Decision ID: cf1ef524-6233-43a2-8fce-dafbb0623f10
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1959 geborene
X._
arbeitete vom 1
5.
Januar
2000 bis 30.
Apri
l 2003 als Zimmermädchen im
Hotel
Y._
in
Z._
und
neben
er
werb
lich
vom 1.
Februar 2000 bis 2
8.
Februar 2003 als Reinigerin bei der
A._
AG
(Urk. 7/1, Urk. 7/6
-7
).
Von August 2003 bis Oktober 2004 bezog die Versicherte Tag
gelder der Arbeitslosenversicherung (Urk. 7/4).
1.2
Am 20. Dezember 2004 (Urk. 7/1) meldete sich die Versicherte bei der
Sozial
ver
sicherungs
an
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf Fuss- und Rücken
schmerzen zum
Leis
tungsbezug
an.
Die IV-Stelle
holte verschiedene me
dizinische Berichte (Urk. 7/9-11, Urk. 7/15), zwei Arbeitgeberberichte (Urk. 7/6-7)
,
Auskünfte der Arbeitslosenversicherung (Urk. 7/
4)
sowie einen Aus
zug aus dem individuellen Konto ein (Urk. 7/2) und veran
lasste sodann eine rheuma
to
logi
sche Begutachtung durch
Dr.
med.
B._
, Fach
arzt
FMH
für Rheuma
tologie
und
In
nere Medizin sowie für
Manuelle Medizin SAMM
, und
Dr.
med.
C._
,
Fachärztin
FMH
für
In
nere Medizin und
Angiologie
(Gutachten vom 9. Novem
ber
2005, Urk. 7/18)
.
Gestützt darauf
sprach die IV-Stelle
der Ver
sicherten
mit Ver
fü
gung vom 2
7.
Februar 2006 (Urk. 7/22-23) eine halbe Rente
ab
1
.
September 2005
zu. Die daraufhin erhobene Einsprache vom 2
4.
März 2006 (Urk. 7/24) zog
die Versi
cherte am 2
7.
April 2006 (Urk. 7/27)
wieder
zurück. Mit
(Erledigungs-)
Ver
fü
gung vom 3.
Mai 2006 (Urk. 7/2
9
) schrieb die IV-Stelle das
Ein
sprache
ver
fahren
als durch Rückzug der Einsprache erledigt ab.
1.3
Im Jahr 2010 leitete die IV-Stelle eine Revision ein und befragte die Versicherte (Urk. 7/30), holte einen Auszug aus dem individuellen Konto (Urk. 7/32) sowie einen neuen medizinische
n
Bericht ein (Urk. 7/34).
Sodann forderte sie die Ver
si
cherte
dazu
auf, sich bei einem Arzt ihrer Wahl für eine Untersuch
ung
anzu
melden (Urk. 7/36)
,
und veranlasste in der Folge eine
bidisziplinäre
psy
chiat
risch-rheumatologische Begutachtung durch
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Psy
chiatrie und Psychotherapie, zertifizierter medizinischer Gutachter, und
Dr.
med.
E._
,
Facharzt FMH für Rheumatologie,
zertifizierter medizini
scher Gut
achter
SIM (Gutachten vom
2
1.
respektive
2
4.
August 2011
;
Urk. 7/41). Mit Vor
bescheid vom 2
4.
Oktober 2011 (Urk. 7/44)
stellte die IV-Stelle die Aufhebung der Rente auf Ende des der Zustellung der Verfügung fol
genden Monats in Aus
sicht.
Dagegen erhob die Versicherte am
2.
Dezember 2011 (Urk. 7/49)
vorsorg
lich Ein
wand
und begründete diese
n
am 1
9.
Januar 2012 (Urk. 7/51). Am 2
7.
November 2012 (Urk. 2) verfügte die IV-Stelle im an
gekündigten Sinn.
2.
Dagegen
erhob die Versicherte am
14
. J
anuar 2013
Beschwerde (Urk. 1) und be
antragte, es sei ihr weiterhin eine halbe Rente auszurichten. Die IV-Stelle schloss
in ihrer Vernehmlassung vom
8.
Februar 2013 (Urk. 6) auf Abweisung der Be
schwerde, was der Beschwerdeführerin am 13. Februar 2013 (Urk. 8) zur Kennt
nis
gebracht wurde.
3.
Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien und die Akten wird, sofern für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfo
lgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
men
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
che
rung (IVG)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie
de
rungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Ar
beitsmarktlage
erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor
den wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt
(allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E.
3.4.2 mit Hin
weisen).
1.3
Gemäss Art. 28 Abs.
1
IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente,
wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindestens zu
60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine
Viertels
rente
, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind.
1.
4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zu
kunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch
zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer we
sent
lichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn
sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesund
heits
zustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine
Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener
Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswir
kung
en auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009
vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkung
en eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die
Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer
an
spruchserheblichen
Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechts
kräf
tige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder
welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit
rechtskon
former
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.5
Nach Art. 53 Abs. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 2 ATSG und Art. 1 Abs. 1 IVG
kann die IV-Stelle jederzeit auf formell rechtskräftige Verfügungen zurück
kommen,
wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist.
Die Wiedererwägung
dient der Korrektur einer an
fänglich unrichtigen Rechtsanwendung
,
einschliesslich unrichtiger
Feststellung im Sinne der
Würdigung des Sachverhalts. Darunter fällt insbesondere eine un
vollstän
dige Sachverhaltsabklärung aufgrund einer klaren Verletzung des
Un
tersu
chungsgrundsatzes
(vgl.
Art.
43
Abs.
1 ATSG und
Art.
61
lit
. c ATSG
).
Eine auf keiner nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzung der massgeblichen Ar
beitsfä
higkeit beruhende Invaliditätsbemessung ist nicht rechtskonform und die ent
sprechende Verfügung zweifellos unrichtig im wiedererwägungsrechtlichen
Sinne. Erscheint die Beurteilung der Anspruchsvoraussetzungen vor dem Hin
ter
grund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräfti
gen Leistungszusprechung darboten,
indessen
als vertretbar, scheidet die An
nahme
zweifelloser Unrichtigkeit aus (Urteil des Bundesgerichts 9C_397/2012 vom
30. Oktober 2012 E.
3.1 mit Hinweisen). Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein
vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss - derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfü
gung - denkbar
(Urteil des Bundesgerichts
8C_880/2012 vom 1
5.
April 2013
E.
2.2).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist ent
scheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseiti
gen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
men
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ
ation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a,
122 V 157 E.
1c).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist
vorab
, ob die IV-Stelle die Verfügung vom
27
.
Februar
20
06
, soweit sie der
Beschwerdeführer
in
damit ab
1
.
September 2005
eine
halbe
Invalidenrente zugesprochen hatte, zu Recht in Wiedererwägung ge
zogen hat
.
Die IV-Stelle begründete die
am 27. November 2012 (Urk. 2) erfolgte
wiederer
wägungsweise
Aufhebung
der
halben Rente
damit,
die
frühere Einschätzung der
medizinisch-theoretischen Arbeits
fähig
keit
von
Dr.
B._
sei zweifellos unrichtig
gewesen, da bereits bei Antrag
stellung von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für
be
hinderungs
ange
passte
Tätig
keiten habe ausgegangen werden können.
Dem hält
d
ie
Beschwerdeführer
in
im Wesentlichen
entgegen,
die Einschätzung von
Dr.
B._
ha
b
e sich ihm Rahmen des ihm zustehenden Ermessens
gehalten
.
D
ie damalige Einschätzung der gesund
heitlichen Situation könne nicht als zweifel
los unrichtig bezeichnet wer
den.
2.2
Unter dem Rechtstitel der Wiedererwägung ist entscheidend, ob die Einschät
zung
der
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
mit Blick auf die damalige Sach- und Rechtslage insge
samt als vertretbar erscheint.
In medizinischer Hinsicht basierte die Verfügung vom 2
7.
Februar 2006
(Urk. 7/22-23) insbesondere auf d
em
Gutachten vom
9.
November 2005 (Urk. 7/18),
worin
Dr.
B._
und
Dr.
C._
eine
Spo
ndylolyse
im
L5, eine ausgeprägte
Spondylo
listhesis
und eine
neuroforaminale
Stenose beidseits (
Magnet
resonanz
tomo
graphie
vom 1
1.
April
2004
) erwähnt
hatten
(S. 4
Ziff.
4)
.
In
ihrer
Beurteilung hielt
en
Dr.
B._
und
Dr.
C._
fest
(S. 5
Ziff.
4.1)
, radio
logisch zeige sich im konventionellen Röntgenbild eine eindrückliche
Spondylo
listhesis
im
L5/S1 und im Magnetresonanztomographie-Befund werde
eine
dadurch bedingte beid
seitige
neuroforaminale
Stenose mit wahr
schein
li
cher
Irritation der Wurzel
im
L5 beid
seits beschri
e
ben. Klinik und bildgebende Be
funde stimmten sehr wesentlich überein. Die sprachlichen und intellektuellen
Aus
drucks
möglich
keiten
der Be
schwerde
führerin seien zwar beschränkt, wo
durch
eine gewisse
Ver
deut
lichungs
tendenz
und die reaktive depressive
Stimmungs
lage
erklärbar seien. Trotz
dem habe sich die Beschwerdeführerin in ihren
Schmerz
an
gaben
moduliert und konsistent geäussert.
Aus rheumatologischer Sicht sei die Beschwerdeführerin aufgrund der In
stabili
tät der Wirbelsäule bei einer massiven
Spondylolisthesis
im LWK5/SWK1 für schwere und mittelschwere körperliche Tätigkeiten nicht mehr arbeitsfähig, dies gelte auch für die angestammte Tätigkeit als Zimmermädchen. Zumutbar bleibe
eine leichte, wegen der Notwendigkeit von vermehrten Pausen zeitlich limi
tier
te,
Tätigkeit während zwei bis vier Stunden täglich,
zum Beispiel im er
lern
ten Beruf als Schneiderin
(S. 5
Ziff.
5)
.
Im Feststellungsblatt vom
1.
Dezember 2005 (Urk. 7/19 S. 3)
hielt der Regionale Ärzt
liche Dienst
(RAD)
der IV-Stelle
fest, dass von einer Restarbeitsfähigkeit
von täglich vier Stunden in angepasster, überwiegend sitzender Tätigkeit aus
zu
gehen sei, welche beispiels
weise auf zwei Stunden vormittags und zwei Stunden nachmittags ver
teilt werden könne
.
2.3
2.3.1
Im
von der IV-Stelle im Rahmen des Revisionsverfahrens in Auftrag gegebene
n
bi
disziplinäre
n
psychiatrisch-rheumatologische
n
Gutachten
vo
m
2
1.
respektive
2
4.
August 2011 (Urk. 7/41) erwähnten
Dr.
D._
und
Dr.
E._
als
Di
a
gnosen mit
Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit ein diagnostisch generali
siertes vorwiegend
tendomyotisches
links
seitiges Schmerzsyndrom, einen Status nach einer Fuss-Distorsion
links 2002, eine
Spondylolyse
im L5/S1 mit
Spon
dylolisthesis
im
L5
Meyerding
Grad II. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie ein
e
erschwerte
Schmerz
verarbeitung
(
ICD-10
F54; S. 10
Ziff.
8
lit
. A
und
lit
. B
).
Dr.
E._
führte in seinem rheumatologischen Teilgutachten (Urk. 7/41/12-
23
)
aus
, bei der aktuellen Untersuchung habe die Be
schwerde
füh
rerin über Schmerzen
in
der gesamten linken Körperseite im Sinne von absolut therapieresistenten Dauerschmerzen von subjektiv er
heblicher In
tensität geklagt. In der klinischen Untersuchung
h
ä
tt
en
sich eine
Fehl
haltung
mit Kopf- und
Schulterprotraktion
,
eine
massive
tendomyotische
Druck
schmerz
haftigkeit
der ge
samten linken Körperseite
sowie
auch
eine
Dolenz
der ganzen Bru
st- und Lendenwirbelsäule (LWS)
gefunden
. Daneben
hätten
sich diskrepante Be
funde zwischen gezielter Untersuchu
ng und Beobachtung
bei einer abge
lenkten Be
schwerdeführerin bezüglich Beweglichkeit in der
LWS oder auch
bezüglich
des
Gangbildes
ergeben
. Schliesslich
habe
sich
eine som
atisch nicht erklärbare, nicht
der
matom
bezogene
Hypästhesie diffus am ganze
n linken Arm und am linken Bein sowie
eine ausgeprägte generell ver
minderte
Inner
vations
be
reit
schaft
aller
Mus
kelgruppen
an den linken Extremitäten ohne
At
hrophien
oder
Reflex
diffe
ren
zen
gefunden (Urk. 7/41/20-21)
.
Radiologisch habe sich als einziger struktureller Befund die bereits bekannte
Spondylolisthesis
vom LWK 5 dargestellt. Dabei habe sich ein grosser über
brü
cken
der ventraler
Spondylophyt
gefunden, so dass das Segment dadurch als se
kundär stabilisiert betrachtet werden könne, also keine Instabilität in diesem Seg
ment bestehe. Die übrigen Segmente der LWS seien absolut unauffällig
. Bis auf eine geringe ventrale Spondylose finde sich
auch in den Segmenten der
Brust
wirbelsäule
(BWS)
keine relevante Pathologie.
Auch das linke Sprung
ge
lenk sei bei einem Status nach einer Distorsion absolut unauffällig und ohne Hin
weise für eine sekundäre Arthrose.
Die
Spondylolisthesis
lumbosakral
könne zweifellos belastungs- und
be
we
gung
s
abhängige
lumbale Schmerzen erklären. In einer
Magnet
resonanz
tomo
graphie
vom Jahr 2004 werde auch
eine mögliche
Wurzel
irritation
im
L5 beid
seits be
schrieben, die Nervenwurzel sei jedoch nur ganz knapp tangiert und si
cher ohne
Kompression gewesen. Diese Befunde seien nicht mit der in den Ak
ten
erwähn
ten
Ausfallssymptomatik im
L5 und S1 links (Bericht von
Dr.
med.
F._
vom 2
4.
November 2004) vereinbar, insbesondere nicht mit ei
ner gleichzeitigen Fussheber- und
-
senkerparese
. Klinisch hätten sich ent
spre
chend keinerlei An
haltspunkte für ein bestehendes
radikuläres
Reiz- oder Aus
fallsyndrom finden lassen.
Nicht erklärbar
durch diesen einzigen strukturellen Befund an der Wirbelsäule sei
allerding das ausgedehnte und absolut therapieresistente Schmerzbild. Die deut
lichen Diskrepanzen bei der klinischen Untersuchung, welche bereits in der Be
gutachtung durch
Dr.
B._
im Jahr 2005 beschrieben worden seien, die
Min
de
r
innervation
aller Muskelgruppen auf der linken Körperseite sowie die nicht
der
ma
tombezogene
Hypästhesie
wiesen
zusammen mit dem absolut
thera
pie
resi
sten
ten
Verlauf
auf
eine wesentliche nicht-organische
Schmerz
ur
sache
und Symptomausweitung
hin
.
Retro
spektiv hätten die Beschwerden nach einer Distorsion des linken Fusses und
in erster Linie im Bereich der Füsse begonnen mit zunehmender Aus
brei
tung auf die linke Körperseite. Somit erscheine es auch fraglich, inwieweit die
Spon
dylolyse
bei der Schmerzentstehung ursächlich eine Rolle gespielt habe. Bei einer
traumatisierten oder auch erstmals symptomatischen
Spondylolisthesis
wäre pri
mär ein bewegungsabhängiger lumbaler Schmerz zu erwarten, welcher aber weder in den früheren Akten, noch aufgrund der Schilderungen der Be
schwer
de
führerin angenommen werden müsse
(Urk. 7/41/21)
.
Aus rheumatologischer Sicht
sei die
Beschwerdeführerin
aufgrund der
Spondy
lo
listhesis
im L5 für
eine körperlich schwere und möglicherweise auch mittel
schwere Tätigkeit nicht mehr geeignet
.
In einer angepassten Tätigkeit
(vgl. dazu
Be
lastungs
profil
in Urk. 7/41/
22
Ziff.
7)
sei die Be
schwerde
führerin aus rheu
ma
tologischer-gutachterlicher Sicht nicht
versicherungs
medi
zinisch
rele
vant eing
e
schränkt, und dies theoretisch
seit Frühjahr 2003 (
Urk. 7/41/10)
).
Aus fachärztlich psychiatrischer Sicht könne
aus den
im vorliegenden Gut
ach
ten gestellten Diagnose
n
keine durch ein psychisches Leiden begründete dau
er
hafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit abgeleitet werden
(
Urk. 7/41/1
0
Ziff.
8
lit
. C).
Aufgrund der Beschwerdeentwicklung und
der
aktuell demonstrierten Haltung der
Beschwerdeführerin sei die Prognose als ungünstig einzustufen (
Urk. 7/41/11
Ziff. 8
lit
. E
).
2
.3
.2
Dr.
med.
G._
vom R
AD
, praktischer Arzt (FMH), Facharzt Vertrauensarzt (SGV), zerti
fizierter medizinischer Gutachter (SIM)
,
hielt
in seiner
ver
sicherungs
medizini
schen
Beurteilung
vom
8.
Oktober 2011 (Urk. 7/42 S. 4 unten)
fest,
dass
er
auch
nach erneuter Würdigung der Akten
zum Er
gebnis
komme
,
dass
die Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit im Gutachten vom 21. respektive 2
4.
August 2011
(E.
3.2)
überzeugend
und die frühere Ein
schätzung der medizinisch theo
reti
schen
Arbeitsfähigkeit zweifellos un
richtig gewesen
sei
, da
bereits bei
An
trag
stellung
von einer 100%igen Arbeits
fähigkeit für
be
hinderungs
ange
passte
Tätigkeiten
habe
ausgegangen werden könne
n
(
Wieder
er
wägung
).
Dr.
E._
habe die
Vorakten
diskutiert und seine retrospektive Ein
schätzung der Ar
beitsfähigkeit
sei
überzeugend.
2.
3.
3
In ihrer Stellungnahme vom 2
1.
Dezember 2012 (Urk. 3/3) führte
Dr.
med.
H._
,
Spezialärztin FMH für Innere Medizin, speziell Rheumatologie
,
I._
,
aus,
Dr.
E._
und
Dr.
B._
seien in ihren Gutachten zu ähn
li
chen
Befunden gekommen. Die Einschätzung von
Dr.
E._
sei ver
tret
bar
;
es sei keine grundsätzliche Fehleinschätzung. Der
Ermessens
spiel
raum
be
treff
end
die
A
rbeitsfähigkeit sei sehr gross.
Am 1
4.
Januar 2013 hielt
Dr.
H._
auf Nachfrage der Rechtsvertreterin der Be
schwerde
führerin ergänzend fest, dass
sich auch die Einschätzung der Arbeits
fähig
keit
durch
Dr.
B._
im Rahmen des Ermessens bewege
(Urk. 3/4)
.
2.4
Die Beschwerdeführerin erhielt mit Wirkung ab
1
.
September 2005 bei einem er
mittelten Invaliditätsgrad
von 55
%
eine halbe Invalidenrente
zugesprochen
. Dabei stützte sich
die Verwaltung
massgeblich auf die Angaben von
Dr.
B._
vom
9.
November 2005
(E.
3.1
hievor
)
sowie auf die Ausführungen der RAD-Ärzte in den
Fest
stellungs
blättern
vom 1. Dezember 2005 (Urk. 7/19 S.
3).
Dr.
B._
und
Dr.
C._
diagnostizierte
n
in
ihrem
Gutachten eine
Spon
dylolyse
, eine ausgeprägte
Spondylolisthesis
und eine
neuro
foraminale
Steno
s
e beidseits (
Magnet
resonan
z
tomographie
vom 1
1.
April 2011
)
.
Zutreffend ist, dass
Dr.
B._
und
Dr.
C._
(E.
3.1)
in ihrem Gutachten
auf eine
Selbst
limitierung
und
auf
gewisse
Ver
deut
lichungs
ten
denzen
der
Be
schwerde
führerin hin
wiesen
,
wie
dies
von der
Be
schwerde
gegnerin
in der angefochtenen Verfügung
zu
R
echt konstatiert wurde
.
E
ntgegen
ihrer
Auf
fas
sung
kann
aber
auf
grund dieses Umstandes
nicht geschlossen wer
den
,
dass
sich
Dr.
B._
und
Dr.
C._
bei
ihre
r
Beurteilung einzig auf die subjektiven
Schmerz
an
gaben
der
Be
schwerdeführerin
gestützt
hätten
und
ihre Einschätzung
deshalb
nicht nach
voll
zieh
bar
beziehungsweise
der
ursprüngliche
Renten
entscheid
zwei
fe
l
los
unrichtig
sei
.
Vielmehr ist davon auszugehen, dass
Dr.
B._
und
Dr.
C._
die
Ver
deut
li
chungs
tendenz
und Selb
st
limitierung,
welche sie
auf
die sprachlichen und intel
lektuellen
Aus
drucks
mög
lich
keiten
der Beschwer
de
führerin
respektive
auf
die
Schmerzen zurück
führten, in ihre
Beur
teilung
mit
einbezogen
.
Das Gutachten
von
Dr.
B._
und
Dr.
C._
ist für d
ie streitigen Be
lange umfassend;
es wurden
die den Diagnosen
zu
grunde liegenden Befunde
ge
nannt
, die
dadurch bedingten
Einschränkungen
erwähnt
und die Schlussfol
gerungen in Bezug auf die Arbeits
fähigkeit
begründet
.
Obschon eine relativ tiefe
Restarbeits
fähigkeit
attestiert wurde,
war es
angesichts
der Sach- und Rechtslage – wie sie
im Zeitpunkt der
Leistungs
zu
sprechung
im Februar 2006 vor
lag
-
nicht gerade
zu
unvertretbar, auf die Ein
schätzung von
Dr.
B._
und
Dr.
C._
ab
zu
stellen.
E
ine quali
fiziert
rechts
fehlerhafte
(vgl. Urteil des Bundes
ge
richts 9C_215/2007
vom 2. Juli 2007 E. 3.2 mit Hin
weisen)
Ermes
sens
be
täti
gung
kann darin jedenfalls nicht er
blickt werden
(vgl. dazu auch
die
Aus
führungen von
Dr.
H._
vom
1
4.
Januar 2013
,
E.
2.
3.
3
hievor
)
. Wenn die
Be
schwerde
geg
nerin
aus
gehend vom Gutachten vom 21.
beziehungsweise 24.
August 2011 (E.
2.
3.
1
hievor
), ins
besondere gestützt auf die durch
Dr.
E._
attestierte 100%ige Arbeits
fähig
keit in
be
hinderungs
ange
passter
Tätigkeit seit
Früh
jahr 2003
retro
spektiv zu einer anderen Er
kennt
nis gelangte, recht
fertigt dies nach dem Ge
sagten
die
wieder
er
wägungs
weise
Rentenauf
hebung
nicht
.
3
.
3
.1
Zu prüfen bleibt, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der
ursprünglichen Rentenzusprechung anspruchserheblich verbessert hat
bezieh
ungs
weise
ob die Rente unter
revisionsrechtliche
n
Gesichtspunkten herabzu
set
zen oder auf
zuheben ist
.
Die Beschwerdeführerin verneint dies unter dem Hinweis darauf, dass es sich bei der Einschätzung von Dr.
E._
, wonach in behinderungsangepasster
Tä
tigkeit eine
100%ige
Ar
beitsfähigkeit bestehe, um eine – revisionsrechtlich un
erhebliche – unter
schied
liche Beurteilung eines im Wesentlichen unveränderten medizinischen Sachver
halts handle.
3
.2
Ein Vergleich des
Gutachtens
von Dr.
B._
und
Dr.
C._
,
- auf wel
chem
die
ab September 2005
eine halbe Rente zusprechende
Verfügung vom 27. Februar 2006
in
medizinischer Hinsicht beruhte
(E.
2.2
hievor
) -
mit dem
bidisziplinären
Gut
achten von
Dr.
D._
und
Dr.
E._
(E.
2.3.1
hie
vor
),
auf welches
die
Be
schwer
degegnerin
die
Wieder
erwägungs
verfügung
vom 2
7.
November 2012
massge
blich
stützte
, ergibt, dass die Be
schwerde
führerin so
wohl anlässlich der Begut
achtung durch Dr.
B._
und
Dr.
C._
als auch
während der Be
gut
achtung durch
Dr.
D._
und
Dr.
E._
über die
selben Beschwerden
klagte (vgl. Urk.
7
/
1
8
S.
3
Ziff.
2
, Urk.
7
/
41/1-11
S.
4
Ziff. 3
, Urk. 7/41/12-23
S.
5
Ziff.
2.1
). So decken sich die im Gutachten
von
Dr.
D._
und
Dr.
E._
festgehaltenen Beschwerden wie
Fuss- und Rückenschmerzen mit Ausweitung auf die ganze linke Körper
seite, Arm- Schul
tergürtel
-
und
Kopfschmerzen
(
Urk. 7/41/12-23 S. 5
Ziff.
2.1, vgl. dazu auch
Urk.
7
/
41/1-11
S.
4
Ziff.
3
) im Kern mit den von
Dr.
B._
und
Dr.
C._
notierten
Beschwerden (
Schmerzen im linken Fuss, Rücken und
in
der ganzen linken Kör
perseite inklusive Rumpf, Arm, Nacken und Kopf,
Urk.
7/18 S.
3 Zi
ff.
2
).
Ferner nannten sowohl
Dr.
B._
und
Dr.
C._
als auch
Dr.
D._
und
Dr.
E._
im Wesent
lichen gleichlautende Diagnosen: Während
Dr.
B._
und
Dr.
C._
eine
Spondylolyse
im L5, eine aus
geprägte
Spondylolisthesis
und eine
neuroforam
i
nale
Stenose beidseits diagnos
tizierte
n
(E.
2.2
hievor
), nannten
Dr.
D._
und
Dr.
E._
(E.
2.3.1
hie
vor
)
ein ge
neralisiertes vorwiegend
tendomyotisches
linksseitiges
Schmerz
syn
drom
, einen Status nach Fussdistorsion links im Jahr 2002 und eine
Spond
ylo
lyse
im L5/S1 mit
Spondy
lo
listhesis
im L5
Meyerding
Grad II.
3
.3
Vor diesem Hintergrund ist eine wesentliche V
eränderung
des Ge
sund
heits
zu
stands der Beschwerdeführerin
im massgeblichen Vergleichszeitraum
nicht
aus
gewiesen.
Dass
Dr.
D._
und
Dr.
E._
trotz (in etwa) gleichlautender Diagnosen und ähnlicher Be
funde
in Abwei
chung
von
der durch
Dr.
B._
attes
tierten Arbeitsfähigkeit
retrospektiv
eine Arbeitsfähig
keit von 100 % seit
Februar 2003 attestierten, ändert hieran nichts, handelt es sich
dabei
doch
le
dig
lich
um eine andere Einschätzung des
im Wesentlichen
glei
chen Sachver
hal
tes, was revisionsr
echtlich
unerheblich
ist.
Das wird denn auch daraus ersichtlich,
dass
Dr.
D._
und
Dr.
E._
ihre
Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit
rückwirkend
ab
Februar 2003
vornahmen
und damit
auf einen Zeit
raum
vor der Begutachtung durch
Dr.
B._
im Jahr 2005
zu
rück
bezogen
.
Folglich
ist mit der Beschwerdeführerin davon auszugehen, dass
Dr.
E._
in seinem rheuma
tologischen Gutachten keine verbesserte
gesund
heitliche
Si
tuation
bescheinigte
, sondern
explizit rückwirkend seit Februar 2003 von einer an
deren Einschätzung als
Dr.
B._
ausging.
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der renten
zusprechen
den Verfügung vom 27. Februar 2006
nicht wesentlich und damit
auch nicht
revi
sionsrelevant
verändert hat.
4
.
Nachdem
die Aufhebung der Rente somit weder unter dem Titel der
Wieder
er
wä
gung
noch unter jenem der Revision gerechtfertigt ist, is
t die
angefochtene Ver
fü
gung vom 27. November 2012 (Urk
. 2)
in Gutheissung der Beschwerde
mit der Feststellung aufzuheben, dass die Beschwerdeführerin weiterhin Anspruch auf eine
habe Rent
e der Invali
den
versicherung hat.
5
.
5
.1
Da der Streitgegenstand die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungs
leistungen betrifft, ist das Ver
fahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), ermessensweise auf Fr. 800.-- an
zusetzen und ent
spre
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen.
5
.2
Der Beschwerdeführerin steht eine Prozessentschädigung zu, welche nach Art. 6
1
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das
Sozialver
si
cherungs
gericht
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen auf
Fr.
1‘
5
00.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) fest
zusetzen ist.