Decision ID: 3db35c46-3782-5c86-8cf4-ab23475802c9
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
E._,
Beschwerdeführer,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons
St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Schadenersatzforderung für entgangene Lohnbeiträge 1999 bis 2002
Streitwert: Fr. 24'859.80
Sachverhalt:
A.
A.a E._ (nachfolgend: Arbeitgeber) ist seit 1. Oktober 1992 als Einzelfirma im Bereich
Transportunternehmen bei der Sozialversicherungsanstalt (SVA) des Kantons St. Gallen
als kantonaler Ausgleichskasse angeschlossen (act. G 3.1/1). Seit dem 1. April 1996
betreibt der Arbeitgeber eine Filiale in der Stadt Zürich. Seit dem 1. April 1996 rechnete
er die Kinderzulagen über die Familienausgleichskasse (FAK) des Kantons Zürichs ab
(act. G 3.1/15). Von Oktober 1992 bis Juni 1997 rechnete der Arbeitgeber paritätische
Lohnbeiträge für Personal mit der SVA St. Gallen ab. Mit Schreiben vom 9. Februar
1998 teilte er der SVA St. Gallen mit, er beschäftige seit 1. Juli 1997 keine
Arbeitnehmer mehr (act. G 3.1/16). Im entsprechenden Fragebogen zur Abklärung der
Beitragspflicht hielt der Arbeitgeber am 21. Februar 1998 nochmals fest, dass ab 1. Juli
1997 er die Schulbusfahrten, die bis dahin durch einen Arbeitnehmer ausgeführt
wurden, nun selber ausführe (act. G 3.1/18). Auf Anfrage der SVA St. Gallen vom 29.
August 2006 antwortete der Arbeitgeber am 1. September 2006, er habe in den Jahren
2002 bis 2006 keine beitragspflichtigen Löhne ausbezahlt (act. G 3.1/29).
A.b Aufgrund einer Anfrage eines Arbeitnehmers erfuhr die SVA St. Gallen, dass der
Arbeitgeber auch nach dem 1. Juli 1997 Personal beschäftigt hatte. Mit Verfügung vom
13. März 2007 forderte die SVA St. Gallen vom Arbeitgeber Schadenersatz im Umfang
von Fr. 1'465.90 für entgangene Beiträge 1997 bis 1999 (act. G 3.1/31). Diesen Betrag
bezahlte der Arbeitgeber schliesslich am 9. Mai 2007 (act. G 3.1/83, S. 21).
A.c Am 7. Juli 2008 bat die SVA Zürich, kantonale Ausgleichskasse, die SVA St. Gallen
um Berichtigung des individuellen Kontos eines weiteren Arbeitnehmers. Sie stellte die
vom Arbeitgeber an die SVA Zürich, Familienausgleichskasse, gesandten
Jahresabrechnungen für die Jahre 1999 bis 2007 zu (act. G 3.1/36). Mit Verfügung vom
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17. Juli 2008 forderte die SVA St. Gallen vom Arbeitgeber für entgangene Lohnbeiträge
für die Jahre 1999 bis 2002 Schadenersatz im Betrag von insgesamt Fr. 24'859.80. Die
Abklärungen der Kasse hätten ergeben, dass der Arbeitgeber seit 1. Juli 1997 weder
über die SVA St. Gallen, noch über die SVA Zürich paritätische Lohnbeiträge
abgerechnet und abgeliefert habe. Leider sei nicht mehr zu eruieren, warum dies der
Fall gewesen sei (act. G 3.1/37).
A.d Am 24. Juli 2008 stellte die SVA St. Gallen Rechnung für ausstehende
Lohnbeiträge 2003 bis 2007 im Umfang von Fr. 20'620.45 (act. G 3.1/83, S. 22). Mit
fünf Verzugszinsverfügungen vom 24. Juli 2008 forderte die SVA St. Gallen auf den
Lohnnachforderungen 2003 bis 2007 Verzugszinsen im Umfang von Fr. 2'250.30 (act.
G 3.1/38 und 83, S. 22).
B.
B.a Mit Eingabe vom 16. August 2008 erhob der Arbeitgeber, vertreten durch Ursula
Eicher, Eicher Treuhand, Rüti ZH, Einsprache gegen die Schadenersatzverfügung vom
17. Juli 2008. Die Rechtsvertreterin beantragte, die angefochtene Verfügung sei
aufzuheben. Es bestehe keine Schadenersatzforderung für entgangene Lohnbeiträge
1999 bis 2002, weil ihren Mandanten kein Verschulden treffe. Dieser sei seiner
Deklarationspflicht stets nachgekommen und habe auf den eingereichten
Lohnabrechnungen 1999 bis 2002 stets alle Arbeitnehmer mit den gesamten
Lohnsummen aufgeführt (act. G 3.1/41). Ebenfalls am 16. August erhob der
Arbeitgeber, vertreten durch Ursula Eicher, Einsprache gegen die
Verzugszinsverfügungen vom 24. Juli 2008. Auch diesbezüglich machte die
Rechtsvertreterin geltend, ihr Mandant sei seiner Lohndeklarationspflicht stets
nachgekommen, weshalb er nicht mit Verzugszinsen bestraft werden sollte (act.
G 3.1/40).
B.b Mit Einspracheentscheid vom 4. Dezember 2008 wies die SVA St. Gallen beide
Einsprachen ab. Indem der Arbeitgeber ab 1997 weder über die SVA St. Gallen noch
über die SVA Zürich paritätische Lohnbeiträge abgerechnet und abgeliefert habe, habe
er AHV-Vorschriften zumindest grobfahrlässig verletzt. Am 1. September 2006 habe er
sogar ausdrücklich erklärt, in den Jahren 2002 bis 2006 keine beitragspflichtigen Löhne
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ausbezahlt zu haben. Durch seine falschen Angaben habe der Arbeitgeber der AHV
einen Schaden zugefügt, weshalb ihn eine Schadenersatzpflicht für die Beiträge 1999
bis 2002 treffe. Mit Bezug auf die Verzugszinsverfügungen stellte die SVA St. Gallen
fest, dass die Verzugszinsen korrekt berechnet und nicht zu beanstanden seien (act.
G 3.1/84).
C.
C.a Mit Eingabe vom 5. Januar 2009 erhob der Arbeitgeber gegen den
Einspracheentscheid Beschwerde an das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen.
Er stellt in materieller Hinsicht folgende Anträge: 1. Es sei der Einspracheentscheid vom
4. Dezember 2008 betreffend Schadenersatz für entgangene Lohnbeiträge 1999 bis
2002 aufzuheben. 2. Es sei auf den Schadenersatz für entgangene Lohnbeiträge 1999
bis 2002 zu verzichten, eventuell sei der Schadenersatz für entgangene Lohnbeiträge
1999 bis 2002 zu reduzieren, alles unter Kostenfolge für die Beschwerdegegnerin. Der
Beschwerdeführer bestreitet nicht, für die Jahre 1999 bis 2002 keine Lohnbeiträge
bezahlt zu haben. Er macht jedoch geltend, er habe nicht widerrechtlich und schuldhaft
gehandelt. Für den Fall, dass eine Schadenersatzpflicht entgegen seinem Antrag bejaht
werden sollte, forderte er eine Herabsetzung seiner Schadenersatzpflicht um 75 % auf
Fr. 6'214.95 infolge Mitverschuldens der Ausgleichskassen (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 12. Januar 2009 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
C.c Nach Einsicht in die Akten reichte der Beschwerdeführer am 9. März 2009 eine
Replik ein. Darin macht er geltend, er sei mit Geschäftssitz in Z._ SG als selbständig
erwerbender Schulbusbetreiber und mit Geschäftssitz in Y._ ZH als selbständig
erwerbender Taxiunternehmer tätig. Seit dem 1. Juli 1997 betreibe er den
Schulbusbetrieb ohne Mitarbeiter und rechne diesen seit 1997 über die SVA St. Gallen
ab. Die in Zürich beschäftigten Taxifahrer habe er jährlich ordnungsgemäss bei der
SVA Zürich gemeldet. Wenn er gegenüber der SVA St. Gallen angegeben habe, er
beschäftige keine Arbeitnehmer, habe sich das immer auf den Schulbusbetrieb
bezogen (act. G 7).
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C.d Die Beschwerdegegnerin hat mit Eingabe vom 22. April 2009 auf die Einreichung
einer Duplik verzichtet (act. G 9).
C.e Auf Anfrage des Versicherungsgerichts teilte die Beschwerdegegnerin mit
Schreiben vom 15. September 2009 mit, dass der Beschwerdeführer gemäss
Mitteilung der SVA Zürich an die Beschwerdegegnerin vom 17. März 1998 ab dem 1.
April 1996 eine Filiale für Schulbusbetrieb (und nicht etwa ein Taxiunternehmen) in
Zürich unterhalte und die AHV in St. Gallen und die FAK in Zürich abrechne. Die
Erfassung als FAK-Betrieb ab 1. April 1996 sei von der SVA Zürich am 11. September
2009 gegenüber der Beschwerdegegnerin telefonisch bestätigt worden. Aufgrund der
Chronologie sei deshalb die Haupterfassung bei ihr ab 1. Oktober 1992 und die
Erfassung nur für FAK in Zürich ab 1. April 1996 zu Recht erfolgt. Mit weiterem
Schreiben vom 5. Oktober 2009 führt die Beschwerdegegnerin aus, ein Arbeitgeber
oder Selbstständigerwerbender könne nur einer Ausgleichskasse angehören. Ob es
sich um ein Schulbus- oder ein Taxiunternehmen handle, habe keinen Einfluss auf die
Zuständigkeit der SVA St. Gallen. Zudem handle es sich so oder anders um ein
Transportunternehmen. Der Beschwerdeführer dürfe nicht für die gleichen
Beitragsjahre sowohl bei der SVA St. Gallen und bei der SVA Zürich erfasst werden.
Die Zuständigkeit der SVA St. Gallen sei aufgrund der Chronologie erwiesen. Die
Anfragen des Versicherungsgerichts und die Antwortschreiben der
Beschwerdegegnerin wurden dem Beschwerdeführer zur Kenntnisnahme zugestellt.

Erwägungen:
1.
Streitig ist die Frage, ob die Beschwerdegegnerin vom Beschwerdeführer zu Recht
Schadenersatz im Gesamtbetrag von Fr. 24'859.80 für entgangene Lohnbeiträge 1999
bis 2002 gefordert hat. Vom Beschwerdeführer nicht mehr bestritten wird die
Rechtmässigkeit der auf den Lohnnachforderungen 2003 bis 2007 geforderten
Verzugszinsen.
2.
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2.1 Vorerst ist die örtliche Zuständigkeit des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen zu prüfen. Grundlage des behaupteten Schadenersatzanspruchs ist Art. 52
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG;
SR 831.10). Gemäss Art. 52 Abs. 5 AHVG ist für Beschwerden auf dem Gebiete der
Haftung nach Art. 52 AHVG das Versicherungsgericht des Kantons zuständig, in dem
der Arbeitgeber seinen Wohnsitz hat. Vorliegend hat der Beschwerdeführer als
Arbeitgeber Wohnsitz in Y._ im Kanton Zürich. Somit wäre im vorliegenden Fall
grundsätzlich das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich zuständig. Zu dieser
Regelung bestehen jedoch Ausnahmen. Nach Art. 64 Abs. 2 AHVG werden alle
Arbeitgeber und Selbstständigerwerbenden, die keinem Gründerverband einer
Verbandsausgleichskasse angehören, den kantonalen Ausgleichskassen
angeschlossen. Der Bundesrat erlässt Vorschriften über die Kassenzugehörigkeit von
Arbeitgebern und Selbstständigerwerbenden, die mehr als einem Berufsverband
angehören oder deren Tätigkeit sich auf mehr als einen Kanton erstreckt (Art. 64 Abs. 4
AHVG). Gestützt auf diese Ermächtigung bestimmt Art. 117 Abs. 2 der Verordnung
über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV; SR 831.101), dass Arbeitgeber
und Selbstständigerwerbende, die nicht Mitglied eines Gründerverbandes sind, der
Ausgleichkasse ihres Wohnsitzkantons bzw. des Kantons, in welchem das
Unternehmen seinen rechtlichen Sitz hat, angehören. Stimmt der Wohnsitz oder Sitz
nicht mit dem Ort der Verwaltung oder des Betriebs überein, so kann im Einvernehmen
der beteiligten Ausgleichskassen auf den Ort abgestellt werden, wo sich die
Verwaltung, der Betrieb oder ein wesentlicher Betriebsteil befindet.
Zweigniederlassungen werden gemäss Art. 117 Abs. 3 AHVV der Ausgleichskasse
angeschlossen, welcher der Hauptsitz angehört. Gemäss Art. 117 Abs. 4 AHVV können
Arbeitgeber und Selbstständigerwerbende nur einer Ausgleichskasse angehören.
Vorbehalten bleiben lediglich die in Art. 119 Abs. 2 und Art. 120 Abs. 1 AHVV
genannten, hier nicht zutreffenden Ausnahmefälle. Das Eidgenössische
Versicherungsgericht (EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts) hat zur bis zum 31. Dezember 2002 in Kraft stehenden Bestimmung
aArt. 81 Abs. 3 AHVV ausgeführt, dass eine Ausnahme von der Zuständigkeit des
Gerichts im Wohnsitzkanton des Arbeitgebers dann besteht, wenn der Arbeitgeber
anstelle der kantonalen Ausgleichskasse am (Haupt-)Sitz gemäss Art. 117 Abs. 2 oder
3 AHVV einer Ausgleichskasse in einem anderen Kanton angeschlossen ist. In diesem
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Fall ist das Gericht desjenigen Kantons zuständig, dessen kantonaler Ausgleichskasse
der Arbeitgeber angeschlossen ist (BGE 110 V 351; ebenso Marco Reichmuth, Die
Haftung des Arbeitgebers und seiner Organe nach Art. 52 AHVG, Diss. Freiburg/Zürich
2008, Rz 1040; Mélanie Fretz, La responsabilité selon l'art. 52 LAVS: une comparaison
avec les art. 78 LPGA et 52 LPP, HAVE/REAS 2009, S. 247). Die
Zuständigkeitsordnung hat mit der Regelung des Verfahrens auf Gesetzesstufe keine
Änderung erfahren, weshalb die zu aArt. 81 Abs. 3 AHVV ergangene Rechtsprechung
zur örtlichen Zuständigkeit auch unter der Herrschaft von Art. 52 Abs. 5 AHVG ihre
Gültigkeit behält (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 13. Februar 2007, H 130/06,
E. 4.3 und vom 25. April 2007, H 184/06, E. 2.3; Marco Reichmuth, a.a.O., Rz 1039).
2.2 Es bleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführer zu Recht bei der Ausgleichskasse
des Kantons St. Gallen angeschlossen wurde. Gemäss einem vom Beschwerdeführer
ausgefüllten Fragebogen vom 21. Oktober 1992 war der Beschwerdeführer bis zum
30. September 1992 bei der SVA Zürich erfasst. Infolge Zuzugs in den Kanton
St. Gallen wurde er ab 1. Oktober 1992 als Einzelfirma im Bereich Transport-
Unternehmen der Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen angeschlossen (vgl. act.
G 3.1/1). Der Beschwerdeführer gab zu diesem Zeitpunkt an, er betreibe keine Filial-
und Zweigbetriebe (act. G 3.1/1, Ziff. 8). Weiter gab er an, er sei nur im Nebenerwerb
selbstständig mit einem Arbeitnehmer, im Haupterwerb jedoch als unselbstständig
Erwerbender bei der Taxi X._ AG in Zürich tätig (act. G 3.1/1, Ziff. 4 und 12). Gemäss
einer Steuermeldung vom 31. August 1996 gab der Beschwerdeführer die
unselbstständige Erwerbstätigkeit per 31. März 1994 auf und führte zum
Schulbusbetrieb in W._ neu ein Taxiunternehmen in Zürich (act. G 3.1/12). Am
17. Februar bzw. 20. März 1997 wurde der Beschwerdeführer per 31. März 1994
infolge "Geschäftsaufgabe" bei der Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen in Abgang
gebracht. Als neue Tätigkeit wurde ein Taxi-Unternehmen in Zürich erwähnt (act.
G 3.1/13 und 14). Im März 1998 wurde der Abgang per 31. März 1994 rückgängig
gemacht, nachdem der Beschwerdeführer telefonisch erklärt hatte, er habe die
selbständige Erwerbstätigkeit in W._ (Kanton St. Gallen) nie aufgegeben (act.
G 3.1/17). Zudem erklärte er im Februar/März 1998, er beschäftige seit dem 1. Juli
1997 keine Arbeitnehmer mehr (act. G 3.1/16 bis 18). Am 17. März 1998 teilte die
Ausgleichskasse Zürich der Beschwerdegegnerin mit, dass der Beschwerdeführer seit
dem 1. April 1996 eine Filiale in Zürich betreibe und die AHV in St. Gallen und die FAK
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in Zürich abrechne (act. G 3.1/15). Die Erfassung als FAK-Betrieb im Bereich
Schulbusbetrieb ab dem 1. April 1996 wurde von der SVA Zürich gegenüber der
Beschwerdegegnerin am 11. September 2009 telefonisch bestätigt (act. G 14
Beilagen). Somit ist aufgrund der Akten erstellt, dass der Schulbusbetrieb des
Beschwerdeführers, inklusive der Filiale in Zürich, im Einvernehmen der beteiligten
Ausgleichskassen der SVA St. Gallen angeschlossen wurde (vgl. Art. 117 Abs. 2 und 3
AHVV). Da gemäss Art. 117 Abs. 4 AHVV Selbstständigerwerbende und Arbeitgeber
nur einer Ausgleichskasse angehören können, ist der Anschluss bei der
Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen auch für den Taxibetrieb des
Beschwerdeführers in Zürich nicht zu beanstanden, zumal es sich bei beiden Betrieben
um Transportunternehmungen handelt. Ob Art. 117 Abs. 4 AHVV auch anwendbar ist,
wenn eine Privatperson in verschiedenen Kantonen zwei Einzelunternehmen aus
vollständig verschiedenen Branchen betreibt, braucht nicht entschieden zu werden. Da
somit die Zuständigkeit der Ausgleichkasse des Kantons St. Gallen gegeben ist, ist
gemäss der erwähnten Rechtsprechung (BGE 110 V 351) auch die Zuständigkeit des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen für das vorliegende Verfahren gegeben.
3.
3.1 Die zuständige Ausgleichskasse macht den Schadenersatzanspruch durch
Verfügung geltend (Art. 52 Abs. 2 AHVG). Aufgrund der Verweise in Art. 66 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) und in Art. 21 Abs. 2
des Bundesgesetzes über den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft
(EOG; SR 834.1) ist die zuständige Ausgleichskasse auch in diesen
Sozialversicherungszweigen zur Geltendmachung des Schadenersatzanspruchs nach
Art. 52 AHVG aktivlegitimiert. Dasselbe gilt praxisgemäss auch für die Beiträge nach
dem Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
Insolvenzentschädigung (AVIG, SR 837.0; Marco Reichmuth, a.a.O., Rz 160 ff.).
3.2 Zuständige Ausgleichskasse im Sinne von Art. 52 Abs. 2 AHVG und somit
aktivlegitimiert zur Geltendmachung des Schadenersatzanspruchs nach Art. 52 Abs. 1
AHVG ist "diejenige Ausgleichskasse, bei welcher der Arbeitgeber während der
Zeitspanne, für welche die verwirkten oder nicht mehr einforderbaren Beiträge
geschuldet sind, angeschlossen gewesen ist bzw. hätte sein müssen" (Marco
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Reichmuth, a.a.O., Rz 167 und Rz 968). Wie bereits im Zusammenhang mit der
örtlichen Zuständigkeit des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen ausgeführt,
ist der Beschwerdeführer der Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen angeschlossen
und diese deshalb gemäss Art. 52 Abs. 2 AHVG zur Geltendmachung des
Schadenersatzanspruchs aktivlegitimiert.
4.
Gemäss Art. 52 Abs. 3 AHVG verjährt der Schadenersatzanspruch zwei Jahre,
nachdem die zuständige Ausgleichskasse vom Schaden Kenntnis erhalten hat,
jedenfalls aber fünf Jahre nach Eintritt des Schadens. Diese Fristen können
unterbrochen werden und der Arbeitgeber kann auf die Einrede der Verjährung
verzichten. Der Schaden entsteht in dem Zeitpunkt, in dem die Arbeitgeberbeiträge aus
rechtlichen oder tatsächlichen Gründen wegen Verwirkung im Sinne von Art. 16 Abs. 1
AHVG oder wegen Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers nicht mehr eingefordert
werden können (BGE 134 V 257 E. 3.2 = Praxis 2009, Nr. 49). Erlischt eine
Beitragsforderung wegen Verwirkung (Art. 16 Abs. 1 AHVG), tritt gleichzeitig mit der
Verwirkung der Schaden ein (BGE 112 V 156 E. 2; Urteil des EVG vom 17. Januar 2006,
H 125/05, E. 3.2; Marco Reichmuth, a.a.O., Rz 857). Gemäss Art. 16 Abs. 1 AHVG
können Beiträge nicht mehr eingefordert oder entrichtet werden, wenn sie nicht innert
fünf Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres, für das sie geschuldet sind, durch
Verfügung geltend gemacht werden. Vorliegend geht es um nicht bezahlte Beiträge für
die Jahre 1999 bis 2002. Somit ist die Verwirkung für das Jahr 1999 am 31. Dezember
2004, für das Jahr 2000 am 31. Dezember 2005, für das Jahr 2001 am 31. Dezember
2006 und für das Jahr 2002 am 31. Dezember 2007 eingetreten. Falls ein Schaden
bejaht werden muss, ist er ebenfalls zu diesen Zeitpunkten eingetreten. Die
Beschwerdegegnerin hat den Schadenersatzanspruch mit Verfügung vom 17. Juli 2008
geltend gemacht. Damit wurde die absolute Fünfjahresfrist von Art. 52 Abs. 3 AHVG
eingehalten, da diese selbst für die Schadenersatzforderungen bezüglich der
nichtbezahlten Beiträge für das Jahr 1999 erst am 31. Dezember 2009 abgelaufen
wäre. Es stellt sich jedoch die Frage, ob auch die relative Frist von zwei Jahren ab
Schadenskenntnis eingehalten wurde. Aus den Akten ergibt sich, dass die SVA Zürich
der Beschwerdegegnerin im Juli 2008 die FAK-Jahresabrechnungen des
Beschwerdeführers für die Jahre 1999 – 2002 zugestellt hat (act. G 3.1/36). Ab diesem
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Zeitpunkt hatte die Beschwerdegegnerin Kenntnis vom Schaden. Mit der
Schadenersatzverfügung vom 17. Juli 2008 wurde die zweijährige relative Frist somit
zweifellos eingehalten.
5.
Fügt ein Arbeitgeber durch absichtliche oder grobfahrlässige Missachtung von
Vorschriften der Versicherung einen Schaden zu, so hat er diesen zu ersetzen (Art. 52
Abs. 1 AHVG). Art. 52 Abs. 1 AHVG sieht eine Verschuldenshaftung nach öffentlichem
Recht vor. Damit eine Schadenersatzpflicht entstehen kann, müssen alle
Haftungsvoraussetzungen gegeben sein, d.h. es muss ein Schaden eingetreten sein,
der natürlich und adäquat kausal auf ein widerrechtliches und schuldhaftes Verhalten
des Arbeitgebers zurückzuführen ist (vgl. Marco Reichmuth, a.a.O., Rz 321 ff.). Wie es
sich damit verhält ist im Folgenden zu prüfen.
6.
6.1 Die Schadenersatzpflicht des Arbeitgebers setzt zunächst den Eintritt eines
Schadens bei der Ausgleichskasse voraus. Nach der Rechtsprechung besteht der
Schaden darin, dass die Beiträge wegen Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers oder
wegen Verwirkung gemäss Art. 16 Abs. 1 AHVG nicht mehr im ordentlichen Verfahren
erhoben werden können (BGE 112 V 156; Urteil des EVG vom 17. Januar 2006, H
125/05, E. 3.2). Der Schaden kann unbezahlt gebliebene paritätische AHV/IV/EO- und
ALV-Beiträge, Verwaltungskostenbeiträge, Mahngebühren, Betreibungskosten sowie
Verzugszinsen für rückständige Beiträge umfassen (Ueli Kieser, Alters- und
Hinterlassenenversicherung, in: Ulrich Meyer (Hrsg.), Schweizerisches
Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, 2. Auflage, Basel 2007, Rz 260,
S. 1292; Marco Reichmuth, a.a.O., Rz 366 f.).
6.2 Die Beschwerdegegnerin macht Schadenersatz für entgangene Lohnbeiträge
1999 bis 2002 in der Höhe von insgesamt Fr. 24'859.80 geltend. Der
Schadenersatzanspruch setzt sich zusammen aus jeweils 10,1 % AHV/IV/EO-
Beiträgen, 3 % Verwaltungskosten und 3 % ALV-Beiträgen (vgl. act. G 3.1/37). Der
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Schaden ist als ausgewiesen zu betrachten; die Höhe der Schadenersatzforderung ist
den auch unbestritten geblieben.
7.
7.1 Weitere Haftungsvoraussetzung ist die Widerrechtlichkeit. Art. 14 Abs. 1 AHVG in
Verbindung mit Art. 34 ff. AHVV schreibt vor, dass der Arbeitgeber bei jeder
Lohnzahlung die Arbeitnehmerbeiträge in Abzug zu bringen und zusammen mit den
Arbeitgeberbeiträgen der Ausgleichskasse zu entrichten hat. Die Arbeitgeber haben
den Ausgleichskassen periodisch Abrechnungsunterlagen über die von ihnen an ihre
Arbeitnehmer ausbezahlten Löhne zuzustellen, damit die entsprechenden paritätischen
Beiträge ermittelt und verfügt werden können. Die Beitragszahlungs- und
Abrechnungspflicht des Arbeitgebers ist eine gesetzlich vorgeschriebene
öffentlichrechtliche Aufgabe. Dazu hat das Bundesgericht wiederholt erklärt, dass die
Nichterfüllung dieser öffentlichrechtlichen Aufgabe eine Missachtung von Vorschriften
im Sinne von Art. 52 Abs. 1 AHVG bedeutet und somit widerrechtlich ist (BGE 118 V
193 E. 2a; Marco Reichmuth, a.a.O., Rz 504, m.w.Nw.).
7.2 Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer für seine Angestellten im
fraglichen Zeitraum die Lohnbeiträge nicht entrichtet hat. Somit liegt ein Verstoss
gegen Art. 14 Abs. 1 AHVG i.V.m. Art. 34 Abs. 1 AHVV und somit ein widerrechtliches
Verhalten vor (vgl. Urteil des EVG vom 17. Januar 2006, H 125/05, E. 4).
8.
8.1 Im Weiteren ist zu prüfen, ob die Vorschriften absichtlich oder grobfahrlässig
missachtet wurden. Grobe Fahrlässigkeit im Sinn von Art. 52 Abs. 1 AHVG liegt
praxisgemäss vor, wenn ein Arbeitgeber bzw. das verantwortliche Organ das ausser
Acht lässt, was jedem verständigen Menschen in gleicher Lage und unter gleichen
Umständen als beachtlich hätte einleuchten müssen (vgl. z.B. Urteil des
Bundesgerichts vom 15. Januar 2009, 9C_817/2008, E. 3.4; Marco Reichmuth, a.a.O.,
Rz 546).
8.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe jedes Jahr die Lohnsummen seiner
Angestellten der SVA Zürich gemeldet. Dass hier etwas falsch gelaufen sei, sei ihm nie
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aufgefallen. Diese Argumentation vermag nicht zu überzeugen. Zum einen bezogen
sich die entsprechenden Meldeformulare lediglich auf die FAK-Beiträge im Kanton
Zürich. Zudem müsste es jedem verständigen Menschen einleuchten, dass etwas nicht
stimmen kann, wenn die Ausgleichskasse während Jahren keine Lohnbeiträge in
Rechnung stellt. Der Beschwerdeführer hätte bei der SVA St. Gallen oder bei der SVA
Zürich, über welche er die FAK-Beiträge abrechnete, nachfragen müssen, warum keine
Beiträge in Rechnung gestellt wurden (vgl. Marco Reichmuth, a.a.O., Rz 600). Indem
der Beschwerdeführer während Jahren keine Lohnbeiträge bezahlt hat, ohne die
Ausgleichskassen darauf aufmerksam zu machen, hat er zumindest grobfahrlässig
gehandelt.
9.
9.1 Die Schadenersatzpflicht nach Art. 52 Abs. 1 AHVG setzt ausserdem voraus, dass
zwischen der absichtlichen oder grobfahrlässigen Missachtung von Vorschriften und
dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang gegeben ist. Nach
der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu
gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen
Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen
herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis allgemein als
begünstigt erscheint (BGE 119 V 401 E. 4a mit Hinweisen).
9.2 Vorliegend ist ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang zwischen der
grobfahrlässigen Missachtung von Art. 14 Abs. 1 AHVG und dem Eintritt des Schadens
eindeutig gegeben. Hätte der Beschwerdeführer die Ausgleichkasse darauf
aufmerksam gemacht, dass keine Beiträge in Rechnung gestellt wurden und diese in
der Folge bezahlt, wäre die Beitragsverwirkung nicht eingetreten.
10.
10.1 Somit sind grundsätzlich alle erforderlichen Haftungsvoraussetzungen erfüllt.
Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung kann die Ersatzpflicht jedoch in analoger
Anwendung von Art. 44 Abs. 1 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches, Fünfter Teil: Obligationenrecht (OR; SR 220) bzw.
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Art. 4 des Bundesgesetzes über die Verantwortlichkeit des Bundes sowie seiner
Behördemitglieder und Beamten (VG; SR 170.32) ermessensweise herabgesetzt
werden, wenn ein grobes Mitverschulden der Ausgleichskasse vorliegt. Dies ist der
Fall, wenn das pflichtwidrige Verhalten der Ausgleichskasse für die Entstehung oder
Verschlimmerung des Schadens adäquat kausal gewesen ist (BGE 122 V 185; Marco
Reichmuth, a.a.O., Rz 749). Ein grobes Mitverschulden der Kasse ist anzunehmen,
wenn diese elementare Vorschriften der Beitragsveranlagung und des Beitragsbezugs
missachtet hat (BGE 122 V 185 E. 3c).
10.2 Ein grobes Mitverschulden der Ausgleichskasse kann insbesondere angenommen
werden, wenn diese innerhalb der gesetzlichen Fristen keine Arbeitgeberkontrolle
durchführt (Marco Reichmuth, a.a.O., Rz 752). Die Ausgleichskassen trifft u.a. die
Pflicht, die der Ausgleichskasse angeschlossenen Arbeitgeber periodisch auf die
Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen hin zu kontrollieren (Art. 68 Abs. 2 AHVG).
Ziff. 2002 der ab dem 1. Januar 2008 gültigen Fassung des Kreisschreibens an die
Ausgleichskassen über die Kontrolle der Arbeitgeber (KAA) sieht vor, dass Arbeitgeber,
welche keine beitragspflichtigen Löhne ausrichten, der Ausgleichskasse 4-jährlich eine
strukturierte Deklaration einzureichen haben, in welcher der Geschäftsinhaber- bzw. -
leiter bestätigt, dass innerhalb der letzten vier Jahre keine Löhne und lohnähnliche
Entschädigungen entrichtet wurden. Die bis zum 31. September 2007 gültige Fassung
des KAA sah demgegenüber noch keine explizite Pflicht zur Arbeitgeberkontrolle vor,
wenn keine Löhne ausbezahlt wurden. Aus den Akten ergibt sich, dass der
Beschwerdeführer gegenüber der Beschwerdegegnerin am 9. und 21. Februar 1998
mitgeteilt hat, er beschäftige seit dem 1. Juli 1997 keine Arbeitnehmer mehr (act.
G 3.1/16 und 18). Weiter hat die SVA Zürich am 18. April 2002 eine
Arbeitgeberkontrolle durchgeführt, aber lediglich für das Jahr 1997 eine Abweichung
festgestellt (act. G 3.1/26). In den von der Beschwerdegegnerin eingereichten Akten
findet sich ebenfalls ein Revisionsbericht der Suva V._, wonach im untersuchten
Zeitraum (1997 bis 2000) vom Beschwerdeführer kein Personal beschäftigt wurde (act.
G 3.1/23 und 24). Die Beschwerdegegnerin (SVA St. Gallen) hat sich ihrerseits am
29. August 2006 beim Beschwerdeführer schriftlich erkundigt, ob dieser
beitragspflichtige Lohnzahlungen noch nicht mit der AHV abgerechnet habe. Daraufhin
hat der Beschwerdeführer angekreuzt, er habe in den Jahren 2002 bis 2006 keine
beitragspflichtigen Löhne ausbezahlt (act. G 3.1/29). Der Beschwerdegegnerin kann
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deshalb keine Pflichtverletzung durch Unterlassen einer Arbeitgeberkontrolle
vorgeworfen werden, da sie aufgrund der damals gültigen Fassung des KAA nicht dazu
verpflichtet war, nachdem aufgrund der vorhandenen Kontrollberichte der SVA Zürich
und der Suva V._ keine Hinweise dafür bestanden, dass der Beschwerdeführer
Arbeitnehmer beschäftige. Es stellt sich lediglich die Frage, ob allenfalls die SVA Zürich
bei ihrer Arbeitgeberkontrolle am 18. April 2002 hätte feststellen müssen, dass keine
Lohnbeiträge an die SVA St. Gallen entrichtet wurden. Dies ist zu verneinen: Da der
Beschwerdeführer bei der SVA Zürich nur als FAK-Betrieb erfasst war, musste die SVA
Zürich nicht überprüfen, ob der Beschwerdeführer die bundesrechtlichen
Sozialversicherungsbeiträge über die SVA St. Gallen korrekt abgerechnet hatte. Eine
Reduktion des Schadenersatzes wegen groben Mitverschuldens der
Beschwerdegegnerin oder der SVA Zürich ist deshalb nicht gerechtfertigt.
11.
Aus den voranstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen
und der angefochtene Einspracheentscheid vom 4. Dezember 2008 zu bestätigen ist.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG