Decision ID: 28f90bbf-aac1-5daa-9600-b184b3876e0b
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Die Beschwerdeführer sind türkische Staatsangehörige türkischer (Ehemann) beziehungsweise kurdischer (Ehefrau) Ethnie, stammen aus Pazarcik in der Provinz Kahramanmaras und lebten zuletzt im  Teil von Nikosia (türkisch Lefkosa) im türkisch beanspruchten Norden Zyperns. Sie verliessen Nordzypern nach eigenen Angaben am 12. Januar 2002 in Richtung Istanbul, reisten am 21. Januar 2002 illegal in die Schweiz ein und stellten gleichentags bei der  Kreuzlingen Asylgesuche. Hier wurden sie am 23. Januar 2002 summarisch zu ihren Asylgründen befragt und anschliessend dem Kanton X._ zugewiesen. Die zuständige kantonale Behörde hörte die Beschwerdeführer am 15. Februar 2002 an.
B. Im Rahmen der durchgeführten Anhörungen führten die  aus, sie hätten Nordzypern und die Türkei aufgrund familiärer Probleme verlassen müssen. Sie hätten im Jahr 1991 trotz ihrer  Volkszugehörigkeit und gegen den Willen ihrer beiden  geheiratet. Die Ablehnung ihrer Beziehung seitens ihrer  sei derart vehement gewesen, dass sie die Ehe unter polizeilichem Schutz in einem Gendarmerieposten hätten schliessen müssen. Die Familie der Ehefrau habe gegen den Ehemann wegen Entführung ihrer Tochter Anzeige erhoben; da sie freiwillig mit ihm mitgegangen sei, hätten die Behörden dieser Anzeige indessen keine Folge geleistet. Nach erfolgter Eheschliessung seien sie durch beide Familien mit dem Tod bedroht worden. Deswegen seien sie Ende des Jahres 1991 nach Nordzypern gezogen. Indessen seien sie dort im August oder  1997 offenbar durch die Familie des Ehemannes aufgespürt , sei doch eines Tages dessen Cafeteria in Lefkosa verwüstet . In der Folge sei der Ehemann im Jahr 1998 dreimal durch  verprügelt worden, und einmal habe man ihn wegen  angezeigt und während dreizehn Tagen inhaftiert. Die Ehefrau habe zwar nach der Eheschliessung seitens ihrer Familie keine  persönlichen Probleme gehabt, jedoch aufgrund der Belastung drei Fehlgeburten erlitten. Anlässlich der Befragung bei der  gab der Beschwerdeführer als Beweismittel ein vom 24. Oktober 1997 datierendes amtliches türkisches Dokument in Bezug auf die  Inhaftierung ab.
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C. Mit Verfügung vom 26. Juni 2002 lehnte das damalige Bundesamt für Flüchtlinge (BFF; nunmehr Bundesamt für Migration [BFM]) die  der Beschwerdeführer ab und ordnete deren Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug an. Zur Begründung der Ablehnung des Asylgesuchs führte das Bundesamt aus, die Vorbringen der  seien asylrechtlich nicht relevant im Sinne des Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31). Zum einen habe die Inhaftierung des Ehemannes einem rechtsstaatlich legitimen Strafverfolgungsinteresse gedient. Zum anderen seien die sonstigen geltend gemachten Probleme des Ehemannes als Übergriffe Dritter zu qualifizieren, die nur dann asylbeachtlich seien, wenn der türkische Staat hierfür mangels Gewährung des notwendigen Schutzes eine  trage. Ein solcher staatlicher Schutz sei indessen gewährt worden, seien zugunsten des Ehemannes nach entsprechender  doch behördliche Ermittlungen angestellt worden. Auf die weitere Begründung der Verfügung wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
D. Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters an das BFF vom 12. Juli 2002  die Beschwerdeführer um Einsicht in die Verfahrensakten. Das Bundesamt kam diesem Begehren mit Schreiben vom 16. Juli 2002 nach.
E. Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 29. Juli 2002 beantragten die Beschwerdeführer bei der damaligen Schweizerischen  (ARK) die Aufhebung der Verfügung des BFF vom 26. Juni 2002 und die Gewährung des Asyls, eventualiter die Anordnung der vorläufigen Aufnahme.
F. Mit Zwischenverfügung des zuständigen Instruktionsrichters der ARK vom 6. August 2002 wurden die Beschwerdeführer zur Leistung eines Kostenvorschusses in der Höhe von Fr. 600.-- aufgefordert.
G. Mit Überweisung vom 16. August 2002 leisteten die Beschwerdeführer den verlangten Kostenvorschuss.
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H. Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 5. März 2003 reichten die  die Kopie eines vom 28. Januar 1991 datierenden  Gerichtsbeschlusses mitsamt deutscher Übersetzung ein. Auf dessen Inhalt wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den  eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Über Verfügungen, die gestützt auf das AsylG durch das BFM bzw. das vormalige BFF erlassen worden sind, entscheidet das Bundesverwaltungsgericht endgültig (Art. 105 AsylG).
1.2 Mit dem 1. Januar 2007 hat das Bundesverwaltungsgericht zudem die vormals bei der ARK hängigen Rechtsmittelverfahren , wobei die Beurteilung nach dem neuen Verfahrensrecht erfolgt (Art. 53 Abs. 2 VGG).
1.3 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich Missbrauch und  des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige  des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
2. Die Beschwerdeführer sind legitimiert; auf ihre frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 50 ff. VwVG).
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3.
3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling wird eine Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen  Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten  die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie , die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).
3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss nachweisen oder zumindest  machen, dass er ein Flüchtling ist. Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit  Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind  Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig  oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel  werden (Art. 7 AsylG).
4. Die Vorinstanz stützte ihre Ablehnung des Asylgesuchs auf die , die Vorbringen der Beschwerdeführer seien nicht  relevant im Sinne des Art. 3 AsylG. Wie die folgenden Erwägungen zeigen, erweist sich diese Beurteilung als zutreffend.
4.1 Zunächst ist zwar als glaubhaft zu erachten, dass die  aufgrund ihrer Eheschliessung im Jahr 1991 mit erheblichen familiären Problemen konfrontiert waren. Dafür spricht auch die im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichte Kopie eines vom 28. Januar 1991 datierenden türkischen Gerichtsbeschlusses. Aus  Dokument geht im Wesentlichen hervor, dass die Familie der Ehefrau gegen den Ehemann wegen Entführung Anzeige erhoben , die Staatsanwaltschaft von Pazarcik es in der Folge aber ablehnte, ein Strafverfahren einzuleiten.
4.2 Hingegen ist festzustellen, dass keinerlei Hinweise vorliegen, die Beschwerdeführer seien im Zeitraum unmittelbar vor ihrer Ausreise aus dem türkisch beanspruchten Norden Zyperns in konkreter Weise durch ihre Familien bedroht gewesen. Vielmehr berichten die Be-
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schwerdeführer einzig von gewissen Problemen, die der Ehemann in den Jahren 1997 und 1998 gehabt habe. So sei im Jahr 1997 der  des Beschwerdeführers verwüstet worden; im Jahr 1998 sei er insgesamt dreimal von unbekannten Leuten geschlagen worden, und einmal sei er selbst wegen Körperverletzung angeklagt und während dreizehn Tagen inhaftiert worden. Es sei, so die Beschwerdeführer, davon auszugehen, dass für diese Vorfälle die eine oder die andere ihrer Familien verantwortlich sei. In diesem Zusammenhang ist zunächst festzuhalten, dass weder aus den Vorbringen der Beschwerdeführer anlässlich der durchgeführten Befragungen noch aus den in der Beschwerdeschrift angeführten Argumenten nachvollziehbar wird, weshalb die erwähnten Ereignisse auf die Bedrohung durch ihre Familien zurückzuführen sein sollen. Darüber hinaus ist ausserdem hervorzuheben, dass der Ehemann gemäss eigenen Aussagen seit dem Jahr 1998 bis zur Ausreise im Januar 2002 keine konkreten Schwierigkeiten mehr hatte (Protokoll der kantonalen Anhörung des Ehemannes, S. 15). Diesen Umstand begründete er damit, seine Familienangehörigen seien wohl davon ausgegangen, er habe das Land verlassen. Dem steht gegenüber, dass die Beschwerdeführer gemäss eigenen Aussagen während der letzten fünf Jahre in Nordzypern an der gleichen Adresse wohnten, womit es ihren Familienangehörigen - sofern diese tatsächlich ein entsprechendes Interesse verfolgt hätten - ein Leichtes gewesen wäre, ihrer habhaft zu werden. Zusammenfassend bestehen somit keinerlei konkrete Anzeichen, die Beschwerdeführer seien unmittelbar vor ihrer Ausreise aus Nordzypern bzw. der Türkei durch ihre Familienangehörigen in der behaupteten Weise bedroht gewesen.
4.3 Nach dem Gesagten erübrigt es sich folglich auch, auf die Frage näher einzugehen, ob die Beschwerdeführer im (asylrechtlich  einzig relevanten) Zeitraum unmittelbar vor ihrer Ausreise im  einer konkreten Bedrohung durch ihre Familien auf die Gewährung staatlichen Schutzes seitens der türkischen Behörden hätten zählen können. Sonstige, insbesondere direkt von Seiten des türkischen Staats oder der nordzypriotischen Behörden ausgehende Nachteile im Sinne des Art. 3 AsylG werden durch die Beschwerdeführer nicht  gemacht.
4.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorbringen der  nicht asylrelevant sind. Somit hat das Bundesamt die Asylgesuche der Beschwerdeführer zu Recht abgelehnt.
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5.
5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).
5.2 Die Beschwerdeführer verfügen weder über eine  Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. auch Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21).
6.
6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das  nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige  von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).
6.2 Die erwähnten drei Bedingungen für einen Verzicht auf den  der Wegweisung (Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und ) sind alternativer Natur: Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der Wegweisung als undurchführbar zu betrachten und die weitere Anwesenheit in der Schweiz gemäss den Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme zu regeln (vgl. EMARK 2006 Nr. 6 E. 4.2 S. 54 ff.).
6.3 Weil sich vorliegend der Vollzug der Wegweisung aus den  aufgezeigten Gründen als unzumutbar erweist, ist auf eine  der beiden anderen Kriterien - insbesondere der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzuges - zu verzichten.
7.
7.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder  auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist - unter Vorbehalt von Art. 83
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Abs. 7 AuG - die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).
7.2
7.2.1 Sind von einem allfälligen Wegweisungsvollzug Kinder betroffen, so bildet im Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung das Kindeswohl einen Gesichtspunkt von vorrangiger Bedeutung. Dies ergibt sich nicht  aus einer völkerrechtskonformen Auslegung des Art. 83 Abs. 4 AuG im Licht von Art. 3 Abs. 1 der Konvention vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107). Danach sind unter dem Aspekt des Kindeswohls sämtliche Umstände einzubeziehen und zu würdigen, die im Hinblick auf eine Wegweisung wesentlich  (vgl. EMARK 1998 Nr. 13 E. 5e/aa, in Bezug auf Art. 14a Abs. 4 des ehemaligen Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer [ANAG]; die entsprechenden  sind im Wesentlichen auch unter der neuen gesetzlichen Grundlage des AuG nach wie vor gültig).
7.2.2 Somit ist der Persönlichkeit des Kindes und seinen  umfassend Rechnung zu tragen. Dabei können bei dieser  Beurteilung namentlich folgende Kriterien von  sein: Alter, Reife, Abhängigkeiten, Art (Nähe, Intensität, ) seiner Beziehungen, Eigenschaften seiner Bezugspersonen ( Unterstützungsbereitschaft und -fähigkeit), Stand und  bezüglich Entwicklung/Ausbildung, Grad der erfolgten  bei einem längeren Aufenthalt in der Schweiz usw. Gerade letzterer Aspekt, die Dauer des Aufenthaltes in der Schweiz, ist im Hinblick auf die Prüfung der Chancen und Hindernisse einer Reintegration im  bei einem Kind als gewichtiger Faktor zu werten, da Kinder nicht ohne guten Grund aus einem einmal vertrauten Umfeld wieder herausgerissen werden sollten. Dabei ist aus  Sicht nicht nur das unmittelbare persönliche Umfeld des Kindes (d.h. dessen Kernfamilie) zu berücksichtigen, sondern auch dessen übrige soziale Einbettung. Die Verwurzelung in der Schweiz vermag sich auf die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs  auszuwirken, als eine starke Assimilierung eine Entwurzelung im Heimatstaat zur Folge haben kann, welche unter Umständen die  dorthin als unzumutbar erscheinen lässt (vgl. dazu EMARK 1998 Nr. 31 E. 8c/ff/ccc S. 260; 2005 Nr. 6 E. 6.2 S. 57 f.).
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7.2.3 Die Beschwerdeführer haben drei minderjährige Kinder im Alter von vierzehneinhalb Jahren (S._), fünf Jahren (S._) und einem Jahr (B._). Während sich in Bezug auf die beiden  Kinder aufgrund ihres geringen Alters die Frage der  in der Schweiz noch nicht stellt, ergibt sich aus den Akten  der erwähnten Kriterien des Kindeswohls für die erstgenannte S._ Folgendes: Die älteste Tochter gelangte zusammen mit  Eltern am 21. Januar 2002 im Alter von acht Jahren in die Schweiz. Angesichts dessen ist der Tatsache schwergewichtig  zu tragen, dass S._ einen wesentlichen Teil ihrer  in der Schweiz erfahren hat, nach rund sechsjährigem Besuch der hiesigen Schulen in erheblichem Mass durch das schweizerische kulturelle und soziale Umfeld geprägt sein dürfte und insofern an die schweizerische Kultur und Lebensweise assimiliert ist. Zu  ist in diesem Zusammenhang des Weiteren, dass S._ nicht nur prägende Jahre ihrer Kindheit in der Schweiz verbracht hat,  heute als bald Fünfzehnjährige in der Entwicklungsphase der Adoleszenz und somit in einem Alter steht, in dem das Beziehungsfeld ausserhalb des Elternhauses von zunehmender Wichtigkeit wird. Es besteht somit für S._ die konkrete Gefahr, dass die mit einem Vollzug der Wegweisung verbundene Entwurzelung aus dem  sozialen Umfeld einerseits und die Problematik einer Integration in einem weitgehend fremden sozio-kulturellen Kontext andererseits zu starken Belastungen der kindlichen Entwicklung führen würden, die mit dem Schutzanliegen des Kindeswohls nicht vereinbar wären.
7.3 Der sich aus dem Kindeswohl ergebende Faktor in Bezug auf die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs wird im vorliegenden Fall ausserdem durch folgenden Aspekt verschärfend ergänzt: Zu  ist zusätzlich, dass die Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr in die Türkei bzw. allenfalls in den türkisch beanspruchten Norden Zyperns mit erheblichen Schwierigkeiten konfrontiert sein , sich im Sinne einer Sicherung des Existenzminimums ihrer  wirtschaftlich zu reintegrieren. Aus den Aussagen der  geht glaubhaft hervor, dass ihre Eheschliessung gegen den  Willen und vehementen Widerstand ihrer türkischen bzw.  Familien erfolgte, weshalb sie - auch wenn nicht von einer  Bedrohung gesprochen werden kann (s. zuvor, E. 4.2 f.) - in der Folge von ihren jeweiligen Familienverbänden geächtet wurden. Zwar waren sowohl der Ehemann als auch die Ehefrau vor dem  aus dem türkischen Teil von Nikosia bzw. Lefkosa berufstätig,
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womit es ihnen langfristig auch in ihrem Heimatland möglich sein , sich wieder eine existenzsichernde wirtschaftliche Grundlage zu schaffen. Hingegen ist davon auszugehen, dass sie jedenfalls in der ersten Zeit nach einer Rückkehr auf die Unterstützung eines  familiären Beziehungsnetzes angewiesen wären. Ein solches  steht ihnen in der Türkei angesichts des Zerwürfnisses mit  Familien nicht zur Verfügung. Die Sicherung des  der fünfköpfigen Familie erscheint somit im Falle einer Rückkehr ins Heimatland als nicht ausreichend gewährleistet.
7.4 Unter gesamthafter Berücksichtigung aller wesentlichen Umstände ergibt sich somit der Schluss, dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführer in die Türkei als unzumutbar zu erachten ist.
8. Nach den angestellten Erwägungen ist die Beschwerde hinsichtlich des Vollzugs der Wegweisung gutzuheissen; im Übrigen ist sie . Nachdem vorliegend auch keine Gründe für die Anwendung von Art. 83 Abs. 7 AuG aktenkundig sind, sind die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung aufzuheben, und das BFM ist anzuweisen, den Aufenthalt der Beschwerdeführer nach den  Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme zu regeln (Art. 44 Abs. 2 AsylG und Art. 83 Abs. 4 AuG).
9.
9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind den Beschwerdeführern um die Hälfte reduzierte Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 300.-- aufzuerlegen (vgl. Art. 2 und 3 des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem  [VGKE, SR 173.320.2] i.V.m. Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG). Dieser Betrag ist mit dem am 16. August 2002 geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zu verrechnen, womit den  der Überschuss von Fr. 300.-- zurückzuerstatten ist.
9.2 Nachdem die Beschwerdeführer hinsichtlich des  - und insofern teilweise - obsiegt haben, ist ihnen eine , um die Hälfte reduzierte Parteientschädigung zu entrichten (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG; Art. 7 ff. VGKE). Seitens der Rechtsvertretung ist keine Kostennote eingereicht worden. Auf die
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Nachforderung einer solchen wird indessen verzichtet (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE), weil im vorliegenden Verfahren der Aufwand des  zuverlässig abgeschätzt werden kann. Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 9-13 VGKE) wird die Parteientschädigung auf Grund der Akten daher auf Fr. 200.-- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festgesetzt. Dieser Betrag ist den  durch das BFM zu entrichten.
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