Decision ID: 3526b76d-902e-4dee-b215-49f1675f5079
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Mit Urteil vom 16
.
Mai 2013
hiess das Bundesgericht die Beschwerde des Be
schwerdeführers gegen den Entscheid des Sozialversicherungsge
richts des Kan
tons Zürich vom 12. November 2012
(Prozess-Nr. IV.
2011.00601, Urk. 2/28
), mit
welchem der Anspruch auf eine Invalidenrente verneint wurde, teilweise gut und
wies die Sache an das hiesige Gericht zurück, damit es
im Sinne von Erwä
gung 5
.3
ein Obergutachten einhole und danach über den Anspruch des Be
schwerde
führers auf eine Rente der Invalidenversicherung neu entscheide (Urk. 1, Dis
posi
tiv-Ziff. 1).
2.
Mit Beschluss vom 10
. J
uni
2013
(Urk. 3) ordnete das Gericht das Einholen ei
ner Expertise an, formulierte die entsprechenden Fr
agen und schlug als Gut
ach
ter unter anderem
Dr. med.
Y._
,
Facharzt FMH für
Psychiatrie und Psy
cho
the
rapie, vor.
Nachdem die Parteien innert Frist keine Ablehnungsgründe geltend gemacht hatten,
erteilte das Gericht am 5
.
August 2013 (Urk. 8
) den Auftrag zur Begut
achtung des Versicherten an Dr.
Y._
.
Dieser
erstatte
sein Gutachten am 15
.
April
2014 (Urk. 15
).
Der
Beschwer
deführer reichte seine Stellu
ngnahme hierzu mit Eingabe vom 22
.
Mai 2014
(Urk. 19-20
)
ein
, welche der Beschwerdegegne
rin mit
Gerichts
ver
fügung
vom 28
.
Mai 2014
zur
Kenntnis gebracht wurde (Urk. 21
). Die
Be
schwer
de
gegnerin
äusserte sich am 3
1.
Juli 2014
(
Urk.
24) zum psychiatrischen Gut
ach
ten von
Dr.
Y._
unter Verweis auf die Stellungnahme des Regionalen Ärz
t
lichen Dienstes (RAD) vom
3.
Juli 2014 (
Urk.
25). Am
4.
August 2014 machte der Beschwerdeführer eine weitere Eingabe (
Urk.
27/1-2). Mit
Gerichts
verfügung
vom
5.
August 2014 (
Urk.
28) wurde
Dr.
Y._
die Eingabe der
Be
sc
hwerde
geg
nerin
vom 3
1.
Juli 2014
(
Urk.
24-25) zur Stellungnahme zugestellt.
Dr.
Y._
liess sich innert Frist nicht vernehmen.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Im
Urteil
des hiesigen Gerichtes vom 12
.
November 2012 (Urk. 2/28
) wurden die Bestimmungen über die Anwendung des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG; BGE 130 V 343), den Begriff der Inva
lidität (Art. 8 ATSG, Art. 4 des Bundesgesetzes über die Invaliden
versiche
rung, IVG), die Vor
aussetzungen für einen Rentenanspruch u
nd dessen Umfang (Art. 28
Abs. 2
IVG) sowie die Grundsätze hinsichtlich des Beweiswerts ärztlicher Be
richte (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) dargelegt, worauf verwiesen wird.
2.
Das Bundesgericht begründete die Rückweisung der Sache an das hiesige Ge
richt zur Einholung eines psychiatrischen Oberg
utachtens in seinem Urteil vom 16
.
Mai 2013 (Urk. 1 E. 5.3
) im Wesentlichen damit,
dass zwischen dem Gut
ach
ten der
Z._
und sämtlichen übrigen involvierten Psychiatern Divergenzen
hinsichtlich
der un
terschiedlichen Beurteilung der psychiatrischen Leiden des Beschwerdeführers mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden. So seien sämtliche übrigen Psychiater ein
hellig zu einer anderen Beurteilung gelangt. Auch wenn dies al
lein noch nicht gegen die Zuverlässigkeit des
Z._
-
Gutachten
s
spreche, habe es das hiesige Gericht jedoch insbesondere unterlassen, die von ihm eingeholten Berichte der
A._
vom 2
2.
Mai und 2
5.
September
2012
den Experten der
Z._
oder einer anderen Fachperson zur Stellung
nahme zu unterbreiten. Die sich auf den Behandlungszeitraum (1
7.
Januar bis
5.
Dezember 2011) beziehenden Berichte erlaubten insofern Rückschlüsse auf die
im Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens am 2
9.
April 2011 be
stehende Situation, als die anspruchsverneinende Verfü
gung in diesen
Behand
lungszeitrau
m
gefallen und das Gutachten der
Z._
vom
8.
Dezember 2010 nur
rund einen Monat vor Therapiebeginn ergangen sei. Indem sich die Vorinstanz über diese fachliche Einschätzung des Gesundheits
zustandes und der Arbeits
fähigkeit hinweggesetzt und auf weitere Abklärungen verzichtet habe, habe sie in bundesrechtswidriger Weise den
Untersuchungs
grundsatz
und die
Beweis
wür
digungsregeln
verletzt. Bei dieser Ausgangslage sei daher ein neues
versi
che
rungsexternes
Gutachten einzuholen.
3.
3.1
Der
vom Gericht beauftragte Dr.
Y._
stellte
in
seinem Gutachten vom 15
.
April 2014 (Urk.
15
)
folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit
(S. 35 ff.
, S. 41
Ziff.
2
):
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mitte
lgradige Episode, ICD-10 F 33.1
posttraumatische Belastungsstörung (
PTBS), ICD-10 F43.1
dissoziative Störung
(Konversionsstörung), gemischt, ICD-10 F 44.7
Dr.
Y._
führte aus, ein Beginn der genannten Störungen sei seit dem
Unfaller
eignis
aus dem Jahre 2009 anzunehmen
,
mit sich seither einstellender
Chronifi
zierung
und Verfestigung. Psychiatrische Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hätten keine festgestellt werden können (S. 41
Ziff.
2).
3.2
Zum
Verlauf seit dem Unfallereignis
im
Jahre 2009
sei zu erwähnen
, dass man hier
eine
Art Verlagerung der zunächst körperlichen
Be
findlichkeitsbeeinträch
ti
gungen
hin zu einer solchen auf psychischer Ebene festhalten müsse. Psycho
dy
namisch sei davon auszugehen, dass beim Beschwerdeführer durch die vor
he
rige
berufliche Integration eine Verdrängung früherer traumatisie
render Er
fahrungen gelungen sei. D
ieser Verdrängungsmechanismus
habe
als unbewusste Abwehr mit dem Wegfall der äusseren (Arbeits-) Strukturen
jedoch nicht mehr funktio
niert,
wodurch
ein Einbruch in seiner vorherigen Lebensbewältigung provoziert
worden sei. Als
weitere
r
potentielle
r
Einflussfaktor
sei zu erwähnen,
dass sich die
Ehefrau des Beschwerdeführers bereits einige Jahre vor seinem Unfall in psy
chiatrische Behandlung
begeben habe. Es scheine
eine
innerfamili
är
e
Belastung vorgelegen zu haben
, zu welcher
der Beschwerdeführer im beruf
lichen Umfeld einen
Ausgleich habe bewirken können. M
it dem Unfall
sei
diese
Au
s
gleichs
möglichkeit
weggefallen und
die zuvor verdrängte Traumatisierung habe
sich
Bahn
brechen können (S. 34 f. unten).
Nach dem Unfall im Jahr 2009 habe sich beim Beschwerdeführer ein psychi
scher
Symptomkomplex bestehend aus einer insgesamt gedrückten
Stim
mungslage
,
Schlafstörungen, erhöhter Reizbarkeit, Stressintoleranz,
Konzentra
tionsproble
me
n
, Antriebs- und Interessenverlust sowie auch sozialem Rückzug manifestiert,
den man vorderhand problemlos einer depr
essiven Störung zuord
nen könnte. So
sei ein depressives Syndrom bereits in einem Bericht der Klinik
B._
diag
nos
tiziert worden und auch der Hausarzt des Beschwerdeführers und
die behan
deln
de Psychiaterin
hätten eine depressive Störung festgehalten.
3.3
Als aktuelle Untersuchungsbefunde seien eine gedrückte Stimmungslage, eine eingeschränkte affektive Modulationsfähigkeit, Konzentrationsprobleme und ein
reduzierter Antrieb gegeben, weshalb eine rezidivierende depressive Störung, ge
genwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
,
zu d
iagnostizieren sei
.
Dr.
Y._
führte aus, dass die
Bezeichnung einer Episode
etwas missverständlich sei, als dass diese einen kurzen zeitlichen Verlauf sowie auch ein Abklingen der depressiven Symptomatik nah
e legen lasse, sich dies jedoch
aus dem Verlauf der seit dem Unfallereignis 2009 bis anhin verstrichenen Zeitspanne nicht her
auslesen lasse
(S.
35 Mitte)
.
Nun könne die Diagnose einer rein depressiv
en Stö
rung die gesundheitliche S
ituation des Beschwerdeführers
in dem seit dem Jahre 2009 verstrichenen Zeitr
aum nicht zur Genüge erfassen.
Am augenfälligsten seien die in den vergangenen Jahren mehrfach festgehal
tenen dissoziativen Zustände.
Dr.
Y._
führte aus, diese
dissoziative Störung
lasse sich in ihren Entwicklungsbedingungen vor dem Hintergrund einer
PTBS
(ICD-10 F 43.1) sehen, bei der als Trauma konkret die sich über einen nicht nä
her
eingrenzbaren Zeitraum hinziehenden Kriegserlebnisse anzuführen seien (S. 35 f.
unten).
So sei auch in den vorliegenden Akten hinreichend auf die ent
sprech
en
de
Befundlage hingewiesen worden, die zur Diagnose einer PTBS ge
führt habe und wofür sich nach gutachterlichem Dafürhalten keine schlagkräf
tigen Gegenargu
mente finden liessen.
3.4
Sofern das Bundesgericht in seiner Rechtsprechung die Diagnose einer PTBS von
deren Auftreten innerhalb von sechs Monaten nach einem belas
tenden Er
eignis abhängig mache,
könne vermutet werden, dass sich das Bundesgericht
hier
auf die diagnostischen Leitlinien der ICD-10 stütze, die ein solches
Zeit
fenster
auf
zu
erlegen scheine (S.
36
oben
).
Allerdings führe die I
C
D-10 im Wei
teren unter den diagnostischen Leitlinien auf, dass die wahrscheinliche Diag
nose auch dann gestellt werden könne, wenn der Abstand zwischen dem Ereig
nis und dem Be
ginn der Störung mehr als sechs Monate betrage, vorausgesetzt, die klinischen Merkmale seien typisch
,
und es könne keine andere Diagnose gestellt werden. Hierbei werde das Zeitfenster eines späteren A
uftretens einer solchen Störung
nicht weiter eingegrenzt.
3.5
Nicht sicher gesagt werden könne, weshalb sich die posttraumatische
Belas
tungs
störung
beim Beschwerdeführer nach dem Unfallereignis im Jahr 2009 kli
nisch herauskristallisiert habe
. E
s könne lediglich die Hypothese aufgestellt werden,
dass nach dem Unfallereignis mit anschliessender Arbeitsunfähigkeit bei
m
Explo
randen wirtschaftliche Existenzängste im Sinne einer Bedrohung sei
ner bishe
ri
gen
Lebensgrundlage aufgekommen seien und dies zu einer Reakti
vierung der früheren Kriegstraumata geführt habe
(S. 36 Mitte)
.
Dr.
Y._
führte weiter aus, beim Beschwerdeführer liege eine dissoziative Stö
rung (Konversionsstörung), gemischt (ICD-10 F44.7)
,
vor
. Ein solch dissoziativer
Zustand habe sich während des Zweitgespräches mit Aufstehen, gegen ein Mö
belstück
treten
und anschliessender
Reorientierung
gezeigt, ohne dass dies den Eindruck des Aufgesetzten oder Gekünstelten erweckt habe (S. 38 oben).
3.6
Zur
Arbeitsfähigkeit
führte
Dr.
Y._
aus, gegenwärtig und als bereits seit meh
reren Jahren bestehend werde eine Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdefüh
rers von
100
%
angenommen.
Es zeige sich ein
komorbides
und leider als
chro
nifiziert
anzusehendes Störungsbild, welches beim Beschwerdeführer mit seine Arbeits
fähig
keit deutlich limitierenden Symptomen auf affektiver, kognitiver und in
ten
tional-voluntativer Ebene einhergehe.
Im affektiven Bereich mache sich beim Beschwerdeführer eine deutlich redu
zierte Grundstimmung in Verbindung mit eingeschränkter affektiver
Schwin
gungsfähigkeit
breit, nebst dem sich anamnestisch auch eine erhöhte Reizbar
keit erwiesen habe, die als Ausdruck einer Stressintoleranz zum Tragen komme und
eine
verstärkte
Impulshaftigkeit bewirke (S. 39
Ziff.
7.2 oben).
Im kognitiven Bereich sei schwergewichtig die eingeschränkte Konzentrations
fähigkeit des Beschwerdeführers anzuführen, die ihn gedanklich in eine
Eigen
welt
versinken lasse und die es ihm in erheblichem Masse erschwere, sich mit
der im Arbeitsleben notwendigen Flexibilität Arbeitsanforderungen zu stellen und
diesen auch mit der notwendigen Ausdauer nachkommen zu können.
Auf intentionaler Ebene müsse konstatiert werden, dass der Beschwerdeführer selber an einer Reintegration ins Arbeitsleben interessiert zu sein scheine, sich aber bisherige Versuche hierzu nicht bewährt hätten (S. 39
Ziff.
7.2 Mitte).
Die Prognose im Hinblick auf eine vollständige oder auch nur teilweise Wieder
herstellung der Arbeitsfähigkeit müsse gegenwärtig sowohl kurz
- a
ls auch mittel
fristig (kommende
ein bis zwei Jahre) als ungünstig erachtet werden.
Auch längerfristig sei derzeit wohl kaum von einer realistischen Wahrschein
lichkeit zur Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit auszugehen (S. 39
Ziff.
7.3).
Derzeit müsse man den Ansatz primär darin sehen, dem Beschwerdeführer durch
die Einbindung in eine geschützte Arbeitstätigkeit eine Tagesstruktur zu geben. Selbst in einer solch geschützten Arbeitsbetätigung habe sich in den vergang
e
nen Jahren eine deutliche Limitierung des Beschwerdeführers aufge
zeigt, die ihm
eine 100%ige Tätigkeit im geschützten Rahmen verunmögliche und worauf auch
die eingeholten Fremdauskünfte schliessen liessen (S. 40 un
ten).
Dr.
Y._
führte aus, im Zeitraum zwischen dem
6.
Mai 2009 und dem 2
9.
April 2011
habe
weder in der angestammten Tätigkeit als Chauffeur und Hilfsarbeiter noch in einer leidensangepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit bestanden (S.
41 f.
Ziff.
3-4).
3.
7
Dr.
Y._
führte
weiter aus, die bisher
erfolg
t
en psychiatrischen Beurteilungen hätten letztlich weitgehend einhellig zur Einstufung einer beim Beschwerde
führer vor
liegenden 100%igen Arbeitsunfähigkeit geführt, auch wenn beispiels
weise im Bericht der
C._
vom
2
5.
Mai 2011 die anzunehmende 100%ige Arbeitsunfähigkeit als in der disso
ziativen Stö
rung begründet angesehen
, hingegen dort keine depressive Störung diag
nostiziert worden sei. Bereits im Austrittsbericht der Klini
k
B._
vom
5.
November 2009
sei allerdings
ein depressives Syndrom festgehalten worden,
ohne dass die damaligen Angaben zur Einschränkung der Leistungsfähigk
eit weiter differenziert worden
, sondern vielmehr zusammenfassend vor dem Hin
ter
grund einer psychischen Störung mit Krankheitswert
eingeordnet worden seien (S. 36 f. unten)
.
Einzig im Gutachten des
Z._
sei eine psychiatrische Diagnose mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit verneint und lediglich als solche ohne Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit die einer
histrionischen
Unfallverarbeitung
mit nicht näher bezeichneter dissoziativer Störung festgehalten
worden
.
Dr.
Y._
führte aus, in dieser diagnostischen Beurteilung ste
c
he eine Vermi
schung der rein
syndromologischen
Klassifizierung (dissoziative Störung) mit einer (vermuteten)
psychodyndamischen
Komponente (
histrionische
Unfallver
ar
beitung
) ins Auge.
Losgelöst vom allfälligen Einfluss einer solchen Störung auf die Arbeitsfähigkeit sehe d
ie ICD-
10 in ihrer Klassifikation bei der Diagnose einer dissoziativen Stö
rung keine psychodynamische Hypothese oder Begründung für diese Stö
rung vor.
Des Weiteren werde m
it der Diagnose im Gutachten des
Z._
impli
zit zum Ausdruck gebracht, dass eine dissoziative Störung keine Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit habe
,
ohne Differenzierung dessen, welche Gefahren allenfalls mit
einer Arbeitsstelle verbunden sein könnten.
Gerade aber für die zuletzt vom Be
schwerdeführer ausgeübte Tätigkeit als Chauffeur wäre eine dis
soziative Stö
rung (Auftreten einer dissoziativen Störung während des Autofah
rens und da
mit
zwangsläufig einhergehend erhöhte Un
fallgefahr) als eine psy
chische
Ge
sund
heitsbeeinträchtigung
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit einzustufen.
Zu
dem komme in den Ausführungen des psych
iatrischen
Teilgut
achtens
des
Z._
eine Orientierung weniger an objektiven Befunden
,
sondern an sub
jekti
ven Eindrücken zum Ausdruck (S. 37 Mitte). Betreffend den Aus
führungen im p
sychiatrischen Teilgutachten des
Z._
,
wo davon gesprochen werde, dass der Beschwerdeführer zwischendurch jedoch bei Ablenkung oder klarer Ansprache aufmerksam, kontrolliert und seine Umgebung genau be
obachtend imponiere, sei zu sagen, dass eine
Hypervigilanz
doch vielmals zu einer PTBS hinzugehöre
und als eine verstärkte Sensibilität für potentiell belas
tende emotionale
Stimuli
bezeichnet werden könne.
Dies bedeute, je reizfreier die Situation sei, desto ge
ringer sei die Gefahr eines dissoziativen Abgleitens (S. 37 f. unten).
Ergänzend sei noch an
zu
merk
en
, dass wenn im p
sychiatrisch
en Teilgutachten de
s
Z._
schon Begriffe wie hochgradige demonstrative Tendenzen mit
Beschwer
deausweitung
, Selbstlimitierung und
Katas
trophisierung
vorgebracht worden seien
, dies zumindest eine Auseinandersetzung mit hypothetisch anzunehmen
den psychodynamischen Wirkfaktoren oder Beweggründen im Sinne dessen er
fordert hätte, was den Beschwerdeführer subjektiv zu solchen Tendenzen hätte veranlassen können. An einer solchen Auseinandersetzung entbehre es jedoch leider gänzlich.
Dr.
Y._
führte aus, Beweggründe im Sinne eines potentiellen
Krankheitsge
winns
durch solche Tendenzen seien für ihn nicht ersichtlich gewesen
,
und die Vorgeschichte spreche sogar gegen einen potentiellen Krankheitsgewinn (S.
38 Mitte).
Ferner könne er auch nicht, wie im p
sychiatrischen Teilg
utachten der
Z._
festgehalten, von
pseudomnestischen
Störungen sprechen. Einerseits müsse man
mnestische
Störungen als kognitiven Symptomanteil einer depr
essiven Störung erachten, nebst
dem im Falle des Beschwerdeführers jedoch gerade die PTBS für
mnestische
Störungen ins Feld geführt werden könne, welche diesen dazu nei
gen
lasse, sich einerseits möglichst auf sein hier und jetzt zu fixieren und an
derer
seits auch emotional potentiell belastende
n
Erinnerungen auszuweichen.
Dies sei
jedoch nicht im Sinne einer bewussten Vermeidung, sondern vielmehr im Sinne einer unbewussten Verdrängung
zu sehen
(S. 38 unten).
3.8
Dr.
med.
D._
,
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie und für Neurologie, RAD, führte in seiner Stellungnahme vom
3.
Juli 2014 (
Urk.
25) zum psychiatrischen Gutachten von
Dr.
Y._
aus, dieses sei fraglos ausführlich und die Erwägungen des Gutachters seien psychiatrisch nachvoll
zieh
bar. Dass der Beschwerdeführer als Soldat in seiner Heimat an Kampfhand
lungen teilgenommen habe, sei wahrscheinlich
,
und es sei auch berichtet wor
den,
dass er bei der Erschiessung seines Vaters zugegen gewesen sei (S.
1). Be
richtet
werde über Albträume, über dissoziative Zustände, Schlafstörungen und über ge
legentliche Erinnerungen mit Bildern des Krieges. Darüber
hinaus
seien
ver
mehr
te Reizbarkeit, Impulsdurchbrüche und Suizidalität, nebst einer langan
hal
tenden mittelgradigen depressiven Episode
beschrieben
worden
.
Dr.
D._
führte aus, dass die diagnostische Einordnung dennoch hier schwie
rig
bleibe. Ein
e
PTBS
könne protrahiert auftreten
und sei nicht auf einen
Zeit
rah
men
von einem halben Jahr nachfolgend dem traumatischen Ereignis ein
ge
schränkt. Allerdings entferne sich die diagnostische Sicherheit mit zuneh
mender
Dauer vom Ereignis.
Zudem lägen weder prüfbare noch exakte Angaben über
die Art und Weise der Traumatisierung vor. Der Beschwerdeführer halte sich dies
bezüglich bedeckt, auch seinem familiären Umfeld gegenüber. Ebenso sei die
Be
schwerdeschilderung
vage.
Dr.
Y._
sei hier sehr auf
Fremdinformati
onen
an
gewiesen gewesen.
Warum gerade der Arbeitsunfall im Jahr 2009 zu ei
ner
Re
traumatisierung
geführt haben solle
, sei nicht erklärt, zumal bereits im Vorfeld mehrfach Unfälle und auch Bedrohungen vorgelegen hätten (S. 2 oben).
Dr.
D._
bezweifelte,
dass
eine rezidivierende depressive Störung bestehe,
insofern tatsächliche Phase
n
mit durchgreifend guter Stimmung nach 2009
nicht
ersichtlich gewesen seien
und vorher keine psychiatrisch relevante Stö
rung ak
tenkundig vorgelegen
habe
.
Auch die Beschwerden bestünden in Form halb
seitiger Schmerze
n
rechts, Kopfschmerzen u
nd wechselnder Vergesslichkeit. S
eine
psychische Stimmung beschreibe der Beschwerdeführer selbst als wech
selhaft, was somit keiner durchgängigen Depressivität (gemäss ICD-10) entspre
che.
Insofern erscheine hier ein reaktiver Zusammenhang mit dem Unfallereignis und
den h
iervon abgeleiteten Beschwerden
naheliegender. Auch sei
Dr.
Y._
nicht darauf eingegangen, dass die Ehe des Beschwerdeführers zum
Unfallzeit
punkt
als belastet beschrieben worden se
i, dokumentiert durch die Behandlung der Ehe
frau wegen Depressivität (S. 2 Mitte).
Dr.
D._
führte
weiter aus, das Vorliegen einer gemischten dissoziativen Stö
rung werde anhand einer Verhaltensauffälligkeit während der gutachterlichen Un
tersuchung illustriert. Darüber hinaus habe der Beschwerdeführer selbst Black
outs genannt. Solche Zustände
seien
auch fremdanamnestisch beschrieben
wor
den
.
Allerdings habe es sich um eher kurze Momente gehandelt.
Besonders ein
drückliche Phänomene, wie zum Beispiel längere
stuporöse
Zustände oder wie
derholte vollständige Amnesien über einen längeren, mehrstündigen Zeit
raum,
fugueartiges
Fortlaufen
oder
ausserordentliche motorische Entäusserun
gen
seien
nicht beschrieben
worden
.
Insofern sei hier eine diagnostische Zuord
nung eher schwierig.
Abschliessend führte
Dr.
D._
aus, zusammenfassend liessen die im Gutach
ten
beschriebenen Symptome einen Zusammenhang mit einer PTBS erkennen. Mehr als die blosse Möglichkeit eines solchen Zusammenhangs ergebe sich al
lerdings nicht. Als wesentliche Differenzialdiagnose werde zudem das Vorliegen einer
so
ma
toformen
Störung nicht diskutiert, in deren Betrachtung dann auch eine Beurteilung der För
s
terkriterien vorgenommen werden k
önnte
. Somit werde das Gutachten den gutachterlichen Kriterien trotz seiner Ausführlichkeit nicht ge
recht
(S. 2 unten)
.
4.
4.1
Das
psychiatrische
Gutachten von Dr.
Y._
vom April 2014 (vorstehend E. 3.1)
entspricht i
n sämtlichen Punkten den praxis
gemässen Anforderungen an den
Be
weiswert
einer Expertise.
So ist es für die Beantwortung der gestellt
en Fragen umfassend, erklärt
e
Dr.
Y._
doch ausführlich, welche Befunde zu den von ihm
gestellten Diagnosen führ
t
en
,
und wie sich diese auf die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers auswirk
t
en.
Dr.
Y._
legt
e
schlüssig dar, dass sich die Ar
beitsunfähigkeit
des Beschwerdeführers
aus dem gesamten
psychischen
Symp
tomkomplex
ergebe
.
Das Gutachten beruht sodann auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen
. Dr.
Y._
führte eine ausführliche Untersuchung unter
Beizug
eines Dol
met
schers du
rch und
ergänzte diese durch
Auskünfte
der
behandelnden Psychi
ater
sowie
des
Sohn
es
des Beschwerdeführers
(
Urk.
15 S. 26 ff.
Ziff.
6.1-3
)
.
Zu
sätz
lich holte
Dr.
Y._
aufschlussreiche Informationen
bei den betreuenden Per
sonen im Rahmen der Arbeitsintegrationsbemühungen ein (
Urk.
15
S.
29
f.
Ziff.
6.4-5).
Die Expertise berücksichtigt detailliert die Auffälligkeiten des Be
schwerdefüh
rers und setzt sich mit seinem Verhalten auseinander, das Ausdruck der gestell
ten Diagnosen und ein wesentliches Beurteilungskriterium für die Frage der Ar
beitsunfähigkeit ist. Das Gutachten wurde sodann in Kenntnis und in Auseinan
dersetzung mit den
Vorakten
abgegeben. Dr.
Y._
erkl
ärt
e auch
nachvollzieh
bar, weshalb er die Schlussfolgerungen des ps
ychiatrischen Teilgutachtens der
Z._
nicht teile.
4.2
S
o
weit
Dr.
D._
in
seiner Stellungnahme vom Juli 2014 (vorstehend E.
3.2)
kriti
sierte,
die Angaben des Beschwerdeführers zur Traumatisierung seien
s
ehr vage respektive diese nicht überprüfbar
, dürfte dies
bei
vielen
zurückliegenden Kriegsereignissen im Ausland
der Fall sein, was nicht bedeutet, dass sie sich
nicht so zugetragen h
aben
.
Zumindest sah es auch
Dr.
D._
als wahrschein
lich
an, dass der Beschwerdeführer in seiner Heimat als Soldat an Kampfhand
lungen
teilgenommen hatte.
Dass sich die Befragung des Beschwerdeführers zu den Kriegs
ereignissen eher schwierig gestaltet
e
, ergibt sich unter anderem auch aus
dem
Bericht der
C._
vom 2
5.
Mai 2011 (
Urk.
2/3/4 S. 2 oben
)
,
in dem
beschrieben
wurde
, dass selbst schon kleine und eher oberflächliche
Fragen bezüglich der Kriegserlebnisse auf
E._
beim Beschwerdeführer
zu
nächst zu einem starken Vermeidungsverhalten führten und bei gezielter Nach
frage mehrfach ausgeprägte Dissoziationen zu beobachten
gewesen
seien.
Auch der behandelnde Psychiater
Dr.
med.
F._
,
Leiter des Ambulatoriums für Folter- und Kriegsopfer,
G._
,
sprach in seinem Be
richt vom Oktober 2010 in diesem
Zusammenhang von einem ausgeprägten Vermeidungsverhal
ten (
Urk.
2/8/68
Ziff.
1.4) und
der Sohn des Beschwerdefüh
rers führte auf Anfrage
Dr.
Y._
aus, dass der Beschwerdeführer über sein früheres Leben in
E._
nicht rede (
Urk.
15 S. 27
Ziff.
6.2).
4.3
Weiter bezweifelte
Dr.
D._
das Vorliegen einer
rezidivierenden depressiven Störung.
Seine diesbezüglichen Ausführungen sind jedoch nicht ganz nachvoll
ziehbar. So führte er zum einen aus, tatsächliche Phasen mit durchgreifend gu
ter Stimmung nach 2009 seien nicht ersichtlich, andererseits
merkte er an
, der Beschwerdeführer beschreibe seine Stimmung als wechselhaft
(vgl.
Urk.
15 S. 23 unten)
.
Dr.
Y._
nahm
den
Beschwerdeführer
als durchgängig bedrückt,
ratlos
und
mit
deutlich reduzierter Grundstimmung und eingeschränkter affektiver
Schwin
g
ungs
fähigkeit
war (
Urk.
15 S.
26 oben)
, was sich auch mit den
Angaben der be
handelnden Ärzte
deckte
(
Urk.
15 S. 26 ff.
Ziff.
6.1 und 6.3
).
Nicht zutref
fend ist, wie
Dr.
D._
ausführte, dass
Dr.
Y._
die Belastungssituation hin
sichtlich
der psychischen Erkrankung der Ehefrau
des Beschwerdeführers
nicht eingeh
end
diskutiert habe.
So sah
Dr.
Y._
die Krankheit der Ehefrau und die im Jahr 2009
erfolgte vermehrte Konfrontation des Beschwerdeführers
damit
als
mitur
säch
lich
dafür an, dass die PTBS derart
hat zu Tage treten können
.
4.4
Auch die dissoziativen Zustände des Beschwerdeführers sind in den Akten dur
ch
gehend dokumentiert
(vgl.
Urk.
2/14 S.
3
Ziff.
7
,
Urk.
2/8/68
Ziff.
1.4
)
.
So be
rich
teten
beide behandelnden Psychiater
auf Anfrage
Dr.
Y._
über vermehrte
Dissoziationen während der Therapie (
Urk.
15 S. 26 ff.
Ziff.
6.1 und 6.3).
Über
dies
waren solche Zustände auch anlässlich
der Begutachtung am
Z._
do
kumen
tiert (vgl.
Urk.
2/8/69 S. 12 Mitte
)
, jedoch wurden sie anders einge
schätzt.
Das
s
nun
Dr.
D._
das Bestehen der
dissoziativen Zustände
von
einer gewis
sen
Dauer abhängig machen will
,
indem er ausführte, es habe sich jeweils le
dig
lich um kurze Momente gehandelt und besonders eindrückliche Phänomene wie zum Beispiel längere
stuporöse
Zustände oder wiederhol
t
e vollständig
e
Am
n
e
sien über einen längere
n
mehrstündigen Zeitraum
hätten nicht vorgelegen
, ver
mag nicht zu überzeugen. So
handelt es sich bei der
von
Dr.
D._
er
wähnten
dissoziativen
Amnesie
(ICD-10 F44.0),
dissoziativer
Fugue
(ICD-10 F44.1)
res
pek
tive
dem dissoziativen
Stupor
(ICD-10 F44.2)
zum einen
nur
um mögliche For
men, in denen dissoziative Störungen auftreten können,
aber nicht müssen, z
um anderen
nennt die
ICD-10
weder
für
die dissoziative Amnesie noch
für
die rest
lich genannten Formen
eine zeitliche Mindestdauer.
4.5
Weiter kritisierte
Dr.
D._
,
Dr.
Y._
habe nicht erklärt, weshalb gerade der Un
fall im Jahr 2009 zu einer
Retraumatisierung
des Beschwerdeführers
geführt haben soll.
Dr.
Y._
deklarierte
in seinem Gutachten
nicht
den Unfall im Jahr 2009
als sol
chen
als
das
retraumatisierende
Ereignis
, sondern
er sah
den damit einherge
hen
den Stellenverlust und damit den Wegfall der äusseren stabilisierenden Struk
turen
und
die
aufkommende
n
wirtschaftliche
n
Existenzängste
als
mögliche Er
klä
rung dafür
an, dass
die zuvor verdrängte Traumatisierung
des Beschwer
de
füh
rers
derart
durchgebrochen ist
.
Auch wies
Dr.
Y._
in diesem Zusammenhang
auf die durch die psychische Er
krankung der Ehefrau bestehende innerfamiliäre Belastungssituation hin, wel
cher
sich der Beschwerdeführer in diesem Zeitraum vermehrt stellen musste.
Die von
Dr.
Y._
hierzu
getätigten Ausführungen erscheinen soweit plausibel
.
Im
Endergebnis
ist zu akzeptieren
, dass die
PTBS
, aus welchem Grund auch immer, zu Tag
e
getr
eten ist und damit einhergehend die depressive Störung und insbesondere
dissoziative Zustände, welche es dem Beschwerdeführer verun
mög
lichen
,
weiter einer Arbeitstätigkeit nachzugehen.
So sah
en
zum Beispiel auch die Ärzte der
C._
in ihrem Bericht vom
2
5.
Mai 2011 (
Urk.
2/3/4 S.
5
) die vollständige Arbeitsunfähigkeit
allein
schon
in der dissoziativen Störung begründet.
4
.6
Aufgrund des Gesagten ist gestützt auf das Gutachten von
Dr.
Y._
vom April 2014 der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu erachten, dass beim Beschwerdeführer seit März 2009 keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben ist.
5
.
5.1
Zu prüfen bleibt,
ab wann der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invaliden
rente
hat.
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
IVG
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
Der Rentenanspruch entsteht gemäss
Art.
29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29
Abs.
1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters
jahres folgt (
Abs.
1).
5
.2
Aufgrund der Angaben in den Akten und dem Gutachten von
Dr.
Y._
(vorste
hend E.
3.1)
ist davon auszugehen,
dass das Wartejahr mit dem Unfall am 1
1.
März 2009
zu
eröffnen und der Beschwerdefüh
rer in der angestammten Tätig
keit während des Wartejahres keine Arbeits
fähig
keit mehr erlangte und ihm
aus psychischen Gründen auch keine
leidensange
passte
Tätigkeit mehr zumutbar ge
wesen ist.
I
m Zeitpunkt seiner Anmeldung bei der Invalidenversicherung zum
Leistungsbezug am
6.
Mai 2009 (
Urk.
2/8/33)
respektive sechs Monate später (vor
stehend E.
5.1)
war das Wartejahr noch nicht abgelaufen, weshalb der Be
schwerdeführer erst ab dem
1.
März 2010 ei
nen Anspruch auf eine ganze Inva
lidenrente hat.
5
.
3
Zusammenfassend steht dem
Beschwerdeführer
in Gutheissung der Beschwerde
ab
1.
März
20
10
ein
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente
zu
.
6
.
6.
1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Gemäss der verbindlichen Einschätzung des Bundesgerichts wäre bereits im 2012
entschiedenen Verfahren ein Gerichtsgutachten einzuholen gewesen. Die Frage der Kostentragung richtet sich demgemäss nach BGE 139 V 469 und ist so zu entscheiden, dass die Kosten von Fr. 9‘240.-- (vgl. Urk. 22) der
Beschwerde
geg
ne
rin
aufzuerlegen sind.
6.3
Der obsiegende und anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat Anspruch auf
eine Prozessentschädigung (auch für das 2012 abgeschlossene Verfahren), die beim
praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 200.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf Fr. 3‘700.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen und von der Beschwerdegegnerin zu bezahlen ist.