Decision ID: 71f44da5-3769-5f4f-bacc-926c110f0530
Year: 2018
Language: de
Court: AR_OG
Chamber: AR_OG_004
Canton: AR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Sachverhalt
A. Die A2_ AG ist Eigentümerin der Parzelle Nr. 0001, Grundbuch C_. Die unbebaute
Parzelle liegt am westlichen Dorfrand von C_ in der Landwirtschaftszone L und umfasst
eine Fläche von 3612 m2. Mit öffentlich beurkundetem Kaufvertrag vom 17. August 2017
verkaufte die A2_ AG die Parzelle Nr. 0001 an A1_ zu einem Preis von Fr. 11‘000.--
Gestützt auf diesen Vertrag beantragte A1_ mit Gesuch vom 17. August 2017 bei der
Bodenrechtskommission die Erteilung der Erwerbsbewilligung zur Selbstbewirtschaftung
mit drei Pferden.
B. Mit Beschluss vom 26. September 2017 wies die Bodenrechtskommission das Gesuch ab.
Begründet wurde die Ablehnung damit, dass beim Gesuchsteller die Eignung und der Wille
zur Selbstbewirtschaftung der Parzelle Nr. 0001 nicht gegeben seien.
C. Gegen diesen Beschluss liessen A1_ (im Folgenden: Beschwerdeführer 1) und die
A2_ AG (im Folgenden: Beschwerdeführer 2), beide vertreten durch RA AA_, mit
Eingabe vom 27. Oktober 2017 mit den eingangs erwähnten Rechtsbegehren Beschwerde
beim Obergericht erheben.
D. Mit Eingabe vom 5. Dezember 2017 stellte die Bodenrechtskommission (im Folgenden:
Vorinstanz) das eingangs erwähnte Rechtsbegehren. Im Weiteren teilte sie mit, dass sie
auf eine Vernehmlassung verzichte.
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E. Mit Eingabe vom 22. Januar 2018 liessen die Beschwerdeführer unter Aufrechterhaltung
der Anträge eine Replik einreichen.
F. Auf die Begründung der gestellten Anträge wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen
näher eingegangen.

Erwägungen
1. Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der prozessualen Voraussetzungen ergibt,
dass das Obergericht nach Art. 6 der Verordnung zum Bundesgesetz über das bäuerliche
Bodenrecht (bGS 213.113) i. V. m. Art. 90 Abs. 1 lit. f. des Bundesgesetzes über das
bäuerliche Bodenrecht (BGBB, SR 211.412.11) zur Behandlung der Beschwerde gegen
den ablehnenden Beschluss der Vorinstanz zuständig ist. Die Beschwerde wurde frist- und
formgerecht eingereicht. Als Vertragsparteien und Adressaten des angefochtenen
Beschlusses, mit dem ihr Antrag, die Erwerbsbewilligung für die Parzelle Nr. 0001 zu
erteilen, abgewiesen wurde, sind die Beschwerdeführer formell beschwert und in eigenen
schutzwürdigen Interessen berührt. Auf die Beschwerde ist demnach einzutreten.
2. Bei der Beurteilung der hier vorliegenden Beschwerde ist die Kognition des Obergerichts
gemäss Art. 56 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG, bGS 143.1)
darauf beschränkt, den angefochtenen Entscheid hinsichtlich allfälliger Rechtsverletzungen
zu überprüfen, wozu auch eine rechtsfehlerhafte Ausübung des Ermessens zählt. Im
Weiteren kann beurteilt werden, ob die Vorinstanzen den Sachverhalt unrichtig oder
unvollständig festgestellt haben. Die Überprüfung der Angemessenheit ist dem Obergericht
jedoch verwehrt (Art. 56 Abs. 1 VRPG e contrario).
3. Wer ein landwirtschaftliches Gewerbe oder Grundstück erwerben will, braucht dazu eine
Bewilligung der kantonalen Bewilligungsbehörde (Art. 61 Abs. 1 i. V. m. Art. 83 Abs. 1 und
Art. 90 Abs. 1 lit. a BGBB). Die Bewilligung wird erteilt, wenn kein Verweigerungsgrund
vorliegt. Als Erwerb gilt die Eigentumsübertragung sowie jedes andere Rechtsgeschäft, das
wirtschaftlich einer Eigentumsübertragung gleichkommt (Art. 61 Abs. 2 und 3 BGBB).
3.1 Die Beschwerdeführer machen geltend, dass es die Vorinstanz im Rahmen der
Sachverhaltsfeststellung unterlassen habe, festzustellen, dass der Erwerb des
landwirtschaftlichen Grundstücks Nr. 0001 durch den Beschwerdeführer 1 aufgrund der
angestrebten Nachfolgeregelung der Verkäuferin erfolgen soll. Im Weiteren sei zu Unrecht
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nicht festgestellt worden, dass der Beschwerdeführer 1 Alleinaktionär der A2_ AG sei,
womit ihm die A2_ AG und damit letztlich das landwirtschaftliche Grundstück Nr. 0001
gehöre bzw. sich wirtschaftlich bereits in seinem Eigentum befinde. Damit würden sich die
Eigentumsverhältnisse nur formell ändern, womit nicht von einem Eigentumsübergang im
Sinne von Art. 61 BGBB die Rede sein könne. Es sei mindestens fraglich, ob der
Beschwerdeführer 1 überhaupt eine Erwerbsbewilligung benötige. Die Vorinstanz habe
somit Art. 61 BGBB und damit Bundesrecht falsch angewandt bzw. Bundesrecht verletzt.
3.2 Im vorliegenden Fall beabsichtigt die Beschwerdeführerin 2, das Grundstück Nr. 0001
entgeltlich auf den Beschwerdeführer 1 zu übertragen. Veräussert eine juristische Person
landwirtschaftliche Grundstücke oder Gewerbe, sind gleich wie für eine natürliche Person
alle einschlägigen Bestimmungen des BGBB anwendbar (BGE 140 II 233 E. 3.2.4). Selbst
wenn der Beschwerdeführer 1 Alleinaktionär der Beschwerdeführerin 2 ist, handelt es sich
dabei um eine Eigentumsübertragung im Sinne von Art. 61 Abs. 3 BGBB. Keiner
Bewilligung bedürfen einzig die in Art. 62 BGBB abschliessend aufgeführten
Übertragungen, worin der Verkauf eines Grundstücks einer juristischen Person an einen
Alleinaktionär nicht enthalten ist. Zudem müssen auch Personen, die Mitglieder oder
Gesellschafter einer juristischen Person sind und über eine Mehrheitsbeteiligung verfügen,
die Anforderungen an die Selbstbewirtschaftung erfüllen (BGE 140 II 233 E.3.2.2). Damit
hat die Vorinstanz zu Recht eine Bewilligungspflicht bejaht.
4.
4.1 Nach Art. 63 BGBB wird die Bewilligung zum Erwerb eines landwirtschaftlichen Gewerbes
oder Grundstücks verweigert, wenn der Erwerber nicht Selbstbewirtschafter ist (lit. a); ein
übersetzter Preis vereinbart wurde (lit. b); das zu erwerbende Grundstücks ausserhalb des
ortsüblichen Bewirtschaftungsbereichs des Gewerbes des Erwerbers liegt (lit. c). Die
Aufzählung dieser Verweigerungsgründe ist abschliessend. Dies bedeutet, dass andere als
die aufgezählten Gründe nicht zur Bewilligungsverweigerung führen dürfen. Es besteht
vielmehr ein Rechtsanspruch auf Erteilung der Bewilligung, wenn kein Verweigerungsgrund
gemäss Art. 63 BGBB vorliegt (Urteil des Bundesgerichts 2C_855/2008 vom 11. Dezember
2009 E. 3.2). Sinn und Zweck der gesetzlichen Restriktion des Erwerbs landwirtschaftlicher
Gewerbe und Grundstücke ist es, sicherzustellen, dass der Zugang zu landwirtschaftlichem
Boden für Selbstbewirtschafter und für Familienangehörige des Eigentümers erleichtert und
für jene, die überwiegend andere als landwirtschaftliche Ziele erfolgen, erschwert oder
verhindert wird. Der Erwerb eines landwirtschaftlichen Gewerbes oder Grundstücks ist
gemäss den Gesetzesmaterialen dann unerwünscht, wenn er überwiegend zum Zweck der
Kapitalanlage, aus spekulativen Überlegungen oder zu einem übersetzten Preis erfolgt. Der
Zweck des Selbstbewirtschafterprinzips ist demnach in erster Linie die Verhinderung der
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Spekulation (Botschaft des Bundesrates vom 19. Oktober 1988 zum BGBB [BBl 1988 III
953 ff., 1035 und 1037]).
Von Art. 63 Abs. 1lit. d BGBB, wonach sich das erworbene Grundstück innerhalb des
ortsüblichen Bewirtschaftungskreises befinden muss, werden nur diejenigen Personen
erfasst, welche bereits Eigentümer eines landwirtschaftlichen Gewerbes sind, bzw.
wirtschaftlich darüber verfügen (BEAT STALDER in: Das bäuerliche Bodenrecht, Kommentar
zum BGBB, 2. A., Brugg 2011, N. 30 zu Art. 63 BGBB). Jedoch ist auch beim Erwerb von
landwirtschaftlichen Grundstücken durch Personen, welche nicht über ein
landwirtschaftliches Gewerbe verfügen, erforderlich, dass deren Bewirtschaftung vom
Wohnort des jeweiligen Erwerbers aus als vernünftig angesehen werden kann. Die
Wirtschaftlichkeit der betreffenden Nutzung wird jedoch nicht vorausgesetzt. Dennoch muss
die Selbstbewirtschaftung ernsthaft gewollt und praktisch möglich erscheinen (EDUARD
HOFER, a.a.O., N29a zu Art. 9 BGBB).
4.2 Gemäss Art. 9 Abs. 1 BGBB ist Selbstbewirtschafter, wer den landwirtschaftlichen Boden
selbst bearbeitet und, wenn es sich um ein landwirtschaftliches Gewerbe handelt, dieses
zudem persönlich leitet. Den Boden im Sinne von Art. 9 BGBB selber bearbeiten bedeutet,
die im Betrieb anfallenden Arbeiten auf dem Feld zu einem wesentlichen Teil selber
verrichten (BGE 138 III 548 E. 7.2.1). Für die Selbstbewirtschaftung geeignet ist, wer die
Fähigkeiten besitzt, die nach landesüblicher Vorstellung notwendig sind, um den
landwirtschaftlichen Boden selber zu bearbeiten und ein landwirtschaftliches Gewerbe
persönlich zu leiten (Art. 9 Abs. 2 BGBB). Das bäuerliche Bodenrecht schafft kein
ausschliessliches Standesrecht für Landwirte; auch wer eine landwirtschaftliche Tätigkeit
als Freizeitbeschäftigung ausübt, kann als Selbstbewirtschafter gelten, wenn er die
Voraussetzungen von Art. 9 BGBB erfüllt (Urteil des Bundesgerichts 2C_855/2008 vom 11.
Dezember 2009 E. 2.1). Als landwirtschaftliche Nutzung gilt auch die Haltung von
Pensions- oder Sportpferden, sofern sie auf betriebseigner Futterbasis beruht (Urteil des
Bundesgerichts 2C_534/2007 vom 29. Februar 2008 E. 3.2). Wer Pferde hält und für diese
Raufutter produziert, ist deshalb Selbstbewirtschafter, wenn er die anfallenden Arbeiten für
die Futtergewinnung selber ausführt.
4.3 Der Erwerb von einzelnen landwirtschaftlichen Grundstücken setzt lediglich minimale
landwirtschaftliche Kenntnisse, die für dessen Bewirtschaftung unabdingbar sind, voraus.
Dabei ist eine auf die Nutzung des Grundstücks ausgerichtete Teilausbildung erforderlich
(HOFER, a.a.O., N. 42 zu Art. 9 BGBB). Zudem müssen die zur Bewirtschaftung des
Grundstücks nötigen Ökonomiegebäude vorhanden sein. Entweder stehen diese auf dem
Grundstück selber oder der Käufer verfügt auf einem bereits ihm gehörenden Grundstück in
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der Nähe über solche Gebäude (HOFER, a.a.O., N. 30a zu Art. 9 BGBB). Das vorgerückte
Alter kann der Eignung im Weg stehen, wobei jedoch auch das Diskriminierungsverbot von
Art. 8 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV, SR 101)
zu berücksichtigen ist (HOFER, a.a.O., N. 39 zu Art. 9 BGBB). Gemäss herrschender Lehre
und bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann zudem die Nachkommenschaft ein Kriterium
für die Beurteilung der Eignung zur Selbstbewirtschaftung darstellen. So kann eine
ungenügende Ausbildung des Gesuchstellers durch die entsprechende Ausbildung eines
Familiengenossen kompensiert werden. Im Weiteren kann ein eigenes Manko des
Bewerbers, wie fortgeschrittenes Alter oder fragliche körperliche Fähigkeiten, durch die
Unterstützung junger Familienmitglieder behoben werden. Dies geht auch aus der
Botschaft des Bundesrats hervor, wonach die Fähigkeiten anderer Familienmitglieder bei
der Beurteilung der Eignung beizuziehen sind (BBl 1988 III 988; vgl. zum Ganzen: BGE 134
III 586 E. 3.1.3).
4.4 Diese Hinweise auf Praxis und Lehre machen deutlich, dass an die Erfüllung der
Selbstbewirtschaftung hohe Ansprüche gestellt sind. Das Vorliegen einer
Selbstbewirtschaftung im Sinne von Art. 9 BGBB muss unter Einbezug aller Gegebenheiten
und Umstände glaubwürdig erscheinen. Die Bewilligungsbehörde hat anhand der gesamten
Umstände des Einzelfalls die Selbstbewirtschafterqualität des Erwerbers zu prüfen
(STALDER, a.a.O, N. 6 zu Art. 63), was eine vertiefte Sachverhaltsabklärung und eine
umfassende Würdigung des festgestellten Sachverhalts erfordert
(HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. A., Zürich 2016 N. 445).
5.
5.1 Die Vorinstanz verweigerte die Erwerbsbewilligung mit dem Argument, dass der
Beschwerdeführer 1 nicht über die Eignung und den Willen zur Selbstbewirtschaftung
verfüge. Dieser habe Jahrgang 1940 und bewirtschafte einen Hobbybetrieb mit einer
landwirtschaftlichen Nutzfläche von 1.79 ha und verpachte eine landwirtschaftliche
Nutzfläche von 4.49 ha. Die verpachteten Flächen lägen näher am Wohnort als das zu
erwerbende Grundstück. Die Selbstbewirtschaftung auf einem Grundstück, welches rund
2.1 km von der Stallung entfernt liege und eine Fläche von 0.36 m aufweise, sei mit einer
Hobbytierhaltung von drei Pferden langfristig nicht gegeben und auch nicht nötig. Zumal der
Gesuchsteller in einer kürzeren Distanz über landwirtschaftliche Grundstücke im Eigentum
verfüge.
5.2 Die Beschwerdeführer machen geltend, dass juristische Personen die Voraussetzungen als
Selbstbewirtschafter erfüllten, wenn die Mitglieder oder Gesellschafter die
Voraussetzungen erfüllten. Als Alleinaktionär der A2_ AG könne dem Beschwerdeführer
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1 die Eigenschaft als Selbstbewirtschafter nicht abgesprochen werden, hätte doch
ansonsten das landwirtschaftliche Grundstück Nr. 0001 nicht in die A2_ AG eingebracht
werden können. Zudem sei beabsichtigt, die nicht kommerzielle Tierhaltung an seine
Enkelin D_ zu übertragen, sobald der Beschwerdeführer 1 nicht mehr in der Lage sei, die
Pferde selbst zu versorgen. Die Enkelin sei mit einer solchen Übernahme einverstanden
und könne diese jederzeit übernehmen.
In der Replik führen sie zusätzlich aus, dass sich die Beschwerdeführerin 2 mit der
Nachfolgeregelung beschäftige. Mit der Übertragung der Aktien werde das sich aktuell
faktisch im Eigentum des Beschwerdeführers 1 befindliche Grundstück Nr. 0001 auf den
Nachfolger des Beschwerdeführers 1 übertragen. Damit werde es dem Beschwerdeführer 1
verunmöglicht, das Grundstück Nr. 0001 auf seine Enkelin zu übertragen, welche die nicht
kommerzielle Tierhaltung des Beschwerdeführers 1 übernehmen soll, wozu sie das
Grundstück Nr. 0001 wie auch das übrige sich in seinem Eigentum befindliche
landwirtschaftliche Land benötige. Das direkt und indirekt im Eigentum des
Beschwerdeführers 1 befindliche Land solle zusammenbleiben und auf D_ übergehen,
damit sie für die von ihr beabsichtigte Tierhaltung eine Grundlage habe. Der Sinn und
Zweck des BGBB werde vorliegend mit der Erteilung der Bewilligung nicht verletzt.
5.3 Der Beschwerdeführer 1 verfügt gemäss angefochtenem Entscheid über kein
landwirtschaftliches Gewerbe. Dementsprechend ist Art. 63 Abs. 1 lit d BGBB für den
vorliegenden Fall nicht massgeblich, womit lediglich verlangt werden kann, dass die
Bewirtschaftung vom Wohnort als vernünftig erscheint (vgl. 4.1). Das Gericht vertritt die
Auffassung, dass eine Selbstbewirtschaftung vom 2.1 km entfernten Wohnort des
Beschwerdeführers sich durchaus als praktisch möglich und vernünftig erweist, zumal
vorliegend eine arbeitsextensive Hobby-Tierhaltung zur Debatte steht, welche nicht die
dauerhafte Anwesenheit des Beschwerdeführers 1 erfordert. Das von der Vorinstanz
aufgeführte Kriterium der Notwendigkeit und des fehlenden Flächenbedarfs ergibt sich nicht
aus Art. 63 BGBB, womit dieser Grund alleine nicht zur Bewilligungsverweigerung führen
darf. Deshalb kann es für die Frage der Selbstbewirtschaftung nicht entscheidend sein,
dass der Beschwerdeführer 1 in näherer Umgebung noch über andere landwirtschaftliche
Grundstücke verfügt.
Wie bereits aufgeführt, müssen auch Personen, die Mitglieder oder Gesellschafter einer
juristischen Person sind und über eine Mehrheitsbeteiligung verfügen, die Anforderungen
an die Selbstbewirtschaftung erfüllen. Die Beschwerdeführer substantiieren nicht, dass der
Beschwerdeführer 1 diese Anforderungen bereits erfüllt. Aus den Akten geht jedoch auch
nicht hervor, dass der 78-jährige Beschwerdeführer 1 nicht in der Lage ist, das Grundstück
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zu bearbeiten. Es fehlen Anhaltspunkte über seinen Gesundheitszustand, wobei auch zu
beachten wäre, dass durch die heute zur Verfügung stehenden landwirtschaftlichen
Maschinen die körperliche Konstitution erheblich weniger ausschlaggebend ist als früher.
Ebenfalls nicht aktenkundig ist, ob er über landwirtschaftliche Kenntnisse oder
entsprechende Geräte verfügt. Zudem ist nicht bekannt, ob das Raufutter für die drei
Pferde des Beschwerdeführers 1 selber produziert wird und ob die vorhandenen Stallungen
den Anforderungen an die Pferdehaltung genügen. Zu bemängeln ist auch, dass die
Kenntnisse der Enkelin bzw. die geplante Nachfolge von der Vorinstanz nicht in die
Beurteilung miteinbezogen wurden, obwohl dies bei der Überprüfung der Eignung zu
berücksichtigen wäre (vgl. 4.3). Gemäss angefochtenem Entscheid ergibt sich einzig, dass
das fragliche Grundstück derzeit durch B_ und nicht durch den Beschwerdeführer 1
bewirtschaftet wird. Ob es sich dabei um ein (ungekündigtes) Pachtverhältnis handelt,
welches einer Selbstbewirtschaftung des Beschwerdeführers 1 entgegenstehen würde, ist
in den Akten ebenfalls nicht zu entnehmen. Infolgedessen muss festgehalten werden, dass
von der Vorinstanz nicht alle entscheidwesentlichen Tatsachen erhoben und berücksichtigt
wurden. Aufgrund dieser Sachverhaltsmängel lässt sich die Frage der
Selbstbewirtschaftung in diesem Beschwerdeverfahren nicht abschliessend beurteilen.
6. In Anbetracht dieser Umstände kommt das Obergericht zum Schluss, dass die Vorinstanz
den Sachverhalt ungenügend abgeklärt bzw. diesen nicht hinreichend gewürdigt hat.
Angesichts des Ermessenspielraums der Vorinstanz und der beschränkten Kognition des
Obergerichts kann die Ermittlung des Sachverhalts nicht quasi erstinstanzlich im
Beschwerdeverfahren nachgeholt werden, zumal sich die Vorinstanz in diesem Verfahren
nicht vernehmen liess. Demzufolge ist der angefochtene Entscheid der Vorinstanz
aufzuheben und die Sache zu ergänzender Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung im
Sinne obenstehender Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen (Art. 41 Abs. 2 VRPG
i. V. m. Art. 59 VRPG). Die Beschwerdeführer werden diesbezüglich jedoch darauf
hingewiesen, dass ihnen bei der Ermittlung des Sachverhalts eine Mitwirkungspflicht obliegt
(Art. 10 Abs. 4 VRPG).
7. Nach Art. 19 Abs. 3 i. V. m. Art. 59 VRPG ist im Beschwerdeverfahren vor Obergericht
gebühren- und kostenpflichtig, wer ganz oder teilweise unterliegt oder auf dessen
Rechtsmittel nicht eingetreten wird. Gemäss Art. 22 Abs. 1 VRPG wird auf die Erhebung
von Verfahrenskosten zulasten der Vorinstanz verzichtet. Die Gerichtskasse ist
anzuweisen, den Beschwerdeführern den geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1‘200.--
zurückzuvergüten.
Seite 9
8.
8.1 Nach Art. 53 Abs. 3 VRPG hat vor Obergericht die obsiegende Partei in der Regel
Anspruch auf eine Entschädigung für ihre notwendigen Kosten und Auslagen. Die
Rückweisung zu erneutem Entscheid mit offenem Ausgang gilt praxisgemäss als Obsiegen
der beschwerdeführenden Partei (BGE 137 V 210 E. 7; Urteil des Bundesgerichts
2C_60/2011 vom 12. Mai 2011 E. 2.4). Damit ist dem Entschädigungsbegehren der
Beschwerdeführer zu entsprechen. Die Entschädigung setzt sich zusammen aus einem
Honorar und den Barauslagen; die Mehrwertsteuer wird als Zuschlag in Rechnung gestellt
(Art. 3 der Verordnung über den Anwaltstarif, AT, bGS 145.53). In Verfahren vor dem
Obergericht in Verwaltungssachen wird das Honorar pauschal festgelegt (Art. 13 Abs. 1 lit.
c AT) und beträgt Fr. 1‘000.-- bis Fr. 10‘000.-- (Art. 16 Abs. 1 AT). Innerhalb des für eine
Pauschale gesetzten Rahmens richtet sich das Honorar nach den besonderen Umständen
des Falles. In Betracht fallen namentlich Art und Umfang der Bemühungen, die
Schwierigkeiten des Falles sowie die wirtschaftlichen Verhältnisse der Beteiligten (Art. 17
AT). Grundsätzlich kann die mögliche Bandbreite der Honorare unterteilt werden in
a) einfache, unterdurchschnittlich aufwändige Fälle, in denen ein Honorar von
Fr. 1‘000.-- bis zu Fr. 4‘000.-- zu sprechen ist;
b) mittlere Fälle, die durchschnittlich schwierige Rechts- und/oder
Sachverhaltsfragen betreffen und einen durchschnittlichen Aufwand benötigten,
in denen ein Honorar in der Grössenordnung von Fr. 4‘000.-- bis Fr. 7‘000.--
angemessen erscheint; und
c) schwierige Fälle sowohl bezüglich Sachverhalts- und/oder Rechtsfragen, in
denen überdurchschnittlich umfangreiche Eingaben notwendig waren und
umfangreiche Akten zu studieren waren, was ein Honorar von Fr. 7‘000.-- bis
Fr. 10‘000.--, bzw. in aussergewöhnlichen Fällen bis zu Fr. 15‘000.-- rechtfertigt.
8.2 Vorliegend ist die Entschädigung innerhalb des für die erste Fallgruppe – mit vorliegend
einfachen Rechtsfragen und unterdurchschnittlichem Aufwand – geltenden Rahmens von
bis zu Fr. 4‘000.-- festzulegen. Der Anwalt der Beschwerdegegner hat eine Kostennote in
der Höhe von Fr. 2‘973.25 eingereicht, wobei darauf hinzuweisen ist, dass das mittlere
Honorar im Verfahren vor dem Obergericht Fr. 200.-- je Stunde beträgt. Dem Aufwand und
den Anforderungen im vorliegenden Verfahren angemessen erscheint daher ein Honorar
von Fr. 2‘160.--. Hinzu kommen die geltend gemachten Barauslagen von Fr. 55.-- und eine
Mehrwertsteuer von 8% für das Jahr 2017 und 7.7% für das Jahr 2018. Damit ergibt sich
eine Honoraranspruch von insgesamt Fr. 2‘390.50. zugunsten der Beschwerdeführer und
zulasten der Vorinstanz.
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