Decision ID: 9960fb6e-cdac-570d-980e-88af32aba9c4
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. K._ (geb. 1960) besitzt den Führerausweis seit April 1981. Am 24. Februar 2017
stellte er seinen Personenwagen etwa um 19.25 Uhr vor seinem Wohnhaus ab, ohne
ihn zu sichern. Das Fahrzeug rollte einige Meter zurück und blieb an einer bepflanzten
Böschung stecken. Ein Nachbar beobachtete das Geschehen, stellte bei K._
Alkoholgeruch fest und informierte die Polizei. Die Messungen des Atemalkohols mit
einem Testgerät um 20.26 und 20.27 Uhr ergaben Atemalkoholgehalte von 0,78 und
0,75 mg/l, die anschliessend von 20.38 bis 20.41 Uhr durchgeführte beweissichere
Atemalkoholprobe mit einem Messgerät einen Atemalkoholgehalt von 0,89 mg/l,
entsprechend einer Blutalkoholkonzentration von 1,78 Gewichtspromille. Am folgenden
Tag trat K._ freiwillig zum Alkoholentzug und zur Behandlung eines depressiven
Syndroms in die Klinik X._ in A._ ein.
In der Folge verbot das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt K._ am 9. März 2017
vorsorglich das Führen von Motorfahrzeugen und ordnete am 27. März 2017 eine
verkehrsmedizinische Untersuchung an. Gestützt auf die Untersuchung vom 9. August
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2017, die Analyse einer Haarprobe auf Ethylglucuronid und Auskünfte des Hausarztes
vom 11. Juli 2017, der Klinik X._ A._ vom 28. Juni 2017, des Zentrums für
Schlafmedizin des Kantonsspitals St. Gallen vom 21. Juli 2016 und des behandelnden
Psychiaters vom 21. August 2017 kam das Institut für Rechtsmedizin des
Kantonsspitals St. Gallen im Gutachten vom 5. September 2017 zum Schluss, bei K._
bestehe eine Alkoholabhängigkeit. Es sei eine langjährige Alkoholproblematik bekannt,
wobei es trotz Antabustherapie wiederholt zu Rückfällen gekommen sei. Zudem
bestehe eine verkehrsmedizinisch relevante psychische Problematik in Form einer
rezidivierenden depressiven Störung und einer kombinierten Persönlichkeitsstörung,
wobei sich die psychische Problematik und die Alkoholproblematik gegenseitig
beeinflussten. Das Schlafapnoe-Syndrom werde adäquat behandelt. Der mit Brille
korrigierte Fernvisus sei ausreichend. Die Fahreignung wurde mangels Nachweises
einer längerfristigen Alkoholabstinenz verneint.
Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt entzog K._ den Führerausweis mit
unangefochten rechtskräftig gewordener Verfügung vom 22. September 2017 wegen
einer die Fahreignung ausschliessenden Sucht auf unbestimmte Zeit. Als Bedingungen
für die Wiedererteilung wurden eine kontrollierte und psychiatrisch-
psychotherapeutisch betreute Alkoholabstinenz von mindestens zwölf Monaten, ein
psychiatrisch-psychotherapeutischer Verlaufsbericht über einen längerfristig psychisch
stabilen Zustand ohne depressive Episoden, ein hausärztliches Zeugnis und ein Bericht
der Lungenliga zur Weiterführung der Behandlung der Schlafapnoe und eine
verkehrsmedizinische Kontrolluntersuchung genannt.
B. Das Institut für Rechtsmedizin bejahte gestützt auf die verkehrsmedizinische
Untersuchung vom 14. März 2018, die Analyse einer Haarprobe und Auskünfte des
behandelnden Psychiaters vom 1. März 2018, des Hausarztes vom 5. März 2018 und
der Lungenliga St. Gallen vom 11. Januar 2018 im Gutachten vom 23. April 2018 die
Fahreignung von K._ bei Einhaltung verschiedener Auflagen. Das Strassenverkehrs-
und Schifffahrtsamt hob mit Verfügung vom 28. Mai 2018 den Entzug des
Führerausweises mit folgenden auf unbestimmte Zeit gültigen und mit dem Code 101
im Ausweis eingetragenen (Ziffer 2f) Auflagen auf: kontrollierte und psychiatrisch-
psychotherapeutisch betreute Alkoholabstinenz (Ziffer 2a), regelmässige Kontrolle und
Behandlung der psychischen Erkrankung mit striktem Befolgen der ärztlichen
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Weisungen inklusive Medikation (Ziffer 2b), Aufsuchen eines Arztes und Verzicht auf
das Führen eines Fahrzeuges bei Verschlechterung des Zustandes (Ziffer 2c),
regelmässige ärztliche Kontrolle und Behandlung der Schlafapnoe mit striktem
Befolgen der ärztlichen Weisungen inklusive Medikation (Ziffer 2d), Auflagenkontrolle
alle sechs Monate anhand einer Haaranalyse und von Verlaufsberichten des
Psychiaters, des Hausarztes und der Lungenliga (Ziffer 2e). Für den Fall der
Missachtung der Auflagen wurde der Entzug des Führerausweises – allenfalls auf
unbestimmte Zeit – angedroht (Ziffer 2g).
Die Verwaltungsrekurskommission wies den von K._ gegen die vom
Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt verfügten Auflagen erhobenen Rekurs am
25. April 2019 ab und entzog einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung.
Entgegen den umfangreichen Ausführungen im Rekurs seien an den
verkehrsmedizinischen Gutachten vom 5. September 2017 und vom 23. April 2018
keine konkreten Mängel ersichtlich. Sie erschienen vollständig, nachvollziehbar und
schlüssig, sodass weder ergänzende Beweise zu erheben noch das rechtliche Gehör
und die Untersuchungsmaxime verletzt seien. Hinsichtlich der den Gutachten nicht
beiliegenden Fremdberichte hätte sich K._ – was er gemäss seinen Ausführungen
auch getan habe – an die entsprechenden Personen und Stellen wenden können. Das
rechtskräftig abgeschlossene Strafverfahren sei im vorliegenden Verfahren nicht neu
aufzurollen. Das Entzugsverfahren sei mit der Verfügung vom 22. September 2017
rechtskräftig abgeschlossen. Entsprechend dem Gutachten vom 5. September 2017
sei eine Alkoholsuchtproblematik erwiesen und die Situation angesichts der Einnahme
von Alkoholentwöhnungsmitteln seit Jahren nicht so stabil wie im Rekurs dargestellt.
