Decision ID: 40b60e8e-c5f4-4eff-9517-ac1d38b51537
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X besitzt den Führerausweis der Kategorie B seit 1991. Da nach einer Fahrt in
angetrunkenem Zustand am 27. Januar 1997 mit einer Blutalkoholkonzentration von
mindestens 1,15 Gew.-‰ bekannt wurde, dass X täglich Methadon konsumiert, wurde
ihm der Führerausweis vorsorglich entzogen und die Fahreignung verkehrsmedizinisch
abgeklärt. Der Führerausweis wurde ihm am 10. Juni 1998 mit der Auflage einer
kontrollierten Drogenabstinenz bei Methadonbehandlung und einer
Alkoholfahrabstinenz wieder ausgehändigt. Nach einer erneuten Fahrt in
angetrunkenem Zustand vom 4. Juni 1999 mit einer Blutalkoholkonzentration von
mindestens 1,16 Gew.-‰ wurde X der Führerausweis wiederum vorsorglich entzogen.
Nach mehrfacher verkehrsmedizinischer Begutachtung wurde er ihm am 17. Dezember
2001 mit der Auflage einer kontrollierten und betreuten Drogenabstinenz bei
Methadonbehandlung, einer Verlaufskontrolle des Alkoholkonsums und einer
Alkoholfahrabstinenz wieder ausgehändigt. Am 16. Januar 2003 wurden die
Verlaufskontrolle des Alkoholkonsums und die Alkoholfahrabstinenz aufgehoben und
die Intensität der Urinkontrollen zur Überwachung der Drogenabstinenz gelockert. Am
16. April 2003 wurde zudem die Auflage der Suchtberatung aufgehoben. Am
18. August 2009 ersuchte X um Aufhebung der verbliebenen Auflagen. Das
Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen wies das Gesuch am
19. November 2009 ab.
B.- Gegen diese Verfügung erhob X durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom
4. Dezember 2009 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, unter
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung seien die angefochtene Verfügung und
die gegen den Rekurrenten verfügten Auflagen aufzuheben. Auf die Ausführungen zur

Begründung des Antrags wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Der zuständige Abteilungspräsident wies das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege
mit Verfügung vom 14. Dezember 2009 ab. Am 6. Januar 2010 liess der Rekurrent
zusammen mit einer zusätzlichen Eingabe weitere Beweismittel einreichen. Die
Vorinstanz verzichtete am 21. Januar 2010 auf eine Vernehmlassung.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
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Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 4. Dezember 2009 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 41 , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Nachdem der Rekurrent am 27. Januar 1997 – trotz Entzug des Führerausweises –
als alkoholisierter Lenker auffällig geworden war und in der ärztlichen Untersuchung
angegeben hatte, täglich Methadon einzunehmen, wurde er am 27./30. Mai 1997
erstmals verkehrsmedizinisch begutachtet. Der Verkehrsmediziner riet vor einer
abschliessenden Beurteilung zu einer mindestens dreimonatigen Drogenabstinenz.
Entsprechend der Empfehlung im abschliessenden Gutachten vom 15. Mai 1998 wurde
der Führerausweis dem Rekurrenten mit der Auflage einer kontrollierten
Drogenabstinenz im Rahmen des hausärztlich betreuten und überwachten
Methadonprogramms und einer Alkohol-Fahrabstinenz wieder ausgehändigt. Nach
einer erneuten Fahrt in angetrunkenem Zustand vom 4. Juni 1999 wurde der
Führerausweis dem Rekurrenten wiederum vorsorglich entzogen. Der
Verkehrsmediziner empfahl am 22. Oktober 1999 eine verkehrsmedizinische
Begutachtung vor der Wiederaushändigung des Führerausweises. In einem Gutachten
vom 22. Dezember 2000 riet er vor der abschliessenden Beurteilung der Fahreignung
des Rekurrenten zu einer mindestens sechsmonatigen Drogen- und Alkoholabstinenz
bei stabiler Methadontherapie. Nachdem der Verkehrsmediziner am 4. Dezember 2001
die Fahreignung des Rekurrenten unter Auflagen bejaht hatte, wurde der vorsorgliche
Entzug des Führerausweises am 17. Dezember 2001 aufgehoben und der Rekurrent
verpflichtet, unter fachtherapeutischer Betreuung die hausärztliche Methadon-Therapie
mit regelmässigen Urinkontrollen – zum Nachweis einer Drogenabstinenz und zum
Ausschluss eines Beikonsums von psychotropen Stoffen inkl. Cannabis – und die
monatlichen CDT-Blutanalysen zur Verlaufskontrolle des Alkoholkonsums
weiterzuführen und eine Alkoholfahrabstinenz einzuhalten. Am 16. Januar 2003 und am
16. April 2003 wurden die Auflagen angepasst, indem die Verlaufskontrolle des
Alkoholkonsums, die Alkoholfahrabstinenz und die Pflicht zur fachtherapeutischen
Betreuung aufgehoben wurden und lediglich noch zweimal monatlich Urinkontrollen
durchzuführen sind. Das Gesuch des Rekurrenten, der nach wie vor unter
hausärztlicher Kontrolle täglich 15 mg Methadon einnimmt, vom 10. August 2009 um
Aufhebung der Auflagen wies die Vorinstanz am 19. November 2009 ab.
bis
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a) Eine Grundvoraussetzung für die Erteilung des Führerausweises ist die Fahreignung.
Dieser Begriff umschreibt die körperlichen und geistigen Voraussetzungen, um ein
Fahrzeug im Strassenverkehr sicher lenken zu können. Die Fahreignung muss
grundsätzlich dauernd vorliegen (BGE 133 II 384 E. 3.1). Nach Art. 14 Abs. 2 lit. c SVG
darf der Führerausweis nicht erteilt werden, wenn der Bewerber an einer die
Fahreignung ausschliessenden Sucht leidet. Wird nachträglich festgestellt, dass die
gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen, ist der
Führerausweis zu entziehen (Art. 16 Abs. 1 SVG). Gemäss Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG
wird der Führerausweis einer Person auf unbestimmte Zeit entzogen, wenn sie an einer
Sucht leidet, welche die Fahreignung ausschliesst.
Die Anordnung von Auflagen kommt dann in Frage, wenn der Lenker die gesetzlichen
Anforderungen an die Fahreignung bei Einhaltung bestimmter Massnahmen erfüllt; ein
Entzugsgrund nach Art. 16 SVG muss dabei nicht gegeben sein (VRKE IV-2004/101
vom 20. Oktober 2004 E. 3a). Mit der Änderung des Strassenverkehrsgesetzes vom
14. Dezember 2001 wurde die in Art. 10 Abs. 3 aSVG enthaltene ausdrückliche
gesetzliche Grundlage, nach welcher die grundsätzlich unbefristet und für die ganze
Schweiz geltenden Ausweise aus besonderen Gründen befristet, beschränkt oder mit
Auflagen verbunden werden konnten, zwar aufgehoben. Entgegen der im Rekurs
vertretenen Auffassung führt dies allerdings nicht dazu, dass die umstrittenen Auflagen
das Legalitätsprinzip verletzten. Vielmehr ist es nach den allgemeinen
verwaltungsrechtlichen Grundsätzen im Rahmen der Verhältnismässigkeit zulässig, aus
besonderen Gründen den Führerausweis mit Auflagen zu versehen, wenn diese der
Sicherstellung der Fahreignung und damit der Verkehrssicherheit dienen sowie mit dem
Wesen der Fahrerlaubnis im Einklang stehen (vgl. Botschaft, in: BBl 1999 S. 4482).
Erforderlich ist zudem, dass sich die Fahreignung nur mit dieser Massnahme aufrecht
erhalten lässt und die Auflagen erfüll- und kontrollierbar sind (BGE 131 II 248 E. 6;
VRKE IV-2008/117 vom 22. Januar 2009 E. 3b). Dass ein Fahrzeuglenker zum
Missbrauch von Substanzen, welche die Fahrfähigkeit beeinträchtigen, neigt, stellt
einen besonderen Grund dar, der Auflagen rechtfertigt (zum Alkoholmissbrauch vgl.
BGE 131 II 248 E. 6.3). Ein solcher besonderer Grund liegt bei einem Konsumverhalten
vor, bei welchem es überwiegend wahrscheinlich ist, dass der Betroffene ausser
Stande ist, eine drogenkonsumbedingte zeitweilige Fahruntüchtigkeit rechtzeitig als
solche zu erkennen oder trotz einer solchen Erkenntnis von der aktiven Teilnahme am
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Strassenverkehr abzusehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6A.11/2006 vom 13. April
2006, E. 3.2). Personen, die zwar nicht drogensüchtig, aber nachweislich in
erheblichem Ausmass suchtgefährdet sind, kann der Führerausweis deshalb unter
einer Abstinenzauflage erteilt werden (VRKE IV-2004/101 vom 20. Oktober 2004 E. 3a;
Ph. Weissenberger, Administrativrechtliche Massnahmen bei Alkohol- und
Drogengefährdung, in: Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2004, St. Gallen 2004,
S. 134 f.).
b) Verkehrsmedizinisch wurde der Rekurrent letztmals am 4. Dezember 2001
begutachtet. Der Gutachter kam zum Schluss, der Rekurrent habe seine Suchtmittel-
Problematik (Drogen und Alkohol) zumindest soweit überwunden, dass die
Fahreignung unter Einhaltung von Auflagen wieder befürwortet werden könne.
Aufgrund der belasteten Vorgeschichte und wegen der strengen Anforderungen an
Methadon-Konsumenten empfahl er die Weiterführung der Methadon-Therapie mit
regelmässigen Urinkontrollen und monatlichen CDT-Blutanalysen unter regelmässiger
fachtherapeutischer Betreuung. Die Vorinstanz verfügte die entsprechenden Auflagen
am 17. Dezember 2001. Am 16. Januar 2003 hob sie die monatliche Überwachung des
CDT-Wertes auf und lockerte die zeitlichen Abstände der Urinkontrollen; am 16. April
2003 hob sie auch die Auflage der fachtherapeutischen Betreuung auf. Seither führt der
Rekurrent bei seinem Hausarzt die Methadonbehandlung – zurzeit mit 15 mg täglich –
und die Urinkontrollen zweimal monatlich weiter und ist verpflichtet, der Vorinstanz alle
drei Monate Berichte über den Behandlungsverlauf einzureichen. Rückfälle in den
Konsum von Betäubungsmitteln oder der Beikonsum anderer pharmazeutischer
Substanzen neben dem Methadon waren seit der Anordnung der Auflagen vom
17. Dezember 2001 – und auch früher – unbestrittenermassen nicht zu verzeichnen.
Methadon gehört zu den Opioiden, deren medizinische Hauptwirkung im analgetischen
Effekt sowohl in Bezug auf die Schmerzfortleitung als auch auf die
Schmerzverarbeitung liegt (vgl. Madea/Musshoff/Berghaus, Verkehrsmedizin, Köln
2007, S. 483). Opiate und Opioide führen aufgrund ihrer sedierenden Effekte in jedem
Fall zu Beginn der Therapie zu Fahrunsicherheit. Mit zunehmender Therapiezeit
verringern sich die negativen Effekte, sodass in einigen experimentellen Studien bei
Dauertherapie nur geringe Leistungsmängel objektiviert werden konnten. Speziell für
Levomethadon, einen Wirkstoff, der bei der Substitutionstherapie von
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Drogenabhängigen eingesetzt wird, existiert ein umfangreiches Schrifttum, in dem den
Patienten zum Teil eine relativ gute Leistungsfähigkeit bescheinigt wird, solange eine
Monotherapie vorliegt.
Langzeitkonsumenten von Methadon oder auch Schmerzpatienten unter dem Einfluss
von Opioiden sind unter bestimmten Voraussetzungen fahrsicher und fahrgeeignet (vgl.
Madea/Musshoff/Berghaus, a.a.O., S. 489). Auch bei Schmerzpatienten sind jedoch
nicht selten Kombinationen von Schmerzmitteln bzw. Überdosierungen zu finden. Bei
simultaner Einnahme mehrerer psychotroper Wirkstoffe ist in der Regel aufgrund der
additiven Effekte mit erheblichen Leistungsminderungen zu rechnen (vgl. Madea/
Musshoff/Berghaus, a.a.O. S. 541 f.).
Die Verfahrensbeteiligten gehen deshalb zu Recht übereinstimmend davon aus, dass
die seit rund 10 Jahren ohne Rückfälle und ohne Beikonsum anderer psychotroper
Substanzen verlaufende Methadonbehandlung die Fahreignung des Rekurrenten nicht
grundsätzlich ausschliesst (vgl. Schweizerische Gesellschaft für Suchtmedizin,
Medizinische Empfehlungen für substitutionsgestützte Behandlungen [SGB] bei
Opioidabhängigkeit, 2006, S. 34). Insbesondere geht auch die Vorinstanz davon aus,
dass der Rekurrent eine früher bestandene, die Fahreignung grundsätzlich
ausschliessende Drogenabhängigkeit überwunden hat.
c) Der Rekurrent beabsichtigt jedenfalls bis im Frühjahr 2010 nicht, das Methadon
abzusetzen. Wie lange die Behandlung noch andauere, könne nicht vorausgesagt
werden. Die Entscheidung, ob und wann er das Methadonprogramm beende, liege bei
ihm und den betreuenden Ärzten. Umstritten ist, ob es strassenverkehrsrechtlich
zulässig ist, den Führerausweis weiterhin mit der Auflage von monatlich zwei
Urinkontrollen zur Überprüfung der Drogenabstinenz und dreimonatlichen Berichten
der betreuenden Stelle über den Verlauf der kontrollierten Abstinenz zu verknüpfen.
aa) Beim Rekurrenten gelangt zur Behandlung einer Heroinabhängigkeit die
Methadonreduktionsmethode zur Anwendung, bei der anfangs die benötigte Menge an
Methadon ermittelt und die Dosis im Lauf der Zeit schrittweise verringert wird. Auf
diese Weise soll die Abhängigkeit gelöst werden. Viele der so Behandelten werden
allerdings wieder rückfällig, indem sie zusätzlich oder im Anschluss wieder Heroin
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konsumieren. Dieses Zurückfallen wird durch die, auch lange noch nach dem
körperlichen Entzug vorhandene, psychische Abhängigkeit verursacht (vgl.
de.wikipedia.org, Methadon). Langzeitstudien zeigen, dass die Opioidabhängigkeit als
chronische Erkrankung (Störung) mit neurobiologischen und neurophysiologischen
Implikationen und damit als Langzeitgeschehen interpretiert werden muss. Nur eine
Minderheit der Opioidabhängigen erreicht eine dauerhafte Abstinenz, auch wenn
abstinente Phasen bei ihnen sehr häufig zu beobachten sind (vgl. Schweizerische
Gesellschaft für Suchtmedizin, a.a.O., S. 7).
Methadon hat bei oraler Aufnahme eine Wirkungsdauer von 24-36 Stunden; die starken
Stimmungsschwankungen, wie sie nach Heroinkonsum auftreten können, werden
hierbei weitgehend vermieden. Es führt zu einem vergleichsweise milden, mit einem
Gefühl der Gleichgültigkeit und Abgeschirmtheit verbundenen "high". Eine Gewöhnung
soll sich bei Methadon und L-Methadon zwar im Vergleich zu Morphin und Heroin
langsamer einstellen und auch das Abhängigkeitspotenzial geringer sein. Eine
Methadon-Abhängigkeit, die der vom Opioid-Typ zuzurechnen ist, soll jedoch schwerer
als eine Heroinabhängigkeit zu behandeln sein und der Entzug länger dauern (vgl. Th.
Geschwinde, Rauschdrogen, Rz. 2067 ff.).
Aus medizinischer Sicht liegt auch bei der Methadonbehandlung eine
Opioidabhängigkeit vor, bei der die momentane Fahrfähigkeit nur gegeben ist, soweit
die tägliche Methadondosis fest etabliert ist und nicht gleichzeitig Drogen oder andere
psychotrope Substanzen konsumiert werden. Dass Motorfahrzeuglenkern in
Methadonbehandlung der Führerausweis regelmässig nur unter der Auflage einer
kontrollierten Abstinenz von Drogen und anderen psychotropen Substanzen erteilt
werden kann, wird deshalb auch im Rekurs zu Recht im Grundsatz nicht bestritten.
Insbesondere macht der Umstand, dass der Rekurrent trotz einer nur noch geringen
täglichen Dosis von 15 mg den Schritt in die "Methadonfreiheit" bisher unter Hinweis
auf bevorstehende Herausforderungen nicht wagte, die Abhängigkeit, in welche auch
die Substitutionsbehandlung führt, deutlich. Insoweit liegt weiterhin eine Abhängigkeit
von einer Substanz – und damit mehr als eine erhöhte Suchtgefährdung – vor, bei
deren Konsum die Fahreignung nur unter bestimmten Voraussetzungen bejaht werden
kann. Deshalb ist die Weiterführung der Überwachung der Abstinenzauflage auch beim
Rekurrenten erforderlich.
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Zutreffend wird im Rekurs zwar darauf hingewiesen, die Auflagen gewährleisteten keine
lückenlose Kontrolle der momentanen Fahrfähigkeit. Dies vermag allerdings keine
Abstinenzkontrolle zu leisten, da die erforderlichen Parameter lediglich in mehr oder
weniger grossen zeitlichen Abständen erhoben werden können. Die Kontrollmittel
können nur präventiv wirken und nicht das Lenken von Motorfahrzeugen in einem
fahrunfähigen Zustand ausschliessen. Grössere zeitliche Abstände der Überwachung
sind deshalb gerechtfertigt, wenn – wie auch beim Rekurrenten – eine Abstinenz über
längere Zeit zuverlässig eingehalten worden ist und deshalb die Gefahr einer Fahrt in
nicht fahrfähigem Zustand als entsprechend gering einzustufen ist. Entgegen der
Auffassung im Rekurs können die umstrittenen Auflagen damit nicht als ungeeignet
bezeichnet werden.
Die Methadonbehandlung wird entgegen der Darstellung im Rekurs auch nicht einer
Drogenabhängigkeit gleichgestellt. Anders als die Abhängigkeit von Heroin schliesst
die ärztlich kontrollierte stabile Behandlung mit Methadon die Fahreignung nicht von
vornherein aus. Vielmehr ist sie gegeben, soweit nicht gleichzeitig Drogen oder andere
psychotrope Substanzen konsumiert werden; Letzteres zu unterlassen wird der
Rekurrent mit den Auflagen verpflichtet. Er weist zudem darauf hin, dass er das
Methadon möglicherweise gar nie absetzen wird, und hält dafür, dass von einem
Diabetiker auch nicht verlangt würde, dass er früher oder später auf seine tägliche
Dosis Insulin verzichte. Dieser Vergleich geht an der Sache indessen vorbei. Denn mit
der Verabreichung von Insulin wird nicht einer Sucht entgegengewirkt, sondern eine
körperliche Fehlfunktion der Bauchspeicheldrüse korrigiert. Dem Zuckerkranken wird
damit ein lebenswichtiges Hormon zugeführt, um eine Überzuckerung des Blutes und -
damit zusammenhängend - unter Umständen lebensgefährliche Zustände zu
verhindern (vgl. de.wikipedia. org/.wiki/Diabetes_mellitus). Angesichts der psychischen
Unwägbarkeiten bei der Behandlung einer Abhängigkeit wird die Fahrberechtigung
während einer Methadontherapie regelmässig mit einer Abstinenzkontrolle hinsichtlich
Drogen und anderer psychotroper Substanzen zu verbinden sein.
bb) Im Rekurs wird schliesslich auf die beim Rekurrenten gegebenen besonderen
Umstände hingewiesen, die eine weitere administrative Überwachung der Abstinenz
von Drogen und anderen psychotropen Substanzen bei der Weiterführung der
Methadonbehandlung als unverhältnismässig erscheinen liessen.
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Selbst wenn der Rekurrent im Strassenverkehr nie unter Drogeneinfluss aufgefallen ist,
führt dies nicht zur Unverhältnismässigkeit der Auflagen. Abgesehen davon, dass er
während der Methadonbehandlung zweimal ein Motorfahrzeug in angetrunkenem
Zustand lenkte, schliesst jede Abhängigkeit von einer die Fahrfähigkeit
beeinträchtigenden Substanz (vgl. Art. 2 Abs. 2 der Verkehrsregelnverordnung, SR
741.11) die Fahreignung unabhängig davon aus, ob der Betroffene im Strassenverkehr
entsprechend auffällig geworden ist. Um den Führerausweis wiederzuerlangen, hat der
Betroffene jedenfalls die Überwindung des festgestellten Eignungsmangels, d.h. der
Abhängigkeit, nachzuweisen.
Die günstige persönliche Entwicklung des Rekurrenten, der eine frühere
Drogenabhängigkeit mit einer dauerhaften Methadonbehandlung überwunden und im
Juli 2004 erfolgreich die Interstaatliche Maturitätsschule für Erwachsene
abgeschlossen hat und mittlerweile vor dem Abschluss eines Pädagogikstudiums an
der Universität Zürich steht, ist anzuerkennen. Sie lässt die umstrittenen Auflagen
allerdings nicht als unverhältnismässig erscheinen. Gegenstand der Auflagen sind –
neben der ärztlich betreuten und überwachten Methadonbehandlung, welche der
Rekurrent ohnehin weiterführen will – einzig noch die zweimal monatlich
durchgeführten Urinkontrollen zum Nachweis der Drogenabstinenz und zum
Ausschluss eines Beikonsums psychotroper Substanzen inkl. Cannabis mit
Verlaufsberichten im Abstand von 3 Monaten. Diesem – im Vergleich mit den
üblicherweise bei einer Methadonbehandlung einzuhaltenden Auflagen – geringen
Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Rekurrenten steht das öffentliche Interesse
daran, dass lediglich fahrgeeignete Lenker am Strassenverkehr teilnehmen, gegenüber.
3.- Der Rekurs ist somit abzuweisen. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die
amtlichen Kosten dem Rekurrenten aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 1'200.-- ist angemessen (vgl. Art. 13 Ziff. 522 des
Gerichtskostentarifs, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 1'200.-- ist zu
verrechnen.