Decision ID: b4e320b4-06c6-5180-bb49-2e5c3fc1c7a6
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1987,
reiste im Jahr 2009 von Serbien in die Schweiz ein
(Anmeldeformulare zuhanden der Invalidenv
ersicherung, Urk. 32/2 und Urk.
32/14
). Er verfügt über einen
in der Heimat erworbenen
Lehrabschluss als
Automechaniker (Urk. 32/27/3) und arbeitete in der Schweiz zunächst in der Reini
gung und
in einem Malergeschäft. Ab März 2011 versah er verschiedene voll
zeit
liche Einsätze als Bauarbeiter bei der
Y._
, die ihm
von der Per
so
nalverleihunternehmung
Z._
vermittelt wurden
; d
azwischen be
zog er Arbeitslosenentschädigung
(vgl
. den Lebenslauf in Urk. 32/26, die Lohn
abrech
nungen und
die
Taggelda
brechnungen für die Zeit ab Januar 2012 in
Urk. 9/8 und
Urk. 9/167
sowie
den Auszug aus dem indiv
i
duellen Konto vom 12.
Februar 2014, Urk. 32/9).
Während der Arbeitseinsätze und in der Zeit der (teilweisen) Arbeitslosigkeit war
X._
bei der Suva für die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen obligatorisch versichert.
1.2
Am 2. S
eptember 2013 wurde
X._
auf der
Baustelle bei der
M
ontage eines Wasserrohrs von einer
Kupplung am rechten
Knie getro
ffen (vgl. die Poli
zeiunterlagen in Urk. 3/3/1-3
und Urk. 9/82
). Die radiologischen Aufnahmen im
A._
vom Unfalltag und vom folgenden Tag ergaben die Befunde einer Impressionsfra
ktur und eines
ossären
Kapselrisses
mit einem Kontu
sions
ödem
im Bereich des
Tibiaplateaus
,
einer Ruptur des hinteren Kreuzbandes und einer Zerrung
des lateralen Kollateralbandes und schliesslich
von
Verletzung
en
des
Vorderhorns des Aussenmeniskus und des
Hinterhorns
des Innenmeniskus (Urk. 9/13-16).
Am 5. und am 11. September 2013 wurden im
A._
Operationen durchgeführt (Arthroskopi
e des rechten Kniegelenks mit
Dé
bride
ment
und
transossäre
Reinsertion
der Gelenkkapsel; vgl. die Operationsberichte in Urk. 9/35 und Urk. 9/36
sowie
den
Radiologiebericht
und
den
Austrittsbericht
je
vom 13. September 2013,
Urk. 9/148 S. 9 und
Urk.
9/25). Auf die Scha
den
meldu
n
g vom 23. September 2013 hin (Urk. 9/1
) anerkannte die Suva ihre Leis
tungspflicht für di
e Folgen des Ereignisses vom 2.
September 2013 (Briefe vom 3. und vom 10. Oktober 2013, Urk. 9/11-12 und Urk. 9/18-19; vgl. auch das Arztzeugnis UVG
des
A._
vom 25.
Oktober 2013, Urk. 9/24)
.
1.3
In der Folge hielt sich der Versicherte aufgrund der
Emp
f
ehlung des
A._
anlässlich der Verlau
fskontrolle vom November 2013
(Urk. 9/30
und
Radiologiebericht
in Urk. 9/148 S. 7
)
in der Zeit
vom 9. bis zum 30. Januar 2014 in der
B._
auf (Physiotherapieber
icht vom 28. Januar 2014, Urk.
9/58; provisorischer und definitiver Austrittsbericht je vom 30. Januar 2014, Urk. 9/56 und Urk. 9/64).
E
ine wesentliche Verbesserung der Schmerzproblematik
und der Stabilisierungsfähigkeit des rechten Knies
konnte während dieses Auf
enthaltes jedoch nicht
errei
cht werden
(vgl. Urk. 9/64 S. 3
und den Bericht des
A._
vom 27. Januar 2014, Urk. 9/105
S. 5-6
, sowie
den Bericht über die Besprechung anlässlich eines Besuchs der Fallverantwortlichen der Suva am Wohnort des Versicherten vom 13. Februar 2014, Urk. 9/68
).
A
m 17. Februar 2014
wurde daraufhin
nochmals eine Magnetresonanz
unter
suchung des rechten Knies durchgeführt (Urk. 9/74), und im Juni 2014
wurden radiologische Aufnahmen der Wirbelsäule
und
des Thorax sowie
der Schultern erstellt (Urk. 9/148 S. 1-4; vgl. hinsichtlich der Brustwirbelsäule auch den radio
logischen Vorbefund vom 18. Oktober 2013, Ur
k.
9/148 S. 8). Mit Schreiben vom 2. Mai 2014 über
wies
das
A._
den Versicherten
schliesslich
an die
C._
zur Beurteilung der Indikation für eine Ersatzplastik des hinteren Kreuzbandes (Urk. 9/93).
Dort wurde
am 9. September 2014
abermals eine
Arthro
-Magnetresonanztomographie
des rechten Kniegelenks angefertigt (Urk. 9/157 S. 2), und gleichzeitig wurde die Indikation für eine Operation gest
ellt (Sprechstundenbericht vom 11
. September 2014, Urk. 9/154).
Am 7. Januar 2015 führte die
C._
die vorgeschlagene Ope
ration in Form einer
arthroskopisch
-assistierten Rekonstruktion des hinteren Kreu
z
bandes durch (Operationsbericht in Urk. 9/178 S.
3-5; Austrittsbericht vom 11. Januar 2015, Urk. 9/177), und
die Klinik beschrieb
anlässlich der Verlaufskon
trollen vom
19. Februar und vom 2.
April
2015 einen regelrechten Verla
uf (Urk.
9/183 und Urk. 9/187).
1.4
Bei
der weiteren Verlaufsu
n
tersuchung vom 2. Juli 2015 kla
gte der Versicherte jedoch
wieder über Schmerzen im rechten Knie, die schlimmer seien als vor der Operation, und zusätzlich schilderte er Missempfindungen im Bereic
h
beider
Unterschenkel
(Urk
. 9/197
; vgl. auch Urk. 9/207 S. 8
). Er durchlief daher vom 17.
August bis zum 22. September 2015
einen nochmaligen Aufenthalt in der
B._
, in dessen Rahmen eine Erprobung der Leistungsfähigkeit stattfand (Austrittsbericht vom 22. September 2015, Urk. 9/207). Im Anschluss an den Rehabilitationsaufenthalt begab sich der Versicherte sodann in eine psychia
trische Behandlung
in Form eines tagesklinischen acht
wöchigen Programms im
D._
(Bericht von Dr. med.
E._
, Spezial
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie
, und Dr. phil.
klin
. psych.
F._
, vom 26. September 2015, Urk. 9/211), wofür die Suva Kostengutspr
ache erteilte (Urk
. 9/213).
Danach nahm er Anfang Dezember 2015 eine psychiatrische
Einzeltherapie bei Dr. med. G._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psycho
therapie, auf (Bericht von Dr
.
G._
vom 17. Mai 2016, Urk. 9/237).
Nachdem der Versicherte bei der Kontrolluntersuchung
in der
C._
vom 19. Januar 2016 nach wie vor über Schmerzen geklagt hatte, ohne
dass
ein aktueller
Radiologiebefund
eine Erk
l
ärung dafür ergeben hätte (Urk.
9/
218 und Urk. 9/219 S. 3),
erfolgte
in dieser Klinik
am 8. Februar 2016
zusätzlich e
ine neurologische Abklärung, und es wurde die Verdachtsdiagnose eines CRPS Typ II bei Läsion des
Nervus
saphenu
s
beidseits gestellt (Urk. 9/232
S. 2-5).
Anlässlich der orthopädischen
Untersuchung vom folgenden Tag
führte die
C._
nochmals eine
Magnetresonanzuntersuchung des rechten Knie
s durch und wies den Versicherten danach der rheum
a
tologischen Abteilung zur weiteren Klärung der Verdachtsdiagnose des CRPS zu (Urk. 9/223 und
Urk.
9/224
)
.
Die Rheumatologinnen fanden jedoch bei der Untersuchung vom 3.
März
2016 keine Anhaltspunkt
e
für ein
florides
CRPS (Urk. 9/225, insbesondere S. 4).
Es folgte
n
weitere Untersuchungen in der orthopädischen Abteilung der
C._
(Bericht vom 29. Juni 2016 mit einem Bericht über Magnet
resonanzuntersuchungen beider Knie,
Urk. 9/245 und
Urk. 9/246
; Bericht vom 7. Oktober 2016, Urk. 9/252
), eine Abklärung in der Schmer
z
sprechstunde des
A._
(Bericht vom 4. August 2016, Urk. 9/247
) und nochmals eine Kontrolle in der rheumatologischen Abteilung der
C._
(Bericht vom 29. November 2016, Urk. 9/257).
