Decision ID: 3e496293-d5fb-42f1-9ea8-5de0317face7
Year: 2007
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ B. S. ist verwitwet und wohnte bis Oktober 2004 mit seinen beiden Kindern (geb.
1990 und 1993) in D.. Er ist teilzeitlich als Informatiker bei einer Unternehmung in A.
unselbständig erwerbstätig. Aufgrund eines Unfalls ist er gesundheitlich beeinträchtigt.
Er bezog im Jahr 2004 eine IV-Rente von Fr. 55'632.--, eine SUVA-Rente von Fr.
54'948.-- sowie eine Rente der 2. Säule von Fr. 7'836.--. B. S. ist Eigentümer eines
selbstgenutzten Einfamilienhauses in D.. Am 28. Oktober 2004 erwarb er in B. (SZ) eine
Eigentumswohnung und verlegte seinen Wohnsitz am 1. Dezember 2004 in den Kanton
Schwyz. Seine beiden Kinder leben in D. und werden dort teilweise von seinen
Schwiegereltern betreut.
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Für das Steuerjahr 2004 deklarierte B. S. im Kanton Schwyz ein steuerbares
Einkommen von Fr. 69'151.-- und ein steuerbares Vermögen von Fr. 484'957.--. Die st.
gallische Veranlagungsbehörde berücksichtigte beim Mietwert des Einfamilienhauses in
D. keinen Einschlag zufolge Mindernutzung, liess Berufskosten und Beiträge an die
Säule 3a lediglich in der Höhe der Einkünfte aus unselbständiger Erwerbstätigkeit zum
Abzug zu und anerkannte bei den Krankheitskosten die geltend gemachten Fahrspesen
nicht. Sie nahm die Steuerausscheidung mit dem Kanton Schwyz vor und veranlagte B.
S. am 27. Dezember 2005 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 12'100.-- zum
Satz von Fr. 111'600.-- und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 175'000.--- zum Satz
von Fr. 474'000.--. Die Steuer-berechnung richtete sich nach dem für Alleinstehende
geltenden Steuersatz. Die von B. S. gegen diese Veranlagung erhobene Einsprache
wurde vom kantonalen Steueramt mit Entscheid vom 3. Februar 2006 abgewiesen.
B./ Mit Eingabe vom 26. Februar 2006 erhob B. S. Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, es seien sämtliche deklarierten
Berufsauslagen und die Beiträge an die Säule 3a zum Abzug zuzulassen und beim
Eigenmietwert sei ein Abzug für Mindernutzung zu berücksichtigen. Zudem sei er zum
Tarif für Verheiratete zu besteuern, und zwar auch für die Steuerperioden 2002 und
2003, wobei ihm der Fehlbetrag zurückzuerstatten sei.
Mit Entscheid vom 9. November 2006 wies die Verwaltungsrekurskommission den
Rekurs ab, soweit darauf einzutreten war (Ziff. 1). Den Antrag bezüglich der Steuerjahre
2002 und 2003 leitete sie als Revisionsbegehren an das kantonale Steueramt weiter
(Ziff. 2). Die amtlichen Kosten von Fr. 1'200.-- auferlegte sie dem Rekurrenten (Ziff. 3).
Zur Begründung führte die Verwaltungsrekurskommission im wesentlichen aus, das st.
gallische Steuerrecht kenne, anders als das Recht der direkten Bundessteuer, beim
Eigenmietwert keinen sog. Unternutzungsabzug. Sodann seien die geltend gemachten
Berufskosten nicht in vollem Umfang als notwendig zu betrachten. Im weiteren seien
die Beiträge an die Säule 3a nicht abzugsfähig, weil bereits Abzüge in der Höhe des
Erwerbseinkommens zugelassen worden seien. Ausserdem könnten bei den
Krankheits-, Unfall- und Invaliditätskosten nur unmittelbare Kosten, wie Arzneimittel
und Arzt- oder Zahnarztkosten, abgezogen werden, nicht aber mittelbare Kosten wie
die geltend gemachten Fahrtkosten für Arztbesuche und Nachkontrollen. Schliesslich
könne der Verheiratetentarif alleinstehenden Pflichtigen nur dann gewährt werden,
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wenn diese mit den Kindern zusammenleben. Dies sei beim Rekurenten nicht der Fall,
weil dieser seinen Wohnsitz in B. und die Kinder ihren Wohnsitz in D. hätten.
