Decision ID: 556435b8-815c-557c-8beb-6a3b865657f8
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 20. Oktober 2007 wegen einer chronisch depressiven
Entwicklung zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des
Kantons St. Gallen an (IV-act. 1). Der Versicherte wurde vom 21. bis 24. April 2008
durch die Psychiatrie-Dienste B._ in der Psychiatrischen Klinik C._ stationär
untersucht. Im Gutachten vom 30. Dezember 2008 diagnostizierten die Ärzte eine
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlichen und anankastischen Anteilen sowie
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode.
Kurzzeitig sei der Versicherte durchaus in der Lage, eine durchschnittliche bis
überdurchschnittliche Leistung an den Tag zu legen. Langfristig könne er diese aber
aufgrund der Persönlichkeitsstörung nicht aufrechterhalten. Die Gutachter gingen von
einer Arbeitsfähigkeit von 70% in einer adaptierten Tätigkeit aus, sofern nicht zusätzlich
eine mittelgradige oder schwere depressive Episode vorliege. Es müsse sich dabei um
eine vorwiegend selbstständige Tätigkeit handeln, bei welcher der Versicherte ohne im
Vordergrund stehender Teamarbeit im Sinn einer gut strukturierten Auftragsarbeit für
sich arbeiten könne (IV-act. 59). Im psychiatrischen Verlaufsgutachten vom 31. März
2011 berichteten die Ärzte der Psychiatrie-Dienste B._, die
Kompensationsmöglichkeiten des Versicherten hätten seit 2008 weiter abgenommen
und die Belastbarkeit habe sich noch weiter reduziert. Damit verbunden sei auch eine
erhöhte Tendenz für depressive Einbrüche bei Belastung. Derzeit sei lediglich eine
Arbeitsfähigkeit in einem geschützten Rahmen im Umfang von zirka 40% zumutbar. Es
sei sehr wahrscheinlich nicht realistisch, den Versicherten in der freien Wirtschaft
wieder einzugliedern (IV-act. 104). Mit Verfügung vom 7. Oktober 2011 sprach die IV-
A.a.
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Stelle dem Versicherten bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 93% eine ganze
Rente ab dem 1. Januar 2008 zu (IV-act. 119 und 121).
Aufgrund von anonymen Hinweisen Dritter, dem Versicherten gehe es nicht so
schlecht wie er angebe – er bastle immer wieder stundenlang an verschiedenen Autos
rum – leitete die IV-Stelle eine Rentenüberprüfung ein (vgl. Notiz vom 28. März 2012;
IV-act. 122). Im Verlaufsbericht vom 27. Juli 2012 hielt der behandelnde Psychiater
Dr. med. D._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, fest, es liege keine
Verbesserung der Arbeits-/Einsatzmöglichkeiten vor (IV-act. 129). In der Folge stellte
die IV-Stelle verschiedene Abklärungen zu den angeblichen Tätigkeiten des
Versicherten im Rahmen von Autoreparaturen und Autohandel an (vgl. IV-act. 137 ff.,
insbesondere IV-act. 164). Zudem wurden auch zahlreiche Akten der
Staatsanwaltschaft beigezogen (vgl. IV-act. 171 ff.). In diesem Zusammenhang wurde
der Versicherte im späteren Verlauf des Verfahrens auch mehrfach an
Standortgesprächen in der IV-Stelle befragt (Gespräche vom 18. März 2014, IV-
act. 195; vom 2. April 2014, IV-act. 197; und vom 3. Juni 2014, IV-act. 204).
A.b.
Am 28. Mai sowie am 7. und 8. Juli 2015 wurde der Versicherte im E._ sowie in
der Klinik F._ rheumatologisch, psychiatrisch und neuropsychologisch untersucht.
Der rheumatologische Gutachter Dr. med. G._, Facharzt für Rheumatologie und
Innere Medizin FMH, kam im Gutachten vom 29. August 2015 zum Schluss, dass eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht aufgrund der
rezidivierenden Rückenbeschwerden bei gleichzeitig sehr geringen, im Verlauf
weitgehend konstanten degenerativen Veränderungen der LWS hinsichtlich schwerer
und sehr schwerer körperlicher Tätigkeiten bestehe. Eine adaptierte Tätigkeit sei dem
Versicherten in einem vollen zeitlichen Pensum ohne zusätzliche
Leistungseinschränkungen zumutbar (IV-act. 245). Der psychiatrische Gutachter
Dr. med. H._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, stellte im
psychiatrischen Gutachten vom 31. August 2015 keine Diagnose mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit. Es bestehe allenfalls eine leichte Depressivität. In der
Vergangenheit seien hingegen gravierendere psychopathologische Auffälligkeiten
beschrieben worden. Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten sowie in adaptierten
Tätigkeiten betrage 100% (IV-act. 246). Der neuropsychologische Gutachter Dr. phil.
I._, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP, hielt im neuropsychologischen
A.c.
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Teilgutachten vom 14. Juli 2015 eine nicht-authentische neuropsychologische Störung
im Rahmen einer wahrscheinlichen (bewusstseinsnahen) Aggravation von kognitiven
Defiziten und weiteren Beschwerden fest. Aufgrund der wahrscheinlichen Aggravation
könnten keine zuverlässigen Aussagen über die Funktionalität des Versicherten in
seinem privaten Alltag oder bezüglich seiner Arbeitsfähigkeit abgeleitet werden (IV-
act. 247). Diese Schlussfolgerungen wurden von den Experten in der
Konsensbeurteilung vom 6. Oktober 2015 bestätigt (IV-act. 244). Dr. med. J._,
Fachärztin für Neurologie, Mitarbeiterin der IV-Stelle, fand in der Stellungnahme vom
28. Oktober 2015 das Gutachten umfassend und überzeugend (IV-act. 248). Nach
durchgeführtem Vorbescheidverfahren verfügte die IV-Stelle am 25. April 2016 die
Aufhebung der Rente auf den 1. Juni 2016 (IV-act. 259).
Gegen die Verfügung vom 25. April 2016 erhob A._ am 27. Mai 2016
Beschwerde (act. G 1 im Verfahren IV 2016/177). Das Versicherungsgericht beauftragte
am 6. Juni 2017 Prof. Dr. med. K._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
asim Begutachtungen, Basel, mit einer psychiatrischen Begutachtung einschliesslich
neuropsychologischer Abklärung des Beschwerdeführers (act. G 15 im Verfahren
IV 2016/177).
A.d.
Im asim-Gutachten vom 31. Dezember 2017 nannten die Gutachter als Diagnosen
eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit führend emotional instabilen, dependent-
ängstlichen und narzisstischen Anteilen, eine Dysthymia bei anamnestischen
Hinweisen auf eine Überlagerung durch eine rezidivierende depressive Störung, aktuell
remittiert, und den Verdacht auf eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung,
anamnestisch ärztlich gesehen, aktuell nicht zu validieren. Im Rahmen seiner
psychischen Störungen und der sich daraus ergebenden funktionellen Defizite sei der
Beschwerdeführer nicht mehr in der Lage, sich langfristig in eine Teamarbeit auf dem
freien Arbeitsmarkt einzugliedern. Die absehbar entstehenden interpersonellen
Konflikte seien zum einen dem Arbeitgeber nicht zumutbar, zum anderen würden sie
den Exploranden selbst überfordern und wie in der Vergangenheit eine Exazerbation
der psychiatrischen Problematik auslösen. Diese Einschränkungen würden für jede
Tätigkeit gelten, welche auf Interaktion und Teamarbeit basiere. Für solche Tätigkeiten
liege eine vollständig aufgehobene Arbeitsfähigkeit vor. Die Gutachter gehen mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon aus, dass der Beschwerdeführer in einer den
A.e.
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B.
Beschwerden angepassten Tätigkeit weiterhin grundsätzlich zu etwa 50% arbeitsfähig
sei. Neben der Dekonditionierung würden die eingeschränkten Copingstrategien vor
dem Hintergrund der schwerwiegenden Persönlichkeitsstörung eine Minderung der
Arbeitsfähigkeit begründen. Optimal angepasst sei eine Tätigkeit mit klar definierten
Aufgaben ohne Führungsaufgaben, die nicht in einem interaktiven Team stattfinde (act.
G 19 im Verfahren IV 2016/177).
Mit Stellungnahme vom 12. April 2018 führte der Beschwerdeführer aus, dass
Eingliederungsmassnahmen wegen der Persönlichkeitsstörung wenig
erfolgsversprechend seien und unter Berücksichtigung der elfjährigen Abwesenheit
vom ersten Arbeitsmarkt eine Integration in diesen nicht realistisch sei. Es sei davon
auszugehen, dass er seine 50%ige Restarbeitsfähigkeit nur noch im geschützten
Rahmen nutzen könne. Somit bestehe immer noch ein Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente (act. G 30 im Verfahren IV 2016/177).
A.f.
Mit Stellungnahme vom 12. April 2018 brachte die IV-Stelle vor, dass das
Gutachten in einzelnen Punkten unsorgfältig und widersprüchlich wirke. Insbesondere
wird die Arbeitsfähigkeitsschätzung kritisiert, welche gemäss Gutachter massiv
erschwert gewesen sein soll. Die Gutachter hätten sich zur Hauptsache an der
Selbstdarstellung des Versicherten orientiert und die aufwendig zusammengetragenen
fremdanamnestischen Informationen ignoriert. Die Gesundheit sei zu vermuten, das
Vorliegen einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Persönlichkeitsstörung sei
möglich, ein rechtsgenüglicher Nachweis fehle aber. Die Beschwerde sei daher unter
vollständiger Kostenauflage zu Lasten des Versicherten abzuweisen (act. G 31 im
Verfahren IV 2016/177).
A.g.
Mit Entscheid vom 6. September 2018, IV 2016/177, hob das
Versicherungsgericht in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die angefochtene
Verfügung vom 25. April 2016 auf und setzte die bisherige ganze Rente des
Beschwerdeführers auf den 1. Juni 2016 auf eine halbe Rente herab.
A.h.
Auf die von A._ am 12. November 2018 erhobene Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten trat das Bundesgericht nicht ein (Urteil des
Bundesgerichts vom 19. November 2018, 8C_781/2018).
B.a.
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Die von der IV-Stelle erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen
Angelegenheiten vom 12. November 2018 hiess das Bundesgericht mit Urteil vom
9. Mai 2019, 8C_776/2018, teilweise gut. Es hob den Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 6. September 2018, IV 2016/177, auf und wies die Sache
zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurück. Im Übrigen wies es die Beschwerde
ab. Zur Begründung führte es im Wesentlichen aus, das Versicherungsgericht habe zu
Recht nicht auf das mangelhafte Administrativgutachten abgestellt. An der
gerichtsgutachterlichen Beurteilung bestünden Unzulänglichkeiten und das
Versicherungsgericht habe den Untersuchungsgrundsatz verletzt, indem es keine
weiteren Abklärungen hinsichtlich der zentralen strittigen Frage der zumutbaren
Erwerbstätigkeit unter Berücksichtigung der Beschäftigung des Beschwerdeführers in
seiner Werkstatt veranlasst habe. Nebst der Einholung eines (polydisziplinären)
Obergutachtens oder der Ergänzung des Gerichtsgutachtens wäre etwa an den Beizug
von Fachpersonen der beruflichen Integration und Berufsberatung oder im
vorliegenden Fall die Berücksichtigung der Strafakten in Zusammenhang mit der
Autowerkstatt zu denken (act. G 1).
B.b.
Nachdem den Parteien vorgängig das rechtliche Gehör gewährt worden war (siehe
hierzu act. G 3 ff.), konfrontierte das Versicherungsgericht Prof. K._ mit der Kritik des
Bundesgerichts an seiner Beurteilung und ersuchte ihn um Stellungnahme (Schreiben
vom 26. Juli 2019 samt Fragen und Zusatzfragen der Parteien, act. G 10). Hierzu
äusserte sich Prof. K._ am 12. September 2019 (act. G 12).
B.c.
Die Beschwerdegegnerin hält in ihrer Stellungnahme vom 1. Oktober 2019 die aus
ihrer Sicht bestehenden offensichtlichen schwerwiegenden Unsicherheiten nicht für
ausgeräumt. Sie beantragt, die Beschwerde sei unter vollständiger Kostenauflage zu
Lasten des Beschwerdeführers abzuweisen. Allenfalls sei - nach vorgängiger Eröffnung
der Möglichkeit eines Beschwerderückzugs - die angefochtene Verfügung insoweit
anzupassen, als sie die Rente nicht pro futuro einstelle, sondern den Rentenanspruch
seit Beginn verneine (act. G 13).
B.d.
In der Eingabe vom 6. November 2019 äussert sich der Beschwerdeführer zum
Sachverhalt und Rentenanspruch (act. G 14).
B.e.
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Frage, ob die
Beschwerdegegnerin die Rente zu Recht auf den 1. Juni 2016 aufgehoben hat.
Bezüglich der massgeblichen rechtlichen Grundlagen wird auf den Entscheid vom
6. September 2018, IV 2016/177, E. 1.2 ff., verwiesen. Gegenstand der angefochtenen
Verfügung vom 25. April 2016 bildet die Frage, ob sich der Rentenanspruch seit der
ursprünglichen Verfügung vom 7. Oktober 2011 verändert hat und im Sinn von Art. 17
Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG; SR 830.1) für die Zukunft angepasst werden kann (IV-act. 259).
2.
Zunächst ist zu prüfen, ob die vom Bundesgericht im Urteil vom 9. Mai 2019,
8C_776/2018, erkannten Abklärungsdefizite mit der Stellungnahme des
Gerichtsgutachters Prof. K._ vom 12. September 2019 behoben wurden (act. G 11)
und nunmehr ein spruchreifer Sachverhalt vorliegt.
Bezüglich der vom Bundesgericht für widersprüchlich gehaltenen Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit bezogen einerseits auf eine allgemein leidensangepasste Tätigkeit und
andererseits auf eine optimal angepasste qualifizierte selbstständige Tätigkeit in einer
(Auto-)Werkstatt (Urteil des Bundesgerichts vom 9. Mai 2019, 8C_776/2018, E. 4.3)
führte Prof. K._ aus, wie im Gutachten dargelegt, erachte er den Beschwerdeführer in
einer den Beschwerden optimal angepassten Tätigkeit für «grundsätzlich zu etwa 50%
arbeitsfähig». Diese Einschätzung ergebe sich aus den anhand der Begutachtung, den
anamnestischen, fremd- und aktenanamnestischen Angaben sowie der dokumentierten
Krankengeschichte ermittelten Befunde unter Würdigung der damit einhergehenden
funktionellen Einschränkungen unter Ausklammerung der über den krankheitswertigen
Kern hinausgehenden aggravatorischen Anteile. Es sei nicht auszuschliessen, dass in
einer selbstständigen Tätigkeit in eigener Werkstatt möglicherweise auch eine höhere
Arbeitsfähigkeit gegeben sei. Das tatsächliche exakte Funktionsniveau des
Beschwerdeführers sei in der Begutachtung mangels ausreichend valider Angaben
jedoch nicht zu ermitteln, weswegen eine mögliche (Hervorhebung gemäss Original)
höhere Arbeitsfähigkeit in dieser optimal angepassten Tätigkeit nicht mit
gutachterlicher Sicherheit postuliert werden könne. Daher werde die Arbeitsfähigkeit in
einer solchen optimal angepassten Tätigkeit ebenfalls mit «ca. 50%» (Hervorhebung
2.1.
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gemäss Original) quantifiziert (act. G 11, S. 1 f.). Damit brachte Prof. K._ plausibel
zum Ausdruck, dass zwar nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, jedoch auch nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann, dass der
Beschwerdeführer in einer frei von ihm einteil- und gestaltbaren selbstständigen
Tätigkeit in seiner Werkstatt eine höhere Funktionalität erzielen könnte. Weder aus der
persönlichen Untersuchung des Beschwerdeführers noch den umfangreichen Akten
erkannte Prof. K._ hingegen Hinweise, die ihm die Postulierung einer höheren
Arbeitsfähigkeit mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erlaubten.
Eine weisungsgebundene Tätigkeit als Arbeitnehmer in einer fremdbestimmten
Arbeitsorganisation, der damit verbundene fremdbestimmte Erwartungs- und
Leistungsdruck sowie die eher mit zwischenmenschlichen Konflikten verbundene
Umgebung mit Vorgesetzten und Mitarbeitenden dürften sich auf Personen mit dem
Leidensbild einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit führend emotional instabilen,
dependent-ängstlichen und narzisstischen Anteilen (ICD-10: F61.0) im Vergleich zu
einer hypothetisch qualitativ und quantitativ frei bestimmbaren selbstständigen
Arbeitsweise in einer eigenen Werkstatt eher ungünstig auswirken (zu den mit dem
Krankheitsbild verbundenen ungünstigen Auswirkungen auf eine in Unselbstständigkeit
ausgeübten Tätigkeit siehe S. 49 f. des Gerichtsgutachtens, act. G 19 im Verfahren
IV 2016/177). Es ist daher bei diesem Leidensbild gerichtsnotorisch, dass eine höhere
Leistungsfähigkeit in einer hypothetisch frei von fremdbestimmten Einflüssen durch die
versicherte Person gestaltbaren selbstständigen Tätigkeit an einem eigenen
Arbeitsplatz nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Ob aus einer solchen
Tätigkeit im Vergleich zu einer unselbstständigen Tätigkeit letztlich ein höheres
Erwerbseinkommen resultierte, bleibt hingegen fraglich. Insbesondere ist nicht
dargetan, dass der Beschwerdeführer mit einer selbständigen Tätigkeit im Rahmen des
Betriebs einer eigenen Werkstatt überhaupt ein relevantes Erwerbseinkommen erzielen
könnte. Belege hierfür konnten nicht beigebracht werden. Der Vollständigkeit halber
bleibt zu ergänzen, dass für die Bemessung der Erwerbsunfähigkeit bzw. der Invalidität
aufgrund einer Verweistätigkeit ohnehin nicht die Einbusse an Leistungsvermögen in
einer hypothetischen optimal leidensangepassten selbstständigen Erwerbstätigkeit,
sondern einzig der Verlust der Erwerbsmöglichkeiten (als unselbstständig
Erwerbstätiger) auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt
massgebend ist (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Prof. K._ hat damit die allein entscheidende
Frage nach der Arbeitsfähigkeit bezogen auf eine leidensangepasste unselbstständige
Tätigkeit nachvollziehbar beantwortet. Daran vermögen seine Ausführungen zu einer
hypothetisch optimal leidensangepassten selbstständigen Tätigkeit nichts zu ändern.
