Decision ID: 1e2cb79a-3917-50ec-a896-62910eefb930
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im März 2014 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum
Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Er gab an, in B._ die Volksschule, die
Hauptschule und die Berufsschule besucht und danach den Beruf des Autospenglers
erlernt zu haben. Seit April 2013 sei er gesundheitlich beeinträchtigt. Er leide an
Rückenschmerzen, unter einem Einschlafen des Fusses, an einer starken Müdigkeit
und an einer starken Einschränkung der Beweglichkeit.
A.b Ein IV-Sachbearbeiter notierte am 19. März 2014 (IV-act. 9-3), dass der Versicherte
seit 1986 selbständig erwerbend sei; er führe eine Autospenglerei. Diese müsse der
Versicherte aus gesundheitlichen Gründen per Ende März 2014 aufgeben.
A.c Dr. med. C._, Praktische Ärztin FMH, nannte in ihrem Bericht vom 20. März 2014
zuhanden der IV-Stelle die folgenden Gesundheitsschäden (IV-act. 6):
• Diabetes mellitus Typ 2, ED 2008, insulinpflichtig
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• diabetisches Fusssyndrom mit Status nach Gangrän und Amputation der zweiten
Zehe Fuss links
• diabetische Neuropathie
• arterielle Hypertonie
• Dyslipidämie
• Adipositas (BMI 37 kg/m2)
• Nebenniereninzidentalom links ohne endokrine Aktivität
• chronischer Nikotinabusus (40 Zigaretten täglich)
• gesteigerter Alkoholkonsum
• Lumbalgie.
Der Versicherte sei wegen der eingeschränkten körperlichen Beweglichkeit, der
diabetischen Neuropathie, der Adipositas, rezidivierenden Lumbalgien sowie der
starken Müdigkeit seit dem 5. April 2013 zu 100 % arbeitsunfähig.
A.d RAD-Arzt Dr. med. D._ notierte am 1.April/2. Mai 2014 (IV-act. 20-3), bei den
mitgeteilten Gesundheitsstörungen sei es vorstellbar, dass der Versicherte die Tätigkeit
als selbständiger Autospengler nicht mehr ausüben könne. Eine adaptierte Tätigkeit sei
dem Versicherten unter einer adäquaten und zumutbaren Behandlung wohl
uneingeschränkt zumutbar. Der Eingliederungsverantwortliche schloss die
Frühinterventionsphase am 23. Juli 2014 mit der Begründung, dass der Versicherte
sich nicht arbeitsfähig fühle, ab (IV-act. 21). Am 24. Juli 2014 teilte die IV-Stelle dem
Versicherten mit, dass er keinen Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen
habe (IV-act. 23). Mit Vorbescheid vom 5. August 2014 kündigte die IV-Stelle dem
Versicherten bei einem IV-Grad von 0 % die Abweisung des Rentengesuchs an (IV-act.
27). Obwohl der Versicherte dagegen einen Einwand erhob, verfügte die IV-Stelle am 2.
Oktober 2014 im Sinne des Vorbescheids (IV-act. 31).
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A.e Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 31. Oktober 2014 Beschwerde
(IV-act. 36). Prof. Dr. med. E._, Facharzt FMH Neurologie, hatte in einem im
Beschwerdeverfahren eingereichten Untersuchungsbericht vom 25. August 2014 (IV-
act. 43-6 f.) erklärt, dass sich in der klinisch-neurologischen Untersuchung nur noch
eine akral-betonte Sensibilitätsstörung an den unteren Extremitäten gezeigt habe. Die
Beinreflexe seien ausgefallen gewesen. Komplexe Gangvarianten seien bei
Gangunsicherheit nicht mehr gelungen. Ursächlich sei eine erhebliche
sensomotorische Polyneuropathie, die am ehesten diabetogener Natur sein dürfte. Eine
Rolle dürfte auch der Alkoholüberkonsum spielen. Hinweise für eine lumbale
Radikulopathie oder eine relevante lumbale Spinalkanalstenose hatte Prof. Dr. med.
E._ nicht gefunden. Der neue Hausarzt des Versicherten, med. pract. F._, hatte in
seinem Bericht vom 23. Januar 2015 (IV-act. 43) als neue Diagnosen ein metabolisches
Syndrom, einen Verdacht auf ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom, eine PAVK IIb
vom Unterschenkeltyp bds. (periphere arterielle Verschlusskrankheit), eine
degenerative WS-Erkrankung mit Osteochrondrose der LWS und Bandscheibenvorfall
L4/5 links mit Nervenwurzelverlagerung (CT 04/2014 Spital G._) und einen C2-
Abusus angegeben. Eine Arbeitsfähigkeit sei derzeit insbesondere wegen dem schlecht
führbaren Diabetes mit exorbitanten Insulindosen bei Hyperobesitas sowie wegen der
Folgeerkrankungen im kardiovaskulären und muskuloskelettalen Bereich nicht
gegeben. Der Hausarzt empfahl eine unabhängige Begutachtung.
A.f Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hob die Verfügung vom 2.
Oktober 2014 mit Entscheid vom 19. Mai 2015 auf und wies die Sache zur weiteren
Abklärung des Sachverhalts und zur anschliessenden neuen Verfügung im Sinne der
Erwägungen an die IV-Stelle zurück (IV 2014/499, IV-act. 45). Das Gericht erwog, dass
die IV-Stelle den massgebenden medizinischen Sachverhalt weiter abzuklären habe,
wobei sich allenfalls eine polydisziplinäre Begutachtung anbiete, der eine fachärztliche
Klärung des Verdachts auf ein obstruktives Schlafapnoesyndrom und allenfalls eine
entsprechende Therapie vorausgehen müsste. Im Sinne eines obiter dictum wies das
Gericht darauf hin, dass die Validenkarriere wohl in einer Erwerbstätigkeit als
angestellter Autospengler mit den Fähigkeiten und der Berufserfahrung des
Versicherten bestehe. Der Gerichtsentscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
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A.g Hierauf holte die IV-Stelle weitere Berichte bei den behandelnden Ärzten ein. Dr.
med. H._, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, spez. Pneumologie, gab in seinem
Bericht vom 25. Juni 2015 (IV-act. 50) als Diagnose ein schweres, überwiegend
gemischtes und zentrales, aber auch obstruktives Schlafapnoe-Syndrom an. Es werde
eine CPAP-Behandlung eingeleitet und deren Erfolg in Kürze überprüft. Aus isoliert
pulmonaler Sicht ergebe sich bei einer korrekt eingestellten CPAP-Behandlung keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als Autospengler. Durch die CPAP-Behandlung
liessen sich die allgemeine Müdigkeit und Abgeschlagenheit verbessern. Med. pract.
F._ berichtete der IV-Stelle anfangs Juli 2015 (IV-act. 57), dass der Versicherte voll
arbeitsunfähig sei. Ohne bariatrisch-chirurgische Massnahmen sei die Prognose
ungünstig. Es bestehe ein Teufelskreis aus Bewegungsmangel, Adipositas,
Schmerzsyndromen und Insulinresistenz. Dr. med. I._, Facharzt für Ohren-, Nasen-
und Halskrankheiten, erklärte in seinem Bericht vom 22. Juli 2015 (IV-act. 60-2), dass
ein hochgradiger Verdacht auf ein obstruktives, schweres Sleep-Apnoe-Syndrom
bestehe. Als Mitfaktoren nannte er eine Nasenseptumdeviation, eine chronische
Sinusitis, eine Tonsillitis chronica et hypertrophica und eine Zungenhypertrophie.
A.h Dr. D._ vom RAD erklärte am 14. September 2015, dass eine polydisziplinäre
Begutachtung notwendig sei (IV-act. 65). In der Folge wurde der Versicherte im
Dezember 2015/Januar 2016 durch die ABI Aerztliches Begutachtungsinstitut GmbH
(nachfolgend: ABI) polydisziplinär (allgemeininternistisch, rheumatologisch,
psychiatrisch, neurologisch, endokrinologisch und angiologisch) begutachtet
(Gutachten vom 29. Februar 2016, IV-act. 73). Die Diagnosen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit lauteten:
• Fortgeschrittene Polyneuropathie (diabetisch, alkoholtoxisch)
• chronisches rechtsbetontes lumbospondylogenes Schmerzsyndrom
− radiomorphologisch: siehe IV-act. 73-27
− Wirbelsäulenfehlhaltung und -fehlform (langgezogene thorakale Hyperkyphose,
betonte Kyphosierung im zervikothorakalen Übergang mit HWS- sowie
Schulterprotraktionsfehlstellung)
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− muskuläre Dysbalance mit Abschwächung der gesamten abdominellen rücken-
und gesässstabilisierenden Muskelgruppen mit völlig schmerzlosen reaktiven
Myogelosen am Stamm.
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter
(vollständige Diagnoseliste siehe IV-act. 73-27 f.):
• Metabolisches Syndrom
• PAVK, aktuell Stadium I vom Unterschenkelarterientyp beidseits
• obstruktives Schlafapnoe-Syndrom
• chronischer Nikotinabusus, ca. 70 py
• Nebennierenrinden-Inzidentalom links (ED 2009), keine Hinweise für eine
hormonelle
Aktivität.
In der Gesamtbeurteilung hielten die Gutachter fest, dass aus neurologischer Sicht
aufgrund der fortgeschrittenen Polyneuropathie eine Arbeitsunfähigkeit für Tätigkeiten
mit längerem Stehen oder Gehen oder Tätigkeiten mit Anforderungen an das
Gleichgewichtsvermögen, wie auch für allgemein körperlich mittelschwere Arbeiten wie
die Tätigkeit als selbständiger Carrosseriespengler bestehe. Körperlich leichte
Tätigkeiten in sitzender Stellung könne der Versicherte mit einer Arbeits- respektive
Leistungsfähigkeit von 70 % ausführen. Aus rheumatologischer Sicht beeinflusse das
chronische lumbospondylogene Schmerzsyndrom die Arbeitsfähigkeit. Körperlich
regelmässig schwer belastende Tätigkeiten seien dem Versicherten nicht mehr
zumutbar. Für die angestammte Tätigkeit sowie für wechselbelastende mittelschwere
Tätigkeiten betrage die Arbeits- resp. die Leistungsfähigkeit 80 %. Körperlich leichte,
wechselbelastende Tätigkeiten könne der Versicherte aus rheumatologischer Sicht
uneingeschränkt ausüben. Aus angiologischer Sicht könne aufgrund der aktuell
objektivierbaren Befunde keine Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Auch aus
endokrinologischer Sicht bestehe für angepasste, wechselbelastende Tätigkeiten eine
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100 %ige Arbeitsfähigkeit; nicht empfehlenswert seien Arbeiten mit potenzieller Selbst-
oder Fremdgefährdung sowie Tätigkeiten, die das Lenken von Fahrzeugen
beinhalteten. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit, da keine psychiatrische Diagnose gestellt werden könne. Auch fänden
sich aus allgemeininternistischer Sicht keine weiteren Diagnosen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit. Aus polydisziplinärer Sicht könne dem Versicherten für die
angestammte Tätigkeit sowie für jede andere körperlich mittelschwer oder schwer
belastende Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Für adaptierte,
körperlich leichte Tätigkeiten bestehe eine Arbeits- respektive Leistungsfähigkeit von
70 %. Das Pensum könne vollschichtig mit einem erhöhten Pausenbedarf von 10-15
Minuten pro Stunde und einem leicht reduzierten Rendement umgesetzt werden.
Aufgrund der anamnestischen Angaben, der Untersuchungsbefunde, der vorliegenden
Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten sei davon auszugehen,
dass die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in diesem Ausmass über die Zeit gemittelt
seit April 2013 bestehe. Hinweise dafür, dass in der Vergangenheit eine lang
andauernde, höhergradige Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit bestanden
hätte, fänden sich nicht. Die Diskrepanz zwischen der gutachterlichen Beurteilung und
der Selbsteinschätzung des Versicherten, der sich gar nicht mehr arbeitsfähig fühle, sei
wahrscheinlich in erster Linie auf IV-fremde Gründe wie den schwierigen Arbeitsmarkt,
die längere Arbeitsabstinenz und eventuell auf einen sekundären Krankheitsgewinn
zurückzuführen. RAD-Arzt Dr. D._ erklärte am 3. März 2016 (IV-act. 74), dass das
Gutachten die versicherungsmedizinischen Anforderungen erfülle, sodass auf es
abgestellt werden könne.
A.i Mit Vorbescheid vom 3. März 2016 stellte die IV-Stelle dem Versicherten bei einem
IV-Grad von 39 % die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 76). Zur
Begründung führte sie an, dass der Versicherte in seiner angestammten Tätigkeit als
Autospengler voll arbeitsunfähig sei. Ohne Behinderung könnte er als angestellter
Autospengler mit Berufserfahrung ein Jahreseinkommen von Fr. 75'010.-- erzielen. In
einer behinderungsadaptierten Tätigkeit sei er zu 70 % arbeitsfähig. Gestützt auf die
Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) sei es dem Versicherten
zumutbar, trotz der Behinderung ein Jahreseinkommen von Fr. 45'620.-- zu erzielen.
Dagegen liess der Versicherte am 22. Februar/18. April 2016 einwenden (IV-act. 77,
81), dass angesichts seiner gesundheitlichen Einschränkungen, seines
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fortgeschrittenen Alters, der Notwendigkeit eines Branchenwechsels und des
reduzierten Pensums ein Abzug von 15 % von den Werten der LSE gerechtfertigt sei.
Mit Verfügung vom 20. April 2016 (IV-act. 82) wies die IV-Stelle das Rentengesuch wie
angekündigt bei einem IV-Grad von 39 % ab. Zum Einwand erwiderte sie, dass ein
Abzug vom Tabellenlohn nicht angezeigt sei.
B.
B.a Gegen diese Verfügung liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am
25. Mai 2016 Beschwerde erheben (act. G 1). Seine Rechtsvertreterin beantragte die
Aufhebung der Verfügung und die Zusprache einer Invalidenrente; eventualiter sei die
Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen an die IV-Stelle (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen. Zur Begründung machte die Rechtsvertreterin
geltend, dass das Valideneinkommen von Fr. 75'010.-- angesichts der
Führungserfahrung und der langjährigen Berufstätigkeit als zu tief erscheine. Da dem
Beschwerdeführer nur noch leichte Tätigkeiten zumutbar seien, sei ein
Branchenwechsel notwendig. Zudem seien Arbeiten mit potenzieller Selbst- und
Fremdgefährdung sowie Tätigkeiten, die das Lenken von Fahrzeugen beinhalteten,
nicht empfehlenswert. Ausserdem sei die Gehstrecke des Beschwerdeführers auf 100
Meter limitiert. Unter Berücksichtigung dieser Umstände sei ein Abzug vom
Tabellenlohn von mindestens 15 % angemessen.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 25. August 2016 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung hielt sie fest, dass dem obiter dictum des
Entscheides des Versicherungsgerichts vom 15. März 2015, wonach die
Validenkarriere wohl in einer Erwerbstätigkeit als angestellter Autospengler mit den
Fähigkeiten und der Berufserfahrung des Beschwerdeführers bestehe, nicht gefolgt
werden könne. Für die Ermittlung des Valideneinkommens sei rechtsprechungsgemäss
entscheidend, was eine versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen
Rentenbeginns als Gesunde tatsächlich verdienen würde, und nicht, was sie
bestenfalls verdienen könnte. Dabei werde in der Regel am zuletzt erzielten Verdienst
angeknüpft. Der Beschwerdeführer habe in den letzten zehn Jahren vor Eintritt des
invalidisierenden Leidens im Durchschnitt ein Einkommen von Fr. 34'600.-- erzielt. Das
Valideneinkommen entspreche somit Fr. 34'600.--. Das Invalideneinkommen sei
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anhand von Tabellenlöhnen festzulegen (LSE, Total privater Sektor nach Geschlecht,
Kompetenzniveau 1). Eine Parallelisierung von Validen- und Invalideneinkommen sei
nicht vorzunehmen, da der Beschwerdeführer als Gesunder freiwillig ein relativ tiefes
Erwerbseinkommen erzielt habe. Auch bei einem Tabellenlohnabzug von 15 % würde
kein IV-Grad resultieren (Invalideneinkommen von Fr. 39'064.--).
B.c In ihrer Replik vom 27. September 2016 (act. G 6) machte die Rechtsvertreterin
des Beschwerdeführers ergänzend geltend, dass auch das Valideneinkommen anhand
von Tabellenlöhnen zu ermitteln sei. Unter Berücksichtigung des schlechten
Gesundheitszustandes, der eindrücklichen Diagnoseliste, der hohen Anforderungen an
eine adaptierte Tätigkeit und des fortgeschrittenen Alters sei davon auszugehen, dass
der Beschwerdeführer die Restarbeitsfähigkeit nicht verwerten könne.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 8).
B.e Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers bat am 23. März 2017 um eine
beförderliche Behandlung des Falles, da beim Beschwerdeführer zwischenzeitlich ein
Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs) diagnostiziert worden sei (act. G9). Die
Klinik für Innere Medizin des Spitals G._ hatte in einem Kurzaustrittsbericht vom 11.
Januar 2017 (act. G 9.1) unter anderem einen Verdacht auf ein Pankreaskarzinom bei
wahrscheinlich maligner Transformation einer IPMN (ED 09/2016) angegeben.
B.f Am 9. Mai 2017 forderte das Gericht das ABI auf, Stellung dazu zu nehmen, ob die
vom Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung beklagten Beschwerden und die
subjektiv vollständige Arbeitsunfähigkeit angesichts der neuen medizinischen
Erkenntnis in einem anderen Licht zu betrachten seien respektive ob die Gutachter
unter diesen Umständen an ihrer bisherigen Arbeitsfähigkeitsschätzung festhielten (act.
G 11). Die Gutachterstelle erklärte am 16. Mai 2017, dass sie die neuesten
medizinischen Unterlagen benötige, um eine seriöse Beurteilung abgeben zu können
(act. G 12). Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers reichte am 31. Mai 2017 die
angeforderten Unterlagen ein (act. G 14). Die Ärzte des Klinik für Gastroenterologie/
Hepatologie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) hatten am 9. Februar 2017 berichtet,
dass der Beschwerdeführer an einem zytologisch bewiesenen Adenokarzinom des
Pankreas, lokalisiert im Processus uncinatus, leide (act. G 14.2). Die Ärzte der Klinik für
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Innere Medizin des Spital G._ hatten in ihrem Bericht vom 29. März 2017 (act. G
14.1) festgehalten, dass dem Beschwerdeführer bezüglich der zwei diagnostizierten
Neoplasien ein operatives Vorgehen empfohlen worden sei. Der Beschwerdeführer
lehne weitere diagnostische und therapeutische Massnahmen wegen der bereits stark
eingeschränkten Lebensqualität, der möglichen Komplikationen und der langen
Hospitalisationsdauer jedoch kategorisch ab. Er sei darauf hingewiesen worden, dass
die Möglichkeit zur Operation in kurativer Intention zu einem späteren Zeitpunkt
wahrscheinlich nicht mehr bestehe und dann von einer palliativen Situation auszugehen
sei.
B.g Der allgemeininternistische Gutachter und der ärztliche Leiter des ABI erklärten am
13. Juni 2017 (act. G 16), dass sich die im Januar 2017 gestellte Diagnose eines
hochgradigen Verdachts auf ein Pankreaskarzinom im Februar 2017 bestätigt habe.
Retrospektiv sei anhand der Bilder festgestellt worden, dass in diesem Bereich bereits
im Juni 2016 eine Veränderung vorhanden gewesen sei. Die starke
Grössenprogredienz in den folgenden sechs Monaten lasse die Annahme zu, dass es
sich um einen relativ schnell wachsenden Tumor handle, welcher im
Untersuchungszeitpunkt im Januar 2016 noch nicht oder nur irrelevant klein vorhanden
gewesen sei. Der Beschwerdeführer habe seit vielen Jahren über Müdigkeit geklagt.
Mit der starken Adipositas und einem Diabetes mellitus bestünden verschiedene Co-
Faktoren, die eine erhöhte Ermüdbarkeit erklären könnten. Der Beschwerdeführer habe
nicht geltend gemacht, dass sich die Müdigkeit plötzlich verstärkt hätte. Es sei
ausgeschlossen, dass der nun entdeckte Tumor schon Jahre vorhanden gewesen sei
und müdigkeitsrelevante Auswirkungen gehabt habe. An der gutachterlichen
Arbeitsfähigkeitsschätzung sei daher vollumfänglich festzuhalten. Sie dürfte bis zum
April 2016 (IV-Verfügung) gelten. Ab Juni 2016 sei möglicherweise eine Veränderung
der Symptomatik eingetreten, sicher jedoch ab Januar 2017. Für die Zeit ab Juni 2016
sei von einer 50 %igen Arbeitsunfähigkeit und für die Zeit ab Januar 2017 von einer
vollen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
B.h Die Rechtsvertreterin erklärte am 5. Juli 2017 (act. G 18), dass sie an ihren
bisherigen Ausführungen festhalte. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine
Stellungnahme (vgl. act. G 19).

Erwägungen
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1.
1.1 Mit der angefochtenen Verfügung vom 20. April 2016 hat die Beschwerdegegnerin
einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers bei einem Invaliditätsgrad von 39 %
verneint. Im Beschwerdeverfahren hat sie dann geltend gemacht, dass der IV-Grad
lediglich 0 % betrage. Strittig und zu prüfen ist demnach, ob der Beschwerdeführer
einen Rentenanspruch hat.
1.2 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR
830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.3 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
Invalide¬einkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
2.
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2.1 Um das Invalideneinkommen und damit den IV-Grad festlegen zu können, muss
die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit feststehen.
2.2 Der Beschwerdeführer klagt insbesondere über Gesäss- und Rückenschmerzen.
Er könne lediglich noch 100 Meter am Stück gehen. Im Stehen würden ihm beide
Füsse einschlafen. Des Weiteren leide er unter einer starken Müdigkeit. Der allgemein-
internistische Gutachter hat dem Schlafapnoe-Syndrom keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit beigemessen (IV-act. 73-9). Diese Einschätzung deckt sich mit jener
des behandelnden Pneumologen Dr. H._, welcher aus isoliert pulmonaler Sicht bei
einer korrekt eingestellten CPAP-Behandlung keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
als Autospengler hat ausmachen können (Bericht vom 25. Juni 2015, IV-act. 50).
Demnach kann auf die unbestrittene Einschätzung des allgemein-internistischen
Gutachters abgestellt werden. Der rheumatologische Gutachter hat neben der
allgemeinen muskulären Dekonditionierung und der Wirbelsäulenfehlhaltung und -
fehlform einzig im Bereich des lumbalen Achsenskeletts fassbare pathoanatomische
Veränderungen festgestellt (IV-act. 73-19). Seine Schlussfolgerung, dass der
Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit sowie in wechselbelastenden
mittelschweren Tätigkeiten zu 80 % und in einer körperlich leichten,
wechselbelastenden Tätigkeit uneingeschränkt arbeitsfähig ist, überzeugt daher. Der
neurologische Gutachter hat die angestammte Tätigkeit als Autospengler wegen der
fortgeschrittenen Polyneuropathie als nicht mehr zumutbar erachtet. In einer
behinderungsangepassten, körperlich leichten Tätigkeit bestehe insbesondere
aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs eine Arbeitsunfähigkeit von 30 %. Als
funktionelle Auswirkung der Polyneuropathie hat der neurologische Gutachter ein
eingeschränktes Gleichgewichtsvermögen angegeben. Unter Berücksichtigung des
degenerativen LWS-Syndroms und des fortgeschrittenen Stadiums der
Polyneuropathie leuchtet die Beurteilung des neurologischen Gutachters, dass der
Beschwerdeführer vermehrte Pausen zur Erholung benötigt, ein. Der Beschwerdeführer
fühlt sich psychisch nicht krank (IV-act. 73-12). Der psychiatrische Gutachter hat keine
psychiatrische Diagnose stellen können. Auch in den Akten ist nirgends eine
psychiatrische Diagnose vermerkt. Demzufolge ist mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer nicht an einer
psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung leidet, die einen Einfluss auf die
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Arbeitsfähigkeit hätte. Die gemäss den Angaben des Beschwerdeführers seit fast zehn
Jahren bestehende ständige Müdigkeit (IV-act. 73-7) ist von den Gutachtern auf die
starke Adipositas und den Diabetes mellitus zurückgeführt worden (act. G 16). Der
praktisch nicht objektivierbaren gesteigerten Ermüdbarkeit ist jedenfalls durch den
bereits aus neurologischer Sicht eingeräumten erhöhten Pausenbedarf angemessen
Rechnung getragen.
2.3 Beim Beschwerdeführer ist im Januar 2017 ein Pankreaskarzinom diagnostiziert
worden. Die Gutachter sind gestützt auf die Untersuchungsbefunde zum Schluss
gekommen, dass es sich um einen relativ schnell wachsenden Tumor handle, welcher
im Untersuchungszeitpunkt (Januar 2016) wie auch im Verfügungszeitpunkt (20. April
2016) noch nicht vorhanden oder irrelevant klein gewesen sein müsse. Für das
vorliegende Verfahren ist lediglich der Gesundheitszustand respektive die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers bis und mit Verfügungserlass relevant.
Gestützt auf die überzeugenden Ausführungen der Gutachter ist mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass das
Pankreaskarzinom − sollte es damals schon vorhanden gewesen sein − im
Verfügungszeitpunkt noch keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gehabt hat.
2.4 Während die Gutachter von einer 70 %igen Arbeitsfähigkeit für adaptierte
Tätigkeiten ausgegangen sind, haben die ehemalige Hausärztin Dr. C._ sowie der
aktuelle Hausarzt med. pract. F._ die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auch
für adaptierte Tätigkeiten auf 0 % geschätzt, wobei med. pract. F._ eine
unabhängige Begutachtung empfohlen hat. Im vorliegenden Fall lässt bereits die
Polymorbidität und die Komplexität der gesundheitlichen Beschwerden eine
interdisziplinäre Beurteilung durch fachspezifische Ärzte als zwingend notwendig
erscheinen. Hinzu kommt, dass behandelnde Ärztinnen und Ärzte mitunter im Hinblick
auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer
Patienten aussagen (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5 mit Hinweisen). Zu berücksichtigen ist
auch, dass Gutachter in der Regel über mehr Erfahrung hinsichtlich der
versicherungsmedizinisch relevanten Arbeitsfähigkeit verfügen als Hausärzte. Die
abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzung der Hausärzte ist aus diesen Gründen nicht
geeignet, Zweifel an der gutachterlichen Beurteilung zu wecken.
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2.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf die überzeugende gutachterliche
Arbeitsfähigkeitsschätzung abzustellen ist. Der Beschwerdeführer ist in der
angestammten Tätigkeit als Autospengler spätestens seit April 2013 andauernd
arbeitsunfähig. In einer behinderungsadaptierten, körperlich leichten Tätigkeit hat die
Arbeitsfähigkeit zwischen April 2013 und April 2016 mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit 70 % betragen (vollschichtige Umsetzung).
3.
3.1 Somit bleibt noch der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Einkommensvergleich zu überprüfen. Die Arbeitsunfähigkeit ist spätestens im April
2013 eingetreten. Das Wartejahr nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG hat somit im April 2013
zu laufen begonnen und ist Ende März 2014 erfüllt gewesen. Gemäss Art. 29 Abs. 1
IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach
Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Da sich der Beschwerdeführer erst im März
2014 zum Leistungsbezug angemeldet hat, würde ein allfälliger Rentenanspruch erst
ab dem 1. September 2014 entstehen.
3.2 Der Beschwerdeführer ist seit 1986 selbständig als Autospengler tätig gewesen.
Das Gericht hat im Rückweisungsentscheid vom 19. Mai 2015 in einem obiter dictum
ausführlich dargelegt, weshalb für die Validenkarriere nicht auf das tatsächlich erzielte
Erwerbseinkommen als selbständiger Autospengler, sondern auf das Einkommen,
welches ein angestellter Autospengler mit den Fähigkeiten und der Berufserfahrung
des Beschwerdeführers verdienen könnte, abzustellen ist (siehe Erw. 3 des
Entscheides vom 19. Mai 2015, IV 2014/499). Darauf ist zu verweisen. Während die
Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung dem Valideneinkommen eine
Erwerbstätigkeit als angestellter Autospengler zugrunde gelegt hat, hat der
Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort mit Verweis auf die
bundesgerichtliche Rechtsprechung darauf beharrt, dass das Valideneinkommen
anhand des vom Beschwerdeführer tatsächlich erzielten Einkommens als selbständiger
Autospengler._ zu berechnen sei. Diese Ansicht ist völlig realitätsfremd, was sich
schon darin zeigt, dass gestützt auf die Berechnungen des Rechtsdienstes der
Beschwerdegegnerin ohne Tabellenlohnabzug ein negativer Invaliditätsgrad von -33 %
(100 % x -11'358 / 34'600) und mit einem (von der Rechtsvertreterin geforderten) 15
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%igen Tabellenlohnabzug ein negativer Invaliditätsgrad von -13 % (100 % x -4'464 /
34'600) resultieren würde. Der Fehler in der Argumentation der Beschwerdegegnerin
besteht darin, dass sie auf der validen Seite des Einkommensvergleichs als
versichertes Gut nicht wie in Art. 7 f. ATSG vorgegeben die Erwerbsfähigkeit, sondern
das zuletzt erzielte Erwerbseinkommen bezeichnet hat. Auf der invaliden Seite des
Einkommensvergleichs hat sie dann aber zur "beschädigten" Erwerbsfähigkeit
gewechselt. Diese Auswechslung des versicherten Gutes erklärt, warum es zu der
Absurdität einer "negativen Invalidität" gekommen ist. Dass das Valideneinkommen in
vorliegenden Fall nicht anhand des Durchschnittseinkommens der letzten zehn Jahre
als selbständig Erwerbender abgestellt werden kann, ist im Übrigen auch aufgrund der
extremen Schwankungen offensichtlich: Während der Beschwerdeführer gemäss dem
IK-Auszug (IV-act. 4) beispielsweise im Jahr 2007 ein Erwerbseinkommen von Fr.
72'500.-- erwirtschaftet hat, hat er im Jahr 2011 lediglich ein Einkommen von Fr.
12'900.-- erzielt. Auf den in den letzten zehn Jahren erzielten Verdienst als selbständig
erwerbender Autospengler kann also − auch wenn man der (gesetzwidrigen) Ansicht
der Beschwerdegegnerin folgen würden, wonach das versicherte Gut auf der validen
Seite des Einkommensvergleichs das zuletzt erzielte Erwerbseinkommen sei − nicht
abgestellt werden, weil dieser nichts darüber auszusagen vermag, welchen Lohn der
Beschwerdeführer als Gesunder im Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns (2014) als
selbständig erwerbender Autospengler hätte verdienen können. Demzufolge ist im
Sinne des obiter dictum des Rückweisungsentscheides vom 19. Mai 2015 daran
festzuhalten, dass die Validenkarriere der Tätigkeit als unselbständiger Autospengler
mit den Fähigkeiten und der Berufserfahrung des Beschwerdeführers entspricht. Die
Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen in der angefochtenen Verfügung auf
Fr. 75'010.-- festgesetzt. Diesen Betrag hat sie anhand des Lohnrechners ermittelt
(www.lohnrechner.ch; IV-act. 75-2), ohne jedoch das zugrundeliegende
Anstellungsprofil offenzulegen. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat
moniert, dass das von der Beschwerdegegnerin errechnete Valideneinkommen
angesichts der Führungserfahrung und der langjährigen Berufstätigkeit als zu tief
erscheine. Im Jahr 2014 wäre der Beschwerdeführer 59 Jahre alt und seit 28 Jahren als
selbständiger Autospengler tätig gewesen. Der Beruf des Autospenglers gehört zur
Abteilung Instandhaltung und Reparatur von Automobilen und zur Berufsgruppe
Metallarbeiter, Mechaniker und verwandte Berufe. Aus der jahrzehntelangen
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selbständigen Geschäftstätigkeit kann geschlossen werden, dass der
Beschwerdeführer auch in einem Anstellungsverhältnis das Potential gehabt hätte,
zumindest eine Aufsichtsfunktion auszuüben (unterste Kaderfunktion). Unter
Berücksichtigung dieses Anstellungsprofils resultiert bei einer wöchentlichen
Arbeitszeit von 42 Stunden ein mittlerer Monatslohn (Schweiz) von Fr. 7'240.--
(www.lohnrechner.ch). Das Valideneinkommen ist daher auf Fr. 86'880.-- festzusetzen
(12 x Fr. 7'240.--). Die Divergenz zum von der Beschwerdegegnerin ermittelten
Valideneinkommen von Fr. 75'010.-- ist wohl darauf zurückzuführen, dass die
Beschwerdegegnerin die durch die jahrzehntelange selbständige Tätigkeit belegte
berufliche Qualifikation nicht berücksichtigt hat.
3.3 Der Beschwerdeführer ist in der Tätigkeit als Autospengler nicht mehr arbeitsfähig.
Die Invalidenkarriere besteht daher in einer körperlich leichten, den Adaptionskriterien
der Gutachter entsprechenden Hilfsarbeit. Eine solche ist dem Beschwerdeführer noch
zu 70 % zumutbar. Der schweizerische Durchschnittslohn eines Hilfsarbeiters hat im
Jahr 2014 − entsprechend dem Valideneinkommen aufgerechnet auf eine Arbeitszeit
von 42 Stunden − Fr. 66'931.-- betragen (vgl. Anhang 2 der IVG-Ausgabe der
Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2017, abrufbar unter: www.ahv-iv.ch/Portals/0/
Documents/ Webshop/Aktualisierte%20Anh%C3%A4nge.pdf, S. 11). Ohne
Tabellenlohnabzug würde das Invalideneinkommen somit Fr. 46'852.-- betragen (0.7 x
Fr. 66'931.--). Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat geltend gemacht, dass
aufgrund des Branchenwechsels und der hohen Anforderungen an eine adaptierte
Tätigkeit (körperlich leichte, wechselbelastende, vorwiegend sitzende Tätigkeit, keine
Arbeiten mit potenzieller Selbst- oder Fremdgefährdung, kein Lenken von Fahrzeugen)
ein Tabellenlohnabzug von 15 % angemessen sei. Beim Tabellenlohn handelt es sich
um einen statistischen Durchschnittswert. Basis für den Tabellenlohn eines
Hilfsarbeiters bilden die in dieser Branche tatsächlich bezahlten Löhne. Die Höhe der
tatsächlich bezahlten Löhne hängt von unterschiedlichen betriebswirtschaftlichen bzw.
ökonomischen Faktoren ab. Diese Faktoren müssen auch bei der Ermittlung des
Invalideneinkommens berücksichtigt werden. Aufgabe der medizinischen
Sachverständigen ist es, die zumutbare Arbeitsleistung aus medizinischer Sicht
festzustellen. In der Arbeitsfähigkeitsschätzung werden also nur die direkten Folgen der
gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Erwerbsmöglichkeiten berücksichtigt. Die
medizinischen Sachverständigen verfügen offensichtlich nicht über das Fachwissen,
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um auch die indirekten, d.h. die ökonomisch-betriebswirtschaftlichen Folgen der
Gesundheitsbeeinträchtigung auf die Einkommenshöhe abschätzen zu können. Bei der
Ermittlung des Invalideneinkommens sind daher einerseits indirekte krankheitsbedingte
Nachteile, andererseits jedoch auch qualifizierende Eigenschaften der versicherten
Person, die sich auf die Lohnhöhe auswirken, zu berücksichtigen (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St Gallen vom 8. Dezember 2015, IV 2013/118 E.
3.3; vgl. auch Entscheid vom 17. Oktober 2016, IV 2014/121 E. 3.1). Der
Beschwerdeführer leidet an einer Polymorbidität. Aufgrund der diversen und
komplexen gesundheitlichen Beeinträchtigungen besteht die Gefahr
überdurchschnittlich häufiger Arbeitsausfälle. Ein potentieller Arbeitgeber wird diesem
erhöhten Ausfallrisiko bzw. dem Risiko der dadurch anfallenden zusätzlichen Kosten
(Lohnzahlung ohne Arbeitsleistung) dadurch Rechnung tragen, dass er den
Beschwerdeführer nur zu einem deutlich unterdurchschnittlichen Lohn einstellt. Weitere
Faktoren, die sich lohnmindernd auswirken, sind jedoch nicht ersichtlich. Auch wenn
der Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit über keine spezifische
Berufserfahrung verfügt, so wird ihm die Berufserfahrung als Autospengler,
insbesondere seine handwerklichen und technischen Fertigkeiten, auch in einer
Hilfsarbeit zugutekommen. Und schliesslich ist davon auszugehen, dass auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt körperlich leichte, wechselbelastende, vorwiegend
sitzende Tätigkeiten existieren. Aufgrund des erhöhten Ausfallsrisikos erscheint ein
Tabellenlohnabzug von 10 % gerechtfertigt. Das Invalideneinkommen beträgt folglich
Fr. 42'167.--. Bei einer Erwerbseinbusse von Fr. 44'713.-- resultiert ein IV-Grad von
abgerundet 51 %.
3.4 Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat geltend gemacht, dass der
Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit aufgrund des schlechten
Gesundheitszustandes, der hohen Anforderungen an eine adaptierte Tätigkeit und des
fortgeschrittenen Alters nicht verwerten könne. Ob eine versicherte Person die
verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch
verwerten kann, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern
hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend sind beispielsweise das
Alter, die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der
absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang
auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung,
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beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem
angestammten Bereich. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren
Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
30. Juli 2014, 9C_272/2014 E. 2.1 mit Hinweisen; siehe auch Urteil vom 1. März 2017,
8C_678/ 2016 E. 2.1 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer ist im Zeitpunkt des
Eintritts der Arbeitsunfähigkeit im April 2013 knapp 58-jährig gewesen, womit ihm bis
zur ordentlichen Pensionierung eine Restaktivitätsdauer von immerhin sieben Jahren
verblieben wäre. Auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt sind Tätigkeiten vorhanden, die
dem Anforderungsprofil des Beschwerdeführers entsprechen. Der Umstellungs- und
Einarbeitungsaufwand ist bei Hilfsarbeiten klein, da deren Ausübung keine speziellen
Berufskenntnisse voraussetzt. Zudem gibt es Hilfsarbeiten, in denen der
Beschwerdeführer von seinen als Autospengler angeeigneten Fertigkeiten wird
profitieren können; zu denken ist beispielsweise an leichte Montagearbeiten, die
handwerkliches Geschick erfordern. Auch die relativ hohe Restarbeitsfähigkeit (70 %)
spricht für eine Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit. Unter Berücksichtigung aller
Umstände ist die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit zu bejahen. Bei einem IV-
Grad von 51 % hat der Beschwerdeführer somit Anspruch auf eine halbe
Invalidenrente.
3.5 Demnach ist die angefochtene Verfügung in Gutheissung der Beschwerde
aufzuheben und dem Beschwerdeführer ist rückwirkend ab 1. September 2014 eine
halbe Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen. Die Sache ist zur Ermittlung des
Rentenbetrages an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3.6 Ob es sich bei der Eingabe der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers vom 23.
März 2017 um ein (vorgezogenes) Rentenrevisionsgesuch handelt, wird die
Beschwerdegegnerin zu beurteilen haben.
4.
4.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Wegen der zwei Rückfragen an die
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Gutachterstelle ist der Aufwand des Gerichts in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit überdurchschnittlich gewesen. Daher erscheint eine Gerichtsgebühr von
Fr. 750.-- als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie
vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss
von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
4.2 Zu klären bleibt, wem die Kosten für die Rückfrage an das ABI in der Höhe von Fr.
165.60 aufzuerlegen sind. Art. 69 IVG enthält keine Anweisungen an die kantonalen
Gerichte zur Verlegung der Gerichtskosten. Diese beurteilt sich daher nach den
einschlägigen kantonalen Bestimmungen (vgl. Entscheid des Bundesgerichts vom 23.
Oktober 2008, 9C_672/2008 E. 5.2.1; MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum IVG, N 8 zu Art. 69). Gemäss Art. 95 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRP, sGS 951.1) gehen Kosten, die ein Beteiligter durch
Verletzung wesentlicher Verfahrensvorschriften veranlasst, zu seinen Lasten (sog.
Verursacherprinzip). Das Pankreaskarzinom ist erst nach Verfügungserlass festgestellt
worden. Eine Rückfrage an die Gutachterstelle ist trotzdem unabdingbar gewesen, da
das Gericht mangels medizinischer Kenntnisse nicht hat ausschliessen können, dass
das Pankreaskarzinom bereits vor Verfügungserlass einen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers gehabt hat. Die Konstellation des vorliegenden
Falles ist insofern ungewöhnlich, als sich erst während des Beschwerdeverfahrens
herausgestellt hat, dass der medizinische Sachverhalt nicht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit festgestanden hat. Auch wenn die
Beschwerdegegnerin im Zeitpunkt des Verfügungserlasses die Verletzung der
Untersuchungspflicht nach Art. 43 Abs. 1 ATSG noch gar nicht hat erkennen können,
ändert dies nichts daran, dass − im Nachhinein betrachtet − eine derartige
Verfahrensverletzung vorliegt. Auch die Kosten für die Rückfrage in der Höhe von Fr.
165.60 sind daher der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Die
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Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat keine Honorarnote eingereicht. In einem
durchschnittlich aufwändigen IV-Rentenfall spricht das Versicherungsgericht
praxisgemäss eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- zu. Der hier zu beurteilende
Fall ist auch für die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers überdurchschnittlich
aufwändig gewesen, da sie nach Abschluss des Schriftenwechsels weitere
medizinische Berichte hat einholen und Stellung zur Antwort der Gutachter auf die
Rückfrage des Gerichts hat nehmen müssen. Daher erscheint eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 3'800.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
angemessen.