Decision ID: 8c01b55a-e6f3-5e64-bbda-13f03a9be99f
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer suchte am 7. Juli 2016 in der Schweiz um Asyl
nach. Zur Begründung seines Asylgesuches machte er im Wesentlichen
geltend, wegen seiner Abstammung aus einer wohlhabenden Familie am
3. Juli 2015 und am 8. Januar 2016 von Unbekannten entführt und erst
nach Zahlung einer Lösegeldsumme wieder freigelassen worden zu sein,
wobei er sich beide Male in ärztliche Behandlung habe begeben müssen.
Er habe die Entführungen nicht bei der Polizei angezeigt, weil diese mit
den Entführern zusammenarbeiten würden.
B.
Mit Entscheid vom 3. April 2020 erachtete das SEM die Vorbringen des
Beschwerdeführers sowohl als nicht glaubhaft als auch nicht asylrelevant,
lehnte das Asylgesuch vom 7. Juli 2016 ab und ordnete seine Wegweisung
aus der Schweiz und den Vollzug an.
C.
Eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde wurde vom Bundes-
verwaltungsgericht mit Urteil E-2096/2020 vom 6. Mai 2020 abgewiesen.
Damit trat die Verfügung des SEM vom 3. April 2020 in Rechtskraft.
D.
Mit Eingabe vom 15. Juli 2020 reichte der Beschwerdeführer bei der Vor-
instanz ein Wiedererwägungsgesuch ein. Zur Begründung führte er aus,
seine Asylvorbringen seien zu Unrecht als unglaubhaft eingestuft worden.
Der sri-lankische Staat sei weder fähig noch willens, ihn zu schützen. Die
neu eingereichten Beweismittel würden seine Vorbringen belegen. Am
7. Dezember 2019 seien unbekannte Männer ins Haus seiner Mutter ein-
gedrungen und hätten ihn gesucht. Am 8. Dezember 2019 habe seine Mut-
ter bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Im Anschluss an den
Überfall habe sich seine Mutter in ärztliche Behandlung begeben. Sie habe
zudem am 8. Juni 2020 eine schriftliche Aussage betreffend seine beiden
Entführungen und die anhaltende Suche nach ihm gemacht. Die inhaltliche
Richtigkeit der Aussagen habe sie vom (...) und von einem B._ be-
stätigen lassen.
Zur Stützung der Vorbringen wurden mehrere Dokumente eingereicht (u.a.
Anzeige der Mutter bei der C._ vom 8. Dezember 2019, Aussagen
der Mutter mit Bestätigung des (...) und des B._ vom 8. Juni 2020,
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Bestätigungsschreiben von Parlamentariern vom 26. Februar 2020 und
vom 1. März 2020, Fotografien, medizinische Unterlagen der Mutter).
E.
Mit Verfügung vom 15. September 2020 trat die Vorinstanz auf das Wie-
dererwägungsgesuch nicht ein. Auf die Vorbringen im Zusammenhang mit
einzelnen Beweismitteln (Fotografien, Anzeige der Mutter bei der
B._ vom 8. Dezember 2019, Bestätigungsschreiben von Parlamen-
tariern vom 26. Februar 2020 und vom 1. März 2020, medizinische Unter-
lagen der Mutter) trat sie (mit dem Hinweis auf die Möglichkeit der Einrei-
chung eines Revisionsgesuchs beim Bundesverwaltungsgericht) mangels
funktioneller Zuständigkeit nicht ein. Die übrigen, nach dem Bundesverwal-
tungsgerichtsentscheid entstandenen Beweismittel wurden als qualifizier-
tes Wiedererwägungsgesuch entgegengenommen. Indessen wurde auf
dieses mangels gehöriger Begründung nicht eingetreten.
F.
Mit Eingabe vom 23. September 2020 erhob der Beschwerdeführer beim
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Es sei die vorliegende Be-
schwerde mit dem gleichentags anhängig gemachten Revisionsgesuch ko-
ordiniert zu behandeln. Es wurde das Revisionsverfahren E-4716/2020 er-
öffnet.
G.
Mit Urteil E-4713/2020 vom 7. Oktober 2020 wies das Bundesverwaltungs-
gericht die Beschwerde vom 23. September 2020 gegen den Nichteintre-
tensentscheid des SEM vom 15. September 2020 auf das Wiedererwä-
gungsgesuch vom 15. Juli 2020 ab. Auf das Revisionsgesuch vom 23. Sep-
tember 2020 wurde mit Urteil E-4716/2020 vom 30. September 2020 nicht
eingetreten.
