Decision ID: 1e107cb0-7fc8-5af8-bf5b-866e8d7267bc
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ leidet seit seiner Geburt an einer Myelomeningocele (spina bifida,
Geburtsgebrechen Nr. 381). Er bezieht seit dem 1. März 2010 eine
Hilflosenentschädigung wegen einer Hilflosigkeit leichten Grades im Sinne von Art. 37
Abs. 3 lit. d der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201), da er zur
Bewältigung von längeren Strecken auf den Rollstuhl angewiesen ist und dabei einer
regelmässigen und erheblichen Dritthilfe bedarf (IV-act. 334, 353 und 356). Das in den
Jahren 2015/2016 durchgeführte Revisionsverfahren ergab einen unveränderten
Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung (IV-act. 412). Der Versicherte hielt sich in
diesem Zeitraum im Massnahmenzentrum B._ auf (vgl. die Angaben im Fragebogen
zur Revision der Hilflosenentschädigung vom 20. Dezember 2015, IV-act. 393, und in
einem Bericht des F._ vom 6. Januar 2016, IV-act. 408).
A.a.
Im September 2018 meldete sich der Versicherte bei der Invalidenversicherung
zum Bezug von beruflichen Massnahmen/Rentenleistungen an (IV-act. 417). Er gab an,
dass er seit dem 17. September 2018 an der C._ Informatik studiere (vgl. die
Immatrikulationsbestätigung für das Herbstsemester 2018, IV-act. 419). Auf eine
Rückfrage der IV-Stelle teilte er am 5. November 2018 mit (IV-act. 425), dass er von
A.b.
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September 2013 bis März 2015 an der C._ Informatik studiert habe. Von Juli 2015 bis
April 2018 habe er sich im Massnahmenzentrum B._ aufgehalten. Seit dem
17. September 2018 studiere er erneut Informatik an der C._. Eine Abklärung der IV-
Stelle beim F._ ergab, dass der Versicherte unter anderem an einer inkompletten
Paraplegie sub L5 bei einer Meningomyelocele litt (vgl. Bericht des F._ vom
10. September 2018, IV-act. 431).
Im Februar 2019 meldete sich der Versicherte zum Bezug von
Ergänzungsleistungen zu seiner Hilflosenentschädigung an (EL-act. 27). Er gab an,
dass er bei den Eltern wohne, die ein Eigenheim besässen. Er studiere an der C._; in
den letzten Monaten habe er sich nicht um eine Arbeitsstelle bemüht. Er reichte eine
Grundstückschätzung des Fachdienstes für Grundstückschätzung vom 15. März 2018
bezüglich des im Eigentum der Eltern stehenden Hauses ein (EL-act. 28). Im gleichen
Monat meldete sich der Versicherte auch zum Bezug eines Assistenzbeitrags an (IV-
act. 433). Die EL-Durchführungsstelle teilte dem Versicherten am 28. März 2019 mit
(EL-act. 24), dass er im Rahmen der Schadenminderungspflicht durch die Ausübung
einer zumutbaren (Teil-)Erwerbstätigkeit seinen Existenzbedarf zu sichern habe. Da die
zumutbare Erwerbsfähigkeit im Rahmen des laufenden IV-Verfahrens geprüft werde,
werde das Gesuch um Ergänzungsleistungen vom 20. Februar 2019 bis zum Vorliegen
des IV-Entscheids sistiert. Mit einer Verfügung vom 28. August 2019 (IV-act. 462)
sprach die IV-Stelle dem Versicherten ergänzend zur Hilflosenentschädigung einen
Assistenzbeitrag ab Beginn der Betreuung, frühestens ab 1. Februar 2019, zu.
A.c.
Ein Arzt des F._ berichtete am 2. September 2019 über einen stationären
Gesundheitszustand des Versicherten (IV-act. 464). Zur Arbeitsfähigkeit des
Versicherten äusserte er sich nicht. Am 10. September 2019 teilte ein Arzt des D._
mit (IV-act. 465), dass eine auf den 20. September 2019 geplante Operation
(Untethering und dorsale Stabilisation hoch thorakal bis ins Becken) auf Anfang 2020
verschoben worden sei, damit der Versicherte das Studium fortsetzen könne. Ein
Sachbearbeiter der IV-Stelle hielt am 12. November 2019 in einer Telefonnotiz fest (IV-
act. 468), gemäss dem Versicherten sei es bislang zu keiner gesundheitsbedingten
Verzögerung des Studiums gekommen. Am 7. Januar 2020 finde am D._ die nächste
Operation statt. Ob es anschliessend zu einer Verlängerung des Studiums komme,
habe der Versicherte nicht sagen können. Er (der Sachbearbeiter) habe dem
A.d.
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Versicherten erklärt, dass kein Anspruch auf eine erstmalige berufliche Ausbildung und
auf Rentenleistungen bestehe, da keine invaliditätsbedingten Mehrkosten ausgewiesen
seien. Der Versicherte sei mit dem Abschluss der beruflichen Massnahmen und
Rentenleistungen einverstanden gewesen. Mit einer Mitteilung vom 12. November 2019
wies die IV-Stelle das Begehren um berufliche Massnahmen und Rentenleistungen ab
(IV-act. 469).
Am 26. März 2020 bat die EL-Durchführungsstelle den Versicherten um Angaben
zu den Wohn-, den Erwerbs- und den Vermögensverhältnissen (EL-act. 21). Der
Versicherte teilte am 5. April 2020 mit (EL-act. 20-26), dass er bis zum 6. Januar 2020
bei seinen Eltern gewohnt habe. Sämtliche anfallenden Kosten wie
Krankenkassenprämien, Selbstbehalte, Handyrechnungen, SBB Generalabonnement,
Studiengebühren, Fahrzeugunterhalt etc. hätten bis anhin seine Eltern übernommen.
Am 6. Januar 2020 habe er sich im D._ einem operativen Eingriff unterzogen mit
einer anschliessenden Rehabilitation im F._, wo er bis am 12. März 2020
hospitalisiert gewesen sei. Die Rehabilitation habe aus medizinischen und
versicherungstechnischen Gründen unterbrochen werden müssen; das
Wiederaufnahmedatum sei infolge Corona unbekannt. Für die Überbrückungszeit habe
ihm das F._ ein 2.5-Zimmer Studio zur Verfügung gestellt. Der Sozialdienst des F._
verhandle mit der Krankenkasse und der G._ bezüglich der Übernahme der
Mietkosten. Die Lebensmittel bezahle er vom Taschengeld, das ihm seine Eltern
überwiesen. Trotz der gut verlaufenen Rückenoperation sei es ihm nicht mehr möglich,
bei seinen Eltern zu wohnen. Die Wohnung sei nicht rollstuhlgängig und es sei ihm
nicht mehr möglich, Treppen zu steigen. Er reichte Immatrikulationsbestätigungen der
C._ für das Frühjahressemester 2019, das Herbstsemester 2019 und das
Frühjahressemester 2020, Kontoauszüge ab Januar 2019 bis März 2020 und den
Mietvertrag für das Studio des F._ ein.
A.e.
Mit einer Verfügung vom 28. April 2020 wies die EL-Durchführungsstelle das
Gesuch um Ergänzungsleistungen aufgrund von Einnahmenüberschüssen ab (EL-
act. 17). In der Anspruchsberechnung berücksichtigte sie als anerkannte Ausgaben die
regionale Durchschnittsprämie der obligatorischen Krankenpflegeversicherung von
Fr. 5'520.-- ab 1. Februar 2019 bis 31. Dezember 2019 und von Fr. 5'580.-- ab
1. Januar 2020, die Pauschale für den allgemeinen Lebensbedarf von Fr. 19'450.-- ab
A.f.
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1. Februar 2019 und einen (anteilsmässigen) Mietzins von Fr. 6'200.-- ab 1. Februar
2019 bis 29. Februar 2020. Als anrechenbare Einnahmen berücksichtigte sie ein
hypothetisches Erwerbseinkommen von Fr. 56'541.-- bzw. ein anrechenbares
Einkommen von Fr. 37'027.-- (Fr. 56'541.-- abzüglich des Freibetrags von Fr. 1'000.-- =
Fr. 55'541.--, davon zwei Drittel = Fr. 37'027.--) ab 1. Februar 2019, einen Ertrag aus
Sparguthaben von Fr. 3.-- ab 1. Februar 2019 bis 31. Dezember 2019 und von Fr. 0.--
ab 1. Januar 2020 sowie "diverse Einnahmen" von Fr. 2'340.-- ab 1. Februar 2020 bis
29. Februar 2020. Das Vermögen (Sparguthaben) erreichte die Freibetragsgrenze nicht.
Zur Begründung gab sie an, dass nur der Mietzinsanteil der EL-berechtigten Person als
Ausgabe berücksichtigt werden könne. Der angerechnete Mietzins errechne sich wie
folgt: Eigenmietwert Fr. 18'600.-- + Nebenkostenpauschale Fr. 1'680.-- = total
Fr. 20'280.--; davon sei ein Drittel, also Fr. 6'760.--, als Mietausgabe zu
berücksichtigen. Ab dem 1. Februar 2020 entfalle aufgrund des Klinikaufenthalts die
Anrechnung der Miete. Die Krankenversicherung übernehme bis auf einen Spitalbeitrag
von Fr. 15.-- pro Tag sämtliche Kosten des Klinikaufenthalts. Im Lebensbedarf sei für
die Verpflegung eine Pauschale von Fr. 21.50 pro Tag berücksichtigt
(Naturallohnansatz gemäss Art. 11 AHVV). Diese Verpflegungspauschale werde um den
nicht durch die Krankenversicherung gedeckten Anteil gekürzt. Somit würden sie den
Lebensbedarf um Fr. 2'340.-- kürzen bzw. diesen belassen und Fr. 2'340.-- als übrige
Einnahmen anrechnen. Das Vermögen und den Vermögensertrag hätten sie gemäss
den eingereichten Unterlagen jeweils per 31. Dezember des Vorjahres übernommen.
Der Versicherte sei im erwerbspflichtigen Alter und absolviere zurzeit ein
Informatikstudium. Es sei ihm möglich und zumutbar, das Studium in der Form eines
Teilzeitstudiums zu absolvieren. Dadurch könnte er einer Erwerbstätigkeit nachgehen,
um den Existenzbedarf soweit als möglich zu decken. Bei der Berechnung des
hypothetischen Erwerbseinkommens stützte sich die EL-Durchführungsstelle auf den
durchschnittlichen Hilfsarbeiterlohn für das Jahr 2017 gemäss der
Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik von Fr. 67'102.-- abzüglich
Fr. 6'711.-- (10% Grossregion Ostschweiz) und Fr. 3'850.-- (6.375%
Sozialversicherungsbeiträge, EL-act. 19).
