Decision ID: c8f6844d-4946-5a24-acb8-95fc34342686
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Ein Gesuch zum Be
zug
von
Zusatzleistungen von
X._
, geboren 1925, Bezüger einer ordentlichen Altersrente der Alters- und
Hinterlassenenversiche
rung
(AHV), vom 1. August 2011 an seine damalige Wohnsitzgemeinde
Y._
lehnte die Durchführungsstelle für die Gemeinden
Z._
,
Y._
und
A._
mit Verfügung vom 15. November 2011
ab
, wobei sie ihren Berechnungen die Annahme eines Vermögensverzichts
aus
den Jahren 1999/200
0 von Fr. 89‘000.-- zugrunde legte
(
Urk.
8/225).
1.2
N
ach seinem Umzug nach
B._
meldete sich
X._
am 23.
Novem
ber
20
11
bei der
Gemeinde
B._
neuerlich zum Bezug
von
Zusa
tzleis
tungen
ab 1. November 2011
an (
Urk.
8/226). Mit Verfügung vom 13. Septem
ber 2012
lehnt
e die Durchführungsstelle der Gemeinde
B._
ein
en Anspruch auf
Zusat
zleistungen
ab
(
Urk.
8/236). Mit Revisionsverfügung 1 vom selben Tag errechnete
sie einen Anspruch auf kantonale Beihilfe
ab 1.
Januar
2012 von
Fr. 202.-- mona
tlich (
Urk.
8/237-238).
Mit der Revisionsverfügung 2
vom 1
2.
Februar 2013
lehnte sie einen Anspruch auf Ergänzungsleistungen weiterhin ab (
Urk.
8/253-254). Die Einsprache des Versicherten vom 18. März 2013
(
Urk.
8/257) wies sie mit Entscheid vom 18. Juni 2013 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X._
am 19. Juli 2013 Beschwerde erheben und beantra
gen, es seien ihm rückwirkend ab 1. November 2011 entsprechend seinen aktu
ellen Einkommen
s
- und Vermögensver
hältnissen Ergänzungsleistungen
und Vergütungen von Krankheits- und
Behindungerungskosten
auszurichten (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Vernehmlassung vom 3. Sep
tember 2013 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels wichen die Parteien nicht von ihren Anträgen ab
(
Urk.
10, 14).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur
Al
ters
, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) haben Personen An
spruch
auf Ergänzungsleistungen, wenn sie die Voraussetzungen nach den Art. 4-6 ELG erfüllen. Dabei entspricht die jährliche Ergänzungsleistung dem Betrag, um den die anerkannten Ausga
ben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG). Die anre
chenbaren Einnahmen werden nach Art. 11 ELG be
rechnet. Als Einkommen an
zurechnen sind unter anderem Ein
künfte und Ver
mögenswerte, auf die ver
zichtet worden ist (Art. 11 Abs. 1
lit
. g ELG) und - bei alleinstehenden Altersrentnerinnen und Altersrentnern - ein Zehntel des Rein
vermögens,
soweit es Fr. 37‘5
00.-- übersteigt (Ar
t. 11 Abs. 1
lit
. c ELG
).
1.2
Eine Verzichtshandlung liegt vor, wenn die versicherte Person ohne rechtliche Verpflichtung und ohne adäquate Gegen
leistung auf Vermögen verzichtet hat, wenn sie einen Rechtsanspruch auf bestimmte Einkünfte und Vermögenswerte hat, davon aber faktisch nicht Ge
brauch macht oder ihre Rechte nicht durch
setzt, oder wenn sie aus von ihr zu verantwortenden Gründen von der Aus
übung einer möglichen oder zumutbaren Erwerbs
tätigkeit absieht (BGE 121 V 204
E. 4a, 117 V 289 E. 2a;
AHI 2003 S. 221
E.
1a, je mit Hinweisen
).
1.3
Ist ein einmal bestehendes Vermögen nicht mehr vorhanden, so trägt der
Leis
tungsansprecher
die Beweislast dafür, dass es in Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung oder gegen adäquate Gegenleistung hingegeben worden ist, wo
bei der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gilt (BGE 131 V 329, 121 V 204; Urteil des Bundesgerichts in Sachen S. vom
25. Februar 2009, 8C_1039/2008
E. 2 mit Hinweisen). Derjenige, der nicht darzutun vermag, dass seine Geldhingabe im Austausch gegen eine adäquate Gegenleistung erfolgt ist, kann sich mithin nicht auf den gegebenen Vermögensstand berufen, sondern muss sich die Frage nach den Gründen für den Vermögensrückgang gefallen und mangels entsprechenden Beweisen hypothetisches Vermögen entgegenhal
ten lassen (BGE 121 V 205 E. 4b).
