Decision ID: 2cbf8932-86e0-48c6-bdaa-a41abe972ce9
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. K._, geb. 1986, serbischer Staatsangehöriger, reiste am 1. September 2011 in die
Schweiz ein. Im Aufenthaltsbewilligungsgesuch vom 9. September 2011 gab er an,
slowenischer Staatsangehöriger zu sein und legte entsprechende Ausweispapiere vor.
Gestützt darauf wurde ihm eine EU/EFTA-Aufenthaltsbewilligung B mit Gültigkeit bis
31. August 2016 erteilt (Vorakten Migrationsamt [fortan Dossier], S. 7 ff.).
B. Im Jahr 2015 führte das Bundesamt für Polizei fedpol die Aktion SLOVA durch.
Dabei erfolgten umfangreiche Abklärungen zum Missbrauch slowenischer Dokumente
in der Schweiz. Das Bundesamt kam im Zuge dieser Abklärungen zum Schluss, dass
auch K._ nicht slowenischer Staatsbürger ist. Es ersuchte die Kantonspolizei
St. Gallen, weitergehende Ermittlungen vorzunehmen und straf- sowie
ausländerrechtliche Massnahmen in die Wege zu leiten (Dossier, S. 35 f.).
Am 5. September 2015 wurde K._ erstmals durch die Kantonspolizei St. Gallen
einvernommen, wobei er angab, sowohl slowenischer als auch serbischer Staatsbürger
zu sein (Dossier, S. 38 f.). Im Rahmen dieser Einvernahme wurden seine slowenischen
Ausweispapiere (Reisepass und Identitätskarte) sichergestellt und an den
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Kriminaltechnischen Dienst zur Dokumenten-Prüfung übergeben. Die Prüfung ergab,
dass es sich beim Reisepass um einen inhaltsverfälschten Ausweis durch Überkleben
der Personalien-Seite und bei der Identitätskarte gar um eine Totalfälschung handelte
(Dossier, S. 61 ff.). In der anschliessenden Einvernahme vom 12. September 2015 gab
K._ an, die slowenischen Ausweispapiere von einem Mann, den er an einem
Fussballspiel kennengelernt hatte, für EUR 150 erworben zu haben. Er bestätigte
weiter, dass er den slowenischen Reisepass bei der Gemeinde vorgewiesen habe, da
Slowenien zur EU gehöre und es damit leichter sei, Arbeit zu finden und zu reisen
(Dossier, S. 83 f.).
Mit Strafbefehl vom 12. Oktober 2015 wurde K._ der rechtswidrigen Einreise, des
rechtswidrigen Aufenthalts, der mehrfachen Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung, der
Täuschung der Behörden sowie der Fälschung von Ausweisen schuldig gesprochen
und mit einer bedingten Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je CHF 70 und einer Busse
von CHF 1'400 verurteilt (Dossier, S. 34).
C. Mit Verfügung vom 8. April 2016 widerrief das Migrationsamt die
Aufenthaltsbewilligung von K._ und forderte ihn auf, die Schweiz bis 14. Juni 2016 zu
verlassen (Dossier, S. 140 ff.). Dagegen rekurrierte K._ am 25. April 2016 beim
Sicherheits- und Justizdepartement. Er beantragte die Aufhebung der Verfügung des
Migrationsamts und – gestützt auf seine serbische Staatsangehörigkeit – die Erteilung
einer Aufenthaltsbewilligung (act. 9/1). Das Sicherheits- und Justizdepartement wies
den Rekurs am 15. Mai 2018 ab.
D. K._ (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 16. Mai 2018 versandten
Rekursentscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) durch seinen
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 30. Mai 2018 Beschwerde beim Verwaltungsgericht
mit dem Rechtsbegehren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei der
angefochtene Entscheid aufzuheben und dem Beschwerdeführer eine
Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. In prozessualer Hinsicht beantragte er im Hinblick
auf seine angeblich in Aussicht stehende kroatische Staatsbürgerschaft die Sistierung
des Verfahrens bis 30. November 2018.

Die Vorinstanz verwies mit Vernehmlassung vom 13. August 2018 auf die Erwägungen
in ihrem Entscheid und beantragte, die Beschwerde sei abzuweisen.
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Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen des
Beschwerdeführers zur Begründung seines Rechtsbegehrens sowie die Akten wird,
soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Der
Beschwerdeführer, der im Rekursverfahren mit seinem Begehren, es sei ihm die
Aufenthaltsbewilligung zu belassen, unterlag, ist zur Ergreifung des Rechtsmittels
berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde gegen den
am 16. Mai 2018 versandten Rekursentscheid wurde mit Eingabe vom 30. Mai 2018
rechtzeitig erhoben und erfüllt formal und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen
(Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde
ist somit einzutreten.
Nach der Widerrufsverfügung des Migrationsamts vom 8. April 2016 (gegen welche
Rekurs und anschliessend die vorliegende Beschwerde eingereicht wurde), ist die
Aufenthaltsbewilligung am 31. August 2016 abgelaufen und nicht verlängert worden.
Somit ist (auch) über die ordentliche Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung zu
befinden. Der verfahrensrechtliche Antrag auf Sistierung des Beschwerdeverfahrens bis
30. November 2018 fällt zufolge Zeitablaufs dahin.
2. Nach Art. 62 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und
Ausländer und über die Integration (Ausländer- und Integrationsgesetz; SR 142.20, AIG)
kann eine Aufenthaltsbewilligung widerrufen werden, wenn der Ausländer im
Bewilligungsverfahren falsche Angaben gemacht oder wesentliche Tatsachen
verschwiegen hat. Bei EU/EFTA-Aufenthaltsbewilligungen ist sodann Art. 23 Abs. 1 der
Verordnung vom 22. Mai 2002 über die schrittweise Einführung des freien
Personenverkehrs zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der
Europäischen Gemeinschaft und deren Mitgliedstaaten sowie unter den
Mitgliedstaaten der Europäischen Freihandelsassoziation (Verordnung über die
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Einführung des freien Personenverkehrs; SR 142.203, VEP) zu berücksichtigen. Danach
können Aufenthaltsbewilligungen EU/EFTA widerrufen oder nicht mehr verlängert
werden, wenn die Voraussetzungen für ihre Erteilung nicht mehr erfüllt sind. Wird
nachträglich festgestellt, dass von Beginn weg die Voraussetzungen für die
Bewilligungserteilung nicht erfüllt waren und die Bewilligung zu Unrecht erteilt wurde,
so ist diese gestützt auf die vorgenannte Bestimmung zu entziehen beziehungsweise
zu widerrufen, soweit dies im Einzelfall verhältnismässig erscheint und damit keine
schutzwürdigen Vertrauenspositionen beeinträchtigt werden (BGer 2C_147/2016 vom
31. Mai 2016 E. 3.2; 2C_624/2018 vom 7. August 2018 E. 6.1).
Nach dem aktuellen Stand des Dossiers – der Beschwerdeführer hat bis zum
30. November 2018 keine weitergehenden Unterlagen in Bezug auf die von ihm
angesprochene kroatische Staatsangehörigkeit eingereicht – müssen die Vorgaben des
Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der
Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits vom 21. Juni 1999
über die Freizügigkeit (SR 0.142.112.681, FZA) nicht geprüft werden. Der
Beschwerdeführer ist serbischer und nicht Staatsangehöriger eines Mitgliedstaates der
Europäischen Union, weshalb er dem Anwendungsbereich des FZA nicht untersteht
(Art. 1 e contrario FZA). Bloss wenn das Freizügigkeitsabkommen überhaupt zur
Anwendung gelangt, sind zusätzlich die abkommensrechtlichen
Eingriffsvoraussetzungen zu prüfen; ansonsten kann eine zuvor zu Unrecht erteilte
Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA widerrufen werden, weil eine anspruchsbegründende
Voraussetzung nie gegeben war oder entfallen ist (Art. 23 Abs. 1 VEP; BGer
2C_439/2016 vom 31. Mai 2016 E. 2.1).
3. Der Beschwerdeführer bringt vor, es treffe zwar zu, dass er mit gefälschten
slowenischen Ausweispapieren in die Schweiz eingereist sei; er habe jedoch gemeint,
dass er auch Anspruch auf einen slowenischen Pass hätte, da er dort lange Zeit seiner
Jugend verbracht habe. Zudem sei die Herkunft seiner Familie sehr verflochten. Die
Mutter stamme aus Montenegro, der Vater aus Kroatien, weshalb er auch einen typisch
kroatischen Namen habe. Dennoch habe er einen serbischen Pass erhalten.
Dieses Vorbringen vermag nichts daran zu ändern, dass es dem Beschwerdeführer an
einer anspruchsbegründenden Voraussetzung – nämlich an der Staatsbürgerschaft
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eines Vertragsstaates – für den Erhalt einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA fehlt.
Zudem erscheinen die Ausführungen, er sei davon ausgegangen, dass er auch
slowenischer Staatsbürger sei, wenig glaubhaft. In diesem Fall hätte er die
Ausweispapiere bei den zuständigen slowenischen Behörden angefordert und kaum
von einem ihm nicht näher bekannten Mann, den er an einem Fussballspiel
kennengelernt hatte, für EUR 150 erworben – wie er es anlässlich der zweiten
Einvernahme vom 12. September 2015 zu Protokoll gegeben hat (Dossier, S. 85). Der
Umstand, dass der Beschwerdeführer anlässlich der ersten Einvernahme vom
5. September 2015 zunächst erklärte, er habe die slowenische Staatsbürgerschaft bei
den Behörden in Ljubljana beantragt und einige Monate später bekommen (Dossier,
S. 89), spricht dann auch dafür, dass ihm bewusst war, dass er gültige Ausweispapiere
nur von den zuständigen Behörden und nicht von einem Mann, den er von einem
Fussballspiel kannte, erhalten kann. Dennoch gab er im Rahmen des Gesuchs um eine
Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA an, slowenischer Staatsangehöriger zu sein – und
zwar unter Verwendung des gefälschten slowenischen Passes (Dossier, S. 7 ff.); dies
im Bewusstsein, dass er so in der Schweiz leichter an eine Aufenthalts- und
Arbeitsbewilligung kommen würde, als wenn er das Gesuch mit der korrekten
serbischen Staatsbürgerschaft gestellt hätte (Dossier, S. 83 f.). Von einem Irrtum in
Bezug auf die vorgegebene slowenische Staatsbürgerschaft ist daher nicht
auszugehen. Vielmehr hat der Beschwerdeführer bewusst, und unter Vorspiegelung
falscher Tatsachen, eine inhaltlich falsche Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA erschlichen.
Der Beschwerdeführer wurde deshalb auch mit Strafbefehl vom 12. Oktober 2015
wegen rechtswidriger Einreise, rechtswidrigen Aufenthalts, mehrfacher Erwerbstätigkeit
ohne Bewilligung, Täuschung der Behörden und Fälschung von Ausweisen schuldig
gesprochen (Dossier, S. 110 f.).
Zusammenfassend ist vorliegend offensichtlich, dass die Voraussetzungen für die
Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA nach dem FZA von Anfang an nie
gegeben waren, weil der Beschwerdeführer serbischer Staatsbürger und nicht
Staatsangehöriger eines Vertragsstaates ist. Entsprechend kann die zuvor zu Unrecht
erteilte Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA widerrufen werden (Art. 23 Abs. 1 VEP; BGer
2C_439/2016 vom 31. Mai 2016 E. 2.1; 2C_147/2016 vom 31. Mai 2016 E. 3.2;
2C_624/2018 vom 7. August 2018 E. 6.1).
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4. Im Rekursverfahren rügte der Beschwerdeführer, dass er auch als serbischer
Staatsangehöriger die Voraussetzungen für den Erhalt einer Aufenthaltsbewilligung
erfüllen würde. Dieses Argument bringt er im Beschwerdeverfahren vor dem
Verwaltungsgericht zurecht nicht mehr vor. Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt
hat, erfüllt der Beschwerdeführer die Voraussetzungen für die Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung an einen Drittstaatenangehörigen nicht, da bei ihm die
arbeitsmarktlichen Voraussetzungen nicht gegeben sind. Es kann auf die
entsprechenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (act. 2/2
S. 5 f.).
Der Beschwerdeführer bringt dagegen neu vor, dass sein Vater zwischenzeitlich die
kroatische Staatsbürgerschaft erhalten habe und er als Nachkomme ebenfalls
Anspruch auf Erteilung des kroatischen Bürgerrechts habe. Er habe bereits ein
entsprechendes Gesuch eingereicht und es könne mit der Ausstellung des kroatischen
Reisepasses innert drei bis sechs Monaten gerechnet werden. Entsprechend wurde um
eine Sistierung des Verfahrens bis zum 30. November 2018 ersucht. Trotz der
weitreichenden Mitwirkungspflicht (Art. 90 AIG) hat der Beschwerdeführer bis heute
keine weitergehenden Beweismittel hinsichtlich der vorgebrachten kroatischen
Staatsbürgerschaft eingereicht. Es ist gestützt auf den aktuellen Stand seines Dossiers
nach wie vor davon auszugehen, dass er lediglich die serbische Staatsbürgerschaft
besitzt.
5. Die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA kann in der vorliegenden Konstellation
widerrufen werden, wenn dies im Einzelfall verhältnismässig erscheint und keine
schutzwürdigen Vertrauenspositionen verletzt werden (BGer 2C_147/2016 vom 31. Mai
2016 E. 3.2; 2C_624/2018 vom 7. August 2018 E. 6.1). Auch Art. 96 Abs. 1 AIG
verpflichtet die im Ausländerrecht tätigen Behörden bei der Ermessensausübung zu
einer sorgfältigen Abwägung der infrage stehenden Interessen. Als Orientierungslinien
dienen die öffentlichen Interessen, die privaten Interessen und der Grad der Integration
(M. Spescha, in: Spescha/Thür/ Bolzli/Hruschka [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 4.
Aufl. 2015, Art. 96 N 1 f.). Das Verwaltungsgericht greift nicht in die
Ermessensausübung der Vorinstanzen ein, wenn diese nicht mit einem Rechtsfehler
behaftet ist (Art. 61 Abs. 1 VRP; Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton
St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 739 ff.).
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Der Beschwerdeführer bringt vor, dass der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung
unverhältnismässig wäre. Er begründet dies insbesondere damit, dass es ihm nicht
zuzumuten wäre, in sein Heimatland Serbien zurückzukehren. Er sei dort ein Fremder
und habe dort weder Familienmitglieder noch Freunde. Dagegen habe er sich in der
Schweiz ein Leben aufgebaut und sei hier integriert. Insbesondere habe er eine
Anstellung in der Schweiz und dementsprechend in finanzieller Hinsicht zu keinen
Klagen Anlass gegeben.
Als zulässiges öffentliches Interesse gilt das Durchsetzen einer restriktiven
Einwanderungspolitik. Diese sorgt für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der
schweizerischen und der ausländischen Wohnbevölkerung, die Schaffung günstiger
Rahmenbedingungen für die Eingliederung der in der Schweiz bereits ansässigen
Ausländer und die Verbesserung der Arbeitsmarktstruktur sowie eine möglichst
ausgeglichene Beschäftigung (BGE 135 I 153 E. 2.2.1 mit Hinweisen). Umso grösser
wiegt das öffentliche Interesse an einem Widerruf der Aufenthaltsbewilligung, wenn ein
Ausländer diese mit gefälschten Ausweispapieren erschlichen hat und deswegen – wie
vorliegend – auch rechtskräftig verurteilt wurde. Gerade aus ausländerrechtlicher Sicht
darf ein solches Verhalten nicht gebilligt werden, da sonst der Zweck einer geordneten
Einwanderungspolitik (insbesondere die Begrenzungsmassnahmen für
Drittstaatenangehörige) vereitelt würde. Vorliegend ist daher von gewichtigen
öffentlichen Interessen auszugehen.
In Bezug auf die privaten Interessen des Beschwerdeführers gilt es festzuhalten, dass
dieser erst im Alter von knapp 25 Jahren – das heisst im Erwachsenenalter – in die
Schweiz eingereist ist. Die prägende Kindheit und Jugendzeit hat er in seinem
Heimatland verbracht. So führte er in der Einvernahme vom 5. September 2015 aus,
dass er bis ins Jahr 2000 in X._, Serbien wohnhaft gewesen sei. Anschliessend soll er
nach Ljubljana, Slowenien gezogen sein, wo er bis zur Einreise in die Schweiz gelebt
habe (Dossier, S. 86). Wie die Vorinstanz zutreffend festhält, erscheint auch diese
Angabe zweifelhaft. Noch im Beschwerdeverfahren reicht der Beschwerdeführer
Beilage 6 ein, die er selber mit Zeugnis Gymnasium vom 17. Juni 2005 bezeichnet (act.
2/6). Diese Beilage datiert tatsächlich vom 17. Juni 2005, trägt aber einen Stempel der
serbischen Republik («Republica Serbia»). Wenn es sich dabei um ein
Gymnasialzeugnis handelt, wie der Beschwerdeführer selber angibt, ist davon
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auszugehen, dass er sich mindestens bis Juni 2005 in Serbien aufgehalten hat.
Zumindest gibt er keine Erklärung ab, wie es sonst möglich ist, dass er im Juni 2005
ein Gymnasialzeugnis in Serbien erworben hat. Gestützt darauf ist auch davon
auszugehen, dass er der serbischen Sprache mächtig ist und ihm die dortige Kultur
und Gepflogenheiten nach wie vor vertraut sind.
Der Beschwerdeführer lebt seit rund 7 Jahren in der Schweiz. Zutreffend ist, dass er
stets gearbeitet hat (über Stellenvermittlungsbüros in unterschiedlichen
Einsatzbetrieben) und in finanzieller Hinsicht zu keinen Klagen Anlass gegeben hat.
Dies ist aber grundsätzlich von jedem Ausländer zu erwarten, der zur Ausübung einer
Erwerbstätigkeit in die Schweiz kommt. Dagegen fällt negativ ins Gewicht, dass dieser
Aufenthalt auf einer widerrechtlich erlangten Aufenthaltsbewilligung beruht und somit
nicht rechtmässig war. Entsprechend wurde der Beschwerdeführer mit Strafbefehl vom
12. Oktober 2015 wegen verschiedenen Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz
und wegen Fälschens von Ausweisen schuldig gesprochen. Ebenfalls ist zu bemerken,
dass der Beschwerdeführer während seines Aufenthalts mit Strafbefehl vom 15. März
2012 wegen Führens eines nicht betriebssicheren / nicht den Vorschriften
entsprechenden Fahrzeugs verurteilt wurde (Dossier, S. 21). Zudem erfolgte im
September 2016 eine Verzeigung wegen Führens eines Motorfahrzeugs trotz Entzug
und widerrechtlichem Verwenden eines unter Umgehung des Wohnsitzprinzips
erworbenen ausländischen Führerausweises (act. 9/7). Dabei mag es zwar zutreffen,
dass es sich dabei um nicht so schwerwiegende SVG-Widerhandlungen handelte.
Auffallend ist aber auch hier, dass sich der Beschwerdeführer durch die Beschaffung
des serbischen Führerausweises einen unrechtmässigen Vorteil verschaffen wollte.
Insgesamt ist aufgrund der erfolgten Verurteilungen (insbesondere jener vom
12. Oktober 2015) von einer Geringschätzung der schweizerischen Rechtsordnung
auszugehen, weshalb nicht von einer gelungenen Integration gesprochen werden kann.
Zuletzt mag es zwar zutreffen, dass eine Rückkehr ins Heimatland (oder gegebenenfalls
nach Slowenien, wo sich der Beschwerdeführer nach seinen Angaben vor der Einreise
in die Schweiz aufgehalten habe) mit einer gewissen Härte verbunden ist. Die
vorgebrachten Gründe sind aber vorwiegend wirtschaftlicher Natur und gehen nicht
über die Entbehrungen hinaus, wie sie üblicherweise mit der Ausreise in ein Land
verbunden sind, welches der Betroffene als wirtschaftlich weniger entwickelt einstuft.
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Insbesondere hat der Beschwerdeführer in der Schweiz weder eine Ehefrau noch
Kinder, die ein besonderes Interesse an seinem Verbleib begründen könnten.
Insgesamt vermögen die privaten Interessen des Beschwerdeführers am Verbleib in der
Schweiz die öffentlichen Interessen am Widerruf respektive der Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung nicht zu überwiegen. Der angefochtene Entscheid ist recht- und
verhältnismässig. Die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA ist zu widerrufen
beziehungsweise nicht zu verlängern. Entsprechend ist die Beschwerde abzuweisen.
6. (...).