Decision ID: de3bfcd4-68a7-4f70-98c1-df9625163b6e
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1966 geborene X._, Maschineningenieur HTL, meldete sich unter Hinweis auf eine psychische Erkrankung am 25. Oktober 2007 erst
mals bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/3). Nach ei
nem erfolgreichen Arbeitstraining konnte der Versicherte per 1. Juli 2008 wie
der eine Festanstellung als Maschineningenieur bei der Y._ an
treten (Urk. 6/36; vgl. auch Urk. 6/60/1-22, Urk. 6/148/2). Mit Verfügung vom 24. August 2009 sprach die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, dem Versicherten daraufhin rückwirkend vom 1. Oktober 2007 bis 31. März 2008 eine befristete ganze Invalidenrente zu
(Urk. 6/67, vgl. auch Urk. 6/45).
1.2
Per 31. Juli 2009 war das Arbeitsverhältnis wieder aufgelöst worden (Urk. 6/60/22). Bereits am 5. Juni 2009 hatte sich der Versicherte unter Hinweis auf eine psychische Erkrankung und Arbeitsunfähigkeit seit 11. Februar 2009 erneut bei der Invalidenversicherung für Massnahmen zur beruflichen Einglie
derung angemeldet (Urk. 6/46). Die IV-Stelle veranlasste eine psychiatrische Be
gutachtung durch Dr. med. Z._, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe
rapie FMH (Expertise vom 21. Dezember 2009, Urk. 6/76). Nachdem der Versi
cherte bei der Y._
am 1. Januar 2010 wiederum eine Stelle (in einem Pensum von 80 % beziehungsweise gestaffelt nach seinem Leistungsver
mögen) aufgenommen hatte (Urk. 6/111/2
3), verneinte die IV-Stelle mit Verfü
gung vom 7. April 2010 einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversiche
rung (Urk. 6/84).
1.3
Nach erneuter (Teil-)Arbeitsunfähigkeit seit 1. November 2010 meldete sich der Versicherte am 21. Mai 2011 bei weiterhin laufendem Arbeitsverhältnis mit der Y._ abermals bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (berufliche Eingliederung/Rente) an (Urk. 6/95; Urk. 6/102, Urk. 6/111). Mit Verfügungen vom 30. Juli 2012 sprach ihm die IV-Stelle - infolge verspäteter Anmeldung erst mit Wirkung ab 1. Mai 2011 statt November 2010 - bei einem Invaliditätsgrad von 50 % eine halbe und mit Wirkung ab Juli 2011 bei einem Invaliditätsgrad von 75 % eine ganze Invalidenrente zu (Urk. 6/129 und Urk. 6/137-139).
1.4
Mit dem von Amtes wegen zugestellten Fragebogen zur Revision der Invaliden
rente (Urk. 6/146) informierte der Versicherte die IV-Stelle über die aus wirt
schaftlichen Gründen erfolgte (vgl. Urk. 6/150/2 oben) Kündigung seines Ar
beitsverhältnisses mit der Y._ per 30. Juni 2013 (Urk. 6/142
143). Die IV-Stelle tätigte medizinische und erwerbliche Abklärun
gen und führte am 30. Juli 2013 mit dem Versicherten ein Standortgespräch (Urk. 6/150). Am 27. November 2013 erteilte sie Kostengutsprache für eine Po
tentialabklärung vom 25. November bis 20. Dezember 2013 durch die A._ (Urk. 6/162-163, Urk. 6/168). Am 6. Januar 2014 trat der Versicherte einen Arbeitsversuch für zunächst drei Mo
nate an (Urk. 6/169, Urk. 6/175-176), der für weitere drei Monate verlängert (Urk. 6/187, Urk. 6/190) und durch ein Jobcoaching begleitet wurde (Urk. 6/176).
Per 1. Juli 2014 trat der Versicherte eine Anstellung als Konstruktionsingenieur auf Stundenlohnbasis mit einem Pensum von maximal 50 % (21 Wochen- stunden) an (Urk. 6/201/5-6); die IV-Stelle gewährte ihm am 8. Oktober 2014 Beratung und Begleitung während eines Jahres ab Arbeitsauf
nahme (Urk. 6/202-203, Urk. 6/209). Aus wirtschaftlichen Gründen wurde das Arbeitsverhältnis im Sommer 2015 nicht fortgesetzt (Urk. 6/218, Urk. 6/225/4).
Seit November 2015 arbeitete der Versicherte an einer geschützten Arbeitsstelle (Urk. 6/221-222) und die Arbeitsvermittlung wurde abgeschlossen (Urk. 6/224). Die IV-Stelle zog nochmals Arztberichte bei (Urk. 6/231-232) und legte die Ak
ten der Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vor (Urk. 6/233).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 6/234, Urk. 6/236, Urk. 6/243) verfügte die IV-Stelle am 6. Oktober 2016 die Einstellung der Inva
lidenrente (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 4. November 2016 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, es sei die Verfügung vom 6. Oktober 2016 aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen, insbesondere die Invalidenrente im bisherigen Umfang weiterhin auszurichten; eventualiter sei ein medizini
sches Gutachten einzuholen (S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 15. Dezember 2016 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was dem Be
schwerdeführer am 16. Dezember 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 7).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsren
te und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
,
IVG)
.
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
onsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche oder welcher auf einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass
sich der gesundheitliche Zustand des Beschwerdeführers im Sommer 2015 so
weit verbessert habe, dass er aus somatischer Sicht wieder zu 100 % arbeitsfä
hig sei. Die nachgereichte Stellungnahme des behandelnden Psychiaters (vgl. Urk. 6/243) beschreibe lediglich Fakten, welche bereits bekannt und für den Vorbescheid berücksichtigt worden seien. Sie enthalte keine neuen Diagnosen und Befunde, die neue medizinische Tatsachen beibrächten (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend (Urk. 1), er befinde sich seit rund zehn Jahren in psychiatrischer Behandlung und habe mehrere Versuche unternommen, sich mit Unterstützung der Invalidenversiche
rung in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren, bisher allerdings erfolglos (S. 4). Im Jahr 2012 sei der Invaliditätsgrad von 75 % aufgrund psychischer Beein
trächtigungen ermittelt worden. Somatische Einschränkungen habe er nie gel
tend gemacht (S. 8). Eine Therapieresistenz sei ausgewiesen und es sei keine Verbesserung des Gesundheitszustandes zu verzeichnen. Er sei zurzeit an einer geschützten Arbeitsstelle tätig und weit davon entfernt, in den ersten Arbeits
markt integriert zu sein. Er vermöge keine Verbesserung seiner Erwerbsfähigkeit zu verzeichnen (S. 9). Die Beschwerdegegnerin habe eine RAD-Stellungnahme von einer Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin/Prävention und Gesund
heitswesen eingeholt, obwohl vorliegend klarerweise nur psychische Beeinträch
tigungen in Frage stünden. Es lägen mindestens geringe Zweifel an der Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit der Stellungnahme des RAD vor. Aufgrund der sich widersprechenden Aussagen des Arztes des RAD und des behandelnden Psy
chiaters hätte die Beschwerdegegnerin eine versicherungsexterne Begutachtung anordnen müssen (S. 10).
2.3
Strittig ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verbessert hat, ob mithin ein Revisionsgrund vorliegt, so dass die zuletzt gewährte ganze Rente auf Ende November 2016 einzustellen ist.
Zum Vergleichszeitpunkt (E. 1.3 vorstehend) ist
zu bemerken
, dass den
Verf
ü
gungen vom 30. Juli 2012, womit die
zuletzt ganze
Rente zu
gesprochen wurde (Urk.
6/129 und Urk. 6/137-139)
,
umfassende Abklärungen
in medizinischer und erwerberblicher Hinsicht
vorausgingen
(vgl. dazu Feststellungblatt vom 14. März 2012; Urk. 6/122)
. Massgebliche Vergleichsbasis im
vorliegenden
Re
visionsverfahren bilden daher
der Sachverhalt
, wie
er
im Zeitpunkt des Erlass jener Verfügungen
vorlag
.
3.
3.1
Die damalige medizinische Aktenlage zeigte folgendes Bild.
3.2
Der Beschwerdeführer war vom 13. April bis 10. Juni 2011 in der B._ in stationärer Behandlung. Dr. med. C._, Facharzt
Psychiatrie und Psychotherapie
, diagnostizierte im Austrittsbericht vom 10. Juni 2011 (Urk. 6/112/4-7) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgra
dige Episode (ICD
10 F33.1), und akzentuierte schizoide Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1; S. 1).
Dr. C._ führte dazu aus, der Beschwerdeführer habe b
ei insgesamt stabilerem affektivem Zustand in den letzten drei Wochen des stationären Aufenthalts ei
nen Arbeitsversuch unternommen. Teilweise sei er schon nach einigen Stunden an die Grenzen seiner Belastbarkeit
gekommen
, weshalb er nach
dem Klinika
us
tritt seine Arbeit anfangs nur in reduziertem Ausmass wieder aufnehmen werde (S. 3).
Der Arzt bescheinigte eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % für den Zeitraum vom 13. April bis 12. Juni 2011 sowie hernach eine Arbeitsunfähigkeit von 80 % bis 26. Juni 2011 (S. 4). Im Formularbericht vom 24. Juni 2011 ergänzte Dr. C._ bei gestellter Diagnose, die weitere Arbeitsfähigkeit sei durch den Nachbehand
ler festzusetzen. Aktuell sei der Beschwerdeführer schon nach wenigen Stunden beruflicher Tätigkeit erschöpft. Er setze sich teilweise unter Druck, eigene oder fremde Erwartungen zu erfüllen, sei dann überfordert und gerate in einen „Blo
ckierungszustand“ (Urk. 6/107/4).
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit hielt Dr. C._ weiter fest, aufgrund der psychi
schen Erkrankung habe es immer wieder Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit gegeben, wobei aber durch einen dem Beschwerdeführer gutgesinnten und fle
xiblen Arbeitgeber jeweils eine Fortführung und Wiederaufnahme der bisheri
gen beruflichen Tätigkeit ermöglicht worden sei. Auf längere Sicht sei unklar, ob und in welchem Umfang es zu weiteren Einschränkungen der Arbeitsfähig
keit komme. Diesbezüglich werde eine Rücksprache mit dem ambulanten Psy
chiater des Beschwerdeführers empfohlen (Urk. 6/107/2).
3.3
Der behandelnde Dr. med. D._,
Psychiatrie und Psychotherapie
FMH, be
scheinigte am 17. August 2011 eine Arbeitsfähigkeit von 20 % bei Klinikaustritt und seit Juli 2011 eine solche von 30 % (Urk. 6/112/2). Als
Diagnose mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannte er
eine re
zidivierende depressive Stö
rung (Urk. 6/112/1).
Diese Diagnose bestätigte er im Bericht vom 16. Februar 2012 (Urk. 6/121) und ergänzte, der Beschwerdeführer sei deswegen seit November 2006 bei ihm in Behandlung (S. 1). Letzterer leide an Phasen von Denkblockierung, teilweise Gedankenkreisen, Antriebslosigkeit und Entschlussunfähigkeit. Er bringe sich an gewissen Tagen gar nicht bis ins Büro, an anderen Tagen sitze er zwar am Ar
beitsplatz, könne seine Gedanken aber nicht auf die zu erledigende Arbeit kon
zentrieren oder diese anpacken. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Ingenieur bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 75 % seit 12. Juni 2011. Der Beschwerde
führer sei jetzt offiziell zu 80 % angestellt, könne von diesem Pensum aber nur 30 % leisten (S. 2).
3.4
Dr. med. E._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom Regionalen Ärztli
chen Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, empfahl am 13. März 2012, auf
den
Bericht von Dr. D._
vom 16. Februar 2012
ab
zustellen. Der Beschwerdeführer sei aufgrund
seiner rezidivierende
n
depressive
n
Störung mit
schizoiden Persön
lichkeitszügen in
seinem psychofunktionellen Leistungsniveau eingeschränkt
. Daraus resultiere eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausge
übten Tätigkeit
von
100
% vom 1
3. April
bis 1
2. Juni 2011, seither eine solche von 75 %. W
eitere medizinische Abklärungen
seien nicht notwendig, e
ine S
chadenminderungspflicht sei
nicht
aufzuerlegen, der
Beschwerdeführer
befinde sich in fachgerechter Behandlung
(Urk. 6/122/6)
.
3.5
Ausgehend von einer Restarbeitsfähigkeit von 25 % für die Zeit ab Juli 2011 ermittelte die Beschwerdegegnerin in der Folge einen Invaliditätsgrad von 75 % (Urk. 6/122/7) und sprach mit Wirkung ab 1. Juli 2011 eine ganze Invalidenren
te zur (Urk. 6/122/7-8, Urk. 6/129, Urk. 6/137-139).
4.
4.1
I
m Zuge des
im Mai 2013 eingeleiteten
Revisionsverfahrens
(Urk. 6/143, Urk. 6/146) holte die
Beschwerdegegnerin
folgende Arztberichte ein.
4.2
Der seit 13. November 2012 behandelnde med. pract. G._, Psychiat
rie/Psychotherapie FMH, diagnostizierte im Fragebogen zur Revision der Invali
denrente vom Mai 2013 eine rezidivierende depressive Störung, teilremittiert (ICD-10 F33), und eine Dysthymia (ICD-10 F34.1) beziehungsweise „double de
pression“. Die aktuelle Arbeitsfähigkeit betrage 25 %, maximal vier Stunden pro Tag (Urk. 6/146/3).
Im Bericht vom 28. Februar 2014 (Urk. 6/178/1-6) nannte er als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, ge
genwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), seit mindestens 2003 (S. 1). Das Absetzen der Medikation habe zu einem Stimmungseinbruch geführt mit reduzierter Belastbarkeit, Konzentrationsstörungen, reduziertem Selbstwert, ge
drückter Stimmung und sozialem Rückzug (S. 2 oben). Aufgrund des bisherigen Verlaufs mit einer gewissen Therapieresistenz müsse von einer Chronifizierung ausgegangen werden. Die Behandlung finde wöchentlich statt und auf eine me
dikamentöse Behandlung werde verzichtet (S. 2 Mitte).
Die Arbeitsunfähigkeit betrage seit Juni 2011 75 % in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Maschinenbauingenieur. Bezüglich einer behinderungsangepassten Tätigkeit werde gegenwärtig im Rahmen eines durch die Beschwerdegegnerin unterstützten Arbeitsversuchs die Belastbarkeit des Beschwerdeführers evaluiert. Ab Juli 2014 könne mit einer Arbeitsfähigkeit von 30-50 % gerechnet werden (S. 3).
4.3
Dr. med. F._, Facharzt Allgemeine Medizin FMH, hielt am 5. März 2016 fest, der Beschwerdeführer stehe wegen seiner invalidisierenden schweren Depression in psychotherapeutischer Behandlung. Er selbst habe bisher wegen Unkenntnis keine Arbeitsunfähigkeiten bestätigt. Aus somatischen Gründen bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/231/6).
4.4
Im Bericht vom 10. März 2016 nannte der behandelnde Psychiater G._ (Urk. 6/232) nunmehr als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0; seit 2003) und eine Dysthymia (ICD-10 F34.1; S. 1). Dazu legte er dar, dass das gegenwärtige berufliche Setting im geschützten Arbeitsmarkt den Be
schwerdeführer deutlich entlaste (wenig Verantwortung, kein Kundenkontakt, kein Termin- oder Leistungsdruck), was seinen psychischen Zustand zu stabili
sieren scheine. Er entwickle einen gewissen inneren Antrieb, könne Bedürfnisse besser erkennen und Freizeitbeschäftigungen (Schwimmen) regelmässig nach
gehen (S. 2 und S. 3 oben).
Zweiwöchentlich fänden psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlungen statt. Aufgrund bisheriger negativer Erfahrungen werde aktuell auf eine medi
kamentöse Behandlung verzichtet (S. 2).
Med. pract. G._ bescheinigte wiederum eine Arbeitsunfähigkeit von 75 % in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Maschinenbauingenieur seit Juni 2011; in Bezug auf die Einschränkungen
ergänzte er, es lägen eine reduzierte Leistungsfähigkeit, Konzentrationsstörungen und eine rasche Ermüdbarkeit vor. Die wesentliche Problematik bei der Ausführung von beruflichen Tätigkeiten seien dem bereits 2014 übermittelten Abschlussbericht vom Modul A der A._ (vgl. Urk. 6/178/7-14) zu entnehmen. Die Einschränkungen hätten sich nicht grundsätzlich verändert, auch wenn seit Kurzem ein leichter Aufwärtstrend zu beobachten sei (S. 2). Der Psychiater empfahl, in den nächsten Monaten vor
sichtig eine weitere Steigerung des Arbeitspensums im geschützten Rahmen zu versuchen, um die Belastbarkeit des Beschwerdeführers zu erproben und gege
benenfalls auszubauen (S. 3).
4.5
Die RAD-Ärztin dipl.-med. H._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medi
zin/Prävention und Gesundheitswesen, bejahte in ihrer Aktenbeurteilung vom 29. März 2016 eine Veränderung (Urk. 6/233/5 oben). Aus somatischer Sicht sei der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsfähig. Die psychische Situation habe sich gemäss Aktenlage ebenfalls verbessert (keine medikamentöse Therapie mehr, das Intervall der Psychotherapie habe ausgedehnt werden können, laut med. pract. G._ liege Aufwärtstrend vor). Angegeben würden Konzentrations
störungen und eine rasche Ermüdbarkeit, welche auch auf einen mangelnden Trainingseffekt zurückgeführt werden könnten. Im privaten Kontext sei der Be
schwerdeführer ohne Weiteres in der Lage, sich zu strukturieren (er habe erfolg
reich ein Mehrfamilienhaus renovieren/modernisieren können in einem Arbeits
pensum von drei bis fünf Stunden pro Tag). Die Integration des Beschwerdefüh
rers in den Arbeitsprozess sei möglich.
Am 27. Mai 2016 präzisierte die RAD-Ärztin, die Verbesserung sei spätestens im Sommer 2015 eingetreten, seitdem der Beschwerdeführer erfolgreich ein Mehr
familienhaus habe renovieren/modernisieren können (Urk. 6/233/5 unten).
4.6
Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens äusserte sich nochmals der behandelnde Psychiater G._ (Urk. 6/243). Er hielt am 25. Juli 2016 fest, aus psychiat
rischer Sicht zeige sich keine grundlegende und nachhaltige Veränderung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers (S. 1).
Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich bereits seit Februar 2016 infolge einzelner Belastungssituationen wieder kontinuierlich destabili
siert. Dies sei für ihn aufgrund der vorangegangenen Schwankungen leider erst rückblickend erkennbar gewesen. Inzwischen hätten sie erneut den Versuch ei
ner medikamentösen antidepressiven Behandlung unternommen (S. 2 unten). Wie auch in der Vergangenheit spreche der Beschwerdeführer darauf leider nur unzureichend an und die aktuellen psychischen Einschränkungen führten aus seiner Sicht zu einer relevanten Beeinträchtigung der Leistungs- und Arbeitsfä
higkeit, welche die Eingliederung in eine reguläre Arbeitstätigkeit aktuell un
möglich mache (S. 3).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin stützte
ihre rentenaufhebende Verfügung vom
6. Oktober 2016 (Urk. 2) zur Hauptsache auf den B
ericht ihre
r
RAD-
Ä
rzt
in
vom
29. März 2016 (vorstehend E. 4.5).
Die RAD stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Vorausset
zungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invaliden
versicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgaben
bereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Inva
lidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden ha
ben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere An
sicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundes
gerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem ex
terner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis ver
sicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehö
ren – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverläs
sigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
Aus dem Grundsatz der Waffengleichheit folgt das Recht der versicherten Per
son, mittels eigener Beweismittel die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärzt
lichen Feststellungen der versicherungsinternen Fachpersonen in Zweifel zu ziehen. Diese von der versicherten Person eingereichten Beweismittel stammen regelmässig von behandelnden Ärzten oder von anderen medizinischen Fach
personen, die in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur versicherten Person stehen. Aufgrund der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, wird im Streitfall eine direkte Leistungszusprache ein
zig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärzte jedoch kaum je in Frage kommen (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5).
5.2
Im Bericht über die Hospitalisation in der B._ im Jahr 2011 war - neben den Z-codierten
schizoiden Persönlichkeitszügen
, welche von vornherein
nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens
fallen (vgl. dazu etwa Urteil des Bundesgerichts
8C_663/2010 vom 15.
November 2010
E. 5.2.4) -
von einem mittelgradigen depressiven Krank
heitsbild die Rede (vorstehend E. 3.2).
Der behandelnde Psychiater gab später als Grund für die damalige Zuweisung in die B._ ebenfalls eine mittelschwere Störung an (Urk. 6/112/1 Ziff. 1), sprach indes in diagnostischer Hinsicht in der Folge nur
mehr von depressiven Störungen, ohne deren Schweregrad näher zu beschrei
ben (vorstehend E. 3.3). Dementsprechend präzisierte auch die RAD
Ärztin die Schwere der depressiven Störung nicht, erachtete aber dennoch die bescheinigte Arbeitsunfähigkeit für zutreffend (E. 3.4). In Unkenntnis der Ausprägung des depressiven Geschehens wurde im V
ergleichszeitpunkt (vorstehend E. 2.3)
die Rente zugesprochen.
Im aktuellen Revisionsverfahren war in den Berichten von med. pract. G._ zunächst von einer Dysthymie (Ende 2012) die Rede, später von einer mittelgradigen Episode (im Jahr 2014) beziehungsweise wieder von einer leich
ten Episode einer depressiven Störung beziehungsweise einer Dysthymie (im März 2016; vorstehend E. 4.2 und 4.4). Laut dem behandelnden Psychiater soll seit Februar 2016 wieder eine kontinuierliche Verschlechterung im Gang gewe
sen sein; allerdings sah er davon ab, eine andere Diagnose zu stellen (vorste
hend E. 4.6), so dass eine seitherige wesentliche Verschlimmerung des Gesund
heitszustandes nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich
keit erstellt ist.
Aufgrund der dargelegten Aktenlage ergibt sich, dass im Verlauf jeweils nur für einzelne Zeiträume, zuletzt im Jahr 2014 (vorstehend E. 4.2), mittelschwere de
pressive Störungen vorlagen, die immer wieder zu einer leichten Störung remit
tierten. Entgegen der Darstellung der Beschwerdegegnerin kann daher nicht oh
ne Weiteres geschlossen werden, die zuletzt (wieder) diagnostizierte Dysthymie lasse eine gesundheitliche Verbesserung als überwiegend wahrscheinlich er
scheinen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass RAD-Ärztin H._ die Aus
wirkungen des gleichen Gesundheitsschadens zurückhaltender beurteilt hat als die bei der Rentenzusprache befassten Ärzte, insbesondere RAD-Arzt Dr. E._ (vorstehend E. 3.4). Diese lediglich unterschiedliche Einschätzung der gleichen Verhältnisse stellen keinen Revisionsgrund dar (vorstehend E. 1.3).
Der Beschwerdegegnerin ist zwar insofern beizupflichten, dass es sich bei einer leichten depressiven Episode und einer Dysthymie
um eine bloss leichtgradige Beeinträchtigung
handelt
, welcher nach der Rechtsprechung für sich allein nicht die Bedeutung eines invalidisierenden Gesundheitsschadens zukommt
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2
). Für die Aufhebung einer laufenden Rente ist jedoch ein Revi
sionsgrund im Sinne einer Tatsachenänderung erforderlich, welche in Bezug auf den Gesundheitszustand nicht ausgewiesen ist.
5.3
Fraglich bleibt, ob in den erwerblichen Veränderungen ein Revisionsgrund zu erblicken ist.
Die Bemessung des Invaliditätsgrades im Vergleichszeitpunkt erfolgte bei lau
fendem Arbeitsverhältnis mit der Y._, die den Beschwerdeführer trotz der gesundheitlichen Einschränkungen seit Juli 2008 beziehungsweise seit 2009 (Urk. 6/111/7-8) bis 30. Juni 2013, mithin bis zum Zeitpunkt der Einlei
tung des Revisionsverfahrens beschäftigte, zuletzt zu einem Pensum von 25 % (Urk. 6/145/2). Im
Rahmen
eines
Prozentvergleichs
resultierte gestützt auf das von der Arbeitgeberin damals im Gesundheitsfall angegebene Einkommen von Fr. 95‘600.-- pro Jahr (Urk. 6/111/3 Ziff. 2.11) und einer Restarbeitsfähigkeit von 25 % (vorstehend E. 3.4-5) und einem entsprechend reduzierten tatsächli
chen Einkommen von Fr. 23‘900.-- der Invaliditätsgrad von 75 % (Urk. 6/129/2). Diese Invaliditätsbemessung lag der Rentenzusprache im Ver
gleichszeitpunkt zu Grunde.
Nach dem Verlust der Arbeitsstelle aus wirtschaftlichen Gründen sind hinsicht
lich der massgebenden Vergleichseinkommen nicht mehr die effektiven Ein
kommen jenes konkreten Arbeitsverhältnisses, sondern abstrakte Werte
gemäss de
r
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstruk
turerhebung (LSE)
heranzuziehen. Dies gilt insbesondere in Bezug auf das Inva
lideneinkommen, da der Beschwerdeführer unstreitig keine Tätigkeit mehr auf dem ausgeglichenen, sondern eine solche im geschützten Arbeitsmarkt aufge
nommen hat (Urk. 1 S. 9). Demzufolge sind die Einkommen nunmehr
anhand statistischer Durchschnittswerte
nach
LSE
zu ermitteln
. R
echtsprechungsgemäss genügt es für die Annahme eines
Revisionsgrundes, dass das Invalideneinkom
men mit der Aufgabe der Erwerbstätigkeit hypothetisch
aufgrund von Durch
schnittswerten (BGE 135 V 297 E. 5.2) festzulegen ist (Urteil
des Bundesgerichts
8C_80/2014
vom 1
1.
Juli 2014
E. 3.4.1).
Selbst wenn die gesundheitliche Situation unverändert geblieben ist, ist damit in erwerblicher Hinsicht
ein Revisionsgrund gegeben
, so dass
der Invaliditäts
grad auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts neu und ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen zu ermitteln
ist
(Ur
teil
des Bundesgerichts 8C_80/2014 vom 11. Juli 2014 E. 4).
5.
4
Gemäss de
m jüngsten Formularb
ericht
von med. pract. G._ leidet der Beschwerdeführer an
eine
r
rezidivierende
n
depressive
n
Störung,
gegenwärtig leichte Episode seit 2003
(F33
.0
)
beziehungsweise an einer
Dysthymia
(
F34.1
), wovon auch die RAD-Ärztin ausging. Damit ist der medizinische Sachverhalt erstellt, weshalb von
zusätzliche
n
medizinische
n
Abklärungen, namentlich
der vom
Beschwerdeführe
r
beantragte
n
Anordnung eines Gerichtsgutachtens (
Urk.
1
S. 2
)
, keine
entscheidrelevanten
neuen Erkenntnisse zu erwarten sind,
weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 157 E. 1d).
Definitionsgemäss handelt es sich bei einer Dysthymie
wie auch bei einer leich
ten depressiven Störung
um
bloss
leichtgradige
Beeinträchtigung
en
,
denen
nach der Rechtsprechung für sich allein nicht die Bedeutung eines
invalidisierenden Gesundheitsschadens zukommt.
Sie sind grundsätzlich
nicht geeignet, eine leis
tungsspezifische Invalidität zu begründen (Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_337/2015 vom
7.
April 2016 E. 4.4.1
und
8C_162/2015
vom 30.
September 2015
E. 3.3.3). Hier wurden über viele Jahre hinweg
zwar rezidivierende, aber
ärztlicherseits und namentlich auch vom behandelnden Psychiater - abgesehen von den revisionsrechtlich nicht mehr interessierenden Zeiträumen während der Hospitalisation im Jahr 2011 (vorstehend E. 3.2) und im Jahr 2014 (vorstehend E. 4.2) -
nur als leichtgradig
eingestufte depressive Störungen
diagnostiziert
, welche der Annahme einer rentenbegründenden Invalidität entgegenstehen (vgl. zur invaliditätsrechtlich erforderlichen Schwere des Leidens BGE 141 V 281
E. 4.3.1.2
, Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2015 vom
3.
November 2015
E. 2.2).
Demnach stellt die
diagnostizierte rezidivierende depressive Störung keinen psychischen Gesundheitszustand dar, der eine Arbeitsunfähigkeit dauerhaft zu begründen vermag.
Mangels Schwere des Leidens fällt auch die Indikatorenprü
fung, wie sie das Bundesgericht jüngst in Bezug auf die psychischen Leiden grundsätzlich eingeführt hat (BGE
143 V 409
), ausser Acht.
5.5
Im Lichte dieser Rechtsprechung ist im Ergebnis nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin im Revisionszeitpunkt von einer uneingeschränkten Ar
beitsunfähigkeit ausgegangen ist. Es bleibt unter diesen Umständen letztlich auch ohne Belang, ob die Beurteilung durch die RAD-Ärztin beweiskräftig ist, da in Anbetracht der von ihr in Übereinstimmung mit dem behandelnden Psy
chiater gestellten Diagnose der Rentenanspruch aus invalidenversicherungs
rechtlicher Sicht von vornherein zu verneinen ist.
Hervorzuheben ist
in diesem Zusammenhang
, dass die juristische Anspruchsprüfung in jedem Fall Aufgabe des Rechtsanwenders und insoweit die medizinische Schätzung der Leistungsfä
higkeit rechtlich nicht verbindlich ist (vgl. BGE 141 V 281 E. 5.2.2).
Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.
6.
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr.
8
00.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens de
m
un
terliegenden
Beschwerdeführer aufzuerlegen.