Decision ID: e90343fc-027b-5106-84b0-1663686f59bb
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 27. September 1999 aufgrund eines «psychischen Leidens»
zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 4). Die in der Klinik B._ behandelnden
Ärztinnen diagnostizierten eine schwere depressive Episode mit somatischem Syndrom
und eine Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen Zügen. Für den bisherigen Beruf als
Monteur bescheinigten sie dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Bericht
vom 28. Dezember 1999, IV-act. 10). Mit Verfügung vom 24. Mai 2000 sprach die IV-
Stelle dem Versicherten mit Wirkung ab 1. Juli 1999 eine ganze Rente zu (IV-act. 18).
Zwei von Amtes wegen eingeleitete Revisionen ergaben keine Veränderung der für den
Rentenanspruch massgebenden Verhältnisse (Mitteilungen vom 8. Dezember 2003, IV-
act. 36, und vom 1. März 2006, IV-act. 43).
A.a.
Im Rahmen einer neuerlich von Amtes wegen eingeleiteten Revision gab der Ver
sicherte am 16. März 2011 an, sein Gesundheitszustand sei unverändert (IV-act. 48).
Am 27. Juli 2011 wurde der Versicherte im Auftrag der IV-Stelle von Dr. med. C._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, begutachtet. Der Gutachter
diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine spezifische
Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.8) und eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig leichte Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10: F33.00). Die
depressive Symptomatik habe sich seit dem Jahr 2004 abgeschwächt, insbesondere
bestehe kein ausgeprägt somatisches Syndrom mehr und aktuell nur noch eine leichte
depressive Symptomatik. Für die angestammte selbstständige Montagetätigkeit
A.b.
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bescheinigte er eine 100%ige und für eine leidensangepasste Tätigkeit eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit (Gutachten vom 22. August 2011, IV-act. 59; siehe auch das
Protokoll zum Gespräch zwischen Dr. C._ und der RAD-Ärztin Dr. med. D._,
Fachärztin für Allgemeinmedizin, vom 23. Februar/5. März 2012, IV-act. 67).
Aufgrund einer antero-kranialen Rotatorenmanschettenläsion (komplette Sub
scapularis-, subtotale Supraspinatussehne) mit Subluxation der Bizepssehne und AC-
Gelenksarthropathie an der dominanten linken Schulter unterzog sich der Versicherte
am 18. Dezember 2012 einer arthroskopischen transossären Suturebridge-
Rekonstruktion der Rotatorenmanschette, Bizepstenodese, ACG-Resektion und
subacromialer Dekompression an der linken Schulter (Operationsbericht vom
19. Dezember 2012, IV-act. 88-4 ff.). Der Operateur Dr. med. E._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, berichtete am
14. Februar 2013, es bestehe sicherlich für 4 Monate postoperativ eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit. Es sei zu erwarten, dass nach abgeschlossener Behandlung (5 bis
6 Monate) die vorherige Arbeitstätigkeit wieder aufgenommen werden könne (IV-
act. 88-3).
A.c.
Wegen eines Schwindels unklarer Ätiologie war der Versicherte vom 15. bis
17. Juli 2013 im Spital F._ hospitalisiert (Austrittsbericht vom 18. Juli 2013, IV-
act. 97). Die Ärzte der Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen (KSSG)
diagnostizierten am 13. November 2013 einen intraduralen Tumor im Bereich der
Cauda equina am ehesten vereinbar mit einem Neurinom und multisegmentale
Degenerationen der LWS mit Punktum Maximum L3 bis L5 (IV-act. 104). Am 12. März
2014 berichteten sie, es sei neu ein Bandscheibenvorfall L4/5 links mit Kompression
der Nervenwurzel L5 links aufgetreten (IV-act. 108).
A.d.
Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die MEDAS G._ am 7. April 2014 ein interdis
ziplinäres (psychiatrisches, orthopädisches, neurologisches und internistisches)
Gutachten, das auf Untersuchungen vom 16., 17. und 24. Januar 2014 beruht. Die
MEDAS-Gutachter diagnostizierten mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit (angestammte
Tätigkeit) eine depressive Episode, gegenwärtig noch leichte Episode (ICD-10: F32.0)
bei prädisponierend narzisstischer Persönlichkeitsstruktur. Sowohl für die
angestammte Tätigkeit als Monteur als auch für Verweistätigkeiten bescheinigten sie
A.e.
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eine Arbeitsfähigkeit von 70%. Der psychische Gesundheitszustand habe sich in den
letzten Jahren verbessert (IV-act. 110; zur Würdigung durch die RAD-Ärztin Dr. D._
vom 25. April 2014 siehe IV-act. 111).
Eine am 14. Juli 2014 begonnene Integrationsmassnahme (Arbeitstraining) wurde
am 13. September 2014 abgebrochen, weil der Versicherte das anfängliche
Arbeitspensum von 38% (3 Stunden pro Tag) aufgrund seiner gesundheitlichen
Verfassung nicht konstant habe erreichen können (durchgehende Absenz vom
8. August bis 13. September 2014; Schlussbericht vom 11. September 2014, IV-
act. 133).
A.f.
Der behandelnde med. pract. H._, Hals-Nasen-Ohrenklinik am KSSG, berichtete
am 19. Juni 2015 (Datum Posteingang IV-Stelle), der Versicherte leide an einem
intermittierenden Schwindel. Im Moment des Schwindels sei die Arbeitsfähigkeit ein
geschränkt. Er bejahte (ansonsten) eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit für leidens
angepasste Tätigkeiten (IV-act. 161; zur vorangegangenen Vestibularisabklärung vom
21. April 2015 siehe IV-act. 186-10 f.). Die im Ambulatorium für Sozialpsychiatrie am
Psychiatrischen Zentrum F._ behandelnden medizinischen Fachpersonen gaben im
Bericht vom 29. Juli 2015 an, der Versicherte leide an einer rezidivierenden depressiven
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, mit somatischem Syndrom (ICD-10:
F33.11), an einem Tinnitus und an einer Störung des Vestibularorgans. Sie
bescheinigten dem Versicherten eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 164). Dr. med.
I._, Oberarzt an der Klinik für Neurochirurgie am KSSG, gab am 8. September 2015
an, es bestehe momentan der Verdacht eines Neurinoms im Bereich der Cauda equina
und der Versicherte zeige klinisch-neurologisch keine radikuläre Ausstrahlung und
keine sensomotorischen Ausfälle. Er klage lediglich über Rückenschmerzen, die auf die
multisegmentale Degeneration von L3-L5 zurückzuführen seien. In der letzten
neurologischen Untersuchung vom 20. Mai 2015 hätten sich keine relevanten Ausfälle
gezeigt. Die Situation sei als stabil einzuordnen (IV-act. 168).
A.g.
Mit Vorbescheid vom 4. Januar 2016 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Einstellung der Rentenleistung in Aussicht (IV-act. 173). Dagegen erhob der Versicherte
am 20. Januar 2016 Einwand und brachte u.a. vor, er müsse sich einer Krebsoperation
unterziehen (IV-act. 178; siehe auch die ELAR-Notiz vom 19. Januar 2016, IV-act. 177).
A.h.
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Mit der ergänzenden Begründung vom 9. März 2016 reichte er verschiedene weitere
Arztberichte ein (IV-act. 181). Im Bericht vom 15. Februar 2016 führten die Ärzte der
Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates am
KSSG aus, der Versicherte leide an einem pleomorphen Leiomyosarkom M. sartorius
proximaler Oberschenkel rechts mit/bei Status nach ultraschallgesteuerter Biopsie vom
9. Dezember 2015 und Status nach Tumorresektion im Bereich des proximalen
M. sartorius rechts am 26. Januar 2016. Aktuell sei der Versicherte noch zu 100%
arbeitsunfähig geschrieben (IV-act. 181-12 f.). Der behandelnde med. pract. J._,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 11. April 2016, der
Gesundheitszustand des Versicherten habe sich verschlechtert (IV-act. 186-1 ff.).
Die RAD-Ärztin Dr. D._ gelangte in der Stellungnahme vom 19. Juli 2016 zum
Schluss, der Gesundheitszustand habe sich inzwischen verändert. Sie empfahl, bei den
behandelnden Ärzten Verlaufsberichte einzuholen (IV-act. 194). Med. pract. J._
vertrat im Verlaufsbericht vom 12. September 2016 die Auffassung, aufgrund der
bestehenden Einschränkungen und der Tatsache, dass der Versicherte seit 1998
berentet sei, sei er unverändert arbeitsunfähig (IV-act. 200). Im Verlaufsbericht der
Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie am KSSG vom 3. Oktober 2016
(Datum Posteingang IV-Stelle) wurde eine 50%ige Arbeitsfähigkeit als zumutbar
erachtet (IV-act. 202).
A.i.
Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die MEDAS G._ am 26. März 2018 ein poly
disziplinäres (orthopädisches, allgemeininternistisches, neurologisches, psychiatrisches
und neuropsychologisches) Verlaufsgutachten (IV-act. 236; zur Rechtmässigkeit des
Gutachtensauftrags siehe den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 28. August
2017, IV 2017/104, IV-act. 217). Diesem liegen persönliche Untersuchungen vom 14.,
15. und 21. November sowie vom 19. Dezember 2017 zugrunde. Die Gutachterin und
Gutachter stellten folgende Diagnosen, denen sie eine Relevanz für die Arbeitsfähigkeit
als Monteur beimassen: eine Kraftverminderung des rechten Oberschenkels nach
Exzision eines pleomorphen Leiomyosarkoms des M. sartorius rechts vom 26. Januar
2016; eine Rotatorenmanschettenläsion rechts degenerativer Natur mit AC-
Gelenksarthrose, Impingementsymptomatik und um einen Drittel eingeschränkter
Beweglichkeit; ein lumbospondylogenes Syndrom; eine nicht näher bezeichnete
Reaktion auf schwere Belastung (ICD-10: F43.9) mit multiplen, hypochondrisch
A.j.
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anmutenden somatoformen Beschwerden (ICD-10: F45.21); einen Status nach
Neuronitis vestibularis links 2008, «nachfolgend Entwicklung eines phobischen
Schwankschwindels, teilweise vestibuläre Migräne, zentral kompensierte vestibuläre
Untererregbarkeit links» (IV-act. 236-37). Bezogen auf die angestammte Tätigkeit
wurde dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und bezogen auf
leidensangepasste Tätigkeiten eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Die 50%ige
Restarbeitsfähigkeit gelte ab Oktober 2016. Von Dezember 2015 bis September 2016
habe (aufgrund des Auftretens bzw. der Behandlung eines pleomorphen
Leiomyosarkoms am M. sartorius rechts) für jede Tätigkeit eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit bestanden (IV-act. 236-38). Aus psychiatrischer und internistischer
Sicht habe sich seit der letzten MEDAS-Begutachtung von 2014 keine
Gesundheitsverschlechterung ergeben. Aus neurologischer Sicht habe sich die
Arbeitsfähigkeit wegen der vestibulären Migräne seit 2014 von 100% auf 90%
reduziert. Aus orthopädischer Sicht habe sich der Zustand seit der letzten
Begutachtung verschlechtert. Zusammengefasst könne die
Gesundheitsverschlechterung interdisziplinär bestätigt werden (IV-act. 236-42 f.). Der
RAD-Arzt med. pract. K._, Facharzt für Arbeitsmedizin, hielt das Verlaufsgutachten
der MEDAS G._ für beweiskräftig (Stellungnahme vom 12. April 2018, IV-act. 237).
Bezüglich der Gewährung von beruflichen Massnahmen äusserten sich die zuständigen
Mitarbeiterinnen der IV-Stelle am 28. Mai 2018 wie folgt: Im Verlaufsgutachten erwähne
der Versicherte, dass er sich in seiner gegenwärtigen Situation zu einer beruflichen
Tätigkeit nicht imstande fühle. Er stelle vor allem seine kognitiven Defizite in den
Vordergrund. Da er sich subjektiv nicht arbeitsfähig fühle, seien berufliche
Massnahmen nicht zielführend. Falls der Versicherte eine entsprechende Anstellung
finden würde, könne er sich bezüglich einer Unterstützung in Bezug auf einen
Einarbeitungszuschuss melden (IV-act. 238-2).
Mit Vorbescheid vom 27. Juni 2018 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, die bisherige ganze Rente auf eine halbe Rente herabzusetzen (IV-act. 241).
Der Versicherte reichte der IV-Stelle am 9. August 2018 betreffend sein
Schwindelleiden einen Bericht des Spitals F._ vom 8. Mai 2018 und ein Attest von
med. pract. J._ vom 18. Juli 2018 ein (IV-act. 244 ff.). Am 3. September 2018 erhob
er Einwand gegen die angekündigte Rentenherabsetzung. Er machte u.a. geltend, dass
A.k.
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B.
die IV-Stelle vor einer allfälligen Rentenherabsetzung berufliche
Eingliederungsmassnahmen durchführen müsse (IV-act. 247). Mit Verfügung vom
16. November 2018 setzte die IV-Stelle den Rentenanspruch des Beschwerdeführers
per 1. Januar 2019 auf eine halbe Rente herab (IV-act. 254; zur Verfügungsbegründung
und dem darin unter Gewährung eines 10%igen Tabellenlohnabzugs ermittelten
Invaliditätsgrad von 52% siehe IV-act. 248).
Gegen die Verfügung vom 16. November 2018 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 3. Januar 2019. Der Beschwerdeführer beantragt darin deren
Aufhebung und die Ausrichtung einer ganzen Rente samt entsprechender Kinderrenten
über den 1. Januar 2019 hinaus. Eventualiter seien ihm über den 1. Januar 2019 hinaus
eine Dreiviertelsrente samt entsprechender Kinderrenten auszurichten. Subeventualiter
seien vor einer Rentenreduktion berufliche Eingliederungsmassnahmen durchzuführen;
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung bringt der
Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, dass eine allfällige Resterwerbsfähigkeit
realistischerweise nicht mehr verwertbar erscheine. Selbst wenn die Verwertbarkeit
bejaht würde, sei bei der Bemessung des Invalideneinkommens ein 25%iger
Tabellenlohnabzug zu gewähren. Ausserdem könne er (der Beschwerdeführer)
bezüglich seiner Resterwerbsfähgikeit nicht einfach auf die Selbsteingliederungspflicht
verwiesen werden. Vor einer Rentenreduktion habe die Beschwerdegegnerin
Eingliederungsmassnahmen durchzuführen, was sie zu Unrecht unterlassen habe (act.
G 1).
B.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 18. Februar
2019 die Abweisung der Beschwerde. Sie hält an ihrer Sichtweise fest, dass von einer
realistischen Erzielbarkeit des von ihr bestimmten Invalideneinkommens auszugehen
sei. Über den bereits gewährten Tabellenlohnabzug von 10% hinaus rechtfertige sich
keine weitere Reduktion des Invalideneinkommens. Dem Beschwerdeführer seien mit
zwei Mitteilungen vom 28. August 2014 eine Arbeitsvermittlung und eine berufliche
Abklärung zugesprochen worden. Die entsprechenden Massnahmen seien am
17. Oktober 2014 abgeschlossen worden. Weitere Eingliederungsmassnahmen habe
der Beschwerdeführer nicht mehr zugute (act. G 5).
B.b.
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die per 1. Januar 2019
verfügte Herabsetzung der bisherigen ganzen auf eine halbe Rente.
Dem Gesuch des Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtspflege für das Verfahren vor Versicherungsgericht wurde am 25. Februar 2019
entsprochen (act. G 6).
B.c.
In der Replik vom 12. Juli 2019 hält der Beschwerdeführer unverändert an der
Beschwerde fest. Ergänzend führt er aus, dass die Beschwerdegegnerin das Validen
einkommen zu tief festgesetzt habe (act. G 14). Zudem reicht der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers eine Kostennote ein (act. G 15).
B.d.
Die Beschwerdegegnerin verzichtet stillschweigend auf eine Duplik (act. G 17).B.e.
Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.1.
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
1.2.
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medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
1.3.
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist
somit nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f.
E. 3.5). Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung
bildet die letzte rechtskräftige Verfügung - vorliegend die Rentenverfügung vom 24. Mai
2000 (IV-act. 18) -, die auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur
1.4.
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2.
In medizinischer Hinsicht erweist sich der Sachverhalt mit dem polydisziplinären
Verlaufsgutachten der MEDAS G._ vom 26. März 2018 als spruchreif abgeklärt. Bei
der Würdigung von dessen Beweiskraft fällt ins Gewicht, dass es auf eigenständigen
Abklärungen beruht und für die streitigen Belange umfassend ist. Die medizinischen
Vorakten wurden verwertet und diskutiert. Die vom Beschwerdeführer geklagten Leiden
wurden umfassend sowie interdisziplinär berücksichtigt und namentlich im Rahmen
einer Konsistenzprüfung gewürdigt. Die sowohl für die angestammte als auch für eine
leidensangepasste Tätigkeit bescheinigten Arbeitsunfähigkeiten leuchten in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation ein. Dies gilt gleichermassen für die retrospektive
Gesundheits- und Arbeitsfähigkeitsbeurteilung. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür,
dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden wären. Solche oder
eine nachträgliche dauerhafte Verschlechterung des Gesundheitszustands ergeben
sich insbesondere auch nicht aus den vom Beschwerdeführer am 9. August 2018
eingereichten medizinischen Berichten (IV-act. 244 ff.). Der Beschwerdeführer brachte
denn auch weder im Verwaltungs- noch Beschwerdeverfahren substanziiert Argumente
vor, welche Zweifel am Verlaufsgutachten entstehen lassen würden. Vielmehr
konzentrieren sich seine Vorbringen auf die ökonomische Bewertung der verbesserten
50%igen Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-act. 247 und act. G 1). Gestützt auf das
überzeugende Verlaufsgutachten der MEDAS G._ vom 26. März 2018 ist mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sich der
Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit im Vergleich zur ursprünglichen
Rentenzusprache (Verfügung vom 24. Mai 2000, der eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
zugrunde liegt; IV-act. 18) inzwischen insgesamt erheblich verbessert haben und der
Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4). Dagegen stellt die
bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen
unverändert gebliebenen Gesundheitszustands auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein
genommen keinen Revisionsgrund im Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (BGE 144 I 105
E. 2.1).
Die Herabsetzung oder Aufhebung der Renten, der Hilflosenentschädigungen und
der Assistenzbeiträge erfolgt - abgesehen von im vorliegenden Verfahren nicht
interessierenden Fällen unrechtmässiger Leistungserwirkung oder
Meldepflichtverletzung - frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der
Verfügung folgenden Monats an (Art. 88 Abs. 2 lit. a der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
1.5.
bis
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Beschwerdeführer ab Oktober 2016 über eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten verfügt. Damit liegt ein Revisionsgrund im Sinn von
Art. 17 Abs. 1 ATSG vor.
3.
Der Beschwerdeführer vertritt den Standpunkt, dass die Verwertbarkeit der 50%igen
Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht realistisch erscheine.
Die Frage der Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit (auch bei vorgerücktem
Alter; BGE 138 V 460 E. 3.1) beurteilt sich bezogen auf einen ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 16 Abs. 1 ATSG), wobei an die Konkretisierung von
Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu
stellen sind. Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder
Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, das zusammen mit weiteren
persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer
versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren
Verwertung auch gestützt auf die ihr obliegende Selbsteingliederungslast nicht mehr
zumutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt
eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente begründet (BGE 138 V 459 E. 3.1). Für den Zeitpunkt, in dem die Frage
nach der Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet
wird, ist auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer
(Teil-)Erwerbstätigkeit abzustellen (BGE 138 V 462 E. 3.3; vgl. zum Ganzen auch Urteil
des Bundesgerichts vom 26. Oktober 2015, 8C_338/2015, E. 2).
3.1.
Vorliegend stand die 50%ige Restarbeitsfähigkeit mit dem Verlaufsgutachten der
MEDAS G._ vom 26. März 2018 (IV-act. 236) fest. Zu diesem Zeitpunkt war der
Beschwerdeführer 5_-jährig (siehe zu dessen Geburtsdatum IV-act. 4-1). Der
Beschwerdeführer stand damit noch nicht im weit fortgeschrittenen Alter im Sinn der
Rechtsprechung (siehe zur restriktiven Praxis etwa das Urteil des Bundesgerichts vom
6. Januar 2020, 9C_797/2019, E. 5). Entscheidend ist ausserdem, dass im Rahmen der
Verlaufsbegutachtung keine Einschränkungen der kognitiven Fähigkeiten des
Beschwerdeführers festgestellt werden konnten (IV-act. 236-69 unten). Aus dem
Verlaufsgutachten gehen auch keine Beeinträchtigungen der geistig-psychischen
Flexibilität bzw. Anpassungsfähigkeit hervor. Vielmehr verfüge der Beschwerdeführer
etwa über die Fähigkeit, Aufgaben selbstständig und eigenverantwortlich zu erledigen,
und über Problemlösekompetenzen. Seine Durchhaltefähigkeit sei gut (IV-act. 236-70).
3.2.
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4.
Zu bestimmen bleibt damit der Invaliditätsgrad anhand eines Einkommensvergleichs
(Art. 16 ATSG).
Auch aus dem recht aktiven, bewegungsreichen Alltag des Beschwerdeführers bzw.
der damit verbundenen selbstständigen, teilweise verantwortungsreichen
Aufgabenerfüllung ergeben sich zahlreiche Ressourcen. Der Beschwerdeführer steht
gemäss eigenen Angaben um 6:30 Uhr auf, gehe mit dem Hund spazieren und mache
die Kinder bereit für die Schule. Des Weiteren schaue er nach den Tieren auf dem Hof
(IV-act. 236-46). Dann gehe er nochmals eine Stunde spazieren mit dem Hund und
erledige den Haushalt. Danach folgen «Mittagessen mit der Familie, Abwaschen und
Siesta. Am Nachmittag gehe er nochmals spazieren mit dem Hund. Im Sommer sei er
oft im Garten. Einkaufen mehrfach/Woche. Z'vieri mit den Kindern. Hausaufgaben.
Etwas social media» (IV-act. 236-22; siehe auch IV-act. 236-54 Mitte). Er fahre auch
Velo und gehe manchmal wandern (IV-act. 236-63). Zwar ist das Spektrum
leidensangepasster Tätigkeiten stark eingeschränkt. Allerdings stehen dem
Beschwerdeführer immerhin noch leichte körperliche, wechselbelastende Tätigkeiten
ohne diverse ungünstige Zwangshaltungen, die nicht mit Arbeiten an schlagenden oder
vibrierenden Maschinen und nicht mit dem Besteigen von Leitern und Gerüsten
verbunden sind, offen (IV-act. 236-29 unten). In Anbetracht der verbliebenen, im Alltag
auch eingesetzten Ressourcen, insbesondere auch hinsichtlich der kognitiven
Leistungsfähigkeit, kann die realistische Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit bezogen
auf einen ausgeglichen Arbeitsmarkt trotz der langjährigen Desintegration vom
Arbeitsmarkt, dem (noch nicht allzu weit) fortgeschrittenen Alter und den quantitativen
sowie qualitativen Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit verneint werden.
Zunächst ist die Höhe des Valideneinkommens zu ermitteln.4.1.
Der Beschwerdeführer schloss eine Ausbildung zum Möbelschreiner ab und war
danach langjährig als Küchenmonteur tätig (IV-act. 4-4; siehe auch IV-act. 118-2).
Hinsichtlich der zwischen den Parteien umstrittenen Höhe des Valideneinkommens
(act. G 14, S. 3) ist zu nächst festzustellen, dass der Beschwerdeführer während seiner
- grösstenteils selbstständigen - Erwerbstätigkeit sehr unterschiedlich hohe Jahresein
kommen abrechnete (IV-act. 35). Die tatsächlich abgerechneten Einkommen bilden
daher kein aussagekräftiges Indiz für seine Erwerbsfähigkeit im Gesundheitsfall bzw.
für das Valideneinkommen. Dies gilt namentlich auch für die während der bloss wenige
4.1.1.
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Monate andauernden beiden Arbeitsverhältnisse zwischen Oktober 1997 bis August
1998 erzielten Verdienste (IV-act. 4-4).
Auch die Beschwerdegegnerin anerkennt im Beschwerdeverfahren, dass die
tatsächlich erzielten Löhne keine aussagekräftige Grundlage für die Bestimmung des
Valideneinkommens bilden (act. G 5, III. Rz 2). Entgegen ihrer Sichtweise kann
indessen nicht einfach auf den LSE-Hilfsarbeiterlohn abgestellt werden. Diese
Vorgehensweise lässt die berufliche Ausbildung und die langjährige spezialisierte,
grösstenteils selbstständig erwerbend ausgeübte Tätigkeit im Küchenbau ausser Acht,
die klar gegen ein blosses Hilfsarbeiterniveau der Erwerbsfähigkeit des
Beschwerdeführers spricht. Wie vom Beschwerdeführer befürwortet (act. G 14, S. 3),
erscheint es sachgerecht, die hypothetische Erwerbsfähigkeit ohne
Gesundheitsschaden anhand der Berufsgruppe 71 «Bau- u. Ausbaufachkräfte sowie
verwandte Berufe, ausgen. Elektriker/innen» zu bestimmen. Gemäss der in der
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2016 publizierten Tabelle T17 des Bundesamts
für Statistik, «Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Berufsgruppen, Lebensalter
und Geschlecht», «Privater und öffentlicher Sektor (Bund, Kantone, Bezirke,
Gemeinden, Körperschaften) zusammen» betrug der Zentralwert für Männer der
Berufsgruppe 71 Fr. 5'878.--. Angepasst an eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit
von 41.7 Stunden resultiert ein Monatslohn von aufgerundet Fr. 6'128.-- ([Fr. 5'878.-- /
40] x 41.7) bzw. ein Jahreslohn von Fr. 73'536.-- (Fr. 6'128.-- x 12) für das Jahr 2016.
Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung resultiert für das Jahr 2017 ein
Valideneinkommen von abgerundet Fr. 73'830.-- (Fr. 73'536.-- x 1.004).
4.1.2.
Zwischen den Parteien ist zu Recht unbestritten, dass sich das Einkommen für die
verbliebene Erwerbsfähigkeit (Invalideneinkommen) anhand der statistischen
Hilfsarbeiterlöhne bestimmt. Im Jahr 2017 betrug dieser für Männer Fr. 67'102.-- (vgl.
Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV,
Ausgabe 2019). Ebenso ist zwischen den Parteien zu Recht unbestritten, dass hiervon
aufgrund erheblicher qualitativer Einschränkungen des verbliebenen
Tätigkeitsspektrums ein Tabellenlohnabzug von jedenfalls mindestens 10%
gerechtfertigt erscheint (act. G 5, III. Rz 3). Als abzugsbegründend berücksichtigte die
Beschwerdegegnerin ausschliesslich den Umstand, dass dem Beschwerdeführer nur
noch leichte Hilfstätigkeiten zumutbar seien (act. G 5, III. Rz 3). Ausser Acht liess sie
indessen, dass zusätzliche das zumutbare Arbeitsspektrum erheblich einschränkende
Anforderungen zu beachten sind (eingehend zum Anforderungsprofil siehe vorstehende
E. 3.2 und IV-act. 236-38). Hinzu kommt, dass dem Beschwerdeführer - zumindest in
der nahen Zukunft - bloss noch Arbeiten ohne Zeitdruck zugemutet werden können (IV-
4.2.
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5.
Schliesslich bleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführer hinsichtlich der Verwertbarkeit
der Resterwerbsfähigkeit auf die Selbsteingliederungspflicht verwiesen werden kann.
act. 236-38), was bei der Bemessung des Tabellenlohnabzugs ebenfalls zu
berücksichtigen ist (siehe etwa die Urteile des Bundesgerichts vom 28. Januar 2014,
9C_796/2013, E. 3.4, und vom 29. September 2014, 9C_236/2014, E. 4). Vor diesem
Hintergrund erscheint ein Abzug von mindestens 15% angemessen, zumal ausserdem
eine lange Abwesenheit des Beschwerdeführers vom Arbeitsmarkt besteht (zur
Relevanz dieses Gesichtspunkts siehe etwa die Urteile des Bundesgerichts vom 4. Mai
2012, 9C_22/2012, E. 3.2, 10. Februar 2011, 9C_617/2010, E. 4.3, und vom 15. Juli
2009, 9C_524/2008, E. 4 und E. 4.2; zur Bedeutung der arbeitsmarktlichen
Desintegration im Rahmen der Bestimmung der Resterwerbsfähigkeit bzw. deren
Verwertbarkeit siehe auch das Urteil des Bundesgerichts vom 20. Januar 2020,
9C_644/2019, E. 4.3.2). Offenbleiben kann, ob weitere Gründe - wie etwa das vom
Beschwerdeführer geltend gemachte fortgeschrittene Alter - vorliegen, die zusätzlich
bei der Bemessung des Tabellenlohnabzugs zu berücksichtigen sind. Denn auch der
höchstzulässige Tabellenlohnabzug von 25% ergäbe einen Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente. Unter diesen Umständen erübrigen sich auch weitere Abklärungen
hinsichtlich eines allfälligen Teilzeitabzugs. Bei einem 15%igen Tabellenlohnabzug
resultieren ein Invalideneinkommen von Fr. 28'518.-- (Fr. 67'102.-- x 0.5 x 0.85) und ein
Invaliditätsgrad von abgerundet 61% ([Fr. 73'830.-- - Fr. 28'518.--] / Fr. 73'830.--).
Würde ein 25%iger Tabellenlohnabzug gewährt, so würden das Invalideneinkommen
Fr. 25'163.-- (Fr. 67'102.-- x 0.5 x 0.75) und der Invaliditätsgrad aufgerundet 66%
([Fr. 73'830.-- - Fr. 25'163.--] / Fr. 73'830.--) betragen.
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts müssen bei Personen, die im
Zeitpunkt der Rentenherabsetzung mindestens während 15 Jahren eine Rente bezogen
haben oder das 55. Altersjahr zurückgelegt haben, in der Regel vorgängig
Massnahmen zur Eingliederung durchgeführt werden, bis die Versicherten in der Lage
sind, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial mittels
Eigenanstrengung auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten. Ausnahmen von dieser
grundsätzlich («vermutungsweise») anzunehmenden Unzumutbarkeit einer
Selbsteingliederung liegen namentlich dann vor, wenn die langjährige Absenz vom
Arbeitsmarkt auf invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen ist, wenn die versicherte
Person besonders agil, gewandt und im gesellschaftlichen Leben integriert ist, oder
wenn sie über besonders breite Ausbildungen und Berufserfahrungen verfügt. Verlangt
5.1.
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sind immer konkrete Anhaltspunkte, die den Schluss zulassen, die versicherte Person
könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen Rentenbezugsdauer
mit entsprechender Absenz vom Arbeitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder in das
Erwerbsleben integrieren. Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass entgegen der
Regel die versicherte Person in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder)
ausgewiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu
verwerten. Die Aufhebung oder Reduktion der bisherigen Rente im Rahmen einer
Revision oder Wiedererwägung kann in Fällen der nicht zumutbaren
Selbsteingliederung erst nach der Durchführung von Eingliederungsmassnahmen
erfolgen. Mithin ist in solchen Fällen die Prüfung und allfällige Durchführung von
Eingliederungsmassnahmen Voraussetzung der Rentenaufhebung. Die
Rentenaufhebung ohne vorherige Abklärungen bzw. ohne eine den Verhältnissen
angepasste Durchführung befähigender Massnahmen ist daher bundesrechtswidrig
(Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juli 2020, 8C_798/2019, E. 6.1 mit zahlreichen
Hinweisen).
Der 196_ geborene Beschwerdeführer hat das 55. Altersjahr im Zeitpunkt der
Rentenherabsetzung per 1. Januar 2019 längst zurückgelegt. Der Beschwerdeführer
bezog seit 1. Juli 1999 eine ganze Rente (IV-act. 18) und stand seither nicht mehr im
Erwerbsleben. Der Beschwerdeführer kann folglich nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichts nicht einfach auf seine Pflicht zur Selbsteingliederung verwiesen
werden. Dies gilt vorliegend umso mehr, als im Verlaufsgutachten der MEDAS G._
das Erreichen der gutachterlich bescheinigten Restarbeitsfähigkeit von der
Durchführung vorgängiger Integrationsmassnahmen abhängig gemacht wurde
(«Integrationsmassnahmen und physiotherapeutische Massnahmen sind erforderlich,
um die AF umzusetzen», IV-act. 236-41; «Der Versicherte ist erneut Re-
Integrationsmassnahmen zuzuführen für die Umsetzung der 50%igen AF in
Verweistätigkeit», IV-act. 236-31; «Für die Implementierung der 50% AF in
Verweistätigkeit sind Integrationsmassnahmen wichtig», IV-act. 236-39). Vor diesem
Hintergrund erweist sich die Rentenreduktion ohne die Durchführung von
Integrationsmassnahmen als mit der Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht
vereinbar.
5.2.
An dieser Sichtweise vermag die Auffassung der Beschwerdegegnerin, der
Beschwerdeführer fühle sich nicht arbeitsfähig (IV-act. 238-2), nichts zu ändern. Denn
einerseits bezog sich die Krankheitsüberzeugung des Beschwerdeführers gerade nicht
auf die Durchführung von Integrationsmassnahmen, sondern auf die unmittelbare
erwerbliche Verwertung der Restarbeitsfähigkeit. Andererseits ist angesichts des
5.3.
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6.
langjährigen Rentenbezugs und des Alters des Beschwerdeführers eine Skepsis
gegenüber der unmittelbaren Realisierbarkeit der 50%igen Arbeitsfähigkeit im Rahmen
eines doch stark eingeschränkten Spektrums möglicher Verweistätigkeiten
verständlich. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer glaubhaft und ausdrücklich
eine Unterstützung im Rahmen von Integrationsmassnahmen wünschte (IV-act. 236-41;
vgl. auch das entsprechende Gesuch im Einwand vom 3. September 2018, IV-
act. 247). Soweit die Beschwerdegegnerin betreffend Verzicht auf die Durchführung der
erforderlichen Integrationsmassnahmen auf die Eingliederungsbemühungen aus dem
Jahr 2014 hinweist, so kann ihr nicht gefolgt werden. Allein schon aufgrund des
inzwischen wieder erheblich verschlechterten Gesundheitszustands und des erheblich
grösseren Eingliederungsbedarfs vermag die Beschwerdegegnerin nichts aus den
zeitlich weit zurückliegenden erfolglosen Eingliederungsversuchen zu ihren Gunsten
abzuleiten. Zu ergänzen bleibt, dass «der letztendliche Auslöser für den Abbruch» der
Integrationsmassnahme im September 2014 ein mehrtägiger Spitalaufenthalt des
Beschwerdeführers bildete (IV-act. 133-2; siehe auch den Eintrag im Verlaufsprotokoll
Eingliederungsberatung vom 21. August 2014, IV-act. 134-2). Der Vollständigkeit halber
ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer an allen zumutbaren Massnahmen,
die seiner (Wieder-)Eingliederung ins Erwerbsleben dienen, aktiv teilzunehmen hat
(Art. 7 Abs. 2 IVG). Praxisgemäss darf bei fehlender subjektiver Eingliederungsfähigkeit,
d.h. wenn die Eingliederungsbereitschaft aus invaliditätsfremden Gründen nicht
gegeben ist, die Rente ohne vorgängige Prüfung von Massnahmen der
(Wieder-)Eingliederung und ohne Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens
nach Art. 21 Abs. 4 ATSG herabgesetzt oder aufgehoben werden. Von fehlendem
Eingliederungswillen bzw. fehlender subjektiver Eingliederungsfähigkeit ist allerdings
nur dann auszugehen, wenn sie mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit feststehen (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Januar 2019,
8C_611/2018, E. 6.1 f.).
Die angefochtene Verfügung ist nach dem Gesagten aufzuheben und die Sache an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie vor der Herabsetzung der ganzen
auf eine Dreiviertelsrente zunächst die notwendigen Abklärungen zur
Wiedereingliederung ins Erwerbsleben bzw. den Verhältnissen angepasste befähigende
Massnahmen durchführe. Der Beschwerdeführer hat Anspruch auf rückwirkende
Nachzahlung und Weiterausrichtung der ganzen Rente (samt Kinderrenten) bis zum
Abschluss der Eingliederung (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juli 2020,
8C_798/2019, E. 6.3).
6.1.
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