Decision ID: 0d62fdb7-ea9f-4735-a3c6-83939957de52
Year: 2018
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Sachverhalt:
A. Die russischen Strafverfolgungsbehörden führen seit dem 14. Oktober 2013
gegen A., B., C., D. und E. ein Strafverfahren wegen des Verdachts des Be-
truges nach russischem Recht (Verfahrensakten, Ordner 1, Lasche 2,
Urk. 2).
B. Am 10. April 2015 erstattete die Bank F. bei der Meldestellte für Geldwä-
scherei (MROS) zwei Verdachtsmeldungen betreffend die Konten Nr. 1, 2, 3
und 4, lautend unter anderem auf A. Am 21. April 2015, ergänzt am 21. Sep-
tember 2015, leitete die MROS die bei ihr eingereichten Verdachtsmeldun-
gen der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich (nachfolgend „StA ZH“) wei-
ter (Verfahrensakten, blaues Dossier, Urk. 1 bis 5/1-5, 9).
C. Mit Schreiben vom 25. September 2015 erstattete das Bundesamt für Justiz
(nachfolgend „BJ“) im Auftrag der StA ZH bei der Generalstaatsanwaltschaft
der Russischen Föderation (nachfolgend „GStA RU“) eine Meldung nach
Art. 67a IRSG und setzte diese über den bei der StA ZH gemeldeten Sach-
verhalt in Kenntnis (Verfahrensakten, blaues Dossier, Urk. 6, 10).
D. Am 27. November 2015 gelangte die GStA RU mit Rechtshilfeersuchen vom
10. November 2015 an die Schweiz und ersuchte unter anderem um Infor-
mation, ob A. in der Schweiz Bankkonten habe und um Sperrung dieser Kon-
ten (Verfahrensakten, Ordner 1, Lasche 2, Urk. 2; Ordner 1, Lasche 3,
Urk. 3/2).
E. Am 3. Dezember 2015 übergab das BJ das russische Ersuchen der StA ZH
zum Vollzug (Verfahrensakten, Ordner 1, Lasche 3, Urk. 3/3). Mit Eintretens-
und Zwischenverfügung Nr. 1 vom 11. Dezember 2015 entsprach die StA ZH
dem Ersuchen und forderte die Bank F. unter anderem auf, ihr Kontounter-
lagen zu den auf A. lautenden Konten einzureichen und diese zu sperren
(Verfahrensakten, Ordner 1, Lasche 4, Urk. 4; Ordner 1, Lasche 5, Urk. 5).
Die Bank F. kam dieser Aufforderung am 30. Dezember 2015 nach (Verfah-
rensakten, Unterlagen der Bank F., Ordner 1/3, pag. 1 000 f.).
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F. Mit Schlussverfügung Nr. 1 vom 15. August 2018 ordnete die StA ZH die
Herausgabe der in der Verfügung genannten Unterlagen zum Konto bei der
Bank F. mit der Stammnummer 4, lautend auf A., an (act. 1.2).
G. Dagegen liess A. bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts am
20. September 2018 Beschwerde erheben. Er beantragt zusammengefasst,
die Ziffer 2 der Schlussverfügung Nr. 1 sei unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen aufzuheben. Eventualiter sei die Schlussverfügung Nr. 1 aufzu-
heben und an die StA ZH zur Neubeurteilung zurückzuweisen, subeventua-
liter sei bei der rechtshilfeersuchenden Behörde Rücksprache betreffend die
rechtskräftige Erledigung der Gerichtssache Nr. [...] am Simonovski Bezirks-
gericht der Stadt Moskau zu nehmen (act. 1).
H. Die Schreiben der StA ZH und des BJ vom 11. Oktober 2018, worin sie die
kostenfällige Abweisung der Beschwerde beantragten, soweit darauf einge-
treten werden könne, wurden A. am 17. Oktober 2018 zugestellt (act. 8, 9
und 11). Zu den Beschwerdeantworten liess sich A. mit Eingabe vom 29. Ok-
tober 2018 vernehmen (act. 14). Die Schreiben des BJ und der StA ZH, mit
welchen sie auf die Einreichung einer Duplik verzichteten, wurde A. am
15. November 2018 zur Kenntnis gebracht (act. 16, 18, 19).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, sofern
erforderlich, in den folgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genommen.

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1.
1.1 Für die Rechtshilfe zwischen der Schweiz und der Russischen Föderation ist
das Europäische Übereinkommen vom 20. April 1959 über die Rechtshilfe in
Strafsachen (EUeR; SR 0.351.1) massgebend. Soweit der Staatsvertrag be-
stimmte Fragen weder ausdrücklich noch stillschweigend regelt, bzw. das
schweizerische Landesrecht geringere Anforderungen an die Rechtshilfe
stellt (sog. Günstigkeitsprinzip; BGE 142 IV 250 E. 3; 140 IV 123 E. 2; 136
IV 82 E. 3.1; 135 IV 212 E. 2.3; ZIMMERMANN, La coopération judiciaire inter-
nationale en matière pénale, 4. Aufl. 2014, N. 229), sind das Bundesgesetz
vom 20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG;
SR 351.1) und die dazugehörige Verordnung vom 24. Februar 1982 (IRSV;
SR 351.11) anwendbar (Art. 1 Abs. 1 IRSG; BGE 143 IV 91 E. 1.3; BGE 136
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IV 82 E. 3.2; 130 II 337 E. 1; vgl. auch Art. 54 StPO). Vorbehalten bleibt die
Wahrung der Menschenrechte (BGE 139 II 65 E. 5.4 letzter Absatz; 135 IV
212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c; ZIMMERMANN, a.a.O., N. 211 ff., 223 ff., 680 ff.).
1.2 Auf das vorliegende Beschwerdeverfahren sind zudem die Bestimmungen
des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah-
ren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021; Art. 39 Abs. 2 lit. b
i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a StBOG; BGE 139 II 404 E. 6/8.2; ZIMMERMANN ,
a.a.O., N. 273) anwendbar.
2.
2.1 Die Schlussverfügung der ausführenden kantonalen Behörde unterliegt der