Decision ID: 11e65b1d-22d0-4127-aede-74ec25db3aa9
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1981, war seit
dem
1.
Februar 2001
bei der
Bauunternehmung
Y._
angestellt
, wo er zuletzt als Gruppenführer tätig war
(
Urk.
8/7
). Im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses war er bei der Helsana Versicherungen AG (im Folgenden: Helsana) gemäss dem Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG)
kollektiv
für ein Krankentaggeld
versichert
(vgl. Urk.
8/2)
. Vereinbart war ein Krankentaggeld
nach Ablauf einer Wartefrist von 30 Tagen je Versi
cherungsfall in der Höhe von
9
0 % des effektiven Lohnes wäh
rend einer Leistungsdauer von 720 Tagen innert 900 Tagen (
Urk.
8/2 S.
3
).
Am 2
8.
Februar 2015 bescheinigte
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für all
gemeine Medizin, dem Versicherten vom 2
7.
Februar bis zum
8.
März 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit (
Urk.
8/3).
Dr.
med.
O._
attestierte
dem Versicherten
vom
9.
März bis zum 1
5.
März 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit (
Urk.
8/4). Anschliessend
beurteilte die
Chi
ropraktorin
Dr.
med.
A._
den Versicherten als zu 100
%
und ab dem
6.
April 2015 als zu 50
%
arbeitsunfähig (
Urk.
8/5).
Darüber wurde die Helsana mit Krankmeldung
vom
7.
April 2015 in Kenntnis gesetzt
(
Urk.
8/7). Sie tätigte darauf weitere
medizinische
Abklärungen (
Urk.
8/8
-11)
und richtete dem Ver
sicherten
ab dem
2
9.
März 2015
Taggeldleistungen
aus
(
Urk.
8/12, 8/17, 8/20, 8/22, 8/25, 8/27-29, 8/37-38, 8/40-41, 8/43-44, 8/47, 8/57, 8/62, 8/70, 8/74 und 8/78
)
.
Mit Verfügung vom
2
7.
Juli 2016
(
Urk.
8/79
)
teilte
die Helsana
dem Versicherten unter Verweis auf die
inzwischen mehrfach ergänzte
medizinische Aktenlage mit, in seiner angestammten Tätigkeit als Gruppenführer
werde er
keine 100%ige Arbeitsfähigkeit mehr erlangen. Eine leidensangepasste Tätigkeit sei
indessen zu 100
%
möglich und zumutbar.
Dementsprechend führte die Helsana einen Ein
kommensvergleich durch, bei dem sie eine
Erwerbseinbusse von 6,6
%
ermittelte. Sie gewährte dem Versicherten eine dreimonatige Anpassungszeit, um sich eine entsprechende neue Tätigkeit zu suchen
,
und ordnete an, dass er a
b dem
1.
November 2016 kein Taggeld mehr erhalten
werde
.
Dagegen liess der Ver
sicherte Einsprache erheben
(
Urk.
8/94) und
mit einer weiteren Eingabe vom 2
2.
September 2016 (
Urk.
8/95 S. 2)
einen Bericht
seines Hausarztes
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH
für Allgemeine Medizin, vom 19.
September 2016
(Urk. 8/95 S. 1)
ei
nreichen
.
Die Helsana wies die Einsprache mit
Entscheid vom 8
.
Dezember 2016 ab (
Urk.
2 =
8/101
).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
8.
Dezember 2016 erhob der Versicherte,
vertreten durch Rechtsanwalt Burkard J. Wolf,
mit Eingabe vom 2
4.
Januar 201
7
(
Urk.
1)
Beschwerde mit dem Antrag, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die eingestellten Taggeld
leistun
gen rückwirkend auf
1.
November 2015 (recte: 2016) wieder auszuzahlen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, eventualiter unter Gewährung der unentgelt
lichen Rechtspflege und Rechtsve
rtretung
(
„
Gesuch folgt
”
;
Urk.
1 S. 2
).
Ein ent
sprechendes Gesuch wurde darauf nicht eingereicht.
Die Helsana schloss am
2
2.
Februar 2017
auf Ab
weisung der Beschwerde (
Urk.
7
S.
2).
Davon wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2
3.
Februar 2017 Kenntnis gegeben (
Urk.
9).
Auf die Ausführungen der Parteien und die
im Beschwerdeverfahren neu
einge
reichten Unterlagen
(
Urk.
3/7 und 3/8
)
wird, soweit erforderlich, in den nachfol
genden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Art.
72
Abs.
2 KVG statuiert, dass der Taggeldanspruch entsteht, wenn die ver
sicherte Person mindestens zur Hälfte arbeitsunfähig ist (
Art.
6
des Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Ist nichts anderes vereinbar
t
, so entsteht der Anspruch am dritten Tag nach der Erkrankung. Der Leistungsbeginn kann gegen eine entsprechende Herabsetzung der Prämie aufgeschoben werden. Wird für den Anspruch auf Taggeld eine
Wartefrist ver
einbart, während welcher der Arbeitgeber zur Lohnfortzahlung verpflichtet ist, so kann die Mindestbezugsdauer des Taggeldes um diese Frist gekürzt werden.
Das Taggeld ist für eine oder mehrere Erkrankungen während mindestens 720 Tagen innerhalb von 900 Tagen zu leisten
(
Art.
72
Abs.
3
Satz 1
KVG).
Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird ein entsprechend gekürztes Taggeld wäh
rend der in Absatz 3 vorgesehenen Dauer geleistet. Der Versicherungsschutz für die restliche Arbeitsfähigkeit bleibt erhalten (
Art.
72
Abs.
4 KVG).
1.2
In den Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) für die Helsana Business
Salary
Kollektiv-Taggeldversicherung nach KVG, Ausgabe
1.
Januar 2017
(
Urk.
8/1)
, wurde
– in Abweichung von
Art.
72
Abs.
2 KVG zu Gunsten der Ver
sicherten –
unter anderem geregelt, dass das Taggeld bei nachgewiesener Arbeits
unfähigkeit von mindestens 25
%
anteilsmässig entsprechend dem Grad der Arbeitsunfähigkeit ausgerichtet wird (vgl. Ziffer 13.1 AVB).
1.
3
Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte volle oder teilweise Unfähigkeit, im bis
herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgaben
bereich berücksichtigt (
Art.
6 ATSG und Ziffer 3.4 AVB).
1.4
Gemäss der im ganzen Sozialversicherungsrecht geltenden Pflich
t zur Schaden
minderung ist eine
in ihrem bisherigen Tätigkeitsbereich dauernd arbeitsunfähige Person gehalten, innert nützlicher Frist Arbeit in einem anderen Berufs- oder Erwerbszweig zu suchen und anzunehmen, soweit dies möglich und zumutbar ist. Verwertet die versicherte Person ihre restliche Arbeitsfähigkeit nicht, obgleich sie hierzu unter Berücksichtigung der Arbeitsmarktlage und nötigenfalls einer bestimmten Anpassungszeit
zumutbarerweise
in der Lage wäre, so hat sie sich die berufliche Tätigkeit anrechnen zu lassen, die sie bei gutem Willen ausüben könnte; das Fehlen des guten Willens ist dort entschuldbar, wo es auf einer Krankheit beruht. Die einer versicherten Person einzuräumende Anpassungszeit bemisst sich nach den jeweiligen Umständen des Falles. In der Praxis werden Zeiten von drei bis fünf Monaten als angemessen betrachtet (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 9C_830/2014 vom 2
1.
Januar 2015
E. 2 mit zahlreichen Hinwei
sen).
In diesem Sinne wurde in Ziffer 14.5 AVB normiert, dass die versicherte Person, die in ihrem angestammten Beruf
voraussichtlich dauernd voll oder teilweise arbeitsunfähig bleibt, v
erpflichtet ist, ihre allfällig
verbleibende Erwerbsfähigkeit zu verwerten, auch wenn dies einen Berufswechsel erfordert. Der Versicherer for
dert die versicherte Person zum Berufswechsel auf und macht sie auf die Folgen gemäss Ziffer 15 AVB aufmerksam.
Die Versicherungsleistungen werden vorübergehend oder dauernd gekürzt oder in schwer wiegenden Fällen verweigert, wenn die versicherte Person die gebote
nen Obliegenheiten oder Pflichten der AVB verletzt; insbesondere wenn sich die versicherte Person einer zumutbaren Behandlung, die eine wesentliche Verbesse
rung der Erwerbsfähigkeit verspricht oder einer Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt oder nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt (Ziffer 15.1 AVB).
Diese Rechtsnachteile treten nicht ein, wenn die Verletzung der Obliegenheiten oder Pflichten den Umstände
n
nach als entschuldbar anzusehen sind (Ziffer 15.2 AVB).
1.
5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam
men, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestat
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi
nische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allsei
tigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
Es ist strittig und zu prüfen, ob
der Beschwerdeführer auch ab dem
1.
November 2016 über einen
Anspruch auf Leistungen der Kollektiv-Taggeldversicherung nach KVG
verfügt
.
3.
3.1
In seinem Zwischenbericht zuh
anden der Helsana vom 1
6.
April 2015 diagnos
tizierte
Dr.
Z._
eine
Lumbosacralgie
links und ein
Schulterpectoral
syndrom
rechts (
Urk.
8/8 S. 1). Er bestätigte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 2
7.
Februar 2015 und machte keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit in einer behin
derungsangepassten Tätigkeit (
Urk.
8/8 S. 2 f.).
3.2
Dr.
A._
führte im Arztzeugnis vom 2
0.
April 2015 ein
lumbos
p
ondylogenes
Syndrom bei
Beckenverwringung
und ein
myofasziales
Schmerzsyndrom
am
Mu
sculus
deltoideu
s und eine
Tendopathie
der
lange
n
Bizep
ssehne rechts als Diagnosen auf. Vom 1
6.
März bis zum
5.
April 2015 habe eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit bestanden. Seit dem
6.
April 2015 betrage die Arbeitsunfähigkeit 50
%
(
Urk.
8/9).
3.3
Am 1
2.
Mai 2015 wurde
n
in der
C._
MR-Untersuchungen der Lenden
wirbelsäule und der rechten Schulter durchgeführt (vgl.
Urk.
8/14).
Dabei
wurden
erosive
Chondrosen
L4/L5 und L5/S1 mit einer flachen medianen Diskushernie L5/S1 und einer Tangierung der Nervenwurzel S1 im
Recessus
links festgestellt (
Urk.
8/14 S. 1).
Überdies wurde
n
bezüglich
der rechten Schulter der Verdacht auf eine SLAP-Läsion bei weitem
Recessus
und sonst durchgängiger langer Bizepssehne und ein
subakromiales
Impingement
mit leichtem Schulterhochstand bei sonst intakter Supraspi
natussehne diagnostiziert (Urk.
8/14 S. 2).
3.4
Dr.
A._
verfasste am
4.
Juni 2015 einen Zwischenbericht zuhanden der Hels
ana, in welchem sie ein
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom bei Diskushernie L5/S1 und den Verdacht auf eine SLAP-Läsion an der rechten Schulter als Diag
nosen aufführte (
Urk.
8/16 S
. 1). Sie wiederholte ihre Angaben zur Arbeitsfähig
keit und merkte an, für eine leichtere Tätigkeit wäre eine 100%ige Präsenz mög
lich (
Urk.
8/16 S. 2).
3.5
Am 1
7.
Juni 2015 untersuchte
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Neu
rochirurgie, den Versicherten. Er diagnostizierte ein
lumbovertebrogenes
Schmerz- und ein
lumboradikuläres
Reizsyndrom der Wurzel L5 beidseits und attestierte vom 1
7.
Juni bis zum 1
9.
Juli 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
8/18 und 8/19). Aufgrund der fehlgeschlagenen physikalischen und schmerzinterventionellen Massnahmen sei die Indikation für eine chirurgische Sanierung aus neurochirurgischer Sicht klar gegeben, wobei die Operation mit einer
Spondylodese
des Segmentes L5/S1 abgeschlossen werden sollte (
Urk.
8/19 S. 1 f.).
D
er operative Eingriff
wurde am
2
7.
Juni 2015 in der
C._
durchgeführt
(
Urk.
8/30 S. 1 f.)
,
wo sich
der Versicherte
anschliessend
bis zum
4.
Juli 2015 stationär a
ufhielt (vgl.
Urk.
8/21).
Dr.
D._
bescheinigte dem Versicherten mit ärztlichem Zeugnis vom
3.
Juli 2015 eine 100%ige A
rbeitsunfähigkeit
vom 17.
Juni bis zum 2
7.
September 2015 (
Urk.
8/21).
In einem weiteren Bericht vom September 2015 vermerkte
Dr.
D._
, man habe a
nlässlich einer
Reexploration
am 1
3.
August 2015 ein
en
Duradefekt
festgestellt
und
darauf
eine mikrochirurgische
Duraplastik
durchgeführt (
Urk.
8/30 S. 2).
B
is zum 2
1.
Januar 2016
bestehe
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
;
danach sei mit der Wiederaufnahme der beruflichen Tä
tigkeit mit einem Pensum von 50
% zu rechnen (
Urk.
8/30 S. 3 ff.).
3.6
Mit
Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 1
9.
Januar 2016
attestierte
Dr.
B._
dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 2
5.
Januar bis zum 7.
Februar 2016 (
Urk.
8/39).
In einem Bericht zuh
anden der Helsana vom
6.
März 2016
führte
Dr.
B._
die
Spondylodese
L5/S1 wegen der Reizung der Wurzel L5 beidseits mit nachfolgen
der
Liquor
f
istel
, Verschluss, als Diagnose
n
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit auf (
Urk.
8/45 S. 1; vgl. auch
Urk.
8/42).
Wegen der Rückenschmerzen sei es dem Versicherten nicht möglich eine Tätigkeit auszuüben
(vgl.
Urk.
8/42 und 8/45).
Seinen Ausführungen legte er einen Bericht von
Dr.
med.
E._
, Facharzt FM
H für Orthopädische Chirurgie, spezialisiert auf Wirbelsäulenchirur
gie, vom
9.
Februar 2016 bei, wonach keine Indikation für einen weiteren chirur
gischen Eingriff bestehe (
Urk.
8/45 S. 2).
3.7
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Anästhesiologie und Facharzt für interventionelle Schmerztherapie, führte
in einem Bericht vom 2
4.
März 2016
eine persistierende
Lumboischialgie
links bei Zustand nach TLIF
Spondylodese
operation
L5/S1 (27.06.2015) und Revision einer
Liquorfistel
(13.08.2015) als Diagnosen
auf (
Urk.
8/61 S. 3). Das Behandlungsergebnis der am 2
2.
März 2016 durchgeführten
transforaminalen
Wurzelinfiltration stehe noch aus (
Urk.
8/61
S. 4).
Die erwähnten Diagnosen führte
Dr.
F._
auch in seinem Zwischenbericht
zuh
anden der Helsana
vom
7.
April 2016
auf und mass denselben
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
zu
(Urk. 8/55 S. 1). In der angestammten Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
8/55 S. 1 f.).
E
ine angepasste weniger belastende Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht zumutbar; das Belastungspr
of
il könne aus schmerztherapeutischer Sicht allein nicht beurteilt werden (
Urk.
8/55 S. 2 und 3).
3.8
Dr.
A._
bestätigte in ihrem Bericht vom
1
7.
Mai 2016 die
von
Dr.
F._
gestellte
n
Diagnose
n
(
Urk.
8/61 S. 2). Nachdem weitere Infiltrationen erfolglos geblie
ben seien,
habe
Dr.
F._
am
4.
Mai 2016 eine Testelektrode implan
tiert
(vgl. Urk.
8/61 S. 5); das Behandlungsergebnis stehe noch aus. Der Ver
sicherte sei nach wie vor zu 100
%
arbeitsunfähig. Die Tätigkeit im Strassenbau sei höchstwahrscheinlich nicht mehr zumutbar. Es werde daher eine Integrations
massnahme zu prüfen sein, wenn die Schmerztherapie ausreichend anspreche (
Urk.
8/61 S. 2).
3.9
In einem Zwischenbericht vom
2.
Juni 2016 bestätigte
Dr.
F._
erneut
die bereits gestellten Diagnosen und eine 100%ige A
rbeitsunfähigkeit
in der ange
stammten Tätigkeit
(
Urk.
8/65 S.
1). Der Neurostimulationstest sei erfolglos ver
laufen (
Urk.
8/65 S. 2).
Eine angepasste weniger belastende Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht zumutbar. Es müsse sich dabei um eine leichte Arbeit mit Wechselbelastung, ohne Gehen über längere Strecken und ohne Heben von Las
ten handeln (
Urk.
8/65 S. 3).
3.10
Der Vertrauensarzt der Helsana,
Dr.
med.
G._
, vertrat am 14. Juni 2016 die Auffassung, die Arbeitsfähigkeit in
einer angepassten körperlich leich
ten bis mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit ohne Zugluf
t, Kälte, Zwangshaltungen, Knie
n, Bücken und Hocken
könne
bis auf
ein Pensum
100
%
gesteigert werden
; ab dem
1.
August 2016 betrage sie 40
%
, danach steigere sie sich alle 14 Tage um 20
%
(
Urk.
8/66 S. 2 und 3).
3.11
Der Hausarzt
Dr.
B._
hielt in einem Schreiben vom 1
9.
September 2016 zur Beantwortung der vom Rechtsvertreter des Versicherten gestellten Fragen fest, der Versicherte sei nicht in der Lage, längere Zeit in der gleichen Position zu verharren. Es sei notwendig, immer wieder Positionswechsel vorzunehmen. Gemäss dem Versicherten seien die Schmerzen über den ganzen Tag verteilt gleichmässig und leider auch in der Nacht vorhanden.
Nach seinen
A
ussagen
sei
er
nicht in der Lage sich zu konzentrieren, teilweise wegen der Schmerzen, teil
weise auch wegen der Medikamente
(Urk.
8/95 S. 1).
Schliesslich wies
Dr.
B._
darauf hin, er halte eine fachärztliche Beurteilung für sinnvoller (
Urk.
8/95 S. 1).
4.
4.1
Es ist insoweit unbestritten und belegt, dass der Beschwerdeführer aus gesund
heitlichen Gründen nicht mehr in der Lage ist, die angestammte Tätigkeit als Gruppenführer der
Y._
zu verrichten (
Urk.
1, 2 und 7; vgl.
Urk.
8/55 S. 1 f., 8/61 S. 2
und
8/65 S. 1
).
4.2
Aus den Berichten der
diversen
Behandler
geht nicht ansatzweise hervor, dass
es
dem Beschwerdeführer
aufgrund seiner gesundheitlichen Situation unzumutbar sein könnte,
eine behinderungsangepasste Tätigkeit mit einem vollen Pensum
auszuüben (vgl. insbesondere
Urk.
8/16 S. 2, 8/30 S. 3 ff.,
8/42,
8/45
, 8/61 S. 2
, 8/65 und 8/95 S. 1
)
.
Dies gilt insbesondere betreffend den hier interessierenden Zeitraum ab dem 2
7.
Juli 2016, in
welchem
er von seiner
Verpflichtung zu einem Berufswechsel Kenntnis hatte (vgl.
Urk.
8/79).
Bereits
im April 2016
hatte
Dr.
F._
eine weniger belastende angepasste Tätigkeit aus medizinischer Sicht als
zumutbar
erachtet
(
Urk.
8/55 S. 2 f.). Diese Einschätzung bestätigte er am
2.
Juni 2016 und formulierte ein Belastungsprofil für eine behinderungsangepasste Tätigkeit, ohne diesbezüglich zeitliche Ein
schränkungen
zu machen
(
Urk.
8/65 S. 3).
Mit
seinen
Ausführungen lässt sich – entgegen der in der Beschwerdeschrift
vertretenen Ansicht (
Urk.
1 S.
3) – ohne Weiteres beurteilen,
dass
D
r.
F._
eine behinderungsangepasste Tätigkeit
ab sofort vollumfänglich
als zumutbar erachtete.
Die betreffende
Einschätzung trägt
auch
den erhobenen Befunden Rechnung.
Sie wird insbesondere auch
nicht durch den Umstand in Zweifel gezogen, dass
Dr.
F._
die Prognose bezüg
lich der Arbeitsfähigkeit als schlecht
beurteilte
(
Urk.
1 S. 3)
. Es steht ausser Frage, dass der Beschwerdeführer seinen
angestammten
Beruf als Gruppenführer bei der Bauunternehmung
Y._
seit
dem
Eintritt des Gesundheitsschadens
nicht mehr
wie zuvor ausüben kann. Es trifft daher nicht zu, dass auf die Angaben
Dr.
F._
s nicht abgestellt werden kann (vgl
. Urk.
1 S. 3).
4.3
Vielmehr erscheint es gestützt auf die Ausführungen
Dr.
F._
s
und die damals vorhanden gewesene medizinische Aktenlage
als überwiegend wahr
scheinlich, dass der Beschwerdeführer
spätestens seit April 2016
in einer behin
derungsangepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig
war
.
Daran vermag auch nichts zu ändern, dass
Dr.
G._
, welcher den Beschwerdeführer – soweit ersichtlich – nie persönlich untersucht hatte,
am 1
4.
Juni 2016
hinsichtlich des zumutbaren Arbeitspensums eine abweichende
Auffassung vertrat
(vgl.
Urk.
8/66 S. 2 und 3).
W
eder die postulierte Einschränkung in zeitlicher Hinsicht noch die angeblich zu erwartende Steigerung um jeweils 20
%
alle 14 Tage
wurden von
Dr.
G._
begründet
.
Im Übrigen ergibt sich auch aufgrund seiner Ausführungen ab Mitte September 2016, und damit ab einem Zeitpunkt vor
Ablauf der Anpassungsfrist, eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer den gesundheitlichen Einschränkungen angepassten Tätigkeit. Das
von
Dr.
G._
beschriebene Belastungsprofil
deckt
sich im Wesentlich
en
mit den Angaben
Dr.
F._
s und
ist
aufgrund der diagnostizierten Leiden und de
r durchgeführten Eingriffe
schlüssig
.
Es
wird auch nicht durch die Beurteilung des Hausarztes
Dr.
B._
in Frage gestellt, soweit diese überhaupt auf objektiven Befunden und nicht bloss auf subjektiven Beschwerdeschilderungen beruht (vgl.
Urk.
8/95 S. 1).
4.
4
Als Zwischenergebnis ist somit festzuhalten, dass
bei Erlass der Verfügung
am 2
7.
Juli 2016 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststand, dass der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit zwar nicht mehr arbeitsfähig ist, ihm aber eine behinderungsangepasste Tätigkeit
, die
dem von
Dr.
F._
und
Dr.
G._
formulierten Belastungsprofil
Rechnung trägt,
zu 100
%
zuge
mutet werden kann.
5.
5.1
Die gewährte Anpassungszeit von rund drei Monaten ab dem 2
7.
Juli 2016
und die Zumutbarkeit des Berufswechsels wurden
zu Recht nicht in Frage gestellt (vgl.
Urk.
1).
5.2
Der
Beschwerdeführer
ist
der ihm obliegenden Verpflichtung zur Aufnahme einer behinderungsangepassten Erwerbstätigkeit
unbestritten
schuldhaft
nicht nachge
kommen ist.
Er ist
folglich
so zu behandeln, als ob er eine entsprechende Tätigkeit
aufgenommen
hätte.
Es ist ihm deshalb ab November 2016 ein
trotz Gesundheitsschädigung
zum
ut
barerweise
noch realisierbares Einkommen
anzurechnen, das
nach der
bundesge
richtlichen
Rechtsprechung
anhand von
Tabellenlöhne
n
zu ermitteln ist
(BGE 126 V 75
E. 3
).
Die Helsana hat das
erzielte Einkommen
ausgehend
vom Durchschnittslohn für Männer für einfache Tätigkeiten körperlicher un
d handwerklicher Art
auf
Fr.
5‘312
.-- pro
M
onat
festgesetzt
(
Urk.
8/79 S. 1 f.;
vgl. LSE 2014
, Tabelle TA1
_skill_level
, Total, Kompetenzniveau
1
, Männer).
Dies
es Vorgehen
ist in
Anbe
tracht des ärztlich umschriebenen Zumutbarkeitsprofils und der bisherigen beruflichen Erfahrung des Beschwerdeführers
nicht zu beanstanden
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_830/2014 vom 2
1.
Januar 2015 E. 4.3 und 4A_495/2016 vom
3.
Januar 2017 betreffend die Anwendbarkeit der LSE im Krankenversiche
rungstaggeldbereich)
.
Eine
verminderte Konzentrationsfähigkeit bzw. Aufmerk
samkeit
, welcher der Ausübung von Überwachungsfunktionen oder dem Bedie
nen von Maschinen entgegenstehen könnte (
Urk.
1 S. 4),
wurde
nicht mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit belegt (vgl.
Erwägung
4 hiervor).
Die Erfüllung von
Überwachungsaufgaben
ist zudem auch im Rahmen einer wechselbelasten
den Tätigkeit möglich, weshalb die diesbezüglichen Bedenken des Beschwerde
führers nicht zu teilen sind (
Urk.
1 S. 4).
Selbst wenn eine Anstellung als Lager- oder Magazinarbeiter
aufgrund des massgeblichen Belastungsprofils
nicht in Frage käme (
Urk.
1 S. 4),
wäre zu berücksichtigen, dass der erwähnte Tabellen
lohn eine Vielzahl von leichten bis mittelschweren Tätigkeiten umfasst, welche dem Beschwerdeführer trotz seines Gesundheitszustands zumutbar sind
. Ein Abzug vom Tabellenlohn – insbesondere
wegen
der ausländischen Nationalität
und der
allenfalls damit einhergehende
n beschränkten Sprachkenntnisse
(
Urk.
1 S. 5 f.) –
erscheint angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer seit 2001 in der Schweiz lebt (vgl.
Urk.
8/7) und dass für jene Tätigkeiten, die für ihn in Frage kommen, keine umfassenden Sprachkenntnisse erforderlich sind,
als nicht gerechtfertigt (vgl. die
Urte
i
l
e
des Bun
desgerichts 9C_217/2017 vom 21.
Dezem
ber 2017 E. 4.2
und 9C_808/2015 vom 2
9.
Februar 2016 E.
3.4.2, je
mit Hinwei
sen)
.
Unter
Berücksichtigung einer betriebs
üblichen Wochenarbeitszeit von 41,7
Stunden
(im Internet abrufbar unter http://www.bfs.admin.ch)
– anstatt wie von der Helsana fälschlicherweise angenommen
40,5 Stunden (Urk.
8/79 S.
2) – resultiert
ein hypothetisches
E
inkommen von
Fr.
66‘453.-- für das Jahr 2015
(
Fr.
5‘
312
.-- : 40 x 41,7 x 12).
Das vom Beschwerdeführer vor Eintritt des Gesundheitsschadens
2015 erzielte Einkommen
betrug
Fr.
69'147.-- pro Jahr (
Urk.
8/7)
.
Aus dem Einkommensvergleich resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 2'694.-- d.h. von 3,9
%
([
Fr.
69'147.-- -
Fr.
66'453.--] :
Fr.
69'147.-- x 100).
Damit erüb
rigt es sich, die beiden Einkommen der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2016 anzupassen, da sich auch in diesem Fall keine mindestens 25%ige Erwerbs
einbusse ergibt.
5.4
Die Beschwerdegegnerin hat somit
einen Anspruch auf Ausrichtung
von Taggel
der
n
ab
November 2016
wegen des Fehlens einer nachgewiesenen
25%igen Arbeitsunfähigkeit
im Sinne von Ziffer 13.1 AVB (vgl.
Art.
6 ATSG und Ziffer 3.4 AVB)
zu Recht
verneint
. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.