Medizin, Allgemein-medizinische Fallführung, Dr. med. P._, Facharzt für Rheumatologie, Dr. med. Q._, Facharzt für Neurologie, Dr. med. R._, Facharzt für Psychiatrie und Psychoth
e
rapie, und Dr. med. S._, Facharzt für Innere Medizin, Chefarzt) und übermit
telte dem N._ hierzu auch einen neu eingegangenen Bericht der Psychologin Dr. phil. T._ vom 13. August 2015 über den Behandlungsverlauf seit 2011 (Urk. 7/317). Zudem holte die IV-Stelle beim N._ die Ergänzung vom 29. Februar 2016 ein (Urk. 7/332; Fragen vom 12. Februar 2016, Urk. 7/329) und unterbreitete das Gutachten anschliessend ihrem RAD-Arzt pract. med. U._, Facharzt für Arbeitsmedizin (Stellungnahme vom 8. März 2016, Urk. 7/333/3
4). Au
s
serdem nahm sie einen Bericht des J._ vom 27. April 2015 über eine Computertomographie des Gehirns nach durchge
machter Entfernung eines Basalzellenkarzinoms im Scheitelbereich zu den Akten (Urk. 7/330/6-8).
Mit Vorbescheid vom 14. April 2016 eröffnete die IV-Stelle der Versicherten, dass sie ihren Anspruch auf Leistungen zu verneinen gedenke, da keine Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorlägen (Urk. 7/334; vgl. auch das Feststellungsblatt in Urk. 7/333). Die Versicherte liess durch Rechtsanwalt Markus Zimmermann mit den Eingaben vom 13. Mai und vom 30. Juni 2016 Einwendungen erheben (Urk. 7/337 und Urk. 7/344) und liess dazu neben einer von ihr persö
n
lich verfassten Stellungnahme vom 9. Mai 2016 (Urk. 7/341) eine Stellungnahme von Dr. K._ vom 28. Juni 2016 (Urk. 7/340) und zwei Röntgenberichte des J._ vom 8. August 2013 und vom 1. Juni 2012 (Urk. 7/342 und Urk. 7/343) einreichen. Die IV-Stelle holte zu den Aus
führungen von Dr. K._ die Beurteilung des N._ vom 26. Juli 2016 ein (Urk. 7/347; Fragen vom 8. Juli 2016, Urk. 7/345).
Mit einem weiteren Vorbescheid vom 23. Juni 2016 hatte die IV-Stelle der Ver
sicherten ferner mitgeteilt, dass sie ihren Anspruch auf eine Hilflosenentschädi
gung ebe
n
falls zu verneinen beabsichtige (Urk. 7/339). Diese liess mit Eingabe vom 29. August 2016 erklären, dass sich ihre Einwendungen vom 30. Juni 2016 gegen den Vo
r
bescheid vom 14. April 2016 auch auf den zweiten Vorb
e
scheid bezögen (Urk. 7/350). Mit den Eingaben vom 22. August und vom 14. September 2016 äusserte sich die Versicherte sodann persönlich und zusätz
lich durch ihren Rechtsvertreter zu Beurteilung des N._ vom 26. Juli 2016 (Urk. 7/354 und Urk. 7/355). Die IV-Stelle en
t
schied mit den Verfügungen vom 16. und vom 19./20. September 2016 im Sinne ihrer Vorbescheide und ver
neinte den Anspruch der Versicherten auf Leistungen und auf eine Hilflo
senentschädigung (Urk. 2/1 = Urk. 7/357 und Urk. 2/2 = Urk. 7/358; vgl. auch das Feststellungsblatt in Urk. 7/356 und die Stellungnahme des Abklärungs
dienstes der IV-Stelle vom 20. September 2016, Urk. 7/360).
2.
2.1
Gegen die Verfügungen vom 16. und vom 19./20. September 2016 liess X._ durch Rechtsanwalt Markus Zimmermann mit Eingabe vom 19. Oktober 2016 Beschwerde erheben (Urk. 1; vorliegender Prozess Nr. IV.2016.01150) und b
e
antragen, die Verfügungen seien aufzuheben und ihr seien die gesetzlich geschuldeten Leistungen, namentlich eine Rente der Invali
denversicherung sowie eine Hilflosenen
t
schädigung, zuzusprechen, eventualiter seien weitere Sachverhaltsabklärungen vorzunehmen (Urk. 1 S. 2). Gleichzeitig reichte die Versicherte einen persönlichen Kommentar vom 16. Oktober 2016 ein (Urk. 3). Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 24. November 2016 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6) und berief sich unter anderem auf eine neu eingeholte Stellungnahme ihres RAD-Arztes Dr. med. V._, Facharzt für Chirurgie, vom 23. November 2016 (Urk. 7/362). In der Replik vom 10. Februar 2017 (Urk. 12) und in den zusätzlichen pe
r
sönlichen Kommentaren vom 10. Januar 2017 (Urk. 13) blieb die Versicherte bei ihren Standpunkten. Die IV-Stelle verzichtete mit Eingabe vom 22. Februar 2017 da
r
auf, eine Duplik zu erstatten (Urk. 15), was der Vers
i
cherten am 27. Februar 2017 mitgeteilt wurde (Urk. 16).
2.2
Mit Verfügung vom 20. Dezember 2016 hatte die IV-Stelle X._ zur Rückzahlung der Renten im Gesamtbetrag von Fr. 32‘053.-- verpflichtet, die ihr für die Zeit von A
u
gust 2011 bis September 2016 von der Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Aargau ausgerichtet worden waren (Urk. 17/2 = Urk. 17/6/370).
X._ hatte mit Eingabe vom 31. Januar 2017 auch gegen diese Verfügung Beschwerde erheben und deren Aufhebung beantragen lassen (Urk. 17/1; Prozess Nr. IV.2017.00127). Die IV-Stelle stellte in der Beschwerde
antwort vom 9. März 2017 den Antrag, die Beschwerde sei abzuweisen (Urk. 17/5), wovon die Versicherte am 14. März 2017 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 17/7).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2004, am 1. Januar 2008 und am 1. Januar 2012 sind die im Zuge der Revisionen 4, 5 und 6a geä
n
derten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Inval
i
denversicherung (IVG), der Verordnung über die Invalidenversi
cherung (IVV) und des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) in Kraft getreten. In materiellrechtlicher Hi
n
sicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zugrunde zu legen sind, die gegolten haben, als sich der zu den materie
l
len Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hi
n
weisen).
Die angefochtenen Verfügungen wurden am 16. und am 19./20. September sowie am 20. Dezember 2016 erlassen. Da ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem I
n
krafttreten der revidierten Bestimmungen der 4. IV-Revision
am 1. Januar 2004, der 5. IV
Revision am 1. Januar 2008 und der IV-Revision 6a begonnen hat - zur Diskussion stehen die Ansprüche aufgrund von
Gesund
heitsschäden, die teil
weise vor dem Jahr 2000 i
h
ren Anfang genommen hatten -, und die Verfügung eine Dauerleistung betrifft, ist entsprechend der dar
gelegten intertemporalrecht
lichen Regelung für die Zeit bis Ende 2003 auf die damals gültig gewesenen Bestimmungen und für die Zeiten ab dem 1. Januar 2004, ab dem 1. Januar 2008 und ab dem 1. Januar 2012 auf die jeweils neuen Normen der Revisionen 4, 5 und 6a abzustellen (vgl. zur 4. IV
Revision:
BGE 130 V 445
; Urteil des Bun
desgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006, E. 1).
Soweit jedoch diese Revisio
nen keine substanziellen Änderungen gegenüber der früheren Rechtslage gebracht haben, ist die zur al
t
rechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin massgebend (Urteil des Bundes
gerichts 8C_76/2009 vom 19. Mai 2009, E. 2).
2.
Invalidität wird in Art. 8 Abs. 1 ATSG definiert als voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Ausserdem ge
l
ten gestützt auf Art. 8 Abs. 3 ATSG auch Personen als invalid, bei denen eine Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen nichterwerblichen Aufgabenbe
reich zu betät
i
gen.
Nach Art. 4 Abs. 1 IVG kann die Invalidität Folge von Geburtsgebrechen, Krank
heit oder Unfall sein. Sie gilt nach Art. 4 Abs. 2 IVG als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruchs erforderliche Art und Schwere erreicht hat.
3.
3.1
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind.
3.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG (in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Pe
r
son nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglied
e
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
e
nanntes Invalidenein
kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes Valideneinkom
men). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen E
r
werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkom
mensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt.
In gewissen Fällen, insbe
sondere dort, wo
Val
i
den- und Invalideneinkommen
anhand derselben Tätigkeit zu ermitteln sind
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_295/2017 vom 27. September 2017 E. 6.5),
kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozent
zahlen genügen. Das ohne Invalidität erzielbare hypothetische E
r
werbseinkom
men ist alsdann mit 100
%
zu bewerten, wä
h
rend das Invalideneinkommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, sodass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt
(sog
e
nannter Prozentvergleich;
BGE 114 V 310 E. 3a mit Hi
n
weisen).
Bei nicht erwerbstätigen Versicherten wird gestützt auf Art. 28a Abs. 2 IVG für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im nichterwerblichen Aufgabenbereich zu betätigen.
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Inval
i
dität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch in einem nichterwerblichen Aufgabenbereich tätig, namentlich im Haushalt, so wird die Invalidität für di
e
se Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgaben
bereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (vgl. Art. 28a Abs. 3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung). Die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesun
d
heitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, insbeso
n
dere auf die persönlichen, fami
liären, sozialen und e
r
werblichen Verhältnisse (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen).
3.3
Der Rentenanspruch entsteht nach Art. 29 Abs. 1 IVG in der bis Ende 2007 in Kraft gewesenen Fassung
frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person minde
s
tens zu 40 % bleibend erwerbsunfähig geworden ist (lit. a) oder während eines Jahres ohne wesentlichen Unte
r
bruch durchschnittlich mindes
tens zu 40 % arbeitsunfähig war (lit. b). Eine entsprechende Regelung ist in Art. 28 Abs. 1 lit. b und c IVG in der ab Anfang 2008 gültigen Fassung statu
iert. Zusätzlich kann der Rentenanspruch ab dem 1. Januar 2008 gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG nicht vor Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendmachung entst
e
hen.
3.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft en
t
sprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt rechtspr
e
chungsgemäss jede wesentliche Änderung in den tatsächl
i
chen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditäts
grad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Unerheblich unter revi
sionsrechtlichen Gesichtspunkten ist dagegen nach der Rechtsprechung die unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen unverändert geblieb
e
nen Sachverhaltes (BGE 112 V 387 E. 1b mit Hinweisen). Die dargelegten Grunds
ätze zur Rentenrevision gelten rechtsprechungsgemäss auch dort, wo sich eine versiche
r
te Person, deren Rentenanspruch verneint wor
den ist, bei der Invali
denversicherung erneut zum Rentenbezug anme
l
det. Auch dort ist zu prüfen, ob seit dem Erlass des rentenabweisenden Entscheids eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist (vgl. BGE 130 V 73 E. 3.1 und 3.2 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.4).
4.
4.1
Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz, die hilflos sind, haben gemäss Art. 42 Abs. 1 Satz 1 IVG Anspruch auf eine Hilf
lo
sen
entschädigung. Als hilflos gilt gemäss Art. 9 ATSG eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dau
ernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung bedarf. Dabei sind praxisgemäss (BGE 121 V 88 E. 3a mit Hinweisen) die folgenden sechs alltägli
chen Lebensverrichtun
gen massg
e
bend:
-
Ankleiden, Auskleiden;
-
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
-
Essen;
-
Körperpflege;
-
Verrichtung der Notdurft;
-
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme (BGE 127 V 97 E. 3c, 125 V 297 E. 4a).
Ausserdem gilt nach Art. 42 Abs. 3 IVG auch eine Person als hilflos, welche zu Hause lebt und wegen der Beei
n
trächtigung der Gesundheit dauernd auf lebens
praktische Begleitung an
gewiesen ist.
4.2
Gemäss Art. 42 Abs. 2 IVG ist zwischen schwerer, mitte
l
schwerer und leichter Hilflosigkeit zu unterscheiden.
Nach Art. 37 Abs. 1 IVV gilt die Hilflosigkeit als schwer, wenn die versicherte Person vollständig hilflos ist. Dies ist der Fall, wenn sie in allen alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter an
gewiesen ist und überdies der da
u
ernden Pflege oder der persönlichen Überwa
chung bedarf.
Als mittelschwer gilt die Hilflosigkeit gemäss Art. 37 Abs. 2 IVV, wenn die ver
sicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:
a.
in den meisten alltäglichen Lebensverric
h
tungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
b.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensve
r
richtungen regelmäs
sig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter ange
wiesen ist und überdies einer dauernden persönlichen Über
wachung bedarf; oder
c.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensve
r
richtungen regelmäs
sig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter und überdies dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewiesen ist.
Nach der Rechtsprechung setzt Hilflosigkeit mittelschw
e
ren Grades nach Art. 37 Abs. 2 lit. a IVV eine Hilfsb
e
dürftigkeit in min
destens vier alltäglichen Lebens
verrichtungen voraus (BGE 121 V 88 E. 3b, 107 V 145 E. 2).
Schliesslich gilt die Hilflosigkeit nach Art. 37 Abs. 3 IVV als leicht, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:
a.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensve
r
richtungen regelmäs
sig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter ange
wiesen ist;
b.
einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;
c.
einer durch das Gebrechen bedingten ständ
i
gen und beson
ders aufwendi
gen Pflege b
e
darf;
d.
wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körper
li
chen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheb
licher Diens
t
leis
tungen Dritter gesellschaftliche Ko
n
takte pflegen kann; oder
e.
dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewiesen ist.
4.3
Ein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung liegt nach Art. 38 Abs. 1 IVV dann vor, wenn eine volljährige ve
r
sicherte Person aus
serhalb eines Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung der Gesundheit:
a.
ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbständig wohnen kann;
b.
für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Beglei
tung einer Drittpe
r
son angewiesen ist; oder
c.
ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren.
Ist lediglich die psychische Gesundheit beeinträchtigt, so muss nach Art. 38 Abs. 2 IVV für die Annahme einer Hilflosigkeit gleichzeitig ein Anspruch auf mindestens eine Viertelsrente bestehen.
5.
Nach dem allgemeinen Grundsatz in Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG sind unrecht-mäs
sig bezogene Leistungen zurückzue
r
statten. Rechtsprechungsgemäss dürfen formell recht
s
kräftig ausgerichtete Leistungen jedoch
nur dann zurück
gefordert werden, wenn entweder die Voraussetzungen für eine Wiedererwä
gung oder die Voraussetzungen für eine pr
ozessuale Revision (Art. 53 Abs. 1 und 2 ATSG) erfüllt sind
(vgl. Kieser, ATSG-Kommentar, 3.
Aufl
age
,
Z
ü
rich/Basel/Genf 2015, N 3 ff. zu Art. 25 ATSG;
vgl. auch BGE 130 V 380 E.
2.3.1
mit Hinwei
sen).
Nach Art. 25 Abs. 2 ATSG erlischt der Rückforderungsa
n
spruch mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Vers
i
cherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung (Satz 1); wird der Rückforderungsanspruch aus einer straf
baren Handlung hergeleitet, für welche das Strafrecht eine längere Ve
r
jäh
rungsfrist festsetzt, so ist diese längere Frist massgebend (Satz 2). Bei den Fris
ten in Art. 25 Abs. 2 ATSG handelt es sich nach feststehender Rechtsprechung entgegen deren Bezeichnung nicht um Verjährungs-, so
n
dern um Verwirkungs
fristen (vgl. BGE 124 V 380 E. 1 mit Hinweisen).
6.
6.1
Dem Wortlaut nach - Überschrift „Kein Anspruch auf IV-Leistungen“ - befasst sich die Verfügung vom 16. September 2016 (Urk. 2/1) mit dem generellen A
n
spruch auf Leistungen (Urk. 2/1), während die Verfügung vom 19./20. Sep
tember 2016 - Überschrift „Keine Hilfl
o
senentschädigung“ - spezi
fisch den Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung verneint (Urk. 2/2).
In der Begründung der Verfügung vom 19./20. September 2016 (Urk. 2/2) mit der Überschrift „Keine Hilflosenen
t
schädigung“ wird auf das Urteil des Sozial
versicherungsgerichts vom 23. Dezember 2014 hingewiesen, dessen Gegenstand die Ansprüche auf eine Rente (Verf
ü
gung vom 5. April 2013, Urk. 7/182 und Urk. 7/199) und auf eine Hilflosenentschädigung (Verfügung vom 17. Oktober 2013, Urk. 7/233) waren (Urk. 7/276), und es wird ausgeführt, dass sich die Notwendigkeit der stri
t
tig gewesenen lebenspraktischen Begleitung im Sinne von Art. 38 Abs. 1 IVV durch das polydisziplinäre Gutachten vom 3. Februar 2016 nicht habe bestätigen lassen. G
e
genstand dieser Verfügung ist daher nur der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Hilflosenentschädigung, auch wenn die Verfügung für das Fehlen einer Hilflosigkeit auf die Ausführungen im polydisziplinären Gutachten zum generellen Fehlen einer Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit im Beruf und im Haushalt Bezug nimmt.
Auch in der Begründung der Verfügung vom 16. September 2016 (Urk. 2/1) mit der Überschrift „Kein Anspruch auf IV-Leistungen“ wird festgestellt, es liege gemäss dem polydisziplinären Gutachten vom 3. Februar 2016 keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor, und daran schliesst sich das Fazit an, es liege keine Invalidität im Sinne des Gesetzes vor und es entstehe kein Anspruch auf IV-Leistungen. Entgegen dieser weitg
e
fassten Folgerung ist der Gegenstand der Verfügung vom 16. September 2016 aber auf den Anspruch auf eine Rente beschränkt. Dies ergibt sich zum einen daraus, dass auch in dieser Verfügung das Urteil des Sozialversicherung
s
gerichts vom 23. Dezember 2014 als Ausgangspunkt genannt wird, und zum andern aus der anspruchsspezi
fischen Def
i
nition der Invalidität in Art. 4 Abs. 2 IVG. Im Rahmen der Beurtei
lung der Verfügung vom 16. September 2016 geht es also nur um den Rentenanspruch und nicht etwa um die - vergangenen und zukünftigen - Ansprüche der B
e
schwerdeführerin auf Hilfsmittel nach Art. 21 ff. IVG.
6.2
Die Verfügung vom 16. September 2016, mit welcher der Anspruch der Beschwer
deführerin auf eine Invalidenrente verneint wird (Urk. 2/1; Prozess Nr. IV.2016.01150), und die Verfügung vom 20. Dezember 2016, mit welcher die b
e
reits ausbezahlten Renten von der Beschwerdeführerin z
u
rückgefordert werden (Urk. 17/2; Prozess Nr. IV.2017.00127), stehen in einem unmittelbaren sachlichen Zusammenhang. Es rechtfertigt sich daher, den Prozess Nr. IV.2017.00127 mit dem vorliegenden Prozess Nr. IV.2016.01150 zu vereini
gen. Die Akten des Prozesses Nr. IV.2017.00127 sind im vorliegenden Prozess als Urk. 17/0-8 zu führen.
7.
7.1
Nachdem die Ansprüche der Beschwerdeführerin auf eine Rente und auf eine Hilflosenentschädigung mit den Verf
ü
gungen vom 14. und vom 15. Juli 2005 verneint worden w
a
ren (Urk. 7/32 und Urk. 7/34), war die Hilflosenentschädi
gung erneut Gegenstand der anspruch
s
verneinenden Verfügung vom 14. Juni 2011 (Urk. 7/122) und des sich daran anschliessenden Gerichtsverfahrens, das mit dem Urteil vom 27. September 2012 erledigt wurde (Urk. 7/187). Das Sozialversicherungsgericht bejahte d
a
mals unter Hinweis auf die im Jahr 2010 neu aufgetret
e
nen Kniebeschwerden eine Sachverhaltsänderung seit dem erst
maligen Entscheid über die Hilflosenentschädigung des Jahres 2005 (Urk. 7/187 E. 4.1). Gestützt auf den Bericht von PD Dr. F._ vom 22. Februar 2011 (Urk. 7/78) und auf den Bericht der Beschwerdegegnerin vom 1. April 2011 über die Abklärung zu Hause vom 24. März 2011 (Urk. 7/98) gelangte das Gericht sodann zum Schluss, die Beschwerdeführerin sei in den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen nicht massgeblich ei
n
geschränkt (Urk. 7/187 E. 2.2), hin
gegen erachtete es die Frage nach der Notwendigkeit lebenspraktischer B
e
gleitung im Sinne von Art. 38 Abs. 1 IVV, namentlich in den Bereichen des Wohnens (lit. a) und der ausserhäusl
i
chen Verrichtungen (lit. b
)
, als weiter abklärungsb
e
dürftig. Es wies die Sache deshalb zur Vornahme dieser Abklärun
gen an die Beschwerdegegnerin zurück und aufe
r
legte ihr auch, neben der qualitativen und quantitativen Erfassung des Begleitungsbedarfs zu prüfen, wieweit die Beschwerdeführerin diesen Bedarf mit geeigneten Hilf
s
mitteln zu reduzieren in der Lage sei (Urk. 7/187 E. 4.2 und E. 4.3).
Die Verfügung vom 5. April 2013, mit welcher der B
e
schwerdeführerin eine Viertelsrente zugesprochen worden war (Urk. 7/182 und Urk. 7/199), und die Verfügung vom 17. Oktober 2013, mit welcher der Anspruch auf eine Hilflo
senentschädigung nach weiteren Abklärungen wiede
r
um verneint worden war (Urk. 7/233), waren sodann G
e
genstand des Gerichtsverfahrens, das mit dem Urteil vom 23. Dezember 2014 endete (Urk. 7/276). Bei der erneuten Verneinung der Hilflosigkeit hatte sich die Beschwerd
e
gegnerin auf den Bericht vom 8. April 2013 über die A
b
klärung der Hilflosigkeit bei der Beschwerdeführerin zu Hause gestützt (Urk. 7/201), der hinsichtlich der l
e
benspraktischen Begleitung von den Erhebungen im Bericht vom 22. Juni 2011 über die Haushaltabklärung zur Prüfung des Rentenanspruchs (Urk. 7/139) ausgegangen war und diese Erhe
bungen aktualisiert hatte. Das Sozialversich
e
rungsgericht beurteilte es zum einen als problematisch, aus dem Ausmass der Einschränkungen im Haushalt unmi
t
telbar auf den Umfang des Bedarfs an lebenspraktischer Begleitung im Sinne von Art. 38 Abs. 1 lit. a IVV zu schliessen (Urk. 7/276 E. 6.2), zum andern erachtete es nunmehr den Sachverhalt auch in medizinischer Hinsicht als weiter abklärungsbedürftig, da eine umfassende, a
b
schliessende Diskussion des Zu
sammenhangs zwischen den objektiven Befunden und den subjektiv beschrie
benen B
e
einträchtigungen fehlte (Urk. 7/276 E. 6.3). Dabei bezog sich der Abklärungsbedarf gemäss dem Urteil vom 23. Dezember 2014 gleichermassen auf die Frage nach dem Rentenanspruch (Urk. 7/276 E. 7).
Dies war der Ausgangspunkt für die Veranlassung des Gu
t
achtens des N._ vom 3. Februar 2016 (Urk. 7/328), auf dem die angefochtenen Verfügungen vom 16. und vom 19./20. September 2016 basieren. Die Gutachter gelangten darin in der Gesamtbeurteilung zum Schluss, es lägen w
e
der somatische noch psychiatrische Diagnosen vor, welche die dargetanen Behinderungen erklärten und sich auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der ang
e
stammten Tätigkeit als Musikerin und auf die Leistung
s
fähigkeit im Haushalt auswirkten (Urk. 7/328/77-78). Diese Beurteilung ist umstritten, und es ist im Nachfo
l
gen
den darauf einzugehen.
7.2
7.2.1
Das Sozialversicherungsgericht wies im Urteil vom 23. Dezember 2014 auf die drei Problemkreise körperl
i
cher Beschwerden hin, welche die Beschwerdeführe
rin b
e
hinderten, nämlich auf die Beschwerden in der linken Schulter, die Beschwerden im rechten Knie und die R
ü
ckenbeschwerden.
Hinsichtlich der Schulterbeschwerden konnte das Gericht weder dem Bericht der L._ vom 25. Februar 2013 über den präoperativen dreiwöchigen Aufenthalt (Urk. 7/209/1-3) noch dem Bericht von Dr. K._ des J._ vom 24. September 2013 über die zweimonatige postoperative stationäre Behandlung (Urk. 7/232) eine Beurteilung en
t
nehmen, die sich mit den objektiven Befunden und den g
e
schilderten Beeinträchtigungen gleicher
massen auseinandersetzte (Urk. 7/276 E. 6.3.2).
Auch in Bezug auf die rechtsseitigen Kniebeschwerden vermisste das Gericht eine solche umfassende Beurte
i
lung. Es wies auf ein Knochenmarködem hin, das im Jahr 2010 mit einer Magnetresonanzuntersuchung festgestellt worden war (vgl. Urk. 7/87/19), das sich im Anschluss an die Arthroskopie vom Mai 2010 (Urk. 7/87/20) bei den verschiedenen Kontrolluntersuchungen des Jahres 2010 (Urk. 7/87/10, Urk. 7/87/25, Urk. 7/117/10) jedoch als vollständig regredient erwiesen hatte. Sodann konst
a
tierte das Gericht, dass die G._ die rechtsseitigen Kniegelenksbeschwerden im Bericht vom 18. Januar 2011 keiner eindeutigen Ätiologie hatte zuordnen können, dass sie zwar für einen Teil der Beschwerden eine Symptomatik in Betracht gezogen hatte, die mit einem CRPS („complex regional pain syndrome“)
verwandt sei, ohne jedoch Hi
n
weise für ein florides CRPS gefunden zu haben, dass sie die radiologisch festgestellten Knorpelschäden als Ze
i
chen einer beginnenden Gon
arthrose gewertet hatte, die das Ausmass der angegebenen Beschwerden und die Bewe
gungs
einschränkung jedoch nicht erklärten, und dass sie schliesslich den Verdacht auf eine Myositis nicht hatte bestätigen können und keine Hinweise auf eine rheu
matologisch-entzündliche Grundkrankheit gefunden hatte (vgl. Urk. 7/87/10). Des Weiteren stellte das Gericht fest, dass PD Dr. F._ in seinen Berichten des Jahres 2011 über die Behandlung der Beschwerdeführerin ab A
n
fang Februar 2011 die Diagnose eines CRPS Typ I (Synon
y
me: Algodys
trophie, sympathische Reflexdystrophie, Morbus Sudeck) zwar ebenfalls genannt, jedoch gleiche
r
massen keine spezifischen Befunde erhoben hatte (vgl. Urk. 7/78/1, Urk. 7/127 und Urk. 7/169), und dass es sich mit den Berichten von Dr. K._ des J._ von Se
p
tember/Oktober 2012 gleich verhielt (vgl. Urk. 7/184, Urk. 7/185 und Urk. 7/192) (Urk. 7/276 E. 6.3.3).