C./ Mit Eingabe vom 26. November 2006 erhob B. S. Beschwerde beim
Verwaltungsgericht mit dem Antrag, Ziff. 1 und 3 des Rekursentscheids seien
aufzuheben, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Der Beschwerdeführer ficht die
Beschränkung der Berufskosten auf die Höhe der erzielten Erwerbseinkünfte, die
Verweigerung des Abzugs für die Säule 3a und der Fahrspesen als Krankheitskosten
sowie die Anwendung des Tarifs für Alleinstehende an. Zur Begründung führt er im
wesentlichen an, aufgrund seiner Behinderung sei er sowohl auf die Benützung eines
Privatautos als auch auf ein Arbeitszimmer zuhause angewiesen. Sodann seien die
Beiträge an die Säule 3a abzugsfähig, und auch mittelbare Krankheitskosten seien
Krankheitskosten und stellten nicht etwa Lebenshaltungskosten dar. Ausserdem
verstosse die Verweigerung des Verheiratetentarifs gegen die Rechtsgleichheit. Auf die

weiteren Vorbringen wird, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen näher
eingegangen.
Mit Eingabe vom 17. Januar 2007 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der
Beschwerde.
Der Beschwerdegegner liess sich mit Schreiben vom 5. Februar 2007 vernehmen. Er
verzichtete auf eine Vernehmlassung und verwies auf den angefochtenen Entscheid.
Der Beschwerdeführer liess sich mit Eingabe vom 19. Februar 2007 zur
vorinstanzlichen Stellungnahme vernehmen.
Die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten werden, sofern wesentlich, in den
nachfolgenden Erwägungen dargelegt und gewürdigt.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 196 Abs. 1
des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt StG; Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der Beschwerdeführer ist zur
Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert, und die Beschwerdeeingabe vom 26.
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November 2006 entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 196 Abs. 1 und Art. 161 StG in Verbindung mit Art. 64 Abs. 1 und
Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
Dem Beschwerdeführer wurden die Vernehmlassungen der Vorinstanz und des
Beschwerdegegners zugestellt, und es wurde ihm Gelegenheit gegeben, dazu Stellung
zu nehmen, soweit darin neue tatsächliche oder rechtliche Argumente vorgebracht
würden, welche bisher nicht erörtert worden seien. Eine Beschwerdeergänzung auf
dem Weg der Replik ist nur insoweit statthaft, als die Ausführungen in den
Vernehmlassungen dazu Anlass geben. Mit Anträgen und Rügen, die der
Beschwerdeführer bereits in der Beschwerde hätte erheben können, ist er nach Ablauf
der Beschwerdefrist ausgeschlossen (BGE 132 I 42 E. 3.3.4 mit Hinweis).
Der Beschwerdegegner verzichtete auf eine Vernehmlassung, und die Vorinstanz hielt
in ihrer Stellungnahme lediglich fest, sie habe die ausserordentlichen
Arbeitsbemühungen und die persönlichen Anstrengungen des Beschwerdeführers um
Wiedereingliederung nicht gering geschätzt, aber zu beurteilen gehabt, ob die als
Gewinnungskosten geltend gemachten Auslagen notwendig seien. Im weiteren sei die
Veranlagung des Kantons Schwyz im Zeitpunkt ihres Entscheids noch nicht
vorgelegen. Anträge, die auf eine Verschlechterung der Rechtsstellung hinauslaufen
würden, oder neue Tatsachen bezüglich der streitigen Abzüge und der Anwendung des
Steuertarifs wurden indessen nicht vorgebracht. Soweit der Beschwerdeführer in seiner
Vernehmlassung vom 19. Februar 2007 ergänzende Ausführungen zur Abzugsfähigkeit
der Berufsauslagen macht, ist somit nicht weiter darauf einzutreten.
2. Bei unselbständiger Erwerbstätigkeit können nach Art. 39 Abs. 1 StG die
notwendigen Kosten für Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte (lit. a), die
notwendigen Mehrkosten für Verpflegung ausserhalb der Wohnstätte und bei
Schichtarbeit (lit. b), die übrigen für die Ausübung des Berufes erforderlichen Kosten
(lit. c) sowie die mit dem Beruf zusammenhängenden Weiterbildungs- und
Umschulungskosten abgezogen werden. Für die Berufskosten nach Abs. 1 lit. a bis c
sind in Art. 18 der Steuerverordnung (sGS 811.11, abgekürzt StV) Pauschalen
festgesetzt; dem Pflichtigen steht im Falle von Abs. 1 lit. a und c der Nachweis höherer
Kosten offen (Art. 39 Abs. 2 StG).
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2.1. Nach Art. 18 Abs. 1 StV werden als notwendige Kosten für Fahrten zwischen
Wohn- und Arbeitsstätte bei Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel die tatsächlich
angefallenen Auslagen abgezogen. Nach Art. 18 Abs. 2 StV sind bei Benützung privater
Fahrzeuge als notwendige Kosten die Auslagen abziehbar, die bei Benützung der
öffentlichen Verkehrsmittel angefallen wären. Die Kosten des privaten Fahrzeuges
werden nach Art. 18 Abs. 3 StV gemäss den für die direkte Bundessteuer
massgebenden Pauschalansätzen abgezogen, wenn kein öffentliches Verkehrsmittel
zur Verfügung steht oder soweit dessen Benützung dem Steuerpflichtigen nicht
zugemutet werden kann, sowie für die Anfahrt bis zur nächsten Haltestelle des
öffentlichen Verkehrsmittels. Der Nachweis höherer Kosten bleibt vorbehalten.
Nach der Praxis der Veranlagungsbehörde gilt die Benützung des öffentlichen
Verkehrsmittels in der Regel als nicht zumutbar, wenn sehr schlechte Bahn- und
Busverbindungen oder ein ungünstiger Fahrplan bestehen. Der zeitliche Mehraufwand
kann als Begründung für die Benützung des privaten Verkehrsmittels nur angeführt
werden, wenn bei einmaliger Hin- und Rückfahrt der zeitliche Mehraufwand mehr als
90 Minuten pro Tag beträgt. Auch aus gesundheitlichen Gründen (Gebrechlichkeit,
Invalidität) kann die Benützung des öffentlichen Verkehrsmittels unzumutbar sein
(Steuerbuch [StB] 39 Nr. 3 Ziff. 2.2).
Aufgrund dieser Vorschriften spielt es grundsätzlich keine Rolle, wie ein
Steuerpflichtiger seinen Arbeitsweg zurücklegt; massgebend für den Abzug der Kosten
ist einzig die Zumutbarkeit der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel. Wenn es ein
Pflichtiger aus Bequemlichkeit vorzieht, auch bei Zumutbarkeit des öffentlichen
Verkehrsmittels das Auto zu benützen, so kann er die entsprechenden Mehrkosten
nicht von den Steuern abziehen.
Nach Art. 20 Abs. 1 StV können Steuerpflichtige mit auswärtigem Arbeitsort, denen die
alltägliche Rückkehr an den steuerrechtlichen Wohnsitz nicht möglich ist oder nicht
zugemutet werden kann, die Mehrkosten für den auswärtigen Aufenthalt abziehen. Als
notwendige Mehrkosten der Unterkunft gelten die ortsüblichen Mietkosten für ein
Zimmer (Art. 20 Abs. 3 StV). Für den Abzug der notwendigen Fahrkosten zwischen
Arbeitsort und steuerrechtlichem Wohnsitz wird Art. 18 StV sachgemäss angewendet
(Art. 20 Abs. 4 StV).
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2.2. Der Beschwerdeführer erzielte im Jahr 2004 Erwerbseinkünfte von Fr. 5'575.--. Er
arbeitete gemäss Selbstdeklaration an 132 Tagen in A. und die restlichen Arbeitstage
des Jahres im speziell eingerichteten Arbeitszimmer am Aufenthaltsort, wobei er aber
nicht konkret angibt, ob ihm dieses Zimmer am Wohnort in B. oder im Haus in D. zur
Verfügung steht. Die Vorinstanz berechnete ein durchschnittliches Tageseinkommen
von Fr. 42.-- (Fr. 5'575.-- an 132 Tagen in A.). Aufgrund dieses tiefen Einkommens warf
sie die Frage auf, ob überhaupt eine unselbständige Erwerbstätigkeit vorliege. Diese
Frage liess sie offen und prüfte anschliessend die geltend gemachten Berufskosten auf
ihre Notwendigkeit. Sie kam zum Schluss, die von der Veranlagungsbehörde
vorgenommene Beschränkung der notwendigen Berufskosten auf die erzielten
Einkünfte aus der unselbständigen Erwerbstätigkeit sei angemessen.
2.3. Vorliegend ist von einer unselbständigen Erwerbstätigkeit auszugehen. Der
Beschwerdeführer leidet an einer gesundheitlichen Beeinträchtigung infolge eines
Unfalls und bezieht deshalb Sozialversicherungsleistungen. Diese gelten als
Ersatzeinkünfte und bezwecken, die finanziellen Folgen der eingeschränkten
Erwerbsfähigkeit auszugleichen. Der Beschwerdeführer arbeitet nach dem Unfall in
seinem angestammten Beruf als Informatiker, verdient indessen aufgrund der
gesundheitlichen Beeinträchtigung deutlich weniger als vor dem Unfall. Es erscheint
daher nicht statthaft, im tiefen Einkommen ein Indiz dafür zu erblicken, dass seine
Tätigkeit ein Steckenpferd bzw. Hobby ist. Allerdings hält der Beschwerdeführer der
Vorinstanz zu Unrecht vor, die Ermittlung des durchschnittlichen täglichen
Erwerbseinkommens sei diskriminierend bzw. behindertenverachtend. Aufgrund der
Verlegung des Wohnsitzes nach B. und der damit verbundenen hohen Berufskosten für
die Ausübung der Erwerbstätigkeit in A. war es durchaus berechtigt, die Notwendigkeit
der hohen Berufsaufwendungen im Lichte des relativ geringen Erwerbseinkommens zu
prüfen. Im vorliegenden Fall ist indessen auch zu berücksichtigen, dass die Erhaltung
der Arbeits- und Arbeitsmarktfähigkeit für den Beschwerdeführer einen stichhaltigen
Grund bildet, trotz des Zuflusses von Sozialversicherungsleistungen weiterhin im
angestammten Beruf tätig zu sein. Diesem Umstand ist bei der Beurteilung der
Notwendigkeit der Berufskosten Rechnung zu tragen. Die Vorinstanz anerkannte denn
auch die Tätigkeit des Beschwerdeführers als Erwerbstätigkeit und hielt zutreffend fest,
dass nach dem Grundsatz der Gesamtreineinkommensbesteuerung die
Gewinnungskosten für einzelne Einkünfte grundsätzlich nicht auf die Höhe dieser
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Einkünfte beschränkt sind (vgl. M. Reich, in: Kommentar zum Schweizerischen
Steuerrecht, 2. Aufl., Basel 2002, N 25 zu Art. 7 StHG). Alle mit der Erwerbstätigkeit
kausal zusammenhängenden notwendigen Kosten im Sinne von Art. 39 StG sind daher
als Berufskosten zuzulassen.
2.4. Der Beschwerdeführer brachte Autokosten von Fr. 6'521.-- zum Abzug (132
Arbeitstage à 76 km, total 10'032 km pro Jahr à Fr. 0.65/km). Dabei handelt es sich
aufgrund der täglichen Fahrdistanz um die Fahrkosten von D. nach A.. Aufwendungen
für Fahrten vom Wohnort B. nach D. oder A. machte der Beschwerdeführer keine
geltend, brachte aber Kosten von Fr. 7'524.-- für ein auswärtiges Zimmer bei
Wochenaufenthalt zum Abzug.
Der Aufenthalt in D. ist nach der Wohnsitznahme in B. nicht darin begründet, dass der
Beschwerdeführer dort erwerbstätig ist, sondern dass dort seine Kinder leben und sein
Einfamilienhaus steht. Die Aufwendungen im Zusammenhang mit dem zeitweiligen
Aufenthalt in D. nach der Wohnsitzverlegung können daher nicht als Berufskosten zum
Abzug gebracht werden. Abzugsfähig wären im vorliegenden Fall grundsätzlich die
Kosten für die wöchentlichen Fahrten von B. nach A. sowie die Kosten für ein Zimmer
am Arbeitsort A.. Der Wochenaufenthaltsort muss am Arbeitsort oder möglichst nahe
daran liegen (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum harmonisierten
Zürcher Steuergesetz, 2. Aufl., Zürich 2006, § 26, N 16; Richner/Frei/Kaufmann,
Handkommentar zum DBG, Zürich 2003, N 16 zu Art. 26 DBG). Da der
Beschwerdeführer aber unbestrittenermassen nicht Wochenaufenthalter am Arbeitsort
oder in dessen Nähe ist, kann ein solcher Abzug nicht gewährt werden. Auch die
Steuerverwaltung des Kantons Schwyz verweigerte gemäss der mit der Beschwerde
eingereichten Steuereinschätzung für 2004 den Abzug für auswärtigen
Wochenaufenthalt. Somit sind die Kosten für 132 Fahrten vom Wohnort an den
Arbeitsort A. zum Abzug zuzulassen. Der Beschwerdeführer verlegte gemäss der im
Kanton Schwyz eingereichten Steuererklärung seinen Wohnsitz am 1. Dezember 2004
nach B.. Für die Fahrstrecke von B. nach A. sind mit dem Auto gemäss Twix-Route
rund 1 Stunde 20 Minuten und mit der Bahn rund 1 Stunde und 40 Minuten zu
veranschlagen. Der Wohnort S-strasse 14 in B. liegt in unmittelbarer Nähe der
Bahnstation B.. In A. kann für die Strecke vom Bahnhof an den Arbeitsort der Bus
benützt werden. Bei dieser Sachlage ist eine Unzumutbarkeit aufgrund ungünstiger
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Verbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht dargetan. Auch von dem bis 1.
Dezember 2004 bestehenden Wohnort D. standen öffentliche Verkehrsmittel nach A.
zur Verfügung. Es ist nicht belegt, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner
gesundheitlichen Beeinträchtigung für die Strecken B.-A. bzw. D.-A. auf das Auto
angewiesen war. Der Beschwerdeführer hält lediglich fest, er sei auf ein Motorfahrzeug
mit speziellem ergonomischem Fahrersitz angewiesen. Dass die Benützung von Bahn
und Bus für die genannten Strecken aus gesundheitlichen Gründen geradezu
unmöglich oder unzumutbar ist, lässt sich damit nicht begründen. Folglich sind die
Kosten für die Bahnreise sowie für den Bus in A. zum Abzug zuzulassen. Es rechtfertigt
sich im vorliegenden Fall, die Kosten für ein Generalabonnement zum Abzug zu
bringen.
2.5. Die auswärtige Mittagsverpflegung am Arbeitsort ist aufgrund der vorliegenden
Umstände zuzulassen, weshalb der entsprechende Abzug von Fr. 1'848.-- (132
Arbeitstage à Fr. 14.--) zu gewähren ist.
2.6. Wie erwähnt, liegt kein Wochenaufenthalt am Arbeitsort vor, weshalb die Kosten
für ein Zimmer nicht als Berufskosten abgezogen werden können. Der
Beschwerdeführer begründet denn auch den Abzug für ein Zimmer nicht mit dem
Wochenaufenthalt, sondern damit, dass er einen Teil der Arbeit im speziell
eingerichteten Arbeitszimmer am "jeweiligen Aufenthaltsort" erledige. Zu prüfen ist
daher, ob die Kosten für ein Arbeitszimmer abgezogen werden können.
Nach der Veranlagungspraxis (StB 39 Nr. 1 Ziff. 1; Weidmann/Grossmann/Zigerlig,
Wegweiser durch das st. gallische Steuerrecht, 6. Aufl., Muri-Bern 1999, S. 43) sind die
Kosten für ein Arbeitszimmer abzugsfähig, wenn ein wesentlicher Teil der
Erwerbstätigkeit ausserhalb des Arbeitsortes erledigt werden muss, weil der
Arbeitgeber das notwendige oder geeignete Arbeitszimmer nicht zur Verfügung stellt
oder weil dessen Benützung nicht möglich oder zumutbar ist, wenn mindestens 40
Prozent der Arbeitszeit zuhause verbracht wird, der Steuerpflichtige auf einen
spezifisch eingerichteten Arbeitsplatz angewiesen ist und wenn ein Zimmer in der
Wohnung des Steuerpflichtigen auch wirklich ausgeschieden wird.
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Der Beschwerdeführer macht geltend, denjenigen Teil der Arbeitszeit, der die 132 Tage
in A. übersteige und zwischen der normalen Arbeitszeit liege, die in seinem Fall bis 220
Tage pro Jahr betragen könne, verrichte er am jeweiligen Aufenthaltsort im speziell
eingerichteten Arbeitszimmer. Aufgrund der Anerkennung von 132 Arbeitstagen in A.
und der Höhe der erzielten Erwerbseinkünfte ist jedoch ein nennenswerter Anteil einer
häuslichen Erwerbstätigkeit nicht nachgewiesen. Es mag zwar nachvollziehbar sein,
dass es dem Beschwerdeführer aufgrund der gesundheitlichen Beeinträchtigung
mitunter nicht möglich ist, seine Tätigkeit am Arbeitsort auszuführen. Er legt aber nicht
konkret dar, inwiefern er zusätzlich zu seiner Tätigkeit von 132 Tagen in A. einen
erheblichen Teil der Arbeit zuhause erledigt. Auch ist nicht ersichtlich, inwiefern es sich
bei den Kosten für ein Arbeitszimmer um behinderungsbedingte Aufwendungen
handeln könnte, die nach dem seit 1. Januar 2007 geltenden Art. 46 lit. abis StG
abgezogen werden könnten. Folglich sind die geltend gemachten Kosten für ein
Arbeitszimmer in der Höhe von Fr. 7'524.-- nicht zum Abzug zuzulassen.
3. Umstritten ist sodann die steuerliche Behandlung der Einzahlungen des
Beschwerdeführers in die Säule 3a.
3.1. Nach Art. 45 Abs. 1 lit. e StG werden Einlagen, Prämien und Beiträge zum Erwerb
von Ansprüchen auf Leistungen aus anerkannten Formen der gebundenen
Selbstvorsorge nach Art. 82 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (SR 831.40, abgekürzt BVG) von den Einkünften
abgezogen. Der Beschwerdeführer brachte Beiträge in der Höhe von Fr. 1'115.-- zum
Abzug. Die Vorinstanz hielt fest, die Berufsauslagen seien weit höher als die
Entlöhnung für die Arbeit. Es sei daher nicht zu beanstanden, dass die Beiträge an die
Säule 3a nicht zugelassen worden seien. Dies gelte umso mehr, als aus den Akten
nicht hervorgehe, ob der Pflichtige überhaupt aktiv an einer 2. Säule angeschlossen
sei.
3.2. Art. 45 StG regelt gemäss Randtitel Abzüge, die von der Höhe der Einkünfte
unabhängig sind. Allerdings setzt der Abzug von Beiträgen an die Säule 3a voraus,
dass der Vorsorgenehmer erwerbstätig ist (vgl. Maute/Steiner/ Rufener, Steuern und
Versicherungen, 2. Aufl., Muri-Bern 1999, S. 194). Dies ergibt sich auch aus dem
Wortlaut von Art. 82 Abs. 1 BVG, wonach Arbeitnehmer und Selbständig-erwerbende
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solche Beiträge abziehen können, und aus Art. 7 Abs. 1 der Verordnung über die
steuerliche Abzugsberechtigung für Beiträge an anerkannte Vorsorgeformen (BVV 3,
SR 831.461.3), wonach der Abzug gemäss Abs. 1 lit. b 20 Prozent des
Erwerbseinkommens beträgt, wenn der Betroffene keiner 2. Säule angeschlossen ist.
Es fehlt allerdings eine Grundlage, die Abzugsfähigkeit auf die um die Berufskosten
gekürzten Erwerbseinkünfte zu beschränken. Die Vorinstanz verweigerte somit den
Abzug zu Unrecht mit der Begründung, es seien Berufskosten in der Höhe der erzielten
Erwerbseinkünfte gewährt worden. Aufgrund des geringen Erwerbseinkommens sind
die Angaben des Beschwerdeführers glaubhaft, dass er keiner 2. Säule angeschlossen
ist, weshalb der Abzug von 20 Prozent des Erwerbseinkommens bzw. Fr. 1'115.-- zum
Abzug zuzulassen ist.
4. Streitig ist weiter, ob die Fahrtkosten des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit
ärztlichen Behandlungen in der Höhe von Fr. 2'869.-- Krankheitskosten im Sinne von
Art. 46 Abs. 1 StG darstellen und abzugsfähig sind.
4.1. Nach Art. 46 lit. a StG werden von den Nettoeinkünften die Krankheits-, Unfall- und
Invaliditätskosten des Steuerpflichtigen und der von ihm unterhaltenen Personen
abgezogen, soweit der Steuerpflichtige die Kosten selbst trägt und diese zwei Prozent
der Nettoeinkünfte übersteigen.
Als Krankheitskosten im Sinne von Art. 46 lit. a StG gelten Arzt-, Zahnarzt- und
Spitalkosten sowie Auslagen für Arzneimittel, Apparate, Bäderkuren und Therapien,
soweit sie ärztlich verordnet sind, sowie für Brillen (vgl. Weidmann/Grossmann/Zigerlig,
a.a.O., S. 160). Nach der Praxis werden durch eine Behinderung verursachte Kosten für
den Transport zum Arzt, zu Therapien und zu Tagesstätten etc. abgezogen. Zum
Abzug zugelassen werden die Kosten des öffentlichen Verkehrsmittels oder eines
Behindertenfahrdienstes. Ist deren Benützung nicht möglich oder nicht zumutbar,
können die Kosten eines privaten Motorfahrzeuges abgezogen werden (StB 46 Nr. 2
Abs. 3.7). Die Ausführungen der Vorinstanz, wonach Fahrkosten für Arztbesuche nicht
abzugsfähig sind, lassen somit die Veranlagungspraxis ausser Betracht. Sind nach der
Praxis Fahrkosten für ärztliche Behandlungen grundsätzlich abzugsfähig, so rechtfertigt
es sich im vorliegenden Fall nicht, den Abzug der entsprechenden Kosten des
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Beschwerdeführers mittels einer einschränkenden Auslegung des Begriffs der
Krankheitskosten auf unmittelbare Aufwendungen zu verweigern.
4.2. Der Beschwerdeführer machte "Fahrspesen für Behandlung durch Invalidität" von
Fr. 2'869.-- geltend. Er führt aus, dabei habe es sich um spezifische und zudem
äusserst schmerzhafte ärztliche Eingriffe gehandelt, mit denen direkt und einzig die
unfallbedingten Verletzungen behandelt worden seien. Um behinderungsbedingte
Kosten im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. hbis des Steuerharmonisierungsgesetzes (SR
642.14; abgekürzt StHG), welche nach Art. 46 lit. abis StG ohne Selbstbehalt
abzugsfähig sind, handelt es sich aufgrund der Darstellung des Beschwerdeführers
nicht. Zudem traten Art. 9 Abs. 2 lit. hbis StHG erst am 1. Januar 2005 und Art. 46 lit.
abis StG erst am 1. Januar 2007 in Kraft.
Die Veranlagungsbehörde hat zu den Fahrkosten für ärztliche Behandlungen keine
weiteren Abklärungen getroffen. Dies wäre aber namentlich deshalb angezeigt
gewesen, weil der Beschwerdeführer aufgrund der Folgen des Verkehrsunfalls
Ansprüche gegen einen Haftpflichtversicherer stellen kann und dieser in der Regel
Aufwendungen im Zusammenhang mit Heilbehandlungen übernimmt. Da aufgrund der
fehlenden Abklärungen aber kein Anlass besteht, die Aufwendungen in Frage zu
stellen, sind sie grundsätzlich als Krankheitskosten zum Abzug zuzulassen. Wie
erwähnt, werden lediglich die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel zum Abzug
zugelassen. Der Beschwerdeführer macht keine konkreten Angaben, weshalb die
Benützung öffentlicher Verkehrsmittel nicht möglich oder nicht zumutbar war. Auch den
Akten sind keine entsprechenden Anhaltspunkte zu entnehmen. Somit sind die Kosten
für das öffentliche Verkehrsmittel zum Abzug zuzulassen. Da dem Beschwerdeführer
für den Arbeitsweg die Kosten eines Generalabonnements gewährt werden, sind keine
zusätzlichen Aufwendungen abzugsfähig.
5. Der Beschwerdeführer verlangt im weiteren die Besteuerung zum Tarif für
Verheiratete.
5.1. Nach Art. 50 Abs. 4 StG (in der Fassung gemäss der Verordnung über die
Aenderung des Steuergesetzes vom 22. November 2005 (sGS 811.110) werden
verwitwete, getrennt lebende, geschiedene und ledige Steuerpflichtige beim
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Einkommen zum Tarif für Verheiratete besteuert, wenn sie mit Kindern oder
unterstützungsbedürftigen Personen zusammenleben und deren Unterhalt zur
Hauptsache bestreiten.
5.2. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid zutreffend auf die Rechtsprechung
des Bundesgerichts (BGE 131 II 697 ff.) sowie die Aenderung des Steuergesetzes
verwiesen. Der Beschwerdeführer zieht nicht in Betracht, dass nach dem Wortlaut von
Art. 50 Abs. 4 StG und auch nach jenem von Art. 11 Abs. 1 StHG die Anwendung des
Verheiratetentarifs nicht nur voraussetzt, dass der alleinstehende Pflichtige für den
Unterhalt der Kinder zur Hauptsache aufkommt, sondern auch, dass er mit den Kindern
zusammen lebt.
Es ist zwar unbestritten, dass der Beschwerdeführer zur Hauptsache für den Unterhalt
der Kinder aufkommt. Allerdings lebt er nicht mit seinen Kindern zusammen.
Zusammenleben bedeutet, dass Personen zusammen wohnen bzw. im selben
Haushalt leben. Daran ändert der Umstand nichts, dass er die elterliche Obhut über die
Kinder hat und diese zeitweise auch persönlich betreut. Da er nicht mit seinen Kindern
im Sinne von Art. 50 Abs. 4 StG zusammen lebt, bleibt kein Raum für die Anwendung
des Verheiratetentarifs.
6. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde teilweise gutzuheissen ist. Ziff.
1 und 3 des angefochtenen Entscheids sind aufzuheben. Die Angelegenheit ist zur
Vornahme der Veranlagung aufgrund der vorstehenden Erwägungen und zur
Steuerausscheidung an das Kantonale Steueramt zurückzuweisen.
Der Ausgang des Verfahrens entspricht einer nur geringfügigen Gutheissung der
Beschwerde. Es rechtfertigt sich daher, die amtlichen Kosten zu drei Vierteln dem
Beschwerdeführer und zu einem Viertel dem Staat aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP).
Eine Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Der Kostenvorschuss ist zu verrechnen und der Rest von Fr. 500.-- dem
Beschwerdeführer zurückzuerstatten. Auf die Erhebung des staatlichen Anteils ist zu
verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
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Die amtlichen Kosten des Rekursverfahrens von Fr. 1'200.-- sind gestützt auf Art. 95
Abs. 1 VRP ebenfalls zu drei Vierteln dem Beschwerdeführer und zu einem Viertel dem
Staat aufzuerlegen, wobei auf die Erhebung des staatlichen Anteils zu verzichten ist
(Art. 95 Abs. 3 VRP).
Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen. Der Beschwerdeführer ist
überwiegend unterlegen (Art. 98bis VRP), und der Beschwerdegegner hat keinen
Anspruch auf Entschädigung ausseramtlicher Kosten (vgl. R. Hirt, Die Regelung der
Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. A. 2004, S. 176).