Decision ID: d007dfc0-3ea1-5183-a741-6e0bb67aa2da
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Sabrina Schneider, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a Der 1967 geborene M._ meldete sich am 30. Januar 2007 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an und beantragte wegen eines am 10. August
2005 erlittenen Herzinfarkts namentlich eine Rente. Er habe keinen Beruf erlernt und sei
1988 in die Schweiz gekommen. Zuletzt habe er seit April 1996 in einer Stickerei
gearbeitet.
A.b Dr. med. A._, Spezialarzt für Innere Medizin FMH, spez. Magen-Darmkrank
heiten, gab in seinem Arztbericht vom 26. Februar 2007 (act. 11) als Diagnosen an, es
lägen vor ein 5-facher aorto-koronarer Bypass wegen schwerer koronarer 3-
Gefässerkrankung (Bypassoperation am 22.08.2005) und eine instabile Sternotomie-
Narbe mit starken Sternumschmerzen. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei eine
Periarthropathia humeroscapularis rechts. Der Versicherte sei vom 10. August 2005 bis
5. Februar 2006 voll arbeitsunfähig gewesen und sei seit dem 16. März 2006 erneut zu
100 % arbeitsunfähig. Eine manuelle Tätigkeit sei wegen Schmerzen im rechten
Schultergelenk und insbesondere in der Sternotomienarbe verunmöglicht. Die Frage,
ob andere Tätigkeiten zumutbar seien, liess der Arzt im Formular offen. Er legte dar,
laut Aussagen des Versicherten und aufgrund der Untersuchung seien die Schmerzen
in der Narbe so stark, dass jegliche manuelle Tätigkeit verunmöglicht werde. Kardial
wäre der Versicherte aber sehr gut belastbar und arbeitsfähig. Der Arzt legte
verschiedene Berichte bei. So hatte etwa das Departement Innere Medizin, Kardiologie,
am Kantonsspital St. Gallen am 1. Dezember 2006 nebst der koronaren Herzkrankheit
postoperative Schmerzen im Bereich des Sternums sowie der AC-Gelenke
diagnostiziert, wobei es keine Anhaltspunkte für eine Pseudarthrose oder einen
Sternuminfekt gebe, und hatte in diesem Zusammenhang auf eine psychosoziale
Belastungssituation verwiesen. Klinisch habe sich ein druckstabiles Sternum gezeigt.
Aufgefallen sei eine leicht asymmetrische Stellung des Thorax mit einem
Schultertiefstand rechts und muskulären Verspannungen. Die CT-Untersuchung habe
keine Hinweise für eine objektivierbare Ursache der massiven Schmerzen ergeben.
Zwischenzeitlich sei eine psychische Überlagerung eingetreten. Bezüglich der Schulter
rechts hatte ein MRI keine anatomische Veränderung ergeben; diagnostiziert hatte
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Dr. med. B._, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, am 28. März 2006 ein subacromiales funktionelles Impingement.
Dr. med. C._, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, hatte am 23. Mai 2006 ein leichtes Klickphänomen der Schulter
rechts festgestellt. Die Physiotherapie habe bereits deutlich geholfen und es sei mit
einer weiteren Linderung zu rechnen. Dr. med. D._, FMH medizinische Radiologie,
hatte bei einem MRI der Schulter rechts vom 22. März 2006 zur Abklärung des
Reibegeräusches eine grenzwertige Signalstörung der AC-Gelenkskapsel ohne
sicheren Krankheitswert, ein kleines subcorticales Ganglion des Humeruskopfs ohne
Krankheitswert und ansonsten ein normales MR Arthrotomogramm gefunden. Die
Klinik Gais hatte nach der kardiologischen Rehabilitation am 26. Oktober 2005
dafürgehalten, es werde ab Ende November 2005 eine Arbeitsfähigkeit von 50 %
bestehen.
A.c Die Arbeitgeberin bescheinigte am 27. April 2007, der Versicherte sei vom 7. April
1997 bis 5. September 2006 bei ihr angestellt gewesen. Sie habe das Arbeitsverhältnis
wegen der wirtschaftlichen Situation gekündigt. Im Jahr 2004 habe der Versicherte ein
Einkommen von Fr. 44'891.75 erzielt.
