Decision ID: f945949c-d965-4442-9083-96aa1a6a0613
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1976,
absolvierte eine Lehre als
Verkäufe
rin/
Papeteristin
(
Urk.
8/2)
und
wechselte
danach
eigenen Angaben zufolge
in den Bereich „Call-Center“
, wo sie
für diverse Arbeitgeber tätig
war
(vgl.
Urk.
8/9
Ziff.
8
,
Urk.
8/15
)
.
Die Versicherte arbeitete seit
Oktober 2012 für die
Z._
AG
als Training- und Quality Manager in einem 50-60
%
-Pensum, als sie sich am 2
8.
März 2013 unter Hinweis auf eine psychische Krankheit und starke Rückenschmerzen
bei der
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle
, zum Leistungsbezug (Umschulung) an
meldete (
Urk.
8/3
Ziff.
6.2).
Die IV-Stelle
zog daraufhin einen Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
8/10)
und einen Arztbericht (Urk. 8/19)
sowie die Akten des Krankentaggeldversicherers (
Urk.
8/12)
und des Vorsorgeversicherers (Urk. 8/13)
bei und klärte
die berufliche Situation
der Versicherten
ab (vgl.
Urk.
8/9, Urk.
8/24).
Nach durchgeführ
tem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/
2
1,
Urk.
8/37)
anlässlich welchem
die Versi
cherte
zusätzliche
Arzt
berichte
ein
reichte
(Urk.
8/36) und
die IV-Stelle
weitere
Abklärungen
zur
beruflichen Situation
traf
(vgl.
Urk.
8/4
4-45
)
wies
letztere
das
Leistungs
begehren
mit Verfügung vom 31.
Januar 2014 (
Urk.
2) ab.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 1
9.
Februar 2014 (
Urk.
1) Beschwerde und beantragte, die Verfügung der IV-Stelle vom 3
1.
Januar 2013
(
richtig: 2014
)
sei aufzuheben und es seien ihr berufliche Massnahmen in Form der Umschulung zur
Arbeitsagogin
zuzusprechen
(
Ziff.
1 und 2). E
ventualiter
sei die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen, um weitere Abklärungen zum medizinischen Sach
verhalt vorzunehmen und ein polydisziplinäres Gutachten einzuholen (Ziff.
3). Mit Beschwerdeantwort vom 2
8.
März 2014 (
Urk.
7) stellte die IV-Stelle Antrag auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am
2.
April 2014 (
Urk.
9) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte haben nach
Art.
8 Abs.
1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder d
ie Fähigkeit, sich im (nicht er
werblichen) Aufgabenbereich zu betätigen, wiederherzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (
lit
. a), und die Voraussetzungen für den Anspruch auf die
einzel
nen Massnahmen erfüllt sind (
lit
. b). Zu diesen Massnahmen gehören die in
Art.
15 ff. IVG geregelten Massnahmen beruflicher Art (
Art.
8
Abs.
3
lit
. b IVG), unter anderem die Umschulung gemäss
Art.
17 IVG.
1
.
3
Die Umschulung erfasst berufsbildende Mass
nahmen, die notwendig und geeig
net sind,
der
vor Eintritt der Invalidität berei
ts erwerbstätig gewesenen
v
ersi
cherten
Person
eine
ihrer
früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu verschaffen. Dabei ist nicht in erster Linie annähernde Gleichwertigkeit des Ausbildungsniveaus, sondern die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit gemeint. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Diese Vorgabe ist Ausdruck des Verhältnismäss
igkeitsprinzips, hier als Forde
rung nach einem angemessenen Verhältnis z
wischen Leistungsaufwand und an
gestrebtem Eingliederungsziel. Das Erfordernis der Proportionalität bedingt im Weiteren, dass die zu erwartende Wirkung der Massnahme ein gewisses Mass an Erheblichkeit aufweist. Deswegen knüpft die Rechtsprechung den Anspruch auf Umschulung daran, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbar
en Erwerbs
tätigkeiten als Richt
grösse eine bleibende oder längere Zeit dauernde
Erwerbs
einbusse
von etwa 20
%
erleidet (BGE 130 V 488, Urteil
des Bundesgerichts
I 128/07 vom 16.
Januar 2008 E. 6.2).
1.
4
Um
den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in ihrer Verfügung vom 3
1.
Januar 2014 dafür,
dass
die vom behandelnden Arzt
der Beschwerdeführerin
genannten Erkran
kungen nicht nachvollziehbar
seien
.
Gestützt auf die Stellungnahme ihres Regi
onalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
ging sie davon aus,
der Beschwerdeführerin
sei
die bisherige
Tätigkeit als Quality Managerin
oder
die
erlernte Tätigkeit
als Verkäuferin
noch zumutbar
. Eine
Umschulung
sei damit
nicht angezeigt
(
Urk.
2
).
In der Vernehmlassung vertrat sie zudem den Standpunkt, der behandelnde Dr.
A._
habe die Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit aus
invaliditäts
fremden
Gründen als unzumutbar erachtet; diese seien zwar nachvollziehbar, vermöchten jedoch keine Arbeitsunfähigkeit und schon gar keine Invalidität von mindestens 20
%
zu begründen. Sollten sich hingegen die von
Dr.
A._
gestellten Diagnosen bestätigen, würden diese einer Umschulung zur
Arbeitsa
gogin
entgegen stehen
. Der Anspruch auf Umschulung sei daher mangels
Ein
gliederungswirksamkeit
zu verneinen (Urk. 7).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte
dagegen
im Wesentlichen vor, die
Beschwerde
gegnerin
sei ihrer Untersuchungspflicht nicht nachgekommen
und
habe
keine pflichtgemässe Beweiswürdigung vorgenommen
.
So
habe
sie
sich
auf die Stel
lungnahme
des
RAD-Arztes gestützt, die im völligen Widerspruch zur Ein
schätzung des behandelnden Arztes
stehe
.
Dieser
begründe
nämlich
schlüssig,
dass
ihr die
bisherige
Tätigkeit aus gesundheitlichen G
ründen nicht mehr zumutbar sei
,
und beantworte
zudem
die Frage, weshalb die Umschulung zur
Arbeitsagogin
zum Erfolg führe
n würde
.
Vorliegend
sei auf die Einschätzungen des behandelnden Arztes abzustellen
und von einer relevanten Invalidität aus
zugehen (
Urk.
1 S. 3 f.)
.
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin war vom
3.
Februar bis
3.
März 2012 wegen einer schwe
ren depressiven Episode in einer stationären psychotherapeutischen Behandlung in der
B._
(
Urk.
8/12/45,
Urk.
8/36/6).
Dr.
med.
A._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
welcher die Beschwerdeführerin seit dem 2
1.
März 2012 behandelt,
nannte im Bericht vom
1
2.
Mai 2012 (Urk.
8/
1
4/10-13
)
zuhanden des
Berufsvorsorge
versicherers folgende Diagnosen
nach ICD-10
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
1):
Generalisierte Angststörung (F41.1)
Panikstörung (F41.0)
Mittelgradige depressive Störung (F32.1)
Differentialdiagnose: rezidivierende depressive Störung
Verdacht auf eine nachhaltigere Störungsproblematik mit Affektionen der Persönlichkeit (F6) mit akuter Dekompensation bei aber insgesamt gute
m
Strukturniveau
Dr.
A._
führte aus, die Beschwerdeführerin
sei
seit
mindestens
dem 21.
März 2012 in
angestammter sowie in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
a
rbeitsunfähig
(S. 3)
.
3.2
Im
nur auszugsweise aktenkundigen
Bericht vom
1.
August 2012 (Urk.
8/12/23
24) zuhanden des Krankentaggeldversicherers
führte
der behan
delnde Psychiater
bei
unveränderter Diagnosestellung
aus
, dass
sich d
ie
attestierte
Arbeitsunfähigkeit nicht
auf
einen bestimmten Arbeitsbereich
beziehe
.
Trotz W
illensanspannung sei es der Beschwerdeführerin bisher nicht möglich gewesen, eine Arbeitsfähigkeit zu realisieren (vgl. auch
Urk.
8/12/25). Am 6. Dezember 2012 bescheinigte er eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
in der ange
stammten, der aktuellen (vgl.
Urk.
8/12/67) und in angepasster Tätigkeit
(Urk. 8/12/21)
.
3.3
Unter Nennung der im Wesentlich gleich gebliebenen Diagnosen
mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit
(
generalisierte
Angststörung
[
F41.1
]
, Panikstörung
[
F41.0
] und
mittelgradige depressive Störung
[
F3
2.
1;
Differential
diagnose rezidivierende depressive Störung
])
führte
Dr.
A._
am 1
6.
April 2013
(
Urk.
8/12/11-14
, vgl. auch
Urk.
8/14/3-7
)
zuhanden des
Krankentaggeldversi
cherers
aus, die Beschwerdeführerin sei
hinsichtlich
einer beruflichen Tätigkeit sehr motiviert und
bemüht
, möglichst rasch wieder in
den
Arbeitsalltag einzu
treten. Vor allem unter psychischer Belastung komme es
aber
weiterhin bezüg
lich
der
Arbeitsfähigkeit zu funktionellen Störungen im Bereich der kognitiven Leistungsfähigkeit und emotionalen Kontrolle (S. 2).
Weiter berichtete er,
dass die Arbeitsfähigkeit auf 60
%
habe gesteigert werden können, aber
dass der Beschwerdeführerin die
bisherige
Tätigkeit im
Berufsbe
reich
„Call-Center“ aus gesundheitlichen Gründen nicht
mehr
zumutbar sei.
Gründe hierfür seien strafrechtlich-kriminelle Verwicklungen des Geschäfts
, eine sexuell diskriminierende Arbeitsatmosphäre
und andere
-
gemäss
glaub
haften Angaben der Beschwerdeführerin beziehungs
weise nach seinen
ver
tiefenden Interpretationen
-
äusser
s
t unübliche Verhalten
sweisen
zwischen
Vor
gesetzen
und Mitarbeitern
gewesen
.
Eine Umschulung sei dringend indiziert. Die psychische Belastung in einem Call-Center sei aufgrund des hohen Grades an Arbeitsteilung, des kontinuierlichen Sprechens
sowie
des angepassten
Kunden
kontaktes
sehr hoch. Zudem stehe die Umsatzentwicklung im Zentrum der Unternehmensstrategie
;
kleintaktige,
teilweise computergesteuerte
Anruf
frequenzen
und der hohe Grad an Fremdbestimmtheit
würden
weiter
für enor
men Stress sorgen
(S. 3 f.)
.
3.
4
Mit Bericht vom 1
0.
Juni 2013 (
Urk.
8/19) wandte sich
der behandelnde
Dr.
A._
an die Beschwerdegegnerin
,
nannte die bekannten Diagnosen (S. 1
, vgl. E. 3.3
hievor
)
und
bestätigte
im Wesentlichen das bereits Ausgeführte
(S. 5)
.
Weiter
legte er dar
, dass aufgrund der Symptomatik von einer hohen
Diagnose
sicherheit
auszugehen sei
. In einem lebendigen Arbeitsumfeld mit zwischen
menschlichen Kontakten, ohne hohen Grad an Fremdbestimmtheit und befriedi
genden Arbeitskomponenten könnten zukünftige depressive Krisen mit massge
blicher Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit höchstwahrscheinlich verhindert werden. Eine gute berufliche Identifikation könne massgeblich zu einer psychi
schen Stabilität beitragen.
Wegen
der Monotonie sei von
Tätigkeiten rein admi
nistrativer Natur
abzusehen
.
Die Prognose in Bezug auf die Wiederherstellung einer vollen Arbeitsfähigkeit sei bei einer Umschulung in ein anderes Berufsfeld sehr gut. Die Beschwerdeführerin
sei
in der Umsetzung ihrer Berufswünsche
zu unterstützen
. Die bisherige Berufswahl sei kontraproduktiv gewesen und habe im Frühjahr 2012 in eine schwere psychophysische Erschöpfung gemündet (S.
6).
3.
5
Med.
pract
.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom RAD nahm am
2
1.
Mai und am
1
3.
Juni 2013 Stellung zur medizinischen Aktenlage
(
Urk.
8/23)
. Er
erachtete
die
von
Dr.
A._
genannten Diagnosen
weder
für
begründet
noch
nachvollziehbar
. Auch sei
un
erklärlich
, weshalb die Beschwer
deführerin in ihrer angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeiten könne.
Ausser
dem
könne
die Beschwerdeführerin m
it den genannten Diagnosen
nicht
als
Arbeitsagogin
tätig werden
.
Die bisherige Tätigkeit als Quality Managerin oder die erlernte Tätigkeit als Verkäuferin könne ihr sicher noch zugemutet werden.
E
ine angepasste Tätigkeit
erscheine
als nicht notwendig, da mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kein gravierender Gesundheitsschaden
vorliege
.
3.
6
Im Bericht vom 1
3.
August 2013 (
Urk.
8/36/1-4) zuhanden der Beschwerde
führe
rin
hielt
der behandelnde
Dr.
A._
bei unveränderter Diagnosestellung
fest
, die Beschwerdeführerin
könne
in ihrer bisherigen Tätig
keit definitiv nicht mehr arbeiten. Durch die Behandlung sei sie
nun
naturge
mäss weniger depressiv und ängstlich
. I
n einem Betrieb wie in einem Call-Cen
ter (
unabhängig
von
der
Position
) würde es aufgrund des Arbeitsdruckes
und der hohen
Fremdbestimmtheit zu einer raschen schweren depressiven Dekom
pensation kommen
(S. 3)
.
Sodann
nahm er Stellung zur Einschätzung des RAD-Arztes
, die er als schlam
pig bezeichnete,
und entgegnete, dass
zweifelsohne eine rezidivierende depres
sive Störung (Remission) und eine Angststörung
bestünden
, welche
Störungs
bilder
sich nach der Kündigung zurückgebildet hätten
.
S
eine psychometrische Beurteilung
sei
in den Vorberichten viel zu schwach ausgefallen.
So habe die
Beschwerdeführerin anfängli
ch schwere depressive Symptome wie
Müdigkeit, rasche Erschöpfung, kognitive Einbussen und Schlafstörungen gezeigt.
Bei
der
Ausübung
der
von
ihr
vorgeschlagenen beruflichen Tätigkeit könne mit einer vollen Arbeitsfähigkeit gerechnet werden
(S. 4)
.
3.
7
Hausarzt
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, nannte im Bericht vom 2
9.
Juli 2013 (
Urk.
8/36/5-6)
zuhanden der Beschwerdeführerin
die Diagnose eines chronisch-rezidivierenden
lumbovertebralen
Syndroms degene
rativ und muskulär bedingt bei S-förmiger Skoliose sowie eine
r
ängstlich-depressive
n
Störung.
Er befand
, dass die Beschwerdeführerin in einer der Rückenproblematik
angepassten
Tätigkeit (rückenschonend, sitzend-stehend, ohne das Heben von Lasten über 10 kg, ruhiges Arbeitsklim
a
)
zu 100
%
arbeitsfähig sei.
Ohne diese Massnahmen bestehe eine 20-40%ige Arbeitsfähig
keit.
3.
8
Im
Bericht vom
8.
Februar 2014 (
Urk.
8/45/1-3)
stellte
Dr.
A._
die Tätigkeit in einem Call-Center derjenigen als
Arbeitsagogin
gegenüber und ergänzte, dass
die Beschwerdeführerin als
Arbeitsagogin
anderen Stressoren ausgesetzt
wäre
als in der bisherigen Tätigkeit. Die Beschwerdeführerin habe inzwischen ein Praktikum an einer Behindertentagesst
ätte begonnen.
4.
4.1
Der Anspruch auf Umschulungsmassnahmen setzt eine gesundheitsbedingte
Erwerbs
einbusse
von 20
%
voraus (vgl. vorstehende E. 1.3).
Die alleinstehende Beschwerdeführerin arbeitete vor Eintritt der zu beurteilen
den gesundheitlichen Störung im Januar 2012 seit
4.
Mai 2009 zu 80 % als Training- und Quality Manager bei der
E._
AG (
Urk.
8/3/5-6, Urk. 8/15/9). Dort erzielte sie einen Jahreslohn von Fr. 62‘419.-- (2010) respek
tive
Fr.
62‘522.-- (2011; vgl. IK
Auszug,
Urk.
8/10/1). Am
1.
Oktober 2012 nahm sie bei der
Z._
AG eine neue Tätig
keit als Training & Quality-Managerin mit einem Pensum von 50-60 % auf und verdiente Fr. 5‘700.-- (x 12) monatlich beziehungsweise
Fr.
68‘400.-- (Urk. 8/9/2,
Urk.
8/15/5).
Es bestehen keine Anhaltspunkte und wird auch nicht geltend gemacht, dass die Beschwerdeführerin das Arbeitspensum aus gesundheitlichen Gründen reduziert hätte. Sie begnügte sich offenbar aus freien Stücken mit einem geringeren Gehalt, weshalb der Lohnausfall infolge der entsprechenden
invaliditäts
fremden
-
Pensumsreduktion
nicht durch die Invalidenversiche
rung zu tragen ist (BGE 137 V 334). Das
Valideneinkommen
ist daher auf höchstens
Fr.
68‘400.-- zu veranschlagen.
4.2
Den medizinischen Akten ist übereinstimmend zu entnehmen, dass die Beschwer
deführerin in einer leidensangepassten Tätigkeit uneingeschränkt arbeitsfähig wäre. Laut
Dr.
A._
müsse eine solche in einem lebendigen Arbeitsumfeld mit zwischenmenschlichen Kontakten liegen, ohne hohen Grad an Fremdbestimmtheit und befriedigenden Arbeitskomponenten (vgl. vorste
hende E. 3.4). Für die Tätigkeit als
Arbeitsagogin
ging er ausdrücklich von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit aus (vgl. vorstehende E. 3.6). Aus somati
scher Sicht attestierte Dr.
D._
in einer rückenschonenden, sitzend-ste
henden Tätigkeit mit einem ruhigen Arbeitsklima und ohne das Heben von Lasten über 10 kg seinerseits eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
(vgl. vorstehende E. 3.7).
Wenn auch die Beschwerdeführerin und
Dr.
A._
die Tätigkeit als
Arbeitsago
gin
als optimal angepasst hielten, muss sich die Beschwerdeführerin zur Beurteilung ihres Umschulungsanspruches die ihr zumutbare Arbeitsfähig
keit in einer zumutbaren Verweistätigkeit entgegenhalten lassen. Ausgehend von dem durch
Dr.
A._
formulierten Arbeitsprofil ist davon auszugehen, dass nicht nur die Tätigkeit als
Arbeitsagogin
die
genannten Voraussetzungen erfüllt. Vielmehr steht der Beschwerdeführerin trotz ihrer
gesundheitlichen
Beeinträchtigungen auch ohne berufliche Neuorientierung
ein
breitgefächertes
Feld an Arbeitsplätzen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt offen.
Dabei sind
k
örperlich leichte
, wechselbelastende
Tätigkeiten au
f dem allgemeinen Arbeits
markt ebenso
zu finden
wie
Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers
, mithin einem rücksichtsvollen Umfeld
zu
rechnen
ist, wie es der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin erheischt
(Urteil
des Bundesgerichts 8C_514/2013 vom 2
9.
August 2013 E. 4.2
).
Zu prüfen bleibt, welches Einkommen die Beschwerdeführerin in einer entspre
chenden Verweistätigkeit zu erzielen vermöchte.
4.3
Wenn die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so sind nach der Rechtsprechung die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) heranzu
ziehen.
Diesfalls
wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwen
dung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, welcher Wert etwas tiefer ist als die im Jahr 2013 betriebsübliche durchschnittliche Arbeits
zeit von wöchentlich 41.7 Stunden (Die Volkswirtschaft 7/8-2014 S. 92 Tabelle B 9.2; BGE 129 V 472 E. 4.3.2).
Vor dem Hintergrund, dass die nach Eintritt des Gesundheitsschadens bei der
Z._
AG
aufgenommene Tätigkeit aus ärzt
licher Sicht als unzumutbar betrachtet wurde, rechtfertigt sich, das
Invaliden
einkommen
aufgrund der LSE zu bestimmen. Dies gilt umso mehr, als das Arbeitsverhältnis mit der
Z._
AG
zwi
schenzeitlich aufgelöst wurde (
Urk.
8/24/2).
Der monatliche Bruttolohn von weiblichen Arbeitskräften ohne Berufs- und Fachkenntnisse (Anforderungsniveau 4) beträgt gemäss der Tabelle TA1 der LSE 2010 Fr. 4‘225.--. Wenn zu Gunsten der Beschwerdeführerin lediglich das Ein
kommen im Anforderungsniveau 4 herangezogen wird, bleibt unberücksichtigt, dass sie mit abgeschlossener Berufslehre und einer beachtlichen beruflichen Erfahrung (
Urk.
8/15/2-3) wohl auch für Tätigkeiten im Anforderungsniveau 3 (mit einem Bruttolohn von
Fr.
5‘202.--) qualifiziert wäre. Angepasst an die Lohnentwicklung von 1.0
%
(2011), 0.9
%
(2012) und 0.8
%
(2013;
Die Volks
wirtschaft 7/8-2014 S. 9
9
Tabelle B
10.
2
) und aufgerechnet auf die
betriebsübli
che
Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche resultiert ein massgebendes Ein
kommen von
Fr.
62‘842.80 (
Fr.
4‘225.
-- :
40 x 41.7 x 12 x 1.01 x 1.09 x 1.08). Gründe für eine weitergehende Herabsetzung des Invalideneinkommens sind
nicht ersichtlich; eine solche erscheint auch nicht gerechtfertigt, da bereits vom Einkommen des tiefsten Anforderungsniveaus ausgegangen wurde.
4.4
Beim
tiefstmöglichen
Invalideneinkommen von
Fr.
62‘842.80 resultiert selbst bei Annahme des höchstmöglichen
Valideneinkommens
von
Fr.
68‘400.-- eine Erwerbseinbusse von
Fr.
5‘557.20 (
Fr.
68‘400.
-- .
/. Fr. 62‘842.80) und somit ein Invaliditätsgrad von 8
%
. In Anbetracht dieses für einen
Umschulungsanpruch
viel zu geringen Invaliditätsgrades erübrigen sich Weiterungen zu den erwerbli
chen Verhältnissen. Es hat bei der Verneinung des Umschulungsanspruches sein Bewenden, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
Unter diesen Umständen kann jedenfalls offen bleiben, ob dem Standpunkt des RAD
Arztes zu folgen ist. Von der beantragten Einholung eines
polydisziplinä
ren
Gutachtens ist abzusehen, da ergänzende Beweismassnahmen an diesem Ergebnis nichts mehr zu ändern vermögen (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen).
Auch würde sich am vorliegenden Ergebnis nichts ändern, wenn
die
Beschwer
de
gegnerin
dem behandelnden
Dr.
A._
wie auch
dem Hausarzt
einen
medi
zi
nischen
Fragebogen zur Beantwortung
hätte
zukommen lassen
.
Die
Beschwer
de
gegnerin
zog die Akten des Krankentaggeldversicherers bei, worin sich
diverse
Berichte des
Dr.
A._
befanden
. Zudem reichte
Dr.
A._
jeweils selber aktuelle Berichte zuhanden der Beschwerdegegnerin ein.
Ebenso liess
ihr
die Beschwerdeführerin nach dem Erlass des Vorbescheids einen aktu
ellen Bericht
des
Hausarztes zukommen.
Damit verfügte die
Beschwerdegegne
rin
über aktuelle Berichte der behan
delnden Ärzte (vgl.
Urk.
8/3
Ziff.
6.7).
5
.
Die Gerichtskosten
gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
7
00.-- festzusetzen und
ausgangsgemäss
der Beschwerdeführerin aufzuerle
gen.