Decision ID: a35b7196-421c-5cc7-8f5f-9972a765f067
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. X.Y., geb. 1954, ist seit 2006 Präsidentin des Verwaltungsrats und Geschäftsführerin
der in A./SZ domizilierten Q. AG. Sie bewohnt einen Teil des auf dem Firmenareal in A.
befindlichen Wohnhauses. Ab 1. April 2007 mietete sie zudem eine 4 1⁄2-
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Zimmerwohnung in S. (act. G 7/6 1.01); dieses Mietverhältnis wurde Anfang 2013
wieder aufgelöst. Bis Anfang 2014 war X.Y. Eigentümerin eines Ferienhauses in G./SZ.
Mit Verfügung vom 17. Januar 2014 stellte das Kantonale Steueramt ihre Steuerpflicht
in S. ab dem Steuerjahr 2007 fest (act. G 7/6 1.27). Die hiergegen erhobene Einsprache
wies das Steueramt mit Einspracheentscheid vom 20. Juni 2014 ab (act. G 7/6 1.40).
Den gegen diesen Entscheid erhobenen Rekurs (act. G 7/1) hiess die
Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 16.
Dezember 2014 gut und hob sowohl den Einspracheentscheid vom 20. Juni 2014 als
auch die Feststellungsverfügung vom 17. Januar 2014 auf (act. G 2).
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhob das Kantonale Steueramt mit Eingabe vom 9. März
2015 Beschwerde mit dem Antrag, der Entscheid sei aufzuheben und der
Einspracheentscheid vom 20. Juni 2014 sei zu bestätigen (act. G 1).
b. In der Eingabe vom 13. März 2015 teilte die Vorinstanz den Verzicht auf eine
Vernehmlassung mit, wobei sie darauf hinwies, dass die mit der Beschwerde
eingereichten Steuererklärungen 2008 und 2009 nicht die Beschwerdegegnerin,
sondern deren Tochter betreffen würden (act. G 6).
c. In der Beschwerdeantwort vom 9. Juli 2015 beantragte Rechtsanwalt lic. iur. Pius
Huber, Zürich, für die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde, soweit darauf
einzutreten sei, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung verwies er
auf den vorinstanzlichen Entscheid und machte zusätzliche Ausführungen (act. G 16).
Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine weitere Stellungnahme (act. G 18).
d. Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben des vorliegenden
Verfahrens wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2.
2.1. Nach Art. 13 Abs. 1 StG sind natürliche Personen aufgrund persönlicher
Zugehörigkeit steuerpflichtig, wenn sie ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder
Aufenthalt im Kanton St. Gallen haben. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist
umstritten, ob die Beschwerdegegnerin in den Jahren 2007 bis 2012 in der Gemeinde
S. Wohnsitz hatte. Im interkantonalen Verhältnis steht gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung zum Doppelbesteuerungsverbot die Besteuerung des Einkommens
und Vermögens einer unselbständig erwerbstätigen Person demjenigen Kanton zu, in
dem die Person ihren steuerrechtlichen Wohnsitz hat. Nach Art. 13 Abs. 2 StG hat eine
Person steuerrechtlichen Wohnsitz im Kanton St. Gallen, wenn sie sich hier mit der
Absicht dauernden Verbleibens aufhält bzw. wenn sich der Mittelpunkt ihrer
Lebensinteressen hier befindet (vgl. BGE 132 I 29 E. 4.1). Diese Regelung entspricht
den Vorgaben in Art. 3 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der
direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (SR 642.14, StHG) und lehnt sich
weitgehend (vgl. BGE 138 II 300 E. 5.3) an den zivilrechtlichen Wohnsitzbegriff an (Art.
23 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, SR 210).
2.2. Bei einem Wohnsitzwechsel innerhalb der Schweiz besteht die Steuerpflicht für
das ganze laufende Steuerjahr in demjenigen Kanton, in welchem die Person am Ende
der Steuerperiode ihren steuerrechtlichen Wohnsitz hat. Stichtag ist somit der
31. Dezember des Steuerjahres (Art. 68 StHG). Der Wechsel von einem alten zu einem
neuen Wohnsitz ist dann vollzogen, wenn die Absicht des dauernden Verbleibs am
neuen Wohnort tatsächlich gelebt und durch diesen Aufenthalt eine Verschiebung des
Lebensmittelpunktes stattfindet. Der Lebensmittelpunkt bestimmt sich nach der
Gesamtheit der objektiven, äusseren Umstände, aus denen sich die ideellen
(Angehörige, Freundes- und Bekanntenkreis) und materiellen Lebensinteressen
erkennen lassen, nicht nach bloss erklärten Wünschen der steuerpflichtigen Person. In
Bezug auf die Beweislast gilt, dass steuerbegründende Tatsachen von der
Steuerbehörde nachzuweisen sind, während den Steuerpflichtigen die Beweislast für
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Tatsachen trifft, die die Steuerschuld aufheben oder mindern. Die Steuerbehörde hat
demnach den steuerrechtlichen Wohnsitz, der die persönliche steuerrechtliche
Zugehörigkeit begründet, als Voraussetzung der Besteuerung nachzuweisen. Der
Hauptbeweis gilt in der Regel als erbracht, wenn der von der Steuerbehörde
angenommene Wohnsitz als sehr wahrscheinlich erscheint. Diesfalls obliegt es der
steuerpflichtigen Person, den Nachweis für den von ihr behaupteten Lebensmittelpunkt
ausserhalb des Kantons zu erbringen (BGer 2P.186/2004 vom 15. Februar 2005 E. 2.3).
Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung gilt eine Steuerpflicht dann als sehr
wahrscheinlich, wenn sich das Hauptsteuerdomizil bereits seit längerer Zeit
unangefochten in diesem Kanton befand. Im Zweifel, d.h. wenn der Nachweis der
Wohnsitzverlegung nicht erbracht ist, ist das bisherige Domizil als fortbestehend zu
betrachten (vgl. BGer 2P.186/2004 vom 15. Februar 2005 E. 2.3; BGer 2P.203/2006
vom 1. März 2007 E. 2.3 mit Hinweisen; BGE 2C_827/2008 vom 16. Juni 2009, E. 4.3).
3.
3.1. Im angefochtenen Entscheid hielt die Vorinstanz fest, beim Haus in A. (W.-strasse
0) handle es sich um ein Mehrfamilienhaus, das eine Nutzung über die einzelnen
Wohnungen hinaus ermögliche. A. sei für die Beschwerdeführerin sowohl Familienort
als auch Arbeitsort, und es erscheine wahrscheinlich, dass sich ihr Lebensmittelpunkt
in den Jahren 2007 bis 2012 dort befunden habe. Somit obliege es dem
Beschwerdeführer, die von ihm behauptete Steuerpflicht in der Gemeinde S. zu
beweisen. Der Beschwerdeführer halte es nicht für glaubwürdig, dass die
Beschwerdegegnerin eine relativ kleine Wohnung in A. bewohnt habe, obwohl ihr in S.
eine viel grössere an bester Lage zur Verfügung gestanden habe; er erachte es als
nachvollziehbar und verständlich, dass mit der Wohnung in S. eine Trennung vom
Geschäftlichen geschaffen worden sei. Damit lasse sich aber auch die Nutzung einer
eher kleinen Wohnung am Arbeitsort begründen, denn wer viel und lange arbeite,
benötige nicht zwingend eine grosse Wohnung. Zudem habe der Beschwerdegegnerin
zu Erholungszwecken in G. ein Ferienhaus zur Verfügung gestanden, in dem sie sich
nach Angaben des Beschwerdeführers regelmässig aufgehalten habe. Die Fahrt dorthin
dauere nur geringfügig länger als diejenige nach S. Zuzustimmen sei dem
Beschwerdeführer, dass der Stromverbrauch auf eine normale Nutzung schliessen
lasse. Durch wen und wie diese erfolgt sei, sei jedoch offen. Fest stehe lediglich, dass
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der Beschwerdegegnerin im streitigen Zeitraum Wohnmöglichkeiten in A., G. und S. zur
Verfügung gestanden hätten. Auch die weiteren Vorbringen des Beschwerdeführers -
beispielsweise der Umstand, dass die Tochter der Beschwerdegegnerin ebenfalls
vorübergehend im selben Haus in S. gewohnt habe - liessen nicht auf eine Verlagerung
des Lebensmittelpunktes der Beschwerdegegnerin nach S. schliessen. Ins Gewicht
falle dabei, dass die Wohnung in S. Anfang 2013 wieder aufgegeben worden sei (act. G
2 S. 5 f.).
3.2. Der Beschwerdeführer begründet seinen gegenteiligen Standpunkt unter anderem
damit, dass vom Gericht in einem ersten Schritt zu überprüfen sei, ob der von der
Steuerbehörde angenommene Wohnsitz im Kanton als sehr wahrscheinlich erscheine.
Werde dies bejaht, sei in einem nächsten Schritt zu überprüfen, ob die betroffene
Person den Gegenbeweis erbracht habe. Die Vorinstanz sei im angefochtenen
Entscheid gerade umgekehrt vorgegangen. Dies sei methodisch falsch. Die
persönlichen Beziehungen und die Tatsache des hauptsächlichen tatsächlichen
Aufenthalts in S. würden den steuerrechtlichen Wohnsitz der Beschwerdegegnerin an
diesem Ort sehr wahrscheinlich machen. Es obliege somit der Beschwerdegegnerin,
den Gegenbeweis zu erbringen. Die von ihr vorgebrachten Einwendungen und
eingereichten Unterlagen vermöchten nicht zu überzeugen. Aufgrund der Umstände
müsse vielmehr bezweifelt werden, dass der Beschwerdegegnerin in A. Räumlichkeiten
für den ständigen persönlichen Gebrauch zur Verfügung gestanden hätten. Die
Nutzung der Wohnung in S. als Atelier erscheine wenig glaubhaft; die Nutzfläche von
218 m sowie die vorhandenen Anschlüsse (Telefon, TV, Internet) sprächen gegen die
Nutzung als Atelier. Insbesondere auch in Anbetracht der geltend gemachten
Arbeitsauslastung wäre die Miete eines Ateliers in A. naheliegender gewesen. Eine
plausible Begründung für den hohen Stromverbrauch habe die Beschwerdegegnerin
nicht erbracht. Zu berücksichtigen sei auch, welche Beweismittel die
Beschwerdegegnerin nicht eingereicht habe. Hierbei sei insbesondere die fehlende
Wasser- und Stromabrechnung in S. zu erwähnen. Damit hätte der behauptete
fehlende Aufenthalt in S. nachgewiesen werden können. Es könne nichts zugunsten
der Beschwerdegegnerin abgeleitet werden, dass die Beurteilung nicht auf einer restlos
klaren Faktenlage beruhe. Sie habe durch ihr unkooperatives Verhalten die
Sachverhaltserhebungen erschwert oder sogar vereitelt (act. G 1).
2
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Die Beschwerdegegnerin hält dem unter anderem entgegen, dass sich der
Beschwerdeführer auf kanonartige Wiedergaben beschränke, die mit dem konkreten
Fall wenig bis nichts zu tun hätten. Der Beschwerdeführer habe weder im Sinn der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung substantiiert, warum der bisherige Wohnsitz in A.
zu einem nicht einmal näher dargelegten Zeitpunkt aufgegeben und ein neuer Wohnsitz
in S. begründet worden sein solle. Der Beschwerdeführer sei jeglichen Beweis schuldig
geblieben, insbesondere auch dafür, dass es sehr wahrscheinlich sei, dass (im Jahr
2007) ein neuer Wohnsitz in S. begründet worden sein solle. Die Beschwerdegegnerin
sei in A. geboren, aufgewachsen und wohnhaft geblieben. Seit über 20 Jahren lebe sie
mit ihrem Lebenspartner in A. zusammen, der ebenfalls hier arbeite. Sie sei seit jeher
Mitglied der örtlichen Korporation. Nur alteingesessene Familien, die zudem bestimmte
Familiennamen tragen würden, würden dieser angehören. Diese Genossenschaften
seien wirtschaftlich und anderweitig ausserordentlich einflussreich. Die hohe Präsenz
der Beschwerdegegnerin vor Ort verstärke die Beziehung zum Arbeitsort. Gemäss
Beschwerdeführer sei der Energieverbrauch das entscheidende Kriterium. Der
Wohnsitz könne jedoch nicht davon abhängen, ob in einer ausserkantonalen Wohnung
ein „Grüner“ wohne, der Energie spare, oder jemand, dem der Energieverbrauch
weniger relevant sei. Vorliegend seien alle Kriterien für einen Wohnsitz in A. erfüllt (act.
G 16).
3.3.
3.3.1. Hinsichtlich des für die Wohnsitzbestimmung massgebenden Mittelpunktes der
Lebensinteressen kommt es auf die gefühlsmässige Bevorzugung eines Ortes nicht an;
der steuerrechtliche Wohnsitz ist insoweit nicht frei wählbar. Dem polizeilichen Domizil,
wo die Schriften hinterlegt sind oder wo die politischen Rechte ausgeübt werden,
kommt ebenfalls keine entscheidende Bedeutung zu; das sind bloss äussere
Merkmale, die ein Indiz für den steuerrechtlichen Wohnsitz bilden können, wenn auch
das übrige Verhalten der Person dafür spricht (vgl. BGer 2C_175/2008 vom 22. August
2008 E. 3.1). Hält sich eine Person abwechselnd an zwei Orten in der Schweiz auf, ist
für die Ermittlung des Steuerwohnsitzes darauf abzustellen, zu welchem sie stärkere
Beziehungen unterhält (vgl. BGE 125 I 54, 132 I 29 E. 4.2; BGer 2C_26/2012 E. 3.1). Bei
Unselbständigerwerbenden ist der Lebensmittelpunkt in der Regel jener, von dem aus
während der Woche der täglichen Arbeit nachgegangen wird, ist doch der Zweck des
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Lebensunterhaltes dauernder Natur (zum Ganzen statt vieler BGer 2C_178/2011 vom
2. November 2011 E. 2.2). Hinsichtlich der Beweisführung begründet der Umstand,
wonach ein unverheirateter Steuerpflichtiger vom Ort aus, an welchem er sich während
der Woche aufhält, einer unselbständigen Erwerbstätigkeit nachgeht, eine natürliche
Vermutung, dass er dort seinen Lebensmittelpunkt und mithin sein Hauptsteuerdomizil
hat. Diese Vermutung lässt sich entkräften, wenn er sich regelmässig an einem Ort
aufhält, mit welchem er aus bestimmten (vorab familiären) Gründen besonders eng
verbunden ist, und wo er persönliche und gesellschaftliche Beziehungen pflegt. Gelingt
dem Steuerpflichtigen der Nachweis solcher Beziehungen am betreffenden Ort, obliegt
es dem Kanton des Wochenaufenthalts- oder Arbeitsorts nachzuweisen, dass der
Betreffende gewichtige wirtschaftliche und allenfalls persönliche Beziehungen zu
diesem Ort unterhält. Dies entbindet den Steuerpflichtigen aber nicht von der üblichen
Mitwirkungs- und Auskunftserteilungspflicht bezüglich der für die Besteuerung
massgebenden Umstände (zum Ganzen BGer 2C_178/2011 vom 2. November 2011
E. 2.3; VerwG B 2012/25 vom 13. November 2012, E. 2.2).
3.3.2. Nach ihren Darlegungen ist die Beschwerdegegnerin in A. geboren und
aufgewachsen sowie seit jeher bis zum Tod des Vaters im Jahr 2006 im elterlichen
Betrieb, der Q. AG in A., tätig gewesen (act. G 16 S. 3). Nur für die vierjährige
technische Berufslehre arbeitete sie in einem anderen Betrieb in Zürich (act. G 16 S. 5).
Seit 2006 ist sie Präsidentin des Verwaltungsrats und Geschäftsführerin dieses
Unternehmens und hält eine Mehrheitsbeteiligung (90 %; act. G 16 S. 2). Ein Anlass,
diese allseits unbestritten gebliebenen (vgl. auch act. G 18) Gegebenheiten in Frage zu
stellen, ist aus den Akten nicht ersichtlich. In dem Haus auf dem Firmenareal, in
welchem sie aufwuchs, verfügt sie über eine Wohnung mit einer Fläche von insgesamt
69 m (vgl. act. G 7/6 1.08 und 1.11 Beilagen). Unbestritten blieben sodann die
Feststellungen im vorinstanzlichen Entscheid (act. G 2 S. 5), wonach die beiden
weiteren Wohneinheiten des Hauses in den streitigen Jahren vom Stiefsohn der
Beschwerdegegnerin sowie von ihrem Sohn und dessen Partnerin bewohnt wurden.
Der Lebenspartner der Beschwerdegegnerin war bis 31. Dezember 2008
Wochenaufenthalter in A. Seit 1. Januar 2009 hat er dort Wohnsitz (act. G 7/6 1.21).
Gemäss Bestätigung vom 8. Dezember 2013 besteht diese Partnerschaft seit 20
Jahren (act. G 7/6 1.23 Beilage). Gemäss E-Mail des Rechtsvertreters der
Beschwerdegegnerin vom 25. Oktober 2013 arbeitet der Lebenspartner seit 20 Jahren
2
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bei der Q. AG (act. G 7/6 1.20 Beilagen). Entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers (act. G 1 S. 6) geht aus der Bestätigung des Einwohneramtes vom
29. Oktober 2013 klar hervor, dass der Lebenspartner an der Adresse der
Beschwerdegegnerin wohnt (act. G 7/6 1.21). Der Beschwerdeführer begründet sodann
seinen weiteren Standpunkt, wonach der Umstand, dass der Lebenspartner erst seit
2009 Wohnsitz in A. habe, gegen eine 20jährige Partnerschaft bei einem
Anstellungsverhältnis von über 20 Jahren spreche (act. G 1 S. 6), in keiner Weise. Der
Standpunkt erscheint auch nicht nachvollziehbar. Im Übrigen kann aufgrund des vom
Beschwerdeführer thematisierten vorübergehenden Wohnsitzes der Tochter in A. vom
15. August 2010 bis 30. Juni 2011 (act. G 1 S. 6 mit Hinweis act. G 7/6 1.15 und 121
Beilage) nicht auf eine Verlagerung des Lebensmittelpunktes der Beschwerdegegnerin
nach S. geschlossen werden.
Ab 1. April 2007 hatte die Beschwerdegegnerin eine 4 1⁄2-Zimmerwohnung in S. für
Fr. 2‘500.-- p.m. einschliesslich Nebenkosten gemietet (act. G 7/6 1.01); dieses
Mietverhältnis wurde auf Ende April 2013 wieder aufgelöst. Die jährlichen Stromkosten
dieser Wohnung betrugen in den Jahren 2007-2010 zwischen Fr. 1‘000.-- und Fr.
1‘200.-- (act. G 7/6 1.24). Sodann verfügte die Wohnung über einen Telefon-, TV- und
Internetanschluss (act. G 7/6 1.08 Beilagen). Der Vermieter der Wohnung war mit der
Beschwerdegegnerin an der einfachen Gesellschaft „K.Y., T.U. & N.R.“ (vormals B.M.
sel., T.U. & N.R.) beteiligt (act. G 7/6 2.01). Die Tochter der Beschwerdegegnerin
bewohnte von Februar 2007 bis August 2010 an derselben Adresse in S. eine eigene 4
1⁄2-Zimmerwohnung (act. G 7/6 1.01). Die Tochter war bis 2009 ebenfalls bei der Q. AG
tätig, hatte sich in S. angemeldet und deklarierte den Arbeitsweg S.-A. jeweils in der
Steuererklärung (act. G 3).
3.3.3. Vorliegend ist angesichts des unbestritten seit der Kindheit bestehenden
Wohnsitzes der Beschwerdegegnerin in A. zu prüfen, ob der Nachweis der
Wohnsitzverlegung im Jahr 2007, d.h. mit dem Bezug der Wohnung in S., als erbracht
zu gelten hat oder ob weiterhin das bisherige Domizil als fortbestehend zu betrachten
ist (vgl. vorstehende E. 2.2). Aufgrund der geschilderten Verhältnisse ist davon
auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin in den zur Diskussion stehenden Jahren
2007 bis 2012 sowohl in S. als auch in A. (Arbeitsort) über eine Wohnung zum
persönlichen Gebrauch verfügte. Für das Domizil in A. liegen Mietzins- und
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Nebenkostenabrechnungen vor (act. G 7/6 1.07 und 1.19). Dabei kann aufgrund des
Umstands, dass eine Aufschlüsselung des Verbrauchs der einzelnen Wohnungen der
Liegenschaft nicht vorgenommen wurde, entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers (act. G 1 S. 5 unten) nicht der Nachweis des Aufenthalts der
Beschwerdegegnerin in A. in Abrede gestellt werden. Ein Grund für die fehlende
Kostenaufschlüsselung dürfte in der vom Beschwerdeführer selbst (act. G 1 S. 5 f.)
angeführten Tatsache liegen, dass es sich bei den von der Beschwerdegegnerin
bewohnten Räumen nicht um eine separate Dachwohnung handelte, sondern um einen
nicht (vollständig) separierten Hausteil (act. G 7/6 1.11 Beilage). Glaubhaft erscheint in
diesem Zusammenhang das Vorbringen der Beschwerdegegnerin, dass in der
Wohnung in A. Internet, Telefon und TV-Anschluss verfügbar waren (vgl. act. G 16 S. 3
unten). Wenn der Beschwerdeführer den tatsächlichen Aufenthalt der
Beschwerdegegnerin in A. unter anderem mit Hinweis auf die Aufenthalte in G.
anzweifelt (act. G 1 S. 4 zweitletzter Absatz), ist festzuhalten, dass es sich dabei um
das der Beschwerdegegnerin bis Anfang 2014 gehörende (schwyzerische)
Feriendomizil handelt (vgl. dazu nachstehende E. 3.3.4). Ein Argument für einen
Wohnsitz im Kanton St. Gallen stellt dies nicht dar. Vielmehr zeigt das Vorhandensein
eines relativ nahe beim Arbeitsort gelegenen Feriendomizils, dass die
Beschwerdegegnerin über eine gut erreichbare Wohnalternative zur kleinen Wohnung
in A. verfügte.
Aufgrund der verhältnismässig geringen Distanz zwischen S. und A. (rund 30 km) hätte
für die Beschwerdegegnerin an sich die Möglichkeit bestanden, von beiden Orten aus
der Arbeit nachzugehen und ihre persönlichen Beziehungen zu pflegen. Zu klären ist
daher der Ort des tatsächlichen (mehrheitlichen) Aufenthalts, von wo aus sie der Arbeit
nachging und persönliche Beziehungen unterhielt. Mit dem Beschwerdeführer (act. G 1
S. 4) ist vorab festzuhalten, dass die Stromkosten der S.er Wohnung und die
vorhandenen Anschlüsse (vgl. vorstehende E. 3.3.2) grundsätzlich auf eine ständige
Benützung der Wohnung hindeuten. Die Frage, in welcher Art die Benützung erfolgte,
ist damit allerdings noch nicht beantwortet, zumal der Mietvertrag explizit eine
Benützung als „Atelier (nicht als Wohnung)“ vermerkt (act. G 7/6 1.01). Die
Beschwerdegegnerin macht geltend, sie habe in der von ihr als Atelier vorgesehenen
Wohnung aus Sicherheitsüberlegungen während ihrer Abwesenheit das Licht brennen
lassen und im Winter Elektroöfen eingesetzt (act. G 2 S. 5). Sie habe die S.er Wohnung
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für ihr raumintensives Hobby (alternative Herstellung von Teigwaren) mit den hierfür
notwendigen technischen Gerätschaften eingerichtet, im Übrigen jedoch kaum effektiv
genutzt, denn das Geschäft in A. sei vorgegangen (act. G 16 S. 2 f.). Die Sichtweise
des Beschwerdeführers, in einer als Atelier genutzten Wohnung befänden sich keine
Wertgegenstände, weshalb eine Beleuchtung aus Sicherheitsgründen nicht erforderlich
gewesen sei (act. G 1 S. 7), stellt eine Meinungsäusserung aufgrund eines lediglich
vermuteten Sachverhalts dar. Das Sicherheitsbedürfnis kann zudem auch einfach auf
die Vermeidung eines Einbruchs gerichtet sein. Wenn der Beschwerdeführer die
Nutzung der Wohnung in S. als Atelier als wenig glaubhaft bezeichnet (act. G 1 S. 5
oben), so lässt sich diese Schlussfolgerung allein mit Hinweis auf die Nutzfläche von
218 m sowie die vorhandenen Anschlüsse (Telefon, TV, Internet) nicht überzeugend
begründen.
Was die persönlichen Beziehungen der Beschwerdegegnerin in S. in den Jahren 2007
bis 2012 betrifft, ist festzuhalten, dass die Tochter der Beschwerdegegnerin lediglich
bis 2010 eine Wohnung im selben Haus in S. hatte. Der vom Beschwerdeführer
angeführte (bis 2010 befristete) Wohnsitz der Tochter in S. und der von ihr jeweils
geltend gemachte Fahrkostenabzug für die Strecke S.-A. (act. G 1 S. 3 oben und G 3)
vermögen die Streitfrage nicht zu klären. Der weitere Umstand, dass der Vermieter und
Geschäftspartner der Beschwerdegegnerin ebenfalls in S. wohnte, belegt entgegen der
offenbaren Auffassung des Beschwerdeführers (act. G 1 S. 4) nicht zugleich das
Vorhandensein von persönlichen Beziehungen in S. Die Beschwerdegegnerin erklärt
sodann die Miete der Wohnung in S. mit dem Platzbedarf für ihre Gerätschaften und
mit der damals noch ausstehenden Einigung über die Liegenschaften der
Erbengemeinschaft ihres im Jahr 2006 verstorbenen Vaters (act. G 16 S. 3 und S. 5 f.).
Wie es sich hiermit im Einzelnen verhält, braucht insofern nicht weiter untersucht zu
werden, als bereits aufgrund der vorhandenen Fakten ein (sehr wahrscheinlicher)
tatsächlicher Aufenthalt bzw. Lebensmittelpunkt der Beschwerdegegnerin in S. in den
Jahren 2007 bis 2012 sich nicht zureichend belegen lässt.
3.3.4. Aus den vorstehend in E. 3.3.2 f. dargelegten Umständen ergibt sich eine
natürliche Vermutung, dass sich der Lebensmittelpunkt der Beschwerdegegnerin ab
dem Jahr 2007 nach wie vor in A. befand, zumal sie an diesem Ort ihrer Arbeit
nachging, der langjährige Partner und ihre Söhne ebenfalls dort Wohnsitz hatten und
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sie überdies in G. über ein nahegelegenes Feriendomizil verfügte. Bei der Bestimmung
des steuerrechtlichen Wohnsitzes bei getrenntem Arbeits- und Familienort wird den
ideellen Beziehungen zum Familienort in der Regel grössere Bedeutung beigemessen
als den materiellen Beziehungen zum Arbeitsort (vgl. Zigerlig/Oertli/Hofmann, a.a.O., II.
Rz. 22). Konkret fehlt es an einer Konkurrenz zwischen Arbeits- und Familienort.
Vielmehr fallen der Arbeitsort und der Ort der familiären bzw. partnerschaftlichen
Beziehungen im Wesentlichen zusammen. In dieser Situation liegt die Beweislast
hinsichtlich einer Verlegung des Lebensmittelpunktes in den Kanton St. Gallen beim
Beschwerdeführer. Was die vom Beschwerdeführer im Vergleich zur S.er Wohnung als
minderwertig bezeichnete Lage der Wohnung in A. betrifft (act. G 1 S. 4 f.), ist mit der
Vorinstanz festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin angesichts ihres grossen
Arbeitspensums an den Arbeitstagen nicht zwingend einer grossen Wohnung bedurfte,
zumal ihr für arbeitsfreie Tage - neben einer Alp in P. - noch ein Ferienhaus (mit
Bootshaus am Vierwaldstättersee; act. G 16 S. 7) zur Verfügung stand, welches sie
unbestritten auch benützte. Wesentlich erscheint auch, dass die Beschwerdegegnerin
schon immer in A. gewohnt hatte und die Lage des dortigen Domizils - soweit
vorliegend überhaupt von Relevanz - entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
nicht nur nachteilige Aspekte aufweisen dürfte (vgl. vorstehende E. 3.3.2 und act. G 16
S. 4 oben). Wie dargelegt stellt der Stromverbrauch der S.er Wohnung mit Blick auf die
konkreten Verhältnisse lediglich ein für sich allein nicht ausreichend beweiskräftiges
Indiz für eine tatsächliche Wohnnutzung durch die Beschwerdegegnerin dar. Als
einziger Anhaltspunkt ist er nicht geeignet, die Domizilvermutung zu entkräften (zum
Ganzen BGer 2C_397/2010 vom 6. Dezember 2010 E. 2.4.2 mit weiteren Hinweisen).
3.3.5. Die Feststellung des massgebenden Sachverhalts und die Abnahme der Beweise
obliegt der kantonalen Steuerbehörde (vgl. Art. 166 und 176 StG). Wenn der
Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin vorwirft, nicht alle verfügbaren
Beweismittel zum Beweis des fehlenden tatsächlichen Aufenthalts in S. vorgelegt zu
haben (act. G 1 S. 5), ist festzuhalten, dass angesichts der geschilderten Verhältnisse
(vorstehende E. 3.3.2 f.) vorab der Beschwerdeführer den von ihm behaupteten
Wechsel eines seit langem bestehenden Wohnsitzes zureichend zu plausibilisieren hat.
Hierfür genügt beim gegebenen Sachverhalt der blosse Hinweis auf die
Stromkostenrechnungen der Wohnung in S. wie dargelegt nicht. Nach den unbestritten
gebliebenen Darlegungen der Beschwerdegegnerin (act. G 16 S. 4 und S. 6 f.)
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verzichtete der Beschwerdeführer darauf, die Steuerakten des Kantons Schwyz
beizuziehen und sich auf diese Weise über die dortigen tatsächlichen Verhältnisse zu
informieren. Auch blieben die tatsächlichen Vorbringen der Beschwerdegegnerin in der
Beschwerdeantwort des vorliegenden Verfahrens (act. G 16) unbestritten (act. G 18).
Sein Vorbringen, dass die Beschwerdegegnerin Sachverhaltsermittlungen durch
unkooperatives Verhalten erschwert oder verunmöglicht habe (act. G 1 S. 7), begründet
der Beschwerdeführer nicht näher. Was die von der Beschwerdegegnerin angebotene
Befragung ihres Lebenspartners betrifft (act. G 16 S. 6 f.), ist festzuhalten, dass der
Zeugenbeweis im st. gallischen Steuerrecht nicht vorgesehen ist (GVP 1993 Nr. 19;
VerwGE B 2011/243 vom 15. Oktober 2012, E. 2.1.1, in: www.gerichte.sg.ch). Jedoch
ist auch kein begründeter Anlass ersichtlich, aufgrund dessen das Bestehen einer
langjährigen Lebenspartnerschaft in Frage zu stellen wäre (vgl. vorstehende E. 3.3.2).
4.
4.1. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen lässt sich die Schlussfolgerung im
vorinstanzlichen Entscheid, dass sich der steuerrechtliche Wohnsitz der
Beschwerdegegnerin in den Jahren 2007 bis 2012 unverändert im Kanton Schwyz,
konkret in A., befand, nicht beanstanden. Folglich ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2. (...).
4.3. (...).