Decision ID: e40a0c3b-e974-4ce4-8949-cf4c8e6c751d
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. X.Y., 1921, eröffnete 1968 und 1980 auf seinen Namen lautende Konten bei einer
Liechtensteinischen Bank (nachstehend: Bank). Am 26. Juli 2000 schlossen er und
seine Ehefrau A.Y. einen Ehe- und Erbvertrag, mit welchem sie die güterrechtlichen
Verhältnisse der 1951 geschlossenen Ehe dem Güterstand der allgemeinen
Gütergemeinschaft nach Art. 221 ZGB unterstellten. Sie vereinbarten, dass mit
Ausnahme des gesetzlich festgelegten Eigenguts sämtliche Güter, insbesondere auch
durch bisherige und zukünftige Schenkungen oder Erbschaften erworbene
Vermögenswerte, dem Gesamtgut zugehören sollten (act. G 7/6 I/17 Beilage). Im Jahr
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2007 gründete X.Y. die Q.-Stiftung - eine Familienstiftung nach liechtensteinischem
Recht (nachstehend: Stiftung) - und brachte das Konto Nr. 00000 und das zugehörige
Wertschriftendepot ein. Gegenüber der Bank wurde er als wirtschaftlich Berechtigter
und Erstbegünstigter der Stiftung angegeben. Die Ehefrau wirkte an der
Stiftungsgründung nicht mit (act. G 7/6 II/1).
b. Nach dem Tod seiner Ehefrau am 4. Februar 2012 legte X.Y. im Rahmen der
amtlichen Inventarisierung die bisher nicht deklarierten Vermögenswerte bei der Bank
gegenüber der Steuerbehörde offen. Aufgrund der von ihm eingereichten Konto- und
Depotauszüge für die Jahre ab 2002 wurde er am 14. Juni 2013 für die Nachsteuern
2002 bis 2010 mit Fr. 318'709.10 (Kantons- und Gemeindesteuern; einschliesslich
Zinsen) bzw. Fr. 75'578.15 (direkte Bundessteuer; einschliesslich Zinsen; act. G 7/6 I/4)
veranlagt. In der dagegen erhobenen Einsprache machte X.Y. geltend, mit der
Gütergemeinschaft sei ein Gesamthandsverhältnis an allen Vermögenswerten
begründet worden. Die Ehegatten treffe je eine eigene Deklarationspflicht. Für die
Nachsteuer der bisher nicht deklarierten Einkünfte und Vermögenswerte seiner
verstorbenen Frau habe er deshalb nicht aufzukommen. Ihr Anteil sei im Rahmen der
vereinfachten Nachbesteuerung ihrer Erben für die drei dem Todesjahr vorangehenden
Steuerperioden (2009-2011) zu berücksichtigen (act. G 7/6 I/2). Das kantonale
Steueramt wies die Einsprache mit Entscheid vom 17. Juli 2013 ab (act. G 7/6 I/1).
Hiergegen liess X.Y. Rekurs (Kantons- und Gemeindesteuern) und Beschwerde (direkte
Bundessteuer) erheben (act. G 7/1). Diese wurden von der
Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 18. März
2014 abgewiesen, soweit sie darauf eintrat (act. G 2).
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt lic. iur. A. Rufener, St. Gallen, für X.Y.,
mit Eingabe vom 22. April 2014 Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid sei
aufzuheben und dahingehend abzuändern, dass die nicht deklarierten Einkünfte und
Vermögenswerte, welche auf A.Y. sel. entfallen würden, d.h. 1⁄2, nur für die Dauer von
drei Jahren (2009 bis 2010; sic!) berücksichtigt würden; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge (act. G 1).
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b. In der Vernehmlassung vom 7. Mai 2014 beantragte die Vorinstanz Abweisung der

Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids (act. G 6). Der Beschwerdegegner beantragte in der Vernehmlassung vom
28. Mai 2014 Abweisung der Beschwerde, verwies zur Begründung auf die
Darlegungen im angefochtenen Entscheid und machte ergänzende Ausführungen (act.
G 9). Die Beschwerdebeteiligte verzichtete auf eine Stellungnahme (vgl. act G 10).
c. Mit Replik vom 24. Juni 2014 bestätigte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
seine Anträge und Ausführungen (act. G 11).
d. Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit für den Entscheid
relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Da die steuerrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Kantone zur
Nachsteuer-Veranlagung vereinheitlicht sind, erledigte die Vorinstanz den Rekurs
betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern einerseits und die Beschwerde
betreffend die direkte Bundessteuer anderseits zu Recht im gleichen Entscheid, aber
mit getrennten Dispositivziffern; unter diesen Umständen durfte auch der
Beschwerdeführer die Beschwerden in einer gemeinsamen Rechtsschrift erheben (BGE
135 II 260 E. 1.3). Ebenso ist es zulässig, dass das Verwaltungsgericht über die
Beschwerden im gleichen Urteil entscheidet (vgl. BGer 2C_440 und 441/2014 vom 10.
Oktober 2014 E. 1.2).
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP; Art. 229 in Verbindung
mit Art. 196 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, StG; Art. 1 Abs. 3 und Art. 7 Abs. 2
der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 145
des Gesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, DBG). Der Beschwerdeführer
ist zur Beschwerde legitimiert, und seine Eingabe vom 22. April 2014 entspricht zeitlich,
formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 229 in Verbindung mit Art.
194 Abs. 1 StG in Verbindung mit Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 VRP; Art. 145 in
Verbindung mit Art. 140 Abs. 1 und 2 DBG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
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Die Kognition des Verwaltungsgerichts ist auf Rechtsverletzungen beschränkt; der
Beschwerdeführer kann sich sodann auch darauf berufen, die angefochtene Verfügung
oder der angefochtene Entscheid beruhe auf einem unrichtig oder unvollständig
festgestellten Sachverhalt (Art. 61 VRP).
2.
2.1. Das Recht, ein Nachsteuerverfahren einzuleiten, erlischt gemäss Art. 152 Abs.
1 DBG und Art. 203 Abs. 1 StG zehn Jahre nach Ablauf der Steuerperiode, für die eine
Veranlagung zu Unrecht unterblieben oder eine rechtskräftige Veranlagung
unvollständig ist. In ein Nachsteuerverfahren kann bzw. muss dementsprechend
grundsätzlich jede Steuerperiode mit einbezogen werden, solange seit deren Ablauf
noch nicht zehn Jahre verstrichen sind (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
Handkommentar zum DBG, 2. A. 2009, Rz. 2 zu Art. 152 DBG). Abweichend von
diesem Grundsatz beschränken Art. 153a Abs. 2 DBG und Art. 203bis Abs. 2 StG die
Nachsteuer im Rahmen der vereinfachten Nachbesteuerung der Erben auf die letzten
drei vor dem Todesjahr des Erblassers abgelaufenen Steuerperioden. Gemäss Art.
153a Abs. 1 DBG und Art. 203bis Abs. 1 StG haben alle Erben unabhängig
voneinander Anspruch auf eine vereinfachte Nachbesteuerung der vom Erblasser
hinterzogenen Bestandteile von Vermögen und Einkommen, wenn die Hinterziehung
keiner Steuerbehörde bekannt ist (lit. a), sie die Verwaltung bei der Feststellung der
hinterzogenen Vermögens- und Einkommenselemente vorbehaltlos unterstützen (lit. b)
und sie sich ernstlich um die Bezahlung der geschuldeten Nachsteuer bemühen (lit. c).