Der Versicherte liess dagegen am 27. Mai 2020 eine Einsprache erheben (EL-
act. 10). Sein Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 28. April
A.g.
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2020 und die Neuberechnung des Anspruchs auf Ergänzungsleistungen ab 1. Februar
2019, wobei auf die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens zu
verzichten sei. Eventualiter seien weitere Abklärungen im Sinne der Einspracherügen
vorzunehmen. Zur Begründung machte der Rechtsvertreter im Wesentlichen geltend,
der Versicherte habe sich am 7. Januar 2020 einer Skolioseaufrichtung unterzogen. Vor
der Operation habe sich der Versicherte im Inneren von Gebäuden an
Unterarmgehstöcken selbstständig fortbewegen können; seit der Operation sei ihm
dies nicht mehr möglich und er sei ständig auf die Verwendung eines (derzeit)
Handrollstuhls angewiesen. Diese Tatsache bedeute für ihn eine erhebliche
Zusatzbelastung, welche ihn in allen Lebenslagen zusätzlich beeinträchtige. Der
Versicherte absolviere ein Informatikstudium an der C._. Es dürfe als notorisch
bekannt vorausgesetzt werden, dass ein Studium an der C._ anspruchsvoll sei und in
vielerlei Hinsicht einen grossen Einsatz und Durchhaltewillen voraussetze. Es werde
den tatsächlichen Verhältnissen nicht gerecht, wenn sich die EL-Durchführungsstelle
auf den Standpunkt stelle, dass es dem Versicherten möglich und zumutbar sei, neben
seinem Studium und trotz seiner schweren Behinderung noch ein Jahreseinkommen
von Fr. 56'541.-- zu erzielen. Der Versicherte könne das Studium auch nicht im
Rahmen eines Teilzeitstudiums absolvieren. Der Versicherte habe im Jahr 2013 die
eidgenössische Matura absolviert. Er verfüge weder über Berufserfahrung noch über
einen Lehrabschluss. Die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens
ergehe in Verkennung der hier massgebenden Umstände.
Mit einem Entscheid vom 7. Juli 2020 wies die EL-Durchführungsstelle die
Einsprache ab (EL-act. 6). Zur Begründung brachte sie vor, die IV-Stelle habe den
Rentenanspruch des Versicherten mit einer Mitteilung vom 12. November 2019
abgewiesen. Demnach sei davon auszugehen, dass der Versicherte in einer adaptierten
Tätigkeit vollständig arbeitsfähig sei. Der Umstand, dass der Versicherte auf einen
Rollstuhl angewiesen sei, sei damals bereits bekannt gewesen. Demnach sei davon
auszugehen, dass der Versicherte in einer sitzenden Tätigkeit vollständig arbeitsfähig
sei. Dies ergebe sich auch aus dem Umstand, dass er in der Lage sei, ein Studium an
der C._ zu absolvieren. Allerdings verletze er mit der Aufnahme dieses Studiums
seine Schadenminderungspflicht, insofern er geltend mache, er könne deshalb keine
Erwerbstätigkeit ausüben. Es sei nicht zulässig, dass über die Ergänzungsleistungen
A.h.
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B.
das Studium des Versicherten finanziert würde (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom
3. September 2010, 9C_240/2010, und des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen vom 20. Mai 2014, EL 2011/27). Zutreffend sei zwar, dass der Versicherte
über keine berufliche Ausbildung verfüge. Er habe allerdings im Sommer 2013 die
eidgenössische Matura absolviert. Es sei ihm damit ohne weiteres möglich, eine
Erwerbstätigkeit im Bürobereich auszuüben. Das Angewiesensein auf einen Rollstuhl
stelle dabei kein Hindernis dar. Das in der Anspruchsberechnung eingesetzte
hypothetische Erwerbseinkommen von Fr. 56'541.-- sei angemessen, zumal bereits ein
Hilfsarbeiter im Jahr 2017 ein Jahreseinkommen von Fr. 67'102.-- erzielt habe. Die
angefochtene Verfügung sei rechtmässig.
Der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) liess am 8. September 2020 eine
Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 7. Juli 2020 erheben (act. G 1). Sein
Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids
und die "Verurteilung" der EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin),
den Anspruch auf Ergänzungsleistungen ab 1. Februar 2019 neu zu berechnen, wobei
auf die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens zu verzichten sei, und
gestützt auf diese Neuberechnung die dem Beschwerdeführer rückwirkend ab
1. Februar 2019 zustehende Ergänzungsleistung auszurichten. Eventualiter sei der
Einspracheentscheid vom 7. Juli 2020 aufzuheben und die Sache sei zur Vornahme
weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen verbunden mit der
Anordnung, eine neue Verfügung im Sinne der Beschwerde zu erlassen. Zur
Begründung machte der Rechtsvertreter im Wesentlichen geltend, der
Beschwerdeführer leide an einem schweren Geburtsgebrechen, welches ihn im Alltag
in vielerlei Hinsicht beeinträchtige. Aufgrund des operativen Eingriffs im Januar 2020
habe er die Prüfungen am Ende des Frühjahrssemesters 2020 nicht absolvieren
können. Infolge des gesundheitsbedingten Studienunterbruchs und den fehlenden
Semesterprüfungen befinde er sich im 2. Semester des ersten Studienjahres. Gemäss
den Hinweisen auf der Homepage der C._ seien während des ersten Studienjahres
alle Lehrveranstaltungen verpflichtend. Erschwerend komme hinzu, dass sich der
Beschwerdeführer einmal pro Woche in E._ zu einer ambulanten Psychotherapie
einfinden müsse. Ausserdem sei geplant, dass er sich zur Weiterbehandlung seiner
B.a.
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Wirbelsäulenfehlstellung wöchentlich mindestens einmal in physiotherapeutische
Behandlung begebe. Aufgrund des progredient verlaufenden Geburtsgebrechens sehe
sich der Beschwerdeführer ausserdem mit regelmässigen medizinischen
Verlaufskontrollen konfrontiert. Der Beschwerdeführer absolviere sein
Informatikstudium somit unter zweifellos erschwerenden Umständen. Mit dem
Vollzeitstudium, das für sich allein schon sehr anspruchsvoll sei, und den weiteren
Umständen, welche die Körperbehinderung mit sich bringe, sei die dem
Beschwerdeführer zumutbare Belastung ausgeschöpft. Beim Beschwerdeführer handle
es sich um eine invalide Person im Sinne des Bundesgesetzes über die
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG,
SR 831.30). Die Berücksichtigung eines hypothetischen Erwerbseinkommens sei
gemäss Art. 14a Abs. 1 der Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV, SR 831.301) i.V.m. Art. 9 Abs. 5 lit. c
ELG von Vornherein unzulässig, da der Beschwerdeführer kein Einkommen erziele.
Selbst wenn es sich beim Beschwerdeführer nicht um eine invalide Person i.S.v. Art.
14a ELV handeln sollte, sei die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens
unzulässig. Der Beschwerdeführer verfüge nämlich über keine berufliche Ausbildung
und über keine Berufserfahrung. Damit unterscheide er sich von den Personen in den
von der Beschwerdegegnerin zitierten Entscheiden. Er befinde sich vielmehr in der
Erstausbildung. Dem Beschwerdeführer stünden somit rückwirkend ab Februar 2019
Ergänzungsleistungen zu. Der Rechtsvertreter reichte einen Austrittsbericht des F._
vom 12. März 2020 betreffend eine Hospitalisation vom 31. Januar 2020 bis 12. März
2020 ein (act. G 1.1.1). Darin waren unter anderem die Diagnosen einer
Meningomyelocele mit kompletter Paraplegie sub L3/4 (7. Januar 2020 Untethering
Cord LWK3 unter Spinal cord monitoring, D._) und einer neurogenen
Wirbelsäulenfehlstellung (lumbale Hyperlordose mit linkskonvexer Skoliose mit
dekompensierter Sitzhaltung) aufgeführt worden.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 12. Oktober 2020 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 3). Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen im
Einspracheentscheid.
B.b.
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Erwägungen
1.
Anspruch auf Ergänzungsleistungen haben Personen mit Wohnsitz und gewöhnlichem
Aufenthalt (Art. 13 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1) in der Schweiz, die Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung der Invalidenversicherung haben (Art. 4 Abs. 1 lit. c ELG). Der
Beschwerdeführer lebt seit seiner Geburt in der Schweiz und bezieht seit dem 1. März
2010 eine Hilflosenentschädigung wegen einer Hilflosigkeit leichten Grades im Sinne
von Art. 37 Abs. 3 lit. d IVV. Die allgemeinen Voraussetzungen des Anspruchs auf
Ergänzungsleistungen sind damit erfüllt.
2.
Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten Aus
gaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG in der bis
31. Dezember 2020 gültig gewesenen Fassung, aELG). Die anerkannten Ausgaben sind
in Art. 10 aELG geregelt, die anrechenbaren Einnahmen in Art. 11 aELG. Da eine
erstmalige Leistungszusprache strittig ist, muss – anders als insbesondere in einem
Revisionsverfahren nach Art. 17 Abs. 2 ATSG – die gesamte Anspruchsberechnung auf
ihre Rechtmässigkeit geprüft werden, um dem Untersuchungsgrundsatz und dem
Prinzip der Rechtsanwendung von Amtes wegen Rechnung zu tragen.
3.
Der Beschwerdeführer verzichtete auf die Einreichung einer Replik. Sein Rechts
vertreter reichte am 20. Januar 2021 eine Honorarnote im Betrag von Fr. 3'231.95 ein
(act. G 5).
B.c.
Als Einnahmen werden Einkünfte und Vermögenswerte, auf die verzichtet worden
ist, angerechnet. Die Erwerbseinkünfte werden bei alleinstehenden Personen zu zwei
Dritteln angerechnet, soweit sie Fr. 1'000.-- übersteigen (Art. 11 Abs. 1 lit. g i.V.m.
Art. 11 Abs. 1 lit. a aELG). Beim hypothetischen Erwerbseinkommen handelt es sich um
eine fiktive Einnahmenposition, die einer Verletzung der EL-spezifischen
Schadenminderungspflicht Rechnung trägt (Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 5. Mai 2020, EL 2018/36, E. 2.1). Eine versicherte Person, die
zumindest teilweise arbeitsfähig ist und die das AHV-Alter noch nicht erreicht hat, ist
aufgrund der Schadenminderungspflicht verpflichtet, im Rahmen ihrer Möglichkeiten
3.1.
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einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Sie muss alles ihr Zumutbare vorkehren, um den
Existenzbedarf soweit als möglich aus eigener Kraft zu decken (vgl. Urs Müller,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum ELG, 3. Auflage, Zürich 2015, Art. 11 N 510
und 552). Ein Einkommensverzicht liegt also vor, wenn eine versicherte Person von der
Ausübung einer ihr möglichen und zumutbaren Erwerbstätigkeit absieht.
Der Beschwerdeführer leidet seit seiner Geburt an einer Myelomeningocele (spina
bifida), wegen der er seit Jahren auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Nichtsdestotrotz
hat er im Jahr 2013 die eidgenössische Matura absolviert und anschliessend an der
C._ ein Informatikstudium begonnen. Dieses hat er aufgrund eines gemäss seinen
eigenen Angaben von Juli 2015 bis April 2018 dauernden strafrechtlichen
Massnahmenvollzugs unterbrechen müssen. Im September 2018 hat er das
Informatikstudium an der C._ wieder aufgenommen und zumindest bis zur Operation
am 7. Januar 2020 fortgesetzt. Der Beschwerdeführer hat also über keine
abgeschlossene berufliche Ausbildung und über keine Berufserfahrung verfügt. Die
Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid nicht geprüft, ob dem
Beschwerdeführer die Ausübung einer Erwerbstätigkeit zumutbar gewesen ist. Sie hat
dies lediglich implizit bejaht, indem sie festgehalten hat, es sei unzulässig, über die
Ergänzungsleistungen ein Studium zu finanzieren. In dem von der Beschwerdegegnerin
zitierten Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. Mai
2014 (EL 2011/27) hatte die Ehefrau des Beschwerdeführers, der ein hypothetisches
Erwerbseinkommen angerechnet worden war, im Unterschied zum vorliegend zu
beurteilenden Sachverhalt aber über eine (im Herkunftsland) abgeschlossene
Berufsausbildung und über Berufserfahrung verfügt. Deren Entscheidung, keiner
Erwerbstätigkeit (mehr) nachzugehen und stattdessen eine zusätzliche
Berufsausbildung zu absolvieren, war deshalb als Verletzung der leistungsspezifischen
Schadenminderungspflicht qualifiziert worden. Demgegenüber ist die Möglichkeit zum
Abschluss einer Erstausbildung jedoch klar höher zu gewichten als die Verringerung
oder Vermeidung eines (voraussichtlich zeitlich beschränkten) Bedarfs nach
Ergänzungsleistungen (vgl. Ralph Jöhl/Patricia Usinger-Egger, Ergänzungsleistungen
zur AHV/IV, in: Ulrich Meyer [Hrsg.], Soziale Sicherheit, 3. Auflage, Basel 2016, 1681 ff.,
N 130, sowie den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
4. Juli 2008, EL 2008/12). Dem Beschwerdeführer ist es also nicht zumutbar gewesen,
anstelle des Studiums einer Erwerbstätigkeit als ungelernte Hilfskraft (sei es in einem
Büro oder anderswo in einer sitzenden Tätigkeit) nachzugehen. Zu prüfen bleibt, ob es
dem Beschwerdeführer möglich und zumutbar gewesen ist, neben dem Studium einer
(Teil-)Erwerbstätigkeit nachzugehen. Das Bachelor-Studium der Informatik an der C._
ist auf eine Regelstudienzeit von drei Jahren ausgerichtet und die maximal zulässige
3.2.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 11/17
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4.
Der Beschwerdeführer hat am 5. April 2020 angegeben (EL-act. 20-26), bis anhin seien
seine Eltern für sämtliche anfallenden Kosten aufgekommen; er erhalte von ihnen nach
wie vor ein Taschengeld. Diese Angaben werden durch die vom Beschwerdeführer
eingereichten Bankkontoauszüge bestätigt, die im Wesentlichen als Gutschriften
Überweisungen der Eltern und als Belastungen geringfügige Ausgaben aufweisen.
Damit stellt sich die Frage, ob die Beschwerdegegnerin in der Anspruchsberechnung
familienrechtliche Unterhaltsbeiträge gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. h ELG als anrechenbare
Einnahmen hätte berücksichtigen müssen oder ob die (in natura und/oder in Geld
Studiendauer beträgt fünf Jahre. Vollzeit-Studierende können pro Jahr durchschnittlich
60 ECTS-Punkte erreichen; für den Bachelor-Abschluss werden 180 ECTS-Punkte
vorausgesetzt. Die Basisprüfung des Basisjahres, also des ersten Studienjahres, muss
– einschliesslich einer allfälligen Wiederholung – innerhalb von vier Semestern ab
Studienbeginn abgelegt werden (vgl. Art. 6, 11 und 30 des Studienreglements H._ für
den Bachelor-Studiengang Informatik vom I._, abrufbar unter J._, zuletzt besucht
am 1. September 2021). Aus diesen Vorgaben geht hervor, dass die Ausübung einer
Erwerbstätigkeit neben einem (erfolgreichen) Informatikstudium an der C._ kaum
möglich ist. Wegen der hohen zeitlichen Belastung durch ein C._-Studium ist es gar
