Decision ID: a02827da-6edf-4555-9391-3cfa01c5599b
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1951 geborene
X._
meldete sich am 2
1.
Mai 2013 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 8/2). Zur Klärung der erwerbli
chen und medizinischen Verhältnisse zog die IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto bei (
Urk.
8/6) und holte einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
8/10)
sowie Berichte von
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 1
1.
Juni 2013 und
6.
Februar 2014 ein (
Urk.
8/9 und Urk. 8/15). Mit Vorbescheid
vom
2
1.
Februar 2014 stellte die Verwaltung die
Zusprache
einer ganzen Rente mit Wirkung
ab
1.
April 2014 in Aussicht (Urk. 8/19). Nachdem die Pensionskasse
X._
dagegen Einwand erhoben hatte (
Urk.
8/24-26),
nahm
med. prakt.
C._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD) telefonisch Rücksprache mit dem behandelnden Psychiater
Dr.
B._
und gab am
6.
Mai 2014 eine Stellungahme ab (
Urk.
8/29 S. 2 f.). Mit Verfügung vom 1
6.
Juli 2014 hielt die IV-Stelle an ihrer im Vorbescheid angekündigten
Rentenzusprache
fest (
Urk.
8/30 und
Urk.
8/32-36).
2.
Dagegen erhob die Pensionskasse
X._
mit Eingabe vom
4.
September 2014 Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass der Versicherte keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe; eventuell sei nach Einholung eines gerichtlichen Gutachtens über die Sache neu zu befinden und subeventuell sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung des medizinischen Sachverhalts und zur Neubeurteilung an die Ver
waltung zurückzuweisen (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom
9.
Oktober 2014 beantragte die IV-Stelle die teilweise Gutheissung der Beschwerde im Sinne einer Rückweisung zu weiteren Abklärungen (
Urk.
7).
Mit Gerichtsverfügung vom 2
2.
Oktober 2014 wurde der Beschwerdeführerin Frist angesetzt, um zum Antrag der Beschwerdegegnerin auf Rückweisung der Sache Stellung zu nehmen (
Urk.
9). Mit Eingabe vom 1
2.
November 2014 hielt die Pensionskasse
X._
an ihren mit Beschwerde vom
4.
September 2014 gestellten
Rechtsbe
gehren
fest (
Urk.
11).
Der mit Gerichtsverfügung vom 18. November
2014 bei
geladene
Z._
(
Urk.
12) nahm am 2. Februar 2015 Stellung (
Urk.
16).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die
Rentenzusprache
in der Verfügung vom 1
6.
Juli 2014 damit, aus medizinischer Sicht sei dem Versicherten weder die Ausübung der bisherigen noch einer angepassten Tätigkeit zumutbar. Aus dem
Kündigungsschreiben gehe
hervor, dass dem Arbeitgeber eine Leistungseinbusse aufgefallen sei. Es sei nachvollziehbar, dass die Kündigung den Versicherten derart gekränkt habe, dass er trotz langjähriger Therapie
dekompensiert
habe
und arbeitsunfähig
geworden sei
(Urk. 1).
In der Beschwerdeantwort vom 9.
Oktober 2014 stellte sich die Beschwerdegegnerin
neu
auf den Standpunkt, die Zusprach einer ganzen Rente würde den Untersuchungsgrundsatz verletzen. Denn bei den Akten finde sich keine auf eigenen Untersuchungen basierende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit durch einen psy
chiatrischen Facharzt
(
Urk.
7).
2.2
Die Beschwerdeführerin führte zur Beschwerdebegründung im Wesentlichen aus, beim Versicherten liege kein invalidisierender psychischer
Gesundheits
schaden
vor. Die von
Dr.
B._
attestierte Arbeitsunfähigkeit habe sich im Arbeitsverhältnis nic
ht niedergeschlagen
. Zudem weise die
vom Arbeitgeber geführte
Liste der Absenzen des Versicherten nur drei kurze krankheits- respek
tive unfallbedingte Abwesenheiten
auf
.
