Decision ID: 717edfca-2920-497d-b97b-be336ffe3950
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ hatte bereits im November 2008 wegen der Auswirkungen eines
Fersensporns rechts und Schmerzen an der Fusssohle bei der Invalidenversicherung
(IV) ein erstes Leistungsgesuch gestellt (IV-act. 8), welches die IV-Stelle mit Verfügung
vom 14. Oktober 2011 abgewiesen hatte (IV-act. 58). Auf eine dagegen gerichtete
Beschwerde war das Versicherungsgericht mit Entscheid vom 17. Dezember 2013
nicht eingetreten (IV-act. 85, Verfahren IV 2011/416). Nach einer am 22. Januar 2014
erfolgten erneuten IV-Anmeldung aufgrund Verschlechterung des
Gesundheitszustandes durch Dr.med. B._, Prakt. Arzt, (IV-act. 89 ff.) forderte die IV-
Stelle die Versicherte auf, sofern sie die Rentenprüfung wünsche, das Anmeldeformular
einzureichen (IV-act. 96). Mit der neuen Anmeldung machte die Versicherte im
Wesentlichen geltend, ihr Gesundheitszustand habe sich seit 2007 und in den
vorangegangenen Monaten kontinuierlich und entscheidend verschlechtert. Inzwischen
seien beide Fersen betroffen (IV-act. 99 f.; vgl. auch Berichte Dr. B._ vom 18./22.
Januar 2014 [IV-act. 89] und vom 29. Januar 2014 [IV-act. 93]). Der Aufforderung der
IV-Stelle, das für Anmeldungen zum Leistungsbezug vorgesehene Formular
einzureichen (vom 9. Mai 2014, IV-act. 102) kam die Versicherte schliesslich am 17. Mai
2014 nach (IV-act. 104).
A.b RAD-Arzt Dr.med. C._, Facharzt für Chirurgie, nahm am 7. November 2014
Stellung, der Gesundheitszustand habe sich seit den Arztberichten vom 22. Juni und 8.
Juli 2010 verändert. Spätestens seit der Untersuchung in der Orthopädie des Spitals
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D._ vom 12. Dezember 2012 sei davon auszugehen, dass nun auch linksseitig eine
Faszilitis plantaris bestehe. Radiologisch seien beidseitig Fersensporne nachgewiesen.
Vorbehältlich eines abweichenden Berichts der Fusssprechstunde erachtete der RAD-
Arzt dennoch eine ideal leidensadaptierten Tätigkeit vollzeitig und ohne verminderte
Leistung für möglich (IV-act. 116).
A.c Mit Vorbescheid vom 9. April 2015 gewährte die IV-Stelle der Versicherten das
rechtliche Gehör zur vorgesehenen Abweisung des Gesuchs (IV-act. 130). Mit Einwand
vom 8. Juni 2015 bestritt die Versicherte insbesondere die volle Arbeits- und
Leistungs-fähigkeit (IV-act. 136). Dr.med. E._, Leitender Arzt Anästhesie/Facharzt
Interventionelle Schmerztherapie Spital F._, hielt am 18. Juni 2015 zuhanden des
Rechtsvertreters der Versicherten fest, diese sei in ihrer Arbeitsfähigkeit eindeutig stark
beeinträchtigt. Eine Beurteilung durch eine unabhängige Fachstelle sei dringend (IV-
act. 139). Nach erneuter Vorlage an den RAD (Stellungnahme vom 2. Juli 2015, IV-act.
140) hielt die IV-Stelle mit Verfügung vom 2. Juli 2015 an der bisherigen medizinischen
Einschätzung fest und wies das Leistungsgesuch ab (IV-act. 141). Hiergegen erhob die
Versicherte am 3. September 2015 Beschwerde (IV-act. 146-2 ff.). Sie rügte im
Wesentlichen, vor dem Hintergrund der vorliegenden abweichenden Beurteilungen
könne nicht auf die reine Aktenbeurteilung des RAD abgestellt werden (IV-act. 146-8).
Am 7. Dezember 2015 (IV-act. 157) reichte die Versicherte Berichte der Klinik G._
vom 14. August, 17. September und 29. Oktober 2015 (IV-act. 158-1 ff.) ein. Die IV-
Stelle widerrief am 15. Januar 2016 (IV-act. 172) die angefochtene Verfügung, um
weitere Abklärungen zu tätigen. Das Versicherungsgericht schrieb das
Beschwerdeverfahren am 22. Januar 2016 ab (IV-act. 177, IV 2015/261).
A.d Der Gutachtensauftrag wurde der medexperts ag zugeteilt (Gutachten vom 12.
April 2016; Dr.med. H._, Allgemeine Medizin, Dr.med. I._, Neurologie, Dr.med.
J._, orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
med.prakt. K._, Psychiatrie und Psychotherapie; Untersuchungen 14. bis 16. März
2016; IV-act. 189). Die orthopädische Gutachterin diagnostizierte als Erkrankungen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (1.) chronifizierte Fersenschmerzen beidseits mit
langdauernder, ausschliesslicher Vorfussbelastung, konsekutiven Muskelverkürzungen,
Spitzfussstellung rechts bei Status nach Fersenspornoperation rechts Juli 2007 und
Status nach multiplen erfolglosen Therapien, (2.) eine Fasciitis plantaris rechts mehr als
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links, (3.) eine muskuläre Dysbalance und (4.) eine mediale Gonarthrose rechts und
Chondropathie Grad II bis III mit Funktionsdefizit bei Status nach Arthroskopie mit
Teilmeniskektomie rechts März 2015 (IV-act. 189-36). Der neurologische Experte erhob
einen hochgradigen Verdacht auf Neuropathie des Ramus calcaneus des Nervus
tibialis beidseits mit neuropathischem Schmerzsyndrom (IV-act. 189-43). Die
Sachverständigen kamen im Wesentlichen zum Schluss, die bisherige Tätigkeit als
Reinigungskraft und andere ständiges Stehen und Gehen erfordernde Tätigkeiten seien
seit 2012 nicht mehr zumutbar (100 % Arbeitsunfähigkeit; IV-act. 189-47). Leichte,
überwiegend im Sitzen zu verrichtende Tätigkeiten mit der Möglichkeit, regelmässig die
Körperposition zu wechseln bzw. das rechte Bein hochzulagern, seien vollzeitlich
zumutbar. Aufgrund eines vermehrten Pausenbedarfs und einer anzunehmenden
Verlangsamung betrage die Leistungsfähigkeit seit März 2015 (nach der
arthroskopischen Operation des rechten Kniegelenks im März 2015) 70 % (IV-act.
189-48). Der psychiatrische Gutachter stellte keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
fest (IV-act. 189-28).
A.e RAD-Arzt Dr. C._ nahm am 15. April 2016 Stellung, das Gutachten erfülle die
versicherungsmedizinischen Anforderungen. Die Standardindikatoren seien hinreichend
diskutiert (IV-act. 190). Gegen den erneuten Vorbescheid vom 31. Mai 2016, wonach
die IV-Stelle das Gesuch abzuweisen gedenke (IV-act. 193), erhob die Versicherte am
30. Juni 2016 Einwand, welcher sich im Wesentlichen gegen die vorgesehene
Anwendung der so genannten gemischten Methode und den Einkommensvergleich
richtete (IV-act. 199).
A.f Mit Verfügung vom 27. Juli 2016 wies die IV-Stelle das Gesuch ab. Sie führte aus,
die Anwendung der gemischten Methode sei vorliegend nicht relevant. Auch bei einer
vollen Erwerbstätigkeit bestehe mit einer 70 %igen Arbeitsfähigkeit in einem
adaptierten Tätigkeitsbereich keine rententangierende Einschränkung. Ein
Leidensabzug sei nicht gerechtfertigt. Die Einschränkungen und vermehrten Pausen
seien bereits in der Arbeitsfähigkeitseinschätzung miteinberechnet (IV-act. 200).
B.
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B.a Gegen die Verfügung vom 27. Juli 2016 lässt A._, vertreten durch Rechtsanwalt
lic.iur. R. Braun, am 8. September 2016 Beschwerde erheben. Die angefochtene
Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuheben. Es sei ihr
mindestens eine Viertelsrente zuzusprechen. Mit Entscheid vom 2. Februar 2016 habe
der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) festgestellt, dass die so
genannte gemischte Methode gegen die Konvention zum Schutze der Menschenrechte
und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) verstosse. Auch im vorliegenden Fall führe die
Anwendung der gemischten Methode zu einer indirekten Diskriminierung aufgrund des
Geschlechts. Zum Einkommensvergleich macht sie im Wesentlichen geltend, der
Bemessung des Valideneinkommens sei ein volles Erwerbspensum zugrunde zu legen.
Gemäss Gutachten komme für sie lediglich noch eine leichte, wechselbelastende
Tätigkeit, überwiegend im Sitzen, ohne längeres regelhaftes Gehen und Stehen in
Frage und die Möglichkeit, das Bein hochzulagern, sei notwendig. Es sei deshalb ein
Leidensabzug vorzunehmen. Sie habe ausschliesslich als Reinigungsangestellte im
Spital gearbeitet und verfüge über keinerlei anderweitige Berufserfahrung. Schliesslich
sei aufgrund der gesundheitlichen Beeinträchtigungen mit vermehrten Absenzen zu
rechnen. Damit sei ein Leidensabzug von 15 % gerechtfertigt. Es resultiere damit ein
Invaliditätsgrad von 42 %. Als Erwerbstätige hätte sie Anspruch auf eine Viertelsrente.
Die Beschwerdegegnerin stütze sich für die Tätigkeit im Haushalt auf eine nicht mehr
aktuelle Abklärung vom Februar 2011. Die gesundheitlichen Verhältnisse hätten sich
seither wesentlich geändert. Die Einschränkung im Haushaltbereich müsse wesentlich
über der Einschränkung für voll adaptierte Tätigkeiten liegen. Auch unter
Berücksichtigung der Mithilfe von Familienangehörigen sei von einer Einschränkung
von mindestens 50 % auszugehen. Dies ergebe einen Invaliditätsgrad von mindestens
45 %. Auch bei einer ausschliesslichen Haushaltstätigkeit hätte sie damit Anspruch auf
mindestens eine Viertelsrente (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 14. November 2016 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Der Fall sei mit dem Fall vor
dem EGMR, auf den die Beschwerdeführerin verweise, nicht vergleichbar. Beim Fall vor
dem EGMR sei es darum gegangen, dass der Versicherten eine Rente zugesprochen
worden sei und diese ab einem gewissen Zeitpunkt aufgrund der veränderten
Familienverhältnisse und somit neu in Anwendung der gemischten Methode eingestellt
worden sei. Vorliegend handle es sich um eine erstmalige Rentenzusprache, womit das
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Urteil des EGMR nicht anwendbar sei. Die Gefahr überdurchschnittlicher
Krankheitsabsenzen, die schwankende Leistungsfähigkeit sowie der Bedarf nach
besonderer Rücksichtnahme berechtige nicht zu einem Tabellenlohnabzug. Die
Haushaltabklärung vor Ort habe am 24. Februar 2011 stattgefunden. RAD-Arzt Dr.
L._ habe die ermittelte Einschränkung von 14,72 % für gut nachvollziehbar gehalten.
Bereits damals seien die Einschränkungen betreffend Stehen und Gehen bekannt
gewesen. Insofern bestehe keine wesentliche Änderung der leidensadaptierten
Tätigkeiten. Bei der damaligen Abklärung vor Ort sei festgestellt worden, dass der
Ehemann bzw. ihre Familie die Beschwerdeführerin bereits in diversen Tätigkeiten
unterstützt bzw. Tätigkeiten übernommen hätten. Diese Gegebenheit müsse bei der
Einschränkung im Haushalt weiterhin berücksichtigt werden. Zudem habe der PACT-
Score eine ausgesprochen tiefe Selbsteinschätzung der körperlichen Leistungsfähigkeit
ergeben. Es sei daher davon auszugehen, dass eine erneute Abklärung keine
weiterführenden Ergebnisse bringen würde. Auch ohne doppelte Gewichtung der
Teilerwerbstätigkeit ergäbe sich ein Invaliditätsgrad unter den rentenbegründenden 40
%. Die Beschwerdeführerin werde somit auch unter Anwendung der gemischten
Methode nicht diskriminiert (act. G 4).
B.c In ihrer Replik vom 22. Dezember 2016 macht die Beschwerdeführerin im
Wesentlichen geltend, dass die Beschwerdeführerin seit 1997 nur in einem Pensum
von 80 % erwerbstätig gewesen sei, habe ebenfalls familienbedingte Gründe. Zu jenem
Zeitpunkt seien die Kinder noch im Schulalter gewesen (act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 8).

Erwägungen
1.
1.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
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Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 %, auf eine
halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie
mindestens zu 40 % invalid ist.
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie
ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
1.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades vollerwerbstätiger Versicherter wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
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Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG). Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig
sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Die Invalidität für
die Tätigkeit in einem anerkannten Aufgabenbereich wird danach festgelegt, in
welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. In diesem Fall
sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich
festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 2
und 3 IVG).
1.5 Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten
nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster
Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen
in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen
Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr
erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen Entlöhnung oder durch Angehörige
verrichtet werden, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder
doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der
Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mithilfe von
Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheitsschädigung
üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von
Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige
Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versicherungsleistungen zu
erwarten wären (BGE 133 V 504 E. 4.2 S. 509 f.).
2.
Zunächst ist zu prüfen, ob das Gutachten der medexperts ag vom 12. April 2016 eine
ausreichende und beweistaugliche Grundlage der angefochtenen Verfügung darstellt.
2.1 Der psychiatrische Gutachter erhob einen unauffälligen Psychostatus und hielt
anamnestisch fest, die Beschwerdeführerin berichte weder über familiäre
Auffälligkeiten noch Belastungen. Sie gebe an, psychisch gesund und noch nie
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psychiatrisch-psychotherapeutisch behandelt worden zu sein. Es stünden die
Schmerzen und die Probleme bezüglich des Fersensporns im Vordergrund (IV-act.
189-20 f., 24, 26). Somit ist nachvollziehbar, dass der psychiatrische Gutachter keinen
die Arbeitsfähigkeit einschränkenden Gesundheitsschaden diagnostizierte (IV-act.
189-27 f.).
2.2 In somatischer Hinsicht beklagte die Beschwerdeführerin seit der Operation eines
Fersensporns rechts 2007 sich verschlimmernde Schmerzen im rechten Fuss (IV-act.
189-30, 39). Die Beschwerdeführerin reduzierte aus gesundheitlichen Gründen ihr
ehemals 80 %iges Arbeitspensum als Reinigungsmitarbeiterin im Spital D._ auf 40 %
(Aufhebungsvertrag vom 18. November 2008, IV-act. 23-11). Nachdem 2012 auch links
ein Fersensporn aufgetreten sei, habe sie die Arbeit ganz aufgeben müssen, da sie
nicht mehr habe gehen können (IV-act. 189-25, 26, 31, 33, 46). Die orthopädische
Gutachterin führte aus, die Beschwerdeführerin zeige eine ausschliessliche
Vorfussbelastung sowohl im Sitzen und Stehen als auch verstärkt beim Gehen
beidseits. Durch die lang andauernde Fehlbelastung bzw. Schonfehlhaltung sei es aus
orthopädischer Sicht funktionell zu einer Muskelverkürzung und zu einer zunehmenden
Spitzfussstellung des rechten Fusses sowie zur Knieproblematik rechts gekommen. Die
Vorfussbelastung beim Gehen lasse sich auch durch die vermehrte Schwielenbildung
plantar Metatarsaleköpfchen V beidseits objektivieren. Die beklagten Beschwerden
seien teilweise nachvollziehbar, würden aber auch durch die Schmerzchronifizierung
und die zunehmende Somatisierungstendenz verstärkt (IV-act. 189-35 ff.). Der
neurologische Gutachter hielt fest, die von der Versicherten angegebenen Schmerzen
seien neuropathischen Charakters und lokalisatorisch scharf eingrenzbar. Angesichts
des betroffenen Areals sei topodiagnostisch von einer Neuropathie des Ramus
calcaneus des Nervus tibialis beidseitig auszugehen. Die Beschwerdeführerin könne
glaubhaft schmerzbedingt auf beiden Füssen nicht auftreten, was sie in ihrer
Fortbewegung einschränke (IV-act. 189-42). Aus orthopädischer und neurologischer
Sicht hielten die Gutachter die Beschwerdeführerin durch die anhaltenden
Fussschmerzen rechts, den konsekutiven Spitzfussgang und das Streckdefizit des
rechten Kniegelenks in der Arbeits- und Leistungsfähigkeit beeinträchtigt und beim
Stehen und Gehen für stark handicapiert (IV-act. 189-36) bzw. in ihrer Fortbewegung
eingeschränkt (IV-act. 189-42). Rein sitzende Tätigkeiten seien durch die
Schmerzchronifizierung eingeschränkt (IV-act. 189-36). Beide Gutachter befanden,
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durch die Schmerzen sei bei zeitlich uneingeschränkter Belastbarkeit die
Leistungsfähigkeit durch vermehrten Pausenbedarf und Verlangsamung eingeschränkt
(IV-act. 189-37, 43). Während die orthopädische Gutachterin die Ressourcen als eher
gering bezeichnete (IV-act. 189-36), hob der neurologische Gutachter hervor, als
Ressource könne die gute familiäre Einbindung genannt werden, die jedoch zugleich
dazu führe, dass die Versicherte momentan keinerlei Anstrengung bezüglich Schmerz-
und Alltagsbewältigung aufwenden müsse und ein Krankheitsgewinn befürchtet
werden müsse. Sicherlich positiv zu werten sei, dass sich die Versicherte in ihrer
Tätigkeit als Raumpflegerin stets wohlgefühlt habe und, sollten die Schmerzen
nachlassen, sich auch wieder zutrauen würde, zu arbeiten (IV-act. 189-42 f.). In Bezug
auf die Konsistenz beschrieben die Experten ein gewisses schmerzverdeutlichendes
dysfunktionales Verhalten, eine naheliegende gewisse Symptomausweitung (IV-act.
189-42), eine zunehmende Somatisierungstendenz sowie ein Fixiertsein auf das
Krankheitsgeschehen und eine Krankheitsüberzeugung mit negativer Einstellung
gegenüber einer körperlichen Tätigkeit (IV-act. 189-35, 36, 38). Unter vorausgesetzter
Mitwirkung der Beschwerdeführerin bestehe aus orthopädischer Sicht trotz
verschiedener erfolgloser Therapien (vgl. Diagnostik, Status nach multiplen erfolglosen
Therapien, IV-act. 189-45) ein Verbesserungspotential durch eine Rehabilitation bzw.
multimodale Therapie (IV-act. 189-36) und auch aus neurologischer Sicht seien noch
eine medikamentöse und als ultima ratio eine operative Therapie möglich (IV-act.
189-44).
2.3 Die Gutachter berücksichtigten die geklagten Beschwerden und die Akten und die
massgeblichen Faktoren des strukturierten Beweisverfahrens ausreichend. Die
geschätzte Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit von 70 % ist nachvollziehbar und schlüssig
begründet und wird im Übrigen weder durch den RAD noch durch die
Beschwerdeführerin in Frage gestellt. Es ist daher darauf abzustellen.
3.
3.1 Die Anmeldung durch Dr. B._ vom 22. Januar 2014 erfolgte zwar mittels
Meldeformular zur Früherfassung und ohne Unterschrift der Beschwerdeführerin,
jedoch offensichtlich in deren Auftrag (IV-act. 87). Aus dem Schreiben von Dr. B._
vom 22. Januar 2014 geht klar hervor, dass eine (Wieder-)"Anmeldung aufgrund
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Verschlechterung des Gesundheitszustandes" und nicht lediglich eine Anmeldung zur
Früherfassung beabsichtigt war (IV-act. 89). Das für die Behandlung des Gesuchs
erforderliche Formular hat die Beschwerdeführerin am 17. Mai 2014 eingereicht (IV-act.
104). In Anwendung von Art. 29 Abs. 3 ATSG ist trotz nicht formgerechter Anmeldung
vom 22. Januar 2014 für den Beginn eines allfälligen Rentenanspruchs dieser Zeitpunkt
massgebend (vgl. auch BGE 133 V 583 f. E. 4.3.1). Gemäss Gutachten bestand in der
angestammten Tätigkeit eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit seit dem Jahr 2012 (IV-act.
189-48), womit das Wartejahr im Zeitpunkt des nach Art. 29 Abs. 1 und 3
frühestmöglichen Rentenbeginns am 1. Juli 2014 erfüllt war. Ein Rentenanspruch
kommt daher ab diesem Datum in Betracht.
3.2 Gemäss Angaben der einstigen Arbeitgeberin hatte die Beschwerdeführerin seit 1.
Oktober 2009 ein Einkommen von monatlich Fr. 1'576.70 bzw. jährlich Fr. 20'497.-- (13
x Fr. 1'576.70) erzielt bei einem Pensum von 40 % (Angaben vom 8. Januar 2009, IV-
act. 23). Hochgerechnet auf ein Vollzeitpensum ergibt sich ein Jahreslohn von Fr.
51'242.75. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (Bundesamt für
Statistik [BFS], Lohnentwicklung 2014, T 39, jeweils Indices Frauen) ergibt sich für das
massgebliche Jahr 2014 (BGE 129 V 222) ein Jahreseinkommen von Fr. 53'672.-- (Fr.
51'242.75 : 2552 x 2673). Die für die Vorjahre aktenkundigen Einkommen liegen im
selben Bereich (vgl. Angaben der Arbeitgeberin vom 8. Januar 2009, IV-act. 23-4 und
Auszug aus dem individuellen Konto, IV-act. 13: 2006: Fr. 38'452.-- : 80 % x 100 % :
2417 x 2673 = Fr. 53'156.--; 2007: Fr. 40'125.-- : 80 % x 100 % : 2454 x 2673 = Fr.
54'632.--; 2008: Fr. 35'706.-- : 80 % x 100 % : 2499 x 2673 = Fr. 47'740.--), und es ist
anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall weiterhin im Spital
D._ tätig geblieben wäre. Es ist daher von einem Valideneinkommen von Fr. 53'672.--
auszugehen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 23. September 2014, 9C_192/2014,
E. 3.2; und vom 21. Dezember 2016, 8C_728/2016, E. 3.1, mit weiteren Verweisen).
3.3 Die Beschwerdeführerin ist seit 2012 nicht mehr erwerbstätig. Für die Bemessung
des Invalideneinkommens ist daher vom durchschnittlichen Tabellenlohn des
Kompetenznivaus 1, Frauen gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) und Lohnentwicklung
des BFS auszugehen (vgl. BGE 129 V 472, E. 4.2.1, mit weiteren Verweisen und Urteil
des Bundesgerichts vom 25. November 2016, 9C_532/2016, E. 4.1.1). Dieser betrug für
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das Jahr 2014 Fr. 53'793.-- (Informationsstelle AHV/IV, IV 2018, Bern 2018, Anhang 2).
Bei einer Arbeitsfähigkeit von 70 % beläuft er sich auf Fr. 37'655.-- (Fr. 53'793.-- x 0,7).
3.4 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen
Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn)
allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass
persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung,
Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können. Aufgrund dieser
Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem
erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist
unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen
gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (Urteil des Bundesgerichts
vom 23. Dezember 2014, 9C_630/2014, E. 2.1 mit weiteren Verweisen). Bereits in der
Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche
Einschränkungen dürfen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten
Abzuges einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben
Gesichtspunktes führen (Urteil vom 22. Januar 2015, 9C_846/2014, E. 4.1.1). Die
Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem
Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich
leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Sind hingegen
leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar, ist allein deswegen auch bei
eingeschränkter Leistungsfähigkeit noch kein Abzug gerechtfertigt, weil der
Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und
mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Dezember
2014, 9C_630/2014, E. 2.1 mit weiteren Verweisen). Bereits in der
Arbeitsfähigkeitsschätzung enthalten sind vorliegend der schmerzbedingte zusätzliche
Pausenbedarf und die Verlangsamung. Für einen Tabellenlohnabzug ins Gewicht fällt,
dass die Beschwerdeführerin zusätzlich zu einer ausschliesslich leichten Tätigkeit eine
wechselbelastende, vorwiegend im Sitzen zu verrichtende Arbeit mit der Möglichkeit,
das rechte Bein hochzulagern, benötigt. Weiter verfügt sie über Berufserfahrung
ausschliesslich in der nunmehr gar nicht mehr zumutbaren Tätigkeit als
Reinigungsmitarbeiterin. Hingegen erscheint nicht ausgewiesen, dass künftig mit
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überdurchschnittlich häufigen Absenzen zu rechnen sei. Gesamtbetrachtend ist ein
Tabellenlohnabzug von 10 % zu gewähren. Das Invalideneinkommen beträgt somit Fr.
33'890.-- (0,9 x Fr. 37'655.--). Selbst wenn die Beschwerdeführerin, wie in der Replik
und gegenüber dem neurologischen Gutachter (IV-act. 189-40) implizit vorgebracht, im
Gesundheitsfall zu 100 % erwerbstätig und der Invaliditätsgrad daher durch einen
reinen Einkommensvergleich zu ermitteln wäre, betrüge er lediglich 36,9 % ([Fr.
53'672.-- - Fr. 33'890.--] : Fr. 53'672.--).
3.5 Die Beschwerdegegnerin stellte für die Qualifikation 80 % Erwerb und 20 %
Haushalt auf die Angaben der Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltsabklärung
vom 10. März 2011 ab. Die Beschwerdeführerin erklärte damals, sie würde ohne
Behinderung eine Erwerbsfähigkeit von 80 % ausüben "wie früher" (IV-act. 48-3). Das
von der Beschwerdeführerin angerufene Urteil des Europäischen Gerichtshofes für
Menschenrechte (EGMR) in Sachen Di Trizio vs. Schweiz (application no. 7186/09)
erging am 2. Februar 2016, mithin vor Erlass der angefochtenen Verfügung vom 27. Juli
2016. Es führte jedoch nicht dazu, dass die gemischte Methode nicht mehr
angewendet werden darf, sondern zur Neuregelung von Art. 27bis IVV, wonach das
Erwerbseinkommen auf ein 100 %-Pensum aufzurechnen und somit die Teilzeittätigkeit
nur einfach zu gewichten ist, was auch der bisherigen Praxis des
Versicherungsgerichts entspricht (Urteil vom 4. Juli 2016, IV 2013/103, E. 4, mit
Verweis auf Urteil vom 9. August 2005, IV 2005/21). Ein Absehen von der gemischten
Methode hat die Rechtsprechung nicht vorgesehen. Für die Bemessung des
Invalideneinkommens ist vorliegend allerdings zu berücksichtigen, dass die
verminderte Leistungsfähigkeit wegen zusätzlichem Pausenbedarf und Verlangsamung
auch bei einem 80 %-Pensum zu einer Leistungsminderung von 30 % führt. Bei der
von der Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall ausgeübten 80 %igen Beschäftigung
beträgt die erwerbliche Restleistungsfähigkeit folglich 56 %. (80 % x 70 %; vgl.
Entscheid des Versicherungsgerichts vom 21. Mai 2013, IV 2011/147, E. 7.3, bestätigt
durch Urteil des Bundesgerichts vom 20. Dezember 2013, 8C_428/2013, E. 4.3.2).
Unter Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzuges von 10 % (vgl. E. 3.4) resultiert eine
Erwerbsfähigkeit von 50,4 % (0,9 x 56 %). Die Einschränkung gegenüber dem im
Gesundheitsfall ausgeübten 80 %-Pensum beträgt 29,6 % (80 % - 50,4 %). Betreffend
Haushalt ist der Beschwerdeführerin zuzustimmen, dass auf die Haushaltsabklärung
vom 15. März 2011 (IV-act. 48) nicht mehr vollumfänglich abgestellt werden kann,
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
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nachdem 2012 auch an der Ferse links und 2015 am rechten Knie Beschwerden
aufgetreten sind (vgl. orthopädisches Teilgutachten, IV-act. 189-36). Bei einer
Gewichtung des Haushaltsbereichs von 20 % müsste indes eine Einschränkung von
über 50 % vorliegen, damit ein Teilinvaliditätsgrad von mindestens 10,4 % und damit
(zusammen mit dem erwerblichen Teilinvaliditätsgrad von 29,6 %) ein
rentenbegründender Gesamtinvaliditätsgrad resultieren würde. Die Haushaltstätigkeit
entspricht jedoch insoweit einer für die Beschwerdeführerin adaptierten Tätigkeit, als
sie die Belastung durch Stehen und Gehen durch freies Einteilen der Arbeiten
reduzieren kann. Hinzu kommt, dass ihre beiden im gleichen Haushalt lebenden und
nicht erwerbstätigen Schwiegertöchter vor allem die schwereren Arbeiten abnehmen
bzw. ihr behilflich sind (Anamnese Gutachten vom 12. April 2016, IV-act. 189-20, 24, 30
f., 41), was im Rahmen der Schadenminderungspflicht zu berücksichtigen ist. Es ist
daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin im Haushalt überwiegend adaptierte Tätigkeiten ausführen könnte
und somit im Haushalt keine Einschränkung von über 50 % vorliegt. Auf eine erneute
Haushaltabklärung kann folglich in antizipierender Beweiswürdigung verzichtet werden.
Es ergibt sich kein rentenbegründender Gesamtinvaliditätsgrad.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen
und durch den von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- gedeckt. Die
Beschwerdeführerin hat bei diesem Verfahrensausgang keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).