Decision ID: 8ecd27a9-5a73-4007-acd9-32aef9cf63b7
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 31. Oktober 2003 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an. Sie ist Mutter von vier Kindern und ... in die Schweiz
immigriert (IV-act. 1). Dr.med. B._, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, berichtete
der IV-Stelle des Kantons St. Gallen am 15. November 2003, die Versicherte leide
hauptsächlich an Rückenschmerzen, an Schmerzen im rechten Arm, an
Unterleibsschmerzen und Schmerzen in der linken Nierengegend (St.n. rez.
Nephrolithiasis) sowie an Schwindel seit Affektion des Innenohrs. Sie sei zu 100%
arbeitsunfähig (IV-act. 9). Die C._ gab am 22. Dezember 2003 an, die Versicherte sei
von 3. Oktober 2000 bis 31. Mai 2003 bei ihr als Hilfsarbeiterin im Wäschereibetrieb
angestellt gewesen. Die Arbeitszeit habe bei einem Stundenlohn von Fr. 15.-- pro
Woche 44 Stunden betragen (IV-act. 11).
A.b Am 9. Februar 2004 beauftragte die IV-Stelle die MEDAS Ostschweiz mit der
Begutachtung der Versicherten (IV-act. 15). Die MEDAS erstattete am 19. April 2005
das polydisziplinäre Gutachten. Die Versicherte war internistisch, rheumatologisch und
psychiatrisch untersucht worden. Die Ärzte gaben als Diagnosen mit Einschränkung
der zumutbaren Arbeitsfähigkeit ein diffuses chronisches Schmerzsyndrom mit vielen
vegetativen Begleitbeschwerden und eine Somatisierungsstörung an. Ohne
wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestünden eine Benzodiazepin-
Abhängigkeitssyndrom bei ständigem Substanzgebrauch, eine Adipositas, eine
arterielle Hypertonie sowie eine mässige Eisenmangelanämie. Die Versicherte habe als
Hauptproblem Kreuzschmerzen, verbunden mit schwindelartigen Beschwerden und
Ausstrahlung in den linken Arm sowie eine rasche Erschöpfbarkeit genannt.
Objektivierbar seien klinisch und radiologisch eine zervikothorakale Skoliose und
mässige degenerative Veränderungen der unteren Lendenwirbelsäule. Die rasche
Ermüdbarkeit sei unter der hohen Dosis von 2x3 mg Lexotanil (Benzodiazepine) zu
erwarten. Festzustellen seien weiter viele Zeichen für nichtorganisches
Krankheitsverhalten, so nebst der diffusen Symptombeschreibung die hohe
Schmerzbewertung, die weitgehende Erfolglosigkeit bisheriger Behandlungen, das
nicht plausible Ausmass der demonstrierten Behinderung im Vergleich zu den
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klinischen Beurteilungen und objektivierbaren Befunden. Unter Beachtung aller
Aspekte werde die Einschränkung für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten
ohne ausgesprochene Stressbelastung, Zwangshaltungen oder regelmässiges
Besteigen von Leitern auf 20% geschätzt (IV-act. 20).
A.c Mit Verfügung vom 29. April 2005 wies die IV-Stelle einen Rentenanspruch ab, da
die Versicherte mit einer 80%igen Arbeitstätigkeit in der Lage sei, das bisherige
Einkommen wieder zu erzielen (IV-act. 23). Dagegen liess die Versicherte mit
Einsprache vom 10. Mai/ 8. Juni 2005 einwenden, sie sei damit nicht einverstanden (IV-
act. 26). Am 31. Januar 2006 berichtete Dr.med. D._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, die Versicherte leide an einer mittelgradigen depressiven
Episode mit somatischem Syndrom, einer sonstigen näher bezeichneten Angststörung,
einer sozialen Phobie sowie einer Zwangsstörung, Gedanken und Handlung gemischt.
Die durchgeführten Tests hätten widersprüchliche Resultate gezeigt. Ob bei einem
Beizug einer professionellen Dolmetscherin im Vergleich zur übersetzenden Tochter
andere Ergebnisse resultiert hätten, müsse offenbleiben. Auch könne der Verdacht
einer Aggravation nicht gänzlich ausgeräumt werden. Die tatsächlich zumutbare
Arbeitsfähigkeit könne nicht ausreichend sicher beurteilt werden (IV-act. 36).
A.d Mit Einspracheentscheid vom 5. April 2006 wies die IV-Stelle die Einsprache der
Versicherten ab. Auf das MEDAS-Gutachten könne abgestellt werden, da es auf
allseitigen Untersuchungen beruhe, die streitigen Beschwerden umfassend
berücksichtige und sich auf die Vorakten stütze. Die psychiatrische Einschätzung von
Dr. D._ beruhe dagegen hauptsächlich auf Ergebnissen von psychologischen
Testfragebögen, die überwiegend als Selbstbefragung / -beurteilung konzipiert seien,
weshalb der Beweiswert dieses Arztberichtes geschmälert sei. Eine Verschlechterung
des Gesundheitszustandes seit der Begutachtung sei nicht ausgewiesen. Der
Versicherten sei daher die Erzielung eines rentenausschliessenden Einkommens
zumutbar (IV-act. 40).
B.
B.a Am 21. März 2007 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung an (IV-act. 42). Die IV-Stelle wies am 28. März 2007 darauf
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hin, dass die Versicherte eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes glaubhaft
zu machen und dazu Arztberichte einzureichen habe (IV-act. 44). Mit Bericht vom
6. April 2007 gab Dr. B._ der IV-Stelle an, die Versicherte leide an Kopfschmerzen
(Migräne), Nacken-, Kreuz- und Knieschmerzen. Akzentuiert werde alles durch einen
erhöhten Blutdruck. Die Versicherte sei nicht mehr in der Lage, einer Arbeit
nachzugehen (IV-act. 45).
B.b Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 9. Mai 2007 mit, sie werde auf das neue
Leistungsbegehren nicht eintreten, da keine neuen medizinischen Tatsachen geltend
gemacht würden (IV-act. 50). Am 22. Juni 2007 verfügte die IV-Stelle dementsprechend
(IV-act. 51).
C.
C.a Nachdem sich die Versicherte am 21. Mai 2008 erneut zum Leistungsbezug
angemeldet hatte (IV-act. 53), bat die IV-Stelle am 3. Juni 2008 um Unterlagen zur
Glaubhaftmachung einer erheblichen Veränderung (IV-act. 56). Dr.med. E._, Facharzt
für Allgemeine Medizin FMH, berichtete der IV-Stelle am 12. Juni 2008, er betreue die
Versicherte seit Ende Januar 2008. Diese leide an einer mittelschweren Depression bei
minimaler sozialer Integration sowie einem nicht näher definierten Schmerzsyndrom. Im
Vordergrund stehe sicherlich die depressive Störung mit ausgeprägter
Angstsymptomatik. Die Versicherte sei nicht vermittelbar (IV-act. 57). In seinem Bericht
vom 6. August 2008 bestätigte der neue Hausarzt eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit
Februar 2003 (IV-act. 59). Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz erachtete in
seiner Stellungnahme vom 28. August 2008 eine Verschlechterung als glaubhaft und
empfahl eine erneute Begutachtung (IV-act. 61).
C.b Am 12. November 2008 ging bei der IV-Stelle das bidisziplinäre Gutachten ein.
Dr.med. F._, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie FMH, führte in seinem
Gutachten vom 9. November 2008 aus, in der internistisch / rheumatologischen
Untersuchung habe sich eine stark adipöse Frau (BMI 33.7) mit nicht konsistenter
Schmerzangabe bei der Untersuchungssituation gezeigt. Es liege ein panvertebrales,
aber auch unter Einbezug der Arme und Beine ein generalisiertes Schmerzsyndrom
vor. In der Schmerzintensität und im Ausmass sei dieses nicht erklärbar mit der
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leichten S-skoliotischen Fehlhaltung der Wirbelsäule, radiologisch fehlenden
degenerativen Veränderungen sowie fehlenden Diskopathien ohne Hinweise auf eine
fortgeschrittene Osteoporose. Neurologisch seien keine Ausfälle feststellbar, und für
eine Fibromyalgie gebe es keine klinischen Hinweise. Bei vermuteter
Somatisierungsstörung mit vielen Zeichen eines nichtorganischen Krankheitsverhaltens
auf der Grundlage minimaler Integration, sozialem Rückzug und fehlenden
Deutschkenntnissen könne der Verdacht auf Aggravation nicht ausgeschlossen
werden, dies neben einer wahrscheinlichen Hypothyreose. Nach einer Behandlung der
Hypothyreose müsste die Versicherte aus somatischer Sicht sowohl im Haushalt wie in
einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit zu 90% arbeitsfähig sein. Der
begutachtende Psychiater Dr.med. G._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
FMH, gab in seinem Gutachten vom 6. November 2009 an, die Stimmung der
Versicherten sei schwer spürbar, resigniert, und es fände sich keinerlei Modulation. Im
Hamilton Depressionsscore komme sie auf einen Wert, der einer mittelschweren
Depressivität entspreche. Die somatisch nicht vollständig erklärbaren Schmerzen,
deren Diffusivität und geringe Spezifität, das Nichtansprechen auf jegliche Therapien
sowie die leicht ersichtliche psychosoziale Hintergrundproblematik (Überforderung
durch Mehrfachbelastung, Integrationsschwierigkeiten im höheren Alter) wiesen auf
eine somatoforme Störung hin (ebenso die weiteren somatoformen Beschwerden,
Schwindel z.B.). Diese schränke die Arbeitsfähigkeit im Verbund mit den begleitenden
depressiven Symptomen um rund 50% seit Sommer 2005 ein (IV-act. 68 und 69).
C.c Der RAD-Arzt Dr. H._ erachtete das Verlaufsgutachten bei identischen
Befunden wie zur MEDAS-Begutachtung als nicht nachvollziehbar betreffend die
höhere Arbeitsunfähigkeitsschätzung aus psychiatrischer Sicht (IV-act. 70). Die IV-
Stelle fragte deshalb bei den Gutachtern am 12. Dezember 2008 nach (IV-act. 72).
C.d Dr. G._ gab der IV-Stelle in seinem Bericht vom 29. Dezember 2008 an, die
unterschiedliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit gegenüber dem MEDAS-Gutachten
erkläre sich damit, dass der vorbegutachtende Psychiater in seine Diagnostik die
Schmerzproblematik nicht einbezogen habe. Seine Einschätzung von 50%
Arbeitsunfähigkeit sei eine klinisch-therapeutische und würde die Kriterien der
Zumutbarkeit der willentlichen Schmerzüberwindung berücksichtigen. Nehme er nun
eine Gewichtung vor (Hauptpunkt: es läge keine eigenständige depressive
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Symptomatik vor, also keine schwerwiegende psychische Komorbidität), komme er
zum Schluss, dass nach aktueller Rechtsprechung überwiegend wahrscheinlich der
Versicherten zugemutet werde, ihre Schmerzen zu überwinden, oder anders gesagt,
nach aktueller Rechtsprechung liege sozialversicherungsrechtlich betrachtet aus
psychiatrischer Sicht keine relevante Arbeitsunfähigkeit vor, womit sich dann die
Widersprüche zum Vorgutachten aufgelöst hätten. Der Beginn der 50%igen
Arbeitsunfähigkeit ab Mitte 2005 sei damit begründet, dass der negative
Rentenbescheid zu einer Akzentuierung der Symptomatik geführt habe (IV-act. 76).
C.e Der RAD hielt in seiner Stellungnahme vom 12. Januar 2009 fest, weder aus
rheumatologischer noch aus psychiatrischer Sicht sei eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes gegenüber dem Referenzgutachten der MEDAS aus dem Jahr
2005 nachgewiesen. Der Versicherten sei daher eine leidensangepasste Tätigkeit zu
90% zumutbar (IV-act. 77).
C.f Mit Vorbescheid vom 19. Februar 2009 stellte die IV-Stelle erneut die Abweisung
des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 80). Dagegen liess die Versicherte am 20. März
2009 durch die procap Einwand erheben (IV-act. 84). Mit Verfügung vom 5. Mai 2009
wies die IV-Stelle das Rentengesuch ab (IV-act. 87).
D.
D.a Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 4. Juni 2009 Beschwerde. Sie
beantrage die Aufhebung der Verfügung vom 5. Mai 2009 und die nochmalige Prüfung
von Leistungen der Invalidenversicherung. Die Beschwerdegegnerin gehe davon aus,
dass keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten sei. Mit dieser
Einschätzung sei sie nicht einverstanden. Vielmehr hätten sich ihre Beschwerden seit
dem letzten Entscheid der IV-Stelle aus dem Jahr 2005 wesentlich verschlechtert,
sodass sie sich durch ihren Hausarzt Dr. E._ wiederum zu einer Therapie beim
externen psychiatrischen Dienst in I._ habe anmelden müssen. In der Beilage befinde
sich eine Kopie des Schreibens von Dr. E._. Aus gesundheitlichen Gründen sei es ihr
leider nicht mehr möglich, eine Arbeitstätigkeit aufzunehmen (act. G 1).
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D.b Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom 25. August
2009 die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin leide gemäss
bidisziplinärem Gutachten vom 6./9. November 2008 an einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung und einer begleitenden mittelgradigen depressiven
Episode. Die Arbeitsfähigkeit sei auf 50% geschätzt worden. Auf Nachfrage hin habe
der psychiatrische Gutachter angegeben, es liege keine schwerwiegende psychische
Komorbidität vor, weshalb nach heutiger Rechtsprechung aus psychiatrischer Sicht
keine relevante Arbeitsunfähigkeit vorliege. Der RAD-Arzt Dr. H._ sei in seiner
Stellungnahme vom 12. Januar 2009 zum Schluss gekommen, es liege keine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes gegenüber dem MEDAS-Gutachten aus
dem Jahr 2005 vor. Die Arbeitsfähigkeit betrage 90%. Mit dem Schreiben von Dr. E._
vom 12. Mai 2009 bringe die Beschwerdeführerin keine neuen medizinischen Fakten
vor, die bei der Beurteilung unberücksichtigt geblieben wären. Somit könne weiterhin
auf eine 90%ige Arbeitsfähigkeit abgestellt werden, weshalb kein Rentenanspruch
bestehe (act. G 5).
D.c Die zuständige Verfahrensleitung des Gerichts bewilligte am 28. August 2009 das
mit der Beschwerde gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (act. G 7).
D.d Die Beschwerdeführerin teilte am 5. September 2009 mit, sie verzichte auf eine
Replik (act. G 8).

Erwägungen:
1.
In materiell-rechtlicher Hinsicht gilt der übergangsrechtliche Grundsatz, dass der
Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklichte (vgl. BGE 127 V
467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging am
5. Mai 2009, wobei im Wesentlichen ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem
Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008
begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung
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betrifft, ist für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen
und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur
4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
[EVG; seit 1. Januar 2007: sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom
7. Juni 2006 [I 428/04] E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen keine
materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des Begriffs und der
Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber der bis Ende
2007 gültig gewesenen Rechtslage brachte. Nachfolgend werden die seit 1. Januar
2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben.
2.
2.1 Streitig ist vorliegend, ob bei der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der
Neuanmeldung vom 21. Mai 2008, auf welche die Beschwerdegegnerin eintrat und das
Gesuch materiell prüfte, eine rentenbegründende Invalidität vorliegt. Ebenso wie bei
einer Rentenrevision nach Art. 17 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) setzt auch eine Rentenzusprechung
aufgrund einer Neuanmeldung nach vorangegangener Ablehnung eines Rentengesuchs
gemäss Art. 87 Abs. 4 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV;
SR 831.201) in Verbindung mit Abs. 3 dieser Bestimmung voraus, dass seit der letzten
rechtskräftigen Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des Anspruchs mit
rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs beruht (BGE 133 V 108 E. 5, 130 V 71 E. 3.2.3), eine Änderung
in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, welche zu einem höheren
Invaliditätsgrad führt, der nunmehr einen Rentenanspruch begründet (BGE 133 V 108
E. 5). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen
oder geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Für die
Bestimmung des Invaliditätsgrades wird nach Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