Es bestehe eine
nicht nachvollziehbare
Diskrepanz zwischen der langjährigen 100%igen Arbeitsfähigkeit als Hauswart und der plötzlich aufgetretenen vollständigen Arbeitsunfähigkeit in der gleichen Tätigkeit. Zudem werde das psychische Beschwerdebild durch im Rahmen der Invaliditätsbemessung auszuklammernde psychosoziale und soziokulturelle Umstände bestimmt und unterhalten (
Urk.
1 S. 6 ff.).
2.3
Der
Beigeladene
brachte vor, die
Krankheit habe sich bereits
während des Arbeits
verhältnisses
bemerkbar gemacht
.
Die
sich später zugetragenen Ereig
nisse
würden
alsdann
eine zunehmende Beschwerdeproblematik seit der Kündi
gung zeigen. Er habe bis heute keine Arbeitsfähigkeit mehr erlangt. Die Berichte des behandelnden Psychiaters würden die wesentlichen Angaben und Begründungen zur gesundheitlichen Beeinträchtigung und zur Arbeitsfähigkeit enthalten, weshalb darauf abgestellt werden könne. Angesichts seines fortge
schrittenen Alters sei ihm ausserdem die Verwertung einer allfälligen
Restar
beitsfähigkeit
nicht zumutbar (
Urk.
16 S. 3 ff.).
3.
3.1
Der den
V
ersicherten
seit März 2013 behandelnde
Dr.
B._
diagnostizierte am 1
1.
Juni 2013 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine paranoide
Persön
lichkeitsstörung
(ICD-10 F60.0) und nannte als Verdachtsdiagnose eine para
noide Schizophrenie. Den chronisch ausgeprägten, beidseitigen
Kniebeschwer
den
mass er keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bei.
Er
führte aus,
der
verheiratete
Versicherte
sei in schwierigen Verhältnissen aufgewachsen. Seit Jahren gebe es Probleme am Arbeitsort („Konflikte, ungebührliches Verhalten,
gewalt
bereit
, usw. [Schulbehörde]“).
Der
Versicherte
sei weder korrigier- und
„
führbar
“
noch gesprächsfähig. Er sei uneinsichtig und misstrauisch und hege einen stän
digen Groll. Er habe
– so die Aussage der Schulleiterin –
am 2
5.
Januar 2013 die Kündigung
trotz Verständnis für die zeitweise schlechte psychische Verfas
sung und den schwierigen Charakter erhalten.
Dr.
B._
berichtete weiter, der
Versicherte
könne nicht mit anderen Menschen, so auch nicht mit der Schullei
terin, den Lehrern und Kindern umgehen. Er attestierte eine seit 11. April 2013 bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bis
herigen Arbeit.
Ob dem Versi
cherten eine behinderungsangepasste Tätigkeit im Rahmen einer
allein auszu
führende
n
Arbeit (Garten, putzen, etc.) ohne Kontakt zu Vorgesetzten und ander
e
n Mitarbeitenden
im
Umfang zwischen ein bis drei
Stunden pro Tag
möglich sei, stellte er in Frage
(
Urk.
8/9).
3.2
In seinem Verlaufsbericht vom
6.
Februar 2014 hielt der nämliche Arzt an den im Bericht vom 11. Juni 2013 gestellten
psychiatrischen
Diagnosen fest und berichtete von einem unveränderten Befund.
Er
führte aus
, d
er
Versicherte
empfinde die Kündigung weiterhin als ungerecht. Seiner Ehefrau gegenüber sei er misstrauisch und zeitweise aufgebracht und aggressiv.
Er sei deshalb wegen Drohung und Nötigung in der ehelichen Wohnung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Von der Staatsanwaltschaft sei zudem die Weisung zu einer psychi
atrischen Behandlung erlassen worden.
Die bisher ausge
übte Tätigkeit als Haus
wart
, die ohne anwesende Vorgesetzte und weitgehend selbständig habe ausgeführt werden können,
sei theoretisch ideal gewesen (
Urk.
8/15).
3.3
In seiner
Stellu
ngnahme vom
6.
Mai 2014 wies
d
er psychiatrische Facharzt
C._
vom RAD
darauf hin, dass das Kündigungsschreiben auf ein „unbefriedi
gendes Verhalten“ hinweise. Daher könne davon ausgegangen werden, dass dem Arbeitgeber eine Leistungseinbusse aufgefallen sei.
Für parano
ide Persön
lichkeiten sei
„übertriebene Empfindlichkeit bei Rückschlägen und Zurück
setzung“ sowie „Neigung zu ständigem Groll, zum Beispiel wegen der Weige
rung der Betreffenden, Beleidigungen, Verletzungen oder Missachtungen durch andere zu verzeihen“
typisch
. Aus psychiatrischer Sicht sei daher nachvollzie
h
bar, dass die
Kündigung
den
Versicherten
derart gekränkt habe, dass er trotz langjähriger Therapie
dekompensiert
habe und arbeitsunfähig
ge
w
o
rd
e
n sei
. Die Aufgaben als Hauswart
würden hohe soziale Fähigkeiten voraussetzen, die bei paranoiden Persönlichkeiten
dürftig ausgeprägt seien (Urk.
8/29 S. 2). Der RAD
Arzt berichtete weiter, bei einem ausführlichen Telefonat habe
Dr.
B._
ergänzend angeführt, der Versicherte habe schon seit Beginn seiner Berufstätig
keit eine paranoide Haltung aufgewiesen.
Angesichts der anhaltenden
Arbeits
pla
tzschwierigkeiten
sei er
früher bei Dr.
D._
in der
E._
behandelt worden. Dieser habe sich mehrfach bei den Arbeitgebern des Versi
cherten vermittelnd eingesetzt. An allen wechselnden Arbeitsstellen habe
er sich
– so
Dr.
B._
weiter – schikaniert und beobachtet gefühlt. Diese paranoide Haltung habe sich allmählich ausgeweitet auf die Ehefrau des Versicherten, die er nun ebenfalls beschuldige, mit anderen gegen ihn zusammen zu spannen. Zusammenfassend hielt der RAD-Arzt fest, die zusätzlichen Angaben des behandelnden Psychiaters würden die ICD-Kriterien, insbesondere den biogra
fisch frühen Beginn der Persönlichkeitsstörung belegen (
Urk.
8/29 S. 3 f.).
4.
4.1
Z._
war seit
1.
Januar 1991 bei der Schulverwaltung
F._
als Hauswart
tätig (
Urk.
8/10 S. 1 f.), als ihm am 2
5.
Januar 2013 das Arbeitsver
hältnis aufgrund seines unbefriedigenden Verhaltens mit Wirkung per 3
0.
April 2013 gekündigt wurde (
Urk.
8/10 S. 8
).
Diesbezüglich wird die Schulleiterin im Bericht von Dr.
B._
vom 1
1.
Juni 2013 zitiert,
dass der Versicherte die Kün
digung nach vielen schwierigen Jahren, trotz Verständnis für die zeitweise schlechte psychische Verfassung und den schwierigen Charakter, erhalten habe (
Urk.
8/9 S. 2).
Zu diesem Zeitpunkt war der Versicherte 61-jährig.
Im nämli
chen Bericht hält der behan
delnde Psychiater fest, dass
seit Jahren Probleme am Arbeitsplatz
aufgetreten seien
, wobei die Schulbehörde von Konflikten,
einem ungebührlichen
Verhalten und einer Gewaltbereitschaf
t gesprochen habe
(
Urk.
8/9 S. 2). Von anhaltenden beruflichen Schwierigkeiten berichtete
Dr.
B._
auch anlässlich des Telefongespräches
mit dem RAD-Arzt
C._
.
Der Versicherte
habe sich
an seinen wechselnden Arbeitsstellen
jeweils
schika
niert und beobachtet gefühlt. Der damalige
b
ehand
elnde Psychiater
habe sich mehrfach vermittelnd
für ihn
eingesetzt (Urk.
8/29 S. 2).
Am 20. August 2013
wurde
von der Staatsanwaltschaft ein Strafbefehl gegen
Z._
wegen Drohung
und Nötigung
der Ehefrau erlassen und er wurde zu einer Ge
ldstrafe verurteilt
.
Zudem
wurde ihm die Auflage gemacht,
sich wöchentlich einer ein
stündigen Psychotherapie zu unterziehen
(
vgl.
Urk.
8/15).
4.2
Vor dies
em Hintergrund erscheint die von
Dr.
B._
abgegebene Beurteilung
des psychischen Gesundheitszustands
von
Z._
beziehungsweise der Auswirkungen der festgestellten Defizite auf die Leistungsfähigkeit
einleucht
end und nachvollziehbar
, zumal er auch
aus medizinischer Sicht den engsten Kon
takt zum Versicherten hat.
Sie stimmt mit den faktischen Verhältnissen über
ein
und wird auch vom psychia
trischen RAD-Facharzt bestätigt. Die medizinischen Unterlagen erlauben folglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung.
Was das Vorbringen der Beschwerdeführerin, es würden keine echtzeitlichen Arztberichte
die
Behauptung von
Dr.
B._
belegen,
dass
der Versicherte seit jeher an einem psychischen Gesundheitsschaden leide (
Urk.
1 S. 8)
,
betrifft, ist anzumerken, dass Persönlichkeitsstörungen in der Kindheit oder Adoleszenz beginnen und bis ins Erwachsenenalter dauern (
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], 9. Auflage, Bern 2014 S. 274
).
In Übereinstimmung damit präsentieren sich die Angaben des Versicherten
in
seiner Erwerbsbiographie.
Das Arbeitsverhältnis mit der Schulverwaltung
F._
war – entgegen de
r entsprechenden Ausführungen der
Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 7) – aufgrund der Angaben der Schulleiterin und der Schulbehörde
schon seit längerem
mit Schwierigkeiten behaftet
und es ist davon auszugehen,
dass eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
einzig
angesichts
der optimalen Arbeitsplatzbedingungen nicht schon früher
zut
age getreten ist
. Zudem dürfte bei der langjährigen Weiterbeschäftigung des Versicherten – trotz der bekannten Probleme – ein gewis
ses
Verständnis der Arbeitgeberin m
itgespielt haben.
Angesichts dieser Anzei
chen kann nicht gesagt werden, dass die vollständige Arbeitsunfähigkeit plötz
lich
aufgetreten ist
(vgl.
Urk.
1 S. 7
; siehe auch
Urk.
8/9 S. 4
), wofür auch das Alter des Versicherten im Zeitpunkt der Kündigung des öffentlich-rechtlichen Anstellungsverhältnisses (
Urk.
8/12 S. 15) spricht
. Vielmehr ist mit dem RAD-Arzt davon auszugehen, dass
es trotz langjähriger Therapie aufgrund der
Kün
digung zur
psych
ischen
Dekompensation kam, die
dann
zu
r
Arbeits
unfähigkeit
führte
(Urk. 8/29 S. 2
; vgl. auch
Urk.
8/15 S. 1
)
.
Folglich wurde eine Arbeitsun
fähigkeit auch erst im Zeitpunkt nach Aussprache der Kündigung bescheinigt.
4.3
Unbegründet ist der Vorwurf der Beschwerdeführerin, die ärztlichen Beurtei
lungen würden ihre Begründung in – grundsätzlich invaliditätsfremden und daher auszuklammernden – psychosozialen und soziokulturellen Umstän
den
finden (
Urk.
1 S. 11). Denn mit einer paranoiden Persönlichkeitsstörung gehen nebst einer übertriebenen Empfindlichkeit bei Rückschlägen und Zurücksetzung eine Neigung zu ständigem Groll
und Misstrauen sowie
ein streitsüchtiges und beharrliches, situationsunangemessenes Bestehen auf eigenen Rechten einher (
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.], a.a.O., S. 277
). Damit findet insbesondere die Reaktion des Versicherten auf die ausgesprochene Kündigung eine Erklärung. Die Belastungen in der Ehe sind
zudem
im Zusammenhang mit der Ausweitung der paranoiden Haltung auf die Ehefrau zu sehen (vgl.
Urk.
8/29 S. 2). Im Übri
gen führt keiner der psychiatrischen Fachärzte das Beschwerdebild auf psycho
soziale Belastungsfaktoren zurück.
4.4
Angesichts der vo
n
Dr.
B._
und
vom
RAD-Arzt
C._
erhobenen Einschrän
kungen
erscheint
in Übereinstimmung mit der angefochtenen Verfügung
nach
vollziehbar und einleuchtend,
dass dem Versicherten weder die Ausübung der bisherigen noch einer
adaptierten
A
rbeit
möglich ist, zumal die Tätigkeit als Hausmeister, die weitgehend selbständig und ohne die Anwesenheit von Vor
gesetzten ausgeübt werden kann, al
s optimal behinderungsangepasst
bezeichnet werden muss.
Dies zeigt sich
auch
darin,
dass das
von
Dr.
B._
ermittelte
Anforderungsprofil an eine
behinderungsangepasste Tätigkeit
(
Urk.
8/9 S.
3)
nur
in so eingeschränkter
Form
vorkommt, dass es
der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt.
Angesichts dessen ist entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7) keine Verletzung des Untersuchungsgrundsa
tzes zu
sehen
und
es
erübrigt
sich eine
gerichtliche
Rückweisung zu weiteren Abklä
rungen
durch die Verwaltung
.
5.
5.1
Selbst wenn von einer (minimen) Restarbeitsfähigkeit
im Umfang von ein bis drei Stunden pro Tag
, die auf de
m
ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwertet wer
den könnte,
auszugehen wäre, ist nach der Rechtsprechung zwar das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine über
mässigen Anforderungen zu stellen sind. Das fortgeschrittene Alter wird
hinge
gen
, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, als Kriterium aner
kannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegeben
heiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene
Rester
werbsfähigkeit
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaft
lich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähig
keit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet. Der Ein
fluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabun
gen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (
BGE 138 V 457 E.
3.1 mit Hinweis
en).
Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Für den Zeitpunkt, in wel
chem die Frage der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, ist auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit der (Teil-) Erwerbsfähigkeit abzustellen (
BGE 138 V 457
E. 3.3).
5.2
De
r
Versicherte
befand
sich
bei Eintritt der vollständigen Arbeitsunfähigkeit
in seiner bisherigen Tätigkeit
im 62. Lebensjahr
.
Eine allfällig
noch zumutbare behinderungsangepasste Arbeit unterliegt nebst der Begrenzung
des
zeitlichen Umfang
s
weiteren Einschränkungen in dem Sinne, dass
es sich um eine allein auszuführende Tätigkeit ohne Kontakt zu Vorgesetzten und
anderen Mitarbei
tern
handeln
muss (
Urk.
8/9 S. 3).
Angesichts der dürftig ausgeprägten sozialen Fähigkeiten
des Versicherten
(
Urk.
8/29 S. 2) muss d
amit gerechnet werden, dass eine
halbwegs ungestörte Tätigkeit
im beschriebenen Rahmen
gar nicht mehr möglich ist. Dies wird potentielle Arbeitgeber davon abhalten, das Risiko einer mit solchen Komplikationen behafteten Anstellung einzugehen. Hinzu kommt, dass angesichts des fortgeschrittenen Alters des Versicherten der zeitli
che Horizont für eine Anstellung immer kürzer wird. Insgesamt ist
realisti
scherweise
die Resterwerbsfähigkeit nicht mehr nachgefragt und deren Verwer
tung auch gestützt auf die Selbsteingliederungslast nicht mehr zu
mutbar.
Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Restarbeitsfähigkeit, liegt eine volls
tän
dige Erwerbsunfähigkeit vor, was Anspruch auf eine ganze Rente gibt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2
013 vom 1
3.
März 2014 E. 3.4). Damit braucht auf die von
Dr.
med.
G._
von der
H._
,
I._
, in sei
nem Bericht vom
1
5.
Dezember 2014 (
Urk.
17) neu gestellten Diagnosen nicht weiter eingegangen zu werden.
6.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen ist.
7.
7.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
800.-- festzulegen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).
7.2
Obsiegende, anwaltlich
oder sonst wie qualifiziert
vertretene Beigeladene haben Anspruch auf eine Prozessentschädigung durch die unterliegende Partei (
Volz, in: Zünd/Pfiffner
Rauber
[Hrsg.], Kommentar zum Gesetz über das
Sozialversi
cherungsgericht
des Kantons Zürich,
2.
Auflage, Zürich 2009,
§
14 N
34). Die Entschädigung wird unabhängig vom Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht). Vorliegend erscheint eine
Pro
zessentschädigung
von
Fr.
1‘
6
00
.
--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.