Decision ID: afcefb02-e0b3-4c2f-a504-a1911bdbaf03
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Die A._ AG, vertreten durch den Geschäftsführer B._, reichte am 17.
November 2017 dem Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons St. Gallen eine
Voranmeldung von Kurzarbeit für den Gesamtbetrieb vom 1. Dezember 2017 bis 28.
Februar 2018 ein. Gemäss Angaben in der Voranmeldung beschäftigte das
Unternehmen sechs Mitarbeitende inklusive eines Lernenden. Voraussichtlich würden
drei Personen zu 70 Prozent nicht beschäftigt werden können. Zur veränderten
Auftragslage wurde ausgeführt, es seien in den letzten Monaten nur wenige Aufträge
eingegangen. Gemäss dem amtlich beglaubigten Handelsregisterauszug vom 7.
Dezember 2015 ist der Zweck des Unternehmens A._ AG der Betrieb einer
Werkstätte mit den Abteilungen Spenglerei und sanitäre Anlagen (act. G 4.2/A3).
A.b Mit Schreiben vom 20. November 2017 ersuchte das Amt für Wirtschaft und Arbeit
die A._ AG um weitere Angaben zum geltend gemachten Arbeitsausfall und zum
Umsatz des 3. Quartals 2017 (act. G 4.2/A1).
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A.c Mit E-Mail vom 29. November 2017 erteilte der Geschäftsführer B._ Auskunft
zum Umsatz des 3. Quartals 2017, welcher Fr. 127'060.-- betrage. Gleichzeitig teilte er
mit, dass einem Mitarbeiter gekündigt werden müsse, da bis zum 30. November 2017
vermutlich der Entscheid des Amtes für Wirtschaft und Arbeit noch nicht vorliegen
werde. Als Grund für den möglichen Arbeitsausfall wurde sodann im E-Mailverkehr (E-
Mail vom 21. und 30. November 2017) der zehn Monate dauernde Spitalaufenthalt des
Geschäftsführers genannt. Auf Grund dieser krankheitsbedingten Abwesenheit habe es
am Kundenkontakt gefehlt, und komplizierte Abrechnungen seien nicht gemacht
worden. Weiter führte der Geschäftsführer aus, dass für das 4. Quartal 2017 ein
Umsatz von mindestens Fr. 190‘000.-- zu erwarten sei. Es bestehe noch ein Anspruch
im Betrag von Fr. 10‘000.-- gegenüber der C._ in D._. Somit sei nicht von einem
Umsatzeinbruch auszugehen (act. G 4.2/A6).
A.d Das Amt für Wirtschaft und Arbeit wies den Geschäftsführer der A._ AG mit E-
Mail vom 30. November 2017 darauf hin, dass ein Spitalaufenthalt des
Geschäftsführers als zum normalen Betriebsrisiko gehörend zu erachten sei und
deshalb voraussichtlich Einspruch gegen die Auszahlung von
Kurzarbeitsentschädigung erhoben werde. Zur Einreichung einer schriftlichen
Stellungnahme gewährte das Amt für Wirtschaft und Arbeit dem Geschäftsführer eine
nochmalige Frist bis 12. Dezember 2017 (act. G 4.2/A6). Gleichentags, am 30.
November 2017, teilte der Geschäftsführer der A._ AG dem Amt für Wirtschaft und
Arbeit per E-Mail mit, dass er auf eine Kurzarbeitsentschädigung verzichte und einem
Mitarbeiter kündigen werde. Im Weiteren hielt der Geschäftsführer nochmals fest, dass
kein Umsatzrückgang vorliege. Aufträge des Bundes würden sehr kurzfristig eingehen,
und es seien Offerten von über Fr. 300‘000.-- ausstehend (act. G 4.2/A6).
A.e Mit Eingabe vom 4. Dezember 2017 teilte der Geschäftsführer der A._ AG mit,
dass an der Voranmeldung vom 17. November 2017 festgehalten werde. Im Jahr 2017
sei trotz krankheitsbedingter Abwesenheit des Geschäftsführers ein guter Umsatz
erzielt worden. Der Umsatz betrage in diesem Jahr ca. Fr. 550'000.--. Ferner wurde
angegeben, dass einem Mitarbeiter gekündigt worden sei. Der Auftragsrückgang
erkläre sich damit, dass in der Umgebung D._ viel weniger Baugesuche
ausgeschrieben worden seien und dass die vielen versandten Offerten noch nicht den
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gewünschten Effekt erzielt hätten. Die Auftragslage werde sich stark verbessern, wenn
die Budgets für das Jahr 2018 bewilligt seien (act. G 4.2/A8).
