Decision ID: 9099061f-20fe-4bc7-8bea-2a2952a4a6b0
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
6
4, war
bis
Ende November 2017
für die
Y._
AG
tätig (
Urk.
6/14) und
bis zur
Löschung
vom
2.
August 2018
als
Mitglied des Verwaltungsrats
im Handelsregister eingetragen
(
Urk. 9
). Am
28.
September 2017
meldete er sich
beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum
(RAV)
zur Arbeitsvermittlung an
(Urk.
6
/1)
.
Mit Verfügung vom 3.
Oktober 2017
wies die
Unia
Arbeitslosenkasse
den Antrag auf Arbeitslosenent
schädigung per
1.
Oktober 2017 ab (
Urk.
6/3). Dage
gen erhob der Versicherte am 1.
November 2017
Einsprache (
Urk.
6/4). Mit Schreiben vom 10. November 2017 stellte die
Unia
Arbeitslosenkasse fest, dass die Verfügung vom 3. Oktober 2017 nichtig sei, da
der Versicherte noch keinen Antrag auf Arbeitslosenentschädigung eingereicht habe (
Urk.
6/5).
Am 1.
August 2018
sandte
der Versicherte den ausstehenden Antrag auf Arbeits
losenentschädigung
an die
Unia
Arbeitslosenkasse (
datiert vom 2. Oktober 2017, Eingang am 1
3.
August 2018;
Urk. 6/6
, Urk. 6/10
).
Mit Verfügung vom 1. November 2018
wies die
Unia
Arbeitslosenkasse den Antrag des Versicherten auf Arbeitslosenentschädigung per 1
4.
August 2018 ab (
Urk.
6/26).
Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom 2
9.
November 2018, ergänzt mit Schrei
ben vom 2
8.
Februar 2019, Einsprache (Urk. 6/28, Urk. 6/37), welche die
Unia
Arbeitslosenkasse mit
Einspracheentscheid
vom 1
1.
März 2019
mit der Feststel
lung abwies, dass der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ab dem 1. Oktober 2017
infolge der arbeitgeberähnlichen Stellung des Versicherten in der
Y._
AG
verneint werde
(Urk. 2
=
Urk.
6/39
).
2.
Hiergegen
erhob
der Versicherte
mit Eingabe vom
9.
April
2019
Beschwerde und beantragte, es sei der Einspracheentscheid vom
1
1.
März 2019
aufzuheben und es sei
die Arbeitslosenentschädigung ab Oktober 2017 respektive ab dem Datum der Anmeldung beim RAV zu berechnen
(Urk. 1
). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Beschwerdeantwort vom
1
4.
Mai 2019
auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
5
S. 1), was
dem Beschwerdeführer am
1
5.
Mai 2019 zur Kenntnis gegeben wurde (Urk.
8).
Das Gericht nahm in der Folge einen
aktuelle
n
Ausdruck aus dem Handelsregister
zum Eintrag der
Y._
AG
(
Firmennummer
...
; einsehbar unter
www.zefix.ch
)
als
Urk.
9 zu den Akten, der
den Parteien mit diesem Urte
il zugestellt wird.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 31 Abs. 3
lit
. c
des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeits
losenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG)
haben Personen, die in ihrer Eigenschaft als Gesellschafter, als finanziell am Betrieb Beteiligte oder als Mitglieder eines obersten betrieblichen Entscheidungsgremiums die Entscheidun
gen des Arbeitgebers bestimmen oder massgeblich beeinflussen können, sowie ihre mitarbeitenden Ehegatten keinen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung. Hinsichtlich des Anspruchs auf Arbeitslosenentschädigung findet sich zwar in Art. 8 ff. AVIG keine Regelung, die dieser Norm zur Kurzarbeit entsprechen würde. Nach der Rechtsprechung gilt diese Regelung jedoch grundsätzlich auch für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung (BGE 123 V 234 E. 7b/
bb
; vgl. auch BGE 142 V 263 E. 4.1 und E. 5.2
).
1.2
Die Frage, ob eine
arbeitnehmende
Person einem obersten betrieblichen Entschei
dungsgremium angehört und ob sie in dieser Eigenschaft massgeblich Einfluss auf die Unternehmensentscheidungen nehmen kann, ist aufgrund der internen betrieblichen Struktur zu beantworten. Keine Prüfung des Einzelfalles ist erfor
derlich, wenn sich die massgebliche Entscheidungsbefugnis bereits aus dem Gesetz selbst (zwingend) ergibt (BGE 123 V 234 E. 7a).
Di
es gilt insbesondere für die Ge
sellschafter einer GmbH (Art. 810 ff. des Bund
esgesetzes betreffend die Ergän
zung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches,
Fünfter Teil:
Oblig
ationen
recht
;
OR) sowie die mit
arbeitenden Verwaltungsräte einer AG, für welche das Gesetz in Art. 716-716b
OR
verschiedene, nicht übertrag- und entziehbare, die Entschei
dungen des Arbeit
gebers bestimmende oder massgeblich beeinflussende Aufgaben vorschreibt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_
821/2013 vom 31. Januar 2014 E.
2
mit Hinweisen
).
Damit eine versicherte Person in arbeitgeberähnlicher Stellung oder deren mitar
beitender Ehegatte Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hat, muss sie mit dem Ausscheiden aus dem Betrieb definitiv auch die arbeitgeberähnliche Stellung verlieren. Behält sie nach der Entlassung ihre arbeitgeberähnliche Stellung im Betrieb bei und kann sie dadurch die Entscheidungen des Arbeitgebers weiterhin bestimmen oder massgeblich beeinflussen, verfügt sie nach wie vor über die unternehmerische Dispositionsfreiheit, den Betrieb jederzeit zu reaktivieren und sich bei Bedarf erneut als Arbeitnehmer einzustellen. Ein solches Vorgehen läuft auf eine rechtsmissbräuchliche Umgehung der Regelung des
Art.
31
Abs.
3
lit
. c AVIG hinaus, welche ihrem Sinn nach der Missbrauchsverhütung dient und in diesem
Rahmen insbesondere dem Umstand Rechnung tragen will, dass der Arbeitsausfall von arbeitgeberähnlichen Personen praktisch unkontrollierbar ist, weil sie ihn aufgrund ihrer Stellung bestimmen oder massgeblich beeinflussen können. Diese Rechtsprechung will nicht bloss dem ausgewiesenen Missbrauch an sich begegnen, sondern bereits dem Risiko eines solchen, welches der Aus
richtung von Arbeitslosenentschädigung an arbeitgeberähnliche Personen inhärent ist (Urteile des Bundesgerichts C 255/05 vom 2
5. Januar 2006 und C
92/02 vom 14. April 2003
; vgl. auch BGE 142 V 263 E. 5.3
; Barbara Kupfer Bucher, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolven
zentschädigung,
5. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2019, S. 18 ff. mit Hinweisen zur Rechtsprechung
).
2.
2.1
D
ie Beschwerdegegnerin
führte zur Begründu
ng des angefochtenen Einsprache
entscheides aus,
es stehe fest, dass der
Beschwerdeführer
bis zur Löschung am 2.
August 2018 als Mitglied des Verwaltungsrates im Handelsregister eingetragen
gewesen sei
.
Damit habe er von Gesetzes wegen einen massgebenden Einfluss auf die
Entscheidfindung
der
Y._
AG und eine arbeitgeberähnliche Stellung gehabt. Daher sei er vom Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung vom
1.
Okto
ber 2017 bis am
2.
August 2018 ausgeschlossen. Aber auch für die Zeit nach dem
2.
August 2018
sei davon auszugehen, dass trotz der formellen Aufgabe
seiner
arbeitgeberähnlichen Stellung in der
Y._
AG überwiegend wahrscheinlich
in materieller Hinsicht keine Loslösung von der
Y._
AG vorliege und er nach wie vor auf die Belange der Gesellschaft massgeblich Einfluss nehmen könne
.
Denn
er sei Gründer der
Y._
AG und habe seit der Gründung im April 2004 als Verwaltungsrat geamtet sowie 99.98
%
aller Aktien gehalten. Davon habe er gemäss Aktienkaufvertrag vom 1
8.
Dezember 2017 9'659'999 Aktien an seine Mutter veräussert. Laut dem Auszug aus dem Aktienbuch der
Y._
AG hätten 97
%
aller Aktien (9'700'000) seiner Mutter und 3
%
aller Aktien (300'000) einer anderen Person ausserhalb des Familienkreises gehört.
Ausserdem s
tehe fest, dass die Domiziladresse der
Y._
AG seit der Gründung mit der Privatadresse des
Beschwerdeführer
s übereinstimme, was
zusammen mit dem Aktienverkauf an seine Mutter und deren Stellung als einzige Verwaltungsrätin
ein wesentliches Indiz dafür da
r
stelle, dass er nicht definitiv aus der Gesellschaft ausgeschieden sei und die Entscheidungen weiterhin mitbestimmen ober aber zumindest beein
flussen könne.
Daher müsse rechtsprechungsgemäss aufgrund der analogen Anwendung
von
Art.
31
Abs.
3
lit
. c AVIG
ein Anspruch auf Arbeitslosenent
schädigung verneint werden
(Urk. 2
S. 2 ff.
).
2.2
Dagegen wendet der Beschwerdeführer ein
,
die Vermutung, dass er n
och immer die
Leitung der
Y._
AG beeinflussen könne, sei absolut grundlos. Denn diese sei seit Oktober 2017 wegen Geldmangels inaktiv geworden. Seit August 2018 sei er aus dem Verwaltungsrat der
Y._
AG ausgetreten, was auch im Handels
register ersichtlich sei, und
seither
besitze er keine Aktien dieser Gesellschaft mehr. Damit sei sein definitives und klares Ausscheiden bewiesen und damit seien alle Anforderungen für die Auszahlung einer Arbeitslosenentschädigung erfüllt. Der angefochtene
Einspracheentscheid
basiere nur auf unbewiesenen Vermutun
gen und subjektiven Zweifeln. Diese Zweifel müssten jedoch mit Unterlagen belegt und dürften nicht willkürlich sei
n;
dazu sei auf BGE 123
V
234 verwiesen.
Im Übrigen sei darauf hingewiesen, dass sein Lohn lediglich Fr. 2‘100.-- pro Monat betragen habe und er sowie die
Y._
AG an die
Sozialversicherungs
anstal
t des Kantons Zürich Arbeitslosenbeiträge bezahlt habe. Diese Beiträge seien solidarisch und massgebend für die Auszahlung von Arbeitslosenentschä
digung (Urk. 1
).
2.3
Strittig
und zu prüfen
ist, ob
die
Beschwerdegegner
in zu Recht einen Anspruch des
Beschwerdeführer
s auf Arbeitslosenentschädigung ab Oktober 2017 wegen arbeitgeberähnlicher Stellung verneint hat.
3.
3.1
Aufgrund der vorliegenden Akten steht fest
, dass der
Beschwerdeführer
ab der Gründung der
Y._
AG im Jahr 2004 zunächst als
Delegierter des Verwal
tungsrates
mit Einzelunterschrift
und ab Mitte April 2014 als
einziges
Mitgli
ed des Verwaltungsrates
im Handelsregister
eingetragen war. Per
2.
August 2018 (Datum des Tagesregisters [TR]) schied er als Mitglied des Verwaltungsrates aus, was am 7. August 2018 im Schweizerischen Handelsblatt (SHAB) publiziert wurde
. Als Domiziladresse der
Y._
AG
war und
ist im Handelsregister von Gründungsbeginn an die Wohnadresse des
Beschwerdeführer
s eingetragen
(
Urk.
6/2,
Urk.
9).
Unstrittig ist weiter, dass
er von der
Y._
AG
bis Ende September 2017 angestellt war
und ihm von Seiten der Arbeitgeberin gekündigt wurde
(
Urk.
6/11-12,
Urk.
6
/14
S. 1
)
.
Dem Handelsregisterauszug der
Y._
AG ist
ausserdem
zu entnehmen, dass
Z._
, die Mutter des
Beschwerdeführer
s,
vom 2. November 2015 bis am
2.
August 2018 als Präsidentin des Verwaltungsrates und ab dem 2. August 2018 als alleiniges
Mitglied des Verwaltungsrates, je mit Einzelunterschrift, im Handelsregister eingetragen war (
Urk.
6/2,
Urk.
9).
Gemäss
dem Kaufvertrag
vom 18.
Dezember 2017
verkaufte der
Beschwerdefüh
rer
9'659'999 Aktien der
Y._
AG an
Z._
(
Urk.
6/38).
Laut
dem von
Z._
am 5.
Oktober 2018 unterzeichneten Schreiben mit dem Titel
Auszug aus dem Aktienverzeichnis der
Y._
AG, Stand
am
5.
Oktober 2018,
gehörten 9'700'000 Aktien (97 % aller Aktien)
Z._
und 300'000 Aktien (3
%
aller Aktien) einer Person
ausserhalb
des Familienkreises. Diese Person habe aus Datenschutz
gründen gebeten, dass
sie
nicht genannt werde, da es sich um ein kleineres Aktienpaket handle
, was
keinen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der
Unterneh
mung
habe (
Urk.
6/16
).
Im Schreiben vom 2
8.
Februar 2019 erklärte der
Beschwerdeführer
ausserdem, die
Y._
AG sei seit Oktober 2017 wegen Geldmangels inaktiv. Daher habe er für die
Y._
AG keine Tätigkeit ausgeübt, obschon er im Verwaltungsrat bis August 2018 noch vertreten gewesen sei. Auch habe er seit Septem
b
er 2017 keinen Lohn von der
Y._
AG erhalten (
Urk.
6/37).
3.2
Bei dieser Ausgangslage hat die
Beschwerdegegnerin
zutreffend erkannt, dass
dem
Beschwerdeführer
in der Zeit
bis zu seinem Ausscheiden aus der
Y._
AG als Verwaltungsratsmitglied per 2. August 2018
eine arbeitgeberähnliche Stellung in dieser Gesellschaft
z
ugekommen ist
.
Eine solche
kam
ihm als Verwal
tungsra
t
von Gesetzes wegen zu
.
Denn es gehört nach dem Obligationenrecht (
Art.
716-716b) begriffsnotwendigerweise zum Wesen eines Verwaltungsrates, dass er auf die
Entscheidfindung
der Aktiengesellschaft
massgeblichen
Einfluss
zu nehmen
hat, und sei es auch
bloss
in Form der Oberleitung oder der Oberauf
sicht über die mit der Geschäftsführung betrauten Personen (
Art.
716a
Abs.
1
Ziff.
1 und 5 OR
). Daher erübrigt sich
rechtsprechungsgemäss
eine Prüfung im Einzelfall, ob
der
Beschwerdeführer
bis am
2.
August 2018
massgeblich
auf die Unternehmensentsc
heidungen Einfluss nehmen
konnte
(
vgl.
BGE 122 V 273
E
. 3
, 123 V 234 E.
7a
;
Urteil
e
des Bundesgerichts C 75/04 vom 2
0.
April 2005 E.
3
und
8C_713/2009 vom 2
3.
Oktober 2009
).
Dabei ist es in der vorliegenden Konstellation für den (als absolut zu verstehen
den) Ausschluss
vom Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung
bis zum 2.
August 2018
uner
heblich, ob tatsächlich eine rechtsmissbräuchliche Umgehung vorlag. Denn der Ausschluss besteht allein aufgrund der arbeitgeberähnlichen Stellung
des
Beschwerdeführer
s in der Aktiengesellschaft
, welche auch nach
Beendigung des Arbeitsverhältnisses per Ende September 2017
(Urk.
6/14 S. 1
) durch
seine
Position
in der
Y._
AG
als
Mitglied des Verwaltungsrates
mit Einzelunter
schrift
weiterbestand.
Nicht relevant ist dabei
auch
, ob der
Beschwerdeführer
ab September 2017 mit oder ohne Entgelt für die
Y._
AG noch tätig war oder/und ob die
Y._
AG wegen Geldmangels inaktiv war
. Selbst eine
Über
schuldung (
vgl.
Urteil
des Bundesgerichts C
110/03
vom
8.
Juni 2004
) ebenso wenig wie eine beschlossene oder angeordnete Liquidation
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_850/2010
vom 2
8.
Januar 2011
E. 4.2)
wären
keine
taug
liche
n
Kriterien dafür, das Ausscheiden einer Person in arbeitgeb
erähnlicher Stellung zu belegen
.
Als
Verwaltungsrat mit Einzelunterschrift
behielt
der
Beschwerdeführer
die unternehmerische Dispositionsfreiheit, den Betrieb jederzeit zu reaktivieren und bei Bedarf erneu
t
für sie Aufgaben zu erfüllen. Damit
bestand
das Risiko zum Missbrauch, das
der Auszahlung von Arbeitslosenentschädigung an arbeitgeberähnliche Personen inhärent ist
und welches es zu vermeiden gilt (vgl.
Urteil des Bundesgerichts C
75/04 vom 2
0.
April 2005 E. 3; BGE 123 V 234 E. 7b).
Die
Beschwerdegegnerin
hat die
Bestimmung zum Ausschluss arbeitgeberähn
licher Personen vom Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung (
Art.
31
Abs.
3
lit
.
c AVIG) sowie die
bundesgerichtliche
Rechtsprechung zur analogen Anwendung dieser Bestimmung auf arbeitgeberähnliche Personen, die Arbeitslosenentschädi
gung beanspruchen (BGE 123 V 234 E. 7
b/
bb
, 142 V 263 E. 4.1), korrekt angewandt und
bezüglich der Anspruchsprüfung bis am
2.
August 2018
zutref
fend darauf geschlossen, dass der
Beschwerdeführer
in der Zeit ab der Anmeldung beim RAV (Urk. 6/1), mithin ab Oktober 2017 bis zum 2. August 2018 keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hat (Urk. 2, Urk. 8/18).
3.
3
3.3.1
Zu prüfen ist des Weiteren
, ob der
Beschwerdeführer
auch nach seinem Ausschei
den als Verwaltungsrat der
Y._
AG
per
2.
August 2018 (
Urk.
9)
massgeben
den
Einfluss auf die Entscheidungen derselben nehmen konnte.
Die
Beschwerde
gegnerin
hat hierzu zutreffend ausgeführt,
dass rechtsprechungsgemäss
das Ausscheiden aus der
Unternehmung
endgültig sein muss, damit
eine arbeitge
berähnliche Person Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hat
.
Dieses Aus
scheiden muss anhand eindeutiger Kriterien gemessen werden können, welche keinen Zweifel am definitiv
en Austritt aus der Firma übrig
lassen
(vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts
C 75/04 vom 2
0.
April 2005 E. 3
und
C 92/02
vom 1
4.
April 20
03 E. 2 ff.
[
ARV 2003 S.
240
]
).
3.3.2
Die bundesgerichtliche
Rechtsprechung
hat
hierzu
wiederholt darauf abgestellt, ob der Eintrag der betreffenden Person im Handelsregister gelöscht worden ist
, da
mit
der Löschung des Eintrags das Ausscheiden der arbeitgeberähnlichen Person aus der
Unternehmung
für a
ussenstehende Dritte erkennbar ist
(
Urteil des Bundesgerichts C 75/04 vom 20.
April 2005 E. 3
mit Hinweisen
).
Mit der Löschung des Eintrages im Handelsregister als Verwaltungsrat per
2.
August 2018 (
Urk.
9) hat der
Beschwerdeführer
die rechtliche
Verpflichtung
zur Einflussnahme auf die Geschäftsentscheidungen der
Y._
AG verloren
.
Einziges verbliebenes Mitglied des Verwaltungsrates ist seit dem
2.
August 2018 die Mutter des Beschwerdeführers,
Z._
(
Urk.
9).
Nach
konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung
schliesst Art.
31
Abs. 3
lit
.
c AVIG nur arbeitgeberähnliche Personen selbst und deren im Betrieb mitarbeitende Ehe
gatten, nicht jedoch andere Verwandte vom Anspruch auf Kurzarbeitsentschädi
gung bzw. in analoger Anwendung von Arbeitslosenentschädigung aus (vgl. Urteil des
Bundesgerichts C 146/06 vom 28.
November 2006 E. 2.2
,
mit Hinweis auf das Urteil
des Bundesgerichts
C 244/04 vom 1
3.
Juni 2005).
Ein
Mutter
-Sohn-Verhältnis wird daher von dieser Regelung nicht erfas
st.
Unter diesen Umständen
könnte der Anspruch des Versicherten auf Arbeitslosenentschädigung nur dann mit dem Hinweis auf eine arbeitgeberähnliche Stellung verneint werden, wenn dargetan wäre, dass er auch nach der Löschung im Handelsregister noch ent
sprechende Funktionen ausübte und Einfluss auf den Geschäftsgang nähme
(Urteil des Bundesgerichts C 146/06 vom 2
8.
November 2006 E. 2.1)
.
Massgebend für die Zeit nach dem Rücktritt als Verwaltungsrat sind die konkreten Umstände des Einzelfalls (Urteil des Bundesgerichts 8C_433/2019 vom 2
0.
Dezember 2019 E. 5.3.3).
3.3.3
Der Beschwerdeführer reichte einen Vertrag über den Verkauf von 9'659'999
Namena
ktien an seine Mutter
Z._
vom 1
8.
Dezember 2017 ein (
Urk.
6/38).
Einer von
Z._
unterzeichneten Erklärung
vom
5.
Oktober 2018
zufolge
besitzt sie selber 97
%
aller Namenaktien und die restlichen 3
% gehören einer namentlich nicht
genannten Drittperson
aus
serhalb
de
s
Familienkreis
es
(
Urk.
6/16).
Diese
Angaben schaffen nicht hinrei
chend Klarheit über die tatsächlichen Besitzverhältnisse an den Aktien der
Y._
AG. Offen ist, wem die Minderheitsbeteiligung gehört. Es ist nicht auszuschliessen, dass es sich um den Beschwerdeführer handelt.
Überdies
genügt
die als Auszug aus dem Aktienverzeichnis bezeichnete Urkunde den gesetzlichen Erfordernissen gemäss
Art.
686 OR nicht. Gemäss
Abs.
1 der Bestimmung
führt
d
ie Gesellschaft über die Namenaktien ein Aktienbuch, in welches die Eigentümer und Nutzniesser mit Namen und Adresse eingetragen werden. Sie muss es so führen, dass in der Schweiz jederzei
t darauf zugegriffen werden kann. Somit steht nicht fest, dass der Beschwerdeführer keinen wirtschaftlichen Einfluss auf die
Y._
AG mehr hat.
Eine
allfällige noch vorhandene
Minderheitsbeteiligung allein genügt noch nicht, um eine arbeitgeberähnliche Stellung anzurechnen (Urteil des Bundesgerichts 8C_433/2019 vom 2
0.
Dezember 2019 E 5.2).
Ins Gewicht fallen indessen weitere Umstände.
Im Protokoll betreffend die Genehmigung
des
Austritts
des Beschwer
deführers
aus dem Verwaltungsrat figuriert er als Sekretär der Gesellschaft (
Urk.
6/19)
und es ist weder ersichtlich noch dargetan, dass er diese Aufgabe zwischenzeitlich aufgegeben hätte
.
Sodann erteilte der
Beschwerdeführer
mit Ein
gabe vom
5.
Oktober 2018
die von der Beschwerdegegnerin
am
3.
Ok
tober 2018 verlangten Angaben
zum weiteren Schicksal der
Y._
AG,
namentlich
betref
fend das Domizil
der Gesellschaft, zur Funktion seiner Mutter in der
Gesellschaft
und zum beschäftigten Personal (
Urk.
6/15)
,
persönlich und soweit erkennbar nicht im Auftrag der mit der Leitung d
er
Y._
AG betrauten Person
(
Urk.
6/21).
Auch die Ausführungen in der
Einsprache vom 2
9.
November 2018
belegen
sein Wissen über unternehmerische
Entscheidungen
nach seinem Aus
scheiden
(
Urk.
6/
28). Sodann wusste der Beschwerdeführer sowohl im
Einspracheverfahren
als auch in der Beschwerde darüber zu berichten, dass die
Y._
AG seit Oktober 2017 geschäftlich nicht mehr aktiv
in Erscheinung getreten sei
(
Urk.
1,
Urk.
6/37). Auch hier handelt es sich um
Umstände
, über
die
gewöhnlich nur
am Betrieb beteiligte Personen
,
nicht aber Aussenstehende
Kenntnis haben
.
Schliesslich spricht auch der Umstand, dass
sich
das Domizil der
Y._
AG nach wie vor am Wohnort des Beschwerdeführers befindet
(
Urk.
6/2,
Urk.
9)
dafür, dass er weiterhin Einfluss auf die Geschicke der Gesellschaft nimmt oder jederzeit wieder nehmen kann. Die als Begründung angegebene Kostenersparnis (
Urk.
6/28) ändert daran nichts.
Dass
effektiv
allein nur die
hochbetagte
Mutter des Beschwerdeführers
(Jahrgang 1939; vgl.
Urk.
6/25)
als einziges verbliebenes Organ der
Y._
AG deren Geschicke bestimmt, ist aufgrund der
seitens des
Beschwerdeführer
s gemachten Angaben und der eingereichten Unterlagen
nicht
glaubhaft
dargetan.
Die Gesamtheit der Umstände spricht
vielmehr
dafür, dass der Beschwerdeführer trotz
Rücktritts
von seiner Organfunktion und trotz Übertragung der Mehrheit
der
Aktien auf seine Mutter
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nach
wie vor
faktischen
Einfluss auf die Gesellschaft
hat. Eine arbeitgeberähnliche Stellung ist damit nach wie vor zu bejahen und der Beschwerdeführer
bleibt
vom Anspruch auf Arbeitslosenent
schädigung
auch
ab
dem
2.
August 2018 (Handelsregistereintrag zur Löschung als Mitglied des Verwaltungsrates)
ausgeschlossen.
Demgemäss ist der angefochtene Einspracheentscheid nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.