Decision ID: baf5e8b7-8371-433d-a721-1ca69d4f98be
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1975,
arbeitete vom 2
2.
April bis zum 30. Okto
ber 2000 bei der
Y._
SA als Bahn-Steward (
Urk.
22/13/1/2). Anschliessend bezog er Arbeitslosenentschädigung (
Urk.
22/13/13).
Seit
dem 12. September 2001
war er
in einem befristeten Anstellungsverhältnis auf Abruf
bei
der
Z._
AG als Lagerist angestellt
(
Urk.
7/Z17 und
7
/
Z45
/
1
)
und damit bei der Zürich
Versicher
ungs-Gesellschaft AG versichert
, als er am 2.
Okto
ber 2001 von einem Unbekannten mit
einem Messer angegriffen wurde.
Dabei zog er sich
eine tiefe Schnittverletzung am linken Handgelenk
mit ganzer beziehungsweise
teilweiser
Durchtrennung
diverse
r
Beugesehnen (FDP II-V, FDS II-
V, jeweils Zone V, und F
CU), d
er
Arteria
ulnaris
und de
s
Nervus
ulnaris
zu
(
vgl.
Urk.
7/ZM1
, 22/13/2/27, 22/13/2/29, 22/13/2/33, 22/13/8/30 und 22/13/73
).
Darüber wurde
die Zürich
Versicherungs-Gesellschaft AG mit
Un
fallmeldung
vom
3
.
Oktober 2001
in Kenntnis gesetzt (Urk.
7/Z2
), worauf sie die
Heilbe
hand
lungs
kosten
übernahm und dem Versicherten Taggelder ausrich
tete (vgl. Urk.
7
/Z4,
7/Z6 und 7
/ZA1-56
).
Mit Verfügung vom 2
4.
Mai
2005
sprach die Zürich
Versicherungs-Gesellschaft AG
dem Versicherten
, ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 38
%
, ab dem
1.
März 2004 eine Invalidenrente von
Fr.
640
.--
pro Monat
und, ausgehend von einem Integritätsschaden
von 13
%
,
eine Integritätsentschädigung
im Betrag von Fr.
13‘884.-- zu
(
Urk.
7/Z84)
. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach dem Versicherten mit
Verfügung vom 1
6.
März 2006
, ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 100 % (vgl.
Urk. 22/13/79
), ab dem 1. Oktober 2002 eine ganze Invalidenrente zu (Urk.
22/13/84
).
Im
Jahr
2011
leitete die IV-Stelle
von
Amtes wegen
eine
Rentenüberprüfung
ein, anlässlich welcher
der Versicherte eine Verschlechterung seines Gesundheit
s
zustands g
eltend
machte
(vgl.
Urk.
22/13/117
).
Die
IV-Stelle
holte darauf
ein
interdis
zi
pli
näres Gutachten betreffend die Fachbereiche Innere Medizin und Psy
chiatrie
vom
28. November
2012
ein
(Urk.
7/ZM/6
), welches die Zürich
Versicherungs-Ge
sellschaft AG zusammen mit den weiteren Akten des
invalidenversicherungs
rechtlichen
Revisionsverfahrens
beizog
(vgl.
Urk.
7/Z105
und 7/Z106
)
. Gestützt
auf das Gutachten
stellte
die
Zürich
Versicherungs-Gesellschaft AG
ihre
Ren
ten
leistungen
mit Verfügung vom 2
5.
März 2013
per 30.
April 2013
ein
(
Urk.
7
/Z109
)
. Dagegen liess der Versicherte am
2.
Mai 2013
Einsprache erheben (
Urk.
7/Z112
).
Ebenfalls unter Verweis auf das interdisziplinäre Gutachten vom 2
8.
November 2012 hob die
IV-Stelle
m
it Verfügung vom 26. August
2014
die ganze Invali
den
rente auf Ende des nach der Zustellung der Verfügung folgen
den Monats auf (Urk.
7/Z122
).
Diese Verfügung wurde vom Versicherten angefochten und ist im Rahmen des am hiesigen Gericht anhängigen Beschwerdeverfahrens IV.2014.01009 zu beurteilen, in welchem heute ebenfalls ein Ent
scheid ergeht.
Die Zürich Versicherungs
-G
esellschaft AG wies die Einsprache
vom
2.
Mai 2013
gegen ihre Verfügung vom 2
5.
März 2013
mit Entscheid
vom 3
0.
Dezember 2014
ab (Urk.
2 = 7/
Z128
).
2.
Dagegen liess der Versicherte mit Eingabe vom
4.
Februar 2015 (
Urk.
1) Be
schwer
de erheben. Sein Rechtsvertreter beantragte, der Einspracheentscheid vom
30. Dezember 2014
sei aufzuheben. Es sei dem Beschwerdeführer die mit Ver
fügung der Beschwerdegegnerin vom 2
4.
Mai 2005 zugesprochene Invali
den
rente rückwirkend ab dem 3
0.
April 2013 weiterhin unverändert zuzuspre
chen. Es sei das interdisziplinär
e Gutachten
vom 2
8.
November 2012 vollstän
dig aus dem Recht zu weisen. Eventualiter sei durch das Gericht eine neue
po
lydiszi
plinäre
medizinische Begutachtung in den Fachdisziplinen Rheumatolo
gie, Neu
rologie und Psychiatrie durchzuführen. Es sei vom Gericht eine massive
Rechts
verzögerung
durch die Beschwerdegegnerin im
Einspracheverfahren
fest
zuzu
stel
len
. Es seien ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen und gestützt auf
Art.
6
EMRK eine öffentliche Verhandlung durchzuführen. Ferner ersuchte er um Bestellung als unentgeltlicher Rechtsvertre
ter (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerde
geg
nerin beantragte am
5.
März 2015 die Abweisung der Beschwerde
(
Urk.
6
S. 2).
Am 3
1.
August 2015 wurde der Antrag auf Durchführung einer öffentlichen Ver
handlung zurückgezogen (
Urk.
13).
Mit Verfügung vom 3. September 2015
(Urk. 14) bewilligte das Gericht dem Beschwerdeführer die unentgeltliche
Rechtsvertretung und ordnete einen zweiten Schriftenwechsel an.
Die
Repli
k
wurde mit Eingabe vom
3
0.
Oktober
2015 erstattet (Urk.
1
5
). Auf eine Duplik wurde verzichtet (
Urk.
20
). Davon hat die Gegenpartei mit Verfügung vom
12
.
November
2015 Kenntnis erhalten (Urk.
21
).
Die Akten des Verfahrens IV.2014.01009 wurden
wie in der Beschwerdeschrift beantragt
beigezogen (
Urk.
22/1-
23
; vgl.
Urk.
1 S.
3 ff.
).
Am
9.
Dezember 2015 reichte der Rechts
ver
treter des Beschwerdeführers seine
Ho
norarnote
ein (vgl.
Urk.
24 und 25).
Auf die Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts, ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Unfallversicherung, UVG). Invalidität ist die voraus
sicht
lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Er
werbs
un
fähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des
Invaliditätsgra
des
wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der
unfall
be
dingten
Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungs
massnah
men durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeits
marktlage
erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17 Abs. 1 ATSG)
. Anlass zur Revision einer Invalidenrente im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die
geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflus
sen.
Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades ist die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs beruht (BGE 134 V 131 E. 3
mit Hinweisen; BGE 133 V 108 E.
5.4).
1.3
Versicherungsträger und
Sozial
versiche
rungs
g
e
richte
haben die Beweise frei, das
heisst ohne Bindung an förm
liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
ge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozia
l
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam
men,
objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches ge
stat
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Be
richten den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdi
gen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolge
rungen
begründet sind. Aus
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich
somit weder die Herkunft ei
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der einge
reichten oder in Auftrag ge
gebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
Mit der Beschwerde wird unter anderem die Feststellung einer massiven
Rechts
verzögerung
durch die Beschwerdegegnerin im
Einspracheverfahren
beantragt (
Urk.
1 S. 2
und S. 6
). Das
Einspracheverfah
r
en
wurde mit dem
angefochtenen
Entscheid vom
3
0.
Dezember 2014
(
Urk.
2)
abgeschlossen, so dass kein aktuelles Interesse an dessen Beschleunigung mehr besteht.
Ein schutzwürdiges Interesse an der
Feststellung einer Rechtsverzögerung
wurde weder
von Seiten des Be
schwerdeführers
geltend gemacht
(vgl.
Urk.
1)
noch ist ein solches ersichtlich
,
weshalb auf
die Beschwerde insoweit nicht einzutreten ist (
§
28
lit
. a
des Geset
zes
über da
s Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
, in
Verbindung mit Art.
59
Abs.
2
lit
.
a
der Schweizerischen Zivilprozessordnung, ZPO).
3.
Zur
Begründung
des angefochtenen E
ntscheides
führte die Beschwerdegegnerin
an
, dass mit dem interdisziplinären Gutachten vom 28. November 2012 eine
Ver
besserung des somatisch-rheumatologischen G
esundheitszustandes ausge
wie
sen sei.
Die Diagnose eines CRPS habe nicht mehr bestätigt werden können und die Beweglichkeit und die Kraft in der linken Hand hätten sich massgebend verbessert.
Dem Beschwerdeführer sei aus somatisch-rheumatologischer Sicht
nunmehr nicht nur eine leichte, sondern eine
leicht- bis mittelgradig belastende
Verweistä
tigkeit
zumutbar.
Zwischen
den
psychischen Beschwerden
, welche sich erst nach der
R
entenzusprache
am 2
4.
Mai 2005
manifestiert hätten,
und dem
Unfallereig
nis
vom 2.
Oktober 2001
bestehe kein adäquater Kausalzusammen
hang
.
Ferner
sei die rentenzusprechende Verfügung vom
24.
Mai 2005
zweifellos unrichtig gewesen, weil der Berechnung des Invaliditätsgrades ein falsches
Inva
lidenein
kommen
zu Grunde gelegt worden sei
(Urk. 2).
Demgegenüber lässt der Beschwerdeführer den Standpunkt vertreten, es treffe nicht zu, dass sich sein Gesundheitszustand
und seine Erwerbsfähigkeit
verbes
sert
hätten
.
Auf das
interdisziplinäre Gutachten vom 2
8.
November 2012
dürfe nicht
abgestellt werden, da dieses mit formellen und materiellen Mängeln be
haftet sei
.
Der
angefochtene Einspracheentscheid vom 30. Dezember 2014
und
die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2
5.
März 2013
seien
überdies
oh
ne
hin
bereits aus dem Grund aufzuheben,
dass
sein rechtliches Gehör unheilbar verletzt worden sei
(Urk. 1).
4
.
4.1
Der
Beschwerdeführer
moniert, die
Beschwerdegegnerin
habe
wenige Wochen nach dem Erhalt der beigezogenen Akten der IV-Stelle die leistungsaufhebende Verfügung
vom 25. März 2013 erlassen
, ohne ihm vorgängig das rechtliche Ge
hör zu gewähren. Es verstehe sich von selbst, dass diese wahrlich massive Ver
letzung des rechtlichen Gehörs in mannigfacher Hinsicht nicht geheilt werden könne. Die Verfügung vom 2
5.
März 2013 und der angefochtene Einsprache
entscheid vom 3
0.
Dezember 2014
seien
deshalb
aufzuheben (
Urk.
1 S. 6
f.
und
S.
8).
Als Erstes ist daher
zu untersuchen, ob die beantragte Aufhebung wegen einer Verletzung des rechtlichen Gehörs ohne
eine
weitere Prüfung
des angefochte
nen Entscheides
in Frage kommt.
4.2
Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör. Sie müssen nicht angehört
werden vor Verfügungen, die durch Einsprache anfechtbar sind (
Art.
42 ATSG in
Verbindung mit
Art.
1
Abs.
1 UVG).
Gegen die leistungsaufhebende Verfü
gung vom 2
5.
März 2013 konnte innerhalb von 30 Tagen bei der verfügenden Stelle
Einsprache erhoben werden (
Art.
52
Abs.
1 ATSG in Verbindung mit
Art.
1
Abs.
1
UVG; vgl. auch
Urk.
7/Z109 S. 3).
Die Beschwerdegegnerin
musste
dem
Be
schwerdeführer
daher
vor
dem Erlass der fraglichen Verfügung
kein
rechtliche
s
Gehör gewähren. Insbesondere war sie auch nicht dazu verpflichtet, i
h
m
vor
gäng
ig
das Gutachten vom
28. November
2012
nebst den
weiteren bei
gezo
ge
nen Akten zuzustellen und ihn zum diesbezüglichen Beweisergebnis an
zuhören.
Die
damalige Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers erhielt auf
ihr
entspre
chen
des Ersuchen
am 2
6.
April 2013
von der Beschwerdegegnerin
sämt
liche Unterlagen
, darunter auch das Gutachten vom 2
8.
November 2012 (
Urk.
7/M16),
zugestellt (vgl.
Urk.
7/Z110 und 7/Z111).
Eine weitere Zustellung des Gutach
tens
vom 2
8.
November 2012 erfolgte am 2
1.
Februar 2014 (Urk. 7/Z115).
I
m Rahmen
des Einspracheverfahrens
hatten der Beschwerdefüh
rer und seine
Rechts
ver
tre
tung
Gelegenheit, sich zu äussern, was
sie
denn auch
eingehend
tat
en
(vgl.
7/Z112
und 7/Z120
). Eine Verletzung des
Gehörsan
spruchs
liegt somit nicht vor
(
vgl.
BGE 136 V 113 E.
5.3 und 132 V 368 E. 7 sowie das Urteil des Bundesge
richts 8C_830/2011 vom 9. März 2012 E. 4.3)
. Der Beschwerdeführer versucht daher zu Unrecht, etwas zu s
einen Gunsten aus einer solchen abzuleiten
.
Es ist
somit
weiter
zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die Voraus
setzungen für eine Rentenaufhebung bejaht hat.
5.
5
.1
Bei Erlass der
rentenzusprechenden
Verfügung vom 2
4.
Mai 2005 lagen der Be
schwerdegegnerin
zur Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeits
fähigkeit
die eigenen medizinischen Akten (vgl. 7/M1-15) und die
von der IV-
Stelle
bis zum
1
.
April
2004
gesammelten
Unterlagen vor (vgl.
Urk.
7/Z71,
22/47
und 22/48
). Demnach präsentierten sich die Verhältnisse wie folgt:
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Handchirurgie, diag
nostizierte
in seinem Bericht vom
4.
November 2002 eine
Hyperpathie
im rechten
Ulnarisge
biet
. Der bisherige Heilungsverlauf sei eigentlich erfreulich bezüglich der moto
rischen Entwicklung. Es gebe jetzt keine Krallenstellun
g der F
inger mehr, die
Intrinsic
-Plus
-S
tellung könne ebenfalls gut eingenommen werden. Die Narben
seien reizlos, wenn auch etwas verbreitert abgeheilt. Funktionell stark störend sei
eine
Hyperpathie
im gesamten Versorgungsgebiet des
Nervus
ulnaris
, eine 2-PD lasse sich nicht nachweisen.
Als bleibender Nachteil sei eine
Sensibilitäts
störung
im
Ulnarisgebiet
zu erwarten (
Urk.
7/M7).
Bei der letzten Untersuchung in der Klinik für Wiederherstellungschirurgie des
Spitals B._
am 1
5.
Mai 2003 wurde eine ausgeprägte
Allodynie
festgestellt, welche den Verdacht auf eine Neurombildung im Versorgungsgebiet des
Nervus
ulnaris
begründe
te
. Zu den erhobenen Befunden wurden ein guter Schlüsselgriff, kein
Froment
-Zeichen, keine Krallenstellung, eine gute
Streckfä
higkeit
sämtlicher Langfinger und eine gute Kleinfingerabduktion
(M4/5) ver
merkt. Überdies wurde
eine insuffiziente Adduktion
Dig
. II/V mit einer
Sperr
distanz
von ca. 2 cm zwischen
Dig
. IV und
Dig
. V erhoben. Faustschluss und Fingerstreckung seien normal. Die rohe Kraft links betrage
6/4/6 kg, rechts 30/22/2
0.
Bei konsequentem
Fortführen der
Desensib
i
li
sierungs
-Therapie sollte eine progressive langsame Besserung der
Alodyniebeschwerden
in den nächsten 1-3 Jahren noch möglich sein (vgl. Urk. 22/13/16/5 und 22/13/16/6).
Am 1
8.
Juli 2003 vermerkte
Dr.
A._
immer noch störende Schmerzen bei der Fingerstreckung und eine Überempfindlichkeit bei einer Berührung im
Ulnaris
versorgungsgebiet
. Ein
Tinel
-Phänomen werde im g
esamten
Ulnarisgebiet
an
gegeben.
D
ie Höhe der Nahtstelle des
Nervus
ulnaris
sei wege
n sehr heftiger
Tinel
-Phänomene
sehr stark auf Druck empfindlich. Es sei eine erstaunlich gute mo
torische Funktion der intrinsischen, üblicherweise
ulnarisinnervierten
Mus
ku
latur vorhanden, ohne Krallenstellung und mit voller Streckung der Lang
finger. Als bleibender Nachteil sei
en
eine
Hyperpathie
im
Ulnarisversor
gungs
ge
biet
und damit eine eingeschränkte Belastbarkeit der linken Hand zu erwar
ten. Zur vor
geschlagenen Operation habe sich der Patient noch nicht entschliessen können (
Urk.
7/M8).
In einem weiteren Bericht vom 2
8.
August 2003 hielt
Dr.
A._
fest, im Vordergrund stünden Schmerzen und insbesond
e
re eine Über
empfind
lichkeit im Versorgungsgebiet des
Nervus
ulnaris
, so dass das Halten von Ge
genständen mit dieser Hand nur sehr schlecht möglich sei. Schmerzen
träten zudem bei der Streckung der Finger auf.
Für Tätigkeiten, welche den
Kraf
t
ein
satz
der linken Hand oder das Halten und Tragen von Gegenständen erfor
der
lich machten, sei der Patient zu 100
%
arbeitsunfähig. Für leichtere Arbeiten, bei denen die linke Hand lediglich als H
ilfshand eingesetzt werden müss
e,
sei
der Patient arbeitsfähig (
Urk.
7/M9).
Dr.
med. C._
, Facharzt FMH für Chirurgie, speziell Handchirurgie, diagnostizierte am
6.
November 2003 neu ein mittelschweres CRPS Typ II-Syn
drom des
Nervus
ulnaris
nach peripherer Durchtrennung. Als Befund erhob er eine ausserordentliche Überempfindlichkeit im Sinne einer Hyperästhesie und
Allodyni
e
im Bereich des
Ulnaris
-Neurom
s mit Ausbreitung bei Belastungen, vor
allem provoziert entlang der gesamten
ulnaren
Handhälfte, aufsteigend bis zum
Ellenbogen, entlang der
ulnaren
Vorderarmseite. Bei den
Provokationstes
ten
, wie
Dehnung und Hyperabduktion im Schultergelenk
,
träten die typischen Ausstra
h
lungen
in die linke Schulter bis in den Nackenbereich
auf
,
welche äusserst schmerz
haft seien,
ebenfalls verstärkt durch Kopfdrehungen
kontrala
teral
und in der Seitenneigung. Der gesamte
Nervus
ulnaris
-Verlauf sei auf Klopfen hoch
empfindlich mit Schmerzausstrahlung sowohl nach distal wie auch nach proxi
mal.
Die nachbarlichen Nerven wie
Medianus
und
Radialis
seien völ
lig normal,
ebenso die Sehnenfunktionen. Der
Grei
f
akt
sei durch diese neuro
pathischen Schmer
zen ganz erheblich eingeschränkt. Es fehle die Greifkraft; die Hand werde
praktisch nur noch mit den Fingern I bis III soweit wie möglich ge
braucht
. Seit einem Monat arbeite der Patient zu 50
%
in einem Sportgeschäft, wo er mit Verkauf beschäftigt sei. Die Belastungen hätten das Schmerzsyndrom massiv akzen
tuiert (
Urk.
7/M10).
Am
1.
Dezember 2003 führte
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Anäs
the
siologie, eine
Stellatum
-Blockade durch (Urk. 7/M11). In seinem Bericht vom 2
0.
Juli 2004 nannte er als aktuelle Diagnose ein CRPS Typ II. Der Patient sei zwar kooperativ, er sei aber auch
häufig
im Ausland. Bislang habe keine Bes
se
rung der Beschwerden erzielt werden können. Die
Stellatum
-Blockade sei aus
ge
sprochen erfolgreich gewesen. Es sei mit Sicherheit ein bleibender Nachteil zu erwarten und der Patient werde seinen verletzten Arm nie wieder voll ge
brau
che
n
können
(
Urk.
7/M13)
.
Dr.
D._
bestätigte am
2
1.
Dezember 2004 die bereits gestellte Diagnose und stellte keine Behandlungsfortschritte fest. Die
Arbeits
unfähigkeit betrage bis auf Weiteres 50 %.
Sie
könnte durch einen Wechse
l
der angestammten Tätigkeit oder des Arbeitsplatzes gesteigert werden (
Urk.
7/M15
).
Es standen somit die Diagnosen einer
Hyperpathie
, einer
Allodynie
und eines
CRPS Typ II im Raum.
Der Verfügung vom
2
4.
Mai 2005
zufolge
ging die Be
schwerdegegnerin davon aus,
dass
eine behinderungsang
epasste Tätigkeit (als Verkaufsmitarbeiter
) zu 100
%
zumutbar und beim Invalideneinkommen ein
leidensbedingter Abzug von 15
%
angemessen sei (vgl.
Urk.
7/Z84 S. 2 und 22/
28
)
.
Sie
schloss sich
somit
der von
Dr.
A._
vertretenen Auffassung an, dass lediglich
leichtere Arbeiten, bei denen die linke Hand
bloss
als Hilfshand eingesetzt werden müsste
, behinderungsangepasst seien.
Dies steht auch im Ein
klang mit den von
Dr.
C._
festgestellten Einschränkungen, gemäss welchen an der linken Hand eine fehlende Greifkraft und praktisch nur noch die Ge
brauchs
fähigkeit dreier Finger bestanden habe.
5
.2
Zu den aktuellen
medizinischen Verhältnisse
n äussert
e
sich der
Verlaufsbericht des behandelnden Psychiaters
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Psy
chia
trie und Psychotherapie,
vom
4.
Mai 2012 (
Urk.
22/
13/121)
. Demnach
lit
t der Beschwerdeführer seit längerer Zeit
an einer posttraumatischen
Belastungs
störung
(ICD-10: F43.1) und an rezidivierenden depre
ssiven Episoden (ICD-10: F33.1)
. Überdies diagnostizierte
Dr.
E._
neu eine vorübergehende akute psy
chotische Störung (ICD-10: F23).
Während Jahren sei keine eigentliche Remission zu verzeichnen gewesen. Auf kürzere stabilere Perioden seien bald heftige Exazerbationen mit schweren de
pressiven Zuständen mit akuter Suizidalität, paranoiden Vorstellungen und
anan
kastischer
Symptomatik gefolgt. Eine Besserung sei angesichts des bisheri
gen Verlaufs nicht zu erwarten. Günstig könnte am ehesten eine Konsolidierung im sozialen Bereich wirken, aber vorläufig sei keine entsprechende Entlastung beziehungsweise Stabilisierung in Sicht (Urk.
22/
13/121/2).
5.3
Das in der Folge
von der
IV-Stelle
eingeholte interdisziplinäre Gutachten vom 28. November 2012 wurde von
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für
Innere Medizin und Rhe
u
maerkrankungen
, und
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH für Psychiatrie, erstellt (Urk.
7/M16
).
Es nennt folgende Diagnosen mit Aus
wir
kung auf die Arbeitsfähig
keit (Urk.
7/M16 S.
8):
1.
Rezidivierende depressive Störung, seit Anfang 2012
leichtgradige
Episode (ICD-10: F33.0), mässige kulturelle Integration, lange Phase von
Arbeits
untätigkeit
(ICD-10: Z60.3/Z56), familiär
e Schwierigkeiten (ICD-10: Z63),
und anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)
2.
02.10.01 tiefe
Schnittverletzung am linken Handgelenk
palmar
mit
Flexi
onsausfall
der Langfinger und
Asensiblität
im Versorgungsgebiet des lin
ken
Nervus
ulnaris
:
-
Sehnennähte DP II (partiell), FDP III bis V, FDPS II bis V, jeweils II bis V, sowie FCU Co-Adaptionsnaht des linken
Nervus
ulnaris
, Anastomose der
Arteria
ulnaris
des linken
palmaren
Handgelenks und Spaltung des linken
Retinaculum
flexorum
-
11/03 passageres CRPS II der linken Hand
-
01.12.03
Stellatum
-Blockade auf der linken Seite
-
vollständige Rückbildung.
Ohne langdauernde Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien ein chronisches Schmerzsyndrom im Bereich des linken oberen Körperquadranten (nicht ausrei
chend somatisch abstützbar, diffuse Druckschmerzangabe, Polyarthralgien,
cer
vicospondylogenes
Syndrom, Schlafstörungen, Müdigkeit, Ängste, traurige Ver
stimmungen), Übergewicht, anamnestisch ein Reizmagen-Syndrom, Asthma bron
chiale und der Verdacht auf eine subklinische Hypothyreose (
Urk.
7/M16 S.
8).
Bis Ende 2011 könne
aus interdisziplinärer Sicht
von einer aufgehobenen Arbeits
fähigkeit ausgegangen werden. Als Teppichverkäufer sei der Versicherte seit Anfang 2012 zu 40
%
eingeschränkt. Für eine angepasste Verweistätigkeit bestehe seit Anfang 2012 eine 30%ige Einschränkung (
Urk.
7/M16 S.
21).
Aus
rein
somatisch-rheumatologischer Sicht habe sich anlässlich der aktuellen Begutachtung kein relevanter Folgeschaden der am
2.
Oktober 200
1 erlittenen komplexen Läsion im Bereich der linken Hand objektivieren lassen. Eine einge
hendere klinische Untersuchung werde erst möglich, wenn die Selbstlimitation des Versicherten abnehme (
Urk.
7/M16 S.
12). Für die zuletzt ausgeübte berufli
che Tätigkeit als Lagerist und Teppichverkäufer lasse sich seit Januar 2004 eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von maximal 20
%
begründen. Für eine an
gepasste Verweistätigkeit könne aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht seit
Januar 2004 keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr formuliert werden (
Urk.
7/M16 S.
17). Eine angepasste Verweistätigkeit liege in einem temperierten (Raumluft) Raum, beschränke sich auf leicht- bis mittelgradig kör
perlich
belas
tende Arbeiten und lasse die Möglichkeit zu, zwischen sitzender, stehender und gehender Körperhaltung zu wechseln. Das Einhalten der
Rücken
ergonomie
sei
wünschenswert. Die mit der linken Hand repetitiv zu bewegenden Gewichte sollten,
sofern die rechte Hand nicht gleichzeitig eingesetzt werden könne, 5 kg nicht überschreiten (Urk.
7/M16 S.
17).
Aus psychiatrischer Sicht könne bis Ende 2011 von einer vollständigen Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Seither bestehe eine Ein
schränkung in der zuletzt ausgeübten beruflichen Tätigkeit von 30
%
(Urk.
7/M16
S.
21). Die Resultate einer am
9.
November 2012 entnommenen Blutprobe zeigten, dass das Antidepressivum und das Neuroleptikum klar unter dem the
ra
peutischen Wert lägen. Eine geeignete medikamentöse Behandlung könne die
depressive wie auch die nächtliche Angstsymptomatik relevant sen
ken. Die Arbeits
fähigkeit werde auf 80 bis 90
%
ansteigen (
Urk.
7/M16 S.
32).
6.
6.1
Das interdisziplinäre Gutachten vom 28. November 2012 (Urk.
7/M16
) basiert auf den
zur Verfügung gestellten Unterlagen und der fach
ärztlichen
internistisch-
rheumatologischen und psychiatrischen Untersu
chung des
Beschwerdeführers am 2. und
9.
November 2012 (Urk.
7/M16 S.
1
und
22). Es
wurde in Kenntnis der medizinischen Vorakten erstellt und berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden ange
messen. Die gestellten Fra
ge
n beantwortet es um
fassend. Überdies setzt es sich detailliert mit anders
lau
tenden Beurteilungen, namentlich mit der in den Vorberichten gestellten Diagnose einer
Algodystrophie
respektive eines CRPS vom Typ II
, auseinander (vgl.
Urk.
7/M16 S.
10).
Dabei wird einleuchtend und nachvollziehbar
erläutert
, weshalb sich eine solche mit den anlässlich der aktuellen Untersuchung erhobenen Befunden nicht objekti
vieren lasse
und
weshalb
d
er genaue Zeitpunkt der eingetretenen Verbesserung
nicht genau definiert werden
könne. Namentlich wird insoweit plausibel be
merkt,
dass
mit der vorliegenden Dokumentation unklar b
leibe
, ob sich das CRPS un
mittelbar nach der am
1.
Dezember 2003 durchgeführten
Stellatum
-Blockade
oder zu einem späteren Zeitpunkt
zurückgebildet ha
be. Die
Angaben des Ver
sicherten diesbezüglich
seien
nicht hilfreich und die nach dem
hand
chirur
g
i
schen
Konsiliumsbericht
vom 6.
November 2013 verfassten Berichte
enthielten
keine Angaben mehr zu den Befunden
(
Urk.
7
/
M16 S.
5, 9
und
15).
Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht überzeugt, unge
ach
tet dessen, dass keine umfassende mehrstündige Testbatterie durchgeführt
wurde (
Urk.
1 S. 12 und 7/Z112 S. 5
).
Es
wurde eine schmerzvermittelnde Mi
mi
k und Gestik mit N
achweis von fünf der fünf
Waddel
l
-Zeichen vermerkt (
Urk.
7/M16 S.
4 und 10). Bei der Untersuchung blocke der Beschwerdeführer
Bewegungen, insbesondere des linken Armes, mit einem abrupt einsetzenden Wider
stand ab. Phasenweise übe er die Bewegungen des linken Armes verlang
samt aus. Auf der Untersuchungsliege in Bauchlage liegend lege er beide Arme vollständig
eleviert
und flektiert neben dem Kopf ab und könne die Arme und die Hände funktionell unbehindert einsetzen, wenn er sich von der Bauch- in die Rückenlage oder umgekehrt mobilisiere (Urk.
7/M16 S.
4). Die Narben an der linken Hand und am linken Unterarm präsentierten sich reizlos. Beidseits sei ein
vollständiger Faustschluss möglich und es bestehe eine vollständige
Extensi
ons
fähigkeit
aller Langfinger in allen Gelenken. Die rohe Kraft der linken Hand sei rasch wechselnd und nicht-
myotombezogen
abgeschwächt, entsprechend M3
bis M5 minus. Diese nicht-
myotombezogene
Kraftabschwächung beziehe sich auf
alle Finger der linken Hand. Wenn sie tatsächlich permanent bestehen würde,
müsste sich zwingend eine Muskelhypotrophie entwickeln, die sich je
doch eben
falls nicht objektivieren lasse. Die Selbstlimitation des Beschwerde
führers lasse keine eingehendere Kraftprüfung des linken Armes zu (
Urk.
7/M16 S.
5 und
11).
Auch das psychiatrische Teilgutachten ist
– entgegen der in der Beschwerde
schrift vertretenen Auffassung (
Urk.
1 S. 10) –
schlüssig
und nachvollziehbar
begründet. Es bestehen keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass die anamnestischen Angaben zum Teil unrichtig wiedergegeben worden sein könnten, wie es v
om
Beschwerdeführer behauptet wu
rd
e
(
Urk.
22/
13/137
; vgl. z.B.
Urk.
22/13/76
). Selbst
wenn dies aber zutreffen sollte, so wäre zu beachten, dass es sich ledig
lich um einzelne untergeordnete Details handeln würde, welche die gutachterli
chen Ausführungen nicht erheblich zu relativieren vermöchten. Insbesondere würd
e sich nichts an den im Rahmen der Begutachtung erhobenen objektiven Befunden (vgl.
Urk.
7/M16 S.
26 ff.
) und dem Resultat der Laboruntersuchung
einer am
9.
November 2012 entnommenen Blutprobe mit
Medikamentenspie
geln
von
Risperdal
und
Aurorix
weit unter dem Referenzbereich (
Urk.
7/M16 S.
28) ändern, welche – zu Recht – nicht bestritten werden (vgl.
Urk.
1 und
22/
1). Die von
Dr.
med. H._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psy
cho
therapie,
gestellte Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung wird diskutiert und in der Folge nicht als unzutreffend bezeichnet, wie es
von Seiten des Beschwerdeführers insinuiert wu
rd
e
(vgl. Urk.
22/
1 S. 12).
Dr.
G._
hat
lediglich festgehalten, es sei atypisch, dass eine posttraumatische
Belastungs
störung
während so langer Zeit bestehen bleibe, da sie sich in der Regel zurück
bilde. Allerdings sei zu bemerken, dass der Beschwerdeführer 2006 eine
Retrau
matisierung
erlebt habe. Die von ihm (aktuell) noch immer sporadisch wahrge
nommenen nächtlichen Sensationen sprächen dafür, dass er zumindest tags
über,
also bei der Arbeit, nicht mehr durch allfällige Restsymptome behin
dert werde.
Er erfahre nachts zudem eigenartige Illusionen, indem er glaube, fremde Perso
nen
brächen in seine Wohnung ein und verursachten Geräusche. Die vom behan
deln
den Psychiater verordneten Medikamente, unter anderem
Risperdal
, seien ge
eignet, solche Störungen zu unterdrücken. Die
Laboruntersu
chung
habe aber
gezeigt, dass kein therapeutisch wirksamer
Medikamentenspie
gel
vorliege (
Urk.
7/M16
S.
29).
Dr.
G._
hat somit
lediglich keine Auswir
kung auf die Arbeits
fähigkeit
mehr
festgestellt und eine Behandelbarkeit bejaht. Auch die depressiven Episoden werden nicht wie
moniert (
vgl.
Urk.
22/
1 S.
12) verneint,
sondern es wird aufgrund der aktuellen Symptomatik - insoweit plau
sibel –
ledig
lich eine
leichtgradige
depressive Episode diagnostiziert (vgl.
Urk.
22/
1 S. 12
und
7/M16 S.
29).
6
.2
In
formeller Hinsicht wird
gegen das Gutachten vorgebracht
, die Beschwerde
gegnerin
habe
dem Beschwerdeführer
nicht
die Möglichkeit eingeräumt, gegen Art oder Umfang der Begutachtung oder gegen die bezeichneten Sachverstän
digen Einwendungen zu erheben und formelle
oder
materielle
Ausstandsgründe
ge
gen die Gutachterpersonen geltend zu machen (
Urk.
1 S. 6 f.).
Auch die IV-
Stelle habe
die
Mitwirkungsrechte
des Beschwerdeführers
in mannigfacher Hinsicht verletzt
, was
bereits
in der
Beschwerdeschrift vom 2
9.
September 2014 im sozial
versicherungsgerichtlichen Verfahren IV.2014.01009
gerügt worden
sei
(
Urk.
1
S.
9 mit Hinweis auf die Akten des Verfahrens IV.2014.01009).
Im
erwähnten Verfahren
hat
der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers richtig bemerkt, dass das Bundesgericht in seinem Leitentscheid BGE 137 V 210 die
po
ly
disziplinäre
Begutachtung thematisiert und der versicherten Person – unter Aufgabe seiner bisherigen Rechtsprechung – einen Anspruch eingeräumt hat, sich vorgängig zu den Gutachterfragen zu äussern. Überdies hat es im
fraglichen
Entscheid festgehalten, dass die IV-Stellen der versicherten Person zu
sammen mit der verfügungsmässigen Anordnung der Begutachtung den vorgese
henen Katalog der Expertenfragen zu unterbreiten haben (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.9; vgl.
Urk.
22/
1 S. 5). Hierzu ist vorab zu bemerken, dass die in BGE 137 V 210 statu
ierten rechtsstaatlichen Anforderungen erst mit dem Urteil des Bun
desgerichts 9C_207/2012 vom
3.
Juli 2013 (publiziert als BGE
139 V 349) für mono- und
bidis
ziplinäre
medizinische Begutachtungen sinngemäss anwendbar erklärt wur
den
(vgl. BGE 139 V 349 E. 3-5). Das zur Diskussion stehende interdis
ziplinäre Gutachten datiert vom
28. November 2012, das heisst es wurde bereits vor der
erwähnten Rechtsprechungsänderung in Auftrag gegeben und erstattet. Die nach
altem Verfahrensstandard eingeholten Gutachten verlieren durch die neu statu
ierte Anwendbarkeit justiziabler Korrektive auf laufende Verfahren ihren
Beweis
wert
nicht per se. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzel
falls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobe
nen Rügen
ent
scheidend, ob das abschliessende Abstellen auf die vorhandenen
Beweis
grund
lagen
vor Bundesrecht standhält (BGE 137 V 210 E. 6). Daran ver
mag auch der von Seiten des Beschwerdeführers angeführte Umstand nichts zu ändern, dass das Kreisschreiben über das Verfahren in der Invalidenversiche
rung (KSVI) bereits am 2
1.
August 2012 aufgrund der geänderten Rechtspre
chung angepasst worden war (
Urk.
22/
1 S. 5). Hierbei handelt es sich lediglich um
Verwaltungs
weisungen
an die Durchführungsstellen, welche für das Gericht nicht verbind
lich, sondern lediglich bei der Auslegung der anwendbaren Geset
zes- und
Verordnungsbestimmungen zu berücksichtigen sind (BGE 132 V 121 E. 4.4 mit Hinweisen).
Weiter wird gegen
das Gutachten
im Verfahren IV.2014.
1009
angeführt
, dass es die
IV-Stelle
versäumt habe, dem Beschwerdeführer vorgängig die Namen beider Gutachter bekannt zu geben. Mit der schriftlichen Mitteilung vom 30. August 2012 habe sie lediglich angezeigt, dass
Dr.
F._
mit der Begutachtung beauftragt werde und dieser den zweiten Gutachter bekannt geben werde. Am 17. September 2012 habe
Dr.
G._
dem Beschwerdeführer direkt mitgeteilt, dass er ihn untersuchen werde. Die
IV-Stelle
habe dem Beschwerdeführer somit keine Mög
lich
keit eingeräumt, gegen den psychiatrischen Gutachter Einwände zu erheben (
Urk.
22/
1 S. 6).
In der fraglichen Mitteilung vom 3
0.
August 2012, welche auch dem Beschwerde
führer persönlich zugestellt worden war, hat die
IV-Stelle
eine Begutachtung be
treffend die Fachbereiche Innere Medizin und
Psychiatrie
angeordnet
. Überdies hat sie bereits
Dr.
F._
als Gutachter bekannt gegeben und darauf hingewiesen, dass der Name des zweiten Gutachters noch mitgeteilt werde. Triftige Einwen
dungen gegen die Art der Begutachtung, die vorgesehenen Fachdisziplinen sowie allfällig den/die Namen der begutachtenden Personen seien innert zehn Tagen schriftlich ab der Zustellung der Mitteilung bei der
IV
-
Stelle
einzureichen (
Urk.
22/
13/123). Es trifft zu, dass
Dr.
G._
dem Beschwerdeführer mit Schrei
ben vom 17. September 2012 direkt erklärte, dass er von der Invaliden
versicherung mit der spezialärztlichen Untersuchung beauftragt worden sei (
Urk.
22/
13/126). Diese fand erst am 9. November 2012, das heisst knapp zwei Monate später statt (Urk.
7/M16 S.
22). Ab Erhalt der schriftlichen Mitteilung von
Dr.
G._
hätte der Beschwerdeführer hinreichend Gelegenheit gehabt, Ein
wände gegen
die
Person
von
Dr.
G._
als Gutachter zu erheben. Diese Möglichkeit liess er jedoch ungenutzt verstreichen, während er zum
Inhalt des
Gut
achten
s
relativ ausführlich Stellung genommen hat (
Urk.
22/
13/137).
Auch
nach
dem er eine Rechtsvertretung beauftragt und diese im Mai 2013
von der IV-Stelle
die Akten mit dem Gutachten zugestellt erhalten hatte (Urk.
22/
13/142), wurden keine entsprechenden Einwendungen vorgebracht. Ebenso wenig wurden im Ein
wand (
Urk.
22/
13/159) und in der Beschwerdeschrift
vom 2
9.
September 2014
(
Urk.
22/
1)
gesetzliche
Ausstands- oder Ablehnungsgr
ünde geltend gemacht (vgl. Urk.
22/
1).
Solche
wurden auch
weder
in der Einsprache vom
2.
Mai 2013 (
Urk.
7/Z112)
noch in der Stellungnahme vom 1
4.
März 2014 an die Beschwerde
gegnerin (
Urk.
7/
Z120)
noch
in der Beschwerdeschrift vom
4.
Februar 2015 an
ge
rufen (
Urk.
1 S. 9).
Sie
müssten jedoch so früh wie möglich vorgetragen wer
den. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung verstösst es gegen Treu und Glauben, Einwendungen dieser Art erst im Rechtsmittelverfahren vorzubringen,
wenn dies schon vorher möglich und zumutbar gewesen wäre. Wird die sachver
ständige Person nicht unverzüglich als befangen abgelehnt, wenn die betroffene Person vom Ablehnungsgrund Kenntnis erhält, verwirkt sie den Anspruch auf spätere Anrufung der Verfahrensgarantie (BGE 137 V 210 E. 6.1.1).
Der Anspruch
gilt somit nicht absolut. Die Rüge einer fehlenden Möglichkeit, sich zur Person des Gutachters zu äussern, ohne gleichzeitig konkrete
gesetzliche
Ausstands- oder Ablehnungsgründe zu nennen, erscheint überspitzt formalistisch und ist nicht zu schützen. Insbesondere vermag sie die gutachterlichen Ausführungen nicht in Zweifel zu ziehen.
Schliesslich
wird beanstandet, die
IV-Stelle
habe den Beschwerdeführer nicht auf die Möglichkeit hingewiesen, Zusatzfragen zu stellen. Ebenso wenig habe sie ihm den Fragekatalog zugestellt, sondern lediglich das Merkblatt mit dem Titel „Das medizinische Gutachten in der Invalidenversicherung“ mit den Zusatzfragen der Invalidenversicherung (
Urk.
22/
1 S. 6 f.).
Mit der schriftlichen Mitteilung vom 3
0.
August 2012 wurde der Beschwerde
führer ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass er Zusatzfragen, die er beant
wortet haben möchte, innert zehn Tagen einreichen könne. In der Beilage finde er die Fragen der IV-Stelle an die Ärzte (Urk.
22/
13/123/1). Die
IV-Stelle
hat sich überdies keineswegs darauf beschränkt, dem Beschwerdeführer das erwähnte Merkblatt zuzusenden. Vielmehr hat sie selbst konkrete Fragestellungen formu
liert, die sich im Zusammenhang mit dem Revisionsverfahren aufdrängten. Na
mentlich hat sie die Frage aufgeworfen, ob sich die Arbeitsunfähigkeit seit der letzten Revision verändert habe (vgl. Urk.
22/
13/122/3). Der fragliche Zeitraum, zu welchem sich das Gutachten über den Gesundheitszustand äussern sollte, war damit klar definiert. Für den Fall einer festgestellten Veränderung der Arbeitsun
fähigkeit sollte überdies angegeben werden, ob es sich um eine Verbesserung oder um eine Verschlechterung des Gesu
ndheitszustandes handele
oder um einen im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustand, dessen Auswirkungen auf die Arbeitsf
ähigkeit nur anders beurteilt wü
rden (
Urk.
22/
13/122/3). Darüber hin
aus hat
die IV-Stelle
eine Zusatzfrage bezüglich der Überwindbarkeit der psychi
atrischen Diagnosen gestellt (Urk.
22/
13/122/3). Ein Versäumnis ist der
IV-Stelle
in diesem Punkt folglich nicht vorzuwerfen.
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass im Zusammenhang mit der Einho
lung des Gutachtens durch die IV-Stelle keine verfahrensrechtlichen Ansprüche des Beschwerdeführers gemäss BGE 137 V 210 verletzt wurden. Damit kann – im Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung – offen bleiben, ob und bejahendenfalls inwieweit eine Verletzung dieser Grundsätze in einem Verfahren der Unfallversicherung, in welche
m
das Gutachten lediglich beigezogen wird,
überhaupt zu beachten wären (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8C_395/2012 vom 3
1.
August 2012 E. 4.4).
6
.
3
Der
Beschwerdeführer
lässt sodann
geltend machen
, dass die beiden Gutachter die Anforderungen bezüglich einer unabhängi
gen und unvoreingenommenen Be
gutachtung nicht erfüllt hätten. So habe
Dr.
F._
den Beschwerdeführer in Verletzung seiner medizinischen Fachrichtung nicht nur rheumatologisch beur
teilt, sondern gleichzeitig noch eine Beurteilung als Facharzt der Allgemeinen oder Inneren Medizin abgegeben (
Urk.
1 S. 9).
Hierzu ist festzuhalten, dass die IV-Stelle mit der
Mitteilung vom 3
0.
August 2012 eine Begutachtung betreffend die Fachbereiche Innere Medizin und Psychi
atrie angeordnet hat (
Urk.
22/13/123).
Die Innere Medizin ist ein Spezialgebiet der Humanmedizin, das sich mit Prävention, Diagnostik, konservativer Therapie und Rehabilitation der Krankheiten der Atmungsorgane, des Herzens- und des Kreislaufs- sowie des Verdauungssystems, der Nieren und ableitenden Harnwege, des Bluts und der
hämatopoetischen
Organe, des Stoffwechsels und der inneren Sekretion, der Infektionskrankheiten sowie zum Teil auch mit Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparats und allergischer beziehungsweise
im
m
uneller
Er
krankungen befasst und auch die Intensivmedizin umfasst. Rheumatologie ist die Lehre der Entstehung, Behandlung und Verhütung von Erkrankungen des rheu
ma
tischen Forme
n
kreises
. Solche treten am Stütz- und Bewegungsapparat auf
(vgl.
zum Ganzen:
Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch,
26
6. Auflage, Berlin 2014
,
S. 1020 und 1848
).
Insofern ist die Rheumatologie ein Spezialgebiet der In
neren Medizin
(vgl. auch
Urk.
6 S. 6 mit Hinweisen)
.
Dr.
F._
, welcher über die entsprechende fachärztliche Eignung verfügt (vgl. Urk.
7/M16 S.
1), hat
diesen Aspekten
bei seiner Beurteilung Rechnung getragen, was nicht zu beanstanden, sondern vielmehr als besonderes Qualitätsmerkmal zu werten ist.
Ein
polydiszip
linäres
Gutachten liegt damit – entgegen der von Seiten des Beschwerdeführers vertretenen Ansicht (
Urk.
1 S. 12 und 7/Z112 S. 4) – aber nicht vor.
Mit Bezug auf die Ausführungen von
Dr.
G._
wird gerügt, dass er nebst den
Fragen der IV-Stelle 18 weitere
offenbar nicht von diese
r formulierte
Fragen beantwortet habe (
Urk.
1 S. 9). Soweit dieser Vorwurf zutrifft (vgl. Urk.
7/M16 S.
31
ff.
)
,
ist gegen das Vorgehen
von
Dr.
G._
beziehungsweise von
Dr.
F._
nichts einzuwenden. Vielmehr spricht es für die Qualität eines Gutachtens, wenn die Gutachter weitere sich aufdrängende Fragestellungen ansprechen und abhan
deln. Ob sie ihre Ausführungen in Frage-Antwortform oder in einen gewöhnli
chen Text kleiden wollen, ist ihnen zu überlassen.
6.4
Schliesslich bleibt zu bemerken, dass im Gutachten vom 28. November 2012 neu eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert und aus psy
chiatrischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für sämtliche Tätig
keiten von 30 % attestiert wurde. Gemäss der damals geltenden bundesgericht
lichen Rechtsprechung bestand eine Vermutung, dass eine somatoforme Schmerz
störung und ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung über
windbar ist und sie in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu bewirken vermag. Nur im Aus
nahmefall, wenn die sogenannten Foerster-Kriterien in einem hinrei
chenden Aus
mass erfüllt waren, wurden die Voraussetzungen für eine zumut
bare
Wil
lens
anstrengung
verneint und ein Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess als un
zu
mutbar erachtet (vgl. BGE 139 V 547 E. 3, 131 V 49 E. 1.2 und 130 V 352). Das Bundesgericht hat seine bisherige Rechtsprechung mit Urteil 9C_492/2014 vom
3.
Juni 2015 (BGE 141 V 281) geändert und das bisherige Regel-/
Aus
nahme
modell
durch ein
strukuriertes
Beweisverfahren ersetzt. An die Stelle des bishe
rigen Kriterienkatalogs trete
n im Regelfall beachtliche
Stan
dardindi
katoren
.
U
nter Berücksichtigung leistungshindernder äu
sserer
Belastungsfakto
ren
einer
seits und Kompensationspotentialen (Ressourc
en) anderseits soll das tatsächlich er
reich
bare Leistungsvermögen
ergebnisoffen
beurteilt werden
(
BGE 141 V 281
E. 3.6). Betont wird, dass die Aufgabe der
Überwindbarkeits
vermutung
an den Regeln betreffend die Zumutbarkeit nichts ändert, nament
lich nicht am Erfor
der
nis ei
ner objektivierten Beurteilungs
grundlage. Nach Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG liegt eine Erwerbsunfähigkeit nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist. Medizinisch-psychiatrisch nicht be
gründbare Selbstein
schätzungen und -limitierungen, wie sie gerichtsnotorisch ärztlicherseits sehr oft unterstützt werden – wobei erst noch häufig gar keine konsequente Behand
lung stattfindet –, sind auch künftig nicht als invalidisie
rende
Gesundheits
be
ein
trächtigung
anzuerkennen (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1).
In intertemporalrechtlicher Hinsicht ist sinngemäss wie in BGE 137 V 210 (be
treffend die rechtsstaatlichen Anforderungen an die medizinische Begutach
tung) vorzugehen. Nach diesem Entscheid verlieren gemäss altem
Verfahrens
standard
eingeholte Gutachten
nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Ge
geben
hei
ten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstel
len auf die vor
handenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE a.a.O. E. 6 in
initio
). In sinngemässer Anwendung der nunmehr
materiell-be
weisrecht
lich
geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prü
fen, ob die bei
gezogenen admi
nistrativen und/oder gerichtlichen Sachverständi
gen
gutach
ten – gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berich
ten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren er
lauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Um
ständen eine punktuelle Ergänzung genügen (
BGE 141 V 281
E. 8).
Im hier zu beurteilenden Fall sind keinerlei Anhaltspunkte dafür vorhanden, dass unter Berücksichtigung der nunmehr massgebenden Standardindikatoren an Stelle der sogenannten Foerster-
Kriterien eine andere Beurteilung erfolgen
müsste, zumal primär die Frage der Adäquanz zu klären sein wird. Darüber hin
au
s ist zu berücksichtigen, dass
aufgrund der Laboruntersuchung der beim Be
schwerdeführer entnommenen Blutprobe von einer unzureichenden medika
men
tösen Behandlung auszugehen ist, was gegen die Unüberwindbarkeit des psy
chischen Leidens spricht. Es best
eht daher auch kein Anlass, das
Gutachten im Hinblick auf die geänderte Rechtsprechung ergänzen zu lassen.
6
.
5
Aus dem Gesagten folgt, dass nichts vorgetragen wurde, was das Gutachten vom
28. November 2012 formell oder materiell mangelhaft er
schei
nen liesse oder sonst
in Zweifel zu ziehen vermöchte. Ebenso wenig ist etwa
s Derartiges aus den Akten ersichtlich. Vielmehr erfüllt das Gutachten sämtli
che von der Rechtspre
chung statuierten Anforderungen an ein medizi
ni
sches Gutachten (vgl. BGE 134 V 231 E. 5a und 125 V 351 E. 3a). Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin darauf abgestellt hat.
Daran vermag auch nichts zu än
dern
, dass es beim Erlass des angefochtenen Einspracheentscheides vom 3
0.
Dezember 2014
(
Urk.
2)
bereits rund zwei Jahre alt war, wie es in der Be
schwerdeschrift
moniert wird (
Urk.
1 S. 12). Anhaltspunkte auf eine
zwischen
zeitlich eingetre
tene
Veränderung der medizinischen Situation und der Arbeits- beziehungs
weise Erwerbsfähigkeit sind keine vorhanden. Eine derartige Ent
wicklung wurde auch nicht ansatzweise behauptet.
6
.
6
Mit dem Gutachten ist ausgewiesen, dass sich der physische Ge
sundheitszustand des Beschwerdeführers insofern verbessert hat, als inzwischen keine
Algodystro
phie
respektive kein CRPS vom Typ II
mehr diagnostiziert werden kann. Der Beschwerdeführer ist in der Lage, seine linke Hand funktionell unbehindert ein
zusetzen, zur Faust zu schliessen und seine Langfinger auszustrecken.
Selbst die repetitive Bewegung von Gewichten bis zu 5 kg ist ihm mit der linken Hand nunmehr wieder möglich.
A
us rein somatischer Sicht
ist
ihm daher
nicht mehr bloss eine leichte, sondern eine leicht- bis mittelgradige Verweistätigkeit mit dem gutachterlich umschriebenen Belastungsprofil zu 100
%
zumutbar.
7.
7.1
Die Beschwerdegegnerin hat richtig erkannt, dass eine psychiatrische Diagnose erstmals im Oktober 2005
, mithin nach der
Unfallversicherungsrentenzusprache
am 2
4.
Mai 2005
gestellt wurde
(
Urk.
2 S. 7
mit Hinweis auf
Urk.
7/
ZM16 S. 23
;
vgl.
Urk.
22/13/76
)
.
Namentlich diagnostizierte
Dr.
H._
in seinem Gut
ach
ten vom 1. Oktober 2005 eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F31.11),
eine posttr
aumatische Belastungsstörung (I
C
D
-10: F43.1) und eine ge
nerali
sierte
Angststörung (ICD-10: F 41.1), weswegen der Beschwerdeführer seit dem 2. Okto
b
er 2001 zu 100
%
arbeitsunfähig sei (
Urk.
22/13/76/4 und 22/13/76/5).
Davor hatte
Dr.
med.
I._
, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psy
chotherapie
,
am 1
6.
Mai 2005 aufgrund eines agitiert-depressiven
Zustandsbil
des
den Verdacht auf das Bestehen einer posttraumatischen Belastungsstörung geäussert (vgl.
Urk.
22
/13
/67).
Überdies hatte er
anamnestisch fest
gehalten
, dass
sich
der Beschwerdeführer nach der Kündigung durch die
J._
GmbH
sehr verletzt, verzweifelt und hoffnungslos gefühlt habe. Um seine Aussicht auf
eine
Anstellung
zu verbessern, habe er sich von April bis Oktober 2004 in In
dien
aufgehalten, um dort einen preiswerten Computerkurs zu besuchen. Im Oktober 2004 habe er eine Stelle bei
Der Firma K._
gefunden, wo ihm eine Arbeit an der Kasse versprochen worden sei. Er habe jedoch im Lager arbeiten müssen. Da das
Las
tenheben
wegen der Schmerzen in der linken Hand
un
erträglich gewesen sei, sei
das Arbeitsverhältnis nach einer Woche wieder aufgelöst worden.
Der
psy
chi
sche
Zustand
sei
immer schlechter und die Aussicht auf Arbeit immer hoff
nungs
loser geworden,
weshalb
ihn die Opfer
hilfe
stelle im Januar 2005
Dr.
I._
zuge
wiesen
habe
. Dieser habe den Beschwerdeführer am 1
8.
Januar 2005 erstmals gesehen. Der psychomotorische Antrieb sei gut gewesen. Affektiv sei der Be
schwerdeführer sehr verzweifelt und zutiefst verletzt
gewesen
durc
h den unmo
ti
vierten Messerangrif
f aus heiterem Himmel im Oktober 2001 und vor allem auch
durch die anschliessenden Ereignisse,
die
er teilweise als sehr ungerecht emp
funden h
abe (Entlassung durch die
J._
GmbH und jüngste Erfah
rung bei
der Firma K._
). Zusätzlich hätten ihn die tragischen Ereignisse
in seiner Heimat im Zusammenhang mit der Tsunamikatastrophe vom Dezember 2004 belastet. Mehrere Cousinen seien gestorben und das Haus der Familie sei zerstört worden.
Der Beschwerdeführer
habe das Bild eines agitiert-depressiven Zustands gezeigt (
Urk.
22/
13/
67/3).
Nach dem zweiten Gespräch sei er Ende Ja
nuar 2005 wegen familiärer Probleme in der Folge des Tsunami nach Indien gereist. Der
Behand
lungsversuch
mit
Surmontil
sei daran gescheitert, dass er das Medikament auf der Reise verloren habe. Nach der Rückkehr habe er am 21. März 2015 von Ängsten vor dem Messerstecher berichtet, der wohl um diese Zeit aus dem Ge
fängnis entlassen werde
n sollte
. Er habe angegeben, sein Den
ken kreise oft um jene Attacke. In der Nähe des
Ortes
, wo sich der Vorfall ereignet hatte, fühle
er sich unwohl. Überdies habe er von nächtlichen Angst- und
Verfolgungs
träu
men
sowie von flashback-artigen Erinnerungsbildern am Tag berichtet. Psy
cho
mo
torisch habe der Beschwerdeführer sehr angespannt gewirkt. Weitere
Be
hand
lungsversuche
seien seither nicht möglich gewesen, da er erneut nach Indien gereist sei, weil es seiner Mutter schlecht gehe (
Urk.
22/13/67/4).
7.2
Der behandelnde
Psychiater
Dr.
E._
vermerkte in seinem Bericht vom
4.
Mai 2012 eine seit etwa dem Jahr 2002 bestehende posttraumatische
Belastungs
störung
, rezidivierende depressive Episoden (ICD-10: F33.1), Beginn vor 2006, und eine vorübergehende akute psychotische Störung (ICD-10: F23) als psychi
a
trische Diagnosen mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit (Urk.
22/13/121/1).
7.3
Gemäss dem interdisziplinären Gutachten
vom 28. November 2012 leidet der Beschwerdeführer aktuell an einer rezidivierenden depressive
n
Störung, seit An
fang 2012
leichtgradige
Episode (ICD-10: F33.0), mässiger kultureller Integration und einer langen Phase von Arbeitsuntätigkeit (ICD-10: Z60.3/Z56), an familiäre
n Schwierigkeiten (ICD-10: Z63)
und an einer anhaltenden
somatoformen
Schmerz
störung (ICD-10: F45.4), welche ihn in seiner Arbeitsfähigkeit einschrän
ken.
8.
8.1
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der
Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische
Ge
sund
heitsschädigung
herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergange
nen
Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut ver
kraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus
versiche
rungs
mässi
ger
Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall
und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem
Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit
eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine
gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E.
7 mit Hinwei
sen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorge
nom
men wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Un
fälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
Bei banalen Unfällen wie zum Beispiel bei geringfügigem Anschlagen des Kop
fes
oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie zum Beispiel einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne
W
ei
teres verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch
unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen wer
den darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen
Gesund
heits
schaden
zu verursachen (BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6a).
Bei schweren Unfällen ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall
und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit in der Regel zu bejahen. Denn nach
dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenser
fahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische
Gesundheits
schäden
zu
bewirken (BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6b; RKUV 1995 Nr. U 215 S. 90
E. 3b).
8.2
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Un
falles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine
Ge
samt
würdigung
einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre
erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
körperliche Dauerschmerzen;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Be
ur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu
den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu
einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S.
428, 1999
Nr. U 335 S.
207 ff.; 1999 Nr. U 330 S.
122 ff.; SVR 1996 UV Nr.
58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auf
fallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwieri
gen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Krite
rien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Han
delt
es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem
Grenz
bereich
zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu be
rück
sichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit
die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zu
sammen mit
den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Da
mit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu for
schen, die mög
lich
er
weise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit
mitbe
günstigt
haben könnten
(BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S.
215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
8.3
Zu Recht wird von Seiten des Beschwerdeführers nicht beanstandet, dass die Beschwerdegegnerin seinen Unfall als mittelschwer qualifiziert
hat
(
Urk.
1 S. 13 und 2 S. 9;
vgl. Urk.
7/Amtliche Akten).
Ebenso wenig wird in der Beschwerde
schrift geltend gemacht, dass die Beschwerdegegnerin einem der erwähnten
Einzelkriterien ein besonderes beziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht hätt
e
zumessen oder aus einem anderen Grund
hätte
einen adäquaten Kausal
zusam
menhang zwischen dem Unfallereignis und
den
erst rund vier bezie
hungsweise elf Jahre später diagnostizierten psychischen Beschwerden bejahen müssen (vgl.
Urk.
1).
Auch den Akten lässt sich nichts entnehmen, weswegen sich eine ande
re
Beurteilung aufdrängen würde.
Es ist deshalb im Einklang mit der Beschwer
degegnerin festzuhalten, dass es an der erforderlichen Adäquanz fehlt, weshalb die psychischen Einschränkungen unberücksichtigt zu bleiben haben.
9
.
9
.1
Es bleibt zu prüfen, wie sich die Verbesserung des physischen Gesundheitszu
standes, namentlich der Gebrauchsfähigkeit der linken Hand, in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
9.2
Bei der
Rentenzusprache
ermittelte die Beschwerdegegnerin das
Valideneinkom
men
anhand des als Lagerist bei der
Z._
AG im Jahr 2005 mit einem Pensum von 100 % erzielbaren Einkommens von Fr. 52‘800.-- (
Urk.
7/Z84 S. 2
).
B
ei einer Anpassung an die
Nominallohnent
wicklung
(Bundesamt für Statistik [BFS], Schweizerischer Lohnindex [Basis
1939 = 100; im Internet abrufbar unter
http://www.bfs.admin.ch
],
Nominal
lohn
index
Männer, Total; 200
5
:
19
9
2
, 201
3
:
2204
)
hätte dieses
im Jahr 2013
Fr. 58‘419.--
betragen
.
Entgegen der von der Beschwerdegegnerin vertretenen Auffassung
(
Urk.
2 S.
11)
ist dieser Betrag
jedoch
nicht ungeprüft der aktuellen Invaliditätsbe
mess
ung zu Grunde zu legen
(vgl. BGE 141 V 9)
. Vielmehr ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer
im Rahmen eines zeitlich befristeten Arbeitsverhält
nisses für die
Z._
AG tätig war
, welches am 3. Februar 2002 geendet hätte
(
Urk.
7/Z17). Bereits per 31.
Jan
uar 2002 hatte die
Z._
AG ihre Geschäftstätigkeit eingestellt (
Urk.
7/Z18).
Unter
diesen
Umständen ist es nicht überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer als Gesunder nach wie vor bei seiner letzten Arbeitgeberin ein Einkommen erzielen würde.
Das mut
massliche Einkommen ohne Behinderung (
Valideneinkommen
) lässt sich daher nicht auf der Basis des zuletzt erzielten Verdienstes bestimmen, sondern muss
gestützt auf die Tabellenwerte der vom Bundesamt für Statistik herausgegebe
nen
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) ermittelt werden (anstatt vie
ler vgl.
das Urteil des Bundesgerichts I 98/06 vom 2
1.
April 20
0
6 E.
4.1).
Angesichts der fehlenden Ausbildung und der Erwerbsbiograph
i
e
des Beschwer
deführers
ist davon auszugehen, dass
er
im Gesundheitsfall eine Arbeit im Be
reich einfacher Tätigkeiten ausüben würde, wobei sich die Branche nicht näher umschreiben lässt. Das
Valideneinkommen
für das Jahr 2013
ist daher
ausge
hend vom Lohn für das Kompetenzniveau 1 (Zentralwert) für Männer von
Fr.
5‘210.--
der
Tabelle TA1 „Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirt
schaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor“ der vom
Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstrukturerhe
bung
(
LSE 2012
)
zu
ermitteln.
Unter Berücksichtigung der
betriebs
übli
chen
Wo
chen
arbeitszeit
von 41,7 Stunden und der Nominallohnentwicklung (Basis 1939 = 100; Nominallohnindex Männer, 2012: 2188, 2013: 2204; im Internet abruf
bar unter
http://www.bfs.admin.ch
)
ist von einem hypothetischen
Validenein
kommen
von
Fr.
65‘654.
-- im Jahr 2013 auszugehen
(
Fr.
5‘210.-- : 40 x 41,7 x 12 : 2188
x 2204)
9
.3
Der Beschwerdeführer geht keiner erwerblichen Tätigkeit mehr nach. In Anbe
tracht des im Gutachten vom 28. November 2012 umschriebenen
Zumutbar
keits
profils
, seiner fehlenden Ausbildung und
spärlichen
beruflichen Erfahrung er
scheint es gerechtfertigt, das hypo
thetische Invalideneinkommen
im Einklang mit
der Beschwerdegegnerin ebenfalls
ausgehend vom Lohn für
das
Kompetenz
ni
veau
1
(
Zen
tral
wert
) für Männer von Fr.
5
‘
210
.-- pro Monat zu ermitteln (vgl. LSE
201
2
, Tabelle TA1, Total, Niveau
1
, Männer).
Ein leidensbedingter Abzug ist, wie die Beschwerdegegnerin richtig bemerkt hat, nicht mehr angemessen.
Dem Beschwerdeführer
sind inzwischen wieder
leichte bis mittelschwere Arbei
ten
in einem Pensum von 100
%
zumutbar
und der Tabellenlohn im
Kompe
tenz
niveau
1
umfasst eine Vielzahl entsprechender Tätigkeiten (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8C_300/2014 vom 1
0.
November 2015 E. 7.3.2). Es
liegen auch keine besonderen persönlichen oder beruflichen Umstände vor, weswegen sich ein Leidensabzug aufdrängen würde (BGE 129 V 472 E. 4.2.3; vgl. auch
Urk.
2 S.
12).
Das massgebende hypothetische Invalideneinkommen für das Jahr 2013 beträgt somit ebenfalls
Fr.
65‘654.--.
9
.4
Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen resultiert ein In
va
li
ditätsgrad von
0
%
, welcher keinen Rentenanspruch mehr zu begründen ver
mag.
Die Rentenaufhebung erweist sich somit als korrekt. Dies führt zur Ab
wei
sung der Beschwerde
, soweit darauf einzutreten ist
.
10.
10.1
Das Verfahren ist kostenlos.
10.2
Rechtsanwalt
lic
.
iur
. Massimo
Aliotta
hat für seine Bemühungen und Auslagen als unentgeltlicher Rechtsvertreter im vorliegenden Verfahren eine Honorarnote vom
9.
Dezember 2015
eingereicht (Urk.
25
). Der geltend gemachte Aufwand
von
13,59
Stunden
erscheint
angemessen. Es ist ihm daher die beantragte Ent
schädigung von Fr. 3‘
229
.-- (inkl. 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse aus
zurichten.