Decision ID: 5c97b304-260c-5f37-8c5c-2d82e9ea7395
Year: 2017
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der 1958 geborene, in seiner Heimat Spanien wohnhafte A._ (im
Folgenden: Beschwerdeführer oder Versicherter) war gemäss Formular E
205 CH (Bescheinigung über den Versicherungsverlauf in der Schweiz) in
den Jahren 1978 bis 1992 mit Unterbrüchen in der Schweiz erwerbstätig
und entrichtete während 155 Monaten Beiträge an die Alters-, Hinterlasse-
nen- und Invalidenversicherung (AHV/IV; Vorakten [nachfolgend: IV-act.]
58). Seit dem 4. September 2006 geht der Versicherte keiner Erwerbstä-
tigkeit mehr nach (IV-act. 11/3).
B.
B.a Am 11. September 2013 meldete sich der Versicherte beim spanischen
Versicherungsträger zum Bezug von Leistungen der schweizerischen In-
validenversicherung an (IV-act. 1). Daraufhin wurden der IVSTA in Bezug
auf den Versicherten die Formulare E 204 ES (IV-act. 1), E 205 ES (IV-act.
2/1 ff.), E 207 (IV-act. 2/7 ff.) sowie ein medizinischer Bericht von Dr.
B._ ([...]) vom 10. August 2006 (IV-act. 5), ein ärztlicher Rapport
von Dr. C._des Ministeriums für Arbeit und soziale Angelegenheiten
(IV-act. 4) vom 7. März 2007 und eine Stellungnahme des Ministeriums für
Arbeit und Soziales der Provinzdirektion D._ vom 14. März 2007
(IV-act. 3) übermittelt.
B.b Nachdem die Vorinstanz festgestellt hatte, dass die ihr vorgelegte Do-
kumentation noch keinen Entscheid erlaube, ersuchte sie den spanischen
Versicherungsträger am 9. Oktober 2013, den Versicherten erneut medizi-
nisch zu untersuchen (IV-act. 8). Gleichzeitig forderte sie den Versicherten
zur Einreichung diverser Unterlagen auf (IV-act. 10).
In der Folge reichte der Versicherte insbesondere die ausgefüllten Arbeit-
nehmer- und Arbeitgeberfragebögen (IV-act. 11 f., 26), ärztliche Berichte
von Dr. E._ (Abteilung für Lungenheilkunde des Hospital Universi-
tario F._) vom 15. Juni 2012 (IV-act. 17), Dr. G._ (Klinik
H._) vom 5. Oktober 2012 (IV-act. 15), Dr. I._ vom 26. März
und 8. April 2013 (IV-act. 19, 20), Dr. J._ (Psychiater des Hospital
Universitario F._) vom 2. April 2013 (IV-act. 16/48), K._ vom
22. Oktober 2013 (IV-act. 14) und Ergebnisse einer Schlafuntersuchung
vom 14. September 2012 (IV-act. 18) zu den Akten. Am 18. November
2013 reichte der spanische Versicherungsträger den ausführlichen ärztli-
chen Bericht E 213 ES vom 12. November 2013 (IV-act. 24 f.) ein.
C-2217/2015
Seite 3
Mit Stellungnahme vom 12. Dezember 2013 (IV-act. 29) äusserte sich der
medizinische Dienst der IVSTA (nachfolgend: medizinischer Dienst) zu den
medizinischen Akten dahingehend, dass der medizinische Sachverhalt
noch nicht hinreichend abgeklärt sei.
B.c Auf Aufforderung der Vorinstanz vom 6. Januar 2014 hin (IV-act. 30),
reichte der spanische Versicherungsträger ärztliche Berichte von
Dr. L._ ([...] Psychiatrie und Psychologie) vom 8. Februar 2014 (IV-
act. 36), Dr. E._ (pneumologische Abteilung [...]) vom 13. Februar
2014 (IV-act. 34) und Dr. M._ (rheumatologische Abteilung [...])
vom 13. Februar 2014 (IV-act. 35) ein.
Gestützt auf die medizinischen Unterlagen schloss der medizinische
Dienst mit Stellungnahmen vom 8. April 2014 und 22. August 2014 (IV-act.
38, 42) aus somatischer Sicht auf eine Arbeitsunfähigkeit in der ange-
stammten Tätigkeit von 100% und in einer angepassten Tätigkeit von 20%
seit Juni 2012. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine supplementäre Ar-
beitsunfähigkeit.
B.d Mit Vorbescheid vom 29. September 2014 (IV-act. 44) teilte die Vor-
instanz dem Versicherten mit, seit dem 15. Juni 2012 bestehe Anspruch
auf eine Viertelsrente. Da der Antrag am 11. September 2013 gestellt wor-
den sei, könne die Rente frühestens ab 1. März 2014 ausgerichtet werden.
B.e Der Versicherte erhob mit Eingabe vom 29. Oktober 2014 Einwand (IV-
act. 45) und reichte neben bereits vorhandenen Akten einen medizinischen
Bericht von Dr. I._ vom 8. Juli 2014 (IV-act. 50) sowie zwei Rapp-
orte von Dr. J._ vom 7. Februar 2011 und vom 3. November 2014
(IV-act. 47, 49) ein.
B.f Nach Prüfung der neueingereichten ärztlichen Berichte bestätigte der
medizinische Dienst mit Stellungnahmen vom 21. November 2014 und vom
10. Februar 2015 seine bisherige Einschätzung (IV-act. 52, 54).
B.g Mit Verfügung vom 10. März 2015 sprach die Vorinstanz dem Versi-
cherten ab dem 1. März 2014 nach Ermittlung eines Invaliditätsgrades von
47% eine ordentliche Viertelsrente zu (IV-act. 56, 60).
C-2217/2015
Seite 4
C.
Gegen die vorinstanzliche Verfügung erhob der Beschwerdeführer am
27. März 2015 (Eingang: 10. April 2015) Beschwerde beim Bundesverwal-
tungsgericht und beantragte sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzli-
chen Verfügung. Im Wesentlichen machte er geltend, er leide neben seinen
osteoartikulären Beschwerden, die ihn an körperlichen Belastungen hin-
derten, an einem Schlafapnoe-Syndrom, beidseitiger Osteosklerose mit
Tinnitus im linken Ohr, einer obstruktiven infravesikalen Uropathie, sowie
an einer gemischten Angst- und Depressionsstörung (Akten im Beschwer-
deverfahren [nachfolgend: BVGer-act.] 1).
Zum Beweis seiner Vorbringen reichte er neben bereits aktenkundigen me-
dizinischen Unterlagen medizinische Berichte von Dr. I._ vom 11.
September 2006, Dr. N._ vom 21. November 2008, Dr. O._
(rheumatologische Abteilung des Hospital P._) vom 27. April 2012,
Dr. Q._ vom 26. März 2013, Dr. R._ (Clínica Radiologica
[...[) vom 15. Dezember 2014, Dr. J._ vom 2. März 2015, Dr.
S._ (Hospital Universitario F._) vom 4. März 2015 und einen
Entlassungsbericht des Hospital Universitario F._ vom 12. Novem-
ber 2014 ein.
D.
Der mit Zwischenverfügung vom 5. Mai 2015 (BVGer-act. 5) eingeforderte
Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.- wurde am 13. Mai 2015 in der
Höhe von Fr. 396.88 bezahlt (BVGer-act. 6). Mit Zwischenverfügung vom
22. Mai 2015 wurde der Beschwerdeführer aufgefordert, den ausstehen-
den Restbetrag von Fr. 3.12 netto bis zum 15. Juni 2015 einzubezahlen
(BVGer-act. 7). Am 4. Juni 2015 bezahlte der Beschwerdeführer den Be-
trag von Fr. 3.88 (BVGer-act. 8).
E.
Mit Vernehmlassung vom 12. August 2015 (BVGer-act. 12) beantragte die
Vorinstanz unter Verweis auf die beigelegten Stellungnahmen des medizi-
nischen Dienstes vom 13. Juli 2015 und vom 10. August 2015 die Abwei-
sung der Beschwerde.
F.
In seiner Replik vom 15. September 2015 (BVGer-act. 14) bestätigte der
Beschwerdeführer im Wesentlichen seine mit Beschwerde gemachten
Ausführungen, beantragte die Anerkennung einer vollumfänglichen Ar-
beitsunfähigkeit und reichte weitere klinische Berichte von Dr. I._
C-2217/2015
Seite 5
(Facharzt für Traumatologie und chirurgische Orthopädie) vom 2. Septem-
ber 2015 sowie von Dr. J._ vom 3. September 2015 zu den Akten.
G.
Die Vorinstanz reichte am 21. Oktober 2015 eine Duplik ein (BVGer-act.
19). Diese brachte das Bundesverwaltungsgericht dem Beschwerdeführer
mit Verfügung vom 29. Oktober 2015 zur Kenntnis; gleichzeitig schloss es
den Schriftenwechsel ab (BVGer-act. 20).
H.
Mit Verfügung vom 2. Mai 2017 (BVGer-act. 24) teilte der Instruktionsrichter
dem Beschwerdeführer mit, er beabsichtige, die Beschwerde teilweise gut-
zuheissen und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese
den Sachverhalt weiter abkläre und eine neue Verfügung erlasse, was sich
im Ergebnis auch zu seinen Ungunsten auswirken könne (vgl. BGE 137 V
314 E. 3.2.4). In diesem Zusammenhang wurde dem Beschwerdeführer
Frist zur Stellungnahme und allfälligem Beschwerderückzug gegeben.
I.
Mit undatierter Eingabe (Poststempel 6. Juni 2017; BVGer-act. 26) erklärte
der Beschwerdeführer, er halte an der Beschwerde fest, und reichte Be-
richte von T._ (Hospital Universitario F._) vom 8. Mai 2017
sowie von Dr. I._ vom 31. Mai 2017 zu den Akten und (BVGer-act.
26).
J.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird,
soweit für die Entscheidfindung erforderlich, im Rahmen der nachfolgen-
den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Zu den an-
fechtbaren Verfügungen gehören jene der IVSTA, welche eine Vorinstanz
des Bundesverwaltungsgerichts darstellt (Art. 33 Bst. d VGG; vgl. auch
C-2217/2015
Seite 6
Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die In-
validenversicherung [IVG, SR 831.20]).
1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach
dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG).
Gestützt auf Art. 3 Bst. dbis VwVG findet dieses Gesetz in Sozialversiche-
rungssachen jedoch keine Anwendung, soweit das Bundesgesetz vom
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG, SR 830.1) anwendbar ist, was gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG für die
Invalidenversicherung (Art. 1a-26bis und 28-70) zutrifft, soweit das IVG
nicht ausdrücklich davon abweicht.
1.3 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (vgl. Art. 60
ATSG und Art. 50 Abs. 1 sowie 52 Abs. 1 VwVG). Als Adressat der ange-
fochtenen Verfügung ist der Beschwerdeführer berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (vgl. Art. 59
ATSG). Damit ergibt sich, dass sämtliche Prozessvoraussetzungen erfüllt
sind. Nachdem auch der Kostenvorschuss fristgerecht geleistet wurde, ist
– vorbehältlich der Ausführungen in E. 2.3 nachfolgend – auf die Be-
schwerde einzutreten.
2.
2.1 Der Beschwerdeführer ist spanischer Staatsangehöriger und hat sei-
nen Wohnsitz in Spanien, weshalb das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene
Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenos-
senschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihrer Mit-
gliedsstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA, SR 0.142.112.681)
sowie die gemäss Anhang II des FZA anwendbaren Verordnungen (EG)
des Europäischen Parlaments und des Rates Nr. 883/2004 vom 29. April
2004 sowie Nr. 987/2009 vom 16. September 2009, anwendbar sind. Ge-
mäss Art. 8 Bst. a FZA werden die Systeme der sozialen Sicherheit koor-
diniert, um insbesondere die Gleichbehandlung aller Angehörigen der Ver-
tragsstaaten zu gewährleisten. Soweit – wie vorliegend – weder das FZA
und die gestützt darauf anwendbaren gemeinschaftsrechtlichen Rechts-
akte abweichende Bestimmungen vorsehen noch allgemeine Rechts-
grundsätze dagegen sprechen, richtet sich die Ausgestaltung des Verfah-
rens und die Prüfung des Rentenanspruchs alleine nach der schweizeri-
schen Rechtsordnung (vgl. BGE 130 V 257 E. 2.4; Urteil des Bundesver-
waltungsgerichts C-3985/2012 vom 25. Februar 2013 E. 2.1).
C-2217/2015
Seite 7
2.2 In zeitlicher Hinsicht sind – besondere übergangsrechtliche Regelun-
gen vorbehalten – jene materiellen Rechtssätze massgeblich, die bei der
Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben
(vgl. BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Der Leistungsanspruch ist für die Zeit vor
einem Rechtswechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt
nach den neuen Normen zu beurteilen (vgl. BGE 130 V 445). Vorliegend
sind das IVG, die IVV (SR 831.201) und das ATSG gemäss der 5. IV-Revi-
sion (in Kraft seit 1. Januar 2008; AS 2007 5129) und der IV-Revision 6a
(in Kraft seit 1. Januar 2012; AS 2011 5659) zu beachten. Die 5. IV-Revi-
sion brachte für die Invaliditätsbemessung keine substanziellen Änderun-
gen gegenüber der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage, so dass
die zur altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin
massgebend ist (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-2656/2015
vom 24. Februar 2016 E. 3.4 m.H.).
2.3 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-
sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen
Verwaltungsverfügung eingetretenen Sachverhalt ab. Damit ist vorliegend
grundsätzlich der bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung
(hier: 10. März 2015) eingetretene Sachverhalt zu berücksichtigen. Neue
Tatsachen, die sich vor Erlass der streitigen Verfügung verwirklicht haben,
die der Vorinstanz aber nicht bekannt waren oder von ihr nicht berücksich-
tigt wurden (unechte Noven), können im Verfahren vor dem Sozialversi-
cherungsgericht vorgebracht werden und sind zu würdigen. Später einge-
tretene Tatsachen (echte Noven), die zu einer Änderung des Sachverhalts
geführt haben, sind grundsätzlich nicht im Rahmen des hängigen, sondern
gegebenenfalls im Rahmen eines weiteren Verfahrens zu berücksichtigen
(BGE 132 V 215 E. 3.1.1; BGE 121 V 362 E. 1b mit Hinweisen). Immerhin
sind indes Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, im hängigen Ver-
fahren soweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in en-
gem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im
Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung zu beeinflussen (vgl. Urteil des BGer
C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.1).
Der Beschwerdeführer reichte im Beschwerdeverfahren acht neue, vor
Verfügungserlass entstandene Arztberichte sowie vier nach dem 10. März
2015 erstellte medizinische Rapporte ein (vgl. den Sachverhalt Bst. C., F.
und I.). Die vorbestehenden Berichte sind als unechte Noven für den vor-
liegenden Entscheid zu berücksichtigen. Soweit der Beschwerdeführer mit
den nach der Verfügung datierenden ärztlichen Berichten eine Verschlech-
http://links.weblaw.ch/BGE-132-V-215
C-2217/2015
Seite 8
terung seines Gesundheitszustandes geltend macht, ist er darauf hinzu-
weisen, dass eine solche nicht im Beschwerdeverfahren, sondern im Rah-
men einer Revision bei der zuständigen IV-Stelle vorzubringen wäre. Diese
echten Noven sind im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht zu würdi-
gen (vgl. jedoch nachfolgend E. 7.1.2 in fine).
3.
3.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft im vorliegenden Verfahren die
Verletzung von Bundesrecht einschliesslich der Überschreitung oder des
Missbrauchs des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststel-
lung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unangemessenheit
(Art. 49 VwVG).
3.2 Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet die
Verfügung vom 10. März 2015, mit welcher die Vorinstanz dem Beschwer-
deführer ab dem 1. März 2014 eine Viertelsrente zusprach. Strittig und zu
prüfen ist insbesondere, ob der rechtserhebliche medizinische Sachverhalt
durch die vorliegenden ärztlichen Berichte richtig und vollständig erstellt ist
und die IVSTA zu Recht gestützt darauf von einer dauernden Erwerbsein-
schränkung von 47% ausgegangen ist.
4.
4.1 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung
haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit o-
der die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zu-
mutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder ver-
bessern können (Bst. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unter-
bruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) ge-
wesen sind (Bst. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 %
invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. c).
4.2 Nach Art. 43 Abs. 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren,
nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die er-
forderlichen Auskünfte ein. Das Gesetz weist dem Durchführungsorgan die
Aufgabe zu, den rechtserheblichen Sachverhalt nach dem Untersuchungs-
grundsatz abzuklären, sodass gestützt darauf die Verfügung über die in
Frage stehende Leistung ergehen kann (Art. 49 ATSG; SUSANNE LEUZIN-
GER-NAEF, Die Auswahl der medizinischen Sachverständigen im Sozialver-
sicherungsverfahren [Art. 44 ATSG], in: Riemer-Kafka/Rumo-Jungo
[Hrsg.], Soziale Sicherheit – Soziale Unsicherheit, Bern 2010, S. 413 f.).
C-2217/2015
Seite 9
Auf dem Gebiet der Invalidenversicherung obliegen diese Pflichten der (zu-
ständigen) IV-Stelle (Art. 54 - 56 in Verbindung mit Art. 57 Abs. 1 lit. c-g
IVG).
4.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und
im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben.
4.3.1 Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im
Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be-
urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person
noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4; 125 V 256 E. 4; vgl.
auch BGE 140 V 193 E. 3.2).
4.3.2 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend,
ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-
tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der me-
dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Exper-
tin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351
E. 3a).
4.3.3 Die Stellungnahmen des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) bezie-
hungsweise des medizinischen Dienstes der IVSTA müssen den allgemei-
nen beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht genü-
gen. Die Ärztinnen und Ärzte müssen über die im Einzelfall gefragten per-
sönlichen und fachlichen Qualifikationen verfügen (Urteile Bundesgerichts
9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4.3.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351
E. 3a; 9C_904/2009 vom 7. Juni 2010 E. 2.2). Zu berücksichtigen ist zu-
dem, dass die Ärztinnen und Ärzte des medizinischen Dienstes der IVSTA
ihre Beurteilungen nicht aufgrund eigener Untersuchungen abgeben, son-
dern lediglich die vorhandenen Befunde aus versicherungsmedizinischer
Sicht zu würdigen haben. Ihre Stellungnahmen können – wie Aktengutach-
ten – beweiskräftig sein, sofern es im Wesentlichen nur um die fachärztli-
che Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts
geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in
den Hintergrund rückt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_28/2015 vom
C-2217/2015
Seite 10
8. Juni 2015 E. 3.2 und 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1 m.w.H.).
Soll im Gerichtsverfahren einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die (ver-
sicherungsinterne) Beurteilung des medizinischen Dienstes der IVSTA ent-
schieden werden, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen in
dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuver-
lässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Ab-
klärungen vorzunehmen sind (vgl. BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465; 122
V 157 E. 1d; Urteile des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober
2014 E. 4 und 9C_159/2016 vom 2. November 2016 E. 2.3).
4.3.4 In einem EU-Staat wohnhafte Versicherte können aus dem FZA kei-
nen (unbedingten) Anspruch ableiten, in der Schweiz begutachtet zu wer-
den; eine Entscheidung kann grundsätzlich auf im Wohnsitzstaat verfer-
tigte ärztliche Berichte abgestützt werden. Gleichzeitig besteht keine Re-
gel, wonach abschliessend auf im Wohnsitzstaat ausgefertigte ärztliche
Berichte abzustellen wäre. Da sich der Leistungsanspruch nach dem ma-
teriellen Recht des Vertragsstaats bestimmt, leitet sich auch aus dem ein-
zelstaatlichen Recht ab, welche Fragen der ärztlichen Klärung bedürfen,
welche Anforderungen an den Nachweis des rechtserheblichen medizini-
schen Sachverhalts gestellt werden und mit welchen Mitteln dieser Nach-
weis geführt wird (Urteil des Bundesgerichts 9C_952/2011 vom 7. Novem-
ber 2012 E. 2.4). Es ist mithin nicht von vornherein unzulässig, einzig auf
im Wohnsitzstaat des Versicherten erstellte ärztliche Berichte abzustellen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_818/2013 vom 24. Februar 2014 E. 4.1.2;
vgl. auch 9C_573/2012 vom 16. Januar 2013 E. 5.1).
4.4 Im Sozialversicherungsrecht gilt grundsätzlich der Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Dieser Grad übersteigt einerseits die
Annahme einer blossen Möglichkeit bzw. einer Hypothese und liegt ande-
rerseits unter demjenigen der strikten Annahme der zu beweisenden Tat-
sache. Die Wahrscheinlichkeit ist insoweit überwiegend, als der begründe-
ten Überzeugung keine konkreten Einwände entgegenstehen (UELI KIE-
SER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, Art. 43 Rz. 50; THOMAS LOCHER,
Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, § 70, Rz. 58 ff.).
5.
5.1 Einleitend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer während über
12 Jahren in der Schweiz gearbeitet und Beiträge an die AHV geleistet hat
(IV-act. 58, 60/3). Damit sind die versicherungsmässigen Voraussetzungen
nach Art. 36 Abs. 1 IVG erfüllt.
C-2217/2015
Seite 11
5.2 Strittig ist die Höhe des Rentenanspruchs. Der Beschwerdeführer
macht geltend, sein Gesundheitszustand erlaube es ihm nicht mehr, eine
Erwerbstätigkeit auszuüben, womit er sinngemäss die Ausrichtung einer
vollen Invalidenrente beantragt.
5.3 Im Verfügungszeitpunkt lagen der Vorinstanz im Wesentlichen die
nachfolgend thematisch und chronologisch darzustellenden medizinischen
Berichte vor:
5.3.1 Aus orthopädischer/rheumatologischer Sicht stellt sich der medizini-
sche Sachverhalt folgendermassen dar:
5.3.1.1 Anlässlich eines MRT der Hals- und Lendenwirbelsäule erhoben
Dr. I._ und Dr. B._ am 10. August 2006 (IV-act. 5) folgende
Befunde: In Bezug auf die Halswirbelsäule Signaländerungen der Band-
scheiben aufgrund von Dehydrierung, Degeneration und kleinen disko-os-
teophytären parazentralen Bandscheibenprotrusionen in C4-C5, C5-C6
und C6-C7, die in den anterioren Subarachnoidalraum eindringen, ohne
ihn vollständig auszufüllen, und ohne Kontakt zum Rückenmark, eine Ste-
nose des Foramens, obwohl die Protrusion in C6-C7 leicht bis zum linken
anterioren Recessus des Wirbelkanals vordringt. In Bezug auf die Lenden-
wirbelsäule wurde festgehalten, in einigen Wirbel-Abschlussplatten seien
aufgrund von Schmorl-Konten kleine marginale Osteophyten und Erosio-
nen erkennbar sowie ein Hämangiom im Wirbelkörper L1. In den untersten
drei Bandscheiben sei eine Signalverringerung in T2 aufgrund von Dehyd-
ratation und Degeneration erkennbar sowie eine Protrusion des Anulus fib-
rosus der Bandscheibe L5-S1 in das Fettgewebe des Epiduralraumes ohne
offensichtliche Kompression der Nervenwurzeln.
5.3.1.2 Dr. Pro Bueno schlussfolgerte am 7. März 2007 (IV-act. 4), die
wichtigsten Beeinträchtigungen seien leichte Diskopathien im Hals- und
Lendenwirbelbereich, ohne sichtbare radikuläre oder medulläre Beein-
trächtigung, eine leichte Asymmetrie der Beinlängen sowie Schmerzen in
der rechten Schulter. Als organische und funktionelle Einschränkungen
wurden Schmerzepisoden der Gelenke genannt. Der Arzt gelangte zum
Schluss, dass eine vorübergehende Erwerbsunfähigkeit in Phasen stark
ausgeprägter Symptomatik möglich sei.
5.3.1.3 In der Klinik U._ wurde am 5. Oktober 2012 ein MRT der
rechten Schulter durchgeführt. Dr. V._ gelangte in seinem Bericht
(IV-act. 15) zu folgendem radiologischen Befund: Flüssigkeit im Recessus
C-2217/2015
Seite 12
subcoracoideus und Tendosynovitis des Supraspinatus mit intrasubstanti-
eller Ruptur der Supraspinatussehne und fibrilläre Ruptur der Schulterblatt-
muskulatur, assoziert mit akromioklavikulärer Arthrose sowie undeutliche
Verkalkung der Supraspinatussehne.
5.3.1.4 Ein weiteres, von Dr. I._ durchgeführtes MRT der Hals- und
Lendenwirbelsäule vom 22. März 2013 ergab in Bezug auf die Halswirbel-
säule diskrete degenerative Veränderungen mit generalisierter Dehydrata-
tion der Bandscheiben und beginnende posteriore disko-osteophytäre
Protrusionen, vorwiegend in C4-C5, C5-C6 und C6-C7, die in den Wirbel-
kanal eindringen und dessen Durchmesser verringern. In C4-C5 bestehe
ein minimaler Kontakt zum anterioren Bereich des Rückenmarks, assoziert
mit einem kleinen Riss des Anulus fibrosus auf dieser Ebene. Die forami-
nalen Öffnungen auf den genannten Ebenen seien ebenfalls leicht verengt,
allerdings ohne radikuläre Beeinträchtigung. In Bezug auf die Lendenwir-
belsäule resultierte im postsuperioren Bereich des Wirbelkörpers L1 ein
kleines abgerundetes Bild, das auf ein kleines Hämangiom auf dieser
Ebene hinweise, leichte und generalisierte degenerative Veränderungen
mit Dehydratation der Bandscheiben, diskrete posteriore, diffuse Auswöl-
bungen in L3-L4 und L5-S1, die in den Wirbelkanal und die foraminalen
Öffnungen eindringen, vor allem in die linken Foramina in L5-S1, ohne auf-
fällige Kompression der Nervenwurzeln, eine leicht reduzierte Höhe der
Bandscheibe D11-D12 sowie degenerative Veränderungen in den Facet-
tengelenken (IV-act. 20).
5.3.1.5 Dr. M._ diagnostizierte in ihrem ärztlichen Bericht vom 13.
Februar 2014 (IV-act. 35) eine generalisierte primäre Arthrose. Die vom
Patienten vorgelegte Analyse vom Februar zeige rheumatisch negative
Marker. Die Ultraschalluntersuchung der Schulter zeige eine Tendinitis mit
Verkalkung der rechten Schulter und partieller Supraspinatusruptur. Die
anschliessende Kernspintomographie desselben Schultergelenks zeige
Flüssigkeit im Recessus subcoracoideus und Tendosynovitis des Supra-
spinatus mit intrasubstantieller fibrillärer Ruptur der Schulterblattmuskula-
tur, assoziiert mit akromioklavikulärer Arthrose sowie undeutliche hete-
rotrophe Verkalkung der Supraspinatussehne. Das zervikale und lumbale
MRT zeige arthrotische Veränderungen und mehrfache Bandscheibenläsi-
onen. Der Patient sollte die verschriebene chondroprotektive/schmerzlin-
dernde und physiotherapeutische Behandlung zur Rehabilitation des rech-
ten Schultergelenks fortführen.
C-2217/2015
Seite 13
5.3.1.6 Dr. I._ beurteilte am 8. Juli 2014 in seinem ärztlichen Gut-
achten (IV-act. 50), bei der Untersuchung sei eine Kontraktion der paraver-
tebralen Muskeln und beider Trapezmuskeln festgestellt worden, was zu
immer wiederkehrenden Schmerzen führe, die auf den gesamten Rücken-
bereich, die Schultern und das Becken ausstrahlen. Das rechte Bein sei
sowohl am Knie als auch beim Knöchel eingeschränkt, was zu einem leicht
hinkenden Gang und Instabilität führe. Weiter würden Parästhesien in den
Händen mit degenerativen Knoten in den kleinen interphalangealen Gelen-
ken, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen bei beiden Handgelen-
ken und schmerzende Knöchel bestehen. Der Bewegungsradius der
Schultern sei aufgrund vor allem rechtsseitig geschädigter Rotatorenman-
schetten eingeschränkt. Es gebe klinische Symptome einer Nervenwurzel-
Schädigung, vor allem der oberen Extremitäten. Im Weiteren liege auf-
grund einer MII-Verkürzung ein Hängebecken vor, dadurch seien links Ein-
legesohlen (1 cm) zum Ausgleich erforderlich. Die Kniegelenke zeigten ein
positives Zohlen-Zeichen und Patellareibung, vorwiegend rechtsseitig. Fer-
ner seien Symptome eines ängstlich-depressiven Krankheitsbildes erkenn-
bar; dazu zählten Apathie, Niedergeschlagenheit, Minderwertigkeitsge-
fühle, häufige Stimmungsschwankungen, Schlaflosigkeit, leichte Reizbar-
keit usw., die aktuell unter regelmässiger Kontrolle mit Duloxetin (60 mg),
Mirtazapin (30 mg) und Topiramat (100 mg) behandelt würden. Unter Be-
rücksichtigung der medizinischen Dokumentation gelangte Dr. I._
aus arbeitsmedizinischer Sicht zur Einschätzung, in Anbetracht der chroni-
schen, fortschreitenden und irreversiblen Art der Erkrankung sei der Versi-
cherte vollständig und dauerhaft arbeitsunfähig.
5.3.2 Der psychische Gesundheitszustand präsentiert sich wie folgt:
5.3.2.1 In einem klinischen Bericht von Dr. J._ vom 2. April 2013
(IV-act. 16/48) wurde festgehalten, der Versicherte sei im Dezember 2008
erstmals aufgrund eines hypothymen Gemütszustandes, Neigung zum
Weinen ohne freies Weinen, Angstzuständen, Schlaflosigkeit, Alpträumen
und Verringerung sozialer Beziehungen behandelt worden. Die Symptome
seien auf die körperlichen Einschränkungen aufgrund der organischen Er-
krankungen und der daraus resultierenden Arbeitsunfähigkeit zurückzufüh-
ren. Es sei eine Anpassungsstörung diagnostiziert worden. Im Januar 2010
sei der Versicherte erneut zu einer Untersuchung gekommen, aufgrund
derselben Symptomatik und infolge der fehlenden Akzeptanz seines kör-
perlichen Zustandes, der ihn habe reizbarer werden lassen. Es träten
schrittweise neue organische Erkrankungen auf. Da der Versicherte keine
C-2217/2015
Seite 14
Lösung für seine körperlichen Einschränkungen finde, seien die Beschwer-
den chronischer Art. Er entwickle eine pessimistische Einstellung zu seinen
Problemen. Als aktueller klinischer Befund wurde ein gemischtes, chroni-
sches, ängstlich-depressives Krankheitsbild, das auf die physischen Ein-
schränkungen zurückgehe, festgestellt.
5.3.2.2 Dr. L._ bemerkte in seinem klinischen Bericht vom 8. Feb-
ruar 2014 (IV-act. 36), der Versicherte zeige aktuell klinische Symptome
einer moderaten depressiven Psychose als Reaktion auf seine körperli-
chen Einschränkungen infolge einer organischen Polypathologie. Es seien
Tendenzen nicht-adaptiver Benommenheit und Grübelei zu verzeichnen,
die zur Prognose einer chronischen Symptomatik führten. Er stellte die Di-
agnose einer moderaten depressiven Störung (IV-act. 36).
5.3.2.3 Dr. J._ wiederholte in seinem klinischen Bericht vom 3. No-
vember 2014 (IV-act. 49) seine bereits im Bericht vom 2. April 2013 ge-
machten Beobachtungen und stellte erneut die Diagnose eines gemisch-
ten, chronischen, ängstlich-depressiven Krankheitsbildes, das auf die phy-
sischen Einschränkungen zurückgehe.
5.3.3 Aus pneumologischer Sicht ergibt sich aus den Berichten der spani-
schen Ärzte Folgendes:
5.3.3.1 Am 15. Juni 2012 wurde beim Beschwerdeführer im Hospital Uni-
versitario F._ in der Abteilung für Lungenheilkunde durch Dr.
E._ eine Schlafanalyse durchgeführt. Diese ergab ein schweres
Schlafapnoe-Hypopnoe-Syndrom, weshalb eine CPAP (Continuous Posi-
tive Airway Pressure)-Therapie angeordnet wurde (IV-act. 17).
5.3.3.2 In seinem ärztlichen Bericht vom 13. Februar 2014 (IV-act. 34)
stellte Dr. E._ erneut die Diagnose des schweren Schlafapnoe-Hy-
popnoe-Syndroms. Der Patient habe sich nicht an die CPAP-Therapie ge-
wöhnt, zeige aber eine akzeptable Erfüllung der Therapieanweisungen. Er
leide an fast kontinuierlichen holokraniellen Kopfschmerzen, häufiger mor-
gendlicher Körperschwäche und leichter bis moderater Tages-Hypersom-
nie. Es würden keine Atemnot, kein Husten und keine anderen respiratori-
schen Beschwerden bestehen.
5.3.4 Im ausführlichen ärztlichen Bericht E 213 vom 18. November 2013
(IV-act. 25) stellte Dr. W._ anamnestisch fest, im Jahr 1995 habe
der Versicherte eine Fraktur des rechten Schien- und Wadenbeins erlitten,
die chirurgisch behandelt worden sei. Im Übrigen stellte sie ein schweres
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Seite 15
Schlafapnoe-Syndrom fest, das eine CPAP-Therapie erfordere, die
schlecht vertragen werde; eine erneute Beurteilung durch den Lungenfach-
arzt stehe noch aus. Des Weiteren leide der Versicherte an Otosklerose,
die im Jahr 2010 mittels Stapektomie behandelt worden sei, beim rechten
Ohr mit schlechtem funktionellem Ergebnis; der Patient trage ein Hörgerät.
Zudem bestehe Bluthochdruck, Diabetes Mellitus Typ 2, und eine gutartige
Prostatavergrösserung. Der Versicherte klage derzeit vorrangig über gene-
ralisierte Schmerzen in der rechten Schulter, im Sprunggelenk und im rech-
ten Knie. Zusätzlich bestehe eine Miktionsstörung und eine ängstlich-de-
pressive Anpassungsstörung.
Dr. W._ diagnostizierte eine Zervikal- und Lumbalarthrose ohne Be-
einträchtigung der Nervenwurzeln, eine ängstlich-depressive Störung, die
sekundär auf die physischen Einschränkungen zurückgehe, sowie ein
schweres Schlafapnoe-Syndrom. Zusammenfassend gelangte sie zum
Schluss, dass eine chronisch degenerative Erkrankung vorliege. Zu ver-
meiden seien stark anhaltende Überlastungen aufgrund der Rückenbe-
schwerden. Der Zustand sei im Vergleich zur Voruntersuchung vom 16. Ap-
ril 2013 unverändert. Der Versicherte könne seine letzte Tätigkeit nicht
mehr ausüben. Diesbezüglich bestehe nach den Rechtsvorschriften des
Wohnlandes vollständige Arbeitsunfähigkeit. Hingegen sei eine ange-
passte Tätigkeit, beispielsweise als Pförtner in Vollzeit möglich. Eine Ver-
besserung des derzeitigen Gesundheitszustandes könne durch Massnah-
men zur Haltungsverbesserung und körperlichen Übungen erzielt werden.
5.4 Auf Beschwerdeebene wurden weitere vorbestandene medizinische
Unterlagen zu den Akten gereicht, von denen die nachfolgenden bedeut-
sam sind:
5.4.1 Dr. O._ stellte am 27. April 2012 die Diagnosen rechtsseitige
Epicondylitis, kalzifizierende Tendinitis mit Teilruptur des Musculus supra-
spinatus, Arthrose der Hand im Anfangsstadium sowie Femorpatellarth-
rose. Der Versicherte habe Schmerzen an beiden Schultern, ausgeprägter
rechts mit Einschränkung der Beweglichkeit, weniger als elf positive fibro-
myalgische Triggerpunkte, Empfindlichkeit beim Abtasten der Epikondylen,
Triggerpunkte am Musculus trapezius sowie einen positiven Brush-Test am
rechten Knie (BVGer-act. 1, Beilage 5).
5.4.2 Dr. Q._ berichtete am 26. März 2013 über eine Untersuchung
der Hals- und Lendenwirbelsäule dahingehend, dass diskrete degenerative
Veränderungen mit generalisierter Dehydrierung der Bandscheiben und
C-2217/2015
Seite 16
anfänglichen osteophytären Diskusprotrusionen, hauptsächlich an C4-C5,
C5-C6- C6-C7, bestehen würden, die eine Einengung des Spinalkanals
hervorrufen. An C4-C5 träten sie aufgrund eines kleinen Risses des Faser-
rings minimal mit der vorderen Seite des Wirbelkanals in Kontakt. Auch die
Foramina seien in den erwähnten Bereichen beidseits eingeengt, wobei sie
die Nervenwurzeln nicht beeinträchtigten. Ebenso stellte er diskrete dege-
nerative Veränderungen mit Dehydrierung der Bandscheiben der Lenden-
wirbelsäule bei diffuser posteriorer Vorwölbung an L3-L4 und L5-S1, und
degenerative Veränderungen der interapophysären Gelenke fest (BVGer-
act. 1, Beilage 7).
5.4.3 Dr. R._ stellte am 15. Dezember 2014 anlässlich einer otolo-
gischen NMR-Untersuchung den Befund einer Gefässschleife (Loop) im
Segment der Zisterne der Hirnnerven VII und VIII neben dem linksseitigen
porus acusticus, welcher der arteria inferior anterior cerebelli entstamme
(BVGer-act. 1, Beilage 9).
5.4.4 Dr. J._ bestätigte am 2. März 2015 erneut eine chronische
gemischte Angst- und Depressionsstörung, die sekundär zu den körperli-
chen Einschränkungen aufgetreten sei (BVGer-act. 1, Beilage 14).
5.4.5 Dr. S._ diagnostizierte am 4. März 2015 eine Angststörung,
Hypertonie, Diabetes Mellitus sowie einen linksseitigen schweren Tinnitus.
Als Hauptbeschwerde nannte sie Osteosklerose (BVGer-act. 1, Beilage
10).
5.4.6 Aus dem klinischen Entlassungsbericht des Hospital Universitario
F._ vom 12. November 2014 geht hervor, dass sich der Beschwer-
deführer einer ambulanten transurethralen Resektion der Prostata unter-
zogen hat und das Ergebnis zufriedenstellend sei. Als Hauptdiagnose
wurde eine obstruktive infravesikale Uropathie genannt (BVGer-act. 1, Bei-
lage 15).
5.5 Die angefochtene Verfügung stützt sich im Wesentlichen auf die Stel-
lungnahmen des medizinischen Dienstes (Dr. X._, FMH médecine
générale, FMH médecine physique et réadapation und Dr. Y._,
FMH Psychiatrie und Psychotherapie). Dieser stellte nach Durchsicht der
vorliegenden medizinischen Unterlagen die Hauptdiagnose degenerative
Störungen (primäre generalisierte Arthrose) und nannte als Nebendiagno-
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine moderate depressive Stö-
C-2217/2015
Seite 17
rung und Status nach Schien- und Wadenbeinfraktur rechts (1995). Als Ne-
bendiagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden die bilate-
rale Osteosklerose, Diabetes Typ II, Dyslipidämie und die gutartige Hyper-
throphie der Prostata bezeichnet.
Dr. X._ schloss aus somatischer Sicht auf eine Arbeitsunfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit als Fliesenleger von 70% seit dem 10. Au-
gust 2006 und von 100% seit Juni 2012. Hingegen bestehe in einer ange-
passten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 0% seit dem 10. August 2006
und von 20% seit Juni 2012. Dr. Y._ stellte fest, aus psychiatrischen
Gründen bestehe keine supplementäre Arbeitsunfähigkeit. Als zumutbar
erachtet wurde eine leichte Tätigkeit in sitzender oder alternierender Posi-
tion, eine Maximalbelastung von 5kg, ohne Einwirkung von Kälte, Feuch-
tigkeit und Witterungsbeeinträchtigung. Zudem sei zu berücksichtigen,
dass keine Überkopftätigkeiten und keine Unfall- oder verletzungsgefähr-
dete Tätigkeiten verübt würden. Als mögliche Verweistätigkeit wurde die
Arbeit als Pförtner, Hauswart, Aufseher, Magaziner, Verkäufer, die Vor-
nahme von Reparaturen kleiner Haushaltsapparate oder eine Büroarbeit
oder administrative Tätigkeit genannt (vgl. IV-act. 38, 42, 52, 54).
6.
Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Vorinstanz den medizinischen Sachver-
halt richtig und vollständig erhoben und daraus nachvollziehbare Schlüsse
in Bezug auf die verbleibende Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ge-
zogen hat.
6.1 Die vollständige und richtige Sachverhaltserstellung hängt im Wesent-
lichen vom Vorliegen beweiskräftiger medizinischer Berichte ab (zum Be-
weiswert vgl. vorne E. 4.3.2 f.).
6.2 Die Beschwerden des Versicherten sind durch die vorliegenden medi-
zinischen Berichte der spanischen Ärzte umfassend dokumentiert und hin-
sichtlich der diversen Befunde liegt im Wesentlichen Einigkeit vor. Indes
mangelt es ihnen an Folgendem:
6.2.1 Bei Gesundheitsschädigungen im Bereich der Orthopädie ist eine
schlüssige qualitative und quantitative Analyse der Funktionsstörung des
Bewegungsapparates und seiner Folgen von zentraler Bedeutung. Die or-
thopädischen Berichte der spanischen Ärzte äussern sich jedoch kaum zu
den funktionalen Beschwerden des Beschwerdeführers. Mithin fehlt eine
C-2217/2015
Seite 18
eingehende (fachärztliche) klinische Erhebung in Bezug auf die funktionel-
len Einschränkungen des Bewegungsapparates. Daher kann aus orthopä-
discher Sicht nicht von einem feststehenden Sachverhalt – allenfalls abge-
sehen von der der Diagnosestellung – ausgegangen werden (vgl. zum
Ganzen das Urteil des Bundesgerichts 9C_335/2015 vom 1. September
2015 E. 4.2).
6.2.2 Zudem äussern sich die Berichte der spanischen Ärzte – wenn über-
haupt – kaum dazu, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten
der Beschwerdeführer arbeitsunfähig ist und welche Arbeitsleistungen
noch zumutbar sind. Ebenso wenig lässt sich aus den aufgeführten Befun-
den eine zuverlässige Einschätzung der Arbeitsfähigkeit beziehungsweise
-unfähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit ablei-
ten.
6.3 Die Einschätzung des medizinischen Dienstes stellt den medizinischen
Sachverhalt ebenfalls nicht vollständig fest.
6.3.1 Die Funktion des medizinischen Dienstes besteht darin, aus medizi-
nischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen
Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leis-
tungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zu-
sammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei wi-
dersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu
beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber
eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei (Urteile des Bundesge-
richts 8C_756/2008 vom 4. Juni 2009 E. 4.4, in: SVR 2009 IV Nr. 50;
9C_692/2014 vom 22. Januar 2015 E. 3.3). Nach der Rechtsprechung ist
es dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im Wesent-
lichen gestützt auf die (versicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu ent-
scheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge
Anforderungen zu stellen (vgl. vorne E. 4.3.3).
6.3.2 Der medizinische Dienst erkennt als Hauptdiagnose eine primäre ge-
neralisierte Arthrose, führt in seiner Beurteilung dazu aber primär lediglich
aus, der Beschwerdeführer leide unter Lumbalgien und Zervikalgien. Nach
der Tibiafraktur im Jahre 1995 zeige er funktionelle Limitationen, die Be-
weglichkeit sei aber erhalten (IV-act. 29). Die Beweglichkeit der Arme sei
schmerzhaft und die Seitwärtsbewegung eingeschränkt; zudem würden
Schmerzen in der rechten Schulter bestehen (IV-act. 38/1, 52/1). Mangels
C-2217/2015
Seite 19
eingehender klinischer Erhebungen in Bezug auf die funktionellen Ein-
schränkungen, insbesondere aus orthopädischer Sicht, fehlt es der Ein-
schätzung des medizinischen Dienstes hingegen an der Grundlage zur zu-
verlässigen Beurteilung der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers. In
ihrer Stellungnahme vom 21. November 2014 hielt Dr. X._ denn
auch fest, die Funktionseinschränkungen gemäss dem Bericht von
Dr. I._ vom 8. Juli 2014 (IV-act. 50) seien wenig präzise und teil-
weise gar nicht begründet (IV-act. 52). Nach dem Gesagten ist nicht nach-
vollziehbar, inwieweit sich die verschiedenen Beschwerden konkret auf die
Arbeitsfähigkeit auswirken. Bei der Auflistung der relevanten Diagnosen
fehlt sodann das Schlafapnoe-Syndrom, obwohl dieses in der Beurteilung
als schwer bezeichnet wird und die Tagesschläfrigkeit – offenbar alleine –
eine Limitierung der Verweistätigkeit im Umfang von 20% bewirkt (vgl. IV-
act. 38). Keine Erwähnung finden die Beschwerden respektive Nebenwir-
kungen, die sich aus der CPAP-Therapie ergeben.
Dr. X._ und Dr. Y._ leiten ihre Einschätzung der Arbeitsun-
fähigkeit ohne Vornahme einer eigenen Untersuchung aus den gestellten
Diagnosen ab, obgleich sich aus den vorhandenen medizinischen Berich-
ten diesbezüglich eine unvollständige sowie – soweit eine Beurteilung
überhaupt vorgenommen wird – uneinheitliche und teilweise deutlich pes-
simistischere Würdigung ergibt (vgl. IV-act. 25 und 50 sowie vorne E.
6.2.2). Vor diesem Hintergrund ist die Beurteilung des medizinischen
Dienstes als ungenügend zu bezeichnen.
6.3.3 Treffen verschiedene (anspruchsrelevante) Gesundheitsbeeinträch-
tigungen zusammen, ist in der Regel eine interdisziplinäre Untersuchung
durchzuführen (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8C_168/2008 vom
11. August 2008 E. 6.2.2), und der Grad der Arbeitsunfähigkeit ist grund-
sätzlich in einer sämtliche Behinderungen umfassenden medizinischen
Gesamtbeurteilung zu bestimmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_948/2012 vom 22. Juli 2013 E. 4.3). In den Akten befindet sich jedoch
keine in diesem Sinn zuverlässige und schlüssige interdisziplinäre Begut-
achtung des Beschwerdeführers, auf die sich der medizinische Dienst hätte
stützen können.
Der Versicherte leidet an Pathologien, die verschiedene medizinische Dis-
ziplinen tangieren. Es liegen pneumologische, rheumatologische, psychi-
atrische sowie orthopädische Beschwerden vor, die es zu beurteilen gilt.
Wohl wurden die psychiatrischen Aspekte separat von einem Arzt mit der
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Seite 20
entsprechenden Qualifikation ausgewertet. Hingegen erfolgte keine wei-
tere Abgrenzung durch die einzelnen relevanten medizinischen Diszipli-
nen. Eine Differenzierung der bestehenden Beschwerden und ihren Aus-
wirkungen auf die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers wäre vorlie-
gend jedoch nötig gewesen, um eine Gesamteinschätzung vornehmen zu
können.
6.3.4 Nach dem Gesagten bestehen an der Zuverlässigkeit und Schlüssig-
keit der Einschätzung des medizinischen Dienstes erhebliche Zweifel, wes-
halb nicht darauf abgestellt werden kann.
6.4 Zusammenfassend sind aufgrund der vorhandenen medizinischen Be-
richte der medizinische Sachverhalt und dessen Auswirkungen auf die ver-
bleibende Erwerbsfähigkeit nicht rechtsgenüglich erstellt. Insbesondere
sind keine medizinischen Unterlagen aktenkundig, die eine sämtliche Lei-
den berücksichtigende, den Beweisanforderungen genügende Beurteilung
der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in seiner bisherigen und in
einer leidensangepassten Tätigkeit enthalten. Es ist unklar, wie die ver-
schiedenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen zusammenwirken. Unter
diesen Umständen hätte sich die Vorinstanz nicht mit Aktenbeurteilungen
des medizinischen Dienstes begnügen dürfen, sondern mit Blick auf die
unklare Aktenlage weitere Abklärungen tätigen müssen. Indem sie darauf
verzichtet hat, hat sie den Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG)
verletzt. Mithin kann nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) beurteilt werden, ob der
Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit im Umfang von 80% ar-
beitsfähig ist.
7.
7.1 Da die angefochtene Verfügung gestützt auf eine unvollständige Sach-
verhaltsabklärung ergangen ist, ist die Sache in Anwendung von Art. 61
Abs. 1 VwVG zur Vornahme der notwendigen medizinischen Abklärungen
gemäss den Anforderungen der schweizerischen Rechtsprechung und zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
7.1.1 Diese Rückweisung an die Vorinstanz erfolgt in Übereinstimmung mit
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4).
Demnach bleibt eine Rückweisung an die IV-Stelle möglich, wenn sie in
der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage be-
gründet ist, oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergän-
zung von gutachterlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 E.
C-2217/2015
Seite 21
4.4.1 ff.). Die Rechtsstaatlichkeit der Versicherungsdurchführung litte emp-
findlich und wäre von einem Substanzverlust bedroht, so das Bundesge-
richt, wenn die Verwaltung von vornherein darauf bauen könnte, dass ihre
Arbeit in jedem verfügungsweise abgeschlossenen Sozialversicherungsfall
auf Beschwerde hin gleichsam gerichtlicher Nachbesserung unterliege. Im
Rahmen der de lege lata gegebenen Organisation dränge es sich vielmehr
auf, das drohende Defizit dort durch gerichtliche Expertisen auszugleichen,
wo die Gerichte bei der Würdigung des Administrativgutachtens im Kontext
der gesamten Aktenlage zum Schluss kommen, weitere Abklärungen seien
notwendig (BGE 137 V 210 E. 4.2). Vorliegend erscheint eine Rückweisung
der Streitsache an die IVSTA im Lichte der dargelegten Rechtsprechung
ausnahmsweise möglich, da keine gutachterliche Abklärung der einzelnen
Beschwerden mit Beurteilung der funktionellen Einschränkungen und
keine Gesamtbeurteilung vorgenommen wurde, und die Restarbeitsfähig-
keit des Beschwerdeführers gestützt auf die vorliegenden Akten nicht ab-
schliessend beurteilt werden kann.
7.1.2 Die IVSTA wird bei bisher nicht mit der Beurteilung des Beschwerde-
führers befassten medizinischen Fachpersonen in der Schweiz ein pluri-
disziplinäres medizinisches Gutachten (Fachrichtungen Pneumologie,
Rheumatologie, Psychiatrie, Orthopädie) einzuholen haben (vgl. zu den
verschiedenen Leiden des Beschwerdeführers vorne E. 5). Die beauftrag-
ten Sachverständigen sind letztverantwortlich einerseits für die fachliche
Güte und die Vollständigkeit der interdisziplinär erstellten Entscheidungs-
grundlage, anderseits aber auch für eine wirtschaftliche Abklärung (BGE
139 V 349 E. 3.2 f.). Vor der erneuten Entscheidfällung wird das einzuho-
lende Gutachten durch einen versicherungsinternen Arzt zu würdigen sein,
um die Restarbeitsfähigkeit zu ermitteln. Bei der Erstellung des aktuellen
medizinischen Sachverhalts sind auch die im vorliegenden Beschwerde-
verfahren eingereichten neuen medizinischen Berichte zu berücksichtigen.
7.1.3 Von der Einholung eines Gerichtsgutachtens oder Erhebung anderer
Beweismassnahmen ist daher abzusehen.
7.2 Die vorzunehmende Rückweisung beinhaltet die Gefahr einer reforma-
tio in peius, da die von der Vorinstanz mit der angefochtenen Verfügung
zugesprochene Viertelsrente in Frage gestellt wird (vgl. BGE 137 V 314 E.
3.2.4). Dem Beschwerdeführer wurde daher vorgängig das rechtliche Ge-
hör gewährt. Mit Eingabe vom 6. Juni 2017 erklärte er, an der Beschwerde
festhalten zu wollen.
C-2217/2015
Seite 22
7.3 Die Beschwerde ist folglich insoweit gutzuheissen, als die angefoch-
tene Verfügung aufzuheben und die Sache im Sinne der Erwägungen zur
Durchführung weiterer Abklärungen und anschliessendem Erlass eines
neuen Entscheids an die Vorinstanz zurückzuweisen ist.
8.
Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient-
schädigung.
8.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis i.V.m.
Abs. 2 IVG). Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs.
1 VwVG die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Da
eine Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der Beschwerde führenden
Partei gilt (BGE 137 V 210 E. 7.1), sind im vorliegenden Fall dem Be-
schwerdeführer keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. Der geleistete Ver-
fahrenskostenvorschuss von Fr. 400.76 ist ihm nach Eintritt der Rechtskraft
des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten. Der Vorinstanz werden eben-
falls keine Verfahrenskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG).
8.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren
eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig
hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Die Parteient-
schädigung umfasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere not-
wendige Auslagen der Partei (Art. 8 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]). Da der obsiegende Beschwerdeführer im vorlie-
genden Beschwerdeverfahren nicht anwaltlich vertreten war und keine an-
derweitigen Auslagen geltend gemacht hat, ist ihm keine Parteientschädi-
gung zuzusprechen.
(Dispositiv: nächste Seite)
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