2.2. Die am 1. Januar 2010 in Kraft getretene Bestimmung zur vereinfachten
Nachbesteuerung von Erben (AS 2008 S. 4453) ist gemäss Art. 220a DBG erstmals
anwendbar auf Erbgänge, die nach dem Inkrafttreten eröffnet wurden. A.Y. verstarb am
4. Februar 2012. Sind die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, kommen ihre Erben
deshalb in den Genuss der vereinfachten Nachbesteuerung. Nicht von Belang ist, dass
die Nachsteuerperiode in den Zeitraum vor dem Inkrafttreten von Art. 153a DBG
zurückreicht (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Rz. 3 zu Art. 153a DBG).
Diese Bestimmung ermöglicht, dass die Erben in den Genuss der Milderung bei der
Erhebung der Nachsteuern kommen, die eigentlich vom Erblasser zu bezahlen
gewesen wären (vgl. Botschaft, in: BBl 2006 S. 8816). Bei verheirateten
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Steuerpflichtigen hat ein überlebender Ehegatte nicht nur die Stellung eines Erben,
sondern auch die eines Steuerpflichtigen. Die vereinfachte Nachbesteuerung ist nur für
die von einem Erblasser hinterzogenen Faktoren möglich. Kommen im
Inventarverfahren des Erblassers auch hinterzogene Vermögens- oder
Einkommensbestandteile des überlebenden Gatten ans Tageslicht, ist diesbezüglich
das ordentliche Nachsteuerverfahren (d.h. für zehn Steuerperioden) durchzuführen. Von
der vereinfachten Nachbesteuerung profitiert ein überlebender Ehegatte somit insoweit,
als es sich um eine Unterbesteuerung handelt, die auf Einkünfte und Vermögenswerte
des Erblassers zurückzuführen ist (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Rz. 11
zu Art. 153a DBG; Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das St. Gallische Steuerrecht, 7. A. 2014,
VII. Rz. 115 mit Hinweis auf StE 2012 Nr. 6).
3.
3.1. Unbestritten ist vorliegend, dass der Beschwerdegegner für die nach dem Tod
von A.Y. durch Selbstanzeige des Beschwerdeführers gemeldeten Einkommen und
Vermögen für die Steuerperioden 2002 bis 2010 zu Recht ein Nachsteuerverfahren
einleitete. Streitig ist jedoch, ob der Beschwerdeführer für die gesamten veranlagten
Steuerbeträge von Fr. 318'709.10 (Kantons- und Gemeindesteuern einschliesslich Zins)
bzw. Fr. 75'578.15 (direkte Bundessteuer einschliesslich Zins; act. G 7/6 I/4) - wie im
vorinstanzlichen Entscheid bestätigt - oder nur für die Hälfte dieser Beträge
aufzukommen hat. Mit Bezug auf die "andere Hälfte" fiele gemäss dem Standpunkt des
Beschwerdeführers eine Besteuerung für die zehn der Selbstanzeige vorangehenden
Jahre ausser Betracht. Vielmehr wäre nach seinem Dafürhalten die Gemeinschaft der
Erben von A.Y. sel. in Anwendung von Art. 203bis StG und Art. 153a DBG für die drei
dem Tod vorangehenden Steuerperioden (2009 bis 2011) zu besteuern (act. G 1). Das
Jahr 2011 steht vorliegend nicht im Streit, weil es im Zeitpunkt der Selbstanzeige noch
nicht rechtskräftig veranlagt war.
3.2.
3.2.1. Mit Ehevertrag vom 26. Juli 2000 unterstellten die Eheleute X.Y. und A.Y. die
güterrechtlichen Verhältnisse ihrer Ehe dem Güterstand der allgemeinen
Gütergemeinschaft, wobei sie vereinbarten, dass mit Ausnahme des gesetzlich
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festgelegten Eigenguts sämtliche Güter, insbesondere auch durch bisherige und
zukünftige Schenkungen oder Erbschaften erworbene Vermögenswerte, dem
Gesamtgut zugehören sollten (act. G 7/6 I/17 Beilage). Bei der Gütergemeinschaft
verfügen die Ehegatten - im Unterschied zum Güterstand der
Errungenschaftsbeteiligung - gemeinsam über das Gesamtgut, soweit nicht
gewöhnliche Verwaltungshandlungen in Frage stehen (vgl. Hausheer/Aebi-Müller, in:
Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 5. A. 2014, Rz. 4-13 zu Art. 228 ZGB). Beim
Gesamtgut handelt es sich um gemeinschaftliches Eigentum zur gesamten Hand, auf
welches die Regeln des Gesamteigentums zur Anwendung kommen, soweit das
Ehegüterrecht keine Sondervorschriften aufstellt (vgl. Hausheer/Aebi-Müller, a.a.O., Rz.
3 zu Art. 221 ZGB). - Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid zum Schluss,
dass sich angesichts der güterrechtlichen Differenzierung zwischen den Güterständen
der Errungenschaftsbeteiligung und der Gütertrennung einerseits und der
Gütergemeinschaft anderseits eine unterschiedliche Behandlung durch das Steuerrecht
grundsätzlich rechtfertigen liesse. Jedoch sehe die steuerrechtliche Rechtsprechung
von einer entsprechenden Unterscheidung ab. Die Steuerfaktoren der in rechtlich und
tatsächlich ungetrennter Ehe lebenden Ehegatten seien für die Steuerberechnung ohne
Rücksicht auf den Güterstand zusammenzurechnen. Das Steuerrecht trage folgerichtig
auch bei der Frage der Haftung für Steuerschulden dem jeweiligen Güterstand keine
Rechnung (act. G 2 S. 7 mit Hinweis auf BGE 122 I 139 E. 4e und 138 II 300 E. 2.1 [zur
Faktorenaddition]). Die güterrechtliche bzw. zivilrechtliche Qualifikation der
Vermögenswerte sei von der steuerrechtlichen Zuordnung einzelner
Einkommensbestandteile an den einen oder anderen Steuerpflichtigen zu
unterscheiden (act. G 2 S. 7 f.).
3.2.2. Der Beschwerdeführer lässt zur Begründung seines Standpunktes ausführen,
die gemeinsame Steuerpflicht der Ehegatten sei bei der vereinfachten
Nachbesteuerung von Erben irrelevant. Werde der Argumentation der Vorinstanz
gefolgt, wonach "die Steuerfaktoren der in ungetrennter Ehe lebenden Ehegatten für
die Steuerberechnung ohne Rücksicht auf den Güterstand zusammenzurechnen"
seien, hätte dies zur Folge, dass der überlebende Ehegatte, welcher Alleinerbe sei, im
Nachlass des Erstversterbenden nie die Bestimmung von Art. 153a DBG anrufen
könnte. Werde die Auffassung vertreten, dass gemeinsam steuerpflichtige Ehegatten
die Deklarationspflicht nur gemeinsam verletzen könnten, werde Art. 153a DBG
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ausgehebelt. Mit dem Abschluss des Ehe- und Erbvertrages vom 26. Juli 2000 seien
die auf den Namen des Beschwerdeführers lautenden Vermögenswerte zu Gesamtgut
geworden und hätten ab diesem Zeitpunkt den Bestimmungen von Art. 222 ZGB
unterstanden. Zur Eigentumsverfügung bedürfe es des einstimmigen Beschlusses der
Gesamteigentümer (Art. 222 Abs. 2 ZGB in Verbindung mit Art. 653 Abs. 2 ZGB).
Mangels einer abweichenden Bestimmung hätten die Eheleute ab dem 26. Juli 2000
über die auf den Namen des Beschwerdeführers lautenden Vermögenswerte zwingend
gemeinsam verfügen müssen. Die verstorbene Ehegattin des Beschwerdeführers hätte
jederzeit unter Berufung auf den Ehe- und Erbvertrag die bei der Bank deponierten
Vermögenswerte herausverlangen können. Die verstorbene Ehefrau habe für die
Vermögenswerte eine Deklarationspflicht getragen. Aus dem Umstand, dass der
Beschwerdeführer in den Beistatuten der Stiftung als Erstbegünstigter eingesetzt
worden sei, folge die steuerrechtliche Unbeachtlichkeit der Stiftung in der Schweiz. Die
Gütergemeinschaft bilde ein Gesamthandsverhältnis an den Vermögenswerten im Sinn
von Art. 652 ZGB. Gesamthandsverhältnisse im Sinn dieser Bestimmung würden auch
die Erbengemeinschaft, die einfache Gesellschaft und die Kollektivgesellschaft bilden;
die daran Beteiligten hätten ihre Anteile in der Steuererklärung zu deklarieren. Gleiches
müsse auch für Ehegatten gelten, welche gemeinsam steuerpflichtig seien, die aber in
Bezug auf ihren Anteil an einem Gesamthandsverhältnis je eine eigene
Deklarationspflicht treffe. Dies gelte auch für den Fall, dass beide Ehegatten an der
gleichen Erbengemeinschaft, einer einfachen Gesellschaft oder einer
Kollektivgesellschaft beteiligt seien. Der Ursprung des Gesamthandsverhältnisses
könne dabei nicht massgebend sein. Die Eheleute seien je für die Hälfte des
Gesamtgutes bzw. der daraus entstandenen Vermögenserträge deklarationspflichtig
gewesen. Daran ändere auch der Umstand nichts, dass sich der Beschwerdeführer
gegenüber der Bank als wirtschaftlich Berechtigter ausgegeben habe (act. G 1).
3.3.
3.3.1. Nach Art. 20 Abs. 1 StG und Art. 9 Abs. 1 DBG werden Einkommen und
Vermögen der Ehegatten, die in rechtlich und tatsächlich ungetrennter Ehe leben,
unabhängig vom Güterstand zusammengerechnet (Familienbesteuerung). Dieser
Grundsatz ändert nichts daran, dass für beide Ehegatten eine selbständige
Steuerpflicht besteht mit der Folge, dass die Voraussetzungen der subjektiven
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Steuerpflicht bei ihnen selbst erfüllt sein müssen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
a.a.O., Rz. 8 zu Art. 9 DBG; Zigerlig/Oertli/Hofmann, a.a.O., II. Rz. 6). Die selbständige
Steuerpflicht der Ehegatten kommt unter anderem im erwähnten Umstand zum
Ausdruck, dass die vereinfachte Nachbesteuerung nur für die von einem Erblasser
hinterzogenen, nicht jedoch für die vom überlebenden Ehegatten verschwiegenen
Faktoren möglich ist (vgl. StE 2012 Nr. 6). Sodann sind die Ehegatten nur für ihre
eigenen Steuerfaktoren mitwirkungs- und deklarationspflichtig, da sie auch nur für die
entsprechende Hinterziehung gebüsst werden können. Keine Rolle spielt dabei, ob und
gegebenenfalls inwieweit bei Ehepaaren der andere Ehegatte von diesen
Vermögenswerten bzw. Einkünften gewusst hat. Nichts daran ändert auch die
ehegüterrechtliche Einordnung und der damit verbundene Umstand, dass je nach
gewähltem Güterstand während der Ehedauer erzieltes Einkommen güterrechtlich
beiden Ehegatten zur Hälfte zustehen kann, wie dies etwa bei der
Errungenschaftsbeteiligung für Erwerbseinkommen ebenso zutrifft wie für aus
entsprechend generiertem Vermögen stammende Wertschriftenerträge (Art. 197 Abs. 2
ZGB; Zweifel/Casanova, Schweizerisches Steuerverfahrensrecht, Direkte Steuern,
Zürich 2008, § 17 Rz. 13; Zweifel in: derselbe/Athanas [Hrsg.], Kommentar zum
Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/2b, 2. A., Basel 2008, Rz. 25 f. zu Art. 113 DBG).
3.3.2. Vorliegend lauteten die nachträglich deklarierten Vermögenswerte allesamt nur
auf den Namen des Beschwerdeführers (vgl. vorstehend A.a.). Am 8. Februar 1995 und
23. Januar 1996 hatte er gegenüber der Bank erklärt, dass er für eigene Rechnung
handle. Am 15. Februar 2001 bestätigte er, dass er selbst der wirtschaftlich Berechtigte
sei. Im Zug der Gründung der Stiftung im Jahr 2007 wurde der Beschwerdeführer
ebenfalls als wirtschaftlich Berechtigter sowie als Erstbegünstigter angegeben (act. G
7/6 I/6 Beilagen, G 7/6 I/25, G 7/6 II/1). Die in Frage stehenden Vermögenswerte
können von daher nicht den Steuerfaktoren der verstorbenen Ehefrau zugeordnet
werden. Im Verfahren der vereinfachten Nachbesteuerung in Erbfällen ist entscheidend,
dass bis anhin nicht deklarierte Vermögenswerte zur Besteuerung kommen, und zwar
solche derjenigen Person, welche die Nachdeklaration wegen Versterbens nun nicht
mehr selber machen kann. Für den überlebenden Ehegatten sieht das Gesetz die
Möglichkeit der einmaligen straflosen Selbstanzeige vor (Art. 175 Abs. 3 DBG). Letztere
Möglichkeit wählte unmittelbar nach dem Tod seiner Frau auch der Beschwerdeführer.
Die nicht deklarierten Vermögenswerte können nicht mit der Begründung der
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Erblasserin zugeordnet werden, dass auch sie volle Kenntnis der unversteuerten
Vermögenswerte gehabt habe, zumal es wie aufgezeigt (E. 3.3.1) auf den Umstand des
Mitwissens nicht ankommt. Beim Gesamtgut der Gütergemeinschaft handelt es sich
um eine Rechtsgesamtheit besonderer Art. Sie ist als solche mit den
Personengesellschaften ausserhalb des Familienrechts an sich vergleichbar, unterliegt
jedoch einer eigenen rechtlichen Ordnung. Weder steht hier eine verselbständigte
Rechtspersönlichkeit in Frage, noch handelt es sich um ein besonderes eheliches
Vermögen, wie dies noch für die altrechtliche Gütergemeinschaft zutraf (Hausheer/
Aebi-Müller, a.a.O., Rz. 3 zu Art. 221 ZGB). Im Unterschied zu den vom
Beschwerdeführer erwähnten Personengesamtheiten (Art. 21 Abs. 1 StG, Art. 10 Abs. 1
DBG) und Erbengemeinschaften (Art. 22 Abs. 1 StG, Art 10 Abs. 1 DBG) fehlt es bei der
Gütergemeinschaft an einer (steuer-)gesetzlichen Regelung für eine anteilmässige
Zurechnung von Einkommen und Vermögen an die Ehegatten. Letzteres stellt auch der
Beschwerdeführer nicht in Frage (vgl. act. G 11 S. 2 III.2.). Aber selbst wenn die
Antwort auf die Frage der Ausscheidbarkeit eines "eigenen Anteils" am
güterrechtlichen Anspruch jedes Ehegatten anders ausfiele, würde dadurch die
Tatsache der im Aussenverhältnis kommunizierten alleinigen wirtschaftlichen
Berechtigung des Beschwerdeführers an den in Frage stehenden Vermögenswerten
nicht hinfällig. Mit der Vorinstanz (act. G 2 S. 8 Mitte) ist sodann festzuhalten, dass die
Auffassung, wonach die Ehegatten unter dem Güterstand der Gütergemeinschaft,
gleich wie die Mitglieder einer einfachen Gesellschaft, je eine eigene Deklarationspflicht
für ihre Anteile am Gesamthandsverhältnis treffe (act. G 11 S. 3 Mitte), mit dem
Grundsatz der Familienbesteuerung nicht in Einklang zu bringen wäre. Zwar kommt
dem sogenannten Vorversterben bei Ehegatten bzw. dem "Absterbensszenario" (act G
11 S. 3 Ziff. 8) im Ergebnis insofern eine erhebliche Bedeutung zu, als bei derselben
zivilrechtlichen Ausgangslage unterschiedliche Steuerfolgen eintreten können, je
nachdem, welcher Ehegatte vorverstirbt. Dies ist jedoch darin begründet, dass die
ordentliche Nachbesteuerung einerseits und die vereinfachte Nachbesteuerung in
Erbfällen anderseits - in einer vom Gesetzgeber gewollten Abgrenzung - von
unterschiedlichen Anknüpfungspunkten ausgehen. Vor dem Hintergrund dieser
gesetzlich vorgegebenen "Zweigleisigkeit" fällt auch die vom Beschwerdeführer
vorgeschlagene Alternative in der Auslegung des Gesetzeswortlautes (von Art. 203bis
StG; act. G 11 S. 3 Ziff. 11) ausser Betracht, indem nicht ohne Weiteres alle in den
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Nachlass fallenden Vermögenswerte von der vereinfachten Nachbesteuerung
profitieren können.
3.3.3. Weder von Seiten der Vorinstanz noch vom Beschwerdegegner wird eine
getrennte Besteuerung der Ehegatten bei Fortbestand der Gütergemeinschaft (vgl.
diesbezügliche Darlegungen des Beschwerdeführers in act. G 11 S. 2 f.) statuiert.
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (act. G 1 S. 5 f.) kommt Art. 153a
DBG nicht aufgrund der gemeinsamen Steuerpflicht der Ehegatten, sondern wegen der
alleinigen wirtschaftlichen Berechtigung des Beschwerdeführers an den in Frage
stehenden Vermögenswerten nicht zum Tragen. Die von ihm angeführte Tatsache,
dass er die auf ihn lautenden Konti mit Vermögenswerten des ehelichen
Gesamthandsverhältnisses äufnete und es sich dabei somit güterrechtlich um
Gesamtgut handelte (act. G 1 S. 8 mit Hinweis auf die gesetzliche Vermutung von Art
226 ZGB), vermag in steuerrechtlicher Hinsicht nichts daran zu ändern, dass die Konti
wirtschaftlich/obligationenrechtlich ihm selbst und nicht seiner Ehefrau zuzurechnen
sind bzw. waren. Der Hinweis des Beschwerdeführers, wonach die Ehegatten nach
Abschluss des Ehe- und Erbvertrages am 26. Juli 2000 gemeinsam über die auf den
Namen des Beschwerdeführers lautenden Vermögenswerte hätten verfügen müssen
(act. G 1 S. 6), trifft für das güterrechtliche (Innen-)Verhältnis der Ehegatten zu (vgl.
dazu insbesondere Hausherr/Aebi-Müller, a.a.O., zweiter Absatz von Rz. 15 zu Art. 222
ZGB), ändert jedoch nichts an der alleinigen wirtschaftlichen Berechtigung des
Beschwerdeführers gegenüber der Bank; letzteres wird auch von keiner Seite in Frage
gestellt. Die güterrechtliche Qualifikation der Vermögenswerte ist sowohl von der
obligationenrechtlichen Berechtigung des Gläubigers gegenüber der Bank als auch von
der - damit übereinstimmenden - steuerrechtlichen Zuordnung einzelner
Einkommensbestandteile an den einen oder den anderen Steuerpflichtigen zu
unterscheiden. Die vom Beschwerdeführer im Weiteren angeführte Unbeachtlichkeit
der im Jahr 2007 gegründeten Stiftung für das schweizerische Steuerrecht (act. G 1 S.
7 mit Hinweis auf VerwGE B 2007/16 vom 29. August 2007) bzw. die fehlende
Anerkennung der Stiftung als eigenes Steuersubjekt stellt die alleinige wirtschaftliche
Berechtigung des Beschwerdeführers an den zur Diskussion stehenden
Vermögenswerten nicht in Frage. Vielmehr wird diese dadurch noch bestätigt.
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Mit der Nachsteuer werden die Zinseinkünfte auf Bankguthaben, die auf den Namen
des Beschwerdeführers lauteten, sowie die Bankguthaben als Vermögen erfasst. Es
handelt sich deshalb um Steuerfaktoren, die ihm anzurechnen sind. Die Hinterziehung
dieser Steuerfaktoren kann steuerstrafrechtlich nicht der verstorbenen Ehefrau
angelastet werden. Dass die Steuererklärungen regelmässig auch von ihr unterzeichnet
wurden, zog nicht ihre steuerstrafrechtliche Verantwortlichkeit nach sich. Gemäss
Art. 180 DBG und Art. 153 StG kann die steuerpflichtige Person, die in rechtlich und
tatsächlich ungetrennter Ehe lebt, nur für die Hinterziehung ihrer eigenen
Steuerfaktoren gebüsst werden und allein die Unterzeichnung der Steuererklärung stellt
keine Mitwirkungshandlung im Sinn von Art. 177 DGB und Art. 250 StG dar. Da für die
Unterbesteuerung damit einzig der Beschwerdeführer als überlebender Ehegatte - und
nicht die Erblasserin - verantwortlich ist, ist die Auffassung der Vorinstanz, dass die
Nachsteuer nicht zur Hälfte gestützt auf Art. 153a DBG und Art. 203bis StG für die
dreijährige Periode, sondern für die zehnjährige Nachsteuerperiode gemäss Art. 152
Abs. 2 DBG und Art. 203 Abs. 1 StG zu erheben ist, zutreffend.
4. Der Beschwerdeführer lässt in formeller Hinsicht rügen, dass im
angefochtenen Entscheid die rechtliche Beurteilung des Beschwerdegegners, wonach
ausschliesslich der Beschwerdeführer die Deklarationspflicht verletzt habe, in einem
einzigen Satz, ohne sich mit den vom Beschwerdeführer vorgetragenen Argumenten
auseinanderzusetzen, als richtig qualifiziert worden sei. Dadurch sei das rechtliche
Gehör verletzt worden (act. G 1 S. 8). - Die grundsätzliche Pflicht einer Behörde, ihren
Entscheid zu begründen, folgt aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör. Dabei sind die
Anforderungen an die Begründungsdichte unter Berücksichtigung aller Umstände des
Einzelfalls sowie der Interessen der Betroffenen festzulegen. Die Begründung muss so
abgefasst sein, dass der Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht
anfechten kann. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt
werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid
stützt. Je grösser der Spielraum der Behörde (unter anderem infolge Ermessen) und je
stärker der Entscheid in die individuellen Rechte eingreift, desto höhere Anforderungen
sind an dessen Begründung zu stellen (BGE 112 Ia 107 E. 2b mit Hinweisen; BGE 118
V 58). Die Verwaltung darf sich nicht damit begnügen, die von der betroffenen Person
vorgebrachten Einwendungen zur Kenntnis zu nehmen und zu prüfen; sie hat ihre
Überlegungen auch namhaft zu machen und sich dabei ausdrücklich mit den
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Einwendungen auseinander zu setzen oder zumindest die Gründe anzugeben, weshalb
sie gewisse Gesichtspunkte nicht berücksichtigen kann (BGE 124 V 180 E. 2b). - Die
Vorinstanz begründete den angefochtenen Entscheid im Wesentlichen mit dem
Hinweis auf die einschlägigen rechtlichen Grundlagen und den massgebenden
Sachverhalt. Sie zeigte die Überlegungen, von denen sie sich leiten liess, in
zureichender Weise auf und setzte sich mit den wesentlichen Gesichtspunkten
auseinander. Eine Verpflichtung, sich mit jeder tatbeständlichen Behauptung oder
jedem rechtlichen Einwand zu befassen, besteht nicht (vgl. BGE 124 V 180 E. 1a). Ein
Begründungsmangel ist somit nicht ersichtlich.
5. (...).