Des Weiteren erfolgten im Februar und im März 2017 eine orthopädische und eine neurologische Untersuchung und Beurteilung in der
H._
(Bericht
e
vom 21. Februar
und vom
8
. März
2017, Urk. 9/270
und Urk. 9/273), und ausserdem fand Ende Mär
z 2017
im
I._
eine nochmalige neurolog
ische Untersuchung statt (Bericht vom
21. März 2017, Urk. 9/2
86).
1.5
Nachdem die Suva den aktuellen Bericht von Dr.
G._
vom 27. Mai 2017 eingeholt hatte (Urk. 9/283),
liess sie den Versicherten am 16
. Juni 2017 durch
Dr. med. J._
, Spezialarzt für Chirurgie, kreisärztlich untersuchen (Bericht vom 16. Juni 2017,
Urk. 9/289; Integritätsschaden
beurteilung vom 20. Juni 2017, Urk. 9/290
; vgl. zusätzlich die Ergänzung des Kreisarztes Dr. med.
K._
, Spezialarzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation
,
vom 13. September 2017, Urk. 9/298
).
Des Weiteren traf sie Abklärungen zur unfallbedingten Ein
kommenseinbusse (Urk. 9/
296-297 und Urk. 9/299-
301).
Mit Verfügung vom 28
.
September 2017 sprach die Suva dem Versicherten gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer Integritätseinbusse von 5 % zu, verneinte hingegen den Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk. 9/303). Zuvor hatte sie ihm am 16. Juni 2017 mündlich mitgeteilt, dass die Taggelder per 1. Septembe
r 2017 eingestellt würden (Urk.
9/287).
Der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dominique
Chopard
, liess mit Eingabe vom 31. Oktober 2017 Einsprache erheben und beantragen, ihm seien
die gesetzlichen Versicherungsleistungen (Rente, höhere Integritätsent
schädi
gung,
Behandlung) zuzusprechen
(Urk. 9/313)
.
Mit Entscheid vom 12. Juni 2018 wies die Suva die Einsprache ab (Urk. 2 = Urk. 9/322).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 12. Juni 2018 liess der Versicherte durch Rechtsanwalt Dominique
Chopard
mit Eingabe vom
16. August 2018 Beschwerde
erheben (Urk. 1) und den Antrag stellen, die Beschwerdegegnerin sei in Aufhe
bung
dieses Entscheids zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Versicherungs
leis
tungen in Form einer Rente, einer höheren Integritätsentschädigung und von Behand
lungen auszurichten (Urk. 1 S. 2). Dabei berief er sich unter anderem auf einen Bericht der
L._
, Prof. Dr. med.
M._
, Facharzt für Chirurgie und Orthopädie mit Schwerpunkt Unfallchirurgie, München, vom 16.
Januar 2018 (Urk. 3/5).
Die Suva, vertreten durch
Rechtsanwalt Reto Bach
mann
, liess i
n der Beschwerdeantwort vom 24.
Oktober 2018 auf Abweisung der Beschwerde schliessen (Urk. 8
und die damit eingereich
t
en Unterlagen, Urk. 9/1-333
).
Nach Abklärungen zur zuständigen Krankenkasse für die Leistungen der obliga
torischen Krankenpflegeversicherung (vgl. Urk. 11-18) wurde mit Verfügung vom 29. November 2018 die Helsana Versicherungen AG, bei welcher der Beschwerde
führer seit dem 1. Januar 2018
versichert war,
zum Prozess beigeladen
(Urk. 19). Diese verzichtete mit Eingabe vom 10. Januar 2019 auf eine Stellungnahme (Urk. 23). Des Weiteren wurde mit Verfügung vom 25. Januar 2019 auch die Sana24
AG, bei welcher der Beschwerdeführer bis Ende 2017 versichert gewesen war, beigeladen (Urk. 24; v
gl. hierzu deren Eingabe vom 7.
Dezember 2018, Urk. 23). Auch sie verzichtete mit Eingabe vom 26. Februar 2019 darauf, Stellung zu nehmen (Urk. 25). Mit Verfügung vom 28. Februar 2019 wurden die Parteien und die Beigeladenen über die Eingaben der jeweils anderen Verfahrensbeteiligten informiert (Urk. 26).
Mit Eingabe
vom 18. März 2019 liess der Beschwerdeführer auf die polydis
zi
plinäre Begutachtung hinweisen, welche auf Veranlassung der Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, im Gange war (Urk. 27). Das Gericht sah von einer formellen Verfahrenssistieru
ng ab, setzte die Parteien
jed
och von der Absicht
in Kenntnis, nach Vorliegen des Gutachtens antragsgemäss die Akten der Invalidenversicherung beizuziehen (Urk. 29).
Mit Verfügung vom 22. Mai 2020
(Urk. 31)
erfolgte dieser
Beizug
(Urk. 3
2/1-129
), nachdem das
N._
das Gutachten am 29. Mai
2019
(vgl. Urk. 32/110/31)
fertiggestellt
hatte (Urk.
32/110; Dr. med. O._
, Spezialarzt für Or
thopädie, Dr. med. P._
, Spezialarzt für Psychiatrie
und Psychotherapie, Dr. med. Q._
,
Spezialarzt für Neurologie, Dr.
med. R._
, Spezialarzt für Innere Medizin) und die IV-Stelle dem Beschwerdeführer mit
- unangefochten gebliebener -
Verfügung vom
16. Januar 2020 für die Zeit von September 2014 bis September 2015 eine ganze und ab Oktober 2015 eine
Vier
telsrente
zugesprochen
hatte (Urk.
32/122-123 und Urk.
32/129).
Die
Beschwer
de
gegnerin
liess mit Eingabe vom 24. Juli 2020 auf eine Stellungnahme zu den Akten der Invali
denversicherung
verzichten (Urk. 40; vgl. auch die Telefonnotiz
vom 17.
August 2020, Urk. 42), ebenso verzichteten die Beigeladenen mit den Ein
gaben vom 24. August 2020 und vom 25. September 2020 (Urk. 43 und Urk. 47). Der Beschwer
deführer liess
seine Stellungnahme am 27. August 2020
erstatten
(Urk. 44). Am 30. September 2020 wurden den Verfahrensbeteiligten die
jeweils
noch nicht bekannten Stellungnahmen zugestellt (Urk. 48).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Am 1.
Januar
2017 sind die am 25.
September
2015 beziehungsweise am 9. November
2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
ge
set
zes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
siche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbe
stimmungen zur Änderung vom 25.
September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherige
m Recht gewährt werden (Abs.
1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu
beurteilende Unfall hat sich im Jahr 2013 ereignet, weshalb die bis 31.
Dezember 2016 gültig gewesenen Normen
zur Anwendung gelangen
und in dieser Fassung zitiert werden.
2.
2.1
Gemäss Art. 6
Abs. 1
UVG
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und B
e
rufskrankheiten gewährt
.
Ausserdem kann d
er Bundesrat
nach Art. 6 Abs. 2 UVG
Körperschädigungen, die den Folgen eines
Unfalls
ähnlich sind, in die
Versiche
rung einbeziehen, und er hat davon mit der Aufzählung in Art. 9
UVV
Gebrauch gemacht
.
2.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheit
li
chen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rah
men der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversiche
rungs
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhanges ist nicht erforderlich, dass der Unfall die unmittelbare Ursache der gesundheitlichen Störung ist, son
dern die Kausalität ist auch dann zu bejahen, wenn der Schaden nur mittelbare
Folge des
Unfalls
ist (
Urteil des Bun
desgerichts 8C_629/2013 vom 29.
Januar 20
14 E. 4 mit Hinweis auf BGE 129 V 177 E. 3.1). Um relevante mittelbare Unfallfolge
n
handelt es sich nach der expliziten Regelung in Art. 6 Abs. 3 UVG
bei Schä
digungen,
die
einer verunfallten Person
bei der Heilbeh
andlung zugefügt werden. Nach der
bundesrätlichen
Ausführungsbestimmung in Art. 10 UVV gehören dazu auch Schädigungen durch medizinische Abklärungsuntersuchungen. D
ie medizi
nische Komplikation im Sinne einer mittelbaren Unfallfolge
ist somit
mitver
sichert, und zwar
rechtsprechungsgemäss
selbst im Falle seltenster, schwerwie
gendster Komplikationen.
Es muss hierfür
weder ein Behandlungsfehler vorliegen noch der Unfallbegriff erfüllt noch ein Kunstfehler oder auch nur objektiv eine Verletzung der ärztlichen
Sorgfaltspflicht gegeben sein (Urteil des Bundesgerichts 8C_435/2015 vom 31. August 2015 E. 3.3).
2.3
2.3.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
2.3.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Ge
sundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergangenen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu
gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des
Unfalls
zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versicherungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E. 4b). Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psy
chischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Un
fall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – aus
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenom
men
wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle ander
seits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
2.3.3
Bei banalen Unfällen wie zum Beispiel bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie zum Beispiel einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne wei
teres verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung
,
aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesund
heits
schaden zu verursachen (BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6a).
Bei schweren Unfällen ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit in der Regel zu bejahen. Denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische Gesundheitsschäden zu bewirken (BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6b; RKUV 1995 Nr. U 215 S. 90 E. 3b).
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des
Unfalls
allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwür
digung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S.
428, 1999 Nr.
U 335 S.
207
ff.; 1999 Nr. U 330 S.
122
ff.; SVR 1996 UV Nr.
58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen,
wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auf
fal
lend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwie
rigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Krite
rien her
angezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berück
sichti
genden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des
Unfalls
zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicher
weise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S.
215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
2.4
N
ach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Pe
rson Anspruch auf die zweck
mäs
sige Behandlung der Unfallfolgen. Ist sie infolge des
Unfalls
voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Tag
geld zu. Wird die versicherte Person infolge des
Unfalls
zu mindestens 10 % invalid, so hat sie
gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine Invalidenrente. Der Ren
tenan
spruch entsteht nach Art. 19 Abs. 1 UVG, wenn von der Fortset
zung der ärztli
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszu
standes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invali
den
versicherung abgeschlossen sind, wobei mit dem Rentenbeginn die Heilbehand
lung und die Taggeldleistungen dahinfallen. Ferner entsteht zusam
men mit der Festlegung der Invalidenrente beziehungsweise mit der Beendigung der ärztlichen Behandlung unter den Voraussetzungen in Art. 24
Abs. 1
UVG auch ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung.
2
.5
Invalidität ist nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird nach Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizi
nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (soge
nanntes Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkommen
).
Nach der Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung in der Invalidenversiche
rung, die auch im Unfallversicherungsrecht anwendbar ist, hat der Einkommens
vergleich in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Ein
kommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt. Insoweit die frag
lichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden kön
nen, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schät
zen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander
zu vergleichen (BGE 128 V 29 E. 1).
Aufgrund der Einheitlichkeit des Invaliditätsbegriffs (Art. 8 ATSG) in der Inva
liden- und Unfallversicherung hat die Schätzung der Invalidität mit Bezug auf den gleichen Gesundheitsschaden in beiden Bereichen prinzipiell denselben Inva
liditätsgrad zu ergeben, soweit nicht die unterschiedliche gesetzliche Regelung oder Rechtspraxis in den einzelnen Versicherungszweigen zu einer abweichenden Invaliditätsbemessung führen. Bereits abgeschlossene Invaliditätsfestlegungen sind
mitzuberücksichtigen
. Es besteht jedoch keine Bindungswirkung der Inva
liditätsschätzung des einen Versicherers für den jeweils anderen Sozialver
sicherungszweig (Urteil des Bundesgerichts 8C_543/2011 vom 25. August 2011 E. 3 mit Hinweisen auf
BGE 133 V 549
E. 6,
119 V 468
E. 2b).
2
.6
2
.6.1
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde er
hebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresver
dienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritäts
schadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschä
digung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges 3. Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der
gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
2
.6.2
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin ge
nannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem ange
gebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs.
1).
Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Inte
gritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchs
unfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Ent
schädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
Im Falle einer Gesamtentschädigung im Sinne von A
rt. 36 Abs. 3 UVV genügt allerdings
für den Entschädigungsanspruch, dass die Summe der Prozentzahlen, die den ein
zeln
en Schädigungen entsprechen, die
Erheblichkeitsgrenze
von 5
% übersteigt; Beeinträchtigungen, die für sich allein das Ausmass von 5 % nicht erreichen, sind demnach einzubeziehen (vgl. BGE 116 V 156 E. 3b).
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundes
rät
lichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (soge
nannte
Feinraster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen st
ellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als Ziff
er
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala ange
gebene Prozentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicher
ten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
2
.6.3
Gemäss Art. 24 Abs.
2 UVG wird die Integritäts
entschädigung mit der Invaliden
rente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Been
digung der ärztlichen Behandlung gewährt.
Bei der Festsetzung der Integritätsentschädigung werden voraussehbare Ver
schlimmerungen de
s Integritätsschadens nach Art. 36 Abs.
4 UVV angemessen berücksichtigt (Satz 1). Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die
Verschlimmerung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war (Satz
2). Eine voraussehbare Ve
rschlimmerung im Sinne von Art. 36 Abs.
4 Satz 1 UVV, die bei der Bemessung des Integritätsschadens zu berücksichtigen ist, setzt vor
aus, dass die Verschlimmerung im Zeitpunkt der Festse
tzung der Integritäts
ent
schädigung als wahrscheinlich prognostiziert wird
und damit auch geschätzt werden kann
, wogegen die blosse Mög
lichkeit einer Verschlimmerung des Inte
gri
täts
schadens nicht genügt
(vgl.
die
Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_244/2012 vom 14. Januar 2013 E. 4
.2
und
8C_32/2010 vom 6. Septe
mber 2010 E. 2.6.2
).
3.
3.1
Die Unfallkausalität der Befunde am rechten Knie, welche sich
unmittelbar nach dem Ereignis
vom 2. September 2013
in den radiologischen Aufnahmen
zeigten (vgl. Urk. 9/13-16), ist unbestritten.
Unbestritten ist damit auch, dass die Ope
rationen im
A._
vom Septembe
r 2013 (vgl. Urk. 9/35 und Urk.
9/36)
und der Zustand des rechten Knies, wie er sich danach entwickelte, auf den besagten Unfall zurückzuführen waren, und ebenso stand die Operation in der
C._
vom Januar 2015, mit welcher das hintere Kreuzband des rechten Knie
s
rekonstruiert wurde (
v
gl. U
rk. 9/178 S. 3-5), im Zusammenhang mit dem Unfall.
3.2
Der Heilungsverlauf n
ach dieser letzten Operation
präsentierte sich
gemäss den
Kontrollberichten
der
C._
vom Februar und vom April 2015
zunächst er
wartungsgemäss
(Urk. 9/183 und Urk. 9/187)
. G
emäss dem weiteren Kontrollbericht der
C._
vom Juli 2015 und dem Austritts
bericht der
B._
vom September 2015 stellten sich
in der Folge
jedoch neu Missempfindungen im Bereich
beider Unterschenkel ein (Urk.
9/197 und Urk. 9/207
S. 8), denen im Rahmen der nachfolgenden neurologischen Unter
suchungen die Diagnose einer beidseitigen Läsion des
Nervus
saphenus
zuge
ordnet wurde
; die entsprechende Erstdiagnose der
C._
vom Februar 2016 (Urk. 9/232)
wurde im März 2017 von der
H._
anhand
erneuter appar
a
tiver Testungen
bestätigt (Urk. 9/273
), und der Neurologe Dr.
Q._
des
N._
schloss sich ihr
später
aufgrund der Vorberichte und der Ergebnisse der
eigenen
klinischen Untersuchungen vom Mai 2019 an (Urk. 32/110
/76+78).
Die mittelbare Unfallkausalität dieser beidseitigen Nervenläsion ist ebenfalls nicht strittig und ergibt sich einleuchtend aus den Ausführungen in den einschlägigen medizinischen Berichten. Gemäss dem Operationsbericht
der
C._
vom 7. Januar 2015 wurde dem Beschwerdeführer für die Kreuzbandre
konstruktion
am rechten Knie
an beiden Unterschenkeln eine Sehne entnommen, mit der ein Transplantat hergestellt wurde (Urk. 9/178 S. 4)
,
und Dr.
Q._
ging im neurologischen Teilgutachten des
N._
davon aus, dass die Nerven durch den Gewebedruck der Druckm
anschetten verletzt worden seien
(Urk. 32/110/78).
Dr.
J._
bezog die Nervenschädigung daher
in Anbetracht der Regelung in Art. 6 Abs. 3 UVG und der dazu ergangenen Rechtsprechung
zu Recht als entschädi
gungsrelevanten, unfallkausalen Befund in die
kreisärztliche Beurteilung
vom
Juni 2017 ein (vgl. Urk. 9/289 S. 7 f. und Urk. 9/290).
3.3
Demgegenüber
liess sich
die Diagnose eines CRPS (
C
omplex
R
egional
P
ain
S
yndrome
), wie
sie der neurologische Facharzt und die neurologische Fachärztin der
C._
im Februar 2016 zunächst als Verdacht formu
lier
te
n
(Urk. 9/
232 S. 2
-3
), im Zuge der weiteren vertieften Abklärungen nicht be
stätigen. Die rheumatologischen Fachärztinnen der
C._
erachteten
im März 2016
die vom Beschwerdeführer beschriebenen Symptome zwar teilweise als vereinbar mit einem CRPS, konnten auf der Ebene der Befunde jedoch keine Anhaltspunkte für ein
florides
CRPS erkennen
, sondern gingen von einem neuropathischen Schmerzsyndrom aus
(Urk. 9/225 S. 4).
An dieser Beur
teilung hielten die Rheumatologinnen
der
C._
(in teilweise neuer Besetzung) anlässlich der Kontrolle vom November 2016 fest, nachdem sie
wiederum keine Hinweise auf ein
florides
CRPS gefunden hatten (Urk. 9/257 S. 3).
