Decision ID: 2e532499-e327-5ed2-88c3-d704a828fddf
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 14.03.2017 Art. 17 ATSG. Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV. Art. 29 Abs. 2 BV. Verletzung des rechtlichen Gehörs und deren Heilung bejaht, Berücksichtigung bei den Kosten- und Entschädigungsfolgen. Beweiskraft des psychiatrischen Gutachtens bejaht. Verbesserung des Gesundheitszustandes, welcher zu einer Einstellung der Rente führt, bejaht, jedoch zu einem späteren Zeitpunkt als von der Beschwerdegegnerin verfügt. Teilweise Gutheissung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. März 2017, IV 2014/570). Entscheid vom 14. März 2017 Besetzung Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider und Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Katja Meili Geschäftsnr. IV 2014/570 Parteien A._, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh, Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen, gegen IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen, Beschwerdegegnerin, Gegenstand Rente (Einstellung) Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 21. Februar 2007 unter Angabe einer Angsterkrankung
erstmals zum Bezug von IV-Leistungen an und beantragte eine Wiedereinschulung in
die bisherige Tätigkeit als Hilfsarbeiter sowie Arbeitsvermittlung (IV-act. 1). Am 14. Mai
2007 wurde der Versicherte durch RAD-Arzt B._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, untersucht. Dieser diagnostizierte mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit eine Angsterkrankung mit Panikattacken (Panikstörung) auf dem
Boden einer anamnestisch selbstunsicheren Persönlichkeit (ICD-10: F41.0) sowie
anamnestisch eine depressive Episode, mittelgradig ausgeprägt. Die durch Absenzen
bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit werde aktuell mit ca. 40 bis 50%
geschätzt, dies für jegliche erwerbliche Tätigkeit (Bericht vom 30. Mai 2007; IV-act. 18).
Der Versicherte befand sich, nach Aufforderung der IV-Stelle, sich voll- oder
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teilstationär therapieren zu lassen (vgl. IV-act. 22), vom 14. August bis 10. Oktober
2007 stationär in der Klinik C._. Die dort behandelnden Ärzte befanden, der
Versicherte sei derzeit zu keiner selbständigen beruflichen Tätigkeit ohne begleitende
Unterstützung in der Lage. Sie schätzten, dass eine Tätigkeit mit Begleitung und
Möglichkeit des Rückzugs bei Aufkommen von Angst bzw. Panik zunächst bis zu ca. 4
Stunden täglich ausführbar sein könnte (IV-act. 29). Die IV-Stelle teilte dem
Versicherten am 13. Juni 2008 mit, gemäss ihren Abklärungen sei keine aktive
Arbeitsvermittlung bzw. Tätigkeit in der freien Wirtschaft möglich, weshalb die
Eingliederungsmassnahmen einzustellen seien (IV-act. 42). Mit Verfügung vom 13.
November 2008 wurde dem Versicherten ab 1. Dezember 2007 eine halbe IV-Rente,
gestützt auf einem Invaliditätsgrad von 55%, zugesprochen (IV-act. 54).
A.b Auf Antrag von D._, Dipl. Sozialpädagoge FH, und dem Versicherten (vgl. IV-act.
57) gewährte die IV-Stelle mit Schreiben vom 17. November 2009 Beratung und
Unterstützung bei der Stellensuche (IV-act. 72). Das begonnene Einsatzprogramm
brach der Versicherte wegen einer Verstärkung der Angststörung per 17. März 2010
ab, worauf die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung am 29. Juni 2010 abschloss (IV-act. 82).
A.c Im August 2010 wurde von Amtes wegen eine Rentenrevision eingeleitet (vgl. IV-
act. 83 ff.). Auf Veranlassung der IV-Stelle wurde der Versicherte am 8. April 2011
durch Dr. med. E._, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH, untersucht. In
seinem Gutachten vom 30. April 2011 nannte Dr. E._ als Diagnosen mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen,
selbstunsicher-vermeidenden und passiv-aggressiven sowie dissozialen Zügen
(ICD-10: F61) und eine Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10: F40.01). Er beurteilte, in
der angestammten Tätigkeit als Hilfsarbeiter sowie in einer adaptierten Tätigkeit
bestehe aus rein psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von höchstens 40%,
bezogen auf ein Vollzeitpensum, mit voraussichtlich weiterer Besserungstendenz unter
konsequenter Behandlung (IV-act. 102). Die IV-Stelle stellte dem Versicherten mit
Vorbescheid vom 27. Juni 2011 eine Herabsetzung der halben auf eine Viertelsrente bei
einem IV-Grad von 43% in Aussicht (IV-act. 108), worauf der Versicherte am 29. August
2011 Einwand erhob (IV-act. 112). Am 20. September 2011 verfügte die IV-Stelle
entsprechend dem Vorbescheid und setzte die Rente ab 1. November 2011 herab (IV-
act. 116). Der Versicherte ersuchte mit Schreiben vom 27. September 2011 um
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Unterstützung bei der Arbeitssuche (IV-act. 124), was die IV-Stelle in der Folge wegen
mangelnder Mitwirkung abwies (vgl. IV-act. 140).
A.d Im Januar 2012 erhielt die IV-Stelle einen anonymen Hinweis, wonach der
Versicherte das Restaurant F._ in G._ betreibe, in welchem es auch
Spielautomaten habe und Glücksspiele stattfänden. Zudem prahle der Versicherte
gemäss Aussagen des Hinweisgebers damit, alle Ärzte getäuscht zu haben, um eine
IV-Rente zu erhalten (IV-act. 128). Mit Schreiben vom 9. April 2013 setzte die IV-Stelle
den Versicherten über den Beizug von Akten des Untersuchungsamts H._ und die
Wiederaufnahme des Verfahrens in Kenntnis (IV-act.161). Am 11. März 2014 teilte die
IV-Stelle dem Versicherten mit, dass zur Klärung der Leistungsansprüche eine
psychiatrische Untersuchung durch Dr. E._ notwendig sei (IV-act. 179). Der
Versicherte brachte am 21. März 2014 vor, Dr. E._ könne sich zur Infragestellung der
erstmaligen Rentenzusprache nicht äussern, da er damals nicht behandelnder Arzt
gewesen sei. Er beantrage, dass vor einer Begutachtung durch Dr. E._, beim derzeit
behandelnden Dr. med. I._, Facharzt für Psychotherapie und Psychiatrie, ein
umfassender Bericht eingeholt und ihm die gleichen Fragen unterbreitet würden (IV-
act. 182). Mit Schreiben vom 28. März 2014 nahm die IV-Stelle Stellung, kündigte die
Einholung eines Verlaufsberichts bei Dr. I._ an und eröffnete dem Versicherten eine
Frist, um eine anfechtbare Verfügung zu verlangen. Zudem wies sie darauf hin, dass sie
eine vorsorgliche Renteneinstellung prüfe (IV-act. 183). Am 7. April 2014 teilte der
Versicherte mit, er halte an seiner Stellungnahme fest und beantrage in Bezug auf seine
Anträge zum Gutachten eine anfechtbare Verfügung (IV-act. 184).
A.e Mit Verfügung vom 10. April 2014 hielt die IV-Stelle an der Gutachterstelle sowie
am Fragenkatalog fest (IV-act. 186). Gleichentags stellte sie dem Versicherten die
vorsorgliche Renteneinstellung in Aussicht (IV-act. 185). Am 7. Mai 2014 sah der
Versicherte von einer Beschwerde bezüglich der Begutachtung durch Dr. E._ ab und
ersuchte von der vorsorglichen Einstellung abzusehen (IV-act. 190). Die IV-Stelle
verfügte gleichentags die sofortige vorsorgliche Einstellung der Rente (IV-act. 189).
Dagegen erhob der Versicherte am 10. Juni 2014 Beschwerde beim
Versicherungsgericht St.Gallen (IV-act. 200), welche dieses mit Entscheid vom 27.
Oktober 2014 abwies (act. 224).
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A.f Auf Veranlassung von Dr. I._ war der Versicherte am 14. und 18. Juli 2014 in der
Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St.Gallen psychologisch untersucht worden.
Die Untersuchenden hatten festgestellt, es verdeutlichten sich eine leichte
Intelligenzminderung bis mittelschwere kognitive Funktionsstörungen und eine
psychische Störung. Die Leistungsfähigkeit sei um 50% reduziert. Sie hatten eine
Arbeitsstelle in einem geschützten Rahmen als passend erachtet (Bericht vom 16. Juli
2014 [Datum wohl fehlerhaft]; IV-act. 206).
A.g Nach einer Untersuchung hatte Dr. E._ in seinem Gutachten vom 22. Juli 2014
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine weitgehend remittierte Agoraphobie mit
Panikstörung (ICD-10: F40.01) sowie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit
narzisstischen, selbstunsicher-vermeidenden und passiv-aggressiven sowie
dissozialen Zügen (ICD-10: F61) diagnostiziert. In der angestammten Tätigkeit als
Hilfsarbeiter sowie in einer adaptierten Tätigkeit bestehe aus psychiatrischer Sicht eine
Arbeitsunfähigkeit von höchstens 10-20% mit weiterer Besserungstendenz unter
konsequenter Behandlung (IV-act. 203). Mit Vorbescheid vom 17. September 2014
stellte die IV-Stelle dem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 11% die
Einstellung der Rente rückwirkend per 31. März 2012 in Aussicht und behielt sich eine
Rückforderung der zu viel bezahlten Leistungen vor (IV-act. 208). Dagegen erhob der
Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh, St.Gallen, am 20.
Oktober 2014 Einwand und ersuchte um Ansetzung einer Nachfrist von vier Wochen
wegen Abwartens der angeforderten Arztberichte (IV-act. 217). Die IV-Stelle räumte ihm
eine einmalige Nachfrist bis 7. November 2014 ein (IV-act. 219). Mit Schreiben vom 7.
November 2014 ersuchte der Versicherte um eine Fristerstreckung zur Begründung des
Einwandes bis Mitte Dezember 2014. Er sei auf den noch nicht eingegangenen Bericht
von Dr. I._ angewiesen und erachte die lediglich einmalig erstreckte Nachfrist als
nicht mit seinem rechtlichen Gehör vereinbar (IV-act. 220). Mit Verfügungen vom 13.
November 2014 stellte die IV-Stelle die Rente rückwirkend per 31. März 2012 ein und
hielt fest, der Versicherte habe keinen Anspruch auf eine IV-Rente. Die in der Zeit vom
1. April 2012 bis 31. Mai 2014 zu Unrecht bezogenen Leistungen von Fr. 29‘645.--
seien zurückzuerstatten (IV-act. 222 f.).
A.h Mit Schreiben vom 10. November 2014 hatte Dr. I._ eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung mit infantilen, selbstunsicheren und schizoiden Anteilen
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(ICD-10: F61.0), rezidivierende depressive Episoden gegenwärtig mittelgradig
ausgeprägt (ICD-10: F33.11), eine leichte Minderintelligenz (ICD-10: F70.0) sowie eine
Angst- und Panikstörung (ICD-10: F41.0) diagnostiziert. Er hatte den Versicherten als
zu höchstens 50% arbeitsfähig erachtet und dies auch nur in einem geschützten
Rahmen, d.h. die Leistungsfähigkeit sei dabei um 50% reduziert. Das Gutachten von
Dr. E._ sei unprofessionell und die Schlussfolgerungen in keiner Weise
nachvollziehbar (IV-act. 231).
B.
B.a Gegen die Verfügungen vom 13. November 2014 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 15. Dezember 2014. Der Beschwerdeführer beantragt darin deren
vollumfängliche Aufhebung und die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zum
Erlass einer neuen Verfügung. Eventualiter sei von einer Renteneinstellung abzusehen.
Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren unter
Einsetzung des Unterzeichnenden als Offizialbeistand; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge (act. G1). Er bringt vor, die Beschwerdegegnerin habe das
Gutachten von Dr. E._ bereits am 24. Juli 2014 erhalten, dieses dem
Beschwerdeführer jedoch erst mit dem Vorbescheid vom 17. September 2014 zur
Kenntnis gebracht. Dem Fristerstreckungsgesuch vom 20. Oktober 2014 habe die
Beschwerdegegnerin nicht vollumfänglich entsprochen, auf dasjenige vom 7.
November 2014 habe sie überhaupt nicht reagiert. Damit habe die
Beschwerdegegnerin seinen Anspruch auf rechtliches Gehör gleich mehrfach verletzt,
weshalb die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen sei. Eventualiter sei ein neues
psychiatrisches Gutachten einzuholen, da sich die Beschwerdegegnerin damit
begnüge, sowohl der neuropsychologischen Untersuchung im Kantonsspital St.Gallen
vom 14./18. Juli 2014 als auch dem ihr gänzlich unbekannten Bericht von Dr. I._ vom
10. November 2014 jegliche Aussagekraft abzusprechen.
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 16. März 2015 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde (act. G8). Sie führt aus, sie habe dem
Beschwerdeführer eine einmalige Nachfrist zur Begründung des Einwandes gewährt,
was genügt hätte, um eine Stellungnahme zu formulieren. Es sei nicht Sinn und Zweck
des Vorbescheidsverfahrens, einem Versicherten die Durchführung eines eigenen
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Abklärungsverfahrens inkl. Parteigutachten zu ermöglichen, weshalb das Verfahren
nicht auf unbestimmte Zeit verlängert werden könne. Es sei vertretbar gewesen, die
Würdigung von Dr. I._ nicht abzuwarten, da seine Einschätzungen bereits in den
Akten gelegen hätten und er in hohem Masse als befangen zu gelten habe, so dass
seinen Einschätzungen kein hoher Beweiswert beizumessen sei. Es gebe keine
Anhaltspunkte, die einen Zweifel an der Schlüssigkeit des Gutachtens von Dr. E._
begründen würden. Insbesondere sei die Stellungnahme von Dr. I._ vom 10.
November 2014 nicht geeignet, das Gutachten zu entkräften. Das Verschweigen des
gesamten Kontextes habe dazu geführt, dass die Ärzte der Klinik für Neurologie des
Kantonsspitals St.Gallen wesentliche Zusammenhänge und Inkonsistenzen nicht hätten
erkennen können.
B.c Mit Schreiben vom 24. März 2015 entsprach das Versicherungsgericht St.Gallen
dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (act. G9).
B.d Der mit Schreiben vom 24. März 2015 (act. G10) zur Einreichung einer Replik
aufgeforderte Beschwerdeführer liess sich darauf nicht mehr vernehmen (vgl. act. G11).

Erwägungen
1.
Vorab zu prüfen ist die vom Beschwerdeführer gerügte Gehörsverletzung. Er bringt vor,
das Gutachten von Dr. E._ (IV-act. 203) sei ihm erst mit dem Vorbescheid zur
Kenntnis gebracht worden. Seinem begründeten Fristerstreckungsgesuch vom 20.
Oktober 2014 sei nicht vollumfänglich entsprochen, auf jenes vom 7. November 2014
gar nicht reagiert worden. Die Beschwerdegegnerin habe ihm so verunmöglicht, sich
gegen die Nichterstreckung der Frist zu wehren und vor dem Erlass der Verfügung
durch Verweis auf die Stellungnahme von Dr. I._ begründet Einwand zu erheben (act.
G1).
1.1 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101) haben die Parteien
Anspruch auf rechtliches Gehör (vgl. auch Art. 42 Satz 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Das rechtliche
Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein
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persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, der in
die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich
vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern,
erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen
Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise
entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn
dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 370 f. E. 3.1 mit
Hinweisen). Eine – nicht besonders schwerwiegende – Verletzung des rechtlichen
Gehörs kann dann als geheilt gelten, wenn der Betroffene die Möglichkeit erhält, sich
vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die
Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 437 E. 3d/aa).
1.2 Der Beschwerdeführer erhob am 20. Oktober 2014 Einwand gegen den
Vorbescheid. Zur Begründung ersuchte er um Ansetzen einer Nachfrist von vier
Wochen, da er die von ihm eingeforderten Arztberichte aufgrund der Ferienzeit noch
nicht erhalten habe (IV-act. 217). Mit Schreiben vom 24. Oktober 2014 räumte die
Beschwerdegegnerin ihm eine einmalige Nachfrist bis 7. November 2014, mithin von
zwei Wochen, ein. Ein weiteres Fristerstreckungsgesuch könne nur unter Vorbringen
besonderer Gründe bewilligt werden (IV-act. 219). Am 7. November 2014 ersuchte der
Beschwerdeführer erneut um eine Fristerstreckung und führte aus, er sei auf den
Bericht des behandelnden Psychiaters angewiesen. Falls die Frist nicht gewährt werde,
bitte er um Erlass einer anfechtbaren Verfügung (IV-act. 220). Die Beschwerdegegnerin
erliess am 13. November 2014 die vorliegend zu beurteilende Verfügung und führte
aus, das Anhörungsverfahren könne nicht auf unbestimmte Zeit verlängert werden. Die
Würdigungen von Dr. I._ seien bereits im Gutachten von Dr. E._ berücksichtigt
worden. In antizipierter Beweiswürdigung sei davon auszugehen, dass ein
medizinischer Bericht von Dr. I._ nicht zur Klärung der Verhältnisse beitragen würde
(IV-act. 222).
1.2.1 Die vorliegenden Anträge um Fristerstreckung hat der Beschwerdeführer
nachvollziehbar begründet. Der Vorbescheid stützte sich massgeblich auf das
Verlaufsgutachten von Dr. E._ sowie weitere medizinische Akten (vgl. IV-act. 208).
Erfahrungsgemäss lassen sich Gutachten oft nicht alleine durch Ausführungen von
Versicherten, sondern nur mithilfe entgegenstehender Arztberichte erschüttern. Der
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Beschwerdeführer war zur substantiierten Begründung seines Einwands folglich auf
den damals noch nicht eingetroffenen Bericht von Dr. I._ angewiesen. Es ist zudem
kein Grund ersichtlich, weshalb die Beschwerdegegnerin das Vorbescheidverfahren
möglichst kurz halten und infolgedessen eine Fristerstreckung hätte verweigern sollen.
Sie hatte die Rente mit Verfügung vom 7. Mai 2014 vorsorglich eingestellt (vgl. IV-act.
189). Wie von der Beschwerdegegnerin geltend gemacht (vgl. act. G8), war zum
Zeitpunkt des Vorbescheidsverfahrens zwar diesbezüglich ein Gerichtsverfahren
hängig, dies berechtigte sie angesichts ihrer gegenüber dem Beschwerdeführer
vorteilhaften Situation (mindestens vorübergehend keine Leistungspflicht) aber nicht zu
einer Verweigerung seines Rechts, sich zum Vorbescheid zu äussern und die
angekündigten Beweise beizubringen. Schliesslich durfte die Beschwerdegegnerin
entgegen ihren Vorbringen (act. G8) nicht in antizipierter Beweiswürdigung die
Einschätzungen von Dr. I._ als nicht beweiskräftig betrachten. Auch wenn Berichte
von behandelnden Ärzten aufgrund deren auftragsrechtlichen Vertrauensstellung zum
Patienten im Zweifelsfall mit Vorbehalt zu würdigen sind (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgericht [EVG; seit 1. Januar 2007: Bundesgericht] vom 20. März 2006, I
655/05, E. 5.4 mit Hinweisen), dürfen diese nicht nur der Form halber zur Kenntnis
genommen, sondern müssen eingehend geprüft werden. Die Beschwerdegegnerin hat
damit das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt.
1.2.2 Das Versicherungsgericht ist befugt, sowohl den Sachverhalt als auch die
Rechtslage frei zu überprüfen (vgl. Art. 61 lit. c ATSG i.V.m. Art. 46 des Gesetzes über
die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]). Der Beschwerdeführer kann im
kantonalen Beschwerdeverfahren uneingeschränkt seinen Standpunkt vorbringen,
wovon er mit seiner ausführlichen Beschwerde Gebrauch gemacht hat. Sein Verzicht
auf eine Replik (vgl. act. G11) deutet sodann auf keinen weiteren Äusserungsbedarf hin.
Auch der von der Beschwerdegegnerin nicht abgewartete Bericht von Dr. I._ vom 10.
November 2014 (vgl. IV-act. 213) liegt im Recht und ist vorliegend zu würdigen.
Gleiches gilt für das Gutachten von Dr. E._ vom 22. Juli 2014 (IV-act. 203). Unter
diesen besonderen Umständen darf die vorliegende Verletzung des rechtlichen Gehörs
ausnahmsweise als geheilt erachtet werden. Der Gehörsverletzung wird aber im
Rahmen der Entschädigungsfolgen Rechnung zu tragen sein (vgl. Erwägung 7 unten).
2.
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In materieller Hinsicht ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu prüfen.
2.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente
von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Der Veränderung des
Invaliditätsgrads ist immer dann mittels Rentenerhöhung, Rentenherabsetzung oder
Rentenaufhebung Rechnung zu tragen, wenn sich der der Leistung zu Grunde liegende
Sachverhalt nachträglich erheblich verändert hat. Bei der Anpassung einer
Invalidenrente im Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG geht es darum, eine ursprünglich
tatsächlich und rechtlich korrekte formell rechtskräftige Verfügung über eine
Dauerleistung (Rente) an nach Eintritt der formellen Rechtskraft eingetretene
Veränderungen tatsächlicher Natur anzupassen, das heisst eine nachträglich
eingetretene tatsächliche Unrichtigkeit der formell rechtskräftigen Verfügung zu
beheben. Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen
Änderung des Invaliditätsgrads ist bei der Prüfung eines Gesuchs um Erhöhung der
Rente wie auch bei der Prüfung einer Rentenanpassung von Amtes wegen die letzte
rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs
mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs beruht (vgl. BGE 133 V 108).
2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist.
Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe
Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente. Um den
Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das
Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere
Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es,
den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem
Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist
(BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des Beweiswerts eines ärztlichen
Berichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf
allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der
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medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V
352 E. 3a).
3.
Vorliegend ist demnach zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers seit September 2011 derart verändert hat, dass eine Anpassung
der Rentenleistung vorgenommen werden muss. Vorab ist dabei die Frage zu klären,
ob die medizinische Situation rechtsgenüglich abgeklärt wurde.
3.1 Die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegnerin stützt sich in medizinischer
Hinsicht vorwiegend auf das psychiatrische Gutachten von Dr. E._ vom 22. Juli 2014
(IV-act. 203). Der Beschwerdeführer spricht diesem die Beweiskraft ab und hält dem
Gutachten die davon abweichenden Einschätzungen von Dr. I._ entgegen (vgl. act.
G1).
3.1.1 In seinem Bericht vom 10. November 2014 diagnostizierte Dr. I._ eine
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit infantilen, selbstunsicheren und schizoiden
Anteilen (ICD-10: F61.0), rezidivierende depressive Episoden gegenwärtig mittelgradig
ausgeprägt (ICD-10: F33.11), eine leichte Minderintelligenz (ICD-10: F70.0) sowie eine
Angst- und Panikstörung (ICD-10: F41.0). Er schätzte den Beschwerdeführer als zu
höchstens 50% arbeitsfähig ein und dies auch nur in einem geschützten Rahmen, d.h.
die Leistungsfähigkeit sei dabei um 50% reduziert. Er könne nur sehr einfache Arbeiten
ausführen, ohne Druck und Verantwortung, in seiner Leistung sei er verlangsamt und
reduziert. Dem Beschwerdeführer sei eine sehr schlechte Prognose in Bezug auf seine
Arbeitsfähigkeit zu stellen. Sie (D._ und Dr. I._) würden den Beschwerdeführer seit
acht Jahren kennen. Die Angstsymptomatik und die Panikattacken seien besser
geworden, die drei Hauptdiagnosen (Persönlichkeitsstörung, depressive Episoden und
Minderintelligenz) seien jedoch bestehen geblieben, weshalb auch in Zukunft
höchstens von einer 50%-igen Arbeitsfähigkeit in einem geschützten Rahmen
ausgegangen werden könne (IV-act. 231). Wie diese Einschätzung mit der im
psychiatrischen Gutachten von Dr. E._ erwähnten Tätigkeit im Restaurant F._ und
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dem Arbeitsweg zu vereinbaren gewesen sein soll, ist dem Bericht nicht zu entnehmen.
Vielmehr geht Dr. I._ gar nicht auf diesen Aspekt ein.
3.1.2 Dr. I._ stützt seine Diagnose der leichten Minderintelligenz im Wesentlichen auf
die von ihm veranlasste Untersuchung im Kantonsspital St.Gallen vom Juli 2014, deren
Beweiskraft beschränkt ist (IV-act. 206, dazu unten E. 3.2). Den Verdacht auf eine
Minderintelligenz äusserte er aktenkundig erstmals in seinem Zuweisungsschreiben an
das Kantonsspital St.Gallen (vgl. IV-act. 206). Worauf dieser Verdacht gründete, ist aus
den Akten nicht ersichtlich und auch nicht nachvollziehbar. In seinem Bericht vom 10.
November 2014 bringt Dr. I._ vor, die Minderintelligenz habe schlechte
Schulleistungen und unter anderem den Lehrabbruch zur Folge gehabt. Die
unterdurchschnittlichen Schulleistungen und Lehrabbrüche sind jedoch nicht zwingend
(nur) auf die Intelligenz des Beschwerdeführers zurückzuführen. So folgte der Umzug
von seinem Heimatland in die Schweiz während der Mittelstufe, was seine schulische
Ausbildung sicherlich beeinträchtigte. Seine erste Lehre als Sanitärinstallateur brach er
laut eigenen Angaben ab, weil der Lehrmeister gemerkt habe, dass es für ihn zu
schwierig sei (vgl. IV-act. 206-2) bzw. er Sprachschwierigkeiten gehabt habe (IV-act.
18-2). Zum Abbruch der zweiten Lehre als Autolackierer sei es sodann wegen
Schwierigkeiten mit dem Vorgesetzten gekommen (IV-act. 203-17). Wie auch Dr. med.
J._, Mitarbeiterin IV-Stelle, ausführte, ist fraglich, weshalb der Gesichtspunkt der
Minderbegabung den jahrelang behandelnden Therapeuten erst kurz vor der
Rentenentscheidung aufgefallen sein soll (IV-act. 207-2). Erfahrungsgemäss tritt eine
Minderintelligenz nicht plötzlich auf, so dass eine solche bereits früher hätte festgestellt
werden müssen. Dr. I._ bringt die Minderintelligenz selber mit der schulischen und
abgebrochenen beruflichen Ausbildung in Zusammenhang (vgl. IV-act. 231), welche
demnach schon dann hätte bestehen müssen. Es finden sich aber weder in den beiden
Gutachten von Dr. E._, noch in den weiteren früheren medizinischen Akten Hinweise
darauf. Dr. E._ führte im Gegenteil aus, die kognitive Begabung liege im
Normbereich, die Deutschkenntnisse seien aus¬reichend. Auch Dr. med. K._,
Psychosomatische Abteilung Klinik L._ stellte mit Bericht vom 6. Juni 2013 fest,
neben leicht eingeschränkter Konzentrations- und Gedächtnisfunktionen, welche
inhaltlich stark auf die Angstsymptomatik eingeengt seien, bestünden keine inhaltlichen
oder formalen Denkstörungen. Das Auffassungsvermögen sei uneingeschränkt (IV-act.
167). Schliesslich ist auch fraglich, inwiefern sich eine Minderintelligenz auf die
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Arbeitsfähigkeit auswirken sollte, nachdem der Beschwerdeführer bis 2006 in der Lage
war, auf dem freien Arbeitsmarkt tätig zu sein. Die Ausführungen von Dr. I._, wonach
die letzte Stelle wie ein geschützter Arbeitsplatz gewesen sei (vgl. IV-act. 231), ist durch
die Akten nicht belegt. Die letzten beiden Stellen verlor er gemäss Angaben der
Arbeitgeber wegen fehlender Arbeit (vgl. IV-act. 8) bzw. Umstrukturierung (IV-act. 10-5),
mithin aus betrieblichen Gründen
3.1.3 Die Diagnose der depressiven Episoden begründete Dr. I._ damit, dass beim
Beschwerdeführer nach wie vor Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwierigkeiten
bestünden, er schnell ermüde, psychisch nicht belastbar und im formalen Denken
verlangsamt, kompliziert und in sich kreisend sei. Dr. E._ stellte ebenfalls leichte
Einschränkungen der Ausdauer und der Konzentrationsfähigkeit fest. Zudem hätten
Hinweise auf eine nur noch leicht verminderte Stress- und Frustrationstoleranz bei
einer noch leicht verminderten emotionalen Belastbarkeit bestanden (IV-act. 203-21).
Dr. E._ stellte also einige der von Dr. I._ genannten Symptome ebenfalls fest,
allerdings in geringerem Ausmass, und er erachtete die depressive Störung als voll
remittiert (IV-act. 203-25).
3.1.4 Dr. I._ und Dr. E._ diagnostizierten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit selbstunsicheren Zügen. Dr. E._ stellte
zusätzlich narzisstische, passiv-aggressive sowie dissoziale Züge fest (vgl. IV-act.
203-25), während Dr. I._ infantile und schizoide Anteile der Persönlichkeitsstörung
festhielt (IV-act. 231). Dr. I._ führte dazu aus, die von Dr. E._ beschriebene “geringe
Motivationsfähigkeit zur Arbeit“ sehe er als schizoiden Anteil der
Persönlichkeitsstörung, ohne dies konkret zu begründen. Dies scheint nicht
nachvollziehbar, zumal bereits mehrere Integrationsversuche und ärztliche Berichte auf
die erwähnte Problematik der Motivation hinwiesen (vgl. IV-act. 42, IV-act. 80, IV-act.
82, IV-act. 123, IV-act. 140), schizoide Anteile der Persönlichkeitsstörung vom
langjährig behandelnden Dr. I._ aber aktenkundig erstmals am 10. November 2014
(IV-act. 231) diagnostiziert wurden und sich auch in den weiteren medizinischen Akten
keine Hinweise darauf finden. Persönlichkeitsstörungen treten meist in der Kindheit
oder Adoleszenz in Erscheinung und bestehen während des Erwachsenenalters weiter
(HORST DILLING/HARALD J. FREYE._, Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation
psychischer Störungen, 7. Aufl. Bern 2014, S. 234). Die Persönlichkeitsstörung des
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Beschwerdeführers besteht demnach überwiegend wahrscheinlich bereits seit
mindestens der Adoleszenz, was auch die Klinik C._ feststellte (IV-act. 29). Gemäss
Dr. E._ sind solche persönlichkeitsstrukturellen Besonderheiten per se aber nicht
zwangsläufig auch als so schwerwiegende psychische Besonderheiten einzustufen,
dass hierdurch relevante Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit störungsimmanent
wären (IV-act. 203-23). Dies scheint auch auf den Beschwerdeführer zuzutreffen, war er
doch auch nach seiner Adoleszenz noch mehrere Jahre arbeitstätig ohne
Einschränkungen geltend zu machen (vgl. IK-Auszug; IV-act. 9).
3.1.5 Der Beschwerdeführer ist seit Dezember 2006 bei Dr. I._ und D._ in
Behandlung. Mit Bericht vom 13. März 2007 attestierte ihm Dr. I._ eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% seit Dezember 2005, mithin ein Jahr vor der ersten
Konsultation (IV-act. 11). Der Beschwerdeführer war jedoch noch bis zum 1. Dezember
2006 voll arbeitstätig, was die von Dr. I._ attestierte psychische Einschränkung wenig
plausibel erscheinen lässt. Seine letzte Stelle als Speditionsmitarbeiter verlor er
gemäss Angaben der Arbeitgeberin, da keine Arbeit mehr vorhanden gewesen ist (IV-
act. 8). Die vorherige mehrjährige Stelle als Hilfsmonteur wurde ihm per 31. März 2005
wegen Umstrukturierung und nicht immer pünktlichen Erscheinens zur Schichtarbeit
gekündigt (IV-act. 10, vgl. IV-act. 58-3).
3.1.6 Es ist darauf hinzuweisen, dass in Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten
das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen darf und soll, dass Hausärzte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher
zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E.3a/cc mit weiteren Hinweisen).
Wie auch von der Beschwerdegegnerin beschrieben (vgl. act. G8) fällt auf, dass Dr.
I._ und D._ sich während des Verfahrens verschiedentlich für eine höhere Rente
des Beschwerdeführers einsetzten. So teilten sie nach dem Vorbescheid vom
September 2008, welcher eine halbe Rente in Aussicht stellte, mit, sie seien davon
irritiert. Sie bäten dringend eine neue Beurteilung betreffend “volle“ Rente
vorzunehmen. Durch die zusätzliche Drucksituation bei einer geringeren Rente bestehe
die Gefahr, dass der Beschwerdeführer letztlich nur noch die Wahl der vollen Invalidität
habe (IV-act. 51). Sodann erhob D._, bevollmächtigt durch den Beschwerdeführer,
Einwand gegen den Vorbescheid vom 12. Juni 2009 (IV-act. 62). Nach Kürzung der
Rente unterstützten sie schliesslich am 20. September 2011 den Einwand des
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Beschwerdeführers und forderten Eingliederungsmassnahmen statt einer
Rentenkürzung (IV-act. 123). All dies zeugt jedenfalls von einer gewissen
Voreingenommenheit.
3.1.7 Dr. I._ bringt unter anderem vor, er könne nicht nachvollziehen, weshalb Dr.
E._ die Angststörung als vollständig remittiert betrachte. Die Symptomatik der Angst-
und Panikstörung habe sich im Vergleich zu den letzten Jahren erheblich verbessert,
trotzdem habe der Beschwerdeführer im Durchschnitt jede Woche mindestens eine
Panikattacke. Der andere Teil habe durch Stressverminderung und Medikation
verbessert werden können, von Heilung könne jedoch keine Rede sein (vgl. IV-act.
231-2). Er scheint bei seiner Kritik zu übersehen, dass Dr. E._ von einer Agoraphobie
mit Panikstörung ausgeht, die zwar weitgehend remittiert sei, aber immer noch
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit habe (IV-act. 203-25). Somit gehen beide Ärzte
von einer Angstsymptomatik aus, welche sich immer noch zu einem gewissen Grad auf
die Arbeitsfähigkeit auswirkt.
3.1.8 Soweit der Bericht von Dr. I._ vom 10. November 2014 (IV-act. 231) allgemein
eine nicht spezifisch auf den zu beurteilenden Fall bezogene Kritik an der Art und
Weise der Begutachtung durch Dr. E._ äussert, ist er nicht geeignet, Zweifel an der
konkreten Begutachtung entstehen zu lassen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7.
Februar 2011, 8C_370/2010, E. 4). Persönliche gegenseitige Aversionen ändern an der
Objektivität der Begutachtung von Dr. E._ nichts, zumal dieser in seinen Gutachten
lediglich sachlich auf die seiner Ansicht nach unterdosierte Medikation und gewisse
Widersprüche bei den Angaben von Dr. I._ hinwies sowie Vorschläge für eine
Ergänzung der therapeutischen Massnahmen machte (IV-act. 203-22, IV-act. 203-26 f.,
IV-act. 102-13, IV-act. 102-15 ff.).
3.1.9 Die Beurteilung von Dr. I._ ist damit insgesamt nicht geeignet, das Gutachten
von Dr. E._ vom 22. Juli 2014 in Frage zu stellen. Er benennt keine objektiven
Gesichtspunkte, die von Dr. E._ nicht berücksichtigt worden wären. Das Gutachten
von Dr. E._ ist umfassend und überzeugend, weshalb auf seine Einschätzungen
abzustellen ist.
3.2 Weiter stützt sich der Beschwerdeführer auf den Bericht über die psychologische
Untersuchung vom 14. und 18. Juli 2014 im Kantonsspital St.Gallen (IV-act. 206).
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3.2.1 Die Untersuchenden beurteilten, es hätten sich eine leichte Intelligenzminderung
bis mittelschwere kognitive Funktionsstörungen und eine psychische Störung
verdeutlicht. Die Leistungsfähigkeit sei um 50% reduziert, wobei die Leistung
vermutlich auch in Aufgaben mit geringen Anforderungen deutlich beeinträchtigt sei.
Sie erachteten eine Arbeitsstelle im geschützten Rahmen als passend (IV-act. 206-5).
Die psychologische Untersuchung wurde durch Dr. I._ veranlasst, welcher dem
Kantonsspital St.Gallen die vorliegenden Akten nicht zustellte. Er gab dazu an, er habe
den Beschwerdeführer ganz “neutral“ und bewusst ohne grosse Anamnese, damit
dieser unvoreingenommen untersucht habe werden können, bei der
neuropsychologischen Testung angemeldet (vgl. IV-act. 231). Gemäss Bericht hatten
die Untersuchenden lediglich Kenntnis von einem Zuweisungsschreiben von Dr. I._.
Diesem seien die Diagnosen rezivierende depressive Episoden mit Angst gemischt,
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit selbstunsicheren und schizoiden Anteilen sowie
Verdacht auf eine Minderintelligenz zu entnehmen. Weiter schreibe Dr. I._, in der
bisherigen Behandlung seien die Diagnose der Depression und der Angststörung im
Vordergrund gewesen, wobei er zusätzlich an eine schwere Wahrnehmungsstörung
und eine Minderintelligenz denke. Er sei der Meinung, dass der Beschwerdeführer zu
50% arbeitsfähig sei und auch dies nur in einem geschützten Rahmen (IV-act. 206-1).
Die Ärzte des Kantonsspitals St.Gallen hatten somit keine umfassende Aktenkenntnis,
sondern wurden durch Dr. I._ nur einseitig über seine Einschätzung in Kenntnis
gesetzt. Gemäss Anamnese erwähnte der Beschwerdeführer seine (frühere) Tätigkeit
im Restaurant F._ und seine (rund dreimonatige) Anstellung als Speditionsmitarbeiter
2006 (vgl. IV-act. 8) nicht, sondern gab an, er habe 2005 zuletzt einen Job als
Maschinenhilfe gehabt.
3.2.2 Mangels Akteneinsicht und unvollständiger Angaben des Beschwerdeführers
waren die Kenntnisse der Untersuchenden nicht umfassend bzw. durch die Angaben
von Dr. I._ beeinflusst. Zudem beruhen die Einschätzungen auf einer einmaligen, 2-3
stündigen Exploration. Wie von Dr. J._ nachvollziehbar vorgebracht (IV-act. 207-2),
setzten die durchgeführten neuropsychologischen Tests eine optimale Kooperation des
Beschwerdeführers voraus, damit das tatsächliche kognitive Leistungsniveau erfasst
werden konnte. Validierungstests, welche Hinweise auf ein suboptimales
Leistungsverhalten liefern könnten, wurden nicht durchgeführt. Die starken
Schwankungen bei der Testung der Aufmerksamkeit weisen gemäss ihrer
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Einschätzung ebenfalls auf eine suboptimale Leistungsbereitschaft hin. Falsche
Schlüsse durch Fehlinformationen bezogen auf die teils widersprüchlichen Angaben
zum schulischen und beruflichen Werdegang seien möglich. Ob die Leistungsfähigkeit
bei der Untersuchung, wie von den Untersuchenden in Frage gestellt, zusätzlich durch
eine allfällige Medikamenteneinnahme reduziert wurde, lässt sich nicht eindeutig
beantworten, da kein Medikamentenspiegel vorliegt (vgl. dazu jedoch die Einschätzung
von Dr. I._; IV-act. 231-5). Die Ergebnisse der Untersuchung des Kantonsspitals
St.Gallen sind damit nicht geeignet, das Gutachten von Dr. E._ in Frage zu stellen.
Dies umso weniger, als Dr. E._ auf neuropsychologische Untersuchungen
verzichtete, weil die kognitiven Fähigkeiten nach seiner Einschätzung sowohl 2010 wie
2014 im Normbereich lagen bzw. unauffällig waren (IV-act. 203-28).
3.3 Dr. E._ diagnostiziert in seinem psychiatrischen Gutachten vom 22. Juli 2014 mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine weitgehend remittierte Agoraphobie mit
Panikstörung sowie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen,
selbstunsicher-vermeidenden und passiv-aggressiven sowie dissozialen Zügen.
Sowohl in der angestammten Tätigkeit als Hilfsarbeiter, als auch in adaptierten
Tätigkeiten sei von einer Arbeitsunfähigkeit von höchstens 10-20% mit weiterer
Besserungstendenz unter konsequenter Behandlung auszugehen (IV-act. 203). Bei
seinem ersten Gutachten vom 30. April 2011 stellte Dr. E._ dieselben Diagnosen.
Damals ging er jedoch nicht von einer voll remittierten, sondern einer leichten
depressiven Episode aus, welche sich aber auch nicht auf die Arbeitsfähigkeit
auswirke. Ebenso betrachtete er die Agoraphobie mit Panikstörung damals noch nicht
als weitgehend remittiert und kam deshalb zum Schluss, der Beschwerdeführer sei zu
höchstens 40% arbeitsunfähig mit voraussichtlich weiterer Besserungstendenz unter
konsequenter Behandlung (IV-act. 102-15). In seinem zweiten Gutachten legt Dr. E._
nachvollziehbar dar, dass es zwischenzeitlich zu einer Verbesserung des Zustandes
kam, was entsprechend zu einer höheren Arbeitsfähigkeit führt. Dr. E._ wies sodann
auch auf bewusstseinsnahe bzw. bewusste Verfälschungstendenzen des
Beschwerdeführers hin und führte aus, die scheinbare Unmöglichkeit, die Anfahrt zu
einem Arbeitsplatz bewältigen zu können, widerspreche den Aussagen des
Beschwerdeführers, wonach es ihm möglich sei die Fahrt von rund 1‘700 Kilometer in
die Ferien in seinem Heimatland in einem Zeitraum von 20 bis 24 Stunden ohne
relevante Schwierigkeiten zu bewältigen (IV-act. 203-28).
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3.4 Bei der Würdigung der medizinischen Situation fällt weiter ins Gewicht, dass das
Gutachten von Dr. E._ vom 22. Juli 2014 auf umfassender Aktenkenntnis sowie
eigenen Untersuchungen beruht, das gesamte Leidensbild des Beschwerdeführers
berücksichtigt und die auf dieser Grundlage gezogenen Schlüsse nachvollziehbar sind.
Schliesslich wurden auch keine zwischen dem Gutachten vom 22. Juli 2014 und der
umstrittenen Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 13. November 2014 (IV-act. 222)
eingetretenen massgeblichen Veränderungen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
geltend gemacht und solche ergeben sich auch nicht aus den Akten.
4.
Neben den medizinischen Akten sprechen auch die aktenkundigen Strafverfahren für
eine Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers.
4.1 Im Januar 2012 erhielt die Beschwerdegegnerin einen anonymen Hinweis, wonach
der Beschwerdeführer das Restaurant F._ in G._ betreibe, in welchem es auch
Spielautomaten habe und Glücksspiele stattfänden. Der Beschwerdeführer prahle
damit, alle Ärzte getäuscht zu haben, um so eine IV-Rente zu erhalten (IV-act. 128).
Nach einer polizeilichen Intervention im betreffenden Restaurant gab der
Beschwerdeführer im Rahmen des Strafverfahrens anlässlich der polizeilichen
Einvernahme vom 20. April 2012 zunächst an, er sei oft im Lokal F._ und helfe seiner
Frau etwas, sei aber nicht der Wirt. Im Verlaufe der Einvernahme gab er schliesslich zu,
das Restaurant mit seiner Frau zu betreiben. Er habe den Gästen im Lokal zudem
Rubbelkarten für Sportwetten verkauft und von den gesamten Einnahmen 10%
erhalten (vgl. IV-act. 148-4 ff.). Der Inhaber des Gastgewerbepatents, M._, gab an,
dass sich der Beschwerdeführer und dessen Frau im Betrieb ablösten und die “Chefs“
seien. Einer von beiden sei immer anwesend. Der Beschwerdeführer komme um 14 Uhr
und öffne den Club, er und dessen Frau würden den Club unter der Woche sowie am
Sonntag um 24 Uhr, am Freitag und Samstag um 1 Uhr schliessen. Der
Beschwerdeführer komme mit dem Auto. Während der Zeit, als er einen
Führerausweisentzug gehabt habe, sei er mit dem Zug gekommen oder von seiner
Frau gefahren worden (vgl. IV-act. 148-22 ff.). Es stellte sich aufgrund der Aussagen
des Beschwerdeführers heraus, dass er vier Serviceangestellte illegal beschäftigt hatte.
Einige von ihnen erteilten ebenfalls die Auskunft, dass der Beschwerdeführer der
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“Chef“ sei und auch selber im Service und an der Theke arbeite (IV-act. 149-7, IV-act.
149-9, IV-act. 151-10). Teilweise habe er ihnen auch die Einreise in die Schweiz
organisiert (IV-act. 150-6 f.). Es erfolgte eine Anzeige wegen Wirtens ohne Patent (seit
6. Oktober 2011), Beschäftigens von Ausländern ohne Bewilligung und Widerhandlung
gegen das Bundesgesetz betreffend die Lotterien und die gewerbsmässigen Wetten
(IV-act. 148 ff., IV-act. 152). Im Strafregisterauszug vom 25. Mai 2012 sind ausserdem
zwei grobe Verkehrsregelverletzungen vom 23. Dezember 2007 und 11. Oktober 2011
aufgeführt (IV-act. 153, vgl. IV-act. 156, IV-act. 158). Als der Beschwerdeführer bei der
Einvernahme vom 20. April 2012 nach seinem Auto gefragt wurde, teilte er mit, dass
ihm am Tag zuvor wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung der Führerausweis für
15 Monate entzogen worden sei (IV-act. 148-11).
4.2 Es bestehen damit offensichtliche Unstimmigkeiten zwischen den gegenüber der
Beschwerdegegnerin und Ärzten gezeigten Einschränkungen und dem tatsächlichen
Leistungsvermögen des Beschwerdeführers. Insbesondere erscheinen die Aussagen
des Beschwerdeführers, wonach er nicht in der Lage sei, den Arbeitsweg selbst zu
bewältigen und Angst- bzw. Panikattacken bekomme, sobald er zu weit weg von zu
Hause sei (vgl. u.a. IV-act. 129, IV-act. 203), nicht glaubwürdig. Die Widersprüche
bestehen selbst dann, wenn der Beschwerdeführer, wie von ihm bei der Begutachtung
durch Dr. E._ vorgebracht, 2012 zusammen mit seiner Frau nur für 3-4 Monate in
G._ in einer Gaststätte einen Verein geführt und dort Getränke verkauft hätte (IV-act.
213-17). Gegenüber den Ärzten der Klinik L._, wo er sich vom 17. bis 29. September
2012 befand, erwähnte er das Restaurant nicht, sondern gab an, er ziehe sich seit dem
Jahr 2010 zunehmend zurück, sei zu Hause wenig aktiv und würde sich kaum an den
familiären Aktivitäten beteiligen. Basierend auf dieser Anamnese kamen die
behandelnden Ärzte zum Schluss, es bestehe eine mittelgradige depressive Episode
sowie eine Agoraphobie mit Panikstörung. Für den Beschwerdeführer wäre eine
20-30% Arbeitsbelastung wahrscheinlich die Belastungsgrenze, eine Steigerung sei
unter therapeutischer Behandlung sicher möglich. Durch die anhaltenden
Panikattacken sei es ihm derzeit nicht möglich, eine Arbeitstätigkeit aufzunehmen (IV-
act. 167, vgl. IV-act. 187-6 ff.). Diese tiefe Einschätzung der Arbeitsfähigkeit basiert
jedoch im Wesentlichen auf den unvollständigen und teilweise falschen Angaben des
Beschwerdeführers, weshalb ihre Beweiskraft eingeschränkt ist.
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4.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Verbesserung des
Gesundheitszustands des Beschwerdeführers im Verlaufsgutachten von Dr. E._ vom
22. Juli 2014 (IV-act. 203) rechtsgenüglich dargelegt wurde. Die dagegen erhobenen
Einwände vermögen diesen Beweis nicht umzustossen. Auch die im Verlaufsgutachten
beschriebene Arbeitsfähigkeit von 80-90% (Mittelwert 85%) sowohl für die
angestammte als auch adaptierte Tätigkeit als Hilfsarbeiter ist genügend dargelegt.
Dem Beschwerdeführer gelingt es nicht, eine höhere Einschränkung seiner
Arbeitsfähigkeit überwiegend wahrscheinlich darzutun.
5.
5.1 Gemäss Art. 88bis Abs. 2 lit. b der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV;
SR 831.201) erfolgt die Herabsetzung oder Aufhebung der Rente rückwirkend ab
Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung, wenn der Bezüger die Leistung zu
Unrecht erwirkt hat oder der ihm nach Art. 77 IVV zumutbaren Meldepflicht nicht
nachgekommen ist, unabhängig davon, ob die Verletzung der Meldepflicht oder die
unrechtmässige Erwirkung ein Grund für die Weiterausrichtung der Leistung war. Die
Meldepflicht entsteht erst dann, wenn es für die versicherte Person bei zumutbarer
Sorgfalt erkennbar ist, dass sich ihre Invalidität verändert hat. Eine Verbesserung der
Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen ist für die
Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen,
in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird.
Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung
drei Monate gedauert hat (Art. 88a Abs. 1 IVV).
5.2 Vorliegend hat der Beschwerdeführer seine Aktivitäten für das Restaurant F._
nicht gemeldet. Der Mietvertrag war “evtl. bereits am 1. September 2011 oder
spätestens am 1. Februar 2012“ gültig (IV-act. 164-3). Aufgrund der Meldung vom 13.
Januar 2012 an die Beschwerdegegnerin, wonach der Beschwerdeführer als Wirt tätig
sei (vgl. IV-act. 128), ist es überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer
spätestens im Januar 2012 entsprechend tätig war. Am 20. April 2012 erfolgte sodann
die Polizeikontrolle, welche zur Einleitung der erwähnten Strafverfahren führte (vgl. IV-
act. 148 ff.). Da der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin seine Tätigkeit im
Restaurant nicht anzeigte, ist von einer Meldepflichtverletzung (vgl. Art. 77 IVV) im
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Januar 2012 auszugehen. Zu prüfen ist jedoch, ob bereits zu diesem Zeitpunkt ein
verbesserter Gesundheitszustand ausgewiesen war. Dr. E._ führte in seinem
Gutachten aus, mit gewisser Wahrscheinlichkeit ab 2012, mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit ab Anfang 2013, mit hoher Sicherheit ab Anfang 2014, eindeutig
aber ab dem aktuellen Untersuchungszeitpunkt im Juli 2014 sei noch von einer
Arbeitsunfähigkeit von höchstens 10-20% auszugehen (IV-act. 203-25). Die
Einschätzung, wonach sich die Arbeitsfähigkeit überwiegend wahrscheinlich erst
Anfang 2013 erneut verbesserte, ist insbesondere angesichts der stationären
Behandlung in der Klinik L._ im September 2012 (IV-act. 167, IV-act. 187-6 ff.)
nachvollziehbar (vgl. jedoch zum Beweiswert des entsprechenden Berichts E. 4.2).
Medizinische Berichte, welche dem Beschwerdeführer bereits zuvor eine höhere
Arbeitsfähigkeit attestiert hätten, sind nicht aktenkundig. Auch aus den Strafakten
lassen sich solche Rückschlüsse nicht ziehen. Entgegen den Ausführungen der
Beschwerdegegnerin (IV-act. 222) rechtfertigt die Meldepflichtverletzung allein nicht die
Umkehr der Beweislast, in dem Sinne, als der Beschwerdeführer den Nachteil der
Beweislosigkeit über den Verlauf der Arbeitsfähigkeit seit September 2011,
insbesondere den Grad der Arbeitsfähigkeit im Januar 2012, zu tragen hätte. Dies
umso weniger, als die Beschwerdegegnerin trotz Hinweis im Januar 2012 erst gut zwei
Jahre später die psychiatrische Verlaufsbegutachtung in Auftrag gegeben hat.
Insgesamt ist somit überwiegend wahrscheinlich erst seit 1. Januar 2013 von einer
Arbeitsunfähigkeit von 15% auszugehen. Somit rechtfertigt sich eine rückwirkende
Renteneinstellung per 31. März 2013 (Ablauf von 3 Monaten). Für den Zeitraum vom 1.
April 2012 bis 31. März 2013 hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer
weiterhin eine Viertelsrente gemäss der Verfügung vom 20. September 2011
auszurichten (vgl. IV-act. 116).
6.
Ein zentrales Element der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens - und
damit indirekt des Invaliditätsgrads - ist in aller Regel der Grad der verbliebenen
Arbeitsfähigkeit. Ausgehend von einer 100%igen Arbeitstätigkeit in der angestammten
Tätigkeit als Hilfsarbeiter im Validenfall und einer Arbeitsfähigkeit von 85% sowohl für
die angestammte als auch eine adaptierte Hilfsarbeitertätigkeit (vgl. IV-act. 203-25) im
Invalidenfall erübrigen sich die Vornahme eines konkreten Einkommensvergleichs und
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insbesondere die Festsetzung eines Tabellenlohnabzugs, da – vor dem Hintergrund
dessen, dass der Beschwerdeführer stets unterdurchschnittlich verdient hat (IV-act. 9,
vgl. IV-act. 222-5) - kein rentenbegründender Mindestinvaliditätsgrad von 40%
resultiert.
7.
7.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde unter Aufhebung der Verfügungen vom
13. November 2014 insofern teilweise gutzuheissen, als festzustellen ist, dass der
Beschwerdeführer bis 31. März 2013 zu Recht eine Viertelsrente bezogen hat. Die
Sache ist zur Neufestsetzung der Rückforderung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
7.2 Die Gerichtskosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint als angemessen. Unter Berücksichtigung
der teilweisen Gutheissung der Beschwerde sind den Parteien je Fr. 300.--
aufzuerlegen, wobei der Beschwerdeführer aufgrund der bereits bewilligten
unentgeltlichen Prozessführung (vgl. act. G9) von der Bezahlung seines Anteils zu
befreien ist.
7.3 Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS
963.75) pauschal Fr. 1‘000.-- bis Fr. 12‘000.--. Bei vollem Obsiegen wäre die
Parteientschädigung aufgrund des bedingt durch den nur einfachen Schriftenwechsel
leicht unterdurchschnittlichen Aufwands auf pauschal (vgl. BGE 125 V 201) Fr. 3'000.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer), beim vorliegenden teilweisen
Obsiegen grundsätzlich auf Fr. 1‘500.-- festzusetzen. Die Gehörsverletzung (vgl.
Erwägung 1) kann jedoch nicht ohne Folgen für die Verfahrenskostenauferlegung
bleiben, zumal sie unter anderem Anlass für die Anhebung dieses
Beschwerdeverfahrens gab (Urteil des Bundesgerichts vom 4. August 2008,
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9C_234/2008, E. 5.1; vgl. auch Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons
St.Gallen vom 10. März 2011, AVI 2010/62 E. 6 mit weiteren Hinweisen und vom 2.
September 2014, UV 2013/57 E. 5.3; abrufbar unter www.gerichte.sg.ch,
Dienstleistungen, Rechtsprechung, Versicherungsgericht). Unter diesen Umständen
erscheint es angemessen, die Beschwerdegegnerin zur Zahlung einer
Parteientschädigung von Fr. 2‘000.-- zu verpflichten. Aufgrund der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung übernimmt der Staat von den verbleibenden Fr. 1'000.-- vier
Fünftel (vgl. Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70), also Fr. 800.--.
7.4 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP.