Decision ID: 88577863-b198-5b73-89a0-d6594da03009
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Y. Z. ist Eigentümer des Grundstücks Nr. 01, Grundbuch X. Die Parzelle ist mit
einem dreigeschossigen Gebäude mit ausgebautem Dachstock überbaut. Im südlichen
Teil des Erdgeschosses befindet sich die Bar «E.» mit 35 Sitzplätzen, im nördlichen Teil
die Bar «Q.» mit 33 Sitzplätzen. Im ersten Obergeschoss befinden sich eine 3-Zimmer-
Wohnung, ein separates Gästezimmer und die ehemalige Restaurantküche, im zweiten
Obergeschoss eine 4-Zimmer-Wohnung mit separatem Abstellraum und im
Dachgeschoss eine 5-Zimmer-Wohnung.
Südlich des Grundstücks Nr. 01 liegt der Kreuzungsbereich der S.- und T.-strasse,
östlich davon verläuft die K.-strasse und im Norden liegt das SBB-Trassee. An seiner
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Westseite ist das Gebäude auf Parzelle Nr. 01 mit einem fünfgeschossigen Wohn- und
Gewerbehaus auf dem Grundstück Nr. 02 zusammengebaut. Eigentümerin dieser
Parzelle ist D. F., G.
Nach dem Zonenplan der Politischen Gemeinde X. vom 5. September 1981 liegen die
Grundstücke Nrn. 02 und 01 in der Kernzone für fünfgeschossige Bauten (K5;
Lärmempfindlichkeitsstufe III). Die östlich angrenzenden Liegenschaften befinden sich
in der Kernzone Altstadt (KA; Lärmempfindlichkeitsstufe III). Nördlich des Bahntrassees
liegen die Seeanlagen, die der Grünzone zugewiesen sind.
B./ Mit Gesuch vom 12. Juli 2006 und Ergänzungen vom 16. und 18. Juli 2006
beantragte Y. Z. dem Stadtrat X., es sei ihm eine Baubewilligung für den Einbau einer
rund 2 m grossen Tanzbühne für Toplessauftritte, Striptease- und ähnliche
Vorführungen in der Bar «Q.» zu erteilen. Sodann ersuchte er darum, es seien
zusätzliche Aussenreklamen und längere Öffnungszeiten (um eine Stunde, mithin unter
der Woche bis 01.00 Uhr sowie von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag
bis 02.00 Uhr) zu bewilligen.
Innert der vom 21. Juli bis 3. August 2006 dauernden Auflagefrist erhob unter anderen
D. F. Einsprache beim Stadtrat X. Sie stellte den Antrag, das Baugesuch sei
abzuweisen. Am 19. Dezember 2006 wies der Stadtrat X. das Baugesuch ab und hiess
die Einsprache von D. F. gut. Gegen diesen Beschluss erhob Y. Z. am 10. Januar 2007
Rekurs beim Baudepartement. Er stellte die Rechtsbegehren, der angefochtene
Entscheid sei aufzuheben und dem Baugesuch sei zu entsprechen. Sodann sei die
Einsprache von D. F. abzuweisen. Eventuell sei das Verfahren an die
Gemeindebehörde zur korrekten Durchführung des Baubewilligungsverfahrens
zurückzuweisen. Im Weiteren teilte er mit, er habe das Gesuch betreffend
Reklameeinrichtungen zurückgezogen. Das Baudepartement hiess den Rekurs am 20.
Dezember 2007 im Sinn der Erwägungen gut, hob den Beschluss des Stadtrats X. vom
19. Dezember 2006 auf und wies die Streitsache zur neuen Entscheidung im Sinn der
Erwägungen an die Politische Gemeinde X. zurück. Der Rekursentscheid wurde damit
begründet, die Vorinstanz habe elementare Verfahrensvorschriften verletzt. Eine
dagegen erhobene Beschwerde der Politischen Gemeinde X. beim Verwaltungsgericht
blieb erfolglos.
2
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C./ Am 13. Januar 2009 erteilte der Stadtrat X. die Baubewilligung für den Einbau und
den Betrieb einer Tanzbühne in der Bar «Q.» unter verschiedenen Auflagen. Das
Gesuch um verkürzte Schliessungszeiten wurde demgegenüber abgewiesen und
insoweit die Einsprache von D. F. gutgeheissen. Ein dagegen erhobener Rekurs von Y.
Z. hiess das Baudepartement mit Entscheid vom 25. Mai 2009 im Sinn der Erwägungen
gut und hob den Beschluss des Stadtrates X. vom 13. Januar 2009 auf, soweit er die
Schliessungszeiten betraf; die Streitsache wurde zur umgehenden Bewilligung der
verkürzten Schliessungszeiten an den Stadtrat X. zurückgewiesen. Das daraufhin
angerufene Verwaltungsgericht hiess die Beschwerde der Politischen Gemeinde X. mit
Entscheid vom 15. April 2010 teilweise gut, soweit es darauf eintrat. Der angefochtene
Entscheid wurde insoweit aufgehoben, als das Baudepartement die Streitsache zur
umgehenden Bewilligung der verkürzten Schliessungszeiten zurückgewiesen hat. Der
Stadtrat X. wurde angehalten, über das Gesuch um verkürzte Schliessungszeiten
anhand allgemeiner Richtlinien, welche von ihm festzulegen seien, neu zu befinden.
Hiergegen erhob Y. Z. Beschwerde beim Bundesgericht, welches darauf mit Entscheid
vom 26. Juli 2010 nicht eintrat.
D./ Bereits am 23. März 2010 hatte der Stadtrat eine auf drei Jahre befristete
Planungszone erlassen, in welcher mit Blick auf eine künftige Nutzungsbeschränkung
die Umnutzung bestehender Betriebe in einen sexgewerblichen oder bordellähnlichen
Betrieb, Massagesalon oder ähnliches untersagt ist. Sämtliche dagegen erhobenen
Rechtsmittel wurden abgewiesen.
E./ Am 9. Juni 2011 liess Y. Z. Rechtsverweigerungsbeschwerde beim Baudepartement
erheben mit dem Antrag, die Politische Gemeinde X. sei anzuweisen, das am 12. Juli
2006 gestellte Gesuch um verkürzte Schliessungszeiten umgehend zu bewilligen;
eventualiter sei der Stadtrat anzuweisen, die vom Verwaltungsgericht geforderten
Richtlinien umgehend zu erlassen. Das Baudepartement hiess die
Rechtsverweigerungsbeschwerde mit Entscheid vom 7. November 2011 gut. Es wies
die Politische Gemeinde X. an, das Gesuch von Y. Z. innerhalb von 30 Tagen nach
Rechtskraft des Entscheids zu behandeln. Der Entscheid vom 7. November 2011
erwuchs in Rechtskraft.
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F./ Am 7. Februar 2012 erliess der Stadtrat X. für die Dauer von 3 Jahren eine weitere
Planungszone. Das Plangebiet erfasst grundsätzlich das gesamte Stadtgebiet mit
Ausnahme der reinen Wohnzonen. Ebenfalls ausgenommen wurden die Grundstücke
der sogenannten «Hafenkante» von der U.-strasse bis zur A.-strasse. Die Planungszone
dient der Erarbeitung einer «Ausgangszone». Nur noch in deren Gebiet sollen sich
Gastwirtschaftsbetriebe mit verkürzten Schliessungszeiten befinden dürfen. Ausserhalb
dieser Zone soll es demgegenüber keine Gastwirtschaften mehr geben, die über
Mitternacht hinaus geöffnet haben (Ausnahme: generelle Verlängerung bis 01.00 Uhr in
den Nächten auf Samstag und Sonntag gemäss geltendem Gastwirtschaftsreglement).
Vom 21. März 2012 bis zum 19. April 2012 lag die Planungszone öffentlich auf. Mit
Eingabe vom 19. April 2012 erhob unter anderem Y. Z. dagegen Einsprache.
G./ Während laufender Auflagefrist der Planungszone hatte Y. Z. zudem erneut
Rechtverweigerungsbeschwerde beim Baudepartement erhoben. Der Stadtrat X. wies
mit Entscheid vom 24. April 2012 das Gesuch von Y. Z. um verkürzte
Schliessungszeiten ab, worauf das Baudepartement die
Rechtsverweigerungsbeschwerde infolge Gegenstandslosigkeit wieder abschrieb.
H./ Gegen den Entscheid des Stadtrates X. vom 24. April 2012 liess Y. Z. mit Eingabe
vom 9. Mai 2012 Rekurs beim Baudepartement führen und beantragen, es sei der
angefochtene Entscheid aufzuheben und der Stadtrat von X. anzuweisen, das Gesuch
betreffend verkürzte Schliessungszeiten gutzuheissen. Das Baudepartement entschied
am 28. Juni 2012 über den Rekurs. Es hiess das Rechtsmittel im Sinn der Erwägungen
gut (Ziff. 1), hob den Entscheid des Stadtrates X. vom 24. April 2012 auf (Ziff. 2) und
erteilte eine bis zur Rechtskraft der Ausgangszone befristete Bewilligung für verkürzte
Schliessungszeiten entsprechend dem gestellten Gesuch (Ziff. 3). Es auferlegte
überdies der Politischen Gemeinde X. die amtlichen Kosten (Ziff. 4), sprach Y. Z. eine
ausseramtliche Entschädigung zu (Ziff. 5) und entzog einer allfälligen Beschwerde an
das Verwaltungsgericht die aufschiebende Wirkung (Ziff. 6).
I./ Gegen den Entscheid des Baudepartements liess die Poltische Gemeinde X. mit
Eingabe vom 13. Juli 2012 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit folgenden
Anträgen erheben.
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"1. Die Ziffern 1 bis 6 des Entscheids des Baudepartements Nr. 27/2012 vom 28. Juni
2012 seien aufzuheben.
2. Eventuell sei Ziff. 3, Satz 2, des angefochtenen Entscheids aufzuheben und wie folgt
neu zu formulieren: Die Bewilligung für die Verkürzung der Schliessungszeiten wird bis
zur Rechtskraft der Ausgangszone, längstens aber für ein Jahr, erteilt.
3. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung wieder zu erteilen.
4. Unter Kostenfolge.
Das Baudepartement und der Beschwerdegegner wurden in der Folge aufgefordert,
zum Begehren um aufschiebende Wirkung Stellung zu nehmen. Das Baudepartement
stellte in der Vernehmlassung vom 30. Juli 2012 den Antrag, das Gesuch um Erteilung
der aufschiebenden Wirkung sei abzuweisen. Der Beschwerdegegner liess sich mit
Eingabe vom 3. August 2012 vernehmen, ohne explizit einen Antrag zu stellen. Auf die
Einholung einer Vernehmlassung zur Beschwerde wurde verzichtet (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 58 Abs. 1 und Art. 15 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP).
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten sowie die Ausführungen im angefochtenen
Entscheid wird, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Streitgegenstand bildet die Frage, ob die Vorinstanz zu Recht eine Bewilligung für
verkürzte Schliessungszeiten für die Bar «Q.» erteilt hat. Mittels einer Bewilligung für
verkürzte Schliessungszeiten werden – im Vergleich zu den ordentlichen
Schliessungszeiten gemäss kantonalem und kommunalem Gastwirtschaftsrecht -
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längere Öffnungszeiten für die jeweilige Lokalität erlaubt. Der Beschwerdegegner stellte
im Juli 2006 ein Gesuch um Verlängerung der Öffnungszeiten unter der Woche bis
01.00 Uhr und von Freitag auf Samstag sowie von Samstag auf Sonntag bis 02.00 Uhr.
Da die Beschwerdeführerin von der Möglichkeit gemäss Art. 17 Abs. 1 des
Gastwirtschaftsgesetzes (sGS 553.1, abgekürzt GWG) Gebrauch gemacht hat, indem
sie in Art. 5 ihres Gastwirtschaftsreglements (abgekürzt GR) die Schliessungszeiten von
Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag für alle Betriebe auf 01.00 Uhr
festgesetzt hat, ist somit über eine Verlängerung der Öffnungszeiten von einer Stunde
pro Tag zu befinden.
2.1. Art. 18 Abs. 1 GWG sieht eine Bewilligungspflicht vor, wenn ein Betrieb längere
Öffnungszeiten haben will. Sie wird erteilt, wenn keine berechtigten Interessen der
Nachbarschaft und des Jugendschutzes entgegenstehen – wobei sich das Mass der
zulässigen Immissionen nach den Zonenvorschriften und den bestehenden
Verhältnissen richtet (lit. a) – und ausserdem geeignete Vor- und Parkplätze vorhanden
sind (lit. b). Gemäss Art. 9 GR entscheidet der Stadtrat über ein entsprechendes
Gesuch (Abs. 1). Eine Bewilligung wird für längstens ein Jahr erteilt (Abs. 2). Ein
Gesuch wird abgewiesen, wenn ein Patentinhaber wiederholt oder schwerwiegend
gegen die Gastwirtschafts- oder Lärmschutzgesetzgebung verstossen hat (Abs. 4).
Aus den genannten Vorschriften ergibt sich, dass ein Gesuch um verkürzte
Schliessungszeiten (insbesondere) dahingehend geprüft wird, ob die
lärmschutzrechtlichen und weiteren baurechtlichen Vorschriften eingehalten sind. Eine
gastwirtschaftsrechtliche Bewilligung kann jedoch auch aus anderen Gründen –
insbesondere solchen, die in der Person des Betreibers der Lokalität liegen - verweigert
werden. So sieht etwa Art. 9 Abs. 4 GR vor, dass ein Gesuch bei wiederholten oder
schwerwiegenden Verstössen des Patentinhabers gegen die Gastwirtschafts- oder
Lärmschutzgesetzgebung abgewiesen wird. Die Einhaltung der baurechtlichen
Vorschriften genügt also für sich allein nicht.
2.2. Ein Erotikbetrieb mit 33 Sitzplätzen verursacht unbestrittenermassen sowohl
Innen- als auch Aussenlärm. Die nach aussen dringenden Emissionen fallen in den
Regelungsbereich der Lärmschutzverordnung (SR 814.41, abgekürzt LSV). Da es bei
einer solchen Lokalität zudem um eine ortsfeste Anlage im Sinn von Art. 7 Abs. 7 des
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Umweltschutzgesetzes (SR 814.01) und Art. 2 Abs. 1 LSV handelt, unterliegt sie den
bundesrechtlichen Bestimmungen über den Lärmschutz. Mit verlängerten
Öffnungszeiten können erhöhte Lärmemissionen einhergehen. Sie sind daher
umweltschutzrechtlich relevant, woraus eine Bewilligungspflicht resultiert (vgl. auch
GVP 2005 Nr. 27 E. 3d/aa). Im Kanton St. Gallen ist in diesem Zusammenhang das
Baubewilligungsverfahren, also das Verfahren nach Art. 78 ff. des Planungs- und
Baugesetzes (sGS 731.1, abgekürzt BauG), anwendbar (B. Heer, St.Gallisches Bau–
und Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 861, mit Hinweis auf GVP 1999 Nr. 94).
2.3. Die vorerwähnte Baubewilligung bildet Grundlage der gastwirtschaftsrechtlichen
Bewilligung im Sinn von Art. 18 Abs. 1 GWG (vgl. auch VerwGE B 2009/71 vom 18.
März 2010 E. 7.1., abrufbar unter www.gerichte.sg.ch). Fehlt sie, können die verkürzten
Schliessungszeiten nicht bewilligt werden; eine vorhandene Baubewilligung für die
Baute, in der sich der Gastwirtschaftsbetrieb befindet, deckt die geänderten
Öffnungszeiten gerade nicht. Die Einhaltung der baurechtlichen Vorschriften führt aber
auch nicht zwingend zur gastwirtschaftsrechtlichen Bewilligung. Hierfür müssen wie
gesagt noch andere Voraussetzungen erfüllt sein.
2.4. Der Vorinstanz war es nur möglich, über die baurechtliche Zulässigkeit der
nachgesuchten verkürzten Schliessungszeiten, also über die Baubewilligung, zu
befinden. Nur dies liegt in ihrem Kompetenzbereich. Im Entscheid der
Beschwerdeführerin vom 24. April 2012 ist im Übrigen bloss von einer «bau- und
planungsrechtlichen Bewilligung» die Rede. Wenn somit im angefochtenen Entscheid
bestimmt wird, es werde die Bewilligung für die Bar «Q.» erteilt, so kann damit nur die
Baubewilligung gemeint sein, welcher es für die nachgesuchten verkürzten
Schliessungszeiten bedarf und welcher der gastwirtschaftsrechtlichen Bewilligung
gemäss Art. 18 Abs. 1 GWG zu Grunde liegt. Dies scheint die Beschwerdeführerin zu
verkennen. Die gastwirtschaftliche Bewilligung kann nur schon deshalb nicht erteilt
worden sein, weil sich eine solche an den Betreiber einer Lokalität und nicht an den
Eigentümer der jeweiligen Liegenschaft richtet, wenn diese beiden nicht identisch sind.
Zu prüfen bleibt, ob die Baubewilligung zu Recht – direkt von der Vorinstanz – erteilt
wurde.
http://www.gerichte.sg.ch/
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2.5. Die Beschwerdeführerin bestreitet dies. Ihrer Meinung nach wies sie das Gesuch
des Beschwerdegegners zu Recht gestützt auf die von ihr erlassene Planungszone ab.
Gemäss der Vorinstanz bildet die Planungszone demgegenüber keinen Grund für die
Abweisung des Gesuchs um verkürzte Schliessungszeiten. Sie macht (unter anderem)
geltend, die von der Beschwerdeführerin beabsichtigte Nutzungsplanänderung werde
durch die Erteilung der Bewilligung nicht erschwert oder verunmöglicht. Genau
besehen wird damit nicht bloss die Verweigerung der Bewilligung durch die
Beschwerdeführerin, sondern überdies die Planungszone an sich schon für unzulässig
erklärt.
2.5.1. Die kommunale Planungszone wird in Art. 105 ff. BauG geregelt. Gemäss
Art. 105 BauG bezweckt sie die Sicherung der künftigen Nutzungsplanung. Die
Wirkung einer Planungszone liegt gemäss Art. 106 Abs. 1 Satz 1 BauG darin, dass im
Plangebiet nichts unternommen werden darf, was die beabsichtigte Planung
erschweren könnte. Damit soll verhindert werden, dass Baubewilligungen erteilt
werden müssen, die den vorgesehenen neuen Vorschriften widersprechen oder die
beabsichtigte Planung beeinträchtigen. Mit der Planungszone wird das geltende Recht
ausgesetzt, bis das neue Recht in Kraft tritt. Es handelt sich somit um eine
vorsorgliche, sichernde Massnahme, welche dem in Entstehung begriffenen
Nutzungsplan eine gewisse negative Vorwirkung verschafft (vgl. Waldmann/Hänni,
Raumplanungsgesetz, Bern 2006, N 7 zu Art. 27). Demgemäss tritt ihre Wirksamkeit
gemäss Art. 108 Abs. 3 BauG unmittelbar mit der öffentlichen Auflage ein.
2.5.2. Der Erlass einer Planungszone führt zu öffentlichrechtlichen
Eigentumsbeschränkungen. Aufgrund dessen muss sie auf gesetzlicher Grundlage
beruhen, im öffentlichen Interesse liegen und verhältnismässig sein. Wegen der
erwähnten negativen Vorwirkung wird insbesondere verlangt, dass sie zeitlich mässig
ist, durch triftige Gründe gerechtfertigt ist, zu keinen stossenden Rechtsungleichheiten
und zu keinem Eingriff in wohlerworbene Rechte führt (Häfelin/Müller/Uhlmann,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Auflage, Zürich 2010, Rz. 351 mit Hinweisen).
2.5.3. Konkret muss die Planungszone auf einem zweifachen öffentlichen Interesse
beruhen. Zum einen muss ein öffentliches Interesse an der Änderung der
Nutzungsplanung bestehen. Zum anderen muss ein öffentliches Interesse daran
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bestehen, dass das vorübergehende Planungsinstrument der Planungszone eingesetzt
wird; hierfür genügt das Interesse an der Aufrechterhaltung der Planungs- und
Entscheidungsfreiheit der Behörden (A. Ruch, in: Aemisegger/Kuttler/Moor/Ruch
[Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über die Raumplanung, N 25 f. zu Art. 27;
Waldmann/Hänni, a.a.O., N 12 zu Art. 27).
Unter dem Aspekt der Verhältnismässigkeit ist sodann insbesondere von Bedeutung,
dass eine Planungszone in persönlicher, räumlicher, sachlicher sowie zeitlicher Hinsicht
nicht über das hinausgehen darf, was zur Erreichung des Zweckes erforderlich ist. So
ist sie beispielsweise auf das Gebiet zu begrenzen, das von der beabsichtigten
Nutzungsplanung erfasst wird. Zudem darf sie nicht die Wirkung eines strengen
Bauverbots haben, sondern es müssen Veränderungen möglich sein, welche die
künftige Nutzungsplanung nicht erschweren (A. Ruch, a.a.O., N 30 ff. zu Art. 27). Denn
es gilt nur (aber immerhin) die Vereitelung der beabsichtigten Planung zu verhindern.
2.5.4. Wird ein Baugesuch gestützt auf eine Planungszone abgelehnt, so kann deren
Rechtmässigkeit akzessorisch überprüft werden. Es müssen in diesem Zusammenhang
die gleichen Voraussetzungen wie für die akzessorische Überprüfung von
Nutzungsplänen erfüllt sein (A. Ruch, a.a.O., N 44 zu Art. 27). Diese Voraussetzungen
sind hier ohne Weiteres gegeben, nachdem der Beschwerdegegner gegen die
Planungszone Einsprache erhoben hat, welche immer noch pendent ist.
2.5.5. Die Beschwerdeführerin begründet den Erlass der Planungszone im
Wesentlichen mit dem Gesuch von Y. Z. So wird im Beschluss vom 7. Februar 2012
ausgeführt, Y. Z. habe beim kantonalen Baudepartment
Rechtsverweigerungsbeschwerde erhoben. Würde der Stadtrat die verlängerten
Öffnungszeiten bewilligen, so müsste im Sinn der Gleichbehandlung auch weiteren
Gesuchen stattgegeben werden; solche Gesuche seien vom «J. Pub» und der «K. Bar»
zu erwarten. Unter diesen Umständen sei der heutige Zustand vor Erlass der
Ausgangszone, welche im Stadtentwicklungskonzept vorgesehen sei und für die das
Vernehmlassungsverfahren vorbereitet werde, nur durch eine Planungszone zu
erhalten. Diese dient der Erarbeitung der Ausgangszone. Bestimmt wurde, dass einer
im Plangebiet gelegenen Lokalität keine verlängerten Öffnungszeiten bewilligt werden
dürfen; die bestehenden Bewilligungen sind indes bis zum rechtskräftigen Entscheid
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der Stimmberechtigten über die Zonenplanänderung in ihrem Bestand vorläufig
geschützt (Ziff. 2). Ausgenommen sind sodann die Grundstücke entlang der
sogenannten Hafenkante; ansonsten gilt die Planungszone für sämtliche Grundstücke
in einer Wohn- und Gewerbezone, der Kernzone und der Kernzone Altstadt (Ziff. 1).
2.5.6. Der Beschwerdeführerin kann nicht gefolgt werden, wenn sie geltend macht, der
bestehende Zustand lasse sich nur durch Erlass einer Planungszone erhalten. Durch
die damit einhergehende Wirkung, nämlich die Verweigerung der Erteilung neuer
Bewilligungen für verlängerte Öffnungszeiten, bleibt zwar die gewünschte
Entscheidungs- und Planungsfreiheit der Beschwerdeführerin erhalten. Die Wirkung
geht jedoch über das hinaus, was zur Zweckerreichung erforderlich ist. Die
Entscheidungs- und Planungsfreiheit lässt sich ohne Weiteres auch mit einer
Bewilligung erhalten, die mit einer Bedingung in dem Sinn verbunden ist, dass sie nur
bis zur Rechtskraft der im Stadtentwicklungskonzept vorgesehenen Ausgangszone gilt.
Da die Bewilligung mit Eintritt der Bedingung dahinfällt, wird die Planungsabsicht nicht
negativ präjudiziert. Hinzu kommt, dass die Erteilung einer resolutiv bedingten
Bewilligung für verlängerte Öffnungszeiten sich auch insofern als bedenkenlos erweist,
als sie (zumindest im hier zu beurteilenden Fall) keine baulichen Veränderungen
erfordert, welche nach Eintritt der Bedingung wieder zu entfernen wären. Zudem trägt
eine (wenn auch nur bedingte) Bewilligungserteilung (eher) dem Aspekt der
Gleichbehandlung mit Konkurrenten der Bar «Q.», welche über eine Bewilligung um
verlängerte Öffnungszeiten verfügen, weitaus besser Rechnung. Es zeigt sich somit,
dass die von der Beschwerdeführerin erlassene Planungszone in sachlicher Hinsicht
dem Verhältnismässigkeitsgrundsatz widerspricht. Ob dies auch in räumlicher Hinsicht
gilt, kann offen bleiben. Angemerkt sei immerhin, dass es sich kaum rechtfertigt,
aufgrund eines (hängigen) Gesuchs für verlängerte Öffnungszeiten eine Planungszone
über weite Teile des Stadtgebiets zu legen.
2.5.7. Die Vorinstanz ging im angefochtenen Entscheid nicht so weit, der Planungszone
generell die Zulässigkeit abzusprechen, sondern sie hat der Beschwerdeführerin (nur)
im konkreten Fall die Berufung darauf versagt. Dies begründete sie damit, der Stadtrat
X. habe rechtsmissbräuchlich gehandelt, indem er vier Jahre lang ein Gesuch um
Verkürzung der Schliessungszeiten in einer unter dem Aspekt der Rechtsgleichheit
zumindest bedenklichen Weise wiederholt abgewiesen habe, es sodann während zwei
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weiteren Jahren unterlassen habe, die vom Verwaltungsgericht geforderten
allgemeinen Richtlinien zu erlassen, um dann nach rechtskräftig festgestellter
Rechtsverweigerung eine Planungszone zu erlassen und das Gesuch um verkürzte
Schliessungszeiten gestützt darauf abzuweisen. Auch wenn Rechtsmissbrauch nicht
leichthin anzunehmen ist, läuft der Erlass der Planungszone durch die
Beschwerdeführerin doch darauf hinaus. Damit wird (endlich) eingeräumt, dass die
nachgesuchten verkürzten Schliessungszeiten mit den geltenden baurechtlichen
Vorschriften vereinbar sind, andernfalls hätte es der sichernden Massnahme nämlich
gar nicht bedurft. Zu dieser Massnahme griff sie jedoch erst, als eine
Rechtsverweigerungsbeschwerde vom Baudepartement gutgeheissen worden und
eine weitere bei der gleichen Instanz anhängig war. Das Institut der Planungszone will
der Bewilligungsbehörde zwar ein Mittel an die Hand geben, um ein eingegebenes
Projekt zu verhindern, das im Widerspruch steht zu den Planungsabsichten
beziehungswiese zu dem in Aussicht genommenen neuen Recht (vgl. A. Ruch, a.a.O.,
N 17 ff. zu Art. 27). Will sie davon aber Gebrauch machen, so hat sie dies umgehend zu
tun mit Hilfe einer Planungszone oder eines anderen Sicherungsinstruments. Mit dem
Grundsatz von Treu und Glauben ist es jedoch nicht vereinbar, ein Gesuch zunächst
liegen zu lassen beziehungsweise nicht zu behandeln, um es dann - beinahe zwei
Jahre später, nach rechtskräftig festgestellter Rechtsverweigerung - gestützt auf eine
kurz zuvor noch erlassene Planungszone abzuweisen. Mit dem Erlass der
Planungszone setzt sich die Beschwerdeführerin in Widerspruch zu ihrer bisherigen
Untätigkeit, was zu einer unbilligen Benachteiligung für den Beschwerdegegner führte,
wenn dies hingenommen würde. Die Berufung auf die Planungszone verdient deshalb
(im vorliegenden Zusammenhang) in der Tat keinen Rechtsschutz. Selbst wenn sich
also die Planungszone als verhältnismässig erwiese, wäre die Berufung darauf
vorliegend jedenfalls rechtsmissbräuchlich.
2.5.8. Nicht zu beanstanden ist im Übrigen, dass die Vorinstanz die Baubewilligung
direkt erteilt hat. Nachdem die Beschwerdeführerin auch innert der Frist, welche ihr
vom Baudepartement im Entscheid über die Rechtsverweigerungsbeschwerde
angesetzt worden war, nicht über das Gesuch um verkürzte Schliessungszeiten
entschieden hatte, war damit zu rechnen, dass die Beschwerdeführerin selbst bei einer
Anweisung der Vorinstanz zur Bewilligungserteilung weiterhin untätig bleiben würde. In
einem solchen Fall muss es der Vorinstanz aufgrund ihrer Aufsichtsfunktion über die
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Beschwerdeführerin in baurechtlichen Belangen möglich sein, eine Baubewilligung
direkt zu erteilen, sofern die (geltenden) baurechtlichen Vorschriften offensichtlich
eingehalten sind.
Überdies hat die Vorinstanz zu Recht die Wirksamkeit der Baubewilligung bis zur
Rechtskraft der Ausgangszone terminiert. Damit wird ausgeschlossen, dass die
zukünftige Nutzungsplanung negativ präjudiziert wird. Ob die Ausgangszone effektiv
zustande kommt, ist offen. Das Dahinfallen der Baubewilligung hängt somit von einem
ungewissen Ereignis ab. Sie ist daher resolutiv bedingt (J. Schwere, Das
Baubewilligungsverfahren nach aargauischem Recht, Diss. Freiburg 1971, S. 151 und
158). Aufgrund von Art. 87 Abs. 2 BauG ist es zulässig, Baubewilligungen mit
einschränkenden Bedingungen zu verknüpfen.
3. Ob die Erteilung einer gastwirtschaftlichen Bewilligung gemäss Art 18 Abs. 1 GWG
an den Betreiber der Bar «Q.» in Frage kommt, muss hier nicht beurteilt werden. Dies
bildet nicht Streitgegenstand. Entsprechend ist Art. 9 Abs. 2 GR auf die hier im Streit
liegende Baubewilligung nicht anwendbar. Deren Befristung auf ein Jahr erscheint
sodann nicht angezeigt. Die Vorinstanz hat den berechtigten Interessen der
Beschwerdeführerin mit der Resolutivbedingung bereits angemessen Rechnung
getragen.
4. Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie
abzuweisen ist. Mit dem vorliegenden Entscheid in der Hauptsache erweist sich das
Begehren um Wiedererteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde als
gegenstandslos.
5. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht