Decision ID: 3aaee37d-d004-4c1f-a5dc-f0b51e1aa8c8
Year: 2011
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1 Die aus Portugal stammende, 1960 geborene X._, Mutter von zwei erwachsenen Kindern mit den Jahrgängen 1982 und 1985, war seit 1997 als Verkäuferin zu einem kleinen Pensum (60‐70 Stunden monatlich) tätig (Urk. 8/17 und Urk. 8/36). Am 9. Juni 2004 meldete sie sich bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 8/4). Mit in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 26. November 2004 (Urk. 8/26) sprach ihr die IV-Stelle mit Wirkung ab 1. Mai 2004 bei einem Invaliditätsgrad von 54 % eine halbe Rente zu.
1.2 Nach Einleitung einer amtlichen Rentenrevision (Fragebogen vom 29. Januar 2006; Urk. 8/27) sowie erwerblichen (Urk. 8/28-29) und medizinischen (Urk. 8/30) Abklärungen teilte ihr die IV-Stelle am 5. April 2006 mit, dass bei der Überprüfung des Invaliditätsgrads keine Änderung festgestellt worden sei, weshalb weiterhin Anspruch auf die bisherige Invalidenrente (Invaliditätsgrad von 54 %) bestehe (Urk. 8/33).
1.3 Am 24. Juni 2009 leitete die IV-Stelle erneut eine amtliche Revision ein (Urk. 8/35), holte einen Auszug aus dem individuellen Konto (Urk. 8/36) sowie zwei Berichte von Dr. med. Y._, Innere Medizin FMH, vom 15. Juli und 30. September 2009 (Urk. 8/37 und Urk. 8/39) ein und veranlasste bei Dr. med. Z._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und Dr. med. G._, FMH Innere Medizin/Rheumatologie, eine psychiatrisch-rheumatologische Begutachtung (bidisziplinäres Gutachten, eingegangen am 29. April 2010, Urk. 8/44).
Mit Vorbescheid vom 14. Juni 2010 stellte die IV-Stelle aufgrund eines ermittelten Invaliditätsgrades von 30 % die Aufhebung der Invalidenrente in Aussicht (Urk. 8/46). Nachdem X._, vertreten durch die Patientenstelle Zürich, hiergegen am 15. Juli 2010 (Urk. 8/51) Einwand erhoben hatte, verfügte die IV-Stelle am 28. Oktober 2010 wie angekündigt (Urk. 2 = Urk. 8/55).
2. Mit Eingabe vom 22. November 2010 erhob X._ durch ihre Rechtsvertreterin dagegen Beschwerde und beantragte unter Beilage eines Berichtes der Personalberatung von A._ vom 15. November 2010 (Urk. 3/1) und der Arztberichte von Dr. med. B._, FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, vom 17. Mai 2010 (Urk. 3/5) sowie von Dr. Y._ vom 12. November 2010 (Urk. 3/2), die Verfügung vom 22. Oktober 2010 (richtig: 28. Oktober 2010) sei aufzuheben und ihr weiterhin eine halbe Rente auszurichten (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 29. Dezember 2010 ersuchte die Beschwerdegegnerin um Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was der Beschwerdeführerin am 4. Januar 2011 angezeigt wurde (Urk. 9).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fassung).
1.2 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG; bis 31. Dezember 2007: Art. 28 Abs. 1 IVG).
1.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349 mit Hinweisen). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3 S. 75 ff; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durchgeführten Revision keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (Art. 74
ter
lit. f IVV) und die bisherige Invalidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (Art. 74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer (ordentlichen) rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010, je E. 2.2, mit Hinweisen).
1.5 Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt ‐ was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist ‐, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer‐Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H. Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1 Während die Beschwerdegegnerin davon ausgeht, die Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin betrage ab dem Zeitpunkt der Begutachtung in bisheriger Tätigkeit 70 % und in angepasster Tätigkeit (leichte mittelschwere Tätigkeit ohne monotone Körperhaltung) 70 % - 80 %, womit beim daraus resultierenden Invaliditätsgrad von 30 % kein Rentenanspruch mehr bestehe, stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, ihr Gesundheitszustand habe sich seit Zusprache der halben Rente im Jahr 2004 in keiner Weise verbessert; mit dem 30%igen Arbeitspensum als Verkäuferin gehe sie an ihre oberste Leistungsgrenze (Urk. 1).
2.2 Streitig und zu prüfen ist damit, ob im Zeitraum zwischen dem Erlass der unangefochten in Rechtskraft erwachsenen, rentenzusprechenden Verfügung vom 26. November 2004 (Urk. 8/26) beziehungsweise der Mitteilung vom 5. April 2006 (revisionsweise Bestätigung der halben Invalidenrente, Urk. 8/33), welche auf einem Invaliditätsgrad von 54 % beruhten, und der angefochtenen Verfügung vom 28. Oktober 2010 (Urk. 2) eine Verbesserung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit eingetreten ist, welche die Aufhebung der halben Rente per 31. November 2010 rechtfertigt.
3.
3.1 Bei der Verfügung vom 26. November 2004 (Urk. 8/26) stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die folgende medizinische Aktenlage:
3.1.1 Am 24. Juni 2004 berichtete Dr. med. C._ (Urk. 8/8), dass die Behandlung bei ihm seit Februar 2004 andauere, und diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Fibromyalgiesyndrom und ein depressives Zustandsbild. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit stellte er als Diagnosen Magen-Darmkoliken, eine Dyspepsie, häufige Kopfschmerzen und zeitweise Migräne (Urk. 8/8/1). Die Beschwerdeführerin stehe seit dem Jahr 1995 unter ständiger rheumatologischer Aufsicht und Therapie sowie unter psychiatrischer Begleitung. Eine 50%ige Rente mit ca. 60%iger Erwerbsunfähigkeit und für die Teilerwerbsfähigkeit eine Umschulung seien sicherlich realistisch (Urk. 8/8/2).
3.1.2 In einem Bericht vom 9. Juli 2004 (Urk. 8/14) führte Dr. med. D._ als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Dysthymia (ICD-10: F34.1) und eine Fibromyalgia beziehungsweise eine Weichteilschmerzerkrankung seit Jahren auf (Urk. 8/14/1). Aus psychiatrischer Sicht seien eine niederfrequente Psychotherapie und eine medikamentöse Therapie mit einem Antidepressivum indiziert. Prognostisch sei eher nicht zu erwarten, dass die Beschwerdeführerin längerfristig beschwerdefrei werden könne. Sie sei durch die chronifizierten Beschwerden seit einiger Zeit insgesamt zu maximal 50 % arbeitsfähig. Es sei dabei zu beachten, dass sich die depressiven Symptome als Bestandteil der Schmerzerkrankung schlecht von der eigentlichen Grunderkrankung der Dysthymie unterscheiden liessen (Urk. 8/14/2).
3.1.3 Am 9. September 2004 (Urk. 8/19) stellte Dr. Y._ als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine generalisierte Weichteilschmerzerkrankung im Sinne einer Fibromyalgie mit ausgeprägter Allodynie/Hyperalgesie (therapieresistent), eine schwere, chronische reaktive Depression sowie eine chronische Migräne; ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gab er einen Status nach Ulkus duodeni an. Unter medizinisch begründeter Arbeitsunfähigkeit führte Dr. Y._ „100 % vom 19. Mai 2003 bis weiter“ auf (Urk. 8/19/3).
3.1.4 Der zuständige Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), Dr. med. E._, hielt in seiner Stellungnahme vom 20. August 2004 fest, dass in den Arztzeugnissen übereinstimmend eine etwa 50%ige Arbeitsfähigkeit für leichte Arbeit (bei 40%iger Erwerbstätigkeit) angegeben worden sei (Urk. 8/22/2).
3.1.5 Anlässlich der Prüfung beruflicher Massnahmen gab die Beschwerdeführerin an, ohne gesundheitliche Beeinträchtigung würde sie heute vollzeitlich erwerbstätig sein (Urk. 8/23). Gestützt hierauf qualifizierte sie die Beschwerdegegnerin als Erwerbstätige und bemass den Invaliditätsgrad einzig aufgrund der verbleibenden Erwerbsfähigkeit.
3.1.6 Gestützt auf diese Aktenlage stellte die Beschwerdegegnerin fest, dass die Beschwerdeführerin seit 20. April 2006 in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt sei, ihr aus medizinischer Sicht nur noch ein Arbeitspensum von 50 % zumutbar sei und sprach ihr mit Verfügung vom 26. November 2004 ab 19. Mai 2004 bei einem 54%igen Invaliditätsgrad eine halbe Rente zu (Urk. 8/26, vgl. auch Urk. 8/33).
3.1.7 Im Bericht vom 7. März 2006 (Urk. 8/30) führte Dr. C._ lediglich die bereits bekannten Diagnosen auf (vgl. Urk. 8/8) und gab an, dass er die Arbeitsunfähigkeit beziehungsweise den Invaliditätsgrad wie bis jetzt behalten würde (Urk. 8/30/2). Weitere medizinische Abklärungen fanden anlässlich dieser Revision nicht statt. Ob angesichts dessen von einer rechtsgenüglich materiellen Überprüfung der Invalidität und damit von einer verwertbaren Vergleichsbasis mit dem Zeitpunkt der hier zu überprüfenden Revisionsverfügung (vgl. E. 1.4) ausgegangen werden muss, kann jedoch offen bleiben.
3.2 Nach Einleitung der aktuellen Revision am 24. Juni 2009 (Urk. 8/35) präsentierte sich der medizinische Sachverhalt wie folgt:
3.2.1 In einem Bericht vom 15. Juli 2009 (Urk. 8/37) führte Dr. Y._ als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine schwere, invalidisierende, generalisierte Weichteilschmerzerkrankung/Fibromyalgie mit ausgeprägter Allodynie/Hyperalgesie (therapieresistent), ein rezidivierendes Radikulärsyndrom bei DHL 5 S1, eine schwere, chronische gemischte Depression und eine chronische Migräne (bestehend seit Mai 2004 beziehungsweise Mai 2008) auf. Die Prognose sei schlecht. Vom 1. Mai 2004 bis weiter bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 8/37/6). Im Bericht vom 30. September 2009 (Urk. 8/39) wiederholte Dr. Y._ diese Angaben.
3.2.2 Die Beschwerdegegnerin veranlasste daraufhin ein psychiatrisch-rheumatologisches Gutachten von Dr. Z._ und Dr. G._, welches am 29. April 2010 erstattet wurde (Urk. 8/44). Im psychiatrischen Teil des Gutachtens führte Dr. Z._ als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine dissoziative Störung der Bewegung und Wahrnehmung (ICD-10: F44.9) sowie eine Zwangsstörung mit Zählzwang (ICD-10: F42.0) bei Verdacht auf Dysthymia (ICD-10: F34.1) auf. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stelle er als Diagnosen einen episodischen Missbrauch von Alkohol (ICD-10: F10.26), eine Panikstörung (ICD-10: F 41.0), eine behandelte rezidivierende depressive Störung (ICD-10: F 33) sowie ein Status nach letzter depressiver Episode vor zwei Jahren. Somatisch leide die Beschwerdeführerin an einer Diskushernie und an einer schmerzhaften Steissbeinverletzung (Urk. 8/44/11). Sie scheine wiederholt in ihrem Leben depressive Episoden durchgemacht zu haben; eine klare Depressionsanamnese mit sicherem Abgrenzen verschiedener Episoden gelinge aber kaum. Eine letzte behandlungsbedürftige depressive Episode habe vor ungefähr zwei Jahren bestanden und die Behandlung sei erfolgreich verlaufen. Vom klinischen Eindruck her könne man heute von einer erfolgreich behandelten Depression sprechen (Urk. 8/44/13). Vergleiche man die früheren Arztberichte mit dem heutigen klinischen Eindruck, könne man von einer eindeutigen Zustandsverbesserung sprechen. Eine Erkrankung aus dem depressiven Formenkreis könne anlässlich der vorliegenden Abklärung nicht bestätigt werden (Urk. 8/44/15). Aus rein psychiatrischer Sicht sei eine leichte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit anzunehmen. Diese resultiere aus der Zwangsstörung, welche sich vor allem auf die Konzentration negativ auswirke. Als Zweites sei eine Beeinträchtigung durch die dissoziative Störung gegeben. Ebenfalls zu berücksichtigen sei eine instabile Grundstimmung, welche beträchtlichen Schwankungen unterworfen scheine. Aus psychiatrischer Sicht sei von einer 30%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen, die sich je hälftig aus einer verminderten zeitlichen Belastbarkeit und einer verminderten Leistungsfähigkeit zusammensetze (Urk. 8/44/16).
Im rheumatologischen Teil des Gutachtens diagnostizierte Dr. G._ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisch generalisiertes Weichteilschmerzsyndrom (formal positive Fibromyalgiepunkte), ein chronisches lumbovertebrales und lumbospondylogenes Syndrom bei kleiner medio-rechtslateraler Diskushernie L5/S1, Spondylarthrosen und eine Osteochondrose L5/S1, eine Periarthropathia humero-scapularis tendopathica rechts sowie eine Migräne (Urk. 8/44/24 Ziff. 5.2.5). In einer den Beschwerden optimal angepassten, wechselbelastenden leichten körperlichen Arbeit schätze er aus rheumatologischer Sicht die theoretische Leistungseinbusse in einem 100%igen Pensum auf 20 %. Schwere und mittelschwere körperliche Tätigkeiten sowie Arbeiten mit anhaltend monotoner Körperhaltung seien der Beschwerdeführerin nicht mehr zumutbar. In der aktuellen Tätigkeit als Verkäuferin in einem Kleidergeschäft schätze er die Leistungseinbusse auf 30 % (Urk. 8/44/26).
In der Gesamtbeurteilung, welche auf einer Konsensbesprechung beruhte (Urk. 8/44/27 Ziff. 6), hielten die Gutachter fest, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer integralen Betrachtung durch ein chronisches, komplexes und mehrdimensionales Krankheitsbild beeinträchtigt sei. Je nach Art der Tätigkeit liege die Arbeitsfähigkeit zwischen 50-60 %. Als Verkäuferin seien der Beschwerdeführerin eine 50%ige zeitliche Belastung mit voller Arbeitsintensität zumutbar. Bei einer dem körperlichen Leiden angepassten Tätigkeit, wie diese vom Rheumatologen umschrieben worden sei, liege die Arbeitsfähigkeit eher bei 60 % (Urk. 8/44/28-29 Ziff. 6.2).
3.2.3 Am 6. Mai 2010 nahm der RAD-Arzt Dr. med. F._, FMH für Kinder- und Jugendmedizin, FMH für Intensivmedizin, zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin Stellung (Urk. 8/45/4) und hielt fest, dass die im Gutachten erwähnten Diagnosen (Weichteilschmerzsyndrom, Dysthymia, dissoziative Störung) keine eigene, die Arbeitsfähigkeit tangierende Relevanz hätten. Das Gutachten zeige im psychiatrischen Teil eine klare Verbesserung des Gesundheitszustandes im Vergleich zu den Voruntersuchungen (Urk. 8/44/15, Dr. C._, Juni 2004). Aus diesem Grund sei es nicht nachvollziehbar, wieso bei verbessertem Gesundheitszustand eine identische Arbeitsfähigkeit resultiere beziehungsweise die psychiatrische Einschränkung und die rheumatologische Arbeitsfähigkeit aufaddiert würden. Analog dem Gutachten sei der Gesundheitszustand verbessert, die Restarbeitsfähigkeit betrage zum Zeitpunkt der Begutachtung in der bisherigen Tätigkeit 70 % und in angepasster Tätigkeit (leichte-mittelschwere Tätigkeit ohne monotone Körperhaltung) 70 % - 80 %.
3.2.4 Im Beschwerdeverfahren reichte die Beschwerdeführerin einen Bericht von Dr. B._ vom 17. Mai 2010 (Urk. 3/5) ein, woraus sich die bereits bekannten Diagnosen sowie als aktuelles Leiden Schmerzen am Oberarm vorne ergeben. Die bildgebenden Untersuchungen ergaben intakte knöcherne Verhältnisse, keine Verkalkungen und eine unauffällige Morphologie der Supra- und Infraspinatussehne, bei leichtgradiger Auftreibung der distalen Anteile der Subscapulanissehne. Eine signifikante AC-Gelenksarthrose wurde bei minimaler Kapselhypertrophie verneint.
Mit Bericht vom 12. November 2010 (Urk. 3/2) informierte Dr. Y._, dass die chronische Depression nach wie vor mit einer unveränderten Intensität bestehe. Auf eine psychiatrische Behandlung sei jedoch wegen fehlender Wirkung sowie auch aus Kostengründen verzichtet worden. Man müsse den rentenablehnenden Ausführungen der Verfügung vom 28. Oktober 2010 auch widersprechen, da keine Verbesserung des psychopathologisch-psychiatrischen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin bestehe und an einer Co-Morbidität nicht zu zweifeln sei; die somatische Schmerzsymptomatik könne deshalb nicht als überwindbar eingestuft werden.
3.3 Zusammenfassend finden sich in den Akten mehrere Arztberichte und ein Gutachten, die über den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin Auskunft geben. Das auf ausführlichen medizinischen Abklärungen und den anamnestisch erhobenen Befunden gründende psychiatrisch-rheumatologische Gutachten von Dr. Z._ und Dr. G._ vom 29. April 2010 (Urk. 8/44) erfüllt dabei die von der Rechtsprechung an den Beweiswert einer ärztlichen Beurteilung gestellten Anforderungen (vgl. E. 1.5). Das Gutachten ist gut nachvollziehbar, schlüssig, berücksichtigt die relevanten Vorakten (vgl. Urk. 8/44/3-5, Urk. 8/44/17-19) und bezieht die geklagten Beschwerden mit ein (Urk. 8/44/8-9, Urk. 8/44/21-22). Die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation werden eingehend erörtert und die Schlussfolgerungen sind überzeugend. Die Diagnosestellung und die Beurteilungen (Urk. 8/44/11-17, Urk. 8/44/24-26) leuchten ebenfalls ein. Die Auseinandersetzung mit früheren Beurteilungen von Dr. C._ vom 24. Juni 2004 (Urk. 8/8), von Dr. D._ vom 9. Juli 2004 (Urk. 8/14) und von Dr. Y._ vom 14./15. Juli 2009 (Urk. 8/37) sowie die von Dr. Z._ angeführte aktuelle und abweichende Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes ist sorgfältig und überzeugend begründet (vgl. Urk. 8/44/15-16). Er legte dabei schlüssig dar, weshalb aufgrund der aktuellen klinischen Befunde von einer eindeutigen Zustandsverbesserung gesprochen werden kann (Urk. 8/44/15). Die Beschwerdeführerin beanstandet das Gutachten auch nicht, sondern macht geltend, Dr. G._ habe entgegen seinen Ausführungen in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einen anderen Schluss gezogen, die objektiven Fakten sprächen für sich (Urk. 1 S. 1).
Dem kann jedoch nicht gefolgt werden. Die von Dr. G._ gestellten rheumatologische Diagnosen ergeben zwar keine anspruchserhebliche Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse. Aufgrund der diagnostizierten Zwangsstörung und der Beeinträchtigung durch eine dissoziative Störung sowie eine instabile Grundstimmung attestierte Dr. Z._ jedoch aus rein psychiatrischer Sicht eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit und ging von einer Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes aus (Urk. 8/44/16). Die von Dr. G._ umschriebenen Anpassungen und zumutbaren Tätigkeiten sowie die Leistungseinbusse von 30 % in der aktuellen Tätigkeit als Verkäuferin und von 20 % in angepasster Tätigkeit (Urk. 8/44/26 und Urk. 8/44/36-37) erscheinen ebenfalls plausibel. Zu Recht wies der RAD-Arzt Dr. F._ jedoch darauf hin, dass nicht nachvollziehbar sei, wieso bei verbessertem Gesundheitszustand eine identische Arbeitsfähigkeit resultiere beziehungsweise die psychiatrische Einschränkung und die rheumatologische Arbeitsfähigkeit aufaddiert würden (Urk. 8/45/4).
Die von Dr. Y._, Spezialarzt für Innere Medizin, in den Berichten vom 15. Juli 2009 (Urk. 8/37) und vom 12. November 2010 (Urk. 3/2) diagnostizierte schwere, chronische gemischte Depression vermag dagegen nicht zu überzeugen. Dr. Y._ führte zunächst keine entsprechenden Befunde an und begründete seine Diagnose nicht näher. Auffallend ist zudem, dass in den Akten keine Berichte eines Psychiaters oder Psychotherapeuten vorhanden sind, der die Beschwerdeführerin in den letzten Jahren begleitet hat; vielmehr scheint sie diesbezüglich nicht mehr in Behandlung zu sein, was klar gegen eine schwere Depression spricht (vgl. Urk. 3/2). Hinzu kommt, dass für die verlässliche Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes und seiner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit in der Regel psychiatrische Fachärzte beizuziehen sind (vgl. BGE 130 V 353 f. E. 2.2.3; Urteile 8C _945/2009 vom 23. September 2009 E. 5, I 142/07 vom 20. November 2007 E. 3, I 283/02 vom 28. Januar 2004 E. 3.2 und I 178/00 vom 3. August 2000 E. 4a). Schliesslich ist auch hinsichtlich der Berichte von Dr. Y._ der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte wegen ihrer auftragsrechtlichen Vertauensstellung im Zweifel eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, womit ihre Einschätzungen grundsätzlich mit Vorbehalt zu würdigen sind (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
3.4 Damit ist vorliegend nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin auf die Begutachtung von Dr. Z._ und Dr. G._ vom 29. April 2010 (Urk. 8/44) abgestellt und eine Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von 70 % berücksichtigt hat. Zusammenfassend ist auch erstellt, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in psychischer Hinsicht seit der Rentenzusprache im Jahr 2004 (Urk. 8/26) beziehungsweise seit der Bestätigung im Jahr 2006 (Urk. 8/33) in revisionsrechtlich erheblicher Weise verbessert hat und ihr ab der Begutachtung vom 29. April 2010 eine 70%ige-80%ige angepasste Tätigkeit (mit den umschriebenen Einschränkungen, Urk. 8/44/26, Urk. 8/44/28-29, und Urk. 2 S. 2) wieder zumutbar erscheint. Die Invaliditätsbemessung der Beschwerdegegnerin (vgl. Urk. 8/45/4) ist an sich nicht strittig und gibt zu keiner Korrektur Anlass. Unter diesen Umständen besteht kein Rentenanspruch mehr, und es erfolgte die Aufhebung der Rente ex nunc et pro futuro zu Recht, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
4. Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG (in der seit dem 1. Juli 2006 gültigen Fassung) ist abweichend von Art. 61 lit. a ATSG das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Die Gerichtskosten sind auf Fr. 600.-- festzusetzen und der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.