Decision ID: ead49330-c3e3-5e15-b07e-d96dce85068c
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer, ein iranischer
Staatsangehöriger persischer Ethnie, aus der Provinz B._ stam-
mend, im November 2015 sein Heimatland. Am 19. Dezember 2015 wurde
er von der Kantonspolizei C._ angehalten und am 21. Dezember
2015 ins Empfangs- und Verfahrenszentrum EVZ in D._ gebracht,
wo er gleichentags um Asyl ersuchte.
Am 31. Dezember 2015 sowie am 4. Januar 2016 wurde der Beschwerde-
führer im EVZ in D._ zu seinem Reiseweg und summarisch zu
seinen Asylgründen befragt (Befragung zur Person [BzP]). Am 6. März
2017 fand die Bundesanhörung zu den Asylgründen statt.
B.
B.a Hinsichtlich seines Lebenslaufs legte der Beschwerdeführer dar, er sei
in E._ aufgewachsen, wo auch seine Familie und seine inzwischen
von ihm geschiedene Ehefrau mit den beiden gemeinsamen Söhnen leben
würden. Nach seinem Maturaabschluss habe er zuerst Militärdienst geleis-
tet und zuletzt als (...) gearbeitet.
B.b Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte der Beschwerdeführer
im Wesentlichen vor, er habe seit längerer Zeit immer wieder Meinungs-
verschiedenheiten mit seiner Familie und zuletzt mit seiner Ehefrau hin-
sichtlich seiner ideologischen sowie gesellschaftlichen Einstellung gehabt.
Bereits früh habe er sich den muslimischen Regeln entzogen und habe
angefangen, den Islam zu hinterfragen. Seine Ehefrau habe sich schliess-
lich von ihm scheiden lassen. Durch eine Nachbarin namens F._
sowie deren Ehemann sei er im Sommer 2015 dem Christentum näherge-
kommen. Nach einem Ferienaufenthalt in der Türkei habe er zwei Mal eine
Hauskirche und drei Bibellesestunden im Iran besucht. Zudem habe er von
der Nachbarin F._ einen USB-Stick mit einem Hörbuch einer Bibel
erhalten und diese kopiert an ungefähr zehn interessierte Personen aus
seinem Bekannten- und Familienkreis verteilt. Die Treffen mit den anderen
Glaubensmitgliedern seien unter strengen Geheimhaltungsregeln erfolgt.
Er habe jeweils die Angabe eines Treffpunkts sowie einen Code, welcher
als Dialog getarnt war, erhalten und sei nach erfolgreicher, gegenseitiger
Identifizierung so von einem Glaubensmitglied für die Anlässe abgeholt
worden. Anfang November 2015 habe er ein weiteres Mal einen Hauskreis
besuchen wollen. Mittels eines bestimmten Erkennungsdialoges hätte er
einen Glaubensbruder namens G._ treffen sollen, um gemeinsam
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zum geheimen Versammlungsort der Hauskirche gelangen zu können. Da
G._ nicht am vereinbarten Platz erschienen sei, habe er sich auf
den Nachhauseweg begeben. Am nächsten Morgen habe er einen Anruf
von einem anderen Glaubensbruder namens H._ erhalten, dies mit
der Aufforderung, er solle vorsichtig sein, da sich G._ seit dem ge-
planten Treffen weder gemeldet habe noch auffindbar sei. Deshalb habe
er beschlossen, sich zu verstecken und sei nach I._ gefahren, wo
er zwei Tage in einem Ferienhaus eines Freundes übernachtet habe. Als
er durch einen erneuten Telefonanruf erfahren habe, dass G._ ver-
haftet worden sei, habe er weitere drei Tage im Ferienhaus verbracht und
danach seine Mutter zu Hause angerufen. Diese habe ihm erzählt, dass
zwei Beamte anlässlich zwei Hausdurchsuchungen seinen Laptop, einige
Bücher sowie weitere Gegenstände beschlagnahmt hätten und nun nach
ihm suchen würden. Aus diesem Grund sei er umgehend zum Flughafen
gefahren und in die Türkei geflogen.
In der Schweiz nehme er nach seiner formellen Taufe zwei Mal wöchentlich
an Hauskreisen und Gottesdiensten der Kirche (...) in J._ teil. Er
partizipiere in der Schweiz zudem wiederholt an verschiedenen
Demonstrationen zugunsten der Christen im Iran.
Nebst dem Einreichen seiner Identitätskarte (Shenasnameh), einem Tauf-
schein der Kirche (...) in J._ (datiert vom 8. Januar 2017), einem
internationalen Führerausweis, verschiedenen Flugblättern (teils in Farsi
verfasst), einer CD mit Informationsmaterial betreffend einen Bericht im
(...), verschiedenen Auszüge von Berichten aus dem Internet sowie diver-
sen Fotos von Kundgebungen, legte er einen Auszug der Petitionen der
(...) Kirche in J._ und eine Kopie der Zeitschrift (...) als weitere Be-
weismittel dem Gesuch bei. Zudem reichte er einen Arztbericht vom
22. Mai 2017 sowie einen vom 28. Februar 2018 datierter Austrittbericht
der (...) zu den Akten.
Auf die weiteren Ausführungen des Beschwerdeführers wird, soweit
wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
C.
Mit Verfügung vom 25. November 2019 – eröffnet am 2. Dezember 2019 –
stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-
schaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus
der Schweiz sowie deren Vollzug.
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D.
Der Beschwerdeführer focht mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom
27. Dezember 2019 die Verfügung des SEM beim Bundesverwaltungsge-
richt an und beantragte, die Verfügung der Vorinstanz sei aufzuheben, er
sei als Flüchtling anzuerkennen und ihm sei Asyl zu gewähren. Als Even-
tualantrag stelle er das Begehren, der Wegweisungsvollzug sei zugunsten
einer vorläufigen Aufnahme wegen Unzulässigkeit oder Unzumutbarkeit
aufzuschieben. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um die Gewährung
der unentgeltlichen Prozessführung sowie um Verzicht auf Erhebung eines
Kostenvorschusses. Weiter beantragte er die Beiordnung der rubrizierten
Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin gemäss aArt. 110a lit. a
und Abs. 3 AsylG (SR:142.31).
E.
Mit Zwischenverfügung vom 8. Januar 2020 hiess die Instruktionsrichterin
das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne
von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut und erhob keinen Kostenvorschuss. Gleich-
zeitig wurde die Vorinstanz eingeladen, eine Vernehmlassung einzu-
reichen.
F.
Mit Zwischenverfügung vom 13. März 2020 wurde Frau lic.iur. LL.M.
Susanne Sadri antragsgemäss als amtliche Rechtsbeiständin beigeordnet.
G.
Die Vorinstanz liess sich mit Eingabe vom 17. Januar 2020 vernehmen.
H.
Mit Eingabe vom 4. Februar 2020 nahm der Beschwerdeführer Stellung zur
vorinstanzlichen Vernehmlassung.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
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zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-
ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-
son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche
Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb
das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts Anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten (AS
2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl.
Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25.
September 2015).
1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-
schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108
Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26, E.5).
3.
3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
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Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
4.
4.1 Zur Begründung ihrer Verfügung führte die Vorinstanz im Wesentlichen
an, sie zweifle am Wahrheitsgehalt der Glaubensausübung des Beschwer-
deführers sowie an seiner geltend gemachten missionarischen Tätigkeit im
Iran. Ferner seien weder seine Missionstätigkeit in der Schweiz noch seine
exilpolitischen Aktivitäten in dem Masse exponiert, als dass er den heimat-
lichen Behörden aufgefallen sei und im Heimatland deshalb eine asylrele-
vante Verfolgung zu befürchten hätte.
Insgesamt seien die Schilderungen des Beschwerdeführers hinsichtlich
seiner Ausübung des christlichen Glaubens sowie seiner missionarischen
Tätigkeit, welche sich im Iran zugetragen haben sollen, unsubstanziiert und
teilweise widersprüchlich ausgefallen. Zwar werde seine Abwendung vom
islamischen und die Hinwendung zum christlichen Glauben nicht in Abrede
gestellt, jedoch seien seine Antworten zur Ausübung seines Glaubens in
seiner Glaubensgemeinschaft im Iran dürftig ausgefallen und würden Re-
alkennzeichen vermissen lassen. Da es sich bei den von ihm dargelegten
Veranstaltungen um emotionale und bedeutsame Erlebnisse gehandelt ha-
ben muss, wäre zu erwarten gewesen, dass er diese hätte substanziiert
schildern können. Weiter habe es Unklarheiten hinsichtlich der jeweiligen
Treffen gegeben. So habe er zuerst erklärt, dass er vor den Treffen jeweils
vor einer Telefonkabine auf ein Glaubensmitglied gewartet, wobei dieses
sich mittels eines Gesprächscodes zu erkennen gegeben habe, bevor sie
danach gemeinsam an den geheimen Ort der Hauskirche gegangen seien.
Dabei habe er jedoch nie gewusst, von wem er abgeholt werden würde.
Dies stehe im Widerspruch zu seiner Schilderung, er sei immer von seinem
Glaubensbruder G._ abgeholt worden. Obwohl es nachvollziehbar
sei, dass gewisse Vorsichtsmassnahmen hätten getroffen werden müssen,
sei es unplausibel, dass er anlässlich seines ersten Treffens mit der Glau-
bensgemeinschaft telefonisch bereits die Adresse des Hauskreises, dies
jedoch ohne weitere Vorsichtsmassnahmen treffen zu müssen, erhalten
habe. Da er den Treffpunkt bereits seit dem ersten Treffen gekannt habe,
sei es nicht schlüssig, weshalb er sich in der Folge dennoch mittels Erken-
nungscodes dem ihm bereits bekannten G._, welcher ihn jeweils
abgeholt habe, habe zu erkennen geben müssen. Ferner habe er seine
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missionarische Tätigkeit hinsichtlich des Verteilens der Hörbuch-Bibeln an
seinen Bekannten- und Verwandtenkreis undetailliert und unpersönlich
dargelegt. Ebenso seien seine Schilderungen im Zusammenhang mit der
Verhaftung von G._ und den darauffolgenden Ereignissen wenig
konkret ausgefallen. So sei es ihm nicht gelungen zu erklären, wie er und
sein anderer Glaubensbruder von dieser Festnahme erfahren hätten. Auch
auf mehrfache Nachfrage habe er hierzu lediglich allgemein und teilweise
widersprüchlich antworten können. In ähnlicher vager Erzählweise habe er
das Telefongespräch mit seiner Mutter sowie die beiden Hausdurchsu-
chungen im Elternhaus geschildert. Seine diesbezügliche Erklärung, er
könne sich nicht detaillierter zu diesem Ereignis äussern, da die Beamten
seiner Mutter nichts über den Grund der Hausdurchsuchung erzählt hätten,
weil sie alt und Analphabetin sei, überzeuge nicht. Schliesslich könne ihm
nicht geglaubt werden, dass er problemlos habe ausreisen können, obwohl
er behördlich gesucht worden sei. Zusammenfassend würden seine Vor-
bringen den Anforderungen an Art. 7 AsylG nicht genügen.
Auch aufgrund der vollzogenen formalen Konversion in der Schweiz sei
der Beschwerdeführer im Iran keinen asylrelevanten Nachteilen ausge-
setzt. Trotz seiner regelmässigen Teilnahmen an den Gottesdiensten der
(...) Kirche in J._ sei auszuschliessen, dass die heimatlichen Be-
hörden auf ihn aufmerksam geworden seien, da seine Glaubensausübung
und seine diesbezüglichen Tätigkeiten als nicht hinreichend aktiv und mis-
sionarisch zu werten seien. Ferner seien auch keine Hinweise ersichtlich,
dass er aufgrund seines Glaubens eine Denunzierung durch seine Fami-
lienangehörigen bei den iranischen Sicherheitsbehörden zu befürchten
hätte.
Hinsichtlich der geltend gemachten exilpolitischen Aktivitäten des Be-
schwerdeführers sei festzustellen, dass den Akten keine konkreten Hin-
weise zu entnehmen seien, er würde sich in qualifizierter Weise exilpoli-
tisch betätigen und in den Augen der iranischen Sicherheitskräfte eine Ge-
fahr für das politische System des iranischen Staates darstellen. An dieser
Einschätzung vermöchten auch die eingereichten Beweismittel, darunter
insbesondere die Teilnahme an einer Kundgebung, deren Ausschnitte im
(...) ausgestrahlt worden seien, nichts zu ändern. Auch seine Partizipation
an den Kundgebungen zugunsten von Christen im Iran vermöge eine all-
fällige Exponiertheit nicht zu begründen. Deshalb sei nicht davon auszuge-
hen, dass er bei einer Rückkehr ins Heimatland einer flüchtlingsrelevanten
Gefahr ausgesetzt sei. Schliesslich spreche auch in individueller Hinsicht
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nichts gegen einen Wegweisungsvollzug. Für die Behandlung seiner psy-
chischen Erkrankungen gebe es im Iran ein breites Angebot an psychiatri-
schen Einrichtungen, wo seine Leiden behandelt würden.
4.2 Dem hielt der Beschwerdeführer entgegen, er habe seine Fluchtgründe
anlässlich seiner Anhörungen und während seinen drei Gesprächen mit
seiner Rechtsvertreterin detailliert sowie mit Realkennzeichen versehen
darlegen können. Bezüglich seiner Schilderungen zu den geheimen Tref-
fen sei zu erklären, dass er zwar die Telefonnummer seines Glaubensbru-
ders H._ gehabt habe, jedoch nicht seine Adresse. Überdies würde
es keinen Sinn ergeben, dass dieser ihm immer wieder neue Erkennungs-
codes und neue Treffpunkte angegeben habe, wenn er immer von der glei-
chen Person abgeholt worden wäre. Es sei deshalb davon auszugehen,
dass das Wort «immer» im falschen Kontext protokolliert worden sei, da er
gemeint habe, er sei immer, jedoch nicht immer von derselben Person ab-
geholt worden. Angesichts der Gefahr, welcher er sich im Rahmen seiner
Glaubensausübung und seiner Missionstätigkeit im Iran ausgesetzt habe,
sei es nachvollziehbar, dass Sicherheitsmassnahmen hätten getroffen wer-
den müssen. Anhand seiner Verteilung des Wort Gottes mittels der Hör-
buchbibeln habe er seine christliche Pflicht erfüllt und seine missionarische
Aktivität kundgetan. Aufgrund seiner introvertierten Art habe er seit jeher
Mühe gehabt, sich gegenüber starken Persönlichkeiten wie seinem Vater
zu behaupten. Danach sei er wegen seiner Ehekrise in eine Depression
gefallen und habe Medikamente einnehmen müssen. Erst in der Schweiz
habe er sich etwas öffnen, sich in seiner Kirchgemeinde aktiv einbringen
sowie missionieren können, weshalb er auch im Asylzentrum Probleme mit
verschiedenen Männern muslimischen Glaubens bekommen habe und
deshalb aus Sicherheitsgründen unplatziert habe werden müssen. Seine
missionarischen Aktivitäten würden durch die zahlreichen eingereichten
Schreiben bestätigt.
Angesichts der Vorgehensweise der iranischen Regierung Abtrünnigen ge-
genüber, seien bei einer Rückkehr in den Iran hinsichtlich der exilpoliti-
schen Aktivitäten des Beschwerdeführers sehr wohl eine Gefahr sowie
ernsthafte Nachteile vorhanden. Er habe seine Unterschrift unter verschie-
dene Petitionen von Amnesty International und der Freikirche (...)
J._, welche sich für die Freilassung von inhaftierten Christen im Iran
einsetzen würden, gesetzt. Dass Christen im Iran verfolgt und ernsthaften
Nachteilen ausgesetzt seien, werde durch die verschiedenen eingereich-
ten Berichte zusätzlich belegt. Zudem sei es bekannt, dass iranische Si-
cherheitskräfte ihre Bürger nicht nur im Iran, sondern auch im Ausland
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überwachen würden. Schliesslich seien sowohl seine konservativen Fami-
lienangehörigen als auch seine Exfrau über seine Konversion informiert
und würden dies als eine grosse Schande und Ehrverletzung betrachten,
wobei zu befürchten sei, dass sie ihn deshalb bestrafen würden. Zudem
liege keine innerstaatliche Fluchtalternative vor, da das iranische Regime
flächendeckend Personen mit einem ähnlichen Profil, wie er eines auf-
weise, verfolge. Zudem sei bei einer allfälligen Rückkehr die freie Glau-
bensausübung langfristig nicht möglich und es sei ihm nicht zuzumuten,
seinen Glauben zu verheimlichen oder seine Kinder nicht kontaktieren zu
dürfen, weshalb der Vollzug der Wegweisung in dieser Hinsicht auch un-
zulässig und unzumutbar sei.
Er legte weitere Referenzschreiben von Mitgliedern der Kirche (...) sowie
ein Foto, verschiedene Kopien von ihm unterschriebener Petitionsschrei-
ben zugunsten iranischer Christen im Iran sowie eine Kopie der Kundge-
bung «(...)» vom Dezember 2017 der Beschwerde bei.
4.3 In ihrer Stellungnahme äusserte sich die Vorinstanz zur vom Beschwer-
deführer bemängelten Glaubhaftigkeitsprüfung dahingehend, dass auch
seine Erklärung in der Beschwerdeschrift, das Wort «immer» sei falsch pro-
tokolliert worden, nicht überzeuge. Da ihm das Protokoll rückübersetzt und
dessen Richtigkeit mit seiner Unterschrift bestätigt worden sei, könne er
sich nicht nachträglich auf eine fehlerhafte Protokollierung berufen. Obwohl
nicht bestritten werde, dass es sich beim Beschwerdeführer um ein aktives
Mitglied einer Kirchgemeinde handle, seien den Akten keine konkreten Hin-
weise zu entnehmen, dass er sich in missionarischer Weise betätige. Die
Furcht, dass die iranischen Behörden von seiner neuen Glaubensrichtung
erfahren haben sollen und ihn als eine Gefahr für den iranischen Staat be-
trachten würden, erweise sich als unbegründet.
Sein Vorbringen, er habe sich aufgrund seiner exilpolitischen Aktivitäten
und dem Engagement für die Freilassung von Christen im Iran exponiert
und müsse sich vor Repressionen fürchten, sei unbegründet. Die der irani-
schen Vertretung in der Schweiz eingereichten Petitionen, worauf auch
seine Unterschrift figuriere, würde nicht zu einer Schärfung seines Profils
führen, da Petitionen gemäss bundesverwaltungsrechtlicher Rechtspre-
chung als politisch unproblematisch zu beurteilen seien. Ferner würden
auch die auf Beschwerdeebene eingereichten Schreiben verschiedener
Mitglieder seiner Kirche zu keiner anderen Sichtweise führen, zumal diese
keine Exponierung seiner Glaubensausübung, sondern lediglich seine ak-
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tive Mitgliedschaft in seiner Kirchgemeinde belegen würden, welche vorlie-
gend im Übrigen nicht bestritten werde. Schliesslich stehe auch einem
Wegweisungsvollzug nichts im Wege, da sich die allgemeine Lage im Hei-
matland nicht durch eine Situation allgemeiner Gewalt auszeichne. Auch
die Auseinandersetzungen zwischen dem Iran und den USA würden aktuell
keine problematische Situation darstellen, weshalb gemäss Rechtspre-
chung der Vollzug von Wegweisungen in den Iran auch weiterhin als zu-
mutbar zu betrachten sei.
4.4 Der Beschwerdeführer untermauerte sein Asylvorbringen in der Replik
dahingehend, dass er zwischenzeitlich per Facebook Kontakt mit seiner
Glaubensschwester F._ habe aufnehmen können, welche in die
Türkei geflüchtet sei. Anhand einer elektronischen Nachricht habe diese
bestätigt, dass er im Iran den christlichen Glauben kennengelernt und an
Hauskirchenversammlungen teilgenommen habe. Das Referenzschreiben
von F._ wurde der Replik beigelegt. Er betonte zudem, dass die
iranischen Behörden äusserst restriktiv gegen Regimekritiker und Konver-
titen vorgehen würden, eine Tatsache, welche die Vorinstanz verkenne. Da
erst kürzlich mehrere Konvertiten im Iran zu langen Haftstrafen verurteilt
worden seien, sei es kaum vorstellbar, dass er, der Beschwerdeführer, wel-
cher zwischenzeitlich formell konvertiert sei und für inhaftierte Christen im
Iran für deren Freilassung protestiere, keine asylrelevante Verfolgung zu
befürchten hätte.
5.
5.1 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft, wenn sie genügend
substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in
vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten widersprüchlich
sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder
der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss die asyl-
suchende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere
dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder ver-
fälschte Beweismittel abstützt (vgl. Art. 7 Abs. 3 AsylG), aber auch dann,
wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im
Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet
nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mit-
wirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatz
zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus
Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuch-
stellers. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das Ge-
richt von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für
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wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftma-
chung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen
zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche
und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdar-
stellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob
die Gründe, die für eine Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen,
überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustel-
len (vgl. BVGE 2012/5 E. 2.2; 2010/57 E. 2.3).
5.2 In einem ersten Schritt ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer aufgrund
seiner Glaubensrichtung im Sinne von Vorfluchtgründen einer asylrelevan-
ten Verfolgung in seinem Heimatland ausgesetzt gewesen ist respektive,
ob er die behauptete Verfolgung glaubhaft darzulegen vermochte.
5.3 Das Bundesverwaltungsgericht kommt zum Schluss, dass der Be-
schwerdeführer nachvollziehbar darlegen konnte, im Iran das Christentum
kennengelernt und an einigen Hauskirchenanlässen teilgenommen zu ha-
ben. In kohärenter Weise konnte er schildern, wie er anfing, sich durch
seine Nachbarin F._ und deren Ehemann auf informelle Weise für
das Christentum zu interessieren, um danach an Bibellesungen und Haus-
kreisen teilzunehmen. Ferner überzeugen seine detailliert dargelegten
Gründe hinsichtlich der Zuwendung zum Christentum anhand von reflek-
tierten und emotionalen Überlegungen sowie der Gegenüberstellung sei-
nes alten Glaubens zum neuen Glauben (vgl. act. A24/24, F73-75, F78-80,
F114, F118-121). Insgesamt wird nicht bezweifelt, dass er sich bereits im
Iran zum Christentum hingezogen gefühlt hat.
Hingegen sind verschiedene Zweifel an den weiteren Schilderungen des
Beschwerdeführers hinsichtlich seiner Glaubensausübung anzubringen.
So erstaunen die mangelnden Vorsichtsmassnahmen bezüglich des Zu-
standekommens des ersten Treffens mit der Glaubensgemeinschaft, wobei
es nicht einleuchtet, weshalb er bereits vor einem ersten Treffen die Ad-
resse sowie den Treffpunkt des Hauskirchenanlasses von H._ er-
halten hat, ohne diesen zuvor persönlich gekannt zu haben, zumal eine
nicht unbeachtliche Gefahr bestanden haben musste, verraten zu werden
(vgl. act. A24/24, F149). Überdies ergibt seine Erklärung, dass der Glau-
bensbruder H._ ihm und den anderen Glaubensmitgliedern anläss-
lich den Treffen jeweils bereits mitgeteilt hat, wann und wo die nächste Sit-
zung stattfinden werde, wenig Sinn (vgl. act. A24/24, F71) und steht im
Widerspruch zu den von ihm geschilderten Sicherheitsmassnahmen mit-
tels Codes (vgl. act. A24/24, F63, F76, F87).
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Des Weiteren ergeben sich bezüglich der Verhaftung des Glaubensbruders
G._, den anschliessenden Hausdurchsuchungen im Haus der El-
tern des Beschwerdeführers sowie dem geltend gemachten behördlichen
Verfolgungsinteresse an ihm weitere Unstimmigkeiten. Einerseits sind
seine Beschreibungen zur Festnahme von G._ sowie die Nachfol-
geereignisse unsubstanziiert ausgefallen. Anderseits ergeben sich teil-
weise logisch nicht nachvollziehbare Abläufe des Geschehens. So er-
scheint es fragwürdig, weshalb H._ bereits zwei Tage nach dem
Verschwinden von G._ gewusst haben soll, dass dieser verhaftet
worden war. Auch ist es nicht ersichtlich, wie diese Information an ihn ge-
langt sein soll. Weiter ist es nicht nachvollziehbar, weshalb gerade der Be-
schwerdeführer bereits fünf Tage nach der angeblichen Verhaftung seines
Glaubensbruders hätte gesucht werden sollen, wohingegen beim für den
Hauskreis verantwortlichen H._ keine behördlichen Massnahmen
erfolgt waren, obwohl dieser viel länger bei der Hauskirche aktiv (und al-
lenfalls bereits im Fokus der Behörden) gewesen sein muss (vgl. act.
A24/24, F97-98). Zudem erstaunt es, wie die Behörden gerade seinen Na-
men sowie seine Wohnadresse herausfinden konnten, wenn doch seitens
der Glaubensgemeinschaft strenge Vorsichtsmassnahmen beachtet wor-
den sind und – wie er in seiner Beschwerdeschrift behauptet – die Adres-
sen gegenseitig nicht ausgetauscht worden seien. Ferner konnte er nicht
nachvollziehbar erklären, weshalb er zwar darüber informiert wurde, dass
die Hauskirche aufgeflogen sei, aber über weitere Details im Dunkeln ge-
lassen wurde, obwohl gerade die näheren Umstände wichtig für sein wei-
teres Vorgehen und zu seinem Schutz gewesen wären (vgl. act. A24/24,
F99). Sodann ist festzuhalten, dass es sich bei der Schilderung, es sei we-
gen seines Glaubens zu Hausdurchsuchungen gekommen, um eine Ver-
mutung handelt, welche er nicht hat näher begründen können, zumal seine
Eltern über den Grund der Hausdurchsuchungen nicht informiert gewesen
seien (vgl. act. A24/24, F 102). Des Weiteren ist zu bemerken, dass trotz
der zwei angeblichen Hausdurchsuchungen kein weiteres Verfolgungsin-
teresse seitens der iranischen Behörden festzustellen ist. Wäre er tatsäch-
lich weiterhin gesucht worden, so wäre anzunehmen gewesen, dass die
zuständigen Behörden bei seiner Familie nachgefragt oder weitere Erkun-
digungen über seinen Verbleib getätigt hätten. Es ist davon auszugehen,
dass er darüber informiert worden wäre, wäre es tatsächlich zu weiteren
behördlichen Massnahmen gegen ihn gekommen. Abschliessend ist fest-
zustellen, dass auch seine legale Ausreise mit seinem eigenen Pass dem
Vorbringen, er werde behördlich gesucht, entgegensteht (vgl. act. A10/15,
F4.2, F5.2).
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Überdies zweifelt das Gericht an der angeblichen Missionierungstätigkeit
des Beschwerdeführers im Iran respektive an seiner Schilderung im Zu-
sammenhang mit der Verteilung der Hörbuchbibeln. Angesichts der von
ihm beschriebenen äusserst strengen Vorsichtmassnahmen hinsichtlich
seiner Hauskirchenversammlungen erscheint es nicht nachvollziehbar,
weshalb er innerhalb kürzester Zeit nach dem Aufflammen seines Interes-
ses am Christentum rund zehn Hörbuchbibeln an Bekannte und Verwandte
verteilt haben soll und wieso er sich einer solchen Gefahr, entdeckt zu wer-
den, hätte aussetzen sollen. Ferner konnte er weder detailliert noch über-
zeugend darlegen, weshalb er sich bei den jeweiligen Personen sicher sein
konnte, dass diese ein wirkliches Interesse am Christentum haben und ihn
nicht verraten würden. Seine diesbezüglichen Schilderungen sind wenig
aufschlussreich ausgefallen und insgesamt unglaubhaft (vgl. act. A24/24,
F111, F113). Weiter erscheint es nicht einleuchtend, weshalb er sich im
Sinne einer Missionspflicht zur Verteilung dieser Hörbuchbibeln verpflichtet
gefühlt haben soll, zumal er sich erst kurz zuvor für den christlichen Glau-
ben zu interessieren begonnen hat und zu dieser Zeit auch noch nicht
wusste, welche Glaubensrichtung er annehmen solle und ob diese über-
haupt eine Missionierungspflicht beinhaltet (vgl. act. A10/15, F1.13).
Schliesslich ist zu erwähnen, dass die als Beweismittel eingereichte elekt-
ronische Nachricht seiner ehemaligen Nachbarin F._ zwar seine
(nicht bestrittene) Konversion zum Christentum bestätigt, jedoch ungeeig-
net ist, eine allfällige Verfolgung im Iran zu belegen.
5.4 Nach dem Gesagten qualifiziert das Bundesverwaltungsgericht die
Hinwendung des Beschwerdeführers zum Christentum sowie seine Teil-
nahmen an den Bibelstunden und den Hauskirchenkreisen als glaubhaft.
Hingegen halten die Schilderungen des fluchtauslösenden Ereignisses den
Anforderungen an Art. 7 AsylG nicht stand. Dass der Beschwerdeführer vor
seiner Ausreise eine Verfolgung in begründeter Weise habe befürchten
müssen, ist nicht glaubhaft geworden.
6.
6.1 In einem weiteren Schritt sind die geltend gemachten Nachflucht-
gründe zu prüfen. Der Beschwerdeführer bringt vor, bei einer Rückkehr ins
Heimatland aufgrund seiner Konversion, verbunden mit seiner missionari-
schen Tätigkeit, asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen und einer unver-
hältnismässigen Strafe ausgesetzt zu werden. Weiter bestehe die zusätz-
liche Gefahr, dass seine konservative und regierungstreue Familie, seine
Ex-Frau miteinbezogen, ihn deshalb bestrafen würden. Ferner verfüge er
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über ein politisches Profil und seine exilpolitischen Aktivitäten seien den
iranischen Behörden bekannt.
6.2 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise
aus dem Heimat- oder Herkunftsland eine Gefährdungssituation erst ge-
schaffen worden ist, macht subjektive Nachfluchtgründe geltend (vgl. Art.
54 AsylG). Subjektive Nachfluchtgründe begründen zwar die Flüchtlingsei-
genschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum
Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie missbräuchlich oder nicht
missbräuchlich gesetzt wurden. Das vom Gesetzgeber vorgesehene Kon-
zept, wonach das Vorliegen von subjektiven Nachfluchtgründen die Ge-
währung von Asyl ausschliesst, verbietet auch ein Addieren solcher
Gründe mit Fluchtgründen, welche vor der Ausreise aus dem Heimat- oder
Herkunftsstaat entstanden sind und die für sich allein nicht zur Bejahung
der Flüchtlingseigenschaft und zur Asylgewährung ausreichen (vgl. Ent-
scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission
[EMARK] 1995Nr. 7 E. 7b und 8 S. 67 ff.; EMARK 2000 Nr. 16 E. 5a S. 141
f., mit weiteren Hinweisen).
6.3 Die allgemeine Menschenrechtslage im Iran wird als grundsätzlich pre-
kär angesehen. Die iranischen Behörden unterdrücken die Meinungs-
äusserungsfreiheit systematisch, wobei sie häufig weder die eigene Ver-
fassung noch die Gesetze respektieren. Nicht-Muslime werden auf gesetz-
licher und wirtschaftlicher Ebene diskriminiert. Weiter besteht im Speziellen
für christlich gläubige Personen das Verbot der Missionstätigkeit, dessen
Zuwiderhandlung rechtlich verfolgt wird (vgl. BVGE 2009/28, E.7.3). Zu-
dem ist bekannt, dass die iranischen Behörden nicht vor der Überwachung
ihrer Staatsbürgerinnen und Staatsbürger im Ausland zurückschrecken.
Dies kann insbesondere bei politisch aktiven Iranerinnen und Iranern rele-
vant sein (vgl. dazu Urteile des BVGer D-830/2016 vom 20. Juli 2016 E.
4.2 sowie E-5292/2014 und E-5296/2014 vom 25. Februar 2016 E. 7.4
m.w.H.). Es gibt auch Hinweise darauf, dass konvertierte Iranerinnen und
Iraner im Ausland von ihrem Heimatstaat überwacht werden, wobei daraus
nicht hervorgeht, ob dies auch für die Schweiz gilt (vgl. Danish Immigration
Service [DIS] / Danish Refugee Council [DRC], Iran: House Churches and
Converts, Februar 2018; Al Jazeera, UK: Families opening doors to refu-
gees, 18. Juli 2016).
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) ist der Auffas-
sung, dass die allgemeine Menschenrechtslage im Iran per se die Abschie-
bung eines iranischen Staatsangehörigen nicht verhindert. Daher muss im
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Einzelfall beurteilt werden, ob die persönlichen Umstände, insbesondere
die Konversion vom Islam zum Christentum in der Schweiz, mit einer tat-
sächlichen Verfolgungsgefahr durch die iranischen Behörden einhergeht.
(vgl. EGMR, A. vs. Switzerland, vom 19. Dezember 2017, Nr. 60342-16).
Bei einer christlichen Glaubensausübung von iranischen Asylsuchenden
im Ausland ist gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts die christli-
che Überzeugung der betreffenden Personen im Einzelfall, soweit möglich,
einer näheren Überprüfung zu unterziehen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.3.4 f.;
Urteil des BVGer D-7222/2013 vom 31. Oktober 2014 E. 6.5, m.w.H.). Al-
lein der Übertritt vom muslimischen Glauben zum Christentum führt jedoch
grundsätzlich zu keiner individuellen staatlichen Verfolgung im Iran. Eine
christliche Glaubensausübung vermag gegebenenfalls dann asylrechtlich
relevante Massnahmen auszulösen, wenn sie in der Schweiz aktiv und
sichtbar nach aussen praktiziert wird und im Einzelfall davon ausgegangen
werden muss, dass das heimatliche Umfeld von einer solchen aktiven, al-
lenfalls gar missionierende Züge annehmenden Glaubensausübung er-
fährt. Eine Verfolgung durch den iranischen Staat kommt erst dann zum
Tragen, wenn der Glaubenswechsel aufgrund aktiver oder missionierender
Tätigkeiten bekannt wird und zugleich Aktivitäten des Konvertiten vorlie-
gen, die vom Regime als Angriff auf den Staat angesehen werden. Bei
Konversionen im Ausland muss daher bei der Prüfung im Einzelfall neben
der Glaubhaftigkeit der Konversion auch das Ausmass der öffentlichen Be-
kanntheit für die betroffene Person in Betracht gezogen werden (vgl. Urteil
des BVGer D-2496/2018 vom 22. Mai 2018 E. 5.5).
Vorliegend wird die Glaubhaftigkeit der Konversion des Beschwerdeführers
nicht bezweifelt, weshalb sich die Frage stellt, inwiefern er bei einer allfäl-
ligen Rückkehr ins Heimatland aufgrund einer aktiven und nach aussen hin
sichtbaren Glaubensüberzeugung einer Verfolgung durch die iranischen
Behörden ausgesetzt wäre. Das Gericht bezweifelt nicht, dass er sich aktiv
für seine Kirchgemeinde bei (...) in J._ engagiert und dort sowohl
beliebt ist als auch geschätzt wird, was im Übrigen auch aus den verschie-
denen eingereichten Referenzschreiben hervorgeht (vgl. act. A24/24,
F165). Hingegen sind seinen Aktivitäten und den Teilnahmen an den Got-
tesdiensten bei (...) oder dem iranischen Hauskreis eine Exponierung, ein
öffentliches Zelebrieren seines Glaubens oder gar missionarische Tätigkei-
ten abzusprechen, zumal weder aus den ins Recht gelegten Referenz-
schreiben noch der Beschwerdeschrift Solches hervorgeht. Zwar attestie-
ren ihm die zahlreichen Referenzschreiben seine wahre Glaubensüberzeu-
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gung sowie seine regelmässigen Teilnahmen an den verschiedenen Got-
tesdiensten und Hauskreisen. Jedoch geht aus den Schreiben sowie dem
eingereichten Gruppenfoto nicht hervor, dass sich die Mitglieder der (...)
Kirche bei ihren Anlässen öffentlich exponieren würden oder in missionari-
scher Aktivität unterwegs wären. Schliesslich ist hinzuzufügen, dass aus
den Akten nicht zu entnehmen ist, dass er durch seine Familienangehöri-
gen bei den iranischen Behörden denunziert würde.
6.4 Wie bereits dargelegt, ist es bekannt, dass die iranischen Behörden die
politischen Aktivitäten ihrer Staatsbürger im Ausland überwachen (vgl.
E. 6.3). Jedoch ist im Einzelfall zu prüfen, ob durch die exilpolitischen Akti-
vitäten eine ernsthafte Gefahr im Sinne des Asylgesetzes entsteht. Ge-
mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts konzentrieren sich die irani-
schen Behörden auf die Erfassung von Personen, welche über die mas-
sentypischen, niedrigprofilierten Erscheinungsformen exilpolitischer Pro-
teste hinaus Funktionen wahrnehmen und/oder Aktivitäten vorgenommen
haben, die sie aus der Masse der mit dem Regime Unzufriedenen heraus-
heben und als ernsthafte und potentiell gefährliche Regimegegner erschei-
nen lassen. Dabei kann ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass
die iranischen Sicherheitsbehörden zwischen tatsächlich politisch enga-
gierten Regimekritikern und Exilaktivisten, die mit ihren Aktionen in erster
Linie die Chancen auf ein Aufenthaltsrecht zu erhöhen versuchen, zu un-
terscheiden vermögen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.4.3).
6.5 Vorliegend kommt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass
der Beschwerdeführer über kein politisches Profil verfügt, welches über
eine niedrigprofilierte Form hinausgeht. Aus seinem Engagement für die
iranische Kirche in der Schweiz wohnhafter Iraner als einfaches Mitglied
ohne Führungsfunktion lässt sich keine Exponiertheit ableiten, aufgrund
welcher er den iranischen Behörden als politisch engagierter Regimegeg-
ner auffallen würde (vgl. act. A24/24, F170-173). Weder aus den beigeleg-
ten Aufnahmen noch aufgrund der eingereichten Fotos ist ersichtlich, dass
sein Auftreten während den Kundgebungen zugunsten inhaftierter Christen
in Iran in J._ sich von den anderen Teilnehmenden unterscheiden
würde. Er hält – wie alle anderen Teilnehmenden der Kundgebung – sicht-
bar ein Plakat mit einem Foto einer inhaftierten Person in den Händen und
verhält sich ansonsten schweigsam. Eine einmalige Ausstrahlung eines
Teils dieser gefilmten Kundgebung im (...) vermag demnach ebenso wenig
eine Schärfung seines politischen Profils zu begründen wie die drei von
ihm unterschriebenen Petitionsschreiben an die iranische Botschaft, zumal
nicht davon auszugehen ist, dass er lediglich aufgrund einer Unterschrift
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identifizierbar ist. Schliesslich vermag auch das in der Zeitschrift (...) publi-
zierte Foto einer Kundgebung, auf welchem die einzelnen Personen im Üb-
rigen schlecht erkennbar sind, keine Exponiertheit zu begründen. Es ist
festzustellen, dass seine exilpolitischen Aktivitäten nicht über massentypi-
sche sowie niedrigprofilierte Erscheinungsformen hinausgehen, weshalb
davon auszugehen ist, dass die iranischen Behörden ihn nicht als einen
tatsächlichen politischen Regimegegner wahrnehmen.
6.6 Zusammenfassend kommt das Bundesverwaltungsgericht zum
Schluss, dass dem Beschwerdeführer weder zum Zeitpunkt seiner Aus-
reise noch zum heutigen Zeitpunkt oder in absehbarer Zeit in begründeter
Weise droht, aufgrund seiner Konversion oder wegen seinen politischen
Aktivitäten in asylrechtlich relevanter Weise in seinem Heimatland verfolgt
zu werden. Die Vorinstanz hat zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint
und sein Asylgesuch zu Recht abgelehnt.
7.
7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche
Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44
AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
8.
8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
8.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-
mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard
wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-
weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens
glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
8.3 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
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Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG).
So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-
gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund
nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur
Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG;
vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die
Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember
1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-
gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3
EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender
Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
8.4 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf
hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-
sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-
schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-
dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG
verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren
keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den
Iran ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers
noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-
schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-
ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung
ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für
Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses
müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nachwei-
sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter
oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR
Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–
127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Iran lässt
den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig er-
scheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im
Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.
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8.5 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat
aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und
medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete
Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die
vorläufige Aufnahme zu gewähren.
8.6 Im Iran herrscht weder Krieg oder Bürgerkrieg noch eine Situation all-
gemeiner Gewalt, aufgrund derer eine Rückkehr generell unzumutbar wäre
(vgl. beispielsweise Urteile des BVGer D-5353/2017 vom 10. Januar 2019
E. 9.2.1, m.w.H.; E-6697/2018 vom 10. Dezember 2018).
8.7 Schliesslich sind keine individuellen Gründe ersichtlich, die gegen ei-
nen Wegweisungsvollzug sprechen. Der Beschwerdeführer verfügt über
einen Maturabschluss sowie über mehrere Jahre Berufserfahrung. Zudem
leben mehrere Familienangehörige sowie Freunde im Iran, welche ihm bei
einer Reintegration behilflich sein können. Es kann davon ausgegangen
werden, dass er nach einer Rückkehr erneut eine Anstellung finden und
seinen Lebensunterhalt eigenständig bestreiten kann. Insgesamt ist dem-
nach nicht davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr in den Iran in
eine existenzielle Notlage geraten würde. Auch aus medizinischer Sicht
sind keine Hindernisse ersichtlich, welche eine Wegweisung unzumutbar
erscheinen lassen würden. Der vorliegende Arztbericht vom 22. Mai 2017
bestätigt die Diagnosen einer posttraumatischen Belastungsstörung sowie
depressiven Störungen, welche mit Medikation und mehrmaligen Konsul-
tationen behandelt wurden. Der Austrittbericht aus dem (...) bestätigt zwar
einen teilstationären Aufenthalt des Beschwerdeführers zwischen 25. Ok-
tober 2017 und 22. Februar 2018, jedoch keine nachfolgenden, weiteren
Behandlungen. Zudem geht aus der Beschwerdeschrift nicht hervor, dass
er aktuell unter gesundheitlichen Problemen leiden würden, zumal keine
Unterlagen eingereicht wurden, aus welchen geschlossen werden könnte,
dass er weiterhin unter gesundheitliche Leiden vorliegen würden.
Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als
zumutbar.
8.8 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-
sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE
2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu
bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
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8.9 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
10.
10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihm mit Zwischen-
verfügung vom 8. Januar 2020 die unentgeltliche Rechtspflege gewährt
wurde, sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen.
10.2 Die Rechtsvertreterin hat keine Kostennote zu den Akten gereicht.
Der notwendige Vertretungsaufwand lässt sich aufgrund der Akten zuver-
lässig abschätzen, weshalb auf die Einholung einer solchen verzichtet wer-
den kann (Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). Gestützt auf die in Betracht zu
ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 9-13 VGKE) entrichtet das Bundes-
verwaltungsgericht ein Honorar von Fr. 1'100.– (inkl. Auslagen) an die
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers.
(Dispositiv nächste Seite)
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