Decision ID: 0c6590da-0ea6-4f74-acb0-6405030d3da4
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1984 geborene X._
war seit dem
1.
März 2019 als
Hilfsarbeiter bei der Y._
AG angestellt und dadurch bei der Suva
obligatorisch
gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfälle
n
versichert, als er am 1
3.
Dezember 2019 als Beifahrer eine
seitlich-frontale
Kollision
erlitt (vgl. Unfallmeldung vom 1
7.
Dezember 2019,
Urk.
9/1
; vgl. auch
Polizeirap
port vom 1
0.
Februar 2020, Urk.
9/47/3ff.
). Die
selbentags
erstbehandelnden Ärzte des Ka
ntonsspitals Z._
diagnostizierten eine HWS-Distorsion, verordneten Schmerz
medikamente und attestiertem d
em Versicherten vom 1
3.
bis 16.
De
zember 2019 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(mit Verlängerung
en
durch die nachbe
handeln
den Ärzte, vgl.
Urk.
9/
116
/2)
; bildgebend
(Röntgen/
Abdomen
sonographie
)
erga
ben sich keinerlei Hinweise auf frische Frakturen im Bereich der Thorax,
Hals
wirbel- (
HWS
)
und
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
, eine Organ
verletzung oder freie Flüssigkeiten
intraabdominell
(Urk.
9/12,
Urk.
9/17f.
)
. Die S
uva anerkannte den Schadenfall
und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Taggelder und Heilungs
kosten
, vgl.
Urk.
9/8
).
Im Februar 2020 führte
Dr.
med. A._
, Facharzt FMH für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungs
apparates,
eine kreisärztliche Untersuchung durch
(
vgl. Unter
suchungs
bericht vom 1
7.
Februar 2020,
Urk.
9/40)
.
Die
bei anhaltenden Nacken- und Schulter
beschwerden
im März 2020
durchgeführten
MRT-Untersuchunge
n
der HWS und beider Schultern
brachte
n
im Wesentlichen
eine
Tendinose
der
Supraspinatus
sehne
rechts
, ein Einriss der
Supraspinatussehne
links sowie eine geringe
Unkarthrose
auf Höhe C4-6
zur Dar
stellung
(
Urk.
9/52
,
Urk.
9/70f.
).
Zudem
liess sich der B
eschwerdeführer
ver
schiedentlich spezialärztlich untersuchen (
vgl.
Urk.
9/59,
Urk.
9/67/2 ff.).
Im Mai
und Juli
2020
nahm
Dr.
A._
zur Sache Stellung
(
Urk.
9/77
,
Urk.
9/112
).
Alsdann veranlasste die Suva das ambulante
Assessment
vom 2
5.
Mai 2020 in der Rehaklinik
B._
(vgl. Bericht vom
9.
Juni 2020,
Urk.
9/101)
und a
ufgrund der berichteten Gleichgewichtsstörungen und Schwindelgefühlen (vgl. Bericht vom
1.
November 2020,
Urk.
9/
179)
die neurologische Schwindelabklärung
im
Z._
vom
4.
Januar 2021
(vgl. Bericht vom
6.
Janua
r 2021,
Urk.
9/218/2ff.).
Auf entsprechende Vorlage ga
b Dr.
A._
a
m 1
5.
Januar 2021
erneut
eine kreis
ärztliche Beurteilung ab
(
Urk.
9/223).
Daraufhin stellte die Suva
die
bisher erbrachten
Versicherungsleistungen
mit Verfügung vom 10. Februar 2021 per 31.
März 2021 ein; gleichzeitig verneinte sie einen Anspruch auf eine Rente oder
Integritätsentschädigung (Urk.
9/234). Die vom Versicherten am
9.
März 2021 dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
9/252) wies die Suva mit
Einspracheentscheid
vom
2.
Juni 2021 ab (
Urk.
2)
.
2.
Dageg
en erhob X._
am
1.
Juli 2021
(Poststempel
)
durch seine damalige Rechtsvertreterin
Beschwerde und beantragte, es seien ihm in Aufhebung des angefochtenen Entscheids vom
2.
Juni 2021 die gesetzlichen Leistungen, insbe
sondere Taggelder auszurichten. Im Weiteren seien eine Rente sowie Integritäts
entschädigung zu prüfen. In prozessualer Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels (
Urk.
1 S.
2).
Mit Eingabe vom 1
4.
J
uli 2021 zeigte
die bisherige Rechtsvertretung des Beschwerdeführers
die
Mandatsn
iederlegung an
und reichte ihre Aufwand
zusammenstellung ein
(
Urk.
6,
Urk.
7).
Mit Beschwerdeantwort vom 6.
September 2021 schloss die Beschwerde
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8), was dem Beschwerdeführer am
9.
September 2021 zur Kenntnis gebracht wurde; gleichzeitig wurde den Parteien mitgeteilt, dass das Gericht die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels als nicht notwendig erachte (
Urk.
10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG) werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1).
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht.
Ist ein Schleuder
trauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopf
schmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausalzusammen
hang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- beziehungs
weise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen. Es ist zu betonen, dass es
gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).
1.4
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderl
ichen Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und a
däquate Ursache des Gesundheits
schadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch
und ausschliesslich auf unfall
fremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Ver
lauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später einge
stellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegrün
dende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialver
sicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, liegt die entsprechende Beweis
last
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausal
zusammenhang gegeben ist
nicht beim Versicherten, sondern beim Unfall
ver
sicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rück
fällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG Leis
tungen zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
1.5
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht.
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammen
hangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Hals
wirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbe
stehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die nicht auf organisch nach
weisbare Funktionsausfälle zurückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Störungen nach einem Unfall entwi
ckelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall
zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise der Erwerbsunfähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträchtigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
-
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
-
erhebliche Beschwerden;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bundes
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psychischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleuder
trauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten ver
zichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht entscheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
1.6
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung
abzuschliessen
, wenn von der Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der ver
sicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige
Eingliederungs
mass
nahmen
der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundes
ge
richts 8C_527/2020 vom 2. November 2020 E. 4.1 mit Hinweisen). In diesem Zeit
punkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf BGE 134 V 109, vgl. auch Urteil 8C_674/2019 vom 3. Dezember 2019 E. 4.1).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach
Massgabe
der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (
zweckmässige
) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren
Massnahmen
– wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versi
cher
ten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beur
teilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_64/2021 vom 14. April 2021 E. 3.2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3). Grundlage für die Beurtei
lung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose erfasst werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_44/2021 vom 5. März 2021 E. 5.2 mit Hinweisen).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutach
ten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351
E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
der Beschwerde
führer habe anlässlich des Unfall vom 1
3.
Dezember 2019 unbestrittenermassen keine strukturellen Läsionen erlitten. Bildgebend hätten sich höchstens degene
rative Ver
änderungen gezeigt; n
eurologische D
e
fizite hätten
ebenfalls ausge
s
c
h
lossen werden können. Gestützt auf die kreisärztlichen Beurteilungen von
Dr.
A._
sei überwiegend wahrscheinlich von einer Prellung oder Zerrung der HWS, LWS, Thorax sowie des rechten Schultergelenks auszugehen. Mangels strukturelle
r
Läsionen sei der Status quo sine nach vier bis sechs Wochen erreicht
und von weiteren Behandlungen keine namhafte Verbesserung mehr zu erwarten
gewesen. Die darüber hinaus beklagten Beschwerden würden mangels eines objektivierbaren, organischen Substrats dem Beschwerdebild eines Schleuder
trauma
s entsprechen
.
Vorliegend sei von einem mittelschweren
U
nfall
im Grenz
bereich zu den leichten Unfällen
auszugehen
. Da keines der gestü
tzt auf die sog. «Schleudertrau
m
a-P
raxis» erforderlichen Kriterien für die Bejahung eines adäquaten Kausalzusammenhangs erfüllt sei, sei die Adäquanz zu verneinen. Mit
hin seien die erbrachten Leistungen zu Recht per 3
1.
März 2021 eingestellt worden
. Mangels Adäquanz bestehe auch kein Anspruch auf eine Invalidenrente oder Integritätsentschädigung
(
Urk.
2).
2.2
Dagegen wandte der
Beschwerdeführer
ein, es sei
vorliegend
von einem
mittel
schweren Unfall
auszugehen; die Koll
i
sionsgeschwindigkeit habe beim heran
nahenden
VW
-Tour
a
n 19-25 km/h und beim BWM, in welchem der Beschwerde
führer als Beifahrer gesessen habe
,
45-50 km/h betragen. Zudem sei eine kollisions
bedingte Geschwindigkeitsänderung (Delta-V) von 9-13 km/h festge
stellt worden. Alsdann seien
drei Adäquanzkriterien erfüllt, nämlich die lang
dauernde Arbeitsunfähigkeit, die fortgesetzte spezifische und belastende Behand
lung und der schwierige Heilungsverlauf mit erheblichen Komplikationen
. Das zuletzt genannte Kriterium
sei zudem in besonders ausgeprägter Weise erfüllt (
Urk.
1).
3.
Es ist vorab darauf hinzuweisen, dass
der Be
schwerdeführer
anlässlich eines
Arbeitsu
nfall
e
s vom
2
3.
November 2019
(vgl. Unfallmeldung,
Urk.
9/14)
eine
Vorderhandfraktur links (
Avulsions
f
raktur
des dorsalen Bandapparates am
Os
triquetrum
links
)
erlitt
en hatte
, welche beim Ausschluss weiterer Frakturen konservativ
(
Bedarfsanalgesie/
Ruhigstellung in einer Handgelenksmanschette für drei
, max. sechs
Wochen
)
behandelt wurde
(
vgl.
Urk.
9/244/2 f.,
Urk.
9/100/2,
Urk. 9/40/
3 ff.
)
und wofür die
Suva
ihre Leistungspflicht anerkannte
(
Unfall-Nr. ...
;
vgl.
Urk.
2
lit
. C; vgl.
auch
Urk.
9/77/9).
Die Folgen dieses Unfalles sind nicht Gegenstand des vorliegend zu beurteilenden
Einspracheentscheids
vom
2.
Juni 2021.
4
.
4
.1
Die am
13. Dezember
20
19 erstbehandelnden Ärzte des
Z._
hielten eine HWS
D
isto
r
s
ion fest
. Klinisch hätten sich Druck- resp.
Klopfdolenzen
im Unterbauch rechts sowie im Bereich der BWS und LWS ergeben; bildgebend
ergaben
sich keine
rlei Hinweise auf frische Fraktu
ren im Bereich der Thorax, HWS und LWS, eine Organverletzung oder freie Flüssigkeiten
intraabdominell
(
Urk. 9/12, U
rk.
9/17f
.
).
4
.2
Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung
vom 1
7.
Februar 2020 hielt
Dr.
A._
mit Bezug
auf das Ereignis vom 1
3.
Dezember 2019
eine Prellung der HWS, Thorax rechts so
wie des Schultergelenks rechts fest (
Urk.
9/40/9). Der
Beschwerdeführer
habe
ausgeführt, infolge der Seitenkollision vom 1
3.
Dezember 2019 habe er vermehrt Schmerzen in der linken
Hand
sowie
Schmerz
en im Bereich der HWS, LWS und
in der rechten Schulter- und
Thoraxregion
verspürt
(
Urk.
9/40/5)
.
Bei der Untersuchung habe der Beschwerdeführer an der linken Hand eine H
andgelenksschiene getragen; infolge angegebener Schmerzen sei eine Untersuchung
hier
nicht möglich gewesen. Im Bereich der HWS, BWS und LWS hätten sich verschiedentlich Druckschmerzen und schmerzbedingte Bewegungs
einschränkungen
in Form von Endphasenschmerzen
ergeben. Zudem habe der Beschwerdeführer eine verminderte Sensibilität im Bereich der Finger 3, 4 und 5
links
angegeben
(
Urk.
9/40
/6 ff.
)
. Zur weiteren Abklärung seien die Schulter
ge
lenke im Hinblick auf allfällige degenerative Veränderungen bildgebend zu untersuchen (
Urk.
9/40/9).
4.
3
Das am
3.
März 2020 durchgeführte MRI der HWS ergab bis auf geringe
Unkarthrosen
auf Höhe C4-6 kein
en pathologischen Befund (
Urk.
9/70).
An der rechten Schulter
zeigten sich MR-tomographisch
eine
Tendinose
der
Supraspi
natussehne
im ansatz
nahen Bereich
, ohne
Ruptur ode
r
Partialruptur,
keine Atrophie des Muskels,
eine schmale Bursitis
subacromialis
und keine wesentliche AC-Gelenkdegeneration (vgl. Befund vom 1
0.
März 2020,
Urk.
9/65);
an der linken Schulter
ergab sich
ein Einriss der
Supr
aspinatussehne
, bei ansonsten
intakten Sehnen
, keine Bursitis
subacromialis
und keine wesentliche AC
Gelenks
degeneration
(vgl. Befund vom
9.
März 2020
, Urk.
9/71).
4.
4
Dr.
med. C._
, Facharzt FMH für Rheumatologie und Physikalische Medizin
,
hielt im Konsiliarbericht vom 1
9.
März 2020 als Hauptdiagnose ein
multiloku
läres
Schmerzsyndrom fest (
Urk.
9/59/2).
Klinisch hätten sich im Bereich
der HWS, BWS und LWS Endphasenschmerzen und leichte
Myogelosen
der
nuchalen
Muskulatur
ergeben. Die
oberen Extremitäten seien passiv frei beweglich; aktiv bestehe ein schmerzhafter Bogen rechts mehr als links. Die bisher durchgeführten bildgebenden Abklärungen seien für das Beschwerdebild nicht erklärend; eine somatische Ursache lasse si
ch aktuell nicht objektivieren (
Urk.
9/59/2 f.).
Die
von
Dr.
C._
– zwecks vollständiger Abklärung – veranlasste
MR-Tomographie der LWS
vo
m 2
5.
M
ärz 2019
brachte eine geringe
Chondrose
der Bandscheibe L5-S1 ohne signi
fikante
Protrusion
oder posttraumatische/entzündliche
Veränderungen zur Darstellung (
Urk.
9/89).
4.
5
Am 2
3.
und 3
0.
März 2020 wurde der Beschwerdeführer von
Dr.
med. D._
, Facharzt FMH für Neurologie,
untersucht.
Dieser hielt
im Wesentlichen
fest, d
er Beschwerdeführer habe
als Folge des Unfalls vom 1
3.
Dezember 2019 sowohl
cervico-cephale
als auch
cervico
-brachial rechtsseitige, belastungsab
hängige Beschwerden und ein lumbales Schmerzsyndrom mit Ausstrahlung ins Gesäss beziehungsweise zum Teil mit diffuser neurogener Ausprägung im rechten Becken- und Oberschenkelbereich beschrieben. Sowohl klinisch als auch elektrodiag
nostisch hätten sich, korrespon
d
i
erend zu den weitestgehend unauf
fälligen aktuellen
MRT-Befunden (LWS und HWS) keine peripher neurologischen Defizite oder Hinweise für zentrale neurologische S
chädigungen ergeben. Mithin ergä
be
n
sich keine Hinweise für eine zugrundeliegende Polyneuropathie
oder für ein
radik
uläres
Syndrom anderer Ursachen.
Unter Hinweis auf den
chiroprakti
schen
Bericht vom 1
2.
September 2018,
wonach
der Beschwerdeführer bereits seit 2010 zunehmende Beschwerden im Nacken- Schultergürtelareal mit
Spannungs
kopfschmerzen beklagt habe und worin
ein
zervikospondylogenes
Syndrom bei
facettären
Reizzuständen und
myofaszialer
Symptomausweitung diagnostiziert wurde (vgl. vgl.
Urk.
9/90/2)
, hielt
Dr.
D._
ausserdem fest,
es bestehe
ein wesentlicher prätraumati
scher Anteil. Zudem
bestehe eine
prätraumatisch
symp
tomatisch
e
Migräne. Insgesamt dürften die Beschwerden auch wesentlich durch die Adipositas und der davon abhängigen statischen Belastung verstärkt sein
Im Zusammenhang mit der Handverletzung vom 2
3.
November 2019 habe der Beschwerdeführer Sensibilitätsstörungen links beschrieben. Hier lasse sich elektrodiagnostisch eine
demyelinisierende
Schädigung des
Nervus
ulnaris
im
Sulcus
nachweisen. Eine Unfallkausalität sei indes nicht herzustellen (
Urk.
9/67).
4.
6
Kreisarzt
Dr.
A._
hielt am
5.
Ma
i 2020
fest, der Beschwerdeführer habe anlässlich des Unfalls vom 1
3.
Dezember 2019
gestützt auf das Bildmaterial
keine strukturellen Läsionen im Bereich des Stütz- und Bewegungsapparates oder Ver
letzungen der inneren O
rgane erlitten.
Vielmehr sei es infolge der
Airbagaus
lösung
auf der Beifahrerseite überwiegend wahrscheinlich zu einer Prellung oder Zerrung
der HWS, sowie zu Prellungen der Thorax und des Schultergelenks
rechts sowie
der
LWS gekommen.
Nach medizinischem Wissen
s
stand sei nach Prellungen ohne strukturelle Läsionen nach vier bis sechs Wochen der Status quo sine erreicht. Die an der HWS bildgebend festgestellte
n
geringgradigen
Unkarthrosen
seien überwiegend wahrscheinlich degenerativer Natur. Es handle sich dabei um beginnende Abnützungen an den Gelenksflächen zwischen den Wirbelkörpern des vierten bis sechsten Halswirbelkörpers. Der an der linken Sc
hulter festgestellte ansatznahe, kleine
Einriss der
Supraspinatus
sehne
,
ohn
e Retraktion, Atrophie oder
Hinweise auf stattgehabte Frakturen entspreche einem degenerativen V
erschleissleiden. Bei der an der
rechten Schu
lter dargestellten
Tendinose
handle es sich ebenfalls um eine degenerative Ver
änderung der
Supraspinatussehne
im ansatznahen Bereich
,
ohne Rissbildung, entsprechend einer Prädilektionslokation für Verschleiss.
Im Zusammenhang mit den Unfall
folgen vom 1
3.
Dezember 2019 bestehe seit
der kreisärztlichen Untersuchung vom
1
4.
Februar 2020
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
9/77).
4.
7
Im Bericht der Rehaklinik
B._
vom
9.
Juni 2020 empfahlen die beurteilenden Fachärzte gestützt auf das ambulante Assessment vom 2
5.
Mai 2020 eine zwei Mal wöchentlich intensivierte ambulante Physiotherapie mit Betonung der akti
ven Bewegungstherapie für einen Zeitraum von 6-8 Wochen. Gleichzeitig hielten sie eine erhebliche Symptomausweitung und ausserdem fest, der Beschwerde
führer sei mässig zugänglich für aktive Therapiemassnahmen. Er habe die Übungen bei Schmerzangaben jeweils nach wenigen Wiederholungen abgebro
chen. Auf ein Probetraining sei infolge seiner tiefen Belastbarkeit verzichtet wor
den (
Urk.
9/101).
4.
8
Auf erneute Vorlage bestätigte
Dr.
A._
am 2
1.
Juli 2020
, dass keine
obj
ekti
vierbaren Unfallfolgen bestünden und
von weiteren medizinischen Massnahmen eine namhafte Verbesserung
nicht
erwartet werden
könne
(
Urk.
9/112).
4.
9
Am
4.
Januar 2021
erfolgte im
Z._
eine Abklärung der
S
chwindelbeschwerden.
Dabei hielt
Dr.
med. E._
, Facharzt FMH für Neurologie,
Z._
,
ein unsyste
matisches intermittierendes Schwindelgefühl fest (
Urk.
9/218/2). Der Beschwerdeführer habe berichtet, wenige Stunden nach dem Unfall vom 1
3.
De
zember 2019 seien starke Nackenschmerzen, teils mit Ausstrahlung in den rechten Arm aufgetreten. In den kommenden Wochen und Monaten habe er sich innerlich
sehr gestresst
,
angespannt
, und
müde gefühlt und Übelkeit, Lärm- und Lichtüber
empfindlichkeit sowie eine vermehrte Reizbarkeit bemerkt. Die Beschwerden hätten sich im weiteren Verlauf schrittweise zurückgebildet. Aktuell habe er noch immer Mühe mit dem Gleichgewicht; es bestehe eine Unsicherheit im Stehen und Gehen
,
begleitet von
einem unsystematischen
Schwank
schwindelgefühl
und Nackenschmerzen, ausgelöst vor allem bei extremer Kopfrotation. D
adurch
sei er im Alltag
nicht wesentlich
eingeschränkt
.
Zu
S
türzen sei es nie gekommen.
In objektiver Hinsicht hätten
strukturelle Läsionen
b
ildgebend ausgeschlossen werden können und bestehe
kein
neurologisch
es Defizit.
Duplexson
ographisch
habe sich ausserdem der Ausschluss einer
Gefässdissektion
ergeben. Insgesamt sei mit einer weiteren Verbesserung der Beschwerden zu rechnen. Spezifische Massnahmen seien nicht indiziert. Die Arbeitsfähigkeit sei durch die Symptoma
tik nic
ht relevant eingeschränkt (Urk.
9/218
/2 ff.).
4.1
0
Auf erneute Vorlage
am 1
5.
Januar 2021
bestätigte
Dr.
A._
abermals, dass der
U
nfall vom 13.
Dezember 2019
keine objektivierbaren Folgen gezeitigt habe und von weiteren medizinischen Behandlungen keine namhafte Besserung der Unfallfolgen zu erwarten sei (
Urk.
9/223).
5
.
5
.1
Auch
wenn es sich beim Unfall vom 13. Dezember 2019
mit
frontal/seitlicher Kollision (vgl.
Urk.
9/48; vgl. auch die technische Unfallanalyse
vom
2.
April 2020,
Urk.
9/110
) aufgrund des Hergangs nicht um ein eigentliches Schleuder
trauma handelt (Peitschenhieb-Verletzung,
Whiplash-injury
; vgl. Urteil des
Eidg
. Versicherungsgerichts U 197/04 vom 2
9.
März 2006 E. 2.1, ferner:
Debrunner
/
Ram
seier
, Die Begutachtung von Rückenschäden, Bern 1990, S. 52 ff.), ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer
dabei
zumindest
eine HWS
Distorsion
e
rlitt
en hat
(vgl.
Urk.
9/12)
und
innerhalb einer Latenzzeit von 24 bis 48 Stunden einige der zum typischen Beschwerdebild gehörenden Beein
trächti
gungen
aufgetreten sind
(
vgl. etwa
Urk.
9/27/1,
Urk.
9/218/2
, Urk.
9/278/2
)
;
insbesondere können die
festgestellten degenerativen Verände
rungen
die Beschwerden nach einhelliger Auffassung der Ärzte nicht erklären
.
Mithin liegt
eine
schleudertraumaähnliche
Ve
rletzung vor
und
ist
die für die Unfallkausalität von Schleudertraumata der Halswirbelsäule geltende Rechtsp
re
chung vorliegend anwendbar
(BGE 134 V 109 E. 2.1
), was
auch unbestritten ist.
Der
Vollständigkeit halber
bleibt
darauf hinzuweisen,
dass
de
m Bericht über die Erstbehandlung im
Z._
eine
Retraumatisierung
der im November 2019 erlitte
nen
Avulsationsfraktu
r
links nicht zu
entnehmen ist und sich
die Sensibilität und
Motorik im Bereich der Extremitäten
am Unfalltag
grobkursorisch
als
unauffällig
erwiesen
(vgl. Bericht vom 2
7.
Dezember 2019,
Urk.
9/12/2)
. D
ie
erstmals
im Bericht
des
Z._
vom 1
2.
Februar 2020
-
augenscheinlich lediglich gestützt auf die Ausführungen des Beschwerdeführers
-
notierte
Retraumatisierung
der
Avulsationsfraktur
am 1
3.
D
ezember 2019
ist
jedenfalls
nicht
ausgewiesen
; b
ild
gebend
zeigte sich eine unvollständige K
onsolidierung
der
Avulsationsfraktur
, ohne Hinweise auf weitere F
rakturen
. Zudem kamen die Ärzte zum Schluss,
die
klinisch
festgestellte B
ewegungseinschränkung im
Carpus
sei
auf die zu lange Schienenruhigstellung zurück
zuführen
(
Urk.
9/100
).
Mithin wird die Beschwerdegegnerin ü
ber den
Abschluss
der am 2
3.
November 2019 erlittenen
Avulsationsfraktur
links
im Grundfall
(Unfall-Nr. ...
)
zu entscheiden haben.
5
.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Leistungseinstellung
auf
die kreis
ärztlichen Beurteilungen von
Dr.
A._
ab
,
wonach die vorliegende
Distorsion der HWS sowie Prellung/Kontusion de
s
Thorax
und
der
rechten Schulter
, ohne strukturelle Verletzungen
spätestens nach vier bis sechs Wochen
ausgeheilt
war
(vgl.
Urk.
2
Ziff.
4.1
; vgl. damit konkordant der
Reintegrationsleitfaden Unfall [Release 2010 - Version 1.0]
, wonach bei einer
einfachen
Prellung der HWS, Schulter und Thorax eine Behandlungsdauer von maximal 4 resp. 6 Wochen angegeben wird
,
vgl. Ziff. 3A, 5A, 10A S. 3
6
, 65, 187
)
. Konkret
e Indizien, die gegen die Zuver
lässigkeit seiner Beurteilung
en
sprechen, sind nicht ersichtlich (vgl. vorstehend E. 1.7).
E
ine
abweichende m
edizinische Beurteilung
liegt
nicht vor.
D
er
Beschwerdeführer
wurde
wiederholt, eingehend und aus verschiedenen medizinischen Fachrichtung
en untersucht, wobei sich keine
irgendwie gearteten
objektiv ausgewiesenen Unfallv
erletzungen
ergaben
.
MR-tomographisch
zeigten sich
vornehmlich degenerative Veränderungen und war eine richtunggebende Verschlimmerung bildgebend nicht ausgewiesen (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_174/2008 vom 8. August 2008 E. 4.2 mit Hinweisen).
Erwähnenswert sind auch
die ärztlichen H
inweise auf wesentliche prätraumatische
Anteile
(
vgl.
Urk.
9/67/4;
vgl.
auch
Urk.
9/90/2).
Zudem
nannten die beurteilenden Fach
ärzte keine Heilbehandlungen, welche eine namhafte gesundheitliche Ver
besserung
der - unfallbedingten - Beschwerden
zu zeitigen vermöchten.
Daran ändert auch
die
infolge des ambulanten Assessments in der Rehaklinik
B._
vom 2
5.
Mai 2020
empfohlene
intensivierte
,
ambulante Physiotherapie für die Dauer von 6-8 Wochen
nichts
(
Urk.
9/101/4
).
Insbesondere ist für die Leistungs
einstellung nicht entscheidend, dass die Beschwerden (vollständig) abgeklungen sind (vgl. BGE 134 V 109 E. 4.1)
und wiesen die beurteilenden Fachärzte der
Rehaklinik
B._
wiederholt auf
die
erhebliche Symptomausweitung
sowie
schlechte Leistungsbe
reitschaft des Beschwerde
führers hin (
Urk.
9/101/4 f.)
.
5
.3
Nach dem Gesagten ist
nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin
ab dem 3
1.
März 2021
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vom erreichten End
zustand ausging
,
auf diesen Zeitpunkt hin
die vorübergehenden
Versicherungs
leistungen einstellte
und die Adäquanzbeurteilung (vgl. E. 1.6) vornahm
.
Darauf hinzuweisen
ist auch
, dass
die erst im Juli 2021
abgeschlossene
Arbeitsver
mittlung
der Invalidenversicherung
(vgl.
Urk.
9/281,
Urk.
9/285)
den Fallab
schluss nicht hindert;
gegebenenfalls
wäre
indessen nicht eine Invalidenrente, sondern eine Übergangsrente nach
Art.
30 UVV zuzusprechen (
vgl.
Rumo-Jungo
/Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichtes zum Sozialversiche
rungs
recht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Auflage 201
2, S. 144 mit weiterem Hinweis
).
Da es
letztlich
an der Adäquanz fehlt, wie nachfolgend zu zeigen sein wird, erübrigen sich Weiterungen zur natürlichen Kausalität (vgl. Urteil des Bundes
ge
richts 8C_70/2009 vom 31. Juli 2009 E. 3 mit Hinweisen)
.
5
.4
5
.4.1
Die Unfallschwer
e des Ereignisses vom 1
3.
Dezember
2019 ist im Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise auf Grund des augenfälligen Geschehens
ablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen. Nicht
massge
bend
sind die Folgen des Unfalles oder Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können. Derartigen, dem eigentlichen Unfall
geschehen nicht zuzuordnenden Faktoren ist gegebenenfalls bei den Adäquanzkriterien Rechnung zu tragen. Dies gilt etwa für die – ein eigenes Kriterium bildenden – Verletzungen, welche sich die versicherte Person zuzog, aber auch für – unter dem Gesichtspunkt der besonders dramatischen Begleitum
stände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls zu prüfende –
äussere
Umstände, wie eine allfällige Dunkelheit im Unfallzeitpunkt oder Verletzungs- respektive gar Todesfolgen, die der Unfall für andere Personen nach sich zog (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26 E. 5.3.1 [U 2/07]; Urteil des Bundesgerichts 8C_799/2008 vom 11. Februar 2009 E. 3.2.1).
5
.4.2
Über den Hergang des Unfalles vom
13. Dezember
2019 ist dem Polizeirapport der
Stadt F._
(Urk. 9/47
) zu entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer
als Beifahrer eines BMW
und der
Fahrzeug
lenker eines VW
nachts und bei erschwerter Sicht infolge Schneefalls an der Kreuzung
G._/H._
befanden
, wobei für beide
Strassen
eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/
h si
g
nalisi
ert war und die H._
-
Str
asse
gegenüber der G._-
S
trasse
kein Vortrittsrecht
besass
.
Der Fahr
zeuglenker
des VW
führte aus, er habe vor der Kreuzung
„
beim kein Vortritt
“ angehalten,
nach links geschaut und niemanden gesehen. Daraufhin habe er einen Knall gehört. Er sei ausgestiegen, um nach dem
Fahrzeuglenker
des BMW
zu sehen.
Der BWM habe sich um 180 Grad gedreht. Der Fahrzeuglenker des BMW
gab an, er sei mit ca. 40 km/h unterwegs gewesen und habe das andere Fahrzeug
(VW
)
erst kurz vor dem Aufprall gesehen. Er habe noch ausweichen wollen
, um den Unfall zu verhindern, aber es sei
schon zu spät gewesen. Der BMW
habe sich infolge der Seitenkollision um 180
Grad gedreht und sei alsdann stehengeblieben. Der B
eschwerdeführer gab
schliesslich
zu Protokoll,
er wisse nicht, ob e
r den Fahrzeuglenker des VW
gesehen habe.
Er habe nicht darauf geachtet. Sein Kollege habe plötzlich geschrien,
es habe einen Knall gegeben und das Fahrzeug habe sich mit Rauch/S
taub von den Airbags gefüllt;
alles sei
weiss
geworden.
L
aut Polizeirapport wurde durch die Kollis
ion die komplette Front des VW
deformiert und die gesam
te rechte Fahrzeugseite des BMW
be
schädigt. Zudem erlitt der BMW
einen Bruch an der hinteren Achse.
5
.4.3
Nach der Rechtsprechung werden einfache Auffahrunfälle in der Regel als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen qualifiziert (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_571/2010 vom 2
3.
Dezember
2011
, E. 6.1
mit Hinweisen). Davon ist
– entgegen dem Beschwerdeführer
(
Urk.
1 S. 4)
-
auch
beim
vorliegen
d
en Unfall,
bei welchem
unter Berücksichtigung der Rotationsbewegung des BMW
um etwa 20 bis 25 Grad
an der Sitzposition des
beifahrenden
Beschwerde
führers (vorne rechts)
eine kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (Delta-v)
von rund 10.8 bis 15.4 km/h errechnet wurde (vgl.
Urk.
9/110/4),
auszugehen
(vgl.
Urteil
des Bundesgerichts 8C_310/2010
vom 2
9.
Juli 2010
, E. 7.1 mit Hin
weisen)
.
Daran ändert
auch
nichts, dass beim Unfall vom 1
3.
Dezember 2019 kein eigentlicher Auffahrunfall, sondern eine seitlich-frontale Kollision stattfand (vgl.
Bundesgerichtsurteil 8C_682/2013 vom 14. Februar 2014 E. 10).
D
asselbe
gilt
– entgegen dem Beschwerdeführer (
Urk.
1 S. 4)
–
auch
für den U
mstand, dass die
Airbag
s frontal und seitlich
ausgelöst wurde
n (vgl. Urk. 9/48/26)
und die
betei
ligten
Fahrzeuge Kollisionsgeschwindigke
iten von 19-25 km/h resp. 45
50
km/h aufwiesen
(
Urk.
9/110/3).
Als mittelschwer
im mittleren Bereich
wurden etwa Unfälle qualifiziert,
bei welchen das Fahrzeug
auf der rec
hten (Beifahrer-) Seite auf der
Höhe der Hinterachse von der Front eines anderen P
ersonenwagens
mit einer Kollisionsg
eschwindigkeit von
105 bis 115 Km/h
gerammt
wurde
,
sich um die
eigene Achse
drehte und
dann
gegen
einen Weg
weiser
prallte (Urteil des Bun
desgerichts 8C_611/2016 vom 1
6.
Dezember 2016, E. 2 f.
), bei einem Überhol
manöver mit ca. 100 km/h abrupt abgebremst wurde, dabei ins Schleudern geriet, gegen einen Strassenwall prallte, sich überschlug und
auf der Fahrerseite zu liegen kam (Urteil
des Bundesgerichts
8C_169/2007 vom
5.
Februar 2008 E. 4.2), einen Lastwagen beim Überholen touchierte und sich überschlug (Urteil
des Bun
desgerichts
8C_743/2007 vom 1
4.
Januar 2008 Sachverhalt und E. 3), von der Strasse abkam und sich überschlug (Urteil
des Bundesgerichts
U 213/06 vom 2
9.
Oktober 2007 Sachverhalt und E. 7.2), auf der Autobahn in einer Kurve ins Schleudern geriet, sich überschlug und auf dem Dach liegend zum Stillstand kam (Urteil
des Bundesgerichts
U 258/06 vom 1
5.
März 2007 Sachverhalt und E. 5.2) oder sich bei einer Geschwindigkeit von ca. 90 km/h auf einer Autobahn über eine Mittelleitplanke hinweg überschlug - wobei die versicherte Person hinaus
geschleudert wurde - und mit Totalschaden auf der Gegenfahrbahn auf dem Dach zu liegen kam (Urteil
des Bundesgerichts
U 492/06 vom 1
6.
Mai 2007 E. 4.2; vgl. auch Urteil
des Bundesgerichts
8C_915/2008 vom 1
1.
September 2009 E. 5.1). Auch beim Fahrer eines Personenwagens, der mit einer Fahrgeschwindigkeit von 110 km/h die Kontrolle über das Fahrzeug verloren hatte, auf den Fahrstreifen für den Gegenverkehr, dann auf das linksseitige Strassenbankett und schliesslich in den Strassengraben abgekommen war, wobei er sich mehrere Male überschla
gen hatte, wurde ein im engeren Sinne mittelschwerer Unfall angenommen (Urteil
des Bundesgerichts
8C_595/2009 vom 1
7.
November 2009 E. 7.2), wie auc
h bei einer
frontal/seitlich
e
n
Kollision
zweier Personenwagen
mit
Kollisionsge
schwindigkeiten
von ca. 70-75 km/h
, bei welcher das A
uto der v
ersicherten
Person
von der Fahrbahn abgetrieben
wurde
, den Strassenrand
überfuhr
,
abhob
und
erst nach 25 m
auf einem bereits am Boden liegenden
Telefonstrommast zum Stillstand kam (Urteil des Bundesgerichts 8C_996/2010 vom 1
4.
März 2011
E.
7).
Im Übrigen
war der
nach eigenen Angaben angegurtete (
vgl.
Urk.
9/12,
Urk.
9/47/8,
Urk.
9/67/2
; vgl.
demgegenüber
Urk.
9/
27/1
)
Beschwerdeführer
nach dem Unfall
unbe
strittener
massen
weder bewusstlos noch wies er
äussere
Ver
letzungen auf.
Zudem konnte er das Fahrzeug selbständig verlassen (
Urk.
9/59/2).
Die Adäquanz wäre daher zu bejahen, wenn vier
der
massgeblichen
Kriterien
oder eines der Kriterien ausgeprägt erfüllt sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_487/2009 vom 7. Dezember 2009
,
E. 5).
5
.5
Der zu beurteilende Unfall hat sich nach dem Gesagten
unbestrittenermassen
nicht unter besonders dramatischen Begleitumständen ereignet, noch war er
objektiv betrachtet (RKUV 1999 Nr. U 330 S. 124; Urteil des Eidgenössischen Ver
sicherungsgerichts vom 18. September 2006 in Sachen K., U 66/06) - von beson
derer Eindrücklichkeit.
Ebenfalls steht gestützt auf die Akten
ausser
Frage, dass die beiden Kriterien der ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmerte,
und der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen – eine solche kann
praxisgemäss
nicht bereits aus der Diagnose einer HWS-Distorsion oder einer anderen, adäquanzrechtlich gleich zu behandelnden Verletzung abgeleitet werden (BGE 134 V 109 E
. 10.2.2) – nicht gegeben sind; eine erhebliche Vor
schädigung der HWS (vgl.
Urteil 8C_468/2008 vom 25.09.2008
E. 6.3.2) hat der Beschwerdeführer denn auch zu Recht nicht behauptet
(vgl.
Urk.
9/18
, Urk.
9/70
; vgl. auch
Urk.
9/171
)
.
V
on einer fortgesetzten und belastenden ärztlichen
Behandlung
kann
– entgegen dem Beschwerdeführer (
Urk.
1 S. 5)
–
nicht
die Rede sein
, zumal
Abklärungsmassnahmen
und
blosse
ärztliche Kontrollen im Rahmen dieses Kriteriums nicht zu berücksichtigen sind und auch die nebst der medika
mentösen Be
darfsbe
handlung zur Anwendung gelangenden physio
therapeuti
schen
Massnahmen
sowie
manualth
erapeutischen
Behandlungen
(
Urk.
9/27/2
) nicht auf eine fortgesetzte ärztliche Behandlung
schliessen
lassen (Urteil des Bun
desgerichts 8C_234/2011 vom 4. Juli 2011 E. 5.2 mit weiteren Hinweisen
;
Urteil des Bundesgerichts 8C_62/2013
vom 11. September 2013 E. 8.3
).
Zudem
ist das
Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung objek
tiv und nicht aufgrund des Empfindens der versicherten Person zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts 8C_970/
2008 vom 30. April 2009 E. 5.4); die geltend gemachte psychische Belastung durch die ärztlichen Behandlungen ist
– beim Ausbleiben fachärztlicher Diagnosen -
damit unbeachtlich.
Angesichts fehlender stationärer und belastender Behandlungen bei lediglich
bedarfsweise
einge
nommener Analgesie
(vgl.
Urk.
9/27/2
,
Urk.
9/101/6
)
kann auch nicht auf erheb
liche Beschwerden geschlossen werden.
Dies umso weniger in Anbetracht der
ärztlichen Hinweise auf die mangelhafte Bereitschaft des Beschwerdeführers, an aktiven
Therap
iemassnahmen
teilzunehmen (Urk.
9/101)
.
H
ervorzuheben ist auch
, dass der Beschwerdeführer selbst angab, die initial starken Nackenschmer
zen, teils mit Ausstrahlungen, Müdigkeit sowie Übelkeit hätten sich im Verlauf schrittweise zurückgebildet (
Urk.
9/218/2);
seine
gegenteilige
n
Angaben in der Beschwerde
(
Urk.
1 S. 5)
erscheinen
damit
als bewusst oder unbewusst von nach
träglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art be
einflusst (vgl. BGE 121 V 47 E
. 2a).
Besondere Gründe, welche zur Bejahung des Kriteriums des schwierigen Heilungsverlaufs und/oder der erheblichen Komplikationen, wel
che die Heilung beeinträchtigten, erforderlich wären, sind nicht auszumachen. So stellen
auch
die Durchführung verschiedener Therapien sowie der Umstand, dass trotz
regelmässiger
Therapien eine Beschwerdefreiheit
nicht
erreicht werden konnte,
keine
Faktoren dar, welche zur Bejahung dieses Kriteriums genügten (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_234/2011 vom 4. Juli 2011 E. 5.3).
D
aran ändert freilich auch nichts, wenn
der Beschwerdeführer am 2
3.
November 2019 eine Vorderhandfraktur
links
erlitt.
Inwiefern sich die Handverletzung auf die
HWS-Bes
chwerden auswirk
en sollte, ist
nicht nachvollziehbar und hat der Beschwer
deführer auch nicht weiter
begründet (
Urk.
1 S. 5)
.
Ebenfalls nicht erfüllt ist beim Beschwerdeführer
schliesslich
das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengunge
n;
Dr.
A._
attestierte de
m Beschwerde
führer
mit Bezug auf die Unfallfolgen vom 1
3.
Dezember 2019
seit dem 14.
Februar 2020 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
9/77/8).
Damit fehlt es an einem adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem am
13.
Dezember
2019 erlittenen Unfall
und den über den 3
1.
März 2021
hinaus geklagten Beschwerden.
5
.6
Die Beschwerdegegnerin hat die Leistungen somit zu Recht eingestellt, was zur Abweisung der Beschwerde führt.