Decision ID: 1873bdd3-acbf-42d1-b969-c287f51456ea
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1971, war bis 3
1.
Januar 2020 bei der
Y._
AG angestellt (
Urk.
6/71)
.
Bereits im letzten Jahr
dieses
Arbeits
verhältnisses wurde ihm eine hohe krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit attestiert,
die
im Anschluss daran
bis Juni 2021 durchgehend 100
%
betrug
(
Urk.
6/
41
-68)
.
Am 1
2.
Mai 2021 meldete
er sich
zur Arbeitslosenvermittlung beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
O._
an (
Urk.
6/70) und
beantragte mit Formular vom
1
6.
Juni 2021 die Ausrichtung von Arbeits
losenentschädigung ab
1.
M
ai 2021
(
Urk.
6/69).
In der Folge bezog er für die Monate Mai bis Oktober 2021 Arbeitslosenentschädigung (
Urk.
6/13).
Am 1
8.
November 2021 brachte
der Versicherte
im Gespräch mit
dem RAV-Berater sowie dem RAV-Leiter vor, sich bereits im Januar 2021 telefonisch im Su
pport gemeldet und die Auskunft erhalten zu haben, er solle sich erst an
melden, wenn er arbeitsfähig sei.
Er verlangte
die Prüfung einer rückwirkenden Anmeldung
ab Januar 20
21, da er so Anspruch auf eine h
öhere Anzahl Taggelder und die Berücksichtigung eines höheren versicherten Verdienstes hätte
(
Urk.
6/37, Eintrag vom 1
8.
November 2021).
Daran hielt er auch mit E-Mail vom 29. November 2021 an den RAV-Leiter fest (
Urk.
6/2). Mit Verfügung Nr. 342649254 vom 9. Dezember 2021 lehnte
es
das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) unter Hinweis auf die fehlenden Beweise für
ein solches Telefonat
ab, die
Anmeldung
rückwirkend ab Januar 2021 vorzunehmen (
Urk.
6/1). Die vom Versicherten dagegen am 1
3.
Januar 2022 erhobene Einsprache
(
Urk.
6/3) unter Beilage eines Schreibens
der Swisscom
(
Urk.
6/4) wies das AWA mit
Ein
spracheentscheid
Nr. 342804332 vom 2
1.
Februar 2022 ab (
Urk.
6/7).
2.
Gegen diesen Entscheid erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1
8.
März 2022 Beschwerde. Darin beantragte er,
es sei der
angefochtene Entscheid aufzuheben und
di
e Anmeldung rückwirkend per Januar 202
1
vorzunehmen (vgl.
Urk.
1; Beilagen
Urk.
3/1-4). Mit Beschwerdeantwort vom
5.
April 2022 schloss das AWA auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5).
Die Beschwerdeantwort
wurde dem Ver
sicherten mit Verfügung vom 1
3.
April 2022 zur Kenntnis
gebracht
(
Urk.
7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen
versicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) hat
der Versicherte
An
spruch auf Arbeitslosenentschädigung, wenn
er
unter anderem
ganz oder teil
weise arbeitslos ist (
lit
. a
).
Gemäss
Art.
10
Abs.
3 AVIG gilt
die arbeitssuchende Person
erst dann als ganz (
Art.
10
Abs.
1 AVIG) oder teilweise (
Art.
10
Abs.
2 AVIG) arbeitslos, wenn
sie
sich zur Arbeitsvermittlung gemeldet hat. Nach
Art.
17
Abs.
2 AVIG
muss sich d
ie versicherte Person möglichst frühzeitig, spätestens jedoch am ersten Tag, für den sie Arbeitslosenentschädigung beansprucht, per
sönlich zur Arbeitsvermittlung anmelden und von da an die Kontrollvorschriften des Bundesrates befolgen
.
Laut
Art.
17
Abs.
3 AVIG hat der Versicherte auf Weisung der zuständigen Amtsstelle unter anderem an arbeitsmarktlichen Mass
nahmen teilzunehmen, die seine Vermittlungsfähigkeit fördern (
lit
. a) und an Beratungsgesprächen und Informationsveranstaltungen sowie an Fachberatungs
ge
sprächen teilzunehmen (
lit
. b).
Für die Zeit vor der Meldung liegt
somit
keine Arbeitslosigkeit im Sinne von
Art.
10
Abs.
1 und 2 AVIG vor. In diesem Fall scheitert der Entschädigungsanspruch auch an der Nichterfüllung der Kontroll
vorschriften nach
Art.
17 AVIG. Verspätete Anmeldung führt damit grundsätzlich zum Anspruchsverlust für die vor der kontrollierten A
rbeitslosigkeit liegenden Tage
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts
8C_496/2017 vom
5.
Februar 2017 E. 5.3.1)
.
1.2
Ihren Entschädigungsanspruch macht die arbeitslose Person
alsdann
bei einer Kasse geltend, die sie frei wählen kann (Art. 20 Abs. 1 Satz 1 AVIG).
D
er An
spruch erlischt, wenn er nicht innert dreier Monate nach dem Ende der Kontroll
periode, auf die er sich bezieht, geltend gemacht wird (Art. 20 Abs. 3 Satz 1 AVIG). Als Kontrollperiode gilt jeder Kalendermonat (vgl. Art. 27a der Ver
ordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenz
entschädigung, AVIV). Die in Art. 20
Abs.
3 Satz 1 AVIG gesetzte Frist ist eine Verwirkungsfrist, die weder einer Erstreckung noch einer Unterbrechung zugäng
lich ist (Art. 40 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts, ATSG), aber unter gewissen Voraussetzungen wieder
hergestellt werden kann (Art. 41 ATSG; BGE 117 V 244 E. 3a; 114 V 123).
1.3
Arbeitslosenversicherungsrechtlich ist somit zwischen Entstehung und Geltend
machung des Entschädigungsanspruchs zu unterscheiden. Der Entschädigungs
anspruch entsteht, wenn die versicherte Person die Anspruchsvoraussetzungen nach Art. 8 Abs. 1 AVIG erfüllt. Der Anspruch erlischt, wenn er nicht – im Sinne einer formellen Anspruchsvoraussetzung, die von Kontrollperiode zu Kontroll
periode
erfüllt sein muss – innert dreier Monate nach dem Ende der Kontroll
periode, auf die er sich bezieht, durch Einreichung der in Art. 29 AVIV genannten Unterlagen geltend gemacht wird (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_919/2014 vom 17. Juli 2015 E. 4.4).
1.4
Für
den Leistungsbezug und für die Beitragszeit
gelten
, sofern das Gesetz nichts anderes vorsieht, zweijährige Rahmenfristen (
Art.
9
Abs.
1 AVIG). Die Rahmen
frist für den Leistungsbezug beginnt mit dem ersten Tag, für den sämtliche An
spruchsvoraussetzungen erfüllt sind (
Art.
9
Abs.
2 AVIG). Die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor diesem Tag (
Art.
9
Abs.
3 AVIG).
Art.
27
Abs.
1 AVIG sieht vor, dass innerhalb der Rahmenfrist für den Leistungsbezug (
Art.
9
Abs.
2 AVIG) sich die Höchstzahl der Taggelder nach dem Alter der Ver
sicherten sowie nach der Beitragszeit (
Art.
9
Abs.
3 AVIG) bestimmt
(zur Anzahl der konkreten Taggelder, vgl.
Art.
27
Abs.
2
bis 5
bis
AVIG)
.
Zudem gilt n
ach Art. 23 Abs. 1 AVIG als versicherter Verdienst der im Sinne der AHV-Gesetzgebung massgebende Lohn, der während eines Bemessungszeitraums aus einem oder mehreren Arbeitsverhältnissen normalerweise erzielt wurde. Art. 37 AVIV regelt den Bemessungszeitraum. Nach Abs. 1 bemisst sich der ver
sicherte Verdienst nach dem Durchschnittslohn der letzten sechs Beitragsmonate vor Beginn der Rahmenfrist für den Leistungsbezug. Nach Abs. 2 bemisst er sich dann nach dem Durchschnittslohn der letzten zwölf Beitragsmonate vor Beginn der Rahmenfrist für den Leistungsbezug, wenn dieser Durchschnittslohn höher ist als derjenige nach
Abs. 1.
Der Bemessungszeitraum beginnt nach Abs. 3, unab
hängig vom Zeitpunkt der Anmeldung zum Taggeldbezug, am Tag vor dem Ein
tritt eines anrechenbaren Verdienstausfalls. Voraussetzung ist, dass vor diesem Tag mindestens zwölf Beitragsmonate innerhalb der Rahmenfrist für die Beitrags
zeit liegen.
2.
2.1
Der Beschwerdegegner e
rwog im angefochtenen Entscheid
, Abklärungen beim fraglichen RAV hätten ergeben, dass dessen Mitarbeiter angewiesen seien, sämt
liche versicherten Personen, die sich telefonisch melden, unabhängig von einer allfällig
en
Arbeitsunfähigkeit umgehend anzumelden. Vereinzelt falsche Aus
künfte könnten nicht ausgeschlossen werden, seien aber unwahrscheinlich. Der Beschwerdeführer habe nicht dargelegt,
wann er mit wem telefoniert habe, was seine Angaben unplausibel mache. Darüber hinaus würde ein Verbindungs
nachweis noch nicht belegen, dass ihm vom RAV geraten worden sei, sich erst nach seiner Genesung anzumelden. Die Folgen der Beweislosigkeit trage der Beschwerdeführer (
Urk.
2 S. 2).
Aus der
Beschwerdeantwort
ergibt sich alsdann nichts Neues
(vgl.
Urk.
5).
2.2
Dem hielt der
Beschwerdeführer
sinngemäss
entgegen,
er sei davon ausgegangen, die Verwaltung
handle
korrekt
. Er habe nicht erwartet, später
etwa
s
beweisen
zu müssen
.
Er sei auch kein Einzelfall;
einem Kursbekannten sei dasselbe
passiert
. Er sei sodann mehrmals an die falsche Stelle abgeschoben worden
. Damit sei
es
ihm
verunmöglicht worden
, seinen Anruf Anfang J
anuar 2021 zu beweisen, zu
mal
der
Telefonanbieter die Daten nur sechs Monate lang aufbewahre. Konkret sei er nach dem ersten Einschätzungsentscheid an die Arbeitslosenkasse ver
wiesen und parallel mit Einstelltagen bestraft worden, weil er seine Arbeits
bemühungen nicht über den Monat verteilt getätigt habe. Nach drei Monaten habe ihm
die Arbeitslosenkasse
mitgeteilt, dass das RAV zuständig sei.
Dieses
schliesse eigene Fehler kategorisch aus und würdige seine Schilderungen, Krank
heit und familiären Schicksalsschläge
in keiner Weise
(
Urk.
1).
3.
3.1
Aufgrund der Akten (
vorab
Urk.
6/70 und 6/69) und
der Parteidarstellungen
besteht kein Zweifel daran, dass si
ch der Beschwerdeführer (nach dem Stellen
verlust per 3
1.
Januar 2020,
Urk.
6/71) erst
im Mai 2021 zur Arbeitsvermittlung anmeldete und bis dahin keine Kontrollvorschriften erfüllte.
Damit sind die kumulativ erforderlichen Anspruchsvoraussetzungen nach
Art.
8
Abs.
1 AVIG für die Zeit zwischen Stellenverlust und Mai 2021 nicht erfüllt, was nach ständiger Rechtsprechung zur Verneinung eines Taggeldanspruchs für jenen Zeitraum führt bzw. sich auf den Beg
inn der Rahmenfristen auswirkt.
3.2
Soweit der Beschwerdeführer
nebenbei
seine Krankheit und die schwierige familiäre Situation erwähnte, ist
festzuhalten, dass es nichts an der fehlenden Anspruchsberechtigung für die Zeit vor der Anmeldung ändert, wenn sich
ein Versicherter
unverschuldeterweise nicht oder zu spät zum Bezug von Arbeits
losentaggeldern anmeldet (vgl.
obgenanntes
Bundesgerich
tsurteil 8C_496/2017 E. 5.3.3). Hauptsächlich machte der B
eschwerdeführer
i
ndessen
geltend, er habe sich
deshalb
nicht früher
zur Arbeitsvermittlung
angemeldet, weil ihm das RAV im Januar 2021 eine falsche Auskunft erteilt habe
(vgl. E. 2.2)
.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann nach dem in Art. 9 der Schweizerischen Bundesverfassung (BV) verankerten Grundsatz von Treu und Glauben eine unrichtige Auskunft, welche eine Behörde einer rechtssuchenden Person erteilt, unter gewissen Umständen Rechtswirkungen entfalten. Voraus
setzung dafür ist, dass: a) es sich um eine vorbehaltlose Auskunft der Behörden handelt; b) die Auskunft sich auf eine konkrete, die betroffene Person berührende Angelegenheit bezieht; c) die Amtsstelle, welche die Auskunft gegeben hat, dafür
zuständig war oder die betroffene Person sie aus zureichenden Gründen als zuständig betrachten durfte; d) die betroffene Person die Unrichtigkeit der Aus
kunft nicht ohne Weiteres hat erkennen können; e) die betroffene Person im Ver
trauen hierauf nicht ohne Nachteile rückgängig zu machende Dispositionen getroffen hat; f) die Rechtslage zur Zeit der Verwirklichung noch die gleiche ist wie im Zeitpunkt der Auskunftserteilung; g) das Interesse an der richtigen Durch
setzung des objektiven Rechts dasjenige am Vertrauensschutz nicht überwiegt. Diese Bedingungen müssen kumulativ erfüllt sein. Vertrauensschutz setzt nicht zwingend eine unrichtige Auskunft oder Verfügung voraus; er lässt sich auch aus einer blossen behördlichen Zusicherung und sonstigem, bestimmte Erwartungen begründendem Verhalten der Behörden herleiten (BGE 143 V 95 E. 3.6.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2020 vom 4. September 2020 E. 2.2).
3
.3
Der Beschwerdeführer behauptete
konkret
, er habe Anfang Januar 2021 beim RAV angerufen
und mitgeteilt, dass der letzte vertraglic
he Arbeitstag am 31. Januar 2020
gewesen sei und er noch bis Mai 2021 krankgeschrieben sei. Er habe dann
die Auskunft erhalten,
er sei nicht vermittelbar und solle sich an
melden,
sobald er wieder arbeitsfähig sei
(vgl.
Urk.
6/37,
Eintrag vom 18.
November 2021
;
Urk.
6/2
,
E-Mail vom 2
9.
November 2021
).
Einen
Verbindungsnachweis seines Telefonanbieters
, der
ein
stattgehabtes
Telefonat
belegen würde
,
ist gemäss Angaben des
Beschwerdeführer
s
nicht mehr erhältlich
.
Gemäss Auskunft
der Swisscom
vom 1
3.
Dezember 2021 steht der Ver
bindungsnachweis aus datenschutzrechtlichen Gründen nur für die letzten fünf Monate plus den laufenden Monat zur Verfügung (vgl.
Urk.
6/4).
Es kann daher offenbleiben, ob der Beschwerdeführer im Januar 2021 mit Swisscom, Sunrise oder
Yallo
telefonierte (vgl.
Urk.
6/2, E-Mail vom 2
9.
November 2021).
Trotz
eines entsprechenden
Hinweis
es
im
angefochtenen E
ntscheid substantiierte der Beschwerdeführer auch in der Beschwerde erneut nicht, wann genau und mit welchem RAV-Mitarbeiter
er
im Januar 2021 telefoniert haben will.
D
en Akten
ist
zu entnehmen,
dass der Beschwerdeführer
im Beratungsgespräch vom 2
5.
Juni 2021 nicht
habe
nachvollziehen
können
, dass er gemäss Verfügung der Arbeitslosenkasse
nur so
wenig
Taggelder
beanspruchen könne
,
der ver
sicherte Verdienst
so gering sei und Wartetage bestünden
.
Der
RAV-Berater und
der
Beschwerdeführer
würden
diesbezüglich Kontakt mit der Arbeitslosenkasse aufnehmen (
vgl.
Urk.
6/37, Eintrag vom 25.
Juni 2021). S
oweit
ersichtlich
war die fragliche Verfügung dem Beschwerdeführer am Vortag zugestellt worden und am 19. Juli 2021
erhob er dagegen
Einsprache
(vgl. Urk.
6/37, Eintrag vom 1
8.
November 2021).
3
.4
Im Bereich der Sozialversicherungen ist das Verfahren vom Untersuchungs
grundsatz beherrscht, wonach die Behörden den massgebenden Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären haben (
Art.
43
Abs.
3 und
Art.
61
lit
. c des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Diese Regel gilt allerdings nicht absolut. Ihre Tragweite wird durch die Mitwirkungs
pflicht der Parteien eingeschränkt.
Dies betrifft etwa die Verpflichtung, soweit vernünftigerweise zumutbar
,
jene Beweise zu liefern, die sich aus der Natur der Streitsache oder den behaupteten Tatsachen ergeben, was dazu führt, dass die betroffene Partei die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen hat. Obwohl
etwa
bei jeder Behörde Dokumente verloren gehen können, hielt die Rechtsprechung fast ausnahmslos daran fest, dass versicherte Personen die Konsequenzen der Beweis
losigkeit sowohl für das Einreichen von Nachweisen der Arbeitsbemühungen an sich als auch für das Datum der Einreichung zu tragen haben. Die Tatsache, dass diesbezügliche Vorbringen plausibel erscheinen, genügt für den Nachweis der tatsächlichen Einreichung bzw. deren Datum nicht. Notwendig ist ein auf gesicherte Elemente gestützter Beweis (vgl. BGE 145 V 90 E. 3.2 in
Pra
2019 Nr. 93 S. 927 f.).
3.5
Nichts
a
nderes kann
hinsichtlich der
Anmeldung
bei der Arbeitslosenvermittlung
gelten.
Für seine Behauptung
, er habe infolge einer falschen telefonisch
en
Aus
kunft des RAV auf eine Anmeldung im Januar 2021
verzichtet
, hat
der Beschwerdeführer
entsprechende Indizien
beizubringen
. Allein die
Erfahrungs
tatsache
, dass eine Verwaltung
nicht unfehlbar ist
, genügt hierfür nicht.
Nachdem
er
weder einen Verbindungsnachweis vorlegen
konnte
,
noch
konkrete
Angaben zu den äusseren Umständen des Anrufs
machte
und er sich
einige Monate später
(wohl
im Hinblick auf die bevorstehende Ausschöpfung der Leistungen der Krankentaggeldversicherung
, vgl. Eintrag vom 2
0.
Mai 2021, wonach die Krankentaggeldversicherung bis jetzt [April 2021] bezahlt habe, nun aber nicht mehr zahle, da zwei Jahre vorbei seien
) trotzdem
während
a
nhaltender
voller
Arbeitsunfähigkeit
zur Arbeitsvermittlung
anmeldete
,
erscheint
ein Anruf zum behaupteten
Zeitpunkt und
mit dem behaupteten
Inhalt
zwar
möglich
; es liegen
jedoch
keine Indizien vor,
di
e
diesen
hinreichend stützen würden
.
Daran würde sich
auch
nichts ändern, wenn
man berücksichtigt
e
, dass
sich der Beschwerde
führer
eher nicht u
m einen Verbindungsnachweis bemüht hätte
, wenn er nicht
tatsächlich
beim RAV angerufen hätte
.
Es sei angefügt, dass
sich aus seinen Ein
gaben
auch nicht erhellt
, weshalb
er
gerade im Januar 2021
– ein Jahr nach Stellenverlust –
eine Anmeldung in Betracht gezogen haben will.
Der Vollständigkeit halber sei
hinsichtlich des Vorwurfs des Beschwerdeführers betreffend «
Aufschieberitis
» (vgl.
Urk.
1)
angefügt, dass
der Beschwerdeführer
das Telefonat vom Januar 2021
bzw. eine früher beabsichtigte Anmeldung a
kten
kundig
erstmals
im November 2021
erwähnte,
worauf
der RAV-Leiter
u
mgehend einen Verbindungsnachweis
verlangte
.
Es ist nicht ersichtlich, wie das RAV
diese Problematik
frühzeitig
hätte erkennen
und
ihn
noch rechtzeitig zur Einreichung dieses Beweismittels hätte auffordern k
önnen. Was der Beschwerdeführer
in der
nicht aktenkundigen
Einsprache vom 13. Juli 2021 bei der Arbeitslosenkasse
vor
brachte, ist dabei ohne Belang, zumal diese erst nach Ablauf der Frist für die Löschung der Verbindungsnachweise erfolgte.
4.
Zusammenfassend fällt
der Entscheid
im Falle der Beweislosigkeit
zu Ungunsten jener Partei aus, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte
(
vgl.
BGE
138 V 218 E. 6 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer vermochte nicht rechtsgenüglich nachzuweisen, dass er sich
infolge
einer falschen
telefonischen
A
uskunft eines RAV-Mitarbeiters
im Januar 2021
nicht bereits
damals zur Arbeitsvermittlung
anmeldete
. Damit kann
offenbleiben,
ob und inwiefern ihm durch die damals unterlassene Anmeldung ein
Nachteil im Sinne eines geschmälerten Leistungsanspruchs entstanden
ist.
Von vornherein ausser Betracht fällt bei
fraglich stattgehabtem Telefonat unbekannten Inhalts
und
Zeit
punkt
s
ferner
auch eine Verletzung der Beratungspflicht nach
Art.
27 ATSG in Verbindung mit
Art.
19a AVIV (in der bis 3
1.
Juli 2021 geltenden Fassung).
Folglich muss es
mit der dokumentierten Anmeldung zur Arbeitsvermittlung und zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung im M
ai 202
2 sein Bewenden haben, was zur Abweisung der Beschwerde führt.