Decision ID: 464c1336-cba3-5e39-bc9f-3e3449fddb6d
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge letztmals am 3. Au-
gust 2020 aus seinem Heimatland ausreiste und am 4. Oktober 2021 in die
Schweiz einreiste, wo er am 5. Oktober 2021 um Asyl nachsuchte,
dass das SEM am 11. Oktober 2021 die Personalien des Beschwerdefüh-
rers aufnahm,
dass er anlässlich der Erstbefragung vom 3. Dezember 2021 (Verfahrens-
akten des SEM [...]-17/18 [nachfolgend: A17]) sowie der Anhörung vom
7. Januar 2022 (Rückübersetzung: 12. Januar 2022; Verfahrensakten des
SEM [...]-26/26 [nachfolgend: A26]) zur Begründung des Asylgesuchs im
Wesentlichen geltend machte, wegen Problemen mit kriminellen Brüdern
und korrupten georgischen Behörden, die unrechtmässige Steuern erho-
ben hätten, sein sehr gut gehendes (...)geschäft sowie seine Wohnung,
sein Auto und sein Vermögen verloren zu haben (A17 F93, A26 F17ff.),
dass er weiter wiederholt mit georgischen Behörden Probleme gehabt
habe; im Jahr 2015 sei er im Zusammenhang mit seiner (...)tätigkeit von
der Polizei grundlos brutal zusammengeschlagen und in Einzelhaft gesetzt
worden, in einem Gerichtsverfahren sei ihm auch vorgeworfen worden, er
habe einen Polizisten mit einem Messer angegriffen, die Richterin habe die
Strafe von 20 Jahren Gefängnis aber nicht bewilligt (A26 F64 ff., F140),
dass er ausserdem bei der Teilnahme an politischen Demonstrationen am
20. Juni 2019 und am 1. August 2020 von der georgischen Polizei festge-
halten und zusammengeschlagen worden sei (A17 F11; A26 F77, F79 f.
sowie A26 S. 26 zu F77; F113 f.),
dass er darüber hinaus schwerwiegende gesundheitliche Probleme gel-
tend machte, die in der Schweiz dringend gründlich abgeklärt und behan-
delt werden müssten,
dass die Rechtsvertretung ihr Mandat am 21. Januar 2022 niederlegte,
dass das SEM mit gleichentags eröffneter Verfügung vom 21. Januar 2022
das Asylgesuch des Beschwerdeführers ablehnte sowie die Wegweisung
aus der Schweiz und den Vollzug anordnete,
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dass das SEM zur Begründung hinsichtlich der geltend gemachten Bedro-
hung durch die kriminellen Brüder anführte, die dargelegten Vorfälle stell-
ten Übergriffe durch Dritte dar und würden vom georgischen Staat weder
unterstützt noch gebilligt, es gäbe keine Hinweise auf eine staatliche Ver-
folgung und es sei betroffenen Personen möglich und zumutbar, sich mit
rechtlichen Mitteln und gegebenenfalls mit Hilfe eines Anwalts gegen die
geltend gemachten Übergriffe vorzugehen,
dass es weiter ausführte, der georgische Staat sei grundsätzlich sowohl
schutzfähig als auch schutzwillig, es lägen im geschilderten Fall auch we-
der eine plausible Begründung noch stichhaltige Belege für eine Zusam-
menarbeit der Polizei in B._ mit den Kriminellen vor, weshalb dar-
aus keine flüchtlingsrechtliche Relevanz abgeleitet werden könne,
dass gemäss den Ausführungen hinsichtlich ungerechtfertigter Behand-
lung durch Beamte Amtsmissbrauch vom georgischen Staat weder unter-
stützt noch gebilligt würden,
dass das SEM weiter ausführte, der Beschwerdeführer habe trotz mehr-
maliger Aufforderung keinerlei Beweismittel vorgelegt, seine Angaben zu
den Vorwürfen seien unbelegt, teilweise unschlüssig und widersprüchlich,
und es sei fraglich, ob die geschilderten Ereignisse sich tatsächlich so zu-
getragen hätten,
dass die Vorinstanz hinsichtlich seines Engagements als Mitglied des Ver-
eins «Europäische Demokratie» und der geltend gemachten Vorbringen
zur polizeilichen Verfolgung weiter festhielt, diese seien vage und ungenau,
dass weiter nicht davon auszugehen sei, dass er über ein entsprechendes
politisches Profil verfüge, welches die Aufmerksamkeit der georgischen
Behörden auf ihn ziehen und deshalb zu allfälligen Schikanen seitens des
georgischen Staates führen würde,
dass zudem – wenn er im Zuge von Unruhen bei Demonstrationen allen-
falls wie zahlreiche weitere Demonstrationsteilnehmende durch Behörden-
mitglieder geschlagen und festgenommen worden sei – dies flüchtlings-
rechtlich sinngemäss mangels Gezieltheit und Intensität nicht relevant sei,
dass keine Hinweise dafür vorlägen, dass er wegen seiner politischen Be-
teiligung bei einer Rückkehr nach Georgien mit Nachteilen oder einer Ver-
folgung ausgehend von den georgischen Behörden zu rechnen hätte,
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dass somit auch diese Vorbringen den Anforderungen an die Flüchtlingsei-
genschaft nicht standhielten und keine Hinweise ersichtlich seien, die ge-
eignet wären, die Regelvermutung der relativen Verfolgungssicherheit im
Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG umzustossen,
dass er im Übrigen gemäss eigenen Angaben über Beziehungen bei diver-
sen Behördenstellen verfüge, welche ihm bereits in der Vergangenheit in
bestimmten Notlagen behilflich gewesen seien und er auch in Zukunft auf
diese Unterstützung zählen dürfte,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 27. Januar 2022 gegen die-
sen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und da-
bei beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, seine Flücht-
lingseigenschaft sei zu anerkennen und ihm sei Asyl zu gewähren,
dass er eventualiter wegen Unzumutbarkeit oder Unzulässigkeit der Weg-
weisung vorläufig aufzunehmen sei,
dass der Entscheid subeventualiter aufzuheben und zwecks Neubeurtei-
lung an die Vorinstanz zurückzuweisen sei,
dass ihm die die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und die Bezah-
lung der Verfahrenskosten und eines Kostenvorschusses zu erlassen sei,
dass für die Begründung der Beschwerde auf die Akten zu verweisen und
– soweit entscheidwesentlich – nachfolgend darauf einzugehen ist,
dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am 28. Ja-
nuar 2022 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 1 AsylG),
dass das Bundesverwaltungsgericht den Eingang der Beschwerde am
28. Januar 2022 bestätigte und ausführte, der Beschwerdeführer könne
den Ausgang des Verfahrens einstweilen in der Schweiz abwarten,

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM entschei-
det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor
welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG
[SR 142.31] i.V.m. Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
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dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht
vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,
dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG),
dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105
AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- (Art. 108 Abs. 3 AsylG [vgl. BVGE 2009/55 E. 6
sowie Art. 1c AsylV 1]) und formgerecht (Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereichte
Beschwerde einzutreten ist,
dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen
Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des
Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise
einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es
sich, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb das Ur-
teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet wurde,
dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1
AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG),
dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft
gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),
dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde
ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält,
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dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in wesent-
lichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den
Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-
fälschte Beweismittel abgestützt werden,
dass vorab darauf hinzuweisen ist, dass der Bundesrat am 28. August 2019
Georgien auf die Liste der verfolgungssicheren Staaten aufgenommen hat
und Georgien ab dem 1. Oktober 2019 im Sinne des Art. 6a Abs. 2 Bst. a
AsylG als sicherer Herkunftsstaat (Safe Country) bezeichnet wird,
dass bei diesen Staaten grundsätzlich die Regelvermutung gilt, dass eine
flüchtlingsrechtlich bedeutsame staatliche Verfolgung nicht stattfindet und
der behördliche Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung gewährleistet ist,
dass das SEM in der angefochtenen Verfügung zu Recht festhielt, die an-
gebliche Bedrohung durch die kriminellen Brüder beruhe nicht auf einem
der in Art. 3 AsylG abschliessend genannten Motive,
dass dem SEM auch im Hinblick auf die Beurteilung der geltend gemachten
Vorwürfe gegen die georgischen Behörden beizupflichten ist, und – soweit
sich die Vorwürfe auf Geschehnisse im Jahr 2015 beziehen – für die Aus-
reise im August 2020 auch nicht kausal sind, zumal er angab, zwischen-
zeitlich aus Georgien ausgereist (A26 F46) und dort – nach einem zurück-
gezogenen Asylgesuch in Deutschland – wieder eingereist zu sein,
dass die geschilderten Ereignisse im Zusammenhang mit der geltend ge-
machten polizeilichen Verfolgung im Rahmen seines politischen Engage-
ments nach seiner Rückkehr ins Heimatland wegen fehlender Intensität
sich nicht als asylrelevant erweisen,
dass zudem übereinstimmend mit der Vorinstanz nicht davon auszugehen
ist, dass der Beschwerdeführer über ein politisches Profil verfügt, um bei
einer allfälligen Rückkehr ins Heimatland deshalb Verfolgungsmassnah-
men seitens der georgischen Behörden befürchten zu müssen,
dass der Beschwerdeführer sowohl der Vorinstanz wie dem Bundesverwal-
tungsgericht in Aussicht stellte, umfangreiche Unterlagen zu den insbeson-
dere im Jahr 2015 erfolgten Geschehnissen und dem anschliessenden Ge-
richtsverfahren in Georgien einzureichen, bisher aber beim SEM einzig ver-
schiedene Chatverläufe (vgl. SEM [...]-30/15 S. 4 ff.) und beim Bundesver-
waltungsgericht keine weiteren Beweismittel eingereicht hat,
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dass nach Durchsicht der Akten in antizipierter Beweiswürdigung auch
nicht davon auszugehen ist, dass die in Aussicht gestellten Beweismittel
etwas an der Beurteilung der Angelegenheit in asylrechtlicher Hinsicht än-
dern würden, zumal er bezüglich des Gerichtsverfahrens angab, freige-
sprochen worden zu sein (A26 F64 f.),
dass es dem Beschwerdeführer mit seinen Entgegnungen auf Beschwer-
deebene nicht gelingt, den Erwägungen der Vorinstanz Substanzielles ent-
gegenzuhalten, um die Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumin-
dest glaubhaft zu machen, weshalb die Ablehnung des Asylgesuchs durch
das SEM zu bestätigen ist,
dass die Ablehnung eines Asylgesuchs in der Regel die Wegweisung aus
der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 AsylG), vorliegend der Kanton keine
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem insbesondere kein Anspruch
auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50
E. 9, je m.w.H.), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den
gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom SEM zu Recht ange-
ordnet wurde,
dass das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim-
mungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Weg-
weisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44
AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]),
dass beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen ge-
mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard
wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu
beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens
glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.),
dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtliche
Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des
Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AIG),
dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-
gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft,
zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1
AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über
die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),
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dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass-
geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es
dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in
Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoule-
ment im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet,
dass sodann keine Anhaltspunkte für eine im Heimat- oder Herkunftsstaat
drohende menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3
BV, von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter
und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung
oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersichtlich sind,
dass sich der Beschwerdeführer, sollte er sich vor ungerechter Behandlung
durch georgische Behördenmitglieder fürchten, nötigenfalls unter Beizie-
hung eines Anwalts an die zuständigen vorgesetzten Behörden wenden
kann, damit dem widerrechtlichen Treiben Einhalt geboten werden könnte,
dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar
erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen
wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage kon-
kret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AIG),
dass weder die allgemeine Lage im Heimat- beziehungsweise Herkunfts-
staat des Beschwerdeführers noch individuelle Gründe auf eine konkrete
Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen,
dass in Georgien keine Situation allgemeiner Gewalt herrscht und der Be-
schwerdeführer dort noch über ein Beziehungsnetz von Verwandten und
Freunden verfügen dürfte, wenn auch seine Eltern gestorben sind und
seine Schwester in C._ lebt,
dass auf Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs aus medizinischen
Gründen dann zu schliessen ist, wenn eine notwendige medizinische Be-
handlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu
einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesund-
heitszustands des Betroffenen führen würde, wobei als wesentlich die all-
gemeine und dringende medizinische Behandlung erachtet wird, die zur
Gewährleistung einer menschenwürdigen Existenz absolut notwendig ist
und Unzumutbarkeit noch nicht vorliegt, wenn im Heimatstaat eine nicht
dem schweizerischen Standard entsprechende medizinische Behandlung
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möglich ist (vgl. BVGE 2011/50 E. 8.3 und 2009/2 E. 9.3.1 je mit weiteren
Hinweisen),
dass in Georgien im Jahr 2013 das Universal Health Care Programm
(UHCP) eingeführt wurde, womit Ende 2013 bereits 90% der Bevölkerung
Zugang zur staatlich finanzierten Gesundheitsversorgung hatten (vgl. Urteil
des BVGer E-1310/2019 vom 28. Juni 2019 E. 6.3.1),
dass den bei den Akten liegenden ärztlichen Berichten zu entnehmen ist,
der Beschwerdeführer leide an (...) sowie an (...), sowie einer nicht ab-
schliessend abgeklärten psychischen Erkrankung,
dass gestützt auf die Akten im Bereich (...) der Facharzt die Diagnosen von
(... [...]) und (...) stellte, wobei es sich nicht um ein operationswürdiges
Problem handle,
dass gemäss den Akten die Probleme des Beschwerdeführers im Bereich
(...) medikamentös behandelt werden (vgl. SEM [...]-16/2 S. 2),
dass hinsichtlich des psychiatrischen Gesundheitszustands des Beschwer-
deführers eine Erstkonsultation durchgeführt wurde, in welcher aufgrund
der Beobachtungen ein Verdacht auf das Vorliegen von psychische Krank-
heiten oder Verhaltensstörungen festgehalten, indes weder eine Krank-
schreibung noch eine medikamentöse Umstellung erfolgte (vgl. SEM [...]-
25/3),
dass der Beschwerdeführer im Rahmen der Anhörung erklärte, seine ge-
sundheitlichen Probleme seien somatischer Natur, er brauche keinen Psy-
chiater (vgl. SEM A26 F7),
dass er beschwerdeweise unter anderem vorbrachte, er leide unter einer
starken psychischen Erkrankung, die in der Schweiz abgeklärt werden
müsse,
dass das SEM zu Recht festhielt, beim Beschwerdeführer lägen keine
akuten und/oder schwerwiegenden medizinischen Probleme vor, welche
einer sofortigen Behandlung bedürften, was auch für seine psychische Ver-
fassung zutreffe, und dass alle seine Krankheiten auch in Georgien behan-
delbar seien,
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dass das SEM dahingehend auf zahlreiche Programme in Georgien ver-
wies, die medizinische Dienstleistungen für bestimmte Krankheiten, darun-
ter psychische Erkrankungen, kostenlos zur Verfügung stellten,
dass damit in Georgien grundsätzlich auch ein kostenloses staatliches Be-
handlungsprogramm für psychische Erkrankungen zur Verfügung steht
(vgl. http://ssa.gov.ge/index.php?lang_id=ENG&sec_id=808; abgerufen
am 10.02.2022),
dass die gesundheitlichen Probleme des Beschwerdeführers insgesamt
nicht zur Annahme der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs führen
und weitergehende Untersuchungen und Diagnosen im Heimatland durch-
geführt beziehungsweise gestellt werden können,
dass der Beschwerdeführer im Rahmen der individuellen Rückkehrhilfe die
Möglichkeit hat, zusätzliche medizinische Hilfeleistungen zu beantragen
(vgl. Art. 75 der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 [AsylV2,
SR 142.312]),
dass der relevante medizinische Sachverhalt aus Sicht des Bundesverwal-
tungsgerichts hinreichend abgeklärt ist, weshalb der Subeventualantrag
abzuweisen ist,
dass der Vollzug der Wegweisung insgesamt nicht als unzumutbar zu er-
achten ist,
dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Heimat-
staat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen
(Art. 83 Abs. 2 AIG), und es dem Beschwerdeführer, der über einen gülti-
gen georgischen Reisepass verfügt, obliegt, sich bei der zuständigen Ver-
tretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedoku-
mente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE
2008/34 E. 12),
dass zudem die aktuelle Lage im Zusammenhang mit der Coronavirus-
Pandemie (COVID-19) grundsätzlich nicht geeignet ist, die Durchführbar-
keit des Wegweisungsvollzugs in Frage zu stellen (vgl. statt vieler: Urteil
des BVGer E-4429/2019 vom 14. Juli 2021 E. 8.4 m.H.),
dass nach dem Gesagten der vom Staatssekretariat verfügte Vollzug der
Wegweisung zu bestätigen ist,
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dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechts-
erheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1
AsylG) und – soweit überprüfbar – angemessen ist, weshalb die Be-
schwerde abzuweisen ist,
dass das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses
zufolge des direkten Entscheids in der Hauptsache gegenstandslos wird,
dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ge-
mäss Art. 65 Abs. 1 VwVG unbesehen der nicht belegten prozessualen
Bedürftigkeit des Beschwerdeführers abzuweisen ist, da sich die Rechts-
begehren als aussichtslos erwiesen haben,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1–
3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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