Die Weiterführung der Alkoholabstinenz während mindestens dreier Jahre mit
halbjährlichen Nachweisen entspreche den verkehrsmedizinischen Empfehlungen und
der Rechtsprechung. Da depressive Störungen die Fahreignung einschränken könnten
und bei K._ auch eine Persönlichkeitsstörung vorliege und ein Zusammenhang mit
seiner Alkoholerkrankung bestehe, rechtfertige sich die Auflage einer kontrollierten
Behandlung der psychischen Erkrankungen. Weil sie zu einer erhöhten
Tagesschläfrigkeit führen, könnten auch schlafmedizinische Erkrankungen die
Fahreignung beeinträchtigen. Eine wirksame Therapie – beispielsweise mit einer CPAP
(Continuous Positive Airway Pressure)-Behandlung – könne die Fahreignung
gewährleisten und eine schlechte Compliance das Risiko für Verkehrsunfälle erhöhen.
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Es sprächen keine triftigen Gründe gegen die Fachmeinung der Verkehrsmediziner, so
dass auch die Auflage der ärztlichen Kontrolle und Behandlung der Schlafapnoe
zulässig sei. Der Hinweis, dass bei Verschlechterung des Zustandes ein Arzt
aufzusuchen und auf das Führen eines Motorfahrzeuges zu verzichten sei, greife eine
Selbstverständlichkeit auf. Die Gültigkeit der Auflagen auf unbestimmte Zeit – bis zum
Nachweis der unbedingten Fahreignung – und die Eintragung der Auflagen mit dem
Code 101 im Führerausweis sowie die Androhung des Entzugs bei Missachtung der
Auflagen seien blosse verfahrensrechtliche Hinweise.
C. K._ (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 29. April 2019 versandten Entscheid
der Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) durch seinen Rechtsvertreter mit
Eingabe vom 13. Mai 2019 und Ergänzung vom 17. Juni 2019 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge
(Ziffern 5 und 6) sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Angelegenheit an
die Vorinstanz oder an das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt zurückzuweisen
(Ziffer 1) eventualiter die Auflagen der Ziffern 2a-g (Ziffer 2), subeventualiter die
Auflagen der Ziffern 2a, 2e und 2f (Ziffer 3), subsubeventualiter die Auflage der Ziffer 2f
(Ziffer 4) aufzuheben.
Die Vorinstanz verwies mit Vernehmlassung vom 19. Juni 2019 auf die Erwägungen im
angefochtenen Entscheid und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Das
Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt (Beschwerdegegner) verzichtete stillschweigend
auf eine Vernehmlassung.
Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und auf die Ausführungen des
Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge sowie die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Der Beschwerdeführer,
der sich gegen die im angefochtenen Entscheid bestätigte Verknüpfung seines
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Führerausweises mit verschiedenen Auflagen wendet, ist zur Erhebung der
Beschwerde befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde
gegen den am 29. April 2019 versandten Rekursentscheid wurde mit Eingabe vom
13. Mai 2019 rechtzeitig erhoben und erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 17. Juni
2019 in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Voraussetzungen (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist
deshalb einzutreten.
2. Der Beschwerdeführer beantragt gestützt auf Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK)
und Art. 55 VRP eine mündliche Verhandlung vor Verwaltungsgericht. Ein allfälliger
Anspruch auf Durchführung einer mündlichen öffentlichen Verhandlung im
Administrativverfahren nach dem Strassenverkehrsgesetz (SR 741.01, SVG) bezieht
sich nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts auf das Rekursverfahren vor
der Verwaltungsrekurskommission. Wurde – wie vorliegend – der Anspruch in jenem
Verfahren nicht geltend gemacht, ist er verwirkt (vgl. VerwGE B 2016/199 vom
20. Dezember 2016 E. 2, www.gerichte.sg.ch; GVP 2015 Nr. 63). Der Antrag ist
dementsprechend abzuweisen. Dasselbe gilt für seinen Antrag einer Parteibefragung
"betreffend sämtliche Punkte der ... Beschwerdeergänzung". Da das Verfahren vor
Verwaltungsgericht grundsätzlich schriftlich geführt wird und der Beschwerdeführer mit
seiner an Weitschweifigkeit grenzenden Beschwerdeergänzung von der Möglichkeit,
seinen Standpunkt darzulegen, ausreichend Gebrauch machen konnte, ist von einer
Parteibefragung kein Erkenntnisgewinn zu erwarten.
3. Der Beschwerdeführer wendet sich gegen sämtliche vom Beschwerdegegner in der
Verfügung vom 28. Mai 2018 mit der Wiedererteilung des Führerausweises verknüpften
Auflagen. Zu prüfen sind dementsprechend die Verpflichtung zu Weiterführung der
psychiatrisch-psychotherapeutisch begleiteten und ärztlich kontrollierten
Alkoholabstinenz während mindestens dreier weiterer Jahre mit halbjährlichen
Verlaufskontrollen (Ziffern 2a und e, dazu nachfolgend Erwägung 4), die Auflage der
psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung der psychiatrischen Erkrankungen
mit der Verpflichtung, den ärztlichen Weisungen zu folgen (Ziffer 2b, dazu nachfolgend
Erwägung 5) und die vergleichbar formulierte Auflage im Zusammenhang mit dem beim
Beschwerdeführer diagnostizierten Schlafapnoe-Syndrom (Ziffer 2d, dazu nachfolgend
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Erwägung 6). Schliesslich ist auf die Verpflichtung, bei einer Verschlechterung des
Zustandes sofort den Arzt oder die Ärztin aufzusuchen und auf das Führen eines
Fahrzeuges zu verzichten (Ziffer 2c), auf die Anordnung der Auflagen auf unbestimmte
Zeit mit Eintragung als Code 101 im Führerausweis (Ziffer 2f) und die Androhung des
Entzugs des Führerausweises – gegebenenfalls auf unbestimmte Zeit – bei
Missachtung der Auflagen (Ziffer 2g) einzugehen (dazu nachfolgend Erwägung 7).