Gleichermassen stellte im
März 2017 die
H._
die Diagnose eines neuropathischen Schmerzsyndroms, ohne ein CRPS in Betrac
ht zu ziehen (Urk.
9/273 S. 3).
Hingegen
brachte Dr.
Q._
des
N._
die Diagnose eines CRPS
zwei Jahre später
erneut zur Sprache
und
nannte als Indizien dafür eine postoperativ aufgetre
tene livide Verfärbung und des W
eiteren
den Umstand, dass die sensiblen
Symptome nicht streng auf das sensible Versorgungsgebiet des
Nervus
saphenus
beschränkt seien, sondern über das Innerva
tionsgebiet hinausgingen (Urk. 32/110
/75). Die livide Verfärbung ist indessen in den medizinischen Unterlagen nicht dokumen
tiert.
Vielmehr beschrieben die Ärzte der
C._
anlässlich der Kontrolluntersuchungen vom Februar und vom April 2015 lediglich eine Schwel
lung am rechten Knie (
Urk. 9/183 S. 2, Urk. 9/187 S. 1
),
und im Bericht
der
C._
vom Juli 2015, in welchem die Missempfin
d
ungen in den Unterschenkeln erstmals dokumentiert sind, fehlt ein Hinweis auf das Merkmal der lividen Verfärbung ebenfalls (Urk. 9/197).
Im Bericht über die neurologische
Untersuchung in der
C._
vom Februar 2016 sodann, in deren Rahmen
die mögliche Diagnose eines
CRPS
zum ersten Mal diskutiert wurde, war dann zwar
eine
anamnestisch vorhanden gewesene
livide
Verfärbung aufgeführt, Fundstellen dafür wurden jedoch nicht angegeben, sondern es scheint hierbei primär auf die persönlichen Schilderungen des Beschwerdeführers abge
stellt worden zu sein (vgl. Urk. 9/232 S. 2).
Bereits dargelegt
wurde schliesslich, dass auch gemäss
den n
achfolgenden Berichten über die
Abklärungen im Hin
blick auf ein CRPS keine entsprechenden Auffälligkeiten im Erscheinungsbild festgestellt werden konnten
, und
Dr.
O._
konnte
bei der orthopädischen Begutachtung im
N._
ebenfalls
keine
lividen Verfärbungen sehen
(vgl. Urk.
32/110/11).
Unter diesen Ums
tänden kann dem Hinweis von Dr.
Q._
auf ein
CRPS lediglich
die Natur einer
Vermutung
zukommen
,
entsprechend der Wort
wahl
«..., was auch für
ein CRPS sprechen würde.» (Urk.
32/110/75),
«M
öglicher
weise kam es ... zu einem CRPS Typ II
...» (Urk.
32/110/78).
Damit sind von zusätzlichen Abklärungen keine weiteren Erkenntnisse im Hin
blick auf die Diagnose eines CRPS zu erwarten. Der Sachverhalt erweist sich daher in dieser Hinsicht entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 4 f.)
nicht als unvollständig abgeklärt; der Beschwerdegegnerin ist hierin zuzustim
m
en (vgl. Urk. 2 S. 3 und Urk. 8 S. 4).
3.4
Schliesslich sind auch keine weiteren unfallkausalen körperlichen Befunde nachgewiesen.
Insbesondere wies der Kreisarzt Dr.
J._
hinsichtlich geklagter Rückenbeschwerden
auf die Magnetresonanztomographie vom Juni 2014 hin, wo keinerlei unfallbedingte strukturelle Läsionen zu sehen gewesen seien (Urk. 9/289 S. 8), was im Einklang mit dem Bericht über dies
e Untersuchung steht (vgl.
Urk.
9/148 S. 4). Des Weiteren brachten auch die radiologischen Aufnahmen des Thorax und der Schultern
vom Juni 2014
keine Befunde zu Tage
, die als unfall
bedingt in Frage
gekommen wären (vgl. Urk
.
9/148 S. 1-3).
Der Beschwerdeführer berief sich daher in somatischer Hinsicht zu Recht nicht auf weitere unfallbedingte Beeinträchtigungen.
4.
4.1
Aus psychiatrischer Sicht diagnostizierte das
D._
im Bericht vom 26. September 2015 eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig mittelgradiger depressiver Episode (F33.1
der Internationalen Klassi
fi
kation psychischer Störungen der Weltgesundheitsorganisation, ICD-10
; Urk.
9/211
S. 1 und S. 2
). Dr.
G._
bestätigte im Bericht
vom 17. Mai 2016
die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode mit der Spezifikation eines somatischen Syndroms (ICD-10 F32.11) und äusserte zu
sätzlich den Verdacht
auf eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4
; Urk. 9/237 S. 2
).
Diese Diagnosen wiederholte Dr.
G._
ein Jahr später im Bericht vom 27. Mai 2017, wobei er nunmehr von einer mittelgradigen bis schweren depressiven Epi
sode sprach, und ergänzte sie um den Verdacht auf eine posttraumatische Belas
tungsstörung (ICD-10 F43.1; Urk. 9/283 S. 1)
.
Anlässlich der psychiatrischen Exploration im Rahmen der Begutachtung im
N._
- auch Dr.
G._
hatte eine solche polydisziplinäre Begutachtung für angezeigt erachtet (vgl. Urk. 9/283 S. 2) - diagnostizierte Dr.
P._
dann jedoch
nurmehr
eine anhaltende mittelgradige
depressive
Episode (ICD-10 F33.1
;
Urk. 32/110/98
). Das Vorliegen einer somatoformen Störung im Sinne einer eigen
ständigen psychiatrischen Diagnose verneinte er demgegenüber
mit der Begrün
dung, dass die geklagten Schmerzen weitgehend organisch erklärbar seien
und daher lediglich eine psychogene Überlagerung der körperlichen Beschwerden im Zusammenhang mit der anhaltenden mittelgradigen depressiven Episode in Betracht komme (Urk. 32/110/100). Diese Schlussfolgerung floss auch in die Konsensbeurteilung der Gutachter sämtliche
r Fachrichtungen ein (vgl. Urk.
32/110/36-38); die somatisch spezialisierten Gutachter teilten somit die Auffassung
, dass die
Schmerzen
schon
mit den Befunden aus ihren Fachgebieten
zu erklären seien
. Auf die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung gingen die Gutachter
in der Gesamtbeurteilung
nicht ein; eine solche Diagnose wäre indessen bereits aufgrund deren Definition
(Voraussetzung eines
Ereignis
ses
oder eine
r
Situati
on kürzerer oder längerer Dauer
mit auss
ergewöhnlicher Be
drohung
oder katastrophenartigem Ausmass
, die bei fast jedem eine tiefe Ver
zweiflung hervorr
ufen würde; vgl. ICD-10 F43.1) nicht plausibel.
4.2
4.2.1
Ist damit eine psychische Beeinträchtigung in Form der diagnostizierten De
pres
sion nachgewiesen, so stellt sich die Frage nach der Unfallkausalität dieser Beein
trächtigung.
Die Beschwerdegegnerin
verneinte die Adäquanz eines allfälligen natürlichen Kausalzusammenhangs gestützt auf die dargelegte Rechtsprechung zur
Unfall
adä
quanz
von psychischen Störung
en, indem sie den Unfall vom 2.
September 2013 als mittelschweren Unfall an der Grenze zu einem leichten Unfall einstufte und dementsprechend
das Vorliegen von
Zusatzkriterien
prüfte
(Urk. 2 S. 5 f.).
4.2.2
Der
Qualifikation des Unfalls als mittelschwer im untersten Bereich ist
zu folgen
.
Gemäss dem Polizeiprotokoll
brachte de
r Beschwerdeführer
zusammen mit einem Lehrling
an einem Wasserrohr eine Kupplung an, die sich in der Folge beim Öffnen des Wasserhahns löste und den Beschwerdeführer am Bein traf, worauf dieser für kurze Zeit das Bewusstsein verlor (Urk. 9/82 S. 4). Dieses Ere
ignis ist nach der
objektiven Beurteilung
, auf die es rechtsprechungsgemäss ankommt,
im Schweregrad vergleichbar mit einem Fahrradsturz auf vereister Strasse,
wie ihn
das Bundesgericht in neuerer Zeit als
Unfall im mittleren Bereich an der Grenze
zu den leichten Ereignissen einstufte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_414/201
7 vom 26. Februar 2018 E. 3.4), oder auch mit den in der Beschwerdeschrift auf
gezählten Beispielen (vgl. Urk. 1 S. 5);
es erscheint
hingegen
als deutlich leichter als der von der Beschwerdegegnerin zum Vergleich herangezogene, vom Bun
desgericht als mittelschwer im mittleren Bereich qualifizierte Unfall, bei dem eine versicherte Person auf einem Fussgängerstreifen von einem Personenwagen an
ge
fahren worden war
und multiple Verletzungen erlitten hatte
(Urk. 2 S. 5 mit Hinweis auf das
Urtei
l des Bundesgerichts 8C_358/2014 vom 14.
August 2014 E.
2.4.2).
Daran
ändert entgegen den Vorbringen des Beschwerd
eführers (vgl. Urk.
1 S. 6)
nichts, dass
die
losgelöste Kupplung gemäss
dem Spurenbericht des Forensischen Ins
t
ituts Zürich vom 12.
September
2013
(Urk.
3/3/3)
und dem zusätzlich eingereichten Datenblatt
(Urk. 3/4) ein
Gew
icht von rund 10 kg hatte, zumal das Gewicht verglichen mit der gesamten Palette an Kupplungen im unte
ren Bereich lag (vgl. Urk. 3/3/3 S. 2 und Urk. 3/4).
Die Beschwerdegegnerin hielt es somit
zutreffenderweise
für erforderlich (vgl. Urk. 2 S. 6
und Urk. 8 S. 4
), dass für die Bejahung der
Unfalladäquanz
der psychi
schen Störung entweder ein einzelnes Zusatzkriterium in besonders ausgepräg
t
er
Weise oder
dann mindestens vier Zusatzkrit
erien erfüllt
sind
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_414/2017 vom 26. Februar 2018 E. 3.4 mit Hinweisen).
4.2.3
Zu Recht
verneinte die Beschwerdegegnerin dabei das Kriterium
der
dramatischen Begleitumstände oder der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls (Urk. 2 S. 5). Im
vorgelegten
Bericht des Technischen Inspektorats des Schweizerischen Gas
faches TISG vom 9. September 2013
wurde die Arbeit, die
der Beschwerdeführer zusammen mit einem Lehrling ausführte, zwar als äusserst gefährlich eingestuft
,
und es wurde darauf hingewiesen, dass
derartige Arbeiten nicht von Bauarbeitern
vorgenommen werden dürften, sondern
Fachpersonen mit spezifischer Ausbil
dung
vorbehalten seien (Urk. 3/3/2 S. 2). Die Unfallgefahr, die von der zur Diskussion stehenden Verrichtung ausging und die sich auch tatsächlich verwirklichte, ver
mag jedoch für sich allein keine Dramatik oder besondere Eindrücklichkeit zu begründen.
Dies liess der Beschwerdeführer denn auch nicht geltend machen.
Auch das Kriterium der Schwere oder besondere
n
Art der erlittenen Verletzungen und insbesondere deren erfahrungsgemässe
r
Eignung, psychische Fehlentwick
lungen auszulösen, ist nicht erfüllt.
Der
Rückschlag infolge der Operation vom Januar 2015, die eine Verbesserung hätte bewirken sollen, jedoch
die neue Prob
lematik der beidseitigen Nervenverletzung zur Folge hatte, war zwar durchaus
dazu geeignet, sich psychisch belastend auszuwirken. Die Belastung ging hierbei aber nicht von der Art der Verletzung aus, sondern - wie
dem Bericht des
D._
vom September 2015 (Urk. 9/211) und den Be
richten von Dr.
G._
vom Mai 2016 und vom Mai 2017 (Urk. 9/237 und Urk.
9/283)
zu entnehmen ist - in erster Linie von den Schmerzen und den
Zu
kunftsängste
n.
Dementsprechend ist
aber
das K
riterium der Dauerschmerzen
entgegen der Sicht
weise der Beschwerdegegnerin (vgl. Urk. 2 S. 6
und Urk. 8 S. 5
) als gegeben zu beurteilen. Wohl trifft zu, dass der Beschwerdeführer anlässlich der kreisärzt
lichen Untersuchung durch Dr.
J._
vom Juni 2017 angab, er habe im Liegen keine Schmerzen (Urk. 9/289 S. 5). Auch mag seine anderslautende Schilderung gegenüber den Gutachtern des
N._
, die Schmerzen
träten auch nachts auf und
störten
zuweilen
seinen Schlaf (Urk. 32/110/7+
69+
90+
97)
, zu relativieren sein, da im Rahmen der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit
EFL
, die Be
standteil der Begutachtung war, eine mässige Symptomausweitung, Selbstlimi
tierung und Inko
nsistenz festgestellt wurde
und das Ausmass
der demonstrierten physi
schen Einschränkungen nur zum Teil mit den objektivierbaren patholo
gischen Befunden erklärt
werden konnte (Urk. 32/110/43
). Anders als aus ortho
pä
discher Sicht
(vgl. Urk. 32/110/28+29) konnte aus neurologischer Sicht
ein
Teil der Schmerzen jedoch durchaus
objektiviert
werden; Dr.
Q._
anerkannte im
Einklang mit der Auffassung in den Vorberichten das Vorhandensein von stän
digen Schmerzen neuropathischer Natur (Urk. 32/110/78-79), auch wenn er diese Schmerzen anders als die früher involvierten Fachpersonen mit einem CRPS in Zusammenhang brachte, das nach dem Gesagten nicht ausreichend nachgewiesen ist. Damit ist von Dauerschmerzen im Sinne des entsprechenden Adäquanz
kri
teriums auszugehen, ohne das
s dieses Kriterium jedoch als besonders ausgeprägt einzustufen wäre.
Umgekehrt
kann das Kriterium der ungew
öhnlich lange
n
Dauer der ärztlichen
Behandlung
, auch
entgegen dem Dafürhalten der Beschwerdegegnerin (
vgl.
Urk.
2
S.
5)
,
nicht bejaht werden. Der Umstand, dass sich der gewünschte Erfolg nach den beiden Operationen vom Sept
ember 2013 noch nicht eingestellt hatte
und
dass
zwecks Stabilisierung
eine weitere Operation
erforderlich wurde, kann nicht als ungewöhnlich erachtet werden; dem Bericht der
C._
vom 11. September 2014, in dem die Operationsindikation gestellt wurde, sind keine entsprechenden Hinweise zu entnehmen (vgl. Urk. 9/154). Des Weiteren hielt sich der Beschwerdeführer nach der Operation vom Januar 2015 zwar
im August/September 2015
nochmals in der
B._
auf
; die Klinik emp
fahl jedoch beim Abschluss des Aufenthalts keine weiterführenden medizinischen Vorkehren und auch keine physiotherapeutischen Massnahmen, sondern lediglich die Fortsetzung des instrui
erten Heimprogrammes (vgl. Urk.
9/207 S. 2). Dement
sprechend dienten die nachfolgenden wiederholten Konsultationen
von medizini
schen
Fachpersonen
der somatisch orientierten Spezialgebiete
vor allem der Ab
klärung.
Auf der Ebene der Behandlung wurde im Februar 2016 lediglich eine
Umstellung der Me
dikation vorgenommen (vgl. Urk.
9/232 S. 3), und im
Juni 2016
sowie im
März 2017 wurde
n
Nerveninfiltration
en
durchgeführt (vgl. Urk. 9/273
S. 2 und
S. 3), hingegen kam die multimodale Schmerztherapie, die das
A._
im August 2016 empfohlen hatte (vgl. Urk. 9/247 S. 3), nicht zustande. Die psychiatrische Behandlung schliesslich ist
entgegen dem Hinweis
in der Be
schwerdeschrift (Urk.
1 S. 6) nicht einzubeziehen; anders als im Falle einer Distor
sionsverletzung der Halswirbelsäule oder eines Schädel-Hirn-Traumas beschlagen die Adäquanzkriterien im Falle einer psychischen Fehlentwicklung nach einem Unfall lediglich die körperlichen
Beeinträchtigungen (vgl. BGE 134 V 109 E. 6.1).
Wiederum erfüllt ist hingegen das Kriterium des schwierigen
Heilungsverlauf
s
und erhebliche
r Komplikationen; die operationsbedingte Nervenschädigung an beiden Beinen stellt zweifellos eine Komplikation dar. Dass die Schädigung auf eine ärztliche Fehlbehandlung im Sinne des entsprechenden weiteren Adäquanz
kriteriums zurückzuführen wäre, ist demgegenüber durch keine Hinweise in den Akten belegt.
Als drittes Adäquanzkriterium ist schliesslich in Übereinstimmung mit der Beur
teilung der Beschwerdegegnerin (vgl. Urk. 2 S. 6) dasjenige des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunf
ähigkeit als erfüllt zu werten.
So ist
un
bestritten, dass der Beschwerdeführer aufgrund der unmittelbar unfallbeding
ten Knieverletzung und der mittelbaren beidseitigen Nervenläsion mit Schmerzen an den Unterschenkeln nicht mehr dazu in der Lage ist, die angestammte Tätigkeit als Bauarbeiter zu verrichten.
Vielmehr beurteilte der Kreisarzt Dr.
J._
den Beschwerdeführer nur noch für körperlich leichte, vorwiegend sitzende Tätigkei
ten als arbeitsfähig, die insbesondere ohne langes Gehen oder Stehen am Stück, ohne Gehen auf unebenem Geländ
e
, ohne Treppensteigen
und ohne Besteigen von Leitern oder Gerüsten verrichtet werden könnten und zudem keine Arbeiten im Knien oder im
Ho
cksitz
umfassten (Urk.
9/289 S.
8).
Hinzu kommt, dass die Gutachter des
N._
dem Beschwerdeführer in der Gesamtbeurteilung vom April 2019 aufgrund der beidseitigen Nervenverletzung auch
für angepasste Tätig
kei
ten
lediglich
eine reduzierte
Leistungsfähigkeit attestierten, dies unter Ausklam
merung der festgestellten Symptomausweitung und der depressiven Symptomatik
(Urk.
32/110/37). Da
rauf wird nachfolgend nochmals
einzugehen sein. Ange
sichts dessen, dass die Gutachter des
N._
aber von einer Leistungsfähigkeit von immerhin 60 % ausgingen, ist dieses dritte Adäquanzkriterium zwar deutlich, jedoch nicht in besonders ausgeprägter Weise im Sinne der dargelegten Recht
sprechung erfüllt.
4.2.4
Sind damit nur drei statt der verlangten vier Zusatzkriterien erfüllt
und ist keines davon besonders ausgeprägt
, so ist die psychische Störung in der Ges
talt der De
pression
in Übereinstimmung mit der Sichtweise der Beschwerdegegnerin nicht als unfalladäquat zu beurteilen.
4.3
Bei der Festsetzung der Ansprüche des Beschwerdeführers gegenüber der Be
schwerdegegnerin sind damit nur die körperlich bedingten Beeinträchtigungen zu berücksichtigen.
5.
Der Kreisarzt Dr.
J._
erwartete gemäss seinem Bericht vom Juni 2017 von weiteren medizinischen Massnahmen keine wesentliche Besserung der unfall
be
dingten Beeinträchtigungen mehr (Urk. 9/289 S. 8).
Di
eser Beurteilung ist zu folgen.
Dr.
J._
behielt sich zwar die vom Beschwerdeführer angekündigten Ergebnisse einer weiteren neurologischen Untersuchung vor
, die bereits stattgefunden habe
(vgl. Urk. 9/289 S. 8); soweit
es sich dabei j
edoch um die Untersuchung im
I._
vom 20. März 2017 gehandelt haben sollte, so stand dort
ledig
lich
eine
medikamentöse Bekämpfung der Schmerzen
im Vordergrund
, wogegen d
er erneute Vorschlag einer
multimodalen
Schmerztherapie wiederum nicht wei
terverfolgt wurde (vgl. Urk. 9/286 S. 2).
Sodann stellte Prof.
M._
im Januar 2018 zwar eine nochmalige Operation des rechten Knies zur Diskussion (Urk. 3/5); sein Bericht lässt jedoch eine gewisse Zurückhaltung in Bezug auf die Erfolgsaussichten durchscheinen, und die Operation unterblieb in der Folge. Schliesslich
empfahlen
die
Gutachter des
N._
im Frühjahr 2019
keine Behand
lung mehr
, die auf eine namhafte Besserung des Zustandsbilds am rechten Knie und an den Unterschenkeln im Sinne von Art. 19 Abs.
1 UVG ausgerichtet gewe
sen wäre
.
Aus ortho
pädischer
Sicht konnte Dr.
O._
die Schmerzen im Knie
gelenk nicht erklären, und er sah sich dementsprechend nicht in der Lage
dazu
,
einen Therapievorschlag zu machen (Urk. 32/110/
28+
29
; vgl. auch Urk.
32/110/44
). Und aus neurologischer Sicht riet Dr.
Q._
zwar zu einem
nochmaligen medikamentösen Therapieversuch, versprach sich davon jedoch keine
Steige
rung der Arbeitsfähigkeit (Urk.
32/110/79).
Die Beschwerdegegnerin stellte die Taggelder daher gestützt auf die Beurteilung von Dr.
J._
zu Recht per Anfang
September
2017 ein (vgl. Urk.
9/287) und prüfte in Anwendung von Art. 19 Abs. 1 und Art. 24 Abs. 2 UVG die An
s
prüche des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsent
schä
digung.
6.
6.1
Bei der Festlegung der
für den Rentenanspruch
nach Art. 18 Abs. 1 UVG
mass
gebenden verbliebenen Arbeitsfähigkeit stellte die Bes
chwerdegegnerin (Urk.
2 S.
2)
auf das
vorstehend wiedergegebene
Zumutbarkeitsprofil des Kreisarztes
Dr.
J._
ab
und auf die kreisärztliche Beurteilung, wonach der Beschwerdeführer für Tätigkeiten im Rahmen dieses Profils zu 100 % arbeitsfähig sei (vgl. Urk.
9/289 S. 8).
Der Beschwerdeführer
vermisste allerdings zu
Recht
eine
Arbeitsfähig
keitsbe
urteilung aus der Sicht des Fachg
ebietes der Neurologie
(vgl. Urk. 1 S. 5)
.
Denn Dr.
J._
erhob als F
acharzt der Chirurgie zwar eingehend den Zustand des rechten Knies und fand in Übereinstimmung mit de
n
späteren
Feststellungen
von Dr.
O._
des
N._
(vgl. Urk. 32/110/10+11+26+29
) abgesehen von einer leichten Beweglichkeitseinschränkung keine Auffälligkeiten, insbesondere keine Instabilität und keine musku
läre Hypotrophie (Urk. 9/289 S.
8). Mit den Ein
schränkungen aufgrund des anerkannten neuropathischen Schmerzsyndroms
setzte sich der Kreisarzt jedoch nicht näher auseinander.
Wohl gab er
die neu
rologischen Vorberichte eingehend wieder (Urk. 9/289 S. 4-5),
Gegenstand dieser Berichte waren jedoch nur die Befunde als solche und die Frage nach Behand
lungsmöglichkeiten, nicht jedoch die Arbeitsfähigkeit.
Dr.
J._
scheint einen Ergänzungsbedarf in neurologischer Hinsicht denn auch erkannt zu haben, wenn er Einsicht in die Ergebnisse einer weiteren neurologischen Untersuchung ver
langte (vgl. Urk. 9/289 S. 8); er liess es jedoch, soweit ersichtlich, beim
Beizug
des Berichts des
I._
vom 21. März 2017 bewenden, der sich zur Arbeitsfähigkeit ebenfalls nicht äus
serte (
vgl. Urk.
9/286).
Dass indessen eine Arbeitsfähigkeitsbeurteilung unter neurologischen Gesichts
punkten unabdingbar ist, wird aus dem Gutachten des
N._
vom
Mai
2019 deutlich.
Der Orthopäde
Dr.
O._
, welcher dem Beschwerdeführer von Seiten des Zustands des rechten Knies
ab Juli 2015
nicht einmal für Arbeiten auf dem Bau
noch
eine Arbeitsunfähigkeit attestierte
(vgl. Urk. 32/110/29), verwies für die Auswirkungen der neurologischen Befunde explizit auf die Beurteilung des Fach
gutachters der Neurologie (
vgl. Urk. 32/
110/
26+
28+
29)
, und der Neurologe Dr.
Q._
attestierte dem Beschwerdeführer aus der Sicht
seines Fachgebietes
auch für angepasste Tätigkeiten lediglich
eine reduzierte
Leistungsfähigkeit
, wie vorste
hend bereits erwähnt
worden ist
. Auf diese Arbeitsfähigkeitsbeurteilung aus neu
ro
logischer Sicht ist
entsprechend dem zutreffenden Dafürhalten des Beschwerde
führe
rs in der Stellungnahme vom 27.
August 2020 (Urk. 44 S. 4)
nicht nur bei der Festlegung der Rente der Invalidenversicherung, sondern auch
bei der Fest
legung de
r
Rente der Unfallversicherung
abzustellen.
Wohl trat bei den Testungen im Rahmen der zweitägigen EFL eine mässige Symptomausweitung mit Selbst
limitierungen und Inkonsistenzen zu Tage,
u
nd
der zuständige Physiotherapeut
S._
gelangte in Zusammenarbeit mit Dr.
O._
(vgl. Urk. 32/110/44) zum Schluss, dass der Beschwerdeführer bei gutem
Effort
eine bessere Leistung er
bringen könnte, als er dies bei den
Leistungstests gezeigt habe (Urk. 32/110/43).
Dennoch wurde die Einschätzung des Neurologen Dr.
Q._
, dass der Beschwer
de
führer seit der Operation vom Januar 2015 aus neurologischer Sicht auch in einer
körperlich
angepassten Tätigkeit in Wechselbelastung mit Sitzen, Stehen und Gehen lediglich eine 60%ige Leistung bezogen auf ein 100%-Pensum zu erbrin
gen in der Lage sei (Urk. 9/110/79), in die Gesamtbeurteilung der vier beteiligten Fachgut
a
chter
übernommen, und zur Begründung wurden die kontinuierlichen Beschwerden mit neuropathischen Schmerzen angeführt (Urk. 32/110/37).
Es ist daher davon auszugehen, dass die festgestellte Symptomausweitung in diese Be
urteilung eingeflossen ist, zumal die
EFL zeitlich vor der neurologischen Explo
ration stattgefunden hatte und Dr.
Q._
daher von deren Ergebnissen Kenntnis gehabt haben muss.
6.2
6.2.1
Damit ist weiter zu prüfen, welche Einkommenseinbusse der Beschwerdeführer
aufgrund der attestierten, als unfallbedingt zu qualifizierenden 40%ige
n
Einschränkung in körp
erlich angepassten Tätigkeiten
erleidet.
6.2.2
Die Beschwerdegegnerin legte für den Einkommensvergleich das
Validenein
kommen
anhand des Einkommens fest,
das
der Beschwerdeführer ab August 2017 erzielen würde, wenn er durchgehend in
vollzeitlichen
Arbeitseinsätzen
als Bau
arbeiter
stünde, die ihm durch die
Z._
vermittelt würden. Dabei
multiplizierte
sie grundsätzlich zutreffend
den G
rundlohn von Fr. 29.05, den sie
durch den Abzug des Ferienlohnes und der Feiertagsentschädigung vom
St
un
denlohn
von Fr. 35.79
ermittelte
(vgl.
die Angaben der
Z._
von Juni und September 2017 in
Urk. 9/297 S. 2, Urk. 9/299 und Urk. 9/300 sowie den Einsatzvertrag vom 2. Sept
ember 2013, Urk. 9/5)
,
mit der Anzahl Arbeitsstunden (einschliesslich Ferien- und Feiertagsstunden) in der Höhe von 2’112 (wobei sie
aufgrund des massgebenden Gesamtarbeitsvertrags
über die d
eklarierte Zahl von
2'106 [Urk.
9/297 S. 2] hinausging
;
Urk. 2 S. 9
)
und
addie
rte dazu den 13. Monats
lohn
. Auf diese Weise gelangte sie zu einem Jahreslohn von
Fr. 66'464.-- (Urk. 2 S. 9).
Grundsätzlich nicht zu beanstanden
ist sodann auch, dass die Beschwerde
gegnerin die Mittagszulage von Fr. 14.-- pro Arbeitstag
nicht in das
Valid
en
einkommen
einbezogen hat
, da
von
diese
n
Zulage
n
gemäss den Lohnabrech
nungen der
Z._
von Janua
r 2012 bis September 2013 (Urk.
9/167) keine Sozialversicherungsbeiträge abgezogen worden sind und sie somit nicht zum massgebenden Lohn zu zählen sind, der für das
Valideneinkommen
relevant ist (vgl.
das
Urteil des Bundesgerichts 8C_811/2010 vom 14. März 2011 E. 4.1 mit Hinweisen
; vgl. auch
das
Urteil de
s Bundesgerichts 8C_664/2007+
8C_713/2007 vom 14. April 2008 E. 7.2.1).
Soweit der Beschwerdeführer geltend machen liess, er wäre
bei guter Gesundheit
ab dem
Jahr 2017 nicht mehr im Rahmen vo
n
Temporäreinsätzen
tätig (Urk.
1 S.
7), so
hatte
er zur Zeit des
Unfalls
bereits seit mehr als zwei Jahren in
dieser Anstellungsform gearbeitet
,
wie die Beschwerdegegnerin zutreffend bemerkte
(vgl. Urk.
2 S. 8 f., Urk. 8 S. 6), und es fehlt an den erforderlichen konkreten Anhaltspunkten für eine berufliche Veränderung in der Zukunft (vgl. BGE 145 V 141 E. 5.2). Auch der Argumentation, der tatsächliche Lohn
vor dem Unfall sei auf das Jahr 2017 hochzurechnen (vgl. Urk. 1
S. 7), also an die allgemeine
Teuerung anzu
passen, kann nicht
gefolgt werden, da das
Valideneinkommen
rechtsprechungsgemäss so konkret wie möglich zu bestimmen ist und die Anga
ben des konkreten Arbeitgebers prinzipiell
vorrangig sind
gegenüber statistischen Werten
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_61/2012 vom 25. April 2012
E. 2.4).
Damit ist vom
Valideneinkommen
in der Höhe von Fr. 66'464.--
im Sinne der Berechnung der Beschwerdegegnerin
auszugehen
.
6.2.3
Zur
Ermittlung des Invalideneinkommens
zog die Beschwerdegegnerin
die Ver
d
ienstmöglichkeiten heran
, wie sie ihrer Dokumentation ausgewählter Arbeits
stellen (DAP) zu entnehmen sind (Urk. 2 S. 8). Dabei schlug sie rechtspre
chungs
konform
(vgl. BGE 129 V 472)
fünf
konkrete S
tellen vor und legte zur Plausi
bilisierung
die Gesamtzahl an dokumentierten Stellen auf, welche sie anhand des medizinischen Zumutbarkeitsprofils eruierte (Urk. 9/301).
Es gilt
allerdings zu beachten, dass die Beschwerdegegnerin das
Zumutbarkeitsprofil
des Kreisarztes Dr.
J._
verwendet hat,
das
von einer 100%igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit für gesundheitlich angepasste Arbeiten ausging.
Dementsprechend bietet eine der
fünf vorgeschlagenen Arbeitsstellen keine Möglichkeit zur Teilzeitarbeit (Urk.
9/30
1 S. 23) und eine andere sieht ein Mindestpensum von 80 % vor (Urk.
9/301 S. 15). Sodann wird das Einschalten von Pausen mit Blick auf den Arbeitsablauf zwar überall als möglich bezeichnet (Urk. 9/301 S.
7, S. 11, S. 15, S. 19 und S. 23), dies besagt jedoch noch nicht, dass eine Leistungsreduktion im Umfang von 40 %, wie sie aus neurologischer Sicht zu berücksichtigen ist, tole
riert würde.
Lässt sich daher das Invalideneinkommen anhand der Arbeitsplatz
dokumentationen der Beschwerdegegnerin nicht zuverlässig ermitteln, so ist es geboten, hierfür die
Tabellenlöhne der Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für Statistik (LSE)
heranzuziehen.
Für den Beschwerdeführer, der zwar in seiner Heimat eine Lehre als Auto
mechaniker durchlaufen hat
te
, in der Schweiz jedoch von Anfang
an (2010; vgl. Urk. 32/9
) als
Hilfsarbeiter tätig war
, kommen die Tätigkeiten aus dem Stellen
spektrum des Kompetenzniveaus 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder hand
werklicher Art) der massgebenden Tabelle TA1_tirage_skill_level (Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht im Priva
ten Sektor; vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.3.1 und E. 2.5.7) der LSE in Betracht. In diesem Spektrum ist im Jahr 2016 für Männer ein Bruttomonatslohn von Fr.
5'340.-- angegeben (Lohn, über dem beziehungsweise unter dem sich 50 % aller Lohnangaben befinden [sogenannter Zentralwert], unter anteilsmässiger Be
rücksichtigung des 13. Monatslohnes und standardisiert auf 40 Wochenstunden). Umgerechnet auf die durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stun
den im Jahr 2017 (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wi
rtschaftsabteilungen, Tabelle T
03.02.03.01.04.01) und unter Berücksichtigung
der Entwicklung der Nominallöhne der Männer (0.4 % im Jahr 2017; vgl. Bundes
amt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, Landesindex der Konsumenten
preise, Tabelle T 39) ergibt sich für das Jahr 2017
ein Monatswert von Fr. 5'589.-- beziehungsweise
ein Jahreswert v
on Fr. 67'068.-- (12 x Fr. 5'589.--). Aufgrund der nur 60%igen Leistungs
fähigkeit ist dieser Wert
alsdann um 40 % auf Fr.
40'241.--
zu reduzieren.
Eine weitere Reduktion aufgrund der
Rechtspre
chung
, wonach der lohnmässigen Benachteiligung
gesundheitlich beeinträchti
g
t
er Personen und weiteren lohnmindernden persönlichen und beruflichen Merk
malen durch eine Herabsetzung des Tabellenlohnes um maximal 25 % Rechnung zu tragen ist (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.3 mit Hinweisen), rechtfertigt sich hingegen nicht. Denn da der Beschwerdeführer bei reduzierter Leistungsfähigkeit vollzeitlich eingesetzt werden kann,
ist
die Einkommenseinbusse
ausreichend abgegolten
mit der
R
eduktion im Umfang der reduzierten Leistungsfäh
igkeit (vgl. hierzu das Urteil des Bundesgerichts
8C_793/2017 vom 8. Mai 2018 E. 7.3).
6.2.4
Aus der Gegenüberstellung des
Valideneinkommens
von Fr. 66'464.-- und des
Invalideneinkommens von Fr. 40'241.-- resultiert
ein Invaliditätsgrad von 39,45
% beziehungsweise von gerundet 39 %. Dieser Invaliditätsgrad liegt nahe bei dem
jenigen von 40 %, den die IV-Stelle der Zusprechung einer
Viertelsrente
ab Okto
ber
2015 zugrunde
gelegt hat (vgl. Urk. 32/122
/1
und den Einkommensvergleich in Urk. 32/111). Ein Widerspruch zum Umstand, dass die IV-Stelle neben den unfallbedingten körperlichen Beeinträchtigungen auch den Einschränkungen aufgrund der nicht unfalladäquaten Depression Rechnung zu tragen hatte, ergibt sich daraus jedoch nicht. Denn Dr.
