Decision ID: 1333e983-6e18-5a30-880c-4b653c562e7d
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
L._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Kurt Gemperli, advokatur am brühl,
Scheffelstrasse 2, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
IV-Leistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a Der 1962 geborene L._ meldete sich am 3./23. April 2001 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung, namentlich von Berufsberatung, Umschulung
und Arbeitsvermittlung, an. Er sei 1988 nach einer Ausbildung zum Biologielaborant in
die Schweiz gekommen. Er arbeite seither bei der A._ AG. Seit dem 20. September
1999 habe er Rückenschmerzen, die zu Bewegungseinschränkungen und zu
Gefühllosigkeit im rechten Bein führten.
A.b Dr. med. B._ gab in seinem Arztbericht vom 2. Mai 2001 bekannt, es liege beim
Versicherten seit August/September 1999 ein lumboradikuläres Syndrom rechts bei
bekannter Diskushernie L5 rechts mediolateral vor. Als Hilfsarbeiter auf dem Bau sei
der Versicherte vom 23. Februar bis 7. März 2000, vom 19. bis 27. August 2000 und
vom 4. Dezember (recte wohl:) 2000 bis 9. Januar 2001 voll arbeitsunfähig gewesen
und sei seit dem 22. Januar 2001 bis auf weiteres zu 100 % arbeitsunfähig. Die
Beschwerden seien nach dem Heben von schweren Lasten bei der Arbeit aufgetreten.
Physiotherapie und Wassergymnastik hätten zu einer Schmerzreduktion geführt,
allerdings jeweils nur bis zur Arbeitswiederaufnahme. Der Versicherte sei bei starker
körperlicher Belastung, insbesondere beim Heben von Lasten, in der Arbeitsfähigkeit
beeinträchtigt. Eine körperlich leichte bis mittelschwere, rückenadaptierte Tätigkeit
ohne ständiges Bücken, ohne Heben und Tragen von Lasten über ca. 20 kg, mit der
Möglichkeit eines Stellungswechsels (Sitzen, Stehen, Gehen), z.B. eine leichte Arbeit in
einem Lager, wäre für den Versicherten ganztags denkbar. Beigelegt war ein
Arztbericht von Dr. med. und Dr. sc. nat. C._, Innere Medizin FMH, spez.
Rheumaerkrankungen, vom 7. Oktober 1999. Im Medizinischen Radiologischen
Zentrum der Klinik Stephanshorn waren gemäss Bericht vom 27. September 1999 eine
kleinflächige medio-rechts-laterale Discushernie L4/5 mit Irritation der Nervenwurzel L5
rechts präcessal und dysplastische Facettengelenke L4/5 und L5/S1 links, im
letztgenannten Segment mit leichter Spondylarthrose links, erhoben worden.
A.c Die A._ AG gab in der Arbeitgeberbescheinigung vom 26. Juni 2001 an, der
Versicherte sei seit dem 15. Juli 1988 als Baufacharbeiter angestellt und sei bis zum
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Eintritt des Gesundheitsschadens am 22. Januar 2001 mit Maurer- und diversen
anderen Arbeiten auf dem Bau beschäftigt gewesen. Mit jährlich 2112 Arbeitsstunden
habe er im Jahr 1998 Fr. 56'089.50, 1999 Fr. 56'182.-- und 2000 Fr. 61'591.70
Einkommen erzielt.
A.d Nachdem die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen ihn auf
ein Stellenangebot und auf die Möglichkeit, sich an das Regionale
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zu wenden, hingewiesen hatte, meldete sich der
Versicherte an beiden Orten. Das RAV meldete ihn allerdings wieder ab. Am
24. Oktober 2001 teilte Dr. med. D._, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, als
Praxisnachfolger von Dr. B._ mit, er halte den Versicherten (sc. in einer angepassten
Tätigkeit) nur für zu 50 % einsatzfähig.
A.e Dr. med. E._, FMH Physikalische Medizin, gab in seinem in der Folge in Auftrag
gegebenen Gutachten vom 5. Dezember 2001 bekannt, der Versicherte leide an einem
chronischen Lumbovertebralsyndrom mit intermittierender Ausstrahlung ins rechte Bein
als Ausdruck eines radikulären Reizsyndroms bei bekannter Diskushernie L4/5 rechts.
In seiner bisherigen Tätigkeit als Bauarbeiter sei er zu 100 % arbeitsunfähig. Eine
körperlich wenig belastende Arbeit, bei welcher er keine Lasten über 10 bis 12 kg
heben und nicht lange an der gleichen Stelle stehen müsse, könne er zu 100 %
ausüben. Möglicherweise könne er anfänglich wegen des aktuell eingeschränkten
Trainingszustandes nur zu 50 % eingesetzt werden, bis er sich wieder etwas an die
Arbeit gewöhnt habe. Es sei zu empfehlen, dass die IV oder das RAV den Versicherten,
der gerne wieder arbeiten würde, möglichst bald wieder in den Arbeitsprozess
integrierten. Falls er nicht bald eine Stelle finden könne, wäre allenfalls eine
Beschäftigungsbehandlung im Rahmen der IV von Nutzen, um einer Dekonditionierung
vorzubeugen und den Versicherten wieder Vertrauen in seinen Körper gewinnen zu
lassen.
A.f Der IV-Eingliederungs-Fachmitarbeiter berichtete am 21. Dezember 2001, der
Versicherte sei noch in ungekündigter Stellung. Er verglich ein Valideneinkommen 2001
von Fr. 62'577.-- mit einem Invalideneinkommen von Fr. 49'496.-- (gemäss
Tabellenlohn 2001, mit einem Leidensabzug von 10 %).
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A.g Wie mit Vorbescheid vom 24. Januar 2002 angekündigt, wies die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Leistungsgesuch um
berufliche Massnahmen mit Verfügung vom 4. Juli 2002 ab. Für körperlich leichte
Tätigkeiten sei der Versicherte zu 100 % arbeitsfähig, müsse aber eine
Erwerbseinbusse von 21 % in Kauf nehmen. Da er sich aber für eine leidensadaptierte
Tätigkeit nicht voll arbeitsfähig fühle, seien berufliche Massnahmen nicht durchführbar.
Für eine Eingliederungshilfe bei einem geeigneten Stellenangebot könne er sich wieder
melden. Für die Stellensuche möge er eine Unterstützung durch das RAV prüfen.
B.
B.a Am 5. Dezember 2003 ersuchte die Fachstelle für Sozialpsychiatrie und
Psychotherapie (FSP) um Akteneinsicht. Am 11. Juni 2004 berichtete daraufhin
Dr. med. F._, der Versicherte sei seit dem 18. November 2003 in seiner ambulanten
psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung. Er sei wegen einer
Somatisierungstendenz bei depressiv ängstlicher Grunderkrankung im Rahmen eines
chronischen Rückenleidens zugewiesen worden. Unter der Behandlung sei es nicht zu
einer wesentlichen Verbesserung gekommen. Die Arbeitsintegration des Versicherten
sei bis anhin verunmöglicht gewesen. Eine durch die IV unterstützte Massnahme, die
im Juli 2002 wegen der Rückenproblematik eingeleitet worden sei, sei abgebrochen
worden. Gegenwärtig sei eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % aus psychiatrischer Sicht
deutlich. Der Versicherte sei zu einer Eingliederung motiviert. Er (der Arzt) ersuche
deshalb um berufliche Massnahmen und eine Abklärung der weiteren Arbeitsfähigkeit,
so dass eine Reintegration in den Arbeitsprozess ermöglicht werde. Nur auf diese
Weise könne die weitere Chronifizierung vermieden werden. Der Versicherte füllte
daraufhin am 6. Juli 2004 nochmals ein Anmeldeformular aus.
B.b Dr. D._ diagnostizierte gemäss seinem Arztbericht vom 23. August 2004 ein
lumboradikuläres Syndrom rechts bei DH L5 rechts, ein depressives Zustandsbild und
eine Somatisierungstendenz. Der Versicherte sei als Bauhandlanger seit dem
22. Januar 2001 arbeitsunfähig. Leichte, rückenadaptierte Tätigkeiten seien dem
Versicherten an 8 Stunden pro Tag zumutbar.
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B.c Am 23. November 2004 wurde festgehalten, der Versicherte besitze aufgrund der
psychischen Einschränkung Anspruch auf Arbeitsvermittlung. Der IV-Eingliederungsbe
rater erklärte am 22. April 2005, die seit dem ersten Beratungsgespräch im Januar
2005 intensivierte Arbeitssuche sei bis anhin erfolglos gewesen. Der Versicherte stelle
trotz angegebenen Arbeitswillens seine Einschränkungen in den Vordergrund. Bevor
der Versicherte seine Arbeitskraft auf dem freien Arbeitsmarkt anbieten könne, sei nach
der langen Zeit ohne Arbeit eine Standortbestimmung mittels eines
Abklärungsprogramms nötig. Er habe einen Platz im IIZ-Programm G._. Am 28. Juni
2005 sprach die IV-Stelle dem Versicherten die berufliche Abklärung für die Zeit vom
17. Mai bis 15. Juli 2005 zu.
B.d Im Abklärungsbericht des Verzahnungsprogramms vom 15. Juli 2005 (act. 63)
wurde angegeben, der Versicherte sei motiviert, kooperativ, teamfähig, exakt und
selbständig. Er verfüge über gute handwerkliche und methodische Fähigkeiten. Je
nach der Belastung sei seine Leistungsfähigkeit nach einer bis zwei Stunden von
beinahe 100 % auf 70 bis 50 % gefallen, bei einem Arbeitspensum von 100 % falle die
Leistung am Nachmittag auf unter 50 % und der Versicherte komme an die
Leistungsgrenze, vor allem, wenn er längere Zeit stehen müsse. Auch länger dauerndes
vorgeneigtes Sitzen führe zu Verspannungen und Schmerzen. Während der Abklärung
habe er die Medikation erhöhen müssen, speziell bei vollem Pensum. Er benötige einen
Arbeitsplatz mit leichten Arbeiten (Kontrolle, Montage, Demontage) auf Tischhöhe und
in Wechselbelastung (Arbeit im Sitzen und während kurzer Zeit im Stehen), wo er den
Kopf nicht stark und dauernd nach unten neigen müsse und wo auf seine reduzierte
Leistungsfähigkeit Rücksicht genommen werden könne.
B.e Der IV-Eingliederungsberater legte am 7. September 2005 (act. 65) dar, die
persönlichen und durch die IV und das RAV unterstützten Arbeitsbemühungen des
Versicherten seien ohne Erfolg geblieben, und zwar infolge der gestellten
Anforderungen und der grossen Konkurrenz. Erschwerend seien der Mangel an
Sprachkenntnissen, Vorbildung und Berufskenntnissen in einer neuen Tätigkeit sowie
das Teilzeiterfordernis. Die Aussicht, in angemessener Zeit eine Stelle zu finden, sei
nicht gegeben, weshalb weitere Unterstützungen nicht angezeigt seien. Im
Einvernehmen mit dem Versicherten werde die Arbeitsvermittlung abgeschlossen. Zu
vergleichen seien ein Valideneinkommen von Fr. 54'026.-- (2005) und ein
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Invalideneinkommen von Fr. 43'221.-- (bei einer Arbeitsfähigkeit von 80 % und einer
Anpassung wegen Unterdurchschnittlichkeit von 8.9 %).
B.f Mit Verfügung vom 15. September 2005 (act. 68) schloss die IV-Stelle die
Arbeitsvermittlung ab und hielt fest, es bestehe kein Anspruch auf eine Rente. Bei einer
allfälligen Einarbeitung könne sich der Versicherte wieder melden.
B.g Der Versicherte liess am 26. August 2005 vorsorglich Einsprache erheben (act. 70).
Sein neu bestellter Rechtsvertreter beantragte in der Ergänzung vom 29. November
2005 (act. 74), dem Versicherten seien nach Durchführung einer polydisziplinären
medizinischen Untersuchung die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen, namentlich
berufliche Massnahmen und/oder eine Rente. Das Valideneinkommen mache aktuell
Fr. 66'478.-- aus (ausgehend vom Lohn gemäss der Arbeitgeberin). Bereits bei den
gegenwärtig unterstellten medizinischen Voraussetzungen sei eine Viertelsrente
ausgewiesen, da ein angemessener Abzug (wegen der ehemaligen Schwerarbeit, der
Nationalität, der langen Betriebszugehörigkeit und des Leidens) zu machen sei.
Indessen sei der medizinische Sachverhalt nicht hinreichend geklärt. Die sehr knappe
Äusserung von Dr. D._ übernehme offensichtlich einfach frühere spezialärztliche
Aussagen, die veraltet seien. Auch von psychiatrischer Seite gebe es nur einen kurzen
Satz ohne Angabe, auf welcher Grundlage er entstanden sei. Die bisher unterstellte
medizinische Ausgangslage widerspreche dem Ergebnis der Arbeitsabklärung, wonach
sich plausibel wesentlich weitergehende Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit gezeigt
hätten. Am 22. Dezember 2005 reichte der Rechtsvertreter ergänzend einen Bericht
des Spitals Grabs vom 11. Oktober 2005 und einen solchen des Clinical Centre H._
vom 4. Dezember 2005 ein. Damit werde die Notwendigkeit einer polydisziplinären
Abklärung noch unterstrichen.
B.h Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung empfahl eine
Abklärung, worauf die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle am 21. April 2006 die
Verfügung vom 15. September 2005 widerrief (act. 83) und am 26. April 2006 eine
interdisziplinäre Abklärung am Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG
(AEH) in Auftrag gab. Am 10. Mai 2006 erklärte sie das Einspracheverfahren für
abgeschlossen.
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B.i Im (Teil-) Gutachten vom 22. September 2006 (act. 94) gab das AEH bekannt, als
Diagnosen lägen vor: (erstens) ein chronisches Panvertebralsyndrom mit (a)
Haltungsinsuffizienz und leichter Wirbelsäulenfehlform mit abgeflachter BWS-Kyphose,
(b) chronischem Lumbovertebralsyndrom mit kleinflächiger, mediolateraler
Diskushernie L4/L5 mit Nervenwurzelirritation L5 rechts, dysplastischen
Fazettengelenken L4/L5 und L5/S1 links mit leichter Spondylarthrose links (CT der
LWS vom 27.09.1999), (c) cervikozephalem und cervikospondylogenem Syndrom links,
mit leichten degenerativen Veränderungen und muskulärer Dysbalance der ventralen
Halsmuskulatur, und (zweitens) eine arterielle Hypertonie. Für die angestammte
Tätigkeit sei der Versicherte voll arbeitsunfähig. Leichte körperliche Tätigkeiten mit
Wechselbelastungen seien aus rheumatologischer Sicht seit zwei Jahren ganztags
zumutbar. Der psychiatrische Bericht sei abzuwarten; nach der Konsensbesprechung
werde ein abschliessendes Schreiben folgen.
B.j Im psychiatrischen (Teil-) Gutachten vom 23. Januar 2007 (act. 96) diagnostizierte
die Klinik Gais eine somatoforme Schmerzstörung. Spätestens ab dem 14. Juni 2004
liege die Störung mit Krankheitswert vor. Es bestehe eine reduzierte allgemeine
psychische Belastbarkeit, insbesondere eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit bei
Tätigkeiten unter Zeitdruck (Akkordarbeit) und mit hohen Anforderung an die Flexibilität
und an das Konzentrationsvermögen. Dem Rückenleiden angepasste Tätigkeiten ohne
besondere solche Anforderungen seien dem Versicherten für etwa sechs Stunden pro
Tag zumutbar. Dabei könne der Versicherte nicht sechs Stunden lang gleich bleibend
seine Leistung erbringen, so dass eine leicht verminderte Leistungsfähigkeit
anzunehmen sei. Eine Quantifizierung sei schwierig, doch dürfte die
Belastungsfähigkeit insgesamt etwa bei 50 % liegen (verteilt auf sechs Stunden). Aus
psychiatrischer Sicht bestehe wohl eine theoretische Leistungsfähigkeit von etwa
75 %, doch sei diese nur zu 50 % faktisch umsetzbar. Am 14. Juni 2004 sei bereits
eine Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen von 20 % attestiert worden;
erfahrungsgemäss sei mit zunehmender Abwesenheit vom Arbeitsmarkt mit einer
Abnahme der realisierbaren Leistungsfähigkeit zu rechnen.
B.k Mit Schreiben vom 10. Februar 2007 (act. 100) teilte das AEH mit, nach
interdisziplinärer Konsensbesprechung sei dem Versicherten eine adaptierte, leichte
körperliche Tätigkeit mit Wechselbelastung medizinisch-theoretisch während sechs
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Stunden pro Tag zumutbar. In diesem Zeitraum bestehe aus psychiatrischer Sicht eine
leicht verminderte Leistungsfähigkeit, so dass insgesamt von einer etwa 50-
prozentigen Leistungsfähigkeit auszugehen sei.
B.l Auf das durch den RAD veranlasste Ersuchen, das unklare bzw. missverständliche
Ergebnis des Teilgutachtens klarzustellen, teilte die Klinik Teufen am 24. April 2007
(act. 104) mit, es bestehe beim Versicherten eine medizinisch zumutbare
Arbeitsfähigkeit von 75 %. Die Anmerkung, dass diese theoretische Leistungsfähigkeit
faktisch wahrscheinlich nur zu 50 % realisierbar sein dürfte, habe sich auf die
Gesamtsituation des Versicherten bezogen, insbesondere auf die lange Abwesenheit
vom Arbeitsmarkt, also auf eine nicht im engeren Sinn invaliditätsbegründende
Ursache. Die Leistungsfähigkeit betrage somit 75 %.
B.m Mit Vorbescheiden vom 8. August 2007 stellte die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle dem früheren Rechtsvertreter des Versicherten eine Abweisung dessen
Rentenanspruchs (bei einem Invaliditätsgrad von 33 %) und einen Abschluss der
Arbeitsvermittlung in Aussicht.
B.n Am 24. September 2007 (act. 118) beantragte der Rechtsvertreter des
Versicherten, diesem die gesetzlichen Leistungen, insbesondere Arbeitsvermittlung und
eine Rente, zu gewähren. Dem Versicherten sei im AEH gesagt worden, er sei vom
Somatischen her zu 30 % arbeitsunfähig. Der Rheumatologe habe den Versicherten
nicht untersucht, sondern das Gutachten nur visiert. Es sei von einer Arbeitsunfähigkeit
von mindestens 50 % auszugehen, wie sie ursprünglich und klar attestiert worden sei.
Als Valideneinkommen 2006 seien Fr. 63'472.-- einzusetzen. Bei der Bestimmung des
Invalideneinkommens sei der Maximalabzug von 25 % zu machen. Der Versicherte sei
gewillt, im attestierten Rahmen zu arbeiten, also während sechs Stunden pro Tag mit
einem Ergebnis von 50 %, d.h. also mit einer Leistungsfähigkeit von zwei Dritteln. Um
eine solche Stelle zu finden, benötige er die Unterstützung der Fachkräfte der
Invalidenversicherung. Es sei also nebst der Rente Arbeitsvermittlung zu gewähren.
B.o Der RAD schlug am 3. Oktober 2007 vor, den Rheumatologen des AEH mit der
Stellungnahme des Rechtsvertreters des Versicherten zu konfrontieren. Dieser erklärte
am 20. November 2007, die Information an den Versicherten habe wohl gelautet, dass
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die Einschränkung sich zwischen null und 30 % belaufe, unter Vorbehalt der
Konsensbesprechung mit dem Psychiater, doch sei das irrelevant. Der Internist habe
zwei Jahre auf einer Rheumaklinik gearbeitet und sei gut qualifiziert. Aufgrund der EFL
allein ergäbe sich, dass die Belastbarkeit im Gewichtsbereich aufgrund einer
Selbstlimitierung nicht beurteilbar sei und in den statisch-dynamischen Bereichen keine
Hinweise auf eine Einschränkung bestehe. Die Beurteilung hätte diesfalls dann
psychiatrisch mit der Zumutbarkeit der Willensanstrengung geendet. Letztlich werde
die Arbeitsfähigkeit jedoch ärztlich beurteilt, womit eine Arbeitsunfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit angenommen und nur leichte Tätigkeiten für zumutbar
gehalten worden seien. Die psychiatrische Beurteilung vom 24. April 2007 sei
unmissverständlich. Die grosszügige Bewertung mit einer Arbeitsfähigkeit von 75 %
stehe in Übereinstimmung mit dem wegen interdisziplinärer Befunde vermehrten
Pausenbedarf.
B.p Der RAD hielt am 26. November 2007 dafür, vom Vorbescheid brauche nicht
abgewichen zu werden.
B.q Mit Verfügung vom 30. November 2007 (act. 123) wies die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen den Rentenanspruch des
Versicherten ab. Das Valideneinkommen betrage Fr. 59'311.--, das
Invalideneinkommen Fr. 38'844.--, berechnet bei einer Arbeitsfähigkeit von 75 % und
einem Leidensabzug von 10 %, weil dem Versicherten nur noch leichte
Wechselbelastung an sechs Stunden pro Tag zumutbar sei. Die Arbeitsvermittlung
wurde - entgegen den Einwänden zum diesbezüglichen Vorbescheid - nicht
thematisiert.
C.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Kurt Gemperli für den
Betroffenen am 15. Januar 2008 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und dem
Beschwerdeführer seien die gesetzlichen Leistungen, namentlich berufliche
Massnahmen und eine Rente, zuzusprechen, unter Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung, auch für das vorinstanzliche Verfahren. Der Beschwerdeführer sei zu
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50 % arbeitsfähig; so gehe es aus dem Gutachten der Klinik Gais und glasklar aus dem
Schreiben aller beteiligten Ärzte vom 10. Februar 2007 hervor. Die anschliessende
Vernebelung durch die psychiatrischen Gutachter und den Rheumatologen sei
unbeachtlich. Das Schreiben vom 24. April 2007 sei mit dem Gutachten und dem
Ergebnis der Konsensbesprechung nicht vereinbar. Die ursprünglichen Aussagen der
Gutachter seien klar gewesen und Unsicherheiten und Widersprüche habe es erst
durch die unmotivierte Rückfrage des RAD gegeben. Für das Valideneinkommen auf
den IK-Auszug abzustellen, sei unzulässig, denn gefragt sei nicht das Einkommen vor
Eintritt der Gesundheitsschädigung, sondern dasjenige mutmassliche im
Verfügungszeitpunkt, und ausserdem seien die AHV-beitragspflichtigen
Einkommensbestandteile nicht deckungsgleich mit den bei der Invaliditätsbemessung
zu berücksichtigenden. Die Arbeitgeberin des Beschwerdeführers habe sich an den
Gesamtarbeitsvertrag (Landesmantelvertrag für das Schweizerische Bauhauptgewerbe,
LMV) gehalten. Dieser sei zwar gegenwärtig ausnahmsweise nicht allgemeinverbindlich
erklärt, doch gälten die Lohnvorschriften bis zu einer allfälligen Änderungskündigung
als Bestandteil des Einzelarbeitsvertrags weiter. Im Jahr 2000 habe der
Beschwerdeführer - Bau-Facharbeiter im Sinne von Art. 42 des LMV - ein Einkommen
von Fr. 61'591.70 verdient. Der Stundenlohn (bei 2'112 Stunden pro Jahr) sei für 2001
mit Fr. 24.10, für 2005 mit Fr. 27.15 und für die Zeit ab Februar 2006 mit Fr. 27.75
angegeben worden, wie es dem Mindestlohn (Basislohn) entspreche. Es bestehe
Anspruch auf einen 13. Monatslohn. Für 2007 sei zwar keine allgemeinverbindlich
erklärte Lohnerhöhung erfolgt, aber eine Empfehlung des Verbands, die Lohnsumme
um mindestens 1.5 % zu erhöhen. Ab Februar 2006 habe der Beschwerdeführer
Anspruch auf Fr. 63'472.-- pro Jahr gehabt; das Valideneinkommen 2007 betrage
somit bei einer Lohnerhöhung um 1.5 % Fr. 64'425.--. Ein tieferes Einkommen wäre
branchenunüblich und müsste aufgewertet werden. Beim Invalideneinkommen sei der
Maximalabzug auszuschöpfen. 10 % mache nur schon der Teilzeitabzug aus. Zu
berücksichtigen sei aber auch, dass der Beschwerdeführer ein Schwerarbeiter
gewesen sei, der sich von der Konstitution her in einer leichten Tätigkeit schwer tun
werde. Ausserdem sei er auch während der eingeschränkten Präsenzzeit noch
vermindert leistungsfähig. Während ferner die Nationalität im Baugewerbe kein
Hindernis gewesen sei, wirke sie sich im Arbeitsmarkt für leichte wechselbelastende
Tätigkeiten belastend auf die Lohnerwartungen aus. Der Invaliditätsgrad betrage somit
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(bei einem ausgehend von einem Tabellenlohn von Fr. 59'028.-- berechneten
Invalideneinkommen) 66 %. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, adäquate
Massnahmen zur Unterstützung des Beschwerdeführers bei der Stellensuche
einzuleiten.
D.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 11. Februar 2008 beantragt die Beschwerdeführerin
die Abweisung der Beschwerde. Über die beruflichen Massnahmen habe sie noch nicht
verfügt; auf jenen Antrag sei nicht einzutreten. Als einzige psychiatrische Diagnose
bestehe eine somatoforme Schmerzstörung. Eine solche schränke die Arbeitsfähigkeit
nur ein, wenn eine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere und Dauer
vorliege. Weitere Faktoren könnten die ansonsten zumutbare Willensanstrengung
behindern. Eine psychische Komorbidität liege beim Beschwerdeführer nicht vor.
Vielmehr bestünden vorwiegend psychosoziale Belastungsfaktoren, weil er seit Jahren
keine Arbeitsstelle habe finden können. Solche Faktoren begründeten aber keine
Invalidität. Gemäss dem Gutachten lägen beim Beschwerdeführer keine erheblichen
psychopathologischen Befunde vor. Bei der Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit seien ferner Inkonsistenzen aufgetreten. Da somit zumindest
teilweise ein aggravatorisches Verhalten vorliege, sei allein deswegen schon der
invalidisierende Charakter der somatoformen Schmerzstörung ausgeschlossen. Beim
Beschwerdeführer würden im Wesentlichen ätiologisch-pathogenetisch unerklärliche
syndromale Leidenszustände beschrieben, denen infolge der fehlenden
Objektivierbarkeit keine invalidisierende Wirkung zukomme. Nach gefestigter Praxis sei
daher von einer vollen Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen auszugehen. Der
psychiatrische Gutachter sei nicht vom RAD unter Druck gesetzt worden. Die
gesundheitliche Symptomatik bestehe seit September 1999, so dass das
Erwerbseinkommen von 1998 gemäss dem IK von Fr. 51'381.-- als Grundlage für das
Valideneinkommen verwendet werden könne. Es gelte eine Vermutung, dass der
entsprechende Wert dem tatsächlich erzielten Einkommen entspreche. Der
Tabellenlohn 1998 mache Fr. 53'649.-- aus. Weil der Betrag höher sei als das
Valideneinkommen, sei er auf die Höhe des Valideneinkommens zu reduzieren. Weil
der Beschwerdeführer nur noch leichte Hilfstätigkeiten ausführen könne, sei ein
Leidensabzug von 10 % vorzunehmen. Eine adaptierte Tätigkeit könne er aber voll
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ausüben, so dass ein Teilzeitabzug nicht in Frage komme. Auch ein Ausländerabzug
komme nicht in Betracht, da eine allfällige diesbezügliche lohnmässige Diskriminierung
mit der Reduktion des Tabellenlohns bereits ausgeglichen sei. Der Invaliditätsgrad
mache daher 10 % aus.
E.
Mit Replik vom 11. Juni 2008 bringt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vor,
die Wiedergabe der Vorgeschichte durch die Beschwerdegegnerin sei selektiv und
unzutreffend. Gemäss der Beschwerdeantwort sei ausserdem noch keine Antwort auf
die Frage der Eingliederung gegeben worden, obwohl es erstes Gebot gewesen wäre,
sich mit der Eingliederung des Beschwerdeführers zu beschäftigen. Die
Beschwerdegegnerin versuche ausserdem, die aufgezeigten Widersprüche durch eine
eigene Interpretation, welche isolierte Gutachtensbestandteile in ein bisher von
niemand diskutiertes Konzept hineinzwinge, zum Verschwinden zu bringen. Wenn die
klaren Äusserungen der drei Gutachter vom 10. Februar 2007 nicht zum Nennwert
genommen werden könnten, seien sie so unqualifiziert, dass ein neues Gutachten nötig
sei. Dann sei auch nicht mehr gesagt, dass die Diagnose oder irgendeine andere
Äusserung zutreffe. Der Rechtsdienst der Beschwerdeführerin könne keine
gutachterlichen Feststellungen treffen, auf die nicht einmal der RAD gekommen sei.
Der Unterstellung, beim Beschwerdeführer liege ein aggravatorisches Verhalten vor, sei
scharf zu widersprechen. Selbstlimitierung bedeute nicht Aggravation. Wenn ein IK-
Einkommen unterhalb des Mindesteinkommens liege, bestehe sehr wohl ein Indiz, dass
es nicht dem tatsächlichen Einkommen entspreche. Das gelte erst recht, wenn die
Arbeitgeberin exakt Angaben mache, die den gesamtarbeitsvertraglichen Vorschriften
entsprächen. Bei rechtsverbindlichen Mindestlohnvorschriften könne auch nicht davon
ausgegangen werden, dass sich das Invalideneinkommen nach den Tabellenlöhnen
gleich entwickeln werde. Der LMV sei im Übrigen seit einigen Monaten wieder in Kraft.
F.
Die Beschwerdegegnerin hat am 17. Juni 2008 auf die Erstattung einer Duplik
verzichtet.

Erwägungen:
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1.
1.1 Da ein Sachverhalt zu beurteilen ist, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der
angefochtenen Verfügung am 30. November 2007 entwickelt hat, sind die auf den
1. Januar 2008 in Kraft getretenen Rechtsänderungen nicht anwendbar.
1.2 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen
Rentenanspruch des Beschwerdeführers bei einem Invaliditätsgrad von 33 %
abgelehnt. Der Beschwerdeführer hatte im Verwaltungsverfahren berufliche
Massnahmen beantragt und lässt in diesem Gerichtsverfahren die Zusprechung der
gesetzlichen Leistungen, namentlich von beruflichen Massnahmen und einer Rente,
beantragen. Die Beschwerdegegnerin macht geltend, erst über die Rentenfrage verfügt
zu haben. Nach der Aktenlage bzw. dem aktenmässigen Verfahrensablauf im
Vorbescheid ist indessen nicht zu bezweifeln, dass auch über die Frage der
Arbeitsvermittlung hätte verfügt werden müssen und dies schlicht vergessen ging.
Deshalb ist vor Gericht auch der Abschluss der Arbeitsvermittlung Streitgegenstand.
Das Gesuch des Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen
Prozessführung für das vorinstanzliche Verfahren hingegen bildet offenbar nicht mehr
Streitgegenstand (vgl. act. 129-1/5).
2.
Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis 31. Dezember 2003 gültig gewesenen Fassung)
besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu zwei Dritteln, derjenige auf eine halbe Rente, wenn sie wenigstens zur
Hälfte invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 40 % vor, so besteht
Anspruch auf eine Viertelsrente oder, sofern ein Härtefall gegeben ist, auf eine halbe
Rente (Art. 28 Abs. 1 IVG). Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der vom 1. Januar 2004 bis
31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
3.
bis
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3.1 Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen
von Bedeutung. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu
beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in
der Folge eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch
tatsächlich ausübt, ist für die Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046
des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über die
Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH).
3.2 Unbestrittenermassen ist dem Beschwerdeführer seine angestammte Arbeit nicht
mehr zumutbar. Was eine adaptierte Tätigkeit betrifft, stellt die Beschwerdegegnerin
darauf ab, dass eine Arbeitsfähigkeit von 75 % besteht. Sie stützt sich dabei auf ein
Schreiben des psychiatrischen Gutachters vom 24. April 2007, worin das Gutachten
vom 23. Januar 2007 nachträglich erläutert wird. Die aus psychiatrischer Sicht
zumutbare Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers beträgt danach 75 %, während die
Anmerkung, dass diese theoretische Leistungsfähigkeit faktisch wahrscheinlich nur zu
50 % realisierbar sein dürfte, sich auf die Gesamtsituation des Beschwerdeführers
(insbesondere auf die lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt) und damit auf nicht im
engeren Sinn invaliditätsbegründende Ursachen bezogen habe. Im Gutachten war
allerdings zwar festgehalten worden, dass aus psychiatrischer Sicht eine theoretische
Leistungsfähigkeit von etwa 75 % bestehe, die faktisch nur im Ausmass von etwa
50 %, verteilt über sechs Stunden pro Tag, realisiert werden könne (Zusatzfragen
Ziff. 1). Die Reduktion war indessen mit medizinisch relevanten Fakten begründet
worden, wenn es dort heisst, es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer
nicht in der Lage sei, über sechs Stunden hinweg gleich bleibend seine Leistung zu
erbringen, so dass innerhalb dieses Zeitraums eine leicht verminderte
Leistungsfähigkeit angenommen werden müsse. Die Belastungsfähigkeit dürfte
insgesamt einer etwa 50-prozentigen Leistungsfähigkeit entsprechen (Ziff. 3.3). Der
Umstand der im Zeitablauf abfallenden Leistungsfähigkeit war denn auch bereits bei
der beruflichen Abklärung festgestellt worden. Dass mit zunehmender Abwesenheit
vom Arbeitsmarkt eher mit einer Abnahme der tatsächlich realisierbaren
Leistungsfähigkeit zu rechnen sei, hatten die Gutachter anderseits damals auf die
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Frage hin mitgeteilt, seit wann die attestierte Arbeitsfähigkeit angenommen werden
könne. Sie erklärten, im Juni 2004 habe bereits eine Arbeitsunfähigkeit von 20 %
vorgelegen. Die seither eingetretene Entwicklung sei kaum zu quantifizieren, doch sei
erfahrungsgemäss mit zunehmender Abwesenheit vom Arbeitsmarkt eher mit einer
Abnahme der tatsächlichen realisierbaren Leistungsfähigkeit zu rechnen. Gegenwärtig
sei die Leistungsfähigkeit wie oben definiert anzunehmen (Zusatzfragen Ziff. 2). Dazu
kommt, dass die Gutachter nach der interdisziplinären Konsensbesprechung am
10. Februar 2007 gemeinsam festhielten, medizinisch-theoretisch sei dem
Beschwerdeführer eine Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit während sechs Stunden
zumutbar. In diesem Zeitraum werde jedoch aus psychiatrischer Sicht davon
ausgegangen, dass eine leicht verminderte Leistungsfähigkeit bestehe, so dass die
Belastungsfähigkeit insgesamt einer etwa 50-prozentigen Leistungsfähigkeit
entspreche. Wenn unter diesen Umständen in den nachträglichen Erklärungen eine (IV-
relevante) Arbeitsfähigkeit von 75 % statuiert wird, liegen gutachterliche Aussagen vor,
die nicht miteinander in Einklang gebracht werden können.
3.3 Bei der rheumatologischen Abklärung im AEH standen nach den Klagen des
Beschwerdeführers lumbale Rückenschmerzen mit einer vor allem
belastungsabhängigen Komponente im Vordergrund (act. 94-7/16). Dass die ärztliche
Beurteilung auf einer Kenntnisnahme zwar verschiedener Röntgenbefunde etwa der
HWS, der BWS oder des Thorax basiert, die Computertomographie der LWS von 1999
aber gerade nicht vorlag und nicht beigezogen wurde, erstaunt deshalb, auch wenn die
Beurteilung des Computertomogramms immerhin indirekt aus dem Schreiben der
Klinik Stephanshorn bekannt war. Die etwas jüngere ap/seitliche Aufnahme der LWS
durch Dr. E._vom 24. Januar 2001 (act. 20-2/4) wurde im Gutachten nicht erwähnt.
Der Entscheid der Gutachter, auf das Erheben neuer Befunde zu verzichten, erscheint -
insbesondere was die LWS betrifft, wo 1999 eine Diskushernie mit Irritation der
Nervenwurzel vorgelegen hatte - angesichts der hervorstechenden lumbalen
Beschwerdesituation als nicht nachvollziehbar. Die Erhebung aktueller Befunde mit
bildgebenden Verfahren wäre vorliegend erforderlich gewesen, zumal die in den Akten
beschriebene Computertomographie bereits sieben Jahre alt war.
3.4 Aufgrund der vorhandenen medizinischen Akten lässt sich aus diesen Gründen die
zumutbare Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht mit hinreichender
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Wahrscheinlichkeit eruieren. Hieran vermögen auch die übrigen ärztlichen
Beurteilungen nichts zu ändern. Die Sache ist vielmehr zu ergänzenden Abklärungen an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3.5 Gemäss dem psychiatrischen Gutachten haben sich beim Beschwerdeführer nach
einer Diskushernie ein chronisches Panvertebralsyndrom, dann eine
Anpassungsstörung und eine Schmerzverarbeitungsstörung entwickelt. Es seien
zunehmend Tendenzen einer Symptomausweitung - nebst depressiven Reaktionen auf
erlebte Frustrationen - dazugekommen, die gesamthaft als psychosoziale
Belastungsfaktoren gewertet werden müssten, so dass sich letztlich gesamthaft die
Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung ergebe. Die Beurteilung der
Auswirkungen des somatisch initiierten Schmerzes (und seine
Bekämpfungsmöglichkeiten im Hinblick auf das Erreichen der bestmöglichen
Arbeitsfähigkeit) erscheinen vorliegend daher zentral. Mit der (somatischen)
Begutachtung war ein Internist betraut worden; dazu kam eine Evaluation der
arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit. Es fragt sich, ob es nicht
gerechtfertigt wäre, einen Schmerzspezialisten beizuziehen. Schliesslich war
ausserdem - wohl angesichts des Begutachtungsauftrags, was das Vorgehen aber
nicht rechtfertigt - darauf verzichtet worden, einen aktuelleren Bericht des
behandelnden Arztes einzuholen.
3.6 Die Rückweisung zur ergänzenden Abklärung wird die Beschwerdegegnerin zum
Anlass nehmen, auch die strittige Frage des Abschlusses von Arbeitsvermittlungen neu
zu prüfen und darüber zu entscheiden.
4.
4.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 30. November 2007 teilweise zu schützen und die
Sache ist zu ergänzenden Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu
entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Eine Rückweisung zur weiteren Abklärung der Streitsache und anschliessender
neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin stellt im IV-Bereich praxisgemäss aus
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prozessualer Sicht in Bezug auf die Kosten ein vollständiges Obsiegen dar (vgl.
SVR 1995 IV Nr. 51 S. 143; ZAK 1987 S. 266 E. 5a). Angesichts des Unterliegens der
Beschwerdegegnerin rechtfertigt es sich, ihr die Gerichtskosten, die nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1
IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von
Fr. 600.-- erscheint angemessen.
4.3 Der Beschwerdeführer hat bei vollem Obsiegen Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61
lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Die Entschädigung ist auf Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen. Die Bewilligung der
unentgeltlichen Prozessführung vom 14. Februar 2008 ist obsolet geworden.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG