Decision ID: 3e7bad1a-4938-4dfc-9969-fb460327e3f9
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1965, ist
Y._
Staatsangehörige und reiste am 9.
April 2004 in
die
Schweiz ein.
Mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
vom 25. Januar 2010 wurde das N
ichterfüllen der Flüchtlingseigenschaft bestätigt, jedoch
X._
aufgrund der Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung in der Schweiz vorläufig aufgenommen
(Urk.
3/15, Urk.
10/2). Am 29.
Juli 2011 meldete sie sich bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung wegen psychischer Störungen zum Leistungsbezug an, wobei sie angab, seit ungefähr 2005 an dieser gesundheitlichen B
eeinträchtigung zu leiden (Urk.
10/1).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte Auszüge aus dem Individuellen Konto der Versicherten ein (Urk.
10/4). Ausser
dem klärte sie die medizinischen
und erwerblichen Verhältnisse ab (Urk.
10/5, Urk.
10/6, Urk.
10/7
). Mit Vorbescheid vom 15.
September 2011 stellte die IV
Stelle in Aussicht, dass das Leistungsbegehren abgewiesen werde, da die Arbeitsunfähigkeit ab September 2004 belegt sei, der Versicherungsfall nach Ablauf der einjährigen Warte
zeit
im September 2005 eingetreten sei und die Versicherte erst ab Januar 2009 Beiträge einbezahlt habe, weshalb die gesetzli
chen Voraussetzungen für die Entstehung eines Rentenanspruchs nicht erfüllt seien (Urk.
10/9). Hiergegen liess die Versicherte am 17. Oktober 2011
Einwand erheben (Urk.
10/16
, Urk.
10/17). Die IV-Stelle nahm daraufhin weitere mediz
i
nische Abklärungen vor (Urk.
10/35,
Urk.
10/36
, Urk.
10/37) und gab beim
Z._
eine polydisziplinäre Begutachtung i
n Auftrag (Urk.
10/42). Dieses Gutachten wurde am
11. Januar 2013 erstattet (Urk. 10/45). Mit Verfügung vom 15.
Mai 2013 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab und führte aus, ges
tützt auf das Gutachten vom 11.
Januar 2013 sei davon auszugehen, dass bei der Versicher
ten bereits
zum
Zeitpunkt der Einreise in die Schweiz ein Gesundheitsschaden sowie eine 100%ige Arbeitsu
nfähigkeit bestanden habe (Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung
liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Sibylle Diewald,
mit Eingabe vom 14.
Juni 2013 Beschwerde erheben mit dem Antrag, es sei die Verfügung aufzuheben und ihr eine angemessene Rente aus
zurichten. Ausserdem beantragte sie die Gewährung der unentgeltlichen
Pro
zessführung
sowie die Bestellung von Rechtsanwältin
Sibylle
Diewald als unentgeltliche
Rechtsbeiständin
(Urk.
1).
Mit Eingabe vom 10.
Juli 2013 liess die Beschwerdeführerin eine Stellungnahme vom behandelnden Fachpsycholo
gen
lic
. phil.
A._
, Fachpsychologe für Psychotherapie,
vom 8.
Juli 2013 zum psychiatrischen Gutachten des
Z._
einreichen (Urk.
6, Urk.
7). Die IV-Stelle
beantragte in der Beschwerdeantwort vom 16.
August 2013 die
Abweisung der Beschwerde (Urk.
9). Mit Verfügung vom 22.
August 2013 wurde das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung bewilligt und Rechtsanwältin
Sibylle
Diewald als unentgeltliche Rechtsvertreterin bestellt (U
rk.
11). Auf telefonische Aufforde
rung hin reicht
e Rechtsanwältin Diewald am 11.
Juni
2014 ihre Honorarnote ein (Urk. 13, Urk.
14).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ein Sozialversicherungsabkommen zwischen
Y._
, dem Heimatstaat der Versicherten, und der Schweiz besteht nicht (vergleiche zu den bestehenden Staatsverträgen im Bereich der Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversiche
rung SR 0.831.
1 und SR
0.831.
2). Damit richtet sich der Leistungsanspruch der Versicherten ausschliesslich n
ach schweizerischem Recht
(vgl. zum
Flüchtlings
begriff
, der hier nicht erfüllt ist BGE 115 V 4).
Art. 6 Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(
IVG
)
bestimmt, dass ausländische Staatsange
hörige nur anspruchsberechtigt sind, solange sie ihren Wohnsitz und gewöhnli
chen Aufenthalt in der Schweiz haben und sofern sie bei Eintritt der Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Beiträge geleistet oder sich ununter
brochen während
zehn Jahren in der Schweiz aufgehalten haben. In Bezug auf
den Rentenanspruch enthält Art.
36 Abs.
1 IVG weitere Anspruchsvorausset
zungen. Danach haben Versicherte, die bei Eintritt der Invalidität während min
destens drei Jahren Beiträge geleitstet haben, Anspruch auf eine ordentliche Rente der Invalidenversicherung.
1.2
Gemäss Art.
4 Abs.
2 IVG gilt die Invalidität als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat. Im Falle einer Rente gilt die Invalidität in dem Zeitpunkt als eingetreten,
in dem der Anspruch nach Art. 28 Abs.
1 IVG entsteht. Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art.
28 Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40
Prozent arbeitsunfähig (Art.
6
des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Proz
ent invalid (Art.
8 ATSG) sind.
1.
3
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art.
8 Abs.
1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden au
sgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Si
cht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs.
2 ATSG).
1.
4
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art. 4 Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49
,
E.
1.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Das polydisziplinäre Gutachten des
Z._
vom 11. Januar 2013
geht von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
im freien Arbeitsmarkt
, aufgrund von psychischen
Störungen
aus
(Urk.
10/45). Zu prüfen ist, ob der Versicherungsfall Rente ein
getreten ist, bevor die versicherungsmässigen Voraussetzungen erfüllt waren.
Dabei ist unbestritten
und
aufgrund des IK-Auszugs (Urk. 10/4)
erstellt
, dass die Versicherte erstmals
ab
2009 Versicherungsbeiträge leistete.
2.2
2.2.1
Die Versicherte wurde aufgrund von zwei Suizidversuchen in der Schweiz erst
mals vom
8. Dezember 2004 bis zum 25.
Februar 2005 stationär in der
B._
behandelt. Dabei wurde die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, dazumal
schwere Episode,
mit psychoti
schen und zwanghaften Symptomen bei anhaltender psychosozialer Belas
tungssituation (ICD-10 F33.3)
gestellt
(Urk
.
1
0
/37/11-12
). Wegen einer Ver
schlech
t
erung der depressiven Symptomatik mit zunehmenden Ängsten kam es
am 3.
Februar
2006 zu einer zweiten
Hospitalisation
in der
B._
, welche bis am 30.
März 200
6
andauerte. Wiederum wurde die Diagnose einer rezidivierenden depressiv
en Störung gestellt, aller
dings zu diesem Zeitpunkt mit
mittelgradig
er Episode
und Suizidgedanken.
Zudem wurde der Verdacht auf eine andauernde Persönlichkeitsänderung mit ängstlich
-
vermeidenden und schizoiden Zügen
nach anhaltender psychosozialer Belastungssituation sowie traumatisierende
n
Erfahrungen
(ICD-10 F62.8) geäussert. Daneben wurde ein schädlicher Gebrauch
multipler Substanzen (
Alkohol
,
Sedativa
, Neuroleptika)
festgehalten (Urk
.
10/37/5-6
). Vom 16.
November 2006 bis zum 24.
Januar 2007 musste die Beschwerdeführerin ein drittes Mal in
der
B._
hospitalisiert wer
den
, wobei im Austrittsbericht die gleichen Diagnosen festgehalten wurden, wie anlässlich der zweiten
Hospitalisation
(Urk
.
10/37/1-4
). Anschliessend wurde sie vom 6.
August 2007 bis zum 10.
September 2008 teilstationär in der
Tageskli
nik
des
C._
behandelt (Urk
.
10/5/18-19
).
Nach dem Austritt aus der Tagesklinik begann die Versicherte
am 24.
April 2008
in der geschützten Werkstatt der Klinik
D._
in
E._
(Stiftung
F._
)
zu arbeiten (Urk.
10/7)
. Zum Zweck der Alkoholentwöhnung wurde die Versicherte vom 22.
März bis 29.
März 2010 in der Privatklinik
D._
stationär aufge
nommen und anschliessend bis am 7.
Juni 2010 in der Klinik
G._
hospitali
siert (Urk.
10/5/7-8
, Urk.
10/5/13-15
). Die Versicherte arbeitete
von März bis August
2012 mit einem Pensum von 10 bis 15 Stunden pro Woche als Putzfrau
im freien Arbeitsmarkt
(Urk.
3/10)
. Ihr wurde
gemäss ihren Aussagen gegenüber den
Z._
-Gutachtern
nach sechs Monaten gekündigt, weil sich die Kunden beklagten, sie arbeite zu langsam
(Urk.
10/45/17)
. Nun
ist
sie in der geschützten Arbeitsstelle im Werk- und Wohnheim
H._
in
I._
an vier Tagen pro Woche während je sieben Stunden tätig
(Urk.
10/45/17
, Urk.
3/16)
.
Im Übrigen
w
ird
die Beschwerdeführerin seit
dem 14.
September 2004
regel
mässig ambulant
durch den Psychiater Dr.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie den Fachpsychologen
lic
. phil.
A._
engmaschig thera
piert und medikamentös
behandelt (Urk.
10/6).
2.
2.2
Das Bundesverwaltungsgericht hielt im Urteil vom 25.
Januar 2010
betreffend
die
vorläufige
Aufnahme
in der Schweiz
fest, gemäss den sie schon seit Jahren behandelnden Therapeuten benötige die Versicherte zusätzlich zu den Medika
menten eine engmaschige ambulante Betreuung mit entsprechender Tages
struktur.
Die Versicherte sei schon in
Y._
Anfang der 90er Jahre wegen Depressionen behandelt worden und es sei davon auszugehen, dass sich ihr psy
chischer Gesundheitszustand seit ihrem Weggang aus
Y._
durch die trau
matischen Erlebnisse der Zwangsprostitution und des Frauenhandels in
K._
noch weiter verschlechtert habe.
Angesichts der weitgehenden chroni
schen Erkrankung der Versicherten dürfe bezweifelt werden, dass diese in der Lage wäre
,
in ihrem Heimatland eine wirtschaftliche Existenz aufzubauen.
Die Versicherte
gehe zwar 30 Stunden pro Woche einer Beschäftigung
a
n einem geschützten Arbeitsplatz nach, doch sie sehe sich nicht in der Lage
,
in der freien Marktwirtschaft einer regelmässigen Erwerbstätigkeit nachzugehen
, um für ihren Lebensunterhalt aufzukommen
(Urk.
3/15).
2.2.3
Der
behandelnde Psychiater Dr.
J._
sowie der behandelnde Fachpsychologe
lic
.
phil
.
A._
führte
n
am 29.
August 2011 gegenüber der IV-Stelle aus, die Versicherte leide seit Mitte September 2004 an psychischen Störungen und sei seit September 2004 zu 100
% arbeitsunfähig
. Weiter führten sie aus, die Symptomatik habe mittels der einjährigen tagesklinischen Behandlung im
C._
, der Tätigkeit in der Werkstatt der Klinik
D._
und der medikamentösen Behandlung leicht stabilisiert werden
k
önnen.
Doch es bestehe immer noch eine schwere depressive Störung mit teilweise psychoti
scher Symptomatik und bisweilen auftretenden Suizidgedanken
(Urk.
10/6/1, Urk.
10/6/4).
2.2.4
Im
polydisziplinären
Gutachten der
Z._
vom 11.
Januar 2013 wurde fest
gehal
ten, die depressive Problematik bestehe mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit schon seit dem Tod der Mutter der Versicherten im Jahr 1991 und habe sich seither
chronifiziert
.
Die
aktuell zu vermutende Persönlichkeitsstörung bestehe sehr wahrscheinlich schon seit der Kindheit und
Adolesenz
. Der Versi
cherten sei es bereits in ihrer Heimat nie gelungen, dauerhaft eine Arbeitsstelle zu behalten, so dass sicherlich schon vor ihrer Einreise in der Schweiz im Jahr 2004 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werde
n müsse (Urk.
10/44).
Im Schreiben
vom 8.
Juli 2013 führte der behandelnde
Fachpsy
chologe
lic
. phil.
A._
zu diesem Gutachten aus, dass die Versicherte in
Y._
und
K._
ihren Lebensunterhalt selbst verdient habe und damals zweifellos arbeitsfähig gewesen sei. Auch wenn bereits psychische Beschwerden vorhanden gewesen seien, heisse das nicht, dass sie nicht in der Lage gewesen sei zu arbeiten. Die Behauptung im Gutachten, die Arbeitsunfähigkeit von 100
% habe bereits vor der Einreise in die Schweiz bestanden, entbehre jegli
cher Grundlage (Urk.
7).
2.
3
Die Beschwerdeführerin liess insbesondere vorbringen, weder die Arbeits
un
fähig
keit noch deren Grad sei
en
ab September 2004 schlüssig belegt. Das Vorliegen einer psychischen Störung und das Aufsuch
en
einer psychiatri
schen
Fach
person
stellten für sich alleine noch keinen Beweis für eine Arbeits
un
fähigkeit und den Eintritt einer Invalidität dar. Sie habe sich aufgrund ihres damaligen ausländerrechtlichen Status auf den zweiten Arbeitsmarkt beschrän
ken müssen (Urk.
1
S. 6
).
2.
4
Es fehlt an
Unterlagen zur medizinischen und erwerblichen Situation der Beschwerdeführerin vor ihrer Einreise in die Schweiz
im Frühjahr 2004
, welche es erlauben würden, zu beurteilen, ob die Versicherte bereits
damals arbeitsun
fähig
war. Die diesbezüglichen Annahmen im
Z._
-Gutachten vermögen nicht hinreichend zu überzeugen.
Es
kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die
bereits im Heimatland
Y._
vorhandenen psychischen
Störungen aufgrund der im Zusammenhang mit Zwangsprostitution und Frauenhandel stehenden Erlebnisse
in
K._
kurz vor oder nach der Einreise
in die Schweiz
mass
geblich
verschlimmerten.
Aufgrund der Krankheitsgeschichte muss
allerdings
davon ausgegangen wer
den, dass die psychischen Störungen der Versicherten, nämlich eine rezidi
vierende depressive Störung und wahrscheinlich eine Persönlichkeitsstörung
,
bereits im September 2004
in erheblicher und
rentenrelevanten
Weise
vorhan
den waren. Zwar wird in der Beschwerde zu Recht geltend gemacht, dass in invalidenversicherungsrechtlicher Hinsicht nicht der Eintritt des
Gesundheits
schadens
an sich, sondern dessen erwerbliche Auswirkungen massgebend sind.
Der behandelnde
Psychiater
J._
und der behandelnde Fachpsychologe
A._
erklärten
jedoch
ausdrücklich
,
die 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe seit September 2004
und die Symptomatik habe anschliessend mit den Tages
strukturen (Beginn am 6.
August 2007 in der Tagesklinik des
C._
) und Medikamenten leicht stabilisiert werden können
(Urk.
10/6)
.
Dies spricht dafür, dass
sich
die gesundheitliche
n Beschwerden
sowie die Arbeitsfähigkeit ab 6.
August 2007 jedenfalls nicht verschlechterten.
Bereits
im ersten Austrittsbericht der
B._
vom 10.
März 2005
wurde eine schwere
depressive Symptomatik (Diagno
se einer schweren Depression; Grundstimmung der Hoffnungslosigkeit und Trau
rigkeit, gepaart mit einer in der Persönlichkeit veranlagten rigid-zwang
haften Haltung, ausgeprägte Angst, Affektspaltung und Affektabwehr, deutliche Konzentrationsstörung; vgl. Urk.
10/37/11-12)
geschildert
,
welche darauf schliessen lässt,
dass
bereits
zu diesem Zeitpunkt
keine Arbeitsfähigkeit
vorhan
den war.
Im Übrigen trat die
Versicherte nach dreimaliger
psychiatrischer
Hos
pitalisation
in den Jahren 2004 bis 2007
(Urk. 10/37/1-4, Urk. 10/37/5-6, Urk. 10/37/11-12)
lediglich im Jahr 2010 nochmals
einen stationären Aufent
halt an, wobei dieser im Zusammenhang mit ihrem
Alkohol
konsum
stand und
grösstenteils
in der Klinik
G._
stattfand
(Urk. 10/5/7-8, Urk. 10/5/13-15)
.
Dies spricht gegen eine Verschlechterung des gesund
heitlichen Zustand
s
oder der Arbeitsfähigkeit der Versicherten ab dem Jahr 20
08
.
Es ist somit nach Lage der Akten mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit vom Beginn einer relevanten Arbeitsunfähigkeit
und zwar in jeder Tätigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt im Sinne von Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG
vor dem Jahr 2009
auszugehen. Somit ist die massgebliche
leistungsspezi
fische
Invalidität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einem Zeitpunkt eingetreten, als d
ie
Versicherte die Mindestbeitragsdauer
gemäss Art.
6 Abs.
2 IVG
noch nicht erfüllt hatte
, nämlich
vor dem Jahr 2009
, während die Versi
cherte erstmals 2009 V
ersicherungsbeiträge entrichtet hat
.
Damit
erweist sich die
angefochtene
Verfügung vom 15.
Mai 2013 als
richtig
, weshalb die
Beschwerde abzuweisen
ist
.
3.
3.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen der gesetzlichen Vorgabe (Art.
69 Abs.
1
bis
IVG) auf Fr.
600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen, infolge der
ihr gewährten unentgeltlichen
Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
3.2
Der unentgeltlichen Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, Rechtsanwältin Diewald, steht bei diesem Verfahrensausgang eine Entschädigung aus der Gerichtskasse zu. Mit Honorarnote vom 11.
Juni 2014
machte sie
einen Auf
wand von 10.65 Stunden
und
Barauslagen von Fr.
271.-- geltend (Urk.
14). Dieser Aufwand ist dem Umfang und der Schwierigkeit der Sache angemessen. Die Entschädigung beläuft sich unter Berücksichtigung des gerichtsüblichen Stundensatzes von Fr.
200.-- auf Fr.
2‘593.10 (inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer). Die Beschwerdeführerin ist darauf hinzuweisen, dass sie dies
bezüg
lich ebenso wie bezüglich der Gerichtskosten laut §
16 Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
(
GSVGer
)
zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.
D
as Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von Fr. 600.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen. Die Beschwerdeführerin wird auf § 16 Abs. 3
GSVGer
hingewiesen.
3.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin de
r
Beschwerdeführer
in
, Rechtsanwältin
Sibylle Diewald, Stäfa, wird mit Fr. 2‘593.10 (inklusive Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse entschädigt. Die Beschwerdeführerin wird auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hin
gewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwältin Sibylle Diewald
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse
5.