Decision ID: 3c6798ad-6d61-4280-ab37-771d83be6c29
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Bei
X._
, geboren 1980, wurde im Jahr 1994 ein Herzlei
den (Verordnung über Geburtsgebrechen [
GgV
], Anhang Ziffer 313) festge
stellt und
es
wurden ihr in der Folge von der Invalidenversicherung ver
schiedene Leistungen (medizinische und berufliche Massnahmen) zugespro
chen. Nach erfolgreich bestandenem Veterinärmedizinstudium trat sie am 1. März 2010 eine Stelle bei der
Y._
an der
Z._
als Doktorandin/Assistentin (je in einem Pensum von 50
%) an. Wegen ein
geschränkter Leistungsfähigkeit meldete sie sich am 21. November 2010 bei der Invalidenversicherung für berufliche Integration/Rente und
Früherfas
sung
an (Urk.
6/
36–
37
). Die IV-Stelle klärte die gesundheitlichen
und er
werblichen Verhältnisse der Versicherten ab, indem sie von der
Hausärztin (Dr. med.
A._
, Praktische Ärztin; Urk.
6/
42) und den
behandelnden Ärz
tinnen (Dr. med.
B._
, FMH Kardiologie und
Innere Medizin [Urk.
6/
46] so
wie Dr. med.
C._
, FMH Kinder- und
Jugendpsychiatrie und –
psycho
therapie
[Urk.
6/
47]) Berichte einholte, einen
Auszug aus dem individuellen Konto (Urk.
6/
41) beizog und den Fragebogen für
Arbeitgebende
(Urk.
6/
45) ausfüllen liess.
1.2
Auf Einwand der Versicherten (Urk.
6/
53)
auf den Vorbescheid (
Urk.
6/49)
hin holte die IV-Stelle eine
ergänzende Auskunft von Dr.
C._
(Urk.
6/
55) sowie eine Stellungnahme
ihres eigenen ärztlichen Dienstes (RAD) ein (Urk.
6/
5
6
). Mit Verfügung vom
17. Juni 2011 (Urk.
6/
57) wies sie das Leistungsbegehren ab.
Dagegen
erhob
die Versicherte mit Eingabe vom
2
2.
August 2011
(
Urk.
6/
66/3-9
) beim
hiesigen Gericht Beschwerde. Mit Ur
teil vom 20. Februar 2013 (Prozess Nr. IV.2011.00870
;
Urk.
6/71
)
hob das hiesige Gericht die Verfügung der IV-Stelle auf und wies die
Sache an
diese
zurück, damit
sie
, nach ergänzenden Abklärungen, über den Anspruch de
r
Versicherten neu verfüge.
1.3
Inzwischen hat die Versicherte ihre Dissertation abgeschlossen und arbeitet seit Juni 2012 in einem 50 %-Pensum in einer Kleintierpraxis (
Urk.
6/
96/14 und 34
). Die IV-Stelle liess die Versicherte von der
D._
begutachten (
Expertise vom
2.
Mai 2014; Urk.
6/96) und tätigte weitere erwerbliche Abklärungen.
Zu den von der Versicherten zusätzlich eingereichten medizinischen Berichten (
Urk.
6/141-143) nahm die
D._
am 25. Februar 2016 Stellung (
Urk.
6/151).
Nach
durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(Urk. 6/
115 und
Urk.
6/129
) sprach
die IV-Stelle
der Versi
cherten mit Verfügung vom 4. Mai 2016 (Urk. 2) ab Mai 2011 eine
Viertels
rente
zu.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 6. Juni 2016 Beschwerde (
Urk.
1) und bean
tragte, die Verfügung vom 4. Mai 2016 sei aufzuheben und es sei ihr eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen.
Am 28. Juni 2016 (Urk. 5) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 30. Juni 2016 (
Urk.
7) mitgeteilt wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit
(Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein
(Art. 4
Abs. 1 des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung, IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines
Einkommensver
gleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu er
folgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des
Einkom
mensvergleichs
grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen
Erwerbs
einkommen
ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie in
des nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffern
mässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne eine Inva
lidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen entsprechend kleine
ren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog. Prozentvergleich; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E.
10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E.
3a).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung vom
4.
Mai 2016 (Urk. 2) damit, dass
die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tä
tigkeit zu 70 % arbeitsfähig sei. Aufgrund des zusätzlich eingeschränkten Tätigkeitspektrums verringere sich ihr Invalideneinkommen um 10 %. Es be
stehe ein Invaliditätsgrad von 43 % und damit Anspruch auf eine
Viertels
rente
.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1
),
dass die Realität gezeigt habe, dass ein Pensum von mehr als 50 % nicht dauerhaft umsetzbar sei. Die Gutachter seien gemäss ihrem eigenen Be
kunden nicht in der Lage gewesen, die Arbeitsfähigkeit klar und eindeutig beurteilen zu können. Nebst der zeitlichen bestünden auch klare qualitative Einschränkungen. So könne sie beispielsweise keine Nacht-/Wochenend-Dienste leisten. Dies
e
würden in einer Kleintierpraxis jedoch grundsätzlich zwingend anfallen
.
Ihre effektive Tätigkeit könne sie nur ausüben, weil ihr ihre Arbeitgeberin
diesbezüglich
ausserordentlich
weit entgegenkomme. In einer anderen Anstellung könne sie nicht damit rechnen, dass man ihr ebenso
entgegenkäme
. Ihr Lohn und die Anstellungsbedingungen in der kon
kreten Tätigkeit würden also nicht die Möglichkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt wiederspiegeln, sondern lägen klar darüber. Beim von der
Be
schwerdegegnerin
herangezogenen Tabellenlohn sei zusätzlich zu berück
sichtigen, dass sie die üblichen körperlichen Anforderungen, die
bei
Tätig
keiten
erwartet würden
, welche dem Tabellenlohn zu Grunde lägen, nicht erfüllen könne. Die qualitativen Einschränkungen
würden
ihre
berufliche (verdienstmässige) Leistungsfähigkeit
damit
nachhaltig vermindern und seien deshalb bei der Invaliditätsbemessung mit einem leidensbedingten Abzug von 25 % zu berücksichtigen.
3.
3.1
Dr.
B._
, bei welcher die Beschwerdeführerin seit 1998 in kardiologischer Behandlung ist, hielt in ihrem Bericht vom 1
1.
Januar 2011 (
Urk.
6/46) einen Status nach Synkopen mit Commotio cerebri wegen
Torsades
de
pointes
bei Long QT-Syndrom fest und führte dazu aus,
nach Abschluss des Doktorats im Frühling 2012
sei
eine längere Erholungsphase von ca. drei bis max. sechs Monate
n
nötig, anschliessend Reduktion der Arbeitsfähigkeit auf 50
%. Unter Ziff. 1.11 fügte sie als Zusatzinformation an, dass die Beschwerdefüh
rerin schon während der Gymnasialzeit und des Veterinärstudiums und vor allem seit der Assistenzzeit als Doktorandin der Veterinärmedizin regelmässig
psychisch und physisch an die Grenze ihrer Belastbarkeit gekommen sei be
ziehungsweise komme. Sie brauche deshalb längere Erholungszeiten, weshalb sie das Studium verlängert und nach dem Staatsexamen eine halbjährige Pause eingelegt habe. Vor dem Abschluss der Dissertation, wahrscheinlich im Frühling 2012, sei eine Änderung des Belastungsumfanges nicht möglich. Jedoch müsste im Anschluss eine längere Pause (ca. 3-6 Monate) eingeräumt werden. Längerfristig sei eine Reduktion der Tätigkeit auf ein
e
5
0
%
ige Ar
beitsfähigkeit v
orgesehen
.
3.2
Oberarzt
Dr. med.
E._
des
F._
,
Klinik für Kardiolo
gie des
G._
,
f
ührte in seinem Bericht vom 22.
August 2011 (
Urk.
6/66/13-16) im Wesentlichen aus, dass die Beschwer
deführerin seit der Gymnasialzeit mit einem Betablocker behandelt werde, es dazu keine Alternativtherapie gebe, und die Beschwerdeführerin die typi
schen Nebenwirkungen einer solchen Therapie stark spüre: Müdigkeit, Ab
geschlagenheit, deutlich reduzierte Leistungsfähigkeit. Die
Fahrradergometrie
habe ein Erreichen von nur 60 % der maximalen altersüblichen Herzfrequenz gezeigt. Für ihn sei zusammengefasst eine 50 %-Reduktion der Arbeitsfähig
keit gegeben.
3.3
In ihrer Stellungnahme im Hinblick auf die polydisziplinäre medizinische IV-Untersuchung vom
1
7.
September 2013 (
Urk.
6/96/13) führte
Dr.
B._
aus, dass aus kardiologischer Sicht eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit weiterhin zu unterstützen sei.
3.
4
Im Gutachten der
D._
vom
2.
Mai 2014
(
Urk.
6/96/1-23)
stellten
Dr.
med.
H._
, Innere Medizin FMH,
Dr.
med.
I._
,
Assistenzärztin Neurologie, Dr.
med.
J._
, Fachärztin für Neurologie,
Dr.
med.
K._
, Psy
chiatrie und Psychotherapie FMH, und
Dr.
med.
L._
, Oberarzt Kardiolo
gie,
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 19)
:
-
Torsade
d
e
pointes
Tachykardie bei Long-
Q
T
-Syndrom (angeboren, ED 1994)
-
6/1994: Synkope mit
commotio
cerebri (insgesamt und bis dato 3
synkopale
Ereignisse [1 dokumentiert, 2 nicht dokumentiert, alle 1994 aufgetreten])
-
4/2001: elektrophysiologische Untersuchung (
M._
): Auslösbarkeit einer spontan terminierenden poly
morphen ventrikulären Tachykardie (physiologisch antegrade Leitung ausschliesslich über das spezifische Reizleitungssystem, unter
Ventri
kel
s
timulation
ventrikulo-atriale
Dissoziation)
-
Müdigkeit unter
Betablockertherapie
Als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie einen Ver
dacht auf eine rezidivierende depressive Störung, aktuell remittiert (ICD-10
F33.4).
Dazu führten sie aus, die Beschwerdeführerin sei mittlerweile gut me
dikamentös eingestellt bezüglich des kardiologischen Grundleidens. Strittig sei vor allem der Grad der kardiologisch bedingten Leistungseinschränkung in ihrem Beruf als Tierärztin. Diesbezüglich sei festzuhalten, dass die Be
schwerdeführerin ihre Schilderung der Beschwerden sehr glaubhaft vortrage. Die vermehrte Müdigkeit werde auch durch die behandelnden Ärzte bestätigt und habe im Studium und in der nachfolgenden praktischen Ausbildung zur Tierärztin auch zu Anpassungen geführt (Pausen nach Matura und
Studien
abschluss
, teilweise Erstellung der Dissertation ohne begleitende Arbeitsstelle, Tätigkeit in einer Kleintierpraxis unter Ausschluss von Tätigkeiten mit Grosstieren und ohne Nacht-/Wochenenddienste, d.h. mit regelmässigen Ar
beitszeiten). Auf der anderen Seite erscheine aufgrund der klinischen, kardi
ologischen und
spiroergometrischen
Befunde eine Einschränkung von 50 % in einer solchermassen angepassten Tätigkeit eher schwer begründbar.
Anamnestisch könne aus psychiatrischer Sicht der Verdacht auf eine rezidivie
rende Depression gestellt werden. Die Beschwerdeführerin habe frühzeitig und motiviert entsprechende Hilfestellungen (psychotherapeutische Begleitung) erfolgreich in Anspruch genommen. Seit Reduktion auf ein
50 %-Pensum habe sich die Situation deutlich entspannt. In Bezug auf die Ar
beitsfähigkeit könne aktuell aufgrund der remittierten Depression keine di
rekte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit formuliert werden. Es sei jedoch wahrscheinlich, dass bei anhaltender Überforderung eine erneute psychische Dekompensation eintreten würde, weshalb eine
Pensums
r
eduktion
aus
ge
samtmedizinischer
Sicht plausibel sei. Ob eine Reduktion auf 50 % aus medi
zinischer Sicht jedoc
h
in dieser Höhe plausibel sei, bleibe offen
(S. 20).
Aus
konsensualer
Sicht werde davon ausgegangen, dass eine ca. 30%ige zeitli
che Reduktion des Pensums angemessen wäre, bei zusätzlichen qualita
tiven
Limiten
(keine Nacht-/Wochenenddienste, regelmässige Arbeitszeiten, keine Tätigkeit mit körperlicher Anstrengung wie Grosstierpraxis, dadurch keine Möglichkeit einer Karriere beispielsweise in einer Veterinärklinik wie Oberarztstelle, leitende Ärztin etc., Notwendigkeit zur Möglichkeit regelmäs
siger Pausen), welche die berufliche (verdienstmässige) Leistungsfähigkeit nachhaltig vermindern würden. Die aktuell ausgeübte Tätigkeit sei vom
An
forderungsprofil
und von der Umsetzung der Ausbildung her als optimal an
zusehen. Die Einschränkung bestehe seit der Jugend, mit Sicherheit seit
An
spruchsbeginn
. Aus kardiologischer Sicht werde ein Wechsel der Betablo
cker-Therapie auf einen kardioselektiven, weniger zentral wirksamen Beta
blocker empfohlen, da dies möglicherweise zu einem Rückgang der Symp
tome der Müdigkeit und schnellen Erschöpfbarkeit führen könne, auch wenn diese in ihrer
Ausprägung und Dauer doch als ungewöhnlich anzusehen seien
(S. 21)
.
3.
5
Prof.
Dr.
med.
N._
, leitende Ärztin
Rhythmologie
, und Assistenzarzt Kapos des Universitären Herzzentrums des
G._
führten in ihrem Bericht vom
2.
Oktober 2015 (
Urk.
6/141) aus, zur Objektivierung der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei eine Spiroergometrie durchgeführt worden. Es habe sich eine reduzierte Leistungsfähigkeit (VO2max 66 % des Solls) sowie eine
chronotrope
Inkompetenz unter Beta
blocker gezeigt. Aus kardiologischer Sicht bestehe unter einer nicht ersetz
baren medikamentösen Therapie eine stabile Situation mit reduzierter Leis
tungsfähigkeit. Die Arbeitsfähigkeit
betrage 50 %.
4.
4.1
Das polydisziplinäre Gutachten der
D._
vom
2.
Mai 2014 (E. 3.4)
beruht auf den erforderlichen allgemeininternistischen,
kardiologischen, psychiatrischen und neurologischen
Untersuchungen und wurde in Kenntnis der
fallrelevan
ten
Vorakten
erstellt. Die Gutachter legten die medizinischen Zusammen
hänge einleuchtend dar und setzten sich mit den geklagten Beschwerden und dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander.
Insbesondere zeigten sie auf
, dass die Beschwerdeführerin regelmässige Arbeitszeiten und Pause
n be
nötigt
, keine Nacht- und Wochenenddienste leisten
kann
und ihr eine Tätig
keit mit körperlicher Anstrengung wie das Arbeiten in einer Grosstierpraxis nicht möglich
ist
. Die aktuell ausgeübte Tätigkeit in einer Kleintierpraxis
ist
daher
gemäss den Gutachtern
vom Anforderungsprofil her als optimal an
zusehen.
Aufgrund der klinischen, kardiologischen und
spiroergometrischen
Befunde war für sie hingegen eine Einschränkung von 50 % in einer sol
chermassen angepassten Tätigkeit
nu
r schwer begründbar. Die Gutachter
legten dar
, dass
sich die Situation bezüglich der psychischen Beschwerden seit der
Pensenreduktion
deutlich entspannt
hat
, es aufgrund des bisherigen Verlaufs jedoch wahrscheinlich
ist
, dass bei anhaltender Überforderung eine erneute psychische Dekomp
ensation eintritt
.
Unter Berücksichtigung
der bis
lang unterschiedlich bewerteten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit
ge
langten
sie
sodann zum für das Gericht nachvollziehbaren Schluss, dass
der
Beschwerdeführerin
eine 70%ige Arbeitstätigkeit in einer die obengenannten qualitativen
Limiten
berücksichtigenden Tätigkeit
zumutbar
ist.
Das Gutach
ten entspricht damit
den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage (vgl. E. 1.4
hievor
).
4.2
Dass
Dr.
B._
und die weiteren beigezogenen Kardiologen eine lediglich 50%ige Arbeitsfähigkeit als zumutbar erachte
te
n, steht der Einschätzung der
D._
-Gutachter nicht entgegen. So schlossen
L
etztere
nicht einfach unein
geschränkt auf eine 70%ige Arbeitsfähigkeit, sondern lediglich auf eine sol
che in einer Tätigkeit ohne körperliche Anstrengung, mit regelmässigen Ar
beitszeiten und Pausen und ohne Nacht- und Wochenenddienste. Wenn
Dr.
B._
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer Tätigkeit ohne Nachtdienste als möglich erachtet, so schliesst dies eine höhere Einsatzfähigkeit in einer den Beschwerden
noch besser
angepassten Tätigkeit - keine körperliche An
strengung, regelmässige Arbeitszeiten und Pausen, keine
Nacht-/
Wochenenddienste - nicht aus.
Auch die Ergebnisse der Fahrrad- und Spiro
ergometrie
(E. 3.2 und 3.5)
sprechen nicht
gegen eine Arbeitstätigkeit von 70
%
,
wird
diese
ja wie bereits dargelegt nur für eine
den Beschwerden
an
gepasste körperlich leichte Tätigkeit
als zumutbar erachtet
. Im Übrigen führ
ten auch die
D._
-Gutachter einen Belastungstest mittels Spiroergometrie
durch (
Urk.
6/96/30) und waren
trotz vergleichbarer Resultate
der Ansicht, dass eine
Arbeitsunfähigkeit
von 50
%
aufgrund der klinischen, kardiologi
schen und
spiroergometrischen
Befunde
in einer optimal an die Beschwerden angepassten Tätigkeit nur schwer begründbar ist.
Dass die Realität gezeigt habe, dass für sie
ein Pensum von mehr als 50
% nicht dauerhaft umsetzbar sei
, wie die Beschwerdeführerin geltend machte, trifft zudem so nicht zu. Seit der Reduktion des 100
%
-Pensums hat sie stets nur zu 50 % gearbeitet. Dass es ihr nicht möglich wäre, mit einem Beschäftigungsgrad von 70 % zu ar
beiten, ist
dadurch
nicht erstellt.
Die Einwendungen der Beschwerdeführerin vermögen damit nichts
an der Beweiskraft des
D._
-Gutachtens und damit an der Zum
utbarkeit
einer
den Beschwerden angepassten
Tätigkeit
in einem 70
%
-Pensum
zu ändern
.
5
.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die
gesundheitlichen Beeinträchtigungen
in erwerbli
cher Hinsicht auswirken.
5
.
2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Berechnung des
Valideneinkom
mens
auf die Tabellenlöhne in T17 (Monatlicher Bruttolohn nach
Berufs
gruppen
, Lebensalter und Geschlecht, Privater und öffentlicher Sektor zu
sammen) der
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung (LSE)
2012, ohne dies zu begründen.
Rechtspre
chungs
- und praxisgemäss ist jedoch
die Tabelle
TA1 heranzuziehen. Es be
stehen keine Gründe
,
von dieser Praxis abzuweichen, zumal die Beschwer
deführerin als Veterinärin
wohl
auch bei guter Gesundheit
eher nicht
im öf
fentlichen Sektor arbeiten würde und ihr Lebensalter im vorliegenden Fall nicht von Relevanz ist. Wie die Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme vom
2.
Februar 2015
(
Urk.
6/123/5)
zu Recht vorbrachte,
ist das Validen- und das Invalideneinkommen basierend auf demselben Tabellenlohn festzu
setzen
-
wie dies die Beschwerdegegnerin im
Vorbescheidverfahren
noch
ge
macht hat
te
(TA1 der
LSE 2010;
Urk.
6/113/1) - würde doch die Beschwer
deführerin mit und ohne gesundheitliche Einschränkungen im
Veterinärwe
sen
arbeiten.
Ihr
Einkommensverlust kann damit rein prozentual festgelegt werden.
5
.
3
5.
3
.1
Die Beschwerdeführerin machte
bezüglich der Berechnung ihres
Invalidenein
kommens
geltend, dass aufgrund ihrer gesundheitlichen Be
schwerden
nicht nur
ein Leidensabzug von
10
%
, sondern einer von
25
%
zu berücksichtigen sei.
5.
3
.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksich
tigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht er
reichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwi
ckelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie so
wie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben kön
nen. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unter
durchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall ge
samthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merk
mal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berück
sichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser angemessen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV
Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quan
titative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berücksichtigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu un
terscheiden ist die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesun
den Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen. Lediglich wenn - auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (zu diesem Begriff
BGE 110 V 273
E. 4b) - unter Berücksichti
gung solcher Einschränkungen, die personen- oder arbeitsplatzbezogen sein können, kein genügend breites Spektrum an zumutbaren
Verweisungstätig
keiten
mehr besteht, rechtfertigt sich allenfalls ein (zusätzlicher) Abzug vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1
mit Hinweisen).
Bei teilzeitlich angestellten Frauen fällt das Kriterium des reduzierten Beschäfti
gungsgrades von vornherein kaum ins Gewicht; sie verdienen laut Statistik doch oftmals gar nicht weniger als Vollzeitbeschäftigte. Zu denken ist etwa an Betätigungsbereiche, in welchen Teilzeitarbeit Nischen auszufül
len vermag, die
arbeitgeberseits
stark gefragt sind und dementsprechend
entlöhnt
werden. Eine bloss teilzeitlich ausgeübte Beschäftigung kann sich im Vergleich zu einer Vollzeitbeschäftigung bei Frauen sogar proportional lohnerhöhend auswirken. Damit entfällt hier die Rechtfertigung für einen
Ta
bellenlohnabzug
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_712/2012 vom 3
0.
No
-
vember
2012 E. 4.2.2 mit Hinweisen).
Das
Angewiesensein
auf das Entgegenkommen eines verständnisvollen Arbeit
gebers stellt praxisgemäss kein anerkanntes eigenständiges
Abzugs
kriterium
dar (vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom 3. Sep
-
tember
2012 E. 8, 8C_91/2013 vom 2
2.
August 2013 E. 3.3.4).
5.
3
.3
Die Beschwerdegegnerin berücksichtigte das eingeschränkte
, mögliche
Tätig
keitspektrum als lohnmindernden Faktor von 10
%
.
Wie die Beschwerdefüh
rerin jedoch zu Recht vorbrachte, trägt ein Leidensabzug von 10
%
ihren beruflichen Einschränkungen zu wenig Rechnung.
Die Beschwerdeführerin
kann
nicht nur nicht alle körperlich mittelschweren und schweren Tätigkei
ten, die
bei einer Tätigkeit als Veterinärin anfallen können,
ausüben, sondern
ist
zusätzlich bei den noch in Frage kommenden leichten Tätigkeiten
einge
schränkt
, da sie die
für Veterinärärzte
grundsätzlich zwingend anfallenden Nacht- und Wochenenddienste nicht übernehmen kann.
Auch die
D._
-Gut
achter hielten fest, dass die qualitativen
Limiten
die berufliche (
verdienst
mässige
) Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin nachhaltig vermindern (Urk. 6/96/21). Ob deshalb ein Abzug von 15
%
, 20
%
oder 25
%
vom
Invali
deneinkommen
angemessen ist, kann jedoch letztlich offen bleiben, da die Invaliditätsgrade so
oder so
zwischen
(gerundet)
41
%
und 48
%
variieren
(0.7 - [0.15 x 0.7] bzw. 0.7 - [0.2 x 0.7] bzw. 0.7 - [0.25 x 0.7])
und in allen Fällen
somit lediglich
Anspruch auf
die von der Beschwerdegegnerin bereits zugesprochene
Viertelsrente
besteht.
Die Beschwerde ist damit abzuweisen.
6.
Die Kosten des Verfahrens (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) sind auf Fr.
8
00.-- festzule
gen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.