Decision ID: 8da374e1-d19c-4cd2-a6ca-4f1c29917057
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1980 geborene
X._
, Mutter drei
er Kinder
(Urk. 9/6/2)
absol
vier
te in ihrem Herkunftsland
O._
eine zweijährige Ausbildung als
Krankenpflegerin (Urk. 9/
7
/
2
)
.
S
eit
1.
November 2010
war sie
zu 100
%
bei der
Y._
GmbH als Pflegehelferin angestellt (Urk. 9/15/1-2), als sie sich am 2
8.
August 2012
unter Hinweis auf Hüftprobleme
bei der Eidgenössischen In
va
lidenversicherung zum
Leistungsbezug anmeldete (Urk. 9/6).
Die Sozialver
siche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, führte ein Standortgespräch mit der Versicherten durch
(Urk. 9/7) und teilte ihr am 6.
September 2012 mit, dass zur
zeit keine beruflichen Eingliederungs
massnahmen möglich seien, da sie
sich
vor kurzem eine
r
Hüftprothesenversorgung
unterzog
en habe (Urk. 9/8). Hernach zog die IV-Stelle die Akten des Krankentaggeldversicherers bei (Urk. 9/9),
liess Aus
z
üge
aus dem individuellen Konto der Versicherten erstellen (IK-Ausz
üge
, Urk. 9/13
,
Urk. 9/16
und Urk. 9/49
) und holte Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 9/14) sowie des Arbeitgebers (Urk. 9/15) ein.
Am
8.
April 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass die Arbeitsplatzerhaltung erfolgreich abge
schlossen sei (Urk. 9/22).
Mit Vorbescheid vom 1
7.
April 2013 stellte sie der Ver
sicherten die Verneinung des Anspruchs auf eine Invalidenrente in Aussicht (Urk. 9/26).
Hiergegen erhob die Versicherte am
4.
Juni 2013 unter Beilage eines
medizinischen Berichts Einwand (Urk. 9/33-34). Die IV-Stelle nahm weitere Arzt
berichte zu den Akten (Urk. 9/41) und liess die Versicherte durch ihren
Re
gio
na
len Ärztlichen Dienst (RAD)
orthopädisch/
rheumatologisch
untersuchen (Be
richt
vom
3.
März 2014;
Urk. 9/
44).
Mit Verfügung vom 2
1.
Mai 2014 wies sie das Rentenbegehren der Versicherten wie angekündigt ab
(Urk. 9/
52 =
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 2
1.
Mai 2014 erhob die Versicherte am 2
3.
Juni 2014
Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei vollumfänglich auf
zuheben und es sei ihr mit Wirkung ab dem
1.
Februar 2013 eine halbe un
be
fristete Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Aufhebung der an
ge
fochtenen Verfügung mit einer Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zur wei
teren Sachverhaltsabklärung zu verbinden (Urk. 1 S. 2). Mit Eingabe vom 2
6.
Juni 2014 reichte die Versicherte das orthopädisch
e
/traumatologische Gut
achten des Spitals
Z._
vom 2
3.
Juni 2014 nach (Urk. 5 und Urk. 6). In der Beschwerdeantwort vom 1
2.
August 2014 beantragte
die Beschwerde
gegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 8).
Dies wurde der Beschwerde
führerin am
1
3.
August 2014 zur Kenntnis gebracht (Urk. 10). Mit Eingabe vom 1
6.
Dezem
ber
2014 beantragte die Beschwerdeführerin, das Beschwerde
verfah
ren sei bis zum Vorliegen der Resultate der interdisziplinären Untersuchungen am Ärztezentrum
A._
einstweilen zu sisti
eren (Urk. 11). Daraufhin wurde
der Beschwer
de
führerin unter Hinweis auf die
voraussichtliche Verfahrensdauer mitgeteilt,
auch ohne Sistierung verbleibe genügend Zeit zur Einreichung des Berichts, wes
wegen die Beschwerdeführerin das Sistierungsgesuch nicht länger aufrecht erhielt
(Telefonnotiz vom 2
2.
Dezember 2014, Urk. 12).
Am
5.
April 2015 teilte die Beschwerdeführerin mit, dass der Bericht des Ärztezentrums
A._
noch
ausstehend sei und sie daher darum ersuche, dass der Entscheid nicht vor Juni 2015 gefällt werde (Urk. 13). Am 8. September 2015 erfolgte eine te
lefonische Nachfrage nach dem Verbleib
des
noch einzureichenden
Berichts, wobei nun ein Bericht über die für Ende September 2015 geplante Operation in Aussicht ge
stellt wurde (Urk. 14).