A.f Mit E-Mail vom 12. Dezember 2017 unterbreitete das Amt für Wirtschaft und Arbeit
die Voranmeldung von Kurzarbeit der A._ AG vom 17. November 2017 dem
Staatssekretariat für Wirtschaft SECO zur Beurteilung (act. G 4.2/A9). Mit Schreiben
vom 18. Dezember 2017 empfahl das SECO auf Grund seiner Einschätzung der
Voranmeldung dem Amt für Wirtschaft und Arbeit, Einspruch gegen die beantragte
Auszahlung von Kurzarbeitsentschädigung zu erheben (act. G 4.2/A15).
A.g Mit Verfügung vom 19. Dezember 2017 erhob das Amt für Wirtschaft und Arbeit
Einspruch gegen die Auszahlung von Kurzarbeitsentschädigung an die A._ AG.
Begründet wurde der Einspruch im Wesentlichen damit, dass aufgrund der nach wie
vor sehr wenigen Informationen keine aussergewöhnlichen Umstände erkennbar seien,
die über das normale Betriebsrisiko hinausgehen würden. Die wenigen Angaben
würden eher auf Arbeitsausfälle hinweisen, die als branchenüblich zu werten seien. Es
könne daher kein anrechenbarer Arbeitsausfall anerkannt werden. Demzufolge sei
Einspruch gegen die Auszahlung von Kurzarbeitsentschädigung zu erheben (act. G 4.2/
A12).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob der Geschäftsführer für die A._ AG mit Schreiben
vom 21. Dezember 2017 bzw. 5. und 6. Januar 2018 Einsprache. Sinngemäss
beantragte er die Aufhebung der Verfügung vom 19. Dezember 2017 und die erneute
Prüfung der Voranmeldung von Kurzarbeit. Der Geschäftsführer machte insbesondere
geltend, er habe widerlegt, dass wegen seiner Krankheit und dem damit verbundenen
Spitalaufenthalt von zehn Monaten ein markanter Umsatzeinbruch zu verzeichnen sei.
Seine Mitarbeiter hätten den Betrieb während seiner Abwesenheit bravourös
weitergeführt. Indessen seien die Baugesuche insbesondere auch in D._ rückläufig
(act. G 4.2/A16, A19 und A20).
B.b Mit Einspracheentscheid vom 11. Januar 2018 wies das Amt für Wirtschaft und
Arbeit die Einsprache ab. Zur Begründung führte es an, dass die A._ AG mit den
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Tätigkeitsbereichen „Sanitär, Spenglerei und Werkleitungen“ im Baunebengewerbe
tätig sei. Es würde somit die Rechtsprechung zur Anwendung kommen, welche für die
engere und weitere Baubranche gelte. So habe das Bundesgericht in verschiedenen
Entscheiden erkannt, dass in dieser Branche Schwankungen der Auftragslage im
Jahresverlauf, insbesondere vorübergehende Auftragsrückgänge in den
Wintermonaten, die mit einem Arbeitsausfall verbunden seien, durchaus üblich und
daher nicht anrechenbar seien. Auch in der Einsprache werde kein aussergewöhnlicher
Umstand für einen vorübergehenden Auftragseinbruch vorgebracht. Es müsse somit
von einem normalen Betriebsrisiko ausgegangen werden (act. G 1.1).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die vorliegend zu beurteilende
Beschwerde vom 15. Januar 2018. Der Geschäftsführer der Beschwerdeführerin
beantragt sinngemäss die Bewilligung von Kurzarbeit für die in der Voranmeldung
genannte Zeitperiode. Er macht unter anderem geltend, er habe die Behauptung des
Beschwerdegegners, dass wegen seines mehrmonatigen Spitalaufenthaltes ein
markanter Umsatzeinbruch zu verzeichnen sei, eindeutig widerlegt. Der Betrieb sei
auch in Abwesenheit des Geschäftsführers erfolgreich durch die Mitarbeiter
weitergeführt worden. Des Weiteren habe einem Mitarbeiter vorsorglich gekündigt
werden müssen. Sollte keine Kurzarbeit eingeführt werden können, gelte diese
Kündigung. Sodann führt der Vertreter der Beschwerdeführerin aus, dass das
Staatssekretariat für Wirtschaft SECO in seiner Beurteilung vom 18. Dezember 2017
nur die einseitigen Angaben des Beschwerdegegners bestätige. Im Übrigen seien bei
der Eidgenossenschaft Offerten von über Fr. 300‘000.-- ausstehend. Ebenfalls wird
geltend gemacht, dass die Beschwerdeführerin früher für einen Unternehmer aus E._
etwa zehn Fertighäuser montiert habe. Die letzten Monate seien wegen des steigenden
Euros keine Aufträge mehr eingegangen. Pro Haus mache dies etwa Fr. 50‘000.-- aus
(act. G 1 und G 4.2/A22).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 31. Januar 2018 beantragt der Beschwerdegegner
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verweist er auf den
Einspracheentscheid vom 11. Januar 2018 (act. G 4).

Erwägungen
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1.
1.1 Vorliegend umstritten und nachfolgend zu prüfen ist, ob der gemäss
Voranmeldung der Beschwerdeführerin vom 17. November 2017 geltend gemachte
Arbeitsausfall für den Zeitraum vom 1. Dezember 2017 bis 28. Februar 2018 im
Rahmen von Kurzarbeit entschädigungsberechtigt ist.
1.2 Arbeitnehmer, deren normale Arbeitszeit verkürzt oder deren Arbeit ganz
eingestellt ist, haben Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung, wenn unter anderem der
Arbeitsausfall anrechenbar und vorübergehend ist und erwartet werden darf, dass
durch Kurzarbeit die Arbeitsplätze erhalten werden können (Art. 31 Abs. 1 lit. b und d
des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und
Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0]). Ein Arbeitsausfall ist anrechenbar, wenn er
auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführen und unvermeidbar ist (Art. 32 Abs. 1 lit. a
AVIG) und wenn er zudem je Abrechnungsperiode mindestens 10% der Arbeitsstunden
ausmacht, die von den Arbeitnehmern des Betriebes normalerweise insgesamt
geleistet werden (Art. 32 Abs. 1 lit. b AVIG). Ein Arbeitsausfall gilt jedoch dann nicht als
anrechenbar, wenn er durch betriebsorganisatorische Massnahmen wie Reinigungs-,
Reparatur- oder Unterhaltsarbeiten sowie andere übliche und wiederkehrende
Betriebsunterbrechungen oder durch Umstände verursacht wird, die zum normalen
Betriebsrisiko des Arbeitgebers gehören (Art. 33 Abs. 1 lit. a AVIG). Ebenfalls nicht
anrechenbar ist ein Arbeitsausfall, wenn er branchen-, berufs- oder betriebsüblich ist
oder durch saisonale Beschäftigungsschwankungen verursacht wird (Art. 33 Abs. 1 lit.
b AVIG). Damit will das Gesetz vor allem regelmässig wiederkehrende Arbeitsausfälle
von der Kurzarbeitsentschädigung ausschliessen (BGE 121 V 374 E. 2a mit Hinweisen;
ARV 1999 Nr. 10 S. 50 E. 2).
1.3 Vorübergehend im Sinne von Art. 31 Abs. 1 lit. d AVIG ist ein Arbeitsausfall dann,
wenn mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit voraussehbar ist, dass der Betrieb innert
nützlicher Frist wieder zur vollen Beschäftigung zurückkehren kann. Davon ist
auszugehen, wenn nicht konkrete Anhaltspunkte die gegenteilige Schlussfolgerung
zulassen (THOMAS NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches
Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Bd. XIV, Soziale Sicherheit, 3. Aufl. Basel 2016, Rz
472; BGE 121 V 373 E. 2a). Das Anspruchsmerkmal der nur vorübergehenden Dauer
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des Arbeitsausfalls wird vorliegend von der Verwaltung nicht in Frage gestellt. Zu
prüfen ist jedoch, ob der Arbeitsausfall anrechenbar im Sinne von Art. 32 AVIG ist bzw.
ob diesbezüglich nicht ein Ausschlussgrund im Sinne von Art. 33 AVIG vorliegt.
1.4 Der Begriff der wirtschaftlichen Gründe im Sinne von Art. 32 Abs. 1 lit. a AVIG ist
nach Lehre und Rechtsprechung weit auszulegen. Wirtschaftliche Gründe für den
Arbeitsausfall liegen einerseits vor, wenn die Nachfrage nach den normalerweise von
einem Betrieb angebotenen Gütern und Dienstleistungen zurückgeht, und andererseits,
wenn Faktoren angesprochen sind, die entweder durch den Markt beeinflusst werden
oder sich auf die Stellung eines Produktes auf dem Markt auswirken. Darunter können
auch behördliche Massnahmen verstanden werden, wie bei Preiserhöhungen eines
Produkts zufolge Wegfalls von Subventionen (BGE 128 V 307 E. 3a; NUSSBAUMER,
a.a.O., Rz 479). Der Begriff des wirtschaftlichen Grundes erfasst sowohl konjunkturelle
als auch strukturelle Gründe, welche einen Nachfrage- bzw. Umsatzrückgang zur Folge
haben (AVIG-Praxis KAE, Rz C2).
1.5 Der auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführende Arbeitsausfall muss auch
unvermeidbar sein. Diese kumulative Voraussetzung ist Ausdruck der
Schadenminderungspflicht. Vom Arbeitgeber kann verlangt werden, dass er zumutbare
Vorkehren zur Abwendung des Arbeitsausfalls trifft. Vermeidbar ist die Kurzarbeit
jedoch nicht bereits deshalb, weil der Arbeitgeber ihr durch Personalentlassungen
hätte vorbeugen können. Vielmehr muss sich die Annahme der Vermeidbarkeit des
Arbeitsausfalls auf hinreichend konkrete Gründe stützen und die Verwaltung muss
geeignete zumutbare Massnahmen nennen, die der Arbeitgeber zu ergreifen
unterlassen hat. Keine wirtschaftlichen Gründe stellen etwa wetterbedingte, technische
oder in der Person des Arbeitgebers oder des Kunden liegenden Ursachen (wie Tod,
Krankheit oder Unfall) dar (NUSSBAUMER, a.a.O., Rz 480).
1.6 Mit dem eine Kurzarbeitsentschädigung ausschliessenden normalen Betriebsrisiko
im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a AVIG sind die „gewöhnlichen“ Arbeitsausfälle gemeint,
mithin jene Ausfälle, die erfahrungsgemäss regelmässig und wiederholt auftreten,
demzufolge vorhersehbar und in verschiedener Weise kalkulatorisch erfassbar sind.
Was in diesem Sinne als normal gelten soll, darf nach der Rechtsprechung nicht nach
einem für alle Unternehmensarten allgemein gültigen Massstab bemessen werden,
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sondern ist in jedem Einzelfall auf Grund der mit der spezifischen Unternehmertätigkeit
verbundenen besonderen Verhältnisse zu bestimmen (BGE 119 V 500 E. 1 mit
Hinweisen; ARV 2000 Nr. 10 S. 57 f. E. 4b). Dabei kommt dem Gesichtspunkt der
Vorhersehbarkeit massgebende Bedeutung zu. So gehören Arbeitsausfälle, die jeden
Arbeitgeber treffen können, zum normalen Betriebsrisiko und sind in der Regel vom
Unternehmen zu tragen. Lediglich wenn sie ausserordentlicher oder
aussergewöhnlicher Natur sind, sind sie anrechenbar und damit
entschädigungsberechtigt. Beschäftigungsschwankungen aufgrund verstärkter
Konkurrenzsituation wie auch Arbeitsausfälle im Baugewerbe, welche wegen
mangelnder Zahlungsfähigkeit des Bauherrn oder wegen hängiger Einspracheverfahren
zu Verzögerungen führen, stellen daher normales Betriebsrisiko dar (NUSSBAUMER,
a.a.O., N 485). Das Bundesgericht hat ebenfalls in verschiedenen Entscheiden erkannt,
dass bei Bauunternehmungen Schwankungen in der Auftragslage im Jahresverlauf,
insbesondere ein Rückgang der Aufträge im Winter, erfahrungsgemäss durchaus üblich
sind (Urteil des Bundesgerichts vom 19. Dezember 2003, C 248/03, E. 1; Urteil C
237/06 vom 6. März 2007; Nussbaumer, a.a.O., Rz 487 mit weiteren Hinweisen).
Demzufolge ist der darauf zurückzuführende Arbeitsausfall saisonal und betriebsüblich
und gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. b AVIG nicht anrechenbar.
2.
2.1 Die Beschwerdeführerin begründete den Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung
im Verwaltungsverfahren zunächst damit, dass der zehnmonatige Spitalaufenthalt des
Geschäftsführers ein Grund für den möglichen Arbeitsausfall sein könnte, weil dadurch
direkte Kundenkontakte gefehlt hätten (vgl. E-Mail vom 21. und 30. November 2017,
act. G 4.1/A6). Im Beschwerdeverfahren wird diese Begründung für die Einführung von
Kurzarbeit zu Recht nicht mehr vorgebracht. Denn eine krankheitsbedingte
Abwesenheit des Geschäftsführers kann nicht zu einem wirtschaftlich begründeten
Arbeitsausfall führen. Vielmehr liegt es an der Unternehmung, sich so zu organisieren,
dass auch bei krankheitsbedingtem Ausfall eines Geschäftsführers der Kundenkontakt
aufrechterhalten bleiben kann. Im Übrigen machte die Beschwerdeführerin schon in der
Eingabe vom 4. Dezember 2017 geltend, trotz krankheitsbedingter Abwesenheit des
Geschäftsführers sei im Jahr 2017 ein guter Umsatz erzielt worden, der noch in der
"Toleranz der vergangenen Jahre" liege (act. G 4.1/A8).
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2.2 Im Weiteren begründet die Beschwerdeführerin den Antrag auf Einführung von
Kurzarbeit damit, dass im Raum D._ ein Rückgang der Baugesuche festzustellen sei;
ausserdem fehle die Auftragserteilung bzw. Rückmeldung nach vielen Offertstellungen.
Gemäss ihren Angaben in Ziffer 9 der Voranmeldung ist die Beschwerdeführerin in den
Bereichen „Sanitär, Spenglerei und Werkleitungen“ tätig, womit ihre Unternehmung
dem Baunebengewerbe angehört (act. G 4.2/A3; vgl. auch amtlich beglaubigter
Handelsregisterauszug vom 7. Dezember 2015, act. G 4.2/A3). Schwankungen bei der
Anzahl von Baugesuchen und entsprechend Rückgänge bei den Aufträgen bzw.
fehlende Rückmeldungen auf zugestellte Offerten sind nach der in E.1.6 erwähnten
Rechtsprechung für Bauunternehmungen als branchenüblich zu werten. Ein
vorübergehender Auftragseinbruch, der mit einem Arbeitsausfall verbunden ist, gehört
demnach zum betriebsüblichen Arbeitsausfall, der jeden Arbeitgeber des Bauhaupt-
und des Baunebengewerbes treffen kann. Vorliegend reichte der Beschwerdeführer am
17. November 2017 dem Beschwerdegegner eine Voranmeldung von Kurzarbeit für
den Gesamtbetrieb vom 1. Dezember 2017 bis 28. Februar 2018 ein, also genau in den
Wintermonaten, in denen ein Rückgang der Aufträge üblich sein kann. Der geltend
gemachte Rückgang der Baugesuche im Raum D._ und die fehlenden
Auftragserteilungen nach Offertstellung sind mithin als betriebsüblicher Arbeitsausfall
zu werten und nicht anrechenbar (Art. 33 Abs. 1 lit. b AVIG).
2.3 In den Beschwerdeeingaben vom 11./15. Januar 2018 macht die
Beschwerdeführerin sodann geltend, früher für einen Unternehmer aus E._ rund 10
Fertighäuser im Jahr montiert zu haben. In den letzten Monaten seien keine Aufträge
mehr eingegangen, weil der Euro so gestiegen sei. Die Fertighäuser seien um Fr.
50'000.-- teurer geworden, weshalb die Nachfrage zusammengebrochen sei. Es trifft
zu, dass der Euro im Vergleich zum Schweizer Franken im zweiten Halbjahr 2017
stärker geworden ist (vgl. Wechselkursentwicklung EUR-CHF in www.finanzen.ch/
waehrungsrechner). So bestand am 3. Juli 2017 ein Wechselkurs von 1.0952, während
der Wechselkurs am 31. Dezember 2017 1.1698 betrug. Die Kursschwankungen in
diesem Zeitraum waren jedoch nicht ausserordentlich. Wie das Bundesgericht erkannt
hat, gehören Währungsschwankungen in der Bandbreite von weniger als 10%
gegenüber dem längere Zeit üblichen Wechselkurs jedenfalls zum normalen
Betriebsrisiko (vgl. Urteil des Bundesgerichtes vom 28. September 2012, 8C_267/2012,
E. 3.3). Ohnehin ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin keinerlei Belege
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anführt, weshalb sie auf Grund des 2017 gestiegenen Eurokurses erhebliche
Umsatzeinbussen bzw. einen anrechenbaren Arbeitsausfall hinnehmen musste. Aus
der geltend gemachten Währungssituation vermag die Beschwerdeführerin nichts zu
ihren Gunsten abzuleiten.
2.4 Aussergewöhnliche oder ausserordentliche Umstände, welche ausnahmsweise zu
einer Entschädigungsberechtigung führen könnten, sind aus den vorliegenden Akten
nicht ersichtlich. Es muss somit von einem normalen Betriebsrisiko im Sinne von Art.
33 Abs. 1 lit. a AVIG ausgegangen werden.
2.5 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).