P._
als psychiatrischer Fachgutachter des
N._
attestierte d
em Beschwerd
eführer (ab etwa Oktober 2015) aufgrund der Depression eine 30%ige Einschränkung bei vollem Pensum (Urk. 32/110/105
), und in der Gesamtbeurteilung ging diese Einschränkung
,
abgesehen von gewissen zusätzlichen qualitativen Faktoren
,
weitgehend in der höheren Einschränkung von 40 %
,
aufgrund der neurologischen Schmerzsymptomatik auf (vgl. Urk. 32/110/37). Eine Übernahme des invalidenversicherungsrechtlichen Invaliditäts
grades von 40 % rechtfertigt sich aber dennoch nicht, zumal die IV-Stelle das
Valideneinkommen
unrichtigerweise anhand des gesamten Stellenspektrums des tabellarischen Kompetenzniveaus 1 bemessen hatte (vgl. Urk. 32/111).
6.3
Damit hat der Beschwerdeführer ab dem 1.
September
2017 gegenüber der Be
schwerdegegnerin Anspruch auf eine
Invalidenrente aufgrund eines Invaliditäts
grades von 39 %.
7.
7.1
Richtigerweise hat die Beschwerdegegnerin schlies
slich gestützt auf Art. 24 Abs.
2 UVG zusammen mit der Einstellung der Taggelder
auch den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Integritätsentschädigung festgelegt.
Dabei war wiede
rum zum einen der Zustand des rechten Knies und zum andern die Nervenschädigung an beiden Beinen zu berücksichtigen.
7.2
7.2.1
Zum rechten Knie erörterte Dr.
J._
, auf dessen Integritätsschadenbeurteilung
vom Juni 2017
die Beschwerdegegnerin abstellte, es bes
t
ehe keine mindestens mässige Instabilität und auch keine mindestens mässige Arthrose, sodass dies
bezüglich die
Erheblichkeitsgrenze
für eine Integritätsentschäd
igung noch nicht erreicht werde; es sei jedoch nicht ausgeschlossen, dass sich
arthrotische
Verän
derungen im rechten Kniegelenk noch entwickeln würden und daher diesbe
züg
lich später eine Neuevaluation erfolgen müsste (Urk. 9/289 S. 8 und Urk. 9/290 S. 1).
7.2.2
Die Stabilität im rechten Knie ist unbestritten; die entsprechende Feststellung von Dr.
J._
(Urk. 9/289 S. 7)
wurde später von Dr.
O._
des
N._
bestätigt (vgl. Urk. 32/110/11+26). Gleichermassen belegt ist, dass
das rechte Kniegelenk
zur Zeit der
Untersuchung durch Dr.
J._
keine ins Gewicht fallenden
arthro
tischen
Veränderungen
aufwies. Es
ist hierzu auf die radiologischen Aufnahmen (Röntgen und Magnetresonanztom
ographie) zu verweisen, die Dr.
O._
im Frühjahr 2019
- also erst nach der kreisärztlichen Beurteilung
-
veranlasste
und die keine
Arthrosezeichen
im rechten Kniegelenk und eine le
diglich leichte
Osteo
phytenbild
ung
an
Trochlea
und Patella zu Tage brachten (Urk. 32/110/11-12).
Damit hat Dr.
J._
im Untersuchungszeitpunkt einen massgebenden Integritäts
schaden im Bereich des rechten Knies zu Recht verneint; gemäss der Tabelle 6 der Suva-Richtwerte («Integritätsschaden bei Gelenkinstabilitäten») wäre selbst eine leichte Instabilität nicht als entschädigungs
r
elevant zu werten, und dasselbe
gilt gemäss der Tabelle 5 («Integritätsschaden bei Arthrosen») für leichte Arthro
sen
.
7.2.3
Wenn Dr.
J._
indessen die künftige Entwicklung
arthrotischer
Veränderungen
im rechten Kniegelenk
in Betracht zog und in dieser Hinsicht
auf die Notwen
digkeit einer späteren neuen Evaluation hinwies, so
war ihm möglicherweise nicht ausreichend bewusst, dass voraussehbare künftige Verschlimmerungen auf
grund der besonderen Regelung in Art. 36 Abs. 4 UVV bereits bei der (erst
maligen) Bemessung des Integritätsschadens zu berücksichtigen sind und
eine spätere Revision nur ausnahmsweise
, nämlich im Falle einer nicht vorausseh
baren Verschlimmerung von grosser Tragweite,
möglich ist
(vgl. zu einem ähn
li
chen Sachverhalt das Urteil des Bundesgerichts 8C_299/2008 vom 7. Januar 2009
E. 4.3
; vgl. auch
das Urteil des Bundesgerichts 8C_244/2012 vom 14. Januar 2013 E.
4.3
).
In Bezug auf die Frage nach der Voraussehbarkeit der Entstehung
arthro
tischer
Veränderungen bedarf es daher einer ergänzenden ärztlichen Beurteilung. Insbesondere lässt sich
bei der dargelegten Rechtslage
aus
der Formulierung
, die Entwicklung
arthrotischer
Veränderungen sei «nicht ausgeschlossen», nicht o
hne Weiteres ableiten, dass Dr.
J._
eine solche Entwicklung im Sinne
der beweis
rechtlichen Terminologie lediglich für möglich, nicht aber für (überwiegend) wahrscheinlich gehalten hat. Diese Formulierung
entbindet daher nicht davon,
eine
prognostische Beurteilung
einzuholen, in welche die
Erfahrungswerte hin
sichtlich der Eignung
einer Verletzung
der
vorlie
genden Art, eine Arthrose nach sich zu ziehen, einfliessen
.
7.3
Was die Nervenschädigung an den beiden Beinen betrifft, so behielt sich Dr.
J._
im Bericht vom 16. Juni 2017 zunächst den noch ausstehenden Beri
cht über die aktuellste neurologi
sche Untersuchung vor (Urk. 9/289 S. 8), bemass
den Inte
gritätsschaden jedoch anschliessend am 20. Juni 2017, ohne auf weitere Unter
suchungser
gebnisse einzugehen
. Er zog hierfür die Tabelle 2 der Suva-Richtwerte («Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den unteren Extremitäten») her
an, verwies auf die Bezifferung des Integritätsschadens im Falle einer kompletten
Femoralislähmung
mit 25 % und leitete daraus aufgrund dessen, dass keine Lähmungen, sondern lediglich beidseitige Sensibilitätsstörungen vorlägen, einen Integritätsschaden von 2,5 % pro Bein
und mithin - in Anwendung von Art. 36 Abs. 3 UVV - einen Gesamtschaden von 5 %
ab (Urk.
9/290).
Damit trug Dr.
J._
zwar der rein funktionellen Beeinträchtigung Rechnung, nicht aber den persistierenden
neuropathischen Schmerzen. Das Bundesgericht hat
indessen
in einem Fall, in dem ebenfalls neuropathische Schmerzen unter anderem aufgrund einer Verletzung des
Nervus
saphenus
zur Diskussion standen, darauf hingewiesen, dass einzig die Tabelle 7 der Suva-Richtwerte («Integritäts
schaden bei Wirbelsäulenaffektionen») eine die
Schmerzen quantifizierende Skala
enthalte, dass diese Tabelle jedoch
für die Einstufung von Schmerzen bei anderen Beeinträchtigungen hilfsweise herangezogen werden könne (Urteil des Bundes
gerichts 8C_362/2014 vom 25. Juni 2014 E. 6.3). Eine derartige Quantifizierung der Schmerzen zur Bemessung des Integritätsschadens ist auch
vorliegendenfalls
gerechtfertigt. Auch hierzu ist eine ergänzende ärztliche Beurteilung erforderlich.
7.4
Hinsichtlich der Festlegung der Integritätsentschädigung ist die Sache somit an die Beschwer
degegnerin zur weiteren medizinischen Abklärung zurückzuweisen.
8.
Zusammengefasst ist der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 12. Juni 2018
damit aufzuheben. Es ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde fes
tzustellen, dass
der Beschwerdeführer ab dem
1. September
2017 Anspruch auf eine Inva
lidenrente aufgrund ei
nes Invaliditätsgrades von 39 % hat. In Bezug auf die Inte
gritätsentschädigung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die erforderlichen Abklärungen im Sinne der Erwägungen treffe und hernach über den Anspruch neu verfüge.
9.
Nach Art. 61
lit
. g ATSG hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person An
spruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die oh-ne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen si
nd; als weitere Bemessungskrite
rien nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
] sowie § 8 der Verordnung über die Ge
bühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht [
GebV
SVGer
]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Unter Berücksichtigung dieser Kri
terien rechtfertigt es sich, dem Beschwerde
führer
eine
Prozessentschädigung von Fr. 3'200.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.