H.
Mit als «Wiedererwägungsgesuch» bezeichneter Eingabe vom 18. Dezem-
ber 2020 seiner Rechtsvertretung ersuchte der Beschwerdeführer erneut
um Wiedererwägung des ablehnenden Asylentscheides.
I.
Das SEM nahm die Eingabe vom 18. Dezember 2020 als qualifiziertes
Wiedererwägungsgesuch entgegen, trat indessen auf dieses mit Verfü-
gung vom 14. Januar 2021(Eröffnung am 18. Januar 2021) nicht ein.
Gleichzeitig stellte das SEM fest, die Verfügung vom 3. April 2020 sei
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rechtskräftig und vollstreckbar, einer allfälligen Beschwerde komme keine
aufschiebende Wirkung zu, und erhob eine Gebühr von Fr. 600.--.
J.
Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 22. Januar 2021 erhob der Be-
schwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er bean-
tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und auf das Wiederer-
wägungsgesuch sei einzutreten. Eventualiter sei die Flüchtlingseigen-
schaft des Beschwerdeführers anzuerkennen und ihm in der Schweiz Asyl
zu gewähren. Subeventualiter sei festzustellen, dass der Wegweisungs-
vollzug unzulässig, unzumutbar und unmöglich sei und er sei vorläufig in
der Schweiz aufzunehmen. Es sei die unentgeltliche Prozessführung zu
gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten.
Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren.
K.
Mit superprovisorischer Massnahme vom 25. Januar 2021 setzte der In-
struktionsrichter den Vollzug der Wegweisung einstweilen aus.
L.
Mit Eingabe vom 1. Februar 2020 reichte der Beschwerdeführer weitere
Bestätigungsschreiben ein (Schreiben der D._ vom 1. und 27. Ja-
nuar 2021 hinsichtlich der beruflichen Tätigkeit von E._, Schreiben
von F._ vom 22. Januar 2021).

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Nachdem gemäss Lehre und Praxis Wie-
dererwägungsentscheide grundsätzlich wie die ursprüngliche Verfügung
auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezogen werden können, ist
das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1
BGG).
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1.2 Der Beschwerdeführer ist legitimiert; auf seine frist- und formgerecht
eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 105 und 108 Abs. 3 AsylG;
Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
2.1 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-
gen richten sich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG.
2.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend
aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Be-
schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2
AsylG).
3.
3.1 Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich ge-
regelt (Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist dem SEM innert
30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schriftlich und
begründet einzureichen; im Übrigen richtet sich das Verfahren nach den
revisionsrechtlichen Bestimmungen von Art. 66–68 VwVG (Art. 111b Abs.
1 AsylG). Dabei ist insbesondere zu beachten, dass, kommt eine gesuch-
stellende Person ihrer Begründungspflicht nicht nach, die Behörde gemäss
Art. 111b Abs. 2 AsylG in Verbindung mit Art. 13 Abs. 2 VwVG die Möglich-
keit hat, auf das Gesuch nicht einzutreten (BVGE 2014/39 E. 7).
3.2 In seiner praktisch relevantesten Form bezweckt das Wiedererwä-
gungsgesuch die Änderung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung auf-
grund einer nachträglich eingetretenen erheblichen Veränderung der Sach-
lage (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylre-
kurskommission [EMARK] 1995 Nr. 21 E. 1 S. 202 ff.). Gemäss herrschen-
der Lehre und ständiger Praxis des Bundesgerichts wird aus Art. 29 BV
unter bestimmten Voraussetzungen ein verfassungsmässiger Anspruch
auf Wiedererwägung abgeleitet (vgl. BGE 127 I 133 E. 6 S. 137 f. m.w.H.).
Danach ist auf ein Wiedererwägungsgesuch einzutreten, wenn sich der
rechtserhebliche Sachverhalt seit dem ursprünglichen Entscheid bezie-
hungsweise seit dem Urteil der mit Beschwerde angerufenen Rechtsmitte-
linstanz in wesentlicher Weise verändert hat und mithin die ursprüngliche
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(fehlerfreie) Verfügung an nachträglich eingetretene Veränderungen der
Sachlage anzupassen ist.