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Aus der Sicht des Bundesgerichts erscheint die Beurteilung von Prof. K._ auch
deshalb mangelhaft, weil er keine einlässliche und nachvollziehbare Begründung
abgegeben habe, weshalb angesichts der doch beachtlichen Aggravation, die nach der
Rechtsprechung (BGE 141 287 E. 2.2) einen Ausschlussgrund darstelle, dennoch eine
zumutbare Arbeitsfähigkeit von bloss 50% bescheinigt habe (Urteil des Bundesgerichts
vom 9. Mai 2019, 8C_776/2018, E. 4.3).
2.2.
Hinweise auf Inkonsistenzen, Aggravation oder Simulation bilden nicht in jedem
Fall einen Ausschlussgrund, rufen aber jedenfalls nach einer vertiefenden Prüfung des
funktionellen Schweregrads (des ärztlich festgestellten psychischen Leidens; Urteil des
Bundesgerichts vom 12. März 2019, 9C_501/2018, E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 143 V
429 E. 7.1). Vorliegend hat Prof. K._ sorgfältig und nachvollziehbar dargelegt, welche
krankheitsbedingt plausibilisierten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit überwiegend
wahrscheinlich erscheinen. Er führte in der Stellungnahme vom 12. September 2019
aus, wie im Gutachten unter Schweregrad (Hervorhebung gemäss Original) dargelegt,
ergebe sich aufgrund der verzerrenden und teilweise aggravierenden Darstellung des
Beschwerdeführers eine Unsicherheit bezüglich der exakten Einordnung des
Schweregrads der Persönlichkeitsstörung. Diese sei gesamthaft im Verlauf als mittel-
bis fraglich schwergradig einzuordnen. Unzweifelhaft liege eine erhebliche in früher
Kindheit angelegte Störung vor, die mit erheblichen Einschränkungen einhergehe und
sich insbesondere in Kontakt und Interaktion mit anderen auswirke. Je nach
Lebenssituation sei dies in geringerem oder grösserem Ausmass der Fall. Dies sei so
zu verstehen, dass grundsätzlich eine mindestens mittelgradig schwere
Persönlichkeitsstörung zu postulieren sei, die sich je nach Kontext schwer oder
schwerer darstelle. Die postulierte dauerhaft vollständig aufgehobene Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit und in Tätigkeiten, die auf Interaktion und Teamarbeit
beruhten, sowie die Arbeitsfähigkeit von 50% in angepasster Tätigkeit beruhe
ausschliesslich auf der fachgutachterlich-psychiatrischen Einschätzung unter
Ausklammerung der aggravatorischen Anteile und betreffe den krankheitswertigen
störungsbedingten Kern der Erkrankung (act. G 11, S. 2). Diesen Ausführungen lässt
sich entnehmen, dass Prof. K._ nicht validierte Beschwerden und invaliditätsfremde
Einschränkungen sowohl bei der Beschreibung des Krankheitsbilds als auch bei seiner
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit gänzlich ausgeklammert hat. Der Beweiskraft der
gerichtsgutachterlichen Beurteilung tut es - entgegen der Beschwerdegegnerin (act.
G 13, S. 1 unten) - auch keinen Abbruch, dass er auf die zwangsläufig bestehende
Unsicherheit bezüglich der «exakten» Einordnung des Schweregrads der
Persönlichkeitsstörung hinwies (act. G 11, S. 2 Mitte; vgl. Urteil des Bundesgerichts
2.2.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/16
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vom 12. März 2019, 9C_501/2018, E. 5.1 am Schluss). Der Vorwurf der
Beschwerdegegnerin, Prof. K._ stütze sich auf die unzuverlässigen Angaben des
Beschwerdeführers (act. G 13, S. 1), erweist sich somit als unbegründet, zumal er
gerade nicht auf die Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers (Arbeitsfähigkeit
maximal 11⁄2 bis 2 Stunden täglich, act. G 19, S. 16 unten im Verfahren IV 2016/177;
vgl. auch act. G 11 S. 3) abstellt, sondern ihm immerhin eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
bescheinigt.
Ausserdem setzte sich Prof. K._ schlüssig mit den Akten des Strafverfahrens
und der beruflichen Abklärungen auseinander. Im Auftrag zur Gutachtensergänzung
vom 26. Juli 2019 (act. G 10 S. 2 f.) wurde Prof. K._ nochmals explizit auf diese Akten
hingewiesen. Prof. K._ führte hierzu aus, dass aus seiner Sicht die Aussagen in den
Einvernahmeprotokollen keine medizinischen Schlüsse auf das tatsächliche
Funktionsniveau des Beschwerdeführers zulassen würden. Dessen Angaben böten
keine belastbaren Anhaltspunkte für eine über eine Arbeitsfähigkeit von ca. 50%
hinausgehende Arbeitsfähigkeit. Sie würden inhaltlich im Übrigen grösstenteils mit den
anamnestischen Angaben in der Begutachtung übereinstimmen und seien bei der
gerichtsgutachterlichen Beurteilung gewürdigt worden. Der Aktennotiz der
Beschwerdegegnerin vom 22. Januar 2015 sei zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer im Besitz vieler alter Autos, z.T. «Schrottautos», sei, an denen er als
«ewige Projekte» herumbastle und dass er über die Jahre eine vollständige
Werkstatteinrichtung angeschafft habe. In Anbetracht der Tatsache, dass für die
optimal angepasste Tätigkeit als Selbstständiger in eigener Werkstatt fachgutachterlich
eine Arbeitsfähigkeit von 50% zu attestieren sei, sei darin kein Widerspruch zu sehen
(act. G 11, S. 2). In der Tat ist weder ersichtlich noch zeigt die Beschwerdegegnerin
schlüssig auf, inwiefern sich aus den Akten oder anderen Umständen Hinweise
ergeben, die mit einer 50%igen Arbeitsfähigkeit nicht mehr vereinbar wären. Die IV-
Stelle selber geht in der erwähnten Aktennotiz davon aus, der Nachweis, dass der
Beschwerdeführer im Rahmen seiner Werkstattaktivitäten grössere Einkommen
erwirtschafte, könne nicht erbracht werden, zumal in der Oldtimer-Szene Vieles "unter
der Hand" laufen würde. Wesentlich sei daher, welche Rückschlüsse auf das
Funktionsniveau gezogen werden könnten (IV-act. 217 S. 5 des Verfahrens IV
2016/177), wofür bei der gegebenen Beweislage wiederum auf die fachmedizinischen
Einschätzungen abzustellen ist.
2.2.2.
Berufliche Eingliederungsmassnahmen der IV wurden unter Berufung auf die
fehlende Eingliederungsfähigkeit abgelehnt bzw. als nicht erfolgversprechend erachtet
(IV-act. 71, IV-act. 107; vgl. auch Stellungnahme des IV-Arztes Dr. med. L._ vom 7.
2.2.3.
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3.
Bei einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit resultiert unter Berücksichtigung eines
allfälligen - wenn überhaupt - höchstens 10%igen Tabellenlohnabzugs ein
Invaliditätsgrad von 57% (siehe hierzu den Einkommensvergleich im Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 6. September 2018, IV 2016/177, E. 4.3 ff.). Der Anspruch
des Beschwerdeführers ist deshalb revisionsweise per 1. Juni 2016 auf eine halbe
Rente festzusetzen (zur gesundheitlichen Verbesserung und dem Wirkungszeitpunkt
der Herabsetzung siehe den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 6. September
2018, IV 2016/177, E. 3.1 f.). Es ist auf Grund der gutachterlich bestätigten Ressourcen
Mai 2012, IV-act. 123; Gerichtsgutachten, IV 2016/177 act. G 19 S. 10). Weiter sind
auch weder in der Ergänzung zum Gerichtsgutachten vom 12. September 2019 noch in
den sonstigen Akten des Verfahrens IV 2019/124 berufliche
Eingliederungsmassnahmen der IV als sinnvolle Massnahmen benannt worden.
Mit dem Gerichtsgutachten und der nachträglichen Stellungnahme vom
12. September 2019 liegt eine schlüssige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers aus fachpsychiatrischer Sicht vor. Prof. K._ setzte sich mit
sämtlichen relevanten Umständen auseinander. Er trug namentlich den vorhandenen
Ressourcen Rechnung, klammerte invaliditätsfremde Gesichtspunkte, insbesondere
die aggravatorischen Anteile, aus und berücksichtigte ausschliesslich die
krankheitsbedingte psychische Störung. Gestützt darauf ist mit dem massgeblichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass weiterhin
sowohl eine gesundheitliche Beeinträchtigung von erheblichem Schweregrad als auch
deren funktionelle Auswirkungen in erwerblicher Sicht objektiv (Art. 7 Abs. 1 und 2
ATSG) kohärent ausgewiesen sind. Ergänzend kann auf die Ausführungen des
Versicherungsgerichts im Entscheid vom 6. September 2018, IV 2016/177, E. 2.2 ff.,
verwiesen werden. Die Kritik der Beschwerdegegnerin lässt die medizinisch
bescheinigten krankheitsbedingten Störungen und Belastungsfaktoren gänzlich ausser
Acht und abstrahiert weitestgehend vom Umstand, dass im vorliegenden Fall eine
gesundheitliche Verbesserung attestiert und nicht (mehr) eine vollständige, sondern
lediglich noch eine hälftige Arbeitsunfähigkeit gerichtsgutachterlich bescheinigt wurde
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2019, 9C_157/2019, E. 5.1 f.). Letztlich
nimmt die Beschwerdegegnerin eine unzulässige juristische Parallelprüfung vor. Aus
den Ausführungen des Beschwerdeführers (act. G 14) ergeben sich ebenfalls keine
objektiv wesentlichen Gesichtspunkte, die Zweifel an der gerichtsgutachterlichen
Beurteilung des Gesundheits- und Arbeitsfähigkeitsverlaufs zu begründen vermögen.
2.3.
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und des Funktionsniveaus von einer zumutbaren Selbsteingliederung der
wiedergewonnenen teilweisen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
4.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin (vgl. Stellungnahme vom 12. April
2018, IV 2016/177, act. G 31 S. 7, und Stellungnahme vom 1. Oktober 2019, act. G 13)
besteht auf Grund des Gutachtens und der Gutachtensergänzung von Prof. K._ kein
Anlass, die Verfügung vom 7. Oktober 2011 im Rahmen einer prozessualen Revision
gemäss Art. 53 Abs. 1 ATSG aufzuheben und das Rentengesuch (ex tunc) abzuweisen.
Nach dieser Bestimmung müssen formell rechtskräftige Verfügungen und
Einspracheentscheide in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder
der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder
Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht möglich war. Eine neue relevante
Tatsache erblickte die Beschwerdegegnerin darin, dass Prof. K._ in seinem
psychiatrischen Fachgutachten (IV 2016/177, act. G 19 S. 56 f.) davon ausgehe, die
Beurteilung im Jahre 2011 wäre wahrscheinlich anders ausgefallen, hätten dem
damaligen psychiatrischen Gutachter zeitnah erhobene Informationen über die
Werkstattaktivitäten des Beschwerdeführers zur Verfügung gestanden, welche sehr
wahrscheinlich zu einer höheren Einschätzung des Funktionsniveaus geführt hätten (IV
2016/177, act. G 31 S. 7). Eine neue gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
vermag in der Regel keinen Rückkommenstitel in Bezug auf eine rechtskräftige
Verfügung zu bilden, welcher eine andere Arbeitsschätzung zugrunde liegt, zumal diese
ärztlichen Schätzungen zwangsläufig mit Ermessenszügen behaftet sind. Anders wäre
zu urteilen, wenn aufgrund eines neu erhobenen Befundes bereits im ursprünglichen
Verfahren die untersuchende Arztperson und die entscheidende Behörde das
Ermessen zwingend anders hätten ausüben und infolgedessen zu einem anderen
Ergebnis gelangen müssen (Urteile des Bundesgerichts 8C_658/2017 vom 23. Februar
2018 E. 3 und 9C_21/2019 vom 10. April 2019). Prof. K._ verfügte nicht über neue
medizinische Grundlagen oder gesicherte andere Erkenntnisse, welche das
psychiatrische Gutachten, das der Verfügung vom 7. Oktober 2011 zugrunde liegt,
zwingend als unrichtig erscheinen lassen. Solche neuen medizinischen Grundlagen
werden auch von der Beschwerdegegnerin nicht benannt. Die von der
Beschwerdegegnerin geltend gemachten Werkstattaktivitäten, welche nach ihrer
Ansicht auf ein höheres Funktionsniveau und ein zumutbares rentenrelevantes
Erwerbseinkommen des Beschwerdeführers schliessen liessen, konnten auch mit den
von ihr beigezogenen fremdanamnestischen Akten nicht rechtsgenüglich belegt
werden (vgl. act. G 10 S. 2 mit Hinweisen auf die im IV-Dossier enthaltenen Akten aus
anderen Verwaltungs- und Strafverfahren). Prof. K._ führte zudem schon im
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Gutachten aus, es sei nicht möglich, eine gutachterliche Zuordnung des
Funktionsniveaus zu einer retrospektiven Arbeitsfähigkeit zu erbringen (IV 2016/177,
act. G 19 S. 8). In der Gutachtensergänzung präzisierte er, dass die in den
fremdanamnestischen Akten (Einvernahmeprotokollen) enthaltenen Aussagen keine
medizinischen Schlüsse auf das Funktionsniveau erlauben würden (act. G 11 S. 2).
Zusammenfassend sind – auch nach medizinisch ergänzter Aktenlage (vgl. Entscheid
des Bundesgerichtes vom 9. Mai 2019, 8C_776/2018, E. 6.3) - die Voraussetzungen für
eine prozessuale Revision mangels neuer erheblicher Tatsachen im Sinne von Art. 53
ATSG nicht erfüllt. Es bleibt demnach bei der Herabsetzung der ganzen auf eine halbe
Rente auf 1. Juni 2016 im Rahmen einer Anpassung nach Art. 17 ATSG.
5.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 25. April 2016
aufzuheben und die ganze Rente des Beschwerdeführers auf den 1. Juni 2016 auf eine
halbe Rente herabzusetzen.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit mit Rücksicht auf das erforderliche
Gerichtsgutachten und den weiteren Schriftenwechsel als angemessen. Dem Ausgang
des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen (vgl. betreffend quantitative und zeitliche Überklagung das Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Januar 2016, 9C_288/2015, E. 4.2). Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
5.1.
bis
Betreffend die Verlegung der Kosten für das Gerichtsgutachten ist das Folgende
zu beachten:
5.2.
Gemäss Art. 45 Abs. 1 Satz 2 ATSG hat der Versicherungsträger die Kosten für
eine nicht von ihm angeordnete Abklärungsmassnahme zu übernehmen, wenn die
Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil
nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Die gesetzliche Regelung setzt für eine
Kostenübernahme keine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes voraus.
Leistungsbegründend ist allein der Umstand fehlender Spruchreife bzw. dass die nicht
vom Versicherungsträger angeordnete Abklärungsmassnahme unerlässlich war. Nicht
relevant ist daher, ob der Umstand der fehlenden Spruchreife auf ein Versäumnis des
5.2.1.
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Versicherungsträgers zurückzuführen ist (siehe zu den Voraussetzungen für eine
Kostenübernahme ohne Anordnung der Massnahme seitens des Versicherungsträgers
Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich 2015, Rz 16 ff. zu Art. 45). Die vom
Bundesgericht mit BGE 137 V 210 grösstenteils den Versicherungsgerichten
abgesprochene, vom Gesetz vorgesehene Kompetenz (Art. 61 Ingress ATSG i.V.m.
Art. 56 Abs. 2 Satz 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP;
sGS 951.1]), bei fehlender Spruchreife die Sache an den Versicherungsträger
zurückzuweisen, setzte ebenfalls keine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes
voraus. Es gilt somit im Anwendungsbereich von Art. 45 Abs. 1 ATSG insbesondere
kein Verursacherprinzip. Die gesetzliche Bestimmung setzt für eine Kostenübernahme
ausserdem nicht voraus, dass die versicherte Person materiell obsiegt. Soweit die
Rechtsprechung für eine Kostentragung nach Art. 45 Abs. 1 ATSG einen
Zusammenhang zwischen dem Untersuchungsmangel seitens der Verwaltung und der
Notwendigkeit, eine Gerichtsexpertise anzuordnen, verlangt (BGE 143 V 273 E. 3.3 mit
Hinweis auf BGE 139 V 502 E. 4.4), setzt sie sich in Widerspruch zu Art. 45 Abs. 1
ATSG. Denn diese Bestimmung gewährleistet, dass sämtliche Kosten für Abklärungen,
die für die Herstellung der Spruchreife erforderlich sind, zulasten des
Versicherungsträgers gehen und zwar unabhängig davon, ob diese nun vom
Versicherungsträger angeordnet wurden oder nicht. Dabei besteht keine sachliche
Rechtfertigung für eine unterschiedliche Handhabung der Abklärungskosten, je
nachdem, ob sie noch im Vorbescheid-, Verfügungs-, Einsprache- oder
Beschwerdeverfahren angefallen sind. Eine andere Handhabung führte dazu, dass die
an sich von den Trägern der Bundessozialversicherungen vorzunehmenden und zu
bezahlenden Abklärungskosten (Art. 45 Abs. 1 ATSG), die u.a. mit den
sozialversicherungsrechtlichen Beiträgen und vom Bund finanziert werden (Art. 77
Abs. 1 IVG), entgegen der gesetzlichen Konzeption in das Beschwerdeverfahren und
damit zulasten der Kantone verschoben würden, mithin mit kantonalen Steuermitteln
finanziert würden (Entscheid des Versicherungsgerichts vom 19. März 2019,
IV 2015/380, E. 6.2.1).
Vorliegend kann letztlich offenbleiben, ob die Tragung der Kosten für das
Gerichtsgutachten zulasten der Beschwerdegegnerin eine Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes voraussetzt. Denn der von ihr eingeholte psychiatrische
Teil des Administrativgutachtens erweist sich nicht als beweiskräftig. Die
Beschwerdegegnerin hätte diesen Mangel in Nachachtung des
Untersuchungsgrundsatzes im Verwaltungsverfahren erkennen und mit einem neuen
Administrativgutachten beheben müssen. So erscheint das psychiatrische
5.2.2.
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