Decision ID: b1179768-5e15-44bf-832f-7d404604eaa4
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
F._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Regula Schwaller, Rechtsberatung, Rütistrasse 45, 8032 Zürich,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
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St.Galler Gerichte
A.
F._ meldete sich am 16. August 2005 zum Bezug einer Invalidenrente an. Dr. med.
A._ berichtete der IV-Stelle am 1. September 2005, er behandle den Versicherten
erst seit kurzer Zeit. Deshalb müsse sich die IV-Stelle an die Ärzte wenden, die den
Versicherten früher behandelt hätten. Das Spital B._ übermittelte der IV-Stelle seinen
Austrittsbericht vom 10. August 2005 betreffend eine Hospitalisation des Versicherten
vom 14. Juli bis 5. August 2005, welcher der Einholung einer Zweitmeinung betreffend
das chronische Lumbovertebralsyndrom gedient hatte. In diesem Austrittsbericht hatte
das Spital B._ folgende Diagnose angegeben: chronisches Lumbovertebralsyndrom
bei mediolateraler Protrusion der Bandscheiben Th12/S1, kleine breitbasige Protrusion
L1/2, mittelständige leicht rechtsbetonte Protrusion L5/S1 und DD beginnender
Morbus Bechterew, depressive Entwicklung mit Verdacht auf Somatisierungstendenz
und Panikstörung, Verdacht auf Hämorrhoidalleiden, beginnende Gonarthrose links >
rechts mit/bei Verdacht auf femoropatelläre Chondromalazie, St. n. Virusinfekt mit
Begleitmeningitis (11/04) und St. n. Exzision eines Atheroms interscapulär am Rücken
(11/04). Die berichtenden Ärzte führten dazu aus, die Untersuchung des
Bewegungsapparates sei bis auf einen leichten Palpationsschmerz im Mittelbauch
unauffällig gewesen. Der Zehen- und Fersengang, die Lasègueprüfung, die Sensibilität
und die Reflexe seien an allen Extremitäten ohne pathologischen Befund gewesen.
Aufgrund des Verdachts auf eine Somatisierungsproblematik und auf eine depressive
Entwicklung sei dringend eine psychiatrische Beurteilung vorzunehmen. Der
Arbeitgeber des Versicherten, die J._ AG, teilte der IV-Stelle am 15. September 2005
mit, sie beschäftige den Versicherten seit Januar 2004 als 'Bauarbeiter Erdbau'. Der
frühere Hausarzt des Versicherten, Dr. med. C._, reichte trotz mehrfacher
Aufforderung keinen Bericht ein. Der Versicherte übermittelte der IV-Stelle am 7. April
2006 ein Zeugnis von Dr. med. D._ vom 13. Februar 2006. Gemäss diesem Zeugnis
litt der Versicherte an einem chronischen lumbospondylogenen Syndrom mit einem
rezidivierenden lumboradikulären Reizsyndrom S1 rechts bei rechtsbetonter Protrusion
L5/S1, breitbasiger Protrusion L1/2 und ventralen Spondylosen L1/L3, an einer
beginnenden Gonarthrose beidseits und an einer depressiven Entwicklung mit
Somatisierungstendenz. Klinisch bestünden eine dermatombedingte Hyposensibilität
S1 rechts sowie Lasègue bei 40° positiv rechts als Zeichen des radikulären
Reizzustandes. Ansonsten hätten keine sensomotorischen Defizite nachgewiesen
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werden können. Es bestehe eine kyphoskotische Fehlhaltung mit ausgedehnten
muskulären Verspannungen. Wegen der Rückenschmerzen sei der Versicherte
ausserhalb der Wohnung auf einen Stock angewiesen, da er während der Belastung
zunehmende Lumboischialgien verspüre. Aufgrund der therapieresistenten Schmerzen
bestünden ein depressives Zustandsbild mit Panikattacken und eine somatoforme
Schmerzverarbeitungsstörung. In einer adaptierten Tätigkeit ohne Rückenbelastung sei
ein Halbtagespensum zumutbar.
B.
B.a Am 10. Juli 2006 beauftragte die IV-Stelle das ABI in Basel mit einer
interdisziplinären Abklärung des Versicherten. Das ABI berichtete im
rheumatologischen Teil seines Gutachtens vom 27. Oktober 2006, das aktuelle
Beschwerdebild bestehe seit anfangs November 2004 (stationärer Aufenthalt im Spital
B._). Seither persistiere es. Eine stationäre Rehabilitation in der Klinik Valens habe
subjektiv sogar zu einer Beschwerdezunahme geführt. Multiple medikamentöse
Massnahmen einschliesslich NSAID, peroralen Steroiden und Morphinderivaten hätten
keinerlei Beschwerdelinderung bewirkt. Die aktuelle Medikation (Tramadol 50mg zwei-
bis viermal täglich) sei subjektiv ohne Effekt. Der Schlaf sei grundsätzlich gut, aber
häufig stark gestört durch Schmerzen im Bereich Hinterkopf, Ellbogen, Knie und OSG.
Subjektiv im Vordergrund stünden lumbale Rückenschmerzen mit linksbetonter
Ausdehnung in die Beckenregion bis zum proximalen Oberschenkel, Beschwerden
insbesondere beim Stehen und Gehen, teilweise aber auch Ruheschmerzen. Dazu
kämen Schmerzen in den Kniegelenken links > rechts, im Sprunggelenks- und
Rückfussbereich beidseits, in der Nacken- und Hinterkopfregion, in beiden Ellbogen
und in beiden Handgelenken links > rechts. Trotz umfangreicher Untersuchungen
hätten in der Vergangenheit keine objektivierbaren Befunde erhoben werden können,
die das subjektiv hochgradige Schmerzsyndrom mit ausgeprägter konsekutiver
Behinderung begründet hätten. Bei der aktuellen klinischen Untersuchung sei
insbesondere eine massive schmerzbedingte Gehbehinderung aufgefallen (zwei
Gehstöcke, ausgeprägtes Entlastungshinken links). Die Prüfung der Beweglichkeit der
LWS sei wegen schmerzbedingten Gegeninnervationen nicht konklusiv möglich
gewesen. Formal habe eine allseitige, deutliche Einschränkung bestanden. Eine
Prüfung des Fingerbodenabstandes sei ebenfalls nicht möglich gewesen. Bei
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Inklination des Oberkörpers habe sich der Versicherte auf eine Stuhllehne abgestützt.
Es hätten sich erhebliche Inkonsistenzen gezeigt. In liegender Position sei die
Bewegungsprüfung der Hüft- und Kniegelenke wegen sofortiger Provokation von
starken Lumbalschmerzen nicht möglich gewesen. Der Versicherte habe aber
problemlos am Bettrand sitzen können mit schmerzfreier Hüft- und Knieflexion von
mindestens 90°. Bei der Prüfung des Lasèguezeichens sei es beidseits nach wenigen
Graden zu einer unüberwindbaren Gegeninnervation gekommen. Der Langsitz mit
vollständig gestreckten Kniegelenken sei jedoch problemlos möglich gewesen. Bei der
neurologischen Untersuchung seien gesteigerter PSR links und ein stark gesteigerter
ASR links mit intermittierendem Klonus aufgefallen. Eine Kraftprüfung der Hüftflektoren
links sei wegen eines schmerzbedingten Giving-way nicht möglich gewesen. In allen
übrigen Myotomen an beiden Beinen und Armen habe keine Parese vorgelegen. Im
Bereich des linken Beins bestehe eine muskuläre Atrophie. Von den achtzehn
Tenderpoints der Fibromyalgie seien lediglich zehn druckdolent gewesen. Das
eindrückliche klinische Bild mit hochgradiger Schmerzsymptomatik bei der Prüfung der
lumbalen Wirbelsäule sowie der Knie- und Hüftgelenke mit muskulärer Atrophie am
linken Bein und ausgeprägtem Schonhinken links lasse zunächst an eine Pathologie im
Bereich der LWS mit neuraler Kompromittierung denken. Angesichts der früheren
Untersuchungen mit wiederholt normalen elektrophysiologischen Abklärungen und
fehlenden Hinweisen auf ein lumboradikuläres Syndrom sei diese Möglichkeit jedoch
auszuschliessen. Auch die vorhandenen radiologischen Abklärungen des
Bewegungsapparates hätten keine Befunde ergeben, die als objektives Korrelat für die
starke subjektive Beschwerdesymptomatik angesehen werden könnten. Das klinische
Gesamtbild sei sehr atypisch für ein Fibromyalgiesyndrom. Es fehlten Schmerzen an
der vorderen Thoraxwand und aktuell seien auch nur zehn Tenderpoints druckdolent.
Umfangreiche Laboruntersuchungen hätten keine Hinweise für eine entzündlich-
rheumatologische Affektion ergeben. Das Beschwerdebild entspreche in keiner Weise
der zu erwartenden Symptomatik einer Kollagenose bzw. einer entzündlichen
Arthropathie oder einer entzündlichen Wirbelsäulenerkrankung. Aus rheumatologischer
Sicht weit im Vordergrund stehe deshalb die differentialdiagnostische Möglichkeit,
dass es im Rahmen einer Schmerzchronifizierung zu einem Schonverhalten mit
konsekutiver muskulärer Atrophie im Bereich des linken Beins sowie zu einer
Schmerzfixierung und einer Tendenz zur Schmerzgeneralisierung gekommen sei. Die
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objektivierbaren und somatischen Befunde hätten lediglich eine mässiggradig
eingeschränkte Belastbarkeit der Wirbelsäule und des linken Beins zur Folge. In einer
körperlich leichten, geeigneten Tätigkeit mit nur leichter Rückenbelastung und der
Möglichkeit, die Position zu wechseln, könne aus rheumatologischer Sicht keine
Arbeitsunfähigkeit attestiert werden.
B.b Der psychiatrische Gutachter des ABI berichtete im Gutachten, der Versicherte
leide an einer Schmerzverarbeitungsstörung. Dabei handle es sich nicht um eine
Diagnose nach ICD-10. Die Schmerzen könnten nicht ausreichend objektiviert werden.
Es bestehe eine Diskrepanz zwischen den somatischen Befunden und der subjektiven
Krankheitsüberzeugung. Deshalb müsse eine psychische Überlagerung angenommen
werden. Es lägen aber keine langanhaltenden psychosozialen oder emotionalen
Belastungsfaktoren vor. Es handle sich auch nicht um ein Rentenbegehren. Somit
könne weder die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung noch
diejenige der Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen
(Rentenneurose) gestellt werden. Weitere depressive Symptome hätten nicht
festgestellt werden können. Der Versicherte stehe in psychotherapeutischer
Behandlung, allerdings ohne medikamentöse Therapie. Aus psychiatrischer Sicht
bestehe eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Durch seine Krankheit erhalte der
Versicherte Zuwendung von seiner Familie und seine Ehefrau lebe wieder bei ihm
(sekundärer Krankheitsgewinn). Die Einschränkungen seien krankheitsfremd. Die
anlässlich der Hospitalisation im Jahr 2005 festgestellte depressive Entwicklung mit
Verdacht auf Somatisierungsstörung und Panikstörung habe nicht bestätigt werden
können. Der Versicherte leide weder an einer Angststörung noch an Panikattacken. Es
sei nicht ausgeschlossen, dass die psychotherapeutische Behandlung eine depressive
Störung geheilt habe. Durch ein sedierendes Antidepressivum auf die Nacht könnten
die Schlafschwierigkeiten gebessert und eine gewisse Schmerzdistanzierung erreicht
werden. Analgetika vom Opiattyp zeigten bei körperlich nicht begründbaren Schmerzen
keine Wirkung.
B.c Die Gesamtdiagnose lautete: linksbetontes Schmerzsyndrom der Lenden- und
Beckenregion bei mässiggradigen degenerativen Veränderungen der LWS und
radiologisch St. n. M. Scheuermann im thorakolumbalen Übergangsbereich, bei
Schmerzchronifizierung, Schonverhalten und antalgischem Schonhinken links mit
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konsekutiver muskulärer Atrophie sowie bei Tendenz zu Schmerzgeneralisierung mit
Zervikalgien und multiplen Arthralgien, ausserdem (ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit) Schmerzverarbeitungsstörung, Tinnitus beidseits bei leichter
Hochtonschwerhörigkeit und arterieller Hypertonie (DD: Weisskittelkomponente). Nach
der Einschätzung der Gutachter waren dem Versicherten körperlich leichte, dem Leiden
angepasste Tätigkeiten uneingeschränkt ganztags zumutbar.
C.
Mit einem Vorbescheid vom 14. November 2006 teilte die IV-Stelle dem Versicherten
mit, dass sie sein Rentenbegehren abweisen werde. Der Invaliditätsgrad betrage
lediglich 9%, denn in einer behinderungsadaptierten Erwerbstätigkeit könnte er ein
Einkommen erzielen, das nur 9% unter dem Valideneinkommen als Bauhilfsarbeiter
läge. Der Versicherte reichte der IV-Stelle u.a. zwei Zeugnisse von Dr. med. E._ vom
13. September und vom 8. November 2006 ein, laut denen er an einer klassischen
Fibromyalgie mit einer erheblichen reaktiven psychischen Überlagerung litt und deshalb
vollständig arbeitsunfähig war. Der Versicherte wandte am 22. November 2006
sinngemäss ein, das ABI arbeite ausschliesslich im Interesse der Versicherung, seine
Schlussfolgerungen seien absurd. Wenn die Ärzte des ABI das Krankheitsbild nicht
erklären könnten, könne man die radiologisch ausgewiesenen Befunde nicht
übersehen. Die Diagnose einer bereits lange andauernden akuten Fibromyalgie sei
überzeugend. Er werde ein erweitertes Konsil durch Prof. Dr. med. G._ in Auftrag
geben. Beim behandelnden Psychiater sei ein Bericht zum Gutachten des ABI
einzuholen. Die IV-Stelle wies das Rentenbegehren am 25. Januar 2007 ab, ohne den
Bericht von Prof. Dr. med. G._ abgewartet oder einen Bericht des behandelnden
Psychiaters eingeholt zu haben.
D.
D.a Der Versicherte erhob am 1. März 2007 Beschwerde gegen diese
Abweisungsverfügung. Er stellte den Antrag, die Verfügung vom 25. Januar 2007 sei
aufzuheben und die IV-Stelle sei zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen zu
erbringen. Ausserdem sei der in der Einsprache vom 22. November 2006 gestellte
Antrag zu schützen. Eventualiter sei die Sache zur Ergänzung und Neuentscheidung
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zurückzuweisen. Der Versicherte begründete seinen Hauptantrag damit, dass er wegen
einer Fibromyalgie in jeder Erwerbstätigkeit zu 100% arbeitsunfähig sei. Mit dem in der
"Einsprache" gestellten Antrag meinte er offensichtlich den Beizug der Berichte von Dr.
med. H._ (behandelnder Psychiater) und Prof. Dr. med. G._. Am 3. Mai 2007
reichte der Versicherte je einen Bericht von Dr. med. I._ und von Prof. Dr. med. G._
an Dr. med. J._ ein.
D.b Dr. med. I._ hatte am 28. Februar 2007 ausgeführt, aufgrund einer
Quadrizepsparese links und einer Fussheberparese links sei am 26. Februar 2007 eine
MRI-Abklärung vorgenommen worden. Diese Abklärung habe eine fortgeschrittene
multisegmentale Diskusdegeneration bei L1 bis L3 und L5/S1 aufgezeigt. Ausserdem
lägen ein dorsaler Anulusriss und eine nichtfokale Diskusprotrusion im letztgenannten
Segment vor. Beide Nervenwurzeln S1 würden tangiert. Es liege aber weder eine
Spinalkanalstenose noch eine eindeutige Nervenwurzelkompression vor.
D.c Prof. Dr. med. G._ hatte Dr. med. J._ am 12. April 2007 berichtet, der
Versicherte leide 1. an einem chronisch-schmerzhaften, bereits durch leichte
Belastungen zusätzlich irritierbaren ligamentärbetonten Irritationszustand (gewebliche
Überempfindlichkeit des Beckengürtels links > rechts sowie der distalen Hälfte der
LWS mit deutlich schmerzhaften Myosen, Schmerzausstrahlungen, Atrophie der Ober-
und Unterschenkelmuskulatur samt Willkürinnervationsschwäche und auffällig
verändertem Ruhetonus sowie mit Bewegungseinschränkungen der Hüftgelenke ohne
arthrosetypisches Beschwerdebild, ohne ISG-Blockierungen und ohne neurologische
Defizite bei Osteochondrosen L1/2 und L2/3 samt ventralen Knochenspannungen und
einem Anulusriss L5/S1 mit Tangierung der beiden Wurzeln S1, 2. an einer
leichtgradigen Fehlform der Wirbelsäule mit einem nächtlicherweise auftretenden
Thoracic-outlet-Syndrom ohne neurologische Defizite sensibler Art der Unterschenkel
und Füsse und ohne Hinweise auf eine Skoliose, 3. an einer anamnestisch progredient
auftretenden fleckförmig manifesten generalisierten Myotendinose bzw. Fibromyalgie
mit schwerpunktmässigen Manifestationen innerhalb des dorsalen Schultergürtels, der
Schultergelenksmäntel, der Ellbogen und der Knie, zusätzlich Anthralgien (z.B. der
Fingergelenke), lediglich vereinzelten Muskelverkürzungen und chronisch gewordenen
Einschlaf- und Durchschlafstörungen ohne regelmässig auftretende Kopfschmerzen,
ohne Dysurie und ohne Xerophthalmie, 4. an einer Anpassungsstörung in Form einer
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generellen geweblichen und emotionalen Überempfindlichkeit mit auffälliger/hilfloser
Körpersprache, zu vermutenden Existenzängsten, fehlender Tagesstruktur, Aspekten
einer Pseudoneurasthenie (rasche Erschöpfbarkeit) ohne Hinweise auf eine major
depression, 5. an einer Livedo racemosa und 6. an einem beidseitigen Tinnitus bei
leichter Hochtonschwerhörigkeit.
D.d Prof. Dr. med. G._ führte weiter aus, der Versicherte klage über während des
Sitzens zunehmende und unter Entlastung im Liegen wieder abnehmende
Hauptschmerzen in der unteren Hälfte der LWS sowie im lumbovertebralen Übergang.
Ausgehend vom Beckengürtelbereich dehnten sich die Schmerzen stetig sowohl im
Stehen wie im Sitzen oder Liegen in beide Beine aus, wobei am linken Bein gleichzeitig
eine auffällige Kraftminderung (Stabilisierung des Kniegelenks) auftrete. Im Liegen trete
ein Einschlafen der Beine auf. Der Versicherte klage ausserdem über Schmerzen in der
Nackenregion, in den Ellbogen, teilweise in den Fingergelenken. Beim Gehen und
Stehen werde das linke Bein unter Stockeinsatz systematisch entlastet. Der Versicherte
könnte 15 bis 20 Min. gehen. Nachts sei der Versicherte gezwungen, immer wieder die
Liegeposition zu wechseln, um dem sich entwickelnden Schmerz und den
Missempfindungen auszuweichen. Am Morgen dominierten die Schmerzen, die dann
im Tagesverlauf etwas nachliessen. Der Schmerzverlauf tagsüber variiere von Tag zu
Tag ausserordentlich stark. Es trete keine Verstärkung gegen Abend auf. Prof. Dr. med.
G._ vertrat die Auffassung, dass sich mit Sicherheit im grossen Rahmen einer
generalisierten weichteilrheumatischen Erkrankung (Fibromyalgie) ein ligamentärer
Irritationszustand entwickelt habe, der sich insbesondere im linken Hüftgelenk und
dabei innerhalb des Flexions-Adduktionsbogens der beiden ISG-Gelenke, des
lumbosakralen Übergangs und in Form schmerzhafter Ansatztendinosen über dem
Trochanter major manifestiere. Die muskulären Befunde stünden hinter den
ligamentären Befunden zurück. Anamnestisch gehörten zur Fibromyalgie deren Beginn
im Nacken mit Ausbreitung nach kaudal, die chronischen Schlafstörungen, die
Positivität zahlreicher Tenderpoints und Arthralgien, die nicht auf Arthritiden beruhten.
Die klinisch dominierende Schwäche des linken Beins basiere wahrscheinlich auf
schmerzreflektorischen Hemmungen der Willkürmotorik und nicht auf neurologischen
oder myologischen Befunden bzw. Ausfällen. Die sicherlich reaktive psychische
Entwicklung zeige derzeit eine verzweifelte Asthenie mit Komponenten zu vermutender
existenzieller Ängste, eines Vertrauensverlusts in die noch vorhandenen körperlichen
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Ressourcen und einer generellen Hilflosigkeit im Verständnis der gesundheitlichen
Entwicklung. Der Versicherte sei nicht arbeitsfähig, denn er könne nicht ruhig stehen
oder sitzen. Damit sei er nicht fähig, eine produktive Arbeit über mehr als 15 bis 20 Min.
am Stück zu verrichten.
E.
Der zuständige Arzt des RAD Ostschweiz hielt dazu am 31. Mai 2007 fest, der Befund
der MRI-Untersuchung vom 26. Februar 2007 entspreche demjenigen der
Untersuchung vom 1. März 2005. Die ventralen Spangenbildungen bei LWK 1/2 bzw.
LWK 2/3 sowie die Degeneration der Bandscheibenetagen sei bereits dort beschrieben
worden. Das MRI vom 31. Mai 2007 liefere also keine neuen medizinischen Aspekte.
Das gelte auch für das Konsilium von Prof. Dr. med. G._ vom 12. April 2007. Die
relevanten Untersuchungsbefunde bezögen sich im Wesentlichen auf die
Weichteilgewebe der Sehnen, Bänder und Muskeln ohne eindeutiges objektives
Korrelat zu den geklagten Beschwerden und Funktionsstörungen. Die
Untersuchungsgänge hätten dezent variiert, ebenso die Befundformulierung und die
entsprechende Beurteilung sowie die Befundinterpretation. Weitere organische
Strukturen oder Pathologien seien jedoch nicht angesprochen worden. Es liege also
keine richtungweisende Veränderung des Sachverhalts vor, welche das Gutachten des
ABI in Frage stellen könnte. Die IV-Stelle beantragte am 1. Juni 2007 die Abweisung
der Beschwerde. Sie stützte sich insbesondere auf die höchstrichterliche
Rechtsprechung, laut der die durch eine somatoforme Schmerzstörung oder durch
eine Fibromyalgie ausgelösten Schmerzen zumutbarerweise überwunden werden
könnten.
F.
Der Versicherte reichte am 19. Juni 2007 einen Bericht von Dr. med. H._ vom 14.
Juni 2007 ein. Gemäss diesem Bericht litt der Versicherte an einem starken, sich
ausbreitenden generalisierten und therapieresistenten fibromyalgiformen
Schmerzsyndrom mit invalidisierendem Verlauf. Aufgrund der Diskrepanz zwischen den
beklagten Beschwerden und den objektiven Befunden ging Dr. med. H._ von einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung aus. Er gab an, die Schmerzen nähmen
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den Versicherten so in Anspruch, dass das ganze Leben darauf zentriert sei.
Ausserdem bestehe eine Anpassungsstörung mit der Komponente einer Depression
und eines Erschöpfungssyndroms (anhaltende Müdigkeit und Schwäche bereits nach
geringer körperlicher Anstrengung, Benommenheit, innere Anspannung, Reizbarkeit,
hypochondrische Ängste, eingeengtes Denken, zeitweise Suizidgedanken, sozialer
Rückzug, Schlafstörungen). Die Anpassungsstörung sei als längere depressive
Reaktion zu qualifizieren. Bekanntlich sei die Fibromyalgie häufig mit einem
Erschöpfungs- und depressiven Syndrom assoziiert. Auch für körperlich angepasste
Tätigkeiten sei der Versicherte zu 100% arbeitsunfähig. Der Versicherte beharrte in
seiner Replik vom 19. Juni 2007 darauf, dass die Einschätzungen von Dr. med. E._,
Dr. med. H._ und Prof. Dr. G._ überzeugender seien als die Einschätzung der
Gutachter des ABI bzw. des zuständigen Arztes des RAD Ostschweiz.
G.
Die IV-Stelle erklärte am 26. Juni 2007, sie halte an ihrem Abweisungsbegehren fest.
H.
Am 9. Juli 2007 reichte der Versicherte einen Bericht von Dr. med. E._ vom 6. Juli
2007 ein, laut dem nun das Vollbild einer Fibromyalgie mit achtzehn Tenderpoints
vorlag. Dr. med. E._ vertrat die Auffassung, eine stationäre Behandlung in einer
Rehaklinik oder in einer Schmerzklinik sei angezeigt. Der Versicherte sei vollständig
arbeitsunfähig. Am 7. Dezember 2007 teilte Dr. med. H._ mit, dass sich das
psychische Zustandsbild massiv verschlechtert habe.

Erwägungen:
1.
Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss
Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen,
das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung
der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung wird zum
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Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen). Grundlage der Bemessung der zumutbaren
Invalideneinkommens - und damit i.d.R. auch ausschlaggebendes Element der
Invaliditätsbemessung - ist die Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsadaptierten
Erwerbstätigkeit. Die Beschwerdegegnerin hat diesbezüglich auf das Gutachten des
ABI vom 27. Oktober 2006 abgestellt, laut welchem der Beschwerdeführer in einer
körperlich leichten, leidensadaptierten Erwerbstätigkeit zu 100% arbeitsfähig sein soll.
Der Beschwerdeführer hält dem die Einschätzungen der behandelnden Ärzte und
insbesondere das Konsilium von Prof. Dr. med. G._ vom 12. April 2007 entgegen, die
alle von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auch in einer angepassten
Erwerbstätigkeit ausgehen. Diese massive Differenz in den
Arbeitsfähigkeitsschätzungen lässt sich nicht auf eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers nach der Abklärung durch das ABI am
13. September 2006 zurückführen. Prof. Dr. med. G._ hat zwar von einer progredient
über die Zeit summiert aufgetretenen Fibromyalgie gesprochen. Er hat dies aber auf
den gesamten Zeitraum seit dem erstmaligen Auftreten der Symptome im Jahr 2004
bezogen. In seinem Konsilium lässt nichts darauf schliessen, dass sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in den sechs Monaten zwischen der
Abklärung durch das ABI und der Untersuchung vom 20. März 2007 verschlechtert
hätte. Die Beschwerdeschilderungen des Beschwerdeführers gegenüber den
Gutachtern des ABI und gegenüber Prof. Dr. med. G._ decken sich nicht nur in
bezug auf die Art und die Lokalisation, sondern auch in bezug auf die Intensität der
Beschwerden. Im Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. med. H._ vom 14. Juni
2007 findet sich ebenfalls kein Hinweis auf eine relevante Verschlechterung des
Zustandes des Beschwerdeführers nach dem 13. September 2006. Am 7. Dezember
2007 hat Dr. med. H._ zwar eine Verschlimmerung des psychischen
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers angegeben, aber diese Veränderung ist
nach der hier massgebenden Periode, d.h. nach dem Erlass der angefochtenen
Verfügung eingetreten. Ausserdem hat es sich um eine vorübergehende
Verschlechterung gehandelt. Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass die
Diskrepanz in der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auf eine unterschiedliche
Beurteilung eines im wesentlichen unveränderten Gesundheitszustandes
zurückzuführen ist.
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2.
Nach der Auffassung des Bundesgerichts kann es nicht angehen, eine medizinische
Administrativexpertise in Frage zu stellen und zum Anlass zu nehmen, weitere
Abklärungen durchzuführen, nur weil der behandelnde Arzt eine abweichende
Auffassung vertritt, es sei denn, der behandelnde Arzt bringe objektiv feststellbare
Gesichtspunkte vor, die im Rahmen der Administrativbegutachtung unerkannt
geblieben und geeignet sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (vgl. etwa
das Urteil des Bundesgerichts vom 18. April 2006, I 783/05, Erw. 2.2 m.H.). Würde man
diese Rechtsprechung - ihrem verfestigten Wortlaut nach - ernst nehmen, käme ihr die
Eigenschaft einer die freie Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) beschneidenden
Beweisregel zu: Administrativgutachten, denen keine Unvollständigkeit nachgewiesen
werden könnte, würden immer den angegebenen medizinischen Inhalt mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegen. Es wäre dem
Rechtsanwender - und damit auch dem Gericht - nicht mehr erlaubt, abweichende
medizinische Sachverhaltsdarstellungen als so überzeugend zu qualifizieren, dass sie
die Überzeugungskraft des Administrativgutachtens erschüttern oder das
Administrativgutachten sogar widerlegen würden. Das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen geht demgegenüber insbesondere unter Verweis auf die
Erfahrungstatsache, dass es kein generelles fachliches Kompetenzgefälle zwischen
medizinischen Sachverständigen/Gutachtern einerseits und behandelnden Ärzten
andererseits gibt, weiterhin davon aus, dass Administrativgutachten nicht per se vollen
Beweiswert aufweisen. Auch wenn ein behandelnder Arzt oder ein Privatgutachter
keinen erheblichen medizinischen Gesichtspunkt aufzeigen kann, der von den
Administrativgutachtern übersehen worden ist, kann die abweichende Einschätzung
des behandelnden Arztes oder des Privatgutachters also beim Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen so grosse Zweifel an der Richtigkeit des
Administrativgutachtens wecken, dass sich das Gericht bei der Beurteilung nicht direkt
und ausschliesslich auf das Administrativgutachten stützt (vgl. das Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. Oktober 2007, IV 2006/162). Die
Beweiswürdigung kann sich also im vorliegenden Fall nicht darauf beschränken, das
Gutachten des ABI unter Verweis auf die Tatsache, dass es von der
Beschwerdegegnerin in Auftrag gegeben worden ist und dass die behandelnden Ärzte
und Prof. Dr. med. G._ keine von den Gutachtern des ABI übersehenen
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medizinischen Umstände vorgebracht haben, als vollumfänglich überzeugend zu
qualifizieren und allen abweichenden medizinischen Einschätzungen zum vornherein
jede Überzeugungskraft abzusprechen. Die abweichenden Angaben von Prof. Dr. med.
G._, von Dr. med. E._ und von Dr. med. H._ sind also darauf zu prüfen, ob sie
erhebliche Zweifel an der Richtigkeit des Gutachtens des ABI zu wecken oder ob sie
sogar eine Arbeitsunfähigkeit von 100% als überwiegend wahrscheinlich zu belegen
vermögen.
3.
3.1 Prof. Dr. med. G._, Dr. med. E._ und Dr. med. H._ stützen ihre Auffassung,
dass der Beschwerdeführer vollständig arbeitsunfähig sei, auf die Diagnose einer
Fibromyalgie bzw. einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung. Die
bundesgerichtliche Rechtsprechung geht sowohl in bezug auf die somatoforme
Schmerzstörung (BGE 130 V 352 ff.) als auch in bezug auf die Fibromyalgie (BGE 132 V
65 ff.) davon aus, dass die subjektiv empfundene Schmerzsituation mit einer
zumutbaren Willensanstrengung normalerweise überwunden, d.h. dass die Arbeit
vollumfänglich wieder aufgenommen werden könne. Etwas anderes gilt nach der
Auffassung des Bundesgerichts nur dann, wenn die Schmerzüberwindung aufgrund
eines zur somatoformen Schmerzstörung oder zur Fibromyalgie hinzutretenden,
qualifizierenden Sachumstandes nicht zumutbar ist. Das ist dann der Fall, wenn
daneben weitere erhebliche psychische oder körperliche
Gesundheitsbeeinträchtigungen bestehen, wenn die Krankheit bereits seit langer Zeit
im gleichen Ausmass besteht oder sogar progredient ist und trotz voller Ausschöpfung
der Therapiemöglichkeiten und trotz uneingeschränkter Mitwirkung der kranken Person
therapieresistent ist, wenn ein besonders stark ausgeprägter (primärer)
Krankheitsgewinn besteht oder wenn sich die kranke Person in allen Belangen des
Lebens sozial zurückgezogen hat (vgl. dazu Ulrich Meyer-Blaser, Der Rechtsbegriff der
Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, namentlich für den
Einkommensvergleich in der Invalidenversicherung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.],
Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, S. 76 f.). Entgegen der von der Beschwerdegegnerin
offenbar vertretenen Auffassung (vgl. die Ziffer III/3 der Beschwerdeantwort vom 1. Juni
2007) kann also im vorliegenden Fall nicht ohne weiteres gestützt auf die Vermutung
der Überwindbarkeit einer allfälligen Fibromyalgie/somatoformen Schmerzstörung
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davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit in einer adaptierten Erwerbstätigkeit zu 100% arbeitsfähig sei. Es ist
vielmehr zu prüfen, ob das Vorliegen einer Fibromyalgie/somatoformen
Schmerzstörung überhaupt nachgewiesen ist und gegebenenfalls ob die Vermutung
der Überwindbarkeit der subjektiv empfundenen Schmerzen und damit der subjektiven
Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung aufgrund besonderer Umstände als widerlegt zu
betrachten ist. Zwar handelt es sich dabei nach einer höchstrichterlichen
Rechtsprechung um eine Rechtsfrage, aber deren Beantwortung setzt überzeugende
ärztliche Aussagen zum Gesundheitszustand und insbesondere zu dem aus
medizinischer Sicht objektiv vorhandenen Leistungspotential voraus (BGE 130 V 355
f.).
3.2 Das Gutachten des ABI weicht bereits in bezug auf die Diagnose vom Konsilium
von Prof. Dr. med. G._ und von den Berichten der beiden behandelnden Ärzte ab.
Diese drei Ärzte sind übereinstimmend der Meinung, dass der Beschwerdeführer an
einem Fibromyalgiesyndrom und an einer somatoformen Schmerzstörung leide. Die
Gutachter des ABI hingegen haben sowohl ein Fibromyalgiesyndrom als auch das
Bestehen einer erheblichen psychischen Erkrankung verneint. Weitgehende
Übereinstimmung besteht nur in bezug auf die radiologisch nachgewiesene
Wirbelsäulenerkrankung und wohl auch in bezug auf die Annahme, dass diese
Erkrankung für sich allein keine Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Erwerbstätigkeit
zu begründen vermag. Die Gutachter des ABI haben nicht die Diagnose eines
Fibromyalgiesyndroms gestellt, weil nur zehn von achtzehn Tenderpoints druckdolent
waren und weil die angegebenen Beschwerden untypisch für ein Fibromyalgiesyndrom
waren. Bei späteren Untersuchungen sind dann mehr, schliesslich sogar alle
Tenderpoints druckdolent gewesen. Da sich die gesundheitliche Situation des
Beschwerdeführers in den wenigen Monaten zwischen der Abklärung durch die
Gutachter des ABI und der Untersuchung durch Prof. Dr. med. G._ nicht
verschlechtert hat, erscheint die Erhöhung der Zahl der druckdolenten Tenderpoints als
suspekt. Entweder hat die Zahl geschwankt, ohne dass damit eine relevante
Veränderung des Gesundheitszustandes verbunden gewesen wäre, oder der
Beschwerdeführer hat "dazugelernt" und anlässlich der Untersuchung durch Prof. Dr.
med. G._ gewusst, bei welcher Untersuchungshandlung und an welcher Stelle seines
Körpers er bei einer entsprechenden Manipulation eine Schmerzempfindung angeben
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musste, um als fibromyalgiekrank anerkannt zu werden. Prof. Dr. med. G._ hat nicht
angegeben, dass er versucht hätte, die Angaben des Beschwerdeführers
(beispielsweise durch eine Manipulation an einer Körperstelle, die kein Tenderpoint ist)
zu objektivieren. Bei der ersten Variante müsste davon ausgegangen werden, dass eine
einmalige Überprüfung der Zahl der druckdolenten Tenderpoints im Fall des
Beschwerdeführers nicht aussagekräftig wäre, so dass weder die Auffassung der
Gutachter des ABI noch diejenige von Prof. Dr. med. G._ mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit richtig wäre. Die zweite Variante erscheint als die
wahrscheinlichere, denn anlässlich der Untersuchung durch den rheumatologischen
Gutachter des ABI sind generell ganz erhebliche Differenzen zwischen den
Schmerzangaben des Beschwerdeführers und dessen Verhalten aufgefallen. So hat der
Beschwerdeführer beispielsweise im Lasèguetest nur eine ganz geringe Beugung des
Hüftgelenks toleriert, aber anschliessend hat er problemlos den Langsitz einnehmen
und damit das Hüftgelenk um nahezu 90° beugen können. Diese anlässlich der
Abklärung durch die Gutachter des ABI festgestellten Differenzen wecken den
Verdacht, dass die Schmerzangaben zumindest teilweise auf eine - wohl unbewusste -
Verdeutlichungstendenz zurückzuführen sein könnten. Es ist zu vermuten, dass diese
Verdeutlichungstendenz auch bei späteren Untersuchungen im Hinblick auf ein
allfälliges Fibromyalgiesyndrom bestanden hat, dort aber mangels entsprechender
Kontrollen nicht festgestellt worden ist. Dies lässt auch an der Verlässlichkeit des
Ergebnisses der Abklärung durch Prof. Dr. med. G._ zweifeln, zumal Prof. Dr. med.
G._ nicht mit der Abklärung des Restarbeitsfähigkeitsgrades, sondern mit der
Abklärung von Therapiemöglichkeiten beauftragt gewesen ist. Dasselbe muss für die
von Dr. med. E._ geäusserte Auffassung gelten, denn bei ihm kommt hinzu, dass er
als behandelnder Arzt seit Jahren mit den massiven Schmerzangaben des
Beschwerdeführers konfrontiert ist, die entsprechenden Einschränkungen des
Beschwerdeführers im Alltag bei jeder Konsultation zur Kenntnis hat nehmen müssen
und mit sämtlichen Therapieversuchen erfolglos geblieben ist. Es ist eine
Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte in einer solchen Situation dazu neigen,
die pessimistische Selbsteinschätzung ihrer Patienten zu übernehmen und gegenüber
der Invalidenversicherung zu "verteidigen". Auf den rheumatologischen Gutachter des
ABI trifft dies alles nicht zu. Er verfügte aufgrund seiner nicht auf die Therapie, sondern
auf die objektive Erhebung der Arbeitsfähigkeit ausgerichteten Abklärung über jene
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medizinischen Erkenntnisse, die es ihm ermöglicht haben, die Plausibilität der vom
Beschwerdeführer angegebenen Schmerzen und schmerzbedingten
Beeinträchtigungen zu beurteilen. Das Gutachten des ABI weist deshalb mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nach, dass der Beschwerdeführer nicht an einer
Fibromyalgie leidet. Damit braucht die Frage, ob die durch die Fibromyalgie
ausgelösten Schmerzempfindungen durch eine zumutbare Willensanstrengung
überwunden und die Erwerbstätigkeit wieder aufgenommen werden könne, gar nicht
beantwortet zu werden. Das Gutachten des ABI weist ausserdem nach, dass die
nachgewiesene Wirbelsäulenerkrankung die vom Beschwerdeführer geklagten
Schmerzen nicht auszulösen vermag. Damit steht gestützt auf das Gutachten des AB
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer in einer
behinderungsadaptierten Erwerbstätigkeit aus rein rheumatologischer Sicht zu 100%
arbeitsfähig ist.
3.3 Zu untersuchen bleibt, ob eine somatoforme Schmerzstörung oder eine andere
Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit eine Arbeitsunfähigkeit bewirkt. Der
psychiatrische Gutachter des ABI und der behandelnde Psychiater Dr. med. H._ sind
sich darin einig, dass die Diskrepanz zwischen den objektiven somatischen Befunden
und der subjektiven Krankheitsüberzeugung zur Annahme einer psychischen
Überlagerung zwinge. Während der behandelnde Psychiater diese psychische
Überlagerung als somatoforme Schmerzstörung qualifiziert, geht der psychiatrische
Gutachter des ABI nur von einer Schmerzverarbeitungsstörung aus. Er begründet dies
mit dem Fehlen langanhaltender psychosozialer oder emotionaler Belastungsfaktoren;
ausserdem leide der Beschwerdeführer nur unter leichten Schlafstörungen, die er auf
die Schmerzen zurückführe, und es seien keine weiteren depressiven Symptome
festzustellen. Demgegenüber hat Dr. med. H._ sowohl ein depressives als auch ein
Erschöpfungssyndrom angenommen, die bekanntlich häufig mit einem
Fibromyalgiesyndrom assoziiert seien und die trotz kooperativer Haltung des
Beschwerdeführers therapeutisch nicht hätten beeinflusst werden können. Neben der
bereits oben dargelegten Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte nach einer
langen und erfolglosen Behandlung dazu neigen, die pessimistische
Selbsteinschätzung ihres Patienten zu übernehmen, kommt bei Dr. med. H._ hinzu,
dass er seine Diagnose, und damit auch seine Arbeitsfähigkeitsschätzung, auf das
Vorliegen eines Fibromyalgiesyndroms gestützt hat, was ihm wohl auch die Erklärung
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für die Erfolglosigkeit seiner Therapiebemühungen geliefert hat. Da nicht nachgewiesen
ist, dass der Beschwerdeführer tatsächlich an einem Fibromyalgiesyndrom gelitten hat
und immer noch leidet, vermag die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. H._
nicht zu überzeugen. Hinzu kommt, dass eine psychiatrische Diagnosestellung, die sich
weitgehend auf die Angaben des Patienten stützen muss, sowohl bei der Fragestellung
als auch bei der Interpretation der Antworten die Bereitschaft des Untersuchers
voraussetzt, die objektive Situation herauszufiltern und nicht einfach alle Angaben (z.B.
zu den Ein- und Durchschlafproblemen) als objektiv korrekt zu interpretieren. Sowohl
das langjährige, praktisch erfolglose Behandlungsverhältnis als auch die Überzeugung,
es liege ein Fibromyalgiesyndrom vor, dürften Dr. med. H._ daran gehindert haben,
mit derselben Objektivität wie der psychiatrische Gutachter des ABI die psychische
Verfassung des Beschwerdeführers zu ermitteln. Seine abweichende Einschätzung der
psychischen Erkrankung des Beschwerdeführers vermag deshalb nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit zu belegen. Sie
reicht auch nicht aus, um die Überzeugungskraft der Arbeitsfähigkeitsschätzung im
Gutachten des ABI zu erschüttern. Das von Dr. med. H._ am 7. Dezember 2007
beschriebene psychische Zustandsbild hat sich erst längere Zeit nach dem Erlass der
angefochtenen Verfügung eingestellt, so dass es für die Beurteilung nicht relevant ist.
Für den hier massgebenden Sachverhalt, wie er sich bis zum Tag des Erlasses der
angefochtenen Verfügung entwickelt hat, ist somit davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer auch durch die Beeinträchtigung seiner psychischen Gesundheit
nicht daran gehindert ist, zu 100% einer geeigneten Erwerbstätigkeit nachzugehen.
Auch hier muss also die Frage gar nicht beantwortet werden, ob die psychische
Beeinträchtigung durch eine zumutbare Willensanstrengung zu überwinden wäre. Die
angefochtene Abweisungsverfügung vom 25. Januar 2007 erweist sich als
rechtmässig.
4.
Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Der
vollumfänglich unterliegende Beschwerdeführer hätte grundsätzlich die Gerichtskosten
zu tragen. Diese bemessen sich nach dem Verfahrensaufwand (Art.69 Abs. 1 IVG).
Dementsprechend erscheint eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- als angemessen. Da
dem Beschwerdeführer aber aufgrund der ausgewiesenen Bedürftigkeit am 5. Juni
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2007 die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne der Befreiung von allfälligen
Gerichtskosten bewilligt worden ist, wird auf die Erhebung dieser Gerichtsgebühr
verzichtet. Ein Anspruch auf eine unentgeltliche Rechtsverbeiständung besteht nicht,
da die berufsmässige Vertretung vor Gericht den Rechtsanwälten vorbehalten ist (Art.
10 Abs. 1 des st. gallischen Anwaltsgesetzes). Demnach können auch nur
Rechtsanwälte die Aufgabe der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung wahrnehmen.
Die Vertreterin des Beschwerdeführers ist nicht Rechtsanwältin. Sie hat denn auch das
Gesuch um die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung am 6. März
2007 zurückgezogen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG