Decision ID: 99ec9b67-bdc0-4bcb-b0a4-99a59a915494
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1967, war vom
1.
Oktober 2014 bis 2
8.
Februar 2017 bei der Spitex
Y._
als Pflegefachfrau HF in einem 80%-Pensum an
ge
stellt. Am 1
6.
Juni 2015 stolperte die Versicherte über einen Stuhl und zog sich dabei eine Verletzung des linken Fusses zu (vgl.
Unfall
meldung vom 2
2.
Juni 2015 [Urk.
8/30/24ff.
],
Arztzeugnis UVG vom 2
5.
Juni 2015 [
Urk.
8/
3
0/23
]
). A
m
6. No
vember 2015 unterzog
sich
die
Versicher
te einem operativen Eingriff am linken Fuss (Urk. 8/30/16f.
).
Nach anfänglicher Meldung zur Früherfassung (Urk. 8/11) meldete sich die Ver
si
cherte am 1
3.
Juli 2016 (
Eingangsdatum
) bei der Sozialver
sicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf den Unfall vom 16. Juni 2015 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversiche
rung an (Urk. 8/17).
Die IV
Stelle klärte die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab, zog
die Akten
der Un
fallversicherung bei (Urk.
8/30
)
,
holte die
Bericht
e
der
behandelnden
Ä
rzte
(
Urk.
8/32,
Urk.
8/33,
Urk.
8/43,
Urk.
8/44,
Urk.
8/53
,
Urk.
8/54,
Urk.
8/57
,
Urk.
8/74
)
sowie einen Auszug aus dem Individuellen Konto de
r
Versicherten (IK-Auszug, Urk.
8/26
) ein
und ersuchte die Arbeitgeberin um Auskünfte (
vgl.
Arbeit
geberfrage
bogen vom
5.
Sep
tember 2016, Urk. 8/41).
Mit Mitteilung vom 21. April 2017 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass berufliche
Ein
gliede
rungs
massnahmen
gesundheitsbedingt nicht angezeigt seien (Urk. 8/59).
In der Folge veranlasste die IV-Stelle eine polydis
zi
pli
näre Begutachtung durch die
Z._ AG
, über welche am
19. Oktober 2017 berichtet wurde
(
Urk. 8/80
)
.
Ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 29 % stellte die IV
-Stelle mit Vorbescheid vom 16.
No
vember 2017 die Ab
wei
sung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
8/86).
Hiergegen erhob
die Ver
sicherte
am 2
4.
November 2017 (Urk.
8/87) sowie er
gänzend am 2
2.
Dezember 2017 (
Urk.
8/91) Einwand
und legte weitere Arzt
berichte ins Recht (
Urk.
8/92
,
Urk.
8/105-109
)
.
In diesem Zusammenhang tätigte die IV-Stelle weitere Abklä
run
gen und ersuchte die
Z._
AG um Stellungnahme (Urk.
8/99), zog wiederholt die Akten der Unfallversicherung (Urk. 8/114, Urk. 8/133, Urk. 8/135, Urk. 8/140) bei und
holte aktuelle Arztberichte der behandelnden Ärzte
(
Urk.
8/
142, Urk. 8/145-146
,
Urk.
8/150
)
ein
.
Mit Mitteilung vom 2
5.
Mai 2019 erteilte sie der Versicherten Kos
tengutsprache für eine
Bein
orthe
se
links
(
Urk.
8/154). Im weiteren Verlauf
veranlasste die IV-Stelle eine ärztliche Untersuchung durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD), worüber am 1
7.
September 2019 Bericht erstattet wurde (
Urk.
8/166-167)
.
Aus
gehend von der Möglichkeit einer wesentlichen Verbesse
rung des Gesund
heits
zustandes durch eine stationäre Behandlung im Sinne einer interdis
zi
pli
nären Schmerz
therapie sowie der Beendigung der Opioid-Therapie
auferlegte die IV-Stelle der Versicherten mit Schreiben vom
8.
Oktober 2019 eine Schaden
min
de
rungspflicht (Urk. 8/168).
Mit neuem Vorbescheid vom
7.
Januar 2020 stellte die IV-Stelle a
usgehend
von einem anfängli
chen Invaliditätsgrad von 100
%
ab
1. Ja
nuar
2017 bis
3
0. November
2019 eine ganze und ab 1.
De
zember 2019
eine halbe
Invalidenrente in Aussicht
(
Urk.
8/187).
Gegen die Herabsetzung der Invaliden
rente
erhob die Versicherte am 1
3.
Januar 2020
Einwand
(Urk. 8/190). Mit Ver
fügung vom
3.
August 2020
sprach die IV-Stelle ihrem
Vorbescheid
ent
sprechend
der Versicherten ab
Januar 2017
bis
November 2019
gestützt auf einen In
vali
di
täts
grad von 100 %
resp. 80
%
eine befristete ganze Rente
(Urk. 8/239)
und ab De
zember 2019 eine halbe Invalidenrente
zu (Urk. 8/231 = Urk. 2).
2.
Die Unfallversicherung ihrerseits
stellte die Leistungen für die Heilbehandlungen per 2
8.
Februar 2019 respektive die Taggeldzahlungen per 3
1.
März 2019 ein und sprach der Versicherten ab
1.
April 2019 eine UVG-Rente von 13 % zu. Einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung verneinte sie
(Verfügung vom
11. Mai 2020
; Urk.
8/199
). Die dagegen
am
9.
Juni 2020
erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit
heutigem
Urteil in dem Sinne
teil
weise gut, als die Versicherte Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfall
ver
siche
rung
basierend auf einer Erwerbseinbusse
von 3
4
%
ab
1.
April 2019
habe (vgl. Prozess Nr. UV.2020.00142)
.
3.
Mit Eingabe vom
2.
September 2020 (Urk. 1)
erhob die Versicherte
gegen die Ver
fügung der IV-Stelle vom
3.
August 2020
Be
schwer
de und beantragte, der an
gefochtene
Einspracheentscheid
sei
insoweit
aufzu
heben
, als ihr ab 1. Dezem
ber 2019 nur eine halbe und nicht eine ganze Invalidenrente zugesprochen werde.
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
1
4.
Oktober
2020
auf Abweisung der Beschwerde
(Urk.
7
),
was der Beschwerde
führerin
mit
Verfügung vom 2
0.
Oktober 2020
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
9
).
Mit Beschluss vom
1
6.
Juni 2021 (
Urk.
1
0) räumte das hiesige Gericht der
Beschwerdeführer
in
eine Frist von zwanzig Tagen ein, um sich zu einer möglichen
Rückweisung und einer damit verbundenen möglichen
reformatio
in
peius
zu äussern oder die Beschwerde zurückzuziehen.
Die
Beschwerdeführer
in
hielt daraufhin mit Eingabe vom
2
0.
Juli 2021 (
Urk.
1
3) an
ihrer
Beschwerde fest
, was der Beschwerde
gegnerin am 2
1.
Juli 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
14)
.
4
.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die
ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.5
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sach
verständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gut
achtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässig
keit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E.
4.7).
1.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über
das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
]
). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren über
haupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheid
relevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom
3.
August 2020
(Urk. 2) hielt d
ie Be
schwer
de
gegnerin
fest
,
medizinische Abklärungen hätten ergeben, dass die Beschwerde
führerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Pflegefachfrau
seit dem Unfall
ereignis im
Juni 2015
nicht mehr arbeitsfähig sei.
Der RAD habe die Beschwerde
führerin im August 2019 untersucht und gehe von einer Verbesserung der ge
sund
heitlichen Situation aus, weshalb ihr a
b
Ende August 2019 eine ihren ge
sundheitlichen Einschränkungen optimal angepasste Tätigkeit zu 50 % zumut
bar
sei
. Die Schadenminderungspflicht vom
8.
Oktober 2019 behalte weiterhin ihre Gül
tig
keit. Mithin habe die Beschwerdeführerin ab
1.
Dezember 2019 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente.
2.2
Demgegenüber machte
die
Beschwerdeführer
in
in
ihrer
Beschwerde vom
2. Sep
tember 2020
(
Urk.
1) zusammengefasst geltend,
die RAD-Ärzte
hätten
eine Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes festgestellt
und eine Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt verneint
. D
ie Voraussetzungen für eine Revision gemäss Art.
17 ATSG per Ende November 2019 seien
entsprechend nicht gegeben.
Im Übrigen seien die Einschränkungen im Haushalt zu berücksichtigen.
3.
3.1
Am 16. Juni 2015 stolperte die Beschwerdeführerin über einen Stuhl und zog sich dabei ein Distorsionstrauma am linken Fuss zu (vgl.
Urk.
8/30/23). Bei nicht
regredienter
Schwellung des linken oberen Sprung
ge
lenkes (OSG) wurde am 1. Juli 2015 eine Magnetresonanztomographie (MRI) des linken Fusses durch
ge
führt und ein Distorsionstrauma links mit/bei
undisloziertem
Volkmann-Dreieck,
Syndesmosen-Teilriss
und Riss des Ligamentum
fibulo
-talare
anterior
diagnosti
ziert. Es erfolgte eine Ruhigstellung im
Vacoped
für sechs Wochen (Urk. 8/30/21f.). Nach
dem die konservativen Therapiemassnahmen er
folg
los ver
liefen, erachteten die be
handelnden Ärzte die
Restabilisierung
der
Syn
des
mose
indiziert. Am 6. No
vember 2015
erfolgte im Spital A._
ein operativer Ein
griff (
Débridement
und
TightRope
Syndesmosenfixation
; vgl. Ope
ra
tions
be
richt vom
6.
November 2015,
Urk.
8/30/16f.). In der Folge diagnostizierten die Spitalärzte ein chronisches regionales Schmerz
syndrom (CRPS) Typ I im Bereich des linken Unterschenkels/Fusses, welches sich postoperativ ent
wickelt habe (Urk. 8/30/9). Da die durchgeführten Therapien zu keiner we
sent
lichen Besserung der Beschwerden führten, erfolgte am
8.
April 2016 bei Verdacht auf eine Ner
venkompres
sion eine
Osteosynthesematerialentfernung
(OSME; vgl. Austritts
bericht vom 1
9.
April 2016, Urk. 8/135/514f.).
3.2
Im Rahmen
d
er Einholung einer Zweitmeinung wurde die Beschwerdeführerin am 27. Juli 2016 in der Universitätsklinik
B._
vorstellig, wo die Diagnose eines CRPS bestätigt wurde (vgl.
Urk.
8/30/1ff.). Aufgrund persistierender Be
schwerden trotz ausgeschöpfter ambulanter Massnahmen begab sie sich vom 29. August bis 1
7.
September 201
6
in eine intensive Rehabilitationsbehandlung in der Univer
sitätsklinik
B._
und nahm danach eine regelmässige ambulante Ergo- und Physiotherapie mit Lymphdrainage in Anspruch (vgl. Urk. 8/135/507ff.). PD
Dr.
med. C._
, Chefarzt Rheumatologie an der Universitätsklinik
B._
, hielt in seinem Bericht vom 1
4.
Juni 2017 (Urk. 8/135/440f.) fest, es zeige sich trotz intensiven medikamentösen und thera
peutischen Massnahmen ein protrahierter Verlauf mit anhaltend hoher Aktivität im CRPS. Aus physi
ka
lisch-medizinischer Sicht könne eineinhalb Jahre nach dem auslösenden Ereignis ein medizinischer Endzustand postuliert werden, sofern die geplante lumbale Grenz
strangblockade
auch
zu keinem substantiellen Anspre
chen führe. Er emp
fahl die Weiterführung der bisherigen Medikation, wobei diese im Verlauf aus
zu
schleichen sei. Auch die Intervalle zwischen den Physiotherapie
sitzungen seien zu verlängern und im Verlauf auszuschleichen. Bezüglich Ar
beits
fähigkeit kon
statierte er, es sei nicht realistisch, dass die Beschwerdeführerin mittel- bis lang
fristig in ihrem angestammten Beruf als Pflegefachfrau wieder eine volle Arbeits
fähigkeit erlangen könne. Medizinisch-theoretisch sei eine wechsel
be
las
tende Tätigkeit in einer Verweistätigkeit, unter Berücksichtigung der aktuellen Medika
tion, möglich, wobei das Pensum in der geplanten multidis
zi
pli
nä
ren Be
gut
achtung festzulegen sei.
3.3
Die behandelnde Psychiaterin
Dr.
med.
D._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte im Bericht vom 2
1.
September 2017 eine rezi
divierende depressive Störung
(
ICD-10: F33.1) und ein
en
Status nach Heraus
lösen aus dem Elternhaus in der Kindheit (ICD-10: Z61.1). Sie erklärte, die Beschwer
de
führerin sei ab Januar 2011 infolge einer Trennung vom Ehemann in psychia
trischer Behandlung gewesen. Im April 2015 habe die Behandlung ab
geschlossen werden können.
Aufgrund der Komplikationen, die sich nach dem Unfallereignis vom 1
6.
Juni 2015 entwickelt
hätten, und den daraus entstehenden Belastungen, habe die Beschwerdeführerin die psychotherapeutische Behandlung wieder auf
genommen.
Dr.
D._
erachtete eine Arbeitsfähigkeit aufgrund der so
matischen Diagnosen und den daraus folgenden Schmerzen als nicht gegeben (
Urk.
8/135/405ff.). Dazu hatte sie bereits im Bericht vom
6.
April 2017 fest
gehalten, dass die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht beurteilbar sei, da sie vom somatischen Verlauf abhänge (
Urk.
8/135/414f.
; vgl. auch
Urk.
8/54
).
3.
4
Die Beschwerdeführerin wurde in der
Z._
polydisziplinär begutachtet, worüber am 1
9.
Oktober 2017 berichtet wurde (
Urk.
8/135/325-
391
). Die Untersuchungen fanden am 21., 2
2.
und 2
4.
August 2017 sowie am 1
4.
September 2017 statt.
3.
4
.1
Die orthopädische Gutachterin hielt fest, im Rahmen der
orthopädisch-trauma
to
logischen
Untersuchung habe sich eine geringe Schwellung des linken Fusses und Sprunggelenkes sowie eine um 1.5 cm reduzierte Unterschenkel
muskulatur links als Hinweis auf die anhaltende Schonung des linken Beines beim Laufen an zwei Unterarmgehstützen gezeigt. Im Seitenvergleich sei eine eingeschränkte Beweg
lich
keit des linken oberen und unteren Sprunggelenkes demonstriert worden. Das am
5.
Januar 2017 durchgeführte MRI des linken Fusses sei unauffällig gewesen, ebenso die aktuell angefertigten Röntgenbilder des linken Fusses und Sprung
gelenkes vom 2
1.
August 201
7.
Die sichtbare inhomogene
osteopene
Knochen
struktur entspreche der anhaltenden Inaktivität. Seitens der Rheumatologie der Universitätsklinik
B._
werde anhaltend die Diagnose eines CRPS des linken Fusses gestellt. Bei Überprüfung der Diagnose anhand der Budapest-Kriterien sei das Vorl
iegen eines CRPS am linken Fuss
aktuell noch zu bestätigen. Im Rahmen der hiesigen Untersuchung würden sich jedoch einige Diskre
panzen zeigen. Auf
grund des Vergleichs des aktuellen klinischen Untersuchungsbefundes mit de
n
Befund
an
gaben in den vorhandenen Akten sei von einem deutlichen Rückgang der CRPS-bedingten Be
schwer
den am linken Fuss auszugehen. Diskre
pant zu den angegebenen massi
ven Schmerzen des linken Fusses sei die Tatsache, dass Paracetamol und Ibu
pro
fen entgegen den Angaben der Beschwerdeführerin nicht adäquat ein
genommen werden würden. Die analgetische Therapie der Be
schwer
deführerin mit Opiaten (
Oxycodon
) sei von
orthopädisch-traumato
logischer
Seite nicht indi
ziert und da
her zügig abzusetzen. Aufgrund des Neben
wirkungs
spektrums und des Herab
setzens der Schmerzschwelle würden diese Medikamente dafür sorgen, dass sich die Beschwerdeführerin nicht arbeitsfähig fühle. Nicht nach
vollziehbar sei auch die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin bei rekla
mierten erheblichen belas
tungs
abhängigen Schmerzen im linken Fuss die vor
handenen Einlagen entgegen ihren Angaben nicht trage. Aufgrund des Laufens an zwei Unterarm
geh
stützen ergebe sich eine 100%ige Arbeitsun
fähig
keit in der bisherigen Tätig
keit als Pflege
fachfrau. In einer leidensadaptierten, dem Belastungsprofil entspre
chen
den Tätigkeit bestehe jedoch von orthopädisch-
trauma
to
logischer
Seite eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/135/335f., Urk. 8/135/356f.).
3.
4
.2
Bei der neurologischen Untersuchung habe die Beschwerdeführerin - so die neurologische Gutachterin - über einen Dauerschmerz im Bereich des oberen Sprunggelenkes links berichtet, weshalb sie beim Gehen den Fuss nicht aufsetzen
könne und auf zwei Unterarmgehstöcke angewiesen sei. Sie habe auch über eine Überempfindlichkeit des linken Fusses berichtet. In den Akten werde ein CRPS Typ 1 beschrieben. Der neurologische Befund zeige jedoch keine Paresen oder Sensibilitätsausfälle. Neben der berichteten Überempfindlichkeit am Fuss würde
n
eine leichte Temperaturdifferenz und geringe Unterschiede in der Schweiss
sekre
tion bestehen. Dies als Hinweis auf einen noch bestehenden, jedoch im Ver
gleich zu den
Vorakten
gebesserten Morbus
Sudeck
. Aus neurologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Pflegefachfrau nicht mehr ge
ge
ben. In einer Verweistätigkeit liege jedoch eine vollständige Arbeits
fähigkeit vor (
Urk.
8/135/336,
Urk.
8/135/367).
3.
4
.3
Im Rahmen der psychiatrischen Exploration habe die Beschwerdeführerin ange
geben, dass die Psyche aus ihrer Sicht keinen Einfluss auf die Schmerzen habe. Sie schätze sich aus psychiatrischer Sicht nicht eingeschränkt ein. Der psychia
trische Gutachter konstatierte, aus den Akten gehe hervor, dass die Beschwerde
führerin unter depressivem Affekt, Freudlosigkeit, Antriebsschwäche und Er
schöpfung leide. Im Untersuchungsgespräch habe die Beschwerde
führerin jedoch nur über ihre Erschöpfbarkeit und Konzentrationsstörungen berichtet. Im Affekt sei sie weder depressiv noch
dysphorisch
. Sie bezeichne sich auch als psy
chisch stabil. Hinweise für eine aktuell vorliegende
,
länger andauernde depressive Episo
de gebe es keine. In Bezug auf den schädlichen Gebrauch von Opioiden hielt der Gutachter eine leichte Ausprägung fest. Aus psychiatrischer Sicht würden deshalb keinerlei Diagnosen bestehen, die die Arbeitsfähigkeit einschränken wür
den (Urk. 8/135/337). Aufgrund der Konzentrationsprobleme durch die Opiate riet der psychiatrische Gutachter jedoch zu einer schmerzdistanzierenden Medikation, um einer weiteren Verschlechterung entgegenzuwirken. Die Prognose sei an
ge
sichts d
er guten Ressourcenlage günstig
. Die Beschwerdeführerin zeige sich auch offen für einen Aufenthalt in einer Schmerzklinik mit Schmerz
distan
zie
rung (
Urk.
8/135/336,
Urk.
8/135/385).
3.
4
.4
Auf dem Fachgebiet der Inneren Medizin würden sich laut
Z._
-Gutachter keine Erkrankungen finden, die die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen würden. Labor
chemisch seien bei der Untersuchung das Cholesterin mit 5,6 mmol/l und die
Triglyceride
mit 3,16 mmol/l erhöht gewesen. Für eine sekundäre Ursache der
Hyperlipoproteinämie
wie z.B. Diabetes mellitus, eine Hypothyreose oder ein
nephrotisches
Syndrom ergebe sich keinen Anhalt. Die meisten
Hyperlipoprotein
ämien
würden durch Über-/Fehlernährung und/oder Bewegungsarmut hervor
ge
rufen werden, so sicherlich auch bei der Beschwerdeführerin. Die Beschwerde
führerin habe über eine exzessive Tagesschläfrigkeit mit Einschlafneigung tags
über geklagt. Aus internistischer Sicht sei diese erhöhte Tagesschläfrigkeit am
ehesten auf die Medikamenteneinnahme bei chronischem Schmerzsyndrom (inkl. Opioide) zurückzuführen. Entsprechend sei die Schmerzmedikation zu überprüfen (Urk. 8/135/337,
Urk.
8/135/376).
3.
4
.5
Im Rahmen der Konsensbeurteilung hielten die Gutachter folgende Dia
gnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
8/135/335):
-
Bewegungseinschränkung linkes Sprunggelenk und CRPS Typ 1 linker Fuss nach
Débridement
und
TightRope
Syndesmosenfixation
links am 6. November 2015 sowie Plattenentfernung am linken Sprunggelenk und Revision des
Nervus
saphenus
am linken
Malleolus
medialis
am
8.
April 2016
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien:
-
Psychische- und Verhaltensstörung durch Opioide: schädlicher Gebrauch (ICD-10: F11.1)
-
Rezidivierende depressive Störung seit 2005, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.4)
-
Übergewicht (BMI 29.2)
-
Gemischte
Hyperlipoproteinämie
Sie verneinten eine Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in ihrem bisherigen Beruf als Pflegefachfrau und attestierten ihr in einer leidensangepassten Tätigkeit unter Berücksichtigung des Belastungsprofils (retrospektiv seit Ende 2015) eine 100%ige Arbeits
fähigkeit (Urk. 8/135/338f.). Folgendes Belastungsprofil hiel
ten sie im polydisziplinären Kon
sens fest: körperlich leichte bis mittelschwere, vor
wie
gend sitzende Tätigkeiten mit gelegentlichem Gehen und Stehen, ohne Ho
cken. Unter einer oralen Anti
koagulationstherapie mit
Rivaroxaban
seien Tätig
keiten mit einem erhöhten Verletzungs- bzw. Unfallrisiko zu vermeiden. Bei erhöhter Tages
schläfrigkeit sollten keine Fahrzeuge gelenkt wer
den (Urk. 8/135/338). In prognostischer Hinsicht konsta
tier
ten die
Z._
-Gutachter, mit einer wesentlichen Bes
serung sei nach knapp zwei Jahren nicht mehr zu rechnen. Die Prognose in einer dem Belastungsprofil entsprechenden Tätigkeit sei hin
ge
gen als günstig anzusehen. Zur Entlastung der Gelenke beider unterer Extre
mi
tä
ten werde eine Gewichtsreduktion empfohlen. Die er
höhte Tages
schläfrigkeit sei am ehesten auf die Medikamenteneinnahme bei chro
nischem Schmerz
syn
drom (inkl. Opioide) zu
rück
zuführen. Die Schmerz
medika
tion sei des
halb zu über
prüfen. Ferner werde aufgrund der Konzentrationsprobleme durch die Opiate zu einer schmerzdistan
zie
renden Medikation geraten, um einer weiteren Verschlech
te
rung entgegen
zu
wirken. Aus psychiatrischer Sicht sei die Prognose an
ge
sichts der guten Res
sourcen
lage günstig (
Urk.
8/135/339). Hinsichtlich der emp
fohlenen Absetzung der Opiate präzisierten die
Z._
-Gutachter in ihrer ergän
zen
den
Stellungnahme vom 22. Fe
bruar 2018 (
Urk.
8/135/320ff.), ein abruptes Absetzen der Opiate sei aufgrund der Möglichkeit des Auftretens einer Entzugs
symptomatik medizinisch nicht sinnvoll, jedoch seien diese so zügig wie möglich auszu
schleichen (
Urk.
8/135/321).
3.
5
Die am 3
0.
Oktober 2017 am Institut für Anästhesiologi
e des Universitätsspitals E._
durchgeführte Grenzstrangbloc
kade auf der linken Seite (Urk. 8/135/312
) blieb ohne jeglichen Effekt (
Urk.
8/135/310
).
In der Folge erklärte sich die Be
schwerdeführerin mit der Anlage von zwei
Stabelelektroden
zur Rückenmarks-nahen Stimulation einverstanden. Der operative Eingriff erfolgte am
2.
März 2018 und verlief komplikationslos (vgl.
Urk.
8/135/288f.). Bei ausbleibender Ver
besse
rung der Schmerzsituation wurde am 1
4.
März 2018 eine Explantation der Elek
tro
den durchgeführt (
Urk.
8/135/282f.,
Urk.
8/135/265ff.
).
3.6
Im Rahmen eines Erstgesprächs in der Klinik für Psychi
atrie und Psychotherapie des E._
hielt die untersuchende Ärztin
Dr.
med. F._
fest, bei der Beschwerdeführerin sei anamnestisch eine rezidivierende depressive Störung im Rahmen psychosozialer Belastungssituati
onen (Scheidung) bekannt. Gegen
wärtig sei sie bezüglich psychiatrischer Symptomatik jedoch beschwerdefrei (vgl. Sprechstundenbericht vom 2
1.
November 2017,
Urk.
8/135/307ff.).
3.
7
Dr.
med. G._
, Facharzt für Chirurgie,
führte in seiner ärztlichen Beur
tei
lung vom 1
4.
März 2018 (
Urk.
8/135/268-279)
zu Händen der
Unfallversicherung
aus, es bestehe weiterhin ein CRPS, allerdings würden seit Juni 2017 keine trophischen Störun
gen mehr vorliegen. Im
Z._
-Gutachten würden zwar die bei einem CRPS für eine saubere Befunderhebung notwendige Foto
dokumentation fehlen und auch keine exakten Messwerte der Hauttempe
ra
tur sowie der von der Beschwerdeführerin ange
ge
benen bereits nach kurzer Zeit im Sitzen auftretenden Schwellungen vorliegen (vgl.
Urk.
8/135/275f.). Es sei aber auf zahlreiche Inkon
sistenzen hinzuweisen, die mit den von der Be
schwer
de
führerin angegebenen Beschwerden nicht über
ein
stimmen würden. So habe sie angegeben, dass sie kaum eine Stunde sitzen könne, dann komme es zu Schwel
lun
gen. Sie sei deshalb sehr schmerzge
plagt und könne nichts machen. Anderer
seits habe die Beschwer
de
führerin eine halb
tägige Flugreise nach Florida unter
nommen, sei dort drei Wochen verweilt und auch sonst im Rahmen ihres all
täglichen Lebens nicht un
tätig. Insofern seien ihre Aussagen in Bezug auf das, was sie noch machen könne, zu relativieren. Ferner lasse sich die lediglich geringe Atrophie aus
schliesslich der Unterschenkel
musku
la
tur vor dem Hintergrund der fast zwei
jährigen, weitgehend vollen Entlastung des linken Beines nicht ausrei
chend be
grün
den. Es wäre zu erwarten, dass auch die Ober
schenkelmuskulatur erheblich volumengemindert wäre (
Urk.
8/135/277). Dass die Be
schwer
de
führerin längere Zeit Auto fahre, zu
Hause die Wäsche mache und sich mit Freunden treffe, lasse Rückschlüsse darauf zu, dass ihr eine leidensangepasste Tätigkeit zumutbar wäre (
Urk.
8/135/274). Die Annahme einer retrospektiven vollen Ar
beits
fähigkeit in einer leidensange
pass
ten Tätigkeit ab Ende 2015, wie sie die
Z._
-Gutachter fest
hielten, sei vor dem Hin
tergrund der Beurteilung durch PD Dr.
C._
, wo
nach im Juni 2017 noch ein
florides
CRPS sowie massive
opioid
pflichtige
Schmer
zen bestanden hätten und eine Belastung des linken Fusses nur b
is 20
kg möglich gewesen sei, jedoch nicht ausreichend begründbar (
Urk.
8/135/277). Die
Z._
-Gutachter würden denn auch davon ausgehen, dass die Beschwerde
führe
rin, solange sie das
Oxy
codon
ein
nehme, noch nicht arbeitsfähig sei. Die (recte: Der)
psychia
trische Gut
achterin
(recte: Gut
achter) habe einen Entzug ange
spro
chen, der nicht kalt durch
zu
führen sei, son
dern im Rahmen einer stationären Be
handlung. Er, Dr.
G._
, erachte diese Mass
nahme als richtig. Die Beschwerde
führe
rin nehme hoch
dosiert seit über einein
halb Jahre
Oxycodon
ein. Er gehe davon aus, dass nach einem Entzug das angegebene Zumut
bar
keitsprofil im Um
fang einer 100%ige Arbeits
fähigkeit kor
rekt sei (
Urk.
8/135/278). In Bezug auf die durchgeführten Heilbe
handlungen und deren Auswirkung auf den Gesund
heits
zustand äusserte Dr.
G._
, er stimme der Beurteilung von PD Dr.
C._
zu und empfehle eben
falls, dass die Beschwerdeführerin die Physiotherapie sowie Lymph
drainagen inner
halb von sechs Monaten ausschleiche. Die Be
schwer
de
führerin solle Kom
pressions
strümpfe tragen, womit fluktuierende Schwellun
gen des Fusses ver
hindert werden könnten. So sei es ihr auch möglich, die ver
ordneten Einlagen zu tragen (
Urk.
8/135/278).
3.
8
Im Kontrollber
icht der Schmerztherapie des E._
vom 2
7.
März 2018 wurde erst
mals die Diagnose einer symptomatischen zervikalen Diskushernie C5/C6 gestellt (Urk. 8/135/263
; vgl. auch MRI vom 1
2.
Februar 2018 [
Urk.
8/109]
). In der Folge wurde die Beschwerdeführerin infiltriert, was laut den behandelnden Ärzten eine Ver
besserung der ausstrahlenden Schmerzen im Bereich des rechten Armes brachte (vgl. Urk. 8/135/
243
,
Urk.
8/135/
259
).
3.9
Dr.
med. H._
, beraten
der Arzt der
Unfallversicherung, konstatierte
,
g
estützt auf die
am 17
.
Ok
tober 2018 erstellte
Bilddokumentation des v
erletzten linken Fusses könne die CRPS-Diagnose nicht mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit be
stätigt werden. Die Buda
pester-Kriterien seien nicht erfüllt - keine Rötung, keine Behaarung, keine Schweissbildung, keine Atrophie der Muskulatur trotz Minder
belastung seit gut drei Jahren. Vielmehr sei von einem Problem der Lymph
ödeme auszugehen, wes
halb die Beweglichkeit zu trainieren sei. Ausser
dem empfahl Dr.
H._
,
einen Medikamentenentzug durchzuführen (vgl. Stel
lung
nahme vom 19. Oktober 2018, Urk.
8/135/227
).
3.
10
Am 2
7.
August 2019
fand die orthopädisch/chirurgische sowie psychiatrische Unter
suchung beim RAD statt, über welche am 1
7.
September 2019 berichtet wurde (
Urk.
8/166f.).
RAD-Arzt
Dr.
med. I._
, Facharzt für Chirurgie, führte aus, dass eine Schädigung der Halswirbelsäule und des linken Fusses/Sprunggelenks bestehe. Primär sei festzuhalten, dass unv
erändert ein CRPS Typ 1 mit ent
sprechenden Beschwer
den, Symptomen und Bewegungs
ein
schränkungen vorliege. Im Vergleich zu den Vorunte
rsuchungen, ins
be
sondere im Ver
gleich zum
Z._
-Gutachten, sei eher eine Verschlechterung ein
getreten. Die Entlastung der linken unteren Extremität erfolge mit einer Ober
schenkelorthese. Dies sei aus chirurgischer Sicht nicht nachvollziehbar. Dadurch würde die Fehlstellung im linken OSG/Fuss nur noch mehr fixiert und die Orthese sei kontraproduktiv für die Behandlung des noch bestehenden CRPS. Im Rahmen der heutigen Untersuchung habe ein
Muskulaturdefizit
der linken unteren Extremität mittels Umfangmessung nachgewiesen werden können. Im
Z._
-Gutachten sei eine volle Arbeitsfähigkeit für eine leidensangepasste Tätig
keit attestiert worden.
Dr.
G._
habe diese Einschätzung als nicht nachvollziehbar bezeichnet. Aufgrund der noch erheblichen klinischen Symptomatik und der heutigen Untersuchung könne der Einschätzung der
Z._
-Gutachter nicht ge
folgt werden. Die Feststellung von
Dr.
G._
sei hingegen nachvollziehbar und pla
usibel.
Dr.
I._
attestier
te der Beschwerdeführerin seit Ende August 2019 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer
angepassten Tätigkeit (überwiegend sitzende Tätigkeit
mit leichter Wechselbelastung, teils sitzend, teils ebenerdig gehend, auch mit gelegentlichem Heben und Tragen von Lasten bis 10 kg und ohne Zwangshaltungen
)
. Um eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu e
rreichen, empfahl er die Beendi
gung der
Opioid-Therapie sowie eine leitliniengerechte medikamentöse
Psychopharmaka
th
erapie
unter Serumspiegel
kontrolle,
wobei der Entzug unter stationären Bedingungen zu erfol
gen habe. Die Fortsetzung der Physiotherapie sei
empfehlenswert (
Urk.
8/166 S. 11f.
).
Dr.
med. J._
, Fach
ärztin für Psychiatrie und Psycho
therapie sowie RAD-Ärztin, hielt eine rezidivie
ren
de depressive Störung, gegen
wärtig mittel
gradige Episode (ICD-10: F33.1), mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit fest.
Es bestehe eine Antriebsstörung mit deutlichen Hemmungen sowie eine psychophysische Belastbarkeitsminderung mit vorzeitiger Erschöpfung und Minderung der
konzentrativen
Ausdauerbelast
barkeit.
Aktuell liege noch keine Arbeits
fähigkeit auf dem ersten Arbeits
markt vor. Mit Hilfe von zusätzlichen medizi
ni
schen Massnahmen und Eingliede
rungs
mass
nah
men könne jedoch eine mindes
tens 50%ige Arbeitsfähigkeit in
ner
halb von sechs bis zwölf Monaten erreicht werden. Zur Verbesserung der Arbeits
fähigkeit solle die Beschwerde
führerin un
bedingt
die bereits von der Unfall
versicherung empfohlene sta
tionäre Behand
lung im Sinne einer interdiszi
pli
nären Schmerz
therapie mit dem Ziel, den Um
gang mit den Schmerzen zu ver
bessern und die Schmerzmedikation zu reduzieren bzw. ganz abzusetzen, durch
führen (
Urk.
8/167
S. 8).
4.
4.1
Die
rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
11 zu Art. 30–31). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streit
gegenständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Ver
fügungen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 Regeste; Urteil des Bundesgerichts 8C_489/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
4.2
Die
Rentenzusprache
mit Wirkung ab
1.
Januar 2017 ist als einheitliches Rechts
verhältnis im Sinne von BGE 125 V 413 zu verstehen. Damit ist weder eine Teil
rechtskraft eingetreten noch ist die richterliche Überprüfungsbefugnis ein
geschränkt, so dass die Invaliditätsbemessung sowie die
Rentenzusprache
für die gesamte Zeit ab
1.
Januar 2017 zu überprüfen ist.
5.
5
.1
Beim Erlass der angefochtenen Verfügung vom
3.
August 2020 (Urk. 2)
qualifizierte die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin als zu 80
%
erwerbs- und zu 20
%
im Haushalt tätig. In medizinischer Hinsicht
stützte sich die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen auf
d
ie
ärztlichen Unter
suchungs
bericht
e
des RAD
vom 1
7.
September
201
9.
Dementsprechend
erachtete sie
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten
bis zum Zeitpunkt der Untersuchung
en
durch die beiden RAD-Ärzte
für ausgewiesen. Hingegen kam die IV-Stelle gestützt auf eine vorgenommene Ressourcenprüfung zum Schluss, dass
sich die psychiatrische Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung ab dem Zeitpunkt der RAD-Untersuchung
durch
Dr.
J._
am 2
7.
August 2019 nicht zusätzlich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke.
Massgebend ab diesem Zeit
punkt seien einzig die somatisch bedingten Einschränkungen und somit eine Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit von 50
%
.
Damit
liege
eine Verbesserung der gesundheitlichen Situation und mithin ein Revisionsgrund vor
(
Urk.
2,
Urk.
8/170/15).
5
.2
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) ist mit jenem externer medizinischer Sach
ver
ständigen
gutachten vergleichbar, sofern sie den
praxisgemässen
Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232) genügen und die Arzt
person über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1).
5
.3
Die
Bericht
e
von
Dr.
I._
und
Dr.
J._
basier
en
zwar auf einer Er
hebung der Anamnese und der geklagten Beschwerden und einer - soweit sich dies aus de
n
Bericht
en
erschliessen
lässt - umfassenden klinischen Untersuchung der Beschwerde
führerin.
Indessen sind die von
ihnen
nach Auseinandersetzung mit den vor
liegenden medizinischen Akten gezogenen Schlussfolgerungen nicht plausibel.
5
.3.1
Die
Z._
-Gutachter diagnostizierten ein CRPS Typ 1 am linken Fuss mit Be
wegungs
ein
schränkungen, das sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. In ihrem Gutachten vom Oktober 2017 schlossen sie die Wahr
scheinlichkeit einer wesent
lichen Bes
se
rung des Gesundheitszustandes nach zwei Jahren aus und beurteilten die Be
schwerdeführerin in einer den Leiden angepassten Tätigkeit zu 100 % ar
beits
fähig (vgl. E. 3.3.5). Damit bestätigten die
Z._
-Gut
achter die bereits von PD Dr.
C._
gestellte Diagnose eines CRPS sowie dessen Ein
schätzung, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit auf
grund des CRPS nicht mehr arbeitsfähig sei, ihr jedoch medizinisch-theore
tisch eine wechselbelastende
Verweistätigkeit zumutbar sei (vgl. E. 3.2).
In Bezug auf die die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ein
schränkende Diagnose eines CRPS wies
Dr.
G._
in seiner Aktenbeurteilung vom 14. März 2018 zwar darauf hin, dass im Rahmen des polydisziplinären Gut
ach
tens der
Z._
nicht alle für die Beurteilung des CRPS not
wen
di
gen Messungen vor
ge
nommen worden seien.
Letztlich stellte er aber die Diagnose des CRPS sowie die von den Gutachtern
im Zeitpunkt der Begutachtung
festgestellte Ver
bes
se
rung
der Beschwerden nicht in Frage
(E.
3
.
7
). Hinsichtlich der Einschätzung der Arbeits
fähigkeit
in leidens
angepasster Tätigkeit
stimmte
Dr.
G._
der Einschätz
ung der
Z._
-
Gutach
ter insoweit zu
, als dass nach einem Medikamentenentzug das von den Gutachtern angegebene Zumut
barkeits
pro
fil im Umfang einer 100%igen Arbeitsfähig
keit korrekt sei (vgl. E. 3
.
7
).
Dies verkennt der RAD-Arzt Dr.
I._
, der eine ab
weichende Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit vor
nahm. Dessen Ausführung, wonach Dr.
G._
die von den
Z._
-Gutachtern festgehaltene volle Arbeits
fähigkeit als nicht nachvo
llziehbar bezeichnet habe (Urk.
8/166
S. 1
0
), stimmt so nicht. Dies ist in
sofern von Belang, als der RAD-Arzt die Feststellungen
von Dr.
G._
als nach
vollziehbar und plausibel be
zeichnete (
Urk.
8/166
S. 12).
RAD-Arzt
Dr.
I._
äusserte in seinem Bericht zwar, dass sich die CRPS-Symptomatik seit der Begutachtung im August 2017 eher verschlechtert habe und verwies dabei auf eine im Seitenvergleich veränderte Hauttemperatur
zum Zeit
punkt der Untersuchung
. Im Übrigen ergab sich jedoch ein im Wesentlichen un
verändertes Beschwerdebild, berichtete
Dr.
I._
doch von einer unver
änderten Hyperalgesie und Hyperästhesie im li
nken Fuss und OSG (
Urk.
8/166 S.
9 u. 11
,
Urk.
8/135/356
).
Gross
es Gewicht ma
ss
Dr.
I._
dem
Muskula
tur
defizit
in der linken unteren Extremität zu, die er auf die Ver
wendung der
(
am 1
4.
Februar 2019 abgegebenen, vgl.
Urk.
8/154/1)
Beinortho
dese
zur
ückführte (
Urk.
8/166 S. 9 u. 11
). Dazu ist festzuhalten, dass die Umfang
messungen der
Z._
-Gutachern und jene von
Dr.
I._
in etwa ähnlich ausfi
elen (
Urk.
8
/135/362
,
Urk.
8/166 S. 8
). Gleichwohl ist aufgrund des Berichts von
Dr.
I._
nicht auszuschliessen, dass infolge der Abgabe der
Bein
orthodese
eine Verschlechterung eingetreten ist.
D
azu kommt, dass nach
der
Z._
-Be
gutachtung
ein rezidivierendes HWS-Syndrom bei radiologisch nach
gewiesenen degenerativen Veränderungen aufgetreten ist.
Zwar waren die im Mai 2018 durchgeführten Infiltrationen erfolgreich (vgl.
Urk.
8/135/243).
Dennoch
mass
Dr.
I._
der Schädigung der Halswirbelsäule eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bei (
Urk.
8/166
S. 10 f.
), was
für eine
(zusätzliche)
Ver
schlech
te
rung sei
t
der
Z._
-Begutachtung spricht.
Die
Z._
-Gutachter und
Dr.
G._
kamen übereinstimmend zum Schluss, dass der Beschwerdeführerin eine volle Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten
Tätigkeit möglich sei, wobei
Dr.
G._
deren Verwertbarkeit erst nach durch
ge
führtem Medikamentenentzug als gegeben erachtete. Vor diesem H
intergrund vermag
die Einschätzung von
Dr.
I._
nicht zu überzeugen. Die Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
begründete er mit dem vermehrten Pausenbedarf
(
Urk.
8/166 S. 12)
. Warum ein vermehrter Pausenbedarf gleich eine Reduktion der Arbeitsfähigkeit von 50
%
mit sich bringen soll
, ist nicht ersicht
lich
und wird von
Dr.
I._
nicht dargetan. Dies wäre aber umso erforder
licher gewesen, als er die Beurteilung von
Dr.
G._
als nachvollziehbar bezeich
net hatte. Da auf seine Eins
c
hätzung der Arbeitsfähigkeit nicht abgestellt werden kann, aber gleichzeitig Anhaltspunkte für eine Verschlechterung der Arbeits
fähigkeit seit der
im August und September 2017 erfolgten
Z._
-Begutachtung respektive der
am 1
4.
März 2018 vorgenommenen
Beurteilung von
Dr.
G._
bestehen und bei der Beurteilung des Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeit
punkt des Erlasses der streitigen Verfügung (hier:
3.
August 2020) eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 132 V 215 E. 3.1.1),
ist eine weitere Abklärung unerlässlich.
5.3
.2
Dr.
J._
kam zum Schluss, dass
die Beschwerdeführerin aufgrund einer rezi
divierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, in ihrer Ar
beits
fähigkeit beeinträchtigt sei, wobei insbesondere eine Antriebsstörung sowie eine psychophysische Belastbarkeitsminderung mit Erschöpfung und Minderung der
konzentrativen
Ausdauerbelastbarkeit einschränkend seien (vgl. E. 3.
10
)
.
Aus ihrem Untersuchungsbericht ergibt sich jedoch, dass die Beschwerdeführerin in der Lage war, ihre Aufmerksamkeit und Konzentration über die gesamte Unter
suchungs
dauer von drei Stunden aufrechtzuerhalten. Der affektive Rapport könne leicht hergestellt werden und die Beschwerdeführerin sei wach, bewusstseinsklar und zu allen Modalitäten orientiert. Formale Denkstörungen seien nicht gegeben, inhaltlich sei sie leicht auf den Unfall und die für sie persönlich dramatischen Folgen eingeengt. Die Affektivität sei leichtgradig zum depressiven Pol ver
scho
ben.
Der Antrieb und die Psychomotorik seien nur geringfügig reduziert
(Urk. 8/167 S. 6)
.
Insofern ist nicht plausibel,
dass die Beschwerdeführerin auf
grund einer Antriebs
störung sowie einer M
inderung der
konzentrativen
Aus
dauerbelastbar
keit in ihrer Arbeitsfähigkeit
zu 100
%
eingeschränkt sein soll
und dies durchgehend seit
6.
November 2015
, erwähn
te
Dr.
J._
in ihren Unter
suchungsergebnissen doch
explizit, dass diese nur gering
fügig resp. überhaupt nicht beeinträchtigt seien
, wenngleich sie gleichzeitig darauf hinwies, dass
ge
mäss
einer
Mini
-ICF-APP-Testung
die Durchhaltefähigkeit mittel- bis
schwer
gradig
eingeschränkt sei
(
Urk.
8/167 S. 7).
A
uch
fehlt es
an einer Auseinander
setzung mit den
V
orakten
.
Dies
wäre
geboten gewesen, nachdem
die
Z._
-Gutachter eine Auswirkung der rezidivierenden depressiven Störung auf die
Arbeitsfähigkeit verneinten und die behandelnde Psychiaterin
Dr.
D._
explizit erwähnte, dass die Arbeitsfähigkeit vom somatischen Verlauf abhängig sei. Im Weiteren wies
Dr.
J._
auf den schädlichen Gebrauch des Schmerz
mittels
Oxycodon
(
Targin
) hin und erklärte, unangenehme Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Somnolenz, Schwindel, Konzentrationsstörungen und andere kognitive Einschränkungen könnten durch die Überdosierung bedingt sein (
Urk.
8/167 S. 8).
Eine nachvollziehbare Abgrenzung zwischen den durch das depressive Geschehen und dem schädlichen Opiatgebrauch bedingten Einschrän
kungen nahm sie indessen nicht vor.
Die Ressourcenprüfung der IV-Stelle
(vorgenommen am
3.
Oktober 2019)
basiert somit auf einer nicht beweiskräftigen psychiatrischen Beurteilung. Aber auch die Ressourcenprüfung an sich vermag nicht zu überzeugen. D
arin wird
hinsichtlich des Aktivitätsniveaus
offenbar unter Bezugnahme der USA-Reise der Beschwerde
führerin angemerkt, dass sie in die Ferien verreise (
Urk.
8/
170/
15). Die besagte Reise fand aber
bereits zwei
Jahre früher, nämlich im 2017, statt
und kann daher nicht für eine aktuelle Ressourcenprüfung herangezogen werden
(
Urk.
8/135/351
).
Ferner wird im Rahmen der Ressourcenprüfung die Auferlegung einer Schadenminderungspflicht empfohlen
(
welche denn auch mit Schreiben vom
8.
O
ktober 2019 effektiv erfolgte;
Urk.
8/168)
. Eine Auferlegung der Schaden
minderungspflicht ist zwar grundsätzlich nicht zu beanstanden, erweist sich aber vorliegend insofern nicht als kohärent, als von Seiten der IV-Stelle den psychiatrischen
Diagnosen eine Erheblichkeit für
die Arbeitsfähigkeit abge
sprochen wurde.
5.4
Zusammenfassend
fehlt es vorliegend sowohl in orthopädischer
wie auch in psychiatrischer Hinsicht an verlässlichen medizinischen Grundlagen zur Beur
teilung der gesundheitlichen Situation und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin und damit an der Grundlage für einen Entscheid.
Zur Beurteilung der invalidenversicherungsrechtlichen Ansprüche bedarf es daher zusätzlicher
ortho
pädischer und
psychiatrischer
Abklärungen
in Form eines externen Gutachtens.
Ferner stellt sich die Frage der Bemessungsmethode, da die Beschwerdeführerin bis zum Unfall in einem 80%-Pensum tätig war, weshalb eine Haushalts
abklärung
vor Ort notwendig
ist.
Die Sache ist daher in Aufhebung der angefochtenen Ver
fügung vom
3.
August 2020 an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, da
mit sie diese Abklärungen anhand nehme und anschliessend über den Leis
tungs
an
spruch der Beschwerdeführerin neu verfüge.
6
.
6
.1
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 700.-- festzusetzen.
Ausgangsgemäss sind sie der
Beschwerde
-
gegnerin
aufzuerlegen.
6
.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Ob
siegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
An
spruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Diese ist gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Ver
bin
dung mit § 34 Abs. 1 und 3
GSVGer
unter Berücksichtigung der Bedeutung der
Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
auf Fr. 2'
600
.
--
(inkl. Baraus
lagen und
MWSt
) festzusetzen.