Am 2. November 2015 wurden der Beschwer
degegnerin die unterdessen erfolgten Eingaben der Beschwerdeführerin zur Stellungnahme zu
gestellt (Urk. 15), woraufhin die Beschwerdegegnerin am 1
6.
November 2015
auf das Einreichen einer Stellungnahme verzichtete (Urk. 16), was der Beschwer
deführerin
am 17. November 2015
mitgeteilt wurde (Urk. 17). Mit Eingabe vom 2
0.
November 2015 reichte die Beschwerdeführerin den Bericht über die Opera
tion vom 26. September 2015 ein (Urk. 18), wa
s der Beschwerdegegnerin am 23.
November 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 19).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Sie kann Folge von Ge
burts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächti
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausge
glichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
1.3
Die regionalen ärztlichen Dienste stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der me
di
zinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie set
zen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktio
nelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medi
zi
nischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmetho
den
können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allge
mei
nen
fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können
Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Un
tersuch
ungs
ergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014
,
E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis ver
sicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehö
ren
– nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuver
lässig
keit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014
,
E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt, die Beschwerdeführerin sei zwar bei Ablauf des Wartejahres in der angestammten Tätigkeit nur zu 50
%
arbeitsfähig gewesen, in einer behinde
rungsangepassten Tätigkeit sei jedoch eine volle Arbe
itsfähigkeit ausgewiesen
.
Davon ausgehend
ermittelte sie einen Invaliditätsgrad von 22
%
und verneinte
en
t
sprechend den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invali
denrente (Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte hiergegen vor,
bei der Tätigkeit als Pfleghilfe handle es sich um eine körperlich
durchgehend
anstrengende Arbeit
, für welche
sie vollumfänglich arbeitsunfähig sei. Die Arbeitsunfähigkeit werde durch den ge
scheiterten Arbeitsversuch nicht unterbrochen (Urk. 1 S. 4).
Die Ärzte des Spitals
Z._
hätten festgestellt, dass die Hüftprothese nicht vollstän
dig mit dem Obersch
enkelknochen verwachsen sei
. Die IV-Stelle habe bei der Invaliditäts
be
messung übersehen, dass die Beschwerdeführe
rin gelernte Pflegehelferin sei und eine Weiterbildung zur Pflegeleiterin absol
viere.
Diese Weiterbildung werde ihr zwar die Möglichkeit einräumen, ab und zu Bürotätigkeiten auszuüben, jedoch werde sie dennoch weiterhin körperlich anstrengende Pflegearbeiten ausführen müssen und nicht körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeiten, wovon die Beschwerdegegnerin ausgehe
(Urk. 1 S. 5)
. Angesichts der Ausbildung der Be
schwer
deführerin sei es sehr unrealis
tisch anzunehmen, dass sie ohne Weiteres eine andere Stelle in einer angepass
ten Tätigkeit finde
n würde
. Zudem seien die medizinischen Verhältnisse mo
mentan nicht stabil, sondern es seien weitere Untersuchungen am laufen (Urk. 5 S. 2).
Am 2
0.
November 2015 machte sie unter Beilage des Operationsberichts der
Klinik B._
über die Operation
vom 2
6.
September 2015 gel
tend,
es habe bereits seit der Hüfttotalprothesen-OP vom 2
1.
August 2012 ein mecha
nisches Problem bestanden. Der Kopf des Gelenkes
habe
nie rundherum auf
seiner ganzen Fläche in der Pfanne gesessen, was zu therapieresistenten Be
schwer
den und zur Revisionsoperation vom 2
6.
September 2015 geführt habe.
Symptome einer solchen Offset-Störung seien insbesondere Schmerzen im Lei
s
tenbereich bei längerer sitzender Tätigkeit, durchdringende Schmerzen bei der Hüftbeugung sowie stechende Schmerzen bei längerem Stehen oder Gehen, die sich über das ganze Bein ausbreiten könnten. Deswegen sei sie seit der ers
ten Operation vom 2
1.
August 2012 sowohl in ihrem angestammten Beruf als Pflegehilfe als auch in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig (Urk. 18).
3.
3.1
Am
4.
April 2012 wurden bei der Beschwerdeführerin in der
Klinik B._
eine Hüftarthroskopie, eine laterale sowie ventrale Dekompression, eine Entfernung der osteochondralen Gelenkkörper, eine Mikrofrakturing im Pfannen
dach, eine Labrumteilresektion sowie eine arthroskopische Offsetver
meh
rung links durchgeführt. Dies bei der Diagnose eines Hüftschmerzsyndroms bei femoroacetabulärer Dy
s
plasie vom Mischtyp, bei einem Knorpelschaden des Pfannendaches, einem freien osteochondralen Gelenkkörper und einer linksbe
tonten Labrumruptur (Urk. 9/14/7).
3.2
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie,
Klinik B._
, berichtete im Dezember 2012,
am 2
1.
August 2012 sei eine Hüftarthro
plast
i
k durchgeführt worden. Im Anschluss an diese Behandlung habe sich ein ausgeprägtes muskuläres Schmerzsyndrom gezeigt, welches sich nun langsa
m
besser
e
. Die Beschwerdeführerin sei nun in der Lage, kurze Strecken im Kreuz
gang unter zunehmender Vollbelastung durchzuführen und für kurze Strecken nehme sei keine Stöcke mehr
zu Hilfe
. Es sei vorgesehen, dass sie in ihrer an
gestammten Arbeit in der Spitex-Pflege wieder eingegliedert werde.
Seit dem 4. April 2012
sei sie zu 100
%
arbeitsunfähig, da sie nach Gehen und Stehen über einer Stunde an Schmerzen im linken Hüftgelenk leide (Urk. 9/14/2). Nach seiner Einschätzung sowie nach jener der Beschwerdeführe
r
in selber
bestehe kein Risiko, dass die Arbeit nicht wieder aufgenommen wer
den könne.
Mit einer partiellen Arbeitsaufnahme könne im Januar 2013 gerech
net werden (Urk. 9/14/3).
3.3
Dr.
med.
D._
,
Facharzt für Radiologie,
untersuchte die Beschwerdeführerin am 2
7.
September 2012 wegen hartnäckiger
Restschmerzen im Psoas nach der Hüft
totalprothese
vom 2
1.
August 2012 mit
tel
s CT-Untersuchung der linken Hüfte. Dabei
hielt er fest, es liege eine fis
surale, undislozierte Fraktur durch das Acetabulumdach vor. Die Prothesenkom
ponen
ten seien intakt, in regulärer Position und ohne Lockerungszeichen.
Fer
ner liege keine erkennbare Pathologie des M. illopsoas vor, weder computerto
mografisch noch sonografisch
(Urk. 9/14/15).
3.4
Am 2
3.
Mai 2013 stellte
Dr.
C._
folgende Diagnosen (Urk. 9/33/1):
Hüftrestschmerz-Syndrom mit rezidivierenden Belastungsschmerzen links bei
Status nach Hüftarthroskopie sowie Mikrofrakturierung
im Pfannen
dach, bei Kn
o
rpelläsionen im Acetabulum bei femoroacetabulärer Dysplasie mit Hüft-Impingement-Syndrom vom kombinierten CAM-Pinzer-Impingement Typ links
Status nach Implantation einer Hüfttotalprothese Typ Symbios am 21. August 2012 aufgrund persistierender Schmerzen
postoperative Fissur des Acetabulums.
Dr.
C._
gab an, in den Nachkontrollen vom Januar bis 1
3.
Mai 2013 habe sich tendenziell eine Besserung der Schmerzproblematik gezeigt. Im April 2013 habe sie erneut zugenommen, nachdem die Beschwerdeführerin eine sehr pflegeauf
wändige, übergewichtige Patientin zu betreuen gehabt habe. Aus diesem Grunde sei mit ihr besprochen worden, die Arbeitsfähigkeit wieder auf 50
%
zu redu
zie
ren, bis sich die Beschwerden wieder gelegt h
ätt
en (Urk. 9/33/1). Restbe
schwer
den, welche per Ausschluss nicht durch Komplikation wie implantatge
bundene Infektionen, Lockerung der Komponenten oder Komponenten-Impin
gement ab
hängig seien,
würden sich erfahrungsgemäss wieder soweit legen, dass auch körperliche Anstrengungen durchgeführt werden können (Urk. 9/33/2).
Am 1
0.
Dezember 2013
berichtete
Dr.
C._
, die Leistenschmerzenkomponente
sei durch die Leistenhernienrevision
vom 2
6.
September 2013
verbessert wor
den.
Die muskuläre Kompo
nente
lege sich aber nach den Aussagen der Be
schwerde
führerin nur wenig
. Bis Ende 2013 attestierte er der Beschwerdeführe
rin noch eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
(Urk. 9/41/
1-
2).
Er fügte an, die Be
schwerde
füh
rerin sehe eine Umschulung vor, da der Arbeitseinsatz in der kör
perlich anstreng
enden Spitexpflege nicht mehr möglich erscheine (Urk. 9/41/3).
Bei wechselbe
lastenden Tätigkeiten gab er an, diese seien
- ebenso wie rein sit
zende und rein
stehende Tätigkeiten -
während zwei bis vier Stunden pro Tag zumutbar (Urk. 9/41/5)
.
3.5
RAD-
Ä
rzt
in
med.
pract.
E._
, Fachärztin für Orthopädische Chirur
gie
und Traumatologie,
untersuchte die Beschwerdeführerin am
27. Februar
2014
orthopädisch/rheumatologisch (Urk. 9/44/1).
Als Diagnose nannte sie einen
Status nach einer Hüft-Totalprothese links und mass diesem Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit zu (Urk. 9/44/8).
Med. pract.
E._
führte aus, die Beschwer
deführerin habe über Schmerzen des linken Beines und
über
eine verminderte Belastbarkeit des Beines geklagt. Wenn sie sich zu sehr belas
tet habe, sei sie am folgenden Tag kaum gehfähig und ziehe das linke Be
in dann nach. Dauerhaftes Sitzen
löse ebenfalls Beschwerden aus. Sie müsse beim Sitzen häufig die Posi
tion wechseln oder zwischendurch aufstehen. Bei Bedarf nehme
sie als Schmerz
mittel Dafalgan ein (Urk. 9/44/1). Med. pract.
E._
beobachtete bei ihren
Untersuchungen eine Einschränkung der Beugung der linken Hüfte auf 100 Grad
(Urk. 9/44/6). Die Einschränkungen der Gehfähigkeit, welche
Dr.
C._
in seinem
am 1
0.
Dezember 2012 eingegangenen Bericht er
wähnt habe (vgl. vorstehende E. 3.2), bestünden hingegen nicht mehr. Aktuell arbeite die Beschwerdeführerin
in der angestammten Tätigkeit zu 50
%
und wende daneben viel Zeit und Aufwand ohne körperliche Belastung
für ihre Weiterbildung an der Pfleg
e
fach
schule auf
. Dies stütze die bei der Untersuchung gewonnene Einschätzung, dass eine angepasste Tätigkeit seit Aufnahme der an
gestammten Tätigkeit mit einem entsprechend höheren Pensum möglich sei.
In angepasster Tätigkeit bestehe seit April 2013 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Angepasst sei eine körperlich leichte,
wechselbelastend
e Tätigkeit
ohne regel
mässige Hebe- und Tragebelastungen über
15 Kilogramm, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüste
n, ohne häufiges Treppen
steigen und
ohne häufige hüftge
lenksbelastende Tätigkeiten. In der bisherigen Tätigkeit als Pflegehelferin be
stehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit seit April 2013 (Urk. 9/44/8).
3.6
Dem orthopädisch/traumatologischen Gutachten des Spitals
Z._
vom 23. Juni 2014 ist zu entnehmen,
die Beschwerdeführerin arbeite zurzeit mit einem Arbeitspensum von 50
%
, verteilt auf zwei bis drei Tage pro Woche (Urk. 6 S. 4). Sie klage im Zusammenhang mit ihrer Arbeit über Schmerzen im
Bereich des Oberschenkels links auf der Aussen- sowie der Vorderseite. Dabei hand
le es sich nicht um einen Dauerschmerz, sondern dieser trete nach längerer
Belas
tung, das heisst nach längerem Sitzen, Stehen oder
Geh
en auf (Urk. 6 S. 5
f.).
Bei der Untersuchung habe sich i
m Bereich des linken Hüftgelenkes eine deutli
che Druckschmerzhaftigkeit im Bereich des Trochanter majors mit Aus
strah
lung entlang des Tractus iliotibialis bis etwa auf Höhe des Kniegelenkes
gezeigt
. Im vorderen Anteil der Oberschenkelmuskulatur
bestehe
im proximalen Anteil des Musculus rectus femoris ebenfalls eine Druckdolenz. Die Mobilisation des Bei
nes im
Hüftgelenk
sei in allen Ebenen schmerzhaft (Urk. 6 S. 7).
Die Beugung des linken Hüftgelenks sei auf 100 Grad beschränkt (Urk. 6 S. 9).
Zudem beo
bachteten die Ärzte am linken Sprunggelenk eine Schwellung im Bereich des Aussenknöchels mit Druckschmerzhaftigkeit, aber bei freier Beweg
lichkeit (Urk. 6 S. 8). Zusammenfassend hielten sie fest, die Beschwerdeführerin klage über persistierende Schmerzen im Bereich des linken Hüftgelenkes nach Im
plantation einer Hüfttotalendoprothese im August 2012 (Urk. 6 S. 11).
Im wei
teren Verlauf sei es
,
möglicherweise durch eine Fehlbelastung bedingt
,
zu Schmerzen im Bereich des Kniegelenkes sowie des Sprunggelenkes gekommen (Urk. 6 S. 12).
Nach der im September 2013 durchgeführten Leistenhernienope
ration linksseitig würden vorwiegend belastungsabhängige Schmerzen im Be
reich des Hüftgelenkes persistieren, welche nach längerem Sitzen, Stehen oder
Gehen
auftreten würden. Die Dauer bis zum Auftreten der Schmerzen sowie
deren
Intensität seien unterschiedlich.
Bei der klinischen Untersuchung zeige sich heute ein inspektorisch unauffälliger Befund. Die Mobilisation des Beines im linken Hüftgelenk bereit
e
der Beschwerdeführerin jedoch in allen Ebenen
Schmerzen und die Rotationstests
seien positiv ausgefallen.
Röntgenologisch zeige
sich anhand der Aufnahme des Beckens vom 3
1.
März 2014 eine unver
ändert liegende Hüftprothese im Vergleich zu den vorangegangenen Aufnah
men
(Urk. 6 S. 12). Es zeige sich nun seit geraumer Zeit ein stationärer Befund. Die momentane Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin liege bei 50
%
. Sie gebe an, dass sie damit schon an ihre Grenzen gelangen würde. Insbesondere bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten seien die Schmerzen nach ihren An
gaben
deut
lich ausgeprägter, sodass sie kein grösseres Arbeitspensum bewälti
gen könne.
Anhand der klinischen Untersuchung und der Anamnese sei dem zuzustimmen. Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei jedoch denkbar. Dies im Falle der Be
treuung von weitgehend selbständigen Patienten. Hingegen liege die Arbeits
fähi
g
keit im Falle von pflegebedürftigen Patienten, die mobilisiert und ge
waschen werden müssen
,
bei 50
%
(Urk. 6 S. 13).
3.7
In seinem Bericht über die Operation vom 2
6.
September 2015 nannte
Dr.
C._
als Diagnosen insbesondere ein Hüftschmerzsyndrom links mit konsekutiver Ver
schlechterung und eine ungenügende knöcherne Einheilung respektive Schaft
lockerung (Urk. 18 S.
3
). Zur Indikation führte er aus,
das chronische Hüft
schmerzsyndrom sei therapieresistent auf alle bisher durchgeführten Be
hand
lungen. In der CT-Aufnahme zeige sich eine ungenügende knöcherne Ab
stütz
ung des Prothesenschaftes, was von den Ingenieuren der Firma als be
kanntes Problem erkannt worden sei.
Im SPECT CT zeige sich dieselbe Punkt
belastung des Schaftes mit entsprechender Aktivitätszunahme in Calcar sowie an der Prothesenspitze und im mitt
leren
Drittel der gegenüberliegenden Seite
. Somit
korrelierten die Befunde mit den Erfahrungen der Ingenieure. Durch die unge
nü
gende knöcherne Abstützung komme es zu Punktbelastungen und dadurch zu den
therapieresistenten Oberschenkelschmerzen. Andere Ursachen seien weit
geh
end ausgeschlossen.
D
aher
sei der am 2
6.
September 2015 operativ durch
geführte
Schaftwechsel
indiziert gewesen
(Urk. 18 S.
4
). Zur Nachbe
handlung hielt
Dr.
C._
fest, eine Mobilisation mit einer Teilbelastung von ma
ximal 30 Kilogramm könne durchgeführt werden, sobald von der Beschwerde
führerin genügend Mantelspannung ausgerichtet werden könne (Urk. 18 S.
5
).
4.
4.1
Die IV-Stelle stützt
e
sich bei ihrem Entscheid auf
die Ergebnisse der RAD-Unter
suchung. Med. pract.
E._
untersuchte die Beschwerdeführerin, be
rück
sich
tigte die von ihr geklagten Beschwerden sowie die Vorakten, erhob die Anam
nese sowie die Befunde und zog aus all diesen Komponenten ihre Schluss
folgerungen (vgl. Urk. 9/44).
Sowoh
l anhand der erhobenen Befunde der einge
schränkten Beugung des linken Hüftgelenks und des etwas verminderten Muske
l
reliefs im linken Oberschenkel, als auch angesichts der noch vorhande
nen Akti
vitäten mit 50%iger angestammter Tätigkeit und daneben Fortbildung ohne kör
perliche Belastung ist es nachvollziehbar, dass med. pract.
E._
die Be
schwer
deführerin in der angestammten Tätigkeit als zu 50
%
arbeitsfähig, in einer angepassten Tätigkeit
jedoch als uneingeschränkt arbeitsfähig erach
tete. Da
durch, dass sie nur körperlich leichte und zugleich wechselbelastende Tätig
keiten ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 15 Kilogramm, ohne
Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen und ohne häufige hüftgelenksbelastende Tätigkeiten für zumutbar erachtete (Urk. 9/44/8), trug sie den Angaben der Beschwerdeführerin, dass eine Überbe
lastung sowie dauerhaftes Sitzen zu Beschwerden führe (Urk. 9/44/1),
angemessen
Rechnung.
Auch den Ärzten des Spitals
Z._
gab die Beschwer
deführerin an, es handle
sich nicht um einen Dauerschmerz, sondern dieser trete nach längerer Belas
tung, das heisst nach längerem Sitzen, Stehen oder
Geh
en auf (Urk. 6 S. 5 f.). Mi
t dem von med. pract.
E._
formulierten Profil wer
den - bei der Mög
lich
keit zur Wechselbelastung
bei
nur leichten und keinen hüft
belastenden Tätigkeiten -
solche längeren, schmerzauslösenden Belastungen gänzlich vermieden, weshalb schlüssig ist, dass dafür eine volle Arbeitsfähigkeit
attestiert wurde
.
Mit dieser Beurteilung korrespondiert
die
jenige
des Spitals
Z._
, wonach
in einer angepassten Tätigkeit eine höhere Arbeitsfähigkeit
best
eh
e als die 50%ige
in der angestammten Tätigkeit
(
vgl. vorstehende
E.
3.6 bezieh
ungsweise Urk. 6 S. 13)
.
4.
2
Im Laufe des
Beschwerdev
erfahrens
reichte die Beschwerdeführerin den Bericht über die Operation vom 26. September 2015 ein (Urk. 18).
Nach ständiger Rechtspre
chung beurteilt das Sozial
versicherungsgericht die Ge
setz
mässigkeit des ange
fochtenen Entscheids in der Regel nach dem Sach
ver
halt,
der zur Zeit des Ab
schlusses des Verwaltungsverfahrens gegeben war. Tatsach
en, die jenen Sach
verhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegen
stand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE
131 V 242 E. 2.1, 121 V 362
E.
1b).
Dem ge
nannten Bericht sind insoweit Informationen zum relevanten Zeit
raum
zu
ent
nehmen, als das chronische Hüftrestschmerzsyndrom auf ein bekanntes Prob
lem mit dem eingesetzten Prothesenschaft zurückgeführt wurde
und dem
nach be
reits seit der Totalprothesen-Operation
im August 2012
bestand. Zur Arbeits
fä
higkeit äussert
e
sich der Operateur
Dr.
C._
demgegenüber nicht. Aus der ge
fundenen Ursache kann nicht auf eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit
sowohl in der angestammten als auch in der angepassten Tätigkeit geschlossen werden,
wie die Beschwerdeführerin dies tut
(Urk.
18 S. 2).
Die RAD-Beurteilung fusste nicht primär auf Ursachen und Diagnosen, sondern berücksichtigt wurden in erster Linie die Funktionalität und die geklagten Beschwerden. Daran ändert das Auffinden der Ursache nichts.
Es war auch nicht so, dass die zuvor beurteilen
den Ärzte von einem nicht objektivierbaren Beschwerdebild ausgegangen wä
ren
.
Nach dem Gesagten steht fest, dass med. pract.
E._
auch in Kenntnis der
nun eruierten Ursache keine andere Beurteilung abgegeben hätte, sondern den
noch
in erster Linie von dem ausgegangen wäre, was die Beschwerdeführe
rin effektiv noch konnte und wobei sie keine Schmerzen verspürte. Demzufolge erweckt der
B
ericht betreffend die Operation vom 2
6.
September 2015 keine
Zweifel an der RAD-Beurteilung.
Zusammengefasst
ist nichts ersichtlich, was den
Beweiswert des Berichts über die R
AD-Untersuchung schmälern würde, weshalb darauf abzustellen ist.
Demnach bestand im Zeitpunkt des Ablaufs des Warte
jah
res im April 2013 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätig
keit.
Zum Beginn des Wartejahres ist anzumerken, dass der Beschwerdeführerin - soweit aus den Akten ersichtlich - erstmals ab April 2012 eine Arbeitsunfä
hig
keit attestiert wurde
(Urk. 9/9/9 f.,
Urk. 9/14/2,
Urk. 9/15/3).
4.
3
Im Übrigen
macht
e
die Beschwerdeführerin
geltend, auf dem freien Arbeits
markt
finde sie nicht ohne Weiteres
eine Stelle
mit dem vom RAD formulierten Profil
. So sei sie weder hinsichtlich ihrer Ausbildung noch hinsichtlich ihrer sprach
lichen Fähigkeiten dafür qualifiziert, beispielsweise Büroarbeiten auszu
führen
(Urk.
5 S. 2
).
Im Invalidenversicherungsrecht kommt
e
s jedoch nicht da
rauf an,
ob die
versicherte Person
auf dem realen Arbeitsmarkt eine Stelle fin
det
. Viel
mehr
ist
der ausgeglichene Arbeitsmarkt massgebend (vorste
hende E. 1.1).
Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes ist ein theoretischer und ab
strakter Begriff, welcher dazu dient, den Leistungsbereich der Invaliden
versiche
rung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Er umschliesst einer
seits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nach
frage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar so
wohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Vorausset
zungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichts
punkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat,
ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten, und ob sie ein rentenausschlies
sen
des Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 321 E. 3b und 1985 S. 462 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.2). An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind praxis
ge
mäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen; diese hat vielmehr nur so
weit zu gehen, als im Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des Invali
ditäts
gra
des gewährleistet ist. Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf ab
zu
stellen,
ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnis
sen vermit
tel
t
werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeits
kraft noch
wirtschaftlich nützen könnte, wenn die verfügbaren Arbeits
plätze dem An
ge
bot
an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S.
290 f. E.
3b; Urteile des Bun
desgerichts I 273/04 vom 29. März 2005, I 591/02 vom 5. Mai 2004, I 285/99 vom 1
3.
März 2000 und U 176/98 vom 1
7.
April 2000). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen
vonseiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteile des Bun
desgerichts 9C_95/2007
vom 2
9.
August 2007
,
E. 4.3 und 9C_98/2014 vom 2
2.
April 2014
,
E. 3.1, je mit Hinweisen).
Im Bürobereich ist entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin eine An
stellung auch ohne spezifische Berufs- und Fachkenntnisse nicht ausge
schlossen.
Im Übrigen sind leichte, wechselbelastende und hüftgelenkschonende Tätigkei
ten keineswegs nur im kaufmännischen Bereich denkbar, sondern bei
spielsweise auch im Call Center oder im Rahmen von Kontroll- oder Überwa
chungsauf
gaben.
Zudem bestehen keine Hinweise darauf, dass die Beschwerde
führerin
nur
über unzureichende
sprachliche Kenntnisse
verfügen würde
, zumal eine Ver
stä
n
digung mit der Beschwerdeführerin in deutscher Sprache gut mög
lich ist (Urk. 9/44/1) und die Beschwerdeführerin bereits 13- oder 14-jährig in die Schweiz
gezogen ist (Urk. 9/6/2, Urk. 9/44/2).
D
er ausgeglichene Arbeitsmarkt
umfasst in verschiedensten Branchen
Stellen, die keine Berufs- oder Fach
kenntnisse voraussetzen und die keine hohen Anforderungen an die kör
perliche
Belastbar
keit oder an die sprachlichen Fähigkeiten stellen.
Demnach ist die Rest
arbeitsfä
higkeit der Beschwerdeführerin auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt verwert
bar.
Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz allgemein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vor
zukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen).
Es liegen keine Gründe vor, die einen Wechsel der
Arbeitsstelle für die Beschwerdeführerin unzumutbar machen würden bezie
hungs
weise ist sie gestützt auf diesen Aspekt der Schadenminderungspflicht ge
halten, in eine angepasste Tätigkeit zu wechseln, wenn dies dazu führt, dass sie keine Rentenleistungen der Invalidenversicherung beziehen muss.
Da ihr ein Berufswechsel nach dem Gesagten zumutbar ist,
ist dem Einwand
der Be
schwer
deführerin
, sie könne weder als Pflegehelferin noch als Pflegeleiterin ei
ner ange
passten Tätigkeit nachgehen
(Urk. 5 S. 2)
,
nicht zu folgen
.
5.
5.1
Die IV-Stelle
ging bei der
Ermittlung des Valideneinkommens
von einem Jahres
einkommen von Fr. 67‘936.-- im Jahr 2011 aus (Urk. 2 S. 2). Dieser Be
trag
stimmt überein mit dem im Jahr 2011 bei der
Y._
GmbH erzielten Brutto
einkommen (Urk. 9/15/9, Urk. 9/49/1).
Von diesem unbestrittenen Vali
denein
kommen ist auszugehen.
Da der allfällige Zeitpunkt des Rentenbeginns im Jahr
2013 liegt, ist dieser Betrag an die Nominallohnentwicklung anzupas
sen (Bun
des
amt für Sta
tistik [BFS], Schweizerischer Lohnindex nach Branche [20
10
= 100; im Internet abrufbar], Nominallohnindex
Frauen
[T1.
2
.
10
], Total; 20
11
: 101.
0
; 20
13
: 102.
6
).
Es resultiert ein Valideneinkommen von Fr.
69‘012.--.
5.2
Da der Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer Selbsteingliederungspflicht der Wechsel in eine angepasste Tätigkeit zumutbar wäre, ging die IV-Stelle zu
Recht von einem hypothetischen Einkommen gemäss der Schweizerischen
Lohn
strukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) 2010
aus.
Zur Fest
setzung des Invalideneinkommens ist
daher
auf die Tabelle TA 1 der
LSE
20
10
abzu
stellen. Der standardisierte Monatslohn (Vollzeitäquivalent basierend auf 4 1/3 Wochen à 40 Arbeitsstunden) für einfache und repetitive Tätigkeiten (An
forde
rungsniveau 4) für
Frauen
betrug
im Jahr 2010
Fr. 4'
225
.--. Dieser Betrag ist auf die im Jahr 20
13
betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden hochzurechnen (
BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsab
teilungen,
Total)
sowie an die Nominallohnentwicklung anzupassen (
vgl. vor
stehende E. 5.1
).
Daraus resultiert ein jährliches Bruttoeink
ommen von Fr.
54‘229
.-- (Fr. 4‘225
.-- x 12 : 40 x 41,7 :
100
x 102.
6
).
Durch die Wahl des Lohnes für einfache und repetitive Tätigkeiten trug die IV-Stelle dem vorge
brachten Um
stand, dass die Beschwerdeführerin für eine angepasste Tätigkeit über keine Aus
bildung oder Berufserfahrung verfügt, gebührend Rechnung.
5.3
Verglichen mit dem Valideneinkommen ergibt sich ein invaliditätsbedingter Min
derverdienst von Fr.
14‘783
.--
und somit ein Invaliditätsgrad von gerun
det
2
1
%.
Demzufolge hat die IV-Stelle den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente zu Recht verneint, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
Von der Verneinung des Anspruchs auf eine Rente nicht berührt ist der An
spruch
auf Eingliederungsmassnahmen. Aufgrund der behinderungsbedingt ver
min
der
ten Arbeitsfähigkeit (50 %) und der damit verbundenen Einkommensein
busse in der bisherigen Tätigkeit sind solche für die Beschwerdeführerin keines
wegs aus
geschlossen. Die Stellung eines entsprechenden Leistungsgesuchs ist der Beschwer
deführerin unbenommen.
6
.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung
von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kosten
pflich
t
ig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
8
00.
--
anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten
der Beschwer
deführerin
aufzuerlegen.