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(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
2.2 Die MEDAS-Begutachtung der Beschwerdeführerin vom März 2005 hatte gemäss
Gutachten vom 19. April 2005 mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit die Diagnosen
eines diffusen Schmerzsyndroms mit vielen vegetativen Begleitbeschwerden sowie
einer Somatisierungsstörung ergeben. Ohne wesentliche Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit war ein Benzodiazepin-Abhängigkeitssyndrom bei ständigem
Substanzgebrauch, eine Adipositas, eine arterielle Hypertonie sowie eine mässige
Eisenmangelanämie festgestellt worden. Die Arbeitsunfähigkeit war aufgrund des
Symptomenkomplexes auf 20% für alle körperlich leichten bis mittelschweren
Tätigkeiten ohne ausgesprochene Stressbelastungen, Zwangshaltungen oder
regelmässiges Besteigen von Leitern beziffert worden (IV-act. 20-9/18). Dr.med. K._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, hatte im Consiliargutachten vom
13. April 2005 angegeben, die Beschwerdeführerin sei während des ganzen Gesprächs
wenig kooperativ gewesen und habe eine passiv-aggressive Grundhaltung gezeigt. Im
Vordergrund stünden körperliche Symptome, insbesondere eine diffuse
Schmerzproblematik am ganzen Körper. Diese Problematik stehe sowohl im kulturellen
als auch im familiären Zusammenhang. Die Kinder seien eine Art Lebensversicherung,
d.h. die Kinder müssten sich um die Eltern sorgen, wenn diese nicht mehr in der Lage
seien, für sich selbst zu sorgen. Durch die Krankheit seien die Kinder nun an die
Beschwerdeführerin gebunden, zum einen als finanzielle Unterstützung, zum anderen
aber auch mit verschiedenen Aufgaben zu Hause. Diese Problematik sei der
Beschwerdeführerin wohl nicht bewusst, sondern die Rolle der Kranken im familiären
System werde von ihr unbewusst eingenommen. Neben multiplen körperlichen
Symptomen zeige die Beschwerdeführerin auch Symptome einer depressiven
Problematik. Diese seien aber zum einen sehr demonstrativ ausgebaut, sehr
wechselhaft und insbesondere mit der averbalen Ebene nicht immer übereinstimmend.
Zudem sei vor allem das Symptom der Antriebslosigkeit, das unter Umständen auch
als depressives Symptom interpretiert werden könne, wahrscheinlich auch durch
andere, vor allem körperliche wie auch medikamentöse Ursachen erklärbar. Bei der
Beschwerdeführerin bestehe zur Zeit eine Blutarmut und es gebe auch Hinweise auf
eine Hypothyreose. Daneben nehme sie in grösseren Mengen Benzodiazepine ein, die
sedierend wirkten und auch für andere Symptome wie Schwindel verantwortlich sein
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könnten. Diagnostisch werde deshalb primär von einer Somatisierungsstörung
ausgegangen. Die IV-fremden Faktoren wie fehlende Integration und fehlende
Sprachkenntnisse würden die Problematik unterhalten (IV-act. 20-17/18).
2.3 Im aktuellen internistisch / rheumatologischen Gutachten vom 9. November 2008
hat Dr. F._ ausgeführt, die Beschwerdeführerin berichte von einer Verschlechterung
sämtlicher Beschwerden am ganzen Körper. Der Schmerz sei Tag und Nacht
unerträglich und erreiche den Schmerzgrad 10 der 10-teiligen Schmerzskala. Sie könne
nicht mehr erwerbsfähig sein und könne auch nicht mehr den Haushalt besorgen. Die
in der Nähe wohnende Tochter habe dies vollumfänglich übernommen. Der behinderte
Ehemann könne auch nichts helfen. Die Beschwerdeführerin bleibe ständig in der
Wohnung ohne etwas zu tun und erhalte auch keine Besuche. Der Gutachter hat
angegeben, in der internistisch / rheumatologischen Untersuchung habe sich eine stark
adipöse Frau (BMI 33.7) mit nicht konsistenter Schmerzangabe bei der
Untersuchungssituation gezeigt. Es liege ein panvertebrales, aber auch unter Einbezug
der Arme und Beine ein generalisiertes Schmerzsyndrom vor. In der Schmerzintensität
und im Ausmass sei dieses nicht erklärbar mit der leichten S-skoliotischen Fehlhaltung
der Wirbelsäule, fehlenden radiologischen degenerativen Veränderungen, fehlenden
Diskopathien ohne Hinweise auf eine fortgeschrittene Osteoporose. Damit könne bei
wahrscheinlicher Hypothyreose der Verdacht auf Aggravation nicht ausgeschlossen
werden bei vermuteter Somatisierungsstörung mit vielen Zeichen eines
nichtorganischen Krankheitsverhaltens auf der Grundlage minimaler Integration, mit
sozialem Rückzug und bei fehlenden Deutschkenntnissen. Nach einer Behandlung der
Hypothyreose müsste die Versicherte aus somatischer Sicht sowohl im Haushalt wie in
einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit zu 90% arbeitsfähig sein (IV-
act. 69-9/10).
2.4 Da aus somatischer Sicht keine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
vorliegt und bereits im Jahr 2005 nicht ausgewiesen war, steht die psychiatrische
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ganz im Vordergrund. Der begutachtende Psychiater
Dr. G._ hat in seinem aktuellen Gutachten vom 8. November 2009 angegeben, die
Stimmung der Beschwerdeführerin sei schwer spürbar, resigniert, und es fände sich
keinerlei Modulation. Im Hamilton Depressionsscore komme sie auf einen Wert, der
einer mittelschweren Depressivität entspreche. Die somatisch nicht vollständig
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erklärbaren Schmerzen, deren Diffusivität und geringe Spezifität, das Nichtansprechen
auf jegliche Therapien sowie die leicht ersichtliche psychosoziale
Hintergrundproblematik (Überforderung durch Mehrfachbelastung,
Integrationsschwierigkeiten im höheren Alter) wiesen auf eine somatoforme Störung hin
(ebenso die weiteren somatoformen Beschwerden, Schwindel z.B.). Diese schränke die
Arbeitsfähigkeit im Verbund mit den begleitenden depressiven Symptomen seit
Sommer 2005 um rund 50% ein. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden
passiv-aggressive Persönlichkeitszüge, womit auf das unangemessene Verhalten bei
der Untersuchung hingewiesen werde ebenso wie auf die Eigenheit, sich
angemessenen Forderungen durch Passivität und Nichtbefolgen zu entziehen. Im
Vergleich zur MEDAS-Begutachtung im Jahr 2005 sei der aktuelle Befund im
Wesentlichen gleich und die Symptomatik sei deutlicher ausgeprägt. Diagnostisch sei
dies von der MEDAS anders eingeordnet worden. Im Hinblick auf den Verlauf und die
Akzentuierung der Symptomatik werde die Arbeitsunfähigkeit auf 50% geschätzt.
Inwiefern dies versicherungsrechtlich relevant sei, falle in die Zuständigkeit der IV.
Schliesslich weist der psychiatrische Gutachter darauf hin, dass er die Einstufung der
depressiven Symptomatik als mittelgradig durch Dr. D._ für nachvollziehbar erachte.
Die übrigen Diagnosen von Dr. D._ seien nicht zutreffend, sondern gehörten zum Bild
der somatoformen Schmerzstörung (Einengung auf die Schmerzen). Sodann sei das
Rückzugsverhalten im Rahmen der Begleitdepression zu verstehen. Ängste seien
aktuell ausdrücklich verneint worden (IV-act. 68). Dr. G._ hat in seinem Bericht vom
29. Dezember 2008 seine höhere Arbeitsunfähigkeitsschätzung trotz im Wesentlichen
gleichen Befunden wie im Jahr 2005 damit begründet, dass Dr. K._ die
Schmerzproblematik in seine Diagnostik nicht miteinbezogen habe und so die
Problematik der Zumutbarkeit der willentlichen Schmerzüberwindung umgangen habe.
Seine Einschätzung von 50% Arbeitsunfähigkeit sei eine klinisch-therapeutische, und
die Kriterien der Zumutbarkeit der willentlichen Schmerzüberwindung seien gewürdigt
worden. Nehme er nun eine Gewichtung vor (Hauptpunkt: es liege keine eigenständige
depressive Symptomatik, also keine schwerwiegende psychische Komorbidität vor),
komme er zum Schluss, dass es nach aktueller Rechtsprechung überwiegend
wahrscheinlich der Beschwerdeführerin zugemutet werde, ihre Schmerzen zu
überwinden, also keine relevante Arbeitsunfähigkeit vorliege (IV-act. 76).
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2.5 Ein psychischer Gesundheitsschaden führt nur soweit zu einer
Erwerbsunfähigkeit, als angenommen werden kann, die Verwertung der
Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr
zumutbar (BGE 131 V 50 E. 1.2 mit Hinweisen). Wie jede andere psychische
Beeinträchtigung begründet eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung - wie sie
bei der Beschwerdeführerin diagnostiziert wurde - als solche noch keine Invalidität.
Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die somatoforme Schmerzstörung oder ihre
Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte
Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können
den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte
Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen
Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall
anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer
psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer.
Massgebend sein können auch weitere Faktoren, wie chronische körperliche
Begleiterkrankungen, ein mehrjähriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit
unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung, ein
sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, ein verfestigter, therapeutisch nicht
mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch
aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die
Krankheit"), das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder
stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) trotz
kooperativer Haltung der versicherten Person (BGE 130 V 352 E. 2.2.3). Je mehr dieser
Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen,
desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare
Willensanstrengung zu verneinen (Ulrich Meyer-Blaser, Der Rechtsbegriff der
Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, in: Schmerz und
Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 77). Diese Grundsätze gelten auch für die zum
gleichen Symptomenkomplex gehörende Somatisierungsstörung (vgl. Urteil des EVG
vom 14. April 2008 [I 70/07] E. 5), wie sie von der MEDAS im Jahr 2005 diagnostiziert
worden ist.
2.6 Depressive Stimmungslagen sind nach der Rechtsprechung in der Regel
(reaktive) Begleiterscheinungen einer somatoformen Schmerzstörung (bzw. Ausdruck
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und Begleitsymptome des Schmerzgeschehens) und können keine selbstständige, vom
Schmerzsyndrom losgelöste psychische Komorbidität darstellen (vgl. BGE 130 V 358
E. 3.3.1). Es kann aber auch sein, dass sie sich aufgrund ihres Schweregrades von
einer somatoformen Störung unterscheiden lassen (Urteil des EVG i/S D. vom 20. April
2004 [I 805/04] E. 5.2.1). Es stellt sich damit die Frage, inwiefern konkret eine
unabhängig von der somatoformen Schmerzstörung bestehende Depression zu
bejahen ist. Hierbei ist von Bedeutung, dass die psychiatrische Exploration von der
Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet dem
begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spielraum,
innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich,
zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist. Dr.
G._ hat in seiner Stellungnahme zu den Fragen des RAD vom 29. Dezember 2008
eine schwere psychische Komorbidität der mittelschweren depressiven Episode
verneint (IV-act. 76). Bereits im Gutachten vom 6. November 2008 hat Dr. G._ die
depressive Episode als die somatoforme Schmerzstörung begleitend benannt (IV-act.
68-5/9). Eine von der somatoformen Schmerzstörung unabhängige depressive Störung
mit einer erheblichen psychischen Komorbidität liegt daher mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nicht vor. Sodann hat auch Dr. G._ betont, dass die Depressivität
nicht besonders schwer ausgeprägt sei und ein aggravatorisches Moment nicht zu
übersehen sei (IV-act. 68-8/9).
2.7 Bei der IV-rechtlichen Beurteilung der invalidisierenden Wirkung anhaltender
somatoformer Schmerzstörungen oder sonstiger vergleichbarer pathogenetisch
(ätiologisch) unklarer syndromaler Zustände darf sodann nicht unbesehen auf die
ärztlichen
- selbst die gutachterlich attestierten - Einschätzungen abgestellt werden, zumal der
Invaliditätsbegriff rechtlicher Natur ist (Art. 8 ATSG) ist und nicht zwingend mit dem
medizinischen Krankheits- oder Invaliditätsverständnis übereinstimmt. Vielmehr hat die
rechtsanwendende Behörde zunächst die - aufgrund der medizinischen Aktenlage zu
beantwortende - Frage zu prüfen, ob und inwieweit bei der versicherten Person nebst
der diagnostizierten, allein nicht invalidisierenden anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung zusätzliche psychische Beeinträchtigungen im Sinn des
rechtsprechungsgemässen Kriterienkatalogs vorliegen, welche einer adäquaten
Schmerzbewältigung objektiv entgegenstehen. Die weitere Frage, ob eine allenfalls
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festgestellte psychische Komorbidität hinreichend erheblich ist und/oder einzelne oder
mehrere der festgestellten weiteren Kriterien in genügender Intensität und Konstanz
vorliegen, um gesamthaft den Schluss auf eine nicht mit zumutbarer
Willensanstrengung überwindbare Schmerzstörung und somit auf eine invalidisierende
Gesundheitsschädigung zu gestatten, ist rechtlicher Art. Ihre abschliessende
Beantwortung obliegt damit nicht den Ärztinnen und Ärzten, sondern den
rechtsanwendenden Behörden (Urteil des Bundesgerichts vom 2. September 2008 i/S
K. [9C_820/2008] E. 4.1 mit Hinweisen). Wenn es an der erforderlichen Erheblichkeit
der Schwere, Ausprägung und Dauer der Komorbidität fehlt, ist nach der
Rechtsprechung eine invalidisierende Wirkung der Gesundheitsschädigung nicht
gegeben, selbst wenn eine mittelschwere depressive Episode als selbständiges, von
der somatoformen Schmerzstörung losgelöstes Leiden vorliegt (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 4. August 2010 i/S B. [8C_144/2010] E. 3.5).
2.8 Gemäss psychiatrischem Verlaufsgutachten haben sämtliche bisherigen
Therapieversuche auch psychopharmakologischer Art nichts gefruchtet und sind im
passiven Widerstand der Beschwerdeführerin versandet (IV-act. 68-8/9). Anhaltspunkte
für einen mehrjährigen, chronifizierten Krankheitsverlauf mit weitgehend unveränderter
Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung lassen sich somit mit Bezug auf die
Schmerzproblematik der Beschwerdeführerin nicht in Abrede stellen. Die
Beschwerdeführerin hat sich denn auch ganz auf ihre Familie zurückgezogen und eine
Flucht in die Krankheit ist wahrscheinlich. Jedoch ist bisher keine stationäre
Behandlung versucht worden. Dies ist jedoch nicht erstaunlich, ist doch bereits die
ambulante psychiatrische Behandlung an der fehlenden Motivation und
Eigenanstrengung der Beschwerdeführerin gescheitert. Die Beschwerdeführerin
scheint in ihrer Schmerzwelt gefangen (IV-act. 68-7/9 f.). Im Rahmen der
Schadenminderungspflicht (Art. 21 Abs. 4 ATSG) sind der Beschwerdeführerin jedoch
medizinische Massnahmen zumutbar. Da es auch an einer psychischen Komorbidität
von erheblicher Schwere fehlt, ist vorliegend von einer zumutbaren
Schmerzüberwindung auszugehen. Dies wird denn auch vom begutachtenden
Psychiater Dr. G._ sowie vom RAD-Arzt Dr. H._ bestätigt (IV-act. 76 und 77). Eine
50%ige Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht liegt daher nicht vor. Eine
therapeutische Beurteilung widerspricht dem gutachterlichen Auftrag. Daher liegt im
Vergleich zur MEDAS-Begutachtung im Jahr 2005 keine wesentliche Veränderung des
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Gesundheitszustandes vor. Der Beschwerdeführerin ist nach wie vor eine
Arbeitstätigkeit von mindestens 80% zumutbar.
2.9 Was der Hausarzt der Beschwerdeführerin in seinem Bericht vom 12. Mai 2009
aufführt, entspricht im Wesentlichen den gleichen Beschwerden, welche die
Beschwerdeführerin bereits gegenüber den Verlaufsgutachtern erwähnt hat. Neue
Aspekte, die von den Gutachtern nicht gewürdigt worden wären und die zu einer
anderen Beurteilung führten könnten, werden nicht erwähnt. Eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes ist daher nicht ausgewiesen. Da mit einer 90%igen
Arbeitsfähigkeit ein rentenausschliessendes Einkommen als Hilfsarbeiterin erzielt
werden kann, besteht kein Rentenanspruch.
3.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Der unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in
der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge der am 28. August 2009 bewilligten
unentgeltlichen Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu befreien.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP