Decision ID: ba3dde31-900c-46b8-a16e-93f85b3ca312
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1955, war seit dem 2
2.
April 2013 als
Bau-Fach
arbeiter
bei der
Y._
AG, Zürich, angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 2
5. Juni 2013 beim Einschalen einer regennassen Treppe mit dem linken Bein nach hinten
rutschte und sich dabei am Unterschenkel links verletzte (Schadenmeldung UVG vom
1.
Juli 2013,
Urk.
17/3).
Der Versicherte begab sich gleichentags in die Notfallstation des Spitals Z._, wo ein Muskelfaserriss
Musculus gastrocnemius
et soleus sinister festgestellt wurde (Urk. 17/14
). Die SUVA erbrachte
daraufhin
Heilbehand
lungs- und Taggeldleistungen.
Am 22. Juli 2013 unternahm der Versicherte einen Arbeitsversuch in einem 50%-Pensum, den er kurz darauf abbrechen musste (vgl. Urk. 17/20 und Urk. 17/21). Am 11. Oktober 2013 wurden bei einer Kernspintomographie des linken Unterschenkels eine ausgeprägte Achillesseh
nenläsion links mit einer längerstreckigen Verdickung und relativ deutlichen Signalinhomogenitäten innerhalb der verdickten Sehne als Hinweis auf eine partielle Ruptur sowie eine geringe Begleitläsion im Bereich der dorsalen Mus
kulatur des linken Unterschenkels festgestellt (Bericht von Dr. med. A._ vom 14. Oktober 2013, Urk. 17/54/7). Vom 28. Oktober bis zum 26. November 2013 folgte ein ambulanter Aufenthalt des Versicherten in der B._ (Entlassungsbericht vom 26. November 2013, Urk. 17/68).
Am 2
4.
April 2014 führte
Dr. med. C._, FMH Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, eine kreisärzt
liche Unt
ersuchung durch (Bericht vom 29. April 2014, Urk. 17/107
).
V
om 1
4.
Mai bis zum 1
8.
Juni 2014
war der Versicherte
in der Rehaklinik
D._
in stationärer Behandlung
(
Austrittsbericht vom 23. Juni 2014, Urk. 17/131). Am 20. November 2014 wurde er
im
Auftrag der SUVA von Dr. med. E._, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa
rates, untersucht (Konsiliumsbericht vom 25. November 2014, Urk. 17/159
).
Am 1. Dezember 2014 führte Dr. C._ eine weitere
kreisärztliche
Untersuchung
durch
(Bericht vom 2. Dezember 2014, Urk. 17/162), ehe am 6. Januar 2015 auf Veranlassung von Dr. C._ in der Universitätsklinik F._ eine MRI-Un
tersuchung der Achillessehne links erfolgte (Bericht von PD Dr. med. G._, FMH Radiologie und Leitender Arzt der Abteilung für Radiologie der Universitätsklinik F._, Urk. 7/175). Am 20. Januar 2015 nahm Kreisarzt Dr. C._ eine
ergänzende Beurteilung
vor (Urk. 17/177
). Mit Verfügung vom 2
9.
Januar 2015 stellte die SUVA die Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen mit Wirkung per 3
1.
Dezember 2014 ein und verneinte einen Anspruch
des Versicherten
auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigun
g (Urk. 17/181
).
Dagegen erhob der Versicherte am
5.
Februar 2015 Einsprache (
Urk.
17/183) und reichte am
1.
Mai 2015
die Beurteilung durch
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Chirurgie/Unfallchirurgie, vom 2
5.
August 2014
(Urk. 17/192/1-5)
und jene durch
I._, hauptamtlicher Arzt der Agentur für Arbeit Erfurt, vom 16. Februar 2015 (Urk. 17/192/6-8) nach.
Mit
Entscheid vom 2
6.
Mai 2015
hiess die SUVA die Einsprache des Versicherten
in dem Sinne teilweise gut, dass sie in Abänderung der Verfügung vom 2
9.
Januar 2015 einen Anspruch auf Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen bis zum 1
6.
Januar 2015 bejahte
. Im Übrigen wurde die Einsprache abgewiesen
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob Rechts
anwalt Lehmann für den
Versicherten am 2
6.
Juni 2015 (Poststempel) beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Beschwerde
und beantragte, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und es seien dem Versicherten die gesetzlichen Leistungen auszurichten; eventuell sei die Sache zu weiteren medizinischen Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
(
Urk.
1). Am
27. Juni 2015 (Poststempel) erhob der
Versicherte
selber
beim Verwaltungsgericht des Kantons
J._
Beschwerde gegen den E
insprachee
ntscheid vom 2
6.
Mai 2015 (
vgl. die beiden vom Verwaltungs
gericht des Kantons J._ überwiesenen Beschwerdeschriften, Urk.
10/1
2
).
Da das Verfahren beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich zuerst rechtshängig gemacht worden war, erachtete sich das hiesige Gericht für die vorliegende Streitigkeit als zuständig (vgl. Urk. 11-14). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1. Oktober 2015 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 16), was dem Beschwerdeführer am 5. Oktober 2015 angezeigt wurde (Urk. 18).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen zu Recht per 16. Januar 2015 eingestellt und einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente und auf eine Integri
tätsentschädigung zu Recht verneint hat.
1.2
Gemäss
Art.
6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) sind Versicherungsleistungen, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem versi
cherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher und ein adä
quater Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1-2 mit Hinweisen).
1.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung der Unfallfolgen, nämlich auf die ambulante Behandlung durch den Arzt, den Zahnarzt oder auf deren Anordnung durch eine medizini
sche Hilfsperson sowie im weiteren durch den Chiropraktor (lit. a), die vom Arzt oder Zahnarzt verordneten Arzneimittel und Analysen (lit. b), die Behandlung, Verpflegung und Unterkunft in der allgemeinen Abteilung eines Spitals (lit. c), die ärztlich verordneten Nach- und Badekuren (lit. d) und die der Heilung dien
lichen Mittel und Gegenstände (lit. e).
1.4
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts, ATSG), so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch auf Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit,
mithin im Zeit
punkt der vollen Wiedererlangung der Fähigkeit, im bisherigen oder in einem anderen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten (Art.
16 Abs.
1 und 2 UVG i.V.m. Art.
6 ATSG; BGE
137 V 199 E.
2.1, Urteil des Bundesgerichts 8C_639/2014 vom 2.
Dezember 2014 E.
3),
mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person (Art. 16 Abs. 2 UVG). Das Taggeld der Unfallversicherung wird nicht gewährt, solange Anspruch auf ein Taggeld der Invalidenversiche
rung besteht (Art. 16 Abs. 3 UVG).
1.5
Wird der Versicherte infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
(
Art.
8 ATSG) invalid, so hat er Anspruch auf eine Invalidenrente (
Art.
18
Abs.
1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistun
gen dahin (
Art.
19
Abs.
1 UVG).
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegli
chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.6
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bun
des
rat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhän
gig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges 3. Fallen mehrere körperliche oder geistige Integri
tätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integri
tätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
Die Medizinische Abteilung der SUVA hat in Weiterentwicklung der bun
des
rät
li
chen Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als Ziff. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala ange
ge
bene Prozentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuver
lässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversiche
rungs
recht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/ee, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Kreisarzt Dr. C._ diagnostizierte im Bericht vom 29. April 2014 eine par
tielle
Achillessehnenverletzung links
am 25. Juni 2013 (musk
ulotendinöser Übergang, funktionell geheilt).
Er erklärte, dass die Achillessehnenverletzung links n
ach klinischen Kriterien funktionell verheilt
sei. B
ezüglich
der Restbe
schwerden vermute er
als zentrales Element Schwierigkeiten beim Umsetzen eines normalen Bewegungsmusters, möglicherweise durch erschwerte koordi
native Fähigkeiten.
Er
halte entsprechend eine stationäre Rehabilitation in der Reh
aklinik in D._ für möglich. N
ebst erneuter A
bklärung (Ultraschall und/oder lieber MRI) werde
man dort ein intensives Training und auch ein Arbeitstraining durchführen können.
Er
erwarte, dass
der Beschwerdeführer
nach dieser Behandlung rasch mindestens teilarbeitsfähig
werde
. Die vom
Beschwerdeführer
in Eigenregie seit Dezember 2013 durchgeführte Trainings
therapie
sei
sicherlich sinnvoll
gewesen
und zu übernehmen. Nicht une
rwarte
terweise habe
die Stosswellenbehandlung nach fün
f Anwendungen nichts gebracht. D
ie bisherigen Anwendungen könn
t
en übernom
men werden, die Behand
lung müsse
aber sistiert werden. Infiltrationen der Achillessehne, ins
besondere die autologe konditionierte Plasmabehandlung
,
würden
kein aner
kanntes Therapiekonzept dar
stellen. Er rate
von der Anwendun
g ab und empfehle der Administration
,
die Kosten nicht zu übernehmen (Urk. 17/107/5).
2.2
Die Ärzte der Rehaklinik
D._
gaben im Austrittsbericht vom 2
3.
Juni 2014 an, dass man die aktuellen Beschwerden und Funktionseinschränkungen gesamthaft betrachtet aufgrund der Diagnosen, klinischen und radiologischen Befunde noch weitgehend erklären könne. Bei persistierenden Beschwerden trotz MRI-Befundbesserung würden sie eine Zweitmeinung bei einem Spezialis
ten empfehlen, der die noch beklagten Beschwerden in Einklang mit den klini
schen und bildgebenden Befunden bringen könne und Vorschläge zum weiteren Prozedere mache. Unabhängig davon würden sie in
etwa acht bis zwölf
Wochen, nach Weiterführen von Fitnesstraining, eine kreisärztliche Standortbe
stimmung empfehlen, idealerweise nach der Zweitmeinung. Die arbeitsrelevan
ten Probleme seien leichte, belastungsabhängige Schmerzen im Achillessehnen
bere
ich mit einem brennenden Gefühl
. Der Beschwerdeführer habe bisher als Spezialbaufacharbeiter/Schaler gearbeitet. Diese Tätigkeit sei aktuell nicht zumutbar. Grundsätzlich würden sie die Wiederaufnahme dieser Tätigkeit
aber
als möglich
erachten (Urk. 17/131/3).
2.3
Dr. H._ führte im an die LVM Versicherungen gerichteten, als unfallchirur
gisches Gutachten bezeichneten Bericht vom 25. August 2014 aus, dass es infolge auch
im Rahmen der klinischen Untersuchung t
astbarer Narbenbildung am Muskelsehnenübergang durch die l
ängerfristige Immobi
lisierung, durch Verklebung, Vern
arbung und Verwachsung zu einer Bewegungseinschränkung im oberen und unteren Sprunggelenk links
gekommen sei. Zusätzlich bestehe
eine Verschmächtigung der Wadenmuskulatur links. Diese Unfallfolgen
würden
insgesamt eine dauernde Funktionsminde
rung des linken Fusses um 4/10 begrün
den.
Unfallunabhängige Faktoren
hätten
weder am Eintritt des Gesund
heitsschad
ens noch an den Unfallfol
gen mitgewi
rkt. Eine Vorinvalidität bestehe nicht.
Eine wesentliche Änd
erung im Unfallfolgezustand bis zum Ablauf des dritten
U
nfalljahres sei nicht zu erwarten (Urk. 17/192/4).
2.4
Dr. E._ hielt im Konsiliumsbericht vom 25. November 2014 an die Beschwerdegegnerin fest, dass er
bei
MR-tomographisch sichtbaren posttrau
matischen Veränderungen bei den vom
Beschwerdeführer
geäusserten Beschwerden im mittleren bis distalen Wadenbereich von einer vor allem funk
tionellen Problematik aus
gehe
, welche durch die posttraumatisch entstandenen Ve
r
narbungen, vor allem auf Höhe des Muskel-/Se
hnenüberganges, zu erklären sei. Den
Schmerz über der etwas aufgetriebenen Achillessehne links (bei MR-tomographisch fehlenden Hinweisen auf relevante degenerative Veränderungen, jedoch sichtbarer Flüssigkeitseinlagerung im Bereich de
s Paratenons) führe er
auf eine traumatisch ausgelöste chronische Irritation des Paratenons zurück. Die vom
Beschwerdeführer
geäusserten Schwierigkeiten bei der Kraftentwick
lung, insbesondere beim Treppenhochsteigen, könn
t
en durch die verminderte Elastizität bei grossflächig entstandener narbiger Veränderung bedingt sein. Wahr
sche
inlich habe
das ausgedehnte Ausmass der Verletzung auch zu einer posttraumatischen Veränderung der Faszienstrukturen vor allem im dorsal-me
dialen Bereich der Fascia cruris geführt. Das vom
Beschwerdeführer
geäusserte Gefühl einer störenden Manschette bei längeren Belastungen könnte für eine fehlende Elastizität der umliegenden bindegewebigen Schichten sprechen
. Er
gehe nicht davon aus, dass es sich bei den Beschwerden um ein klassisches funktion
elles Kompartmentsyndrom handle
,
jedoch sei
es durchaus vorstellbar, dass die ebenfalls verminderte Elastizität der Muskelhüllen die freie Funktion des Triceps surae beeint
rächtige
. Z
usammenfassend seien für ihn
die Beschwer
den des
Beschwerdeführers
mit dem klinischen Befund und mit den bildgeben
den Diagnostiken vereinbar. Aufgrund der ausgedehnten posttraumatischen Ver
narbungen gehe
er
nicht davon aus, dass eine Weiterführung von konserva
tiven Therapien eine relevante Besserung herbeifüh
ren werde
. Bei entsprechen
dem Lei
densdruck sehe er
hingegen die Möglichkeit einer operativen Interv
en
tion
mittels Achillessehnenrevision mit Entfernen des irritierten Paratenons im distalen Bereich, Spalten der verdickten Fascia cruris und offene
r
Explorati
on des musk
ulotendinösen, posttraumatisch veränderten Überganges mit Revision dieses Bereiches. Vor einer operativen Intervention würde
er
jedoch unbedingt noch eine isolierte MR-Tomographie der Achill
essehne links (vorzugsweise mit i
v-Kontrast) zur optimierten Darstellung
der Achillessehne und des muskul
o
tendinöse
n Überganges durchführen. Es sei
wahrscheinlich, dass dadurch Ver
änderungen der Sehne, des Pa
ratenons und des musk
ulotendinösen Überganges detaillierter dargestellt werden könn
t
en. Die Beschwerdef
reiheit könne
durch einen solchen operativen Eingriff nicht garantiert werden. Eine Verbesserung der Funktion des Triceps surae mit einer deutlichen Beschwerdereduktion, womit der
Beschwerdeführer
wieder ein gezieltes Aufbautraining durchführen könnte,
sei
jedoch sehr wahrscheinlich. Grundsätzlich
sehe er
dadurc
h die Chan
ce auf die Wiederaufna
hme des Berufes als Bauarbeiter als reali
stisch (Urk. 17/159/3).
2.5
Kreisarzt Dr. C._ erklärte im Bericht vom 2. Dezember 2014, dass er mit
ein
er erneuten MRI-Untersuchung
einverstanden
sei
.
Einige Feststellungen seien heute aber schon möglich: D
er aktuel
le Zustand sei stabil;
ohne operative Revision würde man rasch einen versicherungstechnischen Abschluss durch
führen.
Er persönlich sei enttäuscht und könne
es rein medizinisch schlecht erklären, dass die gesamten rehabi
litativen Bemühungen im
letzten halben Jahr subjektiv nichts g
enutzt hätten.
Sollte die MRI-Untersuchung nicht klar einen Befund zeigen, der die Be
schwerden erkläre
und
der
operativ verbessert werd
en könne
, wäre die Operationsindi
kation sicher nicht gegeben (Urk. 17/162/4-5).
2.6
Dr. G._ von der Abteilung für Radiologie der Universitätsklinik F._ hielt im Bericht vom 6. Januar 2015 fest, dass sich im gleichentags durchgeführten MRI der Achillessehne links eine
Verdickung der gesamten Achillessehne, ins
besondere proximal am muskulotendinösen Übergang
zeige
.
Im angrenzenden Muskel sei w
enig Ödem
vorhanden. Differenzialdiagnostisch sei
von einem Reizzustand
oder
aber von einer post
traumatischen
leichten Muskeldegenera
tion bei
bereits bestehender leichter Verfettung und Atrophie des Musculus tri
ceps surae
auszugehen. Eine
Paratenonitis
liege nicht vor, eine
Partialruptur der Achillessehne
bestehe ebenfalls nicht
. Insgesamt
sei
kein sicheres Schmerzkor
relat nachweisbar
(Urk. 17/175).
2.7
Im ergänzenden Bericht vom 20.
Januar 2015
hielt Kreisarzt Dr. C._ fest, dass die
Verdickung der Achillessehne insbesondere im Bereich des proximalen muskulotendinösen Ü
berganges
mit grosser Wahrscheinlichkeit einer Vernar
bung nach einer im Sommer 2013
in diesem Bereich
erlittenen Läsion
entspre
che.
Über 1,5 Jahre nach der Schädigung könn
t
en die vom
Beschwerdeführer
angegeben Beschwerden jedoch nicht mehr mit dieser Narbe erkl
ärt werden.
Bei jetzt auch bildgebend fehlender Erklärung für das chronische Schmerzsyndrom im Be
reich
der linken Wade
sei
unfallkausal eine weiter bestehende Arbeitsun
fähigkeit nicht mehr zu erkennen.
Er
rate der Administration deswegen
, die Leistungen
im Schadenfall zu terminieren (Urk. 17/177).
2.8
I._ von der Agentur für Arbeit Erfurt diagnostizierte am 16. Februar 2015 (1) einen Zustand nach Achillessehnenverletzung links (ICD-10 S86.0), (2) einen Zustand nach Muskelfaserriss der Wade (ICD-10 S86.9), (3) Un
ter
schen
kel
vari
zen beidseits (rechts > links; ICD-10 I83.9) und (4) degenerativ bedingte Hand
schmerzen (rechts > links; ICD-10 M79.64). Er gab an, dass beim Beschwer
de
führer auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vollschichtige Leistungsfähigkeit bestehe für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, die in überwiegend sitzender Körperposition ausgeführt werden könnten. Dabei sollte das negative Leis
tungsbild Berücksichtigung finden. Gegen die zuletzt ausgeführte Tätigkeit bestünden aus gutachterlicher Sicht dauerhaft gesundheitliche Bedenken (Urk. 17/192/8).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspracheentscheid vom 2
6.
Mai 2015, mit
dem
sie die Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen per 16. Januar 2015 einstellte und einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung verneinte (Urk. 2), in medizinischer Hinsicht
im Wesentlichen auf den Bericht von Kreisarzt Dr.
C._
vom
1. Dezember 2014 (Urk. 17/162
) sowie
auf
dessen
ergänzenden Bericht vom 20. Januar 2015 (Urk. 17/177
).
3.2
Kreisarzt Dr. C._ erklärte im Bericht vom 1. Dezember 2014 unter dem Titel Befunde, dass der Gang des Beschwerdeführers zum Untersuchungszimmer unauffällig gewesen sei und das Treppensteigen hinauf und hinab ohne erkennbare Behinderung erfolgt sei. Der Barfussgang im Untersuchungszimmer sei hinkfrei und flüssig gewesen. Die Abrollbewegung erscheine kaum gestört. Der Fersengang sei unauffällig, der Spitzengang werde hingegen links deutlich erschwert gezeigt. Der tiefe Kauergang werde auf der linken Seite nur leicht erschwert gezeigt. Der Einbeinstand sei beidseits unauffällig. Im Seitenvergleich sei einseitiges Hüpfen links erschwert (Urk. 17/162/3).
Im Rahmen der Beurteilung hielt Kreisarzt Dr. C._ fest, dass er die heutige Untersuchung i
n K
enntnis des Berichts von Dr. E._, der erst heute zu ihm gelangt sei,
später durchgeführt
hätte. Mit
ein
er erneuten MRI-Untersu
chung sei er
einverstanden. Mit separatem Schreiben und unter Beilage der früheren MRI-Untersuchungen melde
er den Beschwerdeführer
in der Radiolo
gie der orthopädischen Universitätsklinik
F._ zur Untersuchung an. Es gehe
bei dieser Untersuchung primär um das Ausmass der posttraumatischen Ver
narbungen und damit auch um die allfällige Indikation zu einer oper
ativen Revision. Zusätzlich werde
man anhand dieser Bilder anschliessend die Arbeitsfähigkeit beurteilen können, wo
bei Dr. E._
in Übereinstimmung mit der
Rehaklinik D._ auch für die
körperlich schwere Tätigkeit
des Beschwerdeführers
eige
ntlich eine gute Prognose stelle. Der Kreisarzt hielt weiter fest, er könne
es rein medizinisch schlecht erklären, dass die gesamten rehabi
litativen Bemühungen im
letzten halben Jahr subjektiv nichts g
enutzt hätten. Daneben gelte
es festzuhalten, dass das Heilungskonzept
des Beschwerdeführers einer zielgerich
teten Reh
abilitation nicht zuträglich sei. Der Beschwerdeführer weiche
der Belastung und den dam
it allenfalls verbundenen Beschwerden aus und wolle
die Situation du
rch Schonung verbes
sern. Hier sehe
er
auch die grösste Problematik bei einer allfällig durchgeführten Operation und erwarte von dieser eigentlich keine
Verbesserung. Er bezweifle sehr, ob man da
mit Erfolg hätte. Sollte die MRI-Untersuchung nicht klar einen Befund zeigen, der die Be
schwerden erkläre
und
der
operativ verbessert werd
en könnte
, wäre die Operationsindi
kation sicher nicht gegeben (Urk. 17/162/4-5).
3.3
Im ergänzenden Bericht vom 20.
Januar 2015
erklärte Kreisarzt Dr. C._, dass die
Verdickung der Achillessehne insbesondere im Bereich des proximalen muskulotendinösen Ü
berganges
mit grosser Wahrscheinlichkeit einer Vernar
bung nach einer im Sommer 2013
in diesem Bereich
erlittenen Läsion
entspre
che.
Über 1,5 Jahre nach der Schädigung könn
t
en die vom
Beschwerdeführer
angegeben Beschwerden jedoch nicht mehr mit dieser Narbe erkl
ärt werden. Jedenfalls seien sogar das geringe Ö
dem im angrenzenden Muskel
und die beschriebene leichte Verfettung von Teilen der Wadenmuskulatur nicht geeig
net, das vom
Beschwerdeführer
geschilderte andauernde Schmerzsyndrom organisch zu erklären. Bei jetzt auch bildgebend fehlender Erklärung für das chronische Schmerzsyndrom im Be
reich
der linken Wade
sei
unfallkausal eine weiter bestehende Arbeitsunfähigkeit nicht mehr zu erkennen. Eine weitere Schonung wäre
der Entwicklung
sogar
abträglich, indem
die heute bestehende leichte Verfettung und Atrophie von Teilen der Wadenmuskulatur eher zuneh
men würde.
Er
rate der Administration deswegen, die Leistungen
im Schaden
fall zu terminieren (Urk. 17/177).
3.4
Nachdem die Ärzte der Rehaklinik D._ im Juni 2014 die vom Beschwerde
führer geklagten Beschwerden noch weitgehend als erklärbar bezeichnet, bei Beschwerdepersistenz aber die Einholung einer Zweitmeinung empfohlen hatten (E. 2.2), sich in der Folge die anlässlich der Untersuchung des Beschwerdefüh
rers durch Dr. E._ geäusserten Vermutungen (E. 2.4) mittels MRI jedoch nicht bestätigen liessen, sondern der bildgebende Befund vom 6. Januar 2015 vielmehr zur Einschätzung des Radiologen Dr. G._, wonach kein sicheres Schmerzkorrelat nachweisbar sei (E. 2.6), führte, ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin auf die Beurteilung von Dr. C._ abstellte. Die Berichte von Kreisarzt Dr. C._ beruhen auf allseitigen Untersuchungen, sind in Kenntnis der wesentlichen Vorakten abgegeben worden und seine Dar
legungen sind schlüssig und nachvollziehbar begründet. Sie vermögen daher den Anforderungen an beweiskräftige ärztliche Berichte vollumfänglich zu genügen (E. 1.7).
3.5
Entgegen den Darlegungen des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 1 S. 5) steht die zeitlich nachgelagerte Beurteilung von Kreisarzt Dr. C._ nicht im Wider
spruch zum Bericht der Ärzte der Rehaklinik D._ vom 23. Juni 2014 (Urk. 17/131), zur Einschätzung von Dr. H._ vom 25. August 2014 (Urk. 17/192/1-5) und zum Bericht von Dr. E._ vom 25. November 2014 (Urk. 17/159). Denn einzig Kreisarzt Dr. C._ standen neben den Ergebnis
sen seiner klinischen Untersuchung vom 1. Dezember 2014 (vgl. Urk. 17/162) auch die Ergebnisse des am 6. Januar 2015 in der Universitätsklinik F._ durchgeführten isolierten MRI der linken Achillessehne zur Verfügung (vgl. Urk. 17/175). Wie bereits ausgeführt hatte diese MRI-Untersuchung nebst einer Verdickung der Achillessehne – entgegen den von Dr. E._ im Bericht vom 25. November 2014 geäusserten Vermutungen (vgl. Urk. 17/159/3) – weit
gehend unauffällige Befunde ergeben, weshalb der zuständige Radiologe Dr. G._ zum Schluss gekommen war, dass kein sicheres Schmerzkorrelat nachweisbar sei (Urk. 17/175).
Im Weiteren wies die Beschwerdegegnerin zu Recht darauf hin (vgl. Urk. 2 S. 10), dass die Beurteilung von C. I._ von der Agentur für Arbeit Erfurt vom 16. Februar 2015 (vgl. Urk. 17/192/6-8) die kreisärztliche Beurteilung von Dr. C._ nicht in Zweifel zu ziehen vermag. Zum einen hatte I._ weder Kenntnis von den Ergebnissen des am 6. Januar 2015 in der Universitätsklinik F._ durchgeführten MRI, noch lag ihm der ergänzende Bericht des Kreis
arztes Dr. C._ vom 20. Januar 2015 vor (vgl. Urk. 17/192/7-8). I._ konnte sich deshalb naturgemäss auch nicht mit diesen relevanten medizini
schen Berichten auseinandersetzen. Zum anderen trug I._ im Rahmen seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit offenbar auch den Unterschenkel-varizen und den degenerativ bedingten Handschmerzen Rechnung und diffe-renzierte somit nicht zwischen unfall- und krankheitsbedingten Beschwerden. Überdies hat er – insbesondere mit Blick auf die wenig detaillierte Befund-beschreibung, in der auch die subjektiven Schmerzangaben des Beschwerdeführers Erwähnung fan
den (vgl. Urk. 17/192/7) – auch nicht hinreichend begründet, weshalb dem Beschwerdeführer lediglich noch leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, die in über
wiegend sitzender Position ausgeführt werden könnten, zumutbar sein sollten.
3.6
Zusammenfassend
besteht somit kein Anlass, die Beurteilung von Kreisarzt Dr.
C._
in
Zweifel zu ziehen
. Von weiteren medizinischen Abklärungen sind keine entscheidrelevanten neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abgesehen werden kann
(BGE 124 V 90 E. 4b).
Nach dem im Sozialversicherungsrecht erforderlichen Beweisgrad der über
wie
gen
den Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen) kann dem
nach davon ausgegangen werden, dass im Zeitpunkt des Fallabschlusses per 16. Januar 2015 bezüglich der Folgen des Unfallereignisses vom 25. Juni 2013 von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung, insbesondere von einem opera
tiven Eingriff, keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands des Beschwer
deführers mehr erwartet werden konnte und eine Arbeitsunfähigkeit nicht mehr gegeben war. Die Einstellung der Heilbehandlungs- und Taggeld
leistungen per 16. Januar 2015 sowie die Verneinung eines Rentenanspruchs sind daher rechtens (vgl. E. 1.3-1.5).
Ferner sind die Voraussetzungen für eine Integritätsentschädigung nicht erfüllt, zumal aufgrund der im Wesentlichen lediglich festgestellten Verdickung der Achillessehne links keine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen Integrität bzw. kein Integritätsschaden von mindestens 5 % (vgl. Ziff. 1 des Anhangs 3 zur UVV) ausgewiesen ist (vgl. E. 1.6). Ein in der SUVA-Tabelle 2 (Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den unteren Extremitäten)
auf
gelisteter oder ein diesen vergleichbarer Gesundheitsschaden ist nicht
gegeben
.
3.7
Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Versiche
rungsleistungen per
16. Januar 2015
eingestellt hat. Der angefochtene Ein
sprache
entscheid vom 26. Mai 2015 (Urk. 2)
erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde
(Urk. 1 und Urk. 10)
führt.