Decision ID: e78fbbe3-3dd4-427f-b2cb-fdaf403b5341
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1976 geborene X._, Vater zweier Söhne und einer Tochter (geb. 1998 und 2004 resp. 1996), ohne abgeschlossene Berufsausbildung, reiste am 24. September 1990 in die Schweiz ein und war zuletzt vom 22. August 2011 bis zum Verkehrsunfall vom 19. Januar 2013 als Schulbuschauffeur beim Transportunternehmen Y._ tätig (Urk. 10/7, Urk. 10/28, Urk. 10/79, Urk. 10/102, Urk. 10/104).
Er hatte sich erstmals am 12. November 2008 (Eingangsdatum) unter Hinweis auf einen am 14. November 2005 erlittenen Unfall sowie eine Poliomyelitis bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungs
be
zug angemeldet (Urk. 10/5). Zur Abklärung der medizinischen und erwerbli
chen Verhältnisse zog die IV-Stelle die Akten des Unfallversicherers (Urk. 10/15) so
wie einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug; Urk. 10/11) bei und holte Berichte der Arbeitgeberinnen (Urk. 10/13, Urk. 10/16, Urk. 10/17) sowie unter anderem ein
bidisziplinäres
(rheumatologisch-psychiatri
sches) Gutachten vom 13. Oktober 2009 (Urk. 10/52 und Urk. 10/50) ein. Mit Verfügung vom 24. Mai 2011 verneinte die IV-Stelle einen Leistungs
anspruch (Urk. 10/73).
1.2
Mit Mitteilung vom 5. Juli 2011 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten Ein
gliederungsmassnahmen in Form von Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche (Urk. 10/78). Mit der besagten Unterstützung fand der Versicherte seine zuletzt ausgeübte Arbeitsstelle als Buschauffeur. Am 19. Januar 2013 erlitt X._ eine Frontalkollision. Die diesbezüglich vom Unfallversicherer erbrachten vorübergehenden Leistungen wurden per 30. April 2014 eingestellt (Urk. 10/114). Mit Verfügung vom 5. Februar 2013 sprach die Suva dem Ver
si
cherten bezüglich des Unfalls vom 14. November 2005 eine Invalidenrente gestützt auf eine Erwerbsunfähigkeit von 10 % sowie eine Integritätsent
schädi
gung basierend auf einer Integritätseinbusse von 5 % zu (Urk. 10/100).
Mit Verfügung vom 28. September 2015 wies die Suva die Einsprache gegen die Verfügung vom 5. Februar 2013 ab (Urk. 10/162).
1.3
Am 5. Dezember 2013 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an und machte sinngemäss eine Verschlech
terung des Gesundheitszustands geltend (Urk. 10/104). Die IV-Stelle trat auf die Neuanmeldung ein und holte im Rahmen weiterer medizinischer und erwerbli
cher Abklärungen Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 10/116, Urk. 10/118
119) ein
und zog einen IK-Auszug (Urk. 10/109) sowie die Akten des Unfallver
sicherers (Urk. 10/106) bei.
Mit Vorbescheid vom 17. Oktober 2014 (Urk. 10/121) stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, wogegen der Versicherte Einwand erhob (Einwand vom 12. November 2014 [Urk. 10/124], begründeter Einwand vom 30. Dezember 2014 [Urk. 10/132]).
Die IV-Stelle liess den Versicherten nach Stellungnahme ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes (Urk. 10/199/3) beim Z._ polydisziplinär begutachten (Gutachten vom 6. August 2015 [Urk. 10/155]).
1.4
Am 6. November 2015 erlitt X._ einen erneuten Verkehrsunfall (Urk. 10/188, Urk. 10/182). Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 13. Mai 2016 mit, dass keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien und dass weitere IV-Leistungen geprüft würden, sobald die Abklärungen beim Regionalen Ärztlichen Dienst abgeschlossen seien (Urk. 10/189). Gestützt auf die Stellungnahmen des RAD, von med. prakt. A._, Facharzt Psychia
trie und Psychotherapie, vom 8. September 2015, 18. Januar 2016 und 27. Mai 2016 sowie von Dr. med. B._, Fachärztin Innere Medizin und zertifi
zierte Gutachterin nach SIM, vom 2. September 2015 und 24. Juni 2016 (Urk. 10/199/7 ff.) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 22. August 2016 unter Hinweis darauf, dass keine erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigung vorliege, einen Leistungsanspruch (Urk. 10/200 [= Urk. 2]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 21. September 2016 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Juni 2014 eine ganze Rente der Inva
lidenversicherung zuzusprechen; eventuell seien dem Beschwerdeführer berufli
che Massnahmen zu gewähren. In prozessualer Hinsicht ersuchte der Beschwer
deführer um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1 S. 2). Mit Eingabe vom 7. Oktober 2016 (Urk. 6) reichte der Beschwerdeführer einen Bericht der behandelnden Neurologin vom 16. September 2016 zu den Akten (Urk. 7). Mit Beschwerdeantwort vom 28. Oktober 2016 beantragte die Beschwer
degegnerin Abweisung der Beschwerde (Urk. 9), was dem Beschwer
deführer mit Verfügung vom 1. November 2016 mitgeteilt wurde (Urk. 11).
Mit Eingabe vom 31. August 2017 (Urk. 14) reichte der Beschwerdeführer zwei Radiologie-Befunde (MRI LWS vom 23. Oktober 2016 und MRI Knie rechts vom 17. Januar 2017) ein (Urk. 15/1-2).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Wurde eine Rente
weg
en eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs. 2 d
ieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1
des
Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(
ATSG
)
vorzu
gehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.1.2
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkom
mensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E. 3 und 133 V 108 E. 5.4 mit Hinweis).
1.2
1.2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krank
heitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. De
zember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. No
vember 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der ver
sicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE
141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
1.3.1
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden somato
formen Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychosomati
schen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beachtlich, die das Bun
desgericht wie folgt systematisiert hat
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex „Sozialer Kontext"
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4):
Der Indikator einer
gleichmässigen
Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen zielt auf die Frage ab, ob die diskutierte Einschränkung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Aufga
benbereich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Freizeitge
staltung) anderseits gleich ausgeprägt ist. Dabei ist das bisherige Kriterium des sozialen Rückzugs (wiederum) so zu fassen, dass neben Hinweisen auf Ein
schränkungen auch Ressourcen erschlossen werden; umgekehrt kann ein krank
heitsbedingter Rückzug aber auch Ressourcen zusätzlich vermindern. Soweit erhebbar, empfiehlt sich auch ein Vergleich mit dem Niveau sozialer Aktivität vor Eintritt der Gesundheitsschädigung. Das Aktivitätsniveau der versicherten Person ist stets im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu sehen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1).
Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das
heisst
das
Ausmass
, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz unter dem Komplex "Gesundheitsschädigung") auf den tatsächlichen Leidensdruck hin. Dies gilt allerdings nur, solange das betreffende Verhalten nicht durch das laufende Versicherungsverfahren beeinflusst ist. Nicht auf fehlenden Leidensdruck zu
schliessen
ist, wenn die Nichtinanspruchnahme einer empfohlenen und zugänglichen Therapie oder die schlechte Compliance klarer
weise auf eine (unabwendbare) Unfähigkeit zur Krankheitseinsicht zurückzu
führen ist. In ähnlicher Weise zu berücksichtigen ist das Verhalten der versicherten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-) Eingliederung. Inkon
sistentes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend gemachte Einschränkung sei anders begründet als durch eine versicherte
Gesundheits
beein
trächtigung (BGE 141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.2).
Das Bundesgericht hat in BGE 141 V 281 seine ständige Rechtsprechung bestä
tigt, wonach psychische Störungen der hier interessierenden Art nur als invali
disierend gelten, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr)
angehbar
sind
(
BGE 141 V 281
E. 4.3.1.2; v
gl.
statt vieler: Urteil des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5)
.
1.3.2
Gutachten, welche noch vor dieser bundesrechtlichen Praxis eingeholt
wurden
und sich daher noch nicht zu den beachtlichen Indikatoren äussern, verlieren per se nicht ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobe
nen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält. In sinngemässer Anwendung der nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem ein
zelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder gerichtli
chen Sachverständigengutachten – gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgebli
chen Indikatoren erlauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Umständen eine punktuelle Ergänzung genügen (BGE 141 V 281 E.
8).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die
ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
1.6
Im Rahmen der freien Beweiswürdigung darf sich die Verwaltung - und im Streit
fall das Gericht - weder über die (den beweisrechtlichen Anforderungen genügenden) medizinischen Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sich die ärztlichen Einschätzungen und
Schlussfolgerungen zur (Rest-)
Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Trag
weite zu eigen machen. Die rechtsanwendenden Behörden haben
diesfalls
mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, ob die ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfä
higkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mitberücksichtigt, die vom invaliditäts
rechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich sind (vgl.
BGE 140 V 193
;
130 V 352
E. 2.2.5). Wo psychosoziale Einflüsse das Bild prägen, ist bei der Annahme einer rentenbegründenden
Invalidität Zurückhaltung geboten (
BGE 127 V 294
E. 5a; vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_146/2015 vom 1
9.
Januar 2016).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid, die Abklärungen hätten ergeben, dass der Beschwerdeführer seit dem 3. April 2014 in seiner angestammten Tätigkeit wieder 100 % arbeitsfähig sei. Es liege gegenwärtig keine erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigung vor (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte in seiner Beschwerde dagegen vor, hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei auf das Gutachten des Z._ abzustel
len. Dieses sei weder mit Defiziten behaftet noch widersprüchlich. Die
Indikato
renprüfung
würde die invalidenversicherungsrechtliche Relevanz der somato
formen Schmerzstörung nachweisen. Hinsichtlich der depressiven Symptomatik dürfe nicht auf das Gutachten des Krankentaggeldversicherers abgestellt wer
den, da es sich dabei um ein Parteigutachten handle. Dieses sei ausserdem weder nachvollziehbar, noch schlüssig oder beweiskräftig. Sollte wider Erwarten keine Rente zugesprochen werden, seien berufliche Massnahmen zuzusprechen, da der Beschwerdeführer nicht selber in den Berufsalltag zurückfinden könne (Urk. 1).
3.
3.1
In der Verfügung vom 24. Mai 2011 ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass der Beschwerdeführer wegen somatischer Beschwerden in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Buschauffeur 100 % arbeitsunfähig sei, wohingegen eine angepasste Tätigkeit vollumfänglich für zumutbar gehalten wurde. Aus dem Einkommensvergleich resultierte ein Invaliditätsgrad von 0 % (Urk. 10/73).
Auf die Neuanmeldung vom 5. Dezember 2013 (Urk. 10/104) ist die Beschwer
de
gegnerin eingetreten und hat eine neuerliche Anspruchsprüfung vorgenommen. Demnach ist zu prüfen, ob sich seit der Verfügung vom 24. Mai 2011 (Urk. 10/73) bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 22. August 2016 (Urk. 2) der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in - analog - revi
sionsrechtlich erheblicher Weise verändert hat und aufgrund dessen nunmehr ein Rentenanspruch entstand (vgl. E. 1.1.2).
3.2
Im Zeitpunkt der Verfügung vom 24. Mai 2011
präsentierte sich die medizini
sche Aktenlage im Wesentlichen wie folgt:
Im
bidisziplinären
Gutachten der Klinik C._ vom 13. Oktober 2009 (Urk. 10/52, Urk. 10/50) wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgehalten (Urk. 10/52/7):
-
Beckenstand links 2 cm bei
-
Status nac
h Poliomyelitis 1977 mit generalisierter Atrophie der Bein
muskulatur links und
-
femoroacetabuläres
Impingement
des rechten Hüftgelenks mit
Hernia
tion
Pit an typischer Stelle bei suboptimaler Schenkelhals-Taillierung, Status nach Arthroskopie am
6.
Juni 2009 mit
Labrumdebridement
, Pfannenrand- und Kopf-/Schenkelhalstrimmung und postoperativ persistierende Taillierungsstörung und Verdacht auf
Kapselfibrose
, fort
geschrittene Knorpelschäden und Labrumdegeneration (MRI 09/2009)
Zur Arbeitsfähigkeit hielten die Experten fest, der Beschwerdeführer könne eine vor allem im Sitzen zu verrichtende Tätigkei
t ohne Heben von Lasten über 10
kg ausüben. Die angestammte Tätigkeit als Chauffeur
(Fleischtransport)
sei nicht adaptiert, weil zu hohe Gewichtsbelastungen a
ufträten. Aus rheumatolo
gischer Sicht sei der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigk
eit seit dem Unfall vom 11.
Mai 2005 nicht mehr arbeitsfähig gewesen. In einer adaptierten Tätigkeit gemäss dem Belastungsprofil sei er dagegen nie langfristig arbeitsun
fähig gewesen.
Auch a
us
psychiatrischer Sicht
sei
der
Beschwerdeführer
nie arbeitsunfähig gewesen (Urk. 10/52/8).
3.3
Die aktuelle medizinische Aktenlage präsent
iert sich im Wesentlichen wie folgt:
3.3
.1
Dem Bericht von
Dr.
med.
D._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 2
2.
August 2014 zu Händen des vertrauensärztlichen Diensts des Kran
kentaggeldversicherers des Beschwerdeführers (
Urk.
10/118/12-25) ist zu ent
nehmen, aus psychiatrischer Sicht lasse sich keine Krankheit mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizieren. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit nannte
Dr. D._
eine chronische Schmerzstörung mit körperlichen und psychischen Anteilen (ICD-10 F45.41), eine dissoziative Bewegungsstörung (ICD-10 F44.4), einen Status nach posttraumatischer Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) sowie akzentuierte Persönlichkeitszüge (leistungsorientiert, perfek
tionistisch) (ICD-10 Z73.1).
Zum Untersuchungsbefund führte
Dr. D._
insbesondere
aus,
im Gespräch erweise sich der Beschwerdeführer als kooperativ und zugewandt, der affektive Rapport lasse sich gut herstellen. Er spreche spontan und viel mit normal kräf
tiger Stimme, der Redefluss sei ungehindert. Das Bewusstsein sei klar und die Orientierung allseits vorhanden. Auffallend sei, dass der Beschwerdeführer ohne äusserlich sichtbare psychovegetative Begleiterscheinungen über die Unfälle
sprechen könne, eine
Hypervigilanz
oder Schreckhaftigkeit lasse sich nicht erkennen. Die Stimmung sei ausgeglichen, der Beschwerdeführer könne während des Gesprächs immer wieder lächeln und einige wenige Male auch lachen. Die affektive Modulationsfähigkeit und die Vitalität seien nicht einge
schränkt. Der Gedankengang sei in formaler Hinsicht weder gehemmt, verlang
samt noch an Ideen verarmt, jedoch auf die geklagten Beschwerden eingeengt, in inhaltlicher Hinsicht sei er unauffällig. Die Beschwerdeschilderung sei zum Teil logisch und kohärent, zum Teil aber auch vage, diffus und wenig fassbar, aber es lasse sich auch eine Dramatisierungstendenz erkennen. Die Angaben seien nicht immer konsistent. Der Beschwerdeführer könne auch nicht immer präzise zeitliche Angaben machen. Während der ganzen 75 Minuten dauernden Untersuchung hätten sich indes keine Konzentrations-, Aufmerksamkeits- oder Auffassungsstörungen und auch keine Ermüdungszeichen klinisch feststellen lassen. In psychomotorischer Hinsicht fänden sich keine pathologischen Befunde und es lägen keine Hinweise für einen psychotischen Prozess vor (Urk. 10/118/20f.).
3.3.2
Dem polydisziplinären Gutachten des Z._ vom 6. August 2015 (Urk. 10/155) kann entnommen werden, der Beschwerdeführer leide an folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 10/155/66):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode, bestehend seit etwa
Januar
2013, (ICD-10 F33.1)
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
Zustand nach posttraumatischer Belastungsstörung, bestehend von etwa
Januar
2013 bis
Dezember
2014, ICD-10 F43.1)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter
folgende (
Urk.
10/155/67):
Lumbovertebralsyndrom
bei Diskushernie L3/4 und Th 11/12 ohne neurale Kompression, Schmerzpersistenz der rechten Hüfte nach arthroskopischem
Labrumdebridement
mit Pfannenrand- und Kopf/Schenkel
hals
trimmung
im Juni
2009,
Status nach Poliomyelitis im 8.
Lebensmonat mit Atrophie der linken Oberschenkel- und Unterschenkelmus
kulatur, mit leicht
gradiger Schwäche linkes Bein mit
Symptomexazerbation
und Verdacht auf zusätzliche Inaktivitätsatrophie bei Status nach Kniegelenksver
letzung
(
2005
)
und Hüftarthroskopie rechts
(
2009
)
sowie Beinverkürzung, Status nach leichter traumatischer Hirnverletzung durch Autounfall mit Frontalkolli
sion am 1
9.
Januar 2013, rezidivierend auftretende Spannungskopfschmerzen bei Ver
spannungen im Schulter-/Nackenbereich, verstärkt auftretend
seit Perso
nenwagen-Frontalkollision vom 1
9.
Januar 2013, Röntgen-HWS vom 2
0.
Januar 2013 ohne
Hinweise für knöcherne Verletzungen, arterielle Hyperto
nie, Nikotinabusus,
Urge
-Urininkontinenz
.
Im Rahmen der polydisziplinären Konsensbeurteilung hielten die Gutachter fest,
bei der aktuell zu erhebenden klinisch neurologischen Untersuchung fänden sich keine Paresen im Bereich des linken Beines, lediglich eine
sakkadierte
maximale Willkür-Innervation, am ehesten bedingt durch die subjektiven Schmerzen im linken Bein. In der aktuellen Elektroneurographie Praxis
E._
habe sich kein Hinweis für einen degenerativen spinalen oder radikulären Prozess gefunden. Es hätten sich sogenannte Ries
enpotentiale als Zeichen der äl
teren chronisch neurogenen
Reinnervation
gezeigt, jedoch kein Hinweis für
Denervation
, kein Hinweis für akute neurogene Veränderungen. Darüber hinaus zeig
e
sich in der aktuellen klinisch neurologischen Untersu
chung kein Hinweis für eine andersartige spinale oder radikuläre Symptomato
logie und kein Hinweis für ein radikuläres Ausfallmuster. Klinisch zeige sich noch aufgrund der Schmerzen eine verspannte
thorako
-lumbale
Paravertebral
muskulatur
. Auch im Schulter-Nacken-Bereich fänden sich Verspannungen, die zu Spannungskopfschmerzen führen können, wie diese auch vom Beschwerde
führer beschrieben würden. Deutlich zeige sich eine hypertrophierte Ober- und Unterschenkelmuskulatur rechts im Vergleich zu links als Zeichen der musku
lären Kompensation des rechten Beines zum linken Bein bei Status nach Polio
myelitis und Muskelatrophie. Aufgrund der klinisch neurologischen und elektromyographischen Untersuchung finde sich derzeit kein Hinweis für ein sogenanntes Postpoliosyndrom, welches mit einer progredienten Atrophie und Parese, aber auch elektrophysiologischen Veränderungen einhergehen würde. Der klinisch neurologische Befund zeige zwar im Bereich des linken Beines eine durch die Poliomyelitis-Erkrankung im Kindesalter bedingte leichte Atrophie der Ober- und Unterschenkelmuskulatur links, jedoch keinen Nachweis von Paresen und somit von neurologischer Seite her keine funktionelle
Beeinträchti
gung (Urk. 10/155/64).
Aus psychiatrischer Sicht liessen sich beim Beschwerdeführer im Zusammen
hang mit Hüftbeschwerden rechts mit operativer Behandlung im Juni 2009 und psychosozialen Problemen mit Arbeitsverlust Anpassungsstörungen mit länge
rer depressiver Reaktion erheben, die sich mit Arbeitswiederaufnahme 2011 gebessert hätten. In der Folge habe der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit einem Autounfall mit Frontalkollision am 1
9.
Januar 2013 eine rezidi
vierende depressive Störung mit mittelgradigen depressiven Episoden entwickelt und zusätzlich sei es aufgrund dieses lebensbedrohlichen, traumatisierenden Ereignisses zu einer posttraumatischen Belastungsstörung gekommen, welche sich unter Traumatherapie seit etwa vier bis fünf Monaten gebessert habe. Die
mittelgradigen depressiven Episoden seien gekennzeichnet durch niedergeschla
gene Stimmung mit Lustlosigkeit, Freudlosigkeit, fehlender Unternehmungslust, verbunden mit Affektlabilität, teils mitschwingend, teils vermindert mitschwin
gend, teils weinerlich
,
und hinzu kämen psycho
motorische Unruhe mit Reizbar
keit, Erregbarkeit bis Aggressivität sowie Antriebs
minderung. Sodann liessen sich kognitive Störungen mit Konzentrationsschwierigkeiten und erschwerten Gedächtnisleistungen, vor allem mit ungenauen zeitlichen Angaben, erheben. Hinzu kämen Denkstörungen mit vermehrter Nachdenklichkeit, Grübeln und
negativistisch
eingeengtem Denken auf seine körperlichen Beschw
erden und seine soziale Situation mit Zukunftsängsten und Existenzängsten. Auch liessen sich Suizidgedanken erheben mit mangelndem Lebenswillen und vorübergehen
den suizidalen Einengungen sowie angeblichen Suizidversuchen vor etwa zwei Jahren. Zum Untersuchungszeitpunkt hätten sich keine Hinweise für vermehrte Müdigkeit oder Erschöpfung erkennen lassen. Zudem wirke der Beschwerde
führer sozial zurückgezogen und
klagsam
. Daneben liessen sich keine eindeuti
gen Hinweise für akzentuierte Persönlichkeitszüge erheben, wobei er durch die körperlichen Beschwerden und sozialen Probleme enttäuscht und gekränkt wirke. Sodann
hätten
sich beim
Beschwerdeführer
im Zusammenhang mit dem schweren Autounfall am 1
9.
Januar 2013 nach anfänglichem „Schockzustand" Symptome einer posttraumatischen Belastungsreaktion erheben
lassen
,
einher
gehend mit bildhaften Erinnerungen an das Unfallgeschehen, Flashbacks mit Angstzuständen, Schreckhaftigkeit, vegetativen Symptomen und anfänglichem Vermeidungsverhalten. Unter einer Traumatherapie hätten sich diese Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung seit etwa vier bis fünf Monaten deutlich gebessert und es
hätten
sich zum Untersuchungszeitpunkt diese typi
schen Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht mehr erhe
ben
lassen
. Zusätzlich könne aufgrund der multiplen Schmerzsymptomatik mit schweren und quälenden Schmerzen eine anhaltende somatoforme Schmerz
störung angenommen werden, bei der die Schmerzen durch eine organische Störung nicht ausreichend erklärt werden können. Daneben lasse sich beim Beschwerdeführer seit dem Unfallgeschehen
im
Januar 2013 eine rezidivierende depressive Störung mit mittelgradigen depressiven Episoden und zusätzlich Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung erheben, die sich
eben
falls
seit etwa vier bis fünf Monaten gebessert hätten. Damit könne inzwischen eine von der Schmerzsymptomatik unabhängige, sich verselbständigende depressive Erkrankung mit mittelgradigen depressiven Episoden mit niederem sozialem Funktionsniveau angenommen werden
,
und es bestehe somit eine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer
,
und der
Beschwerdeführer verfüge nicht
ausreichend über die notwendigen
Ressour
cen für den Umgang mit den Schmerzen, die mit einer zumutbaren Willensan
strengung nicht ausreichend überwindbar ersche
i
nen
würden
. Daneben liessen sich keine weiteren massgebenden Faktoren wie chronische, körperliche Begleiterkrankungen, ausser den somatisch zu erhebenden Befunden, und kein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens erheben. Der
Beschwerdeführer
habe laut seinen Angaben zwar wenige soziale, jedoch gute familiäre Kontakte. Auch liege kein hoher primärer Krankheitsgewinn im Sinne eines verfestigten, therapeutisch nicht mehr angehbaren innerseelischen Ver
laufes bei missglückter, psychisch aber entlastender Konfliktbewältigung vor. Es lägen keine eindeutig unbefriedigenden Behandlungsergebnisse trotz konse
quenter Behandlungsbemühungen bei vorhandener Motivation und Eigenver
antwortung vor
,
und der Beschwerdeführer erhalte schon seit März 201
3
eine regelmässige psychotherapeutische Behandlung, worunter sich die Symptome der posttraumatischen Belastungsstörung seit etwa vier bis fünf Monaten gebessert hätten. Daneben sei
en
bisher keine teilstationären oder stationären psychiatrischen-psychotherapeutischen Behandlungen sowie keine antide
pressive
Medika
mentierung
erfolgt. Damit seien die therapeutischen Optionen nicht ausgenützt. Auch fänden sich Hinweise für eine psychogene Überlagerung der Beschwerden mit Verdeutlichungstendenzen. Auch könne trotz der rezidi
vierenden depressiven Störung mit mittelgradigen depressiven Episoden, mit Zustand nach posttraumatischer Belastungsstörung, der anhaltenden somato
formen Schmerzstörung
,
eine zumutbare Willensanstrengung zur Wiederauf
n
a
hme einer beruflichen Tätigkeit mit Verwertung der Arbeitsfähigkeit ange
nommen werden. Allerdings sei der Beschwerdeführer einem Arbeitsumfeld nur eingeschränkt zumutbar und bedürfe vermehrter Rücksicht und Verständnis. Aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung mit mittelgradigen depressi
ven Episoden und der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung seien die emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität, der Antrieb, die Interessen, die Motivation, die Kontaktfähigkeit und die Dauerbelastbarkeit beeinträchtigt. Es liessen sich aber gewisse Ressourcen erheben. Die berichteten und beklagten Beschwerden seien in sich überwiegend konsistent, jedoch fänden sich Hinweise für eine
psychogene Überlagerung der körperlichen Beschwerden mit Verdeutli
chungstendenzen (
Urk.
10/155/64-66).
Zur Arbeitsfähigkeit ist dem Gutachten zu entnehmen, aufgrund der rezidi
vieren
den depressiven Störung mit mittelgradigen depressiven Episoden, der anhal
tenden somatoformen Schmerzstörung und dem Zustand nach post
trauma
tischer Belastungsstörung mit Beeinträchtigung der emotionalen Belast
barkeit, der
geistigen Flexibilität, des Antriebs, der Interessen, der Motivation, der Kontaktfähigkeit und der Dauerbelastbarkeit, betrage die Arbeitsfähigkeit als Schulbuschauffeur gesamthaft bei voller Stundenpräsenz seit Januar 2013 0
%
(Arbeitsunfähigkeit 100
%
), zumal das Lenken eines Schulbusses mit erhöhter Lenkerverantwortung aufgrund der depressiven Störung ohnehin nicht zu ver
antworten sei (
Urk.
10/155/67). Tätigkeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrte Kundenkontakte, ohne Lenken eines Kraftfahrzeuges mit erhöhter Lenkerver
antwortung und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung, könnten gesamt
haft bei v
oller Stundenpräsenz seit Januar 2013 zu 50
%
(Arbeitsunfähigkeit 50
%
) zugemutet werden (
Urk.
10/155/68).
Sodann hielten die Gutachter fest, das psychiatrische Gutachten von
Dr.
med.
D._
vom 2
2.
August 2014 sei berücksichtigt worden und es könne den diagnostischen Einschätzungen nur teilweise zugestimmt werden. Nach den Aktenunterlagen, den anamnestischen Angaben und der klinischen Untersu
chung sei anzunehmen, dass im August 2014 bereits eine mittelgradige depres
sive Störung vorgelegen habe. Damit könne auch der Beurteilung der Arbeitsfä
higkeit nicht zugestimmt werden (
Urk.
10/155/70).
3.3.3
Nach den gutachterlichen Untersuchungen, welche im Mai und August 2015 stattgefunden hatten (Urk. 10/155/2), erlitt der Beschwerdeführer am 6. No
vember 2015 als Beifahrer eines Personenwagens einen Auffahrunfall (Urk. 10/188). Dem Austrittsbericht der Chirurgischen Klinik des Spitals F._ vom 13. November 2015 lässt sich entnehmen, dass der Beschwer
deführer nach notfallmässiger Selbsteinweisung vom 6. November 2015 bis zum 11. November 2015 stationär behandelt wurde, neu eine HWS-Distorsion und
Myogelosen
diagnostiziert und mittels Computertomographie vom 6. November 2015 mehrere vergrösserte Lymphknoten intrapulmonal befunden wurden. Die 24-Stunden-GCS-Überwachung sei unauffällig verlaufen und nach Mobilisation unter physiotherapeutischer Anleitung sei es im weiteren Verlauf zu einer Besserung der Beschwerdesymptomatik gekommen. Der Beschwerdeführer habe in gutem Allgemeinzustand und schmerzkompensiert nach Hause entlassen werden können (Urk. 10/182).
3.3.4
Im beschwerdeweise eingereichten Bericht von Dr. med. G._, FMH Neu
rologie, vom 16. September 2016 zu Händen des Hausarztes des Beschwer
deführers wurde festgehalten, im Neurostatus finde sich eine Verschlechterung, indem die Reflexe der unteren Extremitäten und auch die
Bahnung
nicht mehr ausgelöst werden könnten. Sensibilitätsstörungen hätten keine gefunden werden können, es handle
sich lediglich um eine motorische Problematik, somit wäre allenfalls auch eine motorische Polyneuropathie differentialdiagnostisch in Betracht zu ziehen. Der Beschwerdeführer habe ganz klar ein instabiles Knie links, welches wohl gelegentlich zu einem funktionell anmutenden Ausfall
schritt und Einknicken in der Hüfte führe. Das Phänomen sei als „
giving
way
“ zu beschreiben, verursacht durch einen stechenden Schmerz,
arthrosebedingt
. Es sei nicht klar, warum der Beschwerdeführer keine Stabilisierungsschiene trage (Urk. 7 S. 2).
3.3.5
Den Akten ist zu entnehmen, dass dem Beschwerdeführer mit Mitteilungen vom 12. Februar 2015 Kostengutsprache für eine dynamische
Fussheberorthese
links und Schuhzurichtung links nach ärztlicher Verordnung gewährt wurde (Urk. 10/137 f.)
4.
4.1
Zunächst ist festzustellen, dass
es entgegen der vom Beschwerdeführer offenbar vertretenen Auffassung in sämtlichen Fällen gesundheitlicher Beeinträchtigung, also auch bei - nicht von der Rechtsprechung des Bundesgerichtes zu den soma
toformen Schmerzstörungen und vergleichbaren psychosomatischen Störungen (BGE 130 V 352 [bisherige Rechtsprechung], BGE 141 V 281 [am 3. Juni 2015 geänderte Rechtsprechung]) erfassten – Depressionen und Persönlichkeits
stö
rungen, keineswegs allein Sache der mit dem konkreten Fall gutachtlich befassten Arztpersonen ist, selber abschliessend und für die rechtsanwendende
Stelle (Verwaltung, Gericht) verbindlich zu entscheiden, ob das medizinisch fest
gestellte Leiden zu einer andauernden oder vorübergehenden Arbeitsun
fähig
keit (bestimmter Höhe und Ausprägung) führt. Dies unter anderem deshalb, weil die
Arbeitsunfähigkeit ein unbestimmter Rechtsbegriff des formellen Gesetzes (
Art.
6
ATSG) ist, dessen praktische Handhabung im Einzelfall der rechtsanwendenden Stelle obliegt, welche den durch Gesetz und Rechtsprechung gezogenen norma
tiven Rahmen zu berücksichtigen hat (BGE 140 V 193 E. 3.1). Aufgrund der in diesem Leitentscheid näher umschriebenen tatsächlichen und rechtlichen Gege
benheiten hat die Rechtsprechung seit jeher die Aufgaben von Rechtsanwender und Arztperson im Rahmen der Invaliditätsbemessung wie folgt verteilt: Sache des (begut
ach
tenden) Mediziners ist es, den Gesund
heits
zustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, das heisst, mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersu
chung, unter Berücksichtigung der sub
jektiven Beschwerden, Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür Verwaltung und im Streitfall Gericht nicht zuständig sind. Bei der Fol
genabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträch
tigungen kommt der Arztperson hinge
gen keine abschliessende Beur
teilungs
kompetenz zu. Vielmehr nimmt die Arzt
person zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, das heisst, sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie mög
lich begründet. Schliesslich sind die ärztlichen Angaben eine wichtige Grund
lage für die juristische Beur
teilung der Frage, welche Arbeits
leistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. BGE 141 V 281 E. 5.2). Die Rechtsanwender prüfen dabei die medizinischen Angaben frei, insbesondere daraufhin, ob die Ärzte sich
an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben. Das heisst
, ob sie ausschliesslich funk
tionelle Ausfälle berücksichtigt haben, welche Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind (Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG), und ob die versiche
rungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung auf ob
jek
tiver Grundlage erfolgt ist (Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG; BGE 141 V 281 E. 5.2.2 mit Hinweisen). Die Ärzte und die Organe der Rechtsanwendung prüfen demnach die Arbeitsfä
higkeit je aus ihrer Sicht (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_901/2015 vom 8. Juli 2016 E. 3.1).
Ob die vorliegend zur Diskussion stehenden Diagnosen einen invalidisierenden Gesundheitsschaden darstellen, ist eine Rechtsfrage. Aus rechtlicher Sicht kann von einer medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit abgewichen wer
den, ohne dass diese ihren Beweiswert verlöre (vgl. statt vieler: Urteil des Bun
desgerichtes 8C_283/2015 vom 24. Juni 2015 E. 2 mit Hinweis).
4.2
Das polydisziplinäre Gutachten vom 6. August 2015 (Urk. 10/155) basiert auf fachärztlichen Untersuchungen und wurde in Kenntnis der und Auseinander
setz
ung mit den
Vorakten
verfasst. Die Gutachter berücksichtigten die geklagten Beschwerden und setzten sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerde
führers auseinander. Sie legten die medizinischen Zustände und Zusammen
hänge
grundsätzlich einleuchtend dar und begründete
n
ihre
Schlussfolgerungen
nachvollziehbar. Das Gutachten der Z._ erfüllt demnach grund
sätzlich die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige ärzt
liche Beurteilungsgrundlage (vgl. E. 1.5).
4.3
4.3.1
Gemäss den Z._-Gutachtern ist die attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit bedingt durch eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgra
dige depressive Episode, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und einen Zustand nach posttraumatischer Belastungsstörung. Die Beschwerde
gegnerin stellte auf das Z._-Gutachten ab, unter Bezugnahme auf den Bericht von Dr. D._, welcher den psychiatrischen Diagnosen keine Auswir
kung auf die
Arbeitsfähigkeit zumass und zudem das Vorliegen einer depressi
ven Symptomatik ausschloss und keine entsprechende Diagnose stellte. Auch der Bericht von Dr. D._ ist im Sinne der vorstehend zitierten Rechtspre
chung grundsätzlich beweiskräftig. Ob es sich dabei um ein eigentliches Partei
gutachten handelt, wie vom Beschwerdeführer behauptet, kann offengelassen werden, weil – wie bereits ausgeführt – die Herkunft eines Beweismittels nicht entscheidend ist, solange die rechtsprechungsgemässen Kriterien erfüllt sind (vgl. E. 1.5).
4.3.2
Betreffend die von den Z._-Gutachtern gestellte Diagnose einer rezidivieren
den depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode, beste
hend seit etwa Januar 2013 (ICD-10 F33.1) gilt es zu beachten,
dass n
ach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes leichte bis mittel
gradige depressive Stö
rungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episo
disch, einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht
fallen
, wenn sie
erwiesenermassen
therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E.
3.3 mit Hinweis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut
angehbar
sind - ge
setzlich ver
langten Konstellation ist den no
rmativen Anforderungen des Art. 7 Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prü
fungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3
). Ein solcher Sach
verhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht
auszu
schliessen
sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konsequent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (am
bulanten und sta
tionären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nach
haltig ausgeschöpft wurden (
BGE 140 V 193
E. 3.3
;
BGE
137 V 64
E.
5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E.
4.1).
4.3.3
Es kann vorliegend offengelassen werden, ob vom Vorliegen einer depressiven Symptomatik oder gestützt auf die Feststellungen von Dr. D._ vom Fehlen der diagnoserelevanten Symptome auszugehen ist. Eine invalidenversiche
rungsrechtlich relevante depressive Störung würde nur dann vorliegen, wenn sich diese als therapieresistent erweisen würde, was vorliegend nicht der Fall ist.
Gemäss Aktenlage fand zum Zeitpunkt der Untersuchung beim vertrauensärztli
chen Dienst des Krankentaggeldversicherers eine medikamentöse Behandlung statt (eine Tablette
Cipralex
(10mg) sowie eine Tablette
Saroten
retard
[25mg]; Urk. 10/118/24). Im Rahmen der polydisziplinären Begutachtung im Mai 2015 bestand nach der erfolgten Absetzung der Antidepressiva keine entsprechende Psychopharmakotherapie mehr (vgl. Medikamentenanamnese, Urk. 10/155/48). Die Gutachter des Z._ hielten denn auch fest, es sei die Verschreibung einer aus
reichend dosierten
antidepressiven Medikation zu empfehlen (
Urk.
10/155/68).
Zu den aktuell absolvierten Behandlungen ist aktenkundig, dass der Beschwerdeführer sich einmal wöchentlich zur Psychologin H._ begibt, wobei die Gespräche jeweils eine Stunde dauerten. Diese Sitzungen seien seit März 2013 etabliert (Urk. 10/118/25; Urk. 10/155/66). E
ine teilstationäre oder stationäre psychiatrische-psychotherapeutische Behandlung
ist bisher nicht erfolgt (Urk. 10/155/66)
.
Die Gutachter der Z._ kamen zum Schluss, es lägen keine eindeutig unbefriedigenden Behandlungsergebnisse trotz konsequenter Behandlungsbemühungen bei vorhandener Motivation und Eigenverantwortung vor. Zudem fanden sich Hinweise für eine psychogene Überlagerung der körperlichen Beschwerden mit Verdeutlichungstendenzen und lagen beim Beschwerdeführer mehrere invalidenversicherungsrechtlich nicht massgebende psychosoziale Faktoren vor.
So oder so kann von
einer konsequenten Depressions
therapie,
deren Scheitern
auf die Resistenz des Leidens
schliessen
liesse (vgl. E. 4.3.2), mangels Aus
schöpfung der medikamentösen und therapeutischen Möglichkeiten
nicht gesprochen
werden (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_454/2013 vom 29. Oktober 2013 E.
4.1
,
9C_917/2012 vom 14. August 2012 E.
3.2).
Es gilt zudem zu beachten, dass die Gutachter des Z._ davon ausgingen, dass mit einer ausreichend dosierten antidepressiven Medikation eine Leistungs
steige
rung innerhalb eines Jahres zu erwarten sei (Urk. 10/155/122).
4.3.4
Die Beschwerdegegnerin wies sodann zu Recht darauf hin, dass psychosoziale Faktoren wie Arbeitslosigkeit und eine finanzielle Belastung mit Abhängigkeit vom Sozialamt bestünden, wobei diese nach Ansicht der Gutachter nicht über
wiegen würden (Urk. 10/155/34, Urk. 10/155/69). Wie der für den RAD (Regio
naler Ärztlicher Dienst) tätige med.
pract
. A._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, zutreffend ausführt, lässt sich anhand der Ausführungen der Gutachter nicht erkennen, ob die psychosozialen Faktoren bei der Diagnose der depressiven Störung abstrahiert wurden (Urk. 10/199/4).
4.3.5
Schliesslich hielten sowohl die Gutachter des Z._ als auch Dr. D._ fest, es liessen sich durchaus Ressourcen erheben (Urk. 10/155/66). Der Beschwerde
führer ist seit 1994 verheiratet (Urk. 10/7/7), er gibt an, die Beziehung zu seiner Frau sei gut, er ist Vater dreier Kinder (Urk. 10/155/31), fährt Auto und hat gemäss seinen eigenen Angaben ein gutes soziales Umfeld (Urk. 10/155/47). Gegenüber Dr. D._ gab der Beschwerdeführer zudem an, er habe einen guten Freund seit seiner Kindheit, mit diesem gehe er in den Ausgang, er habe früher gerne Autos
gezeichnet, er bereite zusammen mit seiner Frau Mahlzeiten zu und gehe mit dem Auto einkaufen und unternehme Spaziergänge (Urk. 10/118/18-19).
4.3.6
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass
die gutachterliche Diagnose einer
rezidi
vierenden depressiven Störung
, mittleren Schweregrades,
angesichts der nicht ausgeschöpften Behand
lungsmöglichkeiten sowie der vorhandenen Ressourcen keine invalidenver
siche
rungsrechtlich relevante Arbeitsu
nfähigkeit zu begründen vermag
. Hinzu kommt
, dass invaliditäts
fremde psychosoziale Belastungsfaktoren
vorliegen
, was ebenfalls gegen das Vorliegen eines rechtlich relevanten invalidi
sie
renden Gesundheitsschadens spricht (vgl. E. 1.3 und Urteil des Bundesgerichtes 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E. 4.2).
4.4
4.4.1
Die im Bereich der somatoformen Schmerzstörung entwickelten Grundsätze gel
ten auch für die Beurteilung de
r
invalidisierenden Wirkung de
s
von den
Z._
-Gutachtern diagnostizierten
Status nach
posttraumatische
r
Belas
tungsstörung (
BGE 142 V 342 E.
5.2.3, mit weiteren Hinweisen). Zu prüfen ist daher, ob gestützt auf das
Z._-
Gut
achten vom
6. August 2015
(Urk.
10
/
155
) und –
so
weit nötig – unter Berück
sichtigung der weiteren fachärztlichen Berichte
in
Anwendung der mit BGE 141 V 281 materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen
in Bezug auf die gutachterliche Diagnosen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung sowie einer PTBS
eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgebenden Indikatoren möglich ist oder nicht (
E. 1.3
).
4.4.2
Unter dem Aspekt funktioneller Schweregrad ist festzuhalten, dass die Z._-Gutachter die Schmerzstörung des Beschwerdeführers als
schwergradig
bezeich
neten. Diese Qualifikation vermag insoweit nicht zu überzeugen, als in der Anamnese über keine schweren und/oder quälenden, anhaltenden Schmerzen berichtet wird (Hüftbeschwerden seit dem Unfall 2005, LWS-Schmerzen seit ca. 2009, verstärkt seit dem Unfall vom 19. Januar 2013 mit ständigen, stechenden Schmerzen wechselnder Intensität, vermehrtes Schwächegefühl im linken Bein; Urk. 10/155/108) und der Beschwerdeführer grundsätzlich auch ohne Stock gehen kann (Urk. 10/155/49 f.; vgl. auch Urk. 10/118/20). Dr. D._ äussert sich denn auch dahingehend, dass der Schweregrad sowohl der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung als auch der dissoziativen Bewegungsstörung als leichtgradig zu beurteilen sei (Urk. 10/118/22). Von einem Ausschöpfen der Behandlungsmöglichkeiten kann aus den genannten Gründen auch in Bezug auf die anhaltende somatoforme Schmerzstörung nicht die Rede sein. Die sich nach dem Unfall vom Januar 2013 entwickelte, posttraumatische Belastungs
störung war bereits während des Aufenthaltes in der Rehaklinik I._ im Oktober/November
2013 teilremittiert (vgl. Urk. 10/106/4) und entsprechende Symptome liessen sich anlässlich der gutachterlichen Exploration im Mai 2015 keine mehr finden (Urk. 10/155/29). Wenn Dr. J._ die Symptomatik erst vor vier bis fünf Monaten vor seiner Exploration als gebessert einschätzt (Urk. 10/155/65), so beruft er sich einzig auf die zeitlichen Angaben des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 10/155/23) und nicht auf echtzeitliche ärztliche Befunde. Die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit beeinträchtigende soma
tische Komorbiditäten liegen nicht vor (vgl. E. 4.5). Der rezidivierenden depres
siven Störung ist aus den genannten Gründen ein relevanter Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit abzusprechen (vgl. E. 4.3). Dr. J._ fand sodann keine Hin
weise auf akzentuierte Persönlichkeitszüge (Urk. 10/155/32).
Hin
sichtlich des Komplexes "Sozia
ler Kontext" lässt der Lebenskontext des Beschwerdefüh
rers auf durchaus vorhandene Ressourcen (vgl. E. 4.3.5) schlies
sen. Die Gutachter hielten dies
bezüglich einen fehlenden sozialen Rückzug fest (Urk. 10/155/66). Zum beweis
rechtlich entschei
denden Aspekt der Konsistenz hiel
ten die Gutachter grundsätzlich überwiegend konsistente Beschwerdeschilde
rungen fest, sie fanden jedoch auch Hinweise für eine psychogene Überlagerung der körperlichen Beschwerden mit Verdeutlichungstendenzen (Urk. 10/155/66). So gab der Beschwerdeführer im Rahmen der orthopädischen Untersuchung an, während 20 Minuten sitzen zu können (Urk. 10/155/4), was ihm während der psychiatrischen Untersuchung indes während einer Stunde möglich war (Urk. 10/155/28).
Unter Berücksichtigung der nunmehr beachtlichen Standardindikatoren,
insbe
sondere der fehlenden Therapieresistenz des Schmerzsyndroms
resp. des Status nach posttraumatischer Belastungsstörung
, aber auch ma
n
gels Komorbiditäten, wegen festgestellter Inkonsistenzen und des Vorhan
den
seins
nicht abgegrenzter
psychosozialer Faktoren
und einer unauffälligen Persönlichkeits
struk
tur
, sind erhebliche funktionelle Auswirkungen
der somatoformen
Schmerzstörung
/des Status nach posttraumatischer Belastungsstörung
respek
tive der in diesem Zusam
men
hang geklagten Beschwerden nicht schlüssig nach
gewiesen. D
ie
diagnos
tizierte
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) und der Zustand nach posttraumatischer Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
ha
ben
so
mit gestützt auf die Feststellungen
der Gutachter
keine invaliden
versiche
rungsrechtlich relevante Auswir
ku
ng auf die Arbeitsfähigkeit.
4.5
Aus somatischer Sicht stellten die Gutachter keine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit fest. So sind auch dem Austrittsbericht des Spitals F._ vom 7. November 2015 keine Hinweise auf eine relevante (andauernde) Verschlech
terung des
Gesundheitszustandes zufolge des neusten Verkehrsunfalls vom 6. November 2015 zu entnehmen. Der Beschwerdeführer konnte vielmehr in gebessertem Zustand nach Hause entlassen werden (E. 3.3.3). Auch in neurolo
gischer Hinsicht besteht keine invalidisierende Gesundheitsschädigung. Der neurologische Gutachter stellte schlüssig fest, dass a
ufgrund der klinisch neu
rologischen und elektromyographischen Untersuchung
s
ich derzeit kein Hinweis für ein sogenanntes Postpoliosyndrom, welches mit einer progredienten Atro
phie und Parese, aber auch elektrophysiologischen Veränderungen einhergehen würde
, finde
.
V
on neurologischer Seite her
sei keine
funktionelle
Beeinträchti
gung
vorhanden
(Urk. 10/155/64).
Daran vermag der beschwerdeweise einge
reichte Bericht von Dr. G._ vom 16. September 2016 (Urk. 7) nichts zu ändern. Dem Bericht kann entnommen werden, dass keine Sensibilitätsstö
rungen gefunden wurden und es sich lediglich um eine motorische Problematik handle, wobei der behandelnden Neurologin nicht einleuchtete, weshalb der Beschwerdeführer trotz der festgehaltenen Beeinträchtigungen keine Stabili
sierungsschiene trage. Angaben zur Arbeitsfähigkeit werden keine gemacht. Auch aus den neu aufgelegten bildgebenden Befundungen (Urk. 13/1-2) erge
ben sich keine neuen, von den Gutachtern noch nicht berücksichtigten Aspekte.
4.6
Zusammenfassend ist
nicht
mit dem im Sozialversicherungsrecht massgeben
den Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt, dass seit der letzt
maligen Beurteilung des Leistungsanspruchs eine anspruchsbegründende Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist. D
ie
gutachterli
chen Diagnosen
einer rezidivierenden depressiven Störung, mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1), einer
anhaltenden somatoformen Schmerz
störung (ICD-10 F45.4) sowie der Zustand nach posttraumatischer Belastungs
störung (ICD-10 F43.1)
vermögen
aus den dargelegten Gründen keine invali
denver
siche
rungsrechtlich relevante Arbeitsunfähig
keit zu begründen.
Aus somatischer Sicht besteht keine Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf berufliche Mass
nahmen hat.
5.2
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü
gung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den
beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
5.3
Gegenstand der angefochtenen Verfügung bildete lediglich der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente. Über einen allfälligen Anspruch auf berufliche Massnahmen wurde nicht verfügt.
Soweit
also
beschwerdeweise
eventuell
die
Zusprache
von beruflichen Massnahmen beantragt wird, ist man
gels eines Anfechtungsgegenstandes auf die Beschwerde nicht einzutreten.
Anzumerken bleibt, dass die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer am 13. Mai 2016 in Aussicht gestellt hat, weitere IV-Leistungen, insbesondere berufliche Massnahmen, prüfen zu wollen, sobald die Abklärungen beim Regio
nalen Ärztlichen Dienst abgeschlossen seien (Urk. 10/189).
5.4
Die Beschwerde erweist sich damit als unbegründet und ist abzuweisen
, soweit darauf einzutreten ist
.
6.
6.1
Gestützt auf die eingereichten Unterlagen (
vgl.
Urk.
3/10
) sind die Voraus
setzun
gen für die unentgeltliche Rechtspflege
gemäss
§ 16 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) erfüllt.
Antragsge
mäss
ist de
m
Beschwerdeführer deshalb die unentgeltliche Prozessführung zu bewilli
gen und
Rechtsanwalt Martin Amsler, Dübendorf
, als unentgeltliche
r
Rechts
vertreter für das vorliegende Verfahren zu be
stellen.
6.2
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.-- festzulegen. Ausgangsgemäss sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Bewilligung der unentgeltli
chen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtkasse zu nehmen.
6.3
Rechtsanwalt Martin Amsler
machte mit
seiner
Honorarnote vom
2
2.
Dezember 2016
einen Aufwand von
9,75
Stunden sowie Barauslagen von insgesamt Fr.
265
.-- geltend (Urk. 1
3
). Der geltend gemachte Aufwand von
9,75
Stunden erscheint angemessen und ist aufgrund des gerichtsüblichen Ansatzes von
Fr.
220
.-- pro Stunde mit Fr.
2‘145.--
zuzüglich Mehrwertsteuer von 8 % zu entschädigen. Barauslagen sind
in der Höhe von Fr. 265.--
zuzüglich Mehr
wertsteuer von 8 % zu ersetzen.
Rechtsanwalt Martin Amsler
ist demnach mit insgesamt Fr.
2‘602.80
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
6.4
D
er
Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht (
GSVGer
) hinzuweisen, wonach
er
zur Nachzahlung der Gerichts
kosten und der Entschädigung an de
n
unentgeltliche
n
Rechtsvertreter ver
pflichtet ist, sobald
er
dazu in der Lage ist.