Decision ID: 95d4ed63-871d-5b67-89d4-9290cdeb9fd8
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Juli 2003 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) an. Im Anmeldeformular hielt sie fest, an Depression,
Ängsten, innerer Unruhe, Schmerzen, Schlaflosigkeit, Müdigkeit,
Konzentrationsschwierigkeiten usw. zu leiden. Sie sei seit Oktober 2001 arbeitsunfähig
(IV-act. 1). Dr. med. B._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, nannte im Arztbericht
vom 6. August 2003 die Diagnosen Depression und chronische Gastritis. Die
Versicherte sei durch Dr. med. C._ aus psychischen Gründen krankgeschrieben (IV-
act. 14; vgl. auch den Verlaufsbericht vom 25. Februar 2004, in dem der Hausarzt einen
stationären Gesundheitszustand attestierte, IV-act. 17). D._ AG, bei der die
Versicherte seit 1991 als Verkäuferin gearbeitet hatte, gab im Arbeitgeberfragebogen
vom 11. August 2003 an, sie habe der Versicherten infolge Arbeitsunfähigkeit per Juli
2002 gekündigt (IV-act. 11-4; 11-7).
A.b Im Auftrag der IV-Stelle erstattete Dr. med. E._, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, am 9. März 2005 ein Gutachten. Er diagnostizierte einen chronisch
depressiven Zustand seit 2001. Eine Wiederaufnahme der Berufstätigkeit sei seit 2001
nie mehr möglich gewesen und die Versicherte habe nie mehr für rehabilitative
Bemühungen gewonnen werden können. Sie müsste in wohldosierten Schritten wieder
in ein berufsbezogenes Tätigkeitsfeld zurückgeführt werden. Der Gutachter hielt fest, er
könne sich die Wiedereingliederung nur in geschützten Verhältnissen vorstellen (IV-
act. 33).
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A.c Unter Berücksichtigung eines Invalideneinkommens von Fr. 9‘600.- jährlich für eine
Tätigkeit im geschützten Rahmen ermittelte die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von
78% (IV-act. 38) und sprach der Versicherten am 3. Juni 2005 und 19. Januar 2006
rückwirkend ab 1. Oktober 2002 eine ganze Invalidenrente und eine Kinderrente zu (IV-
act. 42, 45).
B.
B.a Im Rahmen eines von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevisionsverfahrens
bezeichnete die Versicherte ihren Gesundheitszustand am 19. Mai 2009 als gleich
geblieben (IV-act. 46). Dies bestätigte auch Dr. B._ im Bericht vom 22. Juni 2009. Die
Patientin leide vor allem im Vordergrund an ihrer Depression (IV-act. 49). Da sich der
von der IV-Stelle mehrfach angefragte behandelnde Psychiater Dr. C._ nicht
vernehmen liess (vgl. IV-act. 50, 51-1, 52, 53, 54, vgl. auch 55), gab die IV-Stelle am
1. April 2010 bei Dr. med. F._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
eine Begutachtung der Versicherten in Auftrag (IV-act. 58). Am 14. Juli 2010 nannte Dr.
C._ in einem an den Hausarzt gerichteten Schreiben die Diagnosen rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, instabile
Persönlichkeitsstörung und anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Aus
psychiatrischer Sicht sei die Versicherte voll arbeitsunfähig (IV-act. 66-2). Im Gutachten
vom 13. August 2010 nannten Dr. F._ und med. pract. G._, Fachärztin FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie, demgegenüber die Diagnosen rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig allenfalls leichte depressive Episode, sowie
akzentuierte Persönlichkeitszüge mit histrionischen, abhängigen und emotional
instabilen Zügen, Differentialdiagnose kombinierte Persönlichkeitsstörung mit
histrionischen, abhängigen und emotional instabilen Zügen. In der angestammten
Tätigkeit als Verkäuferin wie auch in einer anderen adaptierten Tätigkeit sei aus
psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von höchstens 20-30% ausgewiesen.
Eine Tätigkeit im geschützten Rahmen sei sicher nicht erforderlich (IV-act. 60-13, 60-18
f.). Die IV-Stelle prüfte daraufhin die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen (IV-
act. 62 f., 65, 71 ff.). Am 8. April 2011 teilte sie der Versicherten mit, dass diese keinen
Anspruch auf berufliche Massnahmen habe, weil sie sich nicht in der Lage fühle, daran
aktiv mitzuwirken (IV-act. 75).
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B.b Mit Vorbescheid vom 28. Februar 2012 kündigte die IV-Stelle der Versicherten die
Einstellung der laufenden Invalidenrente an (IV-act. 78). In einem Einwand vom 21. Mai
2012 beantragte die procap in Vertretung der Versicherten die nochmalige Überprüfung
der Invalidität. Die Versicherte werde eine zweite medizinische Einschätzung bei einem
Psychiater einholen. Zudem wurde ein Arbeitstraining beantragt und die Bereitschaft
der Versicherten beteuert, ein solches mit 50% zu beginnen (IV-act. 83). Am
3. Dezember 2012 gewährte die IV-Stelle der Versicherten Kostengutsprache für ein
Aufbautraining in der H._, das im Zeitraum vom 19. November 2012 bis 17. Mai 2013
stattfinden sollte (IV-act. 95; vgl. auch die Zielvereinbarung, IV-act. 91, sowie die die
erste ersetzende Mitteilung vom 25. Januar 2012 [richtig: 2013], in der festgehalten
wurde, dass der Rentenanspruch für die Dauer der Massnahme bestehen bleibe, IV-
act. 98). Am 27. März 2013 wurde der Abbruch der beruflichen Massnahme mitgeteilt,
nachdem die Versicherte das Aufbautraining per 31. Januar 2013 wegen einer
Verschlechterung des Gesundheitszustands beendet hatte (IV-act. 105; vgl. auch 101
f.).
B.c Dr. med. I._, Facharzt Für Neurochirurgie, nannte im Bericht vom 28. Februar
2013 die Diagnosen Diskushernie L5/S1 mit Nervenwurzelirritation S1, Lumboischialgie
linksseitig und Bandscheibenvorfall L5/S1 medio linkslateral (IV-act. 116-6). Am 7. März
2013 operierte er die Versicherte (mikrochirurgische Fensterung L5/S1 links; IV-
act. 116-5). Am 11. März 2013 bezeichnete er den peri- und postoperativen Verlauf als
unkompliziert. Die radikuläre Symptomatik sei nicht mehr aufgetreten (IV-act. 116-3 f.).
B.d Die procap teilte der IV-Stelle am 23. Juli 2013 mit, dass die angekündigte
psychiatrische Zweitmeinung nicht eingeholt worden sei (IV-act. 114). Dr. B._ hielt im
Verlaufsbericht vom 17. September 2013 fest, die Versicherte leide vor allem an den
Depressionen. Trotz Diskushernienoperation habe sie immer noch Schmerzen. Sie sei
voll arbeitsunfähig (IV-act. 116-1 f.).
B.e Aufgrund der Akten hielt Dr. med. J._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, vom IV-internen Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD), am
17. Oktober 2013 fest, aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte zu 70%
eingliederungsfähig (IV-act. 117). Die IV-Stelle kündigte der Versicherten am 24. Januar
2014 erneut die Einstellung der Rente an (IV-act. 123). Am 20. Februar 2014 verfügte
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sie diese bei einem Invaliditätsgrad von 25% auf Ende des folgenden Monats
(act. G 1.1).
C.
C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas für
die Versicherte am 20. März 2014 erhobene Beschwerde. Beantragt werden unter
Kosten- und Entschädigungsfolge die Aufhebung der Verfügung und die weitere
Ausrichtung der bisherigen Rente, eventualiter eine polydisziplinäre Abklärung,
subeventualiter die Verpflichtung der Beschwerdegegnerin, das Mahn- und
Bedenkzeitverfahren zu initialisieren. Der Begründung lässt sich entnehmen, dass das
Gutachten F._ nicht mehr aktuell resp. 31⁄2 Jahre alt sei. Zudem thematisiere es
erlittene Vergewaltigungen nicht. Allein aus diesen Gründen könne auf das Gutachten
nicht (mehr) abgestellt werden. In der Zwischenzeit sei die Beschwerdeführerin am
Rücken operiert worden, weshalb bei ihr nicht (mehr allein) PÄUSBONOG-
Beschwerden vorlägen. Die Beschwerdeführerin sei hinsichtlich des Rückens nicht
beschwerdefrei. Die Rückenproblematik müsse in die Gesamtbeurteilung einbezogen
werden. Dies sei umso wichtiger, als die Beschwerdeführerin auch seit einiger Zeit
Schluck- und Halsbeschwerden aufweise, die möglicherweise auf eine Verletzung der
Nervenbahnen hindeuteten (Kribbelpartien im Gesicht, Kiefer- und Zahnschmerzen).
Die entsprechenden Abklärungen dauerten an. Wenn die Beschwerdegegnerin zudem
meine, die Beschwerdeführerin könne ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen,
müsse sie das gesetzliche Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchführen. Das Gericht
werde ersucht, sie dazu anzuhalten (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 22. Mai 2014 beantragte die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Das Gutachten F._ erfülle die Anforderungen der
Rechtsprechung. Der Umstand, dass die angefochtene Verfügung rund 31⁄2 Jahre nach
dessen Erstellung erlassen worden sei, stelle die Beweiskraft des Gutachtens nicht in
Frage, denn es sei keine Veränderung der psychischen Symptomatik seit der
Begutachtung dokumentiert. Gestützt auf die Schlussfolgerungen des Gutachtens sei
von einer erheblichen Verbesserung des psychischen Zustands der
Beschwerdeführerin seit der Rentenzusprache auszugehen. In somatischer Hinsicht
seien anamnestisch keine die Arbeitsfähigkeit einschränkenden Befunde dokumentiert.
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Es sei davon auszugehen, dass keine organische Ursache für die von der
Beschwerdeführerin noch beklagten Schmerzen in Betracht falle. Bei objektiver
Betrachtung sei somit von einer vollen Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten
auszugehen. Die Beschwerdeführerin sei in der Lage, die verbesserte Arbeitsfähigkeit
auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu verwerten (act. G 7).
C.c Das von der Beschwerdeführerin gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege
(vgl. act. G 1 Ziff. I/4; G 4-6, 9) wurde am 3. Juni 2014 bewilligt (act. G 10).
C.d Die Beschwerdeführerin hielt am 8. August 2014 (act. G 13) und die
Beschwerdegegnerin am 21. August 2014 (act. G 15) unverändert an ihren Anträgen
fest.

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und zu prüfen ist die Frage, ob die von der
Beschwerdegegnerin im Rahmen einer Revision per Ende April 2014 verfügte
Rentenaufhebung rechtmässig ist.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
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Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor,
wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
2.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist
somit nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f.
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E. 3.5). Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung
bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht; vorbehalten bleibt die
Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 108
E. 5.4). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines
im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustands auf die
Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinn von Art. 17
Abs. 1 ATSG dar (Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2008, 9C_562/08,
E 2.1).
3.
Vorliegend ist massgebend, ob sich der Sachverhalt zwischen der Rentenzusprache
vom Juni 2005 und der Revisionsverfügung vom Februar 2014 relevant verändert hat.
Die Beschwerdegegnerin behauptet eine sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende
Verbesserung des psychischen Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin, was
diese bestreitet.
3.1 Betreffend den psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin stützt
sich die Beschwerdegegnerin insbesondere auf das Gutachten F._ vom 13. August
2010 (IV-act. 76). Die Beschwerdeführerin hält die gutachterliche Beurteilung aus
verschiedenen Gründen nicht für beweiskräftig (act. G 1).
3.1.1 Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, das Gutachten F._ sei
nicht aussagekräftig, weil es sich mit traumatischen Erlebnissen in Form von
Vergewaltigungen nicht oder nicht hinreichend auseinandersetze (vgl. insbesondere
Replik S. 3, aber auch bereits den Einwand der procap, IV-act. 83-1). Die
Beschwerdeführerin erwähnte gegenüber der Gutachterin F._ zwei sexuelle
Übergriffe, die sie im Alter von 9 Jahren (S. 7 f. des Gutachtens) und 19 Jahren erlitten
habe (S. 8 des Gutachtens). Diese Vorkommnisse waren weder im Gutachten von
Dr. E._ noch im Bericht von Dr. C._ vom 14. Juli 2010 erwähnt worden. Die
Gutachter F._ haben den Übergriffen implizit keine Bedeutung in Bezug auf die
psychische Krankheitsentwicklung beigemessen und weder in ihren diagnostischen
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Ausführungen noch im Zusammenhang mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung darauf
Bezug genommen. Dies wäre im Hinblick auf die bessere Nachvollziehbarkeit ihrer
Schlussfolgerungen zwar wünschenswert gewesen. Das Gutachten weist deswegen
jedoch keinen derart wesentlichen Mangel auf, dass in der Folge nicht darauf abgestellt
werden könnte. Denn auch ohne fachpsychiatrische Kenntnisse darf die Annahme
getroffen werden, dass es unwahrscheinlich ist, dass die Krankheitsentwicklung
wesentlich auf diesen Übergriffen beruhte. Die psychischen Probleme manifestierten
sich nicht vor dem Jahr 2001 und der zweite Übergriff lag damals bereits über 20 Jahre
zurück; eine Zeit, in der die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen ohne
Einschränkungen ihren Tätigkeiten als Mutter und Erwerbstätige nachgehen konnte.
Insofern erweckt die nicht explizite Auseinandersetzung mit dem Einfluss der Übergriffe
im Gutachten F._ keine erheblichen Zweifel an der Schlüssigkeit der Beurteilung.
Eine Neubegutachtung erscheint unter diesem Aspekt nicht notwendig.
3.1.2 Weiter bemängelt die Beschwerdeführerin, das Gutachten F._ sei bei
Verfügungserlass veraltet gewesen. Die Verfügung erging über 31⁄2 Jahre nach der
psychiatrischen Begutachtung. Der Beschwerdegegnerin ist jedoch darin zuzustimmen,
dass keinerlei Hinweise auf eine relevante Veränderung der psychischen Situation der
Beschwerdeführerin aktenkundig sind. Die von der procap angekündigte zweite
psychiatrische Einschätzung (vgl. IV-act. 83-1) wurde nach Lage der Akten nicht
eingeholt. Nach Aussage der Beschwerdeführerin wollte der für die Zweitmeinung
konsultierte Dr. med. K._ keine solche abgeben, sondern telefonierte stattdessen mit
der IV-Stelle (vgl. IV-act. 114). Ein solches Telefonat ist nicht aktenkundig. Gemäss
Notiz der Eingliederungsberaterin hatte die Beschwerdeführerin am 18. Dezember 2012
mitgeteilt, dass sie vor Kurzem bei Dr. C._ gewesen sei und dieser ebenfalls (wie
Dr. B._) eine Verschlechterung „diagnostiziert“ habe, auch aus psychiatrischer Sicht
sei sie zurzeit 100% arbeitsunfähig (IV-act. 102-1). Die Beschwerdegegnerin hat trotz
diesem Hinweis bei Dr. C._ keinen Bericht mehr einverlangt, was wohl damit
zusammenhängen dürfte, dass sie sich bereits in den Jahren 2003 und 2004 sowie
erneut im Jahr 2009 immer wieder vergeblich um Berichte des Psychiaters bemüht
hatte (IV-act. 6, 12, 15, 18, 20 f.; 50, 51-1, 52 bis 55). Eine volle Arbeitsunfähigkeit hatte
Dr. C._ schon am 14. Juli 2010 attestiert (IV-act. 66), womit sich die Gutachter F._
auseinandergesetzt hatten. Die Beschwerdeführerin ihrerseits hat weder ausgeführt,
worin die behauptete psychische Verschlechterung seit Sommer 2010 liegen sollte,
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noch wie sich eine solche ihrer Meinung nach auswirkt. Sie hat ihrerseits weder von
Dr. C._ noch von sonstiger Seite eine psychiatrische Stellungnahme oder
Einschätzung eingeholt, obwohl die procap ihr dies empfohlen hatte (vgl. IV-act. 114).
Mangels jeglicher konkreter Hinweise auf eine Verschlechterung der psychischen
Situation ist nicht zu beanstanden, dass der RAD-Psychiater Dr. J._ am 17. Oktober
2013 zum Schluss gelangte, weitere Abklärungen in psychiatrischer Hinsicht seien
nicht notwendig (vgl. IV-act. 117).
3.1.3 Im Zusammenhang mit dem Gutachten F._ ist im Weiteren folgendes
festzuhalten: Neben ausführlichen anamnestischen Ausführungen zu Herkunft, Familie,
Gesundheit, Beruf und Sozialem haben die Gutachter die Angaben der
Beschwerdeführerin umfassend wiedergegeben. Offenbar haben sie die - von Dr. E._
im Jahr 2005 bereits erwähnte (IV-act. 33-4) - Rückenproblematik nicht explizit erfragt.
Sie hielten aber fest, dass eine solche von der Beschwerdeführerin nicht erwähnt
worden sei und keine in Mimik oder Gestik sichtbaren Anzeichen von Schmerzen
beobachtbar gewesen seien (S. 20). Es ist also davon auszugehen, dass die
Rückenschmerzen für die Beschwerdeführerin im Zeitraum um die Begutachtung -
wenn überhaupt - nur eine untergeordnete Bedeutung hatten. Untersuchungen oder
Behandlungen fanden diesbezüglich nach Lage der Akten während längerer Zeit keine
mehr statt. Dr. B._ hatte im Verlaufsbericht vom 22. Juni 2009 keine
Rückenbeschwerden erwähnt (IV-act. 49). Auch Dr. C._ hatte im Bericht vom 14. Juli
2010 keine Rückenschmerzen protokolliert (er hatte lediglich unspezifisch auf
„Schmerzen“ und Herzbeschwerden hingewiesen; IV-act. 66-1). Im Sommer 2010
nahm die Beschwerdeführerin gemäss ihren Angaben gegenüber der Psychiaterin
G._ lediglich die Medikamente Cipralex und Atarax, also keine Schmerzmittel ein (vgl.
IV-act. 60-11). Vor diesem Hintergrund kann den Gutachtern F._ nicht vorgeworfen
werden, wesentliche Schmerzschilderungen der Beschwerdeführerin nicht beachtet
oder gewürdigt zu haben. Vielmehr ist anzunehmen, dass die Rückenschmerzen, die
schliesslich zur Operation vom März 2013 geführt haben, deutlich nach der
psychiatrischen Begutachtung auftraten bzw. sich zumindest erst später zu einem
nennenswerten Ausmass akzentuierten. So hielt Dr. I._ in seinen Berichten vom
28. Februar und 11. März 2013 denn auch fest, die Beschwerdeführerin habe die
Schmerzen an der LWS seit Sommer 2012 (IV-act. 116-3 und 116-6).
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3.1.4 Die erhobenen Befunde wurden im Gutachten F._ ausführlich wiedergegeben.
Der von den Gutachtern festgehaltene Eindruck der Aggravation sowie zeitweise der
Simulation wird nachvollziehbar erklärt. Die Grundstimmung der Beschwerdeführerin
wurde als insgesamt ausgeglichen beschrieben. Im Affekt habe sie geringgradig
labilisiert, dabei aber adäquat gewirkt. Die emotionale Resonanzfähigkeit und der
Antrieb wurden als unauffällig bezeichnet, die Psychomotorik als lebendig. Anzeichen
eines erhöhten vegetativen Erregungsniveaus wurden ebenso verneint wie
Anhaltspunkte für Suizidalität oder Fremdgefährdung. Der formale Gedankengang
wurde als regelrecht, geordnet, kohärent und nachvollziehbar bezeichnet. Die
kognitiven Fähigkeiten erschienen als gut durchschnittlich. Das Auffassungsvermögen,
die Aufmerksamkeit und das Konzentrationsvermögen seien während der gesamten
mehrstündigen Untersuchung gut gewesen. Gedächtnisleistung und Merkfähigkeit
seien nicht eingeschränkt gewesen. Die Gutachter hielten fest, bei der
Beschwerdeführerin sei der Eindruck einer gewissen Akzentuierung der Persönlichkeit
in Form histrionischer, abhängiger und emotional-instabiler Züge entstanden (S. 12 f.).
Es bestehe eine gewisse Vulnerabilität mit Auffälligkeiten/Defiziten in den Bereichen der
Selbstwahrnehmung, der Objektwahrnehmung, der Bindung, der Kommunikation und
der Selbststeuerung. Die Fähigkeit zur ganzheitlichen Wahrnehmung des Anderen
erscheine eingeschränkt, die Wahrnehmung des Anderen erfolge bevorzugt auf der
Ebene der Anpassung oder Kontrolle bzw. der Versorgung oder Autarkie. Aus diesen
Wahrnehmungsdefiziten resultierten Konflikte, die stärker interpersonell als
intrapsychisch abgewehrt würden. Die Fähigkeit zur Bindung und Lösung sei
eingeschränkt. Es sei anzunehmen, dass Verlusterlebnisse bzw. Verlustängste zur
Labilisierung der strukturellen Vulnerabilität geführt und die Entwicklung depressiver
Episoden begünstigt hätten. Bei den Auffälligkeiten handle es sich um relativ starre,
seit der Adoleszenz bestehende Denk- und Verhaltensweisen im Sinn von
akzentuierten Persönlichkeitszügen. Differentialdiagnostisch sei eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung erwogen worden. Nach den ICD-10 Kriterien hätten aber nicht
alle für diese Diagnose erforderlichen Kriterien festgestellt werden können (S. 17). Vor
dem Hintergrund der Beschreibungen des Psychostatus der Beschwerdeführerin ist
plausibel, dass die Gutachter zum Schluss gelangt sind, mit Relevanz auf die
Arbeitsfähigkeit liege aktuell lediglich noch eine allenfalls leichte depressive Episode
vor. Weiter ist nachvollziehbar, dass sie dieser Diagnose in quantitativer Hinsicht eine
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Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von höchstens 20-30% zubilligten. Sie gingen
damit von einer wesentlichen Verbesserung des depressiven Leidens verglichen mit
der Situation aus, die Dr. E._ im Jahr 2005 vorgefunden hatte (S. 20; vgl. etwa den
Hinweis auf S. 15, dass die Beschwerdeführerin angegeben habe, sich erst etwa zwei
Jahre zuvor von zwei Todesfällen im Familienkreis und von durch einen Unfall der
Tochter 2004 ausgelöster Angst erholt zu haben). Im Rückblick sei der depressive
Zustand doch nicht so chronifiziert gewesen, wie dies der Vorgutachter angenommen
habe (S. 20). Eine Verbesserung des depressiven Leidens ist auch in Berücksichtigung
dessen nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin gegenüber Dr. E._ im Februar
2005 davon berichtet hatte, sich Ende 2004 beinahe suizidiert zu haben (IV-act. 33-3),
die Gutachter F._ hingegen keine Anzeichen für Suizidalität mehr fanden (IV-
act. 60-13).
3.1.5 Der psychische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin erscheint vor dem
Hintergrund der obigen Ausführungen hinreichend abgeklärt. Es ist nicht zu
beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin diesbezüglich von einer erheblichen
Verbesserung seit 2005 und schliesslich von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
von 25% ausgegangen ist (zum Mittelwert bei Angabe einer Spannbreite mit
zahlreichen Hinweisen das Bundesgerichtsurteil 9C_226/2009 vom 19. August 2009
E. 3.2, ferner 9C_730/2012 vom 4. Juni 2013 E. 4.2).
3.2 Die Beschwerdeführerin beanstandet weiter, in somatischer Hinsicht seien die
angezeigten Abklärungen unterblieben. Diesbezüglich erwähnt sie einerseits
Rückenschmerzen, andererseits Schluck-, Schilddrüsen- und Halsbeschwerden.
3.2.1 Zur Rückensituation liegen insbesondere die Berichte von Dr. I._ vom
28. Februar und 11. März 2013 sowie der Bericht über die Operation vom 7. März 2013
vor. Der Neurochirurg hielt am 28. Februar 2013 fest, die Beschwerdeführerin habe
Schmerzen im Kreuz mit Ausstrahlung ins linke Bein, über die Gesässhälfte, entlang
der Hinterseite des Oberschenkels, in die Aussenseite des Oberschenkels bis zum
Knöchel und zum Teil in den Vorfuss. Die Schmerzen habe sie seit Sommer 2012 (IV-
act. 116-6). Am 11. März 2013 hielt der Operateur fest, der peri- und postoperative
Verlauf seien unkompliziert gewesen. Die Beschwerdeführerin habe wenig Schmerzen
im Wundbereich, sodass die Schmerzmedikation habe reduziert werden können. Die
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radikuläre Symptomatik sei nicht mehr aufgetreten (IV-act. 116-3 f.). Dr. B._ erwähnte
im Bericht vom 17. September 2013 zwar einen Status nach Diskushernienoperation
L5/S1 und hielt fest, die Beschwerdeführerin habe trotz der Operation immer noch
Schmerzen. Offenbar sah er den Grund für die attestierte (zusammen mit den
psychiatrischen Diagnosen wohl von Dr. C._ übernommene, vgl. IV-act. 66) volle
Arbeitsunfähigkeit jedoch in „den Depressionen“, an denen die Beschwerdeführerin
„vor allem“ leide (IV-act. 116-1 f.). Weder beschrieb er die Rückenschmerzen näher
noch erwähnte er diesbezügliche weitere Abklärungen oder Therapien noch wies er auf
dadurch bedingte qualitative oder quantitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit
hin. Somit fehlen Anhaltspunkte dafür, dass das (bereits vor der ursprünglichen
Rentenzusprache aktenkundige, vgl. S. 4 des Gutachtens von Dr. E._, IV-act. 33)
Rückenleiden sich neu relevant auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt.
3.2.2 Dasselbe hat für die in der Beschwerde erwähnten Schluck-, Schilddrüsen- und
Halsbeschwerden zu gelten. Dr. B._, der die Beschwerdeführerin immerhin seit 1999
hausärztlich betreut (IV-act. 14-2), erwähnte diese Beschwerden in den mehreren von
ihm aktenkundigen Berichten nicht. Zwar hatte bereits Dr. E._ auf (von ihm als
fraglich bezeichnete) Schilddrüsenknoten/-zysten hingewiesen (IV-act. 33-4). Neuere
medizinische Belege aus der Zeit des Revisionsverfahrens existieren aber nicht. In der
Beschwerde liess die Beschwerdeführerin noch geltend machen, die erwähnten
Beschwerden würden zurzeit abgeklärt. In der rund viereinhalb Monate später
erstatteten Replik wurde dazu schliesslich jedoch nichts Näheres ausgeführt,
geschweige denn, medizinische Berichte eingereicht. Bei dieser Sachlage drängen sich
weitere Abklärungen nicht auf. Es würde den Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes,
dem sowohl die Beschwerdegegnerin als auch das Gericht unterstehen, sprengen, von
Amtes wegen den vagen, nicht belegten und vom Hausarzt nicht bestätigten Hinweisen
nachzugehen.
3.3 Damit ist zusammenfassend festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht
von einer wesentlichen Verbesserung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
ausgegangen ist und auf eine solche von 75% abgestellt hat.
4.
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Nach der Praxis ist eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit im
Regelfall auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwerten. Nach langjährigem
Rentenbezug können jedoch ausnahmsweise Erfordernisse des Arbeitsmarkts der
Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und medizinisch
möglichen Leistungsentfaltung entgegenstehen, wenn aus den Akten einwandfrei
hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspotenzials ohne
vorgängige Durchführung befähigender Massnahmen allein durch Eigenanstrengung
der versicherten Person nicht möglich ist (Urteile des Bundesgerichts 8C_324/2013
vom 29. August 2013 E. 5.2; 9C_363/2011 vom 31. Oktober 2011 E. 3.1 m.H.). Den
Akten, insbesondere dem Gutachten F._, lassen sich keine Hinweise darauf
entnehmen, dass die Beschwerdeführerin nicht in der Lage sein sollte, sich selbst
wieder ins Erwerbsleben einzugliedern. Begünstigend wirken hierzu offenkundig im
Gutachten erwähnte Faktoren wie das Vorhandensein sozialer Aktivität und
Lebendigkeit (vgl. S. 21). Dass das im November 2012 begonnene Aufbautraining Ende
Januar 2013 vorzeitig abgebrochen werden musste, lag nicht in einer grundsätzlich
(und bei Verfügungserlass noch immer) fehlenden Eingliederungsfähigkeit begründet,
sondern in der in jener Zeit sich akzentuierenden Rückensituation, die am 7. März 2013
operativ angegangen wurde. Vor der Renteneinstellung musste die
Beschwerdegegnerin jedenfalls kein Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchführen, wie
ihr Rechtsvertreter ohne Angabe einer Rechtsquelle geltend macht.
5.
5.1 Gegen die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Invaliditätsbemessung
hat die Beschwerdeführerin - ausserhalb der Arbeitsfähigkeitsschätzung - keine
konkreten Einwände erhoben. Der Invaliditätsgrad erreicht die rentenbegründende
Grenze von 40% jedenfalls nicht mehr, sodass die mit Wirkung ex nunc verfügte
Renteneinstellung nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis
Fr. 1‘000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Sie ist der
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unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege
ist sie von der Bezahlung zu befreien.
5.3 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1‘000.- bis
Fr. 12‘000.-. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Kostennote
eingereicht. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf
vergleichbare Fälle eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3‘500.- angemessen.
Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70).
Somit hat der Staat den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin pauschal mit
Fr. 2‘800.- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen. Eine Partei,
der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur Nachzahlung verpflichtet,
sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung
[ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
[VRP; sGS 951.1]).