3.3 Falls die abzuändernde Verfügung unangefochten blieb – oder ein ein-
geleitetes Beschwerdeverfahren mit einem blossen Prozessentscheid ab-
geschlossen wurde – können auch Revisionsgründe einen Anspruch auf
Wiedererwägung begründen (zum sogenannten «qualifizierten Wiederer-
wägungsgesuch» vgl. etwa EMARK 2003 Nr. 17 E. 2.a S. 103 f. m.w.H.).
3.4 Die Vorinstanz ist auf das Wiedererwägungsgesuch des Beschwerde-
führers nicht eingetreten, womit die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Wiedererwägungsgesuch nicht eingetreten ist (BVGE
2014/39 E. 7). Auf die Ausführungen in der Beschwerdeschrift zur Flücht-
lingseigenschaft und zum Wegweisungsvollzug ist daher nicht einzugehen.
4.
4.1 Als Begründung seines erneuten Wiedererwägungsgesuches machte
der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, mit der Einreichung neuer
Beweismittel (Schreiben von Herrn E._, Bezirkskoordinator von
D._ vom 26. November 2020 sowie die Kopie eines D._-
Ausweises von Herrn E._) sei er nunmehr in der Lage, die vom
SEM und BVGer als unglaubhaft erachteten Ausreisegründe zu belegen.
Aus dem Schreiben vom 26. November 2020 gehe zudem hervor, dass er
in Sri Lanka von politisch etablierten Gruppierungen gesucht werde. Bei
einer allfälligen Rückkehr nach Sri Lanka befürchte er deshalb, verhaftet
und inhaftiert zu werden. Es seien hierzu Abklärungen durch die Schweizer
Vertretung durchzuführen. Im Weiteren leide er aufgrund der erlittenen Ver-
folgungsmassnahmen an einer posttraumatischen Belastungsstörung
(PTBS). Somit erfülle er die Flüchtlingseigenschaft und ihm sei Asyl zu ge-
währen. Eventualiter sei er wegen Unzulässigkeit oder Unzumutbarkeit des
Wegweisungsvollzugs vorläufig aufzunehmen.
4.2 Das SEM hielt in der angefochtenen Verfügung fest, dass aus dem er-
neuten Wiedererwägungsgesuch nichts wesentlich Neues hervorgehe.
Der Beschwerdeführer behaupte zwar, das neu eingereichte Dokument be-
lege, dass seine Vorbringen nun glaubhaft seien und er bei einer Rückkehr
nach Sri Lanka in flüchtlingsrechtlicher Weise gefährdet sei. Dabei wieder-
hole er indessen in der Hauptsache lediglich seine bereits von zwei Instan-
zen mehrfach geprüften und als unglaubhaft befundenen Asylgründe und
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bringe als einzig neu zu bezeichnende Tatsache ein Schreiben von einem
Herrn E._ bei. Gemäss dem Schreiben habe sich der Beschwerde-
führer am 25. Januar 2016 bei ihm gemeldet. Das neu entdeckte Beweis-
mittel beruhe folglich auf Nachforschungen, die bei pflichtgemässer Sorg-
falt bereits im früheren Verfahren hätten angestellt werden können. Dies
werfe mithin die Frage auf, ob damit das Formerfordernis der dreissigtägi-
gen Frist nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes (Art. 111b Abs.
1 AsylG) überhaupt gewahrt sei. Der Revisionsgrund der sogenannten No-
ven diene nämlich nicht dazu, bisherige Unterlassungen in der Beweisfüh-
rung wiedergutzumachen.
Wie sich allerdings aus nachfolgenden Erwägungen ergebe, sei das zu
prüfende Beweismittel ohnehin nicht erheblich im revisionsrechtlichen
Sinn, weshalb die Frage nach einer allfällig verspäteten Einreichung vor-
erst offengelassen werden könne. Dem neu eingereichten Bestätigungs-
schreiben sei nämlich nur ein äusserst geringer Beweiswert zu attestieren.
