Decision ID: 0f87d7ea-d53b-4209-b8de-b47a0695f167
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 19
7
2
geborene
X._
meldete sich am 8. März 2009
– unter Hin
weis auf degenerative Veränderungen der Wirbelsäule mit Arthrosen, Spondy
losen und Instabilität –
zum Bezug von Leistungen (berufliche Eingliederung, Rente) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an (Urk. 6/4). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, traf daraufhin berufliche, erwerbliche und medizinische Abklärungen. Am 4. November 2009 teilte sie der Versicherten mit, dass berufliche Eingliederungsmassnahmen derzeit nicht an
gezeigt seien (Urk. 6/19), und am 25. November beziehungsweise 4. Dezember 2009 liess sie sie von den Ärz
ten des Begutachtungsinstituts Y._
psychiatrisch und rheumatologisch untersuchen (vgl. Ex
pertise vom 26. Januar 2010, Urk. 6/22).
Daraufhin verfügte die IV-Stelle
am 23. Juli 2010
– in B
estätigung ihres Vorbescheids vom 22. April 2010
(Urk. 6/26) – die Abweisung des Leistungsbegehrens (Urk.
6
/30). Die von der Versicherten am 31. August 2010
hiegegen
im Prozess Nr. IV.2010.00773 erho
bene Beschwerde
(Urk. 6/33 S. 3-10)
hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 17. November 2010 (Urk. 6/39
/1-2
) in dem Sinne gut, dass es die fragliche Verfügung aufhob und die Sache - entsprechend
dem übereinstimmenden
(Eventual-)
Antrag
der Parteien
(
Urk. 6/33
/
4,
Urk. 6/36) – an die IV-Stelle zu
rückwies, damit diese geeignete berufliche Massnahmen prüfe und hernach über einen allfälligen Rentenanspruch erneut entscheide.
1.2
Nach einschlägigen Abklärungen teilte die IV-Stelle der Versicherten daraufhin am 21. März 2011 mit, dass si
e
Anspruch auf Arbe
itsvermittlung habe (Urk. 6/47); am 13. April 2011 gewährte sie Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche während eines Jahres durch
Z._
(Urk. 6/55).
Nachdem
die Versicherte
am 1. November 2011 eine Stelle als
Betriebsmitarbeiterin
im Pen
sum von 25 % angetreten hatte (Urk. 6/77), ersuchte
sie
die IV-Stelle a
m 1. Oktober 2012
– unter
zusätzlichem
Hinweis auf Rückenbeschwerden, eine Angststörung, Migräne sowie Eisenmangel – erneut um
Zusprache
einer Rente (Urk. 6/64). Die IV-Stelle teilte ihr in der Folge am 17. Dezember 2012 den Ab
schluss der Stellenvermittlung durch die
Z._
mit (Urk. 6/72) und tätigte
abermals
medizinische Abk
l
ärungen.
Am 27. Februar 2013 wurde der Versi
cherten das Arbeitsverhältnis per 30. April 2013 gekündigt (Urk. 6/83). Mit Schreiben vom 10. Juni 2013 (Urk. 6/89) beantragte
sie
daraufhin erneut beruf
liche Massnahmen. Am 23. September 2013 stellte die IV-Stelle ihr – unter Hinweis auf e
inen Invaliditätsgrad von 34 % – die
Abweisung des
Leistungsbe
gehrens
in Aussicht (vgl. Vorbescheid, Urk. 6/93). Auf
hiegegen
von der Versi
cherten erhobenen Einwand (Urk. 6/96
, Urk. 6/99
) hin
liess die IV-Stelle diese im Sommer 2014 v
on den Ärzten der MEDAS
A._
poly
disziplinär
untersuchen (vgl. Gutachten vom 22. September 2014 [Urk. 6/117] und Ergänzung dazu vom 21. Oktober 2014 [Urk. 6/119]). In der Folge verfügte
sie
a
m 22. Juni 2015 – nun ausgehend
von einem Invaliditätsgrad von 20 %
–
die Abweisung des Leistungsbegehrens (Urk. 2).
2.
Gegen diese Verfügung (Urk. 2) liess
X._
am 26. Juli 2015 mit fol
genden Anträgen Beschwerde erheben (Urk. 1 S. 2):
"1.
Es sei der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab dem 1. November 2009 eine ganze Rente zuzusprechen.
2.
Eventualiter sei der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab dem 1. November 2009 eine halbe Rente zuzusprechen.
3.
Subeventualiter
sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei
sen, damit diese weitere Abklärungen in medizinischer Hinsicht vor
nehme und hernach über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu entscheide.
4.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl.
MWSt.
) zu Lasten der
Be
schwerdegegnerin
.“
Die IV-Stelle schloss am
28. August
2015 auf Abweisung der Beschwerde (vgl. Beschwerdeantwort, Urk.
5
)
.
Replicando
hielt die
Beschwerdeführerin
am 16. September 2015
an ihren Anträgen fest (Urk. 9). Die IV-Stelle teilte am 28. Septem
ber 2015 ihren Verzicht auf
Duplik mit (Urk. 12), was der Beschwer
deführerin
am
29. September
2015 zur Kenntni
s gebracht wurde (Urk. 13
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung
[
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2.2
Wie in
BGE 141 V 281
festgehalten (E. 5.2.1), hat sich das Bundesgericht ver
schiedentlich, so auch jüngst, über das Zusammenwirken von Recht und Medi
zin bei der konkreten Rechtsanwendung geäussert. Danach ist es sowohl den begutachtenden Ärzten al
s auch den Organen der Rechtsan
wendung aufgege
ben, die Arbeitsfähigkeit im E
inzelfall mit Blick auf die nor
mativ vorgegebenen Kriterien zu beurteilen. Die medizinischen Fachpersonen und die Organe der Rechtsanwendung prüfen die Arbeitsfähigkeit je aus ihrer Sicht (BGE 137 V 64 E. 5.1). Bei der Abschätzu
ng der Folgen aus den diagnosti
zierten gesundheitli
chen Beeinträchtigungen nimmt zuerst der Arzt Stellung zur Arbeitsfähigkeit. Seine Einschätzung ist ein
e wichtige Grundlage für die an
schliessende juristi
sche Beurteilung der Frage, welche Arbeitsle
istung der versi
cherten Person noch zugemutet werden kann (BGE 140 V 193 E. 3.2; Ulrich Meyer, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunfähigkei
t und seine Bedeutung in der So
zialversicherung, nament
lich für den Einkomme
nsvergleich in der Invaliditäts
bemessung, in: Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, Schaffhauser/
Schlauri
[Hrsg.], 2003, S. 49).
In diesem Sinne lautet die normativ bestimmte Gutachterfrage, wie die sachver
ständige Person das Leistungsvermögen einschätzt, wenn sie dabei den ein
schlägigen Indikatoren folgt. Die Rechtsanwender überprüfen die betreffenden Angaben frei, insbesondere dahin, ob die Ärzte sich an die massgebenden nor
mativen Rahmenbedingungen gehalten haben, das heisst, ob sie ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt haben, welche Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind (Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG), sowie, ob die
versiche
rungsmedizinische
Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter Grundlage er
folgt ist (Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG; vgl. BGE 137 V 64 E. 1.2 in
fine
). Dies sichert die einheitliche und rechtsgleiche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit (BGE 140 V 290 E. 3.3.1, 135 V 201 E. 7.1; E. 5.2.2).
Jedenfalls in der Invalidenversicherung tragen Recht und Medizin, je nach ihren fachlichen und funktionellen Zuständigkeiten, zur Feststellung ein und dersel
ben Arbeitsunfähigkeit bei. Das heisst, dass die medizinischen Gutachter nicht, wie häufig anzutreffen, eine quasi freihändige Beurteilung abgeben und dane
ben noch Grundlagen liefern sollen, anhand derer die Rechtsanwender eine von der subjektiven ärztlichen Einschätzung losgelöste Parallelüberprüfung vor
nehmen. Es gibt keine unterschiedlichen Regeln gehorchende, getrennte Prü
fung einer medizinischen und einer rechtlichen Arbeitsfähigkeit (E. 5.2.3).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG
in der seit 1. Januar 2004 geltenden Fassung
).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die Rentenverweigerung
– unter Hinweis auf das Gut
achten der MEDAS
A._
vom 22. September 2014 (Urk. 6/117) –
damit, dass
die Beschwerdeführerin in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig und damit in der Lage sei, ein 20 % unter dem
Valideneinkommen
liegendes Salär zu erzielen
(Urk. 2 S. 2
f.)
,
beziehungsweise aufgrund ihres –
psychosomatische
n – Leidens
nicht
in anspruchsrelevanter Weise
in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei (
Urk. 5
).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
die Exper
tise der MEDAS
A._
vom 22. September 2014 (Urk. 6/117)
tauge
au
fgrund von Mängeln sowohl der neurologischen als auch der psychiatrischen Beurteilung
nicht
zum Beweis
(Urk. 1 S. 6 ff.).
S
tell
e man dennoch auf das fragliche Gutachten beziehungsweise
–
für die Zeit vor der Untersuchung durch die MEDAS-Ärzte
–
auf die Expertise der
Y._
vom 26. Januar 2010 (Urk. 6/26) ab und gehe demnach von einer 70 respektive 75%igen Restarbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit aus, so
resultiere bei korrekter Ermittlung des In
validenlohns ein
Invaliditätsgrad
von 55,1 % ab No
vember 2009 beziehungsweise von 51,9 % ab September 2014 und damit
ein
Anspruch immerhin auf eine halbe Rente
(Urk. 1 S. 12 f., Urk. 9 S. 3). Richtig
erweise
sei
indes
gestützt auf die Beurteilung der behandelnden Ärzte des
B._ (B._
; Urk. 6/129)
von einer 80%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Da sie diese aufgrund de
r konkreten Gegebenheiten nicht mit zumutbarer Willensanstrengung zu über
winden vermöge, habe sie Anspruch auf eine ganze Rente (Urk. 1 S. 9 ff.
, Urk. 9 S. 3
).
3.
3.1
Dr. med.
C._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, stellte am 16. März 2009 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/13 S. 2):
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom, rechtsbetont, bei de
generativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule (LWS) L3/L4
,
be
stehend seit 2008 beziehungsweise seit zehn Jahren (Rückenschmerzen)
Schulter-Arm-Syndrom links (unauffälliges MRI der Halswirbelsäule [HWS])
Psychosoziale Belastungsstörung mit Angstzuständen durch Erkrankung des Sohns an Zöliakie
Die überdies seit 2008 bestehende
Ovarialzyste rechts sowie d
ie
Allergie auf Hausstaubmilben und Gummi
schränkten die Arbeitsfähigkeit nicht ein
(S. 2). In der bisherigen Tätigkeit als
K._
und Putzfrau sei die Beschwerde
führerin aufgrund der Angstzustände mit depressiven Verstimmungen und des Rückenleidens mit verminderter Belastbarkeit seit 10. November 2008 und bis auf
Weiteres
für körperlich schwere Arbeiten zu 50 % arbeitsunfähig (S. 3). Eine leichte Tätigkeit sei ihr zwar zumutbar, angesichts der starken familiären Be
lastung indes wohl nur im Pensum von 50 % (S. 4).
3.2
Nachdem
s
ie die Beschwerdeführerin im November 2009 rheumatologisch und psychiatrisch untersucht hatten, stellten die Ärzte der
Y._
in ihrem Gutachten vom 26. Januar 2010
nachste
hende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit
(Urk. 6
/22 S. 22
):
Panikstörung, ICD-10 F41.0
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung, ICD-10 F45.4, leichter Ausprä
gung
,
auf der Grundlage einer
histrionischen
Persönlichkeits
struktur
Chronisches
lumbovertebrales
und
lumbospondylogenes
Schmerzsyn
drom
rechts
leichte
Osteochondrose
und
Diskusprotrusion
L3/4
Dysfunktion
Iliosakralgelenk
(ISG) rechts
Myofaszial
betontes
thorakobrachiales
Schmerzsyndrom links
Verspannung im Bereich der Schultergürtelfixatoren links
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten folgende Diagnosen (S. 23):
Unklare Angst, ICD-10 F49.1, mit phobischen Ängsten und Zügen einer generalisierten Angststörung
Normochrome
normozytäre
Anämie
Psychosoziale Belastungssituation
Es liege ein kombiniertes psychiatrisch-rheumatologisches Krankheitsbild vor, wobei sich für die geklagten Beschwerden keine organische Ursache objektivie
ren lasse. Auch der psychopathologische Befund sei – trotz grossen
Leidens
drucks
– als leicht einzustufen
. Die hauptdiagnostisch festgestellten drei bis fünf leichten Panikattacken
bedeuteten
für sich allein an sich noch keine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit. Zusammen mit den ausgedehnte
n
starken Schmerzen sowie zahlreichen funktionellen Beschwerden bestehe indes ein grosser
Leidens
druck
mit dem Bewusstsein, körperlich krank zu sein und in einem progredien
ten Krankheitsprozess zu stehen.
Die Beschwerdeführerin habe sich in der Ver
gangenheit
im Rahmen
ihre
r
Mehrfachbelastung
einerseits
als Mutter eines be
hinderten Kindes und
andererseits als
Nachtschichtarbeiterin
mit hohem Perfek
tionsanspruch und hoher Leistungsorientierung
überfo
rdert. Psychodynamisch habe sie
durch die Schmerzen und Angst eine Legitimation erhalten, die zusätz
liche ausserhäusliche Arbeitsbelastung aufzugeben. Zusammenfassend liege zwar ein komplexes, aber leichtes Krankheitsbild vor, das nur eine leichte Ver
minderung der Arbeitsfähigkeit zeitige. Medizinisch-theoretisch sei von einer 70%igen Restarbeitsfähigkeit auszugehen, wobei der Beschwerdeführerin aus rheumatologischer Sicht körperlich schwere Tätigkeiten
nur noch zu 70 % und leichte bis mittelschwere Arbeiten ohne Einschränkung
zumutbar seien (S. 23 f.).
Sie sei bei der Stellensuche auf Unterstützung angewiesen (S. 25).
3.3
Dr.
C._
stellte am 27. August 2010 folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/31 S. 1):
Symptomatische Hypotonie mit
Orthostase
-Störungen
Chronisches
Panvertebralsyndrom
mit
Lumbovertebralsyndrom
im Vorder
grund
Chronische Angststörung bei familiärer Problematik (Sohn mit Zöliakie)
Eisenmangelanämie bei
Hypermenorrhoe
(
Mirena
-Unverträglichkeit)
Keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultiere aus nachstehenden Diagno
sen:
Chronische Kopfwehsymptomatik
Schulter-Arm-Syndrom
Allergie auf Hausstaub und Gummi
Die Prognose sei angesichts der seit Jahren anhaltenden chronischen Schmerzsymptomatik nicht gut. Jegliche Aktivitätssteigerung führe zu einer
Schmerzexazerbation
; selbst Schwimmen und längeres Gehen führe zu einer Zunahme der Beschwerden. Seit 10. November 2008 und bis auf
Weiteres
be
stehe für körperlich schwere Tätigkeiten und damit auch die zuletzt ausgeübte Arbeit als
I._
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 2).
3.4
Vom 17. bis 18. September 2012 liess sich die Beschwerdeführerin notfallmässig im Stadtspital
D._
, Klinik für Innere Medizin, behandeln. In ihrem Bericht vom letztgenannten Datum stellten die Ärzte nachstehende Diagnosen (Urk. 6/80 S. 10):
Kopfschmerzen rechtsseitig unklarer Genese
Differentialdiagnose: Spannungskopfschmerzen, Migräne
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts
Aktivierte
Osteochondrose
LWK
3/4
bei vorbestehenden
osteochondroti
schen
Veränderungen (MRI 2011)
Polymyalgien und Polyarthralgien unklarer Genese
Anamnestisch Status nach Daktylitis
Dig
. II rechts im Jahr 2010
Bei der Beschwerdeführerin seien vor zwei Tagen rechtsseitige Kopfschmerzen mit Ohrenschmerzen und eine
m
Druck im Ohr aufgetreten; am Folgetag habe sie intermittierend einen Ton im Ohr gehört. Am Morgen des Klinikeintritts sei es dann zu einer Migräneattacke mit Schwindel und Erbrechen gekommen, wo
bei sich die Schmerzen nach der Einnahme von Analgetika wieder gebessert hätten. Im weiteren Verlauf habe die Beschwerdeführerin vom Nacken ausge
hende merkwürdige, nicht klar fassbare Beschwerden verspürt. Angesichts des unauffälligen allgemeinen und neurologischen Status seien die geklagten Be
schwerden – bei klinisch deutlicherer muskulärer Verspannung – am ehesten als Spannungskopfschmerzen oder
als
etwas atypische Migräne zu interpretieren.
Nach Abgabe von Aspirin 1000 mg intravenös sei es der Beschwerdeführerin
wieder
deutlich besser gegangen, so dass sie nach Hause habe entlassen werden können.
3.
5
Die Ärzte des Universitätsspitals
E._
, Interdisziplinäres Zentrum für Schwin
del und Gleichgewichtsstörungen, stellten in ihrem Neuro-Otologie-Bericht vom 10. Oktober 2012 nachstehende Diagnosen (Urk. 6/80 S. 7)
:
Vestibuläre Migräne mit visueller Aura
unter
Flunarizin
starke Gewichtszunahme
unter
Topiramat
Kribbeln in den Händen und Füssen, Schmerzen am Körper, komisches Gefühl
Lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
Die Schwindelbeschwerden seien weiterhin i
m
Zusammenhang mit einer Mi
gräne mit vestibulärer Komponente und visueller Aura zu sehen. Aus ORL-Sicht
zeige sich ein unauffälliger Status und ein normales Gehör beidseits
. Es sei keine weitere Kontrolle vorgesehen (S. 8).
3.6
Dr. med.
F._
, Fachärztin FMH für Neurologie, stellte gestützt auf die Ergebnisse der Untersuchung vom 17. Dezember 2012 in ihrem gleichentags verfassten Bericht folgende Diagnosen (Urk. 6/80 S. 5):
Schmerzen
Mehrheitlich vom Spannungstyp, im Rahmen eines
zervikozephalen
Schmerzsyndroms und bei Schmerzmittelüberkonsum
Zusätzlich Migräne allenfalls auch vestibulärer Art möglich, kein Hin
weis für symptomatische Kopfschmerzform
Generalisiertes Schmerzsyndrom mit invalidisierenden
lumbovertebroge
nen
Schmerzen und Schmerzen in diversen Gelenken am ganzen Körper
Menstruationsunregelmässigkeiten
Die Beschwerdeführerin sei darüber informiert worden, dass keine schwere Erkran
kung vorliege und primär eine drastische Reduktion der Schmerzmittel indiziert sei mit aktiven physikalischen Massnahmen im Sinne eines Aufbau
trainings und wohl auch psychologischer Beratung.
3.
7
Gestützt auf die Ergebnisse ihrer ambulanten Untersuchung vom 14. Juni 2012 stellten die Ärzte des Universitätsspitals
E._
, Klinik für Neurologie, am 3. Januar 2013 nachstehende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (Urk. 6/73 S. 5):
Vestibuläre Migräne mit visueller Aura (ICHD-II 1.2), seit mehreren Jah
ren
unter
Flunarizin
starke Gewichtszunahme
unter
Topiramat
Kribbeln in den Händen und Füssen, Schmerzen am Körper, komisches Gefühl
Lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
Möglicherweise schränkten die Kopf- und Rückenschmerzen die Arbeitsfähig
keit ein (S. 7).
3.8
Die Ärzte des Stadtspitals
D._
, Klinik für Rheumatologie und Rehabilita
tion, bei
welchen
die Beschwerdeführerin vom 8. November 2011
bis 30. Januar 2012 in ambulanter Behandlung gestanden hatte, stellten in ihrem Bericht vom 17. Januar 2013 folgende, sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus
wirkende Diagnosen (Urk. 6/75 S. 5):
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts
l
eichte degenerative Bandscheibenveränderungen L3/L4 (MRI vom
7.
November 2008)
Polymyalgien und Polyarthralgien unklarer Genese
anamnestisch Status nach Daktylitis
Dig
. II rechts 2010
Rheumaserologie negativ
Migräne
Die Beschwerdeführerin
klage
über therapieresistente
Glutealschmerzen
und Migräne. Aufgrund des erhobenen Befunds sei eine entzündlich-rheumatische Erkrankung auszuschliessen.
Die Behandlung sei abgeschlossen worden; eine Arbeitsunfähigkeit sei der Beschwerdeführerin nicht attestiert worden.
3.9
Dr. med.
G._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, bei dem die Beschwerde
führerin seit Ende August 2011 in hausärztlicher Behandlung steht, stellte in seinem am 27. Februar 2013 bei der IV-Stelle eingegangenen
(unda
tierten)
Bericht folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(Urk. 6/80
S. 1
)
:
Multiple Schmerzen des Bewegungsapparates, bestehend seit 2001
Generalisierte Angststörung, bestehend seit 2009
Verdacht auf somatoforme Schmerzstörung, Beginn unklar
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten nachstehende Diagnosen:
Müdigkeit, seit Jahren bestehend
Tinnitus, Beginn unklar
Vestibuläre Migräne, bestehend seit 2011
In der angestammten Tätigkeit habe – schmerzbedingt – vom 1
5.
bis 24. Mai 2012 und vom 1
1.
bis 12. Februar 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit be
standen. Ob und gegebenenfalls in welchem zeitlichen Rahmen die bisherige Tätigkeit der Beschwerdeführerin noch zumutbar sei, müsse – wie auch die Ar
beitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit – getestet werden (S. 2 ff).
3.10
Nachdem sich
die Beschwerdeführerin vom
8.
b
is 27. März 2013 stationär im Universitätsspital
E._
, Rheumaklinik, hatte behandeln lassen, stellten die Ärzte in ihrem Bericht vom 12. März (richtig wohl: April) 2013 folgende Diag
nosen (Urk. 6/87 S. 1 f.):
Chronisches
lumbovertebrales
bis –
spondylogenes
Schmerzsyndrom beid
seits, rechtsbetont
Differentialdiagnose: intermittierendes
lumboradikuläres
Reizsyndrom L5/S1 beidseits mit sensiblem Ausfallsyndrom
Verdacht auf Myositis
Musculus
gluteus
medius
rechts
Differentialdiagnose: iatrogen/nach intramuskulärer Injektion
zirka zwei Wochen vor Spitaleintritt; Differentialdiagnose: viral; Differen
tialdiagnose: idiopathisch
inflammatorische
Myopathie
Bilateral beginnende
Coxarthrose
Angst und Depression gemischt, ICD-10 F41.2, gemäss psychiatrischer Be
urteilung vom März 2013
aktenanamnestisch generalisierte Angststörung
wegen Angstsymptomen wiederholt Aufenthalte auf Notfallstation
bei chronischen Beschwerden
psychosoziale Belastungssituation (Sohn mit Zöliakie)
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, ICD-10 F45.41
schmerzdistanzierende und schlaffördernde Medikation mit
Surmontil
seit 15. März 2013
Vestibuläre Migräne mit visueller Aura (ICHD-II 1.2)
Tinnitus
Die
Hospitalisation
sei – auf notfallmässige Zuweisung durch den Hausarzt – wegen einer akuten Exazerbation der seit Jahren bekannten lumbalen Schmer
zen erfolgt (S. 2).
Zusammenfassend seien die geklagten lumbalen Beschwerden nur teilweise strukturell erklärbar. Aus physiotherapeutischer Sicht stellten die globalen starken Schmerzen und die funktionelle lumbale Instabilität limitie
rende Faktoren dar. Zusätzlich schränkten die Angst vor Bewegungen und das allgemein tiefe Aktivitätsniveau das Leistungsvermögen ein. Die Therapie sei zudem aufgrund einer generellen Hyperalgesie erschwert gewesen, weshalb eine
manualtherapeutische
Detonisation
als nicht
E
rfolg
versprechend eingestuft worden sei. Die Schmerzaufklärung sowohl von ergo- als auch von physiothe
rapeutischer Seite sei wegen mangelnder Aufnahmefähigkeit und mässiger Compliance nur sehr eingeschränkt gelungen. Die Beschwerdeführerin habe bis anhin keine Strategie gefunden, ihre Beschwerden selbstwirksam und dauerhaft positiv zu beeinflussen. Nebst der lumbalen Symptomatik leide die Beschwer
deführerin an – belastungsabhängigen –
multiloku
l
ären
Gelenkschmerzen und Polymyalgien
.
Betreffend die Gelenksymptomatik hätten aktuell
belastungsab
hängige
Schmerzen in beiden Knien und bezüglich der Myalgien Schmerzen
glutea
l
und
am lateralen Oberschenkel rechts im Vordergrund gestanden. Die radiologische Untersuchung beider Kniegelenke und der Hände habe keine Hin
weise für degenerative oder entzündliche Veränderungen gegeben (S. 3). I
n
therapeutischer Hinsicht sei
en
die Fortführung der Physiotherapie (allgemeine Aktivierungsübungen mit – nach neun Einzeltherapien – Übergang in eine an
gepasste medizinische Trainingstherapie
[MTT]
zur
Steigerung der allgemeinen Belastbarkeit und im Hinblick auf ein Stabilitätstraining für die untere LWS) sowie eine ambulante Psychotherapie indiziert (S. 4). Was die Arbeitsfähigkeit anbelange, seien wechselbelastende Tätigkeiten ideal. Sofern der Arbeitseinstieg bis zur Nachkontrolle nicht gelinge, sei die Anmeldung zum
Arbeitsassessment
angezeigt. Auch eine Teilnahme an der Gruppe „gemeinsam aktiv gegen Schmerzen“ für fremdsprachige Frauen falle in Betracht. Vom 28. März bis 10. April 2013 sei die Beschwerdeführerin noch – bezogen auf das bisherige Pensum – zu 50 % arbeitsunfähig, danach werde eine zügige Steigerung des Arbeitspensums empfohlen (S. 5).
3.11
Am 30. Mai 2013 berichteten die Ärzte des Universitätsspitals
E._
,
Rheumakli
nik
,
die Beschwerdeführerin habe sich schon kurz nach
A
ustritt
aus der Klinik am 27. Mär
z
2013 (vgl. Urk. 6/87)
– wegen anhaltender Rücken
schmerzen lumbal mit Ausstrahlung in den rechten Ober- und Unterschenkel lateral –
wieder notfallmässi
g
in der Poliklinik v
orgestellt. Zudem habe sie
Schmerzen im rechten Ellenbogen mit Ausstrahlung in die rechte Schulter
an
gegeben
. Die geklagten Beschwerden seien weiterhin im Rahmen eines
zerviko
- und
lumbospondylogenen
Schmerzsyndroms zu interpret
ieren. Aufgrund der seit längerem bestehenden 100%igen Arbeitsunfähigkeit solle die Arbeitsauf
nahme idealerweise schrittweise erfolgen. Der Beschwerdeführerin sei bis zur nächsten Kontrolle eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden; danach sei die Wiederaufnahme einer leichten, angepassten, wechselbelastenden Tätigkeit zu 100 % anzustreben (Urk. 6/98 S. 36).
3.12
Die Ärzte des Universitätsspitals
E._
, Interdisziplinäre Sprechstunde, stellten gestützt auf die Ergebnisse ihrer Untersuchung vom 1. Oktober 2013 im glei
chentags verfassten Bericht folgende Diagnosen (Urk. 6/98 S. 16):
Verdacht auf chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Faktoren
Chronic
daily
headache
-
Migräne ohne Aura
(ICHD-III
beta
1.1)
-
Verdacht auf chronische Migräne (ICHD-III
beta
1.3)
-
Verdacht auf Medikamentenübergebrauchskopfschmerz
(ICHD-II 8.2)
Chronisches
lumbovertebrales
bis –
spondylogenes
Schmerzsyndrom beid
seits, rechtsbetont
Differentialdiagnose: intermittierendes
lumboradikuläres
Reiz- und sen
sibles Ausfall-Syndrom L5/S1 beidseits
degenerative Veränderungen im Sinne leicht aktivierter
erosiver
Osteo
chondrose
Höhe LWK3/4,
S
pondylodese
von LWK3 rechts, mög
liche
diskogen
bedingte Tangierung der L5-Wurzel
rezessal
beidseits, rechtsbetont (MRI der LWS vom März 2013)
Haltungsinsuffizienz, allgemeine
Dekonditionierung
, funktionelle Insta
bilität sowie
myofasziale
Beschwerden unter
e
LWS/Sakralbereich beidseits
Status
nach intramuskulärer Injektion E
nde Februar 2013 mit passage
rer ödematöser Signalalteration m
it
Enhancement
im
Muscu
lus
glut
eus
medius
rechts im März 2013
Verdacht auf Panikstörung; Differentialdiagnose: im Rahmen einer genera
lisierten Angststörung
Bilateral beginnende
Coxarthrose
(Röntgenuntersuchung vom März 2013)
Als Nebendiagnosen bestünden zudem eine vestibuläre Migräne mit visueller Aura sowie ein Tinnitus.
In diagnostischer Hinsicht sei angesichts der
Panikat
tacken
von
schmerzinterventionellen
Massnahmen dringend abzuraten
. Betref
fend die weitere Behandlung sei in Anbetracht der im Vorderg
r
und stehenden ausgeprägten
histrionisch
-ängstlichen Symptomatik (insbesondere
Krankheits
ängste
) eine psychiatrische/psychotherapeutische weitere Behandlung bei einem albanisch sprechenden Psychiater mit Anpassung der psychopharmakologischen Medikation angezeigt (S. 16 f.). Die Beschwerdeführerin stehe einer psychischen
Mitbeteiligung der Beschwerden allerdings eher skeptisch gegenüber. Sodann seien die
Weiterführung der
medikamentösen Kopfschmerz-Therapie sowie der MTT indiziert. Aufgrund einer Panikattacke anlässlich der aktuellen Konsulta
tion (Angst vor einer Krebs-Diagnose) hätten die genannten
Therapieempfeh
lungen
nicht vollumfänglich mit der Beschwerdeführerin besprochen werden können (S. 17).
3.13
Vom 25. Mai bis 21. Juni 2014 liess sich die Beschwerdeführerin
im Hinblick auf eine psychosomatische Rehabilitation
stationär von den Ärzten der
Höhenklinik H._
, Rehabilitationszentrum, behandeln. Im
B
ericht vom
25. Juli
2014 stellten diese folgende Diagnosen (Urk. 6/
114 S. 1
):
C
hronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
Chronic
daily
headache
Migräne ohne Aura (ICHD-III
beta
1.1)
Verdacht auf chronische Migräne (ICHD-III
beta
1.3)
Verdacht auf Medikamentenübergebrauchskopfschmerz (ICHD-II 8.2)
Chronisches
lumbovertebrales
bis –
spondylogenes
Schmerzsyndrom beid
seits, rechtsbetont
Differentialdiagnose: intermittierendes
lumboradikuläres
Reiz- und sen
sibles Ausfall-Syndrom L5/S1 beidseits
degenerative Veränderungen im Sinne einer leicht aktivierten
erosi
ven
Osteochondrose
in Höhe LWK3/4,
Spondylolyse
von LWK3 rechts, mögliche
diskogen
bedingte Tangierung der L5-Wurzel
rezes
sal
beidseits, rechtsbetont (MRI der LWS vom März 2013)
Haltungsinsuffizienz, allgemeine
Dekonditionierung
, funktionelle Insta
bilität sowie
myofasziale
Beschwerden untere LWS/Sakralbereich beidseits
Status nach intramuskulärer Injektion Ende Februar 2013 mit passage
rer ödematöser Signalalteration mit
Enhancement
im
Muscu
lus
glutaeus
medius
rechts im März 2013
Verdacht auf Panikstörung; Differentialdiagnose: im Rahmen einer genera
lisierten Angststörung
Bilateral beginnende
Coxarthrose
(Röntgenbefund vom März 2013)
Vestibuläre Migräne mit visueller Aura
Tinnitus
Stressinkontinenz
Die Beschwerdeführerin leide an einer chronischen Schmerzstörung mit Migräne und Medikamentenübergebrauchskopfschmerz sowie eine
m
chronischen
lum
bovertebralen
bis
-
spondylogenen
Schmerz
syndrom, wobei die degenerativen Veränderungen sicherlich einen Teil der Beschwerden erklären könnten. Die Kriterien für eine generalisierte Angststörung oder eine Panikstörung seien auf
grund der Beobachtungen während des Klinikaufenthalts nicht erfüllt. Die Be
schwerdeführerin scheine indes bei
Schmerzexazerbationen
in eine starke Hilflosigkeit zu geraten, die dann mit grossen Ängsten vor den Schmerzen ein
hergehe. Dementsprechend sei es der Beschwerdeführerin schwer gefallen, einen Zugang zu Coping-Strategien und aktiven Therapien insbesondere für
Stabili
sationsübungen
zu finden. Unter
medikamentöser
Behandlung mit
Anafranil
habe die Intensität der Kopfschmerzen und der Übelkeit etwas reduziert werden können
(S. 3).
Der Beschwerdeführerin seien bei Austritt eine ambulante MTT sowie Wasser- und Ergotherapie verordnet worden; die vorbestehende Psycho
therapie werde sie weiterführen
. Es sei eine Wiedereingliederung im Rahmen ei
nes geschützten Arbe
itsplatzes zu empfehlen
Der Beschwerdeführerin sei noch bis 5. Juli 2014 eine 100%ige Arbei
tsunfähigkeit attestiert worden. Eine berufli
che Reintegration im freien Markt scheine aufgrund der Schmerzproblematik mit erheblichen Regressionstendenzen mittelfristig eher unrealistisch. Allenfalls falle eine Reintegration in geschütztem Rahmen mit Hilfe der IV in Betracht (S. 4).
3.14
Nachdem sie die Beschwerdeführerin im Sommer 2014 polydisziplinär unter
sucht hatten, stellten die Ärzte der MEDAS
A._
in ihrem Gutachten vom 22. September 2014
nachstehende
Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(Urk. 6/117 S.
34):
Chronifiziertes
lumbospondylogenes
Syndrom, ICD-10 M54.06
, mit/bei
erosiver
Osteochondrose
L3/L4
wahrscheinlicher segmentaler Instabilität
keinen sensomotorischen Ausfällen
Akzentuierung der Persönlichkeit mit
histrionischen
, passiv-abhängigen und selbstunsicheren Anteilen, ICD-10 Z73.1
Entwicklung körperlicher Symptome (Schmerzen) aus psychischen Grün
den mit rentenneurotischer Färbung, ICD-10 F68.0
Anhaltende affektive Störung (mit Ängsten), IC
D
-10 F34.8
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten folgende Diagnosen:
Drei Sorten von chronischen Kopfschmerzen, nämlich
Spannungskopfschmerzen, ICD-10 G44.2
Migräne mit prolongierten Auren, ICD-10 G43.1
n
icht klassifizierbare Kopfschmerzen bei Menstruation, ICD-10 G44.8
Fehlende Medikamenten-Compliance
Deutliche
Hinweise für Verdeutlichung, Aggravation und möglicherweise sogar Simulation
Unter Berücksichtigung der physischen und psychischen Beschwerden sei die Beschwerdeführerin seit 2009 in der angestammten wie auch einer anderen
be
hinderungsangepassten
Tätigkeit
zu 25 % arbeitsunfähig (25%ige
Leistungsein
busse
im Rahmen eines Vollzeitpensums; S. 42 ff.)
.
Mittels eines regelmässigen MTT-Programms betreffend den Rücken könne die Arbeitsfähigkeit aus soma
tischer Sicht noch deutlich gebessert werden (S. 44).
3.15
Auf entsprechende Nachfrage der IV-Stelle (Urk. 6/118) hielten die Gutachter der MEDAS
A._
am 21. Oktober 2014 fest, die Be
schwerdeführerin sei seit 2009 – in seither im
Wesentlichen unverändert
en Umfang von
25 % (25%ige Leistungseinbusse bei zumutbarem 100%-Pensum
)
- in ihrer
Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in einer Ver
weistätigkeit
eingeschränkt
.
Die Beeinträchtig
ung der Arbeitsfähigkeit sei in erster Linie auf das Rückenleiden zurückzuführen; zwar seien psychosoziale Faktoren vorhanden, diese stünden derzeit indes im Hintergrund. Eine somato
forme Schmerzstörung beziehungsweise eine Störung gemäss IC
D-10 F45 lasse sich n
icht diagnostizieren, und es bestehe auch keine signifikante
Zusatzerkran
kung
.
Die Frage nach den
Förster’schen
Kriterien stelle sich demnach nicht, wo
bei die Kriterien ohnehin nicht erfüllt wären.
Der Beschwerdeführerin sei die willentliche Schmerzüberwindung somit zumutbar; sie könne wieder in den Ar
beitsprozess integriert werden
(Urk. 6/119 S. 1). Durch die Installation einer guten analgetischen Therapie und die Durchführung eines passiven und aktiven Physiotherapieprogramms lasse sich die Arbeitsfähigkeit
innert sechs bis zwölf Monaten
s
teigern
(S. 2)
.
3.16
In ihrer – auf entsprechende Bitte der Beschwerdeführerin verfassten – Stellung
nahme vom 27. Januar 2015 zum Gutachten der MEDAS
A._
vom 22. September 2014 (Urk. 6/117) und der Ergänzung dazu vom 21. Oktober 2014 (Urk. 6/119) hielten die zuständigen Fachpersonen des
B._
fest,
entgegen den genannten Experten und in Übereinstimmung mit der Einschätzung der weiteren Ärzte sei davon auszugehen, dass die Beschwerde
führerin an psychischen Beschwerden leide, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten (Urk. 6/129 S. 1). Hinzuweisen sei etwa darauf, dass das Mini ICF-Rating eine stark eingeschränkte Flexibilität, Umstellungsfähigkeit und
Durch
haltefähigkeit
ergeben habe, obschon diese von den Experten der MEDAS
A._
lediglich als leicht bis mittelgradig gestört eingestuft worden sei (S. 1 f.). Angesichts des
chronifizierten
und protrahierten Gesche
hens bestehe mittel- bis langfristig kaum Aussicht auf eine Verbesserung des Gesundheitszustands. Auch
im
2010 verfassten Gutachten (de
r Ärzte der
Y._
, Urk. 8/22
) sei eine Vermittlung der Beschwerdeführerin auf dem freien Arbeits
markt für kaum möglich befunden worden. Es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin nur im betreuten und geschützten Rahmen zu arbeiten in der Lage sei. Die IV-Stelle werde daher im Namen der – langfristig zu 80 % ar
beitsunfähigen – Beschwerdeführerin um erneute Prüfung und Beurteilung des Rentenanspruchs beziehungsweise allenfalls um Gewährung von
Wiedereinglie
derungsmassnahmen
ersucht (S. 2).
3.17
Die Ärzte des Universitätsspitals
E._
, Klinik für Rheumatologie,
von
welchen
sich die Beschwerdeführerin vom 29. Januar bis 17. Februar 2015 stationär be
handeln liess (vgl. Austrittsbericht vom 17. Februar 2015, Urk. 6/13
3 S.
5 ff.), stellten
in ihrem Bericht zuhanden der IV-Stelle vom 16. Februar 2015 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/130 S. 1):
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmer
z
syndrom rechtsbetont bei
Hyperlaxizität
, Haltungsinsuffizienz, segmentalen Dysfunktionen der BWS/LWS, sekundär
myofaszialen
Befunden am Beckenkamm,
glu
teal
und
Tractus
iliotibialis
Mikroinstabilität bei
Osteochondrose
LWK3/4
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, ICD-10 F45.41
Angst und Depression gemischt, ICD-10 F41.2
Vitamin D-Mangel
Intermittierende vestibuläre Migräne mit visueller Aura
Keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultiere aus dem überdies bestehen
den chronischen Tinnitus
(S. 1). Die Beschwerdeführerin habe sich Ende Januar
2015 wegen einer Zunahme der bekannten lumbalen Rückenschmerzen
notfall
mässig
vorgestellt. Unter zweiwöchiger multimodaler rheumatologischer
Kom
plextherapie
, wie sie zuvor bereits im März 2013 durchgeführt worden sei, sei es zu einer Besserung der Schmerzen und der Beweglichkeit sowie einer Stärkung der Muskulatur gekommen. Bei Weiterführung der ambulanten Physiotherapie sei mit einer „ordentlichen“ Prognose zu rechnen. Hinsichtlich der weiteren Be
handlung seien eine ambulante Physiotherapie zweimal pro Woche, eine MTT sowie psychotherapeutische Massnahmen indiziert (S. 2).
Aufgrund wiederholter
Schmerzexazerbationen
bei der Arbeit als Reinigungsfachfrau sei der Beschwer
deführerin
diese Tätigkeit
nicht mehr zumutbar. Bis Ende März 2015 bestehe auch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit; die Beurteilung der weiteren Arbeitsfähigkeit werde
durch den Hausarzt erfolgen
.
Die Frage nach dem Vorliegen von Gründen, die gegen einen soforti
gen Beginn der Wiedereingliederung sprächen, sei – aufgrund der bestehenden Schmerzproblematik – zu bejahen (S. 3). Es sei davon auszugehen, dass die Be
schwerdeführerin unter intensiver Physiotherapie wieder eine Arbeitsfähigkeit erlangen werde (S. 4).
Im Austrittsbericht vom 17. Februar 2015 hielten die Rheumatologen des
Univer
sitätsspitals
E._
fest, dass
die radiologische Untersuchung vom 30. Januar 2015 ein regelrechtes Alignement der LWS und weiterhin eine nur diskrete ventrale Spondylose der LWS ergeben habe. Es bestehe – gegenüber dem im März 2013 erhobenen Befund unverändert – eine leichte
erosive
Osteo
chondrose
auf Höhe LWK3/
4.
Eine signifikante
Osteochondrose
sei nicht vor
handen (Urk. 6/133 S. 9).
3.18
Der Hausarzt Dr.
G._
stellte in seinem am 4. Mai 2015 bei der IV-Stelle einge
gangenen (undatierten) Bericht nachstehende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/135 S. 1):
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechtsbetont, rezidi
vierende Exazerbationen
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
Angst und Depression
Überdies bestünden folgende, keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zeiti
gende Diagnosen:
Episodischer Kopfschmerz
Migräne
Die Frage, ob die bisherige Tätigkeit der Beschwerdeführerin noch zumutbar sei, liess Dr.
G._
unbeantwortet und merkte lediglich an
, dass die Patientin der
zeit
nicht arbeite. Auch zur Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit und zu möglichen Eingliederungsmassnahmen äusserte sich der ge
nannte Arzt nicht (S. 3).
4.
4.1
Aus den zitierten medizinischen Berichten geht übereinstimmend herv
or, dass di
e Beschwerdeführerin
an diversen physischen und psychis
chen Beeinträchti
gungen leidet
und mittlerweile über
– nur zu einem geringen Teil nachweisba
ren strukturellen Schäden zuordenbaren –
Schmerzen
a
m ganzen Körper klagt (Urk. 6/117 S. 29
, S. 39
und S. 57
)
.
4.2
4.
2
.1
Fest steht, dass für
die
seit Jahren bestehenden
Rückenschmerzen
zwar – in Form von degenerativen Veränderungen im Bereich der LWS –
ein organisches Korrelat
vorhanden
ist
, die
objektivierbaren Befunde
das Ausmass der geklagten Rückenbeschwerden indes nicht zu erklären vermögen
(vgl. etwa Urk. 6/13 S. 2, Urk. 6/22 S. 22 ff., Urk. 6/75 S. 5, Urk. 6/87 S. 3, Urk. 6/117 S. 34)
.
Sodann wurden im März 2013
radiologisch
diskrete
degenerative Veränderungen im Hüftgelenk fest
gestellt, die als – geringe – bilateral beginnende
Coxarthrose
in
terpretiert wurden (Urk. 6/98
S. 18,
S. 35
und S. 37)
und demnach Hintergrund der von der Beschwerdeführerin angegebenen Hüftbeschwerden sind. Erhebliche anderweitige bildgebend nachweisbare pathologische Befunde als Grundlage der geklagten Beschwerden liessen sich im Rahmen der im Laufe der Zeit erfolgten fundierten entsprechenden U
ntersuchungen nicht eruieren.
Betreffend die
Auswirkungen der – mit
den
objektivierbaren
Befunden in Zusam
menhang stehenden
– somatischen Beschwerden auf das Leistungsve
r
mögen ist gestützt namentlich
auf
das Gutachten der
Y._
vom 26.
Januar 2010 (Urk. 6/22 S. 2
3 f.
) und die Expertise der MEDAS
A._
vom 22. September 2014 (Urk. 6/117 S. 40)
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit zu 100 % ar
beitsfähig ist. Die
einzig
durch die
Dekonditionierung
bedingte und
gemäss de
m begutachtenden Rheumatologen der
MEDAS
A._
mittels MTT
innert sechs bis maximal neun Monaten
behebbare
25%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit (Urk. 6/117 S. 40) ist nicht von Anspruchsrelevanz.
Anzumerken ist in diesem Zusammenhang, dass der Verlust der Stelle als
K._
bei der
L._
gemäss den Angaben der Beschwer
deführerin anlässlich der Begutachtung durch die MEDAS ihren Grund darin hatte, dass sie nicht länger an zwei verschiedenen Arbeitsorten zum Einsatz kommen wollte (Urk. 6/117
S. 24), und nicht – wie zuvor immer wieder geltend gemacht – auf die Unvereinbarkeit der fraglichen Tätigkeit mit dem
Rückenlei
den
zurückzuführen war.
4.2.2
Aktenkundig ist sodann, dass die Beschwerdeführerin
seit Frühjahr 2012
an
Migräne
leidet
,
wobei sie anlässlich des Gesprächs vom 14. Juni 2012 mit der für die damals laufenden beruflichen Wiedereingliederungsmassnahmen zu
ständigen Mitarbeiterin der IV-Stelle die Ansicht kundtat, dass sie unter Be
rücksichtigung dieses Leidens nun
wirklich genügend Diagnosen aufweis
e,
um endlich an eine Rente zu gelangen
(Urk. 6/68 S. 1 f.)
. Gemäss
dem Berater der
Z._
zeigte sie denn fortan
auch keine Bestrebungen mehr, eine
(
geeignete
)
Stelle zu finden (vgl. Urk. 6/68 S. 2). Der Migräne beziehungsweise den
– bei unauffälligem neurologischem Status (Urk. 6/80 S. 5 und S. 10
)
–
geklagten
verschiedenartigen
Kopfschmerzen
kommt
indes
gemäss übereinstimmender und ohne Weiteres einleuchtender Einschätzung
der Hausärzte Dr.
C._
(Urk. 6/31 S. 1) und Dr.
G._
(Urk. 6/80 S. 1
, Urk. 6/135 S. 1
), der Ärzte des Stadtspitals
D._
(Urk. 6/75 S. 5) und des Universitätsspitals
E._
(Urk. 6/87 S. 5, Urk. 6/98 S. 36) sowie der Gutachter der MEDAS
A._
(Urk. 6/117 S. 34) keine die Arbeitsfähigkeit mindernde Wir
kung zu. Nämliches gilt für den Tinnitus (vgl.
insbesondere
den
am 27. Februar 2013 bei der IV-Stelle eingegangener Bericht des Hausarztes Dr.
G._
,
Urk. 6/80 S. 1
).
4.3
4.3.1
In Bezug auf die psychische Symptomatik ist aufgrund der –
auf einer fundier
ten,
(mit Ausnahme der internistischen Exploration)
unter
Beizug
einer Dol
met
scherin durchgeführten (
Urk. 6/119 S. 2)
internistischen (Urk. 6/117
S. 22 ff.
), rheumatologischen (Urk. 6/117 S.
32
und S. 48 ff.
), neurologischen (Urk. 6/
117 S.
33
und S. 69 ff.
) und psy
chiatrischen (Urk. 6/
117
S.
32
und S. 54 ff.
) Untersu
chung beruhenden, die geklagten Beschwerden (Urk. 6/117 S.
39
f.
) berücksich
tigenden und in Kenntnis der
Vorakten
ergangene
n
(Urk. 6/117 S.
3 ff.
; zum Beweiswert eines medizinischen Gutachtens vgl. BGE 125 V 351 E.
3a,
122 V 157 E. 1c)
– Beurteilung der Gutachter der
MEDAS
A._
di
agnostisch von einer Akzentuierung der Persönlichkeit
mit
histrionisch
, passiv-abhängigen und selbstunsicheren Anteilen, von der Entwicklung körperlicher Symptome (Schmerzen) aus psychischen Gründen mit rentenneurotischer Fär
bung und von einer anhaltenden affektiven Störung (mit Ängsten) auszugehen
(Urk. 6/117 S.
34)
.
Eine depressive Störung
und
eine somatoforme
Schmerzstö
rung
, wie sie die behandelnden Ärzte verschiedentlich vermuteten respektive di
agnostizierten,
schlossen die genannten Experten mit einleuchtender Begrün
dung aus (Urk.
6/117
S.
40 f.
).
4.3.2
Was die
Auswirkung d
er vorhandenen psychischen Störungen
auf
das Leistungs
vermögen anbelangt, vermag d
ie
festgestellte Akzentuierung der Per
sönlichkeit mit
histrionisch
, passiv-abhängigen und selbstunsicheren Anteilen (ICD-10 Z73.1)
rechtsprechungsgemäss
keinen rechtserheblichen
Gesundheits
schaden
zu begründen
. Dazu
bedürfte es zumindest einer
Persönlichkeitsstö
rung
; eine solche wurde indes
nicht diagnostiziert (
vgl. etwa Urteil des Bundes
gerichts
8C_880/2015
vom 30. März 2016 E. 4.2.5 mit Hinweisen).
Aufg
rund der konkreten Umstände
ist die Entwicklung körperlicher Symptome (Schmerzen) aus psychischen Gründen mit rentenneurotischer Färbung (ICD-10 F68.0)
ebenfalls
nicht von Anspruchsrelevanz
, ist das Vorliegen einer
versi
cherte
n
Gesundheitsschädigung
doch zu verneinen
,
wenn
die
Leistungsein
schränkung
auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht
(BGE 141 V 281 E. 2.2.1)
. Hinweise auf solche und andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns
ergeben
sich
vorliegend
namentlich
aus
der mangelnden Compliance (vgl. etwa Urk. 6/87 S. 3),
aus
dem Umstand, dass die Beschwerde
führerin über Schmerzen im ganzen Körper klagt (Urk. 6/117 S. 29
, S. 57 und S. 70
)
,
und aus
der
erhebliche
n
Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmer
zen
einerseits
und
gewissen Untersuchung
sbefunden (Urk. 6/117 S. 71) sowie
dem gezeigten Verhalten
andererseits
. So führte
die Beschwerdeführerin
, die bei der Begutachtung durch die MEDAS
A._
nur unter Be
obachtung ein verlangsamtes und unsicheres Gangbild zeigte (Urk. 6/117 S. 31
f.
)
,
etwa
aus,
dass jegliche Aktivitätssteigerung, selbst längeres Gehen,
in
einer
Schmerzexazerbation
resultiere
(Urk. 6/31 S. 2)
,
gab
indes
– in sich wider
sprüchlich – auch an
, sie gehe zweimal täglich eine Stunde spazieren und freue sich darauf, den ihrer Familie
nach längerem Warten zugeteilten Garten bestel
len zu können. Die im Vierpersonen-Haushalt anfallenden Tätigkeiten erledigt sie weitestgehend alleine
,
und
sie
ist auch ohne Weiteres in der Lage, Termine ausser Haus (die sie dem Alleinsein
zu Hause
vorzieht) selbständig wahrzuneh
men (Urk. 6/117 S. 59 f.).
In Anbetracht dieser Gegebenheiten erstaunt denn auch nicht, dass sich i
m Rahmen ihres
rund einmonatigen stationären Aufent
halts in der
Höhenklinik H._
, Rehabilitationszentrum, im Frühjahr 2014 deutliche Hinweise für eine „unterstützungsbedürftige Selbstwirksamkeit“ ergaben (Urk. 6/114 S. 3).
Schliesslich
kommt
auch der
anhaltende
n
affektive
n
Störung (mit Ängsten; ICD-10 F34.8)
keine
invalidenv
ersicherungsrechtlich relevante
Auswirkung
auf d
ie Arbeitsfähigkeit
zu
, lässt doch der
vom
psychischen Leiden kaum beein
flusste
typische
Tagesablauf
der Beschwerdeführerin
(Urk. 6/22 S. 9, Urk. 6/117 S.
59 f.
)
beziehungsweise d
ie
sich daraus ergebende höchstens geringfügige
Leistungseinbusse im Alltag
auf die
willentliche Überwindbarkeit der entspre
chenden Beeinträchtigungen bei zumutbarer Willensanstrengung
schliessen
. Daran vermag auch die Einschätzung der behandelnden Fachpersonen der
B._
vom 27. Januar 2015 (Urk. 6/129) nichts zu ändern, legten diese doch weder dar, aufgrund welcher Diagnosen sie von einer psychisch bedingten Ar
beitsunfähigkeit ausginge
n, noch begründeten sie,
infolge w
elche
r
funktionelle
r
Defizite
sie
die Leistungseinbusse in jeglicher Tätigkeit auf dem ersten Arbeits
markt –
trotz des im Alltag weitestgehend unbeeinträchtigten Leistungsvermö
gens
– mit 80 % beziffer
te
n.
4.4
Nach dem Gesagten ist es der Beschwerdeführerin
unter Berücksichtigung so
wohl der physischen als auch der psychischen Gesundheitsstörungen
zumutbar, ohne zeitliche und/oder leistungsmässige Einbusse einer ihrem Rückenleiden angepassten Tätigkeit nachzugehen.
5
.
5.1
Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrads ist davon auszugehen, dass die Beschwer
deführerin
bei Weiterführung ihrer
(Nachtschicht
-)
Tätigkeit
als
Be
triebsmitarbeiterin
bei der
L._
im Rahmen der Anstellung bei der
I._
im – vorliegend
für einen allfälligen Rentenanspruch
mass
gebenden
(vgl. Art. 28 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 29 Abs. 1 IVG)
– Jahr 2009 einen Stundenlohn von Fr. 26.11 (einschliesslich Ferien- und
Feiertags
entschädigung
) erzielt und täglich
(höchstens; vgl. Urk. 6/117 S. 24)
acht Stun
den gearbeitet hätte (vgl. Arbeitgeberfragebogen, Urk. 6/9 S. 3).
Unter Berück
sichtigung
von jährlich vier Wochen Ferien
und
(durchschnittlich)
zehn Feierta
gen
beziehungsweise 4
6
Arbeitswochen ergibt sich demnach ein
Jahressalär
von
(maximal)
Fr.
48
‘
042.--
(Fr. 2
6.11 x 40 x 46
).
Zwar hat die Beschwerdeführerin im Jahr 2008 – anders als in der Zeit zuvor, als sie teilweise gar nicht
bezie
hungsweise
höchstens im
Pensum von
100
% erwerbstätig war
(vgl.
Urk. 6/11,
Urk. 6/22 S. 8 f.,
Urk. 6/117 S. 35)
– während sieben Monaten noch zu 30 % im Nebenerwerb als Reinigungskraft gearbeitet. Das dabei erzielte Salär ist indes
– sofern man überhaupt von einem grunds
ätzlichen Versicherungsschutz a
u
ch
für 100 % übersteigende
Arbeitspensen
ausgeht (zur
[uneinheitlichen]
Rechtspre
chung
hiezu
vgl. Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3
. Aufl., Zürich 2014, Art. 28a
Rz
.
69
) – vorliegend
bei der Beurteilung des Rentenanspruchs nicht zu berücksichtigen, da nicht
als überwiegend wahr
scheinlich erscheint,
dass
die Nebenerwerbstätigkeit im Gesundheitsfall weiter
geführt
worden wäre
. Die –
mit ihrem vollzeitlich erwerbstätigen Gatten zu
sammenlebende
(
Urk. 6/22 S. 10,
Urk. 6/117 S. 35)
– Beschwerdeführerin, die Mutter zweier im Jahr 2009 elf- beziehungsweise dreizehnjährig
er Söhne ist, von denen einer wegen Zöliakie nicht zum Kinderhort zugelassen wurde
(Urk. 6/13 S. 8, Urk. 6/117 S. 35)
,
war mit den
Tätigkeiten im Haupt- und Ne
benerwerb sowie im Haushalt und in der Kinderbetreuung
nämlich
aktenkundig überfordert
(
Urk. 6/13 S. 3-5 und S. 7 f.,
Urk. 6/22 S. 23); die Kündigung der Stelle als Reinigungskraft per Ende Juli 2008 erfolgte denn auch durch sie und
– entgegen ihren verschiedentlich gemachten entsprechenden Angaben (vgl. etwa Urk. 6/117 S. 24) –
nicht etwa durch ihre Arbeitgeberin (Urk. 6/15 S. 2
, Urk. 6/21 S. 3
). Das
Valideneinkommen
beträgt demnach Fr. 48‘042.
--
.
5.2
Angesichts de
s Umstandes
, dass das Belastungsprofil der angestammten Tätig
keit als
K._
bei der
L._
nicht klar ist und die Beschwerdeführerin, der lediglich noch leichte bis mittelschwere Tätigkeiten zumutbar sind, die frag
liche Arbeit verschiedentlich als schwer bezeichnete
(vgl. etwa Urk. 6/
21 S. 3
, Urk. 6/31 S. 2
)
, ist
bei der Berechnung des Invalidenlohns auf
die
lohnstatisti
schen
Durchschnittswerte der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamts für Statistik (BFS) abzustellen. Da die Beschwerdeführerin über keine abgeschlossene Berufsausbildung verfügt (vgl. Urk. 6/51 S. 2), ist
gestützt auf die LSE 20
08
, Ta
belle TA1, vom monatlichen Einkommen von Fr. 4‘116.-- von Frauen in einfa
chen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4)
in sämtlichen Wirt
schaftszweigen
auszugehen
.
Unter Berücksichtigung der durch
schnittlichen wö
chentlichen Arbeitszeit von 41,
6
Stunden für alle Branchen (Die Volkswirtschaft 3/4
2015, Tabelle B9.2, S. 88), der Nominallohnentwicklung von
1,8
% im Jahr 2008 (
Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, Entwicklung der Nominal
löhne 1976-201
5
, T 39, Frauen
) sowie der
100
%igen Restarbeitsfähigkeit resultiert
ein hypothetisches Jahreseinkommen von Fr.
52‘292
.-- (Fr. 4‘
116
.-- : 40 x 41,
6
x 12 x 1,01
8
).
Angesichts de
s
Umstandes
, dass die Beschwerdeführe
rin
in einer Verweistätigkeit uneingeschränkt arbeitsfähig ist und ihr noch ein weites Spektrum an Tätigkeiten offen steht, besteht – entgegen ihrem entspre
chenden Vorbringen (Urk. 1 S. 13) – kein Grund für einen
leidensbedingte
n
Ab
zug.
5.3
Da das
Invalideneinkommen von Fr.
52‘292.--
das
Valideneinkommen
von Fr. 48‘042.-- übersteigt, resultiert ein
Invaliditätsgrad von
0
%
.
Dass das
Jah
ressalär
in der früheren Tätigkeit als
K._
niedriger ist
als
das gestützt auf den
Tabellenlohn für Hilfsarbeitertätigkeiten
ermittelte
,
mit
dem vorhande
nen
Gesundheitsschaden hypothetisch noch erzielbare Einkommen
, lässt nicht
etwa
auf unterdurchschnittliche Lohnaussichten in einer Verweistätigkeit schliessen, sondern ist mit dem Umstand zu erklären, dass die Beschwerdefüh
rerin
zuletzt
bei der
I._
(Urk. 6/9)
und nicht direkt bei der
L._
angestellt war
und sich insofern aus freien Stücken mit einem be
scheidenerem Einkommen begnügte
.
Zu einer Parallelisierung der Einkommen
(welche im Übrigen auch zu keinem anspruchsbegründendem Invaliditätsgrad führen würde)
besteht daher kein Anlass
(BGE 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen)
.
5.4
Die Rentenverweigerung erweist sich
d
emnach als rechtens
.
Anzumerken ist, dass auch
der
Einbezug des
E
inkommens
aus dem kurzzeitig im Pensum von 30 % ausgeübten Nebenerwerb
bei der Ermittlung des
Validen
einkommens
(Urk. 1 S. 12)
nichts an diesem Resultat änderte
, wäre
doch
in diesem Fall
– angesichts der vollzeitlichen Arbeitsfähigkeit bei vollem Leis
tungsvermögen in einer Verweistätigkeit –
auch für die Zeit nach Eintritt des Gesundheitsschadens
von der Zumutbarkeit eines
Gesamtpensum
s
von 130 % und dementsprechend von einem
um 30 % höheren Invalidenlohn auszugehen (vgl.
hiezu
Urteil des Bundesgerichts 9C_883/2007 vom
1
8. Februar 2008 E. 2.3 f.).
6
.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 900.-- der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.