Die Angaben in den aktuelleren Berichten zu den Rücke
n
beschwerden schliess
lich, so im Bericht der G._ vom 18. Januar 2011 (vgl. Urk. 7/87/11) und in den Berichten von Dr. K._ vom Septem
ber/Oktober 2012 (vgl. Urk. 7/184/3, Urk. 7/185/3 und Urk. 7/192/3), befand das Gericht ebenfalls als unspezifisch (Urk. 7/276 E. 6.3.3).
7.2.2
Neben den Beschwerden mit organischer Manifestation erwähnte das Sozialver
sicherungsgericht im Urteil vom 23. September 2014 auch die Hinweise auf eine psychische Komponente des Zustandsbildes, insbesondere im Bericht von Dr. Z._ vom 22. März 2005 (vgl. Urk. 7/16) und im Bericht von Dr. K._ des J._ vom 24. September 2013, wo von einer aktuelleren psychologischen und psychiatr
i
schen Betreuung der Beschwerde
führerin die Rede war (vgl. Urk. 7/232/3). Es erachtete deshalb auch den Ei
n
be
zug der psychiatrischen Disziplin in die zusätzlichen Abklärungen als erforderlich (Urk. 7/276 E. 6.4).
7.3
7.3.1
Was die verschiedenen körperlichen Probleme b
e
trifft, so sind im Gutachten des N._ die medizinischen Grundlagen nunmehr so zusammengetragen und erar
beitet, dass ein deutliches Bild sowohl der objektiven Befunde als auch der sub
jektiv geschilderten Beeinträchtigungen entsteht.
So enthält das Gutachten eine umfassende Darstellung der medizinischen Vorak
ten, und zusätzlich brachten die Gu
t
achter die Aktenlage durch den
Bei
zug der aktuellsten Berichte, darunter eines Berichts des J._ über Röntgenbilder der linken Schulter, der Lendenwirbelsäule und des Beckens vom 14. September 2015 (Urk. 7/328/28-29), auf den neuesten Stand (Urk. 7/328/2
29). Sodann erstellten die Gutachter a
n
hand der übermittelten und beigezogenen Akten eine au
s
führliche Anamnese (Urk. 7/328/29-39),
des Weiteren liessen sich sowohl die fallführende Allg
e
meinärztin Dipl.-Med. O._ als auch der Rheumatologe Dr. P._ und der Neurologe Dr. Q._ die Krankeng
e
schichte und die aktuellen Beschwerden von der Beschwe
r
deführerin selbst schildern (Urk. 7/328/45-47, Urk. 7/328/51-52 und Urk. 7/328/56-58), und schliesslich machten sich die Gutachter durch persönliche Unters
u
chungen ein eigenes Bild (Urk. 7/328/47-50, Urk. 7/328/52-53 und Urk. 7/328/58-59).
7.3.2
Die Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule und des Kreuz- und Steiss
beins, welche die Beschwerd
e
führerin im Jahr 2005 zur erstmaligen Anmeldung bei der Invalidenversicherung bewogen hatten, dominierten zur Zeit der Begut
achung im N._ anerkanntermassen nicht mehr.
Zwar hatte Dr. K._ im September 2015 wegen geklagter Rückenschmer
zen nochmals eine Röntgenuntersuchung der Lendenwirbelsäule veranlasst, diese hatte jedoch gemäss der Wiedergabe des Berichts vom 14. September 2015 im Gutachten nichts Auffälliges und somit keine erklärenden Befunde ergeben (Urk. 7/328/29+74). Sodann berichtete die Beschwerdeführerin anläss
lich der Untersuchung durch den Rheumatologen Dr. P._ erst auf Nachfrage hin über Rückenbeschwerden, die vor allem durch die Vibrationen bei längeren Autofahrten ausgelöst würden (Urk. 7/328/52; vgl. auch Urk. 7/328/44), und gegenüber dem Neurologen Dr. Q._ bestätigte sie diese Angabe (Urk. 7/328/57). Gleichzeitig bezeichnete sie die B
e
schwerden im Bereich des Steissbeins als im Hintergrund stehend (Urk. 7/328/57), und dazu passt, dass sie nu
n
mehr - seit dem Jahr 2011 (vgl. Urk. 7/328/41+45) - den grössten Teil des Tages im Rollstuhl verbrachte und ihr längeres Sitzen in Ruhe somit möglich war (vgl. Urk. 7/328/52). Einleuchtend ist überdies angesichts der umfassenden Aktenanalyse die Feststellung der Gutachter, dass das Steissbein entgegen ver
schiedener anamnest
i
scher Angaben nie gebrochen gewesen sei (Urk. 7/328/78), auch wenn dieser Umstand nicht bestimmend für das Au
s
mass der Beschwerden ist.
7.3.3
Hinsichtlich des rechten Knies war im Verlauf seit dem Jahr 2010 mehrmals die Diagnose eines CRPS erwähnt worden, ohne dass jedoch die dafür spezifischen Befunde mit Eindeutigkeit aufgelistet worden wären (vorstehend E. 7.2.1). Der Beschwerdeführerin ist darin zuzustimmen (vgl. Urk. 1 S. 10 ff., Urk. 3), dass auch der Rheumat
o
loge Dr. P._ des N._ die Frage nach dieser Diagnose nicht vertieft diskutierte. Zutreffend ist auch, dass der Röntgenbefund im Bericht des J._ vom 6. August 2013, der im rheumatologischen Teilgutachten lediglich zitiert ist, ohne dass er in der Originalfassung vorläge (vgl. Urk. 7/328/53), nicht deckungsgleich ist mit de
m
jenigen im Bericht des J._ vom 8. August 2013, den die Beschwerdeführerin zusammen mit ihren Einwendungen gegen den Vorbescheid vom 14. April 2016 einreichte (Urk. 7/342), und mit dem Vorbefund im ebenfalls neu eingereichten Bericht vom 1. Juni 2012 (Urk. 7/343). Diese beiden Berichte sind im Gutachten des N._ nicht erwähnt (vgl. Urk. 7/328/2-5 und Urk. 7/328/25), und es ist daher tatsächlich anzunehmen, dass Dr. P._ sie nicht kannte. Entgegen der Auffas
sung der Beschwerdefü
h
rerin (Urk. 1 S. 13 und S. 18 ff., Urk. 12 und Urk. 13) macht dies jedoch seine Beurteilung nicht in ihrer G
e
samtheit unbrauchbar.
Denn Dr. K._ legte in der Stellungnahme vom 28. Juni 2016 zwar anschaulich dar, dass die in den neuen Beric
h
ten beschriebene Demineralisation eines der möglichen Zeichen eines CRPS Typ I sei, und er nannte als weitere bei der Beschwerdeführerin anfänglich festgestellte Ze
i
chen die Hyperalgesie, die Temperaturunterschiede und die sudomotorische (das Schwitzen betreffende) Dysfun
k
tion. Für die Gegenwart sprach er jedoch von einem res
i
duellen Befund ohne Nachweis eines floriden CRPS (Urk. 7/340/1). Dass die Beschwerdeführerin in der Ve
r
gangenheit ein CRPS durchgemacht habe, zweifelten inde
s
sen auch die Gutachter des N._ nicht an; vielmehr führte Dr. P._ den „Verdacht auf CRPS im Verlauf“ en
t
gegen der Darstellung in der Beschwerdeschrift (Urk. 1 S. 15 f. und S. 19 f.) ausdrücklich unter den Diagnosen auf (Urk. 7/328/54),
und diese Verdachtsdiagnose figuriert auch in der G
e
samtbeurteilung (Urk. 7/328/68). Des Weiteren ist nicht anzunehmen, dass die unrichtige An
nahme der Gutachter, die Mineralisation im rechten Kniegelenk sei normal (Urk. 7/328/56+76), die Beurteilung der Funktionsfähi
g
keit des Knies beeinflusst hatte. Denn Dr. K._ brachte in der Stellungnahme vom 28. Juni 2016 nicht vor, die festgestellte Demineralisation wirke sich unmittelbar auf die Funktion aus. Vielmehr stufte er in erster Linie die erhöhte Schmerzempfind
lichkeit (Hyperalgesie) als eines der Leitkriterien eines CRPS ein (Urk. 7/340/1
2); das Vorhandensein von Schmerzen wurde aber auch von den Gutachtern des N._ nicht grundsätzlich in Frage g
e
stellt. Es trifft entgegen der Darstellung in der Replik (Urk. 12 S. 2) auch nicht zu, dass die abweichenden Röntgenbefunde im Berichtszitat des Gutachtens zu u
n
richtigen Diagnosen geführt hätten. Der RAD-Arzt Dr. V._ sagte vielmehr umgekehrt, die im Gutachten g
e
stellten Diagnosen liessen sich nicht mit den Befunden im zitierten Bericht unklarer Herkunft vereinbaren (Urk. 7/362/2), und deutete damit an, dass diese Befunde nicht massgeblich in die Beurteilung eingeflossen seien.
