Decision ID: bcbe840e-d3ce-5819-9d0f-426698e85c28
Year: 2004
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ a) T. und A. B.-S. bewirtschaften zusammen mit ihrem Sohn das im Rahmen der
landwirtschaftlichen Güterzusammenlegung K. (abgekürzt Gesamtmelioration)
arrondierte landwirtschaftliche Gewerbe "T.". Am 27. Februar 1995 schlossen Albina
B.-S. (mit Zustimmung ihres Ehemanns) und die Gesamtmelioration bezüglich der
Neuverteilung des Eigentums eine Vereinbarung ab. .......... Die Gesamtmelioration gab
das Land am 15. März 1995 frei.
b) Am 31. Mai 1995 legte die Broggi und Partner AG die von der Gesamtmelioration in
Auftrag gegebene "Oekologische Analyse, Hinterer Teil" (abgekürzt Gutachten Broggi)
vor. Darin wird u.a. vorgeschlagen, im Gebiet "Turpenriet-Nördli" (T.) sei zwecks offener
Führung eines Bachs mit Heckenbepflanzung im Bereich des Grundstücks 3520 eine
Parzelle auszuscheiden. In der Zeit vom 10. September bis 9. Oktober 1996 legte die
Gesamtmelioration die "Neuverteilung Flur, Hinterer Teil", der auch das Gebiet
"Turpenriet-Nördli" betrifft, öffentlich auf (vgl. ABl 1996, S. 1977). Nach diesem Plan
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wird ein Streifen Land (Parz.-Nr. 1379.136) für ökologische Zwecke ausparzelliert und
der Gesamtmelioration zugeteilt. T. und A. B.-S. erhoben Einsprache gegen die
"Neuverteilung Flur, Hinterer Teil". Sie beantragten u.a., auf die Anlage eines Oeko-
Streifens (Parzelle Nr. 1379.136) sei zu verzichten und das dadurch frei gewordene
Land sei den Parzellen Nrn. 248.132 und 248.134 zuzuscheiden (Ziff. 7). Sodann sei auf
die geplante Wiederöffnung des eingedolten Bachlaufs im Oeko-Streifen (Parzelle Nr.
1379.136) zu verzichten und es sei als Ersatz die Oeffnung des Bachs vom "Turpenriet"
nach "Salen Rotholz" vorzunehmen (Ziff. 9). In der Folge gaben die Politische
Gemeinde K. und der Naturschutzverein K. bei Jonas Barandun, Eggersriet, ein
Gutachten betreffend "Aufwertung und Vernetzung der Amphibienlebensräume im
Naturschutzgebiet Turpenriet und Umgebung, Kirchberg SG" (abgekürzt Gutachten
Barandun) in Auftrag, das vom 10. November 1997 datiert. Auch dieses Gutachten
misst einem Lebensraumkorridor für Amphibien zwischen dem "Turpenriet" und dem
"Nördli" grosse Bedeutung zu. Am 15. August 1998 zogen T. und A. B.-S. die
Einsprache vom 4. Oktober 1996 im Rahmen einer neuerlichen Zuteilungsvereinbarung
mit der Gesamtmelioration zurück. Ausgeklammert wurden die "Notwendigkeit der
Erstellung des Oekoprojekts" (G 108.10) sowie die "Bachausdolung" (Oe 108.1). T. und
A. B.-S. nahmen zur Kenntnis, dass gegen die Verwirklichung dieses Vorhabens erst
bei der öffentlichen Auflage des Bauprojekts Einsprache erhoben werden könne.
Sodann wurde vereinbart, dass für den Fall, dass im Rechtsmittelverfahren zu ihren
Gunsten entschieden wird, das entsprechende Land ihnen als nachträgliche
Mehrzuteilung zugeschieden wird (Ziff. 2 f der Vereinbarung).
c) Am 6. Februar 2001 genehmigte der Gemeinderat K. auf Antrag der
Gesamtmelioration verschiedene Projekte und legte sie in der Zeit vom 13. Februar bis
14. März 2001 öffentlich auf (vgl. ABl 2001, S. 378 f.). Unter "Wasserbauliche und
ökologische Massnahmen" befindet sich die Ausdolung des Abflusses des
"Turpenriets" (Oe 108.1) und die Bepflanzung (G 108.10). Am 24./26. Februar 2001
erhoben T. und A. B.-S. gegen verschiedene Projekte Einsprache beim Gemeinderat
Kirchberg. Sie hielten u.a. dafür, die neu geschaffene Parzelle dürfe nicht durch eine
offene Wasserrinne zweigeteilt werden und beantragten, der Oeko-Gürtel sei durch
einen unterirdischen Amphibientunnel, ohne sichtbare Geländeveränderungen, zu
ersetzen. Zur Begründung führten sie im wesentlichen aus, die Amphibienwanderung
zum westlich gelegenen Wald sei gewährleistet.
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Im Rahmen des Einspracheverfahrens beauftragte der Gemeinderat K. die Hugentobler
AG, Altstätten, eine Bedarfsanalyse für einen Vernetzungskorridor zwischen den
national bedeutenden Flachmooren "Turpenriet" und "Nördli" auszuarbeiten (abgekürzt
Gutachten Hugentobler). Nach dem Gutachten vom 6. November 2001 ist der Bedarf
für eine Umgestaltung der Meliorationsparzelle Nr. 7082 (ehemals Parzelle Nr.
1379.136) zu einem ökologisch wertvollen Verbindungskorridor zwischen den
Flachmooren "Turpenriet" und "Nördli" ausgewiesen. Am 8. Januar 2002 hiess der
Gemeinderat Kirchberg die Einsprache von T. und A. B.-S. teilweise gut, wies sie
indessen u.a. in Bezug auf die wasserbaulichen und ökologischen Massnahmen ab.
Diese Verfügung wurde widerrufen und der Gemeinderat Kirchberg leitete ein
koordiniertes Verfahren ein. Am 6. Juni 2002 stellte das Planungsamt (heute: Amt für
Raumentwicklung) fest, das Vorhaben entspreche dem Zweck der Nutzungszone,
weshalb eine Bewilligung nach Art. 22 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Raumplanung (SR 700) erteilt werden könne. Sodann wurde eine Bewilligung nach Art.
22 des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz (SR 451, abgekürzt NHG)
erteilt. Am 14. Juni 2002 erteilte das Tiefbauamt (TBA) für die Oeffnung des Baches auf
einer Länge von 250 m und den Bau von zwei Ueberfahrten die Bewilligung nach Art.
50 des Wasserbaugesetzes (sGS 734.11) und nach Art. 37 und 38 des Bundesgesetzes
über den Schutz der Gewässer (SR 814.20, abgekürzt GSchG). Am 21. Juni 2002
erging eine Verfügung des Amtes für Umweltschutz hinsichtlich der Einleitung von
Hangsickerwasser in ein Waldbächlein und am 25. Juni 2002 erteilte das Amt für Jagd
und Fischerei eine fischereirechtliche Bewilligung.
Mit Gesamtentscheid vom 13. August 2002 hiess der Gemeinderat K. die Einsprache
von T. und A. B.-S. in einem Nebenpunkt gut und wies sie u.a. ab, was das
Wasserbauprojekt Oe 108.1 und ökologische Massnahmen G 108.10 anbetrifft (Ziff.
11). Sodann erteilte er die Baubewilligung.
B./ Am 22. August 2002 erhoben T. und A. B.-S. gegen den Gesamtentscheid des
Gemeinderats K. vom 13. August 2002 Rekurs beim Volkswirtschaftsdepartement. Sie
stellten u.a. das Rechtsbegehren, Ziff. 11 des Gesamtentscheids sei aufzuheben (Ziff.
1), eventuell sei die Angelegenheit an den Gemeinderat K. zurückzuweisen. Zur
Begründung wurde vorab geltend gemacht, der Gemeinderat K. habe gegen Treu und
Glauben verstossen und die ökologischen Massnahmen seien nicht gerechtfertigt.
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Am 26. März 2003 beauftragte das Volkswirtschaftsdepartement im Einvernehmen mit
T. und A. B.-S. Hans-Rudolf Nebiker, Nebiker Treuhand AG, Sissach, und Hans
Uhlmann, Landwirt, Bonau, mit der Erstellung einer Expertise bezüglich der
Auswirkungen der Ausscheidung eines Oeko-Streifens zwischen den Parzellen Nrn.
7074 und 7083 aus landwirtschaftlicher Sicht. Nachdem die Verfahrensbeteiligten
Gelegenheit erhalten hatten, sich zum Gutachten vom 21. Mai 2003 (abgekürzt
Gutachten Nebiker/Uhlmann) zu äussern, wies das Volkswirtschaftsdepartement den
Rekurs am 31. Oktober 2003 ab. Der Entscheid wurde im wesentlichen damit
begründet, der Gemeinderat K. habe sich nicht treuwidrig verhalten und die Abwägung
zwischen den öffentlichen Interessen des Natur- und Landschaftsschutzes an der
offenen Bachführung mit Bepflanzung und den privaten Interessen der Rekurrenten an
einer ökonomischeren Bewirtschaftung der Fläche ergebe, dass die öffentlichen
Interessen überwiegen.
C./ Am 17. November 2003 erhoben T. und A. B.-S. gegen den Entscheid des
Volkswirtschaftsdepartements vom 31. Oktober 2003 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht. Sie stellen die Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei
bezüglich des Wasserbauprojekts Oe 108.1 (Bachausdolung) und der ökologischen
Massnahmen G 108.10 (Bepflanzung) auf der Parzelle Nr. 7082 aufzuheben und es sei
auf die Ausführung des genannten Wassserbauprojekts und der ökologischen
Massnahmen zu verzichten (Ziff. 1). Bei Abweisung des Antrags unter Ziff. 1 sei den
Beschwerdeführern eine Entschädigung von Fr. ..... zuzusprechen (Ziff. 2). Eventuell sei
die Sache zur Festlegung der Entschädigung an die Meliorationskommission Kirchberg
zurückzuweisen (Ziff. 3).
Am 10. Dezember 2003 beantragte das Volkswirtschaftsdepartement, die Beschwerde
sei abzuweisen. Auch die Verwaltungskommission der Gesamtmelioration und der
Gemeinderat K. äusserten sich dahingehend, es sei ihr keine Folge zu geben.
D./ Das Verwaltungsgericht hat vor seinem Entscheid einen Augenschein durchgeführt.
Die Verfahrensbeteiligten wurden dazu eingeladen und erhielten Gelegenheit zur
Stellungnahme. Auch waren je ein Vertreter des Landwirtschaftsamtes und des Amtes
für Raumentwicklung, Abteilung Natur- und Landschaftsschutz, zugegen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
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1./ Die Sachurteilsvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen:
a) Nach Art. 59bis Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1,
abgekürzt VRP) beurteilt das Verwaltungsgericht u.a. Beschwerden gegen Entscheide
der Departemente, sofern kein ordentliches Rechtsmittel an eine Verwaltungsbehörde
oder eine verwaltungsunabhängige Kommission des Bundes offensteht. Sodann sind
T. und A. B.-S. zur Beschwerde legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs.
1 VRP). Auch entspricht die Beschwerdeeingabe vom 17. November 2003 zeitlich,
formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit
Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Insoweit sind die Sach- urteilsvoraussetzungen
erfüllt.
b) Die Beschwerdeführer machen im Rahmen des Beschwerdeverfahrens indessen
erstmals geltend, für den Fall, dass die Beschwerde hinsichtlich des Oeko-Streifens
abgelehnt werde, seien sie gestützt auf Art. 41 des Meliorationsgesetzes (sGS 633.1,
abgekürzt MelG) mit Fr. ....... zu entschädigen. Sie begründen dies damit, die
Vorinstanz gehe von der unrichtigen Annahme aus, es sei ihnen spätestens seit 15.
September 1994 bekannt, dass die Ausscheidung einer Fläche für eine Pufferzone und
einen Wanderkorridor im Gebiet "Turpenriet-Nördli" geplant sei. Sie hätten die
Vereinbarung vom 27. Februar 1995 aber nicht abgeschlossen, wenn sie gewusst
hätten, dass ein Oeko-Streifen die Grossparzelle in zwei Teile schneiden könnte.
Auf die Beschwerde kann in diesem Punkt nicht eingetreten werden. Das Novenverbot
gemäss Art. 61 Abs. 3 VRP schliesst neue Begehren für das Beschwerdeverfahren aus.
Es ist grundsätzlich nicht zulässig, durch neue Anträge den Streitgegenstand zu ändern
und dabei mehr oder etwas anderes zu verlangen als im vorinstanzlichen Verfahren
(vgl. dazu Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen
2003, Rz. 647 mit Hinweis). Dieses Begehren ist vielmehr im Verfahren nach Art. 41 und
42 MelG erstinstanzlich zu prüfen. Dabei kann ausnahmsweise auf die Bonitierung
zurückgekommen werden, wenn nachträglich neue und entscheidende Tatsachen
eintreten, somit ein Revisionsgrund vorliegt, der das Zurückkommen auf die
Bonitierung gebietet (vgl. GVP 2000 Nr. 16 mit Hinweis auf BGE 90 I 286 und ABl 1975,
S. 1149 und GVP 1969 Nr. 9, S. 24).
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c) Zusammenfassend ergibt sich, dass im Sinn der vorstehenden Einschränkungen auf
die Beschwerde einzutreten ist.
2./ Die Beschwerdeführer beantragen, es seien Expertisen zu erstellen, insbesondere
auch bezüglich des baulichen Zustandes der Rohrleitung, durch die das Wasser heute
fliesst.
Der Anspruch auf rechtliches Gehör gebietet, dass rechtzeitig und formrichtig
angebotene Beweismittel abzunehmen sind, es sei denn, diese betreffen eine nicht
erhebliche Tatsache oder seien offensichtlich untauglich, über die streitige Tatsache
Beweis zu erbringen (vgl. BGE 124 I 242 E. 2; 117 Ia 268 E. 4b). Die rechtserheblichen
Tatsachen ergeben sich im vorliegenden Fall aufgrund des Augenscheins und der
Akten, weshalb auf die Durchführung der beantragten Expertise verzichtet werden
kann.
3./ Die Beschwerdeführer rügen, die Vorinstanz habe ihr rechtliches Gehör verletzt, weil
sie darauf verzichtet habe, entsprechend ihrem Antrag einen Augenschein
durchzuführen, zumal die topographischen Verhältnisse im vorliegenden Fall von
entscheidender Bedeutung seien. Sodann hätte ein Augenschein Gelegenheit geboten,
eine gütliche Verständigung herbeizuführen.
a) Im Rahmen des Rekursverfahrens hatten die Beschwerdeführer nicht nur beantragt,
es sei ein Augenschein durchzuführen, sondern unter anderem auch, es sei ein
Gutachten bezüglich der Auswirkungen der umstrittenen ökologischen Massnahmen
auf die landwirtschaftliche Nutzung der ihnen zugeteilten Fläche zu erstellen. Sie
bezeichnen das Gutachten Nebiker/Uhlmann im Rahmen des Beschwerdeverfahrens
als ins Gewicht fallende objektive Expertise, die von der Vorinstanz korrekt eingeholt
worden sei. Wie noch zu zeigen sein wird (vgl. Ziff. 4 b und c hienach), befasst sich
dieses Gutachten mit dem Einfluss des Oeko-Streifens auf die landwirtschaftliche
Bewirtschaftung der zur Diskussion stehenden Fläche, möglichen Massnahmen zur
Milderung der Auswirkungen und alternativen Lösungen, welche die landwirtschaftliche
Nutzung weniger stark beeinträchtigen. Mit diesem Gutachten und den Vorakten
verfügte die Vorinstanz über die erforderlichen Entscheidgrundlagen, um die Interessen
der Beschwerdeführer einerseits und die Interessen des Natur- und
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Landschaftsschutzes anderseits gegeneinander abzuwägen, zumal die Experten
Nebiker und Uhlmann das zur Diskussion stehende Gelände am 15. April 2003 in
Anwesenheit der Beschwerdeführer besichtigt haben. Die Vorinstanz war somit nicht
gehalten, zwecks Feststellung des rechtsherheblichen Sachverhalts einen Augenschein
durchzuführen.
b) Was die gütliche Verständigung anbetrifft, verpflichtet Art. 54 VRP die Rekursinstanz,
in geeigneten Fällen eine solche zu versuchen (vgl. dazu U. Cavelti, Gütliche
Verständigung vor Instanzen der Verwaltungsrechtspflege, in: AJP 2/95, S. 175).
Inhaltlich sind einem öffentlich-rechtlichen Vertrag und damit auch dem Vergleich
indessen insofern engere Grenzen gesetzt als einer zivilrechtlichen Verständigung, als
das öffentliche Recht überwiegend zwingenden Charakter hat (vgl. Cavelti/Vögeli,
a.a.O., Rz. 1115). Ein gerichtlicher Vergleich ist in Fällen möglich, bei denen es um die
Beseitigung einer Ungewissheit im Sachverhalt geht, die durch die zuständigen
Instanzen in Ermangelung einer gütlichen Verständigung in freier Beweiswürdigung
behoben werden müsste (vgl. Cavelti, a.a.O., S. 177 mit Hinweis auf Verfügung vom 27.
Januar 1994 i.S. E. und E. S.-J.), und im Bereich des durch das Gesetz eingeräumten
Ermessens (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 1115). Im vorliegenden Fall besteht keine
solche Ungewissheit im Sachverhalt, zumal unbestritten ist, dass der Oeko-Streifen die
von den Beschwerdeführern landwirtschaftlich bewirtschaftete Fläche durchschneidet
und dass dies mit Beeinträchtigungen der Nutzung verbunden ist. Sodann hatte die
Vorinstanz keinen Grund zur Annahme, der Fall sei im Sinn von Art. 54 VRP für eine
gütliche Verständigung geeignet, zumal die Beschwerdeführer den Standpunkt
vertraten, es sei gänzlich auf ökologische Massnahmen zu verzichten, während sich die
Beschwerdegegnerin, die Beschwerdebeteiligte und die betroffenen Stellen für die
Verwirklichung des Oeko-Projekts aussprachen. Die Vorinstanz hatte demnach auch
zwecks Herbeiführung einer einvernehmlichen Lösung keinen Augenschein
durchzuführen.
4./ Die Beschwerdeführer rügen weiter, die Vorinstanz habe Recht verletzt, weil die
Abwägung zwischen ihren privaten Interessen an optimalen
Bewirtschaftungsvoraussetzungen und den ökologischen Interessen auf theoretischen
Erwägungen beruhe. Sie habe es unterlassen, die Interessen des Natur- und
Landschaftsschutzes den Erkenntnissen des Gutachtens Nebiker/Uhlmann
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gegenüberzustellen. Dieses Gutachten werde mit der Bemerkung abgetan, die
Verwirklichung des Oeko-Streifens habe bezüglich der Nutzbarkeit der Parzellen Nrn.
7074/7083 zwar eine Einschränkung zur Folge, der Landwirtschaftsbetrieb der
Beschwerdeführer könne indessen nach wie vor sinnvoll bewirtschaftet werden. Weder
dem Gutachten Broggi, noch den Gutachten Barandun und Hugentobler könne sodann
entnommen werden, dass der Oeko-Streifen eine "conditio sine qua non" für den
Natur- und Landschaftsschutz darstelle.
a) Art. 703 Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR 210) verpflichtet die
Kantone, für Güterzusammenlegungen eine einlässliche Ordnung zu treffen (vgl. auch
ABl 1996, S. 1596). Eine solche findet sich im MelG. Nach Art. 37 Abs. 1 MelG hat der
Eigentümer grundsätzlich Anspruch auf wertgleichen Realersatz. Der Entzug von
Bestandteilen eines Grundstücks, wie Bauten und Bäume, wird mit Geld ausgeglichen.
Abs. 2 dieser Vorschrift sieht vor, dass die neuen Grundstücke in ihrer Beschaffenheit
nach Möglichkeit den alten entsprechen sollen. Insbesondere sollen sie dem
Eigentümer dieselbe Nutzung erlauben. Die Neuverteilung von Grundstücken im
Güterzusammenlegungsverfahren ist somit vom Realersatzprinzip geprägt, welches
das Bundesgericht von der Eigentumsgarantie ableitet (ZBl 84/1983, S. 74; BGE 99 Ia
495 mit Hinweisen; GVP 1969 Nr. 9, S. 22). Es besteht grundsätzlich Anspruch auf
wertgleichen Realersatz (E. Zimmerlin, Baugesetz des Kantons Aargau, 2. Aufl., Aarau
1985, S. 453 mit Hinweisen; Imboden/Rhinow, Schweizerische
Verwaltungsrechtsprechung, Basel 1976, Nr. 125 B III). Den Beteiligten soll nach
Möglichkeit im neuen Bestand Land zugewiesen werden, das dem Altbesitz hinsichtlich
Art und Wert entspricht. Dabei sind nicht nur die Art und Beschaffenheit der
Grundstücke, sondern auch die Organisation des darauf vorgesehenen
landwirtschaftlichen Betriebs und dessen Besonderheiten zu berücksichtigen. Die
Neuverteilung darf dem Grundeigentümer insbesondere keine wesentliche Aenderung
der Bewirtschaftungsart aufzwingen (vgl. dazu ABl 1975, S. 1146 mit Hinweisen). Im
Hinblick auf einen rationellen Einsatz von Maschinen ist sodann auf eine möglichst
günstige Grundstückform und eine zweckmässige Einfahrt zu achten.
Nach Art. 5 MelG ist indessen das Interesse, Kulturland und Wald als
Produktionsgrundlage der Land- und Forstwirtschaft zu erhalten oder zu verbessern,
gegen das Interesse abzuwägen, die Natur als Lebensgrundlage und Erholungsbereich
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des Menschen zu schützen, zu pflegen und zu gestalten. Gegen das wirtschaftliche,
technische und planerische Interesse an der
Bodenverbesserungsmassnahme ist nach Art. 5 Abs. 1 der Vollzugsverordnung zum
MelG (sGS 633.11) namentlich das Interesse abzuwägen: Lebens-räume
charakteristischer Pflanzen- und Tiergesellschaften (Biotope) zu erhalten (lit. a);
Naturdenkmäler und die Schönheit oder Eigenart des Landschaftsbildes zu bewahren
und zu pflegen (lit. b); Aussichtspunkte und Erholungsgebiete zu erschliessen (lit. c).
Nach Art. 18 Abs. 1 NHG ist sodann dem Aussterben einheimischer Tier- und
Pflanzenarten durch die Erhaltung genügend grosser Lebensräume (Biotope) und
andere geeignete Massnahmen entgegenzuwirken, wobei schutzwürdigen land- und
forstwirtschaftlichen Interessen Rechnung zu tragen ist. Besonders zu schützen sind
nach Art. 18 Abs. 1bis NHG u.a. Uferbereiche, Riedgebiete und Moore sowie weitere
Standorte, die eine ausgleichende Funktion im Naturhaushalt erfüllen oder besonders
günstige Voraussetzungen für Lebensgemeinschaften aufweisen. Sodann haben die
Kantone nach Art. 18b Abs.1 NHG für den Schutz und Unterhalt der Biotope von
regionaler und lokaler Bedeutung zu sorgen. Nach Art. 18b Abs. 2 NHG in Verbindung
mit Art. 102bis des Baugesetzes (sGS 731.1) ist in intensiv genutzten Gebieten
innerhalb und ausserhalb von Siedlungen für ökologischen Ausgleich mit Feldgehölzen,
Hecken, Uferbestockungen oder mit anderer naturnaher und standortgemässer
Vegetation zu sorgen, wobei die Interessen der landwirtschaftlichen Nutzung zu
berücksichtigen sind. Der ökologische Ausgleich bezweckt nach Art. 15 Abs. 1 der
Verordnung über den Natur- und Heimatschutz (SR 451.1, abgekürzt NHV)
insbesondere, isolierte Biotope miteinander zu verbinden, nötigenfalls auch durch die
Neuschaffung von Biotopen, die Artenvielfalt zu fördern, eine möglichst naturnahe und
schonende Bodennutzung zu erreichen, Natur in den Siedlungsraum einzubinden und
das Landschaftsbild zu beleben. Nach Art. 23c Abs. 1 NHG gilt als allgemeines
Schutzziel sodann die Erhaltung jener natürlichen und kulturellen Eigenheiten der
Moorlandschaften, die ihre besondere Schönheit und nationale Bedeutung ausmachen.
Die Kantone sorgen nach Abs. 2 dieser Vorschrift für die Konkretisierung und
Durchsetzung der Schutzziele und treffen rechtzeitig die zweckmässigen Schutz- und
Unterhaltsmassnahmen. Nach Art. 7 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Fischerei (SR
923.0) haben die Kantone des weiteren nach Möglichkeit Massnahmen zur
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Verbesserung der Lebensbedingungen der Wassertiere sowie zur lokalen
Wiederherstellung zerstörter Lebensräume beizutragen.
Erforderlich ist somit eine Gesamtbeurteilung, die hohe Anforderungen an die mit der
Güterzusammenlegung betrauten Organe und Behörden stellt. Auch kann nicht jeder
Grundeigentümer die für seinen Altbestand optimale Neuzuteilung erwarten. Jeder
Grundeigentümer muss sich mit gewissen, durch den Umlegungszweck oder die
technischen Erfordernisse gegebenen Unterschieden zwischen altem und neuem
Besitzstand bezüglich Lage und Beschaffenheit abfinden (Zimmerlin, a.a.O., S. 453 f.
mit Hinweis auf BGE 100 Ia 227, 96 I 44 und 95 I 372). Den Behörden kommt somit ein
grosser Ermessensspielraum zu (ZBl 84/1983, S. 74). Diesen hat das
Verwaltungsgericht zu respektieren, da es nur zur Rechtskontrolle befugt ist (Art. 61
Abs. 1 VRP). Eine Ermessenskontrolle gegenüber Departement und Behörden steht
ihm nicht zu. Das Verwaltungsgericht darf daher einen Entscheid der Vorinstanz nur
ändern, wenn Rechtsnormen und
b) Unbestritten ist, dass die Gebiete "Turpenriet" und "Nördli" gesetzlich geschützt
sind. Seit dem Jahr l996 gelten sie als Flachmoore von nationaler Bedeutung (vgl. Nrn.
426/427 im Anhang 1 der Flachmoorverordnung, SR 451.33). Schutzziel ist nach Art. 4
dieser Verordnung, dass die Objekte ungeschmälert erhalten werden. Zum Schutzziel
gehört insbesondere auch die Erhaltung und Förderung der standortheimischen
Pflanzen- und Tierwelt und ihrer ökologischen Grundlagen sowie die Erhaltung der
grundsätze verletzt werden. Soweit es um die Ausübung pflichtgemässen
Ermessens geht, ist ihm dagegen eine Korrektur verwehrt. Ein gewisser
Ermessensspielraum steht der Verwaltung namentlich dort zu, wo es um die
Abwägung und Gewichtung der einzelnen Interessen geht. Die Interessenabwägung
als solche gilt jedoch als Rechtsfrage. Namentlich die Frage des vollständigen
Einbezugs der massgeblichen Einzelaspekte in die Abwägung und Wertung
unterliegt daher der Rechtskontrolle (vgl. GVP 1996 Nr. 12 mit Hinweis). Im Streitfall
ist deshalb zu prüfen, ob die Verwirklichung des Oeko-Streifens einer
Rechtsverletzung gleichkommt.
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geomorpholo-gischen Eigenart. Sodann sind die Gebiete seit dem Jahr 1997 als
Naturschutz-Feuchtgebiete nach der Verordnung über Natur- und Landschaftsschutz
der Beschwerdegegnerin geschützt. Des weiteren ist das "Turpenriet" ein
Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung (vgl. Nr. SG 506 im Anhang 1 der
Amphibienlaichgebiete-Verordnung, SR 451.34, abgekürzt AlgV). Nach Art. 6 Abs. 2
AlgV gehören zum Schutzziel insbesondere die Erhaltung und Förderung des Objekts
als Amphibienlaichgebiet (lit. a); der Amphibienpopulationen, die den Wert des Objekts
begründen (lit. b) und des Objekts als Element im Lebensraumverbund (lit. c). Vom
Schutzziel ortsfester Objekte darf sodann u.a. nur abgewichen werden bei
Massnahmen nach dem GSchG und bei der Sicherung von Fruchtfolgeflächen (vgl. Art.
7 Abs. 2 lit. c und e AlgV).
aa) Die Vorinstanz hat die ökologischen Interessen an der Verwirklichung der
Vernetzung der beiden Schutzgebiete von nationaler Bedeutung anhand der
Meinungsäusserungen der zuständigen Stellen beurteilt. Das Landwirtschaftsamt hat
am 12. Dezember 2002 im Rahmen des Rekursverfahrens ausgeführt, die offene
Führung des Gewässers mit Bepflanzung beruhe auf dem "Generellen Projekt 1996",
das seinerseits aufgrund des Gutachtens Broggi von den zuständigen Stellen erarbeitet
worden sei. Damit werde der Verpflichtung nach Art. 18b Abs. 2 NHG, für ökologischen
Ausgleich zu sorgen, Rechnung getragen, und das Projekt erweise sich für die
Vernetzung der Biotope als bedeutsam. Dies komme auch dadurch zum Ausdruck,
dass das Bundesamt für Landwirtschaft die Subventionierung der geplanten Wege am
28. März 2002 an die Bedingung geknüpft habe, dass das Gewässer renaturiert werde.
Das Planungsamt hielt am 22. November 2002 fest, der geplante Oeko-Korridor diene
der Vernetzung von zwei Schutzgebieten von nationaler Bedeutung. Infolge der engen
Nachbarschaft der beiden Gebiete sei das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag
besonders günstig. In erster Linie würden davon verschiedene Amphibienarten
profitieren, die infolge ihrer grossen Gefährdung unter bundesrechtlichem Schutz
stünden. Des weiteren diene der Korridor diversen gefährdeten Vogel- und
Säugetierarten als Lebensraum. Mit Beschluss Nr. 1516 vom 24. Oktober 1995 habe
der Grosse Rat (richtig: Regierung) denn auch darauf hingewiesen, dass die
Gesamtmelioration den Interessen von Natur- und Landschaftsschutz Rechnung zu
tragen habe und dass mit einer Güterzusammenlegung, die durch öffentliche Beiträge
unterstützt werde, neben dem Hauptzweck, der Strukturverbesserung in der
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Landwirtschaft, grundsätzlich auch die weiteren durch die Gesetzgebung festgelegten
öffentlichen Interessen wahrzunehmen seien. Das Amt für Jagd und Fischerei liess sich
am 29. November 2002 dahingehend vernehmen, aus wasserökologischer Sicht seien
Bachöffnungen erwünscht.
bb) Auch die drei Gutachten, die als Entscheidgrundlage dienten, kommen zum
Ergebnis, das öffentliche Interesse an einer Vernetzung der Gebiete "Turpenriet" und
"Nördli" sei ausgewiesen. Das Gutachten Broggi schlägt vor, im "Turpenriet" sei ein
offener Abfluss mit Heckenbepflanzung vorzusehen. Das Gutachten Barandun hält fest,
dass von "Geisswald" und "Nördli" her zahlreiche Grasfrösche und Erdkröten zum
"Turpenriet" wandern, wobei das letzte Stück über eine intensiv bewirtschaftete Wiese
führe. Um die Verbindung der Lebensräume für andere Amphibien zu verbessern, sei
die Anlage eines Lebensraum-Korridors zwischen "Turpenriet" und "Nördli" von
grosser Bedeutung. Auch das Gutachten Hugentobler kommt zum Ergebnis, die
Umgestaltung der Parzelle Nr. 7082 zu einem ökologisch wertvollen
Verbindungskorridor zwischen den Flachmooren "Turpenriet" und "Nördli" sei aus
verschiedenen Gründen ausgewiesen. Der Einbezug der ganzen Parzellenlänge und -
breite sei nicht nur aus eigentumsrechtlichen, sondern auch aus populations-
ökologischen und gestalterischen Ueberlegungen anzustreben. Eine reduzierte Lösung
sei in Anbetracht der national bedeutenden Amphibienvorkommen nicht angebracht.
cc) Die Beschwerdeführer wenden in diesem Zusammenhang ein, die Gutachten
Broggi, Barandun und Hugentobler, die sich alle für eine Vernetzung der Gebiete
"Turpenriet" und "Nördli" aussprechen, seien "Parteigutachten". Dies zeige sich im
Auftrag, der jeweils erteilt worden sei, und daran, dass sie sich zur Fragestellung nicht
hätten äussern können.
Zutreffend ist, dass sich keines der drei Gutachten mit der Frage auseinandersetzt, mit
welchen Nachteilen hinsichtlich der landwirtschaftlichen Nutzung die Verwirklichung
eines Oeko-Streifens verbunden ist. Der Beschwerdegegnerin und der
Beschwerdebeteiligten war es indessen unbenommen, Gutachten bezüglich
ökologischer Massnahmen im Bereich "Turpenriet-Nordli" in Auftrag zu geben. Das
macht die Expertisen aber nicht zu "Privatgutachten" im Sinn von Art. 118 des
Zivilprozessgesetzes (sGS 961.2, abgekürzt ZPO). Auch diese sind im übrigen
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zuzulassen und unterliegen der freien Beweiswürdigung durch den Richter (vgl. dazu
Leuenberger/Uffer, ZPO, Kommentar zur Zivilprozessordnung des Kantons St. Gallen,
Bern 1999, N 1 ff. zu Art. 118 ZPO). Das Baudepartement hatte der
Beschwerdegegnerin im weiteren am 27. Juli 1994 den Entwurf des Eidgenössischen
Departements des Innern zu einem "Inventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler
Bedeutung" zugestellt, aus dem hervorgeht, dass das "Turpenriet" ein von
Ueberdüngung gefährdetes artenreiches Laichgebiet ist, das es mit einem Düngeverbot
und einer Verbindung zum Wald (Hecke, Extensivfläche) zu schützen gilt. Wie bereits
ausgeführt, ist die Frage, welche Auswirkungen die Verwirklichung des Oeko-Streifens
auf die landwirtschaftliche Nutzung hat, sodann Gegenstand des Gutachtens Nebiker/
Uhlmann, das im Rahmen des Rekursverfahrens auf Antrag der Beschwerdeführer
eingeholt worden ist.
dd) Das Verwaltungsverfahren wird vom Grundsatz der freien Beweiswürdigung
beherrscht (Art. 23 Abs. 3 VRP). Dieser besagt, dass allein die Ueberzeugung der
entscheidenden Behörde massgebend dafür ist, ob eine bestimmte Tatsache aufgrund
des bestehenden Beweismaterials als eingetreten zu betrachten ist oder nicht. Die
Behörde befindet selber über die Zulassung eines Beweismittels und über dessen
Beweiswert; sie hat das Ergebnis der Sachverhaltsermittlung nach Massgabe der
gesamten Umstände entsprechend dem Gewicht der vorliegenden Beweise zu werten
(vgl. Kölz/Bosshart/Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons
Zürich, 2. Aufl., Zürich 1999, § 7, Rz. 76 mit Hinweisen). Anlässlich des Augenscheins
des Verwaltungsgerichts hat sich gezeigt, dass dem angefochtenen Entscheid keine
willkürliche Beweiswürdigung zu Grunde liegt, dass er auf vernünftigen,
nachvollziehbaren Gründen beruht (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 615 mit Hinweisen).
Wie das Verwaltungsgericht anlässlich seines Augenscheins feststellen konnte,
befindet sich das Flachmoor "Turpenriet" rund 1 km südwestlich des Dorfzentrums
Kirchberg. In einer Entfernung von rund 250 Metern beginnt in westlicher Richtung das
Flachmoor "Nördli". Das Flachmoor "Turpenriet" umfasst nach dem Gutachten
Hugentobler rund 5,1 ha, das "Nördli" rund 3,1 ha. Dazwischen liegt eine grosse
landwirtschaftlich genutzte Fläche, die von den Beschwerdeführern bereits heute
bewirtschaftet wird. Gemäss Gutachten Nebiker/Uhlmann werden die vom Oeko-
Streifen tangierten Parzellen als intensive Mähweide genutzt; sie erbringen drei bis vier
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Mäh- und zwei Weidenutzungen. Das ökologische Projekt sieht vor, die Parzelle Nr.
7082 in einen ökologisch wertvollen Verbindungskorridor zwischen den Flachmooren
umzugestalten, wobei der künftige Bachlauf eine leicht pendelnde Linienführung
aufweist. Südlich des Grabens ist eine Bepflanzung vorgesehen, damit der Schatten
des Gehölzes auf den Bach fällt. Die Bepflanzung wird als Hecke von 3-6 m Höhe
angelegt und mit einzelnen Bäumen versehen. Auf der Nordseite des Gewässers
werden vereinzelt Strauchgruppen angepflanzt. Weiter ist das "Turpenriet" ein
bekanntes Vermehrungszentrum für Amphibien. Die Bestände sind indessen instabil,
wie auch der Vertreters des Natur- und Landschaftsschutzes anlässlich des
Augenscheins ausgeführt hat und es besteht die Gefahr, dass sie bei ungünstigen
Bedingungen eingehen. Während heute noch viele Grasfrösche und Erdkröten hier
leben, hat insbesondere die Population der Laubfrösche sowie der Faden- und
Teichmolche stark abgenommen und ist gefährdet. Wasser- und Laubfrösche, Molche,
Erdkröten und Gelbbauchunken sind auf feuchte Orte mit Hochstauden oder Gebüsch
in der näheren Umgebung angewiesen. Solche Lebensräume bestehen im "Turpenriet".
Ihre jetzige Ausdehnung bietet aber nur Raum für einen kleinen Tierbestand. Für die
Sicherung und Förderung der gefährdeten Amphibien ist die Erweiterung der
Lebensräume sowohl nach den drei Gutachten als auch nach den Ausführungen des
Vertreters des Natur- und Landschaftsschutzes anlässlich des Augenscheins
erforderlich. Die meisten Grasfrösche und Erdkröten leben im Sommer in entfernt
liegenden Waldgebieten im Süden und Westen. Im "Nördli" befindet sich ein grosses
Hochstaudenried, durchsetzt mit Wald. Daran schliesst der ausgedehnte Wald am
Geiss an. Das Ried ist teilweise schattig und eignet sich für die meisten Amphibien als
Sommer- und Winterlebensraum. Die Tiere müssen bei ihrer Wanderung zwischen den
isolierten Schutzgebieten intensiv bewirtschaftetes Grasland durchqueren. Um die
Verbindung der Lebensräume zu verbessern, ist die Anlage eines Lebensraum-
Korridors zwischen "Turpenriet" und "Nördli" sowohl nach den drei Gutachten als auch
nach den Ausführungen des Vertreters des Natur- und Landschaftsschutzes von
grosser Bedeutung. Er dient dazu, den Populationen eine Ueberlebenschance zu
geben. Somit besteht ein erhebliches öffentliches Interesse an der Vernetzung der
beiden Schutzgebiete, zumal ein offen geführtes Gewässer mit naturnaher Verbauung
und Ufergestaltung unter dem Gesichtspunkt des Natur- und Landschaftsschutzes
einer unterirdischen Wasserführung vorzuziehen ist, und auch das Gutachten Nebiker/
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Uhlmann davon ausgeht, aus ökologischer Sicht sei ein offenes Gewässer mit
Bepflanzung einem in grosse Rohre verlegten Gewässer überlegen. Sodann erweist
sich die teilweise Oeffnung des Grabens, wie sie die Beschwerdeführer vorschlagen,
unter dem Gesichtspunkt des Artenschutzes als untauglich. Gemäss Aussage des
Vertreters des Natur- und Landschaftsschutzes sind die wandernden Tiere nicht in der
Lage, sich in einer Röhre zu orientieren, die mehr als 15 m lang ist. Eine Erweiterung
ihres Lebensraums, wie sie der geplante Oeko-Streifen gewährleistet, könnte somit mit
einer nur teilweisen Renaturierung nicht verwirklicht werden. Dabei ist nicht
entscheidend, dass sich anlässlich des Augenscheins gezeigt hat, dass das
"Turpenriet" heute nicht durchgehend mit Schächten mit dem "Nördli" verbunden ist.
Nach Art. 15 Abs. 1 NHV können neue Verbindungen zum Schutz bestehender Biotope
geschaffen werden.
c) Im Gegensatz zur Auffassung der Beschwerdeführer hat die Vorinstanz dieses
ausgewiesene öffentliche Interesse an einer Verbesserung der ökologischen
Verhältnisse im Bereich der beiden Moore von nationaler Bedeutung ihrem privaten
Interesse an einer möglichst optimalen landwirtschaftlichen Nutzbarkeit des
umliegenden Gebiets gegenübergestellt. Unbestritten ist, dass die Verwirklichung der
zur Diskussion stehenden ökologischen Massnahmen zur Folge hat, dass die
Bewirtschaftung der Parzellen Nrn. 7074 und 7083 mit Nachteilen verbunden ist, die
nicht bestünden, wenn auf den Oeko-Streifen verzichtet würde. Wie sich auch
anlässlich des Augenscheins gezeigt hat, durchschneidet der Streifen die
landwirtschaftlich genutzte Fläche quer zur Bewirtschaftungsrichtung, geht man in
Uebereinstimmung mit dem Gutachten Nebiker/Uhlmann davon aus, dass die
Bodenverhältnisse eine Bewirtschaftung in Richtung Nord/Süd verlangen. Sodann ist
damit zu rechnen, dass der Boden dort kleinräumig Schaden nimmt, wo das Rindvieh
den Korridor beim Weidegang auf Flurstrassen überquert. Zu Recht durfte die
Vorinstanz indessen in erster Linie darauf abstellen, dass das Gutachten Nebiker/
Uhlmann zum Ergebnis gelangt, der Landwirtschaftsbetrieb der Beschwerdeführer
könne auch nach der Verwirklichung des Oeko-Projekts sinnvoll bewirtschaftet werden,
auch wenn es in verschiedener Hinsicht Mehraufwand und Minderertrag zur Folge hat,
und zudem längs des offenen Gewässers ein Jaucheverbot besteht. Den Interessen der
Beschwerdeführer wird dadurch Rechnung getragen, dass auf der zwischen
Staatsstrasse und Oeko-Streifen liegenden Parzelle Nr. 7074 auf drei Seiten
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Flurstrassen erstellt werden, wobei die Flurstrasse (F35.6) entlang der Staatsstrasse
führt und das Projekt F34.2/3 gemäss Technischem Bericht vom 9. Januar 2001/25.
Februar 2002 die bisherige Strasse Richtung "Nördli" ersetzt, welche urbarisiert wird.
Sodann wird die Verbindung zur nördlich des Oeko-Streifens gelegenen Fläche mit
zwei Durchlässen für die Flurstrassen sichergestellt. Zu berücksichtigen ist weiter, dass
die Beschwerdeführer wohl davon ausgehen durften, die Güterzusammenlegung
bewirke eine Verbesserung ihrer Bewirtschaftungsstrukturen, dass sie indessen auf
Grund der verschiedenen öffentlichen und privaten Interessen, denen im Rahmen einer
Güterzusammenlegung ebenfalls Rechnung zu tragen ist, keinen Anspruch darauf
haben, dass ihren Interessen in jeder Hinsicht zum Durchbruch verholfen wird. Als
Ergebnis der Neuverteilung bewirtschaften die Beschwerdeführer heute den
arrondierten Grünlandbetrieb "T.", während die Parzellen, über die sie früher verfügten,
auf verschiedene Standorte verteilt waren. Dies stellt eine erhebliche Verbesserung der
Produktionsgrundlagen dar, selbst wenn ein Oeko-Streifen die Bewirtschaftung etwas
erschwert. Ins Gewicht fällt überdies, dass anlässlich des Augenscheins zum Ausdruck
gekommen ist, dass im Rahmen der Gesamtmelioration eine Vielzahl von kleineren
Oeko-Projekten verwirklicht worden ist. Es wäre mit dem Grundsatz der
Gleichbehandlung betroffener Grundeigentümer nicht vereinbar, wenn das hier zur
Diskussion stehende Projekt, dem in der Gesamtmelioration in ökologischer Hinsicht
herausragende Bedeutung zukommt und das ein besonders gutes Verhältnis zwischen
Aufwand und Ertrag aufweist, nicht verwirklicht würde. .....
d) An dieser Gesamtbeurteilung vermag nichts zu ändern, dass die Beschwerdeführer
geltend machen, gestützt auf Art. 38 Abs. 2 lit. e GSchG sei es nicht möglich, die
Renaturierung des Gewässers zu erzwingen, weil dies voraussetze, dass die
Rohrleitung einsturzgefährdet sei bzw. aus technischen Gründen ihren Zweck nicht
mehr erfülle. Im vorliegenden Fall erfolgt die Vernetzung zweier isolierter Schutzgebiete
mit einem Oeko-Streifen im Zusammenhang mit der Neuverteilung von Grundeigentum
und es wird dafür eigens ein Grundstück ausparzelliert und der Gesamtmelioration
zugeteilt. Wie bereits erwähnt, wird damit der Zielsetzung von Art. 15 Abs. 1 NHV
Rechnung getragen, wonach der ökologische Ausgleich insbesondere auch die
Verbindung isolierter Biotope bezweckt. Weiter können die Beschwerdeführer nichts zu
ihren Gunsten aus dem Umstand ableiten, dass keinem der drei Gutachten entnommen
werden kann, die Verwirklichung eines Oeko-Streifens sei für den Natur- und
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Landschaftsschutz unentbehrlich. Im Gegensatz zur Auffassung der Beschwerdeführer
ist ein überwiegendes öffentliches Interesse an einer ökologischen Massnahme nicht
nur dann ausgewiesen, wenn diese als absolut zwingend eingestuft wird. Weil diese
Voraussetzung kaum je erfüllt sein dürfte, würde dies bedeuten, dass es unmöglich
wäre, qualitativ ins Gewicht fallende Verbesserungen des Natur- und
Landschaftsschutzes zu verwirklichen.
e) Zusammenfassend ergibt sich, dass sich die Verwirklichung des Oeko-Streifens auf
der Parzelle Nr. 7082 als recht- und verhältnismässig erweist. Demzufolge ist die
Beschwerde auch in dieser Hinsicht abzuweisen.
5./ Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens den Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 5'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 des Gerichtskostentarifs,
sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 3'000.-- ist anzurechnen. Die
Beschwerdeführer haften solidarisch (Art. 96bis VRP). Die Gebühr ist gesamthaft bei
Thomas B.-S., K., zu erheben.
Die Beschwerdeführer können keine ausseramtliche Entschädigung beanspruchen (Art.
98bis VRP).