Decision ID: f27d2668-b38a-4936-8434-960e0f6d4bef
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969, arbeitete zuletzt vom
1.
Dezember 2000 bis zum 3
1.
Oktober 2004 als Mitarbeiterin Sortierung bei der
Y._
(
Urk.
8/10). Am 2
9.
August 2005 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte
wegen
Rückenschmerzen bei der Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich
, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/4). Die IV-Stelle nahm beruflich-erwerbliche und medizinische Abklärungen vor und verneinte nach dur
chgeführtem
(altrechtlichem)
Einspracheverfahren
(
Urk.
8/18,
Urk.
8/21
,
Urk.
8/24
,
Urk.
8/31
und
Urk.
8/33
)
mit
Entscheid
vom
4.
März 2008 (
Urk.
8/40)
bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 30
%
einen
Rentenanspruch der Versicherten.
1.2
Am 2
9.
Oktober 2012 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf eine Krebserkrankung
erneut
bei der IV-Stelle zum Leistungsbe
zug an (
Urk.
8/45).
Die IV-Stelle holte den Bericht
der Klinik
Z._
vom
22.
November 2012 (
Urk.
8/49), den Bericht von
Dr.
med.
A._
, FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 1
5.
Mai 2013 (
Urk.
8/55)
sowie die Berichte von
Dr.
med.
B._
, FMH Medizinische Onkologie, Häma
tologie und Innere Medizin,
vom 2
8.
Juni 2013 (
Urk.
8/56) und vom 1
7.
Oktober 2013 (
Urk.
8
/64) ein. Mit Vorbescheid vom 1
9.
Februar 2014 stellte die IV-Stelle de
r Versicherten die Abweisung d
es Rentenbegehrens in Aussicht (
Urk.
8/70), wogegen diese am 2
6.
Februar respektive 2
8.
April 2014 Einwand erhob (
Urk.
8/71,
Urk.
8/73 und
Urk.
8/76). Daraufhin nahm die IV-Stelle den Bericht des Departements für Chirurgie des
C._
vom
4.
Juni 2014 (
Urk.
8/78), den Bericht von
Dr.
A._
vom
5.
August 2014 (
Urk.
8/86),
den Bericht von
Dr.
med.
D._
, FMH Chirurgie, vom
3.
November 2014 (
Urk.
8/91)
und den Bericht der
E._
vom
9.
März 2015 (
Urk.
8/95)
zu den Akten.
In der Folge gab
sie
beim
F._
ein polydis
ziplinäres Gutachten in Auftrag, das am 2
2.
Juni 2015 erstattet wurde (
Urk.
8/103). Schliesslich verneinte
die IV-St
elle
mit Verfügung vom 11.
Januar 2016 einen Anspruch der Versicherten auf Leistungen der Invali
denversicherung (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
8.
Februar 2016 Beschwerde mit folgen
den Anträgen
(
Urk.
1 S. 2)
:
„
1.
Es sei festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin das rechtliche Gehör der
Beschwerdeführerin verletzt hat.
2.
Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 11.01.2016 sei au
fzuheben, und
der Beschwerdefüh
rerin seien mit Wirkung ab September 2013 ganze IV
lnvalidenrenten
zuzusprechen, basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100
%
.
3.
Der Invaliditätsgrad und der Rentenanspruch seien gestützt auf die
Ve
ränderungen des Gesundheitszus
tandes wie folgt anzupas
sen:
a)
Reduktion des Invaliditätsgrades auf mindestens 60
%
und des Renten-
anspruches
auf
3⁄4-
Renten wegen Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ab
November 2013,
b)
Wiedererhöhung des Invaliditätsgrades auf 100
%
und des Renten
-
anspruches
auf ganze Renten wegen Verschlechterung der Erwerbs
-
fähigkeit
ab Mai 2014,
c)
Reduktion des Invaliditätsgrades auf mindestens 60
%
und des Renten
-
anspruches
auf 3⁄4-
Renten wegen der erneuten Verbesserung der Erwerbs-
fähigkeit
ab Oktober 2014,
d)
Im Herbst 2016 sei eine Neubeurteilung d
es Ge
sundheitszustandes
vorzu
-
sehen und eine Anpas
sung des Invaliditätsgrades ab Januar 2017 zu
prüfen.
4.
Eventualiter sei das Verfahren unter Auflagen zur Durchführung des
Ein
kommensvergleichs und zur Festsetzung der Rentenphasen an die
Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen.
5.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin.
“
Die Besch
werdegegnerin beantragte
mit Beschwe
rdeantwort vom 1
5.
März 2016 die
Ab
weisung der Beschwerde (
Urk.
7). Mit Stellungnahme vom 22.
März 2016 hielt die Beschwerdeführerin an ihren beschwerdeweise gestellten Anträgen fest (
Urk.
10),
was der
Beschwerdegegnerin am 2
3.
M
ärz 2016
zur Kenntnis gebracht
wurde (
Urk.
11
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom 2
9.
Oktober 2012 (
Urk.
8/45) eingetreten und hat eine neuerliche Anspruchsprüfung vorgenommen. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin nunmehr Anspruch auf eine Rente der Invalidenversi
cherung hat.
1
.2
Die Beschwerdegegnerin begründete die ang
efochtene Verfügung damit, dass bei der Beschwerdeführerin
gemäss MEDAS-Gutachten des
F._
vom 2
2.
Juni 2015
zwar
eine Leistungseinschränkung durch Bauchschmerzen nach post
operativen Komplikationen, eine
Muskeldysbalance
, ein erhöhter Pausenbe
darf und eine reduzierte Belastbarkeit des Achsenskeletts bestünden. Eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne Zwangshaltungen – wie
die zuletzt ausgeübten Tätigkeiten
als Verkäuferin in einem
Schmuckgeschäft oder
als Briefsortiererin – sei
ihr
aus somatischer Sicht jedoch
zu 100
%
zumutbar.
Die festgestellten psychischen Diagnosen
würden
sodann als ohne Auswir
kung
en
auf die Arbeitsfähigkeit
betrachtet
.
Ein
invalidisierender Gesund
heitsschaden
sei daher nicht
ausgewiesen (
Urk.
2
S.
2
).
1.3
Die
Beschwerdeführerin
machte demgegenüber geltend, dass
die Beschwer
de
gegnerin nach Erlass des Rentenvorbescheides vom
1
9.
Februar 2014
ein polydisziplinäres Gutachten beim
F._
veranlasst habe. Daraufhin habe
sie
gestützt auf das Gutachten des
F._
statt des erwarteten
(neuerli
chen)
Rentenvorbescheids sofort die
renten
ablehnende
V
erfügung vom
1
1.
Januar 2016 erlassen
, womit
ihr
Anspruch
auf
rechtliches Gehör verletzt worden
sei
. Im Weiteren
sei
im
interdisziplinären
F._
-Gutachten dargelegt worden, dass und weshalb die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit aus
viszeral
chirurgischen
und onkologischen Gründen erheblich eingeschränkt sei. Mit der Behaup
tung, dass der Beschwerdeführerin eine angepasste Tätigkeit aus somatischer Sicht zu 100
%
zumutbar sei, sei die Beschwerdegegnerin
von der
Beur
teilung der externen Spezialärzte des
F._
und auch
von
derjenigen
ihres eigenen Arztes des Regionalen
Ärztlichen
Dienstes (RAD) diametral
und ohne nach
vollziehbare Begründung
abgewichen.
Für die Beurteilung des Renten
anspruch
s sei auf die Einschätzungen zur
Ar
beits- und Erwerbsfähig
keit im Gutachten des
F._
abzustellen (
Urk.
1 S. 3 ff.).
2.
2.1
Vorab ist zu prüfen
, wie es sich mit dem Vorwurf
der Verletzung des rechtli
chen
Gehör
s verhält.
2.2
Nac
h Erlass des Vorbescheids vom 1
9.
Februar 2014 (
Urk.
8/70), mit dem der Beschwerdeführerin die Abweisung
des Rentenbegehrens
in Aussicht gestell
t worden war
, und dem dagegen von
dieser erhobenen Einwand
vom
26.
Februar respektive 2
8.
April 2014 (
Urk.
8/71,
Urk.
8/73 und
Urk.
8/76) holte die Beschwerdeg
egnerin weitere Arztberichte
(
Urk.
8/78,
Urk.
8/86,
Urk.
8/91 und
Urk.
8/95)
ein
und veranlasste beim
F._
eine polydisziplinäre Begutachtung (
Urk.
8/103). Auf entsprechende Aufforderung der Beschwer
degegnerin vo
m 2
3.
Oktober 2015
(
Urk.
8/105
)
hin
nahm die Beschwerde
führerin zu den neuen medizin
ischen Unterlagen sodann am 14.
Dezember 2014 Stellung (
Urk.
8/109)
, ehe die Beschwerdegegner
in einen Anspruch
auf Leistungen
der
Invalidenversicherung
mit Verfügung vom 11.
Januar 2016 (
Urk.
2)
– wie mit Vorbescheid vom 1
9.
Februar 2014 angekündigt
(
Urk.
8/70) – verneinte.
2.3
Die
Beschwerdeführerin konnte sich
somit
sowohl
zum Vorbescheid vom 19
.
Februar 2014 als auch zu den in der Folge eingeholten medizinischen
Unterlagen
äussern, womit den
Vorgaben von
Art.
57a
Abs.
1 des Bundes
gesetzes über die Invalidenversicherung (I
VG
)
, wonach die IV-Stelle der ver
sicherten Person den vorgesehenen Endentscheid über ein Leistungsbegehren zunächst mittels Vorbe
scheid mitzuteilen hat, Genüge getan wurde.
Dass die Beschwerdegegnerin die Verneinung des Leistungsanspruchs in der Verfü
gung vom 1
1.
Januar 2016 (
Urk.
2) teilweise anders begründet hat als
noch
im Vorbescheid vom 1
9.
Februar 2014 (Urk.
8/70), ändert daran nichts.
Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs
der Beschwerdeführerin
ist unter diesen Umständen zu verneinen.
3.
3.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbs
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfä
higkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
3.2
Bei erwerb
stätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommens
ver
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizi
nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbs
einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allge
meine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
3.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG
)
.
3.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
3.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
4
.
4
.1
Die bis zur
Begutachtung der Beschwerdeführerin aktenkundigen medizini
schen Bericht
e wurden in der Expertise des
F._
vom 2
2.
Juni 2015 zusam
mengefasst (
Urk.
8/103/5-9
), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwägungen aber darauf Bezug genommen.
4
.2
Die Ärzte des
F._
stellten im Gutachten vom 2
2.
Juni 2015 f
olgende Diagno
sen mit Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/103/27):
(1)
anhaltende Bauchschmerzen (ICD-10 R10.3) und Nausea (ICD-10 R11) bei
-
Verdacht auf partielle Obstruktion des
bilio-pankreatischen
Jejunum-
Schenkels
-
Status nach
laparoskopischem
proximalem Magenbypass
-
Status nach
zweimaliger
laparoskopischer
Reposition einer
Petersenhernie
mit Verschluss des
Mesenterialschlitzes
-
Status nach
offener Resektion und Neuanfertigung der
jejuno-jejunalen
Fussp
unktanastomose (Operation 2
4.
Februar
2014
[richtig: 1
5.
Februar
2014]
)
-
Status nach
zwei
Reinterventionen
wegen Infekt und
Dehiszen
z
der media-
nen
Laparotomiewunde
•
Rektusdiastase
und beginnende Narbenhernie (ICD-10 K43.9)
-
ursächlich Adipositas mit sekundärer Gewichtszunahme nach primär erfolgrei
chem proximalem Magenbypass (ICD-10 E66.00)
•
adäquate Substitution mit normalis
ierten Werten von Vitamin D und
Ferritin
(2)
ein c
hronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom rechtsbetont (ICD-10 M53.0)
-
Dysbalancen
der Schultergürtelmuskulatur
-
klinisch keine Hinweise für
radikuläre
Symptomatik
-
radiologisch
Osteochondrose
und ventrale Spondylose C5/6
(3)
ein c
hronisches
lumbospondylogene
s
Schmerzsyndrom rechtsbetont (I
CD-10 M54.5)
-
myostatische
Insuffizienz mit den entsprechenden
muskuloligamentären
Ü
berlastungsreaktionen
-
abgeschwächter
ASR rechts als Zeichen ei
ner abgelaufenen S1
-Wurzel
-
kompression
-
mediorechtslate
rale
Diskushernie L4/5 (
MRI November
20
04)
-
radiologisch ausgeprägte
Osteochondrose
L4/5 und L5/S1
(4)
eine
Hypermobilität
(ICD-10
M35.7)
Als Diagnosen ohne Einfluss
auf die Arb
eitsfähigkeit nannten sie (Urk.
8/103/27-28):
(1)
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10
F33.0)
(2)
eine
Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0)
(3)
ein
Marginalzonen-Lymphom Stadium IV B, Primärdiagnose im August 2012
aus ein
em rechtsinguinalen Lymphknoten
-
von September 2012 bis April 2013 6 Zyklen einer Chemotherapie mit
Bendamustin
und 6 Verabreichungen von
Rituximab
, im Juli und September
2013 je eine weitere Dosis
Rituximab
, darunter anhaltende komplette
Remission
(4)
belastungsabhä
ngige
Gonalgien
beidsei
ts rechtsbetont (ICD-10 M25.56)
-
klinisch und radiologisch unauffälliger Befund
Die Ärzte des
F._
erklärten in der interdisziplinären Beurteilung, dass bei der Beschwerdeführerin
i
m Vordergrund der Beschwerden Bauchprobleme
stehen würden
, dies nach wiederholten Bauchoperationen bei Komp
likationen im Jahr 201
4.
Nun sei im August 2015
eine weitere Operation geplant in der Hoffnung, eine allfällig obstruktive bzw. funktionelle Störung der Dünn
darmkonstellation beheben zu können. Hinsichtlich
der Arbeitsfähigkeit resul
tiere
, dass aus
viszeralchirurgischer
Sicht derzeit
– bezogen auf ein Voll
zeitpensum
–
nur
eine 50%ige Arbeit
sfähigkeit vorhanden sei
. Aus Sicht des Bewegungsapparates
würden sich
verschiedene Probleme auch im Zusammenhang mit der Hypermobilität auf
bauen. Diagnostisch könne
ein chronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom rechtsbetont zugeordnet werden, ohne Hinweise
auf
eine
radikuläre
Symptomatik, bei leichten bis
mässiggradi
gen
degenerativen Veränderungen. Weiter lägen ein
chronische
s
lumbospondylogene
s
Schmerzsyndrom mit abgeschwächtem ASR rechts a
ls Zeichen einer abgelaufenen S1
-Wurzelkompression
vor
, ebenfalls
mit
mässig
gradigen
bis deutlichen degenerativen Veränderungen und bei
myostatischer
Insuffizienz.
Daraus resultiere
, dass
der Beschwerdeführerin
körperlich schwere und auch mittelschwere Täti
gkeiten nicht mehr zumutbar seien
. Für leichte
, wechselbelastende Tätigkeiten, bei der sie keine
wirbel
s
ä
ulenbelastenden
Zwangshaltungen einnehme, bestehe
aus Sicht des Bewe
gun
gsapparates keine Einschränkung.
Dies würde
auch auf die zuletzt
aus
geübten
Tätigkeiten als Briefsortiererin oder als Verkäuferin im eig
enen Schmuckgeschäft zutreffen. Aus onkologischer Sicht könne
das Marginalzo
nen-Lymphom Stadiu
m IV B mit Primärdiagnose im Aug
ust 2014
(richtig: 2012)
bestätigt werden.
Anschliessend habe
von
September 2012 bis April 2013 eine adäquate Chemotherapie mit s
päterer Ergänzungsbehandlung von
Juli bis
September 2013 stattgefunden. Seither bestehe
eine komplette, anhaltende Remissi
on. Aus onkologischer Sicht könne
daher keine
Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit
mehr attestiert werden
. Aus allgem
eininter
nistischer Sicht lägen
keine weiteren Befunde und Diagnosen vor, d
ie sich auf die Arbeitsfähigkeit
auswirken
würden. Aus psychiatrischer Sicht könne bei der Beschwerdeführerin auf affektiver Ebene eine gegenwärtig leichte Episode einer rezidivierenden depressiven Störung festg
estellt werden. Die somatisch
nur teilweise erklärbaren Befunde für die subjektiven Beschwerden und vor allem subjektiven Limitierungen, verschiedene Beschwerdebereiche betreffend, seien einer Somatisierungsstörung zuzuordnen. Diese sei gemäss den vorliegenden Kriterien überwindbar. Die depressive Störung erreiche nicht die Schwelle, welche die Arbeitsfähigkeit tangieren würde. Aus psychi
atrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeit
sfähigkeit. A
us inter
disziplinärer Sicht
bestehe somit
in schweren und mittelschweren Tätigkeiten
eine Arbeitsunfähigkeit
. In leichten,
wechselbelastenden Tätigkeiten,
so auch in den zuletzt durchgeführten Arbeiten (als Briefsortiererin und Verkäuferin in einem Schmuckladen), bestehe derzeit eine 50%ige Arbeits- und Leis
tungsfähigkeit. Nach dem geplanten
viszeralchirurgischen
Eingriff vom August 2015 sollte die Arbeitsfähigkeit bei gutem Verlauf theoretisch Anfang 2016
viszeralchirurgisch
nicht mehr wesentlich eingeschränkt sein, was gegebenenfalls neun bis zwölf Monate nach dieser Intervention
reeva
luiert
werden müsste (
Urk.
8/103/
28
-
30).
4
.3
RAD-Arzt
Dr.
med.
G._
, FMH Anästhesiologie, erklärte in der Stellung
nahme vom
6.
Juli 2015,
dass die
Beurteilung der medizinischen Zusam
menhänge
im MEDAS-Gutachten vom 2
2.
Juni 2015
einleuchtend
und die m
edizinischen Schlussfolgerungen
begründet
seien
(
Urk.
8/110/5).
Im E-Mail vom
9.
Juli 2015 ergänzte RAD-Arzt
G._
, dass er den Zustand der Beschwerdeführerin aktuell als recht stabil beurteile und den Fall abschliessen würde. Aus der geplanten Revision sollte keine dauerhafte Ver
änderung der Arbeitsfähigkeit resultieren. Dasselbe gelte vorderhand auch
für
die nötigen halbjährlichen
onkologischen Kontrollen. Wenn ein Rezidiv auftreten sollte, würde dies möglicherweise auf Antrag zu einer Revision führen, aber auch dann ergäbe sich nicht unbedingt eine dauerhafte Verän
derung (
Urk.
8/110/6).
4
.4
Die Beschwerdegegnerin
hielt
im Eintrag
im Feststellungsblatt
vom 23.
Oktober 2015
fest
, dass die Ressourcenprüfung vorliegend nur teilweise anwendbar sei. Der RAD gebe an, dass die zuletzt ausgeübten Tätigkeiten als Schmuckverkäuferin und Postsortiererin als angepasste Tätigkeiten gelten würden. Diese
seien der Beschwerdeführerin weiterhin zu 100
%
zumutbar. Aus somatischer Sicht sei
sie
nicht eingeschränkt. Die Somatisierungsstörung und die rezidivierende depressive Störung hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Zudem seien diese Diagnos
en von einem fachfremden Arzt (I
nnere Medizin) gestellt worden (
Urk.
8/110/6).
5.
5.1
Zunächst ist darauf hinzuweisen
,
dass die Beschwerdegegnerin die Beschwer
deführerin
in der angefochtenen Verfügung vom 1
1.
Januar 2016
nunmehr – zu Recht - als im Gesundheitsfall zu 100
%
erwerbstätig einge
stuft hat, da deren 1991 geborene Tochter
seit längerem volljährig und zwi
schenzeitlich auch bereits ausgezogen war
(
Urk.
2 S. 2
;
vgl. auch
Urk.
8/103/9).
5.2
5.2.1
Was den medizinischen Sachverhalt betrifft, ist festzuhalten, dass d
as
von der Beschwerdegegnerin eingeholte
F._
-
Gutachten
vom 2
2.
Juni 2015
(Urk.
8/103)
auf den
erforderlichen
allseitigen
fachärztlich
en
Untersuchun
g
en (allgemeininternistisch,
viszeral
chirurgisch
, psychiatrisch, rheumatolo
gisch und onkologisch)
basiert
und
in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben
wurde
.
Die
F._
-Gutachter haben
detaillierte Befunde erhoben, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem
Verhalten der Beschwerdeführerin
auseinandergesetzt.
Zudem haben sie
die medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtend dargelegt. Das genannte Gutachten erfüllt demnach grundsätzlich die
rechtsprechungsgemässen
Anforderungen an eine
beweiskräftige
ärztli
che Entscheidungsgrundlage
(vgl. E. 3.4
).
5
.2.2
Die retrospektive
Einschätzung
der Ärzte des
F._
, wonach im
Zeitraum
September 2012
bis Juli 2013
(das heisst während der von September 2012 bis April 2013 dauernden Chemotherapie plus einer Erholungsphase von ca.
drei Monaten,
Urk.
8/103/26)
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
der Beschwerdeführerin
für
jegliche
Tätigkeiten auszugehen sei
(
Urk.
8/103/29
)
, ist nachvollziehbar
.
Wie dem
echtzeitlichen
Bericht
der Klinik
Z._
vom 2
2.
November 2012 zu entnehmen ist, war das Lymphom bei Diagnose
stellung
(
im August 2012
)
nämlich
bereits fortgeschritten und es bestanden B-Symptome wie ausgeprägte Müdigkeit, Schweissausbrüche und Gewichts
verlus
t (Urk.
8/49/6).
Aus dem Bericht v
on
Dr.
B._
vom
2
8.
Juni 2013
(
Urk.
8/56/3-4)
geht
sodann
hervor
,
dass
die kombinierte Chemo-Anti
körper-Therapie von
September 2012 bis April 2013
dauerte
und im
Mai 2013
zudem akute Bauchbeschwerden auf
traten
, erneut hervorgerufen durch eine
Petersenhe
rnie
nach
Magenbypassoperation
. Aus diesem Grund wurde
am
2
2.
Mai 2013
ein
operativer
Eingriff
durchgeführt
(
Laparaskopische
Reposition
eines
Petersenhernienrezidivs
und Verschluss
der
Mesolücke
; vgl.
Bericht
des
C._
vom 1
6.
Mai 2014,
Urk.
8/78/6
)
.
5.2.3
Im Weiteren ist auch die
Beurteilung
der Ärzte des
F._
, wonach von
August 2013 bis Januar 2014 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in den angestammten oder adaptierten Tätigkeiten
bestanden habe
(
Urk.
8/103/29
)
, plausibel. Denn i
m Juli und September 2013 folgten hinsichtlich der
Lymphomerkrankung
zwei weitere M
onotherapiezyklen (vgl. Bericht
e
von
Dr.
B._
vom
2
8.
Juni 2013,
Urk.
8/56/3-4,
und vom 1
7.
Oktober 2013,
Urk.
8/64
)
.
Über
dies legte
Dr.
B._
i
m
Bericht vom 1
7.
Oktober 2013
begründet dar, dass die Beschwerdeführerin vonseiten der Non Hodgkin Lymphom-Er
krankung nun zu 50 bis 80
%
arbeitsfähig wäre. Angesichts der Gesamt
situation mit Status nach Magenbandoperation, kürzlich durchgeführter
Abdominaloperation
und einer achtmonatigen Chemo
-
A
ntikörper-T
herapie gehe sie aber davon aus, dass die Beschwerdeführerin ein 50%iges Pensum in einem angepasst
en Rahmen schaffen könnte (Urk.
8/64
/2
).
5.2.4
Am 1
5.
Februar 2014
musste sich die Beschwerdeführerin
ein
em
(
weiteren
)
abdominal-chirurgischen
Eingriff
unterziehen
(
Laparatomie
, Resektion Fuss
punktanastomose,
Entero
-Enterostomie und
Distali
sierung
der Fusspunkta
nastomose;
Bericht des
C._
vom
4.
März 2014,
Urk.
8/78/11
12
).
Da es in der Folge zu einer Bauchwandinfektion im Bereich der
Laparotomienarbe
kam, wurden
zusätzliche Eingriffe
erforderlich,
welche
am 2
5.
Februar
und am
7.
März 2014
vorgenommen wurden
(
Bericht des
C._
vom 2
8.
März 2014,
Urk.
8/78/8-9
).
Daraufhin
wurde die
betreffende
Wunde regelmässig durc
h die Spitex verbunden, ehe d
er zuständige Obera
rzt des
C._
im Beri
cht vom 1
6.
Mai 2014 festhielt
, dass sich nach Entfernung des Verbandes eine vollständig
aufgranulierte
Wunde gezeigt habe (
Urk.
8/78/6-7).
Angesichts des abdominal-chirurgischen Eingriffs vom 1
5.
Februar 2014 und der
genannten
Komplikationen im postoperativen Verlauf
kann daher
-
in weit
gehender Übereinstimmung mit den
Ärzten
des
F._
(
vgl.
Urk.
8/103/29
)
-
auch
eine gänzliche Arbeits
un
fähigkeit der
Beschwerdeführerin
für jegliche Tätigkeiten
von Februar
bis und mit Mai 2014 als ausgewiesen gelten.
5.2.5
Was den darauffolgenden Zeitraum ab Juni 2014 bis
zum
neuerlichen
abdo
mi
nal-chirurgischen Eingriff
, der letztlich nicht im
August 2015, son
dern am 2
1.
Oktober 2015
durchgeführt wurde (
Urk.
3),
betriff
t
,
liegen echt
zeitliche Arztberichte
mit äusserst unterschiedlichen Einschätzungen zur Arbeits
fähigkeit vor. Während
etwa
die Assistenzärztin des Departements für Chirurgie des
C._
im Bericht vom
4.
Juni 2014 angab, dass die Wunde
im Bauchbereich
de
r Beschwerdeführerin geheilt
und
die bisherige Tätigkeit
(wieder)
in einem 100%-Pensum möglich sei (
Urk.
8/78/2), kam
Dr.
D._
im Bericht vom
3.
November 2014 zum Schluss, dass
(seit September 2012) eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit vorliege.
Dr.
D._
begründete dies
mit Bauch
krämpfen, Inappetenz, Nausea, Diarrhoe, Malnutri
ti
onsgefahr,
Sarko
penie
und
verstärkten
muskuloskelet
t
ale
n
Beschwerden bei vorbestehender Polyarthrose (
Urk.
8/
91/2). Dass die Ärzte des
F._
vor diesem Hinte
rgrund
und gestützt auf ihre
eigenen, in der
viszeralchirurgischen
Untersuchung vom 1
2.
Ma
i 2015 erhobenen Befunde (
Urk.
8/103/22-25
) - für den Zeitraum von Juli 2014
bis zur (ursprünglich) im August 2015 geplanten Operation
von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin in adapti
erten
Tätigkeiten ausgingen, erscheint
ebenfalls nachvollziehbar.
Demgemäss ist für den Zeitraum Juni 2014
bis
21.
Oktober
2015
(tatsächliches Operations
datum)
von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit
in adaptierten bzw.
den zuletzt ausgeübten Tätigkeiten auszugehen.
5.2.6
Schliesslich
waren
die Ärzte des
F._
der Auffassung
, dass
nach der Revi
sions
operation
(vom 2
1.
Oktober 2015)
für einige Wochen eine volle Arbeits
unfähigkeit begründet sei. Bei gutem Verlauf sollte dann ab Anfang 2016 aus
viszeralchirurgischer
Sicht keine Arbeitsunfähigkeit in einer adap
tierten Tätigkeit mehr resultieren (
Urk.
8/103/29). Angesichts dessen, dass die Beschwerdegegnerin
nach de
r Begutachtung im
F._
vom
Mai
/Juni
2015
keinerlei
weitere
n
Arztberichte
mehr
eingeholt hat, lässt sich
indes
nicht prüfend nachvollziehen, ob der
neuerliche
abdominal-chirurgische
Eingriff tatsächlich zu einer massgeblichen Verbesserung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin geführt hat.
Im Recht liegt diesbezüglich einzig der von der Beschwerdeführerin im
vorliegenden
Beschwerdeverfahren einge
reichte
, wenige Tage nach dem
betreffenden
Eingriff erstellte
provisorische
Austrittsbericht
der Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie des
H._
vom 2
9.
Oktober 2015
(
Urk.
3)
, in dem sich
(
noch
)
keine Angaben zur Arbeitsfähigkei
t der Beschwerdeführerin finden.
Für die Beurteilung der
Gesetzmässigkeit
der angefochtenen Verfügung ist für das Sozialversicherungsgericht jedoch derjenige Sachverhalt
massgebend
, der bis zum Erlass des angefochtenen Verwaltungsaktes - das
heisst
bis am
1
1.
Januar 2016 - gegeben war (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis
).
5.2.7
Die Ärzte des
F._
haben die von ihnen attestierte Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit ausschliesslich mit onkologischen und
viszeral
chirurgischen
Befunden und Diagnosen, mithin somatisch, begründet. Den im psychiatrischen Teilgutachten – fachärztlich - gestellten Diagnosen einer Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0) sowie einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0), massen sie keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bei. Ob die gutachterliche Beurtei
lung des psychischen Gesundheitszustandes sowie dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit überzeugend erscheint, kann
offen bleiben
, macht doch die Beschwerdeführerin selbst nicht ge
ltend, es habe bis zur Begutachtung im
F._
aus psychischen Gründen eine höhere als die gutachterlich attestierte Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit bestanden. Sie wies aber im Ein
wand vom 1
4.
Dezember 2015 grundsätzlich zu Recht darauf hin, dass sich der psychiatrische Facharzt des
F._
mit dem Vorbericht der
E._
vom
9.
März 2015 (Urk.
8/95) hätte auseinandersetzen müssen (
Urk.
8/109/2; vgl. auch
Urk.
8/103/16). Ausserdem bezog er sich bei seiner Einschätzung auf die gemäss bisheriger Rechtsprechung des Bundesgerichtes zu den somatoformen Schmerzstörungen und vergleichbaren psychosomati
schen Leiden
massgeblichen Kriterien (BGE 130
V
352
). Diese Rechtspre
chung wurde jedoch am
3.
Juni 2015 geändert (BGE 141 V 281).
5.3
Zusam
menfassend ist somit festzuhalten, dass auf die Beurteilung
en
der Ärzte des
F._
zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im
Zeitraum September 2012 bis
Oktober
2015
weitestgehend abgestellt werden kann (wobei im Juni 2014 lediglich eine 50%ige und nicht eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit als ausgewiesen gelten kann)
.
Im Weiteren ist eine
zuverlässige Beurteilung des Gesundheitszustands und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nach de
m
abdominal-chirurgischen Eingriff
vom
21.
Oktober
2015 aufgrund der vorliegenden Akten nicht möglich.
Der medi
zinische Sachverhalt erweist sich daher als ungenügend abgeklärt.
Damit ist
im Übrigen
auch gesagt,
dass
und weshalb
die
im
Widerspruch zu den Ein
schätzungen der
Ärzte
des
F._
sowie des RAD (Urk. 8/110/5-7)
stehende
Be
urteilung der Beschwerdegegnerin, wonach der Beschwerdeführerin eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit zu 100
%
zumutbar sei
(
Urk.
8/110/6)
, nicht zu überzeugen vermag.
6.
Die angefochtene Verfügung vom 1
1.
Januar 2016
(
Urk.
2)
ist demnach aufzu
heben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese
Verlaufsberichte der behandelnden Ärzte (
vgl. auch Urk. 8/109/2 und Urk.
8/115) einhole und diese dem RAD oder dem
F._
zur ergänzenden Stellungnahme vorlege. Je nach dem hat die Beschwerdegegnerin die psychi
atrische Verlaufsbeurteilung anhand der
gemäss BGE 141 V 281 (vgl. E.
5.2.7) nunmehr beachtlichen Standardindikatoren – rechtlich – zu überprüfen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichtes 9C_1
54/2016 vom 19. Oktober 2016 E.
4.1). Ausserdem hat die Beschwerdegegnerin die erwerblichen Auswirkungen der eingeschränkten Leistungsfähigkeit seit dem
1.
September 2013 (Ablauf des Wartejahres Ende August 2013) abzuklären, wobei sie die vorstehenden Erwägungen zur bis Oktober 2015 anzunehmen
den
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
der Beschwerdeführerin in angepasster Tätigkeit
(vgl. E. 5.2 und E. 5.3)
zu beachten hat. Danach hat sie über einen Renten
anspruch der Beschwerdeführer
in
ab dem
1.
September 2013 neu zu verfü
gen.
In diesem Sinne ist die Beschwerde
gutzuheissen
.
7.
7.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten
sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwer
t festzule
gen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
und auf Fr. 600.-- anzusetzen.
Ausgangsgemäss
sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Ver
waltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die vertretene Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Diese ist gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3
GSVGer
unter Berücksich
tigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
zu bemessen
.
Rechtsanwältin
Marianne Ott machte mit
Honorarnote vom 1
3.
Februar 2017 einen Aufwand von 12,59 Stunden (zuzüglich Barauslagen von
Fr.
94.45) geltend (
Urk.
12)
.
Dieser Aufwand erscheint als zu hoch, zumal Rechtsan
wältin Marianne Ott die Beschwerdeführerin bereits im
Vorbescheidverfahren
vertreten hat.
Mit Blick auf vergleichbare Fälle ist vorliegend ein Aufwand von 10 Stunden angemessen (Instruktion: 1 Stunde; Aktenstudium: 3 Stun
den; Abfassen der 7-seitigen Beschwerdeschrift: 3,5 Stunden; zweite Ein
gabe: 1,5 Stunden; Weiteres: 1 Stunde).
Die Entschädigung ist deshalb ermessensweise auf Fr. 2‘500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.