Decision ID: c23af2fd-f9ff-476d-9d22-f08a47d342b8
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Januar 2002 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 21). Sie gab an, sie habe eine Berufslehre zum Koch
und einen Wirtekurs absolviert. Zuletzt sei sie als stellvertretende Leiterin eines
Imbisses (B._) tätig gewesen. Die Arbeitgeberin der Versicherten berichtete im April
2002 (IV-act. 30), das Arbeitsverhältnis habe am 1. Oktober 1993 begonnen und sei
nun per 31. Mai 2002 gekündigt worden. Der Lohn der Versicherten hätte sich ab dem
1. Januar 2002 auf 4’640 Franken pro Monat beziehungsweise auf 60’320 Franken pro
Jahr belaufen. Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die medizinische Abklärungsstelle
(MEDAS) Universitätskliniken Basel im August 2003 ein polydisziplinäres Gutachten (IV-
act. 43). Die Sachverständigen hielten fest, die Versicherte leide im Wesentlichen an
einer rezidivierenden, gegenwärtig leichtgradigen depressiven Störung, an einem
generalisierten Schmerzsyndrom, an einer klinisch diskreten Periarthropathia humero-
scapularis tendopathica links, an einer Halbseiten-Sensibilitätsstörung der linken
Gesichtshälfte und an einer Fehlsichtigkeit. Aus rheumatologischer Sicht könne ihr die
erlernte Tätigkeit als Koch nicht mehr zugemutet werden. Eine körperlich leicht bis
mittelschwer belastende Tätigkeit wäre aus rheumatologischer Sicht zu 70 Prozent
zumutbar, aber aus psychiatrischer Sicht sei diese Restarbeitsfähigkeit nicht
verwertbar. Mit einer Verfügung vom 7. Januar 2004 sprach die IV-Stelle der
Versicherten rückwirkend ab dem 1. September 2002 eine ganze Rente bei einem
Invaliditätsgrad von 100 Prozent zu (IV-act. 53).
A.b Im März 2012 füllte die Versicherte einen Fragebogen betreffend eine allfällige
Revision der Invalidenrente aus (IV-act. 139). Sie gab an, ihr Gesundheitszustand habe
sich weiter verschlechtert. Im November 2012 beauftragte die IV-Stelle die Swiss
Medical Assessment- and Business-Center (SMAB) AG mit einer polydisziplinären
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Begutachtung der Versicherten (IV-act. 149). Das Gutachten wurde am 19. Juli 2013
erstellt. Die Sachverständigen hielten fest, die Versicherte leide an einem chronischen
cervico-spondy¬logenen und lumbo-spondylogenen Schmerzsyndrom, an einem
hirnorganischen Psychosyndrom mit leichten bis mittelschweren
neuropsychologischen Defiziten und einer sogenannten nicht-aphasischen
Kommunikationsstörung bei multiplen bilateralen frontal betonten alten
Marklagerläsionen sowie – ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – an einem
Asthma bronchiale, an einem Colon irritabile, an einer Psoriasis guttata, an einem
diastolisch hypertensiven Blutdruck, an einer Tendovaginitis stenosans der
Fingerflexorsehnen I beidseits, anamnestisch an einem Morbus Behçet, an einer
chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, an einer
abhängigen Persönlichkeitsstörung und an einer rezidivierenden, weitgehend
remittierten depressiven Störung. Die erlernte Tätigkeit als Koch sei nur im Umfang von
etwa 25 Prozent zumutbar. Für leidensadaptierte Tätigkeiten bestehe eine
Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent. Als leidensadaptiert gälten leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten einfacher bis durchschnittlicher geistiger Art mit einfachen bis
durchschnittlichen Verantwortungsgraden, die möglichst wechselbelastend und ohne
körperliche Zwangshaltungen verrichtet werden könnten. Am 8. Oktober 2013 notierte
Dr. med. C._ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD), das Gutachten sei
überzeugend (IV-act. 164). Die IV-Stelle verglich das von der Beschwerdeführerin
zuletzt erzielte (an die zwischenzeitliche Nominallohnentwicklung angepasste)
Erwerbseinkommen mit dem statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterinnenlöhne unter
Berücksichtigung einer Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent, was einen Invaliditätsgrad von
61,33 Prozent ergab (IV-act. 166). Mit einer Verfügung vom 22. Januar 2014 setzte die
IV-Stelle die laufende ganze Rente auf das Ende des der Zustellung der Verfügung
folgenden Monats auf eine Dreiviertelsrente herab (IV-act. 173). Sie begründete dies
mit der Anwendbarkeit der lit. a der Schlussbestimmungen zum ersten
Massnahmenpaket der sechsten IVG-Revision („IVG-Revision 6a“). Die Versicherte
erklärte am 26. Februar 2014, dass sie die Rentenherabsetzung akzeptiere (IV-act.
176). Gleichzeitig ersuchte sie um eine Unterstützung der IV-Stelle bei der beruflichen
Wiedereingliederung.
A.c Am 13. Juni 2014 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie ihr eine
Arbeitsvermittlung gewähre (IV-act. 186). Am 30. Juli 2014 verfügte die IV-Stelle die
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Weiterausrichtung der ganzen Rente während der Dauer der
Wiedereingliederungsmassnahmen, längstens aber bis zum 28. Februar 2016 (IV-act.
190). Die Versicherte bewarb sich in der Folge zunächst um Arbeitsstellen im
geschützten Rahmen und – nach einem entsprechenden Hinweis der
Eingliederungsverantwortlichen der IV-Stelle – später um solche auf dem freien
Arbeitsmarkt (vgl. IV-act. 216). Ab Dezember 2014 konnte sie stundenweise im
Tageszentrum der Institution D._ tätig sein. Im Mai 2015 teilte sie der
Eingliederungsverantwortlichen mit, dass die Belastung insgesamt zu gross sei,
weshalb sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert habe. Im August 2015
bescheinigte die behandelnde Psychiaterin Dr. med. E._ eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit. Deshalb wurde die Arbeitsvermittlung im September 2015
abgeschlossen. Mit einem Vorbescheid vom 28. September 2015 teilte die IV-Stelle der
Versicherten mit, dass die beruflichen Massnahmen abgebrochen und die laufende
ganze Rente auf eine Dreiviertelsrente herabgesetzt würden (IV-act. 218). Dagegen
liess die nun anwaltlich vertretene Versicherte am 3. November 2015 einwenden (IV-
act. 225), sie könne nicht nachvollziehen, weshalb keine Umschulung in Angriff
genommen worden sei, obwohl sie alle Voraussetzungen dafür erfülle. Die IV-Stelle
wies am 10. November 2015 darauf hin (IV-act. 227), dass im ursprünglichen
Rentenverfahren keine Umschulung habe durchgeführt werden können, weil die
Versicherte damals vollständig arbeitsunfähig gewesen sei. Aktuell sei keine
Umschulung angezeigt, weil eine solche bei einer Herabsetzung von einer ganzen
Rente auf eine Dreiviertelsrente nicht zweckmässig sei. Nachdem die Versicherte
geltend gemacht hatte, sie vertrete weiterhin die Ansicht, dass sie einen Anspruch auf
eine Umschulung habe (IV-act. 230), teilte ihr die IV-Stelle am 7. Januar 2016 mit (IV-
act. 232), sie gehe davon aus, dass sie sich weiterhin um eine geeignete Arbeitsstelle
bemühe. Deshalb ziehe sie den Vorbescheid vom 28. September 2015 zurück. Die
ganze Rente werde noch bis längstens am 29. Februar 2016 ausgerichtet. Am 26.
Februar 2016 liess die Versicherte erneut eine Umschulung beantragen (IV-act. 237).
A.d Mit einer Mitteilung vom 29. Februar 2016 wies die IV-Stelle die Versicherte darauf
hin, dass die Wiedereingliederungsmassnahmen mit sofortiger Wirkung eingestellt
würden und dass damit auch der Anspruch auf die ganze Rente ende (IV-act. 238). Am
1. März 2016 liess die Versicherte einwenden (IV-act. 242), sie habe einen Anspruch auf
eine Umschulung. Sollte ihr keine solche zugebilligt werden, müsse entsprechend
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verfügt werden. Mit einer Verfügung vom 18. März 2016 stellte die IV-Stelle die
Wiedereingliederungsmassnahmen mit sofortiger Wirkung ein und sie setzte die
laufende ganze Rente auf eine Dreiviertelsrente herab (IV-act. 247). Bezugnehmend auf
die Einwände der Versicherten führte sie aus, angesichts des am 31. August 2015
ausgestellten rückwirkenden Attestes einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit seit dem
28. Februar 2014 sei der Wunsch der Versicherten, aktiv an beruflichen Massnahmen
teilzunehmen, nicht glaubhaft. Eine Umschulung wäre zudem nicht wirtschaftlich.
B.
B.a Am 30. März 2016 liess die Versicherte (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) eine
Beschwerde erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der
Verfügung vom 18. März 2016 und die umgehende Gewährung von weiteren
beruflichen Massnahmen, insbesondere einer adäquaten Umschulung. Zur
Begründung führte er an, die Beschwerdeführerin habe nur deshalb bei einer
Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent einen Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, weil sie dank
ihrer guten beruflichen Qualifikation ein hohes Valideneinkommen erzielt habe. Für eine
erfolgreiche Wiedereingliederung benötige sie eine Umschulung. Die bisherigen
Versuche hätten gezeigt, dass sie ohne eine Umschulung nicht wieder ins
Erwerbsleben eingegliedert werden könne.
B.b Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 4. Mai 2016
die Abweisung der Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie aus, das
Begehren der Beschwerdeführerin um eine Umschulung stehe im Widerspruch sowohl
zur vollständigen Arbeitsunfähigkeit, die Dr. E._ attestiert habe, als auch zur
subjektiven Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung der Beschwerdeführerin. Angesichts der
von den Sachverständigen der SMAB AG attestierten neurokognitiven
Beeinträchtigungen sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin nicht in der
Lage sei, eine Umschulung erfolgreich abzuschliessen.
B.c Die Beschwerdeführerin liess am 19. Mai 2016 an ihren Anträgen festhalten (act. G
7). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 9).

Erwägungen
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1.
1.1 Der Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens wird durch den Inhalt der
angefochtenen Verfügung vom 18. März 2016 definiert. Dieser ist durch eine sorgfältige
Interpretation der Verfügung zu ermitteln. Der Betreff der Verfügung lautet: „Berufliche
Massnahmen wurden abgeschlossen; Herabsetzung der bisherigen Rentenzahlung auf
eine Dreiviertelsrente“. Der Wortlaut des Dispositivs ist: „Die Massnahme zur
Wiedereingliederung wird mit sofortiger Wirkung eingestellt. Mit der Einstellung der
beruflichen Massnahmen endet der Anspruch auf die Weiterausrichtung der ganzen
Rente per 29. Februar 2016. Ihr bisherige ganze Rente wird auf eine Dreiviertelsrente
herabgesetzt“. Auf den ersten Blick scheint die Beschwerdegegnerin mit der Verfügung
vom 18. März 2016 also einerseits eine laufende berufliche Eingliederung
abgeschlossen und andererseits die bisherige ganze auf eine Dreiviertelsrente
herabgesetzt zu haben. Dieser erste Eindruck täuscht aber, denn die
Beschwerdegegnerin hatte die frühere ganze Rente bereits mit einer Verfügung vom
22. Januar 2014 auf eine Dreiviertelsrente herabgesetzt. Jene Verfügung war
unangefochten in formelle Rechtskraft erwachsen, weshalb die Beschwerdeführerin im
Zeitpunkt der Eröffnung der hier angefochtenen Verfügung vom 18. März 2016 gar
keinen Anspruch auf eine ganze Rente mehr gehabt hat. Am 30. Juli 2014 war
allerdings eine weitere Verfügung ergangen, mit der die Beschwerdegegnerin der
Beschwerdeführerin die Weiterausrichtung der früheren ganzen Rente rückwirkend ab
dem 1. März 2014 (also nahtlos an die Herabsetzung gemäss der Verfügung vom 22.
Januar 2014 anschliessend) angeordnet hat. Die Weiterausrichtung der früheren
ganzen Rente hatte nicht im Widerspruch zur damals bereits rechtskräftigen
Rentenherabsetzung gemäss der Verfügung vom 22. Januar 2014 gestanden, denn
entgegen dem missverständlichen Wortlaut der Verfügung hatte es sich bei der nun
wieder erhöhten Leistung nicht um eine Rente im Sinne des Art. 28 IVG, sondern um
eine Art Übergangsleistung gemäss dem Abs. 3 der lit. a der Schlussbestimmungen zur
IVG-Revision 6a gehandelt, die bloss betragsmässig der Differenz zwischen der
früheren ganzen und der damals aktuellen Dreiviertelsrente entsprochen hatte (vgl.
dazu den Entscheid IV 2014/151 des St. Galler Versicherungsgerichtes vom 29.
November 2016, E. 1). Diese Leistung war bereits bei ihrer Zusprache mit der
Verfügung vom 30. Juli 2014 – dem Abs. 3 der lit. a der Schlussbestimmungen zur IVG-
Revision 6a entsprechend – („längstens“) per 28. Februar 2016 (recte: 29. Februar
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2016) befristet worden. Auch diese maximale Dauer der Befristung war unangefochten
in formelle Rechtskraft erwachsen. In der angefochtenen Verfügung vom 18. März 2016
hat die Beschwerdegegnerin die Rentenherabsetzung also gar nicht mehr verfügen
können, denn dabei hat es sich bereits um eine res iudicata gehandelt. Hinsichtlich der
Arbeitsvermittlung verhält es sich allerdings anders. Diese war zwar ebenfalls mit der
Verfügung vom 30. Juli 2014 zugesprochen worden, aber die Beschwerdegegnerin
hatte diesen Anspruch nicht befristet. Der Abschluss der Arbeitsvermittlung ist also
tatsächlich erst am 18. März 2016 verfügt worden, was bedeutet, dass die
Rechtmässigkeit dieses Abschlusses in diesem Beschwerdeverfahren zu prüfen ist.
1.2 Bereits während der laufenden Arbeitsvermittlung hat die Beschwerdeführerin eine
Umschulung beantragen lassen. Dabei hat es sich um ein neues Leistungsbegehren
gehandelt, denn gestützt auf die Verfügung vom 30. Juli 2014 hatte die
Beschwerdeführerin ja nur einen Anspruch auf eine Arbeitsvermittlung. Auch wenn sich
dies im Wortlaut des Dispositivs der angefochtenen Verfügung vom 18. März 2016
nicht widerspiegelt, hat die Beschwerdegegnerin dieses neue Begehren materiell
geprüft. Sie hat dieses nämlich zunächst formlos mit der Begründung, eine
Umschulung sei nicht wirtschaftlich, abgewiesen. Nachdem die Beschwerdeführerin ihr
Nichteinverständnis mit dieser Abweisung erklärt hatte, hat sich die
Beschwerdegegnerin dann in der angefochtenen Verfügung vom 18. März 2016
nochmals zu diesem Leistungsbegehren geäussert. Sie hat ausgeführt, eine
Umschulung sei nicht wirtschaftlich. Zudem sei der Wunsch nach einer Umschulung
nicht glaubwürdig, da sich die Beschwerdeführerin eine rückwirkende
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung per 28. Februar 2014 habe ausstellen lassen. Aus
diesen Gründen halte die Beschwerdegegnerin an ihrem Entscheid fest. Diese
Ausführungen sind offensichtlich als eine (begründete) Abweisung des Begehrens um
eine Umschulung zu qualifizieren. Die Rechtsfolgeanordnung („wir halten an unserem
Entscheid fest“) ist zwar versehentlich als ein Begründungselement in die Verfügung
vom 18. März 2016 aufgenommen worden, weist aber zweifelsohne Dispositivcharakter
auf und hätte folglich auch ins Dispositiv der Verfügung aufgenommen werden müssen.
Dieses Versehen schadet allerdings nicht, da ihm bei der umfassenden Interpretation
der Verfügung vom 18. März 2016 keine relevante Bedeutung zukommen kann. Die
angefochtene Verfügung vom 18. März 2016 enthält bei richtiger Betrachtung also
noch eine zweite „echte“ Anordnung, nämlich die Abweisung des Begehrens um eine
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Umschulung. Auch die Rechtmässigkeit dieser Abweisung ist folglich in diesem
Beschwerdeverfahren zu prüfen.
1.3 Zusammenfassend beinhaltet das Dispositiv der angefochtenen Verfügung also
den Abschluss der Arbeitsvermittlung und die Abweisung des Begehrens um eine
Umschulung. Die Rentenherabsetzung gehört dagegen nicht zum Dispositiv der
angefochtenen Verfügung.
2.
2.1 Gemäss dem Art. 18 Abs. 1 IVG hat eine versicherte Person, die arbeitsunfähig,
aber eingliederungsfähig ist, einen Anspruch auf eine Arbeitsvermittlung, das heisst auf
eine aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes. Dieser
Anspruch besteht ohne eine Befristung, weshalb es unzulässig wäre, die
Arbeitsvermittlung generell nach dem Ablauf einer bestimmten Zeitspanne
abzuschliessen (vgl. den Entscheid IV 2015/161 des St. Galler Versicherungsgerichtes
vom 13. Mai 2016, E. 2.3). Auch der Art. 8a IVG, der unter anderem eine
Arbeitsvermittlung als eine Massnahme zur Wiedereingliederung nach einer
Rentenherabsetzung oder nach einer Rentenaufhebung vorsieht (und auf den der Abs.
2 der lit. a der Schlussbestimmungen zur IVG-Revision 6a verweist), enthält keine
Befristung des Anspruchs auf eine Arbeitsvermittlung. Auch eine Person, deren Rente
in Anwendung des Abs. 1 der lit. a der Schlussbestimmungen zur IVG-Revision 6a
herabgesetzt oder aufgehoben worden ist, hat also einen unbefristeten Anspruch auf
eine Arbeitsvermittlung.
2.2 Dieser Anspruch setzt allerdings gemäss dem Art. 18a Abs. 1 IVG eine
Eingliederungsfähigkeit voraus. Dieser Begriff entspricht jenem der
Vermittlungsfähigkeit im Art. 15 AVIG, was bedeutet, dass die versicherte Person
bereit, in der Lage und berechtigt ist, eine zumutbare Arbeit anzunehmen und an
Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen (vgl. den Entscheid IV 2015/88 des St. Galler
Versicherungsgerichtes vom 2. Mai 2016, E. 2.4). Diese Voraussetzung ist vorliegend
nicht erfüllt gewesen, denn laut einem ärztlichen Attest von Dr. E._ ist die
Beschwerdeführerin von Beginn weg (d.h. ab dem 28. Februar 2014) nicht in der Lage
gewesen, irgendeiner Erwerbstätigkeit nachzugehen. Zudem hat die
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Beschwerdeführerin selbst erklärt, dass sie die Stellensuche – nebst der Beschäftigung
in einer geschützten Werkstätte – überfordere. Sie ist also weder bereit noch in der
Lage gewesen, eine zumutbare Arbeit anzunehmen oder an
Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen. Vor diesem Hintergrund erweist sich der
Abschluss der Arbeitsvermittlung grundsätzlich als rechtmässig. Nur der Zeitpunkt, auf
den hin die Arbeitsvermittlung abgeschlossen worden ist, kann nicht nachvollzogen
werden. Die Beschwerdegegnerin hat die Arbeitsvermittlung zunächst – völlig zu Recht
– gemäss ihrem Vorbescheid vom 28. September 2015 abschliessen wollen, nachdem
die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf das Attest von Dr. E._ erklärt hatte, sie sei
nicht mehr eingliederungsfähig. Anschliessend hat sie dann aber – ohne jeden Beleg –
„angenommen“, die Beschwerdeführerin bemühe sich – entgegen ihrer eigenen
Angaben – nun doch wieder ausreichend um eine Arbeitsstelle, wie sich der
Begründung der angefochtenen Verfügung entnehmen lässt. Infolgedessen hat sie
weiterhin einen Anspruch auf eine Arbeitsvermittlung bejaht, obwohl die
Voraussetzungen dafür offensichtlich nicht erfüllt gewesen sind. Diese an sich
unzulässige Verlängerung der Arbeitsvermittlung hat allerdings faktisch keine
Auswirkungen gezeitigt, da die Beschwerdegegnerin in jenem Zeitraum keine
Unterstützungsleistungen bei der Stellensuche angeboten hat. Vor diesem Hintergrund
drängt sich eine (formalistisch anmutende) Vorverlegung des Abschlusses der
Arbeitsvermittlung auf jenen Zeitpunkt, in dem die Voraussetzungen für die
Arbeitsvermittlung dahingefallen sind, nicht auf. Der am 18. März 2016 verfügte
Abschluss der Arbeitsvermittlung erweist sich damit als rechtmässig. Die
Beschwerdegegnerin wird die Beschwerdeführerin allerdings auf ein entsprechendes
neues Gesuch hin bei der Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz unterstützen,
wenn diese wieder vermittlungsfähig sein wird.
3.
Laut dem Art. 17 Abs. 1 IVG hat eine versicherte Person einen Anspruch auf eine
Umschulung, wenn diese infolge einer Invalidität notwendig ist und wenn dadurch die
Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann. Diese
(unspezifischen) Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt, denn angesichts der von den
Sachverständigen der SMAB AG attestierten Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent für
leidensadaptierte Tätigkeiten könnte von einer Umschulung grundsätzlich eine
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Verbesserung der Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin erwartet werden.
Idealerweise könnte der Invaliditätsgrad dadurch auf 50 Prozent oder sogar auf etwas
weniger als 50 Prozent gesenkt werden, was eine Herabsetzung der laufenden Rente
auf eine halbe oder auf eine Viertelsrente erlauben würde. Allerdings ist angesichts der
von den Sachverständigen der SMAB AG beschriebenen leichten bis mittelschweren
neuropsychologischen Störungen mit einem sogenannten nicht-aphasischen
Kommunikationsstörungsbild überwiegend wahrscheinlich davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin zumindest nicht in der Lage wäre, den schulischen Teil einer
Umschulung zu meistern. Bei einer Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent sogar für ideal
leidensadaptierte Tätigkeiten würde eine Umschulung zudem einen weit
überdurchschnittlichen Zeitraum in Anspruch nehmen. Wenn überhaupt, dann könnte
die heute _ Jahre alte Beschwerdeführerin eine geeignete, gleichwertige Umschulung
jedenfalls erst nach der Vollendung des 60. Altersjahres abschliessen. Die Kosten einer
Umschulung (inkl. Taggeld) stünden also selbst dann, wenn die Beschwerdeführerin
überhaupt eine Umschulung erfolgreich abschliessen könnte, in einem offenkundigen
Missverhältnis zum zu erwartenden Eingliederungserfolg. Die Beschwerdeführerin
könnte nämlich die Möglichkeit, ein besseres Einkommen zu erzielen, bestenfalls nur
wenige Jahre nutzen. Vor diesem Hintergrund erweist sich die Abweisung des
Leistungsbegehrens als rechtmässig.
4.
Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. Die Gerichtskosten von Fr. 600.-- sind der
unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Sie sind durch den von dieser
geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. Die unterliegende Beschwerdeführerin hat
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.