A.d In der Folge fand auf Vorschlag des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der
Invalidenversicherung (Dr. med. E._, act. 18) eine arbeitsmedizinische Untersuchung
durch den RAD statt. Dem Bericht von Dr. med. F._, Facharzt für Arbeitsmedizin,
vom 23. Oktober 2007 (act. 29) waren als Diagnosen zu entnehmen: (erstens) eine
koronare Herzkrankheit, medikamentös und operativ (fünffacher aorto-koronarer
Venenbypass im August 2005) kompensiert, und (zweitens) eine Periarthropathia
humeroscapularis rechte Schulter. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit blieben
(erstens) eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, (zweitens) kardiale
Risikofaktoren: arterielle Hypertonie, Hyperlipidämie, Nikotinabusus, und (drittens) eine
Lumbalgie. Die angestammte Tätigkeit als Hilfsarbeiter in der Textilindustrie mit auch
mittelschweren und schweren Tätigkeiten sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar,
eine leidensadaptierte hingegen zu 100 %. Es handle sich dabei um eine ständig oder
überwiegend leichte körperliche Arbeit mit Hantieren von Lasten körpernah unter 10 kg,
körperfern unter 5 kg, und eine gelegentlich mittelschwere körperliche Arbeit mit
Lasten körpernah von 10 bis 25 kg, körperfern unter 7.5 kg, mit nur kurzzeitigem
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Einnehmen von wirbelsäulen-/schulterbelastenden Zwangshaltungen, vornehmlich im
Wechselrhythmus. Als solche kämen etwa Tätigkeiten als Hilfsarbeiter im Lager, im
Verkauf, in der Fertigungskontrolle oder in der Materialprüfung in Frage.
A.e Mit Vorbescheid vom 5. Dezember 2007 (act. 33 f.) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen dem Versicherten eine
Abweisung seines Leistungsgesuchs in Aussicht. Der Invaliditätsgrad betrage 5 %
(Valideneinkommen Fr. 56'033.--; Invalideneinkommen Fr. 53'121.--).
A.f Der Versicherte liess in einem Einwand vom 22. Januar 2008 (act. 38) die
Zusprechung einer Rente, eventualiter berufliche Massnahmen beantragen. Die von
Dr. A._ attestierte Arbeitsunfähigkeit bestehe insbesondere aufgrund der
geschilderten Schmerzen im Bereich des Brustbeins, der rechten Schulter und der
Sprunggelenke. Neben den somatischen Beschwerden habe sich auch die geistige
Gesundheit des Versicherten seit September 2007 verschlechtert. Er sei seit geraumer
Zeit bei Dr. med. G._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, in Behandlung. Dieser
Arzt habe in dem beigelegten Bericht vom 16. Januar 2008 (act. 39) eine
Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt (aufgetreten nach der RAD-
Untersuchung) und den Verdacht auf eine beginnende anhaltende somatoforme
Schmerzstörung diagnostiziert. Die Foerster'schen Kriterien seien klar erfüllt, doch sei
die Krankheit vorübergehender Natur. Die psychische Komorbidität sei gegeben und
eine Willensanstrengung sei dem Versicherten nicht zumutbar. Der Versicherte habe
wegen seiner Einschränkungen bei der Arbeitssuche sehr grosse Schwierigkeiten. Er
fühle sich grundsätzlich bereit und fähig, berufliche Eingliederungsmassnahmen
anzupacken. Dr. G._halte solche Massnahmen für dringend angezeigt. Zur Evaluation
sei der Versicherte auf eine spezialisierte Berufsberatung angewiesen.
A.g Dr. F._ hielt in seiner Stellungnahme vom 8. Februar 2008 (act. 40) dafür, es
bestehe kein Grund, vom Vorbescheid abzuweichen. Sollte sich in Zukunft
bewahrheiten, dass die Anpassungsstörung keinen therapeutischen Massnahmen
zugänglich sei und eine deutliche Leistungslimitierung bewirke, werde sich der
Versicherte erneut anmelden können. Inwieweit eine Unterstützung bei der beruflichen
Integration gewährt werde, liege im Ermessen der IV.
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A.h Mit Verfügung vom 11. Februar 2008 (act. 41) wies die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle das Leistungsgesuch ab. Bemühungen beruflicher Art würden von vornherein
verunmöglicht, da sich der Versicherte einerseits subjektiv arbeitsunfähig fühle,
anderseits Eingliederungsmassnahmen aber doch anpacken wolle. Bei bestehendem
Interesse an Arbeitsvermittlung könne die Arbeitslosenversicherung behilflich sein. Ein
Rentenanspruch bestehe nicht.
B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 12. März 2008. Der
Beschwerdeführer beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei
nach Ausschöpfung der Behandlungs- und Heilungsmöglichkeiten eine neutrale
Begutachtung anzuordnen. Er habe seit 20 Jahren ununterbrochen gearbeitet und
Beiträge bezahlt. Er habe sich einer komplizierten Operation unterziehen müssen, bei
welcher auch die Schulter auf der rechten, dominanten Seite in Mitleidenschaft
gezogen worden sei, und ausserdem seien auch im Brustbereich die Beschwerden
bestehen geblieben. Er sei deswegen in Dauerbehandlung. Mit diesem frühen Eintritt
einer Erkrankung und der Kündigung des Arbeitsverhältnisses wegen bleibender
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit habe er sich nicht zurecht finden
können, habe sich zurückgezogen und sei depressiv geworden. Er habe sich auch in
psychiatrische Behandlung begeben müssen. Während der Behandlung seien nun
noch akute Schmerzen im Kreuzbereich dazugekommen, weswegen nun weitere
Abklärungen getätigt würden. Dass der RAD-Arzt ihm zu verstehen gegeben habe,
aufgrund dieser Krankheit könne er keine Rente bekommen, weil die IV kein Geld habe,
habe ihn erschüttert. Seien die Beiträge zu niedrig, könnten dafür nicht die Versicherten
verantwortlich gemacht werden.
C.
Mit Eingabe vom 9. April 2008 teilt Rechtsanwältin lic. iur. Sabrina Schneider als
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers unter Hinweis auf verschiedene Arztberichte
mit, dieser leide mittlerweile an immer intensiver werdenden Schmerzen im lumbalen
Bereich und sei zwischen dem 18. Januar und dem 17. März 2008 von verschiedenen
Ärzten untersucht worden. Weitere Untersuchungen würden folgen. Sie habe deshalb
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bei der Beschwerdegegnerin um Aufhebung der Verfügung und Einbeziehung der neu
entdeckten Tatsachen und Beweismittel sowie um Abwarten der weiteren Abklärungen
ersucht. Das Beschwerdeverfahren sei bis zu einem Entscheid der
Beschwerdegegnerin zu sistieren. Bei den Beilagen fand sich ein Bericht von Dr. med.
H._, FMH medizinische Radiologie, Klinik Stephanshorn, vom 18. Januar 2008 über
eine lumbo-vertebrale Kernspintomographie (B11 bis und mit S3) vom 17. Januar 2008.
Darin war als Beurteilung enthalten gewesen: Chondrose/beginnende Osteochondrose
L3/4 und L4/5 mit im Segment L3/4 zirkumferenziell breitbasiger und im Segment L4/5
median und paramedian bis foraminal rechtsseitig akzentuierter Discushernie, die in
beiden Segmenten zu einer mässiggradigen Spinalkanalstenose führt; Irritation der
Nervenwurzeln L4 beidseits foraminal sowie L5 rechts mehr als links durch
Dorsalverlagerung und fraglich L4 beidseits durch Kontaktierung mit der Bandscheibe;
Hemisacralisation von L5; Leichtgradige Osteochondrose B11/12. Des Weiteren lag ein
Bericht von Dr. med. I._, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, Kantonsspital St. Gallen, vom 5. März 2008 bei. Darin war nach
einer ambulanten Untersuchung (mit Röntgen, einschliesslich MRI) angegeben worden,
es zeige sich eine beginnende Osteochondrose L3/4 und L4/5. In einem Schreiben an
Dr. med. K._, Fachärztin FMH für Neurologie, vom 17. März 2008 hatte ferner
Dr. med. L._, Facharzt FMH Anästhesiologie, erklärt, der Beschwerdeführer habe
sich mit Schmerzen in der unteren LWS in der Schmerzambulanz vorgestellt. Es habe
sich eine ISG-Problematik mit Piriformisschmerz gezeigt. Ein MRI-Befund habe eine
Spinalkanalenge bei NPP und Spondylolisthesis beschrieben. Für die Therapie müsste
die LWS- von der ISG-Problematik getrennt werden. Dazu wäre eine neurologische
Begutachtung mit gegebenenfalls NLG-Messung hilfreich. Ausserdem hatte Dr. L._
den Beschwerdeführer gleichentags zu einer kardiologischen Abklärung angemeldet.
Es bestehe eine Belastungsdyspnoe. In einem Arztzeugnis vom gleichen Tag hatte
Dr. L._ den Beschwerdeführer ab sofort zu 100 % arbeitsunfähig erklärt.
D.
In der Beschwerdeantwort vom 21. Mai 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Der RAD habe in einer Stellungnahme vom 7. Mai 2008
(act. 56) unter anderem ausgeführt, gemäss den neusten medizinischen Unterlagen
lägen alterstypische, mässige degenerative Veränderungen der LWS vor, die
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konservativ und mit lokalen Infiltrationen behandelt würden. Es bestünden keine
Indikation zur Operation und keine neurologische Symptomatik. Die subjektive
Schmerzsymptomatik sei durch die Überlagerung mit der somatoformen
Schmerzstörung zu erklären. Am 13. Mai 2008 habe der Beschwerdeführer weitere
medizinische Unterlagen eingereicht. Es sei nicht ersichtlich und werde auch nicht
geltend gemacht, inwiefern das umfassende RAD-Gutachten rechtsfehlerhaft sein
sollte. Dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der RAD-
Begutachtung verschlechtert habe, sei nicht ausgewiesen. Gemäss dem Bericht von
Dr. G._ sei der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht voll arbeitsfähig. Der
Bericht der Klinik Stephanshorn führe einzig altersentsprechende mässige degenerative
Veränderungen der LWS auf, die eine volle Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit
zuliessen. Neurologische Ausfälle seien nicht vorhanden, was im Bericht von Dr. K._
vom 1. April 2008 bestätigt werde. Die Echokardiografie vom 22. April 2008 habe keine
pathologischen Befunde ergeben. Es ergäben sich somit keine Hinweise, dass dem
Beschwerdeführer eine rückenadaptierte Tätigkeit nicht voll zumutbar sei. Weitere
Untersuchungen seien nicht notwendig. Auf den Einkommensvergleich brauche nicht
eingegangen zu werden. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hatte der
Beschwerdegegnerin am 13. Mai 2008 vier Berichte eingereicht. Dr. K._ hatte am
1. April 2008 folgende Diagnosen bekannt gegeben: (erstens) degenerative LWS-
Veränderungen mit Diskushernie L3/L4 und L4/L5, mässiger Spinalkanalstenose L3/L4
und L4/L5, keinen Anhaltspunkten für radikuläre Reiz- und/oder Ausfallssymptomatik,
keinen Symptomen im Rahmen des engen lumbalen Spinalkanals, sowie (zweitens)
anamnestisch ISG-Problematik mit Piriformis-Schmerz. Vor ca. einem Jahr könnte es
zu einer radikulären Reizsymptomatik links gekommen sein, die sich rasch wieder
zurückgebildet habe. Die Sensibilitätsstörungen im Bereich des rechten
Unterschenkels bestünden seit der Herzoperation 2005; es dürfte bei der
Venenentnahme zu einer Verletzung des N. saphenus bzw. seiner Äste gekommen
sein. Dr. med. N._, Facharzt FMH für Dermatologie und Venerologie, allergische
Krankheiten, hatte in seinem Bericht vom 18. April 2008 ein chronisch rezidivierendes
dyshidrosiformes Handekzem palmar beidseits bei einer Hyperhidrose diagnostiziert.
Dr. L._ hatte im Bericht vom 28. April 2008 als Diagnosen bezeichnet: einen
chronischen Schmerz, einen pseudoradikulären Schmerz bei lumbaler
Spinalkanalstenose, eine Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerz und einen
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Z.n. 5-fach ACVB am 22. August 2005. Dr. med. O._, Departement Innere Medizin,
Kardiologie, hatte am 30. April 2008 erklärt, es bestünden (erstens) eine koronare und
hypertensive Herzkrankheit (aktuell kardial beschwerdefrei), (zweitens) eine chronische
lumbovertebrale/sacrale Schmerzproblematik und (drittens) extrakardiale linksthorakale
Schmerzen, DD: muskulo-skelettal. Eine pectanginöse Beschwerdesymptomatik
bestehe nicht. Die vom Beschwerdeführer beschriebene Anstrengungsdyspnoe sei
nicht klar konklusiv nachzuvollziehen. Die beschriebenen Thoraxschmerzen seien
eindeutig als extrakardial einzustufen.
E.
Mit Replik vom 10. Juli 2008 beantragt die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers,
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei eine ganze
Invalidenrente zuzusprechen, eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen
durchzuführen. Dr. L._ habe dem Beschwerdeführer ab dem 17. März 2008 eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert. Der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers habe sich im Lauf des IV-Verfahrens zunehmend verschlechtert. In
den Arztberichten von Dr. H._ vom 18. Januar 2008 und von Dr. I._ vom 5. März
2008 sei auf die seit Ende 2007/Anfang 2008 intensiv aufgetretenen, tief lumbalen
Schmerzen eingegangen worden. Festgestellt worden seien eine Chondrose/
beginnende Osteochondrose L3/4 und L4/5, eine hypertrophe Spondylarthrose der
Segmente L2/3 bis L5/S1 und eine leicht- bis mittelgradige Osteochondrose
BWK11/12. Bei L3/4 und L4/5 seien Discushernien diagnostiziert worden. Der
Schmerzen in der unteren LWS wegen habe der Beschwerdeführer im März 2008
Dr. L._ aufgesucht, bei welchem er seither in ambulanter Schmerztherapie stehe. Im
Bericht vom 28. April 2008 habe dieser Arzt einen chronischen Schmerz, einen
pseudoradikulären Schmerz bei lumbaler Spinalkanalstenose, eine
Persönlichkeitsveränderung bei chronischem Schmerz und einen Zustand nach 5-fach
ACVB diagnostiziert. Die Schmerzen in der oberen Körperhälfte würden danach zum
Teil durch die Herzoperation erklärt, zum andern Teil durch die
Halswirbelsäulenproblematik. Die Bandscheibenvorfälle müssten zusammen mit den
relativen Spinalkanalengen und der Iliosakralgelenksproblematik betrachtet werden.
Dr. K._ habe am 1. April 2008 degenerative LWS-Veränderungen mit Diskushernien
L3/L4 und L4/L5 und mässiger Spinalkanalstenose L3/L4 und L4/L5 festgestellt.
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Dr. L._ habe am 5. Juni 2008 berichtet, die durchgeführten Therapien hätten nicht
zum gewünschten Erfolg geführt. Das Schmerzgeschehen habe zu einer
eigenständigen Erkrankung geführt, die als chronisches Mehrquadrantensyndrom
bezeichnet werde. Der Beschwerdeführer sei zu 100 % arbeitsunfähig. Dr. G._ habe
am 16. Januar 2008 festgehalten, seit der RAD-Untersuchung sei eine
Anpassungsstörung aufgetreten. Der RAD-Bericht erfülle die strengen Anforderungen
der Beweiswürdigung nicht. Da Dr. F._ keinen einschlägigen und zudem einen
ausländischen Facharzttitel besitze, sei er von vornherein nicht geeignet, eine
internistische, rheumatologische und psychiatrische Abklärung vorzunehmen.
Ausserdem seien Ende 2007/Anfang 2008 neue Beschwerden dazugekommen. Die
Stellungnahmen des RAD-Arztes zu den nachträglich eingereichten Berichten
vermöchten an deren Aussagekraft auf den spezialärztlichen Gebieten nichts zu
ändern. Es sei auch bezüglich der Unüberwindbarkeit der somatoformen
Schmerzstörung auf den Spezialisten abzustellen. Inzwischen habe sich ausserdem
gezeigt, dass es dem Beschwerdeführer psychisch zunehmend schlechter gehe und es
sich nicht um etwas Vorübergehendes handle. Eine Begutachtung sei zumindest unter
psychiatrischem Aspekt unerlässlich. Dr. A._ und Dr. L._ würden den
Beschwerdeführer besser kennen und einschätzen können als Dr. F._. Das Validen
einkommen sei nicht zu beanstanden. Indessen sei für das Invalideneinkommen von
einem Wert von Fr. 56'033.-- auszugehen, denn sei der Betrag des
Invalideneinkommens höher als das auf ein volles Pensum hochgerechnete Validen
einkommen, so sei das Invalideneinkommen praxisgemäss auf diesen Wert zu
reduzieren. Dieser Betrag sei mit dem Anteil an Restarbeitsfähigkeit zu multiplizieren.
Ausserdem sei ein Teilzeitabzug von mindestens 10 % zu gewähren, da der
Beschwerdeführer nicht mehr oder höchstens in sehr beschränktem Umfang und erst
noch mit verminderter Leistungsfähigkeit erwerbstätig sein könne. Ferner seien die als
Leidensabzug gewährten 10 % zu knapp. Am Platz sei ein Abzug von mindestens
20 %, und zwar wegen des Alters (Jahrgang 1967), der fehlenden Ausbildung, der
ungenügenden Deutschkenntnisse, der ausgeprägten und lang andauernden
Beschwerden und des Umstands, dass der Beschwerdeführer als Gesunder voll
erwerbstätig wäre.
F.
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Die Beschwerdegegnerin weist mit Duplik vom 29. Juli 2008 die Kritik betreffend den
RAD-Arzt zurück. Er sei als Facharzt für Arbeitsmedizin im FMH-Ärzteindex
eingetragen.

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die Beschwerdegegnerin
hat die angefochtene Verfügung am 11. Februar 2008, also nach dem Inkrafttreten und
damit unter der Geltung des Rechts der 5. IV-Revision erlassen. Zu beurteilen ist der
Sachverhalt, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung
entwickelt hat. Dieser Sachverhalt reicht in die Zeit vor dem Inkrafttreten der 5. IV-
Revision zurück. Es fragt sich damit, ob bei der Verfügung über den Sachverhalt neues
oder altes Recht anwendbar sei. Eine überzeugende Lösung jedes Übergangsproblems
setzt beim sogenannten Geltungsprinzip an (vgl. Ralph Jöhl, Übergangsrechtliche
Probleme im Leistungsrecht der Sozialversicherung, St. Gallen 1996, S. 2 f.). Dieses
Prinzip bringt zum Ausdruck, dass nur jenes Recht anwendbar ist, das in Geltung steht.
Soll auf bestimmte Sachverhalte nicht neues Recht Anwendung finden, sondern das
aufgehobene Recht massgebend bleiben, muss eine geltende Norm die
Weiteranwendbarkeit aufgehobenen Rechts für bestimmte Sachverhalte anordnen. Die
5. IV-Revision enthält keine die Rente betreffende übergangsrechtliche Bestimmung.
Das Bundesamt für Sozialversicherungen unterstellt aber zu Recht eine
ausfüllungsbedürftige Lücke (vgl. das Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007).
Denn da die Regelung des Zeitpunkts der Entstehung des Rentenanspruchs in einer für
die Versicherten nachteiligen Weise geändert wurde, hätte eine Anwendung des neuen
Rechts auch auf alte Sachverhalte, über die bei Inkrafttreten neuen Rechts noch nicht
verfügt wurde, eine stossende Ungleichbehandlung zur Folge. Wichtig ist bei der
Ausfüllung dieser übergangsrechtlichen Gesetzeslücke die Definition dessen, was den
sogenannten alten Sachverhalt ausmacht, auf den das alte, aufgehobene Recht weiter
anwendbar bleiben soll. Die Abgrenzung sollte durch ein materiellrechtliches,
unbeeinflussbares Merkmal erfolgen. In Frage kommen der Zeitpunkt der Entstehung
des Auszahlungsanspruchs oder der Eintritt des Versicherungsfalls, beide definiert
nach dem alten, ausser Kraft getretenen Recht (zum Ganzen im Detail der Entscheid
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des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S M. vom 28. Oktober 2009, IV
2009/5). Das Bundesgericht hat gestützt auf das Rundschreiben, wenn der
Rentenanspruch vor dem 1. Januar 2008 entstanden wäre, altes Recht angewendet
(etwa Bundesgerichtsentscheide i/S S. vom 28. August 2008, 8C_373/2008, und i/S P.
vom 9. März 2009, 8C_491/08). Bezüglich des allfälligen Rentenbeginns rechtfertigt es
sich vorliegend, angesichts der IV-Anmeldung vom Januar 2007 und des Eintritts der
Arbeitsunfähigkeit im August 2005 die bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen
Bestimmungen (im Folgenden angeführt) anzuwenden.
1.2 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin das
Leistungsgesuch des Beschwerdeführers abgelehnt. Berufliche Massnahmen seien
nicht möglich, für die Arbeitsvermittlung sei die Arbeitslosenversicherung zuständig.
Ein Rentenanspruch bestehe nicht. Der Beschwerdeführer lässt im Gerichtsverfahren
(wie schon in der IV-Anmeldung) einzig eine Rente beantragen. Streitig ist daher
zunächst ein Rentenanspruch. Ergäbe sich allerdings, dass ohne
Eingliederungsmassnahmen ein solcher Anspruch in Frage steht, so gehörte zum
Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz
"Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht des Beschwerdeführers zu
Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen
von Bedeutung. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu
beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in
der Folge eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
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261 E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch
tatsächlich ausübt, ist für die Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046
des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über die
Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH).
2.3 Für die richterliche Beurteilung sind grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse
massgebend, wie sie bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verwaltungsverfügung
bestanden haben (BGE 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen; BGE 125 V 150 E. 2c).
Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sind jedoch insoweit zu berücksichtigen,
als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet
sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu beeinflussen (Entscheid
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S T. vom 22. März 2001, I 597/00; vgl.
BGE 99 V 102 mit Hinweisen).
3.
3.1 Zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit liegt ein Bericht des RAD im Sinne von Art. 49 Abs. 2 IVV vom Oktober
2007 über eine Untersuchung vom 24. September 2007 vor. Der RAD-Arzt nahm die
Anamnese auf, erfragte die geklagten Beschwerden (in beiden Sprunggelenken; in der
rechten Schulter und im AC-Gelenk; an beiden Rippenbogenrändern am Übergang der
Rippen zum Bauchraum und über dem Brustbein; im LWS-Bereich; aufgrund einer
"psychosozialen Belastungssituation"; bei Belastung "Krämpfe im Herzbereich"), nahm
die Vorakten zur Kenntnis und erhob selber Befunde (zum Allgemeinstatus, dem
internistischen, neurologischen, rheumatologischen und psychischen Zustand).
Aufgrund dieser Erhebungen gelangte er zum Ergebnis, dass der Beschwerdeführer in
der angestammten, teilweise schweren Tätigkeit nicht mehr, in einer adaptierten
Tätigkeit aber voll arbeitsfähig sei. Arbeiten mit dem dominanten rechten Arm über
Schulterniveau seien ausgeschlossen. Als zweite Arbeitsfähigkeitsschätzung lag jene
von Dr. A._ vom Februar 2007 vor, der dafürgehalten hatte, kardial wäre der
Beschwerdeführer gut belastbar und arbeitsfähig, manuelle Tätigkeiten kämen aber
wegen der Schmerzen in der Sternotomie-Narbe nicht in Frage. Die hausärztliche,
namentlich auch auf die Angaben des Beschwerdeführers gestützte Beurteilung ist in
der Umschreibung der ausgeschlossenen Tätigkeiten vage oder sehr weitreichend und
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ist in der Beweiswürdigung nicht als (gleichwertige) Gegenposition aufzufassen. Der
RAD-Arzt, welcher die Untersuchung vornahm, ist Facharzt für Arbeitsmedizin (im
Ausland erworbener Titel). Weitere Spezialisten, etwa ein Internist, ein Rheumatologe
oder ein Psychiater, wirkten nicht mit, wie es der Beschwerdeführer offenbar für
erforderlich hielte. Der RAD-Arzt konnte sich indessen auf verschiedene spezialärztliche
Berichte und Abklärungen zur kardialen, sternalen und Schulterproblematik stützen.
Dafür, dass er diese Berichte unzutreffend gewürdigt haben könnte, gibt es keine
Hinweise. Betreffend die beiden oberen Sprunggelenke hat der RAD-Arzt bis auf leichte
Reibegeräusche funktionell keine gravierende Störung objektiv erheben können. Was
den psychischen Befund anbelangt, legte der RAD-Arzt dar, die subjektiv
empfundenen Schmerzen seien organisch nicht hinreichend erklärbar. Es bestünden
psychosoziale Probleme (ungelernter Migrant mit schlechten beruflichen und
sprachlichen Kenntnissen, Arbeitsplatzverlust, Verbleib der Familie im Heimatland, nun
Abhängigkeit von der Sozialfürsorge). Es liege weder eine depressive noch eine andere
psychiatrische Erkrankung vor und es werde auch keine entsprechende Therapie in
Anspruch genommen. Es handle sich um eine die Arbeitsfähigkeit nicht
beeinträchtigende anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Die psychiatrische
Beurteilung wurde nachträglich durch die Angaben von Dr. G._ gestützt, hielt der
Spezialarzt doch fest, er sei mit dieser Beurteilung grösstenteils, mit der
Arbeitsfähigkeitsschätzung vollumfänglich einverstanden.
3.2 Gegen die Stichhaltigkeit des Ergebnisses der RAD-Untersuchung liess der
Beschwerdeführer vor Erlass der Verfügung vorbringen, es sei seit der Untersuchung
eine gesundheitliche Verschlechterung eingetreten. So sei eine Anpassungsstörung mit
Angst und Depression gemischt aufgetreten. Wie dem Bericht von Dr. G._ zu
entnehmen ist, kommt den psychiatrischen Leiden des Beschwerdeführers aber (nach
wie vor) kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu. Bei der Anpassungsstörung handelt es
sich nach der Beurteilung durch Dr. G._ im Übrigen um eine lediglich
vorübergehende Krankheit.
3.3 In der Beschwerde bringt der Beschwerdeführer vor, es seien akute Schmerzen im
Kreuzbereich dazugekommen. Schon bei der RAD-Untersuchung hatte er berichtet, vor
zwei Monaten (also etwa im Juli 2007) seien bei ihm solche Schmerzen aufgetreten. Bei
einer Kernspintomographie vom Januar 2008 waren denn auch verschiedene Befunde
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im LWS-Bereich gefunden worden, darunter Diskushernien in zwei Segmenten, je mit
einer mässiggradigen Spinalkanalstenose. Die Nervenwurzeln L4 und L5 waren irritiert.
Dr. L._, der nebst der LWS- eine ISG-Problematik gefunden hatte, attestierte dem
Beschwerdeführer im März 2008 (nach Erlass der Verfügung) eine volle
Arbeitsunfähigkeit und befürwortete eine neurologische Begutachtung. Dr. F._ nahm
demgegenüber am 7. Mai 2008 an, eine polydisziplinäre Begutachtung sei gegenwärtig
trotz dieser LWS-Befunde nicht erforderlich, könnte aber allenfalls in Zukunft nötig
werden. Bei den LWS-Befunden handle es sich um alterstypische mässige
degenerative Veränderungen. Die von Dr. L._ vorgeschlagene neurologische
Abklärung wurde in der Folge von Dr. K._ durchgeführt. Nach deren Beurteilung vom
1. April 2008 lagen degenerative LWS-Veränderungen vor mit unter anderem
Diskushernien L2/4 und L4/5 und einer mässigen Spinalkanalstenose auf diesen
Niveaus. Ein Jahr früher könnte es zu einer radikulären Reizsymptomatik links
gekommen sein, welche sich aber rasch wieder zurückgebildet habe. Aktuell würden
Anhaltspunkte für eine radikuläre Reiz- und/oder Ausfallssymptomatik sowohl klinisch
wie anamnestisch fehlen. Die ISG-Problematik mit Piriformis-Schmerz bezeichnete sie
als anamnestische Diagnose. Es kann unter diesen Umständen (für den hier zu
beurteilenden Zeitraum bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung) davon
ausgegangen werden, dass die Veränderungen an der LWS nicht zu einer anderen
Beurteilung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit für eine angepasste Tätigkeit führen.
3.4 Aus den später am 13. Mai 2008 bei der Beschwerdegegnerin und den mit der
Replik eingereichten medizinischen Berichten ist für den vorliegend massgeblichen
Sachverhalt nichts anderes zu schliessen. Kardial muss nicht von einer
Verschlechterung ausgegangen werden. Eine pectanginöse Beschwerdesymptomatik
lag nicht vor. Die Anstrengungsdyspnoe war nicht klar nachzuvollziehen. Im Bericht
vom 5. Juni 2008 stellte Dr. L._ unter anderem eine cervicale Dysfunktion in C0/1
rechts und C3/4 links mit Rotations- und Seitneigungsstörung, eine
Ansatztendinopathie der nuchalen Muskelansätze und der Mm. levator scapulae bds.
und eine Facettengelenksdysfunktion in Th 2-10 bds. fest. Der Arzt berichtete, am
2. Juni 2008 sei operativ ein periduraler Katheter implantiert, am 4. Juni 2008, nachdem
kein Erfolg eingetreten sei, wieder gezogen worden. Die Beschwerden in der unteren
Lendenwirbelsäule und im Beckenbereich seien durch die Bandscheibenvorfälle in L3/4
und L4/5 und die Verspannung der paravertebralen Muskulatur zu erklären. Das dürfte
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auch die Hauptursache für die Facettengelenksdysfunktion in den gleichen Höhen mit
pseudoradikulären Schmerzen sein. Daneben bestehe eine deutliche
Iliosacralgelenksdysfunktion beidseits mit verkürzten Mm. piriformis. Beide
Beschwerdebereiche würden sich gegenseitig triggern und die Schmerzsituation
verstärken. Das Schmerzgeschehen habe zu einer eigenständigen Erkrankung geführt.
Ob in diesen medizinischen Angaben eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes abgebildet wird, welche von Einfluss auf die zumutbare
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ist, ist in diesem Verfahren nicht zu beurteilen,
da jedenfalls angenommen werden kann, es müsse daraus nichts auf den Sachverhalt
bis zur Zeit des Erlasses der angefochtenen Verfügung zurückgeschlossen werden. Die
Frage kann indessen Gegenstand eines allfälligen späteren Verwaltungsverfahrens
sein.
3.5 Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass bis zum Verfügungszeitpunkt im
Februar 2008 von einer Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von 100 % in einer
angepassten Tätigkeit auszugehen ist, wie sie der RAD-Arzt umschrieb.
4.
Angesichts der Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit ergibt sich in erwerblicher
Hinsicht - unabhängig vom Ausmass eines allfälligen Abzugs von dem zu wählenden
Tabellenlohn - kein invaliditätsbedingter Ausfall, der einen rentenbegründenden Grad
erreicht, zumal der Beschwerdeführer als Gesunder kein über dem Durchschnitt für
Hilfstätigkeiten liegendes Einkommen erzielt hatte. Dass die Beschwerdegegnerin einen
Rentenanspruch des Beschwerdeführers abgelehnt hat, lässt sich daher nicht
beanstanden.
5.
5.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Als
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unterliegende Partei hat der Beschwerdeführer die Gerichtskosten zu bezahlen (vgl.
Art. 95 Abs. 1 VRP). Diese sind ermessensweise auf Fr. 600.-- zu veranschlagen. Mit
dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist die geschuldete Gerichtsgebühr
getilgt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG