Decision ID: 590d34e0-e398-4100-9b2a-60bd44b7f524
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Forderung
Berufung gegen ein Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich, 1. Abteilung, vom 12. März 2013 (AH130015-L)
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Rechtsbegehren: (Urk. 1 und 2 sinngemäss)
"1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin - Fr. 13'000.– brutto (Lohn September / Oktober 2012), - Fr. 1'083.– brutto (Anteil 13. Monatslohn), - Fr. 1'000.– Pauschalspesen September / Oktober 2012,
nebst 5 % Zins seit dem 31. Oktober 2012 zu bezahlen,
2. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin die  für die Monate September und Oktober 2012 aus- und ,
3. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin eine  aus- und zuzustellen,
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der ."
Verfügung und Urteil des Arbeitsgerichts Zürich 1. Abteilung vom 12. März 2013:
(Urk. 13 S. 6 f.) Verfügung:
"1. Von der Reduktion der Forderung der Klägerin um Fr. 1'000.– (Pauschalspesen für die Monate September und Oktober 2012) wird Vormerk genommen.
2. Schriftliche Mitteilung an die Parteien mit nachfolgendem ."
Urteil:
"1. In Gutheissung der reduzierten Klage wird die Beklagte , der Klägerin Fr. 14'083.– brutto bzw. nach Abzug von 6.25 % AHV/ALV/IV/EO Fr. 13'202.80 netto nebst 5 % Zins seit 1.  2012 zu bezahlen (Löhne September und Oktober 2012 zuzüglich 13. Monatslohnanteil).
2. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine  für die Zeit der Anstellung bei der Beklagten vom 1.  2012 bis 31. Oktober 2012 als Immobilien - Allrounderin aus- und zuzustellen.
3. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin für die Monate  und Oktober 2012 Lohnabrechnungen aus- und .
4. Es werden keine Kosten erhoben.
5. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine  in der Höhe von Fr. 150.– zu bezahlen.
6. (Schriftliche Mitteilung.)
7. (Rechtsmittelbelehrung.)"
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Berufungsanträge: (Urk. 12 S. 2)
"1. Es sei festzustellen, dass die Verfügung erst am 3. Mai 2013 bei der Firma A._ AG ankam und somit ein Rekurs fristgerecht eingereicht wurde.
2. Weiter sei festzustellen, dass Frau C._ nicht mehr bei der A._ AG angestellt ist, sondern bei der A1._ GmbH in Uzwil.
3. Unsere Berufung vom 30. Mai 2013 ist vollumfänglich .
4. Die Verfügung und das Urteil vom 12. März 2013 ist  abzulehnen und für null und nichtig zu erklären, unter Kosten- und Entschädigungsfolge."

Erwägungen:
1. a) Die Klägerin und Berufungsbeklagte (fortan Klägerin) machte ihre
Klage am 21. Januar 2013 bei der Vorinstanz anhängig (Urk. 1). Am 12. März
2013 erliess die Vorinstanz die eingangs zitierten Entscheide (Urk. 13). Die Be-
klagte und Berufungsklägerin (fortan Beklagte) erhob mit Eingabe vom 10. Mai
2013 Berufung gegen das Urteil und die Verfügung (Urk. 12).
b) Die im Dispositiv erlassenen vorinstanzlichen Entscheide wurden
den Parteien am 15. bzw. 16. März 2013 zugestellt (Urk. 7/1-2). Die Beklagte ver-
langte mit Eingabe vom 22. März 2013 die Begründung der Entscheide (Urk. 8).
Am 3. Mai 2013 bzw. 24. Mai 2013 wurde den Parteien die Begründung nachge-
liefert (Urk. 10 und 11). Da die Beklagte die begründeten Entscheide am 3. Mai
2013 in Empfang nahm, lief die dreissigtägige Berufungsfrist am Montag, 3. Juni
2013, ab. Die Berufungsschrift der Beklagten vom 10. Mai 2013 wurde am 31. Mai
zur Post gegeben und erfolgte damit innert Frist.
2. a) Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, die Parteien hätten un-
ter Lohn vereinbart, dass die Klägerin einen fixen Monatslohn von Fr. 6'500.– so-
wie ein zusätzliches flexibles Entgelt erhalte, welches sich in der Höhe je nach
Geschäftsgang unterschiedlich zusammensetze. Zudem sei ein 13. Monatslohn
vereinbart worden (Urk. 13 S. 5). Der vereinbarte Zeitlohn der Parteien von
Fr. 6'500.– sei selbst dann geschuldet, wenn die Klägerin die Arbeit infolge Ver-
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schuldens der Beklagten nicht habe leisten können. Es sei unbestritten, dass die
Klägerin ihre Arbeitsleistung erbracht bzw. sich wiederholt darum bemüht habe,
ihre Arbeitsleistung anzubieten. Nichtsdestotrotz habe die Beklagte es unterlas-
sen, der Klägerin den Lohn für die Monate September und Oktober 2012 zu be-
zahlen (Urk. 13 S. 6). Die Beklagte hat vor Vorinstanz keine Einwände gegen die
dem Urteil zugrunde liegende Sachdarstellung der Klägerin erhoben, da sie der
Hauptverhandlung unentschuldigt fern blieb.
b) Die Beklagte rügt im Berufungsverfahren, die Klägerin habe vor
der Kündigung das Angebot, den Arbeitsvertrag per sofort auf die A1._
GmbH zu überschreiben, mündlich angenommen. Sie sei damit einverstanden
gewesen und habe auch die Einschulung bei der Lehrtochter absolviert. Zu die-
sem Zeitpunkt sei die A._ AG bereits verkauft gewesen und die Klägerin sei
von der neuen Käuferschaft nicht übernommen worden. Deshalb habe man der
Klägerin das Angebot, bei der A1._ GmbH weiter zu arbeiten, unterbreitet.
Sie habe den angeblichen Lohn nicht von der A._ AG, sondern von der
A1._ GmbH zugute. Es scheine eine Verwechslung vorzuliegen oder die
Klägerin versuche die Wahrheit zu vertuschen (Urk. 12 S. 2 f.).
c) Bei den Vorbringen der Beklagten handelt es sich um neue Be-
hauptungen. Im Berufungsverfahren können neue Tatsachen nur noch berück-
sichtigt werden, wenn diese ohne Verzug vorgebracht wurden und wenn sie trotz
zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten
(Art. 317 Abs. 1 ZPO). Auch in den Verfahren, die der Untersuchungsmaxime un-
terstehen, ist Art. 317 Abs. 1 ZPO zu beachten (BGE 138 III 626 f. E 2.2). Die
neuen Behauptungen der Beklagten hätten schon vor erster Instanz anlässlich
der Hauptverhandlung vom 12. März 2013 vorgebracht werden können. Die erst-
mals im Berufungsverfahren vorgebrachten Ausführungen der Beklagten erwei-
sen sich daher als verspätet und sind nicht mehr zu berücksichtigen.
3. a) Die Beklagte verlangt, das Gericht habe der Klägerin Frist zur
schriftlichen Berufungsantwort anzusetzen (Urk. 12 S. 3). Im Lichte der vorste-
henden Erwägungen erweist sich die Berufung als offensichtlich unbegründet,
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weshalb auf das Einholen einer Berufungsantwort der Klägerin zu verzichten ist
(Art. 312 Abs. 1 ZPO).
b) Die Berufung ist abzuweisen und das Urteil der Vorinstanz vom
12. März 2013 zu bestätigen.
c) Soweit die Beklagte die vorinstanzliche Verfügung vom 12. März
2013 anficht, erleidet sie durch die Vormerknahme der Reduktion der Forderung
um Fr. 1'000.– (vgl. Urk. 13 S. 6) keinen Rechtsnachteil, d.h. sie ist nicht be-
schwert. Ihr fehlt es damit am Rechtsschutzinteresse, was indes Voraussetzung
für den Eintritt auf das Rechtsmittel ist (Art. 59 Abs. 2 lit. a ZPO). Demzufolge ist
auf ihre gegen die vorinstanzliche Verfügung erhobene Berufung nicht einzutre-
ten.
4. Da der Streitwert des vorliegenden Verfahrens unter Fr. 30'000.– liegt,
werden für das Berufungsverfahren keine Kosten erhoben (Art. 114 lit. c ZPO).
Der Klägerin ist mangels relevanter Umtriebe im Berufungsverfahren keine Par-
teientschädigung zuzusprechen.