Es weise keinerlei Sicherheitsmerkmale auf und sei inhaltlich sehr ober-
flächlich gehalten. Auch sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer bis-
her nicht geltend gemacht habe, sich am 25. Januar 2016 an die
D._ gewendet zu haben. Somit sei das Dokument als reines Gefäl-
ligkeitsschreiben mit einem äusserst gering einzuschätzenden Beweiswert
zu bewerten (vgl. hierzu auch Urteile des BVGer vom 11. Dezember 2018,
D-6135/2018, E.4.3 und vom 22. März 2019, E-4261/2017 E.7.2.2). Der
Revisionsgrund der sogenannten Noven diene nämlich nicht dazu, bishe-
rige Unterlassungen in der Beweisführung wiedergutzumachen. An dieser
Einschätzung ändere die dazu eingereichte Ausweiskopie von Herrn
E._ nichts. Daraus gehe lediglich hervor, dass ein Herr E._,
bei D._ gearbeitet habe. Überdies falle auf, dass das Ausstellungs-
datum fehle. Aus diesen Gründen sei das Gesuch nicht gehörig begründet.
Im Weiteren sei darauf hinzuweisen, dass die Verfügung des SEM und das
Urteil des BVGer erst kürzlich, am 3. April 2020 beziehungsweise am
6. Mai 2020, ergangen seien. Dabei hätten sich beide Instanzen ausführ-
lich mit den Risikofaktoren, die der Beschwerdeführer aufweise, auseinan-
dergesetzt, dies unter Berücksichtigung der politischen Veränderungen in
Sri Lanka seit dem Machtwechsel im November 2019. Es sei nicht ersicht-
lich, inwiefern sich die Menschenrechts- und Sicherheitslage in Sri Lanka
seit der letztmaligen Beurteilung der vorliegenden Sache drastisch ver-
schlechtert haben sollte. Der Antrag, es seien zum neu eingereichten Be-
weismittel durch die Schweizer Vertretung Abklärungen durchzuführen, sei
somit abzuweisen.
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Auch in Bezug auf allfällige Vollzugshindernisse sei dem vorliegenden Ge-
such nichts wesentlich Neues oder Substantielles zu entnehmen. Der Be-
schwerdeführer führe zwar neu an, dass er an einer PTBS leide. Indessen
begründe er die neu geltend gemachte Erkrankung nicht näher. Auch habe
er keinen entsprechenden Arztbericht eingereicht. Bereits deshalb sei die-
ses Vorbringen als nicht gehörig begründet zu betrachten. Sodann könnten
die neu geltend gemachten psychischen Probleme in Sri Lanka behandelt
werden.
4.3 In der Beschwerde wird hinsichtlich des eingereichten Bestätigungs-
schreibens vom 26. November 2020 geltend gemacht, dass der verant-
wortliche Mitarbeiter der D._ seine Kontaktnummer angegeben
habe und bereit sei, allfällige Fragen des SEM zu beantworten. Im Weite-
ren werde mit der Beschwerde ein Arbeitsvertrag des Beschwerdeführers
als Angestellter in einer öffentlichen Bank in Sri Lanka eingereicht. Der Ent-
scheid des SEM sei aufzuheben und das SEM anzuweisen, sich mit die-
sem zentralen Aspekt (Profil eines Beamten in Sri Lanka) auseinanderzu-
setzen. Im Weiteren reiche der Beschwerdeführer ärztliche Zeugnisse ein,
welche die Übergriffe auf ihn belegten. Auf Beschwerdeebene wurden wei-
tere Bestätigungsschreiben eingereicht (Schreiben der D._ vom 1.
und 27. Januar 2021 hinsichtlich der beruflichen Tätigkeit von E._,
Schreiben von F._ vom 22. Januar 2021).
5.
5.1 Das SEM hat die Eingabe vom 18. Dezember 2020 unter dem Titel der
Wiedererwägung behandelt (entsprechend der Variante wie oben in
E. 3.3). Diese verfahrenstechnische Einordnung ist zutreffend. Aus den ge-
nannten Erwägungen in der angefochtenen Verfügung ergibt sich, dass
das SEM im Ergebnis das Wiedererwägungsgesuch als nicht gehörig be-
gründet erachtete und unabhängig von der Frage der Rechtzeitigkeit der
Einreichung des Gesuches auf dieses nicht eintrat. Diese Einschätzung ist
zu bestätigen.
5.2 Ein Wiedererwägungsgesuch ist gehörig begründet, wenn ihm genü-
gend substanziierte Wiedererwägungsgründe zu entnehmen sind (vgl. Ent-
scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission
[EMARK] 2003 Nr. 7 E. 4a; BVGE 2014/39 E. 5 ff., zumal zwischen
Art. 111b und Art. 111c AsylG ein enger Zusammenhang besteht [vgl.
BVGE 2014/39 E. 5.5]). Unter anderem liegt dann keine gehörige Begrün-
dung vor, wenn in einem Wiedererwägungsgesuch ausschliesslich Gründe
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angeführt werden, welche schon im Rahmen eines ordentlichen Beschwer-
deverfahrens hätten eingebracht werden können (Art. 66 Abs. 3 VwVG).
5.3 Mit dem SEM ist festzuhalten, dass die neu entdeckten Beweismittel
lediglich auf Nachforschungen beruhen, die bei pflichtgemässer Sorgfalt
bereits im früheren Verfahren hätten vorgenommen werden können. Im
Weiteren ist das Schreiben von Herrn E._, Bezirkskoordinator von
D._ vom 26. November 2016, welches keine Sicherheitsmerkmale
aufweist und oberflächlich gehalten ist, angesichts der naheliegenden
Möglichkeit, dass es sich um ein blosses Gefälligkeitsschreiben handelt,
von sehr geringer Beweiskraft, zumal der Beschwerdeführer im Rahmen
des abgeschlossenen Asylverfahrens nicht geltend gemacht hat, sich am
25. Januar 2016 an die D._ gewendet zu haben. Im Weiteren sind
auch die auf Beschwerdeebene nachgereichten Bestätigungsschreiben
(unabhängig von der Frage der Authentizität) ohne Relevanz. In den
Schreiben der D._ vom 1. und 27. Januar 2021 wird lediglich die
für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Vorbringen unerhebliche Tatsa-
che bestätigt, dass E._ seit 2006 für die D._ tätig sei, und
die Angaben im Schreiben von F._ vom 22. Januar 2021 beruhen
bloss auf Hörensagen. Die Gründe für das Wiedererwägungsgesuch be-
schränken sich somit auf das Einreichen eines Bestätigungsschreibens
von geringer Beweiskraft, einer Wiederholung bereits geltend gemachter
Vorbringen und der Behauptung, an einer PTBS zu leiden, welche aufgrund
der Behandelbarkeit im Heimatstaat kein Wegweisungsvollzugshindernis
darstellt.
5.4 Die mit der Beschwerde eingereichten Beweismittel (Bestätigungs-
schreiben der G._ vom 26. November 2010 einer sechsmonatigen
Anstellung des Beschwerdeführers, ärztliche Zeugnisse aus dem Jahr
2016) vermögen an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Zum einen ist
nicht ersichtlich und wird auch nicht dargetan, weshalb diese nicht im or-
dentlichen Asylverfahren hätten eingereicht werden können. Zum anderen
sind diese auch als nicht erheblich zu erachten. Unabhängig von der Frage
der Authentizität weisen diese keinen hinreichenden Sachzusammenhang
zu den als nicht glaubhaft erachteten Vorbringen des Beschwerdeführers
auf, von Unbekannten entführt, misshandelt und erpresst worden zu sein.
Die blosse Tatsache, dass der Beschwerdeführer offenbar ärztliche Be-
handlung in Anspruch nahm, stellt kein Indiz für die Glaubhaftigkeit der Vor-
bringen dar. Die übrige Argumentation in der Beschwerde erschöpft sich in
einer Wiederholung der geltend gemachten Vorbringen, blossen Behaup-
tungen und allgemeinen Ausführungen.
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5.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Voraussetzungen zum
Eintreten auf das Wiedererwägungsgesuch vorliegend aus mehreren
Gründen klar nicht erfüllt waren, weshalb das SEM zu Recht gestützt auf
Ar. 111b Abs. 2 AsylG in Verbindung mit Art. 13 Abs. 2 VwVG auf dieses
nicht eintrat. Die Beschwerde ist abzuweisen.
6.
Mit dem vorliegenden Entscheid wird das Gesuch um Verzicht auf das Er-
heben eines Kostenvorschusses gegenstandslos.
Aufgrund der Aussichtslosigkeit der Rechtsbegehren ist das Gesuch um
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung abzuweisen. Bei diesem
Ausgang des Verfahrens sind die Kosten im Umfang von Fr. 1500.– dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 VwVG;
Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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