4. Alkoholproblematik
4.1. Nach Art. 14 Abs. 1 SVG müssen Motorfahrzeugführer über Fahreignung und
Fahrkompetenz verfügen. Für die Fahreignung ist unter anderem erforderlich, dass der
Motorfahrzeugführer frei von einer Sucht ist, die das sichere Führen von
Motorfahrzeugen beeinträchtigt (Art. 14 Abs. 2 Ingress und lit. c SVG). Der
Sicherungsentzug gemäss Art. 16d Abs. 1 Ingress und lit. b SVG setzt
dementsprechend das Vorliegen einer Sucht voraus. Bei diagnostizierter
Alkoholabhängigkeit ist ein Sicherungsentzug in aller Regel zwingend. Es besteht dann
per Definition ein Mass an Alkoholabhängigkeit, welches den Betroffenen mehr als jede
andere Person gefährdet erscheinen lässt, sich in einem Zustand ans Steuer eines
Fahrzeugs zu setzen, der das sichere Führen nicht mehr gewährleistet. Eine
Alkoholabhängigkeit erlaubt es mit anderen Worten nicht, ausreichend zwischen
Suchtmittelkonsum und Strassenverkehr zu trennen (BGer 1C_147/2017 vom 22. Juni
2017 E. 3.5). Für die Beurteilung sind die Umstände im Zeitpunkt der Verfügung
massgebend (BGer 1C_701/2017 vom 14. Mai 2018 E. 3.3).
Auch wenn das Gesetz die früher in Art. 10 Abs. 3 Satz 2 SVG vorgesehene
Möglichkeit nicht mehr ausdrücklich erwähnt, können Führerausweise aus besonderen
Gründen befristet, beschränkt oder mit Auflagen verbunden werden (vgl. AS 1959
S. 679 ff., S. 682; Botschaft zur Änderung des Strassenverkehrsgesetzes vom 31. März
1999, in: BBl 1999 S. 4462 ff., S. 4482). Dies ist nicht nur bei der Ausweiserteilung,
sondern auch in einem späteren Zeitpunkt möglich, um Schwächen hinsichtlich der
Fahrtauglichkeit zu kompensieren. Solche Auflagen zur Fahrberechtigung sind somit im
Rahmen der Verhältnismässigkeit stets zulässig, wenn sie der Verkehrssicherheit
dienen und mit dem Wesen der Fahrerlaubnis im Einklang stehen. Erforderlich ist, dass
sich die Fahreignung nur mit dieser Massnahme aufrechterhalten lässt. Zudem müssen
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die Auflagen erfüll- und kontrollierbar sein. Dass ein Fahrzeuglenker zum
Alkoholmissbrauch neigt, stellt einen besonderen Grund dar, der Auflagen rechtfertigt.
Die Fahreignung solcher Lenker bedarf der besonderen Kontrolle. Daran vermag der
Umstand nichts zu ändern, dass der Betroffene grundsätzlich über die Eignung verfügt,
ein Fahrzeug zu lenken, weil keine Alkoholsucht im medizinischen Sinn besteht (vgl.
BGE 131 II 248 E. 6).
Die angeordnete Massnahme muss stets auf die konkreten Umstände angepasst und
verhältnismässig sein (vgl. BGer 6A.77/2004 vom 1. März 2005 E. 2). Nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann die Wiedererteilung des Führerausweises
nach einem Sicherungsentzug wegen Alkoholmissbrauchs je nach den konkreten
Umständen für mehrere Jahre an Auflagen geknüpft werden. Das Bundesgericht geht
davon aus, dass die dauerhafte Überwindung der Sucht einer Behandlung und
Kontrolle während vier bis fünf Jahren bedarf und hat nicht beanstandet, die
Wiedererteilung grundsätzlich von einer dreijährigen Totalabstinenz abhängig zu
machen (BGer 1C_342/2009 vom 23. März 2010 E. 2.4 mit Hinweis auf 6A.77/2004
vom 1. März 2005 E. 2.1). Bei günstigstem Verlauf kann eine Entlassung aus den
Auflagen beziehungsweise aus der verkehrsmedizinischen Kontrolle frühestens drei
Jahre nach Wiedererteilung des Führerausweises erfolgen (BGer 6A.61/2005 vom 12.
Januar 2006 E. 2.1 und 2.2.1 je mit Hinweisen auf die Fachliteratur).
4.2.
4.2.1. Der Beschwerdeführer wendet sich gegen die Verpflichtung, die kontrollierte und
psychiatrisch-psychotherapeutisch begleitete Alkoholabstinenz weiterführen zu
müssen. Dabei ist in tatsächlicher Hinsicht unbestritten, dass angesichts der
Ergebnisse der Analysen der ihm anlässlich der verkehrsmedizinischen
Untersuchungen vom 9. August 2017 und vom 14. März 2018 abgenommenen
Haarproben und der späteren verkehrsmedizinischen Verlaufskontrollen von der
Einhaltung einer Alkoholtotalabstinenz seit 25. Februar 2017 ausgegangen werden
kann. Die Abnahme der entsprechenden Beweisanträge (Ziff. V/A/2.2, 2.3, 2.4 und 2.5
der Beschwerdeergänzung) erübrigt sich deshalb.
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4.2.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, er sei auch vor dem 24. Februar 2017
mindestens fünf Jahre rückwirkend alkoholabstinent gewesen. In diesem Zeitraum
habe er verteilt über ein Jahr höchstens einmal geringfügig Alkohol getrunken (Ziff. V/A/
2.6 der Beschwerdeergänzung). Soweit der Beschwerdeführer die Einholung
schriftlicher Berichte seines Hausarztes und seines Psychiaters und die Befragung
seines "persönlichen Nahefeldes" beantragt, ist er darauf hinzuweisen, dass es ihm
unbenommen gewesen wäre, solche Berichte und schriftliche Bestätigungen selbst
einzuholen und einzureichen (Ziff. V/A/2.6.1, 2.6.2 und 2.6.3 der
Beschwerdeergänzung). Im Übrigen anerkennt er, dass er im fraglichen Zeitraum
"grundsätzlich" abstinent gelebt habe. In der verkehrsmedizinischen Untersuchung hat
er angegeben, seit Dezember 2016 zwischendurch immer wieder etwas getrunken und
Antabus nicht mehr regelmässig eingenommen zu haben. Konkrete Anhaltspunkte
dafür, dass seine Angaben im verkehrsmedizinischen Gutachten nicht richtig
wiedergegeben wurden, sind nicht ersichtlich (Ziff. V/A/2.6.4 der
Beschwerdeergänzung). Insbesondere aber hat er im Verfahren, welches am
22. September 2017 zum – unangefochten rechtskräftig gewordenen –
Führerausweisentzug wegen einer Alkoholabhängigkeit führte, nichts Entsprechendes
vorgebracht, obwohl im Gutachten vom 5. September 2017 festgehalten worden war,
die Fahreignung könne wegen fehlenden längerfristigen Alkoholabstinenznachweises
bei diagnostizierter Alkoholabhängigkeit nicht befürwortet werden. Insbesondere hat er
die Angaben des behandelnden Psychiaters im Bericht vom 21. August 2017, wonach
es auch im November 2013, im Januar, März und August 2014 sowie im August und
Oktober 2016 zu Rückfällen gekommen sei, damals nicht in Frage gestellt. Inwieweit
eine Oberbegutachtung und Auskünfte der Gutachterin geeignet sein könnten, die
Einhaltung einer Alkoholtotalabstinenz ohne Rückfälle in den fünf Jahren vor dem
24. Februar 2017 nachzuweisen, ist nicht ersichtlich (Ziff. V/A/2.7 der
Beschwerdeergänzung). Auch längere Abschnitte ohne Alkoholkonsum schliessen im
Übrigen nicht aus, dass die Diagnose einer Alkoholabhängigkeit im
verkehrsmedizinischen Gutachten vom 5. September 2017 zu Recht gestellt wurde.
Damit erübrigt es sich, auf die Ausführungen und Beweisanträge zur Behauptung des
Beschwerdeführers, zu Rückfällen sei es "einzig rückwirkend ab 2012" gekommen,
einzugehen (Ziff. V/A/2.8 der Beschwerdeergänzung). Soweit der Beschwerdeführer
geltend macht, in den verkehrsmedizinischen Gutachten seien die – nicht Teil der Akten
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bildenden – Berichte des Hausarztes, des Psychiaters, der Klinik X._ und der
Lungenliga unvollständig oder fehlerhaft wiedergegeben worden (Ziff. V/A/2.9 der
Beschwerdeergänzung), ist zum einen anzumerken, dass das Gutachten vom
5. September 2017 nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet, und zum
andern auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen, der
Beschwerdeführer habe sich offensichtlich selbständig an die betreffenden Personen
und Stellen gewendet. Es wäre ihm also ohne weiteres möglich gewesen, insbesondere
von seinem Hausarzt und von seinem Psychiater Bestätigungen dafür einzuholen, dass
ihre Auskünfte im Gutachten unvollständig oder fehlerhaft wiedergegeben wurden.
4.2.3. Der Beschwerdeführer macht geltend, wenn er bei der verkehrsmedizinischen
Untersuchung selbst von Alkoholproblemen, Antabusbehandlung und
Klinikaufenthalten gesprochen habe, könne daraus nicht auf die Unglaubwürdigkeit der
behaupteten Alkoholabstinenz seit 2012 geschlossen werden. Er habe die bestrittene
Alkoholproblematik längst überwunden (Ziff. V/A/3 der Beschwerdeergänzung). Diese
Ausführungen zeigen allerdings, dass auch aus einer fünfjährigen Abstinenz nicht auf
eine endgültige Überwindung der Problematik geschlossen werden könnte, umso mehr
als der Beschwerdeführer selbst für eine Entzugsbehandlung in die Klinik X._ eintrat
und sein Alkoholkonsum in einem engen Zusammenhang mit seinen psychischen
Erkrankungen steht.
4.2.4. Der Beschwerdeführer stellt sodann den Vorfall vom 24. Februar 2017 in den
Zusammenhang einer Beziehungskrise (Ziff. V/A/4.1 der Beschwerdeergänzung). Es ist
nicht zuletzt dieser Zusammenhang, der darauf hindeutet, dass der Alkoholkonsum für
den Beschwerdeführer eine "therapeutische" Bedeutung hat. Er selbst hat in der
verkehrsmedizinischen Untersuchung vom 9. August 2017 ausgeführt, es sei bei ihm
so gewesen, dass er schlechte Gefühle habe übertrinken wollen. Da nicht
auszuschliessen ist, dass der Beschwerdeführer auch in Zukunft mit schwierigeren
Lebensumständen, als dies zurzeit der Fall ist, konfrontiert wird, ist diese
Argumentation des Beschwerdeführers geeignet, die Notwendigkeit der Weiterführung
der kontrollierten und betreuten Abstinenz zu begründen. Soweit der Beschwerdeführer
aus Einsicht und Reue und der Einmaligkeit seiner Alkoholauffälligkeit im
Strassenverkehr schliessen will, dass seine – überwundene – Alkoholproblematik nicht
verkehrsrelevant sei (Ziff. V/A/4.2 der Beschwerdeergänzung), ist ihm
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entgegenzuhalten, dass der Sicherungsentzug wegen einer Alkoholabhängigkeit vom
22. September 2017 rechtskräftig geworden ist und eine diagnostizierte
Alkoholabhängigkeit zu einer fehlenden Fahreignung führt, selbst wenn der Betroffene
im Strassenverkehr überhaupt nicht auffällig geworden sein sollte.
4.2.5. Der Beschwerdeführer macht sodann geltend, daraus, dass die Polizisten – was
allerdings nicht zutreffe – bei ihm am 24. Februar 2017 keine Ausfallerscheinungen
beobachteten, schliesse nicht aus, dass es sich um einen einmaligen Ausrutscher
gehandelt habe (Ziff. V/A/5 der Beschwerdeergänzung). Abgesehen davon, dass – wie
mehrfach erwähnt – der Sicherungsentzug vom 22. September 2017 wegen einer
Alkoholabhängigkeit rechtskräftig ist und darauf nicht zurückgekommen werden kann
und muss, schliessen die vom Beschwerdeführer genannten Auffälligkeiten –
Nichtsichern des Fahrzeugs, suchende Orientierung, Alkoholgeruch, Sturz – nicht aus,
dass die Diagnose im verkehrsmedizinischen Gutachten vom 5. September 2017
zutreffend war.
4.2.6. Des Weiteren bestreitet der Beschwerdeführer die Tatsachen, auf die sich der
zum Vorfall vom 24. Februar 2017 ergangene – rechtskräftige – Strafbefehl stützt. Er
macht Nachtrunk und einen viel tieferen Promillewert während der Fahrt geltend (Ziff.
V/A/6.2.1 und 6.2.3 der Beschwerdeergänzung). Er bringt vor, nicht vom Mittag bis
19.15 Uhr im Restaurant "B._" gewesen zu sein, sondern am Nachmittag in der
Werkstatt (...) repariert zu haben (Ziff. V/A/6.2.2 der Beschwerdeergänzung). Eine
Blutalkoholkonzentration von 1,78 Gewichtspromille habe er nicht anerkannt. An der
Richtigkeit der Messergebnisse bestünden Zweifel. Er sei von der Polizei nicht
rechtsgenüglich über seine Rechte und den Vorhalt informiert worden. Die
protokollierten Aussagen gegenüber der Polizei bestreite er (Ziff. V/A/6.3 der
Beschwerdeergänzung). Der Strafbefehl sei nichtig und im Administrativverfahren
unbeachtlich (Ziff. V/A/6.4 der Beschwerdeergänzung). Alle diese Vorbringen sind
indessen nicht geeignet, an der Feststellung, dass dem Beschwerdeführer wegen einer
verkehrsmedizinisch diagnostizierten Alkoholabhängigkeit der Führerausweis am 22.
September 2017 rechtskräftig auf unbestimmte Zeit entzogen wurde, etwas zu ändern.
Gleiches gilt für die Vorbringen, mit denen der Beschwerdeführer geltend macht, das
verkehrsmedizinische Gutachten vom 5. September 2017 sei unvollständig, nicht
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nachvollziehbar, widersprüchlich und nicht schlüssig (Ziff. V/A/8 der
Beschwerdeergänzung).
4.2.7. Der Beschwerdeführer erblickt im Umstand, dass die Vorinstanz das Vorliegen
einer Alkoholabhängigkeit nicht überprüfte, eine Rechtsverweigerung (Ziff. V/A/9 und
10 der Beschwerdeergänzung). Die Ausführungen der Vorinstanz, wonach die
Entzugsverfügung vom 22. September 2017 und die angefochtene Verfügung vom
28. Mai 2018 einzeln anzufechten sind, sind indessen nicht zu beanstanden.
4.2.8. Der Beschwerdeführer bemängelt hinsichtlich des Gutachtens vom 23. April
2018 die fehlende körperliche Untersuchung, den fehlenden Beizug von
Fremdberichten und Abklärungen im persönlichen Umfeld, die mangelnde gründliche
Aufarbeitung der Trunkenheitsfahrt vom 24. Februar 2017 und die unzureichende
Alkoholanamnese (Ziff. V/A/11 der Beschwerdeergänzung). Solche Abklärungen waren
– angesichts des verkehrsmedizinischen Gutachtens vom 5. September 2017 und der
seit 25. Februar 2017 unbestrittenermassen eingehaltenen Alkoholabstinenz – nicht
erforderlich.
4.3. Soweit der Beschwerdeführer die minimale Dauer der weiteren Alkoholabstinenz
von drei Jahren vor einer erneuten Prüfung der Auflagen beanstandet (Ziff. V/A/12 der
Beschwerdeergänzung), fällt ins Gewicht, dass er bereits mehrere
Alkoholentzugsbehandlungen hinter sich hat und er selbst den Rückfall im Februar
2017 in den Zusammenhang mit einer belastenden Lebenssituation und seinen
psychischen Leiden stellt. Unter diesen Umständen erscheint die weitere Mindestdauer
von drei Jahren als verhältnismässig.
5. Psychische Erkrankungen
5.1. Ausweise und Bewilligungen sind zu entziehen, wenn festgestellt wird, dass die
gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen (Art. 16
Abs. 1 SVG). Art. 16d Abs. 1 SVG bestimmt überdies, dass der Führerausweis einer
Person auf unbestimmt Zeit entzogen wird, wenn ihre körperliche und geistige
Leistungsfähigkeit nicht oder nicht mehr ausreicht, ein Motorfahrzeug sicher zu führen
(lit. a). Unter Art. 16d Abs. 1 Ingress und lit. a SVG fallen alle medizinischen und
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psychischen Gründe, welche die Fahreignung ausschliessen (vgl. Botschaft, in: BBl
1999 S. 4491). Die einzelnen Tatbestände des Katalogs von Art. 16d Abs. 1 SVG dürfen
weder eng noch streng ausgelegt werden; geboten ist eine Gesamtbetrachtung des
Einzelfalls im Hinblick auf die Fahreignung. Der gestützt auf eine
Fahreignungsabklärung im Sinne von Art. 16d SVG auf unbestimmte Zeit entzogene
Führerausweis kann bedingt und unter Auflagen wiedererteilt werden, wenn eine
allfällige gesetzliche oder verfügte Sperrfrist abgelaufen ist und die betroffene Person
die Behebung des Mangels nachweist, der die Fahreignung ausgeschlossen hat
(Art. 17 Abs. 3 SVG). Für den Nachweis der Heilung wird in der Regel eine mindestens
einjährige kontrollierte Abstinenz oder Remission (Rückgang von
Krankheitserscheinungen) verlangt. Solche Nebenbestimmungen dienen dazu,
Unsicherheiten beim Nachweis Rechnung zu tragen, dass Erkrankungen oder Süchte,
welche die Fahreignung ausschliessen, tatsächlich nicht mehr vorhanden sind.
Auflagen müssen den konkreten Umständen angepasst und verhältnismässig sein (vgl.
BGer 1C_220/2011 vom 24. August 2011 E. 2 mit Hinweisen auf 1C_243/2010 vom
10. Dezember 2010 E. 2; BGE 125 II 289 E. 2b).
5.2.
5.2.1. Der Beschwerdeführer widersetzt sich auch der Anordnung einer regelmässigen
Kontrolle und Behandlung seiner psychischen Erkrankungen mit der Verpflichtung, die
ärztlichen Weisungen zu befolgen. Er befinde sich bereits seit den neunziger Jahren
diesbezüglich in Therapie. Es sei in jeglicher Hinsicht unzumutbar und
unverhältnismässig, ihm eine Therapie auf unbestimmte Zeit aufzubürden, obwohl die
psychische Situation nie verkehrsrelevant geworden sei (Ziff. V/B/1 der
Beschwerdeergänzung).
5.2.2. Wenn der Beschwerdeführer die Anordnung der Auflage auf unbestimmte Zeit
als unverhältnismässig bezeichnet, ist ihm entgegenzuhalten, dass nach weiteren drei
Jahren zusammen mit der psychiatrisch-psychotherapeutischen Betreuung der
Alkoholabstinenz auch die Rechtfertigung dieser Auflage überprüft wird.
5.2.3. Die Verfügung vom 22. September 2017, mit welcher dem Beschwerdeführer der
Führerausweis auf unbestimmte Zeit entzogen wurde, stützt sich zwar einzig auf
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Art. 16d Abs. 1 Ingress und lit. b SVG – eine Sucht, welche die Fahreignung
ausschliesst – und nicht auch auf andere medizinische Gründe. Indessen ist zu
berücksichtigen, dass zwischen der Alkoholproblematik und der psychischen
Problematik ein Zusammenhang besteht und die Verpflichtung des Beschwerdeführers
zur psychiatrisch-psychotherapeutischen Betreuung der Alkoholabstinenz zwangsläufig
auch die therapeutische Behandlung seiner psychischen Leiden mitumfasst.
5.2.4. Der Beschwerdeführer macht geltend, die verkehrsmedizinischen Gutachten
begründeten den wechselseitigen Zusammenhang zwischen der psychischen und der
Alkoholproblematik nicht (Ziff. V/B/7.13 der Beschwerdeergänzung). Inwieweit dieser
Zusammenhang einer weiteren Begründung bedarf, wenn der Beschwerdeführer
gegenüber der Gutachterin ausführte, er habe schlechte Gefühle übertrinken wollen
und die Alkoholproblematik sei immer im Zusammenhang mit Depressionen und seiner
Persönlichkeitsstörung gestanden, ist nicht ersichtlich.
5.2.5. Beim Beschwerdeführer wurden eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit
abhängigen, ängstlich-vermeidenden und zwanghaften Zügen sowie eine
rezidivierende depressive Störung diagnostiziert. Was der Beschwerdeführer gegen die
– fachärztlichen – Diagnosen insbesondere in den Berichten der Klinik X._ vom
28. Juni 2017 und des behandelnden Psychiaters vom 21. August 2017 vorbringt (Ziff.
V/B/7 der Beschwerdeergänzung), vermag nicht zu überzeugen.
Auch wenn der Beschwerdeführer nicht allein wegen der psychischen Erkrankungen
verkehrsauffällig wurde, sind sie geeignet, sich ohne adäquate medizinische
Behandlung auf die Fahreignung ungünstig auszuwirken. Eine Verkehrsrelevanz kann
auch nicht deshalb ausgeschlossen werden, weil die Ärzte keine entsprechende
Mitteilung an den Beschwerdegegner machten (Ziff. V/B/2 der Beschwerdeergänzung),
die Polizei am 24. Februar 2017 keine entsprechenden Auffälligkeiten feststellte (Ziff. V/
B/3 der Beschwerdeergänzung) und auch in den Berichten des Hausarztes und des
Psychiaters und weiterer Personen und Stellen keine Hinweise auf eine solche
Verkehrsrelevanz entnommen werden könnten (Ziff. V/B/4 der Beschwerdeergänzung).
Die in den verschiedenen Berichten beschriebenen Symptome – grosse innere
Unsicherheit, Schwierigkeiten bei der Übernahme von Verantwortung, Einschränkung
der allgemeinen Leistungsfähigkeit durch die Depressivität (Bericht der Klink X._ vom
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24. Mai 2005; act. 14-12/24), depressive Pseudodemenz (Befund der
psychodiagnostischen Untersuchung vom 18. Juli 2007; act. 14-12/32),
Überforderungsgefühle und depressive Einbrüche trotz Unterstützung (Bericht der
Klinik X._ vom 21. November 2007; act. 14-12/30), Zwangsgedanken betreffend
eigener Unfähigkeit und Fehler (Bericht der Klinik X._ vom 26. November 2007;
act. 14-12/29), zwanghafte Zweifel am eigenen Verhalten (Bericht der Klinik X._ vom
16. April 2008; act. 14-12/28) – können sich auch in einer Unsicherheit und
Unentschlossenheit im Verkehrsverhalten niederschlagen, welche für andere
Verkehrsteilnehmer irritierend wirkt und zu Gefährdungen führen kann. Es trifft
gleichwohl zu, dass die beschriebenen gravierenden Auswirkungen der Erkrankungen
des Beschwerdeführers mehrere Jahre zurückliegen und es dem Beschwerdeführer
dank seiner konsequenten Therapiewilligkeit gelungen ist, ein selbstbestimmtes,
weitgehend stabiles Leben zu führen.
5.2.6. Die auch im Bericht vom 21. August 2017 vom behandelnden Psychiater nach
wie vor diagnostizierte kombinierte Persönlichkeitsstörung mit abhängigen, ängstlich-
vermeidenden und zwanghaften Zügen und die depressive Symptomatik wirken sich –
wohl dank der medikamentösen und engmaschigen psychiatrisch-
psychotherapeutischen Behandlung – zurzeit auf das Verhalten des Beschwerdeführers
nicht auf eine Art und Weise aus, die seine Teilnahme am Strassenverkehr
ausschliessen würde. Darauf weist der Beschwerdeführer grundsätzlich zu Recht hin
(vgl. Ziff. V/B/5 der Beschwerdeergänzung). Die vom Beschwerdeführer beschriebene
Festigung seiner psychischen Situation stellt er selbst in den Zusammenhang mit der
regelmässigen ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung (vgl. Ziff.
V/B/6 der Beschwerdeergänzung).
Der Beschwerdeführer macht selbst nicht geltend, die ihn betreuenden Ärzte gingen
davon aus, er habe die beschriebenen Erkrankungen in einer Art und Weise
überwunden, dass die Stabilität seines psychischen Zustandes nicht von der
Weiterführung der ärztlichen, insbesondere der medikamentösen Behandlung abhinge.
Dagegen spricht auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner
psychischen Leiden nach wie vor eine IV-Rente bezieht. Es war dem Beschwerdeführer
unbenommen, von den behandelnden Ärzten Berichte einzureichen, aus denen
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hervorgeht, dass die Erkrankungen nicht mehr behandlungsbedürftig sind. Mit Blick auf
die umstrittene Auflage, ist einzig diese Frage von Belang.
5.2.7. Wenn der Beschwerdeführer betont, er habe sich stets freiwillig in Therapie
begeben und er führe die ambulante psychiatrische Behandlung auf freiwilliger Basis
zuverlässig und mit guter Compliance durch, spricht das für ihn (Ziff. V/B/8 der
Beschwerdeergänzung). Mit der Anordnung der Auflagen sollen auch nicht Zweifel
daran zum Ausdruck kommen, dass der Beschwerdeführer grundsätzlich gewillt ist, die
erforderliche Therapie weiterzuführen. Indessen ist es mit Blick auf die zuverlässige
Aufrechterhaltung der verkehrsmedizinisch attestierten Fahreignung angezeigt, die
Weiterführung der Therapie mit einer entsprechenden Auflage zum Führerausweis
sicherzustellen. Deshalb ist es angebracht, die Wiedererteilung des Führerausweises –
entsprechend der verkehrsmedizinischen Empfehlung – von der Weiterführung dieser
Behandlung abhängig zu machen. Bei allenfalls auftretenden Krisen, wie sie der
Beschwerdeführer in der Zeit des Vorfalls vom 24. Februar 2017 durchleben musste,
erhöht die Auflage zudem die Chance einer rechtzeitigen, ihn unterstützenden
Betreuung.
5.2.8. Was – abgesehen von der behaupteten fehlenden umfassenden Abklärung der
psychischen Situation – konkret gegen die Schlüssigkeit des Gutachtens spricht, wird
in der Beschwerde nicht ausgeführt (Ziff. V/B/9 der Beschwerdeergänzung).
6. Schlafapnoe-Syndrom
6.1. Über Fahreignung verfügt gemäss Art. 14 Abs. 2 Ingress und lit. b SVG, wer die
erforderliche körperliche und psychische Leistungsfähigkeit zum sicheren Führen von
Motorfahrzeugen hat. Wer einen Lernfahr-, Führerausweis oder eine Bewilligung zum
berufsmässigen Personentransport erwerben will, muss gemäss Art. 7 Abs. 1 der
Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr
(SR 741.51, VZV) die medizinischen Mindestanforderungen nach Anhang 1 der
Verordnung erfüllen. Die kantonale Behörde kann den Führerausweis von Personen,
welche die medizinischen Mindestanforderungen nach Anhang 1 auch mit Hilfsmitteln
nicht mehr vollständig erfüllen, gestützt auf Art. 34 Abs. 1 VZV beschränken, statt ihn
ganz zu entziehen. Gemäss Ziffer 9 des die medizinischen Mindestanforderungen
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regelnden Anhangs 1 dürfen keine Erkrankungen mit erhöhter Tagesschläfrigkeit
vorliegen.
Da für das Auftreten einer zum Teil exzessiven Tagesmüdigkeit die
Schlaffragmentierung durch wiederholte nächtliche partielle oder komplette
Atemwegsobstruktionen wesentlich ist und darüber hinaus auch die kardiovaskulären
und neurophysiologischen Folge-Erkrankungen potenzielle Implikationen für die
Fahreignung haben, lässt sich eine negative Beeinflussung der Fahreignung durch ein
unbehandeltes obstruktives Schlafapnoe-Syndrom postulieren (S. Tasci, Schlafapnoe-
Syndrom, in: Madea/Musshoff/Berghaus [Hrsg.], Verkehrsmedizin, 2. Aufl. 2012, S. 373
ff., S. 375). Bei einer wirksamen Therapie der Schläfrigkeit – zum Beispiel mit einer
CPAP-Behandlung bei obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom – kann die Fahreignung
durchaus gegeben sein (J. Mathis et al., Fahreignung bei Tagesschläfrigkeit, in:
Schweizerisches Medizin-Forum 2017, S. 442 ff., S. 442). Unter CPAP-Therapie nimmt
das Risiko, einen Verkehrsunfall zu verursachen, um rund 70 Prozent ab und liegt in der
Grössenordnung der Normalpopulation (vgl. K. Affolter, Schlafapnoe, Patienteninfotag
1. April 2017, Olten, www.lungenliga.ch Kantonale Liga Solothurn/Aktuelles/Rückblick
und Fotos/CPAP-Infotag).
6.2. Der Beschwerdeführer behandelt sein Schlafapnoe-Syndrom seit Dezember 2011
mit einer CPAP-Therapie. Gemäss Erfolgsüberwachung vom 7. Juli 2017 nutzte er das
Gerät während 43 Prozent der Nächte (vgl. act. 14-12/4). Weshalb die Auflage der
weiteren Kontrolle und Behandlung der Schlafapnoe mit der Verpflichtung, ärztliche
Weisungen zu befolgen, unverhältnismässig sein soll (Ziff. V/C der
Beschwerdeergänzung), ist nicht nachvollziehbar, zumal – zur Aufrechterhaltung der
Fahreignung des Beschwerdeführers – deren Weiterführung unabdingbar ist. Der
Beschwerdeführer selbst behauptet nicht, das Schlafapnoe-Syndrom würde sich auch
unbehandelt nicht ungünstig auf seine Fahreignung auswirken. Wenn der
Beschwerdeführer einen Widerspruch zwischen der gutachterlichen Empfehlung der
Kontrolle und Behandlung des Schlafapnoe-Syndroms einerseits und dem Hinweis in
den Gutachten auf den guten Schlaf ohne Bewusstlosigkeit und epileptische Anfälle
anderseits erkennen will, ist er darauf hinzuweisen, dass die Behandlung des
Schlafapnoe-Syndroms wohl die Ursache dafür ist, dass er über einen guten Schlaf
ohne Bewusstlosigkeit und epileptische Anfälle berichten kann. Mit der Auflage wird
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nichts mehr als die Bedingung dafür festgelegt, dass das Schlafapnoe-Syndrom auch
weiterhin der Fahreignung des Beschwerdeführers nicht entgegensteht. Sollte das
Syndrom – beispielsweise weil es dem Beschwerdeführer gelungen ist, sein Gewicht zu
senken – verschwinden, wäre gegebenenfalls auch die Weiterführung der Auflage nicht
mehr erforderlich. Insoweit kommt der Anordnung "auf unbestimmte Zeit" nicht die
Bedeutung "für immer" zu. Vielmehr lässt sie eine Überprüfung der Auflage – sollte die
Kontrolle und Behandlung nicht mehr erforderlich sein – jederzeit zu (dazu auch
nachfolgend Erwägung 7).
7. Übrige Auflagen
Der Beschwerdeführer macht geltend, die Auflage, bei Verschlechterung des
Zustandes einen Arzt aufzusuchen und auf das Führen von Fahrzeugen zu verzichten,
sei nicht erfüll- und kontrollierbar und zu unbestimmt, weil nicht definiert sei, wann eine
solche Verschlechterung vorliege (Ziff. V/D/3 der Beschwerdeergänzung). Dem ist
entgegenzuhalten, dass die Auflage entsprechend ihrem Zweck offenkundig
Verschlechterungen betrifft, die sich auf die Fahreignung des Beschwerdeführers
ungünstig auswirken. Insoweit ist die Auflage nicht unbestimmt, sondern verpflichtet
den Beschwerdeführer – wie dies für alle Verkehrsteilnehmenden gilt – kein
Motorfahrzeug zu lenken, wenn er davon ausgehen muss, nicht fahrfähig zu sein. Dass
die Auflage nicht kontrollierbar ist, trifft nicht zu, zumal deren Einhaltung – wie dies
auch bei anderen Auflagen der Fall ist – jedenfalls anlässlich einer Verkehrskontrolle
oder nach einer Verkehrsauffälligkeit des Beschwerdeführers überprüft werden kann.
Der Beschwerdeführer beanstandet sodann, dass in der angefochtenen Verfügung –
mit Ausnahme der mindestens dreijährigen kontrollierten und betreuten
Alkoholabstinenz – nicht angegeben werde, wann frühestens eine Aufhebung der
übrigen Auflagen geprüft werde (Ziff. V/D/4 der Beschwerdeergänzung). Zusammen mit
dem Hinweis auf die Aufhebung der Auflagen nach günstigem verkehrsmedizinischen
Gutachten, ergibt sich indessen aus der unbestimmten Dauer, dass eine Überprüfung
jederzeit möglich ist, wenn der Beschwerdeführer der Auffassung ist, die
entsprechenden Eignungsmängel – die psychischen Leiden und das Schlafapnoe-
Syndrom – in einer Weise überwunden zu haben, dass die Fahreignung ohne Auflagen
bejaht werden könne.
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8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers,
soweit sie sich auf die Rechtmässigkeit des Sicherungsentzugs auf unbestimmte Zeit
vom 22. September 2017 beziehen, unbehelflich sind, da Verfahrensgegenstand nicht
diese rechtskräftige Entzugsverfügung bildet, sondern einzig die Frage der –
unbestrittenen – Wiedererteilung und der – bestrittenen – Auflagen (vgl. dazu BGer
1C_220/2011 vom 24. August 2011 E. 4.5). Die vom Beschwerdegegner verfügten und
von der Vorinstanz als recht- und verhältnismässig beurteilten mit der Wiedererteilung
des Führerausweises verknüpften Auflagen beruhen auf den Empfehlungen im
verkehrsmedizinischen Gutachten vom 23. April 2018. Das am Institut für
Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen erstellte Gutachten, von dem das Gericht
in Fachfragen nicht ohne triftige Gründe abweichen darf und Abweichungen begründen
muss (vgl. dazu BGer 1C_220/2011 vom 24. August 2011 E. 4.2), erscheint hinsichtlich
der – auf das Gutachten vom 3. September 2017 zurückgehenden Diagnosen – und der
Umschreibungen der Bedingungen, bei deren Einhaltung die Fahreignung des
Beschwerdeführers trotz seiner Erkrankungen bejaht werden kann, nachvollziehbar,
widerspruchsfrei und schlüssig. Die Mindestdauer von drei Jahren, während welcher
der Beschwerdeführer die Auflagen einzuhalten hat, bevor deren Lockerung und
gegebenenfalls Aufhebung geprüft wird, trägt der Schwere und der Langfristigkeit der
Erkrankungen Rechnung und bewegt sich im Rahmen der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung (vgl. BGer 1C_342/2009 vom 23. März 2010 E. 2.4 mit Hinweis auf 6A.
77/2004 vom 1. März 2005 E. 2.1, 6A.61/2005 vom 12. Januar 2006 E. 2.1 und 2.2.1
mit Hinweisen auf die Fachliteratur). Die Beschwerde erweist sich demgemäss als
unbegründet und ist abzuweisen.
9. Bei diesem Verfahrensausgang sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens vom Beschwerdeführer zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von CHF 2'000 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Sie ist mit dem vom Beschwerdeführer in der
gleichen Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. Ausseramtliche Kosten
sind nicht zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1 und Art. 98 VRP).
Eine andere Verlegung der Kosten ist nicht gerechtfertigt, zumal der Vorinstanz keine
Verletzung des rechtlichen Gehörs oder sonstige Verfahrensfehler angelastet werden
können. Gründe, um im Sinn eines Erlasses nach Art. 97 VRP oder den vom
bis
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Beschwerdeführer geltend gemachten "anderen besonderen Umständen" auf die
Erhebung zu verzichten, sind weder für das Beschwerdeverfahren noch die
vorinstanzlichen Verfahren ersichtlich. Nichts Anderes gilt für die vom
Beschwerdeführer für den Fall des Unterliegens beanspruchte Entschädigung seiner
ausseramtlichen Kosten für alle drei Instanzen. Die entsprechenden Begehren sind
abzuweisen.