gerichtsnotorisch, dass die Ausübung einer (Teil-)Erwerbstätigkeit nicht möglich ist. Zu
berücksichtigen ist im Weiteren, dass der Beschwerdeführer aufgrund der
Fortbewegung mittels eines Rollstuhls im Vergleich zu einer gesundheitlich nicht
beeinträchtigten Person im Alltag zusätzliche Zeit benötigt, was eine
(Teil-)Erwerbstätigkeit neben dem Studium ebenfalls verunmöglicht hat. Gemäss den
nachvollziehbaren Ausführungen des Rechtsvertreters bedarf der Beschwerdeführer
aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen ausserdem einer regelmässigen
medizinischen Behandlung, welche zu Lasten der ohnehin schon spärlich
verbleibenden Freizeit geht. Die Ausübung einer (Teil-)Erwerbstätigkeit neben dem
(Vollzeit-)Studium ist dem Beschwerdeführer damit weder möglich noch zumutbar
gewesen. Ob der Beschwerdeführer als eine invalide Person i.S.v. Art. 14a ELV zu
qualifizieren wäre, kann demnach offengelassen werden. Die Beschwerdegegnerin hat
somit Bundesrecht verletzt, indem sie dem Beschwerdeführer ab 1. Februar 2019 ein
hypothetisches Erwerbseinkommen von Fr. 56'541.-- angerechnet hat. In Anwendung
von Art. 56 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons
St. Gallen (VRP, sGS 951.1) ist daher festzuhalten, dass dem Beschwerdeführer ab
1. Februar 2019 bis 28. April 2020 (Datum des Verfügungserlasses und damit des bis
zu diesem Zeitpunkt zu beurteilenden Sachverhalts) kein hypothetisches
Erwerbseinkommen anzurechnen ist.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 12/17
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geflossenen) Leistungen der Eltern private Leistungen mit ausgesprochenem
Fürsorgecharakter gemäss Art. 11 Abs. 3 lit. c ELG darstellen, die nicht als Einnahmen
anzurechnen wären. Die Beschwerdegegnerin hat aufgrund des Umstands, dass der
Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Anmeldung bereits K._ Jahre alt gewesen ist, die
familienrechtliche Unterhaltspflicht nicht geprüft (EL-act. 18). Die Ergänzungsleistungen
sind gegenüber den familienrechtlichen Unterhaltspflichten jedoch subsidiär. Was unter
der Gesamtheit der familienrechtlichen Unterhaltspflichten zu verstehen ist, beurteilt
sich nach den Normen des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB, SR 210; Müller,
a.a.O., Art. 11 N 676). Gemäss Art. 277 Abs. 2 ZGB haben die Eltern für den Unterhalt
ihres Kindes auch nach dessen Volljährigkeit aufzukommen, wenn es dann noch keine
angemessene Ausbildung abgeschlossen hat und soweit es den Eltern nach den
gesamten Umständen zugemutet werden darf. Die Unterhaltspflicht dauert so lange,
bis eine entsprechende Ausbildung ordentlicherweise abgeschlossen werden kann. Sie
ist also nicht an eine absolute Altersgrenze gebunden (Basler Kommentar
Zivilgesetzbuch I-Peter Breitschmid, 5. Aufl., Basel 2014, Art. 277 N 21; vgl. auch
Rz 3495.01 der Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV, WEL, Stand
am 1. Januar 2020). Die Eltern und das Kind haben gemeinsam einen Ausbildungs-
bzw. beruflichen Lebensplan zu entwickeln. Dieser hat den Fähigkeiten des Kindes und
den tatsächlichen (Ausbildungsmöglichkeiten) und wirtschaftlichen (elterliche
Leistungsfähigkeit, allfällige Stipendienleistungen) Rahmenbedingungen Rechnung zu
tragen. Angemessen ist eine Ausbildung, wenn das geplante (und realistische)
Ausbildungsziel erreicht ist. Bei einem universitären Studium ist in der Regel der
Master- und nicht der Bachelorabschluss massgebend. Bei einem dem Kind
zurechenbaren Ausbildungsabbruch ist die Ausbildung – im Unterschied zu einem
unverschuldeten Abbruch – in der Regel als abgeschlossen zu qualifizieren. Bei einem
unverschuldeten Abbruch oder einer Neuorientierung ruht die Pflicht lediglich (BSK
ZGB I-Breitschmid, Art. 277 N 9 und 12 f.). Ob für die Eltern der Ausbildungsunterhalt
für ihr volljähriges Kind zumutbar ist, hängt von den wirtschaftlichen Verhältnissen aller
Beteiligten, den persönlichen Beziehungen zwischen den Eltern und dem Kind und der
Ernsthaftigkeit der Ausbildung ab (BSK ZGB I-Breitschmid, Art. 277 N 14 ff., m.w.H.).
