Decision ID: 593d732a-583f-4d69-9728-84c45a2a1e15
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1976 geborene
X._
hat keine berufliche Ausbildung absolviert
und ist Mutter dreier in den Jahren 1995, 1998 und 2004 geborener Kinder.
Ab
dem Jahr 2000
war sie
hauptsächlich
bei
A._
respektive bei der
B._
GmbH, als Produktions- und Servicemitarbeiterin in einem 60%-Pensum angestellt (
Urk.
6/1
, 6/8/2 f.,
6/14
und 6/32
).
Unter Hinweis auf
Schmerzen nach einem
Auto
unfall meldete sie sich am
2
9.
September
2015 bei der Invali
denversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/1). Die Sozialver
sicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zog
nebst den Akten des Unfallversicherers (
Urk.
6/4) insbesondere
einen Arbeitgeberfragebogen (
Urk.
6/14) sowie diverse Arztberichte
bei
(
Urk.
6/15 ff., 6/26 f.).
Ab August 2015 nahm die Versicherte ihre berufliche Tätigkeit
zu 50
%
ihres früheren
Pensum
s
wieder
auf (
Urk.
6/4/21, 6/8/4 und 6/14/2)
, wobei das Arbeitsverhältnis schliesslich im Juni 2016 seitens der Arbeitgeberin aufgelöst wurde (
Urk.
6/27/3, 6/31/4).
Mit Schreiben vom
5.
Mai 2017 teilte
die IV-Stelle
der Versicherten mit, dass keine beruflichen Ein
gliederungsmassnahmen möglich seien (
Urk.
6/30). Nachdem die IV-Stelle
ergän
zend
einen
aktuellen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug,
Urk.
6/32) sowie eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) eingeholt hatte (
Urk.
6/34/5 f.), stellte sie der Versicherten mit Vorbescheid vom
1.
Juni 2017 die Abweisung des Leistungs
begehrens in Aussicht
(
Urk.
6/35)
, wogegen jene am
3.
Juli 2017 Einwand erhob (
Urk.
6/38). Am
7.
Juli 2017 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (
Urk.
6/40 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
, vertreten durch Rechtsanwalt Jürg
Leimbacher
, am 1
1.
September 2017 Beschwerde mit den Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die IV-Stelle sei zu verpflichten, ihr eine Invali
denrente auszurichten. Im Weiteren ersuchte die Versicherte um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters in der Person des unterzeichnenden Rechtsanwalts (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
Oktober 2017 schloss die IV-Stelle auf Abwei
sung der Beschwerde (
Urk.
5).
Nachdem die Versicherte zwecks Darlegung ihrer finanziellen Verhältnisse mit Eingabe vom 2
0.
November 2017 (
Urk.
13) weitere Unterlagen eingereicht hatte (
Urk.
11, 12/2-15), wurde deren Gesuch um unent
geltliche Prozessführung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters mit Verfügung vom 2
4.
November 2017 (
Urk.
14) abgewiesen. Gleichzeitig wurde der Versicherten ein Doppel der Beschwerdeantwort zugestellt.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Die
RAD
stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzun
gen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenver
sicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgaben
bereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Inva
lidenversicherung (
IVV
)
beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Praxisgemäss kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schluss
folgerungen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des Bundesgerichts
8C_971/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt
(
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom
7.
Juli 2017 (
Urk.
2) zog die Beschwerde
gegnerin im Wesentlichen in Erwägung,
die Versicherte sei gemäss den medizi
nischen Abklärungen in ihrer angestammten Tätigkeit zu 50
%
und in ei
ner angepassten Tätigkeit in dem
von ihr gewählte
n
60%-Pensum uneingeschränkt arbeitsfähig.
In Anwendung der gemischten Methode resultiere für den Erwerbs
bereich ein Teilinvaliditätsgrad von 30
%
(60
%
* 0.5). Im Haushaltsbereich sei angesichts des
medizinischen
Belastungsprofils keine enorme Einschränkung zu erwarten, weshalb diesbezüglich von einem Teilinvaliditätsgrad von 0
%
auszu
gehen sei. Der Invaliditätsgrad belaufe sich somit auf insgesamt 30
%
, weswegen kein Rentenanspruch bestehe.
2.2
Demgegenüber machte die Versicherte mit Beschwerdeschrift vom 1
1.
September 2017 zusammengefasst geltend,
anlässlich des Verkehrsunfall
s
vom
2.
April 2015 habe sie eine Distorsion der Halswirbelsäule erlitten, welche bis heute anhaltende massive Beschwerden zur Folge habe. Hinzugetreten seien starke Schmerzen im rechten Fuss, wodurch sie ebenfalls erheblich beeinträchtigt sei. Vor diesem Hin
tergrund liege eine höhere Arbeitsunfähigkeit vor, als von der Beschwerde
gegne
rin angenommen. Der Invaliditätsgrad betrage mindestens 40
%
, weshalb Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung bestehe
(
Urk.
1 S. 3).
3.
3.1
Der angefochtenen Verfügung liegt
in medizinischer Hinsicht
in erster Linie
die
RAD-
Stellungnahme von
Dr.
C._
, Facharzt für Chirurgie, vom
1
0.
Mai 2017 zu Grunde.
Dieser sind folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (
Urk.
6/34/5):
-
Fussschmerzen rechts bei
-
subtalarer
Arthrose,
-
fibröser
Coalitio
calcaneonaviculare
,
-
Exostose
dorso
-lateral
Talushals
,
-
Zustand nach Resektion
Coalitio
calcaneonaviculare
rechts (1
5.
Juli 2016).
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien demgegenüber folgende Diagnosen:
-
Stammvarikosis
links, Besenreiser und retikuläre
Varikosis
rechts,
-
substituierte Hypothyreose,
-
Halswirbelsäulen-Distorsion 2015 mit Symptomausweitung,
-
rezidivierende Depressionen,
-
Ganzkörperschmerzsyndrom mit Myalgien und Arthralgien.
Dazu führte er aus, die Beschwerdeführerin sei in der bisherigen Tätigkeit seit dem Unfall am
2.
April 2014 zunächst zu 100
%
und vom
1.
Juli (infolge Krank
heit) beziehungsweise vom
9.
August 2015 (infolge Unfall) bis am 30. September beziehungsweise 3
1.
Oktober 2016 zu 50
%
arbeitsunfähig gewesen. Ab
1.
November 2016 sei sie voll arbeitsfähig. In einer angepassten Tätigkeit sei sie
seit dem 1
8.
April 2015 bis auf Weiteres zu 100
%
arbeitsfähig. Zumutbar seien in Anbetracht der Halswirbelsäulen- und Fussproblematik leichte, wechselbelas
tende und überwiegend sitzend ausgeübte Tätigkeiten. Zu vermeiden sei
en nebst
dem Heben, Tragen und Transportieren von Lasten über fünf Kilogramm das Ver
harren in Zwangshaltungen sowie Armvorhalte und Überkopfarbeiten (
Urk.
6/34/5 f.).
3.2
Dr.
C._
verfügte sowohl über umfassende Kenntnisse der
Vorakten
– auf deren umfassende Darstellung in der Aktenbeurteilung verwiesen wird
(vgl.
Urk.
6/34/2 ff.)
-
als auch über die not
wendige fachliche Qualifikation, um die Auswirkungen der konkret
festgestellten
Gesundheitsschäden
auf die Arbeits
fähigkeit
einschätzen zu können.
Nicht zu beanstanden ist ferner, dass auf eine persönliche Untersuchung der Beschwerdeführerin verzichtet wurde, da einer Aktenbeurteilung voller Beweiswert zukommt, sofern
- wie vorliegend -
ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beur
teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil des Bundesgerichts 8C_641/2011 vom 2
2.
Dezember 2011 E. 3.2.2).
So vermag d
ie Beurteilung von
Dr.
C._
auch mit Blick auf die
vorangegangenen
Arztberichte zu überzeugen.
In Bezug auf die von der Beschwerdeführerin hervorgehobenen Fussschmerzen ist anzumerken, dass
die am 1
5.
Juli 2016 durchgeführte Opera
tion am rechten Fuss regelrecht verlief
und die Medikation bei entsprechenden Beschwerden gut helfe
(
Urk.
6/27/46)
.
I
n diesem Kontext
wurde
seitens der
Klinik D._
nur ab dem Zeitpunkt der Operation bis zum 3
1.
Oktober 2016 eine Arbeitsunfähigkeit attestiert (
Urk.
6/26/8).
Ausserdem ist weder
ersichtlich noch dargetan, inwiefern die Fussproblematik die
Arbeitsfähigkeit
in einer leidensangepassten, überwiegend sitzenden Tätigkeit massgeblich beeinträchti
gen sollte.
Selbiges gilt für die von der Beschwerdeführerin
ebenfalls
geklagten Beschwerden an der Wirbelsäule, welche Folge des Verkehrsunfalls vom
2.
April 2015 seien. Diesbezüglich ist zum einen darauf hinzuweisen, dass
es sich um einen leichten Auffahrunfall (Delta-v-Wert zwischen 7.8 und 12.4 km/h) handelte, welcher weder eine
Kontusion des Kopfes
noch anderweitige
schwerwiegende Verletzun
gen wie
etwa
ossäre
Läsionen nach sich zog (vgl.
Urk.
6/4/25 f., 6/4/39).
Von Seiten des Universitätsspitals
E._
wurde denn auch nur bis 3
1.
Mai 2015 eine Arbeitsunfähigkeit attestiert (
Urk.
6/17/7). Die vom Unfallversicherer in Auftrag gegebene Untersuchung bei
Dr.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, vom
9.
Juli 2015
ergab abgesehen von gering ausgeprägten
restmyofaszialen
Dysbalancen
ebenfalls keine Auffälligkeiten in Bezug auf die Halswirbelsäule sowie die Schultergürtel- und
Parazervikalregion
; er bescheinigte eine 100%ige Arbeitsfähigkeit sicher ab September 2015 (vier Wochen nach de
m Bericht vom 1
3.
Juli 2015;
Urk.
6/4/27).
Die
überdies
festge
stellte globalmuskuläre Insuffizienz und
Dekonditionierung
bewirkt
keinen inva
lidisierenden Gesundheits
schaden
(vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_385/2017 vom
1
9.
September 2017 E. 4.2) und die degenerativen Veränderungen im unte
ren Bereich der Halswirbelsäule wurden als altersentsprechend beurteilt (
Urk.
6/4/32).
Anzufügen bleibt
, dass
auch die
Berichte des behandelnden
Dr.
G._
, Facharzt für Allgemein
e
Innere Medizin, vom
1.
Dezember 2015 und 1
7.
Januar 2017 keine
Arbeits
un
fähigkeit in einer leidens
adaptierten Tätigkeit
ausweisen
(vgl.
Urk.
6/15/
3 ff., 6/27/3 ff.).
Aufgrund dieser Aktenlage ging der RAD-Arzt zu Gunsten der Beschwerdeführe
rin davon aus, dass anhaltend bis Ende Oktober 2016 eine wenigstens 50%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit vorliege. Gesamthaft besteht jedoch
kein Anlass, die Beurteilung von
Dr.
C._
in Zweifel zu zieh
en, wonach
seit 1
8.
April 2015
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für eine dem
medizinischen
Belastungsprofil angepasste Erwerbstätigkeit besteht.
Der Vollständigkeit halber
bleibt festzuhalten, dass auch mit Blick auf den psychischen Gesundheitszustand
der Versicherten
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit vorliegt.
So äusserte sich
Dr.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in seinem Bericht vom 2
0.
Januar 2016 dahin
gehend, dass die depressive Störung zwischenzeitlich weitgehend abgeklungen sei.
Zukünftig sei
keine Therapie mehr
notwendig und es bestehe ab Januar 2016 eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht (
Urk.
6/16/2 f.)
.
4.
4.1
Ausgehend von den obigen Ausführungen bleibt zu prüfen, ob die
Beschwerde
gegnerin den Invaliditätsgrad der Versicherten korrekt bemessen hat. In diesem Zusammenhang ist zunächst festzuhalten, dass
mit überwiegender Wahrschein
lichkeit davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall weiterhin zu 60
%
im Erwerbs- und zu 40
%
im Haushaltsbereich tätig gewesen wäre. Den Akten sind insbesondere keine Anhaltspunkte dafür zu entnehmen, dass eine Erhöhung des Arbeitspensums beabsichtigt gewesen wäre
, was die Ver
sicherte denn auch nicht geltend macht.
Überdies stellt die Tätigkeit,
welche bei Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung tatsächlich - und unter Umständen seit längerer Zeit - ausgeübt wurde, vor allem bei sonst im Wesentlichen unver
änderten Verhältnissen bis zur Entstehung des Rentenanspruchs,
ein starkes Indiz für das im Gesundheitsfall hypothetisch ausgeübte Erwerbspensum dar
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_565/2015 vom 2
9.
Januar 2016 E. 3.2 mit Hinweisen).
Dies trifft auch im konkreten Fall zu, zumal
der Ehemann der Versicherten nach kurzzeitig aufgetretenen Rückenproblemen wieder
zu 100
%
erwerbstätig ist,
und
die
Haushaltsführung
sowie die
B
etreuung
des in der Lehre stehenden Sohnes (
Urk.
16)
- soweit ersichtlich -
nach wie vor in erster Linie von der Beschwerde
führerin übernommen wird
(vgl.
Urk.
6/31/3).
4.2
4.2.1
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgaben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgelt
lichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125 V 146;
vgl.
Art.
27 und 27
bis
IVV in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV vom
1.
Dezember 2017, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und der
jenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invali
dität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkom
mens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität ergibt sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermit
telten und gewichteten
Teilinvaliditäten
(
BGE
131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E
. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
Am 1. Januar 2018 sind die geänderten Bestimmungen
der
IVV vom 1. Dezember 2017 in Kraft getreten. Mit dieser Änderung wurde für die Festlegung des Invali
ditätsgrades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a
Abs.
3
IVG
) in
Art.
27
bis
Absatz 2–4 IVV ein neues Berechnungsmodell eingeführt.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist am
7.
Juli 2017
und somit vor dem Inkrafttreten der Verordnungsänderung am 1. Januar 2018 ergangen, weshalb die revidierten Bestimmungen noch nicht zur Anwendung gelangen (vgl. Urteil des Bundesge
richts 8C_462/2017 vom 30. Januar 201
8
E. 5.3 mit Hinweisen). Nachfolgend wird daher auf das bisherige Recht und die dazu ergangene Rechtsprechung Bezug genommen.
4.2.2
Den Erwerbsbereich betreffend ist für die Ermittlung des
Valideneinkommens
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung entscheidend,
was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empi
rischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheits
schaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2;
135 V 58 E. 3.1;
134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Die Beschwerdeführerin war seit
dem Jahr 2000 bei
A._
beziehungsweise bei der
B._
GmbH als Produktions- und Servicemitarbeiterin angestellt (
Urk.
6/1, 6/8/2 f., 6/14 und 6/32). Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit hätte sie diese Tätigkeit im Gesundheitsfall weiterhin ausgeübt
. So finden sich keine Hinweise darauf, dass die Kündigung seitens der Arbeitgeberin aus wirtschaft
lichen Gründen ausgesprochen worden
ist
. Vielmehr scheinen die körperlichen Beschwerden der Versicherten
und die in diesem Zusammenhang erforderlichen Arzt- und Therapietermine
sowie die fehlende Möglichkeit zur Anpassung des Arbeitsplatzes zu Schwierigkeiten und schliesslich zur Auflösung des Arbeitsver
hältnisses geführt zu haben (vgl.
Urk.
6/31/3 f.).
Zur Bestimmung des
Valideneinkommens
ist vor diesem Hintergrund auf die Angaben im Arbeitgeber
frage
bogen abzustellen, wonach die Beschwerdeführerin
beim Pensum von 60
%
im Jahr 2015 ein Bruttoeinkommen von
Fr.
2'140.-- monatlich respek
tive
Fr.
27'820.-- jährlich erzielt hätte (inkl. 1
3.
Monatslohn, vgl.
Urk.
6/8/2, 6/14/2 f.).
Angepasst an die Entwicklung der Nominallöhne für weibliche Arbeitskräfte von 2‘686 Punkten im Jahr 2015 auf 2‘709 Punkte im Jahr 2016 (vgl.
www.bfs.admin.ch
; Tabelle T 39
) ergibt dies ein
Valideneinkommen
von
Fr.
28‘058.22 (
Fr.
2‘140.-- * 13 / 2‘686 * 2‘709).
Das Invalideneinkommen ist entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin anhand der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2014 zu berechnen,
zumal
die Versicherte in einer leidensangepassten
- insbesondere leichten und überwiegend sitzenden -
Tätig
keit aus medizinischer Sicht zu 100
%
arbeitsfähig ist (vgl. E.
3.1 f.
). Da die Beschwerdeführerin über keine berufliche Ausbildung verfügt, ist auf den Zent
ralwert für Hilfsarbeiten abzustellen (
TA1
_tirage_skill_level
, Monatlicher Brutto
lohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Total, Kompetenzniveau 1,
Frauen).
Das standardisierte monat
liche Einkommen beträgt demnach
Fr.
4‘300.--. Aufgerechnet auf die durch
schnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche (vgl. Bun
desamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, A-S) und angepasst an die Entwicklung der Nominallöhne für weibliche Arbeits
kräfte von 2‘673 Punkten im Jahr 2014 auf 2‘709 Punkte im Jahr 2016 ergibt dies ein Bruttoeinkommen von
Fr.
54‘
517.48
jährlich (
Fr.
4‘300.-- /
40 * 41.7 * 12 / 2‘673 * 2‘709). Ausgehend von einer hypothetischen Erwerbstätigkeit von 60
%
im Gesundheitsfall resultiert damit ein Invalideneinkommen von
Fr.
32‘
71
0.
4
9.
Ein Grund für einen Leidensabzug ist weder ersichtlich noch gel
tend gemacht.
Ein
e Gegenüberstellung
des Validen- sowie des Invalideneinkommens führt zu einem negativen Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsbereich
(
[
Fr.
28'058.
22
.
/.
Fr.
32'71
0.49] * 100 /
Fr.
28'058.22
; vgl. in diesem Kontext Urteil des Bundes
gerichts 8C_384/2016 vom 1
3.
September 2016 E. 5.2).
4.2.3
Für den Haushaltsbereich ging die Beschwerdegegnerin von keiner wesentlichen gesundheitsbedingten Einschränkung aus, wobei sie auf eine Haushaltsabklärung verzichtete (vgl.
Urk.
6/34/7). Dies wird seitens der Versicherten zu Recht nicht
in Frage gestellt
,
denn es bedürfte einer 100%igen Einschränkung im Haushalt
bereich, damit bei einem Haushaltpensum von 40
%
ein rentenerheblicher Inva
liditätsgrad resultieren würde. Angesichts der uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit und der konkreten gesundheitlichen Problematik ist von
einer derart weitreichenden Einschränkung mit überwiegender Wahrscheinlich
keit nicht auszugehen. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die versicherte Person ihre Arbeit im Krankheitsfall in erster Linie einzuteilen und die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch zu nehmen hat. Letztere geht dabei weiter als der übliche Umfang, den man erwarten darf, wenn die versicherte Person nicht an einem Gesundheitsschaden leiden würde (BGE 133 V 504 E. 4.2).
4.2.4
Nach dem Gesagten ergibt sich in Anwendung der gemischten Methode
ein ren
tenausschliessender
Invaliditätsgrad. Dementsprechend ist die angefochtene Ver
f
ügung vom
7.
Juli 2017 (
Urk.
2)
nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.
5
.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
) und
auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.