Decision ID: 82ad3164-c320-5ed0-b7ac-dd278781dd69
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. August Holenstein, Rorschacher Strasse 107,
9000 St. Gallen,
gegen
CSS Versicherung AG, Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
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A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war bei der B._ mit einem Pensum von 40% als
Personalbetreuerin tätig und dadurch bei der CSS Versicherung AG, Luzern
(nachfolgend: CSS), unfallversichert, als am 2. September 2009 ein Personenwagen auf
das von ihr gelenkte Auto auffuhr (UV-act. 1). Nach einer Erstbehandlung bei ihrem
Hausarzt Dr. med. C._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, welcher als vorläufige
Diagnose Nackenbeschwerden und muskuloskelettale Befunde vermerkte (UV-act. 3
Ziff. 7), begab sich die Versicherte zu Dr. med. D._, Facharzt FMH für
Allgemeinmedizin, in Behandlung (UV-act. 8, 13). In der Folge fanden weitere ärztliche
Behandlungen und Abklärungen statt. Mit Verfügung vom 6. Juni 2011 teilte die CSS
der Versicherten mit, aufgrund der Abklärungen seien die aktuell noch geklagten
Beschwerden organisch nicht hinreichend nachweisbar. Die Adäquanz sei zu
verneinen, weshalb die Versicherungsleistungen per sofort eingestellt würden. Mangels
Vorliegens von adäquaten Unfallfolgen bestehe auch kein Anspruch auf weitere
Geldleistungen in Form einer Invalidenrente oder Integritätsentschädigung (UV-act.
101).
A.b Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache (act. G 13 Beilage) wies die CSS
mit Einspracheentscheid vom 11. Januar 2012 ab. Der Krankenversicherer hatte die
vorerst erhobene Einsprache (UV-act. 102) wieder zurückgezogen.
B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 11. Januar 2012 erhob Rechtsanwalt lic. iur.
A. Holenstein, St. Gallen, für die Versicherte mit Eingabe vom 13. Februar 2012
Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, der Entscheid und die Verfügung vom 6. Juni
2011 seien aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, der
Beschwerdeführerin die ihr zustehenden Versicherungsleistungen auszurichten. Zur
Begründung führte er unter anderem aus, es treffe zu, dass die Beschwerdeführerin
auch deshalb (nur) zu 40% arbeite, weil dies ihr Normalpensum schon vor dem Unfall
gewesen sei. Während sie aber vor dem Unfall gesundheitlich ohne weiteres in der
Lage gewesen wäre, zu 100% zu arbeiten, und die Reduktion ausschliesslich mit
Rücksicht auf die familiären Pflichten erfolgt sei, sei ihr seit dem Unfall und bis heute
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eine Erwerbstätigkeit von mehr als 40% aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr
zumutbar. Beleg dafür sei etwa der Umstand, dass sie vor dem Unfall gelegentlich,
wenn es der Arbeitsanfall bei der Arbeitgeberin erfordert habe, weit über die 40%
Normalarbeitszeit hinaus im Einsatz gewesen sei. Auch heute würde hie und da Bedarf
dafür bestehen; jedoch könne sie sich dem derzeit nicht unterziehen. Wenn wie
vorliegend ein Schleudertrauma als Unfallfolge anerkannt sei, bedürfe es der
Forschung nach dem Erfüllungsgrad der Adäquanzkriterien nicht mehr. Demgemäss sei
auch die Argumentation im Einspracheentscheid obsolet, nach welcher die Kriterien zur
Adäquanz der Unfallfolgen nicht erfüllt seien. Die Frage sei nur noch, ob das
Schleudertrauma bzw. dessen Folgen und damit Unfallfolgen noch vorlägen. Wenn die
Beschwerdegegnerin damit argumentiere, die Beschwerdeführerin habe vor dem Unfall
die gleichen Leiden gehabt wie heute, treffe dies nicht zu. Sie sei damals wegen
Schmerzen im linken Schulterblatt in Behandlung gewesen, wobei diese Schmerzen
ihre Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt hätten. Die heutigen Beschwerden beträfen
jedoch die Halswirbelsäule. Zudem leide die Beschwerdeführerin heute, im Gegensatz
zu damals, häufig bzw. fast ständig an Kopfschmerzen, wie sich dies aus den
Arztberichten ergebe. Allenfalls seien zusätzliche Begutachtungen durchzuführen (act.
