Decision ID: a6b343ad-2ebe-4c65-9545-e7d49e480ae8
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1957 geborene
X._
war - ohne einen Beruf erlernt zu haben - als Maur
er tätig, zuletzt bei der
Y._
(Urk. 8/5/5). Am 28. April 2007 meldete er sich bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug einer Invalidenrente an, da er infolge einer
Sarkoidose
arbeitsunfähig sei (Urk. 8/5). In der Folge tätigte die IV-Stelle medi
zi
nische und erwerbliche Abklärungen. Nach durchgeführtem
Vorbescheidver
fahren
(Urk. 8/23-25 und Urk. 8/33-34) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung
vom 12. Juli 2007 einen Leistungsanspruch (Urk.
8/36), wogegen der Versi
cherte
am 12. September 2007 Beschwerde erhob (Urk. 8/42). Mit Urteil IV.2007.01169 vom 28. Januar 2008 hiess das hiesige Gericht die Beschwerde in dem Sinne gut, dass es die Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung (Einholung eines Gutachtens) und zum Neuentscheid zurückwies (Urk. 8/50). Daraufhin liess die IV-Stelle den Versicherten
an der
Klinik und Poliklinik für Innere Medizin des
Z._
begutachten
(
internisti
sches
Gut
achten vom 29. Mai 2008, Urk. 8/58). Mit Vorbescheid vom 24. September 2008 (Urk. 8/61) stellte die IV-Stelle dem Versicherten - bei ei
nem Invaliditätsgrad von 62 % - die
Zusprache
einer
Dreiviertelsrente
ab 1. Oktober 2007 in Aus
sicht. Nach Prüfung der erhobenen Einwände (Urk. 8/70) sprach die IV-Stelle
X._
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 67 % eine
Drei
viertelsrente
ab 1. Oktober 2007 zu (Urk. 8/81
und Urk. 8/87
).
1.2
Am 8. März 2010 (Eingangsdatum) beantragte der Versicherte eine Erhöhung
seiner Invalidenrente, da sich sein Gesundheitszustand verschlechtert habe (Urk. 8/92).
In der Folge tätigte die IV-Stelle aktuelle medizinische und erwerb
liche Abklärungen und liess den Versicherten begutachten
(
internistisches
Gut
achten vom
23. Februar 2011 [Urk.
8/
10
8
] und neurologisches Gutachten vom 13. Februar 2012 [Urk. 8/126]). Am
5. März 2013 führte
Dr.
med.
Dr.
rer
. pol.
A._
, Facharzt für Innere Medizin, vom Regionalen Ärztli
chen Dienst (RAD) eine internistische Untersuchung des Versicherten durch (Untersuchungsbericht vom 17. April 2013, Urk. 8/138).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
verfügte die IV-Stelle am 1. Oktober 2014 die Abweisung des Rentenerhöhungsgesuches (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 4. November 2014 Beschwerde und beantragte, es sei ihm mit Wirkung ab 1. April 2010 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen, eventuell sei ein interdisziplinäres gerichtliches Fach-Gutachten einzuholen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolge
n
zu Lasten der
Beschwer
degegnerin
(Urk. 1, unter Beilage diverser Arztberichte, Urk. 3/1-18). Die
Be
schwerdegegnerin
schloss mit Beschwerdeantwort vom 3. Dezember 2014 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 8/
1-
170), was dem Beschwerdeführer am 8. Dezember 2014 mitgeteilt wurde (Urk. 9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
an
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesent
lichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn
sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesund
heitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hin
wei
sen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in
seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
des
gerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszu
stan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
ons
grund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beur
tei
lung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
sprache
ent
scheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
bemessung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1
.2
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf ihre Abklärungen davon aus, dass aus versicherungsmedizinischer Sicht der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers unverändert geblieben sei.
2.2
Der Beschwerdeführer hält dagegen, dass sich seine gesundheitliche Situation deutlich verschlechtert habe. So seien neue Beschwerdebilder hinzugekommen, wodurch sich das Arbeitsprofil merklich weiter eingeengt habe. Er weise eine maximale Arbeitsfähigkeit von 30 % auf, was durch die Einholung eines inter
disziplinären Fachgutachtens zu bestätigen sei.
Vergleichszeitpunkt für die gesundheitliche Situation
sei das Verfügungsdatum (1. Oktober 2014), weshalb auch die Ereignisse seit dem 11. September 2014 in die Beurteilung einzubeziehen seien. Diese Sachverhalte erlaubten im Übrigen auch Rückschlüsse auf die Zeit davor, da die entsprechenden Basisumstände doch schon vorhanden gewesen seien. Soweit die Berichte aus der Zeit nach dem 1. Oktober 2014 stammten, seien sie zu berücksichtigen, weil sie die medi
zinische Situation per Stichtag erhellten.
Im Weiteren sei aufgrund der neuen Gegebenheiten ein Leidensabzug im Maximum von 25 % angemessen
(Urk. 1)
.
3.
Die Rentenverfügung vom 14.
Mai
2009 (Urk. 8/81 und Urk. 8/87
) basierte im Wesentli
chen auf dem
internistischen
Z._
-Gutachten vom 29. Mai 2008 (Urk. 8/58), worin folgende Diagnosen gestellt wurden (vgl. Feststellungsblatt für den Be
schluss vom 19. August 2008, Urk. 8/60/3):
1.
Sarkoidose
Stadium IV (Erstd
iagnose Oktober 2006, ICD-10: D
86.0)
2.
Hypertensive
Kardiopathie (Erstdiagnose Juli 2008, ICD-10: I 11.9)
-
diastolische Dysfunktion Grad I
Aufgrund der bekannten
Sarkoidose
im Stadium IV, der eingeschränkten pul
monalen Leistungsfähigkeit sowie der immunsuppressiven Behandlung sei der Beschwerdeführer in seinem bisher ausgeübten Beruf als Maurer zu 100 % ar
beitsunfähig, da für die Tätigkeit als Maurer die kardiopulmonalen Leistungs
reserven annähernd normal sein müssten. In einer angepassten Tätigkeit (keine körperliche Belastung, keine Exposition zu
inhalativen
N
o
xen) sei der Be
schwerdeführer zu 50 % arbeitsfähig.
Nach den lungenfunktionellen Kriterien handle es sich um eine mindestens mittelschwere Einschränkung, so zeige sich die das gewöhnliche Mass übersteigende Atemnot bereits bei einer alltäglichen leichten Belastung (Spazierengehen über 3-4 km/h, Treppensteigen bis zu einem Stockwerk). Zusätzlich verursachten der chronische Krankheitsprozess sowie die immunsuppressive Behandlung eine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit. Die neu diagnostizierte arterielle Hypertonie sei behandlungsbedürftig, die diastolische Dysfunktion sollte unter guter Blutdruckeinstellung keinen Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit haben. Aufgrund des atypischen Verlaufes (keine Besserung nach langjähriger Steroidtherapie) mit fortgeschrittenem Stadium und rascher Progredienz sei seitens der
Sarkoidose
keine Besserung der Be
schwerden zu erwarten. Eine Aussage bezüglich Fortschreiten der Erkrankung sei nicht möglich, mit einer weiteren Abnahme der Lungenfunktion sei jedoch zu rechnen
(Urk. 8/58/3-4)
.
4.
4.1
Die Verfügung vom 1. Oktober 2014 (Urk. 2), mit welcher das
Rentener
höhungsgesuch
des Beschwerdeführers abgewiesen wurde, basiert im Wesent
lichen auf folgenden medizinischen Unterlagen:
4.2
Anlässlich der internistischen Untersuchung vom 5. März 2013 (Urk. 8/138) stellte
Dr. Dr.
med.
A._
, Facharzt für Innere Medizin, folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Sarkoidose
im Stadium IV (Erstdiagnose Oktober 2006) mit
oberlappen
be
tonter sowie mediastinaler und
hilärer
Lymphadenopathie
,
Atem
not, teilweise parallel Schwindel; Differenzialdiagnose situative
Hyperventilation
-
zusätzlich obstruktive Ventilationsstörung - COPD ohne
Nikotin
expo
sition
-
Schmerzen und Schwellung linkes oberes Sprunggelenk im Rahmen der
Sarkoidose
-
in Rückenlage assoziiertes obstruktives Schlafapnoesyndrom, wobei seit
2011 eine CPAP-Beatmung eingestellt sei
-
hyperthrophe
nicht obstruktive
Kardiomyopathie
aktuell im NYHA-
Stadium II mit diastolischer Relaxationsstörung
-
arterieller Hypertonus mit RR-Peaks
Nach Massgabe des internistischen Untersuchungsbefundes sei eine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gesamthaft zu objektivieren. Im Vorder
grund stehe eine
Sarkoidose
im Stadium IV, wobei es immer wieder zu Schmer
zen und Schwellungen - zuletz
t im oberen Sprunggelenk - komme
. Atemnot und Schmerzen im Gelenkbereich schränk
t
en die Gehfähigkeit ein. Mit dem Beginn (Erstdiagnose einer
Sarkoidose
im Stadium IV) sei eine Tätigkeit als Maurer nicht mehr möglich. Eine adaptierte Tätigkeit sei seit dieser Zeit zu 50 % möglich. Dabei soll es sich um eine leichte körperliche Tätigkeit, die im Sitzen ausgeführt werde, handeln. Raumluftverunreinigungen seien zu vermeiden. Eben
falls sei eine
Infektexposition
zu vermeiden.
Ein
weiterer medizinischer Abkläru
ngsbedarf sei aktuell nicht ableitbar.
Der Beschwerdeführer wünsche berufliche Massnahmen im Sinne einer Umschulung beziehungsweise eines Wechsels der Arbeitstätigkeit. Prognostisch sei eine weitere Steigerung einer adaptierten Tätigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auszuschliessen
(Urk. 8/138/4-5)
.
4.3
Dr.
med. B._
, Facharzt FMH Innere Medizin, speziell Lungenkrankheiten, diagnostizierte in seinem Bericht vom 2
2.
Juli 2013 (Urk. 8/146) eine
Sarkoi
dose
(bestehend seit 2003, diagnostiziert im Oktober 2006).
Dem Beschwerde
führer sei die Arbeit als Bauarbeiter unbestritten nicht mehr möglich. Aktuell zeige sich eine maximale Leistungsfähigkeit von 85 Watt, wobei dieser Wert
bei 48 % der erwarteten Leistungsfähigkeit liege und sehr gering sei. Dann klage der Beschwerdeführer bereits über Erschöpfung und Atemnot. Bei dieser Leis
tungsfähigkeit sei d
as
für ihn mögliche Atemminutenvolum
e
n voll ausge
schöpft und könne nicht mehr erhöht werden. Der Beschwerdeführer dürfte während seiner gesunden Zeit als Bauarbeiter eine maximale Leistungsfähigkeit von wesentlich mehr als 300 Watt erreicht haben, weshalb nur
ungefähr
1/3 seiner vor
mals möglichen Arbeitsleistung möglich sei. Die aktuell noch vorhandene
Leis
tungsmöglichkeit
benötige er für seine normalen, täglichen Verrichtungen wie Toilette, Anziehen und übliche Haushaltstätigkeit
. Eine ursächliche Behand
lung der
Sarkoidose
sei nicht bekannt. Prognostisch sei mit einer weiteren Zunahme der Beschwerden und einer weiteren Abnahme der körperlichen Leis
tungsfähigkeit zu rechnen. Die Arbeitsfähigkeit des Be
schwerdeführers
schätze er
deshalb in einem Bereich, in dem keine körperliche Leistungsfähigkeit erwartet werde und bei einem Arbeitsplatz, der in minimaler Distanz erreicht werden könne, auf deutl
ich weniger als 50 %
. Die Arbeitsfähigkeit dürfte vor
aus
sichtlich bei
einem solchen Beruf zwischen
25
-30 % liegen. Eine Besserung
der Leistungsfähigkeit könne mit medizinischen Massnahmen nicht erreicht werden.
4.4
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, führte in seinem Bericht vom 27. Januar 2014 (Urk. 8/160) folgende Diagnosen ohne
(recte: mit)
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf:
-
Sarkoidose
(bestehend seit 2003, diagnostiziert 2006)
-
hyperthrophe
, nicht obstruktive
Kardiomyopathie
-
Hypertonie
-
rezidivierende Synkopen
Der Beschwerdeführer sei seit Oktober 2006 in seiner bisherigen Tätigkeit als Maurer zu 100 % arbeitsunfähig. Die Atemnot trete auch bei leichter körperli
cher Arbeit auf. Mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit könne nicht gerechnet werden. In Anbetracht der körperlichen Einschränkungen und der intellektuellen Möglichkeiten des Beschwerdeführers
komme wohl keine Erwerbstätigkeit mehr in Frage.
4.5
4.5.1
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens gingen diverse weitere Berichte ein (Urk. 3/1-18), wobei für die richte
rliche Beurteilung eines Falles
grund
sätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des
Verwal
tungsver
fahrens
massgebend sind. Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sind jedoch insoweit zu berück
sichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sach
zusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeit
punkt des
Entscheiderlasses
zu beeinflussen (BGE 121 V 362 E. 1b; 99 V 98).
4.5.2
Dem
(provisorischen)
Austrittsbericht des
D._
vom
23
. Oktober 2014 (Urk. 3/
17) ist zu entnehmen, dass
der Beschwerdeführer vom
13.
bis am 23. Oktober 2014
im
D._
hospitalisiert war
(nachdem er sich bereits vom 11. September bis 7. Oktober 2014 [Urk. 3/12] im
D._
und vom 7.
b
is 12.
Oktober 2014 im Rehabilitationszentrum der
E._
[Urk. 3/12] aufgehalten hatte). Folgende Diagnosen wurden aufgeführt
:
1.
Rezidivierender Pneumothorax links
-
aktuell: mit ausgeprägtem Weichteilemphysem
-
Einlage
Thoraxdrainage
am 12. Oktober 2014 (Spital
F._
)
-
Status nach
thorakoskopis
c
her
Lungendekortikation
am
23. September 2014
-
Status nach
Thoraxdrainage
vom 11. bis 16. September 2014
-
Status na
ch
Pleurapunktion
am 18. September 2014
-
Status nach sekundärem
Seropneumatothorax
und
Weichteilemphysem links am 11. September 2014
2.
Verdacht auf
pleurale
Aspergillen
-Infektion (Erstdiagnose am
25. September 2014)
2.
Sarkoidose
(Erstdiagnose Oktober 2006) mit ausgeprägtem pulmonale
m
Befall
und Gelenksbefall
-
Kave
rne im linken Oberlappen, ausgepr
ägte interstitielle
Veränderungen oberlap
penbetont und mediastinale und
h
iläre
Lymphadenopathie
-
mittelschwere restr
iktive Ventilationsstörung mit mittelschwer
eingeschränkter CO-Diffusionskapazität
-
zusätzliche obstruktive Ventilationsstörung bei
Nieraucher
-Status
-
fraglicher ZNS-Befall
-
Gonarthritis rechts
3.
Nicht obstruktive hypertrophe
Kardiomyopathie
, Differentialdiagnose im
Rahmen der
Sarkoidose
mit diastolischer Relaxationsstörung
4.
Rückenlage-assoziiertes obstr
u
ktives Schlafapnoesyndrom
-
intermittierend unter CPAP-Therapie seit Dezember 2009
5.
Arterielle Hypertonie
5.
5.
1
Da f
ür die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung für das Sozialversicherungsgericht in der Regel der Sachverhalt massgebend
ist
, der zur Zeit des Erlasses des angefochten
en Verwaltungsaktes gegeben war (1. Okto
ber 2014, vgl. Urk. 2), sind im vorliegenden Fall auch die Ereignisse seit dem 11. September 2014 (vgl. Urk. 3/1-18) in die Beurteilung miteinzubeziehen.
5.
2
Aus den im Beschwerdeverfahren eingereichten Arztberichten (vgl. Urk. 3/1-18
, den Zeitraum vom 11. September bis 23.
Oktober 2014
umfassend
) ergibt sich, dass der Beschwerdeführer seit dem 11. September 2014 mehrere Pneumo
tho
rax
e
und zahlreiche Entzündungen erlitten hat
und deswegen während rund
sechs Wochen hospitalisiert war und mehrfa
ch operiert werden musste (vgl.
insbesondere Urk. 3/17).
Eine anspruch
s
erhebliche Verschlechterung des Gesund
heitszustandes des Beschwerdeführers ist aufgrund dieser Umstände
mögl
ich.
5.3
Die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers im für die Beurteilung massgeblichen Zeitpunkt des Verfügungser
lasses (1. Oktober 2014) lassen sich aufgrund der vorliegenden medizinischen Aktenlage nach d
em erlittenen
Lungen
kollaps
und
der
daraus resultierende
n möglichen weiteren
Einschrän
kung der Ar
beitsfähigkeit jedoch nicht zuverlässig beurteilen. Die Sache ist daher zur Ergänzung des me
dizinischen Sachverhaltes und zum Neuentscheid an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
6.
6.1
Die Gerichtskosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- und Fr. 1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf Fr. 500.-- anzusetzen und
aus
gangsgemäss
der Beschwerdegegnerin als unterliegender Partei aufzuerlegen.
6.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57), weshalb der vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat. Diese wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeiten des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3 des Gesetzes über das
Sozialversiche
rungsgericht
[
GSVGer
]) und auf Fr. 1‘500.-- (inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer) festgesetzt.