Decision ID: fa6b758a-cb41-466d-841a-d8a3d5bf16b7
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1973 geborene
X._
verfügt über keine Berufsausbildung und
war in seiner Heimat als
Securitas
-
Mitarbeiter
beschäftigt
(Urk. 8/2/5
, Urk.
8/11/2-3
). Im Jahr 2001 reiste er in die Schweiz ein (Urk. 8/2/1)
, wo er
gemäss Auszug aus seinem individuellen Konto (IK-Auszug)
ab März 2002 für verschiedene Arbeitgeber tätig war und zwischendurch mehrmals Entschädi
gungen der Arbeitslosenversicherung bezog
(Urk. 8/12).
Vom 2
9.
Juli 2013 bis am 3
1.
Januar 2014 war er temporär über die
Y._
als Bauarbeiter
C
im Einsatz (Urk. 8/37/9).
Ab März 2016 war er
mit einem Pensum von 50
%
in einem befristeten
, vom Sozialamt vermittelten
Arbeitsverhältnis als Mitarbeiter Recycling angestellt (Urk. 8/11/2).
Am 1
4.
Oktober 2016 meldete er sich unter Hinweis auf rezidivierende Rückenschmerzen mit Ausstrahlung ins linke Bein sowie weg
en Atembeschwerden bei bekanntem
Asthma
bronch
iale
(Urk. 8/2/6) bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/2). Nach
zweimaliger krankheitshalber Verschiebung seitens des Versicherten (Urk. 8/6-8) führte die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
mit ihm am 1
8.
Januar
2017 ein Standortgespräch durch, wobei sie aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse, fehlender Berufsausbildung und subjektiv starker körperlicher Einschränkungen zum Schluss gelangte, nur eine
Rentenprüfung
sei sinnvoll
(Urk. 8/11).
In der Folge nahm die IV-Stelle ärztliche Berichte zu den Akten (Urk. 8/13, 8/16, 8/18, 8/20,
8/23-24
). Am 2
6.
Mai 2017 teilte sie dem Versicherten mit, berufliche Eingliederungsmassnahmen seien zurzeit nicht mög
lich (Urk. 8/22).
Nach Durchführung eines Einkommens
vergleichs (Urk. 8/25)
stellt
e sie ihm mit Vorbescheid vom
2.
August 2017 die Abweisung seines Ren
tenbegehrens in Aussicht (Urk. 8/27), wogegen der Versicherte am 22. August 2017 Einwand erhob (Urk. 8/29). Diesen ergänzte er im September 2017 unter Beilage eines medizinischen Berichts (Urk. 8/31-32).
Weitere
Arztbericht
e
wurde
n
erstattet (Urk. 8/33
, 8/39
, 8/43
) und d
ie IV-Stelle tätigte erwerbliche und beruf
liche Abklärungen (Urk. 8/34-37).
Am 2
7.
Feb
ruar 2018 untersuchte Dr. med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, Regio
naler Ärztlicher Dienst (RAD), den Versicherten (RAD-Untersu
chungsbericht vom 1
4.
März 2018;
Urk.
8/41). Der entsprechende Bericht wurde dem Versicherten zur (freigestellten) Stellungnahme zugestellt (Urk. 8/42).
Der behandelnde Arzt des Versicherten reichte am 2
3.
Mai 2018 einen weiteren Bericht ein (
Urk.
8/43).
Nach erneuter Vornahme eines Einkommensvergleichs (Urk. 8/44) verneinte die IV-Stelle in ihrer Verfügung vom 1
7.
September 2018 den Anspruch des Versi
cherten auf eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 39
%
(Urk. 8/46 =
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am
4.
Oktober 2018 Beschwerde und beantragte sinngemäss die Überprüfung der angefochtenen Verfügung und die Zuspr
echung
einer Invalidenrente (
Urk.
1). Am 2
4.
Oktober 2018 ersuchte er
zudem um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (
Urk.
4). Die Beschwer
degegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 1
4.
November 2018 auf Ab
weisung der Beschwerde (
Urk.
7).
Mit Gerichtsverfügung vom 16. November 2018 wurde
n
dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung bewilligt sowie die Beschwerdeantwort zur Kenntnis gebracht (
Urk.
9).
Auf die Ausführungen der Parteien und die
eingereicht
en Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medizi
nischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersu
chungs
ergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG betreffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Ver
fahrensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wir
kung (Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxis
gemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die
Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versiche
rungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Okto
ber 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die IV-Stelle führte im angefochtenen Entscheid aus,
gemäss der von ihr veran
lassten RAD-Untersuchung sei der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätig
keit auf dem Bau nicht mehr arbeitsfähig, wobei eine durchgehende Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
ab dem 2
1.
März 2017 ausgewiesen sei. Ab Februar 2018 sei ihm eine den gesundheitlichen Einschränkungen angepasste Arbeit zu 70
%
zu
mutbar. Es resultiere ein Invaliditätsgrad von 39
%
(
Urk.
2 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte in seiner Beschwerde vor, er sei in diesem Jahr schon mehrmals zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben worden. Zudem leide er seit zwei Monaten an starken Schulterbeschwerden links, die seine Arbeitsfähig
keit zusätzlich einschränken würden. Sodann sei es befremdend, dass sein Inva
liditätsgrad genau 1
%
unter der Grenze liege, welche für einen Rentenanspruch erreicht werden müsse. Er habe eine grössere Rückenoperation hinter sich und zusätzliche Probleme mit seinem Bewegungsapparat, wobei es sich nicht um Bagatellerkrankungen handle (
Urk.
1).
3.
3.1
Am 1
4.
Juli 2014 berichtete
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Radiologie
FMH
,
über die am 1
1.
Juli 2014 vorgenommene MRI-Untersuchung der Lenden
wirbel
säule (LWS). Er hielt fest, er habe eine kleine
breitbasige
,
rezessal
rechtsgelegene Diskushernie L5/S1 mit Kontakt zur Nervenwurzel S1
rezessal
rechts bei bilate
raler, nicht dissoziierter
Spondylolyse
und nur leichter
Anterolisthese
von L5 gegenüber S1 vorgefunden. Des Weiteren liege eine mittelgrosse,
intraforaminal
linksgelegene Diskushernie L4/L5 mit hochgradiger
Foraminalstenose
und Kom
pression der Nervenwurzel L4 links vor. Ferner hielt er fest, bei ungenügendem Ansprechen auf die konservative Therapie sei
gegebenenfalls eine CT-gesteuerte
epidurale
Infiltration L5/S1 rechts in Erwägung zu ziehen (Urk. 8/13).
3.2
Dem Bericht von
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, vom 20. August 2014 ist zu entnehmen, der Beschwerdeführer habe Anfang Juni 2014 bei seiner Arbeit auf der Baustelle ganz akut Kreuzschmerzen bekommen. Zwei Tage lang habe er noch weitergearbeitet, jedoch seien die Schmerzen immer schlimmer geworden, sodass er nicht mehr habe arbeiten können. Die Schmerzen
hätten in das linke
dorso
-laterale Bein ausgestrahlt. Als Diagnose nannte
Dr.
B._
ein
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom bei
intraforaminaler
Diskushernie L4/5 links mit hochgradiger
Foraminalstenose
sowie Kompression der Wurzel L4
,
und gab an, die Beschwerden passten sehr gut zu diesem Befund (Urk. 8/16/11).
Er habe einen Sakralblock (
p
eridurale
Infiltration an der Wirbelsäule
) durchgeführt (Urk. 8/16/11-12).
3.3
Dr.
m
ed.
C._
, Facharzt für Allgemeine Medizin FHM, gab am 1
2.
März 2017 an, er habe den Beschwerdeführer von 2008 bis Juni 2016 behandelt (Urk. 8/16/7). Seit 2006 habe der Beschwerdeführer immer wieder Rücken
schmer
zen gehabt. Im Juni 2014 sei es zu ausstrahlenden Schmerzen und Krämpfen im linken Bein gekommen (Urk. 8/16/8).
3.4
Dr.
med. D._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, spezialisiert auf Wirbelsäulenchirurgie, führte am
7.
April 2017 aus, der Beschwerdeführer leide seit Jahren an lumbalen Schmerzen mit
ischialgieformer
Ausstrahlung beidseits. Die Ischialgie-Beschwerden seien unklar. Der Beschwerdeführer sei als Bauar
beiter seit
mehreren Jahren arbeitsunfähig. Auch seine Arbeit im Wiedereinglie
derungsprogramm bei der Gemeinde habe er mehrmals unterbrechen müssen (Urk. 8/18/2).
Am 1
2.
Mai 2017 berichtete
Dr.
D._
, die MRI-Untersuchung der LWS vom 2
8.
April 2017 habe das Vorliegen einer
Spondylolyse
L5 mit minimaler
Olist
hese
bestätigt. Er interpretiere die Beschwerden ausgehend von der
Spondylolyse
. Da der Beschwerdeführer
konservativ
austherapiert sei, sei für den 2
2.
Mai 2017 eine
ventrodorsale
Spondylodese
L5/S1 als Massnahme zur Verbesserung der Schmer
zen geplant
. Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis zur ersten postopera
tiven Kontrolle vom 1
8.
Juli 2017 (Urk. 8/20).
Seinem Operationsbericht vom 2
3.
Mai 2017 ist zu entnehmen, dass er am 22. Mai
2017 beim Beschwerdeführer eine dorsale
Spondylodese
L5/S1 vorgenommen hat (Urk. 8/23/3).
Laut dem Austrittsbericht vom
1.
Juni 2017 war der Beschwerde
führer
hierzu vom 2
2.
bis am 2
9.
Mai 2017 hospitalisiert (Urk. 8/23/4). Zudem wurde angegeben, eine Vollbelastung sei nach Massgabe der Beschwerden ab sofort erlaubt (Urk. 8/23/5).
3.5
Med.
pract
. E._
, Praktischer Arzt FMH, hielt in seinem Bericht vom 1
5.
Juni 2017 fest, er behandle den Beschwerdeführer seit dem 2
8.
August 201
6.
Zuvor sei der Beschwerdeführer ab April 2014 bei seinem Praxiskollegen
Dr.
C._
in Behandlung gewesen. Nach der Exazerbation der Rückenbeschwerden im Jahr 2014
sei es nicht zu einer wirklichen Besserung gekommen und an eine körperlich schwere Arbeit sei nicht mehr zu denken gewesen. Selbst bei leichten Arbeiten im Rahmen des Arbeitsprogramms der Stadt
F._
sei es immer wieder zu krankheitsbedingten Ausfällen
gekommen. Am 2
3.
Mai 2017 sei nun eine operative Behandlung erfolgt. Vorerst bleibe der Beschwerdeführer auch für leichte Arbeiten zu 100
%
arbeitsunfähig
.
Eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit als Bauhilfsarbeiter
attestierte der Arzt ab 2
5.
April 201
4.
Er
listete
für die Zeit vom 25.
April bis 1
4.
Dezember 2014,
vom
9.
August bis
am
1
6.
Oktober
2016 sowie ab
dem
21. März
2017
bis auf weiteres 100%ige Arbeitsunfähigkeiten
auf
(Urk. 8/23/1).
3.6
Am 1
9.
Juli 2017 gab
Dr.
D._
an, der Beschwerdeführer habe seine komplette Schmerzmedikation abgesetzt und sei praktisch beschwerdefrei. Für körperlich leichte Arbeiten sei er wieder arbeitsfähig (Urk. 8/24).
3.7
Med.
pract
.
E._
hielt in seinem Bericht vom 1
5.
September 2017 fest, der Ge
sundheitszustand des Beschwerdeführers sei nicht so gut, dass er eine leichte Arbeit vollzeitlich aufnehmen könnte (Urk. 8/31).
3.8
Dr.
D._
untersuchte den Versicherten am
6.
Oktober 201
7.
In seinem Bericht vom gleichen Tag
führte
er
aus, der Beschwerdeführer sei zurzeit in einem Arbeitsbeschaffungsprogramm der Stadt
F._
beschäftigt, wo er leichte körperliche Arbeiten ausführe. Er berichte, seine Rückenschmerzen hätten wieder an Intensität zugenommen. Wahrscheinlich habe sich die Schmerzsymptomatik als Folge der vermehrten körperlichen Tätigkeit etwas verstärkt
. Vorerst seien indes keine Massnahmen angezeigt und die Reintegration in den Arbeitsprozess sei fortzuführen (Urk. 8/33).
In seinem Bericht vom 3
0.
Januar 2018 legte
Dr.
D._
dar, der Beschwer
de
führer klage nach wie vor über sehr starke Krämpfe in beiden unteren Extre
mitäten, rechts mehr als links. Auch habe er über eine Gefühlsstörung im
ante
rolateralen
Oberschenkelbereich rechts berichtet.
Die
Schmerzmittel habe er nicht
absetzen
können. Der Beschwerdeführer zeige eine deutlich eingeschränkte Aktion
der LWS. Zum sicheren Ausschluss einer Pseudoarthrose werde er eine CT- und MR-Abklärung der LWS veranlassen. Der Beschwerdeführer bleibe bis zur nächsten klinischen Kontrolle zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben (Urk. 8/39).
Dem Bericht von
Dr.
D._
vom 2
3.
Mai 2018 ist zu entnehmen, die MR- und
CT-Befunde hätten keinerlei Hinweise auf eine
Pseudarthrose
geliefert (Urk.
8/43/2).
3.9
In seinem Bericht vom 1
4.
März 2018 betreffend die orthopädische Exploration vom 2
7.
Februar 2018 führte RAD-Arzt Dr.
Z._
aus, der Beschwerdeführer
habe über eine Verstärkung der Beschwerden Anfang 2017 berichtet (Urk.
8/41/1). Aktuell klage er über Krämpfe im rechten Bein bis zur Wade, weshalb er nicht schlafen könne. Manchmal verspüre er auch eine Schwäche in den Beinen. Ins
gesamt hätten sich die Schmerzen nach der Operation verändert,
von der Inten
sität her
seien
sie
stärker geworden.
Er bekomme ein- bis zweimal in der Woche noch Physiotherapie, ansonsten mache er selber Krankengymnastik.
Ein- bis zwei
mal pro Woche nehme
d
er
Beschwerdeführer
eine Tablette
Ecofenac
(Urk. 8/41/2).
Bei der bisherigen Tätigkeit
auf dem Bau
seien das Heben von schweren Lasten und das Schlagen mit dem schweren Abbruchhammer belas
tende Faktoren gewesen. Vorstellen könne er sich eine leichte wechselbelastende Tätigkeit (Urk. 8/41/4).
Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
Z._
ein
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom bei
intraforaminaler
Diskushernie L4/5 mit hochgradiger
Foraminalstenose
sowie Kompression der Wurzel L4 links und
Spondylolyse
L5/S1 und Status nach
ventrodorsaler
Spondylodese
L5/S1 (Opera
tion vom 2
2.
Mai 2017).
Keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit mass er dem Asthma bronchiale zu (Urk. 8/41/7).
Er würdigte die Aktenlage dahingehend, dass die gering dosierte Schmerz
mittel
einnahme Zweifel an der Stärke der angegebenen Schmerzen aufkommen lasse. Aufgrund des Gesundheitsschadens bestehe eine verminderte Belastbarkeit, so
dass der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit als Bauhelfer eindeutig vollumfänglich arbeitsunfähig sei. Diese Arbeitsunfähigkeit
liege spätestens seit dem 2
1.
März 2017 auf Dauer vor (Urk. 8/41/8). An sein somatisches Leiden an
gepasst
seien leichte Tätigkeiten in Wechselbelastung, teils sitzend, teils gehend, auch mit gelegentlichem Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, ohne Verharren in Zwangshaltungen, ohne Steigen von Leitern und Gerüsten, ohne Kauern, Knien, Bücken, Hocken, ohne repetitive Rotation im Sitzen, ohne Über
kopfarbeiten, ohne
Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne Arbeiten mit erhöhten Anforderungen an die Stand- und Gangsicherheit und ohne dauerhaftes Gehe
n und Stehen auf unebenem Grund sowie
ohne Tätigkeiten mit vermehrter Vibrationsbelastung (Urk. 8/41/8-9). In einer solchen angepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer seit der RAD-Untersuchung vom 28. Februar 2018 zu 70
%
arbeitsfähig, wobei die 30%ige Arbeitsunfähigkeit dem vermehrten Pausenbedarf entspreche. Zuvor sei der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit pha
senweise ganz oder teilweise arbeitsunfähig gewesen (Urk. 8/41/9 mit Details)
.
4.
4.1
4.1.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei ihrer Beurteilung, wonach in angepasster Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 70 % gegeben sei, auf den RAD-Untersu
chungs
bericht von
Dr.
Z._
(Urk. 2 S. 2).
Die Einschätzung v
on Dr.
Z._
erging
unter Berücksichtigung der
Vorakten
, der Anamnese
sowie der vom Beschwerdeführer
geklagten Beschwerden (
Urk.
8/
41/1-4).
Dr.
Z._
erhob den orthopädisch-rheumatologischen Körperstatus (Urk. 8/41/4-6) und würdigte die Aktenlage (Urk. 8/41/8). Vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer bei den einen
anlässlich der Exploration vorgenommenen
Bewegungen Schmerzen an der Wirbelsäule äusserte (Urk. 8/41/4-5)
,
und angesichts dessen, dass diese ein organisches Korrelat aufweisen (vgl. die Diagnose in
Urk.
8/41/7), ist nachvoll
ziehbar, dass dem Beschwerdeführer seine bisherige, körperlich belastende Tätig
keit auf dem Bau nicht mehr zumutbar ist (Urk. 8/41/8). D
r.
Z._
hielt fest, d
ass dies
spätestens
seit dem 2
1.
März 2017 dauerhaft der Fall
sei (Urk. 8/41/8). Bezüglich der Zeit davor verwies er auf die Arbeitsunfähigkeitsatteste der behan
delnden Ärzte (Urk. 8/8-9).
Hingegen trug er dem Umstand, dass
Dr.
D._
am
7.
April 2017 von einer seit
mehreren Jahren bestehenden Arbeitsunfähigkeit als Bauarbeiter ausgegangen war (Urk. 8/18/2), nicht Rechnung.
Mit Blick darauf
und angesichts dessen, dass auch med.
pract
.
E._
sinngemäss von der Unzu
mutbarkeit einer körperlich schweren Arbeit seit der erstmaligen Exazerbation im Jahr 2014 (vgl. E. 3.1-3.3 vorstehend) ausging (Urk. 8/23/2),
steht mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit fest, dass sich
die für die Zeit ab 2016 attestierten Arbeitsunfähigkeiten auf die ab März 2016 bestehende Anstellung als Recycling-Mitarbeiter (
Urk.
8/11/2)
bezogen
haben
.
Mithin ist von einer Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bereits ab dem Jahr 2014
auszugehen, wobei in Anbetracht der Erwerbsbiographie des Beschwerdeführers mit diversen Anstel
lungen als Bauarbeiter respektive für Abbrucharbeiten ab 2002 (Urk. 8/41/3) nicht zu beanstanden ist, dass die Tätigkeit als
Bauhilfs
arbeiter als angestammte Tätigkeit angesehen wurde.
Für eine Unzumutbarkeit der körperlich schweren Tätigkeit auf dem Bau ab 2014 spricht
vor allem die bereits im MRI von 2014
nachgewiesene
mittelgrosse Dis
kushernie L5/S1 mit der hochgradigen
Foraminalstenose
und Kompression der Nervenwurzel und dem ebenfalls erkannten Wirbelgleiten
bei L5
(
Spondylolyse
), welche Diagnosen über den ganzen Zeitraum hinweg konstant bei
behalten,
denen die
geklagten
Schmerzen
ärztlich
zugeschrieben wurden (
Urk.
8/13, 8/16, 8/
23
)
und die aufgrund ihrer Erheblich- und Deutlichkeit
eine
gänzliche
Arbeitsun
fähigkeit für eine körperlich schwere Tätigkeit
sehr
nachvollziehbar erscheinen lassen.
4.1.2
Bei fehlenden gegenteiligen Anhaltspunkten sowie mit Blick darauf, dass der Beschwerdeführer im normalen Alltag lediglich ein- bis zweimal pro Woche schmerzstillende Medikamente benötigt (Urk. 8/41/2), ist die Beurteilung von Dr.
Z._
, wonach eine dem körperlichen Leiden angepasste Tätigkeit grund
sätzlich zumutbar ist (Urk. 8/41/8-9), schlüssig.
Auch das von Dr.
Z._
angegebene Belastungsprofil (vgl. Urk. 8/41/8-9) überzeugt bei den erhobenen Be
funden und
es
blieb überdies unbestritten.
Dass
d
er
Beschwerdeführer
dabei wegen eines vermehrten Pausenbedarfs eine um 30
%
verminderte Arbeits- respektive Leistungsfähigkeit aufweist (Urk. 8/41/9), ist beim Vorhandensein von Schmerzen plausibel.
Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bestand
eine teilweise
Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit indes bereits vor dem Untersuchungstermin
beim RAD-Facharzt
, zumal
Dr.
D._
bereits am 1
9.
Juli 2017 über eine praktische Be
schwerdefreiheit und eine Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte Arbeiten berichtet
hatte
(Urk. 8/24) und auch med.
pract
.
E._
in seinem Bericht vom 1
5.
September 2017 lediglich die Vollzeitlichkeit der Zumutbarkeit einer ange
passten Arbeit bestritt (Urk. 8/31).
Hinzu kommt, dass sich der Beschwerdeführer anlässlich der Untersuchung vom 2
7.
Februar 2018 selber dahingehend äusserte, dass er sich eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit vorstellen könne (Urk. 8/41/4), ohne dass er über eine erst gerade erfolgte Verbesserung seines Gesundheitszustands berichtet hätte.
Die von Dr.
D._
am 30. Januar 2018 attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit
bis zur nächsten klinischen Kontrolle (
Urk.
8/39)
erfolgte
vor allem
gestützt auf die vermehrten
Beschwerde
n
angaben
des Beschwerdeführers
und die Tatsache, dass
Dr.
D._
die Frage einer allfälli
gen
Pseudarthrose
bis dann ausgeschlossen haben wollte. Für das Vorliegen dieser Diagnose konnte er im Bericht vom 2
3.
Mai 2018 Entwarnung geben; zugleich berichtete er von keiner Wurzelreizung, keiner Spinalkanalstenose und von einer schmerzfreien Inklination,
Reklination
und
von
schmerzfreien Rota
tionsbewegungen (
Urk.
8/43/2).
Nach dem Gesagten
kann davon ausgegangen werden, dass
die 70%ige Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits
ab
dem 19. Juli 2017
bestand
. Zuvor
bestand auch in dieser angepassten Tätigkeit eine vollumfängliche Einschränkung sicher ab Mai 2017 aufgrund der in diesem Monat vorgenommenen Opera
tion und der nachfolgenden
Rehabilitationszeit.
4.2
Bezüglich der in der Beschwerde geltend gemachten Schulterbeschwerden ist anzumerken, dass der Erlass de
r
angefochtenen
Verfügung vom 1
7.
September 2018
rechtsprechungsgemäss
die Grenze
der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildet (vgl. etwa BGE 131 V 407 E. 2.1.2.1 und BGE 129 V 354 E. 1)
, wobei die Schulterbeschwerden laut den Angaben des Beschwerdeführers zu jenem Zeit
punkt noch nicht
während eines invalidenversicherungsrechtlich relevanten Zeit
raums
bestanden (vgl.
Urk.
1). Überdies ist beim von Dr.
Z._
formulierten Belastungsprofil, bei welchem beispielsweise schwere und mittelschwere Arbeiten
sowie Überkopfarbeiten bereits ausgenommen wurden (Urk. 8/41/8), nicht ersicht
lich
, inwiefern sich die nicht näher beschriebenen
und nicht belegten
Schulter
beschwerden zusätzlich limitierend auswirken würden. Nach dem Gesagten ist
trotz dieses Einwands
von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätig
keit
ab
dem
1
9
. Juli 2017
sowie von einer andauernden 100%igen Arbeitsun
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit seit dem Jahr 2014
auszugehen.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt somit, ob die Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad korrekt ermittelt hat.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkom
mensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medi
zinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie er
zielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermit
telt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkom
mens
differenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Ein
kommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.2
5.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE
139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenver
siche
rung
, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
5.2.2
Nachdem die Anmeldung des Beschwerdeführers zum Leistungsbezug
am 3
0.
November 2016 bei der IV-Stelle einging (vgl. Aktenverzeichnis), konnte ein
Rentenanspruch frühestens
im Mai 2017 -
nach Ablauf von sechs Monaten
- entstehen (Art. 29 Abs. 1
und
Abs.
3
IVG).
Da
der Beschwerdeführer als
B
auarbeiter zuletzt während weniger als eine
m
Jahr teilzeitlich mit schwankenden Monatseinkommen temporär über einen Personal
verleiher angestellt war
(Urk. 8/37)
und
im IK-Aus
zug
auch für die Jahre zuvor
unregelmässige Einkommen
und wechselnde Arbeitgeber
verzeichnet sind (Urk.
8/12),
ist das
Validenein
kommen
gestützt auf die
Tabellenwerte der LSE
2014
, publiziert
am
1
5.
April 2016,
zu ermitteln. Anwendbar ist die Tabelle
TA1_tirage_skill
_
level (Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftszweigen, Kompe
tenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor,
Kompetenz
niveau 1,
Männer)
. Da
der Beschwerdeführer seit seiner Niederlassung in der Schweiz vorwiegend auf Bau
stellen
tätig war (
Urk. 8/41/3)
, erweisen sich - wie von der Beschwerdegegnerin berücksichtigt (
Urk.
8/25/1) -
die
Ziffern
41-43
«
Baugewerbe
» d
er betreffenden Tabelle als ein
schlägig
, mithin der Betrag von Fr.
5'507.--
pro Monat
.
Angepasst an die Nominallohnentwicklung (Bundes
amt für Statistik; Tabelle T1.1.10 Nominallohnindex, Männer 2011-2018;
Baugewerbe/Bau
) sowie
unter Berück
sichtigung
der durchschnittlichen wöchent
lichen Arbeitszeit in dieser Branche von 41.
3
Stunden (Bundesamt für Sta
tistik,
Tabelle T 03.02.03.01.04.01, betriebs
übliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen
in Stunden pro Woche, Ziffern
41-43
)
im Jahr 201
7 ist
von einem massgeblichen
Valideneinkommen
von Fr.
68'497.20
(Fr.
5'507.-- x 12
: 102.8 x 103.2
:
40 x 41.
3
) auszugehen.
5.
3
5.
3
.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss LSE herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungs
zeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch
Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 201
4,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.3
.
2
Der Beschwerdeführer
geht aktuell keiner Erwerbstätigkeit nach. Ein Abstellen auf die konkreten erwerblichen Gegebenheiten fällt daher ausser Betracht, womit auch das Invalideneinkommen gestützt auf die Tabellenwerte der LSE zu ermitteln ist. Anwendbar ist wiederum die Tabelle
TA1_tirage_skill_level (Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor,
LSE
2014, Kompetenzniveau 1,
Männer
).
Gemäss
definiertem Zumutbar
keitsprofil
sind
dem Beschwerdeführer
zwar nur noch überwiegend leichte Tätig
keiten
in Wechselbelastung
möglich (vgl.
Urk. 8/41/8-9 und vorstehende E. 3.9 und 4.1.1
). Da darüber hinaus jedoch keine enge Grenze hinsichtlich der Verwert
barkei
t der
verbliebenen Arbeitsfähig
keit auszumachen ist, ist auf den LSE-Total
wert abzustellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_187/2015 vom 20. Mai 2015
E. 3.2.3.1).
Unter Berücksich
tigung der durchschnittlichen betriebsüblichen Ar
beits
zeit von 41.7 Stunden pro Woche
sowie angepasst an die Nominallohn
ent
wicklung
ergibt sich für das Jahr 201
7
somi
t ein
massgebendes
Invalidenein
kom
men von Fr.
67‘354.60
(Fr. 5‘312.--
x
12
:
40 x 41.7 : 103.2 x 104.6
).
Aus
gehend von einem zumutbaren Arbeitspensum von
70
%
resultiert ein Invaliden
einkom
men von
Fr.
47‘148.20 (0,7 x Fr. 67‘354.60)
.
5.3.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchs
chnit
ts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und
berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dien
st
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
schnitt
lichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht auto
matisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflicht
gemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalidenein
kommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März
2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6).
Da der Beschwerdeführer vor Eintritt der Invalidität schwere Arbeiten verrichtete und
nurmehr
zu leichten Tätigkeiten in Wechselbelastung mit gewissen zusätz
lichen
Einschränkungen in der Lage ist, ist dem Beschwerdeführer ein tendenziell
besserbezahlter Teil der dem verwendeten Tabellenlohn zugrundeliegenden Arbei
ten nicht z
ugänglich
. Vor diesem Hintergrund ist der von der Beschwerde
geg
nerin vorgenommene Abzug vom Tabellenlohn von 10
%
nicht zu beanstan
den.
Dies führt zu einem Invalideneinkommen von Fr.
42'433.40 (0,9 x
Fr.
47‘148.20).
5.4
Nach dem Gesagten ist für den Einkommensvergleich von einem
Validenein
kommen
von
Fr. 68'497.20
und einem Invalideneinkommen von
Fr. 42'433.40
auszugehen, womit sich
eine Erwerbseinbusse von Fr.
26'063.80
und
ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von
38
%
ergibt (
Fr. 26'063.
80 :
Fr. 68'497.20 x 100
).
Mithin
ist mit der
Beschwerdegegnerin
für die Zeit, da dauerhaft eine 70%ige
Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit bestand, das Vorliegen eines Rentenanspruchs zu verneinen. Dies war mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der Fall
ab November 2017
, als
drei Monate
seit der von
Dr.
D._
im Juli 2017 beschriebenen Besserung vor
bei
waren
(vgl.
Art.
88a
Abs.
1 IVV)
.
5.5
Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer
für die Zeit da
vor Anspruch auf eine befristete Invalidenrente
hat.
Angesichts des
Eingang
s
seiner Anmeldung zum Leistungsbezug
am 3
0.
November 2016 kommt ein Rentenanspruch grundsätzlich ab
1.
Mai 2017 in Frage (vgl. vorstehende E. 5.2.2 und Art. 29 Abs. 1
und
Abs.
3
IVG).
Zu diesem Zeitpunkt war der Beschwerdeführer
, bei dem am 2
2.
Mai 2017
ein operativer Eingriff vorgenommen wurde (Urk. 8/23/3),
vollumfänglich erwerbs
unfähig
.
Auch die im
vorangegangenen
Jahr für einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente erforderliche vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit
im angestam
mten Tätigkeitsbereich
(
vgl.
Urteile des Bundesgerichts 9C_996/2010 und
9C_1005/2010 vom
5.
Mai 2011 E.
7.1, 9C_942/2015 vom 1
8.
Februar 2016 E. 3.1
, je mit Hinweisen)
war
gegeben. Mithin hat der Beschwerdeführer
befristet
für die Zeit vom
1. Mai 2017 bis
am
3
1.
Oktober 2017 Anspruch auf eine ganze Inva
lidenrente. Dies führt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde.
6.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG) und auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen.
Vorliegend hat trotz des nur teilweisen Obsiegens d
ie
Beschwerdegegnerin
die
gesamten
Gerichtskosten zu tragen
.
Dies
deshalb,
weil
das Begehren in der Beschwerde den Prozessaufwand nicht wesent
lich beeinflusst
hat
,
soweit es über das tatsächliche Ergebnis des Verfahrens hinausgegangen ist (
«
Überklagen
»
: Urteil des Bundesgerichts 9C_889
/2011 vom
8.
Februar 2012 E. 7
mit Hinweisen
), zumal das hiesige Gericht aufgrund des Untersuchungsgrundsatzes ohnehin den gesamten Zeitraum bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung hätte überprüfen müssen.