G1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 28. Februar 2012 beantragte die Beschwerde
gegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Darlegungen
im angefochtenen Entscheid und führte unter anderem aus, die Beschwerdeführerin sei
in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht mehr eingeschränkt, da sie ihr angestammtes bzw.
unmittelbar vor dem Unfallereignis ausgeführte Arbeitspensum von 40% wieder
vollumfänglich bewältigen könne. Die fachärztlichen Einschätzungen legten einhellig
dar, dass die zur Zeit noch bestehenden Beschwerden als nicht mehr unfallbedingt
betrachtet werden könnten. Sie habe die Adäquanzprüfung lediglich für den Fall
durchgeführt, dass - entgegen ihrer Auffassung (Vorliegen eines leichten Unfalls) - von
einem mittleren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen auszugehen wäre. Es
werde daran festgehalten, dass ab Juni 2011 keine Beschwerden mehr vorhanden
gewesen seien, welche in adäquatem Kausalzusammenhang zum Unfall vom 2.
September 2009 gestanden hätten (act. G3).
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B.c Mit Replik vom 20. März 2012 (act. G 5, einschliesslich zusätzlichem Bericht von
Dr. C._ vom 20. Februar 2012) und Duplik vom 23. April 2012 (act. G 7) bestätigten
die Parteien ihre Standpunkte.
B.d Auf Aufforderung des Versicherungsgerichts vom 22. August 2012 (act. G 10)
reichte die Beschwerdegegnerin fehlende Unterlagen (Einspracheentscheid,
Einsprache vom 5. Dezember 2011, Arztzeugnis vom 30. August 2011, Schreiben von
Rechtsanwalt Holenstein vom 7. Juli 2011) nach (act. G 13).

Erwägungen:
1.
Streitig ist, ob die Leistungen, welche von der Beschwerdegegnerin im Anschluss an
das Unfallereignis vom 2. September 2009 ausgerichtet wurden, auf den 6. Juni 2011
eingestellt werden durften oder nicht. Gemäss ständiger Praxis des Bundesgerichts
(bis 31. Dezember 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG) kann ein nach
einem versicherten Unfall aufgetretenes Leiden nur dann als dessen Folge betrachtet
werden, wenn und soweit es sicher oder doch zumindest überwiegend wahrscheinlich
von jenem Unfall herrührt (natürliche Kausalität; BGE 115 V 133 sowie 117 V 359 und
134 V 109). Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung
des Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1; BGE 119 V 338 E. 1 und 118 V
289 E. 1b je mit Hinweisen). Der Unfallversicherer haftet sodann nur für jene Folgen, die
mit dem Unfall adäquat-kausal zusammenhängen (SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45).
Während es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen
Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Fragen nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang zu beurteilen (BGE 123 III 110 E. 3a). Im Bereich klar
ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen
Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit bildgebenden
Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] nachgewiesen
werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE
127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb mit
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Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist
eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu
differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma bzw.
keine schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten, gelangt die Rechtsprechung
gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen
das Vorliegen einer Schleudertraumaverletzung, muss geprüft werden, ob die zum
typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen
zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den
Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE
115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze
massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a). Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz
gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten
Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang
bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus
dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die
ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild
ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 E. 3b).
2.
2.1 Die Beschwerdeführerin stand unmittelbar vor dem Unfall vom 2. September 2009
in physiotherapeutischer Behandlung wegen Rücken-, HWS- und BWS-Beschwerden
bzw. Nackenschmerzen (UV-act. 26, 29, 30). Ein ambulantes Assessment in der
Rehaklinik Bellikon ergab gemäss Bericht vom 11. Dezember 2009 als aktuelle
Probleme eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung der HWS, Kopfschmerzen,
Schwindelepisoden, Ein- und Durchschlafstörungen, vermehrte Tagesmüdigkeit,
subjektive Einschränkung der Sitzdauer, eine Störung von Konzentration und
Gedächtnis sowie intermittierend diffuse Kribbelparästhesien der linken Hand. Im
Hinblick auf den bisherigen Verlauf sei von einer raschen Steigerung der
Arbeitsfähigkeit auszugehen (UV-act. 22). Am 30. Dezember 2009 berichtete die
Beschwerdeführerin unter anderem, sie habe vor Weihnachten zu etwas mehr als 75%
gearbeitet, was zu viel gewesen sei. Ihr Hausarzt habe sie ab Januar (2010) weiterhin
zu 25% arbeitsunfähig geschrieben (UV-act. 25). Nachdem sich dies als nicht
realisierbar herausstellte, war ab 23. Februar 2010 eine 50%-Tätigkeit (eines 40%-
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Pensums; UV-act. 32) vorgesehen. Dr. C._ hatte zuvor in den Berichten vom 18. und
19. Februar 2010 eine volle Arbeitsunfähigkeit ab 3. Februar 2010 bescheinigt (UV-act.
35, 37). Die Ärzte der Klinik Valens hielten nach einem stationären Aufenthalt der
Beschwerdeführerin im Austrittsbericht vom 19. April 2010 als Diagnosen ein
zervikozephales und zervikospondylogenes Syndrom, ein lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom und eine Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung von
anderen Gefühlen sowie eine Persönlichkeitsakzentuierung fest. Begünstigend wirkten
sich eine Hyperlaxizität und begleitend die Haltungsinsuffizienz bei
Wirbelsäulenfehlhaltung und -fehlform aus. Es bestünden keine Hinweise auf eine
neurologische Ausfallsymptomatik und die HWS-Aufnahmen zeigten keine knöcherne
Verletzung oder Weichteilverletzung. In der BWS fänden sich minime multisegmentäre
Chondrosen und Spondylosen. Die neuropsychologische Diagnostik habe mehrheitlich
ein unauffälliges kognitives Leistungsprofil gezeigt. Nach dem stationären Aufenthalt
sei die Patientin weiterhin für vier Wochen 100% arbeitsunfähig. Anschliessend sei eine
langsamer, gestaffelter Arbeitsbeginn vorzusehen, beginnend mit 50% des bisherigen
Pensums, also zwei Halbtage, mit Steigerung je nach Klinik im weiteren Verlauf (UV-
act. 52).
2.2 Im Mai 2010 berichtete Dr. C._ unter anderem, nach dem Aufenthalt in Valens
habe die Beschwerdeführerin deutlich weniger Schmerzen gehabt. Ab dem 3. Mai 2010
sei die Arbeitsfähigkeit auf 50% gesteigert worden (UV-act. 53). Die Psychologin E._
teilte in einem undatierten Bericht vom Juni 2010 mit, die Beschwerdeführerin stehe
seit dem 4. Mai 2010 bei ihr in Behandlung. Es bestehe eine Anpassungsstörung mit
vorwiegend depressiver Stimmungslage. In den letzten Wochen habe sich eine
deutliche Verbesserung der Symptomatik gezeigt (UV-act. 62). Suva-Kreisarzt Prof. Dr.
med. F._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, hielt am 28. Juni 2010 fest, es
seien keine organisch-strukturelle Läsionen aufgrund des Unfalls vom 2. September
2009 nachweisbar. Weitere Abklärungen seien nicht notwendig. Vorbestehend zum
Ereignis seien Nacken- und Rückenbeschwerden aktenkundig und auch behandelt
worden. Der Status quo sine sei erreicht (UV-act. 64). Dr. med. G._, Fachärztin für
Neurologie FMH, bestätigte gestützt auf eine Untersuchung der Beschwerdeführerin
am 3. September 2010, dass der rein unfallbedingte organische Endzustand so gut wie
erreicht sei und keine weiteren Abklärungen mehr notwendig seien. Der erschwerte
Heilungsverlauf stehe wahrscheinlich in Zusammenhang mit der Anpassungsstörung,
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die infolge des Unfallereignisses aufgetreten sei. Es sei aber davon auszugehen, dass
sich die Beschwerdeführerin in den nächsten Monaten weiter erholen werde und auch
die Arbeitsfähigkeit werde steigern können. Unterstützend seien physio- und
psychotherapeutische Massnahmen sinnvoll. Ein Zeithorizont von einem halben bis
maximal einem Jahr scheine in diesem Zusammenhang realistisch (UV-act. 72). Dr.
C._ vermerkte im Bericht vom 10. September 2010, der Verlauf sei positiv (von
körperlicher und psychischer Seite), aber langsam. Die Physiotherapie werde zweimal
wöchentlich durchgeführt; Schmerzmittel müssten nur noch gelegentlich eingenommen
werden. Die Arbeitsfähigkeit sei ab 15. Juni 2010 auf 60% gesteigert worden; seit 16.
August 2010 arbeite die Beschwerdeführerin zu 70% (UV-act. 73). Nachdem die
Beschwerdeführerin durch Dr. C._ erneut an Dr. D._ zugewiesen worden war (UV-
act. 83), führte dieser im Bericht vom 12. November 2010 unter anderem aus, offenbar
spiele die psychosoziale Überforderung mit zwei Kindern und einem Pensum bei der
Arbeitgeberin eine grosse Rolle. Er erhoffe sich von der aktuellen Behandlung ein gutes
Resultat (UV-act. 82). Dr. C._ hielt in einem Schreiben vom 14. Januar 2011 unter
anderem fest, dass nach Ausschöpfung aller anderen Therapien nun eine alternative
Therapie im Sinn einer Osteopathie durchaus sinnvoll wäre, um den noch bestehenden
cervikocephalen Schmerzen Herr zu werden (UV-act. 90).
2.3 Die Psychotherapeutin E._ bestätigte am 18. Januar 2011 einen kontinuierlichen
Rückgang der psychischen Symptomatik, so dass die im früheren Bericht gestellte
Diagnose zum jetzigen Zeitpunkt als remittiert betrachtet werden könne. Der Rückgang
der Symptomatik lasse sich einerseits auf den erfolgreichen beruflichen Wiedereinstieg
bis zur Erlangung der vollen Arbeitsfähigkeit seit Weihnachten zurückführen. Anderseits
sei es der Beschwerdeführerin gelungen, Strategien im Umgang mit
Überlastungssituationen erfolgreich umzusetzen. Zum aktuellen Zeitpunkt sei aufgrund
der erzielten Erfolge eine Weiterführung der Therapie nicht indiziert. Das
Abschlussgespräch sei auf den 10. Februar 2011 festgelegt worden (UV-act. 91). Am 1.
Februar 2011 erklärte die Beschwerdeführerin gegenüber dem Suva-
Aussendienstmitarbeiter, sie habe nach wie vor praktisch permanent Schmerzen im
Nackenbereich und tägliches Kopfweh. Sie stehe nach wie vor in Behandlung bei Dr.
C._ und Dr. D._ sowie in physiotherapeutischer Behandlung. Sie erledige seit
Januar 2011 ein fast volles Pensum (90-95%) im Sinn eines Arbeitsversuchs. Die
Leistung sei zunehmend im Steigen begriffen und liege noch nicht ganz bei 100% (UV-
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act. 92). Am 14. Februar 2011 bestätigte Dr. D._ einen sehr positiven
Behandlungsverlauf. Insgesamt gehe es der Patientin wesentlich besser. Bis zur
nächsten Konsultation bleibe sie noch zu 25% arbeitsunfähig (UV-act. 94). Dr. C._
führte am 21. Februar 2011 aus, dass bei positivem Verlauf des aktuellen
Arbeitsversuchs (mit dem Vorunfall-Pensum von 40%) ab April 2011 die vollständige
Arbeitsfähigkeit definitiv erreicht werden könne (UV-act. 95). Gemäss Bericht vom 31.
März 2011 legte der Dr. C._ die Arbeitsfähigkeit auf 100% ab 28. März 2011 fest und
empfahl die Kostenübernahme für Physiotherapie und Manualtherapie bei Dr. D._
während einer Übergangszeit (UV-act. 97). Die Arbeitgeberin bestätigte am 8. April
2011, dass die volle Arbeitsaufnahme gut gelungen sei (UV-act. 98).
3.
Eine manuelle ärztliche Untersuchung der versicherten Person fördert klinische
Ergebnisse zu Tage. Der hinreichende Nachweis für ein klar fassbares organisches
Korrelat für die im Zusammenhang mit einer Distorsion der HWS oder einer
äquivalenten Verletzung geklagten Beschwerden bzw. die Organizität des
Beschwerdebilds vermag damit allerdings nicht erbracht zu werden (Entscheid des
Bundesgerichts vom 6. Februar 2007, U 479/05, E.5.4 mit Hinweis auf Entscheid des
EVG vom 6. November 2006, U 444/05, E.5.2). Von organisch objektiv ausgewiesenen
Unfallfolgen kann praxisgemäss erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen
Befunde mit apparativen/ bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (vgl. BGE 134 V
109 E. 9, 117 V 359 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U
479/05]). Diese Untersuchungsmethoden müssen zudem wissenschaftlich anerkannt
sein (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweisen). Beispielsweise sind ein Thoracic-outlet-
Syndrom (TOS), myofasziale und tendinotische bzw. myotendinotische Befunde für
sich allein nicht als organisch hinreichend nachweisbare Unfallfolgen zu betrachten.
Auch Verhärtungen und Verspannungen der Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken
sowie Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit können für sich allein nicht als klar
ausgewiesenes organisches Substrat der Beschwerden qualifiziert werden. Gleiches
gilt für Nackenverspannungen bei Streckhaltung der HWS mit Retrohaltung (Urteil des
Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008, 8C_124/2008, mit vielen Hinweisen, sowie vom
7. Februar 2008, U13/07, E. 3.2 und 3.3). - Im vorliegenden Fall ergaben die
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medizinischen Abklärungen keine durch den Unfall vom 2. September 2009 bedingten
organisch-strukturellen Befunde (vgl. UV-act. 52, 64, 72).
4.
4.1 Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert
und liegt - wie dies konkret der Fall ist - kein fassbarer organischer (unfallbedingter)
Befund an der HWS im erwähnten Sinn vor, muss für die Bejahung der natürlichen
Kausalität ein typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie
diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen,
Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität,
Depression, Wesensveränderung usw. vorliegen (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. auch BGE
117 V 369 E. 3e; Bestätigung in BGE 134 V 109 E. 9). Dieses Beschwerdebild mit einer
Häufung von Beschwerden muss jedoch nicht in seiner umfassenden Ausprägung
innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt
es, wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS
manifestieren (Urteile des Bundesgerichts vom 30. Januar 2007, U 215/05, und vom
15. März 2007, U 258/06; RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29 E. 5e). Im Weiteren muss nach
der Rechtsprechung (vgl. z.B. Urteil des EVG vom 4. November 2005, U 312/05) nicht
der gesamte Beschwerdekatalog vorliegen, um von einer Unfallkausalität ausgehen zu
können.
4.2 Im Dokumentationsbogen für Erstkonsultationen nach kranio-zervikalem
Beschleunigungstrauma gab die Beschwerdeführerin im September 2009 an, nach
dem Unfall an Nacken- und Kopfschmerzen sowie an Ohrdruck und einem tauben
Gefühl im Gesicht gelitten zu haben. Es habe sehr wahrscheinlich ein Kopfanprall an
der Kopfstütze stattgefunden. Eine Bewusstlosigkeit und eine Angst- und
Schreckreaktion sowie Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen und Schlafstörungen
verneinte sie. Vor dem Unfall hätten behandlungsbedürftige Beschwerden in Nacken
und Rücken bestanden (UV-act. 3). Im Erhebungsblatt für die Abklärung von HWS-
Fällen bestätigte sie am 11. September 2009 zusätzlich, dass nach dem Unfall auch ein
Schock eingetreten sowie Schmerzen in der Brustwirbelsäule vorhanden gewesen
seien. Als Vorzustand gab sie Schulterbeschwerden (Verspannungen) an. Einen
Kopfanprall verneinte sie (UV-act. 10). Im Bericht vom 3. November 2009 vermerkte Dr.
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C._ Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und Stressintoleranz (UV-act. 13).
Angesichts dieser Aktenlage kann vom Auftreten eines typischen Beschwerdebilds
unmittelbar nach dem Unfall gesprochen werden, das mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit als natürlich-kausale Unfallfolge eines HWS-Traumas zu betrachten
ist. Entsprechend anerkannte die Beschwerdegegnerin einen Leistungsanspruch der
Beschwerdeführerin bis zum 6. Juni 2011.
5.
5.1 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers entfällt erst, wenn das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es sich
dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als
bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang
gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV
2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen). Dabei muss jedoch nicht der Beweis für
unfallfremde Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes
Leiden hat, ist unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der Unfallversicherer bei einmal
bejahter Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde Ursachen nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein, ob
die unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung
verloren haben, also dahin gefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b). Ebenso
wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass
kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die versicherte Person nun bei voller
Gesundheit sei (Urteile des EVG vom 18. Dezember 2003, U 258/02, vom 25. Oktober
2002, U 143/02, und vom 31. August 2001, U 285/00).
5.2 Aufgrund der in E. 2 dargelegten medizinischen Akten kann die Frage, ob die nach
dem streitigen Einstellungszeitpunkt (6. Juni 2011) weiter bestehenden Gesundheits
störungen an der HWS noch als natürliche (Teil-)Folge des versicherten Unfalls
anzusehen oder auf den Vorzustand zurückzuführen sind, nicht abschliessend
beantwortet werden. Eine weitere Abklärung des natürlichen Zusammenhangs erübrigt
sich jedoch, weil es - wie nachstehend zu zeigen sein wird - an der Adäquanz des
Kausalzusammenhangs fehlt. In diesem Zusammenhang ist vorweg festzuhalten, dass
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die Unfallversicherer bei Schleudertrauma-Unfällen die Versicherungsleistungen - ohne
Prüfung der adäquaten Unfallkausalität - bis zum Behandlungsabschluss einstweilen
erbringen. Die spätere Prüfung der Unfallkausalität setzt den medizinischen
Behandlungsabschluss voraus bzw. kann ohne Vorliegen desselben nicht erfolgen (vgl.
dazu nachstehend E. 5.3). Angesichts der geschilderten medizinischen Gegebenheiten
ist die Adäquanz nach Massgabe der in BGE 117 V 359 E. 6 entwickelten und in BGE
134 V 109 E. 10 präzisierten Kriterien zu beurteilen und dabei auf eine Differenzierung
zwischen psychischen und physischen Komponenten zu verzichten, kann doch nach
Lage der Akten in der Zeit bis Juni 2011 und auch danach eine Dominanz psychischer
Probleme (vgl. BGE 123 V 98 E. 2a) nicht als nachgewiesen gelten.