Was die Gutachter nicht in jeder Hinsicht gleich beu
r
teilten wie Dr. K._ in der Stellungnahme vom 28. Juni 2016 (Urk. 7/340) und in seinen früheren Beurteilungen vom September/Oktober 2012 (Urk. 7/184, Urk. 7/185, Urk. 7/192), sind das Ausmass und die Auswirkungen der geklagten Knieschmerzen. Die Allgemeinärztin Dipl.-Med. O._ konnte keine Ver
schmächtigung der Muskulatur der unteren Extremitäten feststellen (Urk. 7/328/49), und der Rheumatologe Dr. P._ mass rechts und links seiten
gleiche Umfänge der Ober- und Unterschenkel (Urk. 7/328/53+56), woraus in der Gesamtbeurteilung g
e
schlossen wurde, die Beschwerdeführerin stelle ihre B
e
schwerden und Behinderungen als deutlich stärker dar, als sie seien (Urk. 7/328/81). Das subjektive Schmer
z
empfinden entzieht sich naturgemäss einer direkten, o
b
jektivierbaren Messung; neben den indirekt verwendbaren Messgrössen der Beinumfänge sind jedoch weitere Hinweise vorhanden, aus denen zu schliessen ist, dass der Zustand des rechten Knies keine Schmerzen eines Ausmasses b
e
wirkt, die eine vollständige Gehunfähigkeit erklären könnten. So beschrieb die Beschwerdeführerin die Schme
r
zen im rechten Knie zwar gegenüber Dipl.-Med. O._ und Dr. P._ als Dauerschmerzen, die zeitweise ihren Schlaf störten (Urk. 7/328/46+51), vor allem gegenüber dem Ps
y
chiater Dr. R._ bezeichnete sie ihren Schlaf jedoch als gut (Urk. 7/328/65), was darauf hinweist, dass b
e
hindernd vor allem die einzelnen Schmerzattacken sind, die gemäss den Schilderungen der Beschwerdeführerin bei Belastungen auftreten (vgl. Urk. 7/328/46+56). Aufgrund der Schilderungen des Tagesablaufs mit Arbeiten im Hau
s
halt und administrativen Verrichtungen, Aufenthalten im Freien, Schwimmen, Musizieren, Theaterbesuchen und w
ö
chentlichen Mittagessen mit den Enkeln (Urk. 7/328/41+42+64; vgl. auch bereits das Schreiben der Beschwerdeführerin vom 24. Juli 2013 zur Nutzung des umgerüsteten Personenwagens, Urk. 7/223) ist sodann d
a
von auszugehen, dass sich diese Schmerzattacken nicht mit einer solchen Häufigkeit ereignen, dass die normale Tagesgestaltung andauernd beeinträchtigt wäre.
7.3.4
Was schliesslich die linke Schulter anbelangt, so lag den Gutachtern ein Bericht des J._ vom September 2015 über eine aktuelle Röntgenaufnahme vor, der gemäss dem Berichtszitat im Gutachten die Veränderungen nach der Operation (AC-Gelenk) feststellte, im Übrigen jedoch keine zunehmenden Dege
nerationen und auch nicht die t
y
pischen Veränderungen eines Morbus Sudeck (CRPS) zeigte (Urk. 7/328/28-29). Der Rheumatologe Dr. P._ diagno
s
tizierte daher im Bereich der Schulter plausiblerweise kein CRPS, sondern machte die Diagnose einer postoper
a
tiven Periarthropathia humeroscapularis tendinotica für die Schmerzen verantwortlich (Urk. 7/328/55-56). Dr. K._ ging in seiner Stellungnahme vom 28. Juni 2016 damit einig; er bestätigte, dass in der linken Schulter keine CRPS habe objektiviert werden können, und sprach von einer chronischen Schmerzstörung (Urk. 7/340/2).
Auch hier erachteten die Gutachter das Ausmass der Schmerzen jedoch als
weni
ger ausgeprägt und weniger behindernd als darg
e
stellt - die Beschwerde
führerin erwähnte belastungs- und bewegungsabhängige Schmerzen, Schmerzen beim Liegen, a
k
tuell sogar Schmerzen bei einfacher Berührung sowie g
e
legentliche Schwellungen (Urk. 7/328/47+51+52+57). Der Rheumato
loge Dr. P._ befand das linke Schultergelenk aber als recht gut beweglich (Urk. 7/328/55-56), und Dipl.-Med. O._ konnte auf der linken Seite wohl eine Verminderung der Kraft und der Beweglichkeit, jedoch keine Atrophie erkennen und auch keine Umfangdifferenz, die über die bei Rechtshändigkeit zu erwartende hinau
s
gegangen wäre (Urk. 7/328/49).
7.3.5
Insgesamt leuchtet somit ein, dass die Gutachter des N._ die geklagte Funk
tions
behinderung und die g
e
klagten Schmerzen aus somatischer Sicht zumindest nicht vollumfänglich erklären konnten.
7.3.6
In psychiatrischer Hinsicht erhob Dr. R._ des N._ von der Beschwerdefüh
rerin die familiäre, schul
i
sche und berufliche Biografie seit der Kindheit bis in die Gegenwart (Urk. 7/328/60-62) und liess sich von ihr die gegenwärtige Tagesstruktur sowie in groben Zügen die Krankheitsgeschichte und die aktuellen Beschwerden schildern (Urk. 7/328/60-64). Dabei protokol
lierte er auch ihre Aussage, wonach sie sich nicht als psychisch krank erachte, sondern ihre zeitweilige Traurigkeit für eine natürliche Reaktion auf ihre Situa
tion halte (Urk. 7/328/60+62+63). In Analyse dieser Untersuchung
s
ergebnisse gelangte er zur Beurteilung, die Beschwerd
e
führerin zeige eine akzentuierte Persönlichkeit mit starker Durchsetzungsfähigkeit, ohne dass jedoch der Grad einer Persönlichkeitsstörung erreicht sei. Hinweise auf eine depressive Stim
mungslage oder auf eine Selbs
t
wertgefühlsproblematik konnte er nicht erken
nen, und er verneinte auch eine dissoziative St
ö
rung/Konversionsstörung als psychische Störung mit Au
s
wirkung auf den Bewegungsapparat oder eine somatoforme Schmerzstörung. Des Weiteren konstatierte er die Funkt
i
onsfähig
keit der Beschwerdeführerin in den vielfältigen Bereichen - Verhalten, Beziehung, Arbeit - und konnte auch keine Anhaltspunkte für Zwangsgedanken oder Zwang
s
handlungen finden (Urk. 7/328/64-67). Dementsprechend stellte er aus der Sicht seines Fachgebietes weder Dia
g
nosen mit noch Diagnosen ohne Auswirkung auf die A
r
beitsfähigkeit (Urk. 7/328/65).
Bei dieser negativen Diagnostik ist die Aussage von Dr. R._, die Beschwer
deführerin zeige nur eine geringe Selbsteinsicht bezüglich psychischer Erkrankungen (Urk. 7/328/65), erläuterungsbedürftig. Die Beschwerd
e
gegnerin erbat sich daher vom N._ zu Recht eine Ste
l
lungnahme und erhielt von Dr. R._ und Dr. S._ die Antwort, die Attestierung einer geringen Krankheitsei
n
sicht beziehe sich nicht auf den aktuellen Zustand, so
n
dern auf die Diagnosen,
die Dr. Z._ im Jahr 2006 gestellt habe, nämlich einer leichten bis mittelgradigen Depression, einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit histrionischen und dissoziativen Zügen, eines zwan
g
haft selbstschädigenden Verhaltens und von Somatisi
e
rungstendenzen (Urk. 7/332). Immer noch nicht einleuchtend ist damit aber, weshalb Dr. R._ im Gu
t
achten nicht nur gegenwärtig, sondern auch anamnestisch Hinweise auf Zwangsgedanken oder -handlungen verneinte (Urk. 7/328/65). Hier wäre eine inhaltliche Auseinander
setzung mit den Feststellungen im ausführlichen Bericht von Dr. Z._ vom 22. März 2005 (Urk. 7/16), der im Gu
t
achten zwar zusammengefasst (Urk. 7/328/9+70), aber nicht diskutiert wurde, geboten gewesen, zumal sich Dr. Z._ schon damals mit den Schmerzzuständen aus ps
y
chiatrischer Sicht zu befassen hatte. Ebenso fehlt eine Diskussion des Berichts der Psychologin Dr. T._ vom 13. August 2015, welche die Beschwerdeführerin im Zei
t
punkt der Berichterstattung immerhin bereits im Rahmen von mehr als hundert Sit
zungen gesehen hatte (vgl. Urk. 7/317). Es ist daher plausibel, dass Dr. K._ in seiner Stellungnahme vom 28. Juni 2016 unter anderem e
i
ne Symptomvalidierung aus psychiatrischer Sicht vermis
s
te (vgl. Urk. 7/340/2).
Dennoch kann aufgrund des Folgenden für die Beurteilung der zur Diskussion stehenden Ansprüche auf eine Rente und eine Hilflosenentschädigung von ergänzenden mediz
i
nischen Abklärungen abgesehen werden.
7.4
7.4.1
Was - in Bezug auf den Rentenanspruch - die beru
f
liche Tätigkeit der Beschwer
deführerin betrifft, so muss nicht allein auf die Arbeitsfähigkeitsbeur
teilung der Gutachter des N._ abgestellt werden, die den medizin
i
schen Befunden keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähi
g
keit zuschrieben und der Beschwerdeführerin somit im Zeitpunkt der Begutachtung für ihre angestammte Täti
g
keit als Musiklehrerin allesamt eine 100%ige Arbeitsf
ä
higkeit attestierten (Urk. 7/328/84) und retrospektiv von lediglich vorübergehenden, hospitali-
sa
tions- und rekonvaleszenzbedingten Einschränkungen ausgingen (Urk. 7/328/87). Vielmehr erlauben es zusät
z
lich die tatsächlichen Verhältnisse, die Leistungsfähi
g
keit zu verifizieren.
Vorgängig zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses an der E._ berief sich die Beschwerdeführerin zwar im Rahmen des Case-Managements des Jahres 2011 auf Einschränku
n
gen, die sie in der Arbeitsausübung behinderten (Urk. 7/90). Noch vor dem Verlust ihrer langjähri
gen Stelle per Ende Juli 2011 liess sie jedoch der Beschwe
r
degegnerin und der involvierten Eingliederungsinstitut
i
on im April 2011 ein Stelleninserat der W._ zukommen und dartun, die Stelle wäre für sie gut geeig
net und gut machbar (Urk. 7/107/1). Und soweit die Einschränkungen in Hindernissen in der Bewältigung des Arbeitsweges b
e
standen, wie die Beschwerdeführerin sie gegenüber dem Schulleiter beschrieb und in den Einlie
derungsgesprächen aufzählte (Urk. 7/107/3 und Urk. 7/115), so handelt es sich hierbei nicht um arbeitsfähigkeitsrelevante, die Arbeitsausübung selbst betref
fende Einschränkungen. Sie wurden später denn auch durch Hilfsmittel beho
ben, nä
m
lich zunächst durch einen herkömmlichen Rollstuhl und durch Änderungen am Personenwagen (Urk. 7/125+126 und Urk. 7/231) und im wei
teren Verlauf durch einen Elektr
o
rollstuhl (Urk. 7/274), mit dem die Beschwer
deführerin in der Lage war, selbständig weiter entfernte Ziele zu erreichen, wie nach ihren eigenen Angaben beispielsweise das B._ (vgl. Urk. 7/328/41).
Ab dem Jahr 2012 ist sodann dokumentiert, dass die B
e
schwerdeführerin priva
ten Musikunterricht - Blockflöte und Stimmbildung - in ihrem Wohnhaus erteilte (Urk. 7/222/3-7). Sie sprach in einem Schreiben an die Beschwerdegegnerin vom 24. Juli 2013 und in einem Tel
e
fonat vom August 2013 - also nach der Schulteroperation vom April 2013 (vgl. Urk. 7/232/1) - zwar nur von einem bis drei Schülern (Urk. 7/224 und Urk. 7/225), machte jedoch nicht geltend, der Ausbau des Privatunterrichts sei aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich. Des We
i
teren erwähnte die Beschwerdeführerin Kurse an der Volkshochschule, die sie gebe (Urk. 7/224-226), und auch hier brachte sie nicht vor, gesundheitlich limitiert zu sein. Vielmehr geht aus einer telefo
nischen Auskunft des Präsidenten der Volkshochschule nur hervor, dass das Z
u
standekommen eines Kurses und damit eines Vertrags mit der Beschwerde
führerin von der Anzahl der Anmeldungen abhängig war (Urk. 7/226). Schliess
lich berichtete die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin im August 2013 von einem Chor, dessen Leitung sie übernehmen werde (Urk. 7/225), und aus einem Schreiben von ihr an die B
e
schwerdegegnerin vom 9. Januar 2014 ist ersichtlich, dass dieses Engagement zustande kam und weitergeführt wurde (Urk. 7/241). Alle diese Tätigkeiten sind ve
r
gleichbar mit denen, welche die Beschwerdeführerin g
e
mäss der beruflichen Anamnese im Gutachten des N._ (vgl. Urk. 7/328/40-41) schon vor dem Auftreten ihrer gesundheitlichen Prob
leme ab Ende der 1990er-Jahre au
s
übte. Die Beschwerdeführerin kann somit die Verrichtu
n
gen, die mit ihren angestammten Tätigkeiten verbunden sind, auch unter Berücksichtigung ihrer Beeinträchtigu
n
gen nach wie vor ausführen. Angesichts des vorstehend beschriebenen Tagesablaufs (E. 7.3.3) ist sodann in Übereinstimmung mit der Beurteilung im Gutachten des N._ (Urk. 7/328/87) davon auszugehen, dass der B
e
schwerdeführerin diese Ausführung im Rahmen eines Vol
l
zeitpensums gesundheitlich möglich ist. Namentlich liegen die ange
gebenen Ruhepausen von einer Stunde für den Mittagsschlaf und einer Stunde gegen Abend sowie die Dauer der Nachtruhe (vgl. Urk. 7/328/41+42+64) im Rahmen dessen, was auch für eine nicht in der Gesundheit beei
n
trächtigte Per
son üblich ist. Damit entspricht das Ei
n
kommen, das die Beschwerdeführerin als gesundheitlich Beeinträchtigte zumutbarerweise erzielen könnte, demj
e
nigen, das sie auch bei guter Gesundheit erhielte, und es besteht daher keine invalidi
tätsbedingte Einkommen
s
einbusse.
7.4.2
Es ist sodann unbestritten, dass die Beschwerdefü
h
rerin auch bei guter Gesund
heit nur teilzeitlich beruf
s
tätig wäre und im restlichen Umfang einer Vollzeit
tätigkeit den Haushalt führen würde. Die Beschwerdegegnerin hatte beim Erlass der rentenzuspr
e
chenden Verfügung vom 5. April 2013 einen Anteil der B
e
rufs
arbeit von 45 % und einen Anteil der Hausarbeit von 55 % angenommen (Urk. 7/182) und hatte sich dabei auf die Angaben der Beschwerdeführerin anlässlich der Hau
s
haltabklärung vom Juni 2011 gestützt, wonach sie ohne Behinderung nach wie vor im bisherigen, rund 45%igen Pensum ihrem Beruf nachgehen würde (Urk. 7/139/3). Diese prozentuale Aufteilung war im Beschwerdeverfahren gegen die Verfügung vom 5. April 2013 anerkannt wor
den (vgl. die Ausführungen in der Beschwerdeschrift vom 7. Mai 2013, Urk. 7/210/8), und es wurde nicht geltend gemacht, es habe sich daran in der nachfolgenden Zeit bis zum E
r
lass der angefochtenen Verfügung vom 16. September 2016 (Urk. 2/1) etwas geändert.
Hingegen hatte die Beschwerdeführerin im damaligen Vo
r
bescheidverfahren die Feststellungen im Haushaltabkl
ä
rungsbericht vom 22. Juni 2011 zu den Ein
schränkungen im Haushalt in verschiedener Hinsicht beanstandet (Urk. 7/164) und in der Beschwerdeschrift auf diese B
e
anstandungen verwiesen (Urk. 7/210/12). Vor allem hatte sie eine höhere Gewichtung der Einschränkun
gen in den Bereichen „Ernährung“ und „Wäsche- und Kleiderpflege“ verlangt und zusätzlich geltend gemacht, ihrem Ehemann werde zu viel Mithilfe zuge
mutet (Urk. 7/164/7-8). Es gilt jedoch zu beachten, dass sich die Einschränkun
gen im Haushalt unter der Annahme einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit im Beruf auf über 70 % belaufen müs
s
ten, damit ein rentenrelevanter Invalidi
tätsgrad von mindestens 40 % erreicht würde (70 % des 55%igen Hau
s
haltsan
teils sind 38,5 %). Selbst wenn die Beschwerd
e
führerin daher bei der Wäsche- und Kleiderpflege im Jahr 2011 zu 100 % eingeschränkt gewesen wäre, was auf den gesamten Haushalt bezogen eine Einschränkung von 20 % statt von nur 6 % ergäbe (20 % x 100 %; vgl. Urk. 7/139/7-8), und wenn dem Ehemann ent
sprechend den damaligen Vorbringen der Beschwerdeführerin (Urk. 7/164/8) keine Küchenarbeit zugemutet worden wäre und die Einschränkungen im Bereich Ernährung daher schätzungsweise 60 % statt nur 40 %, also gesamthaft 21 % statt nur 14 % (35 % x 60 %; vgl. Urk. 7/139/5-6) betragen hätten, hätte sich die Beeinträchtigung im Haushalt unter Berücksichtigung der zusätzlichen Einbu
s
sen von 21 % (14 % + 7 %) erst auf 64 % (43 % + 21 %) belaufen.
Damit war für die Zeit bis zur Haushaltabklärung vom J
u
ni 2011 schon auf
grund der tatsächlichen Verhältnisse, wie sie sich aus der Sicht der Beschwer
deführerin darg
e
stellt hatten, kein rentenbegründender Invaliditätsgrad gegeben, ohne dass es allein auf die Leistungsfähi
g
keitsbeurteilung im Gutach
ten des N._ ankäme.
7.4.3
Das Gleiche gilt auch für die Folgezeit.
Der Gesundheitszustand veränderte sich in dieser Zeit zwar dahingehend, dass die Schulterbeschwerden hinzuk
a
men, was dazu führte, dass sich die Beschwer
deführerin nicht mehr mit Stöcken fortbewegte, sondern sich we
i
testgehend im Rollstuhl aufhielt. Im Zuge dieser Verä
n
derung wurden indessen auch Änderun
gen im Haushalt vorgenommen. Zum einen ist dem Bericht über die Abkl
ä
rung am Wohnort vom Januar 2013 zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann seit Oktober 2012 neu den ersten und zweiten statt des zweiten und dritten Stocks ihres Mehrfamilienhauses bewohnten, zum andern wurden auf diesen Zeitpunkt hin zahlreiche bauliche A
n
passungen vorgenommen, die teilweise von der Beschwerd
e
gegnerin finanziert wurden (vgl. Urk. 7/246), ins
besondere wurde die Küche vollständig den Behinderungen der Beschwerde
führerin angepasst und es wurde ein Tre
p
penlift installiert (vgl. den Bericht des AA._ an die Beschwerdegegnerin vom 20. März 2013, Urk. 7/198/2-4). Die Einschränkungen in der Küchenarbeit, wie sie die B
e
schwerdeführerin im Januar 2013 schilderte, fielen daher geringer aus als die Einschränkungen, die im Abklärung
s
bericht vom Juni 2011 protokolliert waren; namentlich gab die Beschwerdeführerin neu an, den Geschirrspüler selber ein- und ausräumen zu können (Urk. 7/201/5 im Vergleich zu Urk. 7/139/5). Des Weiteren wurde der B
e
schwerdeführerin ein Elektrorollstuhl finanziert, und es ist davon auszugehen, dass sie dadurch auch im Erledigen von Einkäufen eine höhere Selbständigkeit erlangte, wä
h
renddem sie im Juni 2011 noch berichtet hatte, sie kaufe lediglich noch beispielsweise die Medikamente selber ein (Urk. 7/139/7).
Auch wenn die Abklärung vom Januar 2013 noch vor der Schulteroperation durchgeführt worden ist, so ist nicht ersichtlich, dass sich danach etwas Wesentliches verä
n
dert hätte. Es ist hier auf die Feststellung im Gutac
h
ten des N._ zu verweisen, wonach die Beschwerdeführerin durch die Hospitalisationen lediglich vorübergehend stärker eingeschränkt gewesen sei (Urk. 7/328/87).
7.4.4
Damit hat die Beschwerdegegnerin mit der Verfügung vom 16. September 2016 den Rentenanspruch der Beschwe
r
deführerin zu Recht verneint. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde gegen diese Verfügung.
7.5
7.5.1
Was des Weiteren den Anspruch auf eine Hilflose
n
entschädigung betrifft, so stand im Gerichtsverfahren, das mit dem Urteil vom 27. September 2012 abge
schlossen wurde (angefochtene Verfügung vom 14. Juni 2011, Urk. 7/122), nach dem bereits Dargelegten (E. 7.1) eine massgebliche Hilfsbedürftigkeit in den sechs von der Rechtsprechung definierten alltäglichen Lebensverric
h
tungen nicht zur Diskussion; die Schlüsse, welche die Beschwerdegegnerin in dieser Hinsicht aus dem Abkl
ä
rungsbericht vom 1. April 2011 (Urk. 7/98) zog, blieben unbestritten (vgl. Urk. 7/187 E. 2.2). Auch die Argume
n
te in der Beschwerde (Urk. 7/238/3-19) gegen die wiede
r
um anspruchsverneinende Verfügung vom 17. Oktober 2013 (Urk. 7/233) richteten sich nicht gegen die Ergebnisse des Abklärungsberichts vom 8. April 2013 betreffend die Hilfsbedürftigkeit in den sechs alltäglichen Lebensve
r
richtungen (vgl. Urk. 7/201/2-3). Umstritten war in be
i
den früheren Gerichtsverfahren hingegen die Frage nach der Notwendigkeit lebenspraktischer Begleitung im Sinne von Art. 38 Abs. 1 IVV. Im vorliegenden Verfahren ist wiederum nur der Hilfebedarf in dieser Hinsicht näher zu prüfen; es ist hierbei nochmals auf das Gutachten des N._ zu verweisen, wonach zusätzliche Einschränkungen lediglich vorübergehenden Charakter hatten (Urk. 7/328/87).
7.5.2
Die Beschwerdeführerin stand offensichtlich nie in Gefahr, sich im Sinne von Art. 38 Abs. 1 lit. c IVV da
u
ernd von der Aussenwelt zu isolieren. Dies wurde an ke
i
ner Stelle geltend gemacht, und ein Begleitungsbedarf im Sinne dieses Tatbestandes ist daher ohne Weiteres zu verneinen.
Näher zu prüfen ist hingegen die Frage nach dem Begle
i
tungsbedarf für das selbständige Wohnen im Sinne von Art. 38 Abs. 1 lit. a IVV und nach dem Begleitungsbedarf für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung im Sinne von Art. 38 Abs. 1 lit. b IVV. Hier verlangte das Sozialversicherungsge
richt mit dem Urteil vom 27. September 2012 weitere Abklärungen sowohl hin
sichtlich der Erfassung des Begleitungsbedarfs als auch hinsichtlich der Möglichkeit, diesen Bedarf mit Hilf
s
mitteln zu reduzieren (Urk. 7/187 E. 4.2 und E. 4.3).
7.5.3
7.5.3.1
Was das selbständige Wohnen betrifft, so sind vo
r
stehend (E. 7.4.3) die verschie
denen baulichen Anpassu
n
gen bereits erwähnt worden, die im Laufe des Jahres 2012 - also nach der gerichtlich beurteilten Verfügung vom 14. Juni 2011 - realisiert wurden und der Beschwerdefü
h
rerin zu höherer Selbständigkeit in der Verrichtung ve
r
schiedener Arbeiten im Haushalt verhalfen. Gemäss dem Abklärungsbericht vom 8. April 2013 (Urk. 7/201) war die Beschwerdeführerin aber zweifellos immer noch in gewi
s
sem Masse eingeschränkt. Es fragt sich daher, ob sich aus diesen Einschränkungen ein Begleitungsbedarf im Si
n
ne von Art. 38 Abs. 1 lit. a IVV ergibt.
7.5.3.2
Das Sozialversicherungsgericht wies im Urteil vom 23. Dezember 2014 auf die Rechtsprechung hin, wonach sich die Begleitung zur Ermöglichung des selb
ständigen Wohnens auch auf die Haushaltarbeit erstreckt und dort Leistungen der direkten Dritthilfe einschliesst (BGE 133 V 450 E. 9 und E. 10.2), bezeich
nete es jedoch als nicht möglich, aus dem Ausmass der Einschränkungen im Hau
s
halt, die für den Rentenanspruch relevant sind, unmi
t
telbar auf den Umfang des Begleitungsbedarfs im Sinne von Art. 38 Abs. 1 lit. a IVV zu schliessen (Urk. 7/276 E. 6.2). Diese Erwägungen sind an dieser Stelle wie folgt zu präzisieren.
Gemäss Rz 8050 des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung (KSIH) in den Versionen, wie sie bis März 2016 galten, besteht ein B
e
gleitungsbedarf zur Ermöglichung des selbständigen Wo
h
nens dann, wenn er notwendig ist, damit der Alltag selbständig bewältigt werden kann, und dies ist dann der Fall, wenn die betroffene Person in mindestens einer der drei aufgezählten Tätigkeiten auf Hilfe angewiesen ist. Es sind dies die Hilfe bei der Tagesstrukturierung, die Unterstützung bei der Bewältigung von Alltagssituationen und die Anleitung zur Erledigung des Haushalts sowie die Überwachung und Kontrolle dabei. Was die Erledigung des Haushalts im Besonderen betrifft, so hat das Bundesg
e
richt im schon zitierten Grundsatzurteil klargestellt, dass die Begleitperson die anfallenden Tätigkeiten auch selber aus
führen kann, wenn die versicherte Person dazu gesundheitsbedingt trotz Anlei
tung und Überw
a
chung/Kontrolle nicht in der Lage ist (BGE 133 V 450 E. 10). Eine Unterscheidung zwischen dem rentenrelevanten Hilfebedarf im Haushalt und dem hilflosenentschädigung
s
relevanten Begleitungsbedarf im Haushalt hatte das Bu
n
desgericht in diesem Entscheid nicht zu treffen. Hingegen war das BSV in den verschiedenen Versionen des KSIH um eine derartige Abgrenzung bemüht. So ist in Rz 8047.2 KSIH in der bis Ende 2013 gültig gewesen Fassung festgehalten, die Mithilfe im Haushalt könne im Zusa
m
menhang mit dem Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung nur dann berücksichtigt werden, wenn die versicherte Person den Haushalt aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst organisieren könne. In Rz 8050.2 KSIH in der Fa
s
sung des Jahres 2014 und in Rz 8050.3 in der Fassung ab dem Jahr 2015 findet sich die zusätzliche Aussage, die Summe aller notwendigen Hilfeleistungen müsse unter B
e
rück
sichtigung der Schadenminderungspflicht dazu führen, dass mit Ausbleiben der Dritthilfe-Unterstützung ein Heimeintritt zwingendermassen die Folge wäre, und es wird im Sinne eines Beispiels erwähnt, dass eine vers
i
cherte Person, welche die Fenster nicht putzen oder nicht bügeln könne, trotzdem nicht in ein Heim müsse, weshalb solche Hilfeleistungen nicht als lebensprakt
i
sche Beglei
tung anerkannt werden könnten (Rz 8050.2 in der Fassung des Jahres 2014). Schliesslich gelangte das BSV in Rz 8050 und Rz 8050.1 KSIH in den Fassungen ab dem Jahr 2015 beziehungsweise ab März 2016 zur Auffa
s
sung, ein Hilfebe
darf im Haushalt könne nur - kumulativ - berücksichtigt werden, wenn gleich
zeitig Hilfe bei der Tagesstrukturierung und/oder die Unterstützung bei der Bewältigung von Alltagssituationen benötigt werde.
Das Bundesgericht hat in einem Urteil vom 2. April 2015 die Rz 8050-8052 KSIH als „bis heute“ inhaltlich unve
r
ändert bezeichnet und hat sie gleichzeitig als grun
d
sätzlich sachlich gerechtfertigt und damit als gesetzes- und verord
nungskonform qualifiziert (Urteil 9C_497/2014 vom 2. April 2015 E. 2.2.2). Die entsprechenden Konkr
e
tisierungen sind daher für die Frage nach dem hilflo
senentschädigungsrelevanten Begleitungsbedarf massgebend. Aus ihnen ergibt sich, dass ein Hilfebedarf im Haushalt nur dann relevant ist, wenn die ver
sicherte Person, die in der Verrichtung von Hausarbeiten eing
e
schränkt ist, ent
weder schon nicht dazu in der Lage ist, die erforderlichen Unterstützungs
leistungen selbständig zu organisieren, oder wenn die Ein
schränkungen qualit
a
tiv oder quantitativ Bereiche betreffen, die unabdingbar für das Wohnen ausserhalb eines Heimes sind. Beides ist bei der Beschwerde
führerin nicht der Fall. Die Fähigkeit der Beschwerdeführerin, sich selbst zu organisieren, steht ausser Zweifel, und die Einschränkungen im Hau
s
halt, die unter Berücksichtigung der zur Verfügung st
e
henden Hilfsmittel am stärksten ins Gewicht fallen, betreffen gemäss den Berichten vom 1. April 2011 und vom 8. April 2013 (Urk. 7/98 und Urk. 7/201) die anstrenge
n
deren Reinigungsarbei
ten und die Wäschepflege, also B
e
reiche, die auch Nichtbehinderte des Öfteren an einen Dienstleistungserbringer delegieren.
7.5.3.3
Damit ist ein Begleitungsbedarf für das selbständ
i
ge Wohnen im Sinne von Art. 38 Abs. 1 lit. a IVV zu ve
r
neinen.
7.5.4
Bei Verrichtungen und Kontakten ausserhalb der Wo
h
nung nimmt die Verwal
tungspraxis einen Begleitungsbedarf im Sinne von Art. 38 Abs. 1 lit. b IVV an, wenn die ve
r
sicherte Person ohne Begleitung nicht in der Lage ist, das Haus für bestimmte notwendige Verrichtungen und Ko
n
takte zu verlassen (Rz 8051 KSIH). Rz 8051 KSIH in der Fassung ab dem Jahr 2015 präzisiert darüber hin
aus, dass bei reinen oder überwiegend funktionalen Einschränkungen die Hilfe im Bereich der Fortbewegung anzurechnen sei.
Als Verrichtungen, für welche die Beschwerdeführerin B
e
gleitung beansprucht, sind im Bericht vom 8. April 2013 das Schwimmen im Thermalbad und der Besuch von Chorpr
o
ben genannt (Urk. 7/201/6). Es ist indessen unbestri
t
ten, dass die Beschwerdeführerin das Haus alleine ve
r
lassen kann, um an den Bestim
mungsort dieser Aktiv
i
täten zu gelangen, und dass sie mit Hilfe des Elektr
o
roll
stuhls auch den Weg dorthin alleine zurücklegen kann, abgesehen von nicht rollstuhlgängigen Passagen, zu deren Überwindung sie Hilfe braucht (vgl. Urk. 7/201/6 und Urk. 7/218/7). Dasselbe muss auch für die Fahrten zu den verschiedenen Auftrittsorten des Chores (vgl. Urk. 7/218/8 und Urk. 7/238/14) gelten. Was darüber hi
n
aus den zusätzlichen Hilfebedarf innerhalb des Gebäu
des des Thermalbades anbelangt, der die Unterstützung beim An- und Auszie
hen und beim Einsteigen ins Becken und beim Aussteigen betrifft, so geht es hier nicht um B
e
gleitungsbedarf im Sinne von Art. 38 Abs. 1 lit. b IVV, sondern vielmehr um Hilfebedarf bei den alltäglichen L
e
bensverrichtungen des Anklei
dens/Auskleidens und der Fortbewegung. Ebenfalls zur Fortbewegung gehört der Hi
l
febedarf bei der Überwindung von Hindernissen an den Auftrittsorten des Chores (vgl. Urk. 7/218/7-8). Es ha
n
delt sich indessen in diesen Fällen um einen Hilfebedarf in einzelnen, spezifischen Situationen, der somit kein Aus
mass erreicht, das erheblich ist.
Ein Begleitungsbedarf für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung im Sinne von Art. 38 Abs. 1 lit. b IVV ist damit ebenfalls nicht gegeben.
7.5.5
Die Beschwerdeführerin hat somit keinen Anspruch auf eine Hilflosenentschädi
gung, weshalb die Beschwerde gegen die Verfügung vom 19./20. September 2016 ebenfalls abzuweisen ist.
8.
8.1
Zu prüfen bleibt die Rechtmässigkeit der Verfügung vom 20. Dezember 2016, mit der die Beschwerdeführerin zur Rückzahlung der ihr ausgerichteten Renten im Gesamtb
e
trag von Fr. 32‘053.-- verpflichtet worden ist (Urk. 17/2).
8.2
Das Sozialversicherungsgericht hob im Urteil vom 23. Dezember 2014 die renten
zusprechende Verfügung vom 5. April 2013 vollumfänglich und nicht nur insoweit auf, als ein Anspruch auf eine höhere als die zugesprochene Viertels
rente verneint worden war (Urk. 7/276/E. 7). D
a
mit konnte die Zusprechung der Viertelsrente nicht in Rechtskraft erwachsen. Die Rückforderung der ausgerich
teten Renten ist daher im Sinne der zutreffenden Auffa
s
sung der Beschwerde
gegnerin (Urk. 17/5) zulässig, ohne dass ein Rückkommenstitel (prozessuale Revision oder Wiedererwägung) erforderlich ist.
Die einjährige, relative Frist für die Verwirkung des Rückforderungsanspruchs nach Art. 25 Abs. 2 Satz 1 ATSG beginnt nach der Rechtsprechung in jenem Zeitpunkt zu laufen, in welchem die Verwaltung bei Beachtung der ihr zumut
baren Aufmerksamkeit Kenntnis vom rückforderungsb
e
gründenden Sachverhalt haben konnte, wobei das erstmal
i
ge unrichtige Handeln in der Regel nicht frist
auslösend ist, sondern erst derjenige Tag massgebend ist, an dem sich die Ver
waltung später - beispielsweise anlässlich einer Rechnungskontrolle - unter Anwendung der ihr z
u
mutbaren Aufmerksamkeit über ihren Fehler hätte Reche
n
schaft geben müssen (BGE 122 V 270 E. 5 mit Hinweisen). In Fällen, wo eine rentenzusprechende Verfügung im Rechtsmittelverfahren aufgehoben und die Sache zu weit
e
ren Abklärungen an die Verwaltung zurückgewiesen wird, besteht rechtsprechungsgemäss das erst
malige fehlerhafte Handeln in der Aus
richtung der Rente trotz laufenden Rechtsmittel- und Abklärungsverfahrens. Zumutbare Kenn
t
nis des Fehlers mit Beginn der einjährigen Verwirkung
s
frist ist hingegen erst dann anzunehmen, wenn die Ergebnisse der Abklärungen vorlie
gen, zu denen die Ve
r
waltung ver
pflichtet worden ist (Urteile des Bundesge
richts 9C_195/2014 vom 3. September 2014 E. 4.2 und 8C_631/2013 vom 26. Februar 2014 E. 5.2). Damit konnte die einjährige Verwirkungsfrist vorlie
gendenfalls nicht vor dem Vorliegen des Gutachtens des N._ vom 3. Februar 2016 zu laufen beginnen. Sie war demnach mit dem Erlass der Rückforderungs
verfügung vom 20. Dezember 2016 gewahrt.
Damit ist auch die Beschwerde gegen die Verfügung vom 20. Dezember 2016 abzuweisen.
9.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Verfahren für die unterliegende Beschwerdeführerin kostenpflichtig. Die Kosten sind unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) für die beiden vereinigten Verfahren zusammen auf Fr. 1‘000.-- festz
u
setzen.