Decision ID: d5a32009-5244-5401-aef2-783166ae4105
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1971, war seit dem
1.
März 2014 als techni
sche Operationsassistentin beim Spital
Y._
angestellt und dadurch bei
der
HDI Global SE obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am
5.
August 2014 war die Versicherte mit dem Fahrrad auf dem Weg nach Hause, als sie in einem Kreisel von einem Auto angefahren wurde, stürzte und mit dem Kopf auf dem Beton aufschlug (Schadenmeldung UVG vom
6.
August 2014,
Urk.
11/K1
, und
Urk.
11/M8/4
). Tags darauf begab sich die Versicherte in Behandlung bei
Dr.
med.
Z._
, FMH Allgemein
medizin, der im Arztzeugnis UVG vom 1
2.
August 2014 als vorläufige Diagnosen ein
cervico
-vertebrales Schmerzsyndrom und Schürfwunden/Kon
tusionen Ellbo
gen, Han
d und Gesäss links nannte (Urk.
11/M1). Die H
DI Global SE erbrachte
Heilbehandlungs- und
Taggeld
leistungen
. In der Folge gab die HDI Global SE bei Prof.
Dr.
med.
A._
, FMH Neurologie, ein
Gutachte
n in Auftrag, das dieser am 12.
Dezember 2014 erstattete (Urk.
11/M8). Am 1
9.
Januar 2015 wurde ein MRI der Halswirbelsäule
(HWS)
durchgeführt (Bericht von
Dr.
med.
B._
, FMH Radiologie,
vom 19.
Januar 2015,
Urk.
11/M13), wozu Prof.
A._
a
m 2
0.
Februar 2015
Stellung nahm
(
Urk.
11/M14). Mit Schreiben vom 1
6.
März 2015 (Urk.
11/K22) teilte die HDI Global SE der Versiche
r
ten mit, dass am 10.
Oktober 2014 der Status quo sine erreicht
gewesen
sei, weshalb ab dem 1
1.
Oktober 2014 keine
Leistungs
pflicht
mehr gegeben sei (
Urk.
11/K22). Am 2
7.
März 2015 gab
Dr.
med.
C._
, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates, beratender Arzt der HDI Global SE, eine
Stellungnahme ab (
Urk.
11/M15
). Mit
Verfügung vom 2
9.
April 2015
verneinte die HDI Global SE, dass ab dem 1
1.
Oktober 2014 noch
eine Leistungspflicht
bestehe
(
Urk.
11/K32). Dagegen erhob die Versiche
rte am 29.
Mai 2015 Einsprache (
Urk.
11/K36), woraufhin
Dr.
C._
am
5.
Juni 2015 eine weitere S
tellung
nahme abgab (
Urk.
11/M16
). Mit Schreiben vom 2
8.
Juli 2015 teilte das Spital
Y._
der Versicherten mit, dass es sich leider gezwungen sehe, das Arbeitsverhältnis per 3
1.
Oktober 2015 aufzulösen (
Urk.
3/12). Mit Ent
scheid vom 2
7.
April 2016 hiess
die
HDI Global SE die Einsprache der Versi
cherten in dem Sinne teilweise gut, dass sie
in Abänderung der
angefochte
ne
n
Verfüg
ung
f
eststellte, die Leistungspflicht ende mit dem Erreichen des
Status quo sine am 1
7.
November 201
4.
Darüber hinaus werde die Einspra
che abgewiesen
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 2
0.
Mai 2016 Beschwerde und beantragte sinngemäss, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und seien ihr weiterhin Versicherungsleistungen auszurichten (
Urk.
1). Die
Beschwerde
gegnerin
schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
Oktober 2016 auf Abwei
sung der Beschwerde (
Urk.
10), was der Beschwerdeführerin am 1
4.
Oktober 2016 angezeigt wurde (
Urk.
12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
gesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistun
gen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bishe
rigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmun
gen).
Der hier zu b
eurteilende Unfall hat sich am
5.
August 2014
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in
dieser Fassung zitiert werden
.
1.2
Gemäss
Art. 6 Abs. 1
UVG
werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen,
Nichtberufsun
fällen
und Berufskrankheiten gewährt.
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in
der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im
Sozialversi
cherungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf
unfall
fremden
Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesund
heitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von
unfall
bedingten
Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialver
sicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gege
ben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese
Beweis
grundsätze
gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfol
gen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend
(
Urteil des Bundesge
richts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine
Teilursächlich
keit
für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch
Pflege
leistungen
und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heil
behandlungskosten
nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid dami
t, es könn
e gestützt auf die Beurteilungen von Prof.
A._
und
Dr.
C._
davon ausgegangen werden, dass
hinsichtlich
der Folgen des Unfallereignisses vom
5.
August 2014
der Status quo sine
am 1
7.
November 2014
e
rreicht
gewesen
sei
.
Die ab dem 1
8.
November 2014 noch geltend gemachten Beschwerden seien nach dem im Sozialversicherungsrecht erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht mehr auf den Unfall vom
5.
August 2014 zurückzuführen, sondern
auf unfallfremde, alters
typische Vorzustände.
Eine
über den 1
7.
November 2014 hinausge
hende
Leistungspflicht
sei daher zu verneinen (Urk. 2 S. 8 f.
).
2.2
Die Beschwerdeführer
in
machte demgegenüber geltend, dass das Gutachten von Prof.
A._
,
das von der
Generali
Versicherung in Auftrag gegeben wor
den sei,
mangelhaft und zu früh in die Wege geleitet worden sei.
Prof.
A._
habe damals insbesondere über keine aktuelle Bildgebung der HWS verfügt.
Vor dem Unfallereig
nis vom
5.
August 2014 sei sie
gesund, beschwerde- und schmerzfrei und
zu
100
%
arbeitsfähig gewesen. In ihrer Freizeit sei sie eine passionierte Langstreckenläuferin gewesen. Durch das Unfallereignis vom
5.
August 2014, bei
dem ihr Kopf auf dem Boden aufgeschlagen sei (von der linken auf die rechte Seite), sei eine Schmerzreaktion ausgelöst worden, gegen welche sie bis heute mit starken Schmerzmitteln ankämpfen müsse. Zudem bestehe seit dem Verkehrsunfall eine erhebliche
Bewegungsein
schränkung
der HWS (
Urk.
1 S. 2 f.).
3.
3.1
Der erstbehandelnde
Dr.
Z._
hielt im Bericht vom 3
0.
September 201
4
als Diagnosen ein
c
er
vico
-vertebrales Schmerzsyndrom und
diverse Kontusions- und Schürfwunden an Ellbogen, Hand und Gesäss links fest.
Dr.
Z._
erklärte, dass die
cervico
-vertebralen Schmerzen bewegungs- und positionsabhängig und ohne Ausstrahlung seien. Die Beschwerden seien alleinig auf das Ereig
nis vom
5.
August 2014 zurückzuführen, da die Beschwerdeführerin, die seit 1989 von ihm hausärztlich betreut werde, zuvor nie über
cervico
-vertebrale Schmerzen geklagt habe. Die Beschwerdeführerin sei weiterhin physiothera
peutisch und mit Analgetika zu behandeln. Vom
6.
August bis zum 2
8.
September 2014 sei sie zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Vom 29.
September bis zum 1
0.
Oktober 2014 be
trage die Arbeitsunfähigkeit 50
%. Dann erfolge in seiner Sprechstunde eine Neube
urteilung.
Voraus
sichtlich werde Mitte Oktober 2014 wieder die volle Arbeitsfähigkeit erreicht. Die Prognose sei als gut zu erachten
,
und es seien keine Residuen zu erwar
ten
(
Urk.
11/M3).
3.2
Im Berich
t vom 1
8.
November 2014 gab
Dr.
Z._
an
, dass es trotz Fortführung der Physiotherapie und der analgetischen Therapie bisher nur zu einer leich
ten
Regredienz
der
cervico-nuc
h
alen
Schmerzen mit Ausstrahlung bis frontal gekommen sei. Aufgrund der Arbeitsaufnahme hätten die Beschwerden zuge
nommen, so dass seit dem
7.
November 2014 wieder eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit habe attestiert werden müssen. Es sei zu vermehrten Ver
spannungen der
cervi
c
alen
nuc
h
alen
Muskulatur gekommen (
Urk.
11/M5).
3.3
Prof.
A._
erklärte
im neurologischen Guta
chten vom 1
2.
Dezember 2014
betreffend die am 1
8.
November 2014 durchgeführte körperliche Untersu
chung der Beschwerdeführerin
, dass kein ausreichender Anhalt für eine die Arbeitsfähigkeit mindernde Läsion am zentralen oder peripheren Nerven
system, der Wirbelsäule sowie der paravertebralen Strukturen vorliege. Per sofort bestünden für die angestammte und
jedwelche
vergleichbare oder auch eine andere Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit und ein Rendement von 100
%
. Zu empfehlen sei noch eine bildgebende Untersuchung (Kernspint
o
mographie der HWS
), was angesichts des hier erhobenen regelrechten
klini
schen
Befundes durchaus im Rahmen der hausärztlichen Weiterversorgung veranlasst werden könne (
Urk.
11/M8/9-10).
3.4
Dr.
Z._
gab im Bericht vom 3
0.
Dezember 2014 an, dass die Beschwer
de
führe
rin nach wie vor
unter
persistierende
n
cervicale
n
Schmer
zen
ohne sensomotorische Ausfälle
leide,
vor allem bei körperlicher
Belas
tung. Dies
trotz
Fortführung der Physiotherapie und d
aueranalgetischer Therapie
.
Die Diskrepanz, die Prof.
A._
festgestellt habe, beziehe sich ledig
lich auf die somatische Untersuchung.
Aufgrund der
von ihm selbst
durch
geführten Untersuchung könne er die Schmerzsymptomatik durchaus nach
vollziehen. Zur Vervollständigung der Akten werde er die Be
schwerdeführe
rin nochmals zu einem
MRI der HWS überweisen. Da die ambulante Therapie bisher keine Besserung gebracht habe und seiner Meinung nach ausge
schöpft sei, bestehe die Indikation für eine intensive stationäre rheumatolo
gische Behandlung (
Urk.
11/M10).
3.5
Prof.
A._
hielt
in der Stellu
ngnahme vom 2
0.
Februar 2015 fest
, dass die vorgelegte spinale Bildgebung vom 1
9.
Januar 2015
(
Urk.
11/M13)
alters
typische Abnu
tzungsveränderungen und keine
tr
aumatypische Läsion zeige (Urk.
11/M14/1
).
3.6
Dr.
C._
erklärte im Bericht vom 2
7.
März 2015, dass aufgrund der gut
achterlichen Ansicht (von Prof.
A._
), welche nachvollziehbar sei, kein kau
saler Zusammenhang mehr zwischen den geäusserten Beschw
erden und dem Ereignis
vom
5.
August 2014
bestehe. Die Beschwerdeführerin sei ab dem 1
1.
Oktober 2014 wieder voll arbeitsfähig gewesen. Durch das Ereignis habe keine richtung
s
gebende, sondern höchstens eine vorübergehende Ver
schlimmerung der alterstypischen Vorzustände stattgefunden, welche am 1
0.
Oktober 2014 als abgeschlossen betrachtet werden dürfe. Zumindest hätten am 1
8.
November 2014 (gutachterliche Untersuchung) keine objekti
vierbaren Befunde mehr erhoben werden können. Die jetzt noch geäusserten Beschwerden seien somit dem Vorzustand anzulasten
,
und die beantragte stationäre Reha sei nicht mehr kausal und gehe zu Lasten der Krankenversi
cherung (
Urk.
11/M15).
3.7
Im Bericht vom
5.
Juni 2015 empfahl
Dr.
C._
, die Teilarbeitsfähigkeit aufgrund des nac
hträglich eingesendeten Unfall
scheins bis zum 17.
No
vember 2014 zu verlängern. Eine erneute Beurteilung erachte er nicht als erforderlich, da die damals
(von Prof.
A._
)
erhobenen Befunde umfas
send erscheinen würden und sich die nachträgliche Bildgebung mit der kli
nischen Beurteilung betreffend Kausalität decke (
Urk.
11/M16).
3.8
Dr.
Z._
erklärte im an die Beschwerdeführerin gerichteten Arztzeugnis vom
3.
Juli 2015, dass aufgrund der nach wie vor bestehenden Beschwerden der HWS und des Schultergürtels zurzeit und wahrscheinlich auch langfristig eine Steigerung der bisherigen Arbeitsfähigkeit von 70
%
aus medizinischer Sicht nicht möglich sei. Ansonsten sei eine Verschlechterung der Beschwer
den/Krankheit zu erwarten (
Urk.
3/8).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
(Urk. 2)
in
medizinischer Hinsicht i
n erster Linie auf das neurologische Gut
achten von Prof.
A._
vom 1
2.
Dezember 2014 (
Urk.
11/M8) sowie
auf
des
sen ergänzende Stellungnahme vom 2
0.
Februar 2015 (
Urk.
11/M14).
4.2
Vorab ist darauf hinzuweisen, dass das G
utachten von Prof.
A._
vom 12.
Dezember 2014 -
entgegen den Darlegunge
n der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 2
) -
nicht von der
Generali
Versicherung
(das
heisst
von
der Haft
pflichtversicherung
der Unfallverursacherin vom
5.
August 2014), sondern von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegeben wurde
(Urk. 11/K9)
.
4.3
4.3.1
Prof.
A._
legte
im neurologischen Gutachten vom 1
2.
Dezember 2014
– in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
-
dar
,
dass
der hier erhobene klinische Befund
ohne ausreichenden Anhalt für eine
behinde
rungsrelevante
Läsion am zentralen oder peripheren Nervensystem, der Wir
belsäule sowie der paravertebralen St
rukturen gewesen sei. Auffällig gewe
sen
sei vor allem eine grobe Diskrepanz zwischen der in den formalen Bewegungsproben des Kopfes/Halses dargebotenen Einschränkung und der gänzlich freien Beweglichkeit ausserhalb der fo
rmalen Prüfungssituation
. So sei die Beschwerdeführerin problemlos in der Lage
gewesen
, den Kopf beim Bejahen und Verneinen von Fragen sowie beim Umherschauen im Untersu
chungsraum ausgiebig in alle Richtungen zu wenden. Auch der lokale Palpationsbefund sei bei Ablenkung frei und unauffällig
gewesen
. Hinweise für ein lumbales
Vertebralsyndrom
hätten sich ebenfalls nicht ergeben.
Für die beklagten Beschwerden
habe
sich
somit
kein hinreichendes klinisches Korrelat
ergeben
. Die Diskrepanz zwischen den in den formalen Bewegungs
proben dargebotenen Einschränkungen und der freien spontanen Mobilität spreche für eine bewusstseinsnahe demonstrative Darbietung von Einschrä
n
kungen und Beschwerden. Das
von der Beschwerdeführerin als für ihre Beschwerden kausal angeschuldigte Unfallereignis vom August 2014 sei angesichts der hier gemachten anamnestischen Angaben, der in den Akten
dokumenten fehlenden Anhaltspunkte für eine assoziierte gravierende Ver
letzung sowie angesichts des hier erhobenen klinischen Befunds nicht geeig
net, zu einer biologisch plausiblen Läsion mit nachfolgenden chronischen Beschwerden zu führen. Die gesamte Schilderung sowie die weiteren Daten würden nicht über ein Bagatellereignis hinausgehen. Namentlich sei
nie eine namhafte Verletzung
nachgewiesen worden.
Im klinischen Befund von
Dr.
Z._
seien lediglich subjektive Druckschmerzangaben und eine leichtgra
dige
Bewegungseinschränk
ung notiert und eine
Restitutio
ad
integrum
erwartet worden.
Der Unfallhergang ergebe keinen Anhalt für eine nicht-an
tizipierte Auslenkung der HWS. Eine stattgehabte Distorsion sei also nicht wahrscheinlich. Die Beschwerdeführerin habe einen Helm getragen, so dass auch eine namhafte Kopfverletzung nicht anzunehmen sei. Die anamnestisch aufscheinende rege Alltagsaktivität der Beschwerdeführerin, einschliesslich des Führens eines PKW und des Ausübens von Pferdesport, sei mit der Annahme einer namhaften Gesundheitsstörung nicht in Einklang zu bringen. Zuletzt bleibe auch der sichere Hinweis auf eine bewusstseinsnahe demon
strative Darbietung von Einschränkungen und Beschwerden zu beachten, was den gesamten Beschwerdevortrag nochmals relativiere und wenig glaubhaft mache
(
Urk.
11/M8/9-11)
.
Prof.
A._
kam zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin ab sofort zu 100
%
arbeitsfähig sei, bei einem Pensum und Rendement von 100
%
(
Urk.
11/M
8/
15
).
4.3.2
In der
Stellu
ngnahme vom 2
0.
Februar 2015
ergänzte
Prof.
A._
,
dass die vor
gelegte spinale Bildgebung vom 1
9.
Januar 2015 alterstypische
Abnu
tzungs
veränderungen
und keine traumatypische Läsion zeige. In seinem Schreiben vom 3
0.
Dezember 2014
berichte
Dr.
Z._
lediglich über subjektive Klagen
und keinen diese Beschwerden objektivi
erenden
Störungs
befund
.
Dr.
Z._
stütze sich also auf den subjektiven Beschwerdevortrag ohne klinisches Korrelat, was versicherungsmedizinisch für die Attestierung einer namhaften Gesundheitsstörung nicht genüge. Selbst wenn man für das Unfallereignis ein
e stattgehabte Distorsion der HWS
unterstell
en wollte (was der Unterzeichner
nicht tue, da ein Unfallhergang mit einem nicht
-
antizi
pierten Heckanprall gar nicht vorliege und auc
h die
Aktendaten dies nicht unterstützen würden), spreche die Evidenzlage der wissenschaftlichen Medi
zin gegen einen Kausalbezug zwischen den reklamierten Beschwerd
en und dem Unfallereignis (Urk.
11/M14/1-2).
4.4
Diese
fachärztliche
Beurteilung von
Prof.
A._
, die auf einer eingehenden Untersuchung der Beschwerdeführerin beruht
-
und
auch
von
Dr.
C._
als
überzeugend
erachtet
wurde
(
Urk.
11/M15-16) -
,
ist
einleuchtend und
plau
sibel.
Wie Prof.
A._
in nachvollziehbarer Weise erklärte
, wurde vorliegend
nie eine namhafte
, unfallbedingte
Verletzung nachgewiesen. Bereits im ersten Arztzeugnis UVG vom 1
2.
August 2014 hatte
Dr.
Z._
im Wesentlichen lediglich zervikale Schmerzen mit leicht eingeschränkter Beweglichkeit
in alle Richtungen
sowie diverse Schürfwunden an Ellbogen, Hand und
Gesäss
links festgestellt (
Urk.
11/M1).
Dies bestätigte sich in der Folge
sowohl in der klinischen Unte
rsuchung von Prof.
A._
vom 18.
November 2014 als auch im MRI der HWS vom 1
9.
Januar 201
5, wobei – insbesondere
betreffend die
Ergebnisse des
MRI
vom 1
9.
Januar 2015
–
auch
von
Dr.
Z._
nichts
Gegen
teiliges behauptet worden wäre (
Urk.
3/8)
.
4.5
Im Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass aufgrund klinischer Befunde wie Verhärtungen und Verspannungen der Muskulatur,
Druckdolenzen
im Nacken oder Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit – wie sie von Dr.
Z._
erhoben wurden (
Urk.
11/M1 und
Urk.
11/M5)
-
rechtsprechungsgemäss
nicht auf ein klar fassbares unfallbedingtes organisches Korrelat des geklag
ten Beschwerdebildes geschlossen werden kann (vgl. etwa Urteil des Bundes
gerichts 8C_945/2008 vom 8. April 2009 E. 6.2 mit Hinweisen).
Überdies hat
Dr.
Z._
auch nicht begründet dargetan,
weshalb die Beschwerden der HWS und des Schultergürtels
nach dem 1
7.
November 2015 noch un
fallkausal gewesen sein sollen (
Urk.
11/M3,
Urk.
11/M5, Urk. 11/M10 und
Urk.
3/8).
Beim
Hinweis
, die Beschwerdeführerin
hab
e vor dem Unfallereignis vom 5.
August 2014
nie über
cervico
-vertebrale Schmerzen geklagt bzw. sei beschwerdefrei gewesen (
Urk.
11/M3 und
Urk.
1),
handelt es sich
sodann
um die Argumentation
„
post
hoc, ergo
propter
hoc“. Dabei wird eine Schädigung bereits deshalb als durch einen Unfall verursacht erachtet, weil sie nach diesem aufgetreten ist. Dies ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
).
4.6
Es ist somit festzuhalten, dass auf die Beurteilung
en von Prof.
A._
und Dr.
C._
abgestellt werden kann.
Von allfälligen weiteren medizinischen Abklärungen sind keine
entscheid
rele
vanten
neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abzuse
hen ist.
5.
Nach dem Unfallereignis vom
5.
Augus
t 2014 war der Status quo sine
dem
nach überwiegend wahrscheinlich am 1
7.
November 2014 erreicht. Der ange
fochtene
Einspracheentscheid
vom 2
7.
April 2016 (Urk. 2), mit dem ein Anspruch der Beschwerdeführerin a
uf Leistungen nach UVG über 17.
No
vember 2014 hinaus verneint wurde, erweist sich damit als rechtens. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen.