Decision ID: 402dbbbf-cbf0-428e-935e-cf501ff683ed
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ S.T. (geb. 1965 in Savino Selo, heute Serbien) ist Staatsangehörige von Kroatien.
Von 1985 bis 2005 war sie mit A.B. (geb. 1962, Staatsangehöriger Serbiens)
verheiratet. Am 7. Dezember 2007 heiratete sie in St. Gallen den in der Schweiz
niedergelassenen serbischen Staatsangehörigen X.Y. (geb. 16. November 1967; act.
10/Akten des Migrationsamtes 357-360). Nachdem sie am 14. Januar 2008 wiederum
für einen dreimonatigen bewilligungsfreien Besuchsaufenthalt in die Schweiz eingereist
war, reichte X.Y. am 16. Januar 2008 ein Gesuch um Familiennachzug ein. Da S.T.
verpflichtet wurde, den Entscheid über die Aufenthaltsbewilligung im Ausland
abzuwarten, verliess sie die Schweiz am 12. April 2008 wieder (act. 10/Akten des
Migrationsamtes 4/5).
S.T. reiste am 16. November 2008 erneut in die Schweiz ein und erhielt am 1.
Dezember 2008 im Rahmen des Familiennachzugs eine ordentliche
Aufenthaltsbewilligung unter der Bedingung, dass sie die angegebene Erwerbstätigkeit
ausübt und die Eheleute keine weiteren Sozialhilfeleistungen beziehen, keine neuen
Schulden beim Betreibungsamt verursachen, sich um die Sanierung der bestehenden
Schulden bemühen und ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen (act. 10/Akten
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des Migrationsamtes 12). Da die Verschuldung ihres Ehemannes zugenommen hatte,
wurde die Aufenthaltsbewilligung von S.T. am 8. Dezember 2009 unter Hinweis auf die
Bedingungen nur "ausnahmsweise ... unter jedem Vorbehalt – auf Zusehen und
Wohlverhalten hin –" bis 15. November 2010 verlängert (act. 10/Akten des
Migrationsamtes 35).
B./ Am 1. Dezember 2011 widerrief das Migrationsamt die Niederlassungsbewilligung
von X.Y. wegen strafrechtlicher Verfehlungen und wies gleichentags mit separater
Verfügung das Gesuch von S.T. vom 8. Oktober 2010 um Verlängerung ihrer
Aufenthaltsbewilligung ab mit der Begründung, die Voraussetzungen für die
Aufenthaltsbewilligung seien mit dem Widerruf der Niederlassungsbewilligung ihres
Ehemannes dahingefallen (act. 10/Akten des Migrationsamtes 88).
Das Sicherheits- und Justizdepartement wies den gegen die Verweigerung der
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung erhobenen Rekurs am 25. Oktober 2012 ab,
auferlegte S.T. die Entscheidgebühr von CHF 1'000 und wies ihr Begehren um Ersatz
der ausseramtlichen Kosten ab. Zur Begründung wird im Wesentlichen ausgeführt, der
Zweck der Aufenthaltsbewilligung von S.T. falle mit dem Widerruf der
Niederlassungsbewilligung ihres Ehemannes dahin. Der Entscheid war von der
Vorsteherin des Gesundheitsdepartements unterzeichnet, da der Vorsteher des
Sicherheits- und Justizdepartements, der sein Amt am 1. Juni 2012 angetreten hatte, in
seiner früheren anwaltlichen Tätigkeit und insbesondere auch im Rekursverfahren S.T.
vertreten hatte.
C./ Am 14. November 2012 erhob S.T. (nachfolgend Beschwerdeführerin) durch ihre
damalige Rechtsvertreterin gegen den am 31. Oktober 2012 zugestellten Entscheid des
Sicherheits- und Justizdepartements (nachfolgend Vorinstanz) vom 25. Oktober 2012
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die
Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin zu verlängern. Auf die Ausführungen

zur Begründung des Begehrens wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
eingegangen. Die Vorinstanz verzichtete am 3. Dezember 2012 unter Hinweis auf die
Erwägungen im angefochtenen Entscheid sowie die Akten auf eine ergänzende
Stellungnahme und beantragte, die Beschwerde sei unter Kostenfolge abzuweisen.
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Am 25. April 2013 wurden dem neuen Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin auf sein
Begehren hin die Akten zugestellt. Am 7. Mai 2013 ersuchte er um Zulassung einer
weiteren Stellungnahme und reichte zusätzliche Beweismittel ein. Die Vorinstanz
verzichtete am 16. Mai 2013 auf eine Stellungnahme und hielt an ihrem Antrag fest. Am
21. Mai 2013 hielt der Präsident des Verwaltungsgerichts fest, dem Ersuchen, eine
weitere Stellungnahme einreichen zu können, werde nicht entsprochen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin übernahm das Mandat am 1. März 2013
(act. 12, Vollmacht) nach Ablauf der Beschwerdefrist. Ebensowenig war eine
richterliche Frist zur Ergänzung der Beschwerde offen. Die Vorinstanz hatte zudem
sowohl am 3. Dezember 2012 auf eine Vernehmlassung zur Beschwerde als auch am
16. Mai 2013 auf eine Stellungnahme zu den am 7. Mai 2013 zusätzlich eingereichten
Beweismitteln verzichtet. Wenn dem Ersuchen des Rechtsvertreters um Zulassung
einer weiteren Eingabe am 21. Mai 2013 nicht entsprochen wurde, verletzte dies
deshalb den Anspruch auf Gewährung des rechtlichen Gehörs nicht. Nach
abgeschlossenem Schriftenwechsel vermittelt ein Anwaltswechsel allein grundsätzlich
keinen Anspruch auf Gehörsgewährung. Ein Wechsel des Rechtsvertreters allein löst
noch keinen Anspruch auf einen weiteren Schriftenwechsel aus.
3. Streitgegenstand bildet die Verweigerung der Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung, welche der Beschwerdeführerin erstmals am 1. Dezember 2008
zufolge Nachzugs zu ihrem Ehemann erteilt und letztmals bis 15. November 2010
verlängert wurde.
3.1. Gemäss Art. 33 AuG wird die Aufenthaltsbewilligung für Aufenthalte mit einer
Dauer von mehr als einem Jahr und für einen bestimmten Aufenthaltszweck erteilt; sie
ist befristet und kann verlängert werden, wenn keine Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG
vorliegen. Erfolgte die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gestützt auf eine
Zulassungsbestimmung für einen bestimmten Aufenthaltszweck, so ist bei einer
Änderung des Aufenthaltszwecks eine neue Bewilligung erforderlich (vgl. Art. 54 der
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Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit; SR 142.201, abgekürzt
VZAE). Die weitaus häufigste Anwendung findet diese Zweckbindung bei der Erteilung
einer Aufenthaltsbewilligung zwecks Familiennachzugs (vgl. T. Nüssle, in: Caroni/
Gächter/ Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar, Bern 2010, N 13 zu Art. 33
AuG). Entsprechend regelt Art. 51 Abs. 2 AuG das "Erlöschen" des Anspruchs auf
Familiennachzug. Gemäss Art. 43 Abs. 1 AuG hat der ausländische Ehegatte von
Personen mit Niederlassungsbewilligung – unter der Voraussetzung des
Zusammenwohnens - Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung. Dieser Anspruch erlischt insbesondere, wenn Widerrufsgründe
nach Art. 62 AuG vorliegen.
3.2. Gestützt auf Art. 62 Ingress und lit. d AuG kann die Aufenthaltsbewilligung
widerrufen werden, wenn die Ausländerin oder der Ausländer eine mit der Verfügung
verbundene Bedingung nicht einhält. Als "Bedingungen" gelten auch die Zwecke, zu
welchen ausländischen Personen der Aufenthalt in der Schweiz entsprechend Art. 33
Abs. 2 AuG bewilligt werden kann. Wird der ursprüngliche Zweck aus verschuldeten
oder unverschuldeten Gründen nicht mehr verfolgt beziehungsweise eingehalten, gilt
der Aufenthaltszweck nach gängiger Terminologie als "erfüllt". Infolgedessen kann die
Bewilligung widerrufen beziehungsweise nicht verlängert und die ausländische Person
weggewiesen werden (vgl. S. Hunziker, in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis
Handkommentar, Bern 2010, N 44 zu Art. 62 AuG).
Die Niederlassungsbewilligung des Ehemannes wurde widerrufen. Die gegen den
Widerruf erhobenen Rechtsmittel blieben bisher erfolglos. Damit ist der Widerrufsgrund
gemäss Art. 62 Ingress und lit. d AuG erfüllt. Da der Widerrufsgrund auch dann
gegeben ist, wenn der Aufenthaltszweck ohne Verschulden der aufenthaltsberechtigten
Person "erfüllt" ist, ist unbehelflich, dass die Beschwerdeführerin – wie in der
Beschwerde vorgebracht wird – sich nichts hat zuschulden kommen lassen.
Ebensowenig ändert der Umstand etwas, dass der Widerruf der
Niederlassungsbewilligung des Ehemannes noch nicht rechtskräftig ist. Einerseits ist
fraglich, ob das Anwesenheitsrecht des Ehemannes nach der Einleitung des Verfahrens
zum Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung noch als gefestigt bezeichnet werden
kann (vgl. BGer 2C_847/2009 vom 21. Juli 2010 E. 3.2. mit Hinweis auf BGE 126 II 269;
M. Spescha, in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli [Hrsg.], Migrationsrecht, 3. Aufl. 2012, N 9
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zu Art. 51 AuG). Anderseits ist auch die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung
der Beschwerdeführerin noch nicht rechtskräftig.
3.3. Demnach ist nachfolgend zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin aufgrund einer
anderen Rechtsnorm einen Anspruch auf Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung
hat.
3.3.1. Die Beschwerdeführerin vertritt diesbezüglich die Auffassung, für den Fall, dass
der Widerruf der Niederlassungsbewilligung ihres Ehemannes rechtskräftig werde,
könne sie sich mit Erfolg auf Art. 49 AuG berufen, würden vorliegend doch sowohl
berufliche als auch andere wichtige und nachvollziehbare Gründe für einen getrennten
Wohnsitz der Beschwerdeführerin und ihres Ehemannes sprechen (vgl. Beschwerde
Ziff. III/13 ff.).
Nach Art. 43 Abs. 1 AuG hängt der aus der Ehe abgeleitete Bewilligungsanspruch vom
Zusammenwohnen der Ehegatten ab. Davon kann gemäss Art. 49 AuG nur abgesehen
werden, wenn wichtige Gründe dafür geltend gemacht werden und die
Familiengemeinschaft dennoch weiter besteht. Zweck der Bestimmung ist es, den
Umgang mit familiären Ausnahmesituationen zu regeln (E. S. Amstutz, in: Caroni/
Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar, Bern 2010, N 4 zu Art. 49 AuG).
Die vorliegend für den Fall der Ausreise des Ehemannes der Beschwerdeführerin in
sein Heimatland zur Beurteilung stehende Ausnahmesituation wird jedoch vom
Geltungsbereich des Art. 49 AuG nicht erfasst. So würde nicht nur die räumliche und
zeitliche Trennung des Ehepaares den von Art. 49 AuG gesetzten Rahmen, innerhalb
dessen noch von einer intakten Ehegemeinschaft ausgegangen werden kann,
offensichtlich sprengen. Die Beschwerdeführerin wird daneben auch überhaupt nicht
mehr vom persönlichen Geltungsbereich des Art. 49 AuG erfasst, sind die
Voraussetzungen des Familiennachzuges mit dem Widerruf der
Niederlassungsbewilligung des Ehemannes der Beschwerdeführerin doch nicht mehr
gegeben und ist somit namentlich Art. 43 Abs. 1 AuG nicht mehr anwendbar. Die
Vorbringen der Beschwerdeführerin zu den Gründen, welche eine räumliche Trennung
von ihr und ihrem Ehemann rechtfertigen würden, können an dieser Stelle daher
unberücksichtigt bleiben.
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3.3.2. Die Beschwerdeführerin möchte sodann einen Anwesenheitsanspruch aus Art.
50 Abs. 1 Ingress und lit. a AuG ableiten (vgl. Beschwerde Ziff. III/20).
Nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG besteht der Anspruch des Ehegatten auf Erteilung und
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach Auflösung der ehelichen Gemeinschaft
weiter, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre gedauert hat und eine
erfolgreiche Integration besteht. Der Zweck dieser Norm besteht darin,
schwerwiegende Härtefälle nach der Auflösung der ehelichen Gemeinschaft zu
verhindern (BBl 2002 III, S. 3753 f.), indem das akzessorische Aufenthaltsrecht durch
einen selbständigen Anspruch abgelöst wird. Erforderlich ist somit, dass die eheliche
Gemeinschaft des die Norm anrufenden Ausländers als gescheitert anzusehen ist (M.
Caroni, in: Caroni/Gächter/Thurnherr, [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar, Bern 2010, N
8 ff. Art. 50 AuG mit Hinweis auf BGer 2C_304/2009 vom 9. Dezember 2009 E. 3.2. in
fine; 2C_416/2009 vom 8. September 2009 E. 2.1.2.). Dabei gilt eine Ehegemeinschaft
als gescheitert, wenn sich die Eheleute definitiv getrennt haben und keine ernsthafte
Aussicht mehr besteht, dass sie sich wieder vereinigen könnten. Selbst aus einem
anhaltenden blossen Getrenntleben könnte somit nicht automatisch gefolgert werden,
dass die Ehegemeinschaft aufgelöst ist (vgl. Spescha, a.a.O., N 1 zu Art. 50 AuG).
Die Beschwerdeführerin möchte sich jedoch einzig aufgrund der im Falle der
Wegweisung ihres Ehemannes erzwungenen räumlichen Trennung des Ehepaares auf
Art. 50 AuG berufen, betont sie doch im Rahmen ihrer Beschwerdeschrift ausdrücklich,
dass die eheliche Gemeinschaft zwischen ihr und ihrem Ehemann intakt ist und auch
nach seiner Wegweisung unverändert fortbestehen würde (vgl. Beschwerde Ziff. III/16
ff.). Die in sachlicher Hinsicht geforderte Voraussetzung des Scheiterns der Ehe ist
folglich unstreitig nicht gegeben, weshalb Art. 50 AuG auf den vorliegenden
Sachverhalt nicht anwendbar ist.
3.4. Besteht kein Rechtsanspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, ist über
die Erteilung bzw. Verlängerung nach pflichtgemässem Ermessen zu entscheiden.
3.4.1. Gemäss Art. 96 Abs. 1 AuG berücksichtigen die zuständigen Behörden bei der
Ermessensausübung die öffentlichen Interessen, die persönlichen Verhältnisse und den
Grad der Integration des Ausländers. Verlangt ist somit eine umfassende Abwägung
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der auf dem Spiel stehenden Interessen. Das Ermessen lässt der zuständigen Behörde
einen gesetzlich eingeräumten Entscheidungsspielraum, der ihr das Treffen einer
sachgemässen Entscheidung im Einzelfall ermöglichen soll. Das Verwaltungsgericht
hat diesen Spielraum zu respektieren und sich nach Art. 61 Abs. 1 VRP auf die
Rechtskontrolle zu beschränken. Im konkreten Fall prüft es deshalb allein, ob die
Vorinstanz ihr Ermessen allenfalls überschritten oder missbraucht haben könnte. Eine
Ermessensüberschreitung liegt vor, wenn die Behörde Ermessen walten lässt, wo für
dieses nach Gesetz kein Raum ist. Ein Ermessensmissbrauch wird demgegenüber
angenommen, wenn sich die Behörde zwar an den Rahmen des ihr vom Gesetz
eingeräumten Ermessens hält, dieses jedoch missbräuchlich anwendet (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 739 ff.).
3.4.2. Zunächst sind die öffentlichen Interessen an der Beendigung der Anwesenheit
der Beschwerdeführerin in der Schweiz darzulegen.
Die Beschwerdeführerin trifft keinerlei Verschulden. Sie ist strafrechtlich nicht
aufgefallen und hat mit ihrem Einkommen offenbar zur Reduktion der Verschuldung
ihres Ehemannes beigetragen. Das öffentliche Interesse an der Beendigung des
Aufenthalts der Beschwerdeführerin in der Schweiz beschränkt sich damit auf ein bloss
demografisches. Als zulässiges öffentliches Interesse fällt dabei grundsätzlich auch das
Durchsetzen einer restriktiven Einwanderungspolitik in Betracht. Eine solche ist im
Hinblick auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen schweizerischer und ausländischer
Wohnbevölkerung, auf die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für die
Eingliederung der in der Schweiz bereits ansässigen Ausländer und die Verbesserung
der Arbeitsmarktstruktur sowie auf eine möglichst ausgeglichene Beschäftigung im
Lichte von Art. 8 Ziff. 2 EMRK zulässig (BGE 137 I 247 E. 4.1.2 mit Hinweisen). Der
Vorinstanz ist sodann beizupflichten, dass die von der Beschwerdeführerin in der
Schweiz ausgeübte nicht besonders qualifizierte berufliche Tätigkeit insbesondere aus
arbeitsmarktlicher Sicht für die schweizerische Wirtschaft nicht unentbehrlich ist.
3.4.3. Sodann sind die privaten Interessen der Beschwerdeführerin an einer
Verlängerung der Anwesenheit in der Schweiz darzustellen. Die Beschwerdeführerin
verweist auf ihre erfolgreiche Integration in der Schweiz. Dem Integrationsgrad kommt
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bei Entscheiden über die Verlängerung oder den Widerruf von Bewilligungen eine
wesentliche Bedeutung zu (Spescha, a.a.O., N 5 zu Art. 96 AuG).
Die Beschwerdeführerin erscheint in beruflicher Hinsicht in der Schweiz integriert. Sie
hat zunächst als Fachkraft Reinigung sowie als Verkäuferin bzw. Serviceangestellte
gearbeitet. Seit 2009 führt sie als alleinige Gesellschafterin die Q. GmbH, welche
allgemeine Sicherheitsdienstleistungen, Bewachung, Ordnungsdienste,
Personenschutz sowie Dienstleistungen im Zusammenhang mit Wohnungs- und
Gebäudereinigung sowie die Durchführung von Malerarbeiten, Hauswartungen und
Umzügen anbietet. Seit die Beschwerdeführerin erwerbstätig ist, konnte ihr Ehemann
seine Ausstände beim Betreibungsamt reduzieren. Daraus ist zu schliessen, dass die
Beschwerdeführerin auch zum Unterhalt ihres Ehemannes beiträgt. Insoweit besteht
also auch ein Interesse der privaten Gläubiger des Ehemannes der Beschwerdeführerin
an ihrer weiteren Erwerbstätigkeit in der Schweiz.
Die familiäre Integration der Beschwerdeführerin hängt vorab von der Anwesenheit
ihres Ehemanns in der Schweiz ab. Insbesondere ist ihre zweite Ehe kinderlos
geblieben. Ihre Mutter, ihr Bruder und ihre beiden Kinder aus erster Ehe leben nicht in
der Schweiz (vgl. act. 14/ärztliches Zeugnis). Weitere familiäre Beziehungen der
Beschwerdeführerin zur Schweiz sind nicht ersichtlich. Ebensowenig ist ersichtlich, ob
und inwieweit die Beschwerdeführerin – über die beruflichen Verbindungen hinaus – in
sozialer Hinsicht in der Schweiz integriert ist. Da die eheliche Gemeinschaft und der
Ehewille unbestrittenermassen weiter bestehen, entfällt mit der Verpflichtung des
Ehemannes, die Schweiz zu verlassen, das zentrale private Interesse der
Beschwerdeführerin an ihrem eigenen Aufenthaltsrecht. Die privaten Interessen
beschränken sich auf die Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen Integration und
weiterer, allerdings nicht konkretisierter vergleichsweise geringer sozialer Beziehungen
in der Schweiz. In sprachlicher Hinsicht ist die Beschwerdeführerin denn auch nur
beschränkt integriert (vgl. act. 14/Schreiben der Beschwerdeführerin vom 7. Mai 2013,
S. 3).
Zu berücksichtigen sind auch das Alter, in welchem eine ausländische Person einreiste
und die Dauer ihrer Anwesenheit in der Schweiz. Die 1965 geborene
Beschwerdeführerin zog 2008 – mithin im Alter von über 43 Jahren – in die Schweiz.
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Soweit ersichtlich hat sie bis dahin mehrheitlich in ihrem Heimatstaat gelebt, wo sie
auch aufgewachsen und in die Schule gegangen ist und eine Ausbildung als
Chemielaborantin absolviert hat. Mit einem Aufenthalt von fünf Jahren hat sie in der
Schweiz lediglich einen untergeordneten Teil ihres Lebens verbracht. Mit ihrem ersten
Ehemann und den gemeinsamen Kindern hat sie sodann in Serbien und in Italien
gelebt. Aus der Dauer des Aufenthalts der Beschwerdeführerin lässt sich mithin keine
enge Beziehung zur Schweiz ableiten.
3.4.4. Das persönliche Verhalten der Beschwerdeführerin ist positiv zu gewichten.
Aufgrund der relativ kurzen Aufenthaltsdauer ist die Verankerung in der Schweiz
vergleichsweise gering. Soweit die Beschwerdeführerin von den deliktischen
Handlungen ihres Ehemannes wusste, musste sie bei der Aufnahme der familiären
Beziehung damit rechnen, die Beziehung nicht in der Schweiz leben zu können (vgl.
BGE 139 I 145 E. 2.4.). Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin in das Heimatland ihres
Ehemannes erscheint zumutbar. Aufgrund ihrer Biografie ist sie mit der Sprache und
den Sitten und Gebräuchen vertraut. Aus den Akten geht zudem hervor, dass die
Beschwerdeführerin in den letzten Jahren mindestens einmal, vom 25. Dezember 2009
bis zum 28. Januar 2010, Urlaub in Serbien verbrachte (act. 598 und 599 des
Migrationsamtes). Dass es ihr nicht möglich sei, zukünftig in einem der beiden
Heimatländer zu leben und eine Erwerbstätigkeit auszuüben, wird von der
Beschwerdeführerin auch gar nicht behauptet. In finanzieller Hinsicht wird die
Beschwerdeführerin nach ihrer Ausreise zweifelsohne Einbussen hinnehmen müssen.
Gerade in Bezug auf die von der Beschwerdeführerin zu tragenden Pflegekosten ihres
Ehemannes sei aber darauf hingewiesen, dass es in Serbien im Bereich der
Krankenversicherung eine gesetzliche Pflichtversicherung gibt (vgl. Zakon o
zdravstvenom osiguranju, Amtsblatt der Republik Serbien 17/05; Country of Return
Information Project: Country Sheet Serbia, November 2008, S. 73-78, abrufbar unter
www.refworld.org). Zudem kann der Ehemann, dem ein Anspruch auf Überweisung
allfälliger Leistungen der schweizerischen Invalidenversicherung nach Serbien
zukommt, auch in Serbien Sozialhilfe beziehen (R. Mattern, Schweizerische
Flüchtlingshilfe, Auskunft der SFH-Länderanalyse, Südserbien: Soziale Situation
vertriebener Personen, Bern, 28. Februar 2011, Ziff. 1.2.).
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Aus den Vorbringen der Beschwerdeführerin und den Akten ergeben sich keine
Hinweise, dass die Vorinstanz mit ihrem Entscheid die öffentlichen Interessen und die
persönlichen Interessen der Beschwerdeführerin sowie deren Grad der Integration
nicht ausreichend berücksichtigt und damit ihr Ermessen überschritten oder gar
missbraucht haben sollte. Die private Interessenlage der Beschwerdeführerin hat sich
seit Einreichung der Beschwerde am 14. November 2012 allerdings nochmals
verändert. So kann dem am 7. Mai 2013 nachgereichten ärztlichen Zeugnis der
Beschwerdeführerin vom 20. Dezember 2012 entnommen werden, dass sie seit Juni
2012 ein Geschwür in der rechten Brust habe, welches medikamentös behandelt
werde. Darüber hinaus würden sie seit einem Sturz Rücken- sowie Kopfschmerzen
plagen (vgl. act. 14, Schreiben der Beschwerdeführerin vom 7. Mai 2013, S. 3). Sie
habe zudem eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.10) und befinde sich in
einer schweren psychosozialen Belastungssituation, was eine Arbeitsunfähigkeit von
(bei Abfassung des Schreibens) 70% nach sich ziehe. Die Behandlung erfolge
medikamentös (Trittico retard, Zolpidem) durch den Hausarzt der Beschwerdeführerin.
Das nachgereichte ärztliche Zeugnis vom 20. Dezember 2012 wäre im Grundsatz im
Verfahren vor Verwaltungsgericht überhaupt nicht zu beachten, nachdem es erst nach
Abschluss des Rekursverfahrens ausgestellt worden ist (sog. "echte Noven"; vgl. Art.
61 Abs. 3 VRP; Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St.
Gallen 2003, Rz. 642). Im Ausländerrecht indessen hat das Bundesgericht ausdrücklich
festgehalten, dass das Verwaltungsgericht auf den Sachverhalt im Zeitpunkt des
Entscheides abzustellen hat (BGE 128 II 149; Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 645). Die neuen
Erkenntnisse hinsichtlich der gesundheitlichen Situation der Beschwerdeführerin,
welche sich aus dem ärztlichen Zeugnis vom 20. Dezember 2012 ergeben, sind daher
im Rahmen der Prüfung der Zumutbarkeit und Verhältnismässigkeit der Rückkehr der
Beschwerdeführerin nach Serbien resp. Kroatien zu berücksichtigen. Die Ausreise
eines Ausländers aus der Schweiz trotz angeschlagenen Gesundheitszustandes ist
allerdings nur dann unzumutbar, wenn der Betroffene an einer ernsthaften
gesundheitlichen Beeinträchtigung leidet, die während einer langen Zeitspanne
dauernde ärztliche Behandlung oder punktuelle medizinische Notfallmassnahmen
notwendig macht, welche im Herkunftsland nicht erhältlich sind, so dass eine Ausreise
aus der Schweiz die Gefahr schwerwiegender Folgen für seine Gesundheit nach sich
zieht. Der blosse Umstand, dass das Gesundheits- oder Sozialversicherungswesen in
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einem anderen Staat allenfalls nicht mit demjenigen in der Schweiz vergleichbar ist und
die hiesige medizinische Versorgung einem höheren Standard entspricht, kann nicht
die Unzumutbarkeit der Rückreise zur Folge haben (vgl. BGE 128 II 200 E. 5.3.;
BGer 2C_833/2011 vom 6. Juni 2011 E. 3.3.2.; 2C_113/2009 vom 30. Juni 2009 E. 3.2.;
2C_216/2009 vom 20. August 2009 E. 4.2.).
Aus dem vorliegend zu beurteilenden ärztlichen Zeugnis geht nicht hervor, mit welcher
Dauer und Art der ärztlichen Behandlung zukünftig zu rechnen ist. Auch wird nicht
dargetan, dass sich die Krankheit der Beschwerdeführerin im Falle ihrer Rückkehr in
den Heimatstaat ihres Ehemannes bzw. ihren Heimatstaat verschlimmern würde, weil
sie dort keine oder nur unzureichende Behandlung erführe. Diesbezüglich sei
festgehalten, dass sowohl im Heimatland ihres Mannes als auch in ihrem Heimatland
zumindest alle grösseren Städte mit allgemeinen Krankenhäusern ausgestattet sind,
teilweise auch mit Spezialkliniken (vgl. BVGer E-6368/2012 vom 22. Juli 2013 E. 5.3.2.;
E-7279/2008 vom 8. Juli 2011 E. 4.3.; D-2728/2012 vom 22. Mai 2012; S. Giraud,
Newsletter von Health-EU 111 – Brennpunkt, Gesundheit und Erweiterung – Kroatien,
abrufbar unter http://ec.europa.eu/health/newsletter/111 /focus_newsletter_de.htm
Stand: 15. November 2013). Psychische Krankheiten sowie Brustkrebs können daher
grundsätzlich in beiden Ländern ohne weiteres behandelt werden. Es besteht zudem in
beiden Ländern eine gesetzliche Krankenversicherung, welcher die Beschwerdeführerin
auch im Falle ihrer fortdauernden Arbeitsunfähigkeit angeschlossen würde
(vgl. Croatian health insurances fund, Über das kroatische Gesundheitswesen, abrufbar
unter http://www.hzzo.hr/de/uber-kroatisches-gesundheitswesen, Stand: 15.
November 2013; Country of Return Information Project: Country Sheet Serbia,
November 2008, S. 73). Selbst wenn nun die psychiatrische sowie onkologische bzw.
hausärztliche Versorgung in Serbien und Kroatien nicht den gleichen Standard wie
hierzulande erreicht, steht damit nicht eine starke Gefährdung der Wiedereingliederung
der Beschwerdeführerin im Herkunftsland in Frage. Sie unterscheidet sich insofern
nicht wesentlich von zahllosen in ihrer Heimat verbliebenen Landsleuten, die an
denselben Beschwerden leiden, ohne dass sie deswegen eine ausländerrechtlich
privilegierte Behandlung beanspruchen könnten (vgl. BGer 2A_214/2002 vom 23.
August 2002 E. 3.4.). Aus den Akten kann des Weiteren nicht geschlossen werden,
dass die Beschwerdeführerin selbst bei andauernder Teilarbeitsunfähigkeit nicht in der
Lage wäre, den Alltag in ihrem Heimatland bzw. dem Heimatland ihres Ehemannes zu
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bewältigen. Sie ist nicht auf eine Fremdbetreuung angewiesen und ausschliesslich in
medikamentöser Behandlung bei ihrem Hausarzt. Es besteht sodann die
Wahrscheinlichkeit, dass die bei der Beschwerdeführerin festgestellten mittelschweren
Depressionen, welche ursächlich sind für ihre Arbeitsunfähigkeit, grösstenteils im
Zusammenhang mit der drohenden Rückführung in ihre Heimat resp. die Heimat ihres
Ehemannes stehen. Sollte diese Annahme zutreffen, dürften sie sich daher nach der
Ausreise der Beschwerdeführerin zurückbilden. Dessen ungeachtet vermögen
psychische Störungen und daraus resultierende Beeinträchtigungen, welche ihre
Ursache nicht in den Verhältnissen des Ziellandes sondern im Vorgang des
Wegweisungsvollzugs als solchem haben, letzteren grundsätzlich nicht in Frage zu
stellen (vgl. BVGer C-4655/2009 vom 5. Oktober 2011 E. 7.8.3. mit Hinweis). Der
dargetane Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin steht somit einer Rückkehr in
ihren Heimatstaat bzw. den Heimatstaat ihres Ehemannes nicht entgegen.
4. In Würdigung der gesamten Umstände des zur Beurteilung stehenden Einzelfalles
erweist sich die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin
angesichts der überwiegenden öffentlichen Interessen gemäss Art. 96 AuG als
verhältnismässig. Folglich erübrigen sich auch die von der Beschwerdeführerin
beantragten weiteren Abklärungen hinsichtlich des Integrationsgrades der
Beschwerdeführerin, weshalb der entsprechende Beweisantrag abgewiesen wird. Die
Beschwerde ist abzuweisen.
5. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht