Decision ID: c06d6b2f-5390-44dc-aa02-ba81e90568a3
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964,
übte n
ach seiner Einreise in die Schweiz im Jahr 1990
(Urk. 7/3/1)
verschiedene Hilfsarbeitertätigkeiten aus. Von
Januar
2009 bis
Oktober 2013
war er
bei der
Y._
AG (heute
Z._
AG) als Weberei
mitarbeiter tätig (Urk.
7/29/2
)
. Nach seinem Austritt bezog er Arbeitslosen
tag
gelder bei der
Unia
Arbeitslosenkasse Horgen (Urk. 7/
29
/
2
). Am 17. Dezember 2014 verletzte er sich beim Tragen und Ziehen eines grossen und schweren Schrankes an der rechten Schulter und war fortan zu 100 % arbeitsunfähig
(Urk. 7/11/143
, Urk. 7/
11/104
). Aufgrund der diagnostizierten vollständigen Ruptur der langen Bizepssehne sowie einer ausgedehnten transmuralen Läsion der gesamten Supraspinatussehne
bei engem
Subacromialraum
und einer fort
geschrittenen Arthrose des
Acromioclavicular
gelenks
(AC
-
Gelenks
)
wurde er am 24. Dezember 2014 erstmals im
Spital A._
operiert (Urk. 7/
11/132 f.
)
und bezog Unfalltaggelder
(
vgl.
Urk. 7/
11/113
). Die Behandler des
Spitals A._
berichteten in ihrem Abschlussbericht vom 4. Juni 2015 von klinisch günstigen Verhältnissen und attestierten dem Versicherten ab dem 6. Juli 2015 wieder eine volle Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/
11/103
).
1.2
Der Versicherte war in der Folge wieder erwerbstätig und bezog ab März 2017 erneut Arbeitslosentaggelder (Urk. 7/
18
/3
0
), als er am 9. Dezember 2017 auf einem Parkplatz ausrutschte und auf die rechte S
eite
stürzte (Urk. 7/
11
/
96
).
In
folge der erlittenen Schulter- und Ellenbogenkontusion
wurde ihm durch die Behandler erneut eine
anhaltende
100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Urk. 7/
11/91
, Urk. 7/
19/19
). Nachdem
am
7.
Februar 2018
bildgebend eine partielle Re-Ruptur der
rechten
Supraspinatussehne festgestellt worden war (Urk. 7/
11
/
92
), wurde der Versicherte am 24. Mai 2018 und am 11. April 2019 erneut an der rechten Schulter operiert (Urk. 7/
11/56
, Urk. 7/
16/20
)
und bezog
wiederum
Unfallt
aggelder (vgl. Urk. 7/
11/6
8
).
1.3
Am 10. September 2018 meldete sich der Versicherte
unter Hinweis auf die Un
fallfolgen
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3
/1
8
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und zog wiederholt die Akten der Unfallversicherung
Suva
bei (Urk. 7/2, Urk. 7/11, Urk. 7/12, Urk. 7/16, Urk. 7/18/21, Urk. 7/39).
1.
4
Am 3. März 2019 rutschte der Versicherte sodann in der Badewanne aus und verletzte sich an der linken Schulter (Urk. 7/
16/58
). Er begab sich daraufhin am 5. März 2019 in die Notaufnahme der
C
hirurgischen Klinik des
Spitals A._
, wo eine Rippen- sowie eine Schulterkontusion links diagnostiziert wurden
, die mittels
Analgesie behandelt wurden
(Urk. 7/
18/6
).
Am 23. April 2019 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, aufgrund seines Gesundheitszustandes seien der
zeit keine Eingliederungsmassnahmen möglich (Urk. 7/14).
Am 16. Juli 2019 wurde b
eim Versicherten
laut Bericht der Kardiologen des
Spitals B._
aufgrund
eines
gleichentags
erlittenen akuten Myokard
infarktes eine Stentimplantation vorgenommen
,
nachdem er bereits im Februar 2017 mit Stents behandelt worden war
(Urk. 7/19/73 f.).
1.
5
Die IV-Stelle holte sodann eine Stellungnahme
von Dr. med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom
Regionalen Ärzt
lichen Dienst (RAD) vom 30. Januar 2020 ein (Urk. 7/26/5-7).
Mit Vorbescheid vom 16. März 2020 kündigte
sie
dem Versicherten die Zuspr
echung
einer befristeten ganzen Rente vo
m
1.
März 2019 bis
31.
März 2020 an (Urk. 7/28). Mit Verfügung vom 25. März 2021 sprach die IV-Stelle dem Versicherten
-
wie
in Aussicht gestellt -
eine befristete ganze Rente vom 1. März 2019 bis 31. März 2020 zu (Urk. 7/33, Urk. 7/62 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 7. Mai 2021 Beschwerde und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur ergänzenden medizinischen Abklärung und zum Neuentscheid über die Invalidenrente an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1 S. 2).
Die Beschwerde
gegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 10. Juni 2021 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Dies wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 16. Juli 2021 zur Kenntnis gebracht (Urk. 12).
Der Beschwerdeführer reichte so
dann am 11. August 2021 ein Schreiben der Stadt
O._
vom 4. August 2021 nach, wonach er seit dem 1. Juli 2021
wiederum
wirtschaftliche Hilfe nach Sozialhilfegesetz beziehe
,
und erneuerte sein Gesuch um unentgeltliche Rechts
pflege
(Urk. 13, Urk. 14).
3.
Die Unfallversicherung
beendete die nach den Unfällen ausgerichteten Taggeld
zahlungen und Heilbehandlungen per 3
1.
Januar 2020 und
bestätigte mit
Ein
spracheentscheid
vom 2
8.
August 2020 ihre Verfügung vom 1
5.
Januar 2020
, womit sie e
inen Anspruch auf eine Invalidenrente
verneint hatte
(
Urk.
7/39).
Mit heutige
m
Urteil
heisst
das Sozialversicherungsgericht die Beschwerde des Beschwerdeführers im Unfallversicherungsverfahren UV.2020.00219 in dem Sinne gut, dass der
Einspracheentscheid
auf
gehoben und die Sache
zur ergänzen
den medizinischen Abklärung
an die Suva
zurück
gewiesen
wird
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflag
e 2014,
Rn
11 zu Art. 30–31
). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts
8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Die RAD stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraus
setzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungs
fähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medizinischen Voraus
setzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.3.2).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwal
tung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu ent
scheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu wür
digen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1)
genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweis
würdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung, der Beschwerdeführer sei nach Ablauf der Wartezeit im Dezember 2018 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen.
Sechs Monate nach der Anmeldung zum Leistungsbezug am 1
0.
September 2018, mithin a
b März 2019
,
habe er daher
bei einem Invaliditätsgrad von 100 %
Anspruch auf eine ganze Rente. Ab Dezember 2019 sei er demgegenüber in einer angepassten Tätigkeit wieder zu 100 % arbeitsfähig gewesen (Urk. 2 S. 3). Der Einkommensvergleich
per Dezember 2019
ergebe einen Invaliditätsgrad von 4 %. Somit habe
er
An
spruch auf eine ganze Rente vom 1.
März 2019 bis
31.
März 2020 (Urk. 2 S. 4).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, die Beschwerdegegnerin habe sich in ihrer medizinischen Beurteilung ausschliesslich auf die Akten der Unfallversicherung gestützt (Urk. 1 S. 3). Der Kreisarzt der Unfallversicherung habe bei seiner Beurteilung jedoch
nur
die Beschwerden an der rechten Schulter berücksichtigt. Der RAD-Arzt habe in seiner Stellungnahme verschiedene Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgehalten. Zu diesen Diagnosen fänden sich jedoch gar keine oder zumindest keine aktuellen Arztberichte in den Akten. Insbesondere der letzte kardiologische Bericht sei fast zwei Jahre alt. Zudem beinhalte die Diagnoseliste des RAD-Arztes nicht alle Beschwerden, die er in der kreisärztlichen Untersuchung der Unfallversicherung angegeben habe (Urk. 1 S. 4). Die Beschwerdegegnerin habe ihre Abklärungs
pflicht nicht erfüllt (Urk. 1 S. 5).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt rechts
genügend abgeklärt
hat.
3.
3.1
De
r Beschwerdeführer wurde am 2
3.
August 2012 an der linken Schulter operiert.
Dieser Eingriff wurde gemäss Aktennotiz der
Suva
über den Krankenversicherer abgerechnet (
Urk.
7/1
8/13
).
Im Nachgang zum Unfall vom 14. Dezember 2014 wurden beim Beschwerde
führer eine vollständige Ruptur der langen Bizepssehne im
Sulcus
inter
tuber
cularis
, eine ausgedehnte transmurale Läsion der gesamten Supraspinatus
sehne, ein äusserst enger
Subacromialraum
bei Acromion Typ II sowie eine fort
geschrittene AC-Gelenksarthrose rechts festgestellt. In der Folge unterzog sich der Beschwerdeführer am 24. Dezember 2014 einer Arthrotomie sowie einer
Acromioplastik
, einer lateralen
Clavicularesektion
, einer
Tenodese
der langen Bizepssehne im
Sulcus
intertubercularis
und einer transossären
Reinsertion
der Supraspinatussehne rechts (Operationsbericht
Spital A._
vom 5. Januar 2015, Urk. 7/
11/
132 f.
).
Mit Bericht vom 4. Juni 2015 zeigte sich der Behandler des
Spitals A._
sehr zufrieden mit dem postoperativen Verlauf (Urk. 7/
11/102
) und
bescheinigte
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 19. Dezember 2014 bis 5. Juli 201
5.
Ab dem 6. Juli 2015 sei der Beschwerdeführer wieder zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 7/
11/103
).
3.
2
Nachdem der Beschwerdeführer bei seinem zweiten Unfall vom 9. Dezember 2017 wiederum auf die rechte Schulter gefallen war, litt er erneut unter Schulter- und Ellbogenschmerzen rechts (Urk. 7/
11/96
). Anlässlich der bildgebenden Unter
suchung vom 7. Februar 2018 wurde
n
eine hochgradige partielle Re-Ruptur der rechten Supraspinatussehne mit einer Sehnenretraktion bis in die
Humerus
kopfmitte
sowie eine leichte
Tendinose
der
Infraspinatussehne
festgestellt (Urk. 7/
11/92
).
Der behandelnde Dr.
med.
D._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
von der
Klinik E._
sowie die Hausärztin Dr. med.
F._
, Praktische Ärztin, attestierten dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis auf Weiteres (Urk. 7/11/78 f., Urk. 7/26/7).
Dem Operationsbericht vom 24. Mai 2018 lässt sich entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer gleichentags einer Supra-/
Infraspinatussehnen
-Re-Rekon
struktion an der rechten Schulter unterzog (Urk. 7/
11/56
). Bereits in der MRI-Untersuchung der rechten Schulter vom 4. Oktober 2018 wurde
n
jedoch eine er
neute komplette Re-Ruptur mit Retraktion der Supraspinatussehne sowie eine subtotale Ruptur der ventralen Anteile der
Infraspinatussehne
bei zusätzlich vor
bestehender
Tendinopathie
zur Darstellung gebracht
(Urk. 7/
11/28
).
In der Schultersprechstunde der
Klinik E._
vom 10. Oktober 2018 beri
chtete der behandelnde Dr. med.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, der Beschwerdeführer sei insgesamt massiv von der Situation mitgenommen, da er durchaus arbeitswillig und ein sehr aktiver Mensch sei. Es scheine, als ob ihm die Gesamtsituation sehr auf die Psyche drücke. Der Beschwerdeführer habe offenbar von seiner Ehefrau stimmungs
aufhellende Medikamente eingenommen, welche ihm nach eigener Aussage gut
täten. Er – Dr.
G._
– sei der Meinung, dass der Beschwerdeführer durchaus von einer antidepressiven Medikation profitieren könne
,
und bitte die Hausärztin, ihn diesbezüglich zu beraten (Urk. 7/
11/27
).
Auf Zuweisung durch den Arzt der
Klinik E._
wurde der Beschwerdeführer in der Schultersprechstunde der Universitätsklinik
H._
untersucht.
Die
dortigen Ärzte
berichteten am 6. Dezember 2018 über persistierende Schmerzen nach den Operationen. Der Beschwerdeführer sei aktuell zu 100 % krankgeschrieben (Urk. 7/11/17 f.).
3.
3
Am 3. März 2019
rutschte
der Beschwerdeführer in
d
er Badewanne aus und
fiel
auf die linke Schulter (Urk. 7/
16/58, Urk. 7/16/56 f.
). Am 5. März 2019 begab er sich deswegen in die Notaufnahme der
C
hirurgischen Klinik des
Spitals A._
(Urk. 7/
18/5
). In der gleichentags vorgenommenen Bildgebung erkannte der Untersucher eine regelrechte Artikulation glenohumeral sowie kleine Geröll
zysten im Tuberculum majus und einen kleinen Hill-Sachs-Defekt. Zudem sah er eine Erweiterung im linken AC-Gelenk (differentialdiagnostisch: Erguss). Er be
fand, eine Luxation sei nicht ausgeschlossen. Ansonsten bestehe kein Hinweis auf eine ossäre Läsion oder Luxation. Im Übrigen sah er eine unauffällige Darstellung der knöchernen Strukturen (Urk. 7/
19/80
).
Basierend darauf stellten die Ärzte des
Spitals A._
in ihrem ambulanten Notfallbericht vom 5. März 2019 die Diagnosen einer Rippenkontusion des linken kranialen
Hemithorax
sowie einer Kontusion der linken Schulter. Für das weitere Prozedere empfahlen die Ärzte die Einnahme von Analgesie und eine klinische Kontrolle bei der Hausärztin (Urk. 7/
18/6
). Sie attestierten dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit vom
5.
bis zum 8. März 2019 (Urk. 7/
18/7
).
Dr.
G._
von der
Klinik E._
zog
am 22. März 2018
nach
der
Untersuchung der linken Schulter
ein traumatisches
Impingement
in Betracht
. Aufgrund der geplanten Operation an der rechten Schulter sei derzeit keine Infiltration zu setzen. Er verschrieb dem Beschwerdeführer Physiotherapie und sah eine weitere Kontrolle vor (Urk. 7/
16/48
).
3.
4
Nachdem
konservative Massnahmen nicht zu einer Minderung der Schmerzen und der Bewegungseinschränkung an der rechten Schulter geführt hatten (Urk. 7/
16
/
49
), unterzog sich der Beschwerdeführer am 11. April 2019 einer dritten
Operation an der rechten Schulter (Schulterarthroskopie rechts mit Re-Rekonstruktion der Supraspinatus-, Infraspinatus-
und
der
Subscapularissehne
) sowie einem intraartikulären
Débridement
(Urk. 7/
16/20
). Im Austrittsbericht des Spitals
I._
über die Hospitalisation bis am 1
3.
April 2019
wurde über einen unkomplizierten postoperativen Verlauf berichtet (Urk. 7/
16/31
).
Bereits in der MRI-Untersuchung des rechten Schultergelenks vom 9. Juli 2019 zeigten sich eine erneute Re-Ruptur der Supraspinatussehne mit einer Re-Ruptur des Sehnenstumpfes sowie eine Ruptur des superioren Anteiles der
Infraspinatus
sehne
(Urk. 7/
16/17
).
3.
5
Der Beschwerdeführer leidet ausserdem seit dem Jahr 2007 unter einer koronaren
Dreigefässerkrankung, wobei er in den Jahren 2007 und 2017 jeweils einen akuten Myokardinfarkt erlitten hatte
. Diese wurden mit
Stents versorgt (Urk. 7/19/75).
Dem Austrittsbericht vom 16. Juli 2019 ist zu entnehmen, dass der Beschwerde
führer
aufgrund eines akuten Myokardinfarktes
vom 16.
bis 17. Juli 2019 im Spital B._
, Klinik für Kardiologie, hospitalisiert war. Dem Bericht sind die folgenden Diagnosen zu entnehmen
(Urk. 7/19/73)
:
-
Akuter inferiorer n
icht-ST-Strecken-Elevationsmyokardinfarkt
(NSTEMI)
bei koronarer Dreigefässerkrankung,
mit
normaler linksventrikulärer Ejektionsfunktion
(LVEF)
-
Arterielle Hypertonie
-
Substituierte Hypothyreose
-
Chronische obstruktive Bronchitis, Differentialdiagnose: COPD
-
Multiple Allergien
Dazu ergänzten die
Kardiologen
,
angiographisch sei als Ursache für den NSTEMI ein
rekanalisierter
Verschluss der mittleren Koronararterie gefunden worden. Es sei eine erfolgreiche Rekanalisation mit Implantation von einem medikamenten
beschichteten Stent gelungen. Das Ergebnis nach der komplexen perkutanen koronaren Intervention
(PCI)
sei hervorragend. Die LVEF sei
lävokardiographisch
normal. Es sei eine duale Thrombozytenaggregationshemmung fü
r 12 Monate begonnen worden. Der
postinterventionelle Verlauf habe sich
komplikationslos
gestaltet. Der Beschwerdeführer habe am 17. Juli 2019 beschwerdefrei mobilisiert und mit reizloser Punktionsstelle radial rechts auf die Intensivstation des
Spitals A._
rückverlegt werden können (Urk. 7/19/74)
. Es seien unter anderem eine weiterführende Betreuung im
Spital A._
sowie kardiologische Ver
laufskontrollen geplant (Urk. 7/19/74).
3.
6
Am 6. November 2019 erklärte Dr.
D._
von der
Klinik E._
, die Situation sei insgesamt schwierig bei Status nach beidseitigen Schultervoroperationen und einer zumindest rechtsseitig vorliegenden schmerzhaften Re-Ruptur. Im Grunde bl
e
ibe als Rückzugsoption nur eine invers-prothetische Versorgung. Zum einen sei der Beschwerdeführer jedoch für ein solches Prozedere noch sehr jung und zum anderen scheine die kardiale Situation sehr schwierig zu sein. Es könnten alternativ weder im konservativen noch im operativen Bereich erfolgs
versprechende Therapiealternativen angeboten werden. Momentan werde die Arbeitsunfähigkeit bei 100 % belassen (Urk. 7/
19/55
).
3.
7
Am 10. Dezember 2019 erstattete der Kreisarzt
der Suva,
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
,
seinen Bericht über die Abschlussuntersuchung vom 9. Dezember 2019 (Urk. 7/
19/28 ff.
). Darin nannte er die Diagnosen einer Defektläsion der rechten
Rotatorenmanschette
bei Status nach dreimaliger Naht am 24. Dezember 2014, 24. Mai 2018 und 1
1.
April 2019 sowie Schulterbeschwerden links bei wahrscheinlicher Läsion der
Rotatorenmanschette
nach einer direkten Kontusion am 5. März 2019 (richtig: 3. März 2019, Urk. 7/
16/56
) und bei Status nach einer
krankheitsbedingten
Rotatore
n
manschettennaht
am 23. August 2012 (Urk. 7/
19/28
).
Bezüglich der rechten Schulter liege bildgebend bestätigt eine Defektsituation der
Rotatorenmanschette
vor. Bezüglich der linken Schulter sei gemäss heutigem Wissensstand davon auszugehen, dass es am 5. März 2019 (richtig: 3. März 2019,
Urk. 7/
16/56
) lediglich zu einer einfachen, direkten Kontusion der linken Schulter gekommen sei. Der damalige klinische Befund bei der notfallmässigen Beurteilung im
Spital A._
, die heute zugängliche Beurteilung und der heutige klinische Befund sprächen dafür, dass hier lediglich noch Residuen der früheren, zu Lasten der Krankenkasse durchgeführten Operation der linken Schulter aus dem Jahr 2012 vorlägen
(Urk. 7/19/28)
.
Rein bezogen auf das unfallkausale Schulterproblem rechts und ohne Berücksichtigung der multiplen übrigen Beschwerden sei dem Beschwerdeführer eine leichte Arbeit mit Belastungen bis 10 Kilogramm vollzeitig und vollschichtig zumutbar. Dies ohne Berücksichtigung des Alters, der Ausbildung, der Sprache, der sozioökonomischen Verhältnisse und der krankheitsbedingten Beschwerden. Die manuelle Tätigkeit dürfe lediglich bis zur Schulterhöhe reichen und müsse körpernahe durchgeführt werden. Im Übrigen seien Tätigkeiten, die zu starken Erschütterungen und massiven Vibrationen der Arme führten, nicht zumutbar (Urk. 7/19
/28)
.
3.
8
In seiner Stellungnahme vom 30. Januar 2020 nannte RAD-Arzt Dr.
C._
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit persistierende Bewegungs- und Belastungseinschränkungen der rechten
und linken
Schulter (bei Status nach Rotatorenmanschettenruptur
en
und –
rekonstruktion
en
)
.
Demgegenüber ver
neinte er die leistungsmindernde Wirkung der folgenden Diagnosen: Status nach Herzinfarkt
en
im Jahr
2007 sowie
im
Juli 2019 (NSTEMI, kein bleibender
Myocardschaden
), COPD, arterielle Hypertonie, substituierte Hypothyreose sowie multiple Allergien (Urk. 7/26/5 f.).
Dazu fügte der RAD-Arzt an, die Frage nach der Einschränkung in der bisherigen Tätigkeit als Hilfsarbeiter in der Produktion könne nicht beantwortet werden, da kein Anforderungsprofil der
selben
vorliege. Das Belastungsprofil
für eine Ver
weistätigkeit
umfasse eine leichte Arbeit ohne Tätigkeiten auf Leitern und Gerüs
ten, ohne beide Schultern belastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten (längeres Arbeiten in weiter Armvorhalte, Tätigkeit über der Schulterhöhe, Über
kopfarbeit, repetitive Rotationsbewegungen) und ohne Tätigkeiten, die zu starken Erschütterungen und massiven Vibrationen der Arme führten. Die Arbeits
un
fähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Hilfsarbeiter in der Produktion betrage 100 % seit dem 9. Dezember 2017 auf Dauer
,
unter der Annahme, dass es sich nicht um eine dem Belastungsprofil entsprechende Tätigkeit handle. In einer an
gepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer vom 9. Dezember 2017 bis zum 10. Dezember 2019 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Ab dem 10. Dezember 2019 betrage die Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsgerechten Tätigkeit wieder 100 % (Urk. 7/26/6).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer eine befristete ganze Rente vom 1. März 2019 bis 31. März 2020 zu (Urk. 2 S. 1) und vertrat die Auf
fassung, der Beschwerdeführer sei ab Dezember 2019 in einer angepassten Tätig
keit wieder zu 100 % arbeitsfähig
, weshalb er ab 1. April 2020 keinen Renten
anspruch mehr habe
(Urk. 2 S.
2)
. Dabei stützte sie sich
zur Hauptsache
auf die
Aktenbeurteilung des RAD-Arztes Dr.
C._
(Urk. 7/26/5 ff.
, Urk. 6
).
Reine Aktengutachten sind beweiskräftig, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich fest
stehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts 8C_750/2020 vom 23. April 2021 E. 4 mit Hinweisen).
Der RAD-Arzt mass lediglich der beidseitigen Schulterproblematik eine leistungsmindernde Wirkung zu
(Urk. 7/26/5 f.).
Weshalb jedoch die koronare Dreigefässerkrankung respektive der Status nach zwei Herzinfarkten, die COPD, die arterielle Hyper
tonie, die substituierte Hypothyreose und die multiplen Allergien (Urk. 7/26/5 f.) keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
haben sollten, begründete der RAD-Arzt nicht näher. Hinsichtlich der kardiologischen Situation merkte er lediglich an, es bestehe kein bleibender Myokardschaden (Urk. 7/26/5).
Zunächst ist darauf hin
zuweisen, dass der RAD-Arzt Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie ist und mit der Einschätzung
insbesondere der
kardiologischen
, auch
auch
der
pneumologischen
Beschwerden sein Fachgebiet verlässt. Auf seine Akten
beurteilung kann schon deshalb nicht abgestellt werden. Die Ärzte des
Spitals B._
berichteten
zwar
von einem hervorragenden Ergebnis nach der komplexen perkutanen koronaren Intervention. Zudem war die LVEF
lävokardiologisch
normal und der postinterventionelle Verlauf gestaltete sich problemlos (Urk. 7/19/74).
Andererseits
sahen sie
aber
auch
einen Therapie
ausbau
respektive eine weiterführende Betreuung sowie kardiologische Verlaufs
kontrollen im
Spital A._
vor
(Urk. 7/19/69
, Urk. 7/19/74
)
und der Kreisarzt sprach von einer erheblichen kardialen Belastungssituation (
Urk.
7/19/29)
.
Angesichts dieser Sachlage bestehen Zweifel am Schluss des RAD-Arztes, wonach die kardiologischen Beschwerden keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben (Urk. 7/26/5).
Weshalb die übrigen Diagnosen
und namentlich die COPD
ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien, erklärte der RAD-Arzt im Übrigen eben
falls nicht. Damit bestehen nicht auszuräumende
, mehr als geringe
Zweifel an der
Einschätzung
des RAD
zur Arbeitsfähigkeit sowie an dem von ihm festgelegten Belastungsprofil (Urk. 7/26/6)
.
Obschon der RAD-Arzt die Einschränkungen an beiden Schultern berücksichtigte,
fällt
auf, dass sich das von ihm formulierte Belastungsprofil praktisch deckt mit jenem von
Kreisarzt
Dr.
J._
. Dies vermag nicht zu überzeugen, da der Kreis
arzt die Schulterbeschwerden links für die Zeit ab Juli 2019 nicht mehr in einem kausalen Zusammenhang zum Unfall vom
3.
März 2019 sah
und diese deshalb bei seiner Würdigung der Einschränkungen
in
nicht eigenständig
em Mass
berücksichtigte
.
Sodann bestehen aufgrund der Aktenlage Anhaltspunkte, dass der Beschwerde
führer unter psychischen
Beschwerden
leidet.
Er erwähnte
zwar gegenüber der
Suva
, er brauche keine psychologische Betreuung, welcher Aussage bei allenfalls fehlender Krankheitseinsicht
ohne fach
ärztliche Beurteilung nicht ohne Weiteres gefolgt werden darf.
Zudem
erklärte er auch, der Unfall belaste ihn und er könne nur schlecht schlafen (
Urk.
7/
18/9
). Auch
Dr.
G._
empfahl eine depressive Medikation unter ärztlicher Begleitung (Urk. 7/11/27), was auf ein psychisches
Krankheitsgeschehen hindeutet. Die Beschwerdegegnerin wird dies näher abzu
klären haben.
4.2
Insgesamt erweisen sich die vorhandenen medizinischen Unterlagen für eine
ab
schliessende
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers und damit des vorliegend strittigen Leistungsanspruchs als nicht genügend.
Wie der Beschwerdeführer zu Recht vorbringt (Urk. 1 S.
4
), ist insbesondere der letzte kardiologische Bericht in den Akten bereits zwei Jahre alt (Urk. 7/19/73). Einen aktuellen Verlaufsbericht hat die Beschwerdegegnerin jedoch nicht eingeholt. Auch zu den anderen Diagnosen, welche gemäss RAD-Arzt keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit haben sollen, hat die Beschwerdegegnerin keine Abklärungen getätigt
, genauso wenig wie zum psychischen Gesundheitszustand
.
Sie
hat daher ergänzende medizinische Abklärungen vorzunehmen, die sämtliche Beschwerden des Beschwerdeführers umfassen und eine hinreichende fachärztliche Grundlage darstellen, welche die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers er
lauben
, wofür eine polydisziplinäre Begutachtung als angezeigt erscheint
.
Dabei werden auch
die vom Beschwerdeführer anlässlich der kreisärztlichen Unter
suchung der Unfallversicherung geklagten Beschwerden (
Nackenschmerzen,
Probleme mit der Schilddrüse, mit dem Rücken
und mit den Füssen, Urk. 7/19/25)
zu berücksichtigen sein, wobei
immerhin fraglich
ist
, ob
er
sich diesbezüglich überhaupt in fachärztlicher Behandlung befindet.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde
gutzuheissen
und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zur ergänzenden medizinischen Abklärung im Sinne der Erwägungen und zu neuem Entscheid über den Rentenanspruch des Beschwerde
führers zurückzuweisen.
5.
5.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
not
wendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
5.2
Der Beschwerdeführer wird gemäss Schreiben vom 4. August 2021 der Stadt
O._
, Soziale Dienste, seit dem 1. Juli 2021 erneut mit wirtschaftlicher Hilfe unterstützt (Urk. 14).
Mit Blick darauf ist er im vorliegenden Verfahren bezogen auf den
massgebenden
Zeitpunkt als prozessual bedürftig zu qualifizieren. Da auch die weiteren Anspruchsvoraussetzungen (fehlende Aussichtslosigkeit und sachliche Notwendigkeit der Rechtsverbeiständung) erfüllt sind, ist dem Beschwerdeführer in
Bewilligung seines Gesuchs vom 7. Mai 2021 respektive
11. August 2021
(Urk. 1 S.
2, Urk. 13) Rechtsanwalt Daniel
Christe
als unentgelt
licher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren zu bestellen und es ist ihm die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren.
5.3
Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen
(Art. 61
lit
.
f
bis
ATSG in Verbindung mit Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der
unter
liegenden
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Nach Art. 61
lit
. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (vgl. auch § 34 Abs. 1 und 3
des Gesetzes über das Sozi
al
versicherungsgericht [
GSVGer
]
).
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rück
weisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Ver
fügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57; vgl. auch BGE 141 V 281 E. 11.1 mit Hinweis), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat
.
Diese ist
ermessensweise auf Fr. 1‘800.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen
. Die Beschwerdegegnerin hat die
sen Betrag dem unentgeltlichen Rechtsvertreter zu bezahlen
.