Decision ID: 284d768c-4138-5f9a-ba7f-27396170485e
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- A und B Y-Z wohnen im eigenen Einfamilienhaus in M. A Y ist eidg. diplomierter
und konzessionierter Radio- und Fernsehelektroniker. Er betreibt unter seinem Namen
ein Einzelunternehmen mit Sitz in N und einem weiteren Geschäftslokal in O, das den
Verkauf und die Reparatur von Radio-, TV-, Hifi Stereo-, Video- und Akustikanlagen
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sowie die Installation von Antennen bezweckt. Zudem ist er an der Y AG beteiligt, die
Eigentümerin der Liegenschaft an der S-Strasse in N ist. B Y-Z ist Angestellte des
Einzelunternehmens.
B.- A und B Y-Z deklarierten am 19. März 2007 für 2005 steuerbare Einkünfte von
Fr. 101'620.-- einerseits und Abzüge von Fr. 113'296.-- anderseits sowie ein
steuerbares Vermögen von Fr. 1'175'266.--. Auf die Aufforderung vom 5. März 2008 hin
reichten die Steuerpflichtigen am 19. März 2008 verschiedene Unterlagen zur
Ergänzung der Deklaration ein. Am 23. Mai 2008 stellte die Veranlagungsbehörde den
Steuerpflichtigen einen Veranlagungsvorschlag zu. Am 6. Juni 2008 besprach der
zuständige Steuerkommissär den Vorschlag mit A Y.
Am 18. April 2011 wurden A und B Y-Z für die Staats- und Gemeindesteuern 2006
gemäss Veranlagungsprotokoll auf dem Steuererklärungsformular mit einem
steuerbaren Einkommen von Fr. 43'600.-- zum Satz von Fr. 51'700.-- und mit einem
steuerbaren Vermögen von Fr. 1'725'000.-- zum Satz von Fr. 2'078'000.-- veranlagt.
Die Veranlagungsbehörde erhöhte die Einkünfte aus der selbständigen Erwerbstätigkeit
von Fr. 29'493.-- gemäss nicht unterzeichnetem Geschäftsabschluss per 31. Dezember
2006 auf Fr. 52'971.--, indem sie entsprechend dem Ergebnis der Besprechung vom
6. Juni 2008 bei den Mietkosten für Büro und Garage am Wohnort Fr. 11'200.--
(Buchhaltung Fr. 14'400.-- Büro und Fr. 4'800.-- Garage, Veranlagung Fr. 6'000.-- Büro
und Fr. 2'000.-- Garage), beim Privatanteil für die Fahrzeuge Fr. 1'200.-- (Buchhaltung
Fr. 1'800.--, Veranlagung Fr. 3'000.--), bei den Kosten für Information und Ausbildung
Fr. 478.-- (Abonnement St. Galler Tagblatt Fr. 319.-- und Finanz und Wirtschaft
Fr. 159.--), bei den Pauschalspesen Fr. 9'600.-- (Buchhaltung Fr. 14'400.--,
Veranlagung Fr. 4'800.--) und bei der Werbung einen Privatanteil von Fr. 1'000.--
(Buchhaltung Fr. 19'255.35, Veranlagung Fr. 18'255.35) aufrechnete. Die deklarierten
Erwerbseinkünfte aus der unselbständigen Tätigkeit von B Y-Z von Fr. 54'147.--
erhöhte sie um von der Arbeitgeberin übernommene Versicherungsbeiträge von
Fr. 522.-- auf den Nettolohn II gemäss Lohnausweis von Fr. 54'669.--. Bei den
deklarierten Einkünften aus Wertschriften und Guthaben von
Fr. -1'600.-- rechnete die Veranlagungsbehörde "negative Dividenden" aus
Aktienleerverkäufen von insgesamt Fr. 19'300.-- sowie Dividenden von Fr. 47.-- und
Fr. 45.-- auf, so dass sich Einkünfte aus dem beweglichen Vermögen von Fr. 17'792.--
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ergaben. Die deklarierten Schuldzinsen von Fr. 30'902.-- reduzierte sie um die Zinsen
für die Hypothek auf der Liegenschaft an der S-Strasse in N, die im Eigentum der Y AG
steht, von Fr. 14'734.15 und noch nicht in Rechnung gestellte Lombardkreditzinsen
von Fr. 4'840.25. Der deklarierte Abzug für die Verwaltungskosten auf dem
Wertschriftenbestand von Fr. 4'294.-- wurde um Fr. 1'524.-- auf Fr. 2'770.-- (2 ‰ der
nicht selbst verwalteten Wertschriften) herabgesetzt. Zudem erhöhte sie den Abzug für
die Säule 3a von A Y um Fr. 1'103.-- auf die nachgewiesene Einzahlung von Fr.
7'295.--. Insgesamt erhöhte sich damit das steuerbare Einkommen von Fr. -11'676.--
gemäss Deklaration um Fr. 63'387.40 (Fr. 24'000.-- Erwerbseinkünfte, Fr. 19'392.--
Einkünfte aus Wertschriften und Guthaben, Fr. 19'574.40 Schuldzinsen, Fr. 1'524.--
Verwaltungskosten Wertschriften abzüglich Erhöhung Säule 3a Fr. 1'103.--) auf
Fr. 51'711.--. Beim deklarierten Vermögen von Fr. 1'175'266.-- rechnete die
Veranlagungsbehörde bei den Aktien der Y AG entsprechend deren innerem Wert
Fr. 108'900.-- sowie Kapitalverluste aus Optionenhandel von Fr. 105'980.-- und
Fr. 86'905.-- auf und anerkannte anderseits die auf der im Eigentum der Y AG
stehenden Liegenschaft an der S-Strasse in N lastende Hypothek von Fr. 600'985.--
nicht als Schuld der Rekurrenten, so dass sich das steuerbare Vermögen um
insgesamt Fr. 902'860.-- auf Fr. 2'078'036.-- erhöhte.
Das kantonale Steueramt wies die gegen die Veranlagung erhobene Einsprache am
7. April 2011 ab.
C.- Gegen den Einspracheentscheid vom 7. April 2011 erhoben A und B Y-Z mit
Eingabe vom 3. Mai 2011 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission. Sie
beantragen, bei der selbständigen Erwerbstätigkeit des Rekurrenten Pauschalspesen
von monatlich Fr. 600.-- zuzulassen, beim Wertschriftenertrag "negative Dividenden"
von Fr. 18'050.-- zu berücksichtigen und das Wertschriftenvermögen auf
Fr. 1'192'124.-- festzusetzen. Schliesslich beantragen die Rekurrenten, einem anderen
Steuerkommissär zugeteilt zu werden.
Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 22. Juni 2011, der Rekurs sei unter
Kostenfolge zulasten der Rekurrenten abzuweisen. Die Rekurrenten nahmen dazu am
5. Juli 2011 Stellung. Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit
erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
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Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig, soweit die Anträge
die Festlegung der Steuerfaktoren im angefochtenen Entscheid betreffen. Hingegen
fällt die beantragte Bezeichnung eines neuen Steuerkommissärs nicht in die
Zuständigkeit der Verwaltungsrekurskommission. Auf die Übermittlung des Gesuchs an
die Vorinstanz kann verzichtet werden, da die Rekurrenten das Begehren bereits dem
Vorsteher des kantonalen Steueramtes eingereicht haben. Auf ein Ausstandsbegehren
könnte wegen Verwirkung des Anspruchs nicht eingetreten werden, da den
Rekurrenten bekannt war, welcher Steuerkommissär über ihre Einsprache befinden
würde (vgl. dazu Cavelti/
Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 176). Im
Übrigen ist die Befugnis zur Rekurserhebung gegeben. Der Rekurs vom 3. Mai 2011 ist
rechtzeitig eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1,
abgekürzt: StG; Art. 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1,
abgekürzt: VRP). Soweit die Anträge in die Zuständigkeit der
Verwaltungsrekurskommission fallen und die Rekurrenten zur Erhebung des
Rechtsmittels befugt sind, ist dementsprechend auf den Rekurs einzutreten.
2.- Im Rekurs sind zunächst die Einkünfte des Rekurrenten aus seiner selbständigen
Erwerbstätigkeit umstritten. Die Vorinstanz hat zum ausgewiesenen Geschäftsergebnis
gemäss Abschluss per 31. Dezember 2006 von Fr. 29'493.-- verbuchte Aufwendungen
von insgesamt Fr. 23'478.-- aufgerechnet. Die Rekurrenten wenden sich nicht mehr
gegen die Aufrechnungen von Fr. 11'200.-- bei den Mietkosten für Büro und Garage
am Wohnort, Fr. 1'200.-- als zusätzlichen Privatanteil bei den Fahrzeugkosten,
Fr. 478.-- für Zeitungsabonnemente und Fr. 1'000.-- bei den – in erster Linie Kosten für
Gastronomie und Wein umfassenden – Auslagen für Werbung. Sie beanstanden einzig
die Beschränkung der pauschal verbuchten Spesen von Fr. 1'200.-- auf Fr. 400.--
monatlich.
Bei selbständiger Erwerbstätigkeit werden gemäss Art. 40 Abs. 1 StG die geschäfts-
oder berufsmässig begründeten Kosten abgezogen. Die Bestimmung entspricht den
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Vorgaben von Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der
direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (SR 642.14, abgekürzt: StHG) und deckt
sich mit Art. 27 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (SR 642.11,
abgekürzt: DBG). Abzugsfähig ist der gesamte Aufwand, der für die selbständige
Erwerbstätigkeit notwendig ist; die Nachweispflicht liegt beim Steuerpflichtigen
(vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, N 3 und
22 zu Art. 27 DBG). Dieser Nachweis umfasst neben der geschäfts- oder
berufsmässigen Begründetheit auch das Faktum, dass die Aufwendungen tatsächlich
angefallen sind (vgl. Reich/Züger, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht,
Band I/2a, 2. Aufl. 2008, N 39 zu Art. 27 DBG). Nicht abziehbar sind nach Art. 34 lit. a
DBG insbesondere die Aufwendungen für den Unterhalt des Steuerpflichtigen und
seiner Familie sowie der durch die berufliche Stellung des Steuerpflichtigen bedingte
Privataufwand.
Der Rekurrent hat trotz des Hinweises der Veranlagungsbehörde in der Besprechung
vom 1. Februar 2006 keine Belege für die geltend gemachten Pauschalspesen
vorgelegt. Indessen ist davon auszugehen, dass bei jeder Geschäftsführung
unvermeidlich Kleinausgaben, wie sie im Zusammenhang mit der unselbständigen
Erwerbstätigkeit im Muster-Spesenreglement aufgeführt werden (vgl. StB 30 Nr. 1),
anfallen. Monatliche Auslagen von Fr. 400.-- erscheinen unter Berücksichtigung der
Veranlagungspraxis bei der Genehmigung von Spesenreglementen bei unselbständiger
Erwerbstätigkeit, die sich vorab an der Höhe des Lohnes orientiert, als glaubhaft und
angemessen (vgl. VRKE I/1-266/2003 vom 18. August 2004, S. 8; VRKE I/1-7/2006
vom 3. Oktober 2006, S. 6 f.; StR 57/2002 S. 863). Dieser Ansatz berücksichtigt, dass
der Rekurrent zwar ein vergleichsweise tiefes Einkommen aus seiner selbständigen
Tätigkeit erzielt, jedoch als Geschäftsführer der Einzelfirma selbstredend eine leitende
Funktion ausübt. Er beachtet zudem, dass nebst den pauschalen Geschäftsspesen
Aufwendungen für Werbung, die vor allem Auslagen für Gastronomie und Wein
umfassen, von rund Fr. 18'000.-- als geschäftsmässige begründete Aufwendungen
berücksichtigt wurden und die Vorinstanz den Privatanteil für die drei
Geschäftsfahrzeuge mit Fr. 3'000.-- zurückhaltend bemessen hat.
Der Rekurs erweist sich dementsprechend insoweit, als damit eine Erhöhung der
abzugsfähigen Pauschalspesen beantragt wird, als unbegründet.
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3.- Im Rekurs wird sodann die Berücksichtigung von "negativen Dividenden" im
Rahmen der Wertschriftenerträge anbegehrt. Der Rekurrent hat bei den Einkünften aus
dem beweglichen Vermögen im Zusammenhang mit Leerverkäufen Dividenden von
Fr. 6'400.-- für F-Aktien, Fr. 5'400.-- für G-Aktien und Fr. 6'250.-- für H-Genussscheine
in Abzug gebracht. Die Vorinstanz hat diese Abzüge nicht berücksichtigt mit der
Begründung, die Differenz zwischen Aktienwert und Leerverkauf stelle Kapitalgewinn/-
verlust und nicht Schuldzins dar. Mangels gesetzlicher Grundlage sei ein Abzug nicht
möglich.
a) Gemäss Art. 33 Abs. 1 StG sind Erträge aus beweglichem Vermögen steuerbar,
insbesondere Zinsen aus Guthaben (lit. a), Einkünfte aus der Veräusserung oder
Rückzahlung von Obligationen mit überwiegender Einmalverzinsung, die dem Inhaber
anfallen (lit. b) und Dividenden, Gewinnanteile, Liquidationsüberschüsse und geldwerte
Vorteile aus Beteiligungen aller Art, soweit sie keine Rückzahlung bestehender
Kapitalanteile darstellen (lit. c, in der bis 31. Dezember 2010 geltenden Fassung, nGS
42-73). Bei beweglichem Privatvermögen können gemäss Art. 44 Abs. 1 StG die
Kosten der Verwaltung durch Dritte und die weder rückforderbaren noch
anrechenbaren Quellensteuern abgezogen werden. Bei den allgemeinen Abzügen
können schliesslich gemäss Art. 45 Abs. 1 lit. a StG die privaten Schuldzinsen, soweit
sie nicht als Anlagekosten gelten, im Umfang der steuerbaren Vermögenserträge
zuzüglich Fr. 50'000.-- berücksichtigt werden (in der bis 31. Dezember 2008 geltenden
Fassung, nGS 42-73). Die Regelungen entsprechen den Vorgaben von Art. 7 Abs. 1
und Art. 9 Abs. 1 StHG und stimmen inhaltlich mit Art. 20 Abs. 1 lit. a, b und c (in der
bis 31. Dezember 2008 gültigen Fassung, AS 1991 S. 1184), Art. 32 Abs. 1 und Art. 33
Abs. 1 lit. a DBG überein.
b) Der umstrittenen Abzugsfähigkeit der "negativen Dividenden" liegen vom
Rekurrenten getätigte Leerverkäufe von Aktien zugrunde. So hat der Rekurrent
beispielsweise am 21. April 2006 2'000 F-Aktien verkauft, ohne dass er die Titel bereits
besass. Als wirtschaftlich Berechtigter hatte der Käufer Anspruch auf die am 23. April
2006 ausgeschüttete Dividende von Fr. 3.20 je Aktie. Der Rekurrent erwarb seinerseits
die Titel am 5. Mai 2006, mithin nach der Dividendenausschüttung, um seine
Verpflichtung aus dem Verkauf vom 21. April 2006 zu erfüllen. Er musste dem Käufer
nicht nur die Titel liefern, sondern auch für die Dividende aufkommen, auf welche der
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Käufer als wirtschaftlich Berechtigter Anspruch hatte. Vergleichbare Geschäfte tätigte
der Rekurrent mit G-Aktien und H-Genussscheinen. Das spekulative Element dieser
Geschäfte umfasst auch die Auswirkungen der Dividendenzahlung auf den Aktienkurs.
So wird davon ausgegangen, dass sich beim Leerverkauf der F-Aktien am 21. April
2006 die unmittelbar bevorstehende Dividendenzahlung vom 23. April 2006 in einer
entsprechenden Kurssteigerung niederschlägt und sich umgekehrt der Kurs beim Kauf
der Aktien durch den Rekurrenten nach der Dividendenausschüttung am 5. Mai 2006
wieder entsprechend gesenkt hat. Soweit dieser Mechanismus nicht spielt, d.h. die
Differenz zwischen dem erzielten höheren Preis aus dem Leerverkauf und dem
bezahlten tieferen Preis beim nachträglichen Kauf zur Deckung der Dividendenzahlung
nicht ausreicht, liegt deshalb ein Kapitalverlust vor, der steuerlich nicht berücksichtigt
werden kann, zumal der Rekurrent unbestrittenermassen nicht als Wertschriftenhändler
besteuert wird.
Die Dividendenzahlungen nach Leerverkäufen können deshalb nicht als
Gewinnungskosten behandelt werden. Insbesondere sind sie nicht als
Verwaltungskosten im Sinn von Art. 44 Abs. 1 StG abzugsfähig. Zwar wird
beispielsweise die Weiterleitung von Dividendenzahlungen durch den Borger von
Wertpapieren an den Verleiher bei den Verwaltungskosten für das bewegliche
Vermögen berücksichtigt (Securities-Lending, vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
a.a.O., N 18 zu Art. 32 DBG). Indessen ist die Situation des Securities-Lending mit
jenem bei einem Leerverkauf wirtschaftlich nicht vergleichbar. Der Borger der
Wertpapiere nimmt – als wirtschaftlich Berechtigter – die Dividendenzahlung ein. Sie
wird bei ihm dementsprechend auch steuerlich erfasst. Ist er verpflichtet, die Zahlung
an den Ausleiher (Lender) weiterzugeben, ist dies eine Ausgleichszahlung, die als
Gewinnungskosten abziehbar ist. Er bleibt aber weiterhin Borger und an den
Wertpapieren wirtschaftlich Berechtigter.
Die Dividendenzahlung kann auch nicht im Rahmen des Abzugs der Schuldzinsen
berücksichtigt werden. Beim Begriff der Schuldzinsen handelt es sich um einen
wirtschaftlichen Begriff, der eng auszulegen ist. Schuldzinsen sind alle Vergütungen,
welche der Steuerpflichtige einer Drittperson für die Gewährung einer Geldsumme oder
das ihr zur Verfügung gestellte Kapital zu leisten hat, sofern dieses Entgelt nach der
Zeit und als Quote des Kapitals in Prozenten berechnet wird und damit nicht die
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Kapitalschuld getilgt wird. Das Vorhandensein einer Kapitalschuld (als Geldschuld, d.h.
einer Verpflichtung, die Geld zum Leistungsgegenstand hat) ist Voraussetzung für die
Abzugsfähigkeit von Schuldzinsen. Die Kapitalschuld muss dabei nicht freiwillig
entstanden sein; es genügt, dass der Steuerpflichtige einer Drittperson einen
bestimmten Geldbetrag (oder in Geld bewertbares anderes Vermögensgut) schuldet
(vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 8 zu Art. 33 DBG). Zwar schuldete der
Rekurrent im Zusammenhang mit den Leerverkäufen von Aktien die Lieferung von in
Geld bewertbaren Wertpapieren. Indessen handelt es sich bei der Dividende nicht um
ein in Abhängigkeit von der Zeit und der Kapitalhöhe geschuldetes Entgelt, sondern um
eine Beteiligung am Unternehmensgewinn.
Schliesslich können die "negativen Dividenden" auch nicht – wie dies die Rekurrenten
deklariert haben – im Rahmen der Erträge aus dem beweglichen Vermögen abgezogen
werden. Art. 33 Abs. 1 StG bestimmt, welche Einkünfte aus dem beweglichen
Vermögen steuerbar sind. Steuerbar sind grundsätzlich die Bruttoeinkünfte (vgl. für die
Zinsen Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, N 22 zu Art. 20 DBG). Die Abzüge von
Gewinnungskosten bei den Erträgen aus dem beweglichen Privatvermögen können –
wie dargestellt – gestützt auf Art. 44 und Art. 45 StG berücksichtigt werden, soweit sie
die Anforderungen erfüllen.
c) Damit erweist sich der Rekurs, insoweit damit die Aufrechnung der von den
Rekurrenten in Abzug gebrachten "negativen Dividenden" auf Leerverkäufen von Aktien
beanstandet wird, als unbegründet.
4.- Schliesslich ist im Rahmen der Ermittlung des steuerbaren Vermögens die Höhe
des Wertschriftenvermögens umstritten. Die Rekurrenten haben Wertschriften und
Guthaben von Fr. 1'192'124.-- deklariert. Die Vorinstanz ist von Fr. 1'493'909.--
ausgegangen. Im Rekurs wird geltend gemacht, es sei nicht ersichtlich, wo die
Differenz von Fr. 301'785.-- liege. Die Vorinstanz macht geltend, bereits in der
Veranlagung sei festgehalten worden, dass die Aktienbewertung der Y AG einen Wert
von Fr. 3'300.-- je Aktie vorsehe (Aufrechnung Fr. 108'900.--; vgl. dazu nachfolgend
E. 4b/aa) und die Kapitalverlustpositionen der Optionsprodukte nicht abzugsfähig seien
(Aufrechnungen Fr. 86'905.-- und Fr. 105'980.--; vgl. dazu nachfolgend E. 4b/bb). Der
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Rekurrent hält entgegen, die Erklärungen und Zahlen seien sehr dürftig. Eine
buchhalterisch saubere Addition aller Beträge würde sicher Klarheit schaffen.
a) Gemäss Art. 53 Abs. 1 StG unterliegt das gesamte Reinvermögen der
Vermögenssteuer. Das Vermögen wird entsprechend Art. 54 StG grundsätzlich zum
Verkehrswert bewertet. Wertpapiere werden gemäss Art. 56 Abs. 1 StG nach dem
Kurswert oder, wenn kein solcher besteht, nach dem inneren Wert bewertet.
Nachgewiesene Schulden, für die der Steuerpflichtige allein haftet, werden nach Art. 62
StG voll, andere Schulden, wie Solidar- und Bürgschaftsschulden, nur insoweit, als sie
der Steuerpflichtige tragen muss, abgezogen.
b) aa) Im Wertschriftenverzeichnis hat der Rekurrent 99 Aktien der Y AG mit einem
Nennwert von je Fr. 1'000.-- mit je Fr. 2'200.-- bewertet, insgesamt Fr. 217'800.--. Der
– im Rekurs unbestrittene – innere Wert betrug indessen Fr. 3'300.-- je Aktie,
insgesamt also Fr. 326'700.--. Daraus ergibt sich eine Erhöhung des
Wertschriftenvermögens um
Fr. 108'900.-- (Fr. 1'100.-- je Aktie).
bb) Der Steuerauszug der F AG weist für die Rekurrenten Vermögenswerte mit
Verrechnungssteuerabzug von Fr. 292'300.-- und solche ohne
Verrechnungssteuerabzug von Fr. 527'863.-- aus. Diese Werte haben die Rekurrenten
in das Wertschriftenverzeichnis übertragen. Die Vorinstanz hat bei den
Vermögenswerten mit Verrechnungssteuerabzug mit negativen Werten ausgewiesene
und berücksichtigte Positionen für Call-Optionen auf H-Genussscheinen von
Fr. 105'980.-- und Fr. 86'905.-- mit der Begründung aufgerechnet, dabei handle es sich
um Kapitalverluste.
Eine Call-Option räumt dem Inhaber das Recht ein, verpflichtet ihn aber nicht, einen
bestimmten Basiswert – im Fall des Rekurrenten Roche-Genussscheine – zu einem im
Voraus vereinbarten Preis und in einer im Voraus vereinbarten Menge bis zu einem
bestimmten Zeitpunkt zu kaufen. Weniger als Nichts konnten die Call-Optionen im
Depot des Rekurrenten deshalb am 31. Dezember 2006 nicht wert sein. Die Vorinstanz
hat damit zu Recht die im Auszug der F AG ausgewiesenen negativen Steuerwerte bei
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der Ermittlung des Wertschriftenvermögens der Rekurrenten nicht berücksichtigt. Die
Aufrechnungen sind im Übrigen zahlenmässig ohne Weiteres nachvollziehbar.
c) Der Rekurs erweist sich dementsprechend auch insoweit, als die Ermittlung des
steuerbaren Vermögens beanstandet wird, als unbegründet.
5.- Im Dispositiv des Einspracheentscheids und ebenso im Veranlagungsprotokoll des
Steuererklärungsformulars ist für das Steuerjahr 2006 ein steuerbares Einkommen von
Fr. 43'600.-- zum Satz von Fr. 51'700.-- und ein steuerbares Vermögen von
Fr. 1'725'000.-- zum Satz von Fr. 2'078'000.-- vermerkt. Die Steuerfaktoren beim
satzbestimmenden Einkommen und Vermögen entsprechen lediglich den auf das
Hauptsteuerdomizil der Rekurrenten in der Gemeinde M entfallenden Anteilen am
Einkommen und Vermögen. Der Rekurrent ist aber aufgrund seiner selbständigen
Erwerbstätigkeit, die er in der Steuerperiode 2006 in den Gemeinden N und O
ausgeübt hat, auch in diesen beiden Gemeinden des Kantons St. Gallen steuerpflichtig.
Die auf diese Gemeinden entfallenden Anteile an den Einkünften und am Vermögen
sind bei der Ermittlung des im Kanton steuerbaren Einkommens und Vermögens
ebenfalls zu erfassen. Bei unbeschränkt Steuerpflichtigen sind die massgebenden
Einkünfte und Vermögenswerte in allen st. gallischen Gemeinden zu berücksichtigen.
Dementsprechend ist das gesamte Einkommen und Vermögen der Rekurrenten, die
weder ausserhalb des Kantons St. Gallen noch ausserhalb der Schweiz über einen
weiteren steuerlichen Anknüpfungspunkt verfügen, im Kanton St. Gallen steuerpflichtig.
Die Ausscheidung der Steuerfaktoren auf die beteiligten Gemeinden ist Gegenstand
einer besonderen Verfügung, die vom Gemeindesteueramt am Wohnsitz der
Steuerpflichtigen ergeht (vgl. dazu Art. 233 und 234 StG sowie Art. 89 ff. StV).
6.- Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurs abzuweisen ist, soweit auf ihn
eingetreten werden kann. Der angefochtene Einspracheentscheid der Vorinstanz vom
7. April 2011 ist indessen aufzuheben und die Rekurrenten sind für die Staats- und
Gemeindesteuern 2006 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 51'700.-- und mit
einem steuerbaren Vermögen von Fr. 2'078'000.-- zu veranlagen.
7.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten den Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'000.-- erscheint
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angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist zu verrechnen.