Decision ID: 752d02e0-e1f3-4f49-aa53-bd10ec60acd4
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1959 geborene und
bis Ende Dezember 2012
als
Product
Manager erwerbs
tätig gewesene
X._
meldete sich
am 12. November 2012
unter Hinweis auf
seit 15. Juni 2012
bestehende s
chwere Schlafstörungen
,
Zukunftsängste
,
Energielosigkeit und mangelnde
Belastbarkeit bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an
(Urk. 10/5)
.
Nach der Feststellung
,
dass keine beruflichen Eingliederungsmass
nahmen möglich seien
(Urk. 10/10)
, tätigte die IV-Stelle
Abklärungen in erwerb
licher und medizinischer Hinsicht. Insbesondere zog sie die Akten des zuständigen Krankentaggeldversicherers bei (Urk. 10/12, Urk. 10/15)
und liess die Versicherte beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) psychiatrisch untersu
chen (Untersuchungsbericht vom 11. Juni 2013
, Urk. 10/28
).
Mit Schreiben vom
11. Juni
2013
(Urk. 10/27)
forderte sie
die Versicherte
unter Hinweis auf
ihre
Schadenminderungspflicht auf,
sich einer
Traumapsychotherapie
vorzugsweise im stationären Rahmen zu unterziehen
.
Vom 18. Juli bis zum 14. August 2013 war die Beschwerdeführerin in stationärer psychiatrischer Behandlung. In der Folge
leitete die IV-Stelle berufliche Eingliederungsm
assnahmen ein
. Diese mussten
jedoch am 12. März 2014 aufgrund der Belastungssitu
a
t
ion der Versi
cherten
abgebrochen werden (Urk.
10/47), worauf die IV-Stelle eine psychiatri
sche Begutachtung veranlasste (Gutachten vom 24. Juni 2014, Urk. 10/56
/2-45
).
Gestützt darauf teilte sie der Versicherten mit Vorbescheid vom 22. Juli 2014 die beabsichtigte Abweisung des Leistungsgesuchs mit
(Urk. 10/63)
und verfügte am 17. September 2014 (Urk. 10/73) im angekündigten Sinne. Nach Eingang eines Gesuchs der Versicherten um Erstreckung der Frist zur Stellungnahme
zum Vorbescheid
(Urk. 10/71)
hob
die IV-Stelle
am
29. Oktober 2014
die
leis
tungsablehnende
Verfügung
w
iedererwägung
sweise auf
(Urk. 10/77).
Am 12. November 2014 ging
die
Stellungnahme der Versicherten
ein
(Urk. 10/80)
, worauf
die IV-Stelle a
m 27. November 2014 erneut
eine
leistungsablehnende Verfügung
erliess
(Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
13. Januar 2015
Beschwerde mit dem Rechtsbegehren um Aufhebung der angefochtenen Verfügung und
Zuspre
chung der gesetzlichen Leistungen, eventualiter
um
Rückweisung
der Sache an die Verwaltung
zur Abklärung der gesetzlichen Leistungen,
subeventualiter
um
Rückweisung zur weiteren Abklärung des Sachverhaltes
(Urk. 1)
.
Mit
Beschwer
deantwort
vom 19. Februar 2015
schloss die Verwaltung auf Abweisung der Beschwerde
(Urk. 9
), worüber die Beschwerdeführerin am 15. April 2015 orien
tiert wurde (Urk. 11).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1
.1
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Par
teien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten, das heisst eine Dar
stellung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der rechtlichen Erwä
gungen (
Art.
49
Abs.
3 Satz 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Begründung eines Entscheides muss so abgefasst sein, dass die betrof
fene Person ihn gegebenen
falls anfechten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder
tatbe
ständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Ein
wand auseinander setzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/
dd
mit Hinweis, 118 V 56 E. 5b).
1.2
Die Beschwerdeführerin rügt, dass die Beschwerdegegnerin in der angefochte
nen Verfügung vom 27.
November auf die im
Vorbescheid
verfahren
erhobenen Einwendungen (Urk. 10/80) nur sehr marginal eingegangen sei und dadurch
ihre
Begründungspflicht verletzt habe (Urk. 1 S. 3, S. 5).
1
.3
Die Beschwerdegegnerin
führte
in der
Verfügung vom
27. November 2014
zunächst
aus
,
weshalb weder eine posttraumatische Belastungsstörung
,
eine andau
ernde Persönlichkeitsänderung, noch eine depressive Episode ausgewiesen sei
en
. Weiter legte sie anhand der Rechtsprechung dar
, dass die aus medizini
scher Sicht ausgewiesene Anpassungsstörung keine Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit habe.
Gestützt darauf
verneinte
sie
das Vorliegen eines
Gesund
heitsschaden
s
, welcher aus versicherungsmedizinischer Sicht eine dauer
hafte Arbeitsunfähigkeit begründe.
Gemäss der weiteren Verfügungsbegründung wurde d
ie Erkrankung durch viele psychosoziale Faktoren ausgelöst und
wird
weiterhin durch diese u
nterhalten. Das psychiatrische Gutachten vom 24. Juni 20
14 sei umfassend, berücksichtige
die Aktenlage, die geklagten Beschwerden und die zur Sache relevanten Leitlinien. Sie stelle
weiterhin
darauf ab (Urk. 2 S. 2 f.).
Dadurch ist die Beschwerdegegnerin den an Verfügungen der
Massen
verwaltung
gestellten Anforderungen
wenn auch
teilweise
formelhaft
genü
gend nachge
kommen, weshalb die Verfügung vom
27. November 2014
unter dem Gesichtspunkt des Grundsatzes des rechtlichen Gehörs nicht zu beanstan
den ist.
2.
2
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2
.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
2
.3
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärzt
lich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden
psychosozialen
Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit ver
gleich
baren psychischen Leidenszustand. Solche von der
psychosozialen
Belastungs
situ
ation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unab
dingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale Faktoren zu einer eigentlichen Beeinträch
ti
gung der psychischen Integrität führen, indem sie einen verselbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unab
hängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen ver
schlim
mern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinwei
sen).
2
.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2
.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2
.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist ent
scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderli
chen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sich
tigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person aus
ein
ander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räu
mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U.
Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
3
.
Wie bereits erwähnt begründet die
Beschwerdegegnerin die Leistungsablehnung damit, dass bei der Beschwerdeführerin
aus medizinischer Sicht lediglich eine An
passungsstörung ausgewiesen sei. Diese sei
ein vorübergehendes und damit nicht invalidisierendes Leiden.
Die Erkrankung sei durch viele psychosoziale Faktoren ausgelöst worden und werde durch diese unterhalten
(Urk. 2 S. 2)
.
Demgegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, dass
eine posttraumatische Belastungsstörung vorliege
. Ausserdem
bestreitet sie die Beweiskraft des psychiatrischen Gutachten
s
vom 24. Juni 2014
(Urk. 1 S. 3
f.
).
4
.
4
.1
Dr. med.
Y._
, Facharzt für Innere Medizin, attestierte der Beschwerdeführerin am 3. Juli 2012 eine 100 %
ige
Arbeitsunfähigkeit vom 16. Juni bis 12. August 2012 (Urk. 10/12/7).
4
.2
M
ed.
pract
.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
stellte i
m Bericht vom 15. November 2012 an den Krankentaggeldversicherer (Urk. 10/
12/4-6)
fol
gende Diagnosen:
-
Anpassungsstörung mit längerer tiefer Reaktion (ICD-10 F43.21/23)
-
Verdachtsdiagnose posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
Weiter attestierte er der Beschwerdeführerin eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %.
4
.3
In dem vom Krankentaggeldversicherer
daraufhin
eingeholten
versicherungs
psy
chiatrischen
Gutachten
vom 12. Dezember 2012 (Urk. 10/15/2-24)
diagnosti
zierten
M. Sc.
A._
, Psychologin FSP, und Dr. med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
eine d
epressive Episode, aktuell (mindestens) mittelgradige Ausprägung (ICD-10 F32.1
; S. 13
)
.
Ausgehend von den Angaben des behandelnden Psychiaters stellten die Gutach
ter fest, dass die Beschwerdeführerin bereits im August 2012 eindeutig
eine
depressive Episode gemäss ICD-10 entwickelt habe, also eine schwerere Erkran
kung aus dem Spektrum depressiver Störungen als eine Anpassungsstörung und empfahlen den Wechsel von der aktuellen Medikation mit einem pflanzlichen Präparat auf ein modernes Antidepressivum (S. 14 f.). Sodann wiesen sie darauf hin, dass die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung gemäss ICD
10 nicht zu vergeben sei. Die von der Beschwerdeführerin sicherlich als trau
matisierend erlebte Arbeitssitzung
[vom 15. Juni 2012]
, die vom Vorge
setz
ten angesetzt worden sei, um sie blosszustellen, zu erniedrigen und eventu
ell aus der Position zu verdrängen, sei zwar geeignet, subjektiv als erhebliches Trauma empfunden zu werden und in diesem Sinn einen
Triggerfaktor
für das Auftreten der depressiven Störung darzustellen. Das Bild einer posttraumati
schen
Belas
tungsstörung
könne sich jedoch definitionsgemäss nicht nach einem derartigen Geschehen entwickeln. Hier gehe die Meinung der Psychiater ausei
nander
.
D
ie Meinung der Fachleute für „Psychotraumatologie“ sei in den Augen des Gut
achters nicht mit dem internationalen psychiatrischen Verständnis und der Klassifikation gemäss ICD
10 über
ein
zubringen (S. 1
8
).
Sie
attestierten eine Arbeitsunfähigke
it von 100 % bis Ende März 2013, d
anach solle eine Re-Evalu
ation erfolgen (S.
19
).
M. Sc.
A._
und
Dr.
B._
zeigten sich abschlies
send überzeugt, dass durch die Optimierung der Behandlung – wie im Gutach
ten ausführlich beschrieben – innerhalb von wenigen Wochen bis maximal Monaten eine deutliche Verbesserung des Befindens der Beschwerdeführerin herbeigeführt werden könne (S.20).
4
.4
Im Bericht vom 6. Juni 2013 (Urk. 10/26) stellte
der
behandelnde
Psychiater
med.
prac
t
.
Z._
folgende
Diagnosen:
-
Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1/3)
-
Persönlichkeitsveränderung (ICD-10 F62.2 mit ICD-10 F62.8)
Die Beschwerdeführerin sei in
ihrer
kognitiven, psychischen und körperlichen Belastung nicht
mehr leistungsfähig
. Konzentration, Dauerleistung und
die
Fähigkeit zur
Verarbeitung des Alltags sei
en
stark eingeschränkt. Dazu kämen schwere
Schlaf- und Appetitstörungen mit Gewichtsabnahme. Die Beschwerde
führerin bringe eine hochkomplexe und komplizierte Problematik, die zur post
traumatischen Belastungsstörung geführt habe
, mit sich
. Die posttraumatische Belastungsstörung sei schon sehr ausgeprägt und über längere Zeit dauernd. Dies führe dazu, dass eine Besserung, falls sie noch möglich sei, nur
„
sehr lang
andauernd und langwierig
“
möglich sein werde. Abschliessend attestierte
med.
pract
.
Z._
eine 100
%
ige
Arbeitsunfähigkeit ab Beginn der Behandlung am 27. Juni 2012.
4
.5
RAD-Arzt med.
pract
.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte im Untersuchungsbericht vom
11.
Juni 2013 (
Urk.
10/28)
folgende Diag
nose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
(Drohende) andauernde Persönlichkeitsstörung auf dem Hintergrund verschiede
ner biographischer Gewalterfahrungen, zuletzt am 15. Juni 2012
Keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit mass er der Diagnose einer
akzen
tuier
te
n
Persönlichkeit mit narzisstischen und zwanghaften Zügen
bei
.
Auf
grund der
in Anwesenheit von med.
pract
.
Z._
durchgeführten
psychi
at
rischen Untersuchung kam der RAD-Arzt zum Schluss, dass d
ie Diagnose einer mittelgradigen Depression nicht nachvollzogen werden könne. Die Kriterien einer andauernden Persönlichkeitsstörung seien bezüglich der Dauer noch nicht gegeben. Derzeit sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsunfähig. In sechs Monaten sollte eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in bisheriger und angepasster Tätigkeit bestehen.
4
.6
Dem
Bericht
der Privatklinik
D._
vom 20. August 2013 (Urk. 10/32)
las
sen sich folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit entneh
men:
-
ICD-10 F43
:
Posttraumatische Belastung
ssituation
mit depressiver Sympto
matik bei psychosozialer Belastungss
ituation
-
ICD
10 F32.1:
Probleme in Verbindung mit Berufstätigkeit (Z56)
,
Probleme in Beziehung zum Ex-Mann (Z63.0)
Aufgrund der Bereitschaft und der raschen
Regredienz
der Symptomatik wäh
rend
des
Klinikaufenthaltes sei von einer guten Prognose auszugehen, so dass eine Integration
der Beschwerdeführerin
in den Arbeitsprozess auch für
deren
Selbstwertgefühl wichtig sein werde. Für
die Dauer der
Hospitalisation
[18. Juli bis 14. August 2013]
habe
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
bestanden
. Es
lägen
eine Einschränkung der Belastbarkeit, eine Verlangsamung des Arbeitstempos und der Arbeitseffizienz sowie Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen
vor
. Mithilfe von intensiver Psychotherapie bei guter Strukturierung liessen sich die psychischen Beschwerden weiterhin verbessern. Bei langsamer Steigerung des Arbeitspensums und der Arbeitsbelastung sei eine Steigerung der Arbeitsfä
hig
keit und Arbeitseffektivität möglich. Ab wann und in welchem Umfang eine Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit möglich sei, müsste im Rahmen einer beruflichen Abklärung überprüft werden.
4
.
7
Am 28. Oktober 2013 teilte
d
er
behandelnde
Psychiater
med.
prac
t
.
Z._
(Urk. 10/36
und 37
)
mit, dass die Beschwerdeführerin weiterhin zu 100 % arbeits
unfähig sei
.
Sie sei nicht fähig, sich beim Regionalen
Arbeitsvermitt
lungszentrum
zu melden, denn die dadurch entstehende Belastung würde eine, wenn auch gedachte 50%ige Arbeitsunfähigkeit
(richtig wohl: Arbeitsfähigkeit)
zunichte machen und de
r
Rückfall wäre programmiert.
4
.8
Laut
dem
Bericht
der
E._
,
Therapien und Soziale Arbeit,
Arbeitstherapie
,
vom 3. März 2014 (Urk. 10/45)
ist die Beschwer
de
führerin durch die Belastungen ihrer aktuellen Lebenssituation stark gebun
den. Sie verfüge
über
keine stabilen Kapazitäten, mit denen
sie
eine kon
zen
trier
te und auf Ressourcen aufbaue
nde Perspektivenentwicklung begi
nnen
könne. Aktuell
erscheine eine
Teilnahme an der Potentialabklärung nicht mög
lich.
Gestützt auf diese Angaben hielt die IV-Stelle in ihrem Verlaufsprotokoll Berufsberatung vom 1
2.
März 2014 (
Urk.
10/47) fest, zum heutigen Zeitpunkt seien berufliche Massnahmen leider nicht durchführbar. Die aktuellen Belastun
gen der Lebenssituation der versicherten Person („zwei grosse Problemfelder, die den Fokus auf die Arbeit und die Eingliederung fast verunmöglichen“, nämlich „das Thema Kinder und das Thema Finanzen“[S. 4]) verunmöglichten es, auch noch zusätzlich berufliche Massnahmen in Form einer Potenzialabklärung durch
zuführen.
4
.9
Med.
prac
t
.
Z._
wiederholte im Verlaufsbericht
vom 24. April 2014 (Urk. 10/51)
die bereits im Juni 2013 (Urk. 10/26)
gestellten Diagnosen. Es bestehe eine psychisch, physisch und geistig
stark eingeschränkte Belastbarkeit mit Fehlleistungen in kognitiven, emotio
nalen und gedanklichen Bereichen. Die Beschwerdeführerin habe keinerlei Reserven und kränkle auch körperlich bei geringster Belastung. Sie sei gereizt und sehr schnell aggressiv bestimmt, so dass die Problematik der pubertierenden Tochter vollständig entgleist sei, wodurch der jahrelange Konflikt mit dem Ex-Ehepartner erneut aktiviert wor
den sei. Weiterhin attestierte der behandelnde Psychiater eine 100%ige Arbeits
unfä
hig
keit.
4.10
Schliesslich gab die IV-Stelle ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag.
Prof. Dr. med. habil.
F._
, Facharzt FMH für Neurologie, Psychiatrie und Psy
chotherapie sowie Zertifizierter Medizinischer Gutachter SIM, stellte i
n
seinem
Gutachten vom 24. Juni 2014 (Urk. 10/56
/2-45
)
folgende
Diagnosen mit Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit
(
S. 4
2
)
:
-
Chronische Anpassungsstörung mit depressiver und ängstlicher Stimmung gemischt (DSM IV 309.28)
Keinen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
hätten dagegen folgende weitere Diag
nosen
:
-
Psychosoziale Faktoren mit
-
Problemen in Verbindung mit Berufstätigkeit (ICD-10 Z56)
-
Problemen in Beziehung zu Ex-Mann und mit dem ältesten Kind (ICD-10 Z63.0)
Der Gutachter führte aus, bei der hiesigen psychiatrischen Begutachtung werde insbesondere die Frage zu klären sein, ob bei der Beschwerdeführerin von einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) mit nachfolgender anhaltender Persönlichkeitsänderung auszugehen sei. In der Folge legte er dar, dass bei ihr
bereits das Eintrittskriterium nach ICD-10 für eine posttraumatische
Belas
tungs
störung
(ein belastendes Ereignis oder Geschehen von aussergewöhnlicher Bedroh
ung oder von einem katastrophalen Ausmass)
nicht erfüllt
sei
. Eine Kün
di
gung oder eine Traumatisierung im Rahmen eines
Coachinggesprächs
sei mit
den
Kriterien
nach ICD-10
nicht vergleichbar. Auch liege bei
der Beschwerde
führerin
kein klassisches Bild eines andauernden Gefühls von
Betäubtsein
und emotional
er Stumpfheit
sowie Gleichgültigkeit gegenüber anderen Personen vor. Ebenso
bestünden keine
Symptome wie erhöhtes
Arousal
mit
Über
er
regt
heit
und
Vigilanzsteigerung
sowie übermässige Schreckhaftigkeit
(S. 3
6
).
Mit Bezug auf die Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsänderung
(
ICD
10 F62
)
seien nicht alle Kriterien erfüllt. Insbesondere sei
das Kriterium von
Passivität, verminderte
n
Interessen und Vernachlässigung früherer Frei
zeit
be
schäftigungen nicht erfüllt. Die Beschwerdeführerin gehe Frei
zeit
be
schäf
ti
gun
gen nach und habe Freude daran. Das Störungsbild ähnle jedoch einer sol
chen Störung und sei differenzialdiagnostisch durchaus in Erwägung zu ziehen. Das Hauptkriterium gegen die Stellung dieser Diagnose sei wiederum das
Eingangs
kriterium
.
Die andauernde Persönlichkeitsänderung gemäss ICD-10 F62 dürfe nur diagnostiziert werden, wenn die Störung auf eine tiefgreifende, exis
tenziell extreme Erfahrung zurückgeführt werden könne, wie gemäss Begleittext des ICD-10 z.B. eine posttraumatische Belastungsstörung (S.
36 und 37).
Gegen die Diagnose einer depressiven Episode spreche eindeutig, dass zwar depressive Symptome
wie gedrückte
Stimmung, Rat- und
Hoffnungslosigkeit und weitere somatische
Symptome vorhanden seien, diese jedoch vornehmlich im thematischen Kontext der psychosozialen Belastungen aufträten.
Insbeson
dere gebe die Beschwerdeführerin an, einen finanziellen Versorgungswunsch zu
haben und Ängste bezüglich der finanziellen Zukunfts
gestaltung zu verspüren. Insofern könne die Diagnose einer depressiven Episode gemäss ICD-10 F32 auch nicht gestellt werden. Differenzialdiagnostisch sei am ehesten bei der im Vor
dergrund stehenden Erschöpf
ung
bei jahrelanger Überforderungss
ituation
ein Erschöpfungssyndrom gemäss ICD-10 Z73.0 zu diskutieren (S. 3
8
).
Die Sympt
o
matologie der Beschwerdeführerin sei aus gutachterlicher Sicht Aus
druck einer inzwischen
chronifizierten
Anpassungsstörung mit depressiven und ängstlichen Anteilen (DSM IV 309.28). Die Diagnose einer Anpassungsstörung
sei
zudem auch zunächst vom b
ehandelnden Psychiater med.
pract
.
Z._
kor
rekterweise gestellt
werden
.
Später seien die Diagnosen v
erändert
worden, ohne dass sich die Psychopathologie der Explorandin wesentlich verändert habe und ohne dass
klassifikationische
Grundlagen hierfür gegeben waren (S. 38).
Fol
gende
diagnostische
Kriterien für eine Anpassungsstörung nach DSM IV seien bei der Beschwerdeführerin erfüllt
(S.
3
9
f.)
:
-
Entwicklung von emotionalen Symptomen oder Verhaltenssymptomen als Reak
tion innerhalb von drei Monaten auf einen identifizierbaren
Belastungs
faktor
.
-
Die Symptome oder Verhaltensweise
sind
klinisch bedeutsam, was in Erschei
nung
tritt
entweder durch:
-
deutliches Lei
den, welches über das hinausgeht
, was ma
n bei Exposition gegen
über dem B
elastungsfaktor erwarte
t
, oder
-
deutliche Beeinträchtigung der sozialen oder beruflichen Leistungsfähigkeit
.
-
Die belastungsbezogene Störung erfüllt nicht die Kriterien
einer anderen spezifi
schen Achse-I-Störung und
stellt
nicht nur eine
Exacerbation
einer Stö
rung auf der Achse I oder II dar.
-
Die Symptome stellen nicht nur einfache Trauer dar.
-
Chronisch:
wenn die
Störung länger als sechs Monate an
dauert
.
Bei der Beschwerdeführerin fänden sich zudem sowohl depressive, wie auch ängstliche Symptome (Zukunftsangst), so dass auf der Grundlage einer interna
ti
o
nalen Klassifikation von einer chronischen Anpassungsstörung gemäss DSM IV 309.28 auszugehen sei. Die Beschwerdeführerin sei in die Opferrolle und in die Krankheit geflüchtet. Die Selbstwirksamkeitserwartung sei gering und der Krankheitsverarbeitungsstil maladaptiv
. Unstrittig sei zudem das Vorhandensein psychosozialer Belastungen mit der Kinderbetreuung, den Problemen in Verbin
dung mit Berufstätigkeit (ICD-10 Z56) und den Problemen in Be
ziehung zum Ex-Mann (ICD-10 Z63.
0; S. 3
9
).
Der Gutachter führte weiter aus, dass – wenn man die bestehende
Anpassungs
störung
als sog. „
syndromales
Krankheitsbild“ gemäss der PÄUSBONOG-Rechtsprechung bewerte - die sog. Foerster-Kriterien zu überprüfen seien. Er kam zum Schluss, dass die Überwindbarkeit durch eine psychotherapeutische Behandlung wiederhergestellt werden könne, sie sei jedoch momentan als ein
geschränkt zu beurteilen (S. 40 bis 42). Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit möchte er bei dieser PÄUSBONOG-Erkrankung dem Rechtsanwender überlassen. Aus psychiatrisch-versicherungsmedizinischer Sicht sei die Überwindbarkeit derzeit durch einen primären Krankheitsgewinn eingeschränkt, könne aber durch eine adäquate Psychotherapie überwunden werden.
Derzeit schätze er die kurz- bis mittelfristige Arbeitsunfähigkeit
bezogen auf ein
Vollp
ensum
hö
her als 20 % ein. Diese Einschätzung gelte unverändert seit Antragsstellung. Dabei sei die Beschwerdeführerin
gegenwärtig
vornehmlich in der Durchhalte- und Selbstbehauptungsfähigkeit eingeschränkt. Die Arbeitsfähigkeit
(richtig wohl: Arbeitsunfähigkeit)
sei in Tätigkeiten deutlich höher, in denen die Funktions
störungen wirksam würden, wie zum Beispiel in der zuletzt ausgeübten Tätig
keit. Eine Überprüfung der Arbeitsfähigkeit sollte etwa ein Jahr nach Einleitung entsprechender therapeutischer Massnahmen erfolgen (S. 4
3
).
Bezüglich der beruflichen Wiedereingliederung wies er schliesslich darauf hin, dass aus seiner gutachterlichen Sicht die Prognose sehr davon abhängen werde, inwieweit es der Versicherten gelinge, sich aus ihrer Opferrolle und dem Flüch
ten in die Krankheit zu befreien (S. 43).
4
.1
1
Am 18. September 2014
machte
med.
pract
.
Z._
zum psychiatrischen Gutach
ten von Prof. Dr.
F._
vom 24. Juni 2014
Anmerkung
en (
Urk.
10/79).
5
.
5
.1
Das
psychiatrische
Gutachten
von Prof. Dr.
F._
vom 24
.
Juni 2014
erfüllt sämtliche Anforderungen an eine beweistaugliche beziehungsweise beweiskräf
tige medizinische Entscheidungsgrundlage: Es beruht a
uf einer eingehenden psy
chiatri
schen
Untersuchung, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, setzt sich mit diesen
, den weiteren Angaben
und dem Ver
halten der Beschwerdefüh
rerin
ausein
ander
und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge sowie in Bezug auf die gezogenen Schlussfolgerungen ein.
Insbesondere vermag die Verneinung der Diagnosen einer posttraumati
schen Belastungsstörung, einer andauernden Persönlichkeitsstörung sowie einer depressiven Episode zu überzeugen und kann vom medizinischen Laien anhand der rechtsprechungsgemäss massgebenden Richtlinien des ICD-10 prüfend nach
vollzogen werden.
Anzufügen bleibt, dass auch wenn der ICD-10 als Klassifikationssystem kein eigentliches Definitionsmonopol für krankheitswertiges Geschehen zukommt (siehe dazu BGE 130 V 296 E.
6.3), gemäss ständiger Rechtsprechung und Pra
xis die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung in der Invaliden
versicherung nur gestellt werden kann, wenn die diagnostischen Merkmale gemäss ICD-10 vorliegen. Die anderslautenden Kriterien der
Psychotraumatolo
gie
sind invalidenversicherungsrechtlich unbeachtlich, wie Prof.
Dr.
F._
in seinem Gutachten zutreffend darlegt (
Urk.
10/56/36). Seiner Meinung, es seien weder eine PTBS (ICD-10 F43.1) und demzufolge auch keine nachfolgende andauernde Persönlichkeitsänderung (ICD-10 F62) zu diagnostizieren, ist somit beizupflichten.
5.2
Es trifft
zwar
zu, dass
das psychiatrische Gutachten von Prof. Dr.
F._
vom 24. Juni 2014
wie jedes Administrativgutachten im
Sozialversicherungs
verfah
ren
auf einer Momentaufnahme beruht, während
der
eine post
trau
ma
ti
sche Belastungsstörung diagnostizierende
Psychiater med.
pract
.
Z._
die
Beschwer
deführer
in
seit
mehreren Jahren behandelt
(
Urk. 1 S. 4
, Urk. 10/80
). Es ist
aber
Wesensmerkmal einer jeden Begutachtung, dass sie nicht auf einem derart langen Beobachtungszeitraum beruhen kann wie die Berichte behandeln
der Ärzte, ohne dass dies allein ihrem Beweiswert abträglich wäre (
Bundesge
richts
urteil
9C_866/2012 vom 21. November 2012 E. 3.2.1).
Zudem
verschaffen die schwierige Abgrenzung
zu
invaliditätsfremden Faktoren sowie die auf die IV-spezifischen Tatfragen zugeschnittenen Schlussfolgerungen dem
psychiatri
schen
Gutachten vom
24. Juni 2014
einen entscheidenden Vorteil gegenüber den Berichten der behandelnden Ärzte, insbesondere de
n
jenigen
von med.
pract
.
Z._
,
welche aus therapeutischen Zusammenhängen
heraus
erstattet wurden (vgl. dazu BGE 137 V 210 E. 1.2.4 mit Hinweisen).
5.3
Weiter durfte sich Prof. Dr.
F._
zurückhaltend zu der auf die
(von ihm diagnostizie
r
te)
Anpassungsstörung zurückzuführende Arbeitsunfähigkeit äus
sern
(Urk. 1 S. 4)
.
Denn die
Anpassungsstörung
stellt
definitionsgemäss ein lediglich vorübergehendes Leiden dar
,
beziehungsweise
sie
bildet
keine hinreichend ausgeprägte Psychopathologie
.
V
ielmehr
liegt
sie
im Grenzbereich dessen, was überhaupt noch als krankheitswertig im Sinne des Gesetzes und potenziell invalidisierendes Leiden gelten kann (vgl. etwa Bundesgerichtsurteil 8C_76/2014 vom 30. April 2014 E. 3.2 mit Hinweis auf das Urteil 9C_153/2012 vom 15. Oktober 2012 E. 4.3).
Ob sich an dieser Rechtsprechung mit BGE 141 V 281 im Ergebnis etwas geändert hat, kann offenbleiben. Denn bei einer Anpassungsstörung handelt es sich aus
invalidenversicherungsrechtli
cher
Sicht um keinen Anwendungsfall der vom Gutachter zitierten PÄUS
BO
NOG
-
Rechtsprechung, kommt diese doch nur bei funktionellen
Körper
beschwer
de
syndromen
zum Zug (siehe zum Ganzen der bereits erwähnte BGE 141 V
281).
Vor dem Hintergrund der Rechtsprechung
zur Anpassungsstörung
sowie ange
sichts der Aufgabenteilung von rechtsanwendender Stelle und begutachtender
Arztperson bei der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit (BGE 140 V
193
; vgl. auch Urk. 1 S. 4
)
wich die Beschwerdegegnerin zu Recht von der Einschätzung des Gutachters Prof. Dr.
F._
wie
auch von derjenigen des behandelnden Psychiaters med.
pract
.
Z._
ab
und verneinte eine dauerhafte Arbeitsun
fähigkeit der Beschwerdeführerin.
Denn bei der Beschwerdeführerin handelt es sich um eine leistungsorientierte Frau mit
einer breiten Ausbildung
(Urk. 10/56/2-45 S. 22)
und
vielen Ressourcen, was sich auch in ihrem aktuellen Aktivitätsverhalten wiederspiegelt.
So führt s
ie ihren Haushalt selbständig,
kümmert sich um ihre jüngere Tochter
während die ältere Tochter seit Mitte Mai 2014 in einer
betreuten
Wohneinheit in
G._
untergebracht
ist
(Urk. 10/56/2-45
S. 23
)
,
pflegt soziale Kontakte
(Urk. 10/56/2-45 S. 21),
geht
ausser Haus
und
treibt
zweimal wöchentlich
Sport
(Urk. 10/56/2-45 S. 21
)
.
Die
ses
dokumentierte Aktivitätsverhalten spricht jedenfalls nicht für ein ausge
präg
tes psychisches Leiden
.
Darüber hinaus liegen im beruflichen
und
familiären Alltag der Beschwerde
füh
rerin gewichtige psychosoziale Belastungsfaktoren vor,
die
im
Zusammen
hang mit der Entstehung und dem Verlauf
der
Erkrankung stehen
.
Es
liegt hier auf der Hand, dass
die Beschwerdeführerin durch die Krankheit eine bedeutende Entlastung
von ihren Pflichten als
stellensuchende und als
alleinerziehende Mutter
erfahren
hat (
Urk. 10/56/2-45
S. 38)
.
Aus
invalidenversicherungsrechtli
cher
Sicht ist jedoch massgebend, ob es ihr zugemutet werden kann, ihre Ein
schränkungen
bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungs
fähigkeit zu verwerten, ab
zu
wenden
.
Überdies
lässt sich
w
eder den Angaben von med.
pract
.
Z._
(insbesondere Urk. 10/36) noch der
Rückmeldung
der
E._
, Arbeitstherapie vom 3. März 2014 (Urk. 10/45)
entnehmen, dass dies der Beschwerdeführerin
wegen der psychi
schen Grunderkrankung
aus objektiver Sicht nicht zugemutet werden könnte.
Denn
die Kräfte der
Beschwerdeführerin
scheinen
durch die
–
unbe
strit
te
ner
massen belastende
psychosoziale Problematik
in Bezug auf die Konflikte mit den Kindern und dem Ex-Ehepartner sowie nicht zuletzt
auf
die Verschlechte
rung der finanziellen Lage
derart gebunden zu sein, dass sie keine Ressourcen für die Teilnahme an
einer
Eingliederungsmassnahme
geschweige denn für die Stellensuche
zu mobilisieren
vermö
g
e
.
Eine
– wesentlich (
Urk.
10/56/44)
auf psychosoziale Belastungsfaktoren zurückzuführende Ein
schränkung der Leis
tungsfähigkeit
darf in der Invalidenversicherung jedoch nicht berücksichtigt werden
.
Wie der Gutachter Prof. Dr.
F._
erwarteten
schliesslich
auch die Ärzte der
Privatklinik
D._
eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit bei
konsequenter
Fortführung
einer adäquaten
(siehe dazu
Urk.
10/56/41 unten)
psychiatrischen
Therapie
. Im Rahmen der d
er Beschwerdeführerin obliegen
den
Schadenmin
derungspflicht
gehört
auch eine all
fällig notwendige Psychopharmako
therapie dazu (vgl. aber
Urk.
10/79/5
Ziff.
5).
Bei
der
von Prof. Dr.
F._
für die
Anpas
sungsstörung
verwendete
n
Bezeichnung als
chronisch
es Leiden
ist weiter zu beachten, dass chronisch lediglich so zu verstehen ist, dass die Störung länger als sechs Monate andauert (
Urk.
10/56/39).
Obwohl
damals noch
von anderen Diagnosen ausgehend,
nah
men
ebenfalls
M
. Sc.
A._
und Dr.
B._
(
Urk. 10/15/2-24
S. 19)
sowie
RAD-Arzt
med.
pract
.
C._
(Urk.
10/28)
anhand der Vorgeschichte und der Symptomatik
lediglich eine vorübergehende
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
an
.
Es
besteht
somit
kein
Anlass
,
der
vorlie
genden
Anpassungsstörung
in Abweichung
von der
geltenden
Rechtsprechung und
Praxis
eine invalid
isie
rende Wirkung zuzuerkennen.
5.4
Aus diesen Gründen erfolgte die Leistungsablehnung zu Recht
, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
800
.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).