5.3 Zu prüfen ist, ob per 6. Juni 2011 noch eine unfallbedingte
Behandlungsbedürftigkeit vorlag bzw. ob von einem Fallabschluss im Sinn von Art. 19
Abs. 1 UVG - als Voraussetzung für die Adäquanzprüfung (BGE 134 V 109 E. 4) -
ausgegangen werden durfte oder nicht. Der Abschluss des Falls durch den
Unfallversicherer bedingt dabei lediglich, dass von weiteren medizinischen
Massnahmen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr erwartet
werden kann, nicht aber, dass eine ärztliche Behandlung nicht länger erforderlich ist
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. November 2008, 8C_467/2008, E. 5.2.2.2.). Für
die Annahme einer Weiterdauer der Behandlungskostenübernahme genügt es nicht,
dass eine Therapie lediglich eine unbedeutende Besserung erhoffen lässt oder dass für
eine namhafte Besserung nur eine weit entfernte Möglichkeit besteht (A. Maurer,
Unfallversicherungsrecht, 2. A., Bern 1989, 274). Von einer namhaften Besserung des
Gesundheitszustands kann auch dann nicht gesprochen werden, wenn eine
therapeutische Massnahme mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nur die sich aus
einem stationären Gesundheitsschaden ergebenden Beschwerden für eine begrenzte
Zeit zu lindern vermag (RKUV 2005, 388). Für die Bejahung eines medizinischen
Endzustands wird keine vollständige Schmerzfreiheit vorausgesetzt (vgl. Rumo-Jungo,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. A., S. 145).
5.4. Wenn Kreisarzt Prof. F._ am 28. Juni 2010 die Erreichung des Status quo sine
bestätigte (UV-act. 64), so geschah dies insbesondere unter Berücksichtigung des
bereits vor dem Unfall vom 2. September 2009 bestehenden krankheitsbedingten
Zustands der HWS und im Schulter/Nackenbereich mit Behandlungsbedürftigkeit (vgl.
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UV-act. 26, 29, 30; act. G 5.1 Beilage 3). Auch Dr. G._ ging am 3. September 2010
aus unfallbedingter Sicht von einem organisch-neurologischen Endzustand aus (UV-
act. 72). Die Psychotherapeutin E._ erachtete sodann am 18. Januar 2011 bei
remittierter psychischer Situation die Weiterführung der Therapie als nicht mehr
indiziert (UV-act. 91). Bei dieser Situation kann die Unfallbedingtheit der von Dr. C._
am 31. März 2011 empfohlenen Physio- und Manualtherapie über den 6. Juni 2011
(Einstellungszeitpunkt) hinaus nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als
nachgewiesen gelten, zumal der Arzt diese nur während einer Übergangszeit als
erforderlich erachtete (UV-act. 97). Ein anderes Bild ergibt sich im Übrigen auch aus
dem nachträglich eingereichten Bericht von Dr. C._ vom 20. Februar 2012 nicht,
zumal er darin lediglich erneut den Unfallvorzustand (linksseitiges Schmerzproblem der
unteren Halswirbelsäule und der Schulter-Nacken-Muskulatur) und den Verlauf nach
dem Unfall beschreibt (act. G 5.1 Beilage 3). Für die von Dr. C._ als unfallbedingt
bescheinigten Einschränkungen hat die Beschwerdegegnerin die Leistungen bis Juni
2011 übernommen; eine allfällig längere Leistungspflicht lässt sich auch aus den
Berichten von Dr. C._ nicht ableiten. Der geschilderte Sachverhalt spricht vielmehr
dafür, dass per 6. Juni 2011 von den Unfallfolgen her zu Recht von einem
Behandlungsabschluss im vorerwähnten Sinn ausgegangen werden durfte und weitere
Therapien lediglich der Aufrechterhaltung des Erreichten dienten oder unfallfremde
Gegebenheiten (Unfallvorzustand) betrafen. Von einer interdisziplinären Begutachtung
im Sinn einer Gesamtschau (vgl. dazu BGE 134 V 109 E. 10.2.4) kann vor diesem
Hintergrund abgesehen werden, zumal die Beschwerdeführerin neurologisch (UV-act.
52, 72), neuropsychologisch (UV-act. 52) und psychiatrisch (UV-act. 52, 62) abgeklärt
wurde. Zudem sind rechtsprechungsgemäss weitere Abklärungen bezüglich der
natürlichen Unfallkausalität dann nicht erforderlich, wenn der adäquate
Kausalzusammenhang zu verneinen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 20. März
2008, 8C_217/2008, E. 7.3). Sodann bedarf es nicht zwingend eines poly-/
interdisziplinären Gutachtens für die Klärung von bei der Prüfung einzelner
Adäquanzkriterien zuweilen auftauchenden Problemen, wenn - wie hier - Berichte von
Ärzten verschiedener in Betracht fallender Fachrichtungen vorliegen, welche eine
schlüssige Gesamtbeurteilung zulassen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27.
November 2008, 8C_527/2008, E. 3.2.2).
6.
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6.1 Nach Darlegung der Beschwerdeführerin geschah der Auffahrunfall vom 2.
September 2009 ausserorts, nachdem sie ihr Fahrzeug vor einer Kurve verkehrsbedingt
zum Stillstand bringen musste (act. G 1 S. 2). Gemäss biomechanischer
Kurzbeurteilung vom 28. März 2010 lag die kollisionsbedingte
Geschwindigkeitsänderung des von ihr gelenkten Fahrzeugs unterhalb oder knapp
innerhalb eines Bereiches von 10-15 km/h. An biomechanischen Besonderheiten seien
vorbestehende HWS-Beschwerden zu berücksichtigen. Die anschliessend an das
Ereignis bei der Beschwerdeführerin festgestellten Beschwerden und Befunde seien
durch die Kollisionseinwirkung im Normalfall eher nicht erklärbar; bei Berücksichtigung
der erwähnten Abweichungen vom Normalfall bleibe es schwierig, die Beschwerden
isoliert durch die Kollisionseinwirkung zu erklären. Eine vorübergehende Verstärkung
vorbestehender Beschwerden sei allenfalls denkbar (UV-act. 48). Bei der in Frage
stehenden Auffahrkollision ist - auch angesichts der Sachschäden am Fahrzeug der
Beschwerdeführerin (UV-act. 34) - praxisgemäss von einem mittelschweren Ereignis im
Grenzbereich zu den leichten Unfällen auszugehen (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236).
Ausgehend von dieser Qualifikation ist die Adäquanz des Kausalzusammenhangs dann
zu bejahen, wenn ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in
besonders ausgeprägter Weise vorliegt oder die zu berücksichtigenden Kriterien in
gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind (BGE 117 V 359 E. 6b). Von besonders
dramatischen Begleitumständen oder einer besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls
kann konkret nicht gesprochen werden. Sodann vermag die Diagnose eines HWS-
Distorsionstraumas die Schwere oder besondere Art der Verletzung für sich allein nicht
zu begründen. Es bedarf hierzu vielmehr einer besonderen Schwere der für das
Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das
Beschwerdebild beeinflussen können. Diese können beispielsweise in einer beim Unfall
eingenommenen Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen.
Solche Umstände sind hier nicht gegeben. Von der Beschwerdeführerin wurde vorerst
lediglich ein (wahrscheinlicher) Anprall des Kopfs an der (weichen) Kopfstütze
angegeben (UV-act. 3), später jedoch ein Kopfanprall gänzlich verneint (UV-act. 10). Es
liegt auch keine besondere Schwere der für das Schleudertrauma typischen
Beschwerden vor (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.2 mit Hinweisen). Das
Beschleunigungstrauma traf konkret zwar auf eine in Form von degenerativen
Veränderungen vorgeschädigte Wirbelsäule (vgl. UV-act. 26, 29, 30). Damit kann - bei
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Fehlen von Auswirkungen der HWS-Degenerationen auf die Arbeits- und
Erwerbsfähigkeit vor dem Unfall - jedoch nicht von einer Verletzung besonderer Art
ausgegangen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 20. November 2008,
8C_542/2008, E. 5.3).
6.2 Was das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen
Behandlung (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.3) betrifft, ist festzuhalten, dass die
Beschwerdeführerin nach dem Unfall in ärztlicher/physiotherapeutischer Behandlung
stand, die zu einer andauernden Besserung führte. Im März/April 2010 erfolgte ein
Aufenthalt in der Klinik Valens (UV-act. 52). Im Weiteren wurde eine
psychotherapeutische Behandlung (UV-act. 62, 91) durchgeführt. In Anbetracht der
Aktenlage kann eine fortgesetzt spezifische, die Beschwerdeführerin belastende
ärztliche Behandlung zwar grundsätzlich zur Diskussion stehen (vgl. auch Urteil des
Bundesgerichts vom 13. Juni 2008, 8C_331/2007, E. 4.2.3). Die durchgeführten
Behandlungen bewegten sich jedoch in einem nach HWS-Distorsionen üblichen
Umfang, bei welchem die bundesgerichtliche Rechtsprechung das Kriterium in der
Regel verneint (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 16. Mai 2008, 8C_500/2007, E.
5.4, vom 8. August 2008, 8C_144/2008, E. 7.3, vom 22. August 2008, 8C_266/2008,
E. 4.2.4, und vom 30. Oktober 2009, 8C_488/2009, E. 5.2.2). Zu beachten ist dabei
auch der krankheitsbedingte Vorzustand an der HWS. Das Vorliegen des Kriteriums der
fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung könnte somit - wenn
überhaupt - höchstens in nicht sehr ausgeprägtem Umfang - bejaht werden.
6.3 Adäquanzrelevant können im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall und dem
Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unterbruch bestehende
erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften
Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die
Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4). Die
Beschwerdeführerin schilderte am 1. Februar 2011 gegenüber dem Suva-
Aussendienstmitarbeiter Schmerzen im Nackenbereich und Kopfweh (UV-act. 92). Zu
berücksichtigen ist auch hier, dass HWS-Beschwerden bereits vor dem streitigen
Unfall ärztliche Behandlungen erforderlich machten (UV-act. 26, 29, 30), weshalb das
Kriterium von dauerhaften und erheblichen unfallbedingten Beschwerden höchstens
mit geringer Ausprägung angenommen werden könnte. Sodann lassen sich ein
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schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen nicht schon dann bejahen,
wenn die angewendeten Therapien nicht zu gänzlicher Schmerzfreiheit führen. Diese
Kriterien können nicht als erfüllt gelten. Auch kann von einer ärztlichen Fehlbehandlung,
welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, nicht die Rede sein.
6.4. Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsfähigkeit anbelangt, ist gemäss BGE 134
V 109 E. 10.2.7 dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis
mittelschweren Schleudertraumen der HWS und ähnlichen Verletzungen ein längerer
oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt
aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher
massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden
die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Konkret muss ihr Wille
erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder in den
Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person können
sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher
Unannehmlichkeiten manifestieren. Sodann können Bemühungen um alternative, der
gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht
fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in
erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag,
kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7). Nachdem die Ärzte der Klinik
Valens ab ca. Mitte 2010 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit als realisierbar erachtet hatten
(UV-act. 52), arbeitete die Beschwerdeführerin ab 15. Juni 2010 wieder zu 60% und ab
16. August 2010 zu 70% (UV-act. 73). Im Bericht vom 12. November 2010 erwähnte Dr.
D._ die Überforderung durch die Doppelbelastung als teilerwerbstätige Hausfrau und
Mutter von zwei kleinen Kindern (UV-act. 82). Ab Februar bzw. März 2011 bestand
nach Bescheinigung des Hausarztes und der Arbeitgeberin wieder eine volle
Arbeitsfähigkeit (UV-act. 97, 98; Bericht Dr. C._ vom 30. August 2011 in act. G 13).
Wenn die Beschwerdeführerin nunmehr geltend machen lässt, dass ihr seit dem Unfall
und bis heute eine Erwerbstätigkeit von mehr als 40% aus gesundheitlichen Gründen
nicht zumutbar sei (act. G 1 S. 4), ist festzuhalten, dass sie unmittelbar vor dem Unfall
(seit dem 1. August 2009; act. G 1.3) ein 40%-Pensum ausübte und daneben den
Haushalt und die Kinder betreute. Diese Erwerbstätigkeit ist ihr gemäss ärztlicher
Bescheinigung seit Februar/März 2011 bei uneingeschränkter Arbeitsfähigkeit (100%)
wieder möglich. Die Pensenreduktion in den Jahren 2006 und 2008 (Geburt der beiden
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Kinder; vgl. dazu UV-act. 52 S. 3) sowie die erneute Reduktion unmittelbar vor dem
Unfall auf 40% ab 1. August 2009 (vgl. act. G 1.3) dürften familiäre Gründe gehabt
haben. Angesichts dieser Arbeitsfähigkeits-Entwicklung sowie der geschilderten
unfallfremden gesundheitlichen Gegebenheiten und des krankheitsbedingten
Vorzustands an der HWS lässt sich - bei unstreitig gegebenen Wiedereingliederungs-
Bemühungen der Beschwerdeführerin - eine erhebliche (rein unfallbedingte)
Arbeitsunfähigkeit im Einstellungszeitpunkt (6. Juni 2011) nicht bejahen.
6.5. Unter diesen Umständen können - mit geringer Ausprägung - lediglich das
Kriterium der fortgesetzt spezifischen belastenden Therapien und dasjenige der
erheblichen Beschwerden als erfüllt gelten, womit dem streitigen Unfall keine
adäquanzrechtlich massgebende Bedeutung für die über den 6. Juni 2011 hinaus
andauernden Beschwerden zukommt. Selbst bei drei geringgradig erfüllten Kriterien
wird die Adäquanz bei mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den leichten
Unfällen praxisgemäss vom Bundesgericht verneint (Urteil vom 31. Juli 2009,
8C_172/2009). Die Einstellung der Leistungen auf den 6. Juni 2011 erweist sich
demgemäss als rechtmässig.
7.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 11. Januar 2012 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP