Decision ID: 3a688c70-da72-4053-a24d-95aa3c863e3b
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960, ist ausgebildete
Coiffeuse
und war vom 1. Februar 1991 bis am
30. April 2014
als Verkäuferin bei der
Y._
tätig
(Urk. 7/1, Urk. 7/17)
. Am 12. September 2013 meldete sie sich unter Hinweis auf Schmerzen im Bauch nach einer Divertikel-Operation bei der Sozialversicherungsanstal
t
Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/1). Die IV-Stelle führte in der Folge erwerbliche (Urk. 7/5, 7/13, Urk. 7/25
)
und medi
zinische (Urk. 7/8, 7/10 ff
.
, Urk. 7/21
, Urk. 7/26 f.) Abklärungen durch und holte
ein
bidisziplinäres
(allgemein-internistisches und orthopädisches) Gutach
ten bei
m
Z._
ein (Urk. 7/40), das am
19. September und am
19. November 2014 erstattet wurde (Urk.
7/43,
Urk.
7/48).
Mit Vorbescheid vom 16. April 2015 stellte die IV-Stelle der Versi
cher
ten die
Abweisung ihres Leistungsbegehrens
in Aussicht (Urk. 7/61). Nach
dem die Versicherte dagegen Einwand erhoben hatte (Urk. 7/65), leistete die IV-Stelle im Rahmen von beruflichen Massnahmen Kostengutsprache für Arbeits
vermittlung (Urk. 7/73
,
Urk. 7/78)
. Die beruflichen Massnahmen wurden am 4. August 2016 abgebrochen (Urk. 7/85), woraufhin die IV-Stelle erneut Berichte der behan
deln
den Ärzte einholte (Urk. 7/88 f.) und ein polydisziplinäres Gutachten bei der
A._
in Auftrag gab (Urk. 7/97), das am 18.
Mai
2017 erstattet wurde (Urk.
7/100). Mit Vorbescheid vom 9. Januar 2018 stellte
die IV-Stelle erneut die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 7/110), wogegen die Ver
sicherte am 23. Januar 2018 Einwand erhob (Urk. 7/111), den sie am 23. Februar 2018 ergänzend begründete (Urk. 7/113). Mit Verfügung vom 5. November 2018 wies die IV-Stelle das Begehren wie angekündigt ab (Urk. 7/114 = Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob die Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwältin Step
hanie Schwarz
,
am 6. Dezember 2018 Beschwerde mit dem Antrag, die Verfügung der IV-Stelle vom 5. November 2018 sei aufzuheben und es sei ihr eine Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen; eventualiter s
ei
die Sache zur ergänzenden medizinischen Abklärung und
zu
anschliessender Durchführung von der Behinderung angepassten beruflich
en Eingliederungsmassnahmen sowie
ne
uem
Entscheid über den Rentenanspruch an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 28. Januar 2019 schloss die Be
schwerdeg
eg
nerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6).
Die Beschwerdefüh
rerin hielt mit Replik vom 20. Mai 2019 an ihre
n Anträgen
fest und reichte weitere
ärztliche Berichte ein (Urk. 12, Urk. 13/1-3, Urk. 15, Urk. 16). Am 14. Juni 2019 verzichtete die Beschwerdegegnerin
auf die Einreichung einer Duplik
(Urk. 18)
, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 18. Juni 2019 zur Kenntnis ge
bracht wurde (Urk. 19).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des S
ozialversicherungsrechts; ATSG)
) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung
des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfe
n sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische Th
ese ab
stellen (BGE 125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
D
ie Beschwerdegegnerin
begründete die
Abweisung des Leistungsbegehrens da
mit
, dass
die Beschwerdeführerin
gestützt auf das eingeholte polydisziplinäre Gutachten
seit ihrer Anmeldung bei der Invalidenversicherung im September 2013 bis auf Weiteres
sowohl in der angestammten als auch in einer leidensan
gepassten Tätigkeit
zu
7
0 % arbeits
fähig sei.
Da nicht
während eines Jahres eine
durchschnittliche
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40 % ausgewiesen sei
, habe
kein Rentenanspruch
entstehen können
. Bei dieser Sachlage müsse kein Ein
kom
mensvergleich durchgeführt werden, ohnehin ergebe ein solcher keinen rentenbe
gründenden Invaliditätsgrad (Urk. 2 S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen vor, nach den gutachterlichen Untersu
chungen vom April 2017 sei eine Verschlechte
rung
ihres Gesundheitszustandes
ein
getreten
. Diesbezüglich würden noch weitere Abklärungen getätigt
(Urk. 1 S. 4
)
.
Weiter machte sie geltend, d
ie gutachterlich attestierte Restarbeitsfähigkeit von 70 % sei aufgrund des zusätzlichen erhöhten Pausenbedarfs sowie zu erwartende
r
erhebliche
r
Absenzen aufgrund des hohen Therapiebedarfs nicht mehr verwert
bar, dies ergebe sich auch aus den erfolglosen Eingliederungsbemühungen (Urk. 1 S. 5 f.). Selbst für den Fall, dass die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bejaht würde, sei beim Invalideneinkommen ein Abzug von 20-25 % vorzu
nehmen, so dass jedenfalls ein Anspruch auf eine
Viertelsrente
ausgewiesen sei (Urk.
1 S. 6).
In der Replik ergänzte sie, der seit dem Jahr 2015 aufgetretene rezidivierende Schwindel sei für die Beurteilung der verbleibenden Restarbeitsfähigkeit und die Bemessung des Leidensabzugs zu berücksichtigen (Urk. 12 S. 2). Sodann hätten sich die Beschwerden an der Hüfte in der Zeit nach der Begutachtung ver
schlechtert, insbesondere habe sich gezeigt, dass die günstige Prognose gemäss Gutachten nicht eingetroffen sei, sondern jetzt die Indikation für eine Hüfttotal
prothese als gegeben erachtet we
rde. Bei dieser Ausgangslage sei
von einem mindestens 3 % höheren Invaliditätsgrad auszugehen, sollte überhaupt noch eine Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit gegeben sein (Urk. 12 S. 3).
3.
3.1
Dr. med. B._
, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin, stellte
im Bericht vom 17. Oktober 2013
die Diagnosen einer
Periarthropathia
humero
scapularis
calcarea
rechts, eines chronisch rezidivierenden
Lumbovertebralsyn
droms
bei diffuser idiopathischer
Skeletthyperostose
sowie eine
r
symptoma
tische
n
Coxarthrose
rechts mit
Periarthripathia
-
coxae
-
Beschwerden (Urk. 7/10/2). Er führte aus, von Seiten der Schulterproblematik sollte eine
Restitutio
ad
Inte
grum
bereits Ende 2011 erreicht worden sein. Es persistierten Beschwerden von Seiten der rechten Hüfte, diesbezüglich sei von ihm keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden (Urk. 7/10/4).
3.2
Dr. med
.
C._
, leitender Arzt am
D._
,
stellte in seinem Bericht vom 29. Oktober 2013 die folgenden Diagnosen (Urk. 7/11/5):
-
Status nach
laparoskopischer
Sigmaresektion
am 12. Oktober 2012 und
Ana
sto
moseninsuffizienz
mit Operation nach Hartmann am 19. Oktober 2012
-
Status nach
Descendostomarückverlegung
am 22. Februar 2013
-
p
ersistierende Unterbauchschmerzen links so
w
ie
suprapubisch
Dr.
C._
erklärte
, die Beschwerdeführerin befinde sich jetzt in
der
Behandlung der chronischen Schmerzen.
Es sei zu erwarten, dass diese
zumindest teilweise zurückgehen würden. Zur
z
eit sei eine endgültige Prognose nicht möglich. Die Beschwerdeführerin sei als Verkäuferin ab dem 11. Oktober 2012 bis auf Weiteres arbeitsunfähig, da sie beim Sitzen oder bei langem Stehen sowie beim Heben oder Tragen von schweren Lasten über Schmerzen klage. Die bisherige Tätigkeit sei in zwei bis vier Monaten wieder zumutbar, zu deren Umfang und einer allfälligen Verminderung der Leistungsfähigkeit könne er zur
z
eit keine Angaben machen (Urk. 7/11/6).
3.3
In seinem Bericht vom 17. November 2013
hielt
Dr. med.
E._
, Fach
arzt für Allgemeine Medizin,
fest
, nach
den zwischen dem
12. Oktober 2012
und dem
22. Februar 2013
durchgeführten Operationen
sei die Beschwerdeführerin bis am 31. Oktober 2013 zu 100 % und ab 1. April 2013 zu 50 % arbeitsunfähig. Die Arbeitsleistung werde eingeschränkt durch
Abdominalschmerzen
, deren Ätio
logie nicht ganz klar sei. Ob es zu einer weiteren Verbesserung der Arbeits
fähigkeit komme, sei offen. Die Arbeit als Verkäuferin sei nur möglich, wenn die Beschwerdeführerin nicht zu lange an der Kasse sitzen und keine Arbeiten in kauernder Stellung, wie etwa das Einräumen von Regalen, ausführen müsse (Urk.
7/12/5).
Im
Verlaufsbericht vom 16. Mai 2014 ergänzte Dr.
E._
, die Belastbarkeit der Beschwerdeführerin habe sich seit seinem letzten Bericht aufgrund der chro
nischen
Abdominalbeschwerden
verschle
chtert, seit dem 22. Januar 2014
bestehe eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit. Um eine geeignete und beschwerdeangepasste Tätigkeit zu definieren
,
sei eine Abklärung der funktionellen Arbeitskapazität notwendig (Urk. 7/26).
3.4
Dr.
F._
,
Chiropraktor
,
der die wirbelsäulenbedingten Beschwer
den d
er Beschwerdeführerin behandelt
, stellte diesbezüglich in seinem Bericht vom 3. April 2014 die Diagnosen eines chronischen
zervikospondylogenen
Syn
droms mit deutlicher Bewegungseinschränkung der Halswirbelsäule seit 2004 bei
hyperostotischer
Spondylosenbildung
der HWS (
Halswirbelsäule;
DISH), zuneh
mend fixierter k
n
öcherner Überbrückung C4
bis
C7 und
unkovertebraler
Spondy
losis
C5 bis C7
,
ein
es
rezidivierende
n
lumbospondylogene
n
Syndrom
s
seit 2011
bei ausgeprägten degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule und Wirbel
säulenfehlhaltung
sowie eines ebenfalls seit 2011 bestehenden
rechtsdo
minanten Schmerzsyndroms
der Hüftgelenke mit Bewegungseinschrän
kung und
Impingementsymptomatik
bei degenerativen Veränderungen
(Urk. 7/21/1). Es sei bisher keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden, da andere Beschwerden die Beschwerdeführerin mehr limitieren würden
als die Wirbelsäule
. Es bestünden jedoch Einschränkungen bei
Belastungsmonotonien
wie längerem Stehen oder Sitzen sowie bei Hebeaktivitäte
n
, Heben über Kopf und Arbeiten in Beugestellung (Urk. 7/21/2). Die bisherige Tätigkeit sei von Seiten der Wirbelsäule noch zu maximal 50 % zumutbar, sofern wechselartige Tätigkeiten möglich seien. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit ohne
Belastungsmonotonien
und
mit
einge
schränkten Hebeaktivitäten sei der Beschwerdeführerin während zwei bis vier Stunden pro Tag
möglich (Urk. 7/21/3).
3.5
3.5.1
Im
bidisziplinären
Gutachten des
Z._
vom 19. September und 19. November 2014
(Urk. 7/43 und Urk. 7/48)
stellten die Gutachter folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
(Urk. 7/48/9)
:
-
c
hronisches
zervikovertebrales
Schmerzsyndrom bei
hyperostotischer
Spondy
lose der HWS mit Wirbelsäulenfehlform/-haltung
-
a
namnestisch
Lumbovertebralsyndrom
mit degenerativen LWS-Verände
rung
en,
hyperostotischer
Spondylose und Wirbelsäulenfehlform
-
Restbeschwerden Schulter rechts
nach
Periartropathia
humerus
scapularis
calcarea
-
Coxarthrose
rechts, klinisch beginnend links
-
k
linisch
epikondylopathia
humeri
radialis
li
nks mehr als
re
chts
F
olgenden Diagnosen
massen die Gutachter
keinen Einfluss auf die Arbeits
fähig
keit zu (Urk. 7/48/10):
-
a
namnestisch/klinisch geringfügige Fersenspornbeschwerden links
-
s
ubjektiv belastungsabhängige
Abdominalschmerzen
(objektiv nicht erklärbar
)
bei/mit:
-
Status nach Hartmann-Operation am 19. Oktober 2012 bei
Anasto
mo
sen
insuffizienz
bei/mit
Descendorectostomie
-Rückverlagerung,
He
rnienreposi
tion
und
Fasciendirek
tverschluss
Stoss-auf-Stoss am 21. Februar 2013
-
Status nach
laparoskopischer
Sigmaresektion
am 12. Oktober 2012
-
Abszessevakuation
und Anlage einer
Descendostomie
am 19. Oktober 2012
-
Status nach paralytischer Ileus 19. Oktober bis 23. Oktober 2012
-
Status nach drei
Divertikulitisschüben
-
Begleithepatitis
-
a
ktenanamnestisch Migräne
-
a
ktenanamnestisch Sinustachykardie, unter
Bilol
normokard
3.5.2
Dr. me
d.
G._
, Klinikdirektor der Klinik für Gastroenterologie und Hepa
tologie des
H._
, stellte im
gastroenterologischen
Teilgut
ach
ten vom 19. September 2014 keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit
. Die Beschwerdeführerin habe über sei
t der
Sigmaresektion
bestehende ständige
Schmerz
en
im linken Unterbauch
,
welche sich bei Anstrengung ver
stärkten
,
und zusätzlich stechenden Schmerzen besonders am Morgen im linken Unterbauch, welche sich nach der Stuhlentleerung bessern würden, berichtet. Ins
gesamt habe sich ein regelrechter Status nach
Sigmaresektion
und nachfolgender Hartmann-Operation mit im Verlauf
Descendorektostomie
-Rückverlagerung gezeigt. Eine objektiv fassbare Erklärung für
die von der Beschwerdeführerin geschilderten Beschwerden ergebe sich nicht. Aus
gastroenterologischer
Sicht sei
keine Arbeitsunfähigkeit gegeben (100 % Arbeitsfähigkeit). Auch für die
extern diagnostizierte Laktose
intoleranz ergebe sich aus
gastroentereologischer
Sicht keine Arbeitsunfähigkeit
(Urk. 7/43/2).
3.5.3
Gemäss PD Dr. med.
I._
, Facharzt für physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Rheumatologie
,
beklagte
sich die Beschwerdeführerin an
lässlich der rheumatologischen Begutachtung über Nackenschmerzen mit Aus
strahlung in die dorsale Schultergürtel-/
Trapeziusmuskulatur
und nicht in die
Arme. Somit könne eine
zervikospondylogene
Problematik nicht bestätigt werden
, es handle sich um eine
zervikovertebrale
Symptomatik bei einer
hyperostotischen
Spondylose, die zum Teil zu
einer ko
nfluierenden Verkn
öcherung und block
wir
belartigen
Verschmelzung von Wirbeln im vent
ralen Halsbereich geführt habe
. Dass dadurch eine Wirbelsäulenfehlform und verminderte
Beweglichkeit entstehe, sei sel
bsterklärend. Von Seiten der Hüfte bestehe rechtsseitig eine
Coxarthrose
mit einer
deutlichen Einschränkung der
Flexion, Innenrotation und auch Abduk
tion. Es finde
sich auch eine Bewegungseinschrä
nkung für
die Innenrota
tion, Flexion und Abduktion der Hüfte links, jedoch etwas weniger als rechts. Von Seiten der Schultergelenke bestehe eine restliche Bewegungseinschränkung nach einer aktenanamnestisch
erwähnten PHS
calcera
. Klinisch bestehe zudem eine
epikondylopathia
humeri
radialis
links mehr als rechts. In den vorliegenden Röntgenaufnahmen hätten sich eine
hyperostotische
Spondylose schwerge
wich
tig der HWS
a
ber auch der B
WS
(Brustwirbelsäule)
und oberen und mittleren LWS
(Lendenwirbelsäule)
sowie degenerative Veränderungen der Hüfte rechts
gezeigt
, die Hüfte links sei nicht gut ersichtlich (Urk. 7/48/8).
3.5.4
Aufgrund der
muskuloskelettalen
Evaluation der Leistungsfähigkeit (EFL) erach
teten die Gutachter die bisherige Tätigkeit als Verkäuferin in der
Y._
bei ganztägiger Präsenz von acht Stunden mit 1 1/2 Stunden vermehrten Pausen zusätzlich zu den üblichen Pausen (zur Entlastung der Hüfte und des Abdomens, vor allem bei längerem Sitzen) und für Tätigkeiten beim
Gestelleeinräumen
mit nur seltenem in die
Hockegehen
und nur manchmal vorkommenden Kniebeugen als zumutbar. Aus
gastrologischer
/
gastrochirurgischer
Sicht bestehe keine Arbeitsunfähigkeit, so dass aus
bidisziplinärer
Sicht
die bei der rheumatologisch-orthopä
dischen
Begutachtung inklusive EFL evaluierte Arbeitsfähigkeit (welche
die subjektiv beklagte
n
Abdomenschmerzen
mitberücksichtige) gelte (Urk.
7/48
/11).
Aus rein rheumatologisch-orthopädischer Sicht sei eine wechselbelastende Tätig
keit im leichten bis mittelschweren Gewichts-Bereich, bei der Rücksicht ge
nommen werden könne auf die Oberkörper/Bauchhaltung zu den Unterschenkeln (Winkel zwischen Oberkörper und Bauch > 90°) und bei der die Beschwerde
führerin im Rahmen von 8 Stunden 1 1/2 Stunden Pausen zusätzlich zu d
en übli
chen Pausen wahrnehmen kö
nn
e
, zumutbar.
Aus
gastrologischer
/
gastrochi
rur
gischer
Sicht bestehe keine Arbeitsunfähigkeit, so dass aus
bidisziplinärer
Sicht die bei der rheumatologisch-orthopädische
n
Begutachtung inklusive EFL evalu
ierte Arbeitsfähigkeit (welche die subjektiv beklagte
n
Abdomenschmerzen
mit
berücksichtige) gelte (Urk. 7/48/11 f.).
3.6
Dr.
F._
erörterte in seiner Stellungnahme
vom 14. April 2015
zum
Z._
-Gutachten,
er erachte die darin attestierte Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf und in einer angepassten Tätigkeit als zu hoch, auch wenn ein erhöhter Pausenbedarf zugestanden werde. Seine Einstufung des Belastbarkeitsprofils der Beschwerdeführerin weiche
hingegen
nicht stark von demjenigen der
Z._
ab (Urk. 7/64/2). Aktuell sei die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der ange
stammten Tätigkeit auf
4 Stunden pro Tag festzulegen. S
ofern ein konsequentes Training durchgeführt werde und anderweitige Begleitbeschwerden wie die aktu
ell dominierenden Bauchschmerzen eliminiert werden könnten, sei langfristig eine Aufstockung auf sechs Stunden pro Tag vorstellbar (Urk. 7/64/2). In einer leidensangepassten Tätigkeit stufe er die
aktuelle Zumutbarkeit bei sechs
Stunden ein. Eine ganztägige Präsenz in einem Betrieb und zusätzliche therapeutische Auflagen würden seines Erachtens die aktuelle Belastungstoleranz überschreiten. Sobal
d
ein Therapieprogramm und insbesondere eine Medizinische Trainings
therapie über einige Monate vertragen worden seien, und eine entsprechende Verbesserung der Rumpfstabilität eingetreten sei, könne er sich ein Pensum entsprechend dem Vorschlag der
Z._
von 8 h und zusätzlichen 1.5 h Pausen vorstellen
(Urk. 7/64/3).
3.7
Dr.
C._
führte in seinem Bericht vom 27. April 2015 aus, neben den bereits erwähnten Diagnosen sei sicherlich der Verwachsungsbauch wichtig. Je nach Empfindlichkeit des Patienten würden Schmerzsymptome anders empfunden, so dass ein Verwachsungsbauch sicher auch invalidisierende Beschwerden
verur
sachen könne
. Aufgrund der Empfindlichkeit der Beschwerdeführerin und weil
die Schmerzen
beim Ausüben ihrer Tätigkeit und bei gewissen Bewegungen zu
nähmen, sei eine Arbeitstätigkeit von 100 % nicht möglich. Eine Arbeitstätigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit wäre sicher sinnvoll, da sich die Schmerzen nur bei
gewissen Bewegungen, beim Halten oder Tragen von Objekten ver
schlimmern würden (Urk. 7/64/5).
3.8
In seinem Verlaufsbericht
vom 21. August 2016 legte Dr.
E._
dar, die Beschwerdeführerin gebe weiterhin und unverändert belastungsabhängige
Abdo
mi
nalschmerzen
an, welche ihre Arbeitsfähigkeit einschränken würden. Sämt
li
che Arbeitsversuche hätten deshalb vorzeitig abgebrochen werde
n
müssen (Urk.
7/88/1). Zusätzlich zu den bereits bekannten Diagnosen stellte
Dr.
E._
neu funktionelle Herz-Kreislaufbeschwerden, einen
Mitralklappenprolaps
und eine Dyspepsie vom
Refluxtyp
fest (Urk. 7/88/2).
3.9
Dr.
B._
hielt am 7. September 2016 fest, aktuell stünden die Beschwerden von Seiten der rechten Hüfte bei bekannter symptomatischer
Coxarthrose
,
die aktuell noch nicht operationswürdig sei, im Vordergrund. Die Beschwerdeführerin habe bis anhin immer in vollem Umfang gearbeite
t
, für die Jahre 2013, 2015 und 2016 habe er keine Arbeitsunfähigkeit ausgestellt (Urk. 7/89/3).
3.10
3.10.1
Im polydisziplinären
A._
-Gutachten
vom 18. Mai 2017
stellten die Gutachter die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/100/13):
-
Divertikelkrankheit
, Status nach
Divertikulitisschüben
bei
Sigmadivertikulose
2012
-
Status nach
laparoskopischer
Sigmaresektion
am
12.10.2012
-
Status nach Hartmann-Operation am 19.10.2012 bei
Anastomosenin
suffi
zienz
-
Status nach Rückverlagerung des Anus
praeter
am 21.02.2013
-
c
hronisches Schmerzsyndrom bei Verdacht auf intraabdominale Adhäsio
nen postoperativ (Verwachsungsbauch)
-
i
ntermittierendes
Panvertebralsyndrom
bei
-
s
chmerzhaft eingeschränkter Beweglichkeit der HWS in allen Bewegungs
ebenen ohne neurologische Symptomatik
, nativradiologisch
Osteochon
dr
osen
und
Spondylosis
hyperostotica
HWK 3 bis BWK 1
-
f
reier Beweglichkeit der LWS ohne neurologische Symptomatik, nativ
radio
logisch
Chondrosen
LWK 1 bis S1 mit
Spondylosis
deformans
ventral
seitig
-
Rundrückenbildung (
Kyphosierung
) der BWS, nativradiologisch
Chon
dro
se
n
und
Spondylosis
hyperostotica
-
i
ntermittierende Schmerzen beider Hüftgelenke bei
-
e
ndgradig
schmerzhafter Bewegungseinschränkung derselben
-
n
ativradiologisch
Coxarthrose
Grad II nach
Kellgren
beidseits
-
i
ntermittierende Schmerzen rechte Schulter bei
-
e
ndgradiger
Bewegungseinschränkung sowie
-
k
linischem Nachweis von
Impingement
und
Rotatorenman
schettenin
suffizienz
Den
folgenden Diagnosen massen die Gutachter hingegen keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu (Urk. 7/100/13):
-
a
rterieller Hypertonus
-
Verdacht auf Laktoseintoleranz
-
m
ässiger Spreizfuss beidseits
3.10.2
Aus
g
astroenterologischer
Sicht stellte Dr. med.
J._
, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, fest,
die Beschwerdeführerin
leide
seit den Darmoperatio
n
en 2012 und 2013
an anhalte
nden Bauchschmerzen
. Die Schmer
zen im Unterbauch träten vor allem beim Bücken, bei längerem Geradesitzen oder Heben von Lasten auf und schränkten die Lei
stungsfähigkeit in ihrer ange
sta
mmten Tätigkeit wesentlich ein. Die Schmerzen liessen sich durch Adhäsionen infolge der chirurgischen Eingriffe erklären. Aus
gastroenterologischer
Sicht seien die Schmerzen also glaubhaft (Urk. 7/100/14).
3.10.3
Gemäss Dr. med.
K._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie, liessen sich aus
o
rthopädischer Sicht
im Bereich der Wirbelsäule zum einen degenerative Veränderungen, zum anderen auch eine diffuse idiopathis
ch
e
Skeletthyperostose
nachweisen. Daraus würden intermittierende
Zervikozephalgien
mit schmerzhaft eingeschränkter Beweglichkeit der Halswirbelsäule in allen Bewegungsebenen sowie intermittierende Dorsal
gien beziehungsweise Lum
balg
ien
resultieren. Eine neurologische Symptomatik sei nicht nachweisbar. Weiterhin bestünden im Be
reich der rechten Schulter ein
Impingement
und eine
Rotatorenmanschetten
-Insuffizienz
mit Folge einer
endgradigen
Bewegungseinschrä
n
kung. Ausserdem liege eine
Coxarthrose
Grad II nach
Kellgren
(geringe Gelenkspaltverschmälerung und beg
i
nnende
Osteophytenbildung
,
angedeutete Unregelmässigkeiten
der Ge
lenkfläche) im rechten Hüftgelenk vor, mit intermittierenden Schmerzen und schmerzhafter Bewegungseinschränkung (Urk. 7/100/14).
3.10.4
Aus allgemein-internistischer Sicht
ergaben
sich
laut Prof. Dr. med.
L._
, Facharzt für Innere Medizin,
bis auf einen arteriellen Hypertonus und einen Ver
dacht auf eine Laktoseintoleranz (beides ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit) keine weiteren Gesundheitsstörungen (Urk. 7/100/14).
3.10.5
Aus psychiatrischer Sicht
sah Dr. med.
M._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
keine Hinweise auf
eine psychiatrische Erkrankung und
somit auch keine Einschränkung der Arbeitsf
ähigkeit. E
ine Verschlechterung der Schmerzen im Sinne einer somatoformen Schmerzstörung bei emotionalen Kon
flikten könne klar ausgeschlossen werden, auch ergäben sich keine Hinweise auf eine depressive Erkrankung oder posttraumatische Folgestörungen nach den Ope
rationen 2012/2013 (Urk. 7/100/14).
3.10.6
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ergebe sich aus
gastroenterologischer
Sicht, dass Einschränkungen sowohl in der bisherigen als auch in einer leidens
adaptierten Tätigkeit durch die Adhäsionen im Bauchraum (Verwachsungsbauch)
vorlägen. Diese Einschränkungen seien schwierig genau zu quantifizieren, könnte
n aber mit etwa 30 % eingeschätzt werden. Aus orthopädischer Sicht ergebe sich unter Berücksichtigung der Aktenlage und des aktuellen Untersuchungsbefundes eine circa 75%ige Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf als Kassiererin/
Ver
käuferin. Einschränkungen bestünden bei Arbeiten oberhalb
der
Schulterhöhe und unterhalb
der
Hüfthöhe sowie bei hockenden, knienden und gebückten Tätig
keiten und Arbeiten in Zwangshaltungen. Eine 100%ige Arbeitsfähigkeit könne aus orthopädischer Sicht in einer leidensadaptierten Tätigkeit angenommen werden. Zusa
mmenfassend ergebe sich im poly
disziplinären Konsens
eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit
von 30 %
(Urk. 7/100/15).
Schwere Hebe- und Tragev
orgänge sollten ebenso vermieden werden
,
wie häufige kniende und hock
ende Tätigkeiten. Die Beschwerdeführerin könne jedoch körperlich sehr leichte Tätigkeite
n durchführen. Vorteilhaft seien
wechselhaft sitzende-stehende Tätig
keiten mit Möglichkeit zur Pause alle zwei Stunden. Arbeiten mit Beanspruchung der Feinmotorik könnten verrichtet werden (Urk. 7/100/15).
Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
auf 70
%
in der bisherigen sowie
einer adaptierten Tätigkeit liege seit den Darmoperationen 2012/2013 vor (Urk.
7/100/16). Die aktuelle Begutachtung decke sich im Wesentlichen mit derjenigen des
Z._
vom
19.
September
/
19. November 2014
. Aus
gastroente
rologischer
Sicht sei in der damaligen Begutachtung keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gesehen
worden
, die Möglichkeit
von
Verwachsungen sei damals nicht erwähnt worden, dies
könne
auf die schwierige Darstellung von Ver
wach
sungen in bildgebenden Verfahren oder aber auf das im Prinzip eher chirurgische Thema zurückzuführen sein. Aus orthopädischer Sicht seien die Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit im vorgenannten Gutachten nachvollziehbar und plausibel (etwa 75 % in ihrem Beruf als Kassiererin). Es bestehe
weiterhin eine 75%ige Arbeits
fähigkeit im Beruf als Kassiererin zumindest
seit der IV-Anmeldung vom 12. September 2013, somit auch seit dem massgeblichen Gutachten vom 19. Novemb
er 2014. Weshalb beim Arbeitstrai
ning im Jahr 2016 nicht einmal 20 % hätten
erreicht
werden können, sei aus der jetzigen Begutachtung nicht zu erklären (Urk. 7/100/22).
3.11
Aus den der Replik beigelegten ärztlichen Berichten ergibt sich
F
olgendes:
Dr. med.
N._
, Facharzt für Neurologie, stellte in seinem Bericht vom 25.
März 2015 die Diagnose
rezidiverender
Schwindelbeschwerden mit Verdacht auf paroxysmalen Lagerungsschwindel (Urk. 13/1 S. 1). Zum Zeitpunkt der Unter
suchung habe die Beschwerdeführerin keinen
Schwindel
verspürt, der neurolo
gische und im
S
peziellen der
vestibulo-cerebelläre
Befund sei
en
unauffällig. Da ein Teil der Schwindelbeschwerden während einer
thoraco-cervicalen
Mobilisie
rungs
-Therapie kurzzeitig
exazerbiert
sei, habe er eine
cerebrovaskuläre
Doppl
ersonographie durchgeführt, welche jedoch ganz normal sei (Urk. 13/1 S. 2).
Dr.
O._
, Supervisor
chiropraktische
Medizin an der
P._
, diagnostizierte in seinem Bericht vom 4. Dezember 2015 einen benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel des rechten
posterioren
Bogenganges. Die Be
schwerdeführerin habe über e
i
ne neuerliche Schwindelepisode, welche vor etwa zwei bis drei M
onaten begonnen habe, berichtet.
Dieser sei jedoch nur vor kurzer Dauer und
trete nur auf
,
wenn sie im Bett liege und den Kopf schnell nach rechts drehe. Andere Attacken, welche mit etwa 24 Jahren begonnen hätten, träten vor allem in Bauchlage
und
mit
hyperextendiertem Kopf auf. Dort komme es
bei der Reposition zu länger an
haltendem «
Drümmel
», b
ei welchem ihr auch übel werde
(Urk. 13/2 S. 1).
Dr.
B._
berichtete am 17. Mai 2019, aktuell stehe für die Beschwerdeführerin eine symptomatische
Coxarthrose
links im Vordergrund, die trotz wiederholten intraartikulären Steroidinjektionen weitgehend therapieresistent sei. Grundsätz
lich sei eine Indikation für eine Hüft-Totalprothese gegeben, die Beschwerde
füh
rerin habe sich jedoch noch nicht dazu durchringen können. Im aktuellen Zustand sei sie durch die Beschwerden der linken Hüfte sicher vermindert belastbar. Dies gelte vor allem für das Heben von schweren Gewichten unter und im Hüftbereich sowie das Gehen/Wandern über lange Distanzen (mehrere Kilometer; Urk. 13/3).
Am 12. Oktober 2018 überwies Dr.
E._
die Beschwerdeführerin sodann an die Neurootologie
und
das Schwindelzentrum des
H._
zur Abklärung von chronischen Schwindelbeschwerden (Differentialdiagnose Lage
rungsschwindel; Urk. 16).
4.
4.1
Die angefochtene Verfügung der Besch
werdegegnerin vom 5. November 2018
stützt sich
in medizinischer Hinsicht in erster Linie auf d
as
polydisziplinäre Gutachten der
A._
vom 18. Mai 2017 (Urk. 7/100
). Daher ist vorab auf dessen Beweiswert einzugehen
.
Die Expertise basiert auf umfassenden allgemeininternistischen,
psychiatrischen,
gastroenterologischen
und orthopädischen
Abklärungen und wurde in detail
lier
ter Kenntni
s der
Vorakten
erstellt (Urk. 7/100/3
ff.). Die Beschwerdeführerin konnte gegenüber den einzelnen Sachverständigen ihre aktuellen Beschwerden schildern und wurde von
den
Gutachtern
jeweils - soweit fachspezifisch erfor
derlich - eingehend befragt. Sie konnte sich insbesondere auch zu verschiedenen Themenkomplexen wie der familiären Situation, dem beruflichen Werdegang und dem gewöhnlic
hen Tagesablauf äussern (Urk.
7/100/26, Urk.
7/100/28
f., Urk.
7/100/35 ff.
, Urk. 7/100/44 f., Urk. 7/100/51 f.
). Die geklagten Leiden fanden sodann im Zuge der Feststellung der Diagnosen Berücksichtigung, wobei sowohl diese als auch die aus medizinischer Sicht resultierenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit dargelegt und
erläutert wurden (Urk. 7/100/14 ff., Urk. 7/100/47
,
Urk. 7/100/57
). Ausserdem erfolgte eine Auseinandersetzung mit vorangegan
genen ärztlich
en Beurteilungen (
Urk. 7/100/22,
Urk. 7/100/31
, Urk. 7/100/47, Urk. 7/100/58
). Gesamthaft erfüllt das polydisziplinäre Gutachten somit die formellen Kriterien für eine beweiswerte medizinische Expertise (vgl. E.1.5).
Dies ist unter den Parteien dann auch nicht umstritten (vgl. Urk. 1, Urk. 2).
4.2
Ebenso sind die im Gutachten gestellten Diagnosen und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit grundsätzlich unbestritten geblieben (vgl. Urk. 1, Urk. 2).
Die Gutachter erklärten ihre Abweichung vom Gutachten des
Z._
hinsichtlich der Bauchbeschwerden sodann überzeugend damit, dass damals die Möglichkeit von Adhäsionen im Bauchraum nicht erwähnt worden sei (Urk. 7/100/22), ansonsten stimmen die beiden Gutachten weitgehend überein
. Auch aus den Berichten der behandelnden Ärzte ergibt sich nichts massgeblich Anderes (vgl. Urk. 7/64, Urk.
7/88, Urk. 7/89).
Es ist somit von
der im Gutachten attestierten
Arbeitsun
fähigkeit von 30 %
seit September 2013
für die bisherige sowie für angepasste Tätigkeiten auszugehen
4.3
Die Beschwerdeführerin macht geltend, zwischen der Erstattung des Gutachtens der
A._
am 18. Mai 2017 und dem Erlass der Verfügung vom 5. November 2018 habe sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert. Dies betreffe einerseits verstärkte
Arthroseschmerzen
an der Hüfte links und andererseits einen seit einige
n Monaten dauerhaft auftretenden
Schwindel (Urk. 1 S. 4).
Hinsichtlich der
Hüftbeschwerden ist
festzustellen
, dass Dr.
B._
zwar neu die Indikation für eine Hüft-Totalprothese als gegeben erachtet, jedoch im aktuellen Zustand lediglich eine verminderte Belastbarkeit für das Heben von schweren Gewichten über und im Hüftbereich sowie
für
das Gehen/Wandern über lange Distanzen attestiert (Urk. 13/3). Gemäss dem im
A._
-Gutachten formulierten Belastungsprofil sind der Beschwerdeführerin bloss sehr leichte Tätigkeiten zumutbar,
vorteilhaft seien sodann
wechselhaft sitzende-stehende Tätigkeiten
(Urk. 7/100/15). Dass die Beschwerdeführerin bei einer angepassten Arbeitsstelle über mehrere Kilometer gehen oder wandern muss, ist nicht zu erwarten. Die
von Dr.
B._
erwähnten Einschränkungen wurden mithin bereits berücksichtigt. Eine höhere Arbeitsunfähigkeit beziehungsweise eine weitere Einschränkung des Belastungsprofils lassen sich daraus nicht ableiten.
Zum Beleg der Schwindelbeschwerden reichte die Beschwerdeführerin ärztl
iche Berichte aus dem Jahr 2015 ein, in denen
rezidivierende Schwindelbeschwerden beziehungsweise ein benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel diagnost
iziert wurden
(Urk. 13/1, Urk.
13/2). Daraus lässt sich keine Verschlechterung ihres
Gesundheitszustandes
nach der Begutachtung
im Mai 2017
ableiten. Ferner reichte
sie ein vom 12. Oktober 2018 datierendes Überweisungsschreiben von Dr.
E._
an die Neurootologie/das Schwindelzentrum des
H._
ein, aus dem sich einzig ergibt, dass wiederum Schwin
delbeschwerden aufgetreten sind,
jed
och nicht in welcher Form und ob sich
diese im Vergleich zum Jahr 2015
- damals wurden nur kurze Schwindelepisoden im Bett und in Bauchlage beschrieben (Urk. 13/2) -
verschlechtert hätten.
Ein Bericht zum
Ergebnis der Abklärungen im
H._
wurde nicht eingereicht.
Hinsichtlich der Schwindelbeschwerden der Beschwerdeführerin ist mithin eben
falls keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
ärztlich ausgewiesen
.
5.
Da die Arbeitsunfähigkeit von 30 % gemäss Gutachten der
A._
seit der
Anmeldung
der Beschwerdeführerin
b
ei der Invalidenversicherung am
12. Septem
ber 2013
g
ilt
, folg
erte die Beschwerdegegnerin
,
das
Wartejahr gemäss
Art. 28 Abs. 1
lit
. b
IVG
(vgl. E. 1.1)
sei nicht erfüllt und die Beschwerdeführerin habe von vornherein keinen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung (Urk.
2 S. 2). Die Beschwerdeführerin brachte dagegen vor, sie sei vom 11. Okto
ber 2012 bis am 31. Mai 2013 zu 100 % und danach zu 50 % arbeitsunfähig gewesen (Urk. 1 S. 3).
Gemäss dem
A._
-Gutachten war die Beschwerdeführerin seit den in den Jahren 2012/2013 durchgeführten Operationen zu 30 % arbeitsunfähig
.
Die Gutachter äusserten sich jedoch nicht dazu, ob diese Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bereits zwischen oder erst nach den Operationen Geltung beansprucht.
Gemäss den Beurteilunge
n der behandelnden Ärzte war
die Beschwerdeführerin
zumin
dest zwischen dem 11. Oktober 2012 und dem 31. März 2013 zu 100 % arbeits
unfähig (Urk. 7/9/3-9
, Urk. 7/11/6
, Urk. 7/12/5
).
Dies erscheint angesichts der in dieser Zeitspanne durchgeführten drei Operationen (
laparoskopische
Sigmare
sektion
am 12. Oktober 2012, Hartmann-Operation am
19. Oktober 201
2 und
Descendostomarückverlegung
am 22
.
Februar 2013
; Urk. 7/11/5)
als
plausibel und nachvollziehbar
. Für die Zeit ab dem 31. März 2013 ist von der von den Gutachtern attestierten Arbeitsunfähigkeit von 30 % auszugehen. D
as Wartejahr
war damit
jedenfalls vor Eintritt des frühestmöglichen Rentenbeginns im
März
2014
(Art. 29 Abs. 1 IVG) erfüllt
.
6
.
6
.1
Zu prüfen
bleiben die Auswirkungen der eingeschränkten
Arbeitsfähigkeit auf die Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin
.
Die Beschwerdeführerin
b
estreitet diesbezüglich, dass sie
die von den Gutachtern attestierte Res
tarbeitsfähigkeit auf dem
Arbeitsmarkt verwerten könne, dies aufgrund
des eingeschränkten Belas
tungsprofils mit erhöhtem Pausenbedarf
und
den erheblichen zu erwartenden Absenzen aufgrund des hohen Therapiebedarfs. Dies ergebe sich auch aus den erfolglosen Eingliederungsbemühungen der Beschwerdegegnerin und aus den Akten der Arbeitslosenversicherung (Urk. 1 S. 5
f.).
6
.2
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln (Art. 16 ATSG; BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis
).
Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot von und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkei
ten auf. Das gilt sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intel
lektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b; Urteil des Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E. 5.1).
Dabei ist nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten
objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtsprechungsgemäss
keine übermässigen Anforderungen
zu stellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_910/2011 vom 30. März 2012 E. 3.1 mit Hinweis; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.1).
Eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist erst anzunehmen, wenn die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausge
schlossen erscheint
(vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichtes 8C_434/2017 vom 3. Januar 2018 E. 7.2.1 und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1, je mit weiteren Hinweisen)
.
Der Beschwerdeführerin sind schwere Hebe- und Tragevorgänge sowie häufige kniende und hockende Tätigkeiten nicht zumutbar, jedoch körperlich sehr leichte Tätigkeiten, die von Vorteil abwechselnd stehend und sitzend zu verrichten sind
,
mit der Möglichkeit zur Pause alle zwei Stunden
(Urk. 7/100/15)
. Die bundesge
richtliche Rechtsprechung hat wiederholt darauf hingewiesen, dass körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus vorhanden sind (
vgl. etwa
Urteil des Bundesgerichts 9C_469/2016 vom 22. Dezember 2016 E. 6.3). Obwohl die Beschwerdeführerin zusätzlich dadurch eingeschränkt ist, dass sie alle zwei Stunden eine Pause einlegen muss, ist durch
aus mit einer gewissen Rücksichtnahme seitens des Arbeitgebers zu rechnen, weshalb einzig aus diesem Grund nicht von einer Unverwertbarkeit auszugehen ist, umfasst der ausgeglichene Arbeitsmarkt doch auch Nischenarbeitsplätze
, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen Entgegen
kommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können
(vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichtes 8C_434/2017 vom 3. Januar 2018 E. 7.2.1 und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1, je mit weiteren Hinweisen)
.
Hinsichtlich der ange
f
ührten zusätzlichen Absenzen ist
es der Beschwerdeführerin sodann zumutbar
,
diese zumindest teilweise in die arbeitsfreie Zeit zu verlegen
und die Absenzen somit auf ein Minimum zu beschränken
, so
dass
auch aus diesem Grund
nicht von einer Unverwertbarkeit auszugehen ist.
Für die Invaliditätsbemessung ist
sodann
nicht massgebend, ob eine invalide Person unter
den
konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitsplätzen bestünde (statt
vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 4.3.2 mit Hinweis; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die
Invaliden
versicherung, 3. Auflage
2014,
R
n
132 zu Art. 28a
).
Di
e sich aus den Akten der Arbeitslosenversicherung ergebenden Eingliederungs
bemühungen beziehen sich auf die konkreten Arbeitsmarktverhältnisse und nicht auf den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl. Urk. 3). Daraus lässt sich daher in Bezug auf die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit nichts
Grundsätzliches
ableiten
, zumal
gemäss dem beweiswerten Gutachten der
A._
nicht erklärbar ist, wieso beim Arbeitstraining nicht einmal eine Arbeitsfähigkeit von 20 % erreicht wurde (Urk. 7/100/22).
Insgesamt
ist die Verwertung
der v
erbliebenen Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
durchaus
noch als möglich und zumutbar zu erachten.
6
.3
6
.3.1
Der Invaliditätsgrad ist mittels eines Vergleichs von Validen- und Invaliden
einkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben (v
gl. BGE 129 V 223 E. 4.2 in
fin
e
, 128 V 174), und zwar auf den Zeitpunkt des
frühest
möglic
hen Renten
beginns im
März
2014
(vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG
, Urk. 7/1
).
6
.3.2
Bei der Bestimmung des
Valideneinkommens
wird in der Regel am zuletzt vor Eintritt der Invalidität erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Ein
kommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre; Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1). Die Beschwerdegegnerin
setzte
das
Valideneinkommen
gestützt auf die Angaben der ehemaligen
Arbeitgeberin für das Jahr 2013 (Urk. 7/13/2) auf Fr. 50’570.--
fest.
Dies blieb zu Recht
unbe
stritten. Im Zeitpunkt des frühestmöglic
hen Rentenbeginns im
März
2014
betrug das massgebliche
Valideneinkommen
unter Berücksichtigung der Nomi
nallohn
entwicklung für weibliche Arbeitskräfte von 2648 Punkten im Jahr 2013 auf 2673 Punkte im Jahr 2014
(vgl. Entwicklung der Nominallöhne, Bund
esamt für Statistik, T39, Frauen) damit Fr. 51’04
7
.--
(Fr.
50’570.-- / 2648 x 2673
).
6
.3.3
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die
versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Ist
eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegeben
heiten de
s Einzelfalles nicht möglich
,
können nach der Rechtsprechung Tabel
lenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundes
gesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3
)
.
Die Beschwerdeführerin war zwar zum Zeitpunkt des frühesten möglichen Ren
tenbeginns im
März
2014 noch als Kassiererin bei der
Y._
tätig, diese An
stellung wurde ihr jedoch per 30. April 2014 gekündigt (Urk. 7/17/3). Von einem besonders stabilen Arbeitsverhältnis kann daher nicht ausgegangen werden und das Invalideneinkommen ist
aufgrund des
monatlichen Bruttolohn
s
für einfache Tätigkeiten körperlicher ode
r handwerklicher Art weiblicher Angestellter gemäss LSE 201
4
von Fr. 4’3
00
.--
(TA1, monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirt
schaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Total, Kom
petenzniveau 1)
zu berechnen
. Aufgerechnet auf die durchschnittliche betriebs
übliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, A-S) ergibt dies ein Bruttoein
kommen von Fr. 53‘
793
.-- (Fr.
4’300
.-- / 40 * 41.7 * 12) respektive von
Fr. 37’6
55
.-- für das der
Beschwerdeführer
in zumutbare Arbeitspensum von 70
%.
6
.3.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann
die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör
perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
Die Beschwerdegegnerin gewährte der Beschwerdeführerin einen Abzug vom Tabellenlohn von 15 % (Urk. 2 S. 2).
Die Beschwerdeführerin
machte geltend,
dass - abgesehen vom bereits erwähnten erhöhten Pausenbedarf und den thera
pie
bedingten Absenzen - ihr Alter sowie die frühere langjährige Betriebszu
ge
hörig
keit zu berücksichtigen seien, woraus ein leidensbedingter Abzug von 20-25 % resultiere (Urk. 1 S. 6).
Die Beschwerdegegnerin berücksichtigte bei der Bemessung des leidensbedingten Abzuges das fortgeschrittene Alter der Beschwerdeführerin sowie den erhöhten Pausenbedarf (Urk. 2 S. 2).
Dies erscheint auch angesichts
der Tatsache, dass Hilfsarbeiten gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung auf dem massgebenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt altersunabhängig nachgefragt werden und sich das
fortgeschrittene Alter daher nicht zwingend lohnsenkend auswirken muss (Urteile des Bundesgerichts 8C_403/2017 vom 25. August 2017 E. 4.4.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.3)
als angemessen. Der von der Beschwerdeführerin vorgebrachten langjährigen Betriebszugehörigkeit kommt mit Blick auf das Kom
petenzniveau 1 keine ins Gewicht fallende Bedeutung zu (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_422/2017 vom 18. Mai 2018 E. 4.5.2 unter Hinweis auf 8C_351/2014 vom 14. August 2014 E. 5.2.4.2).
Bei einer Arbeitsf
ähigkeit von 70 % ist es ihr sodann wie bereits erwähnt zumutbar, ihre Therapietermine vorwiegend in der arbeitsfreien Zeit wahrzunehmen, so dass der erhöhte Therapiebedarf nicht zwingend zu vermehrten Absenzen führen muss und keinen zusätzlichen leidens
bedingten Abzug rechtfertigt.
Gesamthaft ist somit der von der Beschwerde
geg
nerin gewährte Abzug von 15 % nicht zu beanstanden. Das anrechenbare Inva
lideneinkommen ist daher um 15 % auf Fr. 32'0
07
.-- zu reduzieren.
6
.4
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von Fr. 51'047.-- mit dem Invaliden
ein
kommen von Fr. 32'0
07
.-- ergibt einen nicht rentenbegründenden Invaliditäts
grad von 37 %.
7
.
Zusammenfassen
d hat die Beschwerdegegnerin
einen Rentenanspruch
der
Be
schwerdeführer
in
zu Recht verneint.
Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen.
Was
die Vorbringen
der Beschwerdeführerin betreffend berufliche Massnahmen anbelangt, ist anzumerken, dass
sowohl der Vorbescheid
vom 9. Januar 2018 (Urk. 7/110) als auch die angefochtene Verfügung
vom 5. November 2018 (Urk.
2)
allein den Rentenanspruch beschlagen.
Die Beschwerdegegnerin äusserte sich zum Anspruch auf berufliche Massnahm
en lediglich
dahingehend, dass die Be
schwerdeführerin diesbezüglich ein erneutes Gesuch stellen könne (Urk. 2 S. 2). Diese Frage bildet daher nicht Anfechtungsgegenstand
und
es ist
insoweit auf die
Beschwerde nicht einzutreten
.
8
.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
9
00.-- anzuset
zen. Sie sind ausgangsgemäss der
Beschwerde
führer
in
aufzuerlegen.