Decision ID: 3f13ac33-feec-4e52-acca-a82ba7b76823
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend Angriff
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 8. Abteilung, vom 25. September 2015 (DG150140)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 24. April
2015 (Urk. 23) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist schuldig des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 15 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 22 Ta-
ge durch Haft erstanden sind.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf
2 Jahre festgesetzt.
4. a) Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger
aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatz-
pflichtig ist.
b) Der Beschuldigte wird unter solidarischer Haftung mit den Mitbeschul-
digten C._ und D._ verpflichtet, dem Privatkläger Schadener-
satz in der Höhe von Fr. 50.50 zuzüglich 5 % Zins ab 20. September
2015 zu bezahlen.
c) Der Privatkläger wird mit seinen übrigen Schadenersatzbegehren auf
den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
5. Der Beschuldigte wird unter solidarischer Haftung mit den Mitbeschuldigten
C._ und D._ verpflichtet, dem Privatkläger Fr. 12'000.– zuzüglich
5 % Zins ab 20. September 2014 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbe-
trag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
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6. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 3'500.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 1'000.– Gebühr Anklagebehörde
Fr. Kanzleikosten Untersuchung
Fr. 140.– Auslagen Untersuchung (Gutachten)
Fr. 11'937.50 amtliche Verteidigung
Fr. 3'317.90 unentgeltliche Vertretung des Privatklägers
7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem
Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Pri-
vatklägerschaft werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen. Die Kos-
ten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen;
vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
8. Über die Höhe der Kosten der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten
sowie der unentgeltlichen Vertretung des Privatklägers wird mit separatem
Beschluss entschieden.
9./10. (Mitteilungen/Rechtsmittel)
Berufungsanträge:
Des Verteidigers des Beschuldigten Alili (Urk. 72 S. 2)
1. Herr A._ sei schuldig zu sprechen der Tätlichkeit im Sinne von
Art. 126 Abs. 1 StGB.
2. Er sei zu bestrafen mit einer Busse von Fr. 300.00.
3. Die Zivilforderungen des Privatklägers B._ seien abzuweisen.
4. Es sei Herrn A._ eine Genugtuungssumme von Fr. 5'500.00, zu-
züglich 5% Zins seit dem 30. November 2014, aus der Staatskasse zu
entrichten.
5. Die Verfahrenskosten beider Instanzen, inklusive derjenigen der amtli-
chen Verteidigung, seien auf die Staatskasse zu nehmen."
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Anschlussberufungsanträge:
der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (Urk. 74 S. 1):
Der Beschuldigte A._ sei in Bestätigung des Schuldspruches des Be-
zirksgerichts Zürich vom 25. September 2015 mit einer Freiheitsstrafe von
20 Monaten zu bestrafen.

Erwägungen:
I. Verfahrensgang
1. Der Beschuldigte liess gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene
Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 8. Abteilung, vom 25. September 2015 durch
seinen Vertreter rechtzeitig Berufung anmelden (Urk. 53) und reichte sodann in-
nert Frist die Berufungserklärung ein (Urk. 61). Die Staatsanwaltschaft erklärte in-
nert Frist Anschlussberufung mit dem obgenannten Antrag (Urk. 64). Der Privat-
kläger liess die Frist zur Erklärung einer Anschlussberufung ungenützt verstrei-
chen (Urk. 62 und 63/2).
2. Am 9. März 2016 wurde zur Berufungsverhandlung auf den 27. Mai 2016
vorgeladen. Nach dieser Verhandlung, zu welcher heute der Beschuldigte und –
im gleichzeitig verhandelten Verfahren SB150202-O – der Mitbeschuldigte
C._, beide in Begleitung ihrer amtlichen Verteidiger, sowie der Leitende
Staatsanwalt Dr. Oertle erschienen sind (Prot. II S. 5), ist das Verfahren spruch-
reif.
II. Prozessuales
1. Der Berufungserklärung ist zu entnehmen, dass der Beschuldigte das Urteil
abgesehen von der Kostenfestsetzung vollumfänglich anficht (Urk. 61; Urk. 72
S. 2). Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft beschränkt sich auf den
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Strafpunkt (Urk. 64). Damit erwächst lediglich Dispositiv-Ziffer 6 (Kostenfestset-
zung) in Rechtskraft, was vorab mittels Beschluss festzustellen ist.
1.1. Die Verteidigung macht eine Verletzung des Anklageprinzips in zweifacher
Hinsicht geltend. Zum einen werde das Verhalten des Beschuldigten in der An-
klageschrift als einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB ge-
würdigt, wobei nicht ausgeführt werde, zu welchen Verletzungen des Privatklä-
gers die beiden Faustschläge des Beschuldigten geführt hätten. Zum andern ver-
letze auch eine Subsumierung des Sachverhalts unter den Tatbestand des An-
griffs das Anklageprinzip, da die Anklageschrift die hierfür notwendigen Schilde-
rungen des Vorgangs, insbesondere den diesbezüglichen Vorsatz, nicht enthalte
(Urk. 49 S. 5 und Urk. 72 S. 4 f.).
1.2. Nach dem aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus Art. 6 Ziff. 1
und 3 lit. a und b EMRK abgeleiteten und nunmehr in Art. 9 Abs. 1 StPO festge-
schriebenen Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des
Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion). Die Anklage hat die der beschuldig-
ten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu um-
schreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend
konkretisiert sind. Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den Schutz der Verteidi-
gungsrechte der angeschuldigten Person und garantiert den Anspruch auf rechtli-
ches Gehör (Informationsfunktion; BGE 133 IV 235 E. 6.2 f.; 126 I 19 E. 2a; je mit
Hinweisen). Gemäss Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO bezeichnet die Anklageschrift
möglichst kurz, aber genau die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten
mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung (BGer
6B_518/2014 vom 4. Dezember 2014 Erw. 6.2).
1.3. Bereits die Vorinstanz hat zutreffend festgehalten, dass die dem Beschuldig-
ten vorgeworfene Tat in der Anklageschrift genügend präzise umschrieben sei
(Urk. 60 S. 7). So wird im dritten Abschnitt das Vorgehen des Beschuldigten ge-
gen den Privatkläger klar umschrieben (Umringen des Privatklägers gemeinsam
mit den weiteren Beschuldigten C._, D._, E._ und F._, Ver-
setzen von mindestens zwei Faustschlägen gegen den Oberkörper des Privatklä-
gers).
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1.4. Der Einwand der Verteidigung, dass die täterbezogene Verursachung der
Verletzungen in der Anklageschrift nicht ausdrücklich Erwähnung finde und somit
eine Verurteilung wegen einfacher Körperverletzung entfalle, ist korrekt. Dieser
Umstand führt jedoch gemäss zutreffender vorinstanzlicher Erwägung nicht zu ei-
ner Verletzung des Anklageprinzips, sondern ist im Rahmen der rechtlichen Wür-
digung zu berücksichtigen (vgl. Urk. 60 S. 7).
1.5. Was das Vorbringen anbelangt, wonach in der Anklageschrift kein Angriffs-
vorsatz umschrieben werde, weshalb eine Verletzung des Anklageprinzips vorlie-
ge, ergibt sich Folgendes: Gemäss Art. 134 StGB ist der Angriff die einseitige, von
feindseligen Absichten getragene, gewaltsame Einwirkung auf den Körper eines
oder mehrerer Menschen. Eine Beteiligung kann dabei auf jede Art erfolgen; sie
kann eine sachlich unterstützende, psychische oder verbale Mitwirkung zuguns-
ten der angreifenden Partei sein (z.B. durch Zustecken von Kampfinstrumenten,
Anfeuerungen, Ratschläge, Warnung vor Gefahren). Verlangt wird sodann Vor-
satz bezüglich der Teilnahme an einem Angriff; der Vorsatz bezieht sich nicht auf
die Verletzungs- oder Todesfolge, welche eine objektive Strafbarkeitsbedingung
darstellt (Maeder, in: Basler Kommentar Strafrecht II, 3. Aufl. 2013, N. 6 ff zu
Art. 134).
Die Anklage beschreibt zunächst die körperliche Attacke von mehreren Per-
sonen auf ein Opfer. Die Körperverletzung (als objektive Strafbarkeitsbedingung)
beschreibt sie als Folge des gewaltsamen Vorgehens des Beschuldigten und der
übrigen Mitbeschuldigten. Das gemeinsame Vorgehen und der Angriffsvorsatz er-
geben sich aus der Beschreibung, wonach der Beschuldigte als Folge seines ge-
waltsamen Vorgehens gegen den Privatkläger Verletzungsfolgen in Kauf genom-
men habe. Die Vorsatzumschreibung umfasst zwar auch die (konkreten) Verlet-
zungsfolgen, geht somit über das vom Tatbestand geschützte Rechtsgut hinaus.
Darin enthalten ist aber begrifflich der Vorsatz an der Beteiligung am Angriff. Das
dem Beschuldigten in der Anklageschrift vorgeworfene Verhalten umschreibt da-
mit rechtsgenügend einen Angriff im Sinne von Art. 134 StGB. Entgegen dem
Verteidiger genügt somit die Anklageschrift den Erfordernissen von Art. 325
Abs. 1 lit. f StPO. Dem Beschuldigten bzw. seinem Verteidiger wurde sodann im
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Rahmen der erstinstanzlichen Verhandlung vom Gericht das rechtliche Gehör im
Hinblick auf eine mögliche Subsumption des Anklagesachverhalts unter den Tat-
bestand des Angriffs gewährt (Urk. 34/1 und Prot. I S. 15). Auch unter diesem As-
pekt ist keine Verletzung des Anklageprinzips auszumachen.
2. Die Verteidigung moniert, dass die Staatsanwaltschaft mit der Anschlussbe-
rufung eine Freiheitsstrafe von 22 Monaten beantrage, während sie vor Vor-
instanz noch 18 Monate verlangt habe. Dieses Vorgehen zeige auf, dass die An-
schlussberufung als reines Druckmittel missbraucht werde, um den Beschuldigten
zu einem Rückzug seiner Berufung zu bewegen (Urk. 72 S. 17).
2.1. Hat eine Partei gegen das erstinstanzliche Urteil rechtzeitig die Berufung er-
klärt, so können die anderen Parteien gemäss Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO innert
Frist Anschlussberufung erklären. Die Anschlussberufung ist grundsätzlich nicht
auf den Umfang der Hauptberufung beschränkt. Sie fällt dahin, wenn die Berufung
zurückgezogen oder nicht auf sie eingetreten wird (Art. 401 Abs. 2 und 3 StPO).
Mit der Anschlussberufung soll die Berufungsinstanz in die Lage versetzt werden,
eine umfassende Würdigung des Anklagesachverhalts und insbesondere der
Rechtsfolgen – bzw. hier: des Strafmasses – vorzunehmen. Mit der Anschlussbe-
rufung kann die Staatsanwaltschaft das Verbot der reformatio in peius aufheben.
In der Botschaft wird tatsächlich die Vermutung geäussert, dass seitens der
Staatsanwaltschaft in der Praxis die Anschlussberufung nicht selten deshalb ein-
gelegt werde, um die beschuldigte Person zum Rückzug der eigenen Berufung zu
bewegen. Um diese Fälle einzuschränken, ist die Staatsanwaltschaft auch dann
verpflichtet, persönlich an der Berufungsverhandlung teilzunehmen, wenn sie An-
schlussberufung erhoben hat (Art. 405 Abs. 3 lit. b StPO). Bleibt sie trotz Vorla-
dung aus, gilt die Anschlussberufung als zurückgezogen (Eugster, in: Basler
Kommentar Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014 N 3 zu Art. 2013
m.w.H.).
2.2. Vor diesem klaren gesetzlichen Hintergrund sind Klagen über die Zulässig-
keit der erhobenen Anschlussberufung nicht gerechtfertigt. Das Risiko der Ausfäl-
lung einer höheren statt einer tieferen Strafe im Berufungsverfahren ist vom Be-
schuldigten hinzunehmen. Das Gericht hat die Strafe nach den gesetzlichen und
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ungeschriebenen Rechtssätzen unter Beachtung der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung zu bemessen. Es verbleibt jedoch eine individuelle Komponente im
richterlichen Rechtsakt (Wiprächtiger/Keller, in Basler Kommentar Strafrecht I,
3. Aufl. 2013, N 13 zu Art. 47). Dieselbe individuelle Komponente ist auch dem
Strafantrag der Staatsanwaltschaft inne, weshalb dem die Anschlussberufung füh-
renden Leitenden Staatsanwalt ohne Weiteres zuzugestehen ist, eine höhere
Strafe als angemessen zu erachten als der ursprünglich fallführende Staatsan-
walt. Es ist schliesslich auch legitim, wenn der Leitende Staatsanwalt wegen des
Strafmasses allein zunächst keine selbständige Berufung erklärt, sich dann aber
einem vom Beschuldigten initiierten Berufungsverfahren anschliesst, weil er – wie
vorliegend – eben doch eine leicht höhere Strafe für angemessen hält.
III. Sachverhalt
1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, sich am Samstag, 20. September
2014, um ca. 22.00 Uhr, in der Parkanlage Josefswiese in Zürich an einem Angriff
auf den Privatkläger B._ (nachfolgend: Privatkläger) beteiligt zu haben. Da-
bei sollen gemäss Anklageschrift einzelne, nicht hinreichend ermittelte Täter den
Privatkläger mit Fäusten geschlagen und auf diesen eingetreten haben, wobei sie
ihm durch die Tritte eine Kronenfraktur der beiden linken Schneidezähne zugefügt
hätten. Weiter habe sich der Privatkläger durch die erfahrene, aber nicht hinrei-
chend einer Person zuzuordnende Gewalt eine Hirnerschütterung sowie Prellun-
gen, namentlich am Knie links und am Kiefergelenk links, zugezogen. Durch
Handlungen, welche dem Mitbeschuldigten C._ (Anklage im Verfahren Proz.-
Nr. SB150502) zurechenbar sein sollen, habe der Privatkläger ausserdem eine
ca. 5 cm lange Rissquetschwunde und eine Fraktur des Augenhöhlenbodens links
erlitten. Im Einzelnen habe der Beschuldigte mindestens zwei Mal mit der Faust
gegen den Oberkörper des Privatklägers geschlagen.
2. Der Beschuldigte räumte sowohl während der Untersuchung als auch an-
lässlich der Hauptverhandlung ein, den Privatkläger zweimal mit der linken Faust
gegen den Körper geschlagen zu haben (Urk. 8/1 Rz. 11 f. und 21; Urk. 8/2 Rz.
5+9; Urk. 5/6 S. 8; Urk. 8/3 Rz. 14 und Urk. 40 S. 5 f.). Erstellt ist sodann durch
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die ärztlichen Unterlagen, dass der Privatkläger durch den gewalttätigen Übergriff
eine Kronenfraktur der beiden linken Schneidezähne, eine Hirnerschütterung,
Prellungen, namentlich am Knie links und am Kiefergelenk links, eine ca. 5 cm
lange Rissquetschwunde sowie eine Fraktur des Augenhöhlenbodens links erlit-
ten hat (vgl. Urk. 13/6 und Urk. 13/11).
3. Die Verteidigung vertritt die Ansicht, dass der Beschuldigte die durch ihn
eingestandenen Schläge gegen den Oberkörper des Privatklägers zu einem Zeit-
punkt verübte habe, als der Rest der Gruppe noch nicht am Ort des Geschehens
gewesen sei. Der Beschuldigte habe sich sodann bereits zurückgezogen, als die
restlichen Personen beim Privatkläger angekommen und auf ihn losgegangen
seien (Urk. 49 S. 8; Urk. 72 S. 8). Die Verteidigung ist damit der Auffassung, der
Beschuldigte habe quasi als Einzeltäter resp. nicht zur Gruppe der anderen An-
greifer zugehörig gehandelt. Zu erstellen ist demnach, ob der Beschuldigte den
Privatkläger alleine oder zusammen mit anderen Personen attackiert hat.
3.1. Als Beweismittel zur Erstellung der dem Beschuldigten vorgeworfenen
Handlungen liegen die Aussagen des Privatklägers (Urk. 4/1-2 und Urk. 44), der
Mitbeschuldigten C._ (Urk. 6/1-7; Urk. 5/3 und Urk. 39), G._ (Urk. 7/1-5
und Urk. 42), D._ (Urk. 8/1-6; Urk. 5/3 und Urk. 43) und E._ (Urk. 9/1-2;
Urk. 5/3 und Urk. 41), die Aussagen des Beschuldigten (Urk. 5/1-4 und Urk. 40)
sowie ärztliche Unterlagen über den Privatkläger vor (Urk. 13/6 und Urk. 13/11).
Des Weiteren liegen den Akten Einvernahmen der Auskunftspersonen F._
(Urk. 10/1) sowie H._, Inhaber des I._ (Urk. 11/1), bei. Da diesen Ein-
vernahmen jedoch keine relevanten Aussagen zu entnehmen sind, finden sie vor-
liegend keine Beachtung. Anlässlich der Berufungsverhandlung machte der Be-
schuldigte von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch und äusserte sich
nicht mehr zur Sache (Prot. II S. 21).
3.2. Um Wiederholungen zu vermeiden, kann bezüglich der Grundsätze der Be-
weiswürdigung sowie der Glaubwürdigkeit des Beschuldigten, des Privatklägers
und der übrigen Mitbeschuldigten vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführun-
gen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 60 S. 10; Art. 82 Abs. 4 StPO). Eben-
falls verwiesen wird auf die von der Vorinstanz korrekt wiedergegebenen Aussa-
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gen des Privatklägers, der Mitbeschuldigten E._, D._, G._ und
C._ sowie diejenigen des Beschuldigten (Urk. 60 S. 11-21 und 24; Art. 82
Abs. 4 StPO). Ebenso hat die Vorinstanz in richtiger Anwendung der Grundsätze
zur Beweiswürdigung die Aussagen gewürdigt und auf ihre Glaubhaftigkeit über-
prüft. Auch darauf ist vorab zu verweisen (Urk. 65 S. 21-24; Art. 82 Abs. 4 StPO).
3.3. Der Beschuldigte wird durch die Aussagen der Mitbeschuldigten E._
und C._ sowie diejenigen des Privatklägers belastet.
3.4. Was die Aussagen des Privatklägers anbelangt, so konnte dieser zwar ne-
ben C._ und G._ keine weiteren Personen konkret identifizieren, was
jedoch angesichts der Dynamik der Auseinandersetzung sowie des Umstandes,
dass es zum Tatzeitpunkt bereits dunkel war, nicht weiter verwundert. Doch führte
der Privatkläger in allen Einvernahmen übereinstimmend aus, dass im Anschluss
an C._s Faustschläge und das Gerangel mit diesem auf dem Boden eine
Personengruppe auf ihn zugerannt und er in der Folge mit Schlägen und Fusstrit-
ten traktiert worden sei (Urk. 4/1 Rz. 7 und 8, Urk. 4/2 Rz. 11 und 12, Urk. 44 S. 5
oben), nicht hingegen, dass er im Anschluss an die Auseinandersetzung mit
C._ zunächst von einer einzelnen Person zwei Faustschläge erhalten habe
und hernach weitere Personen auf ihn einschlagen und eingetreten hätten, wie
dies die Verteidigung des Beschuldigten geltend macht.
Mit der Vorinstanz sind die Aussagen des Privatklägers als glaubhaft zu
qualifizieren. Seine Aussagen sind lebensnah und trotz ihres hohen Grades an
Detailliertheit widerspruchsfrei. Die Ausführungen des Privatklägers dazu, wie es
zur Auseinandersetzung gekommen ist, blieben über mehrere Befragungen hin-
weg konstant (vgl. Urk. 4/1 Rz. 6; Urk. 4/2 Rz. 11 und Urk. 44 S. 4). Auch die tätli-
chen Übergriffe schilderte der Privatkläger deckungsgleich, ausführlich, detailreich
und logisch in der Abfolge (Packen am Pullover durch C._ beim Versuch, mit
Velo loszufahren, Anruf C._: "J._, komm schnell, Problem, Josefwiese",
Festhalten des Fahrrads durch C._, Bitte des Privatklägers, Fahrrad loszu-
lassen, Absteigen vom Fahrrad, erneutes Festhalten am Pullover, erster Faust-
schlag durch C._ auf linkes Auge, in Schwitzkasten Nehmen durch C._,
Gerangel mit C._ auf Boden, Hinzurennen von vier bis sechs Personen,
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Überwältigung von C._, Schreie von G._ mit Bitte, C._ loszulassen,
Ablassen von C._, erneuter Faustschlag durch C._ auf linkes Auge, Ha-
geln von unzähligen Faustschlägen und Fusstritten von allen Seiten gegen Körper
und mehrere Fusstritte gegen Kopf, Schlag mit hartem Gegenstand auf Hinter-
kopf, Schwarzwerden vor Augen, Entfernen der Gruppe bis auf C._, Schlag
gegen linkes Auge durch C._ mit 2-3 cm langem, aus Faust ragendem Ge-
genstand [Urk. 4/1 Rz. 6-9 und Nr. 12, Urk. 4/2 Rz. 11-13, Urk. 44 S. 4 ff.]).
Weiter ist zu bemerken, dass der Privatkläger seine Schilderungen mit den
eigenen Gefühlsregungen untermalt, weshalb sie als tatsächlich erlebt wirken. So
gab er an, ängstlich gewesen zu sein und gezittert zu haben, als C._ ihn am
Ärmel gepackt habe (Urk. 4/1 Rz. 6), oder – während ihn die Täter geschlagen
hätten – gedacht zu haben, es höre nicht mehr auf (Urk. 4/2 Rz. 12). Auch seine
Ausführungen darüber, wie er aufgrund der Stimme von C._ auf dessen Tä-
terschaft geschlossen habe (Urk. 4/2 Rz. 13), scheinen in einer so charakteristi-
schen Weise geschildert, wie sie nur von derjenigen Person zu erwarten sind, die
den Vorfall selber erlebt hat. Sodann fällt auf, dass der Privatkläger diverse
Äusserungen des Mitbeschuldigten C._ wortwörtlich wiedergab ("J._
komm schnell, Problem, Josefswiese" [Urk. 4/1 Rz. 7 und Urk. 4/2 Rz. 11] oder
"Ich ha dir gseit, du söllsch mir säge, wer du bisch" [Urk. 4/2 Rz. 12]).
Als weiteres Wahrheitssignal ist zu werten, dass sich der Privatkläger mit
seinen belastenden Aussagen zurückhielt. So räumte er beispielsweise ein, dass
er nicht wisse, ob die Mitbeschuldigte G._ ihn ebenfalls geschlagen habe
(Urk. 4/1 Rz. 14). Weiter gab er an, nicht zu wissen, wer ihm mit dem Gegenstand
bzw. der Flasche auf den Hinterkopf geschlagen habe (Urk. 4/2 Rz. 21). Weiter
erklärte er, nicht sagen zu können, ob es sich bei den Tätern um die gleiche
Gruppierung von Leuten gehandelt habe, welche zuvor beim I._ gewesen sei
(Urk. 4/1 Rz. 20). Sodann erklärte er auf Vorhalt von Filmaufnahmen des I._
und auf die Frage, ob der Mann, welcher darauf zu erkennen sei, einer der Täter
gewesen sei, der fragliche Mann sei nicht der Haupttäter gewesen. Er habe den
Mann am Abend irgendwo gesehen, aber ob es vor dem Laden gewesen sei oder
am Tatort, könne er nicht mehr sagen (Urk. 4/1 Rz. 22).
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Einzig die Aussage bei der Polizei, wonach C._ versucht habe, ihm das
Auge auszustechen (Urk. 4/1 Rz. 12), erscheint undifferenziert, wobei zu bemer-
ken ist, dass er diese Aussage in der zweiten Einvernahme relativiert hat, indem
er ausführte, dass er nach C._s Schlag mit dem harten Gegenstand gedacht
habe, sein Auge sei weg bzw. ausgestochen worden (Urk. 4/2 Rz. 13). Die an-
fängliche Belastung ist jedoch vor dem Hintergrund zu beurteilen, dass der Privat-
kläger unmittelbar nach dem Angriff das Gefühl hatte, er habe sein linkes Auge
verloren, gab er doch auch an, die ihm zu Hilfe geeilten Passanten umgehend ge-
fragt zu haben, ob sein Auge noch drin sei (Urk. 4/1 Rz. 7 f. und Urk. 4/2
Rz. 11 f.).
Schliesslich stimmt auch die Aussage des Privatklägers, wonach er von den
Schlägen und Fusstritten der Täter überall ausser an den Beinen getroffen wor-
den sei und die Schläge sich hauptsächlich gegen sein Gesicht und seinen Kopf
gerichtet hätten (Urk. 4/2 Rz. 12 und Rz. 16), mit den ärztlichen Berichten überein
(vgl. Ärztlicher Bericht des Stadtspitals und Austrittsbericht der Klinik für Unfallchi-
rurgie des Universität Spitals Zürich; Urk. 13/6 S. 1).
3.5. Die Aussagen des Beschuldigten sind im Gegensatz zu denjenigen des Pri-
vatklägers über weite Strecken inkongruent, ausweichend, vage, nicht schlüssig
und damit unglaubhaft. Der Beschuldigte widerspricht sich einerseits selbst, ande-
rerseits stehen seine Aussagen zu den teilweise untereinander deckungsgleichen
Aussagen der Mitbeschuldigten im Widerspruch. Der Beschuldigte bestritt zu Be-
ginn der polizeilichen Einvernahme vom 18. November 2014 zunächst pauschal,
jemanden mit anderen Leuten zusammengeschlagen zu haben (Urk. 5/1 Rz. 3),
um dann im Verlauf der Einvernahme zuzugeben, dass er den Privatkläger zwei-
mal mit der linken Faust geschlagen habe (Urk. 5/1 Rz. 11), als der Rest der
Gruppe noch nicht am Ort des Geschehens gewesen sei.
Sein ausweichendes Aussageverhalten zeigt sich beispielsweise daran,
dass er auf die Frage, ob er auch "K._" genannt werde, antwortete, das sei
gut möglich (Urk. 5/1 Rz. 52). Als weiteres Beispiel kann angeführt werden, dass
der Beschuldigte anlässlich der ersten polizeilichen Einvernahme lediglich angab,
C._ habe eine Person, die er nicht nennen wolle, angerufen (Urk. 5/1 Rz. 9),
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um tags darauf anlässlich der Hafteinvernahme zu erklären, dass C._ den
Mitbeschuldigten E._ angerufen habe (Urk. 5/2 S. 3), welche Aussage jedoch
im Widerspruch zu den Aussagen von D._, E._ und C._ steht. Die-
se gaben durchwegs übereinstimmend an, dass C._ D._ angerufen ha-
be (Urk. 9/1 Rz. 20; Urk. 9/2 Rz. 5; Urk. 41 S. 5; Urk. 8/2 Rz. 13; Urk. 8/3 S. 2;
Urk. 8/6 Rz. 7; Urk. 43 S. 5; Urk. 6/1 Rz. 65 und 74; Urk. 6/2 S. 3; Urk. 6/3 S. 2;
Urk. 6/4 Rz. 17; Urk. 6/5 Rz. 4; Urk. 6/6 Rz. 11; Urk. 6/7 Rz. 4; Urk. 5/3 S. 5 und
Urk. 39 S. 5).
Sodann steht die Version des Beschuldigten, wonach dieser die Schläge
gegen den Oberkörper des Privatklägers zu einem Zeitpunkt verübt habe, als der
Rest der Gruppe noch nicht am Ort des Geschehens gewesen sei, mit folgenden
Aussagen im Widerspruch: Anlässlich der ersten polizeilichen Einvernahme er-
klärte der Beschuldigte, E._ sei vor ihm in den Park gerannt (Urk. 5/1 Rz.
44), was sich im Übrigen mit der Aussage deckt, wonach er hinter dem Typen,
welcher den Telefonanruf erhalten habe, in Richtung Park gelaufen sei, wobei er
in der Folge seinen Pfefferspray verloren und diesen erst nach "längerer Zeit" ge-
funden habe (Urk. 5/1 Rz. 11). Im Widerspruch dazu gab der Beschuldigte anläss-
lich der Hafteinvernahme an, E._ sei bereits vor Ort gewesen, als er gekom-
men sei (Urk. 5/2 S. 3). Gemäss seinen Ausführungen anlässlich der Hauptver-
handlung soll er dann aber mit E._ auf die Wiese gekommen sein (Urk. 40 S.
5). Allein schon vor diesem Hintergrund erscheint die Tatversion des Beschuldig-
ten unglaubhaft, zumal der Mitbeschuldigte C._ anlässlich der Berufungsver-
handlung angab, die Distanz zwischen dem I._ und der Josefswiese betrage
lediglich ca. 20 bis 30 Meter (Prot. II S. 15).
Auch das Vorbringen, wonach der Beschuldigte sich bereits zurückgezogen
habe, als die restlichen Personen beim Privatkläger angekommen und auf ihn
losgegangen seien, findet in den Akten keine Stütze, im Gegenteil: So erklärte der
Beschuldigte anlässlich der ersten polizeilichen Einvernahme, dass er als einer
der Letzten beim Privatkläger gewesen sei, d.h. ca. acht Meter von ihm entfernt
(Urk. 5/1 Rz. 16). Anlässlich der Hafteinvernahme gab er an, dass er mit den an-
dern dann wieder zum I._ gegangen sei (Urk. 5/2 S. 4), um dann anlässlich
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der Konfrontationseinvernahme zu erklären, dass er mit C._ weggegangen
sei (Urk. 5/3 S. 8), an welcher Aussage er in der Hauptverhandlung festhielt
(Urk. 40 S. 9). In Abweichung zu den Aussagen des Beschuldigten erklärte der
Mitbeschuldigte E._ anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme
vom 9. April 2015, dass der Beschuldigte weggerannt sei, als er, E._,
schlichtend eingegriffen habe (Urk. 9/2 Rz. 10).
Weiter fällt auf, dass den Schilderungen des Beschuldigten weder Details
noch persönliche Empfindungen entnommen werden können, welche darauf
schliessen liessen, dass er das Geschilderte tatsächlich erlebt hat. Im Gegenteil
drängt sich beispielsweise aufgrund der Ausdrucksweise "er denke schon, dass
sie ihn geschlagen haben" (Urk. 5/1 S. 3), vielmehr der Schluss auf, dass der Be-
schuldigte nicht das tatsächlich Erlebte wiedergibt. Seine Aussagen wirken kon-
struiert und einstudiert. Dieser Eindruck wird durch den Umstand, dass es den
Aussagen des Beschuldigten an einer flüssigen Erzählweise mangelt, verstärkt.
Seine Ausführungen erscheinen ausserdem lückenhaft, was sich beispielsweise
an folgender Aussage zeigt: "[...] Dann ging ich weiter nach vorne und sah, dass
C._ [C._] und seine Freundin [G._] dort waren. Beide haben dann
geschrien. Ich habe in dem Moment gedacht, dass irgend etwas falsch läuft, dass
etwas faul ist. Wir sind in Gedanken dorthin gegangen, dass wir mehrere Perso-
nen antreffen würden. Dem war aber nicht so. Hinter mir war die Freundin von
C._ und sie schrie erneut. Ich habe dann gedacht, dass dieser Typ nicht nur
den C._ sondern auch sie geschlagen hatte. Da habe ich gedacht, dass es
absolut falsch ist, eine Frau zu schlagen. Daher bin ich zum Geschädigten hinge-
gangen und habe ihm zwei Mal mit der Faust gegen seinen Körper, ich glaube ich
habe ihn am Bauch getroffen, geschlagen." Bei diesen Ausführungen fällt weiter
auf, dass Angaben zum Tatgeschehen, welches der Beschuldigte bei seiner An-
kunft auf der Josefswiese angetroffen haben soll, gänzlich fehlen. Er spricht ledig-
lich davon, dass er C._ und G._ gesehen habe und etwas "faul" gewe-
sen sei. Darüber, wo E._ verblieben sein soll, äussert sich der Beschuldigte
nicht. Bis zum Zeitpunkt, als der Beschuldigte den Privatkläger eingestandener-
massen geschlagen hat, blieb dieser gänzlich unerwähnt. Lückenhaft erscheint
insbesondere die Schilderung, wonach der Beschuldigte C._ und G._
- 15 -
gesehen habe, um unmittelbar darauf zu erklären, G._ sei hinter ihm gestan-
den und habe geschrien, ohne indes auszuführen, was in der Zwischenzeit ge-
schehen sein soll. Dem vom Beschuldigten geschilderten Tathergang fehlt es an
einer logischen Abfolge, was Zweifel am Wahrheitsgehalt von dessen Aussagen
aufkommen lässt.
In diesem Zusammenhang bleibt weiter zu erwähnen, dass der Beschuldigte
die Szene, welche er bei seiner Ankunft auf der Josefswiese angetroffen haben
soll, in den einzelnen Einvernahmen unterschiedlich schilderte. Erklärte er vor der
Polizei noch, er habe bei seiner Ankunft auf der Josefswiese G._ und
C._ gesehen (Urk. 5/1 Rz. 11), gab er in der Konfrontationseinvernahme zu
Protokoll, dass er C._ und den Privatkläger gesehen habe, wobei niemand
im Schwitzkasten gewesen sei, sondern der Privatkläger neben der Wand beim
Boccia-Häuschen gestanden sei. Erst als er habe umkehren wollen, habe er
G._ gesehen, welche angefangen habe zu schreien (Urk. 5/2 S. 7), wohin-
gegen G._ gemäss seinen Aussagen in der polizeilichen Einvernahme schon
zuvor geschrien und er diese schon zuvor gesehen haben soll (vgl. Urk. 5/1 Rz.
11). Im Unterschied zu seinen Ausführungen in der Konfrontationseinvernahme
erklärte der Beschuldigte in der Schlusseinvernahme, er habe gedacht, C._
sei vom Privatkläger im Schwitzkasten gehalten worden, da er nach Hilfe ge-
schrien habe (Urk. 5/4 S. 4).
Inkongruent sind schliesslich auch die Aussagen des Beschuldigten hinsicht-
lich Tatgeschehens, nachdem die übrigen Beteiligten gemäss Sachdarstellung
des Beschuldigten auf die Josefswiese gekommen sein sollen. Anlässlich der ers-
ten polizeiliche Einvernahme erklärte der Beschuldigte: "Diese Leute, welche an-
gerannt kamen, gingen zum Geschädigten hin. Ich denke mir schon, dass sie zu
ihm hingegangen sind und ihn geschlagen haben, sicher nicht zum streicheln. Ich
sagte dann zu den andern, dass sie aufhören sollen [...]." (Urk. 5/1 Rz. 16). Der
Beschuldigte will einerseits nicht gesehen haben, was die Mitangeschuldigten
gemacht haben – daran hielt er auch in der Hafteinvernahme fest (vgl. Urk. 5/2
S. 4), um dann anlässlich der Konfrontationseinvernahme zu erklären, er habe
schon gewusst, dass mehrere Personen auf den Privatkläger losgegangen seien
- 16 -
(Urk. 5/3 S. 8) –, andererseits will er schlichtend eingegriffen haben (Urk. 5/1
Rz. 16; Urk. 5/2 S. 4 und Urk. 5/3 S. 8). Letztere Darstellung steht im Übrigen im
Widerspruch zu den Aussagen des Mitbeschuldigten E._, welcher durch-
wegs angab, dass er sich an der Auseinandersetzung nicht beteiligt und schlich-
tend eingegriffen habe (vgl. Urk. 9/1 Rz. 37; Urk. 9/2 Rz. 9; Urk. 5/3 S. 10 und
Urk. 44 S. 7). E._ wurde denn auch ausser vom Mitbeschuldigten C._
von niemandem belastet.
Auch die Ausführungen zu den Gründen für seine Tat erscheinen wenig
glaubhaft und sind teilweise widersprüchlich: Die Erklärung des Beschuldigten an-
lässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme sowie der Hauptverhandlung,
wonach die Faustschläge gegen den Oberkörper des Privatklägers aus dem Af-
fekt erfolgt (Urk. 5/4 Rz. 14) bzw. eine Reflexhandlung gewesen seien (Urk. 40
S. 4), wirken vor dem Hintergrund seiner früheren Aussagen, wonach er auf den
Privatkläger eingeschlagen habe, als er die Schreie von G._ gehört und ge-
dacht habe, sie sei als Frau vom Privatkläger geschlagen worden, wenig glaub-
haft. Ausserdem steht diese Erklärung in eklatantem Widerspruch zu seiner an-
lässlich der Hafteinvernahme getätigten Aussage, wonach er schnell gemerkt ha-
be, dass C._ nach Hilfe gerufen habe, obwohl der Privatkläger unschuldig
gewesen sei (Urk. 5/2 Rz. 6).
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Aussagen des Beschuldigten von
Widersprüchen geprägt, ausweichend, nicht schlüssig und damit wenig glaubhaft
sind. Sein Vorbringen, wonach er dem Privatkläger die zwei Faustschläge vor der
Ankunft der restlichen Gruppe auf der Josefswiese erteilt habe, ist vor diesem
Hintergrund als reine Schutzbehauptung zu qualifizieren.
3.6. Mit Bezug auf die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Mitbeschuldigten
C._ ist zunächst festzuhalten, dass dieser hinsichtlich seines eigenen Tatbei-
trags trotz erdrückender Beweislage bis zur Schlusseinvernahme lediglich einge-
standen hat, ein oder zwei Faustschläge gegen das Gesicht des Privatklägers zu
Beginn der Auseinandersetzung ausgeführt zu haben (Urk. 6/1 Rz. 23 und Rz. 47
f.; Urk. 6/2 Rz. 4; Urk 6/4 Rz. 28; Urk. 5/3 S. 5 und Urk. 5/7 Rz. 4), wobei er mehr-
fach ausführte, er habe nicht (mehr) auf den Privatkläger eingeschlagen, als die
- 17 -
Mitbeschuldigten hinzugekommen seien (Urk. 6/1 Rz. 53 f.; Urk. 6/3 Rz. 41; Urk.
6/4 Rz. 33 und Urk. 5/3 S. 6). Er hat seinen eigenen Tatbeitrag während der ge-
samten Untersuchung zu verharmlosen und die Verantwortung auf die anderen
Mitbeschuldigten abzuschieben versucht, indem er von Beginn an erklärte, es
seien die anderen gewesen, die auf den Privatkläger losgegangen seien (Urk. 6/1
Rz 29 und Rz 71; Urk. 6/2 Rz 4; Urk. 6/3 Rz 25 und Urk. 6/4 Rz 30 ff. und 43).
C._ war während der gesamten Untersuchung vom Bestreben geleitet, mög-
lichst von sich abzulenken. Gleichzeitig schien er darum bemüht zu sein, so wenig
wie möglich über die übrigen Mitbeteiligten preiszugeben, wohl aus Angst, dass
diese ihn mit ihren Aussagen neben dem Privatkläger zusätzlich belasten könn-
ten. So fällt auf, dass C._s Aussagen betreffend die Frage, wer auf die Jo-
sefswiese gekommen sei und wie sich diese Personen am Übergriff auf den Pri-
vatkläger beteiligt haben, vage, unpräzise und teilweise widersprüchlich sind.
Zu Beginn der Untersuchung hat C._ nur den Mitbeschuldigten
D._ namentlich als Mitbeteiligten genannt. Anlässlich der polizeilichen Ein-
vernahme vom 28. Oktober 2014 führte C._, gefragt nach den Männern, wel-
che auf die Josefwiese gekommen seien, aus, dass D._ dabei gewesen sei,
bei den anderen wisse er es nicht mehr (Urk. 6/1 Rz. 28). Im Rahmen der Delega-
tionseinvernahme vom 12. November 2014 meinte C._ dann, es könne gut
möglich sein, dass der Beschuldigte an diesem Abend auch dabei gewesen sei
(Urk. 6/4 Rz. 30 ff.). Auch anlässlich der zweiten Delegationseinvernahme vom
26. November 2014 blieb er bei seiner Antwort auf die Frage, wer am Tatort ge-
wesen sei, zunächst vage, indem er erklärte, D._ und vielleicht auch der Be-
schuldigte seien dort gewesen, es sei dunkel gewesen (Urk. 6/5 Rz. 34), um dann
einige Fragen weiter auszuführen, der Beschuldigte sei auch im Park dabei ge-
wesen und er glaube schon, dass er auch geschlagen habe. Er wisse aber nicht,
wer geschlagen habe und wie geschlagen worden sei (Urk. 6/5 Rz. 44). Dann
wiederum sollen drei bis vier Personen in den Park gerannt sein, wobei D._
als erster in den Park gekommen sei (Urk. 6/5 Rz. 42). Nachdem C._ anläss-
lich der Schlusseinvernahme ein teilweises Geständnis abgelegt hatte, vermochte
er die herbeigeeilten Personen anlässlich der Hauptverhandlung zu benennen,
indem er ausführte, dass auf seinen Telefonanruf drei bis vier Personen, D._
- 18 -
(D._), E._ (E._) und A._ (der Beschuldigte), gekommen seien
(Urk. 39 S. 6).
Auch mit Bezug auf die Tathandlungen der übrigen Beteiligten fällt auf, dass
sich C._ teilweise widersprach und seine Ausführungen unpräzise und äus-
serst knapp waren. So erklärte er in der polizeilichen Einvernahme vom 28. Ok-
tober 2014, dass diese Personen, welche angerannt gekommen seien, alle auf
den Privatkläger, welcher am Boden gelegen sei, eingeschlagen hätten und da-
nach weggerannt seien (Urk. 6/1 Rz 20 f.). Er bestätigte die Frage, ob der Privat-
kläger von der Gruppe mit Füssen getreten worden sei, und fügte an, es seien al-
le wie Ameisen auf ihn losgegangen. Er selbst sei auf dem Boden gewesen
(Urk. 6/1 Rz. 22). Anlässlich der ersten Delegationseinvernahmen vermochte sich
C._ an den Tathergang nicht mehr zu erinnern. Er gab zu Protokoll (Urk. 6/4
Rz. 35): "Es sind alle auf ihn losgegangen, wie weiss ich nicht." Im Rahmen der
zweiten Delegationseinvernahme erklärte C._ dann, dass alle auf den Privat-
kläger losgegangen seien und ihn mit Fäusten und Füssen geschlagen hätten, um
gleichzeitig zu sagen, dass er nicht wisse, wie der Privatkläger geschlagen wor-
den sei (Urk. 6/5 Rz. 43). In der Schlusseinvernahme erklärte er auf Vorhalt, wo-
nach einzelne (Mit-)Beschuldigte mehrfach mit den Fäusten gegen den Körper,
mehrheitlich gegen den Kopf des Privatklägers geschlagen hätten und wonach
der Privatkläger von einzelnen (Mit-)Beschuldigten mehrfach gegen das Gesicht
getreten worden sei, wodurch ihm eine Kronenfraktur zugefügt worden sei, dass
sie ihn sicher alle zusammen geschlagen hätten (Urk. 6/7 Rz. 9) und sie hernach
dem Privatkläger alle zusammen noch ein paar gegeben hätten (Urk. 6/7 Rz. 26).
Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung blieb C._ bei seinen Aus-
sagen erneut unpräzise und ausweichend. So erklärte er auf die Frage, ob sonst
noch jemand den Privatkläger geschlagen oder getreten habe, dass es sehr dun-
kel gewesen sei und er es nicht genau gesehen habe. Es seien einfach alle ge-
wesen (Urk. 39 S. 6). Er habe einen Haufen gesehen und es habe so ausgese-
hen, wie wenn alle auf den Privatkläger eingeschlagen hätten (Urk. 39 S. 10).
Inkongruent sind sodann C._s Aussagen betreffend die Geschehnisse
nach der Tat. Führte er anlässlich der ersten polizeilichen Einvernahme zunächst
- 19 -
aus, dass die ganze Gruppe nach dem Angriff auf den Privatkläger weggerannt
sei (Urk. 6/1 Rz. 21), erklärte er einige Fragen später, dass D._ ihm, nach-
dem die anderen weggerannt seien, gesagt habe, er solle weggehen (Urk. 6/1 Rz.
49), um dann anlässlich der Hauptverhandlung zu erklären, der Beschuldigte sei
auf ihn zugekommen und habe gesagt, er solle wegrennen. Er sei dann zusam-
men mit seiner Freundin G._ davongelaufen, und die anderen seien dann
auch davongerannt (Urk. 39 S. 7).
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass C._s Aussagen betreffend
den Tathergang insofern einheitlich und damit glaubhaft sind, als dass er von Be-
ginn an gleichbleibend ausführte, dass der Privatkläger von einer Personengrup-
pe – und nicht zunächst vom Beschuldigten und danach vom Rest der herbeige-
eilten Gruppe – attackiert worden sei, was sich mit den glaubhaften Aussagen des
Privatklägers deckt und der Tatversion des Beschuldigten entgegensteht.
3.7. Durch die Aussagen der Mitbeschuldigten G._ wird der Beschuldigte
weder entlastet noch belastet. G._ vermochte nämlich lediglich D._ und
E._ als Teil der Gruppe, welche auf die Josefswiese gerannt kam, zu identifi-
zieren (Urk. 7/2 S. 6; Urk. 7/3. S. 2), wobei sie erklärte, nicht zu wissen, wer was
getan bzw. wer geschlagen habe (Urk. 7/2 S. 6; Urk. 7/3 Rz. 6 ff.). Daran hielt sie
anlässlich der Anhörung durch das Zwangsmassnahmengericht vom 30. Oktober
2014 (Urk. 7/3 S. 2) und der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 9. April
2015 fest (Urk. 7/5 Rz. 6 ff.). Auch anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhand-
lung vermochte sie keine weiterführenden Ausführungen zum Tatgeschehen und
zu den Beteiligten zu machen, sondern erklärte lediglich vage, sie könne keine
Namen sagen, aber es seien wohl Personen gewesen, die heute auch im Saal
seien (Urk. 42 S. 5).
3.8. Die Aussagen des Mitbeschuldigten D._ sind bis auf die Bestätigung,
wonach E._ deeskalierend gewirkt und den Privatkläger nicht geschlagen
habe (Urk. 8/4 Rz. 31 f.), nicht sachdienlich, da er keine Angaben zum Tatbeitrag
des Beschuldigten machen konnte. So erklärte er anlässlich der staatsanwalt-
schaftlichen Einvernahme vom 4. November 2014 (Urk. 8/4) auf Vorhalt einer Fo-
toaufnahme des Beschuldigten, dass er diesen eventuell vom Sehen her kenne.
- 20 -
Er habe nicht gesehen, ob der Beschuldigte den Privatkläger auch geschlagen
habe (Urk. 8/4 Rz. 33). In Übereinstimmung dazu führte er anlässlich der Haupt-
verhandlung vom 23. September 2015 auf die Frage, wer neben ihm sonst noch
den Privatkläger geschlagen oder getreten habe, aus, dass er das nicht wisse. Er
könne nicht bestätigen, wer und wie geschlagen habe (Urk. 43 S. 6). Damit ver-
mögen auch die Aussagen des Mitbeschuldigten D._ den Beschuldigten we-
der zu entlasten noch zu belasten.
3.9. Der Mitbeschuldigte E._ bestritt durchwegs, sich am Übergriff auf den
Privatkläger beteiligt zu haben, was der Mitbeschuldigte D._ anlässlich der
Delegationseinvernahme vom 27. November 2014 bestätigt hat (Urk. 8/5 Rz. 31
f.). Bei den Aussagen des Mitbeschuldigten E._ fällt auf, dass dieser das
Tatgeschehen im Vergleich zu den übrigen Mitbeschuldigten ausführlicher zu
schildern vermochte. So erklärte er anlässlich der ersten polizeilichen Einvernah-
me, dass die Personen – u.a. "K._" und der andere Mann (Urk. 9/1 Rz. 71) –
um den Privatkläger herumgestanden seien und alle mit Fäusten und Füssen auf
ihn eingeschlagen hätten (Urk. 9/1 Rz. 30 f.), wobei sie den Privatkläger am Rü-
cken getroffen hätten, währenddem sich dieser zusammen "gerugelet" habe, um
sich vor den Schlägen zu schützen (Urk. 9/1 Rz. 32 f.). Er habe alle vier Personen
– C._, D._, "K._" (den Beschuldigten) und einen unbekannten
Mann, den er das erste Mal gesehen habe (Urk. 9/1 Rz. 29) – weggenommen und
geschrien "Fertig, höred uf", worauf diese aufgehört hätten. C._ sei als letzter
beim Privatkläger gewesen und habe diesen geschlagen (Urk. 9/1 Rz. 37). In der
Konfrontationseinvernahme vom 15. Januar 2015 erklärte E._ im Unter-
schied zu seiner Aussage vor der Polizei, wonach er vier Personen vom Privat-
kläger weggezogen habe (Urk. 9/1 Rz. 28), dass er lediglich D._ und
C._ weggezogen habe (Urk. 5/3 S. 10). An dieser Sachdarstellung hielt er
anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 9. April 2015 fest (Urk.
9/2 Rz. 9). Auch anlässlich der Haupteinvernahme erklärte er, dass C._,
D._ und der Beschuldigte auf den auf dem Boden liegenden Privatkläger
eingeschlagen hätten und er die Mitbeschuldigten D._ und C._ wegge-
zogen habe (Urk. 41 S. 5).
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Die Sachdarstellung des Beschuldigten, wonach dieser vor dem Rest der
Gruppe auf die Josefswiese gekommen sei, wird durch E._s Aussagen nicht
gestützt. Er führte in keiner Befragung aus, dass der Beschuldigte vor den übrigen
Beteiligten auf die Josefswiese gelangt sei (vgl. Urk. 9/1 Rz. 18 und Rz. 27;
Urk. 5/3 S. 10; Urk. 9/2 Rz. 6 und Urk. 41 S. 5).
E._s Aussagen erscheinen glaubhaft, weshalb darauf abzustellen ist.
Der aufgezeigte kleine Widerspruch betreffend die Personen, welche E._
vom Privatkläger weggezogen haben soll, tut der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen
keinen Abbruch, sondern lässt sich vielmehr mit dem dynamischen Geschehen
und dem damit verbundenen Umstand, dass im Nachhinein eine detaillierte Wie-
dergabe der Ereignisse schwierig ist, erklären.
3.10. Weil der Privatkläger nie ausgeführt hat, dass er nach der Auseinander-
setzung mit C._ zunächst von einer einzelnen Person zwei Faustschläge er-
halten habe und hernach weitere Personen auf ihn eingeschlagen hätten, und da
die Mitbeschuldigten C._ und E._ übereinstimmend aussagten, dass die
Angreifer den Privatkläger alle zusammen attackiert hätten, ist erstellt, dass der
Beschuldigte die zwei eingestandenen Faustschläge gegen den Oberkörper des
Privatklägers als Teil der angreifenden Gruppe ausgeübt hat. Damit ist gleichzei-
tig gesagt, dass sich der Beschuldigte bewusst war, als Teil einer angreifenden
Gruppe zu handeln. Nicht erstellt werden kann mit der Vorinstanz, dass der Be-
schuldigte mehr als nur zwei Faustschläge gegen den Oberkörper des Privatklä-
gers verübt hat, nachdem diesem zwar aufgrund der übereinstimmenden Aussa-
gen der Beteiligten und des Privatklägers unzweifelhaft von verschiedenen Per-
sonen Tritte und Schläge zugefügt wurden, diese aber gleichzeitig keiner der Be-
schuldigten selber ausgeführt haben will. Doch wird dem Beschuldigten in der An-
klageschrift auch nicht mehr vorgeworfen. Wie erwähnt sind sodann die Verlet-
zungen, welche der Privatkläger gemäss Anklageschrift während des Vorfalls er-
litten hat, aufgrund der medizinischen Unterlagen (Urk. 13/6 und 13/11) erstellt.
Damit ist der eingeklagte Sachverhalt rechtsgenügend erstellt.
- 22 -
IV. Rechtliche Würdigung
1. Die Vorinstanz hat mit zutreffender Würdigung des Sachverhalts auf Angriff
und nicht – wie von der Anklagebehörde beantragt – auf einfache Körperverlet-
zung erkannt, da dem Beschuldigten keine direkten Verletzungshandlungen vor-
geworfen werden können (Urk. 60 S. 24 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Gemäss Art. 134
StGB macht sich schuldig, wer sich an einem Angriff auf einen oder mehrere
Menschen beteiligt, der den Tod oder die Körperverletzung eines Angegriffenen
oder eines Dritten zur Folge hat. Angriff ist die einseitige, von feindseligen Absich-
ten getragene, gewaltsame Einwirkung auf den Körper eines Menschen. Der kör-
perliche Angriff muss von mehreren, mindestens zwei Personen ausgehen, wobei
es aber genügt, wenn sich eine Person dem bereits gestarteten Angriff einer an-
deren Person anschliesst. Eine Beteiligung kann in jeder Art erfolgen, solange die
Beteiligten an Ort und Stelle in das Geschehen eingreifen. In subjektiver Hinsicht
wird Vorsatz bezüglich der Teilnahme an einem Angriff verlangt, wobei Eventual-
vorsatz genügt. Als objektive Strafbarkeitsbestimmung muss der Angriff den Tod
oder eine Körperverletzung des Angegriffenen zur Folge haben (Maeder, a.a.O.,
N 5 ff. zu Art. 134).
2. Vorab ist festzuhalten, dass die objektive Strafbarkeitsbedingung der (einfa-
chen) Körperverletzung i.S.v. von Art. 123 StGB vorliegend gegeben ist (Urk. 13/6
und 13/11).
3. Gemäss erstelltem Sachverhalt hat der Beschuldigte den Privatkläger mit
zwei Faustschlägen gegen den Oberkörper des Privatklägers traktiert, wobei er
diese Schläge als Teil der angreifenden Gruppe ausführte. In subjektiver Hinsicht
handelte der Beschuldigte vorsätzlich, da er mit Wissen und Willen und im Be-
wusstsein, Teil einer grösseren Gruppe zu sein, auf den Privatkläger eingeschla-
gen hat. In diesem Zusammenhang hat die Vorinstanz zutreffend festgehalten,
dass sich der Vorsatz nicht auf die Verletzungsfolgen beziehen muss (Urk. 60
S. 24).
- 23 -
4. Der Beschuldigte hat somit den objektiven und subjektiven Tatbestand des
Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB erfüllt. Rechtfertigungs- und Schuldaus-
schlussgründe liegen keine vor.
V. Strafzumessung
1. Bei der Strafzumessung ist zunächst der abstrakte Strafrahmen zu bestim-
men. Für Angriff gemäss Art. 134 StGB beträgt der Strafrahmen Freiheitsstrafe
bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe.
2. Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es be-
rücksichtigt dabei das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wir-
kung der Strafe auf das Leben des Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Verschulden
wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechts-
gutes, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des
Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren
Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden
(Art. 47 Abs. 2 StGB).
3 Der Begriff des Verschuldens muss sich auf den gesamten Unrechts- und
Schuldgehalt der konkreten Straftat beziehen. Dabei ist zu unterscheiden zwi-
schen der Tat- und der Täterkomponente. Bei der Tatkomponente ist als Aus-
gangspunkt die objektive Schwere des Delikts festzulegen und zu bewerten. Da-
bei ist anhand des Ausmasses des Erfolgs sowie auf Grund der Art und Weise
der Herbeiführung dieses Erfolgs zu beurteilen, wie stark das strafrechtlich ge-
schützte Rechtsgut beeinträchtigt worden ist. Ebenfalls von Bedeutung sind die
kriminelle Energie sowie ein allfälliger Versuch. Hinsichtlich des subjektiven Ver-
schuldens sind insbesondere das Motiv, die Beweggründe, die Willensrichtung
sowie das Mass an Entscheidungsfreiheit des Täters zu beurteilen. Die Täter-
komponente umfasst die persönlichen Verhältnisse, das Vorleben, insbesondere
frühere Strafen oder Wohlverhalten, und das Verhalten nach der Tat und im Straf-
verfahren, insbesondere gezeigte Reue und Einsicht, oder ein abgelegtes Ge-
ständnis, die Willensrichtung, mit der der Täter gehandelt hat, und die Beweg-
- 24 -
gründe des Schuldigen (Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, Schweizerisches
Strafgesetzbuch, 19. Aufl., Zürich 2013, Art. 47 N 6 ff.).
4. Tatkomponenten und hypothetische Einsatzstrafe
4.1. Der Beschuldigte hat den gewalttätigen Übergriff auf den Privatkläger mit-
tels Fusstritten und Faustschlägen zwar nicht ausgelöst, seine eingestandenen
Faustschläge erfolgten jedoch gemäss seinen eigenen Ausführungen zu Beginn
des Angriffs, weshalb mit der Vorinstanz davon auszugehen ist, das sein Handeln
massgeblich zur Eskalation beigetragen hat. Zu Gunsten des Beschuldigten ist
jedoch zu berücksichtigen, dass er spontan, auf C._s Anruf hin, in den Kon-
flikt hineingeraten ist. Die durch den Angriff geschaffene abstrakte Gefahr reali-
sierte sich schliesslich in den beschriebenen etlichen Verletzungen des Privatklä-
gers, womit sie als erheblich einzustufen ist. Weiter zu berücksichtigen ist, dass
der Privatkläger alleine unterwegs und damit den Tritten und Schlägen der An-
greifer gegen Körper und Kopf wehrlos ausgeliefert war. Neben den physischen
Verletzungen hat der Privatkläger aufgrund des gewalttätigen Übergriffs zumin-
dest im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Verfahrens unter einer posttraumatischen
Belastungsstörung gelitten, welche eine psychotherapeutische Behandlung not-
wendig machte (Urk. 48/8). Etwas gemildert wird das Verschulden schliesslich
dadurch, dass der Vorgang nur kurze Zeit gedauert hat und bis auf C._s
Schlag mit der Whiskyflasche, welche Handlung jedoch diesem alleine zuzurech-
nen ist und wofür C._ wegen versuchter schwerer Körperverletzung verurteilt
wurde, keine gefährlichen Gegenstände oder Waffen eingesetzt wurden.
4.2. Gesamthaft erscheint das objektive Tatverschulden des Beschuldigten als
gerade noch leicht.
4.3. In subjektiver Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte direkt
vorsätzlich handelte. Er stand gemäss eigenen Angaben nicht unter Alkoholein-
fluss (Urk. 40 S. 4). Über die Beweggründe und Motive des Beschuldigten können
lediglich Vermutungen angestellt werden. Naheliegend ist gestützt auf die Akten
ein gewisser Gruppendruck oder dass er C._ aus falsch verstandener
Freundschaft helfen wollte. Mit der Vorinstanz ist jedenfalls festzuhalten, dass
- 25 -
seine Beteuerung, wonach die Faustschläge gegen den Oberkörper des Privat-
klägers eine Reflexhandlung gewesen seien, vor dem Hintergrund seiner Aussa-
ge, dass er auf den Privatkläger eingeschlagen habe, weil er aufgrund G._s
Schreie gedacht habe, sie sei vom Privatkläger geschlagen worden, nicht ein-
leuchtend ist. Zwar ist das Vorbringen mit G._ in keiner Weise eine Rechtfer-
tigung für das Handeln des Beschuldigten, liefert aber immerhin eine Erklärung für
sein Handeln.
4.4. Nach Berücksichtigung der objektiven und subjektiven Tatkomponenten er-
scheint eine hypothetische Einsatzstrafe von 12 Monaten angemessen.
5. Täterkomponenten
5.1. Die ermittelte verschuldensangemessene Strafe kann alsdann aufgrund
von Umständen, die grundsätzlich nichts mit der Tat zu tun haben, erhöht oder
herabgesetzt werden (Täterkomponente). Hierfür sind im wesentlichen täterbezo-
gene Komponenten wie persönliche Verhältnisse, Vorstrafen, Leumund, besonde-
re Strafempfindlichkeit oder Nachtatverhalten massgebend. Dabei dürfen auch im
Ausland verhängte Vorstrafen bei der Strafzumessung mitberücksichtigt werden
(Wiprächtiger, in: Basler Kommentar Strafrecht I, 3. Aufl., N 102 zu Art. 47 StGB).
5.2. Die Vorinstanz hat die täterbezogenen Komponenten zutreffend aufgeführt
(Urk. 60 S. 28), worauf zwecks Vermeidung unnötiger Wiederholungen zu verwei-
sen ist. An der Berufungsverhandlung ergänzte der Beschuldigte, dass er als ein-
ziges von vier Geschwistern nach wie vor bei den Eltern wohne. Er bezahle sei-
nen Eltern monatlich unterschiedlich hohe Beträge von bis zu Fr. 3'000.– für Kost
und Logis (Prot. II S. 10 und 13). Aus der Lebensgeschichte und den persönlichen
Verhältnissen des Beschuldigten sind keine strafzumessungsrelevanten Faktoren
ersichtlich.
5.3. Das Teilgeständnis des Beschuldigten betreffend seine zwei Schläge gegen
den Bauch des Privatklägers ist mit einer Reduktion der Einsatzstrafe um zwei
Monate zu berücksichtigen.
5.4. Gesamthaft erscheint eine Strafe von 10 Monaten angemessen.
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6. Strafart
6.1. Für Strafen von sechs Monaten bis zu einem Jahr sieht das Gesetz Frei-
heitsstrafe oder Geldstrafe vor (vgl. Art. 34 Abs. 1 und Art. 40 Satz 1 StGB). Im
Vordergrund steht dabei die Geldstrafe. Das ergibt sich aus dem Prinzip der Ver-
hältnismässigkeit, wonach bei alternativ zur Verfügung stehenden Sanktionen im
Regelfall diejenige gewählt werden soll, die weniger stark in die persönliche Frei-
heit des Betroffenen eingreift bzw. die ihn am wenigsten hart trifft. Bei der Wahl
der Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmässigkeit einer bestimmten
Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre
präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 134 IV 82 E. 4.1, BGE 134 IV 97 E
4.2, BGer 6B_681/2013 vom 26. Mai 2014 E. 1.3.3).
6.2. Wie erwähnt wiegt das Verschulden des Beschuldigten gerade noch leicht,
weshalb auf die Anordnung einer Freiheitsstrafe zu verzichten und stattdessen ei-
ne Geldstrafe auszusprechen ist. Der Beschuldigte ist somit mit 300 Tagessätzen
Geldstrafe zu bestrafen. Die erstandene Untersuchungshaft von 22 Tagen ist an
diese Strafe anzurechnen, wobei ein Tag Haft einem Tagessatz Geldstrafe ent-
spricht (Art. 51 StGB).
7. Tagessatzhöhe
Bei der Berechnung des Tagessatzes für die Geldstrafe sind die individuellen
Verhältnisse des Beschuldigten zu berücksichtigen. Der Beschuldigte verdient
monatlich netto Fr. 4'100.– (13x) und lebt bei seinen Eltern. Wie erwähnt bezahlt
er diesen monatlich unterschiedlich hohe Beträge von bis zu Fr. 3'000.– für Kost
und Logis. Gemäss eigenen Aussagen verfügt der Beschuldigte weder über Er-
sparnisse noch über Schulden (Prot. II S. 13). Im Ergebnis erscheint ein Tages-
satz von Fr. 50.– angemessen.
VI. Vollzug
Was den Vollzug der Freiheitsstrafe anbelangt, so ist diese unter Verweis auf die
in allen Punkten zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen (Urk. 60 S. 29), wel-
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che analog auch für die Geldstrafe gelten, aufzuschieben. Die Probezeit ist auf 2
Jahre anzusetzen.
VII. Zivilansprüche
1. Schadenersatz
1.1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten unter solidarischer Haftung mit den
Mitbeschuldigten C._ und D._ verpflichtet, dem Privatkläger Schadener-
satz in der Höhe von Fr. 50.50 zuzüglich 5 % Zins ab 20. September 2015 zu be-
zahlen (Dispositivziffer 4b). Betreffend die übrigen Schadenersatzbegehren hat
sie den Privatkläger auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen (Dispositivziffer
4c). Bezüglich des Antrags, wonach der Beschuldigte dem Grundsatz nach zu
verpflichten sei, für zukünftig sich verwirklichende Schäden des Privatklägers Er-
satz zu leisten, hat sie festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privat-
kläger aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflich-
tig sei (Dispositivziffer 4a).
1.2. Der Beschuldigte beantragt die Abweisung der Zivilklage des Privatklägers,
eventualiter die Verweisung auf den Zivilweg. Er liess vorbringen, der Privatkläger
sei durch seine zwei leichten Faustschläge weder verletzt noch sonstwie geschä-
digt worden. Ausserdem seien alle in der Anklageschrift beschriebenen Verlet-
zungen entstanden, nachdem sich der Beschuldigte vom Privatkläger entfernt ha-
be (Urk. 49 S. 2 und Prot. I S. 18). Sodann komme die vom Privatkläger beantrag-
te Solidarität der Beschuldigten nicht in Frage, da die Anklageschrift die gravie-
renden Verletzungen einzelnen Personen zuordne und ein gemeinschaftliches
Zufügen, welches zu einer Solidarhaftung führen könnte, nicht vorliege (Prot. I
S. 18).
1.3. Die Vorinstanz hat die Grundsätze für die Zusprechung von Schadenersatz
zutreffend dargelegt, worauf zwecks Vermeidung von Wiederholungen verwiesen
werden kann (Urk. 60 S. 31 und 33). Was die Voraussetzungen für die Solidarhaf-
tung gemäss Art. 50 Abs. 1 OR anbelangt, so ist ergänzend Folgendes festzuhal-
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ten: Voraussetzung für die solidarische Haftung ist einerseits die gemeinsame
adäquat kausale Verursachung des Schadens und andererseits das gemeinsame
Verschulden. Gemeinsame Verursachung besteht im Zusammenwirken mehrerer
Personen, wobei jeder Schädiger um das pflichtwidrige Verhalten des anderen
weiss oder jedenfalls wissen könnte. Wird eine bestimmte Gefahr gemeinsam ge-
schaffen, ist es belanglos, welche der daran beteiligten Personen die eigentliche
Schadensursache gesetzt hat. Beim gemeinsamen Verschulden genügt Eventu-
alvorsatz: Die eingeklagten Täter müssen den eingetretenen Schaden zumindest
in Kauf genommen haben. Die Beteiligung des Einzelnen äussert sich hier in der
moralischen Unterstützung und im Bewusstsein, gemeinsam einen bestimmten
Erfolg anzustreben. Dadurch wird das Verhalten der Mitbeteiligten akzeptiert. Zu
einem anderen Schluss kommt man nur dann, wenn jemand nicht damit rechnen
musste, dass der Schaden im konkreten Umfang überhaupt eintreten könnte
(Heierli/Schnyder, in: Basler Kommentar OR I, 6. Aufl. 2015, N 6 und 7 zu Art. 50;
Brehm, Berner Kommentar, Die Entstehung durch unerlaubte Handlung, 4. Aufl.,
Bern 2013, N 10a f zu Art. 50, je mit weiteren Hinweisen).
1.4. Die Vorinstanz ist zu Recht davon ausgegangen, dass beim vorliegenden
Angriff eine gemeinsame Verursachung des Schadens und ein gemeinsames
Verschulden des Beschuldigten und der beiden Mitbeschuldigten C._ und
D._ vorlag (Urk. 60 S. 31.). So wirkte der Beschuldigte mit diesen bei der tät-
lichen Auseinandersetzung zusammen, wobei jeder vom pflichtwidrigen Verhalten
des anderen wusste und mit der Möglichkeit rechnen musste, dass daraus Kör-
perverletzungen resultieren könnten – und dies somit in Kauf nahm. Dementspre-
chend haften alle Beteiligten des Angriffs, unabhängig davon, wer nun die Verlet-
zungen tatsächlich verursacht hat, weshalb die Vorbringen des Beschuldigten
nicht zielführend sind. Damit kann sich der Privatkläger ohne Weiteres an den
Beschuldigten halten, auch wenn ihm bezüglich keiner Verletzung des Privatklä-
gers nachgewiesen werden kann, dass diese von ihm direkt verursacht wurde.
1.5. Die vom Privatkläger geltend gemachte Schadenersatzforderung wurde le-
diglich im Umfang von Fr. 50.50 (Kostenbeteiligung des Privatklägers an der
Krankenversicherung sowie die Anschaffungskosten für Kleider im Spital) gutge-
- 29 -
heissen. Wie erwähnt hat der Privatkläger im Zivilpunkt keine (Anschluss-)Be-
rufung erhoben. Damit kann vorliegend keine höhere Summe, als die Vorinstanz
im Urteil festgelegt hat, zugesprochen werden. Folglich beschränkt sich die Über-
prüfung des vorinstanzlichen Urteils auf die Frage, ob die Schadenersatzforde-
rung im Umfang von Fr. 50.50 zu Recht gutgeheissen wurde.
1.6. Die Vorinstanz führte hierzu aus, die Kostenbeteiligung des Privatklägers an
der Krankenversicherung sowie den Anschaffungskosten für Kleider im Spital in
der Höhe von insgesamt Fr. 50.50 seien dem Privatkläger aufgrund der gewalttä-
tigen Auseinandersetzung als Schaden entstanden und mittels zu den Akten ge-
reichten Dokumenten rechtsgenügend belegt worden (Urk. 48/2). Sodann sei die
Beteiligung des Beschuldigten am Übergriff auf den Privatkläger adäquat kausal
für den entstandenen Schaden gewesen. Die Widerrechtlichkeit ergebe sich so-
dann aus dem strafbaren Verhalten des Beschuldigten (Urk. 60 S. 31 f.). Diese
vorinstanzlichen Erwägungen sind zutreffend, weshalb darauf abzustellen ist. Die
Vorinstanz ist betreffend den Beginn des Zinsenlaufs fälschlicherweise vom
20. September 2015 anstatt vom 20. September 2014 (Tag des schädigenden
Ereignisses) ausgegangen. Aufgrund des Verbots der reformatio in peius
(Art. 391 Abs. 2 StPO) bleibt es jedoch beim Beginn des Zinsenlaufs gemäss vor-
instanzlichem Urteil.
1.7. Damit ist der Beschuldigte in Übereinstimmung mit der Vorinstanz unter so-
lidarischer Haftung mit den Mitbeschuldigten C._ und D._ zu verpflich-
ten, dem Privatkläger Schadenersatz in der Höhe von Fr. 50.50 zuzüglich 5 %
Zins ab 20. September 2015 zu bezahlen.
1.8. Sodann ist die vorinstanzliche Feststellung, wonach der Beschuldigte ge-
genüber dem Privatkläger aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach
schadenersatzpflichtig sei, zu bestätigen, nachdem die durch den gewalttätigen
Übergriff verursachten psychischen und physischen Beeinträchtigungen und die
daraus resultierenden finanziellen Folgen zurzeit noch nicht abschätzbar sind.
2. Genugtuung
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2.1. Die Vorinstanz hat die Grundsätze für die Zusprechung von Genugtuung zu-
treffend dargelegt (Urk. 60 S. 34), worauf Zwecks Vermeidung von Wiederholun-
gen verwiesen werden kann.
2.2. Die Vorinstanz sprach dem Privatkläger eine Genugtuung von Fr. 12'000.–
zuzüglich 5 % Zins ab 20. September 2014 zu.
2.3. Der Beschuldigte beantragt die Abweisung des Genugtuungsbegehrens
(Urk. 49 S. 2). Die Verteidigung brachte dazu vor, die geforderte Genugtuung sei
angesichts der schweizerischen Gerichtspraxis massgeblich übertrieben (Prot. I
S. 19).
2.3. Der Angriff, an welchem sich der Beschuldigte beteiligte, führte beim Privat-
kläger zu erheblichen Verletzungen (vgl. Erw. II. Ziff. 2.), wobei zur Rekonstrukti-
on der Fraktur des Augenhöhlenbodens ein operativer Eingriff nötig war
(Urk. 13/11). Zum diesbezüglichen Verschulden des Beschuldigten wurden be-
reits Ausführungen gemacht (vgl. Erw. V. Ziff. 4. und 5. vorstehend). Der gewalttä-
tige Übergriff führte sodann zu einer (teilweisen) Arbeitsunfähigkeit vom 21. Sep-
tember 2014 bis 30. April 2015 (50 % Arbeitsunfähigkeit in der Zeit vom 3. No-
vember bis 7. Dezember 2014; Urk. 48/6). Der Privatkläger erlitt durch den ge-
walttätigen Übergriff gemäss ärztlichem Bericht von Dr. med L._, Fachärztin
für Psychiatrie Psychotherapie FMH, eine posttraumatischen Belastungsstörung
(Urk. 48/8), welche zu Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen und Alpträumen
geführt hat. Weiter plagten den Privatkläger Zukunftsängste, und er wurde tags-
über von plötzlichen Erinnerungsbildern eingeholt. Sodann litt er unter der Angst,
von den Tätern weiter verfolgt oder bedroht zu werden, und es plagten ihn
Schuldgefühle, weil er eine Anzeige bei der Polizei gemacht hatte (Urk. 48/8 S. 1
und 2). Dem ärztlichen Bericht vom 22. September 2015 (Urk. 48/8 S. 3) ist zu
entnehmen, dass der Privatkläger auch ein Jahr nach dem Übergriff unter Angst-
zuständen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen litt und die Kreise 4 und 5
mied. Gemäss Bericht war damals vorgesehen, dass die bisherigen Therapiesit-
zungen, welche alle drei bis vier Wochen stattfanden, noch vier bis sechs Monate
weitergeführt werden.
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2.4. Unter Berücksichtigung des Verschuldens des Beschuldigten und der obigen
Erwägungen ist die von der Vorinstanz zugesprochene Genugtuung von
Fr. 12'000.– zuzüglich 5 % Zins ab dem 20. September 2014 angemessen. Hin-
sichtlich der Solidarität der Mitbeschuldigten kann auf das unter Erw. VII. Ziff. 1.6
und 1.7. Ausgeführte verwiesen werden.
2.5. Damit ist der Beschuldigte unter solidarischer Haftung mit den Mitbeschul-
digten D._ und C._ zu verpflichten, dem Privatkläger eine Genugtuung
in der Höhe von Fr. 12'000.– zuzüglich 5 % Zins seit 20. September 2014 zu be-
zahlen.
VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Ausgangsgemäss ist die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 7) zu bestäti-
gen.
2. Im Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO).
3. Der Beschuldigte dringt mit seiner alle Punkte des vorinstanzlichen Ent-
scheids umfassenden Berufung im zentralen Punkt nicht durch; es bleibt beim
Schuldspruch wegen Angriffs. Immerhin wird die von der Vorinstanz ausgespro-
chene Strafe um einen Drittel reduziert und es wird eine mildere Sanktionsart
ausgesprochen. Die Staatsanwaltschaft wiederum unterliegt in der beantragten
Höhe und Art der auszufällenden Sanktion. Insofern rechtfertigt es sich, die Ver-
fahrenskosten der zweiten Instanz (ohne Verteidigungskosten) dem Beschuldig-
ten zu 2/3 aufzuerlegen und im restlichen Umfang auf die Gerichtskasse zu neh-
men. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist der Antrag des Beschuldigten auf
Ausrichtung einer Genugtuung von Fr. 5'500.– zuzüglich 5% Zins seit dem
30. November 2014 abzuweisen (Urk. 61; Urk. 38 S. 23).
4. Die Kosten für die unentgeltliche (vgl. Urk. 17/2) Verbeiständung der Privat-
klägerschaft im Berufungsverfahren wurden vorliegend auf Fr. 746.30 beziffert
(Urk. 95) und erscheinen in dieser Höhe angemessen. Die beschuldigte Person
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trägt diese Kosten nur, wenn sie sich in günstigen wirtschaftlichen Verhältnissen
befindet (Art. 426 Abs. 4 StPO). Das ist wie vorstehend erläutert (vgl. Erw. V.
Ziff. 7.) beim Beschuldigten nicht der Fall. Der auf ihn entfallende Kostenanteil,
der auf rund einen Viertel bzw. Fr. 187.– zu bemessen ist, ist demzufolge auf die
Gerichtskasse zu nehmen. Der Restbetrag entfällt auf den Mitbeschuldigten
C._ (Prozess-Nr. SB150502-O).