Decision ID: 51421883-e16a-4f87-9b50-0d5a7dacb7b3
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 195
5
, arbeitete
seit dem
6.
April 2010 als Pro
jekt
leiter und Partner für die
Y._
AG
und
war
damit
bei der AXA Versiche
rungen AG (nachfolgend: AXA) obligatorisch unfallversichert
(vgl. Urk.
7/A1
). A
ls der Versicherte a
m
1
2.
Oktober
2013
mit ein
er Motorsäge
die Äste eines Wald
baums
zerkleinert
e
, rutschte
ihm
das
Sägeschwert aus und berührte
sein
en rechten Handrücken, was einen tiefe
n breiten Schnitt und die Durch
trennung von Sehnen und Nerven zur Folge hatte
(vgl.
Urk.
7/A1; Urk.
7/A13).
Nach
notfall
mässiger
Überweisung diagnostizierten die
Ärzte des
Z._
eine
ausgedehnte
Fräsenverletzung
des radio-dorsalen
Handgelenkes
rechts,
mit Durch
trennung der
EPL-Sehne, ECRL- und ECRB-Sehne rechts in Zone 7 und Durchtrennung der Äste des
Rasmus
superficialis
des
Nervus
radialis
sowie eine vorbestehende statische SL-Dissoziation rechts und operier
ten den Versicherten noch am Unfa
lltag (
vgl.
Operationsbericht, Urk.
7/
M4
). In der Folge
war der Versicherte noch bis zum
1
4.
Oktober 2013
hospitalisiert (vgl. Urk.
7/
M8
)
. Am 1
6.
Okto
ber
2014 wurde bei der
Diagnose einer Insuffizienz der radialen Hand
gelenksstrecker sowie der EPL-Sehne rechts erneut ein operativer Eingriff durch
geführt (
Urk.
7/M16).
Die
AX
A erbrachte die gesetzlichen Leistungen.
1.2
Mit Verfügung vom
2
4.
November
2017 (
Urk.
7/A32
) sprach die
AXA
dem Ver
sicherten eine Integritätsentschädigung
in Höhe
von
Fr.
1
5’12
0.-- aufgrund
eines
Integritätsschaden
s
von 12
%
zu. Die dagegen vom Versicherten am
4.
Deze
mber 2017 erhobene Einsprache (
Urk.
7/A33
) wies die
A
XA
mit
Einspracheentscheid
vom
9.
Mai
2018 ab (
Urk.
7
/
A36
=
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am
1
0.
Juni
2018 Beschwerde gegen
Einspracheentscheid
vom
9.
Mai 2018
(
Urk.
2) und beantragte,
die
Integritätsentschädigung
sei
im Be
reich zwischen 20 % und 30
%
festzuleg
en
. Eventuell sei ein verständlicher
Ein
spracheentscheid
zu erlassen
(
Urk.
1 S. 2
unten
). Die
AXA
beantragte mit Be
schwerdeantwort vom
1
6.
August
2018 (
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde.
Dies wurde dem Beschwerdeführer
mit Verfügung vom
2
2.
August 2018
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am
9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
siche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 1
2.
Oktober 2013 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erheb
liche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahres
ver
dienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritäts
schadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschä
digung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
1.3
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Inte
gritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht ab
schliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin ge
nannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem ange
gebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (
Ziff.
1
Abs.
1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (
Ziff.
1
Abs.
2). Inte
gritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (
Ziff.
1
Abs.
3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchs
unfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Ent
schädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (
Ziff.
2).
1.4
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrät
lichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala ange
gebene Prozentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versi
cher
ten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis)
.
1.6
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
grün
det sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuver
lässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der
Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erheb
liche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt,
ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist die Höhe der Integritätsentschädigung.
2.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) insbe
sondere auf die Stellungnahme
ihres beratenden Arztes
Dr.
med.
A._
.
Es er
scheine unerheblich, ob bei der Festlegung des Integritätsschadens ein unfall
fremder Anteil anzurechnen sei, da gemäss Beurteilung von
Dr.
med.
A._
kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung bestehe, sich mithin eine Aufteilung in unfallkausal
und unfallfremd erübrige
.
Die verfügungsmässige Festlegung der Integritätsentschädigung auf 12
%
sei grosszügig erfolgt und lasse ke
ine weitere Erhöhung zu (S. 5 f.
).
In der Bes
chwerdeantwort (
Urk.
6) führte d
ie
Beschwerdegegnerin
an,
e
s bestün
den keine fachmedizinisch überzeugenden Dokumen
te, die die Ausführungen des Be
schwerdeführers bestätigen und einen höheren Integritätss
chaden rechtfertigen würden. Da
mit
läg
en auch keine divergierenden ärztl
ichen Stellungnahmen vor
, die geeignet wären, auch nur geringe Zweifel an den schlüssigen Beurteilungen der versicherungsinternen Mediziner zu wecken
(S.
1 unten
).
2.3
Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
d
er
Einspra
che
entscheid
sei chaotisch und irreführend aufgebaut und in einer
Spezia
lis
ten
sprache
abgefasst und deswegen unverständlich
(S. 1 unten)
.
So könne er letztlich nicht aus Kapitel 2.3 herauslesen, ob ein angeblicher vorbestehender unfall
frem
der Zustand der Hand berücksichtigt werde oder nicht
.
Des Weiteren verfälsche die Behauptung, dass seit dem Unfall «das Tennisspielen noch als Hobby möglich» sei, die Darstellung des Zustandes der rechten Hand.
Als ehemaliger dreifacher Schweizermeister (Interclub Jungsenioren) könne er zwar auch ohne rechte Hand Tennis spielen, das heisse mit dem Schläger in der schlechteren linken Hand einem Anfänger Bälle zuspielen oder sonst Bälle mit einem
Plauschspieler
schlagen. Mit der verletzten rechten Hand gehe es aber nicht mehr besser als mit der linken.
Dies habe er der Ärztin
Dr.
C._
auch mehrfach geschildert (S. 2 oben).
Ähnlich sei die Aussage zum Tischtennis zu beurteilen. Er mache das gelegentlich als Therapie für die rechte Hand, spiele mit der schlechteren linken Hand aber eher besser als mit der rechten (S. 2 Mitte).
3.
3.1
Soweit der Beschwerdeführer den Aufbau und die
Verständlichkeit
des
Ein
spra
cheentscheides
rügte, ist zu prüfen, ob eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegt.
3.2
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Partei
en nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten, das heisst eine Darstellung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der recht
lichen Erwä
gungen (
Art.
49
Abs.
3 Satz 2
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
. Gemäss
Art.
52
Abs.
2 Satz 2 ATSG werden
Einspracheentscheide
begründet. Die Begründung eines Entschei
des muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person ihn gegebenenfalls anfech
ten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechtsmittel
instanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder
tatbe
ständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Ein
wand
auseinander setzen
muss;
vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/
dd
mit Hinweis, 118 V 56 E. 5b).
Der Mangel eines nicht oder nur ungenügend begründeten Entscheides kann gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Rechtsmittelverfahren geheilt werden, sofern die fehlende Begründung in der Vernehmlassung der entschei
den
den Behörde zum Rechtsmittel enthalten ist oder den
beschwerdeführenden
Par
teien auf andere Weise zur Kenntnis gebracht wird, diese dazu Stellung nehmen können und der Rechtsmittelinstanz volle Kognition zukommt (BGE 107
Ia
1). Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann es jedoch nicht der Sinn des durch die Rechtsprechung geschaffenen Instituts der Heilung des rechtlichen Gehörs sein, dass Versicherungsträger sich über den elementaren Grundsatz des rechtlichen Gehörs hinwegsetzen und darauf vertrauen, dass solche Verfahrens
mängel in einem vom durch den Verwaltungsakt Betroffenen allfällig angeho
benen Gerichts
verfahren behoben würden. Der Umstand, dass eine solche Hei
lungs
möglichkeit besteht, rechtfertigt es demnach nicht, auf die Anhörung des Betroffenen vor Erlass eines Entscheides zu verzichten. Denn die nachträgliche Gewährung des rechtlichen Gehörs bildet häufig nur einen unvollkommenen Ersatz für eine unterlassene vorgängige Anhörung. Abgesehen davon, dass ihr dadurch eine Instanz verloren gehen kann, wird der betroffenen Person zuge
mutet, zur Verwirklichung ihrer Mitwirkungsrechte ein Rechtsmittel zu ergreifen.
Von der Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Verwaltung ist nach dem Grundsatz der Verfahrensökonomie dann abzusehen, wenn dieses Vorgehen zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem gleichlaufenden und der Anhörung gleichgestellten Interesse der versicherten Person an einer möglichst
beförder
lichen
Beurteilung ihres Anspruchs nicht zu vereinbaren sind (BGE 120 V 357 E.
2b, 116 V 182 E. 3c und d).
3.3
Vorliegend ist dem Beschwerdeführer beizupflichten
, dass der Aufbau des
Kapi
tel
s
2.3 «Erwägungen»
verbesserungswürdig
erscheint
:
Auf allgemeine Erwägung
en zur Integritätsentschädigung (
«
E. 2.3.1 Integritätsentschädigung») und zu den Heilungskosten (
«
E. 2.3.2 Heilungskosten») folgt ein Absatz
ohne Titel
(
«
E. 2.3.3
»
)
, in welchem Ausführungen zum medizinischen Sachverhalt gemacht werden, worauf in «E. 2.3.4 Integritätsentschädigung» und «E. 2.3.5 Heilungskosten»
wieder dieselben Titel verwendet werden, jedoch
konkrete Erwägungen zum vor
liegenden Fall gemacht werden. Die Absätze
«
E.
2.3.6
»
und
«
E.
2.3.7
»
tragen
wieder
keinen Titel und beinhalten das Fazit beziehungsweise die Zusammen
fassung
.
Dass der Aufbau des Entscheides
respektive insbesondere die Gestaltung der Titel
nicht gerade einleuchtend ist,
ändert
nichts daran, dass der
Einspracheentscheid
die Anforderungen an die Begründungspflicht erfüllt. Wie gesehen, müssen in einem
Einspracheentscheid
wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Ent
scheid stützt.
Dies ist vorliegend
klarerweise
der Fall.
Des Weiteren trifft es nicht zu, dass die Erwägungen in einer scheinbar «bewusst gewählten
Spezialisten
sprache
abgefasst sind». Medizinische und juristische Fachbegriffe sind
indessen
in einem Entscheid betreffend Unfallversicherung fast unumgänglich. Im Übrigen
war der Beschwerdeführer fähig, eine
rechtsgenügliche
Beschwerdeschrift gegen den angefochtenen Entscheid zu verfassen
.
4.
4
.1
Die
Ärzte des
Z._
berichteten a
m 2
1.
November
2013 (
Urk.
7/M2)
über einen
beschwerdefreien
Verlauf
(S. 1 unten).
4
.2
Im Bericht der Ärzte des
Z._
vom
9.
Januar 2014
(
Urk.
7/M
6) wurde ausgeführt, dass dem Beschwerdeführer die
Handgelenksbeweglichkeit
nach Extension/
Fle
xion und Radialabduktion
noch Beschwerden bereite
. Der
Faustschluss
sei
noch nicht
vollständig
möglich
(S. 1 Mitte).
4
.3
Mit Bericht vom 2
6.
Februar 2014 (
Urk.
7/M7)
gaben die Ärzte des
Z._
an, dass der Beschwerdeführer
die rechte Hand im Alltag
bereits nahezu vollständig einsetzen könne. Die Funktion sei jedoch weiterhin reduziert. Dies beziehe sich
sowohl
auf die Stellung des Handgelenkes als auch auf die Motorik des I. Strahls rechts (S. 1 unten).
4
.4
Dr.
med.
D._
, Facharzt
für Chirurgie, stellvertretender
Leiter
des
Medizinische
n
Dienst
es
der Beschwerdegegnerin
,
hielt mit Stellungnahme vom 2
4.
Juli 2014 (
Urk.
7/M12) fest, der
Fall könne noch nicht abgeschlossen werden
. Nach Rekonstruktion von Sehnen und Nerven resultiere eine erhebliche Bewe
gungseinschränkung aufgrund massiver Sehnenverklebungen und Sehneninsuf
fi
zienz.
Es
sei eine
Revisons
-Operation mit Sehnenlösung und Sehnenverstärkung geplant.
4
.5
Im Operationsbericht der Ärzte des
Z._
vom 2
8.
Oktober 2014 (
Urk.
7/M16) wurde die Diagnose einer Insuffizienz der radialen Handgelenksstrecker sowie der EPL-Sehne rechts genannt (S. 1 Mitte). Am 1
6.
Oktober 2014 erfolgte die geplante Operation (ausgedehnte
Tenolyse
der Sehnen EPL, ECRL und ECRB rechts, EIP-Transfer zur Rekonstruktion der EPL-Sehne, Rekonstruktion der ECRL/B Sehne
mit Transplantat; S.
1 unten)
.
Im Austrittsbericht vom 2
8.
Oktober
2014 (Urk.
7
/M15) wurde über einen intra- und postoperativ komplikationslosen Ver
lauf berichtet
(S. 1 Mitte).
4
.6
Im Bericht der Ärzte des
Z._
vom
8.
Mai 2015 (
Urk.
7/M24) wurde ausgeführt,
dass das Tischtennisspielen ohne Handgelenksmanschette bereits gut durchführ
bar gewesen sei. Schmerzen seien im Handgelenksbereich auch unter Belastung nicht beklagt worden (S. 1 unten). Das Tennisspielen sei zunächst mit einem Softball gestattet,
das Gelenk
könne im weiteren Verlauf auch durch eine Handgelenksmanschette in verstärkter Weise entlastet werden. Von Seiten der Beschwerden im Bereich des Daumensattelgelenkes sei bei
aktuell nur geringer Beschwerdesymptomatik
abzuwarten
. Es bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeits
fähigkeit. Die Ergotherapie werde im Verlauf reduziert werden
(S. 2 oben).
4
.7
Dr.
D._
führte mit Stellungnahme
vom 1
8.
September
2015 (
Urk.
7/M27) aus,
dass nach der ausgedehnten
Fräsenverletzung
am dorsalen rechten Handgelenk mit notwendiger komplexer Revisionsoperation vor elf Monaten die heute vor
liegenden Einschränkungen und Beschwerden nachvollziehbar seien. Das Weiter
führen der Ergotherapie sei zweckmässig und indiziert (S. 1 unten). Eine bleibende Funktionseinschränkung der rechten Hand sei zu erwarten (S. 2 Mitte).
Die Frage nach dem unfallkausalen Integritätsschaden an der rechten Hand sei nach Ab
schluss der Ergotherapie erneut zu stellen
(S. 2 unten)
.
4
.
8
Im Bericht der Ärzte des
Z._
vom 3
0.
Dezember 2015 (
Urk.
7/M29) wurde aus
geführt, der Beschwerdeführer berichte, dass das Tennisspielen nur noch als Hobby
und nicht mehr wettkampfmässig möglich sei.
Eine Ledermanschette sei vorhan
den, welche bei Bedarf bei belastenden Tätigkeiten getragen werde (S. 1 f.). Mit dem Beschwerdeführer sei der
Abschluss der Behandlung
als auch der Ergothe
rapie bei
zufriedenstellende
r
Funktion des rechten Handgelenk
e
s ohne Schmerzen
besprochen worden
.
4
.9
Dr.
D._
führte mit Stellungnahme
vom
1.
Februar
2017 (
Urk.
7/M33) aus, dass
am 3
0.
Dezember 2015 der Behandlungsabschluss erfolgt sei. Die Beweglichkeit sei im Vergleich zur Untersuchung des Ergotherapeuten vom
3.
September 2015 schlechter gewesen, mit einer Handgelenksstreckung/-beugung von 20-0-50° (gegenüber 50-0-55° am
3.
September 2015) und
einer
Radialduktion
von 0° (gegenüber 5°
)
, wobei Letztere auf die vorbestehende SL-Dissoziation zurückzu
führen sei
. A
ls Folge des Unfalls vom 1
2.
Oktober 2013
resultiere
eine Funktions
einschränkung der rechten Hand mit verminderter Kraft und Beweglic
hkeit
. Die Handgelenksarthrose sei unfallfremd (S. 1 unten).
Die ein Jahr nach Revisions
ope
ration mit Sehnenrekonstruktion dokumentierten Einschränkungen der Funk
tion der rechten Hand seien überwiegend wahrscheinlich als medizinischer End
zustand zu beurteilen. Mit einer Verschlimmerung müsse nicht gerechnet werden. Falls sich der Zustand im langfristigen Verlauf verschlechtere, sei dies auf die unfallfremde
Arthroseentwicklung
zurückzuführen. Die SUVA-Tabellen würden die kombinierte Einschränkung mit Bewegungs- und Kraftdefizit nicht explizit abbilden (siehe Tabelle 1). Gemäss Anhang 3 der UVV
beurteil
e er unter Berück
sichtigung eines «Handwertes» von 40
%
den vorliegenden gesamten Integritäts
schaden mit 20
%
. Der unfallfremde Anteil aufgrund der vorbestehenden SL-Dissoziation sei mit 40
%
zu beziffern. Somit resultiere a
ls Folge des Unfalles vom 1
2.
Oktober
2013 ein Integritätsschaden von 12
%
(S. 2)
.
4
.10
Dr.
med.
A._
, Facharzt
für
Chirurgie
, beratender Arzt SGV,
hielt mit
Stellungnahme
vom 2
3.
April
2018 (
Urk.
7/M34) fest, dass aufgrund des Unfalls vom 1
2.
Oktober 2013 nur eine geringe dauernde Schädigung der körperlichen Integrität bestehe
.
Bei der Verletzung des Nervs handle es sich um
einen rein sensibl
en Nerven
;
hierfür sei keine Integritätsentschädigung vorgesehen
(S. 1 unten)
.
Als Referenzwert könne entweder die völlige Gebrauchsunfähigkeit einer oberen Extremität, bewertet mit 50 %, oder eine radiokarpale
Arthrodese
, bewer
tet mit 15 %, herangezogen werden (vgl. SUVA-Tabelle 1, S. 1 f.). Der inzwischen 63 Jahre alte Beschwerdeführer sei wieder in der Lage, wenn auch nicht mehr wettkampfmäs
sig so doch hobbymässig, Tennis zu spielen
. Die Beweglichkeit im Handgelenk zeige eine Dorsalflexion von 20° und eine freie
Palmarflexion
.
Die
Funktion sei
also
bei weitem nicht mit einer
Arthrodese
(
Einsteifung
)
des Hand
gelenks zu vergleichen. Die Gebrauchsfähigkeit der Hand müsse als gut bezeich
net werden, da der Versicherte noch Tennis spielen könne
,
die Greiffunktion somit voll erhalten sei. Es könne also auch nicht der Referenzwert der Gebrauchs
fähig
keit beziehungsweise der völligen Aufhebung der Gebrauchsfähigkeit herangezo
gen werden
(S. 2 oben)
.
Zusammenfassend ergebe sich a
ufgrund des Unfalls ein nicht entschädigungspflichtiger Integrit
ätsschaden von deutlich unter 5
%
(S. 2 Mitte)
.
5
.
5
.1
Die Beurteilung des Integritätsschadens basiert auf dem medizinischen Befund. In einem ersten Schritt fällt es dem Arzt oder der Ärztin zu,
sich unter Einbezug der in UVV
Anhang 3 und gegebenenfalls in den SUVA-Tabellen aufgeführten gesundheitlichen Beeinträchtigungen dazu zu äussern, ob und inwieweit ein Gesundheitsschaden vorliegt, welcher dem Typus von Verordnung, Anhang oder Weisung entspricht. Verwaltung und Gericht obliegt es danach, gestützt auf die ärztliche Befunderhebung die rechtliche Beurteilung vorzunehmen, ob ein Inte
gritätsschaden gegeben ist, ob die
Erheblichkeitsschwelle
erreicht ist und, bejah
endenfalls, welches Ausmass die Schädigung angenommen hat. Der Umstand, dass von den medizinischen Angaben auszugehen ist, ändert nichts daran, dass die Beurteilung des Vorliegens eines Integritätsschadens als Grundlage des ge
setz
lichen Leistungsanspruches letztlich Sache der Verwaltung, im Streitfall des Gerichts, und nicht des Arztes oder der Ärztin ist. Der Entscheidungsfreiheit von Verwaltung oder Gericht sind jedoch insofern Grenzen gesetzt, als dem nicht von ihnen zu erbringenden Einsatz medizinischen Wissens für die Anspruchs
beur
teilung ein sehr hoher Stellenwert zukommt (
Urteil des Eidgenössischen Versiche
rungsgerichts
U 264/01
vom 5.
November 2002 E. 4.1 mit Verweis
).
5
.2
In Bezug auf den medizinischen Sachverhalt stimmen die vorliegenden Berichte überein.
Als Restfolge besteht eine
Funktionseinschränkung der rechten Hand mit verminderter Kraft und Beweglichkeit.
Somit
ist der Integritätsschaden anhand der vorliegenden medizinischen Angaben zu schätzen.
5
.
3
Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich laut Art. 25 Abs. 1 UVG nach der Schwere des Integritätsschadens. Diese beurteilt sich nach dem medizi
nischen Befund.
Bei gleichem medizinischem Befund ist der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich
; er wird abstrakt und egalitär bemessen. Die Integri
tätsentschädigung der Unfallversicherung unterscheidet sich daher von der pri
vat
rechtlichen Genugtuung, mit welcher der immaterielle Nachteil individuell unter Würdigung der besonderen Umstände bemessen wird. Es lassen sich im
Gegensatz zur Bemessung der Genugtuungssumme im Zivilrecht (vgl. BGE 112 II 131 E. 2) ähnliche Unfallfolgen miteinander vergleichen und auf medizinischer Grundlage allgemein gültige Regeln zur Bemessung des Integritätsschadens auf
stellen; spezielle Behinderungen der Betroffenen durch den Integritätsschaden bleiben dabei unberücksichtigt. Die Bemessung des Integritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalles ab; auch geht es bei ihr nicht um die Schätzung erlittener Unbill, sondern um die medizinisch-theo
retische Ermittlung der Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Inte
grität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1, 113 V 218 E. 4b mit Hinweisen; RKUV 2001 Nr. U 445 S. 555 ff.).
5.4
Zur Höhe der
Integritätseinbusse
liegen
divergierende
Beurteil
ungen der versiche
rungsinternen Ärzte Dr.
D._
und Dr.
A._
vor
. Während Dr.
D._
eine
n Inte
gritätsschaden
von 12 % schätzte,
ging
Dr.
A._
davon aus, dass
die
Erheb
lich
keitsgrenze
für einen Integritätsschaden von 5 % nicht erreicht
werde
.
Festzuhalten ist, dass d
ie einschlägige Tabelle 1 der SUVA (
Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten,
vgl.
Urk.
7/A34) für den vorlie
genden Fall keine exakte Vorlage
liefert
.
Dr.
D._
schätzte den vorliegenden ge
samten Integritätsschaden unter Berücksichtigung eines «Handwertes»
von 40 %
(
Integritätsentschädigung bei
Verlust einer Hand gemäss Anhang 3 UVV) auf 20 %.
Den
unfallfremd
en Anteil am Integritätsschaden schätzte er auf 40%, womit sich eine
12%i
ge unfallkausale Einschränkung ergab
. Dies erscheint auch mit Blick auf die in Tabelle 1 der SUVA aufgelisteten Integritätsschäden als plausi
bel.
So wird beispielsweise
der Integritätsschaden bei einer
radiocarpale
n
Arthrodese
(
Ver
steifung des Handgelenks)
mit 15 % b
ewertet
.
Die eher strenge Beurteilung von
Dr.
A._
vermag diese Einschätzung nicht zu entkräften.
Soweit der Beschwerdeführer eine
Integritätsentschädigung
im Bereich zwischen 20 % und 30
%
beantragte, erscheint diese
im Quervergleich klar
als
zu hoch, wird
die Integri
tätsentschädigung doch bei Verlust einer Hand mit 40 % beziffert (vgl. Anhang 3 UVV).
Schliesslich
sind den
vorliegenden Berichten keine wesent
lichen Einschränkungen im Alltag zu entnehmen. Vielmehr wurde bereits im Februar 2014 angegeben, dass der Beschwerdeführer die rechte Hand im Alltag bereits nahezu vollständig einsetzen könne.
Die Darlegung
en des Beschwerde
führers werden
denn auch nicht durch medizinische Berichte gestützt
, welche einen höheren Integritätsschaden rechtfertigen würden
. Soweit er nicht mehr wettkampfmässig Tennis spielen kann, ist dies für die Höhe des Integritäts
scha
dens nicht von Belang. Wie unter E. 5.3 ausgeführt, ist der Integritätsschaden bei gleichem medizinischem Befund für alle Versicherten gleich und hängt nicht von
den besonderen Umständen des Einzelfalles ab. Es kann also nicht massgebend sein, welche
s Hobb
y
jemand vor dem Unfall ausgeübt hat.
Nach dem Gesagten ist d
ie Höhe der gestützt auf die medizinische Beurteilung
von
Dr.
D._
zugesprochenen Integritätsentschädigung nicht zu beanstanden. Dies
führt zur Abweisung der
Beschwerde.