Decision ID: 3fc75423-0721-44e4-8221-a388337a6d21
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1961, meldete sich erstmals am
6.
September 2010 (Ein
gangsdatum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/13).
Mit Schreiben vom 1
3.
Dezember 2010 erteilte die IV-Stelle nach beruflichen und medizinischen Abklärungen eine Kostengutsprache für zwei Hörgeräte (
Urk.
10/39).
Mit Verfügung vom
7.
März 2011 wurde das Begehren für eine Kostengutsprache für Brillen abge
wiesen und
am
8.
März 2011 wurde ein Anspruch auf berufliche Massnahmen und Rente verneint (
Urk.
10/55-56).
Am 1
5.
Mai 2012 meldete sich die Beschwerdeführerin erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/59).
Nach erwerblichen und medizinischen Ab
klärungen stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 1
1.
Januar 2013 die Ab
weisung des Leistungsbegehrens
(
berufliche Massnahmen
,
Invali
denrente
)
in Aussicht (
Urk.
10/75). Nach Einwand
vom
4.
Februar 2013
(
Urk.
10/79)
tätigte die IV-Stelle
weitere
Abklärungen und
holte insbeson
dere das polydisziplinäre Gutacht
en des
Y._
vom 1
5.
Dezember 2014 ein (
Urk.
10/
120).
Nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(Vorbe
scheide vom 2
3.
und 2
7.
Februar 2015,
Urk.
10/128 und
Urk.
10/134; Einwand vom
2.
März 2015,
Urk.
10/135; ergänzende
Einwandbe
gründung
vom
9.
April 2015,
Urk.
10/141) verneinte die IV-Stelle mit Verfü
gung vom 3
0.
April 2015 einen Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
(
Urk.
10/145) und sprach mit Verfügung vom 1
9.
Juni 2015 eine vom
1.
Juni bis 3
1.
Dezember 2013 befris
tete ganze Invalidenrente zu (
Urk.
10/154; Verfügungsteil 2,
Urk.
10/150).
2.
Gegen die Verfügung vom 1
9.
Juni 2015 erhob die Versicherte am 2
1.
August 2015 Beschwerde und beantragte, es
sei die angefochtene Verfügung aufzuhe
ben, soweit darin für die Zeit ab
1.
Januar 2014 ein Rentenanspruch verneint werde und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr über den 3
1.
Dezem
ber 2013 hinaus eine ganze Rente auszurichten. In prozessualer Hin
sicht er
such
te sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Be
stellung von Rechtsanwältin
PD Dr.
iur
.
Silvia Bucher als unentgeltlic
he
Rechtsver
tre
terin
sowie eines
zweiten Schriftenwechsel
s
(
Urk.
1).
Mit Beschwerdeantwort vom 3
0.
Oktober 2015 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Be
schwerde (
Urk.
9 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
10/1-165)
. Mit Verfügung vom
3.
November 2015 wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltlich
e
Prozess
führung
gewährt und
Rechtsanwältin
PD Dr.
iur
.
Silvia Bucher als unent
gelt
liche
Rechts
vertreterin
bestellt (
Urk.
11). Die Beschwerdeführerin hielt mit Replik
vom
4.
Dezember 2015
(
Urk.
13) an ihren Anträgen fest, woraufhin die
Be
schwerde
gegnerin
auf das Einreichen einer Duplik verzichtete (
Urk.
18), was der Be
schwerdeführerin am 1
8.
Dezember 2015 mitgeteilt wurde (
Urk.
19). Mit Ein
gabe vom 3
1.
Dezember 2015 reichte die Beschwerdeführerin einen weiteren
Arzt
bericht
ein (
Urk.
20 und
Urk.
21), was der Beschwerdegegnerin am
5.
Janu
ar 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
22).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen
Verfügung
dafür (
Urk.
2), dass die Beschwerdeführerin seit dem 2
5.
Juni 2012 erheblich in der Arbeits
fähigkeit eingeschränkt und ihr bis zum 3
1.
Dezember 2013 keine Erwerbstätig
keit zumutbar gewesen sei, so dass sie vom
1.
Juni 2013 bis zum 3
1.
Dezember 2013 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe. Danach sei ihr eine
leidens
angepasste
Tätigkeit zu 75
%
zumutbar, womit ein rentenausschliessender
In
validitätsgrad
von 33
%
resultiere, so dass die Invalidenrente per 3
1.
Dezember 2013 eingestellt werde.
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen
im Wesentlichen
vor (
Urk.
1
und
Urk.
13
), dass nicht auf das
Y._
-Gutachten abgestellt werden könne, da
die Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) aufgrund von Mängeln im Gutachten um eine Bereinigung dessen habe ersuchen müssen. Das
Y._
-Gut
achten sei nicht beweiskräftig, da es widersprüchlich
und nicht nachvollziehbar sei, so dass ein Gerichtsgutachten einzuholen sei. Des Weiteren sei das
Y._
-Gutachten zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses bereits überholt gewesen, da
sich das Gehör im Jahr vor Verfügungserlass deutlich verschlechtert habe. Selb
st wenn auf das
Y._
-Gutachten
abzustellen wäre, bestünde mangels
Verwert
barkeit der Restarbeitsfähigkeit Anspruch auf ei
ne unbefristete ganze Rente
. Würde man die Verwertbarkeit bejahen, so wäre ein maximaler Leidensabzug vorzunehmen, so dass ein
rentenbegründen
der
Invaliditätsgrad von 50
%
resul
tieren würde.
Im Übrigen wäre die Rente erst 3 Monate nach der Verbesserung einzustellen, somit erst auf den 3
1.
März 2014 und es sei zu berücksichtigen, dass der Anspruch auf eine ganze Rente, wäre er jemals untergegangen, nach der Operation vom 1
4.
November 2014 wieder hätte entstehen müssen, da die Gutachter jeweils von einer vollen Arbeitsunfä
higkeit während sechs Monaten nach den Operationen ausgingen.
In der Beschwerdeantwort
vom 3
0.
Oktober 2015 konstatierte die
Beschwerde
geg
nerin
, dass das
Y._
-Gutachten beweiskräftig sei und in der at
testierten 25%igen Leistungseinbusse bereits die Faktoren, welche einen
Lei
densabzug
recht
fertigen könnten, berücksichtigt seien, so dass kein Raum für einen weiter
gehenden Abzug bestehe (
Urk.
9).
2.
2.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 die
ser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neu
anmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in ana
lo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1
des Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
vorzu
gehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Ver
änderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr
eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu be
schliessen
. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
2.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sacht
e und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den aus
geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
2.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.5
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine be
fristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einer
seits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder
Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1
mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herab
setzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S.
121 E.
1b mit Hin
weisen)
Art.
88a IVV festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hin
weis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung des
Invaliditätsgra
des
eingetreten und da
mit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der
Renten
zusprechung
oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung
beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369
E.
2
, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E.
3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistun
gen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des
Rechts
mittelverfahrens
in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebe
nen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E.
2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenan
spruch für den gesamten
ver
fügungsweise
geregelten Zeitraum und damit so
wohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.6
Wurde die Rente nach Verminderung des Invaliditätsgrades aufgehoben, erreicht
dieser jedoch in den folgenden drei Jahren wegen einer auf dasselbe Leiden zurückzuführenden Arbeitsunfähigkeit erneut ein rentenbegründendes Ausmass, so werden gemäss Art. 29
bis
IVV bei der Berechnung der Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG früher zurückgelegte Zeiten angerechnet.
2.7
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
lie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellt (ZAK 1986 S.
188 E.
2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
ach
tens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Unter
suchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialver
sicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
ach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung vom
1
9.
Juni 2015
(
Urk.
2) im Wesentlichen auf das
polydisziplinäre Gutachten des
Y._
vom 1
5.
Dezember
2014 sowie das Ergänzungsschreiben vom 1
9.
Januar 2015
ab. Da
rin werden die bis zur Begutachtung der Beschwerdeführerin aktenkundigen
medizinischen Berichte zusammengefasst (Urk. 10/120/4 ff.; vgl. auch
Urk.
10/120/8;
Urk.
10/120/13 f.;
Urk.
10/120/19 f.;
Urk.
10/120/19;
Urk.
10/120/20
;
Urk.
10/120/25)
,
weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwä
gungen aber darauf Bezug genommen.
3.2
3.2.1
Die begutachtenden Ärzte des
Y._
hielten im Gutachten vom 1
5.
Dezember 2014 folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit fest
(
Urk.
10/120/25
f.):
Chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom ohne fassbare
r
adikuläre
Symptomatik (ICD-10 M
54.5/Z98.8)
Status nach
Spondylodese
mit Dekompression und PLIF LWK4-5 am 26
.06.2012 (
Dr.
Z._
,
A._
)
Status nach
suprafusioneller
Verlängeru
ngsspondylodese
LWK3-5 am 21.05.
2013 (
Dr.
Z._
,
A._
)
radiologisch kein Hinweis für Lockerung, Infekt,
höhergradige
Degene
ration oder Neurokompression (CT 12.03.2014)
Status nach teilweiser Entfernung des
Osteosynthesematerials
,
suprafu
sioneller
Verlängerungsspondylodese
LWK2-5,
Knochenanla
gerung
LWK2/3 rechts,
Hemilaminektomie
,
Foraminotomie
,
Neurolyse
und Dekompression LWK2/3 links am 1
4.
11.2014 (
Dr.
Z._
,
A._
)
Angeborene Sehschwä
che
Amblyopie
beidseits (ICD-10 H53.0)
Hinterkammerlinsen-
Pseudophakie
beidseits (ICD-10 Z
96.1)
chronische Benetz
ungsstörung beidseits (ICD-10 H
19.3)
Esotropie
links (ICD-10 H50.0)
Hochtonschallempfindungsschwerhörigkeit beidseits (ICD-10 H90.3)
Zustand nach Hörgeräteversorgung beidseits
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit notierten sie folgende Diagnosen (
Urk.
10/120/26):
Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion (ICD-10 F42.21)
Status nac
h Operation nach
Lelievre
l Fuss
links am 29.08.2014 bei
Hallux
valgus
(
Dr.
B._
,
A._
;
ICD-10 Z98.8)
Adipositas (BMI 30 kg/
m
2
;
ICD-10 E66.0)
Status nach
Nikotinabusus
, bis Ende 2012 (ca. 30
py
)
Die begutachtenden Ärzte führten interdisziplinär aus, dass die Beschwerde
führe
rin in den Untersuchungen die Rückenschmerzen als Haupt
problem ange
geben habe, welche sich auch nach der dritten Operation nicht ge
bessert hätten (
Urk.
10/120/26).
In der
orthopädischen Untersuchung
sei
ein chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom bei Status nach
dreimaliger
Spondylodese
LWK2-
5 diagnosti
ziert
worden
. Eine verminderte B
elastbarkeit der Wirbelsäule sei
damit zu be
gründen. Die von der
Beschwerdeführerin
angegebenen Beschwerden könn
t
en aber nicht vollständig mit den objektiven Befunden erklärt werden. Aus ortho
päd
ischer Sicht sei
die
Beschwerdeführerin
für eine körperlich leichte, wechsel
belastende Tätigkeit zu 80
%
arbeits- und leistungsfähig mit vermehrten Pau
se
n. Körperlich schwere und andauern
d mittelschwere Tätigkeiten seien
ihr nicht mehr zumutbar
(
Urk.
10/120/26)
.
Im Weiteren leide
die
Beschwerdeführerin
an einer seit Kindh
eit bestehenden Sehschwäche. In
der
ophthalmologischen Untersuchung
sei
en
eine
Amblyopie
beidseits und eine
Hinterkammerlinsen-Pseudophakie
beidseits festgestellt
wor
den. Der korrigierte
Visus
betrage
rechts 0,4 und links 0
,1
6.
Die
Visuseinschrän
kung
sei
erheblich. Aus
ophthalmologischer Sicht bestehe
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 25
%
für Tätigkeiten mit durchschnittlicher Anforde
rung an die Sehfähigkeit
.
Potentiel
l gefährliche Arbeitsplätze seien wegen feh
lendem Ster
eosehen nicht geeignet
(
Urk.
10/120/26 f)
.
In der
otorhinolaryngologischen
Untersuchung
sei
eine
Hochtonschallempfin
dungsschwerhörigkeit
beidseits diagnostiziert
worden
. T
rotz der
Hörgerätever
sorgung
sei der Hö
rverlust nicht voll kompensiert. Tätigkeiten mit erhöhtem Umgebungsgeräuschpegel sowie mit ho
hen auditiven Anforderungen sei
e
n
für die
Beschwerdeführerin
nic
ht geeignet. Quantitativ bestehe
aus
otorhinolaryn
gologischer
Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
10/120/27)
.
In der
allgemeininternistischen Untersuchung
sei
eine Adipositas diagnostiziert
worden
. Eine Eins
chränkung der Arbeitsfähigkeit habe
nicht festgestellt
werden
können
. Die
pathologischen Laborwerte hätten
keinen Krankheitswert
(
Urk.
10/120/27
)
.
In der
psychiatrischen Untersuchung
sei
eine Anpassungsstörung mit längerer
depressiver Reaktion diagnostiziert
worden
. Eine
höhergradige
depressive Symp
to
matik bestehe
nicht. Die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
sei
aus psy
chiatrischer Sicht nicht ei
ngeschränkt (
Urk.
10/120/27).
Zusammengefasst sei
die
Beschwerdeführerin
aus polydisziplinärer Sicht für ei
ne körperlich leichte, verschiedentlich adaptierte Tätigkeit zu 75
%
arbeits- und leistungsfähig,
welche
in einem ganztägigen
Pens
um mit vermehrten Pau
sen verwertbar
sei
. Di
e Leistungseinbussen aus orthopä
discher und ophthalmo
logi
scher Sicht ergänz
t
en sich, addier
t
en sich
hingegen
nicht, da die gleichen Zeitabschnitte für Pausen und Erholung genutzt werden könn
t
en. Arbeiten an gefähr
lichen Maschinen sowie mit hohem Umgebungslärmpegel und
Anforde
rungen ans Gehör seien
nicht geeignet. Ebenso best
ehe
eine vollständige Arbeits
unfähigkeit für körperlich schwere und andauernd mittelschwere Tätig
kei
ten
(
Urk.
10/120/27)
.
Aufgrund der anamnestischen Angaben,
der
Untersuchungsbefunde, der vorlie
genden Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten g
ingen
di
e
Gutachter
davon aus, dass die Arbeitsunfä
higkeit für körperlich schwere und mittel
schwere Tätigkeiten spätestens seit dem erste
n Wirbelsäuleneingriff am 2
1.
Mai 20
13,
arbiträr ab Anfang 2013 bestehe
. Die Einschränkung au
s ophthal
mologi
scher Sicht kö
nn
e
nicht genau datiert werden. Im Jahr 2011
sei
vom
C._
noch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit fest
ge
stellt
worden
. Die ho
chgradige
Visuseinschränkung
sei
durch
Dr.
D._
erstmals im Bericht vom 1
8.
Februar 20
13
dokumentiert. Es kö
nn
e
daher davon aus
ge
gan
gen werden, dass die Arbeitsunfä
higkeit von 25
%
für angepasste Täti
g
keiten seit Anfang 2013 bestehe
. Nach den Operationen m
üsse
jeweils mit einer voll
ständigen Arbeitsunfähigkeit auch für angepasste Tätigkeiten für höchstens 6 Monate gerechnet werden
(
Urk.
10/120/27)
.
3.2.2
Im ergänzenden Schreiben vom 1
9.
Januar 2015 führten die begutachtenden Ärzte
des
Y._
auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin aus (
Urk.
10/122;
Urk.
10/121), dass sie
den Verlauf der Arbeitsfähigkeit
im
Gutachten ungenü
gend dargelegt
hätten
. Wie
richtig bemerkt, habe
der erst
e Wirbelsäuleneingriff am 2
6.
Juni
2012 stattgefunden, was
auch in den Abschnitten 4.2.
3 und 5
des
Gutachtens fe
stgehalten sei. Dementsprechend sei
bezüglich de
r Abschnitte
4.2
.
6 und 6.3 zu ergänzen, dass die Arbeitsfähigkeit von 80
%
bei ganztägigem Pensum mit um 20
%
reduz
ierter Leistung in Ver
weistätigkeiten ab dem am 2
6.
Juni
2012 erfolgten Eingriff anzunehmen
sei
, der Beginn der Arbeitsun
fähigkeit von 25
%
aus polydisziplinärer Sicht für körperlich le
ichte, adaptierte
Tätigkeiten gelte daher seit dem ersten Wirbelsäuleneingriff vom 2
6.
Juni 201
2.
Dementsprechend mü
ss
e
für körperlich schwere und mittelschwere Tätig
keiten spätestens seit dem gleichen Zeitpunkt von einer bleibenden und voll
ständigen Arbeitsunfähigke
it ausgegangen werden. Zudem sei
zu beachten, dass nach den genannten Operationen von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit für sämt
li
che Tätigkeiten von längstens jeweils sechs Monaten ausgegangen werden müss
e
.
Da der Zustand 6 Monate postoperativ im Januar 2013 unbefriedigend
gewesen
und e
s deshalb zur Folgeoperation gekommen sei
,
sei
es plausibel, dass die Arbeitsfähigkeit in Verweistätigkeiten vom Juni 2012 bis Dezember 2013 aufge
hoben
gewesen sei
, ab Januar 2014
sei die 75%
ige Arbeits- und Leis
tungs
fähig
keit zu bestätigen (
Urk.
10/122)
.
4.
4.1
Beim
Gutachten des
Y._
vom 1
5.
Dezember 2014 sowie dem
Ergänzungsschrei
ben
vom 1
9.
Januar 2015
(
Urk.
10/120 und
Urk.
10/122
)
waren
Ärzte der Fach
richtungen Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie
, Ortho
pädische Chirurgie, Otorhinolaryngologie und
Ophtalmologie
vertreten
, womit es sich für die vorliegend zu beantwortenden Fragen als umfassend erweist.
Es beruht
auf für die streitigen Belange umfassenden fachärzt
lichen Untersuchun
gen und wurde
in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) verfasst. Die Gutachter haben detaillierte Befunde und hieraus begründete Diagnosen erhoben, die ge
klagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten
der Beschwerdeführerin
ause
inandergesetzt. Zudem haben sie
die medi
zinischen Zustände und Zusammen
hänge einleuchtend dargele
gt und ihre Schlussfolge
rungen
unter Berücksichtigung des Ergänzungsschreibens
nachvollziehbar be
gründet.
Das Gutachten des
Y._
erfüllt daher zusam
men mit dem
Ergänzungs
schreiben
die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an beweistaugliche ärzt
liche Entscheidungsgrundlagen (vgl. E.
2.5
).
4.2
4.2.1
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen
vor, dass das orthopädische Gutachten ab Januar 2014 widersprüchlich von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer an
gepasste
n
Tätigkeit bei einer reduzierten Leistungsfähigkeit von 20
%
ausgehe und gleichzeitig festhalte, dass jeweils für sechs Monate nach den Operationen von einer vollen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden müsse (
Urk.
1 S. 5 f.).
D
ie begutachtenden Ärzte
hielten
im Ergänzungsschreiben
vom 1
9.
Januar 2015 fest
, dass nach den genannten Operationen von einer vollständigen Arbeitsun
fähigkeit für sämtliche Tätigkeiten von längstens jeweils sechs Monaten ausge
gangen werden müsse. Da der Zustand sechs Monate postoperativ im Januar 2013 unbefriedigend gewesen sei, sei es plausibel, dass die Arbeitsfähigkeit
in Verweistätigkeiten von Juni 2012 bis Dezember 2013 aufgehoben gewesen sei, ab Januar 2014 sei die 75%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit zu bestätigen (
Urk.
10/122).
Damit ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ab dem
1.
Januar 2014 gemäss der interdisziplinären Ein
schätzung arbeitsfähig gewesen ist. Ab dem 1
4.
November 2014 ist
–
ent
sprechend
den Ausführungen des
begutachtenden
orthopädischen Chirurgen
(
Urk.
10/120/19)
- mit überwiegender Wahrs
cheinlichkeit erstellt, dass die Be
schwerdeführerin
längstens
bis
Mitte Mai 2015 in sämtlichen Verweistätigke
iten eingeschränkt gewesen ist, seit Mitte Mai 2015 ist sie (wie bereits vor der Operation Mitte November) gemäss der
interdiziplinären
Arbeitsfähigkeitsbeur
tei
lung
in einer angepassten Tätigkeit zu 75
%
arbeits- bzw. leistungsfäh
ig bei ei
nem ganztägigen Pensum.
4.2.2
Die Beschwerdeführerin
legte dar
, die dritte Operation vom 1
4.
November 2014 zeige, dass nach der Operation im Mai 2013 keine Verbesserung statt
ge
funden habe. Dem ist entgegenzuhalten, dass der begutachtende orthopädische C
hirurg
in Bezug auf allfällige Massnahmen aus orthopädischer Sicht
festhielt,
e
s
würden
sich
keine diagnostischen oder thera
peuti
schen Vorschläge anbieten
, da sich
die Beschwerdeführerin bereits in orthopädischer Behandlung befinde und in wenigen Tagen erstaunlicherweise ein erneuter
Eingriff an der Wirbel
säule erfolgen werde (
Urk.
10/120/19). Damit
erachtete
der begutachtende ortho
pädische Chirurg den operativen Eingriff im November 2014 als nicht zwingend notwendig
um eine Verbesserung bzw. Stabilisierung
der Arbeitsfähigkeit
her
bei
zuführen,
weshalb
er auch nach erfolgter Operation am 1
4.
November 2014 bzw. nach Abheilen der Operationsfolgen spätestens sechs Monate danach wiederum von der gleichen Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin ausging.
D
er behandelnde Orthopäde
Dr.
med.
Z._
führte
in seinem Be
richt vom 3
0.
März 2015 zuhanden der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführe
rin
zum Gesundheitszustand
aus
, dass sich die Situation insgesamt verschlech
tert habe. Die jeweils durchgeführten Versteifungsoperationen (2
6.
Juni 2012, 2
1.
Mai 2013 und
1
4.
November 2014) hätten die Lebensqualität verbessert, je
doch nicht die Belastbarkeit, so dass bei Belastungen, insbesondere als Küchen
hilfe, die Arbeit hab
e eingestellt werden müssen. Er bestätig
e, dass vorgeneigte Haltung und Rotationen der Wirbelsäule dauerhaft zu meiden seien, ebenso das monotone Stehen und Sitzen sowie das Tragen von Gewichten über 10 kg (
Urk.
10/144).
Dieses Belastungsprofil entspricht
im Wesentlichen
demjenigen des begutachtenden Orthopäden, welches zusätzlich eine Einschränkung der
Ar
beits
-
und
Leistungsfähigkeit von 20
%
vorsieht und nur eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit als zumutbar erachtet (
Urk.
10/120/26).
4.2.3
Zusammengefasst ist damit aus orthopädischer Sicht
-
wie im Gutachten darge
legt
-
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführe
rin in einer angepassten Tätigkeit ab dem
1.
Januar 2014 (6 Monate nach der Operation vom 2
1.
Mai 2013) bis zum 1
3.
November 2014 und ab
Mitte Mai 2015
zu 80
%
arbeits- und leistungsfähig ist.
Zwischen dem 1
4.
November 2014 und dem 1
5.
Mai 2015 ist - gestützt auf das orthopädische Teilgutachten - von einer vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
4.3
Die Beschwerdeführerin bringt
in Bezug auf das psychiatrische Teilgutachten
vor, dass sie ihre Antidepressiva wie verschrieben immer einge
nommen habe.
Sie
leide unter starker Platzangst, was nicht be
rücksichtigt worden sei.
I
m Bericht der
E._
vom
3.
Mai 2013
sei
ausgeführt worden, dass sie mit Angstzu
ständen in deprimierter Ver
fassung kaum die Wohnung verlassen habe.
Nach Auffassung des
behandelnden Psy
chiater
s
Dr.
med. F._
liege
nicht nur eine Anpassungsstörung vor.
Zu
sätzlich
hätten
sich in Anbetracht der Ausfüh
rungen des orthopädischen Gut
achters
fundierte psychiatrische Abklärungen bezüglich des Vorliegens einer
somatofo
rmen
Schmerzstörung aufgedrängt
, was allerdings nicht erfolgt sei
(
Urk.
1 S. 7 f.).
Allerdings wurden a
uch in den Berichten der
E._
vom
3.
Mai, 2
1.
Juni und 2
9.
September 2013
F._
Phobien noch eine Angststörung oder eine
somato
forme
Schmerzstörung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgehalten (
Urk.
10/84;
Urk.
10/86
;
Urk.
10/95). Die Ärzte der
E._
hielten in ihrem Bericht vom 2
9.
September 2013 fest, dass eine inzwischen leichte depressive Episode mit somatischem Syndrom vorliege und die somatischen Diagnosen rückläufig
seien.
D
ie
Beschwerdeführerin
sei wieder mobil, den intrafamiliären Spannungen
weniger ausgesetzt und inzwischen wieder teilarbeitsfähig. Allerdings komme es immer wieder zu ausgeprägten Stimmungsschwankungen im Rahmen der teils erheblichen
Part
nerschaftskonflikte
(
Urk.
10/95/2).
Des Weiteren fand ein interdisziplinärer Konsensus mit den begutachtenden Ärzten statt, so dass der psychiatrische Gutachter auch Kenntnis von den Ein
schätzungen des orthopädischen Gutachters hatte
(
Urk.
10/120/26)
.
Sofern er w
eitere Ausführungen in Bezug auf eine allfällige
somatoforme
Schmerzstörung
als notwendig erachtete hätte, wären diese entsprechend mit überwiegender Wahrscheinlichkeit noch erfolgt.
Zusammengefasst
vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführerin das psy
chia
t
rische Teilgutachten nicht zu entkräften.
4.4
4.4.1
In Bezug auf den augenärztlichen Teil des Gutachtens führte die Beschwer
defüh
rerin aus, dass der
Visus
der Beschwerdeführerin verglichen mit dem Low Vision Beratungsbericht des
G._
vom
3.
August 2015 viel zu hoch ausgefallen
sei. Entsprechend seien auch die attes
tierten Einschränkungen wenig plausibel, da auch
Dr.
med. D._
ein Jahr vor der
Y._
-Begutachtung nur Tätigkeiten, die einen
Visus
von 0.2 zuliessen, als zumut
bar bezeichnet
habe
(
Urk.
1 S. 9 f.
;
Urk.
13
).
Das
ophtalmologische
Y._
-Gutachten wurde in Kenntnis der
Vorakten
erstellt und gibt detailliert die Befunde wieder. Die entsprechenden Diagnosen wurden aufgeführt und die daraus resultierenden Einschränkungen von der
opthalmolo
gischen
Gutachterin nachvollziehbar und schlüssig dargestellt: Die Beschwer
deführerin sei aus
ophtalmologischer
Sicht zu 25
%
eingeschränkt für alle in der freien Wirtschaft verwertbaren beruflichen Tätigkeiten, welche durch
schnittliche Anforderungen an die Sehfähigkeit stellen würden. Sie verfüge über kein Stereosehen, so dass potentiell gefährliche Arbeitsplätze nicht geeignet seien (
Urk.
10/120/22;
Urk.
10/120/26 f.).
Der äusserst kurz gehaltene Low Vision Beratungsbericht vom
3.
August 2015 vermag das
Y._
-Gutachten nicht zu entkräften, dies insbesondere auch, da
weder die Diagnosen aufgeführt noch die Einschränkungen de
tailliert wiederge
ge
ben wurden (
Urk.
3/9).
4.4.2
Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozial
versicherungsgericht die Gesetzmässigkeit des angefochtenen Entscheids in der Regel nach dem Sach
verhalt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b).
Der nachträglich eingereichte Bericht des
H._
, Augenklinik, vom 1
0.
Dezember 2015
(
Urk.
21) ist daher im vorliegen
den Verfahren nicht zu berücksichtigen.
4.5
Des Weiteren brachte die Beschwerdeführerin vor, dass sich das Gehör
zwischen der Untersuchung im
Y._
und dem
Erlass
der angefochtenen Verfügung be
reits stark verschlechtert
habe
(
Urk.
1 S. 10;
Urk.
13).
Die Beschwerdeführerin reichte diesbezüglich einen erst nach Verfügungserlass erstellten Arztbericht vom 2
5.
August
2015 über die Untersuchung vom 2
1.
Juli 2015 ein (
Urk.
14/1), womit er
zum
Zeitpunkt des
Verfügungserlass
es
nicht bekannt
war
und somit
grundsätzlich nicht zu berücksichtigen
ist. Es
ist
diesbezüglich allerdings
fest
zuhalten, dass der
otorhi
nolaryngologische
Gutachter festhielt, dass die Be
schwer
deführerin trotz der
bi
nauralen
Hörgeräteversorgung qualitative Ein
schrän
kungen in der Arbeitsfähig
keit habe. So seien Tätigkeiten, welche hohe Anforderungen an das Gehör stellten, oder Tätigkeiten unter erhöhtem
Störlärm
, mit möglicher Akzentuie
rung der auditiven Schwierigkeiten, nicht geeignet
(
Urk.
10/120/25 f.).
Ob eine Zunahme des Hörverlustes weitere qualitative Einschränkungen als die bereits berücksichtigten nach sich ziehen würde, ist - sofern den Empfehlungen des Gutachters entsprechend jederzeit eine optimale hörprothetische Versorgung gewährleistet wird (
Urk.
10/120/25) - zumindest fraglich.
4.6
Zusammenfassend ist
gestützt auf das
Y._
-Gutachten
eine erhebliche Verände
rung der tatsächlichen Verhältnisse seit der Verfügun
g vom
8.
März 2011 ein
getreten, was auch seitens der Parteien unbestritten blieb.
Des Weiteren ist g
estützt auf das polydisziplinäre Gutachten des
Y._
vom 1
5.
Dezember 2014 (
Urk.
10/120) sowie das
Ergänzungs
schreiben vom 1
9.
Janu
ar 2015 (
Urk.
10/122)
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die
Beschwerdeführerin vom
1.
Juni 2012 bis zum 3
1.
Dezember 2013 in sämtli
chen
Tätigkeiten vollumfänglich arbeitsunfähig wa
r.
Vom
1.
Januar 2014 bis zur dritten Rückenoperation am 1
4.
November 2014 ist die Beschwerdeführerin aus polydisziplinärer Sicht zu 75
%
arbeits- und leis
tungsfähig in einer angepassten Tätigkeit (vgl.
Urk.
10/120/27).
Ab dem 1
4.
November
2014 bis Mitte Mai 2015 ist
aufgrund der
dritten
Rücken
operation
von einer vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeite
n auszugehen (E. 4.2). Ab Mitte Mai
ist mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit
von der Heilung der Operationsfolgen und damit von einer wieder höheren Arbeitsfähigkeit
auszugehen,
so
dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit
wiederum zu 75
% arbeits- bzw.
leistungsfähig ist.
5.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der von den
Y._
-Gutachtern attestierten Arbeitsfähigkeit.
5.1
5.1.1
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypo
the
ti
schen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und
Inva
lideneinkommen
auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfäl
lige
renten
wirksame
Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum
Verfü
gungserlass
respektive bis zum
Einspracheentscheid
zu berücksichtigen sind. Bevor die Verwaltung über einen Leistungsanspruch befindet, muss sie daher prüfen, ob allenfalls in der dem Rentenbeginn folgenden Zeit eine erhebliche Veränderung der hypothetischen Bezugsgrössen eingetreten ist. Gegebenenfalls hat sie vor ihrem Entscheid einen weiteren Einkommensvergleich durchzufüh
ren (BGE 129 V 222 E. 4.2 in
fine
, 128 V 174, Urteil des Bundesgerichts I 156/02 vom 26. Mai 2003).
5.1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Inva
liditätsgrad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.1.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) heran
ge
zogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E.
4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardi
sierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
,
124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
s
chnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürze
n. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass ver
sicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und
berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
h
örigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Aus
wirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht
automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür
bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merk
male ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Um
stände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
5.2
Gestützt auf das
Y._
-Gutachten
bzw. das Ergänzungsschreiben vom 1
9.
Januar 2015
ist
die Beschwerdeführerin seit
Juni 2012 in ihrer Arbeitsfähigkeit dauer
haft eingeschränkt
(
Urk.
10/122)
, womit das Wartejahr Ende Mai 2013 abge
laufen ist (E. 2.4), was auch seitens der Parteien unbestritten blieb.
5.3
In der Zeit von Juni 2013 bis Dezember 2013 sowie vo
m
1
4.
November bis
Mitte
Mai 2014 ist von einer vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten auszugehen. Entsprechend hat die Beschwerdeführerin einen An
spruch auf eine ganze Rente vom
1.
Juni 2013 bis
3
1.
März 2014 (drei Monate nach Verbesserung
bzw. Veränderung
,
Art. 88a Abs. 1 IVV
) sowie
– gestützt auf Art. 29
bis
IVV (Wiederaufleben der Invalidität nach Aufhebung der Rente, E. 2.6, vgl. auch nachfolgend E. 5.7) -
vom
1.
November 2014
bis 3
1
.
August
201
5.
5.4
5.4.1
Vom
1.
Januar
2014 bis zum
Mitte November 2014 sowie ab Mitte Mai 2015
ist von der von den
Y._
-Gutachtern attestierten
eingeschränkten
Arbeitsfähigkeit
auszugehen. Demnach
ist die
Beschw
erdeführerin in körperlich leichten
,
wech
se
l
belastende
n
Tätigkeiten mit durchschnittlichen Anforderungen an die
Sehfä
hig
keit
ohne potentiell gefährliche Arbeitsplätze
sowie ohne erhöhten
Umge
bun
gs
geräuschpegel
sowie ohne hohen auditive
Anforderungen
in einem ganz
tägigen Pensum mit vermehrten Pausen
zu 7
5
%
arbeits- und leistungsfähig
(
Urk.
10/120/27).
Des Weiteren ist wiederholtes Heben und Tragen von Lasten
über 10 kg sowie die Einnahme bückender Positionen zu vermeiden (
Urk.
10/120/
18).
5.4.2
Die Beschwer
deführerin bringt vor, dass die
gutachterlich attestierte
Rest
arbeits
fä
higkeit
nicht verwertbar sei (
Urk.
1 S. 11 f.).
Beim ausgeglichenen Arbeitsmarkt handelt es sich um eine theoretische Grösse, so dass nicht leichthin angenommen werden kann, die verbliebene Leistungs
fähigkeit sei unverwertbar.
So geht die Gerichtspraxis etwa davon aus, dass gar für funktionell Einarmige auf diesem Arbeitsmarkt genügend realistische
Betäti
gungsmöglichkeiten
be
stehen, oder dass selbst ein auf 25 % beschränktes Pen
sum verwertbar ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_724/2012 vom
8.
Januar 2013 E. 4.3 mit Hinweisen und 8C_489/2007 vom 28. Dezember 2007 E. 4.1).
An der Massgeblichkeit des theoretisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt vermag der Umstand nichts zu ändern, dass es für die versicherte Person im Einzelfall schwierig oder gar unmöglich ist, im tatsächlichen Arbeitsmarkt eine entspre
chende Stelle zu finden (vgl. Urteil 8C_237/2011 vom 1
9.
August 2011 E. 2.3).]
Eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist in denjenigen Fällen anzu
neh
men, in denen die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erschein
t (Urteil des Bundesgerichts 9C_
485/2014 vom 28. November 2014 E. 3.3.1 mit Hinweisen).
5.4.3
Der Beschwerdeführerin ist eine ganztätige Arbeitstätigkeit bei einer Leis
tungs
fä
higkeit von 75
%
zumutbar. Sie war über die Jahre tätig in ver
schiedensten Bereichen, so insbesondere im Verkauf, im Service, in der Küche, in Kantinen und bei der Post. Des Weiteren arbeitete sie b
is zur ersten Operation
im Juni 2012
(vgl.
Urk.
10/99/3). Demnach ist unter Berücksichtigung d
es noch zumut
baren quantitativ
und qualitativ eingeschränkten Belastungsprofils so
wie der
Schadenminderungspflicht der Beschwerdeführerin von der vollen Ver
wertbar
kei
t der Restarbeitsfähigkeit auszugehen.
5.5
Für das
Valideneinkommen
zog die Beschwerdegegnerin das zuletzt erzielte Einkommen als Küchenmitarbeiterin in einem Pensum von 60
%
in Höhe von
Fr.
34‘450.-- (vgl. Arbeitgeberfragebogen vom
2.
Juli 2012,
Urk.
10/66) heran, rechnete dies auf ein Pensum von 100
%
auf und bereinigte es um die
Nomi
nal
lohnentwicklung
(Einkommensvergleich vom 2
3.
Februar 2015,
Urk.
10/127
), woraus ein
Valideneinkommen
in Höhe von
Fr.
5
7
‘
818.57
für das Jahr 2013
resultierte, was aufgrund der Aktenlage plausibel und des Weiteren unbestritten blieb (
Fr.
34‘450 : 6 x 10 x 1.007). Für das Jahr 2014 ist damit unter Berück
sichtigung der Nominallohnentwicklung (Nominallohnentwicklung nach
T1.2.10 Nominallohnindex Frauen 2011-2015,
Veränderung 2013 - 2014 1%;
Fr.
57‘818.57 x 1.01) von einem
Valideneinkommen
in Höhe von
Fr.
58‘
396.75
auszugehen.
Das
Valideneinkommen
für das Jahr 2015 ist ents
prechend in Höhe von Fr. 58‘
688.75
festzusetzen (
Fr.
58‘
396.75
x 1.005 [
T1.2.10
Nominallohn
in
dex
Frauen 2011-2015,
Veränderung 2014-2015 = 0.5%]).
5.6
5.6.1
Beim Invalideneinkommen
zog die Beschwerdegegnerin den Lo
hn für
Hilfs
ar
bei
ten
für Frauen
(Bundesamt für Statistik, Schweizerische
Lohnstruk
turer
he
bung
2012 [LSE], TA1 Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirt
schafts
zweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor,
Kompetenz
niveau
1 Einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art, Total) in Höhe von
Fr.
4‘112.-- heran. Bereinigt um die Nominallohnentwicklung
(T1.2.10
Nomi
nal
lohnindex
Frauen 2011-2015,
Veränderung 2012-2013 = 0.7
%
, Verän
de
rung 2013-2014 = 1
%
, Veränderung 2014-2015 = 0.5
%
) sowie die
betriebs
übliche
Arbeitszeit
(
T03.02.03.01.04.01
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsab
tei
lungen
in Stunden pro Woche)
resultiert ein
Jahresein
kommen für das Jahr 2014 in Höhe von
Fr.
52‘
319.20
(
Fr.
4‘112.-- : 40 x
41.7 x 1.007 x 1.01
x 12) sowie fü
r das Jahr 2015 in Höhe von Fr.
52‘580.80 (
Fr.
52‘319.20 x 1.005
) bei einem 100%-Pensum.
Bei einer Leistungsfähigkeit von 75
%
in einem ganztätigen Pensum resultiert somit ein Invalideneinkommen für das Jahr 2014 in Höhe von
Fr.
39‘239.40 (
Fr.
52‘319.20 x 0.75) und das Jahr 2015 in Höhe von
Fr.
39‘435.60 (
Fr.
52
‘
580.8
0
x 0.75).
5.6.2
Die Beschwerdeführerin ist aus polydisziplinärer Sicht für eine körperlich leichte, verschiedentlich adaptierte Tätigkeit zu 75 % arbeits- und leistungs
fähig, in einem ganztägigen Pensum mit vermehrten Pausen verwertbar (Urk. 10/120/26).
Nach der Rechtsprechung rechtfertigt der Umstand, dass eine grundsätzlich vollzeitlich arbeitsfähige versicherte Person gesundheitlich bedingt lediglich reduziert leistungsfähig ist, keinen Abzug vom Tabellenlohn (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 9C_126/2011 vom 8. Juli 2011, E. 5.2 mit Hinweisen). Demnach ist kein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen.
5.7
5.7.1
Für den Zeitraum von Januar bis Mitte November 2014 resultiert bei Gegen
überstellung des Validen- und des Invalideneinkommens eine Erwerbseinbusse von Fr.
19‘157.35
(Fr. 58‘396.75 - Fr.
39‘239.40
), was einem Invalidi
tätsgrad von rund 3
3 % entspricht (Fr.
19‘157.35
:
Fr. 58‘396.75).
5.7.2
Ab Mitte Mai 2015 resultiert eine Erwerbseinbusse in Höhe von Fr.
19‘253.15
(Fr. 58‘688.75 - Fr.
39‘435.60
), was einem Inval
iditätsgrad von ebenfalls rund 3
3 % (Fr.
19‘253.15
:
Fr. 58‘688.75) entspricht
.
6.
Zusammengefasst
hat die Beschwerdeführerin
damit
Anspruch auf eine ganze Rente von 1. Juni 2013 bis zum 31. März 2014
sowie vom 1. November 2014 bis zum 31. August 2015.
Die angefochtene Verfügung ist entsprechend aufzu
heben und die Beschwerde teilweise gutzuheissen.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Da die Beschwerdeführerin nur
zu einem geringen Teil
obsiegt, sind
ihr
die Kosten
zu dreiviertel und der Beschwerdegegnerin zu einem Viertel
aufzuerlegen (vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_94/2010 vom 26. Mai 2010, E. 4.3). Infolge Gewährung der unent
geltlichen Prozessführung werden die der Beschwerdeführerin auferlegten Kosten
von Fr. 6
00.-- einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Beschwerde
führerin
ist
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hinzuweisen
.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, Rechtsanwältin PD Dr.
iur
. Silvia Bucher, machte mit Honorarnote vom 4. Dezember 2015 (Urk. 15) einen Gesamtaufwand von 29,5 Stunden und Barauslagen von Fr. 194.70 geltend. Angesichts der Tatsache, dass vorliegend keine schwierigen Rechts
fragen zu klären waren, erscheint dieser Aufwand, der bei acht Posten überdies nicht klar zugeordnet werden kann, als übersetzt. Insbesondere der Aufwand von mehr als 10 Stunden für die Beschwerdeschrift erscheint als überhöht. Bei grosszügiger Betrachtung können zwei Stunden Aufwand für Instruktion, drei
weitere Stunden für Aktenstudium sowie sechs Stunden für das Abfassen einer sich auf das Wesentliche beschränkenden Rechtsschrift als gerechtfertigt be
trachtet werden. Zwei weitere Stunden können für die Erstellung der Replik anerkannt werden und eine Stunde für die Nachbearbeitung des Urteils. Damit erscheint eine Entschädigung in der Höhe von Fr. 3‘600.-- (inklusive
Baraus
lagen
und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der
unentgelt-lichen
Rechtsvertreterin eine Entschädigung in der Höhe von Fr. 900.-- (in
klusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen. Im übrigen Umfang (Fr.
2‘700.--) ist die unentgeltliche Rechtsvertreterin aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
Die Beschwerdeführerin
ist
auf d
ie Nachzahlungspflicht gemäss §
16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hinzu
weisen
.