Decision ID: 27c7a4f2-ffc5-5ba9-8fa0-64ab09b36c04
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
C._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Eliano Mussato, Bellevuestrasse 1b, Postfach,
9401 Rorschach,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a C._ meldete sich am 20. April 2004 zum Bezug von IV-Leistungen
(Berufsberatung, Umschulung, Arbeitsvermittlung und besondere medizinische
Eingliederungsmassnahmen) an (act. G 4.1). Der behandelnde Dr. med. A._, Facharzt
FMH für Allgemeine Medizin, diagnostizierte im Bericht vom 11. Mai 2004 eine
degenerative Spondylolisthesis L4/5 mit linkskonvexer Lumbalskoliose,
Osteochondrose L1/2 und L3/4 sowie einen Status nach TLIF L1/2 (transforaminale
lumbale interkorporelle Fusion), L3-5 vom 4. Februar 2004. Für die bisherige Tätigkeit
als Gipser bescheinigte er dem Versicherten seit 11. April bis 31. August 2003 eine
Arbeitsunfähigkeit zwischen 50% bis 100%, seit 1. September 2003 bis auf weiteres
durchgehend eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Nicht rückenbelastende Tätigkeiten
seien dem Versicherten nach abgeschlossener Rückenrehabilitation zu vollem Pensum
und mit voller Leistungsfähigkeit zumutbar (act. G 4.12).
A.b Vom 3. Januar bis 8. Februar 2005 befand sich der Versicherte in der BEFAS
Appisberg. Im Schlussbericht vom 17. Februar 2005 empfahlen die Experten eine
vertiefte dreimonatige Abklärung in einem Bau- und Hobbymarkt zur spezifischen
Eignungsabklärung (act. G 4.32). Die Rückmeldungen des Arbeitgebers waren nicht
positiv. Der Versicherte habe dem grossen Leistungsdruck im Detailhandel nicht
genügt. Auch habe er Mühe bekundet, sich in einer hierarchischen Organisation
einzufügen und habe auch gewisse vorgegebene Regeln nicht eingehalten (korrekte
Arbeitskleidung). Aus diesen Gründen wollte der Bau- und Hobbymarkt keine Hand für
eine mögliche Umschulung bieten (Zwischenbericht des IV-Berufsberaters vom
17. Oktober 2005, act. G 4.46).
A.c Am 3. Januar 2006 wurde der Versicherte von Dr. med. B._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, untersucht. Im Gutachten vom 11. Januar 2006
stellte der psychiatrische Experte die Diagnose einer rezidivierenden depressiven
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Episode (ICD-10: F33.0 und F33.1). Hieraus ergebe sich keine längerfristige oder
dauerhafte Arbeitsunfähigkeit (act. G 4.68).
A.d Im Bericht der Valida vom 31. Januar 2006, wo sich der Versicherte vom 3. Oktober
2005 bis 21. Januar 2006 zur beruflichen Abklärung im Arbeitsbereich
Oberflächenbehandlung befand, hielten die Abklärungspersonen fest, dieser sei
aufgrund seines Rückenleidens auf einen abwechslungsreichen Arbeitsplatz
angewiesen (Sitzen, Stehen, Bewegung). Ständiges Heben von Lasten oder Heben von
schweren Lasten sei nicht möglich. Psychische Belastungen und ein stark ablenkendes
Arbeitsumfeld würden sich schnell und merklich auf das Arbeitsverhalten auswirken.
Mittlerweile habe er ein Arbeitspensum von 100% erreicht, wobei die Arbeitsleistung
55% bis 65% eines gelernten Malers/Lackierers betrage. Die Abklärungspersonen der
Valida empfahlen ein Arbeitstraining mit externen Arbeitseinsätzen in der
Privatwirtschaft (act. G 4.71). Vom 23. Januar bis 23. Juli 2006 fand ein Arbeitstraining
in der Oberflächenbehandlung bei der Valida statt (vgl. act. G 4.69 und G 4.76-1). Im
Schlussbericht der Valida vom 3. Juli 2006 hielten die Abklärungspersonen fest, dass
ein mögliches Arbeitspensum nicht habe abschliessend festgelegt werden können. Die
Arbeitsleistung betrage 45% bis 50% eines gelernten Malers/Lackierers (act. G 4.74).
A.e Der Berufsberater schätzte den Arbeitsbereich der Oberflächenbehandlung für den
Versicherten als realistisch ein. Es handle sich hierbei um Arbeiten, die in
wechselhaften Positionen ausgeführt werden könnten. Die gezeigte Arbeitsqualität sei
verwertbar. Unklar bleibe die gesundheitliche Situation. Wie der bisherige Verlauf im
Arbeitstraining gezeigt habe, sei es dem Versicherten nicht möglich, über eine länger
andauernde Zeitspanne ein Arbeitspensum von 100% zu leisten. Da der Versicherte
immer wieder über massive gesundheitliche Beschwerden klage, schloss der
Berufsberater den Fall ab (Schlussbericht vom 3. August 2006, act. G 4.76).
A.f Dr. A._ berichtete am 27. Oktober 2006, dass der Gesundheitszustand des
Versicherten stationär sei. Wechselbelastende Arbeiten ohne das Tragen von Lasten
über 15 kg seien zu 100% "anzustreben". Ein Ganztagspensum mit reduzierter
Leistung wäre sicher möglich. In rückenbelastenden Tätigkeiten sei ein Pensum von
50% realistisch mit der Möglichkeit zur Erholung (act. G 4.79).
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A.g Am 30. Januar 2007 beauftragte die IV-Stelle die AEH Zentrum für Arbeitsmedizin,
Ergonomie und Hygiene AG mit einer bidisziplinären rheumatologisch-psychiatrischen
Begutachtung (act. G 4.85). Die Gutachter diagnostizierten ein chronisches
lumbovertebrales Syndrom mit intermittierender lumbospondylogener Komponente
linksbetont; eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10:
F33.4) bei anamnestisch leicht bis mittelgradigen Episoden (ICD-10: F33.0 und F33.1);
eine Persönlichkeitsakzentuierung mit selbstunsicheren Anteilen (ICD-10: Z73.1).
Leichte, wechselbelastende Tätigkeiten seien aus rheumatologischer Sicht ganztags
zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht seien alle Tätigkeiten ganztags zumutbar, wobei
davon ausgegangen werden könne, dass eine längerfristige Integration an einem
Arbeitsplatz nur dann gelingen werde, wenn die arbeitsklimatischen Bedingungen
optimal seien (positive Grundhaltung von Vorgesetzten und Mitarbeitenden dem
Versicherten gegenüber ohne besonders belastende arbeitsklimatische Bedingungen,
act. G 4.87-10 f.; Gesamtgutachten vom 23. Mai 2007, act. G 4.89).
A.h Die IV-Stelle ordnete am 29. Oktober 2007 eine weitere berufliche Abklärung
(Arbeitstraining) im HPV Rorschach an (act. G 4.101). Im Schlussbericht vom
15. August 2008 hielten die Abklärungspersonen des HPV fest, dass der Versicherte
eine 100%ige Arbeitsleistung erreicht habe. Voraussetzungen für diese
Leistungsfähigkeit seien harmonische und druckfreie Arbeitsbedingungen. Aufgrund
der geringen psychischen Belastbarkeit des Versicherten erscheine eine Reintegration
in den ersten Arbeitsmarkt zurzeit kaum realisierbar. Dem Versicherten sollte mit
professioneller Begleitung eine Stabilisierung der psychischen Belastbarkeit ermöglicht
werden. Sinnvollerweise solle die Einbindung in den täglichen Arbeitsprozess
beibehalten werden (act. G 4.112). Der Berufsberater nahm am 1. September 2008 den
Fallabschluss vor, da der Versicherte um Prüfung der Rentenfrage ersuchte (act.
G 4.115).
A.i Die RAD-Ärztin Dr. med. D._, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
kam in der Stellungnahme vom 11. September 2008 zum Schluss, dass der Versicherte
für eine körperlich leichte wechselbelastende Arbeit in ruhiger und emotional
spannungsarmer Umgebung über eine 100%ige Arbeitsfähigkeit verfüge (act. G 4.118).
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A.j Mit Vorbescheid vom 15. Oktober 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten bei
einem von ihr ermittelten Invaliditätsgrad von 14% in Aussicht, einen Anspruch auf
Rentenleistungen zu verneinen. Gemäss medizinischer Aktenlage verfüge der
Versicherte für eine leidensadaptierte Tätigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt über eine
100%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 4.124).
A.k Der behandelnde Dr. med. E._, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, berichtete der IV-Stelle am 30. Oktober 2008, dass der Versicherte an
einer schweren kombinierten Persönlichkeitsstörung mit selbstunsicheren, impulsiven
und abhängigen Zügen (ICD-10: F60.8), an rezidivierenden depressiven Episoden,
gegenwärtig leichte depressive Episode (ICD-10: F33.0), einem unbehandelten ADHS
(Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom) im Erwachsenenalter sowie einer
Cannabisabhängigkeit (ICD-10: F12.25) leide. Aus psychiatrischer Sicht könne von
einer Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50% ausgegangen werden. Diese bestehe seit
längerer Zeit. Wenn ein vertrautes Arbeitsumfeld gegeben sei, so könne der Versicherte
sehr wohl gute bis sehr gute Arbeitsleistungen erbringen. Trotz guten Willens werde es
ihm jedoch nicht möglich sein, sich auf dem freien Arbeitsmarkt für längere Zeit zu
bewähren. Nur im geschützten Rahmen könne sich der Versicherte mit seinem
"psychischen Handicap" arrangieren und einen neuen motivierenden Lebenssinn
gewinnen. Insgesamt bescheinigte der behandelnde Psychiater dem Versicherten eine
50%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 4.129).
A.l Am 14. November 2008 erhob der Versicherte Einwand. Er beantragte, es sei ihm
"ab Februar 2005 eine halbe bzw. ganze Rente" zuzusprechen. Zur Begründung
verwies er im Wesentlichen auf die Feststellungen von Dr. E._ (act. G 4.130).
A.m Die RAD-Ärztin Dr. D._ hielt zum Einwand und zum Bericht von Dr. E._ vom
30. Oktober 2008 fest, dass keine neuen medizinischen Fakten mit Einfluss auf die
zumutbare Arbeitsfähigkeit geltend gemacht würden. Zur Persönlichkeit des
Versicherten sei bereits in zwei psychiatrischen Gutachten Stellung genommen und auf
das Erfordernis eines Arbeitsplatzes mit flachen Hierarchien in einem wohlwollenden
Arbeitsumfeld hingewiesen worden. Das ADHS im Erwachsenenalter habe keinen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, da der Versicherte dadurch während der beruflichen
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Abklärung in keiner Weise beeinträchtigt gewesen sei (Stellungnahme vom
5. Dezember 2008, act. G 4.131).
A.n Am 5. Dezember 2008 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid vom
15. Oktober 2008. Zur Begründung führte sie aus, dass mit dem Einwand aus
medizinischer Sicht keine neuen Fakten geltend gemacht worden seien, die Einfluss
auf die zumutbare Arbeitsfähigkeit hätten (act. G 4.132).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 5. Dezember 2008 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 20. Januar 2009. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge beantragt
der Beschwerdeführer darin deren Aufhebung sowie die Zusprache einer halben IV-
Rente. Eventuell sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen. Subeventuell sei ein Obergutachten anzuordnen. Die Ausführungen
lauten gleich wie diejenigen des Einwands vom 14. November 2008. Ergänzend rügt
der Beschwerdeführer eine Verletzung der Begründungspflicht (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 26. März 2009
die Beschwerdeabweisung. Der Beschwerdeführer sei zweimal psychiatrisch
begutachtet worden. Beide Gutachter seien von einer vollen Arbeitsfähigkeit
ausgegangen. Die pessimistischere Beurteilung des behandelnden Psychiaters könne
die beiden gutachterlichen Einschätzungen nicht in Zweifel ziehen. Das diagnostizierte
ADHS im Erwachsenenalter schränke die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von
vornherein nicht ein, weil dieser in der Adoleszenz in der Lage gewesen sei, eine
Ausbildung zum Maler zu absolvieren und danach bis März 2003 ohne längere
Arbeitsunfähigkeiten auf diesem Beruf habe arbeiten können. Die andere aus der Sicht
vom behandelnden Psychiater invalidisierende Diagnose einer schweren kombinierten
Persönlichkeitsstörung werde im Gutachten von Dr. B._ überzeugend widerlegt. Der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei hinreichend abgeklärt worden.
Gestützt auf die gutachterlichen Einschätzungen sei zu Recht von einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten Tätigkeiten ausgegangen worden (act. G 4).
B.c In der Replik vom 18. Juni 2009 hält der Beschwerdeführer unverändert an seinen
Anträgen fest (act. G 12).
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B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 14).

Erwägungen:
1.
In formeller Hinsicht ist die Rüge des Beschwerdeführers zu prüfen, die
Beschwerdegegnerin habe sich nicht hinreichend mit den erhobenen Einwänden
auseinandergesetzt und somit die ihr obliegende Begründungspflicht und den
Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt.
1.1 Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll
entsprechen (Art. 49 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die grundsätzliche Pflicht einer Behörde,
ihren Entscheid zu begründen, folgt aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör. Dabei
darf sich die Verwaltung nicht damit begnügen, die von der betroffenen Person
vorgebrachten Einwendungen zur Kenntnis zu nehmen und zu prüfen. Die Verwaltung
hat vielmehr ihre Überlegungen auch namhaft zu machen und sich dabei ausdrücklich
mit den konkreten Einwendungen auseinander zu setzen oder zumindest die Gründe
anzugeben, weshalb sie gewisse Gesichtspunkte nicht berücksichtigen kann (BGE 124
V 183 E. 2b). Mit Erlass von Art. 57a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), worin in der Invalidenversicherung das
Vorbescheidverfahren wieder eingeführt wurde, sind an die Begründungsdichte von
Verfügungen, die nach Durchführung eines Vorbescheidverfahrens gemäss Art. 57a
IVG ergehen, erhöhte Anforderungen zu stellen (vgl. hierzu eingehend Urteil des
Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 30. Mai 2007, IV.2007.00436,
E. 1.8 ff.). Dies vor allem mit Blick auf die mit dem Erlass von Art. 57a IVG angestrebte
bessere Akzeptanz der IV-Entscheide und die beabsichtigte Entlastung der kantonalen
Gerichte (BBl 2005 3079 ff.). Eine – nicht besonders schwerwiegende – Verletzung des
rechtlichen Gehörs kann dann als geheilt gelten, wenn der Betroffene die Möglichkeit
erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie
die Rechtslage frei überprüfen kann. Diese Voraussetzung ist im Fall des
Versicherungsgerichts erfüllt (vgl. Art. 61 lit. c ATSG i.V.m. Art. 46 des Gesetzes über
die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).
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1.2 Im Einwand vom 14. November 2008 legte der Beschwerdeführer eingehend unter
Verweis auf den Bericht des behandelnden Psychiaters vom 30. Oktober 2008 dar,
weshalb bei der Beurteilung der verbliebenen Leistungsfähigkeit nicht auf die in den
Akten liegenden gutachterlichen Einschätzungen abgestellt werden könne (act.
G 4.130). Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung - wie
bereits den Vorbescheid vom 15. Oktober 2008 (act. G 4.124) - im Wesentlichen damit,
dass dem Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht eine leidensadaptierte Tätigkeit
auf dem freien Arbeitsmarkt zu 100% zumutbar sei. Zum Einwand führte sie aus, dass
sie diesen erhalten und geprüft habe. Aus medizinischer Sicht würden keine neuen
medizinischen Fakten geltend gemacht, die Einfluss auf die zumutbare Arbeitsfähigkeit
hätten. Es würden keine neuen Tatsachen "bekannt", weshalb sie die
beschwerdefähige Verfügung versende (act. G 132).
1.3 Die Verfügungsbegründung der Beschwerdegegnerin ist derart rudimentär und
pauschal formuliert, dass sie in jeder beliebigen, das Vorliegen einer Invalidität
verneinenden Verfügung stehen könnte, ohne dass dies als unstimmig auffallen würde.
So fehlen jegliche konkrete Ausführungen dazu, weshalb die einwandweise
vorgebrachten Argumente keinen Zweifel an der bestehenden medizinischen Aktenlage
entstehen lassen könnten und aufgrund welcher tatsächlichen, auf den konkreten Fall
bezogenen Gegebenheiten und aufgrund welcher Überlegungen die
Beschwerdegegnerin zum Schluss gelangt ist, der Anspruch des Beschwerdeführers
auf Leistungen der Invalidenversicherung sei zu verneinen. Insbesondere fehlt eine
Auseinandersetzung mit der Beurteilung der Leistungsfähigkeit durch Dr. E._ (act.
G 4.129) oder durch die Valida (act. G 4.71 und G 4.74). Hinzu kommt, dass in der
Verfügung keinerlei Hinweis auf die nach dem Einwand eingeholte RAD-Stellungnahme
vom 5. Dezember 2008 (act. G 4.131) - worauf sich die Beschwerdegegnerin in der
angefochtenen Verfügung zu stützen scheint - gemacht wurde. Mangels einer
rechtsgenügenden Begründung war der Beschwerdeführer nicht in der Lage zu
beurteilen, ob die angefochtene leistungsverweigernde Verfügung zu Recht erlassen
wurde oder nicht. Zur Wahrung seiner Rechte war er geradezu verpflichtet, die fragliche
Verfügung beschwerdeweise anzufechten. Diese Konsequenz erscheint - insbesondere
in Anbetracht der Kostenpflicht des kantonalen Beschwerdeverfahrens und der
Beweggründe für die Wiedereinführung des Vorbescheidverfahrens - als stossend.
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1.4 Zusammenfassend ist von einer Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehörs
auszugehen. Da der Beschwerdeführer einer materiellen gerichtlichen Beurteilung den
Vorzug gibt und keine Rückweisung aus formellen Gründen beantragt, ist die
Gehörsverletzung ausnahmsweise zu heilen. Die Heilung ist bei den Kosten- und
Entschädigungsfolgen zu berücksichtigen (vgl. hierzu E. 5).
2.
In materieller Hinsicht ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Rentenleistungen
streitig.
2.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des IVG, der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des
ATSG in Kraft getreten. In materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine
übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu
legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt
gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt
verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die
angefochtene Verfügung ist am 5. Dezember 2008 ergangen (act. G 4.132), wobei ein
Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen
der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass
der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über die noch nicht rechtskräftig verfügt
wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit
bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem
Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision:
BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese
übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die
5. IV-Revision hinsichtlich des Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine
substantiellen Änderungen gegenüber der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage
gebracht hat. Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des
ATSG und IVG wiedergegeben.
2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
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wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente.
2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Diese
Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen
Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (vgl. SVR 2001 IV
Nr. 10 S. 28 E. 4b mit Hinweisen).
3.
Bei der Verneinung des Rentenanspruchs stützte sich die Beschwerdegegnerin auf das
interdisziplinäre AEH-Gutachten vom 23. Mai 2007, worin dem Beschwerdeführer für
eine leidensadaptierte Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert wurde (act.
G 4.89).
3.1
3.1.1 Gegen die gutachterliche Einschätzung der AEH führt der Beschwerdeführer vor
allem die Einschätzung des behandelnden Dr. E._ vom 30. Oktober 2008 ins Feld.
Darin wurde dem Beschwerdeführer eine Arbeitsfähigkeit von 50% bescheinigt (act.
G 4.129). Nicht konkret gerügt werden vom Beschwerdeführer die
Gutachtenserstellung oder die Person der Gutachter.
3.1.2 In Abweichung zum AEH-Gutachten diagnostizierte Dr. E._ zusätzlich eine
kombinierte Persönlichkeitsstörung, ein ADHS im Erwachsenenalter sowie eine
Cannabisabhängigkeit (act. G 4.129). Der psychiatrische AEH-Gutachter legte indessen
begründet dar, weshalb er bezüglich des Cannabiskonsums keine Diagnose mit
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Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit stellte. Auch mit der von Dr. E._ beschriebenen
Selbstunsicherheitsproblematik setzte er sich begründet auseinander und liess sie in
seine Beurteilung - wenn auch ohne Auswirkung auf die quantitative Leistungsfähigkeit
- einfliessen ("erhöhte Vulnerabilität"; es müsse mit Problemen unter Belastung auf
dem Boden der bestehenden selbstunsicheren Persönlichkeit gerechnet werden; act.
G 4.87-9; vgl. auch die Ausführungen von Dr. B._ bezüglich der Verneinung einer
Persönlichkeitsstörung, act. G 4.68-15). Was das von Dr. E._ diagnostizierte ADHS
anbelangt, so ist der durch die Beschwerdegegnerin vorgenommenen Verneinung einer
invalidisierenden Wirkung (act. G 4, S. 4) zu folgen. Denn rechtsprechungsgemäss
sprechen gegen die Annahme einer invalidisierenden Beeinträchtigung durch ein ADHS
im Erwachsenenalter, dass der Beschwerdeführer imstande war, die obligatorische
Schule zu besuchen, eine Lehre erfolgreich zu absolvieren und in der Folge eine
Erwerbstätigkeit auszuüben (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG;
seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom
6. November 2006, I 955/05, E. 3.2; zur beruflichen Biographie des Beschwerdeführers
vgl. act. G 4.30-5 f.). Damit kann offen gelassen werden, ob die ADHS-Diagnose durch
Dr. E._ zutreffend ist. Ohnehin gehen aus dem Bericht von Dr. E._ keine fassbaren
Gesichtspunkte hervor, die der psychiatrische AEH-Gutachter ausser Acht gelassen
hätte. Vielmehr zogen die beiden Experten aus ihren Untersuchungen des
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers lediglich unterschiedliche Schlüsse und
teilweise verschiedene Diagnosen. Dr. E._ setzt sich überdies nicht mit der
abweichenden Einschätzung der AEH-Gutachter auseinander. Seine abweichende
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung (50%ige Arbeitsfähigkeit) vermag vor diesem Hintergrund
keine Zweifel am AEH-Gutachten zu begründen. Dies umso weniger als auch Dr. B._
im Einklang mit der Einschätzung des psychiatrischen AEH-Gutachters nachvollziehbar
darlegte, dass keine Arbeitsunfähigkeit vor dem Hintergrund einer psychiatrischen
Gesundheitsproblematik konstatiert werden könne (Gutachten vom 11. Januar 2006,
act. G 4.68-16). Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass auch der behandelnde
Dr. A._ mit Blick auf leidensadaptierte Tätigkeiten nicht von einer relevanten
Arbeitsunfähigkeit ausging (Bericht vom 27. Oktober 2006, act. G 4.79).
3.2
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3.2.1 Die Aussagekraft der gutachterlichen Einschätzung der AEH sieht der
Beschwerdeführer weiter dadurch erschüttert, dass sie nicht mit den beruflichen
Abklärungsergebnissen des HPV und der Valida zu vereinbaren sei (act. G 1, S. 3 f.).
3.2.2 Vorweg ist festzuhalten, dass der HPV im Schlussbericht vom 15. August 2008
zur Auffassung gelangte, dass der Beschwerdeführer in leidensadaptierten Tätigkeiten
eine 100%ige Arbeitsleistung erreiche (act. G 4.112). Er bestätigt damit gerade die gut-
achterliche Einschätzung. Weshalb der HPV dann aber zum Schluss kommt, eine
Reintegration des Beschwerdeführers in den ersten Arbeitsmarkt sei kaum realisierbar,
ist angesichts der gutachterlichen Beurteilungen nicht nachvollziehbar. Dies umso
weniger als der HPV selbst dem Beschwerdeführer gute berufsbezogene Kenntnisse
attestiert und davon ausgeht, dass dessen fachliches Können den arbeitsmarktlichen
Anforderungen entspreche. Des Weiteren gingen auch die Abklärungspersonen der
Valida davon aus, dass der Beschwerdeführer über eine - wenn auch nur teilweise -
verwertbare Restarbeitsfähigkeit verfüge (act. G 4.74).
3.2.3 Auch die Leistungsbeurteilung durch die Valida vom 3. Juli 2006 (45% bis
50%ige Arbeitsleistung bei offen gelassenem Arbeitspensum) vermag das AEH-Gut-
achten nicht zu erschüttern (act. G 4.74; vgl. auch die Beurteilung vom 31. Januar
2006, act. G 4.71). Sie scheint geprägt durch Krankschreibungen des behandelnden
Arztes während eines längeren Zeitraums der beruflichen Abklärung (50%ige
Arbeitsunfähigkeit) zu sein. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer anlässlich der
Abklärung auch nicht leidensadaptierte Malertätigkeiten zu verrichten hatte, die ihm
aus medizinischer Sicht unbestrittenermassen nicht mehr zugemutet werden können
(vgl. AEH-Gutachten vom 10. April 2007, act. G 4.89-7).
3.2.4 Sowohl bezüglich der Einschätzung der Valida wie auch derjenigen des HPV fällt
ins Gewicht, dass die Frage nach den dem Beschwerdeführer noch zumutbaren
Tätigkeiten und Arbeitsleistungen nach Massgabe der objektiv feststellbaren
Gesundheitsschädigung durch die medizinischen Fachpersonen und nicht durch
berufliche Abklärungspersonen auf der Grundlage der von ihnen erhobenen,
subjektiven Arbeitsleistung zu beantworten ist: Die - arbeitsmedizinische - Aufgabe der
medizinischen Fachpersonen besteht darin, sich dazu zu äussern, inwiefern die
versicherte Person in ihren körperlichen oder geistigen Funktionen leidensbedingt
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eingeschränkt ist. Im Vordergrund stehen dabei vor allem jene Funktionen, die für die
nach der Lebenserfahrung im Vordergrund stehenden Arbeitsmöglichkeiten der
versicherten Person wesentlich sind (so etwa, ob diese sitzend oder stehend, im Freien
oder in geheizten Räumen arbeiten kann oder muss, ob sie Lasten heben und tragen
kann). Die Fachleute der Berufsberatung und der beruflichen Abklärung dagegen haben
sich primär darüber auszusprechen, welche konkreten beruflichen Tätigkeiten aufgrund
der ärztlichen Angaben und unter Berücksichtigung der übrigen Fähigkeiten der
versicherten Person in Frage kommen, wobei unter Umständen entsprechende
Rückfragen bei den medizinischen Fachpersonen erforderlich sind. Gerade bei
psychischen Beschwerdebildern wie dem vorliegenden eröffnet sich den
begutachtenden medizinischen Experten praktisch immer ein gewisser
Ermessensspielraum, der bei medizinischen Gutachten hinzunehmen ist, solange die
Experten - wie vorliegend - lege artis vorgegangen sind. Es bedarf mit anderen Worten
etwa objektiv feststellbarer Gesichtspunkte, die im Rahmen der Begutachtung
unerkannt geblieben waren und geeignet sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu
führen, um die Beweiskraft der Begutachtung herabzusetzen. Solche Gesichtspunkte
sind vorliegend nicht ersichtlich. Allein die Feststellung einer von der medizinisch-
theoretisch festgelegten Arbeitsfähigkeit erheblich abweichenden, tatsächlich
gezeigten Leistung anlässlich einer beruflichen Abklärung genügt daher nicht, um die
gutachterliche Einschätzung zu erschüttern (vgl. zum Ganzen Urteil des
Bundesgerichts vom 2. April 2007, I 936/05, E. 3.3). Daher vermag der
Beschwerdeführer auch von den Bemerkungen des Berufsberaters (vgl. zu den
entsprechenden Vorbringen act. G 1, S. 6) nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Im
Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass nicht nur die somatischen, sondern auch die
psychischen Leiden des Beschwerdeführers bei der qualitativen
Leistungsfähigkeitsumschreibung der Gutachter Berücksichtigung fanden (positive
Grundhaltung von Vorgesetzten und Mitarbeitenden gegenüber dem Beschwerdeführer
sowie Fehlen von besonders belastenden arbeitsklimatischen Bedingungen, act.
G 4.87-10 f.).
3.2.5 Für eine Abklärung der vom Beschwerdeführer geltend gemachten "allfälligen
neurologischen Spätfolgen" (act. G 1, S. 14) besteht kein Anlass, sind doch in den
Akten keine Hinweise auf entsprechende invalidisierende Leiden ersichtlich.
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3.3 Nach dem Gesagten ist mit der Beschwerdegegnerin gestützt auf das die
rechtsprechungsgemässen Anforderungen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb) erfüllende
interdisziplinäre AEH-Gutachten vom 23. Mai 2007 davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer in einer leidensadaptierten Tätigkeit über eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit verfügt.
4.
Da der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensvergleich -
abgesehen von der Frage der Restarbeitsfähigkeit - nicht bestritten wurde und sich aus
den Akten auch keine Hinweise ergeben, dass der Beschwerdeführer mit einer
100%igen Arbeitsfähigkeit kein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen
vermöchte, ist die Verneinung eines Rentenanspruchs zu bestätigen.
5.
Die Beschwerde ist abzuweisen. Der vollumfänglich unterliegende Beschwerdeführer
hat die Gerichtskosten grundsätzlich zu tragen. Diese bemessen sich nach dem
Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Die Gehörsverletzung und deren Heilung können jedoch nicht ohne
Folgen für die Verfahrenskostenauferlegung bleiben. Das Bundesgericht hat
entschieden, bei einer Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Verwaltung mit
anschliessender Heilung im gerichtlichen Verfahren rechtfertige es sich, der
Gehörsverletzung durch Zusprache einer reduzierten Parteientschädigung und
teilweiser Auferlegung der Gerichtskosten Rechnung zu tragen (Urteil vom 4. August
2008, 9C_234/2008, E. 5.1). Unklar ist hierbei, ob eine Entschädigung nur dann
geschuldet ist, wenn nennenswerte (zusätzliche) Kosten entstanden sind, die ohne die
Gehörsverletzung nicht angefallen wären (so das Urteil des EVG vom 10. Februar 2006,
I 329/2005, E. 2.3.2), oder ob die Verletzung des rechtlichen Gehörs in jedem Fall eine
Entschädigungspflicht auslöst. In Anbetracht dessen, dass eine Verletzung des
rechtlichen Gehörs grundsätzlich eine Aufhebung des angefochtenen Entscheids mit
entsprechenden Kosten- und Entschädigungsfolgen nach sich zieht, ist nicht
einzusehen, wieso dies - in angemessenem Verhältnis - nicht auch bei einer Heilung
der Gehörsverletzung der Fall sein sollte. Entsprechend rechtfertigt es sich, der
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Beschwerdegegnerin die Hälfte der Gerichtsgebühr aufzuerlegen und sie zur Zahlung
einer Parteientschädigung zu verpflichten (vgl. Lorenz Kneubühler, Gehörsverletzung
und Heilung, ZBl 1998 97 ff. 119; Benjamin Schindler, die "formelle Natur" von
Verfahrensgrundrechten, ZBl 2005 169 ff. 193). Mit Blick auf den begrenzten Aufwand,
der bei vollem Obsiegen eine im Vergleich zur üblichen Vergütung von pauschal Fr.
3'500.-- tiefere Entschädigung von Fr. 3'000.-- rechtfertigen würde, erscheint die
Zusprache einer Parteientschädigung von pauschal Fr. 1'500.-- (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer) in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als
angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG