Decision ID: bdabd5a2-239a-46ba-9bb2-8991785e6a09
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X erwarb den Führerausweis der Kategorie B am 18. Januar 1986. Er erlernte den
Beruf des Automechanikers und arbeitete seit 2002 als selbständiger Fahrlehrer. Im
Administrativmassnahmen-Register (ADMAS) sind diverse Warnungsentzüge
verzeichnet. Zu Beginn des Jahres 2005 waren ihm der Führerausweis und die
Fahrlehrerbewilligung wegen charakterlicher Nichteignung auf unbestimmte Zeit
entzogen worden. Die Wiedererteilungen erfolgten im Juni 2005 (Führerausweis) und
August 2005 (Fahrlehrerbewilligung). Mit Verfügung vom 23. September 2011 entzog
das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen (nachfolgend:
Strassenverkehrsamt) X den Führerausweis auf unbestimmte Zeit bei einer Sperrfrist
von drei Monaten, da dieser zur zuvor angeordneten verkehrsmedizinischen und
verkehrspsychologischen Untersuchung nicht erschienen war.
B.- Am 25. November 2015 beantragte X die Wiedererteilung des Führerausweises.
Nachdem die Fahreignung sowohl aus verkehrsmedizinischer als auch
verkehrspsychologischer Sicht nicht befürwortet worden war, unterzog sich X einer
verkehrspsychiatrischen Untersuchung, die positiv ausfiel. Das Strassenverkehrsamt
verfügte daraufhin am 1. April 2016 die teilweise Aufhebung des Führerausweisentzugs
und erteilte X den Lernfahrausweis der Kategorie B unter der Auflage einer
vollständigen kontrollierten Alkoholabstinenz. Nach bestandener Führerprüfung wurde
X der Führerausweis mit den Kategorien B, BE sowie den Unterkategorien D1 und D1E
unter weiterhin geltender Auflage der Alkoholabstinenz am 16. August 2016 ausgestellt.
Daraufhin beanstandete X mit Schreiben vom 14. September 2016, dass beim neuen
Führerausweis die Kategorien A, C und CE sowie die Codes 121 (berufsmässiger
Personentransport), 201 (Fahrlehrer leichte Motorwagen), 203 (Fahrlehrer Theorie) und
204 (Fahrlehrer Motorräder) fehlten. Mit Verfügung vom 2. November 2016 wies das
Strassenverkehrsamt das Gesuch um Wiedererteilung der Fahrlehrerbewilligung ab und
verweigerte X gleichzeitig die Fahrlehrerbewilligung für die Dauer von fünf Jahren (1.
April 2016 bis 31. März 2021). Der dagegen erhobene Rekurs wurde mit Entscheid der
Verwaltungsrekurskommission IV-2016/168 vom 29. Juni 2017 gutgeheissen, die
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Verfügung des Strassenverkehrsamtes aufgehoben und die Angelegenheit zu neuer

Verfügung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. Noch während
des Rekursverfahrens wurde X der Führerausweis wegen Missachtung der
Alkoholabstinenzauflage mit Verfügung vom 1. März 2017 auf unbestimmte Zeit
entzogen.
C.- Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs entzog das Strassenverkehrsamt X mit
Verfügung vom 7. September 2017 die Fahrlehrerbewilligung auf unbestimmte Zeit
(Ziffer 1), weil er seit 23. September 2011 nicht mehr im Besitz der Bewilligung zum
berufsmässigen Personentransport sei. Als Bedingungen für die Aufhebung des
Entzugs wurden klagloses Verhalten während mindestens fünf Jahren ab
Wiedererteilung der Kategorie B, Besitz des eidgenössischen Fachausweises für
Fahrlehrer und ein positiv lautendes verkehrspsychologisches Gutachten genannt
(Ziffer 2).
D.- Mit Eingabe vom 22. September 2017 erhob X gegen den Entzug der
Fahrlehrerbewilligung Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag,
die angefochtene Verfügung sei als nichtig zu erklären und die Angelegenheit zu neuer
Verfügung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht stellte er ein
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege, welches mit Verfügung der Gerichtsleitung
vom 11. Januar 2018 gutgeheissen wurde (Verfahren ZV-2017/124). Mit Schreiben vom
29. Januar 2018 verzichtete die Vorinstanz auf eine Vernehmlassung. Auf die
Ausführungen des Rekurrenten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
eingegangen.
E.- Gestützt auf das positiv lautende verkehrsmedizinische Gutachten des Instituts für
Rechtsmedizin am Kantonsspital St. Gallen (nachfolgend: IRM) vom 10. August 2017
wurde X der Führerausweis der Kategorie B mit Verfügung des Strassenverkehrsamts
vom 13. September 2017 mit den Auflagen der Alkoholfahrabstinenz und der
Einhaltung eines sozialen Trinkverhaltens wiedererteilt (Ziffern 2 und 3). Die
Wiedererteilung der Kategorien A und C sowie der Unterkategorie D1 wurde
abgewiesen (Ziffer 1). Auch gegen jene Verfügung erhob X Rekurs (vgl. Verfahren Nr.
IV-2017/160), worüber ebenfalls mit heutigem Datum entschieden wird.
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Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 22. September 2017 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- a) Wer gewerbsmässig Fahrunterricht erteilt, bedarf der Fahrlehrerbewilligung
(Art. 15 Abs. 3 des Strassenverkehrsgesetzes [SR 741.01, abgekürzt: SVG]). Nach
Art. 5 Abs. 1 der Verordnung über die Zulassung von Fahrlehrern und Fahrlehrerinnen
und ihre Berufsausübung (SR 741.522, abgekürzt: FV) wird die Fahrlehrerbewilligung
der Kategorie B Personen erteilt, die den eidgenössischen Fachausweis "Fahrlehrer /
Fahrlehrerin" (Modulabschluss B) besitzen, wenn dieser die Kompetenzen nach
Anhang 1 Ziff. 1 abdeckt (lit. a). Zusätzlich wird vorausgesetzt, dass sie über den
unbefristeten Führerausweis der Kategorie B verfügen und während den
vorangegangenen zwei Jahren Motorfahrzeuge geführt haben, ohne eine
verkehrsgefährdende Verletzung von Verkehrsvorschriften begangen zu haben (lit. b).
Weiter müssen sie die Bewilligung zum berufsmässigen Personentransport nach Art. 25
der Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum
Strassenverkehr (SR 741.51, abgekürzt: VZV) erhalten haben (lit. c) und nach ihrem
bisherigen Verhalten Gewähr für eine einwandfreie Berufsausübung bieten (lit. d). Die
Fahrlehrerbewilligung wird im Führerausweis eingetragen (Art. 6 Abs. 3 FV; Codes 202
bis 204, je nach Kategorie).
Ausweise und Bewilligungen sind zu entziehen, wenn festgestellt wird, dass die
gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen (Art. 16
Abs. 1 SVG). In Art. 26 FV wird der befristete Entzug der Fahrlehrerbewilligung geregelt
(z.B. wegen Nichterfüllung der Weiterbildungspflicht oder Fahrens unter
Alkoholeinfluss). Ein unbefristeter Entzug der Fahrlehrerbewilligung ist nach Art. 27 FV
auszusprechen, wenn der Fahrlehrer nicht mehr im Besitz der Bewilligung zum
berufsmässigen Personentransport nach Art. 25 VZV ist oder die sichere Durchführung
der Lernfahrten aus anderen Gründen nicht mehr gewährleistet ist (lit. a), der Fahrlehrer
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seine Stellung schwer missbraucht hat oder wenn aus charakterlichen Gründen seine
Lehrtätigkeit den Schülern nicht mehr zugemutet werden kann (lit. b). Dasselbe gilt,
wenn gestützt auf eine Inspektion festgestellt wird, dass der erteilte Fahrunterricht
gravierende Mängel aufweist (lit. c), die nach Art. 25 FV angeordnete Kontrollprüfung
(wegen mangelhaften Unterrichts) nicht bestanden wird (lit. d) oder die Frist zum
Nachholen der Weiterbildung nach Art. 26 Abs. 1 FV unbenutzt verstrichen ist (lit. e).
Wird dem Fahrlehrer der Führerausweis entzogen, so darf er während der
Entzugsdauer weder praktischen Fahrunterricht erteilen noch Ausbildungspraktikanten
begleiten (Art. 28 FV).
b) Der Rekurrent macht im Wesentlichen geltend, entgegen der Ansicht der Vorinstanz
sei ihm die Bewilligung zum berufsmässigen Personentransport nicht mit Verfügung
vom 23. September 2011 entzogen worden. Damals sei ihm lediglich der
Führerausweis auf unbestimmte Zeit entzogen worden. Aus Art. 28 FV ergebe sich,
dass der Führerausweisentzug nicht den Entzug der Fahrlehrerbewilligung zur Folge
habe. Folglich werde auch die Bewilligung zum berufsmässigen Personentransport
durch einen Führerausweisentzug nicht automatisch aberkannt. Da er die
medizinischen Mindestanforderungen der zweiten Gruppe erfülle, dürfe ihm die
Bewilligung zum berufsmässigen Personentransport nicht vorenthalten werden. Seiner
Weiterbildungspflicht als Fahrlehrer sei er ebenfalls nachgekommen. Sowohl
verkehrspsychologisch als auch verkehrsmedizinisch sei seine Fahreignung bejaht
worden. Dass seine Lehrtätigkeit den Schülerinnen und Schülern nicht mehr zugemutet
werden könne, ergebe sich weder aus den Akten noch aus der
verkehrspsychologischen Untersuchung. Ferner sei die Verfügung über den Entzug der
Fahrlehrerbewilligung zu einem Zeitpunkt ergangen, als noch nicht festgestanden habe,
über welche Kategorien er verfüge. Dem Inhaber der Unterkategorie D1 werde die
Bewilligung zum berufsmässigen Personentransport gestützt auf Art. 25 Abs. 4 VZV
nämlich ohne weitere Prüfung erteilt. Nur kurze Zeit später sei ihm der Führerausweis
der Kategorie B mit der Unterkategorie D1 wiedererteilt worden, allerdings ohne den
entsprechenden Code 121.
c) Die Vorinstanz führte in der angefochtenen Verfügung aus, am 23. September 2011
sei dem Rekurrenten der Führerausweis inklusive der Bewilligung zum berufsmässigen
Personentransport auf unbestimmte Zeit entzogen worden. Aufgrund dieser Tatsache
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hätte dem Rekurrenten bereits damals die Fahrlehrerbewilligung für eine unbefristete
Dauer entzogen werden müssen, da er aufgrund der Verfügung vom 23. November
2011 (richtig: 23. September 2011) nicht mehr im Besitz der Bewilligung zum
berufsmässigen Personentransport nach Art. 25 VZV gewesen sei. Weshalb ihm nicht
schon damals die Fahrlehrerbewilligung entzogen worden sei, könne nicht mehr
nachvollzogen werden. Fakt sei aber, dass es sich bei Art. 27 FV nicht um eine Kann-
Vorschrift handle, sondern die Fahrlehrerbewilligung zwingend zu entziehen sei, wenn
die Voraussetzungen dazu nicht mehr gegeben seien.
d) Wer mit Fahrzeugen der Kategorien B oder C, der Unterkategorien B1 oder C1 oder
der Spezialkategorie F berufsmässig Personen transportieren will, benötigt eine
Bewilligung zum berufsmässigen Personentransport (Art. 25 Abs. 1 VZV). Die
Bewilligung zum berufsmässigen Personentransport wird dem Inhaber eines
Führerausweises der Kategorie B, der Unterkategorie B1 oder der Spezialkategorie F
nach Art. 25 Abs. 3 VZV erteilt, wenn der Bewerber an einer Prüfung der Zusatztheorie
nachweist, dass er die Arbeits- und Ruhezeit der berufsmässigen Führer von leichten
Personentransportfahrzeugen kennt (lit. a) und an einer zusätzlichen praktischen
Führerprüfung nachweist, dass er fähig ist, Personen in einem Motorfahrzeug der
entsprechenden Kategorie, Unterkategorie oder Spezialkategorie auch in schwierigen
Verkehrssituationen ohne Gefährdung zu transportieren (lit. b). Dem Inhaber eines
Führerausweises der Kategorie D oder der Unterkategorie D1 wird die Bewilligung zum
berufsmässigen Personentransport ohne weitere Prüfung erteilt (Art. 25 Abs. 4 VZV).
Die Bewilligung ist nur zusammen mit dem Führerausweis gültig (Art. 25 Abs. 5 VZV).
Der Inhaber einer Bewilligung zum berufsmässigen Personentransport muss die
medizinischen Mindestanforderungen der zweiten Gruppe erfüllen (Anhang 1 zur VZV).
Der Rekurrent erwarb den Führerausweis der Kategorie B für Personenwagen am 15.
Januar 1986. Aufgrund der damals geltenden gesetzlichen Bestimmungen war er damit
auch berechtigt, Fahrzeuge der Kategorie BE sowie der Unterkategorien D1 und D1E
zu lenken. Ende 2001 bestand er die Fahrlehrerprüfung und war fortan als Fahrlehrer
für verschiedene Kategorien tätig, was mit den Codes 201, 203 und 204 im
Führerausweis eingetragen wurde. Am 26. Januar 2005 wurde dem Rekurrenten der
Führerausweis und die Fahrlehrerbewilligung wegen charakterlicher Nichteignung auf
unbestimmte Zeit entzogen. Der Führerausweis wurde ihm am 14. Juni 2005, die
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Fahrlehrerbewilligung am 18. August 2005 je unter Auflagen wiedererteilt. In dem am 1.
Dezember 2005 ausgestellten Führerausweis war zusätzlich zu den Kategorien A, B, C,
BE, CE und den Unterkategorien D1 und D1E bei der Kategorie B der Code 121 für
berufsmässigen Personentransport eingetragen.
Nachdem der Rekurrent am 14. Februar 2010 im Verkehr auffällig geworden war (u.a.
massive Überschreitung der Geschwindigkeit, Nichteinhalten eines genügenden
Abstands, Führen eines Motorfahrzeugs in angetrunkenem Zustand) wurde ihm der
Führerausweis am 1. April 2010 (mit Wirkung ab 14. Februar 2010) vorsorglich
entzogen. Mit Verfügung vom 29. November 2010 ordnete die Vorinstanz eine
verkehrsmedizinische und verkehrspsychologische Untersuchung an. Nachdem der
Rekurrent dieser Anordnung keine Folge geleistet hatte, entzog ihm die Vorinstanz mit
Verfügung vom 23. September 2011 den Führerausweis auf unbestimmte Zeit mit einer
Sperrfrist von drei Monaten (act. 6/352 ff.). Weder die Fahrlehrerbewilligung noch die
Bewilligung zum berufsmässigen Personentransport wurden in jener Verfügung
erwähnt. Nach weiteren Vorfällen im Strassenverkehr wurde die Sperrfrist am 12.
Januar 2015 auf zwölf Monate verlängert. Mit Verfügung vom 1. April 2016 wurde der
Führerausweisentzug der dritten medizinischen Gruppe (Kategorien A und B, vgl.
Anhang 1 zur VZV in der Fassung vom 28. September 2007; seit 1. Juli 2016 erste
medizinische Gruppe) aufgehoben. Aufgrund der über fünfjährigen Fahrabstinenz
wurde der Rekurrent aufgefordert, die Prüfung der Kategorie B zu absolvieren. Der
Lernfahrausweis wurde zudem mit der Auflage einer kontrollierten Alkoholabstinenz
versehen. Nach bestandener Führerprüfung wurde dem Rekurrenten am 18. August
2016 der Führerausweis für die Kategorien B, BE sowie die Unterkategorien D1 und
D1E ausgestellt. Die Bewilligung für berufsmässige Personentransporte (Code 121) wie
auch jene als Fahrlehrer (Codes 201, 203 und 204) waren darin nicht enthalten.
e) Aus dieser Darstellung der zeitlichen Abfolge geht hervor, dass dem Rekurrenten die
Bewilligung zum berufsmässigen Personentransport bis anhin nie entzogen worden ist.
Entgegen der Ansicht der Vorinstanz umfasste der am 23. September 2011 verfügte
Sicherungsentzug des Führerausweises nicht auch den Entzug jener Bewilligung. Dies
ist auch gar nicht notwendig, da die Bewilligung zum berufsmässigen
Personentransport nur zusammen mit dem Führerausweis gültig ist (vgl. Art. 25 Abs. 5
VZV). Gemäss Schreiben des Fachzentrums Forensik Ostschweiz (nachfolgend: faforo)
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vom 29. September 2016 ist die Fahreignung beim Rekurrenten auch für die zweite
medizinische Gruppe gegeben (act. 6/511). Da der Rekurrent demzufolge nach wie vor
über die Bewilligung zum berufsmässigen Personentransport zur Kategorie B verfügt,
hätte die Vorinstanz dies bei der Wiedererteilung – sowohl am 18. August 2016 als
auch am 13. September 2017 – im Ausweis entsprechend mit dem Code 121 eintragen
müssen. Bei der Wiedererteilung im Jahr 2005 war dies denn auch noch korrekt so
gehandhabt worden.
Selbst wenn von einem früheren Entzug der Bewilligung zum berufsmässigen
Personentransport ausgegangen würde, würde der Rekurrent gestützt auf Art. 25 Abs.
4 VZV, wonach dem Inhaber eines Führerausweises der Unterkategorie D1 die
Bewilligung ohne weitere Prüfung erteilt wird, darüber verfügen. Da der Rekurrent den
Führerausweis der Kategorie B (erstmals) vor 1992 erwarb, ist er auch für die Kategorie
BE sowie die Unterkategorien D1 und D1E fahrberechtigt. Insofern erweist sich die
Verfügung der Vorinstanz vom 13. September 2017, worin ihm die Wiedererteilung für
die Unterkategorie D1 ohne weitere Begründung verweigert wurde, als nicht zutreffend
(vgl. Verfahren IV-2017/160). Der Ausweis wurde indessen korrekt mit der
Unterkategorie D1 ausgestellt (act. 5).
Da der Rekurrent folglich die Voraussetzungen zur Erlangung einer Bewilligung zum
berufsmässigen Personentransport erfüllt, erweist sich die Begründung der Vorinstanz,
die den unbefristeten Entzug der Fahrlehrerbewilligung auf die fehlende Bewilligung
zum berufsmässigen Personentransport abstützt, als nicht stichhaltig. Die
angefochtene Verfügung, worin dem Rekurrenten die Fahrlehrerbewilligung entzogen
wurde, erweist sich deswegen zwar nicht als nichtig, sie stützt sich aber auf falsche
Grundlagen und ist daher aufzuheben. Der Rekurs ist folglich gutzuheissen.
f) Ein unbefristeter Entzug der Fahrlehrerbewilligung ist indessen auch auszusprechen,
wenn die sichere Durchführung von Lernfahrten aus anderen Gründen nicht mehr
gewährleistet ist (Art. 27 Abs. 1 lit. a FV) oder wenn die Lehrtätigkeit des Fahrlehrers
aus charakterlichen Gründen den Schülern und Schülerinnen nicht mehr zugemutet
werden kann (Art. 27 Abs. 1 lit. b FV). Diese Bestimmungen korrespondieren mit der in
Art. 5 Abs. 1 lit. d FV genannten Voraussetzung, wonach Fahrlehrer nach ihrem
bisherigen Verhalten Gewähr für eine einwandfreie Berufsausübung bieten müssen.
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Aus den Akten geht hervor, dass der Rekurrent seit Ausübung der Fahrlehrertätigkeit
ab dem Jahr 2002 während mehr als neun Jahren über keinen Führerausweis verfügte.
Er beging zahlreiche Verstösse gegen das Strassenverkehrsgesetz (übersetzte
Geschwindigkeit, Nichtbeherrschen des Fahrzeugs, mehrfaches Führen eines
Fahrzeugs in angetrunkenem Zustand, Nichteinhalten eines genügenden Abstands,
Lenken eines Motorrads ohne Kontrollschild, Nichtbeachten des Lichtsignals,
Unerlaubtes Befahren des Trottoirs, etc.). Trotz Ausweisentzugs lenkte der Rekurrent
zudem wiederholt Fahrzeuge und erteilte auch mehrmals Fahrstunden. Sein
automobilistischer Leumund ist daher massiv getrübt.
Im Verfahren zur Wiedererteilung des Führerausweises in den Jahren 2015/16 wurde
dem Rekurrenten die charakterliche Fahreignung von einem Verkehrspsychologen
abgesprochen (act. 6/457). Die Vorinstanz ordnete daraufhin eine psychiatrische
Fahreignungsabklärung an. Im Gutachten des faforo vom 27. Januar 2016 wurde die
Fahreignung allerdings lediglich verkehrsmedizinisch positiv beurteilt. Auf die Tätigkeit
des Rekurrenten als Fahrlehrer bzw. seine Eignung dazu wurde darin nicht
eingegangen. In der Beurteilung wurde festgehalten, dass der Rekurrent im
Strassenverkehr schon früh Auffälligkeiten gezeigt habe. Es zeige sich bei ihm eine
Bereitschaft, Gesetze, Normen und Regeln zu überschreiten. Dies habe dazu geführt,
dass er trotz seiner Angewiesenheit auf den Führerausweis immer wieder auffällig
geworden sei. Die empfohlenen Therapieauflagen hätten zwar eine gewisse
Verbesserung gezeigt, seien aber nicht nachhaltig gewesen. Aus gutachterlicher Sicht
liessen sich gewisse dissoziale Persönlichkeitszüge feststellen, insbesondere der
Mangel an Lernen aus Bestrafung. Die Prognose sei tendenziell ungünstig, was sich in
den verkehrspsychologischen Untersuchungen bereits mehrfach gezeigt habe. Der
Rekurrent zeige ein resignatives Bild (act. 6/488 f.). Auch im verkehrsmedizinischen
Gutachten des IRM vom 10. August 2017 finden sich kritische Feststellungen zur
psychischen Befindlichkeit. Der Rekurrent berichtete damals, dass es ihm psychisch
nicht sehr gut gehe. Eine Therapie mache er nicht. Nachdem ein Suizidversuch vor
Jahren nicht gelungen sei, sei es offenbar der Wunsch der Gesellschaft, dass er hier sei
(act. 6/566).
Gestützt auf das Gutachten des faforo erteilte die Vorinstanz dem Rekurrenten den
Lernfahrausweis der Kategorie B. Wenn es nun jedoch darum geht zu beurteilen, ob
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der Rekurrent die Voraussetzungen als Inhaber der Fahrlehrerbewilligung nach wie vor
erfüllt, insbesondere jene, dass ein Fahrlehrer nach seinem bisherigen Verhalten
Gewähr für eine einwandfreie Berufsausübung bieten muss, so können jenem
Gutachten keine Angaben dazu entnommen werden. Aufgrund der langjährigen
Vorgeschichte mit erheblich getrübtem automobilistischem Leumund und den
Ausführungen mehrerer Gutachter bestehen Zweifel, ob der Rekurrent die persönlichen
Voraussetzungen für eine Tätigkeit als Fahrlehrer erfüllt. Dies erscheint auch deshalb
problematisch, weil Fahrschülerinnen und Fahrschüler in der Regel nichts wissen über
allfällige Verfehlungen des Fahrlehrers im Strassenverkehr und sich darum
möglicherweise einem Fahrlehrer anvertrauen, den sie niemals ausgewählt hätten,
wenn sie dessen automobilistischen Leumund gekannt hätten. Es geht nicht mehr
darum, ob der Rekurrent nochmals eine Chance verdient hat, sondern ob und allenfalls
unter welchen Voraussetzungen er im Stande ist, den Beruf des Fahrlehrers, dem eine
Vorbildfunktion zukommt, einwandfrei auszuüben. Eine entsprechende
verkehrspsychologische Untersuchung ist deshalb unerlässlich. Ebenfalls ist nach wie
vor ungeklärt, ob der Rekurrent seiner Weiterbildungspflicht nach Art. 22 FV stets
nachgekommen ist. Auch dies wird die Vorinstanz abklären müssen, wobei es dem
Rekurrenten obliegt, den lückenlosen Nachweis zu erbringen, wenn er die
Fahrlehrerbewilligung wiedererlangen möchte.
Die Streitsache ist daher zur Vornahme entsprechender Abklärungen im Sinne der
Erwägungen und zu neuer Verfügung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Vorinstanz
wird zudem zu prüfen haben, ob die Fahrlehrerbewilligung dem Rekurrenten für die
Dauer des Verfahrens vorsorglich zu entziehen ist.
3.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten vom Staat zu
tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.– erscheint
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12).