1.4
Für die Annahme einer Verzichtshandlung im Sinne von Art. 11 Abs. 1
lit
. g ELG ist nicht erforderlich, dass beim Verzicht der Gedanke an
Ergänzungsleis
tungen
tatsächlich eine R
olle gespielt hat (BGE 131 V 329
E. 4.4). Es ist also nicht wesentlich, dass sich die versicherte Person über die
sozialversicherungs
rechtlichen
Konsequenzen ihres Tuns im Klaren war. Eine Verzichtshandlung setzt indes voraus, dass die Vermögensverminderung mit Wissen und Wollen der versicherten Person geschehen ist. Dabei ist nur, aber immerhin erforderlich, dass die versicherte Person hinsichtlich der Vermögensverminderung an sich urteilsfähig war, nicht aber, dass
sie von der möglichen
ergänzungsleistungs
rechtlichen
Qualifikation als Verzichtshandlung wusste und eine solche in Kauf nahm (
Urteil des Bundesgerichts 9C_934/2009
vom 28. April 2010
E. 5.1).
Abs.
11
Abs.
1
lit
. g ELG enthält keine zeitliche Beschränkung in Bezug auf die Berücksichtigung eines Vermögensverzichts. Ein hypothetisches Vermögen ist also auch dann anrechenbar, wenn die Verzichtshandlung sehr lange zurück
liegt (AHI-Praxis 1994 S. 278 ff. E. 4
f.).
1.5
Art. 17a ELV bestimmt, dass der anzurechnende Betrag von Vermögenswerten, auf die verzichtet worden ist, jährlich um Fr. 10'000.-- zu vermindern ist (Abs. 1), dass der Wert des Vermögens im Zeitpunkt des Verzichtes unverändert auf den 1. Januar des Jahres, das auf den Verzicht folgt, zu übertragen und dann jeweils nach einem Jahr zu vermindern ist (Abs. 2), und dass für die Be
rechnung der jährlichen Ergänzungsleistung der verminderte Betrag am 1. Januar des Bezugsjahres massgebend ist (Abs. 3).
1.6
Gemäss §§ 15 und 19a Abs. 3 des Gesetzes über die Zusatzleistungen zur eidge
nössischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ZLG) finden die Vorschriften, die für die jährliche Ergänzungsleistung nach Art. 9 ff. ELG gel
ten, entsprechende Anwendung auf die Beihilfen und Zuschüsse, soweit im ZLG nichts Abweichendes bestimmt ist.
2.
2.1
Streitig ist die Anrechnung von Vermögensverzichten in den Jahren 1998 bis 2001 von insgesamt Fr. 240‘
000.-- im Rahmen der Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistung gemäss Art. 9 ELG.
2.2
Die
Beschwerdegegnerin begründete die
Anrechnung
des
Verzichtsvermögen
s
im Wesentlichen damit, dass die belegten und glaubhaft gemachten Ausgaben bei der Berechnung des Vermögensverzichts
in den Jahren 1998 bis 2001
berücksichtigt worden seien. Dabei sei sie vom steuerbaren Einkommen ausge
gangen, obwohl das effektive Einkommen höher gewesen
habe
sein müssen, was sich aus unerklärt gebliebenen Differenzen zwischen den belegten Ausga
ben und Einnahmen der Jahre 1992 bis 1996 ergebe. Die vom Beschwerdeführer angesprochenen Lebenshaltungskosten seien mit der Differenz zum effektiven Einkommen bereits abgegolten; ein weiterer Abzug sei nicht angezeigt.
Der Beschwerdeführer sei mehrfach aufgefordert worden zu begründen, warum ihre Annahme, dass das steuerbare Einkommen jeweils unter dem effektiven Einkommen
gelegen sei, falsch sei, und weshalb ab 1997 diesbezüglich ein mar
kanter Wechsel eingetreten sein soll (
Urk.
2, 7, 14).
2.3
Der Beschwerdeführ
er lässt dagegen zusammengefasst
im Wesentlichen
vorbrin
gen
, dass er nach bestem Wissen und Gewissen versucht habe, sich an bis zu 20 Jahre zurückliegende Ereignisse zu erinnern und die noch vorhande
nen Belege zusammen zu suchen. Dass sowohl die Belege als auch die Erinne
rungen eines fast 90-
J
ährigen lückenhaft seien, liege auf der Hand. Tatsache sei, dass er Zeit seines Lebens und solange es die Finanzen zugelassen hätten, einen gehobenen Lebensstil geführt h
abe
. Die Unterstellung der Beschwerdegegnerin, wonach er in den Jahren 1992 bis 1996 ein wesentlich höheres Einkommen
erzielt
habe, als dies die rechtskräftigen Steuerdaten dokumentiert hätten, tauge in keiner Weise zur Begründung des angerechneten Vermögensverzichts
in den Jahren 1998 bis 200
1
. Ausserdem habe die Beschwerdegegnerin in den
Ver
zichtsjahren
keinen einzigen Franken für allgemeine Lebenshaltungskosten
mit
ei
ngerechnet
, was willkürlich sei.
In formeller Hinsicht lässt er eine Verletzung des rechtlichen Gehörs beanstan
den, habe doch die Beschwerdegegnerin einerseits das Schreiben seiner
Rechts
vertreterin
vom 19. November 2012 gänzlich unbeantwortet gelassen; ausser
dem habe sie sich im hier angefochtenen Entscheid
nicht mit der ausführlich begründeten Einsprache vom 18. März 2013 (
Urk.
8/257) auseinandergesetzt
(
Urk.
1, 10).
3.
3.1
Vorweg zu behandeln ist der formelle Einwand der Verletzung des rechtlichen Gehörs, führt doch
eine Gehörsverletzung
ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebu
ng der angefochtenen Verfügung
(BGE 132 V 387 E. 5.1; 127 V 431 E. 3d/
aa
).
3.2
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten, das heisst eine Darstellung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der rechtlichen Erwä
gungen (Art. 49
Abs.
3 Satz 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Gemäss Art. 52
Abs.
2 Satz 2 ATSG werden
Einspracheentscheide
begründet. Die Begründung eines Entscheides muss so abgefasst sein, dass die betrof
fene Person ihn gege
benenfalls anfechten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Dies
bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder
tatbe
ständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Ein
wand auseinander setzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/
dd
mit Hinweis, 118 V 56 E. 5b).
3.3
Dem Beschwerdeführer ist darin zuzustimmen, dass
sich die
Beschwerdegegne
rin
im angefochtenen Entscheid
weder mit seinen Darlegungen zur Einkom
mens- und Vermögenssituation der Jahr 1992-1996 im Schreiben vom 19. No
vember 2012 (
Urk.
8/242), auf welches er
einspracheweise
verweisen liess (
Urk.
8/257 S. 6), noch
mit seinen Vorbringen
in der Einsprache vom 18. März 2013
zur angeblichen Steuerhinterziehung und zur Frage der
Lebensführungs
kontrolle
sowie zur
konkreten Höhe der Lebenshaltungskosten in den Jahren 1998-2001 (
Urk.
8/257 S. 8 ff.) einlässlich auseinandersetzte.
Vielmehr
beschränkte
sie
sich auf eine
kurze Darlegung ihrer
oben zusammengefassten Begründung
(
E. 2.1
)
und
erklärte, dass
die Frage nach
eine
r
Steuerhinterziehung nicht in ihre
Erwägungen miteingeflossen sei
.
Damit hat d
ie
Beschwerdegegnerin
die wesentli
chen Überlegungen genannt
, von denen sie sich b
ei ihrem Entscheid leiten liess
.
Auch wenn die Begründung der Verwaltung insbesondere angesichts der vom Beschwerdeführer wiederholt ein
geforderten
Erklärungen und Unterlagen (
Urk.
8/229, 8/235), auf welche sodann im angefochtenen Entscheid kein konkreter Bezug genommen
wurde, tatsäch
lich als
dürftig erscheint, muss sich die
Verwaltung
nach dem oben Gesagten
(E. 3.2) dennoch nicht
ausdrücklich mit jeder
tatbe
ständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Ein
wand auseinandersetzen
, um dem Anspruch auf rechtli
ches Gehör zu genügen. Die ihrem Entscheid zugrunde gelegten wesentlichen Begründungselemente sind dem angefochtenen Entscheid zu entnehmen. Ob diese auch einer materiellen Überprüfung zu genügen vermögen, ist nachfol
gend zu prüfen. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist indessen zu vernei
nen, zumal
eine Rückweisung an die Verwaltung
zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem gleichlaufenden und der Anhö
rung gleichgestellten Interesse der versicherten Person an einer möglichst
beförderlichen
Beurteilung ihres Anspruchs nicht zu vereinbaren sind (BGE 120 V 357 E. 2b, 116 V 182 E. 3c und d).
4.
4.1
Materiell streitig und Gegenstand des angefochtenen Entscheids
ist der Anspruch des Beschwer
deführers
auf Ergänzungs
leistungen
ab 1. November 2011. Nicht einzutreten ist auf den Antrag auf Vergütung von Krankheits- und Behinderungs
kosten (
Urk.
1 S.
2). Zwar bildet der Sachleistungsanspruch
gemäss Art. 14 ELG
neben den jährlichen Ergänzungsleistungen Bestandteil der Ergänzungsleistungen
gemäss
Art.
3 ELG
,
doch
ist er
nicht Gegenstand des angefochtenen
Einspracheentscheids
.
Ergibt
sich
aus dem Folgenden
ein Anspruch auf
jährliche Ergänzungsleistungen, wird die Beschwerdegegnerin den Antrag auf Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten zu prüfen haben, wobei der Beschwerdeführer bereits hier auf Art. 15 ELG hinzuweisen ist, wonach Krankheits- und Behinderungskosten nur vergütet werden können, wenn sie innert 15 Monaten nach Rechnungsstellung bei der zuständigen EL-Stelle geltend gemacht werden.
4.2
Sachverhaltlich
ist den Akten und Vorbringen der Parteien Folgendes zu entneh
men:
Der alleinstehende Beschwerdeführer, welcher bis
zum
Tod
seiner Mutter im Oktober
1995 mit dieser
zusammenlebte, arbeitete gemäss seinen unbestritten gebliebenen Darlegungen
bis 1992 als selbständiger Werber (
Urk.
1 S. 3). Im Jahr 1991 versteuerte er e
in Einkommen von Fr. 295‘900.--, das
Reineinkom
men
lag bei Fr. 302‘900.--
(
Urk.
8/9
, 8/208
), im Jahr 1992 lag das steuerbare Einkommen noch bei Fr. 158‘800.-- zuzüglich eines Liquid
ationsgewinns von Fr. 32‘200.--, das Reineinkommen bei Fr. 165‘800.--
(
Urk.
8/26).
Nach Aufgabe seiner selbständigen Tätigkeit gründete
d
er
Beschwerdeführer
Ende 1992 die
Dr.
C._
AG, an welcher er un
d die D._
Werbeagentur je zur Hälfte am Aktienkapital von Fr. 100‘000.-- beteiligt waren
(
Urk.
1 S. 3, 8/14, siehe auch Internet-Eintrag unter:
www.hra.zh
).
Die Erwerbseinkünfte
des Beschwerdeführers
, welcher nunmehr als Angestellter der
Dr.
C._
AG abrechnete, reduzierten sich
gemäs
s Angaben
in den Steuer
erklärungen auf Fr. 0.
--
im Jahr 1993, Fr. 52‘131.
--
1994 (
Urk.
8/36) und je Fr. 20‘000.
--
in den Jahren 1995 und 1996 (
Urk.
8/57).
Ende
1996 veräusserte er seine Anteile an der
Dr.
C._
AG
für
Fr.
1.-- (
Urk.
8/45)
. Gemäss eigenen Angaben beschränkten sich die beruflichen Aktivitäten des mittlerweile über 70-jährigen Versicherten
fortan
auf einzelne Beratungsaufträge (
Urk.
1 S. 4). Den Erfolgsrechnungen der Jahre 1997 bis 1999 zu entnehmen sind ein Verlust von
Fr.
22‘580.-- bei einem Umsatz von
gerade noch Fr.
13‘000.
-- im Jahr 1997 (
Urk.
8/71), ein Gewinn von
Fr.
1‘515.
-- für
1998
und
von
Fr.
10‘525
.
--
im Jahr 1999 (Beilagen zu
Urk.
8/91 und
Urk.
8/124)
. Für die Folgejahre finden sich keine
Erfolgsrechnungen und keine Steuererklärungen mehr in den Akten. Die
Reineinkommen gemäss
den
Steuerausweisen de
s Steueramtes der Stadt Zürich betrugen
Fr.
16‘900.-- im Jahr 2000 und
Fr.
24‘400.-- 2001 (
Urk.
8/216-218).
4
.3
D
urch die Akten belegt wird, dass der Beschwerdeführer
bis zur Aufgabe seiner selbständigen Tätigkeit im Jahr
199
2 und auch noch in den Folgejahren einen offensichtlich
gehobenen
Lebensstandard pflegte. Er
erwarb kostspielige
Autos (
Urk.
8/1), wohnte mit seiner Mutter in einer 6-Zimmerwohnung in Zürich für monatlich
Fr.
4‘000.-- (
Urk.
8/7), beschäftigte
eine Haushaltshilfe, welche gemäss Angaben des Beschwerdeführers
zum Beispiel
im Jahr 1992 Kosten von
Fr.
37‘998.-- verursachte (
Urk.
8/16, 8/22). Daneben leistete
er
sich unter ande
rem eine private Krankenversicherung (
Urk.
8/27,
Fr.
6‘758.-- im Jahr 1
996), massgeschneiderte Kleidung und gemäss eigenen
Angaben
häufige Reisen auf ebenfalls gehobenem Niveau (
Urk.
1 S. 3).
4.4
Die Beschwerdegegnerin
bestritt diesen Umstand nicht.
Sie stellte
sich
aber
auf den Standpunkt, dass der Beschwerdeführer, dessen Reinvermögen sich von 1990 bis Ende 2001 von
Fr.
946‘000.-- auf
Fr.
87‘000.-- reduziert hatte (
Urk.
8/208- 8/218),
in den Jahren 1992-1996
mehr Geld zur Verfügung
gehabt habe, mithin das effektive Einkommen höher gewesen sei
, als die versteuerten Einkommen und Vermögenswerte erkennen lassen
, da die geltend gemachten und teilweise belegten Ausgaben mitunter deutlich höher gewesen seien
,
als der steuerlich belegte Vermögensverbrauch zuzüglich der
steuerlich deklarierten
Einnahmen
.
Gestützt auf diese Annahme schloss sie unter anderem, dass es nicht gerecht
fertigt sei, ab 1998
davon auszugehen, dass das steu
erbare Ein
kommen nun
auf einmal
dem effektiven Einkommen entspreche
.
Aufgrund dessen seien für die Jah
r
e
1998 bis 2001 keine zusätzlichen
Lebens
-
hal
tungskosten
hinzuzurechnen, sei doch auch für diese Zeit davon aus
zugehen, dass das effektive Einkommen höher als das
steuerlich deklarierte Ein
kommen
gewesen sei
, weshalb die Lebenshaltungskosten als mitabgegolten zu betrachten seien
(vgl. dazu unter anderem
Urk.
2 S. 2, 7,
8/235, 8/245)
.
4
.
5
I
hre Berechnungen
(vgl.
Urk.
8/248)
stützte d
ie
Beschwerdegegnerin
in Bezug auf die Einkommens- und Vermögenswerte im Wesentlichen auf die
Steueraus
weise
der Stadt Zürich für die Steuerjahre 1991 bis 2003 (
Urk.
8/208-220).
Der Berechnung der Ausgabenseite
(vgl.
Urk.
8/246)
legte sie
die Aufstellungen der Gemeinde
Y._
für die Jahre 1997
bis 2003
(
Urk.
8/223)
unter Hinzurech
nung
von darin nicht aufgeführten Steuern
sowie die vom Beschwerdeführer eingereichten zahlreichen Belege und handschriftlichen Aufstellungen zu den Geldabflüssen der Jahre
1990 bis 1996 (
Urk.
8/1-
51) zugrunde.
4
.
6
Zu Recht liess der Beschwerdeführer vorbringen, dass die rückwirkenden Berech
nungen
der Beschwerdegegnerin gestützt auf die Steuerdaten und die noch vorhandenen
, je
doch
lückenhaften
Belege
den tatsächlichen Geldfluss
nicht zu wiederspiegeln vermögen (vgl.
Urk.
1
S. 10 ff., 10 S. 4 ff.). Was zunächst die Steuerdaten bis ins Jahr 1998 anbelangt,
führte
das
im Kanton Zürich
bis 1998 praktizierte System der zweijährlichen
Vergangenheitsbesteue
rung
(vgl. § 53
lit
. b des Zürcher Steuergesetzes in der bis 31. Dezember 1998 gültig gewesenen Fassung,
aStG
)
unter anderem
dazu
, dass
der Vermögensstand nur alle zwei Jahre erhoben
wurde
und Bemessungslücken für die geraden Jahre vorlagen
(§ 56
Abs.
1
aStG
)
, sofern keine Zwischeneinschätzungen vorgenom
men wurden
(§ 59
aStG
).
Zwar trug die Beschwerdegegnerin dem System der Vergangenheitsbesteuerung insofern Rechnung, als sie die vom Steueramt Zürich mitgeteilten Steuerdaten (
Urk.
8/208 ff.) jeweils dem vorangehenden Jahr anrechnete (vgl.
Urk.
8/248). Doch machen
die Akten deutlich, dass ihre Berechnung in diversen Punk
ten ungenau oder gar falsch ist:
So erweist sich zum Beispiel das
von der Beschwerdegegnerin beigezogene Rein
vermögen 1994
von Fr. 852‘000.-- (
Urk.
8/248) gestützt auf den
Steuer
ausweis
zur Steuerperiode 1995 (
Urk.
8/212) als unzutreffend, basiert es doch
auf der
Zwischeneinschätzun
g 1995/1996 vom 14. Januar 1997, welche
auf
grund des Erbanfalls von
Fr.
142‘558.-- nach dem Tode
der
Mutter
des Beschwerdeführers
im Herbst 1995 notwendig wurde (
Urk.
8/48). Das dem Beschwerdeführer mutmasslich frühestens 1996 zur Verfügung
gestandene
Erbe
wurde steuerrechtlich dem Todesfallj
ahr 1995 zugeordnet
; die
Beschwerdegeg
nerin
legte es sodann gar
dem Vermögen 1994 zugrunde und dies, obwohl der Beschwerdeführer sowohl die Zwischeneinschätzung 1995/1996 (
Urk.
8/48) als auch die Steuererklärung 1995 vom 11. September 1995, in
welcher
er ein Reinvermögen von
Fr.
718‘946.-- per Ende 1994 deklariert hatte (
Urk.
8/36), eingereicht hatte
, und der Vorgang dementsprechend nachvollziehbar gewesen wäre
.
Unter Berücksichtigung d
es
tatsächlichen
Vermögens von
Fr.
718‘946.-- per 31. Dezember 1994 resultiert für dieses Jahr entgegen der Berechnung der Beschwerdegegnerin
keine Vermögenszunahme von
Fr.
73‘000.--, sondern
vielmehr eine Abnahme von
zirka
Fr.
60‘000
.
Die Argumentation der Beschwerdegegnerin, wonach die Zahlen des Jahres 1994 exemplarisch ihre Annahme bestätigen würden, dass der Beschwerdefüh
rer regelmässig effektiv mehr verdient habe, als steuerlich ausgewiesen (vgl.
Urk.
8/235, 7 S. 2), verfängt demgemäss nicht.
Ungenau ist Beschwerdegegnerin auch insofern, als
ihre Berechnung unter
der Rubrik „somit verfügbares Vermögen“
(
Urk.
8/248)
suggeriert, das steuerbare Einkommen und die Differenz der Vermögensstände per Ende der
aufeinander
folgenden
Jahre bildeten die in den jeweiligen Jahren maximal verbrauchbaren finanziellen Mittel. Diese
Schlussfolgerung lässt die geldwerten Zu-
und Abflüsse während der Jahre, die sich in den
Reineinkommen gemäss Steuerer
klärung nicht wiederspiegeln
,
ausser Acht. So ist – wie oben erwähnt – den Akten
unter anderem
nicht zu entnehmen, zu welchem Zeitpunkt der Beschwer
deführer tatsächlich über die Erbschaft der Mutter verfügen konnte
, ob diese mithin im Zeitpunkt der steuerlichen Berücksichtigung 19
95 bereits verfügbar war
; in diesem Zusammenhang erweist sich nicht nur das von der
Beschwerde
gegnerin
beigezogene Vermögen per
Ende 1994 als unrichtig; vielmehr erscheint
auch dasjenige per Ende 1995 als rein theoretische Grösse.
Weiter
lässt die Berechnung der Beschwerdegegnerin Zu- und Abflüsse aus Börsenge
schäften (vgl. dazu zum Beispiel: Wert- und Guthabenverzeichnisse in
Urk.
8/57
, 8/81, 8/91) unberücksichtigt. Zutreffend erscheint auch die Darle
gung des Beschwerdeführers in der Replik zum tatsächlichen, jedoch nicht berücksichtigten Einkommen 1996 (
Urk.
10 S. 7).
Auf der Ausgabenseite liess die Beschwerdegegnerin unberücksichtigt, dass der Beschwerdeführer bis zu deren Tod am 30. Oktober 1995 (
Urk.
8/38) mit seiner Mut
ter zusammenlebte. Der Beschwerdeführer unterliess es
zwar,
in seinen Aufstellungen der zum Geldabfluss der jeweiligen Jahre darzulegen, ob und welchen Anteil an den Mietkosten und den Ausgaben für die Haushaltshilfe von seiner Mutter übernommen worden waren (vgl. unter anderem
Urk.
8/40). Doch liess er unter anderem vorbringen, dass die Kosten für die Haushaltshilfe der Mutter bereits bei den Steuern abgezogen worden seien; die neuerliche Berück
sichtigung auf der Ausgabenseite sei
unzutreffend (
Urk.
8/241).
Da sei
n
e
r Steu
ererkläru
ng 1995 unter Ziffer 26
kein Abzug für unterstützungsbedürftige Per
sonen zu entnehmen ist (
Urk.
8/36), kann ein solcher wohl einzig unter der Rubrik
„
Krankheitskosten
“
in der Steuererklärung der Mutter vorgenommen worden sein
, sind doch Ausgaben für Haushaltshilfen grundsätzlich steuerlich nicht absetzbar. Dies aber
deutet
darauf hin
, dass die Mutter auch die Kosten
für die Hilfe
möglicherweise
zumindest teilweise
getragen hat. Die
Beschwerdegeg
nerin
ging diesem Einwand jedoch nicht nach und rechnete die Kosten für die Haushaltshilfe vollumfänglich den Ausgaben des Beschwerdeführers an (
Urk.
8/246).
Zusammenfassend
weist die Berechnung der Beschwerdegegnerin
allzu
viele Schwachstellen auf
, als dass gestützt darauf ihre
Schlussfolgerung
,
wonach
die effektiven Einkommen des Beschwerdeführers in den Jahren 1992-1996 erheb
lich
über den steuerlich deklarierten gelegen haben müssen,
bestätigt werden könnte
,
und der Beschwerdeführer für die angeblichen Ungereimtheiten zwi
schen Einkommens- und Ausgabenseite nach über 20 Jahren in die Pflicht genommen werden könnte.
4.7
Vielmehr
lassen
die Akten
darauf schliessen
, dass der
Beschwerdeführer sein Vermögen seit Anfang der 90er Jahre laufe
nd
, wenn auch nicht in jährlich gleichbleibendem Ausmass
aufgebraucht
und seinen Lebensstandard offensi
cht
lich nicht den sich verändernd
en Einkommensverhältnissen angepasst hat. Dies aber hat insoweit unberücksichtigt zu bleiben, als
dass
das
Ergänzungsleis
tungssystem
keine gesetzliche Handhabe für eine wie auch immer geartete „Lebensführungskontrolle“ bietet
und nicht danach zu fragen ist, ob ein Gesuchsteller in der Vergangenheit im Rahmen der „Normalitätsg
renze“ gelebt hat (BGE 121 V 204
E. 4b, 115 V 335 E. 5d).
4.
8
Für die Beurteilung der strittigen „Verzichtsjahre“ 1998 bis 2001 bedeutet dies zunächst,
dass sich, nachdem
die Annahme, der Beschwerdeführer habe in den Jahren 1992 bis 1996 mehr verdient als steuerlich ersichtlich,
nicht
bestätigt werden konnte, ein entsprechender Rückschluss auf die Einkommenssituation 1998 bis
2001 umso weniger rechtfertigt.
Hinzu kommt, dass der Beschwerde
führer 1998 bereits 73 Jahre alt war und nachvollziehbar erscheint, dass seine berufliche
n
Aktivitäten
lediglich noch am Rande stattfanden.
Auch liegt auf der Hand, dass mit abnehmender erwerblicher Tätigkeit und sinkendem Umsatz die steuerlichen Optimierungsmöglichkeiten (Abzüge für Spesen, Geschäftsauto etc.)
schwinden
.
4.9
Hinsichtlich des
in den Jahren 1998 bis 200
1 errechneten Verzichtsvermögens
von insgesamt
Fr.
240‘000.-- (
Urk.
8/248) stellt sich die Frage, ob für die Berechnung der Ergänzungsleistungen massgebliche Vermögensverzichte
vor
liegen
, oder ob die Vermögensminderungen Folge eines gehobenen Lebensstan
dards waren, welche nicht Anlass zur Anrechnung von hypo
thetischem Vermö
gen geben dürfte
n
.
4.
10
Nicht beanstanden lässt der Beschwerdeführer die von der Beschwerdegegnerin der Berechnung zugrunde gelegten Vermögens- und Einkommenszahlen dieser Jahre
(
Urk.
2/246)
.
Strittig und zu prüfen ist aber, ob die vom Bes
chwerdeführer geltend gemach
ten
, allgemeinen
Lebenshaltungskosten für Essen, Trinken, Bekleidung, Putz- und Hygieneartikel, Kulturausgaben etc.
von
zirka
Fr.
39‘600.
--
jährlich
(
Urk.
1 S. 14)
in die Berechnung miteinzubeziehen sind.
Die von der Gemeinde
Y._
übernommenen Aufstellungen (
Urk.
8/223) bein
halten neben diversen
belegten
Ausgaben für zum Beispiel Re
chnungen
eines
Innendesign
geschäfts
, mehrere
private
Versicherungen
, Ausgaben für Masshemden
im Jahr 2000 und
den
Unterhalt des Familiengrabes auch nicht mehr belegbare, aber glaubhaft gemachte Ausgaben für
zum Beispiel
diverse Reisen nach
E._
in den Jahren1998 bis 2001, das Auto, Telefon
kosten
und Zahnarzt.
Nur teilweise
miteingerechnet sind in den Aufstellungen Kosten für den
allgemei
nen Lebensbedarf. Ausgehend von der Begrifflichkeit gemäss Art. 10
Abs.
1 ELG beinhaltet der allgemeine Lebensbedarf namentlich die Kosten für Nahrungsmittel, Bekleidung, Körperpflege, Energieverbrauch, Kommunikation, Transport und Freizeitaktivitäten sowie laufende Steuerschulden (Müller, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum ELG, 3. Auflage, Zürich, Basel, Genf, 2015,
Rz
142 zu Art. 10).
Nachdem die
Argumentation der Beschwerdegegnerin, wonach das effektive Einkommen in den Jahren 1998 bis 2001 höher gewesen
habe sein müssen
, als steuerlich ausgewiesen, weshalb die Lebenshaltungskosten mit der Differenz zum effektiven Einkommen bereits abgegolten seie
n, nach dem oben Gesagten (E. 4.6
) nicht verfängt, besteht kein Grund, dem Beschwerdeführer die Anrech
nung eines Betrages für den allgemeinen Lebensbedarf
in den fraglichen Jahren
zu verweigern.
Zur Höhe der mutmasslichen damaligen Kosten reichte der Beschwerdeführer
der Beschwerdegegnerin am 14. Juli 2012 eine Aufstellung (
Urk.
8/233) ein mit geschätzten Kosten von monatlich
Fr.
3‘300.-- (Verpflegung zu Hause und aus
wärts von
Fr.
1‘700.--, Bekleidung und Wäschebesorgung
Fr.
600.--,
Kulturaus
gaben
und gesellschaft
liches Leben
Fr.
500.-- und Taschen
geld für Körperpflege, Coiffeur etc.
Fr.
500.--).
Dieser Betrag ersche
int
zwar
als hoch, zumal gewisse Positionen des allgemeinen Lebensbedarfs wie Kommunikations- und
Trans
portkosten von der Beschwerdegegnerin bereits berücksichtigt wurden.
Jedoch rechtfertigen sich aufgrund der Aktenlage und dabei insbesondere auf
grund der belegten Ausgaben keine erheblichen Zweifel daran, dass der Beschwerdeführer s
einen gehobenen Le
bensstil trotz der schwindenden finanzi
ellen Mittel auch in den Ja
hren 1998 bis 2001
weiterpflegte. Er leistete sich weiterhin eine kostspielige Wohnung, eine private Kranken- und Unfallversi
cherung, reiste x-fach nach
E._
und liess sich Hemden auf Mass anfertigen (vgl. Aufstellung in
Urk.
7/223).
Dass seine Kosten für den allgemeinen Lebensbedarf erheblich über dem
maxi
mal anrechenbare
n
Betrag
für die Berechnung des Anspruchs auf
Ergänzungs
leistungen
von
Fr. 16‘290.
-- im Jahr 2000
(Art. 3
b
Abs.
1
lit
. a
Ziff.
1
aELG
in der im Jahr 2000 gültig gewesenen Fassung
)
, welche
der
blosse
n
Exis
tenzsi
cherung
dienen
sollen
, lagen, ist überwiegend wahrscheinlich. Die genaue Höhe lässt sich heute weder belegen noch
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
eruieren. Jedoch darf der Grundsatz, wonach im Bereich der
Ergänzungsleistun
gen
die Besonderheit gilt, dass die Beweislast für das Fehlen von anrechenba
rem Einkommen und Vermögen als
anspruchsbegründende Tatsache beim
Leis
tungsansprecher
liegt (BGE 131 V 329, 121 V 204), nicht dazu führen, dass vom Versicherten verlangt wird, dass er seine allgemeinen Lebensbedarfskosten Jahre später noch
im Detail
zu belegen vermag und dies selbst dann nicht, wenn sie – wie im hier zu beurteilenden Fall – auf eine
m gehobenen Lebensstil beruhen, der jedoch seit Jahren gepflegt wurde.
Die Aufstellung des Beschwerdeführers erscheint insgesamt plausibel und seinem übrigen Ausgabeverhalten angemessen
. Dies gilt umso mehr angesichts der zahlreichen und teilweise mehrere Wochen dauernden
E._-
aufenthalte in diesen Jahren (vgl. Passkopien in
Urk.
8/204), welche fraglos zu häufigem auswärtigem Essen führten.
Entsprechend rechtfertigt es sich, das dem Beschwerdeführer in den Jahren 1998 bis 2001 angerechnete Verzichtsvermögen
(
Fr.
60‘000.
--
1998, Fr.
100‘000.
--
1999,
Fr.
20‘000
.--
2000,
Fr.
60‘000.
--
2001,
Urk.
8/248-249)
um jährlich
Fr.
39‘600.-- zu reduzieren.
Hinzuzurechnen sind
Fr.
15‘000.--, welche der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben zwischen 2000 und 2002 an bedürftige Familien in
E._
geleistet h
at (
Urk.
1 S. 11).
4.11
Unter Berücksichtigung der jährlichen Verminderung des Verzichtsmögens von
Fr.
10‘000.-- gemäss Art. 17a
Abs.
1 und 3 ELV
ist ein
Vermögensverzicht in den Jahren 1998 bis 2001
gemäss der folgenden Aufstellung per
1.
Januar 2009
getilgt:
1.
Januar 1999
Fr.
20
‘400.—
1.
Januar 2000
Fr.
70
‘800
.--
1.
Januar 2001
(Berücksichtigung Schenkung
Fr.
15‘000.--
Fr.
75
‘800.--
1.
Januar 2002
Fr.
86
‘200.--
1.
Januar 2003
Fr.
76
‘200.--
1.
Januar 2004
Fr.
66
‘200.--
1.
Januar 2005
Fr.
56
‘200.--
1.
Januar 2006
Fr.
46
‘200.--
1.
Januar 2007
Fr.
36
‘200.--
1.
Januar 2006
Fr.
26
‘200.--
1.
Januar 2007
Fr.
16
‘200.--
1.
Januar 2008
Fr.
6
‘200.--
4.12
Gemäss Art. 12
Abs.
1 ELG besteht der Anspruch auf Ergänzungsleistungen ab Beginn des Monats, in dem die Anmeldung eingereicht worden ist, sofern sämt
liche gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Die Anmeldung
bei der Gemeinde
B._
erfolgte
am
2
3.
November 2011 (
Urk.
8/226)
. Per diesem Zeitpunkt
ist
ein allfälliges Verzichtsvermögen aus den Jahren 1998 bis 2001 vollständig amortisiert
.
Die verbleibenden anrechenbaren Einnahmen setzten sich nunmehr einzig aus den AHV-Rentenleistungen und einem kleinen
Vermö
gensertrag
zusammen. Diese sind eindeutig tiefer als die von der
Beschwerde
gegnerin
errechneten anerkannten Ausgaben (vgl.
Urk.
8/232).
Demnach besteht ab
November
2011 Ans
pruch auf Ergänzungs
leistungen.
Die Beschwerde ist daher gutzuheissen mit der Feststellung, dass der Beschwerde
führer ab
1.
Nove
mber 2
011 Anspruch auf Ergänzungs
leistungen hat. Die Sache ist zur Berechnung derselben an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen.
5.
5.1
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende
b
eschwerdeführende
Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
5.2
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens ist dem Beschwerdeführer in Anwen
dung obiger Grundsätze eine Prozessentschädigung von
Fr.
3‘
2
00.--(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.