Decision ID: 585ee10d-ff71-4fc0-9044-4c5722d87dd8
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 8. Abteilung, vom
9. Dezember 2016 (DG160148)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 10. Mai 2016 ist die-
sem Urteil beigeheftet (Urk. 24).
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist schuldig des Verbrechens gegen das Betäubungsmit-
telgesetz im Sinne von aArt. 19 Ziff. 1 Abs. 4 und 5 BetmG in Verbindung mit
aArt. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 30 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis
und mit heute 76 Tage durch Haft erstanden ist.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 24 Monaten aufgescho-
ben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Die restlichen 6 Monate Frei-
heitsstrafe werden vollzogen.
4. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 5'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 4'000.– Gebühr Anklagebehörde
Fr. 76.70 diverse Kosten
Fr. 279.60 Auslagen Untersuchung (Airport Medical Center)
Fr. 196.40 Auslagen Untersuchung (Notöffnung Wohnung)
Fr. 15'000.– amtliche Verteidigung Untersuchung
Fr. 18'688.60 amtliche Verteidigung
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
5. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-
nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten
auferlegt.
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6. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-
nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4
StPO im Umfang von zwei Dritteln.
7. Über die Höhe der Entschädigung der amtlichen Verteidigung wird mit sepa-
ratem Beschluss entschieden.
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 64 S. 17)
" 1. Ziffer 2 und 3 des Dispositivs (Strafzumessung) seien .
2. In Abänderung von Dispositivziffer 2 sei der Beschuldigte zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr unter Anrechnung von 76 Taten Untersuchungshaft zu verurteilen.
3. In Abänderung von Dispositivziffer 3 sei für die Freiheitsstrafe der bedingte Vollzug zu gewähren und die Probezeit auf 3 Jahre .
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MwSt. und ."
b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl:
(Urk. 55, schriftlich, sinngemäss)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils
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Erwägungen:
I. Prozessgeschichte und Prozessuales
1. Mit Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 8. Abteilung, vom 9. Dezember 2016
wurde der Beschuldigte wegen Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz
zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt. Der Vollzug wur-
de unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren im Umfang von 24 Monaten
aufgeschoben. Die restlichen sechs Monate wurden unter Anrechnung der bereits
erstandenen 76 Hafttage für vollziehbar erklärt. Schliesslich entschied die Vor-
instanz über die Kostenfolgen (Urk. 51).
Der Beschuldigte meldete mit Eingabe vom 13. Dezember 2016 (Datum des
Poststempels) Berufung an (Urk. 45). Nach Erhalt des begründeten Urteils am
30. Januar 2017 (Urk. 50/3) reichte er der hiesigen Kammer am 20. Februar 2017
(eingegangen am 21. Februar 2017) seine Berufungserklärung ein (Urk. 52). Die
Staatsanwaltschaft verzichtete auf eine Anschlussberufung (Urk. 55). Beweisan-
träge wurden keine gestellt.
2. Die Verteidigung ficht mit ihrer Berufung explizit nur die Entscheide der
Vorinstanz betreffend Strafe und Vollzug an und beantragt konkret, dass der Be-
schuldigte mit einer bedingten Freiheitsstrafe von einem Jahr zu bestrafen sei.
Die Probezeit sei auf drei Jahre festzusetzen und die bereits erstandenen 76 Haft-
tage seien an die Strafe anzurechnen (Urk. 52 S. 2).
Damit ist das vorinstanzliche Urteil unangefochten geblieben hinsichtlich der
Dispositivziffern 1 (Schuldspruch) und 4 bis 7 (Kostenentscheide). Diese Ent-
scheide sind somit bereits in Rechtskraft erwachsen, was vorab festzustellen ist.
Bezüglich der Kostenentscheide in den Dispositivziffern 4 bis 7 ist ferner zu be-
rücksichtigen, dass die Höhe der Entschädigung der amtlichen Verteidigung in der
unbegründeten Fassung des vorinstanzlichen Urteils (vgl. Urk. 44) offen gelassen
wurde. Mit Beschluss vom 15. Dezember 2016 wurde diese nachträglich festge-
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setzt (Urk. 46). Insofern ist dieser Beschluss Bestandteil des vorinstanzlichen Ur-
teils, weshalb auch dessen Rechtskraft vorab festzustellen ist.
II. Einzelne bestrittene Sachverhaltselemente
1. Der Beschuldigte anerkennt zwar den Schuldpunkt in rechtlicher Hinsicht
(Urk. 52 S. 3; Urk. 64 S. 7, 12 und 17). Im Hinblick auf die Strafzumessung be-
streitet er aber gewisse Elemente bestimmter Anklagesachverhalte (Urk. 64
S. 3 ff.): der Gliederung der Vorinstanz folgend (Urk. 51 S. 4 - 6) betrifft dies die
eingeklagte Kokainmenge in den Anklageziffern 1a, 1b1, 1b2 und 1b4, ferner die
ihm in Anklageziffer 1b3 vorgeworfene Übergabe von 37.8 Gramm reinem Kokain
an B._ sowie die Höhe der von B._ erhaltenen Gegenleistung für seine
Kokainhandelstätigkeit (Anklageziffer 1d). Da diese Sachverhaltselemente für die
noch zu erfolgende Strafzumessung massgebend sind, ist im Folgenden zu prü-
fen, ob sie sich anhand der zur Verfügung stehenden Beweise erstellen lassen.
Als Beweismittel dienen vorerst die Aussagen des Beschuldigten (Urk. 6/1-2, 4-5,
8-11; Urk. 7/4; Urk. 37; ND1 Urk. 6) und diejenigen von B._ (Urk. 6/11; Urk.
9/6; Urk. 12/4-6, 10-12) sowie C._ (Urk. 9/1-2, 6-7). Diese hat die Vorinstanz
bereits sehr ausführlich und zutreffend dargelegt. Auf die entsprechenden Erwä-
gungen ist daher vollumfänglich zu verweisen (Urk. 51 S. 13 - 42; Art. 82 Abs. 4
StPO). Von beweisrechtlicher Relevanz sind ferner diverse Bankunterlagen von
Konten des Beschuldigten und von B._ (Urk. 6/8 act. 6-10d und 11a-11e;
Urk. 6/10 act. 1 ff.; Urk. 12/6 act. 18a-18u; Urk. 12/10 act. 1-6u; Urk. 12/11 act. 1
ff.) sowie der Prüfbericht der Stadtpolizei Zürich vom 19. November 2009 (ND 1
Urk. 9).
2. Die allgemeinen Grundsätze der Beweiswürdigung wurden von der Vor-
instanz korrekt aufgeführt. Dies braucht nicht wiederholt zu werden (Urk. 51 S. 7 -
10; Art. 82 Abs. 4 StPO). Ebenso kann auf die vorinstanzlichen Erwägungen zur
Glaubwürdigkeit von B._, C._ und des Beschuldigten verwiesen werden
(Urk. 51 S. 10 - 13). Die nachfolgenden Erwägungen verstehen sich insofern le-
diglich als Ergänzung.
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Der Beschuldigte begründete die von ihm geltend gemachte eingeschränkte
Glaubwürdigkeit von B._ insbesondere damit, dass dieser ihn "in die Pfanne
hauen" bzw. ihm "grösstmöglichen Schaden zufügen" wolle, weil er nach Ansicht
von B._ dessen Vermögen und Geschäft heruntergewirtschaftet habe
(Urk. 39 S. 3 f. und ND 1 Urk. 6 Rz 49, 68; Prot. II S. 10 f.; vgl. auch Urk. 51 S. 11
f.). Diesem Einwand ist entgegen zu halten, dass B._ nach eigenen Angaben
schon im Jahre 2011 entdeckte, dass der Beschuldigte "sein Geld veruntreut" ha-
be (Urk. 12/5 Rz 6). Die ersten belastenden Aussagen erfolgten aber erst im April
2013. Ferner ging B._ dabei nicht von selbst zur Polizei, um den Beschuldig-
ten zu belasten, was zu erwarten gewesen wäre, wenn es ihm nur darum gegan-
gen wäre, den Beschuldigten "in die Pfanne zu hauen". Auch den Strafantrag ge-
gen den Beschuldigten wegen Veruntreuung stellte B._ nicht auf eigene Initi-
ative (Urk. 12/4 Rz 74 - 78). Zu den belastenden Aussagen und zur Strafanzeige
kam es vielmehr im Rahmen eines Untersuchungsverfahrens wegen Betruges
zum Nachteil der Firma D._ AG. Dabei ging es zusammengefasst um den
Vorwurf, dass C._ im Jahre 2009 Kokain von B._ (insgesamt ca. 1.2 kg
Kokain) bezogen und dieses mittels gefälschter Rechnungen aus Firmengeldern
der D._ AG bezahlt haben soll (gesamthaft über Fr. 200'000.–). Um eine all-
fällige Mittäterschaft von B._ abzuklären, wurde das Verfahren auf diesen
ausgedehnt. Erst anlässlich seiner dritten Befragung in dieser Sache belastete er
den Beschuldigten, ihm bei den Kokainlieferungen an C._ geholfen zu haben
(Urk. 12/4 Rz 40). Aus dem Verlauf dieser Befragung ergibt sich, dass er den Be-
schuldigten spontan und impulsiv erst dann erwähnte, als es um seine eigene
schwierige finanzielle Lage ging, welche nach seiner Ansicht der Beschuldigte zu
verantworten habe (vgl. insb. a.a.O. Rz 39 f.: "Ich will niemanden reinreiten. Ich
habe keinen Grund mehr, jemanden zu schützen. Wenn ich keine Zeit hatte, half
Hr. A._ mir aus und brachte das Kokain zu Frau C._...").
Auch wenn B._ dem Beschuldigten gegenüber nicht gerade wohlge-
sinnt zu sein scheint, lassen die dargelegten Umstände noch nicht auf eine einge-
schränkte Glaubwürdigkeit des Ersteren schliessen.
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3. In den Anklagesachverhalten Ziffer 1a, 1b1 und 1b2 (weiterhin der Glie-
derung der Vorinstanz folgend) wird dem Beschuldigten zusammengefasst vor-
geworfen, im Zeitraum vom 1. Februar 2009 bis 1. November 2009 von B._
gesamthaft mindestens ein Kilogramm Kokaingemisch übernommen, bei sich zu
Hause gelagert, in Minigrips à 0.5 bis 0.75 Gramm portioniert und davon insge-
samt ca. 750 Gramm wieder an B._ zwecks Weiterverkauf zurückgegeben
zu haben.
3.1. Der Beschuldigte räumte diesbezüglich ein, dass er von B._ Kokain
übernommen und (zusammen mit diversen Minigrips und einer Waage) bei sich
zu Hause gelagert habe. Auch habe er zusammen mit B._ ein bis zwei Mal
mindestens sieben Gramm Kokaingemisch portioniert. Schliesslich anerkannte er,
dass er das von ihm gelagerte Kokain B._ wieder zurückgegeben habe. Be-
stritten wird vom Beschuldigten demgegenüber die eingeklagte Kokainmenge, die
Dauer der Lagerung und das regelmässige Portionieren (Urk. 6/4 Rz 58 f., 125-
136, 163-167; Urk. 6/11 S. 5, 7, 9 f., 16-18, 21 f., 25; Urk. 7/4 S. 2 f.; ND 1 Urk. 6
Rz 28-36, 42, 47 ff.; Urk. 37 S. 5-8; Prot. II S. 9 f.).
3.2. Die Vorinstanz erachtete diese Anklagesachverhalte als vollumfänglich er-
stellt. Dabei stützte sie sich mit nachvollziehbarer Begründung auf die als glaub-
haft erachteten Aussagen von B._ und legte stichhaltig dar, dass diejenigen
des Beschuldigten nicht überzeugen würden (Urk. 51 S. 43 - 49). Den entspre-
chenden Erwägungen ist beizupflichten (Art. 82 Abs. 4 StPO). Im Sinne einer Zu-
sammenfassung bzw. Ergänzung soll im Folgenden nochmals auf die wichtigsten
Gründe eingegangen werden.
3.2.1. So gab B._ diesbezüglich im Kern widerspruchsfrei, detailreich und
nachvollziehbar mehrmals an, dass er zwischen anfangs Februar 2009 bis zu sei-
ner Verhaftung am 1. November 2009 ca. drei bis fünf Mal Kokaingemisch mit ei-
ner Gesamtmenge von 1.2 Kilogramm gekauft habe. Davon habe er dem Be-
schuldigten insgesamt etwa ein Kilogramm, jeweils originalverpackt in einem
Plastiksack, in Zürich übergeben. Dieser habe dann die jeweiligen Kokainmengen
zu sich nach Hause genommen und durchgehend bei sich gelagert (Urk. 6/11
S. 3-8, 10; Urk. 12/4 Rz 64-66, 79 f.; Urk. 12/5 Rz 21-32). Gemäss seinen stimmi-
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gen Aussagen habe (weitgehend) der Beschuldigte das Kokain sodann nach Be-
darf in Minigrips abgepackt, nachdem ihm B._ gezeigt hätte, wie das Kokain
zu portionieren sei (Waage, Minigrip à 0.5 - 0.75 Gramm; Urk. 6/11 S. 17, 19-21;
Urk. 12/4 Rz 66). Das portionierte Kokain habe der Beschuldigte jeweils in einem
Pilotenkoffer aufbewahrt (Urk. 6/11 S. 7, 17; Urk. 12/4 Rz 68 f.; Urk. 12/5 Rz 26 -
31). Ebenso klar sagte B._ aus, dass er einen Teil dieses portionierten Koka-
ins später nach Bedarf zu sich nach Hause genommen habe (Urk. 6/11 S. 21 f.;
Urk. 12/4 Rz 67; Urk. 12/7 Rz 52). Konstant erklärte B._ schliesslich, dass
man sich für die Aufbewahrung des Kokains durch den Beschuldigten entschie-
den habe, weil er (B._) schon einmal wegen Kokainhandels inhaftiert gewe-
sen sei (Urk. 6/11 S. 4, 8, 17; Urk. 12/5 Rz 31 f.). Dies wurde im Übrigen auch
vom Beschuldigten bestätigt (Urk. 6/4 Rz 136, 197 f.; Urk. 6/11 S. 9; ND 1 Urk. 6
Rz 63 f.; Prot. II S. 12).
Entsprechend den Erwägungen der Vorinstanz hielt sich B._ des Weite-
ren mit seinen Belastungen gegen den Beschuldigten zurück (vgl. Urk. 51 S. 43).
Es wäre für ihn ein Leichtes gewesen, zu behaupten, dass der Beschuldigte auch
am Kauf der 1.2 Kilogramm Kokain beteiligt gewesen sei (vgl. Urk. 6/11 S. 3;
Urk. 12/4 Rz 66, 109), oder dass dieser C._ nicht nur bei seiner Auslandab-
wesenheit Kokain geliefert habe, oder dass dieser auch andere Abnehmer als
C._ beliefert habe (Urk. 12/4 Rz 73).
Zu guter Letzt sind die Aussagen von B._ auch deshalb als glaubhaft
zu qualifizieren, weil er – entgegen den Ausführungen des Beschuldigten – mit
seinem Eingeständnis, mit 1.2 kg Kokain gehandelt zu haben, selber eine erneute
Verurteilung riskierte. Seiner bereits am 6. September 2010 erfolgten Verurteilung
wegen Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz lag bekanntlich lediglich
der Handel mit 950 Gramm Kokain zu Grunde (Urk. 9/6 act. D). Entscheidend ist
diesbezüglich aber vor allem, dass B._ selbst seit seiner ersten Einvernahme
davon ausging, dass er erneut bestraft werden könnte, wenn er nun eine höhere
Menge zugeben würde (Urk. 6/11 S. 23). Insofern kann auch den Ausführungen
der Verteidigung nichts abgewonnen werden, wonach B._ der Handel mit 1.2
kg Kokain – auch ohne dessen Geständnis – allein aufgrund der erst später bei-
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gezogenen Bankunterlagen und der von C._ gefälschten Zahlungen der
D._ AG hätte nachgewiesen werden können (Urk. 64 S. 2).
3.2.2. Die Aussagen des Beschuldigten erweisen sich demgegenüber als wider-
sprüchlich, unplausibel und deshalb unglaubhaft. Sein Aussageverhalten ist auf-
fällig selektiv (vgl. Urk. 6/4 Nr. 45-52 oder Urk. 6/11 S. 7 vs. Urk. 6/8, insb. Rz 182
und ND1 Urk. 6 Rz 17, 54 f.) und er verstrickt sich insbesondere hinsichtlich der
gelagerten Kokainmenge sowie der Aufbewahrungszeit in etliche Widersprüche.
Seine Ausführungen wirken sodann konstruiert und ergeben teilweise keinen
Sinn.
So bestätigte der Beschuldigte am 30. Mai 2013 in Bezug auf die Aufbewah-
rungszeit zunächst, dass er B._ von Anfang 2009 bis zum 1. November 2009
beim Kokainhandel geholfen bzw. das Kokain von diesem übernommen und bei
sich zu Hause gelagert habe (Urk. 6/4 Rz 123, 131, 167, 200). In diesem Zeitraum
sei dies fünf bis sechs Mal vorgekommen (a.a.O. Rz 131). Dies sei immer dann
gewesen, wenn B._ über das Wochenende in der Ukraine gewesen sei
(a.a.O. Rz 125 - 130, 135, 166, 197-199). Im Widerspruch dazu wollte er das Ko-
kain etwa einen Monat später nur noch von August bzw. September bis am
1. November 2009 aufbewahrt haben (Urk. 16/11 S. 16 f., 25, 29). Sodann verifi-
zierte er zunächst, dass B._ zwischen Februar bis November 2009 alle drei
bis vier Wochen und damit ca. zehn Mal in die Ukraine geflogen sei (Urk. 16/11
S. 16 f.). Den Vorhalt, dass er demnach zehn statt sechs Mal das Kokain aufbe-
wahrt haben müsse, bestritt er aber und änderte plötzlich seine frühere Aussage,
das Kokain während B._s Auslandabwesenheit immer – ohne Einschränkun-
gen zu machen – bei sich gelagert zu haben (Urk. 6/4 Rz 125-131, 135 f., 141,
197-199; Urk. 6/11 S. 9; vgl. ND1 Urk. 6 Rz 56). Nun wollte er mit der Aufbewah-
rung des Kokains erst angefangen haben, als er gemerkt habe, dass B._
nach seiner Rückkehr aus der Ukraine jeweils "spinne" (Urk. 6/11 S. 16 f.). Diese
Widersprüche lassen sich – entgegen der Verteidigung – keineswegs damit erklä-
ren, dass der Vorfall zum Zeitpunkt, als der Beschuldigte diese Aussagen machte,
bereits vier Jahre zurücklag. Vielmehr sind sie Ausdruck seines selektiven und an
die jeweilige Beweislage angepassten Aussageverhaltens (Urk. 64 S. 5).
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Augenfällige Diskrepanzen weisen ferner die Aussagen des Beschuldigten
bezüglich der Kokainmenge auf. So gab er am 30. Mai 2013 zunächst an, im Tat-
zeitraum fünf bis sechs Mal je durchschnittlich 15 - 18 Gramm Kokain gelagert zu
haben (Urk. 6/4 Rz 128, 131, 133 f.). Dies würde einer Gesamtmenge von ledig-
lich 75 bis 108 Gramm entsprechen. Etwa einen Monat später, und zwar anläss-
lich der Konfrontationseinvernahme vom 16. Juli 2013 mit B._, erklärte er auf
entsprechenden Vorhalt, dass ein Kilogramm Kokain auf die ganze Zeit gerechnet
hinkommen könnte, was einer sinngemässen Anerkennung dieser Menge gleich-
kommt (Urk. 6/11 S. 5). Auf die konkrete Frage, ob er die Lagerung dieser Menge
in der tatrelevanten Zeit demnach explizit anerkenne, antwortete er dann aber,
dass er die genaue Menge nicht sagen könne, er wisse (doch) nicht, ob es insge-
samt ein Kilogramm sein könnten, er könne es sich nicht vorstellen (Urk. 6/11
S. 7). Auf wiederholten Vorhalt entsprechender Belastungen von B._ führte
er aus, dass er nicht wisse, wieviel Kokain sich jeweils im Koffer befunden hätten,
vermochte dann aber merkwürdigerweise doch eine ziemlich genaue Schätzung
abzugeben: es seien zwischen 15 bis 20 Gramm gewesen, wobei er diese Menge
anhand der verpackten Minigrips abgeschätzt habe (Urk. 6/11 S. 18, 25). Auf ent-
sprechende Frage seiner Verteidigung bejahte er ziemlich am Ende dieser Ein-
vernahme, dass es (auch) hinkommen könne, dass er gesamthaft ca. 75 - 108
Gramm Kokain aufbewahrt habe (Urk. 6/11 S. 25). Schliesslich sollen es gemäss
seinen letzten Schätzungen im Untersuchungsverfahren zunächst insgesamt 200
- 250 Minigrips bzw. 200 - 250 Gramm (ND 1 Urk. 6 Rz 54; vgl. Rz 51, wonach er
1'000 Minigrips mit einem Kilogramm Kokain gleichsetzt) und ein paar Fragen
weiter dann gesamthaft nur noch 60 - 100 Minigrips bzw. 60 - 100 Gramm gewe-
sen sein (ND 1 Urk. 6 Rz 78 - 81; vgl. Rz 51). Anlässlich der Berufungshandlung
will er wiederum ca. 200 Minigrips aufbewahrt haben (Prot. II S. 12). Verdächtig
mutet es ferner an, dass er in seiner Einvernahme vom Juli 2013 noch "beim bes-
ten Willen nicht" wusste, wieviel Kokain es waren bzw. ob ein Kilogramm zutreffen
würde (Urk. 6/11 S. 7, 18), während er zweieinhalb Jahre später und auch heute
mit Bestimmtheit sagen konnte, dass es sicher kein Kilogramm, sondern höchs-
tens ein Viertel bzw. sogar nur ein Zehntel davon gewesen sei (ND 1 Urk. 6
Rz 55; Prot. II S. 9, 12; vgl. auch Urk. 37 S. 5 f.). Auch der massive Unterschied
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zwischen den minimal angegebenen 60 Gramm und dem einen Kilogramm, wel-
ches er zwischendurch immerhin für möglich gehalten hatte, lässt erhebliche
Zweifel an der Zuverlässigkeit seiner Mengenangaben wecken. Die auf Vorhalt
dieses Widerspruchs abgegebene Erklärung des Beschuldigten, wonach er sich
in der Einvernahme vom 16. Juli 2013 nicht habe vorstellen können, wieviel ein
Kilogramm sei, bzw. dass das 1'000 Minigrips sein müssten, überzeugt nicht (ND
1 Urk. 6 Rz 50 - 53). So hatte er in der genannten Einvernahme die eingestande-
nen 15 bis 20 Gramm doch auch anhand der vorhandenen Minigrips abgeschätzt.
Ferner war er damals offensichtlich durchaus in der Lage, 1.2 kg von einem Kilo-
gramm zu unterscheiden, gab er doch auf Vorhalt dieser Mengen zwei differen-
zierte Antworten (vgl. hierzu Urk. 6/11 S. 4, Antwort zu 1.2 kg: "Ich muss Ihnen
ehrlich sagen, dass ich mir das nicht vorstellen kann, ..."; a.a.O. S. 5, Antwort auf
1 kg: "Wenn man das auf die ganze Zeit rechnet, könnte das hinkommen."). Im
Besonderen ist des Weiteren hervorzuheben, dass die sinngemässe Anerken-
nung, ein Kilogramm Kokain aufbewahrt zu haben, anlässlich der Konfrontations-
einvernahme mit B._ erfolgte, und zwar nachdem dieser Entsprechendes
ausgesagt hatte.
Schliesslich erweisen sich die Ausführungen des Beschuldigten in Bezug auf
den Grund der Aufbewahrung als inkonsistent und unplausibel. Widersprüchlich
sind sie deshalb, weil er drei verschiedene Begründungen hierfür präsentierte, die
untereinander nicht stimmig sind: einmal soll er dies zum Schutz von B._ vor
einer Verhaftung getan haben, dann, weil B._ bei seiner Rückkehr von der
Ukraine jeweils "gesponnen" habe und schliesslich, um sicherzustellen, dass
C._ auch während B._s Abwesenheit mit Kokain beliefert werden könne
(Urk. 6/4 Rz 136, 197-199, Urk. 6/11 S. 9, ND 1 Urk. 6 Rz 65, 78, 79; Prot. II S. 11
f.; Urk. 64 S. 6). Diesen Begründungen fehlt es an Kohärenz. Befürchtete der Be-
schuldigte aufgrund der strafrechtlichen Vorbelastung von B._, dass die Poli-
zei das Kokain bei diesem zu Hause eher entdecken würde, so ist es schlicht ab-
wegig, dieses nur während B._s Auslandabwesenheit zu sich nach Hause zu
nehmen. Ausserdem leuchtet es nicht ein, weshalb der Beschuldigte B._ das
Kokain am Tag der Rückkehr aus der Ukraine bzw. am darauffolgenden Tag hätte
zurückgeben sollen (Urk. 6/4 Rz 135; Urk. 6/11 S. 18; ND1 Urk. 6 Rz 13), wenn
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dieser doch gerade dann jeweils "gesponnen" habe und Letzteres gar der Grund
für die Lagerung durch den Beschuldigten gewesen sei. Wäre dies tatsächlich der
Grund gewesen, weshalb der Beschuldigte das Kokain bei sich lagerte, wäre zu
erwarten gewesen, dass er B._ das Kokain bei dessen Rückkehr eben gera-
de nicht zurückgäbe. Mit dem Gemütszustand von B._ bei dessen Rückkehr
liesse sich sodann auch nicht erklären, weshalb der Beschuldigte das Kokain be-
reits am Tag der Abreise von B._ zu sich nach Hause nahm, wäre dieses
doch gerade während dessen Abwesenheit sozusagen vor diesem sicher.
3.2.3. Aufgrund des soeben Dargelegten ist zur Erstellung der noch strittigen
Sachverhaltselemente somit vollumfänglich auf die Aussagen von B._ abzu-
stellen. Den Erwägungen der Vorinstanz entsprechend ist deshalb festzustellen,
dass der Beschuldigte zwischen dem 1. Februar 2009 und dem 1. November
2009 insgesamt ca. ein Kilogramm Kokaingemisch von B._ übernahm, bei
sich zu Hause aufbewahrte, portionierte und nach Bedarf an ihn zurückgab. Dass
sich der Beschuldigte in dieser Zeit "beinahe durchgehend" während lediglich ca.
drei Wochen im E._ aufgehalten hat (Urk. 64 S. 4), vermag an dieser Über-
zeugung nichts zu ändern.
3.2.4. In Bezug auf den Reinheitsgehalt dieses einen Kilogrammes Kokainge-
misch kam die Vorinstanz mit stringenter Begründung zu folgendem Ergebnis:
40.5 Gramm der Gesamtmenge hätten einen Reinheitsgrad von 93%, 250 Gramm
einen solchen von 30% und 709.5 Gramm einen von 57% aufgewiesen. Dabei
stützte sie sich auf den Prüfbericht der Stadtpolizei Zürich vom 19. November
2009 (ND 1 Urk. 9), die diesbezüglich relevanten Aussagen von B._, des Be-
schuldigten und von C._ sowie auf die Betäubungsmittelstatistik der Gruppe
Forensische Chemie der Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin aus
dem Jahre 2009. Insbesondere unter Hinweis auf die bundesgerichtliche Praxis
(Urteil vom 29. September 2015 [6B_1068/2014], E. 1.5 und BGE 138 IV 100
E. 3.5 m.H.) ist vollumfänglich auf die entsprechenden Erwägungen zu verweisen
(Urk. 51 S. 45 - 47). Insgesamt übernahm, lagerte, portionierte und übergab der
Beschuldigte folglich 517.08 Gramm reines Kokain.
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4. Gemäss dem Anklagesachverhalt Ziffer 1b3 soll der Beschuldigte,
B._ zuletzt am 1. November 2009 am Flughafen Zürich 101 Minigrips mit
insgesamt 40.5 Gramm Kokaingemisch bzw. 37.8 Gramm reines Kokain-
Hydrochlorid übergeben haben.
4.1. Der Beschuldigte bestritt diesen Vorwurf vollumfänglich. Er machte bisher
geltend, dass sich das sichergestellte Kokain bereits in dessen Fahrzeug befun-
den haben müsse (Urk. 6/4 Rz 182; Urk. 6/11 S. 6; ND 1 Urk. 6 Rz 4, 10 - 16;
Urk. 37 S. 8 f.). Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung brachte er neu vor,
dass B._ vor seiner Verhaftung auch nach Hause gefahren sein könne,
nachdem sie sich voneinander getrennt hätten (Prot. II S.12 f.; Urk. 64 S. 9 f.).
4.2. Nach Würdigung der diesbezüglichen Aussagen des Beschuldigten und von
B._ kam die Vorinstanz nachvollziehbar zum Schluss, dass dieser Sachver-
halt gestützt auf die glaubhafte Sachdarstellung von B._ und unter Berück-
sichtigung der konkreten Umständen ebenfalls rechtsgenügend erstellt sei. Die
entsprechenden Erwägungen überzeugen und können ohne Weiteres übernom-
men werden (Urk. 51 S. 49 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
4.2.1. Es ist aus den Akten ersichtlich, dass die 101 Minigrips im Fahrzeug von
B._ sichergestellt wurden, und zwar in der Seitenablage der Fahrertüre so-
wie in der Kühlbox im Fahrerbereich (ND 1 Urk. 7 S. 4). Unbestrittenermassen
wurde dieses Fahrzeug sodann noch vor B._s Abreise in die Ukraine zur
Reparatur in eine Autowerkstatt gebracht. Dort befand es sich bis zur Rückkehr
von B._. Gemäss stimmigen Aussagen des Beschuldigten und von B._
steht des Weiteren fest, dass der Beschuldigte B._ am Tatabend vom Flug-
hafen Kloten abholte und ihn gleich anschliessend zur Autowerkstatt fuhr, um das
inzwischen reparierte Fahrzeug abzuholen (Urk. 6/11 S. 6, 18; ND 1 Urk. 6 Rz 10;
14 Urk. 37 S. 9). Schliesslich machte der Beschuldigte selber geltend, dass er
B._ das von diesem vorübergehend übernommene Kokain jeweils entweder
am Tag der Rückreise oder einen Tag später zurückgegeben habe (Urk. 6/4
Rz 135; Urk. 6/11 S. 18; ND1 Urk. 6 Rz 13).
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4.2.2. Unter Berücksichtigung all dieser unbestrittenen Umstände ist die Behaup-
tung des Beschuldigten, dass sich das sichergestellte Kokain bereits im Fahrzeug
befunden habe, schlicht lebensfremd und deshalb unglaubhaft. Nach allgemeiner
Lebenserfahrung deponiert ein Drogenhändler seine Drogen nicht an derart leicht
zugänglichen und einsehbaren Stellen seines Fahrzeugs, bevor er dieses zur Re-
paratur bzw. zum Service in eine Autowerkstatt bringt. Angesichts des zeitlichen
Ablaufs der Geschehnisse vor der Verhaftung von B._ erscheint ferner auch
die vom Beschuldigten heute vorgebrachte Mutmassung konstruiert, wonach
B._ das sichergestellte Kokain von zu Hause geholt haben könnte, bevor er
verhaftet worden sei. Im Ergebnis ist deshalb mit der Vorinstanz auf die überzeu-
gendere Sachdarstellung von B._ abzustellen, wonach der Beschuldigte ihm
das sichergestellte Kokain am Flughafen übergeben habe. Nur sie lässt sich mit
den Fakten und dem zeitlichen Ablauf der Geschehnisse logisch verflechten. Ge-
stützt auf den Prüfbericht der Stadtpolizei Zürich vom 19. November 2009 kann
schliesslich auch die eingeklagte Menge und der Reinheitsgrad von 93% als
rechtsgenügend nachgewiesen gelten (ND 1 Urk. 9).
4.3. Damit erweist sich der Anklagesachverhalt von Ziffer 1b3 als erstellt.
5. Im Anklagesachverhalt Ziffer 1b4 wird dem Beschuldigten vorgeworfen, im
Zeitraum vom 1. Februar 2009 bis zum 1. November 2009 anlässlich mindestens
zehn Treffen jeweils mindestens 15 Gramm Kokaingemisch (portioniert in Mini-
grips à 0.5 bis 0.75 Gramm), somit gesamthaft mindestens 150 Gramm Kokain-
gemisch, an C._ übergeben bzw. für sie hinterlegt zu haben. Die Bezahlung
soll mit einer Ausnahme (Hinterlegung von Fr. 450.– direkt für den Beschuldigten)
über B._ erfolgt sein.
5.1. Diesbezüglich anerkannte der Beschuldigte, C._ teilweise Kokain
geliefert zu haben, wenn B._ ortsabwesend gewesen sei. Er stellte jedoch
die Anzahl der Treffen sowie die ihm zur Last gelegte Kokainmenge in Abrede
(Urk. 6/4 Rz 17 - 56, 139-144; Urk. 6/5 Rz 8 f., 24 f.; Urk. 6/11 S. 12 - 14, 22 f.;
ND1 Urk. 6 Rz 66; Urk. 37 S. 10 f.; Prot. II S. 13).
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5.2. Die Vorinstanz ging zu Gunsten des Beschuldigten davon aus, dass ihm le-
diglich die Lieferung von insgesamt mindestens 17.5 Gramm Kokaingemisch
rechtsgenügend nachgewiesen werden könne. Sie führte zusammenfassend aus,
dass zwar weder die Aussagen des Beschuldigten noch diejenigen von C._
in Bezug auf die Anzahl Lieferungen und deren jeweilige Menge widerspruchsfrei
seien. Jedoch hätten beide die diesbezüglichen Angaben von B._ klar und
konstant als viel zu hoch bezeichnet. Hinzu komme, dass auch B._ hierzu
teilweise unstimmig ausgesagt habe. Somit könne nicht ohne Verbleib von Rest-
zweifeln allein auf seine Aussagen abgestellt werden. Deshalb sei von den Einge-
ständnissen des Beschuldigten auszugehen, wonach er C._ sieben Mal je
fünf Minigrips à 0.5 Gramm Kokaingemisch geliefert habe. Hinsichtlich des Rein-
heitsgrades stellte die Vorinstanz auf die Statistik der SGRM ab und ging von ei-
nem mittlerem Reinheitsgrad von 57% aus (Urk. 51 S. 50 - 54).
5.3. Was die Würdigung der Aussagen des Beschuldigten und von C._ so-
wie die Ermittlung des Reinheitsgrades anbelangt, ist den vorinstanzlichen Erwä-
gungen vollumfänglich beizupflichten. Auch die daraus gezogenen Schlüsse
überzeugen, weshalb auf die entsprechenden Erwägungen ohne Weiterungen zu
verweisen ist (Urk. 51 S. 52 - 54).
Im Ergebnis ist der Vorinstanz darin Recht zu geben, dass die mengenmäs-
sigen Belastungen von B._ nicht verlässlich genug erscheinen, als dass al-
lein gestützt darauf eine Verurteilung des Beschuldigten erfolgen könnte (Urk. 51
S. 52). Allerdings ist korrigierend festzustellen, dass sich diese Schlussfolgerung
– entgegen den Ausführungen der Verteidigung (Urk. 64 S. 3) – nicht aufgrund
von Ungereimtheiten in B._s Aussagen aufdrängt (Urk. 51 S. 50 - 52), denn
dieser sagte im Kern konstant aus, dass der Beschuldigte C._ im Zeitraum
von Anfang Februar bis Ende Oktober 2009 während seiner Auslandabwesenheit
zehn- bis zwölfmal insgesamt 150 Gramm Kokaingemisch geliefert habe
(Urk. 12/4 Rz 40 - 50; 6/11 S. 10 f., 26). Die Unzuverlässigkeit seiner Angaben
bezüglich Kokainmenge und Anzahl Treffen ergibt sich vielmehr daraus, dass
B._ diesbezüglich offensichtlich selber unsicher ist. Seine Angaben gründen
nicht auf direkt selber wahrgenommenen Tatsachen, sondern lediglich auf Rück-
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schlüsse, welche er – in durchaus nachvollziehbarer und naheliegender Weise –
aus einem Vergleich mit dem Ablauf seiner eigenen Kokainlieferungen an
C._ zieht. So erklärte er beispielsweise, dass er schätze, dass der Beschul-
digte C._ gesamthaft ca. 300 - 400 Gramm (bzw. gemäss seiner nachträgli-
chen Korrektur 150 Gramm) Kokaingemisch geliefert habe, wenn dieser zwölf Lie-
ferung in seiner Abwesenheit gemacht habe (Urk. 12/4 Rz 49 f.) oder dass er an-
nehme, dass die Kokainübergaben in Aarau ähnlich abgelaufen seien wie bei ihm
(Urk. 12/5 Rz 34), ferner dass er glaube, C._ habe jeweils 30 Minigrips, also
mindestens 15 Gramm, bestellt (Urk. 6/11 S. 11), oder dass er nicht wisse, wie oft
der Beschuldigte C._ Kokain geliefert habe, da er jeweils abwesend gewe-
sen sei, es aber geschätzt jedes Wochenende gewesen sein müsse, an dem er
abwesend gewesen sei (Urk. 12/4 Rz 44 f.).
5.4. Mit der Vorinstanz ist daher hier in Nachachtung des Grundsatzes in dubio
pro reo auf die Angaben des Beschuldigten abzustellen. Wie die Verteidigung
heute zu Recht monierte (Urk. 64 S. 11), ist allerdings bei konsequenter Anwen-
dung dieses Grundsatzes in Abweichung zur Vorinstanz nicht von 17.5 Gramm
Kokaingemisch auszugehen, sondern von derjenigen Angabe, welche für den Be-
schuldigten am Günstigsten erscheint. Dieser sprach von fünf bis sieben Liefe-
rungen mit jeweils drei bis fünf Minigrips à 0.5 bis 0.7 Gramm (Urk. 6/4 Rz 17 -
24). Rechtsgenügend erstellt ist somit die Lieferung einer Gesamtmenge von 7.5
Gramm Kokaingemisch mit einem Reinheitsgehalt von 57% bzw. von 4.25
Gramm reinem Kokain.
6. Gemäss dem Anklagesachverhalt Ziffer 1d soll der Beschuldigte von
B._ als Gegenleistung für seine Tätigkeit im Kokainhandel insgesamt min-
destens Fr. 30‘000.– erhalten haben.
6.1. Der Beschuldigte bestritt diesen Sachverhalt und erklärte, dass B._ ihm
nur ein Darlehen in der Höhe von Fr. 40'000.– für den Volvo gegeben habe. Ab-
gesehen davon habe er insgesamt lediglich Fr. 1'250.– für die Kokainlieferungen
an C._ erhalten, nämlich vier Mal Fr. 200.– und einmal Fr. 450.– (Urk. 6/4
Rz 64 f., 150-157, 209-222; Urk. 6/5 Rz 86; Urk. 6/11 S. 10, 14, 25; Urk. 7/4 Rz 5;
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ND1 act. 6 Rz 67-75; Urk. 37 S. 12; Urk. 39 S. 8; vgl. allerdings Prot. II S. 14, wo-
nach auch Fr. 2'250.– realistisch seien).
6.2. Die Vorinstanz erachtete in Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo
einzig als erstellt, dass der Beschuldigte von B._ Fr. 2'250.– erhalten habe.
Diesen Betrag errechnete sie unter Beizug ihres Beweisergebnisses bezüglich
der Anklageziffer 1b4 (sieben Lieferungen) und gestützt auf die eigenen Angaben
des Beschuldigten (sechs Lieferungen à Fr. 300.– und eine Lieferung à Fr. 450.–;
vgl. Urk. 51 S. 54 - 57).
6.3. Vorab ist darauf hinzuweisen, dass im vorliegenden Berufungsverfahren das
Verbot der reformatio in peius gilt. Folglich beschränkt sich die nachfolgende
Überprüfung des vorinstanzlichen Urteils allein auf die Frage, ob sich der Erhalt
von Fr. 2'250.– rechtsgenügend nachweisen lässt.
Diese Frage ist insofern zu verneinen, als die Vorinstanz den Grundsatz in
dubio pro reo hier nicht konsequent anwandte. So hätte sie auf die für den Be-
schuldigten günstigste Sachdarstellung abstellen müssen (vgl. oben E. 5.4). Er-
stellt werden kann daher nur, dass der Beschuldigte Fr. 200.– pro Lieferung er-
hielt. Wie bereits ausgeführt wurde, können sodann lediglich fünf Lieferungen an
C._ erstellt werden (vgl. vorstehend E. 5.4). Somit lässt sich nur rechtsgenü-
gend nachweisen, dass der Beschuldigte von B._ Fr. 1'250.– erhalten hat,
was er im Übrigen auch anerkannte (vgl. Urk. 39 S. 8; Urk. 52 S. 3; Urk. 64 S. 11
f.).
III. Strafe
1. Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten zu einer Freiheitsstrafe von
30 Monaten (Urk. 51 S. 61 - 66). Die Verteidigung beantragt die Bestrafung mit
einer Freiheitsstrafe von einem Jahr, wobei sie von einer viel geringeren Kokain-
menge ausgeht (Urk. 52 S. 2 f.; Urk. 64 S. 7 und 13 ff.).
2. Die allgemeinen und konkret für Betäubungsmitteldelikte entwickelten Re-
geln und Grundsätze der Strafzumessung hat die Vorinstanz richtig wiedergege-
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ben (Urk. 51 S. 61 - 63). Zutreffend hat sie ferner festgehalten, dass keine Straf-
schärfungs- oder Strafmilderungsgründe vorliegen (a.a.O. S. 61).
3. Vorab ist zu prüfen, ob vorliegend ein Fall von retrospektiver Konkurrenz
vorliegt (Art. 49 Abs. 2 StGB). Gemäss Strafregisterauszug wurde der Beschuldig-
te mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes Altstätten vom 21. Juli 2010 wegen
Fahrens in fahrunfähigem Zustand zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tages-
sätzen à Fr. 60.– und einer Busse von Fr. 1'100.– verurteilt (Urk. 61). Obwohl der
Beschuldigte die Betäubungsmitteldelikte vor Erlass dieses Strafbefehls beging,
kommt Art. 49 Abs. 2 StGB mangels Gleichartigkeit der Strafen nicht zur Anwen-
dung. Wie im Folgenden noch aufzuzeigen sein wird, ist der Beschuldigte für die
vorliegend begangenen Delikte nämlich mit einer Freiheitsstrafe zu bestrafen.
Somit ist keine Zusatzstrafe auszufällen.
4. Die qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz ist mit
Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu 20 Jahren zu bestrafen, womit eine Geld-
strafe verbunden werden kann (Art. 19 Ziff. 2 aBetmG).
4.1. Beim objektiven Verschulden ist zunächst zu berücksichtigen, dass der Be-
schuldigte eine Menge von insgesamt einem Kilogramm Kokaingemisch bzw.
ca. 515 Gramm (gerundet) reines Kokain von B._ übernommen hat, es bei
sich zu Hause aufbewahrte, in Portionen verpackte und B._ dann zur Weiter-
veräusserung wieder zurückgab. Ferner lieferte er von diesem Bestand 7.5
Gramm Kokaingemisch bzw. 4.25 Gramm reines Kokain anlässlich mehrerer Ge-
legenheiten selber an C._ und vermittelte zwei Gramm Kokaingemisch bzw.
1.15 Gramm reines Kokain an C._ und F._. Mit den 515 Gramm an rei-
nem Kokain ist der schwere Fall im Sinne von aArt. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG (18
Gramm Kokainhydrochlorid; vgl. BGE 109 IV 143 E. 3b) um ein Vielfaches über-
troffen. Damit schuf der Beschuldigte eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit
vieler Menschen, handelt es sich bei Kokain doch um eines der gesundheits-
schädlichsten Drogen. Verschuldenserhöhend zu bewerten ist, dass der Beschul-
digte dabei über einen Zeitraum von ca. acht Monaten verschiedenste Einzel-
handlungen und diese teilweise mehrfach vornahm. Schliesslich bleibt zu beach-
ten, dass der Beschuldigte als Zwischenhändler und damit – entgegen den Be-
- 19 -
hauptungen der Verteidigung vor Vorinstanz – nicht bloss als Handlanger tätig
war (vgl. Urk. 39 S. 10). Zu seinen Gunsten zu veranschlagen ist hingegen, dass
er zur Verschleierung seiner Drogenhandelstätigkeit keine besonderen Vorkeh-
rungen traf. Der von ihm aus der Drogenhandelstätigkeit erzielte Gewinn betrug
ferner lediglich Fr. 1'250.–.
Mit der Vorinstanz ist das objektive Tatverschulden somit als nicht mehr
leicht einzustufen (Urk. 51 S. 63). Dass vorliegend im Unterschied zur Vorinstanz
von einer minim geringeren Menge an reinem Kokain (5.725 Gramm weniger)
ausgegangen wird, welche der Beschuldigte an C._ lieferte, führt nicht zu
einer anderen Verschuldensbewertung, denn für die Strafzumessung stehen vor-
liegend die Aufbewahrung, Portionierung und Übergabe der gesamten
515 Gramm Kokain im Vordergrund. Ferner stammt auch das an C._ gelie-
ferte Kokain aus diesem Bestand. Schliesslich überschritt der Beschuldigte mit
dieser Gesamtmenge die Grenze zum schweren Fall derart massiv, dass es keine
Rolle mehr spielen kann, ob der Beschuldigte sechs Gramm mehr oder weniger
Kokain lieferte (vgl. BGE 121 IV 206 m.H. auf BGE 121 IV 196, wonach die Be-
täubungsmittelmenge desto mehr an Bedeutung verliere, je mehr die Grenze zum
schweren Fall überschritten werde).
4.2. In subjektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte direktvorsätz-
lich handelte. Seine Beweggründe waren rein egoistischer Natur.
Insgesamt erweist sich das Verschulden daher als nicht mehr leicht. Die von
der Vorinstanz dafür bemessenen 36 Monate Freiheitsstrafe erscheinen ange-
messen (vgl. Urk. 51 S. 64).
4.3. Diese hypothetische Einsatzstrafe ist im Folgenden unter Einbezug der Tä-
terkomponenten gegebenenfalls anzupassen.
4.3.1. Die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten hat die Vorinstanz in ih-
rem Urteil ausführlich dargelegt (Urk. 51 S. 64 f.). Diese brauchen nicht wiederholt
zu werden, zumal der Beschuldigte seine diesbezüglichen Angaben anlässlich der
Berufungsverhandlung weitgehend bestätigte (Prot. II S. 5 ff.). Daraus ergeben
- 20 -
sich keine strafzumessungsrelevanten Kriterien. Insbesondere ist der Vorinstanz
darin zu folgen, dass die von der Verteidigung behauptete schwierige Jugend kei-
ne Strafminderung rechtfertigt (vgl. Urk. 51 S. 65 und Urk. 61).
4.3.2. Zum Tatzeitpunkt hatte der Beschuldigte entgegen den Erwägungen der
Vorinstanz keine strafzumessungsrelevanten Vorstrafen (Urk. 61). Dies wirkt sich
neutral aus.
4.3.3. Der Beschuldigte zeigte sich in Bezug auf den Anklagesachverhalt 1c und 2
vollumfänglich geständig. Hinsichtlich der Anklageziffern 1a, 1b2 und 1b4 legte er
ein Teilgeständnis ab. Ferner ist bei ihm entsprechend den Erwägungen der Vor-
instanz Einsicht und Reue erkennbar (Urk. 51 S. 65 f.). Diese Umstände sind
zwar strafmindernd zu veranschlagen. Unter Hinweis auf die bundesgerichtliche
Rechtsprechung (BGE 121 IV 202 E. 2d/cc; bestätigt in Urteil BGer vom 23. Juni
2016 [6B_312/2016], E. 1.3.2) rechtfertigt sich jedoch keine starke Reduktion der
Einsatzstrafe. Weder hat der Beschuldigte umfangreiche und prozessentschei-
dende Geständnisse abgelegt, noch erfolgten diese aus eigenem Antrieb, also
ohne Vorlage bereits vorhandener Beweise (BSK StGB - WIPRÄCHTIGER/KELLER,
N 169 ff. zu Art. 47; vgl. auch TRECHSEL ET AL., a.a.O., N 22 und N 24 zu Art. 47).
4.3.4. Sodann ist zu berücksichtigen, dass seit der Tat lange Zeit vergangen ist,
auch wenn dieser Umstand nicht von der Staatsanwaltschaft verschuldet war.
4.3.5. Vor Vorinstanz und auch heute machte die Verteidigung schliesslich gel-
tend, dass beim Beschuldigten eine besondere Strafempfindlichkeit vorläge, wes-
halb die Strafe entsprechend zu mindern sei (Urk. 39 S. 13 f.; Urk. 64 S. 14 f.).
Hierzu ist vorab darauf hinzuweisen, dass jede Strafe Nachteile für den Täter hat.
Insofern sind von vornherein nur solche Folgen zu berücksichtigen, welche den
Täter überdurchschnittlich treffen (BGE vom 21. Februar 2000 [6S.5/2000] und
vom 23. Juni 2016 [6B_312/2016], E. 1.5.3 m.w.H.; vgl. auch BSK StGB-
WIPRÄCHTIGER/KELLER, N 150 ff. zu Art. 47 StGB).
Der Beschuldigte scheint zwar gesundheitlich beeinträchtigt zu sein. Dies al-
lein begründet aber noch keine besondere Strafempfindlichkeit, nachdem auch im
- 21 -
Strafvollzug darauf Rücksicht genommen werden kann. Ferner ist der Beschuldig-
te weder verheiratet, noch hat er Kinder. Somit liegen keine aussergewöhnlichen
Umständen vor. Demnach kommt eine Strafminderung unter diesem Titel nicht in
Frage (vgl. Urk. 51 S. 66).
5. Im Ergebnis erweist sich die von der Vorinstanz ausgesprochene Freiheits-
strafe von 30 Monaten unter Berücksichtigung sämtlicher strafzumessungsrele-
vanter Kriterien als angemessen. Die durch Haft erstandenen 76 Tage sind an
diese Strafe anzurechnen.
IV. Vollzug
1. Die rechtlichen Grundlagen und Voraussetzungen des teilbedingten Voll-
zugs legte die Vorinstanz zutreffend dar (Urk. 51 S. 67). Auf deren Wiederholung
kann verzichtet werden.
2. Der Beschuldigte hatte zum Zeitpunkt der Deliktsbegehung keine Vorstrafen
(Urk. 61). Es liegen sodann keinerlei Anhaltspunkte für eine Schlechtprognose
vor. Somit ist ihm der teilbedingte Vollzug zu gewähren.
3. Dem heute 61-jährigen Beschuldigten kann als Ersttäter eine durchaus
günstige Prognose gestellt werden. Zwar wurde sein Verschulden als nicht mehr
leicht qualifiziert. Allerdings ist zu erwarten, dass er sich von den bereits erstan-
denen 76 Tagen Untersuchungshaft sowie dem drohenden Vollzug des aufzu-
schiebenden Strafteils genügend beeindrucken lässt. Der zu vollziehende Teil ist
somit in Übereinstimmung mit der vorinstanzlichen Erkenntnis auf sechs Monate
festzusetzen (Urk. 51 S. 67). Anders als von der Vorinstanz (Urk. 51 S. 68) ist da-
bei die Probezeit für den aufzuschiebenden Teil auf zwei Jahre anzusetzen.
V. Kostenfolgen
Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ih-
res Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unter-
liegt vollumfänglich. Somit sind ihm die Kosten des Berufungsverfahrens, mit
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Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, aufzuerlegen. Die Kosten der
amtlichen Verteidigung sind auf die Gerichtskasse zu nehmen. Vorbehalten bleibt
eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.