Decision ID: c48f37c3-240f-5785-ae90-40b2da1082ad
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 11. Februar 2009 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 2). Sie gab an, an Borreliose/Neuroborreliose,
verursacht durch einen Zeckenbiss, zu leiden. Dr. med. B._, Facharzt FMH für
Allgemeine Innere Medizin, gab in einem Frühinterventionsgespräch mit dem
Regionalen Ärztlichen Dienst Ostschweiz (RAD) an, ein Zeckenbiss mit Erythema
chronicum migrans am 5. August 1998, sei mit Tetrazyklin behandelt worden. Die
Erstdiagnose Borreliose sei 1998 gestellt worden. Die Versicherte leide an schweren
Konzentrationsstörungen sowie einer Schwindelsymptomatik. In der bisherigen
Tätigkeit als C._ sei die Versicherte durch die Konzentrationsstörungen und den
Schwindel erheblich eingeschränkt und seit März 2008 nicht mehr arbeitsfähig (IV-
act. 10, 27).
A.b Am 25. Mai 2009 wurde die Versicherte in der Klinik Valens einer
neuropsychologischen Untersuchung unterzogen. Die Psychologen hielten fest,
insgesamt habe sich bei der neuropsychologischen Untersuchung ein leicht
beeinträchtigtes kognitives Leistungsprofil mit Schwierigkeiten in der gerichteten
Aufmerksamkeit, dem verbalen und figurativen Gedächtnis, der peripheren
Wahrnehmung rechts sowie im Problemlösevermögen ergeben (IV-act. 30-4). Am
29. Juli 2009 wurde die Versicherte durch Dr. med. D._, Facharzt FMH für
Neurologie, Leitender Arzt der Klinik für Neurologie, Valens, untersucht. Er berichtete,
in einer Liquoruntersuchung ein Jahr zuvor hätten sich normale Befunde und negative
Borrelien-Serologien gezeigt. Für eine persistierende Neuroborreliose hätten sich somit
keine Hinweise ergeben. Die kleinen multifokalen Hyperintensitäten im
Marklagerbereich müssten als unspezifisch angesehen werden, wobei eine
postinfektiöse Ursache durchaus möglich sei (IV-act. 52).
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A.c Nach einem Gespräch mit der Versicherten notierte der
Eingliederungsverantwortliche, die Versicherte habe keine Vorstellungen äussern
können, wie es weiter gehen solle. Sie fühle sich nicht arbeitsfähig, würde aber gerne
mit einem Teilpensum beginnen, wenn es ihr besser gehe (IV-act. 44-3). Am
2. Dezember 2009 wurde der Versicherten mitgeteilt, dass die Arbeitsvermittlung
abgeschlossen werde, da sie sich aus subjektiver Sicht nicht arbeitsfähig fühle (IV-
act. 48).
A.d Am 23. März 2010 wurde der Versicherten mitgeteilt, dass eine medizinische
Abklärung notwendig werde (IV-act. 62). Dazu wurde die Versicherte am 16. und
18. August und am 7. September 2010 in der MEDAS Zentralschweiz einer
polydisziplinären Begutachtung unterzogen (IV-act. 68). Die Gutachter nannten die
folgenden Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
" Chronisches lumbospondylogenes Syndrom mit
- erosiver Osteochondrose L4/5 mit nicht neurokompressiver Diskusprotrusion
- Segmentdegeneration L5/S1 mit linksbetonter, nicht neurokompressiver
Diskusprotrusion
- Tendinopathia nodosa über dem Ringband A1 beugeseitig, die Finger 1 beidseits
und 5 links betreffend, mit schnellendem Daumen rechts"
Als Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit
Krankheitswert nannten sie:
" Diffuse migrierende Arthralgien und Myotendinopathien ohne diesbezüglich
objektivierbare Befunde bei
- Status nach Erythema chronicum migrans im August 1998, 20 Tage Tetracyclin
Therapie peroral
- Status nach Lyme-Borreliose Stadium II, 28 Tage Claforan-Behandlung 1998 und
28 Tage Rocephin-Behandlung 2008 parenteral
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- anamnestisch Status nach Zeckenbiss mit Erythema chronicum migrans 1990, ohne
antibiotische Therapie
Kopfschmerzen vom Spannungstyp (DD: Analgetika-induziert)
Leistungsminderung somatisch und neuropsychologisch mit multiplen Symptomen wie
- unbestimmtem Schwindel
- Schmerzen im Nacken, im Kopf und in den Extremitäten
- Dysästhesien und sensible Störungen ohne sicheres organisches Korrelat
Primäres Raynaudsyndrom
Zystische Läsion der Glandula pinealis
Senkspreizfüsse
Psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei anderenorts klassifizierten
Krankheiten (Status nach mehrmaligem Zeckenbiss) (ICD-10: F54)" (IV-act. 68-17).
Der neurologische Konsiliarius gab an, zum aktuellen Zeitpunkt müsse von einer
behandelten Borreliose im Stadium II ausgegangen werden. Eine Neuroborreliose
könne weitestgehend durch die Anamnese und die aktuellen Befunde ausgeschlossen
werden (IV-act. 68-15). Die psychiatrische Expertin gab an, aus dem psychiatrischen
Fachgebiet seien zum Untersuchungszeitpunkt nicht ausreichend Symptome
vorhanden, welche die Kriterien einer psychiatrischen Erkrankung erfüllten. Zur
Validierung der von der Versicherten geklagten Symptome erachte sie eine erneute
neuropsychologische Abklärung als unabdingbar (IV-act. 68-48 f.). Abschliessend
beurteilten die Gutachter die Versicherte in der bisherigen Tätigkeit als X._ als nicht
eingeschränkt. Die Beschwerden in den Fingern schränke aktuell aber die
Arbeitsfähigkeit als Hausfrau zu 30% ein. Nach Abklingen der Beschwerde dürfte auch
diese Arbeitsfähigkeit wieder 100% betragen. Der Versicherten seien leichte bis
gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten zumutbar. Aus rheumatologischer Sicht werde
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eine Einschränkung hinsichtlich einer körperlichen Schwerarbeit wie auch für Arbeiten
in rückenhygienisch ungünstigen Arbeitspositionen insbesondere vorgeneigtem oder
abgedrehtem Oberkörper attestiert. Die Gewichtslimite werde ab Bodenhöhe auf 7 kg
und ab Hüfthöhe auf 10 kg geschätzt. Es könne davon ausgegangen werden, dass der
Gesundheitszustand im Zeitpunkt der IV-Anmeldung derselbe gewesen sei wie zum
Zeitpunkt der Begutachtung (IV-act. 68-18).
A.e Der RAD beurteilte das Gutachten am 3. Dezember 2010 als umfassend, kohärent,
widerspruchsfrei und hinsichtlich der sehr anspruchsvollen Borreliose-Thematik, als
äusserst kompetent (IV-act. 69).
A.f Einem Bericht des Spitals E._ vom 30. Dezember 2010 ist zu entnehmen, dass
die Versicherte vom 24. bis 27. Dezember 2010 hospitalisiert worden ist, nachdem sie
24 Stunden an progredientem Drehschwindel, Kopfschmerz und zunehmender
Krampfsymptomatik des Unterkiefers gelitten hatte. Die Hauptdiagnose lautete
"Verdacht auf medikamentös indizierte Dyskinesien der Kiefer- und Halsmuskulatur".
Als Komorbiditäten wurden "Hirnstammtumor unklarer Dignität", "St. n. Diskushernie
L4/5, L5/S1" und "Laktoseintoleranz" genannt (IV-act. 78-4).
A.g Mit Vorbescheid vom 3. Januar 2011 kündigte die IV-Stelle an, sie werde das
Leistungsbegehren der Versicherten bei einem IV-Grad von 0% abweisen. Zur
Begründung führte sie an, die MEDAS-Abklärung habe ergeben, dass die Versicherte in
ihrer bisherigen Tätigkeit als X._ zu 100% arbeitsfähig sei (IV-act. 74).
B.
B.a Am 8. Februar 2011 liess die Versicherte durch ihren Rechtsvertreter einwenden,
die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im MEDAS-Gutachten widerspreche den
Empfehlungen der psychiatrischen Gutachterin, die in ihrem Teilgutachten die Ansicht
vertreten habe, dass zur Validierung der geklagten Beschwerden eine erneute
neuropsychologische Untersuchung unabdingbar sei. Vor Erlass eines
Rentenentscheides habe nochmals eine neuropsychologische Begutachtung zu
erfolgen. Zudem seien die Auswirkungen des diagnostizierten Hirnstammtumors
unklarer Dignität bisher nicht geklärt worden (IV-act. 78).
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B.b Daraufhin ordnete der RAD an, Rückfragen an die psychiatrische Teilgutachterin zu
stellen (IV-act. 79). Dr. med. F._, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
teilte am 1. November 2011 mit, zum Zeitpunkt der psychiatrischen Untersuchung sei
das klinisch psychiatrische Bild eindeutig gewesen, um die genannten Diagnosen
stellen zu können. Relevante kognitive Defizite hätten nicht bestanden. Lediglich im
Hinblick auf integrative Massnahmen habe sie schliesslich eine weitere
neuropsychologische Untersuchung empfohlen (IV-act. 84).
B.c Am 24. November 2011 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, sie werde an ihrem
Entscheid festhalten und gab ihr Gelegenheit zur Stellungnahme (IV-act. 86). Daraufhin
machte der Rechtsvertreter geltend, an der Notwendigkeit einer erneuten
neuropsychologischen Untersuchung zur Validierung der Ergebnisse der Klinik Valens
habe sich nichts geändert (IV-act. 87). Der RAD gab daher eine erneute
neuropsychologische Abklärung in der Klinik Valens in Auftrag.
B.d Die Versicherte wurde am 7. März 2012 in der Klinik Valens einer
neuropsychologischen Untersuchung unterzogen und der entsprechende Bericht am
7. Mai 2012 erstellt (IV-act. 95). Die Psychologen notierten, das Sprechtempo sei
langsam gewesen und im Gespräch sei aufgefallen, dass die Versicherte nach Worten
habe suchen müssen. Das Durchhaltevermögen während der 3.5-stündigen
Untersuchung sei gegeben gewesen, es sei aber aufgefallen, dass das Arbeitstempo
gegen Ende der Untersuchung abgenommen habe. Das vorliegende Leistungsprofil
entspreche zum Teil dem gemessenen Leistungsprofil von 2009. Einzig im Bereich der
verbalen und nonverbalen Behaltensleistung habe sich eine tendenzielle Steigerung
gezeigt. Die Leistung in der gerichteten Aufmerksamkeit und das Arbeitstempo in der
verbalen Umstellfähigkeit hätten sich verschlechtert. Im Vergleich zu 2009 habe sich
keine stabile Erholung ergeben.
B.e Am 8. Oktober 2012 wurde die Versicherte in Valens neurologisch und am
10. Oktober 2012 psychiatrisch untersucht (IV-act. 109). Im interdisziplinären
Konsensbericht schätzten die Ärzte die Versicherte als zu 100% arbeitsunfähig in ihrer
bisherigen Tätigkeit als X._ ein. In einer somatisch adaptierten (leichten
wechselbelastenden) sowie kognitiv wenig anspruchsvollen Tätigkeit mit zusätzlicher
Gewährung mehrerer Kurzpausen pro Arbeitstag erscheine die Versicherte zu 80%
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arbeitsfähig (IV-act. 109-11). Der psychiatrische Teilgutachter hatte die Diagnose
"psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten
Krankheiten" bestätigt, doch diagnostizierte er zusätzlich eine Neurasthenie (ICD-10:
F58.0). Das entscheidende Kennzeichen des neurasthenischen Syndroms sei der
Akzent, den die Betroffenen auf Ermüdbarkeit und Schwäche legten, sowie deren
Sorge über die verminderte geistige und körperliche Leistungsfähigkeit. Bei der
Versicherten eindeutig erfüllt seien "anhaltende und quälende Klagen, entweder über
gesteigerte Ermüdbarkeit nach geistiger Anstrengung oder über körperliche Schwäche
und Erschöpfung nach geringsten Anstrengungen" sowie "mindestens zwei der
folgenden Empfindungen: Muskelschmerzen und Beschwerden, Schwindelgefühle,
Spannungskopfschmerzen, Schlafstörungen, Unfähigkeit zu entspannen, Reizbarkeit,
Dyspepsie". Ebenfalls seien die vorliegenden autonomen und depressiven Symptome
nicht anhaltend und schwer genug, um die Kriterien für eine der spezifischen
Störungen in dieser Klassifikation zu erfüllen (IV-act. 109-63).
B.f Der RAD bezeichnete in seiner Stellungnahme vom 15. Januar 2013 beide
Gutachten als qualitativ hochwertig und überzeugend. Indessen seien die beiden sich
diametral widersprechenden Arbeitsfähigkeitsschätzungen nicht miteinander vereinbar
(IV-act. 110).
B.g Am 18. Februar 2013 kündigte die IV-Stelle an, sie werde das Leistungsbegehren
der Versicherten bei einem IV-Grad von 0% abweisen (IV-act. 114).
B.h Am 21. Februar 2013 liess die Versicherte durch ihren Rechtsvertreter beantragen,
der Vorbescheid sei aufzuheben und es sei ihr einen Rente basierend auf einem IV-
Grad von mindestens 70% auszurichten (IV-act. 115). Zur Begründung führte der
Rechtsvertreter an, sowohl der RAD als auch der Rechtsdienst der IV-Stelle hätten das
Gutachten der Klinik Valens als schlüssig befunden. Der Rechtsdienst habe dann aber
die Foerster-Kriterien als nicht erfüllt bezeichnet. Insbesondere habe er die Ansicht
vertreten, die Versicherte sei nicht austherapiert. Dazu habe indessen Dr. G._ eine
eindeutige Beurteilung abgegeben und erklärt, aus welchen Gründen die Versicherte
einer Therapie nicht mehr zugänglich sei. Der Rechtsdienst habe bezeichnenderweise
auch nicht ausgeführt, welche Therapie erfolgsversprechend wäre. Der Gutachter habe
zudem die Ansicht vertreten, dass zumindest in Bezug auf die Tätigkeit im
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angestammten Bereich ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer Verlauf
vorliege. Im Übrigen sei vorliegend zu klären, welche Tätigkeiten die Versicherte noch
ausüben könne und ob eine solche Tätigkeit zumutbar wäre.
B.i Am 22. April 2013 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens (IV-
act. 116). Zur Begründung führte sie an, die bisherige Tätigkeit als X._ sei bereits
adaptiert.
C.
C.a Dagegen liess die Versicherte am 23. Mai 2013 Beschwerde erheben und die
Ausrichtung einer Rente basierend auf einem IV-Grad von mindestens 70% beantragen
(act. G 1). Zur Begründung führte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin an,
sowohl der RAD als auch der Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin hätten das
Gutachten der Klinik Valens als schlüssig bezeichnet. Ein Gutachten sei aber entweder
schlüssig oder nicht und es gehe nicht an, diejenigen Teile eines Gutachtens als nicht
schlüssig zu bezeichnen, welche zum eigenen Nachteil seien. Zudem stehe es einem
Juristen nicht an, ein psychiatrisches Gutachten in medizinischer Hinsicht als nicht
schlüssig zu beurteilen, wenn der RAD (als Fachinstanz) die Schlüssigkeit des
Gutachtens bejaht habe. Dr. G._ habe erklärt, wieso die Versicherte keiner Therapie
mehr zugänglich sei. Die Einschätzung Dr. G._s werde vom RAD uneingeschränkt
geteilt, damit sei die vom Rechtsdienst aufgestellte Behauptung, die Versicherte sei
noch nicht austherapiert, inhaltsleer. Vorliegend sei die Frage zu beantworten, welche
Tätigkeiten die Versicherte noch ausüben könne. Zu dieser Frage habe sich die
angefochtene Verfügung nicht geäussert. Den Akten liessen sich auch keine Hinweise
auf ein allfälliges Vergleichseinkommen entnehmen. Zu erwähnen sei zudem, dass eine
leidensadaptierte Tätigkeit, wie sie die Gutachter annähmen, kaum zumutbar im Sinne
der gesetzlichen Bestimmungen sei bzw. das Invalideneinkommen dabei so tief wäre,
dass der IV-Grad mindestens 70% betragen würde.
C.b Am 15. August 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie an, rechtsprechungsgemäss gelte
die Vermutung, dass somatoforme Schmerzstörungen und ähnliche unklare
syndromale Beschwerdebilder ohne nachweisebare organische Grundlage mit einer
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zumutbaren Willensanstrengung überwindbar seien. Bei der im MEDAS Gutachten aus
psychiatrischer Sicht gestellten Diagnose (psychologische Faktoren bei andernorts
klassifizierten Krankheiten ICD-10: F54) handle es sich um eine Verhaltensauffälligkeit,
nicht aber um ein psychisches Leiden mit Krankheitswert. Die psychiatrische Expertin
habe dieser Diagnose im Rahmen der Prüfung der zumutbaren Willensanstrengung
keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen. Die in Valens diagnostizierte
Neurasthenie (ICD-10: F48) sei der Rechtsprechung zu den somatoformen
Schmerzstörungen zu unterstellen. In der neurologischen Untersuchung hätten
unauffällige Befunde resultiert. Damit gehe aus beiden Gutachten hervor, dass die
Beschwerdeführerin an einem ätiologisch-pathogenetisch unklaren syndromalen
Zustand leide. Das in den neuropsychologischen Untersuchungen festgestellte leichte
bis mittelgradig beeinträchtigte Leistungsprofil habe weder eine hirnorganische noch
eine ausgeprägte psychische Störung als Grundlage und sei deshalbunbeachtlich.
Rechtsprechungsgemäss seien nämlich neuropsychologische Untersuchungen
regelmässig nur insofern bedeutsam, als der diesbezügliche Befund sich schlüssig in
die anderen interdisziplinären Abklärungsergebnisse einfüge. Die Frage, ob eine
medizinisch festgestellte Komorbidität hinreichend erheblich sei und ob einzelne oder
mehrere festgestellte Kriterien in genügender Konstanz vorlägen und gesamthaft den
Schluss auf eine nicht mit zumutbarer Willensanstrengung überwindbare
Schmerzstörung zuliessen, stelle eine ausserhalb des ärztlichen Kompetenzbereichs
liegende Rechtsfrage dar. Daher könnten sich Konstellationen ergeben, bei denen von
der im medizinischen Gutachten festgestellten Arbeitsunfähigkeit abzuweichen sei,
ohne dass dieses seinen Beweiswert verliere. Es könne nicht gesagt werden, die
psychischen Beschwerden seien nicht mehr behandelbar, denn auch beim
Krankheitsbild einer Neurasthenie (Erschöpfungs/Ermüdungssyndrom) könne eine
kognitive Verhaltenstherapie und eine allmählich gesteigerte körperliche Aktivierung im
Rahmen eines physiotherapeutischen Trainingsprogramms als wirksame
Behandlungsmethode betrachtet werden. Unter diesen Umständen gebe es keine
hinreichenden Gründe, um dem syndromalen psychischen Leiden der
Beschwerdeführerin ausnahmsweise invalidisierende Wirkung beizumessen. Aus IV-
rechtlicher Sicht sei in der angestammten Tätigkeit als X._ von einer vollständigen
Arbeitsfähigkeit auszugehen. Damit erübrige sich auch ein Einkommensvergleich.
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C.c In seiner Replik vom 7. Januar 2014 hielt der Rechtsvertreter an seinen Anträgen
fest und führte an, im Gutachten der Klinik Valens sei die Beschwerdeführerin als zu
100% arbeitsunfähig beurteilt worden. In einer adaptierten Tätigkeit hingegen sei sie
als zu 80% arbeitsfähig eingeschätzt worden. Daraus folge, dass sich nicht die Frage
nach der zumutbaren Überwindbarkeit stelle, sondern welche zumutbare Tätigkeit die
Beschwerdeführerin noch ausüben und welches Einkommen sie dabei erzielen könnte
(act. G 12).
C.d Die Beschwerdegegnerin hielt am 23. Januar 2014 an ihren Ausführungen in der
Beschwerdeantwort fest und verzichtete auf eine Duplik (act. G 14).

Erwägungen
1.
1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG, SR 830.1]), das heisst der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach ärztlicher Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
1.2 Gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG,
SR 831.20) haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, Anspruch auf eine Rente (lit. a),
wenn sie während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
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mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40% invalid sind (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60% auf eine
Dreiviertelsrente und ab einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% auf eine ganze
Invalidenrente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3 Für die Bemessung des Invaliditätsgrades sind die zuständige Behörde und später
das Gericht auf von den Ärzten zur Verfügung zu stellende Unterlagen angewiesen.
Aufgabe der Ärzte ist es denn auch, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261, E. 4 mit weiteren Hinweisen). Im
Rahmen der freien Beweiswürdigung dürfen sich Verwaltung und Gericht weder über
die medizinischen Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen, noch sind die ärztlichen
Einschätzungen zur Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer sozialversicherungsrechtlichen
Tragweite zu übernehmen. Die rechtsanwendende Behörde hat sorgfältig zu prüfen, ob
die ärztliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte
(insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mitberücksichtigt,
welche vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus, unbeachtlich sind (BGE
130 V 356, E. 2.2.5).
1.4 Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung können psychische Beeinträchtigungen
der Gesundheit in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden Invalidität im
Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 8 ATSG bewirken (BGE 139 V 562, E. 7.1.4,
Urteil des Bundesgerichts vom 22. Januar 2007, I 290/06, E. 4.2.1). Ein geistiger oder
psychischer Gesundheitsschaden liegt dann vor, wenn aufgrund eines
Geburtsgebrechens, eines Unfalles oder einer Krankheit eine bleibende oder längere
Zeit dauernde Beeinträchtigung der mentalen, intellektuellen, kognitiven oder
emotionalen Funktionen besteht, welche durch therapeutische Massnahmen nicht
ausreichend behoben werden kann und die Arbeitsfähigkeit langdauernd vermindert
oder verunmöglicht (Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der
Invalidenversicherung [KSIH], Rz. 1007). Zur Annahme einer Invalidität braucht es in
jedem Fall ein medizinisches Substrat, welches schlüssig von einem Facharzt
festgestellt wird und nachweislich die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich
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beeinträchtigt (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Juni 2012, 9C_537/2011, E. 3.2). Das
klinische Beschwerdebild darf nicht einzig in Beeinträchtigungen bestehen, die von den
belastenden soziokulturellen und psychosozialen Faktoren herrühren, sondern es hat
davon unterscheidbare Befunde zu umfassen, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im
fachmedizinischen Sinn oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand.
Damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann, muss eine von
soziokulturellen oder psychosozialen Belastungssituationen zu unterscheidende und in
diesem Sinne verselbständigte psychische Störung mit Auswirkungen auf die Arbeits-
und Erwerbsfähigkeit vorliegen (Urteil des Bundesgerichts vom 20. September 2011,
8C_302/2011, E. 2.5.1).
2.
2.1 Aus medizinischer Sicht stützt sich die Verfügung vom 22. April 2013 vorwiegend
auf das Gutachten der MEDAS Zentralschweiz vom 29. November 2010, welches der
Beschwerdeführerin eine volle Arbeitsfähigkeit in ihrer angestammten Tätigkeit
attestiert hat. Die psychiatrische Gutachterin empfahl zur Validierung der
beschriebenen Symptome aber eine neuropsychologische Abklärung. Das genannte
MEDAS-Gutachten muss daher als unvollständig betrachtet werden. Die daraufhin
angeordnete neurologische Beurteilung vom 7. Mai 2012 hat gezeigt, dass die
Beschwerdeführerin einerseits bei der gerichteten Aufmerksamkeit mittelgradig
verlangsamt ist und dass auch ihr Arbeitstempo mittelgradig beeinträchtigt ist.
Insgesamt finde sich bei der Beschwerdeführerin ein leicht bis mittelgradig
beeinträchtigtes kognitives Leistungsprofil, wobei Schwierigkeiten im Bereich der
gerichteten Aufmerksamkeit, dem verbalen Gedächtnis sowie Teilbereichen der
Exekutivfunktionen (Problemlösevermögen) im Vordergrund stünden (vgl. IV-act. 95-4).
Ähnliche Ergebnisse hatten sich bereits während einer ersten neuropsychologischen
Untersuchung im August 2009 ergeben. Damals wurde ebenfalls ein leicht
beeinträchtigtes kognitives Leistungsprofil mit Schwierigkeiten in der gerichteten
Aufmerksamkeit, dem verbalen und figurativen Gedächtnis, der peripheren
Wahrnehmung rechts sowie dem Problemlösevermögen festgestellt (vgl. IV-act. 30-4).
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2.2 Der neurologische Sachverständige hat in der neusten Beurteilung festgehalten,
aus neurologischer Sicht ergäben sich keine Anhaltspunkte für eine hirnorganische
oder medikamentöse Ursache der neurokognitiven Defizite. Das syndromale Leiden im
Sinne einer konsolidierten Neurasthenie erscheine im aktuellen Zeitpunkt kaum noch
wirksam behandelbar (vgl. IV-act. 109-13). Aus fachpsychiatrischer Sicht sei es
unmöglich, den organischen vom psychoreaktiven Kern der Störung zu trennen und
einzelnen neuropsychologischen Testergebnissen zuzuordnen. Der psychiatrische
Gutachter gelangte letztlich zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin an einer
Neurasthenie leide, da die folgenden Kriterien bei der Beschwerdeführerin eindeutig
erfüllt seien: anhaltende und quälende Klagen, entweder über gesteigerte Ermüdbarkeit
nach geistiger Anstrengung oder über körperliche Schwäche und Erschöpfung nach
geistiger Anstrengung oder über körperliche Schwäche und Erschöpfung nach
geringsten Anstrengungen; mindestens zwei der folgenden Empfindungen:
Muskelschmerzen und Beschwerden, Schwindelgefühle, Spannungskopfschmerzen,
Schlafstörungen, Unfähigkeit zu entspannen, Reizbarkeit, Dyspepsie; die vorliegenden
autonomen oder depressiven Symptome seien nicht anhaltend schwer genug, um die
Kriterien für eine der spezifischen Störungen in dieser Klassifikation zu erfüllen (vgl. IV-
act.109-63). Ob diese Einschätzung zutrifft, kann indessen offen bleiben, denn für den
vorliegenden Fall ist einzig entscheidend, dass die Beschwerdeführerin an diversen
neurokognitiven Defiziten leidet, die neuropsychologisch objektivierbar sind. Der
psychiatrische Gutachter erachtet die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer
neurokognitiven Defizite als zu 100% arbeitsunfähig in ihrer angestammten Tätigkeit.
Diese Einschätzung erscheint gut nachvollziehbar, da die Beschwerdeführerin als X._
über längere Zeit hinweg hoch konzentriert arbeiten können muss. Sie kann dabei nicht
beliebig wählen, wann sie Pausen einlegen möchte, sondern muss über mehrere
Stunden lang hoch konzentriert und den Schülern gegenüber voll aufmerksam arbeiten
können. Diese Tätigkeit stellt hohe Anforderungen an die Konzentration, das
Gedächtnis und die Aufmerksamkeit. Die Gutachter haben festgehalten, dass sich im
Verlaufe der Untersuchung bei der Beschwerdeführerin deutliche
Ermüdungserscheinungen gezeigt hätten. Das Sprechtempo sei zudem verlangsamt
gewesen und es sei aufgefallen, dass die Beschwerdeführerin nach Worten habe
suchen müsse. Bei einer Aufgabe zur gerichteten Aufmerksamkeit habe sich eine
mittelgradige Verlangsamung gezeigt. Bei einer weiteren Aufgabe habe sich ein
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mittelgradig beeinträchtigtes Arbeitstempo gezeigt. Gegen Ende der 3.5-stündigen
Untersuchung habe das Arbeitstempo deutlich abgenommen. Die Leistung im
Wiedererinnern eines zuvor gehörten Textes sei im direkten Abruf knapp genügend und
im Spätabruf im unteren Durchschnittsbereich gewesen. Da die Beschwerdeführerin
aber in ihrer angestammten Tätigkeit auf eine hohe Konzentrationsfähigkeit und
Gedächtnisleistung angewiesen ist, sie jedoch gerade in diesen Bereichen
eingeschränkt ist, leuchtet ein, dass die Beschwerdeführerin nicht mehr in der Lage ist,
eine Tätigkeit als X._ auszuüben. Der Gutachter hat zudem auch festgehalten, dass
sich keine Ressourcen mehr beobachten liessen. Er hat weiter darauf hingewiesen,
dass bei der Beschwerdeführerin bereits ein mehrjähriger (4 Jahre), chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne länger
dauernde Rückbildung vorliege. Weiter habe sich die Beschwerdeführerin in mehreren
Belangen des Lebens zurückgezogen. Zudem bestehe ein nicht mehr beeinflussbarer
und hoch dysfunktionaler innerseelischer Verlauf bei den durch die Beschwerdeführerin
wahrgenommenen multiplen körperlichen und insbesondere kognitiven und
mnestischen Einschränkungen. Bei der Beschwerdeführerin bestehe ein
neurasthenisches Zustandsbild, das bereits dermassen konsolidiert sei, dass eine
Rückkehr in die angestammte Tätigkeit selbst bei einer optimalen Therapie sehr
unwahrscheinlich sei.
2.3 In einer somatisch adaptierten, leichten, wechselbelastenden Tätigkeit mit
zusätzlicher Gewährung mehrerer Kurzpausen pro Arbeitstag schätzte der Gutachter
die Beschwerdeführerin aber als zu 80% arbeitsfähig ein. Dieser Einschätzung ist
ebenfalls nachvollziehbar, da davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin in
einer entsprechend adaptierten Tätigkeit nicht auf eine gleich hohe
Konzentrationsfähigkeit angewiesen sein wird wie in ihrer bisherigen Tätigkeit. Der
Sachverhalt ist aus medizinischer Sicht genügend abgeklärt worden. Eine weitere
Begutachtung, wie sie vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragt worden
ist, könnte keinen weiteren Erkenntnisgewinn mehr bringen.
3.
Nachdem feststeht, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit nicht
mehr arbeitsfähig ist, ihr in einer adaptierten Tätigkeit aber eine Arbeitsfähigkeit von
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80% verbleibt, ist zu prüfen, wie hoch das Invalideneinkommen der
Beschwerdeführerin ist. Ohne geeignete Massnahmen müsste die Beschwerdeführerin
als Hilfsarbeiterin tätig sein. Bei einem provisorischen Einkommensvergleich würde
dementsprechend ein hoher Invaliditätsgrad resultieren. Dem Versicherungsgedanken
folgend ist eine versicherte Person aber verpflichtet, ihr objektiv verbleibendes
Erwerbspotential optimal zu nutzen, was bedeutet, dass sie sich unabhängig von den
tatsächlichen Umständen das Einkommen als zumutbarerweise erzielbares
Invalideneinkommen anrechnen lassen muss, das sie erzielen könnte, wenn sie ihre
Restarbeitsfähigkeit mit dem besten wirtschaftlichen Erfolg verwerten würde. Hier
kommt also der Grundsatz „Eingliederung vor Rente“ zum tragen. Dabei handelt es
sich um ein allgemeines, durch das Gesetz und die Rechtsprechung zum Ausdruck
gebrachtes Prinzip, wonach eine Selbsteingliederung bzw. eine durch eine
Sozialversicherung übernommene Eingliederung zu erfolgen hat, bevor allenfalls eine
Rente beansprucht werden kann (Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015,
Vorbemerkungen N 81). Da die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit
nicht mehr arbeitsfähig ist, muss sie sich in eine Tätigkeit umschulen lassen, bei der sie
in die Lage versetzt wird, eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbstätigkeit
auszuüben. Welche adaptierten Tätigkeiten für die Beschwerdeführerin noch geeignet
sind und welche Massnahmen sich eignen, um die Beschwerdeführerin möglichst
rentenausschliessend einzugliedern, hat die Beschwerdegegnerin zu prüfen.
Dementsprechend ist die Sache zur beruflichen Eingliederung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.
4.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Sie ist von der unterliegenden Beschwerdegegnerin zu
bezahlen. Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von
Fr. 600.-- wird ihr zurückerstattet.
4.2 Die obsiegende Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Diese ist ausgehend von einem durchschnittlichen Vertretungsaufwand praxisgemäss
auf Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
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