Decision ID: 6a458786-3d92-41e4-a6f8-46973a821e92
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner Bodenmann, Waisenhausstrasse 17,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._, Jahrgang 1979, meldete sich am 31. Mai 2007 zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 1). Seit dem Autounfall am 3. Juni 2006, bei
dem seine schwangere Ehefrau, die Ehefrau seines Cousins sowie dessen Sohn
getötet wurden, leide er unter erheblichen psychischen Folgeschäden und sei zu 100%
arbeitsunfähig (IV-act. 2 und 9; SUVA-act. 71). Der Versicherte selbst wurde bei dem
Unfall schwer verletzt (SUVA-act. 39.3-39.8).
A.b Der Versicherte war bis zum Unfall als Hilfsarbeiter in einem Gipsergeschäft tätig.
Sein monatliches Bruttoeinkommen betrug Fr. 4'167.-- (IV-act. 11-1 bis 11-3). Die
Anstellung wurde ihm per 6. Juni 2006 gekündigt (IV-act. 11-3 und IV-act. 19).
A.c Zwecks Abklärung der Arbeitsfähigkeit, der Zumutbarkeit und der
Eingliederungsperspektive wurde von der SUVA eine Begutachtung durch die
Rehaklinik Bellikon veranlasst. Im Austrittsbericht der Rehaklinik vom 10. Juli 2007
wurde festgehalten, dass aus funktionell-somatischer Sicht mindestens mittelschwere
Tätigkeiten zumutbar seien. Aus psychischer Sicht hingegen bestehe keine verwertbare
Arbeitsfähigkeit. Es bestehe Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung
F43.1. Der Versicherte leide unter agitierten depressiven Symptomen. Angst und Panik
limitierten seine psychomentale Belastbarkeit (IV-act. 31). Gegenüber der IV-Stelle
bestätigte der behandelnde Arzt Dr. med. B._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, am 18. Juli 2007 diese Diagnose. Der Versicherte befinde sich
seit Juli 2006 bei ihm in Behandlung. Es lägen ein schweres posttraumatisches
Stresssyndrom (ICD-10 F43.1), rezidivierende depressive Episoden mit gegenwärtig
agitiertem mittelgradig depressivem Zustandsbild (ICD-10 F33.11) und die Entwicklung
einer andauernden Persönlichkeitsänderung (ICD-10 F62.0) vor. Der Versicherte sei aus
psychiatrischen Gründen zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 33). Im Bericht der Rehaklinik
Bellikon vom 22. Oktober 2007 über die ambulante Nachkontrolle wurde festgehalten,
dass die somatischen Probleme im Sinn organischer Läsionen nicht im Vordergrund
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stünden, sondern die Hauptproblematik immer noch die psychische Situation darstelle.
Bei weiterhin bestehender 100%iger Arbeitsunfähigkeit und persistierender
Beschwerdesymptomatik sei ein MRI des Kopfes zu empfehlen. Auch ein MRI der
HWS wäre sinnvoll, um allfällige zervikale Läsionen nicht zu übersehen. Zudem sollte
die pulmonale Seite nochmals abgeklärt werden, da im März 2007 die
Lungenfunktionsprüfung pathologisch ausgefallen sei (IV-act. 40).
A.d Dr. med. C._, Neuropsychiater/EEG Interpreter, stellte im Arztbericht vom 1.
Dezember 2007 ebenfalls die Diagnose eines posttraumatischen Stresssyndroms. Der
Versicherte sei zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 44-2 f.).
A.e Ein geplanter Arbeitsversuch in einer spezialisierten Institution musste im März
2008 wegen einer massiven Verschlechterung des psychischen Zustands des
Versicherten abgesagt werden (act. G 1.3).
A.f Im Auftrag der IV-Stelle begutachtete die Swiss Medical Assessement- and
Business-Center AG (SMAB), Bern, den Versicherten im Februar 2008 (IV-act. 48). Dem
Gutachten vom 3. April 2008 ist zu entnehmen, dass der Versicherte aus
neurologischer Sicht den Unfall gut überstanden habe. Es fände sich keine
Ausfallsymptomatik, die sich organpathologisch begründen lasse. Aus orthopädischer
Sicht sei ebenfalls keine Veränderung nachweisbar. Aus psychiatrischer Sicht bestehe
eine leicht- bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1) und eine
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1). Dadurch sei die Arbeitsfähigkeit
vor allem aus psychiatrischer Sicht auf 50% reduziert (ohne weitere Einschränkung der
Leistungsfähigkeit). Diese Arbeitsfähigkeit gelte sowohl im zuletzt ausgeübten Beruf als
Gipser als auch in allen Verweistätigkeiten. Vermieden werden sollten alle Arbeiten, die
eine hohe Anforderung an die Ein- und Umstellungsfähigkeit stellten sowie Arbeiten mit
besonderem Zeitdruck und Anforderung an die geistig-psychische Belastbarkeit. Unter
diesen Bedingungen seien leichte Tätigkeiten halbschichtig, also vier Stunden täglich,
vorstellbar. Wichtig sei die Fortsetzung der psychiatrischen Behandlung, um
abzuwarten, ob eine weitere Stabilisierung eintrete (IV-act. 48).
A.g In der Folge wurde der Versicherte von Dr. med. D._, Fachärztin FMH
Pneumologie und Innere Medizin, untersucht. Im Bericht vom 14. April 2008 führt diese
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folgende Diagnosen auf: 1. Persistierende Dyspnoe bei möglicher
Somatisierungsstörung bei St. n. schwerem Thoraxtrauma 3.6.06 – ausgeprägte
Dekonditionierung im Rahmen einer Gewichtszunahme von 25 kg, 2. Verdacht auf
obstruktives
Schlafapnoesyndrom, 3. Depressionen, 4. Adipositas – BMI 34.7 kg/m . Am
wichtigsten scheine eine gute psychiatrische Betreuung und Führung des Versicherten,
um eine Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess zu erzielen (IV-act. 74-9 ff.).
A.h Der RAD empfahl in seiner Stellungnahme vom 5. Mai 2008, das
Gutachtenergebnis anzuerkennen. Somatisch bestehe keine Diagnose mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit. Gemäss mehrheitlich plausibler polydisziplinärer Begutachtung
bestehe auf dem Boden einer posttraumatischen Belastungsstörung und einer
rezidivierenden Depression eine andauernde Persönlichkeitsänderung, so dass eine
generelle 50%ige Arbeitsfähigkeit vorliege. Eine Änderung der
Arbeitsfähigkeitseinschätzung könne ab dem Gutachtenzeitpunkt Februar 2008
akzeptiert werden. Vom Juni 2006 bis Januar 2008 liege jedoch eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten vor. Der Versicherte sei auf eine IV-gestützte
berufliche Eingliederung angewiesen und es sei ihm jegliche Erwerbsarbeit
halbschichtig zuzumuten (IV-act. 49).
A.i Der Hausarzt Dr. med. E._, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, stellte im
ärztlichen Zeugnis vom 15. August 2008 fest, dass der Versicherte nebst den
psychiatrischen Diagnosen an diversen körperlichen Beschwerden leide. Es bestünden
chronische Kopfschmerzen vom Spannungstyp, zeitweise verbunden mit diffusen
Schwindelbeschwerden. Daneben bestehe eine Neigung zur hypotonen
Kreislaufregulation, welche ebenfalls Schwindelbeschwerden verursachen könne.
Weiter beklage der Versicherte ein chronisches cervico-cephales und
thoracovertebrales Schmerzsyndrom mit Ausstrahlung in den linken Thoraxbereich und
den linken Arm. Ebenfalls bestünden Schmerzen im Bereich des rechten Schulter- und
Ellbogengelenkes. Pneumologisch bestünden eine persistierende Dyspnoe sowie ein
Verdacht auf ein obstruktives Schlafapnoesyndrom. Schliesslich leide der Versicherte
auch an Fussgelenksbeschwerden sowie an einem begleitenden Ekzem im Bereich der
Unterschenkel (IV-act.74-8).
2
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A.j Im Verlaufsbericht vom 25. August 2008 beschrieb der behandelnde Psychiater
Dr. med. B._ eine erneute Zustandsverschlechterung des Versicherten. Es liege ein
sehr labiler und unberechenbarer Verlauf vor. Der Versicherte sei zum Teil sehr unruhig,
nervös und gespannt aggressiv und depressiv impulsiv. Er ertrage keinen Stress mehr.
Die Prognose sei unklar. Arbeitsunfähigkeit: 100%. Es bestehe eine verminderte
Leistungsfähigkeit. Da der Zustand des Versicherten sehr labil und wechselhaft sei, sei
dieser höchstens zu 30% in einem geschützten Rahmen arbeitsfähig (IV-act. 66).
A.k Der RAD teilte die Einschätzung von Dr. med. B._ nicht. Im psychiatrischen
Teilgutachten der SMAB vom 21. Februar 2008 sei der labile Verlauf ebenfalls
beschrieben worden und gesamthaft eine Arbeitsunfähigkeit von 50% erhoben worden.
Dr. med. B._ habe diagnostisch keine Änderungen beschrieben. Es handle sich somit
um eine unterschiedliche Bewertung eines an sich unveränderten
Gesundheitszustands. Es sei weiterhin auf das SMAB-Gutachten vom 3. April 2008
abzustellen (IV-act. 67).
A.l Mit Vorbescheid vom 16. September 2008 stellte die IV-Stelle der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) dem Versicherten eine Rente
aufgrund eines Invaliditätsgrads von 50% in Aussicht (IV-act. 72). Gleichentags wurde
der Abschluss der Arbeitsvermittlung mitgeteilt (IV-act. 71). Der Versicherte liess am 17.
Oktober 2008 einwenden, es sei ihm rückwirkend ab 1. Juni 2007 eine Invalidenrente
basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 60% zuzusprechen. Eventualiter
seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen. Dem Gutachten der SMAB
stünden die Einschätzungen der Rehaklinik Bellikon und der behandelnden Ärzte
gegenüber, die von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgingen (IV-act. 74). Die IV-
Stelle verfügte am 3. April 2009 ab 1. Juni 2007 die Ausrichtung einer halben Rente (IV-
act. act. 87 und 88).
B.
B.a Gegen diese Verfügungen richtet sich die Beschwerde vom 19. Mai 2009. Der
Beschwerdeführer beantragt, die Verfügungen vom 3. April 2009 betreffend
Rentenleistungen für den Zeitraum vom 1. Juni 2007 bis 30. November 2007 sowie ab
1. Dezember 2007 insofern aufzuheben, als die Zusprechung einer Invalidenrente
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basierend auf einem Invaliditätsgrad von mehr als 50% abgewiesen werde. Dem
Beschwerdeführer sei eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von
mindestens 60% zuzusprechen. Eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen
in die Wege zu leiten; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Der Beschwerdeführer
macht geltend, den Einschätzungen der Gutachter stünden die abweichenden
Einschätzungen anderer Ärzte bzw. Gutachter gegenüber. Es lägen nebst den bereits
vorhandenen Depressionen auch somatische Beschwerden vor. Dr. med. B._
beschreibe in seinem Bericht vom 6. März 2008 eine massive Verschlechterung des
psychischen Zustands des Beschwerdeführers. Es sei somit im Gegensatz zu den
Einschätzungen der Gutachter nicht davon auszugehen, dass sich der psychische
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in letzter Zeit wesentlich verbessert hätte.
Am SMAB-Gutachten sei zu bemängeln, dass dieses nicht klar und nachvollziehbar
darlege, weshalb es von der Einschätzung der anderen behandelnden Ärzte abweiche
und zum Schluss komme, dass sich die gesundheitliche Situation des
Beschwerdeführers sogar verbessert hätte. Der Beschwerdeführer habe zwar erneut
geheiratet. Allerdings habe seine jetzige Ehegattin eine Fehlgeburt erlitten, was zu
einem erneuten Rückschlag geführt habe. Dass die Gutachter zunächst lediglich einen
Arbeitsversuch von zwei Stunden pro Tag empfohlen hätten, lasse nur einen Schluss
zu, nämlich dass auch diese es nicht mit auszureichender Sicherheit als erstellt
betrachteten, dass der Beschwerdeführer tatsächlich wieder in der Lage sei, eine
Arbeitstätigkeit im Umfang von 50% aufzunehmen. Das SMAB-Gutachten dürfe nicht
als Grundlage für die Verfügung beigezogen werden. Es setze sich einerseits nicht mit
den früheren ärztlichen Einschätzungen auseinander und andererseits sei nicht
nachvollziehbar begründet worden, weshalb die Annahme, dass sich die
gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers verbessert hätte, gerechtfertigt sei.
Selbst wenn das Gericht auf das Gutachten der SMAB abstellen sollte, könne der
Berechnung des Invalideneinkommens nicht gefolgt werden. Es sei unbestritten, dass
der Beschwerdeführer an psychischen Beschwerden leide. Daneben sei er jedoch auch
aus somatischen Gründen eingeschränkt. Es rechtfertige sich daher ein Abzug von
20% vom Invalideneinkommen. Damit würde sich selbst bei einer Arbeitsunfähigkeit
von 50% ein Invaliditätsgrad von 60% ergeben (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 1. Juli 2009 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Der Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon sei von
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therapeutischen Überlegungen beeinflusst, weshalb darauf zum Vornherein nicht
abgestellt werden dürfe, weil per se eine Befangenheitssituation vorliege. Gemäss dem
Arztbericht D._ habe kein Substrat für die vom Beschwerdeführer präsentierte
Symptomatik gefunden werden können. Aus diesem Arztbericht sei unter
Berücksichtigung der Stellungnahme des RAD keine Arbeitsunfähigkeit ableitbar. Die
SMAB habe den pulmonalen Befund beim Beschwerdeführer erhoben und daraus
keine Arbeitsunfähigkeit ableiten können. Die im Arztzeugnis E._ erwähnte hypotone
Kreislaufregulation könne medizinisch gut behandelt werden, weshalb daraus keine
Arbeitsunfähigkeit resultiere. Dr. med. B._ attestiere dem Beschwerdeführer in
seinem Verlaufsbericht einen verschlechterten Gesundheitszustand bei einer
Arbeitsfähigkeit von 30% in einem geschützten Rahmen. Demgegenüber sei er in
seinem früheren Arztbericht von einer vollen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen. Dies sei
widersprüchlich. Weiter enthielten die Berichte von Dr. B._ keine objektiv
feststellbaren Gesichtspunkte, die es erlauben würden, das SMAB-Gutachten in Frage
zu stellen. Aufgrund der nicht erheblichen psychopathologischen Befunde habe die
SMAB zu Recht eine Arbeitsfähigkeit von noch 50% attestiert. Weil die Berichte der
behandelnden Ärzte nicht fundiert seien, habe sich die SMAB nicht mit diesen
auseinandersetzen müssen. Der Verlaufsbericht B._ und der Arztbericht D._ hätten
zudem noch gar nicht vorgelegen. Der empfohlene Arbeitsversuch scheine eine
durchaus geeignete Massnahme zu sein, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
zu steigern. Weitere medizinische Abklärungen seien unnötig. Die Leistungsfähigkeit
des Beschwerdeführers sei aus orthopädischer Sicht nicht eingeschränkt. Einzig
Tätigkeiten, die besondere Anforderungen an die geistige oder psychische
Belastbarkeit stellten, könne er nicht mehr ausüben. Demnach stehe ihm eine grosse
Palette an Hilfstätigkeiten zur Verfügung. Da er auch körperlich mittelschwere oder
vereinzelt schwere Tätigkeiten ausüben könne, sei keine Reduktion vom
Invalideneinkommen vorzunehmen. Die psychischen Einschränkungen seien mit der
attestierten Arbeitsfähigkeit von 50% genügend abgegolten. Der Invaliditätsgrad
betrage demnach 50%. Der Beschwerdeführer habe somit Anspruch auf eine halbe IV-
Rente (act. G 6).
C.
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Mit Replik vom 24. August 2009 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest
und führt ergänzend aus, dass gemäss dem psychiatrischen Gutachten der SMAB die
Untersuchung des Beschwerdeführers am 21. Februar 2008 stattgefunden habe. Im
Teilgutachten werde festgehalten, dass der psychopathologische Befund mit
Symptomen gekennzeichnet sei, welche eine die posttraumatische Belastungsstörung
überdauernde andauernde Persönlichkeitsänderung vermuten liessen. Gestützt auf die
Schwere des Unfalles und die gesundheitlichen Entwicklungen auch nach dem Unfall
sowie den Verlust des ungeborenen Kindes der neuen Ehegattin des
Beschwerdeführers, aber auch auf die von den Gutachtern der SMAB beobachtete
mögliche Persönlichkeitsänderung, sei nicht von der Hand zu weisen, dass eine
mögliche Verschlechterung der psychischen Situation eingetreten sein könnte. Ebenso
dürfte das mögliche Schlafapnoesyndrom zusätzlich negative Auswirkungen auf die
bereits vorhandene Depression haben. Schliesslich sei zur Kenntnis zu nehmen, dass
gemäss einem Schreiben der SUVA vom 14. August 2009 aus verkehrs- und
neuropsychologischer Sicht dem Beschwerdeführer die Fahreignung aberkannt werden
solle (act. G 8).
D. Mit Schreiben vom 28. August 2009 verzichtet die Beschwerdegegnerin
sinngemäss auf eine Duplik (act. G 10).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
zeitlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der
Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
466 E. 1, 126 V 435 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtenen Verfügungen ergingen
am 3. April 2009, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der
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revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher
und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über die noch
nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals
geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-
Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage
zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des
Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber
der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die
seit 1. Januar 2008 geltenden Bestimmungen wiedergegeben.
2.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch des
Beschwerdeführers zu Recht auf eine halbe Rente festgesetzt hat.
2.1 Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können,
während mindestens eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40% arbeitsunfähig im Sinn von Art. 6 ATSG gewesen sind und nach
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid im Sinn von Art. 8 ATSG sind (Art. 28
Abs. 1 IVG). Invalidität im Sinn von Art. 8 Abs. 1 ATSG ist die voraussichtlich bleibende
oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Als
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen und
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1
ATSG).
2.2 Die Invalidenrente wird gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG nach dem Grad der Invalidität
bestimmt. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 40% vor, besteht Anspruch auf
eine Viertelsrente. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% ist der Anspruch auf
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eine halbe Rente gegeben. Eine Dreiviertelsrente steht denjenigen Versicherten zu, die
einen Invaliditätsgrad von mindestens 60% aufweisen und eine ganze Rente
denjenigen, deren Invaliditätsgrad mindestens 70% beträgt (Art. 28 Abs. 2 IVG). Für die
Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte
Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht
invalid (Valideneinkommen) geworden wäre (Art. 16 ATSG).
2.3 Um den Grad der Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität
bemessen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten
die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen). Unter
Berücksichtigung des Grundsatzes der freien Beweiswürdigung hat das Gericht alle
Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen.
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist deshalb allein entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des
Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a). Je mehr ein Gutachten von diesen
Standards, von diesen Qualitätsanforderungen, abweicht, desto kleiner ist sein
Beweiswert (Gabriela Riemer-Kafka [Hrsg.], Versicherungsmedizinische Gutachten,
2007, S.20). Die Rechtsprechung hat es aber mit dem Grundsatz der freien
Beweiswürdigung als vereinbar betrachtet, in Bezug auf bestimmte Formen
medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen. So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten
von externen Spezialärzten (sofern sie auf Grund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen) volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
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sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit Hinweisen). In Bezug auf Berichte von
Hausärzten darf und soll das Gericht demgegenüber der Erfahrungstatsache Rechnung
tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Stellung in
Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc mit
Hinweisen). Dies gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt wie für den
behandelnden Spezialarzt (Urteil des Bundesgerichts 8C_871/2008 vom 24. März
2009, E. 3.2 mit Hinweisen). Mit Blick auf die Verschiedenheit von Behandlungs- und
Begutachtungsauftrag kann daher im Streitfall regelmässig nicht auf die Sicht des
behandelnden (Fach-) Arztes abgestellt werden (vgl. statt vieler: Urteil des
Bundesgerichts I 701/05 vom 5. Januar 2007, E. 2 mit zahlreichen Hinweisen).
3.
Zunächst ist zu prüfen, ob das Gutachten der Swiss Medical Assessement- and
Business Center AG (SMAB) die Kriterien der Beweistauglichkeit erfüllt und bei der
Bemessung des Invaliditätsgrades des Beschwerdeführers darauf abgestellt werden
kann.
3.1 Im Auftrag der Beschwerdegegnerin wurde der Beschwerdeführer im Februar
2008 von den Ärzten der SMAB untersucht. Im Rahmen einer polydisziplinären
Abklärung wurden ein neurologisches Gutachten (einschliesslich internistischer
Befundaufnahme) und zusätzlich ein orthopädisches sowie ein psychiatrisches
Teilgutachten erstellt. Aus neurologischer Sicht habe der Versicherte den Unfall gut
überstanden. Es fände sich keine Ausfallsymptomatik, die sich organpathologisch
begründen lasse. Gemäss dem orthopädischen Teilgutachten bestehe keine Diagnose
mit Relevanz für die Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht
hingegen läge eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD F43.1) und eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mit leichter bis mittelgradiger
depressiver Episode (ICD F33.1) vor. Der Beschwerdeführer sei zwar in der Lage,
sämtliche adaptierten Tätigkeiten einfacher geistiger Art mit einfacher Verantwortung
ohne besonderen Zeitdruck und ohne besondere Anforderung an die geistige/
psychische Belastbarkeit auszuüben. Die Reduzierung in der Ein- und Umstellfähigkeit
sowie Ausdauermängel mit vorzeitiger Erschöpfung von Konzentrationsfähigkeit und
Aufmerksamkeit würden jedoch eine Arbeitsunfähigkeit für leichte Tätigkeiten von 50%
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begründen. Eine darüber hinausgehende Minderung der Leistungsfähigkeit bestehe
aus psychiatrischer Sicht nicht (IV-act. 48-10).
3.2 Der Beschwerdeführer bemängelt im Wesentlichen, dass das Gutachten sich
nicht mit den früheren ärztlichen Einschätzungen auseinandergesetzt habe (act. G 1
Ziff. III/2g). Eine versicherungsmedizinische Beurteilung hat sich mit den Akten
auseinanderzusetzen (Gabriela Riemer-Kafka [Hrsg.], a.a.O. , S. 33). Das Bundesgericht
führte dazu aus, dass angesichts des hohen Stellenwerts, der medizinischen Gutachten
im Sozialversicherungsprozess zukomme, an deren Qualität entsprechend hohe
Anforderungen zu stellen seien. Unter dem Aspekt der Vollständigkeit sei deshalb nicht
nur zu verlangen, dass der Gutachter die Anknüpfungstatsachen, d.h. die tatsächlichen
Grundlagen des Gutachtens, die er nicht selber beschafft hat, einzeln und mit ihrem
wesentlichen Inhalt rekapituliere (vgl. Alfred Bühler, Beweismass und Beweiswürdigung
bei Gerichtsgutachten unter Berücksichtigung der jüngsten Lehre und Rechtsprechung,
in: Jusletter: 21. Juni 2010, S. 18). Gleichermassen erforderlich sei, dass das Gutachten
in Kenntnis der Vorakten (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a) erstellt werde. Dies bedinge die
Kenntnis und Beachtung – wenn auch nicht sämtlicher – so doch der wesentlichen
Vorakten (...). Eine Stellungnahme und gegebenenfalls Auseinandersetzung mit
ärztlichen (Vor)Berichten, welche vom Gutachten abweichen, sei auch deshalb
notwendig, weil das Gericht ansonsten bei divergierenden Arztberichten häufig nicht in
der Lage sei, das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben,
warum es auf die eine und nicht die andere medizinische These abstelle, wie dies die
Rechtsprechung verlange (Urteil des Bundesgerichts 9C_986/2009 vom 11. November
2010, E. 4.5).
3.2.1 Im neurologischen Teil des Gutachtens wurden diverse klinische Befunde
erhoben. Eine Ausfallsymptomatik die sich organpathologisch begründen liesse,
konnte nicht gefunden werden (IV-act. 48). Dennoch ist das Gutachten zu bemängeln.
Einerseits fehlt eine Stellungnahme bezüglich der vom Beschwerdeführer geklagten
und in den Vorakten aufgeführten pulmonalen Problematik, den Kopfschmerzen, dem
Schwindel sowie den Sensibilitätsstörungen (IV-act. 31; 33; 40). Andererseits haben
diesbezüglich im Rahmen der Begutachtung keine näheren Abklärungen stattgefunden.
Aufgrund der Vorbefunde (IV-act. 40) hätte aber Anlass bestanden, diese Leiden näher
abzuklären oder sich zumindest dazu zu äussern. Sodann steht das Gutachten im
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Widerspruch zum Bericht der Rehaklinik vom 22. Oktober 2007. Die Ärztin der
Rehaklinik empfiehlt darin wegen der persistierenden Beschwerdesymptomatik ein MRI
des Kopfes sowie der HWS, um allfällige zervikale Läsionen nicht zu übersehen. Zudem
seien auch weitere Abklärungen bezüglich der pulmonalen Problematik angezeigt (IV-
act. 40-2). Im Rahmen der Begutachtung wurden jedoch derartige Untersuchungen
weder durchgeführt noch diskutiert. Die Gutachter haben keine Gründe genannt,
warum auf derartige Untersuchungen verzichtet wurde. Angesichts dieser Mängel ist
das neurologische Hauptgutachten unvollständig und nicht nachvollziehbar.
3.2.2 Gemäss dem orthopädischen Teilgutachten ist die Arbeits- und
Leistungsfähigkeit nicht eingeschränkt. Sowohl die behandelnden Ärzte als auch der
Gutachter können die vom Beschwerdeführer geklagten Leiden nicht mittels klinischer
Befunde erklären. Durch den Verkehrsunfall sei es zu einer Rippenserienfraktur links
6-9 mit Thoraxkontusion und Lungentrauma gekommen. Aktuell würden eher diffus
anmutende Schulter-Arm-Beschwerden rechts mitgeteilt. Die rechte Hand empfinde
der Versicherte manchmal als "ohne Gefühl". Aus orthopädischer Optik seien die
Beweglichkeit der Wirbelsäule, des Thorax und des Rumpfes in allen
Funktionsabschnitten und insbesondere die Funktion der HWS uneingeschränkt
auszumachen. Auch im Bereich der oberen und unteren Extremitäten seien keine
Funktionsdefizite feststellbar (IV-act. 48-20). Dass aus orthopädischer Sicht keine
Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit vorliegt, ist angesichts der
gutachterlichen Befunde (IV-act. 48-18 f.) sowie der beim Unfall vom 3. Juni 2006
erlittenen Verletzungen (vgl. SUVA-act. 39-3 ff.) nachvollziehbar. Eine explizite
Stellungnahme des orthopädischen Gutachters zu den Vorakten durfte demnach
unterbleiben.
3.2.3 Auch bezüglich der psychiatrischen Diagnosen einer posttraumatischen
Belastungsstörung (ICD F43.1) sowie einer rezidivierenden depressiven Störung mit
(leichter bis) mittelgradiger depressiver Episode (ICD F33.1) sind sich die behandelnden
Ärzte und Gutachter einig (vgl. IV-act. 48-27, 33-1, 31). Daneben hat der behandelnde
Psychiater Dr. med. B._ die Entwicklung einer andauernden Persönlichkeitsänderung
nach PTSD (ICD F62.0) festgestellt. Auch der Gutachter äusserte den Verdacht auf eine
derartige Persönlichkeitsänderung, verneinte diese jedoch, da seit dem Unfall noch
nicht zwei Jahre vergangen seien (IV-act. 48-28). Weitere Ausführungen wurden nicht
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gemacht. Eine Auseinandersetzung mit der Verdachtsdiagnose fand nicht statt. Es
wären entweder nähere Ausführungen nötig gewesen, welche die Verneinung einer
Persönlichkeitsänderung begründen, oder die weitere Entwicklung hätte abgewartet
werden müssen. Zudem fehlen Erläuterungen, weshalb von einer 50%igen
Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden sollte bzw. weshalb den Einschätzungen der
behandelnden Ärzte bezüglich der Arbeitsfähigkeit nicht gefolgt werden könne (vgl.
nachstehend E. 4.2 und E. 4.3). Das psychiatrische Teilgutachten ist daher nicht in
genügender Auseinandersetzung mit den Vorakten erstellt worden und nicht schlüssig.
3.3 Die Beschwerdegegnerin bringt vor, dass sich die SMAB nicht mit den
vorbestehenden Berichten der behandelnden Ärzte habe auseinandersetzen müssen,
da diese nicht fundiert seien, bzw. die Arbeitsfähigkeitseinschätzung der Rehaklinik
Bellikon von therapeutischen Überlegungen beeinflusst sei und per se eine
Befangenheitssituation vorliege (act. G 6 Ziffer III/2). Dem kann nicht gefolgt werden.
Der Beschwerdeführer wurde auf Empfehlung des Kreisarztes von der SUVA bei der
Rehaklinik Bellikon zur Abklärung angemeldet (SUVA-act. 96 f. und 102). Die Rehaklinik
Bellikon stand nicht in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zum Beschwerdeführer.
Gemäss dem Anmeldeformular für die stationäre Aufnahme vom 16. Mai 2007 sowie
dem Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 10. Juli 2007 war das Hauptziel des
Klinikaufenthalts die Rückkehr zur Arbeit und Steigerung der Arbeitsfähigkeit bzw. die
Zumutbarkeitsbeurteilung mit Therapieziel (vgl. SUVA-act. 97 und IV-act. 31-2). Es ist
offensichtlich, dass die Klinik versuchen musste, diese Ziele mittels therapeutischer
Behandlung zu erreichen. Dies lässt jedoch nicht den Schluss zu, dass per se eine
Befangenheitssituation vorliegt. Denn im Gegensatz zu einem behandelnden Arzt ist die
Klinik nur während eines begrenzten Zeitraumes therapeutisch tätig. Gesamthaft
gesehen ist demnach davon auszugehen, dass die Rehaklinik Bellikon unabhängig ist
und der Beweiswert des Austrittsberichts sowie des Berichts über die ambulante
Konsultation nicht eingeschränkt ist. Folglich ist die in den Berichten der Rehaklinik
attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die darin beurteilte Zeitspanne als
ausgewiesen zu erachten. Selbst das SMAB-Gutachten enthält keine Argumente,
weshalb diese Arbeitsfähigkeitseinschätzung unzutreffend sein könnte. Im Übrigen
müssten die Gutachter, selbst wenn davon ausgegangen würde, dass die
vorbestehenden Arztberichte nicht fundiert seien, zumindest darlegen, inwiefern dies
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der Fall sei. Denn es ist gerade die Aufgabe des Experten, in seinem Spezialgebiet die
Ungereimtheiten aufzudecken und darzulegen, worin diese bestehen.
4.
Was die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit betrifft, sind die Meinungen sehr
unterschiedlich. Der gemeinsame Nenner ist darin zu sehen, dass aufgrund des
psychischen Gesundheitszustands des Beschwerdeführers eine eingeschränkte
Arbeitsfähigkeit vorliegt. Während die Rehaklinik Bellikon im Austrittsbericht vom 10.
Juli 2007 sowie im Bericht über die ambulante Konsultation vom 22. Oktober 2007 und
auch Dr. med. B._ im Schreiben vom 18. Juli 2007 von einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit ausgehen, attestiert der Gutachter am 21. Februar 2008 beim
Beschwerdeführer eine 50%ige Arbeitsfähigkeit sowohl in der bisherigen, wie auch in
adaptierten Tätigkeiten (vgl. IV-act. 31-2; 40-1; 33-1; 48-28).
4.1 Widersprechen Berichte behandelnder Ärzte dem von der Verwaltung bei
externen Spezialärzten eingeholten Gutachten, ist die unterschiedliche Natur von
Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und
Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits
zu beachten (BGE 124 I 175 neues Fenster E. 4; Urteil des Bundesgerichts I 506/00
vom 13. Juni 2001). Ein medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgutachten kann
nicht stets dann in Frage gestellt und zum Anlass weiterer Abklärungen genommen
werden, wenn die behandelnden Ärzte später zu anderslautenden Einschätzungen
gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten.
Vorbehalten bleiben aber Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt,
weil die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher
Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts
9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2, I 663/05 vom 27. November 2006 E. 2.2.2, U
58/06 vom 2. August 2006 E. 2.2 in fine, und I 676/05 vom 13. März 2006 E. 2.4).
4.2 Die gutachterlichen Ausführungen bezüglich des Arbeitsversuchs sind im
Zusammenhang mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung widersprüchlich. Gemäss SMAB-
Gutachten ist der Beschwerdeführer zu 50% arbeitsfähig. Es sei ihm zumutbar, in
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seiner bisherigen Tätigkeit sowie in allen Verweistätigkeiten in einem Umfang von vier
Stunden täglich zu arbeiten (vgl. IV-act. 48-15). Entscheidend für die weitere
Entwicklung der Arbeitsfähigkeit werde eine Normalisierung des Tagesablaufes sein.
Dann sei damit zu rechnen, dass der Beschwerdeführer durchaus Verbesserungen in
seiner Einsatzfähigkeit erleben werde, so dass eine weitere Steigerung zumindest
möglich sei. Es solle mit einem Arbeitsversuch von zwei Stunden täglich für vier
Wochen begonnen werden, anschliessend könne auf vier Stunden täglich erhöht
werden (IV-act. 48-14). Demzufolge ist die Annahme, dass im Zeitpunkt der
Begutachtung eine 50%ige Arbeitsfähigkeit vorgelegen habe, nicht zutreffend. Denn
der Gutachter erachtete einen Einstieg mit vier Stunden täglicher Arbeitszeit
offensichtlich als nicht zumutbar. Vielmehr wäre bei einem Arbeitsversuch von zwei
Stunden täglich von einer Arbeitsfähigkeit von zunächst maximal 25% auszugehen
gewesen. Auch die SUVA hatte einen Arbeitsversuch vorgesehen. Dieser sollte in einer
spezialisierten Institution stattfinden. Der Beschwerdeführer hätte ab dem 17. März
2008 vorerst beschränkt auf 3 Monate arbeiten sollen. Aufgrund einer Verschlechterung
des Gesundheitszustandes konnte er den Arbeitsversuch jedoch gar nicht erst antreten
(vgl. SUVA-act. 114; 168; 173). Es erscheint daher, auch mit Blick auf den von der
SUVA organisierten Arbeitsversuch, nicht nachvollziehbar, von einer 50%igen
Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt der Begutachtung auszugehen.
4.3 Sodann hält das Gutachten bezüglich der divergierenden Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit zu den ärztlichen Vorberichten fest, die in den letzten Arztberichten
festgestellte 100%ige Arbeitsunfähigkeit sei medizinisch-theoretisch nicht plausibel,
sondern müsse im Gegenteil als eher negativ für einen weiteren Heilungsprozess
angesehen werden. Insofern sei von einer Besserung auch gegenüber der letzten
Einstufung vom 1. Dezember 2007 auszugehen (IV-act. 48-13). Eine Erklärung, weshalb
die Einschätzungen der behandelnden Ärzte nicht korrekt seien, ist im SMAB-
Gutachten nicht zu finden. Der Gutachter begründet seine Einschätzung lediglich
damit, dass sich beim Beschwerdeführer unter der laufenden engmaschigen
psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung eine Stabilisierung anbahne,
insbesondere nachdem dieser wieder geheiratet habe (vgl. IV-act. 48-28). Zudem
werden vom Gutachter keine Gründe genannt, weshalb im Februar 2008 im Vergleich
zum Dezember 2007 eine verbesserte gesundheitliche Situation vorgelegen haben
sollte. Das Gutachten ist daher im Kontext mit der Gesamtheit der einschlägigen Akten
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inhaltlich weder schlüssig, noch nachvollziehbar und widerspruchsfrei (vgl. Susanne
Bollinger, Der Beweiswert psychiatrischer Gutachten in der Invalidenversicherung, in:
Jusletter 31. Januar 2011, N 23).
4.4 Die Beschwerdegegnerin geht, gestützt auf das SMAB-Gutachten, davon aus,
dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verbessert habe. Aufgrund
der Aktenlage erscheint hingegen eine Verschlechterung des psychischen Zustands
möglich. Einerseits beschreibt der behandelnde Psychiater am 6. März 2008, also nur
kurze Zeit nach der Begutachtung, eine massive Verschlechterung des psychischen
Zustands (act. G 1.3). Dies bestätigt er auch im Verlaufsbericht vom 25. August 2008
(IV-act. 66). Andererseits wurde gemäss Schreiben der SUVA vom 14. August 2009 die
Fahreignung des Beschwerdeführers aus verkehrs- und neuropsychologischer Sicht als
nicht ausreichend beurteilt (act. G 8.1). Dass die Beschwerdegegnerin trotz dieser
Berichte weiterhin von einer Besserung ausgeht, ist nicht nachvollziehbar.
5.
5.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf das SMAB-Gutachten nur
beschränkt abgestellt werden kann. Das orthopädische Teilgutachten weist keine
Mängel auf. Hingegen sind sowohl das neurologische Hauptgutachten wie auch das
psychiatrische Teilgutachten unvollständig. Fest steht, dass die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers aufgrund seiner psychischen Leiden eingeschränkt ist. Unklar ist
indessen das Ausmass der Einschränkung. Sodann sind die vom Beschwerdeführer
geklagten Kopfschmerzen, der Schwindel und die Sensibilitätsstörungen auch
weiterhin nicht abgeklärt.
5.2 Hingegen kann betreffend der pulmonalen Problematik aufgrund des Berichts von
Dr. med. D._ davon ausgegangen werden, dass kein Substrat für die Symptomatik
vorliegt (IV-act. 74-9). Der vom Beschwerdeführer geltend gemachte Verdacht auf ein
Schlafapnoesyndrom kann wegen der Weigerung des Beschwerdeführers, eine CPAP-
Therapie zu machen, nicht berücksichtigt werden. Sofern ein derartiges Symptom
tatsächlich vorliegt, ist davon auszugehen, dass dieses den Beschwerdeführer nicht in
einem unerträglichen Mass stört bzw. beeinträchtigt. Weiter ist darauf hinzuweisen,
dass eine Verdachtsdiagnose nicht ausreicht, um als dauerhafter Gesundheitsschaden
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anerkannt zu werden. Auch die im Arztzeugnis von Dr. med. E._ vom 15. August
2008 erwähnte Neigung zur hypotonen Kreislaufregulation (IV-act. 74-8) ist nicht als
dauerhafter Gesundheitsschaden einzustufen. Gemäss der Stellungnahme des RAD
vom 29. Oktober 2008 sei diese Symptomatik hervorragend medizinisch behandelbar
und stelle sicher keine invalidisierende Diagnose dar (IV-act. 75-2).
5.3 Nach dem Gesagten kann für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sowie deren
Verlauf weder auf das neurologische noch auf das psychiatrische Teilgutachten
abgestellt werden. Demzufolge kann der Invaliditätsgrad nicht abschliessend bestimmt
werden. Eine erneute Begutachtung ist unumgänglich.
6.
6.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde teilweise
gutzuheissen. Die angefochtenen Verfügungen vom 3. April 2009 sind aufzuheben und
die Sache ist zur weiteren Abklärung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sowie
deren zeitlichen Verlaufs und anschliessender Neuverfügung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von insgesamt Fr. 600.--
erscheint vorliegend als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt
praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Die Beschwerdegegnerin hat
deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Dementsprechend ist
der von dem Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.--
zurückzuerstatten.
6.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer Anspruch auf
Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung
der Streitsache und dem Aufwand erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.
bis
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht
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