Aus ergänzungsleistungsrechtlicher Sicht ist im Weiteren relevant, dass nicht nur
gerichtlich oder behördlich festgesetzte Unterhaltsbeiträge familienrechtliche
Unterhaltsbeiträge i.S.v. Art. 11 Abs. 1 lit. h ELG sind, sondern auch solche, die
zwischen der unterhaltspflichtigen und der unterhaltsberechtigten Person vereinbart
worden sind (Jöhl/Usinger-Egger, a.a.O., N 212; vgl. auch Rz 3491.05 WEL). Der
Beschwerdeführer hat bis zum 28. April 2020 keine angemessene Ausbildung
abgeschlossen, denn es ist ohne weiteres davon auszugehen, dass der Abschluss des
Informatikstudiums (ob hierfür der Bachelor- oder der Masterabschluss massgebend
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ist, kann offengelassen werden, da der Beschwerdeführer im Bachelorstudium
gestanden ist) ein realistisches Ausbildungsziel ist und dass der Beschwerdeführer und
dessen Eltern dieses Ausbildungszielt gemeinsam geplant haben. Der Unterbruch des
Studiums aufgrund des strafrechtlichen Massnahmenvollzugs ist nicht als vom
Beschwerdeführer verschuldeter Ab- bzw. Unterbruch der Ausbildung zu qualifizieren,
der die Unterhaltspflicht der Eltern beendet hätte, denn massgebend ist der ernsthafte
Ausbildungswille des Beschwerdeführers (vgl. Heinz Hausheer/Annette Spycher,
Handbuch des Unterhaltsrechts, 2. Auflage, Bern 2010, N 06.101), der aufgrund des
nach dem Massnahmenvollzug wiederaufgenommenen Studiums offenkundig
vorgelegen hat. Ob den Eltern der Unterhalt für den Beschwerdeführer zumutbar
gewesen ist, ist aufgrund der fehlenden Abklärung des Sachverhalts, insbesondere zu
den wirtschaftlichen Verhältnissen der Eltern, nicht beurteilbar. Sofern den Eltern der
Unterhalt zumutbar gewesen ist und damit eine familienrechtliche Unterhaltspflicht
bestanden hat (und dem Beschwerdeführer demzufolge familienrechtliche
Unterhaltsbeiträge gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. h ELG anzurechnen sind), ist im Weiteren
zu prüfen, welche Unterhaltsleistungen die Eltern (in natura und/oder in Geld)
tatsächlich erbracht haben und ob diese angemessen gewesen sind (vgl. Rz 3491.05
WEL). Die Genehmigung einer allfälligen, möglicherweise nur mündlichen
Unterhaltsvereinbarung zwischen dem Beschwerdeführer und dessen Eltern durch eine
Behörde oder ein Gericht (vgl. Rz 3491.05 ff. WEL) dürfte vorliegend ausser Betracht
fallen, da bei volljährigen Personen keine Genehmigung des Unterhaltsvertrags
erforderlich ist (BSK ZGB I-Breitschmid, Art. 287 N 4). Da die Abklärung des
massgeblichen Sachverhalts zu den ureigenen Aufgaben der Beschwerdegegnerin
zählt (Art. 43 Abs. 1 ATSG), ist die Sache zu weiteren Abklärungen betreffend die
familienrechtliche Unterhaltspflicht an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.
Die Beschwerdegegnerin hat in der Anspruchsberechnung ab 1. Februar 2019 bis
29. Februar 2020 einen (anteilsmässigen) Mietzins (vgl. Art. 16c ELV) von Fr. 6'200.--
angerechnet. Dies entspricht einem Drittel des Eigenmietwerts von Fr. 18'600.-- der
von den Eltern und dem Beschwerdeführer bis zur Operation des Beschwerdeführers
am 7. Januar 2020 gemeinsam bewohnten und im Eigentum der Eltern stehenden
Wohnung (EL-act. 28). Der Beschwerdeführer hat im Anmeldeformular angegeben,
dass er zur Untermiete bei seinen Eltern wohne und dass der Mietzins Fr. 9'600.--
betrage. Gemäss den Bankkontoauszügen bezahlt er aber keinen Mietzins. Aufgrund
seiner eigenen Angaben, dass die Eltern bislang für sämtliche Kosten anfallenden
aufgekommen seien, ist vielmehr davon auszugehen, dass er unentgeltlich bei seinen
Eltern gewohnt hat. Das unentgeltliche Wohnen stellt eine Naturalleistung der Eltern
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dar. Wie diese Naturalleistung in der Anspruchsberechnung zu berücksichtigen ist,
hängt davon ab, ob die von den Eltern erbrachten Leistungen als familienrechtliche
Unterhaltsbeiträge gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. h ELG oder als private Fürsorgeleistungen
gemäss Art. 11 Abs. 3 lit. c ELG zu qualifizieren sind (vgl. E. 4). Sofern die Leistungen
der Eltern an den Beschwerdeführer familienrechtliche Unterhaltsbeiträge sind, das
unentgeltliche Wohnen also Bestandteil des Unterhaltsanspruchs des
Beschwerdeführers bildet, muss die Anrechnung des unentgeltlichen Wohnens so
erfolgen, dass dieses keinen Einfluss auf die Höhe der Ergänzungsleistungen hat, denn
die familienrechtlichen Unterhaltsbeiträge gehen dem Anspruch auf
Ergänzungsleistungen vor. Dies bedeutet, dass dem Beschwerdeführer entweder ein
Mietzins als Ausgabe und dieser Mietzins im gleichen Betrag als Bestandteil der
familienrechtlichen Unterhaltsbeiträge als Einnahme anzurechnen ist, oder dass dem
Beschwerdeführer kein Mietzins als Ausgabe anzurechnen ist und die
familienrechtlichen Unterhaltsbeiträge unter Ausschluss eines Anteils für das Wohnen
als Einnahme zu berücksichtigen sind. Ist das unentgeltliche Wohnen hingegen Teil
einer privaten Fürsorgeleistung der Eltern, ist dem Beschwerdeführer ein Mietzins als
Ausgabe anzurechnen (vgl. Rz 3237.02 WEL) und eine Anrechnung der Naturalleistung
als Einnahme hat zu unterbleiben, da die Ergänzungsleistungen den privaten
Fürsorgeleistungen vorgehen (vgl. Art. 11 Abs. 3 erster Teilsatz ELG). Die
Beschwerdegegnerin wird also nach der Vornahme der weiteren
Sachverhaltsabklärungen hinsichtlich der Qualifikation der von den Eltern erbrachten
Leistungen (vgl. E. 4) die Wohnkosten abhängig vom Resultat dieser Abklärungen
anzurechnen haben. Sofern ein Mietzins anzurechnen ist, wird zu berücksichtigen sein,
dass ein Betrag in der Höhe eines marktüblichen Mietzinses für den vom
Beschwerdeführer genutzten Teil der elterlichen Wohnung (bzw. des elterlichen
Hauses) anzurechnen ist. Ab dem 7. Januar 2020 ist der Beschwerdeführer im D._
und ab dem 31. Januar 2020 ist er im F._ hospitalisiert gewesen. Ab dem 12. März
2020 hat er in einem vom F._ zur Verfügung gestellten 2.5 Zimmer-Studio gewohnt.
Der Beschwerdeführer hat angegeben, dass die Rehabilitation aus medizinischen und
versicherungstechnischen Gründen habe unterbrochen werden müssen. Eine Rückkehr
zu seinen Eltern sei ausgeschlossen, da deren Wohnung nicht rollstuhlgängig und es
ihm nicht mehr möglich sei, Treppen zu steigen. Die Finanzierung des Studios ist bei
Erlass der dem angefochtenen Einspracheentscheid zugrundeliegenden Verfügung am
28. April 2020 beim F._ in Abklärung gewesen. Die Beschwerdegegnerin hat ab dem
1. März 2020 keinen Mietzins mehr angerechnet. Sie hat jedoch nicht abgeklärt, wer für
die Miete des Studios aufgekommen ist. Folglich ist nicht beurteilbar, ob die
Nichtanrechnung eines Mietzinses korrekt gewesen ist. Die Sache ist deshalb auch zu
weiteren Abklärungen betreffend die Finanzierung der Studiomiete und damit einen ab
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1. März 2020 anrechenbaren Mietzins zurückzuweisen. In diesem Zusammenhang ist
darauf hinzuweisen, dass beim Beschwerdeführer möglicherweise von einer Person,
die eine längere Zeit in einem Spital gelebt hat (vgl. Art. 10 Abs. 2 ELG), auszugehen
ist. Der Rehabilitationsaufenthalt im F._ ist nämlich unterbrochen worden; das
Wiederaufnahmedatum ist infolge der Corona-Pandemie ungewiss gewesen. Sollte ein
länger dauernder Spitalaufenthalt vorgelegen haben (ein solcher setzt einen
Spitalaufenthalt von mindestens drei Monaten voraus; Jöhl/Usinger-Egger, a.a.O.,
N 79, m.w.H.). wäre auf eine "Heimberechnung" umzustellen.
6.
Die Beschwerdegegnerin hat für den Monat Februar 2020 "Einnahmen diverse" von
Fr. 2'340.-- angerechnet und dies mit einer "Einsparung" von Verpflegungskosten
begründet. Sie hat angegeben, bei einem Spitalaufenthalt übernehme die
Krankenversicherung bis auf einen Spitalbeitrag von Fr. 15.-- pro Tag sämtliche
Kosten. Da in der Lebensbedarfspauschale ein Betrag von Fr. 21.50 für die Verpflegung
berücksichtigt sei (Naturallohnansatz gemäss Art. 11 AHVV), sei diese
Verpflegungspauschale um den nicht durch die Krankenversicherung gedeckten Anteil
zu kürzen bzw. als übrige Einnahme anzurechnen. Gemäss Rz 3415.01 f. WEL wird
Naturaleinkommen wie freie Kost nach den in der AHV geltenden Ansätzen bewertet.
Der Ansatz beträgt Fr. 3.50 für das Morgenessen, Fr. 10.-- für das Mittagessen und
Fr. 8.-- für das Abendessen, total also Fr. 21.50. Diese Anrechnung als Einnahme muss
folglich einem Betrag in gleicher Höhe als Bestandteil der Lebensbedarfspauschale
entsprechen. Da eine Kürzung der Lebensbedarfspauschale aufgrund einer Leistung in
der Form von freier Kost angesichts des klaren Wortlauts von Art. 10 Abs. 1 lit. a aELG
unzulässig ist, hat die Anrechnung von freier Kost als Position bei den Einnahmen zu
erfolgen. Daraus folgt, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht von einem
Verpflegungskostenanteil von Fr. 21.50 pro Tag als Bestandteil der
Lebensbedarfspauschale ausgegangen ist. Unter der Voraussetzung, dass beim
Beschwerdeführer von einer "zu Hause lebenden Person" auszugehen ist (vgl. E. 5), hat
die Beschwerdegegnerin für den Februar 2020 damit zu Recht den den Spitalbeitrag
übersteigenden Beitrag von Fr. 6.50 pro Tag bzw. von Fr. 2'340.-- pro Jahr (Fr. 6.50 x
360 = Fr. 2'340.--) als "Einnahmen diverse" angerechnet.
7.
Die Beschwerdegegnerin hat ab 1. Februar 2019 einen Ertrag aus Sparguthaben von
Fr. 3.-- und ab 1. Januar 2020 von Fr. 0.-- berücksichtigt. Der Zinsertrag per
31. Dezember 2019 hat jedoch ebenfalls Fr. 3.-- betragen (EL-act. 20-9). Ab 1. Januar
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2020 hätte also ein Ertrag aus Sparguthaben von Fr. 3.-- berücksichtigt werden
müssen. Die Beschwerdegegnerin wird dies entsprechend zu korrigieren haben.
8.
In Bezug auf die weiteren Berechnungspositionen (regionale Durchschnittsprämie für
die obligatorische Krankenpflegeversicherung, Pauschale für den allgemeinen
Lebensbedarf) ergeben sich keine Hinweise darauf, dass die angerechneten Beträge
falsch sein könnten, sofern beim Beschwerdeführer durchgehend von einer "zu Hause
lebenden Person" auszugehen ist (vgl. E. 5).
9.