Decision ID: 6467dc04-8ebd-5d4d-b270-00cf0777f42d
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Irja Zuber Hofer, c/o Procap Schweiz, Frohburg
strasse 4, Postfach, 4601 Olten,
gegen
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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._, geboren 28. August 19_ in B._, litt bei der Geburt an einer
Meningomyelozele, welche im Alter von zwei Wochen operiert wurde. Die zudem
bestehenden Klumpfüsse beidseits wurden in der Türkei operiert, als der Versicherte
einjährig war. Im Jahr 1996 erfolgte in Serbien eine Hüftkorrekturoperation. Zwei Jahre
später zog der Versicherte mit seiner Mutter und seinen Geschwistern im Rahmen des
Familiennachzuges zum Vater in die Schweiz. Aufgrund der persistierenden
Hüftdysplasie mit Subluxation wurde 2001 eine Chiari-Beckenosteotomie im
Ostschweizer Kinderspital vorgenommen (IV-act. 12-78 f.). Am 12. September 2005
erlitt der Versicherte beim Fussballspielen eine Distorsion und Kontusion des linken
Kniegelenks. Die Ärzte stellten anhand eines MRIs einen ungewöhnlich schweren
Kniebinnenschaden mit grossem osteochondralem Abscherfragment des lateralen
Femurcondylus, knöchernem Ausriss des hinteren Kreuzbandes, femoralem
knöchernem Ausriss des vorderen Kreuzbandes, Abriss des Aussenminiskus, freiem
Gelenkkörper unterhalb der Patella sowie kleinem Imprimat am lateralen Tibiaplateau
fest (IV-act. 12-58 f.). Die Verletzung wurde am 10. Oktober 2005 operativ mit einer
Arthroskopie und einem Debridement in der Klinik für Orthopädische Chirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) versorgt (IV-act. 12- 52 f.). Dort wurde am
6. Dezember 2005 auch noch eine Endgliedamputation und Formkorrektur der
Grosszehe links bei Makrodaktylie vorgenommen (IV-act. 12-41).
A.b Am 6. März 2006 wurde der Versicherte von seinen Eltern zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung für Versicherte vor dem 20. Altersjahr angemeldet
(IV-act. 2).
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A.c Der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. C._, Allgemeinmedizin FMH, führte in
seinem Bericht vom 18. August 2006 folgende Diagnosen auf: Zustand nach Menin
gomyelozele, inkomplette Paraplegie rechts mehr als links mit schlaffer Parese und
Sensiblitätsverlust Höhe L4/L5 bis S1, rezidivierende Ulcera der Füsse, Zustand nach
Korrekturoperation der Klumpfüsse beidseits, Zustand nach Hüftkorrekturoperation
rechts bei Subluxation, Zustand nach Endgliedamputation Digitus I linker Fuss bei
Makrodaktylie, Kleinwuchs im Rahmen der Meningomyelozele sowie Zustand nach
Operation der Kniebinnenläsion links. Dr. C._ hielt fest, dass die subjektiven Be
schwerden des Versicherten aufgrund der fehlenden Sensibilität der unteren Extremi
täten sehr gering seien. Der Versicherte sei nach wie vor sportlich und spiele Fussball.
Er fühle sich selbst nicht behindert und sei bei seinen Schulkollegen gut integriert. Bei
der Befunderhebung habe sich gezeigt, dass der Gang breitschrittig und rechts
hinkend sei. Die Kniegelenke erschienen stark verdickt bei generell hypoplastischer
Muskulatur beider Unterschenkel. Bei den Füssen liege in Innenrotation und
Inversionsstellung eine Sichelstellung vor. Die Beine seien im Verhältnis zum
Oberkörper verkürzt. Die Zehen gingen unter vermehrter Aussenrotation beider
Kniegelenke rechtsbetont mit starker Trendelenburg-Komponente nach rechts. Es
bestehe eine Fehlstellung beider Kniegelenke mit Knick-Senkfüssen beidseits. Weiter
zeige sich eine Hyperabduktion beider Vorfüsse rechtsbetont. Die Hüftfunktion sei bis
auf die eingeschränkte Innenrotation rechts frei. Das rechte Kniegelenk sei in der
Funktion frei, wobei eine mediale und laterale Instabilität bestehe. Beim linken
Kniegelenk zeige sich nach dem Unfall im 2005 eine erhebliche mediale, laterale und
vordere Instabilität. Die Streckung sei frei, die Beugung auf 90° eingeschränkt mit
lateralem Schnappen des Bandapparates. Bei der Beurteilung der
Eingliederungsfähigkeit des Versicherten hielt Dr. C._ fest, dass in Anbetracht des
guten Umgangs mit der Behinderung die Prognose bezüglich der späteren
Arbeitsfähigkeit bei einer behinderungsentsprechenden Eingliederung gut sei. Als
Schüler sei der Versicherte nur sehr gering eingeschränkt und könne lediglich im
Turnunterricht nicht an allen Übungen teilnehmen. Im Hinblick auf eine
behinderungsgerechte Lehrstelle sei zu beachten, dass der Versicherte aufgrund der
Kleinwüchsigkeit eine entsprechende Anpassung des Arbeitsplatzes benötigen werde.
Weiter ermögliche die Behinderung der unteren Extremitäten keine körperbelastenden
Tätigkeiten und keine Tätigkeiten mit längerem Gehen (IV-act. 12-1 ff.).
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A.d Betreffend berufliche Massnahmen hielt der Regionale Ärztliche Dienst der IV-
Stelle (RAD) in einer Stellungnahme vom 4. April 2007 fest, der Versicherte sei
gesundheitsbedingt bei seiner Berufswahl und der Stellensuche auf Hilfe der
Invalidenversicherung angewiesen. Bei einer passenden Berufsausbildung und
individuellen Einrichtung eines Arbeitsplatzes sei von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit
des Versicherten auszugehen (IV-act. 29). Die zuständige Berufsberaterin berichtete,
die Abklärungen hätten gezeigt, dass eine Ausbildung im Bürobereich für den
Versicherten geeignet und behindertengerecht sei. Während eines zweiwöchigen
Schnupperpraktikums im D._ Bürozentrum für Körperbehinderte habe der
Versicherte sehr gute Leistungen gezeigt. Das D._ habe ihm daher auf Sommer 2008
einen Ausbildungsplatz zum Büroassistenten angeboten. Auf diesen Ausbildungsplatz
im geschützten Rahmen sei der Versicherte angewiesen. Er habe aufgrund seiner
Behinderung immer wieder Schulstoff verpasst, was sich in seinen Schulnoten zeige.
Mit diesen sei es ihm trotz seiner grundsätzlich vorhandenen Ressourcen nicht
möglich, einen Ausbildungsplatz als Büroassistent in der freien Wirtschaft zu erhalten.
Der Eingliederungsplan sehe zunächst die zweijährige Grundausbildung zum
Büroassistenten mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) vom 1. August 2008 bis
31. Juli 2010 im D._ vor. Bei einem guten Verlauf komme danach allenfalls ein
Wechsel in eine Volllehre als Kaufmann B (EFZ) in Betracht (IV-act. 36). Mit einer
Mitteilung vom 22. Mai 2008 sprach die IV-Stelle dem Versicherten die Kosten für die
erstmalige berufliche Ausbildung zum Büroassistenten (EBA) im D._ zu (IV-act. 38).
A.e In einem Operationsbericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie am KSSG vom
24. Oktober 2008 erklärten die behandelnden Ärzte, dass es beim Versicherten seit
dem Unfall im 2005 zu einer zunehmenden Achsfehlstellung im Bereich des linken
Knies mit einem nun deutlich progredienten Instabilitätsgefühl gekommen sei. In der
Computertomografie habe sich eine vollständige Destruktion des lateralen
Tibiaplateaus mit einem freien Gelenkskörper im Bereich des lateralen Kompartiments
sowie auch in der dorsalen Poplitea gezeigt. Daher sei am 24. Oktober 2008 eine
laterale Tibiaplateaurekonstruktion mit Plattenosteosynthese vorgenommen worden
(IV-act. 71-43). In einem Folgebericht vom 13. Mai 2009 hielt der behandelnde Arzt fest,
dass der postoperative Verlauf der lateralen Tibiaplateaurekonstruktion fehlgeschlagen
sei. Es sei nun erneut zu einer Valgusdeformität mit Überbelastung des medialen
Seitenbandes und einer Zunahme der lateralen Überlastung gekommen. Diese werde
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durch den Kollaps des lateralen Plateaus und des noch liegenden
Osteosynthesematerials zu einer Zunahme von Gelenksschäden im lateralen
Kompartiment führen (IV-act. 71-30 f.). Am 24. Juni 2009 wurde das
Osteosynthesematerial operativ entfernt sowie zusätzlich eine supracondyläre
varisierende Osteotomie durchgeführt (IV-act. 71-25, 71-27).
A.f Am 21. September 2009 meldete sich der Versicherte zum Bezug von IV-Leistun
gen für Erwachsene an (IV-act. 47).
A.g Gemäss einem Bericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie am KSSG vom
8. Februar 2010 erachteten die behandelnden Ärzte eine Arthrodese des linken Knie
gelenks als einzig noch sinnvolle Behandlungsoption. Sie führten aus, dass es aufgrund
der durch die lumbosakrale Meningomyelozele bedingten Hypästhesie, der
Hypalegesie und der eingeschränkten Propriozeption praktisch zu einer vollständigen
Gelenkszerstörung gekommen sei. Diese sei für den Versicherten (aufgrund der
neurologischen Ausfälle) jedoch kaum schmerzhaft. Es bestehe das hohe Risiko, dass
jegliche prothetische Versorgung zu einem frühen Zeitpunkt auslockern werde. Bei dem
sehr jungen Versicherten würde dies im weiteren Verlauf viele Wechseloperationen
bedeuten, bei welchen Knochen verloren gingen und das Risiko eines Infektes stiege
(IV-act. 71-18 f.). Am 2. März 2010 hielten die behandelnden Ärzte fest, dass sich der
Versicherte eine Kniegelenksversteifung links momentan nicht vorstellen könne. Die
Einholung einer Zweitmeinung einer anderen Klinik werde befürwortet (IV-act. 71-16 f.).
Auf entsprechende Nachfrage der IV-Stelle teilten die Ärzte am 19. Oktober 2010 mit,
dass sie den Versicherten zuletzt am 26. Februar 2010 gesehen hätten und daher die
zumutbare Arbeitsfähigkeit momentan nicht beurteilen könnten. Damals habe der
Versicherte ein gewisses Instabilitätsgefühl verspürt, Schmerzen hätten aber nicht im
Vordergrund gestanden (IV-act. 64).
A.h In einem Zwischenbericht vom 27. April 2010 hielten die Ausbildungsverantwort
lichen des D._ fest, der Versicherte zeige gute Leistungen und werde voraussichtlich
seine Ausbildung Mitte August 2010 erfolgreich beenden. Aus gesundheitlicher Sicht
habe sich der Versicherte im Herbst des 1. Lehrjahres am Knie operieren lassen
müssen. Seit Anfang 2010 klage er vermehrt über starke Knieschmerzen. Meistens
träten die Schmerzen gegen Ende der Woche so stark auf, dass er nicht zur Arbeit
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erscheinen oder die langen Schultage nicht bis zum Ende besuchen könne. Um die
Schmerzen auszuhalten, arbeite er zwischenzeitlich auch im Liegen. Zudem könne er
aufgrund seiner Schmerzen die Aufmerksamkeit nicht immer auf die Aufträge richten
und sich konzentrieren. Aufgrund der Beobachtungen kämen sie zum Schluss, dass
der Versicherte auch nach Abschluss seiner Ausbildung auf einen Arbeitsplatz im
geschützten Rahmen angewiesen sei. Im D._ sei für ihn bereits eine Festanstellung
mit einem Monatslohn von Fr. 400.-- vorgesehen (IV-act. 54). Der RAD stellte dazu fest,
es sei aus medizinischer Sicht nicht ohne Weiteres nachvollziehbar, weshalb der
Versicherte aufgrund von Knieschmerzen links keine verwertbare Arbeitsfähigkeit in der
freien Wirtschaft mehr aufweisen solle (IV-act. 58).
A.i Am 27. April 2010 erfolgte im Ostschweizer Kinderspital eine Abschlusskontrolle
bezüglich der lumbosacralen Meningomyelozele. Die behandelnde Ärztin hielt im ent
sprechenden Bericht vom 28. Mai 2010 fest, dass der neurologische Befund unver
ändert sei. Im Vordergrund stünden mittlerweile die orthopädischen Beschwerden,
insbesondere die schmerzhafte Bewegungseinschränkung des linken Knies. Eine
weitere neurologische Beurteilung sei nur bei Änderung der Paraparese oder
zusätzlichen Symptomen erforderlich. Demnach seien keine weiteren
Neurorehabilitationssprechstunden im Ostschweizer Kinderspital mehr geplant (IV-act.
71-9 ff.).
A.j Die Eingliederungsverantwortliche führte am 21. Mai 2010 aus, dass der Ver
sicherte seine Ausbildung im D._ trotz vieler Absenzen durch die Operationen und
Schmerzen mit grosser Wahrscheinlichkeit erfolgreich beenden werde. Der
gesundheitliche Zustand beeinträchtige den Versicherten jedoch so sehr, dass (vorerst)
keine verwertbare Leistung auf dem ersten Arbeitsmarkt möglich sei (IV-act. 56).
A.k Am 8. November 2010 erstatteten die Ärzte des Universitäts-Kinderspitals beider
Basel (UKBB) dem Versicherten die gewünschte Zweitmeinung betreffend die Situation
des linken Kniegelenks. Sie hielten fest, das Hauptproblem für den Versicherten
bestehe aktuell in der mangelnden Extensionsfähigkeit sowie der Instabilität des linken
Kniegelenks. Eine Kniegelenksarthrodese hielten sie nicht für die ideale
Behandlungsoption. Momentan sei auch von einer Knietotalprothese abzuraten. Als
nächster Schritt seien eine Kniegelenksarthroskopie sowie die Metallentfernung am
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Femur und an der Tibia durchzuführen. Gleichzeitig solle nach Möglichkeit eine Re-
Osteosynthese des lateralen Femurcondylus und der Aufbau des lateralen
Tibiaplateaus mittels Beckenspan geplant werden. Zunächst seien neue bildgebende
Untersuchungen durchzuführen. Falls sich der Versicherte für den Eingriff entschliesse,
sei zudem eine Untersuchung im Ganglabor indiziert (IV-act. 71-6).
A.l Gemäss einem Arztbericht vom 29. März 2011 attestierte der Hausarzt Dr. C._
dem Versicherten eine Arbeitsfähigkeit von 80% in rein sitzenden Tätigkeiten (IV-
act. 71-4). Am 2. April 2011 berichtete Dr. C._, dass er den Versicherten letztmals am
26. März 2011 untersucht habe. Aktuell stünden Schmerzen in beiden Hüften im
Vordergrund. Diese hinderten den Versicherten am langen Sitzen, weshalb er immer
wieder aufstehen und umhergehen müsse. Allerdings seien auch das Gehen und
Stehen durch die Hüftschmerzen behindert. Es bestünden schmerzhafte Krepitationen
in beiden Hüften. Bezüglich des instabilen deformierten Kniegelenks links habe der
Versicherte aufgrund des Sensibilitätsverlustes keine Beschwerden. Durch die geplante
Korrekturoperation des Kniegelenks im UKBB lasse sich keine entscheidende
Verbesserung der Gehfähigkeit erzielen. Aktuell erfolge weder eine medikamentöse
noch physiotherapeutische Behandlung. Der Versicherte arbeite zurzeit mit vollem
Pensum im geschützten Bürobetrieb. In der freien Marktwirtschaft sei er nicht
vermittelbar. In einer behinderungsangepassten sitzenden Bürotätigkeit sei der
Versicherte ganztags, d.h. 8,5 Stunden pro Tag, arbeitsfähig, wobei zu berücksichtigen
sei, dass der Versicherte sich gelegentlich erheben und umhergehen müsse (IV-act.
71-55 ff.).
A.m Der RAD stellte am 4. Mai 2011 fest, dass medizinisch-theoretisch vorerst von
einer 80%igen Arbeitsfähigkeit des Versicherten ausgegangen werden könne. Im Hin
blick auf die bevorstehende Operation des linken Kniegelenks im UKBB sei der Ge
sundheitszustand instabil. Es empfehle sich, vier Monate nach der Operation beim
Hausarzt einen Verlaufsbericht einzuholen (IV-act. 72-3).
A.n Am 24. August 2011 wurde der Versicherte im Labor für
Bewegungsuntersuchungen des UKBB untersucht. Prof. Dr. E._, leitender Arzt
Neuroorthopädie, hielt bei der Beurteilung fest, dass der Versicherte an einer
Meningomyelozele mit Ausfall der Plantarflexoren leide, welche für die vollständige
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Streckung des Knies in der Standphase erforderlich seien. Aus diesem Grund fehle auf
der rechten Seite diese Funktion, welche durch die Kniestrecker nicht kompensiert
werden könne und wodurch das Kniegelenk in 20° Beugestellung verbleibe. Auf der
linken Seite dagegen leisteten die Plantarflexoren die mögliche Arbeit zusammen mit
den Kniestreckern bei einer Beugekontraktur des Kniegelenks von 40°, um das Bein zu
halten. Die Plantarflexorenaktivität sei zwar nicht gross, aber grösser als auf der
Gegenseite, was zu einer Rückdrehung des Beckens auf der linken Seite und einer
funktionellen Innenrotation auf der linken Seite im Hüftgelenk führe. Zudem werde das
Bein funktionell massiv kurz. Auf der linken Seite bestehe zudem eine Varusdeformität
im Kniegelenk von funktionell ca. 15°, welche ebenfalls korrigiert werden müsse. Auf
der rechten Seite müsste eventuell die Innenrotation im Hüftgelenk angegangen
werden. Aufgrund der oben genannten Probleme müsse das linke Kniegelenk passiv
wieder voll streckbar werden (Korrektur mittels supracondylärer Korrekturosteotomie).
Gleichzeitig müsse auch der Varus korrigiert werden. Eine Operation auf der
Gegenseite sei notwendig, um die Beinlänge auszugleichen und allenfalls die Rotation
zu korrigieren. Zusätzlich sei der Versicherte lebenslang darauf angewiesen, steife
Unterschenkel-Orthesen zu tragen, um die Kniegelenke beim Gehen entsprechend zu
stabilisieren. Der Versicherte wünsche die Korrektur möglichst bald (ca. Januar/Februar
2012).
A.o Am 16. Februar 2012 berichtete Prof. Dr. E._, dass der Versicherte letztmals am
5. Dezember 2011 in der Sprechstunde im UKBB gewesen sei, wobei er den Ver
sicherten aber nicht persönlich gesehen habe. Es werde nochmals eine Besprechung
bezüglich der verschiedenen Therapieoptionen mit dem Versicherten und dessen Eltern
geben. Anschliessend könne mitgeteilt werden, welche Operationen geplant seien (IV-
act. 81). In einem Bericht des UKBB vom 5. März 2012 wurde festgehalten, dass der
Versicherte bereits mehr oder weniger entschlossen sei, eine Rekonstruktion des
Kniegelenks vornehmen zu lassen und dass er eine Anmeldung für ca. Oktober 2012
wünsche (IV-act. 84).
A.p Gemäss dem Protokoll einer IV-internen Fallbesprechung vom 2. Mai 2012 wurde
im Ergebnis festgehalten, dass in beruflicher Hinsicht die abgeschlossene Attest
ausbildung zum Büroassistenten eine Erwerbstätigkeit in der freien Wirtschaft ermög
lichen müsste. Eine weitere Ausbildung auf EFZ-Niveau bringe keine Verbesserung der
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Adaptionskriterien. Von Seiten des RAD sei der Zustand für die Tätigkeit als Büro
assistent als stabil zu bezeichnen. Es lägen keine objektivierbaren Befunde hinsichtlich
der vorgegebenen Schmerzproblematik vor. Die geplante Operation im Herbst 2012 sei
somit nicht abzuwarten, da bereits zum jetzigen Zeitpunkt mit einer 80%igen
Arbeitsfähigkeit gerechnet werden könne (IV-act. 85).
A.q Die IV-Stelle nahm einen Einkommensvergleich vor. Dabei legte sie sowohl dem
Validen- als auch dem Invalideneinkommen den Durchschnittslohn für die Tätigkeit als
Büroassistent gemäss den Salärempfehlungen des KV Schweiz zu Grunde. Ausgehend
von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit beim Invalideneinkommen resultierte ein
Invaliditätsgrad von 20% (IV-act. 86).
A.r Mit einem Vorbescheid vom 16. Mai 2012 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht. Als Begründung führte sie an, dass der
Versicherte mit der Attestausbildung zum Büroassistenten im D._ optimal adaptiert
eingegliedert sei. Die Abklärungen hätten ergeben, dass eine Eingliederung in der freien
Wirtschaft möglich sei. Aus ärztlicher Sicht bestehe in der Tätigkeit als Büroassistent
eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 80%, womit sich beim Einkommensvergleich ein
rentenausschliessender Invaliditätsgrad ergebe (IV-act. 88).
A.s Dagegen wandte der Versicherte am 21. Juni 2012 ein, er könne seine
Restarbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft nicht verwerten. Bei seiner aktuellen
Tätigkeit im geschützten Rahmen im D._ verdiene er ein jährliches Einkommen von
Fr. 4'800.--. Dieses sei als Invalideneinkommen heranzuziehen. Falls eine
Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt angenommen würde, sei diese nicht
ausreichend abgeklärt worden. Er leide seit längerer Zeit unter behinderungsbedingten
starken Schmerzen und habe langandauernde Arbeitsausfälle gehabt. Im Oktober 2012
werde er sich einer grösseren Operation unterziehen mit anschliessender
postoperativer Rehabilitationsphase. Weitere Abklärungen seien auch in Bezug auf die
geistigen Ressourcen angezeigt. In der Realschule seien die kognitiven Leistungen als
unterdurchschnittlich beurteilt worden (IV-act. 92). In einem vom Versicherten
nachgereichten Bericht des D._ vom 28. Juni 2012 (Eingangsdatum) führten die
Verantwortlichen aus, dass der Versicherte in gesundheitlicher Hinsicht gemäss
eigenen Angaben an permanenten starken Schmerzen am linken Knie und am
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Hüftgelenk leide. Aus diesem Grund müsse er sich auch während der Arbeit immer
wieder hinlegen. Während der Arbeit hätten sie in den vergangenen Jahren ausserdem
eine verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit sowie eine eher geringes
Arbeitstempo beobachtet, was vermutlich auf die Schmerzen zurückzuführen sei.
Gegenüber einem ausgebildeten Büroassistenten EBA deutscher Muttersprache sei
der Versicherte in seiner produktiven Leistungsfähigkeit im schriftsprachlichen Bereich
eingeschränkt. Optimal für den Versicherten sei eine einseitige, sich wiederholende
Tätigkeit mit begrenzter Autonomie, bei der er standardisierte administrative
Tätigkeiten erledigen könnte. Erforderlich sei eine sitzende Tätigkeit mit der
Möglichkeit, sich hinlegen zu können. Der Versicherte habe im geschützten Rahmen
ein Arbeitspensum von 100% ausgeübt. Die schmerzbedingten ausserordentlichen
Kurzpausen hätten weniger als 10% des vollen Pensums ausgemacht. Auf dem freien
Arbeitsmarkt könne er aufgrund der vielen Fehlzeiten höchstens ein 70%iges Pensum
bewältigen. Im geschützten Rahmen erbringe der Versicherte eine Leistung von
ca. 50% - 60%. Die Leistungsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt läge somit unter 50%
(IV-act. 94).
A.t Mit einer Verfügung vom 10. September 2012 (ersetzte die Verfügung vom
4. September 2012) wies die IV-Stelle einen Rentenanspruch des Versicherten ab. Zum
Einwand des Versicherten hielt sie fest, die Abklärungen der damals zuständigen
Berufsberaterin hätten ergeben, dass der Versicherte mit der abgeschlossenen
Attestausbildung zum Büroassistenten die Möglichkeit habe, eine Erwerbstätigkeit in
der freien Wirtschaft zu finden. Daher sei auf die Salärempfehlungen des KV Schweiz
nach Alter abgestuften Ansätzen abgestellt worden. Die im Oktober 2012 geplante
Operation vermöge keine Änderung in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit zu bewirken, da
bereits zum jetzigen Zeitpunkt in der adaptierten Bürotätigkeit von einer 80%igen
Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden könne (IV-act. 100).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 4. Oktober 2012 Beschwerde.
Darin beantragte er sinngemäss die Ausrichtung von Rentenleistungen. Als
Begründung hielt er fest, er sei die letzten zwei Jahre nur im geschützten Rahmen
arbeitsfähig gewesen und habe dabei ein monatliches Bruttoeinkommen von Fr. 400.--
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erzielt. Da seine Existenz in Gefahr gewesen sei, habe er das Angebot des D._, eine
Ausbildung zum Kaufmann B-Profil zu absolvieren, trotz andauernder körperlicher
Beschwerden angenommen. Im Übrigen sei er noch nie von einem Arzt der IV-Stelle
untersucht worden (act. G 1). Am 29. Oktober 2012 reichte die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers, Rechtsanwältin Irja Zuber Hofer von Procap, eine
Beschwerdeergänzung ein. Sie beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 10.
September 2012 und die Zusprache einer Invalidenrente an den Versicherten.
Eventualtiter sei die Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen an die
Vorinstanz zurückzuweisen. Sie führte aus, es sei seitens der beruflichen Eingliederung
und vom Lehrbetrieb D._ eine deutliche Leistungseinschränkung des
Beschwerdeführers beschrieben worden. In der freien Wirtschaft müsse von einer unter
50% liegenden Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit ausgegangen werden. Daran ändere
nichts, dass der Beschwerdeführer nun versuche, im D._ eine KV-Lehre (Profil B) zu
absolvieren. Gemäss Angaben des Arbeitgebers benötige er dabei sehr viel
Unterstützung im schulischen Bereich und bei den praktischen Tätigkeiten. Es sei
fraglich, ob der Beschwerdeführer mit einem IQ von 86 die Ausbildung werde
abschliessen können. Betreffend den Einkommensvergleich könne als
Valideneinkommen nicht der Lohn eines Büroassistenten herangezogen werden. Beim
frühinvaliden Beschwerdeführer sei nicht klar, was für eine Ausbildung er ohne
Behinderung hätte absolvieren können. Daher seien gemäss Art. 26 IVV die Median
werte gemäss den Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für Statistik
anzuwenden. Eventualiter sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ohne
Behinderung eine ordentliche Lehre im KV-Bereich abgeschlossen hätte (act. G 4).
B.b Am 22. November 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde. Sie stellte sich auf den Standpunkt, dass die Arbeitsfähigkeit durch Ärzte
und nicht durch die Eingliederungsfachleute auf der Grundlage der von ihnen
erhobenen, subjektiven Arbeitsleistung zu beurteilen sei. Es sei unbestritten, dass die
erlernte Tätigkeit als adaptiert gelte. Sowohl der Hausarzt als auch der RAD stimmten
überein, dass von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
auszugehen sei. Die Ansicht, dass nur ein geschützter Arbeitsplatz in Betracht gezogen
werden könne, werde nicht geteilt, weder von den Ärzten noch von der Berufsberaterin
der IV-Stelle. Bezüglich des Valideneinkommens komme eine Berechnung nach Art. 26
IVV nicht zur Anwendung. Der Beschwerdeführer habe eine zureichende berufliche
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Ausbildung. Als solche gelte nämlich auch eine Anlehre, wenn sie in etwa die gleichen
Fähigkeiten vermitteln könne wie eine eigentliche Lehre und wenn in Bezug auf das
Einkommen vergleichbare Verdienstmöglichkeiten bestünden. Dies sei beim
Beschwerdeführer bezüglich der Büroassistenztätigkeit der Fall (act. G 7).
B.c Mit einer Replik vom 14. Januar 2013 hielt der Beschwerdeführer an seinen Be
schwerdeanträgen fest. Die Rechtsvertreterin machte geltend, dass die Beschwerde
gegnerin sich nicht zu den kognitiven Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers ge
äussert habe, obwohl diese für die Einschätzung der Leistungsfähigkeit und für die
Frage, ob der Beschwerdeführer einen geschützten Rahmen benötige, von zentraler
Bedeutung seien. Auch zur Einschätzung des D._, wo der Beschwerdeführer bereits
seit einigen Jahren von spezialisierten Fachleuten begleitet werde, habe die
Beschwerdegegnerin keine Stellung genommen. Schliesslich sei mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ohne intellektuelle
und körperliche Einschränkungen eine ordentliche Berufsausbildung, beispielsweise
das KV, absolviert hätte und einen deutlich höheren Lohn erzielen würde (act. G 13).
B.d Mit einer Eingabe vom 3. Februar 2014 teilte die Rechtsvertreterin mit, dass das
Lehrverhältnis im geschützten Rahmen seitens des Ausbildungsbetriebes aufgelöst
worden sei. Aufgrund der Leistungen des Beschwerdeführers und den gesundheits
bedingt längeren Ausfallzeiten sei man zum Schluss gekommen, dass eine Weiter
führung der Lehre keinen Sinn mache. Gemäss der Einschätzung des Ausbildungs
betriebs hätte der Beschwerdeführer in der Lehre als Kaufmann EFZ kaum einen
erfolgreichen Abschluss schaffen können (act. G 17).
B.e Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G
16).

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig und zu prüfen ist im Folgenden der Anspruch des Beschwerdeführers auf
eine Rente der Invalidenversicherung.
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1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente. Gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist zur Bemessung
des Invaliditätsgrades das Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt
der Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
1.3 Das ausschlaggebende Element der Bemessung des zumutbaren Invalidenein
kommens – und damit indirekt des Invaliditätsgrades – ist grundsätzlich der Grad der
verbliebenen Arbeitsfähigkeit, so dass dessen Ermittlung in der Regel den ersten
Schritt bei der Erhebung des massgebenden Sachverhalts bildet. Um den Grad der
Arbeitsunfähigkeit bemessen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen
angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu
stellen haben. Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). In beweisrechtlicher Hinsicht gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
2.
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2.1 Zu klären ist vorab die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine
rechtsgenügende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt.
Rechtsgenügend ist die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, wenn sie aufgrund der
vorliegenden medizinischen Akten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ermittelt
werden kann.
2.2 Unbestritten ist, dass es sich bei dem vom Beschwerdeführer erlernten Beruf als
Büroassistent EBA um eine leidensadaptierte Tätigkeit handelt. Fraglich und zu prüfen
ist hingegen, inwiefern sich die gesundheitlichen Beeinträchtigungen des
Beschwerdeführers auf die Arbeitsfähigkeit in dieser Tätigkeit auswirken. Die
Beschwerdegegnerin ist von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
ausgegangen und hat sich dabei in erster Linie auf die Einschätzungen des Hausarztes
sowie des RAD gestützt. Demgegenüber hat der Beschwerdeführer vorgebracht, er sei
in der freien Wirtschaft – wenn überhaupt – unter 50% arbeitsfähig. Er hat bei seinen
Ausführungen insbesondere auf den Bericht des D._ vom 28. Juni 2012 verwiesen.
Dazu ist festzuhalten, dass es grundsätzlich die Aufgabe von Ärzten ist, die
medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person festzulegen.
Welche konkreten beruflichen Tätigkeiten auf Grund der ärztlichen Angaben und unter
Berücksichtigung der übrigen Fähigkeiten der versicherten Person in Frage kommen,
ist dagegen zur Hauptsache Aufgabe des Berufsberaters der Invalidenversicherung
oder kann durch tatsächlich ausgeübte Tätigkeiten belegt sein. Trotz ihres nur
indiziellen Charakters sind für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit die Ergebnisse von
beruflichen Abklärungen bzw. die Angaben von Arbeitgebern beizuziehen und zu
würdigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. Juli 2008, 9C_833/2007, E. 3.3.2;
vgl. Plädoyer 2009/1 70; 2009/2 71). Es kann sogar zulässig sein, auf der Grundlage
von Arbeitgeberberichten von der ärztlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
abzuweichen (Urteil des Bundesgerichts vom 22. September 2008, 8C_119/2008,
E. 6.2).
2.3 Aus den medizinischen Akten geht hervor, dass die Hauptproblematik des Be
schwerdeführers in den orthopädischen Beeinträchtigungen, insbesondere im Bereich
des linken Kniegelenks, liegt. Der Unfall am 15. September 2005 hat zu einem
schweren Kniebinnenschaden geführt, wodurch es im Verlauf trotz operativer Ver
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sorgungen zu objektivierbaren Belastungs- und Funktionseinschränkungen der unteren
Extremitäten beim Stehen und Gehen gekommen ist (vgl. IV-act. 71-56).
2.4 Als Folge der Meningomyozele leidet der Beschwerdeführer an einer inkompletten
Paraplegie rechts mehr als links mit schlaffer Parese und Sensibilitätsverlust Höhe L4/
L5 bis S1 (vgl. IV-act. 12-3). Die fehlende Sensibilität führt dazu, dass er Beschwerden
der unteren Extremitäten nur eingeschränkt wahrnehmen kann (vgl. IV-act. 12-4). Es ist
daher fraglich, inwiefern der Beschwerdeführer am linken Kniegelenk an Schmerzen
leidet und ob er nebst den Belastungs- und Funktionseinschränkungen zusätzlich
durch Schmerzen in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt wird. Bezüglich dieser Frage
finden sich in den Akten verschiedene Angaben. Der Beschwerdeführer hat am
12. September 2005 beim Fussballspielen eine Distorsion und Kontusion des linken
Kniegelenks erlitten. Obwohl die Verletzung von den Ärzten der Klinik für
Orthopädische Chirurgie am KSSG nachträglich als schwer qualifiziert worden ist, hatte
der Beschwerdeführer das Bein nach dem Unfall voll belasten können. Ein MRI ist
daher erst am 30. September 2005 angefertigt worden. Aufgrund der MRI-Befunde
haben die Ärzte dringend zur stationären Aufnahme des Beschwerdeführers und einem
operativen Eingriff geraten. Entgegen dieser Empfehlung ist die Familie mit dem
Beschwerdeführer noch für rund eine Woche in die Ferien verreist, so dass die
operative Versorgung der Verletzung erst am 10. Oktober 2005 hat erfolgen können
(vgl. IV-act. 12-56 f., 12-52). Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer trotz der schweren Verletzung damals wohl keine oder kaum
Schmerzen am Knie verspürt hat, was durch den Sensibliätsverlust erklärbar wäre. Den
folgenden Berichten zu den Nachkontrollen im KSSG ist zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer jeweils angegeben hat, dass er am Knie keine oder nur geringfügige
Schmerzen nach Überbelastung habe (vgl. IV-act. 12-30, 12-21, 12-6). Der Hausarzt
Dr. C._ hat am 18. August 2006 festgehalten, dass die Beschwerden an den unteren
Extremitäten aufgrund der fehlenden Sensibilität sehr gering seien. Der
Beschwerdeführer sei nach wie vor sportlich, spiele regelmässig Fussball und fühle
sich nicht behindert. In Anbetracht des guten Umgangs mit seiner Behinderung sei die
Prognose betreffend die spätere Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer
behindertengerechten Tätigkeit als gut einzuschätzen (vgl. IV-act. 12-4). Da im Verlauf
eine zunehmende Instabilität des linken Kniegelenks festgestellt worden ist (vgl. IV-act.
71-45 f.), haben die Ärzte der Klinik für Orthopädische Chirurgie am 24. Oktober 2008
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erneut operiert und eine laterale Tibiaplateaurekonstruktion mit Plattenosteosynthese
vorgenommen (vgl. IV-act. 71-43). Bei der Nachkontrolle am 8. Mai 2009 hat sich
gezeigt, dass der postoperative Verlauf der Tibiarekonstruktion fehlgeschlagen ist und
es abermals zu einer Valgusdeformität mit Überlastung des medialen Seitenbandes
und einer Zunahme der lateralen Überlastung gekommen ist. Trotz dieser Befunde ist
der Beschwerdeführer in der Lage gewesen, das Bein zu belasten und teilweise sogar
ohne Stöcke zu gehen (vgl. IV-act. 71-31). Am 24. Juni 2009 ist die mittlerweile dritte
Operation in der Klinik für Orthopädische Chirurgie erfolgt. Dabei haben die Ärzte das
Osteosynthesematerial entfernt und zusätzlich eine supracondyläre
Varisationsosteotomie vorgenommen (vgl. IV-act. 71-25, 71-27). Gemäss dem Bericht
zur postoperativen Nachkontrolle vom 20. Juli 2009 hat der Beschwerdeführer
angegeben, keinerlei Schmerzen zu haben (IV-act. 71-22). Somit hat der
Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben bis zu diesem Zeitpunkt weder nach dem
Unfall vom 12. September 2005 noch nach den darauf folgenden drei Operationen
nennenswerte Schmerzen am linken Kniegelenk wahrgenommen.
2.5 Aus dem Zwischenbericht des D._ vom 27. April 2010 geht nun aber hervor,
dass der Beschwerdeführer seit Anfang 2010 vermehrt über starke Schmerzen am Knie
geklagt hat. Die Verantwortlichen des D._ haben festgehalten, dass die Schmerzen
meist gegen Ende der Woche so stark aufgetreten seien, dass der Beschwerdeführer
nicht zur Arbeit erscheinen oder die längeren Schultage nicht bis zum Ende habe
besuchen können. Um die Schmerzen auszuhalten arbeite er zwischendurch im Liegen.
Aufgrund der Schmerzen könne er seine Aufmerksamkeit nicht immer auf die Aufträge
richten und sei in der Konzentration beeinträchtigt (vgl. IV-act. 54-2). Gemäss einem
Protokoll der Eingliederungsberaterin haben die Verantwortlichen des D._ anlässlich
einer Schlussbesprechung am 15. April 2010 angegeben, dass der Beschwerdeführer
ständig an Schmerzen leide. Seit mehreren Monaten nehme er dagegen Medikamente
ein, aktuell sogar täglich. Zum Teil könne er nur liegend arbeiten und müsse zusätzlich
Pausen einlegen (vgl. IV-act. 57-6). Aufgrund dieser gesundheitlichen
Beeinträchtigungen ist die Eingliederungsberaterin zum Schluss gekommen, dass
keine verwertbare Leistung auf dem ersten Arbeitsmarkt möglich sei (vgl. IV-act. 56).
Auch anlässlich verschiedener ärztlicher Untersuchungen ab Anfang 2010 hat der
Beschwerdeführer über Schmerzen geklagt. Gemäss einem Bericht des Ostschweizer
Kinderspitals vom 28. Mai 2010 hat der Beschwerdeführer angegeben, dass die
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Schmerzen nicht konstant seien, ca. alle zwei Tage, und vermehrt bei Wetterwechsel.
Er müsse dann Medikamente (Paracetamol) nehmen (vgl. IV-act. 71-10). Auch bei der
Untersuchung im Spital F._ am 8. Juni 2010 hat der Beschwerdeführer über
Knieschmerzen geklagt. Diese seien nicht konstant, aber gelegentlich so stark, dass er
praktisch nicht mehr funktionieren könne (IV-act. 71-8). In einem Schreiben vom
19. Oktober 2010 teilte ein behandelnder Arzt der Klinik für Orthopädische Chirurgie
am KSSG mit, dass er den Beschwerdeführer zuletzt am 16. Februar 2010 istunde
gesehen habe. Damals hätten die Schmerzen nicht im Vordergrund gestanden, der
Beschwerdeführer habe lediglich ein gewisses Instabilitätsgefühl verspürt. Die
empfohlene Arthrodese des linken Knies sei bei den damals geringen Beschwerden
nicht zur Diskussion gestanden. Da der Beschwerdeführer zwischenzeitlich nicht mehr
vorstellig geworden sei, könne die momentan zumutbare Arbeitsfähigkeit nicht beurteilt
werden (vgl. IV-act. 64-1). In Berücksichtigung seiner Angaben im Verlauf hat der
Beschwerführer seit ca. Februar/März 2010 eine verstärkte Schmerzwahrnehmung.
Dies würde auch mit der eingetretenen objektiven Verschlechterung der Situation des
linken Kniegelenks einhergehen. Gemäss dem Bericht der Klinik für Orthopädische
Chirurgie am KSSG vom 8. Februar 2010 ist es nämlich seit der letzten radiologischen
Kontrolle vom 7. August 2009 aufgrund der Hypästhesie, Hypalegesie und
eingeschränkter Propriozeption zu einer praktisch vollständigen Zerstörung des linken
Kniegelenks gekommen (vgl. IV-act. 71-20 f., 71-18 f.). Zwar soll der Prozess der
Gelenkszerstörung laut dem Bericht für den Beschwerdeführer kaum schmerzhaft
gewesen sein, jedoch ist damit nicht ausgeschlossen, dass als Folge andauernder
Fehlstellung und Fehlbelastung nachträglich Schmerzen aufgekommen sind.
2.6 Dr. C._ hat am 2. April 2011 über den Gesundheitszustand des Beschwerde
führers berichtet. Anlässlich der letzten Kontrolle vom 26. März 2011 seien beim Be
schwerdeführer Schmerzen in beiden Hüften im Vordergrund gestanden. Diese
hinderten ihn daran, lange zu sitzen. Er müsse dazwischen immer wieder aufstehen
und umhergehen, allerdings seien auch das Gehen sowie das Stehen durch die
Hüftschmerzen behindert. Es bestünden schmerzhafte Krepitationen in beiden Hüften.
Von Seiten des instabilen, deformierten Kniegelenks links habe der Beschwerdeführer
aufgrund des Sensibilitätsverlustes keine Beschwerden. Demgegenüber hat Dr. C._
bei der Befunderhebung betreffend das linke Knie jedoch festgestellt, dass bei der
Extension und Flexion 0/36°/82° Endphasenschmerzen aufträten. Weiter liege eine
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schmerzhafte mediale Instabilität vor und es zeige sich ein retropatellares
Überlastungssyndrom im Rahmen der Subluxation und der Valgusfehlstellung (vgl. IV-
act. 71-57). Aufgrund dieser Feststellungen ist davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer trotz des Sensiblitätsverlustes durchaus Schmerzen im linken Knie
wahrnimmt. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit hat Dr. C._ festgehalten, dass nur
Einschränkungen hinsichtlich der unteren Extremitäten bestünden. Die vorhandene
Belastungs- und Funktionsbeeinträchtigung behindere den Beschwerdeführer beim
Stehen und Gehen. In einer sitzenden Bürotätigkeit mit der Möglichkeit, sich
gelegentlich zu erheben und umherzugehen, sei der Beschwerdeführer ganztags, d.h.
8,5 Stunden, arbeitsfähig. Eine verminderte Leistungsfähigkeit bestehe dabei nicht (vgl.
IV-act. 71). Gemäss diesen Ausführungen wäre beim Beschwerdeführer von einer
100%igen Arbeitsfähigkeit als Büroassistent auszugehen. Die Beurteilung des
Hausarztes ist nicht ohne Weiteres nachvollziehbar. Obwohl er beim Beschwerdeführer
als vordergründige Symptomatik Hüftschmerzen festgestellt hat, ist er bei der
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit gar nicht mehr auf diese Beschwerden eingegangen.
Weiter hat er in Bezug auf das linke Kniegelenk Beschwerdefreiheit angenommen,
obwohl sich bei der Befunderhebung durchaus schmerzhafte Zustände gezeigt haben.
Es scheint, als habe der Hausarzt die vom Beschwerdeführer geklagten Schmerzen bei
der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ausser Acht gelassen. Die Schlussfolgerung
gemäss den Ausführungen im Bericht, wonach der Beschwerdeführer zu 100%
arbeitsfähig sein soll, widerspricht im Weiteren den Angaben, welche Dr. C._ am
29. März 2011 im Fragebogen zu Handen der Beschwerdegegnerin gemacht hat. Bei
der Frage nach den Tätigkeiten, welche dem Beschwerdeführer noch zumutbar seien,
hat er für rein sitzende Tätigkeiten eine Leistungsfähigkeit von 80% attestiert. Alle
übrigen im Formular zur Auswahl stehenden Tätigkeiten (bis auf Rotation im Sitzen/
Stehen) hat er als nicht zumutbar erachtet (vgl. IV-act. 71-4). Gemäss diesen Angaben
bestünde beim Beschwerdeführer also eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. Weitere
Ausführungen dazu hat Dr. C._ nicht gemacht, weshalb auch diese Einschätzung
nicht zu überzeugen vermag.
2.7 Ausschliesslich gestützt auf die Angaben des Hausarztes vom 29. März 2011 ist
der RAD ebenfalls von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
ausgegangen. Aufgrund der bevorstehenden Knieoperation hat er den
Gesundheitszustand jedoch als instabil eingeschätzt und hat die Einholung eines
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Verlaufsberichts beim Hausarzt vier Monate nach der Operation empfohlen (vgl. IV-act.
72-3). Am 3. Mai 2012 hat der RAD dann aber festgehalten, dass die mittlerweile erst
im Herbst 2012 geplante Operation nicht abgewartet werden müsse, da bereits jetzt
mit einer 80%igen Arbeitsfähigkeit gerechnet werden könne. Der Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers sei für die Tätigkeit als Büroassistent als stabil zu bezeichnen.
Objektive Befunde hinsichtlich der vorgegebenen Schmerzproblematik lägen nicht vor
(vgl. IV-act. 85). Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden. Es liegen durchaus
objektivierbare Befunde in den Bereichen des linken Kniegelenks und der Hüfte vor.
Auch hat sich insbesondere bei der Befunderhebung durch den Hausarzt am 26. März
2011 gezeigt, dass der Beschwerdeführer trotz der bestehenden Sensibilitätsstörung
Schmerzen am Knie wahrnehmen kann. Fraglich ist nur, ob und inwiefern sich die
Schmerzen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirken. Auf die
Einschätzung des Hausarztes kann jedenfalls nicht abgestellt werden, da sich dessen
Angaben vom 29. März und 2. April 2011 widersprechen, er nicht sämtliche vom
Beschwerdeführer geklagten Beschwerden berücksichtigt hat und die Annahme einer
80%igen Arbeitsfähigkeit nicht begründet worden ist. Weitere
Arbeitsfähigkeitsschätzungen, insbesondere von Fachärzten, liegen nicht vor.
Prof. E._ vom UKBB hat im Arztbericht vom 16. Februar 2012 keine Angaben zur
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers gemacht, sondern lediglich mitgeteilt, dass
bezüglich der bevorstehenden Operation nochmals eine Besprechung mit dem
Beschwerdeführer stattfinden werde (vgl. IV-act. 81-2). Aus seinen Angaben ergibt
sich, dass er von einem instabilen bzw. verbesserungsfähigen Gesundheitszustand
ausgegangen ist.
2.8 Zusammengefasst genügen die vorliegenden medizinischen Akten nicht, um die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als Büroassistent zu beurteilen. Es ist ins
besondere unklar, ob und wie sich die Fehlbelastung und die Schmerzsituation in den
Bereichen des linken Knies und der Hüfte auf die Arbeitsfähigkeit auswirken. Nebst
dem subjektiven Empfinden des Beschwerdeführers, welches für sich allein zwar nicht
massgebend sein kann (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 28. Mai
2004, I 677/03, E. 2.3.1), sprechen verschiedene Indizien dafür, dass der
Beschwerdeführer ca. ab Anfang 2010 nicht nur durch eine Funktionseinschränkung
der unteren Extremitäten, sondern zusätzlich auch durch Schmerzen in seiner
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sein könnte. Insbesondre sprechen dafür die zu
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berücksichtigenden Angaben des Arbeitgebers D._ sowie die erhobenen objektiven
Befunde, welche sich entsprechend der verstärkten Schmerzwahrnehmung des
Beschwerdeführers per Anfang 2010 derart verschlechtert haben, dass von einer
vollständigen Zerstörung des linken Kniegelenks auszugehen ist. In den Akten finden
sich einzig Arbeitsfähigkeitsschätzungen des Hausarztes, auf die wie bereits ausgeführt
nicht abgestellt werden kann. Ebenso wenig ist folglich auf die Einschätzung des RAD,
welche sich ausschliesslich auf die Angaben des Hausarztes stützt, abzustellen. Da der
Umfang der Arbeitsfähigkeit vorliegend nicht beurteilbar ist, kann auch die Frage nicht
beantwortet werden, ob der Beschwerdeführer in der freien Wirtschaft arbeitsfähig ist,
oder ob er weiterhin einen geschützten Rahmen benötigt. Vor Erlass der
angefochtenen Verfügung wäre die Einholung einer fachärztlichen Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers angezeigt gewesen. Dies wird die
Beschwerdegegnerin nun nachzuholen haben. Folglich ist die angefochtene Verfügung
vom 10. September 2012 aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung im Sinne
der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
2.9 Der Beschwerdeführer hat vorgebracht, dass auch bezüglich seiner geistigen Ein
schränkung weitere Abklärungen vorzunehmen seien. Anlässlich einer Testung im Jahr
2007 wurde beim Beschwerdeführer ein IQ von 86 ermittelt (vgl. IV-act. 34, 57-2). Die
Eingliederungsverantwortliche hielt dazu am 17. Oktober 2007 in einem
Verlaufsprotokoll fest, dass das Testergebnis unterdurchschnittlich sei und der
Beschwerdeführer eine sehr geringe Konzentrationsleistung gezeigt habe (vgl. IV-act.
57-3). Dennoch ist die geistig/kognitive Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in
berufsberaterischer Hinsicht nie untersucht worden. Die Rechtsvertreterin hat zu Recht
darauf hingewiesen, dass die Einschätzung der geistig/kognitiven Leistungsfähigkeit
insbesondere für die Frage wesentlich ist, ob der Beschwerdeführer einen geschützten
Arbeitsplatz benötigt oder ob er eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft ausüben könnte.
Die medizinischen Experten und die Eingliederungsverantwortlichen werden zu prüfen
haben, in welchem Umfang und Rahmen der Beschwerdeführer mit seinen
intellektuellen Ressourcen die somatische Restarbeitsfähigkeit verwerten kann. Somit
hat die Beschwerdeführerin auch diesbezüglich weitere Abklärungen zu tätigen.
3.
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3.1 Bezüglich der Grundlagen für einen Einkommensvergleich ist im Sinne eines obiter
dictum Folgendes festzuhalten: In erwerblicher Hinsicht ist insbesondere die
Validenkarriere bzw. die Bestimmung des Valideneinkommens strittig. Die
Beschwerdegegnerin hat auf einen Durchschnittslohn für die Tätigkeit als Büroassistent
gemäss den Lohnempfehlungen des KV Schweiz abgestellt. Demgegenüber hat der
Beschwerdeführer geltend gemacht, dass er ohne gesundheitliche Einschränkungen
eine ordentliche Berufsausbildung, beispielsweise das KV, absolviert hätte und daher
Art. 26 IVV zur Anwendung komme.
3.2 Das Valideneinkommen kann nur anhand von statistischen Durchschnittslöhnen
bestimmt werden, da der Beschwerdeführer vor dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit
nie erwerbstätig gewesen ist. Gemäss Art. 26 Abs. 1 IVV entspricht das Erwerbsein
kommen, das versicherte Personen, die wegen Invalidität keine zureichenden beruf
lichen Kenntnisse erwerben konnten, als Nichtinvalide erzielen könnten, den nach Alter
abgestuften Prozentsätzen des jährlich aktualisierten Medianwertes gemäss der
Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik.
3.3 Es steht fest, dass der Beschwerdeführer an mehreren Geburtsgebrechen im
Sinne der Verordnung über Geburtsgebrechen (GgV; SR 831.232.21) leidet, welche die
Arbeitsfähigkeit in qualitativer Hinsicht beeinträchtigen und daher bestimmte berufliche
Tätigkeiten von vornherein ausgeschlossen haben. Zudem hat die
Beschwerdegegnerin nach der beruflichen Abklärung die Mehrkosten für die erstmalige
berufliche Ausbildung im geschützten Rahmen im D._ übernommen (vgl. IV-act. 38).
Fraglich ist hingegen, ob der Beschwerdeführer mit der abgeschlossenen Ausbildung
zum Büroassistenten EBA zureichende berufliche Kenntnisse hat erwerben können,
was die Anwendung von Art. 26 IVV ausschliessen würde. Als Erwerb von
„zureichenden beruflichen Kenntnissen“ ist die abgeschlossene Berufsausbildung zu
betrachten. Dazu gehören auch Anlehren, wenn sie auf einem besonderen, der
Invalidität angepassten Bildungsweg ungefähr die gleichen Kenntnisse vermitteln wie
eine eigentliche Lehre oder ordentliche Ausbildung und dem Versicherten in Bezug auf
den späteren Verdienst praktisch die gleichen Möglichkeiten eröffnen (ZAK 1974 S.
548; Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit des Bundesamtes für
Sozialversicherungen, Stand: 1. Januar 2014, Ziff. 3037). Massgebend ist somit nicht
der Berufsabschluss als solcher, sondern die mit der erworbenen Berufsausbildung
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erzielbaren Erwerbseinkünfte (vgl. Ulrich Meyer, Bundesgesetz über die
Invalidenversicherung, 2. Aufl. 2010, S. 330). Die vom Beschwerdeführer absolvierte
Lehre zum Büroassistenten vermittelt weder die gleichen Kenntnisse noch
vergleichbare Verdienstmöglichkeiten wie eine ordentliche Lehre im KV-Bereich. Auch
im Vergleich zu ordentlichen Ausbildungen in anderen, z.B. handwerklichen
Berufsfeldern sind die Verdienstmöglichkeiten als Büroassistent weitaus geringer.
Gemäss den Salärempfehlungen des KV Schweiz liegt das durchschnittliche
Jahreseinkommen für Büroassistenten im 2012 bei Fr. 48'100.--. Demgegenüber
beträgt der Medianwert der LSE des Bundesamtes für Statistik im Jahr 2012 unter
Berücksichtigung der nach dem Alter abgestuften Prozentsätze bei Fr. 61'600.-- (Fr.
77'000.-- x 0,8, vgl. Fussnote zu Art. 26 IVV der von der AHV/IV herausgegebenen
Gesetzestextausgabe 2012). Es ist nicht davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen die Ausbildung zum
Büroassistenten absolviert hätte. Vielmehr hätte er im Gesundheitsfall überwiegend
wahrscheinlich eine Ausbildung mit höheren qualitativen Anforderungen und besseren
Verdienstmöglichkeiten gewählt. Der Beschwerdeführer hat sich damit aufgrund seiner
gesundheitlichen Einschränkungen keine zureichenden beruflichen Kenntnisse
aneignen können, womit Art. 26 Abs. 1 IVV trotz der abgeschlossenen Ausbildung als
Büroassistent zur Anwendung kommt.
3.4 Die Bestimmung von Art. 26 IVV schliesst zwar nicht aus, dass zur Berechnung
des Valideneinkommens auf das Einkommen eines bestimmten Berufs abgestellt wird.
Vorausgesetzt sind jedoch eindeutige Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person
ohne gesundheitliche Beeinträchtigung den betreffenden Beruf erlernt hätte (Urteil
9C_555/2012 vom 9. August 2012 E. 3.1.2 mit Hinweisen). Eindeutige Anhaltspunkte
dafür, dass der Beschwerdeführer eine ordentliche Ausbildung im KV-Bereich
absolviert hätte, sind vorliegend nicht ersichtlich. Daher ist für die Bestimmung des
Valideneinkommens auf die jährlich aktualisierten Medianwerte gemäss der LSE des
Bundesamtes für Statistik zurückzugreifen.
4.
4.1 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung
der angefochtenen Verfügung vom 10. September 2012 teilweise gutzuheissen, und
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die Angelegenheit zur weiteren medizinischen und beruflichen Abklärung im Sinne der
Erwägungen und entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
4.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um
die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Ver
sicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt.
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als
volles Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6). Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat
deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Dem
Beschwerdeführer ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungs
gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der
Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Für einen
durchschnittlichen Vertretungsaufwand, wie es die vorliegende Angelegenheit erfordert
hat, wird praxisgemäss eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zugesprochen. Die Beschwedegegnerin hat somit
dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP