Decision ID: 7efcdd05-3264-439c-8a5c-8a8ac10db139
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1969 geborene
X._
war
zuletzt
vom 21. Oktober 1996
bis 31. Oktober 1998
als Systems Engineer
bei der
Firma Y._
angestellt
gewesen
(Urk. 2/3
f.
, Urk. 13/8
)
, als er im März 1999
Sozial
hilfe
beantragte
(Urk. 13/21 S. 3 f.)
.
In der Folge bezog er v
om
22. März
bis 1. Juni
1999 Leistungen der Arbeitslosenversicherung
(Urk. 1 S. 5
,
Urk. 2/8 S. 3,
Urk. 2/15 S. 4
, Urk. 9/1
)
und war damit bei der Stiftung Auffangeinrichtung BVG
berufsvorsorgeversichert
(
Art.
2 Abs. 3
des Bundesgesetzes über die berufli
che Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [
BVG
]
)
.
Aufgrund eines
am 6. März 2000
im Hinblick auf eine Abklärung seines psychischen Gesundheits
zustandes
angeordneten fürsorgerischen Freiheitsentzug
s
(FFE)
liess er sich von
Ende März bis Ende April
2000 stationär in einer psychiatrischen Klinik behan
deln
(Urk. 13/2)
; am
5. Mai
2000 meldet er sich zum Bezug von Leistungen der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an (Urk. 2/
11
).
Die
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Bern, IV-Stelle, führte daraufhin verschiedene berufli
che Massnahmen durch, in deren Rahmen der Versicherte vom 26. November 2002 bis 25. Juni 2003
teil
zeitlich als Praktikant im Informatikbereich tätig war
(Urk. 2/13)
. Am 19. August 2003 trat er eine
(vorerst
auf ein Jahr befristete
und
in der Folge nicht verlängert
e
)
Stelle als Informatiker beim Amt
I._
des Kantons Bern im Pensum von 100 % an
(Urk.
2/17
f.
)
.
Die IV-Stelle schloss die beruflichen Massnahmen daraufhin ab und verneinte
ein
en Rentenanspruch – ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 8 % -
mit
Verfügung vom 10. Oktober 2003 (Urk. 2/16)
.
Am 27. Oktober 2004 stellte
X._
Antrag auf Arbeitslosenentschädigung ab 15. Oktober 2004 (Urk. 2/19)
, und bezog daraufhin –
ab diesem Datum
bis
zur Ausschöpfung des entsprechenden Anspruchs
am
9.
Mai
2006 –
Taggelder
der Arbeitslosenversi
cherung
(
Urk. 2/20,
Urk. 8 S. 2
,
Urk. 9/1 S. 5,
Urk
.
13/67 S. 5
)
und war folglich abermals bei der Stiftung Auffangeinrichtung BVG
berufsvorsorgeversichert
. Ab August 2006 wurde er
wieder
vom Sozialdienst seiner Wohnsitzgemeinde un
terstützt
(Urk. 13/65); auf deren Veranlassung nahm er ab Juni 2007
an einem Beschäftigungsprogramm teil
(Urk. 13/67 S. 8)
. Am 9. April 2010 stellte er er
neut ein Gesuch um Leistungen der IV (Urk. 2/21). Nachdem die IV-Stelle ihn am 23. März 2011 hatte begutachten lassen
(vgl. Expertise Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 16. April 2011 [Urk. 2/22]), sprach sie ihm mit Verfügung vom 2. November 2011 (Urk. 2/24) mit Wirkung ab 1. Oktober 2010 eine auf einem Invaliditätsgrad
von
67 % be
ruhende
Dreiviertelsrente
zu.
1.2
In der Folge ersuchte der Versicherte am 13. Juni 2012
die
Stiftung
Auffangein
richtung
BVG um
Ausrichtung von Invalidenleistungen
(Urk. 2/26
)
, was diese – unter Hinweis darauf, dass die invalidisierende Arbeitsunfähigkeit
nicht
wäh
rend des Vorsorgeverhältnisses
, das während der zwei Perioden von Arbeitslo
sigkeit
im
Jahr 1999
beziehungsweise zwischen 2004 und 2006 bestanden habe, eingetreten sei -
mit Schreiben vom
24. Januar 2013 (Urk. 2/27) ablehnte
.
2.
Am
14. Oktober
2013
liess
X._
mit folgendem
Rechtsbegeh
ren
Klage gegen die
Stiftung Auffangeinrichtung BVG
erheben (Urk. 1 S. 2):
"1.
Die Beklagte sei gerichtlich zu verpflichten, dem Kläger spätestens mit Wir
kung ab 1. Januar 2006, eventualiter ab 1. Oktober 2008, und wei
terhin die gesetzlichen und reglementarischen Leistungen nach Mass
gabe der IV-rechtlich ausgewiesenen Erwerbsunfähigkeit von mindestens 67 % zzgl. einem Verzugszins zu 5 % seit wann rechtens zzgl. Teue
rungszulage auszurichten.
2.
Es sei gerichtlich festzustellen, dass der Kläger seit dem Eintritt des
Invali
ditätsfalles
prämien- und beitragsbefreit ist.
3.
Die Bernische Pensionskasse,
Schläf
l
istrasse
17, 3000 Bern 25, sei im vor
liegenden Klageverfahren beizuladen.
4.
Es sei eine öffentliche Gerichtsverhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK mit Publikums- und Presseanwesenheit durchzuführen.
5.
Dem Kläger sei die volle unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeistän
dung
unter gleichzeitiger Einsetzung des unterzeichne
ten Rechtsanwalts als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu gewähren.
6.
Vor der Eröffnung des materiellen Endentscheides sei dem unterzeichne
ten Rechtsanwalt Gelegenheit zur Einreichung einer detaillierten
Kos
tennote
zur Geltendmachung einer Parteientschädigung resp. einer
ar
menrechtlichen
Entschädigung zu geben (vgl. Art. 29 Abs. 2 BV).
7.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.“
Die Beklagte schloss am 12. Februar 2014 auf Abweisung der Klage (
Klageant
wort
, Urk. 8). Nachdem mit Verfügung vom 13. Februar 2014 (Urk. 10) die Ak
ten der IV (Urk. 13/1-139) beigezogen worden waren und der
Kläger
für den Fall, dass das Gericht einen zweiten Schriftenwechsel durchführe, auf eine öf
fentliche Verhandlung verzichtet hatte (Urk. 14),
wurde ihm mit Verfügung vom 4. März 2014 (Urk. 15) die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung
in der Person von Rechtsanwalt Dr. Rémy
Wyssmann
,
Oensingen
, bewilligt; zudem wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet. Mit
Replik vom 20. Juni 2014
stellte der Kläger daraufhin
folgende
Anträge (Urk.
20 S. 4 f.):
"1.
a) Für den Fall, dass die Beurteilung des IV-Arztes
dipl.
med.
Z._
, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie/Psychotherapie, was den Zeitpunkt des Beginns der Arbeitsunfähigkeit des Klägers per 1. Januar 2005 betrifft, nicht als beweiswertig erachtet wird, sei ein ge
richtliches Gutachten zur Frage des genauen Zeitpunkts des Beginns der ununterbrochenen Arbeitsunfähigkeit des Klägers von mindestens 20 % erstellen zu lassen.
b)
Eventualiter:
Der RAD der IV-Stelle Bern sei gerichtlich aufzufordern, dem angerufenen Gericht schriftlich die Gründe bekanntzugeben, wes
halb der Beginn der Arbeitsunfähigkeit auf den 1. Januar 2005 festgelegt wurde.
c)
Subeventualiter
:
Der psychiatrische Gutachter, Dr.
A._
, sei ge
richtlich anzufragen, ob der von ihm genannte Zeitraum des Beginns der Arbeitsunfähigkeit (1999) genauer eingegrenzt werden kann und falls ja, auf welchen genauen Zeitpunkt dieser festzulegen ist.
2.
Es sei eine gerichtliche Befragung des Klägers nach Art. 191 ZPO zum rechtserheblichen Beweisthema „Zeitpunkt des Beginns der Arbeitsunfä
higkeit“ durchzuführen.
3.
Über die hängigen Beweisanträge des Klägers sei mittels einer
Beweisverfü
gung
gerichtlich zu entscheiden.
4.
Die Klage sei vollumfänglich gutzuheissen.
5.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.“
Die Beklagte teilte am 24. September 2014 mit, dass sie an ihrem
Rechtsbegeh
ren
festhalte und auf Einreichung einer Duplik verzichte (Urk. 24); dies wurde dem Kläger am 30. September 2014 zur Kenntnis gebracht (Urk. 25).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art.
24
Abs.
1 BVG hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invaliden
rente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 Prozent, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er min
destens zu 40 Prozent invalid ist. Gemäss
Abs.
1 von Art. 26 BVG gelten für den Beginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechen
den Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (Art. 29
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
). Die
Invalidenleistun
gen
nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Eintritt des versicherten Ereignisses an
geschlossen war. Im Bereich der obligatorischen beruflichen Vorsorge fällt die
ser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (vgl. Art. 23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeits
unfähigkeit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss Art. 28
Abs.
1
lit
. b IVG in Verbindung mit Art. 26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit eintritt, während welcher die Person unter Umständen aus dem Ar
beitsverhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem
Obligatorium
un
terstanden hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E. 2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hinweisen).
1.2
Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss Art. 23 BVG Personen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40
%
invalid sind und bei Ein
tritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Nach Art. 23 BVG versichertes Ereignis ist einzig der Eintritt der rele
vanten Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, in welchem Zeitpunkt und in welchem Masse daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen entsteht. Die
Ver
sicherteneigenschaft
muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Ver
schlimmerung der Invalidität. Diese wörtliche Auslegung steht in Einklang mit Sinn und Zweck der Bestimmung, nämlich denjenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Versicherungsschutz angedeihen zu lassen, welche nach einer längeren Krankheit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden und erst später inva
lid werden. Für eine einmal aus
während der Versicherungsdauer aufgetretene
Arbeitsunfähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die
Vorsorgeeinrich
tung
somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des
Vorsorge
verhältnisses
der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft kein Erlöschungsgrund (Art. 26
Abs.
3 BVG e
contrario
; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
1.3
Art. 23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer
Vorsorgeeinrich
tungen
gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Ar
beitsfähigkeit bereits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vorsorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der In
validenversicherung zugesprochen wird. Der Anspruch auf Invalidenleistungen nach Art. 23 BVG entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen
Vorsorge
einrichtung
, sondern gegenüber derjenigen, welcher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit angehörte.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitneh
mer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzu
kommen hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Inva
lidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130
V 270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invalidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder ar
beitsfähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rückfälle oder Spätfolgen einer Krankheit einzustehen, die erst Jahre nach Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten. Demnach darf nicht bereits eine Unterbre
chung des zeitlichen Zusammenhangs angenommen werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zurückgekehrt ist. Ebenso wenig darf die Frage des zeitlichen Zusammenhangs zwischen Arbeitsunfähigkeit und In
validität in schematischer (analoger) Anwendung der Regeln von Art. 88a
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) beurteilt werden, wonach eine anspruchsbeeinflussende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit in je
dem Fall zu berücksichtigen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich andauern wird. Zu berücksichtigen sind vielmehr die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognostische ärztliche Beurteilung und die Beweggründe, die die versicherte Person zur Wiederaufnahme der Ar
beit veranlasst haben (BGE 123 V 262 E.
lc
, 120 V 112 E. 2c/
aa
und 2c/
bb
mit Hinweisen).
1.4
Die Arbeitsunfähigkeit ist relevant, wenn sie mindestens 20
% beträgt und sich auf das Arbeitsverhältnis sinnfällig auswirkt oder ausgewirkt hat. Es muss ar
beitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person im bisherigen Beruf an Leistungsvermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitge
bers oder durch gehäufte, gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Der Zeitpunkt des Eintritts der berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit grundsätzlich echtzeitlich nachgewiesen sein. Dieser Nach
weis darf nicht durch nachträgliche Annahmen und spekulative Überlegungen ersetzt werden
(Urteil des Bundesgerichts 9C_91/2013 vom 17. Juni 2013 E. 4.1.2 mit Hinweisen)
.
1.5
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invalidenversi
cherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der berufli
chen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (Art. 6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund ei
ner gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurtei
lungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die
Vorsorgeein
richtung
beziehungsweise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bun
desgerichts 9C_49/2010 vom 2
3.
Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(
aArt
. 73bis IVV; seit
1.
Juli 2006: Art. 73ter IVV) einbezogen und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 1
6.
Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständiges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invaliditätsgrades (grundsätzlich,
masslich
und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrach
tungsweise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entschei
dend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Verfah
ren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene
Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die
Invali
ditätsbemessung
der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
2.
2.1
Der Kläger führte zur Klagebegründung aus,
die invalidisierende Arbeitsunfähig
keit sei – entsprechend der Feststellung der IV-Stelle – am 1. Januar 2005 und damit während des Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten
eingetreten (Urk. 1 S. 11 f.). Als er sich Anfang Mai 2000 erstmals bei der IV angemeldet habe, habe die psychische Gesundheitsstörung zwar bereits bestan
den, sich in den Jahren 1998 und 1999 indes gar ni
cht und im Jahr 2000
nur in berufsvorsorgerechtlich irrelevanter Weise auf sein Leistungsvermögen ausge
wirkt (Urk. 1 S. 13 f.).
Nach einer Verbesserung seines Gesundheitszustandes sei er wieder uneingeschränkt arbeitsfähig gewesen und
habe im Rahmen des von November 2002 bis Juni 2003 absolvierten Praktikums und der von August 2003 bis August 2004 befristeten Anstellung als Informatiker denn auch – im Vollzeitpensum – eine volle Leistungsfähigkeit gezeigt (
Urk. 1 S. 14 f.). Damit sei
der zeitliche Zusammenhang zwischen der nun invalidisierenden und einer allfälligen schon im Jahr 2000 bestandenen massgeblichen Arbeitsunfähigkeit
jedenfalls
unterbrochen worden
(Urk. 1 S. 15 ff.
, Urk. 20 S. 3 f.
)
.
Selbst wenn man
gestützt auf das Gutachten von Dr.
A._
von einer seit 1999 anhalten
den 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgehe, habe die Beklagte seinen
Leistungs
anspruch
zu Unrecht verneint
, habe er doch auch damals unter dem
Vorsorge
schutz
der Beklagten gestanden
(Urk. 20 S. 3)
.
2.2
Die Beklagte stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
zwar sei der Kläger von März bis Mai 1999 und von Oktober 2004 bis Mai 2006 bei ihr versichert gewesen (Urk. 8 S. 2). Da ihm indes während dieser beiden Perioden echtzeitlich nie eine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei, bestehe ihr gegenüber kein Anspruch auf Invalidenleistungen (S. 4).
3.
3.1
3.1.1
Am 29. Dezember 1999 ersuchte die Fürsorge
-
und Vormundschaftsbehörde der Wohnsitzgemeinde des Klägers Dr. med.
B._
, Fachärztin FMH für Psychiat
rie und Psychotherapie, darum, dessen Urteils- und Handlungsfähigkeit zu be
urteilen. In ihrem Bericht vom 17. Februar 2000 (Urk. 2/10) hielt die genannte Ärztin daraufhin fest,
laut
Mitte
ilung der Fürsorge- und
Vormundschaftsbe
hörde
vom 15.
Oktober
1999 habe der mittellose
Kläger
jegliche
Zusammenar
beit mit der unterstützenden Behörde verweigert,
weswegen
es bereits am 16.
September
1999
zu einer Einvern
a
hme geko
m
men sei.
Der Kläger habe schon damals angegeben, psychisch zu leiden
und keine
Perspektiven mehr zu haben.
In der Folge
sei ihr der Kläger mit Schreiben vom 20. September
1999 zur psychiatrischen Behandlung überwiesen
worden
.
Sie sei kurz
nach Beginn der Therapie
von der Fürsorge- und Vormundschaftsbehörde
darum gebeten
worden
, mit
diese
r
zusammenzuarbeiten,
mithin
als
The
rapeutin eine Art
Ver
mittlungsfu
nktion
zu übernehmen
; damit habe sich der Kläger zunächst
auch einverstanden erklärt
(S. 1)
.
Der psychische Zustand des Klägers habe sich - bei anfänglich
verzweifelt
er
und
niedergeschlagen-depressiver Stimmung
-
unter Gesprächstherapie und zeit
weiser Medikation
zunächst deutlich gebessert.
Die
Ä
ngste vor eigenen Aggr
es
sionen hätten angesprochen werden können, und die
zu Beginn ausg
ep
rägte
n
Appetit- und Schlafstörungen
seien
weitgehend
verschwunden
. Auch
habe sich der Kläger
von gewissen Rachegedanken gegenüber Behörden zu distanzieren
vermocht. Betreffend die Therapie habe er sich bis
vor kurzem zur Mitarbeit bereit
gezeigt und d
ie meisten Termine
eingehalten oder sich bei Term
in
ver
sc
hi
ebung telefonisch gemeldet.
Nach anfängli
chen Widerständen
sei es mö
g
lich
gewesen, den Kläger für ein
gemeinsames
Gespräch mit
einem Mitarbeiter des Sozialdiensts seiner Gemeinde
zu gewinnen
. Laut dessen späteren Angaben habe der Kläger dann aber weitere vereinbarte Termine nicht eingehalten.
Auf ein Schreiben der Vormundschaftsbehörde,
das
ihm am 21. Dezember
1999
zu
geste
ll
t w
orden sei
,
welches
er jedoch erst im Verlauf des Januars 2000
geöffnet habe,
ha
be der Kläger
mit
starke
r
Kränkung und erneut starker Existenzangst reagiert.
N
achdem am 11.
Januar
2000 ein Treffen mit dem Betreibungsweibel
in ihrer
Praxis noch
möglich gewesen sei
und
der Kläger
eine
vom
Betreibungs
amt
benötigte Unterschrift
habe geben können
,
sei
seit
dem 12. Januar
2000
nur noch ein
telefo
ni
sche
r
Kontakt
mit ihm
möglich
. Rückblickend
sei davon auszugehen, dass der Kläger
wohl zunehmend auch Ihr (der Psychiaterin)
ge
genüber Misstrauen entwickelt
habe
.
Kurz vor dem
für
den
6.
Februar 2000 ver
einbarten
Termin
, den
er nicht mehr eingehalten habe, habe
er
sich telefonisch
definitiv
von der Therapie abgemeldet
(S. 1)
.
Während dieses letzten Telefon
gesprächs
sei der
Eindruck
entstanden, dass er
- bei zunehmend wahnhaften Gedankengängen -
den
Rea
litätsb
ezug weitgeh
end verloren habe
. Der Kläger, der schon früher
Rachegedanken ausgesproche
n und Tötungsabsichten (
durch Erschiessen
) angedeutet habe
, f
a
lls er ke
i
n Geld mehr erhalte
, habe verzweifelt gewirkt
.
Obwohl er aktuell direkt keine erneuten Tötungsabsichten ausgespro
chen habe, sei er als
selbst
-
und fremdgefährdend
zu qualifizieren (S. 2).
Der Kläger habe sich -
b
ei vulnerabler und vermehrt kränkbarer Pers
önlichkeit mit einer offensichtli
ch
starken Autoritätsproblematik
– seit längerem
immer mehr zurückgezogen. Es gebe deutliche
Hinweise darauf
,
dass er seit längerer Zeit die Post, insbesondere von Behörden,
nicht mehr öffne, Termine nicht mehr wahrnehme
und sich auch sozial zunehmen
d isoliert habe
.
Er neige zu - mit der Gefahr unkontrollierter Aggression gegenüber dem als feindlich erlebten Umfeld verbundener -
starke
r
Projektion von Fe
indbildern
. D
erzeit
sei er
als
nicht handlungsfähig und als nur sehr beschränkt urte
ilsf
ähig
zu betrachten
.
Zur ge
naueren Abkl
ärung seines
Leidens sowie zur Beurteilung seiner
Wiedereinglie
derungsmöglichkeiten
und der
Notwendigkeit eventueller vormundscha
ftlicher Massnahmen bedürfe er eines geschützten Umfelds.
In Anbetracht der Selbst- und Fremdgefährdung im Moment der Konfrontation
sei eine
FFE-Einweisung
in eine
psychiatrische K
li
nik dringend zu
empfehlen
(
S. 2)
.
3.1.2
Gestützt auf das am 6. März 2000 - im Zusammenhang mit einem Ende Februar 2000 von der Fürsorge- und Vormundschaftsbehörde der Wohnsitzgemeinde des Klägers gestellten Antrag auf Anordnung eines
regierungsstatthalterlichen
FFE – geführte Gespräch mit dem Kläger gelangte Dr. med.
C._
,
Klinik
D._
, Psychiatriezentrum, in seinem Bericht vom 16. März 2000
(Urk. 2/9)
zum Schluss, dass eine stationäre Abklärung und Therapie indi
ziert sei. Der Kläger habe bestätigt, seit über einem Jahr arbeitslos zu sein
; er lebe seit längerem sehr zurückgezogen
. Er habe angegeben, in seinem Beruf als Wirtschaftsinformatiker kaum Aussicht
en
auf eine Neuanstellung zu haben, zumal er auch mehrere Bedingungen an einen Arbeitsplatz stelle. Dass er den Aufgeboten des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums
(RAV) keine Folge geleistet habe, habe der Kläger damit erklärt,
dass er dort in einem ersten Ge
spräch sehr unqualifiziert und herablassend behandelt worden sei; mit dem
So
zialdienst
der Gemeinde habe er hingegen immer gut zusammengearbeitet (S. 1). Beim – sozial schlecht integrierten – Kläger bestehe Verdacht auf eine sensitive Persönlichkeitsstörung. Im Rahmen der zu empfehlenden stationären Betreuung
und Beurteilung sei auch eine Einschätzung betreffend dessen Arbeitsfähigkeit und etwaigen Rentenanspruch vorzunehmen (S. 2).
3.1.
3
Nachdem der zuständige Regierungsstatthalter am 6. März 2000 einen FFE zur stationären Begutachtung des Klägers verfügt hatte, trat dieser a
m 22. März 2000
ins Psychiatriezentru
m
E._
ein und erklärte sich mit einem vier
wöchigen stationären Aufenthalt in dieser Klinik zur Beurteilung seine
r aktuel
len Lebenssituation
einverstanden (Urk. 13/2 S. 3). In ihrem Schreiben an die IV-Stelle vom 26. April 2000 stellten die Ärzte
der genannten Klinik
die Diag
nose einer deutlichen kombinierten narzisstischen Persönlichkeitsstörung mit sensitiv-selbstunsicheren, paranoiden und querulatorisch-fanatischen Zügen (S. 1).
Im Hinblick auf die absolut notwendige berufliche und soziale Integration des Klägers sei
eine
sofortige
Unterstützung durch die
IV unabdingbar. Der Klä
ger sei derzeit kaum in der Lage, selbständig eine Stelle als
Wirtschaftsinforma
tiker
zu suchen und zu finden, sich selbständig zu bewerben und allfällige
Be
werbungsgespräche
erfolgreich durchzustehen. Mit dem Gesuch um sofortige berufliche Eingliederungsmassnahmen habe er sich einverstanden erklären kön
nen. Berufliche (und soziale) Eingliederungsbemühungen seien indes nur
er
folgsversprechend
, wenn
gleichzeitig
eine
regelmässige
psychiatrische Behand
lung
und Begleitung
erfolge. Ohne eine entsprechende Therapie sei mit weiteren Komplikationen im Umgang mit dem Kläger und
mit
einer erneuten zunehmen
den Verschlechterung seines psychischen Zustands zu rechnen. Der Kläger werde wahrscheinlich während mindestens eines Jahres eine gewisse berufliche Begleitung benötigen, bis die zu erwartenden positiven Veränderungen in seiner Persönlichkeitsstruktur eingetreten seien.
I
n Betracht fielen etwa eine Teilnahme am PASS-Programm oder
ein Arbeitseinsatz
an einer halbgeschützten Arbeits
stelle (S. 4).
3.1.4
Auf seiner ersten Anmeldung zum Bezug von Leistungen der IV vom 5. Mai 2000 (Urk. 13/1) gab der Kläger an
, er habe von 1996 bis 1998 als
Wirt
schaftsinformatiker
bei der
Firma Y._
gearbeitet (S. 4).
Ab März 1999 sei er bei der Arbeitslosenversicherung angemeldet gewesen; seit November 1999 sei
er zu 50 % arbeitsunfähig
. Seine Behinderung (Angst, De
pression, Selbstunsicherheit) bestehe seit zirka zwei Jahren; von März bis April 2000 habe er sich deswegen im Psychiatriezentrum
E._
behandeln las
sen
(S. 5). Er stehe nicht unter Vormundschaft, eine Beistandschaft sei indes „in Erstellung“ (S. 1).
3.1.
5
In ihrem Begleitschreiben vom 16. Mai 2000 (Urk. 13/1 S. 9) zur Anmeldung
des Klägers bei der IV
vom
5. Mai 2000
(Urk.
13/1
) ersuchte die zuständige Mit
arbeiterin des Psychiatriezentrums
E._
, Sozialdienst, die IV-Stelle da
rum, eine Wiedereinschulung
des Klägers
in die bisherige Tätigkeit, eine Ar
beitsvermittlung oder allenfalls eine Umschulung auf eine neue Tätigkeit zu prüfen.
3.1.6
Am 20. Juni 2000 gaben die Ärzte des Psychiatriezentrums
E._
an, in der angestammten (bis Oktober 1998) ausgeübten Tätigkeit als Informatiker sei der Kläger seit Anfang 1999 zu 80 bis 100 % arbeitsunfähig.
Durch eine regel
mässige ambulante psychiatrische Behandlung und Betreuung sowie eine gleichzeitige soziale Unterstützung könne langfristig mit einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit gerechnet werden (Urk. 13/7 S. 1).
3.1.
7
Der zuständige Mitarbeiter der
Firma Y._
gab auf dem Arbeitgeberfragebogen vom 9. August 2000 an, der Kläger habe sowohl vor als auch nach Eintritt des Gesundheitsschadens vollzeitlich gearbeitet; der dabei er
zielte Lohn habe seiner Arbeitsleistung entsprochen (Urk. 13/8 S. 1 f.).
3.1.
8
Gegenüber der Berufsber
aterin der IV gab der Kläger Anfang 2001 an, er lebe von Sozialhilfegeldern und habe mittlerweile Schulden im Betrag von wesent
lich mehr als Fr. 20‘000.--. Gegenüber seiner Wohnsitzgemeinde habe er sich bereit erklärt, sich einer Psychotherapie zu unterziehen, als Gegenleistung indes einen Beistand gefordert, der sich um die finanziellen Belange kümmere. Er habe Mühe mit Behörden, da diese ihre Versprechen nicht einhielten; der
Be
rufsberaterin
wolle er noch eine Chance geben. Er würde gerne wieder als In
formatiker tätig sein, brauche aber geregelte Arbeitszeiten, einen überschaubar strukturierten Tagesablauf und Arbeit, bei der er nicht improvisieren müsse (vgl. Zwischenbericht vom 17. Januar 2001, Urk. 13/10 S. 2).
3.1.9
V
om 6. August bis 2. November 200
1 unterzog sich der Kläger einer beruflichen Abklärung der IV (Urk
. 13/11, Urk. 13/13).
3.1.10
In ihrem Zwischenbericht vom 10. Juni 200
2
(Urk. 13/22)
gab die
Berufsberate
rin
der IV an, den Kläger weiterhin bei der Stellensuche zu unterstützen. Die Zusammenarbeit mit diesem gestalte sich allerdings schwierig. So habe er etwa versprochen, eine Zusammenstellung seiner bisherigen Bew
erbungen zu schi
cken. Dass sie diese in der Folge nicht erhalten habe, habe
er
später
damit er
klärt, dass die Post
seine Briefe erfahrungsgemäss
nicht zustelle. Es sei ein aktu
eller Arztbericht betreffend die Eingliederbarkeit des Klägers einzuhole
n.
3.1.11
In ihrem
– auf entsprechendes Ersuchen der IV-Stelle
erstatteten -
Bericht vom 10. Oktober 2002 (Urk. 13/37) gaben die Ärzte des Spitals
D._
, Zentrum für Psychiatrie und Psychothera
pie, an, der Kläger, den sie vom 6. Juli 2000 bis 15. Januar 2002
– auf Veranlassung der Behörden seiner Wohnsitzgemeinde -
ambulant behandelt hätten, verweigere (gerade im Hinblick auf die Berichterstattung
zuhanden der IV-Stelle) weitere
Konsultatio
nen.
Thema der
–
in der Regel im Abstand von drei bis vier Wochen stattgefun
denen – Sitzungen sei
stets
die vom Kläger geltend gemachte mangelhafte Un
terstützung und die Unfähigkeit oder sogar Böswilligkeit von Amtspersonen gewesen. Eine therapeutische Auseinandersetzung mit seiner eigenen Person, seinen sozialen Beziehungen, seinen Aktivitäten und seinem Arbeitsalltag im Sinne einer Reflexion und Introspektion habe nicht stattfinden können, da der Kläger
sich nicht als krank betrachte
t
und entsprechende Bemühungen des
Therapeuten als Übergriff empfu
nd
en habe
.
Er habe sich auch geweigert, zu versuchen
, im Rahmen von gemeinsamen Gesprächen Konflikte mit den jeweili
gen Personen zu klären.
3.1.12
Im Hinblick auf eine Abklärung der Eignung und Einschätzung der fachlichen und persönlichen Voraussetzungen für eine berufliche Eingliederungsmass
nahme erfolgte vom 2. bis 13. September 2002 eine
FirS
t
ep
-Abklärung durch die
psychiatrischen Dienste F._
, Direktion Sozial- und Gemeindepsychiatrie. Gemäss Bericht vom 11. Oktober 2002 (Urk. 13/40) fiel dabei die – mit einem starken Misstrauen verbundene - ausgeprägte mangelnde Krankheitseinsicht des Klägers auf. Dieser habe zudem – insbesondere
bei der Erklärung seines
wiederholten beruflichen Scheiterns in den letzten Jahren – autistische Züge gezeigt. Aufgrund seines zeitweise überheblich-belehrenden Auftretens und einer gewissen Selbstüberschätzung vermöge er offenbar bei den Personen in seiner Umgebung wenig Sympathien zu wecken.
Die psychische Störung des Klägers, der derzeit nicht in psychiatrischer Behandlung stehe, habe zu häufigen und gravierenden Konflikten am Arbeitsplatz geführt; diese seien derart ausgeprägt gewesen, dass es schliesslich zur Ausgliederung aus dem Ar
beitsprozess gekommen sei. Nach einer einmonatigen beruflichen Abklärung im Jahr 2002 sei es dem Kläger nicht gelungen, eine neue Arbeitsstelle zu finden. Seit 1999 werde er vom Sozialdienst seiner Wohnsitzgemeinde unterstützt. Der Kontakt sowohl zum Sozialdienst als auch zur Gemeinde sei durch Konflikte belastet (S. 1). Im Rahmen der durchgeführten beruflichen und
psychodiagnos
tischen
Abklärung habe sich ergeben, dass eine berufliche Massnahme mit dem Ziel der Wiedereingliederung in die freie Wirtschaft möglich und angemessen sei. Angesichts der guten beruflichen Fähigkeiten erscheine eine Wiedereinglie
derung als Sachbearbeiter im Bürobereich
beziehungsweise – in einer ange
passten Tätigkeit – als Informatiker möglich. Aufgrund der krankheitsbedingten Einschränkungen (wie Misstrauen, Kränkbarkeit, negative Äusserungen im Kontakt mit Vorgesetzten) seien
allerdings berufliche Massnahmen für
eine er
folgreiche Wiedereingliederung
erforderlich
. Dies habe schon die erfolglose Stellensuche nach der im Jahr 2002 erfolgten beruflichen Abklärung gezeigt.
Eine Tätigkeit als Sachbearbeiter könne sich der Kläger – wegen
Unterforde
rung
, welche unweigerlich zu Konflikten mit Vorgesetzten führe – nicht vor
stellen. Er sehe sich eher als Leiter eines administrativen Bereichs oder als Mit
arbeiter einer Informatikabteilung (Wirtschaftsinformatik). Ob ein Einstieg in eine derartige Tätigkeit realistisch sei, werde sich in einem allfälligen
Arbeits
training
zeigen. Mit den zu erwartenden Schwierigkeiten mit Vorgesetzten und Mitarbeitern müssten sich dann die für die Eingliederung zuständigen Personen befassen.
Eine begleitende psychotherapeutische Behandlung würde die Chan
cen einer beruflichen Wiedereingliederung deutlich verbessern. Es sei ein mög
lichst rascher Einstieg im Berufsförderungskurs
G._
angezeigt (S. 3).
3.1.1
3
Die Berufsberaterin der IV hielt in ihrem Zwischenbericht vom 6. November 2002 (Urk. 13/39) fest,
der Kläger habe
die
Institution
H._
im Spital
G._
, die
Berufsförderungskurse anbiete, besichtigt. Nach Angaben des zuständigen Mitarbeiters de
s Berufsförderungskurses
(
BFK
)
sei die Zusammenarbeit mit dem Kläger sehr fragil, diskussionsbeladen und von tendenziell mangelnder Compliance begleitet. Die Suche nach einer
Prakti
kumsstelle
in der freien Wirtschaft habe begonnen. Der Kläger werde noch den Militärdienst absolvieren; i
m
BFK sei erst ab Ende November 2002 ein Platz frei. Es sei eine psychiatrische Begutachtung indiziert.
3.1.1
4
In ihrem Antrag vom 29. November 2002 auf Übernahme der Kosten einer Um
schulung
vom 26. November 2002 bis 25. Juni 2003 (Urk. 13/42)
gab die
Be
rufsberaterin
der IV an, der Kläger könne ein (unbezahltes) Praktikum in der Bibliothek einer Berufsschule absolvieren
und
dort dreieihalb Tage pro Woche arbeiten. Die verbleibenden anderthalb Tage werde er i
m
BFK ver
bringen und mit Unterstützung intensiv nach einer Stelle suchen.
Ziel dieses Arbeitstrainings sei es, dem Kläger einen Einsatz in der freien Wirtschaft zu er
möglichen und entsprechende Praktika zu suchen. Idealerweise werde das vor
geschlagene halbjährige Arbeitstraining auch eine Einarbeitungszeit bei einem künftigen Arbeitgeber enthalten. Die Zusammenarbeit mit dem Kläger
im
BFK gestalte sich nicht einfach. Das Arbeitstraining sei die beste Voraussetzung, um ihm überhaupt einen Einstieg in die freie Wirtschaft zu ermöglichen.
3.1.15
Der zuständige Mitarbeiter des
BFK gab im Eingliederungs- und
Praktikumsbe
richt
vom 8. Juni 2003 (Urk. 13/59) an,
dem Kläger sei zur
Klärung
seiner
Ver
mittelbarkeit im Dienstleistungsbereich und
z
wecks Arbeitstraining im Hinblick
auf einen
beruflichen
Wiedereinstieg
ein Prakti
kumseinsat
z in einer
Berufs
schule
vermittelt
worden
.
Der Kläger sei dort ab 26.
November
2002
im Pensum von
70
%
tätig gewesen, wobei er bis
Februar 2003 vorwiegend Bibliotheksarbeiten,
inklusive EDV-Einrichtungsarbeiten für die
Bibliotheksver
waltung
, erledigt habe
. Ab März 2003
sei er
vermehrt bei EDV-Aufgaben im Zusammenhang mit der Netzwerkbetreuung der verschiedenen
Standorte der Berufsschule zum Eins
atz gekommen
.
Begleitend
habe seine
Bezugsperson mit
ihm alle ein bis zwei Wochen
Massnahmen für die Stellensuche
erarbeitet
(S. 1)
.
Anfang April
2003
habe der Kläger
den rechten Unterarm
gebrochen
, was zu einem Unterbruch der Arbeitstätigkeit
und ab Mitte April zu
einem reduzierten
Einsatz mit
Armgips
geführt habe
.
Während dieser Zeit habe der Kläger
unter der Woche
bei
seiner
Mutter in
G._
gewohnt
(S. 1 f.)
.
Das Praktikum habe
gezeigt, dass
der Kläger
fähig
sei
,
zu
mindestens 70
% einer
Sachbearbeitert
ätigkeit
mit Schwerpun
kt im EDV-Ber
eich
nachzugehen
. Auf
grund seiner
sensiblen Persönlichkeit benötig
e
er klare Str
uk
turen und ein nicht zu empfindliches Umfeld.
Da es ihm während de
s
Praktikum
s
mit unterstützter Eigeninitiative nicht gelungen
sei
, eine Stelle
zu finden,
erscheine es
sinnvoll
, ihm eine entsprechende Tätigkeit zu vermitteln.
Bei der Vermittlung und wäh
rend der Einarbeitung
szeit
sei
en
sowohl
der Kläger als
auch
s
ein
künftiger Ar
beitgeber von einer externen Bezugsperson
zu
begleite
n
, damit Missverständ
nisse
und mögliche Spannungen aufgefangen werden könnten.
Zudem
werde dem Kläger
dringend
nahegelegt
, eine regelmässige Therapie zur Be
arbeitung
seiner psychosozialen Probleme aufzunehmen
(S. 3)
.
3
.1.16
Gemäss Arbeitszeugnis vom 21. August 2003 (Urk. 2/13) erledigte der Kläger die
Anfragen, die
ihm als Praktikant des Berufsförderungskurses in der Zeit vom 26. November 2002 bis 25. Juni 2003 übertragen wurden, sehr sorgfältig und exakt. Die Zusammenarbeit mit ihm sei angenehm und von gegenseitiger Wertschätzung geprägt gewesen. Der Kläger sei als zuverlässig, kritisch und sehr sorgfältig wahrgenommen worden. Seine Arbeit habe
er selbständig orga
nisiert.
3.1.1
7
Im Stellenvermittlungsbericht vom 2. Juli 2003 (Urk. 13/51) hielt die
Berufsbera
terin
der IV fest,
es stünden derzeit zwei
vom Kanton (kantonaler
Be
hindertenkredit
)
finanzierte Stellen offen. Bei der einen Stelle handle es sich um eine Tätigkeit
im Informatikbereich beim Amt
I._
des Kantons Bern. Diesbezüglich sei für den Kläger bereit
s
ein Vorstel
lungsgespräch organisiert worden. Auf die andere Stelle bei der
Kantonalen Verwaltung J._
hätte sich der Kläger bereits bewerben müssen. Die Bewer
bungsunterlagen seien bei der potentiellen Arbeitgeberin indes nicht eingegan
gen, was der Kläger – wie schon bei diversen anderen Dokumenten, die er hätte verschicken sollen
, die aber nie angekommen sei
en -
mi
t einem Fehler der Post erklärt habe
(S. 1). Der Kläger s
ei
im Rahmen von Gesprächen auf der für ihn zuständigen IV-Zweigstelle immer wieder mit seiner nicht unproblematischen Persönlichkeitsstruktur
konfrontiert und auch darauf hingewiesen worden, dass er sich an Bewerbungsges
prächen motivierter zeigen soll
e, ansonsten er keine Stelle finden werde (S. 1 f.). Als wesentliche Begleitmassnahme sei ihm vor ei
nem halben Jahr von
FirStep
eine Psychotherapie vorgeschlagen worden. Der Kläger habe dann anlässlich der ersten Konsultation klar dargelegt, dass es sich bei der Therapie um eine ihm gemachte Auflage handle und er sich der Be
handlung nicht aus eigener Initiative unterziehe.
Der Therapeut habe ihm da
raufhin gesagt, dass er unter diesen Umständen nicht mehr zu kommen brauche (S. 2). Die Zusammenarbeit mit dem Kläger, der gemäss dem Abklärungsbericht von
FirStep
durchaus eine volle Leistung erbringe, sei nicht einfach. Umso wichtiger sei es, mit den beteiligten Stellen
zu kooperieren
. Die über den
Behin
dertenkredit
finanzierte offene Stelle wäre eine optimale Lösung für den Kläger (S. 2).
3.1.1
8
Nachdem der Kläger zum (ersten) Bewerbungsgespräch vom 14. Juli 2003 beim Amt
I._
des Kantons Bern noch unentschuldigt nicht erschienen war (Urk. 13/53 f.), wurde ihm die Stelle gemäss Angaben sei
ner Berufsberaterin
in der Folge
per 19. August 2003 zugesagt. Sobald die Be
willigung des Kantonalen Personalamts (Behindertenkredit) vorliege, werde er einen Anstellungsvertrag erhalten. Die Anstellung werde vorerst auf ein Jahr befristet
sein
und könne bei Bedarf um ein weiteres Jahr verlängert werden (vgl. Schlussbericht vom 14. August 2003, Urk. 13/58).
3.1.1
9
Mit Schreiben vom 1. September 2003 teilte die IV-Stelle dem Kläger mit, dass die beruflichen Massnahmen nun abgeschlossen seien und er als
rentenaus
schliessend
eingegliedert betrachtet werde. Die bereits in Auftrag gegebene Be
gutachtung werde daher sistiert (Urk. 13/60). Mit Verfügung vom 10. Oktober 2003 (Urk. 13/61) verneinte sie – unter Hinweis auf einen Invaliditätsgrad von 8 % - den Rentenanspruch des Klägers.
3.
1.
20
Gemäss Angaben der zuständigen Mitarbeiterin des Kantonalen Personalamts entsprach der dem Kläger im Rahmen des vom 19. August 2003 bis 18. April
[
richtig wohl: 18. August
]
2004 befristeten (und in der Folge nicht verlängerten [vgl. Urk.
2/1
8 f.
])
Arbeitsverhältnisses ausgerichtete Lohn (vgl. Urk. 13/58
, Urk. 13/136 S. 1
) der erbrachten Leistung (vgl. Telefonnotiz vom 9. Juni 2011, Urk. 13/96).
Dem Arbeitszeugnis vom 18. August 2004 (Urk. 2/18) ist zu entnehmen, dass der Kläger die ihm übertragenen Arbeiten zuverlässig und selbständig erledigt
e
. Er habe über ein gutes Fachwissen verfügt und mit seiner analytischen Denk
weise überzeugt. Er sei auch immer bereit gewesen, Arbeiten ausserhalb seines
eigentlichen Aufgabenbereichs (etwa Entsorgen von Alt- und Verpackungsma
terial u
nd Aufräumarbeiten) zu übernehmen
. Sein Verhalten gegenüber Vorge
setzten und Mitarbeitern sei stets freundlich und korrekt gewesen.
3.1.
2
1
Auf der
(
erneuten
)
Anmeldung zum Bezug von Leistungen der Arbeitslosenversi
cherung vom 27. Oktober 2004 gab der Kläger an, er habe – „wegen Repressionen von Behörden, Dauer irrelevant“ – während mehr als zwölf Monaten keine Anstellung gehabt (Urk. 2/19 S. 3)
.
Die Arbeitslosenversi
cherung richte
te dem Kläger in der Folge von Oktober
2004
bis zu
r Ausschöp
fung seines entsprechenden Anspruchs
im Mai 2006
Taggelder aus (
vgl.
Urk.
9/1 S. 5
).
3.2
3.2.1
Am 17. April 2009 teilte der Sozialdienst der (neuen) Wohnsitzgemeinde des Klä
gers der IV-Stelle mit, dass er
diesen seit August 2006 unterstütze und der
zeit eine Anmeldung bei der IV prüfe (Urk. 13/65).
3.2.2
Die Ärzte der Psychiatrischen Dienste
D._
hielten am 4. November 2009 im Verlaufsbericht fest,
der Kläger
, der bereits vom 6. März 2000 bis 20. Februar 2002 bei ihnen in ambulanter Behandlung gestanden und die Therapie dann ohne Abmeldung abgebrochen habe,
sei im Januar 2009
erneut
– auf Druck des Sozialdienstes – zu
einer (einmaligen)
Konsultation erschienen. Damals sei er nicht für eine Behandlung motiviert gewesen. Die erneute Anmeldung
bei der
Klinik D._
im November 2009
sei erfolgt, weil er sich von
D
etektiven des
Sozial
dienst
s
verfolgt fühle. Die Situation scheine sich zwischen Januar und Novem
ber 2009 nicht verändert zu haben.
Der Kläger fühle sich
wohl und habe
nach
eigenen Angaben keine psychischen Probleme. Er habe
im Weiteren
berichtet, seit zirka dem Jahr 2000 arbeitslos zu sein. Seine letzte Stelle als
Wirt
schaftsinformatiker
habe er gekündigt, um eine neue Stelle anzutreten; die neue Arbeitgeberin sei aber noch vor Stellenantritt in Konkurs gefallen. Seither sei er arbeitslos, wobei er zuerst Arbeitslosentaggelder bezogen habe und nun vom Sozialdienst abhängig sei.
Er werde seit Jahren – durch das RAV
beziehungs
weise
den Sozialdienst – daran gehindert, eine Stelle finde, indem ihm zu wenig Geld für die Bahnfahrten zu den Vorstellungsgesprächen zur Verfügung gestellt werde. Daher könne er sich gar nicht erst bewerben (Urk. 13/73 S. 2).
Der Klä
ger, der sich im Rahmen der Untersuchung sichtlich kontrolliert und betont läs
sig gegeben habe, habe sofort angefangen zu berichten und dabei versucht, möglichst eloquent und selbstsicher zu wirken und sich positiv von seiner Um
gebung abzuheben. Seine Unsicherheit und Aufgeregtheit seien dabei aber deutlich spürbar gewesen. Sein Denken sei
inhaltlich auf die unkorrekte Be
handlung durch den Sozialdienst eingeengt und mit der Idee
verbunden
,
dessen
Mitarbeiter würden mitunter aufgrund seiner „Grossartigkeit" gegen ihn arbei
ten. Allgemein beurteile der Kläger die
Personen in seine
m
– näheren und wei
teren - Umfeld
als inkompetent und feindlich. Der Eindruck, den er nach dem ersten Gespräch hinterlassen habe, stehe nicht im Widerspruch
zur
Diagnose ei
ner narzisstischen Persönlichkeitsstörung mit sensitiv selbstunsicheren und pa
ranoid fanatischen Zügen. Einer psychotherapeutischen Behandlung stehe der Kläger äusserst ambivalent gegenüber; seine Anmeldung scheine weniger aus Eigenmotivation und aufgrund des Willen
s
, an sich zu arbeiten,
als
vielmehr auf Druck des Sozialdiensts zustande gekommen zu sein. Es seien zwei weitere Gespräche vereinbart worden, um eine genaue Auftragsklärung zu machen und die Eigenmotivation beurteilen zu können. Danach werde entschieden, ob eine weitere Behandlung Sinn mache respektive ob der Kläger ein therapeutisches Anliegen benennen könne oder nicht
(S. 3)
.
Der Kläger na
hm
in der Folge keine weiteren Konsultationstermine mehr wahr (vgl. Schreiben der Psychiatrischen Dienste der
Klinik D._
vom 22. Juli 2010, Urk. 13/73 S. 1).
3.2.
3
Am 9. April 2010 stellte der Kläger ein erneutes Gesuch um Leistungen der IV (Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit, Wiedereinschulung in die bisherige Tätigkeit, Arbeitsvermittlung, Rente; Urk. 13/67
S. 1-7
). Er gab an, seine Behinderung, die er mit „politisch nicht konform“
konkretisierte
, bestehe seit Geburt (S. 5).
3.2.
4
In seinem Begleitschreiben vom 9. April 2010
(Urk. 13/67 S. 8 f.)
zur IV-Anmel
dung des Klägers vom nämlichen Datum hielt der zuständige Sozialarbeiter fest, ersterer
sei seit Mai 2006 ausgesteuert und werde
seit 1. August 2006 gemäss
Skos
-
Richtlinien finanziell unterstützt. Der Kläger
sei bemüht, sich als sehr kompetente und leistungsfähige Persönlichkeit darzustellen. Trotz intensiver Arbeitssuche habe er keine Stelle gefunden.
Ab
Juni 2007
sei er
im Rahmen ei
nes Beschäftigungsprogramms im Pensum
von 80 % in der Keramikabteilung tätig
gewesen, dort indes seit April 2008 nicht mehr ersch
ie
nen
.
Nachdem e
r mehrere Weisungen betreffend Arbeitsaufnahme nicht befolgt und verschiedene Gesprächstermine nicht wahrgenommen habe, sei die Sozialhilfe wegen Verlet
zung der Mitwirkungspflicht
per 1. Juli 2008 eingestellt worden. Nach einer Beschwerdeverhandlung beim Regierungsstatthalter werde der Kläger
indes
seit diesem Zeitpunkt
wieder finanziell
unterstützt. Nach Erlass einer erneuten ent
sprechenden Weisung gehe der Kläger seit August 2008 seiner Arbeit im
Be
schäftigungsprogramm
wieder regelmässig im Pensum von 80 % nach. Im Laufe
der Zeit sei – wegen verpasster Termine und nicht an die Sozialbehörde weiter
geleiteter Rechnungen – der Verdacht aufgekommen, dass der Kläger seine Post nicht regelmässig verarbeite. Im Hinblick auf eine Abklärung
seines
Gesund
heitszustands
sei er in der Folge
zu einer psychiatrischen Beratung angemeldet und vorläufig vom Nachweis von Bewerbungsbe
mühungen entbunden worden (S. 8
). Die Beratung bei den Psychiatrischen Diensten des Spitals
D._
habe er dann
schon nach kurzem
– mit der Begründung, die The
rapeutin sei inkompetent – abgebrochen. Der Sozialdienst der
Wohnsitzge
meinde
sei der Ansicht gewesen, dass sich der Kläger vor einer erneuten An
meldung bei der IV in psychologische Beratung begeben sollte. Dieser habe sich dann im Oktober 2009 abermals bei der
Klinik D._
für eine Beratung angemeldet und diese dann – nach zwei Konsultationen
(vgl. auch Urk. 13/72)
– wiederum, nun weil ihn die Therapeutin provoziert habe, abgebrochen. Beim Ausfüllen des IV-Anmeldeformulars habe der Kläger sich dann darüber beschwert, dass ihm sei
tens des Sozialdiensts unterstellt werde, krank zu sein. Tatsächlich sei er ge
sund, für diese Gesellschaft aber vermutlich zu intelligent und zu selbständig denkend. Grund für seine erfolglose Stellensuche sei, dass niemand einen An
gestellten wolle, der besser sei als der Chef. Zudem habe er die Ansicht kund
getan, dass man ihm eine Weiterbildung finanzieren müsse,
durch
welche die Chancen auf eine gute Arbeitsstelle erhöh
t
würde
n
.
Der Kläger verhalte sich Be
hörden gegenüber misstrauisch und sei mit deren Arbeitsleistungen und Fähig
keiten unzufrieden. Aufgrund seines Verhaltens bestünden eindeutige Hinweise auf nicht der Norm entsprechende Persönlichkeitsvariablen. Bei erheblichen Meinungsverschiedenheiten könne er mit einer beängstigenden Wut r
eagieren. Er sei zwar sicher
intelligent, bezüglich seiner kognitiven Fähigkeiten bestünden aber dennoch gewisse Zweifel. Er scheine nicht me
hr in der Lage zu sein, die Ste
uerklärung selbständig auszufüllen, und habe schon mehrmals –
tatsachen
widrig
- behauptet, dem Sozialdienst Unterlagen abgegeben zu haben. Er habe sich auch ausserstande gesehen, vollzeitlich im Beschäftigungsprogramm zu ar
beiten, weil er am Abend jeweils zu müde sei, um noch Bewerbungen zu ver
fassen, und
hiezu
einen freien Tag benötige. Es sei davon auszugehen, dass der Kläger in seiner aktuellen gesundheitlichen Verfassung ohne Unterstützung der IV keine Chance habe, eine bezahlte Arbeitsstelle zu finden (S. 9).
3.2.5
Am 7. Dezember 2010 erschien der Kläger zur von der IV-Stelle in Auftrag gege
benen Begutachtung durch Dr.
A._
unentschuldigt nicht (Urk. 13/82), worauf ihn die IV-Stelle mit Schreiben vom 9. Dezember 2010 (Urk. 13/83) - unter Hinweis auf seine Mitwirkungspflicht und darauf, dass sie bei deren er
neute
r
Verletzung gestützt auf die Akten (voraussichtlich zu seinen Ungunsten)
über das Leistungsgesuch befinden werde – aufforderte, den nächsten Termin beim genannten Psychiater wahrzunehmen.
In der Folge gab der Kläger dem für ihn zuständigen Sozialarbeiter
gegenüber
an, weder die Einladung zur Begut
achtung noch
das
entsprechende
Informationsschreiben der IV-Stelle erhalten zu haben (vgl. Urk. 13/89 S. 1). Mit Schreiben vom 7. März 2011 (Urk. 13/89 S. 2 f.) wurde er von der Sozialbehörde angewiesen, sämtliche Termine im Zu
sammenhang mit der Abklärung seine
s
Anspruchs auf Leistungen der IV, ins
besondere den (neuen) Begutachtungstermin wahrzunehmen, ansonsten sein Grundbedarf um 15 % gekürzt werde und sein Anspruch auf eine
Integrations
zulage
dahinfalle.
3.2.6
Gestützt auf die Ergebnisse der daraufhin am 22. März 2011 erfolgten Untersu
chung
diagnostizierte
der Psychiater Dr.
A._
in seiner Expertise vom 16. April 2011
eine – die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende – kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen, sensitiven, trotzigen und zum Teil paranoiden Anteilen, ICD-10 F61.0
(Urk. 13/91
S. 11).
Aufgrund der aktuellen Untersuchungsbefunde sei davon auszugehen, dass es im Jahre 1999 oder 2000
zu einer
Dekompensation der kombinierten Persönlichkeitsstörung gekommen sei, wobei unklar sei, was diese Entwicklung ausgelöst habe. Bis zum
Begut
achtungszeitpunkt
scheine es indes zu einer gewissen Verbesserung der Be
schwerden gekommen zu sein. Dem Exploranden sei es offenbar seit 2007 ge
lungen, sich - nach anfänglichen ausgeprägten Schwierigkeiten - relativ gut im Keramikatelier zu integrieren (S. 13 f.).
Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei nicht einfach. Aufgrund der Tatsache, dass der Explorand seit über zehn Jahren nicht mehr in seiner angestammten Tätigkeit als Wirts
chaftsinformatiker gearbeitet
und
folglich auch die Entwick
lungen in diesem
Fachgebiet in den letzten z
ehn Jahren
verpasst
habe, sei da
von auszugehen, dass er diesbezüglich nicht mehr arbeitsfähig sei
.
Zwischen 1999 und Ende 2007 sei von einer gänzlichen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit auszugehen.
Betreffend eine
leidensangepasste
Tätigkeit
bestehe medi
zinisch-theoretisch seit Ende 2007 ein
e
zirka
50%
ige Arbeitsunfähigkeit
. Was das Zumutbarkeitsprofil einer alternativen Tätigkeit anbelange, müsse es sich um eine intellektuell relativ anspruchsvolle Arbeit handeln, um einer narzissti
schen Abwehr auf dem Hintergrund des grandiosen
Selbst
s
entgegenzuwirken. Günstig wäre es für den Exploranden zudem, wenn er einer Tätigkeit weitge
hend alleine nachgehen könnte ohne grösseren Kontakt mit Mitarbeitern oder Vorgesetzten und auch ohne Publikumskontakt. Zu beachten sei indes, dass sich beim Exploranden auch Ressourcen und Coping-Strategien erkennen liessen, auf welche sich dieser bei der Verwertung seiner verbleibenden Fähigkeiten bei
einer künftigen Tätigkeit abstützen könne. Zwar sei es dem Kläger im Rahmen der Begutachtung nicht möglich, stets präzise zeitliche Angaben zu machen und beispielsweise seine verschiedenen Arbeitsstellen chronologisch
genau
aufzu
listen. Allerdings seien während der gesamten zweistündigen Untersuchung keine Konzentrations-, Aufmerksamkeits- oder Auffassungsstörungen und auch keine Ermüdungszeichen feststellbar gewesen. Hinsichtlich einer allfälligen in Teilzeit erfolgenden Weiterbildung bestehe daher aus psychiatrischer Sicht keine Kontraindikation
(S. 13 f.
und S. 16 f.
)
.
3.2.7
Nachdem der Versicherte seinen Arbeitsplatz im Beschäftigungsprogramm we
gen Unstimmigkeiten mit der Leitung am 8. April 2011 verlassen hatte, geneh
migte die Sozialbehörde – unter Hinweis darauf, dass weiterhin sein engagiertes Mitwirken bei den Abklärungen der IV erwartet werde - sein Gesuch um Been
digung des Arbeitseinsatzes per 30. April 2011 mit Schreiben vom 3. Mai 2011 (Urk. 13/94).
3.2.8
Dipl. med.
Z._
, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie/Psychotherapie, Arzt des Regionalärztlichen Diensts (RAD) der IV, hielt in seiner gestützt auf die Akten verfassten Stellungnahme vom 8. Juli 2011 (Urk. 13/97
S. 3
) fest, das Gutachten von Dr.
A._
überzeuge zwar hinsichtlich der gestellten Diagnose,
sei betreffend
Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit
indes
nicht gänzlich nachvoll
ziehbar. So seien der bisherige Krankheitsverlauf und auch die bis anhin durch
geführten Massnahmen in der Expertise zu wenig gewürdigt worden. Aufgrund der narzisstischen (selbstbezogenen) und paranoiden (wahnhaften) Anteile der schweren kombinierten Persönlichkeitsstörung bestehe beim Kläger eine deut
lich von der Realität abweichende Einschätzung der Umwelt und der von ihm eingegangenen Beziehungen. Schon im Zusammenhang mit den nach der Erst
anmeldung des Versicherten im Jahr 2000 durchgeführten umfangreichen Ein
gliederungsmassnahmen seien die psychischen Probleme des Klägers immer wieder deutlich geworden und hätten im Verlauf zu Schwierigkeiten geführt (Nichteinhalten von Terminen, Nichtbefolgen von Anweisungen, verbal aggres
sives Verhalten, Misstrauen, Opferhaltung). Zwar habe im Jahr 2003 eine be
fristete Stelle beim Amt
I._
gefunden werden könne
n
, diese sei indes nicht verlängert
worden
,
und es seien
auch dort
aufge
tretene
Schwierigkeiten beschrieben
worden
(
der Kläger habe sich ausgenützt, missverstanden und unter seinem Wert bezahlt gefühlt). Der Rentenanspruch sei damals angesichts der erfolgten Wiedereingliederung verneint worden.
Auch im der Neuanmeldung
beigefügten Schreiben
des Sozialdienstes seien dann
wieder massive
Schwierigkeiten im Umgang mit dem
Kläger, der vom
Sozialdienst er
zwungene
psychiatrische Behandlungen
jeweils wieder
abgebrochen
habe, be
schr
ie
ben
worden
. Der
Kläger
fühl
e
sich nicht krank, sondern
von der Gesell
schaft nicht verstanden.
Es sei davon auszugehen, dass der Kläger seit 1999 als Wirtschaftsinformatiker zu
100
%
arbeitsunfähig sei
.
Nach der Anmeldung bei der IV sei bis 2003 ver
sucht worden, den Kläger in eine Tätigkeit auf KV-Niveau einzugliedern, was dann von 2003 bis 2004 für ein Jahr gelungen sei, weshalb für diesen Zeitraum von einer
100%
igen Arbeitsfähigkeit in einer
KV-Tätigkeit
auszugehen sei
. Ab 2005
sei dann auch in einer derartigen Verweistätigkeit
eine 100%
ige Arbeits
un
fähigkeit anzunehmen. Der Kläger sei nun auf Druck des Sozialdienstes in ei
nem
Keramikatelier
tätig; dort seien
zu Beginn
ebenfalls
massive Probleme
auf
getreten
, welche sich jedoch
aufgrund des
wohlwollenden Rahmen
s
und
des fehlenden L
eistungsdruck
s mittlerweile
reduziert h
ätten
.
Entgegen der entsprechenden
Empfehlung des Gutachters Dr.
A._
sei von
der
Auferlegung einer
Schadenminde
rungspflicht in Form der Aufforderung des Klägers, sich einer Behandlung zu unterziehen, abzusehen. Der Kläger zeige
keine Krankheitseinsicht
und fühle s
ich von der
Gesellschaft
m
issverstanden. Diese
– bereits seit der Jugend bestehende -
Überzeugung
sei
derart fixiert, dass sie
sich
durch eine erzwungene Behandlung nicht veränder
n lassen werde
.
Die aus
dieser G
rundüberzeugung heraus immer wieder entstehenden
massive
n
Störungen in der Beziehungsgestaltung
machten den Kläger für jeden Arbeitge
ber unzumutbar.
Einzig eine Beschäftigung im geschützten Rahmen zur
Auf
rechterhaltung einer Tagestruktur erschein
e noch
möglich.
I
n Anbetracht der schwerwiegenden Störung
sei der
Rente
nanspruch
zu prüfen
;
eine Chance für eine Wiedereingliederung
werde auch in
Zukunft nicht
bestehen
.
3.2.9
In der Folge ging die IV-Stelle davon aus, dass der Kläger seit 1. August 1999 (Beginn der einjährigen Wartezeit) in seiner Arbeitsfähigkeit als
Wirtschaftsin
formatiker
erheblich eingeschränkt sei. In einer leidensangepassten Tätigkeit auf KV-Niveau sei er bis 2005 noch zu 100 % arbeitsfähig gewesen. Ab 2005 habe sich sein Gesundheitszustand verschlechtert; seither sei ihm eine
Verweistätig
keit
, bei welcher er weitgehend alleine arbeiten könne und keinen grösseren Kontakt mit Mitarbeitern oder Vorgesetzten und keinen
Kontakt mit Publikum pflegen müsse, noch im Pensum von 4,5 Stunden pro Tag zumutbar. Aufgrund des aus dem entsprechenden Einkommensvergleich resultierenden
Invaliditäts
grads
von 67 % und unter Berücksichtigung der am 12. April 2010 eingegange
nen (verspäteten) Anmeldung sprach sie dem Kläger mit – in der Folge unan
gefochten in Rechtskraft erwachsener – Verfügung vom 2. November 2011 (Urk. 13/102; vgl. auch Urk. 13/103) ab 1. Oktober 2010 eine
Dreiviertelsrente
zu.
3.2.10 Auf dem Revisionsfragebogen vom 23. Oktober 2012 gab der Kläger an, keiner Erwerbstätigkeit und auch keiner freiwilligen Arbeit nachzugehen (Urk. 13/116 S. 3). Die letzte Arztkonsultation liege Jahr
e
zurück
(
S. 2).
3.2.11
Die im Rahmen des Revisionsverfahrens im März 2013 von der IV-Stelle in Auf
trag gegebene psychiatrische Begutachtung (Urk. 13/119)
wurde, nachdem der Kläger
drei
mal den (immer wieder neu festgesetzten)
Begutachtungstermin unentschuldigt nicht wahrgenommen (
Urk.
13/124
)
und
sich
auf entsprechende Aufforderung hin
(Urk. 13/126, Urk. 13/128)
auch
nicht zur
Vereinbarung eines vierten
Termin
s
gemeldet
hatte
(Urk. 13/129)
,
schliesslich nicht durchgeführt.
3.2.12
Der RAD-Arzt
pract
. med.
K._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, gelangte
daraufhin zum Schluss, dass die mangelnde Mitwirkung des Klägers im Rahmen des Revisionsverfahrens mit der diagnostizierten
Persönlichkeitsstö
rung
zu erklären sei. Zwar sei dem Kläger aus gesundheitlichen Gründen eine psychiatrische Begutachtung zumutbar, es sei indes
nicht damit zu rechnen, dass er einer erneuten Aufforderung, sich psychiatrisch untersuchen zu lassen, nachkommen werde (vgl. Stellungnahme vom 8. November 2013, Urk. 13/131 S. 2).
Die IV-Stelle bestätigte den Anspruch des Klägers auf eine
Dreiviertelsrente
da
raufhin mit Mitteilung vom 14. November 2013 (Urk. 13/132).
4.
4.1
Streit
ig und zu prüfen ist, ob die invalidisierende Arbeitsunfähigkeit
zu einem Zeitpunkt eintrat, als der Kläger
-
aufgrund seiner Arbeitslosigkeit vom 22. März bis 1. Juni 1999 (Urk. 2/8
S. 3)
beziehungsweise
vom 15. Oktober 2004 bis 9. Mai 2006 (Urk. 2/20)
-
bei der
Beklagten
vorsorgeversichert war.
Da d
ie
IV-Stelle
der Beklagten
die
Rentenverfügung vom 2. November 2011 nicht zu
gestellt
hat
(Urk.
2/24
, Urk. 8 S. 4)
, sind die
darin getroffenen Feststellungen für diese nicht verbindlich
(E. 1.5)
.
4.2
4.2.1
Aufgrund der medizinischen Berichte
steht fest, dass der Kläger seit Jahren
an einer
– mittlerweile invalidisierenden -
kombinierten narzisstischen
Persönlich
keitsstörung
mit sensitiv-selbstunsicheren, paranoiden und querulatorisch-fa
natischen Zügen leidet (Urk.
13/2
S. 1
,
Urk. 13/73 S. 3,
Urk. 13/91 S. 11, Urk. 13/97 S. 3, Urk. 13/131 S. 2
)
.
Aktenkundig ist sodann, dass
ihm
jegliche Krankheitseinsicht fehlt, weshalb er sich
auch
nie aus freien Stücken einer Therapie unterzogen und ihm auferlegte Behandlungen jeweils schon nach kur
zem wieder abgebrochen hat
(vgl. etwa
Urk. 2/9 f., Urk. 13/2, Urk. 13/37, Urk. 13/40, Urk. 13/73, Urk. 13/67 S. 5, Urk. 13/91 S. 15,
Urk. 13/97 S. 3, Urk. 13/116 S. 2)
.
In Anbetracht dieser Gegebenheiten lässt die Tatsache, dass ihm während der beiden Vorsorgeverhältnisse mit der Beklagten im Frühjahr 1999 beziehungsweise von Herbst 2004 bis Frühjahr 2006 echtzeitlich nie eine Beeinträchtigung des Leistungsvermögens attestiert wurde, per se noch nicht auf eine volle Arbeitsfähigkeit während dieser Perioden schliessen (
vgl.
Urk. 8 S. 4).
Zu beachten ist zudem, dass die
(
nun invalidisierende
)
Arbeitsunfähigkeit
des Klägers nicht beziehungsweise höchstens hintergründig mit
eigentlichen
funktionellen Defiziten zu erklären ist, welche diesem die Erfüllung der mit den früheren Tätigkeiten als
Wirtschaftsi
nformatiker respektive als kaufmännischer Angestellter einhergehenden Aufgaben
im engeren Sinn
verunmöglichten oder erschwer
t
en, sondern
im Wesentlichen auf dessen – in seinem (
krankheitsbe
dingt
) überhöhten Selbstwertgefühl beziehungsweise seinem „grandiosen Selbst“
(Urk. 13/91 S. 12)
und seiner gleichzeitigen Unsicherheit und ausgeprägten Kränkbarkeit begründeten
-
ausgesprochen konfliktträchtige
s
Verhalten (auch) Vorgesetzten und Mitarbeitern
gege
nüber
zurückzuführen ist
(
vgl.
hiezu
insbe
sondere
Urk.
2/10, Urk. 13/2, Urk. 13/40
, Urk.
13/73,
Urk. 13/91 S. 12
und Urk. 13/97 S. 3
)
.
4.2.2
A
ls
d
er
Kläger
ab 22. März 1999 (Urk. 2/8 S. 3) erstmals
Arbeitslosenentschädi
gung
bezog und
damit auch zum ersten Mal
bei der Beklagten
vorsorgeversi
chert
war
, war er
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
bereits erheblich in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
.
Unklar ist, ob schon während des Ar
beitsverhältnisses mit der
Firma Y._
eine relevante Ein
schränkung des Leistungsvermögens eintrat. Aufgrund der Angaben des Klägers ist diesbezüglich immerhin davon auszugehen, dass –
für
seine psychische Stö
rung
aktenkundig
symptomatische - zwischenmenschliche Schwierigkeiten am Arbeitsplatz
Anlass
für seine Kündigung der
Stelle als Systems Engineer per Ende Oktober 1998 (Urk. 2/3 f., Urk. 13/8)
war. Die Ärzte
der
Psychiatrischen Dienste
F._
Bern erklär
ten denn am 11. Oktober 2002 das – wiederholte – berufliche Scheitern des
ge
mäss ihren Angaben
zeitweise überheblich-belehrend wirkenden und sich selbst überschätzenden Klägers in den Jahren zuvor auch mit durch die psychische Störung bedingten häufigen massiven Konflikten am Arbeitsplatz, welche schliesslich zur Ausgliederung aus dem Arbeitsprozess geführt hätten (Urk. 13/40).
Der Kläger selbst
begründete
die Beendigung seines letzten
Ar
beitsverhältnisses
per
31.
Oktober 1998
gegenüber den Ärzten des
Psychiatrie
zentrums
E._
im Wesentlichen damit, dass er sich
ungerecht behandelt gefühlt
und
Probleme mit
der
Firmenleitung bekommen
habe
(Urk. 13/2 S. 2)
. Weder hatte er sich vorgängig eine neue Stelle gesucht, noch meldete er sich nach dem Austritt aus dem Arbeitsverhältnis bei der Arbeitslosenversicherung an
(dies tat er erst über vier Monate nach dem Ende des fraglichen Arbeitsver
hältnisses, offensichtlich auf Veranlassung der Fürsorgebehörde hin)
.
Ob über
haupt und gegebenenfalls wie intensiv er sich
damals
(erfolglos) um eine neue Stelle bemühte, ist den Akten nicht zu entnehmen.
Gemäss der zuständigen Sozialbehörde, die er – erst im März 1999, als er seine Ersparnisse aufgebraucht hatte beziehungsweise verschuldet war - um Unter
stützung ersucht
e
, hatte er s
eit Oktober 1998 sämtliche persönlichen, finanziel
len und beruflichen Verpflichtungen vernachlässigt (
vgl.
Urk. 13/2 S. 3)
. Fest steht, dass sich der
Umgang
des Klägers, der seit längerem sehr zurückgezogen lebte
beziehungsweise sozial schlecht integriert war
(Urk.
2/9 S. 1),
mit
den
Mit
arbeitern
sowohl der Sozialbehörde als auch
des RAV von Anfang an
sehr problematisch und konfliktreich
gestaltete.
Beim RAV fühlte er sich nach eige
nen Angaben schon beim ersten Gespräch disqualifi
ziert
und herablassend be
handelt, weshalb er
in der Folge
weitere entsprechende Termine nicht mehr wahrnahm (Urk. 2/9 S. 1).
Weswegen er damals lediglich während knapp zwei
einhalb Monaten
(22. März bis 1. Juni 1999 [Urk. 2/8 S. 3])
Arbeitslosenent
schädigung
bezog, geht aus den Akten nicht hervor. Angesichts der Tatsache, dass er die Weisungen des RAV offenbar konsequent missachtet hatte, ist nicht auszuschliessen, dass er schon
nach kurzem als nicht vermittelbar taxiert wurde und dadurch den Anspruch auf weitere Leistungen verlor. Was die
Schwierig
keiten im Verkehr mit der Sozialbehörde
anbelangt,
spitzten sich
diese im Laufe der Zeit
derart zu, dass der Kläger
am 16. September 1999 wegen Verweigerung jeglicher Zusammenarbeit mit der unterstützenden Behörde
einvernommen wurde. Die
anschliessend
begonnene
psychiatrische Behandlung bei Dr.
B._
brach er
im Februar 2000
wieder ab, wobei er damals
gemäss Einschätzung
der genannten Psychiaterin
nicht handlungsfähig und nur sehr beschränkt urteils
fähig
war
;
wegen ernstzunehmenden
Mord- und Suiziddrohungen
wurde da
raufhin ein FFE
verfügt
(Urk. 13/2 S. 3)
.
Angesichts der Tatsache, dass die krankheitsbedingten
Verhaltensauffälligkei
ten
, vor deren Hintergrund die invalidisierende Arbeitsunfähigkeit im Wesentli
chen zu sehen ist, nach dem Gesagten bereits vor der Anmeldung beim RAV bestanden und diese gerade notwendig machten, war der Kläger mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit schon
vor Beginn des ersten Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten am
22. März 199
9
(Urk.
2/8 S. 3
)
wesentlich in seiner Ar
beitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Wirtschaftsinformatiker ein
geschränkt. Die
Ärzte des Psychiatriezentrums
E._
und auch der Gut
achter Dr.
A._
attestierten dem
Kläger
denn auch bereits ab Anfang 1999 eine 80 bis 100%ige beziehungsweise eine gänzliche Arbeitsunfähigkeit (vgl.
Bericht vom
20. Juni 2000
[
Urk. 13/7 S. 1
] und Expertise vom 16. April 2011 [Urk. 13/91 S. 14]
).
4.2.3
Dass der Kläger in der Folge in der Zeit zwischen Anfang 1999 und Oktober 2004 (Beginn des zweiten Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten) wieder eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit erlangt hat und dann – gerade während der Dauer dieses
(aufgrund der erneuten Arbeitslosigkeit bestehenden)
Versiche
rungsverhältnisses
mit der Beklagten –
abermals
(
in schliesslich invalidisieren
der Weise
)
arbeitsunfähig wurde, ist nicht anzunehmen.
Weder
die medizini
schen Bericht
e
noch die weiteren Akten
lassen nämlich
auf eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes
bis
Herbst
2004 schliessen, aufgrund welcher der
zeitliche Zusammenhang zwischen der (spätestens) Anfang 1999 eingetretenen und der nun invalidisierenden, unbestrittenermassen auf dem nämlichen Gesundheitsschaden beruhenden Arbeitsunfähigkeit
unterbrochen worden wäre
.
So führte das (krankheitsbedingt) auffällige und
von den zustän
digen Behördenmitgliedern als
sehr schwierig
beschriebene
Sozialverhalten des Klägers im März 2000
schliesslich
zum FFE
(Urk. 13/2 S. 3)
und in der Folge
im Mai 2000
zur ersten Anmeldung bei der Invalidenversicherung
(Urk. 13/1)
, wel
che den
Anspruch des Klägers auf berufliche Massnahmen und damit auch das Vorhandensein eines erheblichen Gesundheitsschadens daraufhin ohne Weiteres anerkannte
(Urk. 13/9 ff.)
.
Dr.
A._
ging – gestützt auf die Ergebnisse seiner
psychiatrischen
Untersuchung und in Kenntnis der gesamten
Vorakten
– in sei
nem Gutachten vom
16. April
2011 davon aus, dass der Kläger zwischen 1999 und 2007 unverändert zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei (Urk. 13/91 S. 14).
Der RAD-Arzt
dipl.
med.
Z._
gelangte in seiner Beurteilung vom 8. Juli 2011 – mit durchaus einleuchtender Begründung – zum Schluss, dass der Kläger in der angestammten Tätigkeit seit 1999 ununterbrochen und weiterhin anhal
tend zu 100 % arbeitsunfähig sei.
Zwar nahm
er (ausschliesslich)
„
für
1 Jahr
2003
-2004“ [
richtig: 19
. August 2003 bis 18. August 2004]
e
ine
100%ige Ar
beitsfähigkeit
in einer Verweistätigkeit
an
, dies begründete er indes nicht mit einer aufgrund einer Verbesserung der gesundheitlichen Beeinträchtigung exakt während eines Jahres bestandenen vollen Arbeitsfähigkeit, sondern mit der Tatsache, dass der Kläger während der fraglichen Zeitspanne effektiv (beim Amt
I._
des Kantons Bern)
eine
r Erwerbstätigkeit
im Vollzeitpensum
nachgegangen war (vgl.
Urk. 2/18)
.
Für die
Zeit
nach dem Ende dieses Arbeitsverhältnisses
beziehungsweise
„ab 2005“ attestierte
dipl.
med.
Z._
dem
Kläger wieder eine gänzliche Arbeits
un
fähigkeit in jeder Tätigkeit (Urk. 13/97 S. 3). Aufgrund seiner Ausführungen und angesichts der Tatsache, dass die fragliche Anstellung nicht bis Ende 2004, sondern
lediglich
bis zum 18. August dieses Jahres dauerte, ist davon auszugehen, dass
dipl.
med.
Z._
eigentlich bereits ab Beginn der erneuten Stellenlosigkeit
, mithin ab
19. August 2004
und
damit
schon
ab einem Zeitpunkt
rund zwei
Monate
vor Beginn des zweiten Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten
,
von einer wesentlichen Ver
schlechterung
ausging. Gründe, weshalb genau ab
Januar 2005, wie dies die
IV-Stelle daraufhi
n in ihrer Rentenverfügung vom 2. November 2011 (Urk. 2/24)
– gestützt auf die Stellungnahme von
dipl.
med.
Z._
vom 8. Juli 2011 (Urk. 13/97 S. 3)
-
annahm
,
eine wesentliche Verschlechterung des Gesundheits
zustandes eingetreten sei,
sind denn auch weder aus der Beurteilung des ge
nannten RAD-Arztes selbst noch aus den weiteren Akten ersichtlich
und wur
den auch vom Kläger nicht dargelegt
. Anzumerken is
t, dass der genaue Zeit
punkt de
s
Eintritt
s
der
von der IV-Stelle angenommenen
gesundheitlichen
Ver
schlechterun
g
(auf die sie an sich einzig aufgrund der Tatsache der erneuten Stellenlosigkeit schloss)
in deren
Verfahren
insofern
von geringer Bedeutung war, als die Neuanmeldung des Klägers am 9. April 2010 (Urk. 13/67) jedenfalls verspätet erfolgte.
Allerdings ist unter Berücksichtigung der gesamten aktenkundigen Umstände nicht davon auszugehen, dass der Kläger
nach dem Eintritt der Arbeitsunfähig
keit spätestens Anfang 1999
tatsächlich
während eines Jahres beziehungsweise während „längerer Zeit“ (E. 1.3) wieder (zumindest in einer Verweistätigkeit auf KV-Niveau)
voll arbeitsfähig war. So steht fest, dass
die
Verhaltensauffälligkei
ten
während der
gesamten Dauer der beruflichen Massnahmen
, die mit Antritt der Stelle beim Amt
I._
des Kantons Bern im August 2003
– unter Anerkennung eines Invaliditätsgrades von 8 % -
abge
schlossen wurden
(Urk. 13/60 f.)
,
unvermindert fortbestanden, der Kläger immer wieder auch durch mangelnde Compliance auffiel, seine Post nicht öffnete und versprochene Dokumente nicht versandte
. Das Praktikum, das er vom 26. November 2002 bis
25. Juni 2003 (Urk. 2/13) absolvierte, beinhaltete ledig
lich ein 70%-Pensum, welches der Kläger – nach einem
zweiwöchigen
gänzli
chen Ausfall – ab
Mitte
April 2003 wegen eines Armbruchs nur noch teilweise erfüllte
(Urk. 13/59 S. 1 f.)
.
In Anbetracht dieser Gegebenheiten und der Tatsa
che, dass der zuständige Mitarbeiter des BFK im Praktikumsbericht vom 8. Juni 2003 (Urk.
13/59)
den – im Hinblick auf seine psychosozialen Probleme drin
gend der regelmässigen Therapie bedürfenden – Kläger
nur dann als (zu min
destens 70 %) arbeitsfähig als Sachbearbeiter in einer Tätigkeit mit Schwer
punkt im
EDV-Bereich betrachtete, wenn
am konkreten Arbeitsplatz
klare Strukturen bestünden
,
ein „nicht zu empfindliches Umfeld
“
vorhanden sei und
eine externe Person sowohl den Kläger als auch dessen Vorgesetzten begleite, damit Missverständnisse und mögliche Spannungen aufgefangen werden könnten, ist
(trotz
an sich
gut
er
Arbeitsleistung)
jedenfalls von keiner vollen Arbeitsfähigkeit während des Praktikums auszugehen.
Näml
iches gilt für die in der Folge
nach erneuter
erfolg
loser Stellensuche mit Unterstützung der Berufsberaterin der IV von dieser
vermittelte
Anstellung
beim Amt
I._
des Kantons Bern.
Zwar
lässt
das ent
sprechende Arbeitszeugnis vom 18. August 2004 (Urk. 2/18) kaum Rückschlüsse betreffend die
effektive Leistungsfähigkeit
des Klägers zwischen August 2003 und August 2004
zu
. Zu beachten ist a
llerdings
, dass
das – über einen kanto
nalen Behindertenkredit finanzierte - befristete Arbeitsverhältnis trotz entspre
chender Möglichkeit
(Urk. 13/58)
und obwohl der Kläger im Anschluss daran über keine neue Stelle verfügte,
nicht verlängert
und der Arbeitgeberfragebogen
-
auch nach wiederholter Aufforderung der IV-Stelle
(Urk. 13/98, Urk. 13/101)
-
nicht ausgefüllt
wurde
. Da
sich
die
zuständige
Mitarbeiterin des Kantonalen Personalamts ausserstande sah, die entsprechenden Fragen selbst zu beantwor
ten, ist auch ihre Aussage, der ausgerichtete Lohn habe der Arbeitsleistung
entsprochen (Urk. 13/96),
nur
von beschränktem Beweiswert.
Aktenkundig ist zudem, dass es an der fraglichen Stelle, die der Kläger trotz unentschuldigten Erscheinens am ursprünglich auf den 14. Juli 2003 festgesetzten
Termin für das
Bewerbungsgespräch (Urk. 13/58) erhalten hatte, ebenfalls zu Schwierigkeiten kam, weil er sich ausgenützt, missverstanden und unterbezahlt fühlte (Urk.
13/97 S. 3). Zudem war er
– wie schon dargelegt – nach (beziehungsweise noch während) der
befristete
n
Anstellung wieder (wie schon seit Oktober 1998) nicht in der Lage, eine neue Stelle zu finden
, obwohl seine Chancen auf dem Stellenmarkt aufgrund seiner beruflichen Qualifikationen und seines Alters durchaus gut waren
.
Auf seiner Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung vom 27. Oktober 2004 gab
er daraufhin an
, er habe „wegen Repressionen von Behörden, Dauer irrelevant“ während mehr als zwölf Monaten in keinem Ar
beitsverhältnis mehr gestanden (Urk. 2/19 S. 3).
Dass er zu diesem Zeitpunkt zu 100 % arbeitsfähig
war
, erscheint – unter Berücksichtigung der geschilderten Gegebenheiten – als äusserst unwahrscheinlich.
4.3
Nach dem Gesagten
ist
mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszuge
hen, dass
der zeitliche Zusammenhang zwischen der (spätestens) Anfang 1999
und damit vor dem ersten Vorsorgeverhältnis mit der Beklagten
eingetretenen und der nun invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit
– zumindest in der Zeit bis
zum Beginn des zweiten Versicherungsverhältnis
ses
zwischen den Parteien im Herbst 2004 -
nicht unterbrochen
wurde
.
Ein Leistungsanspruch dieser gegen
über fiele im Übrigen selbst dann ausser Betracht, wenn man vom Wiedererlan
gen der
vollen Arbeitsfähigkeit während der Dauer des Arbeitsverhältnisses mit dem Amt für Gemeinden und Raumplanung des Kantons Bern vom 19. August 2003 bis
18. August 2004 ausginge. In diesem Fall wäre nämlich mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit vom Eintritt der erneuten Arbeitsunfähigkeit unmit
telbar nach dem Ende dieser Anstellung und nicht erst nach dem Beginn des er
neuten Versicherungsschutzes rund zwei Monate später im Oktober 2004 aus
zugehen.
Angesichts dieses Ergebnisses ist eine Beiladung der Bernischen Pen
sionskasse (Urk. 1 S. 2) nicht angezeigt.
Von
einer erneuten Begutachtung
(Urk. 20 S. 4)
im Hinblick auf eine retrospek
tive Beurteilung des Verlaufs des Gesundheitszustandes und insbesondere der Arbeitsfähigkeit in der Zeit von Herbst 1998 (Ende des Arbeitsverhältnisses mit der
Firma Y._
) bis Frühjahr 2006 (Ende des zweiten Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten)
, sofern sich der Kläger einer solchen
denn
überhaupt unterzöge,
sind keine gegenteiligen Erkenntnisse zu erwarten,
weshalb davon abgesehen werden kann. Nämliches gilt für die ebenfalls bean
tragte
persönliche Befragung des Klägers
(Urk. 20 S. 5)
, der s
ich aktenkundig für gesund hält
. Auch auf
die Einholung ergänzender Beurteilungen einerseits des RAD-Arztes
dipl.
med.
Z._
zur Stellungnahme
vom 8. Juli 2011
(Urk. 13/97 S. 3) und andererseits des Psychiaters Dr.
A._
zu
m
Gutachten vom 16. April 2011 (Urk. 13/91) kann verzichtet werden
(Urk.
20 S. 4), da
hievon
keine
entscheidrelevanten
Informationen zu erwarten sind
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen
; zum Fehlen eines ab
soluten Anspruchs auf Durchführung eines Beweisverfahrens vgl. etwa
Bundes
gerichtsurteil
9C_322/2012 vom 2
9.
November 2012 E. 2.4.1; vgl. ferner Bar
bara Kobel, in: Christian Zünd/Brigitte Pfiffner
Rauber
[Hrsg.], Kommentar zum Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich,
2.
Aufl., Zü
rich/Luzern/N 6 zu
§
23
).
4.4
Die Klage ist demnach abzuweisen.
5.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Klägers machte mit Honorarnote vom 27. Mai 2015 (Urk. 27) einen Aufwand von 17,93 Stunden sowie Barauslagen im Betrag von Fr. 204.50 geltend. Der verrechnete Zeitaufwand erscheint ange
messen. Unter Berücksichtigung eines (bis 31. Dezember 2014) praxisgemässen Stundenansatzes von Fr. 200.-- sowie der Barauslagen von Fr. 204.50 (je zu
züglich Mehr
wertsteuer) ist der unentgeltliche Rechtsvertreter des Klägers mit einem Betrag von Fr.
4‘093.75
aus der Gerichtskasse zu entschädigen.