Decision ID: 8ccc3654-8866-49a8-adb0-c0b1f0423691
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der
1956
geborene
X._
war
nach einer Ausbildung zum Hoch
bauzeichner
und zum Maurer
ab 1980
bei verschiedenen Arbeitgebern als Polier tätig
(Urk.
6/23
und
Urk.
6/86
/12-14
).
Seit
1.
März 2012 war er
arbeitslos
und bei der
Suva
gegen die Folgen von Unfällen versichert. Mit Schadenmeldung UVG
vom
2
9.
Juni 2012
liess er der
Suva
mitteilen, dass er
sich
am
1
5.
Juni 2012 durch einen zersplitternden Schleifstein
eine
Verletzung an der linken Mittelhand
zugezogen
habe (Urk.
6/2/1
).
Die erstbehandelnden Ärzte des
Y._
s
tellte
n
als vorläufige Diagnose
unter anderem eine II.
gradig
offene Trümmerfraktur im distalen Bereich der Metacarpale III Hand links
und
eine komplexe polyfragmentäre Fraktur Grundphalanx
Dig
. II links mit
intrafrag
mentärer Fraktur Metacarpale II und
verschiedenen Weichteilverletzungen
(Be
richt vom
1
8.
Juni 2012
,
Urk.
6/
2/3
f.
).
Die
Suva
erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld;
Urk.
6/7
).
Mit
Mitteilung vom 2
4.
September 2014 und
Verfügung vom
3.
Dezember 2015
schloss die
Suva
den Fall per
3
1.
Dezember 2014
ab und
sprach dem
Versicher
ten ab
1.
Januar 2015 eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsunfähig
keit von 24
%
und eines versicherten Jahresverdienstes von Fr.
85‘176.-- sowie eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 15
%
zu
(
Urk.
6/154 und
Urk.
6/199)
.
Die vom Versicherten gegen diesen Entscheid er
hobene Einsprache vom
6.
Januar 2016
(Urk.
6/203
)
hiess die Suva
am
3.
August 2016 teilweise gut und erhöhte den Invaliditätsgrad auf 25
%
. Im Üb
rigen wies sie die Einsprache
ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
7.
September 2016
Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte,
der
angefochtene
Einspracheentscheid
sei aufzuheben und es sei
die ihm zugesprochene Invalidenrente von 25
%
angemessen zu erhöhen. Zudem sei die ihm zugesprochene Integritätsentschädigung ausgehend von einer 20%igen Integritätseinbusse zu erhöhen. Eventualiter sei
en
ein handchirurgi
sches sowie ein arbeitsmedizinisches Gutachten durch die Vorinstanz zu veran
lassen
.
Am
1
7.
Oktober 2016
(Urk.
5
) beantragte die
Suva
die
Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
2
4.
Oktober 2016
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
8
).
3.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, hatte dem
Versi
cherten
mit Verfügung vom
7.
Juli
2016 eine vom
1.
Juli
201
3
bis 3
1
.
Dezember 2014
befristete ganze Rente der Invalidenversicherung zugesprochen
(Urk.
6/213
).
Die dagegen erhobene Beschwerde wurde mit Urteil des hiesigen Gerichts vom heutigen Datum abgewiesen
(Prozess Nr. IV.2016.00
836
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
sicherung (UVV) in Kraft getre
ten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die
Übergangsbestimmungen zur Än
derung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufs
krankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
1
5.
Juni 2012
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüberge
hen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invaliden
rente und ei
ne Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortset
zung der ärzt
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszu
standes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Ein
gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschl
ossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2
UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2.
Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist
. Die Verwendung des Be
griffes „
namhaft" in Art.
19 Abs.
1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art.
10 Abs.
1 UVG er
hoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung
noch ein von weiteren Massnahmen
–
wie etwa einer Badekur
–
zu erwartender ge
ringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versi
cherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE
134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_6
39/2014 vom 2. Dezember 2014 E.
3).
1.
3
Den
Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
bb
/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Be
weiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fach
personen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Ein
holung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweis
würdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zwei
fel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztli
chen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2; BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_348/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 2.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) damit, dass
bereits im Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung vom 1
8.
August 2014 ein Endzustand vorgelegen habe. Per
1.
Januar 2015 sei deshalb die Ren
tenprüfung vorgenommen
worden (S. 6 f.).
Der Beschwerdeführer sei in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig.
Zur Berechnung des Invalidenein
kommens sei auf die
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk
turerhebungen
(
LSE
)
abzustellen. Unter Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 15
%
ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 25
%
(S. 7
-9
).
Bei der Beurtei
lung des Integritätsschadens sei berücksichtigt worden, dass auch
sein
Ring- und Kleinfinger von einer erheblichen Funktionseinschränkung betroffen sei
en
. Es sei damit gerechtfertigt, die Integritätseinbusse auf 15
%
festzulegen (S. 11). Die Einholung eines handchirurgischen Gutachtens erweise sich nicht als notwendig (S. 11 f.).
In ihrer
Beschwerdeantwort (
Urk.
5
) hielt sie ergänzend fest,
der Beschwerde
führer sei gelernter Hochbauzeichner und Maurer. Er sei nicht mit einem funk
tionell Einarmigen zu vergleichen. Aufgrund seiner Ausbildung und seiner voll
zeitigen Einsetzbarkeit in einer angepassten Tätigkeit ständen ihm genügend re
alistische Betätigungsmöglichkeiten offen. Der gewährte Leidensabzug von 15
%
sei deshalb sachgerecht. Sein Alter sei kein Grund, ihm
k
einen Stellen
wechsel zuzumuten, zumal er zum Unfallzeitpunkt ohnehin Arbeitslosentaggel
der bezogen und eine andere Tätigkeit gesucht habe (S. 5).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
bezüglich des Integritätsschadens beschlage die vom Kreisarzt verwendete Ta
belle lediglich den Zeige- und Mittelfinger. Da jedoch der Ring- und Kleinfinger von der Funktionseinschränkung zusätzlich betroffen seien, rechtfertige sich ein Integritätsschaden von 20
%
(S. 5). Das vom Kreisarzt festgestellte Zumutbar
keitsprofil mit der daraus fliessenden leidensangepassten Arbeitsfähigkeit sei unrichtig
. Zumindest
impliziere
er
eine
Nicht-
Einsatzfähigkeit der linken Hand in jeglicher Tätigkeit, eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten
Tätig
keit sei deshalb illusorisch. Aufgrund der unvollständig erhobenen medizini
schen Sachlage insbesondere bei der Feststellung der Arbeitsunfähigkeit dränge sich eine unabhängige handchirurgische Abklärung auf (S. 5-9).
Die erhöhte Verantwortung, die er vor dem Unfall als Polier getragen habe, wirke sich nun kurz vor Erreichung des 60. Altersjahres nicht mehr in positiver Weise aus. Auch aus diesem Grunde werde das Invalideneinkommen bestritten (S. 8).
3.
3.1
Die erstbehandelnden
Dr.
med.
Z._
, Chefarzt Chirurgie,
Dr.
med.
A._
, leitender Arzt Chirurgie, und
pract
. med.
B._
, Assistenzärztin Chirurgie, vom
Y._
, hielten in ihrem Bericht vom 1
8.
Juni 2012 (
Urk.
6/2/3 f.) folgende Diagnosen fest:
-
II.
gradig
offene Trümmerfraktur im distalen Bereich der Metacarpale III Hand links mit komplexer Weichteilverletzung
dorso
-radialseits
Metacar
pophalangealgelenk
Dig
. III links
-
Komplexe polyfragmentäre Fraktur Grundphalanx
Dig
. II links mit po
lyfragmentärer intrafragmentärer Fraktur Metacarpale II am
Metacar
pophalangealgelenk
mit begleitender schwerer Weichteilverletzung
dorso
-radialseits entlang des zweiten Fingers und Metacarpale II
3.2
Nach einer Plattenentfernung am 2
0.
August 2013 (
Urk.
6/80) und einer weiter
hin bestehenden
Einschränkung der Fingerbewegung
der linken Hand führte
Prof.
Dr.
med.
C._
, Teamleiter Handchirurgie, von der
D._
am 1
8.
März 2014
erneut eine Operation durch. Im Aust
rittsbericht vom 24.
März 2014 (
Urk.
6/125) wurden folgende Diagnosen
gestellt
:
-
Störende Rotationsfehlstellung
Dig
.
II und
D
i
g
.
III links sowie schmerzh
a
fte MP-Arthrose
Dig
.
II bei
-
St
atus nach k
ombinierter
Fräsen
v
erle
tz
ung
Dig
.
II
und
III links vom 15
.
Juni
2012
-
Status nach
geschlossener Mobilisation, Beweglichkeitsprüfung
Dig
.
II - V links am 1
9.
August
2013
-
Status nach
Plattenentfernung Grundphalanx
Dig
.
II, Plattenentfernung Metakarpale III,
Tendokapsulolyse
Dig
.
II und III dorsal, Beugesehnen
exploration linke Hand am 2
0.
August
2013 bei
:
-
Status nach
offener Fraktur Grundglied II, Metakarpale II
und
III links vom 1
5.
Juni
2012
-
Status nach
Plattenosteosynthese Grundphalanx
Dig
.
I
I
, Plattenosteo
synthese Metakarpale III, Anlage Fixateur extern Metakarpale II Mittel
phalanx II Hand links (
adominant
) am 1
5.
Juni
2012 (
fecit
Dr.
O
._
,
Y._
) mit/bei:
-
Zweitgradig
offener Trümmerfraktur im distalen Bereich Metakarpale
II
mit komplexer Weichteilverletzung
dorsoradialseits
Metakar
pophalangealgelenk
Dig
.
III Hand links
-
Komplexe polyfragmentä
re Fraktur Grundphalanx
Dig
.
II
mit po
lyfragmentärer intrafragmentärer Fraktur Metakarpale II am
Metakar
pophalangealgelenk
mit begleitender, schwerer Weichteilverletzung
dorsor
a
dialseits
entlang des
2.
Fingers und Metakarpale
II
Hand links
-
Status nach
Morbus
Sudeck
(konse
rv
ativ behandelt im
Y._
)
3.3
Prof.
Dr.
C._
und
Dr.
med.
E._
, Assistenzarzt Orthopädie, von der
D._
hielten in ihrem Bericht vom 1
1.
Juli 2014 (
Urk.
6/145/2 f.) fest, der Verlauf zeige sich zunehmend verbessert vier Monate postoperativ mit verbes
serter Beweglichkeit des dritten Strahles. Der zweite Strahl zeige insbesondere hinsichtlich der aktiven Streckung nur eine geringe Besserungstendenz. In zwei Monaten sei eine Abschlusskontrolle geplant, wobei intensiv die ergotherapeuti
schen Massnahmen sowie die
Heimbeübung
weiterzuführen seien. Eine Arbeits
unfähigkeit zu 100
%
sei bis zum
6.
Oktober 2014 ausgestellt worden. Die linke Hand sei mit hoher Wahrscheinlichkeit im angestammten Beruf als Polier nicht mehr einsatzfähig (S. 2).
3.4
Suva-Kreisarzt
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH,
hielt in seinem Bericht zur kreisärztlichen Untersuchung vom 1
8.
August 2014 (
Urk.
6/152) folgende Diagnosen fest (S.
6)
:
-
Status nach komplexer Handverletzung links Strahlen II und III mit im Ver
lauf abgeheiltem CRPS
-
zuletzt am 1
8.
März 2014 Swanson-Prothese MP II und mittlerweile konsoli
dierter
Derationsosteotomie
(richtig wohl:
Derotationsosteotomie
)
MC II links
-
Funktionseinschränkung
adominante
linke Hand bei
Einsteifung
aller Lang
finger, am ausgeprägtesten MP-Gelenk II mit hier E/F nur 0-20-30°
-
deutlich rechtsbetonter M. Dupuytren, nur beginnender Befall der linken
Hohlhand
Dazu führte er aus, dass er die Funktion der Hand als mittlerweile stabil beurtei
le. Dem Beschwerdeführer sei ein Intensivtraining ambulant in
G._
angebo
ten worden, er kenne die dortigen Trainingsmöglichkeiten von einem Besuch und erachte ein solche
s als nutz- und damit sinnlos. Er, d
er Kreisarzt
,
könne sich dem anschliessen, insbesondere weil beim Training auch die insgesamt schlechte Koordinationsgabe des Beschwerdeführers hinderlich sein würde. Ein Zumutbarkeitsprofil, das ab
1.
Oktober 2014 gelte, könne bereits heute zuverläs
sig angegeben werden: Die linke Hand sei nur für leichte Hilfsfunktionen ohne Grob- und Feingriff einsetzbar. Tätigkeiten mit Erschütterungen und Schlägen auf die linke Hand seien nicht zumutbar. Eine solche angepasste Tätigkeit sei vollzeitig möglich. Der Fall könne per Ende 2014 versicherungstechnisch abge
schlossen werden, weitere Kontrollen und eine allfällige spätere Metallentfer
nung seien weiterhin zu übernehmen, ebenso allfällige Kontrollen im Abstand von 4-6 Monaten durch den Hausarzt bei bestehendem Schmerzmittelkonsum (S. 7 f.).
Der Integritätsschaden werde auf 15
%
geschätzt
(
Urk.
6/153)
. Tabelle 3 Darstel
lung 28 gebe den Integritätsschaden bei Verlust von Zeig
e
- und Mittelfinger im Grundgelenk an. Bezüglich Zeig
e
finger entspreche die heutige Situation einem vollständigen Verlust des Fingers, am Mittelfinger sei die aktuelle Situation bes
ser als ein eigentlicher Verlust, diese Verbesserung werde aber „kompensiert“ durch eine ebenfalls bestehende Funktionseinschränkung von Ring-
und Klein
finger. De
r
Quervergleich mit dem gesetzlich festgelegten Integritätsschaden bei
Verlust der ganzen Hand von 40
% werde als korrekt, eher etwas grosszügig, beurteilt (S. 1).
3.5
Prof.
Dr.
C._
und
Dr.
med.
H._
, Assistenzärztin Orthopädie, von der
D._
führten in ihrem Bericht vom 2
4.
September 2015 (Urk. 6/190) aus, gut ein Jahr seit der letzten Verlaufskontrolle zeige sich ein stationäres Be
schwerdebild mit tagesabhängig minimalen Schwankungen. Der Beschwerde
führer sei weiterhin nicht arbeitsfähig in seinem angestammten Beruf als Polier. Eine Umschulung sei nicht sinnvoll, da er kurz vor der Rente stehe. Bei weitest
gehend stationärem Befund werde die Behandlung heute abgeschlossen (S. 2).
4.
Die Beschwerdegegnerin schloss den Fall zu Recht per
1.
Januar 2015 ab, nach
dem bereits im Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung vom 1
8.
August 2014 ein Endzustand vorgelegen hat
te
(vgl.
3.4
hievor
) und auch
vom behan
delnden Prof.
Dr.
C._
keine Verbesserungsmöglichkeit
en
aufgezeigt
wurde
n
. Dies wird vom Beschwerdeführer denn auch nicht bestritten. Ebenfalls
unbe
stritten und ausgewiesen
ist die
unfallbedingte
100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
als Polier
. Umstritten ist hingegen unter anderem die Arbeitsfähigkeit in einer den Beschwerden angepassten Tätigkeit.
5.
5
.1
Kreisarzt
Dr.
F._
führte diesbezüglich aus, der Beschwerdeführer sei in ei
ner angepassten Tätigkeit, in welcher die linke Hand nur für leichte Hilfsfunkti
onen ohne Grob- und Feingriff eingesetzt und weder Erschütterungen noch Schlägen ausgesetzt werde,
ab
1.
Oktober 2014
zu 100
%
arbeitsfähig
(E.
3.4
hievor
). Sein Bericht erscheint als schlüssig,
wurde
nachvollziehbar begründet und
ist in sich widerspruchsfrei.
5.2
Soweit der Beschwerdeführer geltend machte, der Kreisarzt gehe von einem fal
schen Zumutbarkeitsprofil aus, habe doch auch die Beschwerdegegnerin aner
kannt, dass die von ihr ausgewählten DAP diesem nicht entsprächen
(vgl.
Urk.
1 S. 5 f.)
, ist dem entgegenzuhalten, dass daraus nicht geschlossen werden kann, dass das Zumutbarkeitsprofil falsch wäre. Denn die DAP werden gestützt auf das Zumutbarkeitsprofil ausgewählt und nicht
letzteres
aufgrund der DAP er
stellt
.
5.3
Die kreisärztliche Untersuchung fand rund vier Monate vor dem Rentenbeginn
am
1.
Januar 2015 statt. Von einem veralteten Kreisarztbericht kann damit nicht die Rede sein. Dass die rentenzu
sprechende Verfügung erst am 3.
Dezember 2015 erlassen wurde, ändert daran nichts. Dies umso weniger
,
als weder ersichtlich ist noch geltend gemacht wurde, dass sich der Gesundheitszu
stand des Beschwerdeführers in diesem Zeitraum verändert hätte. Vielmehr sprach der behandelnde Prof.
Dr.
C._
am 2
4.
September 2015 von einem sta
tionären Beschwerdebild (E. 3.5
hievor
).
5.4
Der Beschwerdeführer sieht sich als nicht mehr arbeitsfähig,
da
er seine linke Hand nicht mehr einsetzen könne.
Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung stellen
zwar
die faktische
Einhändigkeit
oder die Beschränkung der dominanten Hand als
Zudienhand
Tatbestände einer erheblich erschwerten Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit auch in Bezug auf den zu unterstellenden, ausgeglichen
en
Arbeitsmarkt dar. Dennoch bestätigte das Bundesgericht wiederholt, dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend realistische Betätigungsmöglich
keiten für Personen, die funktionell als Einarmige zu betrachten sind und über
dies nur noch leichte Arbeiten verrichten können, zu finden sind. Längst nicht alle im Arbeitsprozess im
weitesten Sinne notwendigen Aufgaben und Funktio
nen im Rahmen der Überwachung und Prüfung werden durch Computer und automatisierte Maschinen ausgeführt. Abgesehen davon müssen solche Geräte auch bedient und ihr Einsatz ebenfalls überwacht und kontrolliert werden. Zu denken ist an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie an die Bedienung von (halb-) automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten, die keinen Einsatz des nicht mehr funktionstüchtigen Armes oder der nicht mehr einsetzbaren Hand voraussetzen (Urteil des Bundesgerichts 8C_
217/2015 vom 2
8.
August 2015 E.
2.2.1).
Der Beschwerdeführer kann seine
adominante
linke Hand noch als Hilfshand einsetzen
(E. 3.4
hievor
)
. Nachdem selbst
funktionell Einarmige ihre Arbeitsfä
higkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwerten können, hat
dies für den Beschwerdeführer umso mehr zu gelten.
Er
vermag die seiner Ansicht nach bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit
denn
auch nicht durch einen fachärztlichen Bericht zu stützen.
D
er behandelnde Prof.
Dr.
C._
äusserte sich lediglich zur Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Polier, nicht jedoch zu einer den Beschwerden angepassten Tätigkeit. Eine Um
schulung erachtete Prof.
Dr.
C._
lediglich aufgrund des Alters des Beschwer
deführers nicht als sinnvoll, nicht jedoch wegen seines Gesundheitszustandes
(E. 3.5
hievor
).
Die
Beeinträchtigungen
des
Beschwerdeführer
s
stehen einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit damit nicht entgegen.
Der Tatsache, dass er
aufgrund seiner Beschwerden
das durchschnittliche Lohn
niveau gesunder Hilfsarbeiter nicht mehr erreichen dürfte, wird
im Rahmen der Ermittlung des Invalideneinkommens
(vgl. dazu
nachfolgende
E. 6.2) Rechnung zu tragen sein.
5.
5
Zusammenfassend
bestehen keine
Zweifel an der
Zuverlässigkeit
de
s
Bericht
s
von
Kreisarzt
Dr.
F._
und es kommt diesem
voller Beweiswert zu
.
Von einer Rückweisung der Sache zur weiteren medizinischen
Abklärung -
wie
vom
Be
schwerdeführer beantragt - sind keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter Beweiswürdigung (
vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen)
verzichtet wird.
5.
6
Soweit der Beschwerdeführer
geltend machte
, sein fortgeschrittenes Alter ver
hindere die Verwertbarkeit der
(100%igen) Restarbeitsfähigkeit, ist festzuhalten,
dass das
vorgerückte Alter bei der Beurteilung der Zumutbarkeit eines Stellen
wechsels im Bereiche der Unfallversicherung nicht zu berücksichtigen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_806/2012 vom 1
2.
Februar 2013 E. 5.2.2). Ebenso wenig anwendbar ist jedoch vorliegend
Art.
28
Abs.
4 UVV, nachdem
der Beschwerde
führer im
diesbezüglich
massgebenden
(vgl. BGE 138 V 457 E. 3.3) Zeitpunkt der Arbeitsfähigkeitseinschätzung durch
den Kreisarzt am 1
8.
August 2014 knapp 58 Jahre alt, mithin noch nicht im vorgerückten Alter
im Sinne von
Art.
28
Abs.
4 UVV war.
Denn v
on einem solchen geht die Rechtsprechung erst ab einem Alter von rund 60 Jahren aus (Urteil des Bundesgerichts 8C_307/2017 vom 2
6.
September 2017 E. 4.2.2).
6.
Zu prüfen bleibt, wie sich das Leistungsvermögen des Beschwerdeführers in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt.
6.1
Der für die Invaliditätsbemessung und damit den Rentenanspruch massge
bende Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt
werden, worauf sich aus der Ein
kommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 130 V 34
3
E. 3.4.2). Für die Ermitt
lung des
Valideneinkommens
, also des Einkommens, welches die versicherte Person nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesun
de tatsächlich verdient hätte, wird in der Regel am zuletzt erzielten Verdienst angeknüpft.
Im Zeitpunkt des Unfalls war das Arbeitsverhältnis des
arbeitslosen
Beschwer
deführers bereits aus unfallfremden Gründen aufgelöst worden, so dass nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass er bei Ren
tenbeginn weiterhin für seine ehemalige Arbeitgeberin tätig gewesen wäre. Das
Valideneinkommen
ist
deshalb gestützt auf die LSE festzustellen und
beträgt
per 201
5
Fr. 7
3
‘8
20
.
3
0 (LSE 2014, TA1,
Ziff.
41-43 Baugewerbe, Kompetenzniveau 2, Männer:
Fr.
5‘
885
.--, aufgerechnet auf die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.
7
Stunden im Hoch- und Tiefbau 201
5
[Betriebsübliche Arbeitszeit, Bundes
amt für Statistik, T 03.02.03.01.04.01] sowie auf das Jahr 2015 [von Index 2220 auf Index 2226, Entwicklung der Nominallöhne, Bundesamt für Statistik, T39, Männer]
)
. Die Beschwerdegegnerin berechnete
ein
Valideneinkommen
von Fr. 80‘191.95 per 2015 (Urk. 6/
198-199
), welches sich auf die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin stützte
(vgl.
Urk.
6/173), was nach dem Gesagten nicht zulässig ist
.
6.2
6.2
.1
Nachdem die Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen verfügungsweise gestützt auf DAP-Zahlen ermittelt hatte (
Urk.
6/199 S. 2), stützte sie sich im an
gefochtenen
Einspracheentscheid
auf die LSE (
Urk.
2). Rechtsprechungsgemäss kann
die Suva nicht frei wählen
, ob sie
das Invalideneinkommen nach der DAP-Methode
oder anhand der
Tabellenlöhne der LSE bemisst; vielmehr
hat
sie die DAP-Methode stets dann zur Anwendung zu bringen, wenn sie im Einzelfall die bundesgerichtlichen Vorgaben einhalten
kann (Urteil des Bundesgerichts
8C_378/2017 vom 29.
November
2017 E. 4.5
). Der Beschwerdeführer bestritt in der Einsprache die Zumutbarkeit sämtlicher DAP-Profile (
Urk.
6/209 S. 2-3), welcher Beurteilung die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid bei
pflichtete
(
Urk.
2
S. 8).
Die Ermittlung des Invalideneinkommens mittels LSE ist unter diesen Umstän
den nicht zu beanstanden.
Dem Beschwerdeführer ist seine angestammte Tätigkeit als Polier unfallbedingt nicht mehr zumutbar.
Mit Blick auf seine gesundheitlichen Beschwerden kommt auch eine andere Fachtätigkeit im Baugewerbe realistischerweise nicht mehr in Frage. In anderen Berufszweigen verfügt er über keine Fachkenntnisse, weshalb nicht das Kompetenzniveau 2 heranzuziehen, sondern
auf den Zentralwert der Löhne von Männern mit einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art
(Kompetenzniveau 1)
über alle Wirtschaftssektoren abzustellen ist.
Dass der Beschwerdeführer eine Lehre als Zeichner und Maurer absolvierte und als Polier
eine nicht unerhebliche Verantwortung hatte, ändert nichts daran, da er in die
sen Tätigkeit
en nicht mehr arbeitsfähig ist.
Nach der LSE 2014 betrug dieser Lohn Fr. 5‘312.--, was aufgerechnet auf die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden (T 03.02.03.01.04.01, Total) per 2015 (von Index 2220 auf Index 2226, T39, Männer) einen Jahreslohn von Fr. 66‘632.70 ergibt.
6.2
.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) al
lenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und
Ausmass
der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können
(BGE 124 V 321 E.
3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten
(BGE 126 V 75 E.
5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdi
gung der Umstände im Einzelfall nach
pflichtgemässem
Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.
2; 134 V 322 E.
5.2 und
126 V 75 E.
5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfä
higkeit eingeschränkt ist
(BGE 126 V 75 E.
5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthalte
ne gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des lei
densbedingten Abzugs
einfliessen
und so zu einer doppelten Anrechnung des
selben Gesichtspunkts führen dür
fen (Urteil
e des Bundesgerichts
9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E.
4.1.1 mit Hinweisen;
8C_805/2016 vom 22. März 2017 E.
3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges
gemäss
BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen
(BGE 137 V
71 E.
5.2 und 126 V 75 E.
6).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E.
3.2 und
8C_808/2013 vom 14.
Februar 2014 E.
7.1.1 mit Hinweisen).
Der Beschwerdeführer kann seine linke Hand nur noch für leichte Hilfsfunktio
nen ohne Grob- und Feingriff einsetzen und dürfte deshalb das durchschnittli
che Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht mehr erreichen. Die Beschwerde
gegnerin gewährte ihm deshalb einen Leidensabzug von 15
%
(
Urk.
2 S. 9)
. Nachdem selbst bei - anders als dem Beschwerdeführer - funktionell einarmigen
Versicherten
nicht zwingend ein leidensbedingter Abzug von 25
%
zu
gewähren
ist
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_94/2012 vom 2
9.
März 2012 E. 3.2)
und keine
zusätzlichen Merkmale ersichtlich sind, welche einen Tabellenlohnabzug rechtfertigen würden,
besteht kein Anlass, in das diesbezügliche Ermessen der Beschwerdegegnerin
einzugreifen.
6.3
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von Fr.
73
‘
820
.
30
mit dem Invalidenein
kommen von Fr. 56‘637.80 (Fr. 66‘632.70 x 0.85) ergibt einen Invaliditätsgrad von 2
3
% statt dem von der Beschwerdegegnerin berechneten von 25
%
.
Recht
sprechungsgemäss sind
im Beschwerdeverfahren
die Voraussetzungen
an eine
reformatio
in
peius
- in Anlehnung an die Wiedererwägung nach
Art.
53
Abs.
2
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) – streng, es ist
zurückhaltend
davon
Gebrauch zu machen und diese
ist
auf Fälle mit offensichtlicher Unrichtigkeit und erheblichem Korrekturbedarf zu beschränken (vgl. BGE 142 V 337 E. 3.1
; vgl. auch BGE
143 V 168
E. 4.2). Die Differenz des Invaliditätsgrades von 2
%
rechtfertigt keine Abänderung des an
gefochtenen
Entscheids zum Nachteil des Beschwerdeführers.
Die Be
schwerde ist diesbezüglich
abzuweisen
.
7
.
Die Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer eine Integritätsentschä
digung gestützt auf eine Integritätseinbusse von 15
%
zu
,
wohingegen der Be
schwerdeführer von einer
Einbusse von 20
%
ausgeht.
7
.
1
7
.1.1
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde er
hebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität er
leidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresver
dienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritäts
schadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschä
digung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Um
fang be
steht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges 3. Fallen mehrere körperliche oder geistige Inte
gritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
7
.1.2
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der In
tegritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht ab
schliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und
typische Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die
darin ge
nannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regel
fall dem an
gegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Ver
dienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufge
führte Integritätsschä
den wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfä
higkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integri
täts
schaden entsprechend ge
ringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsscha
den weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
7
.1.3
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundes
rätlichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinraster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stel
len zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbind
lich, um
so mehr als Ziff. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala an
gegebene Prozentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbe
hand
lung aller Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
7
.2
Der Beschwerdeführer machte einen Integritätsschaden von 20
%
geltend mit der Begründung, die vom Kreisarzt verwendete Tabelle betreffe lediglich den Zeige- und Mittelfinger. Bei ihm sei jedoch zusätzlich die Funktion des Ring- und Kleinfingers eingeschränkt, weshalb sich
ein Integritätsschaden von 20
%
rechtfertige. Hierzu ist festzuhalten, dass die Finger des Beschwerdeführers am 1
8.
März 2014 erneut operiert wurden. Vor der Operation wurden die unverletz
ten
, aber
miteingesteifte
n
Ring- und Kleinfinger als weitgehend frei beweglich bezeichnet (
Urk.
6/124 S. 1
; vgl. auch
Urk.
6/73/3,
Urk.
6/76/1
). Es finden sich keine Hinweise, dass sich die diesbezügliche Situation durch die Operation ver
schlechtert hätte. Die Beweglichkeit des Mittelfingers konnte durch die Operati
on verbessert werden, nicht aber diejenige des Zeigefingers (so etwa
Urk.
6/145/3). Gemäss Kreisarzt
Dr.
F._
entspr
icht
die Situation einem voll
ständigen Verlust des Zeigefingers, beim Mittelfinger sei sie besser als ein ei
gentlicher Verlust. Es bestünden jedoch zusätzlich Funktionseinschränkungen von Ring- und Kleinfinger, welche diese Verbesserung
kompensieren
würden
(E. 3.4
hievor
). Ebenso wie
die
Feinrastertabelle 3 Darstellung 28, welche bei einem vollständigen Verlust von Zeige- und Mittelfinger anwendbar ist, ging er von einem Integritätsschaden von 15
%
aus.
Dies ist nicht zu beanstanden, nachdem der Zustand des Mittelfingers nicht ei
nem vollständigen Verlust gleichkommt und die (verhältnismässig geringen) Funktionseinschränkungen des Ring- und Kleinfingers
-
entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
-
ebenfalls berücksichtigt wurden.
Zudem
liegt
unbestrit
tenermassen
keine
dem Kreisarzt widersprechende ärztliche Beurteilung der
In
tegritätseinbusse
vor. Es besteht damit kein Anlass, die kreisärztliche Beurtei
lung in Frage zu stellen.
Die Beschwerde ist
auch
diesbezüglich abzuweisen.